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In der Abhöraffäre um das britische Skandalblatt "News of the World" ist der frühere Nachrichtenchef der Boulevardzeitung, Ian Edmondson, zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte die Telefone von zahlreichen Prominenten und Politikern anzapfen lassen.
Dies sei ein "erheblicher Eingriff in die Privatsphäre" der Betroffenen gewesen, sagte Richter John Saunders am Freitag bei der Urteilsverkündung.
Edmondson hatte sich im vergangenen Monat schuldig bekannt, zwischen Oktober 2000 und August 2006 an den illegalen Abhörpraktiken beteiligt gewesen zu sein. Nach Bekanntwerden der Affäre wurde der 45-Jährige depressiv und kämpfte mit Alkoholproblemen.
Der Abhörskandal schlug in Grossbritannien so hohe Wellen, dass der Medienmogul Rupert Murdoch gezwungen wurde, die "News of the World" im Sommer 2011 einzustellen. Ex-Chefredakteur Andy Coulson wurde im Juli 2014 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.
Politisch brisant
Zuvor hatte Coulson seinen Posten als Kommunikationschef des britischen Premierministers David Camerons räumen müssen, den er nach seinem Ausscheiden als Chefredaktor übernommen hatte. Die Nähe zur Regierung gab der Affäre eine besondere politische Brisanz und brachte auch Cameron scharfe Kritik ein.
Unter den Abhöropfern der Boulevardzeitung waren neben Politikern auch Mitglieder des Hofs und andere Prominente. Für Empörung sorgte vor allem, dass auch Angehörige getöteter Soldaten und Verbrechensopfer abgehört wurden. Unter letzteren war auch eine vermisste britische Schülerin, die im Jahr 2002 schliesslich ermordet aufgefunden wurde.
SDA-ATS