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Fünf Sportarten sind während den Sommermonaten Juni, Juli und August für die schwersten Sportunfälle* verantwortlich. In über 70 Prozent der Fälle sind Männer davon betroffen. Neben dem grossen Leid für die betroffenen Menschen, kosten die Unfälle jährlich 47 Mio. Franken.
Von den jährlich 1390 Unfällen beim Reiten im Sommer liegt der Anteil an schweren Unfällen bei 4,1 Prozent. Einer davon endet tödlich.
Durchschnittliche Kosten pro Unfall: 6200 CHF.
Jährlich laufende Kosten: rund 11 Mio. CHF.
Alter und Geschlecht: Jeweils 26 Prozent der im Sommer beim Reiten verunfallten Menschen sind zwischen 12 und 24 Jahren und zwischen 25 und 34 Jahren alt. 20 Prozent der Verunfallten sind zwischen 35 und 44 Jahren und 22 Prozent zwischen 45 und 54 Jahren alt. 88 Prozent der im Sommer beim Reiten Verunfallten sind Frauen.
Art der Verletzungen: Mit über 13 Prozent kommt es bei den Reitunfällen im Sommer am häufigsten zu oberflächlichen Verletzungen und Prellungen von Rumpf, Rücken und Gesäss. Am zweithäufigsten kommt es mit 8 Prozent zu Schädel-Hirn-Traumata.
Unfallhergang: In Dreiviertel der Unfälle stürzt die versicherte Person vom Pferd und verletzt sich. In weiteren 12 Prozent der Reitunfälle trifft das Pferd beim Ausschlagen oder mit einem Tritt auf den Fuss die versicherte Person.
Von den durchschnittlich 320 Unfällen beim Schwingen und Ringen im Sommer liegt der Anteil an schweren Unfällen bei 5,5 Prozent.
Durchschnittliche Kosten pro Unfall: 5000 CHF.
Jährlich laufende Kosten: 2 Mio. CHF.
Alter und Geschlecht: Fast alle im Sommer beim Schwingen Verunfallten sind zwischen 15 und 34 Jahren alt. 94 Prozent der im Sommer beim Schwingen Verunfallten sind Männer.
Art der Verletzung: Fast ein Viertel aller Verletzungen beim Schwingen sind Verrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen sowie Muskel-, Sehnen- und Meniskus-Verletzungen am Knie.
Unfallhergang: Mehr als die Hälfte der Unfälle im Schwingen haben den Hergang «ausgleiten, abgleiten, abrutschen». Das sind Unfälle, bei welchen sich die versicherte Person in Folge eines Sturzes verletzt, einen Misstritt macht oder durch Bewegung das Knie verdreht.
Ein Viertel der Unfälle haben den Hergang «getroffen werden». Bei diesen Unfällen wird der Versicherte meistens vom Gegner getroffen (Schlag, oder Gegner fällt bei Sturz auf die versicherte Person).
Von den jährlich 430 Unfällen beim Radrennsport im Sommer liegt der Anteil an schweren Unfällen bei 5,7 Prozent. Davon führen zwei zu Invalidenrenten.
Durchschnittliche Kosten pro Unfall: 12 300 CHF.
Jährlich laufende Kosten: 7 Mio. CHF.
Alter und Geschlecht: 26 Prozent der im Sommer beim Radrennsport Verunfallten sind zwischen 15 und 24 Jahren alt, 25 Prozent zwischen 25 und 36 Jahren und 21 Prozent zwischen 35 und 44 Jahren. Radrennsport scheint von allen Altersklassen bis 54 ähnlich oft ausgeübt zu werden. 81 Prozent der Verunfallten sind Männer.
Tätigkeit: Die Unfälle im Sommer beim Radrennsport geschehen am häufigsten beim Downhillen (44%). Am zweit häufigsten geschehen sie mit 33% beim Radrennsport nicht näher bezeichnet. Dabei handelt es sich meist um irgendwelche Velorennen. 17% der Unfälle im Sommer beim Radrennsport geschehen beim Mountain-Biken (Wettkampf).
Art der Verletzung: Am allermeisten von Verletzungen betroffen sind die Schultern und die Oberarme. Dabei handelt es sich am häufigsten um Frakturen, gefolgt von oberflächlichen Verletzungen und Prellungen. Fast 10 Prozent der Unfälle haben Schädel-Hirn Tramata zur Folge.
Unfallhergang: Zu Unfällen führen Kollisionen mit anderen Fahrrädern, Sprünge beim Downhill- oder Mountainbiken oder Stürze aufgrund von Wurzeln und Steinen.
Von den jährlich 550 Unfällen im Rennsport mit Motorfahrzeugen im Sommer liegt der Anteil an schweren Unfällen bei 7,5 Prozent. Zwei davon enden tödlich.
Durchschnittliche Kosten pro Unfall: 12 000 CHF.
Jährlich laufende Kosten: 12 Mio. CHF.
Alter und Geschlecht: 32 Prozent der im Sommer beim Rennsport mit Motorfahrzeugen Verunfallten sind zwischen 15 und 24 Jahren alt und 31 Prozent zwischen 25 und 34 Jahren. 85 Prozent der Verunfallten sind Männer.
Tätigkeit: Die Unfälle im Sommer beim Rennsport mit Motorfahrzeugen geschehen am häufigsten beim Go-Kart (31 Prozent) und beim Motocross (29 Prozent). 17 Prozent der Rennsportunfälle mit Motorfahrzeugen geschehen beim Motorradrennsport (exkl. Supermotard) und 13 Prozent beim Quadfahren.
Art der Verletzung: Mehr als ein Fünftel aller Unfälle beim Rennsport mit Motorfahrzeugen haben oberflächliche Verletzungen und Prellungen von Rumpf, Rücken und Gesäss zur Folge.
Am zweithäufigsten kommt es zu Verrenkungen und Verstauchungen der Wirbelsäule und am dritthäufigsten zu Frakturen von Rumpf, Rücken und Gesäss.
Unfallhergang: Bei den Motorradunfällen handelt es sich hauptsächlich um Stürze und Selbstunfälle mit dem Motorrad. Bei den Go-Kart-Unfällen handelt es sich häufig um Kollisionen mit anderen Go-Karts oder mit Abschrankungen.
Beim Quadfahren handelt es sich bei den Unfällen ebenfalls hauptsächlich um Stürze.
Von den durchschnittlich 250 Gleitschirmunfällen im Sommer liegt der Anteil an schweren Unfällen bei 17,4 Prozent. Drei davon enden tödlich.
Durchschnittliche Kosten pro Unfall: 46 300 CHF.
Jährlich laufende Kosten: 15 Mio. CHF.
Alter und Geschlecht: Fast die Hälfte der beim Gleitschirmfliegen im Sommer verunfallten Menschen sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. 82 Prozent der Verunfallten sind Männer.
Art der Verletzung: Bei Gleitschirmunfällen kommt es mit 33 Prozent am häufigsten zu Verletzungen von Unterschenkel, Knöchel und Fuss. Ebenfalls häufig, nämlich mit 14 Prozent, ist die Wirbelsäule von Verletzungen betroffen.
Unfallhergang: In mehr als der Hälfte der Gleitschirmunfälle führen Abstürze und Probleme während der Landung oder im Landeanflug zum Unfall.
Bei speziell gefährlichen Sportarten setzt man sich besonders grossen Risiken und Gefahren aus. Solche Handlungen gelten als Wagnisse . Bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, werden die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert. Es wird zwischen absoluten und relativen Wagnissen unterschieden.
Quelle: SSUV, Freizeitunfälle der Arbeitnehmenden der Schweiz (Ø 2015-2019, nur Sommermonate). Die Kennzahlen beziehen sich auf einen Jahresdurchschnittswert.
* Schwere Unfälle sind Unfälle mit 90 oder mehr entschädigten Tagen, Renten- oder Todesfälle.