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Das Jahrhundert des Films
Mit dem Aufkommen des Rollfilms in den 1880er Jahren hat sich die Fotografie grundlegend verändert. Auch die Kameras waren Teil dieser Wandlung, sie wurden kleiner und mit immer mehr mechanischen Eigenschaften ausgestattet. Vor allem die Möglichkeit von Aufnahmeserien, was mit Glasnegativen unvorstellbar war, leitete eine Revolution und eine völlig neue Praktik ein, welche den Fotografen des 20. Jahrhunderts neue Bildausdrucksformen brachte.
Die Erfindung des perforierten 35mm-Films durch Thomas Alva Edison ermöglichte nicht nur das Aufnehmen bewegter Szenen, sondern diese Schlüsselerfindung belebte auch die Fotografie mit der Leica von Oskar Barnack als erste Kleinbildkamera. Sie war die Kernzelle der modernen Fotografie, die zusammen mit der Rolleiflex in der 1920er Jahren das goldene Zeitalter der illustrierten Zeitschriften einläutete.
Nach 1945 und mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg erwachte die Hobbyfotografie und motivierte die Fotoindustrie zu neuen Produkten. Der Rollfilm hatte sich bereits als ideales Medium bewährt, um Erinnerungen festzuhalten und er blieb als Verbrauchsmaterial weiterhin die Grundlage einer vielfältigen industriellen Entwicklung. In der 1960er Jahren setzte sich der Farbfilm in der Massenfotografie durch und hielt mit der automatischen Verarbeitung selbst bei Grossmärkten Einzug.
Das Aufkommen der digitalen Fotografie brachte einen massiven und existenzbedrohenden Einbruch ins Filmgeschäft, obwohl die heutigen Emulsionen, dank andauernder Forschung und Entwicklungen, eine noch nie dagewesene Bildqualität bieten.
Illustration:
Kodak Werbung für Balgenkameras (Detail), um 1930