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Die sogenannten deuterokanonischen Schriften geniessen in der reformierten Tradition kein hohes Ansehen. Dass sie nun in neuer Übersetzung in die Zürcher Bibel aufgenommen wurden, ist auch ein ökumenisches Signal.
von Heimito Nollé
[...] Die Texte in griechischer, aramäischer und hebräischer Sprache aus dem Alten Testament entstanden zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 1. Jh. n. Chr. Anders als in der katholischen Kirche gehören sie nach reformierter Tradition nicht zum Kanon der Heiligen Schrift.
Die Reformierten hätten sich mit diesen Schriften immer schwergetan, sagt Peter Schwagmeier, Dozent für Hebräisch und Aramäisch an der Universität Zürich. Er gehört zum dreiköpfigen Team, das die deuterokanonischen Schriften zwischen 2009 und 2018 ins Deutsche übersetzte. Die Apokryphen seien anfangs zwar formal ins Alte Testament integriert worden, so in der Froschauer-Bibel von 1531. «Gleichzeitig war man sich einig, dass sie nicht den gleichen theologischen Rang wie andere biblische Bücher hatten», sagt er.
Dies war mit ein Grund, warum sie sich schlecht für die Predigt eigneten. Zudem gebe es immer wieder Passagen in diesen Texten, die schon die Reformatoren für problematisch hielten. So komme in den Zusätzen zum Buch Daniel beispielweise ein lebendiger Drache vor, der von den Babyloniern angebetet wurde. «Mit dem nüchternen reformierten Geist verträgt sich das nur schlecht», sagt Schwagmeier. [...]