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Musik kann im Alltag stressreduzierend wirken
Das Hören von Musik im Alltag kann stressreduzierend wirken. Darauf geben Daten Hinweise, die von Psychologen der Universität Marburg erhoben worden sind. Für eine Studie liessen die Forscher 55 Probanden regelmässig Fragen zum subjektiven Befinden und zu ihrem Musikhörverhalten beantworten.
Parallel dazu erhoben die Forscher des Music & Health Lab um den Klinischen Biopsychologen Urs Nater das Stresshormon Cortisol. Die Daten legen die Vermutung nahe, dass es bei der stressreduzierenden Wirkung der Musik nicht auf die gehörte Musik an sich ankommt, sondern auf die Gründe des Musikhörens.
Die Daten zeigen, dass immer dann, wenn Musik zur Entspannung gehört wurde, die Probanden nicht nur geringeren Stress berichteten, sondern auch geringere Cortisolwerte in ihrem Speichel nachzuweisen waren. Dies war insbesondere für den späten Nachmittag und Abend der Fall. Die Art der Musik (zum Beispiel traurige oder fröhliche, beruhigende oder aktivierende) hatte hingegen keinen Einfluss auf den subjektiv wahrgenommenen Stress im Anschluss an das Musikhören.
Hier zeigte sich jedoch ein anderer Zusammenhang: Musik, die als beruhigend beschrieben wurde, sagte eine geringere Alpha-Amylase-Konzentration im Speichel voraus, unabhängig vom Grund fürs Musikhören. Die Alpha-Amylase ist neben dem Cortisol ein weiterer Biomarker für Stress, der aber offensichtlich unter anderen Bedingungen vom Körper produziert wird.
Originalartikel:
Linnemann, A., Ditzen, B., Strahler, J., Doerr, J. M., & Nater, U. M. (2015). Music listening as a means of stress reduction in daily life. Psychoneuroendocrinology, 60, 82-90.
doi: 10.1016/j.psyneuen.2015.06.008.