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Tiefe Löhne am Luzerner Theater auf politischer Bühne
Der Luzerner Kantonsrat stellt nicht in Abrede, dass die Löhne am Luzerner Theater tief seien. Er hält es aber für unnötig, dass der Kanton eingreift.
Anlass der Lohndebatte vom Dienstag war ein Anfrage von Urban Frye (Grüne). Eine Tänzerin oder ein Schauspieler verdienten beim ersten Engagement 3700 Franken im Monat, erklärte er darin. Die Löhne stiegen kaum an. Nach über zehn Jahren Berufserfahrung verdiene ein festangestelltes Ensemblemitglied höchstens 5000 Franken im Monat.
Frye kritisierte, dass die Löhne teilweise unter dem Existenzminimum lägen, obwohl die Ensemblemitglieder Leistungen zeigten, die denen von Spitzensportlern gleich kämen. Mit nur einem Prozent der 20 Millionen Franken Subventionen, die das Theater erhalte, liesse sich die Lohnsituation massgeblich verbessern.
Frye erklärte in seiner Anfrage, dass der Kanton als grösster Geldgeber eine besondere Verantwortung gegenüber dem Personal habe. Er findet, dass im Zusammenhang mit der Finanzierung eines Theaterneubaus die Löhne verbessert werden sollten.
Nicht «fürstlich»
Der Regierungsrat und der Kantonsrat stimmten Frye bei der Lohneinschätzung zu. Die Löhne am Theater seien nicht «fürstlich», sagte Kulturdirektor Marcel Schwerzmann. Es gebe aber Gesamtarbeitsverträge, und diese würden eingehalten.
Schwerzmann erklärte auch, dass der Regierungsrat der falsche Adressat für Forderungen sei. Das Theater sei eine privatrechtliche Stiftung und werde vom Stiftungsrat und nicht der Regierung geführt.
Judith Schmutz (Grüne) dagegen fand, dass der Regierungsrat, wenn auch nicht direkt, so doch indirekt Einfluss nehmen müsste. Die Kulturstadt Luzern solle eine Vorreiterrolle übernehmen. Die heutigen Mindestlöhne am Theater bezeichnete sie als Ausbeutung.
Das Theater erhält die Subventionen über den Zweckverband grosse Kulturbetriebe. Urban Sager (SP) erklärte, ein Problem sei, dass der Zweckverband seine Mittel immer wieder kürze und damit den Druck auf die Löhne erhöhe. Dass Frye die Lohnfrage mit dem ins Auge gefassten Neubau des Theater verknüpfte, fand Sager aber kontraproduktiv.
Marktwert
Mit dem Markt argumentierten bürgerliche Kantonsräte. Lisa Zanolla (SVP) sagte, entscheidend für den Lohn sei der Marktwert. Gaudenz Zemp (FDP) sagte, keines der Ensemblemitglieder werde zu einer Laufbahn am Theater gezwungen. Auch viele Spitzensportler müssten mit wenig Geld auskommen.
Christine Kaufmann (CVP) erklärte, die Löhne von unter 4000 Franken gälten für Erstengagements, mit denen die Karriere gestartet werde. Andras Özvegyi (GLP) empfahl, dass der Staat bei der Lohnfrage am Theater nicht eingreifen, aber beobachten solle.Zurück zur Startseite