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Wickelfolien basieren gegenwärtig auf der sogenannten «Blastechnologie». Dabei wird bei der Herstellung ein schlauchartiger Polyethylenballon aufgeblasen, der rund zehn Meter hoch ist und einen Durchmesser von vier bis fünf Metern aufweist. Dieser Ballon wird aufgetrennt, in 50 bis 75 cm breite Bänder geschnitten und zu Rollen aufgespuhlt. Dieses Blasfolien-Verfahren hat den Vorteil, dass die Moleküle in alle Richtungen verteilt werden und der Folie eine homogene Struktur verliehen wird.
Einsparungen von 1200 Tonnen Folie
Zurzeit werden die meisten Folien mit einer standardmässigen Folienstärke von 25 µm verkauft. Durch die technische Weiterentwicklung bei der Herstellung ist es mittlerweile gelungen, Folien mit einer Stärke von 23 µm zu produzieren, die auch bessere technische Eigenschaften aufweisen. Diese dünneren Folien werden «Pro» genannt. Die Folie wird nach dem Durchlaufen der Folienschlauch-Phase durch eine Walzanlage geleitet und dabei abwechselnd durch Erwärmung und Kühlung gedehnt und gelockert. Ziel ist, die Konservierungsqualität zu verbessern. Die endgültige Folienstärke mit einer besseren Sauerstoffbarriere und gleichbleibender Belastbarkeit beträgt 23 µm, sodass die Folienlänge pro Rolle auf 1800 Meter verlängert werden kann. Somit ist es möglich, mit der gleichen Menge Plastik 20 Prozent mehr Ballen zu wickeln, und dies bei gleichbleibender Anzahl Folienschichten. Der Schweizer Markt verbraucht rund 6000 Tonnen Plastik. Mit dieser Technologie könnte die Schweizer Landwirtschaft jährlich etwa 1200 Tonnen Plastik einsparen.
Ausserdem werden die Folienrollen der Pro-Technologie mit einer Polyethylen-Schutzhülle versehen, anstelle einer Kar-ton-Verpackung, was die Abfallmenge zusätzlich verringert. Diese neuen Folien sind für alle Arten von Ballenpressen geeignet, sei es für Quader- oder Rundballen, sowie für alle Arten von Futter.
Folie ersetzt Netz
Bei Maisballen ist die Folienbindung bereits eine weitverbreitete Technik, die hervorragend funktioniert. Aufgrund dieser Erfahrung bieten Folienhersteller und Konstrukteure von Kombi-Ballenpressen die Möglichkeit, die Ballen mit Polyethylen-Folie statt mit einem Netz zu wickeln. Die Qualität dieser Folie ist die gleiche wie bei der Wickelfolie. Der einzige Unterschied besteht in der Breite, die einem Ballen entspricht. Die Folien werden nur zum Wickeln von Futter verwendet. Dessen Qualität wird dadurch deutlich verbessert, da die Sauerstoffdichte noch weiter erhöht wird. Landwirte, die diese Technik getestet haben, möchten sie nicht mehr missen. Zur Erinnerung: Die ersten zehn Zentimeter um einen Rundballen entsprechen 30 Prozent des Ballenvolumens. Es ist daher sehr wichtig, dass sich an der Ballenoberfläche kein Schimmel bildet.
Bedeutung der Folienfarbe
Die Farbwahl ist wichtiger, als es scheint: Mit einer weissen Folie wird das Futter durch die Sonneneinstrahlung weniger stark erwärmt, lockt jedoch mehr Insekten an, was die Gefahr von Beschädigungen durch pickende Vögel erhöht. Zudem kann die Folienfarbe einen negativen Einfluss auf das Landschaftsbild haben. Entsprechend sollten Überlegungen gemacht werden, da dies im agrarpolitischen Kontext immer stärker im Fokus steht. Durch die schwarze Folie wiederum wird der äussere Ballenbereich stärker erhitzt und es bildet sich eine karamellisierte Futterschicht, welche die Rinder zwar lieben, aber die Futterqualität senkt. Was bleibt, ist grüne Folie: Hellgrün scheint sich besser zu eignen als Dunkelgrün, wobei Letzteres sich besser in die Landschaft einfügt.
Eine dünnere Folie bringt auch wirtschaftliche Vorteile.
Folien der neusten Generation
Mit einer Wickelfolie der Pro-Technologie sind die ökologischen Auswirkungen geringer, und auf Betriebsebene kann eine Verbrauchssenkung von Wickelfolie erreicht werden. Werden schweizweit die gleichen Einsparungen gemacht, wird eine Reduktion des Plastikverbrauchs von beachtlichen 1200 Tonnen pro Jahr erzielt, und dies bei gleicher Futter- und Arbeitsqualität beim Wickeln.