Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/2490

"Eine Nation, die ihren Boden zerstört, zerstört sich selbst"
(Frédéric Albert Fallou, 1862)
Die große Bedeutung des Bodens wurde bereits im 19. Jahrhundert erkannt. So schrieb der deutsche Geologe, Bodenkundler und Jurist Friedrich Albert Fallou (1794 – 1877) im Jahr 1862 in seinem Lehrbuch "Pedologie oder allgemeine und angewandte Bodenkunde":
"Es gibt in der ganzen Natur keinen wichtigeren, keinen der Betrachtung würdigeren Gegenstand als den Boden! Es ist ja der Boden, welcher die Erde zu einem freundlichen Wohnsitz der Menschen macht; er allein ist es, welcher das zahllose Heer der Wesen erzeugt und ernährt, auf welchem die ganze Schöpfung und unsere eigene Existenz letztendlich beruhen."
Und er betonte: "Eine Nation, die ihren Boden zerstört, zerstört sich selbst" ( Das Bodenmagazin).
In der Schweiz hat Hans Pallmann die schweizerische Bodenkunde geprägt wie kaum jemand. Als Professor vermittelte Hans Pallmann seinen Schülern mit unermüdlicher Beharrlichkeit Tiefgang und Weitsicht. Es verwundert daher nicht, dass eine Reihe seiner Doktoranden, unter anderem Erwin Frei, die akademische Laufbahn einschlugen und in der Schweiz oder im Ausland auf renommierte Lehrstühle berufen wurden (Hans Sticher, 2001).
Mit der Promotion wechselte Erwin Frei an die Landwirtschaftliche Versuchs- und Untersuchungsanstalt in Zürich-Oerlikon (heute Agroscope), wo er seine Untersuchungen an schweizerischen Böden fortsetzte und er sich schliesslich der Bodenklassifikation und vor allem der Bodenkartierung zuwandte. Die Bodenkartierung brachte er in der Schweiz später zur Blüte.
Im Jahr 1957 stellte Erwin Frei den Antrag ein Institut für Genetik, Systematik und Kartierung der Böden einzurichten. Im Jahr 1959 wurde der Antrag für das Errichten eines Bodenkartierungsinstitutes durch die Vorstände der Eidgenössischen Versuchsanstalten bejaht. So kam es, dass an der damaligen Forschungsanstalt für landwirtschaftlichen Pflanzenbau FAP zwischen 1959 bis 1996 der (Nationale) Bodenkartierungsdienst angesiedelt war.
In dieser Zeit wurden national, vor allem mit dem Schwerpunkt des Mittellandes, hunderte von Bodenkartierungen durchgeführt sowie Methoden und Referenzen für die Kartierung von Schweizer Böden erarbeitet. Mit der Intensivierung der bodenkundlichen Untersuchungen an der FAP wurden in der Folge hausintern mehrere Auflagen einer Bodenkartierungsanleitung, verknüpft mit einer Bodenklassifikation, erarbeitet.
Das wachsende Interesse an der Bodenuntersuchung und -kartierung in den 80er Jahren führte zum Bedürfnis der besseren allgemeinen Zugänglichkeit der Bodenkartierungsmethoden der FAP. Im Jahr 1992 resultierte daraus die Veröffentlichung der "Klassifikation der Böden der Schweiz". Ab 1996 wurde die Bodenkartierung, nach Umstrukturierung der FAP zur Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau FAL, in der Schweiz privatisiert. In diesem Zusammenhang wurde die Schrift "Kartieren und Beurteilen von Landwirtschaftsböden" ausgearbeitet und damit allen Interessierten zur Verfügung gestellt (FAL, 1997). Seit 1996 besteht somit in der Schweiz keine nationale Institution mehr zur Weiterentwicklung methodischer Grundlagen für die Bodenkartierung und der Interpretation von Bodeninformationen.