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Wie es das Gesetz vom 5. Oktober 2011 über die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe vorsieht, hat der Staatsrat die Ziele festgelegt, die er im Bereich der Entwicklungs-zusammenarbeit in der Legislaturperiode 2017-2021 erreichen möchte. Sie orientieren sich an der Botschaft über die internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2017-2020, die den Schwerpunkt auf eine Welt ohne Armut, auf Frieden und auf eine nachhaltige Entwicklung legt.
Der Staatsrat verlängert zum vierten Mal den Leistungsauftrag, der ihn an die Organisation Solidarisches-Freiburg, den Verband der Freiburger Entwicklungsorganisationen, bindet. Der Verband, der das Jahresbudget des Staates für die finanzielle Unterstützung von Projekten der Freiburger Organisationen im Ausland verwaltet, wird 2017 Subventionen in der Höhe von 190 000 Franken erhalten. Das Gesamtbudget für die Entwicklungszusammenarbeit wird 2017 240 000 Franken betragen. Der Staatsrat verpflichtet sich, dieses Budget schrittweise zu erhöhen, und hat sich zum Ziel gesetzt, im Lauf der Zeit einen Beitrag in der Grössenordnung von einem Franken pro Einwohnerin und Einwohner zu erreichen.
Mit der Partnerschaft zwischen dem Kanton und der Organisation Solidarisches-Freiburg soll die Freiburger Bevölkerung auch für die internationale Solidarität und die Nord-Süd-Beziehungen sensibilisiert werden. Der Verband ist neu in den sozialen Netzwerken präsent und informiert ein breites Publikum regelmässig über seine eigenen Aktivitäten und über jene seiner Mitglieder.
Bestandsaufnahme der Projekte
Die Regierung will weiterhin die institutionelle Zusammenarbeit fördern und gemeinsame Projekte von Verwaltung und staatlichen Einrichtungen und Anstalten aufwerten. In diesem Rahmen hat die Sicherheits- und Justizdirektion (SJD) zwischen 2015 und 2016 eine Bestandsaufnahme der Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit im Kanton Freiburg vorgenommen. Bei dieser Umfrage konnten 59 Organisationen und Projekte erfasst werden, die in Afrika, Indien, Nepal oder auch Haiti hauptsächlich in den Bereichen Ausbildung und Erziehung tätig sind.
Das Ziel einer solchen Erfassung besteht darin, den betroffenen Akteuren - Vereinen und Stiftungen, aber auch Gemeinden, Kirchgemeinden und Hochschulen - eine bessere Vernetzung zu ermöglichen, damit sie sich gegenseitig besser kennenlernen und den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Kompetenzen intensivieren können. Organisationen, die im Rahmen der Umfrage nicht erfasst wurden, können sich auch jetzt noch jederzeit bei der SJD melden.
Netzwerk für psychische Gesundheit in Bosnien
Im Übrigen wird sich der Staat Freiburg weiterhin im Projekt zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in Bosnien und Herzegowina engagieren, an dem er seit 2010 gemeinsam mit den Kantonen Bern, Jura und Genf und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) beteiligt ist. Die vier Kantone und die DEZA haben sich verpflichtet, die Projekttätigkeit bis 2018 zu unterstützen. Diese Tätigkeit besteht hauptsächlich darin, die Infrastruktur für psychische Gesundheit in den Gemeinden zu stärken, die Ausbildung der bosnischen Fachleute im Gesundheits- und Sozialbereich zu verbessern und die Diskriminierung von Personen mit posttraumatischen Störungen zu bekämpfen.
Schliesslich möchte der Kanton zur Verstärkung seiner nachhaltigen Beschaffungspolitik die ihm angegliederten Institutionen und Anstalten dazu motivieren, in Vergabeverfahren die nachhaltige Entwicklung zu berücksichtigen. Er hofft, damit die Einhaltung von sozialen Mindeststandards in der ganzen Produktions- und Beschaffungskette von öffentlichen Gütern sicherzustellen und die Anbieter dafür zu sensibilisieren, dass sie für ihre Zulieferer verantwortlich sind.