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Nachhaltiger Schiffsbesuch
Die Zusammenarbeit mit einer christlichen Gemeinschaft „vor Ort“ ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn es darum geht, einen Einsatz zu planen oder die Region zu verstehen. Das Ziel von OM Schiffe war es immer, Gemeinschaften vor Ort zu ermutigen und auszurüsten – diese empfangen durch einen Schiffsbesuch oft neue Gläubige, die sie zu Nachfolgern Jesu machen können, oder sie erleben, wie der Glaube von bereits vorhandenen Mitgliedern gestärkt wird.
Aber oft gab es keine etablierten Gemeinden vor Ort, die die neu begonnene Arbeit weiterführen konnten. An manchen Orten gründeten neue Christen ihre eigene Gemeinde, an anderen Orten fühlten sich Gläubige dazu berufen, weitere Kirchen zu gründen – entweder in ihrer eigenen Gegend, oder aber in Gebieten, die weiter entfernt waren.
Eines ist jedoch sicher: Der Heilige Geist nutzte die sich allmählich ausbreitende Wirkung der Schiffsbesuche in der ganzen Welt. Heute gibt es unzählige ermutigende Geschichten über die Entstehung von christlichen Gemeinschaften die infolge eines Schiffsbesuches entstanden sind.
Ein Besuch der Logos in Indien im Jahr 1979 führte zu der Gründung einer neuen Gemeinde, die sogar nach dem Schiff benannt wurde. Der Hafen von Visakhapatnam und die umliegenden Gebiete durften erleben, wie durch den Impuls der Logos und der Doulos mehr als 50 Gemeinden in den 1980er Jahren entstanden.
Nordöstlich von Visakhapatnam kam das Evangelium in das Armenviertel Arilovas, als Daniel Chae (Südkorea), Direktor des evangelistischen Bereichs der Doulos, im Januar 1988 in einem Zelt Zeuge der Entstehung einer Gemeinde, der Emmanuel-Kirche wurde. 14 Jahre später unternahm er eine Rückreise zu diesem Ort und traf seinen Bruder in Christus wieder, der den Dienst dort übernommen hatte.
„Wie ich mich danach gesehnt hatte, Pastor Vincent Edwin wiederzusehen!”, erinnert sich Daniel. „Als wir uns am Flughafen umarmten, hatten wir Tränen in den Augen. Vincent gab damals seinen gut bezahlten Job in der Hafenbehörde auf, um den evangelistischen Dienst fortzuführen, den wir begonnen hatten. Unter seiner exzellenten Leitung in Arilova wurden noch viele weitere Gemeinden gegründet. Ich hörte, dass es nun 3000 Gläubige und 65 Gemeinden in einer Stadt von 10000 Menschen gibt – und alle leben frohen Mutes und in Einheit, trotz ihrer extremen Armut.“
Ein Pastor in Südkorea wurde dazu bewegt einen Missionsausschuss zu gründen, um die Arbeit in der Provinz Visakhapatnam zu unterstützen. Die Gloria Emmanuel Mission hat so durch Gebet und Praxis die Gründung vieler Kirchen ermöglicht und die Kinder von Pastoren durch Stipendien unterstützt.
Während seiner Reise im Jahr 2002 besuchte Daniel Chae auch Galle in Sri Lanka, wo er mit der Logos gewesen war. Er hatte die Möglichkeit, in Verbindung mit denen zu treten, die er Jahre zuvor auf einem Leitungskurs trainiert hatte und die nun selbst Vollzeit in christlichen Diensten arbeiteten.
„Wir besuchten Aussenstellen von Gemeinden in Dörfern, in denen ich vor 20 Jahren Einsatzteams geleitet hatte. Was für eine Freude war es für mich, in Gemeinden zu predigen, die kurz nach dem Verlassen des Schiffes mit ihrer Arbeit begonnen hatten.“
Daniel dankt Gott für mehr als 30 Gemeinden, die unter der Leitung der Smyrna Church in der Stadt und im Hügelland entstanden sind. „Wir taten nur kleine Dinge, doch der Herr tat grosse Dinge durch die treuen Brüder und Schwestern in diesen Ländern“, berichtet er.
In Westafrika beobachteten die Crewmitglieder der Doulos, wie sich 1986 innerhalb eines Monats in einem verarmten Fischerdorf in Togo eine kleine Zusammenkunft bildete. Nachdem die Schiffsbesatzung zwei Fischer zu Christus geführt hatte, begrüsste das Schiff sie täglich zu Bibelarbeiten. Die Fischer gründeten eine Gebetsgruppe und führten Einsätze für ihre Nachbarn durch. Bevor das Schiff die Region verliess, wurden vier neue Gläubige getauft. Die Männer versuchten sich von ihren neuen Freunden zu verabschieden und gaben ihr Vorhaben trotz Hindernissen nicht auf: Als die Hafenwächter ihnen den Zutritt zum Schiff verwehrten, paddelten die Fischer in Kanus neben der Doulos her, um der Schiffsbesatzung zum Abschied zuzuwinken!
OM Schiffe durfte nicht nur die Entstehung von Gemeinden, sondern auch von Stiftungen und anderen christlichen Initiativen erleben, als Menschen dem Ruf Gottes folgten. 2004 half ein Team der Doulos in einem Heim für verstossene Kinder in Tirana, Albanien. Der Gründer dieses Heims war vor 20 Jahren selbst auf einem Treffen an Bord der Doulos in Grangemouth, Schottland, dazu herausgefordert worden, etwas für den Herrn zu tun.
Die Schiffe waren ausserdem eine grosse Hilfe, wenn es darum ging, Gläubige zusammenzubringen. Als die Logos II 2007 in Montenegro war wusste man in Kotor, einer Stadt von 25.000 Einwohnern, nur von zwei Christen. Innerhalb von zwei Wochen hatte die Crew weitere Christen entdeckt, die nichts von anderen lokalen Gläubigen wussten und in geistlicher Isolation lebten. Die Logos II brachte neun Christen zusammen und zeigte ihnen, wie sie eine Gemeinde gründen konnten.
Nicht alle die zum Handeln angespornt wurden, nachdem sie in Kontakt mit OM Schiffen kamen, waren externe Gruppen oder Personen. Hunderte OM-Mitarbeiter fanden heraus, dass ihr Überbrückungsjahr oder ihre Anfangszeit an Bord eine fundamentale Vorbereitung für die Lebenszeit war, die Gott für sie in seinem Dienst vorgesehen hatte.
Das volle Ausmass kann jedoch nicht genau bestimmt werden – erst vor Kurzem wurden die Schiffsbesatzung der Logos Hope von einem christlichen Leiter aus Nigeria daran erinnert. Er hatte sich freiwillig an Bord gemeldet, als die Logos 1977 in seinem Heimatland zu Besuch war und zur Hilfe aufgerufen hatte. Pastor Ezekiel Odeyemi unternahm mit einem finanziellen Geschenk für die Schiffsmission eine spezielle Reise durch Kamerun, die ihn dazu inspirierte seine eigene Bibliothek aufzubauen und sein Wissen über Gott zu vertiefen. Er setzte seine Arbeit fort und gründete eine Gemeindebewegung, die sich auf sieben Länder ausweitete. Pastor Ezekiel sprach aus seiner eigenen Erfahrung und ermutigte die gegenwärtige Besatzung der Logos Hope: Obwohl sie nicht in der Lage sein mögen, die Früchte ihrer Arbeit für den Herrn direkt zu sehen, so würde diese doch eine langfristige Auswirkung auf das Königreich haben.
Nur der Himmel kennt die genauen Zahlen.
„Es gibt aber noch vieles anderes, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste.“ – Johannes 21,2
Julie Knox aus Grossbritannien wurde aus dem Rundfunkjournalismus in die Mission berufen und schreibt nun für OM Schiffe. Als sie 2016 ihr Mikrofon und ihre Schutzweste an den Nagel hängte stellte sie fest, dass ihre Berufserfahrung, die sie als Berichterstatterin auf Kriegsschiffen gesammelt hatte, als Journalistin für die Logos Hope auf See von Wert sein könnte. Julie lebt mittlerweile auf dem Festland und arbeitet vom Büro von OM Schiffe in Deutschland aus.