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21.08.2019, 16:44 Uhr
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Basierend auf einer Studie empfiehlt das CFA Institute, die Nachhandels-Transparenzvorschriften für Anleihetransaktionen gemäss der Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II) stufenweise einzuführen. Investoren würden als Folge von verbessertem Zugang zu Preisinformationen und von verstärktem Wettbewerb profitieren, ohne Liquiditätseinbussen hinnehmen zu müssen.
An den europäischen Börsen werden rund 6'000 Aktien gehandelt. Weniger bekannt ist, dass an Europas Anleihemärkten über 150'000 Schuldtitel ausstehend sind. Während Aktien ewig laufen und die Unternehmen höchstens zwei bis drei unterschiedliche Klassen begeben, werden die Obligationen eines Unternehmens zeitlich limitiert und gestaffelt und erst noch in diversen Währungen und Rängen emittiert.
Informationssymmetrien beseitigen
Da sich der Aktienhandel auf weniger Titel beschränkt, ist er schon von Natur aus liquider und transparenter als der Anleihenhandel und erfolgt oft in Echtzeit. Das Handelsvolumen in Anleihen ist zwar rund zehnmal höher als das in Aktien, die Handelsfrequenz ist jedoch massiv tiefer. Deshalb werden Anleihen in der Regel ausserbörslich oder bilateral gehandelt und nicht an den grossen regulären Börsen. Der Anleihenmarkt wird vom Market-Maker-Prinzip dominiert, wo die Marktmacher verbindliche Kurse stellen (Quote-Driven-Market) und den Anlegern zur Verfügung stellen.
Dies kann im Obligationenhandel zu einem ungleichen Zugang zu Informationen über Preise und Marktbedingungen führen. Derartige Informationsasymmetrien können von einigen professionellen Marktteilnehmern ausgenutzt werden und sogar zu willkürlichen Preisfestsetzungen führen. Weniger professionelle Anleger sind also benachteiligt und könnten abgeschreckt werden, was wiederum die Liquidität beeinträchtigt, sagt Anne-Katrin Scherer, CFA, Geschäftsführerin der Swiss CFA Society.
Effizienz erhöhen
Eine Verbesserung der Informationssymetrie bzw. der Transparenz könnte die Effizienz der Anleihemärkte markant verbessern und die Attraktivität für neue Anlegergruppen erhöhen, so Scherer weiter. In der Studie An Examination of Transparency in European Bond Markets analysiert das CFA Institute den europäischen Anleihenhandel und zeigt Lösungsansätze auf. Grundsätzlich zielen diese in Richtung von börsenähnlichen Plattformen. In einer Umfrage des CFA Institute bestätigen 76% der teilnehmenden Mitglieder, dass die Kosten solcher Handelssysteme durch deren Vorteile aufgewogen würden.
Laut CFA Institute bildet die EU-Finanzmarktdirektive (Markets in Financial Instruments Directive bzw. MiFID) einen soliden Lösungsansatz. Sie sieht vor, dass die Anforderungen an die Vor- und Nachhalndels-Transparenz über die Aktienbörsen hinaus auch auf die Anleihemärkte ausgeweitet werden sollen. Insofern begrüsst CFA Institute in der EU die Einführungen einer öffentlichen Berichterstattung für Anleihentransaktionen, die gemäss folgenden Punkten umgesetzt werden soll:
Erfahrungen in Italien und den USA ermutigend
Das CFA Institute berücksichtigt in der Analyse die Erfahrungen Italiens, das als einziges Land in Europa die Transparenzvorschriften für Anleihentransaktionen bereits ausgeweitet hat. Zudem analysiert die Studie das US-amerikanische TRACE-System, welches 2002 eingeführt wurde, um die Nachhandels-Transparenz für Unternehmensanleihen zu erhöhen.
Die gesamte Studie in Englisch finden Sie unter diesem Link.
Eine Zusammenfassung in Deutsche können hier herunterladen.