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Bei vermissten Tieren kann die Tierkommunikation einen wichtigen Beitrag leisten.
Hunde folgen oft ihrem Jagdtrieb und finden sich bei der Verfolgung, zum Beispiel eines Rehs, an einem Ort wieder, den sie nicht kennen. Sie können auch noch sehr aufgeregt und hormonell beeinflusst sein, so dass sie den Rückweg zu den Tierhaltern nicht mehr finden. Oder es kann sein, dass sie ihren Jagdinstinkt noch nicht stoppen können und weiter auf Beutesuche sind. Es kommt vor, dass Hunde in freier Natur viele Kilometer zurücklegen, bevor sie sich wieder in ihrem «Normalzustand» befinden, aber nicht wissen, wie sie zurückfinden.
Katzen hingegen sind sich gewohnt, sich weit von zu Hause aufzuhalten und auch einige Tage selbständig und allein zu verbringen. Daher ist bei vermissten Katzen oftmals die Frage, ob sie Opfer eines Unfalls wurden, oder ob sie irgendwo eingesperrt sind und nicht nach Hause zurückkehren können. Katzen sind unabhängiger und selbständiger. Daher kommt es vor, dass Katzen aus verschiedenen Gründen nicht mehr in ihr Zuhause zurückkehren möchten.
Mein Grundprinzip bei der Suche nach vermissten Tieren ist, das Tier zu beruhigen, Vertrauen und Zuversicht zu übermitteln, und es zur Rückkehr zu bewegen. Die Rückkehr nach Hause, oder die Rückkehr an den Ort, wo es entlaufen ist.
Es gibt im Zusammenhang mit der Tierkommunikation unrealistische Erwartungen, über die ich die Besitzer jeweils aufkläre. Ein Tier kann mir zum Beispiel nicht übermitteln, wo es sich örtlich befindet. Es kann zwar Bilder, Gerüche und Geräusche übermitteln, aber oftmals sind diese Signale zu unklar, um einen Ort auszumachen. Ein Wald, ein Feld, eine Wiese, ein Haus, ein Unterstand oder eine Strasse können irgendwo sein.
Ich trete mit dem Tier in Kontakt und versuche zu verstehen, was im Tier vorgeht, was es im Moment für Emotionen hat, und ob es in der Lage ist, den Weg zu den Tierhaltern zurückzugehen. Es können Stunden bis Wochen vergehen, bis ein Tier fähig und willig ist, zurückzukehren. Jeder Fall eines vermissten Tieres ist individuell. Es ist wichtig, die Gesamtkonstellation rund um das Tier und den Zeitpunkt des Entlaufens zu kennen, um im Kontakt mit dem Tier das notwendige Verständnis und das Vertrauen zum Tier aufzubauen.
Eddy, der 2-jährige schüchterne Mops, entläuft aus dem ihm wohlbekannten Hundesitting, während seine Besitzer im Ausland in den Ferien sind. Warum er entlaufen ist, kann nicht nachvollzogen werden. Die Umstände für eine Suche sind erschwert, so lange die Besitzer nicht zurückreisen können. Der Besitzerin gelingt es, in die Schweiz zurückzufliegen. Von Eddy fehlt leider, zwei Tage nach dem Entlaufen, immer noch jede Spur.
Sämtliche Hebel werden in Bewegung gesetzt. Nebst den üblichen Melde- und Suchstellen erscheint auch ein Artikel in der Tageszeitung "20 Minuten". So erfahren sehr viele Menschen in der Region, wo Eddy sich aufhält, von seiner Geschichte. Zudem wird nun auch der Kontakt über eine erste Tierkommunikation gesucht. In diesem intensiven Fall werden fünf Sitzungen innert 48 Stunden durchgeführt. Die kurzen Beschreibungen dazu findest du untenstehend. Der zentrale Punkt bestand bei Eddy darin, das Vertrauen in sich selbst und zu unbekannten Menschen so zu übermitteln, dass er sich eine aktive Kontaktaufnahme, trotz seines zurückhaltenden Wesens, zutraut.
In der ersten Tierkommunikation ist Eddy noch sehr verunsichert und aufgewühlt. Er meidet Menschen. Ich versuche, Eddy mit positiven Botschaften dazu zu bewegen, Kontakt zu Menschen aufzunehmen, oder dorthin zurückzugehen, wo er entlaufen ist. Aufgrund seiner Verunsicherung und Desorientierung ist ihm dies noch nicht möglich. Wichtig zu wissen ist für uns alle, dass Eddy körperlich gesund ist und Rückmeldungen geben kann.
In der zweiten und dritten Sitzung kann Eddy vage Angaben zu seinem Aufenthaltsort geben. Er hat einen Rückzugsort. Er hatte zudem Menschenbegegnungen, ist jedoch immer geflüchtet und hat sich zurückgezogen. Das Vertrauen fehlt nach wie vor. Obwohl ich Eddy immer wieder ansporne, ist das Gefühl der Unsicherheit stärker als der Mut, aktiv in ein bewohntes Gebiet zu gehen und den Kontakt zu Menschen zu suchen.
In der vierten Sitzung, die abends stattfindet, ist Eddy körperlich ermüdet. Nun sind seit seinem Entlaufen schon drei Tage vergangen. Die körperlichen Reserven von Eddy sind reduziert. Er hat Mühe, körperliche Signale zu übermitteln. Was jedoch auffällt, ist sein mentaler Zustand, der gelöster und klarer wirkt als zuvor. Dies ist für mich ein Zeichen. Ich habe das Gefühl, Eddy wird es nun bewusst, dass es Zeit ist, die Unsicherheit zu überwinden und eine Lösung für seine Situation zu suchen. Ich fordere ihn nochmals auf, den Kontakt zu Menschen zu suchen. Eddy nimmt dies vertraut und sicher entgegen.
Die fünfte und letzte Sitzung gestaltet sich positiv, und für mich sehr erkenntnisreich. Eddy ist zwar körperlich müde, jedoch gibt er seinen seelischen Zustand als geordnet und klar an. Ich spüre viel Zuversicht und Motivation, als ich ihn wieder dazu auffordere, zu Menschen Kontakt aufzunehmen, damit er zurück zu seiner Familie gehen kann. Das Zusammensein mit seiner Familie beschreibt er als vertrautes Gefühl.
Was ich noch nicht weiss, im Nachhinein aber logisch erscheint, ist, dass Eddy zu diesem Zeitpunkt bereits Kontakt zu einer Hundehalterin hatte. In der Nacht ist er in ein Quartier gelaufen und hat sich dort in ein offenes Treppenhaus gewagt, wo er durch die Hundehalterin am frühen Morgen entdeckt wurde, als sie mit ihrem Hund auf den Morgenspaziergang gehen wollte. Ende gut, alles gut. Und der grosse Aufwand, den Eddy's Besitzerfamilie betrieben hat, zahlt sich aus. Der eindrücklichste und emotionalste Moment folgt für mich zwei Wochen später, als ich Eddy und seine Besitzer persönlich kennenlernen darf. Der scheue Eddy erkennt mich schnell und steigt zu mir auf den Schoss. Etwas, das Eddy ansonsten nur bei Familienmitgliedern tut. Er bleibt lange bei mir sitzen, entspannt sich total und gibt mir so seine Dankbarkeit auf beeindruckende Art zu verstehen.
Fazit: Bei der Suche nach vermissten Hunden können viele Hilfsmittel eingesetzt werden. Nebst den kommunikativen Kanälen wie die Tiermeldezentrale oder Aufrufe und Artikel in der Presse, können heute auch technische Hilfsmittel wie Drohnen eingesetzt werden. Zu Verfügung stehen auch Hundesuchstaffeln. Mit Tierkommunikation kann das Tier zusätzlich kontaktiert und unterstützt werden. Vermisste Hunde stehen unter Stress und befinden sich in einer ausserordentlich anspruchsvollen Situation. Es werden Instinkte geweckt, die im Alltag nicht zum Tragen kommen. Eine mentale Unterstützung hilft den Hunden, Zuversicht zu erlangen.
Malou, die 2-jährige Rottweiler Hündin, kann ihren Jagdtrieb während einer Wanderung nicht zügeln. Es ist Samstagmorgen, und bei der Sichtung von zwei Rehen, die sich sehr nahe an die Dorfgrenze gewagt haben, ist Malou nicht mehr abrufbar und jagt den flüchtenden Rehen hinterher. Malou trägt ein farbiges Halsband und zudem einen farbigen Hunderucksack. Sie ist eine auffällige Erscheinung, das sollte helfen, sie zu finden. Trotz intensiver Suche gelingt es den Hundehaltern nicht, einen Kontakt zu Malou herzustellen.
Ich nehme in einer ersten Tierkommunikation mit Malou Kontakt auf. Sie ist verunsichert und orientierungslos. Es sind keine Zeichen eines möglichen Kontaktes zu den Menschen, die auf der Suche nach ihr sind, vorhanden. Die Bilder und Geräusche, die Malou übermittelt, sprechen für einen abgelegenen Aufenthaltsort in einem Waldgebiet in den Bergen. Sprich - sie kann in der weitläufigen Berglandschaft überall sein.
Malou verbringt die folgende Nacht alleine draussen. Am nächsten Morgen wird die Suche durch die Tierhalter und Helfer fortgesetzt. Unterdessen ist in der Region schon bekannt, dass eine junge Rottweilerhündin vermisst wird. Es folgt eine weitere Kontaktaufnahme mittels Tierkommunikation. Malou hat die Nacht in der Kälte zugesetzt. Sie ist körperlich müde und befindet sich immer noch in einer ruhigen Umgebung im Wald, ohne klar identifizierbare Geräusche. Mir wird klar, dass es wenig Sinn macht, Malou mit weiteren Fragen zu ihrem Aufenthaltsort zu verunsichern. Ich fordere Malou auf, Sicherheit und Vertrauen wiederzufinden, und dorthin zurückzugehen wo sie das letzte Mal mit ihrer Familie zusammen war. Sie soll den Spuren von Menschen folgen, und sich Richtung Tal und an den Geräuschen von Autos, Kirchenglocken, Stimmen etc. orientieren.
Um die Mittagszeit erfolgt die dritte und letzte Tierkommunikation mit Malou. Sie ist nun seit über 24 Stunden unterwegs, wirkt mental und körperlich wieder gefasster, und bestätigt die Gerüche von Menschen und Hunden. Ich spreche Malou nochmals Mut zu und fordere sie mehrmals auf, den Weg weiterzugehen und den Kontakt zu Menschen zu suchen, damit sie wieder zurück zu ihrer Familie finden kann. Am Nachmittag kommt die erlösende Meldung. Malou hat den Weg zurückgefunden. Sie sitzt bei einer Familie, ganz in der Nähe ihres "Fluchtortes" im Garten vor dem Haus, und kann von ihrer Familie abgeholt werden.
Fazit: Alle unsere rationalen und sachlichen Überlegungen helfen dem Tier in einer solchen Situation nur sehr bedingt weiter. Erst wenn das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wieder hergestellt ist, und die emotionale und manchmal auch hormonell bedingte Ausnahmesituation neutralisiert ist, sind Tiere wieder fähig, ihre Instinkte zielgerichtet für eine Rückkehr einzusetzen. Dazu können sie die Unterstützung durch eine Tierkommunikation gut gebrauchen.
Simba, die 7-jährige Katze, wohnt mit ihrem Frauchen und ihrem "Katzenbruder" seit einigen Wochen an einem neuen Ort. Sie ist noch vorsichtig, geht jedoch schon regelmässig raus und erkundet die Umgebung. Die Besitzerin meldet sich bei mir, weil Simba nun schon seit drei Tagen nicht mehr nach Hause gekommen ist. Das ist sehr ungewöhnlich.
In der ersten Tierkommunikation empfinde ich Simba sehr verunsichert. Sie beschreibt die Begegnung mit einem aggressiven Hund, von dem sie in die Flucht getrieben wurde. Simba sah die Flucht aus dem Territorium des Hundes als einzigen Ausweg in dieser Situation. Obwohl seit diesem Ereignis schon einige Tage vergangen sind, kann sich Simba noch nicht vorstellen, in sein neues Zuhause zurückzukehren. Die Angstgefühle sind noch zu stark. Ich überbringe Simba Botschaften der Sicherheit und Emotionen der vertrauten Familie, um sie zur Rückkehr zu bewegen.
In einer zweiten Tierkommunikation bestätigt sich, dass Simba sich immer noch in einer für sie sicheren und geschützten Umgebung aufhält. Sie hat Vertrauen und den Willen aufgebaut, zurückzukehren. Allerdings besteht immer noch ein grosses Spannungsfeld zu den Gefühlen der Angst und Unsicherheit. Simba scheint noch nicht bereit, den für sie schwierigen Schritt zurück an den Ort der Hundebegegnung zu gehen. Für die Tierhalterin ist es in dieser Zeit wichtig zu wissen, dass es Simba körperlich so weit gut geht und sie noch lebt. Es vergehen lange acht Wochen, bis Simba den Weg nach Hause geht, und mitten in der Nacht zu ihrer Familie zurückkehrt.
Fazit: Auch die mehrmalige Bestätigung von Vertrauen und Zuversicht, die Erklärung dass die Situation bereinigt und vorbei ist, bedeutet für ein Tier noch keine Sicherheit. Je intensiver die auslösenden Emotionen für eine Flucht oder ein Verlassen des Zuhause waren, umso länger braucht ein Tier Zeit, um diese Emotionen wieder abzubauen. Die Gewinnung von Sicherheit geht bei Tieren immer nur über den emotionalen, und nie über den menschlich-sachlichen Aspekt.