Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03468.jsonl.gz/2731

Das Wallis ist das Tal der Rhone; geschützt durch die Alpen grenzt es sich ab, im Norden gegen die Westschweiz, im Süden gegen Italien und Frankreich. Die Sonnenscheindauer ist die höchste in der Schweiz (durchschnittlich 2'100 Stunden pro Jahr).
Typisch für das Wallis sind die vielen verschiedenen Mikroklimas, bedingt durch die komplexe Bodenstruktur sowie durch die lokalen Winde. Das rechte Ufer der Rhone ist nach Süden ausgerichtet und profitiert von einer maximalen Sonnenbescheinung. Die ständigen Winde können stark sein, der Einfluss des Föhns ist sehr günstig für die Reben, aber oft ist das Wasser knapp. Man verzeichnet wenig Regen (der Jahresdurchschnitt beträgt ca. 600 mm). Die Rebberge von Visperterminen (1'100 M.ü.M.) im Oberwallis gehören zu den höchst gelegenen Europas.
Der Chasselas (auch Fendant genannt) stellt mit 45 % den grössten Anteil an der Produktion des Weissweines. Der Sylvaner, der als Johannisberg auf den Markt kommt, liegt mengenmässig auf Platz zwei. Die andern Rebsorten gelten als Walliser Spezialitäten: Amigné, Arvine, Humagne Blanc, Rèze, Marsanne Blanche, Muskat und Savagnin Blanc (Heida). Man findet aber auch Chardonnay, Riesling, Riesling-Sylvaner, Gewürztraminer, Pinot Blanc, Pinot Gris (auch Malvoisie genannt); im Oberwallis trifft man auch noch alte, ursprüngliche Sorten wie Gwäss, Himbertscha und Lafnetscha. Die roten Sorten sind Pinot Noir, Gamay, Humagne Rouge, Cornalin, Syrah, Diolinoir (Kreuzung aus Diolly mit Pinot Noir) und Durize.
Das klassische System für den Weinstock-Schnitt im Wallis ist der Gobelet-Schnitt. Der Boden ist im allgemeinen leicht, gut belüftet und nur wenig lehmhaltig. Kalk ist überall vorhanden. Aber die Bodenbeschaffenheit kann stark varieren: in der Region von Sion findet man Schiefergestein. Mehr als 22'000 Rebberg-Besitzer teilen sich die 5'200 Hektaren des Walliser Weingebiets. Der grösste Teil der kleinen Besitzer pflegen die Reben in nebenamtlicher Tätigkeit. Sie verkaufen ihre Ernte an die Kooperativen (Provins Valais, 30%) oder an Kellereien (Union der Weinhändler im Wallis UNVV, 55%). Rund 700 Weinbauern teilen unter sich die restlichen 15 % der Gesamternte.