Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03552.jsonl.gz/3058

Das vorliegende Foto konnte von Meinrad Stöckli (geb. 1941), Au-Wädenswil, ins Jahr 1908 oder 1909 datiert werden. Zudem konnte er über die vor der Liegenschaft stehenden Personen Auskunft geben:
Auf dem Bild sehen wir die Grosseltern von Meinrad Stöckli, Albertina Stöckli (1882-1968) und Friedrich Stöckli (1868-1948). Der zweite Mann dürfte ein Knecht oder Bekannter sein. Bei den Kindern handelt es sich um Fritz Stöckli (1903-1960), der auf dem Bauernhof mithalf und ein eifriges Mitglied der Stadtmusik war, um Anna Stöckli (1905-1996), die viele Jahre als Handarbeitslehrerin in Mellingen wirkte, und um Marie Wassmer-Stöckli (1906-2001).
Noch nicht auf der Foto sind die Kinder Berta (1909-1931?) und Meinrad (1910- 1980), Vater des Informanten. Für obige Datierung spricht auch die fehlende elektrische Zuleitung zum Bauernhaus Stöckli. Diese befand sich an der Aussenmauer etwas unterhalb des Taubenschlags, der im Dachgiebel zu erkennen ist. Die Häuser in Mellingen wurden erst ab 1908 mit elektrischem Strom versorgt.
Dieser Bauernhof wurde 1832 von Josef Stöckli, von Tägerig, gebaut. Diese Jahreszahl war über dem Eingang ins Wohngebäude herausgemeisselt. Fünf Generationen lang wurde dieser Bauernbetrieb von der gleichen Familie bewirtschaftet.
Laut Meinrad Stöckli jun. handelt es sich bei diesem Gebäude um ein typisches Aargauer Bauernhaus mit Stall (darüber der Heustock), Tenne und Wohntrakt. Am nördlichen und am südlichen Ende des Gebäudes standen zwei dicke Mauern mit Mörtel und unbehauenen Steinen. Der Rest der Liegenschaft bestand grossenteils aus Gebälk.
Meinrad Stöckli sen. verkaufte im Jahre 1966 sein Heimwesen und zog nach Auw im Freiamt, wo er von einem kinderlosen Bauernehepaar das Land erwarb und darauf einen neuen Hof erstellen liess. Das Bauernhaus blieb aber noch bis 1975 in seinem Besitz. Dieses wurde von Franco Vecchio gekauft, welcher an Stelle des Bauernhauses ein Garage baute. Ein Grossteil des Landes in Mellingen lag jenseits des Bahndamms in den Neubrünnen gegen Müslen zu. Diese Grundstücke konnte Stöckli an die Tankanlage Mellingen, welche von mehreren schweizerischen Mineralölfirmen betrieben wird und 1975 eröffnet wurde, verkaufen.
Zum Hof gehörte auch das westlich des Bauernhofs gelegene Landstück "Bis Stöckli", wohl der einzige Flurname in Mellingen, der nach dem Besitzer einer Liegenschaft benannt wurde.
Aus diesem Bauernhof stammt auch ein bald 200-jähriger Bauernschrank, der von Arbeitslehrerin Anna Stöckli, Schwester des Meinrad, dem Ortsmuseum Mellingen geschenkt wurde.
Das baufällige Gebäude an der Bahnhofstrasse diente bis 1975 als Mietobjekt. In diesem Jahr wurde die Liegenschaft abgebrochen. An dessen Stelle erbaute Franco Vecchio eine Autogarage (Bahnhofstrasse 63), die 1980 eingeweiht wurde, s. Bild-Nr. 02262.
Angaben von Albert Nüssli über die Liegenschaft und den Bauernschrank vom 25. Juni 1975 (Manuskript). Angaben über das Datum der Abbildung und über die vor der Liegenschaft stehenden Personen von Meinrad Stöckli, Au-Wädenswil, Sohn von Landwirt Meinrad Stöckli.
Bild-Nr.: 02250
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Meinrad Stöckli / Rainer Stöckli / Albert Nüssli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Meinrad Stöckli verkaufte den Hof 1966. 1975 wurde das Gehöft abegrissen. An dessen Stelle wurde 1980 die Garage Vecchio (s. Bild-Nr. 02262) eröffnet.
Über den Bauernhof Stöckli s. Bild-Nr. 02250
Bild-Nr.: 02251
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Meinrad Stöckli verkaufte den Hof 1966. 1975 wurde das Gehöft abegrissen. An dessen Stelle wurde 1980 die Garage Vecchio (s. Bild-Nr. 02262) eröffnet.
Über den Bauernhof Stöckli s. Bild-Nr. 02250
Bild-Nr.: 02251.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Bauernhaus Stöckli an der Bahnhofstrasse
Diese Aufnahme wurde wohl vor dem Abbruch der Liegenschaft im Mai 1975 gemacht.
Über diesen Landwirtschaftsbetrieb s. Bild-Nr. 02250
Bild-Nr.: 02250.2
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die Garage Vecchio wurde anstelle der Bauernliegenschaft Stöckli errichtet. Rechts davon das Einfamilienhaus von Lehrer Gottfried Schibli.
Bild-Nr.: 02260
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Madlen Zimmermann / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
1966 verkaufte Meinrad Stöckli sein Land und zog nach Auw. Das baufällige Bauernhaus blieb aber noch in seinem Besitz und diente bis 1975 als Mietobjekt. Dann ging es an Franco Vecchio über, der das Bauernhaus im Mai 1975 abbrach und an dessen Stelle eine Auto-Grossgarage erstellte, die 1980 eingeweiht wurde.
Heute (2018) stehen im Bereich des ehemaligen Bauernhofs drei bedeutende Gewerbebetriebe:
- Autospenglerei und Carosseriewerk Ranni Racing im eingeschossigen Gebäude links,
Bahnhofstrasse 59.
- Dahinter die Jehle Gastro AG, Bahnhofstrasse 61. Die auf den Vertrieb von Gemüse und Früchte spezialisierte Firma wurde 1961 von Kurt Jehle gegründet. 1987 wurde der Neubau am derzeitigen Standort bezogen. Heute wird der Betrieb von Lukas und Claudia Jehle geführt.
- rechts die Garage Vecchio, Bahnhofstrasse 63: weitere Angaben s. Bild-Nr. 02262.
Bild-Nr.: 02261
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Der Betrieb wurde von Franco Vecchio 1970 im Ryfhaus an der Bahnhofstrasse aufgenommen. 1980 konnte an der Stelle, wo das Bauernhaus Stöckli (s. Bild-Nr. 02250) stand, der Neubau bezogen werden. Nach dem Tod von Franco Vecchio führt nun dessen Sohn Luciano die Garage Vecchio GmbH weiter.
Bild-Nr.: 02262
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli / Homepage Garage Vecchio
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Otto Müller berichtet:
"Der Bauernhof, wie ihn das Bild zeigt, lag mit Wohnteil, Stall und Scheune gegenüber der Mosterei Busslinger.
Er wurde im Jahre 1890 von Robert Busslinger erbaut. Nach 41 Jahren bäuerlicher Tätigkeit übergab er 1931 den Hof seinem Sohn Josef Busslinger. Dieser bewirtschaftete den Landwirtschaftsbetrieb wiederum volle 50 Jahre.
Zwei nebenamtliche Tätigkeiten von Vater Josef Busslinger sind älteren Mellingern noch heute in lebhafter Erinnerung:
- Josef Busslinger war für die Kehrichtabfuhr besorgt. Mit Pferd und Wagen führte er den Müll in die 'Güselgrube' nach Tägerig.
- Im Dienst der Kirche war Vater Josef Busslinger über lange Zeit bis 1954 als Betreuer des Leichenwagens tätig. In diesen Jahren wurden die Verstorbenen bis zum Tag der Beerdigung im Trauerhaus aufgebahrt. Am Tag der Beisetzung wurde der Sarg vor dem Haus aufgestellt. Die Trauergäste hatten die Gelegenheit, durch das Sargfenster vom Verstorbenen Abschied zu nehmen. Nach einer kleinen Andacht führte Vater Busslinger den Verstorbenen im Leichenwagen auf den Friedhof. Er war in schwarz gekleidet, das Pferd trug eine schwarze Schabracke und auch der Leichenwagen hatte Trauerfarbe. Erst nach der Beisetzung auf dem Friedhof fand die Abdankung in der Kirche statt.
Über Jahrzehnte war der Leichenwagen im alten Feuerwehrlokal , in einem abgetrennten Raum auf dem Lindenplatz (s. Bild-Nr. 08005), untergebracht. Heute steht dort das Wohn- und Geschäftshaus Birrfeldstrasse 3/5."
Im Jahre 1977 übernahm Josef Busslinger junior den Hof an der Bahnhofstrasse von seinem Vater. 1981 baute er unterhalb der bestehenden Liegenschaften für sich und die Familie seines Sohnes Geri ein Zweifamilienhaus, den "Grumethof" (Bahnhofstrasse 55). Bis zum Abbruch der alten Liegenschaft 1997 (s. Bild-Nr. 02227) diente das alte Gebäude nur noch der Landwirtschaft.
Geri Busslinger, der am 1. Januar 1997 den Hof von seinem Vater käuflich übernahm, erfuhr an der Höheren Technischen Lehranstalt HTL in Zollikofen im Sektor Obst- und Pflanzenbau eine solide Ausbildung, die ihm in seinem Betrieb und als kantonaler Experte und Berater für Obst- und Pflanzenbau zugute kam. An der Stelle der alten Bauernliegenschaft, die 1997 abgetragen wurde, errichtete Geri Busslinger eine Scheune mit einer repräsentablen Kühlanlage und einem Hofladen, die ihm für den Vertrieb seiner meist selbst erwirtschafteten landwirtschaftlichen Produkte dienten."
Bis Frühling 2014 amtete Geri Busslinger nebenberuflich als Leiter des aargauischen Pflanzenschutzdienstes und übernahm im selben Jahr einen
100 %-Job bei der Fenaco als Bereichsleiter Pflanzenschutz Ostschweiz. Den Hofladen verpachtete er gleichzeitig an Fabio Huber. Die Obstanlagen in Mellingen und Fislisbach bewirtschaftet Busslinger mit Helfern weiterhin selbständig und verkauft einen Teil der Ernte in den Hofladen des Gruemethofes.
Bild-Nr.: 02221
Bild: Otto Müller
Text: Otto Müller / Geri Busslinger
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Anstelle des alten Bauernhauses (s. Bild-Nr. 02221) erbaute Gerhard Busslinger 1997 den neuen Gruemethof, ein Ökonomiegebäude für Gerätschaften, mit Kühlraum und Hofladen, wo insbesondere die Produkte des auf Obstbau spezialisierten Betriebs vermarktet werden. Der Hofladen wurde bis Rnde 2018 von Fabio Huber betrieben. Nachfolgerin wurde 2019 Trudy Baumann.
Bild-Nr.: 02231
Bild: Otto Müller
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Johann Alois Minnich (1801-1885) gilt als Erbauer des "Neuhofs". Dr. Minnich war von 1825 bis 1832 Arzt in Mellingen. Von 1832 bis zu seinem Tod wirkte er als Badearzt in Baden. Die Liegenschaft übernahm darauf der Mellinger Arzt und Vizeammann Dr. Jakob Wassmer (1803-vor1877). Dieser fügte der Liegenschaft einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb an, indem er eine Scheune und ein weiteres Ökonomiegebäude gegen die Trottenstrasse hin erbauen liess. Beim Wohnhaus erstellte er einen Brunnen, der das Wasser vom Ulrichsbrunnen bezog. 1977 wurde der Brunnen Wassmers (s. Bild-Nr. 02020) anstelle des verwitterten uralten Ulrichsbrunnens beim Kindergarten Trottenstrasse platziert.Mehr
Wassmer erwarb 1840 oberhalb der bisherigen Gebäude auch die städtische Ziegelhütte und produzierte eine Zeitlang Ziegel und Backsteine. Anstelle der Ziegelhütte steht heute der Kindergarten Trottenstrasse. 1891 verkaufte die Erbengemeinschaft Wassmer den "Neuhof" und Umgelände an Engelbert Schneider, der bisher den Pestalozzihof bei Birr bewirtschaftet hatte. Nach Schneiders Tod ging die Liegenschaft und umfangreiche Ländereien in den Besitz von Gambrinuswirt Notter von Baden über. Dieser stückelte die Parzellen auf. So erwarb Leo Stöckli von Notter das Bauland für sein 1927/28 erbautes Arzthaus (an der Bahnhofstrasse 20, s. Bild-Nr. 02090.5 ). Der Stall an der Trottenstrasse 1 wurde in ein Wohnhaus mit Schreinerei umgebaut (s. Bild-Nr. 02001). Der "Neuhof" gelangte schliesslich an die Familie Berger, wo Frau Berger einen Denner-Laden führte. Ihr Mann Max Berger betrieb im rechten Teil des Erdgeschosses einen Coiffeur-Salon. In den 1950-Jahren erwarben Kaspar und Clara Zehnder das Haus. Diese führten den Denner-Laden eine Zeitlang weiter, bauten das untere Stockwerk in den ersten Selbstbedienungsladen von Mellingen um und führten das Lebensmittelgeschäft schliesslich in Eigenregie weiter.
1982 übernahm Familie Hans Sieber den Laden. Doch als die Umsätze zurückgingen, entschloss man sich 1997, den Betrieb einzustellen. Seither ist in den ehemaligen Geschäftsräumen ein Solarium eingemietet. Das Gebäude weist ein prächtig gewölbtes Kellergeschoss wohl aus der Bauzeit des Hauses auf.
Angaben von Familie Sieber
Literatur:
Albert Nüssli. Ein hundertjähriges Vermächtnis! Reussbote 4. Juni 1973.
Albert Nüssli. Der Mellinger St-Ulrichsbrunnen neu erstanden. Reussbote 26. August 1977.
Bild-Nr.: 02050
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Albert Nüssli / Rainer Stöckli / Familie Sieber
Copyright: Fotoarchiv Mellingen