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71 Menschen sind bei der Flugzeugkatastrophe von Überlingen im Jahr 2002 ums Leben gekommen. An sie will die Stadt am Bodensee am 15. Jahrestag des Unglücks heute Samstag erinnern.
Gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg und der Gemeinde Owingen werde es am 1. Juli eine Veranstaltung an der zentralen Gedenkstätte im Ortsteil Brachenreuthe geben, sagte ein Sprecher. Zu der Gedenkfeier werden auch rund 100 Menschen aus der russischen Teilrepublik Baschkortostan erwartet - zahlreiche Opfer des Absturzes stammten von dort.
Das Flugzeugunglück hatte sich kurz vor Mitternacht am 1. Juli 2002 ereignet. Bei dem Zusammenstoss eines DHL-Flugzeugs mit einer russischen Tupolew-Passagiermaschine kamen alle Insassen ums Leben, unter ihnen mehrere Dutzend Schulkinder aus Baschkortostan.
Die Tupolew war auf dem Weg nach Spanien, die Kinder wollten dort Urlaub an der Costa Dorada machen. An Bord des Frachtflugzeugs waren ein britischer und ein kanadischer Pilot. Auch sie wurden bei dem Absturz getötet.
Angehöriger tötet Fluglotsen
Die Flugzeugkatastrophe von Überlingen zog noch eine weitere Tragödie nach sich. Zwei Jahre nach dem Unglück tötete der Russe Witali Kalojew, der damals seine Frau und seine beiden Kinder verloren hatte, einen Fluglotsen an seinem Wohnort in Zürich-Kloten.
Kalojew gab dem Mann die Schuld für den Zusammenstoss eines DHL-Flugzeugs mit einer russischen Tupolew-Passagiermaschine über dem Bodensee.
Der als «Fluglotsenmörder» bekanntgewordene Kalojew wurde vom Zürcher Obergericht zu acht Jahren Haft verurteilt. 2008 durfte er das Gefängnis aber vorzeitig verlassen. Bei der Rückkehr in seine Heimat Nordossetien wurde er von vielen als Held gefeiert. (sda/dpa)