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Wenn das Baby ständig schreit
Neugeborene schreien - dies ist völlig normal. Was aber, wenn das Kind nicht mehr aufhört? Ist es dann ein Schreibaby, hat Krankheiten oder Beschwerden? Eltern sollten sich hier nicht verunsichern lassen, sondern die Situation zunächst analysieren.
Warum schreit ein Baby?
Ein neugeborenes Kind, das in den ersten Wochen oder Monaten schreit, ist völlig normal. Das Kind befindet sich nicht nur in einer ungewohnten Umgebung (ausserhalb der Gebärmutter). Es ist gleichfalls die einzige Möglichkeit des Babys, seine Empfindungen und Bedürfnisse auszudrücken. Schreit ein Kind, kann dies also eine Vielzahl von Gründen haben - ein Schreibaby muss es deshalb nicht sein. Kinder schreien aus unterschiedlichen Gründen: Hunger oder Durst, eine volle oder nasse Windel, es ist zu warm oder zu kalt, zu hell oder zu laut, es fühlt sich einsam oder ist überfordert von zu vielen Eindrücken, es hat seinen Nuggi verloren, ist gelangweilt oder krank (Blähungen, Koliken, Fieber und Ähnliches). Erst wenn "alle erdenklichen" Versuche das Kind zu beruhigen, gescheitert sind und die Zeit des Schreiens zwei Stunden pro Tag über etwa drei Wochen überschreitet, kann man von einem Schreibaby sprechen.
Was kann man im ersten Moment tun?
Alle Versuche scheitern: So scheint es zumindest für viele Eltern im ersten Moment. Eigentlich hat man das Kind gerade gestillt und dennoch schreit es unaufhörlich. Eine Möglichkeit besteht, dass das Kind keine Muttermilch verträgt. Eltern sollten diesbezüglich beim Stillen darauf achten, ob das Kind anfängt zu schreien. In diesem Fall könnte eine Muttermilch-Unverträglichkeit vorliegen oder aber die Verdauung funktioniert noch nicht gut. Es kann hilfreich sein, hierzu die Hebamme um Rat zu bitten.
Dem Kind Strukturen schaffen
Babys brauchen geregelte Abläufe, damit sie in einen gesunden Schlaf-Rhythmus kommen. Wird dieser gestört, findet das Kind auch keine Ruhe, wenn es zu Bett gelegt wird. Ein Einschlaf-Ritual kann hierbei Wunder wirken. Das Einschlaf-Ritual sollte feste Uhrzeiten beinhalten, zu denen das Kind schlafen gelegt wird. Gleichfalls kann ein Nuggi, ein Kuscheltier oder das Vorsingen eines bestimmten Liedes zum Einschlaf-Ritual werden. Schreit das Kind einmal übermässig und wird aber entsprechend dieses Rituals zu Bett gebracht, wird es sich schnell beruhigen, da es diesen Ablauf bereits kennt.
Was Eltern beachten sollten
Wenn das Kind ohne ersichtlichen Grund schreit, denken Eltern schnell, sie haben versagt, weil sie ihr Kind nicht beruhigen können. In diesem Fall sollte man sein Kind genau beobachten, um die Gründe herauszufinden: Dreht es beispielsweise den Kopf weg, wenn man mit einem Spielzeug versucht, es abzulenken, könnte das ein Anzeichen für Überforderung sein. Das Kind kommt mit den neuen Eindrücken nicht zurecht. Ähnlich gilt dies bei Musik, Licht und dem Nuggi. Spuckt das Kind ihn immer wieder aus, möchte es keinen Nuggi haben.
In jedem Fall gilt es medizinische Ursachen für das Schreien auszuschliessen und sich an einen Mediziner oder die Hebamme zu wenden. Grundsätzlich kann eine Hebamme, die das junge Elternpaar begleitet, bei Schreibabys hilfreiche Tipps geben.