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“Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert.” The New York Times
Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.
Portrait
Delia Owens, geboren in Georgia, lebt auf einer Ranch in Idaho. Über zwanzig Jahre erforschte die Zoologin in verschiedenen afrikanischen Ländern Elefanten, Löwen und Hyänen. Als Kind verlebte Owens die Sommerurlaube mit ihren Eltern in North Carolina, wo auch ihr Romandebüt spielt.
Kya, das jüngste Familienmitglied bleibt allein im Marschland zurück. Einsamkeit, Ausgrenzung, die Natur bestimmen ihr Leben, mit nur wenigen Lichtblicken. Tate und Chase geben ihrem Leben eine neue Wendung. Schön zu lesen, wobei es den Kriminalfall in Matlock Manier nicht gebraucht hätte, das ist etwas zuviel des Guten.
Wunderschönes Buch über Natur, Einsamkeit und den Willen zum Überleben
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 16.09.2019
Kya wächst unter sehr ärmlichen Verhältnissen im Marschland von North Carolina auf. Der Vater trinkt und ist gewalttätig, die älteren Geschwister verlassen - sobald erwachsen genug - fluchtartig das Haus. Als auch der jüngste Bruder und die Mutter gehen, bleibt Kya alleine mit dem Vater zurück. Da ist sie gerade einmal...
Kya wächst unter sehr ärmlichen Verhältnissen im Marschland von North Carolina auf. Der Vater trinkt und ist gewalttätig, die älteren Geschwister verlassen - sobald erwachsen genug - fluchtartig das Haus. Als auch der jüngste Bruder und die Mutter gehen, bleibt Kya alleine mit dem Vater zurück. Da ist sie gerade einmal 7 Jahre alt und muss mit dem wenigen Geld auskommen, dass der Vater ihr für den Haushalt gibt. Dafür muss sie einkaufen und den gesamten Haushalt erledigen. Und irgendwann wird der Vater auch verschwinden - und noch als Kind muss Kya ums Überleben kämpfen. Unterstützung ist nicht zu erwarten - für die Bewohner der nächsten Kleinstadt sind alle Bewohner des Marschlandes Weißes Pack, man verachtet sie und verhöhnt sie. Und als Kya von der Behörde zum Schulbesuch gezwungen wird, hält sie es dort nur einen Tag lang aus - zu sehr schmerzt das höhnische Gelächter der anderen Schüler wegen ihres Benehmens und wegen der mangelnden Bildung.
Und so wird Kya eine Außenseiterin werden. Ohne Schulbildung - aber doch überdurchschnittlich gebildet in Bezug auf Flora und Fauna. Mit feinen Antennen für die Natur. Kya wird überleben, mit Hilfe der Natur. Mit Hilfe von Muscheln suchen, Fischen fangen, Gärten anlegen. Und mit der Hilfe von anderen Außenseitern, wie dem Schwarzen Jumpin und seiner Frau Mabel. Und mit Hilfe eines Jungen aus der Stadt, der sich mit Kya anfreundet.
Diese Geschichte geht ans Herz. Und ist doch frei von Kitsch geschrieben. Dafür mit wunderbaren Worten für die Schönheit der Natur. Mit feinen Beobachtungen der Natur, von der Kya fürs Leben lernt.
Die Geschichte ist auch sehr geschickt aufgebaut. Es gibt nämlich zwei Zeitstränge, in denen erzählt wird und die sich immer weiter annähern. Es beginnt mit einen Mord Ende der 60er Jahre. Für den Kya als Täterin unter Verdacht gerät. Und danach kommt direkt der zweite Erzählstrang, der Anfang der 50er Jahre beginnt, als Kya von ihrer Familie verlassen wird.
Es bleibt also spannend. Bis zum Schluss.
Dazwischen entwickelt sich eine schöne Geschichte über das Leben im Einklang mit der Natur. Aber auch eine Geschichte über die Grausamkeit der Natur. Über die Einsamkeit eines Menschen, der alleine in der Natur überleben muss. Und von der Gesellschaft ausgegrenzt wird. Und der nur ganz selten das Gefühl von Zuneigung, Liebe und Zusammengehörigkeit erfahren darf. Und davon fürs Leben geprägt wird.
Dieses Buch ist sicherlich eines meiner Lese-Highlights dieses Jahr.
wunderbar
von einer Kundin/einem Kunden aus Unterhaching am 16.09.2019
(1)
"Der Gesang der Flusskrebse" hallt in meinem Kopf wohl noch länger nach. Wenn ich das Cover anschaue, spüre ich die Melancholie und die Traurigkeit in der Geschichte. Und ich fühle mich wieder wunderbar berührt und bereichert. Wer nach einem besonderen Buch sucht, der ist hier genau richtig.
Zu viel möchte i...
(1)
"Der Gesang der Flusskrebse" hallt in meinem Kopf wohl noch länger nach. Wenn ich das Cover anschaue, spüre ich die Melancholie und die Traurigkeit in der Geschichte. Und ich fühle mich wieder wunderbar berührt und bereichert. Wer nach einem besonderen Buch sucht, der ist hier genau richtig.
Zu viel möchte ich zum Plot nicht erzählen. Der Klappentext verrät schon einiges. Ein Mädchen lebt in der einsamen Wildnis der Sümpfe, wächst zu einer wunderschönen jungen Frau heran und eines Tages wird sie des Mordes bezichtigt. Das wäre es kurz und knapp. Aber dahinter steckt so viel mehr. So viel Gefühl und Dramatik.
Die Autorin Delia Owens findet für die Gefühle der Protagonisten aber auch für die Landschaftsbeschreibungen und die Tierdarstellungen wundervolle, magische Worte, die mich in eine fremde Welt entführt haben. Eine, in der der Mensch nur ein kleines Rädchen ist, ein Teil eines großen rauen und grandiosen Ganzen. Ein Kind trotzt der Einsamkeit und der Gesellschaft und lebt dort, wo nur Krebse, Muscheln und Vögel zuhause sind. Im Einklang mit der Natur, von den Menschen missverstanden und abgelehnt. Die wenigen, die sie in ihr Herz schauen lässt, sind fasziniert von ihrer Stärke und Authentizität. Aber sie bleibt ihnen allen auch seltsam fremd und obwohl sie über eine strahlende Intelligenz verfügt, fällt es ihr schwer, mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren, denn in der Einsamkeit hat sie nur den Umgang mit den Tieren gelernt, versteht aber die Zeichen der Menschen nicht.
Im letzten Abschnitt nimmt die Frage, ob sie den Mann wirklich getötet hat, einen großen Raum ein. Aber es ist eigentlich kein Kriminalfall und im Endeffekt geht es darum auch gar nicht. Am Schluss, wenn alle Fragen beantwortet sind, spürt man als Leser, dass die Geschichte viel tiefer geht und die eigene Seele berührt hat.