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Im Hindu-Pantheon gibt es 33 Millionen Götter (Devas). Im Vishnuismus werden sie als Halbgötter bezeichnet. Damit ist nicht, wie etwa in der griechischen Mythologie, der gemeinsame Nachwuchs von Göttern und Menschen gemeint. Vielmehr soll darauf angespielt werden, dass sie nicht Gott selbst sind, sondern besonders ermächtigte Wesen. Wie bedeutend sie selbst und ihre bestimmten Aufgaben in dieser Welt auch sein mögen, sie bleiben Gott immer untergeordnet. Folglich ist der Halbgötterkult letztlich unangemessen; Verehrung ist dem Höchsten Herrn selbst vorbehalten.
Die Stellung der Halbgötter nach Aussage der Brahma-Samhita
Um die Oberhoheit Krishnas und die untergeordnete Stellung der Halbgötter zu verdeutlichen, verfasste der Halbgott Brahma ein Gedicht namens Brahma-Samhita. Der Gaudiya-Vaishnava-Meister Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakur schreibt in seinem Kommentar zu diesem bedeutenden Werk:
In der Brahma-Samhita wird der Pfad des Panchopasana (die traditionelle Verehrung der fünf Götter Vishnu, Surya, Ganesh, Durga und Shiva) nicht anerkannt. ... Die Verehrung Vishnus, wie sie im Panchopasana dargelegt ist, gereicht Vishnu nicht zur Freude; im Gegenteil, sie ist eine Irrlehre höchsten Ranges. ... Die Verehrung Vishnus als einer von fünf Gottheiten untergräbt Seine unange-fochtene Oberhoheit und stellt Ihn anderen Gottheiten gleich, was ein grobes spirituelles Vergehen darstellt. ...
Es ist die ewige Pflicht aller Jivas (Lebewesen), (ausschliesslich) Krishna, dem Höchsten Herrn, zu dienen. Alle anderen Gottheiten sind Seine Diener. Wer den anderen Gottheiten und ihren Namen den gleichen Rang einräumt wie Vishnu selbst, anstatt sie als Seine Diener zu betrachten, kann nie und nimmer Befreiung erlangen. In fünf Shlokas (Versen) der Brahma-Samhita wird das Wesen der fünf Gottheiten klar beschrieben:
"Ich (Brahma) verehre Govinda, den urersten Herrn, auf dessen Geheiss der Sonnengott, der König der Planeten und das Auge dieser Welt, durch das All reist und so das Rad der Zeit dreht."
"Ich verehre Govinda, den urersten Herrn, dessen Lotosfüsse Ganesh stets auf seinem Haupte trägt, um seine Aufgabe bei der Beseitigung der Hindernisse in allen drei Welten erfolgreich bewältigen zu können."
"Ich verehre Govinda, den urersten Herrn, nach dessen Wille Durga, Seine äussere Energie, ihre Funktion der Schöpfung, Erhaltung und Vernichtung dieser Welt erfüllt."
"Ich verehre Govinda, den urersten Herrn, der sich selbst als Shambu (Shiva) verkörpert, um das Werk der Zerstörung der Welt zu verrichten, ähnlich wie Milch, die zu Joghurt umgewandelt wird – der weder das Gleiche ist wie Milch noch etwas anderes."
"Ich verehre den urersten Herrn, Govinda, der sich selbst als Vishnu verkörpert, ähnlich wie eine brennende Kerze, die eine zweite Kerze zum Brennen bringt: Obwohl das Licht der zweiten Kerze getrennt von der ersten existiert, ist es doch von gleicher Art wie das Licht der ersten Kerze."