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JU = sanft, weich
JITSU = Technik, Kunst
Es gibt die verschiedensten Versionen über die Entwicklung des Ju-Jitsu; die wahrscheinlichste ist die: Im 17. Jahrhundert verstiess die Ritterkaste der Samurais gegen die Gesetze des Kaisers. Sie wurden damit bestraft, keine Waffen mehr tragen zu dürfen. Zu jener Zeit kam ein Arzt aus Nagasaki von China zurück, wo er bei einem Nahkampflehrer (Haku-Tei) die Kunst des waffenlosen Nahkampfes studiert hatte. Er stellte dabei fest, dass zur Ausführung der gelernten Griffe eine gewisse Körperkraft gehört. Durch die Beobachtung eines Sturmes, stellte er fest, dass sich die Äste der Bäume im Wind bogen und wieder zurückschnellten. Angeregt dadurch soll dieser Arzt ein System entwickelt haben, bei dem auch der Schwache "durch Nachgeben" siegen kann. Er gründete eine Schule mit dem Namen Yoshin-Ryu (Weidenschule). In dieser Schule wurden auch Samurais unterrichtet, die dort die gelernten Griffe zur Perfektion brachten.
Jedenfalls scheint festzustehen, dass das Ju-Jitsu ursprünglich aus China kam, in Japan aufgegriffen und vervollständigt wurde. Ju-Jitsu übersetzt in unsere Sprache bedeutet Ju (jiu) = sanft, weich, nachgeben, und Jitsu (Jutsu) = Technik. Also erkennt man eine sanfte Technik in der man nachgibt um zu siegen.
Ju-Jitsu hat in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erhalten. Es ist nicht mehr so geheimnisumwittert. Es wurde der allgemeinen Bevölkerung näher gebracht. Ju-Jitsu wie wir es heute kennen, besteht aus verschiedenen Kampfsportarten wie; Karate, Judo, Aikido, Elementen aus Kung-Fu und Kendo und anderen artverwandten asiatischen Kampfkünsten. Jiu (Kurzform) kennt harte und weiche Techniken. Die harten Techniken sind Schläge, Tritte, Würgetechniken etc., die weichen Techniken sind Kontrolle des Gegners und Würfe aus dem Judo und Aikido.
Das Ziel im Jiu ist nach wie vor, sich selbst optimal unter Aufwendung von möglichst wenig Kraft zu verteidigen, vorwiegend gegen einen Gegner der keine Kampfkunsttechniken kennt und unter Berücksichtigung der Gesetzgebung des Staates und unter der Einhaltung der Verhältnismässigkeit. Jiu soll dem Übenden Selbstvertrauen und Sicherheit geben, sowie auch Selbstdisziplin. Der persönlichen Entwicklung seiner eigenen Fähigkeiten sind dank der vielen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt.