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Biographie
Der schweizerisch-italienische Doppelbürger Oscar Bianchi wurde in Mailand geboren und studierte Komposition, Chorleitung und elektronische Musik am Konservatorium Giuseppe Verdi in Mailand. Er setzte seine Studien in Komposition mit Meisterkursen am IRCAM - Centre Pompidou fort und promovierte an der Columbia University in New York.
Bianchis Musik ist von Energie, pulsierenden Rhythmen und Virtuosität gekennzeichnet. Er besitzt ein deutlich hörbares Interesse für neuartige Phrasierungen und Verzierungen, etwas, was ihn als aufmerksamen Zuhörer der Musik aus allen Gegenden der Welt ausweist. Selbst in seinen Instrumentalwerken entwickelt seine Musik stimmliche Qualitäten – diese stimmliche Dimension spielt, ungebändigt und intelligent, mit raffinierten Akzentuierungen in all ihren Abstufungen. Bianchi fühlt sich zurzeit stärker zur Kantate und zur Oper hingezogen: Grundlage seiner Musik sind stets dramaturgische und formale Aspekte. Der unerwartete Kontrast zwischen redegewandter Virtuosität und kontemplativem Stillstand sind die treibenden Kräfte in seinem Empfinden für den dramatischen Ausdruck. Seine Musik ist fröhlich-kraftvoll in Atem und Gesang kann aber durch eine spezifische Harmonie, wie von gleissendem Mittagslicht getroffen, ganz plötzlich zu einem Stillstand im Gebet kommen.
Seine erste Oper Thanks to My Eyes, die vom Festival d'Aix-en-Provence und Théâtre&Musique in Auftrag gegeben wurde (Libretto und Inszenierung von Joël Pommerat), wurde von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen ("Ein meisterhaftes Porträt der Melancholie", Le Monde, 7. Juli 2011). Bianchis Musik wurde von hervorragenden Ensembles und Orchestern gespielt, wie dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Deutschen Symphonie-Orchester, dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem JACK Quartett, den Percussions de Strasbourg, dem Ictus Ensemble, dem Quatuor Diotima, dem Ensemble Remix, dem Nieuw Ensemble, dem Ensemble l'Itineraire, dem Ensemble Contrechamps, dem International Contemporary Ensemble, dem Orchester Alarm Will Sound, von David Grimal, dem Kammerensemble für Neue Musik Berlin, dem Ensemble Phoenix, dem Collegium Novum Zürich, der Drumming Grupo de Percussão aus Porto, dem Ensemble Laboratorium, dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik und dem Ensemble Sound'arte. Zukünftige Projekte umfassen neue Kompositionen für das Gewandhaus Leipzig unter Maestro Riccardo Chailly, für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, für das Ensemble Modern, für Hebbel am Ufer und für die Neuen Vocalsolisten Stuttgart. Für 2013 ist eine Monographie-CD geplant. Eine aussergewöhnliche Aufnahme seiner Kantate MATRA wurde soeben unter dem Label Cypres veröffentlicht.
Kompositionen von Oscar Bianchis wurden an renommierten Veranstaltungen und Institutionen in Europa und Amerika aufgeführt: Alice Tully Hall (Lincoln Center), Merkin Hall NY, Lucerne Festival, Muziekgebouw Amsterdam, Biennale Venedig, MUSICA Festival Strassburg, Warsaw Autumn Festival, Ultraschall Berlin, Eclat Stuttgart, Gasteig München, Ars Musica Brüssel, Archipel Geneva, Tage für Neue Musik Zürich, IRCAM Centre-Pompidou, Abbaye du Royaumont, DRS, RSR, RSI, RAI, France Culture, RFI, TFI, France Inter, RTBF, ORT, SWR, Deutschland Kultur, RBB, Tschaikowsky Konservatorium Moskau, University of the Witwatersrand in Johannesburg, Kulturhuset Stockholm, Sonora Festival Köln, OggiMusica Lugano, Musica e Realtà Mailand, Nuove sincronie Mailand, Konservatorium von Mailand, Nuova Consonanza Rom und im CEMAT Rom.
Oscar Bianchi war Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, der Pro-Helvetia Stiftung in Warschau und in Johannesburg und des Atlantic Center for the Arts in Florida. Er erhielt verschiedene Preise, z.B. den Prix Gaudeamus, den Prix Dussurget, den Prix Asm-Stv, den Förderbeitrag des Aargauer Kuratoriums, die Ictus Fellowship.
Diese erweiterte Biographie darf nur ohne jegliche Änderungen, Auslassungen oder Ergänzungen reproduziert werden, es sei denn es besteht eine ausdrückliche Erlaubnis durch das Management des Künstlers.
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