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BA (MA) Sachbereichs-/Regionalübung: Ethnographische Schreibwerkstatt
Mittwoch, 22.03.2023
Das Ziel dieser Übung ist die allgemeine Verbesserung von Kompetenzen im wissenschaftlichen Schreiben und die Aneignung spezifischer Fähigkeiten im ethnographischen Schreiben. Neben praktischen Übungen zu Struktur, Argumentation und Stil werden wir uns auch mit der Theorie des ethnographischen Schreibens auseinandersetzen, wie sie im Kontext der Writing Culture-Debatte entstanden ist.
Zunächst beschäftigen wir uns mit der klassischen Grundstruktur wissenschaftlicher Texte und üben sie praktisch ein, indem wir eigene schon geschriebene Essays nach diesem Modell überarbeiten: 1) Herleitung und Begründung einer innerhalb des folgenden Textes beantwortbaren Fragestellung, 2) Darstellung des Forschungsstandes und Identifizierung der Forschungslücke, 3) Darlegung der Vorgehensweise, 4) Beschreibung und Analyse der Ergebnisse 5) Beantwortung der Fragestellung und Benennung noch offener Fragen, 6) Fazit und Ausblick. Das Ziel des ersten Teils der Übung ist es, den Aufbau des Textes immer im Auge zu behalten und damit schliesslich auch freier umzugehen.
Im Übrigen feilen wir an der Argumentation und am Schreibstil. Dies ist für Ethnographien (und für ideographisch vorgehende Wissenschaften allgemein) entscheidend, da die Darstellung der Daten bzw. der Fälle und der Ergebnisse weitgehend diskursiv erfolgt und die Herstellung von Plausibilität deshalb nicht an standardisierte Verfahren delegiert werden kann, sondern letztlich auf einer überzeugenden Beschreibung und Argumentation und damit auf einer präzisen und klaren Sprache beruht. Ethnographische Texte wirken jedoch nicht alleine durch die korrekte Darstellung der Daten und eine plausible Argumentation, sondern auch durch einen Schreibstil, der vom Wechsel zwischen bildhaft-konkreten Beschreibungen und kommentierenden, abstrahierenden und analytischen Passagen hin- und herwechselt, und so einerseits die Vertrautheit des Autors bzw. der Autorin mit dem Feld und den ForschungspartnerInnen, andererseits aber auch die analytische Arbeit der Distanzierung und Generalisierung erkennen lässt. Wir analysieren die analytischen und stilistischen Strategien beispielhafter Ethnographien und üben sie selbst anhand eigener ethnographischer Miniaturen, die wir gegenseitig konstruktiv kommentieren. Wir entwickeln damit die Fähigkeit, zielgerichtet zu schreiben und hilfreich gegenzulesen.
Durch die Schreibwerkstatt hindurch zieht sich das Bemühen um eine anschauliche, klare und grammatikalisch korrekte Sprache.
|Dozierende(r):||Prof. Dr. Heinzpeter Znoj|
|22.03.2023:||14:15 - 16:00|
|Ort:||EG, F006

Unitobler
Lerchenweg 36
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