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Nimmt man gängige volkswirtschaftlichen Kennzahlen, so scheint die Landwirtschaft für die Wirtschaft auf den ersten Blick relativ unbedeutend zu sein: Etwa 100’000 Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente) in der Landwirtschaft erwirtschaften 0.6% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Aber der erste Blick trügt. Mit den vor- und nachgelagerten Gliedern der Wertschöpfungskette Ernährung hängen weitere 200’000 Arbeitsplätze direkt mit der Landwirtschaft zusammen. Aus dem Wert der Lebensmittelrohstoffe von rund 10 Milliarden Franken entsteht durch die Verarbeitung und den Handel ein Marktwert von fast 60 Milliarden Franken. Die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung sind zudem regional sehr ungleich verteilt. Vor allem in kleineren ländlichen Gemeinden stellt die Landwirtschaft und was mit ihr zusammenhängt ein gewichtiger Wirtschafts- und Lebensfaktor dar. Ein Viertel aller Gemeinden kommt beispielsweise auf einen Beschäftigungsanteil im ersten Sektor von über 25 %.
Diese Kennzahlen blenden zudem einen wichtigen Teil der landwirtschaftlichen Leistungen aus. Jenen Teil, der auf dem Markt keinen Preis erzielt und somit in die obige Rechnung erst gar nicht eingeht. Während für die primären landwirtschaftlichen Güter und Dienstleistungen ein Markt mit Angebot und Nachfrage existiert, gibt es einen solchen für öffentliche Güter nicht. Klassische Beispiele dafür sind die Versorgungssicherheit, die Landschaftspflege, die Förderung der Biodiversität oder die Belebung des ländlichen Raums. Über entsprechende Anreize (z.B. Direktzahlungen) muss die Politik dafür zu sorgen, dass die öffentlichen Güter und Leistungen im gesellschaftlich gewünschten Umfang erstellt werden.