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Der Bruch einer einzelnen Rippe heilt meist problemlos. Mehrfach- und Serienfrakturen sind im Allgemeinen Folge einer komplexen Verletzung. Brüche des Brustbeins sind eher selten und meist kombiniert mit Rippenfrakturen.
Die 12 Rippenpaare sind flache, gebogene Knochenspangen, die hinten mit der Wirbelsäule gelenkig verbunden sind und vorne mittels Knorpelbrücken am Brustbein anhaften. Sie bilden den knöchernen Brustkorb. Beim Einatmen heben sie sich und vergrössern das Volumen des Brustkorbs – Luft wird eingesogen. Beim Ausatmen sinken die Rippen in ihre ursprüngliche Stellung zurück, der Brustkasten verkleinert sich und die verbrauchte Luft wird nach aussen gepresst.
Solitäre Brüche entstehen durch umschriebenen Stoss oder Schlag – insbesondere auf eine Kante. Serien- und Stückfrakturen kommen dagegen zustande durch massiven Aufprall des Brustkorbs oder des ganzen Körpers (Sturz aus der Höhe, Frontal- oder Seitenkollision).
Auch bei äusserer Herzmassage ist die Krafteinwirkung gross. Sie kann Frakturen von Rippen oder Brustbein zur Folge haben, insbesondere bei älteren Patienten mit starrem Brustkorb oder geschwächter Knochenstruktur (Osteoporose).
Pathologisch (krankhaft) geschwächte Rippen, etwa infolge von Osteoporose oder Knochenmetastasen, brechen bisweilen schon ohne äussere Einwirkung, zum Beispiel durch einen kräftigen Hustenstoss.
Der starke Schmerz eines unfallbedingten Rippenbruchs führt den Verletzten meist rasch zum Arzt. Ein Verdacht lässt sich schon durch die äussere Untersuchung gewinnen, die Bestätigung der Diagnose erfolgt mittels Röntgenbild.
Nicht dislozierte („verschobene“) und pathologische Frakturen (Spontanfrakturen) werden manchmal erst zufällig – anlässlich einer späteren Röntgenuntersuchung – entdeckt.
Für die Therapie einfacher solitärer Brüche reichen oft Schmerzmittel und eine Bandage.
Entscheidend für die Behandlung von verschobenen und von Serien- oder Stückfrakturen ist, was sich im Inneren des Brustkorbs abspielt – Pneumothorax, Blutung, Herzquetschung, Lungenentzündung. Instabile Serienfrakturen und besonders eine Begleitverletzung von Lunge oder Herz erfordern die Überwachung auf einer Intensivstation. Blut und Luft im Brustraum werden abgesaugt; eine ungenügende Belüftung der Lungen kann maschinelle Beatmung erfordern. Zur Stabilisierung von Serien- oder Stückfrakturen gibt es spezielle Platten, die mit der Rippe verschraubt werden. Durch die Operation wird der Schmerz reduziert und die Dauer der maschinellen Beatmung verkürzt.