Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03564.jsonl.gz/372

Diese Woche sollte in London ein Rohdiamant von der Grösse eines Tennisballs der Lesedi La Rona versteigert werden. Doch der Plan scheiterte: Bei der Sotheby’s-Auktion wurden nur 61 Millionen US-Dollar geboten. Zu wenig, fand der Verkäufer, die kanadische Minengesellschaft Lucara.
Gemäss Schätzungen im Vorfeld war erwartet worden, dass der Edelstein für etwa 70 Millionen US-Dollar verkauft werden kann. Doch offenbar wollten nicht einmal die superreichen potenziellen Käufer so viel Geld hinblättern.
«Es lag definitiv am Referendum»
Experten vermuten, dass der Grund für das Auktions-Debakel mit dem Brexit-Entscheid der Briten zu tun hat. «Ich glaube, es lag definitiv am Referendum im Vereinigten Königreich», sagt daher Diamanten-Analyst Paul Zimnisky.
Lucara-CEO William Lamb sagt hingegen, mit absoluter Sicherheit könne keine Verbindung zwischen dem misslungenen Verkauf und dem Brexit gemacht werden. Er räumt aber ein, dass der politische Entscheid ein «möglicher Faktor» ist: «Der Brexit sorgt für Unsicherheit die Käufer fragen sich, wie gross der Einfluss auf ihre Finanzen in drei bis sechs Monaten sein wird.»
Enorm hohe Preise
Der Riesen-Diamant Lesedi La Rona ist rund 1110 Karat schwer. Er wurde im November 2015 in einer Mine in Botswana gefunden. Er ist der zweitgrösste Diamant, der im letzten Jahrhundert entdeckt wurde. Der grösste ist der Cullinan mit 3106 Karat.
Im Gegensatz zur missglückten Auktion des Lesedi La Rona wurden in letzter Zeit enorm hohe Preise für Edelsteine bezahlt. In Genf wurde im Mai der 14,6-karätige blaue Diamant Oppenheimer Blue für 57,6 Millionen Dollar versteigert. Der Unique Pink kam für 27,8 Millionen Euro unter den Hammer. (vb)