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Wie wäre es mit einer Institution, die sich voll und ganz der Schweizer Architekturkultur verschreibt? Ein Essay über eine Idee, die gar nicht mal so weit hergeholt ist.
‹Braucht die Schweiz ein (neues) Architekturmuseum?› Diese Frage stellte das Zentrum für künstlerische Nachlässe – es widmet sich Nachlässen aus den Bereichen Kunst, Musik, Literatur, Architektur und Design – an einem Anlass im Museum für Gestaltung Zürich im September 2021. Die Frage implizierte, dass es ein solches nicht gibt. Leider sass Andreas Ruby, Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums (S AM) in Basel, im Publikum und nicht auf dem Podium. Seine Sicht hätte vielleicht aufzeigen können, was bereits vorhanden ist und wie ein mögliches Ziel aussehen könnte. Da das Podium zu keinem Fazit kam, möchte ich die Frage hier aufgliedern.
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Was ist ein Architekturmuseum? Obwohl das Museum eine Erfindung der Renaissance ist, stellten bis zu den 1970er-Jahren vor allem Privatpersonen Architektur aus. Fast immer waren es Architekten, die nach gesellschaftlicher Anerkennung für ihren Beruf strebten. Später entstanden grosse Institutionen wie das Centre Pompidou in Paris, das seit seiner Eröffnung 1977 Architektur zeigt. Zwei Jahre später gründete Phyllis Lambert das Canadian Centre for Architecture in Montreal, Heinrich Klotz konzipierte das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt, das 1983 Eröffnung feierte. 1984 entstand das Getty Center in Los Angeles. Jedes dieser Museen hatte einen anderen institutionellen Ansatz. Dietmar Steiner lehnte 2009 als damaliger Direktor des Architekturzentrums Wien eine mögliche Typologisierung mit den Worten ab: «Das Architekturmuseum gibt es nicht. Jedes Architekturmuseum muss innerhalb der lokalen Kultur und innerhalb des jeweiligen Kontextes seine eigene, ihm angemessene Rolle finden.»
Ganz demokratisch gesagt: Es dreht sich alles um die architektonische Kultur. Sie umfasst die Gesamtheit des Ungebauten, sprich: Ausstellungen, Vorträge, Diskussionen, Bücher, Zeitschriften, Zeichnungen, Modelle, Archive, For...