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2020 bis Februar 2022 widmete die Nicola Erni Collection ihre Aufmerksamkeit dem Fotografen Mario Testino mit einer umwerfenden Inszenierung einiger seiner schönsten und teils einzigartigen Modefotografien in Grossformat.
Von Jean-Michel Basquiat wurde der umfangreiche Werkbestand gezeigt. Zahlreiche Arbeiten auf verschiedenen Medien aus den frühen 1980er-Jahren bis hin zu monumentalen Gemälden und Kollaborationen mit Andy Warhol, die er bis zu seinem Tod 1988 schuf, sind ausgestellt.
Neben einer großen Auswahl an Fotografien von Ikonen wie Richard Avedon und Jacques Henri Lartigue, haben sowohl etablierte als auch aufstrebende Künstler wie Erik Madigan Heck, Rashid Johnson, Helmut Newton, Tim Noble & Sue Webster, Richard Prince, Yinka Shonibare CBE, Emma Summerton und Juergen Teller diese erste öffentlich zugängliche Ausstellung abrundet.
Ausgestellte Künstler
Mario Testino (Peruaner, geb. 1954) ist einer der bekanntesten Mode- und Portrait-Fotografen unserer Zeit, dem 1997 der internationale Durchbruch mit einem Portrait von Prinzessin Diana gelang. Seine Fotografien widerspiegeln seine Persönlichkeit, sei es hinsichtlich derer fröhlicher Farbigkeit, Sinnlichkeit und relaxter Gelassenheit oder des Vertrauens seiner Models in ihren Fotografen und die berührende Intimität von Testinos Portraits.
Fotograf. 1923 in New York geboren. 2004 in San Antonio, Texas gestorben.
Richard Avedon arbeitete von 1944 bis 1965 als Modefotograf für Harper’s Bazaar und ab 1965 während fast 20 Jahren für die US Vogue. Auch als Portrait- und Dokumentar-Fotograf wurde er äusserst erfolgreich. Bereits ab den späten 1950er und frühen 1960er Jahren publizierte Avedon Fotobänder und wurde in Museumsausstellungen gefeiert. Er war sehr experimentierfreudig, spielte mit technischen Aspekten, Formaten, der Montage und den Posen seiner Models. Avedon revolutionierte mit seiner neuartigen Bildsprache die damalige Modefotografie.
Maler. 1960 in New York geboren. 1988 in New York gestorben.
Jean-Michel Basquiat kam über die Graffiti- und Hip-Hop-Szene zur Malerei und schuf innert acht Jahren ein ebenso anhaltend faszinierendes wie komplexes Werk. Die kunsthistorische Einordnung seines Oeuvres ist so vielfältig wie die Interpretation einzelner Werke subjektiv ist. Basquiat war sehr aufnahmefähig und belesen und liess neben autobiographischen Referenzen sein immenses Wissen in seine Kunst einfliessen: Alltagsweisheiten, historische, soziokulturelle und kunsthistorische Aspekte, Literatur, Musik, Comics, Symbole, visuelle Referenzen aus TV und Massenmedien.
Maler. 1960 In New York geboren. 1988 in New York gestorben.
Fotograf, Kunstmaler, Filmmacher. 1928 in Pittsburgh, Pennsylvania geboren. 1987 in New York gestorben.
Initiiert durch einen Schweizer Galeristen trafen sich der bereits etablierte Andy Warhol und der noch junge, aber aufstrebende Künstler Jean-Michel Basquiat im Herbst 1982. Zwischen 1984 und 1985 entstanden im Rahmen einer Kollaboration circa 130 Werke. Die beiden Künstler inspirierten sich gegenseitig: Warhol kehrte zu seinen malerischen Anfängen zurück und arbeitete wieder manuell, Basquiat setzte sich intensiv mit dem Siebdruckverfahren auseinander. Die Freundschaft blieb aber auch von Konkurrenz geprägt. Warhols Tod 1987 traf Basquiat sehr.
Fotograf. 1983 in Excelsior, Minnesota geboren. Lebt und arbeitet in Connecticut und New York.
Erick Madigan Heck arbeitet seit 2012 als Modefotograf, nachdem er 2007 bereits das Magazin Nomenus Quarterly gegründet hatte, eine Plattform für Künstler an der Schnittstelle zwischen Malerei und Fotografie. Seine Fotografien lehnen sich sodann sowohl mittels digitaler Manipulationen wie auch stilistisch an die Malerei an.
Kunstmaler, Bildhauer, Filmmacher, Fotograf. 1977 in Chicago geboren. Lebt und arbeitet in New York.
Rashid Johnson arbeitet mit unterschiedlichen Medien – Malerei, Zeichnung, Skulptur, Keramik, Fotografie, Film und monumentale Installationen. Sein Oeuvre ist geprägt von autobiographischen Verweisen und deren afro-amerikanischer Symbolik, insbesondere hinsichtlich verwendeter Materialien wie u. a. schwarzer Seife, Sheabutter, schwarzen Kacheln und Graffiti. Johnson thematisiert in seinen Werken Codes von kulturellen Identitäten, gesellschaftlichen Zugehörigkeiten sowie damit einhergehende Emotionen.
Fotograf. 1894 in Courbevoie bei Paris geboren. 1986 in Nizza, Frankreich gestorben.
Jacques Henri Lartigue fotografierte seit seiner Kindheit, gestaltete Fotobücher und schrieb Tagebücher. Er studierte an der Académie Julian Malerei und blieb als Fotograf Autodidakt. Erst Anfang der 1960er wurde Lartigue in New York entdeckt und arbeitete ab 1966 auch als Modefotograf. Er brachte es zu internationalem Ruhm, seine schnappschussartigen Fotografien waren und sind dokumentarische Momentaufnahmen aus über acht Dekaden und feiern das Leben.
Fotograf. 1920 in Berlin geboren. 2004 in Los Angeles gestorben.
Helmut Newton absolvierte bereits seine Lehre bei einer Berliner Modefotografin und auch während seines Exils blieb er der Mode treu. Mitte der 1950er kehrte Newton nach Europa zurück und arbeitete für die Vogue und zahlreiche weitere Modemagazine. Bereits zu Lebzeiten war er weltberühmt, seine legendären Schwarz-Weiss-Fotografien der inszenierten «femme fatale» sind voller erzählerischem Potential und erotischem Glamour.
Installation-Künstlerduo. 1966 in Stroud bzw. 1967 in Leicester, UK geboren. Leben und arbeiten in London.
Tim Noble und Sue Webster arbeiten seit 1996 zusammen und bewegen sich im Umfeld der «Young British Artists» (YBAs). Inspiriert von der Punk-Bewegung und dem Hinterfragen des Status quo bestehen ihre Arbeiten im Wesentlichen aus Schatten-Installationen und Licht-Installationen. Immer geht es dabei um Gegensätze: Licht versus Schatten, Form versus Anti-Form, Kunst versus Kommerz.
Fotograf und Maler. 1949 in der Panama-Kanal-Zone, USA geboren. Lebt und arbeitet in New York.
Richard Princes Oeuvre widmet sich seit Mitte der 1970er Jahren den Mythen bzw. Archetypen der amerikanischen Alltagskultur. Er arbeitet mit unterschiedlichen Medien, weltbekannte Serien sind die «Nurse Paintings» sowie die «Cowboys». Prince ist Vertreter der Appropriation Art, kopiert in seinen Werken also bewusst andere Künstler bzw. beschäftigt sich mit vorgefundenem Material, wie u.A. Werbefotografie und thematisiert mit seinem Oeuvre fundamentale Fragen von Autorenschaft und Originalität.
Multimedia-Künstler. 1962 in London geboren, wo er auch lebt und arbeitet.
Yinka Shonibare CBE verbrachte einen Grossteil seiner Kindheit in Lagos, Nigeria bevor er 17-jährig nach London zurückkehrte. Er bezeichnet sich selbst als post-koloniales Hybrid und Weltenbürger. Shonibare arbeitet mit unterschiedlichsten Medien, sein Markenzeichen ist aber die Verwendung von afrikanisch konnotierten Batik- bzw. Wachsdruck-Stoffen. Trotz übergeordneter Themen wie Rasse, Klasse, kultureller und nationaler Identität sowie Kolonialismus ist er kein politischer Künstler und kontrastiert die teilweise Schwere seiner Inhalte stets mit der Schönheit seiner Werke.
Fotografin. 1970 in Sydney geboren. Lebt und arbeitet in London und New York.
Emma Summerton arbeitet seit 2005 als kommerzielle Modefotografin. Inspiriert von Filmen zielt Summerton mit ihren Fotografien darauf ab, Emotionen zu vermitteln und legt Wert auf deren narrativen Charakter. Mode sieht sie als Plattform für persönliche Freiheit und individuellen Ausdruck, möglichst losgelöst von gesellschaftlichen Erwartungen.
Fotograf. 1964 in Erlangen, Deutschland geboren. Lebt und arbeitet in London.
Juergen Teller arbeitet seit 1996 als kommerzieller Modefotograf, parodiert in seinem Werk die Modeindustrie aber immer wieder aufs Neue. Teller interessiert sich besonders für die Interaktion zwischen dem Fotografen und seinem Model und schafft mit seinem direkten und unverstellten Blick rohe und ehrliche Fotos, die weder idealisieren noch beschönigen aber die Idee der unperfekten Schönheit zelebrieren.
Fotografin. 1966 in Bremen, Deutschland geboren. Lebt und arbeitet in Hamburg und London.
Esther Haase studierte Tanz an der Staatlichen Akademie in Köln und trat darauf als Tänzerin dem Theater am Goetheplatz in Bremen bei. Anschliessend studierte sie bis 1993 an der Hochschule der Künste in Bremen Grafik-Design mit Schwerpunkt Fotografie. Der Durchbruch gelang ihr 1998 mit einer Modestrecke für das deutsche Magazin Stern, welche sie in Kuba fotografiert hatte. Seither gilt sie als eine der bekanntesten deutschen Modefotografinnen und bereist mit ihrer Kamera im Auftrag für Magazine wie die italienische Vanity Fair, die französische Madame Figaro, Vogue India, Harper's Bazaar und die deutschen Titel Stern, Madame und ICON die Welt. Werbekunden sind unter anderem Victoia's Secret, Chopard, Laura Biagotti und Guess.
Esther Haase ist ausserdem bekannt für ihre sensiblen Portraits. Sie fotografierte unter anderem die deutschen Schauspielerinnen Hannelore Elsner, Iris Berben und Gudrun Landgrebe, ebenso die Sängerin Nena sowie die legendäre englische Mode-Designerin Vivienne Westwood.