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«Wenn jemand sagt, er wolle über etwas nicht sprechen, so bedeutet das in der Regel, dass er an nichts anderes denken kann», schrieb Nobelpreisträger John Steinbeck in seinem Roman «Jenseits von Eden» (East of Eden). Der Weltklassiker wurde 1955 von Elia Kazan mit James Dean in der Hauptrolle verfilmt.
James Dean schloss noch im Herbst des gleichen Jahres eine Lebensversicherung ab, drehte einen Werbespot für Verkehrssicherheit («Fahrt vorsichtig!»), kaufte sich den legendären Rennwagen Porsche 550 Spyder und prallte mit übersetzter Geschwindigkeit ungebremst in einen Ford, der ihm die Vorfahrt genommen hatte. Trotz Abenddämmerung hatte er die Scheinwerfer nicht eingeschaltet. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus 24-jährig.
Dass auch Rauchen tödlich enden kann, berichtete Reader’s Digest in einem Artikel über die Ursachen von Lungenkrebs. Marlboro verpasste ihren Zigaretten umgehend einen Filter, Designer Frank Gianninoto entwarf die rotweisse Verpackung und Leo Burnett erschuf den harten Marlboro Man im Wilden Westen. Durch die Emotionalisierung der Kampagne stieg der Verkauf bereits nach wenigen Monaten um das Fünfzigfache. Vielleicht lag es auch daran, dass man der Marlboro das süchtig machende Ammonium beigemischt hatte. Heute ist Marlboro die meistverkaufte Zigarette und gehört zu den zehn wertvollsten Marken der Welt.
Bundeskanzler Konrad Adenauer war militanter Nichtraucher, denn «Raucher vernebeln nicht nur die Luft, sondern meist auch ihren eigenen Geist, so kann man dann leichter mit ihnen fertig werden …» Er reiste nach Moskau, um die letzten deutschen Kriegsgefangenen nach Hause zu holen.
Zehn Jahre nach Kriegsende waren Lebensmittel immer noch knapp, Fisch gab es jedoch in rauen Mengen. Die Firma Birds Eye zersägte kurzerhand gefrorenen Fisch in kindergerechte Portionen, panierte sie, briet sie kurz an und fror sie gleich wieder ein.
Heute assoziiert man Birds Eye nicht mehr mit Fischstäbchen, sondern mit dem weltberühmten The Bird’s Eye Jazz Club am Kohlenberg 20 in Basel.
Aufsehen erregte 1955 auch die Afroamerikanerin Rosa Parks, die sich in Alabama weigerte, ihren Sitzplatz im Bus einem weissen Fahrgast zu überlassen. Der anschliessende Aufruhr gilt als Geburtsstunde der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Das oberste Gericht gab ihr recht und beendete damit die Diskriminierung in öffentlichen Verkehrsmitteln.
1955 verfehlte der leidenschaftliche Jäger und Brauereibesitzer Hugh Beaver einen Goldregenpfeifer nur knapp und startete Recherchen über den schnellsten Vogel der Welt, um seinen Fehlschuss zu relativieren. Darauf schrieben die Zwillinge Ross und Norris McWhirter den ersten Sammelband der Rekorde, der seitdem jedes Jahr die Bestsellerlisten anführt. Einem Brauereibesitzer haben wir also zu verdanken, dass wir heute wissen, dass der Weltrekord im Dauerglotzen bei 87 Stunden und 43 Sekunden liegt und dass die Fingernägel von Chris Walton 6,02 Meter lang sind. Leider verschweigt das Buch, wie Chris «The Dutchess» die tägliche Körperpflege bewältigt.
Während in England die Eisenbahner streikten, knackte die Knutschkugel von VW die Millionengrenze und wurde erneut das meistverkaufte Auto des Jahres. Der VW 1200 hatte damals 30 PS und kostete 3950 D-Mark.
Während Shirley MacLaine wegen Hitchcock «Immer Ärger mit Harry» hatte, sorgte sich Carl Perkins um seine blauen Velourslederschuhe und schrieb den Rockklassiker «Blue Suede Shoes».
Well, it’s one for the money
Two for the show
Three to get ready
Now go, cat, go
Claude Cueni ist Schriftsteller und lebt in Basel.
© Basler Zeitung vom 14.8.2015