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Ausverkauf in Afrika
- Mittwoch, 28. November 2012, 22:55 Uhr
75 Prozent der Bevölkerung Malis sind Bauern, aber landhungrige Nationen wie China und Saudi-Arabien pachten Agrarland in Mali, um dort grosse Farmen zu betreiben.
Viele lokale Bauern wehren sich gegen diese Landübernahmen, weil sie darin ein imperialistisches Gehabe und eine Machtdemonstration der reichen Staaten sehen. Als es in Mali zum Militärputsch kommt, ziehen sich die Investoren zurück. Ist das nun Fluch oder Segen für die Bauern in Mali? Und werden sie fähig sein, sich aus eigener Kraft aus der Armut zu befreien ?
Kann die Welt sich selbst ernähren? 2008 begann das System der Lebensmittelversorgung weltweit zusammenzubrechen. Aus Angst vor Hunger begannen reiche Länder in den Entwicklungsländern Agrarland aufzukaufen oder zu pachten. 60 Prozent des bebaubaren Landes in Afrika wurde von grossen, internationalen Agrobusiness-Firmen ins Visier genommen. Wo man handelseinig wurde, wurden die lokalen Bauern vertrieben oder als billige Arbeitskräften auf neuen Monokulturen eingesetzt. «Wir wissen, dass sich viele Bürgerkriege und soziale Konflikte um Land drehen, speziell in Afrika», sagt die Landrechtsspezialistin Liz Alden Wily.
Eines der Länder, das mit dieser neuen Entwicklung konfrontiert ist, ist Mali. Zwei Drittel des westafrikanischen Staates ist Wüste, aber dort wo, der Niger das Land durchquert, ist es sehr fruchtbar. Diese Region ist Malis Kornkammer und Heimat vieler Bauern, die seit Generationen ihr kleines Stück Land bebauen. «Auch wenn eine Familie nur eine Hektare besitzt, es ist ihre Erde und ihre Seele. Wenn sie diese Hektare gut bebauen, kann die Familie fünf bis sechs Monate davon leben», erklärt ein Dorfbewohner. «Aber wenn es uns weggenommen wird, was sollen wir dann tun?»
Filmemacher Hugo Berkeley versucht ein ausgewogenes Bild zu zeichnen: «Was die Welt braucht, ist ein Zugang, bei dem sich traditionelle Bewirtschaftung und zeitgemässer, innovativer Kapitalismus verbinden», sagt er. «Eigentlich ist es das, was Sosumar den Bauern Malis angeboten hatte. Aber wir werden nie wissen, ob es funktioniert hätte. Das Experiment wurde abgebrochen, bevor es in der Realität erprobt werden konnte.»