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«Gewisse Titulierungen wie ‹Überläufer› und ‹Bettler› werden mich wohl immer verfolgen, obwohl ich mich seit damals so stark verändert habe», sagt Choi Kwang-hyouk im Interview mit dem «Guardian», «Aber ich würde lieber als jemanden in Erinnerung bleiben, der schmerzhafte Zeiten durchgemacht hat und nun voller Leidenschaft für diesen Sport die Republik Korea vertritt.» Es sind Aussagen wie diese, die zeigen, wie sehr sein altes Leben ihn immer noch verfolgt. Dabei ist es schon Jahre her, seit der Sportler aus Nordkorea flüchten konnte: Er wurde nach Südkorea geschmuggelt, wo er heute Eishockey spielt.
Sorgen um Zufallsbegegnungen
Para-Eishockey ist eine modifizierte Variante des Spiels, die an den Paralympics gespielt wird. Zwar wird Choi nicht gegen seine früheren Landsleute spielen, aber er macht sich dennoch Sorgen über potenzielle Zufallsbegegnungen: «Ich denke nicht, dass sie glücklich wären, mich zu sehen. Sie werden denken, ich sei ein Verräter.» Nordkorea reist mit der bisher grössten Olympia-Delegation an die Spiele: ein Zeichen des Tauwetters zwischen Seoul und Pyöngjang. Und auch eines allgemeinen Wandels in Nordkorea? Traditionell ist das autoritär geführte Land ein hartes Pflaster für physisch versehrte Menschen.
Unfall und Aussenseitertum
Das musste Choi an seinem eigenen Leib erfahren. Als Kind verletzte er seinen Fuss in einem Zugsunfall. Obwohl dieser wahrscheinlich hätte gerettet werden können, entschieden sich die nordkoreanischen Ärzte zur Amputation unterhalb des Knies. In einem moderneren Land kaum denkbar. Nach der Operation wurde Choi zum Aussenseiter, denn mit einem Amputierten will niemand mehr etwas zu tun haben. Sein Martyrium endete, als sein Vater einen Broker dafür bezahlte, ihn aus dem Land zu schmuggeln. Para-Eishockey spielt Choi seit 2015.
Das Wichtigste in Kürze
- Choi Kwang-youk flüchtete aus Nordkorea und spielt nun für Südkorea Eishockey an den Paralympics.
- Er denkt nicht, dass seine ehemaligen Landsleute ihm seine Flucht verziehen haben.