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Ich habe nur undeutliche Erinnerungen an meinen Grossvater, den Vater meines Vaters, ich muss sechs oder sieben gewesen sein, als er starb, und das Bild, das ich von ihm habe, könnte ebenso gut aus der Wirklichkeit wie von den Fotografien stammen, die ich später von ihm sah. Was ich aber vor allem mit ihm verbinde, ist eine Briefmarkensammlung, die nach seinem Tod in unseren Besitz überging und die sich langsam auflöste, bis nichts mehr von ihr übrig war. In meiner Erinnerung bestand sie aus Dutzenden von Alben, in denen, dicht übereinander gefächelt, die Briefmarken steckten, Hunderte, vielleicht Tausende von Exemplaren derselben Marken, die mein Grossvater wohl kiloweise gekauft und eingeordnet hatte. Viele stammten aus Deutschland, aus der Zeit der Hyperinflation der Zwanzigerjahre, mit aufgedruckten Millionen- und Milliardenwerten. Als Kinder waren wir fasziniert von diesen irren Beträgen und von der Akribie, mit der die Marken eingeordnet waren. Auch wenn sie kaum einen Wert hatten, für unseren Grossvater schienen sie eine Bedeutung gehabt zu haben, die vermutlich nur echte Sammler nachvollziehen können.
Meine eigene Sammeltätigkeit beschränkte sich in meiner Kindheit auf eine Schachtel voller Abziehbilder, die immer noch irgendwo stecken muss. Als ich erwachsen wurde, wurde ich zum Gegenteil eines Sammlers und empfand Besitz als Ballast, wohnte in einer möblierten Mansarde, um keine Möbel anschaffen zu müssen, die mich beschweren würden. Nur Bücher habe ich seltsamerweise nie als Ballast empfunden, als könnten sie für sich selbst sorgen, wenn ich mich einmal nicht mehr um sie kümmern könnte.