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Dysurie
(griech.), erschwertes oder mit Schmerzen verbundenes Harnen, s. Harnzwang. ¶
Im Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910
Dysurie
(grch.), Harnstrenge, Harnzwang (Stranguria), der häufige und schmerzhafte Drang zum Urinieren, wobei die Ausleerung
des Harns nur unter krampfhaftem Pressen und Schneiden in der Blasengegend, nur sparsam und tropfenweise vor sich geht und
häufig auch mit brennenden Empfindungen in der Harnröhre verbunden ist.
Dysurie wird als ein sehr häufiges und
lästiges Symptom beim Blasenkatarrh und andern Blasenkrankheiten (s. Harnblase) beobachtet, kommt aber auch vorübergehend (als
sog. Kalte Pisse) infolge scharfer und reizender Beschaffenheit des Harns nach dem Genuß von jungem Bier, Most, jungem Wein
sowie nach dem Mißbrauch scharfer harntreibender Mittel vor.
Eine weitere häufige Ursache der
Dysurie sind Erkrankungen der Harnröhre, insbesondere angeborene oder erworbene
Verengerungen der Vorhaut (s. Phimose), entzündliche Schwellungen und die nach diesen häufig zurückbleibenden narbigen Verengerungen
oder sog. Strikturen (s. d.) der Harnröhre; auch rufen bei Männern, zumal in vorgerückten Jahren, die Vergrößerungen und
entzündlichen Anschuppungen der Vorsteherdrüse (s. Prostata) nicht selten
Dysurie hervor.
Die Behandlung ist natürlich je nach der Grundursache sehr verschieden; sie besteht im allgemeinen in
reizloser Diät, dem reichlichen Genuß von schleimigen Getränken und warmen Umschlägen auf die Blasengegend. Bei allen
auf mechan. Hindernissen beruhenden Formen der
Dysurie kann nur von sachgemäßer mechan.
Behandlung, von der Erweiterung der verengten Harnröhre durch Katheter
[* 3] oder Messer,
[* 4] von der Zertrümmerung
und Entfernung des Blasensteins und ähnlichen chirurg. Eingriffen dauernde Abhilfe erwartet werden.