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Natürlich muss auch ich ab und zu gärtnern und mache so Ableger meiner Korallen. Daneben vermehrte ich auf natürliche Weise diverse Anemonen, Schnecken und die gelbe Seewalze. Bei den Fischen züchte ich in kleinem Rahmen P. kauderni, den Samtanemonenfisch 2, H. abdominalis, H. barbouri, H. comes, H. erectus, H. guttulatus, H. kimmich, H. reidi, H. subelongatus, H. zosterae und Sulu Seenadeln. Versuche laufen bei der Jansis Seenadel, Gebänderten Scherengarnele, Wurdemanns Garnele, beim Kuda Seepferdchen, Schwarzschwanzpreussenfisch, Azur Riffbarsch und LSD Mandarin-Fisch. Allgemeine Infos zur Zucht von Meerwasserfischen. Lesen Sie alles über Seepferdchen in der Meerwasseraquaristik.

Die Nachzucht von Hippocampus zosterae (Zwergseepferdchen)
Hippocampus zosterae kommen im Gebiet Golf von Mexiko, Florida, Bahamas bis Bermuda vor. Es gibt sie in vielen Farben weiss-beige-gelb-grün-dunkelbraun. Sie werden durchschnittlich 3cm gross, wobei ca. 5cm das Maximum ist, welches erreicht wird. Hippocampus zosterae haben eine hohe Krone, eine kurze Schnauze und meist eine hellere Netzförmige Zeichnung auf dem Körper.Sie gehören grundsätzlich zu den robusteren Arten, benötigen jedoch immer Lebendfutter, weshalb sie eine wirklich konstante Pflege benötigen und keine Anfängertiere sind. Betreffend Salinität sind sie sehr unempfindlich. Im Durchschnitt sollte die Salinität jedoch tiefer als im Riffbecken sein und 29-30‰ betragen. Auch bei der Temperatur ist durchschnittlich ein tieferer Wert an zu streben. 21-22°C haben sich als optimal erwiesen. (20-25°C sind OK)
Die Eier der H. zosterae sind nicht proportional zum Erwachsenentier kleiner als bei den "normalen" Seepferdchen. Sie sind zu Beginn dunkelorange und die Männchen tragen die Eier 2 Wochen aus. Gegen das Ende dieser Phase ist die Brusttasche meist sehr prall gefüllt und der Körperdurchmesser verdreifacht sich dadurch. Die Geburt findet in der Regel tagsüber statt. 5-10 Jungtiere pro Wurf sind keine Seltenheit, 35 die Obergrenze und mein persönlicher Rekord liegt bei 18.
Die Pferdchen sind nach der Geburt weiss und 5-8mm gross, somit klein. Sie halten sich unmittelbar nach der Geburt schon mit dem Schwanz fest und leben Substratgebunden.
Die Strömung im kleinen Becken lässt sich wie in den allgemeinen Infos beschrieben auch über die Belüftung regulieren. Die Wasserqualität ist das Wichtigste, was wegen der hohen Zooplanktondichte nicht ganz einfach zu gewährleisten ist. Ein kleines 20 Liter Becken, bestehend aus dem Seepferdchen- und einem gekoppelten Technikabteil hat sich bei mir bewährt. Sobald neugeborene H. zosterae im Becken sind, muss auf Asterina Seesternchen verzichtet werden.
2x pro Tag sollte man Artemien und Copepoden zugeben.
Nach 2 Wochen sind die Pferdchen bereits doppelt so gross wie bei der Geburt. Die erste Hürde ist überstanden. Nun ist Konstanz in der Pflege gefragt. Nach 2 Monaten sind die Geschlechter gut erkennbar und schon nach nur 3 Monaten sind die kleinen geschlechtsreif. Dies ist wichtig, da die Lebenserwartung der H. zosterae deutlich unter derjenigen der grösseren Arten liegt.
Das Männchen balzt und wirbt somit aktiv um das Weibchen. Dies geschieht vorzugsweise am Morgen. Es zeigt, durch Kontraktion des Körpers, dass die Bruttasche leer ist und bietet diese stark aufgeblasen dem Weibchen zur Befüllung an.
Als Basis für des H. zosterae Becken dient ein kleines Glasbecken mit den Abmessungen 40x20x25. Die Hintere Scheibe wird entweder blau oder schwarz eingefärbt. Dann unterteilt man das Becken, indem man einen Plexiglasrahmen mit Silikon einklebt. Dieser Rahmen wird zusätzlich noch mit einem Loch für den Luftschlauch und einigen Not-Überlaufkerben versehen. Dann benötigt man noch einen 2. Rahmen, auf welchen ein 200 mµ Siebgewebe aufgeklebt wird und welches mittels einer Kunststoffklemme vor den eingeklebten Rahmen fixiert wird. So kann diese leicht entnommen und gereinigt werden. Damit auch wirklich ein Wasseraustausch statt findet, muss über einen (Luft-)Schlauch Wasser vom Technikabteil ins Seepferdchenabteil gepumpt werden. Ein Ventil am Schlauchende regelt die schnelle Tropfgeschwindigkeit. Das Siebgewebe hält die Artemien und Copepoden zurück, während das Wasser so minimal zirkuliert. Eine minimale Strömung im Seepferdchenabteil erreicht man mittels einem Luftheber ohne Ausströmerstein. Als künstliche Pflanzen dienen fein geschnittene Paketbänder an einen Saugnapf fixiert. Kleinbleibende Schnecken (kleiner als 1cm) können zusammen mit den H. zosterae vergesellschaftet werden. Das selbe gilt für Asterina Seesternchen, solange keine neugeborenen Zwerge im Becken sind.
Noch ein paar Tipps zum Schluss. Da die meisten Pumpen zu stark sind, mache ich einen Bypass welcher das Technikabteil beströmt. Verwendet Plexiglas der Dicke von 3mm (nicht dünner). Wenn ihr ein gut dastehendes Riffbecken mit tiefen Nährstoffwerten habt, dann könnt ihr das Wasser aus dem Riffbecken für die Wasserwechsel bei den Zwergen verwenden. Ein Massbecher mit der Einzeichnung des Salzwasser- zu Süsswasserverhältnises vereinfacht die Reduktion der Salinität. Eine Lichtrasterplatte verhindert, dass die Steine das Siebgewebe beschädigen.
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