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'Big Blue' gab heute bekannt, man erlaube allen Entwicklern, Einzelpersonen wie auch Firmen, die Software unter Open-Source-Lizenzen entwickeln, die Benützung von 500 Patenten, die IBM hält. Bedingung ist, dass sich die Entwickler selbst an eine der bekannten Open-Source-Lizenzen hält.
Die Liste der betroffenen Patente
umfasst ganz verschiedene Gebiete, so gibt es Patente über Hardware-Interfaces, Speichermanagement, Multiprocessing (Verteilung der Rechenlast auf mehrere Prozessoren), Mensch-Maschine-Interfaces und vieles mehr.
Keine einmalige Sache
IBM betont in der Pressemitteilung von heute, die Freigabe von 500 Patenten sei keine einmalige Sache. IBM wolle zwar weiterhin die technische Führung mit vielen Patenten untermauern, diese aber vermehrt einsetzen, um Innovation und Interoperabiltität zu "ermutigen und schützen", wie IBMs oberster Patentverantwortlicher John Kelly sagt.
Bereits im August hatte IBM erklärt, man wolle die eigenen Patente nicht gegen Open-Source-Software einsetzen.
Gleichzeitig liess 'Big Blue' verlauten, man habe letztes Jahr alleine in den USA 3248 Patente erhalten und sei damit im zwölften aufeinanderfolgenden Jahr an der Spitze. Insgesamt besitzt IBM weltweit etwa 40'000 Patente, davon alleine in den USA 25'000.
"Effekthascherei"
Florian Müller von der Kampagneseite "nosoftwarepatents.com" kritisiert die IBM-Aktion gegenüber dem deutschen Newsletter 'heise' harsch. Sie sei "Augenwischerei und billige Effekthascherei", da IBM auf der anderen Seite treibende Kraft für die Ausweitung der Patentierbarkeit von Prozessen in Software sei. (Christoph Hugenschmidt)