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Niklaus von Flüe wird 1417 auf dem Flüeli geboren, in einer Zeit europaweiter epochaler Umbrüche. Er heiratet um 1447 Dorothee Wyss, damals 15 jährig. Gemeinsam bewirtschaften sie als Bauern das Land auf der Hochebene über Sachseln. Sie haben fünf Töchter und fünf Söhne. Nach einem erfolgreichen Leben in Beruf, Familie, Politik und Gesellschaft und langem Ringen zieht Niklaus 1467 mit dem Einverständnis seiner Frau Dorothee als Pilger fort. Bei Liestal kehrt er um und lässt sich als Einsiedler in der Ranftschlucht nieder, nur wenige hundert Meter von seiner Familie entfernt.
Mehr und mehr reisen ratsuchende Menschen aus nah und fern herbei und lassen sich von Bruder Klaus, wie er sich fortan nennt, beraten. Er wird zum Mittler und Ratgeber. bei Uneinigkeiten. Seine Intervention beim «Stanser Verkommnis» 1481 ermöglicht das Bündnis zwischen den zerstrittenen Orten.
Am 21. März 1487 stirbt Bruder Klaus im Ranft und wird in der Pfarrkirche Sachseln beigesetzt. 1947 wird er durch Papst Pius XII heiliggesprochen.
Niklaus von Flüe gehört zu den wirkungsmächtigsten Leitfiguren der Schweiz; in der Mystik und Spiritualität, Gesellschaft und Politik sowie auch als Mensch mit Stärken und Schwächen. Er gilt als Schutzpatron der Schweiz. Vermehrt wird in der theologischen Rezeption die Rolle von Dorothee beleuchtet.
Die Lebens- und Wirkstätten von Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss sind Pilgerorte mit weltweiter Ausstrahlung. Weltweit sind rund 200 Kirchen, Kapellen und Erinnerungsstätten Bruder Klaus geweiht.
Das kleine Dorf Flüeli liegt am viel begangenen Jakobsweg. Der Pilgerort, von Menschen verschiedenster Konfessionen besucht, wird heute auch touristisch beworben. Rund ums Flüeli existieren Gaststätten und religiös geprägte Bildungshäuser.
Im Flüeli können das Geburtshaus und das Wohnhaus von Niklaus und Dorothee besichtigt werden, ebenso die Flüeli-Kapelle. Hier startet auch der „Weg der Visionen“, deren Metallplastiken sechs Visionsbilder darstellen.
In der Ranftschlucht lebte Bruder Klaus fast 20 Jahre als Einsiedler, betete und fastete. Kapellen und die Einsiedelei sind frei zugänglich.
Die Wallfahrtskirche Sachslen birgt das Grab von Niklaus von Flüe. Vis-à-vis befindet sich das Museum Bruder Klaus Sachseln mit der Grundausstellung «Niklaus von Flüe – Vermittler zwischen Welten». Die Bruder-Klausen-Stiftung mit dem Wallfahrtssekretariat gibt Auskunft über die Pilgerstätten, reserviert Gottesdienste und Führungen und bietet Literatur und Andenken an.
Jährlich findet das Ranfttreffen, eine Besinnungs- und Erlebnisnacht für Jugendliche und junge Erwachsene, statt. Für Familien wird am Nachmittag der Familienweg ange-boten.
Niklaus von Flüe gilt als Friedensbotschafter. In den Friedensmessen der unteren Ranftkapelle beten Menschen um den Frieden in der Welt. Der Verein Solidarität Libanon-Schweiz (SLS) erinnert an die beiden «Friedenseremiten» Bruder Klaus und den syrisch-maronitschen Mönch Charbel Makhlouf (1828-1898). In dieser Vereinigung sind über 60 Orte in 18 Ländern verbunden. Weltweit gibt es sakrale Stätten, die Bruder Klaus gewidmet sind.
Das Gedenkjahr 2017 «600 Jahre Niklaus von Flüe 1417-2017» schlossen sich staatliche und kirchliche Behörden in einem Trägerverein zusammen und koordierten Gedenkanlässe. Zu den Kernprojekten gehörten der nationale ökumenische Gedenktag «Gemeinsam zur Mitte», der «Staatsakt» und das Schülerprojekt «Jugend erklärt Niklaus von Flüe».
Dass der „Landesvater“ Bruder Klaus immer wieder und von verschiedensten Akteuren politisch in Anspruch genommen wird, zeigt sich an einer alternativen Gedenkveranstaltung, die im demselben Jahr unter Beteiligung der «Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz AUNS» stattfand.