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Nach vergeblicher Kontaktaufnahme mit dem Tower haben zwei Maschinen mit insgesamt 165 Menschen an Bord auf dem Washingtoner Inlandsflughafen ohne Fluglotsen landen müssen. Der Zwischenfall auf dem Ronald Reagan National Airport zieht eine Untersuchung nach sich.
Medienberichte, wonach der einzige diensthabende Fluglotse eingeschlafen sei, bestätigte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB am Donnerstag nicht.
Kurz nach Mitternacht am Mittwoch fragte ein Flugzeug von American Airlines mit 97 Menschen an Bord den Angaben zufolge beim Tower in Washington die Landung an, bekam aber keine Antwort.
Anschliessend habe die Maschine Warteschleifen über der US-Hauptstadt gedreht, ehe sich die Piloten zu einer Landung ohne Tower-Unterstützung entschlossen hätten.
Das gleiche Schicksal ereilte kurz darauf eine Maschine der Fluglinie United mit 68 Menschen an Bord. Erst nach Landung des United-Flugzeugs habe sich der Lotse wieder gemeldet, sagte NTSB-Sprecher Peter Knudson.
Nicht mehr alleine
Die "Washington Post" berichtete, dass der Fluglotse weder auf die Funksprüche der Piloten, noch auf Anrufe von Kollegen anderer Flughäfen in der Region reagiert habe.
Die anderen Fluglotsen hätten den verschollenen Kollegen demnach auch über Lautsprecher im Tower ausrufen lassen. US-Medien spekulierten am Donnerstag, dass der Fluglotse womöglich eingeschlafen sei.
Wegen des geringen Flugaufkommens ist der Tower des Washingtoner Inlandsflughafen zwischen Mitternacht und 6 Uhr nur mit einem Lotsen besetzt. US-Verkehrsminister Ray LaHood wies die Luftfahrtbehörde FAA an, dass künftig zwei Lotsen die Nachtschicht am Reagan Airport übernehmen müssen.
Der Zwischenfall am Mittwoch war nicht das erste Mal, dass im dortigen Tower das grosse Schweigen herrschte. Laut "Washington Post" hatte sich ein Lotse vor zwei Jahren in der Nacht versehentlich aus dem Kontrollraum ausgesperrt.