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Unfassbare Szenen im Wembley: Der teuerste Torhüter der Welt widersetzt sich kurz vor Ablauf der Verlängerung seiner Auswechslung und der Trainer rastet komplett aus. So geschehen im League-Cup-Final zwischen Chelsea und Manchester City.
«Blues»-Trainer Maurizio Sarri will seinen Torhüter Kepa Arrizabalaga, der im Sommer für die Rekordsumme von 80 Millionen Euro von Athletic Bilbao kam, in der 120. Minute auswechseln und fürs Penaltyschiessen dessen Ersatz Willy Caballero, der im Ligacup-Final 2016 – damals noch im Tor von ManCity – drei Penaltys gehalten hatte, bringen.
Doch Kepa, der sich zuvor wegen einer Verletzung zweimal hatte behandeln lassen, verweigerte den Wechsel. Sarri winkte ihn heraus und Caballero stand schon bereit, doch Kepa bewegte sich nicht. Er gestikulierte immer wieder, dass er auf dem Feld bleiben wolle.
Sarri nahm das erst gar nicht ernst. Setzte sich noch mal auf die Trainerbank und machte sich Notizen. Mit jeder Sekunde mehr aber realisierte er, dass sich da eine Revolte gegen seine Anweisung anbahnte. Abwehrspieler David Luiz redete noch auf Kepa ein. Vergebens. Sarri sprang irgendwann auf und wütete an der Seitenlinie, doch Kepa blieb stur. Das ungeheuerliche Schauspiel zog sich 1:42 Minuten hin, dann hatte Kepa gewonnen.
Sarri gab fluchend klein bei und riss wutentbrannt seine Trainerjacke auf. Vor dem Penaltyschiessen, das Chelsea nach «nur» einem von Kepa gehaltenen Elfer 3:4 verlor, musste der «Blues»-Trainer von Antonio Rüdiger zurückgehalten werden. Sonst wäre er wohl auf seinen Keeper losgegangen.
Von einem Groll gegen Kepa wollte Sarri nach dem Spiel aber nichts mehr wissen. Der nach den vielen Niederlagen der letzten Wochen angezählte Italiener versuchte, den Fall so gut wie möglich herunterzuspielen.
Torhüter Kepa merkte nach dem Spiel wohl auch, dass er mit seiner Revolte gegen Trainer Sarri etwas zu weit gegangen war, und entschuldigte sich für sein Verhalten.
Doch der Schaden war da natürlich längst angerichtet und Kepas Aufmüpfigkeit DAS Thema des Fussball-Wochenendes.
Auch bei den Fans wurde der «Fall Kepa» natürlich heiss diskutiert. Viele machten sich nach dem Vorfall einen Scherz daraus, den Wikipedia-Eintrag des spanischen Keepers zu editieren. Meist wurde Arrizabalaga dort kurzerhand zum neuen Chelsea-Trainer ernannt, es gab aber auch «kreativere» Ansätze.