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Ausgehend von dem interphilologischen Sinergia-Projekt des Schweizer Nationalfonds zur «Poetik und Ästhetik des Staunens» behandelt mein Dissertationsprojekt die Gattungs- und Formgenese des Romans im Verhältnis zu kurzen Erzählformen des 18. Jahrhunderts.
Die Arbeit untersucht die diskursive Funktion der ‹Verwunderung› für die Ästhetik und parallel dazu die Stellung des ‹Wunderbaren› in auf narrative Gattungen bezogenen poetologischen Diskursen. Der Schwerpunkt liegt hier in der Zeit um 1750 – eine Zeit, in der Epistemologie, Ästhetik und Poetik eng verbunden sind und die diskursive Präsenz des ‹Wunderbaren› eine Konjunktur verzeichnet.
In einem zweiten Schritt werden die gewonnen Erkenntnisse zur Analyse einer für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts spezifischen Gattungsmischung in Stellung gebracht. Werden kurze Erzählungen in Romane eingeschaltet, so zeigt sich eine erneute Relevanz des ‹Wunderbaren› – und das, obwohl der Roman zu dieser Zeit gerade gegenteilig von Kohärenz, Transparenz und Klarheit geprägt sein soll.
Die Gattungsmischung mit ‹wunderbaren› Erzählungen dient dem Roman zur Hinterfragung seiner eigenen Poetik und zur Entwicklung einer genuinen, auf die Diskursgeschichte des Staunens rekurrierenden, Ästhetik.