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Eine Studie widmet sich der Pronomennutzung in Konflikten und Unterstützungssituationen.
Aus bisherigen Studien weiss man, dass sich psychologische Prozesse im Sprachgebrauch widerspiegeln. Aktuelle Forschungsergebnisse des psychologischen Instituts der Universität Zürich zeigen nun, wie sich die Wortwahl auf Partnerschaften auswirkt. Bei der Untersuchung legte die Forschungsgruppe den Schwerpunkt vor allem auf die Nutzung von Pronomen wie «ich», «du» und «wir». «Gerade in Beziehungen sind Pronomen von Interesse, da sie den impliziten Fokus des Sprechenden aufzeigen», meint die Erstautorin Tabea Meier. Verwendet ein*e Partner*in beispielsweise das Pronomen «du» häufig, lenkt er oder sie damit den Fokus auf das Gegenüber.
An der Studie ist besonders, dass sie den Pronomengebrauch in verschiedenen Kontexten untersucht. Bis anhin wurden bei Paarforschungen praktisch nur Gespräche betrachtet, die von Konflikten innerhalb der Beziehung handelten. Dieses Mal haben die Forschenden jedoch auch die Unterschiede zwischen Konfliktsituationen und sogenannten sozialen Unterstützungssituationen ermittelt. Soziale Unterstützungssituationen sind Gespräche, bei welchen ein*e Partner*in ein persönliches Problem beschreibt und vom Gegenüber Beistand erhält.
Dafür erhielten die Paare eine Liste mit Themen, die oft zu Streit führen. Zusammen haben sie eines ausgesucht, das sie besprechen wollten. Zu den Themen gehörten unter anderem nervige Angewohnheiten der*des Partner*in, die Kommunikation innerhalb der Beziehung und der Umgang mit Finanzen.
Dabei haben die Forschenden he-rausgefunden, dass sich die Verwendung des «Du»-Pronomens bei Konfliktgesprächen negativ auf die Interaktion zwischen den Partner*innen auswirkt. Denn damit sind oft Vorwürfe verbunden. Viel besser wirkte sich in Konfliktsituationen das Pronomen «wir» aus. Dies impliziere die Suche nach einem gemeinsamen Lösungsweg, so Meier.
Physiologische Aspekte noch zu untersuchen
In Unterstützungssituationen hingegen sei es von Vorteil, wenn die unterstützenden Personen häufig das Pronomen «du» verwendeten. Damit zeigten sie ihre Zuneigung und den Willen, der anderen Person zu helfen. «Gewöhnliche alltägliche Stressfaktoren können grosse Auswirkungen auf die Beziehung haben, wenn sie nicht richtig gehandhabt werden», so Meier. Wenn sich ein*e Partner*in also über die unbewältigbare Menge an Lernstoff oder nervige Nachbar*innen aufregt, sollte die andere Person einfach zuhören und zeigen, dass sie da ist. Damit tut sie ihrem Beziehunsleben etwas Gutes.
Tabea Meier würde die bisherige Studie gerne ausweiten und beispielsweise auch die Auswirkung des Sprachgebrauchs auf physiologische Parameter untersuchen. «Man könnte Indikatoren des autonomen Nervensystems nutzen, um zu beobachten, wie gestresst die Partner*innen während eines bestimmten Gesprächs sind.»
Inwiefern sind die Ergebnisse dieser Forschung nun relevant? «Es handelt sich um eine Grundlagenforschung, die in Zukunft für Kommunikationstraining bei Paaren nützlich sein könnte», sagt Meier. Dafür sei es wichtig, dass man solche Kontextunterschiede kenne, um die Empfehlungen an die Situationen anpassen zu können.
Meier fügt schliesslich hinzu: «Es ist normal, dass Konflikte bei Paaren vorkommen, aber es gibt ganz unterschiedliche Arten, wie man die Konflikte führen kann.»