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«Weltwoche» wirft Hildebrand Insider-Handel vor
Philipp Hildebrand. (Reuters Archiv)
Von Bundeshausredaktorin Elisabeth Pestalozzi
Am Dienstagabend liess sich Kashya Hildebrand, Frau des Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand, in der Sendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens mit den Worten zitieren, sie sei im Sommer an einem Dollarkauf interessiert gewesen. Der Dollar sei damals auf einem Rekordtief und fast lächerlich billig gewesen.
Die Frau des Nationalbankpräsidenten nahm damit zu Medienberichten Stellung, sie habe für 400'000 Schweizer Franken US-Dollar gekauft, um sie wenige Wochen später wieder zu verkaufen. Dies mit einem Gewinn von mehreren zehntausend Franken. Pikant daran: In der Zwischenzeit hatte ihr Mann, Philipp Hildebrand, mit einer Stützung des Schweizer Frankens den Dollarkurs nach oben getrieben.
Schwere Vorwürfe
Nun behauptet das Wochenmagazin «Weltwoche», nicht Kashya Hildebrand habe die Devisen gekauft und verkauft, sondern der Nationalbankpräsident selbst. Per Anruf an die Bank Sarasin habe Philipp Hildebrand am 15. August 400'000 Franken in Dollar getauscht und mit dem Verkauf am 4. Oktober einen Gewinn von 75'000 Franken erwirtschaftet.
Die «Weltwoche» beruft sich auf einen Bankauszug, der ihr vorliegt und der zweifelsfrei belege, dass das Konto auf den Namen Philipp Hildebrand in Zürich laufe.
Die Transaktion vom August sei nicht die einzige gewesen, die der Nationalbankpräsident getätigt haben soll. Dies berichtet die «Weltwoche» weiter. Hildebrand soll regelmässig Dollar und Euro gekauft und verkauft haben. Der Nationalbankpräsident soll nebst Devisen an besagtem 15. August auch Aktien gekauft haben, im Wert von fast 100'000 Franken.
Grosses Schweigen
Auch über den Informanten, den die Bank Sarasin inzwischen entlassen hat, berichtet die «Weltwoche» neue Details. So soll dieser schon vor Weihnachten den Nationalbankpräsidenten wegen Verletzung des Börsengesetzes bei der Zürcher Justiz angezeigt haben. Die Zürcher Staatsanwaltschaft sei im Besitz von entsprechenden Bankbelegen.
Jedoch erteilt sie im Moment keine Auskünfte. Man prüfe das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit, sagte die Zürcher Staatsanwaltschaft gegenüber Schweizer Radio DRS. Die Schweizerische Nationalbank schweigt ebenfalls.
«Keine Verstösse»
Kurt Grütter schliesslich, der Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle, der die Bankgeschäfte der Familie Hildebrand im Auftrag des Bundesrates untersucht hat, will den Bericht der «Weltwoche» weder bestätigen noch dementieren. Es sei an der Nationalbank oder am Bundesrat dazu Stellung zu nehmen, so Grüter.
Der Bundesrat könne sich nicht zu Bankverbindungen von Philipp Hildebrand äussern. Das müsse die Nationalbank tun, sagt Bundesratssprecher André Simonazzi. Er betont: Die Untersuchung über Hildebrands Bankgeschäfte, sei zum Schluss gekommen, dass keine Verstösse vorlägen. Das gelte noch immer. (fors)
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