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Nach den Erfahrungen der Finanzkrise 2008 müssen die wichtigsten US-Geldhäuser einen Plan für ihre eigene Abwicklung in der Schublade haben, um im Fall einer Pleite keine Kettenreaktion am Finanzmarkt auszulösen. Wells Fargo war bereits im April bei diesem sogenannten Banken-Testament durchgerasselt, genauso wie die Bank of America , die Bank of New York Mellon, JPMorgan Chase und State Street. Während die anderen Banken ihre Notfallpläne aber zufriedenstellend überarbeiteten, haben die Bankenaufseher bei Wells Fargo weiterhin Kritikpunkte.
Wells Fargo hat nun bis Ende März nächsten Jahres Zeit, Abhilfe zu schaffen. Bis dahin darf die Bank unter anderem im Ausland nur eingeschränkt expandieren. Gelingt es Wells Fargo nicht, die Mängel im Notfallplan zu beseitigen, haben die Aufseher letztlich das Recht, die Bank zu schrumpfen.
Wells Fargo galt eigentlich als mustergültiges Geldhaus, das fast schadlos durch die Finanzkrise gekommen war. Statt mit dem verrufenen Investmentbanking setzte das Unternehmen aus San Francisco auf das klassische Privat- und Firmenkundengeschäft. Zwischenzeitlich war Wells Fargo damit zur wertvollsten Bank der USA aufgestiegen. Ein Skandal um fingierte Konten hat jedoch schwer am Ruf gekratzt: Über Jahre hinweg sollen Mitarbeiter wegen hohen Erfolgsdrucks in grossem Stil Konten eröffnet haben, die nicht von Kunden autorisiert worden waren. Der Chef und Tausende Angestellte mussten gehen./das
(AWP)