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Wir berichteten vom Entscheid von General Aviv Kochavi, von Israels Generalstabschef, die Top-Elite der Spezialkräfte bleibe geschlossen für Frauen, weil Einheiten wie Sayeret Matkal, Shaldag, Shaayetet-13 oder Egoz physisch zu hohe Anforderungen stellten. Gleichzeitig startet die Armee nun in Sondertruppen, die körperlich weniger streng sind, einen Pilotversuch mit Frauen. Am 11. Juni 2022 verriet am Sender Israel24 Yoav Limor, der Redaktor des wöchentlich gesendeten Magazins Strictly Security, Details zu den Anforderungen. General Kochavi erliess die Weisung:
- Für den Pilotversuch eignet sich im Heer die Formation Yahalom, die auf Minen und Sprengstoffe spezialisiert ist. Sie hat den Rang einer Sondertruppe und nimmt den Test mit Frauen auf, die sich gemeldet haben.
- Ebenso fällt in der Luftwaffe die Einheit 669 unter die Formationen, die am Pilotversuch teilnehmen. Die Operators von 669 sind auf die Rettung von Piloten spezialisiert, die notlanden mussten. Sie holen Flieger auch aus dem Feindesland heraus, wenn sie zum Beispiel nach dem Betätigen des Schleudersitzes irgendwo am Fallschirm landeten. Die 669er geniessen in Israel grosses Ansehen.
- Im Pilotversuch werden an Frauen dieselben Anforderungen gestellt wie an Männer. Der hohe Standard von Yahalom und 669 muss konsequent aufrechterhalten werden. Es soll keine Ausnahmen geben.
Probleme auf dem Gepäckmarsch
Yoav Limor, selber Offizier der israelischen Streitkräfte mit Kriegserfahrung, ging auf Probleme ein, die General Kochavi bewogen, die absoluten Spitzeneinheiten Männern vorzubehalten. Unter anderem sprach er eine Erfahrung an, die auch andere Spezialkräfte machten. Es geht dabei um die extremen Durchhalteprüfungen, denen Special Forces ihre angehenden Operators unterwerfen.
So schraubt 669 die Anforderungen in der 18 Monaten dauernden Selektion kontinuierlich so hoch, dass die Operators anschliessend den mindestens 46 Monate dauernden Einsatz bestehen. Das Auswahlverfahren umfasst auch extrem lange, extrem heisse Wüstenmärsche mit schwerem Gepäck. Zu Israels “Spezialitäten” gehört gegen Ende das Tragen eines Kameraden auf einer Bahre – über die letzten zehn Kilometer bis ins Ziel.
Limor zeigte eine öffentlich zugängliche Grafik mit zwei Gewichtsangaben:
- 669 erwartete bisher beim Eintritt einen Mann von mindestens 78 Kilogramm Gewicht.
- Erwartet wird in der Selektion, dass der angehende Operator einen 40 Kilogramm schweren Rucksack plus die persönliche Waffe über lange Zeit unter extremen Bedingungen tragen kann.
Nicht zuletzt an dieser Anforderung seien bisher viele gescheitert. Der nicht erfüllte Gepäckmarsch kommt erfahrenen Soldaten nicht nur in den israelischen Spezialkräften bekannt bevor.
Bilder von Israels Luftwaffe
Im Kontext mit der Diskussion um Frauen in Israels Top-Elite gab in Tel Aviv die Luftwaffe Fotografien frei.
Fotografien vom 33. Caracal-Frauenbataillon
Vom israelischen Heer stammen die Bilder, die Kämpferinnen des 33. Caracal-Frauenbataillons im Negev zeigen.