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Die Geschichte der Firma H. & A. Gahler
"Ursache" für die Betriebsgründung war der sehnlichste Wunsch der Brüder Hugo und Alwin Gahler nach einer Spielzeugeisenbahn. Den Eltern war es nicht möglich den Wunsch der beiden Buben zu erfüllen, denn so teure Spielsachen fanden zu Beginn der Dreissigerjahre nur Eingang in die Stuben reicher Leute.
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Da versprach eine reiche Tante aus Deutschland, Spielzeugeisenbahnen wurden damals nur in Deutschland hergestellt, dass sie den Brüdern eine solche zu Weihnachten schenken würde.
Eifrig wurden in den nächsten Monaten ein Bahnhof und Häuser aber auch Berge mit Tunnels gebastelt. Leider fehlte jedoch unter dem Weihnachtsbaum ausgerechnet die sehnlich erwartete Eisenbahn. Die unermessliche Enttäuschung wurde durch Eigeninitiative verdrängt und so bauten sie aus Blech von leeren Konservenbüchsen ihre erste, eigene Eisenbahn.
In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg exportierte Deutschland keine Spielzeugmodelle mehr sodass Interessenten die Gebrüder Gahler aufforderten, ihre Modelle für den Verkauf zu produzieren. Bald schon wussten sie sich vor lauter Aufträgen nicht mehr zu wehren und gaben ihre Arbeitsstellen auf um sich voll auf den Bau der Modelle zu konzentrieren. Eine entsprechende Werkstätte wurde im Keller einer Schreinerei in St. Gallen eingerichtet.
Am 1. April 1944 wurde schliesslich die Firma H. & A. Gahler gegründet.
Den Anfang machten robuste Fantasiemodelle zum Spielen, doch mehr und mehr verschob sich der Schwerpunkt in Richtung Originalgetreue und Funktionstüchtigkeit.
Unerwartete Werbung erhielt das junge Unternehmen 1945 durch die Vorstellung in der "Schweizerischen Filmwochenschau"; mit einem Schlag war die Firma in der ganzen Schweiz bekannt. Fortan wuchs die Zahl der Käuferschaft und man begann auch auf Lager zu produzieren.
Der stete Erfolg und die knappen Platzverhältnisse führten im Sommer 1947 zum Umzug in die eigene Fabrik an der Parketteriestrasse in St.Gallen. Nach der erfolgreichen Überwindung der Probleme bei der Herstellung der Re 4/4, wurde in den Jahren 1949 bis 1951 das Sortiment samt Zubehör kontinuierlich ausgebaut. Doch die Freude über den Erfolg im Bereich Spur 0 war nur von kurzer Dauer. Einerseits trat in der Nachkriegszeit die Konkurrenz immer stärker in Erscheinung und andererseits waren die von Märklin lancierten halb so grossen Modelleisenbahnen Spur H0 immer stärker im Trend. Die Nachfrage nach grossen Spur 0 Produkten schrumpfte zusehends und zwang die Gebrüder H. und A. Gahler zur Umstellung auf H0. Diese Umstellung bedeutete praktisch einen zweiten Neuanfang und setzte der noch jungen Firma schwer zu. So begann ab 1954 ein schrittweiser Aufbau eines H0-Sortiments. Parallel dazu wurde die Spur 0 Produktion gedrosselt und 1957 schliesslich eingestellt.
Die Werkstatt um 1950. Die Arbeit an den grossen Pendelpressen mit Schwungrad war sicherlich nicht ungefährlich.
1971 trat Werner Gahler, der Sohn von Alwin Gahler in die Firma ein. In der Zeit nach dem Austritt von Hugo Gahler gelang es die Modellpalette weiter zu vergrössern und die Produktion in den Jahren 1974 bis 1980 zu verdreifachen. 1979 trat Alwin Gahler in den Ruhestand. Im Juni des gleichen Jahres wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die prekären Platzverhältnisse zwangen die Firma HAG zum zweitenmal zu einem Umzug.
Noch heute produziert die Firma HAG hochwertige Spur H0 Modelle aus Metall. In jahrelanger Zusammenarbeit mit Metall- und Kunststoffgiessereien, Drehereien aber auch Grafikerbüros entstehen robuste und langlebige Modelle die den Weg auf die Anlagen oder in die Vitrinen einer treuen Kundschaft finden. Die ursprüngliche Idee der einfach zu verstehenden aber sehr robusten Bauweise steht nach wie vor im Vordergrund und begeistert unzählige Eisenbahnfreunde und Technikinteressierte..