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Phoenix - Tucson - El Paso
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6. Woche: 13. bis 19. Dezember 2004
Montag; Wir verliessen das Orangewood Shadow RV Resort,
nicht weil es uns nicht gefallen hätte, aber es gibt ja hier im Südwesten noch
so viel zu sehen!
Wir fuhren über Apache Junction und Florence nach Cooligde, wo sich der Eingang zu den Casa Grande Ruins befindet. Die Casa Grande Ruins sind Überbleibsel aus früheren Zeiten. Das Hauptgebäude mit den umliegenden anderen Ruinen sind auf einer Fläche von ca. zwei km2 verteilt. Die vor über 1000 Jahren hier lebenden "Hohokam" People ernährten sich von den verschiedenen Früchten und Tieren der Sonoran Desert. Überhaupt muss die Wüste vor 1000 Jahren einiges fruchtbarer gewesen sein, da vor allem in den letzten Jahrzehnten infolge der modernen Wasserfassung, der Grundwasserspiegel stark gesenkt wurde.
Nach der interessanten Besichtigung
fuhren wir zum in der Nähe gelegenen "Walmart" (Einkaufszentrum) wo sich
auf dem Parkplatz schon einige
Motorhomes zur Übernachtung installiert hatten. Dass man dort auf diesen Parkplätzen
zum Nulltarif übernachten darf, wissen wir von Tony, einem Bekannten aus Vancouver.
Dienstag; Im kleinen Ort Pichaco erreichten wir den Interstate 10. Bei der Ortschaft Marana verliessen wir den Highway, um in den 12 Meilen südlich gelegenen Saguaro Nationalpark zu gelangen.
Das zur Sonora Wüste zählende Gebiet des Saguaro Nationalparks erstreckt sich östlich und westlich von Tucson. Charakteristisch für diese tiefstgelegene Wüste Nordamerikas ist die trotz grosser Hitze reiche und vielfältige Pflanzen- und Tierwelt; die typischen Saguaro- oder Armleuchterkakteen und die auf den Kakteen lebenden Vögel, wie Gila Specht und Kaktuszaunkönig, sowie die Klapperschlangen und Gila Monster.
Wir begaben uns gleich zum Visitor Center um uns über die Möglichkeiten im Park zu informieren. Es gibt verschiedene Wanderwege und einen ca. 9 km langen Scenic Drive. Da es für eine längere Wanderung schon zu spät war, entschlossen wir uns für den Scenic Drive. Unterwegs kann man an diversen Orten aussteigen und zu den Aussichtspunkten spazieren. Einzelnen Kakteen trugen noch ihre Früchte.
Ca. 6 Meilen weiter im angrenzenden Tucson Mountain Park fanden wir einen sehr schön gelegenen Campingplatz mitten in den Kakteen. Gegen Abend beobachteten wir hinter unserem Camper einen Cactus Wren (Vogel), der genüsslich mitten auf einem Kaktus sass und die Früchte sorgfältig herausspickte. Ein herrlicher Ort zum übernachten.
Mittwoch; Wir besichtigten heute das Arizona Sonora Desert Museum. Wir waren ja schon im Jahre 1983 einmal hier und es hat uns dazumal schon sehr gefallen. Wir schlenderten den ganzen Tag durch den schön angelegten Park, in dem nur die hier vorkommenden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gezeigt werden, wie zum Beispiel der niedliche Prärie Dog. Immer wieder wurde uns von den Park Ranger die einzelnen Pflanzen und Tier näher erklärt. Zum Abschluss sahen wir uns noch eine Freiflugdemonstration von "Hawks" an (vergleichbar mit unserem Habicht). Anschliessend machten wir uns auf den Weg quer durch Tucson, um auf dem im Osten von der Stadt gelegnen Saguaro Nationalpark zu gelangen.
Donnerstag; Heute nahmen wir uns Zeit, um den Scenic
Drive im östlichen
Teil des Saguaro Nationalparks zu fahren. Die Landschaft gleicht dem westlichen
Teil, jedoch ist es hier bergiger.
Die 8 Meilen lange geteerte Strasse windet sich über Berg und Tal durch eine mit Kakteen, Sträuchern und Büschen bewachsene Landschaft. Immer wieder gibt es Abstellplätze von wo aus man kurze Spaziergänge und längere Wanderungen unternehmen konnte.
Am Nachmittag machten wir einen ersten Abstecher in die Stadt
Tucson um einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten.
Im Südwestzipfel, ca. 180 km von der Hauptstadt Phoenix entfernt, liegt die Stadt Tucson, die mit ihren durchschnittlich 350 Sonnentagen im Jahr ihrem Beinahmen "City of Sunshine" alle Ehre macht. Die im fruchtbaren, von den Santa Catalina Mountains geschützten Tal des Santa Cruz River gelegene Stadt ist dank ihres milden winterlichen Klimas und der attraktiven Umgebung für viele Touristen, so genannte "Snowbirds", ein beliebtes Winterdomizil. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts hatten spanische Jesuiten hier eine Missionsstation eingerichtet, die "Mission San Xavier del Bac". Die besonders reich ausgestattete Kirche gilt als Musterbeispiel des barocken Baustils der spanischen Kolonialzeit. Im 18. Jahrhundert entstand hier eine Siedlung, welche im Jahre 1857 zur Poststation an der Route von Texas nach Kalifornien wurde.
Freitag; Heute genossen wir einen Ruhetag auf dem Campingplatz, ausserdem musste der Haushalt gemacht werden.
Samstag; Von der Nationalparkgrenze aus führen diverse Wanderwege in den Park. Wir machten uns früh auf den Weg und verbrachten den ganzen Tag mit Wandern durch einen kleinen Teil des schönen Parks. Von einer Anhöhe aus, hatten wir einen grandiosen Blick über das Tal bis weit nach Tucson.
Sonntag; Pima Air & Space Museum
Wir verliessen den Campingplatz und fuhren die paar Meilen zum Flugzeugmuseum. Wir lösten ein kombiniertes Ticket, einmal für das Museum und dann noch für die Bus-Tour durch die Air Force Base nebenan, welche am Montag stattfindet.
Die Ausstellung beinhaltet vier Hangars, eine Space Expo, ein Memorial Museum und ein grosses Aussengelände. Viele Flugzeuge, welche im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden waren zu sehen, sogar eine Balair des Roten Kreuzes stand zwischen den Bombern. Die Präsidentenmaschine, die Air Force One, mit welcher John F. Kennedy und Johnson um die halbe Welt flogen, konnte man sogar von innen besichtigen.
Gegen Abend verliessen wir das interessante Museum und fuhren zum in der Nähe gelegenen Voyager RV Resort. Hier wollten wir eigentlich nur eine Nacht bleiben, aber als Erstbesucher kamen wir in den Genuss einer zusätzlichen gratis Übernachtung, die wir natürlich gerne annahmen.
7. Woche: 20. bis 26. Dezember 2004
Montag; Nun war also heute die Besichtigung der Tucson "Air Force Base" an der Reihe. Dass wir als Ausländer so etwas besichtigen konnten, war schon überraschend. Natürlich durfte man das nur mittels einer geführten Bustour. Bereits beim Besteigen des Busses mussten wir unsere Pässe zeigen. Danach folgte die Sicherheitskontrolle beim Eingang der "Air Base". Und hier standen sie nun in Reih und Glied, die Kampfflugzeuge, welche in aller Welt eingesetzt wurden, resp. noch immer im Einsatz sind. Leider durften wir nicht aussteigen, um die Flieger von nahem zu sehen, zudem waren die Cockpits und Triebwerke abgedeckt, aber, wie uns unser Tour Guide versicherte, jederzeit einsatzbereit. Das Gelände war riesig, einmal musste der Bus sogar auf einer speziell fürs Militär gebauten Brücke die Kolb Road überqueren um zu einem weiteren Gelände zu gelangen, wo die ausrangierten Flugzeuge standen. Das war ein trauriger Anblick, bei den einen waren die Flügel weg und bei den andern fehlten die Triebwerke.
Dienstag; Nachdem wir auf der östlichen Seite der Stadt
so ziemlich alles besichtigt hatten, fuhren wir zurück Richtung Stadt. Unterwegs
kamen wir an einem Warenhaus ("American Outlet Store") vorbei, da wir
sowieso neue Jeans brauchten, kam uns das sehr gelegen. Wir wagen es fast nicht
zu sagen, aber für 110 $ (130 SFR) bekamen wir 3 Paar Jeans, 2 Paar Stoff-Hosen,
6 Paar Socken, 2 Pullover und ein T-Shirt!
Mittwoch; Zwei Stunden in einer anderen Welt.
Ca. 50 km nördlich von Tucson befindet sich die riesige Glaskonstruktion von "Biosphere 2", einem künstlich geschaffenen Lebensraum, in dem von 1991 bis 1993 vier Männer und vier Frauen von der Aussenwelt völlig abgeschirmt lebten. Sieben so genannte "Biome" (tropischer Regenwald, Savanne, Wüste, Lagune, Korallenriff, Wattenmeer und ein lichtarmer Tiefsee) in denen mehr als 3'500 Pflanzen- und Tierarten lebten, halfen mit zu beweisen, dass Menschen gesund leben können, ohne ihren Lebensraum zu zerstören. Der künstlich angelegte 7.6m tiefe Ozean fasst 3'800 m3 Salzwasser. Mittels einer zweistündigen, sehr guten informativen Führung erhielten wir einen Einblick in das "grösste Treibhaus" der Welt. Man könnte sich gut vorstellen, hier auch ein paar Tage zu verbringen, denn wo sonst liegen ein Korallenriff und eine Wüste mit Kakteen ein paar Schritte auseinander!
Donnerstag; Heute sahen wir uns die Innenstadt und die "Old Town" von Tucson an. Vor allem der "Presidio Bezirk" ist sehr interessant. Hier befinden sich einige alte Gebäude aus der Gründerzeit. Dann ist da natürlich noch die andere Seite von Tucson, all die neuen Gebäude, die in den letzten Jahren entstanden. Wir bummelten eine Weile umher und fuhren am späteren Nachmittag aus der Stadt. Wir nahmen die "Gate Pass Road", welche über den Tucson Mountain Park in den Saguaro Nationalpark führt.
Freitag; Heiligabend
Wir genossen den schönen Tag auf unserem Campingplatz, wir hatten uns in Tucson mit Büchern eingedeckt und kamen endlich einmal zum Lesen. Der vor einer Woche noch einsame Platz hatte sich inzwischen ziemlich gefüllt. Eines haben wir in Australien schon nicht verstanden; da gibt es hier vier wunderschöne grosszügige "Loups", aber von denen sind nur zwei offen, so hocken wieder alle beieinander! Dabei hätte es hier doch so viel Platz! Vielleicht liegt es daran, dass man dann eine Toilettenanlage mehr reinigen müsste. Das soll uns doch bitte einmal jemand erklären!
Samstag und Sonntag; Weihnachten
Zuerst plagte uns schon ein bisschen das schlechte Gewissen, dass wir noch gar keine Wanderung unternommen hatten. Wir verbrachten Weihnachten auf dem schönen Campingplatz.
8. Woche: 27. Dezember 2004 bis 2. Januar 2005
Montag; Old Tucson Studios
Von unserem Campingplatzes führt ein kurzer Spazierweg nach Old Tucson, dem kleinen Westernstädtchen. Es wurde im Jahre 1940 aufgebaut und diente als Kulisse für zahlreiche Westernfilme. Wir sahen uns verschiedene Wildwest Vorführungen an, in denen wild geschossen wurde und man fühlte sich zeitweise, als käme gleich John Wayne um die Ecke geritten. Wer kennt sie nicht, die Filme "Rio Bravo" oder "El Lobo", welche hier in diesen Studios gedreht wurden. Oder vielleicht erinnern sich einige an die Ranch aus den TV-Serien "High Chaparral" und "The Little House on the Prairie" (die kleine Farm mit Michael Landon, der Little Joe aus Bonanza). Im Saloon nebenan fanden Tanzvorführungen statt. Die Damen zeigten gekonnt einen "Can Can", sogar mit abschliessendem Rad und Spagat. Natürlich fehlten auch die richtigen Steaks und Ripps nicht, welche direkt im "Chuckwagon" gebraten wurden. Nachdem wir uns ein paar Stunden mit Stuntshows, Knallerei und Steaks eingedeckt hatten, gingen wir wieder gemütlich zurück in unseren stillen Campingplatz.
Dienstag; Beim Frühstück sahen wir einen seltenen Vogel,
es war ein "Roadrunner" der friedlich neben unserem Camper die Morgensonne
genoss.
Heute unternahmen wir eine Wanderung hinauf zum "Wasson Peak" (1'425 m). Der Wanderweg führt bergan durch den Kings Canyon zum Sweetwater Trail, von wo aus man dann noch den restlichen Kilometer zum Gipfel aufsteigen kann. Die Rundsicht war einfach grossartig. Auf der einen Seite lag die Stadt Tucson und auf der andern Seite breitete sich der Tucson Mountain Park aus. Für den Abstieg wählten wir eine andere Route, vorbei an einer ehemalige Mine. Schlussendlich nach ca. 5 Stunden erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt. Die heutige Wanderung betrug 12.5 km.
Mittwoch; Gut, haben wir gestern die Wanderung
unternommen, denn gemäss Vorhersage sollte sich das Wetter über Nacht
ändern. Über Teile von Kalifornien entlud sich eine Schlechtwetterfront, deren
Ausläufer bis weit nach Arizona reichten. Der Himmel verdunkelte sich und es
regnete fast den ganzen Tag. Es gab genug zu tun, mit Freude machten wir uns
dahinter, die Weihnachtsmails zu beantworten und unsere Homepage anzupassen.
Donnerstag; Leider war die Aufenthaltsdauer auf diesem schönen Campingplatz auf sieben Tage beschränkt und so verliessen wir ungern den Platz und fuhren zurück in die Stadt Tucson. Zuerst gingen wir zur Library um unsere Mails zu checken. Von einem dortigen Mitarbeiter bekamen wir einen Tipp, wo wir unseren Laptop mittels Wireless-Karte (Free WiFi) ans Netz bringen konnten. So fuhren wir zum Ike's Coffee Shop, hier war es möglich, wieder einmal unsere Homepage zu aktualisieren.
Freitag; Heute blieben wir nochmals auf dem Campingplatz "Whispering Palms", wir waren ja vor einer Woche schon einmal hier. Wir mussten die Frontscheibe unseres Campers ersetzen lassen. Gott sei Dank hatten wir vorgängig eine Glasversicherung abgeschlossen. Die Firma, die von unserem Vermieter aufgeboten wurde, kam mit einer fahrenden Werkstatt auf den Campingplatz und ersetzte die Scheibe innert kurzer Zeit.
Das neue Jahr haben wir mit einem Glas Champagner willkommen geheissen. Angesichts der furchtbaren Tragödie in Asien war es uns, wie sicher vielen andern, nicht zum Feiern zumute.
Samstag; Nach dem Frühstück fuhren wir in den acht Meilen nördlich von Tucson gelegenen Catalina Mountain State Park. Dieser Park bietet dem Wanderer gut erschlossene Wege und einen grosszügig eingerichteten Campingplatz. Wir suchten uns einen schönen Platz aus und kaum hatten wir unseren Camper installiert, kamen schon die ersten "gefiederten Freunde".
Sonntag; Als erstes gingen wir zum Visitor Center, um für drei weitere Nächte nachzuzahlen. Der Ranger meinte, bevor wir zahlen, müssten wir wissen, dass für den Nachmittag Regen angesagt sei und die Strasse zum Park eventuell überflutet werde, so dass wir ein paar Tage nicht mehr hinausfahren könnten. Wir nahmen die Warnung ernst, aber da wir ja vor hatten sowieso ein paar Tage zu bleiben, entschlossen wir uns dennoch zu zahlen. Da es vorläufig noch nicht nach Regen aussah, unternahmen wir eine kleine Wanderung, den so genannten "Nature Trail". Der Weg war gut beschildert und sehr schön angelegt. Als wir eine zweite kleine Wanderung ("den Birding Trail") unternehmen wollten, war der kleine Bach, den man durchqueren müsste, bereits zu einem kleinen Fluss angeschwollen und die tiefen Wolken hinter den Catalina Mountains bewegten sich sehr schnell auf uns zu, so dass wir uns schleunigst auf den Rückweg zum Campingplatz machten.
9. Woche: 3. bis 9. Januar 2005
Montag; Die Woche fing ja gut an, die ganze Nacht hatte
es durchgeregnet und heute morgen ist wirklich eingetroffen, was der Ranger uns
gesagt hatte.
Der Creek, der normalerweise kein Wasser führt, ist über die Ufer getreten und hat die Zufahrtstrasse zum Park überflutet. Uns machte das weniger aus, wir planten ja sowieso, hier ein paar Tage zu bleiben. Unser Platz-Nachbar hingegen wollte heute morgen weiterfahren, musste aber wieder umkehren und blieb nun gezwungenermassen ein paar Tage länger hier!
Zwischen zwei Wolkenbrüchen spazierten wir zur Zufahrtsstrasse und sahen uns die Bescherung an. Es sah wirklich nicht schön aus.
Am Abend hörten wir in den Nachrichten, dass der ganze Staat Arizona auch seinen Teil des Regens abbekommen hatte. Ebenso erging es der Stadt Phoenix. Seit fünf Jahren hatte der Salt River in Phoenix kein Wasser mehr geführt, jetzt rinnt er als Fluss durch die Stadt!
Dienstag; Die ganze Nacht hatte es heftig weiter geregnet. Ausserdem kam ein kräftiger Wind auf, der unser Motorhome ziemlich durchschüttelte.
Bei der Nässe war nicht daran zu denken, nur einen Schritt nach draussen zu gehen, so entschieden wir uns einen TV-Tag einzuschalten. Ausserdem probierte ich einmal mehr unseren Backofen aus und heraus kam ein Butterzopf. (Hans meinte, nicht schlecht, aber der von der Migros sei besser!). Als der Regen gegen Abend doch noch ein bisschen nachliess, machten wir einen ausgedehnten Spaziergang um den Campingplatz.
Mittwoch; Als wir erwachten, wähnten wir uns irgendwo in Idaho oder Montana. Die umliegenden Berggipfel waren schneebedeckt. Allerdings hatte sich das Wetter gebessert und wir entschlossen uns, zum "Crossing" zu spazieren, um die Lage zu analisieren. Der Fluss war weiter gestiegen und vorläufig war nicht daran zu denken den Park zu verlassen. Ein paar Wagemutige entschlossen sich, barfuss den Fluss zu durchqueren um einkaufen zu gehen. Wir gaben aus Spass gleich eine Bestellung auf; wir bräuchten vier Eier!
Da ja für heute Mittwoch besseres Wetter angesagt war, freuten wir uns auf die lange Wanderung, die wir anschliessend in Angriff nahmen. Es ging entlang eines Bergrückens bis weit ins Hinterland, wo wir dann die Querung zum Sutherland Trail angingen. Dazu mussten wir einen ersten kleinen Wildbach überqueren. Wir suchten uns eine geeignete Stelle, wo es möglich war, trockenen Fusses hinüberzugelangen. Auf der anderen Seite suchten wir mit zwei anderen Wanderer die Fortsetzung des Weges. Gemeinsam gelang es uns, den Wanderweg wieder zu finden.
Nach der Mittagsrast nahmen wir dann den Rückweg unter die Füsse. Bald schon kamen wir wieder an einen Fluss, den es ebenfalls zu überqueren galt. Hier mussten wir die Schuhe auszuziehen. Das Wasser reichte uns bis zu den Waden und war ziemlich "erfrischend". Als wir auf der anderen Seite das Ufer erklommen, schauten uns ein paar neugierige Kuhaugen an. Hier wartete ein richtiger "Cowboy" mit seiner kleinen Herde, die sich in den State Park verirrte. Nachdem er sie mühselig zusammengesammelt hatte, musste er sie wieder zurücktreiben.
Auf dem Rückweg mussten wir noch zweimal den selben Fluss
überqueren. Schlussendlich erreichten wir gegen Abend wieder den Campingplatz.
Eine lohnenswerte Wanderung lag hinter uns.
Als wir die Campinggebühr nachzahlen wollten, hiess es "No Charge" (keine Gebühr) solange die Strasse unterbrochen sei.
Die grösste Überraschung kam nach dem Nachtessen, da klopfte es an die Türe und die Eier "wurden geliefert" und dies erst noch zum "Nulltarif". "What a Day!
Donnerstag; Die Nacht war kalt. Einmal mehr waren wir froh, dass wir den Camper aufheizen konnten. Auf der Wiese lag Reif. Bald schon kam die Sonne und wärmte uns zusätzlich. Wir genossen den schönen Tag rund um unsern Camper. Wir nahmen es gelassen, denn wir hatten zum Glück genug Lebensmittel eingekauft.
Freitag; Heute informierte uns der Platzwart, dass er einen grossen Bagger bestellt habe. Er werde versuchen, die Strasse freizuschaufeln, so dass wir aus dem Park könnten, denn für die nächsten Tage sei wieder Regen angesagt und dass könnte wiederum für ein paar Tage zur Schliessung der Strasse führen. Und plötzlich ging alles ganz schnell, rund um uns herum wurde zusammengepackt und schliesslich taten wir es den andern gleich und nutzten diese Gelegenheit, um aus dem Park zu gelangen. Nach einem grösseren Einkauf unterwegs ging es wieder zurück nach Tucson.
Samstag; Wir fuhren nochmals zu Ike's Coffee Shop um unsere Mails zu checken. Bevor wir die Stadt Tucson endgültig verliessen, besichtigten wir noch die südlich der Stadt gelegene sehenswerte Kirche "Mission San Xavier del Bac", welche im Jahre 1770 von spanischen Jesuiten gegründet wurde.
Wir durchquerten die Ortschaften Sonoita und Huachuca City.
Gegen Abend erreichten wir das kleine Städtchen Bisbee.
Bisbee, 90 Meilen südöstlich von Tucson wurde im Jahre 1880 von De Witt Bisbee gegründet, da er hier enorme Bodenschätze vermutete. Im frühen 1900 Jahrhundert war Bisbee die grösste Stadt zwischen St. Louis und San Francisco, zu der Zeit lebten ca. 20'000 Leute hier.
Sonntag; Wir hatten unseren Camper auf dem Queen Copper Mine RV Park abgestellt und dies war auch gleich der Ausgangspunkt für die täglichen Minentouren, welche hier angeboten werden. Wir (d.h. eigentlich nur Erika) entschieden uns für die erste Tour um neun Uhr. Hans meinte, bei dem Gedanken in einen engen Stollen hinein zu fahren und sich eine Stunde lang als Maulwurf zu fühlen, da käme für ihn keine Freude auf. Also zog ich alleine los.
Ich bekam einen Helm und eine Taschenlampe und los ging's. Der Zug fuhr in den Stollen und wenig später stoppte er ein erstes Mal bei einem der vielen Minenschächte. Hier erklärte uns der Zugführer, wie hier früher gearbeitet wurde. Der Stollen wurde leicht aufwärts in den Berg getrieben, da es für die in der Mine arbeitenden Maultiere sicherlich einfacher war, die leeren Waggons hinauf- und die tonnenschwer beladenen Wagen hinunter zu ziehen. Nachdem wir gut 1'800 Fuss in den Berg hinein gefahren waren, erreichten wir den Endpunkt unserer Tour. Dort durften wir nochmals aussteigen und weitere Stollen, die Verladestation, den Maultierstall und die Gerätschaften besichtigen. Hier kehrten wir um und nach einer Stunde in der Dunkelheit erreichten wir wieder das Tageslicht.
Nach der Tour spazierten wir durch den für uns untypisch amerikanischen Ort Bisbee. Abschliessend besuchten wir noch das Orts-Museum, wo wir äusserst freundlich empfangen wurden und das auch sehr informativ war.
10. Woche: 10. bis 16. Januar 2005
Montag; Wir verliessen Bisbee und fuhren die 20 Meilen
bis
zur Westernstadt Tombstone (The "Town too tough to die")
Als erstes gingen wir in das ehemalige Courthouse, welches heute ein Museum ist, dort erfuhren wir einiges über die Gründung von Tombstone. Die wildeste Bergbaustadt des amerikanischen Westens verdankt ihre Entstehung einem gewissen Ed Schiefflin, der die umliegenden Anhöhen im Jahre 1877 nach Bodenschätzen durchsuchte. Viele Gebäude wurden restauriert, unter anderem das Druck- und Verlagshaus der Tageszeitung "Tombstone Epitaph", das "Bird Cage Theater (ein Bordell) und der Crystal Palace Saloon.
Hier lebten die Legenden des Wilden Westens. Die Auseinandersetzung zwischen den drei Earp's / Doc Holiday und des Clanton / Mc Laury-Clans erreichte ihren Höhepunkt in der berühmten Schiesserei am O. K. Corral vom 26. Oktober 1881. Natürlich lebt die Stadt Tombstone heute unter anderem auch von diesem berühmten "Gunfight", der beim O. K. Corral in einer gut gemachten Show täglich nachgespielt wird. Dies wollten wir auf keinen Fall verpassen. Am Schluss der Show durfte man sich mit den "Legenden des Wilden Westens" fotografieren lassen, was wir natürlich auch taten. Am Abend gingen wir noch in den "Crystal Palace Saloon" zu einem Whisky (Hans) und einem Margaritha (Erika) und hörten eine Weile der Country Band zu.
Dienstag; Bevor wir aus Tombstone wegfuhren, besichtigten wir noch den am Ortsrand gelegenen Friedhof "Boothill". Der Totengräber im Jahre 1981-1982 hatte wohl einen Haufen Arbeit. Hier liegen nicht nur die drei armen Kerle von der berühmten Schiesserei, sondern auch viele andere, gemäss den Inschriften ebenfalls Ermordete oder auch zum Beispiel einer der irrtümlich gehängt wurde.
Mittwoch; Als wir uns unterwegs auf dem Interstate 10
befanden, hatten wir zeitweise infolge eines heftigen Windes mit Staubimmissionen zu kämpfen. Am Mittag erreichten wir Las Cruces, die zweitgrösste Stadt von New Mexico.
Der anvisierte KOA Campingplatz "Best View" liegt sehr schön auf einer Terrasse hoch über der Stadt.
Wir genossen das Lichtermeer von unserem Platz aus.
Donnerstag; White Sands National Monument. Wir hatten uns für den Besuch ein Prachtwetter ausgesucht. Es war zwar kühl, aber die Sonne schien vom stahlblauen Himmel herunter.
Die einzigartige, schneeweisse Gipsdünenlandschaft des White Sands National Monument erstreckt sich als nördlicher Ausläufer der Chihuahua-Wüste in dem von hohen Gebirgszügen umschlossenen Tularosa Becken. Vor ca. 250 Mio. Jahren hat sich in dieser Gegend ein seichtes Meer ausgebreitet, auf dessen Grund sich Gips und Anhydrit ablagerten. Im Laufe von Jahrmillionen hoben sich diese Sedimente hervor, einerseits brach das Tularosa Becken ein, andererseits wurden östlich die San Andres Mountain herausgehoben, die besonders viel Gips enthielten.
Wir informierten uns zuerst im Besucherzentrum mittels eines Videos. Der 8 Meilen lange "Heart of Sands Drive" führt mitten in die Gipsdünenlandschaft hinein. Obwohl wir den Park schon einmal im Jahre 1983 besucht haben, war die Landschaft überwältigend. Auf einem 4.7 Meilen langen Wanderweg konnte man die typischen Lebensformen der Gipswüste kennen lernen. Obwohl der Wanderweg gut markiert war, mussten wir aufpassen, dass wir nicht die Orientierung verlieren. Natürlich konnten wir es diesmal auch nicht lassen, (dort wo es erlaubt war!) die Dünen zu erklimmen und wie kleine Kinder herunter zu rennen. Wir verbrachten den ganzen Tag in dieser einmaligen Gegend. Leider musste man bei Sonnenuntergang den Park verlassen und so fuhren wir zur Übernachtung in das nahe gelegene Alamogordo.
Freitag; Wir sahen uns am Vormittag den Ort Alamogordo an und fuhren danach zurück
nach Las Cruces. Wir hatten nochmals auf dem
schönen Campingplatz "Valley View" reserviert, da wir erfuhren, dass am
Wochenende ein Ballonwettbewerb stattfinden würde. Das wollten wir uns nicht
entgehen lassen. Wir hätten von unserem Platz aus die beste Sicht, meinte die
Campingbesitzerin.
Samstag; Schon früh am Morgen sahen wir im Mesilla Valley die Heissluftballone aufsteigen, allerdings waren sie ziemlich weit weg. Wir zählten insgesamt vierzig Stück.
Sonntag; Nach dem Frühstück machten wir einen ausgedehnten Spaziergang Richtung Mesilla Valley, jedoch kamen wir nicht näher an die Ballone heran, so kehrten wir wieder um und genossen noch einmal die prächtige Aussicht von unserem Campingplatzplatz aus, bevor es weiter nach El Paso ging.
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