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Bocciodromo
Das Bocciodromo bei der Fussballanlage Flüeli in Winterthur-Veltheim, ist der Treffpunkt der Boccia- und Petanque-Spieler. Es wurde 1991 als erste kombinierte Pétanque- und Bocciahalle der Schweiz eröffnet.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts spitzte sich die Situation der Boccia-Spieler in Winterthur zu. Die Anlage beim Restaurant Talgarten im Tössfeld wurde 1986 geschlossen. Die Anlage in der Grüze beim ehemaligen Restaurant Linde war längst Vergangenheit. Es standen für die beiden noch bestehenden Boccia-Clubs nur noch die beiden Bahnen beim Restaurant Grenzhof zur Verfügung. Da auch das Wetter den eifrigen Wettkampf- und Hobby-Sportlern nicht immer wohl gesinnt war, konnten sie ihren Sport pro Jahr kaum mehr als 70 Tage ausführen. An die Durchführung grösserer Wettkämpfe war nicht zu denken.
Das Bild von Boccia oder Petanque als traditionelles Rentner-Spiel von Südländern war inzwischen längst überholt. Rund 8‘000 Personen betrieben in den 1990er-Jahren den Sport Boccia in der ganzen Schweiz als lizenzierte Spieler- und Spielerinnen. Auch Petanque wurde damals von gegen 5000 lizenzierten Aktiven in der ganzen Schweiz als Sport betrieben. Um an der Spitze mithalten zu können ist, wie in anderen Sportarten, ein intensives Training eine selbstverständliche Grundvoraussetzung. Die drei Vereine Bocciaclub Winterthur, Bocciaclub Grenzhof und der Pétanqueclub Winterthur taten sich zusammen um die unbefriedigenden Trainings - und Spielmöglichkeiten zu ändern. Sie gründeten den Verein Bocciodromo Winterthur mit dem Ziel eine Bocciahalle zu bauen und zu betreiben.
Die ersten Kontakte zu den Stadtbehörden bezüglich eines Grundstücks im Baurecht für den Bau einer Halle wurden im Februar 1986 geknüpft. Eine konkrete Lösung zeichnete sich dann im November 1987 ab. Das Departement Schule und Sport sah die Sportanlage Flüeli als geeigneten Standort für ein solches Vorhaben an. Über der Zivilschutzanlage war noch ein freier Platz vorhanden. Im Frühsommer 1988 stimmte der Stadtrat dem vorgesehenen Standort zu. Kurz darauf wurde das Architekturbüro Archinova (Architekt Hannes Moos) in Winterthur mit der Ausarbeitung eines Vorprojekts beauftragt.
Im Dezember 1988 hatten sich die Initianten zur definitiven Gründung der Dachorganisation "Bocciodromo Winterthur" entschlossen. Durch diesen Verein wurde einerseits die heute gültige Struktur der Dachorganisation festgelegt und andererseits gab sie den durch ihre Delegierten mit der Dachorganisation verbundenen Vereinen die Gewissheit, dass das Projekt zügig und effizient vorangetrieben wurde. Das Jahr 1989 war durch die hindernisreiche Planungs- und Bewilligungsphase gekennzeichnet. Hinzu kam noch die Ausarbeitung eines Finanzierungskonzeptes, was nicht ganz einfach war. Mit dem Frühling 1990 begann die Bauphase. Ein Jahr später fand die Eröffnung und Inbetriebnahme statt.
Seit mehr als 25 Jahren ist das Bocciodromo erfolgreich in Betrieb. Vier Bocca-Bahnen mit den Massen 26.5 x 4.5 m stehen zur Verfügung. Dazu kommen drei Pétanque-Spielfelder im Innenbereich und sechs Plätze im Freien. Für dreissig Franken pro Stunde können sie durch jedermann gemietet werden. Die Boccia-Bahnen wurden 2005 durch den bekannten Boccia-Bahnbauer Colleoni erneuert und auf den neusten Stand gebracht. Dass es gelungen ist, diese Kapazität für die Erneuerung zu verpflichten, erfüllt die Verantwortlichen noch heute mit Stolz. In den Hallen ist Rauch- und Alkoholverbot. Das angegliederte Restaurant mit Säli im oberen Stock und im Sommer die Aussenwirtschaft mit total 180 Sitzplätzen ist verpachtet und in besten Händen. Vor allem die Pizzas vom Holzofen sind bekannt und beliebt. Der Betrieb floriert und steht auf besten Beinen. Er ist täglich ab 14 Uhr bis in die tiefe Nacht hinein geöffnet. Freitag, Samstag und am Sonntag ist das Sporthaus bereits ab 10 Uhr geöffnet.
Der erfolgreiche Geschäftsgang ermöglicht es die Finanzen in Ordnung zu halten. Das städtische Darlehen ist zurückbezahlt und die Hypothek auf ein erträgliches Mass reduziert. Unterhalt und Erneuerungen können aus eigenen Mitteln bestritten werden. Das ideale Umfeld, das den Boccia- und Pétanque-Vereinen mit dem Bocciodromo nun zur Verfügung steht, ermöglicht natürlich auch den sportlichen Erfolg. Heute ist das Bocciodromo Winterthur Trainingsort der UBW. Es finden regelmässig auch spannende Turniere statt. Der Saal im ersten Stock beherbergt viele Vereine und Firmen, die dort bei bester Verpflegung Anlässe aller Art durchführen.