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Hurrikan Irma: Entwicklung vom 6. - 12. September 2017
8. September 2017
In Anguila forderte der Hurrikan 4 Todesopfer. Die auf der Insel stationierten britischen Truppen räumten alle Trümmer von den Landebahnen und von allen Strassen, welche zum Flugplatz führen. Aus Barbados flogen die Militärs Hilfsgüter auf die Insel.
Auf der Insel Barbuda verloren rund 50% der 1'600 Menschen ihr Zuhause. Rund 800 Menschen wurden vor der Ankunft des Kategorie 4-Hurrikans Jose auf freiwilliger Basis auf die Insel Antigua evakuiert. 800 Menschen verblieben auf eigenen Wunsch auf Barbuda zurück. Auf Barbuda wurde die ganze Infrastruktur wie u.a.die Strassenverbindungen, die Wasser- und Stromversorgung, die Kommunikationseinrichtungen zerstört. Der Wiederaufbau wird Monate oder gar Jahre dauern.
Das Ferienparadies St. Martin (F) /St. Maarten (NL) ist weitgehend zerstört. Im französischen Teil der Insel meldeten die Behörden nach einem ersten Überblick 9 Todesopfer, 7 vermisste Personen und 112 Verletzte.
Irma hat 95% der Gebäude, Infrastrukturbauten und Felder auf St. Martin zerstört. Auf der niederländischen Seite gab es ein Todesopfer. Das niederländische Militär musste Plünderer aus den Trümmer vertreiben. Hilfsgüter wurden aus Curaçao, welches auch zu den Niederländischen Antillen gehört, heran geflogen.
Die Inselgruppe St. Kitts und Nevis wurde vor den schlimmsten Sturmauswirkungen verschont. Auf den Insel hat Irma Gebäude und Infrastrukturanlagen beschädigt. Die Stromversorgung litt unter einigen Ausfällen. Der Flugplatz wurde am 7. September 2017 wieder eröffnet.
Von den Britischen Jungferninseln wurden 4 Todesopfer gemeldet. Die Regierung hat den nationalen Notstand ausgerufen. Das staatliche Katastropheneinsatzzentrum wurde zerstört. Auf der Inselgruppe wurden grosse Teile der Infrastruktur wie u.a. die Strassenverbindungen, die Wasser- und Stromversorgung, die Kommunikationseinrichtungen zerstört. Die Bewohner leben ohne fliesendes Wasser und elektrischen Strom. Die Strassenverbindungen sind blockiert. Die Mobiltelefone bleiben stumm. Lediglich ein einziges Spital ist noch in Betrieb. Plünderer sind unterwegs, da die Sicherheitskräfte nicht mehr beweglich sind oder einen Gefängnisausbruch verhindern müssen.
Eingeflogene Genieeinheiten der Britischen Arme sind dabei, die Strassen von den Trümmern zu befreien.
Auf den U.S.-amerikanischen Jungferninseln hat Irma 4 Menschen aus dem Leben gerissen. Es werden noch weitere Todesopfer unter den Trümmern vermutet. Die amerikanischen Behörden haben den Notstand ausgerufen. Das Gesundheitssystem funktioniert mehrheitlich nicht mehr. Aus allen Regionen werden schwere Schäden gemeldet. Viele Strassen sind blockiert. Zahlreiche Schulgebäude wurden zerstört.
In Puerto Rico haben die Hilfskräfte 3 Todesopfer geborgen. Nach weiteren vermissten Menschen wird gesucht. Die Hurrikanwinde und kräftiger Regen haben rund eine Million Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Spitäler mussten auf Generatorbetrieb umstellen. Zehntausende haben kein fliesenden Wasser mehr. An die Nordküste brandeten bis zu 9 m hohe Flutwellen. Zahlreiche Murgänge und Hochwasserwellen flossen in die Täler und Ebenen. Einige tausende Bewohner sind in Notfallzentren untergebracht.
Dominikanische Republik
In der Hauptstadt Santo Domingo und im Touristenzentrum Punta Cana entstanden keine Schäden. Aus den Tourismusregionen um Sosúa und Cabarete wurde von hohen Brandungswellen berichtet. Landesweit wurden etwa 5'000 Menschen evakuiert. Aus einigen Küstenregionen wurden Überschwemmungen, Stromausfälle, blockierte Strassen, Gebäudeschäden usw. gemeldet.
Haiti
Das immer wieder von schweren Naturkatastrophen heimgesuchten Land wurde von dieses Mal von den schlimmsten Auswirkungen des Wirbelsturms offenbar verschont. Berichte aus der Region von Cap-Haïtien an der Nordküste sprechen von zeitweisen Stromausfällen. Irma brachte starke Regenfälle. Im Gebiet um die Hauptstadt Port-au-Prince und im Süden des Landes wurden keine Schäden festgestellt. Sorge bereitet den Verantwortlichen die Entwicklung der Cholera-Seuche.
Bahamas
Das Sturmzentrum hat am späten Abend des 7. Septembers 2017 die südlichen Inseln nördlich der Great Inagua Insel überquert. Der Flugplätze in der Region blieben geschlossen. Stromausfälle und bertriebsuntüchtige Kommunikationsanlagen verzögerten eine Bestandesaufnahme der Schäden und die Organisation der Hilfslieferungen.
Kuba
Die Behörden habe eine Hurrikanwarnung der höchsten Stufe verbreitet. Mehr als eine Million Menschen wurden vor der Ankunft des Hurrikans Irma aus ihren Wohnzonen evakuiert. Touristen und Küstenbewohner wurden aufgefordert, sich rechtzeitig von der Küste weg ins Hinterland zu begeben. Kuba kann sich auf eine gut funktionierende Katastrophenvorsorge und -hilfe abstützen. Am Freitagnachmittag des 8. September 2017 wurden alle Transporte auf Kuba eingestellt. Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Die Wirtschaftsunternehmen hatten ihre Tätigkeit unterbrochen.
9. September 2017
Die Zugbahn des Hurrikans Irma folgte vom 7. September 2017 bis zum 9. September 2017 den dicht besiedelten Nordküsten von Puerto Rico, der Dominikanischen Republik, Haiti und Kuba. In diesem Zeitraum verblieb der tropische Wirbelsturm in der Kategorie 4. Während wenigen Stunden verstärkte sich der Sturm an der Südspitze der Bahamas zu einem Hurrikan der Kategorie 5. In diesem Meeresgebiet mit Wassertemperaturen von über 30°C konnte Irma wieder zusätzliche Rotationsenergie aufnehmen.
10. September 2017
In den frühen Morgenstunden des 10. Septembers 2017 veränderte der Hurrikan seine Zugrichtung von Westnordwest auf Nordnordwest und nahm Kurs auf den U.S.-Bundesstaat Florida. Der Hurrikan Irma erreichte am 10. September 2017 um rund 16 Uhr die Insel Cudjoe Key rund 50 km östlich von Key West (Florida). Zu diesem Zeitpunkt wehten um das Zentrum des Kategorie 4-Hurrikans Irma Sturmwinde mit Geschwindigkeiten bis zu 210 km/h. 6,5 Stunden später trieb das Sturmzentrum von Irma über die Marco Insel. Irma schob eine Flutwelle vor sich her, deren Auswirkungen noch in Carleston (South Carolina) wahrnehmbar waren.
In Kuba hinterliess der Hurrikan an einigen Küstenabschnitten eine Spur der Zerstörung. Trotz der vorzeitig eingeleiteten Evakuierungsmassnahmen verloren 10 Menschen ihr Leben.
Auf dem französischen Überseegebiet St. Martin sind zusätzliche Polizeikräfte und Armeeangehörigen eingetroffen, welche auch die auf diesem Inselteil ausgebrochenen sozialen Unruhen und Plünderungen beenden müssen. In St. Martin hat die südamerikanische Drogenmafia ihr unheilvolles Netzwerk aufgebaut. St. Martin dient als Drehkreuz des Drogenhandels.
11. September 2017
Am 11. September 2017 um zirka 1 Uhr zog Irma über die Stadt Naples an der Westküste von Florida. Die Windgeschwindigkeit erreichte 180 km/h. Das Sturmfeld mit den Hurrikanwinden hatte hier einen Durchmesser von rund 260 km. Winde mit der Kraft von tropischen Stürmen waren noch rund 350 km vom Sturmzentrum entfernt spürbar. Der Starkwindfeld bedeckte zu diesem Zeitpunkt den ganzen U.S.-Bundesstaat Florida. Irma bewegte ich mit rund 20 km/h nordwärts. Innerhalb der Wolkenbänder des Hurrikans entwickelten sich einige Tornadozellen, welche für zusätzliche Zerstörungskraft sorgten. Die Behörden meldeten 4 Todesopfer in Florida. Die Regierung von Florida hat in den Katastrophengebieten eine 24 Stunden dauernde Ausgangssperre verhängt, damit die Strassen geräumt werden können. Rund 6 Millionen Menschen waren zeitweise ohne elektrischen Strom. Auf den Florida Keys sind gegen 50% der Häuser schwer beschädigt. Der Zugang zu dieser Inselgruppe ist auf dem Landweg für längere Zeit nicht mehr möglich. Die Polizei ging gegen Plünderer vor, welche aus leer stehenden Geschäftsräumen und Wohnungen Gegenstände entwendet hatten.
12. September 2017
Der zum Tropischen Sturm deklassierte Ex-Hurrikan Irma zog mit Starkwinden und -regenfällen weiter nordwärts in die Bundesstaaten Georgia und South Carolina. In diesen Bundesstaaten verloren 3 Menschen bei diesem Sturmereignis das Leben.