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Leuchtende Steine als Wegweiser in einsamen Gebieten
Fluoreszierende Steine sollen in einsamen ländlichen Gebieten Chinas den Kindern den Weg nach Hause weisen. Dies ist die Idee von vier Architekturstudenten, die dafür mit einem Velux-Award geehrt worden sind.
Weil Hänsel und Gretels Eltern so arm sind, dass sie ihre Kinder nicht ernähren können, wollen sie die beiden im Wald aussetzen. Allerdings erfährt Hänsel rechtzeitig von diesen Plänen: Als der Vater die Geschwister ins Dickicht führt, hat Hänsel weisse Steine dabei, mit denen er eine Spur legt, die ihnen den Heimweg weist.
Um eine ähnliche Idee wie im Märchen der Gebrüder Grimm geht es im Projekt «Road to Light» der Architekturstudenten Yuhan Luo, Di Lan, Yuan Liu und Yusong Liu der Universität von Tianjin. «In den gebirgigen, ländlichen Regionen Chinas mangelt es oft an Strasseninfrastrukturen», so die Studenten über das Projekt. «Deshalb kann der Schulweg für Kinder sehr gefährlich sein, vor allem wenn sie bei Dunkelheit unterwegs nach Hause sind.» Sie schlagen vor, Pfade, Wege und Strassen jeweils mit einer kleinen Mengen günstiger Fluorite zu versehen: Tagsüber laden sich diese mit Licht auf, das sie nach Einbruch der Dunkelheit während mehrerer Stunden wieder abgeben und so den Weg weisen können. Das Material ist China relativ günstig zu haben: Beinahe alle Provinzen verfügen über Fluorit-Minen.
Für ihre poetische Idee haben die vier den Internationalen «Velux Award 2018» für Architekturstudenten erhalten. Sie sei so simpel wie realisierbar, begründete die Jury die Wahl. Ausserdem sei das Projekt gut recherchiert und biete eine praktische Lösung für ein reales Problem. (mai)