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Wie Gottfried Keller in abgründiger und zugleich ironischer Weise bürgerliche Lebensentwürfe und Geschlechterbilder problematisiert, zeigt sich exemplarisch in der Novelle «Regine» aus dem Zyklus «Das Sinngedicht» (1881; 8. Kapitel – erhältlich als Einzelausgabe im Reclam Verlag). Ein Amerikaner reist nach Deutschland, um eine Frau zu finden. Er verliebt sich in ein Dienstmädchen und schickt sich an, es mit einer standesgemässen Bildung auszustatten. Kellers Variation des Pygmalion-Mythos wirft Fragen auf, die uns auch heute umtreiben. Alle, die die Novelle gelesen haben, sind zur Diskussion eingeladen.