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Von Melanie G. Host
Antibiotisch wirksame Pflanzen
In Zeiten der zunehmenden Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika, ist es besonders wichtig, Pflanzen mit antibiotischer Wirkung wieder in den Blick zu nehmen, von denen ich Ihnen nun einige in alphabetischer Reihenfolge vorstellen will.
Im September 1928 entdeckte der schottische Bakteriologe Alexander Fleming das Penicillin und schuf damit die Voraussetzung für die heutigen Antibiotika. Erst im zweiten Weltkrieg wurde dieses jedoch erst kommerziell entwickelt und routinemässig eingesetzt.
Bereits 1953 hatten durch den weitverbreiteten Einsatz von Penicillin bereits 64 – 80 % der Bakterien Resistenzen dagegen entwickelt. Im Jahr 1995 hatte sich Prozentsatz der penicillinresistenten Staphylokokken dann auf unglaubliche 95 % erhöht.
Daraufhin begannen die Mediziner, Methicillin (ein Betalactam-Antibiotikum) anzuwenden, um gegen die resistenten Stämme vorzugehen. Es dauerte kein Jahr, bis der erste Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) auftauchte. Einst auf Krankenhauspatienten beschränkt, tauchten resistente Bakterienstämme auch ausserhalb von Krankenhäusern auf und sind mittlerweile in der Weltbevölkerung gegenwärtig.
Bereits im Laufe ihrer langen Entwicklung haben Bakterien gelernt, auf antibakterielle Stoffe zu reagieren, die durch andere Bakterien, Pilze oder Samen produziert werden. Sobald ein Bakterium mit einem Antibiotikum in Berührung kommt, setzt es verschiedene Reaktionsmechanismen in Gang, indem es z. B. seine Schutzhülle verändert. Sie können ihre innere Struktur auch soweit verändern, dass sie die vom Antibiotikum angepeilte Zielstruktur nicht mehr ausfindig gemacht werden kann. Diese erworbenen Resistenzmechanismen werden auch an andere Bakterien speziesüberschreitend weitergegeben. Nicht ausser Acht lassen darf man hier auch den allgegenwärtigen Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung oder der Fischzucht, die schliesslich in die Umwelt gelangen. Antibiotikaverseuchte Abwässer gelangen durch Bewässerung in Böden und Pflanzen.
Durch die folgenden kleinen Beiträge will ich Sie dazu ermutigen, Ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun, indem Sie pflanzliche Mittel kennenlernen und anwenden, um Krankheiten zu heilen.
A wie Ashwaganda
Deutsche gängige Namen: Schlafbeere oder Winterkirsche.
Lateinische Bezeichnung: Whitania somnifera.
Ashwaganda ist in trockenen Regionen Indiens beheimatet, doch findet man sie jetzt auch in Nordafrika, dem Mittelraum sowie Vorder- und Südasien.
Die mehrjährige Pflanze wird in der freien Natur bis zu 60 cm hoch und bildet orange-rote, kirschenartige Früchte aus, die von einer Hülle umgeben sind.
Seit 3.000 Jahren gehört die Schlafbeere zu den wichtigen Heilpflanzen Indiens und wurde u.a. bei Tuberkulose eingesetzt. Hauptsächlich wird sie aber bei Erschöpfung, chronischen Krankheiten oder zur Kräftigung im Alter angewendet.
Im Jahr 2011 erschien bei PubMed eine Liste mit ca. 400 Studien über Ashwaganda.