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Differenzen um das Naturprodukt
Lehmgrubengenossenschaft Schalkhausen-Albikon
In Albikon bestand schon lange vor der letzten Jahrhundertwende eine Parzelle, in der sich nebst einer kleinen Wiesen- und Waldfläche eine Lehmgrube befand. In der damaligen Zeit war Lehm ein Material, das für viele Zwecke verwendet wurde; so zum Abdichten von Wasseradern und Jauchegruben, zum Ausstreichen von Öfen, zum Verfestigen von Naturböden in Gebäuden u.a.m. Gemeindsame Besitzer auf genossenschaftlicher Basis (ohne Statuten und ohne Kommission) waren die Dörfer Schalkhausen, Albikon und Hof.
In den Jahren 1930/31 ergaben sich Meinungsverschiedenheiten wegen der Grenzen des Grundstückes, und es war offensichtlich auch nicht ganz klar, wer zum Bezug von Lehm aus der genannten Grube berechtigt sei. Seit der Gründung der WVGS besorgte diese die Geschäfte der Lehmgrubengenossenschaft. Daher setzte sich der damalige Präsident Jacob Huber mit den Bewohnern der genannten Dörfer in Verbindung, und man einigte sich, eine amtliche Vermarkung durchführen zu lassen. Diese fand am 22. Mai 1931 im Beisein von Gemeindammann Anton Bösch und sieben Vertretern aus den drei Dörfern statt.
In der Urkunde vom 30. Juni 1931, unterzeichnet von Gemeindammann A. Bösch, ist u.a. festgehalten: Dieses Grundstück (Lehmgrube) soll anlässlich einer Versteigerung der Liegenschaft von Johann Peter Häne in Schalkhausen vom 16. Juni 1861 von demselben vorbehalten worden sein zu Gunsten eines Vermächtnisses an die Bewohner von Schalkhausen, Hof und Albikon zum Bezug von Lehm ect. Als Zeugen dieser Schenkung kamen in Betracht Herr Johann Häne, Dept. Sekretär-Adjunkt in St. Gallen und die Geschwister Bühler im Hof.
Ferner wird festgestellt, wie es zu den Unklarheiten kommen konnte: Herr Häne Isaak soll dann ohne jegliche Erlaubnis eine Schopf auf dieses Grundstück gestellt haben. Die Liegenschaft (des Isaak Häne) wurde samt dem Schopf, jedoch ohne Boden, an die Güterhändler verkauft. Dieselben verkauften die Liegenschaft am 4. November 1902 samt Schopf und Boden It. Absteckung. Gegen diesen Bodenverkauf wurde seitens der Vermächtnisnehmer keine Einsprache erhoben. Nachdem nun damals der heutige Besitzer den Boden (ca. 2,1 Aren) käuflich erworben hat, so wurde von den Anwesenden kein Einspruch mehr erhoben und geltend gemacht. >> Und weiter: … wurde die Zugehörigkeit, resp. Der Anspruch auf dieses Grundstück folgenden Ortschaften und Höfen zugesichert: Schalkhausen, Albikon. Hof, Schallenberg, Gais und Sackgrütli. Soweit die Beilegung der Differenzen.
Nachtrag
Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die Lehmgrube jede Bedeutung verloren. Daher wurde sie 1990 an die Meliorationsgenossenschaft Kirchberg zum Preis von Fr. 1`060.— abgegeben, wobei einige Mitglieder von Hof und Schallenberg sowie alle Mitglieder des Dorfes Schalkhausen zu Gunsten der Wasserversorgungs-Genossenschaft Schalkhausen auf ihren Anspruch von je Fr. 20.— verzichteten. Damit gehörte die Lehmgrubengenossenschaft der Vergangenheit an.