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Beim Gespräch in Bagdad bekräftigte Generaldirektor Grossi die «Unterstützung der IAEO für die friedliche, sichere Nutzung der Nukleartechnologie im Irak» und hob die Bedeutung der Nichtverbreitungsbemühungen hervor. «Die IAEO hat sich verpflichtet, die Grundlagen für ein völlig friedliches Programm hier im Irak zu unterstützen», sagte er und ergänzte: «Wir leben in einer Welt, in der das Interesse an der Nukleartechnologie stark zunimmt ... Diesmal werden wir richtig vorgehen, unter strikter Einhaltung der Nichtverbreitungsnormen und der internationalen Konventionen, die unverzichtbar sind.» Deshalb werde ein multidisziplinäres Team irakischer Experten in wenigen Tagen nach Wien kommen, um einen Fahrplan für das friedliche Nuklearprogramm des Landes zu erstellen, so Grossi.
Gemäss IAEO setzt der Irak auf die Kernenergie, um seine Energieversorgung zu sichern und Projekte zur Wasserentsalzung durchzuführen. «Mit Unterstützung der IAEO prüft der Irak bereits innovative nukleartechnische Lösungen wie kleine, modulare Reaktoren, um diesen Bedarf zu decken.» Der Irak sei seit Kurzem Vertragspartei des Übereinkommens zur nuklearen Sicherheit (Convention on Nuclear Safety), das Länder, die zivile Kernkraftwerke an Land betreiben, dazu verpflichten soll, durch die Festlegung grundlegender Sicherheitsprinzipien ein hohes Mass an Sicherheit zu gewährleisten.
Unterstützung im Bereich der Krebsbehandlungen und Abfallentsorgung
Während des Gesprächs im Irak sei auch «der Bedarf des Landes an Krebsbehandlung und die Herausforderungen der Stilllegung» erörtert worden. Generaldirektor Grossi habe eine verstärkte Unterstützung im Rahmen der IAEO-Initiative für lebensrettende Krebsbehandlungen «Rays of Hope» angekündigt, die beispielsweise Strahlentherapien bereitstellt. «Wir haben beschlossen, über Rays of Hope den Irakern mehr Unterstützung, mehr Ausrüstung, mehr Ausbildung und mehr Kapazitätsaufbau zukommen zu lassen, um die Ergebnisse der Krebsbehandlung zu verbessern», so Grossi.
«Die IAEO verstärkt auch ihre Unterstützung für den Irak bei der Stilllegung und Sanierung von Standorten, die mit radioaktivem Material kontaminiert sind», liess die Organisation verlauten. Generaldirektor Grossi habe im Irak den ehemaligen Nuklearkomplex Al Tuwaitha besucht, um sich ein Bild von der Lage und eine Bestandsaufnahme der Fortschritte zu machen. Der Komplex sei durch militärische Aktionen vor über zwanzig Jahren zerstört und dann geplündert worden. «Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Stilllegungsarbeiten und die Beseitigung der Überreste aus der Vergangenheit zu einem erfolgreichen und zufriedenstellenden Abschluss bringen», sagte Grossi.
Die IEAO binde den Irak in eine nationale integrierte Strategie für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle ein, wobei der Schwerpunkt auf der Umweltsicherheit und der Einhaltung internationaler Normen liege. Am Standort Al Tuwaitha sei ein irakisches Tiefenlager für schwachaktive Abfälle aus der Stilllegung irakischer Kernanlagen in Planung. Unterstützt werde das Land dabei von der IAEO im Rahmen des EU-Projekts «Instrument für Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen Sicherheit (INSC)». Die IAEO, die EU und zahlreiche Länder unterstützen den Irak schon seit mehreren Jahren bei der Stilllegung und Sanierung des Nuklearkomplexes und weiterer Standorte.
Quelle
B.G. nach IAEO, Medienmitteilung, 18. März 2024