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8.9.1815 Chavannes-les-Forts, 27.6.1879 Chavannes-les-Forts, kath., von Siviriez. Tochter von Pierre-Antoine und Marie-Joséphine geb. Morel, Landwirte. B. besuchte während zwei bis drei Jahren die Primarschule und arbeitete dann als Schneiderin. Sie war sehr fromm, nahm aktiv am Pfarreileben teil und unternahm viele Pilgerfahrten. Sie blieb ledig, trat 1860 in den weltl. Dritten Orden des hl. Franziskus ein und unterhielt enge Beziehungen zur Abtei La Fille-Dieu, in welche eine ihrer Patentöchter eintrat. 1853-54 litt sie an einer Krebserkrankung. Ihre Heilung am 8.12.1854 (Mariä Empfängnis) wurde der Fürsprache der Muttergottes zugeschrieben. Am selben Tag erhob Papst Pius IX. die Unbefleckte Empfängnis zum Dogma. Von da an galt B. als Mystikerin und äusserte dies auch in mehreren Eigenschaften. Sie fiel z.B. jeden Karfreitag in ekstat. Schlaf, gezeichnet von Wundmalen. Ihr Pfarrer liess sie von einem Arzt untersuchen, der die Gläubigen trotz seiner Skepsis bestärkte. Durch diese Erscheinungen sowie durch die Einfachheit und Ehrlichkeit ihrer Lebensweise erwarb sie sich bereits zu Lebzeiten den Ruf der Heiligkeit. Der Chorherr Joseph Schorderet, der als Haupt des Freiburger Klerus gegen den Liberalismus und für Freiburg als kath. Stadt kämpfte, diente dem Gedächtnis an B. in seinem 1873 gegr. Œuvre de l'Apostolat de la Presse (Druckerei, Zeitung und Kongregation Pauluswerk). B.' Religiosität, mit der Verehrung des Herz Jesu und der Jungfrau Maria, ist typisch für die im 19. Jh. im Kt. Freiburg verbreitete Volksreligion. Ein erstes Verfahren zur Seligsprechung wurde 1927 eingeleitet und 1953 wieder aufgenommen. Rom anerkannte ihre heroischen Tugenden und ein Wunder von 1940. Am 29.10.1995 wurde sie selig gesprochen.
Literatur
– R. Loup, Marguerite B., 41980
– H. Conus, Positio super virtutibus, 1986
Autorin/Autor: Francis Python / BE