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Sechs Fragen für die Diskussion zum Thema «Gender und Gleichstellung»
Wie viel verdienen Frauen in der Schweiz im Durchschnitt weniger als Männer?
- Antwort
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Der durchschnittliche Monatslohn von Frauen ist 1455 Franken tiefer als derjenige von Männern - dies entspricht 18,3%. (Stand 2016).
Der Lohnunterschied lässt sich zu 55,9% durch objektive Faktoren erklären wie berufliche Stellung, Dienstjahre und Ausbildungsniveau. 44,1% des Louhnunterschieds können nicht erklärt werden und enthalten eine potenzielle Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts (Bundesamt für Statistik, Lohnstrukturerhebung 2016).
Bild : Andrii Dragan
- Wer ist umweltfreundlicher? Der Mann oder die Frau?
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Insgesamt sind Frauen umweltfreundlicher.
Wie die Erhebung zur Umweltqualität und zum Umweltverhalten des Bundesamt für Statistik zeigt, sind Frauen generell umweltfreundlicher als Männer, insbesondere in Bezug auf die Mobilität (weniger private Verkehrsmittel) und Konsum (Präferenz für verbrauchsarme Elektrogeräte, mehr Bioprodukte). Frauen assoziieren Umweltqualität häufiger mit Lebensqualität und nehmen Umweltverschmutzung tendenziell ernster. Zudem halten sie Umweltveränderungen und Technologien für gefährlicher für den Menschen als die Männer.
Bild : racorn
- Was sind die Vorteile der übergeordneten Fragestellung zur Einführung des Themas im Unterricht?
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Eine übergeordnete Fragestellung unterstützt das Lernen durch Forschen und Entdecken. Der Fokus liegt nicht auf der richtigen Antwort, sondern auf der diskursiven Suche nach möglichen Lösungen.
Eine solche BNE-Fragestellung dient bei der Planung und Durchführung des Unterrichts als roter Faden und wird am Schluss fundiert, wenn auch nicht zwingend abschliessend, beantwortet. Sie ist offen, anschlussfähig an die Lebenswelt der Schüler/-innen, komplex, macht neugierig, lässt keine eindeutige Ja-Nein-Antwort zu und hat das Potenzial für sachliche und normative Kontroversen.
- Was versteht man unter Geschlechtsidentität und Sexuelle Orientierung?
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Geschlechtsidentität beschreibt die innere Gewissheit, einem bestimmten Geschlecht anzugehören. Sexuelle Orientierung ist eine Präferenz für eine Person des gleichen oder eines anderen Geschlechts.
Geschlechtsidentität, Genderidentität: Geschlechtsidentität beschreibt die innere Gewissheit, einem bestimmten Geschlecht anzugehören. Entscheidend für die Definition ist
die Selbstwahrnehmung.
Sexuelle Orientierung: Sexuelle Präferenz für eine Person des gleichen oder eines anderen Geschlechts.
- Wie viele Volksabstimmungen benötigte es, bis die Frauen in der Schweiz das Wahlrecht erhielten?
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Es gab zwei Volksabstimmungen, eine 1959 und eine 1971.
1959 lehnten die Schweizer Männer das aktive und passive Wahlrecht der Frauen ab: 66,9% Nein, 33,1% Ja. Am 7. Februar 1971 schliesslich akzeptierte das Stimmvolk das aktive und passive Wahlrecht der Frauen mit 65,7% Ja, gegenüber 34,3% Nein.
Auch in anderen Ländern hatten Frauen nicht von Anfang an das Recht, zu wählen und gewählt zu werden. Die politische Partizipation der Frauen wurde schrittweise eingeführt. Die Schweiz war eines der letzten Länder in Europa (Deutschland 1918; England 1928; Frankreich 1944; Italien 1946).
- Was hat sich durch die Einführung des neuen Eherechts im Jahr 1988 für die Frauen verändert?
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In der Schweiz ist die Frau erst seit dem neuen Eherecht auch gleichberechtigt in der Ehe. Vor dessen Gültigkeit musste sie beispielsweise das Einverständnis des Mannes einholen, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Weitere Veränderungen kamen mit dem Gleichstellungsgesetz (1995), mit der Fristenlösung (2002), d.h. mit dem Recht auf Abtreibung, und mit einer Mutterschaftsversicherung (2005). Mit der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare (2020) kamen auch mehr Rechte für homosexuelle Personen dazu.
- Fragen und Bilder als Unterrichtsimpulse
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Die Redaktion von éducation21 hat sechs Bilder und Fragen zum Thema «Gender – Gleichstellung» ausgewählt, die sie von Februar bis April 2021 publiziert werden. Lehrpersonen können die Fragen und Bilder als Impulse verwenden, damit sich die Klasse mit dem Thema auseinandersetzen kann. Zu jedem Bild stellen wir eine Frage, deren Antwort die Schülerinnen und Schüler auf mehrere thematische Pisten führt. Dies zeigt die Komplexität des Themas auf und ermöglicht einen Unterricht im Sinne von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).