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Obgleich er im direkten Vergleich hinter Henrik Ibsen und Leo Tolstoi zurückstehen musste, gehörte August Strindberg für Thomas Mann unbestritten zu den »großen Geistern« Europas. Am 14. Mai 1912 starb Strindberg, was die Stockholmer Tageszeitung Dagens Nyheter zum Anlass nahm, internationale Schriftsteller um eine Stellungnahme zu bitten. Manns Text erschien dort zweisprachig und wenige Tage später auch in Deutschland in der Frankfurter Zeitung (die Datierung vom 10. Mai geht folglich auf einen Übertragungsfehler zurück). Auch darin Theodor Fontane ähnlich, hegte Thomas Mann für den in seiner schwedischen Heimat oft umstrittenen Strindberg neben seiner Bewunderung ebenso auch klar formulierte Vorbehalte, die er an unterschiedlicher Stelle erläutert hat.
Autorentext
Thomas Mann, 1875 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.