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Wie das Management des Merck-Konzerns mitteilte, arbeite das Unternehmen an zwei potenziellen Impfstoffen und einem experimentellen Medikament gegen das Coronavirus. Damit schliesst sich Merck & Co. der intensiven Suche der Konkurrenz nach einem Gegenmittel an.
Ein Sprecher von Merck teilte mit, einen experimentellen Impfstoff über den Kauf der in Wien ansässigen Themis Bioscience zu erwerben, zudem beteilige sich der Konzern an der Entwicklung eines zweiten Impfstoffkandidaten und eines potenziellen Medikaments. Themis hatte im März bekanntgegeben, mit dem französischen Institut Pasteur und der Universität Pittsburgh bei der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen arbeite daran, die Produktion für klinische Studien zu erhöhen, die innerhalb weniger Wochen beginnen könne, so Roger Perlmutter, F&E-Chef von Merck.
Während die meisten grossen Pharmaunternehmen bereits an Covid-19-Behandlungen forschen, hat Merck nach Angaben von Frazier auf Zukaufgelegenheiten gewartet, die bereits Erfolge vorweisen könnten. Der Impfstoff von Themis, der in Zusammenarbeit mit dem Institut Pasteur in Paris entwickelt wurde, basiert auf einem modifizierten Masernvirus, das Teile des neuartigen Corona-Virus in den Körper abgibt. Das Projekt wurde durch die internationale Impfinitiative CEPI finanziell unterstützt. Merck geht davon aus, dass der Impfstoff demnächst an Freiwilligen klinisch getestet werden kann.
Der zweite Impfstoff-Kandidat wird laut Merck auf dem Wege einer Partnerschaft mit der wissenschaftlichen Forschungseinrichtung IAVI (International AIDS Vaccine Initiative) entwickelt. Deren experimenteller Impfstoff verwendet die gleiche Technologie, welche die Grundlage für Mercks Impfstoff gegen das Ebola-Zaire-Virus bildet. Der Pharma-Konzern werde IAVI, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in New York, dabei unterstützen, den Impfstoff weiterzuentwickeln.
Gegen Ende des Jahres könne mit Tests am Menschen begonnen werden.
Zudem beabsichtigt Merck, die Rechte an einem experimentellen Covid-19-Medikament von der nicht börsennotierten Ridgeback Biotherapeutics LP mit Sitz in Miami zu lizenzieren. Merck plane, mit der Entwicklung fortzufahren, welche in dieser Woche in die mittlere Testphase bei Patienten eintrete, so der Entwicklungschef. Das Medikament wirke wie Remedesivir von Gilead Sciences, das am 1. Mai von der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Notfallgebrauch für Covid-19 zugelassen wurde. Merck plane, das Medikament gezielt bei Covid-19-Patienten einzusetzen, die noch nicht schwer erkrankt sind, sich gleichwohl aber in Krankenhausbehandlung befinden.