Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03304.jsonl.gz/2897

Der Ursprung der Bettwanze.
Bettwanzen gehören zu der Insektenfamilie der Plattwanzen. Sie sind fast ausschliesslich auf Menschen fixiert. Stehen diese nicht mehr zur Verfügung, saugen Bettwanzen auch Blut von Haustieren, Geflügel, Singvögeln und Fledermäusen. Die gemeine Bettwanze (Cimex lectularius) ist eine weltweit verbreitete Art und findet sich vor allem in den nördlichen, gemässigten Klimazonen von Nordamerika, Europa und Zentralasien wieder. In den tropischen Regionen von Südamerika, Asien und Afrika wird die Bettwanze an vielen Orten durch die tropische Bettwanze Cimex hemipterus abgelöst, die etwas höhere Temperatur- und Feuchtigkeitsansprüche hat.
Die Globalisierung und die damit verbundene Reisetätigkeit haben die Ausbreitung der Bettwanzen verstärkt. Meistens reist sie als blinder Passagier im Gepäck mit oder mit gebrauchten Möbeln, Teppichen und Matratzen, mit Bildern oder anderen Gegenständen mit.
Biologie und Verhalten.
Bettwanzen sind nachts aktiv und befinden sich tagsüber in ihrem Versteck.
Bettwanzen bevorzugen ein Versteck in der Nähe ihrer Futterquelle, d. h. bei den Menschen. Der bevorzugte Lebensraum von Bettwanzen ist das Schlafzimmer, insbesondere das Bett und dessen Umgebung:
- Der Kopfteil des Bettes
- Das Gestell des Betts
- Die Matratze(n), besonders in den Nähten und Etiketten
- Nachttische und Sockelleisten, die sich in Bettnähe befinden
- Steckdosen und Bilder, die sich in in Bettnähe befinden
Je weiter man sich vom Bett entfernt, desto seltener trifft man die Insekten an. Sie können aber dennoch in anderen Zimmern oder an folgenden Orten zu finden sein:
- Fussleisten
- Tür- und Fensterrahmen
- Lampeninstallationen
- Wandbehängen und Vorhängen
- Tischen, Stühlen und Sofas
- Telefon- und Stromanschlüssen
Vorzugsweise halten sie sich tagsüber gern an dunklen Plätzen auf, um nachts gezielt Menschen zu suchen.
Ein Bettwanzenbefall verschwindet nicht von selbst, im Gegenteil, es besteht die Gefahr einer Ausbreitung auf weitere Räume und Etagen, insbesondere bei unsachgemässem Versuch, die Bettwanzen alleine zu beseitigen. Eine Bekämpfung von Bettwanzen gehört in die Hände eines ausgebildeten Schädlingsbekämpfers. Für eine effektive Bekämpfung müssen alle Verstecke der Wanzen gefunden werden.
Nahrung.
Bettwanzen gehören zu den blutsaugenden Insekten, sie ernähren sich ausschliesslich von Blut. Sie werden von der Körperwärme und dem Kohlendioxid angezogen, das Menschen beim Atmen abgeben. Auch der körpereigene Geruch lockt Bettwanzen an. Die Nahrungsaufnahme kann jederzeit erfolgen, geschieht jedoch bevorzugt nach Einbruch der Dunkelheit.
Ihr bevorzugter Wirt ist der Mensch, doch in dessen Abwesenheit ernähren sie sich auch vom Blut anderer Warmblüter. Nach der Nahrungsaufnahme verlassen sie den Wirt und kehren in ihre Verstecke in Spalten und Ritzen zurück, um zu verdauen.
Im Schnitt saugen die Bettwanzen etwa alle 3 bis 7 Tage Blut. Larven müssen zu ihrer Entwicklung vor jeder Häutung Blut saugen. Der Saugvorgang dauert 3-20 Minuten, wobei häufig auf der Suche nach einer Blutkapillare mehrfach zugestochen wird.
Der Stich selbst wird meist nicht bemerkt. Hautreaktionen, welche erst durch den Speichel der Bettwanze hervorgerufen werden, setzen erst ein, wenn die Bettwanze den Wirt verlassen hat, können aber über mehrere Tage andauern. Die Linsen -bis Rappengrossen Quaddeln treten in erster Linie nicht in einer Reihe auf.
Aussehen.
Die erwachsenen Bettwanzen sind zwischen 5 und 10 mm lang und haben eine dunkelbraune Färbung, die sich nach der Nahrungsaufnahme in ein schwaches Rot verwandelt.
- Jüngere Tiere, Nymphen genannt, messen gerade einmal 1-5 mm und sind anfangs transparant oder durchscheinend. Die Nymphen häuten sich fünf Mal und müssen für die Entwicklung zum nächsten Stadium Blut aufnehmen.
- Die Eier sind weiss und gerundet, 1 mm lang und 0,5 mm breit. Sie sind etwa wie weisse Körner die nebeneinander liegen. Die Entwicklungszeit dauert 6-20 Tage, je nach Temperatur und Feuchtigkeit.
Entwicklung.
Die Weibchen legen ihre Eier in Ritzen und Spalten in der Nähe des Wirtes. Die Eier werden mit einem wässrigen Sekret an der Unterlage festgeklebt. Bei wöchentlich zwei Blutmahlzeiten kann die Anzahl Eier pro Weibchen bis zu 350 ansteigen. Die Eizahl der Bettwanze hängt von der Menge des vor der Eiablage aufgenommenen Blutes ab. Die Lebensdauer adulter Bettwanzen ist ebenfalls temperaturabhängig und beträgt 9 – 18 Monate
Schäden durch Bettwanzen.
Die Wanzenstichreaktion zeigt eine deutliche Abhängigkeit vom Sensibilisierungsgrad des gestochenen Menschen. Bei empfindlichen oder allergischen Personen kann der Wanzenbefall zu grossflächigen Hautentzündungen, zu Störungen des Allgemeinbefindens, wie Anaphylaxie oder Asthma führen. Der Juckreiz ist intensiv, Kratzeffekte sind deshalb oft zu beobachten.
Bei der Übertragung von Krankheitserregern spielt die Bettwanze nach derzeitigem Kenntnisstand wahrscheinlich nur eine untergeordnete Rolle.
Bei starkem Befall erfolgt ausserdem eine Belästigung durch den widerlichen, süsslichen Geruch der Wanzen im Raum, der aus den Stinkdrüsen abgegeben wird, die sich bei den Adulten ventral im Brustbereich und bei den Larven dorsal am Hinterleib befinden. Darüber hinaus hinterlassen sie auf Bettwäsche, Laufwegen und vor ihren Verstecken Kotbestandteile in Form von dunklen Flecken.