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Turnhalle Emmersberg
Adresse
8200 Schaffhausen
SH
Architektur
Die Turnhalle auf dem Emmersberg ist Repräsentantin der Moderne in der Schweiz. Typisch dafür sind glatte und kubische Formen, die eine hohe Funktionalität ausstrahlen. Auch erlaubte die Skelettbauweise, Baukörper und Fassaden unabhängig von der Konstruktion zu gestalten. Bei der Turnhalle wirken Details des Flachdachs, der Stützen und der Träger filigran. Die quadratisch unterteilten Fensterbänder brechen die grossflächigen Fassaden auf und bringen viel Licht ins Innere. Die Turnhalle ist sorgfältig in das Gebäudeensemble eingebettet und schafft einen gekonnten Ausgleich zwischen dem erhöhten Sportplatz und den tiefer liegenden Freiräumen der Schulanlage.
Chronologie
Um ein ausreichendes Angebot an Turnhallen und einen Sportplatz zu schaffen, initiierte die Stadtgemeinde 1930 einen Architekturwettbewerb, den das Büro Scherrer & Meyer gewann. Der Bau dauerte von 1932 bis 1933. Im Jahr 2007 wurden Bodenbeläge, Duschen und Lüftung saniert sowie Brandschutzmassnahmen vorgenommen.
Lage
Die Turnhalle schliesst unmittelbar östlich an das Schulhaus Emmersberg (1894) an. Nach Osten erstreckt sich dahinter der Sportplatz Alter Emmersberg und im Süden liegt die Kantonsschule (1902). Die ganze, um einen rechteckigen Schulhof angeordnete Gebäudegruppe, zu der noch die alte Turnhalle (1915) gehört, wird von der Pestalozzistrasse erschlossen. Der Zugang zur neuen Turnhalle erfolgt einerseits vom Westen über den Schulhof, andererseits vom Osten über den Sportplatz.
Beschreibung
Das Gebäude trennt mit seinem längsrechteckigen Grundriss Schulhof und Sportplatz. Der Höhenunterschied der beiden Plätze wird gestalterisch aufgegriffen, indem zweimal je zwei Turnhallen übereinander angeordnet sind. Der Bau besteht im Untergeschoss aus Stampfbeton, der Sockel ist mit Kunststeinplatten verkleidet. Im Hauptgeschoss wurde die Aussenwand aus verputzten Bimshohlblocksteinen errichtet. Markant ist das filigrane Flachdach, welches als durchgehende Horizontale den Bau zusammenfasst. Getragen wird das Dach von Stahlstützen, die mit Bimshohlblocksteinen ausgemauert wurden. Für das Dach wurde eine Trägerkonstruktion verwendet, auf welcher Bimsplatten und Überbeton aufliegen. Der Bau ist in einen südlichen und einen nördlichen Quader unterteilt. Unter der Grossform des Dachs sind beide Quader in östlicher und westlicher Richtung gegeneinander verschoben. Dadurch entstehen im Gebäudevolumen an der West- und Ostfassade Lufträume, die als Eingangsbereiche dienen. Der Haupteingang im Westen ist vom Schulhof erreichbar. Über eine Treppe gelangt man ins Hauptgeschoss. Im Eingangsbereich der Westseite wird das Flachdach von Pfosten gestützt. Auf der Ostseite, wo der Eingang vom Sportplatz erfolgt, liegt das Flachdach auf auskragenden Trägern. Durch die höhere Lage des Sportplatzes wird das Hauptgeschoss vom Osteingang ohne Treppe erreicht. Die Fenster sind mit Sprossen in ein Quadratraster unterteilt. In den Turnhallen sind die Fenster grösser gestaltet und befinden sich im oberen Drittel der Raumhöhe.
Die vier Turnhallen des Gebäudes werden im Mittelteil von Garderoben, Waschräume, Toiletten und dem Treppenhaus begleitet. Hinzu kommen Keller und Heizraum. Links und rechts vom Mittelteil schliessen sich auf beiden Stockwerken die Turnhallen an. Im Mittelteil befindet sich ausserdem ein weiteres Geschoss, das über das Flachdach hinausragt und in dem unter anderem die Abwartswohnung untergebracht wurde. Die Decke des Untergeschosses wurde in Stahl mit Zementhourdis konstruiert. Im Obergeschoss wurde an der Dachkonstruktion eine abgehängte Decke montiert. Die Wände der Turnhallen sind verputzt und gestrichen. Die Bodenbeläge der Turnhallen sind saniert worden. Im Erdgeschoss besteht der Boden der Eingangshalle aus Quarzit. Die Treppenanlage wurde in geschliffenem Kunststein ausgeführt. Die Bodenbeläge der Garderoben unterscheiden sich in den Stockwerken: Während im Erdgeschoss Linoleum verlegt wurde, haben die Garderoben im Untergeschoss einen Asphaltbelag.
Literatur
- Wettbewerb für eine Doppelturnhalle auf dem Emmersberg, Schaffhausen. Bericht des Preisgerichtes, in: Schweizerische Bauzeitung 95/96 (1930), Heft 17. S. 226–229 (online).
- Scherrer, Karl, Meyer, Paul. Turnhallenanlage auf dem Emmersberg in Schaffhausen, in: Schweizerische Bauzeitung 105/106 (1935), S. 265–268 (online).
- Zeller, Christa. Schweizer Architekturführer 1920-1990. Nordost- und Zentralschweiz (Bd. 1). Zürich 1992, S. 24.