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reflective equilibrium; climate ethics; precautionary principle; coherence; justification
TanjaRechnitzer (2020), Precautionary Principles, in Internet Encyclopedia of Philosophy
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Baumberger Christoph, Brun Georg (2020), Reflective equilibrium and understanding, in Synthese
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Brun Georg (2018), Logical expressivism, logical theory and the critique of inferences, in Synthese
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Brun Georg (2017), Conceptual re-engineering: from explication to reflective equilibrium, in Synthese
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Baumberger Christoph, Brun Georg (2017), Dimensions of Objectual Understanding, in Grimm Stephen R. (ed.), Routledge, New York, 165-189.
Brun Georg (2017), Thought Experiments in Ethics, in Stuart Michael T., Fehige Yiftach, Brown James Robert (ed.), Routledge, Abingdon/New York, 195-210.
BeisbartClaus, BetzGregor, BrunGeorg, Making Reflective Equilibrium Precise. A Formal Model, in ERGO
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Die Gesellschaft erwartet von der Philosophie zunehmend konstruktive Beiträge zur Lösung wichtiger Probleme. In Ethik-Kommmissionen und im Weltklimarat IPCC sind PhilosophInnen massgeblich daran beteiligt, Empfehlungen zum rationalen und ethischen Handeln zu unterbreiten. Diese Empfehlungen sollen natürlich gut begründet sein. Wie aber lassen sich ethische Empfehlungen und Forderungen begründen? Mit welcher Methode können wir in schwierigen Fällen zu einer gut begründeten Entscheidung kommen? In der Philosophie nennt man als Antwort auf diese Frage gern das Überlegungsgleichgewicht (ÜG). Diese Methode, die massgeblich durch John Rawls geprägt wurde, geht von bereits bestehenden Festlegungen über richtiges Handeln aus und systematisiert diese durch möglichst allgemeine und kohärente Prinzipien, die sich dann auf neue Anwendungen ausweiten lassen oder auch bestehende Festlegungen kritisch infrage stellen können. Dabei sollen auch Hintergrundtheorien berücksichtigt werden. Im Detail bleibt jedoch oft unklar und vage, worin ein ÜG besteht. Es fragt sich etwa, wie die Kohärenz und die Systematisierungsleistung der Prinzipien im konkreten Einzelfall zu verstehen sind. Viele philosophische Erläuterungen zum ÜG kommen an diesem Punkt kaum über Metaphorisches hinaus. Das ÜG wurde in der Tat bisher kaum je ergebnisoffen und konsequent angewandt und in der Folge sogar als wenig überzeugend und impraktikabel kritisiert.Ziel des vorgeschlagenen Projekts ist es, eine Neukonzeption des ÜG zu entwickeln und diese beispielhaft auf ein konkretes Problem anzuwenden. Auf dieser Basis wird dann eine fundierte Evaluation des ÜG vorgenommen.Das Projekt gliedert sich in zwei Teile. Im Grundlagenteil wird das ÜG möglichst präzise gefasst. Dabei wird ein Gleichgewichtszustand von einer Reflexionsdynamik unterschieden, die auf diesen Zustand hinzielt. Eine informelle Klärung beschreibt zunächst die Komponenten eines Gleichgewichtszustands und ihre Beziehungen. Dabei wird insbesondere geklärt, welche epistemischen Vorzüge den Gleichgewichtszustand auszeichnen. Diese Klärung greift auf wissenschaftsphilosophische Diskussionen zur rationalen Theorienwahl zurück. Eine formale Präzisierung untersucht den Gleichgewichtsgedanken mit formalen Mitteln insbesondere aus der Logik, der Wahrscheinlichkeitstheorie und der Theorie der belief revision. Dazu sollen die logischen Formen der Komponenten eines Gleichgewichts analysiert werden und Relationen zwischen diesen Formen verwendet werden, um etwa den Kohärenzbegriff zu schärfen. Eine massgebliche Herausforderung wird dabei sein, die nicht-monotone Struktur praktischer Überlegungen zu erfassen. Die formale Kennzeichnung des ÜG-Zustandes wird dann verwendet, um zu klären, mit welchen Schritten sich ein ÜG-Zustand erreichen lässt und unter welchen Bedingungen bestehende Festlegungen zu einem eindeutigen ÜG führen.Der zweite Projektteil umfasst eine Fallstudie zu sogenannten Vorsorgeprinzipien in der Klimaethik. Diese Prinzipien zielen auf die Vermeidung grosser Risiken, deren Einzelheiten nicht bekannt sind. Die im Grundlagenteil erarbeitete Methode wird dazu verwendet, bestehende Festlegungen zum Handeln unter Risiko durch ein oder mehrere Prinzipien so zu erklären, dass ein ÜG erreicht wird. Als Hintergrundtheorien soll dabei auf Rationalitätstheorien und deontologische Moraltheorien rekurriert werden. Die Fallstudie soll einerseits auf Probleme, die sich bei der Anwendung der ÜG-Methode ergeben können, hinweisen, die Präzisierung des ÜG informieren und eine beispielhafte Beurteilung des ÜG ermöglichen. Anderseits wird sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion über Vorsorgeprinzipien leisten.Auf der Basis des Grundlagenteils und der Fallstudie soll eine umfassende Evaluation des ÜG erfolgen. Dabei werden sowohl die bisher vorgebrachte Kritik am ÜG als auch etwaige Schwierigkeiten in der praktischen Anwendung berücksichtigt. Die Evaluation bildet auch die Grundlage dafür, weitere methodologische Konsequenzen des ÜG für die Ethik herauszuarbeiten.