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Die Microsoft-Aktien stiegen in die Höhe, nachdem das Unternehmen einen 10-Milliarden-Dollar-Zuschlag des US-Verteidigungsministeriums für Cloud-Services erhalten hatte. Der Vertrag läuft über zehn Jahre.
"Der JEDI Cloud-Vertrag umfasst die Bereiche Enterprise Level, Commercial Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS) zur Unterstützung des Verteidigungsministeriums und des Einsatzbetriebs", schreibt das Pentagon.
Microsoft setzte sich nach einem umstrittenen Beschaffungsprozess des Pentagon gegen AWS durch.
AWS hatte eigentlich als klarer Favorit für den Zuschlag für das Projekt JEDI
(Joint Enterprise Defense Infrastructure) gegolten. So ist bereits das CIA ein Cloud-Kunde und der Zuschlag des Pentagon schien schon erteilt.
Aber der Zuschlag – für Microsoft noch vor einem Jahr undenkbar – wird wahrscheinlich mit juristischen und internen Kosten verbunden sein.
Interne Probleme dürfte es mit Microsoft-Angestellten geben. "Wir sind entmutigt, dass Microsoft den JEDI-Vertrag akzeptiert hat", schrieb eine Gruppe von Mitarbeitern auf Twitter. "Als Microsoft-Mitarbeiter sind wir jetzt mitschuldig daran, die Tödlichkeit des US-Verteidigungsministeriums zu steigern." Die Gruppe, die sich "Microsoft Workers 4 Good" (Microsoft-Mitarbeiter für das Gute) nennt, zitierte damit ein Ziel der JEDI-Ausschreibung.
Aber juristische Folgen dürfte der Zuschlag auch haben: Das Cloud-Projekt war von Anfang an umstritten, weil das Pentagon nur einem Cloud-Anbieter den JEDI-Vertrag geben wollte. Dies passte unter anderem IBM, Oracle und Google gar nicht. Die Reaktionen der Konzerne waren aber ganz unterschiedlich.
Microsoft hingegen kündigte vor einem Jahr und in letzter Sekunde einen "Azure Government Secret Cloud Service" für 2019 an, der nun offenbar die Militärs überzeugte.
Und dann twitterte Trump
Sofort wurde spekuliert, dass Trump seinem Intimfeind Jeff Bezos (Besitzer der Trump-kritischen 'Washington Post') keinen Milliarden-Deal ermöglichen wolle. Satya Nadella hingegen umgarnte die US-Behörden und Politiker
mit Azure, Vorstellungen zur Entwicklung "verantwortungsbewusster KI" und Security-Argumenten.
Amazon, Cloud-Marktführer, erwägt nun die Auftragsvergabe an Microsoft und das vergleichsweise kleinere Azure-Geschäft anzufechten. Dies mit dem Argument, dass sich Trump in den Ausschreibungsprozess eingemischt habe, schreiben 'Bloomberg' und US-Beschaffungsexperten. Die Firma hat zehn Tage Zeit, um zu entscheiden, ob sie den Zuschlag anficht oder nicht.
In seiner Erklärung sagte das Pentagon, dass alle Angebote "fair behandelt wurden".
Der Zuschlag gilt laut 'Bloomberg' und andere Medien als Meilenstein für Azure, nicht nur finanziell, sondern vor allem auch als Prestigegewinn mit Aussstrahlung. Zudem wird Microsoft von einem weiteren Multi-Milliarden-Dollar-Vertrag namens "Deos" profitieren. Bei diesem will das Pentagon Office 365 einführen. (mag)