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«Bibel des Monats»: Mit Bildern von...
14. Apr 2021
1. August 2020
Die im 14. Jahrhundert am Hof des Königs Wenzel in Böhmen entstandene Handschrift ist mit ihren vielen Buchmalereien und Ausschmückungen eine bibliophile Kostbarkeit. Ausserdem ist es die erste Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache.
Warum heisst diese Handschrift „Wenzelsbibel“?
Wenzel war der älteste Sohn Kaiser Karls IV. und der Anna von Schwednitz. 1363 wurde er König von Böhmen. 1376 wurde er zusätzlich zum deutschen König gekrönt, hatte aber in diesem Amt wenig Geschick und wurde 1400 abgesetzt. Er blieb König von Böhmen und ging seiner Leidenschaft nach: Bibliophilie. So liess er grosse Werke der Buchmalerei schaffen. Ausserdem war er Anhänger von Jan Hus, der die Landessprache propagierte. So wollte der König – gegen den Willen des Papstes und auch des Kaisers – eine Bibel in seiner Sprache schaffen.
Aus welcher Zeit stammt die Wenzelsbibel?
Die Wenzelsbibel wurde zu grossen Teilen 1390 – 1400 n. Chr. von Hand geschrieben und gemalt. Das war also noch VOR dem Buchdruck.
Was ist die Wenzelsbibel?
Die Wenzelsbibel ist eine Handschrift. Es gibt von ihr nur ein einziges Exemplar, das heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt wird. Die Exemplare, die Sie hier sehen, sind Kopien - dank der modernen Technik der Photographie und der Kunst des hochwertigen Faksimiledrucks.
Wo kann ich die Wenzelsbibel betrachten?
Das einzige Original ist in der Österreichische Nationalbibliothek in Wien.
In welcher Sprache ist die Wenzelsbibel?
Die Wenzelsbibel ist deutsch, mit ganz wenigen tschechischen Sätzen in den Spruchbändern der Verzierungen. Es ist die erste deutsche Bibelübersetzung.
Wer hat die Wenzelsbibel übersetzt?
Der Übersetzer oder die Übersetzerin sind nicht bekannt.
Wer hat die Wenzelsbibel geschrieben?
Mindestens drei Schreiber bzw. Schreibwerkstätten arbeiteten an dieser Handschrift im Format 535x370 mm - der Schriftspiegel 335x230 mm, 2-spaltig zu je 36 Zeilen. Die Rahmen wurden mit Tinte gezogen, so dass genug Freiraum für die Bilder blieb.
Wer hat die Wenzelsbibel gemalt?
Man geht von insgesamt sieben verschiedenen Buchmalerwerkstätten aus, die in Teamarbeit verschiedene Teile der Wenzelsbibel ausgemalt haben.
Wieviele Bilder gibt es in der Wenzelsbibel?
Ausgeführt und fertiggestellt sind 654 Bildinitialien und Miniaturen. Geplant waren ca 1200. Dafür ist auf den Seiten Platz ausgespart.
Was bedeuten die Verzierungen der Wenzelsbibel?
Die Wenzelsbibel hat drei Schichten: Den Text, die zum Text passenden Bildminiaturen und die Initalienbilder. Als dritte Schicht sind es Verzierungen, Schmuck, die Buchstaben W (steht für Wenzel) und E (steht wahrscheinlich für seine Frau Euphemia), Reichssymbole, Bademädchen, Liebesknoten, Drôlerien. Die Deutung dieses Schmuckes gibt bis heute viele Rätsel auf.
Wie umfangreich ist die Wenzelsbibel?
Der Text ist auf 1214 Blätter recto und verso, das ergibt 2428 Seiten, geschrieben. Es ist das Alte Testament ohne die Zwölfpropheten und ohne die Makkabäerbücher. Das Projekt blieb stecken wegen des Widerstands durch die Kirche und wegen finanzieller Schwierigkeiten. Die Buchmalerei ist ebenfalls noch nicht auf allen vorhanden Seiten ausgeführt. Es gibt viele Seiten, die nur Text enthalten.
Auf welchem Material ist die Wenzelsbibel geschreiben?
Pergament, das aus insgesamt 631 Rindshäuten hergestellt wurde.
Wie wertvoll ist die Wenzelsbibel?
Heute ist sie unbezahlbar, da es nur ein Exemplar gibt.
Damals war sie wahnsinnig teuer. Geldgeber für das Projekt war der reiche Kaufmann Martin Retlov.
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