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Wie erleben die Schüler und Schülerinnen ihren Mathematikunterricht?
Die Schüler und Schülerinnen wurden zu einer Reihe von Unterrichtsaspekten befragt. In den meisten Fällen war ein 4-stufiges Antwortformat vorgegeben ("stimmt genau" = 4, ..., "stimmt gar nicht" = 1).
Die untenstehende Abbildung 1 zeigt die durchschnittlichen Antworten der Schüler und Schülerinnen zu den folgenden Unterrichtsmerkmalen:
z.B. "In unserem Mathematikunterricht wird häufig das Wichtigste nochmals zusammengefasst."
z.B. "Unsere Mathematiklehrerin kann gut erklären."
z.B. "Bevor der Mathematiklehrer mit der Stunde beginnt, macht er uns die Ziele klar."
z.B. "Um uns etwas Mathematisches zu erklären, nimmt unsere Lehrerin oft ein Beispiel aus dem täglichen Leben."
z.B. "Unser Mathematiklehrer kann auch trockenen Stoff wirklich interessant machen."
Die Ergebnisse werden separat für jeden Schultyp in den drei untersuchten Sprachregionen dargestellt.
Wie Abbildung 1 zeigt, fällt die Wahrnehmung des Unterrichts durch die Schüler und Schülerinnen durchgängig recht positiv aus. Die Mittelwerte bewegen sich in der Regel über dem Skalenmittelpunkt von 2.5. Die Strukturiertheit des Unterrichts und die Erklärkompetenz der Lehrperson werden generell recht hoch eingeschätzt. Der Alltagsbezug und die Motivationsqualität des Unterrichts werden im Vergleich dazu etwas weniger positiv wahrgenommen.
Eher negativ beurteilt wird die Zielklarheit des Unterrichts. In vielen Klassen findet gemäss Schülerwahrnehmung die Angabe des Lektionsziels zu Beginn der Stunde nicht oder nur sehr selten statt. Dieser Befund steht in Übereinstimmung mit den Ergebnissen der internationalen Video-Studie (vgl. "Angabe des Lektionsziels"). Im Vergleich der Schultypen finden sich die höchsten Mittelwerte in der Westschweizer Grundstufe, die niedrigsten Mittelwerte in den Deutschschweizer (Pro-)Gymnasien. Dieses Muster zeigt sich auch in weiteren, hier nicht abgebildeten Unterrichtsaspekten.
Querverweis: Angabe des Lektionsziels
Schüler und Schülerinnen am (Pro-)Gymnasium in der Deutschschweiz (höchstes Niveau) scheinen ihren Unterricht generell kritischer zu bewerten als ihre gleichaltrigen Kollegen und Kolleginnen in anderen Schultypen. Die Differenzen sind aber nicht unbedingt statistisch bedeutsam und sollten nicht überinterpretiert werden. Falsch wäre, allein auf Grund der vorliegenden Ergebnisse einen Rückschluss auf die tatsächliche Qualität des Unterrichts vorzunehmen. Videodaten sowie Wirkungsdaten wie z.B. Mathematikleistungen müssen zur Klärung der Qualitätsfrage mit einbezogen werden.