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High-Mech statt High-Tech
Vortrag und Demonstration des Kryptografie-Ingenieurs Oskar Stürzinger
Neben der Chiffriermaschine Enigma gibt es auch andere Geräte, die in der Geschichte der Verschlüsselung einen wichtigen Platz einnehmen. Eines davon ist das Taschenchiffriergerät CD-57, welches der Schweizer Chiffriermaschinenhersteller Crypto AG in Zug, der sich damals Hagelin-Cryptos nannte, herstellte.
Die Entwicklung des Firmengründers Boris Hagelin erfreute sich in den 50er und 60er Jahren grosser Beliebtheit. Auch der Vatikan benutzte es gerne und liess sogar eine Serie vergoldeter Maschinen anfertigen.
Die CD-57 funktionierte rein mechanisch und benötigte also – anders als die legendäre Enigma – weder Strom noch Batterien. Sie baute auf der sogenannte variablen Substitution des Alphabetes auf: Ein Schriftzeichen wird durch ein anderes ersetzt, wobei die Auswahl dauernd ändert. Sie benutzte somit dasselbe Verfahren wie das Chiffriergerät M-209 von Boris Hagelin, von dem die US Army im Zweiten Weltkrieg über 140 000 Stück herstellen liess.
Trotzdem markiert das Gerät das Ende einer Epoche: Das Handchiffriergerät CD-57 war nämlich das letzte rein mechanische Gerät, das Boris Hagelin, der Gründer der Krypto AG in Zug, entwickelt hat. Die nachfolgende Zeit der elektro-mechanischen Geräte weilte nur kurz, denn Ende der 50er Jahre war der Transistor bereits erfunden und mit ihm kam die Elektronik.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Programms "Playground-Summerschool" statt (www.playground-summerschool.ch)