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Ein weisser Mann war mit einem Indianer befreundet. Einmal besuchte der Indianer seinen Freund in der Grossstadt. Als sie einer stark befahrenen Strasse entlang gingen, bemerkte der Indianer: «Hörst du auch, was ich höre?» – «Was soll ich schon hören bei diesem Verkehrslärm», entgegnete der Freund. «Ich höre eine Grille zirpen», beharrte der Indianer. «Du kannst doch unmöglich eine Grille zirpen hören – bei diesem Lärm!» Der Indianer trat zur Seite, ging auf ein Haus zu, schob ein Weinrankenblatt zur Seite; und siehe da: Eine Grille hockte an der Hauswand. «Ihr Indianer habt halt ein besseres Gehör als wir Weissen», versuchte sich der Freund herauszureden. «Das stimmt nicht, ihr hört so gut wie wir Indianer. Soll ich’s dir beweisen?» Der weisse Mann nickte. Der Indianer nahm eine Geldmünze aus der Tasche und warf sie auf den Gehsteig. Obwohl sie kein lauteres Geräusch machte als die zirpende Grille, drehten sich zwei, drei Passanten suchend um. «Siehst du», erklärte der Indianer, «ihr hört so gut wie wir; doch jeder nimmt nur das wahr, worauf sein Herz gerichtet ist.