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Immunology and Homeopathy. 4.Clinical Studies
AutorInnen: Paolo Bellavite (1), Riccardo Ortolani (2), Francesco Pontarollo (1), Valeria Piasere (1), Giovanni Benato (2) and Anita Conforti (3)
Veröffentlicht in: eCAM 2006;3(3)293–301
Der Artikel besteht aus zwei Teilen:
Im 1. Teil werden methodologische Ziele der klinischen Forschung in der Homöopathie und die Kriterien zur Beurteilung der Literatur eingeführt. Im Anschluss werden 24 Studien (12 randomisierte und 12 nicht randomisierte Studien) über Atemwegsinfektionen sowie Hals-Nasen-Ohren Beschwerden beschrieben.
Im 2. Teil liegt der Schwerpunkt auf allergischen Erkrankungen. Es werden 27 Studien (18 randomisierte und 9 Beobachtungsstudien) behandelt. Zudem wird die Effektivität der Homöopathie global analysiert.
Eine wertvolle tabellarische Auflistung und Bewertung der durchgeführten Studien wird in beiden Teilen zur Übersicht angeboten (Teil 1 S.296-297, Teil 2 S.399-400).
Die Auswertung der Studien zeigt, dass unter bestimmten Bedingungen die Homöopathie signifikante Ergebnisse verspricht: z.B. die homöopathische Arznei „Galphimia glauca” als Lösung in geringer Potenz bei allergischer Oculorhinitis (allergischem Schnupfen), klassische individuelle Homöopathie bei Otitis (Ohrenentzündung) und möglicherweise bei Asthma und allergischen Beschwerden sowie einige Komplexmittel in niedriger Potenz bei Sinusitis (Nebenhöhlenentzündungen) und Rhinokonjunktivitis (Entzündung der Nasenschleimhaut und Augenbindehaut).
Eine generelle Schwäche in den Aussagen folgt aus fehlenden unabhängigen Bestätigungen der berichteten Ergebnisse sowie durch widersprüchliche Resultate, sei es im Fall der homöopathischen Immuntherapie oder der klassischer Homöopathie bei Atemwegsinfektionen.
Bezüglich der globalen Analyse der Homöopathie halten die Autoren zusammenfassend fest: Es gibt ein Effizienz-/Effektivitäts-Paradoxon – ähnlich wie es in anderen Gebieten der Forschung zur Komplementärmedizin gefunden wurde. Es wird ein schwacher Beweis der Effektivität zu Gunsten der Homöopathie nachgewiesen, wenn die Studien unter randomisierten und Doppelblind Bedingungen durchgeführt wurden. Jedoch wird eine Effektivität in ähnlichen Studien beschrieben, wenn Homöopathie und konventionelle Medizin miteinander verglichen werden. Aus dem Paradoxon leiten die Autoren zwei Schlussfolgerungen ab: Erstens ist zusätzliche experimentelle und beobachtende klinische Forschung (inklusive Studien mit unterschiedlichen Forschungsdesigns) zur Weiterentwicklung der homöopathischen Forschung nötig. Zweitens ist es denkbar, dass Unstimmigkeiten auf Grund einer fehlenden, einheitlichen Theorie betreffend den Funktionsmechanismen der Homöopathie entstehen. Somit sind zusätzliche Grundlageforschungen und innovative Ansätze zur Lösung dieses Problems dringend gesucht.
Gemäss Aussage der Autoren ist es daher nötig, die Forschungsmethodik anzupassen, um der Komplexität des diagnostischen Vorgehens in der Homöopathie gerecht zu werden. Ein Beispiel dafür ist die Blindmethode (link glossar): Diese Methode wird so oft in Evidenz basierten Studien benutzt, dass eine Neigung besteht, diese Methode als goldenen Standard bei klinischen Studien anzusehen. Das Auswählen eines korrekten homöopathischen Simillimums besteht jedoch in einer gründlichen Anamnese und beruht auf Vertrauen, was die Blindmethode verunmöglicht.
Auf der anderen Seite muss aber auch sichergestellt werden, dass die Erhebungen objektive Messungen von klinischen und laborspezifischen Parametern enthalten. Zudem werden adäquaten Kontrollgruppen von unbehandelten und behandelten Testpersonen mit konventioneller Therapie benötigt.
Literatur
Referenzen
1 Department of Scienze Morfologico-Biomediche, University of Verona, Piazza L.A. Scuro, 37134 Verona, Italy
2 Association for Integrative Medicine ‘Giovanni Scolaro’, University of Verona, Piazza L.A. Scuro, 37134 Verona, Italy
3 Department of Medicina e Sanita’ Pubblica, University of Verona, Piazza L.A. Scuro, 37134 Verona, Italy