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Wer es trotzdem wagt, den Ferienort Vilcabamba europäisch weiterzudenken, kommt bald auf das Szenario, sich eine auf Natur und Oekologie ausgelegten ‚ecuadorianischen Western-Stadt‘ an der Grenze zu Peru auszumalen; eine künftige Siedlung mit einer fantastischen staedtebaulichen Substanz, übersichtlichen Dimensionen, die in einer einmaligen Landschaft liegt und zur Erholung geradezu einlaedt. Aber eben; das sind europäische Gedanken.
Vilcabamba ist ein kurioser Ferienort im Súden von Ecuador. Die Stadt liegt auf angenehmen 1500 Metern úber Meer und kennt eine konstante Jahrestemperatur von 18 Grad Celsius. Wer von Cuenca aus nach sieben Stunden Busfahrt nach Vilcabamba kommt, erkennt die von den Spaniern eingefúhrte Stadtstruktur sofort wieder: Ein rechteckiges Strassenraster, das von einem zentralen ‚parque‘ ausgeht. Hier spricht niemand von ‚Platz‘. Im Unterschied zu Cuenca zeigt die zweite Reihe hinter dem ‚parque‘ eine eher traurige Seite der Dorfentwicklung: Die meist zweigeschossigen Häuser mit zusammenhängenden vorgelagerten Laubengángen sind entweder dem Zerfall überlassen, oder sie sind durch Baustellen ersetzt worden, an deren Vollendung man nicht so richtig glauben mag. Zudem: Hauptstrasse, Marktplatz und Busbahnhof sind zwar von der einheimischen Bevoelkerung belebt, jedoch abgetrennt vom urbanistischen Kern mit der Kirche und dem zentralen ‚parque‘. Dort haengen die Touristen ab. úebrigens: Ganz Ecuador ist voll von Kleinstbaustellen, die, wenn überhaupt, dann oft nach dem Bau des Erdgeschosses nicht fertig gestellt werden, ein Phaenomen, das ich erst im Ansatz begreife.