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Die Märkte schlagen sich vor dem insgesamt vorteilhaften wirtschaftlichen Hintergrund nach wie vor irgendwie durch, während die Vermögenswerte teuer oder fair bewertet sind. Ob Wachstums-, Inflations- oder geldpolitische Dynamik: Unter dem Strich bestehen derzeit signifikante Unterschiede zwischen den USA und den übrigen Industrieländern. Infolgedessen macht die Kombination aus stärkerem Greenback und höheren US-Zinsen den Zentralbanken in den Schwellenländern das Leben schwer. Das ist auch an einigen geldpolitischen Entscheidungen der letzten Zeit abzulesen, bei denen entweder eine signifikante Straffung beschlossen oder die Lockerungstendenz abrupt beendet wurde.
Auf dem Weg zur Zyklusmitte
Fabrizio Quirighetti, CIO, Co-Head Multi-Asset bei SYZ Asset Management ist der Meinung, dass diese Unterschiede nicht lange andauern sollten. Europa und Japan befinden sich aus Sicht des Experten in einer Verlangsamung zur Zyklusmitte oder eher in einer vorübergehenden Korrektur nach dem überraschend kräftigen Wachstum im Jahr 2017. Aber auch in diesen Ländern dürfte die Inflation allmählich anziehen, und die EZB könnte bereits im nächsten Monat weniger moderate Töne anschlagen. Bis zu einem gewissen Grad könnten die Abweichungen der EZB sogar dabei helfen, indirekt Druck auf die neue italienische Regierung auszuüben, um sicherzustellen, dass diese weiterhin Haushaltsdisziplin übt, ergänzt Quirighetti.
Marktüberhitzung ist nicht in Sicht
"Uns ermutigen die Stabilisierung der Korrelationen unter den Vermögenswerten und der Volatilität an den Wertpapiermärkten, aber auch die unerwartet niedrigen Inflations- und Lohndaten" gibt der CIO bekannt. Insbesondere verringern sich damit die Anzeichen dafür, dass sich der Markt überhitzt, womit der Druck auf die US-Notenbank abnimmt, die Geldpolitik aggressiv zu straffen. Der Ölpreis sollte auf diesem Niveau kein Problem für die Inflation oder das US-Wachstum darstellen. Der vorübergehende Anstieg der Gesamtinflation werde keine Auswirkungen auf die Prognosen der US-Notenbank haben, während die Belastung des Konsums bis zu einem gewissen Grad durch Investitionen in Energiesektoren kompensiert werden könnte. "Deshalb sehen wir keine Notwendigkeit, unsere Präferenzen in puncto Risiko und Duration zu ändern. Das heisst, wir haben weiterhin eine leichte Präferenz für Risiken und eine leichte Abneigung gegen Duration" betont Quirighetti.
Ausgewogenere Aktienallokation ist unumgänglich
Andererseits sei jetzt eine ausgewogenere Aktienallokation erforderlich. Dafür gibt es laut dem Experten drei Gründe: "Erstens befindet sich die Weltwirtschaft eher in einer Expansions- als in einer Erholungsphase. Zweitens tendiert die Inflation allmählich aufwärts. Drittens flachen sich die Renditekurven aufgrund der geldpolitischen Normalisierung ab."
Darüber hinaus hat sich die relative Bewertung von defensiven gegenüber zyklischen Vermögenswerten in den letzten Monaten allgemein verbessert. "Deshalb verringern wir unsere zyklische Ausrichtung mit dem Aufbau von Positionen in defensiven Sektoren wie dem Gesundheitswesen sowie der Herabstufung der Eurozone und Japans", ergänzt der CIO. Die Bewertungen dieser beiden Märkte haben sich in letzter Zeit verschlechtert. Quirighetti ist sich sicher, dass diese weiter unter Druck geraten könnten, entweder durch eine Erholung ihrer Währungen oder aufgrund von weiteren Enttäuschungen über das Wachstum.