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Was sind Blutstammzellen und welche Krankheiten kann man damit behandeln?
Das hämatopoietische System ist hierarchisch aufgebaut und besteht aus vielen, kurzlebigen reifen Zellen verschiedener Linien (Erythrozyten, Leukozyten Makrophagen, Thrombozyten). Diese haben sich aus unreiferen und zahlenmässig wenigeren Vorläuferzellen entwickelt, die sich wiederum aus den sehr seltenen pluripotenten, langlebigen Blutstammzellen entwickelt haben.
Blutstammzellen werden verwendet zur Transplantation bei hämatologischen (z.B.myelodysplastisches Syndrom, aplastische Anämie), onkologischen (z.B. akute myeloische oder lymphatische Leukämie) und genetischen (z.B. Speichererkrankungen, Fanconi-Anämie) Erkrankungen.
Nabelschnurblutstammzellen können bei Krebserkrankungen wie beispielsweise bei Leukämien aber auch bei genetischen Erkrankungen für die Transplantation verwendet werden. Dabei ersetzten die Stammzellen das durch Chemo- und Strahlentherapie zerstörte blutbildende und immunologische System (Knochenmark) des Patienten.
In Abhängigkeit von der Diagnose aber auch der Dringlichkeit werden bei Kindern oder Erwachsenen, wenn keine geeigneten Familien- oder Fremdspender zur Verfügung stehen, Stammzellen aus Nabelschnurblut als gute Quelle für die Transplantation angesehen.Eine wichtige Voraussetzung für die Transplantation von fremden (allogenen) Stammzellen ist, dass ein Spender mit ähnlichem oder gleichem Humanen-Leukozyten-Antigen (HLA)-Typus vorhanden ist (humanes Leukozytenantigen-System). Je ähnlicher die HLA Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist die Gefahr von Abstossungsreaktionen.
Aufgrund des genetischen Hintergrundes liegt die Chance, dass ein Geschwister völlig identisch ist, bei 25%. Dies stellt den Idealfall eines Stammzellspenders dar. Die überwiegende Mehrheit ist allerdings auf öffentliche, weltweite Stammzellregister angewiesen, die aktuell über 17 Millionen registrierte freiwillige Spender aufführen. Bei Westeuropäern liegt die Chance, einen passenden Spender zu finden, bei 75%, bei vielen ethnischen Gruppen (Subkontinent Indien, Afrika) liegt diese, trotz des immensen Spenderpools, aufgrund der HLA Unterschiedlichkeit nicht höher als 20 – 30%.
Quelle: www.nabelschnurblutspende.ch
Letzte Aktualisierung : 29-08-19, BH