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Die erste Gasfabrik wurde 1852 an der Binningerstrasse in Basel erstellt. Das Gas wurde damals aus Holz erzeugt. Die Strassenbeleuchtung erfolgte durch Gaslampen.Schon 1860 wurde die Gasfabrik ins St. Johann-Quartier verlegt. Das Gas wurde neu aus Steinkohle hergestellt, welche mit Rheinschiffen zum Hafen St. Johann transportiert wurde. Aus diesen Prozessen entstand das Leuchtgas genannte Gasgemisch aus Methan, Wasserstoff, Stickstoff und dem giftigen Kohlenstoffmonoxid.
Ein Grund für die Entstehung der Chemischen Industrie (z.B. Durand & Huguenin) an diesem Standort hängt eng mit dem Gaswerk zusammen. Die chemischen Fabriken verwendeten die Gaswerk-Abfallprodukte Teer und Öl.1886 erfolgte die Übernahme der Gasfabrik durch die Stadt Basel (Gaswerk). Um die Jahrhundertwende verdrängten die elektrische Beleuchtung sowie der Elektromotor das Gas in gewissen Anwendungsgebieten. Dafür wurde Gas vermehrt zum Kochen mit dem Gasherd verwendet. Seit 1906 erfolgte die Ausdehnung des Gasnetzes auf die Gemeinden ausserhalb von Basel-Stadt. 1931 wurde die Gaskokerei Kleinhüningen gebaut. Der Betrieb im St. Johann wurde 1932 eingestellt.
Ab Mitte der 1950er-Jahre verdrängte das Heizöl den Koks. Im Jahr 1958 wurde das damals gebräuchliche Leuchtgas erstmals entgiftet, indem das Kohlenmonoxid entfernt wurde. Grund waren die zahlreichen Suizide und Suizidversuche der Basler. Seither ist das Gas nur noch wegen seiner Explosivität gefährlich. 1967 wurde das Gasnetz an den Gasverbund Mittelland AG GVM und die Gasversorgung Süddeutschland GVS angeschlossen. 11 Partnerstädte wurden im Mittelland von Basel aus mit Stadtgas versorgt. 1970 wurde die Gaskokerei stillgelegt und 1971/72 wurde ganz auf Erdgas umgestellt.
Erdgas hat von allen fossilen Energien den geringsten Gehalt an Kohlenstoff (C) und den höchsten Anteil an Wasserstoff (H). Im Vergleich zum Heizöl wird bei der Verbrennung von Erdgas 25 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Erdgas wird vor allem über Deutschland in die Schweiz importiert. Die wichtigsten Gaslieferländer sind Norwegen, Holland und Russland. Hauptleitung ist die 1974 eröffnete Transitleitung Niederlande–Italien. Sie kommt bei Wallbach (AG) in die Schweiz und quert das Baselbiet über die Linie Hemmiken–Tafel von Wenslingen–Oltingen–Schafmatt–Rohr. Sie wurde 1994 durch eine Parallelleitung ergänzt. Mit der Erstellung der Transitgasleitung 2000/2001 von Rodersdorf über Zwingen–Reigoldswil–Bennwil–Dietisberg b. Diegten–Hauenstein nach Lostorf wurde die letzte grössere Erdgasleitung im Kanton Baselland gebaut. Sie dient hauptsächlich dem Transport von Erdgas von Norwegen über Frankreich nach Italien. Der Einsatz von Erdgas anstelle anderer fossiler Energien trägt zur Entlastung der Atmosphäre von CO2 und damit zur Milderung des Treibhauseffekts bei.
Um aus Garten- und Küchen- und sonstigen Abfällen Energie zu gewinnen, wird der Biomüll zuerst von Fremdstoffen befreit. Anschliessend wird er dem Gärreaktor (Fermenter) zugeführt. In diesem vollständig abgeschlossenen, anaerob (unter Sauerstoffausschluss) arbeitenden Reaktor wandeln Mikroorganismen die vorhandene organische Substanz in Kompost und Biogas um. Der Gärvorgang läuft bei einer Temperatur von 55 bis 66 °C ab und dauert 15 bis 20 Tage. Dabei werden unerwünschte Keimlinge und Unkrautsamen zuverlässig eliminiert.
Die Biopower Nordwestschweiz AG, ein Unternehmen der EBL, IWB und EBM, erzeugt in Pratteln, Ormalingen und Liesberg mit Vergärungsanlagen erneuerbare, CO2-neutrale Energie und Nährstoffe für die Natur (Kompost). Das Biogas wird in Pratteln in einer speziellen Reinigungsanlage zu Erdgasqualität aufbereitet und ins örtliche Gasnetz der IWB beziehungsweise zu den Gastankstellen der Raststätte Pratteln gespeist. In Ormalingen wird das Biogas mittels Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme aufbereitet. Während der Strom ins örtliche Verteilnetz der EBL gelangt, wird mit der Wärme die Grundversorgung des Wärmeverbunds sichergestellt. Weitere BioPower-Anlagen sind im Oberbaselbiet, in der Region hinteres Frenkental, in Läufelfingen, in der Region Riehen (CH)/Lörrach (D), in Rheinfelden/Chleigrüt und in der Region St. Louis (F) geplant.
Nach dem 2013 in der Schweiz von der Politik beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie bringt die neue Energiestrategie des Bundesrates die Gaskraftwerke wieder ins Spiel. Man geht davon aus, dass ab 2020 neue Gaskraftwerke in Betrieb genommen werden müssten. Der Standort Schweizerhalle ist nach Meinung des Bundes wegen seiner Lage und seiner Infrastruktur schweizweit einer der bestgeeigneten. Die Gemeinde Muttenz versucht, wie von der Gemeindeversammlung verlangt, seit einiger Zeit mit Zonenplanvorschriften ein mögliches Gaskraftwerk zu verhindern. Ausserdem stellt sich die Problematik von Gaskraftwerken: Das Bundesparlament hat im Frühjahr 2007 entschieden, dass der CO2-Ausstoss eines Gaskraftwerkes vollständig kompensiert werden muss und das erst noch zu einem grossen Teil in der Schweiz.
HPM
Transitgasleitungen
Quelle: Transitgas AG