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Mumpé Medel
Das Wort ‚Mumpé‘ wird vom lateinischen Wort ‚mons‘, was ‚Hügel‘ bedeutet, das Wort ‚Medel‘ kommt ebenfalls vom Lateinischen ‚metallum‘ und bedeutet Metall: In Val Medel (das Metall-Tal) wurde früher Eisen abgebaut, daher dieser Name. Mumpé Medel trennt wie Mumpé Tujetsch Disentis von den beiden Seitentälern Medel und Tujetsch. Übrigens: 1986 wird der Name ‚Mompé‘ offiziell in ‚Mumpé‘ gewandelt.
Mumpé Medel liegt wie Cavardiras, Pardomat und Caprau auf der anderen Seite des Vorderrheins, also rechtsrheinig, und wie der Name bereits sagt, auf einem Hügel. Früher war der Zugang zum Walserdorf über die „Römerstrasse“ von Cuflons her möglich. Das Dorf ist ziemlich langgezogen. Auch hier sind die meisten Leute in der Landwirtschaft tätig. Man sieht es an den vielen Ställen und Bauernhäusern. Früher gab es aber noch ein anderes Gewerbe, nämlich die Specksteinbearbeitung. Unterhalb Mumpé Medel gibt es diesen speziellen Stein, um daraus Öfen, aber auch Geschirr herzustellen. Seit einigen Jahren baut die Firma Tarcisi Maissen aus Trun den Stein wieder ab. In den 90er Jahren wurden im Gebiet Tiefenbohrungen vorgenommen: in der Gegend gibt es nämlich einige Goldadern und wohl einige kennen Disentis und Mumpé Medel nur wegen dem glänzenden, wertvollen Metall.
Die Kapelle ist dem Heiligen Valentin und der Hl. Brigitte geweiht.
Die alte, „fürstliche“ Strasse führte bis ins 19. Jahrhundert von S. Gions nach Gonda, dort neben Gasthaus, die letzte Gelegenheit für Wanderer, Säumer und Fuhren sich zu stärken, und Schmiede kurz dem Aclettabach entlang hinauf. Dann bog sie links von Fontauna sut ab und teilte sich kurz darauf bei der Gabelung mit dem Tavetscher Weg zur Lukmanier Landstrasse. Diese führte weiter nach Sontga Gada, stieg ins Tal hinab [zum Rhein] und zur berühmten Cuflonser-Brücke. Dort führte der Weg auf der anderen Seite hinauf nach Mumpé Medel, gegen Vergera und weiter ins benachbarte Medelsertal.
Die kleine Cuflonser-Brücke, mit klösterlichem Zoll, war seit vielen Jahren eine Holzkonstruktion. Im Jahre 1692 liess Abt Adalbert de Medell eine elegante Steinbrücke mit römischen Bogen erbauen. Gemeinde und Kloster leisteten Fronarbeit. Das Kloster übernahm den Unterhalt und erhielt dafür ein Stück Waldfläche auf der Mumpé Medelser Seite. (K. HAGER, Führer für Disentis, p. 6-8 I. MÜLLER, Klostergeschichte 170. Abtei II, 335. BM 1965, 136 e 139.)
Die Brücke über den Tavetscher Rhein hielt bis zum Hochwasser von 1834. Dann baute man einen Steg, welchen man alle sieben Jahre wieder erneuern musste. Mit der Eröffnung der neuen Lukmanierstrasse hat die berühmte „Punt da Sontga Gada“ (St. Agatha Brücke) ihren früheren Einfluss verloren. Nichtsdestotrotz erbaute das Kloster eine neue Brücke, diesmal eine Ausführung mit Stahlträgern, welche 1915/16 dem Verkehr übergeben wurde. (Gemäss Pater Statalter Placidus Müller kostete diese 3271.05 Franken).
Die neue Transversale der Lukmanierorute über Salaplauna, Fontanivas, Medelserschlucht hatte Folgen für Mumpé Medel. Schnell verlangten die Bewohner einen Anschluss zur neuen Strasse. Die neue moderne Strasse wurde 1971 endgültig dem Verkehr übergeben. 2012 wurde der Tunnel restauriert und auf den nötichen, technischen Sicherheitstsand gebracht.
Seit einigen Jahren sorgt der Dorfverein „Uniun da scursalar e spassegiar“, dass Wanderwege auch im Winter offen sind. Die Haupttätigkeit ist aber der Betrieb einer Schlittelbahn. Jedes Jahr finden jeweils am letzten Wochenende im Januar traditionelle Hornschlittenrennen statt.
1990 zerstörte der Orkan Vivian den Wald oberhalb des Dorfes. Dabei wurde auch die Wasserversorgung grösstenteils zerstört. Heute bezieht Mumpé Medel das Trinkwasser von den Maiensässen in Fontauna und Plaun Bulettas. Für Wanderer und Spaziergänger lädt das Restaurant „Pass Roman“ zum Verweilen ein.
Römisch-katholische Kapelle St. Valentin
Urkundlich wird die Kapelle in Mumpé Medel 1650 im Gemeindearchiv erwähnt: „Die Stegen, wo man gen S. Valentin geht“. Gemeint ist die alte Lukmanierstrasse von Cuflons kommend, hinauf vom Vorderrhein zum Weiler Mumpé Medel. Auch beim Eingang zur Kirche steht das Baujahr 1647. Allerdings weist der kleine gothische Seitenaltar das Entstehungsjahr 1515 auf. Zu sehen sind die Mutter Gottes (Mitte), St. Placidus als Ritter und daneben wohl der Heilige Sigisbert als Mönch (rechte Seite), ein Mönch und St. Anton Abt (linke Seite). Die Rückseite zeigt eine Darstellung der Beweinung. Der rechte Flügel zeigt die Hl. Katharina und den Hl. Sebastian, auf dem linken Flügel St. Martin und St. Margaretha. Die bemalten Aussenseiten stellen links die Geburt Christi und rechts die Anbetung durch die Drei Könige dar.
Aus dem Jahre 1670 stammte das Bild des Hl. Valentin und der Hl. Brigitta, zu sehen als Hauptbild im Hochaltar. Die grosse Glocke wurde 1790, die kleine 1807 gegossen. Die Kirchenfenster stammten aus der Pfarrkirche S. Gions, als diese 1976 restauriert wurde. 1980 erfolgte eine Gesamtrestauration. Die Kapelle ist tagsüber geöffnet.
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