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I Love You, Alice B. Toklas
Regie: Hy Averback
Darst.: Peter Sellers, Jo Van Fleet, Leigh Taylor-Young, Joyce Van Patten, David Arkin, Herb Edelman, Salem Ludwig, Louis Gottlieb, Grady Sutton, Ed Peck, Eddra Gale u.a.
Harold Fine ist ein biederer jüdischer Anwalt aus Los Angeles, der kurz davor steht, seine langweilige Verlobte Joyce zu heiraten. Auf einer Beerdigung lernt er Nancy kennen, die kindlich-unschuldige Begleiterin seines jüngeren Bruders. Dieser ist als schwarzes Schaf der Familie in die Hippie-Szene geraten. Harold ist von Nancy hingerissen und verliebt sich auf der Stelle in sie. Am Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht backt Nancy Hasch-Brownies, die von ihrem neuen Geliebten und dessen Eltern mit grossem Appetit verzehrt werden. Von da an ist nichts mehr wie vorher: Harold lässt seine zur Heirat entschlossene Braut am Altar stehen, gibt Job und bürgerliche Existenz auf, lässt sich die Haare wachsen und schliesst sich an Nancys Seite den Hippies an. Der grosse Peter Sellers, der kurz zuvor bereits in Blake Edwards «The Party» zu Hochform aufgelaufen war, glänzt in dieser Zeitgeistparodie und ist umwerfend komisch in der Rolle des zwanghaft konventionellen Harold, der seinem Leben unverhofft eine neue Richtung gibt. Der wenig bekannte Regisseur Hy Averback schuf mit den beiden Drehbuchautoren Paul Mazursky und Larry Tucker einen witzigen Abgesang auf die Flower-Power-Ära, in dem er die Hippie-Bewegung und das, was man damals als «Establishment» bezeichnete, gleichermassen durch den Kakao zog. «I Love You, Alice B. Toklas» ist eine der besten Komödien der Sechzigerjahre und gleichzeitig ein Beispiel für die Idiotie deutscher Film- und Fernsehtitelerfinder. Da es wohl zu kompliziert gewesen wäre, dem deutschen Publikum zu erklären, wer die 1967 verstorbene Alice Babette Toklas war – die 1877 geborene US-Schriftstellerin wurde als Lebensgefährtin von Gertrude Stein und als Autorin des 1954 erschienenen legendären «The Alice B. Toklas Cook Book» bekannt, das unter anderem ein Rezept für Haschischplätzchen enthielt – kam man auf den grammatikalisch grenzwertigen Titel «Lass mich küssen deinen Schmetterling». Bei der deutschen TV-Ausstrahlung anlässlich von «40 Jahre 68» konnte man im Arte-Magazin lesen: «‹Lass mich küssen deinen Schmetterling› ist eine der originellsten und ausgefallensten Hollywood-Komödien der späten Sechzigerjahre. Hy Averbacks Film fängt auf ironische und auch kritische Weise die Atmosphäre der Flower-Power-Ära ein.»