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Rauchverbot reduziert Asthmaerkrankungen
Die Befürchtung, dass die schottische Bevölkerung nach dem Rauchverbot an Arbeitsstätten und öffentlichen Orten vermehrt zuhause raucht und die Gesundheit ihrer Kinder schädigt, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Nach einer Studie im New England Journal of Medicine ist die Zahl der Asthmaerkrankungen bei Kindern sogar rückläufig.
In Schottland raucht jeder vierte Erwachsene und viele Kinder sind zuhause dem Passivrauchen ausgesetzt, in dem viele Wissenschaftler einen Grund für die steigende Zahl von Asthmaerkrankungen unter Kindern sehen. Tatsächlich stieg in Schottland, wie auch in anderen Ländern in den letzten Jahren die Zahl der asthmakranken Kinder.
Vor Inkrafttreten des staatlichen Rauchverbots im März 2006 verzeichneten schottische Krankenhäuser einen Anstieg der Spitalaufenthalte von Kindern unter 15 Jahren um 5,2 Prozent pro Jahr. Pessimisten befürchteten einen weiteren Anstieg, da viele Erwachsene aufgrund des Rauchverbots am Arbeitsplatz und in öffentlichen Gebäuden vermehrt zuhause rauchen würden.
Eine frühere Studie an Siebtklässlern hatte jedoch gezeigt, dass die Cotinin-Konzentrationen im Urin – Massstab für die Passivrauchbelastung – um mehr als ein Drittel gesunken war (BMJ 2007; 335: 545-9). Eine neue Analyse der Gruppe um Jill Pell von der Universität Glasgow kommt jetzt zu dem positiven Ergebnis, dass auch die Zahl der Spitaleinweisungen wegen Asthmaerkrankungen bei den Kindern zurückgeht.
Pell ermittelte eine Reduktion um jährlich 18,2 Prozent. Die Entwicklung war in allen Teilen des Landes, sowohl in städtischen als auch in ländlichen Regionen nachweisbar, und sie war in den ärmeren Bevölkerungsschichten tendenziell am stärksten. Für Pell steht damit fest, dass sich das Rauchverbot über die Arbeitsstätten hinaus positiv auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung ausgewirkt hat.
Quelle: D. Mackay et al.: N Engl J Med 2010; 363:1139-1145
Stand: 9/10, BH