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Wenn Louis Duc im altehrwürdigen Rathaussaal aufstand, dann wurde es im Grossen Rat leise. Duc war nie einer, der mit Aktenordnern oder gar Tablet die Sessionen vorbereitete. Vielmehr hörte er den Voten der anderen zu, und wenn er mit etwas nicht einverstanden war, dann machte er sich mit Bleistift ein paar Notizen. Wie ein Poet setzte er an, platzierte mal eine Anekdote, mal etwas Moral, mal eine Volksweisheit. Und immer und immer wieder setzte er einen heiteren Kontrapunkt zu den verbissenen Debatten seiner Kollegen.
Louis Duc aus Forel wurde 1986 ein erstes Mal Grossrat als Mitglied der SVP. Er trat 1994 aus der Partei aus und verliess gleichzeitig das Parlament. 1996 wurde er als Unabhängiger wieder in den Grossen Rat gewählt. Als sich 2011 das Mitte-Links-Bündnis bildete, schloss er sich diesem an.
Für die Schwächeren
Alt-Staatsrat Pascal Corminboeuf und der ehemalige Sensler Grossrat Bruno Fasel haben lange mit Louis Duc politisiert. Beide beschreiben ihn mit folgenden Worten: «Er war ein einfacher Bauer, der sich stets für die anderen eingesetzt hat.» Die einfachen Leute seien ihm am Herzen gelegen, so Corminboeuf, selber ein Unabhängiger aus dem Broyebezirk. «Er machte im Rat viele Interventionen zugunsten der Schwächeren, so etwa für Verkäuferinnen, die wenig verdienen. Und er setzte sich stets für die Landwirtschaft ein.» Corminboeuf erzählt, dass Louis Duc seinen einzigen Sohn durch einen Unfall verlor, als dieser 14 Jahre alt war. «Danach setzte er sich noch stärker für die Politik ein.»
Der Alt-Staatsrat erinnert sich auch an eine witzige Anekdote: «Louis Duc verstand nicht gut Deutsch und er setzte nie die Kopfhörer für die Übersetzung auf. Als André Ackermann Ratspräsident war, neckte ihn dieser einmal, indem er das Wort ‹Ludwig Herzog› übergab. Duc verstand es nicht.»
Bruno Fasel erinnert sich an seinen Fraktionskollegen als «redegewandten Politiker mit grossem Charisma». «Er wusste immer, wovon er sprach, und unterlegte seine Argumentation mit vielen Beispielen. Louis Duc wird eine grosse Lücke hinterlassen.»
Grossrat Duc, der nie einen Computer benutzt hat, scheidet ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt aus dem Kantonsparlament aus, da dieses seine Dossiers nur noch digital führen will. uh/mir