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Die britische Supermarkt-Kette Iceland hat in Zusammenarbeit mit Greenpeace einen Werbespot zum Schutz von Orang Utans gedreht. Dieser wurde jetzt jedoch verboten.
Die britische Supermarktkette Iceland hat einen Weihnachts-Werbespot gegen Palmöl veröffentlicht. Trotz seiner wichtigen Botschaft wurde der Clip nun verboten.
«Da ist ein Mensch in meinem Wald und ich weiss nicht, was ich tun soll»
Im Video sieht man einen Baby-Orang-Utan, der im Zimmer eines kleinen Mädchens wohnt. Er verwüstet das Zimmer, wirft Schokolade weg, klaut die Schuhe des Mädchens und verhält sich äusserst unhöflich. Deshalb schickt das Mädchen den kleinen Orang-Utan weg.
Doch bevor er geht möchte sie wissen, wieso der Orang-Utan überhaupt in ihrem Zimmer lebt. Daraufhin sieht man die traurigen Erinnerungen des kleinen Affen. Sein Wald wurde zerstört, um Palmölplantagen zu errichten. Der kleine Orang-Utan erzählt, wie seine Mutter durch die Menschen gestorben ist. Er hat Angst, dass die Menschen auch ihn holen werden: «Da ist ein Mensch in meinem Wald und ich weiss nicht, was ich tun soll.»
Clip verboten, weil er «zu politisch» ist
Das Video wurde unsprünglich von Greenpeace produziert und jetzt von Iceland als Weihnachts-Clip veröffentlicht. Um wirklich etwas zu bewirken verspricht Iceland, kein Palmöl mehr für ihre Produkte zu verwenden. Diese Message wollte die Lebensmittelkette mit dem Video verbreiten.
Doch jetzt wurde das Video verboten. Die Animation sei laut dem UK Code of Broadcast Advertising «zu politisch» und dürfe daher nicht im britischen Fernsehen gezeigt werden. Auf Youtube kann man es sich jedoch ansehen und auch auf der Homepage von Iceland, ist das Video zu finden. Trotz des Verbotes – oder vielleicht gerade deswegen – geht das Video jetzt viral.
Jeden Tag sterben 25 Orang-Utans
Vor zehn Jahren hat es Greenpeace geschafft, grosse Unternehmen, wie Nestlé, Mondelez und Unilever davon zu überzeugen, bis 2020 kein Palmöl mehr für ihre Produkte zu verwenden.
Für die Gewinnung von Palmöl werden nämlich Urwälder in rasanter Geschwindigkeit gerodet. Pro Minute verschwindet eine Fläche von beinahe drei Fussballfeldern! Somit vernichtet Palmöl unsere Zukunft und die vieler anderer Lebewesen. Wälder sind die Lungen unserer Erde. Wir brauchen sie für die Säuberung unserer Luft und die Beschaffung von Sauerstoff.
Ausserdem werden diese Wälder auch von Tieren bewohnt, die durch unseren Gebrauch von Palmöl ihr Zuhause verlieren. Orang-Utans zum Beispiel, die in diesen Bäumen leben. Seit 1999 haben wir bereits 150’000 Orang-Utans verloren und jeden Tag sterben über 25 weitere, weil wir ihr Zuhause abholzen.
Obwohl uns die Grossunternehmen ein Versprechen gegeben haben, hat sich noch nicht wirklich viel geändert. In Grossbritannien enthält noch immer über die Hälfte aller Lebensmittel, Duschutensilien, Cremes usw. Palmöl. Es verbleiben Nestlé und Co. also noch ungefähr 500 Tage, bis sämtliches Palmöl aus dem Sortiment genommen sein sollte.
Lisa hat nach der bestandenen Matur ein Praktikum bei Blick am Abend begonnen. Gerne lässt sie ihr Interesse für Musik, Kunst und Nachhaltigkeit in ihre Texte einfliessen.