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Der Einfluss von Barrieren auf die Verteilung von Fischen in kleinen Bächen
Fallstudien im Suhretal
Ammann T.
2006
Seitengewässer beeinflussen Hauptströme signifikant in chemischer, physikalischer und biologischer Hinsicht. Um die Wichtigkeit solcher Gewässer bezüglich Fischfaunadiversität zu dokumentieren, wurden 15 Seitenbäche der Suhre befischt. Es stellte sich heraus, dass die Mündung den wichtigsten Bereich für die Artenvielfalt eines Gewässers darstellt. Bei einer fischunfreundlichen Mündung leidet das Artenspektrum im Seitengewässer. Nur wenige Fische sind genug sprungstark, um Hindernisse an einer Mündung überspringen zu können. Die Folgen eines Artendefizits in den Seitengewässern sind Störungen im Ökosystem. Da die verschiedenen Fischarten unterschiedliche Nischen besetzten ist eine natürliche Arten-zusammensetzung wichtig. Ein gestörtes Gleichgewicht kann zur unnatürlichen Vermehrung eines Opportunisten führen. Ausserdem dienen Seitengewässer den Fischen als Laichplätze oder bieten Ausweichmöglichkeiten für temporäre Störungen im Hauptstrom. Von den 15 untersuchten Seitengewässern konnten 6 Mündungen als durchgängig, 2 als bedingt durch-gängig und 7 als nicht durchgängig eingestuft werden. Insgesamt wurden 11 verschiedene Fischarten verzeichnet. In allen durchgängigen Mündungen wurden 3 oder mehr verschiedene Spezies gefangen. In den nicht durchgängigen Mündungen wurde nur die Bachforelle gefangen. Um das Sprungvermögen der Bachforelle zu testen, wurde ein Experiment im Rotbach durchgeführt. 94 Bachforellen wurden oberhalb einer 32 cm hohen Schwelle abgefischt markiert und unterhalb der Schwelle wieder ausgesetzt. Danach wurde oberhalb der Schwelle wieder gefischt. Das Hindernis wurde 66 mal durch markierte Forellen überquert. Die kleinsten Individuen, welche die Schwelle, übersprangen waren 9 cm lang. Die Forellen zeigten demzufolge eine ausgesprochen hohe Standorttreue.