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| Gerontius (geschrieben um 440) - Das Leben der heiligen Melania (Vita Melaniae)

39.
Nachdem sie weit umher gewandert waren, kamen sie nach Alexandrien und lernten eine grosse Schar von Heiligen kennen. So trafen sie zusammen mit dem hochheiligen Abte Viktor, dem Archimandriten der Mönche an Tabennä; mit den von glühender Gottesliebe beseelten Vätern und Archimandriten, die man Zeugeten heisst; dem heiligen Priester und Abt Elias und vielen, die zu nennen zwecklos ist ob der ungeheuren Zahl; denn die Selige war bestrebt, durch den Umgang mit jedem Heiligen der eigenen Seele zu nützen, den Segen eines jeden zu empfangen und seiner Tugend teilhaftig zu werden. Dann reisten sie fort aus Alexandrien und begaben sich in das Natrongebirge und zu den sogenannten Zellen, wo die Selige von den hochheiligen Vätern aufgenommen wurde wie ein Mann. In der Tat war sie kein Weib mehr, denn sie besass männlichen, besser gesagt: himmlischen Geist. Einige Zeit verweilte sie dort in Gesellschaft der heiligen Väter, empfing ihren [S. 472] Segen und wurde beim Abschied fortgeleitet mit vieler Freude.