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Der Grand Prix von Russland bleibt auch nach dem achten Rennen in Sotschi fest in Mercedes-Hand. Lewis Hamilton gewinnt seinen 100. Grand Prix und übernimmt wieder die WM-Führung.
Lange Zeit sah es an der Spitze des Rennens ganz anders aus. Lando Norris, der erstmals in seiner Karriere aus der Pole-Position starten durfte, schien mit seinem McLaren-Mercedes einem sicheren Premieren-Sieg entgegen zu fahren. Doch der acht Runden vor Schluss einsetzende Nieselregen sorgte für eine hektische Schlussphase.
Weil der Regen immer heftiger wurde, forderten die Boxen-Crews von Norris als auch von Hamilton ihre Fahrer zum Reifenwechsel auf. Vergeblich! Hamilton «gehorchte» erst in der 50. von 52 Runden, Norris nicht. Der 21-jährige Brite blieb noch eine Runde länger draussen, rutschte mit seinem Dienstfahrzeug mehrmals bedrohlich über den Asphalt und rettete nach seinem zu späten Stopp Rang 7 ins Ziel. Die Auszeichnung als «Man of the race» war nur ein kleiner Trost. «Diese Niederlage muss ich ganz allein auf meine Kappe nehmen», erklärte der enttäuschte Norris nach dem Rennen.
Hamilton: «Ich muss meiner Crew gratulieren und mich bedanken, dass sie mich zum Reifenstopp gezwungen haben. Das war heute entscheidend. Es wäre sehr schwierig geworden, Lando zu überholen. Er hat einen super Job gemacht.»
Hamiltons Jubiläums-Triumph war für Mercedes bereits der achte im achten Rennen in Sotschi. Der 36-jährige Brite hatte in der Stadt der Olympischen Winterspiele von 2014 bereits 2014, 2015, 2018 und 2019 gewonnen. Jetzt eroberte sich der siebenfache Champion die WM-Führung zurück und reist mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung (246,5:244,5) in die Türkei nach Istanbul, wo in zwei Wochen das 16. von 22 Saisonrennen ausgetragen wird.
Verstappens Aufholjagd
Max Verstappen, der am nächsten Donnerstag seinen 24. Geburtstag feiert, war einer von fünf Fahrern, die in der Startaufstellung strafversetzt wurden. Der Niederländer zeigte dann in seinem Red Bull-Honda auf den 53 Runden vom letzten Startplatz aus eine sehenswerte Aufholjagd. Überraschenderweise hatte auch Mercedes am Silberpfeil von Valtteri Bottas am Sonntag noch den Motor getauscht. Wohl ein taktisches Manöver, um im hinteren Teil des Feldes Verstappen auf seiner Aufholjagd aufzuhalten. Das klappte nicht wie gewünscht. Der Finne musste sich von Verstappen schon nach sieben Runden überholen lassen.
Den ersten Boxenstopp machte Verstappen gleichzeitig mit Lewis Hamilton bei Rennmitte. Da lagen die beiden Titelanwärter nur wenige Sekunden auseinander. Doch Hamilton kam vor einem Pulk mit vier Fahrzeugen auf die Strecke zurück und hatte freie Fahrt, während Verstappen dahinter aufgehalten wurde.
Beim einsetzenden Regen hatte dann aber Verstappen die richtige Nase mit einem frühen Reifenwechsel und wurde gut 50 Sekunden hinter Hamilton mit Rang 2 belohnt. Wie Verstappen profitierten von einem schnellen Stopp auch Carlos Sainz im Ferrari (3.), Daniel Ricciardo im McLaren-Mercedes (4.), Bottas (5.) und auch Kimi Räikkönen im Alfa Romeo-Ferrari (8.).
Verstappen: «Dieses Resultat hatten wir nie erwarten können. Das ist sehr, sehr gut und fühlt sich wie ein Sieg an. Wir haben im Team ausgerechnet, dass es unter normalen Bedingungen im besten Fall zu Rang fünf reichen könnte.»