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Im Mittelalter wurde lange Zeit beinahe ausschliesslich Latein geschrieben – aus dieser Epoche sind weitaus mehr Texte in lateinischer Sprache erhalten als aus der römischen Antike: Die lateinischen Quellen machen die grosse Mehrheit der aus Früh- und Hochmittelalter überlieferten Texte aus, und noch im Spätmittelalter dominierte Latein in vielen Bereichen die schriftliche Kommunikation. Wollen Sie sich mit dem Reichtum dieser Sprache und Literatur vertraut machen? Möchten Sie lernen, Texte in Handschriften zu entziffern und Handschriften an sich als Zeugen der Kultur ihrer Zeit zu interpretieren? – Dann studieren Sie mittellateinische Philologie!
Der Minor ist komplementär und setzt keinen Bachelor-Abschluss im gleichen Programm voraus. Zur Kombination mit Mittellateinischer Philologie hervorragend geeignet sind z. B. Major-Programme, die mediävistische Inhalte haben; Mittellateinische Philologie kann aber auch mit allen anderen UZH-Studienprogrammen zusammen studiert werden.
Nach dem Studium verfügen Sie über grundlegende Sprachkenntnisse, sind mit verschiedenen Registern des Lateins vertraut und haben eine Einführung in die lateinische Literatur des Mittelalters (Epochen, Gattungen und Autoren) erhalten. Mit den massgeblichen Hilfsmitteln der Mittellateinischen Philologie gehen Sie sicher um. Sie haben Methoden der Überlieferungs- und Textkritik sowie verschiedene literatur- und kulturwissenschaftliche Interpretationsansätze kennen gelernt.
Sie sind versiert darin, sprachliche und allgemein interpretatorische Probleme in lateinischen Texten aus dem Mittelalter selbstständig zu lösen. Ausserdem können Sie komplexe Sachverhalte selbstständig darstellen und die eigene Forschungsmeinung überzeugend vermitteln. Sie sind geübt darin, Ihre eigenen Resultate adressatengerecht zu präsentieren, und haben Erfahrung im wissenschaftlichen Argumentieren.
Die Berufsperspektiven dieses Minors hängen wesentlich vom gewählten Major-Studienprogramm ab. Die Kompetenzen, lateinische Texte des Mittelalters zu verstehen und mit mittelalterlichen Handschriften umzugehen, sind häufig eine notwendige Ergänzung für historische arbeitende Fächer wie die Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte, Romanistik und Anglistik. Für Latinist:innen bedeutet die Mittellateinische Philologie eine wichtige Erweiterung, die auch neue Möglichkeiten für den Unterricht eröffnet.
Neben Lehre und/oder Forschung sind als Tätigkeitsfelder insbesondere Bibliotheken, Archive, Verlage, öffentliche Verwaltung, Museen und andere kulturelle Institutionen, Journalismus, Kulturmanagement und Medienarbeit im weiteren Sinne zu nennen. Diese verschiedenen Berufe früherer Absolvent:innen erklären sich dadurch, dass überfachliche Kompetenzen wie Genauigkeit, Ausdauer und Selbstständigkeit erworben werden, die in allen möglichen Tätigkeitsbereichen hilfreich und gesucht sind.