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Wie vor einiger Zeit beschrieben, waren wir zum chinesischen Neujahr von einer chinesischen Familie eingeladen worden. Das war super spannend. Als Vorbereitung haben wir im Internet ein wenig nach do’s and dont’s gegoogelt.
Hier sind einige Beispiele dazu:
Do’s:
Wish everyone you meet a happy New Year by saying „gong xi fa cai“, which translates to: „Have a happy and prosperous New Year!“
Wear articles of red clothing because red symbolizes luck.
Buy new trousers because the Chinese word for trousers is „fu“, (Chinese homonym for wealth)
Children should stay up as late as possible on New Year’s Eve for it is believed that the later they stay up, the longer their parents will live.
Visit family (especially those older than yourself) and friends to pass on your wishes on good fortune for the New Year. (plus kids and single people will receive lai-see lucky red packets full of money.
Give two lai see to each child. Because happiness comes in two’s, do not just give one. This is your way of passing good luck to the next generation. Business owners also give lai see to employees and associates.
Don’ts:
Don’t wear white or black clothing, since they are the traditional colours of mourning.
Don’t buy new shoes for the first months of the New Year, because the sound of shoe in Chinese is „hai“. „Hai“ is similar to the sound of sighing, which Chinese believe is not a good way to start the year.
Don’t wash your hair for the first three days of the New Year, because the Chinese word for hair is a homonym for the Chinese word for wealth. Therefore, Chinese believe it isn’t a good thing to ‚wash away your wealth‘ right at the start of the New Year.
Floors may not be swept and garbage may not be disposed of on the first day of the New Year for fear of casting riches out the door.
Don’t break any dishes, otherwise you may incur more misfortune for the New Year. In the event of breaking a dish, quickly say „Peace for all time“, and the bad luck will be warded away.
Don’t greet people who are in mourning.
Don’t drop your chopsticks.
Don’t say the number ‚four‘ (Chinese homonym for death) or mention death.
Don’t borrow or lend money.
Mit dieser Vorbereitung gingen wir an das chinesische Neujahr in ein chinesisches Restaurant. Natürlich hatten wir etwas rotes an. Mein Ski-Schüler hatte nichts rotes an, als ich ihn darauf angesprochen hatte, meinte er: „äh das ist doch Quatsch, aber habe rote Schuhbändel, das reicht vollkommen aus.“
Wir wurden von der Familie inkl. Grosseltern, Cousins, Onkeln und Kindern sehr herzlich empfangen. Das Familienoberhaupt (der Vater, welcher bei uns im Unterricht ist) war als einziger in einer modern ausschauenden chinesischen Tracht gekleidet und brachte uns zu zwei runden Tischen. Dani und ich waren die einzigen Europäer im ganzen Restaurant und durften bei den Kindern am Tisch sitzen. Es gab sehr viel zu Essen. Das Essen wurde jeweils auf Platten serviert und man durfte sich bedienen. Die Kinder, welche bei uns im Skiunterricht teilnehmen, waren sehr freundlich, haben uns alles erklärt und die Bedeutung der einzelnen Speisen erläutert. Sie waren sehr zuvorkommend und haben immer gewartet bis wir die Speisen genommen haben, bevor sie sich selber die Speisen schöpften, da wir ihre Gäste waren. Bei den meisten Speisen meinte mein Ski-Schüler:“That’s weird food.“ 🙂 Gleichzeitig haben sie sich auf eine positive Art lustig über die eigene Kultur gemacht und die Mutter kritisiert als sie uns versuchte die Bedeutung des Königs-Krabben-Kopfs (King Crab) zu erklären und die Bedeutung zu wenig genau war. Neben der King Crab gab es Suppe, Poulet (natürlich mit dem Kopf dran), ein ganzer Fisch, Reis mit einer Art Kaviar, zwei verschiedene chinesische „Burritos“, ein anderer Fisch in einer Sauce eingelegt mit Algen und dann Dessert. Ich habe alles probiert und gegessen. Auch beim King Crab ass ich die Beine (bedeutet Glück), den Kopf (bedeutet Inteligenz) und den Körper (bedeutet Kraft). Dazu tranken wir zusammen mit den Eltern etwa eine Flasche chinesischer Schnapps (52%) und relativ viel Weiss- und Rotwein. Die KInder sagten uns, dass die Eltern am chinesischen Neujahr immer sehr betrunken sind. Wir versuchten mit div. Tricks weniger zu trinken – was uns nicht ganz gelungen ist. So haben wir zum Beispiel nur das halbe Glas geext, dann wurde uns einfach wieder nach geschenkt und wir durften von neuem anstossen. Am Tag danach im Skiunterricht meinte der Vater der Familie zu meinem Kollegen, dass die Europäer unheimlich viel trinken können und wir hätten nie aufgegeben. Naja, eigentlich sagten wir die ganze Zeit stopp.
Nach dem Essen haben alle unverheirateten von den verheirateten Familienmitgliedern rote Couverts mit Geldscheinen erhalten. Auch Dani und ich haben etwas erhalten, das war sehr nett. Der Tradition entsprechend durften wir das Geld die nächsten vier Tage nicht ausgeben und müssen es unter dem Kopfkissen aufbewahren. Danach haben wir noch den Rest des Rotweines (Bordeaux) in Shot Gläser abgefüllt und geext(!!!) – ich weiss nicht, ob dies üblich ist, aber dieser Akt hat meiner Weinseele irgendwie geschmerzt. Naja, weg war der Wein. Bevor wir das Restaurant verliessen, wurden sämtliche Essensresten eingepackt und mitgenommen. Auch wir durften eine Schale mit nach Hause nehmen.
Nun ging es in ein Shopping Center (zu Fuss), dort waren wir mehr oder weniger die einzigen Europäer. Einzig einige komische Politiker der konservativen und der liberalen Partei waren auch da (auf Mitgliedersuche 😉 ) und verteilten rote Couverts mit Schokolade. Die Eltern waren alle ziemlich betrunken, gingen in ein Kaffee und schauten den chinesischen Shows zu. Wir durften mit den Kindern shoppen gehen – Yeah!!!. Glücklicherweise gab es dort so viele Süssigkeiten Shops und Bubble Tea Stände, dass wir alles mögliche nach diesem grossartigen Dinner noch versuchten in uns reinstopften, um mehr oder weniger nüchtern zu wirken, was uns gelungen ist. Auch der Hangover am nächsten Tag wurde dadurch wohl verhindert. Die Kinder hatten ihren Plausch und wir assen unheimlich viele Glückskekse und andere spannende Süssigkeiten, was in diesem Moment das grösste war. Danach brachten wir die Kinder zurück zu den Eltern und wir verabschiedeten uns, da die Kids ins Bett mussten, um am nächsten Tag fit für den Skiunterricht zu sein…
Wir haben mit der Familie die E-Mail Adresse ausgetauscht und ich hoffe sehr, dass sie mal in die Schweiz in die Ferien kommen, damit wir uns revanchieren können für diesen unglaublich spannenden und guten Abend.
Hier einige Foto Impressionen: