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Das den beiden Lösungsvorschlägen zugrundeliegende Konzept basiert auf einem Neubau im Norden, der mittels eines Sockelteils an den historischen Baukörper anschliesst. Der Neubau wird als modernes Pendant des Altbaus verstanden. Während sich das historische Gebäude statisch, massiv, opak zeigt, wirkt der neue Baukörper schlank, hoch, transluzent. Das Sockelgeschoss verbindet und distanziert die beiden unterschiedlichen Baukörper gleichermassen. Dem Neubauteil zugehörig und analog materialisiert, ist er trotzdem als «Zwischenbau», als «Gartenbauwerk» lesbar.
Während in William Wights historistischem Gebäude von 1930 weiterhin Kunstwerke aus dem 17.,18. und 19 Jahrhundert aus China, Japan, Amerika und Europa gezeigt werden, sollen im Neubauteil die «zeitgenössischeren» Exponate ausgestellt werden: die Sammlung der Gegenwartskunst, Photographie, Afrikanische Kunst (als eine der Inspirationsquellen moderner Kunst), Zeichnungen und die Wechselausstellungen.
Die Ausstellungsräume für die Objekte unterschiedlicher Kunstgattungen sind grundsätzlich einfache «Behälter», rohbauähnliche Räume hinsichtlich ihrer materialmässigen und räumlichen Ausformulierung. Sie lassen sich in kleinere Raumkompartimente unterteilen und weiter ausbauen. Grossflächige Verkleidungen und Auskleidungen mit Geweben und Stoffen greifen das Prinzip der Fassadenverkleidung auf und erlauben es, den einzelnen Objekten und Kunstgattungen angepasste Raumstimmungen zu generieren.
Die Belichtung der Ausstellungsräume kann entweder – gemäss Vorschlag A – vorwiegend vermittels Kunstlicht erfolgen oder auch – gemäss Vorschlag B – durch Tageslicht. Dieses würde durch seitliche Glaswände, die raumseitig mit feinen Textilien bespannt sind, diffus in den Ausstellungsräume verteilt. So dient die Fassadenseite in jedem Raum als grossflächiger Lichtspender. Aussen liegende Lamellenstoren, die durch Lichtsensoren gesteuert sind, justieren die Lichtmenge, die in die Räume dringen darf. Die äusserste Fassadenhüllle bilden Glaspaneele mit feinem Metallgewebe, die einen halben Meter vom Gebäudekörper distanziert sind. Sie vermindern die Lichteinstrahlung, die Gebäudeerwärmung und dienen überdies als Regenschutz.
Diese Fassadenhülle aus gewebehaltigen Gläsern umspannt den gesamten Baukörper. Die dahinter befindlichen Isolationsmatten sind ebenfalls von feinem, stoffähnlichem Metallgewebe gehalten und geschützt. In der Fernwirkung erzeugt die Ueberlagerung der Gewebe feine Interferenzen – ein Moiré-Effekt, der scheinbar die Fassaden sanft bewegt. Es entsteht ein Lichtspiel, das auf die eigentliche Funktion der Gläser verweist – den Lichteinfall ins Innere des Gebäudes zu kontrollieren.
Die Ausbildung der Sockelfassaden mit distanzierten, gröberen Metallgeweben als Kletter- und Rankgerüste für Pflanzen erweitert das Verkleidungsthema um eine zusätzliche Variante. Wilder Wein, Glyzinien und Efeu ranken sich entlang dieser Netze.
Die Besucher betreten das Museum zukünftig durch den Neubauteil. Ein Verbindungssteg leitet die Besucher von der Strasse in das Erdgeschoss des Neubaus, wo ihnen bereits der Blick auf die repräsentative Eingangsfassade des historistischen Gebäudes eröffnet wird.
Alt- und Neubau sind auf zweierlei Weise verbunden: durch einen breiten Weg, der im Freien über den Dachgarten des Sockelgeschosses führt – und durch einen Ausstellungsraum im Sockel selbst, der durch drei versenkte Höfe belichtet wird. Die verschiedenen Geschosse des Neubaus werden mit versetzten Treppen erschlossen. Sie sind jeweils an den Fassaden angelagert und erlauben den Besuchern die Orientierung und die Sicht ins Freie. Es entsteht so ein Weg durch das Gebäude, der einprägsam und leicht auffindbar ist und gleichwohl mäandrierend alle Ausstellungsbereiche miteinander verbindet.