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Insgeheim wünschte sich Nina Dorizzi als Sechzehnjährige in ihrem Liebeskummer eine Krankheit herbei. Ein oder zwei Wochen wollte sie krank sein, damit sich alle um sie kümmern müssen. Mit einem Leben als Behinderte Frau, damit hatte Nina eigentlich nicht gerechnet. Kinderlähmung mit lebenslanger Abhängigkeit von einem Atemgerät war die Diagnose. 12 Jahre lag sie in der Intensivstation der Zürcher Uniklinik. Da die Krankenkasse kein mobiles Atemgerät bezahlen wollten, musste Nina Dorizzi nach anderen Wegen suchen, die zu einem eigenständigen Leben ausserhalb des Krankenhauses führten.
1980 organisierte Nina Dorizzi in Bern die erste Behindertendemonstration, die es in der Schweiz überhaupt gab. Heute setzt sie sich als engagierte Politikerin für die Belange sozialer Randgruppen im Parlament der Stadt Winterthur ein. Mit ihrer eigenen Hilfsorganisation für Behinderte in Russland reist Nina Dorizzi mehrmals jährlich nach Moskau, um dort persönlich Rollstühle, Medikamente und Krankenbetten zu verteilen. Auf diesen Reisen stößt Nina Dorizzi immer wieder an Grenzen, auch an ihre eigenen.