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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich frage den Bundesrat: Ist er bereit, eine Studie zum Thema "sex odds" im Kontext von ionisierender Strahlung in der Umgebung von schweizerischen Atomanlagen in Auftrag zu geben, nachdem die von ihm formulierten Bedingungen dafür erfüllt sind?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Bundesamt für Gesundheit ist über die Publikation der Studie von Kusmierz/Scherb informiert. Diese Studie befasst sich mit dem Verhältnis zwischen der Anzahl lebendgeborener Jungen und Mädchen ("sex odd") ab den 1950er-Jahren bis zu Beginn der 2000er-Jahre. Die Autoren versuchen, einen Zusammenhang zwischen beobachteten zeitlichen Veränderungen und einer Exposition mit ionisierender Strahlung festzustellen.</p><p>In einer detaillierten Analyse der Studie (Oktober 2011) kommt die Eidgenössische Kommission für Strahlenschutz und Überwachung der Radioaktivität (KSR) zum Schluss, dass die beobachteten Veränderungen durch die natürlichen Schwankungen aufgehoben werden oder dass wichtige Störfaktoren im Zusammenhang mit dem Geburtsgeschlecht nicht berücksichtigt worden sind. In ihrer Stellungnahme (<a href="http://www.bag.admin.ch/ksr-cpr/04320/04356/04835/index.html?lang=de">http://www.bag.admin.ch/ksr-cpr/04320/04356/04835/index.html?lang=de</a>) weist die KSR zudem auf schwerwiegende methodologische Mängel hin, was die Glaubwürdigkeit der Studie deutlich verringert.</p><p>Die Schlussfolgerungen der Studie sind daher nicht überzeugend und liefern keine zwingenden Argumente dafür, dass die von internationalen Organisationen wie der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) oder dem Wissenschaftlichen Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (Unscear) publizierten Einschätzungen des Risikos angezweifelt werden müssten.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das Geschlechterverhältnis kein geeigneter Indikator ist, um eine bedeutende statistische Erhöhung des strahlenbedingten Risikos nachzuweisen. Er ist der Meinung, dass die Studie von Unscear über die Auswirkungen der Dosen infolge des Unfalls in Fukushima und die Interdisziplinäre Europäische Initiative zur Erforschung der Wirkung niedriger Strahlendosen Melodi (Multidisciplinary European Low Dose Initiative) zweifelsohne mehr Antworten liefern dürften als die Finanzierung einer weiteren Studie über das Geschlechterverhältnis. Für die Studie von Unscear (<a href="http://www.unscear.org/unscear/fr/fukushima.html">http://www.unscear.org/unscear/fr/fukushima.html</a>) werden 2013 an der Generalversammlung der Mitgliedstaaten 60 internationale Expertinnen und Experten einen Schlussbericht über die Expositionsdosen und die gesundheitlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Unfall von Fukushima vorlegen. Die wichtigsten wissenschaftlichen Themen, mit denen sich Melodi (<a href="http://www.melodi-online.eu/">http://www.melodi-online.eu/</a>) befasst, sind die Dosis-Wirkungsbeziehung in Bezug auf Krebs, die individuelle Radiosensibilität und die Inzidenz von anderen Auswirkungen als Krebs bei niedrigen Strahlendosen. Diese dauerhafte europäische Plattform, an der auch die Schweiz teilnimmt, beinhaltet sowohl die Epidemiologie als auch die Radiobiologie. Diese Kombination ist für ein konsolidiertes Verständnis der Auswirkungen von niedrigen Strahlendosen und eine solide Einschätzung der Resultate von zahlreichen veröffentlichten Studien entscheidend.</p>  Antwort des Bundesrates.