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Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren nimmt über einen Zeitraum von sieben Tagen mindestens ein Medikament ein. Dies geht aus den Standardtabellen zur Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.
Die grosse Mehrheit der Bevölkerung schätzt ihre Gesundheit (85%) und ihre Lebensqualität (92%) als gut oder sehr gut ein. Trotzdem ist ein Drittel durch chronische Krankheiten beeinträchtigt. Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten wie Bluthochdruck, zu hoher Cholesterinspiegel, Diabetes oder Adipositas haben in den letzten 25 Jahren an Bedeutung gewonnen.
Medikamentenkonsum steigt mit zunehmendem Alter
Der Medikamentenkonsum ist im Laufe der Zeit deutlich angestiegen: Wo 1992 noch 38% der Bevölkerung ab 15 Jahren in einem Zeitraum von sieben Tagen mindestens ein Medikament eingenommen hatten, so waren es 2017 bereits 50%. Frauen (55%) nehmen häufiger Medikamente ein als Männer (45%). Der Anteil steigt mit zunehmendem Alter an und erreicht bei Personen ab 75 Jahren einen Wert von 84%.
Jede vierte Person nimmt wöchentlich Schmerzmittel zu sich
Am meisten konsumiert werden Schmerzmittel. 24% der Bevölkerung haben im Jahr 2017 in den sieben Tagen vor dem Befragungszeitpunkt ein Schmerzmittel eingenommen. Weit verbreitet sind zudem Mittel gegen die Risiken von Herz-Kreislaufkrankheiten. So wurden Medikamente gegen Bluthochdruck von 16% der Bevölkerung eingenommen, Mittel gegen zu hohes Cholesterin wurden von 8% und solche für das Herz von 7% verwendet. Schlaf-, Beruhigungsmittel und Antidepressiva wurden von jeweils rund 5% konsumiert.
Die Benützung von Medikamenten gegen Bluthochdruck oder Cholesterin hat insbesondere im Zeitraum von 2002 bis 2012 zugenommen. Der Konsum von Schmerzmitteln hat sich gegenüber 1992 gar verdoppelt. Der Einsatz von Psychopharmaka ist dagegen weitgehend konstant geblieben – mit Ausnahme von Antidepressiva; deren Einsatz ist seit 2007 am Steigen.
Über 22 000 Personen befragt
2017 wurden in der Schweiz 22 134 Personen zu ihrem Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten befragt. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung findet seit 1992 alle fünf Jahre statt. Die kontinuierliche Durchführung erlaubt es, dass die Gesundheit der Bevölkerung über 25 Jahre hinweg beobachtet werden kann.