Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03437.jsonl.gz/2203

Beratung beim Firmenkauf
Was bedeutet Beratung beim Firmenkauf? Es bedeutet, den Käufer sicher durch den Kaufprozess zu führen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und Emotionen zu kanalisieren. Insbesondere bedeutet es, dem Käufer zu helfen die richtigen Fragen zu stellen:
1. Fragen an sich selbst
Bevor die Firmensuche beginnt, muss der Käufer klären, ob er für die Selbständigkeit taugt. Kann er mit Risiko, Druck und Verantwortung umgehen? Mit geringerem Lohn und längeren Arbeitstagen? Mit Durststrecken und harten Entscheidungen? Welcher Weg in die Selbständigkeit ist der richtige? Neugründung oder Firmenkauf? Dinge neu machen oder Bestehendes weiterentwickeln? Heute oder in 5 Jahren? Was sagt der Gatte bzw. die Gattin dazu? Welche Motive stecken hinter dem Entscheid? Status, Geld, Selbstverwirklichung? Nur wer sich diesen Fragen gestellt hat ist bereit, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und eine Firma zu kaufen.
2. Fragen zu der Wunschfirma
Wer entschieden hat eine Firma zu kaufen, kann sich über die Eigenschaften Gedanken machen. Welche Branche und welches Geschäftsmodell passen zum Käufer? Wo kann er seine Fähigkeiten am gewinnbringendsten einsetzen? Wie viel Kapital steht ihm zur Verfügung? In welcher Region soll sich die Firma befinden? Die Antworten darauf erlauben, das Raster einzugrenzen und die Firmensuche gezielt zu betreiben.
3. Fragen an den Verkäufer
Ist eine Firma gefunden, die den Suchkriterien entspricht, lernt der Käufer als nächstes den Inhaber kennen. Typische Fragen beim Erstgespräch sind: „Warum wollen Sie verkaufen? Was hätten Sie im Rückblick anders gemacht? Inwiefern ist der Erfolg des Unternehmens an Ihre Person gebunden? Was ist die grösste Chance für die Firma? Was die grösste Gefahr? Welche Fähigkeiten sollte ein Nachfolger mitbringen? Sind Sie bereit, eine Einarbeitung zu leisten und ein Teil des Risikos nach dem Verkauf mitzutragen (z.B. via eines erfolgsabhängigen Kaufpreisteils oder eines Verkäuferdarlehens)?“ Mit diesen Fragen legt der Käufer seine Finger auf „neuralgische Punkte“ eines KMU-Verkaufs. Die Antworten geben Aufschluss über die Qualität der Firma und die Absichten des Verkäufers, was Kaufentscheidung und Preisfindung erleichtert.
Damit sind die Grundfragen des Kaufprozesses umrissen: Was will ich als Käufer? Wie komme ich dahin? Was will der Verkäufer? Überschneiden sich unsere Interessen? Viele Käufer beschäftigen sich mit Detailfragen, bevor sie diese Grundfragen beantwortet haben. Eine kompetente Beratung beim Firmenkauf vermeidet dies und bringt Struktur in den Kaufprozess.