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Der ursprüngliche Kochbereich
Es ist schon eine ganze Weile her, seit sich Räume wie Küche und Esszimmer nicht mehr auf ihren funktionalen Charakter reduzieren lassen. Schon früh waren Esszimmer und Küche nicht mehr Orte, in denen lediglich Mahlzeiten hergestellt und konsumiert wurden. Sie boten nun auch Raum für andere Elemente des Alltags wie Kommunikation, die Erfahrung von Gemeinschaft und durchaus auch Spiel und Spaß am Tisch.
Der Tisch hält Einzug
Tisch und Herd als Elemente der Küche wurden räumlich spätestens im 19. Jahrhundert zunehmend getrennt. Der bürgerliche Haushalt orientierte sich an der nobleren Raumordnungen des Adels - im Bürgerhaus fand sich das Esszimmer getrennt von der Küche, die zum reinen Arbeitsraum wurde.
Wer es sich leisten konnte, der richtete einen getrennten Essplatz ein. Die Küche wurde dabei zum Raum der unteren Sozialschichten: Dienstmädchen, Angestellte, Küchenpersonal – die Arbeit verrichtete in der großen, gut ausgestatteten Küche der Reichen und Herrschenden spezielles Personal.
Essraum von Küche getrennt
Natürlich konnten sich das längst nicht alle leisten. Zwar gab es häufig einen separaten Essraum, die "gute Stube", die im Alltag allerdings kaum genutzt wurde, nur an Feiertagen oder bei Besuch wurde dieser repräsentative Raum hergerichtet. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im 20. Jahrhundert wurde das Esszimmer oder ein Essplatz im Wohnzimmer für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich und gehörte zur Zielvorstellung einer eigenen Wohnung.
Doch schon in den 1970er Jahren begann der Boom der so genannten Wohnküche: sie stand für die Aufhebung der Abgrenzung der Küche, der Isolation der Hausfrau durch eine Integration anderer Sozialfunktionen in den nun größeren Küchenraum. Großzügig geschnittene Wohnküchen mit Essbereich in der Küche oder offene Wohnzimmer mit angrenzender Küche sind bis heute beliebt, auch wenn sich Familienstrukturen, Geschlechterrollen und Arbeitsalltage deutlich verändert haben.
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