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Dann, als der junge Mann zuoberst auf dem Olymp angekommen war und alles erreicht hatte, was in seinem Himmel möglich war, weinte der junge Mann, der gerade vom Halbgott zum Gott geworden war. 1300 Rennrunden Kampf, um bei den Tränen des Glücks anzukommen. Tags zuvor hatte er in der Qualifikation für das letzte Rennen mit einer Runde, die auch Senna, der lebendigste aller gestorbenen Rennfahrergötter, nicht besser hinbekommen hätte, den herrschenden Gott Hamilton hinter sich gelassen, und der junge Mann war zuversichtlich, als er losfuhr zu seinen Runden, die in der Unsterblichkeit enden sollten, doch er startete wie ein Sterblicher. Der Gott Hamilton überholte ihn mühelos.
Vier Kurven später, als das Benzin des Göttlichen wieder in seinem Blut pochte und er sich erinnerte, dass er gekommen war, um das ganz Grosse zu erfahren, überschätzte er sich.
Danach fuhr er dem alten Gott hinterher, 57 von 58 Runden lang. Der Gott Hamilton zog ruhig seine Bahnen unter einem Himmel, dessen arabisches Zimtlicht sich in der Helle einer von Scheinwerfer beleuchteten Nacht auflöste. Es waren Runden, von denen jede eine Niederlage war für den jungen Mann.
Ein anderer, ein stets sich im Sterblichen Bewegender, wuchs über sich hinaus und wurde für die Dauer von immerhin ein paar Kurven und Geraden zu einem ganz kleinen Gott. Es war Sergio Perez, der Adjutant des jungen Mannes. Perez hielt den Gott Hamilton auf, indem er fuhr wie von einem anderen Stern und den jungen Mann wieder etwas näher an seinem Traum vom Olymp hinterherfahren liess. Tapfer fuhr er, aber auch mit der Resignation jener, die Nektar nur riechen, aber nicht trinken können.
Dann kam das Wunder, ohne das kein Halbgott je zum Gott werden kann. Ein Pilot aus einem abgelegenen Nebenflügel des Olymps crashte, das Rennen wurde eingebremst, der Halbgott erhielt neue Reifen, der Gott war schon zu weit weg, um sich noch welche zu holen, und dann ging das Rennen wieder los, und der junge Mann überholte den alten Gott, so, wie der alte dies in seinen alten Zeiten getan hatte. Es war der Moment der Geburt eines neuen Gottes der Geschwindigkeit. Er wird es so lange bleiben, bis im nächsten Frühling die Götter, Halbgötter und Sterblichen wieder in ihre Boliden sitzen, die Motoren starten und in den Sphären, in denen das Leben den Tod berührt und umgekehrt, sich duellieren, um uns, dem Fussvolk, die unsterbliche Sehnsucht nach Göttern zu stillen.
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