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Unterwegs im Prättigau – Die Erschliessung durch Strasse und Schiene
Früher war das Prättigau ein raues bewaldetes und selten begangenes Tal. Erst um 1200 wurde der Weg durchs Prättigau bis zur Klosterser Talstufe von Prämonstratenser Mönchen gerodet. Vor dieser Zeit gibt es zwar kaum urkundliche Aufzeichnungen, jedoch archäologische Funde, die darauf hinweisen, dass der vorderste Talabschnitt schon zuvor besiedelt worden war. Die Prämonstratenser Mönche und die anderen Einwohner von Klosters waren alle Selbstversorger. Alles, was sie zum Leben brauchten, gaben ihnen der Stall und der Acker: Vieh, Korn, Hanf, etwas Gemüse und Arzneipflanzen. Nur Salz wurde im Tauschhandel erworben. Die ältesten Wege durch das Prättigau führten hoch über Alpen und Sättel oder dem Hang nach, da im Tal unten die wilde Landquart rauschte. Wenn die Leute von Klosters talauswärts Richtung Küblis gelangen wollten, führte der Weg über Mezzaselva und Saas, hoch und runter, über Runsen und Töbel. Die Wege waren nur beschwerlich zu begehen: Wildwasser, Steinschläge und Lawinen zerstörten sie immer wieder und die Instandhaltung der Wege war nicht einfach. Erst 1840 wurde mit dem Bau der heutigen Talstrasse begonnen, die in der Folge immer wieder erneuert und verändert wurde. Die Eisenbahnstrecke zwischen Landquart und Klosters wurde im Jahre 1889 eröffnet und im In- und Ausland wahrgenommen und gewürdigt, da nun das Prättigau an das europäische Schienennetz angeschlossen war. Bis die ersten Autos durch das Tal fuhren, dauerte es jedoch noch eine Weile länger. Kaum jemand wollte den Automobil-Verkehr zulassen. 1900 wurde vom Kleinen Rat sogar ein allgemeines Verbot für das „Fahren mit Automobilen auf sämtlichen Strassen des Kantons Graubünden“ erlassen. Erst 1925 wurden Autos zugelassen, die Höchstgeschwindigkeit betrug allerdings 40km/h, innerorts sogar nur 12km/h.