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Die Landwirtschaft allein kann die Besiedlung nicht mehr sicherstellen. Zur Erhaltung der dezentralen Besiedlung drängt sich vielmehr ein integrierter, regionaler Ansatz auf. Dieser Beitrag untersucht auf der Basis eines dynamischen Simulationsmodells die Zukunftsperspektiven gefährdeter Gemeinden und die Wirkung von Entwicklungsstrategien zur Stabilisierung der Beschäftigung und Bevölkerung. Die Modellrechnungen zeigen, dass die zukünftige Besiedlung je nach Gemeindetyp von unterschiedlichen Faktoren abhängt und dass Förderungskonzepte und politische Massnahmen nach Gemeindetyp differenziert werden müssen. Soll beispielsweise die Bevölkerung in agrarisch geprägten Gemeinden erhalten bleiben, muss ein Rückgang der Beschäftigung im Rahmen des landwirtschaftlichen Strukturwandels durch Investitionen im zweiten und dritten Sektor abgefedert werden. Diese können sich aber nicht an der geringen einheimischen Nachfrage ausrichten, sondern müssen sich auf den Export von Dienstleistungen und Produkten konzentrieren. Der Artikel zeigt aber auch, dass für die flächendeckende Erhaltung der dezentralen Besiedlung ein sehr hohes Wachstum der Exportnachfrage oder beträchtliche öffentliche Transferzahlungen notwendig sind.
Politische Massnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft sind effektiver und effizienter, wenn sie auf regionaler anstatt einzelbetrieblicher Ebene festgelegt werden. Dies kann helfen, die Klimaziele kosteneffizienter zu erreichen.
Die weltweite Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln dürfte mittelfristig stabil bleiben. Herausforderungen für die Ernährungssicherheit in der Schweiz sind die pro Kopf sinkende Agrarfläche, zunehmende Extremwetterereignisse und ein verstärkter Schaderregerdruck.
An der deutsch-französischen Sprachgrenze innerhalb der Schweiz werden Agrarumweltmassnahmen zur Förderung der Biodiversität unterschiedlich stark umgesetzt. Wirtschaftspolitische Anreize könnten diesen kulturbedingten Unterschied verringern.