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Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirat der Schweiz. MS-Gesellschaft
Die Impfung ist deshalb von vielen nationalen Gesundheitsbehörden, einschliesslich dem BAG in der Schweiz, empfohlen. Einer der beiden verfügbaren Impfstoffe kann zusätzlich auch vor Genitalwarzen schützen.
Die Impfung wird vor allem bei jugendlichen Mädchen und jungen Frauen durchgeführt. Es ist bekannt, dass in dieser Patientengruppe die Häufigkeit des Beginns von Autoimmunerkrankungen grundsätzlich schon erhöht ist. Wenn nun in den Medien einzelne Fälle von Autoimmunerkrankungen wie z. B. MS in Zusammenhang mit der Impfung beschrieben werden, so ist das sicher noch kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang, sondern kann auch einfach nur das erhöhte Risiko in dieser Bevölkerungsgruppe wiederspiegeln. Das gleiche wurde in der Vergangenheit auch für andere Impfstoffe, z. B. Hepatitis B behauptet. Auch entsteht eine einseitige Tendenz, weil ja immer nur die Patienten veröffentlicht werden, die Probleme nach einer Impfung hatten. Über die vielen Menschen, die die Impfung erhalten haben und keine Probleme hatten, wird natürlich nicht berichtet.
Relevanz konnte nicht bewiesen werden
Ein wissenschaftlich fundierter Zusammenhang zwischen der HPV-Impfung und dem Beginn einer Autoimmunerkrankung kann nur geprüft werden, wenn in grossen nationalen Registern untersucht wird, ob die Zahl an Neuerkrankungen nach einer Impfung erhöht ist verglichen zu Personen, die nicht geimpft wurden und zur gleichen Bevölkerungsgruppe gehören. Solche Untersuchungen wurden auch durchgeführt (BMJ. 2013 Oct 9;347:f5906. Autoimmune, neurological, and venous thromboembolic adverse events after immunisation of adolescent girls with quadrivalent human papillomavirus vaccine in Denmark and Sweden: cohort study. Arnheim-Dahlström L et al..; J Intern Med. 2014 Apr;275(4):398-408. Autoimmune disorders and quadrivalent human papillomavirus vaccination of young female subjects. Grimaldi-Bensouda L et al.). Dabei zeigte sich kein Hinweis auf einen signifikanten Anstieg von Autoimmunerkrankungen nach HPV-Impfung. Leider werden diese Untersuchungen von den Medien nicht erwähnt. Diese Art der Berichterstattung trägt leider in keiner Weise zur Aufklärung bei und verunsichert nur die Bevölkerung.
Zusammenfassend besteht aktuell kein Hinweis dafür, dass die HPV-Impfung das Risiko für eine MS erhöht. Der wissenschaftliche Beirat der Schweizer MS-Gesellschaft schliesst sich in Anbetracht der Datenlage der Empfehlung des BAG an, die unverändert die Durchführung einer HPV-Impfung bei jungen Frauen empfiehlt.
November 2014
Prof. T. Derfuss, PD Dr. M. Schluep, Dr. C. Gobbi, PD Dr. P. Lalive, Wissenschaftlicher Beirat der Schweiz. MS-Gesellschaft
Wir danken für die kritische Durchsicht der Stellungnahme durch Prof. U. Heininger (Universitätskinderspital beider Basel, Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Impffragen)