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Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch Mückenstiche übertragen wird. Ihren Namen hat sie erhalten, weil das Virus bisweilen eine Gelbsucht verursacht.
Endemisch ist Gelbfieber in tropischen Gebieten Afrikas und Südamerikas, vereinzelt werden jedoch Fälle auch in die gemässigten Klimazonen eingeschleppt (Infektion in den Tropen, Krankheitsausbruch nach der Rückreise). Durch Massenimpfungen in Endemiegebieten konnte die Krankheit um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts fast ausgerottet werden, hat aber seit 1990 wieder stark zugenommen und sich in neue Regionen ausgebreitet. Touristen erkranken dank der Impfung selten.
Die Gesamtsterblichkeit von Gelbfieber liegt bei 10 bis 15%, bei schweren Verläufen bis 50%, teils abhängig von den Behandlungsmöglichkeiten.
fortwährendes oder wiederholtes Vorkommen einer Krankheit in einem geographisch begrenzten Gebiet (Endemiegebiet). Der Krankheitserreger ist in dieser Region dauernd vorhanden. Adjektiv: endemisch.
Gehäuftes Vorkommen einer Krankheit in einem begrenzten Gebiet während einer bestimmten Zeit (geographisch und zeitlich limitiert). Adjektiv: epidemisch.
Der Körper ist Umwelteinflüssen ausgesetzt, z.B. Krankheitserregern, Schadstoffen irgendwelcher Art oder Strahlung.
Spontane Blutung in die Haut, in innere Organe und aus Körperöffnungen, aufgrund einer Gerinnungsstörung und Schädigung von Blutgefässen. Adjektiv: hämorrhagisch.
Der Oberbegriff „Virales Hämorrhagische Fieber“ umfasst eine Gruppe von fieberhaften, hauptsächlich tropischen Infektionskrankheiten, die mit einer Hämorrhagie einhergehen. Sie werden hervorgerufen durch Viren unterschiedlicher Art.
Erhebliche Funktionseinschränkung oder Versagen von zwei oder mehr lebenswichtigen Organen; kann zum Tod führen.
Das Gelbfieber kommt überwiegend im tropischen Klima von Afrika und Südamerika vor. Der Krankheitserreger gehört zu den Flaviviren, ist also verwandt mit jenen von FSME (Zeckenstich) und Dengue-Fieber. Reservoir für die Gelbfieber-Viren sind hauptsächlich Affen und Mücken. Mit dem Stich infizierter Mücken gelangen die Viren in den menschlichen Blutkreislauf und von dort in verschiedene Organe. Eine unmittelbare Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
Mehrheitlich verläuft die Erkrankung ähnlich wie eine Grippe. Drei bis acht Tage nach der Infektion kommt es plötzlich zu Schüttelfrost und hohem Fieber, das einige Tage anhält. Allgemeine Krankheitszeichen sind Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen. Trotz des Fiebers ist der Puls typischerweise verlangsamt. Manchmal besteht an den Augen eine Bindehautentzündung. Bei 80 bis 85% der Erkrankten erfolgt nach diesem Stadium die Heilung. Die Krankheit hinterlässt eine lang dauernde Immunität.
Bei schwerem Verlauf schliesst sich nach einer kurzen Besserung eine zweite Krankheitsphase an, mit erneutem Fieberanstieg und Organschädigungen wie:
Das Vermeiden von Mückenstichen mittels Netzen, geeigneter Kleidung und Insektensprays in den Tropen ist die generell empfohlene Prophylaxe sowohl gegen Gelbfieber als auch gegen andere Tropenkrankheiten. Diese Massnahmen sind auch nach erfolgter Impfung angezeigt.
Gegen Gelbfieber gibt es eine Impfung. Sie ist insgesamt gut verträglich. In mehr als 90% sind Geimpfte vor der Erkrankung geschützt. Der Schutz beginnt zehn Tage nach der Injektion und hält mindestens zehn Jahre an. In vielen Ländern, wo Gelbfieber endemisch vorkommt, ist die Impfung vor der Einreise obligatorisch:
Abgeschwächte Gelbfieber-Viren lösen die Antikörperbildung aus und bewirken damit die Immunität. Das BAG veröffentlicht eine Liste jener Impfstellen, die berechtigt sind die Impfung durchzuführen.
Die Impfung soll Kleinkindern bis zum 6. Lebensmonat, Immungeschwächten und Schwangeren nicht verabreicht werden, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt.
Bei einer fieberhaften Erkrankung in einem tropischen Endemiegebiet oder einige Tage nach Rückkehr ist grundsätzlich an eine Tropenkrankheit zu denken und der Arzt entsprechend zu informieren. Ob es sich dann tatsächlich um Gelbfieber handelt, zeigen Blutuntersuchungen.
Wie bei anderen Virusinfektionen versucht man, die Symptome zu mildern; die Behandlung richtet sich also gegen Fieber, Schmerzen und Magen-Darmbeschwerden. Bei schweren Verläufen ist es nötig, die Organfunktionen intensiv zu überwachen, was eine Hospitalisation erfordert.