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Rahmenbedingungen
Wirtschaftliches Umfeld
Im Schatten gesellschaftlicher und politischer Grossereignisse (Brexit, US-Wahlen, Flüchtlingsthematik) setzte sich auch im vergangenen Jahr das moderate Wachstum der Weltwirtschaft fort. Während in den Industrieländern der anhaltend starke Privatkonsum ein positives Wachstum sicherte, ist die Investitionstätigkeit der Unternehmen weltweit auf einem geringen Niveau. Die damit verbundenen Herausforderungen für die Realwirtschaft und die Geldpolitik veranlassten die Zentralbanken, auch im vergangenen Jahr stark zu intervenieren.
Das robuste Wachstum der Schweizer Wirtschaft in den vergangenen vier Quartalen lässt, insbesondere im Hinblick auf den Frankenschock zu Beginn des letzten Jahres, auf eine zukünftig positive Entwicklung hoffen. Die anhaltende Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Unternehmen spielte dabei eine tragende Rolle. Politische Unsicherheiten und eine leichte Abkühlung der Wachstumsprognosen in der Eurozone verhinderten jedoch eine stärkere Erholung. Eine weitergehende Stabilisierung und eine damit verbundene Trendwende am Arbeitsmarkt ist jedoch erst im Verlauf des nächsten Jahres zu erwarten.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) erwartet ein reales Wachstum des Bruttoinlandprodukts für das Jahr 2016 in der Höhe von 1,5% (2015: 0,8%). Die Arbeitslosenquote ist mit
Weiterhin im Fokus der Finanzmärkte standen im vergangenen Jahr die Zentralbanken. Die US-Notenbank (Fed) legte nach der Einleitung der Zinswende im Dezember 2015 mittels einer weiteren Erhöhung der Zinsen im Dezember 2016 nach. Die Bank of England und die Bank of Japan sprachen sich gegen den anhaltenden Einsatz von Negativzinsen als Steuerungselement aus, da die damit verbundenen schädlichen Nebenwirkungen mittelfristig nicht tragbar seien. Die Europäische Zentralbank (EZB) investiert monatlich etwa 80 Milliarden Euro in Anleihen, um Wirtschaft und Inflation anzutreiben. Führende Ökonomen gehen davon aus, dass die EZB dieses Anleihekaufprogramm in den kommenden Monaten aufgrund der mangelnden Menge an verfügbaren Produkten reduzieren wird.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) zeigt sich weiterhin bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren. Sollte der Aufwertungsdruck jedoch zu gross werden, ist eine weitere Senkung der Leitzinsen nicht auszuschliessen. Die SNB ist gezwungen, sich stark an der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu orientieren. Bestehen bleiben dabei die negativen Auswirkungen der Negativzinsen auf Sparer, Pensionskassen und Unternehmen, darunter auch Banken.
Der Schweizer Franken gilt in Zeiten politischer Unsicherheit als stabile Anlage. Dies bestätigte sich im vergangenen Jahr, in dem die Währung trotz geldpolitischen Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kaum an Wert einbüsste. Die Währungen der wichtigsten Handelspartner haben sich unterschiedlich entwickelt. Das britische Pfund verlor im Jahresverlauf infolge des Brexit und der damit verbundenen Unsicherheit massiv an Wert. Im Gegensatz dazu hat der amerikanische Dollar in den letzten Jahren kontinuierlich zugelegt. In Hinsicht auf das grosse Handelsbilanzdefizit der amerikanischen Wirtschaft und des kaum kontrollierbaren Staatshaushaltes wird der Dollar in naher Zukunft wohl wieder an Kaufkraft einbüssen. Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) das Anleihekaufprogramm im kommenden Jahr reduzieren und die expansive Geldpolitik einschränken sollte, wird dies zu einer Aufwertung des Euro führen. Am letzten Tag des Jahres liegt der Eurokurs im Interbankenhandel bei CHF 1,0726 (Mittelkurs).
Für den Schweizer Aktienmarkt war 2016 ein schwieriges Jahr. Der Schweizer Hauptindex (SMI) verlor gegenüber dem Vorjahr 598,22 Punkte bzw. 6,8%. Die Performance anderer wichtiger Indizes war deutlich besser. Der Deutsche Aktienindex (DAX) legt um 6,9%, der britische FTSE 100 um 14,4%, die amerikanischen Indices Dow Jones und NASDAQ 100 um 13,4 bzw. 5,9% zu.
Regulatorisches Umfeld
Die massgebenden regulatorischen Grundlagen im Bankengeschäft sind umfangreich und werden laufend angepasst. Der Regulierungsdruck ist deutlich spürbar und unverändert hoch. Er ist zu einem grossen Teil international getrieben und wird die Kostensituation der Schweizer Banken negativ beeinflussen. Im Berichtsjahr hat uns insbesondere die Umsetzung der folgenden neuen Regulatorien beschäftigt:
- Rechnungslegungsvorschriften für Banken
- Geldwäscherei- und Sorgfaltspflichtbestimmungen
- FATCA
- Finanzmarktinfrastrukturgesetz und –verordnung
- Korruptionsstrafrecht
- Automatischer Informationsaustausch
Daneben wurden im Berichtsjahr zahlreiche weitere Regulatorien angekündigt, deren Umsetzung bereits in die Wege geleitet wurde. Dazu zählen insbesondere das Finanzdienstleistungs- (FIDLEG), das Finanzinstitutsgesetz (FINIG), die Einführung der Beobachtungskennzahlen, die Änderung der Eigenmittelvorschriften und die Überarbeitung der Liquidity Coverage Ratio (LCR).
Geschäftsverlauf des Berichtsjahres und wirtschaftliche Lage unserer Bank
Jahresabschluss per 31. Dezember 2016
Die Bank bleibt auf Erfolgskurs
Die Bilanzsumme ist um CHF 108,3 Mio. auf CHF
Höherer Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft
Das historisch tiefe Zinsniveau und der unverändert lebhafte Wettbewerb führten zu einer Reduktion der Bruttozinsmarge auf 1,09% (Vorjahr 1,14%). Dank der Volumensteigerung und Zinssenkungen bei Kundengeldern liegt der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft mit CHF 57,2 Mio. über dem Vorjahr (+2,0%). Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 1,9 Mio. oder 3,5%. Mit einem Anteil von 61,0% (Vorjahr 69,4%) am Gesamterfolg ist das Zinsengeschäft weiterhin unser mit Abstand stärkster Ertragspfeiler.
Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft liegt mit CHF 25,1 Mio. leicht unter dem Vorjahreswert (-3,3%). Der Anteil am Gesamterfolg beträgt 29,2% (Vorjahr 33,2%). Die mit Abstand grösste Position im Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ist der Kommissionsertrag aus dem WIR-Verrechnungsverkehr (Netzwerkbeitrag) mit CHF 20,2 Mio. (Vorjahr CHF 21,3 Mio.).
Erfolg aus dem Handelsgeschäft
Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft stammt vorwiegend aus dem Handel mit Wertschriften. Im Handelsbestand in Wertschriften sind auch Fremdwährungspositionen enthalten. Aktuell wird kein aktiver Handel mit Devisen betrieben. Im Jahr 2016 hat die Bank einen Gewinn von CHF 6,4 Mio. erwirtschaftet (Vorjahr Verlust von CHF 5,3 Mio.). Dieser ist hauptsächlich auf eine starke Performance der Beteiligungstitel im Bestand zurückzuführen. Das Handelsgeschäft trägt 7,4% (Vorjahr -6,8%) an den Gesamterfolg bei.
Übriger ordentlicher Erfolg
Aus der Veräusserung von Finanzanlagen wird ein Verlust von CHF 0,3 Mio. (Vorjahr Gewinn CHF 0,3 Mio.) erzielt. Der Beteiligungsertrag liegt bei CHF 0,7 Mio. Der Liegenschaftenerfolg liegt bei CHF 0,8 Mio. (Vorjahr CHF 1,8 Mio.). Mit gesamthaft CHF 2,1 Mio. (Vorjahr CHF 3,3 Mio.) trägt der übrige ordentliche Erfolg 2,4% zum Gesamterfolg bei (Vorjahr 4,2%).
Personalaufwand
Die Entschädigung an die Mitarbeitenden liegt mit CHF 35,2 Mio. um CHF 4,9 Mio. über dem Vorjahreswert (+16,0%), was hauptsächlich auf die Schaffung neuer Stellen zurückzuführen ist. Die Vorsorgebeiträge an die Personalvorsorgestiftung erhöhen sich auf CHF 3,0 Mio. (Vorjahr CHF 2,8 Mio.).
Sachaufwand
Der Sachaufwand erhöht sich wegen projektbezogenen Aufwänden um CHF 6,2 Mio. auf CHF 24,3 Mio. Der grösste Anteil von CHF 6,8 Mio. (Vorjahr CHF 5,6 Mio.) entfällt auf Kosten für Informations- und Kommunikationstechnik.
Geschäftsaufwand im Budgetrahmen
Der gesamte Geschäftsaufwand (Personal- und Sachaufwand) liegt mit CHF 59,5 Mio. innerhalb des Budgets und CHF 11,1 Mio. über dem Vorjahreswert (+23,0%).
Ausserordentlicher Ertrag
Der ausserordentliche Ertrag beinhaltet im Wesentlichen den Gewinn aus der Veräusserung der Liegenschaft an der Leimenstrasse im Umfang von 5,1 Mio.
Reserven für allgemeine Bankrisiken
In der Berichtsperiode wurden Reserven für allgemeine Bankrisiken in der Höhe von CHF 10 Mio. gebildet.
Tieferer Jahresgewinn
Im Berichtsjahr wurden CHF 2,0 Mio. (Vorjahr CHF 5,2 Mio.) für die notwendigen Abschreibungen auf dem Anlagevermögen verwendet. Nach Verbuchung des Steueraufwandes von CHF 5,3 Mio. (-21,4%) kann ein Gewinn von CHF 14,1 Mio. (-21,3.%) realisiert werden.
Die wesentlichen Kennzahlen lassen sich wie folgt darstellen:
|Berichtsjahr||Vorjahr|
|Zinsmarge||1,09%||1,14%|
|Return on Equity nach Steuern||2,64%||3,88%|
|Cost-Income-Ratio||69,2%||61,9%|
Erstellung des Jahresabschlusses
Mittels eines bewährten internen Kontrollsystems stellen wir sicher, dass die Jahresrechnung unserer Bank vollständig und richtig dargestellt werden kann. Die vorliegende Jahresrechnung wurde am 21.03.2017 vom Verwaltungsrat genehmigt.
Obligationenrechtliche Revision
Die obligationenrechtliche Revisionsstelle Deloitte AG, Basel, hat nach Massgabe der entsprechenden Vorgaben am Sitz der Bank in der Zeit vom 30. Januar bis 17. Februar 2017 eine obligationenrechtliche Revision durchgeführt. Der Revisionsbericht enthält ein uneingeschränktes Prüfurteil sowie keine Hervorhebungen von Sachverhalten und keine Hinweise auf sonstige Sachverhalte.
Mitarbeitende
Anzahl Beschäftigte und Personalstruktur
Die Mitarbeitenden sind der Motor des wirtschaftlichen Erfolgs der WIR Bank. Im Jahr 2016 wuchs die Belegschaft kräftig, per Ende 2016 waren 279 Mitarbeitende (Vorjahr 243) bei der WIR Bank angestellt, was auf Vollzeitstellen umgerechnet 253 entsprach (Vorjahr 215). Im Verlaufe des Jahres durften insgesamt 79 neue Angestellte begrüsst werden. Im Jahresdurchschnitt 2016 waren insgesamt 231 Vollzeitstellen (Vorjahr 204) zu verzeichnen.
Die Personalstruktur setzte sich aus 129 Frauen (entspricht 46,2%, Vorjahr 45,7%) und 150 Männern zusammen. Das Durchschnittsalter betrug 42,5 Jahre (Vorjahr 43,9).
WIR Bank-Kultur
Im Bereich der Kulturentwicklung lag der Schwerpunkt 2016 auf dem Transfer in die «neue» WIR-Welt, die am 1. November 2016 offiziell eingeläutet wurde.
Im Rahmen der Neuausrichtung wurden unsere Mitarbeitende auf die neue Philosophie, das neue Erscheinungsbild sowie die neuen Produkte vorbereitet und geschult. Wichtig war dabei, die Veränderungen aus Sicht der Kunden zu betrachten, um deren Bedürfnisse zu kennen und das Verständnis zu verbessern.
Der Relaunch und das damit verbundene personelle Wachstum brachte auch Änderungen in der Unternehmenskultur und der Arbeitsatmosphäre mit sich. Um die 79 neuen Mitarbeitenden bestmöglich in die bestehende Kultur zu integrieren sowie von den Erfahrungen der neuen Mitarbeitenden zu profitieren, wurden im 2016 erstmals «Kulturtage» durchgeführt, in denen sich die neuen Mitarbeitenden aktiv mit der Unternehmenskultur der WIR Bank auseinandersetzten.
Mitarbeitendenumfrage / Teamentwicklung
Die Auswertung der Mitarbeitendenbefragung 2015 zeigte u.a. Handlungsbedarfe im Bereich Teamentwicklung auf.
Um geeignete Handlungsfelder für die Entwicklungsmassnahem der Mitarbeitenden und Führungskräfte aller Teams zu ermitteln und festzulegen, wurden 26 Workshops zum Teamspiel «Venedigprojekt» durchgeführt.
Bei diesem Spiel übernehmen die Teilnehmenden die Rollen von Archäologen. Als Expeditionsteam erhalten sie die einmalige Gelegenheit, Marco Polos sagenhafte Asienschätze in den Katakomben unterhalb des Dogenpalasts zu bergen.
Klingt einfach? Ein herausforderndes Abenteuer stand unseren Mitarbeitenden bevor. Um dieses erfolgreich zu bewältigen, wurde von den Teams strategisches und taktisches Geschick gefordert. Nur wenn es gelang, die Situation klar zu analysieren, ein gemeinsames Ziel und Vorgehen zu entwickeln, konnte diese Herausforderung erfolgreich gemeistert werden. Dazu waren Engagement, Teamarbeit und Kommunikation von allen gefordert.
Aus den Beobachtungen des Spielverhaltens konnten Erkenntnisse gewonnen werden, welche die Planung und Umsetzung gezielter Entwicklungsfelder zur Stärkung der Zusammenarbeit in den einzelnen Teams ermöglichen.
Personalentwicklung und Ausbildung
Um die Qualität und Professionalität der Mitarbeitenden weiterzuentwickeln, haben unsere Mitarbeitenden 2016 im Schnitt 6,22 (auf Basis FTE) Ausbildungstage absolviert (kumuliert 1439,15 Tage). Darin enthalten sind fachliche Ausbildungen sowie die Schulungen im Rahmen der neuen Produkte, der digitalen Innovationen und der Beratungstools der WIR Bank.
Neben der Aus- und Weiterbildung des bestehenden Personals geniesst die kaufmännische Grundbildung junger Menschen hohe Priorität. Per Ende 2016 beschäftige die WIR Bank 11 Auszubildende (5 KV-Lernende, 6 BEM-Praktikanten). Eine auszubildende Mitarbeitende hat im Berichtsjahr ihre Banklehre erfolgreich abgeschlossen und konnte bei unserer Bank weiterbeschäftigt werden.
Neben Lernenden in der klassischen Berufslehre hatte die WIR Bank zum ersten Mal während des ganzen Jahres drei Praktikanten im sogenannten «Bankeinstieg für Mittelschulabsolventen»-Praktikum (BEM).
Diese bewiesen sich als sehr motivierte und fähige junge Mitarbeitende und werden aller Voraussicht nach Anfang 2017 ihre Ausbildung erfolgreich abschliessen. Zwei dieser Praktikanten haben sich entschieden, nach ihrem Abschluss eine Festanstellung bei der WIR Bank anzunehmen.
Risikobeurteilung
Die Bank verfolgt eine nachhaltige und vorsichtige Risikopolitik. Sie achtet auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag und steuert die Risiken aktiv. Der Verwaltungsrat befasst sich laufend mit der Risikosituation des Instituts und hat ein Reglement erlassen, welches sicherstellt, dass alle wesentlichen Risiken erfasst, begrenzt und überwacht werden. Ein umfassendes Reporting stellt sicher, dass sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ein zeitgerechtes Bild der Risikolage der Bank machen können. Mindestens jährlich nimmt der Verwaltungsrat eine Risikobeurteilung vor und überprüft die Angemessenheit der getroffenen Massnahmen.
Weitere Ausführungen zum Risikomanagement sind in den Erläuterungen enthalten.
Aktuelle Risikobeurteilung in Bezug auf die Hauptrisiken der Bank (Stand: 31. Dezember 2016)
Die Bank ist schwergewichtig im Bilanzgeschäft tätig. Die Hauptrisiken der Bank offenbaren sich somit vor allem im Kreditbereich und bezüglich Zinsänderungsrisiken.
Die Bank gewährt Kredite zur Hauptsache an kleine und mittlere Unternehmungen (KMU) sowie an Private. Diese Kredite werden üblicherweise auf der Basis von hypothekarischer Deckung vergeben. Dabei dienen vor allem Wohnliegenschaften als Sicherstellung. Ungedeckte Kredite werden in Ausnahmefällen vergeben, sofern es sich um solvente Unternehmungen oder öffentlich-rechtliche Körperschaften handelt. Nachstehende Grafiken geben einen Überblick über die Vergabe der Kundenausleihungen nach Deckungen per 31. Dezember 2016:
Die Bank ist bestrebt ihre Ausleihungen auch innerhalb der verschiedenen Branchen gut zu diversifizieren.
Das nominelle Wachstum der Eigenheimpreise betrug im Berichtsjahr 1,4%, wobei die Zunahme insbesondere im letzten Quartal erfolgte. Teuerungsbereinigt sinken die Wachstumsraten seit geraumer Zeit. In den kommenden Jahren wird eine allmähliche Stagnation der Preise mit einer geringen Dynamik im Markt erwartet. Das tiefe Niveau der Hypothekarzinsen ist wie im letzten Jahr mit den Negativzinsen und dem starken Wettbewerb zu begründen.
Die regionalen Unterschiede bei der Höhe der Preise für Wohneigentum sind nach wie vor gross. Das Preisniveau ist insbesondere im Grossraum Zürich (inkl. Zug und Innerschweiz), in der Genferseeregion, der Stadt Basel und in einzelnen Tourismusorten sehr hoch.
Die Bank ist aufgrund ihrer gesamtschweizerischen Tätigkeit und der bewussten regionalen Diversifikation der Ausleihungen regionalen Risiken im Immobilienmarkt nur beschränkt ausgesetzt, was aus der nachfolgenden Grafik der Hypotheken nach Kantonen ersichtlich ist.
Volumen im Kundengeschäft (Bestellungs- und Auftragslage)
Angaben zum Bilanzgeschäft
Unsere Bank ist zur Hauptsache im Bilanzgeschäft und in der WIR-Verrechnung tätig. Wir bieten neben den WIR-Dienstleistungen bankübliche Produkte an.
Bei unverändert lebhaftem Wettbewerb können die Hypothekarforderungen um CHF 49,7 Mio. auf CHF
Die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen können um CHF 89,4 Mio. auf CHF
Da die Kundengelder mit CHF 89,4 Mio. etwas stärker zunehmen als die Kundenausleihungen mit CHF 41,0 Mio., erhöht sich die Refinanzierungsquote (Kundengelder in % der Kundenausleihungen). Per Ende 2016 sind die Kundenausleihungen zu 85,4% (Vorjahr 84,2%) mit Kundengeldern gedeckt. Als weitere wichtige Refinanzierungsquelle und zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken dienen der Bank Pfandbriefdarlehen, welche um CHF 18,2 Mio. zugenommen haben. Im Berichtsjahr wurden von der EFIAG – Emissions- und Finanz AG emittierte Anleihen im Umfang von CHF 35 Mio. gezeichnet.
|Berichtsjahr||Vorjahr|
|Kundengelder||3 875,9 Mio.||3 786,5 Mio.|
|Kundenausleihungen||4 540,7 Mio.||4 499,8 Mio.|
|Deckungsgrad im Kundengeschäft||85,4%||84,2%|
Innovation und Projekte (Forschungs- und Entwicklungstätigkeit)
Zunehmende Digitalisierung der Bank- und Kommunikationsangebote
Digitalisierung und digitale Transformation sind die unternehmerischen Themen der Zeit – nicht nur für «die Grossen», sondern speziell auch die KMU-Wirtschaft der Schweiz. Auch die WIR Bank ist ein klassisches KMU und hat im Berichtsjahr ihr Engagement massiv verstärkt: einerseits durch die Einführung digitaler Werkzeuge, die den Kunden den Dialog mit ihrem Finanzpartner erleichtern – anderseits durch die Initiative «KMU – und du?», die Unternehmern wertvolle Leitplanken für den digitalen Wandel ihres eigenen Betriebs liefert.
Diese KMU-Digitalisierungsoffensive basiert auf drei Fundamenten: 1. Die Veranstaltungen mit praktischen Hands-On-Workshops mit digitalen Experten aus dem Netzwerk. 2. Die WIR-KMU-Studie, die eine wertvolle Bestandesaufnahme der aktuellen Befindlichkeiten in der Schweizer KMU-Wirtschaft liefert – gepaart mit dem kostenlosen KMU-Selfcheck zur Selbsteinschätzung. 3. Die Kommunikationsoffensive auf dem WIR-Blog, wo Themen zur Digitalisierung, KMU-Förderung im Allgemeinen und aus dem Finanzbereich verschmelzen.
Mit dem Rebranding/Relaunch der neuen WIR-Welt im November 2016 haben wir unseren KMU-Kunden zudem digitale Werkzeuge in die Hand gegeben: Der WIRmarket ist KMU-Treffpunkt – und als solcher eine einmalige Symbiose aus Teilnehmerverzeichnis, Shop, Suchmaschine, Schaufenster und Kommunikationsplattform. Die mobile Bezahl-App WIRpay ermöglicht sekundenschnelle Zahlungen – von Smartphone zu Smartphone oder ortsunabhängig. Das New-Media-Team des Beratungszentrums kommuniziert mit unseren Kunden und weiteren interessierten Kreisen nicht nur über klassisches E-Mail, sondern auch zeitgemäss via Social-Media-Kanäle. Und wer als KMU noch nicht WIR-Teilnehmer ist, kann sein Konto volldigitalisiert und (falls die Option Video-Identifikation gewählt wird) ohne Unterschrift in etwas mehr als zehn Minuten am eigenen Computer eröffnen.
Die WIR Bank hat für all diese Aktivitäten keine eigentliche Digitalisierungsstrategie formuliert, sondern die Unternehmensstrategie digitalisiert. Dabei müssen Tradition und Moderne miteinander verbunden werden: Die digitalen Werkzeuge sollen neue Kundenkreise erschliessen, gleichzeitig aber auch der bestehenden Kundschaft neue Möglichkeiten und Ertragschancen aufzeigen. Attraktivität, hohe Bedienungsfreundlichkeit und Emotionalität stehen bei allen Entwicklungen im Zentrum – genauso wie bei der Weiterentwicklung und künftigen Innovationen, die in den kommenden Monaten folgen werden.
Nachhaltigkeit unserer Geschäftstätigkeit
Der Begriff Nachhaltigkeit steht für Verantwortung sowohl hinsichtlich wirtschaftlicher Faktoren als auch sozialer und ökologischer Aspekte. Uns ist es wichtig, in allen drei Bereichen einen Beitrag zu leisten. Wir sind als Genossenschaft nicht der Gewinnmaximierung verpflichtet, bieten faire Konditionen für unsere Bankprodukte an, engagieren uns für Chancengleichheit und stellen sicher, dass unser Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering sind. Wir verstehen unser Engagement nicht nur als eine unternehmerische Herausforderung, sondern auch als Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung der Gesellschaft.
Aussergewöhnliche Ereignisse im Berichtsjahr
Die Bank verzeichnete im Berichtsjahr folgende aussergewöhnliche Ereignisse:
- die Umsetzung einer ordentlichen und einer genehmigten Kapitalerhöhung
- die Überarbeitung der Marke «WIR» mit der Lancierung einer neuen Markenstrategie
- die Emission der ersten Anleihe der EFIAG - Emissions- und Finanz AG
- Brexit / Migration / US-amerikanische Präsidentschaftswahlen
- die anhaltenden Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank
Ordentliche und bedingte Kapitalerhöhung
Die Generalversammlung vom 18. Mai 2016 beschloss neben einer ordentlichen Kapitalerhöhung im Umfang von
«WIR»: neue Produkte und Markenstrategie
Unter dem Projektnamen «WIR 2.0» hat die Bank die Neulancierung der Marke «WIR» seit geraumer Zeit vorbereitet. Am 1. November 2016 wurde der neue Auftritt an die Öffentlichkeit getragen und stiess bei den WIR-Teilnehmern auf reges Interesse. Im medialen Fokus standen dabei die Vorstellung des neuen Logos, die erweiterte Sichtbarkeit der WIR-Kunden mit der Reduktion auf einen Teilnehmerstatus und die Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Produktepalette wurde angepasst und partiell erweitert.
Emission Anleihe der EFIAG – Emissions- und Finanz AG
Die WIR Bank hat im Jahr 2015 zusammen mit anderen kleinen und mittelgrossen Schweizer Banken die EFIAG als Emissionszentrale gegründet und aufgebaut. Die erste Anleihe wurde Anfang Mai 2016 emittiert. Die Emission umfasste ein Gesamtvolumen von CHF 100 Mio. Die WIR Bank ist daran mit einem Darlehen über CHF 35 Mio. beteiligt.
Brexit / Migration / US-amerikanische Präsidentschaftswahlen
In der Eurozone prägten zwei Themen das vergangene Jahr. Einerseits stand, in erster Linie in Deutschland, die Flüchtlingsthematik im Zentrum des medialen Interesses. Davon profitierten im gesamteuropäischen Raum Parteien mit konservativen Ideologien. Andererseits erlitt das Konstrukt der europäischen Union mit dem Austritt von Grossbritannien einen Rückschlag. Die Austrittsverhandlungen werden die beiden Kräfte noch über Jahre hinweg beschäftigen. In den Vereinigten Staaten überraschte die Wahl des Republikaners Donald Trump zum Präsidenten der USA. Die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Wahl sind zum jetzigen Zeitpunkt noch schwierig abzuschätzen.
Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank
Die durch die SNB im Januar 2015 eingeführten Negativzinsen beeinflussten auch im Folgejahr den Jahresabschluss. Die Bank musste auf den Girokontoguthaben der SNB und auf Abwicklungskonten bei anderen Banken teilweise Negativzinsen in unwesentlichem Rahmen entrichten. Mit Geldmarkt- und Repogeschäften konnte die Bank CHF 0,4 Mio. Negativzinsen vereinnahmen, in dem sie kurzfristige Gelder zu Negativzinsen aufgenommen hat. Den grössten Einfluss hatte der Zinsentscheid auf die laufenden Absicherungsgeschäfte, die sich dadurch stark verteuert und den Zinserfolg geschmälert haben.
Ausblick (Zukunftsaussichten)
Knapp zwei Drittel der gesamten Erträge fliessen aus dem Zinsengeschäft. Das aktuelle Zinsumfeld sowie unsere Erwartung zu dessen Entwicklung lassen uns für die kommenden Jahre zum Ausbau der Erträge aus dem Zinsengeschäft ein moderates Wachstum unter Wahrung einer vorsichtig und nachhaltig ausgestalteten Kreditpolitik anstreben. Bezüglich der Erträge aus dem WIR-Geschäft, welche gut einen Fünftel unserer gesamten Erträge ausmachen, wird aufgrund des historisch tiefen Zinsumfeldes mit einer Stagnation gerechnet. Dabei haben und werden wir in diesem Bereich stark in Innovationen, die Weiterentwicklung des WIR-Systems sowie in eine moderne Infrastruktur investieren. Die damit anfallenden Kosten überprüfen wir auf ihre Wertschöpfung und optimieren dabei in weniger wertschöpfungsintensiven Bereichen die Kostensituation laufend. Die Erreichung unserer strategischen Ziele überwachen wir regelmässig mittels entsprechender Instrumente und nehmen wenn nötig Anpassungen an den darauf ausgerichteten Umsetzungsmassnahmen vor.