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Text von Dieter Krickeberg: „Seit langem hatte mich die Aufgabe gereizt, innerhalb des weiten Feldes der Komposition mit Mikrotönen einen neuen Akzent zu setzen. Der Hörer sollte die Vierteltöne nicht als „Verfärbung“ anderer Töne, die Vierteltonschritte nicht nur als melodische Werte hören, sondern sie spontan als gleichberechtigte Stufen bzw. als Teile eines Tonsystems erkennen. Das schien zwanglos und zugleich prägnant durch die Einbeziehung hergebrachter Zusammenklänge möglich zu sein. Gamben boten sich für die plastische Darstellung von Vierteltönen an: Durch Hinzufügung von jeweils einem Bund zwischen den Halbtonbünden entstand eine kontinuierliche Reihe von Vierteltonschritten.
Die Gambe als historisches Instrument passte aber auch in das Konzept einer durch die Einbeziehung traditioneller Akkorde entstehenden Polystilistik: Die einst für sie geschriebene Musik lieferte Elemente für die Komposition. Kontrast und Verflechtung von Alt und Neu sind Thema meines Stückes. Musik kann auch Symbol sein. Traditionelle Elemente stehen hier für die Wichtigkeit nicht nur des Veränderns sondern auch des Bewahrens, erinnern an die Fragwürdigkeit eines eindimensionalen „Fortschritts“.
Regina Irman (*1957) Sculptures für Vierteltongambenquartett (Grammont Portrait, 2001) (mit freundlicher Genehmigung von „Musiques suisses“)