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Es gibt nicht die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) per se. Die ADHS hat viele Facetten, so wie jeder Mensch sein eigenes Temperament und seinen eigenen Charakter besitzt. Dennoch müssen zur Stellung einer Diagnose der Aufmerksamkeitsdefizitstörung bestimmte Kriterien zwingend erfüllt sein. Somit variiert die Ausprägung der Merkmale innerhalb der verschiedenen Kategorien bei den Betroffenen. Leidet etwa ein ADHS-Betroffener am stärksten unter seiner Konzentrationsstörung, spürt ein anderer Betroffener den Leidensdruck am stärksten bei seiner affektiven Labilität oder Impulsivität. ADHS hat deshalb viele "Gesichter".
Eine ADHS-Diagnose darf nur nach einer fundierten Abklärung bei einem erfahrenen Spezialisten (Pädiater, Psychiater oder Psychologen) gestellt werden. Menschen die das Gefühl haben, respektive zur Annahme gelangen, sie könnten unter einer ADHS leiden, sollten auf jeden Fall fachliche Hilfe aufsuchen. Der Leidensdruck ist meist nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für sein privates und manchmal auch für sein berufliches Umfeld gross. Bei einer unbehandelten ADHS liegt die Chance bei 60-80%, dass sogenannte Komorbiditäten, d.h. Folgeerscheinungen auftreten, wie etwa eine Depression, Angststörung, Sucht, Schizophrenie, oder verschiedene Arten von Persönlichkeitsstörungen (v.a. Borderline) sowie Delinquenz ( vgl. Davatz, U. 2016).
Bei den Symptomen werden ausschliesslich negative Merkmale der ADHS aufgezählt. Gleichzeitig verfügen ADHS-Betroffene jedoch meist über verdeckte respektive noch unentdeckte Ressourcen, was sie zu besonderen Persönlichkeiten macht. So werden heute etwa Albert Einstein, Thomas Edison, Leonardo da Vinci, Wolfgang Amadeus Mozart, Jules Verne u.v.a. aufgrund ihrer Biographien den ADHS-Betroffenen zugeordnet. Jeder Betroffene verfügt über besonders ausgeprägte Fähigkeiten in einem bestimmten Lebens- und Berufsbereich. Ziel eines jeden ADHS-Betroffenen ist es deshalb, seine "Rohdiamanten" zu finden und diese anschliessend so "zurecht zu schleifen", dass er seine Persönlichkeit entfalten und seinen Alltag individuell passend gestalten kann. Dies erlaubt es auch einem ADHS-Betroffenen, persönliches Glück und Erfolg im Leben zu erfahren und zwar in beruflicher und privater Hinsicht.
Wodurch zeichnen sich Menschen mit ADHS im Alltag positiv aus?
Davatz, U. ADHS vom Genotyp zum Phänotyp. Leading Opinions Neurologie & Psychiatrie, 2016; 2: 32-34.