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Die Stadt Luzern saniert zur Zeit auf dem Franziskanerplatz in der links der Reuss gelegenen Kleinstadt die Leitungen und die Pflästerung. Weil in dem seit 800 Jahren bewohnten Teil der Altstadt historische Spuren zu erwarten waren, sind nicht nur Bauarbeiter, sondern auch Archäologen vor Ort.
Bekannt war, dass am Franziskanerplatz bis 1656 das Heiliggeist-Spital stand. Dieses war im 13. Jahrhundert als eine der ersten Institutionen der jungen Stadt geschaffen worden, um Bedürftige, Kranke und Pilger aufzunehmen. Zu einem Spital habe damals auch eine Kirche gehört, sagte Archäologe Fabian Küng am Montag bei einer Begehung der Grabungsstelle.
Auf der vom Bündner Kupferstecher Martin Martini 1597 geschaffenen Stadtansicht ist neben dem Heiliggeist-Spital auch die Spitalkirche zu sehen. Das Spitalgebäude wurde 1656, als die Institution vor die Stadttore verlegt wurde, abgebrochen, die Spitalkirche 1788.
Bei der Grabung wurden nun nicht nur die erwarteten Überreste der aus Martinis Stadtansicht bekannten Spitalkirche entdeckt, sondern auch von deren Vorgängerbau. Gemäss schriftlichen Quellen muss dieser spätestens um 1345 gebaut worden sein. Freigelegt wurden die Reste des rechteckigen Chores und ein gut erhaltener Mörtelboden mit einem Altarfundament.
Gemäss Schriftquellen wurde die Spitalkirche im 16. Jahrhundert in zwei Etappen vollständig erneuert. Sie erhielt zunächst einen polygonalen Chor und später ein neues Kirchenschiff mit Sakristei.
Neben dem Areal der Spitalkirche befand sich der Garten des benachbarten Franziskanerklosters. Weil die städtischen Friedhöfe stark überbelegt gewesen waren, wurde im Garten um 1600 ein Friedhof angelegt, der bis 1798 verwendet wurde. Bei den Grabungen wurden menschliche Knochen entdeckt. Diese Arbeiten sind noch im Gang.
(SDA)