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| Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas

III. Gleichnisse
Neuntes Gleichnis
2. Kap. Der Felsen und die zwölf Jungfrauen vor dem Felsentor.
1. In der Mitte der Ebene zeigte er mir einen großen, leuchtenden Felsen, der sich aus der Ebene erhob. Dieser Felsen war höher als die Berge, rechtwinklig, so dass er die ganze Welt fassen konnte. 2. Der Felsen war alt, ein Tor war in denselben eingehauen, und zwar schien es mir, als sei das Tor erst ganz frisch angebracht. Dieses war glänzend wie die Sonne, so dass ich staunen musste über seine Lichtfülle. 3. Rings um das Tor standen zwölf Jungfrauen. Die vier an den Ecken stehenden erschienen mir als die prächtigsten; aber auch die anderen waren prächtig. Sie waren aber so aufgestellt: vier an den Ecken des Tores und in der Mitte jedesmal zwei. 4. Sie trugen Linnengewänder, waren züchtig gegürtet; die rechte Schulter war frei, als ob sie eine Last tragen wollten. So standen sie bereit, waren sehr freudig und wohlgemut. 5. Als ich dies gesehen hatte, staunte ich bei mir selbst über den Anblick der großen, herrlichen [S. 259] Dinge. Sodann wusste ich nicht, warum die doch so zarten Jungfrauen so tapfer dastanden, als wollten sie den ganzen Himmel tragen. 6. Da sprach der Hirte zu mir: „Warum grübelst du nach über Dinge, die du nicht verstehst, und schaffst dir selbst Kummer? Wenn du vernünftig bist, dann wage dich nicht an Dinge, die du nicht begreifen kannst, sondern wende dich an den Herrn, damit du Einsicht bekommst, sie zu begreifen. 7. Was hinter dir liegt, kannst du nicht sehen, was vor dir ist, siehst du. Lasse daher in Ruhe und quäle dich nicht um Sachen, die du nicht sehen kannst; was du siehst, das mache dir zu eigen, und um das übrige kümmere dich nicht; alles, was ich dir gezeigt habe, werde ich erklären. So schau nun, was noch kommt!“