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Ein Tribut an ErnieWir haben Megan, unseren letzten "Rescue-Corgi" verloren. Als sie zu uns kam, hatte sie ein arg beschädigtes Vorderbein mit Muskelschäden und Abnutzungen an der Schulter. Unser Tierarzt machte uns darauf aufmerksam, dass sie auch Arthrose hatte, die sich mit der Zeit verschlimmern würde. Sie bekam täglich Metacam und genoss ihre kurzen Spaziergänge bis letzten Monat, als ihr Bein schlimmer wurde.
Während der letzten Woche konnte sie kaum laufen und in ihrer Lunge hattte sich Flüssigkeit angesammelt, so dass wir von ihr Abschied nehmen mussten. Wir waren am Boden zerstört, denn sie war ein wundervoller Corgi, ausgesprochen brav und sehr anhänglich.
Wir wandten uns an Sheila Baker, um uns auf die Liste für einen neuen Corgi setzen zu lassen. Der Einzige, der einen neuen Platz suchte, war ein 12 Jahre alter Rüde, der seit 4 Monaten in einem Tierheim für "Oldies" in Swindon war. Sie hatten ein paar Anfragen erhalten, aber auf Grund seines Alters und ein paar Unarten wollte ihn niemand.
Zuerst wollte ich ihn auch nicht, denn ich hatte unseren letzten Ausstellungshund, Purdy, mit 16 Jahren verloren, dann zwei Rescue-Corgis, Flash mit 14 und Megan mit 11 Jahren, und ich sah mich nicht imstande, mich wiederum mit einem alten Hund zu beschäftigen. Wir schauten uns aber trotzdem seinen Steckbrief auf der "Oldies" Website an und die erste Aufnahme, wo er ziemlich traurig dreinschaut, mit dem Text "Warum will mich niemand?" änderte unsere Meinung und wir beschlossen, ihn zu adoptieren.
Am 30. Dezember 2008 machten wir uns auf nach Swindon und fanden das Haus, wo er mit Fiona, der Präsidentin des Oldies Clubs und fünf weiteren Hunden wohnte. Er schien mich sofort zu mögen und so hatte ich keine Zweifel mehr, ihn zu nehmen. Sein linkes Hinterbein war geschwächt, so dass er keine langen Spaziergänge machen konnte, und er hasste es, wenn man ihn aufhob, also musste ich ihn mittels einer Rampe ins Auto laden.
Bei unserer Ankunft zu Hause untersuchte er alles und als ich seine kleine Tasche mit dem Spielzeug auspackte, trug er sofort eins ums andere in eine Ecke zwischen der Anrichte und der Terrassentüre - und das war für uns ab sofort verbotene Zone. Wenn wir beim Staubsaugen sein Spielzeug entfernten, bedachte er uns mit einem bösen Blick und brachte alsdann sorgfältig jedes einzelne Stück wieder zurück an seinen Platz.
Ernie
Während den Ferien begleitete er uns überall hin, in die Yorkshire Dales im Januar 2009, wo wir während drei Tagen eingeschneit waren - er liebte es, im Schnee zu spielen! Auf die Isle of Wight, wo er sich mit allen anfreundete, wenn wir in den Pubs zu Mittag assen. Und im Oktober nach Devon. Er genoss die täglichen Spaziergänge am Strand, verbellte die Wellen, wurde nass und jagte den Möwen nach.
Weil er sich mit Vorliebe in Möwendreck wälzte, musste er oft gebadet werden und so gewöhnte er sich daran, aufgehoben zu werden, aber sobald er hörte, dass das Badewasser eingelassen wurde, rannte er in den Garten und versteckte sich.
Er liebte es, im Garten meine Erdbeeren zu stehlen und war wild mit seinen Tennisbällen - er kaute den Flaum weg, bis sie eklig und schleimig waren, dann schoss er sie aus dem Maul unter das Sofa und bellte, bis einer von uns auf die Knie ging und den Ball hervorholte, nur um ihn kurz darauf wieder unter das Sofa zu schiessen. Er war ein frecher, fröhlicher Corgi.
Im Oktober feierte er seinen 13. Geburtstag, aber im November begann es mit ihm bergab zu gehen. Am 23. Dezember ging es ihm nicht gut und wir brachten ihn zum Tierarzt, der feststellte, dass sein Herz nicht mehr mithalten konnte. Er kam wieder mit uns nach Hause und nahm wie üblich seine Abendmahlzeit ein, dann begab er sich zu seinem Lieblingsplatz auf dem Teppich vor dem Kaminfeuer. Ich knuddelte ihn und er schaute uns beide an, mit einem innigen, liebevollen Blick … und verschied.
Es waren traurige Weihnachten, aber kurz danach erhielten wir einen Anruf von Margaret Riley, ob wir einem 3 Jahre alten tricolor Rüden namens Alfie ein neues Zuhause geben könnten. Natürlich sagten wir zu und am 3. Januar fuhr ich mit dem Zug nach Newport in Südwales, um ihn entgegen zu nehmen.
Alfie hat sich gut eingelebt, er ist ein ruhiger, lieber Kerl und hält mich fit mit zwei täglichen Spaziergängen.
Es ist schön, wieder einen Corgi im Haus zu haben.
Ray Richards
Our Corgi World, Sommer 2010
Übersetzt von ANo
mit freundlicher Genehmigung von "Our Corgi World"