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12. Januar 2014
Sea Shepherd startet "Operation Sunu Gaal" - eine kampagne, um der Republik Senegal zur Seite zu stehen und vor deren Küste zu patroullieren und dem illegalen, undokumentierten und unregulierten Fischfang entgegenzutreten.
Westafrika ist die Region auf der Welt, die am meisten von illegalem, undokumentiertem und un regulierten (IUU) Fischfang betroffen ist. Der Schaden, der den westafrikanischen Staaten dadurch jährlich entsteht, wird auf 608 Millionen bis 1,2 Milliarden geschätzt, wobei der IUU-Fischfang in dieser Region jährlich zirka 37% des illegalen Fischfangs weltweit ausmacht. Senegal, das eine Küstenlinie von über 700 km hat und in dessen Gewässern sich verschiedene Spezies vom Hai bis zum Thun- und Schwertfisch tummeln, sit eines der afrikanischen Staaten, das am meisten von illegalen Fischfangflotten aus Europa, Asien und Russland angesteuert wird.
In einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz gab der Minister für Fischerei und maritime Angelegenheiten Haidar El Ali, an, dass Senegal fast 230 Millionen Euro jährlich an die zirka 50 illegal fischenden Schiffe verliert, die ihren Fang in den Hoheitsgewässern Senegals einholen. Die Wilderei fordert das ökologische Gleichgewicht der Region und das Überleben der dort vorkommenden Artenvielfalt genau so heraus wie das Überleben der kleinen, nicht industriellen Fischer, deren Lebensweise auch davon bedroht ist. Dies liegt an der immer größer werdenden Nachfrage nach Fisch auf europäischen und asiatischen Märkten.
Auf Senegalesisch bedeutet "Sunu Gaal", was auch namensgebend für den ganzen Staat steht, "unser Kanu". Diese Phrase wurde als Name für die Operation übernommen und steht sinnbildlich für das Angebot von Sea Shepherd Global an die Regierung Senegals, ein Schiff abzustellen, um die Rechte der Kleinfischer der Region zu wahren - unser Kanu beschützt ihres vor den ausländischen illegalen Fischereiflotten.
"Ich möchte, dass durch die Anwesenheit Sea Shepherds hier in Senegal die ganze Welt auf das, was hier in meinem Land passiert, aufmerksam wird. Unsere marinen Ressourcen werden durch illegal operierende Fischfangflotten geplündert", sagt Haidar El Ali. "Als ich Sea Shepherd nach Hilfe fragte, tat ich das, weil sie nicht nur reden und Verhandlungen führen, sondern wirklich direkt handeln."
Sea Shepherd Global, welches ein Schiff, Treibstoff und die Crew stellt, wird die nächsten Monate damit verbringen, Patrouillen in senegalesischen Gewässern durchzuführen, um dort, unter der Aufsicht der Regierung Senegals, das Ministerium für Fischerei, welches von Minister Haidar El Ali geleitet wird, zu vertreten und die IUU-Fischerei zu bekämpfen. Die Kampagne steht unter dem Mandat von Präsitent Macky Sall.
Operation Sunu Gaal ist außerdem eine Gelegenheit für Sea Shepherd Global, das fünfte Schiff der Sea Shepherd-Flotte vorzustellen - die Jairo Mora Sandoval, die nach dem 26-jährigen costa-ricanischen Umweltschützer benannt wurde, der im Mai 2013 in Costa Rica brutal ermordet wurde, weil er Seeschildkröten vor Wilderern beschützen wollte.
Für den Gründer Sea Shepherds, Captain Paul Watson, hat der Name des Schiffes eine ganz spezielle Bedeutung: "Als ich von der Ermordung des 26-jährigen costa-ricanischen Umweltschützer und Beschützers der Seeschildkröten hörte, war ich über alle Maße bestürzt. Und dann wurde ich wütend. Wütend, weil dies alles passiert, obwohl Jairo gegenüber der Polizei und der Regierung Bedenken über seine Sicherheit geäußert hatte. Wütend, weil die Regierung darauf nicht reagiert hat. Wütend, weil wir erst Druck machen mussten, damit die Regierung überhaupt anfing, etwas zu unternehmen und wütend, weil die Wilderer damit weitermachen, die Nester der Seeschildkröten zu schänden und zu plündern. Ich habe außerdem geschworen, dass der Name Jairo Mora Sandoval nicht in Vergessenheit geraten wird, und deshalb habe ich beschlossen, dass wir ein Schiff nach Jairo benennen, was wir auch getan haben. Und nun wir die Sairo Mora Sandoval damit beginnen, unter der Aufsicht der senegalesischen Regierung, Operationen gegen die Wilderei vor der Küste Westafrikas, durchzuführen."
"Das illegale Fischen in einem westafrikanischen Land zu unterbinden, ist eine gefährliche Aufgabe", sagt Lamya Essemlali, Koordinatorin der Kampagne und Präsidentin von Sea Shepherd Frankreich. "Dies ist eine Region auf der Welt, die am meisten von illegalem Fischfang betroffen ist. Der meiste Fisch, der aus den Gewässern Afrikas gestohlen wird, endet auf den Tellern reicherer Länder, welche sich sonst selbst für die Krümelchen an Wohltätigkeit auf die Schulter klopfen, die sie in Richtung Afrika werfen. Länder wie Senegal brauchen diese Wohltätigkeit nicht. Sie brauchen vielmehr die Gerechtigkeit, die nur durch organisiertes, effektives Patrouillieren und Durchsetzen von Gesetzen in dieser Region erreicht werden kann."