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Es kommt ein Bärenmarkt mit 99,9% Wahrscheinlichkeit.
Woher weiss ich das? Naja, die empirische Beobachtung lehrt uns, dass bisher IMMER ein Bärenmarkt kam.
Als Bärenmarkt bezeichne ich einen Kursrückgang eines Landesindex um über 20% über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder Jahren, so wie 2000 bis 2003, oder 2007 bis 2009.
Ich sage nicht, dass der Bärenmarkt jetzt beginnt.
Aber ich glaube, dass wenn die Zinsen nur überall auf 2% oder so steigen, dass dann der Aktienmarkt deutlich abwärts gehen wird.
Und falls unerwartet die Inflation (die wir ja schon haben) nicht wieder unter 2% geht, wie alle meinen, können die Notenbanken in Zugzwang kommen, und kurzfristig die Zinsen deutlich anheben müssen, um die Inflation zu bremsen.
Das ist nur ein mögliches Szenario.
Ich halte die Aktienmärkte auf lange Sicht für überbewertet.
Der US-Markt war nur ende der 90er Jahre höher bewertet.
Jetzt mag man einwenden, dass die Zinsen historisch tief sind.
Das mag stimmen. Aber dieses Argument zieht nicht mehr, sobald es eine Erhöhung gibt.
Der japanische Markt war in den 80er Jahren noch höher bewertet.
Den Höhepunkt von 1989 hat der Nikkei 225 bis heute nicht wieder erreicht.
Könnte sowas auch für den US- und die europäischen Märkte blühen?
Eure Meinung interessiert mich.
In welchem Jahr beginnt der nächste Bärenmarkt?
Die Frage ist so zu verstehen: Gesucht ist das Jahr des vorläufigen Hochs (wie zB im Jahr 2007), von dem aus es dann mindestens 6 Monate und insgesamt über 20% abwärts geht.
Bei der letzte Finanzkrise wäre 2007 die richtige Antwort gewesen, und NICHT 2009 (da war der Tiefpunkt, das ist aber nicht gefragt).
Es kommt ein Bärenmarkt mit 99,9% Wahrscheinlichkeit.
Es hat bisher niemand gefragt, wieso das eine gute Nachricht sein sollte.
Nun, weil man da günstigere Kaufkurse erhält.
Oder anders: Für die gleiche Sparsumme bekommt man mehr Aktien (oder ETF-Anteile).
Wenn man bedenkt, dass in den USA die Gewinnmargen auf einem historischen Hoch sind (habe ich gelesen), und die Zinsen auf historischem Tief…
Wenn man dann noch bedenkt, dass also beide Werte (Gewinne und Gewinnmargen sowie Zinsen) am extremsten Punkt sind, und nach bisheriger Erfahrung (der letzten 150 Jahre am US-Markt) kommen beide Werte irgendwann wieder zu einem Mittelwert zurück… Reversion to the Mean.
Wenn ich jetzt sage:
Die Gewinne können nicht ewig so steigen, sie werden irgendwann wieder sinken, und zwar schon innerhalb der nächsten 4 bis 8 Jahre.
Und die Zinsen müssen in den nächsten 8 Jahren also auch angehoben werden, vielleicht um die Inflation zu bremsen usw…
Also dann sehe ich schwarz für den Aktienmarkt.
Wobei ich mich hier auf Europa und USA beziehe.
Wenn die Gewinne ein Stück zurück gehen (und dazu braucht es nicht viel, weil Gewinne nur die Differenz aus Umsatz und Aufwand sind), und die Zinsen sich erhöhen (da fehlt noch ein Auslöser),
dann dürften die US-Märkte um 50% sinken über einen Zeitraum von 1 bis 5 Jahren.
Also von 4’600 auf 2’300 Punkte im S&P 500 ist realistisch.
Oder dass der S&P 500 bis ende 2023 noch auf 6’600 Punkte steigt (20% pro Jahr), und ab 2024 sinkt, bis auf 3’300 Punkte vielleicht im Jahr 2026.
Dieses Szenario ist durchaus realistisch.
Ich sage also nicht, dass jetzt ein Crash kommt.
Aber ich sage, dass vielleicht 2025 die Kurse tiefer stehen als 2021.
Wie es genau verläuft, weiss ich nicht.
Eine Überbewertung kann natürlich auch durch Stagnation abgebaut werden.
zB dass der S&P 500 einfach die nächsten 4 Jahre immer um 4’500 bis 5’500 Punkte herum pendelt, also ein „Seitwärtsmarkt“.
Ich weiss nicht, welches Szenario eintrifft.
Aber ich würde darauf wetten, dass US-Aktien auf Sicht von 5 Jahren ein schlechtes Investment wären.
Aber vielleicht geht alles noch viel länger.
Das mit den Cash Reserven ist der schwierige Teil an der Sache
Ich hab letztes Jahr beim „Corona Crash“ recht viel investiert. Aktuell sind nur ca. 15% Cash Reserve übrig.
Nicht oder weniger investiert zu sein ist allerdings für mich auch keine Option, daher werde ich es bis auf weiteres so belassen. Und ich denke nicht wirklich, dass bald ein Bärenmarkt kommen wird. Aber irgendwann wird er natürlich kommen, das ist mir bewusst.
Ja hab ich auch so gemacht, im Corona Tief fast alle Reserven reingeworfen und das kam ziemlich gut Ich lasse das Geld natürlich nicht extra deswegen nicht investiert sondern das waren meine tatsächlichen Reserven die ich für allfällige Notfälle oder Arbeitslosigkeit etc. bereithalte. Ich schaue da einfach, dass ich sämtliche möglichen Notfälle inkl. ein allfälliger Jobverlust überbrücken kann ein paar Monate ohne das ich mein Portfolio antasten muss. Damit gehe ich natürlich ein gewisses Risiko ein, wenn jetzt der Worst-Case eingetroffen wäre und ich hätte die Reserven gebraucht wäre das natürlich blöd gewesen aber ich fand das Risiko überschaubar und habe es deswegen gemacht. Jetzt erstmal wieder Reserven aufbauen langsam. Der fixe Investmentbetrag pro Monat geht weiterhin auf SQ, ich schiebe im Moment lediglich die Überschüsse in die Reserven. Vielleicht lasse ich wenn die Preise mal hoch sind auch den einen oder anderen Monat aus um die Reserven schneller aufzustocken. Mal schauen.
Ja im Corona Tief viel zu investieren war eine gute Entscheidung. Auch wenn man zwischendurch recht gute Nerven gebraucht hat .
Bei mir war’s so, dass ich erst Mitte 2018 angefangen habe, mehr zu investieren. Davor hatte ich zwar auch schon seit vielen Jahren Aktien, aber relativ wenig.
Da ich im Laufe vom 2019 auch einiges investiert habe, waren meine Einstiegspreise teils relativ hoch bzw. der Crash im März 2020 hat weh getan. Da ich mir aber sicher war, dass die Pandemie wieder vorbei geht und sich die Märkte mehr oder weniger schnell wieder erholen werden, habe ich dort gross eingekauft.
Derzeit baue ich die Cash Reserven wieder etwas auf und kaufe neue Aktien hauptsächlich nur mit den Dividenden, die ich erhalte.
Wer an die Effizienzmarkthypothese glaubt, tut sowas nicht.
Nach der EMH gibt es keine besseren Einkaufskurse, weil die Zukunftsaussichten immer exakt gleich sein bzw. die aktuellen Börsenkurse immer gleich teuer oder günstig sind, nämlich perfekt angeglichen an die perfekten Zukunftsaussichten.
Bin gespannt, was du dazu sagst. Aber es ist klar, mit so einer Handlungsweise anerkennst du indirekt, dass die Märkte eben in einem Crash nicht effizient sind.
Sonst würdest du deine Reserven immer in den Aktienmarkt investieren, weil gemäss EMH lohnt es sich immer gleich.
Nein das hat nichts mit der Markteffizienzhypothese zu tun. Die Markteffizienzhypothese besagt lediglich, dass alle verfügbaren Information im Kurs einer Wertschrift bereits abgebildet sind und es somit nicht möglich ist durch die Kenntnis von Informationen den Kurs vorherzusagen. Das schliesst natürlich Insiderwissen aus da dieses nicht bekannt ist, daher ist Insiderhandel auch verboten und wir wissen auch alle nicht, wie effizient der Markt tatsächlich ist. In einem Markt mit 100% Effizienz wäre eine Fundamentalanalyse demzufolge sinnlos, jedoch wird der Markt nicht 100% effizient sein. Wie hoch die Zahl ist wissen wir nicht, vielleicht 90%, vielleicht 95%, vielleicht 98%, es gibt sicher auch Unterschiede zwischen Large Caps und Small Caps oder S&P 500 und Emerging Markets. Somit ist ein systematisches schlagen des Marktes nicht unmöglich sondern nur sehr unwahrscheinlich.
Ich habe meine Reserven investiert in der Corona Krise, nicht weil ich Kurse meiner Wertschriften voraussagen konnte, sondern ich hab a.) abgewogen wie sich die Corona Krise entwickeln wird und b.) weiss man wie die Leute in solchen Krisen agieren (Behavioural Finance) und auf dem basiert habe ich eine Risikoabwägung gemacht und diese Entscheidung getroffen. Es gibt hierbei aber keine Systematik und die Vergangenheit ist auch kein Garant für die Zukunft insofern hätte ich auch Pech haben können, wenn sich die Corona Krise anders entwickelt hätte. Insofern war es ein kalkuliertes Risiko. Aber eben keine Vorhersage eines Kurses sondern den Verlauf einer Krise.
Durch deinen Kauf NACHDEM die Kurse gesunken sind, zeigst du aber, dass du annimmst, dass es sich jetzt mehr lohnt, als 1 Monat vorher (Februar 2020) zu kaufen.
Wären die Märkte rational, wäre das unmöglich bzw. nicht sinnvoll.
Du machst die indirekte Vorhersage, dass sich dein Investment vom tieferen Kurs aus eher lohnt als 1 Monat zuvor, wo die Märkte höher standen.
Weil sonst hättest du keinen Grund, die Reserve dann einzusetzen.
Das alleine ist doch ein gutes Beispiel, dass der Markt überhaupt nicht effizient ist.
Ich glaube persönlich sogar, dass das Value Investing zu über 80% auf nur diesem Effekt basiert:
Nämlich, dass die Masse der Anleger
Herdentiere sind; und
Informationen nicht rational sondern emotional interpretieren.
Das macht den ganzen Markt ein stückweit irrational.
Genau darum stürzten die Aktienmärkte um rund 35% ab von mitte Februar bis mitte März 2020.
Rational wären beispielsweise 5-10% gewesen, weil die Wirtschaft in dem Bereich schrumpfen würde.
Die Informationen wurden vom Markt verarbeitet, aber falsch interpretiert.
Weil dass die Weltwirtschaft nicht dauerhaft (!) 35% kleiner wird, war klar.
Ebenso war die Erholung danach völlig irrational.
Auch heute müssten rein rational die Märkte tiefer stehen als vor 2 Jahren.
Grund: Heute sind die Aussichten für die Unternehmensgewinne niedriger auf Sicht von zB 5 oder 10 Jahren, als es vor 2 Jahren der Fall war.
Viele Unternehmen sind noch nicht soweit, dass sie wieder gleich hohe Gewinne wie 2019 einfahren können.
Trotzdem stehen die Kurse höher.
Behavirol Finance widerspricht klar der EMH bzw. schränkt die Gültigkeit der EMH ein Stück weit ein.
Die EMH behauptet, man könne keine Kursprognosen machen.
Robert Shiller erhielt aber den Nobelpreis für Kursprognosen, wenn ich mich nicht irre (Shiller-P/E).
Er hat bewiesen, dass zumindest auf 8 bis 15 Jahre grobe Kursprognosen machbar sind.
Das heisst, die EMH hat immer noch teilweise Recht, aber teilweise nicht.
Es ist eines der Kernelemente der EMH, dass Kursprognosen nicht möglich sind.
Trotzdem sind Kursprognosen eben möglich mit dem Shiller-P/E.
Natürlich mit grosser Unsicherheit, aber gut genug, um danach zu investieren.
Anderes Beispiel:
Jemand fragt mich was, ich schaue auf den Boden, während ich antworte.
Die Person sagt „Wenn du nicht lügen würdest, hättest du mir in die Augen geschaut.“
Wie am Aktienmarkt liegen hier für alle Beobachter die gleichen Informationen vor.
Aber die Interpretation der beobachteten Informationen ist unterschiedlich.
Ich behaupte:
Die Kurse am Aktienmarkt würden sich völlig anders entwickeln wenn die Menschen auch nur 10% weniger emotional und dafür 10% rationaler urteilen würden,
wären zB während der Corona-Krise nur um 10-20% gesunken statt ca. 35%.
Und die Erholung danach wäre vielleicht um 0,5 bis 1 % pro Monat gewesen, dh wir hätten heute noch nicht die Kursstände von vor 2 Jahren erreicht.
Einfach weil die Weltwirtschaft heute schlechter als vor 2 Jahren da steht, da viele Unternehmen die nächsten 2-3 Jahre noch nicht die Gewinne von 2019 erreichen.
In einem rationalen Markt würde es die unterschiedliche Bewertung von Tesla und VW nicht geben.
Hier kann auch nicht mehr mit dem starken Wachstum von Tesla argumentiert werden:
Weil für die nächsten 4 Jahre ist das Wachstum schon berücksichtigt,
und trotzdem hat Tesla da ein KGV von 59,
während VW nur ein KGV von 5,2 zugesprochen bekommt?
Wäre es nicht viel rationaler beide Aktien mit dem erwarteten Gewinn von 2025 zu bewerten und dann zu sagen:
Etwa das 20-fache des Gewinns ist fair?
Dann wäre Tesla bei 376,80$ und Volkswagen (VOW3) bei 750,80 €.
Das Wachstum spielt kaum eine Rolle, weil da schon das Wachstum der nächsten 4 Jahre drin ist.
Diese beiden Unternehmen widerlegen ja die EMH schon vollständig.
In der Wissenschaft versucht man Hypothesen zu falsifizieren.
Dies ist geschafft, wenn es einen Gegenbeweis gibt.
Diesen habe ich soeben gebracht und damit die EMH endgültig widerlegt (als absolute Theorie, was nicht ausschliesst, dass sie in 80% der Fälle trotzdem stimmt).
Da sind wir ja eigentlich gleicher Meinung, darum schrieb ich schon im ersten Beitrag, ich hätte eine super-gute Nachricht.
Genau darum. Mich wunderte schon, wieso niemand fragt, was daran gut sein soll.
Ich kann nur für mich sprechen, aber mir war aufgrund deiner Aussage im ersten Beitrag klar, was du gemeint hast. Wahrscheinlich ging es den anderen Lesern auch so und darum hat niemand nachfragen müssen.
Das heisst, das Shiller-P/E hat vielleicht seine Aussagekraft gar nicht verloren, sondern sobald die Zinsen sich wieder normal verhalten (=über 2% für sichere Staatsanleihen), gelten die Massstäbe auch wieder.
Ich will mal den S&P 500 genauer anschauen, denn wenn es dort einen Bärenmarkt gibt, reisst das die ganzen Aktienmärkte von Europa mit runter.
Auf der zuletzt genannten Seite, gurufocus, gibt es auch das Excess CAPE Yield (ECY), das eben die Zinsen berücksichtigt.
Demnach wären Aktien derzeit unterbewertet und würden soweit ich die Grafik interpretiere, über die nächsten 10 Jahre noch 3% Rendite am Aktienmarkt erwartet, bzw. ein Shiller-P/E von 33 als fair angesehen werden müssen.
Gemäss normalem Shiller-P/E hingegen sind laut Guru-Focus rund -5,7% p.a. zu erwarten über die nächsten 8 Jahre und wahrscheinlich zwischen -13,5% p.a. und -0,8% p.a. , bei angenommenen Shiller-P/E in 8 Jahren von 50% unter bzw. über dem historischen Durchschnitt.
Also kurz gesagt: 2030 wäre der S&P 500 bei rund 4’500 Punkten.
Wobei gemäss Grafik sind es jetzt -0,6% jährliche Renditen, und gemäss Tabelle eben -5,7% p.a. …
Gemäss Gurufocus war das Shiller-P/E bei
5,2 im Jahr 1921, bevor die goldenen 20er begannen;
32,6 als 1929 die grosse Depression begann;
5,8 1932 nach dem Absturz des Aktienmarktes;
6,7 1982, als der Bullenmarkt begann, der dann bis 2000 dauerte;
43,8 beim Platzen der dotcom-Blase 2000;
21,2 beim Tiefststand 2003;
27,4 beim Start der Finanzkrise 2007;
13,3 am 1.März 2009;
41,2 heute.
Spannend ist auch, wie 1929 und 1989 die Kurve extrem steil nach oben zeigte,
genau so wie heute, und kurz darauf platze die jeweilige Blase.
Vom heutigen Stand aus, ging es 1999 noch etwa 1 Jahr steil aufwärts.
Was leite ich daraus ab, bzw. was glaube ich, wie sich die Börsenkurse bis 2030 entwickeln werden im S&P 500?
Zuerst meine Theorie bzw. meine Annahmen:
Die Inflation ist derzeit sehr hoch. Angeblich ist das nur vorübergehend,
da sind sich alle einig.
Aber was, wenn sich die Mehrheit (wie so oft) irrt?
Falls die Inflation nicht gebremst wird, könnte eine Zinserhöhung
notwendig sein, was dann die Wirtschaft bremst und die Aktienmärkte
crashen lässt.
Dies würden die Notenbanken erst tun, wenn es keine andere
Möglichkeit mehr gibt, also nicht vor mitte 2022, vielleicht sogar später.
Steigende Zinsen würden sofort ein tieferes Bewertungs-Niveau
der Aktien erfordern und die Aktienmärkte müssten innert 0,5 bis 5 Jahren
um 30-60% nach unten korrigieren.
Das Tempo und die Höhe der Kursverluste kann ich nicht einschätzen.
Im März 2020 hat man gesehen, dass viele Leute heute nachkaufen,
wenn die Kurse abstürzen.
Das sind vermutlich Leute, die noch nie einen längeren Bärenmarkt
erlebt haben.
Durch die rasche Erholung 2020 sehen sich diese Leute bestätigt,
dass Aktienmärkte nicht lange sinken können bzw. sich Aktienkäufe
in einem Abwärtstrend nach wenigen Monaten schon lohnen.
Erst ein längerer Bärenmarkt (mit -20% bis -30% p.a. über mehr als 1 Jahr)
würde langsam Panik ausbrechen lassen, die Leuten würden es nicht
verstehen, und irgendwann panikartig verkaufen.
Das lässt die Kurse weiter sinken, was bei noch mehr Leuten
Panik auslöst.
Man muss sich das so vorstellen: Die Leute sind davon überzeugt,
dass fallende Kurse gute Kaufgelegenheiten sind, und man nach
wenigen Monaten deutlich im Plus ist (siehe Punkt 3).
Diese Leute werden die Welt nicht mehr verstehen, wenn es seit
12 Monaten, oder später seit 18 Monaten ständig bergab geht,
un es hört einfach nicht auf.
Hier meine Prognose:
I. Die Inflation geht nicht mehr runter, sondern bleibt hoch.
Die Fed muss eingreifen, um die durchdrehende Wirtschaft
abzubremsen und die Inflation unter Kontrolle zu halten.
II. Die Aktienmärkte sinken in der Folge über mehrere Jahre mit
20-30% p.a… Dazwischen gibt es kleine Panikphasen,
wo innert Kürze 30% Verluste im Index entstehen,
die dann in den Folgemonaten wieder aufgeholt werden.
Alle steigen wieder ein, und plötzlich gibt es erneute Verluste.
So werden alle Zittrigen abgeschüttelt von der Börse.
III. Bevor das passiert, kann der S&P 500 in den nächsten 2 Jahren
noch auf 6’000 bis 8’000 Punkte und auf ein Shiller-P/E von 60
oder mehr klettern.
IV. Der Höhepunkt wird vermutlich 2023 oder 2024 sein.
Der Auslöser kann auch etwas anderes als Inflation und erhöhte Zinsen
sein.
Bis dahin wird der Kursanstieg des S&P 500 sich noch beschleunigen,
mit über 20% p.a. .
V. Danach geht es möglicherweise 1 bis 3 Jahre lang abwärts,
mit jährlich 20-30% p.a., wobei das nicht gleichmässig,
sondern in Form eines Salami-Crashes passiert.
Ab 2025 haben wir dann mehrere Jahre lang richtig gute Kaufkurse.
VI. Nach dem Tiefpunkt (zwischen 2024 und 2027) kann entweder ein
„Seitwärts“-Markt kommen (wg. höherer Zinsen und allgemeinem
Desinteresse an der Börse) oder ein neuer Bullenmarkt ist geboren.
Es kommt ein Bärenmarkt mit 99,9% Wahrscheinlichkeit.
Wann kommt der Bärenmarkt?
Ich möchte in Ergänzung meines letzten Postings noch einen anderen Aspekt beleuchten, der wohl etwas unterging:
Gemäss Gurufocus war das Shiller-P/E bei
5,2 im Jahr 1921, bevor die goldenen 20er begannen;
32,6 als 1929 die grosse Depression begann;
5,8 1932 nach dem Absturz des Aktienmarktes;
6,7 1982, als der Bullenmarkt begann, der dann bis 2000 dauerte;
43,8 beim Platzen der dotcom-Blase 2000;
21,2 beim Tiefststand 2003;
27,4 beim Start der Finanzkrise 2007;
13,3 am 1.März 2009;
41,4 heute.
Der Höhepunkt des Jahres 2000 ist noch 5,8% entfernt.
Es ist also möglich und wahrscheinlich, dass dieser Rekord im 1.Quartal 2022 gebrochen wird.
Damit wären die US-Märkte so hoch bewertet, wie noch nie seit 1870.
Auch wenn dies durch tiefe Zinsen begründbar wäre, so würde diese Begründung schon bei einer geringen Erhöhung der Zinsen dahin fallen.
Die Rendite des S&P 500 (ohne Dividenden) war wie folgt:
115,45% die letzten 5 Jahre
27,03% alleine seit 1.Januar 2022.
Die letzten 5 Jahre gab es (inklusive Corona-Krise!) 16,6% p.a. im Durchschnitt.
Im März 2020 war der S&P 500 bei 2’191 Punkten (cash.ch).
Heute steht der bei 4’689 Punkten.
Das sind +113,91% oder (bei der 1,6.Wurzel) rund 60,8% p.a. …
Vielleicht passiert ja dies:
Bestätigt durch den Corona-Crash, der sehr rasch aufgeholt wurde,
glauben nun alle jungen Börsenteilnehmer (die 2007 noch nicht dabei waren),
dass es immer nur aufwärts geht.
Durch die extrem gestiegenen Kurse und stetig höheren Bewertungen
erwartet man automatisch, dass es immer so weiter geht.
Dies beschleunigt den Anstieg und wir sehen den S&P 500
ende 2021 bei fast 5’000 Punkten und ende 2022 bei 6’500.
2023 könnte dann nach der total Euphorie der Absturz kommen.
Der S&P 500 könnte vorher auf 8’000 Punkte kommen,
was einem Shiller-P/E von über 70 entsprechen könnte.
In der Folge wäre ein Bärenmarkt über mehrere Jahre wie
2000 bis 2003 möglich, einfach 2023 bis 2027.
Am Ende könnten die Kurse um 75% nachgegeben haben,
auf ein gesundes Shiller-P/E von 10-20.
Der S&P 500 könnte dann bei 2’000 bis 3’000 Punkten angelangt sein.
Die Alternative wäre ein „seitwärts“-Markt,
wo der S&P 500 über die nächsten 10 Jahre bei 5’000 bis 10’000
Punkten bliebe und somit die Überbewertung langsam abbaut,
wie schon 1967 bis 1982.
Ich persönlich reduziere auf jeden Fall meinen Aktienanteil langsam.
Nicht aus Angst, sondern um die Nachkauf-Gelegenheiten zu nutzen.
Derzeit habe noch 65% Aktien und 35% Cash.
Bald sind es nur noch 50% Aktien.
Dies liegt aber auch an meiner Strategie, wonach ich die Anzahl Aktien reduzieren möchte.