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Zusammen mit ihrem Freund Wolfgang macht sich die quirlige Medizinstudentin Claire auf zu einem kleinen Liebesausflug in die Provinz: hinaus aus dem Berliner Grossstadttrott und für eine "Reihe leuchtender Tage" hinein ins Idyll im märkischen Rheinsberg. Und wirklich, diese Tage gemeinsamen Glücks leuchten schillernd vor lauter Fröhlichkeit und Unbeschwertheit. Kurt Tucholskys Erzählung "Rheinsberg" (1912) ist mehr noch als "Schloss Gripsholm" die wunderbar leichte Geschichte einer jungen, lebenslustigen Liebe - augenzwinkernd-frivol, komisch und herrlich romantisch.
Portrait
Kurt Tucholsky, geb. am 9.1.1890 in Berlin, studierte in Berlin und in Genf Jura und promovierte 1915 in Jena. Seit 1913 war er Mitarbeiter der 'Schaubühne' und späteren 'Weltbühne', nach Siegfried Jacobsohns Tod zeitweilig auch ihr Herausgeber. Seit 1929 hielt sich Kurt Tucholsky in Schweden auf, wo er in Hindas am 21.12.1935 aus dem Leben schied. Tucholsky war einer der bedeutendsten und scharfzüngigsten Gesellschaftskritiker und Satiriker der Weimarer Republik, pessimistischer Aufklärer, dessen hellsichtige und häufig unterhaltsame Kritik das Ziel einer demokratischen und humanen Gesellschaft verfolgte und frühzeitig auf die Gefahren von antidemokratischer Gewalt hinwies. Er gilt als Meister der kleinen Textform, von der Glosse bis zur Reportage und vom Kabarettsong bis zum kleinen Roman. Ab 1932 veröffentlicht Tucholsky keine einzige Zeile mehr aus Verzweiflung über die politische Situation, seine Briefe unterzeichnet er mit "ein aufgehörter Deutscher" und "ein aufgehörter Schriftsteller".