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Sollte diesen Sippen, die am weiten Gestade des nahrungspendenden Meeres lebten, das Salz oder als ein möglicherweise weiteres wichtiges Exportgut der als Trockenfleisch langlebige Dörrfisch ausgegangen sein?
An den Archäologen liegt es zu belegen, wie ausgereift sich die lukrativen Tauschgeschäfte damals entwickelten und etablierten, so dass eine Gesellschaft oder eine Gesellschaftsschicht über einen derartigen Reichtum verfügte, dass sie das tollkühne Unternehmen Alignements an die Hand nehmen konnte.
In einem überaus mächtigen, hohen Tumulus, der südlich und knapp neben den Alignements liegt, wurden Grabbeilagen gefunden, die auf Verbindungen zu Gemeinschaften im heutigen Spanien und dem heutigen Österreich hinweisen. Kann aus dieser Entdeckung bereits auf einen regen Handel über den Kontinent geschlossen werden, der grossen Reichtum brachte?
Carnac bleibt ein Gedankenexperiment. Die Überlegungen zur generalstabsmässigen Planung können aufgrund des vermuteten Organisationsstandes der damaligen Menschen gestrichen werden. Vor 6.000 Jahren, 2.000 Jahre bevor die ersten Pyramiden entstanden, erfanden die Menschen im Norden Europas ein Denksystem, das in keiner Weise mit der durchstrukturierten Organisationsordnung, die wir kennen, gleichgesetzt werden kann. Die neu entwickelte Kunst zu denken stellte den Grundstein für ein gedankliches Reflektieren, dessen Abbild die stillen Alignements sind.
Es muss davon ausgegangen werden, dass, als die ersten Steine aufgestellt wurden, das schlussfolgernde, abstrakte Überlegen der Menschen als Weiterentwicklung des instinktiven Handelns in der Meute in seinen Anfängen steckte.
So ist auch die Entstehung der Alignements zu verstehen. Der Mensch stand damals am Anfang einer zivilisatorischen Entwicklung, eines neuen Schubs von Weiterbildung. Er vollbrachte zu jener Zeit, wie im Augenblick, als er sich das Feuer urbar machte, eine denkerische Leistung, welche heute im Grunde jedes Schulkind beherrscht und darum gar nicht mehr erwähnenswert ist oder wertgeschätzt wird. Damals stand jedoch der Mensch vor ganz anderen Herausforderungen als das Schulkind von heute, welches von Erwachsenen in das Wissen unserer Zeit eingeführt und auf seinem Lernweg begleitet und gefördert wird. Der Mensch von damals war auf sich selber gestellt und befasste sich mit einer Entwicklung, zu der ihm niemand die Hand reichte. Er konnte lediglich auf seinen Erfahrungen aufbauen und jenen der Tradition, mit der er brach, um Carnac auf die Beine zu stellen. Er verliess die Sicherheit des Kreises und machte sich auf in die Gerade.