Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/1508

Geschichte
Es war einmal ein Bauernhof
Ursprung des Namens – Das Projekt «Masseria la Barca» basiert auf einem alten Bauernhof, der im Reiseführer zu schweizerischen Denkmälern der GKS (Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2008) erwähnt wird. Es scheint, als ob im mittelalterlichen Bioggio mehrfach die Existenz eines Hafens dokumentiert ist: In einem Dokument von 1431 werden einige Gebiete erwähnt, die sich in einer Ortschaft namens «ad barcham» und später «ad portum in loco di Bioggio, Vallis Lugano» befinden. Daraus leitet sich wahrscheinlich die Bezeichnung «Barca» ab.
Das Gebäude – Dieser landwirtschaftliche Komplex, dessen Struktur im Laufe des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde, enthält architektonische Bestandteile, die bereits aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert stammen. Wie alle ländlichen Gebäude wurde auch diesem Komplex in verschiedenen Abschnitten erbaut. Diese architektonische Typologie ergab sich aus den unterschiedlichen, praktischen Erfordernissen der Gemeinschaft, die dort wohnte und arbeitete. Der Bauernhof wies eine Raumverteilung auf, die dem damaligen Leben entsprach: Wohnräume im ersten Stock und Arbeitsräume im Erdgeschoss. Verbundene Räume, die zu den Aussenbalkonen führen, sehr hohe Räume, unregelmässige Öffnungen usw. Das Gebäude besteht aus zwei Flügeln, die einen abgeschiedenen Bereich, der nach Süden zeigt, und einen «öffentlichen», nach Nordwesten zeigenden Bereich bilden, von welchem aus man heute auf das Grundstück gelangt.
Das Erdgeschoss war komplett für Arbeitsräume vorgesehen, mit Ausnahme eines Raums mit Kamin, der als Küche mit Ofenbereich auf der Rückseite diente. Im ersten Stock waren die Zimmer mit der besonderen Gewölbedecke entlang der Balkone angeordnet. Der Westflügel bestand aus Bereichen, die als Heuschober benutzt wurden und bei der Renovierung erhalten blieben. Im zweiten Stock befand sich der Dachboden, der in eine wunderschöne Attikawohnung umgewandelt wurde. Die wichtigsten, wenn auch kargen, Mauerstrukturen des Gebäudes waren gut erhalten und bestanden aus Steinen, die durch Kalkmörtel miteinander verbunden wurden; die untergeordneten Mauern hingegen waren aus unterschiedlichen Arten von Backstein. Die Decken bestanden teilweise aus Mauergewölben, andere aus Holzgewölben.
Die Geschichte geht weiter – Nach einigen Eigentümerwechseln im 19. Jahrhundert wurde der Bauernhof 2006 von den aktuellen Eigentümern gekauft. Da sie sich wegen ihrer Geschichte sofort in diese wunderschöne Konstruktion verliebten, stand fest, dass jeder Eingriff nur der Sanierung dienen durfte und konnte, wodurch ein einzigartiges, historisches Objekt gerettet wurde. In der Gemeinde Bioggio, aus der einer der Eigentümer stammt, stiess diese Sanierung auf Begeisterung, da ein kleines Stück der Geschichte des Dorfes nicht mit rasender Geschwindigkeit verschwand, sondern aufgewertet wurde. Der Architekt Jean Patrick Jaccard hat in diesem Zusammenhang eine Unterteilung der Räume vorgenommen, um die zukünftige Nutzung der gesamten Struktur funktional zu gestalten. Die Aufgabe wurde durch die natürliche Gestalt der Konstruktion, deren Integration in das Gelände sowie die perfekte Zusammenarbeit mit den Eigentümern erleichtert. Aus dem gesamten Gebäudekomplex entstanden sechs Wohnungen, die nach umliegenden Orten benannt wurden: Collina d’Oro, San Salvatore, Monte Brè, Sant’Ilario, Ceresio und Cuccarello.