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Schulkalender soll beibehalten werden
Staatsrat gegen gleichmässige Lern- und Erholungsphasen
Die Freiburger Regierung möchte am heutigen Schulkalender nicht rütteln. Sie hat deshalb kein Gehör für gleichmässige Lern- und Erholungsphasen, wie sie von Murtner Grossräten gefordert werden.
Die Murtner Grossräte Hugo Raemy (SP) und Christiane Feldmann (FDP) wünschen sich einen Schulkalender mit regelmässigen Schulrhythmen: Auf eine Periode mit sieben bis acht Schulwochen sollten jeweils zwei Wochen Ferien folgen. Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen würden sich solch regelmässige Schulrhythmen positiv auf die Aufnahmefähigkeit der Schulkinder auswirken. Für Hugo Raemy und Christiane Feldmann gibt es bei der heutigen Verteilung jedoch zu kurze und zu lange Lernperioden. Dies wirkt sich ihrer Meinung nach auch auf die Lernmotivation der Schüler aus.
Gemäss heutigem Gesetz umfasst das Schuljahr mindestens 38 Wochen bzw. mindestens 185 Schultage. Zudem hat der Staatsrat beschlossen, dass für die Jahre 2005/06 bis 2009/10 folgende Grundsätze gelten sollen:
l Zwei ganze Wochen Ferien im Herbst, an Weihnachten und zu Ostern sowie eine ganze Woche zur Fasnachtszeit;
l Mindestens drei Wochen Ferien im Juli und mindestens drei Wochen Ferien im August;
l Beginn des Schuljahres an einem Donnerstag, wenn möglich am letzten Donnerstag im August, sonst am vorletzten Donnerstag im August;
l Ein schulfreier Tag, den die Schulkommissionen frei wählen können: Meist den Freitag nach Fronleichnam oder im Broyebezirk der Kilbi-Montag.
Der Staatsrat erinnert in seiner Antwort auf das Postulat daran, dass gemäss einer Gesetzesänderung neu die Erziehungsdirektion den Schulkalender nach Anhören der Behörden der Schulkreise aufstellt.
631 Antworten eingegangen
Er weist auch darauf hin, dass der Schulkalender für die Jahre 2001/02 bis 2004/05 in eine breite Vernehmlassung geschickt worden sei: Gemeinderäte, Schulkommissionen, OS-Verbände, Elternvereine usw. 631 Antworten seien eingegangen und hätten ergeben, dass 71 Prozent für zwei Wochen Ferien im Herbst, 98 Prozent für zwei Wochen Ferien an Weihnachten, 91 Prozent für eine Woche Wintersportferien, 90 Prozent für zwei Wochen Ferien im Frühling waren. 50 Prozent fanden den Zeitpunkt der Herbstferien gut; 20 Prozent wollten sie früher (vor allem Deutschfreiburg) und 30 Prozent wollten sie später (vor allem der französischsprachige Kantonsteil). Schliesslich wollten 57 Prozent die Wintersportferien in der Fasnachtszeit, und 85 Prozent fanden, dass die Frühlingsferien auf Ostern fallen sollten.
Volkswillen respektieren
«Die Idee einer strikteren Einhaltung der Schulrhythmen gemäss den Vorschlägen der Grossräte Raemy und Feldmann wurde somit von einer Mehrheit der Gemeinderäte, Schulkommissionen und anderen befragten Organen, aber auch von Eltern und Lehrpersonen verworfen. So wird in einer Mehrheit der Antworten gefordert, dass die traditionellen Schulrhythmen eingehalten werden», hält der Staatsrat fest und begründet so, weshalb er dem Grossen Rat das Postulat zur Ablehnung empfiehlt.
Er weist auch darauf hin, dass der Schulkalender auf der Internetsite der Erziehungsdirektion www.fr.ch/dip abrufbar sei. az