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Drei chirurgische Eingriffe hätten es nicht wirklich besser gemacht, sagt Mahmoud, 25 Jahre alt, über sich selbst. Als eine Rakete in sein Haus in der Nähe von Damaskus einschlug, wurde er bis zur Unkenntlichkeit entstellt und verlor beide Hände. Man hielt ihn für tot, legte ihn in ein Auto und bezahlte den Fahrer. Wenige Stunden später fand er sich hinter der türkischen Grenze wieder. Hier verbrachte Mahmoud ein Jahr in einem Zentrum für Kriegsversehrte. Und hier traf er auf Adnan, 28 Jahre alt, der durch Artilleriebeschuss an den Beinen verletzt wurde. Zwar kann Adnan laufen, und Gesicht und Hände blieben unverletzt, aber er verlor an diesem Tag einen Grossteil seiner Familie. Seit ihrem Zusammentreffen sind die beiden unzertrennlich und gemeinsam erreichten sie Ende Februar Athen.
Adnan ist inzwischen zu einer Art Dolmetscher für seinen Gefährten geworden. Wegen der Verletzungen im Gesicht und am Hals kann sich Mahmoud kaum noch verständigen. Aber Adnan versteht ihn. Während unseres Gesprächs greift Mahmoud mehrmals ein, um eine Beschreibung zu ergänzen oder ein Detail zu berichtigen. Man erkennt seine wachsamen Augen in diesem zerstörten Gesicht. Als sie gehen, erinnern sie an einen Blinden und seinen Begleiter. Mahmoud teilt sich über Adnan mit. Alles was sein Gesicht nicht mehr sagen kann, scheint Adnan ausdrücken zu müssen. Ein sehr bewegender Moment.
Beide haben einen Bruder und eine Schwester in Deutschland. Wir trafen sie zwei Tage vor einem wichtigen Termin in den Büros der Vereinten Nationen in Athen. Sie hatten die grosse Hoffnung auf ein schnelles Asyl in Deutschland. Leider hatten wir keine Gelegenheit mehr, sie nach ihrem Termin noch einmal zu treffen. Aber sie verliessen ihre vorübergehende Unterkunft bei Caritas Griechenland. Wir hoffen, dass das ein gutes Zeichen ist.
Texte: Fabrice Boulé
Bild: Lefteris Partsalis