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«SCULPTEO»
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Added on 29 April 2022
- Description
Eneko Vadillo
Eneko Vadillo, geboren in Málaga, studierte Klavierspiel, Komposition und Dirigieren am Musikkonservatorium in Málaga und an der Königlichen Musikhochschule in Madrid, hat zwei Master in Komposition und Komposition für Film und Medien (Royal College of Music, London), absolvierte Sonderkurse (Bayreuth, Darmstadt, Accademia Chigiana, Dartington, Royaumont und Centre Acanthes) und schloss 2008–2009 den Jahreskurs I für computerassistierte Komposition am IRCAM (Paris) ab.
Enekos kreative Tätigkeit hat sich über die Jahre hinweg auf verschiedene Bereiche und Medien erstreckt und konzentriert sich auf zeitgenössische Instrumentalmusik und audiovisuelle Werke mit experimentellem Charakter und Genre (Dokumentarfilm «The city of signs» des Regisseurs Samuel Alarcón, «Dark and lucent», «La Caja de Medea», multidisziplinärer Video- tanz «Los mundos Lisérgicos»).
«SCULPTEO»
Sculpteo für Orchester von 2020 lässt sich als Klangskulptur bezeichnen, bei der Klangmaterial und Orchestrierung neu gedacht werden, um neue Klangflächen zu erschaffen – exogene, akustische und biologische Modelle. Das Werk ist in drei Klangskulpturen unterteilt: Racines, Figura und Cloud/Gates, jeweils nach Skulpturen von Chirino, Giacometti und Kapoor.
Racines basiert auf Modellen aus der fraktalen Dimension (Arboreszenzen, fraktale Dimension oder stoch- astische Bewegung). Die Struktur wächst und entfaltet sich allmählich in einem Prozess der harmonischen Erzeugung und Vermehrung von Fraktalen. Dabei ist die Entwicklung der Texturen inspiriert von der Brown- schen Bewegung als Archetyp komplexer mikropolyfoner Texturen mit bestimmten Tönen, die als Attraktoren wirken. Das Stück beginnt im perfekten Unisono, von wo aus Klang und Struktur sich ausbreiten. Durch die Störung der Textur an einem Ton ergeben sich komplexere Texturen. Diese Klangmasse verästelt sich allmählich in schnellere, vereinte und dünnere Linien, die der Suche nach einem sich organisch entwickelnden Klang entsprechen.
Figura, inspiriert von einer Skulptur von Alberto Giacometti, erforscht die grosse und schlanke Gestalt sowie den ruhigen, fast hypnotischen Ausdruck von Giacomettis Figuren. Das Orchester erzeugt die Illusion von Unendlichkeit. Durch gedehnte Texturen und die Nutzung der Extreme der Orchesterregister wird es zu einer Art Klang-Totem.
Cloud/Gates symbolisiert die Reflexion des Himmels mit seinen unendlichen Formen, die sich ständig verändern und doch immer konstant bleiben. Es ist eine Hommage an die überwältigende Cloud Gate-Skulptur von Anish Kapoor in Chicago. Dieser Satz ist kurz und kommt zielstrebig und schnell zum Punkt, wobei einige der Grundharmonien des ersten Satzes aufgegriffen werden, was dem gesamten Stück eine innere Ver- bundenheit verleiht. Die Orchestrierung ist wesent- lich kristalliner, unbegrenzter und fliessender als in den beiden vorangegangenen Sätzen. Zwei Konzepte wechseln einander ab: Kaskaden leerer Quinten und geloopte Phrasen.
Die Linien werden gefiltert, sodass jedes Mikroereignis zu einer kontinuierlichen Reflexion seiner selbst wird, Reflexionen in Form von Hyperboloiden (Loops, Delays). Im weiteren Verlauf des Satzes verschmelzen beide Konzepte miteinander und verwandeln die musikalische Masse in einen stetigen Fluss (wobei das Shepard-Risset-Glissando zum Einsatz kommt), bei dem Grundschlag, Rhythmusfigur und Intervalle nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind.
Leider musste das Wettbewerbskonzert des Sinfonieorchesters Basel am 4. März 2021 unter der Leitung von Francesc Prat aufgrund eines positiven COVID-19-Testergebnisses im Orchester kurzfristig abgesagt werden. Die Jury unter der Leitung des Komponisten Michael Jarrell bewertete die vier Werke der Komponisten Artur Akshelyan, Christian-Frédéric Bloquert, Eneko Vadillo und Oliver Mattern anhand der Tonaufnahmen der Generalprobe vom Morgen und der Partituren.
- Year of creation
- 2021
- Director
- Johannes Bachmann (Film) | Joël Cormier (Ton)
Credits and thanks
© HMF Productions
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