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Bild
Titel:
Alte Schulhäuser in Meistersrüte
Thema: Leute
Datum: 18.10.1925
Masse: 9,0 x 13,9 cm
Standort: Museum Appenzell, Inv. Nr. 7033
Urheber/-in:
Beschreibung:
Postkarte mit einer Teilansicht von Meistersrüte, Poststempel vom 18. Oktober 1925. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg war Meistersrüte noch nicht mehr als eine Streusiedlung im Umfeld der Kantonsstrasse Appenzell-Gais. Immerhin bestand seit 1825 eine eigene Schulgemeinde. Das winzige Privathäuschen mit dunkler Fassade in der Bildmitte diente als allererstes Schulhaus. 1858 errichtete die Schulgemeinde das erste richtige Schulgebäude, das helle Haus links davon. Noch weiter links das dritte Schulhaus, welches 1916 eingeweiht werden konnte.
Geschichte:
Über die Entstehung der Schulgemeinde Meistersrüte ist nicht allzuviel bekannt, da die entsprechenden Protokollbücher erst ab 1876 erhalten sind. Man weiss aber, dass der Grosse Rat des Kantons Appenzell Innerrhoden am 14. Dezember 1824 ein schriftliches Gesuch zur Errichtung einer Schule im Lehn gut hiess und dafür eine Subvention von 25 Gulden bewilligte. Dieses Geld reichte gerade mal um ein Schulzimmer einzurichten und einige Bücher anzuschaffen. Schule gehalten wurde aller Wahrscheinlichkeit nach ab 1825 im heute noch bestehenden, winzigen Privathaus bei der Abzweigung der Lehnstrasse von der Gaiserstrasse. 1840 besuchten 14 Knaben und 19 Mädchen den Unterricht, 1850 füllten 51 Kinder die enge Schulstube bis auf den letzten Platz.
Um diesen unbefriedigenden Verhältnissen ein Ende zu bereiten, liess der Schulrat 1858 schräg gegenüber (Lehnstrasse 139) das erste richtige Schulhaus erstellen. Es verfügte wie das alte über ein einziges Schulzimmer, in dem der Schulmeister sechs Klassen gleichzeitig zu unterrichten hatte. Der Raum war 2,20 m hoch, 8,88 m lang und lediglich 4,87 m breit. 1915 drängten sich darin nicht weniger als 90 Schülerinnen und Schüler, nicht zuletzt eine Folge der Einführung des siebten Schuljahres (1902). Auf Druck der Landesschulkommission, die diesen Zustand als "unhaltbar" empfand, liess der Schulrat 1915 gleich daneben das dritte Schulhaus errichten. Dieses diente fortan den oberen Klassen, während die unteren im alten Schulzimmer verblieben.
Von den Freuden und Leiden der 'Meschrütner' Schulmeister berichtet der Rechenschaftsbericht der Erziehungsdirektion an den Grossen Rat für die Jahre 1898-1900: "Meistersrüte: Die Lehrmethode des Lehrers scheint nicht übel und der Gesamteindruck ist gar nicht schlimm. Doch muss ich mir einzelne Aushebungen erlauben. Es kommen hier zu viel Schuleinstellungen vor. Der Besuch seitens der Schüler lässt zu wünschen übrig und von den Schulräthen, welche der Sache scheints kühl gegenüber stehen, will der Lehrer wenige das Jahr durch in der Schulstube gesehen haben. ... In der Unterschule hat es auffallend verschiedene Leistungen; überhaupt ist sie durchweg schwächer als die obere Schulstufe. Das Lesen geht ordentlich und auch in Geographie und Vaterlandskunde wussten einige Mädchen gut bescheid, wogegen die Grosszahl der Knaben diesfalls sehr schweigsam ist."
Die Lösung mit einer Zweiklassenschule hatte bis in die sechziger Jahre bestand. Angesichts der wachsenden Bevölkerung im Raum Meistersrüte-Sammelplatz und der steigenden Anforderungen an die Qualität des Unterrichts entstand 1963/64 das heute noch bestehende vierte Schulhaus. Die Zentralmendleverwaltung trug zu diesem Werk entscheidend bei, indem sie den Baugrund zu günstigen Bedingungen im Baurecht zur Verfügung stellte. 1991/92 wurde das Schulhaus Meistersrüte durch einen Anbau erweitert.
Autor: Stephan Heuscher, Appenzell
Literatur:
Appenzeller Volksfreund, 7. Januar 1965 und 27. August 1992
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