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Vom 24. bis am 26. Juni 2017 treffen sich die 27 Mitgliedsstaaten der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition, AEC) in Montreux. Ein wichtiger Schritt hin zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere. Die Fondation Franz Weber organisiert dieses Treffen im Auftrag der AEC.
Bis 2025 könnten alle Elefanten aus Afrika verschwunden sein. Mitverantwortlich für diese Tragödie ist der Elfenbeinhandel. Die Population der schwer bedrohten grauen Riesen, die in ganz Afrika aktuell nur noch ungefähr 470‘000 Individuen beträgt, nimmt unter dem Druck der Jäger laufend ab. Sie müssen deswegen dringend unter absoluten Schutz gestellt werden. Das bedeutet ein kompromissloses, weltweites Verbot des Elfenbeinhandels. Genau dies haben sich die 27 Mitgliedsstaaten der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition, AEC) die sich vom 24. bis am 26. Juni 2016 in Montreux versammeln, zum Ziel gesetzt. Sie werden ihre Position im Hinblick auf die Konferenz der Vertragsparteien des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES CoP17) vom 24. September bis am 5. Oktober in Johannesburg, Südafrika, festigen. Die Koalition hat fünf Anträge an die CITES CoP17 eingereicht, mit denen der Elfenbeinhandel ein für alle Mal unterbunden werden soll.
Die Hauptforderung beantragt die Wiederaufnahme aller afrikanischen Elefanten in den Anhang I von CITES. Damit würden sie den höchsten internationalen Schutz geniessen und ihr Aussterben würde gestoppt. Dieser Eintrag würde es gestatten, den Elfenbeinhandel zu verbieten, die Anwendung der Gesetze zu vereinfachen und eine klare Botschaft auszusenden: Elfenbein hat nur auf dem lebenden Elefanten Wert. Denn leider mussten hier Rückschritte verzeichnet werden. 1989 wurden sämtliche Populationen des Afrikanischen Elefanten in den Anhang I von CITES aufgenommen. Resultat: Die Elefantenbestände erholten sich massiv. 1997 und 2000 jedoch wurden die Populationen von Botsuana, Namibia, Südafrika und Simbabwe in den Anhang II zurückgestuft, um den Verkauf von Elfenbeinlagerbeständen an Japan (1999) sowie China und Japan (2008) zu ermöglichen. Vorgeschütztes Ziel war es, die Wilderei durch die Zerstörung des Marktpreises zu schwächen. Doch das Gegenteil trat ein: die Nachfrage nach dem gesuchten Elfenbein erhöhte sich wieder, führte zu einem starken Wachstum des illegalen Handels und somit zu erneuten Massakern an Elefanten.
Um ihre Wirksamkeit zu erhöhen, werden die Forderungen der AEC von vier weiteren Anträgen begleitet: Erstens die Schliessung der Binnenmärkte für unbearbeitetes und bearbeitetes Elfenbein. Dieser Handel fördert die Nachfrage nach Elfenbein und ermöglicht es, Elfenbein aus Wilderei zu „waschen“, oft unter dem Vorwand, es handle sich um Antiquitäten aus legalen Quellen. Mehrere Länder, darunter China und die Vereinigten Staaten, haben bereits die Schliessung ihrer Binnenmärkte angekündigt. Der Antrag der AEC dehnt diese Massnahem auf die ganze Welt aus.
Zweiter Antrag ist die Zerstörung von vorhandenen Elfenbeinlagerbeständen. Viele CITES-Vertragsstaaten haben bereits öffentlich ihre Bestände vernichtet. Lange wurde angenommen, dass die Verknappung des Elfenbeins zu höheren Preisen führt. Beobachtungen vor Ort, z.B. in Kenia haben jedoch ein gegenteiliges Bild ergeben: so fiel der Preis 1989 nach der Zerstörung von 12 Tonnen Elfenbein von 300$ pro Kilo auf 5$.
Dritter Antrag ist die Beendigung des Entscheidungsmechanismus für den legalen Elfenbeinhandel. Die CITES prüft seit neun Jahren ein System für einen legalen Elfenbeinhandel. Damit würde die Wilderei und die „Wäscherei“ von illegalem Elfenbein wieder angeheizt, da unmöglich sämtliche Produkte und Geschäfte kontrolliert werden können.
Vierter und letzter Antrag ist ein Exportverbot von afrikanischen Elefanten ausserhalb ihres Verbreitungsgebiets, auch an ausländische Zoos. Denn die Entfernung von afrikanischen Elefanten aus ihrem natürlichen Lebensraum zur Gefangenhaltung trägt in keiner Weise zu ihrem Schutz bei. Im Gegenteil: die Wildpopulationen werden gestört und die in Gefangenschaft gehaltenen Elefanten werden oft krank und sterben schnell.
AFRICAN ELEPHANT COALITION
Die Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition, AEC) wurde 2008 in Bamako, Mali, gegründet. Sie vereint 27 Mitgliedsstaaten aus Afrika mit einem gemeinsamen Ziel: „eine überlebensfähige und gesunde Elefantenpopulation, die vor den Gefahren des internationalen Elfenbeinhandels geschützt ist.“ Mitgliedsstaaten sind: Benin, Burkina Faso, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Komoren, Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Äquatorialguinea, Eritrea, Äthiopien, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Uganda, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Südsudan, Tschad, Togo.
FONDATION FRANZ WEBER
Die Fondation Franz Weber kämpft seit 40 Jahren für das Überleben des Afrikanischen Elefanten und die Abschaffung des Elfenbeinhandels. Sie ist Beobachterin an der CITES seit 1989 und Partnerin der Koalition für den Afrikanischen Elefanten seit deren Gründung 2008. Die FFW hat während 25 Jahren den Nationalpark Fazao-Malfakassa in Togo geführt. Sie unterstützt unter anderem Projekte zum Schutz von Wildtieren und insbesondere Elefanten in Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo. Sie beteiligt sich an einem Projekt zu Aufwertung der lebenden Elefanten und untersucht gegenwärtig die Mittel zum Kampf gegen die Wilderei in den afrikanischen Schutzgebieten, um deren Schutz zu verbessern.