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WG Hirzbrunnen "erfolgreich" privatisiert
Die Wohngenossenschaft Hirzbrunnenpark erstellte im Jahre 1925, fast gleichzeitig mit der WG Im Vogelsang an der Paracelsusstrasse die schönen Backstein-Einfamilienhäuser. Jahrzehntelang sorgte die erste und zweite Generation der bewohnenden GenossenschafterInnen für ein gedeihliches Genossenschaftsleben und den Erhalt der 4- und 5- Zi-Häuser.
An der 61. GV vom 03. Mai 1986 gab der langjährige Präsident Dölf Neth zu Protokoll: "Auf Grund von ihm zu Ohren gekommen Vermutungen betreffend Privatisierungsgelüsten vertritt A. Neth die Meinung, dass solche Absichten den Grundsätzen unserer Genossenschaft (Statuten) zuwiderlaufen würden. Zudem wären sie für die meisten Genossenschafter nicht realisierbar. Eine in diese Richtung zielende Statutenrevision halte er für unmöglich".
Doch im Jahre 2006 wurden die Statuten "angepasst" und der Name in Genossenschaft Hirzbrunnenpark geändert. Der Sitz wurde ins steuergünstige Sarnen verlegt (Kapitalgewinnsteuer). In der Folge wurden die Häuser im Baurecht an die bisherigen Mieter/Genossenschafter verkauft. Auf anfangs 2014 erfolgte nun der letzte Akt der Privatisierung, indem die Baurechte (sprich Boden) an die Baurechtsnehmer verkauft wurde. So wurde diese Genossenschaft "erfolgreich" privatisiert. Die erste und zweite Generation hatte mit viel Entbehrungen, hohen Anfangsmieten und Amortisationen in den letzten 70 Jahren Häuser für billige Mieten gesorgt. Die dritte Generation konnte nun, weil es ja nur noch so viele Genossenschafter wie Mieter gab, die Häuser zu eigen machen. Sie sind damit über Nacht zu Millionären geworden.
Was für eine Lehre kann daraus gezogen werden? Kleingenossenschaften und besonders Einfamilienhausgenossenschaften unterstehen der grossen Gefahr der Privatisierung. Dem kann nur durch Schaffung grösserer Einheiten (z.B. Fusionen oder WG mit Mietwohnungen und Einfamilienhäusern) begegnet werden. Dies verhindert einen Beutezug.