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US-Konzern und Tobler-Besitzer Mondelez will einen Teil der Produktion nach Bratislava zügeln.
Im Laufe der Zeit hat Tobler viele Marken gegründet. Weltweit berühmt ist die Toblerone. Sie gilt als die schweizerischste aller Schweizer Schokoladen. Dazu beigetragen hat sicher auch ihre Form. Sie sei dem Matterhorn nachempfunden, geht die Sage. Doch das stimmt nicht. Die Sache ist viel prosaischer. Als 1908 Theodor Tobler gemeinsam mit seinem Cousin und Tobler-Produktionsleiter Emil Baumann die Toblerone erfindet, lehnen sie sich mit den Dreiecken an die damalige Handelsform der Kakaoplatten an. «Toblerone» wiederum ist ein Kunstwort aus den Namen «Tobler» und «Torrone», der italienischen Bezeichnung für Honig-Mandel-Nougat. Auf der Verpackung prangt ein Adler. Der verschwindet 1920 und wird durch den Berner Bären ersetzt. Erst 1970 kommt das Matterhorn auf die Toblerone. Zuerst noch eher verschämt nur auf den beiden Stirnseiten. Erst im Jahr 2000 erscheint das Matterhorn auch auf den Längsseiten.
Toblerone gehörte auch schon Philip Morris.
BERNER JOBS BEDROHT?
Wie lange noch? Denn wenn ein Teil der Toblerone-Produktion ins slowakische Bratislava verlegt wird, darf Toblerone nicht mehr als «Schweizer Schokolade» beworben werden und auch nicht mit Schweizerkreuzen oder typisch schweizerischen Symbolen den Eindruck eines Schweizer Produktes erwecken.
Seit 50 Jahren hat «Chocolat Tobler» immer wieder die Besitzer gewechselt. Am Anfang stand die Fusion mit Suchard zu Interfood 1970. Ziel: «Synergien ausschöpfen». 12 Jahre später übernahm Klaus J. Jacobs die Interfood und formierte zusammen mit seiner Kaffeegruppe die Jacobs Suchard SA. 1990 verkaufte er diese an den Tabakkonzern Philip Morris, der kurz zuvor bereits Kraft Foods übernommen hatte. Tobler gehörte jetzt zu «Kraft Jacobs Suchard». Aus Angst vor Klagen von Raucherinnen und Rauchern trennte sich Philip Morris 2007 wieder vom Nahrungsmittelzweig. Kraft Foods wurde erneut unabhängig und spaltete sich 2012 auf: Im einen Teil liegen die nordamerikanischen Marken, im anderen jene aus der restlichen Welt. Dieser Konzern heisst Mondelez International und ist die aktuelle Tobler-Besitzerin.
Sieht Mondelez kein Imageproblem, wenn Toblerone ohne Schweiz auskommen muss? Mondelez-Sprecherin Christine Benesch beantwortet die Frage nicht direkt, sondern sagt zu work: «Wir müssen unsere Verpackungen an die Schweizer Gesetzgebung anpassen. Unsere wichtigsten Toblerone-Produkte werden nach wie vor in der Schweiz hergestellt.» Als Grund für die Teilverlagerung nach Bratislava nennt sie «die weltweit starke Nachfrage nach Toblerone».
Und wie sieht es mit den Arbeitsplätzen in Bern Brünnen aus? Christine Benesch: «Wir haben in den letzten fünf Jahren erheblich in unser Werk in Bern investiert und planen weitere Investitionen, um unsere Kapazitäten zu erhöhen. Wir vergrössern unser Team weiter in den Bereichen Elektronik, Mechanik, Produktion und Logistik.»
Unia-Industrie-Mann Johannes Supe hört das wohl, allein er bleibt vorsichtig. «Bisher ist Mondelez nicht bereit, die Beteuerung vertraglich zu fixieren.» Tatsächlich hatte die Unia verlangt, dass die Sicherung des Standorts für die kommenden Jahre in einem Vertrag festgehalten werde. Doch Verhandlungen nahm die Firma nicht auf, lieber beliess es Mondelez bei Versprechungen. Entsprechend genau schaut die Unia nun hin. Branchenleiter Supe: «Es ist klar: Bratislava darf nicht dazu benutzt werden, um Druck auf die hiesigen Löhne auszuüben.»