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Die Aktionärsberaterin Ethos empfiehlt den Aktionären der Grossbanken Credit Suisse (CS) und UBS die jeweiligen Vergütungsberichte an den Generalversammlungen abzulehnen. Zwar hätten die beiden Banken Fortschritte bei ihren Vergütungssystemen erzielt, das Niveau der Vergütungen für die Führungsinstanzen sei aber noch immer viel zu hoch, schreibt Ethos in einer Mitteilung.
Positiv hebt Ethos hervor, dass die CS für die Mitglieder der Geschäftsleitung maximale Prozentsätze bei der variablen Vergütung im Verhältnis zum festen Gehalt definiert hat. Diese Massnahme habe Ethos seit mehreren Jahren dringend gefordert. 2013 werde die maximale variable Vergütung von CEO Brady Dougan noch das Sechsfache seines Grundgehalts - 2012 waren das 2,5 Millionen Franken - betragen können. Das betrachte Ethos als exzessiv.
Die UBS habe immerhin einen Plafond für das Gesamtpaket der variablen Vergütungen der Geschäftsleitung eingeführt. Dieser Plafond entspreche 2,5% des Gewinns vor Steuern und vor verschiedenen anderen Wertberichtigungen. Obwohl die Bank in diesem Geschäftsjahr einen Buchverlust von 2,5 Milliarden Franken bekanntgeben musste, belief sich die Vergütung des CEO 2012 aber auf 9 Millionen Franken.
Übermässig hoch sind nach Ansicht von Ethos auch die Vergütungen der Verwaltungsratspräsidenten der beiden Banken. Aufs Jahr umgerechnet erhielten auch diese annähernd 5 Millionen Franken.
Gegen «Exzessive Kapitalerhöhungen» und unaufmerksame Revisionsstelle
Des weiteren empfiehlt Ethos den CS-Aktionären auch den Antrag die Erhöhung des bedingten Kapitals abzulehnen. Die CS teile ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jedes Jahr den Gegenwert von ungefähr 4% des Aktienkapitals in Form von Aktien zu, was die allgemein von den Anlegern akzeptierten Limiten bei weitem überschreite. Angesichts der exzessiven Menge und der in den letzten Jahren erfolgten Verwässerung solle die Erhöhung abgelehnt werden.
Den UBS-Aktionären empfiehlt Ethos zudem, dem Verwaltungsrat wegen des Skandals um die Manipulation der Libor-Zinssätze die Entlastung zu verweigern. Zwar seien einige Mitglieder des Verwaltungsrats zum Zeitpunkt dieser Verfehlungen noch nicht im Amt, es gebe aber keinen Antrag auf individuelle Entlastung.
Nicht zufrieden ist Ethos mit der Arbeit der Revisionsstelle Ernst&Young, die keine einzige der zahlreichen Affären um die UBS (Subprime-Bewertungen, Steuerskandale, Verfehlungen des Londoner Traders, Libor-Manipulationen) entdeckt hatte. Entsprechend ruft sie dazu auf, an der GV die Bestätigung der Revisionsstelle zu verweigern.
Julius Bär und Actelion vorangegangen
Im laufenden Monat haben die Aktionäre an zwei Generalversammlung von schweizerischen SMI-Unternehmen den jeweiligen Vergütungsbericht abgelehnt: In der laufenden Woche sprachen sich 60% der Aktionäre des Pharmaunternehmens Actelion gegen den Vergütungsbericht aus, in der Vorwoche legten sich bei der Vermögensverwalterin Julius Bär knapp 64 Prozent der Aktionäre quer.
(tke/awp)