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Wichtig zu wissen
- Die Verfügbarkeit des Stickstoffs und die Regulierung der Wurzelunkräuter werden vor allem über die Gestaltung der Fruchtfolge und die gezielte Bodenbearbeitung gesteuert
- Besonders auf Betrieben mit geringen eigenen Nährstoffressourcen ist eine langfristig geregelte Fruchtfolge mit einem ausreichenden Leguminosenanteil absolut erforderlich.
Anbauregeln
- Idealerweise mindestens 25% bis 30 % Kunstwiese (z.B. Kleegras oder Luzernekleegras)
- Getreide: max. 60%
- Körnerleguminosen, in Rein-oder Mischkulturen: max. 15% Proteinerbse, max. 25 % Ackerbohne, max. 25 % Soja, max. 20 bis 25 % Lupine
- Ölfrüchte: max. 25 % Raps, max. 25 % Sonnenblumen
- Hackfrüchte: max. 20 bis 25% Kartoffel, max. 25 % Rüben
- Wechsel von Winterung und Sommerung
- Integration von Gründüngung, Zwischenfutter und Untersaat.
Falls mehrere Kulturpflanzen in der Fruchtfolge auftreten, die die gleichen oder verwandten Fruchtfolgekrankheiten übertragen können, darf die Gesamtfläche dieser Kulturen einen maximalen Anteil nicht überschreiten. Beispiele:
- Der Anteil an Raps und Sonnenblumen in einer Fruchtfolge darf wegen der Gefahr von Sklerotinia nicht mehr als 33% betragen.
- Summe aller Körnerleguminosen: max. 30 bis 35 % (Gefahr der "Leguminosenmüdigkeit").
Wechsel von Sommer- und Winterform
Durch den konsequenten Wechsel von Sommer- und Winterkulturen werden deutlich weniger bestimmte Unkrautarten selektiert.
Beispiel: häufiger Anbau von Mais und Sommereiweisserbsen führt zur Selektion von weissem Gänsefuss (Melde) oder auf schweren Böden kann es bei ausschliesslichem Anbau von Winterformen zu verstärktem Auftreten von Ackerfuchsschwanz kommen.
Körnerleguminosenanbau einschränken
Bei der Umstellung auf den Biolandbau wird der Leguminosenanteil in der Fruchtfolge meistens erhöht, um die Kulturen mit natürlichem Stickstoff zu ernähren. Aber es gibt Obergrenzen, die es zu beachten gilt. Nach heutigem Kenntnisstand sind die folgenden Anbaupausen erforderlich:
- Proteinerbse : max. einmal alle 7 Jahre
- Ackerbohne: max. einmal alle 4 Jahre
- Soja: max. einmal alle 4 Jahre
- Lupine: max. einmal alle 4 bis 5 Jahre
Auch die Summe aller Körnerleguminosen sollte eingeschränkt sein (siehe oben). Es geht darum, die „Leguminosenmüdigkeit“, die in Form von starker Ertragsdepression sowie Schädlings- und Krankheitsbefall auftreten kann, zu vermeiden.
Werden Leguminosen als Mischungspartner in Gründüngungs- und Zwischenfuttermischungen angebaut, sollten Arten gewählt werden, die keinen engen Verwandtschaftsgrad zur Hauptfruchtkörnerleguminose aufweisen. Gibt es beispielsweise Proteinerbse als Hauptkultur in der Fruchtfolge, sollte es keine oder nur wenig Futtererbse in Zwischenkulturmischungen geben.
Getreideanteil einschränken
Aus phytosanitären Gründen sollte der Anteil des Getreides bei maximal 60% liegen, da sonst der Ertrag und die Pflanzengesundheit, sowie die Qualität der angebauten Kulturen leiden. Das Auftreten von Fusarien, Schwarzbeinigkeit und Halmbruch sind Anzeichen für zu enge Getreidefruchtfolgen. Auch der Verwandtschaftsgrad einzelner Kulturarten ist zu berücksichtigen Besonders Weizen, Dinkel, Einkorn und Emmer haben eine hohe genetische Verwandtschaft. Diese Kulturarten sollten nicht direkt aufeinander folgen. Hafer hingegen stellt unter den stärker verwandten Arten eine Gesundungsfrucht dar. Roggen hat unter den Getreidearten die höchste Selbstverträglichkeit.
Kunstwiese = Batterie der Fruchtfolge
Die Kunstwiese stellt den Motor oder die Batterie der Fruchtfolge dar. Hier muss sich der Boden mit Humus und Stickstoff auftanken um für die Fruchtfolge möglichst gute Erträge zu erzielen.
Auch vieharme Betriebe, die den Kunstwiesenaufwuchs nicht direkt verwerten können, müssen mindestens 25 bis 30% Kunstwiese in der Fruchtfolge anstreben.
Ist der Anteil der Kunstwiese zu gering, kann die N-Bilanz über die Fruchtfolge ins negative abrutschen. Humusverlust und Abnahme der Bodenfruchtbarkeit sind die Folge. Ein weiterer negativer Effekt eines zu geringen Kunstwiesenanteils ist die Zunahme von Problemunkräutern wie der Ackerkratzdistel, die durch die Bodenruhe der Kunstwiesenperiode und das regelmässige schneiden des Aufwuchses in Schach gehalten wird. Eine zweijährige Kunstwiese vermindert den Druck der Ackerkratzdistel wesentlich besser als eine einjährige Kunstwiese.
Maximal 20 bis 25% Kartoffel, maximal 25 % Rüben
Deren Anteil ist aus arbeitswirtschaftlichen Gründen, sowie aus phytosanitären Gründen (Schädlingsbefall: Drahtwurm, Nematoden) limitiert. Ausserdem belasten diese intensive Hackkulturen die Stickstoff- und Humusbilanz der Gesamtfruchtfolge negativ.
Einfluss der Niederschläge
Oftmals sind besonders die Wasser und auch die Nährstoffversorgung die limitierenden Faktoren bei der Zusammenstellung der Kulturen. Wenn beiden Einflussgrössen günstig sind kann jedoch auch ein nicht optimaler Boden hohe Erträge liefern. Gleichzeitig können hohe Niederschlagsmengen auf schweren Böden mit hohem Tongehalt zu deutliche Ertragsverlusten führen.
Fazit
Der Entscheidung für eine Kultur liegt zugrunde:
- Bodenart (Tongehalt)
- Niederschlagsmenge und Verteilung
- N-Versorgung bzw. die Frage, wie der Stickstoff im Boden gehalten wird
- Neigung für gewisse Problemunkräuter
- Marktsituation
Im Biolandbau sollte nicht zu sehr die Vorzüglichkeit einzelner Kulturen, sondern insgesamt die Leistungsfähigkeit und Stabilität der Fruchtfolge beachtet werden.
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 31.01.2013