Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03112.jsonl.gz/238

Die senegalesische Autorin Mariétou Mbaye, die ihre Bücher unter dem Pseudonym Ken Bugul (was soviel bedeuet wie «Niemand will sie») publizierte, hatte eine aussergewöhnliche Kindheit: Als erstes Mädchen im Dorf besucht sie die Schule. Mit fünf Jahren wird sie von ihrer Mutter verlassen. Ihr Vater ist ein über achtzigjähriger Marabout, ein religiöser Lehrer, der den ganzen Tag in Gebete versunken ist. Später, mit 23 Jahren, geht sie für das Studium nach Belgien, wo ihre Begeisterung für Europa auf keine Gegenliebe stösst. Schwierige Jahre im Senegal folgen, Auslandaufenthalte, eine lange Suche nach Heimat und Freiheit.
Neben ihrer Arbeit als Autorin engagiert sie sich für Familienplanung, Erziehung und Weiterbildung in vielen Gegenden Afrikas, wo sie Fortschritte für den Kontinent, seine Frauen und Kinder anstrebt. Ihre Romane prägen einen eigenwilligen Stil, der eine hochliterarische Sprache mit den Rhythmen, den Ausdrucksweisen und den gedanklichen Grundstrukturen des Wolof, ihrer Muttersprache, verwebt.
Die Schweizer Filmemacherin Silvia Voser hat einen Dokumentarfilm über die mittlerweile 68-jährige Autorin gedreht, der im Kino Cameo zu sehen ist.
> Interview mit Ken Bugul: «Behaltet das Geld, und öffnet die Türen» (WOZ Nr. 17/2015)
> nach dem Film Gespräch mit Ken Bugul und Silvia Voser, moderiert von Georges Pfründer.