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Transkaspische
Eisenbahn, 1433 km lange Bahnlinie von dem etwa unter dem 40. Breitengrad am Ostufer des
Kaspischen
Meers gelegenen
Fort Michailowsk über Merw und
Buchara nach Samarkand. Mit dem
Bau, zu dem der 1880 von
den
Russen unter
General Skobelew unternommene Feldzug gegen die Achal-Turkmenen
die erste Veranlassung gab, wurde im Aug. 1880 begonnen.
Schon im Okt. 1880 wurden 23 km, im Dez. 125 km und im Febr. 1881: 158 km eröffnet. Die
Russen konnten jetzt ihren Feldzug
gegen die Turkmenen mit größerm Erfolg fortsetzen; wurde die Hauptfestung Geoktepe besetzt,
und im Mai war die Niederwerfung der Turkmenen vollständig erreicht.
Nach Vollendung des Feldzugs wurde die Bahn bis Kisil-Arwat (231 km von Michailowsk) fortgeführt und im Juli 1883 eröffnet. Nachdem im Dez. 1883 Merw von den Russen besetzt worden, konnte der Weiterbau der Bahn bis Merw und darüber hinaus bis zum Amu-darja ins Auge [* 2] gefaßt werden. Im März 1885 entstandene Verwicklungen mit Afghanistan [* 3] beschleunigten den Beginn des Baues, der bereits angeordnet wurde. Für die durch die Weiterführung gesteigerte Bedeutung der Bahn und den zu erwartenden größern Verkehr erschien die bisherige Anfangsstation Michailowsk, wo die großen Dampfer wegen der Seichtigkeit des Wassers nicht anfahren können, nicht mehr geeignet. Es wurde daher die Bahn noch um 27 km nach Westen bis Usunada (Lange Insel) verlängert und daselbst ein Hafen angelegt.
Die neue Anfangsstation und der Hafen wurden eröffnet. Der Weiterbau der Bahn nach Osten wurde mit größtem Eifer betrieben. Schon wurde die Strecke bis Merw (820 km vom Meere) eröffnet und bereits waren 1050 km bis zur Stadt Tschardschui im Betrieb. Am fand die Eröffnung der Bahn in ihrer ganzen Ausdehnung [* 4] bis Samarkand statt. Bei Tschardschui überschreitet die Bahn den sich in mehrere Arme spaltenden Amu-darja auf einer hölzernen Brücke [* 5] (4 km). Die Länge der Brücke über den Hauptarm beträgt 1708 m, über den ersten Nebenarm 175 m, über den zweiten 124 m, und über den dritten 64 m; die einzelnen Brückenteile sind durch Dämme verbunden.
Der
Bau der
Transkaspische Eisenbahn, welche die russ. Normalspur (1,524 m) hat, ist
unter der Oberleitung des russ. Generalstabs ausgeführt; der Betrieb wird gleichfalls von der
Militärbehörde geführt. Die außerordentliche Schnelligkeit, mit der der
Bau bewirkt wurde (in drei
Jahren wurden über 1100 km fertiggestellt), bedingte besondere Einrichtungen. Das militär.
Personal bestand aus einem
Eisenbahnbataillon von 1018 Mann einschließlich 16 Offiziere; außerdem wurden gegen 30000 gemietete
Arbeiter beschäftigt.
Die
Soldaten des
Eisenbahnbataillons befanden sich in einem als
Kaserne eingerichteten Zuge von 34 bis 45 zum
Teil zweistöckigen
Wagen, die neben den Aufenthalts- und Schlafräumen für Offiziere und Mannschaften Arbeitsräume, Lazaretträume
u.s.w. enthielten. Der
Bau der
Bahn
war auf 43 Mill. Rubel,
d. i. 32000 Rubel für die Werst (1,067 km), veranschlagt. Am wurde
die etwa 135 km lange Zweigbahn von der
Station Akhtscha-Kuina nach Krasnowodsk, dem besten
Hafen an der
Ostküste des
Kaspischen
Meeres, eröffnet; Krasnowodsk ist damit der westl. Ausgangspunkt der
Bahn geworden, da die
Station
Usun-ada eingehen wird. Die östl. Fortsetzung der
Transkaspische Eisenbahn bis
Andidschan (550 km) befindet sich (1897) im
Bau, auch ist eine Abzweigung von
Taschkent zum Anschluß an das europ.
Eisenbahnnetz in Orenburg geplant. –
Vgl.
Transkaspien und seine
Eisenbahnen (nach
Akten des Erbauers Generallieutenant M.
von
Annenkow, bearbeitet vom
Staatsrat Heyfelder, Hannov. 1887);
Archiv für
Eisenbahnwesen (1888, 1897).