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Die Haupteinflussfaktoren für ein häufiges Vorkommen und / oder eine starke Ausbreitung und Vermehrung der Binse auf der Alp sind:
- die Bodeneigenschaften,
- die Bewirtschaftung,
- die Weideführung und
- eine fehlende Regulierung.
Staunasse, wechselfeuchte, verdichtete und saure Böden sind für die Binse ideal. Verschiedene Binsenarten kommen an nährstoffreichen und nährstoffarmen Standorten vor. Auf nährstoffreichen Feuchtstandorten gedeiht die Binse besser als wertvolle Futterpflanzen und verdrängt diese. Nährstoffarme Feuchtstandorte sind meist als Streuwiesen oder Magerweide genutzt, in denen Binsen zwar vorkommen, aber nicht ertragsmindernd sind.
Die Beweidung fördert die Binse durch selektiven Frass, Bodenverdichtung und offene Bodenstellen. Auf Schnittflächen sind deshalb weniger Binsen zu finden als auf Weideflächen.
Die meisten Rinder und Schafe meiden die Binse, insbesondere in einem späteren Entwicklungsstadium und sobald sie in Horsten vorkommt. Nur Weidetiere wie z.B. Esel, Ziegen und gewisse Robustrassen fressen die Binse relativ gut. Einzelne Studien haben gezeigt, dass Ziegen die Binsenhorste sogar zurückdrängen können.
Die Beweidung von Feuchtstandorten verdichtet den feuchten bis nassen Boden und fördert somit die Bodenbedingungen, die für die Binse günstig sind. Grosse, schwere Weidetiere verdichten den Böden stärker als leichte Tiere.
Weiter entstehen auf Feuchtstandorten durch die Trittbelastung schnell offene Bodenstellen, in denen Binsensamen leicht keimen können. Grosse, schwere Weidetiere und Tiere mit kleinen Hufen/Klauen verursachen mehr Trittschäden als leichte Tiere mit grossen Hufen/Klauen.
Einzelne Binsenarten wie z.B. die Flatterbinse können Nährstoffe gut verwerten und werden durch eine Düngung tendenziell gefördert.
Die Weideführung auf Binsenstandorten sollte darauf abzielen, den selektiven Frass zu reduzieren sowie Verdichtungen und Trittschäden zu vermeiden.
Da junge und einzelnstehende Binsenblätter zwischen wertvollen Futterpflanzen von allen Weidetieren mitgefressen werden, ist ein früher Beweidungszeitpunkt anzustreben.
Eine Umtriebsweide und keine Beweidung bei Nässe vermindern die Bildung von übernutzten Weideabschnitten mit Trittschäden und Bodenverdichtungen, welchen die Binse zum Keimen und zur Ausbreitung benötigt.
Durch frühzeitige, sachgemäss und konsequent umgesetzte Bewirtschaftungsanpassungen und Regulierungsmassnahmen können Binsen unter Kontrolle gehalten werden (Massnahmen zur Regulierung). Fehlen sachgemässe Regulierungsmassnahmen und Bewirtschaftungsanpassungen gänzlich oder werden sie unsachgemäss umgesetzt, ist eine nachhaltige Regulierung nicht möglich.
Handlungsbedarf kann als gegeben beurteilt werden, wenn die Binse auf wechselfeuchten, nährstoffreichen Böden, gut besonnten, zugänglichen und befahrbaren Standorten, mit einem potentiell ansprechenden Pflanzenbestand und wenig anderen Unkräutern grosse Horste bildet und die wertvollen Futterpflanzen verdrängt.
Eine vollständige Entfernung der Binse auf typischen Binsenstandorten ist durch den grossen Samenvorrat im Boden nahezu unmöglich. Ein rasenartiges Vorkommen mit mehr Einzelpflanzen anstelle eines horstartigen Vorkommens ist anzustreben. Eine vollständige Entfernung der Binse ist nicht notwendig, da die Pflanze ungiftig ist und Einzelblätter von den Weidetieren durchaus gefressen werden.
Binsen kommen auch häufig in Flachmooren und Streuwiesen vor, die oftmals so nass sind, dass sie kaum oder nicht beweidet werden können. Viele dieser Bestände sind gesetzlich geschützte Lebensräume / Naturschutzflächen (Flach- und Hochmoore gemäss den Inventaren des Natur- und Heimatschutzgesetzes). Mögliche Bewirtschaftungsmassnahmen sind hier gesetzlich geregelt und mit der kantonalen Fachstelle abzusprechen. Gute Zeigerpflanzen für Naturschutzflächen sind: Wollgras, Pfeifengras, Orchideen und Torfmoos.