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John McNichols, Head of Multi-Strategy Investing, Private Asset Group
Das Spektrum der Anlagen auf den Private Markets ist in den letzten Jahren umfangreicher geworden. Allein bei direkt originierten Schuldtiteln gab es lange drei dominierende Teilbereiche: Direktkredite, Immobilien und Infrastruktur. In letzter Zeit sind aber auch attraktive Chancen im Bereich der Consumer Finance entstanden, darunter Studentendarlehen, Wohnungsbaudarlehen und Verbraucherkredite. Dieses breitere Spektrum an Anlageklassen kann für Private-Market-Anleger zu einer grösseren Diversifizierung und Risikominderung führen als in der Vergangenheit.
Eine weitere attraktive Besonderheit der Private Markets ist die Möglichkeit, eine Renditeprämie gegenüber öffentlichen Märkten zu erzielen, weitgehend bedingt durch Verzicht auf kurzfristige Liquidität.
Früher waren Veränderungen dieser Prämie in erster Linie auf Schwankungen an den öffentlichen Märkten zurückzuführen und nicht auf die Preisgestaltung an den Private Markets. Private-Market-Anleger und -Emittenten sind in der Regel auch längerfristig orientiert als Anleger am öffentlichen Markt, was ihnen die Möglichkeit gibt, über kurze volatile Phasen hinauszusehen. Daher sind die Kupons und Spreads, die von Private-Market-Anlegern verlangt und von Emittenten gezahlt werden, in der Regel stabiler.
Variabel verzinsliche Darlehen sind ein gängiges Instrument, um die Auswirkungen steigender Zinsen abzufedern. Vor allem auf den Private Markets ist eine variable Verzinsung weit verbreitet. So ist beispielsweise der Markt für Direktkredite an Unternehmen fast ausschliesslich variabel verzinst, ebenso wie das Non-Core-Segment des gewerblichen Immobiliensektors. Auch die Märkte für Asset-Backed-Securities und Wohnimmobilienfinanzierungen sind überwiegend variabel verzinst.
Was die Inflation anbelangt, so sind Immobilien ein übliches Mittel zur Absicherung. Auf den öffentlichen Märkten sind gewerbliche hypothekenbesicherte Wertpapiere (Commercial Mortgage-Backed Securities) eine Möglichkeit für eine solches Engagement. Auf den öffentlichen Märkten kann diese Absicherung jedoch ausgehöhlt werden, da die für die Verbriefung verfügbaren gewerblichen Hypotheken in der Regel kleiner und von geringerer Qualität sind als gewerbliche Immobiliendarlehen in privaten Märkten. Inhaber von Gewerbeimmobilien bevorzugen oftmals Private-Market-Transaktionen aufgrund der Einfachheit und Flexibilität der Zusammenarbeit mit kleineren Gruppen von Kreditgebern, manchmal auch mit einem einzigen Kreditgeber. In der Vergangenheit haben sich Wohnimmobilien und Infrastrukturanlagen auch als gute Absicherung gegen Inflation erwiesen.
Eine derzeit attraktive Anlageklasse sind gewerbliche Immobilienanleihen - sowohl Core-Plus- als auch Value-Add -, die eine beträchtliche Illiquiditätsprämie aufweisen können. Zusätzliches Potenzial sehen wir derzeit im europäischen Direct Lending Markt, da regionale Sponsoren tendenziell weniger Fremdkapital einsetzen als in den USA und die Kredite oft attraktivere Spreads aufweisen. Dabei hängt die Fähigkeit zur Nutzung dieser Chancen entscheidend von den Originierungskompetenzen eines Managers ab. Da Private Investments direkt originiert werden müssen, müssen Manager umfassende Beziehungen zu Private-Equity-Sponsoren, Banken und Kreditnehmern unterhalten, um zu einem bevorzugten Finanzierungspartner zu werden und Zugang zu einer Pipeline künftiger Transaktionen zu erhalten.
Die Berücksichtigung von ESG-Faktoren bei Private Assets unterscheidet sich von Anlageklasse zu Anlageklasse deutlich. Bei der direkten Kreditvergabe können Manager Kreditnehmer unter anderem durch sogenannte «Ratchet»-Darlehen (Margenanpassung in Abhängigkeit von Kennzahlen) beeinflussen: diese bieten als Anreiz einen niedrigeren Kupon im Gegenzug zu Maßnahmen zur Erreichung von ESG-Zielen eines Unternehmens, die dessen Finanzprofil stärken. Bei Gewerbeimmobilien gestaltet sich die Einbeziehung von ESG-Faktoren etwas anders. Gerade im Value-Add-Segment gibt es bereits einen bedeutenden Markt für umweltfreundlichere Anlagen. Das ist zum Teil auf Anreize zurückzuführen, die Immobilieneigentümer dazu ermutigen, ihre Objekte auf «grün» umzurüsten – von der Möglichkeit, höhere Mieten zu verlangen, bis zu Subventionen, die lokale Behörden anbieten.
Private Assets spielen in Portfolios institutioneller Anleger eine immer grössere Rolle, da ihre Vorteile deutlich zutage treten. Sie sind nicht nur oft stabiler, was zu einer besseren Diversifizierung führt, sondern zeichnen sich darüber hinaus häufig durch eine attraktive Illiquiditätsprämie aus. Auch die Möglichkeiten eines besseren strukturellen Schutzes sprechen für Private Assets.
Immer mehr Anleger versuchen, ihre Investitionen in der breiten Private-Credit-Kategorie bei einer kleineren Anzahl grosser Manager zu konsolidieren. Zu den Vorteilen gehören eine schlankere Governance, effizientere Vermögensallokation und Mehrwertschöpfung, schnellere Bereitstellung, besseres Liquiditätsmanagement und raschere Einführung neuer Anlageklassen und Innovationen. Häufig geschieht dies über Multi-Investor-Fonds, manchmal auch über offene Fonds, aber auch über grosse, auf die Kundenbeziehung ausgerichteten, separat verwalteten Konten. Unabhängig davon wie Anleger diese Möglichkeit nutzen: das Wachstum und die Diversifizierung von Private-Asset-Portfolios können die Wertentwicklung in turbulenten Zeiten verbessern.
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