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Wälder sind komplexe Ökosysteme, das Zusammenspiel zwischen Pflanzen und Tieren führt zu einem stetig fortlaufenden Kreislauf des Lebens. Diese grünen Wunder der Natur kommen überall auf der Erde vor - dreissig Prozent der Erdoberfläche besteht aus Wäldern. Dennoch treten sie unterschiedlich in Erscheinung und übernehmen verschiedene Aufgaben. In unserer Artikelserie werden wir aufzeigen, wie die riesigen Organismen funktionieren und uns genauer anschauen, welche tragende Rolle die Wälder der Erde auch für unser Überleben einnehmen. Um die komplexen Vorgänge besser zu verstehen, widmen wir uns zuerst den verschiedenen Arten von Wäldern.
Die verschiedenen Wälder der Erde
Zuerst einmal lassen sich Wälder anhand der darin vorkommenden Bäume unterscheiden. Hierbei gibt es drei Unterteilungen:
Nadelwälder: (fast) ausschliesslich Nadelbäume
Laubwälder: (fast) ausschliesslich Laubbäume
Mischwälder: Laub- und Nadelbäume
Spezifischer unterteilen lassen sich die Wälder aufgrund des Standortes und der Vegetationszone, in der sie vorkommen.
Tropenwald
Tropenwälder gedeihen bei einem beständigen Klima mit viel Niederschlag und gleichmässiger Temperatur. Rund um den Äquator herrscht das ganze Jahr ein beständiges Klima und viel Niederschlag, was zu immergrünen Regenwäldern führt. Da sich das Klima und die Niederschlagsmenge mit zunehmender Entfernung zum Äquator verändert, entwickeln die Bäume einen laubabwerfenden Charakter. Tropenwälder tragen wesentlich zum Klima unserer Erde bei, zum einen erzeugen sie durch Photosynthese - wie jede Pflanze - Sauerstoff. Des Weiteren geben sie über ihre Blätter Wasser ab, dieses Wasser verdunstet und wird später in Form von Regen wieder zurückgegeben. So regulieren sie einen grossen Teil ihres Wasserhaushaltes selbst.
Borealer Nadelwald
Der boreale Waldgürtel umschliesst die Erde südlich der Arktis. Dort herrschen tiefe Temperaturen und eisige Winde. Die Nadelbäume haben sich an diese Bedingungen angepasst, ihre Form ist schlank und pyramidenförmig, wodurch sie windgeschützt sind. Ein borealer Nadelwald wird nur von vier Gattungen unterschiedlicher Nadelbäume geprägt, daher gilt er als eher artenarmer Wald.
Gebirgsnaher Nadelwald
Wie der Name schon sagt, trifft man diese Wälder rund um die Gebirge der Erde an. Sie sind besonders ausgedehnt und immer grün. Mehr als die Hälfte aller Nadelwälder befinden sich in Asien. Bergwälder bilden einen Schutzwall gegen Lawinen und festigen mit ihren Wurzeln die Böden, was das Abstürzen von Erd- und Felsmassen verhindert.
Gemässigte Zonen
In den gemässigten Zonen rund um den 40. bis 60. Breitengrad, wachsen Nadel-, Laub- und Mischwälder. Die meisten Laubwälder sind sommergrün – das bedeutet, dass die Bäume ihr Laub nach Sommerende abwerfen, da das Klima hier nicht beständig ist und dadurch verschiedene Jahreszeiten hervorbringt. In Mitteleuropa besteht (beziehungsweise bestand) ein Hauptteil der Wälder aus zwei Eichenarten, der Stiel- und der Traubeneiche. In Gebieten rund um das Mittelmeer, wo die Winter mild und trocken sind, haben sich immergrüne Wälder entwickelt. In der Schweiz nimmt der Wald eine wichtige Funktion in der Holzproduktion ein, speichert Grund- und Regenwasser und dient als Lebensraum für ein Drittel aller Tiere.
Zudem unterscheidet man zwischen Primär- und Sekundärwald. Wobei ein Primärer Wald ein Urwald, also einen von Menschen unberührten und unveränderten Wald, darstellt. Als Sekundärwald gelten Wälder, die sich nach der Zerstörung der Urwälder (durch Menschen oder Naturkatastrophen) gebildet haben. Nutzwälder hingegen werden von Menschen verändert und für die Forstwirtschaft genutzt.
Auch wenn es unzählige verschiedene Wälder gibt, haben sie alle etwas gemeinsam: Sie sind unglaublich wichtig für das Leben unserer Erde. Im nächsten Artikel werden wir unsere Schweizer Wälder genauer unter die Lupe nehmen und herausfinden, wie der Kreislauf des Lebens auf den verschiedenen Ebenen seinen Lauf nimmt.