Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03459.jsonl.gz/772

Die Künstlerresidenz Arc war in einer ehemaligen Pilgerherberge des Klosters von Romainmôtier untergebracht. Das cluniazensische Kloster wurde von Romanus von Condat gegründet und ist nach ihm benannt.
Das Haus ist im Schweizerischen Verzeichnis der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung verzeichnet.
Die Künstlerresidenz Arc gehörte dem Migros-Kulturprozent, welches das Haus 1981 gekauft hat und zwischen 1991 und 1994 renovieren liess.
Von 1998 bis 2014 amtete Veronika Sellier als Direktorin. In dieser Zeit wurde das L’arc (kurz für Littérature et Atelier de Réflexion Contemporaine) für Autorinnen und Autoren und Kunstschaffende für Labors, Workshops, Symposien und Werkstattgespräche geöffnet. Die Künstlerresidenz Arc kombinierte im Rahmen interdisziplinärer Veranstaltungen Theater, Tanz, Musik, Film, Neue Medien sowie gesellschaftsrelevante Themen miteinander, und es fanden zahlreiche öffentliche Konzerte, Lesungen und Performances statt. Überdies publizierte die Residenz mehrere Bücher.
Von 2015 bis Dezember 2018 stand das Arc unter der Leitung von Sally De Kunst KünstlerInnen und Praktizierenden aus verschiedenen Bereichen offen. Es bot verschiedene Arten von Residenzen an: einmonatige Custom-made-Residenzen für Forschungen von Einzelpersonen oder Gruppen, viertägige Walk-&-Talk-Residenzen für den diskursiven Austausch zwischen zwei Praktizierenden und einwöchige thematische Residenzen, bei denen sich eine interdisziplinäre Gruppe von Praktizierenden mit einer gesellschaftlichen Frage beschäftigte.
In dieser Zeit hat das Arc sich immer wieder neu erfunden. Dazu hinterfragte es kontinuierlich seine Rolle als Kunstinstitution sowohl von innen als auch von aussen, ging Wertvorstellungen auf den Grund, lotete neue Wege der Zusammenarbeit aus und stellte das gesamte soziokulturelle Ökosystem infrage. Das Arc war ein pulsierender Organismus, eine gemeinsame Lebens- und Arbeitserfahrung, eine praxisorientierte Gemeinschaft von Kunstschaffenden, Experten und anderen Gästen und ein Ökosystem, in dem das Teilen der Forschung ein fester Bestandteil der Forschung war.