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Die grössten Konsolen-Flops der Videospielgeschichte
Viele Jahre schon dominieren Sony, Microsoft und Nintendo den Konsolenmarkt. Doch das war nicht immer so. Vor allem in den Neunzigern gab es immer wieder Versuche von Unternehmen, den Markt mit ihren Spielkonsolen aufzumischen. Häufig ging das aber auch daneben.
Früher war alles besser, selbst die Konkurrenzkämpfe zwischen den Spielkonsolen. In den Neunzigern war der Konsolenmarkt noch nicht so klar und starr definiert wie heute. Da gab es noch das eine oder andere Unternehmen, das versuchte, seinen Hut in den Ring zu werfen. Sogar Apple versuchte ihr Glück mit ihrer eigenen Spielkonsole, die wie auch andere Konsolen aber schnell wieder von der Bildfläche verschwanden. Folgend eine Liste der grössten Flops der Konsolengeschichte.
Phillips CD-i (1991)
Mit der CD-i brachte Phillips ein Multimedia-System für CDs aller Art auf den Markt. Sie konnte nicht nur Audio- oder Video-CDs abspielen, sondern diente auch als Spielkonsole. Zu Beginn wurde vor allem Lernsoftware für die CD-i veröffentlicht. Vergebens versuchte Phillips später, auch den Spielemarkt zu erschliessen. Durch ein Lizenzabkommen mit Nintendo wurden dann «Hotel Mario» und drei «Zelda»-Spiele für die Konsole veröffentlicht. Diese kamen aber nicht mal ansatzweise an eine Nintendo-Qualität heran. So konnte sich die CD-i später auch nicht gegenüber der Konkurrenz, wie der Sony Playstation, durchsetzen. Bis die Produktion der Phillips CD-i 1998 wieder eingestellt wurde, wurden lediglich 567'000 Einheiten verkauft.
Atari Jaguar (1993)
Die Atari Jaguar wurde damals als erste 64-Bit-Konsole vermarktet und versprach damit noch nie dagewesene Spielgrafik. Jedoch machte ihre spezielle Bauart es Spielentwicklern schwer, das Potenzial der Konsole auszuschöpfen. So sahen Spiele der 16-Bit-Konkurrenz, wie der Super Nintendo, häufig nicht wesentlich schlechter aus. In drei Jahren verkaufte sich die Atari Jaguar zirka 200'000-mal. Atari stieg schliesslich mit diesem Misserfolg aus dem Konsolengeschäft aus.
Virtual Boy (1995)
Die Idee der virtuellen Realität ist fast so alt wie die 3D-Grafik. 1995 machte Nintendo im VR-Bereich mit dem Virtual Boy ein erstes gewagtes Experiment. Im Prinzip sah er einer heutigen VR-Brille recht ähnlich. Jedoch setzte man ihn nicht auf, sondern stellte ihn mit seinem Gestell auf den Tisch und schaute in die kleinen Bildschirme, was vielen Spielern nach kurzen Zeit Nackenschmerzen bescherte. Das Bild war lediglich in Rot auf schwarzem Hintergrund und mit einem fast nicht erwähnenswerten 3D-Effekt versehen. Bereits ein Jahr und 770'000 verkauften Einheiten später verschwand der Virtual Boy wieder von der Ladenfläche. In dieser Zeit wurden lediglich 22 Spiele veröffentlicht.
Apple Pippin (1996)
Tatsächlich hat auch Apple versucht, sich auf dem Konsolenmarkt zu platzieren. Jedoch vermarkteten sie ihre Apple Pippin nicht selbst, sondern liessen dies von Bandai unter dem Namen Atmark tun. Bei der Veröffentlichung der Konsole wurde der Markt jedoch schon zu stark von der Sony Playstation und der Sega Saturn dominiert. So ging die Atmark kläglich unter und verkaufte in dem Jahr, während sie auf dem Markt war, lediglich 42'000 Einheiten.
Nokia N-Gage (2003)
Bereits vier Jahre, bevor das erste iPhone das Licht der Welt erblickte, hatte Nokia die Idee, das Handy mit einer Handheld-Konsole zu verbinden. Diese grundsätzlich gute Idee scheiterte dann aber bei der nicht ganz so praktischen Umsetzung. Wollte man ein anderes Spiel einlegen, musste man zuerst den Akku des Nokia N-Gage entfernen. Auch das Telefonieren war irgendwie unangenehm. Denn hierzu musste man die Kante des Geräts an die Seite des Gesichts halten. Nokia konnte zwar immerhin drei Millionen Exemplare verkaufen, stellte dann aber das Geschäft mit dem N-Gage 2005 wieder ein.
Ouya (2013)
Die Ouya war eine auf Android basierte Konsole, die es im Prinzip jedem ermöglichen sollte, Spiele für sie zu entwickeln. Spieler schienen von der Idee begeistert, was zu einer der erfolgreichsten Finanzierungskampagnen auf kickstarter.com führte. Bereits nach acht Stunden wurde das Finanzierungsziel von 950'000 Dollar erreicht. Insgesamt wurden am Schluss der Kampagne 8,5 Millionen Dollar erzielt. Nach Veröffentlichung der Konsole stellte sich dann aber schnell Ernüchterung ein. Denn die begrenzte Leistungsfähigkeit und fehlende Qualität bei Spielen konnte schlichtweg nicht überzeugen. Zwei Jahre Später verschwand die Konsole wieder.
Mad Box (2019)
Im Januar 2019 kündigte Slightly Mad Studios mit der Mad Box ihre eigene Konsole an und bezeichneten sie selbstsicher als die leistungsstärkste Konsole überhaupt. Bisher war Slightly Mad Studios für die Entwicklung von Rennspielen bekannt. Allem Anschein nach wird das auch so bleiben, denn nach der Ankündigung wurde es schnell wieder still um die Konsole. Das Abspringen von Investoren aufgrund der Ankündigung von Google Stadia und die Übernahme des Entwicklerstudios durch Codemasters im November 2019 beerdigten die Konsolenpläne dann wohl endgültig.