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Fussballstadien, Verkehrseinrichtungen und touristische Infrastruktur wurden und werden immer noch regelmässig als notwendige Erfordernisse der WM in Brasilien erwähnt. Das WM-Maskottchen “Fuleco“ dagegen, dessen lebendes Vorbild das in der brasilianischen Caatinga-Region lebende Kugelgürteltier ist, mit dem wissenschaftlichen Namen Tolypeutes tricinctus, ist darüber fast in Vergessenheit geraten – besonders bei der FIFA, die vor dieser WM noch vollmundig erklärt hatte, zur Erhaltung des vom Aussterben bedrohten Tierchens ihren Beitrag zu leisten (das BraslienPortal berichtete darüber).
Inzwischen hat der Biologe Felipe Melo, Professor an der Staatlichen Universität von Pernambuco, einen Schritt nach vorn getan, indem er, zusammen mit anderen Wissenschaftlern, einen Artikel verfasst hat, in dem er die Widersprüchlichkeit der Wahl einer vom Aussterben bedrohten Tierart als Symbol für den grössten Sport-Event des Planeten aufzeigt, sowie die fehlende Investition für die Erhaltung der Spezies anprangert. Er hat eine Unterschriften-Aktion damit verbunden, in der inzwischen mehr als 160.000 Personen einen gesetzlichen Erlass zur Gründung eines Naturschutzparks innerhalb der Caatinga fordern, der den Fortbestand des bedrohten Kugelgürteltieres garantieren soll.
Die 160.000 Unterschriften kamen, dank Internet, in weniger als einem Monat zusammen und wurden gestern (02.07.) dem Direktor des “Instituts Chico Mendes zur Konservierung der Biodiversifikation (ICMBio)“ , Sérgio Brant, vorgelegt.
Zur Vorbereitung ihres Artikels unternahm die Gruppe der Wissenschaftler eine Expedition in die Caatinga-Region und stellte fest, dass die Jagd auf Gürteltiere noch heute zur regionalen Kultur gehört. “Wir erreichten die verschiedenen Siedlungen und fragten die Kinder, wer im vergangenen Jahr Gürteltier-Braten gegessen hatte – und alle hoben die Hand“, sagte Felipe Melo. “Das, obwohl das Gürteltier ein Infektionsherd für Lepra sein kann, und wenn man sein Fleisch isst, trägt man einerseits zu seiner Ausrottung bei, andererseits besteht die Gefahr einer Infektion mit dem Bazillus Mycobacterium leprae“, führt er weiter aus.
Die Caatinga ist ein Ökosystem, das nur in Brasilien existiert, und es ist das ungeschützteste des ganzen Landes. Ausser der Jagd auf das Gürteltier, trägt auch die zunehmende Zerstörung der Lebensräume Caatinga und Cerrado dazu bei, die Spezies des “Fuleco“ immer weiter in die Enge zu treiben.
In seinem natürlichen Ambiente fällt dem Kugelgürteltier die Aufgabe zu, die Nährstoffe der Erde zu bewegen, die Ameisenpopulationen unter Kontrolle zu halten und auch den grossen Katzen als Nahrung zu dienen. Für Melo besteht die wichtigste Initiative zur Erhaltung der Spezies aus der Schaffung von natürlichen, gesetzlich geschützten Lebensräumen, in denen auch das Ökosystem erhalten wird.