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Verrückte Funsportarten
Laufen, tauchen oder schwimmen kann jeder. An den Ferienstränden und in den Städten sorgen zunehmend ausgefallene Sportarten wie Bossaball, Skimboarding oder Discgolf für Aufsehen.
Wir stellen einige der neuen Trendsportarten in einem Überblick vor.
Blobbing
Wie so viele neue Trends kommt das Blobbing aus den USA. Beim Blobbing schwimmt ein grosser, mit Luft gefüllter Schlauch auf dem Wasser, der sogenannte Blob. An einem Ende dieses Schlauchs sitzt der Blobber. Nun springen ein oder zwei andere Teilnehmer, Jumper genannt, von einem Sprungturm auf das andere Ende des Blobs. Ziemlich spektakulär wird der auf dem Schlauch sitzende Blobber so in die Luft geschleudert. Da der Aufprall auf dem Wasser durchaus schmerzhaft sein kann, müssen die Blobber Helm und Schwimmweste tragen.
Die Idee zum Blobbing hatten Berichten zufolge die US-Marines, die bereits im Jahr 1985 auf grosse luftgefüllte Gas- oder Ölbehälter sprangen. Danach wurde das Blobbing in den amerikanischen Sommercamps zum Hit, bevor es im Jahr 2009 auch nach Europa kam.
Bossaball
Beim Bossaball treten zwei bis fünf Spieler gegeneinander an. Das Spiel findet auf einem grossen Luftkissen statt, in dessen Mitte sich ein Netz befindet. Auf den Spielfeldern gibt es in der Mitte jeweils ein grosses Trampolin. Das Spiel läuft ähnlich wie ein Volleyballmatch ab. Durch die Trampoline können die Spieler jedoch deutlich höher springen. Das weiche Luftkissen sorgt danach für einen angenehmen Aufprall. Ziel des Spiels ist, den Ball auf dem gegnerischen Feld auf den Boden zu bringen.
Die Idee zum Bossaball kommt Wikipedia zufolge aus Spanien. Dort setzte der belgische Tennisspieler Filip Eyckmans auf eine Kombination aus Fuss- und Volleyball, dem Kampftanz Capoeira und Elementen aus Tanz und Musik. Leiten liess er sich dabei von der brasilianischen Strandkultur, die ihn sehr beeindruckte. Der Name Bossaball leitet sich vom brasilianischen Tanzstil Bossa Nova ab.
Skimboarding
Junge Leute, die auf einem Brett durchs flache Wasser gleiten und spektakuläre Kunststücke vollführen – das ist Skimboarding. Im Prinzip funktioniert das ähnlich wie Aquaplaning, denn die auslaufenden Wellen hinterlassen am Strand einen Wasserfilm, auf dem das Skimboard bei einer Wassertiefe zwischen zwei und zehn Zentimetern hervorragend gleiten kann. Nun heisst es nur noch aufspringen und Gleichgewicht halten.
Es gibt beim Skimboarding zwei verschiedene Varianten: Beim Sand-Skimboarding gleiten die Sportler nur ein kleines Stück ins Wasser hinein. Beim Wave- oder Shorebreak-Skimboarding geht es tiefer ins Wasser und die Sportler gleiten auf kleineren Wellen in der Nähe des Ufers. Die Bretter sind in der Regel aus Holz, Profis setzen jedoch eher auf Polyester oder Fiberglas.
Sandboarding
Das Sandboarding funktioniert ähnlich wie das Snowboarding, nur ist hier statt Schnee Sand im Spiel. Für begeisterte Snowboarder ist das Sandboarding während des Sommers eine perfekte Alternative zum Fahren im Winter. Auch für schneefreie Gegenden ist die Funsportart bestens geeignet. Besonders beliebt ist Sandboarding auf Sanddünen in den Wüsten der westlichen USA, Nordafrikas oder auf der arabischen Halbinsel. Auch in Europa gibt es inzwischen einige Möglichkeiten, im bayerischen Hirschau wurde eigens ein künstlicher Berg aus Quarzsand aufgeschüttet.
Discgolf
Discgolf ist eine originelle Mischung aus Frisbee und Golf. Statt Bälle werden hier Frisbees in spezielle Körbe geworfen. Wie beim echten Golfen geht es darum, den Korb vom Abwurfpunkt aus mit möglichst wenigen Würfen zu treffen. Wie so häufig kommt die Idee auch bei diesem Sport aus den USA. In Oak Grove in Kalifornien wurde bereits im Jahr 1978 der erste Parcours eröffnet. Inzwischen gibt es zahlreiche Parks in den Vereinigten Staaten. Zunehmend wird der Sport auch in Europa beliebt, in zahlreichen öffentlichen Grünanlagen gibt es die besonderen Metallkörbe. Das Swiss Open in Genf ist das jährliche Highlight für Discgolfer in der Schweiz.
Fussball- oder Soccergolf
Beim Soccergolf wird das klassische Golfen mit Elementen des Fussballs kombiniert. Die Idee zum Fussballgolf kommt aus Skandinavien, wo es bereits zahlreiche Anlagen gibt. Genau wie beim Golf geht es darum, einen Ball mit möglichst wenigen Schüssen ins Ziel zu bringen. Statt mit einem Schläger werden die Bälle hier jedoch durch präzise Schüsse ins Ziel befördert. Das Besondere daran sind die originellen Ziele; es kann sich dabei durchaus einmal um den Kofferraum eines Autos oder einen alten Blumentopf handeln. Üblicherweise bestehen die Soccergolfanlagen aus 18 Bahnen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Längen zwischen 50 und 250 Metern.
Crossboccia
Während Boccia oder Boule stets auf ebenen Plätzen gespielt wird, ist die Wahl des Spielorts beim Crossboccia frei. Egal ob auf Bänken, Dächern oder Fensterbrettern, beim Crossboccia gibt es unendlich viele Möglichkeiten, den Marker zu platzieren. Je ungewöhnlicher das Gelände, desto besser. Im Vergleich zum klassischen Boccia spielt man die urbane Variante mit besonders weichen, granulatgefüllten Bällen, die keine Schäden anrichten sollen und überall perfekt liegen bleiben. Die Idee zum Crossboccia hatte der Wuppertaler Student Tim Beelow, der die harten Metallkugeln einfach durch weiche Bälle ersetzte. Im Handel gibt es inzwischen zahlreiche Crossboccia-Sets zum Spielen im Gelände.
Stand-up-Paddling
Auf Flüssen in den Städten sieht man immer mehr Stand-up-Paddler, die auf einem Brett stehend mihilfe eines Stechpaddels über das Wasser gleiten. Stehpaddler benötigen ein spezielles Surfbrett und ein Stechpaddel; nach einer kurzen Einführung kann es in der Regel gleich losgehen. Die Idee zu der Trendsportart kommt aus Tahiti, wo sich die polynesischen Fischer auf diese Weise auf dem Meer fortbewegt haben. Danach wurde der Sport auf Hawaii beliebt; vor allem Surflehrer nutzen die Gelegenheit, stehend schnell mit dem Brett voranzukommen und zu ihren Schülern zu gelangen. Insbesondere in grossen Städten ist das Stehpaddeln auf Flüssen sehr beliebt.
Grundsätzlich steht bei den Funsportarten der Spass im Vordergrund. Regeln sind eher nebensächlich und auch teure Ausrüstungen üblicherweise nicht erforderlich. Bei den meisten Trendsportarten gilt also: einfach einmal ausprobieren!
Oberstes Bild: © Juanan Barros Moreno – shutterstock.com