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Mitternächtlicher Wirbel.
Der mittägliche Sonnenbrand legte sich sachte und schüchtern auf die Kleinstadt im Süden nieder. Männer ruhten sich in einer Ecke des Wohnzimmers auf ihrer Matratze ausgestreckt von der vormittäglichen Schwerarbeit aus, mit halb geöffnetem Mund und schlaffer Unterlippe, schnarchendes Gestöhne bewölkte den fensterlosen Raum, Kinder blickten starr auf ihren Bildschirm, den Teddybär mit nur noch einem Glasauge zwischen die Schenkel geklemmt, Mutter wischte den Mittagstisch sauber und wieder und wieder konnte sie die zuckerklebrigen Essenresten nicht genügend lösen, sie drückte den stumpfen gelblichen Daumennagel unter die Kruste und hob sie weg und trocknete dann die Tischplatte sauber. Jetzt wurde der Lichtschalter gedrückt, der mickrige Leuchter an der Decke begann schwächlich zu strahlen und hin und her zu schaukeln, eine Glühbirne von den vierzehn flackerte unregelmässig, andere blieben dunkel, das Licht verteilte sich zögerlich über die Papiertapeten und die stummen Bewohner.
Mitternächtlicher Wirbel.
1992 / Collage, Tusche, auf Papier / 30 x 42 cm / LK0015-192215KX / zurück zur Übersicht