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Nein, mit Ben Affleck als Batman bin ich alles andere als zufrieden. Der Mann ist in meinen Augen ein überbewerter und schlechter Schauspieler, der bestenfalls zwei verschiedene Gesichter machen kann. Normalerweise würde ich mich vielleicht ein bisschen ärgern, aber dann sagen, dass das ja noch lange hin ist, und dass ich erst meckern will, wenn ich den Film gesehen habe. Hier überwiegen meine Zweifel aber. Denn Batman ist ein zu vielschichtiger Charakter, als dass er einfach von irgendeinem Hollywoodbüebli verkörpert werden darf. Und so eines ist Affleck in meinen Augen, da kann er hinter der Kamera noch soviel gutes Zeug machen, davor langweilt er mich einfach.
Was ich abgesehen davon auch schade finde, ist dass man so kurz nach dem letzten Batman-Auftritt offenbar nichts wagt. Zwischen dem letzten und dem kommenden Film liegen gerade einmal drei Jahre – eine etwas spannendere Schauspielerwahl hätte dem Ganzen eine grössere Daseinsberechtigung gegeben. Jetzt wo man Superman mit einem unbekannten und sehr jungen Gesicht gecastet hat (und das mit Erfolg – Cavill machte einen tollen Job), könnte man dasselbe doch auch mit Batman machen? Oder aber das Gegenteil versuchen und Superman einen deutlich älteren, rauheren Batman zur Seite stellen. Josh Brolin wäre da meiner Meinung nach die perfekte Wahl gewesen.
Ein Gerücht ist ja, dass man Affleck – neben Snyder – zum DC-Joss Whedon aufbauen will. So soll er nicht nur für mehrere Filme unterschrieben haben, sondern auch bei kommenden Batman-Streifen und dem überfälligen (überflüssigen?) Justice League-Film Regie führen. Damit könnte ich mich ja schon eher anfreunden, zumal ich ihm hinter der Kamera mehr zutraue als davor. Oder um Orlindo zu zitieren: „Ich sähe mehr Chancen für das Projekt, wenn Ben Affleck die Regie und Zack Snyder die Hauptrolle übernehmen würde.“ Wobei ich das nicht ganz so negativ sehe, zumal ich Snyder für sehr talentiert halte. Was auch der Hauptgrund ist, weshalb ich dieser Geschichte nicht total ablehnend gegenüberstehe.
Eine gute Seite hat diese Ankündigung aber doch noch. Ich zitiere hierfür mal einen Abschnitt aus der offiziellen Medienmitteilung: „The new Super Hero film is being scripted by David S. Goyer from a story he co-created with Zack Snyder. Charles Roven and Deborah Snyder are producing, with Benjamin Melniker, Michael E. Uslan and Wesley Coller serving as executive producers.“ Na, habt ihr es entdeckt? Korrekt, von Christopher Nolan ist plötzlich nicht mehr die Rede. Entweder, es ist einfach eine ungenaue Mitteilung, oder aber, der Regisseur der The Dark Knight-Trilogie ist ausgestiegen, beziehungsweise – ebenfalls möglich – „wurde“ ausgestiegen, wenn ihr versteht, was ich meine.
Das ist für mich effektiv eine gute Sache. Eine weitere Zusammenarbeit mit Warner bei ihrem verzweifelten Versuch, noch mehr Geld aus der Marke DC zu pressen, hätte arg an der Credibility von Nolan genagt. Mit 43 Jahren ist Chris Nolan zudem noch relativ jung und hat jetzt noch die Zeit für wegweisende Projekte – sich bereits zu diesem Zeitpunkt zum Sklaven von Warner und deren DC-Universum zu machen, wäre ungeschickt. Aus dem selben Grund finde ich auch, dass Nolan ruhig warten soll, bevor er einen Bond-Film in Angriff nimmt. Das rennt ihm nicht davon, aber jetzt, so kurz nach seinen Erfolgen mit Batman, hat er endlich die Möglichkeit, grosse Projekte, die ihm am Herzen liegen anzureissen. Und diese Chance sollte er auch zwingend nutzen.
Und ganz abgesehen davon soll Drehbuchautor Goyer anscheinend schon beim ersten Film Einwände von Nolan bezüglich der Schlussequenz ignoriert haben. Das sagt ja schon genug darüber, wie sehr Nolans Arbeit geschätzt wird.