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Im April 1975 übernahm Räto Tschupp (1929 – 2002) die künstlerische Leitung des Gemischten Chors Zürich. Am 26. Oktober 1975 dirigierte er das erste Konzert des Chores mit Werken von Christoph Willibald Gluck und Anton Bruckner. Auch die folgenden Karfreitagskonzerte hinterliessen einen nachhaltigen Eindruck. Das Herbstkonzert 1976 wurde innerhalb der Sinfoniekonzerte der Tonhalle-Gesellschaft durchgeführt. Mit Werken von Antonio Vivaldi und Leoš Janáček zeigte Räto Tschupp, wie weit die Zusammenarbeit zwischen Dirigent und Chor in der kurzen Zeit vorangeschritten war. Es gab hervorragende Kritikerworte. Unter ihm kamen an den Karfreitagskonzerten für den Chor ungewohntere Werke zur Aufführung, wie das „Requiem“ von Mozart, die „Missa Solemnis No. 2 in d-Moll“ von Cherubini oder das „Deutsche Requiem“ von Brahms. Daneben hat es Räto Tschupp verstanden, von allem Anfang an in seiner Tätigkeit mit dem Gemischten Chor die Programme der Herbstkonzerte „abseits vom bekannten Wege“ zu gestalten. Es ist ihm gelungen, dem Konzertpublikum mehrere Perlen der Musikliteratur zu präsentieren, die kaum bekannt waren und die auch von unseren Chorfreunden mit grossem Genuss und betonter Freude aufgenommen wurden.
1957 gründete Räto Tschupp ein eigenes Kammerorchester, die Camerata Zürich. Über 40 Jahre stand er diesem Ensemble künstlerisch inspirierend vor. Während 12 Jahren dirigierte er das Aargauer Symphonie-Orchester. Besondere programmliche Impulse vermittelte Tschupp dem Berner Musikstudio von Radio DRS während der 7 Jahre seiner Leitung. Als Präsident der Zürcher Ortsgruppe der IGNM, der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, der Pro Musica, als Vorstandsmitglied des Schweizer Tonkünstlervereins und als unerschrockener Präsident der Musikkommission der Stadt Zürich hat Räto Tschupp zugunsten des Musiklebens gewirkt.