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Er war nicht nur der Hund der Kanalschiffer, die ihn über die belgischen Grenzen hinaus bekannt machten, sondern auch Wachhund in Bürgerhäusern und der Vierbeiner der einfachen Handwerker. Als kleiner Schäferhund ist er ein Hund mit Köpfchen und viel Energie, die genutzt werden möchte.
Spitz oder Schäfer?
Obwohl der Schipperke in Belgien gerne «Spits» oder «Spitske» gerufen wurde, handelt es sich hierbei nicht etwa um die Rasse, sondern um einen Eigennamen. Dennoch wurde immer wieder diskutiert, ob es sich denn um eine Variante des Spitzes oder des Schäferhundes handele. Für beide Theorien gibt es namhafte Vertreter.
Für die Schäferhundeabstammung spricht sich F. Isabel Ormiston in ihrem Buch «The Schipperke Comes of Age» 1951 so aus: «In Belgien sieht man kleine Groenendaels vom selben Typ wie den Schipperke, der Schip ist ohne Zweifel eine Diminutivform (verkleinerte Form) dieser Rasse, zudem war er früher grösser als heute.» Auch einer der Präsidenten des ersten Schipperke-Klubs, der kurz vor der Jahrhundertwende auf der Suche nach belgischen Schäferhunden war, schrieb: «Als wir mit dem Schäferhundeclub in Leuven nach belgischen Schäferhunden suchten, haben wir dort eine kleine und sehr intelligente Art von Schäferhund gefunden, welche den Schipperkes sehr ähnlich ist, jedoch etwas grösser und kürzer im Haar. […] Mit dem Spitz hat der Schipperke nichts zu tun, aber er ist auch ein Wächter wie der Spitz. […] Wenn die Rute nicht kupiert ist, so entwickelt sich dieselbe stark nach unten mit einer Bürste und sie wird […] aufwärts säbelförmig getragen.»
Hans Räber gibt viel auf diese Aussagen, denn wie er festhält, waren es «vor allem die Engländer, die aus dem ehemals etwa mittelgrossen Hund einen eleganten Zwerg machten. Sie verzichteten auf die charakteristische Halskrause und die Hosen, bevorzugten aber einen eher glatthaarigen Hund, auch hielten sie nicht an der auf dem Kontinent allein zugelassenen schwarzen Farbe fest. So hat der Schipperke mit dem Grössenverlust etliche seiner ursprünglichen Schäferhundemerkmale eingebüsst.» Auch unterscheidet sich das glatte Haar deutlich vom Haarkleid des Spitzes. «Es ist deshalb», so Räber, «richtig, dass die FCI in ihrer Nomenklatur den Schipperke heute unter den Schäferhunden einreiht.»
«Im Schweizerischen Klub des Belgischen Schäferhundes und Schipperke (SKBS) wurde der Schip erst 2011 aufgenommen. Zuvor hatte man ihn einfach als Kleinhund abgetan», wie Beat Brügger erzählt, der gemeinsam mit seiner Frau Anne Tissot Malinois und Schipperkes züchtet sowie Chef der Diensthundeführer Bern ist.
Ein pechschwarzes Teufelchen ohne Pferdefuss
Bereits 1890 wurde der Schipperke von dem berühmten Schipperkezüchter Ch. F. Crousse in Brüssel so beschrieben: «Diese Hunde sind treu, stets aufmerksame, zuverlässige Wächter und liebenswürdig im Umgang mit Damen und Kindern. Durch seine eleganten, graziösen Formen und seine grosse Reinlichkeit ist er der bevorzugte Hund der Salons geworden. Doch hat er auch eine ausgesprochene Vorliebe für Pferde und sucht oft deren Gesellschaft.» Und Louis van der Snickt nennt ihn 1882 «ein pechschwarzes Teufelchen ohne Pferdefuss und Schwanz, ein wahrer Teufel für Ratten, Mäuse, Maulwürfe und sonstiges Ungeziefer, ein unermüdlicher Wächter, der weder tags noch nachts ruht, ständig ist er auf den Beinen, und es entgeht ihm nichts, was im und ausser Haus geschieht […] Als guter Stallhund und grosser Pferdefreund ist er ein ausgezeichneter Reiter. Wenn er auf dem Rücken des Pferdes sitzen darf, ist er hell begeistert. Der Schipperke ist nicht nur Wachhund, guter Reiter und immer gut gelaunter Kamerad, sondern auch noch ein Jagdhund. Als Kamerad und Partner bei der Kaninchenjagd ist er unbezahlbar; hier gibt es keinen Jäger, der nicht einen Schipperke hält.» (…)
Das vollständige Rasseporträt finden Sie im SHM 6/17.