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Im Reich der Gottlosen
Alan Cooperman, Leiter für Religionsforschung beim renommierten US-Think-Tank Pew Research Center, referiert am 13. Juni am GDI zur Zukunft der Weltreligionen. Eine Infografik zeigt, wo global die meisten Ungläubigen leben – und wie das mit der Geburtenrate korreliert.
Die meisten Nichtreligiösen, nämlich 76 Prozent im Jahr 2010 und noch 68 Prozent im Jahr 2050, leben in der Asien-Pazifik-Region, die meisten davon in China. Allerdings sinkt in der Region sowohl ihre absolute Zahl (von 858 auf 838 Millionen) als auch ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der Region (von 21 auf 17 Prozent). Dennoch bleibt China auch 2050 noch das Land mit den mit Abstand meisten Nichtreligiösen: 54 Prozent aller Menschen ohne Religionszugehörigkeit leben dann in China. Steigende Anteile für die Nichtreligiösen sieht die Hochrechnung in Europa (von 19 auf 23 Prozent der Bevölkerung) und in Nordamerika (von 17 auf fast 26 Prozent).
In fast allen Weltregionen (ausser Lateinamerika) liegt die Fruchtbarkeit der Frauen ohne Religionszugehörigkeit niedriger als der jeweilige regionale Durchschnitt. Im Weltmassstab betrug zwischen 2010 und 2015 die «Total Fertility Rate» 2,5 Kinder pro Frau; bei den nichtreligiösen Frauen waren es nur 1,7 Kinder. Die niedrigsten Fruchtbarkeitsraten hatten dabei die nichtreligiösen Frauen in Spanien und Österreich (1,0 sowie 0,9 Kinder pro Frau).
Eine Projektion des Einflusses von Religionswechseln auf die Zahl der Nichtreligiösen konnte nur für insgesamt siebzig Länder mit dafür ausreichendem Datenmaterial vorgenommen werden. Hier zeigt die Projektion einen besonders grossen Einfluss in Nordamerika, wo religionswechselbedingt der Anteil der Nichtreligiösen um 8,9 Prozent steigen dürfte. In den USA führt das praktisch zu einer Verdoppelung der Zahl der Nichtreligiösen auf 100,9 Millionen Menschen, womit das Land an Japan vorbeizieht und 2050 nach China die zweitgrösste Zahl von Nichtreligiösen beherbergt.