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Mit Blick auf die Abstimmungen vom 2. Juni über die Initiative „Für die Mutter und das Kind“, sowie über die „Fristenregelung“ richtet das Forum ChristNet den folgenden Aufruf an die Behörden der Schweiz:
Wir anerkennen, dass die Lebensumstände, die zu einer Abtreibung führen, sowie die Abtreibung selber in den allermeisten Fällen schmerzhaft und folgenreich sind. Nur sehr wenige Frauen treiben aus Sorglosigkeit ab.
Gleichzeitig sind wir überzeugt von Gottes bedingungslosem Ja zum Leben in allen Umständen. Darum lehnen wir jegliche Banalisierung der Abtreibung ab.
Wir widersetzen uns der Haltung, Menschen, die eine Abtreibung hinter sich haben, abzulehnen und ihnen zusätzliche Schuldgefühle aufzuladen. Insbesondere rufen wir zur Unterstützung von Frauen und Paaren auf, die sich in schwierigen Lebensumständen befinden und ein Kind erwarten.
1) Wir verlangen, dass die Gesetzgebung sowohl das Kind, als auch die Mutter schützt.
2) Wir verlangen, dass der Staat Angebote zur Unterstützung und zum Schutz von Frauen und Paaren, die ungewollt schwanger sind, zur Verfügung stellt. Es ist nicht zulässig, dass sich Frauen und Männer aus wirtschaftlichen, sozialen oder psychologischen Gründen dazu gezwungen sehen, abzutreiben. Hierzu gehört insbesondere die Schaffung eines besonderen Rechtsstatus? für die schwangere Frau, einer umfassenden Mutterschaftsversicherungund privat oder öffentlich finanzierter Auffangstrukturen.
3) Wir verlangen die Schaffung und Unterstützung von privaten und öffentlichen Einrichtungen zur Hilfe an Frauen und Paaren, die wegen einer ungewollten Schwangerschaft in Not geraten.
4) Wir verlangen die Schaffung und Unterstützung von privaten und öffentlichen Einrichtungen zur Hilfe an Frauen und Männern, die an den Folgen einer Abtreibung leiden.
5) Wir verlangen, dass alle nötigen Massnahmen ergriffen werden, damit die Familien auch ungewollten Kindern wirtschaftlich, sozial und beziehungsmässig gewachsen sind.
6) Wir verlangen, dass die Behörden Kampagnen durchführen, die auch über die körperlichen und seelischen Folgen, die eine Abtreibung für die Frau, den Mann und die Familie haben kann (Post-Abortion-Syndrom), aufklären.
7) Wir verlangen, dass die Behörden Informations- und Aufklärungskampagnen durchführen und unterstützen, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Dabei soll Sexualität im Zusammenhang mit Werten wie Vertrauen, Treue und verantwortungsvoller Liebe betont werden.
Bern, den 13. April 2002