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Einer
der Pioniere der Stunts war der deutsche Harry Arias Froboess, der schon
in der Stummfilmzeit viele Stars doubelte. Durch seine erbliche Vorbelastung
- seine Mutter erzog ihn zum "springenden Fisch", sein Vater zog eine turnerische
Erziehung vor - war der 1899 in Bern (oder Dresden - hier gibt es verschiedene
Quellen) geborene Harry Arias Froboess prädestiniert für dieses
neue Genre. Er sprang schon früh von immer höheren Brücken
und Türmen ins Wasser, dies gipfelte schliesslich im Sprung aus einem
Zeppelin in 110m Höhe in den Bodensee. Dieser Sprung ist auch heute
noch unübertroffen und wird im Guiness-Buch der Rekorde geführt.
Allerdings wird vermutet, dass dieser Sprung in Realität gar nie stattgefunden
hat und es sich um einen geschickten PR-Gag handeln soll.
In der Anfangszeit des Films wurde jeder als Sensationsdarsteller angenommen,
überleben war jedoch Privatsache, und mancher zahlte seinen Leichtsinn
mit dem Leben. Diesem Schicksal wich Froboess schon früh aus, indem
er alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen durchspielte und die eventuellen
Gefahren abzuschätzen versuchte. Der grosse Druchbruch im Film schaffte
er in den Harry-Hill-Filmen. Dort kletterte er von einem rasenden Zug in
ein Flugzeug und anschliessend hangelte er sich von dort aus in einen Fesselballon.
Er setzte in seiner langen Karriere für Marilyn Monroe und Robert Mitchum (River with No Return), Bette Davis (The Bride came COD), Marlene Dietrich (Destry Rides Again), Greta Garbo (Queen Christina), Burt Lancaster (40 Wagen westwärts), Richard Widmark (Alamo), Errol Flynn (in den Piratenfilmen) und Humphrey Bogart sein Können ein.
Insgesamt wirkte Froboess in über 400 Filmen mit - es gibt kaum ein Tag, an dem nicht ein Film läuft, in dem er mitwirkte.
Als er sich später - als er längst im Ruhestand war - wieder Szenen wie aus "Western von gestern" ansah, wo er als Zorro mit dem Pferd über die Schlucht hinweg sprang, schauderte es ihn schon mal.
"Da ich von Kind auf trainiert hatte, war das gar nicht so gefährlich - ich kannte immer genau das Risiko, doch setzte dies Training und eine ungeheure Körperbeherrschung voraus. Wenn man einen Stunt vorbereitet, hat man kaum Gelegenheit, an Angst zu denken, alle Energie geht in die präzise Vorbereitung - und vor der Ausführung hat man keine Zeit dazu, das würde nur von der notwendigen Konzentration ablenken. Präzision und Vorsicht sind die wichtigsten Eigenschaften eines Stuntman".
1985 starb Harry Arias Froboess im Alter von 86 Jahren. Als Stuntman
blieb er im Film ein Namenloser, doch in der Geschichte des Films und vor
allem der Stunts hat er sich einen festen Platz erarbeitet.
Mehr Informationen über Harry Arias Froboess findet man auf der Homepage des Laurel & Hardy Club im Saarland