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Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und Hygiene sind fundamental für die Prävention von Durchfall. Ziel dieses Projektes ist es, diesen Zugang für Familien im ländlichen Burundi zu verbessern. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH wurden Interventionen zur Verhaltensänderung ausgearbeitet. In einer Wasserintervention ging es um die Verbesserung der hygienischen Handhabung und Lagerung von Wasser und in einer Intervention zu sanitären Anlagen um die Verbesserung und regelmässige Reinigung der Latrine. In Nachbarschaftstreffen regten lokale Freiwillige Verhaltensänderungen an, indem sie psychologische Faktoren, nämlich Ekel, Wahrnehmung der Kosten, positive Emotionen gegenüber Hygiene und persönliche Verpflichtung, Verhaltensänderungen anzielten. Erste Resultate zeigen, dass sowohl die Sauberkeit und die Qualität der Bauweise der Latrinen zunahmen, als auch die hygienische Handhabung von Wasser. Nachbarschaftstreffen waren erfolgreicher als ein öffentliches Treffen, bei dem ein Theaterstück gezeigt wurde.
Kontext
Fehlender Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und zu Hygiene gehören noch immer zu den Hauptgründen für die hohe Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern. Burundi ist eines der zehn ärmsten Länder der Welt und hat mit 142 von 1000 Kindern, welche keine fünf Jahre alt werden, eine hohe Kindersterblichkeit. Wasser wird oft auf dem Weg von der Quelle bis zur Konsumierung durch unhygienische Handhabung verschmutzt. Fast alle Familien haben zwar eine eigene Latrine, doch diese ist meist sehr schlecht gebaut und nicht sauber. Durch Verhaltensänderungsmassnahmen könnte der Zugang zu sauberem Wasser und hygienischen sanitären Anlagen verbessert werden.
Ziele
Ziel dieses Projektes ist es im ländlichen Burundi die hygienische Handhabung und Aufbewahrung von Wasser, sowie die Verbesserung von Latrinen zu fördern. Zusätzlich wurden verschiedene Promotionsaktivitäten, welche Landesweit umgesetzt werden könnten, gegeneinander getestet. Die spezifischen Ziele waren:
- Verbesserung der Handhabung und Aufbewahrung von Wasser. Promotion eines neuen Wasseraufbewahrungsbehälters und von regelmässiger Reinigung aller Wasserbehälter
- Verbesserung des Zugangs zu hygienischen Sanitäranlagen. Promotion von baulichen Verbesserungen der Latrine sowie regelmässiger Reinigung derselben.
- Testung von zwei Promotionsaktivitäten: Nachbarschaftstreffen und öffentliches Treffen mit Theateraufführung.
Aktivitäten
Schritt 1 & 2: Identifikation, Messung und Bestimmung von Verhaltensfaktoren
- 2012 wurden in einer Baselinestudie 761 Haushalte bezüglich ihren Verhalten und Einstellungen zu Wasser, sanitären Anlagen und Hygiene befragt.
- Aufgrund der Resultate wurde zusammen mit der GIZ beschlossen, Interventionen zur Verbesserung der Sauberkeit von Wasser und zur Verbesserung der schon existierenden Latrinen durchzuführen.
- Ekel, Wahrnehmung der Kosten, positive Emotionen gegenüber Hygiene und persönliche Verpflichtung wurden als die zu verändernden Verhaltensfaktoren identifiziert.
- Schritt 3: Auswahl der Techniken zur Verhaltensänderung und Planung der Verhaltensänderungsstrategien
- Drei Techniken zur Verhaltensänderung wurden ausgewählt.
- Beschreibung von Gefühlen, welche durch die Ausübung und als Konsequenz des Verhaltens hervorgerufen werden, um das Empfinden einerseits von Ekel und andererseits von positiven Emotionen zu beeinflussen. Die Promotoren betonten dabei z.B. wie eine gut gebaute und saubere Latrine zu Stolz und Zufriedenheit führen kann oder wie aus einem dreckigen Glas zu trinken, Ekel hervorruft.
- Information und Einschätzung von Kosten und Nutzen um die wahrgenommenen Kosten zu beeinflussen. In einer Diskussion wurde über die Kosten der baulichen Verbesserung der Latrine diskutiert und sie wurden mit den Kosten eines Handys verglichen. Die Promotoren fokussierten dabei auf die vom Handykauf den Teilnehmenden bereits bekannten Strategien zur Geldbeschaffung.
- Abschliessen eines Verhaltensvertrages um die persönliche Verpflichtung zu stärken. Die Promotoren luden die Teilnehmenden ein, sich zur Verhaltensänderung zu verpflichten (z.B. dazu die Wasserbehälter regelmässig zu säubern) und verteilten zum Zeichen der Selbstverpflichtung Aufkleber.
Schritt 4: Implementierung und Evaluation der Strategien zur Verhaltensänderung
- Die Techniken zur Verhaltensänderung wurden entweder bei Nachbarschaftstreffen, welche von lokalen Freiwilligen geleitet wurden, oder bei einem öffentlichen Treffen mit Theateraufführung eingesetzt.
- Ende 2014 wurde eine Befragung zur Evaluation durchgeführt.
- Die Veränderungen im Verhalten und in den Verhaltensfaktoren wurden durch vorher-nachher- und Gruppenvergleiche analysiert.
Resultate
Erste Resultate zeigen:
- Die Interventionen konnten Verhaltensfaktoren, wie Ekel und positive Emotionen verändern.
- Die Wasserintervention führte zu häufigerer Reinigung von Wasserbehältern. Die Einführung des neuen Behälters zur Wasseraufbewahrung scheiterte wegen seines hohen Preises.
- Die Nachbarschaftstreffen führten zu einer Verbesserung der Bauweise und Hygiene der Latrinen.
- Das öffentliche Treffen mit Theateraufführung hatte keine Effekte, weil nicht genügend Leute damit erreicht wurden.
Fazit
Strategien zur Verhaltensänderung können durch das Anzielen von Verhaltensfaktoren Verhalten ändern. Nicht alle Promotionsaktivitäten eignen sich jedoch um landesweit eingesetzt zu werden. Während die Intervention mit Theater zu wenig Leute erreichte, konnten die freiwilligen Gesundheitsarbeiter die Bevölkerung durch Nachbarschaftstreffen erreichen, und Verhaltensänderungen bewirken.