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Wallfahrtskirche Heiligenbösch
Die Anfänge von Heiligenbösch sind weitgehend unbekannt.
Man kann aber davon ausgehen, dass die Wallfahrtskirche
irgendwann um die Jahrtausendwende entstand, in einer Zeit
also, in der Erschließung und Christianisierung des Hunsrücks
durch Erzbischof Willigis von Mainz intensiviert wurden.
Allerdings liegt Heiligenbösch von Mainz aus gesehen bereits
jenseits der historischen "Siesbachgrenze", die einst die römischen
Provinzen Gallia Belgica und Germania Superior trennte
und in der Folge auch die Trennlinie zwischen den
Einflussbereichen der Erzbistümer Trier und Mainz markierte.
Fest steht, dass an diesem herrlich gelegenen Ort zu römischer
Zeit ein großer Gutshof stand, auf dessen Grundmauern die
Kirche steht. Nicht weit von hier liegt der gallo-römische
Grabhügel von Siesbach, der in den Jahren zwischen 167 und 175
n. Chr. als Familiengrabstätte einer vornehmen keltischen
Familie aus dem Stamm der Treverer errichtet worden war.
Der Turm mit den romanischen Doppelarkaden gehört zu den
ältesten Teilen der Wallfahrtskirche und geht auf das 13. und 14.
Jahrhundert zurück. Das Kirchenschiff und die Gemälde im
Innern sind sehr viel jüngeren Datums. Sie stammen, wie auch
die Stumm-Orgel, aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im
Mittelalter hatte Heiligenbösch vermutlich eine ähnlich zentrale
Funktion und Bedeutung wie die Nunkirche im Soonwald. Dies
wird unterstrichen durch die regelmäßigen Kram- und
Viehmärkte, die während Jahrhunderten in unmittelbarer Nähe
der Kirche abgehalten wurden. Besonders stimmungsvoll ist der
Friedhof mit seinem alten, jedem Wind und Wetter trotzenden
Baumbestand. Keine Frage, eine der wichtigen historischen
Stätten des Hunsrücks, die ganz eng mit der Geschichte der
Region verknüpft sind.