Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/60418

<h2>SubmittedText<h2><p>Mit dem Armeeleitbild XXI wurde, gestützt auf das neue Ausbildungsmodell, ein Aufwuchs an militärischem Berufspersonal gefordert. Durch den zunehmenden Finanzdruck u. a. wurde dieser Aufwuchs nicht eingeleitet.</p><p>Bei Truppenbesuchen stelle ich nun fest, dass weiterhin eine ungenügende Anzahl von militärischem Berufspersonal für die Grundausbildung zur Verfügung steht. Gleichzeitig können die Vorgaben zur Umsetzung der Stellenreduktion nicht eingehalten werden, weil die heutige Anzahl verfügbares militärisches Berufspersonal grösser ist als die ab 2006 zur Verfügung stehenden Stellen. Die Vermischung von in Ausbildung stehenden Berufmilitärs (Grund- und Weiterausbildung im In- und Ausland) und dem Stellenplan der Organisationseinheiten der Teilstreitkräfte Heer und Luftwaffe erscheint dabei als unzweckmässig, weil damit der Stellenbesetzungsfaktor 1 nicht erreicht werden kann. Sowohl Aufgabenerfüllung wie auch Durchhaltefähigkeit in der Grundausbildung der Armee werden damit infrage gestellt. Wie gedenkt der Bundesrat, diese Konstellation zu verbessern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Anlässlich des Starts der "Armee XXI" wurden mit dem Übergang zu einem neuen Ausbildungs- und Kadermodell neue und veränderte Anforderungen an das militärische Berufspersonal gestellt. Diesem Umstand wurde mit dem Armeeleitbild XXI entsprechend Rechnung getragen. In der Folge sollte ein Aufwuchs an militärischem Berufspersonal dazu beitragen, die Erfüllung der Aufgaben im Rahmen des neuen Ausbildungsmodells sicherzustellen.</p><p>Der heutige Mangel an militärischem Berufspersonal für die Grundausbildung besteht, weil der obenerwähnte geplante Aufwuchs aufgrund des Finanzdruckes nicht realisiert werden konnte. Gleichwohl muss die Armee aber jährlich etwa 20 000 Rekruten ausbilden. Das führt zu einem ungünstigen Verhältnis von Ausbildern zu Auszubildenden. Im Übergang von "Armee 95" zu "Armee XXI" mussten zudem hohe Überbestände in den Rekrutenschulen bewältigt werden, was die personelle Situation noch verschärft.</p><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Rahmenbedingungen des militärischen Berufspersonals verbessert werden müssen. Das VBS hat deshalb im September 2004 folgende temporäre Massnahmen im personellen Bereich verfügt:</p><p>- Erhöhung des Kontingents an Berufsoffiziers- und -unteroffiziersstellen um 100 Stellen;</p><p>- Erhöhung des Kontingents an Zeitmilitärstellen um 150 Stellen, befristet bis Ende 2007;</p><p>- Verlängerung des befristeten Zeitmilitärkontingents von 139 Stellen bis Ende 2007.</p><p>Gleichzeitig sollen die zentralen Stäbe zugunsten der im Rahmen der Ausbildung eingesetzten Berufsmilitärs reduziert werden.</p><p>Die Armee wurde zudem beauftragt, eine detaillierte Beurteilung der personellen Situation im Ausbildungsbereich über alle Kategorien des militärischen Personals vorzunehmen.</p><p>Die ergriffenen Massnahmen zeigen bereits, insbesondere bei der Luftwaffe, erste positive Wirkungen.</p>  Antwort des Bundesrates.