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Asthma-Diagnose: Spezielle Untersuchungen1
Im Vordergrund steht die Messung der Lungenfunktion
Die Lungenfunktionsprüfung, kurz Lufu, ist eine der grundlegenden Untersuchungen in der Lungenheilkunde und wichtig für die Asthmadiagnostik. Sie dient der Sicherung der Diagnose, der differenzialdiagnostischen Abgrenzung sowie der Verlaufs- und Therapiekontrolle. Zur Objektivierung einer Atemwegsobstruktion und ihrer Reversibilität wird üblicherweise die Spirometrie eingesetzt. Weitere Untersuchungen in der Asthmaabklärung sind die Stickstoffmonoxid-Messung in der Ausatemluft sowie die Allergie- und Röntgendiagnostik.
Wichtige Tests zur Asthma-Diagnose
Zur Beurteilung der Atemflusslimitierung wird insbesondere die Spirometrie empfohlen. Wichtige Messparameter sind die Einsekundenkapazität (FEV1)*, die forcierte Vitalkapazität (FVC)* sowie die aus beiden Messparametern errechnete relative Einsekundenkapazität (FEV1/FVC).1,2
Lungenfunktionsparameter müssen entsprechend Alter, Geschlecht und Abstammung interpretiert werden.3,4
Die Spirometrie mit Bronchodilatation ist die Standarduntersuchung im Fachbereich Pneumologie und zur Diagnosestellung und Kontrolle von Atemwegserkrankungen unerlässlich.4 FEV1-Messungen erfolgen vor und 15 Minuten nach dem Inhalieren eines kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums (SABA).5 Ein starkes Ansprechen auf Bronchodilatatoren (SABA) oder eine vollständige Reversibilität der Obstruktion mit Normalisierung der spirometrischen Messparameter sind typisch für Asthma bronchiale.2 Mit dem Reversibilitätstest ist es möglich, Asthma bronchiale von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu unterscheiden.4 Eine Zunahme der FEV1 um > 12% und um > 200 ml macht die Diagnose eines Asthmas wahrscheinlich.1
Weist ein Patient trotz Asthmasymptomen eine normale Lungenfunktion auf kann die Messung der Überempfindlichkeit der Atemwege durch inhalative Provokation mit Methacholin die Asthma-Diagnose stützen. Der Provokationstest ist positiv, wenn sich mittels Lungenfunktionstest eine obstruktive Ventilationsstörung nachweisen lässt. Die provokationsbedingte Bronchokonstriktion klingt nach wenigen Minuten ab und ist sofort nach der Gabe eines kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums rückläufig.
Mit einem Peak-Flow-Meter können Betroffene mit Asthma im Laufe eines Tages mehrfach selbst überprüfen, wie gut sie atmen können. Gemessen wird der maximale Atemstoss beim Ausatmen (Peak expiratory flow (PEF). Vorzugsweise tägliche PEF-Messungen sind insbesondere für die Beurteilung des Krankheitsverlaufs und der Asthmakontrolle hilfreich. Normwerte variieren nach Alter, Körpergrösse, Geschlecht und Abstammung. Da die mit verschiedenen Peak-Flow-Metern gemessenen Werte variieren, sollten die PEF-Messungen mit der eigenen besten Messung des Patienten unter Verwendung desselben Peak-Flow-Meters verglichen werden.
Eine Messung des Stickstoffmonoxids (NO) in der Ausatemluft (FeNO) kann helfen, das Ausmass der Entzündungsreaktion in der Lunge abzuschätzen. Hohe FeNO-Werte in der Ausatemluft wurden bei Patienten mit Asthmasymptomen in Korrelation mit einer Typ 2-Atemwegsentzündung gefunden. FeNO-Werte können jedoch auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein. Bisher hat die NO-Messung noch keinen festen Stellenwert in der Diagnostik von Asthma bronchiale. Der Nachweis hoher FeNO-Werte kann bei der Wahl der Therapie helfen.
*Die Einsekundenkapazität (FEV1) ist die Luftmenge, die man nach vollständigem Einatmen innerhalb einer Sekunde unter grösster Anstrengung wieder ausatmen kann.6 Es ist der wichtigste Lungenfunktionswert bei Erkrankungen, die mit einer Atemwegsobstruktion einhergehen.
Die forcierte Vitalkapazität (FVC) ist das Luftvolumen, das man nach maximaler Einatmung maximal ausatmen kann.6
Allergiediagnostik
Eine allergische Sensibilisierung ist der häufigste Auslöser von Asthma. Bei fraglicher Diagnose macht der Nachweis einer Allergie das Vorliegen eines Asthmas wahrscheinlicher.2
Prick-Test
Das primäre Diagnosewerkzeug zur Bestimmung des atopischen Status ist der allergische Hauttest (Prick-Test). Hierbei wird ein Tropfen einer Allergenlösung auf die Haut aufgetragen und in die Haut oberflächlich mit einer Lanzette «geprickt». Quaddelbildung ist ein Indiz für einen positiven Test.5 Prick-Tests mit häufigen Umweltallergenen sind einfach und schnell durchzuführen, kostengünstig und sehr sensitiv.2
Antikörper-Nachweis1
Die Messung von IgE-Antikörpern gegen spezifische Allergene im Serum kann eine sinnvolle Ergänzung der Allergiediagnostik sein, insbesondere bei Patienten mit Hautkrankheiten oder wenn die Anamnese ein Anaphylaxie-Risiko vermuten lässt.
Röntgendiagnostik3
Im Rahmen der Asthmadiagnostik erfolgt bei Erwachsenen meist auch eine Röntgenaufnahme der Thoraxorgane in zwei Ebenen. Hiermit können andere Ursachen von Atemproblemen erkannt werden.
Referenzen:
- Global Initiative for Asthma (GINA). The Global Strategy for Asthma Management and Prevention. 2020. (https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2020/06/GINA-2020-report_20_06_...).
- Global Initiative for Asthma (GINA). Online Appendix Global Strategy for Asthma Management and Prevention. 2020.
- Buhl R, Bals R, Baur X, et al. S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma. Pneumologie 2017; 71: 849–919.
- Bridevaux PO, Petitpierre N, Bloch KE. Durchführung und Auswertung. Lungenfunktionstest mittels Spirometrie.Swiss Med Forum 2018; 18(26–27):555–562 Saloga J et al. Allergologie-Handbuch. Schattauer 2011.
- Saloga J, Klimek L, Buhl R, et al. Allergologie-Handbuch. Grundlagen zur klinischen Praxis. Schattauer 2011.
- Burrows B. Pulmonary Terms and Symbols: A Report of the ACCP-ATS Joint Committee on Pulmonary Nomenclature. Chest. 1975;67(5):583–93