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Das duale Bildungssystem steht für eine berufliche Ausbildung, die Berufslehre, die auf der Kombination von Lernen und Arbeiten im Betrieb und Lernen in der Berufsschule basiert. Dabei sind während und nach der Berufslehre auch eine Berufsmaturität und weitere Ausbildungsschritte möglich. Dieser Bildungsweg wird in der Regel nach Abschluss der Oberschule oder Realschule eingeschlagen. Eine gymnasiale Ausbildung bietet die Grundlage für ein Studium an einer Hochschule oder Universität. Die Maturitätsquote ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen: Von 1980/81 bis 2018/19 hat die Zahl der Schüler/-innen an der Oberschule um 25 Prozent abgenommen, an der Realschule ist sie annähernd gleich geblieben, während sie am Gymnasium um 107 Prozent angestiegen ist. 2019 lag die Maturitätsquote gemäss Bildungsstatistik bei 40,9 Prozent: 29,3 Prozent mit gymnasialer Maturität, 8 Prozent mit einer beruflichen Maturität sowie 3,6 Prozent mit der Fachmittelschulmaturität. Die Maturitätsquote in Liechtenstein liegt etwas über dem Niveau der Schweiz mit 39,6 Prozent. Die in Liechtenstein per Verordnung festgelegten Richtwerte für die Zuweisung an weiterführende Schulen nach der Primarschule betragen 28 Prozent für die Oberschule, 50 Prozent für die Realschule und 22 Prozent für das Gymnasium. 2019 betrugen die Quoten für die Oberschule 27,8 Prozent, die Realschule 51,2 Prozent und für das Gymnasium 21,1 Prozent.
- Ober- und Realschule sollten gestärkt werden, damit mehr Schulabgänger/-innen eine solide berufliche Grundausbildung erlernen.
- Wer eine Matura ablegen möchte, kann dies im heutigen durchlässigen System auch nach oder während einer Berufslehre machen.
- Die Lehrlingsbetriebe und einige Branchen haben heute Probleme, geeignete Lehrlinge zu finden und auszubilden.
- Die Berufslehre ist in Liechtenstein ein Erfolgsmodell und sollte weiterhin starke Wertschätzung erfahren.
- Liechtenstein muss ein möglichst hohes Bildungsniveau aller anstreben, da Bildung die einzige wirklich vorhandene Ressource ist.
- Die Maturitätsquote ist in Liechtenstein nicht zu hoch, sondern tiefer als in den wirtschaftlich starken, städtischen Gebieten der Schweiz.
- Rigorose Quoten zur Zulassung ans Gymnasium widersprechen der Chancengleichheit. Am Ende nehmen stattdessen gut Ausgebildete aus dem Ausland die wichtigen beruflichen Positionen ein.
- Die Anforderungen an Arbeitskräfte verändern sich. Es werden immer mehr universitär ausgebildete Arbeitnehmer nachgefragt.