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Nicht nur weil sie nachtaktiv sind, werden Steinkrebse nur selten beobachtet. Die Bestände sind im 20. Jahrhundert unter anderem als Folge der Gewässerverschmutzung und Bachverbauungen stark zurückgegangen.
Der Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) lebt in kleinen Wiesen- und Waldbächen. Er teilt diesen Lebensraum mit Bachforellen, Groppen, Bachschmerlen und Elritzen.
Da Steinkrebse nachtaktiv sind, wissen oft auch Anwohnende nicht, dass diese Flusskrebsart im nahen Gewässer vorkommt. Am einfachsten beobachten lassen sie sich während der Fortpflanzungszeit im Herbst. Die Männchen sind auf Brautschau und platzieren bei der Auserwählten ein Spermapaket (Spermatophore) auf die Unterseite des Körpers. Das Weibchen stösst die Eier aus und trägt die befruchteten Eier über den Winter mit sich. Im Mai/Juni schlüpfen die Jungtiere und gehen ihres Weges.
Als Allesfresser ernähren sich Steinkrebse von Algen, Pflanzen, Laub, Kleintieren und frischem Aas. Für das Körperwachstum müssen sie sich von Zeit zu Zeit häuten. Nicht mehr benötigte, alte Chitinpanzer findet man in strömungsberuhigten Gewässerbereichen. Nicht selten werden solche Panzerreste mit toten Krebsen verwechselt. Die Nase verrät jedoch schnell, um was es sich handelt. Tote Krebse stinken gewaltig!
Im 20. Jahrhundert sind die Steinkrebsbestände stark zurückgegangen. Die Gewässerverschmutzung, Bachverbauungen und -eindolungen sowie eingeschleppte fremde Krebsarten und Krankheiten haben die Bestände dezimiert oder ausgelöscht. Die Sektion Jagd und Fischerei engagiert sich bereits seit Jahren, diese gemäss Roter Liste als stark gefährdet eingestufte Krebsart im Aargau zu fördern ().