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Fehlermeldung aus dem Inspector
Hallo Frau Kobylinska (Sie sind es doch, oder?),
ich hoffe, Sie ersparen uns zukünftig mit jeder Ihrer Antworten eine Leseprobe auch Ihrem neuen Buch anzupreisen. Das hier ist kein Literatur-Vermarktungs Forum, sondern ein User-Forum.
Nun zu Ihren Ausführungen:
Natürlich kann man mit Hilfe von Acrobat Distiller 6.0 Professional PDF/X-Dateien erzeugen lassen. Die Frage ist nur, ob es für den qualitätsbewußten PDF-Anwender besonders sinn- und reizvoll ist. Sie fragen warum? Nun, weil die reine Erfüllung der PDF/X-Richtlinien noch herzlich wenig über die inhaltliche Qualität des verarbeiteten Dokuments aussagt. Die wiederum ist aber unter Umständen wichtiger als die PDF/X-Konformität. Weder Bildauflösung, Farbanzahl, Überdruckeneinstellungen, Anschnitt oder sonstiges wird beachtet, weil Acrobat Distiller keinen Preflight im klassischen Sinn durchführt.
Dies bedeutet, dass also trotzdem noch eine zweite Prüfung in Acrobat 6.0 Professional oder einem anderen (PDF/X-kompatiblen) Prüfwerkzeug erfolgen muss, um die geforderte und benötigte inhaltliche Qualität sicherzustellen. Wenn das aber sowieso notwendig ist, dann...
Das Hinzufügen der fehlenden, für die PDF/X-Normen erforderlichen TrimBox im Distiller 6.0 Professional halte ich für sehr gewagt, denn um sie automatisiert mit Distiller hinzufügen zu lassen, müssen die Ausgangsdaten, sprich die PostScript-Dateien, einen einheitlichen, standardisierten Seitenaufbau aufweisen. D.h. das PostScript-Seitenformat muss z.B. bei allen zu verarbeitenden Dateien eine einheitliche Zugabe in der Breite und Höhe gegenüber dem Dokumentenendformat aufweise. Darüber hinaus muss auch sichergestellt sein, dass das Endformat zentriert auf dem Ausgabeformat steht, wenn mann im Distiller 6.0 Professional z.B. definiert hat, dass die Trimbox um jeweils 1 cm pro Seitenkante gegenüber der MediaBox eingerückt sein soll. Damit sind fehlerhafte TrimBox-Definitionen innerhalb der generierten PDF/X-Dateien vorprogrammiert.
Ihre Aussage bzgl. älterer Acrobat Distiller-Versionen im Zusammenspiel mit den PDF/X-Joboptions von Herrn Jaeggi könnte leicht in der Form mißinterpretiert werden, dass damit PDF/X-konforme Dateien erzeugt werden können. Dem ist natürlich nicht so, denn alle Acrobat Distiller Versionen außer Acrobat Distiller 6.0 Professional kennen kein PDF/X-Format und sind deshalb auch nicht in der Lage die dafür notwendigen Konstrukte ins generierte PDF einzubetten. Man kann damit nur die Ausgangsbasis für die PDF/X-Erzeugung mit einem Plug-In oder Acrobat 6.0 Professional schaffen.
Ebenfalls sehr mißverständlich könnte Ihre Aussage bzgl. der "Nachbesserbarkeit" angelieferter PDF-Dateien interpretiert werden. Meistens liegt bei solchen Daten die Krux nicht im Bereich der fehlenden PDF/X-Konformität, sondern im Bereich der unzureichenden inhaltlichen Qualität. Da Acrobat 6.0 Professional alleine aber keine korrigierenden Eingriffe zuläßt, nutzt einem Dienstleister das Programm und dessen Preflight-Funktionalität nur in sofern, dass er weiß, dass er nun seinen Kunden anrufen und ihn um eine neue Datei bitten muss.
Die letzte leicht falsch interpretierbare Aussage betrifft schließlich noch die "PDF/X-fest Machung" eines PDFs. Die Tatsache, dass eine PDF-Datei zu einem Zeitpunkt x PDF/X-konform war, bedeutet niemals, dass sie automatisch auch zum Zeitpunkt x + t immer noch konform ist. Sobald zwischenzeitlich Veränderungen innerhalb der PDF/Datei durchgeführt wurden, kann dies zwar mit einfachen Mitteln festgestellt werden, aber ob Sie wirklich noch PDF/X-konform ist, kann AUSSCHLIESSLICH durch eine erneute Konformitätsprüfung, sprich einen Preflight sichergestellt werden. Denn daß weiterhin Dinge wie ein Output Intent oder eine PDF/X-Kennung in der PDF-Datei enthalten sind, heißt natürlich niemals, dass sie auch wirklich PDF/X-konform ist.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Zacherl
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