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Fisch liegt im Trend. Woher wird er in Zukunft stammen, wenn Seen und Meere leer gefischt sind?
Fischgerichte sind beliebt. Fisch ist ein Lebensmittel mit vielen wünschenswerten Eigenschaften: leicht verdaulich, gut sättigend, enthält hochwertige Eiweisse, Fettsäuren und Vitamine. Der Fischkonsum pro Kopf ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Die Fangerträge aus einheimischen Gewässern sind aber rückläufig. Die meisten Fische werden importiert. Fangflotten plündern die Meere und ziehen mit riesigen, teilweise elektrisch geladenen Netzen möglichst viele Speisefische, aber auch andere, nicht verwertbare Meerestiere wie Meeresschildkröten, Wale, Robben oder Delphine an Land. Diese werden beim Fang häufig sinnlos verletzt. Vielen Fischen geht in den überfischten Ozeanen die Nahrung aus, was ihr Überleben zusätzlich bedroht.
Ist Zuchtfisch die Lösung des Problems? Fast die Hälfte der konsumierten Fische stammt aus Zuchtfarmen. Diese sind häufig Massentierhaltungen und werden den biologischen Bedürfnissen der Fische nicht gerecht. Krankheitserreger können auf Wildtiere in der Nähe der Netzgehege übertragen werden. Das Futter der beliebtesten Zuchtfische wie Lachs, Forellen, Doraden oder Thunfisch wird aus Wildfängen hergestellt und fördert die Überfischung.
Zunehmend, aber in bescheidenen Mengen wird Fisch in der Schweiz neu in sogenannten Aquakulturen gezüchtet. Raubfische wie Thunfisch und Hecht sind dafür wenig geeignet, da sie grosse Mengen von Fischmehl aus Wildfang verzehren. Bevorzugt werden robuste Fische, die mit pflanzlichem Futter auskommen, wie Karpfen und Pangasius. Die Anforderungen an die artgerechte Haltung der Fische und die Umweltverträglichkeit der Zuchtfarmen sind gross. Erfolgreiche Beispiele für inländische Fischproduktion gibt es bereits in verschiedenen Regionen, beispielsweise im Kanton Luzern, wo eine Genossenschaft von zehn Bauern Zander und Lachs produziert oder die Zucht von Stören, Egli und Zander im Tropenhaus Frutigen. Mit Wasser aus dem Gotthard-Basistunnel wird ab 2020 eine neue Produktionsanlage in Betrieb genommen und Zander und Pangasius gezüchtet.
Mit einem gemässigten und bewussten Fischkonsum können wir alle unseren Beitrag zu diesem Umweltproblem leisten. Weihnachten ist auch mit weniger Lachsbrötchen schön.
Beatrice Molinari ist Hausärztin im Ruhestand mit Interesse und Erfahrung auf dem Gebiet der Ernährung. <email-pii>