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Die Westschweizer Kaffeekapselherstellerin Ethical Coffee Company (ECC) hat nicht vor, nach dem für sie positiven Gerichtsurteil den Streit mit Nespresso ruhen zu lassen. Ihr Chef Jean-Paul Gaillard will die Nestlé-Tochter auf Schadenersatz mit Zinsen verklagen.
ECC verlange eine gerechte Entschädigung für die drei Jahre, in denen Ethical Coffee Gewinne auf dem Schweizer Markt entgangen seien, sagte Gaillard in einem am Donnerstag erschienenen Interview in den Westschweizer Zeitungen "24heures" und "Tribune de Geneve".
Laut seinen Aussagen belaufen sich diese auf hunderte Millionen Franken. Auch der "Tagesanzeiger" und der "Bund" berichteten am Donnerstag von den geplanten Klagen. Nespresso hatte 2011 beim Waadtländer Kantonsgericht ein provisorisches Verkaufsverbot für die mit Nespresso-Maschinen kompatiblen Kaffeekapseln von ECC erwirkt.
Am Freitag hatte das Kantonsgericht diese nun jedoch aufgehoben. Nespresso bedauerte in einer Mitteilung den Entscheid und kündigte an, das Gutachten, das zum Gerichtsentscheid geführt hat, zu analysieren und gegebenenfalls einen Rekurs einzureichen.
Der frühere Nespresso-Chef Gaillard zeigte sich im Interview zuversichtlich, dass auch jetzt noch Platz auf dem Schweizer Markt für die Kapseln von ECC sei. Er will demnach der Nestlé-Tochter, die bisher drei Viertel des Marktes beherrscht, Anteile abjagen.
Ziel sei es, bis in fünf Jahren mehr Kapseln als Nespresso zu verkaufen. Umsatzzahlen für sein in 25 Ländern tätiges Unternehmen nannte er keine, deutete jedoch an, dass ECC inzwischen wieder rentabel sei.