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Sonntag, 5. März 2023
Kirche Maria Frieden
Instrumentalmusik aus der Sammlung „Armonico tributo“ (1682) sowie Orgelwerke aus der Sammlung „Apparatus musico-organisticus“ (1690)
Eva Saladin (Violine), Aliza Vicente (Violine), Stella Wilkinson (Viola), Eveleen Olsen (Viola), Armin Bereuter (Violone), Emanuele Forni (Theorbe), Dirk Trüten (Orgel)
Georg Muffat (1653-1704) war eine wahrhaft europäische Künstlerpersönlichkeit. Mit schottischen Wurzeln in Savoyen geboren und aufgewachsen im Elsass, erhielt er seine musikalische Ausbildung zunächst in Paris. 1678 erhielt er einen Ruf als Organist an den Hof des Salzburger Fürsterzbischofs Max Gandolf, der ihm 1681 ein Studienjahr bei Pasquini und Corelli in Rom gewährte. Als Frucht dieser Reise widmete Muffat dem Bischof ein Jahr später die Sonaten des Armonico tributo anlässlich der 1100-jährigen Gründung des Salzburger Erzbistums. Mit diesem Pionierwerk gelang es Muffat als einem der ersten, die vielfältigen musikalischen Möglichkeiten des Concerto grosso in ihrer ganzen Tiefe auszuloten. Im Januar 1690 spielte er Joseph I. anlässlich von dessen Königskrönung in Augsburg aus seiner damals neu erschienenen Sammlung „Apparatus musico-organisticus“ vor. Vor allem die Toccaten dieser Sammlung stellen zusammen mit der Musik der Hansestädte die bedeutendsten deutschen Orgelwerke dieser Zeit dar und beeinflussten auch entsprechende Werke Johann Sebastian Bachs. Nach dem Tod seines Förderers Max Gandolf wechselte Muffat nach Passau, wo er 1704 starb.
Muffats überaus kosmopolitische Persönlichkeit kommt viel mehr noch als in seiner Biographie in seiner Musik zum Ausdruck. So war er der erste Deutsche, der den italienischen und den französischen Stil in Paris und Rom von führenden Meistern erlernte und beide Stile mit der deutschen kontrapunktischen Schreibweise vereinigte. Seine gedruckten Werke versah er mit bis zu viersprachigen Vorreden, worin er u.a. auch seine – bis heute aktuellen – Auffassungen vom friedlichen Zusammenleben aller Völker darlegte: „Die Kriegerische Waffen und ihre Ursachen seyn ferne von mir; Die Noten, die Seiten, die liebliche Music-Thonen geben mir meine Verrichtungen, und da ich die Französische Art der Teutschen und Welschen einmenge, keinen Krieg anstiffte, sondern vielleicht deren Völker erwünschter Zusammenstimmung, dem lieben Frieden etwann vorspiele.“
All dies lohnt, diesen grossen Komponisten einmal näher kennen zu lernen!