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Eulenhaufen, E.T. (NGC 457)
Geschichte
Der Sternhaufen wurde am 18. August 1780 vom deutsch-britischen Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel mit seinem 6.2 Zoll Reflektor entdeckt und als VII 42 katalogisiert. [277].
Das Muster, welche die Sterne dieses offenen Sternhaufens bilden, erinnert an eine Eule mit ausgestreckten Flügeln und den beiden hellen Sternen phi Cassiopeiae und SAO 22187 als leuchtende Augen. Aus diesem Grund erhielt er den Beinamen Owl Cluster (Eulenhaufen).
In Anlehnung an Steven Spielbergs 1982 gedrehten Kinofilm E.T. - The Extraterrestrian taucht auch der Name E.T. für denselben Sternhaufen auf. Die Form des Haufens erinnert an den kurzen Körper des Ausserirdischen mit seinen langen Armen. Er scheint gerade seinen grossen Kopf eingezogen zu haben und blickt einen mit seinen grossen, runden Kulleraugen an. Seine langen Arme streckt er aus, um "nach hause zu telefonieren".
Eine ziemlich phantasielose und selten gebrauchte Bezeichnung ist Phi Cassiopeiae Cluster, benannt nach dem hellsten darin enthaltenen Stern.
Physikalische Eigenschaften
Bei NGC 457 handelt sich um einen hellen, galaktischen Sternhaufen in den sternreichen Gebieten der Cassiopeiaischen Milchstrasse. Er ist eine reichlich verstreute Gruppe von Sternpunkten, mit ein bis zwei Dutzend Bogenminuten scheinbarem Durchmesser und enthält etwa 100 Sterne heller als 13. Grössenklasse. Ungefähr 60 davon sind als echte Mitglieder des Haufens identifiziert worden. Die stellare Population dieser Gruppe gleicht der des Doppelsternhaufens h & chi Persei, einschliesslich, dass auch NGC 457 relativ jung ist. Der hellste Stern ist ein roter Superriese des Typs M0 und liegt im dichtesten Teil des Haufens. Seine scheinbare Helligkeit ist 8.6 mag und seine absolute -5.2 mag, was der 10'000-fachen Leuchtkraft der Sonne entspricht.
Der helle Stern φ Cassiopeiae besitzt eine scheinbare Helligkeit von 5.0 mag und den Spektraltyp F0. Es ist noch nicht eindeutig, ob der Stern tatsächlich zum Sternhaufen gehört. Demnach müsste er sich in 9300 Lichtjahren Entfernung befinden, wäre eine der hellsten bekannten Sterne und würde in Leuchtkraft sogar Rigel übertreffen. Die absolute Helligkeit, nach der Korrektur durch die Lichtabsorption durch interstellares Gas, wäre dann -8.8 mag, was der 275'000fachen Leuchtkraft der Sonne entspricht. Die Mitgliedschaft zum Sternhaufen ist noch nicht definitv bewiesen, doch Messungen der Radialgeschwindigkeit, Studien der Polarisation im Haufen, das Fehlen von messbarer Eigenbewegung und das Spektrum, welches dem eines sehr hellen Superriesen entspricht, unterstützen diese Annahme. Zum Vergleich: die Sonne in gleicher Entfernung wie φ Cassiopeiae wäre gerade mal 17.3 Magnituden hell.[4]
|Bezeichnung||NGC 457|
|Typ||OCL (I3r)|
|Rektaszension||01h 19m 33.0s|
|Deklination||+58° 17' 42"|
|Durchmesser||20 arcmin|
|Visuelle Helligkeit||6.4 mag|
|Metrische Entfernung||2.429 kpc|
|Dreyer Beschreibung||Cl, B, L, pRi, st 7, 8, 10|
|Identifikation, Anmerkungen||OCL 321|
Wie findet man die ausserirdische Eule?
Der Eulenhaufen ist ganz leicht zu finden. Das linke Auge der Eule bildet der Stern φ Cassiopeiae, der mit 5. Grösse in klaren Nächten noch gut von blossem Auge sichtbar ist. Auf der Karte macht die Eule allerdings beinahe einen Kopfstand.