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(amtlich: Republik Namibia, dt. Aussprache: [namiːbi̯a]; engl. Republic of Namibia)
ist ein sehr dünn besiedelter Staat im südlichen Afrika zwischen Angola, Sambia,
Botsuana, Südafrika und dem Atlantischen Ozean. Ein bis zu 100 Meter langer Grenzverlauf
- und damit das einzige Vierländereck der Erde - mit Simbabwe ist strittig.
Der Name des Staates leitet sich von der Wüste Namib ab, die den gesamten Küstenraum
des Landes einnimmt. Er wurde bei der Unabhängigkeit als neutrale Bezeichnung gewählt,
um keines der vielen namibischen Völker zu verärgern. Im deutschsprachigen Raum existiert
weiterhin die weniger gebräuchliche Bezeichnung „Namibien“. Deutschsprachige Bewohner
Namibias sprechen vereinzelt noch von „Südwest“ als Kürzel für Südwestafrika (ehemals
Deutsch-Südwestafrika beziehungsweise zwischen 1919 und 1990 Südwestafrika) – ein
Begriff, der bei den Einwohnern – je nach Hautfarbe sowie politischer und geschichtlicher
Prägung – sehr unterschiedliche Assoziationen hervorruft.
Aus den gleichen politischen Gründen entschied man sich 1990 gegen die bisherigen
Amtssprachen und wählte stattdessen die englische Sprache, die viele Ältere, vor
allem im Norden des Landes, nicht beherrschen. Der größte Teil der Bevölkerung spricht,
neben Bantu- oder Khoisan-Sprachen, Afrikaans, manche auch Deutsch.
Bevölkerung
Namibia ist extrem dünn besiedelt. Auf einer Fläche von 824'616 km2 leben gerade
einmal 2.1 Mio. Menschen. Die Bevölkerung ist konzentriert auf wenige Städte und
den fruchtbaren Norden des Landes. Rund 44 % der Bevölkerung leben in den Regionen
Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto. Ein Drittel lebt in Zentralnamibia, wobei
dort alleine in Windhoek
mehr als 300.000 Menschen ihren Wohnsitz haben. Im Süden des Landes leben gerade
einmal 7 % der Einwohner, während der Westen und die Namib-Wüste mit Ausnahme der
Hafenstädte nahezu menschenleer sind.
Klima
Das durchschnittliche Klima Namibias lässt sich als heiß und trocken beschreiben.
Das weitestgehend aride Klima ist subtropisch kontinental. Dabei gibt es große Unterschiede
zwischen den einzelnen Landesteilen:
In der Namib westlich der Abbruchstufe sind Niederschläge äußerst selten. Es weht
das ganze Jahr über ein warmer, kräftiger Wind. Sogar im Winter erreichen die Temperaturen
oft 25 °C und mehr. In den heißesten Sommermonaten Dezember und Januar liegen die
Temperaturen meist deutlich über 30 °C, während sie in den kältesten Monaten, Juli
und August, nachts bis zum Gefrierpunkt sinken können, tagsüber dann aber wieder
auf rund 25 °C steigen. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind also
sehr groß. Morgens und abends ist besonders im Winter mit Temperatursprüngen von
mehr als 20 °C innerhalb weniger Stunden zu rechnen. Im Binnenhochland kann es wegen
der großen Höhe nachts sogar Frost und in ganz seltenen Jahren auch Schneefälle geben.
Tagsüber ist es dort nicht ganz so heiß wie in der Wüste. In der Kalahari verhält
es sich ähnlich wie in der Namib. Die Niederschläge sind etwas häufiger aber immer
noch wüstentypisch selten.
Der Caprivi-Streifen hingegen ist geprägt von häufigen Niederschlägen. Diese haben
ein ausgedehntes Flusssystem und einen dicht bewachsenen tropischen Urwald entstehen
lassen. Die Luftfeuchtigkeit ist hier, im Gegensatz zu den anderen Landesteilen,
sehr hoch.
Das Klima der Atlantikküste wiederum wird durch den kalten Benguelastrom bestimmt.
Dieser kühlt den vorherrschenden Südwestwind stark ab, was infolge von Kondensation
die Bildung von (Regen-)Wolken verhindert und regelmäßig einen dichten anhaltenden
Nebel in Bodennähe erzeugt. Die Temperaturen im Sommer sind hier angenehm kühl und
in den Wintermonaten mitunter auch tagsüber empfindlich kalt. Die Wassertemperatur
erreicht selten mehr als 15 °C.
Der größte Teil Namibias liegt im tropischen Sommerregengebiet, das heißt mit zwar
unregelmäßigen, aber gelegentlich sehr heftigen Regenfällen zwischen November und
April; der äußerste Süden dagegen liegt im Winterregengebiet, so dass – wenn überhaupt
– Regenfälle vor allem in den Monaten Juni und Juli auftreten. Bei aller Unregelmäßigkeit
der Regenfälle hinsichtlich Häufigkeit und Ergiebigkeit nehmen diese ausgehend vom
Süden mit unter 50 mm pro Jahr in Richtung Nordosten mit bis zu 600 mm pro Jahr deutlich
zu, was allerdings regionale Trockenperioden von mehreren Jahren nicht ausschließt.
Aufgrund der besonderen klimatischen Verhältnisse ist eine landwirtschaftliche Nutzung
des Landes nur in beschränktem Maße möglich: im trockenen Süden vor allem Viehzucht,
im relativ regenreichen Norden auch Ackerbau. Eine Besonderheit der Namib sind die
Dünen im Gebiet von Sossusvlei. Die Sterndünen gehören mit weit über 200 Metern Höhe
zu den höchsten der Welt. Der Reiz dieser Dünenlandschaft liegt aber nicht allein
in ihrer Höhe, sondern vor allem in ihrem vom Feuchtigkeitsgehalt und Sonnenstand
abhängigen Farbenspiel
Namibia
Schutzgebiete
In Namibia wurden zahlreiche staatliche Nationalparks sowie staatliche und private
Naturschutzgebiete eingerichtet, um die noch unberührte Natur des Landes zu schützen
und zu erhalten. Mit dieser Maßnahme kommt man zugleich auch einem verfassungsrechtlichen
Auftrag nach, denn der Naturschutz genießt in Namibia Verfassungsrang. Die Verwaltung
und Organisation des staatlichen Naturschutzes übernimmt hierbei das
Ministerium für Umwelt und Tourismus. 2010 standen 135.906,29 km² unter staatlichem
Schutz. Dieses sind 17 % der Landesfläche Namibias.