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L'état de la matière
Künstlerische Intervention "in situ", im Dialog mit der Architektur des Ortes, insbesondere dem Raum, der zum Mummenschanz-Saal führt, genannt "les pas perdus".
"Diese riesige rohe Betonwand hat mich immer beeindruckt. Wenn man die Architektur des Ortes analysiert, stellt man fest, dass das grosse Volumen, in dem sich der kleine Saal, die Werkstätten und ein Proberaum befinden, nicht mit der Ebene des Gebäudes übereinstimmt, wodurch ein akzentuierter perspektivischer Effekt entsteht. Der daraus resultierende Raum, ein Raum der Verschiebung und des Übergangs, inspirierte mich.
Angesichts der aktuellen Umwelt- und Gesundheitsprobleme sind grössere Veränderungen unumgänglich. Veränderungen im Verhalten und in den Gewohnheiten, aber auch in der Denkweise. In unserem täglichen Leben reagieren wir nur auf das, was auftaucht und eine unmittelbare, pragmatische Antwort erfordert. Unsere Gedanken erhitzen sich und unser Körper vergisst sich selbst. Wie jede andere Kunstform zwingt uns das Theater, unsere Aufmerksamkeit neu auszurichten, Emotionen Raum zu geben, körperlich zu fühlen, unseren Zustand zu verändern. Wir müssen empfangen, uns die Zeit nehmen, um zu sehen, zuzuhören und zu verinnerlichen.
"L'état de la matière", bringt eine materielle und organische Dimension zu dieser Veränderung des Gemütszustands, die sich auf dem Weg durch den Korridor der "Pas perdus" zum Mummenschanz-Saal vollzieht. Einfache, zerbrechliche Tonlinien aus einem lokal gewonnenen Material, einem archaischen Medium, sind eine diskrete formale Präsenz in Kontrast zum massiven Beton, dem Material der zeitgenössischen endemischen Konstruktion. Die Herstellung dieser kleinen Tonlinien, Emanationen der Geste, setzt den Körper in Bewegung; die Idee wird in einigen Kilos Ton materialisiert, die nur durch unterschiedliche Brenntemperaturen in verschiedene Zustände umgewandelt werden.
Die Horizontalität begleitet uns bei unserer Bewegung, folgt dem dominanten Muster der Betonschalungslinien und verstärkt den Effekt der Perspektive und der Schnelligkeit. Eine gewisse Spannung entsteht durch die Dichte des Vorhandenseins der Elemente und ihre unterschiedliche Materialität. Dann, durch die Veränderung des Raums, ein Bruch. Der Blick ist nach oben gerichtet; die Linien haben ihre Ausrichtung geändert, so wie wir unseren Zustand geändert haben."
Séverine Emery-Jaquier, November 2021
Ausgebildet an der Kunstgewerbeschule in Vevey und an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Genf, lebt und arbeitet Séverine Emery-Jaquier seit 2000 in Freiburg. Sie arbeitet sowohl im künstlerischen als auch im gestalterischen Bereich, hauptsächlich mit dem Medium Keramik.
Sie teilt sich seit 2019 ein Atelier (1280° ceramic studio) in der Kooperative La Maison des Artistes in Givisiez und ist Mitglied der Vereine Visarte, Werkbund Suisse SWB, Swissceramics und Design Freiburg.
Das Werk ist da, weil wir ins Theater gehen. Anstelle einer grossen Vernissage bietet Ihnen die Künstlerin mehrere Momente der Begegnung an. Wenn Sie möchten, können Sie diese Momente mit einer Vorstellung im Theater verlängern.
Séverine Emery-Jaquier ist an folgenden Daten präsent:
Freitag, 12. November, zwischen 18.30 und 19.45 Uhr
Samstag 27. November, zwischen 15.30 und 16.45 Uhr
Sonntag, 12. Dezember, zwischen 15.30 und 16.45 Uhr (mit Glühwein und heissen Marroni)
Freitag, 21. Januar, zwischen 18.30 und 19.45 Uhr
Öffnungszeiten: von 10 bis 14 Uhr von Montag bis Freitag und an Vorstellungsabenden im Nuithonie
Crédit photo: Thomas Telley