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Erkennungsmerkmale
Der Bartgeier gehört zur Familie der Habichtartigen. Er ist etwas grösser als der Steinadler. Seine Flügelspannweite beträgt bis zu 2.7 Meter. Flügel und Schwanz der ausgewachsenen Tiere sind dunkel, Kopf und Brust hell-rötlich. Über den Schnabel hängen borstenartige Federn wie ein Bart. Wenn der Vogel aufgeregt ist, leuchtet ein roter Ring um seine Augen. Jungtiere hingegen sind dunkelbraun gefärbt mit helleren Stellen. Gerade sie werden oft mit dem Steinadler verwechselt. Im Flug ist der lange keilförmige Schwanz das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum Steinadler.
Lebensraum und Verbreitung
Bartgeier lieben gebirgiges Gelände mit Felswänden, Schutthalden und Alpweiden. Wichtig ist, dass sie dort ausreichend Nahrung, ganzjährig Frischwasser sowie geeignete Felswände für die Jungenaufzucht finden.
Der Bartgeier wurde im 19. Jahrhundert im Alpenraum ausgerottet. Seit 1991 wird er in der Schweiz wieder angesiedelt. Im Rahmen dieses Wiederansiedlungsprojektes wurden im Juni 2010 und im Juni 2011 im Calfeisental (St.Gallen) je 3 Junggeier ausgesetzt. Mehrere der Junggeier besuchen seitdem regelmässig das Glarnerland. Ob der Bartgeier im Glarnerland wieder brüten wird, wird sich in ein paar Jahren zeigen.
Besonderheiten
Wie alle Geier ernährt sich der Bartgeier ausschliesslich von toten Tieren. Er geht dabei jedoch noch weiter als andere Aasfresser: seine Nahrung besteht zu 80% aus Knochen. Sein extrem saurer Magensaft kann diese auflösen und die wertvollen Nahrungsbestandteile darin verfügbar machen. Er frisst vor allem Überreste von Gämsen, Steinböcken, Hirschen, Schafen und Ziegen, aber auch kleinere Kadaver werden nicht verschmäht. Wenn die Knochen zu gross zum Herunterschlucken sind, lassen die Geier sie aus 50-80 Metern Höhe auf die Felsen fallen. Dies wiederholen sie bis der Knochen zersplittert.
Weitere Informationen
Haben Sie Bartgeier beobachtet oder fotografiert? Dann melden Sie Ihren Fund bitte an das Naturzentrum Glarnerland (Kontakt). Vielen Dank!
Bei Fragen steht Ihnen das Naturzentrum Glarnerland (Kontakt) gerne zur Verfügung.
Text: Barbara Zweifel-Schielly, Naturzentrum Glarnerland, 2011