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«Landesunglück» forderte über 50 Menschenleben
Das Hochwasser im Herbst 1868 forderte im Schweizer Alpenbogen 51 Tote und verursachte Schäden von 14 Millionen Franken. Auf heutige Verhältnisse hochgerechnet wären dies Schäden von rund einer Milliarde Franken.
Der Katastrophe ging ein bereits regenreicher September voraus, die Böden waren mit Wasser gesättigt. Zwei Starkniederschlagsphasen trafen das Tessin, Graubünden, das Wallis und weitere Gebirgsregionen auf beiden Seiten des Alpenhauptkamms.
Zahlreiche Gewässer traten über die Ufer, Brücken wurden weggeschwemmt und Uferverbauungen zerstört. Tausende Menschen verloren ihr Hab und Gut. Sie waren auf Jahre hinaus in ihrer Existenz bedroht, denn Versicherungsschutz gab es damals nicht. Dazu kam für die Bevölkerung oft auch noch Fronarbeit für die Gemeinwesen beim Wiederaufbau von Infrastruktur.
Der Spendenaufruf des Bundesrats zugunsten der Hochwassergeschädigten erbrachte 4 Millionen Franken; auf heutige Verhältnisse hochgerechnet wären das 300 Millionen Franken. Während die Kantone mit den Spendengeldern Schutzmassnahmen realisieren wollten, pochten die Spender darauf, dass das Geld Privatpersonen zukommt. Man fand sich schliesslich in einem Kompromiss, wonach eine Million der Spenden für den Hochwasserschutz verwendet wurde.