Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03103.jsonl.gz/290

McDonald's-Chef Steve Easterbrook stolpert über eine Affäre. Jetzt ist er seinen Job los. Denn Beziehungen zu Mitarbeiterinnen widersprechen den Richtlinien der amerikanischen Fast-Food-Kette.
«Dies war ein Fehler», räumte Easterbrook in einer Stellungnahme ein. «Angesichts der Werte des Unternehmens stimme ich dem Vorstand zu, dass es Zeit ist für mich, zu gehen.» Der 51-jährige McDonald's-Manager Chris Kempczinski wurde mit sofortiger Wirkung zu seinem Nachfolger ernannt.
«Einvernehmliche Beziehung»
Zuvor habe der Verwaltungsrat festgestellt, dass Easterbrook «gegen Richtlinien des Unternehmens» verstossen und «ein schlechtes Urteilsvermögen» an den Tag gelegt habe, indem er sich «jüngst auf eine einvernehmliche Beziehung mit einer Mitarbeiterin» eingelassen habe.
Weitere Angaben zu Easterbrooks Ausscheiden aus dem Unternehmen machte McDonald's nicht. So blieb unklar, ob Easterbrook seinen Rücktritt selbst einreichte oder gekündigt wurde. Die Beziehung, die zur Entlassung führte, wurde laut McDonald's von beiden Seiten gewünscht.
Zahlen nicht mehr überzeugend
Das Unternehmen mit weltweit rund 36'000 Schnellrestaurants hatte seine Investoren unter Easterbrooks Führung zuletzt eher enttäuscht. Im dritten Quartal war der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar gesunken. Der US-Absatz in etablierten Filialen legte mit einem Plus von 4,8 Prozent zwar zu, blieb aber unter den Prognosen der Analysten.
Im Zuge der #MeToo-Debatte, in der Fälle von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz an den Pranger gestellt werden, wird in den USA das Verhalten von Führungskräften strenger unter die Lupe genommen. Im Juni 2018 stolperte auch Intel-Chef Brian Krzanich über die Romanze mit einer Angestellten.
Hohe Investitionen in den Umbau
McDonald's war bereits im vergangenen Jahr wegen des Vorwurfs in die Schlagzeilen geraten, nicht streng genug gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorzugehen. Vielmehr würden Mitarbeiter unter Druck gesetzt, die solche Vorfälle meldeten.
Easterbrook kann derweil einige Erfolge im Unternehmen für sich verbuchen. So haben sich McDonald's-Aktien während seiner seit 2015 laufenden Amtszeit in etwa verdoppelt. Allerdings hatte der Konzern zuletzt das erste Mal seit zwei Jahren die Gewinnschätzungen der Wall Street verfehlt.
Grund waren hohe Investitionen in den Umbau der Restaurantkette, die sich auf das veränderte Verhalten der Kunden im Zuge eines höheren Gesundheitsbewusstseins einstellt.