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Milchzähne haben im Vergleich zu den bleibenden Zähen einen nur sehr dünnen Zahnschmelz, der als Schutzschicht dient. Und auch wenn sie wieder ausfallen und durch neue Zähne ersetzt werden, ist ihre Pflege ab dem ersten Zahn sehr wichtig!
Wie oft und womit die Zähne gründlich geputzt werden
Durch den dünnen Zahnschmelz ist der Zahn anfälliger für Karies. Karies entsteht, weil bestimmte Bakterien im Mund aus Zucker Säure bilden, die den Zahnschmelz auflöst und die Zahnsubstanz zerstört. Ausserdem ist Karies ansteckend, die Bakterien können zum Beispiel durch das Ablecken des Schnullers oder Löffels oder durch Küsse auf die Lippen des Kindes übertragen werden.
In der Schweiz wird empfohlen, Kindern ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns ein- bis zweimaltäglich die Zähne mit einem Tupfen einer Kinderzahpasta mit 0.05% (500ppm) Fluorid zu putzen.
Ab dem zweiten Geburtstag sollen die Zähne zweimal täglich morgens und abends mit einer erbsengrossen Menge der Kinderzahnpasta geputzt werden.
Als erste Zahnbürste eignet sich eine Babyzahnbürste mit einem kleinen Kopf, sehr weichen Borsten und einen grossen Griff. Fingerzahnbürsten, die sich die Eltern auf den Finger stecken können, reinigen die Zähne wegen ihrer breiten Borsten nicht genügend. Die Zahnbürste sollten Sie nach 6 bis 8 Wochen wechseln.
Ist Fluorid in der Zahnpasta nötig?
Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht diese oberste Zahnschicht widerstandsfähiger gegen die Bakterien, die Karies verursachen. Wenn Sie also eine fluoridhaltige Zahnpasta mit 500 ppm Fluorid (0,05 % Fluoridanteil) zum Zähneputzen verwenden, können Sie die Milchzähne Ihres Kindes schützen. Möchten Sie darauf verzichten, müssen die Zähne sehr viel gründlicher geputzt werden, was bei einem Baby schwierig sein kann.
Der Mund des Kindes muss nach dem Zähneputzen nicht ausgespült werden. Beim Ausspülen würde sonst das Fluorid wieder weggespült. Wenn Ihr Kind die Zahpasta jedoch ausspucken kann, soll es dies tun. Dass Babys und Kinder Zahnpasta schlucken, ist normal und in diesen kleinen Mengen nicht schädlich.
Mit ungefähr 6 Jahren bricht der erste bleibende Backenzahn durch. Ab dann sollen Kinder zweimal täglich mit einer Juniorzahnpasta mit einem Fluoridanteil von 1200 ppm (0,12 % Fluoridanteil) die Zähne putzen. Im Kindergartenalter können Kinder die Zahnpasta und den Schaum ausspucken. Ab dann wird empfohlen, die Zähne zusätzlich mit einem Fluorid-Gel, das einmal wöchentlich angewendet wird, zu putzen.
Die Zahnpasten mit den entsprechenden Fluoridmengen sind häufig mit Baby- oder Juniorzahnpasta gekennzeichnet. Ausserdem ist eine Altersempfehlung vermerkt.
Neben einer fluoridhaltigen Zahnpasta können Sie auch durch die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz mit 0,025 % Fluoridanteil (250 ppm) für gesunde Kinderzähne sorgen.
Abends ist das Zähneputzen am wichtigsten
Wenn sie das Zähneputzen in Ihre Morgen- und Abendroutine einbeziehen, wird sich Ihr Baby daran gewöhnen, zumal viele Kinder im Alter der ersten Zähne gerne Dinge in den Mund nehmen.
Abends vor dem Zubettgehen ist das Zähneputzen besonders wichtig. Da nachts der Speichelfluss abnimmt, können sich Bakterien dann besonders gut vermehren. Darum gilt auch: Nach dem Zähneputzen nichts mehr naschen und nur noch Wasser trinken.
Denken Sie daran, dass sowohl Muttermilch als auch Schoppenpulver Milchzucker enthält und darum nächtliches Dauernuckeln an der Brust oder am Schoppen ohne anschliessendes Zähneputzen den Zähnen schaden können.
Selber Zähne putzen – nur mit Hilfe
Im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren möchten Kinder vieles ausprobieren und selber machen, dazu gehört auch das Zähneputzen. Lassen Sie dies auf jeden Fall zu, auch wenn die Feinmotorik der Hände noch nicht so weit entwickelt ist, dass das Kind die Zähne gründlich genug putzen könnte. Es kann aber mit einfachen Vor- und Rückbewegungen die Kaufläche schrubben.
Putzen Sie Ihrem Kind danach nochmals gründlich die Zähne und loben Sie es für seine Vorarbeit. Grundsätzlich sollten Sie die Zahnreinigung Ihres Kindes überwachen und eventuell nachputzen, bis es mindestens 8 Jahre alt ist.
Eine einfache und einleuchtende Putztechnik, die Sie mit Ihrem Kind zusammen üben können, ist KAI:
K = Kauflächen: Oben und unten, jeweils zuerst rechts, dann links und von hinten nach vorne mit kleinen Bewegungen putzen.
A = Aussenflächen: Bei geschlossenen Zahnreihen zuerst rechts, dann links, von hinten nach vorne mit kleinen Auf- und Abbewegungen putzen.
I = Innenflächen: Oben und unten, jeweils zuerst rechts, dann links und von hinten nach vorne mit kleinen Auf- und Abbewegungen putzen.
Beste Karies-Prophylaxe: kein Zucker
Am besten können Sie ihr Kind vor Karies schützen, indem Sie Zucker weitgehend vermeiden. Versuchen Sie dies bei Babys so lange wie möglich, Ihr Kind wird früh genug mit Zucker in Kontakt kommen.
Stillen Sie den Durst Ihres Kindes nur mit Wasser oder ungesüsstem Tee.
Füttern Sie Ihr Kind mit Brei oder Fingerfood ohne Zuckerzusatz.
Verzichten Sie auf Dörrfrüchte und gekauften Quetschies. Auch Früchteriegeln werden oft Zucker, Dörrfrüchte oder Honig beigemischt.
Vermeiden Sie nächtliches Dauernuckeln am Schoppen oder an der Brust.
Isst Ihr Kind Süsses, sollte es danach die Zähne putzen. Damit dies im Alltag einfacher umzusetzen ist, können Sie gezuckerte Speisen nur zu den Hauptmahlzeiten anbieten – zum Beispiel als Dessert nach dem Mittagessen – und auf süsse Zwischenmahlzeiten verzichten.