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Virale Meningitis: Immer HIV suchen
Die erste Ausgabe des BMJ von 2008 bringt eine ausgezeichnete Übersichtsarbeit zur Klinik, Diagnostik und Therapie der viralen Meningitis.
Die virale Meningitis ist differentialdiagnostisch eine häufige klinische Situation. Für den Kliniker stellt sich die wichtige Frage, ob eine behandelbare (bakterielle) Infektion vorliegt oder nicht. Unter den viralen Meningitiden sind Enterovirus-Infektionen bei weitem am häufigsten. Sehr selten, in der Grössenordnung von 1%, findet sich eine Herpes-Encephalitis.
Weil wir ein Medikament für die Behandlung der Herpes-Encephalitis zur Verfügung haben (Acyclovir), wird oft zusätzlich diese Infektion behandelt, was allerdings oft nicht indiziert ist. Eine retrospektive Untersuchung aus der Duke University fand bei gut 1 % aller Patienten mit Meningitis die Konstellation einer (verpassten) akuten HIV-Infektion (s. dazu unseren Vortrag HIV-update 2007, Folie 23). Eine akute HIV-Infektion zu verpassen ist in einer solchen Situation fast ein Kunstfehler, denn in dieser Phase der HIV-Infektion sind Patienten maximal infektiös.
Die Abklärung einer HIV-Infektion (mit kombiniertem HIV-Antikörper/-Antigen-Test) gehört daher zwingend zur Differentialdiagnose jeder aseptischen Meningit
Review Viral Meningitis: Logan & MacMahon, BMJ 3.1.2008