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Ausreichend trinken für eine gesunde Blase
Prävention Wieviel Trinkflüssigkeit wird empfohlen?
Die Urinmenge sollte in 24 Stunden 2 bis 3 Liter ergeben.
«Zwei bis drei Blasenentzündungen pro Jahr sind bei Frauen völlig normal, aber natürlich sehr unangenehm», sagt Marlies von Siebenthal.«In der Scheide der Frau gibt es immer Bakterien, schon vom nahen Darm her, und sie steigen schnell auf, weil die Harnröhre nur 3–5 cm lang ist. So können sie sich in der Blase einnisten.»
Die Symptome: Brennen, Schmerzen beim Wasserlösen, häufige Blasenentleerung, krampfartiges Zusammenziehen der Blase. Häufige Blasenentzündungen drohen chronisch zu werden. Dann ergibt die Urinprobe oft keinen Bakteriennachweis mehr. Erst bei der Spiegelung zeigen sich in der Blasenwand rote Flecken und Bläschen, fast wie bei Masern.
Tannine wirken gut
Es gibt vorbeugende Massnahmen, und die wichtigste lautet: Trinken! Leider gibt es noch Schulen, in denen nicht getrunken werden darf. Aber viele Firmen gestatten ihren Angestellten, auch bei der Arbeit mit Publikum, etwa an der Kasse im Supermarkt, zu trinken. «Sonst entsteht ein Teufelskreis», sagt die Spezialistin, «Reizblasen oder Drangblasen mit spontaner Entleerung noch vor Erreichen der Toilette etwa, und dann trinken Patientinnen aus Angst noch weniger.» Wer nicht genug trinkt, riskiert zudem Verstopfungen, Kopfschmerzen, hohen Blutdruck, Übergewicht.
Empfohlen wird vor allem Wasser ohne Kohlensäure und Leitungswasser. Kaffee, Schwarztee und Früchtetees reizen die Blase eher. Angesagt ist Preiselbeersaft, weil er Tannine enthält, wie ein schwerer Rotwein, und deshalb tut dieser der Blase besser als Weiss- oder Schaumwein. Die pflanzlichen Wirkstoffe können verhindern, dass die Bakterien an der rauen Blasenwand haften bleiben. Ein Reizgetränk führt zur schnelleren Blasenentleerung, und die Blase wird kleiner. Sie ist ein Muskel, der trainiert werden muss. Eine Kapazität von 5 dl sei normal, aber ältere Frauen müssen mit 3 dl zufrieden sein. Wichtig sei, sagt Marlies von Siebenthal, mit der Entleerung zuzuwarten, bis die Blase wirklich voll sei, sonst gewöhne sie sich an kleinere Mengen und schrumpfe.
Nachts lieber durchschlafen
Funktioniert der Blasenverschluss nicht mehr tadellos, sodass eine Frau beim Husten, Lachen, Niesen, Lastenheben Urin verliert, spricht man von einer Belastungs-Inkontinenz. Viele Frauen scheuen sich dann davor, genug zu trinken und gehen bei jeder Gelegenheit auf die Toilette, doch beides ist die falsche Reaktion. Eine kleinere Blase führt dann häufig auch dazu, dass die Toilette nachts vermehrt aufgesucht werden muss. Ab ca. 60 Jahren ist es jedoch sicher normal, nachts einmal aufzustehen.
Der eigene Einsatz ist wichtig
Viele überlieferte Vorsichtsmassnahmen gehören heute ins Reich der Mythen. Kalte Füsse, auf kalten Steinen sitzen, kein Unterhemd tragen verursachen keine Blasenentzündungen, ausser der Auslöser sei bereits vorhanden. Einzig bei den modischen Strings äussert die Spezialistin Vorbehalte, weil sie den Genitalbereich austrocknen und vermehrt Bakterien aus dem Darm in die Scheide bringen können.
Eine gesunde Blase und – ganz wichtig – eine gesunde Scheidenhaut erfordern den Einsatz der Patientin, sagt Marlies von Siebenthal. Viel trinken, richtige Intimpflege und in der Menopause oder bei gewissen Verhütungsmethoden ein vaginaler Hormonersatz helfen nachhaltig.