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Die Nobelpreise gehen wieder nur an Männer
Die Nobelpreisträger sind klar – und es sind lauter Träger und keine Trägerinnen. Nur der Literaturpreis ist noch nicht vergeben. Ob dieser aber einer Frau vergeben wird, ist eher unwahrscheinlich.
Oliver Hart und Bengt Holström, zwei Experten für Vertragstheorie, erhalten den Wirtschaftsnobelpreis. Jener für Physiologie/Medizin geht an den Zellbiologen Yoshinori Ohsumi. Die drei Quantenphysiker Thouless, Haldane und Kosterlitz erhalten den Nobelpreis für Physik und Jean-Pierre Sauvage, Sir J. Fraser Soddart und Bernard L. Feringa jenen für Chemie.
Am Überraschendsten – oder sagen wir Peinlichsten – ist aber wohl die Vergabe des Friedensnobelpreises an den Kolumbianischen Kriegsminister Juan Manuel Santos. Natürlich dreht es sich bei den bisherigen Nobelpreisvergaben um männliche Themen wie Finanzkrise, Populismusgefahr, Management und Bonivergaben, oder Vertragstheorie. Dass aber in diesem Themen die Frauen keine Meinung hätten, ist sicher falsch. Zumindest in der Frage der “Ungleichheitsdebatte” hätten doch die Frauen sich äussern sollen.
Vom “faulen Frieden von Bogotá” ist die Rede – und doch hat Kolumbiens Präsident den Friedensnobelpreis dafür zugesprochen erhalten. Das Land indessen bleibt zerrissen, wie es bisher schon war. Kann einer, der einen Kampf zu verantworten hat – und dies mit allen Opfern – auch ein Friedensbotschafter sein? Die Antwort ist ein klares Nein.
Man erinnere sich:
- Seit 1946 kämpfen die Farc-Rebellen, die “Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens”, gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung des Landes.
- Mehr als 260’000 Menschen wurden dabei getötet und mehr als sechs Millionen wurden vertrieben. Neben anderen linken Guerillagruppen und der Armee waren auch rechte Paramilitärs und die Drogenkartelle in den Konflikt verwickelt.
- Mehr als ein halbes Jahrhundert herrschte ein bürgerkriegsähnlicher Zustand in Kolumbien. Mit einem historischen Friedensabkommen zwischen Regierung und Guerilla sollte das nun beendet werden. Das Problem ist aber, dass die Volksabstimmung eine Ablehung des Friedensvertrags mit den Farc-Rebellen ergab. Die Nein-Kampagne war zu gross und die Wahlbeteiligung viel zu gering.
Die Verleihung des Literaturnobelpreises wird laut Jury am 13. Oktober bekanntgegeben. Wer im Spiel dafür ist, ist weitgehend unbekannt. Nur selten aber geht selbst dieser Preis an eine Frau. Man darf also mit Spannung auf das Resultat warten – und frau darf wiederum nicht erstaunt sein, wenn es ein Literaturnobelpreisträger wird..
Bild: Marie Curie hat übrigens zwei Mal einen Nobelpreis erhalten, in Physik und Chemie