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Die neue Albignahütte
Im August 1909 beschloß die Sektion Hoher Rohn mit Einstimmigkeit den Bau einer Clubhütte am Albignagletscher. Mit den Vorarbeiten wurde ungesäumt begonnen. Als Hüttentyp adoptierte die Sektion denjenigen der Sciora- und Jürg Jenatsch-Hütten mit abschließbarem innern Raum. Dieser Typ empfiehlt sich für unbeaufsichtigte Hütten an der italienischen Grenze.
Im Februar 1910 wurden die Bauarbeiten dem Unternehmer Giuseppe Misenti von Sils-Baselgia vergeben, und zwar exklusive Transport der Baumaterialien zum Bauplatz. Der Transport konnte einige Monate später einer Unternehmerfirma aus dem Malencotale, Pasquale Schena & Co., vergeben werden. Trotz des ungünstigen Wetters wurden die Bauarbeiten dann rasch gefördert, so daß am 22. August die Einweihung der Hütte vor sich gehen konnte.
Die Holzkonstruktion der Hütte ruht auf einem Sockel aus Granitsteinmauerwerk und ist mit diesem durch eine starke Verankerung verbunden. Einige klippenartige Erhebungen des anstehenden Felsens sind ins Mauerwerk des Sockels inbegriffen worden, was eine weitere Bürgschaft für absolute Sturmfestigkeit der Hütte bedeutet.
Die äußere Verschalung ist mit zweimaligem Karbolineumanstrich versehen worden. Die mittlere Bretterverschalung ist mit Isolierfilzkarton abgedichtet, und im Innern ist die Hütte mit Krallentäfer ausgekleidet Die Bedachung besteht aus Eternitplatten. Die Fenster sind vergittert und mit schweren Fensterläden versehen.
Die Hütte ist in zwei Räume eingeteilt: in den äußern Teil mit großem Kochherd und Britschen für 6—8 Personen, und in den innern Teil mit Tisch, Bänken, Schrank und Britschen für 10—12 Personen. Der innere Teil mit den wertvollsten Inventarstücken wird mit Erlaubnis des Zentralkomitees ständig abgeschlossen gehalten ( die Schlüssel dazu sind in den Hotels im Bergeil und in Maloja deponiert ), der äußere Teil mit den nötigsten Inventargegenständen ist offen. Das Abschließen des innern Teils der Hütte ist eine absolut notwendige Maßregel, sofern man nicht Gefahr laufen will, das Inventar alljährlich erneuern zu müssen.
Wenige Schritte von der Hütte steht ein laufender Brunnen, der vorzügliches Quellwasser spendet. Die Quelle selbst ist zirka 350 m von der Hütte entfernt, was eine entsprechend lange Röhrenleitung bedingt. Die Sektion glaubte, hier im Interesse der Sauberkeit in der Hütte und der Bequemlichkeit der Besucher nicht sparen zu dürfen.
Die Baurechnung weist folgende Posten auf:
I. Technische VorarbeitenFr.234. II. Maurer-, Zimmer-, Schreiner- und Schlosserarbeiten ...7,591. 70 III. Materialtransport1,408. 70 IV. Inventar760. 10 V. Wasserleitung und Brunnenanlage449. 95 VI. Abort„ 150. VII. Diverses„ 247. 50 VIII. Kapitalzinsen„ 195.55 Total Fr. 11,037. 50 An diese Kosten leistete der S.A.C. Fr. 5000 Subvention. Die übrigen Fr. 6000 wurden von der Sektion aus eigenen Kräften aufgebracht.
Zu besonderm Danke verpflichtet ist die Sektion Herrn Chr. Klucker aus Sils-Fex, der keine Arbeit und Mühe scheute, das Hüttenprojekt zu fördern, und Herrn Präsident Arnoldo Giacometti aus Vicosoprano, der sich ebenfalls die Förderung der Bauarbeiten auf das eifrigste angelegen sein ließ. Der Bauplatz wurde von der Gemeinde Vicosoprano gratis abgetreten.