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Geschichte Hotel Villa Honegg
Emil Durrer von Kerns hat im Jahr 1905 das Hotel Honegg in Ennetbürgen gebaut. Er ist am 24. Januar 1873 in Kerns in der Mühlematt geboren. Seine Eltern waren Balthasar und Theresia Durrer-Bucher (Oberschild-Balz). Sein Pate und Onkel war der legendäre Hotelunternehmer und Bahnbauer Franz Josef Bucher-Durrer. Emil erlernte den Schreinerberuf. Danach arbeitete er bei seinem Paten im Hotelbetrieb auf dem Bürgenstock. Emil arbeitete auch für das Unternehmen Bucher-Durrer im Ausland, unter anderem in Genua. Bei dieser Tätigkeit konnte er eine grosse Erfahrung im Bau, Unterhalt und Betrieb dieser Hotels sammeln.
1901 heiratete Emil Durrer Frau Louise Traxler von der Liegenschaft Breiten in Kerns. Ihnen wurden sechs Kinder geboren, Anna, Emil, Maria, Karl, Elisabeth und Theres. Die Familie Durrer-Traxler nahm Wohnsitz auf dem mütterlichen Heimwesen Breiten an der Flüelistrasse in Kerns. Im Jahr 1905 kaufte Emil Durrer-Traxler von den Familien Mathis in der Unterhonegg in Ennetbürgen Land im Umfang von 30'000 m2, an der schönsten und besten Lage auf 914 Meter über Meer oder 480 Meter über dem See. Aufgrund seiner grossen Erfahrung plante und baute er das Hotel Honegg selber, also ohne Architekt. An diesem Vorhaben hatte sein Pate Franz Josef Bucher-Durrer keine Freude.
1906 wurde das Hotel Honegg mit 72 Gästebetten eröffnet. Die Gäste wurden bei der Bergstation der Bürgenstock Bahn mit dem Pferdewagen, später mit der Hotel-Limousine abgeholt. Die motorisierten Gäste kamen mit ihrem Fahrzeug von Ennetbürgen über die schmale Strasse nach Honegg. Die Hotelgäste kamen aus allen Herrenländern und sie blieben drei bis vier Wochen, teilweise den ganzen Sommer. Sie wurden betreut von 15 bis 18 Hotelangestellten. Emil baute auch den Verbindungsweg vom Hotel Honegg zum neuen Felsenweg. Das Hotel verfügte über einen eigenen Tennisplatz und über viele Spieleinrichtungen (Kugelspiel, Krocket, Billard usw.). Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Milch und Käse bezog das Hotel von den Bauern auf Honegg.
Das Hotel hatte gute Zeiten bis zum Jahr 1914, dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Emil hatte gute Beziehungen zum früheren Kernser-Arzt, Dr. med. Gallus von Deschwanden, welcher im Kantonsspital Luzern als Chefarzt tätig war. Dank dessen Vermittlung wurden im Hotel Honegg während des Krieges (1914-1918) verletzte, deutsche Internierte einquartiert. Das Hotel war ein Sommerbetrieb und in der Zeit von Mai bis September geöffnet. In der Winterzeit arbeitete Emil für das Benediktinerkloster in Engelberg. Dabei befasste er sich mit der Erweiterung der Klostergebäude und er hatte auch Kontakt mit seinem Schulkollegen, Pater Ignaz Hess von Kerns (Stiftsarchivar des Klosters Engelberg). Während der Kriegszeit hatte er die Aufsicht im Interniertenlager in Zell, wo Torf gestochen (Turben), getrocknet und als Ersatz für Kohle verwendet wurde.
Im Winter wurde aber auch das Eis zum Kühlen hergestellt. Die Eisproduktion erfolgte auf dem Vorplatz des Hotels. Dazu wurden Baumstämme im Abstand von ca. 20cm parallel auf den Boden gelegt. Bei tiefen Temperaturen wurde Wasser zwischen die Stämme gespritzt, welches dann gefror. Die entstandenen Eisblöcke wurden dann im Keller gelagert und das Eis konnte die ganze Sommersaison verwendet werden.
Im Jahr 1923 verunglückte Emil Durrer-Traxler bei der Fassadenrenovation am Hotel Honegg. Er stürzte beim Malen vom Gerüst. An den Folgen des Unfalles starb er am 3. Oktober 1923. Nach seinem Tod führte seine Frau Louise Durrer-Traxler den Hotelbetrieb weiter. Sie hatte die Hotelfachschule absolviert und war eine erfahrene Hôtelière. Später übergab die Mutter die Führung des Hotelbetriebes ihrem Sohn Karl Durrer-Züger. Das Hotel Honegg war ein typischer Familienbetrieb; die meisten Geschwister arbeiteten mit. Anna und Karl im Büro, Maria, Elisabeth und Theres im Service. Karl besorgte auch den Unterhalt des Hotels. Zudem leitete er die AHV- und IV Stelle in Kerns. Das Personal kam von der Umgebung, vorab von der Wohnortgemeinde der Besitzerfamilie, der Gemeinde Kerns. Später halfen während den Ferien auch die Grosskinder mit. 1977 wurde der Familienbetrieb, das Hotel Honegg, an die Frey AG Mattgrat verkauft. Der Plan, ein Gesundheitszentrum aufzubauen, scheiterte an der Finanzierung. Später diente das Hotel auch als Kulisse für Filmaufnahmen.
Seit 2007 befindet sich das Hotel in privatem Besitz und wurde nach mehrjährigem Umbau im Mai 2011 wieder eröffnet.
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