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Herausforderung hochbegabt!
Aktualisiert: 28. Apr 2020
Unser 6-jährige Sohn ist hochbegabt. Gibt es Empfehlungen, Erfahrungen, Instrumente und Vorgehensvorschläge, die Sie uns und unserem Sohn mitgeben könnten?
Unser Sohn besucht das zweite Kindergartenjahr. Seine Hochbegabung zeigt sich vor allem darin, dass er sehr schnell und selbstverständig lernt. Er braucht kaum Wiederholungen, weil er die Systeme (Zahlen, Buchstaben etc.) selbst und rasch versteht. Mit 3 Jahren hat er sich selber das Lesen beigebracht, er schreibt schon fast fehlerfrei und rechnet mühelos mit grösseren Zahlen. Passt er in die erste Klasse?
Photo: Aaron Burden, Unsplash
Die folgenden drei Inputs wurden in einem Telefongespräch präsentiert und besprochen:
Input 1:
Brainstorming-Session
Startpunkt der Brainstorming-Session bilden die verschiedenen 'Player', die wir als Einzelpersonen anschauen und miteinander in Beziehung stellen. Wer trifft Hochbegabung und in welcher Kombination?
Kind
Eltern
Eltern + Kind
Lehrperson
Lehrperson + Kind
Lehrperson + Eltern
Input 2:
Mindmap
Im Mindmap sind verschiedene Szenarios mit Meta-Thema: 'Schuleintritt und hochbegabt' abgebildet.
Input 3:
Gedanken
War früher die erste Klasse der Ort, an dem Kinder lesen, schreiben und rechnen lernten, kann heute jedes dritte Kind schon vorher kleine Briefchen kritzeln, Zahlen erkennen und Buchstaben lesen. Es gibt jedoch Sechsjährige, die mehr arbeiten können und wollen. Hochbegabt? Vorschulisches Lesen- und Rechnenlernen erfordert keine überdurchschnittlichen Fähigkeiten. Hingegen kann davon ausgegangen werden, dass solche Fähigkeiten vorhanden sind, wenn Kinder selbstmotiviert früh rechnen und lesen lernen wollen. IQ-Tests sind nicht perfekt. Sie erfassen ausschliesslich die kognitiven Fähigkeiten, dies aber ziemlich gut. So gesehen ist die kognitive Intelligenz dasjenige Persönlichkeitsmerkmal, das sich mit Abstand am zuverlässigsten messen lässt. Es gibt viele andere wichtige Fähigkeiten wie Emotionskontrolle oder Sozialkompetenz.
Soll man Kinder fördern, die sich früh fürs Lesen und Rechnen interessieren?
Kann ein Kind bei Schulanfang in der ersten Klasse schon rechnen und/oder lesen, bedeutet das nicht automatisch Frust oder Langweile im Klassenzimmer. Das ist die grosse Herausforderung für Lehrpersonen, dass sie auf die unterschiedlichen Entwicklungsstände (Heterogenität) der Kinder eingehen. Der Lehrplan 21 ist entsprechend konzipiert. Beruhigt das Eltern? – Kaum, es braucht weitere Abklärungen für das Verstehen des Problems!
Heterogenität
Das ist die grosse Herausforderung für Lehrpersonen, dass sie auf die unterschiedlichen Entwicklungsstände der Kinder eingehen (müssen). Der Lehrplan 21 trägt dem Rechnung und ist entsprechend aufgebaut. Für den 1. Zyklus gilt (im Idealfall): Klassenübergreifende Basisstufen und entsprechende Unterrichtsformen ermöglichen, dass Kinder gezielt gefördert werden.
Lehrplan 21
Der Lehrplan 21 unterteilt die elf Schuljahre in drei Zyklen. Der 1. Zyklus umfasst zwei Jahre Kindergarten und die ersten zwei Jahre der Primarschule (bis Ende 2. Klasse). >> Wenn überspringen, dann Einstieg in den 2.Zyklus, also 3.Klasse?
Entwicklungspsychologie und Schulfächer
Im 1. Zyklus orientiert sich der Unterricht stark an der Entwicklung der Kinder und wird vor allem zu Beginn fächerübergreifend organisiert und gestaltet. Das Spiel hat eine hohe Bedeutung. Um dieser Ausrichtung Rechnung zu tragen, zeigen im Lehrplan 21 neun entwicklungsorientierte Zugänge auf, wie an der Entwicklung und dem Lernen des Kindes im 1. Zyklus angeknüpft werden kann.Im Verlaufe des 1. Zyklus verschiebt sich der Schwerpunkt des Lernens von der Entwicklungsperspektive hin zum Lernen in den Fachbereichen. Die fachspezifischen Inhalte rücken zunehmend in den Vordergrund. In der Unterrichtspraxis lassen sich die entwicklungsorientierte und die fachorientierte Herangehensweise verbinden, vielfältig variieren und kombinieren. Beide Zugangsweisen bleiben miteinander verknüpft.
Churermodell
Binnendifferenzierung im Unterricht.