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Daten zu Blitzeinschlägen: jetzt in der App und auf der Webseite verfügbar
Die Sommersaison ist da und es wird immer mehr Gewitter geben. Somit wird es immer leichter sein, einem der spektakulärsten, wenngleich auch gefährlichsten Wetterereignisse beizuwohnen: den Blitzen. Ab sofort können die Blitze der gesamten Schweiz in Echtzeit auf der App und der Webseite von MeteoSchweiz angesehen werden.
Wenn Sie sich im Freien befinden und die Animation der MeteoSchweiz-App immer näher kommende Blitze anzeigt… ist es angebracht, sich Schutz zu suchen, auch wenn Sie noch keinen Donner gehört haben!
Eine der besten Methoden zur Messung der Blitze besteht in der Installation eines Antennennetzes, das Niederfrequenzsignale erfassen kann. MeteoSchweiz verfügt über keine solche Infrastruktur, sondern stützt sich auf das Messnetz des französischen Unternehmens Météorage, das etwa hundert Antennen in ganz Europa verwaltet.
Wie laden sich Wolken elektrisch auf? … Genauso wie beim Reiben eines Luftballons.
Blitze sind elektrische Entladungen und treten auf, wenn sich eine Gewitterwolke mit genügend Elektrostatik auflädt. Der Mechanismus ist grundsätzlich derselbe, den wir alle schon ausprobiert haben, wenn wir zum Beispiel einen Luftballon am Ärmel des Pullovers reiben und beobachten, dass die Oberfläche des Ballons die Haare zu Berge stehen lässt, sobald man den Ballon dem Kopf nähert. Beim Reiben werden elektrische Ladungen vom Pullover auf den Ballon übertragen, wodurch ein elektrostatisches Feld erzeugt wird.
Etwas Ähnliches passiert im Inneren der Gewitterwolke: Die leichteren Eiskristalle werden von aufsteigenden Luftströmungen angehoben, während die grösseren Kristalle aufgrund ihres Gewichts nach unten fallen. In diesem Auf und Ab prallen verschiedene Arten von Eispartikeln und Wassertröpfchen bei Minusgraden aufeinander und tauschen elektrische Ladungen aus, sodass weite Teile im Inneren der Wolke mit statischer Elektrizität aufgeladen werden. Wenn das elektrostatische Feld stark genug wird, können sich die angesammelten Ladungen sozusagen durch die Luft zwängen und entladen sich in Richtung der Wolke selbst oder in Richtung einer nahegelegenen Wolke (was zu Wolke-Wolke-Blitzen führt, die etwa 90% der Fälle ausmachen) oder in Richtung des Bodens (Wolke-Boden-Blitze).
Wenn man einen Ballon ausreichend aufladen könnte (ohne ihn platzen zu lassen!), wäre es prinzipiell möglich, eine kleine elektrische Entladung zu erzeugen… bei MeteoSchweiz haben wir es versucht, aber leider ohne Erfolg. Ein etwas ernsthafteres Experiment wäre mit einem Van-de-Graaff-Generator möglich, bei dem der Ballon durch ein Metallobjekt, normalerweise in Form einer Kugel, ersetzt wird. Die Ansammlung elektrischer Ladung im Generator wird durch die Bewegung eines umlaufenden Bandes ermöglicht. Bringt man einen kleinen Metallgegenstand in die Nähe des aufgeladenen Generators, wird das elektrische Feld so stark, dass sich die angesammelte Ladung durch die Luft vom Generator zum Gegenstand entlädt. So wird ein Blitz in Miniaturform erzeugt.
Gewitter – Gefahren, Warninformationen und Verhaltensempfehlungen
Gewitter sind faszinierend und gefährlich zugleich. Welche Risiken existieren? Wie wird vor Gewittern gewarnt und wie kann man sich schützen? Dieses Video bietet Antworten auf diese Fragen: