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Der Lysis ist ein in Dialogform verfasstes Werk des griechischen Philosophen Platon. Den Inhalt bildet ein fiktives, literarisch gestaltetes Gespräch. Platons Lehrer Sokrates diskutiert mit den Knaben Lysis und Menexenos. Anwesend sind ferner die etwas älteren Jugendlichen Hippothales und Ktesippos. Das Thema des Dialogs ist die Freundschaft – insbesondere die erotische Freundschaft – und allgemein die begehrende Liebe. Dafür verwendet Platon hier neben érōs auch den Begriff philía, der sonst gewöhnlich eine sanfte, nicht mit Begierde verbundene Zuneigung oder Freundschaft bezeichnet. In dem homoerotisch geprägten Milieu, in dem sich die Gesprächspartner bewegen, geht es um gleichgeschlechtliche Anziehung, wobei Männer, Jugendliche oder Knaben beteiligt sein können. Es wird erörtert, welches Bedürfnis einer solchen Anziehung zugrunde liegt, worauf die Begierde letztlich abzielt, zwischen welchen Arten von Personen Freundschaft möglich ist und wie Liebe mit Ethik zusammenhängt. Sokrates, der als Fachmann auf dem Gebiet der Erotik auftritt, stellt ein weites Verständnis von philia zur Diskussion, das nicht nur Freundschaften und Liebesbeziehungen umfasst, sondern auch einseitige Liebe. "Freund" oder "Liebhaber" ist demnach auch jemand, der erotisch begehrt, ohne dass seine Liebe erwidert wird. Diese Auffassung erweist sich jedoch als problematisch. Tückisch ist die Frage, ob man das liebt, was man selbst schon hat, oder das, was einem fehlt; beide Annahmen führen in Schwierigkeiten. Die angestrebte Klärung der Voraussetzungen von Freundschaft und erotischer Anziehung gelingt nicht, sondern der Dialog endet in einer Aporie (Ratlosigkeit). Das Werk wird zum Lesen als Booklet (pdf-Datei) dem Hörbuch beigelegt.