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Roger Federer verteidigt seinen Titel aus dem Vorjahr gegen den Amerikaner Andy Roddick mit 4:6, 7:5, 7:6 (7:3), 6:4.
Federer, seit 24 Matches auf Rasen ungeschlagen, kassiert für seinen zweiten Triumph auf dem "Heiligen Rasen" rund 1,35 Mio. Franken Preisgeld.
Die Weltranglisten-Nummer 1, der Schweizer Roger Federer, gewann das Tennis-Turnier von Wimbledon mit einem hart erkämpften 4:6, 7:5, 7:6 (7:3), 6:4-Sieg und errang so seinen dritten Grand-Slam-Triumph.
Im ersten Wimbledon-Final zwischen den Nummern 1 und 2 der Setzliste seit 1982 (Jimmy Connors - John McEnroe) war es für Federer ein beschwerlicher Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung. Lange Zeit fand er nicht zu seinem gewohnten Spiel, agierte zu passiv, produzierte ungewohnt viele Fehler und fand so vorerst kein Rezept gegen den aggressiv auftretenden Roddick.
Nach dem Regen kam die Wende
Die Wende schaffte Federer nach dem zweiten und letzten Regenunterbruch. Der Schweizer trat nach der Rückkehr auf den Platz deutlich selbstsicherer auf, bewegte sich besser, spielte druckvoller und reduzierte seine Fehlerquote.
Zu jenem Zeitpunkt lag er im dritten Satz 2:4 mit Break zurück, realisierte dann aber seinerseits einen Service-Durchbruch und gewann schliesslich das vorentscheidende Tiebreak. Im vierten Abschnitt nahm er Roddick zum 4:3 den Aufschlag ab. Danach gab er die Führung bis zum Schluss nicht mehr ab.
Roger Federer sagte dazu: "Bis zur Regenunterbrechung beim 2:4 im dritten Satz konnte ich nicht so spielen, wie ich wollte, weil Andy sehr gut war und mich unter Druck setzte. Deshalb musste ich etwas ändern und kam dann mehr ans Netz. Zum selben Zeitpunkt kam die Sonne heraus, und ich bin froh, dass ich eine solche Reaktion zeigen konnte."
Imponierende Serien
Federer hat mit seinem neuerlichen Triumph zwei imponierende Serien aufrecht erhalten: Er hat nunmehr acht Finals und auf Rasen 24 Partien ohne Unterbruch für sich entschieden.
Letztmals hatte er vor einem Jahr in Gstaad gegen Jiri Novak in einem Endspiel als Verlierer vom Platz müssen. Die letzte Niederlage auf Rasen hatte er vor zwei Jahren in Wimbledon in der ersten Runde gegen den Kroaten Mario Ancic bezogen.
Mit nunmehr 24 Siegen auf der grünen Unterlage ist Federer die Nummer 2 hinter dem fünffachen Wimbledon-Champion Björn Borg (41 Siege) und vor Pete Sampras und McEnroe ((je 23).
Gesicherte Position
"Schwer zu sagen, welcher Sieg schöner ist", meinte Federer nach dem Spiel. "Ich bin unglaublich stolz, hier zum zweiten Mal gewonnen zu haben. Die Erleichterung ist fast noch grösser als im letzten Jahr."
Gegen Roddick, den er in Wimbledon schon im letztjährigen Halbfinal bezwungen hatte, kam Federer in der siebten Partie zum sechsten Sieg. Die einzige Niederlage musste er im vergangenen August in Montreal hinnehmen, als er trotz einer 4:2-Führung im Entscheidungssatz noch verlor und damit die erste Möglichkeit vergab, die Nummer 1 zu werden.
Federer hat dank seinem 15. Finalsieg in den letzten 17 Endspielen auch bei einem seiner weiteren Saisonziele die besten Karten. Im ATP-Ranking, das er seit 23 Wochen anführt, beträgt sein Vorsprung auf Roddick heute 665 Punkte.
Und dieser Vorsprung wird sich in den kommenden Monaten tendenziell vergrössern, da Roddick bis nach dem US Open vier Titel (Montreal, Cincinnati, Indianapolis und US Open) und mehr als 2000 Punkte zu verteidigen hat.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Roger Federer ist seit Februar die Nummer 1 des internationalen Tennis.
Der 1981 geborene Champion hat mit Wimbledon 2004 seinen 17. internationalen Turnier-Titel errungen.
Seit Dezember 2003 spielt Federer ohne Coach.
Der bisher mit rund 10 Mio. Dollar gefüllte Preistopf wird mit 1,35 Mio. Franken aufgestockt.
Roger Federer war 2003 Schweizer Sportler des Jahres.