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Ein Zürcher soll mit dem mysteriösen Chiemsee-Kessel und weiteren krummen Geschäften über 20 Millionen Franken ertrogen haben. Während die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von vier Jahren forderte, verlangte die Verteidigung am Mittwoch vor dem Zürcher Obergericht Freisprüche.
Der elf Kilogramm schwere Goldpokal wurde im September 2001 im bayrischen Chiemsee entdeckt. Er wurde im Mai 2005 vom heute 63-jährigen Beschuldigten für rund 300'000 Euro erworben. Der Finanzjongleur sprach von einer archäologischen Sensation und wollte den angeblich heiligen Gral vermarkten.
Er überredete in der Folge diverse Investoren zu so genannten Partizipationsverträgen. Dabei flossen seiner Firma aufgrund eines geschickten Marketings innerhalb eines Jahres rund 7,4 Millionen Euro zu.
Gemäss Staatsanwaltschaft verwendete der Unternehmer die Gelder jedoch für andere Zwecke. So stopfte er damit alte finanzielle Löcher. Im ersten Prozess vor dem Bezirksgericht Meilen kassierte der nicht geständige Beschuldigte wegen gewerbsmässigen Betrugs eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren.
Beide Parteien legten Berufung ein. Der Beschuldigte sprach zwar von Fehlern, wies aber jegliche strafrechtliche Verantwortung von sich. Die Verteidigung eröffnete ein längeres Plädoyer und forderte erneut Freisprüche.
Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am Donnerstagabend erwartet.
(sda/rcv/chb)