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Wie kann man Verfärbungen gebleichter Zähne verhindern?
Schöne weisse Zähne werden immer wichtiger. 28 % der erwachsenen Briten, 34 % der Amerikaner und 52,6 % der Chinesen sind mit ihrer Zahnfarbe unzufrieden. Das Bleichen von Zähnen mit Hilfe von Wasserstoff- und Karbamidperoxid beim In-Office- oder Home-Bleaching ist weit verbreitet. Das starke Oxidationspotenzial der OH-Gruppen, die aus dem H2O2 freigesetzt werden, wirkt auf die organischen Komponenten des Dentins und der Pigmente, was zu einer Aufhellung führt. Die Nebeneffekte werden durch oxidative Vorgänge, den pH oder die Zusammensetzung der Bleichmittel verursacht. Ein niedriger pH führt zur Demineralisierung des Schmelzes. Das Karbamidperoxid kann die Ober- fläche ebenfalls verändern. Harnsäure in den Bleichmitteln beeinflusst unter Umständen die Schmelzproteine und damit verbundene Mineralien. Nach dem Bleichen haften Farbpigmente besser auf der „aufge- rauten“ Zahnoberfläche. Es ist deshalb wichtig, die Schmelzoberfläche nach dem Bleichen wiederherzustellen, um ein lang anhaltendes Bleichergebnis zu erzielen. Frühere Studien ergaben, dass Fluoride und Kaseinphosphopeptid-Kalziumphosphat (CPP-ACP) den Schmelz schützen und so eine rasche Verfärbung ver- hindern können. Neuere Arbeiten zeigen, dass 10%iges Nano-Hydroxylapatit einen ähnlichen Einfluss wie Fluoride auf initiale kariöse Läsionen hat. Da die Apatitstruktur von Knochen und Zahn nicht technisch reinem Apatit entspricht, eignet sich Karbonatapatit (CAP) besser zur Remineralisation als Hydroxylapatit. Nano- Karbonapatit (n-CAP) wird auch bei der Desensibilisierung empfindlicher Zahnhälse erfolgreich eingesetzt. In dieser In-vitro-Studie wurde der Effekt von n-CAP auf den gebleichten Schmelz und seine Verfärbung untersucht. 24 bovine Schmelzproben wurden für 2 Wochen mit 10%igem Karbamidperoxid gebleicht und dann in vier Gruppen eingeteilt: destilliertes und entionisiertes Wasser (DDW, negative Kontrolle), 10 % n-CAP, NaF (positive Kontrolle) und CPP-ACP (positive Kontrolle). Für 7Tage wurden die Proben 3x täglich für 4 min künstlichem Speichel ausgesetzt und in einem pH-Wechselbad gelagert. Anschliessend wurden die Farbveränderungen spektrofotometrisch und unter dem Rasterelektronen- mikroskop bewertet. Die Verfärbungen in der Gruppe mit 10 % n-CAP waren signifikant geringer.
Schlussfolgerung: 10 % n-CAP konnte das Bleichergebnis erhalten helfen und die vom Bleaching beschädigte Schmelzoberfläche zuverlässig schützen.
Kim YS, Kwon HK, Kim BI. Effect of nano-carbonate apatite to prevent re-stain after dental bleaching in vitro. J Dent 2011;39:636-642.
Sind ovale Stifte besser als runde?
Bei Zähnen, die endodontisch behandelt werden müssen, zeigt sich oft auch ein signifikanter Verlust an koronaler Zahnhartsubstanz. In bestimmten Fällen muss zur Verstärkung eines Aufbaus ein intrakanalärer Stift eingesetzt werden. Das Wurzelkanalsystem weist eine komplexe Anatomie auf, und die Kanäle haben in vielen Fällen eine eher ovale Form, der die verwendeten Stifte oft nicht entsprechen. Mit Hilfe von Bohrern wird der Kanal kreisrund aufbereitet, um so eine gute Passung des Stiftes im Kanal zu erreichen. Eine dickere Zementschicht zwischen Stift und Kanalwand führt zu einer reduzierten Retention des Stiftes im Kanal. In dieser In-vitro-Studie an extrahierten Prämolaren sollte die Adaptation von ovalen und kreisrunden Stiften in den Wurzelkanälen untersucht werden. 20 Prämolaren wur- den mit Handinstrumenten und dem Pro-Taper-System endodontisch aufbereitet und die Kanäle anschließend mit Guttapercha sowie Top Seal (Dentsply) abgefüllt. Die Zähne wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: 10 Kanäle wurden mit einem Ultraschallinstrument (Ellipson, Sate- lec) oval und 10 Kanäle mit einem runden Stiftsystem (Rebikda Post, Voco) kreisrund aufbereitet. Danach erfolgte die adhäsive Befestigung der entsprechenden Stifte im Kanal mit einem selbstätzenden Adhäsiv (Futura- bond, Voco) und einem Kompositzement (Rebilda DC, Voco). Angefertigte Schnitte wurden unter dem Mikro- skop ausgewertet. Es konnte kein statistisch signifikan- ter Unterschied in der Adaptation der Stifte im Kanal gefunden werden. Die ovalen Stifte zeigten eine bes- sere Passung im koronalen Anteil des Kanals, während die kreisrunden Stifte – bedingt durch die Aufbereitungsart und die Kanalanatomie – im mittleren und apikalen Drittel eine bessere Passung aufwiesen. Es muss aber oft viel Zahnhartsubstanz geopfert werden, um eine Pas- sung der Stifte im aufbereiteten Kanal zu erreichen.
Schlussfolgerung: Ovale und zirkuläre Stifte zeigten keinen Unterschied bezüglich der Passung in ovoiden Kanälen von extrahierten Prämolaren. In Kanälen mit irregulären Anatomien kann es sinnvoll sein, mehrere oder individuell angefertigte Stifte einzusetzen.
Muñoz C, Llena C, Forner L. Oval fiber posts do not improve adaptation to oval-shaped canal walls. J Endod 2011;37:1386-1389.
Einfluss opaker Komposite auf das Dentinbonding
Dentinadhäsivsysteme wurden eingehend untersucht. Die Weiterentwicklung möchte die Anwendungstechnik optimieren, die Interaktion mit dem Dentin und die Stabilität verbessern sowie mögliche antibakterielle Wirkungen einbauen. Bei der Präparation der Zähne ex- ponierte Dentinanteile sollten vor der Abformung mit der IDS-Technik (Immediate Dentin Sealing) versiegelt werden. Vorteile dieser Methode sind: Schutz der Pulpa, bessere Haftwerte und Versiegelungen sowie eine redu- zierte postoperative Sensibilität. In ästhetisch schwierigen Situationen kann es notwendig sein, verfärbtes Dentin entweder durch eine Maskierung auf der Innenseite der Versorgung oder mit Hilfe einer Schicht opaken Dentins (Komposit) auf der Präparation abzudecken. Ob diese zusätzliche Schicht einen Einfluss auf die Haftwerte hat, wurde bisher nicht untersucht. In dieser In-vitro-Studie wurden extrahierte Zähne unterschiedlich behandelt. Gruppe 1: IDS mit Hilfe eines 3-Schritt-Adhäsivsystems (Optibond FL, Kerr); Gruppe 2: Nach dem IDS wie in Gruppe 1 wurde eine gleichmäßige Schicht opaken Kom- posits (Kolor Plus A1 Opaque, Kerr) aufgetragen und lichtgehärtet (getrennte Schichten); Gruppe 3: Nach der Anwendung des Primers wurde eine Mischung aus Adhäsiv und opakem Komposit für 15 s auf der Oberfläche „einmassiert“ und lichtgehärtet (gemischte Schichten). Die Proben wurden mit Fermit provisorisch versorgt und für 1 Woche in Wasser gelagert. Nach Entfernung des Provisoriums wurden die Dentinflächen sandgestrahlt und mit Adhäsiv bestrichen. Das Restaurationsmaterial (Z250, 3M Espe) wurde sofort in Schichten von 2 mm aufgebracht und lichtgehärtet. Standardi- sierte Messungen der Haftwerte ergaben anschließend folgende Werte: Gruppe 1 = 55,2 Mpa, Gruppe 2 = 45,79 Mpa, Gruppe 3 = 18,96 Mpa. Der Hauptgrund für die geringeren Haftwerte liegt wahrscheinlich in der reduzierten Lichtdurchlässigkeit der opaken Materialien. Bei der Mischung von Adhäsiv und opakem Komposit scheinen auch die Viskosität, die Hydrophilie und die Infiltration in das geätzte Dentin verändert.
Schlussfolgerung: Der Einsatz opaker Komposite zur Maskierung von indirekten Restaurationen beeinflusst die Haftwerte des Dentinadhäsivs. Es wird empfohlen, ggf. eine separate Schicht opaken Komposits auf die IDS-Fläche zu applizieren und das Adhäsiv nicht mit dem opaken Komposit gemischt anzuwenden.
Magne P, Paranhos MP, Hehn J, Oderich E, Boff LL. Selec- tive masking for thin indirect restorations: Can the use of opaque resin affect the dentine bond strength of im- mediately sealed preparations? J Dent 2011;39:707-709.
Autor: Alessandro Devigus, Dr. med. dent. Privatpraxis, Gartematt 7, CH-8180 Bülach
E-Mail: <email-pii>