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Erdgas: Situation global und in Europa
- Einzig in Norwegen ist ein weiterer Erdgas-Förderausbau noch möglich – ansonsten ist der "Peak Gas" europäisch erreicht.
- Von allen fossilen Energieträgern steigt in Europa die Nachfrage nach Erdgas am stärksten.
- Die Stromproduktion aus Erdgas ist in Europa von 1990 - 2006 um 228% gestiegen.
Der "Peak Gas" – ausser in Norwegen – ist in Europa erreicht. Erdgas erfuhr seit den 1970er Jahren einen stark zunehmenden Verbrauch. Ausgelöst wurde dies durch frühe Erdgasfunde in den Niederlanden und später durch grosse Gasfunde in Grossbritannien und Norwegen. Unter anderem hatte dies zur Folge, dass in Europa Erdgas neben dem Wärmesektor zunehmend auch im Bereich der Stromversorgung eingesetzt wurde. In Holland wie auch in Grossbritannien geht die Gasförderung inzwischen zurück, d. h. das Fördermaximum ist in diesen Ländern bereits überschritten. In Norwegen ist noch ein leichter Förderausbau möglich, welcher aber den Rückgang in Holland und Grossbritannien nicht ausgleichen kann.
Gasverbrauch in Europa steigend: Die Folge ist für Westeuropa ein seit Jahren stark ansteigender Importanteil, hauptsächlich aus Russland und Afrika. Gleichzeitig stieg allein in der EU-27 der Brutto-Gaskonsum von 1990 bis 2006 um 48,5% - die höchste Wachstumsrate von allen fossilen Energieträgern. Beim Erdöl lag der Zuwachs im gleichen Zeitraum in der EU-27 "nur" bei 6,6%. Bei den erneuerbaren Energien, aufbauend auf einem vergleichsweise viel tieferen Ausgangsniveau auch nur bei 77,5%.
Das benötigte Erdgas wird immer teurer: In der EU-25 ist die Stromproduktion aus Gaskraftwerken von 1990 bis 2006 von 215,89 TWh auf 707,25 TWh hochgeschnellt – eine Steigerung um 228%. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien steigerte sich im gleichen Zeitraum in der EU-27 um vergleichsweise bescheidene 57,8%. Beim EU-27-Stromproduktionsmix steigerte sich der Anteil des Stroms aus Gaskraftwerken von 1990 bis 2006 von 8,4% auf 21,1%. Bis 2020 wird etwa eine Verdoppelung der Gasimportkapazitäten nach Europa notwendig werden, um alleine das heutige Verbrauchsniveau trotz rückläufiger Nordsee-Förderung zu halten. Unter Berücksichtigung der hohen Gasverbrauchszuwachsraten werden die Gasimporte sogar noch schneller zunehmen. Wir dürfen gespannt sein, woher ddieses Gas dann kommen soll. Erdgas hat sich in den vergangenen Jahren zudem deutlich verteuert – in den USA um den Faktor 4-5 gegenüber dem langjährigen Durchschnitt, in Europa etwa um den Faktor 2-3.