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Januar 2012
Je nach Region, Tradition und Religion fällt das Neujahr auf unterschiedliche Daten. Beispiele dafür sind das jüdische Fest Rosch ha-Schana, der 1. Muharram der Muslime oder auch das chinesische Neujahr.
1582 wurde der Gregorianische Kalender eingeführt. Seither hat sich im Westen der 1. Januar sukzessive als Beginn des zivilen Jahres etabliert. Mit der weltweiten Übernahme des Gregorianischen Kalenders (19. – 20. Jh.) wurde die Feier des Neujahrs am 1. Januar zum Standard.
Inzwischen ist es üblich, sich am Silvesterabend mit der Familie oder mit Freunden zum Festessen zu treffen, Mitternacht und den Jahreswechsel abzuwarten, um einander zu umarmen und ein gutes Neujahr zu wünschen. Landauf, landab werden Events, Spektakel und Feste organisiert.
In der Schweiz wird am Tag nach dem Neujahrstag der Berchtoldstag gefeiert (2. Januar). In dreizehn Kantonen gilt er als Feiertag.
Im Osten: Offenbarung Jesu als Sohn Gottes bei seiner Taufe.
Das Fest erinnert daran, dass Gott den Menschen in Jesus Christus erschienen ist. Für die westlichen Kirchen ist es das Fest der Epiphanie, abgeleitet vom griechischen epiphaneia: «Erscheinung»; für die östlichen Kirchen das Fest der Theophanie, abgeleitet vom griechischen theophaneia: «Erscheinen Gottes».
Am chinesischen Neujahr, auch «Frühlingsfest» (chunjie) genannt, wird der erste Mondumlauf im traditionellen Kalender gefeiert. Das beim Volk beliebte religiöse Fest ist ein Ruhetag; für viele Chinesen auch der Zeitpunkt der jährlichen Ferien. Auch in vielen Metropolen der Welt wird das chinesische Neujahr gefeiert – auf Initiative von eingewanderten Chinesen oder von Stadtbehörden. Fällt das Fest auf einen Arbeitstag, wird es zuweilen auf das folgende Wochenende oder einen noch späteren Termin verschoben, damit möglichst viele Menschen mitfeiern können.
Es ist ein Fest der Erneuerung, auf individueller wie auf gemeinschaftlicher Ebene. Zu diesem Anlass wird gründlich geputzt; die glückbringenden Kalligraphien auf rotem Papier an den Haustürstöcken werden erneuert und neue Kleider gekauft. Zu den Neujahrsfeierlichkeiten versammelt sich die Familie traditionellerweise bei den Grosseltern väterlicherseits. In Nordchina kommen Teigtaschen (jiaozi) auf den Tisch, deren Form an das einst auch als Zahlungsmittel verwendete Wohlstandssymbol yuan bao erinnert. Tags darauf, nach dem rituellen Ahnenkult, wünschen die Angehörigen einander alles Gute und verteilen Geschenke in roten Umschlägen an die Kinder. Auch Freunde und Nachbarn werden begrüsst und die gesellschaftlichen Bande so erneuert.
Oft wird ein daoistischer oder ein buddhistischer Tempel besucht. Dort werden die Gottheiten verehrt, Gaben dargebracht und Wünsche für das kommende Jahr unterbreitet. In daoistischen Tempeln dauern die Feierlichkeiten zwei Wochen bis zum Laternenfest am 15. Tag des ersten Mondmonats. Zahlreich strömen die Gläubigen herbei, werfen sich rituell nieder und bitten um Zeremonien für Glück und Frieden. Überall finden Umzüge mit Löwen- oder Drachen-tänzen statt, Wagenparaden, rituelle Theateraufführungen und Strassenspektakel aller Art: Stelzenlaufen, Volksgesang, rituelle Gemeinschaftstänze oder auch Kampf-künste. Feuerwerk wird in die Menge geworfen, und um die bösen Geister zu erschrecken, werden Knallkörper gezündet.
Jedes Jahr steht unter dem Zeichen eines Tiers: Ratte, Ochse / Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege / Schaf, Affe, Hahn, Hund, Schwein (Achtung: Das Tierzeichen «beginnt» nicht mit dem chinesischen Neujahr, sondern mit der Sonnenperiode «Frühlingsanfang», ± 4. Februar). Diese zwölf Zeichen prägen die Lebensabschnitte. Wenn nach zwölf Jahren ein Tier «wiederkehrt», symbolisiert der Jahresbeginn für die unter diesem astrologischen Zeichen Geborenen das Ende eines Zyklus und den Anfang eines neuen. Er eröffnet das, was «das Jahr des eigenen Schicksals» (benmingnian) genannt wird – ein Jahr höchsten Glücks oder tiefsten Unglücks.