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In der heutigen Ausgabe der Edelmetall-News möchten wir uns mit dem Thema Feingehalt bei Goldmünzen beschäftigen und welche Bedeutung diese Angabe für den Anlage- und Sammlermarkt hat. Wer in Bullionmünzen investiert wird feststellen, dass je nach Sorte unterschiedliche Goldlegierungen verwendet werden. Nicht selten ist ein geringer Anteil an Kupfer oder Silber beigemischt, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Gleichzeitig entsteht eine veränderte Optik, denn das zugefügte Edelmetall wirkt sich auf die Farbe des Goldes aus. Darüber hinaus bestehen zahlreiche Münzen wie zum Beispiel Maple Leaf aus nahezu reinem Gold. Und es stellt sich die berechtigte Frage, ob diese Produkte einen höheren Wert besitzen als Münzen mit geringeren Feingehalten wie Krügerrand, Sovereign oder American Eagle.
Ausschlaggebend für den Wert einer Münze ist das Verhältnis zwischen dem Münzgewicht und dem Feingehalt. Die meisten Goldmünzen, die für Anleger oder Sammler ausgegeben werden, sind neben anderen Gewichtseinheiten in der gängigen Stückelung zu einer Unze erhältlich. Diese Einheit entspricht exakt 31,1034768 Gramm. Gleichzeitig wird der Goldpreis an den internationalen Märkten für eine Feinunze Gold berechnet. Bei Münzen ist dies jedoch nur der Grundpreis. Es kommen Produktions- und Handelsaufschläge dazu, aus denen sich die Verkaufspreise ergeben.
Was besagt der Feingehalt?
Der Feingehalt einer Münze gibt den Anteil an reinem Gold beim verwendeten Material an. Er ist ebenfalls bei Investmentprodukten aus Silber, Platin oder Palladium zu finden. Angegeben wird der Feinwert auf Münzen vierstellig, also in Promille. Als reines Gold gilt ein Feingehalt von 999,9/1000. Daneben werden auch Goldmünzen für Sammler hergestellt, die aus 999,99 Tausendstel Gold bestehen. Beide Werte entsprechen der Bezeichnung 24 Karat, die jedoch eher im Schmuckbereich genutzt wird. Auch eine entsprechende Prozentangabe kann verwendet werden, die überwiegend in Produktbeschreibungen oder auf Zertifikaten zu finden ist, allerdings nicht auf den Münzen selbst.
Dagegen ist es mit den heute üblichen Verfahren technisch nahezu unmöglich, absolut reines Gold herzustellen. Ein geringer Anteil an Fremdmaterial bleibt immer im Gold eingeschlossen. Moderne Goldmünzen zeichnen sich durch hohe Feingehalte von 999 bis 999,9 Tausendstel aus. Um als Anlagemünze eingestuft zu werden, muss eine Goldmünze mindestens 900/1000 Gold aufweisen. Das ist insbesondere bei Investmentprodukten wichtig, da Bullionmünzen von der Mehrwertsteuer befreit sind, sofern sie die strengen Kriterien erfüllen. Im Gegensatz zu Goldbarren gibt es keine Kennzeichnungspflicht bei Goldmünzen mit dem Feingehalt auf dem Produkt. Daher suchen Anleger die Angabe bei den Klassikern mit reduziertem Feinwert wie Krügerrand oder American Eagle eher vergebens.
Ist weniger Feingehalt gleichbedeutend mit geringeren Angebotspreisen?
Vergleicht man beliebte Goldmünzen wie American Eagle, Krügerrand, Maple Leaf, Nugget-Känguru oder Sovereign miteinander, ist der Anteil an reinem Gold sehr unterschiedlich. Während Maple Leaf und Känguru jeweils einen Feingehalt von 999,9/1000 aufweisen, beträgt dieser bei den anderen hier genannten Münzen nur 916,7 Tausendstel. Ergänzt wird der Goldanteil bei Krügerrand und Sovereign durch Kupfer und bei American Eagle durch Silber. Auf diese Weise erhält das Gold einen rötlichen oder hellen Schimmer.
Der geringere Feingehalt bedeutet jedoch nicht, dass diese Münzen weniger Gold enthalten als solche mit höheren Feinwerten. Dazu das Beispiel der Goldmünze Krügerrand: Der Feingehalt beträgt 916,7/1000 Gold zuzüglich 8,33 Anteile Kupfer. Dennoch wird ein Feingewicht von 31,103 Gramm Gold verwendet, sodass sich ein Gesamtgewicht oder Raugewicht der Münze von 33,93 Gramm ergibt. Zum Vergleich, das Maple Leaf-Goldstück mit 999,9 Tausendstel wiegt 31,1035 Gramm. Beide Münzen entsprechen damit einer Feinunze Gold.
Also sind die Preise der Münzen nicht von ihrem Feingehalt abhängig, sondern eher von Angebot und Nachfrage sowie dem Prägeaufwand. Wie bereits erwähnt, spielt bei der Preisfindung ebenfalls die Handelsspanne eine Rolle. Alles zusammen stellt das Aufgeld über dem Goldpreis dar, das prozentual pro Gramm berechnet wird. Anleger, die Goldmünzen möglichst nah am Spotpreis erwerben möchten, sollten daher die aktuelle Aufgeldtabelle im Blick behalten.
Achtung: Reines Gold besitzt eine weiche Oberfläche!
Während reines Gold bei Edelmetallmünzen und -barren sehr beliebt ist, wird es für Schmuckstücke so gut wie nie verwendet. Hintergrund ist die verhältnismäßig weiche Oberflächenstruktur von Feingold. Als hochwertige Legierungen für Schmuck, wie zum Beispiel Ringe oder Halsketten gilt 585er (14 Karat) oder 750er (18 Karat) Gold. Je nachdem, welcher Effekt gewünscht ist, werden andere Edelmetalle wie Kupfer, Silber oder Platin in die Legierung gemischt. Auf diese Weise entstehen Rotgold, Roségold oder Weißgold. Gleichzeitig wird die Oberfläche widerstandsfähiger und härter, sodass sie den täglichen Anforderungen standhalten kann.
Bei reinen Anlage- und Sammlerprodukten aus Gold verzichtet man jedoch auf die Beimischung höherer Anteile an anderen Edelmetallen. Goldmünzen oder Goldbarren sind nicht dafür gedacht, sie ständig in die Hand zu nehmen oder weiteren Beanspruchungen auszusetzen. Der hohe Goldanteil steht im Vordergrund. Ihre Oberflächen sind zwar nicht anlaufgefährdet, wie die von Silber und anderen Weißmetallen, jedoch sind Fingerabdrücke oder Kratzer auf Investment- und Sammlerobjekten allgemein nicht gewünscht. Solche Beschädigungen können sich zudem wertmindernd auswirken. Deshalb werden Münzen oder Barren überwiegend verpackt angeboten und sollten auch so gelagert werden. Acrylkapseln, Blister oder Folien ermöglichen dabei eine Betrachtung von allen Seiten. Wer seine Goldstücke dennoch direkt in die Hand nehmen möchte, sollte dazu Baumwollhandschuhe tragen. Erfahren Sie mehr zur Pflege von Goldmünzen.
Fazit: Das Gesamtgewicht gleicht den Feingehalt aus
Der verwendete Feingehalt von Münzen gibt nur bedingt Auskunft über ihren Wert. Erst das Zusammenspiel aus Goldanteilen und Gesamtgewicht ist aussagekräftig. Gängige Bullionmünzen wie Krügerrand, American Eagle, Maple Leaf, Australian Känguru oder Wiener Philharmoniker werden nah am Goldpreis gehandelt und zeichnen sich durch eine hohe internationale Akzeptanz aus. Dank der standardisierten Einheit zu einer Feinunze verfügen sie trotz unterschiedlicher Gewichte über die gleiche Menge an Gold. Dadurch lassen sich ihre Preise optimal miteinander vergleichen: