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Der Flug von Sydney nach Alice Springs ist fast so, als fliegt man von Zürich nach Marokko... nur mit dem Unterschied, dass hier nach den Suburbs von Sydney keine Dörfer mehr zu sehen sind....
Alice Springs ist ein ein leicht verschlafenes Dorf mitten in der Wüste bzw. im Busch - trotzdem hat es irgendwie einen besonderen Charme... Leider sind wir nur für eine Nacht in der Stadt bevor wir am nächsten Morgen um 6:00 Uhr vom Bus abgeholt wurden um für 3 Tage ins Outback zu fahren.Tag 1 - Kata Tjuta (Olgas) und Sonnenuntergang am Uluru
Wir stoppen bei einer Kamelfarm und erfahren, dass die hiesigen Kamele weitaus robuster und grösser sind als diejenigen in Arabien. Und weil sie soviel grösser sind, werden sie z.Bsp. bei Kamelrennen als Leittiere akzeptiert. Die anderen Kamele folgen auf Schritt und Tritt. Das bedeutet der sichere Sieg des grösseren Tieres und der Gewinn von hohen Preisgeldern - klaro. Und genau das ist der Grund, warum die arabischen Länder ihre Kamele meist von Australien importieren... Im Übrigen beherbergt der australische Busch auch den weltweit grössten Bestand an wild lebenden Kamelen. Wilder Kamelritt - d'Fätzehaar hat sich kurzerhand lautstark "umentschieden" und wollte nicht mehr reiten. Also freute sich mal wieder "Joe" über einen kurzen, holprigen Rundritt - nebendran der "Bueb", dessen "Kopp" fast weggeschleudert ist, als der Ritt etwas rasanter wurde... ;-)
Dass "Joe" seinen Ausweis zeigen musste, um ein paar Büchsen Bier zu kaufen, hat ihm sehr gefallen... " Där sieht aus wie's blühände Leeebe.." Fast hätte er der Verkäuferin ein Bierchen offeriert ;-)
Nach dem Lunch fahren wir zu den Olgas. Dank des verhältnismässig "kühlen" Wetters (weniger als 36 Grad) konnten wir die "grosse" Wanderung durch die Olgas machen - ansonsten wäre ein Teil des Weges gesperrt gewesen.
Die Wanderung durch die manchmal recht engen "Schluchten" der Riesensteine war zwar anstrengend und teilweise recht schweisstreibend - aber auch fantastisch schön!Olgas (Kata Tjuta) - eine fantastische Aussicht
S'Deluigis und die "ältere Generation" Wanderung in den Olgas "Mister Dingo" unseres Guides ist immer dabei
Gleich nach der Wanderung in den Olgas fahren wir zum Sonnenuntergang am Uluru (Ayers Rock).
Hier gabs "Bubble" (Sekt), Cracker, Regen und ein bräunlicher aber trotzdem schöner Berg. Aber keine atemberaubende, wechselnde Rotfärbung... Schade.
Uluru - Brauner Berg und Regen anstatt sattes Rot und Sonne...
Nach Sonnenuntergang - oder besser gesagt, als der Regen zu stark wurde, kehren wir in unser Camp zurück. Wir Kochen und Essen und bald verschwinden schon alle in ihren Zelten. Morgen heisst es nämlich sehr früh aufstehen...Tag 2 - Sonnenaufgang am Uluru, Uluru Umrundung und Verschiebung zum Kings Canyon
Morgens schon lange vor 4:00 Uhr raschelt es im Nachbarszelt... die "ältere Generation" will alles richtig vorbereitet haben und ist schon hellwach, als der Guide alle anderen weckt. Gegen 5:00 Uhr fahren wir auch schon los Richtung Uluru.
Für den Geschmack unserer Kinder müssen wir etwas zu lange auf den Sonnenaufgang warten und für unseren Geschmack waren hier viel zu viele Leute...
Trotz des bewölkten Himmels wurden wir dann aber für eine Minute lang mit einem leicht "geröteten" Berg belohnt...lieber rot als braun...
Die anschliessende Umrundung des Berges (knapp 10 km) war zwar flach aber war wegen den hitzigen Temparaturen und eines etwas überhitzen Mädchens ;-) doch recht anstrengend... Zusätzlich kam dazu, dass ein Teil der "älteren Generation" sehr schlecht geschlafen hat. Aber alle haben die fast 10 km bei etwa 38 Grad Lufttemparatur gut gemeistert!
Nach dem Lunch im Camp fahren wir los in Richtung Kings Canyon Resort. Was sich irgendwie nach "Luxus" anhört ist in Wirklichkeit eine einfache Anlage mit Cabins und Zeltmöglichkeiten. Das luxuriöse am Resort aber war ein ein einfacher Pool - den wir alle liebend gerne benutzt haben!
Unser Camp allerdings war doch noch ein rechtes Stück ausserhalb im Busch... Die sanitären Anlagen waren ein "Gräuel" und das Abendessen neben einem Skorpion ein wenig zu angespannt ;-) Die Ameisen im Zelt wurden aber durch einen aussergewöhnlich klaren, unbeschreiblich schönen Sternenhimmel entschädigt. Sogar die "ältere Generation" meint, so etwas noch nie zuvor gesehen zu haben...
Wieder verziehen sich die Mitglieder der Reisegruppe in ihren Zelten - morgen heisst es nämlich erneut früh aufstehen.
Das Geheule der Dingos hörte bald niemand mehr...Tag 3 - Kings Canyon und Rückfahrt nach Alice Springs
Unser Guide nennt es "Heart-Attack-Hill" - dabei handelt es sich um den ersten Anstieg der Rundwanderung im Kings Canyon... Es ist wichtig, dass man ihn geschafft hat, bevor die Sonne so richtig heiss brennt.
Also sitzen wir erneut gegen 5:00 Uhr morgens beim Frühstück und gegen 6:00 Uhr fahren wir los.
Zwar ist diese Panne der Grund für eine halbe Stunde Verspätung - aber es war doch sehr lustig... Der Guide hat nämlich die Klappe des Anhängers nicht richtig verschlossen und hat auf dem Naturweg durch den Busch laufend Material verloren. Wir haben ganz schön gelacht, als wir zurückfahren und immer mal wieder ein Gepäckstück oder etwas Proviant am Wegesrand fanden... Auch die Dingo's im Busch haben uns genau beobachtet und sich vermutlich schon über die ganzen Sachen, die verloren gingen gefreut. ("Passt Dir dieses T-Shirt? - Nein - nicht meine Grösse..." ;-)Dingo - mehr Wolf als Hund...
Also war es bereits recht heiss, als wir vor dem "Heart-Attack-Hill" standen... Wir sind ganz langsam hochgegangen und haben immer wieder Pausen gemacht. Auch die Ältesten der Gruppe haben es geschafft... Anschliessend sind wir mit unseren, vom Aufstieg noch immer etwas geröteten Köpfen, bei steigenden Temparaturen und ziemlich klarem Himmel für 3,5 Stunden am Canyon entlang gewandert.
Und völlig ausgelaugt sind wir nach Lunch und Pool im Kings Canyon Resort nach Alice Springs zurückgefahren.
Und den ganzen langen Weg (4 Stunden oder so) haben wir uns immer wieder gefragt, wie es unser Guide schafft, nach einer solchen Wanderung am morgen anschliessend so lange Auto zu fahren... Vermutlich hat ihn der Sound der 80-er Jahre (Wham, etc.) und die vielen Red Bulls, die er getrunken hat, wach gehalten ;-) die Sonne brennt, die Füsse gehen immer weiter....Unser Guide erklärt uns, dass dieser Baum bei Trockenheit einzelne Äste eintrocknen lässt, damit er die darin enthaltene Flüssigkeit zum Überleben nutzen kann... Clever, clever...
Die Landschaft, die Hitze und die Abgründe nehmen uns den Atem... mir sinds... "Garten Eden" - erfrischend schattigDer Canyon ist übrigens durch einen gewaltigen Erdriss entstanden - ziemlich eindrücklich diese "geschnittene" Riesenwand... Und die Erosion arbeitet weiter. Hier soll vor ein paar Jahren ein riesig grosses Stück Wand runtergefallen sein.
Das ganze Gebiet des Kings Canyon ist einzigartig und gefällt uns von den "Berühmtheiten" des Red Centers immer noch am besten.
Als wir vor 10 Jahren hier waren, mussten die Männer als Frauen verkleidet durch den Canyon wandern. Unser Guide mochte wohl den untenstehende (Kult-)Film, wo sich 3 Travestiten den Traum einer Reise ins Red Center verwirklichten (oder so.. wir haben den Film ja auch nie gesehen) Aber lustig war es trotzdem... Movie: The Adventures of Priscilla, Queen of the Dessert
Und auch dieses Mal kamen uns beim Wandern merkwürdig schrill gekleidete Herren in Frauenkleidern entgegen... Offenbar wird der "Kult" noch immer zelebriert ;-)
Fazit: Das Red Center ist immer wieder eine Reise wert (beeindruckt auch beim dritten Mal) - aber vielleicht wäre der australische Winter doch die bessere Jahreszeit (weniger Regen, tiefere Temparaturen).