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- Popstar Britney Spears klagte in einer Gerichtsanhörung über ihre Vormundschaft.
- Sie wünschte das Ende der Vormundschaft, die seit 2008 über ihre Person und Finanzen besteht.
- In ihrer Stellungnahme warf Spears ihren Eltern Ausbeutung vor.
«Ich bin traumatisiert. Ich bin nicht glücklich, ich kann nicht schlafen. Ich bin so wütend», sagte die 39-jährige Sängerin in der virtuellen Gerichtsanhörung am Mittwoch. Während 20 Minuten machte Spears ihrem Ärger über die Vormundschaft Luft und schüttete ihr Herz aus: «Ich bin deprimiert. Ich weine jeden Tag.»
Dies sei Missbrauch, erklärte die Sängerin in der Anhörung vor Richterin Brenda Penny in Los Angeles. Sie wünsche das Ende der Vormundschaft. Sie fühle sich von ihrer Familie und von Managern ausgenutzt. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen.
Zu der Anhörung vor Richterin Brenda Penny in Los Angeles waren unter anderem Spears' geschiedene Eltern, Jamie und Lynne Spears, sowie ihr Anwalt zugeschaltet.
Im April hatte die Sängerin die Anhörung beantragt. In dem Rechtsstreit mit ihrem Vater um ihre Vormundschaft hatte sich Spears bis dahin selbst kaum öffentlich geäussert.
Der Zusammenbruch von Britney Spears
Dem Druck des schnellen Aufstiegs schien der Popstar nicht gewachsen. 2007 kumulierten sich die beruflichen und privaten Probleme im Leben von Britney Spears. Nachdem die Sängerin psychisch zusammengebrochen war, hatte ein Gericht 2008 entschieden, ihrem Vater die Vormundschaft zu übertragen.
Seither verwaltete James Spears das Vermögen und andere Anliegen seiner berühmten Tochter. 2019 trat der Vater aus gesundheitlichen kürzer, er verwaltete seither als Vormund nur noch das Vermögen seiner Tochter. Für deren persönliche Belange, darunter auch medizinische Entscheidungen, wurde die vom Gericht bestellte Betreuerin Jodi Montgomery als Vormund eingesetzt. 2020 kam ein Finanztreuhänder dazu.
Spears hat das mit heftigen Vorwürfen gegen ihre Familie und ihre Betreuer gespickte Statement am Telefon abgelesen. Sie wünsche sich, dass die ganze Welt die Wahrheit erfahre. Seit 13 Jahren würden ihre Eltern von ihrem Geld profitieren und ihr Privatleben kontrollieren. Am liebsten würde sie ihre Familie verklagen, betonte Spears vor Gericht.
Intime Entscheide eingeschränkt
Spears' zufolge wurde sie dazu gezwungen, Konzerte zu geben. Man habe sie zudem unter Druck gesetzt, Antidepressiva zu nehmen, obwohl sie sich danach schlecht gefühlt habe.
Auch in ihrem Privatleben dürfe sie keine eigenen Entscheidungen treffen, lamentierte die Sängerin. Sie würde gerne heiraten und ein weiteres Kind bekommen, doch ihr sei nicht erlaubt worden, einen Arzt aufzusuchen, um ihre Spirale zur Empfängnisverhütung zu entfernen.
Harsche Kritik gegen Vater
Besonders scharf griff Spears ihren 68-jährigen Vater an. «Er liebte es», Macht über sie auszuüben. Sie sei unter der Vormundschaft wie eine Sklavin behandelt worden. Alle daran Beteiligten gehörten ins Gefängnis.
Nach der Anhörung gab Jamie Spears über seine Anwältin Vivian Thoreen eine kurze Erklärung ab. «Es tut ihm leid, zu sehen, dass seine Tochter leidet und Schmerzen hat», zitierte «Variety» aus der Mitteilung der Anwältin. «Mr. Spears liebt seine Tochter und vermisst sie sehr.»
Die nächste Gerichtsanhörung ist für Mitte Juli angesetzt. Zunächst wurde nicht bekannt, ob die Sängerin nun formell einen Antrag auf die Beendigung der Vormundschaft einreichen wollte.
Dokumentation löste Welle von Solidarität aus
Eine Anfang Februar veröffentlichte Dokumentation der «New York Times» über Spears' Leben unter der Vormundschaft ihres Vaters hatte heftige Diskussionen vor allem in den sozialen Netzwerken entfacht.
Viele Prominente und Fans bekundeten unter dem Hashtag «#FreeBritney» daraufhin ihre Unterstützung für die Sängerin. Dutzende Fans hatten sich am Mittwoch mit Postern und Protestschildern vor dem Gericht aufgestellt.
Popstars bekunden Unterstützung
Sänger Justin Timberlake (40), ein Ex-Freund von Spears, schrieb auf Twitter, dass er und seine Frau Jessica Biel der Sängerin ihre Liebe und «volle Unterstützung» senden würden. «Wir hoffen, dass das Gericht und ihre Familie dies wieder in Ordnung bringen und sie leben lassen, wie sie es sich wünscht.»
Auch Mariah Carey unterstützt ihre Kollegin. «Wir lieben dich Britney!!! Bleib stark», schrieb die 51-Jährige auf Twitter. Sängerin Halsey (26) schrieb: «Ich bewundere ihren Mut, heute für sich selbst zu sprechen.»