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Basler Zeitung vom 20.06.2019
Der holländische Spitzenverein PSV Eindhoven schaut auf eine glitzernde Geschichte zurück und hat einen Trainer, der allerbeste Erinnerungen an den St.-Jakob-Park hat. Der FCB lanciert eine Aktion, um das Stadion zu füllen.
Samuel Waldis
Mark van Bommel hat als Fussballer ganz Europa bereist. Er war Champions-League-Sieger mit Barcelona, Meister in Spanien, Deutschland, Italien und Holland. Und nach der Spielerkarriere ist er sogar bis ans Rote Meer vorgedrungen. Dort, als Assistent in Saudiarabien, hat ihm sein Schwiegervater Bert van Marwijk den Einstieg in den Trainerberuf ermöglicht. 2018 kehrte Van Bommel nach Eindhoven zurück, wo vor 20 Jahren alles angefangen hatte.
Der PSV Eindhoven ist Van Bommels Stammverein, inzwischen ist er dessen Trainer. Er hat von Philip Cocu die Meistermannschaft übernommen und war in seinem ersten Jahr als Cheftrainer auf bestem Weg, den 25. Meistertitel in der 106-jährigen Clubgeschichte zu gewinnen. Doch nach 25 Spieltagen wurde Eindhoven von Ajax Amsterdam, dem späteren Champions-League-Halbfinalisten, überholt. In der Königsklasse holte der Werksverein von Philips zwei Punkte. Und jetzt, da Eindhoven als Zweiter der Eredivisie nicht direkt in der Gruppenphase steht, wartet der FC Basel in der zweiten Qualifikationsrunde.
Am 23. oder 24. Juli steht das Hinspiel in Holland an, im Philips-Stadion, das 35000 Zuschauern Platz bietet. Der FCB hätte auch auf Viktoria Pilsen treffen können, den vermeintlich schwächeren Gegner. Stattdessen bekommen es die Basler mit dem klingenden Namen PSV Eindhoven zu tun; mit dem Verein, der 1988 den Europapokal der Landesmeister gewann, den Vorläufer der Champions League. Eindhoven ist 24-facher holländischer Meister, neunfacher Cupsieger und hat 1978 den Uefa-Cup gewonnen. Zudem hat der PSV Namen wie Ronaldo, den von früher, Romario, Ruud Gullit oder Ruud van Nistelrooy hervorgebracht.
Grosse Hürde mit Geschichte
Doch nicht nur der Historie wegen ist Eindhoven eine hohe Hürde für den FCB in dieser frühen Saisonphase. Die Basler treffen auf jede Menge Offensivkraft: Van Bommel stellt seine Mannschaft in einer 4-3-3-Grundordnung auf, rotiert wenig und hat erreicht, dass Eindhoven 2,7 Tore pro Spiel erzielt. Basel kommt unter Marcel Koller auf 2,1 Tore pro Spiel.
Das Rückspiel findet am 30. oder 31. Juli im St.-Jakob-Park statt. Schon dann könnte der FCB ein Saisonziel erreicht haben: die Qualifikation für eine europäische Gruppenphase. Denn sollten die Basler die Hürde Eindhoven überstehen, sind sie zumindest sicher in der Gruppenphase der Europa League dabei. Das Duell mit dem PSV ist also bereits ein Meilenstein von grösster Bedeutung. Ein Erfolg würde die Turbulenzen der letzten Tage kurzfristig vergessen machen: diese Operette um den Trainer Marcel Koller und den Rücktritt des Sportchefs Marco Streller.
Eindhovens Trainer Van Bommel sagt in der Zeitung «Eindhovensch Dagblad»: «Wer den internationalen Fussball ein wenig verfolgt, der weiss, dass der FC Basel ein guter Verein ist. Sie sind eigentlich immer europäisch dabei und überstehen regelmässig die Gruppenphase.» Stimmt – wenn er denn dabei ist. Denn scheitert der FCB an Eindhoven, steht er in der Qualifikation zur Europa League, und dort droht das Ausscheiden vor der Gruppenphase. So, wie das vor einem Jahr geschehen ist.
Weil die Begegnung mit dem PSV Eindhoven so entscheidend ist, lanciert der FCB eine spezielle Aktion: Für das Rückspiel in Basel haben alle Jahreskartenbesitzer Anrecht auf ein Gratisticket.
Mark van Bommel wird ebenfalls keinen Eintritt zahlen. Und er erinnert sich auch sonst bestens an den St.-Jakob-Park: Als Captain des FC Bayern München gewann er 2010 in der Champions League 2:1 gegen den FCB.