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... 3 - 2 - 1 - lift off: So tönt es jeweils auf der Erde, wenn eine Rakete in den Himmel geschickt wird. Und dann macht's bumm, und dann hebt sie ab und saust davon. So auch Lou Donaldson, wenn er in sein Horn stösst und abhebt und dabei abfährt. „Lou Takes Off“: Es funkt, und die Funken stieben.
„Everything I Play Is Funky“, hat der Funk-Pionier eine seiner Platten 1970 getauft. Das ist so, und es war schon immer so. Zum Beispiel 12 Jahre früher, 1958, als Lou mit der Eigenkomposition „Sputnik“ davonschoss wie der berühmte Satellit und eben trotzdem mitsamt seinem Altsax und einer Trägerrakete von Begleitband in Erdnähe blieb (zur Besatzung gehören u.a. der himmelhoch trompetende Donald Byrd und Curtis Fuller, der mit seiner Posaune die Atmosphäre zu „zerschränzen“ droht).
Lou Donaldson, Altsaxophonist, Erbe von Charlie „Bird“ Parker und geraume Zeit vor diesem schon auf der Startrampe des funkenstiebenden Jazz: „Jazz sollte einfach sein, und du solltest die Möglichkeit haben, daraus zu holen, was möglich ist. Wie Bird. Er konnte es einfach ausdrücken - die einfachen Seiten der einfachen Sachen einfach ausdrücken ... Jazz ist auf dem Boden, und dort sollte er bleiben. Was ich suche, ist ein persönlicher, eigener Stil mit einem Bird-Groove, der aber alle Eigenheiten und Möglichkeiten aus dem Altsax herausholt - Rhythmus, Klang, Melodie ... Ich möchte all das hinausbringen, aber nicht zu weit hinaus gehen dabei.“
Lou hebt ab, und er geht weit hinaus, aber nicht zu weit. Jazz auf dem Boden, der definitiv zum Abheben verleiten kann.