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Das Lenzburger Schnellschachturnier wurde erstmals im Herbst (statt Ende Januar) ausgetragen. Damit erbte Lenzburg quasi den Kalenderplatz der ehemaligen Niederlenzer Meisterschaft, welche damals das Vorbild für das Lenzburger Turnier war. Die Niederlenzer Meisterschaft kann aufgrund des fehlenden Lokals nicht mehr ausgetragen werden. Spriritus Rector dieses attraktiven Turnierformats und langjähriger Turnierleiter in Niederlenz, Roland Burri, hatte den Termin den Lenzburgern überlassen. Er selber führte im September (quasi als Ersatz für Niederlenz) bereits zum dritten Mal das Aarauer Schnellschachturnier durch und wird dieses ab nächstem Jahr im Frühling platzieren. Somit wird es in der Region in gutem zeitlichem Abstand weiterhin zwei dieser beliebten Schnellschachturniere geben.
Mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde der neue Austragungstermin honoriert, Lenzburg durfte sich damit über einen Teilnehmerrekord freuen.
9 Runden wurde gefightet und gekämpft. So mancher Favorit musste sich gegen aufstrebende Spieler wehren oder sogar Punkte lassen. Einer allerdings konnte sich - bis auf ein Remis gegen den späteren zweitplatzierten in der 6. Runde - immer durchsetzen: Stephan Zaugg holte Sieg für Sieg ab und gewann das Turnier souverän mit 8.5 Punkten aus 9 Runden. Zweiter wurde Hamid Rahimi des SK Aarau mit 6.5 Punkten. Er war der Überraschungsmann des Turniers. Mit einer ELO-Zahl von 1692 angetreten, realisierte er eine erstaunliche Turnierperformance von 1985! Sieger Stephan konnte übrigens mit sensationellen 2247 performen (eigene ELO 2004). Peter Bucher (6 Punkte) vervollständige das Podest, einen Buchholzpunkt vor Sebastian Hoffmann (6 Punkte), der in Kategorie A (über 1700 ELO), hinter Stephan Zaugg und Peter Bucher den dritten Platz realisierte, da Hamid aufgrund seiner Wertungszahl in der Gruppe B zugeteilt war.
In der Wertungsgruppe B (unter 1700 ELO) gewann Hamid Rahimi (1692 ELO) mit seinen 6.5 Punkten einigermassen deutlich vor Walter Haag mit 4.5 Punkten. Walter war wie immer aus Greifensee angereist. Dritter der Kategorie B wurde Roland Burri mit ebenfalls 4.5 Punkten.
Aufgrund der Teilnehmerzahl wurde die Wertungsgruppe C - Spieler ohne ELO - geschaffen. Für die Auslosung und die Berechnung der Perfomance waren die Spieler eingeschätzt worden, so dass die Gruppe eigentlich U1300 zu bezeichnen ist. Hier gewann Mika Rütimann.
Als beste Dame wurde Gabriela Lang ausgezeichnet. Wer jetzt rummäkeln will, könnte anmerken, dass sie als einzige Dame angetreten war. Dem sei aber entgegnet, dass Gabriela nicht einfach eine Antrittsgage erhielt, sondern tatsächlich eine ihr gestellte Perfomance-Challenge (ihrer eigene ELO-50) erfüllte. Sie gewann den Preis gar unter erschwerten Bedingungen und damit hochverdient. Denn die Gegner, die ihr zugelost wurden, waren durchschnittlich gewaltige 220 ELO höher eingereiht. Ursache für diese Situation war, dass einige Teilnehmende (teilweise aufgrund von Abwesenheiten) in den ersten Runden "zu wenig" Punkte erspielten und so für die Auslosung in Gabrielas Punktegruppe landeten. Dennoch konnte sie mit einer Performance von 1366 ihre eigene ELO übertrumpfen.
Jürgen Simon wurde als Bärentöter für die grösste Überraschung (Sieg gegen David Bernet +227 ELO) ausgezeichnet.
Details und Ranglisten: Schnellschachturnier 2023 (chessresults.ch)