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Mit Hilfe der neu entdeckten Wechseljahre des 22-jährigen Hale-Zyklus der Sonne ist der Einfluss der Sonnenaktivität auf Wettertrends einfacher nachweisbar als mit der bisherigen alleinigen Konzentration auf den 11-Jahres-Zyklus.
Von Dr. Ludger Laurenz
Zusammenfassung:
Die Erforschung des Zusammenhanges zwischen Sonnenaktivität und Wettertrends macht große Fortschritte. Durch Einbeziehung des 22-jährigen Sonnenzyklus (Hale-Zyklus) kann solarer Einfluss in historischen Klima- und Wetterdaten zuverlässiger nachgewiesen werden als mit der bisherigen alleinigen Konzentration auf den 11-jährigen Schwabe-Zyklus. Die Sonne durchläuft wie bei einem Uhrwerk alle 22 Jahre einen Aktivitätszyklus, der mit Wettertrends korreliert und dafür sorgt, dass sich bestimmte Trends nach etwa 22 Jahren wiederholen. Der Schlüssel für die Aufdeckung des solaren Einflusses ist die Bestimmung der Wechseljahre, in denen die einzelnen Hale-Zyklen enden und neu beginnen. Wechseljahre seit 1900 sind 1903, 1926, 1946, 1968, 1988 und 2011 (2).
In einer vor kurzem erschienenen wegweisenden Publikation von Leamon et al. betrachten die Autoren die 22-jährigen Hale-Zyklen und weisen solaren Einfluss auf die Wassertemperatur des tropischen Pazifik nach (1).Mit Hilfe der Hale-Zyklen kann eine signifikante Korrelation zwischen der Sonnenaktivität und der Wintertemperatur in der Polarnacht von Norwegen, der Frühjahrstemperatur in England und der Sommertemperatur in Deutschland belegt werden (2). Mit Hilfe des Hale-Zyklus gelingt der Nachweis einer signifikanten Korrelation zwischen der Niederschlagssumme im Juni und der Sonnenaktivität. Signifikanter solarer Einfluss zeigt sich auch in der Jahresniederschlagssumme und dem Auftreten von Dürre in Deutschland. Anhand der Dürremonitorbilder des UFZ in Leipzig wird offensichtlich, dass die Wahrscheinlichkeit von Sommerdürre in der ersten Hälfte des Hale-Zyklus wesentlich größer ist als in der zweiten Hälfte. Das größte Risiko für extremen Niederschlagsmangel kombiniert mit hoher Sonnenscheindauer und dadurch verursachter Hitze besteht in den Hale-Zyklusjahren 8 und 9. Zu diesen Zyklusjahren zählen 2018 und 2019.
Der solare Einfluss auf die Niederschlagssumme und Sonnenscheindauer ermöglicht mehrjährige Langfristprognosen mit vielfältigem Nutzen, am ehesten für die Land- und Forstwirtschaft, aber auch für die Stromproduktion mit Sonne oder Wasserkraft, für die Bauindustrie oder für die Versicherungswirtschaft. Mit Hilfe der neu entdeckten Wechseljahre der Hale-Zyklen kann weltweit in allen Klimazonen solarer Einfluss nachgewiesen werden. Jeder kann in den nächsten Monaten und Jahren mit Hilfe der Wechseljahre des Hale-Zyklus und relativ einfacher Rechenvorgänge in historischen Wetterdaten oder auch physikalischen Messdaten der gesamten Atmosphäre nach solarem Einfluss suchen und den Einfluss für Vorhersagen nutzen.
Wir müssen in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten aufgrund des prognostiziert niedrigen Niveaus der Sonnenaktivität mit häufigeren lang andauernden Trockenperioden rechnen.
Einleitung:
In der Wissenschaft wird intensiver den je über den Anteil der Sonnenaktivität an Klimaveränderungen und Wettereinflüssen diskutiert. Für einen regelrechten Aufschwung beim Nachweis des solaren Einflusses auf Wettertrends und schließlich das Klima sorgt eine vor wenigen Monaten erschienene Publikation von Leamon et al., in der eine hoch signifikante Korrelation des 22-jährigen Hale-Zyklus mit der El Nino/La Nina-Dynamik im tropischen Pazifik nachgewiesen wird (1). Schlüssel für die Aufdeckung des solaren Einflusses ist die Bestimmung der Wechseljahre zwischen den einzelnen Hale-Zyklen. Mit den Wechseljahren können relativ leicht Korrelationen zwischen der Sonnenaktivität und historischen Wetterdaten aufgedeckt werden, wie zum Beispiel der signifikante Einfluss der Sonnenaktivität auf die Wintertemperatur in der Polarnacht von Skandinavien oder auf die Frühjahrs-