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Das Krähennest
Roman
Beschreibung
Eigentlich ist Kunstgeschichte das Spezialgebiet der französischen Dozentin Madeleine de la Tour, doch mitten im Zweiten Weltkrieg nimmt sie eine Stelle als Sprachlehrerin in einem englischen Internat an. Die Schule wurde vor den deutschen Bombardements aufs Land evakuiert und wird vom liberalen Direktor Leontes unkonventionell geleitet. Madeleine versucht sich einzugewöhnen, mit dem Herzen bleibt sie aber ihrem alten Leben verbunden: mit dem von den Nazis besetzten Paris und ihrem ehemaligen Geliebten Ernest, einem prominenten Schriftsteller, der mittlerweile mit den Nationalsozialisten kollaboriert. Madeleine hadert, ob sie nicht doch hätte bleiben müssen, um gegen das Regime zu kämpfen. Andere Freunde geben in der Schweiz eine Emigrantenzeitschrift heraus und sind nicht weniger irritiert über Ernests politische Kehrtwendung. Doch auch im »Krähennest« überschlagen sich die Ereignisse zusehends …
»Auf literarisch höchst geschickte Weise verwebt Martina Wied die kleinen privaten mit den grossen politischen Katastrophen.« (Karl-Markus Gauss)
Martina Wied, 1882 in Wien geboren, 1957 ebenda gestorben. Mitarbeiterin der Innsbrucker Kulturzeitschrift »Der Brenner«. Nach einem frühen Gedichtband erschien 1936 mit »Rauch über Sanct Florian« ihr erster Roman. 1939 Flucht nach England. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt als Lehrerin und schrieb vier weitere Romane, darunter den monumentalen Bildungsroman »Die Geschichte des reichen Jünglings«. 1947 kehrte sie nach Österreich zurück. 1952 erhielt sie als erste Frau den Grossen Österreichischen Staatspreis für Literatur. »Das Krähennest« erschien erstmals 1951 im Herder Verlag..
Evelyne Polt-Heinzl wurde 2017 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet. Als Literaturhistorikerin hat sie immer wieder auf zu Unrecht vergessene Autorinnen und Autoren aufmerksam gemacht und eine Reihe von Büchern neu herausgegeben, etwa von Joe Lederer, Annemarie Selinko, Walter Toman oder zuletzt von Oskar Jan Tauschinski, Friederike Manner und Hans Flesch-Brunningen.