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Die kleinen Verschiebungen im Timing der Instrumente zueinander, die Repetitionen, sich nur langsam durch kleine Akzentverschiebungen in ein neues Pattern morphend, geben dem Stück seinen wunderschönen prozesshaften Charakter. Die bereits aufgezeigte Verknüpfung des Inhalts und der Form dieses Stücks und die Einbindung in den weiteren Raum machen auch den fraktalen Charakter des Stücks sichtbar. Wichtig für das Verständnis der Komposition ist, dass grundlegend auf einen aussenstehenden Dirigenten verzichtet wird. Dieser wird durch Signale der Musiker untereinander ersetzt. Verschiedene Variablen in diesem Geflecht, wie zum Beispiel die Atemkapazität der Musiker, bestimmen den genauen Ablauf des Prozesses. Das Stück kann sich also jede Aufführung oder mit jedem anderen Musiker leicht anders entwickeln.
«Die Musiker atmen tief ein und repetieren bestimmte Töne so lange, wie der Atem bequem trägt. Der Atem bestimmt die Dauer der Phrasen.»
«And you say: How do I know exactly when to change (the chord)? And the answer is: It doesn’t matter. Because the notes in the chord that you are playing now and the notes in the chord that you are going to play are constant, they go together, they will fit, it will work. And this little overlap is really kind of nice.»
– Steve Reich
Auf dem klaren tonalen Zentrum der Grundtonart A-Dur bilden sich dreizehn kleine Abschnitte von wenigen Minuten Dauer, betitelt mit Sections 1–11, und eingefasst an Anfang und Ende mit den Pulses 1 und 2. Section 3 ist nochmal unterteilt in Section 3A und Section 3B. Zwischen den Pulses und Sections gibt es keine Pause, es sind nahtlose Übergänge. Die Grundstruktur machen elf Akkorde aus, die in der Folge ABCDCBA in den Pulses allesamt erklingen und einen Prolog
sowie einen Epilog bilden. In jedem der Sections wird einer dieser Akkorde thematisiert und mit dem Dreiklang dieses Akkords ein kleines Stück aufgebaut. So bestehen diese Sections fast alle aus den gleichen Klängen, in anderer Anordnung. Vorwiegend werden die Töne A, B (in der deutschen Schreibweise: H), D, E und ferner die Töne C, F, G verwendet. Die Noten variieren immer nur leicht und erlauben das Morphen ihrer strukturellen Form in eine andere und wieder zurück. Die Form des Dreiklangs wird in der Umgebung des Taktes betrachtet und die Form des Taktgefüges innerhalb einer Wiederholung. Diese Repetitionen als Inhalt eines Abschnitts, die verschiedenen, aber formverwandten Sections innerhalb des ganzen Stücks, sie alle sind sich selbst ähnlich. Die Form der Dreiklänge mutiert allmählich (mit der Bassklarinette oder dem Vibrafon als Indikator für den Wechsel) vom einen Akkord in den nächsten, also von Section zu Section.
Auch wird mit dem Rhythmus der einzelnen Stücke über dem Puls immer leicht anders umgegangen, es werden Instrumente für dieselbe Leitmelodie eines Stücks ausgetauscht oder die Stimmen ahmen Instrumente nach und lösen sie so allmählich ab, alles befindet sich im Wandel und mutiert durch Iteration, bildet so aus wenigen Teilen ein komplexes Muster.