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"Sondierungsgespräche."
Die 'Financial Times Deuschland' berichtet heute morgen, dass die Deutsche Telekom "Sondierungsgespräche" mit EDS führe. Dabei gehe es allerdings nicht, wie man zuerst annehmen könnte, um eine Beteiligung von EDS an T-Systems, der IT-Dienstleistungstochter der Telekom, sondern um eine Übernahme von EDS durch die Deutsche Telekom. Danach würde wohl eine Art "interner reverse take over" von T-Systems durch EDS anstehen.
Über die reine Information hinaus, dass anscheinend Verhandlungen stattfinden, konnte die 'FTD' allerdings keine weiteren aktuellen Tatsachen berichten. So scheint es auch dem Wirtschaftsblatt nicht bekannt zu sein, in welchem Stadium sich die Gespräche befinden könnten, das heisst, ob es um unverbindliche Vorabklärungen geht oder ob tatsächlich "Tacheles" geredet wird.
Eine Übernahme von EDS wäre ein grosser Schritt für die Telekom. Der international tätige IT-Dienstleister mit Hauptsitz in den USA beschäftigte weltweit per Ende 2006 rund 118'000 Mitarbeitende und machte letztes Jahr einen Umsatz von 21,3 Milliarden Dollar. Der Börsenwert liegt allerdings bei, im Vergleich zu Google und Co., bescheidenen rund 10 Milliarden Dollar.
Eine Kaufsumme in dieser Grössenordnung könnte die Deutsche Telekom also bei einem freien Cashflow von 6,5 Milliarden Euro im letzten Geschäftsjahr einigermassen locker finanzieren.
Die Übernahme wäre aber eine völlige Umkehr der Strategie, welche Telekom-Chef René Obermann bisher für die Sanierung von T-Systems ausgeheckt hatte. Bis anhin suchte die Telekom ein investitionwilliges Unternehmen aus der Branche, dass sich an einem Joint Venture beteiligen soll, in das T-Systems eingebracht werden würde. Seit dieser Plan Anfang des Jahres an die Öffentlichkeit drang, sind aber viele Monate vergangen und die ursprüngliche Deadline ist lange verstrichen, ohne dass sich ein solcher Joint Venture Teilnehmer materialisiert hätte.
Dass man sich bei der Telekom die Übernahme eines IT-Dienstleistungsriesen als drastischen Sanierungsschritt für T-Systems zumindest durch den Kopf gehen lässt, ist daher plausibel. EDS würde zwei der Hauptschwächen bei T-Systems, die mangelnde weltweite Präsenz sowie den geringen "Offshore-Anteil" an Mitarbeitenden in Billiglohnländern kompensieren. Dem entgegen stünden aber die Schwierigkeiten einer internen Integration von EDS und T-Systems und die Steine, die US-Behörden der Übernahme des auch in militärisch sensitiven Bereichen tätigen Dienstleisters durch ein ausländisches Unternehmen in den Weg legen dürfte. (Hans Jörg Maron)