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Als Manga werden Comics in Japan bezeichnet. Der Begriff hat sich auch in der westlichen Welt etabliert als Bezeichnung für Comics aus Japan sowie Comics, die im japanischen Mangastil gezeichnet sind und in denen sich typische Stilmittel aus den japanischen Vorbildern finden lassen. Im japanischsprachigen Raum werden die Begriffe Manga und Comic für alle Arten von Comics verwendet, unabhängig davon, in welchem Stil sie gezeichnet sind und woher sie stammen.
Geschichte des Mangas
Bildgeschichten gab es in Japan schon im 8. Jahrhundert. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden Drucke mit Hilfe von Holzschnitten gemacht, als Hefte gebunden und verkauft. Die Bezeichnung Manga für diese Kunstform wurde zuerst im 18. und 19. Jahrhundert von dem Künstler Katsushika Hokusai verwendet und anschließend etabliert.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden mit der westlichen Kultur auch bessere Drucktechniken nach Japan gebracht. Zudem begannen die Künstler, sich den Stil europäischer Comics und Karikaturen zum Vorbild zu machen, sowie den von amerikanischen Comics, die ab den 1920er-Jahren in Japan erschienen.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden viele neue Verlage gegründet, die Manga publizierten, um der Bevölkerung mit den bebilderten Geschichten eine kleine Flucht aus ihrem Alltag zu ermöglichen. Am einflussreichsten war dabei der Zeichner Osamu Tezuka, der sich vor allem an dem Stil von Disney-Filmen orientierte und 1947 seinen ersten Manga in einer Zeitung veröffentlichte. Sein Werk namens Shintakarajima hatte großen Einfluss auf die Entwicklung des modernen Manga.
Typische Stilelemente in Manga
Da Manga aus Japan stammen, werden sie von „hinten nach vorne“ und von „rechts nach links“ gelesen. In vielen Mangabüchern, die in Deutschland produziert werden, wird am Ende der Geschichte eine kurze Anleitung abgedruckt, wie der Manga zu lesen ist.
Die handelnden Figuren sind meistens nicht detailreich gezeichnet sondern lassen sich eher anhand ihrer Frisuren und Kleidung voneinander unterscheiden. Die Charaktere haben häufig große, runde Augen, während die Nasen eher klein gezeichnet oder nur angedeutet werden.
Gefühle werden in Manga häufig mit Symbolen angedeutet, die auf den Kopf des Charakters gezeichnet werden, wie zum Beispiel ein Schweißtropfen bei Verlegenheit oder ein Kreuz bei Verärgerung.
Anime
Als Anime werden Zeichentrickfilme und -serien bezeichnet, die aus Japan stammen. In Japan selbst werden alle animierten Filme und Serien Anime genannt, unabhängig davon, woher sie stammen. Der Begriff Anime ist die Kurzform des englischen Wortes animation.
Viele Animeserien und -filme sind Adaptionen aus bestehenden Manga, es gibt aber auch Werke, die ohne Mangavorlage produziert werden. Der Zeichenstil von Animes ist der gleiche wie von Manga und in Animes lassen sich auch viele Stilelemente aus Manga wiederfinden.
Das Studio Ghibli ist eine der bekanntesten Produktionsfirmen von Animes. Den Begriff Anime lehnt es für seine Werke jedoch ab und verwendet stattdessen die Bezeichnung manga eiga, was soviel wie Manga-Film bedeutet. Hayao Miyazaki gründete Studio Ghibli 1985, da er mit seinem 1984 erschienenen Film Nausicaä aus dem Tal der Winde großen Erfolg gehabt hatte. Studio Ghibli produziert bis heute regelmäßig neue Filme, Kurzfilme und Serien.