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Glinski,
Michael, Fürst, poln. Parteigänger, stammte aus einer fürstlichen Familie tatarischen Ursprungs, die seit 1494 in Litauen ansässig war, und ward, nachdem er lange Zeit in Friesland unter Albrecht von Sachsen [* 2] und in Italien [* 3] unter Maximilian I. gefochten, der Günstling des Königs Alexander Jagello von Polen. Unter König Siegmund von Neidern beschuldigt, nach der Krone von Litauen gestrebt zu haben, fiel er in Ungunst, rächte sich blutig an mehreren seiner Gegner und nahm sodann mit zwei Brüdern und vielen Litauern Dienste [* 4] beim russischen Zaren Wasilij III. Iwanowitsch, den er 1508 zu einem Einfall in Litauen bewog. Er selbst führte das feindliche Heer gegen sein Vaterland, ward aber geschlagen, und seine Güter in Litauen fielen dem König von Polen anheim.
Bei einem zweiten
Einfall bemächtigte er sich 1514 des festen
Smolensk durch
Verrat; weil aber der
Zar sein
Versprechen, ihm
diese Stadt zu überlassen, nicht hielt, suchte er sich mit seinem König auszusöhnen. Wasilij, davon
benachrichtigt, ließ ihn in
Ketten nach dem Innern Rußlands abführen. Durch Vermittelung seiner
Nichte, der Zarin
Helena,
und des
Kaisers
Maximilian ward er wieder befreit.
Weil er jedoch die Zarin
Helena wegen ihres übeln Lebenswandels getadelt,
ließ ihn diese abermals gefangen setzen und blenden. Er starb 1534 im Kerker. Der polnische Dichter
Wezyk behandelte
Glinskis
Schicksal in einer
Tragödie.
Vgl. Warnku, De ducis M. Glinscii contra Sigismundum regem rebellione (Bresl. 1868).