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Bronchospasmolytikum für Pferde, Rinder und Kälber
ATCvet-Code: QR03CC13
ZusammensetzungWirkstoff: Clenbuteroli hydrochloridum
1 g Granulat enthält: Clenbuteroli hydrochloridum 16 μg
Excip. ad granulatum.
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenClenbuterolhydrochlorid, ein β2-Sympathomimetikum, wird therapeutisch als ein spezifischer Bronchodilatator zur Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden, Rindern und Kälbern eingesetzt. Seine pharmakologische Wirkung beruht auf der Bindung an β2-Adrenozeptoren der Zellmembran.
Die Aktivierung der β2-Rezeptoren der glatten Bronchialmuskulatur führt zu einer Entspannung dieser Muskelzellen und damit über eine Erweiterung der Bronchien zur einer Verringerung des Luftwiderstandes. Damit wird die Atmung erleichtert. In vitro Versuche zeigen, dass die Stimulation der β2‑Rezeptoren der Zellmembran intrazellulär eine Aktivierung des Enzyms Adenylatzyklase vermittelt, das den Abbau von ATP zu zyklischem AMP katalysiert. Es konnte gezeigt werden, dass Clenbuterolhydrochlorid in Mastzellen die antigeninduzierte Histamin-Freisetzung hemmt und die mukozilliäre Clearance stimuliert.
Pharmakokinetik
PferdNach oraler Verabreichung ist Clenbuterolhydrochlorid vollständig bioverfügbar. Maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) werden im Durchschnitt innerhalb von zwei bis drei Stunden nach Aufnahme erreicht. Nach der ersten Dosis des empfohlenen Dosierungsschemas liegt Cmax in einem Bereich von 0,4 - 0,9 ng/ml. Ein ausgeglichener Plasmaspiegel mit Cmax-Werten zwischen 0,5 und 1,6 ng/ml wird nach 3 - 5 Behandlungstagen erreicht.
Nach intravenöser Verabreichung wird Clenbuterolhydrochlorid schnell in alle Gewebe verteilt.
Die Metabolisierung erfolgt in erster Linie in der Leber. Die Muttersubstanz Clenbuterol ist der Hauptmetabolit und bis zu 45% desjenigen Teiles, der über die Nieren ausgeschieden wird, besteht aus nicht abgebautem Clenbuterol. Die Ausscheidung von Clenbuterol aus dem Plasma findet in mehreren Phasen statt, mit einer durchschnittlichen Eliminationshalbwertszeit von 9 - 25 Stunden. Der grösste Teil der verabreichten Dosis wird über die Nieren ausgeschieden (70 - 91%), der Rest über den Darm (6 - 15%).
Rind / KalbClenbuterolhydrochlorid wird nach oraler Verabreichung vollständig absorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) werden innerhalb von 7 ‑ 12 Stunden nach Applikation erreicht. Nach parenteraler Verabreichung wird Clenbuterolhydrochlorid schnell aufgenommen. Maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) werden innerhalb von 0,25 ‑ 3 Stunden nach Applikation erreicht. Nach einmaliger Dosierung liegt Cmax im Bereich von 0,1 ‑ 0,5 ng/ml.
Dieser Wert steigt bei Mehrfachverabreichung kontinuierlich an und erreicht nach der 12. Dosierung am 6. Tag die maximale Konzentration von 1,2 ‑ 2,0 ng/ml. Clenbuterolhydrochlorid wird schnell im Gewebe verteilt und hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Die Muttersubstanz Clenbuterol ist der Hauptmetabolit und bis zu 53% desjenigen Teiles, der über die Nieren ausgeschieden wird, besteht aus nicht abgebautem Clenbuterol. Die Ausscheidung von Clenbuterol aus dem Plasma findet in mehreren Phasen statt, mit einer durchschnittlichen Eliminations-Halbwertszeit von 70 bis 90 Stunden im Kalb. Der grösste Teil der verabreichten Dosis wird über die Nieren ausgeschieden (60 - 85%), der Rest über den Darm (6 - 30%). Nur ein kleiner Anteil wird über die Milch ausgeschieden (1 - 3%).
Indikationen
PferdAtemwegserkrankungen, denen Bronchospasmen zugrunde liegen können, oder die durch Bronchospasmolytika zu beeinflussen sind, wie: Husten und Atemnot (Dyspnoe), subakute und chronische Bronchitis und Bronchiolitis, chronic obstructive pulmonary disease (COPD).
Bei akuten Fällen von Bronchitis und Bronchopneumonie in Verbindung mit Antibiotika und/oder Sulfonamiden sowie möglicherweise Sekretolytika.
Rind/KalbAtemwegserkrankungen denen Bronchospasmen zugrunde liegen, oder die durch Bronchospasmolytika zu beeinflussen sind. Unterstützende Behandlung bei akuten und subakuten Bronchopneumonien und Bronchitiden mit bronchokonstriktorischer Symptomatik. Expiratorische Dyspnoe als Folge allergisch bedingter Bronchospasmen.
PferdVentipulmin® ist zweimal täglich, am besten morgens und abends, zu verabreichen. Die Dosis pro Verabreichung beträgt 0,8 µg Wirkstoff pro kg Körpergewicht. Der beiliegende Messlöffel fasst 10 g Granulat oder 160 µg Wirkstoff, das entspricht einer Dosis für 200 kg Körpergewicht.
Ein Pferd mit einem Körpergewicht von ca. 500 kg benötigt somit pro Verabreichung 2 1⁄2 Messlöffel entsprechend 25 g Granulat.
Das Granulat wird am besten mit dem Trockenfutter verabreicht.
Die Behandlungsdauer sollte dem Krankheitsverlauf angepasst werden.
Bei Pferden mit akuten und subakuten Erkrankungen ist meist eine 10 - 14 tägige Behandlung ausreichend. In Fällen chronischer Leiden wird eine mindestens 4-wöchige Behandlung nötig sein, bis völlige Symptomfreiheit erreicht ist. Überempfindliche Pferde, bei denen allergische Ursachen oder erhöhte Reizbarkeit des Tracheo-Bronchialtraktes vermutet werden, bedürfen einer Behandlung vielfach nur in Phasen stärkerer Exposition, die sich in der entsprechenden Symptomatik dokumentiert.
Sollten sich die Krankheitssymptome nach 10‑tägiger Ventipulmin®-Behandlung deutlich bessern, kann die Tagesdosis auf die Hälfte reduziert werden.
Rind/KalbDie Dosis pro Verabreichung beträgt 0,8 µg Wirkstoff pro kg Körpergewicht. Ventipulmin® ist zweimal täglich, am besten morgens und abends, zu verabreichen.
Der beiliegende Messlöffel fasst 10 g Granulat (160 µg Wirkstoff). Das entspricht einer Dosis von 200 kg Körpergewicht. Ein Rind mit einem Körpergewicht von 500 kg benötigt somit pro Einzeldosis 2 1⁄2 Messlöffel.
Die Behandlungsdauer sollte dem Krankheitsverlauf angepasst werden, allerdings 5 Tage nicht unter- und 10 Tage nicht überschreiten.
Die Verabreichung erfolgt bei Rindern mit einer kleinen Menge angefeuchtetem Kraftfutter oder durch Eingeben mit Flüssigkeit, bei Kälbern mit der Tränke. Ventipulmin® Granulat ist erst kurz vor der Verabreichung zuzumischen.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenBei tragenden Stuten oder Rindern bzw. Kühen sollte die Behandlung mit Ventipulmin® 1 - 2 Tage vor dem errechneten Geburtstermin abgesetzt werden, da der Wirkstoff Clenbuterol wegen seiner wehenhemmenden Eigenschaft den Geburtsablauf beeinflussen könnte.
Bei laktierenden Stuten sollte ebenfalls von einer Ventipulmin®-Verabreichung abgesehen werden, da ein möglicher Einfluss des mit der Milch in erheblichem Umfang augeschiedenen Wirkstoffes auf das säugende Fohlen bis dahin nicht hinlänglich abgeklärt ist.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Nach Verabreichung von Ventipulmin® kann es zu einer Senkung des Blutdruckes und zu Schwankungen der Herzfrequenz kommen. Aufgrund einer Anregung von β2-Rezeptoren der quergestreiften Muskulatur und der Schweissdrüsen können in seltenen Fällen nach der Applikation Muskeltremor und Schweissausbrüche beobachtet werden.
Pferd:Essbares Gewebe: 28 Tage
Rind/Kalb:Essbares Gewebe: 28 Tage
Nicht bei Tieren anwenden, die der Milchgewinnung dienen.
WechselwirkungenDurch Kombination von Sympathikomimetika mit Glukocorticoiden oder Phosphodiesterasehemmern (z.B. Xanthine) kann es zu einer Wirkungsverstärkung, aber auch zu vermehrten Nebenwirkungen, wie z.B. Müdigkeit, Konditionsschwäche, akute Kreislaufschwäche, kommen.
Ventipulmin® sollte nicht mit anderen Sympathikomimetika bzw. gefässerweiternden Mitteln oder Corticosteroiden verabreicht werden.
Es besteht die Möglichkeit der Wirkungsabschwächung uteruswirksamer Substanzen wie Oxytocin, Ergot-Alkaloide oder Prostaglandine (z.B. PGF2), wenn diese zusammen mit Ventipulmin® gegeben werden.
Bei Anwendung von Lokalanästhetika, insbesondere aber bei einer allgemeinen Narkose unter Verwendung von Atropin, kann eine additive gefässerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung nicht ausgeschlossen werden.
Bei gleichzeitiger Gabe von Sympathikomimetika und Kohlenwasserstoffen, wie z.B. Cyclopropan oder Halothan, kann es zu schweren Herzrhythmusstörungen kommen.
Sonstige HinweiseWährend der Verabreichung nicht essen, trinken oder rauchen. Nach dem Gebrauch bitte Hautpartien, die mit dem Produkt in Berührung gekommen sind, sofort mit Seife und klarem Wasser reinigen.
HaltbarkeitDas Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit "Exp." bezeichneten Datum angewendet werden.
Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25°C).
PackungenDose zu 500 g
Zusätzlich ist jeder Packung ein Messlöffel aus Polystyrol beigelegt.
Informationsstand: 08/2006
Dieser Text ist behördlich genehmigt.