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Wieder
bei OKA
Am 10. November 2005, fast 2 Jahre nach unserem
ersten Besuch, sind wir wieder bei OKA in Perth.
Die schlechte Nachricht ist, dass unser OKA immer
noch nicht fertig ist und sie es auch nicht schaffen
werden, ihn auf Ende Jahr fertig zu stellen.
Die gute Nachricht ist, dass sie fast alle benötigten
Teile erhalten haben. Es fehlen nur noch 3 Teile
und dann können sie den OKA zusammensetzen.
Arthur (der CEO), Emmanuel (sein PA) and Linden
(der Entwickler) zeigen und "unseren"
OKA bez. die Teile davon.
Adrian ist eben noch die letzten Schweissnähte
an unsere Kabine am fertig machen.
(Die erste Kabine ist bei Lindens Qualitätskontrolle
durchgefallen.
Die zweite Kabine, welche nach den überarbeiteten
CAD-Zeichnungen gefertigt wurde, hatte einen Schweissverzug
im Boden und war auch nicht zu gebrauchen.)
Alle Teile liegen in den Gestellen bereit, schön
für unsere Besichtigung aufgereiht.
Das Chassis ist bereit, der Motor und der Kabelbaum
auch .....
OKA kann uns aber kein definitives Datum geben.
Sie denken aber, dass der OKA Mitte Januar 2006
fertig sein sollte.
Also setzen wir uns an einen runden Tisch und
diskutieren verschiedene Möglichkeiten.
OKA schlägt vor, dass die Crew von Alu-Star
auf OKAs Kosten nach Australien reisen soll und
die Montage des Häuschens auf dem Gelände
von OKA gemacht wird.
Dies würde OKA den Vorteil geben, dass sie,
sollte etwas schief gehen, während der Montage
noch am Wagen arbeiten könnten.
Susis Bruder, ein gelernter Flugzeugmechaniker,
schaut sich den OKA an und rät uns nicht
aufzugeben, auch wenn es noch etwas dauern wird.
Die Qualität der Arbeiten und des gewählten
Materials sei sehr gut.
So entscheiden wir uns, auf OKAs Plan einzugehen
und den Aufbau in Australien fertig stellen zu
lassen.
Alex von Alu-Star klärt ab und meldet, dass
der nächstmögliche Container nach Perth
am 6. Dezember in Murg (dem neuen Sitz der Alu-Star)
abgeholt werden würde und am 24. Januar in
Frematle sein würde.
Ein kleines Problem haben wir aber: Alex und seine
Frau haben eben erst eine neue Halle und damit
verbunden ein Jack Wolfskin Laden gekauft. Alex
muss auf spätestens Ende Februar zu Hause
sein, weil er ab dann im Laden helfen muss.
Die noch zu erledigenden Arbeiten wurden von Alex
auf ca. 540 Stunden veranschlagt. Dies kann von
einer Person unmöglich in diesem Zeitfenster
erledigt werden.
OKA sieht das ein und verpflichtet sich dazu,
die Reisekosten und Unterkunft für 2 Alu-Star
Mitarbeiter zu übernehmen.
Nach der Besprechung entscheiden wir uns auch
noch zu neuen Felgen.
Die Felgen sind zusammen geschraubt und erlauben
ein einfaches Ersetzen von Reifen.
Im Gegensatz zu den vorher ausgewählten teilbaren
Felgen, kann man mit den geschraubten bis 130
Km/h fahren.
OKA wird die Felgen besorgen während wir
in Europa sind.
Der neue Fahrplan heisst für uns, dass wir
nun Tempo Teufel in die Schweiz zurück müssen
und dort innert 2 Wochen (anstelle von 3 Monaten)
all unser Eigentum reinigen, inventarisieren,
verpacken und in den Container verladen müssen.
Zurück in Europa
Bei unserer Ankunft in Europa erwartete und ein
Temperaturschock. Beim Abflug in Perth waren es
noch +30°C, in der Schweiz waren es dann -15°
C und Schnee.
Aber einen Schneemann bauen kann auch viel Spass
machen ... vor allem wenn man nachher in einen
geheizten Raum zurück kann!
Bei Alu-Star sind alle fleissig am fertig machen
der Arbeiten. Es werden so viele Arbeiten wie
nur möglich noch in Deutschland gemacht,
da wir nicht wissen, was für Material wir
in Australien finden werden und vor allem beim
wem.
Arthur von OKA hat uns gewarnt, dass die Chinesen
allen Stahl aufkaufen und es darum sehr schwer
sei bestimmte Qualitäten von Stahl zu erhalten.
Es ist leider genau die Sorte Stahl, welche wir
für den Zwischenrahmen benötigen.
Sollten wir diesen Stahl nicht zur rechten Zeit
erhalten würde heissen, dass das Häuschen
nicht auf das OKA-Chassis montiert werden kann
und der Camper definitiv nicht fertig gebaut werden
kann.
Nach vielen Telefonaten findet Alex schliesslich
doch noch einen Lieferanten, der die benötigten
Stahlmengen liefern kann.
Bald schon sind alle wieder fleissig am weiter
Bauen.
Der Zwischenrahmen muss sehr genau gearbeitet
sein. Beim Schweissen gibt es oft Verzüge,
welche auf den Millimeter genau korrigiert werden
müssen.
Die erste Seite ist gemacht und der Rahmen muss
gewendet werden.
Versuch das mal mit einem Stahlrahmen zu machen,
der einiges mehr als 130 kg wiegt.
Der Rahmen ist fertig und muss nun in die Halle
zum Koffer getragen werden.
Starke Männer sind gefragt ....
Der Koffer wird vom Rolli auf Füsse gezügelt
und der Rahmen darunter geschoben.
Alle Hilfsmittel sind recht.
Die Deutsche Post ist sich gar nicht bewusst,
für was man die Postboxen alles gebrauchen
kann ... fast so vielseitig wie die Milchkasten
in Australien .....
Der Stahlrahmen muss nun genau ausgerichtet und
eingepasst werden, sonst macht sich das später
beim Fahren bemerkbar.
Die Löcher werden von unten durch den Rahmen
in den Boden des Koffers gebohrt (macht Spass
wenn man darunter liegt) und gut zusammengeschraubt.
Ruedi und Susi sind bereits fleissig am Putzen.
Das Dachzelt braucht auch noch ein ausgiebiges
Bad. Die Australische Quarantäne Behörde
hätte keine Freude am Tunesischen Sand .....
Alle Fächer im Koffer werden vollgeladen.
Es passt tatsächlich alles rein.
Da ein Schiff ganz deftig rollen kann wird alles
gepolstert und sicher festgebunden.
Um zu verhindern, dass der Koffer bei schwerer
See an die Seitenwände des Containers schlägt
wir der Rahmen in den Container hinein geschweisst.
Der Koffer wird vorsichtig in den Container gestossen,
es bleibt nirgends viel Platz, es ist Millimeter-Arbeit.
Ruedi realisiert plötzlich, dass das Dach
des Koffers noch nicht geputzt ist.
Die Solarzellen müssen auch noch gereinigt
werden.
Nachdem der Koffer schon zu 2/3 im Container
drin ist, will es plötzlich nicht mehr weiter
gehen.
Um dem Gabelstapler mehr auf den Boden zu drücken
und etwas mehr Kraft auf die Räder zu bringen
werden schwere Lastwagenpneus auf die Gabeln geladen.
Trotzdem geht es keinen Zentimeter mehr weiter,
die Räder drehen einfach durch auf dem Boden
der Halle.
Da es schon spät ist schickt Alex Susi und
Ruedi heim, die Alu-Star Mannschaft wird schon
eine Lösung finden.
Am nächsten Morgen ist alles schön
verpackt, ein Ständer für das Dachzelt
und die Fahrräder gebaut und der Container
bereit, um auf den Lastwagen geladen zu werden.
Es wird ein Geheimnis bleiben, wie lange die Jungs
gearbeitet haben, aber wenn man so die Gesichter
und Augenringe angeschaut hat, dann haben sie
nicht viel geschlafen in der letzten Nacht.
Der Kran kommt pünktlich um 7 Uhr und der
Container wird auf den Anhänger geladen.
Der Deutsche Zoll versiegelt den Container und
das wär's dann gewesen, alles bereit, um
von der Speditionsfirma abgeholt zu werden.
Alu-Star bei OKA
Am 15. Januar 2006 verlassen wir Zürich
in Richtung Singapore.
Da wir keine direkten Anschlussflüge bekommen
haben sind wir gezwungen einen Stop-Over zu machen.
Das gibt uns etwas Zeit Singapore anzuschauen
und Thai-Küche zu kosten.
Am 18. Januar treffen wir in Perth ein und begeben
und direkt zu OKA.
Leider ist der OKA immer noch nicht fertig.
Also gehen wir "heim" in das Haus,
das OKA für uns organisiert hat.
Das Haus gehört dem Besitzer von OKA und
ist sehr komfortabel eingerichtet.
Es hat viel Platz für uns.
OKA hat auch 2 Fahrzeuge organisiert, einen Mitsubishi
Magna und für die "Jungs" einen
alten Kingswood.
Alex verliebt sich in das alte Ding und nennt
ihn liebevoll "Kings".
So legen wir uns schlafen.
Morgen wird alles anders aussehen ....
Am nächsten Tag beginnt die Arbeit. Nun
sind wir Teil der OKA-Mannschaft.
Es muss viel organisiert, Material bestellt, Werkzeug
gekauft, etc. werden.
Der Arbeitsplan ist erstellt und die für
uns wichtigen Arbeitsschritte von OKA in unseren
Plan integriert.
Die Arbeit beginnt nur langsam, da wir noch nicht
wissen, was wo gekauft oder gemacht werden kann.
Da wir vom Flug her noch sehr angeschlagen sind
und noch nicht selbständig genug sind, entscheiden
wir uns, das Wochenende freizunehmen.
Wir nehmen die Fähre nach Rottnest Island,
geniessen die schöne Insel und auch die niedlichen
Quokkas.
Am Montag organisieren wir uns und können
endlich mit der Arbeit anfangen.
Am Tag vor den Australischen Nationalfeiertag
(Aussie-Day, 26. Januar) wird die Fahrerkabine
zum ersten Mal auf das Chassis aufgesetzt.
Zum Glück passt alles und die OKA-Mannschaft
verabschiedet sich für ein verlängertes
Wochenende.
Wir haben inzwischen einen Schlüssel für
die Fabrik erhalten. So können wir über
das lange Wochenende trotzdem arbeiten.
Am Aussie-Day entscheiden wir uns am Nachmittag
die Aussies beim Feiern ihres Nationaltages zu
beobachten und fahren nach Perth.
Die Aussies sind sehr stolz auf ihr Land und
zeigen es auch!
Am Abend geniessen wir ein herrliches Feuerwerk.
Die Raketen werden von verschieden Orten aus abgefeuert,
zum Teil sogar aus den Dächern der Hochhäusern.
Nach dem Feuerwerk, als die Leute heimgehen, sind
wir sehr angenehm überrascht, dass es mit
wenigen Ausnahmen praktisch keinen Abfall an den
Ufern des Swan Flusses hat.
Alles ist sauber in Container verstaut.
Und das bei über 1 Mio Leuten! Erstaunlich
....
Wegen des langen Wochenendes bleibt die Fabrik
geschlossen. Wir haben ungehinderten Zugang zu
allen Maschinen.
So kommt die Arbeit gut ins Rollen. Schon bald
sind die die Teile der abgeänderten Stossstange
zum Galvanisieren bereit.
Alex ist zum ersten Mal in Australien. So gehen
wir am Sonntag in einen Tierpark einheimische
Tiere besuchen.
In der folgenden Woche beschäftigen sich
die Leute von OKA noch mit den Arbeiten am Elektrisch
und den Schläuchen des Motors und des Chassis.
Es muss noch so viel am Fahrzeug gemacht werden.
Wir haben etwas Mühe die von Arthur gelieferten
Daten zu glauben.
Gemäss seinem Plan sollte das Fahrzeug Ende
Januar für uns fertig sein, das Testen und
die Homologisierung bis am 17. Februar fertig
sein.
Wir arbeiten weiter am Reserveradhalter und dem
Dachträger.
Am 31. Januar kommt dann der Container an Bord
der "CMA CGM Matisse" in Perth an. Was
für ein Zufall, dass es genau das selbe Schiff
ist, das uns vor 3 Monaten als Passagiere nach
Perth gebracht hat.
Der Kapitän ist derselbe, den wir von Hamburg
bis Le Havre hatten.
Wir werden warm empfangen und dürfen mit
unseren Kollegen von Alu-Star das ganze Schiff
nochmals besichtigen.
Die Alu-Star-Jungs sind vom Motor und dessen Grösse
schon ein bisschen beeindruckt.
Bei OKA wird weiter gearbeitet.
Aber wie es so ist, Murphy schlägt immer
wieder zu ..... die Fenster wurden falsch hergestellt
und müssen wieder zurückgeschickt werden.
Solche Rückschläge sind für alle
sehr frustrierend.
Der Reserveradhalter ist nun fertig und bereit
zum galvanisieren.
Die Temperaturen in Perth fangen langsam zu steigen
an und in der Halle wird es auch immer wärmer.
Wir sind und nicht daran gewöhnt und geniessen
eine Pause in "unserem" klimatisierten
Büro.
Die Arbeiten an den Kabeln und Schläuchen
sind fertig und Arthur und Crew sind bereit die
Kabine permanent auf dem Chassis aufzusetzen.
Es ist bereits die erste Woche Februar und alle
zusätzlich eingerechnete Zeit ist bereits
wieder aufgebraucht.
Nicht nur wir sind gestresst deswegen, auch die
OKA-Mannschaft ärgert sich an den zusätzlichen
Verspätungen.
Sie haben bereits einige Kunden, welche auf ihre
Fahrzeuge warten und immer wieder finden sie kleine
Fehler.
Man muss berücksichtigen, dass unser Fahrzeug
das erste ist, dass nach den Produktionsplänen
zusammengebaut wird. Jedes Teilchen wird genau
auf Qualität und Passform untersucht und
geprüft.
Und das braucht viel Zeit.
Der Container kommt an
Am 7. Februar wird endlich der Container im Zollfreilager
ausgeliefert.
Wir haben temporären Zugang dazu und müssen
als erstes den Koffer wieder aus dem Container
heraus schweissen.
Für diese Arbeit brauchen wir mehr Platz
und der Container muss verschoben werden.
Vergeblich versucht der kleine Gabelstapler den
Container zu verschieben, sein grosser Bruder
muss zu Hilfe kommen.
Wir entladen die vordersten Sachen damit Alex
Platz hat, die verschweissten Teile wieder von
den Containerwänden loszuschneiden.
Der kleine Gabelstapler zieht den Koffer aus
dem Container heraus und der grosse hält
den Koffer von der Seite.
Wieder muss alles genau koordiniert werden, weil
ja so wenig Platz vorhanden ist zwischen dem Koffer
und den Containerwänden.
Der grosse Gabelstapler muss nochmals ansetzten
aber endlich kommt der Koffer aus dem Container
heraus.
Wir sind sehr erleichtert als wir keinerlei Beschädigungen
feststellen können.
Es ist so ein gutes Gefühl endlich unser
kleines Häuschen in Australien zu sehen.
Nun muss alles noch vom Zoll und der Immigrationsbehörde
freigegeben werden.
Wir hoffen, dass unser Agent das Häuschen
als "Kabine" und nicht als "Autobestandteil"
durch kriegt.
Sollte die Zollbehörde damit einverstanden
sein müssten wir nur 5 % Zoll bezahlen, falls
sie auf dem Autobestandteil beharren, dann würde
es uns 10 % plus Luxustaxe kosten .....