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Für Sha'Carri Richardson platzte der Traum von den Olympischen Spielen abrupt. Die amerikanische Sprinterin war an den US-Trials positiv auf Marihuana getestet worden und durfte wegen einer 30-tägigen Sperre nicht in Tokio teilnehmen. Cannabis als Dopingmittel steht seither vermehrt in den Schlagzeilen.
Wenn im Sport eine Substanz zwei der drei entscheidenden Kriterien – leistungsfördernd, gesundheitsgefährdend, Verstoss gegen den «Spirit of Sport» – erfüllt, landet sie auf der Dopingliste. Bei Cannabis kommt immer wieder die Frage auf, ob es tatsächlich auf dieser Liste stehen muss.
Leistungssteigerung nur in seltenen Fällen
Vor allem der leistungssteigernde Effekt kann infrage gestellt werden. «Bei den allermeisten Sportarten ist das sicherlich nicht der Fall. Es gibt vielleicht ein paar wenige, bei denen es von Vorteil ist, wenn man relaxed oder bereit ist, grössere Risiken einzugehen», sagt Ernst König, Direktor von Antidoping Schweiz.
Da auch die anderen beiden Kriterien nicht abschliessend beurteilt werden können, hat die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada für 2022 eine wissenschaftliche Untersuchung angekündigt, um zu entscheiden, ob Cannabis auf der Liste bleiben soll oder nicht.
Welche Substanz zum Beispiel schon von dieser Liste gestrichen werden konnte und weshalb Ernst König beim Cannabis eher schlechte Chancen für diesen Schritt sieht, erfahren Sie oben im Audio-Beitrag.