Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03380.jsonl.gz/1782

Uran-Munition wurde von Oerlikon Contraves Pyrotec AG nicht nur im Kanton Schwyz und in Genf, sondern auch am Standort Zürich-Oerlikon getestet. Wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, wurden in den 60er-Jahren maximal 133 Testschüsse mit Uran-Munition abgegeben.
Die Abklärungen haben ergeben, dass in Zürich-Oerlikon in den Jahren 1998/69 maximal 21 Testschüsse mit Uran-Munition abgegeben wurden. Die Testschüsse erfolgten im Rahmen einer Wirkungsstudie mit verschiedenen Materialien wie Wolfram, Wolframcarbid und abgereichertem Uran.
Verschrottung
Der Schiesskanal wurde nach den Tests jeweils gereinigt. Die Anlage wurde jahrelang nicht mehr benützt und 1999 abgebrochen, der Bauschutt als Sondermüll entsorgt.
In Genf-Cointrin wurden Ende der 60-er Jahre maximal 50 Testschüsse mit Uran-Muniton abgegeben. Dieser Schiesskanal ist laut Angaben einer Oerlikon-Contraves-Sprecherin noch vorhanden, wird aber nicht mehr genutzt.
Auf dem Werkschiessplatz Ochsenboden schliesslich feuerten Experten Ende der 60er-Jahre insgesamt 62 Schuss ab.
Für die Tests wurden Geschosse verwendet, die 40 bis 75 Gramm abgereichertes Uran enthielten. Die in den Medien erwähnten an Leukämie erkrankten Personen waren den Angaben zufolge an den Testschiessen nicht beteiligt.
Bewilligungspflichtige Tests
Da Tests von Geschossen mit abgereichertem Uran ab rund 15 Gramm bewilligungspflichtig sind, mussten die von der Oerlikon Contraves Pyrotec AG durchgeführten Versuche bewilligt werden, wie Peter Haag vom Bundesamt für Gesundheit sagte.
Unvollständige Unterlagen
Mit Ausnahme von den Tests in Genf wurden aber keine Bewilligungen gefunden. Dies bedeute aber nicht, dass keine vorhanden gewesen seien, betonte Haag und wies gleichzeitig darauf hin, dass weitere Nachforschungen mit grossem Aufwand verbunden wären.
Die Oerlikon-Contraves-Sprecherin sagte, dass auch in ihren Archiven keine speziellen Bewilligungen für die Tests in den Kantonen Zürich und Schwyz gefunden worden seien. Allerdings hätten beide Standorte über generelle Schiessbewilligungen verfügt.
swissinfo und Agenturen