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Weltweit ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der Corona-Pandemie gesunken. Das gilt unter den westlichen Ländern vor allem für die USA. Lagen die Vereinigten Staaten im Jahr 2019 noch bei 78.9 Jahren, sank diese 2021 auf 76.6 Jahre ab. In einer Vorab-Studie (auf dem Preprint-Server MedRxiv) haben Forscher und Forscherinnen der Universität Colorado untersucht, was die möglichen Gründe für diesen Verlust an Lebensjahren sein könnten. Zu denken gibt den US-Forschern dabei, dass die USA im Vergleich schlechter abschneidet als 19 andere wohlhabende Länder wie zum Beispiel die Schweiz.
Auffällig ist dabei, dass in den zwei Pandemiejahren unterschiedliche ethnische Gruppierungen von einer sinkenden Lebenserwartung betroffen waren. Im ersten Jahr der Pandemie 2020 ging die Lebenserwartung bei der hispanischen und afroamerikanischen Bevölkerung stärker zurück. 2021 nach Einführung der Impfung aber bei der weissen Bevölkerung.
Die Autoren mutmassen, dass dies damit zu tun hat, dass in den konservativen (Trump)-Staaten die Impfgegnerschaft der vorwiegend weissen Bevölkerung gross war. Das Zögern und die Verweigerung der Impfung in den überwiegend weissen Staaten hat demnach zu einer hohen Sterblichkeit geführt und damit die durchschnittliche Lebenserwartung der Weissen in den USA gesenkt. Während 2021 die hispanische und schwarze Bevölkerung von der Impfung profitiert hat und weniger an Lebensjahren verlor.
Mit Lebenserwartung ist nicht das Lebensalter gemeint, mit dem ein jetzt geborenes Baby rechnen kann. Gemeint ist der aktuelle Gesundheitszustand der Bevölkerung, welche sich in den aktuellen Lebensjahren ihrer Menschen zeigt. Der Hauptautor der Studie, der Soziologe Ryan Masters, hält die Rückgänge in den USA in den letzten beiden Jahren für enorm. Den grössten Gesamtrückgang habe es 1943 während des Zweiten Weltkriegs gegeben. Die Rückgänge in der Pandemie hätten diesen noch übertroffen. Die Wirkung der Pandemie wird mit diesen Daten deutlich, denn historisch betrachtet steigt die Lebenserwartung, weil die moderne Medizin Kindersterblichkeit reduziert und Infektionskrankheiten, Krebs und andere tödliche Krankheiten lebensverlängernd therapiert.
Dass die USA im Vergleich mit anderen Industrienationen schlechter abschneidet, führen die Studienautoren auf die vielen Covid-Ausbrüche in Gebieten mit geringer Durchimpfungsrate zurück. In der Schweiz hat das Bundesamt für Statistik vor einer Woche die neuen Daten zur Lebenserwartung zusammen gestellt. Dabei zeigt sich, dass die Lebenserwartung in der Schweiz im Jahr 2020 um 0.7 Jahre zurückgegangen ist, im Jahr 2021 aber wieder um 0.8 Jahre angestiegen ist. Also in dem Jahr, in dem sich die Bevölkerung gegen Covid-19 impfen lassen konnte.
Eine Studie, wie sie jetzt in den USA gemacht wurde, welche auf die Lebenserwartung der diversen sozialen oder ethnischen Gruppen eingeht, liegt für die Schweiz nicht vor. Aufgeschlüsselt sind nur die Lebenserwartungen in den einzelnen Kantonen. Dabei haben die Männer in Appenzell Innerrhoden im Jahr 2021 mit 79.2 Jahren die tiefste Lebenserwartung, drei Jahre tiefer als in den Jahren zuvor. Bei den Frauen sind es die Glarnerinnen mit 83.7 Jahren. Ansonsten sind die Unterschiede zwischen den Kantonen klein. Die höchste Lebenserwartung bei den Männern hat Genf mit 83.7 Jahren, bei den Frauen Appenzell Innerrhoden mit 88.5.
Gesamtschweizerisch liegt die Lebenserwartung gemäss den neusten Zahlen des BFS bei den Männern bei 81.7 Jahren, bei den Frauen bei 85.7. Diese Werte bewegen sich seit zehn Jahren ungefähr auf diesem Niveau. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts waren sie noch tiefer. 2001 wurden Frauen durchschnittlich noch 83.1 Jahre alt, Männer nur gerade 77.4. Heute sind es somit bei den Männer vier Jahre mehr Lebenszeit, bei den Frauen zwei. (aargauerzeitung.ch)
Es sucht die Schweiz selten heim. Doch der Krieg in der Ukraine, der Rohstoffmangel und die Pandemie haben es heraufbeschworen: das Inflationsgespenst. Mit 2,9 Prozent spukt es durch die Schweizer Wirtschaft. Und sorgt dafür, dass sich Herr und Frau Schweizer für das gleiche Geld plötzlich weniger leisten können. Der Franken verliert an Kaufkraft. Die Preise für Heizöl sind 80 Prozent höher als im Vorjahr. Teigwaren kosten 12 Prozent mehr, Kaffee sieben Prozent.