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Adobe will das weit verbreitete "Portable Document Format" bei der ISO als Standard vorschlagen.
Wenn Sie irgendwo auf dem Internet ein Dokument ansehen oder herunterladen wollen, dann ist die Chance gross, dass es sich um ein so genanntes PDF (Portable Document Format) handelt. PDFs können von verschiedenen Programmen geschrieben und gelesen werden. Die bekannteste Software um PDF-Dateien darzustellen ist der kostenlose "Adobe Reader".
Nun will Adobe das weit verbreitete Dokumenten-Format auch von der ISO (International Organization for Standardization) in ihrem ganzen Umfang anerkennen lassen. Zu diesem Zweck überreicht Adobe die kompletten Spezifikationen der Version 1.7 von PDF der Industrievereinigung AIIM (Enterprise Content Management Association), die sie wiederum bei der ISO zwecks Anerkennung einreichen wird.
Zwei wichtige Subsets von PDF, nämlich PDF/A und PDF/X sind von der ISO bereits als Standards anerkannt. PDF/A beschreibt ein Dateiformat für die Langzeitarchivierung, PDF/X wird in der grafischen Industrie als Ausstauschformat im Produktionsprozess benützt. Zwei weitere Subsets von PDF, nämlich PDF/E (Engineering) und PDF/UA (Universal Access) sind bei der ISO für die Anerkennung als Standards vorgeschlagen.
Mit der Freigabe des kompletten PDF-Standards verstärke Adobe sein Engagement für Offenheit, heisst es in einer Pressemitteilung von heute. Tatsächlich drängen immer mehr öffentliche Institutionen und Behörden auf die ausschliessliche Verwendung von international anerkannten und damit langlebigen Standards für Dokumente aller Art.
Microsoft - sowohl Partner wie auch Konkurrent von Adobe - bietet mit einem Gratis-Zusatz zu Office 2007 neu die Möglichkeit PDF-Dokumente direkt aus Office-Applikationen heraus zu schreiben. Ein Feature, das das Konkurrenzprodukt Open Office schon länger hat. Microsoft hat aber auch einen Konkurrenz-Standard zu PDF namens XPS entwickelt. XPS basiert auf XML und dient wie PDF dazu, Seiten mit einem feststehenden Lay-Out zu beschreiben.
Adobe entwickelte und veröffentlichte PDF 1993. Das Dokumentenformat basiert auf PostScript - jener revolutionären Seitenbeschreibungssprache, die Desktop-Publishing erst wirklich ermöglichte und mit zum Siegeszug des PCs beitrug. (Christoph Hugenschmidt)