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Rätisches Museum
Museum retic
Museo retico
Objekt des Monats April 2021
Datierung: 1921
Herkunft: Textilsammlung Bündner Frauenschule Chur
Inventarnummer: H2015.58.128e/f
An diesen Muster-Socken lernte Catrina Giger vor 100 Jahren als künftige Arbeitslehrerin das fachgerechte «Strickflicken», um es später ihren Schülerinnen beizubringen. Sie besuchte 1921 im Gebäude an der Loëstrasse in Chur, wo sich heute die Büros des Rätischen Museums befinden, die «Bündner Frauenschule». Diese war 1895 von der Gemeinnützigen Gesellschaft Graubünden als Koch- und Haushaltungsschule gegründet worden und übernahm 1912 auch die Frauen-Arbeitsschule. In verschiedenen Kursen bereiteten sich die jungen Frauen auf ihre Aufgaben im Haushalt vor oder liessen sich zur Arbeits- oder Hauswirtschaftslehrerin ausbilden. Damals war die Berufsauswahl für Mädchen noch sehr eingeschränkt.
Schon 1883 mussten alle Bündner Gemeinden mit mindestens fünf Mädchen ab dem 4. Schuljahr obligatorisch Handarbeitsunterricht anbieten. Das Stricken von Strümpfen galt als Zeichen von Geschicklichkeit, Fleiss und Ausdauer und diente auch der Disziplinierung. Dabei war der Flicksocken als Übungsstück ein fester und berüchtigter Bestandteil der Arbeitsschule.
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