Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03178.jsonl.gz/1872

Wasser und ebenfalls leicht in Alkohol löslich. Die konzentrirte wässerige Lösung ist röthlich, die alkoholische grünlich.
Gewonnen wird das Manganchlorür als Nebenprodukt bei der Chlorbereitung aus Braunstein und Salzsäure.
Anwendung findet es medizinisch so gut wie gar nicht, rein dagegen öfter in der Chemie; technisch in der Färberei und Druckerei zur Erzeugung brauner Farben und in rohem Zustande zur Desinfektion, zur Reinigung der Gaswasser und zum Umsetzen des rohen Ammoncarbonats im Chlorammonium.
Sauerstoffsalze des Mangan.
Mangánum borácicum oxydulatum.
Borsaures Manganoxydul, Manganborat, weisses Siccativpulver.
MnOBO3 .
Weisses, feines Pulver, geruch- und geschmacklos, in Wasser völlig unlöslich. Es wird hergestellt, indem Manganchlorür oder Mangansulfat mit Borax ausgefällt wird. Es ist darauf zu achten, dass die Mangansalze vollständig eisenfrei sind.
Anwendung. Das Manganborat dient als bestes Trockenmittel für alle hellen Farben, sowie für die, bei welchen ein bleihaltiger Firniss zu vermeiden ist (s. Artikel Siccative und Farben).
Manganum sulfúricum.
Mangansulfat, schwefelsaures Manganoxydul.
MnSO4 + 4 H2O .
Blass röthliche, nur schwach verwitternde Krystalle; geruchlos, von bitterlichem, zusammenziehendem Geschmack; löslich in 2 Th. Wasser, unlöslich in Alkohol.
Wird in grossen Mengen als Nebenprodukt bei der Chlorgasbereitung gewonnen, wenn dieses nicht einfach aus Braunstein und Salzsäure, sondern aus einem Gemenge von Braunstein, Chlornatrium und Schwefelsäure hergestellt wird.
Verwendung findet es in ganz gleicher Weise wie das Manganchlorür.
Von anderen Mangansalzen, die noch zuweilen im Handel vorkommen, nennen wir Manganum aceticum, bereitet durch Umsetzung von Mangansulfat mit Bleiacetat; ferner Manganum carbonicum, durch Ausfallen von Mangansulfat oder Chlorür mittelst Natriumcarbonat gewonnen.
Cobaltum.
Kobalt.
Co 59.
Von den Kobaltverbindungen kommen für uns vor Allem einige kobalthaltige Farben, Kobaltblau und Kobaltgrün (s. Abth. Farben) in Betracht, Von den reinen Kobaltsalzen wird zuweilen das Kobaltchlorür ¶
oder das Kobaltsulfat, zur Herstellung sympathetische r Tinten benutzt; sie bilden grünliche Salze, die in ihren Eigenschaften ungefähr den entsprechenden Eisensalzen gleichen.
Niccolum.
Nickel.
Ni 58.
Ist ein silberweisses, hämmer- und streckbares Metall von 8,3-8,8 spez. Gew. Es kommt in der Natur nicht gediegen vor, sondern meist in Verbindung mit Arsen oder Schwefel (neben Kobalt). Es wird hauptsächlich in Sachsen auf den Blauwerken oder den Smaltefabriken und vor Allem in Nordamerika gewonnen. Selten oder nie wird es für sich verarbeitet, sondern fast immer in der Legirung mit Kupfer zu Nickelmünzen, Neusilber, Argentan etc. In neuerer Zeit wird es auch in grosser Menge zur Vernickelung von Gebrauchsgegenständen benutzt, da derartig vernickelte Sachen eine gute Politur annehmen und sehr widerstandsfähig gegen Einwirkungen feuchter Luft sind. In vernickeltem Kochgeschirr dürfen aber keine sauren Speisen gekocht werden, da die Säuren dasselbe angreifen und Nickelsalze bilden, die giftig, namentlich brechenerregend wirken.
Von den Nickelsalzen, welche im Handel vorkommen, sind zu nennen:
Niccolum carbonicum, ein apfelgrünes Pulver, welches namentlich zur Darstellung der übrigen Nickelsalze benutzt wird.
Niccolum sulfuricum in dunkelgrünen Krystallen; Niccolum sulfuricum ammoniatum, dunkelblaue Krystalle; dient hauptsächlich zur Herstellung von Vernickelungsflüssigkeiten. Sie werden ausser zur Vernickelung vielfach in der Analyse als Reagentien und hier und da zu sog. sympathetischen Tinten benutzt.
Chromium.
Chrom.
Cr 52.
Die Verbindungen des Chrom liefern uns eine Reihe schöner und sehr wichtiger Malerfarben, wie Chromgrün, Chromgelb, Chromroth u. a. m., die wir bei den Farben kennen lernen werden, nur die Chromsäure findet auch als solche medizinische Verwendung.
Ácidum chrómicum. +
Chromsäure.
CrO3 .
Lange, spiessige Krystalle von dunkelrother Färbung, in Wasser und Sprit sehr leicht löslich, stark hygroskopisch, daher an der Luft zerfliessend. Chromsäure, welche absolut frei von Schwefelsäure ist, soll diese Eigenschaft nicht haben. Bei 300° schmelzen die Krystalle, bei noch höherer Temperatur zerfallen sie in Sauerstoff und Chromoxyd; in konzentrirter Lösung auf die Haut gebracht, färben sie diese schwarz und zerstören sie.
Man stellt sie dar durch Zersetzung von Kaliumbichromat mit Schwefelsäure. ¶