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Kurz nach der Abfahrt von Beauly, nordöstlich von Inverness, schlugen wir die Richtung nach Südosten ein. Wir näherten uns wieder einmal einem Schlachtfeld. Im Culloden Moor, heute bekannt als Culloden Battelfield, fand am 16.04.1746 die letzte Schlacht auf den britischen Inseln statt. Die Grausamkeiten Cumberlands und die folgende Zerstörung der alten Gesellschaftsordnung der Hochländer ist als Trauma in die Literatur und der Dichtung eingeflossen.
Doch wir wollten uns heute eher einem erfreulicheren Thema widmen. Der Schnapsbrennerei und der Herstellung, beziehungsweise der Wiederverwertung der Fässer. Als erstes besuchten wir die Distillery Glenfiddich.
Ihre Produkte dürften weltbekannt sein. In der Regel handelt es sich um Whisky der 12, 15 oder 18 Jahre lang gelagert wurde. Wir konnten den Betrieb besichtigen.Wir durften sogar einen Blick in die riesigen Fässer werfen, worin die Gärung stattfindet. Kaum zu glauben, dass aus dieser Brühe mal ein so feiner Whisky werden könnte. Wir erfuhren viel über die Firmengeschichte, wir sahen die grossen Destilliergeräte aus Kupfer und beim Besuch von Lager Nummer 1 erhielten wir einen kleinen Eindruck von den riesigen Lagerbeständen der Distillery. In weit über 100 Lagerhäusern wird dem Endprodukt in 1000en von Fässern während vielen Jahren Zeit gelassen, die vollkommene Reife zu erhalten. Einzelne Fässer sollen bereits über 70 Jahre eingelagert sein.
Es gehört zum Thema, dass man den wichtigen Bestandteil des Fasses ebenfalls am gleichen Tag anschaut. Muss doch der Whisky während Jahren darin lagern. Ganz in der Nähe befindet sich auch eine Küfferei.
Heute werden fast keine neuen Fässer mehr gemacht. Für den schottischen Whisky ist das auch gar nicht notwendig. Man importiert die Fässer aus Amerika, worin ursprünglich der Bourbon zur Reife gebracht wurde. Die Fässer werden repariert, allenfalls einzelne Bretter ersetzt und können anschliessend für den Scotch verwendet werden.
Selbst die Fässer, worin der schottische Whisky gelagert war, können ein paar Mal wieder aufgefrischt werden und nochmals verwendet werden. Nebst einem riesigen Lagerplatz konnten wir vor allem einen Blick in die Halle werfen worin die Arbeiter im Akkord die Fässer bereitstellen. Ein guter Arbeiter kann pro Tag etwa 25 bis 27 Fässer vorbereiten. Der Schnellste soll schon mal ein einzelnes Fass in 7 Minuten geschafft haben.
Anschliessend fahren wir über hügeliges, fruchtbares Land an die Nordmeerküste nach Aberdeen hinunter, wo wir für heute unser nächstes Hotel bezogen haben.