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Die historische ostfranz. Region B. (im 8. Jh. Brixia) erstreckte sich zwischen den Flüssen Ain und Saône bis vor die Tore von Lyon. Heute umfasst die B. nur noch das nordwestl. Viertel des Dep. Ain. Die röm. und später die burgund. Herrschaft haben nur wenige Spuren hinterlassen (Vicus von Brou in Bourg-en-B., Gräber am Revermont). Im MA gehörte der grösste Teil den Herren von Bâgé (Nachfahren karoling. Grafen?). Der Osten, mit dem Revermont, war im Besitz der Herren von Coligny. 1272 ging die B. durch die Heirat Amadeus V. von Savoyen mit Sibylle von Bâgé an das Haus Savoyen, und Bourg-en-B. (Stadtrecht von 1251) wurde Hauptstadt der neuen Grafschaft. In dieser Stadt fand 1397 das Duell zwischen Gerhard von Stäffis und Otto III. von Grandson statt. In einem Vorort von Bourg-en-B. liess auch Margarete von Österreich an der Stelle eines Benediktinerpriorats das Kloster Brou errichten, wo ihr Gatte Hzg. Philibert II. von Savoyen, ihre Schwiegermutter Margarete von Bourbon und sie selbst zur letzten Ruhe gebettet wurden (1505-32). Die B. wurde 1536 vom franz. Kg. Franz I. besetzt, gelangte aber durch die Verträge von Cateau-Cambrésis (1559) wieder an Emanuel-Philibert von Savoyen zurück. Nachdem sie von Kg. Heinrich IV. erneut erobert worden war, obwohl Bourg-en-B. eine der stärksten Zitadellen Europas besass, wurde die B. im Vertrag von Lyon (1601) gegen die Markgrafschaft Saluzzo (Piemont) eingetauscht und endgültig Frankreich angegliedert. Seit der Franz. Revolution ist die B. ein Arrondissement und Bourg-en-B. die Hauptstadt des Dep. Ain. In kirchl. Hinsicht gehörte die B. bis zur Franz. Revolution zur Diözese Lyon. 1515-35 wurde vergeblich versucht, in Bourg-en-B. ein Bistum zu errichten. Die B. ist eine reiche Landwirtschaftsregion. Sie erzeugte Getreide im Überfluss, das in die südöstlich gelegene Region Bugey und in die Schweiz ausgeführt wurde. Im Übrigen liegt sie an den Verkehrswegen nach Italien und zwischen Lyon und Genf. Ihren Wohlstand bewahrte die Region dank Rinder- und Geflügelzucht sowie, seit 1857, dank wichtiger Bahnlinien (Paris-Rom, Paris-Genf). Seit den 1960er Jahren haben zahlreiche Schweizer und Schweizerinnen Bauernhöfe oder Landhäuser in der B. erworben.
Literatur
– P. Cattin et al., Histoire de l'Ain, 4 Bde., 1988-91
Autorin/Autor: Paul Cattin / KMG