Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03375.jsonl.gz/676

KAPELLE NOTRE-DAME DES MARCHES
AM ENDE EINER VON LINDEN GESÄUMTEN ALLEE, AM FUSSE DER DENT DE BROC, WERDEN PILGER VON EINER GOTISCHEN JUNGFRAU IN EMPFANG GENOMMEN; IHRE SCHÖPFER WOLLTEN DIE SCHÖNSTE JUNGFRAU IM KANTON SCHAFFEN.
Der Bau der Kapelle wurde 1705 von drei Brüdern beschlossen. Die drei Priester kamen aus einer Familie von Käsehändlern und besassen den nötigen Reichtum, um das Projekt zu Ende zu führen. Auf einem Altaraufsatz aus dem XVIII. Jahrhundert sitzt eine harmonische gotische Jungfrau mit prächtigen Gewändern aus dem XV. Jahrhundert. Die Kirchenfenster wurden von Alexandre Cingria und seinem Schwiegersohn Emilio Beretta realisiert. Sie wurden 1944 eingebaut und zeigen andere Pilgerorte in der Schweiz und Europa. Diese originellen Kreationen wurden ohne Blei angefertigt, das durch Fensterkitt ersetzt wurde.
Vor der Kirche liegt ein weitläufiger Hof. In der Mitte steht eine imposante Linde, die 1705 gepflanzt wurde. Sie wird «Herr Richter» genannt, denn laut Tradition widerfährt den Menschen unter einer Linde Gerechtigkeit.
Joseph Bovet, der Vater der Freiburger Chorkultur, komponierte «Nouthra dona di Maortse», ein Lied im Patois, das vom Ruhm der Chapelle des Marches handelt und von allen Chören im Kanton gesungen wird.
Auf dem Felsvorsprung, auf dem die Kapelle errichtet wurde, gibt es eine Quelle. Einst zogen sich Einsiedler dorthin zurück. Im XVIII. Jahrhundert hatten diese frommen Männer Anspruch auf «eine kleine Auszeit für Pilgerreisen» …