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Das derzeitige Herrenhaus steht an der Stelle, wo sich früher eine mittelalterlichen Burg befand. Diese wurde 1586 auf Befehl des Sanktgaller Edelmannes Léonard Zollikofer abgerissen, ein Jahr nachdem er die Herrschaft von Altenklingen erworben hatte. Er beauftragte Mathäus Höbel, Architekt von Kempten/Allgäu, mit dem Aufbau des neuen Schlosses. Demselben Künstler ist auch das "Schlössli" zu verdanken, ein prächtiges Gebäude, das in der Speisergasse in Sankt Gallen steht. Er wurde im Auftrag eines anderen Mitgliedes der Familie Zollikofer errichtet. Das Schloss von Altenklingen umfasst ein grosses Schloss mit drei Stockwerken und dreizehn Zimmern, ein kleines Schloss und eine bis um 18. Jahrhundert benutzte Kapelle, der heiligen Wiborada gewidmet. Die Umfriedungsmauer und ihre Ecktürmchen, die früher dem Schloss einen defensiveren Charakter verliehen, sind im 19. Jahrhundert abgerissen worden. Einzig blieb der feudalen Festung der Graben. Eine moderne Brücke überquert den Graben. Sie führt zur alten Barriere, von wo man in den Hof gelangt, nachdem man durch das Tor unterhalb des kleinen Schlosses trat. Das Schloss, das am Ende des 16. Jahrhunderts errichtet wurde, beeindruckt durch sein mächtiges Aussehen und seinen kompakten Charakter.
Anfangs des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss von Altenklingen eingehend "restauriert". Zum Opfer fielen nicht nur einige Anhänge, sondern noch ein grosser Teil der inneren Einrichtung. Ein Modell der alten Holzkonstruktion, das das Schloss darstellen soll, lässt einem erkennen, wie das Schloss ursprünglich aussah. Die alte Zisterne, mit einer Tiefe von etwa zwanzig Metern und die zu einem grossen Teil im Felsen gebohrt wurde, wurde bedeckt. Die verschiedenen Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände die wir heute sehen, sind im Laufe dieser vier letzten Jahrhunderte gesammelt worden, einige aus Erbschaften, andere wurden erworben. Nennenswert sind insbesondere die prächtigen Schränke, und Büfetts, Steingutöfen, die aus Werkstätten von Winterthur und Steckborn stammen, die Portraits der Vorfahren, die Glasmalereien, die Stammbäume, Geschirr, die Antiquitäten der Familie, die Wappen usw. Eines der wertvollsten Stücke ist ohne Zweifel ein bestickter Teppich, der aus 1527 datiert. In der Mitte der Zweige, die von Blättern und von Blumen bedeckt sind, erkennt man das Allianzwappen der Familien Muntprat und Altzheim. Durch Erbe gelangte dieses prächtige Werk zu Altenklingen.
Dort, wo sich heute das Herrenhaus im neo-barocken Stil befindet, stand einst ein Verteidigungswerk, das zweifellos gegen 1200 von den Herrschaften von Klingen gebaut wurde. Man weiss, dass diese Familie im 12. Jahrhundert bereits im Schloss von Altenburg in der Nähe von Märstetten wohnte. Ungeklärt bleibt jedoch, wieso die Herrschaften von Klingen ihren geerbten Sitz verliessen, um nicht weit weg von dort, eine neuen Burg zu bauen. Als zahlreiche und wichtige Familie verbanden sich die Klingen mit zahlreichen Dynastien der Noblesse nicht nur von der Ostschweiz, sondern auch vom Nordwesten und Westen unseres Landes. Sie gründeten ebenfalls Städte und Klöster. Wir verdanken ihnen insbesondere das Dorf von Klingenzell, die Klöster von Feldbach, von Sion in Aargau und von Klingenthal, ebenso wie das Priorat Klingenzell.
Bereits im 13. Jahrhundert teilte sich die Familie in mehrere Zweige, die sich in verschiedenen Schlössern niederliessen, wie Mörsbourg, Matzingen, Eppishausen, Freudenfels und ../Schaffhausen/hohenklingen.html. Deshalb wurde der "neue" altüberlieferte Sitz von Märstetten später Altenklingen genannt.
Im 13. Jahrhundert standen die Klingen völlig im Dienst der neuen territorialen Meister aus der Ostschweiz, den Habsburgern. Walter insbesondere, dessen Name in den Dokumenten ab 1240 erscheint, war ein treuer Partisane des Grafen Rudolph, der zukünftige König Rudolph I. Da er ihn oft auf seinen Reisen begleitete, zögerte er nicht, ihm finanzielle Hilfe zu gewähren. Er war auch ein berühmter Minnesänger, und die handgeschriebene Sammlung von den Gesängen von Manesse enthält acht seiner Kompositionen. Dieses Werk erwähnt ihn andererseits als ein siegreicher Turnierritter, der von den Damen des Hofes bejubelt wurde.
Die Nachkommenschaft der Klingen starb 1395 aus, nachdem mehrere von seinen Vertretern als Soldaten an der Seite von Léopold von Österreich, ihren Tod auf dem Schlachtfeld von Sempach gefunden hatten. Der Letzte, auch ein Walter, übte die Tätigkeit als Österreicher Vogt von Thurgau, Aargau und vom Schwarzwald aus; später wurden ihm ebenfalls, Sundgau und Oberschwarzwald anvertraut.
Herrliberger (18e siècle)
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wechselten die Eigentümer der Festung mehrmals. So gehört das Schloss insbesondere zu den Bussnangs und zu den von Enne. Diese hatten das Schloss infolge einer Ehe erworben und konnten es erfolgreich in 1407 verteidigen, als es von den Appenzellern und den Bürgern von Sankt Gallen angegriffen wurde. Dann gelangte es in den Besitz der von Muntprat von Konstanz und der von Breitenlandenberg, wo Altenklingen während 120 Jahren blieb. Nachdem sie in 1550 die Herrschaft von Bürglen erworben hatten, interessierten sie sich kaum noch für Altenklingen. Nach dem Tod von Hans Ulrich in 1559, gaben sie das Schloss seiner Schwester, Rosina, Ehefrau von Eberhard Brümsi.
Ihr Sohn, Berthold, Magistrat von Berg, veräusserte in 1585 die ganze Herrschaft an den Sanktgalisschen Léonard Zollikofer für den Preis von 25.500 Gulden. Zollikofer war Richter, Berater und Kassierer seiner Stadt. 1582 war er Delegierter von Sankt Gallen mit anderen Vertretern der eidgenössischen Kantone bei König Heinrich III von Frankreich. Ohne Kinder hinterliess Léonard Zollikofer in 1586 das Schloss und die Herrschaft von Altenklingen als Fideikommiss an den vier Söhnen seines Bruders Laurence.
Das prächtige Schloss von Altenklingen und der Bauernhof sind bis heute im Besitz der Familie Zollikofer, die mit viel Pflege die Aussenseite aller Gebäude erneuern liess.
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