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Krähenbühl vereitelt Jennys Solo
Leichtathletik – Freiburger Cross-Meisterschaften in Düdingen
9,3 Kilometer hatten die Männer bei der Leimacker-Sportanlage zu laufen. Bis 400 Meter vor dem Ziel sah es nach einem Sieg von Adrian Jenny (TV Wünnewil) aus. Dann kam Jacques Krähenbühl (Freiburg) nach langer Aufholjagd heran und spurtete Jenny nieder.
Autor: Von GUIDO BIELMANN
Eines ist gewiss: Wenn der 42-jährige Jacques Krähenbühl am Start ist, dann gibt es kein langweiliges Rennen. Das bewahrheitete sich einmal mehr am Samstag an den Freiburger Cross-Meisterschaften. Der verblüffende Adrian Jenny löste sich nach zwei der neun Runden (total 9,3 km) aus einer Sechsergruppe. Er lag in der fünften bis siebten Runde dreissig Meter voraus. Krähenbühl passierte nach vier Runden als Dritter. Eine Runde später war er zusammen mit Michel Brügger (TV Bösingen) an zweiter Stelle. In der sechsten Runde fiel Brügger zurück. Bis Ende der siebten Runde klaffte immer eine Lücke von 30 Metern zwischen dem führenden Jenny und Verfolger Krähenbühl, und es machte den Anschein, als ob Jenny den ersten bedeutenden Sieg auf kantonaler Ebene feiern könnte. Aber es kam, wie es nach dem – wir nennen es das «Krähenbühlsche Gesetz» – kommen musste: Der Veteran kämpfte sich auf der zweiten Hälfte der Schlussrunde wieder heran. Der Finish war äusserst spektakulär. 300 Meter vor dem Ziel schloss er zu Jenny auf. Jenny konterte, aber Krähenbühl auch, und in der folgenden Kurve mit dem giftigen Abwärts-Geländeknick setzte Krähenbühl sich um ein paar Meter ab. Jenny war im Spurt machtlos.Krähenbühls Kommentar: «Die Beine schmerzten schon nach vier Runden. Aber ich wollte unbedingt gewinnen, weil ich hier erst zum dritten Mal am Start war. Als ich im ersten Jahr in der Elite war, vor 22 Jahren, habe ich hier gewonnen. Ich sagte mir: Beinschmerzen hin oder her, ich will gewinnen. Auf den letzten 400 Metern gab ich das Maximum. Schade für Jenny.»
Trainingsvolumen gesteigert
Adrian Jenny zeigte sich nicht enttäuscht, im Bewusstsein, dass er dieses packende Rennen geprägt hatte: «Als ich voraus war, hielt ich das Tempo hoch. Nur so konnte ich mir einen Podestrang sichern, denn Michel Brügger ist ja stark im Spurt. Heute kam mir dieses trockene Gelände entgegen, im Gegensatz zum Vorjahr.» Tatsächlich herrschte an diesem Cross Frühlingswetter, und die Läufer waren am Ziel sauber wie an einem Strassenlauf.Der Wünnewiler, der in Bern Polizist ist, hat sich diesen Winter merklich gesteigert, wie er an diesem Cross gezeigt hat: «Ich habe diesen Winter mein Training um 10 bis 20 Kilometer auf ein Wochenpensum von 110 km erhöht. Seit Mitte Dezember habe ich alles im Ausdauerbereich trainiert, mit nur drei Mitteltempo-Einheiten.» Jenny trainiert meist mit Hugo Raemy, Kaspar Grünig und auch Marius Hasler. Jennys Ziel: ein Halbmarathon. Im Vorjahr war er an der SM in 1:10:40 Fünfter.Michel Brügger, im Vorjahr Freiburger Cross-Meister, belegte den dritten Rang. Gegen Krähenbühl hatte er keine Chance: «Ich bekam am Donnerstag eine Grippe. Ich spürte schon beim Einlaufen, dass heute nichts wird.» Nachdem Kaspar Grünig (TSV Düdingen) nach fünf Runden den Anschluss zu Brügger verloren hatte, sicherte er sich den vierten Rang. Grünigs Ziel ist der Zürich-Marathon in 2:30 Stunden: «Wenn das Rennen aufgeht, ist die Zeit realistisch.» Das trockene Terrain am Cross war nicht ganz seine Sache. Grünig läuft lieber wie im Vorjahr im Morast.