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Das Wichtigste in Kürze
- Sepp Blatter sieht die Vergabe der WM an Katar als grossen Fehler an.
- Verantwortlich für den Ausgang der Wahl macht er Ex-UEFA-Chef Michel Platini.
«Ohne die Intervention von Sarkozy (damaliger französischer Präsident) bei Platini hätte Katar die WM 2022 nie gehabt», sagte Blatter im Interview der französischen Zeitung «Le Monde» und betonte: «Dies ist das erste Mal, dass eine politische Intervention eine wichtige Fussballentscheidung geändert hat.»
Platini weist Vorwürfe zu WM 2022 zurück
Platini wies die Vorwürfe gegenüber «Le Monde» zurück. «Der Hass, der Schlamm, die Gemeinheit – es reicht. Seit fünf Jahren stellt Sepp Blatter die gleichen lügnerischen und unbegründeten Behauptungen auf. Ich dachte, dass das Älterwerden zu Weisheit und Wahrheit führt, was er behauptet, ist absolut falsch.»
Blatter bezieht sich auf ein Treffen Platinis im Élyséepalast am 23. November 2010 mit dem damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem heutigen Emir von Katar, Tamim bin Hamad. Kurz danach wurden am 2. Dezember 2010 die WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar vergeben.
Laut dem 85-jährigen Schweizer seien nach dem Treffen die Stimmen von Platini und drei weiteren Europäern an Katar gegangen, was den Ausschlag gegeben hätte. Platini bekräftigte indes, dass er nicht beeinflusst worden sei.
Blatter habe für USA gestimmt
Die Korruptionsvorwürfe kursieren bereits länger gegen den früheren französischen Weltklassespieler, 2019 war er deswegen auch von der französischen Polizei vernommen worden.
Mit Blick auf mögliche Korruption bei den stimmberechtigten FIFA-Exekutivmitgliedern sagte Blatter: «Ich bin weder Moralist noch Beichtvater. Aber bei so wichtigen Entscheidungen wie der Vergabe einer WM ist es durchaus möglich, dass hier und da Geld fliesst und die Leute es in die Tasche stecken.»
Blatter selbst habe für die USA gestimmt. Aus sozialer und klimatischer Sicht sei es ein grosser Fehler gewesen, die WM 2022 nach Katar zu geben.