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Erste europäische Retrospektive einer neuentdeckten Avantgardistin
- Publiziert am 26. Mai 2023
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Wanda Czełkowska war eine Schlüsselfigur der polnischen Avantgarde, deren Werk bis vor kurzem kaum beachtet wurde.
Die Ausstellung versucht Czełkowskas Praxis als permanente Spannung zwischen Körper, Geist und Raum zu interpretieren. Eine Rekonstruktion der monumentalen Installation «Absolute Elimination of Sculpture as a Notion of Shape» tritt in einen Dialog mit skulpturalen, grafischen und malerischen Werken. Die erste Retrospektive ausserhalb Polens will einen Überblick über ihren künstlerischen Werdegang bieten und so ihren originären Beitrag zur Entwicklung der Nachkriegsskulptur in Europa zeigen.
Wanda Czełkowska (1930-2021) studierte von 1949 bis 1954 an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau. Czełkowska erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr Werk. Sie wurde mit dem «Preis der Sektion für Kritik und künstlerische Information» des Verbands polnischer Journalisten in Krakau für ihr räumliches Projekt «Absolute Elimination of Sculpture as a Notion of Shape» (1973) geehrt und erhielt zweimal das Stipendium des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe (2001, 2012). Czełkowskas Werk umfasste verschiedene Medien, unter anderem Skulpturen, Installationen/Land Art, Gemälde, Zeichnungen und Fotografien. Ihr Werk zeichnete sich durch die Erkundung der Grenzen zwischen verschiedenen künstlerischen Formen und Medien aus. Im Jahr 2016 organisierte das Nationalmuseum in Warschau eine grosse Retrospektive ihres Werks: «Wanda Czełkowska: Retrospection» (Rückblick), gefolgt von einem internationalen Symposium. Trotz ihrer bedeutenden Beiträge zur Kunstwelt blieb ihr Werk bis vor kurzem weitgehend unbemerkt.
Werdegang einer Einzelgängerin
Wanda Czełkowska begann ihre Karriere gegen Ende der 1950er Jahre in Krakau und spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Konzeptkunst in Polen. Sie war Mitglied der berühmten Grupa Krakowska, der unter anderem folgende Künstler:innen angehörten: Tadeusz Kantor, Tadeusz Brzozowski, Jonasz Stern, Maria Jarema und Erna Rosenstein, behielt aber ihre unabhängige Stimme und war nie vollständig in den künstlerischen Diskurs und das gesellschaftliche Leben der Gruppe eingebunden. Diejenigen, die Wanda Czełkowska kannten, bezeichnen sie oft als jemanden, der seinen eigenen Weg geht. Im Gegensatz zu ihren Zeitgenossinnen Alina Szapocznikow und Magdalena Abakanowicz bleibt ihr Werk ausserhalb Polens weitgehend unbekannt. Czełkowskas bekanntestes Werk, eine Serie von Skulpturen mit dem Titel Głowy (Köpfe), zeigt die Fähigkeit der Künstlerin, eine Brücke zwischen dem Figürlichen und dem Abstrakten zu schlagen. Ab Anfang der 1970er Jahre schuf sie konzeptionelle Werke, von denen die Installationen Table (1968-1971) und Absolute Elimination of Sculpture as a Notion of Shape (1972) die monumentalsten Beispiele sind. Obwohl sie sich selbst als Bildhauerin definierte, war sie parallel dazu auch als Malerin tätig.