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Wann wird ein Wein als süss und als Dessertwein bezeichnet? Eignet er sich nur für den Nachtisch und wird er mit Alkohol angereichert?
Süss und vollmundig – so werden Dessertweine beschrieben. Aufgrund ihrer Eigenschaften werden sie oft als Nachtisch gereicht, sei es zum Dessert oder Käse.
Allerdings ist weder der Begriff Dessertwein noch Süsswein im deutschen Weinrecht u. a. definiert. So werden neben Weinen mit einer starken süssen Konzentration der Trauben ebenso mit Alkohol angereicherte Weine als solche bezeichnet.
Für die Dessertweine ist die sogenannte Restsüsse charakteristisch. Sie entsteht, wenn die Weinhefe aufgrund des hohen Alkohol- bzw. Mostzuckergehalts abstirbt. Sie kann sich auch gewünscht bilden, wenn der Winzer die Gärung stoppt, damit der vorhandene Zucker nicht mehr zu Alkohol vergoren wird.
Konzentration des vorhandenen Zuckers
Dies sind zugleich die Grundverfahren um Süsswein herzustellen, die jedoch vielfältig variiert werden können.
Der vorhandene Zucker kann u. a. durch Eintrocknen der Weintrauben am Rebstock durch Edelfäule, durch das Gefrieren der Weintrauben oder das Trocknen der geernteten Weintrauben erreicht werden, sei es mittels natürlicher oder technischer Möglichkeiten.
Beispiele für Süsswein ist der Eiswein, der durch gefrorene Trauben am Weinstock entsteht oder der ungarische Tokajer, der durch das Eintrocknen der Trauben am Rebstock entsteht.
Werden geerntete Trauben auf Schilf- oder Strohmatten zur Weinproduktion getrocknet, wird von Strohwein oder Schilfwein gesprochen. Für den französischen Vin de Paille sowie den italienischen Passito werden traditionell Holzgestelle bzw. Drahtgitter verwendet.
Was ist Likörwein?
Wenn der Winzer die Gärung des zuckerreichen Mostes stoppt, wir von gespritzten Süsswein oder Likörwein gesprochen. Bekannte Likörweine sind der spanische Sherry, die portugiesischen Portweine, der Madeira, Moscatel de Setubal oder auch der Moscatel de Duoro.