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Molly, der Suchhund

Ein Bericht aus Russland von Svetlana Moiseenko
Molly wurde im September 2000 geboren.
Molly als Welpe
2005 wurde in einem Forum vorgeschlagen, dass Besitzer gleichgültig welcher Rasse versuchen sollten, mit ihrem Hund "Suchen" zu trainieren. Aus Interesse und weil ich dachte, dass es Spass machen würde, traten ich und meine Pembroke Hündin Molly einem Team bei, das Hunde für die Suche nach Menschen im Wald, auf dem Feld und in Hausruinen trainiert. In unserem Team waren Labradors, Golden Retriever, ein Rhodesian Ridgeback und ein Neufundländer.
Das Training fand einmal die Woche und oft weit weg von meinem Wohnort statt, so dass ich jeweils den ganzen Tag freinehmen musste. Weil wir vor allem im Winter trainierten, war es oft sehr kalt.
Der Hund soll auf Befehl ein Areal absuchen, und wenn er eine Person gefunden hat, muss er es mit Bellen anzeigen und am Fundort bleiben, bis sein Besitzer/Führer kommt. Weil sich der Hund ziemlich weit vom Führer entfernen kann, ist es notwendig, dass er durch Bellen anzeigt, wenn er ein Opfer gefunden hat, damit sein Standort lokalisiert werden kann.
Und so wird ein Suchhund trainiert:
Der einfachste Teil des Trainings ist dem Hund das Kommando "Gib Laut" beizubringen.
Stufe 1
Der Hund sitzt neben dem Führer. Eine Hilfsperson (Figurant) beginnt mit dem Hund zu spielen, zeigt ihm ein Leckerli oder ein Spielzeug, je nach Vorliebe des Hundes. Dann rennt die Hilfsperson fort und versteckt sich, z.B. um die Ecke eines Hauses, oder falls ihr euch in einem Wald befindet, hinter einem Baum. So soll das Interesse des Hundes geweckt werden, die Hilfsperson zu suchen und zu finden. Auf das Kommando "Such!" rennt der Hund der Hilfsperson nach und wenn er sie gefunden hat, erhält er das Kommando "Gib Laut!" und sobald er bellt, erhält er ein Leckerli oder sein bevorzugtes Spielzeug. Die Übung wird mit verschiedenen Hilfspersonen wiederholt. Es ist wichtig, in unterschiedlichem Gelände und mit möglichst vielen Personen zu trainieren, denn der Hund muss lernen, den menschlichen Geruch aufzunehmen und nicht den Geruch einer bestimmten Person.
So lernt der Hund, dass er in einem bestimmten Gebiet nach einem Menschen suchen muss, und wenn er mit Bellen anzeigt, dass er eine Person gefunden hat, er ein Leckerli oder ein Spielzeug erhält. Molly war sehr auf Futter fixiert und so wurde sie mit Leckerlis trainiert.
Stufe 2
Jetzt wird es schwieriger. Der Hund darf nicht mehr sehen, in welcher Richtung die Hilfsperson rennt und wo sie sich versteckt: in einer Grube, hinter einem Baum, unter einer Schalungsplatte oder in einer Kiste, usw. Auf das Kommando "Such!" rennt er los und wenn er das Versteck gefunden hat, gibt er Laut. Die Hilfsperson wartet einen Augenblick bevor sie das Versteck verlässt, worauf sie den Hund überschwänglich lobt und mit einem Leckerli oder Spielzeug belohnt. Nach und nach muss der Hund immer länger beim Versteck warten und darf es nicht verlassen, bevor der Führer eintrifft.
Wenn der Hund das Versteck gefunden hat, aber nicht mit Bellen anzeigt, gibt ihm die Hilfsperson das Kommando "Gib Laut!" und versucht den Hund, zum Bellen zu bringen.
Stufe 3
Die Hilfsperson wartet ruhig im Versteck, ohne zu sprechen oder sich zu bewegen. Der Hund muss die Person finden und mit Bellen anzeigen. Wenn eine unter Trümmern begrabene Person bewusstlos ist, kann sie sich nicht mit Rufen bemerkbar machen.
Wenn der Hund einmal verstanden hat, was von ihm verlangt wird, verstecken sich die Hilfspersonen an Orten, wo sie schwieriger zu finden sind. Wir trainierten im Wald und auf dem Feld sowie in verlassenen Gebäuden. Die Hunde lernen auch, sich auf Glasscherben vorsichtig zu bewegen. Sie können aber auch spezielle Schuhe tragen.
Hunde, die gerne arbeiten und wissen, um was es geht, brauchen keine Leckerlis oder Spielzeug als Belohnung. Aber Hunde sind nicht alle gleich. Für gewisse Hunde ist das Lob ihres Führers genug Belohnung, mit anderen muss man spielen, um ihr Interesse aufrechtzuerhalten.
Corgis sind zweifellos intelligente Hunde. Molly verstand alles, was man von ihr verlangte, und machte ihre Aufgabe gut. Ihre kurzen Beine verursachten ihr jedoch Schwierigkeiten beim Suchen in tiefem Schnee oder zwischen Trümmern.
Die abschliessende Prüfung fand in einem unfertigen Gebäude statt. Zwei oder drei "Opfer" (ich erinnere mich nicht mehr an die genaue Anzahl) hatten sich versteckt. Auf mein "Such"-Kommando musste Molly das ganze Gebäude, ein Zimmer nach dem anderen, nach menschlichem Geruch untersuchen. Ein Mann, der sich in einem Schutzraum versteckt hatte, verhielt sich ganz ruhig wie wenn er bewusstlos wäre.
Molly fand alle versteckten Personen und bestand die Prüfung. Da ich Molly aber nicht als Suchhund einsetzen wollte, hörte ich mit dem weiteren Training auf.
Molly, alias Smollett (Dannidaks Mon Repos x Ingermanland Amor), wurde auch ausgestellt.
Sie starb im März 2014.
Mein Dank geht an Margarita Vychugzhanina (Dannidaks Welsh Corgis), dass sie mich mit Svetlana in Verbindung gesetzt hat. (ANo).