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Sophie Pacini
Komponist zu sein – das ist Männersache. So sah es jedenfalls Felix Mendelssohn, der die Werke seiner Schwester Fanny zwar schätzte, eine Veröffentlichung jedoch ablehnte: »Aber Fanny zureden, etwas zu publizieren, das kann ich nicht«, erklärte er stur. »Ich halte das Publizieren für etwas Ernsthaftes und glaube, man sollte es nur tun, wenn man als Autor sein Leben lang auftreten und dastehen will. Zu einer Autorschaft aber hat Fanny, wie ich sie kenne, nicht das Zeug. Dazu ist sie zu sehr eine Frau.« Clara Schumann erging es nicht viel besser. Von der Öffentlichkeit wurde sie fast ausschließlich als überragende Virtuosin wahrgenommen, vor allem als Interpretin der Klaviermusik ihres Mannes Robert. Dass sie selbst auch schöpferisch tätig war, geriet dabei aus dem Blick. »In Between« nennt die deutsch-italienische Pianistin Sophie Pacini ihr neues Album, mit dem sie den Beziehungen der beiden Paare nachspürt. »Es geht um Verwandtschaft und Wahlverwandtschaft«, erläutert sie die grundlegende Idee. Denn Fanny und Felix Mendelssohn, Clara und Robert Schumann waren nicht nur Geschwister oder ein Ehepaar – sie haben sich beim Komponieren auch wechselseitig inspiriert, wobei den beiden Frauen keineswegs der geringere Anteil zukommt. Da wäre zum Beispiel Clara Schumanns Scherzo op. 14. In diesem Werk findet Sophie Pacini »eine innere Zerrissenheit, die fast etwas Dämonisches und Obsessives hat, mit den ständigen Wiederholungen der immer gleichen Motive. Wenn man mich bitten würde: ›Charakterisieren Sie Clara Schumann‹, dann würde ich antworten: ›Hören Sie sich dieses Scherzo an‹.« Ganz ähnliche Zustände entdeckt sie aber auch bei Robert Schumann, etwa bei »In der Nacht« aus den Fantasiestücken op. 12. Weshalb für Pacini feststeht, dass Clara ihren Mann auch schöpferisch inspiriert hat, bis hin zur Übernahme von notengetreuen Zitaten. »Clara war für Robert keineswegs nur seine kongeniale Interpretin oder Muse. Und dasselbe gilt für Fanny Mendelssohn und ihren BBruder Felix. Fanny hat einige Werke von Felix komplettiert, wenn nicht gar selbst komponiert. Auch den Gattungsbegriff Lied ohne Worte hat sie entwickelt und nicht er. In ihrem Lied ohne Worte op. 2 Nr. 1, das ich aufgenommen habe, hört man, wie mutig und geradezu frech sie moduliert und dabei harmonisch viel kühner vorgeht als Felix.« Wie aber bewertet Sophie Pacini das Verhältnis zwischen den beiden Männern, zwischen Robert Schumann und Felix Mendelssohn? Handelt es sich auch hier um eine Wahlverwandtschaft? Sie waren immerhin Freunde, aßen in Leipzig oft gemeinsam zu Mittag und setzten sich füreinander ein: Schumann »promotete« als Publizist Mendelssohns Schaffen, Mendelssohn brachte als Dirigent Schumanns erste zwei Symphonien zur Uraufführung. »Ich sehe Mendelssohn eher in der Mozart-Tradition, während ich bei Schumann eine Nähe zu Beethoven empfinde«, urteilt die Pianistin. »Für Schumann ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich entscheidend, der Gefühlszustand, die Stimmung. Mendelssohn dagegen lässt sich meist von konkreten Gedanken leiten. Schumanns Musik ist für mich wie ein Wald voller Geäst, ein Dickicht, das man durchdringen muss; ganz anders bei Mendelssohn, wo der Weg klar und deutlich vorgezeichnet ist.« Pianistisch erfordern beide Komponisten deshalb einen individuellen Zugriff, wie Sophie Pacini erläutert: »Schumann braucht einen schwereren, dunkleren Klang, seine Musik ist aus dem Bass heraus gedacht, sie ist dramatisch und hochemotional. Bei Mendelssohn gibt es natürlich große Unterschiede zwischen den Liedern ohne Worte und den mystischen, abgründigen Variations sérieuses; doch hier wie dort braucht man einen klaren, fast kristallinen Anschlag. Mein Klaviertechniker hat für unsere Aufnahme deshalb eigens die Hämmerchen aufgearbeitet, damit sie fester sind und direkter an die Saiten schlagen.« Auch Wahlverwandte können also ganz schön verschieden sein. Sophie Pacini hat es erkundet, »In Between«.
CD: 25.-
Vö : 11.5.2018 ▴
Jonas Kaufmann, Marco Vratogna, Maria Agresta, Orchestra of the Royal Opera House Covent Garden, Antonio Pappano
Darauf hatten Opernfans in aller Welt lange gewartet: das Rollendebüt von Jonas Kaufmann als Otello am Londoner Covent Garden im Juni 2017. Die Verdi-Partie gilt als ganz besondere Tenorherausforderung und ruft Vergleiche mit legendären Rollenvertretern wie Jon Vickers, Mario del Monaco und Plácido Domingo hervor. »Kaufmann ist einfach das Richtige für die Rolle (er war, wie wir sagen könnten, geboren, um sie zu singen): Die düstere Melancholie seiner Stimme, die Natürlichkeit, mit der er den verwundeten Außenseiter porträtiert, machte ihn perfekt«, hieß es in der New York Times. Und der Londoner Evening Standard resümierte: »Ein Otello, der es mit den Besten aufnehmen kann«. Als unschuldig-seelenvolle Desdemona ist Maria Agresta und Marco Vratogna als betrügerischer Schurke Jago zu erleben. Der Mitschnitt der intensiven Aufführung, die Opernchef Antonio Pappano voller Umsicht und mit der gebührenden Dramatik dirigierte und Keith Warner wie einen Thriller inszenierte, erscheint jetzt auf DVD/Blu-ray bei Sony Classical.
DVD : 29.-
Blu-Ray: 29.-
Vö : 11.5.2018 ▴
Philippe Jaroussky, Amanda Forsythe, Emöke Barath, I Barocchisti, Coro della Radiotelevisione Svizzera, Diego Fasolis
Glucks Meisterwerk in der Neapel – Fassung von 1774 Seit Jahren erkundet der Star – C ountertenor Philipp e Jaroussky höchst erfolgreich Werke, mit denen die großen Komponisten vom Barock bis zur Klassik den mythischen Sänger Orpheus auf die Bühne brachten. So riesig das Repertoire für einen Countertenor ist – als Orpheus befindet er sich im Zentrum seiner Kunst. Der antike Sänger, der allein mit seiner Musik wilde Tiere besänftigte und Steine zum Weinen b rachte, gilt als Symbol für die Macht der Musik. Die neben Monteverdis Werk berühmteste Orpheus – Oper von Christoph Willibald Gluck hatte 1762 in Wien Premiere. Philipp e Jaroussky interpretiert den Musikhelden der griechischen Sage in der Fassung, wie sie 1774 in Neapel über die Bühne ging. Nun erscheint ihre Aufnahme in Weltersteinspielung. Ach, ich habe sie verloren... Mit der berühmten Arie fing Gluck den Schmerz des Helden über seine verstorbene Geliebte Eurydike ein. Mit Erlaubnis der Götter wandert Orpheus in die Unterwelt, um sie zurückzuholen. Glucks Orfeo zeigt den Sänger verstrickt in Emotionen eines tief verletzten Helden. Sein neuer Opernstil, von allem überladenen Pomp des Barock befreit, machte Gluck zum europäischen Opernstar, an den Mozart eine Generation später anknüpfen sollte. Wo auch immer Glucks Werke gespielt wurden, passte der Komponist den Gegebenheiten der Aufführungsorte und den besonderen Fähigkeiten der Mitwirkenden an – der Grund für die verschiedensten Fassungen wie die von Neapel, die den berühmten Mythos immer ein wenig anders beleuchten. Die Einspielung mit Jaroussky, Amanda Forsythe und Emőke Baráth und den Barocchisti unter Diego Fasolis schlägt ein neues Kapitel in der Interpretationsgeschichte dieses Klassikers auf.
CD: 25.-
Vö : 18.5.2018 ▴
Midori Seiler; Concerto Köln
Ihr Leben erzählt sich wie die barocke Erfolgsgeschichte par excellence: Elternlos im venezianischen Waisenhaus aufgezogen, zur »unübertroffenen Violinvirtuosin« herangewachsen und auf Augenhöhe mit Antonio Vivaldi zusammengearbeitet: Anna Maria dal Violin. Midori Seiler und das Concerto Köln schildern in La Venezia di Anna Maria das Leben dieser herausragenden Frau.
2 CD: 32.-
Vö : 27.4.2018 ▴
Bruckner / Andris Nelsons / Gewandhausorchester Leipzig
Der besonderen Beziehung zwischen Bruckner und Wagner widmet sich auch ein umfassender Brucknerzyklus bei Deutsche Grammophon, in dessen Rahmen das Gewandhausorchester unter der Leitung von Andris Nelsons sämtliche Sinfonien von Anton Bruckner jeweils in Kombination mit einem Werk von Richard Wagner einspielt. Am 16. Februar ist bereits ein Album mit Bruckners 4. Sinfonie und dem Lohengrin-Vorspiel von Wagner erschienen. Die Aufführung von Bruckners 7. Sinfonie wurde beim Festkonzert live mitgeschnitten und in Kombination mit »Siegfrieds Trauermarsch« von Wagner am 6. April auf einem Album veröffentlicht.
CD: 25.-
Vö : 20.4.2018 ▴
Miriam Feuersinger; Les Escapades
Auf ihrer neuen CD präsentiert die formidable Sopranistin und ECHO-Preisträgerin Miriam Feuersinger Kantaten von Johann Rosenmüller und dessen Zeitgenossen mit tatkräftiger Unterstützung des Ensembles Les Escapades. Trotz seiner »Sodomiterey«, die Johann Rosenmüller für mehrere Jahre nach Venedig ins Exil zwang, galt er bereits zu Lebzeiten als herausragender Komponist, der die italienische Sinnlichkeit mit der »teutschen Gravität« aufs Beste zu vereinen wusste. Doch auch die übrigen vertretenen Komponisten sind von erstem Rang, wenngleich sie heute fast vergessen sind: Johann Balthasar Erben, Nicolaus Adam Strungk oder Augustin Pfleger.
CD: 25.-
Vö : 4.5.2018 ▴
Nuria Rial, Maurice Steger, Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini
Die spanische Sopranistin Nuria Rial und der Blockflötist Maurice Steger gehören zu den erfolgreichsten Künstlern der Alten Musik-Szene. Wie großartig der klare Sopran von Nuria Rial mit dem Klang von Stegers Flöte zusammenpassen, zeigt ihr erstes gemeinsames Album.
Mit dem vielfach ausgezeichneten Kammerorchester Basel haben sie ein von Gesängen der Vögel inspiriertes Album mit barocken Arien und Konzerten aufgenommen. Bei der Suche nach Repertoire haben sie herrliche, teils bekannte, teils bislang unerhörte Kostbarkeiten entdeckt: verträumt-verspielte Arien über die Liebe, das Verliebtsein und die Schönheiten der Natur.
So klingen in Leonardo Vincis (1690-1730) Arie »Rondinella che dal nido« die rasanten Arpeggien der Streicher wie wirbelnde Flügel einer Schwalbe, in Gasparinis (1661-1727) Arie »Bell'augelletto« wird der Tagesanbruch mit einem Vogelgesang von Flöte und Sopran begrüßt. Mit weiteren Werken von Vivaldi (1678-1741), Mancini (1672-1737), Torri (1650 - 1737), Albinoni (1671 - 1751) oder auch Scarlatti (1660 - 1725) ist »Baroque Twitter« eine spannende Reise in die barocke Dichtungs- und Klangsprache des 18. Jhd., voll musikalischer Vielfalt und solistischer Brillanz.
CD: 25.-
Vö : 6.4.2018 ▴
Nils Mönkemeyer; Dorothee Mields; Sara Kim; Andreas Arend; Niklas Trüstedt
Für sein neues Album hat Nils Werke des deutschen und französischen Barock ausgesucht und mit dem Lautenisten Andreas Arend und befreundeten Musikern eingespielt.
Zu hören ist eine Weltersteinspielung: die »Suite F-Moll« aus den Stücken für Théorbe und Laute von Robert de Visée (1650–1732). Dorothee Mields leiht ihren schönen Sopran den beiden selten zu hörenden Werken von Michel Lambert (1610–1696): »Vos mépris chaque jour« und »Ombre de mon amant«. Von J. S. Bach wählte Mönkemeyer den berühmten Bach-Choral »Nun kommt der Heiden Heiland« in einer Fassung für Viola und Laute sowie die Suite für Viola Solo BWV 1011, die er geschickt mit der Suite BWV 995 für Viola und Thorbe verschränkt, die beide auf den gleichen Melodien basieren. Von Bach und Weiss stammt das Rondeau BWV 1025.
CD: 27.-
Vö : 13.4.2018 ▴
Nigel Kennedy, Howard Alden & Rolf "Die Kobra" Bussalb, Beata Urbanek-Kalinowska, Tomasz "Insomnia" Kupiec, Alicja Smietana, Sonja Schebeck, David Heath
Mit 13 jammte er schon mit der Jazzgeigen-Größe Stéphane Grappelli, als Meisterschüler von Yehudi Menuhin erspielte er sich Weltgeltung als Brahms-, Elgar- und Beethoven-Interpret. Dass er 1989 im Punker-Outfit mit Vivaldis Vier Jahreszeiten das erfolgreichste Klassik-Album überhaupt herausbrachte, war für ihn ein Ansporn für immer neue Grenzüberschreitungen und Entdeckungen. Und so fragt man sich, warum Nigel Kennedy erst jetzt auf die Idee kam, ein Album mit Werken von George Gershwin aufzunehmen – immerhin war der große Amerikaner ein Musiker zwischen Klassik und Jazz wie Kennedy selbst!
Kennedy wäre nicht Kennedy, wenn er Gershwin nicht in ein neues, eigenes Klanggewand gehüllt, ihn nicht mit einer Fülle an eigenen improvisatorischen Ideen weiterentwickelt hätte. Summertime, Oh, Lady Be Good, The Man I Love: Gershwin war einer der größten Songschreiber und Klassiker zugleich. Seine Melodien sind berühmte Standards geworden, und dass der „Vater der amerikanischen Musik“ unter den Händen des Top-Geigers Staub ansetzten könnte, muss man auf keinen Fall befürchten. Kennedy, der selbst auf dem Album nicht nur Violine, sondern auch Viola, Klavier, Hammond-Orgel und Cembalo spielt, hat sich mit einer Band aus eingefleischten Jazzern zusammengetan – und bekommt dazu noch Unterstützung von eher klassisch orientierten Mitgliedern des Orchestra of Life. Gemeinsam betten sie die berühmten Songs in ebenso ungewohntes wie neues Licht und widmen sich aber auch Gershwins berühmter, zwischen Jazz und Klavierkonzert oszillierenden Rhapsody in Blue, die hier zu einer Rhapsody in Claret and Blue wird – also nicht nur in Blau, sondern auch in Weinrot leuchtet...
CD: 25.-
Vö : 11.5.2018 ▴
Bejun Mehta, Akademie für Alte Musik Berlin
Dieses Album enthält eine Sammlung von geistlichen und weltlichen Solo-Kantaten aus der italienischen, deutschen und englischen Tradition mit Werken von Händel, Vivaldi und Bach, in großen und kleinen Besetzungen.
Der amerikanische Countertenor Bejun Mehtat, von der süddeutschen Zeitung euphorisch als »vielleicht bester Countertenor unserer Zeit« gefeiert, wird begleitet von der Akademie für Alte Musik Berlin, einem der renommiertesten Ensembles für diese Epoche.(Text von JPC)
CD: 28.-
Vö : 8.3.2018 ▴
Friedrich Gulda / Debussy
Die 24 Préludes beschreiben den wohl bekanntesten Zyklus des impressionistischen Komponisten Claude Debussy. Die Kompositionen sind voller Zauber, Poesie und Malerei. Seine Aufforderung, »mit dem Pedal zu atmen«, ist wie geschaffen für Friedrich Gulda. Die Anschlagskunst des Pianisten entlockt den Werken Debussys genau das, was sich der Komponist gewünscht hat: laute Stellen werden geradezu brachial umgesetzt, Pianissimo-Passagen wirken so intim und nah, dass der eigene Herzschlag wie ein Trommelfeuer wirkt. Um dieser Perfektion gerecht zu werden, erscheint die Aufnahme auch in höchster Tonqualität auf audiophilem Vinyl.(Text von JPC)
CD : 29.-
2 LP: 49.-
Vö : 1.3.2018 ▴
Katherine Watson, Tim Mead, Reinoud van Mechelen, Andre Morsch, Les Arts Florissants, William Christie
Der Name Bach fehlt auffällig in der weltlichsten Musikform des Barock – der Oper. Doch in seinen Kantaten, seinen Oratorien und selbst in seinen Messen bedient er sich des opernhaften, lyrischen Repertoires seiner deutschen, italienischen und französischen Vorgänger und Zeitgenossen. Stupender, intellektuell komplexer Kontrapunkt – das architektonische Grundgerüst der h-moll-Messe – wird so von einer Serie von Soli und Duetten unterbrochen, deren Stil ausgesprochen weltlich ist und die von Komponisten wie Telemann, Hasse, Marcello und Stradella sowie von Lully und den französischen Meistern des frühen 18. Jahrhunderts inspiriert wurden. Wenn ich an dieses außergewöhnliche Kaleidoskop von Bachs Musikstilen denke, kommen mir Worte in den Sinn wie Ehrfurcht, Tiefgründigkeit, Ernst und Hochherzigkeit, aber auch eher diesseitig-säkulare Begriffe wie Brillanz, Leichtigkeit, Bewegung, Ausgelassenheit und Verspieltheit. (William Christie)
(Text von JPC)
2 CD: 35.-
Vö : 8.3.2018 ▴
Emmanuel Pahud
Natürlich das Klavier, manchmal auch die Violine oder das Violoncello: Diese Instrumente hört man sehr oft bis gelegentlich unbegleitet solistisch im Konzert – aber die Flöte? Emmanuel Pahud, absoluter Weltklasse-Virtuose auf dem hohen Holzblasinstrument bringt uns nun mit einem Doppelalbum zum Staunen: Vom Barock bis zur Moderne hat die Soloflöte Komponisten inspiriert – vom hochvirtuosen Einzelwerk bis zum ausgedehnten Zyklus. Die Neuveröffentlichung mit dem Titel Solo bietet Repertoireentdeckungen am laufenden Band – und ist mit seinen 27 Tracks eine der schönsten Liebeserklärungen an die Flöte überhaupt.
2 CD: 32.-
Vö : 4.5.2018
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Julia Lezhneva, Franco Fagioli, I Barocchisti, Diego Fasolis
Julia Lezhneva knüpft mit dieser Aufnahme an die Erfolge ihrer bisherigen Alben mit sakraler Musik, »Alleluia«, und »Handel« an, die ebenfalls auf DECCA veröffentlicht wurden. Und auch Franco Fagioli zeigte mit seinem von der Kritik mit Lobeshymnen bedachten Album »Handel Arias« (Deutsche Grammophon), dass er über eine schier unbegrenzte Palette an vokalen Farben und Nuancen verfügt. Unterstützt von dem ausgewiesenen Barockspezialisten Diego Fasolis.
(Text von JPC)
CD: 25.-
Vö : 23.3.2018 ▴
Julian Pregardien / Teatro del Mondo / Andreas Küppers
Um 1600 tritt an die Seite der mehrstimmigen kontrapunktisch geprägten Vokalwerke der Renaissance der instrumental begleitete Sologesang des Frühbarock. Bei aller Vielfalt und Variabilität der musikalischen Formen dieser Zeit gibt es doch eine klare Prämisse: Die Unmittelbarkeit des musikalischen Ausdrucks. Folgerichtig entwickelt sich die Gestalt des Orpheus zu einer der wichtigsten Figuren. Der sich selbst mit einer Lyra begleitende Sänger, der seine innersten Gefühle textlich und musikalisch zum Ausdruck bringt. Der erfolgreiche Tenor Julian Prégardien begibt sich gemeinsam mit dem Ensemble Teatro del Mondo unter Leitung von Andreas Küppers, dem langjährigen Assistenten von u. a. René Jacobs, auf die Spur dieses sagenhaften Sängers und seiner Rezeption im 17. Jahrhundert. Begleitet von einer Vielzahl von Instrumenten streifen sie die ersten Opern in Italien, verweilen bei Partsongs und Lautenliedern in England und entdecken Liedsammlungen in Deutschland. Dazwischen erklingen Tänze und Diminutionen. Eine CD wie ein Gemälde: Der singende und spielende Orpheus, inmitten der ihn umgebenden Hirten, Nymphen, Tiere, Bäume und Steine. „Mit Julian Prégardien und dem Alte-Musik-Ensemble Teatro del mondo bewegte man sich in den obersten Rängen der barocken Vokal- und Instrumentalmusik. Sanft und rau ist der Klang der Formation, hoch expressiv und emotional und dennoch vom Kunstverstand gebändigt,“ schrieb die DIE RHEINPFALZ 2016 nach einem „Orpheus-Konzert“.
CD: 19.-
Vö : 1.3.2018 ▴
Nikolai Znaider / Mozart / London Symhony Orchestra
Sowohl als Violinist als auch als Dirigent genießt Nikolaj Znaider weltweit höchstes Ansehen. Sein neuestes Projekt ist die Einspielung aller fünf Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart. Auf seiner »Kreisler«-Geige von Guarneri del Gesù aus dem Jahre 1732 interpretiert er auf der vorliegenden SACD die Konzerte Nr. 4 und 5 des Salzburger Meisters und leitet dabei gleichzeitig das London Symphony Orchestra.
CD: 25.-
Vö : 1.3.2018 ▴
Thomas Quasthoff
Der mehrfache Grammy-Preisträger und Bass-Bariton Thomas Quasthoff veröffentlicht sechs Jahre nach seinem Rückzug als Liedsänger von den Bühnen und acht Jahre nach seinem letzten Solo-Album ein neues Album. »Nice ’n’ Easy« ist Quasthoffs erstes Album mit Bigband. Er erfüllt sich damit einen lang gehegten Traum, große Klassiker mit der NDR Bigband und seinen langjährigen musikalischen Freunden Dieter Ilg, Frank Chastenier und Wolfgang Haffner einzuspielen. Als Gast mit dabei ist Startrompeter Till Brönner. Die musikalische Leitung hat Jörg Achim Keller, der auch alle Songs wie z. B. »Body And Soul«, »Cry Me a River«, »Stardust« oder »Imagine« für Quasthoffs einzigartige Stimme arrangiert hat. So erklingen diese großen Klassiker in einer unerreicht entspannten Tiefe. Dazu sagt Thomas Quasthoff: »Ich glaube, dass einige Stücke dabei sind, bei denen die Zuhörer aufhorchen werden und sagen: In dieser Lage haben wir das noch nie gehört! Und in dieser tiefen Lage, klingt es natürlich auch extrem relaxt. Frank (Chastenier) hat einige Stücke gefunden, die meiner Stimme einfach sehr gut liegen«, erklärt Thomas Quasthoff.
CD: 25.-
LP : 30.-
Vö : 18.5.2018 ▴
Kenny Barron Quintet
Ausnahme-Pianist Kenny Barron, der »Zen-Meister des Jazz-Trios« (New York Times), erweitert sein bewährtes Line-up um Mike Rodriguez (trumpet) und Dayna Stephens (sax) und zaubert ein First-Class-Album voller Swing und Finesse!
Seit 50 Jahren betreibt Barron nun schon erfolgreich die Quadratur des Kreises: Denn der Pianist, der 1968 mit 25 Jahren sein erstes Album unter eigenem Namen herausbrachte, schafft es seitdem, fest in der Jazztradition verwurzelt zu sein und dennoch stets erstaunlich frisch und innovativ zu klingen.
Mit seinem neuen Album unterstreicht Barron, der im Juni 75 Jahre alt wird, dass er nicht gedenkt, sich so bald auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Das Eigenrepertoire reicht von traumhaften Balladen über rasante Hard-Bop- und luftige Latin-Nummern bis zu groovigen New-Orleans-Anklängen. Abgerundet wird das Album durch fabelhafte Interpretationen von Caetano Velosos »Aquele Frevo Axé«, Lenny Whites »L’s Bop« und Thelonious Monks Klassiker »Reflections«.
CD: 25.-
Vö: 4.5.2018 ▴
Elina Duni
Nach zwei vielgepriesenen Alben mit ihrem Jazzquartett veröffentlicht Elina Duni ihre bisher intimste Aufnahme. Das vollständig solo eingespielte Partir präsentiert die in Tirana geborene Sängerin, wie sie Songs aus unterschiedlichsten Quellen interpretiert und sich dabei selbst an Klavier, Gitarre oder mit der Rahmentrommel begleitet.
Man findet hier traditionelle Musik aus Albanien, dem Kosovo, Armenien, Mazedonien, der Schweiz und dem arabisch geprägten Andalusien genauso wie Jacques Brels »Je ne sais pas«, Alain Oulmans »Meu Amor«, Domenico Modugnos »Amara Terra Mia«, oder das von Elina selbst geschriebene »Let Us Dive In«.
CD: 25.-
Vö: 27.4.2018
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Brad Mehldau Trio
Knapp zwei Jahre nach »Blues and Ballads«, dem letzten Album der drei Musiker, über das der englische Guardian jubelte: »Mehldau ist ein Genie in seiner Aneignung vorhersehbaren Materials, das er an unvorhersehbare Orte führt«, kehrt das Trio zurück. Mit »Seymour Reads the Constitution!«.
Schon das Album-Cover ist ein definitiver Hingucker: Ein Einkaufswagen, der Assoziationen an Duane Hansons Skulptur »Supermarket Lady« weckt, steckt voller Bücher, deren Inhalte sich wie Anleitungen zur differenzierten Betrachtung der amerikanischen Verfassung ausnehmen. Oder zu deren Missbrauch. »Arten des Bankrotts«, juristische Wörterbücher, Anleitungen zur Verteidigung betrunkener Autofahrer, Juristen-Tagebücher – zum Fürchten bizarr, weil alles in der gleichen Wertigkeit aufeinandergehäuft ist wie Cornflakes und Ketchup.
Die charakteristische Balance zwischen feinjustierter solistischer Wechselwirkung und freien Erkundungen melodischer und metrischer Themen, hat das Brad Mehldau Trio für »Seymour Reads the Constitution!« perfektioniert. Drei Mehldau-Kompositionen reihen sich an Interpretationen von Popsongs, die aus den Federn von Paul McCartney und Brian Wilson stammen. Jazz-Tunes von Elmo Hope und Sam Rivers, stehen einem Stück von Frederick Loewe aus dem American Songbook gegenüber.
CD: 27.-
LP : 35.-
Vö : 18.5.2018
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Nik Bärtsch
Der Begriff »Awase« kommt ursprünglich aus der Kampfkunst Aikido und bedeutet in etwa »harmonisieren« und »gemeinsames Bewegen«. Der Name ist Programm, denn das Quartett entpuppt sich hier einmal mehr als perfekt funktionierende Einheit mit präzisem, unglaublich harmonisch-groovendem Zusammenspiel.
Sechs Stücke haben Ronin für »Awase« im Oktober 2017 im Studio La Buissonne in Südfrankreich aufgenommen, die sich zwischen Jazz, Funk, neuer Klassik und japanischer Musik einpendeln. Bärtsch selbst nennt diese Kombination »Ritual Groove Music«. Für die Produktion zeichnete ECM-Chef Manfred Eicher verantwortlich.
CD : 25.-
2LP: 45.-
Vö : 4.5 ▴
Joshua Redman, Ron Miles, Scott Cooley & Brian Blade
Nostalgie ist nicht unbedingt das, was der Jazz braucht. Wenn sich der Blick in die Vergangenheit allerdings mit dem Bedürfnis verknüpft, ihr durch Persönlichkeit Gegenwart abzutrotzen, ist das etwas anderes. Dann wird aus der Erinnerung ein Projekt wie »Still Dreaming«, das Vater und Sohn, Vorbild und Wirkung, Idee und Perspektive verbindet.
Denn für das Album stand ein Quartett Pate, das 1977 mit dem Album »Old And New Dreams« den Aufbruchsgeist der frühen Sechziger mit dem Formbedürfnis der Siebziger verband. Der Tenorsaxofonist Dewey Redman hatte sich damals mit dem Trompeter Don Cherry, dem Bassisten Charlie Haden und dem Schlagzeuger Ed Blackwell zusammengetan und im Geiste Ornette Colemans mit dem Konzept konstruktiver musikalischer Freiheit experimentiert. Es waren kompakte, präsente Aufnahmen, berstend vor Energie, die mit einer Prise Humor den Blick von der überhitzen Offenheit der Free Ära auf deren durchaus wieder motivisch arbeitendes Erbe richteten.
Joshua Redman war schon als junger Saxofonist von dem Album seines Vaters beeindruckt. Der Zeitung Boston Globe erzählte er enthusiastisch: »Die Musiker waren in der Lage, gleichzeitig sehr frei, abstrakt und kantig zu spielen. Auf der anderen Seite hörte man aber auch eine Folk-Qualität, ganz gleich, ob es sich nun um Beziehungen zum Blues, zu afrikanischer Musik oder sehr kraftvollen, einfachen Melodien handelte. Ihre Musik hatte Verwundbarkeit und ergreifende Poesie. Diese Balance war etwas sehr Spezielles. Es ist jetzt nicht unsere Aufgabe, in die Vergangenheit zurückzugehen und ein wenig vom Goldenen Zeitalter zu erhaschen. Ich hoffe vielmehr, dass diese Band eine Menge eigene Zukunft vor sich hat.«
Damit das Verhältnis von damals, heute und morgen auch tatsächlich eine Chance bekommt, wählte Joshua Redman seine Mitstreiter sehr bewusst aus. »Ich hatte eine klare Vorstellung davon, dass diese Band aus Ron Miles, Scott Colley, Brian Blade und mir bestehen müsste. Jeder von uns hat eine besondere Beziehung zu dem jeweils korrespondierenden Musiker auf ›Old And New Dreams‹. Blade ist wie Blackwell aus Louisiana, Colley war ein Student von Charlie Haden und Miles war lange von Don Cherrys Spielweise beeinflusst.«
CD: 27.-
LP : 35.-
Vö : 25.5.2018
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Ben Harper & Charlie Musselwhite
Fünf Jahre nach ihrem gemeinsamen Debüt »Get Up« haben sich Ben Harper und Charlie Musselwhite wieder im Studio getroffen und zusammen ihr zweites Album »No Mercy In This Land« aufgenommen.
Und wie bereits der mit einem Grammy ausgezeichnete Vorgänger hat auch das neue Album das Zeug zum modernen Bluesklassiker.
Insgesamt zehn Songs warten auf »No Mercy In This Land«. Einen ersten Vorgeschmack darauf lieferten Harper und Musselwhite im Januar mit dem Titeltrack.
CD: 25.-
LP : 35.-
Vö : 28.3.2018 ▴
Sly & Robbie, Nils Petter Molvaer, Eivind Aarset & Vladislav Delay
»Nordub« ist das erste gemeinsame Album der Grammy-Preisträger und Reggae-Legenden Sly & Robbie mit dem norwegischen Jazz-Innovator Nils Petter Molvaer. Gemeinsam erschaffen sie eine einzigartige Klangwelt, die sich zwischen den farbenreichen Sounds des norwegischen Jazz und den energiegeladenen Grooves Jamaikas aufspannt. Zusammen mit Eivind Aarset (Gitarren) und Vladislav Delay (Elektronik) hat sich eine Band von seelenverwandten Musikern gefunden, die alle Genre-Grenzen sprengt.
Mit ihrem Projekt »Nordub« erregten sie bereits mit einer gemeinsamen Tournee in den Jahren 2015/16 weltweit Aufmerksamkeit. Nun erscheint das langersehnte Album mit dem musikalischen Ergebnis ihrer Zusammenarbeit.
CD : 27.-
2LP: 35.-
Vö : 6.4.2018 ▴
Jarrett / Peacock / DeJohnette
Gemeinhin bekannt als »The Standards Trio« hat die Gruppe viele herausragende Alben veröffentlicht. Und »After The Fall« muss als eines ihrer besten gelten. »Ich war verblüfft zu hören, wie gut die Musik funktionierte«, bemerkt Keith Jarrett in seinen Notizen. »Für mich ist es nicht bloß ein historisches Dokument, sondern ein wirklich grandioses Konzert.« Diese Performance – in Newark, New Jersey im November 1998 – markierte Jarretts Rückkehr ins Konzertleben nach zwei Jahren Auszeit. Begleitet von seinen Improvisations-Partnern Gary Peacock und Jack DeJohnette, gleitet und segelt er von Klassiker zu Klassiker des Great American Songbook, mit Stücken wie »The Masquerade Is Over«, »Autumn Leaves«, »When I Fall In Love« und »I’ll See You Again«. Darunter auch waghalsige Interpretationen so heiliger Bebop-Werke wie Charlie Parkers »Scrapple From The Apple«, Bud Powells »Bouncin’ With Bud« und Sonny Rollins »Doxy«. (Text von JPC)
2 CD: 35.-
Vö : 1.3.2018 ▴
Brad Mehldau
Das Album umfasst Eigenkompositionen von Brad Mehldau sowie vier Präludien und eine Fuge aus Johann Sebastian Bachs »Das Wohltemperierte Klavier« in Originalfassung. Jeder folgt ein »After Bach«-Stück von Brad Mehldau geschrieben und durch Bach inspiriert.
CD: 25.-
Vö : 8.3.2018 ▴