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Beweise für Vertretungsbefugnis eines Anwalts einer Stockwerkeigentümergemeinschaft
Umstritten war die Befugnis eines Rechtsanwalts zur Vertretung einer Stockwerkeigentümergemeinschaft. Auf Verfügung der ersten Instanz hin reichte der Vertreter für den Nachweis seiner Vertretungsbefugnis eine undatierte Vollmacht ein, gemäss welcher er per Mehrheitsbeschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft ermächtig worden sei, in deren Auftrag ihre Interessen zu wahren. Für den Nachweis der Vertretungsbefugnis wären jedoch zusätzlich das Protokoll der betreffenden Stockwerkeigentümerversammlung, das Reglement der Stockwerkeigentümergesellschaft und ein Verzeichnis aller Stockwerkeigentümer einzureichen gewesen. Nur so liesse sich beurteilen, ob die Versammlung gültig einberufen worden und gemäss Art. 712p Abs. 1 ZGB beschlussfähig gewesen sowie welche Mehrheit für eine Erteilung einer Prozessvollmacht nach Art. 712t Abs. 2 ZGB erforderlich gewesen und ob eine Mehrheit zustandegekommen sei. Sofern keine Dringlichkeit bestehe, könne sich die Stockwerkeigentümerschaft auch nicht auf Art. 647 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB berufen, wonach jeder Miteigentümer von sich aus sofort zu treffende Massnahmen ergreifen kann, um die Sache vor drohendem oder wachsendem Schaden zu bewahren, worunter u.U. auch die Prozessführung und eine damit verbundene Vertretung der Stockwerkeigentümer fallen könne. Mangels erfüllter Voraussetzung der Dringlichkeit, habe aber eine Stockwerkeigentümerversammlung einberufen werden müssen, wo ein den Anforderungen genügender Vollmachtsbeschluss hätte getroffen werden müssen.