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Er lässt nichts unversucht, um dem Urteil zu entkommen. Der 73-Jährige wurde am Dienstag, 3. Dezember 2019 vom Appellationsgericht als Versicherungsbetrüger verurteilt.
Urteil erfolgt acht Jahre nach der Tat
Im März 2012 hat der Besitzer eines Gartenhäuschens am Rankhof einen Kollegen dazu angestiftet, dieses nieder zu brennen. Bereits im Jahr 2008 ist ihm sein Gartenhaus abgebrannt. Der heute 73-Jährige erhielt von der Versicherung damals einen Betrag von 12’000 Franken.
Die beiden Komplizen erhofften sich, eine Menge Geld von der Versicherung zu erhalten, wenn sie das Haus abbrennen würden. Das Geld wollten sie untereinander aufteilen. Am 8. März 2012 brannte das Haus ab und der Pächter erhielt 17’000 Franken.
Zunächst klagte die Staatsanwaltschaft lediglich den Brandverursacher an. Seine DNA wurden auf einem Benzinkanister und an Handschuhen gefunden, die sich im Inneren des Gartenhauses befanden. Die Instruktionsrichterin machte darauf aufmerksam, dass vieles darauf hinwies, dass das mutmassliche Opfer selbst Teil der Täterschaft war. So kündigte er einen Tag nachdem er das Geld von der Versicherung erhielt den Pachtvertrag über den Freizeitgarten. Die Anklage wurde geändert und nahm den Gartenhausbesitzer ebenfalls als Angeklagten in die Anklageschrift.
Verurteiler nach wie vor unglaubwürdig
Auf die Frage des Richters, warum der 73-Jährige das Haus nicht wieder aufbauen liess, antwortete der Angeklagte am Dienstag: «Es ist mir bereits zum zweiten Mal passiert. Ich war mir sicher, wenn ich das Haus erneut aufgebaut hätte, wäre es auch ein drittes Mal passiert». Stattdessen hob er umgehend nach Erhalt des Geldes von der Versicherung beinahe den gesamten Betrag ab. Das Geld habe er für Ferien in Kroatien verwendet und zu Hause aufbewahrt, gab er vor Gericht an.
Bereits im Jahr 2015 glaubte man dem Angeklagten nicht. Sein Kollege, der das Haus anzündete, erhielt vom Strafgericht eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Der 73-jährige Besitzer des Gartenhäuschens wurde ebenfalls zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt. Der Mann zog das Urteil bis vors Bundesgericht, welches bestätigte, dass das Strafgericht voreingenommen sei. Doch auch die neue Verhandlung nützte nichts. Der 73-Jährige wurde am 31. Oktober 2018 erneut schuldig gesprochen, wenn auch mit einem milderen Urteil. Am Dienstag bestätigte das Appellationsgericht dieses Urteil.
Fall geht weiter bis ans Bundesgericht
Für seine Anwältin Martina Horni ein unverständliches Urteil: «Mein Mandant hätte in zweierlei Hinsicht freigesprochen werden müssen. Einerseits vertrete ich die dezidierte Ansicht, dass eine Änderung der Anklage von Brandstiftung auf Versicherungsbetrug unzulässig war». Zudem habe es lediglich Indizien und keine Beweise gegen ihn gegeben. Der verurteilte Versicherungsbetrüger zieht das Urteil nun erneut vor das Bundesgericht.