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20 Jahre lang spielte Quarterback Tom Brady für die New England Patriots. Er führte das Team zu sechs Super-Bowl-Triumphen – und sucht jetzt mit 42 Jahren noch ein neues Abenteuer. Anders als legendäre NFL-Stars wie Dan Marino (Miami Dolphins), John Elway (Denver Broncos) oder Eli Manning (New York Giants) wird Brady damit kein One-Team-Player, der immer nur für eine Mannschaft spielte. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass er zu den Tampa Bay Buccaneers wechselt.
Auch im Fussball wird es seltener, dass ein Spieler seine ganze Karriere bei einem einzigen Klub verbringt. Doch es gibt sie immer noch. Und aus diesen treuen Seelen liesse sich eine bärenstarke Elf aufstellen:
699 Pflichtspiele für Bayern München zwischen 1962 und 1979
Weltmeister, Europameister, deutscher Meister, Pokalsieger, Meistercupsieger, Cupsiegercup-Gewinner, Rekordspieler des FC Bayern München, Rekordtorhüter der deutschen Nationalmannschaft – die «Katze von Anzing» ist ein Monument.
902 Pflichtspiele für die AC Milan zwischen 1985 und 2009
Schon Vater Cesare Maldini wurde mit Milan Meister und Meistercupsieger, im Februar gab sein Sohn Daniel (18) das Debüt für die «Rossoneri». Paolo Maldini wurde sieben Mal Meister und gewann fünf Mal den Meistercup bzw. die Champions League.
719 Pflichtspiele für die AC Milan zwischen 1978 und 1997
Baresi war Libero einer Abwehr, die als fast nicht zu überwindendes Bollwerk galt. Der Italiener wurde sechs Mal Meister und gewann drei Mal die «Königsklasse».
674 Pflichtspiele für Arsenal zwischen 1983 und 2002
Kurz nach dem 17. Geburtstag debütierte Adams für die «Gunners» und von da an war er nicht mehr wegzudenken. Mit dem knüppelharten Abwehrboss gewann Arsenal drei Mal den FA Cup und wurde vier Mal Meister. Adams bekannte sich mitten in der Karriere, Alkoholiker zu sein und wurde nach überstandener Entgiftung zum Vorkämpfer gegen diese Sucht.
593 Pflichtspiele für den FC Barcelona zwischen 1999 und 2014
Mehr als der Wuschelkopf kann ein Fussballer kaum erreichen: Weltmeister, Europameister, dreifacher Champions-League-Sieger. Dazu wurde der kopfballstarke «Hai» mit Barça sechs Mal Meister und zwei Mal Cupsieger.
538 Pflichtspiele für Werder Bremen zwischen 1989 und 2002
In einer Zeit, als die Bayern noch Konkurrenz von Otto Rehhagels Bremen hatten, konnte dieser immer auf Bode zählen. Er wurde mit Werder Meister, Pokalsieger und gewann den Cupsiegercup. Mit Deutschland wurde er 1996 Europameister und die Karriere beendete er nach dem wichtigsten Spiel des Lebens: dem WM-Final 2002, den die DFB-Elf 0:2 gegen Brasilien verlor. Es wäre das i-Tüpfchen gewesen.
718 Pflichtspiele für Manchester United zwischen 1993 und 2013
Elf Mal Meister. ELF! Dazu gewann er auch den FA Cup und zwei Mal die Champions League. Frankreichs Fussballgott Zinédine Zidane antwortete auf die Frage, wie es sich anfühle, der beste Fussballer der Welt zu sein: «Ich weiss es nicht, fragen Sie das Paul Scholes.» David Beckham erzählte: «Bei Real Madrid fragen mich die Mitspieler immer über ihn aus. ‹Hey, wie ist er so?› Sie sehen ihn als den absolut perfekten Mittelfeldspieler an.» Und Ronaldinho, der mit dem Ball alles und noch mehr kann, war neidisch: «Ich will passen können wie er. Wer hat ihm das so beigebracht?»
430 Pflichtspiele für Athletic Bilbao zwischen 1991 und 2006
Die Basken sind bekannt dafür, dass Spieler häufig ihre ganze Karriere beim Klub verbringen. Das führt angesichts der Dominanz von Real Madrid und Barcelona dazu, dass Titelgewinne höchst selten sind. Guerrero blieb dennoch, lehnte zahlreiche Angebote der grössten Weltklubs ab und unterschrieb 1995 demonstrativ einen 10-Jahres-Vertrag in Bilbao. Meister oder Cupsieger wurde der 41-fache spanische Nationalspieler so nie, aber dafür eine lebende Legende des Klubs.
963 Pflichtspiele für Manchester United zwischen 1990 und 2014
Zugegeben, hier tricksen wir ein wenig, denn «Giggsy» griff zumeist über links an. Aber er kann mit Marco Bode die Seiten wechseln, um den Gegner zu verwirren … Der Waliser gewann mit Manchester United 36 Titel, darunter sind absurd scheinende 13 englische Meisterschaften. Er ist Rekordspieler der «Red Devils» und wurde 2009 als bislang letzter Fussballspieler zu Grossbritanniens Sportler des Jahres gekürt.
783 Pflichtspiele für die AS Roma zwischen 1993 und 2017
Der ewige Capitano der «Giallorossi» aus der ewigen Stadt Rom ist Rekordspieler und Rekordtorschütze des Klubs. Er holte mit der Roma den Scudetto, zwei Mal die Coppa und mit Italien wurde er 2006 Weltmeister.
301 Pflichtspiele für Borussia Dortmund von 1993 bis 2007
Die Aufforderung von Reporter Marcel Reif: «Ricken, lupfen jetzt!» ist im schwarz-gelben Teil des Ruhrpotts mindestens so legendär wie jene an Helmut Rahn, der 1954 im WM-Final aus dem Hintergrund schiessen müsste. Der 20-jährige Ricken wird im Champions-League-Final eingewechselt und erzielt mit dem ersten Ballkontakt das Siegtor für den BVB. Ricken gewann mit den Dortmundern drei Mal die Meisterschaft – und mit seinem Treffer gegen Juventus die Wahl zum «BVB-Tor des Jahrhunderts».
Von 1961 bis 2005 stand der unverwüstliche Franzose an der Linie des AJ Auxerre – 44 Jahre lang. Dass Guy Roux zwei Jahre nach dem Rücktritt für einige Spiele in Lens aushalf, ignorieren wir angesichts seines Lebenswerks ebenso wie Kurzauszeiten etwa wegen des Militärdiensts. Roux machte aus einem kleinen Amateurklub einen Profiverein, der Meister (1996) und vier Mal Cupsieger wurde.
Es gibt einige Spieler, die in Frage kommen, es eines Tages in dieses «One-Team-Player-Dream-Team» zu schaffen. Allen voran natürlich Lionel Messi, der bislang immer nur für den FC Barcelona spielte. Oder sein Klubkollege Sergio Busquets. Aus der Bundesliga drängt sich Bayern Münchens Thomas Müller in den Vordergrund, während für die beiden Schweizer David Zibung (FC Luzern) und Marco Schönbächler (FC Zürich) schon die Ersatzbank unerreichbar ist.