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Von Manfred Rösch, «Finanz und Wirtschaft»
Der schottische Elektroingenieur James Blyth stellte 1887 im Garten seines Ferienhäuschens eine kleine Windkraftanlage auf, mit vertikaler Achse und segeltuchbespannten Rotoren. Der erzeugte Strom lud Akkumulatoren auf, die gespeicherte Energie erleuchtete Blyths Cottage – eine Weltpremiere. So richtig in Schwung kam Windenergie jedoch erst etwa ein Jahrhundert später. Mittlerweile erreichen Windkraftanlagen Kapazitäten, die ungleich mehr Kraft erzeugen als bloss, um eine Funzel flackern zu lassen. Die Windbranche entwirft derzeit Typen, die bis zu 10 oder 20 Megawatt Leistung erreichen sollen: Je höher die Nabe und je länger die Rotorblätter, desto grösser die Energieernte (mit zunehmender Höhe steigt die Windgeschwindigkeit).
In Konzeptstudien entstehen Titanen von 180 Metern Nabenhöhe, einer Gesamthöhe ähnlich derjenigen des Eiffelturms und mit einem Rotordurchmesser von rund 250 Metern – über das Dreifache der Flügelspannweite des Grossraumflugzeugs Airbus A380 (die 80 Meter beträgt).
Es ist jedoch noch viel technische Innovation und industrielle Entwicklung nötig, bis solche Windmühlen «onshore» oder «offshore» errichtet werden können. So müsste an der Nabe einer 20-Megawatt-Windkraftanlage eine Rotormasse von etwa 880 Tonnen installiert werden – bis dato unmöglich.