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Juli Zeh fährt im Sommer 2001 nach Bosnien: allein, nur ihr Hund als Begleitung. Sie fährt durch ein zerstörtes Land, einen Kriegsschauplatz, bis heute durch zahllose Minenfelder das gefährlichste Terrain Europas. Die Reise führt unter anderem nach Jajce, Sarajevo, Mostar, Sanski Most, Tuzla, Srebrenica, Banja Luka, Bihac: Kriegs-Orte im nunmehr friedlichen Bosnien, verwundete Landschaften, noch immer traumhaft schöne Städte und Plätze voller Geschichte und Geschichten. Entstanden ist eine der eindringlichsten Reiseschilderungen, geschrieben von einer Autorin, die zeigt, "dass die Darstellung der Wahrheit immer noch eine lohnende Sache sein kann" (Peter Henning in der Weltwoche).
Portrait
Juli Zeh wurde in Bonn geboren und studierte Jura in Passau und Leipzig, wo sie 1998 ihr Erstes Staatsexamen machte. Ebenfalls in Leipzig studierte sie von 1996 bis 2000 am Deutschen Literaturinstitut (DLL), an das sie später als Dozentin zurückgekehrt ist. Nach ihrem Diplom am DLL folgte 2003 das Zweite Staatsexamen. Zahlreiche Auslandsaufenthalte u.a. für die UN in New York und Krakau und vor allem in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina haben ihre Arbeiten geprägt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Bücherpreis, dem Rauriser Literaturpreis, dem Hölderlin-Förderpreis, dem Ernst-Toller-Preis und dem Solothurner Literaturpreis. Ihr erster Roman ADLER UND ENGEL erschien 2001. Ihr Roman SPIELTRIEB wurde 2006 am Hamburger Schauspielhaus für die Bühne dramatisiert. ALLES AUF DEM RASEN versammelt ihre Essays zu Gesellschaft, Politik, Recht und Literatur, die in grossen deutschen Zeitungen und Magazinen erschienen sind. 2007 erschien ihr Roman SCHILF, 2009 CORPUS DELICTI. 2010 wurde Juli Zeh an der Universität Saarbrücken zum Dr. jur. promoviert. In ihrer Dissertation DAS ÜBERGANGSRECHT beschäftig sie sich mit der Rechtsetzungstätigkeit von Übergangsverwaltungen am Beispiel von UNMIK im Kosovo und dem OHR in Bosnien-Herzegowina. Insgesamt wurde ihr Werk bisher in 35 Sprachen übersetzt. Zusammen mit Ilija Trojanow schrieb sie ANGRIFF AUF DIE FREIHEIT, das 2009 bei Hanser erschien. Zuletzt erschienen in der edition Körber ihr neues Sachbuch DIKTATUR DER DEMOKRATEN - WARUM OHNE RECHT KEIN STAAT ZU MACHEN IST und bei Schöffling & Co. ihr neuer Roman NULLZEIT.
Zitat
"Juli Zeh gelingt das Paradox, das versehrte, entzauberte Bosnien momentweise in einen prekären Zustand poetischer Gnade überzuführen." Neue Zürcher Zeitung "Ein bemerkenswertes Stück Literatur. Gestellt in eine Tradition, zu der etwa Tucholskys Pyrenäenbuch und die Reisereportagen Koeppens zählen, nimmt er sich neben diesen berühmten Vorgängern nicht übel aus." Die Welt "Juli Zeh sprengt die literarischen Genres und schafft eine kleine Kostbarkeit." Frankfurter Neue Presse "Das Genre des Reiseberichts lässt ihr genügend Raum, zu zeigen, was sie wirklich kann: präzise schreiben." stern "Das Land hat Juli Zeh verdient: Sie ist die erste deutsche Autorin, der ideologische Spiegelfechtereien ebenso fern liegen wie die gedankliche Unschärfe. Ihre Reisereportage ist gründlich unverkitscht, gescheit und gedankenreich und in der wunderbar lapidaren und prägnanten Sprache erzählt, die schon ihren Roman Adler und Engel auszeichnet." Freitag "Ihre bosnischen Impressionen haben denselben :drive9, sind von derselben sensiblen Eindringlichkeit wie ihr Debütroman: sachlich, unprätentiös, von verhaltener Leidenschaft, spröder Poesie." Badische Zeitung "Ihr Buch öffnet die Augen für die Rätsel eines Krieges und eines prekären Friedens jenseits der gängigen Ideologien, die für alles eine Antwort und einen Schuldigen bereitstellen." Focus "Mit diesem erstaunlichen und enorm lohnenden Text bestätigt Juli Zeh ihr grosses und eigenwilliges literarisches Talent nachhaltig." Aargauer Zeitung "Ein Weltklartext voller Welthingabe und viel Zärtlichkeit im Detail." Mitteldeutsche Zeitung "Juli Zeh, blitzgescheit, eines der grössten Sprachtalente der letzten Jahre." Bayerischer Rundfunk "Ein kleines, exzellentes Meisterwerk ist ihr da gelungen." Buchmarkt "Überhaupt hat diese Autorin einen wunderbar lakonischen Ton zur Hand. Unerträgliche Momente verknappt sie mit Understatement in schlagende Bilder." Basler Zeitung "Ein neuer, ein nüchterner und ein höchst erhellender Blick auf den Balkan." Stuttgarter Zeitung "Selten ist das Versagen der Politik von einem Vertreter der jüngeren Generation deutlicher formuliert worden" als in Juli Zeh's Debüt-Roman ADLER UND ENGEL. Die Autorin beschreibe die Hoffnungslosigkeit einer ganzen Generation "angesichts einer zynischen Verbindung aus Politik, Profit und Kriminalität" Mit ihrem 2002 erschienenen Reisetagebuch DIE STILLE IST EIN GERÄUSCH setzt Juli Zeh nach Ansicht der Jury die Tradition der sozialkritischen und politischen Reiseschilderungen Ernst Tollers in der Gegenwart fort. Ernst-Toller-Preis 2004, Die Jury