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Volvo 850 - mit Gasturbine!
In den 90er Jahren experimentierte Volvo mit einer besonderen Form von Hybridantrieb - eine Gasturbine lieferte die Energie für den Elektromotor.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts liebäugeln die Automobilhersteller mit der Gasturbine als Antriebseinheit. Dber letztlich sind (bisher) alle Versuche, sie in einem Serienfahrzeug einzusetzen, gescheitert. Angesichts des zunehmenden Drucks der Gesetzgeber, Alternativen zu Benzin/Diesel zu finden, haben sich die meisten Hersteller für Elektro- oder Hybridantriebe (Kombination aus Elektromotor und Kolbenmotor) entschieden. In den 1990er Jahren experimentierte Volvo jedoch mit einem kombinierten Gasturbinen-/Elektro-Hybridantrieb. Zwei solcher Prototypen wurden gebaut, von denen der hier gezeigte der einzige in Privatbesitz ist.
Volvo verfügte über seine Tochtergesellschaft Volvo Flygmotor bereits über beträchtliche Erfahrung im Bau von Gasturbinen für die Luftfahrt, und seine erste experimentelle Gasturbine für Kraftfahrzeuge wurde 1978 in eine Volvo-264-Limousine - das erste Umweltkonzeptfahrzeug (Environmental Concept Car, ECC) des Unternehmens - eingebaut. Volvo gab den reinen Turbinenantrieb auf und entschied sich für ein serielles Hybridsystem: Der Elektromotor treibt die Räder an, während die Gasturbine einen Hochgeschwindigkeitsgenerator (HSG) antreibt, dessen Leistung an die Batterien und/oder den Motor geliefert wird. Dieses System kann rein elektrisch oder kombiniert betrieben werden, wobei der Generator als Anlasser für die Gasturbine fungiert. Ein weiteres Merkmal ist das regenerative Bremsen, wobei der Antriebsmotor beim Abbremsen als Generator fungiert, um Energie in die Batterien zurückzuspeisen. Die verwendeten Batterien sind vom Typ NiCd (Nickel-Cadmium, kennen Sie die noch?) und nicht die heute üblichen Lithium-Ionen-Batterien.
Mit seinen vertrauten Instrumenten und Bedienelementen soll der ECC-Hybrid von Volvo so einfach zu fahren sein wie ein herkömmliches Auto. Der Drehschalter für das Automatikgetriebe hat die bekannten Positionen P, R, N, D, L, aber es gibt kein automatisches Kriechen beim Volvo-Hybrid, der in den Positionen D" oder R" in Ruhe bleibt, bis das Gaspedal betätigt wird. Die Fahrmodi - 'Elektro', 'Hybrid' und 'Gasturbine' - sind selbsterklärend und werden über Drucktasten gewählt. Im «Elektro»-Modus steht das maximale Drehmoment aus dem Stand zur Verfügung, für maximale Beschleunigung muss jedoch entweder «Hybrid» oder «Gasturbine» gewählt werden.
Die Gasturbine ist zwar eine elegante Antriebseinheit, da sie einfach konstruiert und relativ leicht ist, doch ihr geringer Kraftstoffverbrauch im Teillastbereich hat sich als unüberwindbares Hindernis für ihren Einsatz in Personenkraftwagen erwiesen, selbst in Kombination mit einem Elektromotor.
Dieses einzigartige Exemplar der Pioniertechnologie wurde in Italien von jemandem erworben, der am Bau der Gasturbinen-/Elektro-Hybridfahrzeuge von Volvo beteiligt war und erst 4.000 Testkilometer auf dem Tacho hat. Es wird vermutet, dass der Wagen die meiste Zeit seines Lebens in Schweden verbracht hat. Das Fahrzeug wird von Bonhams in an der Rétromobile in Paris versteigert (vielleicht: 16. bis 20. März).