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Ende Mai erhielten wir die Nachricht, dass die U23-EM wegen Quarantänevorschriften nicht wie geplant in Bergen (Norwegen) durchgeführt werden kann. Dies war bereits mitten in der Qualifikationsperiode und die Chancen standen schlecht, so kurzfristig einen neuen Organisator zu finden. Zum Glück erklärte sich aber kurz darauf die estnische Hauptstadt Tallinn bereit, neben der U20-EM auch die U23-EM zu organisieren. Die U20-EM findet eine Woche später vom 15. bis 18. Juli 2021 statt.
Sandra erfüllte die geforderte U23-EM-Limite bereits bei ihrem ersten Siebenkampf in der Saison. Beim Mehrkampfmeeting in Landquart übertraf sie ihre persönliche Bestleistung um 117 Punkte und erreichte so deutlich mit 5770 Punkten die geforderten 5550 Punkte. Julia hingegen musste sich etwas länger gedulden. Bei ihrem ersten 400 m der Saison lief sie eine Zeit von 55.33 s. Von Rennen zu Rennen konnte sie sich immer etwas steigern und ihre Zeit bis auf 55.13 s verbessern. Erst an der Aktiv-SM konnte sie dann mit 54.96 s die geforderte Limite von 55.00 s unterbieten. Umso grösser war dann die Freude, als sie für den 400 m und die 4×400-m-Staffel selektioniert wurde.
An der U23-EM ging es für Julia direkt am Donnerstagmorgen los mit den 400-m-Vorläufen. Für sie war es der erste Start im Schweizer Dress an einem internationalen Grossanlass. Sie teilte das Rennen gut ein und konnte mit einer Zeit von 54.96 s ihre PB egalisieren. Für das Weiterkommen reichte es leider nicht, jedoch wurde sie mit vielen wertvollen Erfahrungen belohnt. Am Sonntag war Julia noch als Ersatzläuferin bei der 4×400-m-Staffel dabei. Hier kam sie leider zu keinem Einsatz, feuerte das Team aber kräftig vom Streckenrand aus an.
Für Sandra war es bereits die vierte Teilnahme an einem internationalen Grossanlass. Auch für sie begann der Wettkampf am Donnerstagmorgen. 14.09 s über 100 m Hürden war nicht der erhoffte Start für sie. Ein extrem guter Start neben der Topfavoritin Adrianna Sulek liess sie bei der dritten Hürde etwas zu nahe ran laufen, was ein Tempoverlust zur Folge hatte. Auch mit 1.63 m gelang Sandra der Hochsprung nicht ganz nach Wunsch. Es folgten 12.77 m im Kugelstossen. Auch hier nicht ganz das, was sie sich erhofft hatte. Mit 25.12 s schloss Sandra den ersten Tag erfreulich ab. Am Freitagmorgen ging es dann weiter mit 5.63 m im Weitsprung. Leider verletzte sie sich beim Einspringen am Becken und konnte so nicht ihre Topleistung abrufen. Danach folgten gute 40.68 m im Speerwurf. Im abschliessenden 800-m-Lauf mit neuer Bestleistung von 2.15.95 beendete sie den U23-EM-Mehrkampf versöhnlich. Mit 5622 Punkten erreichte sie den guten elften Rang. Zur Top Ten fehlten lediglich 16 Punkte.
Sandra und Julia