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Die schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee
Der Titicacasee ist berühmt, weil sein Name in den Ohren von europäischen Touristen so exotisch und fremd klingt. Außerdem ist er der höchstgelegene schiffbare See der Erde und damit eine Besonderheit auf der touristischen Landkarte Südamerikas. Er liegt teilweise in Bolivien und teilweise in Peru.
Der See ist landschaftlich sehr reizvoll. Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene im Norden Boliviens, von der aus man die hohen Berge der Andenkordillere erkennen kann. Diese über 6000 Meter hohen Berge ragen aus der etwa 4000 Meter hohen Ebene hervor und bilden ein einzigartiges Panorama. Der fischreiche Titicacasee ist die Lebensader der Region und daher gruppieren sich die meisten Siedlungen der Gegend am Ufer des Sees oder auf seinen Halbinseln und Inseln.
Inseln auf dem See
Im Titicacasee gibt es mehrere Inseln. Einige sind sogar so groß, dass dort Gebäude stehen. Auf der Sonneninsel, die im bolivianischen Teil des Sees liegt, leben bis heute Menschen der indigenen Volker der Anden. Für sie war die Insel schon vor einigen Jahrtausenden heilig. Auch die Mondinsel, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Sonneninsel befindet, wird mit verschiedenen Göttergeschichten in Verbindung gebracht. Auf ihr können Touristen einige alte Ruinen von Tempelbauten bewundern. Es werden kleine Bootsausflüge von den bolivianischen Küstenorten aus angeboten. Neben diesen richtigen Inseln gibt es die schwimmenden Inseln auf dem Titicacasee, die eine Besonderheit darstellen. Sie wurden vom Volk der Urus erfunden und zwar, um sich vor den Inka zu schützen, die vor einigen hundert Jahren alle Völker aus der Umgebung eroberten und beherrschen wollten. Die Urus flochten sich aus Stroh und Schilf kleine Inseln, um auf dem Wasser leben zu können und so nicht von den Inka in deren Herrschaftsbereich gezogen zu werden.
Freiheit auf dem Wasser
Das Leben auf dem Wasser auf den schwimmenden Inseln ist sehr entbehrungsreich. Die Urus müssen jeden Tag viel Zeit darauf verwenden, ihre Inseln in Stand zu halten. Die Plattformen aus Schilfstroh müssen ausgebessert und kontinuierlich erneuert werden, denn natürlich setzt das Wasser dem Material zu. Um die Inseln intakt zu halten, ist viel Aufwand nötig. denn diese Inseln, die wie dicke Matten auf dem Wasser des Titicacasees schwimmen, müssen auch die Wohngebäude aus Stroh tragen und zudem ihre Bewohner. Das ist statisch gesehen eine kleine Meisterleistung. Trotzdem funktioniert das System noch immer hervorragend. Nur noch sehr wenige Familien der Urus leben heute auf diese Weise und sie empfangen heute Touristen auf ihren Inseln, verkaufen Souvenirs aus Stroh und verlangen etwas Geld dafür, dass man ihre Inseln betreten darf.
Früher war es für sie lebensnotwendig, auf dem Wasser zu leben, um die Kultur zu schützen und die Freiheit der Urus vor den Inkas zu bewahren. Heute, da diese Gründe nicht mehr gegeben sind, ist das Leben auf dem Wasser für die Urus auch ein Stück Nostalgie und es dient der Bewahrung ihrer Identität als ein ganz besonderer Volksstamm. Das Schilf des Sees ist für sie Lebensgrundlage. Sie stellen darauf auch Boote her, die wie Kanus aussehen und komplett aus geflochtenem Stroh bestehen. Die reichen Fischbestände des Sees sind für sie eine weitere Einnahmequelle neben dem Tourismus.
Bildquelle: PublicDomainPictures / pixabay.com