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Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters
Die ebenso dramatische wie tragische Biographie von Marie Antoinette
Mit dieser Biografie ist es Stefan Zweig gelungen, ein aufschlussreiches Bild von Marie Antoinette zu entwerfen. Sie war weder die ehrenwerte Königin, die sich um ihr Volk bemühte, noch die gewissenlose untreue Ehefrau, als welche sie vom Volk verschrien wurde. Am eindrucksvollsten ist Zweig, wenn es an das bittere, demütigende Ende kommt: auch wer niemals in der Conciergerie in Paris das (nachgebildete) Verlies gesehen hat, das die letzten Stunden der Königin sah, wird von der Tragik dieses "mittleren Charakters" tief berührt sein. Über Marie Antoinette: Marie Antoinette (1755 in Wien - 1793 in Paris) war als Maria Antonia Josepha Johanna Erzherzogin von Österreich sowie Prinzessin von Ungarn, Böhmen, der Toskana usw. bekannt und entstammte dem Haus Habsburg-Lothringen. Durch ihre Heirat mit Ludwig XVI. wurde sie zunächst Dauphine und später Königin von Frankreich und Navarra. Sie gilt als eine der schillerndsten Figuren während der Französischen Revolution und teilte neun Monate nach ihrem Gemahl dessen Schicksal auf dem Schafott. Inhalt: Einleitung Ein Kind wird verheiratet Geheimnis des Alkovens Debüt in Versailles Der Kampf um ein Wort Die Eroberung von Paris Le Roi est mort, vive le Roi! Bildnis eines Königspaares Königin des Rokoko Trianon Die neue Gesellschaft Der Bruder besucht seine Schwester Mutterschaft Die Königin wird unbeliebt Der Blitzschlag ins Rokokotheater Die Halsbandaffäre Prozess und Urteil Das Volk erwacht, die Königin erwacht Der Sommer der Entscheidung Die Freunde fliehen Der Freund erscheint War er es, war er es nicht? Die letzte Nacht in Versailles Der Leichenwagen der Monarchie Selbstbesinnung Mirabeau Die Flucht wird vorbereitet Die Flucht nach Varennes Die Nacht in Varennes Rückfahrt Einer betrügt den Andern Der Freund erscheint zum letzten Mal Die Flucht in den Krieg Die letzten Schreie Der zehnte August Der Temple Marie Antoinette allein Die letzte Einsamkeit Die Conciergerie Der letzte Versuch Die grosse Infamie Der Prozess beginnt
Portrait
Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren und schied am 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen.
Zweig wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf und studierte bis 1904 Philosophie, Germanistik und Romanistik in Berlin und Wien. Er unternahm Reisen in Europa, nach Indien, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika. 1917/18 bekannte er sich in Zürch u.a. mit Hermann Hesse, James Joyce und Annette Kolb als Kriegsgegner und pflegte Freundschaften mit Émile Verhaeren und Romain Rolland. Von 1919 bis 1938 lebte er in Salzburg, unternahm jedoch 1928 eine Russlandreise und hielt sich ab 1935 häufig in England auf, bis er 1938 dann nach England emigrierte. Im Jahr 1940 zog es Zweig zunächst nach New York, bis er letzlich ab 1941 sein Zuhause in Petrópolis, Brasilien, fand. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten.
»Er war in seiner Zeit weltweit einer der berühmtesten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller. Seine unter dem Einfluß Sigmund Freuds entstandenen Novellen zeichnen sich durch geschickte Milieuschilderungen und einfühlsame psychologische Porträts aus, in denen die dezente, doch unmißverständliche Darstellung sexueller Motive auffällt. Seine romanhaften Biographien akzentuieren die menschlichen Schwächen der großen historischen Persönlichkeiten.« Marcel Reich-Ranicki