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Mittelalterliche Münzen.
Archäologische Ausgrabungen, die der Archäologe Albert Naef Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt hat, zeigen Hunderte von archäologischen Objekten, darunter fast sechshundertachtzig Münzen und verwandte Münzen. 1909 wurde in der Magna turris ein echter Schatz des 13. bis 14. Jahrhunderts entdeckt - der große Turm, der Bergfried.
Diese Zeugen der Vergangenheit sind eine der wichtigsten Quellen für die Geschichte der Burg; sie zeigen das Ausmaß des Geldumlaufs in Chillon und ganz allgemein an der Via Francigena, dem Straßennetz, das Frankreich mit Italien von der Römerzeit bis zum Mittelalter verbindet.
Die entdeckten Münzen stimmen mit der Geschichte des Hauses Savoyen im Waadtländer Land überein; die erste Erwähnung des Schlosses geht auf das Jahr 1150 zurück, und die Serie beginnt mit einem Pfennig von Humbert II. von Savoyen (Graf von 1094 bis 1103). Albert Naef entdeckte auch viele Münzen, die in Fürstentümern oder Städten wie Asti, Paris, Lyon oder Marseille geprägt wurden. Ihr Präsenz unterstreicht den vielfältigen Aspekt des Geldumlaufs in Chillon, einer echten strategischen Schleuse, die sich über die Klippen und den See erstreckt.
Mautgebühren, Märkte und Messen bringen dem Maison de Savoie erhebliche Vorteile. Die Gründung des Dorfes Villeneuve - der Neustadt von Chillon - durch Graf Thomas I. im Jahr 1214 resultierte aus dieser Strategie und der Notwendigkeit, die örtliche Maut, die zu hoch geworden war, um von der Burg aus verwaltet zu werden, zu berücksichtigen. Die Stadt wurde schnell zu einer obligatorischen Durchgangsstation für die reichen italienischen Kaufleute, die zu den berühmten Champagnermessen gingen.
Neben der Entdeckung des Bergfrieds entdeckte Albert Naef in mehreren Teilen des Schlosses Münzsätze. Diese spiegeln meist die Aktivität des Ortes wider, an dem sie sich befinden, wie im Falle der fünfhundertsieben runden Kupferplatten, die aus dem Domus clericorum stammen; das "Haus der Kleriker" ist in Wirklichkeit das Verwaltungs- und Rechenzentrum der Burg Chillon.
Die neun Savoyerstücke, die zwischen Ende des 11. und Ende des 15. Jahrhunderts in Werkstätten in der Ferne geprägt wurden - Turin, Susa, Chambéry, Annecy, Cornavin, Burg und Nyon - zeigen die starke geografische und politische Expansion des Maison de Savoie im Mittelalter.
Diese Münzen, die das Musée Cantonal d'Archéologie & d'Histoire im Lausanne grosszügig zur Verfügung stellt, sind vom 14. September 2018 bis 28. April 2019 im Château de Chillon™ im Rahmen der Sonderausstellung Lecker! Essen und Trinken im Mittelalter ausgestellt.
Mittelalterliche Münzen
12. bis 15. Jahrhundert
Blei
Musée Cantonal d’Archéologie & d’Histoire, Lausanne
PM72576, PM/2578, PM/2579, PM/2580, PM/2581, PM/2587, PM/2589