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Manche Unterschiede dürften kaum nachvollziehbar sein, manches ist eine rein theologische Auseinandersetzung, für die hier kaum der richtige Platz ist.
Trotzdem wissen wir, dass sich Zwingli brieflich bei seinem Bekannten Mykonius über Schmid beklagt haben muss. Dies geht aus einem erhaltenen Antwortschreiben von Mykonius an Zwingli hervor. Die Sache scheint die gewesen zu sein, dass Schmid wie auch Luther seiner Standestracht treu blieb, also die Tracht eines Johanniter-Komturs samt dem Schwert trug. Auch scheint Schmid nicht die gewünschte Schärfe der rücksichtslosen Durchsetzung der Zwingli vorschwebenden Ziele unterstützt zu haben.
Dies lässt sich auch indirekt daraus ableiten, dass Schmid bei manchen Aktivitäten, zum Beispiel der Kirchenausräumung und der anschliessenden Verschacherung des Kirchengutes, nirgends erwähnt wird. Auch bei der Zerstörung aller Kirchenbibliotheken von Zürich, von mehr als 10'000 Bänden kirchlichen und weltlichen Inhaltes am 2. Oktober 1525, wo Zwingli, Leo Jud und Heinrich Brennwald mit Billigung durch den Zürcher Rat die mehrheitlich handgeschriebenen Buchbestände persönlich sichteten und der Zerstörung oder Verwertung zuführten, fehlt der Name unseres Komturs.
Ein manifestes, heute noch nachzuvollziehendes Andenken an unseren wackeren Komtur steht aber in unserer Kirche. Wie bekannt, stammt der Taufstein und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch die Kanzel aus der Zeit von Konrad Schmid, ziert doch das Wappen Komtur Schmids den Taufstein. Wenn wir aber die Kanzelerrichtung im zeitlichen Bezug zu Zwinglis Baubestrebungen stellen, können wir leicht einen Unterschied feststellen.
Während Zwingli aus den abgebrochenen Kirchenaltären von Zürich ein neues Bauwerk im Grossmünster errichten liess, einen sog. Lettner, eine Querwand zwischen Kirchenschiff und Chor mit einer in der Mitte vorsprin-gender Kanzel, wobei der Prediger - Zwingli, als Symbol des überwundenen alten Glaubens, auf den ehemaligen Altarplatten stand, begnügte sich unser Komtur mit einer schlichten Seiten-Kanzel aus schön gehauenem grauem Sandstein.
- In der sakramentalen Abendmahlsliturgie wird die Anwesenheit von Jesus Christus, Gottessohn, gefeiert.
- Die Liturgie wird daher festlich und aufwendig gefeiert.
- Nur das Feinste ist für diese heilige Handlung gut genug.
- Es geht um das Mit- und Nacherleben dieser christlichen Handlung. Sie wird durch Kirchenmusik, Chor- und Gemeindegesang mitgetragen.
- Die Gliederung der Liturgie und die Darstellung der Umwandlung von Brot und Wein in die geheiligte Materie (Fleisch und Blut Christi) bildet den Höhepunkt der Feier.
- Die Abendmahlsliturgie wird im Andenken an den Abschied Jesu mit seinen Jüngern vor seiner Gefangennahme gefeiert.
- Getreu seinem Leitgedanken, wünschte Zwingli keinerlei Pomp, weder visuelle Darstellungen noch anderes ablenkendes Beiwerk wie z.B. Musik.
- Die auf das Allernotwendigste reduzierten liturgischen Gegenstände wie Brotteller und Weinkelch hatten aus dem einfachsten, alltäglichen Bedarfsmaterial, seinerzeit Holz, zu sein.
- Zwingli ging es gänzlich um die innere Einkehr. Die Liturgie wurde allein durch das Wort und die bewusst eingesetzten Pausen der absoluten Ruhe vertieft.