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Die Geschichte des zurückgetretenen Weltmeisters...
Patrick Küng hat genug vom Spitzensport, der 35-Jährige beendet seine Karriere per sofort. Dies gibt er nun definitiv an einer Medienkonferenz in Kitzbühel bekannt. Mit dem Glarner verlässt ein arrivierter Athlet das Schweizer Speed-Team. Küng darf auf eine tolle Karriere mit einigen Highlights zurückblicken.
Patrick Küng fuhr in der Saison 2001/02 zum ersten Mal Europacup-Rennen, jedoch kam er erst ab der Saison 2004/05 regelmässig zum Einsatz. Das Glück schien es aber nicht gut mit Patrick Küng zu meinen, denn am 8. März 2006 zog er sich nach einem Sturz im Riesenslalomtraining schwere Beinverletzungen zu, die ihn eine Zeit lang sogar an den Rollstuhl fesselten; in der gesamten Saison 2006 / 07 musste er aussetzen.
«Es war sicher eine sehr schwere Verletzung. Damals fragte ich mich öfters, ob ich das Ganze noch machen soll und ob es weitergehen wird. Aber sobald ich diese Frage für mich geklärt hatte, habe ich mich auf die Reha konzentriert und es ist Schritt für Schritt weitergegangen. Die Saison 2006/07 war sicher keine einfache Zeit, aber ich habe mich zurückgekämpft. Letztendlich gibt es in praktisch jeder Skikarriere den einen oder anderen Unfall – nach jeder Talfahrt kommen auch wieder bessere Zeiten.»
Die Saison 2008/09 brachte einen Wandel. Patrick Küng konzentrierte sich nun vornehmlich auf die Speed-Disziplinen, vor allem die Abfahrt, und entfernte sich vom Slalom. Dies trug Früchte, und Küng konnte sich mit drei Siegen in Europacup-Abfahrten den Sieg in der Disziplinenwertung sichern. Am 16. Januar 2009 holte sich Patrick Küng in seinem ersten Weltcup-Rennen, der Super-Kombination von Wengen auf Anhieb Weltcuppunkte und sicherte sich somit einen fixen Startplatz in der nächsten Weltcupsaison.
«Es war so, dass ich im Slalom immer mehr Schmerzen wegen dem gebrochenen Bein hatte. Ich musste aber in irgendeiner Disziplin endlich den Durchbruch schaffen und dann leidet natürlich eine Disziplin – das war bei mir der Slalom. Als Junger fährt man auch weniger Speed-Disziplinen, die kommen einmal dazu. Natürlich habe ich aber die Rennen in Wengen und Kitzbühel geschaut, und das hat mich schon fasziniert. Mit 20 Jahren sucht man dann auch das Adrenalin und das Risiko – die Geschwindigkeit gefällt einem in diesem Alter. Auf jeden Fall habe ich mit dieser Entscheidung den richtigen Weg gefunden.»
In seiner ersten Weltcup-Saison 2009/10 erreichte Patrick Küng mehrere Platzierungen in den Punkterängen, und am 10. März 2010 fuhr er beim Weltcup-Finale in Garmisch-Partenkirchen mit Erik Guay zeitgleich auf den dritten Platz und somit das erste Mal aufs Podest. Die Neuausrichtung auf die Speed-Disziplinen zeigte weiterhin Früchte, als er im selben Jahr den Schweizer Meistertitel in der Abfahrt gewinnen konnte.
«Damals hatte die Schweizer Meisterschaft noch einen höheren Stellenwert als heute. Zu dieser Zeit sind noch Cracks wie Didier Cuche und Didier Défago angetreten, und es war natürlich etwas Wunderschönes sich gegen solche Top-Athleten durchsetzen zu können – das Highlight der Saison. Wenn man älter wird, ist es natürlich nicht mehr genau dasselbe, aber für einen Jungen ist so eine Schweizer Meisterschaft schon noch etwas Besonderes.»
Nachdem Patrick Küng in der Abfahrt von Bormio am 29. Dezember 2011 ein zweiter Platz gelungen war, konnte er seinen ersten grossen Erfolg im Weltcup am 7. Dezember 2013 im Super-G von Beaver Creek feiern. Hier gelang es ihm, das Rennen vor den Österreichern Otmar Striedinger und Hannes Reichelt zu gewinnen.
«Mein erster Podestplatz in Garmisch hat mir schon sehr gut getan, insbesondere nachdem Olympia in Vancouver nicht so gut gelaufen ist. Aber klar: Der erste Sieg ist natürlich noch etwas ganz anderes – es war eine riesen Genugtuung. Gerade mit der Startnummer 28 kam es unverhofft, und es zeigte mir, dass die Zukunft gut werden kann. Auch weil die ganze Saison dann sehr gut gelaufen ist, kann man den Sieg als Befreiungsschlag werten – ein Stein fiel mir vom Herzen.»
Seinen grössten Sieg im Weltcup feierte Patrick Küng anschliessend in der zweiten Saisonhälfte am 18. Januar 2014 in Wengen. Hier gelang es ihm, die Traditionsabfahrt am Lauberhorn zu gewinnen; der Österreicher Hannes Reichelt folgte ihm ganz knapp mit sechs und der Norweger Aksel Lund Svindal mit sieben Hundertstelsekunden.