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Die Dramatisierung der gleichbetitelten romansichen Vorlage ist Dumas mehr als gelungen. 5 Akte über eine Mätresse, die ähnlich wie bei Flauberts Madame Bovary nach dem Glück strebt, das sich ihr in Form von Liebschaften, Spaß und Luxus ergießen soll, bis das der Tod die jeweiligen Geschichten beendet. Nur ist die Bovary ein Opfer, die Gautier alias die Kameliendame eine Siegerin, ja, fast eine Heldin. Denn sie findet ihre Liebe, sogar erwidert, und doch unantastbar bei ihrer Schatten werfenden Vergangenheit. Letztlich stirbt sie tragisch, aber in Liebe. Und das ist das Schöne an der Geschichte. Anders als der hässliche Tod der vergifteten Bovary. Die Mono- und Dialoge hätten noch etwas klarer (ich denke da an Molière'schen Schreibstil) und geschliffener verarbeitet werden können, doch die Geschichte bleibt eine sehr schöne und mannigfach reflektierte dazu: in der Musik, präziser, in der Oper zu bewundern ("La Traviata" von Verdi) oder auch im Film (von der Garbo dargestellt).
"Die Kameliendame" gehört wohl zu den besten Klassikern der französischen Literatur, kann sich durchaus mit einem Flaubert, einem Stendhal oder Hugo messen. Wer das Drama negiert, sollte Dumas' epische Narration vorziehen. Als Roman bestimmt sehr schön zu lesen. Dumas war ein großartiger und phantasiereicher Schriftsteller, man denke vor allem auch an Titel wie "Der Graf von Monte Christo" oder "Die 3 Musketiere".
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