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Vom gefährlichen Cäsium-137 ist rund doppelt so viel in die Luft entwichen wie die Energiekonzerne und die japanische Regierung bisher angegeben haben. Damit ist aus den Reaktoren in Fukushima fast halb so viel des gefährlichen Cäsiums-137 entwichen wie bei der Katastrophe in Tschernobyl. Es handelt sich um die zweitgrösste Freisetzung von Cäsium-137 in der Geschichte der Menschheit.
Die Luftmessungen berücksichtigen das Cäsium-137 nicht, welches ins Meer gelangt ist. Forscher schätzen diesen Anteil auf rund 80 Prozent.
Diese neusten Daten hat die Wissenschaftszeitschrift «Nature» am 25. Oktober veröffentlicht.
Cäsium-137 gelangt über die Nahrung in den Körper
«Es ist die bisher umfassendste Untersuchung zum Abschätzen der Radioaktivität, die aus den Reaktoren in Fukushima Daiichi entwichen ist», erklärt der Atmosphären-Spezialist Andreas Stohl vom norwegischen Institut für Luftforschung in der Nähe von Oslo, der die Datenauswertung geleitet hat.
Die Daten stammen von mehreren Dutzend Radioaktivitäts-Messstationen, die auf der ganzen Erde verteilt sind. Diese Stationen messen normalerweise die Folgen von Atombomben-Tests und kontrollieren, ob die internationalen Verträge über Atomtestverbote eingehalten werden.
Cäsium-137 belastet die Umwelt sehr lang, weil es dreissig Jahre dauert, bis deren Radioaktivität auf die Hälfte sinkt, und weil sich Cäsium-137 in der Nahrung anreichert. Über verseuchte Lebensmittel können gefährliche Cäsiumpartikel in den Körper gelangen, was das Krebsrisiko erhöht
Entgegen den Angaben der japanischen Behörden ist nach Angaben der Studienautoren viel Cäsium auch aus den Lagerbecken der abgebrannten Brennstäbe entwichen, weil diese zu spät mit Wasser gefüllt worden seien.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine