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Ausschnitt Tempel der Erde.
Josua Klein dürfte wahtscheinlich weniger an den Tempelentwürfen und -ideen von Fidus interessiert gewesen sein, als vielmehr an Fidus selbst, der um die Jahrhundertwende bereits einen Namen hatte. Wenn auch, wie bereits angemerkt, als Illustrator und Buchgestalter, nicht als Architekt oder gar Visionär dessen, was Wilhelm Spohr mit der Überschrift des Kapitels über die Tempelkunst im grossen Fidus-Bildband, die er bei Richard Wagner entlehnte, auf die Formel "Das Kunstwerk der Zukunft" brachte. Aber auch an seinem Hang zu grossen Worten wie er ihm selbst nicht nur von Spohr vorgeworfen wurde (vgl. Steine liessen wir brechen).
In den Kleinen Lebenserinnerungen beschreibt Fidus die Bedeutung des Bands bei seiner ersten Begegnung mit Klein 1902 in Berlin. Klein hatte die Anwesenden in ein Nebenzimmer zu einem Tisch geführt (zuvor wurde das Parsifal-Vorspiel von Wagner auf dem Klavier vorgetragen, "um die Wartezeit zu verklären"):
Auf diesem lagen - das Spohrsche Fiduswerk und meine beiden Mappen "Naturkinder" und "Tänze". Hier wies Josua auf die Sendung und Aufgabe meines Schaffens hin und besprach besonders meinen "Tempeltanz" aus der Tanzmappe, ihn allen zeigend. Auch ich sagte zustimmende Worte dazu. Dann aber berief er mich zu "sofortiger Tat"! Ich solle nicht länger um Broterwerb und um Anerkennung in der profanen Kunstwelt ringen, sondern mich ganz dem Dienst der "Tempelkunst" des Geistes weihen.
Im Handumdrehen war die Verbindung hergestellt zu Fidus und seinem Tempel der Tat und seinem Tempel der Erde, an dessen Fassade, wie das unentbehrliche Logo eines Konzerns, protzig das geheimnisvolle TAT angebracht ist. Ein buchstäblich grosses Wort.
- Wilhelm Spohr, Fidus, J. C. C. Bruns, Minden i. W. 1902, S. 89 (Online). Zu Richard Wagners Schrift vgl. beispielsweise Das Kunstwerk der Zukunft in der deutschsprachigen Wikipedia.
Letzte Änderung: 27. September 2020.