Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03112.jsonl.gz/333

TV-Kritik
Philosoph und Zoo
Ursprünglich wollte Richard David Precht Zoodirektor werden. Geworden ist er Philosoph, Deutschlands populärster, aber der alte Berufswunsch lebt in ihm fort. Als Philosoph hat er das Buch «Tiere denken» geschrieben und damit die Frage, ob wir denkende Wesen töten und essen dürfen, implizit beantwortet: Wir dürfen nicht. Das Lebensrecht eines Menschen und eines Kaninchens seien gleichwertig, behauptete er in der «Sternstunde Philosophie». Er sagt aber auch: Der Mensch ist begabt, moralisch zu rechtfertigen, was er tut. Also Tiere zu essen. Es obliegt der Philosophie, diese Rechtfertigung zu hinterfragen. Precht nennt es: den Menschen dort «abzuholen», wo er am sensibelsten ist. So weit ist er aber schon abgeholt, dass Precht das Statement wagt: «Das Ende der Massentierhaltung ist eingeläutet.» Er setzt auf Vernunft und den Wertewandel, den die Philosophie anschiebe. Und isst ungerührt Maden aus einem Schüsselchen, als wären es Salznüsschen.