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Am 4. April 1896 erschien in München die erste Ausgabe der Satirezeitschrift Simplicissimus, die schon bald berühmt werden sollte. So eine Art „Best of“ ist jetzt bei buchplanet.ch erhältlich: Das Beste aus dem Simplicissimus aus dem Jahr 1977.
Gegründet wurde der Simplicissimus (lateinisch: Superlativ von simplex „einfach, töricht, einfältig“) in München von dem Verleger Albert Langen (1869-1909). Unter seinen Mitarbeitern befanden sich u. a. Frank Wedekind (der übrigens gerade heute 150 Jahre alt wird), Ludwig Thoma und der Zeichner Thomas Theodor Heine. Der Simpl, wie er auch genannt wurde, feuerte aus allen Rohren: gegen weltliche und geistliche Obrigkeiten, gegen Spiesser, Militaristen und Sittenwächter. Ein besonderer „Freund“ der Redaktion war die preussische Eisenbahn, besonders nachdem diese den Verkauf des Simplicissimus an den Bahnhöfen verboten hatte. Die Zeitschrift mit ihren Karikaturen und Spottgedichten galt höheren Ortes als unpatriotisch, unmoralisch und als Gefahr für die heiligsten Güter der Nation (beispielsweise die Verehrung der Monarchen, die Bewunderung für das Militär oder die „Deutsche Zucht und Sittlichkeit“). Da liessen sich die Autoritäten natürlich nicht lange bitten: Ganze Auflagen des Simplicissimus wurden wegen Unsittlichkeit konfisziert und einmal musste Langen sogar eine Weile nach Frankreich ins Exil, weil gegen ihn ein Haftbefehl wegen Majestätsbeleidigung vorlag. Die letzte Ausgabe des Simpl erschien am 13. September 1944, nachdem er schon zehn Jahre zuvor von den Nazis „gleichgeschaltet“ worden war.
Einmal irrte sich der Simplicissimus auf tragische Weise: Zu Beginn des Jahres 1933 erschienen nämlich die Verse Eines lässt sich sicher sagen / und das freut uns rundherum: / Hitler geht es an den Kragen / Dieses Führers Zeit ist um!