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Sie schreiben in Ihrem Kommentar, man könnte «im Sinne einer Bad Bank eine Rentnersammelstiftung kreieren». Ist es nicht etwas heikel, Rentnerinnen und Rentner mit maroden Krediten zu vergleichen?
Die Bezeichnung «marod» ist eine subjektive moralisierende Wertung und unterstellt ein gewisses vermeidbares Verschulden der Pensionskassen; dieses ist hier meines Erachtens jedoch fehl am Platz. Tatsache ist, dass aufgrund der unerwarteten Marktentwicklung, insbesondere seit der Finanzkrise, laufende Renten heute nicht ohne Quersubventionierung der aktiven Versicherten oder des Arbeitgebers sicher finanziert sind. Im Zeitpunkt ihrer Entstehung, vor allem vor 2008, sind sie jedoch in vielen Fällen durchaus fair finanziert worden. Dabei spreche ich nicht ab, dass die Rentenverpflichtungen mit den notleidenden Krediten von grossen Finanzinstituten verglichen werden können, deren Ursache auch auf die Finanz- und Eurokrise zurückgeführt werden kann. Die Kreation von Bad Banks wurde bei diesen in Schieflage geratenen Finanzinstituten ermöglicht, da ohne diese Massnahmen ihr Funktionieren nicht mehr garantiert werden konnte. Man tat dies wegen der «too big too fail»-Problematik: Durch die faktische Kollektivierung von Risiken sollte Schaden für die Allgemeinheit abgewendet werden. Ähnlich sehe ich die Situation bei den Rentnern: wenn die Problematik nicht proaktiv angegangen wird, wird meines Erachtens die 2. Säule in grosse Bedrängnis geraten.
Inhaltlich regen Sie an, eine solche Sammeleinrichtung beispielsweise dem SiFo anzugliedern und damit zentral zu führen. Wie passt dies zur dezentralen Grundidee der 2. Säule?
Die Implementierung der Idee ist nicht in Stein gemeisselt. Es wäre durchaus denkbar, dass mehrere Rentnersammelstiftungen qualifiziert wären für die Durchführung. Eventuell regional organisiert mit verschiedenen Trägerschaften, zum Beispiel Versicherungsgesellschaften oder bereits bestehenden geeignete Sammelstiftungen. Wichtiger ist, dass die Finanzierung letztendlich durch den Staat beziehungsweise die Nationalbank gewährleistet wäre. Als geeignetes Kriterium für eine Qualifizierung würde ich dabei aber eine gewisse kritische Grösse voraussetzen, um die bestmögliche Kosten- und Risikoeffizienz zu ermöglichen. So sollte zum Beispiel eine «return-seeking»-Anlagestrategie ermöglicht werden können, um in den Genuss der Vorteile des dritten Beitragszahlers zu kommen. Der Sicherheitsfonds hätte dann die Funktion, die Qualifizierung und die potentiellen Garantiezahlungen an die Träger zu überwachen. Die Grundidee der Dezentralisierung braucht also hier nicht angetastet zu werden.