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Zurzeit kursieren verschiedene Meldungen, dass den Funkamateuren die primäre Nutzung des 2m-Bandes weggenommen werden soll. Das hat uns natürlich alle aufgeschreckt. Aber es gilt, die Information zuerst in den richtigen Zusammenhang zu stellen. Man muss zunächst wissen, dass die World Radio Conference WRC ungefähr alle vier Jahre stattfindet. An der kommenden WRC im November 2019 in Ägypten wird bereits auch schon die Traktandenliste für die darauffolgende WRC 2023 diskutiert werden.
Von Frankreich wurde nun für die kommende WRC 19 ein Antrag/Proposal eingereicht, wonach an der folgenden WRC 2023 ein Agenda-Punkt betreffend einer Neuzuteilung von Frequenzen für den Dienst «non safety Aeronautical» aufgenommen werden soll. Heute sind die Frequenzen von 108-137 MHz und 138-144 MHz dem Bereich «Aeronautical» zugeordnet. Ab 150 MHz bis ca. 174 MHz sind die Frequenzen dem Dienst «Mobile, exept Aeronautical» zugewiesen. Hier möchten die Franzosen den Ausschluss «…exept Aeronautical» aufheben und noch ein paar zusätzliche Frequenzbänder zugeteilt erhalten. Soweit so gut.
Im gleichen Antrag wird auch vorgeschlagen, dass dem Dienst «Aeronautical» das Band von 144- 146 MHz zur primären Nutzung zugeteilt werden soll, ohne dass dabei die Nutzung durch die bestehenden Dienste (gemeint sind also wir Funkamateure) eingeschränkt würde. Bei Annahme dieses Vorschlages hätte dann das BAKOM bis zur WRC 2023 Zeit, die Auswirkungen dieser gemeinsamen Nutzung zu analysieren. Ein Entscheid wegen des 2m-Bandes kommt also nicht vor 2023.
Für uns Funkamateure ist dieser Antrag natürlich eine echte Bedrohung, denn wir sehen nicht wie der Amateurfunkdienst mit seinen vielen leistungsfähigen 2m-Stationen für DX-Verbindungen, Contests oder EME und der Dienst «Aeronautical» sich auf diesem Band nebeneinander vertragen könnten, ohne dass es zu Betriebseinschränkungen kommt. Die USKA hat deshalb dem BAKOM am 10. Juli 2019 einen offiziellen Brief mit unserem Standpunkt und unseren Bedenken betreffend dem 2m-Band, sowie weitere Begehren in Zusammenhang mit der WRC 19, zugestellt.
Der Leiter der Sektion Frequenz-Planung des BAKOM hat auch rasch reagiert und versichert, dass es nicht darum gehe, den Funkamateuren die primäre Nutzung zu entziehen. Es könnte aber eine mögliche sog. «ko-primäre» Nutzung zwischen beiden Diensten geprüft werden.
Unser Bestreben ist es natürlich, die alleinigen Nutzungsrechte des 2m-Bands zu bewahren, und wir werden alles daran setzen, um eine solche «ko-primäre» Nutzung abzuwenden. Wir sind deswegen auch in engem Kontakt mit dem DARC und dem ÖVSV.
Es ist jedoch wichtig, jetzt Ruhe zu bewahren und die weiteren Demarchen gut überlegt anzugehen. Insbesondere sind nicht abgesprochene Einzelinitiativen von OM’s mit dem BAKOM nicht zielführend, sondern kontraproduktiv. Was wir auch tun können ist, dafür zu sorgen, dass das 2m-Band rege benutzt wird, und dass keine persönlichen Fehden auf den Bändern und den Relais ausgetragen werden, wie das in der Vergangenheit öfters der Fall war. Solche Störmanöver würden das BAKOM nur in ihrer Haltung bestätigen, dass die Funkamateure das 2m-Band nicht für ernsthaften Funkbetrieb benutzen.
Nebst dem 2m-Thema gibt es auch noch ein paar andere Themen an der WRC 19, die uns Funkamateure betreffen, und die im Brief an das BAKOM aufgeführt sind:
- 6m-Band: Bis jetzt basierte unsere Betriebserlaubnis nur aufgrund einer nationalen Zuteilung. An der WRC soll nun für die gesamte ITU Region 1 das 6m Band in den Frequenzplan der ITU Region-1 aufgenommen werden. In den ITU-Regionen-2 und -3 ist das 6m-Band seit längerem bereits den Funkamateuren zugeteilt.
- Der 5G-Ausbau verlangt nach neuen Frequenzen. Wir möchten verhindern, dass das Band von 47.0 bis 47.2 GHz, das uns ebenfalls zur primären Nutzung zugeteilt ist, deswegen angetastet wird.
- Ein weiterer Punkt auf der Agenda der WRC 19 ist die Diskussion bezüglich Wireless Access Systems von 5150 bis 5925 MHz. Dazwischen liegt auch das Amateurfunkband von 5650 bis 5850 MHZ, das von uns vor allem für das HamNet verwendet wird. Hier gilt es sicher zu stellen, dass am aktuellen Status der sekundären Nutzung nichts geändert wird, und dass wir unser HamNet weiter ausbauen können.
- Auch die sog. «Wireless Power Transmission WPT», wird zu reden geben. Die Industrie möchte Vorrichtungen einführen, mit denen die Energieübertragung zum Aufladen von Elektroautos ohne Kabel möglich ist. Es ist aber zu befürchten, dass solche Vorrichtungen zu beträchtlichen Störstrahlungen führen werden. Eine strengere Unterdrückung von Störstrahlungen und Harmonischen ist im Interesse aller Funkdienste. Wir Funkamateure könnten mit unseren langwelligen Bändern 160m und 80m jedoch am ehesten davon betroffenen sein, wenn die Grenzwerte nicht tief genug angesetzt werden.
Die USKA verfolgt die laufende Entwicklung sehr genau und wir sind auch in engem Informationsaustausch mit der IARU und den benachbarten Amateurfunk-Vereinen. Wir werden alles daran setzen, dass die uns Funkamateuren aktuell zugeteilten Frequenzen weiterhin erhalten bleiben und eventuell sogar noch weitere neu dazu kommen, wie beispielsweise die primäre Nutzung des 6m-Bandes von 50.0 bis 50.5 MHz.
Sobald wir Neuigkeiten in diesen Themen haben, werden wir unsere Mitglieder wieder darüber informieren.
Vy 73 de Bernard Wehrli, HB9ALH
USKA Ressort BAKOM und Antennen
Der Beitrag Ist das 2m-Band bedroht? erschien zuerst auf USKA.ch.