Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03461.jsonl.gz/338

Die Van Gogh-Ausstellung beginnt mit einer aussergewöhnlichen Einführung in der Eingangshalle des Kunstmuseums Basel. Auf einer runden Leinwand wird Vincent van Goghs Leben als Diashow präsentiert, begleitet von Bildern und kurzen Textpassagen auf Deutsch, Französisch und Englisch. All dies ist unterlegt mit einfühlsamer klassischer Musik. Van Gogh kam am 30. März 1853 in der niederländischen Stadt Breda zur Welt. Seine ersten Berufserfahrungen sammelt er als Kunsthändler und Prediger, jedoch merkt er schnell, dass er eigentlich Künstler werden will. Mit 33 Jahren zieht er nach Paris, wo er seinen Traum verwirklichen will und auch viele bekannte Künstler kennenlernt, unter ihnen auch Paul Gauguin und Camille Pissarro. Nach zwei Jahren in Paris zieht er nach Arles und versucht dort, eine Kunstgemeinschaft zu gründen, was ihm aber nicht gelingt. 1889 weist sich van Gogh selbst wegen seines psychischen Leidens in eine Heilanstalt in Saint- Rémy ein. Nur ein halbes Jahr später begeht er in Auvers Selbstmord.
Dunklere Frühwerke, hellere Spätwerke
Etliche Ticketkontrollen und ein paar Securitas-Männer später bin ich endlich in der Ausstellung. Das Sicherheitsaufgebot ist nicht überraschend: In den Räumen des Kunstmuseums Basel sind Van Gogh-Gemälde im Wert von insgesamt mehreren hundert Millionen Franken versammelt. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden, wie der Titel bereits sagt, Van Goghs Landschaften. Das Museum präsentiert sie chronologisch nach ihrer Entstehung. Es fällt auf, dass Van Goghs Frühwerke, die er in den Niederlanden gemalt hat, meist von braunen bis schwarzen, eher erdigen Farbtönen dominiert werden. Später, vor allem nach dem Umzug nach Paris, wird sein Malstil farbiger und leichter. Seine späteren Werke, die er in der Provence gemalt hat, lassen Platz für noch mehr farbenfrohe Fröhlichkeit. Es war faszinierend, welche Anziehungskraft solch ein Gemälde auf mich haben konnte: Die lebendigen Farben und Van Goghs Ausdrucksweise zogen mich in seinen Bann. Besonders das Gemälde «Blick auf Arles mit Iris im Vordergrund«, das er im Mai 1888 gemalt hatte, gefiel mir sehr. Die Intensität des Bildes konnte ich förmlich spüren und gleichzeitig wirkte es auf mich so leicht und frei.
Da die Ausstellung sehr gut besucht war, fiel es mir gar nicht so leicht, mich nur auf die Gemälde zu konzentrieren. Der Lärmpegel war für ein Museum wohl ziemlich hoch, etwas, das man wohl im Kauf nehmen muss, wenn man sich Van Goghs Bilder ansehen möchte. Besonders amüsant und zugleich liebenswürdig fand ich die Senioren, die mit ihren Audioguidegeräten kämpften und immer wieder genervt jemanden fragen mussten, wie denn dieser i-Pod wieder anginge.
Die Ausstellung
Vincent Van Goghs Bilder werden unter dem Motto „Zwischen Erde und Himmel: Die Landschaften“ noch bis am 27. September 2009 im Kunstmuseum Basel gezeigt. Wer gehen möchte, kauft sein Ticket am besten Online, dann erspart man sich lange Wartezeiten an der Museumskasse.