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Aus den vielen Bettelbriefen und Spendenaufrufen, die in den letzten Wochen in meinem Briefkasten gelandet sind, ist mir der von «Brot für alle» speziell aufgefallen.
Die gegenwärtige Kampagne von «Brot für alle» und «Fastenopfer» macht auf das Problem des land grabbing (Landraub), den Verlust von Landwirtschaftsland der lokalen Bevölkerung in den ärmsten Ländern, speziell auch in Afrika, aufmerksam. Landraub, Landverkäufe und Verpachtungen hat es seit der Kolonialzeit immer gegeben. Beängstigend ist die starke Zunahme, speziell seit den Jahren 2007/2008, als die Nahrungsmittelpreise explodierten. In Anbetracht der wachsenden Weltbevölkerung und der begrenzten Ressourcen wie Land und Wasser ist das sehr problematisch.
In Afrika sind inzwischen fast fünf Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in den Händen fremder Konzerne oder ausländischer Staatsfonds – Tendenz zunehmend. Investoren suchen Landflächen mit fruchtbaren Böden und genügend Niederschlägen oder Zugang zu Wasser in Flüssen und Seen. Die Aufkäufer kommen hauptsächlich aus den Golf-Staaten, China, Indien, Europa und den USA. Die lokale Bevölkerung kann sich kaum wehren, denn oft fehlen Besitzurkunden, rechtliche Mittel und die Unterstützung der Regierung. Einige wenige profitieren wohl, aber die einheimischen Bauernfamilien verlieren ihre Existenz. Auf dem Boden werden hauptsächlich Nahrungsmittel für den Export oder für die Gewinnung von Futtermitteln oder Biotreibstoffen angepflanzt. Die knappen Wasservorräte werden angezapft, der Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden nimmt zu. Die Nahrungsmittelsicherheit der lokalen Bevölkerung nimmt ab.
Aus bäuerlichen Familien werden arme Landarbeiter oder mittellose Stadtbewohner, die kein Geld haben, um ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Kriminalität und Prostitution nehmen zu und junge Menschen sehen keine Zukunft mehr. Wen wundert es, dass sie alles versuchen, ihre miserable Lage zu verbessern und sich auf den Weg ins vermeintliche «Paradies » machen und als Wirtschaftsflüchtlinge, auch bei uns, auftauchen?
Alfred Ziegler, Kirchenpfleger
Alfred ZieglerZihlweg 228712 Stäfa044 926 10 56 (Fax 044 926 31 38)079 432 48 82
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