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Little Children (2006)
Little Children (2006)
Auch 2006 war Thomas Newman nicht von der Leinwand bzw. aus den Boxen weg zu denken. Wenngleich er mit nicht ganz so zahlreichen Arbeiten wie 2005 aufwartete, so hat er mit Little Children und kürzlich mit The Good German doch zwei sehr vielversprechende Werke geschaffen, und besonders mit dem zweitem doch recht neues Terrain betreten: Für The Good German komponierte er einen sehr voluminösen und dick aufgetragenen Orchester-Score in der guten alten Tradition von Meistern wie Waxman, Rozsa und Herrmann.
Thomas Newman-typischer dagegen klingt sein vorliegendes Werk, Little Children. Erinnerungen an Werke wie Erin Brockovich und American Beauty stellen sich schon im ersten Track ein. Er erfindet sich nicht neu, unterhält aber auf gewohntem Niveau und beeindruckt vor allem, wie schon in The Green Mile und Road to Perdition, mit dem Abschlussstück, dem "End Title".
Die ersten drei Stücke stellen gleich das Gerüst des Scores vor. Mit "Snack Time" kriegt der Hörer ein typisches Newman-Eröffnungsstück zu hören. "Tissue" präsentiert die ersten paar Minuten des sehr schönen und effektiven Klavierspiels, das sich durch den ganzen Score hindurchzieht. Für diese Aufnahme setzte sich Thomas Newman übrigens persönlich ans Klavier, und er spielte auch die 5-string Electric Violine, welche besonders während dem "End Title" zu hören ist. Das 3. Stück, "2 Hillcrest" präsentiert dann etwas leichtere Kost und lässt etwas heile Welt vermuten. Diese Stimmung verfliegt jedoch schnell und der mittlere Teil des Scores zeigt sich von der düsteren Seite.
Das Stück "Late Hit" verwendet Synth-Programming, wie wir es schon bei Werken von James Horner gehört haben (The Forgotten und Beyond Borders). Die dunkle Mélange aus interessanten Klanggebilden wird einmal äusserst abrupt und eher störend von einer Instrumentalversion von "Fly Me to The Moon" gebrochen. Diese Version des Klassikers ist auf keinen Fall misslungen, sondern hört sich recht schön an, aber sie unterbricht den Score auf solch radikale Weise, dass man sich gewünscht hätte, das Stück wäre zu Beginn des Albums als eine Art Intro einprogrammiert worden. Schade!
Ins Schwarze trifft der Score dann jedoch mit dem "End Title". Dieser dauert satte sieben Minuten und präsentiert eine Komposition auf höchstem Niveau. Das leicht barocke Element (hervorgerufen durch die 5-string Electric Violine), welches sich in der treibenden, etwas spitzfindigen Melodie zeigt, wird von Newman-typischer Perkussion im Hintergrund begleitet. Solch einen "End Title" wünschte man sich für jede Scoreveröffentlichung!
Fazit: Mit Little Children legt Thomas Newman eine sehr interessante und beeindruckende Arbeit vor, welche zwar im Mittelteil durch die überwiegend dunkle Stimmung etwas durchhängt, aber mit einem überzeugenden Beginn und vor allem mit einem wunderbaren Schluss überzeugt. Die Instrumentierung ist Newman-typisch und erinnert oft an ältere Arbeiten des Komponisten. Aber hey, es ist schliesslich eine Thomas Newman-Komposition.
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