Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03630.jsonl.gz/859

Das Lohnwachstum der Vollzeitbeschäftigten (blaue Linie) nach der schwachen Rezession im 2001 entwickelte sich von etwa 3% auf 5%. Ab 2007 sank dieses Wachstum im Umfeld der grossen Finanzkrise auf 2%. Das Lohnwachstum hat sich seither auf über 4% erhöht. Nimmt man die mittleren Löhne (Medianeinkommen, schwarze Linie), so ist das Wachstum im Bereich von 3%.
Die Vollzeitbeschäftigten stellen zwar die Mehrheit der Arbeitnehmer, aber eben nicht die Gesamtheit. Im Medianeinkommen sind auch diejenigen Beschäftigten drin, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, wie Schulabgänger oder Zweitverdiener in Familien. Neu eintretende Arbeitnehmende, egal ob von der Schule, oder aus einer Situation von freiwilliger oder unfreiwilliger (Teilzeit-) Arbeitslosigkeit, verdienen unterdurchschnittliche Löhne. Ein starkes Wachstum in den Job-Angeboten kann die Durchschnittslöhne sowie die Wachstumsraten der Löhne zunächst senken, wie die rote Linie als negativer Beitrag zum Lohnwachstum aufzeigt.
Genau das ist passiert. Parallel zum höheren Wirtschaftswachstum haben sich viele Arbeitnehmende neu ins Berufsleben (re-) integriert; die tieferen Anfangslöhne haben den Durchschnittslohn nach unten gezogen. Baby-Boomer, die seit einigen Jahren in erhöhter Zahl ins Pensionsalter kommen, haben diesen Effekt deutlich verstärkt. Ältere Arbeitnehmende haben in den letzten Berufsjahren typischerweise Löhne, die über den Durchschnittslöhnen liegen. Ein Indiz übrigens, dass Erfahrung eben doch zählt.
Jüngst haben sich die negativen Beiträge von Ein-/Austritten in den Arbeitsmarkt auf die publizierten Lohnwachstumsraten reduziert. Gut möglich, dass in den nächsten Quartalen das Lohnwachstum auch in den aggregierten Zeitreihen visibel wird.