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Blutschwämmchen und Erdbeerfleck – das infantile Hämangiom
Durch seine oft kräftige Rotfärbung wird das Hämangiom auch als Erdbeerfleck oder Blutschwämmchen bezeichnet. Hier finden Sie alle Informationen rund um diese gutartige, oft schnell wachsende Geschwulst bei Säuglingen.
Hämangiome bestehen aus zusätzlichen Blutgefässen in oder unter der Haut. Typischerweise entwickeln sich infantile Hämangiome erst einige Tage oder Wochen nach der Geburt. Bei Kindern sind solche Hämangiome (= infantile Hämangiome) relativ häufig – bis zu 10 % aller Kleinkinder sind davon betroffen. Von diesen wiederum müssen 4 von 5 Kinder nicht behandelt werden, da diese Hämangiome in der Regel harmlos sind und sich von ganz allein zurückbilden. Bei 12% der Kinder ist jedoch die Überweisung zu einem Spezialisten notwendig, z.B. wenn eine Beeinträchtigung des Sehvermögens oder der Nahrungsaufnahme vorliegt.
- Häufigkeit:
Bis zu 10 % aller Säuglinge, Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1 kg sind häufiger betroffen. Etwa 60 % der Hämangiome befinden sich an Kopf und Hals.
- Entstehungszeitpunkt:
In den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt. Hämangiome wachsen in den ersten 8 Lebenswochen am schnellsten. Nach 3 Monaten sind in der Regel 80 % der Endgrösse erreicht.
- Verlauf:
Hämangiome durchlaufen drei Phasen:
- Wachstumsphase:
Hämangiome wachsen während der ersten 8 Lebenswochen am schnellsten. Anschliessend verlangsamt sich das Wachstum, das sich über 6-9 Monate erstrecken kann.
- Stillstand (unterschiedliche Dauer)
- Rückbildung (meist bis zum 9. Lebensjahr abgeschlossen)
- Wachstumsphase:
- Komplikationen:
Besonders im Gesicht können Hämangiome Probleme verursachen, in dem sie wichtige Funktionen einschränken. Tatsächlich erfordern 12 % der infantilen Hämangiome eine Behandlung, die dann so früh wie möglich begonnen werden muss, da sonst massive Probleme drohen.
- Nach der Rückbildungsphase:
Am häufigsten müssen Überreste von Hämangiomen an Lippe, Nase oder Ohr operativ nachbehandelt werden.
Woher kommt ein infantiles Hämangiom?
Die Herkunft der infantilen Hämangiome ist unbekannt. Einige Risikofaktoren sind jedoch bekannt:
- geringes Geburtsgewicht
- weibliches Geschlecht
- Mehrlingsschwangerschaften
- Frühgeburten
Woran erkennt man ein infantiles Hämangiom?
Die Diagnose ob es sich um ein infantiles Hämangiom oder eine andere Hautveränderung handelt, kann nur der Arzt stellen. Hinweise auf ein Hämangiom sind die Entstehung erst nach der Geburt und ein deutliches Grössenwachstum im weiteren Verlauf. Auch wenn sich die betroffene Stelle warm anfühlt, kann das auf ein infantiles Hämangiom hinweisen.
Wann muss ein Kind behandelt werden?
Ob ein infantiles Hämangiom behandlungsbedürftig ist, entscheidet der Arzt von Fall zu Fall. Eine Behandlung wird aber in jedem Fall notwendig bei:
- Lebensbedrohlichen Komplikationen
- Nicht einzudämmender Geschwürbildung
- Funktionsbeeinträchtigungen (z.B. Einschränkung des Blickfeldes, Beeinträchtigung der Atmung und vieles andere mehr)
- Gefahr einer dauerhaften Entstellung
Liegt einer oder mehrere der genannten Umstände vor, muss die Behandlung so früh wie möglich begonnen werden, da ein infantiles Hämangiom sehr schnell wächst.
Tipp: Machen Sie regelmässig Fotos zur besseren Einschätzung des tatsächlichen Wachstums.
Bildet sich ein infantiles Hämangiom vollständig zurück?
Es hängt von der Grösse, Lage und Art des Hämangioms ab, ob keinerlei sichtbare Reste zurück bleiben werden. Falls keine Behandlung erfolgt, hinterlassen bis zu 69 % der infantilen Hämangiome bleibende Hautveränderungen.
Fallbeispiel:
Ob ein behandlungsbedürftiges Hämangiom vorliegt, muss ein Spezialist entscheiden.
Hat mein Kind Schmerzen durch das Hämangiom?
Kleine Hämangiome sind in der Regel schmerzfrei. Handelt es sich um grosse extrem schnell wachsende Hämangiome, die möglicherweise in die Tiefe gehen, können sie Schmerzen verursachen. Besonders wenn Hämangiome z.B. in Hautfalten liegen, besteht ein Risiko für schmerzende Geschwüre, bakterielle Infektionen und/oder Blutungen.
Wo kann mein Kind behandelt werden?
Eine Liste mit Spezialisten für das infantile Hämangiom in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die passende Therapie kann nur durch einen Arzt individuell für jedes Kind bestimmt werden. Einen Überblick über die derzeit zur Verfügung stehenden Methoden finden Sie hier.
Sie haben eine Frage zum infantilen Hämangiomen? Unsere Expertin Frau Dr. Felicitas Lewrick (Wissenschaftliche Leitung Pierre Fabre (Suisse) SA) beantwortet sie Ihnen gerne. Bitte nutzen Sie unser Kontaktformular.