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Senarclens, Victor Isaac Louis Henri de - Mitglied einer waadtländischen Adelsfamilie
Senarclens, Victor Louis Henri de, ehemals Besitzer des Schloss Vufflens-le-Château. Bild siehe oben.
Taufschein, ausgestellt in Vufflens-le-Château (F1-Fahrer M. Schuhmacher wohnte dort von 1996-2008), für Victor Isaac Louis Henri de Senarclens, Bürger von Cossonay. Beglaubigt durch den Friedensrichter vom Collombier (VD) und vom Staatskanzler vom Kanton Waadt. Erwähnt ist auch ein Henri de Bloney von Vevey, Charles Gabriel de Senarclens und Julia Alphonsine du Rosey, die Eltern von Victor.
(Solche Ausweise wurden damals oft von Angehörigen in fremden Kriegsdiensten benötigt um zugesicherte Pensionen beziehen zu können, was sich allerdings in diesem Fall nicht nachweisen lässt).
Wappen der von Senarclens: in Gold ein blauer Schrägbalken, belegt mit 3 goldenen Sporenrädchen.
Noch heute in den Kt. Waadt und Genf das Geschlecht vertreten, dessen Name auf das waadtländische Dorf Senarclens zurückgeht. Ab dem späten 12. Jh. werden die Herren von Senarclens erwähnt: 1164 bezeugte Aymon Schenkungen von Pierre, Herrn von Prangins und Cossonay, an die Abtei Bonmont. Als Vasallen der Herren von Cossonay besassen die Senarclens Güter in Cossonay und in den Nachbardörfern, so in auch Senarclens (bis Ende des 14. Jh.), Penthalaz und Gollion. Im 15. Jh. wurden sie durch Heirat Herren von Grancy und Dully. In den 1530er Jahren war François, Herr von Grancy, Mitglied des Löffelbunds. Sein Sohn Claude, der früh zum neuen Glauben übertrat, erhielt von Bern die Investitur für die Herrschaften Perroy und Le Rosey. 1630 ging das Schloss Vufflens durch die Heirat der Marie Quay (1605-1676) mit François IV. de Senarclens (1599-1657) vorübergehend in den Besitz der Familie de Senarclens über. Unter bernischer Herrschaft zählten die Senarclens zu den einflussreichen Familien des Waadtlands, wie ihre Heiratsverbindungen mit den d'Allinges, de Mestral, de Gingins oder mit Berner Patrizierfamilien wie den von Wattenwyl und von Erlach bezeugen. Dank vorteilhafter Eheschliessungen gelangten sie ausserdem in den Besitz von Vufflens-le-Château, Gollion und La Chaux (Cossonay). Durch Zukäufe vergrösserten sie ihre Herrschaft Grancy und führten 1751 S. in den Familienbesitz zurück. Im 18. Jh. standen die Senarclens in holländischen und preussischen Diensten. Im 19. und 20. Jh. waren sie mit Ausnahme von Aymon Senarclens kaum im politischen Leben präsent, sondern in den freien Berufen und der Wissenschaft tätig, so Arthur (1847-1935) als Rechtsprofessor in Lausanne und später in Lüttich, Gérard (1906-88) als Chemiker und Industrieller, Jacques als Prof. für Theologie. Aymons Ehefrau Andrienne Turrettini (1912-2006) wirkte unter dem Pseudonym Andry als Malerin und Graveurin.
Grösse und Beschaffenheit des Dokuments: 20x17 cm, Papier.