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Archivaufgabe 2: Das Videoladen-Archiv
Video und Bewegung: Video und community-activism international - Einleitung
Aus der Aneignung der Videotechnologie durch Aktivist*innen bildete sich in den 1970- und 1980er-Jahren eine Videobewegung, die sich vor allem im englischsprachigen Raum an community activism orientierte, und sich auf die Darstellung von Alltags- und Widerstandskultur unterer Schichten und marginalisierter Gruppen, sowie die Sichtbarmachung sozialer Missstände fokussierte. Diese Bewegung forderte das Quasimonopol audiovisueller Informationsvermittlung der Film- und Fernsehindustrie heraus und nahm an verschiedenen Orten verschiedene Formen an – vor allem in Kanada und Grossbritannien oft mit Unterstützung staatlicher Kulturförderungsgelder und sozialer Institutionen. In Italien und Frankreich war sie eher an die Gewerkschaften und andere Institutionen der Arbeiter*innenbewegung gebunden. Im deutschsprachigen Raum entwickelte sich demgegenüber eine autonome Videobewegung, die sich vor allem durch ihre institutionelle Unabhängigkeit auszeichnete. Diese verfolgte ein Konzept des »operativen Videos«, dieses war angelehnt an die Praxis sowjetischer Kulturschaffender in den 1920er-Jahren, die eine Vorstellung von Kunst verteidigten, die revolutionäre Prozesse nicht nur abbilden und ausdrücken sollte, sondern aktiv in diese intervenieren und sie mitgestalten. Die Videobewegung wollte die sozialen Auseinandersetzungen nicht nur dokumentieren, sondern mittels medialer Begleitung die Bewegungen mit aufbauen. Auch in der Schweiz entstanden in allen grösseren Städten Videokollektive.