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Adrian Michael
Die Burg Löwenberg stand oberhalb des Dorfes Schleuis, neben der Waisenanstalt Löwenberg auf einem felsigen Hügel. Die Burg war ursprünglich von einem eigenen Adel bewohnt, der aber im 13. Jahrhundert schon ausstarb. Mit der Burg war eine kleine Herrschaft verbunden. Diese scheint nach dem Aussterben der Herren von Löwenberg auf die Freiherren von Montalt übergegangen zu sein, welche am Bündnis von 1333 gegen Donat von Vaz teilnahmen. Damals gelang es den Verbündeten, die Freiherren von Räzüns zum Beitritt zum Bündnisse zu bewegen. Als Belohnung hiefür versprachen sie ihnen 1000 Mark. Als Unterpfand für 600 Mark wurde die Feste Löwenberg bestimmt. Im Jahre 1378 trat Junker Heinrich von Reussegg alle seine Rechte an Löwenberg dem Ulrich von Haldenstein und dessen Gemahlin Elisabeth geb. von Montalt ab. Hatte Reussegg auch eine Montalt zur Gattin, die ihm Ansprüche auf Löwenberg in die Ehe gebracht hatte. Zu Ende des 14. Jahrhunderts (1395) war Löwenberg im Besitze der Grafen von Werdenberg, die es 1429 an Heinrich von Lumarins um 1030 Gulden abtraten. Von den Lumarins erwarb Gilli von Mont die Herrschaft im Jahre 1493.
An die Capol kam Löwenberg 1551 und hierauf 1585 an die Ninguarda. Durch Erbschaft kamen die Jochberg in den Besitz der Herrschaft, welche sie 1594 an Gallus von Mont verkauften. In dieser Familie verblieb Löwenberg bis ins 19. Jahrhundert. Im Jahre 1685 wurde ein Teil des Schlosses ein Raub der Flammen. Der Schlossturm wurde dadurch dermassen geschwächt, dass er mit grossen Kosten abgetragen werden musste. Pater Salesius Brunner erwarb Löwenberg im Jahre 1832 um 4500 Gulden. Er errichtete dort ein Knabenseminar für Priesteramtskandidaten. Als er sich jedoch 1850 in Amerika ein grösseres Arbeitsfeld aussuchte, trat er Löwenberg 1851 dem Bischof von Chur ab, der es zu einer Waisenanstalt bestimmte. Die Anstalt wurde 1886 ein Raub der Flammen, doch aus den alten Ruinen erstand neues Leben. Die Bestände des alten Schlosses wurden ganz niedergelegt und der Neubau mit altem Materiale etwa 300 Meter davon erstellt. Nur wenige Mauerüberreste zeugen noch von verschwundener Feudalherrlichkeit.
Bibliographie