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Projektstatus
geschlossen
Projektbeginn
Juli 2022
Förderlaufzeit
9 Monate
Beteiligte Hochschulen
UZH
Praxispartner
Staatskanzlei Kanton Zürich, Campax
Förderbetrag DIZH
CHF 75'000
Das Projekt nutzt die Vorteile digitaler Plattformen und deren Prinzipien, um Koordination und Orchestrierung der relevanten Akteur:innen im Kanton Zürich im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise zu verbessern.
Diese Studie war ein erster Schritt zur Schaffung eines Rahmens für einen «Government as a Platform»-Ansatz. Es wurden über 50 Interviews mit den beteiligten Akteure:innen (einschliesslich Geflüchtete) geführt, aktuelle digitale Lösungen und soziale Medien analysiert, um die bestehenden Herausforderungen zu verstehen sowie Ideen und Prototypen für eine mögliche Lösung zu entwickeln.
Das multidisziplinäre Forschungsteam ist zu folgenden Ergebnissen gekommen.
- Auf Grundlage der Analyse der gesammelten Daten wurden drei Hauptursachen für die aufgetretenen Herausforderungen formuliert. Dabei handelt es sich um Zusammenarbeit (die Schwierigkeit, die Fähigkeiten heterogener Akteur:innen zusammenzubringen und dabei schnelle Reaktionszeiten und Flexibilität zu ermöglichen sowie Sicherheit, Legitimität und Fairness zu wahren), Prozesse (die vorhandenen Prozesse sind nicht durchgängig und nicht immer zwischen den Organisationen koordiniert) und schließlich Interoperabilität (die Schwierigkeit oder Unmöglichkeit, verschiedene Systeme und Anwendungen zu verbinden und sie miteinander kommunizieren zu lassen, vor allem aus organisatorischen und rechtlichen Gründen).
- Es wurde eine digitale Plattformarchitektur entwickelt, die zeigt, wie das Konzept «Government as a Platform» zur Bewältigung der Herausforderungen bei Krisen im Kanton Zürich eingesetzt werden könnte. Dies ist der Kern des vorgeschlagenen Orchestrierungsrahmens. Um zu zeigen, wie das Konzept umgesetzt werden kann, wurde ein Prototyp der Plattform in Form eines Marktplatzes für digitale öffentliche Dienstleistungen zur Krisenbewältigung geschaffen.
- Es wurde ein Tool für die automatisierte Social-Media-Analyse entwickelt, um die Bedürfnisse von Geflüchteten anhand von Telegram-Daten zu identifizieren und damit einen neuartigen Ansatz für datengesteuerte Governance in Migrationskrisen vorzuschlagen. Das Tool ermöglicht eine Themenmodellierung auf der Grundlage der Textanalyse durch natürliche Sprachverarbeitung (NLP). Telegram wurde als wichtigstes soziales Medium ausgewählt, da es sich in der beobachteten Krise als das am meisten genutzte Tool erwiesen hat.
- Ein Prototyp eines digitalen «Geflüchtetensausweises», der die Kernkomponente des vorgeschlagenen Orchestrierungsrahmens darstellt, wurde entwickelt und mit Geflüchteten und kantonalen Organisationen des öffentlichen Sektors evaluiert. Der Prototyp zeigt, wie ein solcher digitaler Ausweis für Geflüchtete (insbesondere auf der Grundlage einer souveränen Identität) dazu beitragen kann, die Verwaltungsprozesse in den öffentlichen Verwaltungen zu vereinfachen und Geflüchtete zu stärken.
Dieses im Rahmen des Rapid-Action-Calls «Umgang mit Notsituationen als Folgen des Kriegs gegen die Ukraine» geförderte Projekt, wird im Innovationsprogramm weiter gefördert. Das neue Projekt läuft von Juni 2023 bis Mai 2025 und zielt auf die Umsetzung des vorgeschlagenen Rahmens als Plattform für den Kanton Zürich ab. Die Liste der Praxispartner:innen für das Folgeprojekt hat sich deutlich erweitert. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Partner:innen wurden neue Kooperationen eingegangen:
- Forschungsteam, zu dem die UZH und neu die ZHAW gehören.
- Bei den Praxispartner:innen sind die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, die Ergon Informatik AG und das Rote Kreuz neu dabei. Auch die Staatskanzlei des Kantons Zürich (Digitale Verwaltung und E-Government) und Campax blieben als Projektpartner erhalten.
- Expert:innengremium mit Vertretungen der ZHAW, der TU München, der AOZ (Asylorganisation Zürich) und des privaten IT-Unternehmens i-Web gebildet.
Dr. Liudmila Zavolokina, Universität Zürich, Digital Society Initiative
Prof. Dr. Gerhard Schwabe, Universität Zürich, Institut für Informatik
Dr. Mario Angst, Universität Zürich, Digital Society Initiative
Dzmitry Katsiuba, Universität Zürich, Institut für Informatik
Inna Vashkite, PhD, Universität Zürich, Institut für Informatik
Michalina Preisner, Universität Zürich und Universität Bern
Ivan Volkov, Universität Zürich, Institut für Informatik
Zoya Katashinskaya, UZH Digital Society Initiative
Praxispartner:innen