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Buchtipp: Nur der Tod bringt Vergebung
Wer den historischen Krimi über die im 7. Jahrhundert lebende irische Nonne und Anwältin Fidelma zur Hand nimmt, der wird entweder süchtig danach und ist froh, dass bereits über zwanzig Bände erschienen sind oder es packt einen gar nicht. Ich kann es nicht lassen und warte immer wieder gespannt auf die Erscheinung eines weiteren Romans. 1994 erschien der erste Schwester-Fidelma-Roman von Peter Tremayne. Eigentlich heisst der Autor Peter Berresford Ellis und ist von Beruf Historiker. Später wandte er sich aber dem Journalismus zu.
Die Heldin dieser historischen Kriminalromane ist Schwester Fidelma von Kildare, eine irische Nonne königlichen Geblüts und gleichzeitig Anwältin. Sie ist scharfsinnig, wortgewandt und hat einen Dickkopf. An ihrer Seite steht Eadulf, ein sächsischer Mönch, der Indizien sammelt, das Reiten verabscheut und mit Fidelma zusammen die schwierigen Mordfälle aufklärt. Fidelma und Eadulf – ein Detektiv-Dreamteam des 7. Jahrhunderts.
Die Geschichte im ersten Band «Nur der Tod bringt Vergebung» spielt im Jahre 664 während der Synode von Whitby. «Bemerkenswert ist, dass damals sowohl in der römischen als auch in der später ‘keltisch’ genannten Kirche der Gedanke des Zölibats für Ordensfrauen und-männer noch nicht überall verbreitet war» - so der Autor Tremayne.
Die Geschichte beginnt mit einer Leiche. Sie hing «am Ende eines kräftigen Hanfseils vom Ast einer knorrigen Eiche und schwang im Wind hin und her.» Die Leiche wurde von einer Reisegruppe entdeckt, die auf dem Weg in die Abtei der Gesegneten Hilda, der Base König Oswius war. Zu dieser Gruppe gehörte auch Schwester Fidelma. Der Tote am Baum war ein Mönch. Dann Szenenwechsel. Die Ereignisse überschlagen sich. In der Abtei bekommt die Äbtissin Hilda Besuch von einem Bettler, der Unheil prophezeit. «Was sie nicht wissen, ist, dass Tod in der Luft liegt. Denkt an meine Worte, Äbtissin Hilda. Ehe die Woche vorüber ist, wird in den Mauern dieser Abtei Blut geflossen sein. Blut wird die kalten Steine Eures Bodens beflecken. Äbtissin Hilda schnaubte verächtlich.»
Wieder Szenenwechsel. Auf einem Schiff steht Bruder Eadulf, der sich auf einer Reise ins Reich des Königs Oswius befindet, um ebenfalls an der Synode teilzunehmen. In der Abtei werden sich Schwester Fidelma und Bruder Eadulf zum ersten Mal begegnen, eben an der Synode von Whitby. Und dort werden sie zum ersten Mal nicht sehr begeistert zusammenarbeiten und den Mord an der Äbtissin Etain von Kildare aufklären: «Da wir nun einmal zusammenarbeiten werden, Bruder», sagte sie kühl, «sollten wir uns darüber verständigen, womit wir es hier zu tun haben.»
Inzwischen habe ich für meinen Englandaufenthalt der 2016 erschienene Kriminalroman, Band 27, über Fidelma und Eadulf auf mein e-Reader heruntergeladen und bin gespannt, in welche Abenteuer sich die beiden wieder stürzen.
R. Osterwalder