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Wie war das nochmal mit der Vererbung?
Wenn das Spermium die Eizelle befruchtet, verschmilzt die Zellkern-DNA mütterlicher- und väterlicherseits, die zu gleichen Teilen die Zellkern-DNA des Kindes ausmachen. Jedoch gibt es auch ausserhalb des Zellkerns Gene, und zwar in winzigen Bestandteilen jeder Zelle: in den Mitochondrien, die als zelluläre Kraftwerke Energie für den Stoffwechsel bereitstellen. Lange ging man davon aus, dass diese Gene ausschliesslich über die Mutter vererbt werden. Alle Kinder derselben Frau haben demnach die gleiche sogenannte mitochondriale DNA. Demnach müsste es eine mitochondriale Eva geben, aus deren mitochondrialer DNA jene aller heute lebenden Menschen hervorgegangen ist. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigt jedoch, dass in manchen Fällen auch der Vater Genmaterial zur mitochondrialen DNA des Kindes beisteuert.
Was führt dazu, dass ein Kind besser lesen und schreiben kann?
Du kannst heute problemlos auch anspruchsvolle Texte lesen und schreiben? Das ist nicht selbstverständlich: Fast jede zehnte Person in der Schweiz kann einen Text nicht richtig lesen und verstehen, ist also von Illettrismus betroffen. Wenn du nicht zu den Betroffenen gehörst, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass dir deine Mutter vorgelesen hat, als du noch klein warst. Eine Studie ergab, dass es die Lesefähigkeit von Kindern gut 30 Prozent steigert, wenn die Mutter ihnen an einem Tag pro Woche aus einem Buch vorliest. Die Daten der Studie stammen übrigens aus dem Jahr 1979 und den darauffolgenden Jahren. Bestimmt tritt dieser Effekt auch auf, wenn der Papi vorliest.
Wie viele Frauen könnten weltweit aufgrund der Corona-Pandemie ungeplant Mutter werden, wenn der internationale Lockdown sechs Monate anhält?
Neues Leben ist grundsätzlich etwas Schönes. Die Uno warnt aber davor, dass die Coronavirus-Pandemie zu sieben Millionen nicht geplanten Schwangerschaften führen könnte, wenn der internationale Lockdown sechs Monate anhält. Denn unterbrochene Lieferketten bewirken, dass rund 47 Millionen Frauen in einkommensschwachen Ländern nicht an Verhütungsmittel herankommen. Mädchen und Frauen leiden zusätzlich unter der Pandemie, denn die Gewalt gegen Frauen nimmt in dieser Zeit weltweit zu.
Dass schwangere Frauen weder Alkohol trinken noch rauchen sollten, ist bekannt. Was sollten sie ausserdem während der gesamten Schwangerschaft vermeiden?
Die Infektionskrankheit Toxoplasmose ist weltweit verbreitet und verläuft bei Menschen mit intaktem Immunsystem harmlos, meist wird sie gar nicht bemerkt. Wenn Frauen allerdings während der Schwangerschaft erstmals angesteckt werden, kann sich die Infektion auf das ungeborene Kind übertragen. In seltenen Fällen kann dies beim Kind zu Augenentzündungen und Hirnschäden führen. Der Parasit Toxoplasma gondii vermehrt sich im Katzendarm und wird mit dem Katzenkot ausgeschieden. Um den Kontakt zu vermeiden, sollten Schwangere keine Katzen streicheln oder sich danach zumindest besonders gut die Hände waschen. Vom Katzenkot gelangen Toxoplasmen über Tierfutter in andere Tiere. Menschen stecken sich, abgesehen vom Streicheln, vor allem an, wenn sie rohes oder ungenügend gekochtes Fleisch oder Geflügel essen. Eine Vegetarierin sollte während der Schwangerschaft genügend Eisen zu sich nehmen – manchmal reicht hierfür die vegetarische Ernährung nicht aus und sie sollte zusätzlich Eisen einnehmen. Flugreisen sind für Mutter und Kind unbedenklich, wenn die Schwangerschaft normal verläuft, es sei denn, der Geburtstermin steht kurz bevor.
Wie viele Frauen verlieren in der Schweiz ihre Stelle wegen einer Schwangerschaft?
Elf Prozent der Frauen, die nach ihrer Schwangerschaft ihre Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, geben an, dass sie entlassen wurden. Das ist das Resultat einer Studie aus dem Jahr 2017, die der Bundesrat in Auftrag gegeben hat. Von den ebenfalls befragten Arbeitgebern sagen neun Prozent, sie hätten ihre Angestellten entlassen. Es sind also rund zehn von hundert Frauen, die ihren Job verlieren, weil sie Mutter geworden sind. Darin sind jene nicht eingerechnet, die von sich aus gekündigt haben. Ob die Arbeitgeber auf die Frauen direkten oder indirekten Druck ausüben oder wie viele Frauen eine Stelle nicht erhalten, weil ihr Arbeitgeber von einer künftigen Mutterschaft ausgeht, ist unklar. Die Frage nach einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft im Bewerbungsgespräch ist übrigens nur zulässig, wenn eine Schwangere in einem Job eine körperliche oder gefährliche Tätigkeit zu verrichten hat, oder wenn die vorgesehene Arbeit wegen der Schwangerschaft nicht ausgeübt werden kann – etwa als Tänzerin oder Flugbegleiterin. In allen anderen Fällen darf die Bewerberin auf diese Frage hin lügen.