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Die Asiatische Hornisse, Vespa velutina, ist 2004 zum ersten Mal in Europa, im Südwesten von Frankreich nachgewiesen worden. Dieses mit der einheimischen Hornisse verwandte Insekt ist ein Räuber mit breitem Nahrungsspektrum. Ihre Nester bauen sie oft hoch oben in Bäumen. Diese können fast 2'000 Arbeiterinnen umfassen. Die jungen, im Herbst begatteten Königinnen überwintern und gründen im Frühling eine neue Kolonie. Jede dieser "Gründungsköniginnen" baut in dieser Jahreszeit ein so genanntes "Primärnest", oft in geringer Höhe an einem geschützten, luftigen Ort (Schuppen, Scheunen, hohle Bäume, Wände). Wenn die Kolonie gewachsen ist, zieht das gesamte Hornissenvolk in höhere Lagen, in der Regel in Baumwipfel.
Folgende Probleme werden durch die Asiatische Hornisse verursacht:
- Sie jagt viele Hautflügler; wenn in der Nähe von Imkereien gelegen, meist Honigbienen
- Sie frisst viele andere Insekten, wie Bestäuber und Nützlinge
Die Asiatische Hornisse hat wie alle invasiven Arten die Fähigkeit, sich leicht an die herrschenden Bedingungen anzupassen. In Europa breitet sie sich seit den ersten Funden kontinuierlich aus, so dass sie im Herbst 2016 nur noch 20 km von der Schweizer Grenze entfernt war und Ende April 2017 bereits im Schweizer Jura gefunden wurde.
Vorausschauend hat der Bienengesundheitsdienst schon vor einem Jahr ein Merkblatt und eine Vorgehensweise erarbeitet, welche in der Imkerschaft inzwischen breit bekannt gemacht wurden. Diese Arbeit hat nun insofern Früchte getragen, dass es ein Imker war, welcher die Asiatische Hornisse im Jura gefangen hat.
Mitte 2016 hat zudem die Gruppe für invasive Tiere (AGIN D) für die Asiatische Hornisse eine Arbeitsgruppe einberufen, welche sich aus Spezialisten für invasive Tiere, Vertretern der Kantone, des Bundesamtes für Umwelt und des Bienengesundheitsdienstes zusammensetzt. Diese hat für die Kantone Handlungsempfehlungen ausgearbeitet. Nach der Vernehmlassung durch die kantonalen Behörden trat dieses Dokument Ende April 2017 in Kraft.
Sobald die Asiatische Hornisse, eine invasive gebietsfremde Art, in einem Gebiet festgestellt wird, liegt es in der Verantwortung der kantonalen Umweltämter, bei den Neobiota-Spezialisten (Experten für gebietsfremde Arten), Massnahmen zu ergreifen. Die Zerstörung der Nester ist die beste Bekämpfungsmethode. Diese Arbeit darf ausschliesslich durch die von den kantonalen Behörden beauftragten Fachleute für Insektenbekämpfung ausgeführt werden. Im Beispiel des Kantons Genf wurde diese Aufgabe der Feuerwehr übertragen.
Die Zerstörung der Nester soll ab Ende Juli erfolgen. Damit kann verhindert werden, dass sich junge Königinnen entwickeln können, welche im folgenden Jahr neue Kolonien bilden. Wenn der Herbst Einzug hält, verlassen die jungen Königinnen das Nest, welches nur während einer Saison benutzt wird. Für die Bevölkerung ist die Asiatische Hornisse nicht gefährlicher als ihre europäische Verwandte (Gefahr besteht einzig für Allergiker).
Die schweizerischen Imkerinnen und Imker sind besorgt über das Auftreten der Asiatischen Hornisse. Es ist entscheidend, dass die Verantwortlichen der Kantone schnell reagieren, um die Verbreitung der Asiatischen Hornisse in der Schweiz zu überwachen und zu bekämpfen.