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„Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken“ heisst es im „Entwurf einer Farbenlehre“ von Johann Wolfgang von Goethe. Der amerikanische Lichtkünstler James Turrell hat des Dichters Gedanken aufgenommen und in den letzten Jahren zahlreiche Licht-Räume geschaffen. In diesen ist das Zusammenspiel zwischen Raum, Licht und Farbe wohl durchdacht und dient dem Ziel, die Wahrnehmung auf das eigene Sehen zu schärfen:
„First of all, I am not dealing with an object. The object is perception itself. Secondly, I am not dealing with an image, because I want to avoid any association symbolic thought. Thirdly, I am not dealing with special purpose or focal point, either. With no object, image, or purpose, what are you looking at? You are looking at yourself looking.“
Dieses Zitat findet sich in der einschlägigen Literatur über James Turrell. Der Künstler macht klar, ihm geht es nicht um alltägliche visuelle Eindrücke. Vielmehr, er konzipiert und realisiert Licht-Räume unterschiedlicher Art, in denen Besuchende die Möglichkeit haben, sich auf sich selber, das heisst auf das eigene Sehen, zu konzentrieren.
Was ist denn nun genau gemeint damit? Nehmen wir als Beispiel den Skyspace Piz Uter von Zuoz: wenn sich bei fortgeschrittener Dämmerung die kreisrunde Verbindung zwischen Aussen- und Innenraum bei bestimmten Lichtverhältnissen in eine schwarze Fläche verwandelt, verliert der Betrachter für eine kurze Zeit den Bezug zur realen Welt. Egal wie der Himmel sich in Wirklichkeit präsentiert, verdeckt oder sternenklar, der Betrachter sieht nur schwarz. Er wird auf die eigene Wahrnehmung zurückgeworfen und kann sein eigenes Sehen reflektieren.