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Der „Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani“ (OSMTH) ist angeblich ein Nachfolger des mittelalterlichen Templerordens, der vom 12. bis 14. Jahrhundert aktiv war und von französischen Adligen geführt wurde.
Der Templerorden wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts verfolgt und aufgelöst. Der OSMTH (und weitere Orden) behaupten, dass der Templerorden im Geheimen weiter aktiv war. Laut dem OSMTH wurde der Templerorden 1705 vom französischen Herzog Philippe II. von Orléans offiziell wiederbelebt. Der Herzog wurde zum Grossmeister des wiederhergestellten Templerordens gewählt. (Quelle: 1, 2, 3) Sein Vater kam aus der französischen Königsfamilie Bourbon und war der Begründer der französischen Hochadelsfamilie Orléans. Bourbon und Orléans gehören bis heute zu den wichtigsten Familien des Hochadels.
Nach Herzog Philippe II. von Orléans waren angeblich drei Mitglieder der französischen Königsfamilie Bourbon Grossmeister des OSMTH. Der Orden überstand die Französische Revolution, aber ein Grossmeister wurde geköpft. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte der Orden eine neue Blütezeit und zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten wollten dem Orden beitreten. Der französische Kaiser Napoleon I. liess die Akten des Prozesses gegen die Templer aus dem Vatikan nach Paris bringen und setzte eine Kommission ein, welche die Unschuld des früheren Templerordens feststellen sollte. Napoleon rehabilitierte den Templerorden. (Quelle) Der heutige OSMTH behauptet, dass er damals unter dem Schutz von Kaiser Napoleon stand (Quelle). Napoleon war möglicherweise Freimaurer. Mehrere seiner engen Verwandten waren hochrangige Freimaurer (mehr dazu im Beitrag zur Bonaparte Familie).
Nach Napoleons Sturz kam König Ludwig XVIII. (Freimaurer) aus dem Haus Bourbon an die Macht und wurde Protektor des OSMTH, der also unter seinem königlichen Schutz stand. In den folgenden Jahren breitete sich der Orden in weiteren europäischen Ländern aus. 1825 grenzte sich der Orden von den Freimaurern ab. 1837 wurde der Orden katholisch und erklärte seine Treue gegenüber der römisch-katholischen Kirche. 1845 kam es zu Verhandlungen mit Papst Gregor XVI. über eine Wiederanerkennung des Templerordens. Der Status des Ordens wurde 1853 vom französischen Kaiser Napoleon III. offiziell bestätigt. Im 20. Jahrhundert wurde der Orden weltweit aktiv. Der in Venedig im Exil lebende jugoslawische König Peter II. übernahm 1964 das königliche Protektorat über den OSMTH in den USA. Seit 1970 können auch wieder nicht katholische Christen dem Orden beitreten. 1990 übernahm Maximos V. Hakim, der damalige Patriarch der melkitischen griechisch-katholischen Kirche, das geistliche Protektorat des OSMTH. Der Orden leistete ein Treueid gegenüber dem Patriarchen. Aufgrund von internen Streitigkeiten im OSMTH spalteten sich die amerikanischen Templer 1994 von ihren europäischen Brüdern ab. 1996 wurde eine Delegation des OSMTH in Gaza vom palästinensischen Politiker Jasir Arafat (Freimaurer) empfangen. 2018 wurde ein neuer Grossmeister gewählt. Die Wahl stand unter Beobachtung des Vatikans. Anwesend war Gino Ciocco, Protonotar von Papst Franziksus. (Quelle) Gerard Willery, der derzeitige Grossmeister des OSMTH, traf 2021 Papst Franziskus (Quelle). Der Orden betont heute noch, dass er nicht Teil der Freimaurerei ist. Es waren (oder sind noch immer) Freimaurer im Orden vertreten. Ende des 19. Jahrhunderts kam es im Orden zu Streitigkeiten zwischen katholischen und freimaurerischen Mitgliedern.
Von 1839 bis 1840 war der britische Offizier William Sidney Smith Grossmeister des OSMTH (Quelle: 1 und 2). Er war Freimaurer (Quelle: Beim Abschnitt Royal Navy). Er behauptete, dass er im Besitz des Templerkreuzes sei, dass der englische König Richard Löwenherz (1157-1199) getragen hatte. William Sidney Smith erhielt Orden von den damaligen Königsfamilien von Grossbritannien (Haus Hannover), Schweden (Haus Oldenburg) und Portugal (Haus Braganza). Er hatte viel Kontakt zum schwedischen König Karl XIII. (Grossmeister der schwedischen Freimaurer). William Sidney Smith kannte auch Pedro von Braganza, der Kaiser von Brasilien und König von Portugal war. Kaiser Pedro soll sich um das Amt des OSMTH-Grossmeisters beworben haben und wurde zum Ehrenritter des Tempels ernannt. (Quelle: 1 und 2) Kaiser Pedro war Grossmeister der brasilianischen Freimaurer (Quelle: 1 und 2).
1892 übernahm der französische Okkultist Joséphin Péladan die Führung des OSMTH (Quelle: 1 und 2). Er gründete gemeinsam mit dem adligen Okkultisten Stanislas de Guaita den „Ordre Kabbalistique de la Rose-Croix“, ein nicht mehr existenter kabbalistischer Rosenkreuzerorden. Péladan und Guaita gehörten zum Martinistenorden, ein okkulter Rosenkreuzerorden. Péladan zerstritt sich mit Guaita und gründete darauf den „Ordre de la Rose-Croix“, ein katholischer Rosenkreuzerorden.
Die Website des OSMTH in Bayern behauptet, dass der deutsche Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1910 Grossmeister des OSMTH wurde und damit angeblich den britischen König Edward VII. (Freimaurer) als Grossmeister ablöste (Quelle). Die beiden Herrscher kamen aus führenden Freimaurerfamilien. Mehrere Websites des OSMTH und seinem Ableger, der OSMTJ, behaupten, dass König Georg V. von Hannover Grossmeister des Ordens war. König Georg V. war Grossmeister der Freimaurer in Hannover (Quelle). Er kam aus der deutschen Hochadelsfamilie Hannover, die damals auch über das britische Königreich herrschte und eine Freimaurerfamilie war. Die Familie gehört zur Dynastie der Welfen, eine der ältesten Familien des Hochadels.
Der belgische Unternehmer Emile Clement Vandenberg war von 1935 bis 1942 Grossmeister des OSMTH. Er war jüdischer Abstammung. (Quelle: 1 und 2) Danach waren zwei portugiesische Grafen bis 2018 Grossmeister des OSMTH. Die Grafen haben angeblich alte Königsdynastien in ihrem Stammbaum, darunter die Familien Pippin, Wessex, Dunkeld und Árpád (Quelle).
Die deutsche Hochadlige Elisabeth Isenburg-Büdingen ist derzeit die königliche Patronin des OSMTH. Sie heiratete in die deutsche Uradelsfamilie Isenburg und kommt väterlicherseits aus dem deutschen Zweig der Familie Glücksburg, die viele Könige hervorbrachte. (Quelle) Elisabeths Mutter kam väterlicherseits aus der deutschen Hochadelsfamilie Mecklenburg und mütterlicherseits aus der britischen Königsfamilie Hannover.
Der derzeitige religiöse Patron des OSMTH ist Nourhan Manougian. Er ist der Patriarch der Armenisch Apostolischen Kirche in Jerusalem. (Quelle)
Der OSMTH ist als NGO mit besonderem Beraterstatus bei den Vereinten Nationen in Genf, Schweiz, registriert und hat UN-Repräsentanten in den UN-Vertretungen in der ganzen Welt (Quelle).
Der OSMTH hat eine eigene Abteilung bei der NATO. Die Mitglieder im NATO-Grosspriorat des OSMTH bestehen aus Offizieren und Verteidigungsbeamten der NATO-Mitgliedstaaten und Partnerstaaten, die mit dem Malteserkreuz des NATO-Grosspriorats ausgezeichnet werden. Die Verleihung des Malteserkreuzes erfolgt in Anerkennung bedeutender Beiträge zur NATO-Gemeinschaft und zu den humanitären Zielen des Grosspriorates. Das NATO-Grosspriorat unterstützt die Kommunikation und Vernetzung zwischen der NATO- Gemeinschaft und Verteidigungseinrichtungen. Das NATO-Grosspriorat unterstützt die Friedenssicherungsinitiativen der NATO. (Quelle)
Derzeitiger Grossmeister des US-amerikanischen OSMTH ist der Konteradmiral James Joseph Carey (*1939). Er war Abteilungsleiter im Pentagon. (Quelle) Carey ist zudem Mitglied der „Royal Confraternity of Saint Teotonio“ (RCST), eine christliche Bruderschaft, die von Mitgliedern des Klerus und der internationalen Hocharistokratie geführt wird. Zur RCST gehören Königsfamilien aus Europa, Afrika, Naher Osten und Asien (mehr dazu im Beitrag zur RCST).
1970 hatte sich vom OSMTH ein weiterer Orden abgespalten, der sich „Ordre Souverain et Militaire du Temple de Jérusalem“ (OSMTJ) nennt. Derzeitiger Grossmeister des OSMTJ ist Ronald Scott Mangum, ein US-amerikanischer General und Anwalt. Er erhielt mehrere militärische Auszeichnungen. Er war Berater des Pentagons und sechs Jahre lang leitender Berater des georgischen Verteidigungsministeriums. Er wurde in die armenische Anwaltskammer aufgenommen und gründete eine Anwaltskanzlei in den USA. (Quelle)
Der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate (*1948), der in Deutschland lebt, wurde in den OSMTH aufgenommen und zum Ritter des Ordens geschlagen (Quelle: 1 und 2). Der Prinz kommt aus der nicht amtierenden Kaiserfamilie von Äthiopien. Der Legende nach stammt die Familie vom israelischen König Salomo ab, der in der Bibel, im Koran und im Tanach erwähnt wird. König Salomo war der Legende nach der Erbauer des salomonischen Tempels, der sich auf dem bis heute heiligen Tempelberg in Jerusalem befand. Die Freimaurer, die Templer und die Rosenkreuzer führen ihre Ursprünge auf den Tempelbau zurück.
Es gibt noch weitere Orden, die sich als Templer bezeichnen. Der interessanteste ist aus meiner Sicht der freimaurerische Templerorden in Grossbritannien, der unabhängig vom OSMTH ist und von britischen Adligen geführt wird.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.