Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/126037

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Bundesversammlung hat im Jahr 2007 die Motion Gadient 04.3733, "Förderung der Bienen in der Schweiz", vom 16. Dezember 2004 angenommen. Damit hat sie den Bund beauftragt, die Imkerei in der Schweiz zu fördern und finanziell zu unterstützen.</p><p>Das Bundesamt für Veterinärwesen kümmert sich schon heute um das durch die Varroa-Milbe verursachte Gesundheitsproblem.</p><p>Was das finanzielle Problem beim Ersatz der Bienenvölker betrifft, wird der Bundesrat beauftragt, die Möglichkeit zu untersuchen, durch eine finanzielle Unterstützung über die Imkervereine zur Erneuerung und zum Ersatz der dezimierten Bestände beizutragen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Tatsächlich waren die "Winterverluste" noch nie so hoch wie im vergangenen Winter. Die Auswertung der repräsentativen Umfrage zu den Völkerverlusten (Schweizerische Bienenzeitung 06/2012) ermöglicht einen Vergleich mit den vorangegangenen Jahren:</p><table width="461.7pt"><tr><td width="209.75pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p></p></td><td width="244.75pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Winter</p></td></tr></table><table width="460.65pt"><tr><td width="282.7pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p></p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>07/08</p></td><td width="28.55pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>08/09</p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>09/10</p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>10/11</p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>11/12</p></td></tr><tr><td width="282.7pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Verlorene Bienenvölker: Durchschnitt aller an der Umfrage beteiligten Standorte in Prozent</p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>20,5%</p></td><td width="28.55pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>12%</p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>21,9%</p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>14,4%</p></td><td width="31.95pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>26,3%</p></td></tr></table><p>Werden zu diesen "Winterverlusten 2011/12" noch die 9,5 Prozent der Völker dazugerechnet, welche vor dem Einwintern am 1. Oktober verlorengingen, sowie die 11,5 Prozent der Völker, welche beim Auswintern zu schwach waren, um sich zu einem Wirtschaftsvolk zu entwickeln, gingen schweizweit 47,3 Prozent der Völker verloren. Dabei zeigten sich aber grosse kantonale Unterschiede. </p><p>Als Hauptursachen für das Bienensterben im Laufe eines Jahres werden die vor rund 25 Jahren in die Schweiz eingeschleppte Varroa-Milbe und die durch diese Parasiten übertragenen Viren genannt. Sauerbrut, Faulbrut, unzureichende Qualität der Königinnen, Elemente der imkerlichen Praxis und Fütterungsprobleme sind weitere Faktoren, welche zu Bienenverlusten führen können. Bienensterben ist weltweit ein bekanntes Problem, und dessen Ursachen konnten bis heute wissenschaftlich nicht abschliessend geklärt werden. Der Bundesrat nimmt die Problematik sehr ernst und anerkennt die wichtigen und vielfältigen Funktionen der Schweizer Bienenhaltung und -zucht. Als Antwort auf die Motion Gadient 04.3733 empfahl die unter Leitung des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) eingesetzte Arbeitsgruppe, die Bienenzucht, -forschung und -gesundheit zu unterstützen sowie Tierverkehrsvorschriften für Bienen zu erlassen. Diese Empfehlungen sind alle umgesetzt worden. Gestützt auf das Landwirtschaftsgesetz unterstützt der Bund den Bienensektor in den Bereichen Forschung und Beratung sowie Absatzförderung und Tierzucht. Im Jahr 2011 richtete das BLW 66 195 Franken für die Bienenzucht sowie 45 000 Franken für Massnahmen zur Erhaltung der gefährdeten einheimischen dunklen Biene, rund 100 000 Franken für die Absatzförderung von Bienenhonig und 300 000 Franken für die Beratung und Weiterbildung aus. Im Bereich Bienenforschung stellte das BLW eine zusätzliche Stelle zur Verfügung. Ab 2013 investiert die öffentliche Hand über den 2012 neugeschaffenen Bienengesundheitsdienst in die Prävention zur wirksamen Unterstützung der Imkerei. </p><p>Die Kantone können Produzenten für ihre Tierverluste entschädigen, falls Tiere auf behördliche Anweisung hin aufgrund einer Seuche oder zur Vorbeugung einer solchen vernichtet werden müssen. Weil die Ursachen der Bienenverluste multifaktorieller Art und nicht auf eine administrativ angeordnete Vernichtung der Völker zurückzuführen sind, kann der Bund keine Sondermassnahmen zur Entschädigung für erlittene Bienenverluste ergreifen. Er wird sich aber weiterhin finanziell an den verschiedenen Massnahmen zur Erhaltung einer erfolgreichen Imkerei beteiligen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.