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Von der Landwirtschaft zur Energie
Vergangenheit und Gegenwart
Schon den alten Römern bekannt, die den Septimerpass und die Strasse des Malögin für ihre Übergänge nutzten, wurde das Bergell zuerst der Präfektur Como unterstellt und nach 350 Raetia.
In den folgenden Jahrhunderten kam das Bergell unter die Herrschaft der Ostgoten, dann unter die der Langobarden. 960 schenkte Kaiser Otto I. es dem Churer Bischof, der somit auch die Strassen des Septimer und des Julier/Giulia kontrollierte. Im Jahr 1387 wurde von Tinizong nach Piuro über den Septimerpass eine gepflasterte Strasse gebaut.
Gegen Mitte des 16. Jhs. schloss sich das Tal der Reformation an. Als 1546 Italienisch zur offiziellen Amtssprache erklärt wurde, förderte dies auch die politische Unabhängigkeit. In der Zeit der Bündner Wirren erlebte die Bevölkerung schwierige Momente, besonders als die spanischen Truppen 1621 zerstörend einfielen. Traditionelle Grundlagen der lokalen Wirtschaft waren die Esskastanie und der Transport, der jedoch mit der Eröffnung der Gotthardstrasse an Wichtigkeit einbüsste.
Nun stützte man sich verstärkt auf die Landwirtschaft. In den letzten 150 Jahren litt das Tal unter starker Abwanderung (1803 zählte man 2170 Einwohner, 1990 noch 1434) und die Landwirtschaft verlor immer mehr an Bedeutung. Die Nutzung des Wassers zur Stromerzeugung und der Tourismus schufen neue Arbeitsplätze und neue Verdienstmöglichkeiten.