Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/354

Nutztierhaltung setzt dem Klima zu. Schätzungsweise 14% der weltweiten Treibhausgasemissionen sind auf sie zurückzuführen, davon entfallen zwei Drittel auf Kühe. Eines der Treibhausgase, das Kühe emittieren, ist Methan. Es ist fürs Klima zehn bis zwanzig mal schädlicher als CO2.
Methan entsteht im Verdauungstrakt der Kuh. Im sogenannten Pansen, einer von vier Mägen eines Rindes, wird die Zellulose der gefressenen Pflanzen aufgespalten. Diese Gärprozesse führen zur Entstehung von Treibhausgasen wie eben Methan, welches die Wiederkäuer in die Welt hinaus rülpsen – etwa 300 Liter am Tag. Wobei die Menge von diversen Faktoren abhängig ist, unter anderem von der Produktivität der Kuh.
Weltweit sind Forscher*innen darum bemüht, Massnahmen für eine verbesserte Methan-Bilanz zu entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel Futterzusätze wie Leinsamen und Haselnussblätter, um die Methanproduktion zu drosseln. An der University of California kam man zu vielversprechenden Resultaten mit Rotalgen – bis zu 82% weniger Methan wurde von den Kühen ausgestossen.
Das britisch-schweizerische AgriTech-Unternehmen Mootral hat ein Produkt entwickelt, das die Methanproduktion laut eigenen Angaben um bis zu 38% senken soll. Das Nahrungsergänzungsmittel besteht aus einer Kombination von Knoblauch- und Zitrusextrakt. Gründer und CEO Thomas Hafner will laut New York Times bis 2024 einen Jahresumsatz von 375 Millionen Euro erzielen.
Ein weiterer Ansatz zur Drosselung der Methanproduktion ist die Veränderung des Mikrobioms im Pansen. Wie eine Studie mit 1000 Kühen zeigte, tragen nicht alle Mikroben gleich aktiv zur Methanproduktion bei und nicht alle werden gleich vererbt. Würde man dieses Wissen bei der Verpaarung der Kühe anwenden, könnte vielleicht ein methanarmes Rind gezüchtet werden.
Manche Stimmen sagen, dass all diese Forschungen nichts nützen, wenn den Landwirt*innen keine wirtschaftlichen Anreize zur Veränderung geboten würden. Für ETH-Forscher Michael Kreuzer könnte der Emissionshandel eine Lösung sein, wie er gegenüber der NZZ am Sonntag sagte: «Wenn die Tierhaltung in den Emissionshandel aufgenommen wird, rechnet es sich für die Landwirte schnell, den Ausstoss von Methan zu verringern.»