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Der Blindenstock bietet Menschen mit Sehbehinderung quasi als Verlängerung ihres Arms die Möglichkeit, ihre Umgebung zu ertasten und so Hindernissen auszuweichen oder einer Bodenmarkierung zu folgen. Durch das Klopfen mit dem Blindenstock auf den Boden entstehen Echos, die den Raum dreidimensional hörbar machen.
Eine moderne Version des Blindenstocks erkennt Hindernisse mittels Ultraschall-Wellen und überträgt die Information über haptisches Feedback auf die Hand des Benutzers. So kann die Person zum Beispiel Objekte erfühlen, die sich auf Kopfhöhe befinden.
Blinde sehen wieder
Es gibt aber auch Technologien, die dem blinden Benutzer ein visuelles Bild vermitteln. Hier macht man sich das Prinzip zunutze, dass der visuelle Eindruck nicht im Auge, sondern im Gehirn entsteht. Das bedeutet, dass man den Bilddetektor, also das Auge, durch einen anderen Sinn, z.B. die Zunge, ersetzen kann. Dies nutzt der BrainPort. Diese spezielle Brille registriert visuelle Informationen über eine Kamera. Das stark vereinfachte Kamerabild wird in elektrische Signale umgewandelt und auf ein Plättchen mit 400 Elektroden übertragen, das auf der Zunge des Benutzers liegt. Die elektrische Stimulation, welche die Zunge erfährt und die sich wie ein Kribbeln anfühlt, wird im Gehirn in einen visuellen Eindruck übersetzt. Diese vereinfachten, niedrig aufgelösten Bilder erlauben blinden Menschen, sich frei im Raum zu bewegen, einen Ball zu fangen oder sogar eine Kletterwand zu bezwingen wie der erfolgreiche Kletterer Erik Weihenmayer.