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Liebe Freunde, Freundinnen und Unterstützende der Museen
die beiden Vorstände der Freundesvereine haben im März ihre Mitglieder und die Unterstützerinnen der Museen aufgerufen sich an der Vernehmlassung zu beteiligen. Seither erreichen uns immer wieder Kommentare und Stellungnahmen von unterschiedlichster Seite.
Wir haben im Folgenden für euch eine Auswahl davon zusammengestellt:
Stellungnahme der Freundesvereine der beiden Museen
Verein Freunde des Historischen Museums Luzern und der Verein Freunde des Natur-Museum Luzern
Wie können die hohen Investitionskosten gerechtfertigt werden, wenn als Ergebnis ein kleineres Museum mit weniger Angebot für weniger Publikum entsteht?
Warum ist diese Reduktion notwendig, wenn die Besuchszahlen mit jährlich 80-90‘000 Besuchenden belegen, dass es ausreichend Nachfrage nach den Angeboten der heutigen Museen gibt?
Ist der tatsächliche Bedarf an Räumen, Finanzen und Personal für das neue Museum heute mit einer vertieften Analyse nachgewiesen, um einen funktionierenden Museumsbetrieb zu garantieren, der seiner Rolle als eine der tragenden Kultureinrichtungen in Luzern gerecht werden kann?
Für uns ist ein „modernes, innovatives und publikumsnahes Museum “ ein Museum, das hell, offen, einladend und freundlich wirkt. Es spricht mit einem vielfältigen interaktiven, digitalen und analogen Angebot verschiedene Zielgruppen an, in- und ausländische Touristen ebenso wie heimische Schulklassen, Familien oder auch junge Menschen, die sonst weniger Interesse an Kultur haben.
Was ist die Vision der Regierung für die Zukunft des neuen Museums? Wo sieht sie die Vorteile des neuen Standorts und wo die Nachteile? Ist sie bereit, die inhaltliche Auseinandersetzung zu führen und von ihrem Terminplan abzuweichen, um die wirklich entscheidenden Fragen vor einem Architekturwettbewerb zu klären?
Museen sind wichtige Vermittlungsinstitutionen, die über ihre Sammlungen wissenschaftliche Erkenntnisse aufarbeiten und vermitteln. Sie nehmen damit eine wichtige Funktion in der Transformation von Wissen zwischen der universitären Forschung und der breiten Bevölkerung wahr. Um diese Kernaufgabe eines Museums zu leisten, ist spezifisches Fachpersonal mit entsprechend ausgerüsteten Arbeitsräumen notwendig. Vor diesem Hintergrund arbeiten Natur-Museen und Historische Museen nach ihren eigenen wissenschaftlichen Prinzipen und Verfahren, die sich nicht ohne Verlust fusionieren lassen.
Grundsätzlich ist die Idee eines spartenübergreifenden Museums prüfenswert. Das Experiment müsste aber berücksichtigen, dass interdisziplinäre und spartenübergreifende Projekte einen grossen Zusatzaufwand darstellen, wenn sie seriös angegangen werden sollen. Dementsprechend müssten die zusätzlichen Ressourcen im Bereich Ausstellungsfläche, Fachpersonal und Budget im Voraus diskutiert und beschlossen werden. Andernfalls gehen sie auf Kosten der Museumsarbeit in den bestehenden Sparten und entwerten die bisherige Arbeit.
Wie man Museen an die Wand fährt
Stellen Sie sich vor: Sie wohnen an bester Lage, Bushaltestelle vor dem Haus, auch der Mietzins stimmt. Nun kommt Ihr Vermieter, meldet Eigenbedarf und will, dass Sie in eine abseits gelegene, unattraktive, seit Jahren leerstehende Wohnung umziehen. Die Wohnfläche ist ein Drittel kleiner, der Mietzins ein Drittel höher. Keine ÖV-Anbindung, zudem an einer steilen Strasse gelegen, auf der sie künftig die Einkäufe hinauf stemmen müssten. Würden Sie einwilligen? Wohl kaum!
Genau das aber schlägt uns die Luzerner Regierung vor: Die Zusammenlegung des Natur- und des Historischen Museums im alten Zeughaus Musegg zu einem neuen Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft. Die heutige Museumsfläche würde von 3100 auf 1980 m² (minus 36,1 Prozent) schrumpfen, die Betriebskosten dagegen von 4,6 auf geschätzte 5,9 Mio. Franken (plus 28,3 Prozent) steigen. Dazu kommen nach grober Schätzung Investitionen von 35 bis 37 Mio. Franken (wie immer mit einer Toleranz von plus/minus 20 Prozent; sie können also ohne weiteres auf 45 Mio. steigen); damit soll das Zeughaus baulich angepasst, neu ausgestattet, für Fussgänger besser erschlossen und ein externer Kulturgüterraum errichtet werden.
Die Regierung findet dieses Projekt toll. Man kann das verstehen: Einerseits hätte man endlich eine Verwendung für das überflüssige Zeughaus, für das man seit Jahren vergeblich nach einer Nutzung mit profitablen Mietzinseinnahmen sucht; anderseits könnte man dem Gremium der Kantonsrichter in den ehemaligen Museen am Kasernenplatz den geforderten repräsentativen Sitz (Gerichtsmeile!) verschaffen. Aber damit ist auch schon Schluss mit den Vorteilen dieser Schnapsidee aus dem Ritterschen Palast.
Dass die Zusammenlegung von zwei fachlich so verschiedenen Museen, die über die Region hinaus Anerkennung gefunden haben, keinen Sinn macht, haben die ehemaligen Museums-Direktoren Josef Brülisauer und Peter Herger in einem Leserbrief in der «Luzerner Zeitung» klargestellt. Davon abgesehen kann man sich fragen, ob es sinnvoll ist und von einem sorgfältigen Umgang mit Finanzen zeugt, ein 1986 eröffnetes und erst 2003 für 5,5 Mio. Franken umgebautes (Historisches) Museum zu «liquidieren» und ein neues Museum zu bauen. Aber offenbar kann es sich der Kanton Luzern leisten.
Geradezu unfreiwillige Ironie ist, dass am Anfang dieses Projektes eine Sparübung stand: die Betriebskosten des Natur-Museums sollten jährlich um1 Mio. Franken reduziert werden. Jetzt wird alles teurer. Die Kosten steigen überproportional; dazu kommt eine hohe Investitionssumme, u.a. für einen neuen, externen Kulturgüterraum. Das ist eine wirklich originelle Art zu sparen! Richtig gespart wurde freilich an anderer Stelle, indem man in beiden Museen «massiv Fachkompetenz abgebaut» hat (Brülisauer/Herger).
Es lässt sich leicht vorhersehen, was bei kommenden Sparrunden passiert. Man wird feststellen, dass die Betriebskosten des neuen Museums zu hoch sind und gekürzt werden müssen (auf die Mieteinnahmen wird der Kanton aber kaum verzichten wollen). Und weil es am neuen, wenig attraktiven Domizil weniger Besucher anzieht, müssten Konzept und Betrieb überprüft und – wie es so schön heisst – an die veränderten Gegebenheiten angepasst werden. Klartext: Es ginge ein weiteres Mal an die Substanz, das Museum würde ausgeblutet. Das grenzt an ein vorsätzliches An-die-Wand-fahren zweier bewährter, attraktiver Museen, die zweifellos von ihrer optimalen Lage profitiert haben.
Gesetzt den Fall, ich hätte einen Plan für eine Kultureinrichtung mit Publikumsverkehr und würde die öffentliche Hand um einen Beitrag bitten, dann wäre eine der ersten Fragen dieser Hand: Und wie steht es mit der Anbindung an den ÖV? – Nun ja, der Ort ist etwas abgelegen, aber ich werde mir schon noch etwas einfallen lassen, wie man Alte und Behinderte dorthin bringt. – Na gut, würde mir die öffentliche Hand antworten, überdenken sie die Sache nochmals und sorgen sie für eine bessere Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und wenn sie diese Hausaufgabe gemacht haben, können sie uns ja noch einmal fragen.
Die Hausaufgabe zu machen, das wäre auch der Luzerner Regierung zu empfehlen.
Ich bin sehr froh um eure Initiative und euren Einsatz für die beiden Museen.
Für eine Neuausrichtung, Neuorganisation der Museen fehlt nicht nur ein überzeugendes Konzept, sondern auch eine fundierte Analyse. Ich zweifle daran, dass die Regierung wirklich erkannt hat, was die beiden Museen leisten und wie wichtig sie für das kulturelle und wissenschaftliche Leben in Luzern sind.
Die «Museumsplanung» der letzten Jahre wurde völlig hemdsärmelig aufgegleist und gleicht einem Trauerspiel. Man sehnt sich zurück in die späten 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts als mit der Neueröffnung des Naturmuseums noch Pioniergeist und Aufbruchsstimmung in der Luft lag. Es ist sehr zu wünschen, dass etwas davon zurückkehrt und die Museumsplanung in neue Bahnen lenkt.
Mit herzlichen Grüssen
Thomas Röösli - Luzern
Seit Jahren haben sich die beiden Museen als pädagogisch wertvolle Institutionen, vor allem für Jugendliche, etabliert. Sowohl die lehrreichen Ausstellungen im Natur-Museum, wie auch die sehr originellen Lagertouren im Historischen Museum sind unverzichtbar. Es kann nicht sein, dass man diese beiden Museen aus besagten Gründen zusammenlegt und sie damit kleiner macht. Auch der jetzige Standort ist ideal und sollte nicht aufgegeben werden.
Freundliche Grüsse
Alex Hahn, Kriens
Museen haben drei Hauptaufgaben
Sammeln, Forschen und Vermitteln. Dass Sammlungs-, Forschungstätigkeit und Vermittlung entsprechendes Fachwissen voraussetzen ist selbstverständlich und prioritär. Da macht eine Fusion von zwei fachlich so verschiedenen Museen keinen Sinn. Ein Natur-Museum braucht Naturwissenschafter, ein Historisches Museum Historiker, Kunsthistoriker und Volkskundler.
Auch themenübergreifende Ausstellungen erfordern die Zusammenarbeit von Spezialisten beider Fachrichtungen.
Zudem stützen weder Museumsexperten ein solches Konzept der Zusammenlegung noch existiert kein einziges Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenlegung so verschiedener Museen.
Auch Geld sparen lässt sich damit nicht, es sei denn, die Fachkompetenz wird weiter reduziert oder eine Museumsaufgabe wird vernachlässigt. Leider wurde in den letzten Jahren in den kantonalen Museen bereits massiv Fachkompetenz abgebaut.
Fazit
Die zwei Bereiche Natur und Geschichte sollen als selbstständige Facheinheiten weitergeführt werden. Die Erhaltung, Pflege und Weiterführung der Sammlungen als auch die Förderung der Fachlichkeit werden so prioritär sichergestellt.
Dies heisst nicht, dass auf organisatorische Synergien verzichtet werden muss.
Zum Standort
Der heutige Standort am Kasernenplatz ist für das Natur-Museum und das Historische Museum optimal. Sehr gut erschlossen mit dem ÖV und dem MIV, aber auch zu Fuss angenehm erreichbar.
Zudem ermöglicht diese Lage auch flanierenden Touristinnen/Touristen gute Erreichbarkeit.
Beide Gebäude sind für Museumszwecke gut eingerichtet. Ausstellungssäle, Ateliers, Arbeits- und Sammlungsräume sind nah beieinander. Das erleichtert die Bearbeitung und Pflege der Sammlungen, die Planung und den Aufbau von Ausstellungen und die Durchführung von Kursen, Führungen und Vorträgen.
Die Museumscafeteria mit dem Vorplatz ist nicht nur für die Museen und deren Besucherinnen/Besucher ein Grosserfolg, auch für den Stadtraum untere Pfistergasse und Kasernenplatz ist dieser Begegnungsort von grösster Bedeutung.
Diese Qualitäten sind mit einer Verlegung bzw. Umnutzung der Gebäude gefährdet: Die Gerichte mit vorab Büro-Arbeitsräumen haben wenig Publikumsverkehr und die Randlage des neuen Museumsgebäudes an der Museggstrasse erschwert den Zugang massiv.
Zudem kostet die Erneuerung der bestehenden Museen markant weniger als eine Totalverlegung und eine komplette Neueinrichtung am Musegghügel.
Fazit
Die beiden Museen sind das Herzstück einer städtebaulich schwierigen Schnittstelle. Sie machen diesen Stadtraum zu einem attraktiven Begegnungsort.
Josef Brülisauer (ehem. Direktor Historisches Museum Luzern)
Ruedi Meier (Historiker und Alt-Stadtrat)
Peter Herger (ehem. Direktor des Natur-Museum Luzern)
Zuerst muss ein Museumskonzept vorliegen, anschliessend kann über die Zusammenlegung und den Standort diskutiert werden. dieser muss barrierefrei, zentral und mit ÖV erschlossen sein.
Sehr geehrte Vorstände der Freundesvereine
Die Reduktion der Museumsfläche und vor allem den vorgesehenen Standort finde ich für eine Stadt, die Kultur auf ihre Fahnen schreibt, äusserst beschämend. Waren die Regierungs-Herren wohl auch schon im Natur- oder im Hist.-Museum? Sind sie schon zu Fuss zum Musegg-Zeughaus hinauf gestiegen? Dieser Standort ist indiskutabel. Hoffentlich können die Stimmberechtigten davon überzeugt werden, dass Museen, wenn ihnen mehr als eine Alibi-Funktion zukommen soll, in zentrale Lagen, jedenfalls direkt ans ÖV-Netz gehören. Der Kasernenplatz ist optimal, die Musegg im wörtlichen Sinn abwegig!
Ich befürchte, das ausstehende Museumskonzept sieht insgeheim so aus:
- Sparen, bis es nicht weiter geht
- Zusammenlegung
- Verlegung an ungünstigen Standort
- in der Folge weniger Eintritte, weniger Einnahmen
- wegen Erfolglosigkeit Schliessung?????????
Ich wünsche allen Engagierten viel Erfolg im Kampf gegen dieses unsinnige Vorhaben.
Vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit! Freundliche Grüsse
Karl Zürcher
PS: Die Gerichte könnten, statt in Museumsbauten, z.B. in die Mall of Switzerland in Ebikon verlegt werden. So würde dieses riesige Bauvolumen nach Jahren doch noch einer sinnvollen Nutzung zugeführt.
Der WWF Luzern findet die "Grundsätze des neuen Konzepts" für ein neues Museum interessant und entwicklungsfähig. Wir sehen durchaus Möglichkeiten, die drei Bereiche Natur, Geschichte und Gesellschaft sinnvoll miteinander zu verknüpfen.
Unter den bisher bekannten Rahmenbedingungen lehnen wir den geplanten Zusammenschluss dennoch dezidiert ab.
Leider enthält das vorliegende Konzept lediglich vage Angaben zur Weiterentwicklung der Museen. Die finanziellen Rahmenbedingungen hingegen sind leider klar: Die Mittel für den Betrieb werden gekürzt. Unter diesen Voraussetzungen ist aus unserer Sicht kein vollwertiger Ersatz für die beiden bisherigen Museen möglich.
Auch der vorgesehene neue Standort überzeugt uns nicht. Laut Medienmitteilung vom 28. Januar 2021 soll das neue Museum am Standort Zeughaus eingerichtet werden. Allein dieser Standort wäre eine deutliche Verschlechterung gegenüber heute. Die Sichtbarkeit der Museen wäre deutlich geringer, die Lage weniger attraktiv. Zudem sieht das Konzept eine stark reduzierte Ausstellungsfläche vor. Das alles bei deutlich höheren Mietkosten!
Wir bezweifeln, dass so ein "modernes, innovatives und attraktives Museum" für drei Themenbereiche entstehen kann.
Ausserdem fragen wir uns, wie die beiden bestehenden Museen bis zum vorgesehenen Eröffnungsdatum im Jahr 2030 ein gutes Angebot bereitstellen sollen.
Pro Jahr müssten wohl zwischen 30'000 und 40'000 Kinder und Jugendliche mit unbefriedigenden Verhältnissen Vorlieb nehmen. Vor diesem Hintergrund lehnen wir die vorgeschlagene Gesetzes-Änderung ab.
Wir sind überzeugt: Zwei der meistbesuchten Museen der Schweiz haben Besseres verdient.
Sehr geehrte Damen und Herren
Das Natur-Museum Luzern ist für die Zentralschweiz eine ganz wichtige Institution. Es ist DAS Kompetenzzentrum für die Natur und die Naturwissenschaften. In der ganzen Zentralschweiz gibt es keine naturwissenschaftliche Fakultät an einer Universität oder Hochschule, darum ist die Fachkompetenz des Personals des Natur-Museums von grosser Bedeutung für die ganze Region. Wir von der Naturforschenden Gesellschaft Obwalden und Nidwalden NAGON arbeiten immer wieder mit Personen vom Natur-Museum zusammen.
Die Bedeutung der Naturwissenschaften wächst angesichts der Naturzerstörung, der Abnahme der Biodiversität, des Klimawandels. Darum sollte die Institution Natur-Museum in keiner Weise geschwächt, sondern vielmehr noch gestärkt werden.
Beim Besuch des Natur-Museums fällt immer wieder auf, wie viele Familien mit Kindern das Museum besuchen. Nur schon deshalb sollte das Museum in keiner Weise geschmälert werden, ein Ausbau wäre angebracht!
Im Namen der NAGON bitte ich Sie, auf die Zusammenlegung der beiden Museen zu verzichten und dem Natur-Museum einen ausgezeichneten Standort zu geben.
Dr. Andreas Traber
Präsident NAGON
Luzern als Universitätsstandort braucht ein Natur-Museum auch als Dokumentationsort für die lokale Forschung.
Die vorgeschlagene Fusion mit dem Historischen Museum ist weder nachvollzierbar noch zweckmässig. Diese Fusion widerspricht den universitären Strukturen mit Fakultäten bzw. Fachbereichen wie Naturwissenschaften oder Geisteswissenschaften (historischer Fachbereich).
Als Naturwissenschaftler (Dr. sc. nat. ETH) war ich während 30 Jahren für den Schutz der Gewässer des Kantons Luzern tätig. Das Naturmuseum war in der Vorphase zur Universität und Hochschule Luzern wichtiger Kristallisationort für die Forschung der Seen und Gewässer (Fische, Herbarium Wasserpflanzen, wirbellose Kleintiere usw.). Mit Ausstellungen und Vortragsreihen wurde die Bevölkerung populärwissenschaftlich auf den Gewässerschutz aufmerksam gemacht.
Der Standort beim Abfluss des Vierwaldstättersees ist das Markenzeichen dieses einmaligen Museums!
Als langjährige Mitglieder im Freundesverein des Natur-Museums Luzern lehnen wir das Projekt in der jetzigen Form ab. Museen sind gesellschaftlich relevante Bildungsinstitutionen. Sie sollen genügend Ressourcen (Geld, Personal, Ausstellungsfläche) zur Verfügung haben und an attraktiven, zentralen, leicht erreichbaren Standorten angesiedelt sein.
Eine Zusammenlegung des Natur-Museums und des Historischen Museums ist im jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Zuerst muss für beide Museen je ein Museumskonzept erarbeitet werden. Aufgrund dieser Konzepte kann dann beurteilt werden, ob eine Zusammenlegung Sinn macht und für beide Museen Vorteile bringt. Ein weiteres Resultat dieser Konzepte ist der Flächenbedarf für beide Museen. Dieser ist dann die Grundlage für den zukünftigen Standort dieser Museen.
Der jetzige Standort der beiden Museen ist für die breit gefächerte Besucherschaft ausgezeichnet. Eine Verlegung ins alte Zeughaus finden wir nicht sinnvoll. Die schlechtere Erschliessung durch den ÖV und der zu überwindende Höhenunterschied für gehbeeinträchtigte und ältere Menschen sind nur zwei der grossen Nachteile.
Durch die Nachlassverwaltung des ehemaligen Museums Tierweltpanorama, kamen wir mit mehreren Museen in der Schweiz in Kontakt. Uns ist aufgefallen, dass in Luzern gegenüber dem Natur-Museum politisch eine geringere Wertschätzung herrscht, als dies in anderen Kantonen der Fall ist.
Wir wissen nicht, an was es liegt. Sind es Beamte an den Fachstellen, die eine einseitige Einschätzung und Beratung an den Regierungsrat und das Parlament abgeben? Wir möchten zu Bedenken geben, dass dieses abwertende Signal für gegenwärtige wie zukünftige Donatoren eine negative Wirkung hat.
- die beiden Museen sind inhaltlich sehr eigenständig und es macht aus meiner Sicht wenig Sinn, sie inhaltlich zusammenzufassen
- das bisherige Konzept ist zu vage und überzeugt nicht
- man hat hinterher mit einem Drittel weniger Ausstellungsfläche und sehr viel höhere Betriebskosten als bisher
- die Zugänglichkeit ist bisher nicht gewährleistet bzw. viel zu teuer
- es gibt keinen überzeugenden Grund, warum die Museen nicht in ihren Häusern bleiben können und dort die nötigen Renovationen vorgenommen werden können (und das Kantonsgericht ins Zeughaus zügelt)
- es ist nicht klar, was mit den Sammlungen passiert
Ich arbeite als Kindergartenlehrperson und besuche das Natur-Museum regelmässig und gerne mit meiner Klasse. Das Museum kann sehr spezifisch auf Themen im Zyklus1 (KG-2.Klasse), Lehrplan 21 eingehen und schafft stets ein kreatives ansprechendes Angebot für die verschiedenen Altersgruppen!
Ich bitte Sie, die oben erwähnten Argumente ernst zu nehmen, und weiter an einer sinnvollen Zukunft der beiden Museen zu arbeiten.
Barbara Gschwind, Kindergärtnerin
Ich bin gegen den Zusammenschluss beider Museen.
Die Forschungskonzeptionen beider Museen sind sehr verschieden. Die Organisation der Naturforschung und die dabei benötigten finanziellen und personellen Ressourcen für die Erforschung und Präparation der heimischen Fauna, Flora, der Pilze (inklusive der Flechtenpilze) können nicht von einem vereinigten Museum für Natur, Gesellschaft und Geschichte geleistet werden. Zu verschieden sind Methodik und Zielsetzungen und die Anforderungen an die Mitarbeiter in der Forschung. Das Naturmuseum ist nicht bloss auf das Sammeln, Bewahren, Ausstellen und didaktische Vermittlung ausgerichtet, sondern auf Forschung, Publikation der Forschungsergebnisse und auf Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungsinstitutionen.
Die bisherige leichte Zugänglichkeit und gute Erreichbarkeit der Museen für Jung und Alt, Einzelpersonen und Gruppen (Familien, Touristen) durch Bus und zu Fuss verschwindet. Die Steigung wäre für ältere und invalide Personen mühsam. Das Naturmuseum verträgt keine Reduktion des Platzes. Es sind nicht nur Ausstellungsflächen zu berücksichtigen, sondern gute Räume mit ein modernem Forschungsinstrumentarium (Labor, Mikroskope) auch für angestellten forschenden Mitarbeiter.
Karl Bürgi-Meyer - ehrenamtlicher Lichenologe am Natur-Museum Luzern
Ich schliesse mich der Stellungnahme der Museumsvereine des Historischen Museums und des Natur-Museums an.
Des Weiteren: Schon vor Monaten, als das Zeughaus Musegg als gemeinsamer neuer Standort ins Auge gefasst wurde, erschien mir das unter anderem aus folgenden Gründen absurd: Diese vorgesehene Räumlichkeit ist für die erfolgreichen beiden Museen mit ihren erfreulich hohen BesucherInnenzahlen und Forschungsabteilungen viel zu klein. Die logische Folge müsste also sein, auf eine reduzierte BesucherInnenzahl hinzuarbeiten. (Wie absurd ist das denn?). Die Forschungsabteilungen und Sammlungen müssten reduziert oder ausgelagert werden; dabei ist neben anderem zu bedenken, dass wichtige Teile der Sammlungen beispielweise in der ökologischen Debatte gerade aktuell eine wichtige Rolle spielen. Außerdem ist in einem lebendigen Museumsbetrieb der unmittelbare Kontakt und Austausch zwischen Wissenschaft und Präsentation bzw. Vermittlung eine unabdingliche Voraussetzung für eine aktuelle kritische und inspirierende Kulturarbeit; eine solche räumliche Trennung der beiden Grundpfeiler von Museumsarbeit ist umständlich und spaltend, sie wird letztlich mit Zeit, Motivation, Kreativität und Teamgeist bezahlt.
Als Gründungsmitglied der Freunde des Natur-Museums Luzern liegt mir ganz besonders das Schicksal des Natur-Museums am Herzen. Ich kann mich aber auch mit der Verbindung der beiden Museen abfinden, nicht aber mit der Standortverschiebung. Die bisherigen Standorte sind dem Standort Zeughaus schon aus Gründen der Erreichbarkeit unbedingt vorzuziehen. Zudem ist es unsinnig, zwei für Museumszwecke gut eingerichtete Häuser für andere Zwecke völlig umzubauen. Für einige Juristen ist das Zeughaus problemlos erreichbar für Schulklassen und vom Bahnhof her kommende Besucher nicht.
Meine Frau Heidemarie hat folgenden Text eingereicht:
Die Museen brauchen einen optimalen Ausbau, nicht einen finanziell motivierten Abbau! Zentralisierung ist auch in anderen Bereichen des Erziehungsdepartements kein gutes Rezept. Zudem müssen die Museen mit dem öffentlichen Verkehr optimal erreichbar sein, während die Juristen mehrheitlich auto-mobil sein dürften und lediglich einige Parkplätze beim Zeughaus benötigen.
Guten Morgen
Als ehemaliges Stiftungsratsmitglied des Museums Sankturbanhof in Sursee, als ehemaliger Präsident der Stiftung Somehuus Sursee, als Stadtführer in Sursee seit 1975 und als allgemein Kulturinteressierter usw., ist es mir völlig unverständlich, dass bei der Standortwahl für die Museen, diese gegen die Interessen der Gerichte den Kürzeren ziehen sollen.
Die Museen sind auf einen Standort angewiesen, der für die Präsentation und die Zugänglichkeit optimal gelegen sein muss. Es wäre wohl auch niemandem in den Sinn gekommen, das KKL z.B. auf den Dietschiberg zu platzieren usw. usw. Die Erreichbarkeit ist die kulturellen Einrichtungen entscheidend, sollen diese ihrem Auftrag auf Vermittlung nachkommen können.
Die beiden Museen haben unterschiedliche Vermittlungs- und Informationsaufgaben. Sie sollen diese auch eigenständig und auf ausreichender Fläche erfüllen können. Das Naturmuseum hat wichtige Aufgaben in den Bereichen des Verständnisses für die Natur, die Flora und die Fauna, sowie über die ökologischen Zusammenhänge. Es ergänzt auch die Unterrichtsmöglichkeiten in den Schulen. Das historische Museum ist in der Pflicht seriös und kreativ die geschichtlichen Zusammenhänge darzustellen. Auch hier gilt, dass dieses Museum ergänzende Aufgaben im Lehrplan der Schulen hat.
Als Stadtführer stelle ich sehr oft fest, dass Schulklassen die geschichtlichen Zusammenhänge wohl öfters nicht oder nur sehr rudimentär vermittelt werden. Wie will man dann unsere besonderen demokratischen Systeme und deren Herkunft verstehen? Dem historischen Museum stellt sich nicht nur die Aufgabe, geschichtliche Zusammenhänge darzustellen, sondern auch abzuleiten, was dies für die Gegenwart und die Zukunft bedeutet. Geschichte hört nicht anfangs de 20. Jahrhunderts auf. Die Ansprüche an dieses Museum entwickeln sich laufend und deshalb ist eine flächenmässige Einschränkung wohl nicht sachdienlich.
Staatliches Handeln beschränkt sich nicht auf Ökonomie, finanzielle Aspekte, Verwaltungs- und Gerichtseinrichtungen, sondern ist im besonderen auch der Kultur und der Natur verpflichtet.
Das regierungsrätliche Konzept, soweit ein solches überhaupt besteht, ist mindestens «kurzatmig».
Lieber Gruss
Emil W. Scherer
Ehemaliger Stadtschreiber von Sursee und Mensch Sursee 2013
BirdLife und Pro Natura Luzern sind an der Aufarbeitung und modernen Vermittlung der Bereiche Natur, Geschichte und Gesellschaft im musealen Kontext interessiert. Als Umweltverbände bewegen sie sich ebenfalls in diesem Kontext und sehen in den beiden Kantonalen Museen, dem Natur-Museum Luzern und dem Historischen Museum Luzern, wichtige Partner der Wissensvermittlung. Die zukünftige Entwicklung der Museen ist den Umweltverbänden daher ein grosses Anliegen.
Das vorliegende Konzept zum Zusammenschluss und Umzug der beiden kantonalen Museen respektive die sehr spärlichen Angaben dazu (vgl. Medienmitteilung des Kantons vom 28.01.2021) erlauben es nicht, einen gut abgestützten Entscheid treffen zu können, der die gesetzliche Zusammenlegung zweier, weit über die Kantonsgrenzen hinaus, bekannter, geschätzter und funktionierender Museen zur Folge hätte. Die Umweltverbände befürchten einen massiven inhaltlichen Verlust und einen Leistungsabbau, sowohl bei der Wissensaufbereitung und Wissensvermittlung wie auch bei der Betreuung der Sammlungen.
Die beiden Organisationen lehnen in der Folge die Gesetzesänderung ab.
Als ehemaliger Direktor des Natur-Museum Luzern bin ich mir sehr bewusst, dass sich die Zeiten schnell ändern und sich die Ansprüche der Gesellschaft an Museen wandeln. Ein Zusammenführen des Natur-Museums und des historischen Museums kann durchaus einen Mehrwert schaffen, wenn die beiden Themenbereiche sinnvoll vernetzt werden. Das Ziel muss sein, ein grösseres Publikum anzusprechen, es für die Themen Natur, Kultur und Geschichte zu begeistern und es für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren.
Wie dies erreicht wird, muss aus einem umfassenden Konzept ersichtlich werden. Dieses Konzept fehlt jedoch. Über die physische Zusammenlegung der beiden Museen zu entscheiden, ohne zu erfahren was die Umsetzung beinhaltet ist kurzsichtig. Entschieden kann erst, wenn ein fassbares Konzept zum anvisierten Vorhaben vorliegt.
Die Grundlage eines Museums ist die Sammlung. Diese muss gut untergebracht und gepflegt werden. Gemäss vorliegendem Konzept ist ein externes Lager vorgesehen, welche eine durchaus umsetzbare Herangehensweise ist. Wo wird das Sammlungslager sein, wie hoch sind die Erstellungs- und Betriebskosten und was bedeutet dies für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Die Antworten auf diese Fragen müssen bekannt sein, um darüber entscheiden zu können.
Ein «Mobiles Museum» ist sehr begrüssenswert. Damit kann ein neues Publikum gewonnen werden. Jedoch sind damit Kosten für die Erstellung und Pflege verbunden. Wie hoch sind diese?
Falls die beiden Museen zusammengelegt werden, der neue Standort eine hohe Qualität der Ausstellungen und Veranstaltungen sichern kann und der zusätzliche Standort die Sammlungen gut unterbringen kann, stellt sich die Frage, ob tatsächlich so viel gespart wird wie geplant. Eine detaillierte Aufstellung der Finanzen ist notwendig.
Zum Schluss eine weitere Anmerkung zum Standort. Aktuell sind die Museen nahe beim Stadtzentrum und gut zu Fuss erreichbar. Ich bin überzeugt, dass ein nicht kleiner Teil der Besucherinnen und Besucher die Museen besuchen, weil sie auf einem Spaziergang durch die Stadt mehr oder weniger per Zufall auf sie stossen. Dies wird beim vorgesehenen neuen Standort wegen dessen Lage so weniger passieren.
Ausserdem beinhaltet die Erreichbarkeit einen zusätzlichen Faktor. Unsere Gesellschaft ist immer noch sehr auf das Auto ausgerichtet. Nicht weit von den jetzigen Museen steht ein Parkhaus, welches von den Besucherinnen und Besucher genutzt werden kann. Wie sieht es am vorgesehen neuen Standort mit den Parkmöglichkeiten aus?
All diese Fragen müssen geklärt werden, bevor ein Entscheid über eine Zusammenlegung und einen neuen Standort gefällt werden kann. Ein falscher Entscheid kann viel Geld und Zeit kosten.
Umzug und Verkleinerung/Fusion bedeuten mittelfristig das Ende von Natur-Museum und Historischem Museum. Das Alte Zeughaus ist keine Option: Es ist nur zu Fuss bergauf zu erreichen, eine ÖV-Anbindung fehlt, ebenso der Platz für die wertvollen Sammlungen.
Zudem sind das Natur-Museum und das Historische Museum fast die einzigen historischen Gebäude der Altstadt von Luzern, die für die Öffentlichkeit überhaupt noch zugänglich sind - nicht zuletzt auch für Touristen dank hervorragender Passantenlage.
Eine Zusammenarbeit (keine Fusion!) des Natur-Museums und des Historischen Museums erachte ich als bereichernd, unter der Voraussetzung, dass die jetzigen Standorte und Museumsflächen erhalten bleiben. Einen Umzug bzw. einen einzigen Gross(neu)bau für beide Museen lehne ich ab.
Thema Finanzen: Vor ein paar Jahren hat der Regierungsrat die angeblich zu tiefen Besucherzahlen kritisiert. 800 000 Fr. Unterhalt (Natur-Museum) sind ihm zu teuer. Alle bürgerlichen Politiker haben sich aber vehement für den Bau einer Salle Modulable eingesetzt, deren Unterhalt jährlich 7 Mio. Fr. mehr gekostet hätte als der Unterhalt des jetzigen Theaters (neu 31 Mio. statt 24 Mio.).
Es zeugt auch nicht von einer hohen Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden dieser beiden Museen, die sich seit Jahrzehnten mit Herzblut für die Vermittlung von komplexen historischen und biologischen Zusammenhängen an ein breites Publikum einsetzen - mit kostenlosen Führungen, Vorträgen und viel Kreativität.
Jean-Pierre Schibich, Luzern
Mitglied Freunde des Natur-Museums
Die Mykologische Gesellschaft Luzern sieht grundsätzlich Möglichkeiten, die drei Bereiche
Natur, Geschichte und Gesellschaft sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Unter den gegebenen
Rahmenbedingungen lehnen wir aber den geplanten Zusammenschluss ab. Es bereitet uns
Sorge, dass das vorliegende Konzept nur vage Angaben zur Weiterentwicklung des Museums
macht, jedoch die Mittel für den Betrieb kürzt. Unter diesen Voraussetzungen ist aus unserer
Sicht kein vollwertiger Ersatz der beiden bisherigen Museen möglich.
Der neu vorgesehene Standort überzeugt uns nicht (Sichtbarkeit, weniger attraktive Lage und
Reduktion der Ausstellungsfläche gegenüber heute). Wir bezweifeln, dass so ein innovatives
und attraktives Museum für die drei Themenbereiche entstehen kann.
Wie wird die Mykologische Gesellschaft weiterhin ihren Teil für eine lebendige Museumskultur
beitragen können? Momentan führen Mitglieder unseres Vereins die offiziellen Pilzkontrollen im
Naturmuseum durch, stehen als Ehrenamtliche dem Museum zur Verfügung und geben Auskunft
zu Pilzen, auch ausserhalb der Kontrollzeiten. All dies sehen wir bei einer Zusammenlegung
und Verkleinerung des Museums gefährdet.
Von der Mykologischen Gesellschaft gesammelte Pilze werden bestimmt und in das Mykologische
Herbarium des Natur-Museums Luzern überführt. Die Exsikkatesammlung umfasst über
11'600 Exemplare und ist Grundlage der 6 Bände «Pilze der Schweiz», für welche die beiden
Herausgeber Josef Breitenbach und Fred Kränzlin den Innerschweizer Kulturpreis erhalten haben.
Die Sammlung wird ehrenamtlich durch Mitglieder der MGL betreut und erweitert. Es ist
der gesetzliche Auftrag des Kantons, die Sammlung für die Nachwelt zu erhalten.
Diese Sammlung sehen wir gefährdet bzw. ist unklar, was damit bei einer Zusammenlegung
passiert. Es ist uns sehr wichtig, dass die Sammlung im Museum oder mindestens sehr nahe
aufbewahrt wird.
Vor diesem Hintergrund lehnen wir die vorgeschlagene Zusammenlegung der beiden Museen
ab.
René Huber
Präsident MGL
Innovation braucht Investition
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit grosser Sorge betrachte ich die vom Bildungs- und Kulturdepartement beabsichtigte Änderung des Kulturförderungsgesetzes, das den Zusammenschluss des Natur-Museums und des Historischen Museums Luzern zum Luzerner Museum vorsieht.
Interdisziplinarität bedeutet, fächerübergreifend eine zumeist wissenschaftliche Fragestellung zu erforschen. Unser Verein, das Netzwerk Ethnobiologie Schweiz, vereint ExpertenInnen unterschiedlicher Fachbereiche und fördert die interdisziplinäre Erforschung von Natur-Kultur-Beziehungen. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass es für eine interdisziplinäre Arbeitsweise nicht genügt, ExpertenInnen verschiedener Fachgebiete bloss in denselben Raum zu setzen. Vielmehr heisst Interdisziplinarität, die Grenzen von historisch gewachsenen Fachrichtungen zu überwinden um neue, fachübergreifende Ansätze, Methoden und Denkweisen zu entwickeln.
Die Entwicklung von Interdisziplinarität benötigt Raum, Zeit und Geld – an allem möchte der Regierungsrat sparen. Somit scheinen mir die im Grobkonzept gepriesenen Schlagwörter der Innovation und Interdisziplinarität blosse Feigenblätter: ohne zusätzliche beträchtliche Investition würde eine Verlagerung des Schwerpunkts auf interdisziplinäre Themen einen weiteren massiven Leistungsabbau in den bisherigen Fachbereichen bedeuten.
Dies ist entschieden abzulehnen. Innovation braucht Investition.
Freundliche Grüsse
Dr. Peter Staub
Präsident Netzwerk Ethnobiologie Schweiz
www.ethnobiology.ch
Die Erlebnisschule durfte in den letzten Jahren wiederholt mit dem Natur-Museum im Rahmen verschiedener Sonderausstellungen fruchtbar zusammenarbeiten.
Interessierte Schulklassen besuchten vormittags das Natur-Museum und bekamen von der Museumsvermittlung in einem Workshop einen vertieften Einblick in das jeweilige Thema (Boden, Wald, Biodiversität, Steinzeit). Am Nachmittag konnten die Schülerinnen und Schüler das Gelernte in der Natur selber ausprobieren, erfahren, umsetzen.
Als naturpädagogische Institution sind wir sehr daran interessiert, dass das Natur-Museum mit seiner grossen inhaltlichen Expertise und den umfangreichen Sammlungen im naturkundlichen Bereich weiterhin ein starker Partner bleibt.
Der Zusammenschluss von Historischem und Natur-Museum Luzern zu einem Luzerner Museum ist für uns bisher zu unklar und vage, als dass wir zustimmen könnten.
Dazu einige Fragen: Aus den veröffentlichten Plänen der Luzerner Kantonsregierung geht nicht hervor, warum die Museumsfläche stark verkleinert werden soll, wenn die hohen Besuchszahlen belegen, dass es ausreichend Nachfrage nach den Angeboten der heutigen Museen gibt. Weniger Ausstellungsfläche bedeutet weniger Vermittlung, weniger Schulen, weniger Angebot und damit weniger Attraktivität. Warum müssen die Museen kleiner werden und nicht grösser, oder zumindest gleich wie am heutigen Standort, zumal die Investitionskosten beträchtlich sind?
Freundliche Grüsse