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Der Sprachenstreit in Belgien treibt immer neue wunderliche Blüten: Im flämischen Menen sollen Beamte in Zukunft nur noch in Zeichensprache antworten, wenn ein Mitbürger sie auf Französisch anspricht.
Die Massnahme sei Folge eines Gesetzes, wonach in Flandern nur noch Niederländisch als Amtssprache gilt, sagte der Sprecher von Gemeindepräsidentin Martine Fournier am Donnerstag der Zeitung "Le Soir".
Menen liegt direkt an der Grenze zu Frankreich, viele Bürger beherrschen laut dem Sprecher kein Niederländisch. "Wir brauchen strikte Regeln, um sie am Französisch-Sprechen zu hindern und die Französisierung der Gemeinde zu verhindern", sagte er.
Die kommunalen Bediensteten können dem Reglement zufolge auch einfach schweigen, wenn sie auf Französisch angesprochen werden, schrieb "Le Soir". Auch flämische Medien wie "De Morgen" und das Fernsehen berichteten über die neuen Sprachregelungen.
Piktogramme statt französischsprachige Schilder
Gemeindepräsidentin Fournier, die als flämische Christdemokratin selbst einen französischen Namen trägt, ist demnach auch entschlossen, französischsprachige Schilder durch erklärende Bilder (Piktogramme) zu ersetzen. Eine Fahne stehe zum Beispiel für Pass-Angelegenheiten und ein Haus für Wohnbescheinigungen, hiess es in der Presse.
Für den Fall, dass französischsprachige Bürger genervt reagieren, soll den Beamten laut "Le Soir" ein Anti-Gewalt-Training angeboten werden.
Der Sprachenstreit prägt das Königreich Belgien seit Jahrzehnten. Die Flamen im Norden stehen dabei den französischsprachigen Wallonen gegenüber, die auch in der offiziell zweisprachigen Hauptstadt Brüssel die Mehrheit stellen. Der Graben zwischen den Regionen hat schon des öfteren die Regierungsbildung blockiert.
Die Massnahme in Menen hat auch den Segen des zuständigen flämischen Integrationsministers Geert Bourgeois. Er verwies darauf, dass jenseits der Grenze im französischen Lille flämische Bürger auch nicht auf Niederländisch bedient würden.
SDA-ATS