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Reizintensität
Die Reizintensität - sie wird in der Trainingspraxis meist in Prozent der individuellen maximalen Leistungsfähigkeit angegeben - ist beim Training der konditionellen Leistungsfaktoren von großer bzw. entscheidender Bedeutung für den Trainingseffekt. Seine so genannte minimale, also gerade noch trainingswirksame Belastungsherzfrequenz müsste demnach 60 % von 200, d.h. 120 Schläge pro Minute betragen.
Unterschreitet sie z.B. 60 % der maximalen Ausdauerleistungsfähigkeit, so ist kein Trainingseffekt bezüglich der maximalen Sauerstoffaufnahme - sie gilt als Bruttokriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit - zu erreichen. Beispiel: Nach der allgemeinen Faustregel "maximale Herzfrequenz = 220 minus Lebensalter" würde bei einem 20-jährigen Sportler die HFmax 220 - 20 = 200 Schläge pro Minute betragen. Seine so genannte minimale, also gerade noch trainingswirksame Belastungsherzfrequenz müsste demnach 60 % von 200, d.h. 120 Schläge pro Minute betragen
Reizdichte
Die Reizdichte ist - dies gilt vor allem für das Schnelligkeitstraining - von entscheidender Bedeutung bei der Ansteuerung maximal schneller Bewegungen. Auch bei motorischen Lernprozessen, wie z.B. beim koordinativ-technischen Training, ist ein ermüdungsfreier Zustand Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Bewegungsausführung, was bedeutet, dass die Übungsfolge nicht zu dicht sein darf - z.B. zu viele Würfe, Sprünge hintereinander ohne ausreichende Pause dazwischen - , wenn ein optimaler Lernerfolg erreicht werden soll. Donnerstag, 16.
Reizhäufigkeit
Die Reizhäufigkeit spielt für die Effektivität eine entscheidende Rolle. Ist der Abstand zwischen den einzelnen Trainingsreizen zu groß, dann verlieren sich die "Spuren" gesetzter Reize wieder, ohne dass von einem trainingsinduzierten erhöhten Ausgangsniveau ein weiterer Schritt in Richtung Leistungsverbesserung getan werden könnte.
Reizdauer
Die Reizdauer ist vor allem im konditionellen Bereich für die Trainingseffektivität wichtig. Wirkt z.B. im Krafttraining ein mittlerer Reiz über einen längeren Zeitraum auf den Muskel ein, wie dies bei der Muskelaufbaumethode der Fall ist, dann erfolgt eine Vergrößerung des Muskelquerschnittes.
Ist der Trainingsreiz jedoch von sehr kurzer Dauer wie beim plyometrischen Training (Art von Schnellkrafttraining, die auf den Dehnungsreflex der Muskeln und die Kontrolle über diesen sowie des Muskelspindelapparates beruht), dann kommt es trotz maximaler Belastungsintensität nur zu einer Zunahme der Schnellkraft, jedoch nicht zu einer (u.U. unerwünschten) Muskelmassenzunahme.
Reizumfang
Der Reizumfang stellt die Summe der in einem Training gesetzten Reize dar. Bei den Gewichthebern z.B. ergäbe eine bestimmte Anzahl von Sätzen/Serien mit einer gegebenen Wiederholungszahl eine präzise zu beschreibende Gesamtlast (in kg). Der Reizumfang ist vor allem zu Beginn eines Trainings oder im Kindes- und Jugendtraining wichtig, da hierdurch der Organismus Gelegenheit hat, ohne Gefahr seine Leistungsstrukturen aufzubauen:
Aufgrund der geringen Belastungintensität und der hohen Zahl an Übungswiederholungen werden Gelenke und Bänder schonend an höhere Belastungen herangeführt. Sonderfall: Bei einem Dauerlauf von 30 Minuten als einzigem Trainingsinhalt während einer Trainingseinheit entspricht der Reizumfang der Reizdauer.
Reizkomplexität
Die Reizkomplexität spielt sowohl im konditionellen, aber vor allem im koordinativen Training eine entscheidende Rolle. Durch das Mischen bzw. Kombinieren von Trainingsmethoden und -inhalten wird die Trainingseffektivität in erheblichem Maße gesteigert.
Beispiel: Wird einem Sprint- oder Sprungtraining eine "isometrische Maximalanspannung" vorgeschaltet, dann kommt es über den dadurch erhöhten Muskeltonus in der Folge bei den dynamischen Sprung- bzw. Sprintübungen zu einer Steigerung der azyklischen bzw. zyklischen Schnelligkeitsleistungen. Im koordinativen Training kann durch die Kombination einfacher Bewegungen eine höhere Leistungsstufe erreicht werden.
Im koordinativen Training kann durch die Kombination einfacher Bewegungen eine höhere Leistungsstufe erreicht werden. Beispiel: Ball dribbeln und parallel dazu einen Luftballon vor sich her treiben. Die simultane Ausführung der beiden Bewegungen erfordert ein wesentlich höheres Maß an Dribbelfertigkeit als das alleinige Dribbeln
Trainingsplanung und -Steuerung des langfristigen Trainingsprozesses
Für die Effektivität des Trainingsprozesses sind nicht nur die Belastungskomponenten und Belastungsprinzipien, sondern auch die langfristige Planung sowie die planmäßige Gestaltung und Auswertung des Trainings von ausschlaggebender Bedeutung.
Trainingsplanung Unter Trainingsplanung ist ein auf das Erreichen eines Trainingsziels ausgerichtetes, den individuellen Leistungszustand berücksichtigendes Verfahren der vorausschauenden, systematischen Strukturierung des (langfristigen) Trainingsprozesses zu verstehen. Trainingspläne stellen eine verbindliche Arbeitsrichtlinie zur Steuerung des Trainings für einen Sportler dar. Wie Abb. 14 zeigt, lassen sich je nach Zielgruppe und Zeitraum verschiedene Trainingsplantypen unterscheiden. Abb. 14: