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Der Autor versteht unter Controlling eine Führungshilfe für das Management zur Erreichung seiner Ziele. Demgemäß sind vom Controlling verschiedene Instrumente zur Verfügung zu stellen, um zieladäquate, strategische und operative Entscheidungen vorbereiten zu können. Dabei befasst sich das operative Controlling vor allem mit der internen Unternehmenssituation, knüpft hauptsächlich an das Finanz- und Rechnungswesen an und macht vor allem die folgenden Schwerpunkte des vorliegenden Übungsbuches aus:
Kapitalflussrechnung: Diese hat die Aufgabe, Herkunft und Verwendung aller liquiditätswirksamen Mittel in einer Periode nach verschiedenen Gliederungskriterien darzustellen. Anhand von acht Aufgaben bzw. Fallstudien wird z. B. aufgezeigt, wie der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit sowie als sog. freier Cash Flow ermittelt werden kann und wie sich mit Hilfe von Kennzahlen die Situation und weitere Entwicklung eines Unternehmens, deren Dividendenpolitik oder etwa die Notwendigkeit einer Kapitalspritze seitens der Muttergesellschaft beurteilen lassen.
Investitionsrechnung: Diese Toolbox ist darauf gerichtet, vor allem die monetären Konsequenzen mittel- und langfristig wirksamer Handlungsalternativen aufzuzeigen, d. h. die geplanten Investitionen zu bewerten. Mithilfe von sechs Aufgaben wird z. B. die absolute und relative Vorteilhaftigkeit von Investitionen anhand der (dynamischen) Kapitalwertmethode ermittelt und es werden beispielsweise der Zusammenhang von Nettobarwert und Ertragswert sowie die Bedeutung des Lücke-Theorems für das Rechnungswesen und die Unternehmensbewertung analysiert.
Prozesskostenrechnung: Die Entwicklung dieser Variante der Kostenrechnung wurde durch Veränderungen in der Wertschöpfung verursacht, die sich in den letzten Jahrzehnten auf die vorbereitenden, steuernden und kontrollierenden Aktivitäten, welche fixe Gemeinkosten zur Folge haben, verschoben hat. Die wesentlichen Kosteneinflussfaktoren sind nicht mehr die Beschäftigung, sondern der Variantenreichtum sowie die Produkt- und Prozesskomplexität. Anhand von zehn Aufgaben wird nicht nur die Vorgehensweise der Prozesskostenrechnung – beispielsweise die Ermittlung der Prozesskostensätze für die Hauptprozesse – geübt, sondern auch gezeigt, wie man damit Gemeinkosten planen und steuern sowie unter Einbeziehung der Hauptprozesskosten Produkte bzw. Dienstleistungen und Projekte kalkulieren kann.
Target Costing: Bei diesem in japanischen Unternehmen entwickelten Konzept des Kostenmanagements wird v.a. eine umfassende Markt- und Kundenorientierung verfolgt. Die Beeinflussung der Kosten schwerpunktmäßig in den Entwicklungs- und Konstruktionsphasen sowie die ganzheitliche Betrachtung eines Produkttyps während des gesamten Lebenszyklusses sind weitere Merkmale des Target Costing. Anhand von acht Beispielen wird u.a. erklärt, wie der Nutzen aus Kundensicht für jede Produktkomponente ermittelt wird, wie hoch die Zielkosten eines Produktes bei maximalem Umsatz sind und wie der Kostenreduktionsbedarf eines Produktes oder einer Komponente abgeleitet werden kann.
Planungsrechnung: Im Wesentlichen geht es hierbei um Planungs- und Kontrollrechnungen, welche vom traditionellen Rechnungswesen losgelöst sind und in größeren Unternehmen häufig im Bereich der Budgetierungsabteilung angesiedelt sind. Mithilfe von sechs Beispielen wird u.a. die Erstellung einer mehrjährigen Bilanz- und GuV-Planung, die Ermittlung von Ziellücken für den gesamten Gewinn und Umsatz sowie die Veränderung eines Profit-Center-Ergebnisses aufgrund von Kostensenkungen aufgezeigt.
Finanz- und Bilanzkennzahlen: Buchhaltung, Bilanz- und Erfolgsrechnung liefern durch das Prinzip der Doppik ein bewährtes Modell zur Klassifikation von Informationen, welche sich schon aus Wirtschaftlichkeitsgründen als Datenbasis für intern orientierte Auswertungen eignen. Am Beispiel von drei Unternehmen wird auf der Basis mehrjähriger Bilanz- und Finanzwerte offengelegt, wie sich daraus z. B. wichtige Kennzahlen (u. a. Anlagenintensität, Forderungsdauer, Reichweite der Vorräte, Verschuldungsgrad, net working capital, Wertschöpfung und ROE) ermitteln und die Ertragslage des Unternehmens beurteilen lassen.
Ergebnisrechnung: Zur kurzfristigen Überprüfung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sowie zur Analyse der Kostenstrukturen und Erfolgsquellen wird eine kurzfristige Ergebnisrechnung durchgeführt. Mithilfe von zwei Unternehmensbeispielen wird u. a. erklärt, wie sich solche Betriebsergebnisrechnungen einerseits nach dem Umsatzkostenverfahren als Deckungsbeitragsrechnung, andererseits nach dem Gesamtkostenverfahren als Vollkostenrechnung erstellen lassen und wie die unterschiedlichen Ergebnisse bei einer monatlichen Plan-Spartenergebnisrechnung mit Vollkosten und Gesamtkostenverfahren und alternativ als DB-Rechnung mit dem Umsatzkostenverfahren zu interpretieren sind.
Renditekennzahlen: Von besonderer Wichtigkeit für die schnelle und überblicksartige Information des Managements sind Kennzahlen über den finanziellen Erfolg. Diese bauen traditionell eher auf dem Betriebsergebnis oder auf Daten der externen Rechnungslegung auf. Anhand von sechs Beispielen wird u. a. die Berechnung des ROI (auf Basis der Voll- und Teilkosten) gezeigt und es werden die Probleme diskutiert, welche bei solch einer finanziellen Performance-Messung auftreten können. Daneben geht es aber auch um die Beurteilung der Ertragskraft eines Unternehmens für einen potentiellen Käufer anhand der Kennzahlen ROE, ROC, RONA und Free Cash Flow sowie um die mögliche Steigerung der Eigenkapital-Rendite durch den Leverage-Effekt.
Wertorientierte Kennzahlen: Die Grundidee der aus den USA kommenden wertorientierten Unternehmenssteuerung ist relativ einfach und besagt, dass Eigenkapitalgeber einen Anspruch auf eine ausreichende, risikoadäquate Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals haben. Mithilfe wertorientierter Kennzahlen soll die Lenkung von Ressourcen in die für die Anteilseigner vorteilhaften Aktivitäten gestützt werden. Vor diesem Hintergrund wird mithilfe von elf Beispielen u.a. gezeigt, wovon der Economic Value (EVA) und der Shareholder Value abhängig sind und vor allem wie die beiden Werte ermittelt werden können. Dabei werden auch spezielle Aspekte, etwa die Ermittlung des WACC und die Berücksichtigung des Steuerschilds für Fremdkapital, thematisiert.
Mit den zwei Kapiteln "Strategisches Controlling" (im Mittelpunkt steht die Erstellung eines Marktwachstums-Marktanteils-Portfolio) und "Verrechnungspreise" sowie mit einigen Wissens- und Verständnisfragen wird der erste Teil des Buches abgerundet. Im zweiten Teil folgen ausführliche Lösungsskizzen zu allen Aufgaben sowie entsprechende Hintergrundinformationen und viele nützliche Hinweise zur Interpretation der Ergebnisse zu den einzelnen Berechnungen und Bewertungen.
Die theoretisch-fundierte und gleichermaßen praxisbezogene Aufbereitung der oftmals komplexen Materie macht deutlich, dass der Verfasser, Professor für Controlling und Interne Unternehmensrechnung an der Hochschule Aalen, nicht nur über einen fachspezifischen Forschungshintergrund, sondern auch über eine einschlägige Praxis verfügt, u. a. war er mehrere Jahre als leitender Berater bei der renommierten Horváth & Partner Unternehmensberatung und als Controller einer Regionalbank tätig. Der hervorragende Übungsband weist ein geradezu vorbildliches Preis-Leistungs-Verhältnis auf und dient in erster Linie v. a. zur Vorbereitung auf Hochschulprüfungen in Bachelor- und Masterstudiengängen mit dem Schwerpunkt Controlling, kann aber auch zum Selbststudium und zur Vertiefung von entsprechenden Vorlesungen und Seminaren sehr gut empfohlen werden.