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Rushmore
Regie: Wes Anderson
Darst.: Jason Schwartzman, Bill Murray, Olivia Williams, Seymour Cassel, Brian Cox, Mason Gamble, Sara Tanaka, Stephen McCole, Connie Nielsen u.a.
Der 15-jährige, arme Max Fischer gelangt mittels eines Stipendiums ans Edelcollege Rushmore, wo er einen fast schon pathologischen Aktivismus für alle möglichen nebenschulischen Aktivitäten entwickelt. Er ist Herausgeber und Chefredakteur der Schülerzeitung, Schauspieler, Autor und Regisseur der Theatergruppe, Vorsitzender des Französischklubs, Gründer der Gesellschaft für Astronomie und des Völkerballklubs und initiiert ständig neue Vereine. Nur seine Noten sind schlecht, sodass ihm der Schuldirektor mit dem Rausschmiss droht. In der Bibliothek stöbert er das Buch «Un trésor englouti» von Jacques-Yves Cousteau auf, das ihn zur Lehrerin Mrs. Cross führt, in die er sich unsterblich verliebt. Zum Beweis seiner Liebe will er im Schulpark sogleich ein Riesenaquarium aufstellen. Einen Geldgeber und Freund findet er im unglücklichen Fabrikbesitzer Herman Blume, der sich dummerweise ebenfalls in Mrs. Cross verliebt. «Wes Anderson trägt eine Brille wie Max und sieht noch immer aus wie ein Teenager (…). Seit ‹Rushmore› gilt er neben Paul Thomas Anderson (‹Magnolia›), Sam Mendes (‹American Beauty›) und Spike Jonze (‹Being John Malkovich›) allerdings als eines der vielversprechendsten Regietalente Hollywoods. Der inhaltlichen Stimmung folgend ist sein Film nach den Jahreszeiten Sommer, Herbst und Winter in drei Akten inszeniert. Am Schluss steht dann das Tauwetter – ein Theaterstück mit dem Titel ‹Heaven and Hell›, für das Max ‹Apocalypse Now› variiert hat und mit dem er sich und alle anderen versöhnt. Andersons irrwitziges Coming-of-Age-Porträt mit einem Faible für deutsche Namen, britische Pointen, die Nouvelle Vague und die Rockmusik der Sechziger- und Siebzigerjahre zeigt einen Aussenseiter, der tatsächlich ein Anarchist ist. Vielleicht hat sich deshalb seit 1998 kein hiesiger Verleih getraut, in der Flut an Pennälerflachsinn diese Teeniekomödie für Cineasten herauszubringen. Dafür weiss Bill Murray aber: ‹Diesem Film ist ein langes Leben beschieden.› Mindestens so lange wie der Kultromanze ‹Harold and Maude›.» Oliver Hüttmann, Der Spiegel