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<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss Berichten des World Economic Forums (Global Risk Report; Nature Risk Rising) nehmen die Risiken des Biodiversitätsverlustes in der Wahrscheinlichkeit und der Tragweite zu. Biodiversitätsverlust führt gemäss WEF zu Unterbrüchen in Lieferketten, einem Kollaps des weltweiten Ernährungssystems und hohen Gesundheitskosten. Hochgerechnet ist gemäss Bericht mit Ernteausfällen im Wert von bis zu 577 Milliarden US Dollars jährlich zu rechnen. Ende Januar 2020 hat PwC in ihrem Bericht "Nature is too big to fail" das Thema Biodiversitätsrisiken auch aufgegriffen und vier Kategorien für biodiversitätsrelevante Finanzrisiken vorgeschlagen: Transitionsrisiken, Physische Risiken, Reputationsrisiken und Systemrisiken. Obwohl die finanziellen Risiken, welche der Klimawandel auslöst, zunehmend anerkannt werden, besteht ein grosser Aufholbedarf im Bereich des Biodiversitätsverlustes. Der Bundesrat wird angefragt:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Ansicht des WEF 2020 Global Risks Report, dass Biodiversitätsverluste in ihrer Wahrscheinlichkeit und Tragweite die Schweizer Wirtschaft und demnach die Schweizer Finanzakteure signifikant schädigen?</p><p>2. Wie beurteilt er die vier Risikokategorien zu den Biodiversitätsrisiken? </p><p>3. Welche Massnahmen plant er, um diesen Risiken zu begegnen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zu 1)</p><p>Biodiversitätsrisiken bestehen für die Realwirtschaft und dürften somit auch für die Finanzwirtschaft relevant sein. Der Biodiversitätsrückgang in der Schweiz zeigt vor allem in den Sektoren Land- und Waldwirtschaft und Tourismus Auswirkungen, der globale Biodiversitätsverlust ist aufgrund der globalen Lieferketten auch für andere Sektoren relevant. Der Finanzsektor ist den globalen Biodiversitätsrisiken ausgesetzt, weil Schweizer Finanzinstitutionen international in Sektoren wie beispielsweise die Agrarindustrie investieren, welche auf natürliche Produktionsgrundlagen angewiesen und daher sehr direkt vom Biodiversitätsverlust betroffen sind.</p><p>Zu 2)</p><p>Die vom Interpellanten aufgeführten vier Risikokategorien beurteilt der Bundesrat allesamt als potenziell relevant. Jedes dieser Risiken ist komplex und hängt von globalen Entwicklungen ab, weshalb das World Economic Forum (WEF) dieses Jahr Umweltrisiken, darunter auch den Biodiversitätsverlust, erstmals als die fünf globalen Hauptrisiken beurteilt hat. Die vier Risikokategorien überlappen sich dabei teilweise. Physische Risiken sind vor allem in direkt betroffenen Sektoren, wie der Agrarindustrie, hoch und können sich durch ihren Einfluss auf weitere Sektoren entlang von Lieferketten zu Systemrisiken entwickeln. Reputationsrisiken für Unternehmen und Investoren nehmen durch die vermehrte öffentliche Präsenz des Themas Biodiversität zu. Auch dürften die Transitionsrisiken grösser werden, wenn Firmen und Investoren beispielsweise im Bereich der Rohstoffindustrie, welche einen negativen Einfluss auf die Biodiversität ausüben, von stärkerer Regulierung in der Naturschutzgesetzgebung betroffen sind. Der Bundesrat hält es für sinnvoll, dass die Finanzmarktteilnehmer Biodiversitätsrisiken auf ihre Wesentlichkeit prüfen und entsprechend in ihren Entscheidungen berücksichtigen.</p><p>Zu 3)</p><p>Der Bundesrat hat 2017 im Aktionsplan zur Strategie Biodiversität verschiedene Massnahmen beschlossen, die einerseits biodiversitätsfördernd wirken, andererseits Biodiversitätsrisiken aufzeigen und negative Einflüsse auf die Biodiversität vermindern. Zudem sollen bei Entscheidungen in allen Politikbereichen die Auswirkungen auf die Biodiversität transparent dargelegt und berücksichtigt werden. Mit Blick auf Finanzmarktteilnehmer ist das "ENCORE Tool" zu erwähnen, dessen Entwicklung vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) finanziert wurde, um die Abhängigkeit verschiedener Sektoren von der Biodiversität transparent zu machen. Aktuell wird das Tool vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Rahmen des Aktionsplans Biodiversität in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinigten Nationen und der Natural Capital Finance Alliance (NCFA) weiterentwickelt, um auch die Auswirkungen von Investitionsentscheiden auf die Biodiversität aufzuzeigen. Das öffentlich verfügbare "ENCORE Tool" richtet sich an Finanzinstitutionen und soll diese bei der Minimierung der Biodiversitätsrisiken sowie der biodiversitätsfreundlichen Ausrichtung ihrer Finanzierungs- und Investitionsentscheide unterstützen. Diese Arbeiten unterstützen die Ziele der am 24. Juni 2020 vom Bundesrat verabschiedeten Leitlinien zur Nachhaltigkeit im Finanzsektor.</p>  Antwort des Bundesrates.