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Die ehemals eigenständige Gemeinde Töss wurde 1922 in die Stadt Winterthur eingemeindet und bildet heute ein durch Arbeitersiedlungen geprägtes Stadtquartier. Die Regionalbahnlinie durchschneidet die stark begrünte, offene Bebauungsstruktur und bildet so eine Zäsur, die durch den räumlichen Einschnitt versträkt wird. Die Quartiere nördlich und südlich des Bahnhofs sind durch Brücken und eine Fussgängerunterführung verbunden, weisen aber eigenständige Identitäten auf.
Ausgehend von dieser klaren Trennung zwischen den höherligenden Wohnanlagen und dem sich im Bahneinschnitt befindenden Areal wird die städtebaulichen Lesart und Typologie der neuen Bebauung eindeutig aus den Prämissen des Bahnhofareals heraus entwickelt. Ein langgestrektes, dreigeschossiges Volumen wird parallel zur Bahnlinie an die Tössfeldstrasse situiert. Das flache, überlange Volumen akzentuiert die Situation und schafft neue räumliche Beziehungen zu den Bestandsbauten.
Die gewählte Typlologie orientiert sich an der Thematik des Seriellen, Linearen, Repetitiven der Bahn. Eine einfache Schottenstruktur mit beidseitig, längsorientierten, offenen Aussenräumen setzt den Rahmen für die Wohnthematik an der Bahn. Das Gebäude sucht bewusst Analogien zum benachbarten Bahnhofsgebäude und setzt die vorherrschenden formalen und konstruktiven Elemente auf eine moderne Art um. Die südseitige, stark horizontal definierte Gebäudestruktur spannt mit den Bahngleisen und dem gegenüberligenden Bahndamm einen spannenden Raum mit eigenem Charakter auf.