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Energielexikon
Elektrizitätsmenge, die je Abrechnungseinheit zum Ausgleich der Differenz zwischen dem effektiven Bezug (respektive der Lieferung) gemäss Zählwerten und dem Bezug (respektive der Lieferung) nach Fahrplan für eine bestimmte Zeiteinheit benötigt wird, um die Ausgeglichenheit der Abrechnungseinheit gegenüber der Regelzone Schweiz herzustellen.
Die Nachfrage im Strommarkt ist vor allem durch zeitlich differenziertes Verbraucherverhalten gekennzeichnet: Sie ist tagsüber grösser als nachts. Baseload (Grundlast) bezeichnet die Lieferung elektrischer Energie mit konstanter Leistung in der Zeit von 0 bis 24 Uhr. Um die stärkere Nachfrage am Tag gegenüber der Nacht zu berücksichtigen, werden zwischen 8 und 20 Uhr Peakload-Lieferungen (Spitzenlast) angeboten.
Muss beispielsweise ein Stadtwerk rund um die Uhr eine Mindestleistung von 2 GW decken, sichert es sich dafür eine Baseload-Einheit für 2 GW. Liegt der Bezug seiner Kunden tagsüber jedoch bei 3,5 GW, besorgt sich das Stadtwerk für diese Zeit zusätzlich eine Peakload-Einheit von 1,5 GW. Wenn es während einer Stunde um die Mittagszeit sogar 4 GW decken muss, kauft es einen zusätzlichen Stundenblock Peakload.
Grundsätzlich gilt: Baseload-Einheiten sind wesentlich günstiger als Peakload-Einheiten, da sie längerfristig planbar sind.
Bearish ist der Ausdruck für eine pessimistische Grundeinstellung der Marktteilnehmer. Es wird mit fallenden
Kursen gerechnet. In diesem Fall spricht man vom Bear Market. Das Gegenteil von Bearish ist Bullish.
Marktmodell, in dem zur Sicherstellung der elektrischen Energie- und Leistungsbilanz im Elektrizitätssystem alle Energiegeschäfte über Bilanzgruppen abgewickelt werden. Alle Messpunkte müssen hierzu einer Bilanzgruppe zugeordnet sein.
Natürliche oder juristische Person, die für mindestens eine Bilanzgruppe gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber und allen anderen Marktakteuren die Verantwortung trägt. Der Bilanzgruppenverantwortliche ist damit insbesondere für die fristgerechte Übermittlung von Fahrplänen sowie die Sicherstellung einer ausgeglichenen Energiebilanz seiner Abrechnungseinheiten verantwortlich.
Vertrag zwischen dem Übertragungsnetzbetreiber und dem Bilanzgruppenverantwortlichen.
Elektrische Energie, die zum Aufbau von elektrischen oder magnetischen Feldern benötigt wird respektive im Netzbetrieb für die Spannungshaltung eingesetzt wird.
Bullish ist der Ausdruck für eine optimistische Grundeinstellung der Marktteilnehmer. Es wird mit steigenden Kursen gerechnet. In diesem Fall spricht man vom Bull Market. Das Gegenteil von Bullish ist Bearish.
Unter Cap wird die Preisobergrenze verstanden.
Ein Marktteilnehmer kann sich gegen steigende oder fallende Preise absichern, indem er durch ein derivatives Handelsgeschäft das Recht erwirbt, ein Handelsprodukt zu einem maximalen respektive minimalen Wert zu kaufen oder verkaufen.
Unter Clearing wird das Feststellen gegenseitiger Forderungen, Verbindlichkeiten und Lieferverpflichtungen verstanden. Der Clearingprozess beinhaltet die Übermittlung, Abstimmung und in einigen Fällen die Bestätigung von Abschlüssen sowie sonstigen für die Abwicklung notwendigen Angaben.
Das Clearing wird oft von einem Clearinghaus übernommen. Für die European Energy Exchange (EEX) ist es beispielsweise die European Commodity Clearing AG (ECC).
Durch den gleichzeitigen Abschluss eines Caps und eines Floors entsteht ein Collar. Das ist ein Preisband, welches Preisausschläge eines Handelsprodukts sowohl nach oben als auch nach unten begrenzt. Der Käufer eines Collars sichert sich daher gegen Risiken, verzichtet aber auch auf Chancen.
Die Ware (Commodity) ist die elementare Grundform einer Marktwirtschaft. Commodities sind Waren und Güter aller Art: In der Energiewirtschaft also Energieformen wie beispielsweise Strom, CO2-Zertifikate oder Rohstoffe wie Erdgas und Erdöl. Eine Commodity ist durch Tausch oder Kauf erwerbbar.
Planung, Ausführung, Finanzierung und allenfalls Betreiben von Anlagen durch Dritte.
Die European Energy Exchange (EEX) ist die Energiebörse Deutschlands mit Sitz in Leipzig. Sie entstand im Jahr 2002 durch Fusion der European Power Exchange aus Frankfurt am Main und der Leipzig Power Exchange (LPX). An der EEX werden Strom, CO2-Zertifikate, Kohle sowie Erdgas gehandelt.
Eine Energiebörse ist ein organisierter Markt für Energie, der ähnlich wie eine Wertpapierbörse funktioniert. Der Vorteil des Energiehandels an der Börse ist die Bündelung von Angebot und Nachfrage, wodurch eine hohe Liquidität erreicht werden kann.
Standardisierte Produkte ermöglichen einen geregelten Handel und schaffen einfache Vergleichsinstrumente, wodurch die Verhandlungskosten sinken. Ziel einer Energiebörse ist ein anonymer Handel sowie eine faire und transparente Preisbildung.
Die Börse übernimmt das Ausfallrisiko eines Kontrahenten, die Abrechnung und das Clearing.
Energiederivate sind von originären Energiegütern abgeleitete (= derivate) Produkte. Klassisch kann man sie den Warentermingeschäften zuordnen. Gebräuchlich sind
- Forwards
- Futures
- Optionen
In Leistungsmittelwerten vereinbarte Zeitreihe über die Lieferung respektive den Bezug von elektrischer Energie in einem bestimmten Zeitraum.
Unter Floor wird die Preisuntergrenze verstanden.
Ein Marktteilnehmer kann sich gegen steigende oder fallende Preise absichern, indem er durch ein derivatives Handelsgeschäft das Recht erwirbt, ein Handelsprodukt zu einem maximalen respektive minimalen Wert zu kaufen oder zu verkaufen.
Grafische Darstellung der Preisentwicklung von Gütern und Waren wie beispielsweise Strompreisen über eine längere Zeit, die auf den Werten von Forward- und Futures-Verträgen basiert.
Wird direkt («over the counter») gehandelt. Ein Forward-Vertrag ist ein Kaufvertrag zwischen zwei Parteien: Im Vertrag definierte Güter oder Waren wie beispielsweise Strom oder Wertpapiere werden an einem bestimmten Datum und zu einem im Vorhinein festgelegten Preis ge- oder verkauft. Ein Forward-Vertrag birgt Gegenparteirisiken, beispielsweise dass die Gegenpartei nicht oder nicht in der vereinbarten Qualität liefern beziehungsweise nicht bezahlen kann.
Eine ähnliche Funktion erfüllt ein Futures-Vertrag, der im Unterschied zum Forward-Vertrag an der Börse gehandelt wird und deshalb kein Gegenparteirisiko birgt. Ein Forward wird physisch erfüllt, das heisst, Waren werden geliefert und bei der Lieferung bezahlt.
Ein Futures-Vertrag ist ein Terminkontrakt (Vertrag) zwischen zwei Parteien: Im Vertrag definierte Güter, Waren wie beispielsweise Strom oder Wertpapiere werden an einem bestimmten Datum und zu einem im Vorhinein festgelegten Preis ge- oder verkauft. Futures-Verträge werden an Terminbörsen gehandelt und grundsätzlich rein finanziell erfüllt. Eine ähnliche Funktion erfüllt ein Forward-Vertrag, der aber bilateral («over the counter») gehandelt wird. Ein Future erfährt einen täglichen Bar-Ausgleich von Verlust oder Gewinn. Beispiel: Ein Händler verkauft ein Volumen von 100 MWh zu 30 Franken pro MW. Fällt der Kurs unter 30 Franken, wird dem Händler täglich die Differenz bezahlt (Gewinn), steigt der Kurs über 30 Franken (Verlust), muss der Händler täglich bezahlen. Futures sind also Kursschwankungen ausgesetzt.
Die Nachfrage im Strommarkt ist vor allem durch zeitlich differenziertes Verbraucherverhalten gekennzeichnet: Sie ist tagsüber grösser als nachts. Grundlast (Baseload) bezeichnet die Lieferung elektrischer Energie mit konstanter Leistung in der Zeit von 0 bis 24 Uhr. Um die stärkere Nachfrage am Tag gegenüber der Nacht zu berücksichtigen, werden zwischen 8 und 20 Uhr Spitzenlast-Lieferungen (Peakload) angeboten.
Muss beispielsweise ein Stadtwerk rund um die Uhr eine Mindestleistung von 2 GW decken, sichert es sich dafür eine Grundlast-Einheit für 2 GW. Liegt der Bezug seiner Kunden tagsüber jedoch bei 3,5 GW, besorgt sich das Stadtwerk für diese Zeit zusätzlich eine Spitzenlast-Einheit von 1,5 GW. Wenn es während einer Stunde um die Mittagszeit sogar 4 GW decken muss, kauft es einen zusätzlichen Stundenblock Spitzenlast.
Grundsätzlich gilt: Grundlast-Einheiten sind wesentlich günstiger als Spitzenlast-Einheiten, da sie längerfristig planbar sind.
Energiezeitreihe, die über die Integration der Leistung je Abrechnungsperiode bestimmt wird.
Steuerung von unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen durch den Netzbetreiber.
Kurve, die den zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs eines Kunden wiedergibt. Lastprofile sind nötig, um die Strommenge festzulegen, die für den Endverbraucher zu einem bestimmten Zeitpunkt im Stromnetz zur Verfügung gestellt werden muss.
Leistung ist der Quotient aus der Arbeit in einer bestimmten Zeitspanne. Bei der elektrischen Leistung werden unterschieden: Wirkleistung (kW), Blindleistung (kvar) und Scheinleistung (kVA).
Recht auf Netznutzung, um von einem Lieferanten freier Wahl Elektrizität zu beziehen oder Elektrizität in ein Netz einzuspeisen.
Gemäss Stromversorgungsverordnung vom 14.3.2008 können Endverbraucher mit einem Jahresverbrauch von mindestens 100'000 kWh dem Betreiber des Verteilnetzes in ihrem Netzgebiet jeweils bis zum 31. Oktober mitteilen, dass sie von ihrem Anspruch auf Netzzugang ab 1. Januar des folgenden Jahres Gebrauch machen.
Die Nachfrage im Strommarkt ist vor allem durch zeitlich differenziertes Verbraucherverhalten gekennzeichnet: Sie ist tagsüber grösser als nachts. Um diesem Umstand gerecht zu werden, unterscheidet die Strombörse zwischen Baseload (Grundlast), Peakload (Spitzenlast) und Off-Peak (normale Last). Die Peakload wird während des Zeitblocks von 8 bis 20 Uhr geliefert, die Preise sind höher als für die Grundlast.
Das Verlustrisiko, das durch Änderung der Marktpreise verursacht wird.
Leistungsbereich einer Erzeugungseinheit zur Primär- und Sekundärregelung, auf den ein Regler automatisch zugreifen kann.
Von Kraftwerken abgerufener Einsatz von Elektrizität zur Einhaltung des geplanten Elektrizitätsaustausches und zur Gewährleistung des sicheren Netzbetriebes.
Die Spot-Börse ist ein institutionalisierter Kurzfristmarkt für Güter und Waren (Commodities) mit sofortiger oder baldiger Lieferung. Im Stromhandel umfassen kurzfristige Geschäfte Stunden, Stundenblöcke, Tage oder eine Woche. Im Gegensatz hierzu existiert der Terminmarkt (Terminbörse).
Handel, bei dem die Ware sofort oder innert Kürze geliefert wird.
Der Spot-Handel kommt zum Zug, wenn kurzfristig Energie verkauft oder gekauft werden soll, um beispielsweise eine höhere Spitzenlast (Peak) als gewöhnlich zu liefern.
Siehe auch unter Spot-Handel respektive Spot-Börse. Güter und Waren werden gehandelt und sofort oder innert Kürze geliefert.
Begriff aus dem Englischen («spreizen, Spanne») für ein Differenzgeschäft. Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet. Landläufig versteht man unter einem Spread die Preisdifferenz zwischen zwei Futures.
Länderspread (Location Spread): Preisdifferenz zwischen unterschiedlichen Regionen.
Zeitspread (Calendar Spread): Preisdifferenz zwischen unterschiedlichen Zeitpunkten wie beispielsweise Peak- und Offpeakzeiten.
Ein durch ein geeignetes Verfahren für eine bestimmte Erzeugungseinheits- oder Endverbrauchergruppe ermitteltes, charakteristisches Lastprofil.
Die für den sicheren Betrieb der Netze notwendigen Hilfsdienste. Diese umfassen insbesondere Systemkoordination, Bilanzmanagement, Primärregelung, Schwarzstart- und Inselbetriebsfähigkeit von Erzeugern, Spannungshaltung (inkl. Anteil von Blindenergie), betriebliche Messungen und Ausgleich der Wirkverluste.
Terminbörsen (Terminmarkt) sind Handelsplätze für langfristige Geschäfte. Bei diesen Geschäften fallen Abschluss und Erfüllung zeitlich auseinander. An Terminbörsen werden Derivate wie Optionen, Swaps oder Futures gehandelt.
Horizontale Tranchenbeschaffung: Der Jahresstrombedarf wird nicht einmalig, sondern in mehreren Tranchen beschafft. Die Beschaffungsvereinbarung für alle Tranchen wird vor der Erstlieferung getroffen. Es kommt ein Jahresdurchschnittspreis zur Anwendung.
Vertikale Tranchenbeschaffung: Der Jahresstrombedarf wird nicht einmalig, sondern in mehreren Tranchen beschafft. Die Beschaffung wird nur jeweils für die Folgetranche in Auftrag gegeben.
Unter Entflechtung (Unbundling) wird im Allgemeinen die Unabhängigkeit zwischen verschiedenen Geschäftsfeldern eines Unternehmens aufgrund gesetzlicher Vorgaben verstanden.
Unbundling ist Teil der wettbewerblichen Öffnung des Elektrizitätsmarktes. Deshalb ist die unternehmensinterne Trennung von Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Verkauf innerhalb vertikal integrierter Versorgungsunternehmen vorgeschrieben.