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Überall hat sich bestätigt, daß er vermöge seines außerordentlichen Verdunstungsvermögens das Klima
[* 17] verbessert und Sumpffieber beseitigt. Die Blätter sind ungemein reich an ätherischem Öl (1,2 Lit. aus 36 kg), welches daraus
leicht gewonnen werden kann. Das Holz
[* 18] ist sehr fest und hart und eignet sich unter anderm vorzüglich zu Schiffbauholz, Eisenbahnschwellen,
Wasserbauten etc. Aus der Rinde wird Papier bereitet, auch werden Rinde und Blätter gegen Fieber benutzt,
ebenso das ätherische Öl, welches stark desinfizierend wirkt und sich zur Behandlung von Wunden eignet. Es ist ferner empfohlen
worden gegen Krankheiten der Atmungsorgane u. Geschlechtskrankheiten, und in Italien hat man einen mit demselben bereiteten Eukalyptuslikör
als Präservativ gegen Wechselfieber benutzt. In der Technik dient es zur Firnisfabrikation. Das Öl ist
farblos, riecht stark und angenehm aromatisch, rosenartig, brennt auf der Zunge und hinterläßt einen sehr bittern Nachgeschmack.
Es hat das spez. Gew. 0,900-0,925,
siedet bei 170-175°, löst sich leicht in Akohol ^[richtig: Alkohol], Äther, fetten und ätherischen Ölen
und besteht im wesentlichen aus Cymol und einem bei 172-175° siedenden Kohlenwasserstoff¶
mehr
(Eukalypten), enthält aber noch geringe Mengen eines leichter siedenden Kohlenwasserstoffs und eines sauerstoffhaltigen Körpers,
der zum Cymol in naher Beziehung steht. Durch Destillation
[* 20] über Kali erhält man daraus Eukalyptol C12H20O ,
welches bei 175° siedet. Ein andres Eukalyptusöl, welches als Oleum Eucalypti australe in den Handel kommt, riecht terpentinartig,
spez. Gew. 0,860-8,870, schwer löslich
in Alkohol, ist nur zu technischen Zwecken verwendbar. Eucalyptus gigantea Hook fil., auf Australien und Neuseeland, wird an 65 m hoch,
liefert das gesuchte neuholländische Mahagoniholz und in der schwammig-faserigen Rinde ein gutes Material zur Papierfabrikation.
[* 21]
Eucalyptus resiniferaSm., auf Neuseeland, liefert das rote, Eucalyptus piperitaSm. das blaue Gummiholz, während mehrere
andre Arten zu Bauholz und zum Schiffbau Verwendung finden. Ein eigentümliches Erzeugnis bildet die australische Manna, eine
zuckerartige Ausschwitzung, die sich von Dezember bis März auf den Blättern von Eucalyptus viminalis A. Cunningh.
bildet, nach dem Trocknen von den Eingebornen gesammelt und als Leckerei verzehrt wird. Eine andre Manna
ist der sogen. Lerp, eine krustenartige Masse von gelblicher Farbe, bestehend aus linsengroßen, schüsselförmigen Körperchen,
die sich im Wasser zum Teil lösen und einen Rückstand von durchsichtigen, klebrigen Fäden hinterlassen.
Diese Masse soll durch eine Heuschreckenart, Tettigoia australis, nach andern durch eine Psylla-Art erzeugt werden und
zwar auf den Blättern von Eucalyptus dumosa A. Cunningh.,
Eucalyptus mannifera Mudie und Eucalyptus resinifera Smith, in Australien und auf Tasmania. Von mehreren Arten dient die Rinde als Gerbmaterial.
Fast alle Eucalyptus-Arten sind reich an einem roten Saft, welcher eingetrocknet das australische Kino des Handels liefert. Dies Kino
findet sich beim Fällen der gigantischen Stämme in Hohlräumen des Holzes und stimmt mehr oder weniger
mit dem Malabarkino überein.
Vgl. Bentley, On the characters, properties and uses of Eucalyptus globulus (Lond. 1854);