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Der Titel beats blog deutet sehr klar auf eine Person hin und ein Blog (Weblog) bezeichnet eine chronologische Abfolge von Texten im World Wide Web. Das ist natürlich richtig, denn auf dieser Seite der Tastatur sitzt ja eine Person, deren Name Beat ist, und welche den Inhalt dieser Seite verfasst und veröffentlicht. Das impliziert, dass da "jemand" ist, der "etwas zu sagen" hat. Der sich selbst so wichtig nimmt, dass er die Welt mit seinen Ergüssen beglückt. Ob das irgend jemand andres überhaupt interessiert, sei mal dahingestellt. Zumindest erscheint es so, dass diese Person das glaubt (oder zumindest hofft). 🙄
In den letzten Jahren zeigte dieser Beat jedoch gewisse geistige Auflösungserscheinungen. Wer etwas in diesem Blog rumstöbert wird immer wieder über das Thema "loslassen" stolpern und Hand in Hand damit geht auch eine... nennen wir es mal Entpersonalisierung als Folge von immer geringer werdender Identifikation. Man konnte Sätze lesen wie z.B. Ich bin nicht dieser Körper, ich bin nicht dieser Geist, es gibt weder Zeit noch Raum, usw...
Absurd - ich weiss.
😁 WER weiss das? WER ist "ich"? 😁
Mit der Frage: "Wer (oder was) bin ich?" bin ich Jahrzehnte lang als "Suchender" durch dieses Leben gestolpert. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nie eine Antwort fand die treffender war als "Ich weiss es nicht.". Das war natürlich wenig befriedigend und deshalb dachte ich, ich müsse einfach besser, tiefer, intensiver, konsequenter Suchen. Es war ganz bestimmt "mein Fehler", dass ich keine befriedigende Antwort fand.
Eines Tages war ich des Suchens müde und dachte, dass es mir einfach nicht gegeben oder bestimmt war, die "wirkliche" Antwort zu finden. Das brachte eine gewisse Erleichterung, weil es Schuld von mir nahm. Nicht "ich" war Schuld an meinem Scheitern, sondern Gott, das Universum, oder wie man eine "höhere Macht" auch immer nennen will, hat diese "Erleuchtung" halt einfach nicht für mich -oder zumindest nicht in diesem Leben- vorgesehen. Schade, aber da kann man nichts machen. 🤨
Entlang des Weges schnappte ich ein paar Ideen auf, die imir einleuchteten und deren Anwendung ich als positiv für mein Leben empfand. Das waren zum Beispiel Konzepte der Stille, des Loslassens und eben der Nicht-Identifikation. Es gab so viel Zeugs, welches ich in meinem Kopf herumschleppte, das längst vergangen war oder in Wirklichkeit gar nichts mit mir zu tun hatte. Mein schwammiges Hirn war proppevoll mit Ideen und Konzepten, die ich irgendwo aufgelesen hatte (lesen war hier kein unwesentlicher Aspekt). Ich begann Ansichten und Glaubenssätze zu hinterfragen (Was hat das mit mir zu tun? Was nützt es mir?) und diese bei einer "Doppel-Nichts-Antwort" loszulassen. Das wirkte ziemlich befreiend und half mir, mich geistig zu entrümpeln. Ich warf geistigen Ballast ab und begann leichter zu leben.
Rückblickend würde ich sagen, dass sich im Frühling 2017 dann ein paar Schleier lüfteten. Davon zeugen Blogbeiträge wie "Hamsterrad - Ich bin", "Ich bin immer zu spät..." oder "Alles nur Konzepte" (und natürlich noch ein paar andere). Gängige Denkmuster waren bereits losgelassen und da ging es dann ans Eingemachte und die Frage: Bin ich wirklich dieser einzelne, abgetrennte Körper-Geist-Komplex, mit dem ich mich in meinem Alttagsleben identifiziere? Das war eine spannende Zeit, die mich richtig durchrüttelte und auch manchmal erschreckte. Nichts war mehr, wie es einmal war. Nichts war mehr verlässlich und ich drohte den Boden unter den Füssen zu verlieren.
Heute, in Corona-Virus-Zeiten, würde ich sagen, ich habe mir damals einen Virus eingefangen. Dieser Virus lässt sich grundsätzlich nicht beschreiben. Sollte ich es dennoch versuchen, wäre meine Antwort: "Sowohl als auch", die zwei Seiten einer Münze oder Yin und Yang. Etwas verständlicher könnte man sagen: Ich bin die lebendige Energie, die diesen Körper animiert. Der Körper erlaubt mir über die fünf Sinne die Erscheinungen wahrzunehmen und mit ihnen zu interagieren. Er funktioniert dabei wie ein Filter. Je mehr gefestigte Ansichten, Ideologien, Glaubenssätze und eingefahrene Denkmuster vorhanden sind, desto verzerrter/eigener/abgetrennter erfahre ich die Welt. Daran ist nichts gut oder schlecht, richtig oder falsch. Denn es gibt weder mich, noch die Welt. Das alles sind nur Erscheinungen. Gleichzeitig Nichts und Alles im Wechselspiel. Ein Träumen, ein Tanzen einer einzigen ???? (Energie?). Ohne Ursache, ohne Plan und ohne Ziel - ein Spiel welches ununterbrochen gespielt wird! Unfassbar, unbeschreiblich.
Und so ergab sich, dass heute meine häufigsten Antworten sind: "Ich weiss es nicht" oder "Es scheint so" oder eben "Sowohl als auch". Alles ist und ist nicht. Mein Ist-Leben (Körper) ist der Zeit unterworfen. Wurde geboren und wird sterben. Mein Nicht-Ist-Leben (Geist, Lebensenergie) ist zeitlos, ungeboren und unsterblich. Ohne christlich-gläubig zu sein erinnere ich mich an ein Bibelzitat, welches in etwa so lautet: "Du lebst in dieser Welt, doch Du bist nicht von dieser Welt" oder wie ich es nenne: "Sowohl als auch".
Und all dies führt diesen Blog ad absurdum. Oder weist ihm den entsprechenden Platz zu: Es ist eine schlichte Sammlung von Geschichten, Texten und Bildern aus dem "Sowohl" einer zufälligen Erscheinung. Alle geäusserten Meinungen und Aussagen sind als verzerrte Geschichten zu verstehen, die sich (fast) immer nur mit dem sichtbaren Teil des Ganzen beschäftigen. Diese Unwichtigkeit ist aber auch befreiend, denn es ist auch unwichtig, wenn man total daneben liegt. 🤣😍