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Seit 70 Jahren sitzt Queen Elizabeth II. (95) schon auf dem britischen Thron – und musste in dieser Zeit so manchem Sturm trotzen. Einige waren politischer Natur, andere familiärer. Ihre Kinder sorgten etwa mit Affären, Scheidungen und unflätigem Benehmen für Aufregung. Allen voran Prinz Andrew (61). Er gilt nicht erst seit seinen Verstrickungen in den Fall Epstein und der Missbrauchsklage von Virginia Giuffre (38) als Skandal-Prinz.
Die Klage ist mittlerweile vom Tisch. Andrew und Virginia haben sich aussergerichtlich geeinigt. Um die Vorwürfe gegen den Royal aus der Welt zu schaffen, soll die Queen tief in die Taschen gegriffen haben. Einmal mehr hat die Monarchin (zumindest vordergründig) die Wogen geglättet.
Doch wie war Queen Elizabeth als Mutter? Stand sie schon immer bedingungslos hinter ihren Kindern? Nun, zumindest nicht hinter allen. Die Art und Weise, wie sie Prinz Charles (73), Prinzessin Anne (71), Prinz Andrew (61) und Prinz Edward (57) erzogen hat, unterscheidet sich von Kind zu Kind stark – auch bedingt durch ihre Rolle in der Monarchie.
Als Charles und Anne zur Welt kamen, war Elizabeth noch Kronprinzessin. Eineinhalb Jahre nach Annes Geburt wurde sie unerwartet früh Königin und stellte sich fortan in den Dienst der Krone. Die Kinder hatten das Nachsehen. Als frischgebackene Königin war die zweifache Mutter oft unterwegs, sah Charles und Anne wochenlang nicht. Die Erziehung übernahmen zu einem grossen Teil Nannys und der verstorbene Prinz Philip. Gemäss Royal-Expertin Penny Junor soll die Queen zudem eine «nervöse neue Mutter» gewesen sein. Prinz Charles sagte gemäss adelswelt.de einst, sie sei zwar «nicht gleichgültig, aber distanziert» gewesen.
Generell war es wohl Charles, der die schwierigste Kindheit durchlebte. Wie Sally Bedell Smith in ihrem Buch «Charles – ein aussergewöhnliches Leben» schreibt, wollte Prinz Philip aus dem kleinen Thronfolger einen «echten Mann» machen und ihn für seine Zukunft abhärten. Entsprechend streng hat er ihn erzogen. Charles war jedoch ein sensibler Junge und hatte grosse Mühe mit dem rauen Ton seines Vaters.
Mit acht Jahren musste Charles aufs Internat, wo er von seinen Mitschülern gemobbt wurde und unter Heimweh litt. Luxuriös war das Leben im Internat ganz und gar nicht. Die Kinder wurden gedrillt, es herrschte Zucht und Ordnung. Auch Prinzessin Anne wurde aufs Internat geschickt. Anders als ihr Bruder Charles beklagte sie sich aber nie über ihre Kindheit. Sie soll ein besonders enges Verhältnis zu Prinz Philip gehabt haben.
Als Prinz Andrew und Prinz Edward zur Welt kamen, war Queen Elizabeth bereits acht, beziehungsweise zwölf Jahre, Königin und hat sich in ihre Rolle eingelebt. Wie bunte.de schreibt, nahm sie sich dann für die beiden Jüngsten deutlich mehr Zeit. Sie habe die Kinder gebadet, sei mit ihnen Fahrrad gefahren und habe sie in den Schlaf gewiegt – fast so, als wolle sie nachholen, was sie bei den älteren Kinder verpasst hat.
Bis heute streiten sich Royal-Experten darüber, ob nun Andrew oder Edward der Lieblingssohn der Queen ist. Sicher ist zumindest, dass sie Andrew auffällig viel durchgehen lässt. Gemäss thedailybeast.com ist sich Andrew dessen sehr bewusst. Journalist Christoph Anderson ist sogar der Meinung, dass der Prinz die Zuneigung der Königin schamlos ausnutzt.
Er schreibt: «Andrew ist sich sehr wohl bewusst, dass er seine Mutter in seinen Bann gezogen hat. Er hat Mutti immer schamlos ausgenutzt, und sie hat sich immer bereitwillig ausnutzen lassen.» Die Queen würde in Andrew noch immer den «entzückenden Säugling» sehen, den sie so oft in ihren Armen hielt und den «kleinen Jungen», der sie mit seinen Spässen erfreute. Anderson ist sich deshalb sicher, dass die Queen innerhalb der Familie noch immer mit zweierlei Mass misst.