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10.11.2009 - Artikel
Kampf gegen Hunger und Armut – und Schutz der Ressourcen unserer Erde
Im «Africa Factbook 2009» werden die ökologischen Fussabdrücke verschiedener Länder gemessen.
Afrika verfügt über riesige Mengen an natürlichen Ressourcen, dennoch leidet die afrikanische Bevölkerung unverhältnismässig an Hunger, Armut und Krankheiten. Während die meisten afrikanischen Länder bis heute bescheidene ökologische Fussabdrücke aufweisen, ist in Zukunft aufgrund des starken Bevölkerungswachstums auch da mit einem Anstieg zu rechnen. Wenn Afrika langfristig Fortschritte im Bereich der menschlichen Entwicklung erzielen will, braucht es Ansätze, die die ökologischen Grenzen berücksichtigen. Zu diesem Schluss kommt das «Africa Factbook 2009», das vom Global Footprint Network in Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) herausgegeben wurde.
Von 1961 bis 2005 wuchs Afrikas Bevölkerung von 287 auf 902 Millionen. Im gleichen Zeitraum gingen die verfügbaren und erneuerbaren Nahrungsmittel-, Faser- und Holzressourcen (bekannt als Biokapazität) pro Person um 67 Prozent zurück. Obwohl diese Entwicklung nicht nur in Afrika beobachtet wird, betrifft sie den Kontinent besonders hart, da die afrikanischen Länder über 12 Prozent der weltweiten Biokapazität verfügen. Wenn die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen die Fähigkeit der Natur, diese Ressourcen zu erneuern, übersteigt, ist die afrikanische Bevölkerung am stärksten davon betroffen.
Das «Africa Factbook 2009» enthält Untersuchungen über die ökologischen Fussabdrücke von 24 Ländern. Die Leserin oder der Leser kann den Verbrauch der einzelnen Länder an natürlichen Ressourcen mit deren Fähigkeit, diese Ressourcen selber zu generieren, vergleichen. Der ökologische Fussabdruck dient als Masseinheit für die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen. Er berechnet, wie viel Land- und Wasserfläche eine Bevölkerung braucht, um die für ihren Bedarf erforderlichen Ressourcen zu erzeugen und die Abfälle zu entsorgen, die sie verursacht (unter Einbezug moderner Technologien).
Ökologische Defizite und Ressourcenkonflikte
«Eine Entwicklung, die die Grenzen unserer natürlichen Ressourcen missachtet, überwälzt verhältnismässig hohe Kosten auf die am stärksten verwundbaren Bevölkerungsgruppen», sagt Mathis Wackernagel, Präsident von Global Footprint Network. «Afrika ist eine Region, in der ökologische Defizite sehr rasch zu Ressourcenkonflikten und Knappheit an Nahrungsmitteln, Treibstoffen und anderen überlebenswichtigen Gütern führen.»
Das Global Footprint Network, das 2003 in Kalifornien gegründet wurde, ist ein internationaler Thinktank, der mit seinen Programmen auf Entscheidungsträger einwirken will und der den ökologischen Fussabdruck als Instrument empfiehlt. Die DEZA unterhält langjährige Beziehungen zu diesem Netzwerk. Das «Africa Factbook 2009» baut auf früheren Forschungspublikationen auf, die von der DEZA unterstützt wurden.