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Entstehung der Bengalkatze:
Der Ursprung der Bengalkatze liegt in den USA. Die Gründerin der Rasse, Jean Sudgen, hatte eine Asiatische Leopardenkatze (Prionailurus bengalensis) mit einer schwarzen Hauskatze verpaart. Dies geschah im Jahr 1963 und war nicht auf Anhieb von Erfolg gekrönt und so kam das Projekt zunächst zum Stillstand. 1975 bekam Jean Sudgen (nach Heirat später Jean Mill) mehrere weibliche F1 Katzen (erste Generation nach der Ursprungsverpaarung mit der Wildkatze) aus einem Zuchtprogramm. Es wurde durch sie ein weiteres Zuchtprogramm durchgeführt, um zu erforschen, warum bei der Wildkatze ALC kein Felines Leukämie Virus (FelV) auftritt und ob sich diese Immunität, durch die Kreuzung der ALC mit Hauskatzen, auch bei deren Nachkommen positiv auswirken könnte. Daher begann Jean Mill erneut mit ihren Versuchen ALCs mit Hauskatzen zu verpaaren. Es sei hier gesagt, dass ALCs von der Körpergröße und auch bei der Tragezeit ihrer Kitten mit den Hauskatzen gleichauf sind. Anders, als dies bspw. bei Serval und Karakal der Fall ist. Die Wildkatzen sind hier deutlich größer, als Hauskatzen.
1983 wurde die Rasse der Bengalkatze durch die TICA (The International Cat Association) anerkannt. Bereits in 1983 ging Jean Mill mit ihren Katzen auf eine Katzenausstellung, um die Rasse dort zu vorzustellen. Die Rasse der „Bengalkatze“ war damit geboren. Am Anfang der Zucht der Bengalkatze, lagen die Preise noch sehr viel höher als heute, weil es nur sehr wenige Züchter der Rasse gab. Die früheren Generationen der Bengalkatze nennt man F1-F4 (Foundation Linien). Eine F1 (ca. 50% Wildanteil), ist die Verpaarung der Asiatischen Leopardenkatze mit einer Hauskatze. Da männliche Tiere der ersten Generation stets steril sind und somit keine Nachkommen zeugen können, wird eine weibliche F1 Kätzin mit einem Hauskatzenkater verpaart. Heute sind dies keine Hauskatzen mehr, sondern Bengalkater früherer Generationen. Aus der F1- Verpaarung folgt die Generation F2 (ca. 25% Wildanteil). Danach kommen die F3 (ca. 12.5% Wildanteil) und die F4 (ca. 6.25% Wildanteil) Generationen. Ab der Generation F4, spricht man von einer domestizierten Hauskatze (Bengalkatze). Heute braucht es keine Asiatische Leopardenkatze mehr, um den Genpool der Rasse der Bengal zu erweitern. Es gibt zwar durchaus noch Züchter, die mit der Asiatischen Leopardenkatze züchten, nur sollte man bedenken, dass das Artenschutzgesetz für die Züchter strenge Auflagen nach sich zieht und ALCs in der Zucht, zwischenzeitlich, nicht mehr nötig sind. Es gibt andere Möglichkeiten neue Linien zu schaffen, durch sogenannte Outcross Verpaarungen (Bengalkatze – Hauskatze). Die heutigen Bengalkatzen für Liebhaber haben fast keinen Wildanteil mehr, oder der Wildanteil ist ab einer gewissen Generation nicht einmal mehr nachweisbar. In der Schweiz ist die Haltung der ersten Generationen sehr streng geregelt. Man braucht dafür eine Genehmigung des Wildtierschutzes. Daher ist die Haltung der ersten Generationen abzulehnen, da diese auch Kantonal geregelt sind teilweise.
Auf den drei Bildern sehen sie die Asiatische Leopardenkatze.
Aussehen:
Der Körper der Bengalkatze ist eher etwas länglicher als bei einer normalen Hauskatze. Kater können bis zu 7 Kilo wiegen und Mädchen bis zu 5 Kilo. Es gibt aber stets Ausnahmen in beide Richtungen, dies ist auch Linienbedingt. Die Bengalkatze ist oft auch etwas grösser, als eine normale Hauskatze. Der Körperbau der Bengalkatze ist sehr muskulös, athletisch, bei Katern sieht man das noch deutlicher, als bei den Kätzinnen. Im Verhältnis zum Körper, ist der Kopf der Bengalkatze eher klein. Er wird von hohen Wangenknochen und mandelförmigen Augen dominiert. Die Ohren sind klein und oben abgerundet, besitzen aber eine breite Basis.
Farben:
Auffällig ist bei der Bengalkatze die wilde und lebendige Zeichnung. Mit horizontal angeordneten Flecken, Rosetten und einem helleren Bauch der ebenfalls getupft ist. Oft sind die Beine gestreift, aber diese sollten möglichst auch viele Tupfen aufweisen. Bei den braunen Bengalkatzen sieht man oft einen goldenen Glitter, nur ist dieser Glitter bei einigen Züchter nicht erwünscht, da ihr Zuchtziel der Wildtyp ist. Aber auch bei der Wildkatze kann es vorkommen, dass ein Kitten Glitter aufweist. Glitter entsteht dort, wo ein Hohlraum im Haarschaft vorhanden ist und Licht darin reflektiert.
Bei den Zeichnungen sind Marbled und Spotted anerkannt.
Marbled: ist eine gestromte, marmorierte Zeichnung der Bengalkatze, erinnert aber auch an andere Rassen oder Hauskatzen, die ebenfalls eine gestromte Zeichnung aufweisen.
Spotted: Diese Fellzeichnung ist ausdrücklich gewünscht. Die Spotted Bengalen ähneln der Leopardenkatze mit ihren grossen Tupfen. Weiter werden zweifarbige Tupfen (Rosetten) von den einfarbigen Tupfen unterschieden.
Cashmere: Die Cashmere Bengalen sind die Langhaar Varianten. Bei den Cashmere gibt es auch unterschiedliche Fabrvarianten.
Anerkannte Farben bei der Fifé: Braun, Seal Lynx, Seal Mink, Seal Sepia und Silber. Die anderen Farbvarianten sind bei der Fifé nicht anerkannt. Cashmere ist nicht anerkannt bei der Fifé.
Anerkannte Farben bei der TICA: Bei der TICA sind alle Farbvarianten anerkannt. Seal Sepia, Blau, usw. Cashmere ist bei der TICA anerkannt.
Charakter und Haltung:
Bengalen sind bei der Fifé erst ab der vierten Generation zur Zucht erlaubt. Auch an Ausstellungen darf man erst ab der vierten Generation teilnehmen. Warum erst ab der vierten Generation? Weil die Bengalkatzen der ersten Generationen als Hybriden gelten und in ihrem Verhalten und Temperament, dem Wildtyp noch sehr ähnlich sind. Nach dem Rassestandard sollen Bengalkatzen vertrauensvoll, neugierig, aufmerksam und freundlich sein. Bengalen gelten als clever und gelehrig, sie sind zu dem sehr neugierig und lieben es mit Wasser zu spielen. Bengalen sind deutlich aktiver als andere Rassen und Hauskatzen und sollten daher nicht alleine gehalten werden. Ein, oder mehrere Artgenosse/n, mit ähnlichem Charakter und gleichen Geschlechts als Spielkamerad/en, sind für die sehr sozialen Bengalen wichtig. Des weiteren ist man aber auch als Katzenbesitzer gefordert, für die Katzen die Wohnung/das Haus artgerecht einzurichten. Mit Catwalks, Catwheel, stabilen Kratzmöbeln (je höher, umso besser), Spielzeug und entsprechenden Kuschelplätzen und Rückzugsorten. Die Katzen müssen zudem auch durch die Besitzer ausreichend mit Spieleinheiten, Clickertraining, Spazieren gehen, täglicher Interaktion, Ansprache, etc., ausgelastet werden. Am besten ist ein katzenausbruchsicherer Garten, eine gesicherte Terrasse, oder ein Balkon geeignet (mit Katzennetz, oder Volierendraht), damit sie sich auch mal die Sonne auf den Pelz scheinen lassen können und den Wind um die Nase wehen. Gesicherter Freigang an der Leine ist evtl. ebenfalls eine Option.
Ich als Bengalzüchter distanziere mich von der Savannah- Zucht. Die Savannahzucht hat mit der Bengalzucht nichts zu tun und ist eine eigenständige Rasse.
Sie können den Fifé- Standard durchlesen, dieser wurde als PDF auf der Website hochgeladen.
BEN Standard Fifé