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In den letzten 30 Jahren ist ein klarer Trend zu steigenden Wasserkosten ersichtlich. Die Versorgung von landwirtschaftlichen Nutzflächen aus natürlichen Wasserquellen gerät so immer mehr unter Druck.
Die globale Erderwärmung ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Auch in der Schweiz sind diese klimatischen Veränderungen spür- und messbar. Ein Sektor, der von den Folgen zunehmender Temperaturen und abnehmender Niederschläge besonders betroffen ist, ist die Landwirtschaft. Gleichzeitig braucht sie ausreichend Wasser, um die Flächenproduktivität erhalten zu können.
Natürliche Wasserquellen müssen ergänzt werden
Während in der Vergangenheit ein Grossteil des benötigten Wassers aus lokalen, natürlichen Wasserquellen stammte, geraten diese wegen steigender Temperaturen und Niederschlagsvariabilität zusehends unter Druck. Dies führt dazu, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in Zukunft vermehrt darauf angewiesen sein werden, ihre Bewässerung aus kostenpflichtigen Quellen wie dem Trinkwasserversorgungnetz sicherzustellen.
Zunehmende Wasserkosten und wachsende Betriebe
Um zu prüfen, wie sich Klima- und Agrarstrukturwandel auf die Wasserausgaben der landwirtschaftlichen Betriebe in der Zeitspanne von 1990 bis 2019 ausgewirkt haben, wurde ein Datensatz der Zentralen Auswertung von Buchhaltungsdaten (ZA-BH) von Agroscope mit 95 924 Beobachtungen von gesamthaft 12 312 Betrieben untersucht.
Die inflationsbereinigten Wasserkosten haben über den Beobachtungszeitraum deutlich zugenommen. 1990 lagen die durchschnittlichen Ausgaben eines landwirtschaftlichen Betriebs für Wasser noch bei 505 Franken. 2019 lagen die Wasserkosten, inflationsbereinigt, bereits bei 1213 Franken. Der höchste Kostenanstieg befindet sich bei Tierhaltungsbetrieben, bei denen die Wasserkosten von 600 auf 1400 Franken anstiegen. Der Anteil der Betriebe, die Ausgaben für Wasser in ihrer Buchhaltung angaben, stieg im gleichen Zeitraum von 63 auf 73 Prozent. Am höchsten ist er bei den Spezialkultur-Betrieben, bei denen über 90 Prozent Wasserausgaben verbuchten. Hier finden sich die meisten bewässerten Kulturen.
Betriebe in bevölkerungsreichen Grossregionen, weisen höhere durchschnittliche Ausgaben für Wasser auf als Betriebe in peripheren Lagen. So zahlt beispielsweise ein Zürcher Betrieb bis zu 771 Franken pro Jahr mehr für die Bewässerung der landwirtschaftlichen Kulturen als Betriebe im Mittelland.
Fazit
- Die Wasserausgaben der Schweizer Betriebe haben sich in den letzten dreissig Jahren erhöht.
- Der Trend zeigt sich sowohl schweizweit als auch in allen Regionslagen (Tal-, Hügel- und Bergregion) und bei allen berücksichtigten Betriebstypen (Pflanzenanbau, Tierhaltung, Mischbetriebe).
- Um regionale Planungsinstrumente zu entwickeln und um die Betriebe bei einer optimalen Nutzung der Flächen angesichts der klimatischen und strukturellen Veränderungen zu unterstützen, sind detailliertere Informationen über den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft nötig.