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Du lernst Musiktheorie und dir ist der Quintenzirkel über den Weg gelaufen, aber die Anwendung ist noch nicht so klar? In diesem Artikel erkläre ich dir, was du mit dem Quintenzirkel alles machen kannst.
Wenn du einen anschaulichen Quintenzirkel zum Ausdrucken suchst, dann schau hier:
Welche Information ist im Quintenzirkel enthalten?
Um den Quintenzirkel anwenden zu können, müssen wir zuerst wissen, welche Information im Quintenzirkel überhaupt enthalten ist.
Die wichtigsten fünf Punkte sind:
- Quintenabstände: Du kannst Quintenabstände ablesen: C zu G, F zu C, A zu E etc. – benachbarte Tonarten haben immer den Abstand einer Quinte (deswegen der Name «Quintenzirkel»).
- Paralleltonarten: Die Dur-Moll-Pärchen wie z.B. C und Am oder Ab und Fm nennt man Paralleltonarten. Sie haben dieselben Vorzeichen.
- Anzahl Vorzeichen: Im linken Halbkreis sind die b-Tonarten angeordnet und in der rechten die #-Tonarten. Die Reihenfolge von oben nach unten lässt die Anzahl Vorzeichen ablesen. H-Dur hat z.B. 5 Kreuze, weil es auf der rechten Seite von oben gezählt die 5e Tonart ist.
- Benachbarte Tonarten: Die benachbarten Tonarten unterscheiden sich jeweils in nur einem Vorzeichen, d.h. die teilen 6 von 7 Tönen. Damit sind Tonarten, die näher zu einander platziert sind «enger verwandt» als solche, die weiter voneinander platziert sind.
- Stufen-Akkorde: Die drei Dur- und die drei Moll-Stufen einer Tonart können im Quintenzirkel direkt abgelesen werden. Siehe unten.
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Quintenzirkel in der Anwendung: 5 Profi-Tricks
Die fünf Tricks bzw. Hilfestellungen, die der Quintenzirkel in seiner Anwendung bietet, bauen auf den fünf Informationen, die wir oben festgestellt haben.
1. Quinten- und Quartenspass
Da die Quintenabstände im Quintenzirkel direkt ablesbar sind, kannst du jeweils direkt:
- die 5. Stufe oder die Dominante deiner Tonart ablesen
- die 4. Stufe oder die Subdominante deiner Tonart ablesen
- den dritten Ton des Dreiklangs direkt ablesen
- eine Tonleiter aus aufeinander gestapelten Quinten oder Quarten bauen, wie im Bild unten:
By the way: Die Quarten-Tonleiter erzeugt eine steigende Spannung und wird deswegen oft in der Filmmusik benutzt, wie z.B. im Schluss-Riff des Soundtracks aus der Serie Airwolf.
2. Dur oder Moll?
Da du aus dem Quintenzirkel Paralleltonarten direkt ablesen kannst, weisst du jeweils sofort, in welcher Tonart ein Lied ist, wenn es von Dur nach Moll oder umgekehrt wechselt. Die Paralleltonarten sind Pärchen, die zusammen gehören, weil sie dieselben Vorzeichen haben und damit dieselben Töne teilen.
3. Wieviele Kreuze? Wieviele b’s?
Die Anzahl Vorzeichen, die du direkt ablesen kannst, hilft dir Tonleitern für die einzelnen Tonarten zu bauen. Wenn du weisst, dass z.B. F#-Moll drei Kreuze hat, kannst du schnell die Tonleiter von F#-Moll spielen, um dich mit der Tonart vertraut zu machen.
Wie du die genauen Vorzeichen herleiten kannst, wenn du weisst wie viele es sind, kannst du in meinem Artikel über die Merksprüche zum Quintenzirkel nachlesen.
4. Die guten Nachbarn
Die Information über die benachbarten Tonarten hilft dir, Tonartwechsel nachzuvollziehen oder selbst anzuwenden. In der Klassik, in der Volksmusik und auch im Pop sind Tonartwechsel oft Sprünge in benachbarte Tonarten:
- Dur-Sonaten springen zum Beispiel in der Regel eine Quint höher im Seitensatz.
- Pop-Songs springen oft um einen Ganzton-Schritt, wie in I Wanna Dance With Somebody (Sprung von C-Dur nach D-Dur bei 3:35) oder Perfect Illusion (Sprung von E-Moll nach F#-Moll bei 1:51). Der Ganzton-Sprung ist im Quintenzirkel der Sprung um zwei Quinten, d.h. der Sprung zum «zweitnächsten Nachbar».
- Quintensprünge sind auch in der Folksmusik nicht unbekannt, wie z.B. in der High Kings Version vom Schottischen Klassiker Parting Glass (Sprung von G-Dur nach D-Dur bei 2:30).
5. Die 7
Zwerge Stufen
Wenn du dich mit den Stufen einer Tonart beschäftigst, wird dir der Quintenzirkel behilflich sein, denn 6 von 7 Stufen einer Tonart sind dort auf einen Blick sichtbar.
Wenn du z.B. die Tonart D-Dur anschaust, dann ist der Grundton die Stufe I (D-Dur), die benachbarten Dur-Tonarten sind die Dur-Stufen IV und V (G-Dur und A-Dur), und die drei Paralleltonarten E-Moll, H-Moll und F#-Moll die Moll-Stufen II, VI und III.
Es geht auch ohne Quintenzirkel
Der Quintenzirkel ist nur eine mögliche Darstellung der 24 Tonarten. Er ist weder ein magisches Objekt, dass alle deine Fragen beantwortet noch ein unabdingbares Werkzeug, das du unbedingt immer dabei haben musst.
Die oben genannten fünf Informationen, die im Quintenzirkel enthalten sind, kannst du auch ohne Quintenzirkel herleiten. Lies dazu meinen Artikel über die Merksprüche zum Quintenzirkel.
Hast du Fragen? Schreib einen Kommentar. Ich freue mich, dir auf die Sprünge zu helfen.