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Der Anteil der Erwachsenen in den USA, die übers ganze Jahr hin keinen Sex hatten, hat ein Allzeithoch erreicht und unterstreicht damit eine andauernde Trendlinie, die durch eine alternde Bevölkerung und eine höhere Zahl ungebundener Menschen gekennzeichnet ist.
Das Alter als Faktor
23 Prozent der Erwachsenen haben im Jahr 2018 sexuell inaktiv gelebt. Unerwartet, ist ein merklicher Anteil davon Männer im Alter von 20 Jahren. Experten, die sich mit den Schlafgewohnheiten der Amerikaner befassen, sehen eine Reihe von Faktoren für die grosse amerikanische Sex-Dürre. Dies berichtet die «Washington Post».
Das Alter ist einer dieser Faktoren: Es gibt mehr Menschen über 60 Jahre, die Bevölkerung wird älter. Der Anteil derjenigen, die keinen Sex haben, liegt aber seit jeher bei etwa 50 Prozent. Da die Altersgruppe der Ü60 im Verhältnis zu allen anderen wächst, hat dies den Effekt, dass die Wahrscheinlichkeit, Sex zu haben, für die Gesamtbevölkerung sinkt.
Mittezwanziger haben weniger Sex
Gleichzeitig zeigt sich, dass der Anteil der jungen sexfreien Amerikaner angestiegen ist. Der Anteil Männer zwischen 18 und 29 Jahren, die keinen Sex haben, hat sich zwischen 2008 und 2018 mehr als verdoppelt.
Jean Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, sagte in einem Interview, dass die wachsende Sexlosigkeit unter Amerikas Mittzwanzigern in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass sie sich erst später im Leben verpartnern. «Es gibt mehr Menschen in ihren Zwanzigern, die keinen festen Partner haben», sagte sie. «Unter diesen Umständen denke ich, dass es weniger Sex geben wird.»
Amerikaner in ihren 30ern, 40ern und darüber hinaus sind viel häufiger verheiratet als Menschen in ihren 20ern. In diesen Altersgruppen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einem bestimmten Jahr Sex haben, höher als bei ihren jüngeren Altersgenossen.
Sexlosigkeit bei Männern stärker angestiegen
Die Daten zeigen auch einen deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschied unter den 20-Jährigen. In den letzten drei Jahrzehnten meldeten Männer und Frauen im Alter von 20 Jahren ähnliche Raten von Sexlosigkeit. Doch das hat sich nun geändert. Seit 2008 hat sich der Anteil der Männer unter 30, die keinen Sex haben, fast verdreifacht und liegt nun bei 28 Prozent. Bei den Frauen in diesem Alter beträgt der Anstieg nur acht Prozent.
Dafür gibt es laut Twenge mehrere mögliche Erklärungen. Zum Beispiel sei die Erwerbsbeteiligung junger Männer zurückgegangen und es gebe einen Zusammenhang zwischen der Erwerbsbeteiligung und stabilen Beziehungen. Die Umfrage ergab, dass 54 Prozent der arbeitslosen Amerikaner keinen festen Partner hatten, verglichen mit 32 Prozent der Erwerbstätigen.
Andere Gründe seien, dass junge Männer heute eher bei ihren Eltern leben als junge Frauen. Eine weitere Erklärung liege darin, dass junge Männer stärker anderen technologischen Tätigkeiten wie Videogames und Social Media nachgehen.