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Statement von Rudolf Schwenk, UNICEF-Vertreter in Malawi bei der gestrigen Pressekonferenz im Palais des Nations in Genf.
«Malawi erlebt den schwersten Cholera-Ausbruch in seiner Geschichte. Das Land kämpft zusätzlich mit dem Ausbruch von Polio und anhaltenden Covid-19-Fällen. Begrenzte Ressourcen überlasten das Gesundheitssystem, das Gesundheitspersonal stösst an seine Grenzen. Es sind unglaublich schwierige Zeiten für die Kinder in Malawi.
Seit der Cholera-Ausbruch vor etwas mehr als einem Jahr offiziell bekannt wurde, haben sich die Cholerafälle auf alle 29 Distrikte des Landes ausgebreitet. Mehr als 50 000 Personen haben sich seither infiziert, darunter sind über 12 000 Kinder. Bislang mussten über 1500 Todesfälle verzeichnet werden, unter ihnen 197 Kinder.
Die Bedingungen für die Verbreitung des tödlichen Virus wurden wahrscheinlich durch die Tropenstürme Ana und Gombe, die Malawi vor etwas mehr als einem Jahr heimsuchten, deutlich erhöht. Hinzu kommt eine chronischen Unterfinanzierung der Wasser- und Sanitärinfrastruktur sowie eine Unterbrechung der Cholera-Präventionskampagnen aufgrund der Covid-19 Pandemie. Da die diesjährige Regenzeit ihren Höhepunkt erreicht, ist UNICEF äusserst besorgt, dass sich der Ausbruch ohne sofortige und angemessene Massnahmen verschlimmern wird. In Kombination mit der alljährlichen Dürreperiode, in der Millionen Menschen in Malawi von Ernährungsunsicherheit betroffen sind, leiden Kinder am meisten. Durch den Klimawandel wird Malawi in Zukunft noch häufiger von klimabedingten Gefahren wie schwereren Stürmen und Dürreperioden betroffen sein.
Heute befinden sich schätzungsweise 4,8 Millionen Kinder in Malawi in humanitärer Not – das entspricht praktisch jedem zweiten Kind. Bis Ende März wird erwartet, dass fast eine Viertelmillion Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt sein wird, darunter mehr als 62 000 Kinder schwer mangelernährt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein mangelernährtes Kind an Cholera stirbt, ist elf Mal höher als bei einem gut ernährten Kind. Ein Choleraanfall kann deshalb für Tausende von Kindern in Malawi ein Todesurteil bedeuten.
Seit dem ersten gemeldeten Fall vor etwa einem Jahr hat UNICEF gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderen Partnerorganisationen die Regierung von Malawi dabei unterstützt, die Übertragung von Cholera zu kontrollieren und die Zahl der Todesfälle zu minimieren. Teams wurden auf allen Ebenen geschult und Ausrüstungen und lebenswichtige Güter wie Medikamente und sauberes Wasser zur Verfügung gestellt. Ausserdem hat UNICEF in den betroffenen und choleragefährdeten Gebieten Informationen zur Choleraprävention, -behandlung und -hygiene verbreitet. Doch jetzt fehlen uns Mittel und Hilfsgüter.
Aufgrund des enormen Bedarfs benötigt UNICEF 52,4 Millionen US-Dollar, um lebensrettende Hilfsgüter, Dienstleistungen und technische Unterstützung in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Gesundheit, HIV, Bildung, Ernährung, Kinderschutz und Sozialschutz bereitzustellen.
Um künftige Cholera-Ausbrüche zu verhindern, müssen wir das Land mit erheblichen Investitionen in Gesundheits-, Wasser- und Sanitärinfrastruktur unterstützen.»
«Das Ausmass der Verwüstung in der Türkei ist schlichtweg katastrophal»
Zusammenfassung der Aussagen von Afshan Khan, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien anlässlich der Pressekonferenz vergangenen Freitag im Palais des Nations in Genf.
Ukraine: Tod, Zerstörung und Vertreibung verfolgen die Kinder
Dies ist eine Zusammenfassung der Aussagen des UNICEF-Sprechers James Elder anlässlich der gestrigen Pressekonferenz im Palais des Nations in Genf.