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Die Achse Allschwil-Reinach spielte im Fürstbistum Basel eine tragende Rolle, denn sie war die alte Salzstrasse, welche das Elsass mit dem Jura verband. Die Strasse liessen die Fürstbischöfe als „Umfahrungsstrasse“ von Basel ausbauen, um in der reformierten Stadt keine Zölle bezahlen zu müssen. Eine Nord-Südachse existierte auf der Leimentalhöhe. Die Hohestrasse war die kürzeste Verbindungslinie der Stadt mit ihren Besitztümern in Biel und Benken. Was für uns heute selbstverständlich ist, existierte bis weit ins 19. Jahrhundert hinein noch nicht: eine Strasse vom Postplatz in Richtung Basel. Etwas weiter oben auf Höhe der heutigen Falterstrasse, führte der „Stallenweg“ nach Norden. Erst 1865 wurde eine direkte Verbindung vom Postplatz nach Bottmingen errichtet. Da die Strasse über den „Stallen“ führt, wurde sie bis zum Ausbau in den Sechziger Jahren „Stallenstrasse“ genannt. Der Stallenweg mündete nach dem Sennhof in die Stallenstrasse. Ein Stück des alten Stallenweges ist im Garten der Liegenschaft Binningerstrasse 50 noch zu sehen.
Übersichts Plan vom dem Bann Oberwyl, 1828
Der Kartenausschnitt zeigt Oberwil im Jahre 1828. Damals zählte das Dorf rund 750 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Binningerstrasse existierte damals noch nicht, der Weg in Richtung Basel führte über die Strasse, die oberhalb des Flurnahmes „Kerngarten“ eingezeichnet ist.
Karte: Staatsarchiv Basel-Landschaft
Übersichtsplan Gemeinde Oberwil 1945
Beim Punkt 303 links unten befindet sich der Postplatz, nordöstlich davon das Posthörnli, ein Restaurant mit Gartenwirtschaft und grossen Kastanienbäumen. Die Falterstrasse bog damals noch rechts ab, während dem sie heute parallel zur Binningerstrasse verläuft. Nördlich der Parzelle 646 mündet sie in den heutigen Bündtenweg. Das auf diesem Land stehende Bauernhaus der Familie Senn steht heute nicht mehr.
Karte: Staatsarchiv Basel-Landschaft
Binningerstrasse
Das Haus der Familie Laub-Düblin mit dem Dorfnamen „Susanne-Pauli“ an der Binningerstrasse.
Foto: Archiv Sabine Hügin Schenk
Binningerstrasse mit Laubhaus (rechts)
Die beiden Häuser der Familien Düblin an der Binningerstrasse.
Foto: Archiv Sabine Hügin Schenk
Gleiche Perspektive wie im Bild links
An der Binningerstrasse 54 steht heute die Garage Fuchs AG. Ganz rechts im Bild ist der Giebel der Liegenschaft Binningerstrasse 50 zu erkennen. Aufnahme im Jahr 2016.
Foto: Pascal Ryf
Der Verbreiterung der Binningerstrasse fielen die Vorgärten der Häuser zum Opfer, was an der zu einem Fenster umfunktionierten ehemaligen Eingangstüre des Laubhauses an der Binningerstrasse 48 eindrücklich zu sehen ist. Etwas weiter nördlich, auf der Parzelle 646, stand der Bauernhof der Familie Senn, der dem Ausbau der Strasse weichen musste, etwas zurückversetzt befand sich eine Scheune. Diese wurde nach dem Abriss des Sennhofes abgetragen und in der Ziegelmatt wieder aufgebaut. Die Scheune gehörte heute der Bürgergemeinde. Am traditionellen Waldgang an Auffahrt treffen sich die Oberwiler Bürgerinnen und Bürger in der „Schnägge-Schüre„, wie die Senn- bzw. Ryser-Scheune heute genannt wird.
Die Überbauung „In den Bündten“ auf der hangseitigen Lage der Binningerstrasse wurde 1974 errichtet. An deren Stelle befand sich früher die Gärtnerei Volpp. Etwas weiter nördlich folgen die Mehrfamilienhäuser an der Bienenstrasse 28, 34, 36 und Binningerstrasse 30, welche als „Überbauung Fürstenrain Oberwil“ vom Architekturbüro H. Beck und H. Baur geplant worden ist. Erstellt wurden die vier Wohnblöcke mit je 11 Wohnungen 1966/67 kurz nach dem Ausbau der Binningerstrasse.
Binningerstrasse 30, April 2021
Foto: Pascal Ryf
Der stetig wachsende Verkehr führte besonders in den Abendspitzen bei der Signalanlage auf dem Postplatz zu starkem Rückstau auf der Binningerstrasse. 1996 genehmigte die Gemeindeversammlung CHF 100’000 für die Planung eines Postplatzkreisels. Das kantonale Tiefbauamt lehnte eine Kostenbeteiligung jedoch ab mit dem Hinweis, die Lichtsignalanlage und der Belag seien erst vor einigen Jahren erstellt worden. 2003 hatte der durch die Quartierplanung mit Coop und BLT verbreitete Erfolg der Kreisellösung die kantonalen Behörden umgestimmt und 2008 konnte endlich der Postplatzkreisel mit der Gestaltungsidee „Lichtertanz“ eingeweiht werden. 2014 begann eine erneute Korrektion der Binningerstrasse. Die Bushaltestellen „Auf der Wacht“ und „Bündtenweg“ wurden an die aktuellen Vorgaben angepasst, die Haltestelle „Auf der Wacht“ erhielt zwei moderne Wartehäuschen. Die Strassenbreite wurde wieder verringert zu Gunsten von Parkplätzen und einem kombinierten Fuss-/Radweg. 2015 konnte der neue Strassenbelag eingebaut werden.