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Ich hatte mir überlegt, ich würde gerne meinem höheren Selbst näher kommen - ein ziemlich bescheidener Wunsch. Bescheidener wäre nur noch, meine Kauflust endlich in den Griff zu bekommen!
Das Schicksal schickte mir eine Fee. In einem weissen Cape mit Pelzbesatz, hellen Stiefeln und - damit ich sie besser erkenne - mit einem überdimensionalen weissen Turban auf dem Kopf. Sie nahm mich an der Hand und führte mich in einen Raum mit anderen Elfen, die alle brav auf ihrem Schafffell hockten und der Erleuchtung entgegenmeditierten.
Ich war in einem Kundalini-Workshop gelandet. Wie vor mir schon Demi Moore - sie hoffte, so die Folgen eines schwer gebrochenen Herzens zu heilen. Und Russell Brand, um ihn seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich der Weltherrschaft, näher zu bringen. Die Übungen, eine perfide Mischung aus Singen, Gymnastik und Atmen, waren super anstrengend. Nach einer Stunde begann ich bunte Farben zu sehen, nach zwei Stunden begegnete ich mir selbst als trotziger Zweijährigen, und dann erschien ein Fleischklops vor meinem inneren Auge, der sich partout nicht vertreiben liess.
«Ihr habt das Potenzial, alles zu tun, aber Ihr müsst dieses Potenzial auch erkennen können», stand auf einer der umherliegenden Karten. Eine Botschaft vom Meister persönlich, Yogi Bhajan. Am Abend ass ich eine Portion Hacktätschli, mit Kartoffelstampf und Extra-Sauce dazu. Da hatte ich mir ein Jahr lang das Fleisch verkniffen, bis meine innere Stimme dank der Ruhe in mir endlich laut und deutlich sprach: «Tu, was gut für dich is(s)t!» Om Shanti!