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Peking - Die chinesische Millionenstadt Jilin ist nach der Verseuchung eines nahen Flusses vorübergehend von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten worden. Durch Hochwasser wurden tausende Fässer mit giftigen Chemikalien in den Fluss Songhua gespült.
Bis zu 500 Tonnen Chemikalien seien durch die Flut in den Fluss gerissen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag. Insgesamt seien 7000 Kanister einer Chemiefabrik in den Fluss gespült worden.
In anderen Berichten vom Mittwoch war zudem von einer weiteren Chemikalie die Rede, die bei Kontakt mit Wasser zur Säure wird. Nach Angaben von Xinhua waren 200 Helfer im Einsatz, um die Behälter aus dem Fluss zu entfernen. Bis Donnerstag seien 400 Kanister geborgen worden.
Obwohl die örtlichen Umweltschutzbehörden nach einem Bericht der Zeitung "China Daily" versicherten, der Fluss sei nicht verseucht und das Trinkwasser nicht gefährdet, unterbrach die Stadt Jilin am Mittwoch die Wasserversorgung. Die Behörden versicherten zunächst, dies hänge mit elektrischen Wartungsarbeiten zusammen. Am Donnerstagabend (Ortszeit) wurden die Wasserleitungen der 4,3-Millionen-Stadt wieder freigeschaltet.
Vor fünf Jahren mussten Millionen Menschen in der Nachbarprovinz Heilongjiang tagelang ohne fliessendes Wasser auskommen, weil der Songhua-Fluss nach einer Explosion in einer Benzolfabrik verseucht war. Tausende Tonnen gefährlicher Chemikalien gelangten in den Fluss.
Die Provinz Jilin mit ihrer gleichnamigen Stadt ist das jüngste Opfer der schweren Überschwemmungen, bei der seit Mitte Juli mehr als 330 Menschen getötet wurden; mindestens 300 werden bis heute vermisst.
In der Nähe der Stadt Kouqian flutete am Mittwoch ein Staubecken über. In der Stadt stand das Wasser am Donnerstag bis zu drei Meter hoch. Mindestens 30'000 Menschen waren von der Aussenwelt abgeschnitten.
SDA-ATS