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Das Kloster Magdenau hat laut dem Historischen Lexikon der Schweiz seine Wurzeln in der Stadt St. Gallen. Dort begründeten zwei Bürger im Jahr 1228 eine Beginensiedlung. Im Gegensatz zu Nonnen leisteten Beginen ihre Gelübde befristet. Sie beinhalteten Frömmigkeit, Keuschheit, Armut und Gehorsam gegenüber der Ordensleitung.
Zu wenige Klosterplätze
Diese über ganz Europa verbreitete Gemeinschaft war als Reaktion auf den Sittenzerfall in der Kirche ins Leben gerufen worden. «Es war Ausdruck einer religiösen Aufbruchbewegung von Laien und macht zugleich den grossen Mangel an Plätzen in etablierten Frauenklöstern deutlich», heisst es in einem Vortragsmanuskript der Historikern Magdalen Bless-Grabher. «Längst nicht alle alleinstehenden Frauen, die gerne Nonne geworden wären, kamen auch wirklich in einem Kloster unter.» Die Kirche stand dieser Bewegung kritisch gegenüber, einzelne Beginen landeten laut Bless-Grabher unter dem Verdacht der Ketzerei auf dem Scheiterhaufen.
Anschluss an Orden
Die St. Galler Beginengemeinschaft zog 1244 nach Magdenau um, nach dem der äbtische Beamte Rudolf Giel von Glattburg und seine Frau Gertrud der Gemeinschaft Kirchenrechte sowie einige Höfe in der entsprechenden Region übertragen hatte.
Laut dem Historischen Lexikon verpflichtete der zuständige Konstanzer Bischof die Frauengemeinschaft auf die Benediktsregel sowie auf die Satzungen des Zisterzienserordens.
Wiler Äbtissin
Durch Schenkungen gelangte das Kloster zu erheblichem Besitz. Gemäss Karl Steiger, der sich mit geschichtlichen Personen und Ereignissen von Wil beschäftigt hat, durften in der Anfangszeit nur Frauen adliger Herkunft in das Kloster eintreten. Um 1388 lebten rund 50 Nonnen in Magdenau.
Einzelne dieser Nonnen sowie Klostervorsteherinnen stammten aus Wil. Steiger erwähnt eine Wilerin namens Amalia von Horwen. Diese Äbtissin ist 1331 und 1337 urkundlich erwähnt. Das ursprünglich aus dem Toggenburg stammende Adelsgeschlecht von Horwen erlangt 1308 das Wiler Bürgerrecht. Laut Steiger traten neben Amalia einige weitere Töchter aus dieser Familie in Kloster Magdenau ein.
Kloster überschrieben
Eine weitere Äbtissin mit Wiler Herkunft war Amalia Giel von Glattburg, Schwester des St. Galler Fürstabtes Giel von Galttburg sowie von Johanna, Nonne in Magdenau. Amalia stand dem Kloster von 1506 bis 1532 vor. In dieser Zeit der Reformation wurde das Kloster immer wieder durch protestantische Toggenburger bedrängt. Damals lebten 24 Nonnen im Kloster.
Laut Steiger überschrieb die Äbtissin das Kloster den Toggenburgern, dies ohne vorherige Anhörung des Konvents. Für sich selber liess sie sich ein lebenslanges Wohnrecht im Kloster zusichern. Von 1529 – 32 war das klösterliche Leben nahezu aufgehoben. Viele Nonnen verliessen den Konvent.
Wiler Schiedsrichter
Nach der Schlacht von Kappel 1531 wurden die katholischen und die protestantischen Gebiete aufgeteilt. In der Folge wollten einige Klosterfrauen nach Magdenau zurückkehren, sie riefen die eidgenössischen Stände an. Diese setzten ihrerseits ein Schiedsgericht aus Wilern ein: Schultheiss Rudolf Hug, Hofammann Heinrich Grossmann, Altreichsvogt Hans Sömli sowie Rudolf Sailer. Am 20. November sprach das Schiedsgericht den Nonnen die Wiederinbesitznahme des Klosters zu.
Ab 1661 stand erneut eine Wiler Bürgerin dem Kloster Magendau vor, die Äbtissin hiess Cäcilia Tschudi von Gräplang. In einer zeremoniellen Feier nahm sie nach der Wahl die Übertragung der Lehn an die Lehnsmänner vor. Unter der Linde vor dem Kloster nahm sie zudem die Huldigung der Gerichtsuntertanen entgegen, die Magdenauer Äbtissinen waren zugleich auch Gerichtsherrinnen.
Katakomben-Heilige
In die Amtszeit von Cäcilia Tschudi fällt die Übertragung einer römischen Katakomben-Reliquie ins Kloster Magendau. Die ursprünglich namenlosen Gebeine erhielten vom damaligen Papst Alexander VII. den Namen Theodora. Am 1. Oktober 1662 wurde die Reliquie in der Kirche in Magdenau aufgenommen.
Das Kloster wurde ab 1708 in den Toggenburger Kriegen, auch Zweiter Villmergerkrieg genannt, erneut belagert und auch beschossen. 1712 wurde es von 112 Männern gestürmt und die Kirchenschätze geraubt. Der Äbtissin wurde dabei ein Schlag versetzt, an dessen Folgen sie später starb. Gemässs Wikipedia war Auslöser für die Spannungen ein Konflikt zwischen dem Fürstabt Leodegar Bürgisser und seinen reformierten Untertanen in der Grafschaft Toggenburg.
Wiler Goldschmiedearbeiten
Mit Cäcilia Hug stand ab 1719 erneut eine Wilerin der Nonnengemeinschaft vor. Sie war bis 1746, bis zu ihren Tod, im Amt.
In ihre Zeit fällt der Ausbau einzelne Gebäude im Kloster, die Renovation der Kirche sowie die Anschaffung von kirchlichen Kultgegenständen. Wiler Goldschmiede stellten entsprechende Objekte für das Kloster her, so hat etwa Johann Caspar Preker ein filigranes Weihrauchgefäss geschaffen.