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Erst bat er eine Praktikantin zum Schäferstündchen im Büro, dann vergnügte er sich mit einer Anwältin. Nun wurde Scott Steiner erneut zum Richter gewählt.
Irgendwie muss man sich ja die Zeit zwischen den Sitzungen am Gericht vertreiben. Das dachte sich wohl auch Scott Steiner, der als Richter am Kammergericht Orange County im US-Bundesstaat Kalifornien arbeitet.
Anfang 2012 hatte sich Steiner erst mit einer Praktikantin in seinem Amtszimmer vergnügt, im Mai 2012 dann mehrfach mit einer am Gericht praktizierenden Anwältin – während des Arbeitstages.
Beide Frauen waren ehemalige Studentinnen Steiners, der sie im Jurastudium unterrichtet hatte. Dafür erhielt der Richter 2014 einen Tadel. Eine Kommission, die den Fall untersuchte, erklärte in ihrem Abschlussbericht:
«Geschlechtsverkehr in einem Gerichtsgebäude ist der Gipfel unverantwortlichen und anstössigen Verhaltens für einen Richter.» An der Beliebtheit des Juristen änderte das anscheinend nichts.
Mit seiner Volksnähe hatte der verheiratete Richter, der Vater von zwei Kindern ist, Erfolg. Bei der Wiederwahl zum Richter schlug er nun laut der «L.A. Times» seine Gegnerin Karen Schatzle mit 56.3 Prozent der Wählerstimmen.
«Es war eine Ehre, für die Menschen von Orange County zu arbeiten», schrieb Steiner in diesem Jahr auf seiner Internetseite, auf der Unterstützer für seine Wiederwahl spenden konnten. «Ich bitte Sie, mich in meinen Bemühungen zu unterstützen, die Rechte von Opfern und unserer Gemeinschaft zu schützen.»
Seine Gegnerin hatte sich in ihrer Kampagne hingegen auf die Fahnen geschrieben, die Integrität des Gerichts wiederherzustellen.
«Scott Steiner hat zum Gespött gemacht, was unsere Gemeinschaft vom Gerichtswesen erwartet», hiess es auf ihrer Webseite. Steiner dürfte das nun egal sein. Nach seiner Wiederwahl kann er es sich erneut in seinem Amtszimmer gemütlich machen.
cne