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Damit ihr Aquarium- ganz gleich ob mit Süss- oder Meerwasser- optimal funktioniert, sind Detailkenntnisse über die technischen Möglichkeiten wichtig.
Filter
Das Herzstück des Aquariums ist der Filter , der für die Umwälzung und Reinigung des Wassers zuständig ist. Man unterscheidet zwischen motor- oder luftbetriebenen, Innen (bis ca. 120 Liter)- und motorbetriebenen Aussenfiltern, die über Schläuche mit dem Aquarium verbunden sind, um Platz zu sparen. Die Filterwirkung selbst hängt von Volumen und Art des Filtermaterials im Verhältnis zur Durchflussgeschwindigkeit ab: Wird das Wasser mit hoher Geschwindigkeit durch ein kleines Volumen geleitet, ist die Filterwirkung geringer als bei langsam laufenden Filtern. Innenfilter müssen öfters gereinigt werden als Aussenfilter. Des Weiteren unterstützen Pumpen die Filterung des Aquariums.
Filtermaterialien
Neben der richtigen Dimensionierung und Art von Filter, ist die Wahl der Filtermaterialen ausschlaggebend. Am häufigsten kommt Filterschaumstoff zum Einsatz, welcher in fein- oder grobporiger Ausführung erhältlich ist. Des Weiteren ist der Schaumstoff als Plattenware verfügbar. Der Schaumstoff ist mehr oder weniger unbegrenzt haltbar.
Filterwatte ist nach mehrmaliger Verwendung zu entsorgen und dient als lose Ware oder Vlies lediglich als erste Filterstufe im Hauptfilter oder als Vorfiltermaterial. Glas-Sinterkeramik bietet die grösste Besiedlungsfläche pro Volumeneinheit für Filterbakterien. Es darf nur nach grobporigem Filtermaterial eingesetzt werden und ist unbegrenzt wiederverwendbar. Aktivkohle, die es als Bruch, Pellets oder Filterschwämmchen gibt, eignet sich für die Entfernung von hochmolekularen Stoffen wie Medikamente, Pestizide oder Stoffe, die das Wasser verfärben. Sie wird etwa für eine Woche im Aquarium benötigt. Zeolithe (Gesteine) können gelöste organische Abfallprodukte (Ammonium, Ammoniak, Nitrit, Nitrat oder Phosphate) entfernen und an sich binden.
Es gibt verschiedene Arten der Filterung:
- Mechanische Filterung
- Biologische Filterung (nur Objekte mit grossem Filtervolumen)
- Chemische Filterung (Filter mit Zusatzfiltermaterial)
- Sauerstoffanreicherung (Filter mit genügend Durchflussleistung)
- Strömungserzeugung
Wenn Ihr Aquarium mit vielen Pflanzen besetzt ist, erfüllt ein eher schwächerer Durchfluss (ggf. regulierbar) mit grossem Filtervolumen für lange Standzeiten seinen Zweck. Haben Sie ein Cichlidenbecken mit grossem Schmutzanfall sind ein starker Durchfluss sowie leichte Bedienbarkeit für regelmässige Reinigung sinvoll.
Mechanische Filterung:
Die Aufgabe des Filtermaterials besteht darin, die Schmutzpartikel des angesaugten Wassers festzuhalten. An der Ausflusseite des Filters tritt klares Wasser hervor. Es kommt auf Beschaffenheit und Alter des Filtermaterials an, ob feine oder grobe Schmutzpartikel festgehalten werden.
Biologische Filterung:
Abfallstoffe von Fischen (Urin und Kot), Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile sowie tote Tiere belasten das Aquarienwasser. Die dadurch entstehenden giftigen Stickstoffverbindungen (z.b. Nitrat) müssen durch Wasserwechsel aus dem Aquarium entfernt oder mittels geeigneter Filter und Filtermaterialien abgebaut werden. Dieser Abbau wird von Bakterien vollzogen: Nitrosomonas-Bakterien wandeln Ammoniak in Nitrat und Nitrobacter-Bakterien in Nitrat um.
Grossvolumige Topfaussenfilter oder grosszügig ausgelegte Innenfilter, welche regelmässig „teilgereinigt“ werden, sind hierfür gedacht.
Chemische Filterung:
Als teilweise chemische Filterung oder auch extrem feine mechanische Filterung ist die Filterung über Aktivkohle zu bezeichnen. Feinste Wasserverunreinigungen wie Medikamentenreste und Farbstoffe bleiben in der Aktivkohle hängen. Sie müssen das Material regelmässig auswechseln, weil ansonsten bei kompletter Sättigung ein Grossteil der absorbierten Stoffe wieder freigesetzt wird.
Weitere chemische Filterungen können mit Ionentauscherharzen durchgeführt werden- diese Filterung empfehlen wir jedoch nur erfahrenen Aquarianern.
Sauerstoffversorgung
Damit das Aquarium ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, ist ein an der Wasseroberfläche angebrachter Auslauf des Motorfilters notwendig, der durch die Wasserbewegung das Wasser mit Sauerstoff anreichert. Damit das Aquarium gut belüftet wird, sind Diffusoren geeignet. Als Alternative können auch Ausströmersteine zum Einsatz kommen. In stark besetzten Becken und als Reserve für besonders heisse Tage sind Oxydatoren zu empfehlen, welche Aquarien mittels Wasserstoffperoxid mit Sauerstoff versorgen.
Heizung
Thermostatgesteuerte Regelheizer sind für den normalen Gebrauch zu empfehlen. Glasummantelte Stabheizer, die an einer gut umströmten Stelle im Aquarium oder einer Filterkammer untergebracht werden, sind besonders beliebte Varianten. Beim Kauf sollten Sie auf Bruchsicherheit und Überhitzungsschutz achten. Die eleganteste Variante, um grössere Aquarien zu heizen, sind Thermo-Aussenfilter. Hierbei darf die Wattzahl nicht zu hoch sein, sodass es nicht zu rapiden Temperaturschwankungen kommt. Die Funktionsfähigkeit der Heizung muss über Aquarien-Innen oder Aussenthermometer, welche es auch in digitaler Ausführung gibt, regelmässig im Auge behalten werden.
In geheizten Räumen sollte die Leistung eines Heizers 1/3- 1/2 Watt pro Liter Aquarieninhalt betragen.
Sicherheitshinweis: Obwohl einige Heizstäbe über einen Trockenlaufschutz verfügen, ist es ratsam den Heizstab beim Hantieren im oder am Aquarium oder während des Wasserwechsels von der Stromzufuhr zu trennen.
Quellen:
- „Mein Aquarium“ (Ulrich Schliewen), erschienen bei GU
- „Das Aquarium“ (Axel Gutjahr), erschienen bei GU
- Aquaristik-Bänder (Herausgeber und Verleger: Karl-Heinz Dähne)
- Süss- und Meerwasser-Experten (QUALIPET Dietlikon & Lenzburg
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