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Angel Bannwart
Als Manet 1863 das Frühstück im Grünen malte, wusste er noch nicht, dass dieses Gemälde den Zorn bestimmter Kreise auf sich ziehen und Gegenstand eines langen Prozesses sein würde. Der weibliche Akt in der Mitte der Komposition, flankiert von zwei bekleideten Männern, den Blick direkt auf den Betrachter gerichtet, führte zum Eklat.
Anders der Eklat, den die urbanen Frühstücksszenen Angel Bannwarts hervorrufen. Er liegt im Kontext oder vielmehr der Dekontextualisierung einer ansonsten gewöhnlichen Landpartie. Auf dem nackten Beton einer Tankstelle, eines Kaufhauses oder einer Industriebrache ist ein Kunstrasenteppich ausgebreitet. Darauf Menschen beim Picknick, mit müdem, mürrischem und desillusioniertem Blick in dieser unstimmigen Umgebung. Die Nachricht scheint klar: Wir zehren an Land und Natur, im Bestreben, unser sozioökonomisches Lebensumfeld unter Einsatz von viel Beton zu verbessern. Der Mensch jedoch wird darüber verdrängt bis an die Grenzen seines eigenen Schaffens. Wieso also nicht die Orte zurückerobern, die wir verlassen haben?
Die Jury war empfänglich für diese Bilder, die zwar befremdlich, aber auch gekonnt inszeniert sind und deren deskriptiver wie expressiver Einsatz des Lichts beim Betrachter den Eindruck freudloser Normalität hervorruft. Sie stellen Toleranz aus der Sicht dieser Namenlosen dar, dieser Robinsone der modernen Zivilisation, die Unorte auserwählt haben und nun uns dazu auffordern, sie gleichfalls für lebenswert zu halten. Eine postmoderne Allegorie auf eine verkehrte Romantik. Ein verdienter zweiter Preis!