Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03123.jsonl.gz/2873

Tag 1: Natur und Klimaveränderung, Anthropozän
09:15 - Begrüssung durch die Veranstalter
Referent/innen:
Anja Bouron
Michael Zurwerra
Dr. G. Münnix
Ort:
FFHS Campus Rhonesand, Brig
09:30 - Keynote: Lebensformen, Weltanschauungen und Natur
Lebensformen und Weltanschauungen in ihrem Einfluss auf die Wahrnehmung der Natur, Diskussion (de)
Beschreibung
Max Weber vertrat die Auffassung, dass "auf dem Boden des Okzidents, und nur hier, Kulturerscheinungen auftraten, welche doch […] in einer Entwicklungsrichtung von universeller Bedeutung und Gültigkeit lagen". Stimmt man der Weber'schen These zu und fragt nach dem Einfluss von Weltanschauungen und Lebensformen auf das Naturverständnis und die Einstellung zur Natur, so ist es sinnvoll, einige dieser "Kulturerscheinungen" in den Blick zu nehmen und zu untersuchen, wie dieses Naturverständnis im Okzident geprägt wurde. Denn einige dieser Kulturerscheinungen, die universelle Bedeutung erlangten, hatten nicht nur positive Folgen, sondern, wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, hatten sie und haben - die auch als unbestrittene "Errungenschaften" der abendländischen Zivilisation zu betrachten sind - auch negative Folgen, und ihr negativer Charakter zeigte sich gerade in dem Maße, wie sie "universelle Bedeutung und Gültigkeit" erlangten: Was auf lokaler Ebene noch als unbestreitbare Errungenschaft erscheinen mag, kann, wenn es zu einem bedeutenden Phänomen auf globaler Ebene wird, schwerwiegende negative Folgen wie eine ökologische Krise oder eine Klimakatastrophe nach sich ziehen. Bestimmte kulturelle Phänomene, die sich auf westlichem Boden ereignet haben, haben jedoch auch dazu beigetragen, Bedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, die angedeuteten negativen Folgen einiger Produkte des abendländischen Rationalisierungsprozesses, die universelle Bedeutung erlangen, zu bewältigen. Doch gerade diese kulturellen Phänomene, die auch die Voraussetzungen für den Umgang mit den negativen Folgen des okzidentalen Rationalisierungsprozesses schaffen, haben keine "universelle Bedeutung" erlangt. Dies ist auch der Grund dafür, dass es keine Bedingungen gibt, die es uns ermöglichen würden, die klassisch-ökologischen Herausforderungen des Anthropozäns zu meistern. Solche Blockaden können aber auch in Gesellschaften der westlichen Welt auftreten. Auf einige dieser Blockaden hinzuweisen, ist auch eines der Ziele der vorliegenden Überlegungen.
Biografie
Andrzej M .Kaniowski; Prof. Dr. Phil.; 1990-1991 Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am Philosophischen Seminar A der Universität Bonn; Professor für Ethik und Sozialphilosophie an der Universität Lodz. Monographien zur Kritischen Theorie von Jürgen Habermas und über supererogatorische Handlungen. Zahlreiche Abhandlungen zur Sozialphilosophie, Ethik, Bioethik, praktischer Philosophie Kants und Philosophie der Politik. Übersetzungen ins Polnische u.a.: O. Höffe, Kant; H. M. Baumgartner, Endliche Vernunft; J. Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns; J. Habermas, Zur Verfassung Europas.
Ort:
FFHS Campus, Brig und Übertragung
10:30 - Kaffeepause
11:00 - Keynote: Mensch und Natur im Anthropozän
Biografie
Dr. Christina Pinsdorf ist eine deutsche Philosophin. Sie hat eine unbefristete Post-Doc-Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn inne. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Fachgebiet der philosophischen Ethik, insbesondere der Natur- und Umweltethik, Tierethik, Ethik der Bioökonomie sowie Medizinethik. Darüber hinaus ist sie Expertin in Bereichen der Naturphilosophie und der deutschen Romantik. Neben diversen akademischen Stipendien erhielt sie als Auszeichnung für ihre Monographie "Lebensformen und Anerkennungsverhältnisse – Zur Ethik der belebten Natur" den Kant-Preis des Instituts für Philosophie der Universität Bonn. Derzeit arbeitet sie an ihrem Habilitationsprojekt "Philosophie der Wildnis".
Ort:
FFHS Campus, Brig und Übertragung (Achtung: Referentin bleibt remote und wird zugeschaltet)
12:00 - Mittagspause oder
⠀(1) Exkursion Aletschgletscher
Biografie
Dr. David Volken studierte und promovierte an der ETH in Zürich in Klimawissenschaften. Als Klimaexperte hält er viele Vorträge im In- und Ausland und ist ein gefragter Interviewpartner zu Klima- und Gletscherfragen bei der nationalen und internationalen Presse. Zudem ist Herr Volken Weinbotschafter für das Weinhaus Gregor Kuonen in Salgesch.
Ort:
Aletscharena
13:30 - Parallelveranstaltungen
⠀(2) Workshop: Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Biografie
Hans-Christian Leiggener, Dr. phil. (Germanistik und Linguistik), Geschäftsleiter der Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch sowie des World Nature Forum seit Herbst 2017 und Bergführer.
Alessandra Lochmatter, Biologin (Universität Basel), Projekleiterin Natur und Aufwertung des UNESCO-Welterbes, seit bald vier Jahren in unseren Diensten, spezialisiert auf Insektologie und Papilliologie sowie aktiv in der familiären Schwarznasenschafhaltung
Ort:
World Nature Forum, Naters
⠀(3) E-Didaktisches Atelier: Klimaphilosophie mit Jugendlichen
Philosophieren mit Jugendlichen im länderübergreifenden Dialog zum Klima (de)
Beschreibung
Es ist mehr denn je wichtig, Kinder und Jugendliche bereits früh an philosophische Fragestellungen und Methoden heranzuführen. Digitale Werkzeuge sind hierfür wertvolle Hilfsmittel. Sie können das Philosophieren über aktuelle Themen auch über Länder- und Kulturgrenzen hinweg vereinfachen oder sogar erst ermöglichen. Der Workshop zeigt anhand eines konkreten Fallbeispiels auf, wie eine entsprechende Unterrichtssequenz zu eigenen Erfahrungen mit dem Klimawandel aussehen könnte. Den Teilnehmenden werden digitale Hilfsmittel vorgestellt, welche im Unterricht eingesetzt werden können.
Biografie
Nicolas Eyer hat Philosophie und Alte Geschichte studiert und ist diplomierter Mittelschullehrer. Er unterrichtet seit zehn Jahren auf der Sekundarstufe I. Daneben ist Eyer literarisch tätig. Aktuelle philosophische Themen finden auch immer wieder Eingang in seine Texte.
Dr. Markus Dormann ist Professor für E-Didaktik an der Fernfachhochschule Schweiz und Direktor für Weiterbildung. Er ist verantwortlich für didaktische Weiterbildung der Dozierenden der FFHS im E-Learning und betreut und konzipiert hier auch Kooperationen und Beratungsaufträge. Er ist Speaker, Buchautor und Berater zum Thema E-Learning und Kommunikation.
Michael Zurwerra ist Rektor der FFHS. Er schloss sein Philosophiestudium an der Universität Fribourg mit dem Lizentiat und einem Diplom für das höhere Lehramt ab. Nach seinem Studium beschäftigte er sich mit der Theorie von John Rawls «Gerechtigkeit als Fairness» und wissenschaftstheoretischen Fragen. Er war am Briger Kollegium «Spiritus Sanctus» als Philosophie-, Deutsch- und Geschichtslehrer sowie als Prorektor und Rektor tätig sowie an der Kantonsschule Trogen (AR) als Rektor. Als Gemeindepräsident hat er verschiedene nachhaltige Projekte injiziert und umgesetzt.
Ort:
FFHS Campus, Brig
⠀(4) Workshop: Exposition «Objectif Terre»
Biografie
Samuel Fierz
Samuel Fierz est Formateur d’enseignant à la HEP-VS. Diplômé en Géographie et en Sciences de l’Education, il est actif dans les domaines des SHS (géographie-histoire) et des Sciences de la Nature. A ce titre, il a été chargé de la conception et du développement de l’exposition Objectif Terre avec Sylvia Müller (HEP) et Nicolas Kramar (Musée de la Nature).
Andrea Boltshauser
Andrea Boltshauser ist Kindergärtnerin und dipl. Geographin. Seit 2006 unterrichtet sie an der Pädagogischen Hochschule Wallis die Fachdidaktik Natur Mensch Gesellschaft (NMG). Sie hat bei verschiedenen Projekten für die Bildung einer Nachhaltigen Entwicklung mitgearbeitet und ist seit Herbst 2021 mitverantwortlich für die Nachhaltigkeit an der Pädagogischen Hochschule Wallis.
Ort:
FFHS Campus, Brig
⠀(5) A listening walk: Embracing the sonic environment, in the Anthropocene
A listening walk: Embracing the sonic environment, in the Anthropocene (en)
Description
The workshop offers a listening experience: a listening walk as a weapon to oppose the apocalyptic vision of the time we live in; an invitation to seek reconciliation with the natural and anthropic space through the active and inclusive perception of the environment. Raymond Murray Schafer, in "The tuning of the world" - the "sacred book" of soundscape - gives an all-embracing and apparently ordinary definition of it: by soundscape we mean "Technically, any portion of the sonic environment." The workshop - which adopts the methodological framework of outdoor learning - is an invitation to evaluate listening as a practice that, by nature, includes and does not exclude every stimulus, guaranteeing a space for communication with every element of the environment. Listening practices can show us how to constantly reconsider our behavior on the planet, revealing new possible paths and new perceptive resources to escape the nihilism that dominates the reflection about the anthropocene.
Biography
Prof. Lorena Rocca, Lecturer, SUPSI
Lorena Rocca is Professor Reader in Didactics of Geography at SUPSI (University of Applied Sciences and Arts of Southern Switzerland) and Professor Reader in Human Geography (University of Padova). She is director of the research group "Paesaggi sonori", based in Locarno at SUPSI DFA. The group collaborates with international researchers and artists, working on the theme of soundscape with a multidisciplinary approach.
Dr. Carlotta Sillano, researcher, University of Turin
Carlotta Sillano graduated in Media Cultures at the University of Turin in 2016, later earning a PhD in Digital Humanities at the University of Genoa. Her research investigates the relation between sound, places and artistic languages. She is part of the research group Paesaggi Sonori at SUPSI. As a musician and songwriter, she published three studio albums.
Place:
FFHS Campus, Brig as well as somewhere outside close by