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rheingeschichte
Erste Aufzeichnungen von Überschwemmungen des Alpenrheins liegen aus dem Jahr 1206 vor. Die Schleppkraft des Rheins war ungenügend und er vermochte sein Geschiebe nicht in den Bodensee zu transportieren. Im 15. Jahrhundert beschränkte sich die Staatsgewalt auf die Organisation der Wuhrtätigkeit und die Entscheidung von Streitigkeiten über die Wuhrpflicht. Im 18 Jahrhundert ereigneten sich viele Hochwasserkatastrophen.
1860 kam es am St. Galler Ufer zu einer ganzen Reihe von Dammbrüchen und bei Bad Ragaz zu einer gewaltigen Überschwemmungskatastrophe. Eine der schlimmsten Überschwemmungen ereignete sich am 28. September 1868, als fast das gesamte Rheintal von Sevelen bis zum Bodensee unter Wasser stand. Der Damm brach an drei Stellen. 40 Menschen kamen in den Fluten ums Leben.
In einem Bett von 200 bis 300 Metern Breite, beidseits begleitet von Binnengewässern und Binnendämmen mit 500 bis 1000 Meter Abstand, schlängelte sich damals der Alpenrhein durch das Rheintal in Richtung Bodensee. Er lagerte mitgeführtes Geschiebe ab und trat im Schnitt alle drei Jahre über die Ufer.
Rheinkorrektion
1861 bis 1881 erstellte der Kanton St. Gallen, unterstützt von der Eidgenossenschaft, dem Fürstentum Liechtenstein und Österreich, zwischen Landquart und Au ein regelmässiges Flussbett. Weil das Abflussvermögen des Rheins immer noch ungenügend war, wurden die Dämme bis 1890 erhöht. Unterhalb von Landquart mündeten mehr als 30 Bäche in den Alpenrhein. Bei Hochwasser wurden diese zurückgestaut und verursachten Überschwemmungen. Deshalb wurden viele Seitenbäche zusammengefasst und in Binnenkanälen (auf Schweizer Seite im Werdenberger Binnenkanal und im Rheintaler Binnenkanal) abgeleitet.
Entwicklungskonzept Alpenrhein (EKA 2005)
Mit der Korrektion des Rheins und dem Bau der Binnengewässersysteme wurden viele Flächen für die Siedlungsentwicklung, Verkehrswege und Kulturland gewonnen. Die Häufigkeit der Überschwemmungen konnte reduziert werden und der Wirtschaftsraum Rheintal entwickelte sich. Die ökologische Vielfalt des Rheins ging dadurch jedoch verloren. Erst mit der Ausarbeitung des EKA 2005 wurde der Rhein ganzheitlich erfasst und betrachtet. Es wurden Lösungen erarbeitet, die eine langfristige und nachhaltige Entwicklung des Rheins zulassen sollen. Neben der Betrachtung der Themenbereiche Grundwasser, Energienutzung sowie Gewässer- und Fischökologie wurden flussbauliche Massnahmen wie Flussaufweitungen, Vorrangflächen für die Entwicklungsmöglichkeit des Rheins vorgeschlagen. Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) verfolgt die Ziele des EKA 2005 und plant, diese in den kommenden Generationen umzusetzen. Eine Massnahme des EKA 2005 ist die geplante Aufweitung Maienfeld / Bad Ragaz.
Mehr zur Geschichte der Rheinkorrektion finden Sie hier:
Quellenangaben:
- „Der Alpenrhein und seine Regulierung“, Internationale Rheinregulierung 1892 – 1929
heute: Rheinkorrektion und Binnenkanalgewässer (Werdenberger-, Rheintaler-, Liechsteiner-Binnenkanal)