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Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Diesmal geht es um seine Doktorarbeit aus dem Jahr 2007. Er soll dabei einige Passagen ohne Kennzeichnung aus anderen Texten übernommen haben.
Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte am Mittwoch den Bremer Jus-Professor Andreas Fischer-Lescano mit dem Vorwurf, Guttenbergs Dissertation sei an mehreren Stellen "ein dreistes Plagiat" und "eine Täuschung". Er habe die Parallelen zu anderen Texten bei einer Routineprüfung entdeckt.
Die offenbar kopierten Abschnitte, die von der "SZ" auf ihrer Internetseite aufgeschaltet wurden, stammen unter anderem aus einem Vortrag von Wilfried Marxer am Liechtenstein-Institut in Vaduz sowie aus der "NZZ am Sonntag".
Dort publizierte die Schweizer Journalistin Klara Obermüller im Sommer 2003 einen Artikel zur Debatte, ob Gott in der Präambel einer modernen Verfassung erwähnt werden soll. Guttenberg übernahm 97 Zeitungszeilen aus Obermüllers Text beinahe wörtlich.
"Wenn es sich im Rahmen hält, würde ich sagen Schwamm drüber", erklärte Obermüller: Wenn die kopierten Texte ein gewisses Mass überschritten, müsse man sich "natürlich auch auf akademischer Seite schon fragen, ob das dann noch einen Doktortitel wert ist."
Wilfried Marxer, der seinen Namen am Mittwoch verblüfft auf jeder News-Seite im deutschsprachigen Raum hat lesen können, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, persönlich sei er nicht empört, da Guttenberg nur relativ kurze Passagen von ihm übernommen habe: "Das unsorgfältige Arbeiten muss man aber kritisieren."
Guttenberg: Vorwürfe "abstrus"
Nach dem Zeitungs-Bericht umfassen die Stellen, an denen sich ohne Nachweis wortgleiche Parallelen mit fremden Texten fänden, mehrere Seiten. "Die Textduplikate ziehen sich durch die gesamte Arbeit und durch alle inhaltlichen Teile", sagte Fischer-Lescano.
Guttenberg selbst nannte den Vorwurf "abstrus", dass seine Doktorarbeit ein Plagiat sei. Er schloss aber nicht aus, dass es beim Zitieren von Texten Fehler gegeben habe. Der Minister erklärte am Mittwoch, er sei gerne bereit zu prüfen, ob Quellenvermerke nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten.
Guttenberg wehrte sich auch gegen "die Idee", Mitarbeiter seines Büros hätten an der wissenschaftlichen Erarbeitung der Dissertation mitgewirkt: "Dies trifft nicht zu. Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung."
SDA-ATS