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Ein grosser Teil des Körperfettes (von dem ein Erwachsener im Schnitt etwa 10 – 15 kg besitzt) ist in der Unterhaut angesetzt. In dieser Hautschicht befindet sich reichlich Fettgewebe, das als Fettspeicher dient, das aber auch weitere, wichtige Funktionen erfüllt. Je nach Ernährungsstand bzw. nach Energiehaushalt ist der Befüllungszustand mit Fett im Unterhautfettgewebe variabel. Bei vielen ist relativ viel Fett angesammelt, bei den Schlankeren von uns sind die Speicher eher weniger befüllt. Bei guter Ernährungslage trachtet der Körper danach, Vorräte anzulegen. Dies Vorgehen ist wichtig, um in Zeiten von Nahrungsmangel auf Energiereserven zurückgreifen zu können. Das Unterhautfettgewebe kann bedeutende Mengen an Fett speichern. Die Aussenhülle einer Fettzelle ist nämlich äusserst dehnbar. Wenn eine solche Zelle mit Fett angefüllt wird, kann sie enorm anwachsen, ohne zu platzen. Wurde sie jedoch übermässig gedehnt, so bleibt sie auch nach einer vollständigen Entleerung relativ gross. Wenn also jemand, der einmal starkes Übergewicht hatte, deutlich abnimmt, so behält das Fettgewebe, selbst wenn das Fett komplett abgebaut wurde, danach trotzdem weiterhin ein vergrössertes Volumen. Bei Personen, die in ihrer Kindheit mollig waren, wurde andererseits im Zuge der verstärkten Befüllung im Fettgewebe eine vermehrte Teilung der Fettzellen angeregt. Die Folge ist ein stärker ausgebildetes Fettgewebe, mit einer grösseren Anzahl an Fettzellen, wodurch auch im Erwachsenenalter die Tendenz bestehen bleibt, vermehrt Fett anzusetzen. Personen die in jungen Jahren füllig waren, werden daher später eher zu Übergewicht neigen als solche, die als Kind normalgewichtig waren.
Struktur und Funktion des Unterhautfettgewebes
Wie schon der Name sagt, ist das Unterhautfettgewebe in der Unterhaut (oder Subcutis) angesiedelt. Die Subcutis schliesst ohne feste Abgrenzung an die Dermis (Lederhaut) an. Sie besteht aus lockerem Bindegewebe, das in Bindegewebssträngen angeordnet ist. Zwischen diesen sogenannten Bindegewebssepten befindet sich Fettgewebe. Je nach Körperregion ist in der Unterhaut mehr oder auch weniger Fettgewebe vorhanden. In gewissen Körperbereichen gibt es gar nichts von diesem Gewebetyp (z.B. in der Nasenspitze), in andere Zonen dafür recht viel (z.B. an den Hüften). Die Subcutis macht die Verbindung zwischen den äusseren Hautschichten (Dermis und Epidermis) und den darunterliegenden Strukturen (Knochenhaut sowie Faszien). Das Fettgewebe der Unterhaut erfüllt dabei mehrere Zwecke. Es dient nicht allein als Energiespeicher, sondern es hat isolierende Wirkung, schützt also als Wärmepolster vor Unterkühlung. Als sogenanntes Bau-Fett stellt es ausserdem sicher, dass die darunterliegenden Körperteile vor Druckeinwirkung möglichst nicht beeinträchtigt werden. Fettpolster sind gute Pufferzonen und schirmen innere Organe vor Stössen und Erschütterungen ab. Bei guter Ernährungslage kann die Fettschicht in der Unterschicht mehrere Zentimeter betragen, mit grossen Unterschieden natürlich je nach Körperzone. Bei Fettleibigkeit kann diese Schicht auch beträchtliche Ausmasse annehmen.
Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Unterhautfettgewebe
Wo und wie viel Fett angesetzt wird ist in grossem Masse Veranlagung. Die Verteilung des Fettgewebes und seine Befüllung ist ausserdem hormonell gesteuert und somit auch vom Geschlecht abhängig. Bei Männern ist die Bindegewebsstruktur sowohl in der Lederhaut, als auch in der Unterhaut relativ fest. Die Bindegewebsfasern der Dermis sind kreuzweise angeordnet und lassen sich nur geringfügig dehnen. Das darunter angesiedelte Unterhautfettgewebe kann sich dadurch auch nur begrenzt füllen, weil die Lederhaut relativ schwer nachgibt, ein Fettansetzen dadurch nur eingeschränkt zulässt. Männer lagern Fett daher verstärkt im viszeralen Raum (unterhalb des Bauchfells) ein. Bei Frauen hingegen ist die Bindegewebsstruktur der Lederhaut weniger fest: Die Fasern sind unilateral angeordnet und deshalb wesentlich dehnbarer als beim Mann, was z.B. bei einer Schwangerschaft verhindert, dass die Haut durch Überdehnung reisst. Weibliches Unterhautfettgewebe kann sich dadurch aber auch vom Volumen her leichter vergrössern, es lässt sich somit deutlich stärker befüllen, weil die Bindehaut dies besser zulässt. Bei Frauen ist das Unterhautfettgewebe in der Regel auch in höheren Masse aufgefüllt als bei Männern, sei es am Gesäss oder Bauch, sei es an Oberschenkeln oder Hüften. Sie neigen also eher zu rundlichen Körperformen als Männer. Ein Begleiteffekt ist bei ihnen ebenso die Tendenz zu Cellulite (Zellulitis), eine typisch weibliche Hautbeschaffenheit, die durch ihre spezifischen Bindegewebsstruktur bedingt ist.
Möglichkeiten der Reduzierung von Unterhautfett
Die Menge des Fettes, das im Unterhautfettgewebe abgelegt wurde, ist eine Folge der jeweiligen Energiebilanz und hängt davon ab, wie viele Kalorien durch Nahrungsmittel aufgenommen wurden und wie viele durch den Grundumsatz bzw. durch Bewegung oder körperliche Anstrengung verbraucht werden. Eine Reduzierung von überschüssigem Körperfett ist allein durch Ernährungsumstellung sowie durch zusätzliche körperliche Aktivität möglich und auch sinnvoll. Liposuction ist kein geeignetes Mittel zur Gewichtsreduzierung. Wichtig ist beim Abnehmen, durch Diät und Sport nicht zu schnell an Gewicht zu verlieren, damit die gedehnte Haut Zeit hat, sich langsam zurückzuziehen und so zu schrumpfen, dass keine überschüssigen Hautlappen zurückbleiben. Auch bei einer Fettabsaugung, die ausschliesslich der Körperformung dienen sollte, wird getrachtet, dass sich die Haut danach wieder straff über die abgesaugten Bereiche spannt. Erreicht werden kann das beispielsweise, indem während der Liposuction im Bereich der Subcutis bewusst kleine Wunden zugefügt werden, wodurch eine Kollagenneosynthese angeregt und dadurch eine Hautstraffung in Gang gesetzt wird. Bei einer Fettabsaugung wird Fettgewebe dauerhaft reduziert. Eine nützliche Begleiterscheinung der Körperformung durch Liposuction ist die Verringerung der Speicherkapazität für Körperfett insgesamt. Wird im Anschluss nicht auf eine ausgewogene Energiebilanz geachtet, setzt sich Fett jedoch vermehrt an anderen Körperstllen an. Abgesaugt kann Fettgewebe allein in der Unterhaut, nicht jedoch im viszeralen Raum. Diesbezüglich sind Frauen gegenüber Männern etwas im Vorteil, weil ihr Körperfett zu einem grösseren Anteil in der Unterhaut angesiedelt ist.