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Heinrich Zollinger – Ein Feuerthaler Bauernsohn wird Naturforscher in Java (copy 1)
1818

Ein ganz besonderer Feuerthaler, der weitgehend in Vergessenheit geraten ist, erblickt 1818 das Licht der Welt. Dabei handelt es sich um Heinrich Zollinger, Sohn eines Feuerthaler Bauern. Zollinger besucht in Feuerthalen die Schule und bildet sich anschliessend zum Primar- und dann zum Sekundarlehrer aus. Politisch kämpfte er als Radikaler für eine grundlegende liberale Erneuerung der Schweiz. Schon ein Jahr nach dem Erwerb des Lehrerdiploms (1835) arbeitet er selber am Seminar Küsnacht als Hilfslehrer. 1839 kommen für einige Jahre nach dem sogenannten Züri-Putsch wieder konservative Kräfte an die Macht. Zollinger muss das Seminar Küsnacht verlassen und zieht ins bernische Herzogenbuchsee, wo er eine Stelle als Sekundarlehrer antritt.
Seine wirkliche Leidenschaft gilt aber der Botanik. 1841 eröffnet sich ihm die Möglichkeit, im damals noch holländischen Java die Stelle eines Naturforschers anzunehmen und für einen Genfer Botaniker Pflanzen zu sammeln. Zollinger zögert nicht und lässt sich nach Java einschiffen. Um genügend Kapital zu beschaffen, gründet er eine Aktiengesellschaft. Für eine Aktie von 200 französischen Franken verspricht Zollinger, jedem Aktionär die Lieferung von fünfhundert verschiedenen Herbarpflanzen. Die Aktion ist ein Riesenerfolg und Zollingers Mission somit finanziert. Auf Java beginnt Zollinger sofort mit seiner Forschungstätigkeit. Innerhalb nur eines Jahres sammelt er über 1500 verschiedene Pflanzen, bestimmt sie und sendet über 20‘000 Exemplare nach Europa, viele davon seinen Aktionären.Zollingers Ausbeute ist so umfassend, dass er noch heute als Pionier der floristischen Erforschung und pflanzengeographischen Bestimmung dieser Region gilt. Zusätzlich sammelt Zollinger auch zoologische Objekte und findet Zeit für landeskundliche, ethnographische, sprachkundliche und politische Studien. 1847 weitet er seine Studien auf Sumbawa aus und wird zum Erstbesteiger des Vulkans Tambora. 1848 kehrt Zollinger in die Schweiz zurück und wird – mit etwas mehr als dreissig Jahren – Seminardirektor in Küsnacht. Lange hält er es hier aber nicht aus. 1855 reist er erneut nach Java, wo er am 19. Mai 1859 stirbt.