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Bei uns müsst ihr keine Eier suchen! Denn pünktlich zum Osterfest liefern wir euch eine Reihe von passenden Redewendungen mit den dazugehörigen Ursprungsgeschichten. Viel Spass bei der Osterhasenjagd.
«Wissen, wie der Hase läuft»
Angeblich soll diese Aussage bereits in einer Quelle des 13. Jahrhunderts aufgetaucht sein. Es wird auf die hervorragende Technik der Langohren verwiesen, ihre Haken zu schlagen und so gegenüber des Gegners einen entscheidenden Vorteil zu geniessen. Erfahrene Jäger (sei es nun Mensch oder Tier) vermochten es, die rasanten Richtungswechsel von Meister Lampe bereits im vornherein zu antizipieren und hatten deshalb eine höhere Fangquote. Sie konnten die Hauptrichtung des Hasen ausfindig machen und orientierten sich daran. Aus diesem Grund sagt man heute noch, dass jemand, der genau über den Kern eines Problems oder alle wichtigen Details dazu Bescheid weiss, “weiss, wie der Hase läuft”.
«Das Ei des Kolumbus»
Gebraucht wird diese Redensart, wenn ein scheinbar unlösbares Problem mit einer verblüffend einfachen Lösung beseitigt werden kann.
Zurückzuführen ist der Ausdruck auf – wer hätt’s gedacht – den wohlbekannten italienischen Entdecker Christoph Kolumbus. Laut einer Erzählung von Girolamo Benzoni, Historiker und Autor des Werks ‘Historia del Mondo nuovo’, fand die Anekdote seinen Ursprung während eines Essens bei Kardinal Medoza im Jahre 1493. Christoph Kolumbus war soeben aus Amerika nach Spanien zurückgekehrt, wo seine Entdeckung von diversen Leuten gerne abgewertet wurde. Das hätte schliesslich auch jeder andere gekonnt, war die überwiegende Meinung auch am Tisch. Daraufhin forderte Kolumbus die Anwesenden auf, ein Ei auf seiner Spitze aufzustellen. Leichter gesagt, als getan. Das mussten sich auch die Tischnachbarn eingestehen und gaben nach mehrmaligen, gescheiterten Versuchen auf. Kolumbus wurde gebeten, es selbst zu versuchen, woraufhin der italienische Entdecker das Ei nahm, die Spitze leicht am Tisch aufschlug, und das Oval schliesslich auf der eingedrückten Stelle auf dem Tisch aufstellte. Als die Anwesenden protestieren, dass sie das auch gekonnt hätten, antwortete Kolumbus: „Der Unterschied ist, meine Herren, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“
«Einen Eiertanz aufführen» (“rumeiern”)
Wenn jemand einen Eiertanz aufführt, bedeutet das nichts Geringeres, als dass derjenige sich entweder sehr vorsichtig verhält oder überaus umständlich agiert. Zu verdanken haben wir diese metaphorische Redewendung dem deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Ebenjener beobachtete staunend eines Tages ein Mädchen, das dutzende Eier in einem bestimmten Muster auf einen Teppich legte und daraufhin mit verbundenen Augen zwischen ihnen umher tanzte, ohne dabei ein einziges Ei zu beschädigen. Voller Begeisterung kritzelte Goethe das soeben Erlebte in sein Notizheft. Die Geschichte fand daraufhin viel Anklang in der Bevölkerung und verbreitete sich zusammen mit der Redewendung “einen Eiertanz aufführen” rasend schnell unter den Leuten.
«Ein alter Hase sein»
Das hoppelnde Langohr (insbesondere das Kaninchen) hat sich in den letzten Jahrzehnten zum beliebten Haustier gemausert. Dem war aber nicht immer so. Früher waren Hasen eine willkommene Abwechslung auf dem Teller, weshalb die süssen Strampler auch stark gejagt wurden. Folglich war die Lebenserwartung dieses Tieres im Durchschnitt sehr gering. Betagten Hasen wurde dementsprechend auch eine extreme Schläue nachgesagt, weil sie dem Jäger so lange entkommen konnten. Ein alter Hase ist umgangssprachlich jemand, der mit allen Wassern gewaschen ist.