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Die spinozerebelläre Ataxie Typ 3 (SZA3) ist auch unter dem Namen Machado-Joseph-Krankheit bekannt und ist die häufigste Variante der spinozerebelläre Ataxie. Es handelt sich hierbei um eine degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, die einen progredienten Verlauf nimmt und vor allem das Kleinhirn, den Hirnstamm, die Basalganglien und den Thalamus betrifft. Betroffene leiden an unterschiedlichsten neurologischen Defiziten. Die Krankheit ist genetisch bedingt und es steht bis heute keine kausale Therapie zur Verfügung. Die mittlere Überlebenszeit nach Erstmanifestation beträgt etwa 40 Jahre.
Obwohl der kausale Gendefekt angeboren ist, manifestieren sich SZA3-assoziierte Symptome oft erst um das 40. Lebensjahr. Ausnahmen wurden jedoch wiederholt beschrieben und selten kann die SZA3 schon beim pädiatrischen Patienten oder erst im hohen Lebensalter auftreten [1]. Die Heterogenität beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Alter der Patienten beim Auftreten erster Symptome, sondern auch auf die Symptome selbst sowie deren Entwicklung. Entsprechend werden drei Subtypen der SZA3 unterschieden [2]:
In neuerer Literatur wird zudem ein Subtyp 4 beschrieben, der mit einem Parkinsonismus einhergeht, und ein Subtyp 5, der sehr selten auftritt und durch eine spastische Paraplegie gekennzeichnet ist [2]. Am häufigsten ist Subtyp 2 anzutreffen.
Darüber hinaus treten unabhängig vom Subtyp weitere Symptome auf, zum Beispiel das Restless-Legs-Syndrom und ein Gewichtsverlust. Einige SZA3-Patienten leiden zudem an Schlafstörungen [4]. Manchmal werden auch Verhaltensauffälligkeiten und eine leichte kognitive Störung bemerkt. Langfristig stellen sich außerdem eine Dysarthrie und Dysphagie ein und die Patienten sind kaum noch in der Lage, Schleim und Fremdkörper abzuhusten.
Da es sich bei der SZA3 um eine autosomal dominant vererbte Erkrankung handelt, kommt der familiären Anamnese eine besondere Bedeutung zu. Dabei ist zu beachten, dass innerhalb einer Familie durchaus unterschiedliche Subtypen der Machado-Joseph-Krankheit auftreten können. Im Einzelfall gilt die Identifikation des kausalen Defekts im Gen ATXN3 als beweisend [5]. Dieses Gen codiert für ein deubiquitinierendes Enzym, das in multiple Stoffwechselprozesse involviert ist.
Die progressive Atrophie von Hirnstrukturen lässt sich mit Hilfe der Magnetresonanztomographie gut darstellen und auch verfolgen. Entsprechend der großen klinischen Variabilität ist auch das Ausmaß und die Lokalisation der Hirnatrophie ganz unterschiedlich, konzentriert sich jedoch in der Regel um das Kleinhirn. In den meisten Fällen ist eine Dilatation des vierten Hirnventrikels zu erkennen [5].