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« Dieses Buch wird keinen Erfolg haben, das ist mehr als klar, das ist mir sowas von egal, Hare Krishna ! Ja, denn ich hatte schon immer ein Faible für den in der Mitte, zwischen Schöpfung und Zerstörung, ich behalte. Und jetzt will ich alt und krank sein, noch älter und noch kränker, mit meiner eigenen Kleinen Schweiz, wir werden Hühner haben, Esel, Truthähne, Lämmer, Ferkel, die wir verkaufen werden, und kleine Kälber, und sie werden alle seltsame Namen haben wie “Gruyère”. Und ich werde die ganze Zeit weinen, was ich so gut kann wenn ich krank bin. »
Mit diesen Zeilen endet das Buch Dernier Roman (2004) von Guillaume Dustan. Hier beginnt auch die Ausstellung, die die Verknüpfung zwischen seinen Filmen und seinen Schriften vorschlägt.
Zwischen 2000 und 2004 hat der französische Schriftsteller und Herausgeber 19 Filme mit einer kleiner DV Kamera gedreht. Diese Filme dokumentieren einen bis heute wenig bekannten Teil seines Werkes. Die Ausstellung im Friart bietet einen neuen Blick auf eine Schlüsselfigur der französischen Literatur und Queer-Kultur um die Jahrtausendwende. Die Ausstellung präsentiert sich als ein Erlebnis an der Schnittstelle von Kino und Literatur. Zwischen gefilmten Tagebüchern, experimentellem Kino und intimen Bekenntnissen werden diese Kurzfilme mit gesammelten Archiven und seltenen Texten seiner Verbündeten in Zusammenhang gebracht.
VORTRAG, LESUNGEN, ÜBERRASCHUNGSPROJEKTION
Samstag, 15.05.2021, 15:00
15 Uhr: Beitrag von Elliot Evans mit anschliessender Diskussion
Elliot Evans ist derdie Autorin von Queer Permeability: The Body in French Thought from Wittig to Preciado(2020) und Dozentin an der University of Birmingham. Ersie ist Mitorganisatorin der Seminarreihe Critical Sexology und schreibt regelmäßig für die Zeitschriften Paragraph und Sexualities. Seinihr Artikel ‘Your HIV-positive sperm, my trans-dyke uterus’: anti/futurity and the politics of bareback sex between Guillaume Dustan and Paul B. Insbesondere Preciado aus dem Jahr 2015 gibt einen Einblick in die Art und Weise, wie sich Preciado in Testo Junkie an Dustan wendet.
Elliot wird per Videokonferenz über seine*ihre Arbeit rund um Dustan sprechen und den Überraschungsfilm vorstellen, der zu einem späteren Zeitpunkt zu sehen sein wird.
16:30 Uhr: Diskussionsrunde zu Le Rayon : Philippe Joanny + Julien Laugier, Pascaline Morincôme, Olga Rozenblum
Philippe Joanny (1968 geboren) ist ein Schriftsteller. Sein erstes Buch, Le Dindon, veröffentlichte er 1999 in der von seinem besten Freund Dustan gegründeten Sammlung Le Rayon. Im Jahr 2008 gründete er zusammen mit Tim Madesclaire, Gauthier Boche und Gilles Beaujard das Magazin Monstre (“Monstre ist ein Magazin, herausgegeben von den ‘pédés de Belleville’, für die Queers dieser Welt”). Im Jahr 2019 veröffentlichte er Comment tout a commencé(Grasset), eine romanhafte Autobiografie in der dritten Person. Das Buch wurde bei seinem Erscheinen von der Kritik gelobt und wird mit dem Prix du Roman gay 2019 ausgezeichnet.
Ausser der Lesungen von Büchern von Le Rayon wird eine Diskussion rund um das Interview mit Françoise Vigna über die Geschichte der LGBTQ-Verlage in Frankreich und eine Vorstellung von Texten anderer junger Autor*innen stattfinden.
19 Uhr: Überraschungsprojektion