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Siedlungsausdehnungen orientieren sich sehr stark an bereits bestehenden Siedlungsmustern. Die Fortschreibung vergangener Muster gefährdet aber fruchtbare Böden, da sich diese historisch bedingt in der Nähe bestehender Siedlungen befinden. Um fruchtbare Böden zu schützen, gilt es neue Muster in der Siedlungsausdehnung zu initiieren, unter Einbezug von Daten zur landwirtschaftlichen Bodenqualität.
Starkes Siedlungswachstum gilt als eine der grössten Gefahren für fruchtbare Böden und damit einhergehend für die Nahrungsmittelsicherheit. Es mehren sich Studien, die zeigen, dass nicht nur die Menge der Siedlungsausdehnung besorgniserregend ist, sondern insbesondere auch das Muster der Ausdehnung. So fallen häufig die fruchtbarsten Böden der Siedlungsausdehung zum Opfer, wobei weniger fruchtbare Böden unberührt bleiben. Ein besseres Verständnis über die Muster von Siedlungsausdehnung und weshalb fruchtbarste Böden am stärksten betroffen sind, könnte der Schlüssel zu einem besseren Schutz fruchtbarer Böden sein.
Das Forschungsprojekt SUMSOR ist Teil des Forschungsprogramms NFP 68 und ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördertes Doc.Mobility Vorhaben (Multi-Objective Evolutionary Algorithms for the evaluation of urban development). In diesem Rahmen wurde untersucht, wie 1. Muster der Siedlungsausdehnung bezüglich der Verteilung von Bodenqualität aussehen und 2. ein Verständnis über die Muster der Siedlungsausdehnung genutzt werden kann, um fruchtbare Böden besser zu schützen.
Forschungsresultate
Dazu wurden die Muster der Siedlungsausdehnung im Kanton Zürich analysiert. Wie zu erwarten wuchsen Gemeinden in etwa proportional zu ihrer bisherigen Grösse (gemessen durch Einwohnerzahl und Siedlungsfläche). Innerhalb des Gemeindegebiets fand das stärkste Wachstum in der Nähe von bestehendem Siedlungsgebiet und bestehender Infrastruktur statt. Unter hinzunahme einer Karte zur landwirtschaftlichen Nutzungseignung lässt sich nun Folgendes feststellen: Landwirtschaftlich gut geeignete Böden sind besonders häufig in der Nähe zu bestehendem Siedlungsgebiet zu finden. Jedoch ist die Bodenqualität in der Umgebung von grossen Städten nicht höher als in der Umgebung von kleinen Städten und Gemeinden. Es gilt also insbesondere auf das Muster der Siedlungsausdehnung innerhalb der Gemeinden Einfluss zu nehmen, um fruchtbare Böden zu schützen.
Um aufzuzeigen, wie wir Siedlungsmuster erreichen können, die weniger stark zu einem Verlust der fruchtbarsten Böden beitragen, wurden Experimente mit einem multikriteriellen Optimierungsalgorithmus durchgeführt. Folgendes lässt sich zeigen: Je länger damit gewartet wird, die Muster der Siedlungsausdehnung neu auszurichten, desto schwieriger wird es, fruchtbare Böden zu schützen und gleichzeitig eine starke Zersiedelung zu verhindern. Daneben könnte es sehr sinnvoll sein, ein Wachstum der Gemeinden herbeizuführen, das nicht proportional zur bisherigen Gemeindegrösse ist, sondern sich nach der vorhandenen Bodenqualität richtet.
Jonas Schwaab ist Doktorand an der Professur von Adrienne Grêt-Regamey (PLUS – Planning of Landscape and Urban Systems) der ETH Zürich. Neben Prof. Dr. Grêt-Regamey ist Dr. Maarten van Strien massgeblich an der hier vorgestellten Studie beteiligt.