Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03111.jsonl.gz/685

In der Schweiz sind rund 170.000 Menschen von Schuppenflechte
(Psoriasis) betroffen. Die Krankheit tritt meistens im Alter zwischen
15 und 35 Jahren auf, aber kann sich grundsätzlich in jedem Alter
entwickeln. Weltweit leben rund 125 Millionen Menschen mit
Schuppenflechte. Schätzungen gehen davon aus, dass rund ein Viertel
aller Erkrankten eine mittelschwere bis schwere Form der Psoriasis
haben.
Psoriasis und Schuppenflechte – zwei Namen für eine Krankheit. Der
medizinische Name leitet sich vom griechischen «psao», zu Deutsch «ich
kratze» ab. Die betroffenen Hautareale sind gerötet, erhaben, sie
schuppen sich, jucken oft. Die gute Nachricht ist: Psoriasis kann sehr
gut behandelt werden, so dass ein weitgehend einschränkungsfreies
Leben möglich ist.
Die genaue Ursache von Psoriasis ist bis heute nicht geklärt.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass es nicht nur einzelne Auslöser
gibt, sondern unterschiedliche Faktoren an der Entstehung der
Erkrankung beteiligt sind. Zu den Umwelteinflüssen, die Psoriasis
begünstigen können, gehören beispielsweise Infekte, Stress,
Hautverletzungen oder Rauchen. Ein weiterer Faktor ist die erbliche
Veranlagung. Sind andere Familienmitglieder, etwa ein Elternteil, an
Psoriasis erkrankt, ist die Wahrscheinlichkeit, auch zu erkranken,
leicht erhöht.
Bei Psoriatikern ist der Prozess der Hauterneuerung stark
beschleunigt. Die Hautzellen (Keratinozyten) teilen sich acht Mal
schneller als bei gesunden Menschen. Dadurch verkürzt sich der
Zeitraum der Erneuerung der Oberhaut (Epidermis) von etwa vier Wochen
auf wenige Tage. Die Folge sind die typischen Psoriasis-Plaques:
scharf begrenzte und gerötete Hautareale, die von einer
Schuppenschicht bedeckt sind.
Während man lange Zeit davon ausging, dass Psoriasis eine reine
Hautkrankheit ist, haben neue wissenschaftliche Erkenntnisse in den
letzten Jahren gezeigt, dass diese Sichtweise überdacht werden muss.
Denn etwa ein Drittel aller Betroffenen, die moderat bis schwer an
einer Psoriasis erkrankt sind, erkranken ebenfalls an einer
Psoriasis-Arthritis, also einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke,
sind übergewichtig, leiden häufiger an Diabetes («Zuckerkrankheit»)
und haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die
Erkrankung betrifft also, vor allem bei schwereren Formen, nicht nur
die Oberfläche der Haut, sondern geht tiefer und kann den ganzen
Körper beeinträchtigen. Mediziner sprechen aus diesem Grund von einer
systemischen Erkrankung.
- Basistherapie: Hierfür werden rückfettende und pflegende
Cremen, Salben oder Lotionen ohne Wirkstoffe angewendet. Hautpflege
verbessert den Zustand der Haut und kann helfen, die
erscheinungsfreie Zeit zu verlängern.
- Lokaltherapien: Als
Vorbereitung für diese Therapie können die Schuppen durch Bäder oder
das Auftragen von harnstoffhaltigen Cremen entfernt werden. Danach
werden vor allem Kortisonpräparate eingesetzt, die man in Form einer
Salbe, Creme oder Tinktur auf der Haut anwendet. Neben Kortison
können Vitamin-D3-Präparate als Cremen oder Salben verordnet werden,
die jedoch eher eine Ergänzung zu anderen Therapien wie der
Ultraviolett(UV)-Bestrahlung darstellen und bei einer leichteren
Form einer Psoriasis angewandt werden.
- Phototherapie: Bei
der Phototherapie handelt es sich um eine Lichttherapie, die für
verschiedene Arten der Psoriasis eingesetzt werden kann. Man erzielt
meist rasche Erfolge, kann die Therapie aber nur zeitlich begrenzt
und nicht zu oft einsetzen, um der Haut nicht zu schaden.
- Systemtherapien: Mittels Einnahme von Medikamenten wird die
Schuppenflechte «von innen» behandelt. Unter Systemtherapien fallen
Medikamente wie Retinoide, Methotrexat oder Cyclosporin A. Auch die
PUVA-Therapie zählt zu den systemischen Ansätzen. Hier wird
Lichttherapie mit der Einnahme von photosensibilisierenden
Substanzen (machen die Haut empfindlicher für UV-Strahlung)
kombiniert.
- Biologika: Biologika sind biotechnologisch, das
heisst aus Zellen, und nicht chemisch hergestellte Medikamente, die
gezielt in den Entzündungsprozess im körpereigenen Abwehrsystem
eingreifen. Sie werden eingesetzt, wenn die gängigen Behandlungen
nicht ausreichend wirksam waren, nicht vertragen werden oder
aufgrund von Gegenanzeigen nicht verwendet werden können. Es gibt
Präparate, die den Botenstoff TNF-α blockieren, der Entzündungen
hervorruft und verstärkt. Ein weiterer therapeutischer Ansatz ist
das Hemmen von anderen Botenstoffen wie Interleukinen und dort
konkret Interleukin-17 und Interleukin-23. Biologika sind schon seit
Jahren als Therapie der Schuppenflechte – auch bei Kindern und
Jugendlichen – in Verwendung, sodass Ärzte bereits über langjährige
Erfahrungen mit dieser Medikamentenklasse verfügen.
Schuppenflechte ist bisher nicht heilbar. Mit der entsprechenden
Therapie haben Betroffene oft lange Zeit kaum sichtbare Zeichen auf
ihrer Haut.
Weitere Informationen zu Schuppenflechte gibt es auf https://www.spvg.ch/home