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Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA und insbesondere der republikanische Kandidat Donald Trump sind derzeit in allen Medien dauerpräsent. Aber was würde passieren, wenn Trump gewählt würde, und wie stehen die Studierenden zu ihm?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, konnte Spectrum mit einigen Studierenden aus Alaska sprechen und beruft sich zudem auf Einschätzungen von Thomas Austenfeld, Professor für Amerikanistik an der Universität Freiburg.
”If Clinton and Trump were in an airplane crash, who would be saved? – America.” Angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA ist unter den amerikanischen Studierenden besonders ein Gefühl gross: die Frustration. Frustrierend ist die Wahl zwischen zwei kontroversen Kandidaten in einem politischen System ohne Alternative. Im Gespräch mit Spectrum äussert eine Studentin aus Alaska, dass Trump, wenn er gewählt wird, idealerweise weiterhin bloss redet und nichts verändert. Andere Studierende glauben, dass Trump durch checks and balances (ein System, bei dem Kongress und Judikative Veto einlegen und gewisse Prozesse oder Ideen des Präsidenten verhindern können) kontrolliert wird und deshalb keinen Schaden anrichten kann. Trotzdem, der Präsident symbolisiert die Werte des Landes, und Trump würde nach der Meinung einer Studentin die USA durch sein Auftreten in der internationalen Gemeinschaft sehr schlecht darstellen. Eine weitere Studentin meint, dass Trump mit seinem Einfluss seine Ideen durchaus durchbringen könnte, nur möchte sie diese gar nicht umgesetzt sehen.
Starke Gefühle gesucht
Dennoch bekommt man den Eindruck, dass politisches Interesse und Engagement eine tiefe Priorität im Leben der Studierenden aus Alaska einnehmen. Starke Gefühle, die wie in anderen Teilen der USA eine Pro- oder Anti-Trump-Demonstration auslösen könnten, sucht man vergeblich, zumindest in Alaska. Da ist fragwürdig, ob die in den Medien porträtierten gewalttätigen Rallys die Ausnahme sind oder ob die Studierenden in Alaska eine Ausnahme mit ihrem politischen Desinteresse bilden. Auf diese Frage weiss Professor Austenfeld eine Antwort: Der Grad an politischem Engagement hängt in den USA primär mit der Fachdisziplin der Studierenden zusammen und kann nicht durch regionale Unterschiede erklärt werden: Tatsächlich sind Studierende der Geistes-, Sozial- oder Rechtswissenschaften häufig engagierter und politisch aktiver als solche anderer Fachgebiete. Das Gegenteil von politischer Passivität zeigt sich durch Organisationen wie Students for Trump, eine politische Studentengruppe pro Trump mit dem Ziel, der republikanischen Partei die Präsidentschaft zu ermöglichen.
Trumps Pläne für das Bildungssystem
Auf Trumps Website gibt es keine offiziellen Positionen zum Bildungssystem. Austenfeld macht im Interview darauf aufmerksam, dass Trump während der Vorwahldebatten nie zum Thema Bildung herausgefordert wurde, obwohl die Bildung in den Vorwahlen traditionell einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Auf FOX News findet man Trumps vage Pläne, wie er Common Core, eine Standardisierung des Bildungssystems, abschaffen und das Department für Bildung streichen will. Eine solche Abschaffung würde Konsequenzen für Studierende nach sich ziehen, die auf Stipendien angewiesen sind, so Austenfeld. Dadurch hätten intelligente, aber finanziell schwache Menschen keinen Zugang mehr zu Bildung.
Ungewissheit für gewiss
Abschliessend kann man auf die anfängliche Frage antworten, dass Studierende gegenüber Trump tendenziell abgeneigt sind und niemand wirklich weiss, was Trump mit dem Bildungssystem vorhat. Austenfeld vermutet, dass Trump sich so wenig für die Bildung interessiert, dass mit ihm als Präsident die Kräfte des Marktes und nicht die der Politik die Universitätslandschaft regieren würden. Unter den möglichen Übeln ist das vielleicht ein kleineres.