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Von April bis Juni war die Fläche des arktischen Meereises so klein wie in den letzten 37 Jahren noch nie!
Zwar steigt die Temperatur im Zuge des Klimawandels in der Arktis schon lange, aber im Vergangenen Winter wurden neue Massstäbe gesetzt. Während das Temperaturmittel im Dezember im Bereich der letzten Jahre lag, waren die kommenden Monate geprägt von extremer Wärme. Januar und Februar waren rund 3°C wärmer als in den Vorjahren und übertrafen die Rekorde bei weitem.
Regional waren die einzelnen Monate über 10°C wärmer als üblich. Wäre ein Januar in der Schweiz 10°C wärmer als normal, dann wäre er vergleichbar mit der Zeit von Mitte April bis Mitte Mai. Stellen Sie sich einmal einen Januar vor ganz ohne Schnee oder höchstens mit einem Tag Schneeregen, mehreren Tagen mit über 20°C und sogar eins zwei Sommertagen mit 25°C. Unvorstellbar – aber genau eine solche Anomalie hat man in Grönland, natürlich auf einem tieferen Temperaturniveau, erlebt.
Die rekordkleine Meereisfläche im Frühling wurde als Zeichen für ein mögliches neues absolutes Rekordminimum im Spätsommer angesehen. Im Sommer wurde es aber in der Arktis nicht ungewöhnlich warm. Gemittelt über alle drei Monate war es um Grönland leicht wärmer und sonst auf einer grossen Fläche durchschnittlich bis sogar minimal kühler als das Mittel von 1981-2010. Dementsprechend wurde die Abnahme des Eises verringert und die Minimalausdehnung von 2012 nicht erreicht. Trotzdem liegt das Jahr 2016 hinter 2012 auf Platz 2.
In der Schweiz war das Jahr 2016 bisher nicht rekordverdächtig warm. Trotzdem lag laut Meteoschweiz die Temperatur von Januar bis September in Zürich 0.6°C über der Normperiode 1981-2010. Der September dürfte trotz dem voraussichtlich gemässigten Monatsende deutlich zu warm abschliessen.