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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Zehntes Hauptstück.
Ihr erinnert euch nämlich, daß in jener unlängst zu Sirmium verfaßten Gotteslästerung darauf angetragen und dahin gearbeitet worden sey, daß, weil der Vater der einzige und alleinige Gott aller Dinge genannt wird, geläugnet werden sollte, daß der Sohn Gott sey; und daß, [S. 352] man über das Homousion und über das Homöusion zu schweigen beschloß, dieses zu behaupten beschlossen wurde, der Sohn sey entweder aus Nichts wie ein Geschöpf, oder aus einer andern Substanz wie die Nachkömmlinge der Geschöpfe, und nicht aus Gott dem Vater als Gott Sohn geboren. Ferner wurde, wie ihr wisset, diese Folgerung versucht, daß deßwegen, weil an Ehre, Würde, Herrlichkeit und Majestät der Vater größer genannt werde, der Sohn an allem dem, woran der Vater größer ist, Mangel haben sollte. Endlich sollten wir, weil man behauptet, seine Geburt könne nicht begriffen werden, diesem Beschlusse der Unbegreiflichkeit zu Folge den Befehl erhalten, das, was aus Gott ist, nicht zu kennen; gleich als wenn man befehlen und bestimmen könnte, daß Jemand entweder das, was er nicht wissen kann, wisse, oder das, was er weiß, nicht wisse. Die dem Boden der gottlosesten Lästerung entsprossene Pest selbst aber habe ich, obgleich ungerne, vollständig beigefügt, auf daß der Inhalt und die Beschaffenheit der Erwiederungen erkannt würde, in welchen sich die Orientalen widersetzten, welche dahin strebten, ihrer Einsicht und ihrem Gefühle gemäß allen Kunstgriffen der Häretiker entgegenzutreten.