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Letzte Woche wurde The Armed Man: A Mass for Peace von Karl Jenkins zum zweiten Mal in Manizales in der Kathedrale aufgeführt. Das grossartige Werk beginnt mit stumm marschierenden Menschen, Trommeln, ein Piccolo ertönt, traditionell ein Instrument der Militärkapellen. Es intoniert einen französischen Marsch aus dem 15. Jahrhundert, L’homme armé. Die Frauenstimmen ertönen, dann die Männer. Trompeten. Erst spät setzt das restliche Orchester ein. Gänsehaut.
Die eindringliche Musik erzählt von Krieg, Leiden, Tod und Hoffnung auf Frieden. Die religiösen und weltlichen Texte stammen aus verschiedenen Jahrhunderten und Ländern. Ein Muezzin ruft darin zum Gebet. Hier ist es der Imam der Moschee von Pereira mit seiner mächtigen Stimme, die in jeden Winkel der Kathedrale dringt. Wie ein Aufruf zur Versöhnung der Religionen.
„The Armed Man“ ist eine ökumenische, mehrsprachige Friedensmesse, die zur Jahrtausendwende geschrieben wurde und den Opfern des Kosovokriegs gewidmet ist. Aber sie gibt allen Opfern von Kriegen eine Stimme, zum Beispiel all denen, die beim Atombombenabwurf von Hiroshima sofort oder erst verzögert qualvoll starben. Die Übersetzung der Texte wird in der Kathedrale eingeblendet, damit die Stimmen nicht nur gehört, sondern auch verstanden werden.
Der Kontrast zwischen der schönen Musik und dem Wissen um all die unbelehrbaren, teils sogar demokratisch gewählten Kriegstreiber und ihre immer perfideren Methoden der Kriegsführung bereitet fast körperliche Schmerzen.
Die Messe findet sich in verschiedenen Versionen auch auf YouTube. Zum Beispiel in dieser vollständigen Version von 2014, aufgeführt in Boston. Hinhören lohnt sich.