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Einführung
Im Bewusstsein der klimatischen, demographischen und ökonomischen Entwicklungen strebt das Wallis einen Umgang mit der multifunktionalen Ressource Wasser an, der höchsten Ansprüchen genügt. Um dies zu erreichen, hat sich der Kanton eine «Wasserstrategie» vorgegeben und darin die dafür zu ergreifenden Massnahmen festgelegt und nach ihren Prioritäten geordnet. Wasser ist eine Lebensgrundlage, die es zu schützen und inwertzusetzen gilt. Es ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung des Kantons, der somit seiner Verantwortung als «Wasserschloss» der Schweiz gerecht werden will. Mit seiner «Wasserstrategie» will der Kanton die optimale Nutzung des Wassers und dessen vielseitigen Funktionen gewährleisten.
In Anbetracht der fundamentalen Bedeutung des Wassers sowie der Herausforderungen für dessen nachhaltige Nutzung, und unter Berücksichtigung der Klimaveränderungen, der demographischen Entwicklung und der Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftssektoren, hat der Walliser Staatsrat eine Strategie definiert, mit welcher sich die folgenden übergeordneten Ziele erreichen lassen:
- Sicherstellen, dass alle für ihre Zwecke über genügend Wasser in der erforderlichen Qualität verfügen.
- Die Multifunktionalität des Wassers berücksichtigen, um seine optimale Nutzung zu fördern.
- Dafür sorgen, dass das Wasser nach der Nutzung wieder in hoher Qualität in die Gewässer abgegeben wird.
- Vorkehrungen treffen, um den Lebensraum der Menschen vor den Naturgefahren zu schützen, welche einen Bezug zum Wasser haben.
- Sorge tragen zu den Seen, Wasserläufen und Feuchtgebieten als naturnahen Lebensräumen
- Dafür sorgen, dass Wasser auch zukünftigen Generationen in der erforderlichen Qualität und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wird.
Bei der Umsetzung von Entscheiden betreffend die Wassernutzung soll künftig nach drei Hauptgrundsätzen gehandelt werden. Diese lauten, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung:
- Nutzung des Wassers als Trinkwasser;
- Schutz der Ressource Wasser und Schutz der Menschen vor Naturgefahren, die einen Bezug zum Wasser haben;
- Inwertsetzung des Wassers in der Elektrizitätsproduktion, in der Landwirtschaft, in der Industrie, im Tourismus, in den Lebensräumen und in der Landschaft.
Um diese Ziele zu erreichen legt die «Wasserstrategie» acht Stossrichtungen und 39 Massnahmen fest; wobei fünf der Massnahmen umgehend umgesetz werden:
- Einrichten einer Informationsplattform Wasser im Wallis.
- Erstellen einer systematischen Übersicht über die Trinkwasserversorgung in den Walliser Gemeinden.
- Optimierung des Schutzes der Trinkwasserfassungen.
- Sanierung ehemaliger Deponien (Altlasten).
- Umsetzung der Revision der Gewässerschutzverordnung des Bundes.
Die 39 Massnahmen, die noch der Umsetzung harren, werden in die Planung der jeweiligen Departemente einfliessen. Die «Wasserstrategie» soll der kantonalen Wasserwirtschaft der nächsten 10 bis 15 Jahre als pragmatisches und entwicklungsfähiges Lenkungs- und Koordinierungsinstrument dienen. Damit gehört das Wallis zu den ersten Schweizer Kantonen, die sich eine «Wasserstrategie » zulegen, die derart ausgefeilt, derart ambitioniert, und dennoch absolut realitätsnah ist. Ausgearbeitet wurde sie unter Beteiligung namentlich aller Departemente und Dienststellen, ebenso wie des Verbands Walliser Gemeinden, der ProNatura und des Bundes.