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Gemäss Anordnung der Behörden rechtzeitig eingenommene Kaliumiodid-Tabletten verhindern, dass sich über die Atemluft aufgenommenes radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert. Dadurch wird die Schilddrüsenbelastung durch Radioaktivität wesentlich reduziert.
Zu beachten ist jedoch: Kalimiodid-Tabletten bieten Schutz vor radioaktivem Jod, aber nicht gegen Strahlung, die von aussen auf den Körper und die Atemwege einwirkt. Deshalb wird die Einnahme von Kaliumiodid-Tabletten nur zusammen mit weiteren Schutzmassnahmen angeordnet, wie Aufsuchen von Haus, Keller oder Schutzraum.
Die Nationale Alarmzentrale ordnet die Bereitstellung und Einnahme von Kaliumiodid-Tabletten an, wenn:
- Gefahr droht: Aufforderung zur Bereitstellung der Tabletten;
- Gefahr besteht: Aufforderung zur Einnahme der Tabletten.
Alle Anweisungen an die Bevölkerung erfolgen direkt über Radio.
Die Art der Verteilung der Kaliumiodid-Tabletten berücksichtigt die bei einem Unfall in einem schweizerischen Kernkraftwerk zur Verfügung stehende Zeit für das Bereitstellen der Jodtabletten.
Im Umkreis von 50 km um die schweizerischen Kernkraftwerke werden die Tabletten vorsorglich an die Haushalte, Schulen, Betriebe usw. verteilt. In der übrigen Schweiz müssen die Kaliumiodid-Tabletten innerhalb von 12 Stunden nach Anordnung - nach dem Holprinzip - an die Bevölkerung abgegeben werden.
Einnahme
Grundsätzlich nur auf Anordnung der Behörden. Die Tabletten sind in einer beliebigen Flüssigkeit aufgelöst und möglichst nicht auf nüchternen Magen einzunehmen. Die Dauer der Anwendung wird von den Behörden über Radio bekanntgegeben.
Dosierung
Neugeborenen im 1. Lebensmonat darf nur einmalig ¼ Tablette gegeben werden; Kindern ab dem 2. Monat bis 3 Jahre ½ Tablette pro Tag. Kinder von 3 bis 12 Jahren: 1 Tablette pro Tag; Kinder über 12 Jahre sowie Erwachsene: 2 Tabletten pro Tag. Schwangere und Stillende dürfen 2 Tabletten pro Tag an maximal 2 Tagen einnehmen.
Der Schutz der Schilddrüse mit Kaliumiodid-Tabletten gilt als sichere und ungefährliche Massnahme. Eine unkontrollierte Anwendung ist jedoch zu vermeiden, insbesondere bei Neugeborenen und Kleinkindern. Patienten mit seltenen Krankheiten, wie z.B. einer bekannten Jodüberempfindlichkeit oder einer bereits bestehenden Schilddrüsenerkrankung, sollen sich vorgängig beim Hausarzt erkundigen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.jodtabletten.ch.