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Was ist Heroin?
Heroin ist ein halbsynthetisches Opiat, das durch ein chemisches Verfahren aus Schlafmohn (Papaver somniferum) gewonnen wird.
Pharmakologische Terminologie
Opiate sind psychoaktive Substanzen, die aus dem Milchsaft des Schlafmohns gewonnen werden, welcher hauptsächlich Morphin und Codein enthält. Das bekannteste halbsynthetische Opiat ist Heroin, welches durch einen chemischen Prozess aus Morphin hergestellt wird.
Heroin wird durch eine chemische Synthese aus natürlich gewonnenem Morphin hergestellt wird, weshalb es sich hierbei um eine sogenannte teilsynthetische Substanz handelt.
Opioide sind synthetisch hergestellte Substanzen, die eine morphinähnliche Wirkung haben. Ein bekanntes vollsynthetisches Opioid ist Methadon, welches in Substitutionsbehandlungen eingesetzt wird.
- Opiate: Morphin (Morphium), Codein
- Halbsynthetische Opiate: Heroin (Diacetylmorphin)
- Synthetische Opioide: Methadon
Verwendung von Opioiden in der Medizin
Unter dem Begriff Opioid-Analgetika werden Schmerzmittel zusammengefasst, die eine schmerzdämpfende Wirkung an den sogenannten Opioidrezeptoren besitzen. Der bekannteste Vertreter ist das Morphin, das schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts in der Medizin zur Schmerztherapie eingesetzt wird.
Opioidhaltige Schmerzmittel werden zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt. Zu diesen starken bis sehr starken Schmerzen gehören Kolik-Schmerzen, Schmerzen bei Krebserkrankungen, Schmerzen während oder nach einer Operation oder unfallbedingte Schmerzen. Aber auch bei starken Schmerzen des Bewegungsapparats, etwa bei Arthrose, Osteoporose oder rheumatoider Arthritis, werden Opioide verwendet.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht ein dreistufiges Schema für die Schmerztherapie vor. Hiernach wird der Schmerz in schwach, mittelstark und stark unterteilt und jeweils unterschiedlich behandelt:
Stufe eins: Schwacher Schmerz wird mit nicht-opioiden Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol behandelt.
Stufe zwei: Mittelstarker Schmerz soll mit schwächer wirksamen Opioiden wie Tramadol oder Tilidin bekämpft werden.
Stufe drei: Leidet ein Patient unter starken Schmerzen, so wird er mit starken Opioiden wie Fentanyl, Bupronorphin oder Morphin behandelt
Die Behandlung mit opioidhaltigen Schmerzmitteln gehört unbedingt in die Hand des Arztes. Auch die Einnahme und Anwendung wird sorgfältig vom Arzt begleitet.
Strassenheroin und Schwarzmarkt
Das in der Schweiz illegal auf dem Schwarzmarkt erhältliche Heroin (Strassenheroin) muss vom pharmazeutischen Heroin (chemische Bezeichnung: Diacetylmorphin) deutlich unterschieden werden. Denn das Strassenheroin ist in der Regel mit verschiedenen zum Teil stark gesundheitsgefährdenden Substanzen „gestreckt“. Drogenanalytische Untersuchungen gehen davon aus, dass im Strassenheroin in unserer Region nur zwischen 5 – 15% tatsächliches Heroin enthalten ist. Da der Reinheitsgrad auf dem Schwarzmarkt stark schwanken kann, ist bei Konsum von Strassenheroin immer unklar, welche Heroindosis tatsächlich eingenommen wird. Wegen der Gefahr der Überdosis ist hier besondere Vorsicht geboten.
Erstmalige Herstellung von Heroin im Chemielabor 1874
1874 hat der Engländer C.R.A. Wright erstmals Heroin im Chemielabor hergestellt. Wenig später wurde Heroin von der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Deutschland und in der Schweiz produziert und als Arzneimittel (Schlaf- und Schmerzmittel) vermarktet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Verschärfung der Drogenpolitik gegen Opium und verwandte Substanzen. Der medizinische Nutzen wurde in Frage gestellt und die soziale Schädlichkeit betont.