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Leitmotiv
Ein Leitmotiv in der Filmmusik ist ein charakteristischer Klang oder eine Melodie. Es bekommt durch den Zusammenhang, in dem es verwendet wird, eine Bedeutung. Das Publikum wird an diesen Zusammenhang erinnert, wenn sich das Leitmotiv wiederholt, und die Erinnerung wird dabei mit neuen Assoziationen angereichert.
Das Leitmotiv unterscheidet sich vom vereinzelten Auftreten bekannter Klangkonstellationen (wie Trauermärschen oder Nationalhymnen) beim Underscoring. Ein Leitmotiv soll oft eine «neue» Bedeutung erzeugen, die während eines Films, einer Serie etc. gilt. Durch ihren Charakter (etwa einen triumphierenden Gestus oder ihren Musikstil) haben Leitmotive eine Vorbedeutung.
Dem Leitmotiv verwandt ist das Klangsignet oder der Jingle, die einem Unternehmen, einer Sendung, einer Serie (oder Figuren und Elementen daraus) eine Identität geben.
Claudia Bullerjahn versucht, die Funktion von Leitmotiven in Metafunktionen, dramaturgische, epische, strukturelle und persuasive Funktionen zu unterteilen (Bullerjahn 2001). Es handelt sich um Aspekte, die selten isoliert vorkommen.
Schweizer Filmmusik
Arthur Honegger arbeitete bereits für seine Stummfilmmusik mit opernhaften Leitmotiven zur Charakterisierung von Figuren, zum Beispiel für die Titelgestalt in Napoléon (Abel Gance 1927). Robert Blum kombinierte die Technik des Underscoring mit Leitmotiven, die bestimmten Aspekten der Handlung oder Erwartungen der Figuren zugeordnet sind, wie in Anne Bäbi Jowäger I (Franz Schnyder 1960). Mario Beretta verwendete für Vollmond (Fredi M. Murer 1997) eine klassische Instrumentalmelodie als Leitmotiv. Niki Reiser seinerseits hat folkloristische Klischees vermieden, indem er die Hauptfigur von Alles auf Zucker! (Dani Levy 2005) mit einem langsamen Reggae charakterisierte. (Autor: Mathias Spohr)
Literatur
- Bullerjahn, Claudia: Grundlagen der Wirkung von Filmmusik, Augsburg: Wissner 2001. ISBN 3-89639-230-1