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The Homecoming ist ein 1971er TV-Film aus der Feder von Twilight Zone Autor Earl Hamner jr. und es ist der eigentliche Vorläufer zur späteren Erfolgsserie The Waltons, basierend auf der Novelle in der John-Boy noch Clay-Boy und die Waltons noch Spencer hiessen. Rechtliche Gründe zwangen die Produktionsfirma Lorimar schliesslich dazu, die Namensanpassungen vorzunehmen. Für The Homecomingspielten vom späteren Hauptcast der Serie nur Richard Thomas und Ellen Corby, für die weiteren Hauptrollen wurden Patricia Neal (als Oilvia Walton) oder Edgar Bergen als Granpa Walton engagiert. Der Film war äusserst erfolgreich und erhielt so hohe Ratings, dass eine über 9 Seasons dauernde TV-Serie folgen würde, ein Dauerbrenner auch im deutschsprachigen Fernsehen um den kaum einer herumkam.
Bereits für diesen TV-Film, noch ehe von einer Serie also die Rede war, schrieb Jerry Goldsmith die Musik und ein Hauptthema, das aber nichts mit dem berühmten Serienthema (ja, das mit der Solotrompete) gemein hat. Wer also auf das bekannte Waltons-Thema wartet, dessen Erwartungen werden hier nicht erfüllt, wenn auch das Feeling ein ähnliches ist.
Der Grundgedanke also bleibt derselbe: Delikate, „landestypisch“ amerikanische Instrumentierung und eingängige Melodien. Goldsmiths Thema ist in diversen Stücken zu hören, oft von einer Mundharmonika, manchmal von einer Blochflöte intoniert (Walton’s Mountain, Main Title, The Christmas Tree…) mit Banjo, Gitarre, Akkordeon und einer kleinen Streichersektion ausgeschmückt. Nebst diesem hübschen, typischen Goldsmith-Thema entwickelt der Komponist in dem kaum mehr als 20 Minuten dauernden Score weitere kleinere Motive in Growing Pains, A Serious Matter, A Man’s Job, The Sisters, basierend auf seinem Hauptthema.
The Homecoming ist eine hübsche, heimelige Musik, die allzu schnell vorbei ist und die mich in ihrer unkomplizierten Natürlichkeit an Kompositionen aus der Twilight Zone Zeit von Goldsmith erinnerte, auch wenn diese freilich anders ausgerichtet waren. Beiden ist aber gemein, dass sie in kurzer Zeit erstaunliches Eigenleben entwickeln. Schade, dass von The Waltons laut Booklet keinerlei Material mehr exisitiert, das hätte zusammen mit Homecoming eine schöne Zusammenstellung ergeben können.
Nur kurz vor seinem grossen Durchbruch mit Star Trek II: The Wrath of Khan entstand Horners Musik zum TV-Film Rascals and Robbers, einer kaum beachteten Verfilmung eines Mark Twain Romans mit den populären Helden Tom Sawyer und Huckleberry Finn.
Horners Musik klingt in der Tat stark nach Horner, das ist sogleich bei den ersten Klängen von Main Titles wahrzunehmen. Sein ausgedehntes Hauptthema spielen zunächst Solotrompete und Querflöte, eine wundervolle Version präsentiert er in Huck Shows Off/Riding to Town . In temporeichen Stücken (Tom Sees Scree for the First Time, Captured by Scree, Reba’s Escape) sind die unverkennbaren Achtziger Merkmale des jungen Komponisten, wie sie später in unzähligen seiner Scores, vor allem im Fantasy-/SF- und Abenteuergenre angesiedelt, zu hören sind (vor allem die Star Trek Filme und Krull sind unverkennbar!). Hier verwendet er ebenfalls sein Titelthema für turbulente Streicher, Holzbläser und Blech geschrieben. Ausserdem setzt Horner (nebst der „normalen“) eine Bassmundharmonika ein, die dem Score ein zusätzliches Spannungselement vermittelt.
Horner holt ein erstaunliches Klangvolumen aus dem kleinen 37-Mann Orchester heraus und seine Fans der ersten Stunde werden an Rascals and Robbers ihre Freude haben, bekommen sie doch eine gut gemachte und abwechslungsreiche, typische Horner-Abenteuermusik vorgesetzt.
Nach anfänglichem Zögern meinerseits stösst die CD mit jedem Hören auf mehr Gegenliebe. Eine gelungene Scheibe mit einer durchaus nicht üblichen Paarung zweier grosser Komponisten.
THE HOMECOMING – A CHRISTMAS STORY / RASCALS AND ROBBERS Jerry Goldsmith, James Horner Film Score Monthly Silver Age FSM Vol. 14 No. 6 54:51 Min. / 33 Tracks Limitiert auf 3000 Stk.