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Messgrössen
Variable Vergütungen werden - insbesondere auf der Managementebene - häufig an das Erreichen von Umsatz- oder Ergebniszielen gebunden. Messgrössen sind dabei der Bereichsumsatz, der Abteilungsertrag (Einnahmen minus Kosten), der Ebit (Earnings before Interest and Tax, Gewinn vor Zinsen und Steuern) etc., meist im Vergleich mit dem Budget oder mit dem Vorjahresergebnis.
Praxis-Beispiel
Ein Produktionsleiter erhält eine Prämie in Abhängigkeit des Produktionsumsatzes minus der Produktionskosten.
Ergänzend oder ausschliesslich kommen als Massstab individuell vereinbarte Ziele, wie etwa erfolgreich abgeschlossene Projekte oder Aufgaben in Frage.
Praxis-Beispiel
Eine Mitarbeiterin übernimmt die Projektleitung für die Einführung eines neuen Informatikprogramms. Bei erfolgreichem Projektabschluss wird ihr eine Prämie in Aussicht gestellt. Ein Mitarbeiter hat den Auftrag, die Zahlungsfähigkeit der Kunden regelmässig zu prüfen und die Zahlungsfrist der Debitoren innert eines Jahres um drei Tage zu senken. Bei Erfolg erhält er einen vereinbarten Bonus.
Prämienlohn: Systematische Prämien
Daneben sind als systematische Prämien u.a. folgende verbreitet:
- Mengenprämie: pro Stück, Gewicht, Meter wird eine Prämie berechnet
- Qualitätsprämie: Qualität wird belohnt, z.B. gemessen aufgrund der Ausschussproduktion
- Ersparnisprämie: sparsamer Umgang mit Arbeitsmitteln wird belohnt, z.B. aufgrund der verbrauchten Materialien
- Nutzungsprämie: Minimierung von Produktions-Ausfallzeiten wird belohnt
Praxis-Beispiel
Die Lastwagenchauffeure einer Firma erhalten eine Sorgfaltsprämie, wenn sie ihr Fahrzeug gut warten und die Reparaturkosten dadurch unter eine festgelegte Grenze sinkt. Eine Produktionsmitarbeiterin erhält eine Qualitätsprämie, wenn 98% der hergestellten elektromechanischen Komponenten die Qualitätsprüfung durchlaufen.
Prämienlohn: Spontanprämien
Neben den obigen ereignisbezogen Prämien kommen auch verbreitet spontan ausgerichtete Prämien vor, z.B. in Form von besonderen Anerkennungen oder Prämien für Verbesserungsvorschläge.
Praxis-Beispiel
Produktionsmitarbeitende erhalten eine Belohnung für einen Sondereinsatz bei einem Produktionsengpass.
Solche Sonderprämien dienen dazu, aussergewöhnliche persönliche Leistungen oder ausserordentliches Engagement spontan und unbürokratisch abzugelten. Sie liegen im Entscheidungsspielraum der direkt überstellten Führungskräfte.
Damit können also Leistungen abgedeckt werden, welche nicht in den Zielsetzungsprozess eingeflossen sind und somit im Leistungsanteil der Entlöhnung nicht berücksichtigt sind.
Praxis-Tipp
Wichtig sind klare Zuteilungsrichtlinien und eine restriktive Handhabung dieses punktuellen Motivationsinstrumentes zur spontanen Leistungsanerkennung.
Prämienlohn: Rechtlicher Anspruch auf Prämien
Der Begriff «Prämie» ist im Obligationenrecht nicht definiert. Aus rechtlicher Sicht ist zu prüfen, ob es sich bei einer Prämie um eine «Gratifikation» (Art. 322d OR) oder um einen 13. Monatslohn oder einen andern Bestandteil des Lohnes (Art. 322 OR) handelt.