Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03448.jsonl.gz/272

Daraus spricht eine spezifisch westliche und in dem Fall europäische Weltsicht. Die Seefahrer sind losgezogen, haben den Erdball erkundet und dabei neue Länder oder gar ganze Erdteile entdeckt. Und für die Seefahrer und die europäischen Auftraggeber waren dies auch tatsächlich Entdeckungen. Jakob Roggeveen heisst der Mann, der aus den Niederlanden stammte und im Auftrag der Niederländischen Ostindienkompanie in die Südsee fuhr, um neue Gebiete und Länder zu entdecken.
Es war ein Ostermorgen, an dem er die Insel sichtete und so nannte er sie Osterinsel. Vermutlich war er aber nicht der erste Europäer, der die Insel gesichtet hat. Denn wahrscheinlich hat bereits der Pirat Edward Davis 35 Jahre zuvor die Insel gesichtet. Aber weil er nur daran vorbei fuhr, Roggeveen aber an Land ging, gilt letzterer als Entdecker.
Die Osterinsel ist berühmt wegen ihrer monumentalen Steinskulpturen, diesen seltsamen Köpfen. Zudem wurde in jüngster Zeit die Osterinsel und der Untergang ihrer Kultur – als Roggeveen an Land ging, war die traditionelle Kultur bereits an ihr Ende gekommen – als Beispiel dafür herangezogen, wie eine Gesellschaft durch Raubbau an den vorhandenen Ressourcen ihren eigenen Untergang beförderte. Daraus werden dann Parallelen zu unserem heutigen Umgang mit den begrenzten Ressourcen gezogen. Wer weiss, vielleicht wird eines Tages ein Entdecker den europäischen Kontinent bewandern, ihn für seine Heimat beschreiben und staunend berichten, dass hier eine eindrückliche Kultur unklug mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen ist und so ihr eigenes Ende ins Werk gesetzt hat. Oder europäische Geschichtsschreiber werden notieren können, dass Europa rechtzeitig von den Fehlern anderer gelernt hat. Auf welchen Ausgang würden Sie wetten?