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Wireless Set. No. 62, entwickelt von Pye, Einsatz im Royal Signal Corps.
Der britische Hersteller von Rundfunkempfängern Pye entwickelte den kompakten Sendeempfänger als Nachfolger des Wireless Set 22, welches aufgrund seines Designs mit einem separaten Netzteil schwer und unförmig erschien. Eigentlich sollte das W.S. 62, welches Sendeempfänger, Antennenanstimmung und Speisegerät in einem Gehäuse vereinte, nur als Überganglösung bis zur Einführung des Wireless Set. No. 42 dienen, letzteres kam aber nicht über das Projektstadium hinaus und das Wireless Set No. 62 blieb als Dauerlösung jahrelang im Einsatz.
Das Wireless Set. No. 62 ist ein Sendeempfänger mit niedriger Ausgangsleistung mit integrierter Antennenanpassung, welches den Kurzwellenbereich von 1.6 - 10 MHz in zwei Bereichen abdeckt.
Das Wireless Set No. 62 ist ein kompakter Sendeempfänger mit Fahrzeuge ausgestattet wurden, der aber auch von Tieren oder Soldaten auf einem Tragerack getragen mobil zum Eisnatz kam. Im Gerät ist ein Kurzwellen - Transceiver mit einer Ausgangsleistung von ca. 1 W in Telephonie CW mit integrierter Antennenanpassung und Speisegerät integriert.
Die Funkstation Wireless Set No. 62 wurde von Pye entwickelt, die erste Version Mk I war eine Truppenversuchsversion, die Versionen Mk II die Standardversion, auf welche die frühen Geräte nachgerüstet wurden.
Links unten neben den Anschlüssen für Taste und Kopfhörer sowie der 12 Versorgungsspannung, ein Umformer generiert daraus die Anodenspannung für die Röhren, findet sich der Hauptschalter: mit ALL OFF ist das Gerät aus, in Position REC ON läuft nur der Empfangszweig und ALL ON schaltet den Sendeempfänger ein.
In der Mitte, unter dem Messinstrument befindet sich der Betriebsschalter für CW (Morsetelegraphie) und R.T. (Telephonie), NET dient zum Einpfeifen auf die Gegenstation; rechts davon liegt der Lautstärkeregler.
Die Frequenz wird auf der charakteristischen Metall - Rundskala eingestellt, die derjenigen des Wireless Set No.19 ähnelt, der Abstimmknopf mit einem Feintrieb liegt gleich darunter. Die beiden Frequenzbänder 1.6 - 4 und 4 - 10 MHz werden mit dem Schalter gleich darunter umgeschaltet.
Die linken Bedienelemente dienen der Antennenanpassung, mit A.E. Tuning wird die Antenne abgestimmt, mit A.E. Coupling das Signal optimal ausgekoppelt. Die Induktivität der Antennenanpassung ist als Rollspule mit Silberdraht ausgeführt, beim Kurbeln stellt eine Rolle den Kontakt her. Ein zweistelliges Zählwerk dient dazu, für die Frequenzen die einmal gefundene optimale Einstellung festzuhalten. Der rechte Regler bedient einen Drehkondensator zur Antennenkopplung. Bereits beim Empfang muss die Antennanpassung korrekt bedient werden, bis maximales Rauschen hörbar wird, bei Fehlanpassung wird der Empfänger taub.
In der Mitte ist ein Rundinstrument lokalisiert, welches mit dem Schalter darunter für verschiedene Messungen schaltbar ist: AE Antennenstrom, AVC Minimalanzeige spricht für optimale Abstimmung des Empfängers, LT Heizspannung, HT Anodenspannungen von Empfänger (HTR) und Sender (HTS), DRIVE Input zum Leistungsverstärker.
Empfänger: HF Verstärker, Hauptoszillator (gemeinsam mit dem Senderzweig), Mischstufe, zwei Zwischenfrequenzverstärkerstufen für die ZF 460 kHz, Detektor und AVC-Gleichrichter, NF-Verstärker (nur für Kopfhörerbetrieb) und BFO für den CW-Empfang.
Sender: Hauptoszillator (gemeinsam mit dem Empfängerzweig), Sendermischstufe, Trennverstärker und Sendeendstufe; ein einstufiger (nur in den frühen Geräten zweistufiger) Mikrophonverstärker dient zur Modulation der Endstufe.
Das Gerät ist röhrenbestückt.
Vom britischen Hersteller Pye wurde das Wireless Set No. 62 Mark I als Nachfolgelösung für das Wireless Set. No. 22 im Jahre 1943 innert 6 Monaten entwickelt und 1944 eingeführt. Nachdem die Entwicklung des ursprünglich als Nachfolgegerät vorgesehenen W.S. 42 ins Stocken geriet, war die Lebensdauer des W.S. 62 wesentlich länger, als ursprünglich geplant.
Das Gerät mit seiner Aluminiumfrontplatte und dem Stahlblechgehäuse war kurzzeitig wasserdicht, im Gegensatz zum noch schwereren W.S.22 konnte es von einer Patrouille von drei Mann (jeweils eine Last für den Sendeempfänger, den 22 Ah Akkumulator und den Pedalgenerator) mobil eingesetzt werden.
Als um 1950 der Koreakrieg begann und der Bedarf für Funkgeräte anstieg, wurde die Produktion nochmals aufgenommen und das Gerät, welches u.a. für Fallschirmspringer abgeworfen wurde, auch von Pye Auslandsniederlassungen in Australien und Indien in Lizenz gefertigt.