Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03146.jsonl.gz/1745

1. Die Idee für «Kill Bill» ist so alt wie «Pulp Fiction»
Ohne Uma Thurman wäre «Kill Bill» (2003) gar nicht entstanden. Der Film basiert auf einer Heldin, die laut Abspann von «Q» und «U» kreiert wurde.
Q steht für Quentin, U für Uma. Die Grundzüge ihrer Filmfigur schufen die beiden bereits während des Drehs von «Pulp Fiction» (1994).
In einer Talkshow schilderte Tarantino Thurmans ersten Input so: «Hey Quentin, ich habe eine Idee. Wie wäre es, wenn man zuerst nur mein blutverschmiertes Gesicht sehen würde? Dann zoomt die Kamera zurück und man sieht, dass ich ein Hochzeitskleid trage.»
Mit dieser originellen Bildidee war die Braut geboren. Auch wenn es danach lange dauern sollte, bis ihr der Sprung auf die grosse Leinwand gelang.
2. Nicht ohne Uma – koste es, was es wolle
Als Tarantino fast zehn Jahre später endlich das Skript geschrieben hatte und mit dem Dreh beginnen wollte, war Thurman schwanger. Weil eine Umbesetzung der Hauptrolle für den Autorenfilmer nicht in Frage kam, verzögerte sich die Produktion um Monate.
Das Warten zahlte sich aus – für alle Beteiligten. Nachdem «Kill Bill: Vol. 1» die Kinokassen zum Klingen gebracht hatte, wurde Uma Thurman 2004 für den Golden Globe nominiert.
Im selben Jahr gewann die Grossgewachsene gleich zwei MTV Movie Awards: einen als beste Hauptdarstellerin und einen für die beste Kampfszene.
3. Crash-Kurs für die Killer-Braut, die nichts umhaut
Uma Thurman wirkt in «Kill Bill» unglaublich athletisch. Dafür musste sie hart arbeiten.
Erstens: Weil seit der Geburt ihres zweiten Kindes erst drei Monate vergangen waren.
Zweitens: Weil sie auf keine Martial-Arts-Erfahrung zurückgreifen konnte, als sie das Kampfsport-Training für den Film in Angriff nahm.
So kam es, wie es kommen musste: In der ersten Schwertkampf-Lektion traf sie sich mit der Waffe dermassen hart am Kopf, dass sie beinahe zusammenbrach. Doch sie rappelte sich rasch wieder auf – indem sie an die blutrünstige Göttin Kali dachte.
Die Todbringerin ist genauso hinduistischen Ursprungs wie ihr eigener Name. Uma ist die Manifestation eines viel sanfteren göttlichen Aspekts und bedeutet: die Gnadenreiche.
4. Rückblickend bereut Quentin Tarantino einiges
Tarantinos Anforderungen an Thurman waren teilweise absurd. Damit die Action möglichst authentisch wirkt, wurde in vielen Szenen auf Stunt-Doubles verzichtet. Auch digitale Tricks kamen für Tarantino nicht infrage.
Ein Video, das Uma Thurman vor zwei Jahren auf Instagram postete, zeigt, wie fahrlässig diese Haltung war. In diesem Clip sieht man, wie Thurman ein ramponiertes Cabrio steuert. Zumindest, bis sie die Kontrolle verliert und frontal in einen Baum fährt.
Die halsbrecherische Szene, zu der sie Tarantino gedrängt hatte, führte zu bleibenden Schäden am Knie und Nacken der Schauspielerin.
2018 bezeichnete Tarantino in der Zeitschrift Deadline den Entscheid, Thurman selber fahren zu lassen, als «den grössten Fehler seines Lebens». Ausserdem bereue er es, nichts gegen den Mann unternommen zu haben, der seine Karriere als Produzent befeuert hatte: Harvey Weinstein.
5. Die am meisten verehrte Muse des Meisters
Quentin Tarantino & Uma Thurman. Dieses Duo weckt grosse Gefühle. Bei manchen Cineasten werden gar Erinnerungen an Jean-Luc Godard & Anna Karina oder Josef von Sternberg & Marlene Dietrich wach.
Tarantino selbst findet den Vergleich mit anderen, ähnlich stark verbundenen Kino-Paaren durchaus zulässig: «Ich mag das partnerschaftliche Verhältnis von Regisseuren und ihren Stars. Uma ist nicht die einzige Person, mit der ich eine so enge Beziehung pflege. Auch mit Samuel L. Jackson läuft das so. Doch mit Uma ist es noch spezieller. Weil sie eine Frau ist und ich ein Mann.»
Wegen solcher Äusserungen und der Vertrautheit, die Tarantino und Thurman gerne nach aussen tragen, wurde jahrelang spekuliert: Lieben sich die zwei?
Offiziell sind sie nie ein Paar gewesen. Und doch ist «Kill Bill» als ihr gemeinsames Kind in die Filmgeschichte eingegangen.