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Allerlei Berichtigungen
Herr Dr. Gröbli hat oben pag. 328 einen Irrtum verbessert, der in seinem Artikel über die Berge von St. Nikiaus, Jahrbuch des S.A.C.? Bd. XXVIII, pag. 131 ff. vorgekommen ist. Ich will diesem guten Beispiel folgend auch meine Peccata bekennen und zu einem kleinen Trost einige Peccadillen anderer Leute bei der Gelegenheit mit absolvieren.
Der nämliche Herr Dr. Gröbli schreibt mir: „ In Ihrer Besprechung des Alpine Journal ( Jahrbuch XXVIII, pag. 400 ) schreiben Sie: „ Nützliche Bemerkungen über Blatt 500 Siegfried ( Ferrichlücke und Quote des Balfrin ) macht Rev. G. Broke. " Für den Balfrin trifft das keinesfalls zu. Was Herr Broke Nordgipfel des Balfrin nennt ( A.J. vol. XVI, p. 118 ), ist der von mir Großes Bigerhorn genannte Gipfel 3623. Die beiden Balfringipfel, auf Blatt 533 leider ziemlich schlecht dargestellt, sind etwa 500 m von einander entfernt und genau gleich hoch, wie ich vermittelst des Horizontalglases im Jahr 1888 vom südöstlichen Gipfel aus feststellte und im Jahr 1892 von beiden Gipfeln aus, was mir dann eine Kontrolle für das Instrument gab. Vom Balfrin ist noch zu sagen, daß der nordwestliche Gipfel ein Schneegipfel ist, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß er seine Höhe etwas ändern kann. Ich glaube übrigens, daß auch solche Gipfel eine sehr beständige Höhe haben. "
Herr G. Mayr ( Sektion Pilatus ) macht mich darauf aufmerksam, daß die Bemerkung von Herrn H. Streiff im Jahrbuch XXVIII, p. 349: „ Die Maderanerführer sind wie die Linthaler noch nie auf den Kamrnli-stock gekommen ", insofern unrichtig sei, als mehrere Besteigungen von der Urnerseite her stattgefunden haben. Er verweist auf „ Neue Alpenpost ' ' Nr. 20 vom 18. November und Nr. 21 vom 25. November 1882.
Mr. Coolidge hat mir mit gewohnter Freundlichkeit eine ganze Eeihe nützlicher Winke gegeben. Zur Besteigungsgeschichte des Tschingelgrates S.A.C. XXVIII, p. 334 ist nachzutragen, dali das Spilzhorn von Gottlieb Studer am 29. August 1840 von der Alp Ober-Steinberg aus erstiegen worden ist ( s. G. Studer: Topographische Mitteilungen aus dem Alpengebirge, p. 54, und Ball Alpine Guide to the Central Alps, p. 99. ) Das war wohl die erste touristische Ersteigung. In der alpinen Geschichte des Gspaltenhorns ( S.A.C. XXVI, p. 416 ) wäre eine mit ungewöhnlicher Leichtigkeit ausgeführte Besteigung dieses Gipfels durch Mr. Coolidge im September 1872 nachzutragen; hinauf etwas über 4 Stunden, hinab etwas über 2 Stunden ( s. A.J. VI, p. 146/7 ). Zu meinen Erörterungen über Üconeicca ( S.A.C. XXVIII, p. 386 ) bemerkt er, vielleicht sollte in der Urkunde von Friedrich II. von 1220 in den Fontes rerum bernensium „ Scheitecca " gelesen werden ( das ist nun sicherlich unrichtig, denn die Lesart der Urkunde steht fest, wie ich mich durch den Augenschein überzeugt habe ); jedenfalls aber habe der Name Schonegg nichts mit der Pension Schönegg zu thun, vielmehr heiße so eine Gruppe von Häusern, wo unter anderm auch der alte Christian Almer wohne, nörd- lieh von der Kirche zu Grindelwald. Es ist klar, daß diese Auskunft meine Theorie über den Umfang des an das Kloster Interlaken abgetretenen Streifens nur bestätigt. Da Desor ( Excursions et séjours dans les glaciers, etc. 1844, p. 525—530 ) ( man vergleiche auch die Anmerkung p. 162 und die Karte ) seine Ersteigung des Thierbergs in der Kette zwischen Ober- und Unteraargletscher genau beschreibt, so kann die Ersteigung der Herren Fynn und Dr. Murphy ( S.A.C. XXVIII, p. 315 ) von der Unteraarseite nur als die zweite gelten. Neu ist dagegen ihr Abstieg auf der Oberaarseite. In meiner bezüglichen Notiz ist zu lesen „ Scheuchzerhorn " statt Studerhorn.
Mr. Norman-Neruda hat sich bei mir beschwert über unrichtige Darstellung einiger seiner neuen Expeditionen im Jahr 1890 im S.A.C. XXVI, pag. 394, 398 ff. Obschon die Reklamation ziemlich spät erfolgt und nicht mich angeht, so stehe ich doch nicht an, ihr, soweit sie materiell richtig ist, hier Folge zu geben. Formell habe ich zu bemerken, daß es nicht immer leicht ist, aus den vorläufigen Notizen, die über eine neue Besteigung erscheinen, ein genaues Bild zu gewinnen, und daß die ausführlichen Berichte Mr. Normans in der Ö.A.Z. und im A.J. zu einer Zeit erschienen, wo mein Vorgänger die Redaktion des Jahrbuchs S.A.C. schon niedergelegt hatte.
Nun zur Sache. Die Besteigung des Lyskammes erfolgte ausschließlich auf der Nordseite über eine Rippe, die auf dem Siegfriedblatt Monte Rosa mit einer Linie von der höchsten Lyskammspitze nach dem Fillarhorn zusammenfällt. Sie hat also mit der Route von Dr. E. Burckhardt ( S.A.C. XXI, pag. 164 ff. ), die wesentlich die der ersten Ersteiger sein wird, nichts zu thun und kann nicht als Variante derselben bezeichnet werden. Ebenso erfolgte die Besteigung des lioseg direkt vom Vadret di Tschierva über die Eishänge der Nordostseite ohne Berührung der Schneekuppe, während der von H. Cordier ( S.A.C. XII, pag. 132 ff. ) geschilderte Weg weiter westlich über einen steilen Eishang und den Felssporn, der von der Schneekuppe gegen Aguagliouls sich herunterzieht, die erstere und von da den Piz Roseg erreicht. Die Anstiegsroute Mr. Normans auf den Monte di Scerscen fällt erst unmittelbar vor dem Gipfel mit derjenigen von Dr. Güßfeldt ( S.A.C. XV, pag. 13 ff. ) zusammen, liegt sonst westlich von derselben und ist jedenfalls weniger schwierig und vor allem viel weniger gefährlich als diese. Das von Mr. Norman benutzte Couloir rechts vom Labyrinth zum Sass del Repos am Bernina ist nicht identisch mit der „ Gurgel ", die Dr. Ludwig passierte ( S.A.C. XVI, pag. 286 ), aber ebensowenig empfehlenswert wie diese.
Zu meinem Aufsatz über das Schmadrijoch ( S.A.C. XI, pag. 278 ff. ) hat mein verstorbener Freund F. Wyß einen Beitrag über die von ihm bei dieser Gelegenheit ausgeführte zweite Besteigung des Großhorns geliefert, in welcher sich leider ein topographischer Fehler eingeschlichen hat, auf den ich erst durch fremde Zweifel aufmerksam geworden bin. Herr Wyß giebt an, daß er mit den Führern vom Schmadrijoch aus zuerst in nordwestlicher Richtung über steile Felsen mit abwechselnden