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Portrait
Das Gebiet der Alpjä liegt auf der Felsenterrasse nördlich va där Gondoschlucht und besteht hauptsächlich aus:
- dem grossräumigen Talkessel auf etwa 1300 bis 1600 m mit einem Dutzend auf den Wiesen- und Weideflächen verstreuten Gehöften und
- den höher gelegenen ausgedehnten Alpweidestafeln an den Berghängen südlich des Monte Leone (3557 m).
Das Gesamtterritorium ist auf die beiden Gemeinden Simplon und Gondo-Zwischbergen aufgeteilt, wobei die Grenze durch das Alpjärwassär gebildet wird.
Mancher Tourist wird von der bizarren und wuchtigen Schönheit der Berglandschaft verzaubert und manch Einheimischer geniesst hier Ruhe und Erholung im Natur- und Wanderparadies uf dän Alpju.
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Vor 1291 hiessen die Alpjä noch ‚Fraxinodo‘. Nach und nach wurde das Gebiet von Deutsch sprechenden Walsern besiedelt und erhielt so die deutsche Bezeichnung Alpjä. Im Jahr 1495 wurde die heutige Landesgrenze gezogen, doch blieben noch grosse Teile wie di Preesä, där Alpjärúng, där Ggorwétsch, di Pjänezä und di Ggiisä für lange Zeit (bis ins 20. Jahrhundert) in Privatbesitz von Italienern. Dieser Umstand erklärt auch, warum sich dort viele italienische Flurbezeichnungen bis in die Gegenwart zu halten vermochten.
Die frühere Dauersiedlung war vor dem 18. Jahrhundert eine weitgehend eigenständige Gemeinschaft, die als Drittel der Halbgumperschaft Gondo-Zwischbergen bezeichnet wurde. Der Flurname Weizachra in der Nähe der Kapelle (den Heiligen Jakob und Anna geweiht) weist darauf hin, dass hier früher sogar Getreide angepflanzt wurde.
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Alpjä nicht mehr ganzjährig bewohnt. Die alpwirtschaftliche Nutzung und Bedeutung nahm zusehends ab.
1964 gründeten vierzehn Privateigentümer von Alpjen zusammen mit der Geteilschaft Alpjen eine Alpgenossenschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, auf ihrem Gebiet eine Gesamtalpverbesserung und eine rationellere Bewirtschaftung zu verwirklichen.
Mithilfe von Bund, Kanton und den beiden Territorialgemeinden konnten in kürzester Zeit verschiedene Projekte realisiert werden, die für eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes Gewähr bieten sollten.
Seit 1969 betreut die Alpgenossenschaft während der Sommermonate das Vieh von interessierten Bauern der Region Oberwallis und darüber hinaus.
2014 wurde das Betriebssystem der Milchgewinnung von einer stationären zu einer mobilen Melkanlage umgestellt, was den Bau von drei zusätzlichen Melkplatten auf den Weideparzellen erforderlich machte. Dadurch soll, zusammen mit der Modernisierung der bestehenden Personalunterkünfte sowie der teilweisen Umnutzung des Stallgeschosses als Einstellhalle für Fahrzeuge und die mobile Melkanlage, die längerfristige Bewirtschaftung der Alpe und die Erhaltung der wertvollen Kulturlandschaft sichergestellt werden.
Quellen: Arnold Peter, Gondo-Zwischbergen an der Landesgrenze am Simplonpass, 1968; Zumkemi Peter, Jubiläumsschrift zum 30-jährigen Bestehen der Alpgenossenschaft Alpjen, 1994; Jordan Erich, Orts- und Flurnamen Simplon Süd, 2006.