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Kreuzkräuter breiten sich seit zehn Jahren vermehrt im Schweizer Grasland aus. Sie können zu schweren Vergiftungen bei Nutztieren führen und müssen deshalb eingedämmt werden. Doch sind die Pflanzen erst einmal auf einer Wiese angekommen, wird man sie nur schwer wieder los. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues AGFF untersucht, welche Bekämpfungsmassnahmen am wirkungsvollsten sind.
Die gelb blühenden Kreuzkräuter auf Wiesen und an Strassen- und Eisenbahnböschungen sind zwar hübsch anzusehen, aber giftig. Sie führen hauptsächlich bei Kühen und Pferden zu Verdauungsbeschwerden und starken Leberschäden, die tödlich enden können. Zwar werden Kreuzkräuter beim Weiden von den Tieren grösstenteils gemieden, jedoch in Dürrfutter und Silage gefressen. Vor allem das Jakobs- und das Wasserkreuzkraut stellen ein Problem dar, da sie sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet haben.
Wichtig ist, zu handeln, sobald die ersten Pflanzen auf einer Wiese oder Weide auftauchen, um eine grossflächige Ausbreitung zu verhindern. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues AGFF untersucht, welche Regulierungsmassnahmen am wirksamsten sind. Beim Jakobskreuzkraut lässt sich durch rechtzeitiges Mähen zweimal pro Jahr die Samenbildung und damit die Ausbreitung verhindern. Beim Wasserkreuzkraut ist Mähen jedoch wirkungslos, weil es bereits zwei bis drei Wochen danach wieder blüht. Erfolgreich ist hingegen das Ausstechen oder Ausreissen der Pflanzen, oder – als letzte Massnahme – die Behandlung mit einem Herbizid.
Um eine dauerhafte Kontrolle zu erreichen, muss die Behandlung über mehrere Jahre konsequent wiederholt werden. Wird dies versäumt, können in den Folgejahren immer wieder neue Pflanzen aufwachsen, Samen bilden und sich ausbreiten. Grund dafür ist, dass Kreuzkräuter im Boden eine grosse Samenbank aufbauen können. Eine Pflanze des Wasserkreuzkrauts bildet pro Jahr mehrere hundert Samen, das Jakobskreuzkraut gar mehrere tausend. In der Erde bleiben die Samen auch noch nach zehn Jahren keimfähig.
Jakobs- und Wasserkreuzkraut keimen bevorzugt dort, wo Lücken in der Grasnarbe auftreten, zum Beispiel durch Tritt- und Maschinenschäden oder Bewirtschaftungsfehler. Beide Arten sind einheimisch. Weshalb sie sich erst während der vergangenen zehn Jahre derart stark ausgebreitet haben, ist bislang noch ungeklärt. Eine Rolle spielen könnten der Ausbau des Autobahnnetzes, der zunehmende Handel mit Heu und Stroh oder veränderte Bewirtschaftungssysteme, zum Beispiel die Extensivierung von Weiden. Dennoch treten die Pflanzen auf ökologischen Ausgleichsflächen nicht häufiger auf als im übrigen Grasland.
Bild: Sten Porse (Wikimedia Commons)