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Alt-Bundesrätin Elisabeth Kopp ist tot. Sie hatte sich zeitlebens für die Gleichstellung der Frau, das neue Schweizer Eherecht und sogar für eine Mutterschaftsversicherung eingesetzt.
Die erste Frau im Schweizer Bundesrat, Elisabeth Kopp, ist tot.
Nach langer Krankheit sei sie am Karfreitag im Alter von 86 Jahren verstorben, teilte die Administration in Bern am heutigen Freitag mit.
Kopp war 13 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz am 2. Oktober 1984 im ersten Wahlgang als erste Frau in den Schweizer Bundesrat gewählt worden.
Dies hatte Schweizer Geschichte geschrieben.
Gleichberechtigung als Ziel
Kopp hatte zunächst Rechtswissenschaften in Zürich studiert.
Die Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn 1956 motivierte sie aber als junge Frau, sich für Flüchtlinge, Demokratie und Menschenrechte einzusetzen.
Auch der Umweltschutz sowie die Gleichberechtigung der Frauen und insbesondere die Einführung des Frauenstimmrechts waren ihr wichtige Anliegen gewesen.
Ihre politische Karriere begann sie als Gemeinderätin in Zumikon, später wurde sie Gemeindepräsidentin.
Von ganz unten nach oben
Im Jahr 1979 schaffte sie die Wahl in den Nationalrat; 1984 wurde sie zuerst Vizepräsidentin der FDP Schweiz und später dann Bundesrätin.
In der Landesregierung stand sie dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement vor.
Unter ihrer Federführung erhielt die Schweiz ein neues Gesetz, dank dem Asylgesuche rascher behandelt werden konnten.
Neues Eherecht geschaffen
Entschieden trat sie gegen die «Volksinitiative für die Begrenzung der Einwanderung» an, welche das Volk dann 1988 auch ablehnte.
Daneben setzte sie sich auch als Bundesrätin für das neue Eherecht ein, das die Schweiz quasi in eine neue Familien-Welt katapultierte.
Der öffentliche Druck hatte sie 1989 aber zum Rücktritt aus dem Bundesrat bewogen.
Unschuldiger Rücktritt
1988 war nämlich bekannt geworden, dass Kopp ihren Ehemann in einem Telefonanruf wegen einer möglichen Verwicklung in Geldwäscherei zum Rückzug aus einem Unternehmen aufgefordert hatte.
Später war sie vom Bundesgericht aber vom Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung freigesprochen worden.
FDP-Politiker Kapar Villiger folgte auf sie in den Bundesrat.
Schwierige Themen angehen
Nach dem Rücktritt lebte Kopp weitgehend zurückgezogen und äusserte sich nur noch zu Anliegen, die ihr am Herzen lagen. So setzte sie sich im Jahr 2004 für die Einführung der Mutterschaftsversicherung ein.
Die Mutterschaftsentschädigung dauert in der Schweiz allerdings immer noch vergleichsweise wenige 98 Tage, also bloss 14 Wochen. Dies zeigt, wie schwierig es ist, solche Themen hierzulande voranzubringen.
Die Schweiz und insbesondere Frauen haben Kopp daher sehr viel zu verdanken.
Insofern löste auch die Todesnachricht vielerorts Trauer und grosse Betroffenheit aus.
Verwaltung auf Vordermann bringen
Erst vor wenigen Wochen war bereits Alt-FDP-Bundesrat François Couchepin im Alter von 88 Jahren verstorben.
Er hatte die Bundesadministration regelrecht revolutioniert und ins Zeitalter des Internets gebracht.
Die «Alte Garde» an Schweizer Politikern, die Historisches vollbracht haben, scheint nun langsam auszusterben.
14.04.2023/kut.