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Das durchschnittliche monatliche Einkommen deckt in keinem der 105 globalen und regionalen Finanzzentren im Bloomberg Global City Housing Affordability Index die Kosten für den Kauf einer umgerechnet 93 Quadratmeter grossen Wohnimmobilie oder die Anmietung einer Drei-Zimmer-Unterkunft ab. Das Ergebnis basiert auf der allgemeinen Faustregel von US-Banken, dass Menschen nicht mehr als 28 Prozent der Nettoeinkünfte fürs Wohnen ausgeben sollten. Wird die Grenze auf 50 Prozent angehoben, würden immerhin 12 Städte im Ranking als erschwinglich gelten.
Laut Enrique Martínez-García, einem leitenden Forschungsökonomen der Federal Reserve Bank of Dallas, der Immobilienpreise studiert, stehen den Bewohnern in diesen Tagen viele Hindernisse gegenüber - unter anderem städtische Landnutzungsvorschriften, unterentwickelte Mietmärkte und Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Politische Lösungen für diese Probleme würden nicht auf der Hand liegen.
"Keinen Zugang zu Krediten zu haben, das ist eine Herausforderung für die Entwicklung eines gesunden Wohnimmobilienmarkts", sagt er, "ber ihn zu schnell zu öffnen, ist möglicherweise auch ein Problem. Es könnte zu einer ’Boom-Bust’-Entwicklung führen."
Der Bloomberg-Index berechnet die Erschwinglichkeit für Miete oder Kauf in Stadtzentren und Vororten. Die Rangfolge basiert auf selbst gemeldeten Daten, einschliesslich Nettolohn und Hypothekenzinsen, zusammengestellt von Numbeo.com, einer Online-Datenbank für Stadt- und Länderstatistiken.
Caracas und Kiew mit wenig bezahlbarem Wohnraum
Seit 2012 sind 48 Städte im Bloomberg-Index weniger erschwinglich geworden, während sich die Erschwinglichkeit in 51 verbessert hat. Historische Daten stehen nicht für alle 105 Märkte zur Verfügung.
Die aufstrebenden Volkswirtschaften haben derzeit den am wenigsten bezahlbaren Wohnraum, angeführt von Caracas und Kiew in der Ukraine. Die verbleibenden Städte unter den am wenigsten bezahlbaren 20 Ballungsräumen im Ranking umfassen 7 in Asien un 6 in Lateinamerika. London ist die am wenigsten erschwingliche Stadt zum Wohnen in Westeuropa. Die monatlichen Mieten und Hypothekenraten entsprechen hier 135 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens.
In Rio de Janeiro, der zweitgrössten Stadt Brasiliens, würde das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen von 640 US-Dollar selbst am Stadtrand keine Anmietung erlauben - ganz zu schweigen von der Möglichkeit, sich ein Haus oder eine Wohnung im Stadtzentrum zu kaufen, wo sich monatliche Hypothekenzahlungen der Marke von 2000 Dollar annähern. Die durchschnittlichen monatlichen Wohnkosten in Rio liegen laut Ranking bei 236,4 Prozent der Nettoeinkünfte. Damit ist Rio unter den am wenigsten erschwinglichen Städten auf dem 8. Rang zu finden.
Dies liefert möglicherweise auch eine Erklärung dafür, warum 2010 mehr als 20 Prozent der Bürger der Stadt in informellen Slums lebten, den Favelas. Jüngere Daten hierzu sind nicht verfügbar.
Wohnraum in Zürich einigermassen erschwinglich
München kommt im aktuellen Ranking auf dem 73. Platz mit 67,3 Pozent, Düsseldorf auf dem 79. Platz mit 61,6 Prozent und Genf auf dem 82 Platz mit 60,2 Prozent. Frankfurt gilt auf dem 91. Platz mit 55 Prozent als relativ erschwinglich. Ähnliches lässt ich auch für Zürich auf dem 94. Rang mit 50 Prozent sagen.
Sieben der zehn am meisten erschwinglichen Städte befinden sich Nordamerika: vier in den USA und drei in Kanada.
Zwei der Städte mit der grössten Verbesserung sind in China. Es handelt sich um Shenzhen und Guangzhou. Unabhängig davon überwältigt die Wohnungsnachfrage im ganzen Land das Angebot - "trotz des schnellen Baus und der grossflächigen Fertigstellung neuer Wohnimmobilien" in Städten wie Shenzhen, sagt Kate Everett-Allen, Leiterin der internationalen Wohnforschung beim Immobilienberater Knight Frank in London. Das liege an der "Massenurbanisierung" und den verhältnismässig niedrigen Löhnen. Preise für Wohneigentum seien in mehreren Städten 2016 mit einer Jahresrate von bis zu 40 Prozent gestiegen.
Vier chinesische Ballungsgebiete, darunter Hongkong, gehörten zu den 20 am wenigsten bezahlbaren im Index.
(Bloomberg)