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Dass sich schon unsere Urahnen unbewusst am Goldenen Schnitt orientierten, zeigen Steinkeile aus den ältesten Zeitepochen der Menschheitsgeschichte. Einige dieser Werkzeuge sind 0,5 bis 1,3 Millionen Jahre alt.
Der erste schriftliche Nachweis für den Goldenen Schnitt stammt vom griechischen Mathematiker Euklid von Alexandria (um 360 bis 280 vor Christus). Historiker sind sich jedoch weitgehend einig, dass das Teilungsverhältnis auch schon früheren Gelehrten und Baumeistern bekannt gewesen sein dürfte. So lässt sich der Goldene Schnitt mehrfach in der Fassade des 450 vor Christus errichteten Parthenon-Tempels in Athen nachweisen. Auch das Seitenverhältnis des Überbaus zum Unterbau des berühmten Tempels entspricht dieser Proportionsregel.
Der Terminus „Goldener Schnitt“ findet sich erstmals im 1835 herausgegebenen Lehrbuch „Die Reine Elementar-Mathematik“ des deutschen Mathematikers Martin Ohm (1792 bis 1872). Wahrscheinlich war die Begrifflichkeit aber schon vorher mündlich im Umlauf. Die Bezeichnung Φ (Phi) etablierte um 1909 der amerikanische Mathematiker Mark Barr zu Ehren des Baumeisters des Parthenon, Phidias.
Bis heute dient der Goldene Schnitt als grundlegendes Gestaltungselement in Design, Architektur und Kunst. Die Integration der in der Natur weit verbreiteten Proportionsregel in das menschliche Tun ermöglicht die Schaffung harmonischer und ästhetischer Kreationen, welche die Sinne auf eine ganz besondere Weise ansprechen und stimulieren.