Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03559.jsonl.gz/2045

Krafttraining macht zufriedener
An der Technischen Universität Chemnitz wurde an 531 Probanden untersucht, wie sich Krafttraining auf das Körperbild, die Selbstwirksamkeitserwartung (Erwartung eines Menschen, schwierige Situationen selbständig meistern zu können) und die allgemeine Lebenszufriedenheit auswirkt.
Über 6 Monate lang, wurde von den Teilnehmern ein- bis zweimal pro Woche ein 30 minütiges Krafttrainingsprogramm absolviert. Mit speziellen Fixierungstechniken wurde vor allem die tiefe Rückenstreckmuskulatur gestärkt. Zudem wollte eine Kräftigung von Schultern, Brust, Rücken, Oberschenkeln und Bauch erreicht werden.
Innerhalb der Studie wurden zwei Angebote unterschieden und durchgeführt:
- Präventives Krafttraining
Die Teilnehmer waren gesund, oder litten maximal unter leichten Rückenschmerzen. Teilnehmeranzahl: 157 Frauen und 160 Männer.
Nach einer kurzen Einführungsphase, führten die Probanden die Trainingseinheiten selbständig durch.
- Medizinisches Krafttraining
Die Teilnehmer litten unter chronischen Rückenschmerzen, oder sie wiesen eine andere medizinische Indikation, zum Beispiel „Status nach einer Operation“ auf. Teilnehmeranzahl: 56 Frauen und 53 Männer.
Die Probanden wurden in den ersten 3 Monaten von qualifizierten Trainern begleitet. Die restlichen 3 Monate trainierten sie selbständig.
Zur Präventions-Gruppe gab es eine Kontrollgruppe, die während diesen 6 Monaten kein Krafttraining durchführte. Beteiligt in dieser Gruppe waren 68 Frauen und 37 Männer.
Zur Erfassung der Auswirkungen des Trainings füllten die Teilnehmer vor der Studie, 3 und 6 Monate nach Beginn der Studie verschiede Fragebogen aus:
- Fragebogen zum Körperbild (FKB-20)
- Skala zur allgemeinen Selbswirksamkeit (SWE)
- Satisfaction with Life Scale (SWLS), zur Erfassung der allgemeinen Lebenszufriedenheit.
Resultate
Das gesundheitsorientierte Krafttraining steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Lebenszufriedenheit – es wurde allerdings ein indirekter Zusammenhang festgestellt. Durch die Teilnahme am Krafttraining verbesserte sich das Körperbild der Probanden. Das verbesserte Körperbild führte zu einer verbesserten Selbstwirksamkeit und das wiederum steigerte die allgemeine Lebenszufriedenheit.
Mit der Studie wird aufgezeigt:
- dass gesundheitsorientiertes Krafttraining hilft, sich gesünder zu fühlen und den eigenen Körper besser anzunehmen.
- dass diese positiven Effekte beim präventiven und medizinischen Training auftreten.
- dass Krafttraining, das den Rücken stärkt, indirekt die Lebenszufriedenheit steigert.
Studie:
Tscharaktschiew, N. Rudolph, U. Zum Einfluss gesundheitsorientierten Krafttrainings auf psychisches Wohlbefinden. (2012). Zeitschrift für Gesundheitspsychologie 2012, 20 (2): 55-66
Hier lesen Sie den Abstract zur Studie.