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Schriftlich dokumentierte Erzählungen reichen zurück bis ins 4.Jahrhundert, womit Silat zu den Ältesten auf der Welt existierenden Kampfkünsten zählt. Um die Entstehung ranken sich natürlich zahlreiche Legenden, Sagen und Vermutungen. Grundsätzlich ist festzustellen, dass das rauhe Leben im südostasiatischen Dschungel die Notwendigkeit nach sich zog sein Leben sowohl gegen Mensch, als auch Tier, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, zu verteidigen. Daher gibt es im Pencak Silat nicht nur ein variantenreiches Repertoire an „Schlag-, Tritt- und Grifftechniken“, sondern auch zahlreiche Waffen und deren Anwendung. Ursprünglich waren die meisten Techniken Kopien der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt, die im Laufe der Zeit verfeinert und perfektioniert wurden. Kunstgegenstände und Artefakte zeigen, dass sich bereits im achten Jahrhundert n. C. am Riow Archipel besondere Kampfgewohnheiten entwickelt hatten. Der Riow Archipel liegt zwischen Sumatra und der malaiischen Halbinsel. Die frühen Stile waren noch stark von den verschiedenen asiatischen Festlandkulturen geprägt und nicht sehr weit entwickelt. Die Basis dieser Stile hat sich in verschiedenen Variationen über ganz Indonesien verbreitet. Der Stamm der Minangkabau auf Sumatra nahm diesen rohen Stil an und schuf eine besondere Art der indonesischen Kampfweise. Eines der frühesten Königreiche, das der Srivijaya auf Sumatra, dehnte zwischen dem siebenten und dem vierzehnten Jahrhundert durch die effizienten Kampfmethoden ihren Herrschaftsbereich sehr weit aus. Die Kulturen des elften Jahrhunderts entwickelten eine grosse Vielfältigkeit an Waffen und Kampfstilen. Unter den Majapahit Königen reifte die neue Kampfweise zu technischer Perfektion. Diese Entwicklung setzte sich bis ins sechzehnte Jahrhundert fort. Ursprünglich wurden die Kampfmethoden ausschliesslich von den Angehörigen der indonesischen Führungsschicht, dem Adel beherrscht und diese hüteten ihr geheimes Wissen. Trotzdem eignete sich im Lauf der Zeit auch das gewöhnliche Volk das Wissen an und perfektionierte es in bestimmten Bereichen. Dieses ursprüngliche und orthodoxe System ist landläufig als Pencak Silat bekannt. Währen der Zeit als Indonesien eine Kolonie von Holland war, kam Pencak Silat nach Europa. Die Verbreitung geschah nur sehr langsam. Die wenigen Meister in Europa hatten eine grosse Konkurrenz durch die bereits bekannten Kampfsportarten, wie Karate, Kung Fu, etc. Vor ca. 60 Jahren fand dann Pencak Silat den Weg in die Schweiz. Der aus Indonesien stammende Haka Tahir begann damals seine ersten Schüler zu unterrichten. Er hat bis zu seinem 98 Lebensjahr unterrichtet und ist 2016 friedlich eingeschlafen. Pencak Silat bevorzugt das Ausweichen. Die typische Antwort auf Angriffe ist leicht und schnell, ohne den knochenbrechenden Kontakt mit dem Angreifer zu suchen. Man stellt sich der angreifenden Kraft nicht entgegen, sondern passt sich ihr an, nützt sie für sich aus und lenkt sie in gewollte Bahnen, um sie so besser kontrollieren zu können und dann den Angreifer im besten Moment zu bezwingen. Pencak Silat wird in den Ursprungsländern mit Trommeln oder ganzen Gamelan Orchestern begleitet. Diese haben den gleichen Effekt wie das Metronom für einen Musiker, ausserdem kommt noch der Rhythmuseffekt vergleichbar mit Kriegstrommeln zum tragen. Es gibt in Indonesien über 180 verschiedene Pencak Silat-Stile, mit seinen über dreitausend Inseln ist Indonesien der Welt grösster Archipel und erstreckt sich vom indischen Ozean im Westen bis Neu Guinea im Osten, vom südostasiatischen Kontinent im Norden bis nach Australien im Süden. In diesem weiten Gebiet findet man die verschiedensten Formen des Pencak Silat in allen Variationen.