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Ende der 1950er-Jahre war es das französische Frauenmagazin «Arts ménagers», das Wasser zum Schönheits-Thema machte und die Leserinnen vor einem zu hohen Wasserkonsum warnte. Dieser führe angeblich zu einer hohen Gewebesättigung und damit verbunden zum Aufquellen des ganzen Körpers. Nicht mehr als drei viertel Liter Wasser pro Tag sollten getrunken werden. Wie kam das?
Der Pariser Arzt Jean-François Dancel hatte ein halbes Jahrhundert zuvor festgestellt, dass fettleibige Menschen übermässig viel Wasser zu den Mahlzeiten tranken. Er folgerte daraus, dass Wasser die Fettbildung fördere. Dieser Irrglaube führte bei Dancel soweit, dass er auch wasserhaltiges Gemüse aus der Ernährung strich. Schliesslich seien ja Pflanzenfresser wie Nilpferde, Elefanten oder Kühe, im Gegensatz zu Fleischfressern, auch dick.
Richtig ist: Zu wenig Wasser schadet dem Körper
Mittlerweile ist klar, Wasser schadet dem Körper nicht. Im Gegenteil, es ist überlebenswichtig: Der menschliche Körper besteht zu über der Hälfte aus Wasser. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gemäss den heutigen Ernährungsempfehlungen täglich mindestens 1,5 Liter kalorienfreie Getränke. Je nach körperlicher Aktivität können bedenkenlos täglich bis zu 3 Liter kalorienfreie Getränke wie Leitungswasser, Mineralwasser und ungesüsster Tee getrunken werden.
Wasser erfüllt im Blut eine wichtige Transportfunktion und es sorgt für ein gutes Funktionieren des Stoffwechsels. Die Folge eines zu geringen Wasserkonsums können Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche, Unkonzentriertheit, Muskelkrämpfe, ausgetrocknete Haut und über eine längere Zeit sogar Nierenprobleme sein. In der Ernährung hat das Trinken von Wasser eine wichtige Bedeutung, da es wegen seines Volumens eine frühere Sättigung hervorruft. Ausreichend viel Wasser trinken kann Bestandteil einer Abnehmstrategie sein. Ein Glas Wasser vor dem Essen oder bei Heisshungerattacken kann helfen weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Wasser schadet also keinesfalls der Figur.