Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03311.jsonl.gz/1259

Eine Ausstellung über den Wissenschaftler, Sportler und Holocaust-Überlebenden Shaul Ladany ist ab 19. Januar in der Akademie des Sports in Hannover zu sehen. Unter dem Titel „Lebensläufe“ zeigt sie die umfangreiche Sammlung von Originaldokumenten des 86-Jährigen zu seiner Verfolgung im Nationalsozialismus, wie die Gedenkstätte Bergen-Belsen am Montag in Lohheide ankündigte.
Ladany überlebte sowohl den Holocaust als auch das Attentat auf jüdische Sportler bei den Olympischen Spielen in München 1972 durch palästinensische Terroristen. Die von der Gedenkstätte erarbeitete Schau dauert bis zum 1. März.
Ladany wurde 1944, im Alter von acht Jahren, mit seiner Familie aus Ungarn in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Dort gehörte er zu den wenigen jüdischen Häftlingen, die aufgrund von Verhandlungen ungarischer und schweizerischer jüdischer Organisationen mit der SS gerettet wurden und im Dezember 1944 in die Schweiz ausreisen durften. Später wanderte Ladany nach Israel aus, wo er als Professor für Ingenieurwissenschaften lehrte. Seine sportliche Karriere startete er als Marathon-Läufer. Bei den Olympischen Spielen 1972 trat er als Geher an. Ladany nimmt bis heute an internationalen Sportwettbewerben teil.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 19. Januar (17.30 Uhr) werden unter anderem Ladany selbst und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, erwartet. Es wird ein neuer Begleitband zur Schau vorgestellt. Sie war bereits 2019 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen zu sehen.
KNA/mal/amo/jps