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Mitte September erreicht die Meereisbedeckung um den Nordpol jeweils das Minimum. Seit über 30 Jahren wird das Eis von Satelliten überwacht. Bisher hatte es im Jahr 2012 am wenigsten Eis. Dieses Jahr hat es wieder etwas mehr Eis. Allerdings: im atlantischen Sektor lag dieses Jahr so wenig Eis wie nie in den letzten 30 Jahren.
Auswirkung auf Europas Wetter
Das helle Eis wirkt wie ein Spiegel: Es reflektiert 50% der Sonnenstrahlung, die anderen 50% gelangen als Wärme ins Meer. Liegt noch Schnee auf dem Eis, werden sogar 90% reflektiert. Fehlt das Eis auf dem Wasser, gelangt 94% der Sonnenenergie ins Meer. Der Energiehaushalt in der Arktis verändert sich, wenn das Eis fehlt, und der Temperatur-Unterschied zwischen unseren Breiten und der Arktis verringert sich. Dies kann die globale Strömung beeinflussen.
Klimaforscher haben untersucht, wie sich diese Veränderung auf das europäische Sommerwetter auswirkt. In einem Artikel im Fachmagazin «Nature» kommen sie zum Schluss, dass die Veränderungen in der Arktis zu häufigeren lang andauernden heissen und trockenen Phasen führen können. Andere Hypothesen, an denen geforscht wird, gehen in dieselbe Richtung: Jetstreams verlagern sich und quasi-stationäre Wellen werden verstärkt.