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Im Februar 2020 hatten wir Ihnen davon berichtet: Nach langem Hin und Her und obwohl die Wettbewerbskommission (WEKO) grünes Licht gegeben hatte, verzichtete Sunrise letztendlich auf den geplanten Kauf des Kabelnetzbetreibers UPC, da es starke Unstimmigkeiten zwischen den Aktionären gab. Anfang Januar 2020 teilte Sunrise dann den Rücktritt seines CEO, Olaf Swantee, mit. An seine Stelle trat André Krause, der bisherige Finanzchef des Unternehmens. Innerhalb eines Jahres schrumpfte dann auch der Personalbestand des zweitgrössten Schweizer Mobilfunkbetreibers erheblich.
Dann wurde der Spiess überraschenderweise plötzlich umgedreht, wie im August 2020 in der Presse zu lesen war: Wenige Monate nachdem sich Sunrise von diesem Deal zurückgezogen hatte, unterbreitete der multinationale Konzern Liberty Global, die Muttergesellschaft von UPC Schweiz, Sunrise ein Übernahmeangebot für bescheidene 6,8 Milliarden Franken! Das ähnelte sehr dem vorherigen Übernahmevorhaben … allerdings mit vertauschten Rollen!
Damit diese Transaktion über die Bühne gehen konnte, mussten mindestens zwei Drittel der Sunrise-Aktien angedient werden. Sunrise empfahl daher seinen Aktionären, dieses Angebot anzunehmen. 2019 hatte sich der Hauptaktionär von Sunrise allerdings gegen die Übernahme von UPC ausgesprochen: Die deutsche Unternehmensgruppe Freenet war der Ansicht, dass 6,3 Milliarden Franken zu teuer bezahlt wären. Diesmal erklärte sich Freenet jedoch mit der Übernahme einverstanden und verpflichtete sich, sein Sunrise-Aktienpaket von gut 24 % zu veräussern. Am 30. Oktober 2020 genehmigte die WEKO dann diese Fusion/Übernahme.
Das strategische Ziel besteht nach wie vor darin, durch den Zusammenschluss der beiden grossen Anbieter einen schwergewichtigen Konkurrenten für Swisscom zu schaffen.
Es fanden umfangreiche Arbeiten statt, um die beiden gegensätzlichen Anbieter unter einen Hut zu bringen: Seit dem 11. November 2020 sind UPC und Sunrise Tochtergesellschaften von Liberty Global. Beide Unternehmen operierten jedoch vor der Zusammenführung Anfang 2021 weiterhin eigenständig. Ausserdem beabsichtigte Liberty Global das Verfahren zur Zwangsabfindung der restlichen Minderheitsaktionäre («Squeeze-out») einzuleiten und danach die Sunrise-Aktien von der Schweizer Börse dekotieren zu lassen.
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