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Nachruf auf einen grossen Pianisten
Als Charles Goering kam er am 10. July 1958 in Columbus, OH zur Welt. Als sechsjähriger Knirps begann er Schlagzeug zu spielen, später absolvierte er eine Ausbildung am Klavier. Nachdem seine Familie nach Florida übersiedelt war, kam er durch eine Aufnahme Muddy Waters mit dem Pianisten Otis Spann zum Blues und brachte sich das Blues-Pianospiel durch Anhören von Aufnahmen bei. Vor vier Jahren erkrankte er an Krebs. Noch im Oktober 2016 sammelten Freunde weltweit fast 30'000 $ in einem Fundraising Programm, um ihn in seinem Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen und ihm zu ermöglichen, eine entsprechende Behandlung zu bezahlen, leider ohne Erfolg. Am 12. Dezember 2016 ist er an den Folgen seiner Krankheit gestorben.
Schon als Jugendlicher gründete er verschiedene Bands: die Red Rooster Band, Red House und Barrelhouse Chuck & The Blue Lights. Er spielte im Vorprogramm von Willie Dixon, B.B. King und Muddy Waters und trat zusammen mit Bo Diddley auf. Er reiste Muddy Waters auf seiner Tour im Süden hinterher, um von dessen damaligen Pianisten, Pinetop Perkins, zu lernen.
1979 entschloss er sich, ins Herz der Chicago Szene zu reisen und tauchte bei Sunnyland Slim im B.L.U.E.S., dem legendären Klub in der Halsted Street auf, um von ihm zu lernen. Daraus wurde eine sechzehnjährige Zusammenarbeit, während der Chuck alle berühmten Musiker der Chicagoer Szene als Musiker und privat kennenlernte. Vor allem Little Brother Montgomery wurde sein Mentor. Von ihm Chuck, er sei «wie ein Grossvater» für ihn gewesen. Seither war er nicht mehr aus der Chicagoer Szene wegzudenken. In den vergangenen 30 Jahren spielte er mit so gut wie jedem berühmten Bluesmusiker zusammen. Die Liste seiner Sessions liest sich wie ein Blueslexikon. Auch in der Schweiz war er an Festivals ein gern gesehener Gast.
2008 spielte er, zusammen mit Billy Flynn (git), Larry Taylor (b), Eddie Taylor Jr. (git), Kim Wilson (har), Danny Kortchmar (git), Hubert Sumlin (git), Steve Jordan (dr) und Bill Sims (git) den Soundtrack zu «Cadillac Records» ein, dem Film über die Chess Brüder.
Seine wichtige Position im Blues wurde mit 5 Blues Music Award Nominationen und einer Grammy Award Nomination deutlich. 2014 erhielt er den Living Blues Magazine Critics Poll Award als «Most Outstanding Musician». Im Oktober 2016 wurde er in die Chicago Blues Hall Of Fame aufgenommen. Mit ihm verliert die Bluesszene einen der besten Pianisten des Chicago Stils, der ausserdem von all seinen Freunden als ausserordentlich sympathischer und bescheidener Charakter beschrieben wird.