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Der Zunftschatz der E. E. Zunft zu Weinleuten
Alle hier gezeigten Teile des Zunftschatzes der E. E. Zunft zu Weinleuten werden seit 1889 als Depositum vom Historischen Museum Basel beherbergt. Viele können in der Barfüsserkirche im Original betrachtet werden.
Die Gelte (1613)
Die „Silberne Gelte, teilvergoldet“, ein Trinkgefäss, das von Hans Lüpold geschaffen wurde, zeugt vom Reichtum der Zunft zu Weinleuten im beginnenden 17. Jahrhundert und gibt der Zunft als Wappensymbol auch den Namen „Geltenzunft“.
Die vergoldeten Reifen zeigen Goldschmiedearbeiten nach dem Vorbild des „Bauerntanz“ von Hans Holbein d. J. und „Gefrässigkeit“ von Peter Flötners (zu sehen am Henkel). Die Gelte
gibt übrigens selbst über ihr Alter Auskunft. Die Inschrift besagt: „DISE GELDEN WART GEMACHD IST WAR IM 1613 JAHR“.
Der Meisterkranz (um 1734)
Die Arbeit, die J.J. d’Annone von Basel zugeschrieben und von den Stiftern Jakob Christof Frey, Felix Battier, Johann Ludwig Bauhin und Johann Jakob Iselin (Meister und Ratsherren zwischen 1714 und 1734) finanziert wurde, zeigt das grosse Selbstbewusstsein und die Bedeutung der (Herren-) Zunft zu Weinleuten im Basel des 18. Jahrhunderts.
Drei Trinkschalen (um 1670)
Drei Trinkschalen der Zunft zu Weinleuten aus dem späten 17. Jahrhundert aus vergoldetem Silber.
In der Mitte eine Trinkschale getragen von einer auf einem getriebenen Sockel stehenden Amazone, die einen Schild mit dem Wappen der Familie Faesch hält. Die Goldschmiedearbeit wird Christoph Beck zugeschrieben.
Kleine Gelte (vor 1634)
Der Schöpfer der Kleinen silbernen und teilweise vergoldeten Gelte mit Deckel ist nicht bekannt. Sie weist diverse Wappen auf, unter anderem ein Wappen mit den Initialen von Georg Eckenstein, der 1595 Meister wurde oder seinem Enkel gleichen Namens, der 1620 in die Zunft eintrat.
Es wird vermutet, dass die Kleine Gelte vor 1634 geschaffen wurde. Sie könnte also sowohl auf das Vorbild der Gelte von 1613 zurückgehen, aber auch deren „Weiterentwicklung“ sein.
Deckelbecher mit Buckeln (um 1673)
Der silbervergoldete Buckelpokal wird auf 1673 datiert und dem Goldschmied Paul Bair von Nürnberg zugeschrieben, der Deckel Sebastian Fechter von Basel.
Geschenkt wurde er der Zunft von Nicolaus Harder, der Schultheis in Basel war und 1673 für die Weinleutenzunft das Amt des Sechsers im Basler Rat antrat. Graviert sind die Wappen der Zunft und der Familie Harder.
Weinmass von 1356
Das Basler Weinmass wurde unmittelbar nach dem grossen Erdbeben von 1356 – belegt durch das Basler Wappen mit der Jahreszahl MCCCLVI – gegossen. Dass die Basler noch im Erdbebenjahr dieses grosse Stück gegossen haben – es hat eine Höhe von 43cm und einen Durchmesser von 59cm – deutet auf die Bedeutung des Weins für die Wirtschaft der mittelalterlichen Stadt hin. Das Weinmass ist eines der wenigen Arbeitsgeräte der Weinleuten, das aus dem Mittelalter überliefert ist.
Zur Erläuterung: Wein war im Mittelalter und der frühen Neuzeit ein Grundnahrungsmittel. Wasser wurde zur Desinfizierung mit Wein versetzt und getrunken.
Hohlmass von 1753
Das Hohlmass aus Bronze von 1753 steht auf drei Beinen. Mit den Henkeln zu beiden Seiten konnte es getragen werden, die Henkel dienten aber vor allem dazu, das Mass in eine Halterung einzuhängen und zu kippen. Das Hohlmass definiert das „Basler Weinmass“ von 16 Mass (= 22.75 Liter) und fungiert als Eichmass der Zunft zu Weinleuten. Es trägt auf dem Bauch das Wappen der Geltenzunft (=Weinleutenzunft) und die Jahreszahl 1753. Die Höhe des Gerätes ist 56 cm.