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«Bis heute ging es meinem Vogel sehr gut» - das ist der häufigste Satz, den Tierärzte bei der Vorstellung von Vogelpatienten hören. Tatsächlich sind Vögel Meister im Verstecken von Krankheitssymptomen. Vögel, die sich nämlich in der freien Wildbahn nicht artentypisch verhalten, werden sofort erkannt, gejagt und getötet. Auch wenn Vögel krank sind, fressen und trinken sie oft noch weiter.
Wie können Sie selbst eine Notfallsituation vermeiden? Beobachten Sie Ihre Vögel täglich. Wiederholt auftretende, kleine Verhaltensänderungen
können Anzeichen einer beginnenden Erkrankung sein. Konsultieren Sie Ihren Tierarzt frühzeitig; so verhindern Sie Notfallsituationen nachts oder am Wochenende.
Wann zum Tierarzt? Klare Zeichen für einen Tierarztbesuch sind: Bewusstlosigkeit, unstillbare Blutungen, Achsabweichungen von Flügeln / Beinen (Vermutung Knochenbruch), Schwäche und Lustlosigkeit, häufiges Aufplustern, keine Aufnahme von Futter und Wasser.
Erste Hilfe bei Verletzungen, Blutungen, Verbrennungen oder Knochenbrüchen: Wickeln Sie Ihren Vogel vorsichtig in ein weiches Handtuch und legen Sie ihn in eine dunkle Kiste (Karton, bei Papageien Plastikbox). Halten Sie ihn warm und organisieren Sie einen Besuch bei Ihrem Tierarzt. Bei Blutungen aus einer gebrochenen Feder, einer abgerissenen Kralle oder der Schnabelspitze legen Sie am besten kalte Kompressen auf die blutende Stelle. Blutende Krallen bitte nicht selber abbinden und nach der Blutstillung mit kalten Kompressen in Mehl tupfen. Verhindern Sie während des ganzen Vorgehens, dass sich der Vogel bewegt und flattert.
Akute Atemnot: Plötzliche Schnabelatmung und Schwanzwippen weisen in der Regel auf eine Blockade der Atemwege hin. Die Ursache dafür sind häufig Pilzgranulome in den oberen Atemwegen. Bleiben Sie ruhig, zusätzlicher Stress könnte die Atemwege noch enger machen. Setzen Sie Ihren Vogel in einen kleinen Käfig ins Badezimmer und lassen das Duschwasser heiss laufen. Durch die warmen und feuchten Dämpfe löst sich die Atemwegsverengung binnen Stunden. Nehmen Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Tierarzt auf.
Vergiftungen: Viele der üblichen Materialien des Haushalts sind giftig für Vögel. So können beispielsweise Dämpfe aus teflonbeschichteten Pfannen bei Papageien zum Tode führen. Ein anderes Beispiel ist das Verfüttern von Avocados bei Papageien. Informieren Sie sich darum über eine vogelfreundliche Umgebung vor deren Anschaffung oder Freiflug.
Legenot: Denken Sie im Besonderen an Legenot bei Pressbewegungen auf die Kloake, Blutungen aus der Kloake, breitbeinigem Sitzen, Abstellen des Schwanzes und bei verstärkter Atmung (Schwanzwippen). Diese Tiere sind oft auch aufgeplustert und matt. Versuchen Sie auf keinen Fall diese Eier selber zu entwickeln, die Tiere sind hochgradig schockgefährdet und sollten sofort dem Tierarzt zur Intensivpflege vorgestellt werden.
Junger Wildvogel am Boden gefunden? Wenn ein Jungvogel am Boden ist, bedeutet dies nicht, dass er von den Eltern verlassen ist! Es handelt sich in der Regel um sogenannte Aestlinge (gefiederter Jungvogel, der fliegen lernt). Sie werden in der Regel vom Altvogel am Boden weiter gefüttert und betreut. Lassen Sie den Vogel dort oder setzen Sie den Vogel am Fundort in eine Astgabel eines nahen Gebüsches.
Unbefiederte Jungvögel (Nestlinge) fallen manchmal von Nest runter. Diese setzen Sie am besten zurück ins Nest. Der Geruch von unseren Händen stört die Elternvögel nicht. Er wird danach weiter gefüttert. Wenn dies nicht möglich ist, kann eine Vogelstation in Ihrer Nähe weiterhelfen.
Nagetiere und Kaninchen sind klein, niedlich und oft günstig in der Anschaffung. Man bedenke aber, dass sie bei falscher Haltung und Fütterung rasch krank werden. Jeder zukünftige Halter sollte sich darum vor dem Kauf gut informieren, ob er diesen Aufwand bewältigen kann.
Atemnot: Atemnot tritt bei Erkrankungen der Atemwege, wie z.B. dem ansteckenden Kaninchenschnupfenkomplex, auf. Aber auch bei
Blähungen, Herzerkrankungen oder Hitzschlag kommt Atemnot vor. Bemühen Sie sich möglichst rasch um einen Tierarztbesuch. Wichtig dabei ist, dass Sie beim Kaninchen die Nase immer von
Verklebungen/Krusten frei halten. Diese Tiere sind obligatorische Nasenatmer und können nicht durchs Maul atmen.
Appetitlosigkeit: Kaninchen und Nager sollten den ganzen Tag fressen können, und zwar vor allem Heu. Eine Reduktion der Futteraufnahme oder sogar Verweigerung ist ein Alarmzeichen. Wenn sonst keine weiteren Symptome auftreten, sollten diese Tiere innert Tagesfrist vorgestellt werden.
Geblähter Bauch: Das ist ein akuter Notfall. Dabei ist der Bauch des Tieres oft straff gespannt und man kann die Bauchdecke nicht mit den Händen zusammendrücken. Der gesamte Bauch kann aufgebläht sein (Trommelsucht), oder er kann sich nur bis hinter den Rippenbogen vorwölben (meist Magenüberladung). Diese Tiere können am Morgen noch normal fressen und sitzen dann plötzlich ruhig in einer Ecke. Der Besuch beim Tierarzt sollte hier möglichst rasch organisiert werden.
Roter Urin: Rotgefärbter Urin muss nicht immer krankhaft sein. Wenn die Nager Löwenzahn, Petersilie oder Fertigfuttermischung mit Farbstoff essen, kann sich der Harn rot verfärben. Solange das Tier Harn absetzen kann, ist dies kein Notfall. Diese Nager sollten aber, wenn der Bauch immer nass ist, nächstens dem Tierarzt vorgestellt werden.
Geburtsstörungen: Als Symptome häufig zu beobachten sind Pressen, Blut aus der Scheide und leichte bis mittelgradige Apathie. Geburtsstörungen treten bei Meerschweinchen und Kaninchen häufig auf, wenn sie erst im Alter von 10 bis 12 Monaten gedeckt werden. Die Schambeinfuge verknöchert bei Meerschweinchen mit 9 Monaten und bei Kaninchen mit 10 bis 11 Monaten. Dann kann sich der Geburtskanal nicht mehr genug öffnen und der Nachwuchs bleibt stecken. Umgehende Hilfe ist angezeigt.
Knochenbrüche / Hinken: Sind bei Kaninchen und anderen Nagetieren recht häufig, wenn sie den Besitzern aus den Händen fallen oder beim Flüchten irgendwo hängen bleiben. Wichtig ist darum das korrekte, beidhändige Festhalten der Nager. Diese Tiere sollten innert Tagesfrist dem Tierarzt vorgestellt werden.
Durchfall: Durchfall bei Kaninchen und Nagern kommt oft vor. Wenn er länger als einen Tag dauert, ist ein Tierarzt aufzusuchen. Die Tiere sollten in den ersten 24 Stunden nur Heu/getrocknete Kräuter und Wasser als Nahrung bekommen. Bleibt der Hinterteil kotverschmiert, sollten Sie den Kot auswaschen, damit es keine wunden Stellen gibt. In der warmen Jahreszeit werden sonst Fliegen angelockt. Diese legen Eier und die schlüpfenden Larven fressen sich in das Gewebe des Tieres.
Dies ist ein kurzer Leitfaden für die häufigsten Notfallsymptome bei Kaninchen und Nagetieren.
Bei nicht interpretierbaren Symptomen konsultieren Sie Ihren Tierarzt.
Teil 2: Die speziellen Symptome einzelner Organe.
Wahre Notfälle oder nur ungewöhnliche Anzeichen?
Im Teil 1 (vergangene Ausgabe dorfaktuell) haben wir gesehen, wie wichtig es ist, das allgemeine Befinden (Fressen, Trinken, Bewegungslust usw.) Ihrer Katze, Ihres Hundes richtig einzuschätzen.
Die zunehmende Verschlechterung des Allgemeinbefindens ist immer ein Grund, Ihren Tierarzt zu kontaktieren.
Im zweiten Teil stellen wir Ihnen die aussergewöhnlichen Symptome verschiedener Organsysteme vor und erklären, warum sie auch ohne Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens zu einem Tierarztbesuch führen sollten.
Anfälle: Langanhaltende und wiederkehrende Episoden von Bewusstseinsverlust sind immer ein Grund, sich mit dem Tierarzt in Verbindung zu setzen, auch wenn das Tier in der Zwischenzeit völlig normal ist.
Augen: Zugekniffene Augen mit oder ohne Rötung der Bindehäute, Trübung der Hornhaut sind immer ein Grund für einen Tierarztbesuch gleichentags. Dies ist wichtig, weil bei diesen Fällen meist das Allgemeinbefinden nicht beeinträchtigt ist. Rötung der Augen oder Tränenfluss ohne Augenkneifen kann weiter beobachtet und mit den üblichen Hausmitteln behandelt werden.
Atmung: Laute Atemgeräusche wie beim Rückwärtsniessen weisen primär auf Probleme in den oberen Atemwegen hin. Dort wird der Luftfluss weniger schnell behindert als in den unteren Atemwegen. Deshalb haben die Hunde oft noch ein gutes Allgemeinbefinden. Es gilt dies jedoch im Auge zu behalten, besonders bei warmem Wetter und kurznasigen Rassen. Eine angestrengte Atmung, ausgelöst durch eine Erkrankung der unteren Atemwege, führt immer zu einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens und damit zu einer Konsultation beim Tierarzt.
Haut / Wunden: Nässende, eiternde Wunden, die durch das Lecken und Kratzen des Tieres immer grösser werden, behindern das Allgemeinbefinden des Tieres kaum. Um deren Ausbreitung zu verhindern, sollen diese innert Tagesfrist dem Tierarzt vorgestellt werden. Klaffende Hautwunden hingegen sollten noch am gleichen Halbtag gezeigt werden. Derart erhalten Sie die Chance für eine gute Wundheilung nach einem chirurgischen Eingriff.
Harnwege / Fortpflanzungsorgane: Das Unvermögen Harn abzusetzen bei männlichen Tieren ist anfangs mit keiner Veränderung des Allgemeinbefindens verbunden, sollte aber innert Stunden dem Tierarzt vorgestellt werden. Hingegen Blut im Urin und häufiges Urinieren alleine drängen nicht zu einem sofortigen Notfallbesuch.
Lahmheit / Hinken: Tiere, die eine Gliedmasse verletzt haben, sind sonst oft im Verhalten ganz normal. Tiere mit offenen Verletzungen, starken Schwellungen und zunehmendem Unvermögen eine Gliedmasse zu belasten, sollten dennoch am gleichen Tag dem Tierarzt vorgestellt werden.
Magendarmtrakt: Bei Erbrechen von wenig Blut oder bei Durchfall mit wenig Blut, obwohl dramatisch aussehend, kann vorerst mit Fasten / Schonkost ein Behandlungsversuch vorgenommen werden. Bei Fortschreiten vermindert sich dann das Allgemeinbefinden und ein Tierarztbesuch ist unumgänglich.
Maulhöhle: Ein Hund unter zwei Jahren muss mit einem abgebrochenen Zahn, sofern dieser erhalten bleiben soll, noch am selben Halbtag dem Tierarzt vorgestellt werden.
Dies ist eine Zusammenstellung der häufigsten Symptome, die oft über- oder unterbewertet werden. Ihr Haustierarzt gibt Ihnen bei Unsicherheit gerne Auskunft.
Was Sie von der IT kennen, gibt es auch bei uns. Der stetige Wandel fordert neue Anpassungen. Die Version des Tierarztes von anno dazumal ist nicht mehr aktuell. Gefragt ist die moderne Version: Tierarzt 4.0.
Nach wie vor steht bei den schweizerischen Tierärztinnen und Tierärzten das Tierwohl im Vordergrund. Doch haben sich mit dem Wandel in der Gesellschaft, der stetigen Annäherung unserer Methoden,
Materialien und Arbeitsweisen an die Humanmedizin, der differenzierten Beurteilung unseres Verständnisses zum Tier und den Veränderungen in der Produktion der Lebensmittel tierischer Herkunft
auch die Anforderungen an die Veterinärmedizin gewandelt. War es früher gemütlich und ländlich der «Veehtockter», so ist es heute die gut ausgebildete, spezialisierte Tierärztin, die punktgenau
veterinärmedizinische Leistung abliefert. Eine Laufbahnstudie der Gesellschaft der Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST hat dieses und vieles anderes aufgezeigt.
Das Berufsfeld ändert sich
Als Beispiel lässt sich im Vergleich die Situation der 35-jährigen Tierärztinnen und Tierärzte zeigen. Stark verändert hat sich in den letzten 30 Jahren der Beschäftigungsgrad der 35-Jährigen. Mitte der 1980er Jahre gab es mit einem Anteil von knapp 8% die Teilzeitarbeit praktisch noch nicht. Heute arbeitet mehr als die Hälfte der Tierärztinnen und Tierärzte in diesem Alter Teilzeit. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Erwerbsform: Waren vor 30 Jahren über 60% der 35-jährigen tierärztlichen Berufsleute selbständig, so sind es heute nur noch 22%, der Rest arbeitet in einer Anstellung. Auch die Praxisform hat sich von der Einzelpraxis zur grösseren Gemeinschaftspraxis mit mehreren Tierärzten und somit breiterer fachlicher Kompetenz entwickelt.
Kleintiere verdrängen Nutztiere
Auch hier zeigen sich statistisch deutliche Veränderungen: Mitte der 1980er Jahre arbeitete noch rund die Hälfte der 35-jährigen praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte im Nutztierbereich, rund ein Viertel in einer Gemischtpraxis (je 50% Nutz- und Kleintiere) und nur gut 20% ausschliesslich mit Kleintieren. Seit Mitte der 2000er Jahre war hingegen nur noch rund ein Viertel der 35-jährigen Tierärztinnen und Tierärzte ausschliesslich im Nutztierbereich tätig, dafür über 50% im Kleintierbereich. Praxen für Gross- und Kleintiere – sowie die TRIVET – tragen somit dazu bei, die tierärztliche Versorgung der Nutztiere weiterhin zu gewährleisten.
Und noch etwas zeigt den Wandel: Es gibt eine deutliche Verschiebung von den Männern zu den Frauen. Vor 30 Jahren waren lediglich rund 20% aller 35-Jährigen in der Tierärzteschaft Frauen, heute sind sie in dieser Altersgruppe mit gut 75% klar in der Mehrheit.
Epilog
Mit dem heutigen Beitrag endet – man könnte meinen, fast logisch – meine Zeit als Schreiber dieser Rubrik. Es ist gut so: Erstens gibt es Raum für Neues, denn in den 36 Jahren, in denen ich als Tierarzt tätig war, hat sich in der Veterinärmedizin eben viel getan und einiges gewandelt. Anderseits ist es die Konsequenz daraus, dass ich auf Ende Jahr aus der TRIVET ausscheide. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, Glück im Stall und freue mich auf ein Wiedersehen bei anderer Gelegenheit.
Und was bleibt? Natürlich denke ich weiterhin – so wie Sie – ans Tierwohl!
… oder die Antwort auf die Frage: ist ein Notfall auch immer ein Notfall? Dazu einige Gedanken, die uns helfen sollen zu erkennen, in welchen Situationen Ihr Tier gefährdet ist.
Im Umgang mit unseren Haustieren gibt es immer wieder Situationen, die plötzlich auftreten und bedrohliche Ausmasse annehmen können. Sei es nun eine Kolik beim Pferd, eine Geburtskomplikation
oder eine starke Euterentzündung bei der Kuh, ein Autounfall bei der Katze oder dem Hund oder der aufgeblähte Bauch beim Kaninchen; ihnen allen ist gemein, dass sie das Tierwohl massiv
verschlechtern. Es sind Notfälle und sie brauchen rasch eine tierärztliche Hilfe.
Wie gross die Not ist, lässt sich - besonders für Laien - nicht immer so genau deuten und ist manchmal schwierig. Deshalb ist es immer sinnvoll eine Tierarztpraxis zu kontaktieren, wenn man die Symptome nicht selber einordnen kann. Hinter vermeintlichen Bagatellen können sich nämlich auch gefährliche Erkrankungen verbergen, die bei einem frühen Erkennen schneller, einfacher und vor allem kostengünstiger behandelt werden können.
Unsicherheiten sind immer abzuklären
Kliniken haben in der Regel ihren eigenen Notfalldienst. Tierarztpraxen organisieren sich, so wie wir hier in den beiden Bezirken mit dem Kleintier-Notfalldienst Fricktal, meistens selber. Bei einem Notfall rufen Sie ihre Praxis oder die spezielle Notfallnummer an. Denn manchmal reicht auch schon ein einfaches Telefonat, um zwischen Bagatellen und Notfällen zu unterscheiden. Zudem gibt Ihre Anmeldung der Notfallpraxis Gelegenheit, bereits erste Vorbereitungen treffen zu können.
Die Tierärztinnen und Tierärzte sind immer bereit, im Rahmen ihrer fachlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten in Notfällen zu helfen. Dies haben sie auch in den ethischen Grundsätzen und der Standesordnung der Gesellschaft schweizerische Tierärztinnen und Tierärzte GST festgeschrieben. Diese generelle Verpflichtung soll jedoch nicht dazu führen, den Notfalldienst als «erweiterte Sprechstunde für Banales» zu missbrauchen, weil der Tierhalter sonst einfach keine Zeit hat!
Notfalldienst ist nicht gratis
Wie im restlichen Gesundheitswesen ist auch die tierärztliche Arbeit eine Dienstleistung. Im Grunde genommen kann es gar nicht besser definiert werden! Die Gesundheit und das Wohl von Mensch und Tier stehen im Vordergrund der tierärztlichen Tätigkeit und unsere tägliche Arbeit verstehen wir als Dienst für Tier und Mensch. Anderseits ist es eben auch eine Leistung, und die soll, darf und muss nach betriebswirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden. Gerade bei Notfällen bei Findel- und Wildtieren kann hier ein Dilemma entstehen, da die klaren Kriterien der obligationsrechtlichen Auftragserteilung nicht immer so einfach umgesetzt werden können. Mit dem nötigen Verständnis und gutem Willen lassen sich aber auch solche Situationen lösen. Sie wissen ja warum – genau, zu Gunsten des Tierwohls!
Website Notfalltierarzt: www.notfalltierarzt.com
Für uns unvorstellbar, ja sogar eine Zumutung! Oft machen wir uns aber keine Gedanken, dass wir mit unserem Verhalten den «Esstisch» unserer Tiere verschmutzen.
Gerade jetzt, da das Wetter wieder schön und warm geworden ist, sind unsere Bauern voll damit beschäftigt, die Futtervorräte für ihre Tiere einzubringen. Sei dies nun Grassilage oder Heu, offen
oder in Ballen gewickelt, bei beiden dieser wertvollen Futterkomponenten ist immer wieder eine sehr unangenehme Nebenerscheinung festzustellen. Das Gras ist teilweise stark mit Hundekot
verunreinigt! Und dies nicht nur entlang der Wege, sondern auch weit in die Parzelle hinein. In erster Linie ist es eklig und unappetitlich, doch kann der Hundekot unter bestimmten Umständen auch
Erreger beinhalten, die bei den Kühen zu Fruchtbarkeitsstörungen, Totgeburten oder lebensschwachen, teilweise blinden Kälbern führen. Zudem sind Durchfallerkrankungen und Entzündungen der
Muskulatur und der Nerven möglich. Verantwortlich ist ein kleiner, einzelliger, Ende der achtziger Jahre entdeckter und für den Menschen ungefährlicher Parasit namens Neospora caninum, benannt
nach einem seiner möglichen Endwirte, dem Hund. Sie nehmen Erreger, der auch in Mäusen und andern Nagern vorkommt, durch das Fressen von infiziertem Gewebe auf. Der Hund ist sowohl Wirt (wird
also selber krank) wie auch Zwischenwirt und scheidet den Parasit wieder mit seinem Kot aus. Wenn nun Kühe verunreinigtes Futter fressen, ist die Infektionskette geschlossen.
Problematische Schuldzuweisung
Es gibt viele Gründe, dass eine Kuh ihr Kalb verliert. Häufig sind sie unbekannt oder lassen sich unzähligen andern Ursachen zuordnen. Auch ist der Umstand, dass unsere Hunde hauptsächlich mit hygienisiertem Dosen- oder Trockenfutter ernährt werden, eine grosse Infektionsbarriere. Trotz alledem sind Hunde, und da sind die Hofhunde nicht ausgeschlossen, weiterhin als eine der Infektionsquellen anzusehen. Mit etwas Rücksicht können Sie als Hundebesitzerin bei ihrem täglichen Spaziergang einen echten Beitrag dazu leisten, dass Hund und Bauer in unserer Landschaft weiterhin gut aneinander vorbeikommen.
Es ist so einfach: Mit dem Robi-Dog–Säckli fördern sie das Tierwohl!
Tagtäglich kaufen wir Dinge ein, die wir benötigen. Oft ist es auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wie wir damit das Tierwohl beeinflussen.
Ich trage keinen Pelz, werden Sie denken, darum geht mich das nichts an. Und wenn es nur um Pelze geht, ja, dann gebe ich Ihnen bis zu einem gewissen Grade Recht. Aber viele andere «Güter des
täglichen Bedarfs» sind direkt oder indirekt mit Tieren und damit mit dem Tierwohl verbunden. Bei vielen exotischen Lebensmitteln, seien es Früchte oder auch tierische Produkte, zum Beispiel
Fisch, sind wir bereits etwas sensibilisiert und kaufen meistens nur zertifizierte, die Umwelt schonende, gerecht produzierte aus Fairtrade oder Bioprodukte ein. Wir orientieren uns an unseren
Wunschvorstellungen, wie etwas produziert werden sollte, und sind somit der Meinung und der Hoffnung, dass wir mit dem Kauf solcher Produkte der Natur etwas zurückgeben. Und erfreulicherweise
hat in manchen Fällen dieses Kaufverhalten einen nicht unwesentlichen positiven Effekt auf das Angebot zur Folge. Einige kritische Angebote sind dadurch sogar ganz vom Markt verschwunden!
Bei einheimischen, gewohnten Produkten zeigt sich aber eine gewisse Inkonsequenz, ja wir scheinen da auf einem Auge blind zu sein.
Billiges Fleisch, billige Milch, billige Eier
Grundsätzlich ist es nachvollziehbar und sinnvoll, dass auch die täglichen Güter preisbewusst eingekauft werden. Wenn aber die tiefen Preise dadurch zustande kommen, weil massive Belastungen der Tiere in der Produktion und Haltung einfach in Kauf genommen werden, dann ist der Bezug zum Tierwohl sehr wohl wieder gegeben. Aufwendige Tierhaltung (so wie es in der schweizerischen Tierschutzgesetzgebung vorgeschrieben ist) provoziert teurere Produktionskosten (denken Sie nur an unsere gesetzlich festgelegte Lohnstruktur) und somit höhere Verkaufspreise – nun überlegen Sie einmal den umgekehrten Weg!
Abstimmen mit den Füssen! Sie kennen diesen Slogan und wenn Ihr nächster Einkauf vor der Tür steht, bedenken Sie bei der Planung: Mit der kritischen Auswahl der Produkte, vor allem solcher «ennet dem Rhein», haben Sie eine gute Gelegenheit dem Tierwohl gerecht zu werden.
Meistens unverhofft, manchmal erahnt, aber immer überraschend ist er da: Der Moment, in dem die Entscheidung getroffen werden muss, das eigene Haustier einschläfern zu müssen.
Für viele Tierbesitzer ist die Vorstellung grauenhaft, entscheiden zu müssen, dass hier und jetzt ihr treuer Begleiteter eingeschläfert werden soll. Vom Standpunkt der Logik her ist es klar: Das Tier leidet, eine Krankheit kann nicht mehr behandelt werden, die Verletzungen eines Unfalls sind sehr gross oder die Altersschwäche nimmt dem Tier sein Wohlergehen und seine Lebensqualität. Warten, bis die letzte Organreserve aufgebraucht ist und das Leben des Tieres endgültig erlischt, ist auch keine Alternative.
Unser kulturelles Selbstverständnis zum Tierschutz kommt hier unweigerlich in ein Dilemma. Grundsätzlich wollen wir das Tierwohl erhalten, müssen es aber gerade deswegen töten. Mit diesem Dilemma sind Tierbesitzer emotional stark gefordert und macht die zwischenmenschliche und organisatorische Begleitung durch die Tierärzte in diesem Moment speziell und ganz besonders bedeutsam. Viele Emotionen treffen aufeinander und es ist wichtig, dass in dieser Situation der behandelnde Tierarzt darauf eingeht und den Tierhalter unterstützt, diese zu verstehen und zu ordnen.
Ein endgültiger Entscheid
Unser tägliches Handeln wird von drei grundsätzlichen Ideen geprägt. Wir beurteilen unsere Vergangenheit, leben in der Gegenwart und planen die Zukunft. Werden wir plötzlich aus diesem Ablauf herausgerissen, empfinden wir es sehr schmerzhaft und oft auch ungerecht. Diese Überlegungen machen wir auch, wenn es zu entscheiden gilt, ob wir ein Tier einschläfern müssen. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied: Tiere haben wohl eine Vergangenheit, erfahren ihr Leben aber ausschliesslich in der Zukunft. Wenn wir sie einschläfern müssen, nehmen wir ihnen diese nicht.
Eine Euthanasie ist immer etwas Endgültiges und verlangt sehr viel Einfühlungsvermögen. Einfühlungsvermögen in das Tier, in die involvierten Personen und die Situation. Sie dürfen sicher sein, dass die Tierärztinnen und Tierärzte in ihren Praxen diese Entscheidung sorgfältig und tiergerecht fällen. Sie sind sich der speziellen Situation bewusst und gestalten den Moment so, dass ein stimmiger und würdiger Abschied möglich ist. Der Trennungsschmerz kann dem Besitzer nicht genommen werden. ber es kann vieles getan werden, damit dieser Moment am Ende in der emotional getragenen und tröstlichen Einsicht mündet, dem Tierwohl in seiner letzten Konsequenz gerecht zu werden.
Nun ist er da, der Schnee. Jung und Alt freuen sich an der weissen Pracht. Viele Hundebesitzer nützen gerne die Gelegenheit und unternehmen mit ihren Vierbeinern ausgedehnte Spaziergänge.
Für den Menschen sind gute Schuhe selbstverständlich, und für die Hunde? Der spezielle Aufbau der Hundeballen mit ihrer starken Hornhaut und dem elastischen Fettpolster darunter erlauben nahezu jeden Stoss und jede Unebenheit elegant abzufangen und garantieren so einen sicheren Gang auf den unterschiedlichsten Unterlagen.
Tücken des Streusalzes
Nach Winterspaziergängen kann nun ein spezielles Phänomen auftreten. Sie stellen fest, dass die Zwischenzehenhaut stark gerötet ist. Die Ballen sind rau und etwas aufgerissen, und durch ständiges Belecken oder Benagen der Pfoten zeigt uns der Hund, dass er Schmerzen hat. Hier handelt es sich oftmals um eine Entzündung der Zwischenzehenhaut, eine starke Rötung, hervorgerufen durch das Streusalz. Mit dem einfachsten Abduschen der Pfoten nach jedem Spaziergang werden Salz und allfällige Schmutzteile weggeschwemmt. Nun kann die Unterseite der Pfoten und die Haut zwischen den Zehen mit einer geeigneten Salbe gepflegt werden. Wenn dies vorbeugend geschieht, wird der Spaziergang zu einer ungetrübten Freude für alle.
Die Verlockung des Schnees
Manche Hunde neigen dazu ihre Nase buchstäblich in alles zu stecken. Hier übt der Schnee einen speziellen Reiz aus. Sie fressen davon. Eine akute Verdauungsstörung mit Erbrechen, Futterverweigerung, manchmal auch Bauchschmerzen und Durchfall können das Resultat sein. Die Schleimhaut wird geschädigt, die oberflächliche Schutzschicht aus Schleim und Epithelzellen durch den kalten Schnee zerstört und die im Magen vorhandene Salzsäure wirkt nun direkt auf die Schleimhaut. Es kommt zu kleineren oder grösseren Entzündungsfeldern. Eine chronischen Magenentzündung und sogar Magengeschwüre können die Folge sein. Einfache Massnahmen genügen: Hindern sie Ihren Hund am Schneefressen! Sollte es doch zu einer leichten Störung kommen, genügt bei leichten Fällen, den Hund an diesem Tag nicht zu füttern und reichlich Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen. Eine Schondiät aus Reis, Kartoffeln oder Teigwaren, etwas Hüttenkäse und gekochtem Pouletfleisch eignet sich für die nächsten ein bis zwei Tage. So stellen Sie das Tierwohl wieder her; falls nicht, ist der Besuch in Ihrer Tierarztpraxis angezeigt.