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VOM RESERVOIR ZUM HAHNEN
Ein komplexes Netz für ein Qualitätsprodukt
Woher kommt unser Hahnenwasser?
Die Industriellen Dienste der Stadt Freiburg versorgen etwa 38’000 Einwohner/innen mit Wasser.
Fast 4 Milliarden Liter Wasser werden jährlich zu etwa 95 % durch natürliches Gefälle von den Quellen der Hofmatt (Alterswil und St. Ursen) und zu etwa 5 % durch Pumpen von den Quellen der Tuffiere (Corpataux) geliefert. Das Wasser dieser Quellen wird mit Ultraviolettlicht präventiv aufbereitet. Bei Bedarf kann die Bevölkerung durch die Filter- und Aufbereitungsstation Port-Marly mit – vom Konsortium produzierten – Wasser aus dem Greyerzersee versorgt werden.
Um die Wasserqualität zu gewährleisten, werden dem Trinkwassernetz der Stadt Freiburg jede Woche vier Proben entnommen und im Kantonslabor analysiert. Dank der Qualität des Quellwassers und zahlreicher Kontrollen ist das verteilte Wasser von einwandfreier Qualität.
Das Trinkwassernetz der Stadt Freiburg besteht aus 72,8 km Versorgungsleitungen!
Ein komplexes Netz
Das Trinkwassernetz der Stadt Freiburg ist komplex. Es besteht aus Quellen, Reservoire, Pumpstationen, Druckerhöhungsanlagen, einem Transportnetz (30,6 km) und einem Verteilnetz (72.8 km). Wichtig ist, dass die Hahnen aller Haushaltungen über einen ausreichenden, doch nicht übermässigen Druck verfügen. Umgekehrt darf ein örtliches Leck nicht dazu führen, dass die ganze Stadt kein Wasser mehr erhält. Deshalb gleicht die Wasserversorgung einem grossflächigen, engma¬schigen Spinnennetz, so dass man nötigenfalls einen Sektor isolieren kann, ohne das gesamte Netz abschalten zu müssen.
Massvoll oder masslos konsumieren?
Da man bekanntlich täglich 2 Liter Wasser trinken sollte, stellt der Lebensmittelkonsum nur einen kleinen Prozentsatz des Trinkwasserkonsums dar. Auch wenn es schwierig erscheinen mag, in den Haushaltungen Wasser für den täglichen Bedarf (Dusche, WC, Waschmaschine) zu sparen, ist es durchaus möglich, das kostbare Nass nicht zu verschwenden, indem man beispielsweise den Hahnen nicht unnötig laufen lässt! Ausserhalb der Häuser ist das Sparpotenzial grösser. So können Sie beispielsweise das Giessen während Trockenperioden einschränken, das Auto weniger häufig waschen oder die Terrasse fegen, anstatt sie mit Wasser abzuspritzen.
In der Schweiz, dem Wasserschloss Europas, haben wir das Glück, über ausreichende Wasserreserven zu verfügen. Es ist also wichtig, dass wir darauf achten, die Qualität dieser Reserven zu bewahren, indem wir insbesondere Bodenverschmutzungen vermeiden.
Durchschnittlicher Wasserverbrauch im Haushalt 162 Liter pro Einwohner und Tag.
Frage 1
Welches ist der Hauptvorteil des Quellwassers im Vergleich zum Wasser aus Seen oder Flussläufen?
Quellwasser muss weder gefiltert noch aufbereitet werden. Man spart also die Aufbereitungskosten.
Frage 2
In der Schweiz ist das Hahnenwasser im Allgemeinen von ausgezeichneter Qualität. Im Vergleich zum Flaschenwasser besitzt es eine deutlich vorteilhaftere Ökobilanz (keine Transporte, keine Abfälle usw.) und kostet mindestens:
- 5 mal weniger
- 50 mal weniger
- 500 mal weniger
Hahnenwasser kostet 1.- bis 2.- Fr. pro m3 (1000 Liter), was 0,1 bis 0,2 Rappen pro Liter entspricht; es ist also mindestens 500 mal billiger als Flaschenwasser.
Frage 3
Geht man davon aus, dass der jährliche Wasserverbrauch in der Schweiz 1000 Milliarden Liter beträgt, braucht es wie viel Zeit, bis der Genfersee geleert ist?
- 6 Monate
- 5 Jahre
- 89 Jahre
Das Volumen des Genfersees würde ausreichen, um die Schweizer Haushaltungen während 89 Jahren mit Wasser zu versorgen.
Texte: Robert Jenni
Illustrationen: Sylvie Nussbaumer und rmgdesign