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Exemplarisch auch das Beispiel Bern: «2005 lagen wir bei den juristischen Personen auf Rang 7; heute sind wir auf dem 24. Rang», beklagt sich Adrian Haas (56),
Direktor des kantonalen Handelsund Industrievereins. Die angekündigte Senkung auf 16,37 Prozent hält Haas nicht für ausreichend, «um den Kanton Bern ins Mittelfeld der Schweizer Kantone zu führen
und keine Unternehmen im Steuerwettbewerb zu verlieren, geschweige denn, Neuzuzüger zu gewinnen».
Aargau, Baselland, Freiburg, Neuenburg, Solothurn oder Nidwalden – sie alle haben die Unternehmenssteuern in den letzten Jahren gesenkt und haben vor, es auch weiterhin zu tun. «Der Steuerwettbewerb unter den Kantonen wird nicht abnehmen», ist Peter Uebelhart (47) überzeugt. Der Steuerspezialist der Unternehmensberatung KPMG geht davon aus, dass die Sätze nicht unter zwölf Prozent fallen werden. Das sei etwa die Quote, die in Irland zur Anwendung kommt.
Wenn die Kantone ihre angekündigten Steuersenkungen vollziehen, dürfte Zürich mit rund 18 Prozent der teuerste sein. «Dann wird Zürich unter Druck kommen», schätzt
KPMG-Spezialist Uebelhart.
Als Beispiel dienen können Genf, Waadt und Zug. In diesen Kantonen fallen die internationalen Konzerne am stärksten ins Gewicht. Seit zehn Jahren ist Genf der teuerste. Mit einer Senkung um über zehn Prozentpunkte wird er unter den günstigsten Kantonen rangieren. Eine ähnlich starke Senkung ist in der Waadt geplant – eine Antwort auf den Steuerwettbewerb unter den Kantonen. Und eine Antwort auf den Trendsetter Irland.
Erschienen im SonntagsBlick am 12. Februar 2017