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Klaus Doldinger

Biographie, Biografie, CDs, Works & Passion 1955-2000
Warner, 2001. 4-CD-Box bestellen bei Amazon.de oder Amazon.com.
Artikel vom 13. November 2001
Der Saxophonist, Klarinettist und Komponist Klaus Doldinger, der auch schon als die deutsche Antwort auf Weather Report apostrophiert wurde, ist einer der herausragenden Jazzer der Bundesrepublik. Er hat mit Musikern wie Les McCann, Ira Coleman und Tommy Flanagan, um nur die international bekanntesten zu nennen, gearbeitet. In der ersten Passport-Band spielte übrigens Udo Lindenberg mit, der gemäss Doldinger "ein ordentliches Swing-Schlagzeug spielen konnte."
Doldinger gefiel der Vorname Klaus lange Zeit nicht, weshalb er "Oscar" genannt wurde, nach dem Pianisten Oscar Peterson, den er sehr verehrte. Aus Marketinggründen nahm er auch eine Platte unter dem Pseudonym Paul Nero auf.
Klaus Doldinger wurde 1936 in Berlin geboren. Über Wien und Düsseldorf landete er 1968 in München, wo er seither wohnhaft ist. Seine Ausbildung an Klavier und Klarinette sowie in Harmonielehre und Musiktheorie begann er mit elf Jahren 1947 am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf. Die Aufnahmeprüfung bestand er, mit einem Finger Hänschen klein spielend.
1952 spielte Klaus Doldinger mit The Feetwarmers, einer Dixieland-Formation, mit der er 1953 erstmals öffentlich auftrat und 1955 seine erste Platte einspielte. 1955 gründete er seine erste eigene Gruppe, Oscar's Trio, mit der er den 1. Preis am Jazzfestival Brüssel gewann.
1957 machte Klaus Doldinger sein Abitur. 1958 begann er, Musikwissenschaften und Tonmeister zu studieren. Gleichzeitig spielte er in verschiedenen Jazzgruppen, so auch mit Dr. Roland Kovac.
1960 heiratete Klaus Doldinger Inge Beck. Seine erste US-Tournee folgte. Die Stadt New Orleans ernannte ihn zum Ehrenbürger und beim Düsseldorfer Amateur-Jazzfestival erhielt er fünf Erste Preise.
1962 gründete er das Klaus Doldinger Quartett, dessen erste Schallplatte Bossa Nova hiess. 1963 folgte das erste Album, Doldinger - Jazz Made in Germany, das von Siggi Loch produziert und in 20 Ländern veröffentlicht wurde.
1964 machte sich Klaus Doldinger auf die erste Auslandstournee im Auftrag des Goethe Instituts. Erste R&B Produktionen, u.a. mit Davy Jones, erste praktische Erfahrungen mit Theater und Musical sowie erste Kompositionsaufträge für Zeichentrick- und Werbefilme folgten.
1967 erschien sein erster erfolgreicher Trailer zur Einführung des Farbfernsehens, "ARD-Farbcaption". 1968 führte Klaus Doldinger sein erstes Orchesterwerk, Jazzconcertino, auf. 1969 komponierte er seine erste Filmmusik, zu Negresco von Klaus Lemke. 1970 wurde seine erste Tochter Melanie geboren, und er schrieb die erste TV-Serien-Erkennungsmusik zu Tatort.
1971 gründete Klaus Doldinger die Gruppe Passport, mit der er die erste LP für WEA aufnahm. 1972 wurde seine zweite Tochter, Viola, geboren. 1973 schaffte es erstmals eines seiner Alben, Second Passport, in die deutschen Charts. Gleichzeitig feierte er sein zwanzigjähriges Bühnenjubiläum.
1974 arbeitete Klaus Doldinger erstmals mit dem Regisseur Wolfgang Petersen zusammen (Einer von uns Beiden) und seine erste grosse US-Tournee mit Passport fand statt. 1975 erschien erstmals eines seiner Alben, Cross Collateral, in den amerikanischen Charts von Billboard, Cash Box und Record World. 1976 verdiente er sich erstmals eine Platzierung im Reader's Poll des amerikanischen Jazzmagazins Down Beat. Zudem gewann er den ersten Deutschen Schallplattenpreis.
1978 folgte das Bundesverdienstkreuz für "wichtige und unüberhörbare Impulse, die er dem deutschen Kulturleben gegeben hat und dafür, dass er international als ein Botschafter für Musik aus Deutschland akzeptiert worden ist." 1978 gründete er das eigene Soundport Studio.

Die 4-CD-Box Klaus Doldinger - Works & Passion 1995-2000 kommt mit einer 64seitigen Dokumentation (mit Diskographie, Biographie und einem längeren Interview mit Doldinger), auf der dieser Artikel beruht. Bestellen bei Amazon.de oder Amazon.com.
Soundtrack zum Erfolgsfilm Das Boot, komponiert von Klaus Doldinger. Bestellen bei Amazon.de.
Klaus Doldingers Passport: Back to Brazil. Warner, Juni 2003. CD bestellen bei Amazon.de.
1981 gewann Klaus Doldinger erneut den Deutschen Schallplattenpreis (Passport). Damals wurde er vielen Menschen ein Begriff, die nichts mit Jazz am Hut haben, weil er die Filmmusik zu Wolfgang Petersens Das Boot komponierte (siehe auch unsere Filmkritik zu Das Boot; Soundtrack bestellen bei Amazon.de).
1983 erschien Klaus Doldingers erste ausschliessliche Elektronik-LP, Constellation. 1984 wurde sein Sohn Nicolas geboren und seine Filmmusik zu Die Unendliche Geschichte wurde eine grosser LP-Chart-Erfolg.
1990 nahm er an einem grossen Zeichentrickprojekt für Kino und TV teil, Peterchen's Mondfahrt. Und er übernahm die komplette musikalische Gestaltung des Hörfunkprogramms von BR5.
1991 nahmen Passport eine reine Blues-LP auf, Blues Roots. 1993 gewann Klaus Doldinger den Musikpreis der Stadt München und im Jahr darauf produzierte er in NYC das Jazzalbum Street of Dreams - Doldinger in New York. Ebenfalls 1994 wurde er mit dem 1. Deutschen Jazz-Award für die CD Down To Earth ausgezeichnet. 1995 erhielt die CD Doldinger in New York den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.
1996 verlieh die Deutsche Phono-Akademie Klaus Doldinger den Phono-Akademie Lifetime Achievement Echo Award für sein Lebenswerk. Die CD zu Das Boot erhielt Gold und wurde damit zur erfolgreichsten Filmmusik aus Deutschland.
1998 erhielt Klaus Doldinger den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises und Doldinger in New York sowie Passport To Paradise gewannen den Jazz Award. Zudem wurde der Musiker mit dem 2. Echo-Preis für die beste Jazzproduktion des Jahres ausgezeichnet. 1999 erhielt er den Paul-Lincke-Ring der Stadt Goslar Hahnenklee und 2000 den Musikpreis der Stadt Frankfurt zugesprochen.