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Uganda ist aktuell das afrikanische Land, das am meisten Geflüchtete aus anderen Ländern beherbergt. Dazu zählt auch die 8-jährige Elisa, die mit ihren Geschwistern zu Fuss aus dem Südsudan hierhin geflohen ist. Caritas Schweiz trägt bei zu einem verbesserten Kinderschutz und unterstützt Flüchtlingsfamilien beim Aufbau einer Existenzgrundlage.
Mit rund 1,5 Millionen Geflüchteten ist Uganda laut dem Flüchtlingshilfswerk der vereinten Nationen (UNHCR) das grösste Aufnahmeland Afrikas. Die meisten Geflüchteten stammen aus den Nachbarländern Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda sowie aus weiteren ostafrikanischen Ländern wie Burundi und Somalia. In Ugandas grösster Flüchtlingssiedlung Bidibidi mit aktuell ungefähr 240 000 Menschen leben vor allem Frauen und Kinder, mehrheitlich aus dem Südsudan. Dazu gehören auch Elisa* und ihre fünf Geschwister. Ihre Eltern wurde beide im Jahre 2016 von einer Rebellengruppe im Südsudan umgebracht. Daraufhin floh die älteste Schwester mit ihr und den vier weiteren Geschwistern zu Fuss aus ihrem Dorf im Bundesstaat Yei im Südsudan zum nordugandischen Grenzposten Munduale, von wo aus sie in die Flüchtlingssiedlung Bidibidi gebracht wurden.
Mehr als die Hälfte der Kinder von Armut betroffen
Die ugandische Regierung gewährt den Ankommenden das Recht auf Freizügigkeit und Arbeit. So will sie ihre Selbständigkeit stärken. Auf zugeteilten Anbauflächen können die Bewohnerinnen und Bewohner der Flüchtlingssiedlungen Feldfrüchte anbauen. Das verfügbare fruchtbare Land wird jedoch zunehmend knapper. Geflüchtete wie auch die einheimische ugandische Bevölkerung leben oft unter prekären Bedingungen und versuchen mehrheitlich durch landwirtschaftliche Selbstversorgung ihre spärliche Existenz zu sichern. Laut einer Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) leben 56 Prozent der Kinder in Uganda unter der nationalen Armutsgrenze, wobei die meisten von ihnen in ländlichen Gebieten leben. Fehlender oder unzureichender Zugang zu medizinischer Versorgung, Nahrung, Bildung, sozialer Teilhabe wie auch familiäre Konflikte können beitragen, dass Kinder auf der auf der Strasse Zuflucht suchen und dort leben oder arbeiten.
Nachhaltige Lebensgrundlagen für Familien
Das Projekt von Caritas Schweiz, seiner lokalen Partnerorganisation Agency for Accelerated Regional Development (AFARD) in Zusammenarbeit mit der International Union for Conservation of Nature (IUCN) zielt darauf ab, nachhaltige Lebensgrundlagen für geflüchtete und einheimische Familien zu schaffen und Kinder davor zu schützen, auf der Strasse zu landen. Das Bewusstsein der Bevölkerung bezüglich Kinderrechten sowie lokale Angebote zum Kinderschutz, an die sich Kinder und Erwachsene bei Konflikten wenden können, werden gestärkt. Damit sich die Haushalte eine nachhaltige Existenzgrundlage aufbauen können, werden sie durch eine Reihe von Aktivitäten wie dem Transfer von Geldzahlungen und Sachgütern, der Vermittlung von technischem Wissen und Zugang zu Startkapital und Sparmöglichkeiten unterstützt. So können Projektteilnehmende in enger Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren ein funktionierendes Kleinunternehmen aufbauen, welches ein regelmässiges Einkommen für ihre Familie generiert.
So plant die bereits volljährige älteste Schwester von Elisa zum Beispiel die Begleitung und finanzielle Unterstützung des Projektes für den Aufbau eines kleinen Geschäfts, welches Haushaltsgegenstände und Lebensmittel verkauft, zu nutzen. Ein Teil des Einkommens wird gespart, um später die Schulgebühren für die höheren Grundschulklassen und die Sekundarstufe zu decken. Das Projekt von Caritas gibt Elisa und ihren Geschwistern Hoffnung, in einem sicheren Umfeld frei von Gewalt und Armut aufzuwachsen. «Wenn ich einmal gross bin, würde ich gerne Krankenpflegerin werden», sagt Elisa.
Bilder: Uganda 2021. (c) Moses Okwonga
* Name geändert