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Wie viele Tassen Kaffee pro Tag sind gesund?
Eine Tasse Kaffee enthält im Schnitt rund 100 Milligramm Koffein. Die tödliche Menge für einen Menschen ist abhängig von seinem Körpergewicht, im Schnitt beträgt sie 10 Gramm. Erst bei hundert Tassen Kaffee, getrunken über eine kurze Zeit, droht also der Tod. Doch auch in geringeren Dosen kann das Nervengift Koffein negative Folgen haben. Wenn beispielsweise eine 60 Kilogramm schwere Frau langfristig mehr als fünf Tassen Kaffee am Tag trinkt, kann sie unter Angstgefühlen, Schlafstörungen, Bluthochdruck sowie Magen-Darm-Beschwerden leiden. Drei bis vier Tassen täglich sind jedoch laut einer britischen Übersichtsstudie sogar gesund: Menschen mit diesem Konsum haben seltener Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ausserdem haben Leute, die viel Kaffee trinken, ein geringeres Risiko für Krebs, neurologische und metabolische Störungen sowie für Leberkrankheiten.
Macht Kaffeekonsum abhängig?
Koffein erfüllt zwei Kriterien für Suchtmittel: Einerseits tritt ein Gewöhnungseffekt auf, das heisst, um dieselbe Wirkung zu erzielen, müsste die Dosis stets erhöht werden. Andererseits können bei einem plötzlichen Konsumstopp Entzugserscheinungen in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit auftreten. Allen Suchtmitteln ist zudem gemein, dass sie auf das Belohnungssystem unseres Gehirns einwirken. Wenn eine bestimmte Handlung das Belohnungssystem aktiviert, speichert sie das Gehirn ab und treibt uns dazu, sie bei Gelegenheit erneut auszuführen. Das gleicht einem Lernsignal. Auch ungefährliche, lebenserhaltende Tätigkeiten wie Essen oder Geschlechtsverkehr lösen dieses Signal aus, weshalb wir bestrebt sind, sie zu wiederholen. Der zentrale Botenstoff dieses Systems ist der Neurotransmitter Dopamin. Alle bekannten, süchtig machenden Drogen schütten grosse Mengen Dopamin in einem bestimmten Teil des neuronalen Belohnungssystems, im Striatum, aus. Koffein jedoch veranlasst dort keine Dopaminfreisetzung und erfüllt somit ein wichtiges Kriterium von abhängig machenden Substanzen nicht.
Welches Vitamin steckt im Kaffee?
Niacin gehört in die Gruppe der B-Vitamine, wie es der alte Name Vitamin B3 verrät. Es ist der Sammelbegriff für Nicotinsäure und Nicotinamid. Beide kommen in Lebensmitteln vor und sind essentiell für unseren Energiestoffwechsel. Die Leber kann aus Niacin zwei verschiedene Stoffe, sogenannte Coenzyme, bilden: NAD und NADP. Diese sind für den Abbau von Kohlenhydraten und Fettsäuren zuständig. Auch die Haut benötigt Niacin: Bei einem gleichzeitigen Mangel an Niacin und Eiweissen zeigt sie starke Pigmentierung, Rötungen und zunehmende Verhornung. Dieses Krankheitsbild nennen Mediziner Pellagra, was sich mit «rauer Haut» übersetzen lässt. Der Tagesbedarf an Niacin liegt zwischen 11 und 16 Milligramm, je nach Geschlecht und Alter. In gerösteten Kaffeebohnen stecken rund 14 Milligramm Niacin pro hundert Gramm. Allerdings sorgt der Röstprozess dafür, dass in einer Tasse Bohnenkaffee nur noch 1 bis 2 Milligramm Niacin verfügbar ist.
«Virtuelles Wasser» bezeichnet die Menge an Wasser, die zu Herstellung und Transport eines Produkts benötigt wird. Wie viel virtuelles Wasser steckt in einer Tasse Kaffee?
Das Konzept des virtuellen Wassers, also des Wasserfussabdrucks, haben Forschende entwickelt, um die Diskrepanz von tatsächlich enthaltenem und zur Herstellung benötigten Wassers eines Produkts aufzuzeigen. Während eine Tasse Kaffee nur einige Zentiliter Wasser fasst, braucht es rund 140 Liter Wasser, damit das Produkt bei uns auf dem Tisch landet. Darin einbezogen ist Wasser für das Wachstum der Kaffeepflanze, für die Ernte der Kaffeebohnen, ihre Verarbeitung, den Transport und die Verpackung des Kaffees. Aber auch für andere Güter, die wir in der Schweiz beziehen, werden im Ausland grosse Wassermengen benötigt. Täglich verbraucht jede Schweizerin und jeder Schweizer etwa 170 Liter reales Trinkwasser. Bezieht man auch das virtuelle Wasser ein, beläuft sich der Bedarf auf über 4000 Liter pro Person und Tag.
Wie viele aller Kaffeepflanzen sind vom Aussterben bedroht?
Insgesamt sind 124 Arten Kaffeepflanzen bekannt, 60 Prozent von ihnen sind durch Waldrodung, menschliche Siedlungen oder den Klimawandel vom Aussterben bedroht. Lediglich zwei Arten liefern die Bohnen, die den weltweiten Kaffeebedarf decken: Coffea arabica und Coffea robusta. Ausgerechnet die Arabica-Pflanze ist aber besonders anfällig auf Erreger wie den Kaffeerost, ein Rostpilz, der die gleichnamige Pflanzenkrankheit auslöst. Gerade deshalb ist es von Vorteil, eine Vielzahl wilder Kaffeepflanzen zur Verfügung zu haben, um krankheits- und dürreresistente Kaffeearten züchten zu können. Auch wilde Arabica-Pflanzen sind für den globalen Kaffeesektor fundamental, denn Bauern ernten ihre Kaffeebohnen und gewinnen von ihnen Samen für ihre Plantagen. Bis 2088 wird es voraussichtlich wegen des Klimawandels jedoch nur noch halb so viele wilde Arabica-Pflanzen geben.