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Nach Angaben von Faisal Durrani, Leiter Research beim Immobilienberater Cluttons, entfallen auf ausländische Käufer etwa die Hälfte aller Immobilien-Transaktionen in der Londoner Innenstadt. Aktien von Berkeley Group Holdings, die Hausbaugesellschaft mit dem grössten Engagement in der britischen Hauptstadt, haben zuletzt deutlich nachgegeben.
Britische Immobilienentwickler leiden aufgrund der holprigen Trennung des Landes von Europa bereits unter einer schleppenden Nachfrage, hinzu kommen ein sich abkühlender Immobilienmarkt und die Aussicht auf höhere Zinssätze. Der Bestand unverkaufter im Bau befindlicher Eigenheime in der Hauptstadt ist auf einem Rekordhoch. Die Kurse von Eigenheimbauern wie Crest Nicholson Holdings und Berkeley sind dieses Jahr zusammengebrochen.
"Weitere Steuern auf internationale Käufer senden eine widersprüchliche Botschaft darüber aus, dass Grossbritannien nach dem Brexit für die Welt ’offen’ sei", sagte Durrani. "Wir werden unsere Prognosen für den Wohnimmobilienmarkt erneut prüfen müssen, um weitere Abwärtsrevisionen vornehmen zu können, falls die Steuer bestätigt wird."
Belastung für Immoblienmarkt
Die Regierung enthüllte ihre Pläne zu Beginn der Konferenz der Conservative Party vergangene Woche, und wird Beratungen ansetzen, um die Grunderwerbssteuer für Einzelpersonen und Unternehmen zu erhöhen, die im Vereinigten Königreich keine Steuern zahlen. Die Minister ziehen eine Rate von 1 bis 3 Prozent in Betracht, berichtete die Zeitung Sunday Telegraph.
"Wir werden die Zahl beraten, so um 1 Prozent, wir werden uns beraten, um zu sehen, ob das die richtige Zahl ist", sagte Brandon Lewis, Vorsitzender der Conservative Party, gegenüber Sky News.
Dieser Schritt dürfte den Immobilienmarkt des Landes zusätzlich belasten. Mark Carney führte vor hochrangigen Regierungsvertretern letzten Monat aus, dass ein No-Deal Brexit die Immobilienpreise um mehr als 35 Prozent einbrechen lassen könnte. Das sagten mit dem Vorgang vertraute Personen.
Verlangsamtes Wachstum
Das bevorstehende Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus dem grössten Handelsblock der Welt belastet bereits die Immobilienwerte in London, wo die Hauspreise im Juli ihren stärksten Rückgang seit fast einem Jahrzehnt hinnehmen mussten. Das durchschnittliche Wohneigentum in der Hauptstadt kostete 485.000 Pfund (552.000 Euro), so die staatliche Statistikbehörde. Auf nationaler Ebene verlangsamte sich das Wachstum seit August 2013 auf das schwächste Wachstumstempo.
"Davon sind nur die Berkeley Group und Telford Homes betroffen, ausländische Investoren beispielsweise repräsentieren 50 Prozent der Kunden von Berkeley", sagte Sam Cullen, Analyst bei Berenberg in London. "Der Vorschlag untermauert die Zusage der Regierung, den Eigenheimbesitz zu erhöhen, was uns glauben lässt, dass die Kaufhilfe ausgeweitet wird und sich für den Sektor insgesamt positiv auswirkt."
Titel von Berkeley Group büssten am Montag in der Spitze 1,4 Prozent ein und haben seit Jahresbeginn knapp 16% an Wert verloren. Der Kurs von Crest Nicholson tendierte zuletzt seitwärts, ist jedoch seit Anfang Januar bereits um knapp 37 Prozent abgesackt.
(Bloomberg)