Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03404.jsonl.gz/2120

Die deutsch-jüdische Goldschmidt Familie war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Bankiersfamilien Deutschlands. Heute gehört ein Familienzweig zur britisch-französischen Elite.
Moshe Goldschmied (circa 1450-1531) zog von Nürnberg nach Frankfurt in die Judengasse. Alle hier genannten Goldschmidts stammen von ihm ab.
Josef Goldschmidt zum Goldenen Schwan (starb 1572) war der bedeutendste jüdische Geschäftsmann im Deutschland des 16. Jahrhunderts. Er war mit der Fugger Familie verbunden. Die Fuggers waren zu der Zeit die mächtigsten und reichsten Bankiers Europas. Josef Goldschmidts Neffe gehörte zu der reichsten Bewohnern der Frankfurter Judengasse. (Quelle: 1 und 2)
Im 17. Jahrhundert bildete sich der Familienzweig Goldschmied-Hameln. Sie führten die angesehenste Juwelenhandlung der Frankfurter Judengasse. Sie hatten Kontakt zu Samuel Oppenheimer, der damals einer der wichtigsten jüdischen Hofbankiers war. Salomon Daniel Goldschmied-Hameln (1762-1813) heiratete eine Schwester des Frankfurter Bankiers Mayer Amschel Rothschild, welcher der Begründer der Rothschild-Bankendynastie war. (Quelle: 1 und 2)
Der Hofbankier Benedikt Goldschmidt (1575-1642) stand wie seine Nachkommen im Dienste der deutschen Hochadelsfamilie Hessen. Die Goldschmidt Familie blieb die einflussreichste unter Hessens Hofbankiers bis zum Aufstieg der Frankfurter Rothschild. Der Nachkomme Hesse Goldschmidt (1689-1733) war als Unternehmer im Handel und der Herstellung von Farben aktiv. Er heiratete in die deutsch-jüdische Oppenheim Familie, die später im 19. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Bankiersfamilien in Deutschland wurde.
Im 17. Jahrhundert bildete sich der Familienzweig Goldschmidt-Kassel. Der Zweig gehörte zu den angesehensten Familien der Frankfurter Judengasse. Zu diesem Familienzweig gehörte Benedikt Hayum Goldschmidt (1798-1873). Er war 1821 der Gründer von B.H. Goldschmidt, eine der führenden deutschen Banken des 19. Jahrhunderts, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand. Benedikt heiratete in die Kann Familie. (Quelle) Diese galt zwei Jahrhunderte (von etwa 1550 bis 1750) als die reichste und mächtigste Familie unter Frankfurts Juden (Quelle).
Die Goldschmidts und ihre Bank B.H. Goldschmidt waren 1870 an der Gründung der Commerzbank beteiligt. Sie ist bis heute eine der grössten deutschen Banken. Zu den Mitgründern der Commerzbank gehörten auch die deutschen Bankiersfamilien Warburg, Donner und Mendelssohn. (Quelle)
Benedikt Hayum Goldschmidt war geschäftlichen eng mit der jüdischen Bankiersfamilie Bischoffsheim verbunden, in die seine beiden Schwestern und einer seiner Söhne heirateten. Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten die beiden Familien in Paris die Bank „Bischoffsheim, Goldschmidt et Cie“. Diese gründete 1863 auf Initiative von Louis-Raphaël Bischoffsheim die „Nederlandsche Credit en Deposito Bank“ (NCDB), eine niederländische Bank.
Anmerkung: Zu den Mitgründern der NCDB gehörten auch die adlig-jüdischen Bankiers Meyer-Joseph Cahen d’Anvers und Maurice de Hirsch sowie die christlichen Bankiers Édouard Hentsch und Alphonse Pinard. Zu den Gründungsaktionären der NCDB gehörten die Banken von Bischoffsheim, Goldschmidt, Pinard, Hentsch und die Bank der jüdisch-adligen Königswärter Familie. Der niederländisch-jüdische Freimaurer Abraham Carel Wertheim war in der Führung der NCDB. (Quelle)
1872 fusionierte die NCDB mit der Banque de Paris, die von den jüdischen Bankiersfamilien Stern, Bamberger und Fould kontrolliert wurde. Durch die Fusion entstand die Paribas Bank, die sich zu einer der grössten französischen Banken entwickelte. Im Jahr 2000 fusionierte sie mit der französischen Bank BNP zur heutigen BNP Paribas. 2020 war die BNP Paribas die grösste französische Bank und die neuntgrösste der Welt.
Benedikts Sohn Salomon Goldschmidt (1821-1888) heiratete Melanie Biedermann, eine Enkelin von Michael Lazar Biedermann. Der jüdische Bankier Biedermann war Hofjuwelier der österreichischen Königsfamilie. Er war einer der Gründer und ersten Aktionäre der Österreichischen Nationalbank (österreichische Zentralbank) (Quelle). Biedermann hatte auch zwei Enkelinnen, die in die bereits erwähnten Familien Stern und Bischoffsheim heirateten.
Benedikts Sohn Maximilian (1843-1940) galt zeitweise als der reichste Deutsche und wurde vom deutschen Kaiser zum Freiherrn geadelt. Maximilian heiratete in die Rothschild Familie. So entstand der Familienzweig Goldschmidt-Rothschild. Sein Sohn Rudolph von Goldschmidt-Rothschild (1881-1962) heiratete in erster Ehe in die belgisch-jüdische Bankiersfamilie Lambert. Seine Frau kam mütterlicherseits ebenfalls aus der Rothschild Familie. Rudolph heiratete in zweiter Ehe in die Familie Friedlaender-Fuld, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den reichsten Familien Deutschlands gehörte. Rudolphs Schwiegervater war der zum Christentum konvertierte Jude Fritz von Friedlaender-Fuld. Fritz war ein erfolgreicher Kohleunternehmer und wurde in den preussischen Adel aufgenommen. Er war in Aufsichtsräten von grossen deutschen Unternehmen, wie der Deutschen Bank und der AEG. Er gründete selbst zwei grössere Unternehmen. Eines davon war die „Oberschlesische Kokswerke und Chemische Fabriken AG“, ein Vorläufer der Pharmasparte des heutigen deutschen Grosskonzerns Bayer.
Maximilians Sohn Erich von Goldschmidt-Rothschild (1894-1987) heiratete in die österreichisch-deutsche Adelsfamilie Henckel von Donnersmarck, die früher im Bergbau aktiv war. Die Adelsfamilie war 1913 die drittreichste Familie Deutschlands, während die Familie Goldschmidt-Rothschild die zweitreichste war (Quelle).
Maximilians Schwester Henriette Goldschmidt (1829-1904) heiratete Eduard Wiener. Der österreichische Jude konvertierte zum Christentum und wurde in den österreichischen Ritterstand erhoben. Er war Präsident der Creditanstalt, eine der grössten österreichischen Banken. Die Creditanstalt wurde von der Rothschild Familie mitgegründet. Die Bank ist eine der beiden wichtigen Vorläufer der heutigen Unicredit Bank Austria, die noch immer eine der grössten Banken Österreichs ist. Seit 2005 befindet sie sich im Besitz der italienischen Grossbank Unicredit.
Maximilians Bruder Adolphe Goldschmidt (1838-1918) emigrierte nach Grossbritannien. Adolphes Sohn Frank (1878-1967) änderte sein Familiennamen zu Goldsmith und ging in die britische Politik. Danach zog er nach Frankreich, wo er als Hotelunternehmer aktiv wurde.
Franks Sohn war der Investor und Milliardär James Goldsmith (1933-1997). James besass zeitweise L’Express, eine der wichtigsten Wochenzeitungen Frankreichs. James Goldsmith besass zeitweise die Hälfte der Anteile am US-amerikanischen Bergbaukonzern Newmont Mining (Quelle). Newmont Mining war 2020 der grösste Goldproduzent der Welt. James Goldsmith verkaufte einen 13,5-prozentigen Anteil des Goldkonzerns an den berühmten Investor George Soros (Quelle).
James Goldsmith heiratete in erster Ehe María Patiño y Borbón. Marias Grossvater war der bolivianische Unternehmer Simón Iturri Patiño, der den Handel mit Zinn und seiner Förderung in Bolivien kontrollierte. Er gehörte zu den reichsten Männern der Welt. Marias Mutter war eine spanische Adlige aus dem Hause Bourbon. James Goldsmith hatte auch eine romantische Beziehung mit einer französischen Adligen, deren Grossmutter aus dem Haus Orléans kam. Bourbon und Orléans sind bedeutende Hochadelsgeschlechter. James Goldsmith heiratete in dritter Ehe die Tochter eines Markgrafen aus der britischen Adelsfamilie Vane-Tempest-Stewart. Seine Tochter Jemima war mit der britischen Prinzessin Diana befreundet und war mit Imran Khan verheiratet, dem derzeitigen Premierminister Pakistans. James Söhne (Ben und Zac) heirateten in die Rothschild Familie. Der Sohn Ben (*1980) ist ein Spender und Förderer der Grünen Partei von England und Wales. Sein Bruder Zac Goldsmith (*1975) ist britischer Politiker und wurde zum Baron geadelt. Zacs Vermögen wurde 2012 auf 300 Millionen Pfund geschätzt (etwa 400 Millionen US-Dollar) (Quelle). Er ist derzeit im Kabinett des britischen Premierministers Boris Johnson. Er befürwortet den Brexit seit 2013 (Quelle). Sein Vater James Goldsmith gründete 1994 die nicht mehr existierende britische Referendumspartei, eine EU-skeptische Partei. James vertrat die nicht mehr existierende französische EU-skeptische Partei „Mouvement pour la France“ im Europäischen Parlament.
Anmerkung: Der Brexit wurde aus meiner Sicht von Anfang an von der britischen Elite geplant und gefördert. Die öffentliche Brexit-Debatte dient lediglich dazu, das britische Volk zu spalten und um von anderen Dingen abzulenken. Damit das Volk und die darin vorhandenen Verschwörungstheoretiker dies nicht durchschauten, tat man so, als sei der Brexit Teil eines Kampfes gegen die britische und europäische Elite. Die grossen Medienkonzerne spielten beim Theater mit und hetzten in ihrer Berichterstattung gegen den Brexit, was dazu führte, dass diejenigen, die den Leitmedien misstrauen, den Brexit befürworteten. Der Anteil der Verschwörungstheoretiker im britischen Volk wird auf 60 Prozent geschätzt und 77 Prozent misstrauen den Leitmedien. Sie sind somit inzwischen die wichtigste Wählergruppe. In den USA sind es etwa 64 Prozent. (Quelle) In Deutschland sind es nur 30 Prozent (Quelle). Hier muss man folgendes bedenken: Wenn es eine globale Elite gibt, die es schafft Politik, Medien und wichtige Institutionen aller Art zu kontrollieren, dann wird es für sie einfach sein die Bewegung der Verschwörungstheoretiker zu kontrollieren und für ihre eigene Zwecke zu instrumentalisieren.
James Goldsmith kannte den britischen Baron Jacob Rothschild und den Australier Kerry Packer (Foto). Sie waren Freunde und hatten geschäftlichen Kontakt zueinander (Quelle). Kerry Packer war damals der mächtigste und reichste Medienunternehmer Australiens.
James Goldsmith war Direktor von Hollinger. Das kanadische Medienunternehmen, das 2007 Konkurs ging, war zeitweise einer der grössten Medienkonzerne der Welt. Das Unternehmen wurde von Conrad Black gegründet und kontrolliert. Der Kanadier wurde von der britischen Königsfamilie zum Baron geadelt. Zur Führung von Hollinger gehörten Mitglieder der britischen Elite, darunter Baron Jacob Rothschild und Baron Peter Carington. (Quelle)
James Goldsmith war ein Freund und Geschäftspartner von Selim Zilkha (Quelle). Dieser gründete das britische Einzelhandelsunternehmen Mothercare und kommt aus der irakisch-jüdischen Bankiersfamilie Zilkha.
James Nichte Clio Goldsmith (*1957) heiratete den Unternehmer Carlo Alessandro Puri Negri, ein naher Verwandter der italienischen Unternehmerfamilie Pirelli. Clio Goldsmith heiratete in zweiter Ehe den Briten Mark Shand. Marks Schwester Camilla ist die Ehefrau des britischen Prinzen Charles.
Nicole Marie Goldschmidt (1899-1993) war die Grossmutter mütterlicherseits des Milliardärs Vincent Bolloré (Quelle: 1 und 2). Die französische Bolloré Familie kontrolliert eines der grössten Familienunternehmen Frankreichs und war in den letzten Jahren mit Vivendi verbunden, dem grössten Medienkonzern Frankreichs.
Julie Goldschmidt (1800-1859) heiratete in die deutsch-jüdische Bankiersfamilie Ladenburg. Die Ladenburgs waren 1876 Mitgründer der US-amerikanischen Investmentbank Ladenburg Thalmann, die noch heute besteht. Die Ladenburg Familie gründete 1865 zusammen mit Friedrich Engelhorn das deutsche Chemieunternehmen BASF. Heute ist die BASF der grösste Chemiekonzern der Welt.
Der deutsche Victor Mordechai Goldschmidt (1853-1933) war Freimaurer in der Loge „Ruprecht zu den fünf Rosen“. Zacharias Oppenheimer war ebenfalls Mitglied in dieser Loge.
Die Goldschmidt/Goldsmith Familie sollte nicht mit der britischen-jüdischen Goldsmid Familie verwechselt werden.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.