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Die Klauengesundheit wird von den Haltungsbedingungen, der Genetik und von der Fütterung bzw. der Rationsgestaltung beeinflusst. Durch die unzureichende Nährstoffversorgung kann die Produktion neuer Hornzellen erheblich beeinträchtigt werden. Das Klauenhorn kann seine Schutz- und Tragfunktion nicht mehr aufrechterhalten, es wird durchlässig für infektiöse Erreger.
Ausbruch der Lahmheit als Folge vorgängiger Fehler
Fütterungsfehler führen in der Regel nicht sofort zu Lahmheit, sie machen sich frühestens nach sechs Wochen bemerkbar, weil das Klauenhorn sehr langsam wächst. Auslöser der meisten Klauenerkrankungen ist eine gestörte Pansengesundheit. Man weiss, dass die Hornproduktion besonders stark beeinträchtigt wird, wenn die Kühe an einer Pansenazidose erkrankt sind. Die Pansenazidose wird entweder durch einen Strukturmangel und/oder einen zu hohen Rationsanteil an leicht im Pansen abbaubarer Energie ausgelöst. Die leicht löslichen Kohlenhydrate werden im Pansen sehr schnell zu flüchtigen Fettsäuren abgebaut. Dies führt zu einem Absinken des pH-Wertes im Pansen. Mit der zunehmenden Säuerung verändert sich auch die Zusammensetzung der Bakterienpopulation im Pansen. Die Bakterien, welche Zellulose verdauen sterben ab und diejenigen welche Milchsäure bilden, nehmen zu. Dabei werden „giftige“ Substanzen wie Endotoxine und Histamin freigesetzt. Gelangen grössere Mengen dieser Giftstoffe über die Blutbahn bis in die kleinsten arteriellen Blutgefässe der Lederhaut, lösen sie dort Durchblutungsstörungen aus. In der Folge werden die an der Klauenlederhaut anliegenden Horn produzierenden Zellen nicht mehr kontinuierlich und ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Somit wird kein qualitativ hochwertiges Klauenhorn mehr produziert. Ketose und zu hoher Eiweissgehalt in der Fütterung können sich auch negativ auf die Klauengesundheit auswirken.
Wichtige Fütterungsregeln
Die Ration muss über ausreichend Struktur verfügen, damit die Wiederkautätigkeit ausgelöst wird. Der Rohfaseranteil in der Ration muss mindestens 18% betragen. Die Kraftfuttergabe sollte nie auf nüchternen Magen erfolgen und pro Gabe nicht höher als 2 kg sein. Optimale Versorgung der Vitamin- und Spurenelemente, welche das Hornwachstum positiv beeinflussen. Hier spielen vor allem Biotin, Vit D3, Mangan, Kupfer und Zink eine wichtige Rolle. Fragen sie ihren Aussendienst und nutzen sie die aktuelle Mineralstoffaktion.