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Als Ergänzung zum Mikrozensus Mobilität und Verkehr (MZMV) erhebt eine Stated-Preference-Befragung (SP-Befragung) Daten über die Verkehrsmittel- und Routenwahl. Die gesammelten Daten dienen zum besseren Verständnis der Verkehrsmittel- und Routenwahl und werden als Grundlage für die Verkehrsmodellierung benötigt.
Stated Preference Daten (angegebene Präferenzen) liefern Informationen über persönliche Präferenzen in einer hypothetischen Situation. Auf ihrer Grundlage können folgende Aspekte evaluiert werden:
- Optionen, die es noch nicht gibt, und Auswirkungen auf Präferenzen bezüglich Faktoren, die in der Realität wenig variieren (wie der Preis für das Zurücklegen einer Strecke), oder
- Merkmale, die eng korrelieren (wie der Preis und die Länge einer Strecke).
Stated Preference Daten haben einen offensichtlichen Nachteil: Was eine befragte Person angibt vorzuhaben, entspricht nicht unbedingt dem, was sie in Wirklichkeit tun würde. Um dieses Problem abzumildern und die Befragten in einen möglichst realistischen Kontext hineinzuversetzen, beruhen die hypothetischen Situationen des Stated-Preference-Fragebogens auf Strecken, welche die Befragten in der Vergangenheit tatsächlich zurückgelegt haben. Zu diesem Zweck wurden die an der SP-Befragung teilnehmenden Personen aus dem Kreis der am MZMV teilnehmenden Personen ausgewählt.
Im Übrigen wurden in den entwickelten Statistikmodellen (sog. diskrete Entscheidungsmodelle) die Stated-Preference-Daten in Kombination mit den MZMV-Daten (sog. offenbarte Präferenzen, revealed preferences, RP) verwendet. Somit wurden die tatsächlichen Präferenzen, wie sie aus dem MZMV hervorgingen, berücksichtigt.
Dank dieser Modelle ist es möglich, den Wert der Zeit und die Elastizitäten abzuschätzen. Der Wert der Zeit, das heisst der Preis, den die Leute bereit sind zu zahlen, um eine Stunde Reisezeit einzusparen, beträgt 13 Franken pro Stunde beim motorisierten Individualverkehr und 12 Franken pro Stunde im öffentlichen Verkehr. Dies entspricht 2 Franken pro 10 Minuten eingesparte Zeit. Autofahrerinnen und Autofahrer sind weniger empfindlich gegenüber Veränderungen der Fahrtzeit und der Kosten als Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs (ÖV). Des Weiteren würde im ÖV eine Reduktion der Fahrtzeiten um 1 % zu einem grösseren Anstieg der Nachfrage führen als eine Reduktion der Preise um 1 %. Diese Lesebeispiele sind als Mittelwerte zu verstehen; die detaillierten Ergebnisse der Berichte variieren abhängig von der Reiseweite, vom Fahrtzweck, vom Einkommen etc.
Dokumente
Analyse der SP-Befragung 2015 zur Verkehrsmodus- und Routenwahl (PDF, 5 MB, 01.09.2017)Dieser Bericht beschreibt mehrere Modelle für die Verkehrsmittel- und Routenwahl, die auf der Grundlage des Stated-Preference-Fragebogens 2015 geschätzt wurden. Entwicklungen, die aus der Erhebung hervorgegangen sind, werden darin dargestellt und beurteilt, damit sie für die Verkehrsmodellierung verwendet werden können.
SP-Befragung 2015 zum Verkehrsverhalten (PDF, 3 MB, 01.09.2016)Dieser Bericht beschreibt den Stated-Preference-Fragebogen 2015.
Stated Preference-Befragung (SP-Befragung) 2010 zum Verkehrsverhalten im Personenverkehr (PDF, 4 MB, 08.05.2012)Dieser Bericht beschreibt den Stated-Preference-Fragebogen 2010.
Übersicht zu Stated Preference-Studien in der Schweiz und Abschätzung von Gesamtelastizitäten (PDF, 981 kB, 25.04.2012)Dieser Bericht vergleicht die Daten der Stated-Preference-Befragung 2010 mit den Resultaten früherer Studien. Er enthält Empfehlungen zu den generellen Nachfrage-Elastizitäten, die bei der Berechnung der Energieperspektiven 2050 heranzuziehen sind.