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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Elektrobranche
Resultate der Mitgliederumfrage
Vom 14. bis 29. Mai 2020 führte EIT.swiss bei den Aktivmitgliedern eine Online-Umfrage durch. Ziel der Umfrage war es, eine Einschätzung über die Folgen der Corona-Pandemie aus Sicht der Betriebe der Elektrobranche zu erhalten. An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 375 Betriebe aus der Deutschschweiz, 64 Betriebe aus der Westschweiz und 15 Betriebe aus dem Tessin.
Vor dem 15. März 2020 war die Auftragslage der Betriebe in allen drei Sprachregionen mehrheitlich gut bis sehr gut. Während des Lockdowns verschlechterte sie sich. Es erstaunt nicht, dass die italienischsprachige Schweiz am stärksten von der Verschlechterung betroffen war. Aber auch in der Westschweiz und der Deutschschweiz spürte die Mehrheit der Betriebe einen Rückgang bei den Aufträgen. Von den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen waren Servicetätigkeiten sowie Tätigkeiten auf Baustellen und in Verkaufsläden. Auch hier zeigen sich regionale Unterschiede: Im Vergleich zum Tessin und der Romandie gab es in der Deutschschweiz z.B. weniger Baustellenschliessungen.
Die zur Abfederung der Massnahmen eingeführten Instrumente wurden unterschiedlich genutzt. So musste nur eine Minderheit der Betriebe in allen drei Sprachregionen Anträge für Erwerbsersatz für abwesende Mitarbeitende aufgrund von Quarantänemassnahmen oder Kinderbetreuung stellen. Kurzarbeitsentschädigung wurde mehrheitlich von Betrieben im Tessin und in der Westschweiz beantragt. In diesen zwei Landesteilen wurde sie denn auch hauptsächlich eingeführt. Betreffend der Beantragung zeigt sich vor allem in der Deutschschweiz Zurückhaltung. Eine deutliche Mehrheit hat bis anhin von diesem Instrument keinen Gebrauch gemacht. In der französischen und in der italienischen Schweiz haben jeweils über die Hälfte der befragten Betriebe bereits einen Kredit beantragt.
Die Entlassung von Mitarbeitenden war bis Ende Mai 2020 nur bei wenigen Betrieben ein Thema. Unsicherheiten bestanden aber bei dem „wie weiter“ mit Lernenden nach der Grundbildung. So wählten bei dieser Frage im Vergleich zu den anderen Fragen relativ viele Betriebe die Option „weiss nicht/keine Antwort“. In der Westschweiz plant immerhin ein gutes Drittel, die Lernenden weiter zu beschäftigen. Im Tessin und in der Deutschschweiz liegen diese Anteile bei etwas unter der Hälfte der befragten Betriebe. Direkte Auswirkungen auf die Besetzung von aktuellen Lehrstellen spüren allerdings nur eine Minderheit. Die Mehrheiten (vor allem in der Deutsch- und Westschweiz) empfinden die Situation ähnlich wie in anderen Jahren.
Der nahen Zukunft wird unterschiedlich entgegengeblickt. Eine (weitere) Verschlechterung wird in allen drei Sprachregionen aber nur von Minderheiten erwartet. In der kurzen Frist rechnen die Betriebe eher mit einer Verbesserung oder damit, dass die Lage gleich bleibt. Einige Kommentare zeigen, dass die befragten Betriebe teilweise mit Sorge und Ungewissheit in die Zukunft sehen. So wird teilweise erwartet, dass die Effekte erst später spürbar sein werden.