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Das Genfer Gelöbnis wurde seit seiner ersten Verabschiedung an der 2. Generalversammlung des Weltärztebundes in Genf im September 1948 insgesamt sechs Mal revidiert, zum letzten Mal 2017. Die einzelnen Versionen mit den jeweiligen Änderungen finden Sie auf der Homepage der World Medical Association: https://www.wma.net/policies-post/wma-declaration-of-geneva/
Das Genfer Gelöbnis entstand unter dem Eindruck der schrecklichen Verbrechen des Zweiten Weltkrieges, an denen auch Ärzte beteiligt waren. Es war eine Neuformulierung des Hippokratischen Eides im Anliegen, dessen moralischen Gehalt in eine Form zu bringen, die auch im zwanzigsten Jahrhundert verstanden und akzeptiert werden sollte. Es lehnte sich an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte an, die ebenfalls 1948 verabschiedet wurde. Wie in der ersten Fassung von 1948 spricht auch die neuste Fassung des Genfer Gelöbnisses ganz in der Tradition des Hippokratischen Eides von «utmost respect of human life», also vom höchsten oder äussersten Respekt vor dem menschlichen Leben. (beide englische Fassungen weiter unten). Dies ist mit assistiertem Suizid nicht vereinbar, wie auch die World Medical Association zuletzt 2015 bekräftigte. ( WMA Statement on Physician-Assisted Suicide, 2015, https://www.wma.net/policies-post/wma-statement-on-physician-assisted-suicide/)
Die deutsche Übersetzung der aktuellen Fassung von 2017 finden Sie untenstehend. In dieser Fassung sind einige Änderungen eingefügt, die des kritischen Kommentars bedürfen (in Bearbeitung).
WELTÄRZTEBUND
DEKLARATION VON GENF (Fassung von 2017)
verabschiedet von der
2. Generalversammlung des Weltärztebundes, Genf, Schweiz, September 1948
und revidiert von der
22. Generalversammlung des Weltärztebundes, Sydney, Australien, August 1968
und revidiert von der
35. Generalversammlung des Weltärztebundes, Venedig, Italien, Oktober 1983
und revidiert von der
46. Generalversammlung des Weltärztebundes, Stockholm, Schweden, September 1994
und sprachlich überarbeitet auf der
170. Vorstandssitzung, Divonne-les-Bains, Frankreich, Mai 2005 und auf der 173. Vorstandssitzung,
Divonne-les-Bains, Frankreich, Mai 2006
und revidiert von der
68. Generalversammlung des Weltärztebundes, Chicago, Vereinigte Staaten von Amerika, Oktober 2017
Das ärztliche Gelöbnis
Als Mitglied der ärztlichen Profession
gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.
Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patientin oder meines Patienten werden mein oberstes
Anliegen sein.
Ich werde die Autonomie und die Würde meiner Patientin oder meines Patienten respektieren.
Ich werde den höchsten Respekt vor menschlichem Leben wahren.
Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube,
ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller
Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meine
Patientin oder meinen Patienten treten.
Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod der Patientin oder des Patienten
hinaus wahren.
Ich werde meinen Beruf nach bestem Wissen und Gewissen, mit Würde und im Einklang mit guter
medizinischer Praxis ausüben.
Ich werde die Ehre und die edlen Traditionen des ärztlichen Berufes fördern.
Ich werde meinen Lehrerinnen und Lehrern, meinen Kolleginnen und Kollegen und meinen
Schülerinnen und Schülern die ihnen gebührende Achtung und Dankbarkeit erweisen.
Ich werde mein medizinisches Wissen zum Wohle der Patientin oder des Patienten und zur
Verbesserung der Gesundheitsversorgung teilen.
Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine
Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können.
Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von
Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden.
Ich gelobe dies feierlich, aus freien Stücken und bei meiner Ehre.
Offizielle deutsche Übersetzung der Deklaration von Genf,
autorisiert durch den Weltärztebund.