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Bencic und Teichmann in Cincinnati beide im Viertelfinal
Beim WTA-1000-Turnier in Cincinnati kommt es im Viertelfinal zu einem Schweizer Duell zwischen Belinda Bencic und Jil Teichmann.
Teichmann (WTA 76) schaffte gegen die Weltnummer 2 Naomi Osaka eine kleine Sensation und gewann 3:6, 6:3, 6:3. Die als Nummer 10 gesetzte Belinda Bencic führte gegen Karolina Muchova (WTA 23) 7:5, 2:1, als die Tschechin aufgeben musste. Für die Olympiasiegerin war es bereits der neunte Sieg in Folge.
Im Viertelfinal kommt es nun in der Nacht auf Samstag (01:00 Uhr) zum Direktduell zwischen den beiden Schweizerinnen. Die bisher einzige Begegnung gewann Bencic 2017 in Taiwan in zwei Sätzen.
Teichmann befindet sich aber genauso wie die 24-jährige Ostschweizerin im Hoch, und dies kommt überraschend. Nach einer Knöchelverletzung im Mai hatte die Linkshänderin bei fünf Turnieren nur noch eine Partie gewonnen – bis Cincinnati. Etwas überraschend hatte sie für das hervorragend besetzte Turnier der 1000er-Kategorie eine Wildcard erhalten und feierte nun den grössten Erfolg ihrer Karriere.
Gegen Osaka, die die letzten beiden Grand-Slam-Turniere auf Hartplatz für sich entschied, startete Teichmann miserabel und lag schnell 0:3 im Rückstand. Dank einem Zwischenspurt holte sie sich aber den zweiten Satz, ehe sie auch im entscheidenden dritten Durchgang 0:2 und 0:30 ins Hintertreffen. Die 24-jährige Seeländerin blieb jedoch dran und bewies am Ende auch die besseren Nerven.
„Ich war der Underdog“, stellte Teichmann nach dem Sieg fest. „Ich wollte einfach mein Spiel durchziehen. Ich variiere sehr gut, bewege mich mich gut. Ich denke, deshalb fühlte sie sich nicht so wohl.“ Ausserdem schlug die in Barcelona geborene Schweizerin hervorragend auf (8:6 Asse). Osaka ist derzeit noch nicht in Hochform. Vor der 2. Runde des French Open zog sich der japanische Superstar wegen mentalen Problemen für zwei Monate von der Tour zurück und verlor nun bei der Rückkehr bei den Olympischen Spielen in Tokio und in Cincinnati früh. Sie zeigte sich aber nicht unzufrieden und zog vielmehr den Hut vor der Leistung von Teichmann. „Ich war vielleicht etwas zu defensiv, aber sie spielte einfach wirklich gut.“
Nun steht schon fest, dass eine Schweizerin im Halbfinal stehen wird. Bencic profitierte gegen die elf Positionen schlechter klassierte Muchova von einer Bauchmuskelverletzung bei der Tschechin. Nachdem diese einen umkämpften ersten Satz verloren und dann erneut ein Break kassiert hatte, warf sie das Handtuch.
Die Olympischen Spiele mit der Goldmedaille im Einzel und dem Silber im Doppel durch Bencic und Viktorija Golubic war auch für Jil Teichmann, die wegen ihrer Verletzungsprobleme der letzten Monate auf die Reise nach Tokio verzichtete, eine Inspiration. „Ich habe regelmässig mit ihnen telefoniert und freue mich riesig. Belinda war der Wahnsinn, und das ist sehr, sehr gut für das Schweizer Frauentennis.“ Nun wird es ausgerechnet Teichmann sein, die als nächste versucht, den Lauf und die Euphorie von Bencic zu stoppen.
(text:sda/bild:beo)