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Es ist wieder einmal Zeit für ein „wahres Märchen“:
Es war einmal ein Franzose namens Michel. Michel kommt am 14. Dezember 1503 in der Provence zur Welt und entstammt einer zum Christentum konvertierten Familie jüdischer Kaufleute. Er studiert Medizin in Montpellier und befasst sich auch schon früh mit Astrologie, der damals nämlich eine Beziehung zur Medizin nachgesagt wird. Nach vielen Jahren, in denen er herumreist und sich als Arzt grosses Ansehen erwirbt, lässt sich Michel 1547 in Salon nieder, auf halber Strecke zwischen Avignon und Marseille, wo er eine Familie gründet. Dort beginnt er damit, einen Almanach herauszugeben, in dem er Naturereignisse und andere Vorzeichen deutet. Sehr schnell wird Michel berühmt, nicht nur als simpler Sterndeuter (von denen es damals viele gibt), sondern als Seher und Orakel im antiken Stil. Sein Hauptwerk sind die Prophéties oder Centurien, Prophezeiungen in Versform (Vierzeiler in altertümlichem Französisch, die, wie es sich für anständige Prophezeiungen gehört, erst interpretiert werden müssen), die zum Teil Jahrhunderte in die Zukunft weisen. 1566 stirbt Michel – der natürlich schon zu Lebzeiten nicht nur bewundert, sondern auch angefeindet wird – in Salon.
Michel de Notredame ist unter seinem lateinischen Namen Nostradamus in die Weltgeschichte eingegangen. Er ist bis heute eine Legende, der Inbegriff des Propheten; für seine Anhänger gibt es kaum ein historisches Ereignis in den letzten 500 Jahren, das er nicht vorausgesagt hätte. Elmar R. Gruber nimmt in Nostradamus nicht nur Michels Leben, sondern auch seine Prophezeiungen und deren spätere Interpretation kritisch unter die Lupe. Auch weniger kritische Literatur zum Thema ist bei buchplanet.ch erhältlich.