Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03499.jsonl.gz/1067

Mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative änderte sich der Status der Schweizer Universitäten im Erasmus-Programm. Zuvor war die Schweiz ein vollwertiges Mitglied, nun wird sie als Drittstaat behandelt. Für die Universität Basel bedeutet dies, dass sie seither über das SEMP-Programm am internationalen universitären Austausch teilnimmt. Für was SEMP steht und was das für dich heisst, erfährst du hier:
Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt
Erasmus: Gesammelte Förderprogramme der europäischen Union zur allgemeinen und beruflichen Bildung. Insbesondere auch zuständig für die Organisation und Bezuschussung studentischer Auslandsaufenthalte. Hier war die Schweiz ab 2011 vollwertiges Mitglied.
Erasmus+: Erweiterung des Erasmus-Programmes um zusätzliche Programme unter einem neuen Namen. Der Gültigkeitszeitraum ist von 2014 bis 2020 angesetzt. Hier ist die Schweiz lediglich als Drittstaat beteiligt.
SEMP: Steht für «Swiss-European Mobility Programme» und ist ein von der schweizerischen Eidgenossenschaft finanziertes Programm zur Aufrechterhaltung des bestehenden bilateralen Bildungsaustausches.
Im Gespräch mit Gérald Zimmermann
Gérald Zimmermann vom Student Exchange-Team der Universität Basel koordiniert zusammen mit seiner Kollegin Andrea Delpho die Studienaufenthalte. Ich hatte die Gelegenheit, ihm einige Fragen zu den bilateralen Angeboten der Universität Basel zu stellen.
Wer darf am SEMP-Programm teilnehmen?
Alle Studierenden können teilnehmen. Das Angebot begrenzt sich hierbei auf die bestehenden Verträge.
Welche Gedanken sollte man sich im Vorfeld eines bilateralen Austausches machen?
Im Vorfeld sollte man sich die eigene Motivation bewusst machen. Möchte ich an einer bestimmten Universität studieren oder ist mir deren fachliche Arbeit besonders ins Auge gestochen? Möchte ich ein bestimmtes Land bereisen? Ist es mir wichtig eine Sprache zu erlernen oder die entsprechenden Kenntnisse zu verbessern? Habe ich Freunde oder Familie in der entsprechenden Region? Die Beantwortung dieser Fragen stellt den ersten wichtigen Schritt zum bilateralen Austausch dar.
Wie lange darf ein solcher Austausch dauern?
In der Regel zwei Semester, der Austausch kann aber auch bis zu drei Semester andauern. Im Falle eines Austausches zu Praktikumszwecken umfasst der zeitliche Rahmen zwei bis zwölf Monate.
Was gilt es zum grundsätzlichen Ablauf zu beachten?
Bei den bilateralen Angeboten bleibt man in den meisten Fällen an der Heimatuniversität immatrikuliert und bezahlt dort weiterhin die regulären Studiengebühren. Dafür bezahlt man in der Partneruniversität keine Gebühren und kann über ein SEMP-Stipendium mit bis zu 1500 Franken finanziert werden. In einigen Spezialfällen ausserhalb Europas, zum Beispiel Übersee, können zudem die Studiengebühren erlassen und die Reisekosten finanziell bezuschusst werden.
Ist die Anzahl der Plätze begrenzt?
Theoretisch ist die Anzahl der Plätze begrenzt, allerdings stellt es in der Regel kein Problem dar, einen Platz zu bekommen. Interessierte sollten bei der Ortswahl ein wenig Flexibilität mitbringen, wenn sie sich für einen der besonders beliebten Orte entscheiden. Einzelne Universitäten wie zum Beispiel Utrecht und Berlin, aber auch der englischsprachige Raum in Europa sind erfahrungsgemäss gut besucht. Melden sich zu viele Studierende für einen Standort, entscheidet die Fachkoordination oder der Standort selbst über die Platzvergabe. Studierende, die dabei leer ausgehen, haben aber stets die Möglichkeit, alternativ Angebote wahrzunehmen.
Welche Sprachkenntnisse sind nötig und wie kann ich diese eventuell schon im Vorfeld verbessern?
Generell geht der Trend hin zu englischsprachigen Kursangeboten, aber auch die Sprachpolitik der Universitäten spielt eine Rolle. Weiter nördlich gelegene Universitäten können oft ein besonders vielfältiges englischsprachiges Kursangebot aufweisen, wohingegen im südlichen Sprachraum das Kursangebot stärker muttersprachlich geprägt ist. Die Sprachkenntnisse können im Vorfeld über das Sprachenzentrum der Universität Basel erweitert werden. Zu Semesterbeginn bieten viele Universitäten zudem mehrwöchige Intensivsprachkurse.
Werde ich im Rahmen des Austausches untergebracht oder muss ich mich selbst um eine Wohnung kümmern?
Die Gastuniversität organisiert das Wohnen in einem für Studierende üblichen Umfeld. Die Kosten für die Unterkunft bemessen sich am ortsüblichen Preisniveau. Beispielsweise ist ein Wohnplatz in London oder München entsprechend kostenintensiver als ein Wohnplatz in einer ländlichen Gegend.
Fernweh?
Jährlich profitieren über 300 Studierende von über 230 bilateralen Verträgen auf allen Kontinenten. Unterstützung beim reibungslosen Ablauf erhalten sie hierbei vom Student Exchange-Team der Universität Basel. Sollte dich auch das Fernweh gepackt haben, informiere dich auf der Mobilitäts-Website der Universität Basel.