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Als ich zwölf Jahre alt war stürmte ich mit meiner Mutter so lange, bis sie endlich mit mir zur Bank ging und mein Konto bis auf zehn Franken plünderte.
Anschließend gingen wir dann zum Modellbauladen und kauften dort dann den Charter von der Firma Robbe. Als wir mit dem Riesenkarton nach Hause kamen, der Inhalt aus einem Haufen Balsaholz, einem Zweitakt-Verbrennungsmotor und einem Bauplan bestand, bekam unser Vater "Kruseli" und schimpfte mit meiner Mutter!
Am darauf folgenden Tag setzte sich meine Mutter mit mir zusammen an meinen Schreibtisch, wo wir den Bauplan auf ein Holzbrett aufspannten!
Dann konnte es losgehen! Wir studierten zusammen die Anleitung und brachen Flügelrippen, Rumpfteile und Streben aus den vorgestanzten Holzbögen aus.
Zwischenzeitlich sah auch mein Vater ein, dass der Flieger irgendwann doch fertig werden wird und beteiligte sich ebenfalls an den Arbeiten.
Ein Jahr später war es dann endlich so weit - der Flieger war endlich fertig!
Da wir sehr viel Zeit, Geduld und Ausdauer in dieses Projekt gesteckt hatten, hatte ich nicht den Mut dazu, den Charter fliegen zu lassen.
Mein Kontostand hatte sich in diesem Jahr wieder erholt, darum kaufte ich mir ein kleines Segelflugzeug "Panda". Dieses Flugzeug hatte eine Spannweite von 1 Meter und war ebenfalls ein Baukasten mit Balsaholz . Der kleine Panda war sehr schnell gebaut, so dass es gleich darauf zum erst Flug ging. Ich entschied mich bei sehr starkem Wind mit einem Hochstart- Seil den Jungfernflug durchzuführen.
Mein Bruder unterstützte mich mit Rat und Tat. Er meinte, es sei am besten, wenn man das Gummiseil so stark wie nur möglich spanne. Mein Bruder drückte einen Hering in den Boden und sagte zu unserem Vater er solle mit dem Fuss darauf stehen, damit der Hering nicht noch vom Zug des Seils wieder aus der Erde gezogen wird. Mein Bruder befestigte das Gummiseil am kleinen Panda und lief zurück bis er das Seil nicht mehr weiter spannen konnte. Nun blickte mein Bruder, der den kleinen Panda immer noch in der Hand hielt, zu mir zurück, und fragte:"bist Du bereit?" Ich antwortete mit:"ja!"
Und schon gings los! Er liess den Panda los, dieser stieg sofort steil in die Höhe. Ich war hochkonzentriert, wartete also nur noch auf den Augenblick, wo ich dem Panda den Weg über meine Fernsteuerung weisen konnte. Doch so weit sollte es nicht kommen. Nach dem der Panda zehn Sekunden in der Luft stehen blieb, brachen beide Flügel zur selben Zeit ab und verabschiedeten sich vom Rumpf. Ich kann nicht mehr sagen, was zuerst auf dem Boden aufschlug. War es der Rumpf? Waren es die Flügel? Von diesem Tag an wusste ich, dass es zum Fliegen immer eine Tüte benötigt um die Teile effizienter einsammeln zu können. Ich ging mit der gefüllten Tüte dann nach Hause und breitete die Trümmerteile auf einem Tisch aus. Die Flügel verstärkte ich mit einem Glasfaserband und den Rest verklebte ich wieder mit Balsaholz und Weissleim.
Einige Wochen später stand ich mit meinem Vater und meinem Bruder erneut am Start mit dem kleinen Panda. Diesmal allerdings ohne Wind und ohne Gummiseil. Mein Bruder warf den Flieger, welcher dann sehr stark an Höhe verlor. Auch der dritte und vierte Handstart war nicht wirklich erfolgsversprechend. So griffen wir wieder zum Gummiseil und versuchten dies nochmal mit dem Seil. Der Panda schoss hoch und klinkte aus und ich begann sofort zu steuern. Ich versuchte eine Rechtskurve einzuleiten, wobei der Panda wieder sehr schnell an Höhe verlor und auch Fahrt aufnahm. Der Panda befand sich nun etwa noch 2 Meter über dem Boden. Da der Panda gegen einen Parkplatz flog, musste ich eine weitere Rechtskurve fliegen. Nach dem Einleiten der Rechtskurve hatte der Panda soviel Höhe verloren, dass der rechte Flügel am Boden ankam und es den Panda über den Flügel überschlug. Wieder war es an der Zeit die Tüte hervorzunehmen und die Trümmerteile einzusammeln. Nach dem ich alles wieder zusammen geklebt hatte, ging es nochmals mit dem Gummiseil an den Start.
Wir spannten erneut das Gummiseil und liessen den kleinen Panda in die Höhe steigen. Im obersten Punkt auf etwa 25 Meter klinkte er aus und ich konnte sehen dass der Panda wieder sehr, sehr schnell an Höhe verlor. Dieses Mal reichte es nur noch für eine 180°-Drehung, bevor er sanft im hohen Gras landete.
Danach entschied ich mich, wieder mehr Zeit in meine ferngesteuerten Autos und Schiffe zu investieren.
Aber ich wusste schon damals ganz genau, dass ich die Fliegerei sicher nicht für ewig an den Nagel hängen werde!