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Das Eschentriebsterben wird durch den pathogenen Pilz Hymenoscyphus fraxineus (synonym: H. pseudoalbidus, Deutsch: Falsches Weisses Stengelbecherchen) verursacht. Die zu H. fraxineus (sexuelle Hauptfruchtform) gehörige Nebenfruchtform (asexuelle Konidienform) heisst Chalara fraxinea.
H. fraxineus gehört zu den Schlauchpilzen (Ascomycota) und ist nah verwandt mit dem in Europa einheimischen Hymenoscyphus albidus, dem Weissen Stengelbecherchen.
Seit den frühen 1990er Jahren befällt dieses neuartige Triebsterben die europäische Esche (Fraxinus excelsior L.). Die Krankheit wurde zuerst in Polen und Litauen festgestellt, von wo sie sich rasch ausbreitete und 2008 auch die Schweiz erreichte. Zurzeit breitet sie sich über das ganze Eschenareal aus. Diese Ausbreitungszone wird als "epidemische Front" bezeichnet. Seit 2013 wird die Krankheit auf der Alpensüdseite beobachtet, wo sie sich ebenfalls rasch ausbreitet.
Da bislang noch keine wirksame Bekämpfungsmethode bekannt ist, sind die Eschenbestände in Europa derzeit stark gefährdet. Dadurch wird eine Baumart von grosser ökologischer und ökonomischer Bedeutung in ihrer Existenz bedroht.
Die Sporen werden mit dem Wind rasch und über grosse Distanzen hinweg verbreitet. Wird eine Esche über die Blätter infiziert, wächst das auf ihnen keimende Pilzmycel über die Blattspindel immer weiter in die Triebe, wo er Rinde und Kambium befällt. Es bilden sich Nekrosen, der Wassertransport wird unterbrochen. Umfasst eine Nekrose den ganzen Stamm- oder Triebumfang, ist die Wasserversorgung zu den oberen Abschnitten des Triebes unterbrochen. Die Baumkrone wird durch abgestorbene, kahle Triebe zunehmend verlichtet. Ausserdem verändert sich die Verzweigungsstruktur der Krone, da die Esche versucht, mit Ersatztrieben und Wasserreisern den Verlust an Trieben zu kompensieren. Sie verbuscht.
Wird eine Esche vom Stammfuss her infiziert, ist äusserlich eine zungenförmige und eingesunkene Rindennekrose zu erkennen. Im Innern verfärbt sich das Holz sektorförmig graubraun, teilweise bis ins Mark. Am Stammfuss bleiben die Holzverfärbungen auf den untersten Stammteil beschränkt und steigen selten mehr als einen Meter im Stamm empor.
Zwischen einem Befall am Stammfuss und einem Befall der Baumkrone besteht keine Verbindung, sodass der grösste Teil des dazwischenliegenden Stammes gesund bleibt. Stammfussnekrosen werden oft sekundär durch den Hallimasch (Armillaria spp.) befallen, der so von der Schwächung des Baumes profitiert.
Sehen Sie dazu auch: Merkblatt Eschentriebsterben