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Tunesien ist ein Schwerpunktland der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung des SECO. Trotz bedeutender Fortschritte im Demokratisierungsprozess kamen Wirtschaftsreformen nur schleppend voran, weshalb sich die tunesische Wirtschaft in den letzten Jahren schwach entwickelte. In der Folge nahmen die Arbeitslosigkeit und die regionalen Ungleichheiten zu. Das SECO fördert im Rahmen des Schweizer Kooperationsprogramms mit Tunesien eine nachhaltige und inklusive Wirtschaftsentwicklung.
In den vergangenen zehn Jahren wurden in Tunesien wichtige Fortschritte erzielt, vor allem im Bereich der Demokratisierung. Nach der Revolution in den Jahren 2010 und 2011 schlug das Land den Weg zu einer modernen Demokratie ein: Es kam zu einer stärkeren Dezentralisierung, eine neue Verfassung wurde verabschiedet und Präsidentschafts- und Parlamentswahlen fanden statt. Leider wurden diese politischen Erfolge inzwischen ausgehebelt, was die wirtschaftliche Situation erneut nicht verbessert.
Hindernisse für die inklusive Wirtschaftsentwicklung
Als Tourismusland wurde die tunesische Wirtschaft von der Corona-Pandemie hart getroffen. 2020 ging das BIP um rund 7 Prozent zurück und die Arbeitslosenquote erreichte fast 18 Prozent. Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen sind die Jugendlichen. Doch bereits vor der Gesundheitskrise wies das Land Defizite im Bereich der Makro- und der Sektoralpolitiken auf. Die ineffiziente Bürokratie und eine zu hohe Regulierungsdichte führen zu einer tiefen Produktivität und einer schwachen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Verstärkt wird dies zusätzlich durch die weit verbreitete Günstlingswirtschaft und das daraus resultierende intransparente Geschäftsumfeld. Diese Hindernisse schwächen die Standortvorteile, die das Land zu bieten hat, wie etwa die tiefen Produktionskosten und die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Arbeitskräfte oder auch die günstige Lage direkt am Mittelmeer.
Welche Ziele verfolgt das SECO?
Die Schweiz trägt in Tunesien zu einem nachhaltigen Frieden und einer wirtschaftlichen Entwicklung bei, die Chancen für alle schafft. Das SECO, die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), die Abteilung Frieden und Menschenrechte (AFM) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und das Staatssekretariat für Migration (SEM) legen zusammen das Schweizer Kooperationsprogramm in Tunesien fest und setzen es gemeinsam um. Die drei Hauptziele des Schweizer Programms sind: eine inklusive und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, die Stärkung der öffentlichen Institutionen und der Zivilgesellschaft sowie eine gute Steuerung der Migration. Das SECO ist hauptsächlich im ersten Bereich tätig und legt dabei den Schwerpunkt auf folgende Themen:
- Öffentlicher Sektor und Basisinfrastruktur
Gemeinsam mit anderen Entwicklungspartnern bietet das SECO der Regierung technische Hilfe bei der Umsetzung von Reformen im öffentlichen Sektor sowie der Verwaltung der Finanzen und Investitionen. Dies trägt zu einer effizienteren und transparenteren Administration bei. Ausserdem unterstützt das SECO die öffentlichen Dienstleistungserbringer direkt, um die Servicequalität zu verbessern und die Ausgaben zu minimieren.
- Makroökonomische Rahmenbedingungen und Geschäftsklima
Das SECO bietet den Schlüsselakteuren der makroökonomischen Politik fachliche Unterstützung für einen besseren Umgang mit Themen wie Geldpolitik, Haushaltsgleichgewicht, Beschäftigung, Unternehmensgründungen und Staatsverschuldung. Ausserdem leistet das SECO technische Hilfe bei der Reform des rechtlichen und regulatorischen Rahmens für Investitionen und zur allgemeinen Verbesserung des Geschäftsklimas. Damit soll ein Umfeld geschaffen werden, das eine dynamische Wirtschaftsentwicklung begünstigt, gleichzeitig aber ökologischen und sozialen Aspekten Rechnung trägt.
- Privatunternehmen, Wertschöpfungsketten und Berufsbildung
Das SECO unterstützt den Privatsektor direkt sowie durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen, um die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der tunesischen Unternehmen zu steigern. Durch sein Engagement für die Berufsbildung verbessert das SECO den Zugang der Unternehmen zu Fachkräften und bietet namentlich Jugendlichen und Frauen eine berufliche Perspektive. Des Weiteren trägt das SECO zu Handelserleichterungen bei und fördert nachhaltige Wertschöpfungsketten, wodurch für junge Tunesierinnen und Tunesier menschenwürdige Arbeitsplätze entstehen.
Die Gleichstellung der Geschlechter, ein klimafreundlicher Ansatz und eine effiziente Nutzung der Ressourcen sind für eine nachhaltige und inklusive Wirtschaftsentwicklung unerlässlich. Deshalb berücksichtigt das SECO diese Aspekte bei all seinen Tätigkeiten. Zwischen 2021 und 2024 stehen rund 101 Millionen Franken für die internationale Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Tunesien zur Verfügung, davon etwa 40 Millionen Franken seitens des SECO.
Das SECO, die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), die Abteilung Frieden und Menschenrechte (AFM) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten und das Staatssekretariat für Migration (SEM) legen die Schweizer Kooperationsstrategie in Tunesien gemeinsam fest und setzen sie um.