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Distanz oder Nähe - das ist hier die Frage!
Einleitung
Unsere Sprache ist wohl so divers und vielfältig, wie wir Menschen selbst. Sie kann in mündlicher oder schriftlicher Form auftreten, kann in bestimmte sprachliche Niveaus oder Sprachkenntnisse eingeteilt werden und verändert sich je nachdem, in welcher Gesprächssituation man sich befindet.
Führt man beispielsweise ein Bewerbungsgespräch oder hält man an der Universität einen Vortrag, so spricht man bestenfalls in Standard- oder Bildungssprache, die ein hohes Maß an Präzision und Abstraktheit aufweist und Fachausdrücke integriert. Im Gegensatz dazu spricht man im familiären Bereich oder mit Freunden in Umgangssprache und im persönlichen Dialekt.
Sprache unterscheidet sich durch diverse Kategorien, die sowohl auf Meta- bis hin zur Mikroebene stattfinden und bestimmten Ausdrücken, Begriffen oder Floskeln in der jeweiligen Gesprächssituation zugrunde liegen. Dieser Unterschied wird in der Linguistik als konzeptionelle Mündlichkeit oder konzeptionelle Schriftlichkeit bezeichnet.
Für die vorliegende Analyse wurden vier Briefe der Familie Mozart ausgewählt, die aus dem Mozart-Briefe-und-Dokumente-Korpus des Mozarteum Salzburg stammen (vgl. Stiftung Mozarteum Salzburg, 2006). Auch ein kurzer Überblick der Familienverhältnisse und -konstellationen befindet sich auf der vorliegenden Website.
Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern sich die Adressaten der ausgewählten Briefe auf den sprachlichen Ausdruck und weitere Auffälligkeiten im Geschriebenen auswirken.
Im Zuge der Forschungsarbeit wurde jeweils auf einen formellen und einen informellen Brief Leopold Mozarts und Wolfgang Amadeus Mozarts eingegangen. Der formelle Brief Leopolds wurde an den Musikverlag „Breitkopf/Härtel“, den es von 1719 bis 1796 in Leipzig gab, am 12. Februar 1781 versendet und ist sprachlich ein Beispiel für die Distanz, welche Sprache mit sich bringen kann. Im Gegensatz zum höchst formellen Brief-Beispiel von Leopold Mozart erscheint der formelle Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an den Geheimrat Anton Klein vom 21. Mai 1785 geradezu amikal. Darauf wird nachfolgend explizit eingegangen.
Die informellen Briefe richten sich sowohl bei Leopold, als auch bei Wolfgang an Familienangehörige und wurden in den Jahren 1777 und 1781 verfasst.