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Kurt Eigenmann, Leiter Organisation und Sicherheit bei der FC Wil 1900 AG, hat in der aktuellsten Ausgabe der Wiler Nachrichten, einen interessanten Leserbrief veröffentlicht. In diesem Schreiben kritisiert Eigenmann das Engagement der Stadt Wil in Bezug auf den geplanten Stadionausbau. Dieser Ausbau bringt für die Stadt Wil, aber auch für die Bevölkerung einen deutlichen Mehrnutzen und dies zum Nulltarif für Stadt und Volk.
Darf der FC Wil 1900 keine Ambitionen haben? Darf die Super League keine Option für den Club sein? Offensichtlich ist dies für die Behörden kein berechtigter Anspruch und die Wiler Bevölkerung teilt diese Meinung auf Grund fehlender oder falscher Informationen. Wie längst bekannt ist, kann der FC Wil 1900 nur aufsteigen, wenn er ein dafür homologiertes Stadion vorweisen kann. Der Investor MNG will der Stadt Wil ein für die Super League geeignetes Stadion zum Nulltarif schenken und dazu noch eine Tiefgarage von über 200 Plätzen, mit deren Ertrag die Stadt Wil die höheren Unterhaltskosten des Stadions mehr als abdecken kann.
Selbst von Politikern ist zu vernehmen, dass die Stadt Wil nicht bereit ist, erneut Geld für einen Ausbau des Stadions in die Hand zu nehmen. Fakt ist, dass der Ausbau des Stadions und die Erstellung der Tiefgarage die Stadt Wil keinen einzigen Steuerfranken kosten wird. Im Gegenteil, mit dem Ausbau des Stadions werden auch alle Mängel des heutigen Challenge League Stadions behoben, deren Behebung die Stadt Wil noch schuldet. Den wenigsten ist bekannt, dass das jetzige Stadion nicht alle Anforderungen an ein Challenge League Stadion erfüllt und somit nur eine provisorische Homologation seitens SFL besteht. Diese Nachrüstungen wird die Stadt Wil demnächst bezahlen müssen, falls der Investor das Stadion nicht umbaut und damit alle Unzulänglichkeiten des heutigen Stadions auf eigene Kosten behebt. Die Stadt Wil gehört also zu den Gewinnern, falls das architektonisch hochwertige Projekt realisiert wird.
Skeptiker werden sagen: «Aber dann gibt es mehr Verkehr.» Mag sein, aber der Zuwachs hängt nicht nur von der Liga - sondern von der Attraktivität der Spiele ab. Zudem war der FC Wil 1900 bereits schon einmal in der obersten Liga. Worin besteht jetzt aber der Nutzen für die Bevölkerung? Die Stadt Wil erhält ein bemerkenswertes Vorzeigeobjekt, welches auch schweizweit Beachtung finden wird und das völlig kostenlos. Was bringt das umgebaute Stadion der umliegenden Bevölkerung? Weniger Lärmemission durch die geschlossene Überdachung, weniger Lichtemissionen durch eine effizientere Beleuchtung unterhalb der Überdachung. Weniger Verkehr in den angrenzenden Quartierstrassen durch die Tiefgarageneinfahrt ab der Wilenstrasse. Wer all die Vorteile kennt, fragt sich, warum sich die Verantwortlichen der Stadt Wil nicht mehr engagieren, die Architekten von MNG immer neue Varianten ausarbeiten lassen und zu keinem terminierten Entscheid gelangen.
MNG hat in das Projekt bereits mehr als 1 Mio Franken investiert und hätte es verdient, dass ihnen seitens der Wiler mehr Anerkennung und Vertrauen entgegengebracht würde. MNG engagiert sich nämlich nicht nur für den FC Wil 1900, sondern auch für den Nachwuchs der ganzen Region. Im Umfeld des FC Wil 1900 fragt man sich, wie lange der Investor MNG diese Gleichgültigkeit erduldet. Es ist nicht der schwierige sportliche Erfolg oder die enormen Investitionen, die den Investor von einem langfristigen Engagement bei FC Wil 1900 abschrecken könnte, sondern die fehlende Anerkennung und Unterstützung seitens der Stadt Wil. Aber was dann der FC Wil 1900 wird unwillkürlich in den Niederungen der Dorfvereine verschwinden, die Nachwuchsmannschaften aufgelöst und die restliche Schweiz wird sich die Augen reiben und fragen: «Warum um Himmelswillen hat die Stadt Wil diese einmalige Chance nicht wahrgenommen.»