Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03534.jsonl.gz/2118

Städtebau
Das Grundstück befindet sich in Ortseingangsnähe von Mönchaltorf in unmittelbarer Nähe zum Greifensee. Die direkt angrenzende Usterstrasse zeichnet sich durch eine sehr hohe Verkehrslärmbelastung aus, weshalb hier besondere Regelungen in Bezug auf die Lärmthematik gelten. Die weiteren, angrenzenden Zuwegungen ins Quartier sind ruhige Erschliessungsstrassen.
Die nähere Umgebung zeichnet sich durch Clusterbildungen in unterschiedlicher Körnung und Geschossigkeiten aus, die wenig Bezug zueinander haben. Das auf dem Grundstück selbst bestehende Doppelbauernhaus befindet sich im kommunalen Inventar der Kulturobjekte und ist geschützt. Das bestehende, markante Scheunengebäude an der Strasse kann rückgebaut werden, jedoch ist der ehemaligen Ensemblewirkung mit dem Bauernhaus besonders Rechnung zu tragen.
Die nähere bauliche Umgebung ist gekennzeichnet durch Überbauungen unterschiedlichster Ausprägung. So schliessen nord-östlich der Friedhof Räbacher, südlich diverse Reiheneinfamilien-häuser, sowie in der näheren Umgebung mehrgeschossige Zeilenbauten an. Das Gebiet ist in der Typologie, Alter und Gestaltung sehr durchmischt und wenig zusammenhängend. Es lässt sich kein übergeordnetes Siedlungsmuster feststellen.
Das Grundstück wird im vorderen, strassenseitigen Teil mit 12 neuen Mietwohnungen besetzt. Im hinteren, ruhigeren Teil entstehen 27 Wohnungen im Stockwerkeigentum.
Es soll in verdichteter Bauweise bebaut werden, hierfür gelten abweichend zur Regelbauweise die Sonderbauvorschriften für verdichtetes Bauen. Auf dem Areal werden 5 Neubauten in lockerer Anordnung konzipiert. Alle Baukörper weisen 3 Geschosse und Schräg- beziehungsweise Flachdächer auf.
Es entsteht eine räumliche Durchlässigkeit, was eine hohe Aufenthalts-qualität des Aussenraumes erwarten lässt.
Basierend auf der ehemaligen Ensemblewirkung des Bauernhauses mit der ehemaligen Scheune wird der Ersatzneubau Scheune konzipiert. In Volumen, Dachform, Firstverlauf und Gebäudestellung wird an die alte Scheune erinnert und bildet mit dem Bauernhaus ein neues, starkes Erscheinungsbild als Auftakt in die Siedlung.
Gala übernimmt die räumliche Fassung zu der südlich angrenzenden Nachbarbebauung und teilt die Aussenräume in eine spannende Abfolge.
Boskoop, Topaz und Golden vermitteln zu den angrenzenden Nachbarbebauungen und nehmen durch Ihre Setzung zu diesen Bezug auf. Die Integration der Volumen soll selbstverständlich und ergänzend sein. Zwischen den Neubauten entsteht ein ländlich begrünter Aussenraum für die Siedlung mit Raumabfolgen und identitätsbildenden Siedlungs-plätzen.
Die winkelartige Gliederungen der Gebäudevolumen lässt eine spannende Raumbildung im Inneren des Areals entstehen. Die grossen Volumen werden trotz ihrer Kompaktheit klar strukturiert. Die Erscheinung der Gebäude soll im ganzen Areal ähnlich sein und dieses zusammenbinden, wobei Scheune und Bauernhaus ein klar abgesetztes Ensemble darstellen. Der Zugang erfolgt jeweils nordseitig, immer dem gleichen Prinzip folgend. Das Ensemble an der Strasse wird wie bisher über einen gemeinschaftlichen Vorplatz erschlossen. Die privaten Aussenräume der Wohnungen besetzten jeweils mit eingestellten Loggien die Ecken der Gebäude. Den erdgeschossigen Wohnungen können z.Teil private Aussenräume zugeordnet werden.
Die Bebauung integriert 39 Wohnungen mit einem Angebot unterschiedlicher Grössen.
Für die Grundrisskonzeption und die Ausrichtung der Gebäude auf dem Baugrundstück ist der Lärmschutz massgebend.
Dies bedingt, dass für Scheune und Gala 2-Spänner vorgesehen werden. Das Problem der hohen Lärmbelastung direkt an der Usterstrasse wird mit durchgesteckten Wohnungen gelöst. Die Wohnbereiche und Zimmer können lärmabgewandt gelüftet werden.
Die Häuser Boskoop, Topaz und Golden profitieren zwar von der Abschirmung durch die vordere Bebauung, jedoch durch höhere Anforderungen an die Lärmempfindlichkeit im Baubereich B müssen auch diese Grundrisse nach Lärmschutzaspekten konzipiert werden.
Die Wohnungen
Die Typologie der Wohnungen nimmt Bezug auf den inneren Aufbau des Bauernhauses, das streng kammerartig aufgebaut ist. So wird beim Eintritt in die Wohnung das Entrée immer als Raumkammer gefasst. Von dieser erschliessen sich in der Regel zunächst die privaten Zimmer mit den zugeordneten Nebenräumen und im Anschluss daran jeweils der offene Wohn-/Essbereich. Der Wohn-/Essbereich ist immer über Eck angelegt und ist möglichst süd-/westlich ausgerichtet. Dort angelagert ist der spezielle hölzerne Einbau der eingezogenen Loggia, welcher, wie auf dem Land üblich, genügend Grösse und über eine gute Orientierung verfügt. Dies ermöglicht eine klare Zonierung in der Wohnung.
Die innere Formensprache der Haupträume ist sehr abwechslungs-reich, diese sind zwar offen, die Küchen mit dem Essplatz werden jedoch durch räumliche Verengungen gefasst. Die Wohnungen sind qualitativ hochwertig konzipiert und überzeugen durch die konsequente spezielle Raumabfolge. Es gibt immer einen öffentlicheren Teil innerhalb der Wohnung, von dem jeweils die Privatbereiche mit Bädern abgetrennt werden.
Ausdruck I Materialisierung
Der Ausdruck und die Materialisierung der Gebäude soll einen wertigen Charakter schaffen, der an einem solchen Ort würdig altern kann und gleichzeitig in seinem ländlichen Umfeld bestehen kann.
Die Aussenfassaden werden als vertikal, teilweise überschuppte, strukturierte Holzfassaden erstellt, die unterschiedlich hell und dunkel patiniert werden. Bronzefarbene Fenster geben zusammen mit den Holzgeländern der Loggien ein überzeugendes und solides Image.
Haus Scheune erinnert mit seinen verschliessbaren Holzschiebeläden und den grossen Dachüberständen an die Geschlossenheit des ehemaligen Nutzgebäudes.
Die neuen
Baukörper integrieren sich durch eine präzise Gliederung der Volumetrie und
geben über die Materialität den Häusern ein spezielles Image.
Daten
Adresse
Planung
Ausführung
Programm
2.5-4.5-Zi-Wohnungen
Projektteam
Verantwortlicher Partner: Birgit Rothen