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<h2>SubmittedText<h2><p>"Le Matin" vom 29. Oktober 2010 berichtet, dass die UBS den aus La Chaux-de-Fonds stammenden Architekten Le Corbusier aus ihren Werbekampagnen gekippt hat. Le Corbusier, Entwickler der "Wohneinheit", Schriftsteller und Maler, gilt jedoch als Wegbereiter des modernen Städtebaus und als visionärer Architekt. Selbiger Artikel deutet an, dass sein Konterfei auf den 10-Franken-Noten in diesem Zusammenhang ebenfalls verschwinden könnte, ganz im Stile von "Big Brothers" wie in Orwells Roman "1984", die im Namen der politischen Korrektheit bestimmte Aspekte des nationalen historischen und kulturellen Gedächtnisses nachträglich verteufeln und auslöschen wollen. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um das nationale historische und kulturelle Gedächtnis gegen "politisch korrekte" Revisionen zu schützen? Welche Kriterien legt er für derartige Revisionen fest, und wo setzt er Grenzen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Als privatwirtschaftliches Unternehmen ist die UBS bei der Wahl ihrer Werbekampagnen völlig autonom, vorausgesetzt, sie hält die eidgenössischen und kantonalen gesetzlichen Bestimmungen ein.</p><p>Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erneuert die Motive auf den Schweizer Banknoten regelmässig, um den jeweils aktuellen Sensibilitäten Rechnung tragen zu können. Die Motive der sechsten Serie der SNB, die zwischen 1976 und 1979 in Umlauf gebracht wurden, zeigten historisch bedeutende Schweizer Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Wissenschaft. Auf der aktuellen Serie, die zwischen 1995 und 1998 in Umlauf gebracht wurde, sind bedeutende Kunstschaffende des schweizerischen Kulturerbes abgebildet. Entsprechend dieser Praxis hat der 2005 lancierte Ideenwettbewerb der SNB das Thema der nächsten Notenserie bereits bestimmt, es geht um die "weltoffene Schweiz". Die Ausgabe dieser neuen Serie ist für 2012 geplant.</p><p>Weiter ist die Erhaltung des historischen und kulturellen Gedächtnisses Teil der Aufgaben des Bundes. Dieser Auftrag wird gemäss den entsprechenden Bundesgesetzen durch das Schweizerische Nationalmuseum und die Schweizerische Nationalbibliothek wahrgenommen. Und schliesslich ist zum Werk von Le Corbusier festzuhalten, dass der Bundesrat die Kandidatur mit den Titel "Architektur und Städtebau von Le Corbusier" im Hinblick auf die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der Unesco vollumfänglich unterstützt. Es handelt sich um eine transnationale serielle Kandidatur unter der Leitung Frankreichs und umfasst 19 Werke in Argentinien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Japan und der Schweiz.</p><p>Die Anerkennung der Leistungen von Le Corbusier im Bereich der Architektur steht nicht im Widerspruch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit von ihm geäusserten Meinungen. Wie der Bundesrat bereits in der Antwort auf die Interpellation Sommaruga Carlo 07.3486 festhielt, "hat jede Zeit ihre gesellschaftlichen Werte auch in der kritischen Konfrontation mit den Vorfahren zu messen".</p>  Antwort des Bundesrates.