Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03607.jsonl.gz/21

Inhalt
Geschichte
Name und Entstehung
Am Platz des heutigen Dorfkerns gab es bis 1447 keine Siedlung – dies obwohl das Gemeindegebiet schon etwa ab dem 8./9. Jahrhundert von den Alemannen besiedelt worden war. Eine Siedlung entstand erst später „auf dem Schrick“ um die Antonius-Kapelle herum. Diese wurde für einen im Jahre 1448 errungenen Sieg der Freiburger über die Berner erbaut. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts übertrug sich der Name der Kapelle auf den Ort selbst.
Das Gebiet der heutigen Gemeinde bildete einst den Schrickschrot der alten Grosspfarrei Tafers. Schrick heisst steil, Schrot bedeutet Schnitt, Abschnitt. Der Schrickschrot war also der Gemeindeteil über dem Steilhang, der das Tal der Taverna vom Plateau von St. Antoni trennt. Mit der Aufteilung der alten Pfarrgemeinde wurde St. Antoni 1831/32 zur selbstständigen politischen Gemeinde. 1848 wurde St. Antoni in den damals neu geschaffen Sensebezirk eingegliedert.
Land und Leute
Die 16,82 km2 grosse Gemeinde St. Antoni liegt im mittleren Sensebezirk. Sie ist flächenmässig die viertgrösste Gemeinde des Bezirks. Das Dorf St. Antoni (715m ü.M.) steht am Rande des weitverzweigten Gemeindegebietes. Die beiden höchsten Punkte sind der Chutz 884 m und der Schwenihubel (875 m). Unterhalb Tutzishaus, dort wo der Muhrenbach in den Ledeubach mündet, ist mit 615m die tiefste Stelle. Die Gemeinde St. Antoni grenzt längs der Sense auf 4 km an den Kanton Bern. Somit reicht das gegen Süden ansteigende Gemeindegebiet von der Hügelzone bis zur voralpinen Bergzone und weist eine entsprechende Vegetation auf. Nach wie vor ist die Gemeinde stark von der Landwirtschaft geprägt. Milchwirtschaft gilt noch immer als ein wichtiger Zweig. So werden auf dem Gemeindegebiet in den drei Käsereien in Niedermuhren, St. Antoni und Schweni täglich viele Tonnen Milch verwertet.
Heute wohnen in der Gemeinde 2073 Personen (Stand 31.12.2017). 1990, anlässlich der Volkszählung zählte die Gemeinde 1'762 Einwohner. Obwohl eine Zunahme der Arbeitsplätze in den einheimischen Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben zu verzeichnen ist, bleibt St. Antoni eine typische Wegpendlergemeinde.
Wappen
Das Wappen der Gemeinde St. Antoni entstand 1925 aufgrund einer falschen Annahme. Bis 1945 galt die Meinung, der Freiburger Schultheiss Jean Gambach sei der Stifter der Antoniuskapelle auf dem Schrick gewesen. Darum bekam sein Familienwappen den Ehrenplatz in der unteren Hälfte des Wappens. Dieser Herr Gambach war tatsächlich Eigentümer einer Antoniuskapelle. Nur befand sich diese bis 1799 in Freiburg, im Quartier der heutigen Universität. Mit unserer Antoniuskapelle aus dem 16. Jahrhundert hat die Stiftung der Gambach nicht die geringste Beziehung.
Das Gemeindewappen zeigt im unteren Teil das Familienwappen der Gambach – drei Silberringe auf blauem Grund (Symbol des Schmiedeberufs). Die obere Wappenhälfte zeigt den Stab mit den zwei Glöcklein des Heiligen Antonius. Antonius der Einsiedler galt als Patron der Haustiere, besonders des Schweines. Die Armenfürsorge züchtete im Mittelalter zum Unterhalt der Armen Schweine, die frei umherziehen konnten. Diese sogenannten „Antoniusschweine“ trugen Glöcklein als Erkennungszeichen und wurden vor dem Patronsfest geschlachtet und an die Armen verteilt.