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Genesung: Nach einer psychischen Erkrankung ist Aufblühen möglich
«Entgegen der traditionellen klinischen Weisheit haben wir herausgefunden, dass psychische Erkrankungen die Möglichkeit eines Aufblühens zwar einschränken, aber nicht verhindern», schreibt Andrew Devendorf. Dabei verwendeten sie eine strenge Definition des Begriffs: «Wir haben die Messlatte für Thriving sehr hoch gelegt.»
Die Daten für die Studie stammen aus einer repräsentativen Erhebung, an der mehr als 25 000 Kanadierinnen und Kanadier teilnahmen. Dabei wurden Informationen über ihren psychischen Gesundheitszustand über die gesamte Lebenszeit gesammelt. Die Forschenden verglichen die in der Erhebung erfassten psychischen Erkrankungen mit anderen Daten der Teilnehmenden, darunter soziale Beziehungen, positive Emotionen, wahrgenommene Lebensqualität und Funktionsfähigkeit. Sie analysierten dann, wie viele Personen mit einer lebenslangen Vorgeschichte psychischer Krankheit zum Zeitpunkt der Studie die Kriterien für ein Aufblühen erfüllten.
Die Ergebnisse des Vergleichs zeigten, dass etwa 10 Prozent der Teilnehmenden mit einer Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen die Kriterien für ein Aufblühen erfüllten, verglichen mit etwa 24 Prozent der Teilnehmenden, die keine solche Vorgeschichte aufzeigten. Die Studie ergab zudem, dass etwa zwei Drittel der Menschen, die im Lauf ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung litten, eine Genesung erfuhren: Sie erfüllten nicht mehr die diagnostischen Kriterien für eine bestimmte Krankheit. «Jetzt, da wir wissen, dass es möglich ist, nach einer psychischen Erkrankung aufzublühen, hoffen wir, dass Forschende zu untersuchen beginnen, wie bestehende Behandlungen die Chance auf ein Aufblühen nach einer psychischen Erkrankung erhöhen können», schreibt Andrew Devendorf.
Devendorf, A., Rum, R., Kashdan, T., & Rottenberg, T. (2022). Optimal well-being after psychopathology: Prevalence and correlates. Clinical Psychological Science. doi: 10.1177/21677026221078872
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