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Tagesbericht vom 31.10.2010
So macht reisen wieder richtig Spass. In China mussten wir unser genaues Reiseprogramm abspulen. Zudem fühlten wir uns wegen der Verzögerungen infolge der teilweisen schlechten Strassen manchmal etwas gedrängt. Nun sind wir wieder frei. Wir können die Zeit einteilen wie wir wollen. Wir können fahren, wohin wir wollen. Unsere Reiseplanung erfolgt von Tag zu Tag. Das geniessen wir.
Wir stehen zwar früh auf, fahren aber erst gegen 10:00 Uhr los Richtung Huay Xai, am Mekong. Den Tempel, den wir dort besichtigen wollen finden wir nicht. Dafür stossen wir ausserhalb des Dorfes auf einen anderen, den Wat Khonekeo Xaiyaram. (Was dieser Name wohl bedeutet?) Das Eingangstor und die Fassade glitzerern golden.
Ein paar Mönche sitzen herum und spielen mit kleinen Affen.
Wir fahren weiter, mehr oder weniger dem Mekong entlang zum berühmt berüchtigten „Goldenen Dreieck“, früher DAS Drogenanbaugebiet. Heute gilt die Gegend als drogenanbaufrei. Die Bauern betreiben den Anbau von anderen Pflanzen. Wir sehen vor allem Reis- und Zuckerrohrfelder. Und was machen die ehemaligen Drogenbosse heute? Sie gehen ins Spielkasino, so vermute ich. Am Dreiländerzipfel, wo sich Laos, Thailand und Myanmar sozusagen über den Mekong hinweg küssen, erspähen wir von weitem ein seltsames Gebäude.
Bei näherer Betrachtung stellt sich dieses als ein zum Teil noch im Bau befindlicher riesiger Spielkasinokomplex mit benachbartem Hotel heraus.
Investor scheint eine Chinesische Gruppe zu sein die sich 'Kings and Romans LTD' nennt. Die Geldgeber scheuen keinen Aufwand. Sogar Michelangelo hat hier Bilder gemalt! Oder täuschen wir uns?
An der Quaimauer des Mekong, unweit des Spielkasinos, von wo aus Schiffe nach Thailand übersetzen oder von China herkommend anlegen, heisst es in grossen Lettern in Chinesischer Schrift und auf Englisch: „Welcome to Golden Triangle Development Special Economic Zone“. Wir fragen uns, ob das Spielkasino aus Chinesischen Entwicklungsgeldern gebaut wird.
Wir fahren zurück nach Huay Xai. Dem Reiseführer entnehme ich, dass für unser Körperwaschvorhaben das Guesthouse 'Oudomphone' angebracht wäre. Da ich den Namen verwechsle steigen wir im neu eröffneten Guesthouse 'Oudomsin' ab (Position Nord 20° 16' 32.7“ und Ost 100° 24' 49.1“). Das Haus und unser Zimmer sind sauber. Das Badezimmer ist praktisch. Im selben kleinen Raum wie die Dusche befindet sich auch die Toilette. Bei Benutzung der Dusche wird selbstverständlich der ganze Raum nass. Das Sitz-WC verfügt über keine Spülung. Stattdessen gibt es einen speziellen Eimer mit separater Wasserzufuhr, von welchem aus man mit einer Schöpfkelle Wasser in die Toilette gibt! Aber Wasser ist Wasser. Wir fühlen uns nach der Körperwäsche wieder frisch. Das ist die Hauptsache.
Nun finden wir auch den Tempel, den wir heute Morgen besichtigen wollten. Er hat den einfachen Namen 'Wat Jom Khao Manilat'. Der Treppenaufgang mit den seitlich sich abwärts schlängelnden Drachen erinnert uns an China.
Die Laoten selbst gelten als sehr sauberes und ordentliches Volk. Es ist üblich, dass jedermann nicht nur vor dem Betreten eines Tempels, sondern auch vor dem Betreten eines Privathauses seine Schuhe auszieht. Ich beobachte sogar, dass die Schuhe selbst vor dem Betreten von Geschäften ausgezogen werden, sofern der Boden mit Klinkern belegt ist!
In Huay Xai wimmelt es von westlichen Touristen. Dabei scheinen die Schweizer übervertreten zu sein. Wir treffen gleich auf zwei Mal zwei Touristen aus unserem Heimatland und halten mit ihnen einen kleinen Schwaz ab. Wie wir erfahren, ist der Grenzübertritt zwischen Thailand und Laos mittels Schiffsquerung des Mekong bei Huay Xai beliebt.
Während ich noch an diesem Bericht herumdoktere, schläft Bobo bereits friedlich. Daher mache auch ich für heute Schluss. Gute Nacht - es ist unterdessen 24:00 Uhr geworden. Ich hoffe, unsere Leser schätzen unsere Beiträge. Sonst sehe ich keinen Sinn in dieser Nachtarbeit.