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Der Ursprung der Besiedlung St.Gallens liegt am unteren Ende der Mühlegg Schlucht. Der Heilige Gallus war erster Siedler dieser Stadt im Hochtal. Doch weshalb hat er sich genau an dieser Stelle niedergelassen? Im Laufe dieser Untersuchung hat sich Gallus als eine Art erster Geologe St.Gallens herausgestellt: Die Reise mit seinem Lehrer Columban um Gott in der Einsamkeit zu suchen, führte durch ganz Europa. Ziel war es, bis nach Italien zu kommen, um da ein Kloster zu gründen. Als Gallus jedoch in Bregenz erkrankte und nicht weitergehen konnte, führte sein Weg nach Arbon, wo er gepflegt wurde. Im Zuge dessen ent- deckte er eines Tages ein schön gelegenes Hochtal, das ihn zum Verweilen einlud. Am Fusse eines kleinen Wasserfalls
verbrachte er eine Nacht. Er tat dies genau dort, da sich ein Schwemmkegel als guter Grund erwies und mit dem Wasserfall auch eine gute Nahrungsquelle vorhanden war. Am Abend vor dieser Nacht stürzte er beim Erkunden der Gegend. Er sah dies jedoch nicht als Problem, sondern als Zeichen, sich hier niederzulassen. Sein Gefährte wollte im aufhelfen, doch Gallus hatte seinen Platz gefunden, wo er Ruhe für alle Zeiten fand, wo er wohnen und siedeln wollte.
Der Siedlungsursprung St.Gallens hatte also überwiegend landschaftliche Begründungen. Gallus hatte ein gutes Gespür für die Beschaffenheit des Bodens und die Eignung der Umgebung, wodurch er einen perfekten Platz für den
Ursprung einer neuen Stadt fand. Wenig später begann er damit, sein Kloster zu bauen, womit der Grundstein für St.Gallen gelegt war.
Im Überlagerungsplan mit den orangen Flächen, ist zu sehen, wo eine Besiedlung aus landschaftlicher Sicht auf wenig Wiederstand stösst. Je dunkler die Fläche, desto besser sind die Voraussetzungen, dort zu siedeln. Die Untersuchung der einzelnen Landschaftskategorien Boden, Topografie, Grünflächen und Gewässer ist weiter unten zu sehen. Man erkennt in der Gesamtüberlagerung, dass sich Gallus am bestmöglichen Ort, der dun- kelsten Fläche auf dem Plan, niederliess.
Topografie
Die topografische Karte zeigt auf, wie sich das Hochtal St.Gallen abzeichnet. Links und rechts der Talsohle befinden sich der Rosenberg und der Freudenberg. Da es für Gallus noch nicht möglich war diese beiden Berge zu überqueren, liess er sich in der Talsohle nieder. Aus diesem Grund wurde ausschliesslich die Talsohle dunkel eingefärbt.
Gewässer
An einer Uferzone sind in der Regel gute Nährstoffe im Boden vorhanden. Auch der Fluss selber mit seinen Bewohnern dient als gute Nahrungsquelle für eine erste Siedlungsgruppe. Im Gewässer sowie in seiner unmittelbaren Nähe ist es jedoch aufgrund der schlechten Bodenbeschaffenheit schwierig, Häuser zu bauen, weshalb dort früher auch nur selten gebaut wurde.
Grünflächen und Wald
Auf grünen Wiesenflächen ist es leicht, eine Siedlung aufzubauen. Im Wald muss jedoch zuerst geholzt werden, was das ganze Vorhaben stark erschwert. Auf den Plänen der Grünflächen wird zwischen Wiese und Wald unterschieden, was sich im Eignungsplan für die Bebauung ebenfalls wiederspiegelt.
Bodenbeschaffenheit
Die Pläne der Bodenbeschaffenheit zeigen auf, wo welche Bodenart zu finden ist. Einige dieser Arten sind besser als Baugrund geeignet, andere weniger gut. Auf der rechten Karte ist zu sehen, an welchen Standorten eine Bebauung besser und an welchen schwieriger umzusetzen ist. Je dunkler die Fläche, desto besser ist der Boden für die Bebauung geeignet.