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Das Kobe-Beef (jp. Kōbegyū) ist so gefragt wie noch nie. Bei der Auktion in Kobe hat ein Grosshändler am 28. Mai sagenhafte 8024 Yen (63 Euro) für 1 Kilo der höchsten Klasse bezahlt, wie Jiji News berichtete. Das ist ein historischer Rekord. Angetrieben wird diese Preisentwicklung einerseits vom Tourismusboom. Immer mehr ausländische Gäste möchten diese Edelrindsorte in einem japanischen Restaurant kosten.
Andererseits nimmt der Export seit der Öffnung 2012 (Asienspiegel berichtete) Jahr für Jahr zu. Aufgrund dieser Entwicklung ist die Branche daran, die Tiefkühlbestände zu vergrössern, gerade auch hinsichtlich der Sommerspiele 2020 in Tokio. Das bedeutet gleichzeitig, dass das Kobe-Beef zu einer noch grösseren Rarität wird. Der Preis wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen.
Denn vom Kobe-Beef werden jährlich lediglich 4000 Rinder herangezüchtet. Ähnlich wie beim Champagner ist diese Marke in Japan geschützt. So dürfen nur Rinder, die von einem Kuroge-Wagyu der Sorte Tajima aus der Präfektur Hyōgo stammen und weitere klar definierte Qualitätsstandards erfüllen, als Kōbe-Beef bezeichnet werden. Nur ein kleiner Prozentsatz aller Wagyū-Sorten ist somit Kobegyū.
Es gibt nicht nur Kobe-Beef
Wagyū (dt. «Japanisches Rind») ist der Überbegriff für die vier japanischen Zuchtrassen Kuroge (Schwarz), Tankaku (Kurzhorn), Akage (Braun) und Mukaku (Hornlos). In ganz Japan werden diese Rinder, bei denen es sich zu 90 Prozent um Kuroge handelt, mit einer speziellen Futtermischung und ohne Wachstumshormone geduldig grossgezogen. Das Merkmal von Wagyū ist ein gleichmässig mit Fett durchzogenes Muskelfleisch, das sich durch einen besonderen Geschmack auszeichnet.
Es gibt zahlreiche Regionen, die bekannt für ihre qualitativ hochstehenden Wagyū-Sorten sind, wie zum Beispiel Matsusakagyū aus der Präfektur Mie, Ōmigyū aus der Präfektur Shiga, Maesawagyū aus der Präfektur Iwate, Yonezawagyū aus der Präfektur Yamagata, Hidagyū aus der Präfektur Gifu (Asienspiegel berichtete) oder Miyazakigyū. Diese Liste liesse sich beliebig lang fortsetzen. So gibt es mehr als 200 Sorten in Japan. Es muss also nicht immer Kobe-Beef sein.