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In der letzten Woche fand vom 24. – 27. August in Stockholm auf der Doppelanlage Tantogården (Eternit + Beton) die Weltmeisterschaft der Elite statt. Sandra Wicki, Maja Wicki und Rebecca Weber vertraten den MC Effretikon als Spielerinnen. Wolfgang Wicki war als Nationaltrainer/Betreuer und Roger Wicki ebenfalls als Betreuer mit dabei. An den ersten beiden Wettkampftagen stand der Mannschaftswettbewerb im Vordergrund. Yvonne Klukas vom MC Burgdorf komplettierte das Damen-Nationalteam der Schweiz. Sie spielte auf Position 1, gefolgt von Rebecca auf der 2, Maja auf der 3 und Sandra auf der Ersatzposition. Nach der ersten Eternitrunde lagen die Schweizerinnen zusammen mit Deutschland und Tschechien mit 70 Schlägen an der Spitze. In der darauffolgenden Betonrunde konnten sie gar einen Vorsprung von 7 und 10 Punkten auf die Verfolgerinnen aus Österreich und Deutschland herausspielen. In der letzten Passe am Mittwoch verloren sie mit schlechten Eternit-Ergebnissen an Boden und lagen auf dem zweiten Zwischenrang zwei Punkte hinter Österreich und zwei vor Deutschland.
Am Donnerstag konnten die Schweizerinnen in der ersten Betonrunde nicht mit den Konkurrentinnen mithalten und rutschten auf Rang 3 ab. Der Rückstand auf Deutschland betrug nun 10 und auf Österreich gar 16 Punkte. Schweden kam bis auf einen Schlag an die Schweiz heran. Auch nach dem Durchgang auf Eternit lagen die Eidgenossinnen 11 und 12 hinter den führenden beiden Nationen. Die Schwedinnen waren noch immer einen Schlag hinter ihnen und lauerten auf die Bronze-Medaille. Die Schweizerinnen lieferten sich mit ihren Verfolgerinnen einen harten und spannenden Kampf um die Medaille. Sie behielten die Nerven und erzielten mit 83 Schlägen die beste Schlussrunde auf Beton. Yvonne, Rebecca, Maja und Sandra freuten sich riesig über die erkämpfte Bronze-Medaille. An der Spitze kam es zu einem Hitchcock Finale. Österreich lag nach zwei Spielerinnen vor Bahn 18 einen Punkt vor Deutschland. Lisa Gruber konnte für ihr Team mit einem Ass alles klar machen. Die Nerven flatterten bei der routinierten Spielerin und sie benötigte 4 Schläge für die letzte Bahn. Bianca Oberweg, die letzte Spielerin von Deutschland, ergriff die Chance und sicherte ihrer Mannschaft mit einem Ass den Weltmeistertitel.
Die Schweizer Herren erlebten ebenfalls Hochs und Tiefs an den beiden Wettkampftagen. Das Team setzte sich aus Omar Maggi, Michel Rhyn, Michel Pfister, Vitus Spescha, Mike Mann, Reto Sommer und Marco Nicolussi zusammen. Sie kämpften bis zum Schluss mit einem tollen Team-Spirit und sicherte sich am Ende ebenfalls die Bronze-Medaille. Schweden konnte den Heimvorteil nutzen und gewann mit beeindruckenden 21 Schlägen Vorsprung vor dem Vize-Weltmeister Deutschland.
Am Freitag wurden die Medaillen für das Strokeplay (tiefste Anzahl Schläge über 10 Runden) vergeben. Dabei absolvierten alle Teilnehmer eine Doppelrunde mit Massenstart. Im Anschluss gab es für die besten 9 Frauen und die besten 16 Herren (eigentlich 15, aber bei Punktgleichheit können es auch mehr sein) das Superfinale. Die Runden der beiden Vortage werden vor der Qualifikation addiert. Yvonne und Rebecca waren nach den ersten beiden Tagen unter den besten 9 und Maja und Sandra konnte dies mit guten Resultaten auch noch erreichen. Yvonne zeigte eine solide Leistung und sicherte sich mit dem 7-ten Zwischenrang den Einzug ins Superfinale. Sie konnte sich in der letzten Doppelrunde des Tages noch auf den sehr guten 6-ten Schlussrang steigern. Rebecca erlebte einen schwarzen Tag und rutschte mit einer sehr schlechten Eternit Runde gar aus den besten 16, was sie die Qualifikation für das Matchplay am Samstag kostete. Maja lief es auch nicht nach Plan und so lagen sie und Rebecca am Ende gleichauf mit einem Schlag hinter der Finalqualifikation für den Samstag. Maja belegte Rang 17 und Rebecca wurde 19-te. Sandra lag nach der Doppelrunde am Freitag auf dem 13-ten Zwischenrang und schaffte damit die Quali für das Superfinal zwar nicht, war aber am nächsten Tag im Matchplay dabei. Die Bronze-Medaille im Strokeplay ging an Karin Heschl (AUT). Die beiden Deutschen Stefanie Kern und Bianca Oberweg lagen nach den 10 Runden gleichauf und musste den Titel in einem Stechen ausmachen. Stefanie setzte sich an Bahn 1 mit einem Ass gegen ihre Landsfrau durch und wurde Weltmeisterin.
Bei den Herren schaffte es Reto Sommer als einziger Schweizer unter die besten 15 (bzw. 16) Herren und spielte den Superfinal. Die Eternit-Runde ging schief und deshalb musste er sich am Ende mit Rang 16 zufrieden geben. Der Schwede Filiph Svensson gewann mit eine tollen Endspurt mit 2 Schläge Vorsprung vor dem Deutschen Marco Henning. Um die Bronze-Medaille gab es ein Deutsches Stechen zwischen Denis Kapke und Harald Erlbruch. Erstgenannter setzte sich mit einem Ass an Bahn 3 durch und holte sich damit die Medaille.
Sandra trat im ersten Duell gegen Lisa Gruber (AUT) an. Sie gewann klar mit 4:1 und traf anschliessend auf Bianca Utzing (AUT). Auch diese Begegnung konnte Sandra mit 5:2 für sich entscheiden und zog damit in den Halbfinal ein. Gegen Bianca Oberweg nutzte sie die wenigen Chancen, die sich ihr boten, nicht aus und unterlag mit 0:4. Im kleinen Finale gegen Karin Heschl (AUT) trumpfte Sandra nochmals auf und gewann das Duell trotz flatternden Nerven auf den Bahnen 15 und 17 mit 4:5. Die Freude über die Bronze-Medaille war riesengross. Yvonne schied leider bereits in Runde 1 gegen Eva Andersson (SWE) mit 3:5 aus. Eva lieferte sich in der Folge mit Bianca im Final um den Weltmeistertitel einen harten Kampf. Nach den 18 gespielten Cupbahnen stand es 4:4 und ein Stechen musste auch hier über den Titel entscheiden. An der zweiten Bahn im Stechen, der Brücke, legte Bianca ein Ass vor und Eva konnte nicht mehr kontern. Bianca wurde neue Matchplay Weltmeisterin.
Bei den Herren kam leider kein Schweizer über die dritte Runde hinaus und das Halbfinale / Finale fand ohne Schweizer Beteiligung statt. Im Finale um den Titel traten sich die Brüder Harald und Walter Erlbruch gegenüber. Auch dieses Duell ging bei einem Stand von 3:3 in die Verlängerung. Am Salto, der ersten Bahn im Stechen, setzte sich Walter mit einem Ass gegen seinen jüngeren Bruder durch und holte sich den Sieg. Marcel Noack (GER) komplettierte das rein Deutsche Podest, indem er sich im kleinen Finale gegen den Schweden Jonas Gustafsson mit 3:2 durchsetzte.Die Schweizer Delegation reiste am Sonntag mit 3 Bronze-Medaillen und vielen Eindrücken und Emotionen in die Heimat zurück.
Autor: Rebecca Weber