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Erkenntnisse
Mauerbefunde Grünenberg
Ergebnisse der archäologischen Bauforschung
Holzburg des 11. Jahrhunderts
Reste von leicht eingetieften Grubenhäusern, Pfostengruben
sowie aus der Felsoberfläche geschrotete Balkenlager
stammen von einer Holzburg, die vielleicht
schon im 10./11. Jahrhundert bestand.
Burganlage des 12./13. Jahrhunderts
Ältester Teil der Steinburg des ausgehenden 12. Jahrhunderts
sind die Ringmauer sowie der Vorgänger des
Turmes (Bergfried 12) in der Nordwestecke.
Die Mauern sind aus einem Kieselkern mit einer Schale
aus grob zugerichteten Sandsteinquadern gebildet.
Als Steinbrüche dienten die Halsgräben (1, 2, 11).
Diagonal unter dem Burgturm zieht ein Felsspalt durch
den Molassefelsen. Er dürfte dafür verantwortlich sein,
dass es noch während dem Turmbau zu einem Neubau
kam, nun mit mächtiger Bossenquaderverkleidung.
Nicht viel später an die Ringmauer angebaut wurden
der sogenannte Südpalas (10) in der Südwestecke und
der Nordpalas (5) in der Nordostecke. Der Zugang in die
Burg erfolgte zunächst über die beiden Halsgräben von
der Südostseite her (7). In den Sandstein geschrotete
Balkenauflager belegen vor dem Zugang eine hölzerne
Rampe. Im Bauablauf nochmals etwas jünger ist die
sowohl an die Ringmauer wie an den Südpalas anstossende
Kapelle (9). Als Annex an diese entstand das
Sodbrunnenhaus (8) – aufgrund der Funde noch im
13. Jahrhundert.
Verlegung des Burgzugangs
Vorläufig nicht genauer zeitlich eingrenzbar ist die Verlegung
des Zuganges an die Nordecke (4). Er erforderte
eine neue Zugbrücke (3), brachte aber eine zeitgemässe
wehrtechnische Ausrüstung; der Felsverlauf erlaubte nur
hier die Anlage eines Zwingers. Nachgewiesen ist der
axiale Schwingbalkengraben der Toranlage. Neben dem
vermauerten älteren Zugang wurde ein Ofenhaus mit
kreisrund überwölbtem Backofen (6) angelegt.
Letzte Erneuerungen im 15. Jahrhundert
Das Aufkommen besserer, aber auch grösserer Wagen
erforderte eine Weitung des Einfahrtswinkels und damit
einen Umbau des Zwingers (4).
© ADB 10.2001