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Welche Ursachen haben Bauchschmerzen?
Mehrere Dutzend Erkrankungen können mit Bauchschmerzen einhergehen.
Zu den harmlosen Gründen für Bauchschmerzen zählt ein «eingeklemmter Furz», der sich von selbst löst. Auch Verstopfung kann zu Bauchschmerzen führen. Zu den ernsten Ursachen gehören Tumore, beispielsweise Darm- oder Eierstockkrebs.
Bauchschmerzen können sogar durch Organe hervorgerufen werden, die gar nicht im Bauch liegen. Eine Lungenentzündung oder ein Herzinfarkt führen nicht selten auch zu Bauchschmerzen.
Der Grund für Bauchschmerzen muss nicht immer eine körperliche Erkrankung sein: Psychische Belastungen schlagen manchen Menschen auf den Magen.
Reizdarmsyndrom
Etwa einer von zehn Erwachsenen weltweit leidet an einem Reizdarmsyndrom.
Typisch bei dieser Erkrankung sind Bauschmerzen, Blähungen und oft auch Stuhlgangsveränderungen. Vom Reizdarm spricht man, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:
1. Die Beschwerden bestehen seit mindestens drei Monaten dauernd oder immer wiederkehrend.
2. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität.
3. Es gibt keine andere, fassbare Erklärung für die Beschwerden.
Wie entstehen Bauchschmerzen?
Zu Bauchweh kommt es, wenn Schmerzrezeptoren in den Eingeweiden Signale aussenden.
Die Schmerzrezeptoren reagieren zum Beispiel, wenn die Darmwand stark gedehnt wird, wie dies bei Entzündungen vorkommen kann oder auch bei Blähungen. Manche Menschen nehmen solche Signale stärker wahr, andere weniger stark. Kleine Kinder und Senioren beispielsweise zeigen bei einer Blinddarmentzündung oft nur wenig Symptome.
Was viele Menschen nicht wissen: Manche Organe können sich auch an entfernteren Stellen bemerkbar machen. Man spricht dann von projiziertem Schmerz. So kann beispielsweise eine erkrankte Gallenblase Schmerzen im Bereich der rechten Schulter hervorrufen.
Welche Arten von Bauchschmerzen gibt es?
Den Bauchschmerz zu beschreiben hilft, die Ursachen zu finden
- Ist der Schmerz dauernd vorhanden oder gibt es schmerzfreie Pausen? Von chronischen Bauchschmerzen spricht man, wenn sie seit mindestens zwei bis drei Monaten bestehen.
- Wie fühlt sich der Schmerz an? Schwillt er zum Beispiel an und verebbt wieder, um kurz danach wieder anzuschwellen (kolikartig)? Ist er brennend, kneifend, nagend, stechend oder lässt er sichanders beschreiben?
- Ist der Schmerz «diffus», also schwer zu lokalisieren, oder konzentriert er sich auf einen Ort? Strahlt er aus? Erkrankungen der Gallenblase zum Beispiel sind meist im rechten Oberbauch zu spüren, Magenschmerzen typischerweise oberhalb des Nabels. Die Blinddarmentzündung beginnt oft mit diffusen Bauchschmerzen, die sich nach einiger Zeit mehr und mehr in den rechten Unterbauch verlagern.
- Wie stark ist der Schmerz auf einer Skala von Null (kein Schmerz) bis 10 (unerträglicher Schmerz)?
- Sind die Schmerzen mit bestimmten Umständen verknüpft, zum Beispiel mit Nahrungsaufnahme oder mit Stress?
- Gehen mit den Bauchschmerzen weitere Symptome einher, etwa Erbrechen, Fieber oder veränderte Stuhlgewohnheiten?
- Was tut gut, was verschlimmert die Bauschmerzen? Bei einer Blinddarmentzündung zum Beispiel ist eine Wärmflasche meist nicht wohltuend.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache. Schmerzmittel sollte man möglichst vermeiden, denn sie können eine Verschlimmerung kaschieren.
Bei leichten Bauchschmerzen darf man es mit einer Wärmflasche oder einer warmen Auflage (zum Beispiel mit warmem Kümmelöl) und warmem Tee versuchen. Gut eignen sich Alpenkräuter- oder Verveinetee, aber kein Fencheltee, weil dieser bei manchen Menschen die Blähungen verstärkt. Pfefferminzöl hat eine krampflösende Wirkung und kann auch gegen Blähungen helfen. Auch krampflösende Medikamente können für rasche Linderung sorgen.
Ganz wichtig für einen gesunden Darm ist ausreichend Bewegung! Langsam essen, gut kauen und Strategien, um Stress zu vermeiden (zum Beispiel mit Yoga oder Entspannungstechniken), unterstützen ihn.
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit löslichen Ballaststoffen und genügend Flüssigkeit beugen Verstopfung und damit einhergehenden Bauchschmerzen vor. Milde Abführmittel, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Macrogol, sind bei Verstopfung erlaubt.
Diäten, bei denen bestimmte Nahrungsmittel weggelassen werden, sollte man nur machen, wenn wirklich erwiesen ist, dass man sie nicht verträgt. Denn allzu leicht führen strenge Eliminationsdiäten zu Mangelerscheinungen. Beim Reizdarm können ausgewählte Probiotika eingesetzt werden.
Bei chronischen Beschwerden hilft es, ein Symptomtagebuch zu führen. So erkennt man leichter, welche Umstände zu einer Verschlimmerung beitragen. Wenn man etwas – im übertragenen Sinn – «nicht verdauen kann» kann eine Psychotherapie helfen, die Bauchschmerzen los zu werden.
Warnsignale
– anhaltende Bauchschmerzen
– nächtliche Bauchschmerzen, die aus dem Schlaf wecken
– ungewohnt heftige Bauchschmerzen
– unwillkürlich angespannte Bauchdecke, «harter» Bauch
– Starke Schmerzen bei nur leichtem Beklopfen des Bauchs oder bei leichter Erschütterung (zum Beispiel beim Autofahren über eine Temposchwelle oder beim Herunterhüpfen von einem Stuhl)
– Schluckbeschwerden
– wiederkehrendes Erbrechen
– Kreislaufprobleme (zum Beispiel sehr tiefer Blutdruck)
– unbeabsichtigte Gewichtsabnahme
– Fieber
– Blut im Stuhl oder ungewohnte Stuhlfarbe (sehr dunkel oder sehr hell)
– veränderte Stuhlgewohnheiten (zum Beispiel Durchfall, neu aufgetretene Verstopfung oder beides abwechselnd)
– weitere Beschwerden, zum Beispiel Gelenkschmerzen
– Krankheiten der Verdauungsorgane in der Familie
Lassen Sie sich in Ihrer Medbase Apotheke zum Thema Bauchschmerzen beraten und wenden Sie sich falls notwendig an Ihren Arzt.
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