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Gedenken in Zürich an «Arbeiterkaiser» Bebel
- Mittwoch, 14. August 2013, 3:35 Uhr
Zum 100. Todestag von SPD-Gründer August Bebel haben Vertreter der Deutschen und Schweizer Sozialdemokraten einen Kranz am Grab auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich niedergelegt. Die SPD war mit ihrem Vorsitzenden Sigmar Gabriel, die SP Schweiz mit ihrem Präsidenten Christian Levrat vertreten.
Levrat betonte in seiner Ansprache im Volkshaus die langjährige Freundschaft, die SP und SPD verbinden. August Bebel habe diese Freundschaft wie keine zweite Persönlichkeit repräsentiert. Er habe im 19. Jahrhundert als Vorbild für die Gründung der SP Schweiz gedient.
Der 1840 in der Nähe von Köln geborene Bebel war zunächst im liberalen Vereinswesen von Handwerkern verwurzelt, ehe er sich dem Marxismus zuwandte. 1875 war er zusammen mit Karl Liebknecht an der Gründung der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschland (SAPD) beteiligt. Nach dem Erlass der Sozialistengesetze 1878 entwickelte sich der gelernte Drechsler zur zentralen Person der deutschen Sozialdemokratie.
Nach der Umbenennung der SAPD in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) wurde er einer der beiden Parteivorsitzenden.
Villenbesitzer am Zürichsee
Mit seinen Bemühungen, verschiedene Strömungen der Arbeiterbewegung in einer Partei zu vereinen und insbesondere mit seinem emanzipatorischen Buch «Die Frau und der Sozialismus» habe Bebel auch in der Schweiz grosses Ansehen genossen, sagte Levrat. Das Buch wurde zu einem Bestseller und in 52 Auflagen gedruckt.
Bebel, im Volksmund als «Kaiser der Arbeiter» bekannt, nutzte das Honorar unter anderem dazu, sich 1897 eine Villa in Küsnacht am Zürichsee zu erwerben. Als Bebels Villenbesitz allerdings allzu hohe politische Wellen schlug, stiess er die Villa wieder ab.
Am 13. August 1913 starb der herzkranke Bebel, der seine letzten Jahre mehrheitlich in der Schweiz verbrachte, während eines Kuraufenthalts in Passugg GR. Am Trauerumzug vier Tage später in Zürich nahmen mehrere zehntausend Personen teil.
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