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Abgeordnete ihrer Konservativen Partei erzwangen am Mittwochabend eine Vertrauensabstimmung über sie. Auch wenn May diese mit 200 zu 117 Stimmen gewann, ihre Autorität ist weiter beschädigt. Sie sagte diese Woche zudem, dass sie die nächsten Wahlen nicht mehr als Parteichefin der "Tories" bestreiten wolle. gewählt wird spätestens 2022.
Aber angesichts der Brexit-Wirren und der erbittert geführten Debatten in der britischen Politik könnte May schon viel früher gehen. Manche erwarten ihren Sturz in den nächsten Monaten. Wer könnte May im Amt folgen?
Boris Johnson
Der frühere Aussenminister gehört zu Mays härtesten Kritikern. Im Juli trat er aus dem Kabinett zurück, um gegen ihre Brexit-Politik zu protestieren. Johnson, der von vielen Euro-Skeptikern als das Gesicht der Brexit-Kampagne 2016 betrachtet wurde, hielt im Oktober eine viel beachtete Rede beim Parteitag. Der 54-Jährige forderte die Konservative Partei auf, zu ihren traditionellen Werten wie niedrigen Steuern und einer harten Linie bei der inneren Sicherheit zurückzukehren.
Jeremy Hunt
Der 52-Jährige löste Johnson im Juli als Aussenminister ab und forderte die Konservativen auf, ihre Brexit-Differenzen beizulegen und sich gegen den gemeinsamen Feind, die EU, zu vereinigen. Hunt stimmte beim Referendum 2016 für den Verbleib in der EU. Er wirkte sechs Jahre lang als Gesundheitsminister. In dem Amt hat er sich bei vielen Mitarbeitern des staatlich finanzierten National Health Service unbeliebt gemacht. Hunt unterstützte May bei der Vertrauensabstimmung.
Jacob Rees-Mogg
Der extravagante Millionär kultiviert das Image eines englischen Gentlemans alter Prägung. Er hat diejenigen hinter sich geschart, die für eine radikalere Abkehr von der EU sind. Am Tag nach der Veröffentlichung des Entwurfs für das Brexit-Abkommen gab der 49-Jährige bekannt, ein Misstrauensvotum gegen May eingereicht zu haben. Aber will er auch deren Job? Zuletzt hatte Rees-Mogg gesagt, sich nicht für den Posten zu bewerben.
Dominic Raab
Der britische Brexit-Unterhändler hat die Regierung vergangene Woche aus Protest gegen das Austrittsabkommen verlassen. Raab war nur fünf Monate lang Brexit-Chef. Der 44-Jährige hatte zuvor in mehrere Ministerien gearbeitet. Beim Referendum 2016 entschied er sich für den EU-Austritt. Raab besitzt den schwarzen Gürtel in Karate.
Sajid Javid
Der ehemalige Banker gilt als Verfechter freier Märkte. Er hat bereits verschiedene Rollen im Kabinett gehabt und ist bei den konservativen Parteigängern beliebt. Das Kind pakistanischer Einwanderer hat ein Porträt der ehemaligen konservativen Premierministerin Margaret Thatcher in seinem Büro hängen. Der 48-Jährige stimmte 2016 für den Verbleib in der EU, gilt aber dennoch als europaskeptisch. Der Innenminister hatte angekündigt, May bei der Vertrauensabstimmung zu unterstützen.
Michael Gove
Er ist einer der bekanntesten Brexit-Aktivisten. Gove hatte sich gute Chancen ausgerechnet, Nachfolger von Premierminister David Cameron zu werden, zog jedoch gegen May den Kürzeren. Der 51-Jährige ist energiegeladen und gilt als eines der effektivsten Mitglieder ihres Kabinetts. Er ist zu einem überraschenden Verbündeten für May geworden und unterstützt ihre Brexit-Strategie bisher. Gove tat sich während der Brexit-Kampagne 2016 mit Boris Johnson zusammengetan, versagte ihm im letzten Moment aber die Gefolgschaft, als Johnson an die Regierungsspitze strebte. Gove unterstützte May bei der Vertrauensabstimmung.
David Davis
Er leitete zunächst die Brexit-Verhandlungen für Grossbritannien, trat aber 2018 von diesem Posten zurück. Damit wollte der 69-Jährige gegen Mays Pläne für eine langfristige angelegte enge Beziehung zur EU zu protestieren. Er wird von vielen Beobachtern als möglicher Nachfolger von May gehandelt.
Penny Mordaunt
Sie dient in Mays Kabinett als Entwicklungsministerin. Viele hatten erwartet, dass sich die 45-Jährige der Rücktrittswelle anschliessen würde, die auf die Veröffentlichung des Brexit-Entwurfs folgte. Mordaunt hatte gesagt, May bei der Vertrauensabstimmung zu unterstützen.
Andrea Leadsom
Sie ist eine weitere Pro-Brexit-Aktivistin. Die 55-Jährige hätte May 2016 im Rennen um die Cameron-Nachfolge in die Stichwahl zwingen können, verzichtete aber darauf. Sie führt derzeit die parlamentarischen Geschäfte für die Regierung. Auch Leadsom stimmte für May.
(Reuters)