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| Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

29.
Nachdem sie dieses niedergeschrieben hatten, verfaßten sie, indem sie es wieder bereuten, jene Glaubensformel1, über welche sie sich, weil sie dieselbe mit Beifügung des Consulates bekannt gemacht hatten, abermals schämten. Nachdem sie nun nach ihrer Gewohnheit auch diese bereut hatten, ließen sie durch den Notar Martinianus die Abschriften den Besitzern derselben wegnehmen. Und nachdem sie den Kaiser Konstantius dahin vermocht hatten, gegen dieselbe einen Befehl ergehen zu lassen, stellten sie wieder eine andere auf; und mit Beifügung einiger Worte, wie sie zu thun pflegen, schrieben sie in Isaurien Folgendes nieder2.Wir scheuen uns nicht, die authentische Glaubensformel bekannt zu machen, welche an dem Kirchweihfeste zu Antiochien abgefaßt wurde; obwohl unsere Väter zu jener Zeit vorzüglich wegen der vorliegenden Frage sich versammelt haben. Allein da die Ausdrücke omoousian (von gleicher Wesenheit) und omoiousian (von ähnlicher Wesenheit) sowohl in den vergangenen Zeiten als auch jetzt Viele verwirrt haben, ja da von Einigen sogar, wie man sagt, das anomoion (unähnlich, d. h. die Behauptung, daß der Sohn dem Vater unähnlich sey,) erneuert wird; so verwerfen wir das Homousion und Homöousion, als den Schriften fremde Ausdrücke, sprechen über das Anomöon den Fluch aus, und erkennen Alle, die diese Meinung theilen, als Abtrünnige der Kirche. Wir bekennen dagegen ausdrücklich, daß der Sohn dem Vater gleich ist, der Lehre des Apostels gemäß, welcher von dem Sohne sagt:3 „Welcher ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes.“ Wir bekennen aber und glauben an Einen Gott, allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Wir glauben ferner an unsern Herrn Jesum Christum, seinen Sohn, welcher ohne Empfindung von ihm gezeugt wurde vor allen Zeiten, an Gott das Wort, den eingebornen Gott aus Gott, das Licht, das Leben, die Wahrheit, die Weisheit und Kraft; durch den Alles gemacht ist im Himmel und auf Erden, sowohl das Sichtbare als auch das Unsichtbare. Dieser, glauben wir, hat am Ende der Zeiten, um die Sünden zu tilgen, Fleisch angenommen aus der heiligen Jungfrau, und ist Mensch geworden, hat gelitten für unsere Sünden, ist auferstanden, aufgenommen worden in die Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters, und wird wieder kommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten. Wir glauben auch an den heiligen Geist, welchen unser Heiland und Herr auch Parakletus (Tröster) genannt, den er nach seinem Hintritte den Jüngern zu senden verheißen, und wirklich gesandt hat; durch den er alle Gläubigen in der Kirche heiliget, welche getauft werden im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Diejenigen aber, welche etwas anders, als diesen Glauben, verkündigen, erkennt die katholische Kirche als Abtrünnige. Daß aber die in Gegenwart unsers frommen Kaisers zu Sirmium bekannt gemachte Glaubensformel mit diesem Glauben gleichen Sinn hat, wissen Alle, welche dieselbe lesen.
1: Diese achte Gtaubensformel, verfaßt im Jahre 359, findet sich oben unter Num. 8.
2: Diese neunte Glaubensformel wurde am 29. October 359 verfaßt. Sie steht auch bei Epiphanius Haeres. LXXIII, cap. 25; bei Sokrates lib. 2, cap. 40; Niceph. lib. 9, cap. 43, wo aber vieles ausgelassen ist.
3: Koloss. I, 15.