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haben, fertige Speisen warm stellen zu können, und endlich muss sie ganz nach Belieben einen guten Brat
ofen stark und weniger stark feuern können, so dass
sie jeden Braten und jedes Backwerk unabhängig von der Heizung der Zimmer zubereiten kann. Ein Spülwassergefäss musste ebenfalls vorhanden sein. 3) Muss die Einrichtung so getroffen sein, dass dieser Kochherd auch bei wärmerer Jahreszeit, wo gar nicht geheizt wird, ohne Umstände fortbenutzt werden kann. Dies ist erreicht durch Einlegen eines Sommerrostes, der in einer halben Minute eingelegt und auch beseitigt sein kann. 4) Muss der Herd vollständig gefahrlos sein und keine Beaufsichtigung beanspruchen. Wie erwähnt, ist die Bildung von gespannten Wasserdämpfen unmöglich, weil das ganze System ein offenes ist. – Die Zeichnungen auf Taf XV stellen den Apparat im Grundriss und drei verschiedenen Verticalschnitten dar. Danach hat derselbe folgende Einrichtung: Durch die Rohre a, a oder auch durch ein gewundenes Schlangenrohr oder einen Doppelcylinder wird ein Schacht gebildet, welcher das Feuerungsmaterial, Coks oder ähnliche, luftdurchlässige Brennstoffe in möglichst nicht unter 0“,5 hoher Brennschicht aufnimmt. In diesen Rohren befindet sich das zu erwärmende Wasser; ebenso ist Wasser in dem, über den Rohren befindlichen, ringförmigen Gussstück b und in den beiden Rohrstutzen c, c”, von welchen c den unteren Wasserzufluss, also den Rücklauf aus den einzelnen Zimmeröfen und c? den Wasserabgang, also den Wasserzufluss nach den Oefen hin darstellt. In dem ringförmigen Gussstück b ist ein conisches Blechstück d dergestalt eingelegt, dass jedes der stehenden Heizrohre an seiner Mündung in zwei Hälften getheilt ist; diese Theilung in zwei Hälften ist im Rohre selbst durch einen Blechstreifen, der ziemlich bis auf den Grund reicht, fortgesetzt. Auf diese Weise ist hier, ähnlich wie in den Field'schen Röhren, die energische Wassercirculation hervorgerufen. Der erwähnte Schacht befindet sich voll hellroth glühender Coks, welche ihren Luftzufluss durch eine sehr genaue Regulirvorrichtung, durch den Drehrost p erhalten. Das glühende Brennmaterial liegt direct an der Innenseite der Wassercylinder a, heizt dadurch ausserordentlich energisch und bringt dem entsprechend die aufsteigende Bewegung des Wassers hervor und zwar in derjenigen Hälfte jedes Rohres a, welche zwischen dem Blechstreifen und den glühenden Coks sich befindet. Die andere Hälfte jedes Cylinders dient als Vorwärmer. Hinter den Rohren befindet sich eine Wand von Schamottsteinen, welche in Verbindung mit einem Blechcylinder 3 den ganzen Schacht luftdicht abschliesst und möglichst die Wärmeausstrahlung verhindert. Auf diese Weise ist also eine Wasserströmung der energischsten Art hervorgerufen; die innere Hälfte der sämmtlichen Cylinder treibt das aufsteigende, stark erwärmte Wasser nach oben in den Stutzen c” nach
den einzelnen Zimmeröfen hin, während die äussere Hälfte derselben das durch den Stutzen c! zurückkommende Wasser vorgewärmt, nachfolgen lässt.
Das Charakteristische und der Vorzug dieses Apparates, gegenüber allen ähnlichen Heizeinrichtungen, besteht darin:
1) Dass mittelst dieser sehr kleinen Heizfläche durch Contact ein bisher hierbei noch nicht erreichter Heizeffect erzielt ist. Ein solcher Apparat genügt, 8 bis 10 Zimmer, deren jedes 25" Grundfläche und etwa 3“,5 Höhe hat, auf eine Temperatur von 189 R. bei – 5° Aussentemperatur zu bringen.
2) Dass das Wärmereservoir nicht mehr durch ein grosses Wasservolumen, sondern durch eine gleichmässige, bequeme Feuerungsmethode erreicht wird. Eine Füllung Coks brennt 5 bis 6 Stunden lang, und es ist nur nöthig, alle Stunden mit dem Fusse den Hebel ö! einmal hin und her zu bewegen, damit die Asche durchfällt und den Rost frei macht. Schlackenbildung ist vollständig ausgeschlossen, weil die Coks u. s. w. nirgend zur Weissglühhitze gebracht werden.
Die Benutzung des Apparates als Kochherd ist genau dieselbe wie die der sogenannten rheinischen Kochherde, bei denen auf Kochlöchern, welche mit Einsatzringen geschlossen oder beliebig weit geöffnet werden können, gekocht wird.
Zur Vervollständigung ist noch ein gewöhnlicher
Bratofen w mit einer besonderen kleinen Feuerung v,
unabhängig von der sonstigen Einrichtung, eingeschaltet worden. Ausserdem ist auf dem Abgangszuge ein Warmwasserbecken f aufgesetzt.
Der Luftzug des Apparates wird durch ein gewöhnliches russisches Rohr bewirkt.
Die in der hohen Verbrennungsschicht in den Heizcylindern gebildeten Kohlenoxydgase streichen in eisernen Zugführungen unter den Kochringen entlang, werden bei dem Kochen der Speisen vollständig ausgenutzt und ziehen in das russische Rohr ab.
Die Füllung der Heizcylinder geschieht durch einen praktisch construirten Fülleimer a (Fig. 5) und ist in einer Minute Zeitdauer vollständig erfolgt. Zur Heizung sind bei strenger Winterzeit 75 bis 100* Gascoks in 24 Stunden erforderlich. –
Die praktischen Vortheile der vorstehend beschriebenen Heizung sind folgende:
1) Grössere Wohnungen können etagenweise Centralheizungen bekommen, ohne weder die unteren, noch die darüber liegenden Stockwerke zu berühren.
2) Die Feuerung des Apparates in der Küche belästigt nicht im Geringsten, im Gegentheil bietet die Füllfeuerung gegenüber der gewöhnlichen Herdfeuerung die grosse Bequemlichkeit, dass man eine gleichmässige Temperatur behält.
3) Auf dem Kochherde kann jedes beliebige Kochgefäss benutzt werden, und findet man durch Benutzung der verschieden gelegenen Kochstellen Gelegenheit, stark oder gelinde kochen zu lassen.
Von dem auf Taf. XVI in /60 der nat. Gr. dargestellten Krahn hat die Firma J. & V. Florio & Co. in Palermo auf der Ausstellung zu Paris ein Modell im Massstabe 1 : 10 ausgestellt. Das Original dieses Modells dient bei dem Bau des neuen grossen Theaters in der Hauptstadt Siciliens. Da bei der bedeutenden Ausdehnung dieses Bauwerkes ein vollständiges Gerüst, wenn es allen Anforderungen in Bezug auf Solidität und allgemeiner Verwendbarkeit hätte Genüge leisten sollen, allzu grosse Kosten würde verursacht haben, so erhielt der Verfasser den Auftrag, einen Krahn zu construiren, der naturgemäss die nachstehenden Bedingungen zu erfüllen hatte. Derselbe sollte auf Dampfbetrieb eingerichtet sein; mit verschiedener Geschwindigkeit, dem bis zu 8000* steigenden Gewicht der zu hebenden Materialien entsprechend, dieselbe bis auf eine Höhe von 24" über den Bauplatz fördern; eine vollständige Drehung seines Auslegers gestatten; ein derartiges Abbalanciren des letzteren und der daran hängenden Last gestatten, dass die Standfestigkeit des Krahnes bei jeder Neigung des Auslegers gesichert blieb; mit oder ohne Last um das ganze Bauwerk in Curven und sogar in Abzweigungen unter rechtem Winkel fahrbar sein; zur Bedienung nur 2 bis 4 Mann erfordern; endlich ge
statten, die bereits vollständig bearbeiteten Werkstücke damit zu versetzen, ohne dass deren künstlerische Ausstattung dabei Schaden litte.
Die allgemeine Construction dürfte aus den Zeichnungen zur Genüge hervorgehen. Es möge noch erwähnt werden, dass zur Erreichung des letzterwähnten Zweckes an dem vorderen Ende der Kette ein nach Art der Katarakte wirkender Apparat angebracht ist. Derselbe besteht aus einem mit Wasser gefüllten Cylinder, in welchem ein Kolben sich bewegt. An letzterem hängt die Last und verdrängt durch ihr Gewicht das Wasser aus dem unteren Theile des Cylinders durch einen Seitencanal nach dem Raum oberhalb des Kolbens. Ein mittelst Handkurbel stellbarer Conus verschliesst die Oeffnung des Canals und gestattet dadurch, das gehobene Werkstück ganz allmälig auf den ihm bestimmten Platz niederzulassen. Unten am Cylinder ist eine Steinklaue befestigt. «
Mit Hilfe des Krahnes ist es möglich gewesen, die ganze Hauptfaçade des Theaters in 3 Wochen fertig zu stellen, und in weniger als 5 Monat wurden damit die sämmtlichen Baustücke des grossen Gebäudes an ihren Platz gebracht.
Verdampfungsversuche mit Dampfkesseln.
(Vorgetragen in der Versammlung des Siegener Bezirksvereines vom 27. Januar 1878)
(Hierzu Tafel XVII.)
Zur Vergleichung bei den mitzutheilenden Versuchen standen ein nach meinen Angaben gebauter „Batteriekessel“ und ein Siederkessel mit Ueberhitzer.
Der erstere, welcher im November v. J. in der C. Noell'schen Fabrik zu Vogelsberg bei Lüdenscheid aufgestellt wurde, ist auf Taf XVII in Vorderansicht und zwei verschiedenen Durchschnitten dargestellt. Er besteht aus 12 Einzelkesseln von je 645“ äusserem Durchm. und 1“,800 Länge, welche des beschränkten Raumes wegen in drei Etagen zu vier Kessel über einander gruppirt wurden; oben darüber liegt der gemeinschaftliche Dampfsammler von gleichem Durchmesser wie die einzelnen Querkessel, aber 3“,580 Länge. Die Kessel der unteren Lage werden durch das gemeinschaftliche Speiserohr S gleichzeitig gespeist und sind an ihrem höchsten Punkte durch schmiedeeiserne Rohre mit den darüber liegenden Kesseln verbunden. Auf Veranlassung des Besitzers, welcher der localen Verhältnisse wegen gern die sämmtlichen Verbindungsrohre u. s. w. auf die vordere Langseite gelegt haben wollte, bin ich von meinem Princip, die Speisung und Dampfabführung auf verschiedene Seiten zu legen, abgegangen, habe aber dafür, um in den vier unteren Kesseln etwas Circulation zu erzeugen, unmittelbar über dem Eingangsstutzen die schrägliegende Blechwand B eingeschaltet. Die Art der Einmauerung und die dadurch erzielte schlängelnde Bewegung der Heizgase sind aus
der Zeichnung genügend ersichtlich. Hiernach beträgt
die vom Wasser berührte Heizfläche etwa 32" und die vom Dampf bespülte Heizfläche 12",7, also die totale vom Feuer berührte Kesselfläche etwa 42",7. Die beiden getrennt angelegten Roste, gewöhnliche Planroste, haben je 700" Breite und 840“ Länge, so dass die ganze Rostfläche 1",176 beträgt. Der Schornstein hat 25” Höhe bei einer oberen Lichtweite von 600“.
Nachdem der Kessel fertig eingemauert und auch das Mauerwerk gehörig ausgetrocknet war, wurde der erste Versuch vorgenommen. Da die zugehörige Dampfmaschine noch nicht fertig montirt war, musste man sich vorläufig darauf beschränken, den Versuch bei offenem Mannloch bezw. geöffneten Ventilen vorzunehmen. Mit den eigentlichen Messungen und Beobachtungen wurde 11 Uhr 25 Min. Vorm. begonnen, nachdem vorher etwa 4 Stunden regelrecht gefeuert und alles gut vorbereitet und für einen geordneten Betrieb eingerichtet war. Das Wasser war zum Sieden gebracht und der Rost und Aschenfall gründlich gereinigt; der Wasserstand wurde an beiden Gläsern, von denen das eine am ersten, das andere am letzten Kessel der oberen dritten Lage angebracht war, genau gemessen und notirt. Die Messung des in den Kessel eingepumpten Wassers geschah durch einen Kübel von
bekanntem Inhalt, welcher in einem zweiten Kübel, aus dem die Handspeisepumpe saugte, abgelassen wurde; ebenso wurden die während des Versuches verbrauchten Kohlen in einzelnen Kasten auf einer zuverlässigen Wage gewogen. Das Feuern auf den getrennten Rosten geschah regelrecht dadurch, dass abwechselnd der eine Rost beschickt wurde, wenn das Feuer des anderen Rostes klar und hell brannte. Es wurde dafür gesorgt, dass der Wasserstand möglichst constant blieb, also langsam und nur soviel Wasser eingepumpt, als eben verdampfte. Nach den gemachten Aufzeichnungen waren um 6 Uhr Nachm., nachdem man sich überzeugt hatte, dass Wasserstandshöhe und Feuer ziemlich genau mit dem zu Anfang des Versuches vermerkten Zustande übereinstimmten, 146“,25 Steinkohlen verbrannt. Das während dieser Zeit verbrauchte Wasser, welches durchweg die gleiche Temperatur von 69 C. zeigte, betrug nach Abzug des im Dampfsammler befindlichen mitgerissenen Wassers 1536“, so dass auf 1* Kohlen 10“,5 Wasser kommen. Der aus dem Schornstein tretende Rauch wurde sorgfältig und zu verschiedenen Zeiten beobachtet, war meistens unsichtbar oder weisslich grau; selbst im Augenblicke der Beschickung zeigten sich kaum dunkle Rauchwolken, also ein Beweis für eine vollkommene Verbrennung. Die Temperatur der Verbrennungsgase wurde in Ermangelung eines besseren mit einem allerdings wenig zuverlässigen Pyrometer gemessen, welches 150° C. zeigte. Im Uebrigen ist noch zu bemerken, dass während des Versuches nur sehr schwach gefeuert werden konnte, weil sonst der wider alles Erwarten heftigen Circulation und Strömung von Wasser und Dampf in den Röhren wegen das Wasser der oberen Kessel so unruhig war, dass eine ganz genaue Beobachtung des Wasserstandes fast unmöglich wurde. Um diese Schwankungen für die Folge möglichst zu beseitigen, hielt ich es für gut, durch den unteren Stutzen K jedes der oberen vier Kessel ein Kupferrohr hindurchzustecken, welches etwa 200“ vor der hinteren Kopfplatte ausmündet, wodurch erreicht wird, dass das aus den unteren Kesseln heraufkommende Wasser, besonders aber auch die Dampfblasen, am hinteren Theile der oberen Kessel aufsteigen, so dass vorn, also an der Stelle, wo die Wasserstandszeiger angebracht sind, das Wasser wieder ruhiger ist. Bei dieser Gelegenheit wurde auch noch ein gemeinschaftliches Verbindungsrohr R vor den oberen vier Kesseln gelegt, wodurch eine Ausgleichung etwaiger Differenzen in den Wasserstandshöhen der einzelnen Kessel unter sich möglich ist. - -o Nach Beendigung dieser Arbeit war auch die Dampfmaschine fertig montirt und wurde infolge dessen