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Die Vereinigte Bundesversammlung hat den 56-jährigen SVP-Nationalrat am Mittwoch mit 138 von 237 gültigen Stimmen gewählt. Der Waadtländer Landwirt erreichte bereits im dritten Wahlgang das absolute Mehr. Der Zuger Thomas Aeschi erzielte 88, der Tessiner Norman Gobbi 11 Stimmen. Mit der Wahl von Parmelin wird wohl die Bäuerin Alice Glauser (SVP, VD) in den Nationalrat nachrutschen. Von 2007 bis 2011 war sie bereits Nationalrätin.
Reben und Ackerbau
Seine Gedanken seine auch bei den Personen, die sich einen Bundesrat aus der Ostschweiz und dem Tessin gewünscht hätten. Er wolle sich auch für sie einsetzen. «Persönlich will ich für eine Landwirtschaft kämpfen, bei der wieder die Lebensmittelproduktion im Vordergrund steht», sagte der Romand kürzlich gegenüber dieser Zeitung.
Der 56-jährige Parmelin ist Meisterlandwirt und führt in Bursins VD bei Nyon zusammen mit seinem Bruder einen Landwirtschaftsbetrieb. Auch sein achtzigjähriger Vater hilft nach wie vor mit. Der Betrieb umfasst heute 5 Hektaren Reben und 31 Hektaren Ackerbau. Die Trauben verkauft Parmelin an das Weinhandelshaus Schenk in Rolle VD. Die Milchproduktion hat er im Jahr 2011 aufgegeben. Sinkende Produzentenpreise und anstehende Investitionen in den Milchviehstall hätten den Entscheid herbeigeführt.
Vertreter des Genferseebogens
Parmelin sass zwischen 2000 und 2004 im Waadtländer Grossen Rat und präsidierte die Kantonalpartei. In Lausanne hinterliess er das Bild eines pragmatischen SVP-Politikers nahe der Mitte. Den Einzug in den Nationalrat schaffte er 2003. Nach dem Tod des Waadtländer SVP-Staatsrats Jean-Claude Mermoud 2011 galt er als logischer Nachfolger. Er stellte sich jedoch nicht als Kandidat zur Verfügung, worauf die SVP ihren Sitz in der Waadtländer Kantonsregierung verlor. Das wurde ihm auch im Vorfeld der Bundesratswahl erneut vorgeworfen.
«Ich denke, dass der richtige Moment jetzt gekommen ist. Aber ich bin mir bewusst, dass bereits zwei Romands im Bundesrat sitzen», sagte Parmelin anlässlich der Lancierung seiner Kandidatur Ende Oktober. Er präsentierte sich vor allem als Vertreter des Genferseebogens und betonte, das Kollegialitätsprinzip zu achten. Im Nationalrat machte der Waadtländer sich bisher mit soliden Dossierkenntnissen und der Bereitschaft zum Dialog einen Namen. Er präsidiert die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) und gehört auch der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) an.
Dritter Bauer im Bundesrat
Nationalrat Hansjörg Walter (SVP, TG) freut sich als Fraktionskollege und ehemaliger Bauernverbandspräsident über die Wahl Parmelins. Auf die Frage des Schweizer Fernsehens, ob die Bauernlobby jetzt mit einem Bundesrat stärker werde, meint er: "Wir werden nicht stärker in dem Sinn. Man muss nicht einfach lobbyieren, sondern überzeugen." Für den Bundesrat sei es sicher wertvoll wenn ein ehemaliger praktizierender Landwirt im Bundesrat sei. Walter erinnerte daran, dass Parmelin nach Rudolf Minger (BGB) und Paul Chaudet (FDP) erst der dritte Bauer im Bundesrat sei. Und das fast auf den Tag genau 50 Jahre nach der Wahl von Chaudet. Dieser wurde am 16. Dezember 1954 in den Bundesrat gewählt.