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PDF Worklflow und Farbprofile
Sandra,
Sie streben offensichtlich einen PDF/X-3 Workflow an in dem mit geräteneutralen, also profilierten Farbräumen gearbeitet werden soll.
Wieviel Erfahrung haben Sie bereits im Umgang mit Farbmanagement? Wenn diese Erfahrungswerte noch nicht oder nur in geringem Maße vorhanden sind, würde ich Ihnen erst einmal von dieser Produktionsvariante abraten wollen und anraten ein klassisches CMYK PDF/X-3 File zu erzeugen.
Dies hat den Vorteil, dass für Sie voraussagbar ist, welche Farben ausgegeben werden. Wenn Sie mit kalibrierten/profilierten Quellfarbräumen arbeiten, muss Ihnen klar sein, dass an einer Stufe X des Weiterverarbeitungsworkflows eine Farbraumtransformation notwendig ist, die die Farben in einen geräteabhängigen DeviceCMYK-Farbraum transformiert. Das Eregbinis dieser Transformation ist von vielen Einflußfaktoren abhängig:
- Quellprofil
- Zielprofil
- Rendering Intent
- CMM
Genau das macht ja Farbmanagement so schwierig. Daran kann auch PDF/X-3 erst einmal nichts ändern. Es stellt nur Regeln auf, die dafür sorgen, dass alles vorhanden ist, um einem Produktionsumfeld in dem erfahrene Anwender mit PDF und Farbmanagement arbeiten zu vernünftigen, reproduzierbaren Ergebnissen kommen.
Zu Ihren Fragen:
- Wenn Sie "eigene Profile" ansprechen, meinen Sie dann eigene Quell- oder Zielprofile oder beides? PDF/X-3 besagt lediglich, dass Farbräume die weder Sonderfarbe noch DeviceCMYK oder DeviceGray darstellen, profiliert vorliegen müssen. Welche Profile dies sind ist nicht vorgeschrieben und kann auch nicht vorgeschrieben werden, weil es abhängig davon ist, wie die Farbdaten entstanden, wie sie verarbeitet und gespeichert worden sind.
Einfacher ist die Frage in bezug auf das Zielprofil zu beantworten. Dieses als bestandteil des OutputIntents eingebettete ICC-Profil beschreibt die beabsichtige Ausgabeabsicht in farblicher Hinsicht. Es ist idealerweise das Druckmaschinenprofil der Druckpresse auf der der Auftrag gedruckt wird und mit dessen Hilfe ein Proof erstellt wurde (das verwendete Simulationsprofil).
Wenn Sie in Adobe InDesign (oder einem anderen Layoutprogramm) Bilder platzieren, die unterschiedliche Farbräume wiederspiegeln, dann ist das Ergebnis wiederum von mehreren Faktoren abhängig:
- Bilddatenformat (z.B. TIFF oder EPS)
- Farbmanagement-Einstellungen
- Ausgabeeinstellungen und PPD-Datei
Wie jedes andere Layoutprogramm auch ist Adobe InDesign z.B. nicht in der Lage in den Farbraum eines platzierten EPS-Bildes einzugreifen. D.h. entweder ist es korrekt gespeichert worden oder Sie haben schlechte Karten.
Adobe InDesign ist eines der wenigen Programme, welches eine Ausgabe unterschiedlicher Farbräume zuläßt. Dies geschieht mit der Ausgabeeinstellung "Drucker-/PostScript-Farbmanagement". Dadurch wird einem TIFF-Bild entweder das im Bild eingebettete Profil als PostScript-CSA Farbraum zugewiesen oder es wird das laut Adobe InDesign definierte Arbeitsfarbraum als CSA integriert. Um es nochmals klar zu sagen: Bilder und Grafiken im EPS-Format sind farblich autark und können nicht beeinflußt werden. Sie sind bereits beim Speichern der Daten für korrekte, an den Workflow angepaßte Farbeinstellungen verantwortlich.
Um einen Weg zu finden, bestimmte Farben (wie z.B. Textschwarz) von einer späteren Farbraumtransformation auszuschließen (die wie bereits gesagt bei Verwendung profilierter Farbräume unumgänglich wäre), hat Olaf Drümmer eine Prolog-Datei für den Acrobat Distiller entwickelt, die es einem Adobe InDesign Anwender erlaubt, Prozeßfarben so zu definieren, dass sie als geräteabhängige CMYK-Farben im PDF landen.
Troetz der Länge diese Antwort-Email kratzt der gehalt nur an Oberfläche. Es gehört schon eine gehörige Portion Erfahrung, Übung und Disziplin von allen Beteiligten dazu, daraus einen sicheren, funktionierenden Workflow zu machen.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Zacherl
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