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Der Tabakkonsum gehört zu den grössten Problemen der öffentlichen Gesundheit. Tabak gilt als wichtigste Einzelursache für den Verlust an Lebensqualität und Lebensjahren und als wichtigster Risikofaktor für chronisch nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.
- Im Jahr 2017 rauchten in der Schweiz 27,1% der Bevölkerung, die älter ist als 15 Jahre. Bei den Männern sind es 31%, bei den Frauen 23,3%.
- Von den 15- bis 24-Jährigen rauchten 31,7%.
Für die Grundlagenforschung ist es wichtig, immer mit derselben Erhebungsmethode zu arbeiten. Nur so können Trends abgelesen und Zahlen mit anderen Ländern verglichen werden.
Um das Rauchverhalten der Bevölkerung zu verstehen, sind Befragungen unerlässlich. Sie liefern detaillierte Daten zu Art und Häufigkeit des Konsums, ebenso zu Aufhörabsichten, Bildungshintergrund oder Alter der Konsumierenden.
Prävalenzen und Konsumdaten, die in Umfragen erhoben werden, liegen erfahrungsgemäss tiefer als der tatsächliche Konsum. Verkaufsstatistiken geben einen Hinweis zum Ausmass der Abweichung. Der Grund für diese Abweichung ist, dass gewisse Befragte sich als Nichtrauchende bezeichnen, obwohl sie gelegentlich konsumieren, oder ihren Konsum tiefer einschätzen, als er tatsächlich ist.
- Seit rund fünfzehn Jahren nimmt der Tabakkonsum ab. Er ist von 33 Prozent (15- bis 65-Jährige) im Jahr 2001 auf 27,1 Prozent im 2017 zurückgegangen (Bevölkerung ab 15 Jahren). Der Rückgang vollzieht sich kontinuierlich und in allen Altersgruppen.
- Die Anzahl Raucherinnen und Raucher ist aber seit 2011 in etwa gleich hoch geblieben.
- In der Schweiz verursacht der Tabakkonsum jährlich 9500 Todesfälle. Das sind 26 Todesfälle pro Tag und 15% aller Todesfälle.
- Raucherinnen und Raucher sterben am häufigsten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (39%), gefolgt von Lungenkrebs (28%), Erkrankungen der Atemwege (15%) und anderen Krebsarten (14%).
- 2012 starben in der Schweiz 6200 Männer und 3300 Frauen vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Diese Zahl ist mehr als sechsmal so hoch wie die Summe aller Todesfälle infolge von Verkehrsunfällen (301), illegalem Drogenkonsum (121), Aids (30), und Suiziden (1037) zusammen.
- Die Anzahl Menschen, die mindestens eine Stunde pro Tag unfreiwillig dem Tabakrauch ausgesetzt sind, hat sich von 35% im Jahr 2002 auf 6% im Jahr 2017 verringert. Hauptgrund für diese Entwicklung ist das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen, das im Mai 2010 in Kraft getreten ist, sowie Rauchverbote in einzelnen Kantonen, die bereits früher eingeführt wurden.
- Kurz nach der Einführung der ersten kantonalen Rauchverbote haben Studien in der Schweiz einen deutlichen Rückgang an gewissen tabakbedingten Krankheiten festgestellt. Das Kantonsspital Graubünden konnte nach der Einführung des Rauchverbots einen signifikanten Rückgang der Hospitalisierungen aufgrund von Herzinfarkten dokumentieren. Im Tessin wurde über eine Senkung der Hospitalisierungen infolge von Herzinfarkten um 21% berichtet. In Genf konnte eine signifikante Abnahme (19 Prozent) von Hospitalisierungen infolge von chronischen Lungenerkrankungen oder Lungenentzündungen nachgewiesen werden.
- Im Jahr 2016 haben 15% der Bevölkerung mindestens schon einmal eine E-Zigarette probiert. Im Jahr 2013 waren es erst 6,7%. Der regelmässige Konsum (mindestens einmal pro Woche) ist mit 0,7% der Bevölkerung niedrig, allerdings nimmt er zu.
- Nicht übertragbare Krankheiten, die durch den Tabakkonsum mitverursacht werden, führen zu einer überdurchschnittlichen Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, zu eingeschränkter Lebensqualität oder gar zu Arbeitsunfähigkeit. Sie tragen daher zur Kostensteigerung im Bereich der Sozialversicherungen bei.
- Der Tabakkonsum belastet die schweizerische Volkswirtschaft mit Kosten von rund 5,6 Mia. Franken pro Jahr, davon werden 1,7 Mia. Franken für medizinische Behandlungen und 3,9 Mia. Franken für den Erwerbsausfall verwendet.
- Der Verlust an Lebensqualität wird auf weitere 5 Mia. Franken geschätzt.
- Ein Forschungsteam der Universität Neuenburg und der Fachhochschule Zürich ermittelte für die Tabakprävention einen «Return on Investment» von 41. Das bedeutet, dass jeder eingesetzte Tabakpräventionsfranken einen gesamtgesellschaftlichen Nettogewinn von 41 Franken erbracht hat. Die Studie wurde 2010 publiziert.
- Die Einnahmen aus der Tabaksteuer betragen jährlich knapp über 2 Mia. Franken. Sie fliessen in die AHV.
- Das Bundesamt für Gesundheit will die Anzahl tabakbedingter Todes- und Krankheitsfälle in der Schweiz reduzieren.
- Die Verringerung der Anzahl Rauchenden trägt dazu bei, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern und die Kosten im Gesundheitswesen zu senken.
- Die Tabakpräventionsstrategie des Bundes und seiner Partner gründet auf einer ausgewogenen Mischung aus Verhaltens- und Verhältnisprävention. Die Verhaltensprävention motiviert Einzelpersonen, ein rauchfreies Leben zu führen und unterstützt sie beim Ausstieg. Die Verhältnisprävention hat zum Ziel, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für das Nichtrauchen zu verbessern, beispielsweise mit rauchfreien öffentlichen Räumen oder Einschränkungen im Vertrieb.
- Die Ziele und Massnahmen der Tabakprävention sind in den Nationalen Strategien Sucht und NCD (nicht übertragbare Krankheiten) festgehalten.
Letzte Änderung 02.04.2019