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Idioten riechen Rosen, wenn reiche Sponsoren furzen
Idioten riechen Rosen, wenn reiche Sponsoren furzen
Zitat aus Gracian Illarius Memoiren
Die Schweizer UMTS-Studie aus der Sicht eines Engländers mit echt englischem Humor gewürzt.
Eine Glosse von Charles C., 9.6.06
Eine kurzzeitige Studie über die gesundheitsschädliche UMTS Strahlung, welche ihre Wirkung erst nach längerer Zeit entfaltet: Eine Studie mit gesunden, erwachsenen Probanden, wobei die wahre Zielgruppe eigentlich hauptsächlich aus kleinen Kindern, Müttern, älteren Menschen und Personen mit schon geschädigter Gesundheit besteht und zwar unter Dauerbestrahlung. Eine Studie, die versucht herauszufinden, ob eine Person unter Dauerbestrahlung am Versuch in Zürich noch einmal eine gleichwertige Kurzbestrahlung von 45 Minuten merkt. Eine Studie über ein paar Fische, die aus einem Teich in den anderen springen. Werden sie dann noch mehr nass oder nicht? Eine Studie, die nur einen kleinen Teil des UMTS Strahlungsspektrums benutzt. Ein Entwarnungsschuss, der im Abseits landet und die ganze Schweiz beeindrucken soll. Der Stadtrat Zürich und die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz waren nicht beindruckt.
Die Ergebnisse der TNO Replikationsstudie von Wissenschaftlern an der ETH Zürich haben eine märchenhafte Flut von Folgeberichten in den schweizerischen Medien produziert. Hier einige exzellente Beispiele von führenden schweizerischen Zeitungen:
Professor Hundertschiesser gelobt
Es war einmal ein kleines Dorf in einem weit entfernten Land in den Bergen. Jedes Jahr haben sie einen Bogenschiess-Wettkampf abgehalten. Im Finale waren zwei Champions: Professor Hundertschiesser und Uli Strassenfeger. Die ganze Dorfbevölkerung hatte sich versammelt und gespannt auf den Auftritt des berühmten Professor Hundertschiesser gewartet. Er hatte einen Bogen entwickelt, der einhundert Pfeile gleichzeitig schiessen konnte. Er spannte den Bogen langsam und siehe da: einhundert Pfeilen flogen durch die Luft. Das Publikum schaute gespannt hin, als sich alle Pfeile neben dem Ziel in den Boden bohrten. Ein himmlischer Jubel brach beim Publikum über das gewaltige Spektakel aus. Uli, der Strassenfeger, spannte seinen einfachen Holzbogen und liess seinen Pfeil direkt ins Schwarze fliegen. Welch eine Entäuschung für das Publikum! Einige haben trotzdem höflich geklatscht.
Der Bürgermeister und der Gemeindeschreiber bereiteten dem Professor einen ehrenvollen Abschied und gaben Uli einen Tritt in den Hintern.
Am nächsten Tag stand auf dem Titelblatt in allen Zeitungen im Land: „Erstaunlicher Bogen lässt hundert Pfeilen fliegen“, daneben ein Bild von Professor Hundertschiesser mit seinem siegreichen Grinsen. Einige Wochen später war ein kleiner Artikel auf der hintersten Seite des lokalen Amtsblattes gedruckt. „Glückspilz gewinnt Bogenschiessen-Wettkampf“. Neben dem Artikel stand statt Ulis Bild noch einmal das Bild von dem Professor mit einer grosszügigen Offerte: „Wenn Uli Hilfe beim Schiessen braucht, bin ich gerne bereit, ihn als Studenten anzunehmen, wenn er höflich darum bittet.“
Neuer Schweizer Exportschlager : Mikrowellen-Studien
Seit Jahren hat die Schweiz einen grossen Erfolg mit Exportartikeln wie Schokolade, Käse und Uhren. Die ETH Zürich hat jetzt eine neue Nische im Exportgeschäft entdeckt. Die Idee war ein schlagartiger Erfolg: eine Entwarnung über die toxische UMTS Dauerbestrahlung der schweizerischen Bevölkerung. Von der Industrie bezahlt, wird sie im Ausland von Fremden beurteilt, in einer Fremdsprache, mit einer 8 monatigen Verzögerung publiziert, und wird in der Schweiz gar nicht gelesen. Damit ist der schweizerische UMTS-Konsument vor Informationen der Studie sehr gut bewahrt. Der Vorteil liegt auf der Hand: es wird vermieden, dass die schweizerischen Medien und die Bevölkerung durch den Studieninhalt verwirrt werden. Der „ETH Verwaltungsrat“ diskutiert jetzt darüber, neue Exportartikel zu entwickeln um sein wissenschaftliches Ansehen zu verbessern, das niemanden im Zielland interessiert und im Quellenland niemand versteht.
Die Mafia existiert nicht
Professoren an der ETH Zürich haben 150 Probanden nach Sizilien geschickt, um herauszufinden, ob es die Mafia gibt oder nicht. Die Probanden durften keine Italiener sein und nicht Sizilianisch sprechen können. Sie durften während 45 Minuten in kleinen Gruppen durch die Strassen Palermos wandern. Nachher haben die Probanden Fragebogen ausgefüllt. Das Ergebnis verblüfft: keine Mafia weit und breit!
Am nächsten Tag war die italienische Justiz verärgert. Sie hat einen ausführlichen Bericht an die Professoren der ETH Zürich geschickt, der beweist, dass es die Mafia wirklich gibt! Die Professoren reagierten prompt damit, dass die italienische Justiz für ihre widersprüchlichen Aussagen und die fehlende Strenge in ihren Untersuchungen bekannt ist .
Die ETH Zürich hat jetzt den Palermo-Freiheitspreis bekommen von Don Corleone, einem sizilianischen Bankier, bekannt für seine grosszügigen Spenden und seine disziplinarische Strenge.
Gracian Illarius, ein echter Teufelskerl
Im alten Rom gab es wahre Philosophen und Denker. Einer von ihnen war der berühmte Historiker Gracian Illarius. Er war auf dem Land geboren, in der Nähe von Rom. An seinem zehnten Geburtstag hat er die ganze philosophische Fakultät der Universität Roms ins Verlegenheit gebracht. Er hat all ihre Werke gelesen und kritisch kommentiert. Das Erstaunliche aber stand erst bevor: Gracian hat entdeckt, dass all diese Werke ein Teil dessen waren, gemäss einer jahrhundertealten Tradition, Geldgeber zu loben. Der wahnsinnige Caligula wurde als gütiger, bescheidener Helfer dargestellt, der heidnische Konstantin als wahrer Gläubiger bejubelt. Nach der Publikation seines „Kommentar an das Lobsucht-Syndrom“ musste er das Land verlassen. Später publizierte er seine Erinnerungen über die Reisen in andere Länder, wo er viele andere Philosophen getroffen hat. Mein Lieblingsautor hatte in seinen Memoiren viel zu sagen über die ethischen Schwächen seiner Kollegen im „Denkgeschäft“. Einer seiner harmloseren Textkommentare war folgender: „Es hat niemals etwas gegeben, was es nicht geben soll. Lasst uns Gelassenheit üben und nichts überstürzen. Idioten riechen Rosen, wenn reiche Sponsoren furzen.“ Gracian Illarius, Memoiren