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Wenn das Herz schwächer wird
Als Herzinsuffizienz bezeichnet der Arzt die ungenügende Pumpleistung des Herzens. Dadurch entsteht bei Anstrengung oder beim flachen Liegen Atemnot, man "hat Wasser auf der Lunge". Die kräftige linke Herzkammer pumpt sauerstoffreiches Blut von der Lunge in den Körperkreislauf. genügt deren Leistung nicht mehr, kommt es zu einem Rückstau des Blutes in die Lunge und es dringt Flüssigkeit ins Lungengewebe ein, manchmal auch in die Lungenbläschen. Durch den gestörten Sauerstoffaustausch treten die erwähnten Beschwerden auf.
Ist die Herzschwäche nur leicht, ist dies nicht störend und auch nicht gefährlich. Nimmt die Herzinsuffizienz soweit zu, dass der Patient auch in Ruhe unter schwerer Atemnot leidet, sind aufwendige Therapiemassnahmen und gelegentlich sogar ein Spitalaufenthalt notwendig.
Beim raschen Auftreten einer starken Atemnot spricht man von einem Lungenödem. Gerade in der Grippezeit können bei Patienten, die sonst von Seiten ihrer Herzschwäche wenig Beschwerden haben, wegen des Fiebers und des Hustens eine plötzliche Überforderung des Herzens auftreten. Als erste Massnahme hilft es, den Patienten in aufrechte Sitzhaltung zu bringen und für frische Luft zu sorgen. Eine sofortige ärztliche Untersuchung ist hier angezeigt.
Hauptursache der Herzinsuffizienz sind erhöhter Blutdruck und Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe. Ist der Blutdruck zu hoch, muss der Herzmuskel dauernd übermässig arbeiten und ermüdet mit der Zeit. Auch die Verengung der Herzkranzgefässe kann wegen der ungenügenden Sauerstoffzufuhr mit den Jahren zu einer Schwächung des Herzens führen, vor allem wenn durch einen früheren Herzinfarkt bereits Teile des Herzmuskels ungenügend funktionieren. Weitere Gründe der Herzschwäche können Herzklappenerkrankungen, chronischer Alkoholismus und durchgemachte Herzmuskelentzündungen sein.
Wie kann man einer Herzinsuffizienz vorbeugen? Wer sich gesund fühlt, sollte auf eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung achten. Übergewicht und vor allem Rauchen wirken sich ungünstig aus. Zur Verminderung von "Risikofaktoren" empfiehlt sich eine gelegentliche Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinmessung im Blut. Hat sich eine Herzmuskelschwäche aber erst einmal eingestellt, ist eine regelmässige Behandlung unumgänglich.
Der Hausarzt wird einen erhöhten Blutdruck wenn erforderlich medikamentös behandeln. Er weiss Rat bei Übergewicht, bei Blutzucker oder für aufhörwillige Raucher. Bei entsprechenden Beschwerden kann die Durchblutung der Herzkranzgefässe untersucht werden und deren Erkrankung medikamentös oder gar chirurgisch angegangen werden. Vor allem gewinnt der Hausarzt mit einfachen Mitten, der Befragung des Patienten, mit dem Stethoskop, dem Blutdruckapparat und der Waage Klarheit über den Schweregrad der Herzinsuffizienz. Gelegentlich wird der Hausarzt den Patienten mit spezifischen Fragen an einen Herzspezialisten überweisen.
Mehrere gut wirksame und relativ gut verträgliche neure Medikamente haben das Schicksal der herzkranken entscheidend verbessert. Die Verbesserung der Herzleistung geschieht von verschiedenen Seiten: durch Senkung des Blutdrucks, Entlastung der Herzmuskulatur, Erweiterung der Herzkranzgefässe, Regulation des Pulses und durch Entzug von Salz und Flüssigkeit aus dem Kreislauf. Alle diese Massnahmen, insbesondere die meist notwendige Einnahme mehrerer Medikamente, erfordern Verständnis und Mitarbeit des betroffenen Patienten und seiner Angehöriger. Regelmässige Medikamenteneinnahme und Gewichtskontrolle sind notwendige Voraussetzungen für den Behandlungserfolg.