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Bluesky ist neben Threads der momentan interessanteste Versuch, eine Alternative zu Twitter zu etablieren. Mit der Plattform wird ein Prototyp für das AT Protocol als Grundlage für dezentrale und offene Social-Media-Plattformen entwickelt.
Bluesky beschreibt die eigenen Ziele unter anderem wie folgt:
«Bluesky is building a protocol for public conversation that can make social networks work more like email, blogs, or phone numbers — the open systems that power the rest of our online lives. The protocol we built, the AT Protocol, is close to completion, and the Bluesky app is a microblogging client built on it to showcase the protocol’s features. The Bluesky app also introduces people to how a social web on the AT Protocol will work.»
Und:
«The goal of the AT Protocol is to allow modern social media and public conversation online to work more like the early days of the web, when anyone could put up a blog or use RSS to subscribe to several blogs. We believe this will unlock a new era of experimentation and innovation in social media. Researchers and communities will have the ability to jump in to help solve the problems social networks currently face, and developers will be able to experiment with many new forms of interaction.»
Und auch:
»Traditional social networks are often closed platforms with a central authority. There’s a small group of people who control those companies, and they have total control over how users can use the platform and what developers can build. On these platforms, as a user, if you try to leave, you have to start over from scratch without the connections you built there or the content you made. As a developer, if you try to build a new app, you have to overcome network effects to rebuild the social graph from scratch, and if you try to build on the APIs of these companies they can cut you off and kill your company in the blink of an eye. As a creator, you might spend years building an audience only to lose access to it when the platform changes the rules on you.
The AT Protocol changes this.»
Bluesky verfolgt damit ähnliche Ziele wie Mastodon, ohne aber hohe Anforderungen an die Leidensfähigkeit der Nutzer zu stellen.
Allerdings ist die Plattform für neue Nutzer bislang nur mit der Einladung bestehender Nutzerinnen zugänglich, damit der Prototyp nicht unkontrolliert wächst. Wer sich den inzwischen mehr als einer Million Nutzerinnen und Nutzern anschliessen möchte, kann sich auch auf die Warteliste setzen lassen («Create New Account», «Bluesky», «Next», «Join the waitlist»).
ClearSky Search Tool: Wer blockt wen bei Bluesky?
Eine Funktion, die Bluesky von anderen Plattformen bzw. Protokollen abhebt, sind die öffentlichen Block-Listen.
Man kann mit einfachen Mitteln herausfinden, welche anderen Nutzer eine Nutzerin blockt und von welchen anderen Nutzern eine Nutzerin geblockt wird.
Bluesky erklärt, die Block-Listen seien öffentlich, damit alle Server im (künftigen) dezentralen Netzwerk die Nutzerwünsche respektieren könnten:
«In April, we shipped a block feature to all users. Unlike on other centralized platforms, blocks on Bluesky are public and enumerable data, because all servers across the network need to know that they exist in order to respect the user’s request.»
Eine einfache Möglichkeit, Block-Listen von Bluesky-Nutzern abzurufen, ist das «ClearSky Search Tool».
Wer beispielsweise meinen Nutzernamen martinsteiger.bsky.social eingibt, sieht unter anderem, dass ich momentan zwei Nutzer blocke. Es handelt sich um ein Jörg Kachelmann-Fake-Nutzerkonto, das seit Wochen nicht entfernt wird, und um einen Spammer.
Umgekehrt werde ich momentan von 12 Nutzern geblockt, unter anderem vom erwähnten – mutmasslich beleidigten – Spammer. Wieso mich die übrigen Nutzer blockieren, ist mir nicht bekannt, was aber keine Rolle spielt. Blocking, auch ohne ersichtlichen Grund, gehört zu den grundlegenden Freiheiten von privaten Nutzerinnen und Nutzern bei Social-Media-Plattformen.
Das «ClearSky Search Tool» liefert auch Statistiken für Bluesky als Ganzes. So sieht man beispielsweise, wie viele Nutzer andere Nutzer blockieren und welches die am häufigsten blockierten Nutzerinnen sind.
Nachtrag vom 29. Oktober 2023: «Wolfgang» als Alternative zum «ClearSky Search Tool»
Man ruft dafür die «Blocks»-Funktion unter https://wolfgang.raios.xyz/blocks auf. Dort gibt man seinen Nutzernamen ohne @-Zeichen ein und erhält dann zwei Listen von blockierenden und blockierten Nutzern.
Wenn man beispielsweise den Nutzernamen @realkachelmann.bsky.social eingibt (ohne @-Zeichen, wobei das @-Zeichen automatisch entfernt wird), sieht man, dass Jörg Kachelmann von 280 Nutzern blockiert wird, selbst aber nur einen anderen Nutzer blockiert. Man sieht jeweils, wer wann blockiert wurde.
«Wolfgang» besucht man mit Vorteil mit aktiviertem Ad-Blocker.