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0166dAffen
[* 2] deraltenWeltIV 1. Magot (Macacus Inuus). 2. Mona (Cercopithecus Mona). Körperlänge
0,40 m, Schwanzlänge 0,50 m. 3.
Mandrill (Cynocephalus Mormon). 4.
Grüne Meerkatze (Cercopithecus sabaeus). 5.
Kahau oder
Nasenaffe (Semnopithecus nasicus). a Männchen; b Weibchen. 6.
Hutaffe (Macacus sinicus).
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Gallien nieder, brachte 439 die Westgoten zur Ruhe und schlug 445 den Frankenkönig Clodio an der Somme. Mit den Hunnen hatte
den Frieden aufrecht erhalten. Als aber deren König Attila endlich einen Sturm gegen den Westen vorbereitete, wußte Aëtius zur
rechten Zeit einen großen Bund mit den Westgoten, Alanen, Franken und andern Völkerschaften herzustellen,
mit deren Hilfe er 451 auf den Catalaunischen Feldern (jetzt Châlons-sur-Marne) den welthistor. Sieg über Attila errang. Trotz
dieser Verdienste ließ der Kaiser nach AttilasTode (453) den Aëtius, eifersüchtig auf dessen Macht, 454 ermorden.
Alexander Nikolajewitsch, russ. Altertumsforscher, geb. 23. (11.)
Juli 1826 im Gouvernement Woronesch, studierte in Moskau
[* 5] Rechtswissenschaft und war bis 1862 im Staatsdienst thätig. Er starb 5. Okt.
Hauptsächlich beschäftigte er sich mit der russ. Volksüberlieferung,
veranstaltete selbst eine große Sammlung «Russ. Volksmärchen» (2. Aufl., 4 Bde.,
Mosk. 1873) und schrieb «Die poet. Naturanschauungen
der Slawen» (3 Bde., ebd. 1865 - 69), ein Werk, welches,
obwohl kritiklos gearbeitet, doch als reiche Materialiensammlung für die slaw. Mythologie großen
Wert hat. Außerdem beschäftigte er sich mit russ. Litteraturgeschichte
und Bibliographie.
(lat.), Gemütsbewegung, jede durch das Gefühl hervorgerufene und auf dieses
zurückwirkende Hemmung und Störung des gewöhnlichen Vorstellungsverlaufs. Starke, vorzüglich unvorhergesehene Eindrücke,
die in ihren Folgen den Gemütszustand des Menschen berühren und plötzlich verändern, sind daher die gewöhnlichen
Ursachen der Affékt. Die ältere Psychologie rechnet die Affékt zum Gefühlsvermögen, während man die Leidenschaften dem Begehrungsvermögen
zuschrieb.
Mit der Lehre
[* 8] von den verschiedenen Seelenvermögen ist aber auch diese Beziehung weggefallen. Dagegen sind die von den Leidenschaften
genau zu unterscheiden, indem die letztern vielmehr bleibende, in dem Innern festgewurzelte Geneigtheiten
zu Affékt sind. Die Affékt haben verschiedene Grade. Im höchsten Grade können sie betäubend, sogar tötend wirken, wie z. B. Schreck
vor Freude und vor Furcht. Die Gefühle, die den Affékt ausmachen, sind bald angenehm, bald unangenehm, bald aus Vergnügen und
Schmerz gemischt, wie z. B. bei der Überraschung. In Beziehung auf die Art, wie die Gemütsruhe gestört
wird, gilt die Einteilung der in excitierende oder aufregende, wie Zorn, Wut, Freude, und deprimierende oder niederschlagende,
wie Kummer, Schreck u. s. w. Körperlich bewirkt der Affékt Ausdrucksbewegungen mannigfaltiger Art, Veränderungen der Herzthätigkeit
und
Atmung, des Stoffwechsels und der Gesichtsfarbe, wie sich dieses in den Gefühlen der Erleichterung,
der Beklemmung, in der Schamröte, der Blässe, den Thränen und dem Lachen zeigt. In physiol. Hinsicht entspricht den Affékt wahrscheinlich
eine Veränderung in der Funktion des vasomotorischen Apparats, wodurch alle übrigen körperlichen Erscheinungen in Begleitung
oder im Gefolge der Gemütsbewegungen bedingt sind. Zu behaupten, daß nur der Mensch der Affékt fähig ist,
ist kein Grund vorhanden, da sich bei Tieren ähnliche Erscheinungen zeigen. -
(lat.), die äußerliche Kundgebung von Gefühlen, die man gar nicht besitzt
oder künstlich zu einem Zwecke erzeugt hat, der nicht in den Gefühlen selbst liegt. Deswegen ist Sentimentalität
(s. d.) stets mit Affektation verbunden, weil der Sentimentale nicht von
seinen Gefühlen ergriffen wird, sondern sich künstlich in sie hineinversetzt, um auf andere den Eindruck des Gefühlvollen
zu machen. In der Affektation liegt aber auch die Absicht, andere nicht wissen zu lassen, daß die kundgegebenen
Gefühle nicht wirkliche oder natürliche sind; deswegen ist der Schauspieler nicht affektiert, weil er bei andern nur täuschenden
Schein erzeugen will. Die Ästhetik nennt besonders die künstliche Anmut (s. d.) Affektation.
(lat.), das passive Verhalten einer Sache oder Person in den durch fremde Einwirkungen
hervorgebrachten Veränderungen oder Zuständen;
auch im frühern Sprachgebrauch soviel als Zuneigung, insofern diese ein
von dem geliebten Gegenstande abhängiger Gemütszustand ist;
daher affektioniert, soviel wie geneigt, gewogen. - In der
Medizin nennt man Affektion das Kranksein eines Organs oder des ganzen Organismus, wenn man
diesem kranken Verhalten keine bestimmtere Bezeichnung beilegen kann oder will;
z. B. das Wort Magenaffektion bedeutet: der
Magen
[* 9] ist irgendwie krankhaft verändert.
das Interesse (s. d.) aus besonderer Neigung, welches
eine Schätzung in Gelde nicht zuläßt. Ob auf dasselbe Rücksicht zu nehmen, kommt für Schuldverhältnisse nach zwei
Richtungen in Frage. Es ist streitig, ob auf die Erfüllung einer Verpflichtung für die Regel nur geklagt werden kann, wenn
der Kläger ein Vermögensinteresse an der Leistung hat. Die, welche dies verteidigen, lassen in gewissen Fällen auch ein
Affektionsinteresse als Ausnahme zu. Die herrschende Lehre, von welcher auch der Entwurf des Bürgerl. Gesetzbuchs für das
Deutsche Reich
[* 10] ausgeht, läßt Schuldenverpflichtungen, namentlich aus Verträgen, und Klagen auf Erfüllung derselben zu, auch
wenn ein Vermögensinteresse des Klägers nicht nachweisbar ist. Damit wird diese Frage gegenstandslos.
Die andere Frage bezieht sich auf die Verpflichtung zum Schadenersatz. Nach der herrschenden Ansicht, zu welcher sich
auch der angezogene Entwurf bekennt, kann der Ersatz nur desjenigen gefordert werden, was der Kläger infolge der Nichterfüllung
einer Verbindlichkeit oder der Verletzung seiner Rechte weniger im Vermögen hat (positiver Schaden oder entgangener Gewinn),
nicht das Affektionsinteresse oder ein Affektionswert. Für den Hofschulzen in Immermanns «Münchhausen»
hatte das vermeintliche
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1. Brüllaffe (Mycetes ursinus). Körperlänge 0,55-0,60 m, Schwanzlänge 0,55-0,60 m.
2. Coaita (Ateles paniscus). Körperlänge 0,50 m, Schwanzlänge 0,65-0,70 m.
3. Kapuziner (Cebus capucinus). Körperlänge 0,45 m, Schwanzlänge 0,35 m.
4.
Satansaffe (Pithecia Satanas). Körperlänge 0,40 m, Schwanzlänge 0,35 m.
5. Nachtaffe (Nyctipithecus trivirgatus). Körperlänge 0,40 m, Schwanzlänge 0,45 m.
6. Saguin (Hapale Iachus). Körperlänge 0,24 m, Schwanzlänge 0,36 m.
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Schwert Karls d. Gr. einen hohen Affektionswert; er würde dasselbe um vieles Geld nicht verkauft haben, er würde aber nach
jener Ansicht gegen den Spielmann, welcher dasselbe aus Rache verbrachte, eine Klage auf Ersatz nur im Werte des alten Eisens
gehabt haben. Mutwillige Beschädigungen solcher Art können auch vorkommen, wenn der Beschädiger zahlungsfähig
und der Beschädigte ein verständigeres Affektionsinteresse hat. Das Preuß. Allg. Landr. I, 2, §. 115 bezeichnet als den Wert der besondern
Vorliebe den, welcher aus bloß zufälligen Eigenschaften und Verhältnissen einer Sache folgt, die derselben in der Meinung
ihres Besitzers einen Vorzug vor allen andern Sachen gleicher Art beilegen.
Für diesen Wert soll der haften, welcher aus Vorsatz beschädigt (I, 6, §. 86), so daß der Richter den von dem Beschädigten
eidlich zu erhärtenden Wert nach den Umständen und Verhältnissen festzusetzen hat, auf welche der Beschädigte diese Vorliebe
gründet (§. 97). Ebenso bestimmt das Österr. Bürgerl. Gesetzb. §. 1331, daß wenn jemand durch eine
im Strafgesetz verbotene Handlung vorsätzlich oder zufolge auffallender Sorglosigkeit des andern beschädigt ist, oder
wenn der Schaden aus Mutwillen und Schadenfreude verursacht ist, er den Wert der besondern Vorliebe fordern darf.
[* 2] (Simiae), eine sehr charakteristische Ordnung der Säugetiere, auch Vierhänder (Quadrumana) genannt, weil
sie an allen vier Gliedern wirkliche Hände besitzen. Ihre Körpergestalt nähert sich der menschlichen. Sie haben dreierlei
Zähne:
[* 13] meißelförmige Schneidezähne, konische, oft sehr lange und scharfe Eckzähne und höckerige Backzähne, entweder
in derselben Zahl wie der Mensch oder vier Backzähne mehr als dieser, ferner zwei Brüste. Ihr Knochenbau macht sie
wenig geschickt zum aufrechten Gange, begünstigt aber, zumal durch Länge der Glieder
[* 14] und die hintern greifenden Hände, das
Klettern, wie denn auch die meisten Affen wahre Baumtiere, einige nur, wie die Paviane, Felsentiere sind.
Bei allen ist der Rücken stark behaart, doch das Gesicht
[* 15] und Gesäß bei vielen, zumal den afrikanischen,
nackt und dann oft eigentümlich gefärbt. Der Schwanz fehlt nur wenigen, ist aber von verschiedener Länge und bei gewissen
amerik. Arten zu einem Greiforgan (Wickelschwanz), gleichsam einer fünften Hand,
[* 16] umgebildet. Die Größe wechselt von derjenigen
eines Menschen mittlerer Statur bis zu derjenigen einer großen Ratte; alle besitzen aber ansehnliche Muskelkraft
und vermögen sich daher schnell und sicher zu bewegen.
Aus der Form der Backzähne ergiebt sich, daß die Affen vorzugsweise von vegetabilischer Nahrung leben; sie ziehen Früchte und
Samen
[* 17] vor, ohne indes Insekten,
[* 18] kleinere Vögel
[* 19] und Säugetiere, Reptilien sowie Eier
[* 20] und Würmer
[* 21] zu verschmähen. Die Eckzähne
erinnern zwar an das fleischfressende Raubtier,
[* 22] sind aber nur Waffen.
[* 23] Die Affen leben meist in Polygamie
und in kleine Gesellschaften vereint; wenige, wie der langarmige Gibbon (Hylobateslar Ill.),
sind monogamisch.
Zwillingsgeburten scheinen selten zu sein. Die Jungen werden von den Müttern mit vieler Liebe gepflegt. Ihre Gemütsäußerungen
sind je nach den Arten verschieden. Einige Nachtaffen sind äußerst träge, die größern, in der Regel
menschenähnlichen Affen meist melancholisch, besonders im Alter, in der Jugend dagegen sanftmütig und zutraulich, während die
Paviane wild und störrisch sind. Die meisten gewöhnlichen Affen sind außerordentlich lebhaft, lüstern, listig,
neugierig, wachsam und
selbst mutig und durch diese Eigenschaften sowie durch ihre große Behendigkeit
eine wahre Landplage für den in ihren Gegenden wohnenden Menschen. Im allgemeinen sind sie auf die tropische Palmenzone beschränkt,
die sie nur an wenigen Orten, wie z. B. bei Gibraltar
[* 24] und in den Hochgebirgen Tibets, überschreiten. Das Gehirn
[* 25] des Affen ist
durchaus nach dem menschlichen Typus gebaut; doch bleibt die hohe Intelligenz des Tieres auf die Jugendzeit
beschränkt, während im höhern Alter zugleich mit der Entwicklung der Kiefer die tierischen Affekte vorwiegen. Junge Affen lassen
sich stets zähmen, alte nur selten.
Das Leben der Affen im wilden Zustande wie in der Gefangenschaft schildern in anziehender WeiseBrehm in seinem «Illustrierten
Tierleben», Bd. 1 (3. Aufl.,
Lpz. 1890),
und Martin in seiner «Illustrierten Naturgeschichte der Tiere», Bd. 1 (ebd. 1882). Im nördl.
Europa
[* 26] gehen die Affen meist an Magen-Darmkatarrh zu Grunde. Lungenschwindsucht, welche früher ebenfalls eine große Menge der
gefangenen Affen dahinraffte, ist seltener geworden, seitdem man sie mehr an unser Klima
[* 27] gewöhnt hat. Selbst große Kältegrade
sind den Affen nicht unangenehm und namentlich die großen Paviane ertragen, ohne Unbehagen zu
zeigen, Kälte von -10° R. und darüber.
Die Zahl der jährlich eingeführten altweltlichen Affen ist sehr groß. Kleinere Makaken und Paviane kann man schon für 20 M.
das Stück erhalten. Meerkatzen kosten, je nach der Häufigkeit ihrer Einführung, 30 - 100 M., Stummel-
und Schlankaffen sind teurer und obendrein sehr hinfällig. Große Paviane werden mit 300 - 500 M. bezahlt, Gibbons und Menschenaffen,
je nach ihrer Größe, mit 400 - 1500 M.
Eine eigentümliche, vielgestaltige Gruppe affenähnlicher Tiere bilden die Halbaffen
[* 28] (s. d.). Fossile Halbaffen hat man in
großer Zahl in Nordamerika
[* 29] und Europa schon in den ältern Tertiärschichten gefunden; echte Affen im
Miocän und Pliocän von Europa, darunter auch menschenähnliche große Affen (Miopithecus) bei Sansan am Fuße der
Pyrenäen, sowie den Dryopithecus,
[* 30] der menschenähnlicher als selbst die heutigen Anthropoiden ist, bei St. Gaudens und im
Pliocän von Eppolsheim.
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Die amerikanischen Affen bewohnen die dichten Urwälder und verlangen in der Gefangenschaft größere Wärme
[* 34] und mehr Feuchtigkeit
als ihre altweltlichen Vettern. Ihre Haltbarkeit ist eine beschränkte, da die Eingewöhnung an unser
Klima nicht recht gelingen will. Die Einfuhr beschränkte sich fast nur auf die Kapuzineraffen, die für 30 - 50 M.
und die Uistiti, die für 10 M. zu haben sind. Brüllaffen, Wollaffen und Spinnenaffen kommen seltener nach Europa und werden
auch entsprechend teurer bezahlt.
(Adansonia L.), Pflanzengattung aus der Familie der Malvaceen (s. d.),
Bäume mit drei- bis neunzähligen Blättern und einzeln ans den Blattachseln herabhängenden großen, weißen Blüten vom allgemeinen
Aussehen unserer Malven- oder Stockrosenblüten. Der fünf- bis zehnfächerige, in jedem Fache zahlreiche Samenknospen bergende
Fruchtknoten trägt einen langen, fadenförmigen Griffel mit sehr kleiner Narbe. Die längliche Frucht umschließt
in der nicht aufspringenden, holzigen Schale ein mehliges Fleisch mit zahlreichen nierenförmigen Samen.
Man kennt zwei Arten; der gemeine A (AdansoniadigitataL.; in Westafrika Baobab, in Ostafrika Mbuju, in Südafrika
[* 35] Mowana, in
Mittelafrika Vinka, im SudanDinna oder auch Tabaldie genannt) ist im tropischen Afrika
[* 36] weit verbreitet und wird
in West- und Ostindien
[* 37] kultiviert. Er erreicht nur 10 - 22 m Höhe, aber 47 m Stammumfang, und seine mit den Spitzen gewöhnlich
bis auf den Boden reichenden Äste bilden eine mächtige halbkugelige Krone von 40 - 48 m Durchmesser. Die langgestielten Blätter
besitzen fünf bis sieben Blättchen, die Blütenstiele erreichen fast Meterlänge, die Blüten einen
Durchmesser von 16 cm. Die einer dickbauchigen Gurke oder Melone ähnlichen graubraunen, außen filzigen Früchte werden 30 cm
und mehr lang.
Der den größten Teil des Jahres hindurch kahl stehende Baum erreicht ein sehr hohes Alter, das man wegen der undeutlich ausgebildeten
Jahresringe allein aus dem Dickenzuwachs berechnet hat. Den Eingeborenen dient der meist hohle Stamm zu
Wohnungen und als Begräbnisplatz für Zauberer;
die pulverisierten Blätter (Lalo) werden täglich unter die Speisen gemischt,
und ein Aufguß derselben wird arzneilich angewendet;
das säuerliche Fruchtfleisch
liefert ein kühlendes Getränk;
Schale
und Samen dienen gegen Ruhr, die Asche der Fruchtschale zusammen mit Palmöl zur Seifenfabrikation, die
Fasern der Rinde des Stammes zur Anfertigung von ungemein festen Geweben (namentlich Stricken), die Rinde selbst (s. Affenbrotbaumrinde)
dient als fieberwidriges Mittel. - Eine zweite Art ist die in Nordaustralien heimische, aber in allen Teilen kleinere Adansonia
Gregorii F. Muell.,
deren Fruchtfleisch ebenfalls zu kühlenden Getränken verwendet wird.
(Baobabrinde, lat. cortex adansoniae), die Rinde des Affenbrotbaums (s. d.), in Ostafrika Mbuju.
Diese Rinde galt im Arzneischatz jahrelang für veraltet, ist aber neuerdings wieder aufgetaucht: sie kommt in flachen rinnenförmigen
Stücken, aus leicht voneinander trennbaren Schichten bestehend, in den Handel;
die äußere Rinde (Korkschicht)
ist rauh, warzig, von grauer Farbe, die innere Fläche dagegen rotbraun, auf dem Querschnitt ist die Rinde rot und weiß gestreift.
Der Geschmack ist herb und bitter. Als charakteristische Bestandteile enthält die Affenbrotbaumrinde einen roten Farbstoff und
einen weißen, krystallinischen Stoff, das Adansonin, der hinsichtlich seiner Wirkung im Gegensatz zu derjenigen des Strophantins
steht.
Die Felle wirklicher Affen werden zu Decken, Muffen, Pelzkragen u. a. verwendet und bilden einen nicht unbedeutenden
Handelsartikel. Am beliebtesten sind die grauen von den Kürschnern Perlaffen genannt, und die schwarzen Affenfelle, Scheitelaffen
genannt, z. B. des Budeng (Semnopithecus maurus) in Java, der größern schwarzen Affen in Südamerika, einiger Affenarten im
Senegal; die letztern besitzen ein sehr langes, tiefschwarzes, seideähnliches Haar,
[* 38] die Grundwolle fehlt jedoch. Dünnhaarige
Affenfelle werden schwarz gefärbt, um das Durchscheinen des hellen Leders zu vermeiden. Als Affenfelle werden
häufig irrtümlicherweise auch die Felle des südamerik. Coypu (Myopotamus coypus) verkauft; aus Buenos-Aires
werden in manchen Jahren über 3 Mill. Stück davon ausgeführt.
Menschen, die in ihrer Organisation bestimmte für die Affen typische Unvollkommenheiten besitzen.
Man
hat geglaubt, in ihnen einen Übergang zwischen Menschen und Affen zu finden. In Wirklichkeit beobachtet
sind sie bisher noch nicht.
Allerdings hat man längere Zeit versucht, die Mikrokephalen (s. d.) für Affenmenschen zu erklären. Es
ist jedoch namentlich durch Virchows Untersuchungen nachgewiesen, daß die Affenähnlichkeit eine nur sehr oberflächliche
ist und daß es sich hier um ganz ausgesprochen pathol.
Dorf im BezirksamtBühl des bad. Kreises Baden,
[* 40] 8 km südwestlich von Baden, hat (1890) 292 kath. E. In der
Umgebung wird ein leichter, aber wegen seiner Milde und seines angenehmen Bouquets in guten Jahrgängen sehr geschätzter roter
Wein (Affenthaler) gebaut, den man unter die besten Sorten der Markgräflerweine rechnet.
(von affido, in der mittelalterlichen Rechtssprache: ich verpflichte meine Treue), in den
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Ländern, in welchen englisches oder verwandtes Recht angewandt wird, eine vom Aussteller (Deponent) unterzeichnete und durch
dessen Eid beglaubigte Urkunde, die Aufschluß über thatsächliche Verhältnisse giebt. Derartige Urkunden dienen zur Beweisaufnahme
im vorbereitenden Verfahren bei engl. Civilprozessen, werden aber auch anderweitig, z. B.
im Verkehr mit den Steuerbehörden, angewandt. Zur Abnahme der betreffenden Eide sind die vom Lord-Chancellor
ernannten Commissioners for oaths, meistens Solicitors, welche dieser Obliegenheit neben ihrer regelmäßigen Praxis nachkommen,
zuständig, im Auslande die englischen diplomat. Vertreter und Konsuln und ferner alle Beamten, die in dem betreffenden Lande
befugt sind, Eide abzunehmen (Commissioners for oaths Act 1889).
d. i. an Sohnes- oder Tochterstatt Angenommene (vom mittellat. affiliare), in der kath.
Kirche die Laien, welche zu einem geistlichen Orden
[* 42] in ein enges Verhältnis treten, ohne Mitglieder desselben zu werden und
sich zur Beobachtung der Ordensregeln zu verpflichten.
Gesellschaften nennt man polit. Vereine, die von einem gemeinschaftlichen Mittelpunkte, einem
Muttervereine, aus miteinander in Beziehung stehen, um mit desto größerm Nachdruck und an vielen Punkten eines Landes zugleich
die gemeinschaftlichen Zwecke zu verfolgen. Auf diese Weise erlangte z. B. der Klub der Jakobiner (s. d.) 1789 seinen
großen Einfluß.
Bei den Freimaurern heißt eine Loge affiliiert, wenn sie sich an eine große Loge anschließt; ein
einzelner Maurer wird affiliiert (einverbrüdert, angenommen), wenn er in eine andere als seine ursprüngliche Loge aufgenommen
wird.
Affination (von frz. affiner, d. h. fein
machen) oder Affinage (spr. -áhsch) nennt man gewisse metallurgische Arbeiten, durch die Metalle von fremden Beimischungen
befreit (fein gemacht) und in einem mehr oder weniger reinen Zustande dargestellt werden. Im allgemeinen
ist dafür der Ausdruck Raffinieren üblicher. Durchweg versteht man unter Affinieren (oder auch Gold- und Silberscheidung)
die Abscheidung der beiden edeln Metalle, Gold
[* 43] und Silber, aus ihren Legierungen nach der Methode, die von Schraubert in Moskau
vorgeschlagen und 1802 von d' Arcet ausgeführt wurde.
Sie beruht auf der Oxydierbarkeit und Löslichkeit des Silbers in konzentrierter Schwefelsäure
[* 44] und der Unveränderlichkeit
des Goldes in dieser Säure. Zur Auflösung der Legierung (Scheidegut), die auf 16 Teile 3 - 4 TeileGold enthalten soll, dienten
früher Platingefäße, jetzt wendet man allgemein gußeiserne Kessel oder Porzellangefäße an. Man übergießt
darin die durch Granulieren zerkleinerte Legierung mit Schwefelsäure und erhitzt dieselbe, bis die mit Entwicklung von schwefliger
Säure verbundene Lösung des Silbers und des vorhandenen Kupfers vor sich gegangen ist.
Das ungelöst zurückbleibende Gold wird zur Entfernung von Eisenoxyd, Schwefelkupfer und Bleisulfat nach dem Trocknen mit etwas
Salpeter umgeschmolzen. Das Ausfällen des Silbers aus der Lösung geschieht durch metallisches Kupfer.
[* 45] Die zurückbleibende Kupferlösung wird auf Kupfervitriol oder metallisches Kupfer verarbeitet. Eine neuere Methode, zuerst
in der austral. Münze zu Sydney
[* 46] angewendet, besteht darin, daß man in das geschmolzene Gemisch von Silber und Gold mittels
eines Thonrohres Chlorgas einleitet; dies verbindet sich
nur mit dem Silber zu Chlorsilber, aber nicht
mit dem Golde. Nach dem Erkalten lassen sich Gold und Chlorsilber leicht durch einen Schlag trennen.
Man schließt daraus, daß die Affinität des Chlors zum Eisen größer als die zum Kupfer sei. Die Affinität wirkt nur
in kleinsten Entfernungen, bei unmittelbarer Berührung und ist eine der Ureigenschaften der Elementaratome. Führt sie zur
Verbindung vorher getrennt existierender chem. Körper, so wird chemische Arbeit geleistet, deren Energieinhalt sich nach dem
Zustandekommen der Verbindung in anders geartete Kraftwirkungen, wie Wärme, Elektricität u. s. w.,
umsetzt.
Durch Aufwendung von Energie in diesen Formen kann die Affinität überwunden werden. So tritt durch starkes Erhitzen, intensive Lichtwirkung,
durch elektrische StrömeZersetzung chem. Verbindungen in ihre Bestandteile ein (s. Dissociation, Elektrolyse).
[* 49] Man ist mit wachsendem,
doch noch immer nicht mit ganzem Erfolge beschäftigt, durch Messung der Kräfte, die bei chem.
Verbindungen frei werden, oder die zur Zersetzung der letztern aufzuwenden sind, die Affinität selbst zu messen (s. Avidität).
Die noch übliche Bezeichnung der Affinität als chem. Verwandtschaft gründet sich auf
die frühere Annahme, daß das Bestreben chem. Körper, sich miteinander zu verbinden, um so größer
sei, je ähnlicher sie einander wären. Diese Annahme war eine irrtümliche, doch der Name blieb, auch
nachdem man erkannte, daß die Affinität im allgemeinen um so größer wird, je größer die Abweichungen, ja Gegensätze in den
Eigenschaften der Körper sind. Diese Gegensätze drücken sich namentlich in den elektrischen Eigenschaften aus und haben
öfter dazu geführt, die Affinitätserscheinungen auf polare Gegensätze zurückzuführen. (S. Elektrochemische
Theorie.)
[* 51] der persische, allgemein gebräuchliche Name des Landes der Afghanen, einheimisch kurzweg als Urlajat (Stammland)
oder nach den Hauptgebieten als Kabulistan u. s. w. bezeichnet.
Lage, Grenzen
[* 52] und Ausdehnung.
[* 53] Afghanistan liegt, geographisch, geschichtlich und sprachlich den Übergang von Indien zum westl. Asien
[* 54] bildend, zwischen 28° 45' und 37° 45' nördl. Br. und 60° 55' und 74° 45' östl. L. Im O. wird es von den Pamirlandschaften
sowie Tschitral, Kafiristan, Pischawar und dem Pandschab, im S. von Belutschistan, im W. durch das pers.
Chorassan, im N. durch das jetzt russ. Gebiet der Turkmenen, Buchara, Darwas, Schignan und Ostturkestan begrenzt, und zwar so,
daß die Orte Merutschak am Murghab, Andchui und die Amufähre bei Chodscha Salih noch auf afghan. Gebiete liegen.
Von letzterm durch den geschichtlich bedeutsamen Bamianpaß geschieden, läuft in derselben Richtung westlich
der nach der Nordseite wild und zerklüftet abfallende Gebirgszug Kohi-Baba, etwa 5500 m hoch, ebenfalls in die Region ewigen
Schnees aufragend, auf dem der Hilmend entspringt und sechs sehr beschwerliche Pässe den Verkehr vermitteln. Dem Kohi-Baba
schließen sich wiederum westlich zwei parallele Gebirgszüge an, der Sefid-Koh (Weißes
[* 57] Gebirge, der alte
Paropamisus) und der Sija-Koh (SchwarzesGebirge), die das Thal
[* 58] von Herat einschließen.
Der westl. Sefid-Koh ist nicht zu verwechseln mit dem östl. Sefid-Koh.
Von dem Hauptzuge des Hindukusch und Kohi-Baba aus zweigen sich zahlreiche Ketten ab, welche gegen SW. zum Unterlaufe des Hilmend
ziehen, südöstlich Herat das Bergland Hasara anfüllen und im SO. A.s fast Südrichtung erhalten, so
daß ein fächerförmiges Auseinanderstreben stattfindet. Am bekanntesten sind hier die östl.
und die westl. Suleimankette, in deren letzterer unter 31° 4' nördl.
Br. der Tacht-i-Suleiman bis zu 3910 m aufsteigt.
Dieser bis nach
Belutschistan hinabreichende Höhenzug bildet eine höchst charakteristische Grenze zwischen
der ind. und pers. Welt, mit seinem öden, steinigen Abfall im W. stark gegen das fruchtbare Industhal abstechend. Es giebt
unter den zahlreichen, wegen ihrer Enge und ihrer räuberischen Anwohner gefährlichen Verbindungswege fünf wichtigere:
den 53 km langen Chaibarpaß (s. d.) an dem Durchbruch des Kabulflusses nach dem Pandschab, der Kurumpaß
von Bannu nach Thal und Fort Kurum und nach Ghasni, südlicher der Chusoran und der für Artillerie gangbare Tankpaß;
an der
Nordseite des Tacht-i-Suleiman der Gomal- oder Gumal- oder Ghwalarpaß (235 km).
Fast im rechten Winkel
[* 59] zum Suleimangebirge
verläuft der östl. Sefid-Koh mit dem 4500 m hohen Paiwarpasse südlich
Kabul. Zu den Erhebungen des Nordens und Ostens bietet die Einsenkung des Südwestens, welche durchaus den Wüstencharakter
des innern Iran hat, das Gegenbild. Hier liegt der Hamunsumpf (2920 qkm) nur etwa 450 m hoch. Eine bedeutende Stromentwicklung
kann in einem so vielfach von Höhen durchzogenen Lande nicht stattfinden. Der größte Fluß, der Hilmend
(1120 km), hat ein Wassergebiet von 517000 qkm, verläuft sich aber als Binnenfluß bedeutungslos in den Hamunsee, in den
sich außerdem von N. der Adraskan oder Harud und der Farrah-Rud, von O. der Chasch-Rud ergießen. Der Hauptzufluß des Hilmend
ist der Argandab mit dem Tarnak. Der Kabul durchbricht zwischen Dschalalabad und Pischawar das östl.
Gebirge, um dem Indus zuzufließen. Die Nordgrenze A.s bildet der Amu, unter dessen Nebenflüssen der Kundus der bedeutendste
ist, während der Murghab und der Herirud in der Turkmenenwüste versiegen.
Klima. Binnenländischen Charakter trägt durchweg das im ganzen trockne KlimaA.s, obschon es vielfache,
durch die wechselnden Höhenverhältnisse und Richtungen der Gebirgszüge bedingte Abstufungen zeigt. In Ghasni dauert der
außerordentlich strenge Winter über vier Monate, der Schnee
[* 60] liegt bis in den Frühling hinein und der Sommer ist hier kaum
so warm wie in England. Die nördl. Hochländer werden von schneereichen Winterstürmen heimgesucht;
die südwestl. Ebene hat im Juni 50° C. im Schatten
[* 61] und auch in Kabul und Dschalalabad ist der Sommer zuweilen unerträglich
beiß.