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70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Heute um 18 Uhr wird in Bern (auf dem Bärenplatz) wie auch in zahlreichen anderen Städten wie Brüssel, Berlin, Dublin, Lissabon die allgemeine Erklärung der Menschenrechte vorgelesen. Vor genau 70 Jahren, also am 10. Dezember 1948, verabschiedete die Generalversammlung der UNO die allgemeine Erklärung der Menschenrechte.
Dreissig Artikel fassen zusammen, was auf der ganzen Welt zum Schutz der Person, zu Verfahrensrechten, zu Freiheitsrechten und zu wirtschaftlichen sozialen und kulturellen Rechten für alle Menschen gelten soll. Mit den internationalen Pakten der UNO von 1966 wurden die Menschenrechtskonventionen völkerrechtlich verbindlich. Die Schweiz ist den beiden Pakten im Jahr 1992 beigetreten.
Die Menschenrechte in ihrer ganzen Länge vorzulesen ist eine würdige Form, um sich der Bedeutung bewusst zu bleiben und einen Moment innezuhalten. Auch in der Schweiz ist das Thema viel aktueller als man manchmal denkt: Erst mit der Einführung des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts im Jahre 2012 wurde das Recht soweit bereinigt, dass die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen, die noch bis in die 80er Jahre in der Schweiz stattfanden, nicht mehr möglich sind.
Die Rabbinerin Eveline Goodman-Thau hat einmal gesagt: «Rechte werden nicht gegeben – sie werden genommen». Dies gilt für die Menschenrechte ganz besonders – und es ist mir wichtig, dass wir hier in der Schweiz dazu grösste Sorge tragen und mithelfen, dass dies auch in anderen Ländern getan wird.