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Holly Brockwell ist eine 29-jährige Journalistin, die eine Entscheidung getroffen hat: Sie möchte keine Kinder haben – und macht daraus kein Geheimnis. In einem Artikel, der am 22. November auf der Website von BBC veröffentlicht wurde, schildert sie, auf welches Unverständnis man stösst, wenn man als Frau diese Meinung vertritt.
«Aber warum?», würden die meisten Menschen fragen. Und wenn die junge Frau darauf eine Vielzahl von Gründen aufzähle, würden all diese Argumente ausgehebelt. Auf ein «Ich glaube nicht, dass ich eine gute Mutter wäre» folge immer ein «Das denkt zunächst jeder». Wenn sie sage, dass sie ihr Leben lieber der Karriere widmen wolle, werde sie «egoistisch» genannt.
«Es scheint so, als gebe es keinen akzeptablen Grund, kein Baby zu bekommen», so Brockwell in dem Artikel. Des Weiteren schildert sie, wie schwierig und kompliziert es sei, einen Termin für eine Sterilisation zu bekommen: «Wir können mit 16 entscheiden, schwanger zu werden, aber nicht mit 29, eine Mutterschaft abzulehnen.»
Kaum war der Artikel veröffentlicht, rollte die Welle der Reaktionen los. «Die Menge an Nachrichten, die mich innerhalb von einer halben Stunde via Twitter, Facebook, E-Mail und Instagram erreicht hat, bereitete mir Sorgen», schreibt die Journalistin in einem Folgeartikel auf BBC.
Zahlreiche Leser hätten die Meinung der 29-Jährigen geteilt und entsprechend positiv reagiert. Ein anderer Teil habe die üblichen Floskeln ausgepackt, wie Brockwell sie bereits aus der Vergangenheit kennt: «Du wirst deine Meinung bestimmt noch ändern», «Du bist egoistisch» und so weiter.
Doch dann gesellten sich unzählige Beleidigungen und Beschimpfungen hinzu, die die Journalistin dazu bewogen, ihren Twitter-Account zu deaktivieren. Doch schon kurz darauf nahm Brockwell die Entscheidung zurück und meldete sich wieder zu Wort – zum Einstieg mit diesem Tweet:
Offenbar war ihre Mutter gar nicht damit einverstanden gewesen, dass die 29-Jährige dem Druck von aussen nachgegeben hatte:
In dem zweiten BBC-Artikel führt die junge Frau aus, mit welcher Art von Reaktionen sie sich konfrontiert sah: «Einige Leute machten mich ausfindig, um mir mitzuteilen, dass sie froh seien, dass ich mich nicht reproduziere, weil es so nicht mehr Menschen wie mich auf der Welt gebe», erzählt die junge Frau.
Ein anderer Mann habe ihr mitgeteilt, dass er nie und nimmer Sex mit ihr haben wolle – nur dass seine Worte deutlich weniger höflich gewählt worden seien. Wiederum andere Leser nannten die Journalistin eine nach Aufmerksamkeit haschende «Medienhure».
«Einen Grossteil davon lässt du einfach an dir vorbeiziehen. Am meisten verstört hat mich aber ein Mann, der gesagt hat, er würde gerne ein Crowdfunding-Projekt starten, um eine Operation zu finanzieren, die mich für immer physisch daran hindern würde, zu sprechen. Es geht immer darum, Menschen ruhig zu stellen», so Brockwell. (viw)