Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03318.jsonl.gz/2020

Das Weingut besteht seit 1975 und gehört heute Chiara Barioffi. Die 8 Hektar Rebfläche des Guts sind mit Sangiovese, Cannaiolo und Mammolo bestockt.
Die Liebe zu einem Pferd, bracht den Stadtmensch Chiara Barioffi dazu, zurück auf das montepulcianer Weingut ihrer Eltern zu ziehen. Heute, ein Önologe-Studium später, werden ihre Weine von ihren Mitbewerben, neidlos als die Besten des Montepulciano anerkannt.
Als Guido Barioffi und Paola Silvestri-Barioffi 1975 in einer der renommiertesten Zonen von Montepulciano in der Südtoskana ein Weingut kauften, hiess es als erstes Dickicht roden und die Häuser bewohnbar machen. Mit den paar Rebstöcken oben am Haus wollte Barioffi eigentlich nur ein paar „damigiane“ Wein für sich und ein paar Bekannte keltern. Doch der Rebensaft mundete den Freunden so sehr, dass sie ihm jeweils nur wenig für sich selbst übrigblieb.
So wagte er sich an die Anpflanzung eines grösseren Weingartens, zumal er irgendwann realisierte, dass er im Besitz von hervorragenden, von alters her bekannten Lagen war. Die „le case alte“, die „hochgelegenen Häuser“ wurden schon im frühen Mittelalter von Mönchen bewirtschaftet und zeichnen sich durch ein besonders vorteilhaftes Mikroklima aus.
Die mittlerweile 13 ha umfassenden, mehrheitlich mit Prugnolo Gentile, dem in Montepulciano beheimateten Sangiovese-Klon, bepflanzten Rebberge liegen im südlichsten Teil des Anbaugebiets, auf einer Höhe zwischen 380 und 430 Meter über Meer. Diese Ausrichtung ist frost- und nebelsicher, was für Montepulciano ungewöhnlich ist, wo häufig die gefürchteten Spätfröste auftreten. Dank dieser besonders günstigen Lage, weist der Casalte-Nobile Jahr für Jahr eine erstaunliche qualitative Konstanz auf.
1995, im zarten Alter von gerade mal 22 Jahren, übernahm Tochter Chiara die Führung von Le Casalte. Mit viel Durchsetzungskraft und hohen Perfektionsansprüchen hat die zierliche, aber dynamische junge Frau zielstrebig den väterlichen Betrieb kontinuierlich modernisiert, ohne jedoch die Typizität der Weine und des Terroirs aufzugeben. Unbeirrt und ohne auf die gerade vorherrschenden Modeströmungen oder die Meinung der tonangebenden Weinjournalisten Italiens zu achten, verfolgte sie ihren eigenen Weg. Heute können sich die Gewächse von Le Casalte mit den ganz Grossen der Toskana messen!
Seit dem Spätmittelalter wurde der Vino Nobile vom touristisch, önologisch und historisch bedeutsamen Städtchen Montepulciano, das man auch die „Perle der Renaissance“ nennt, von unzähligen Dichtern besungen und war während Jahrhunderten der bevorzugte Wein von Königen und Päpsten. So kam er im 18. Jahrhundert zu seinem Beinamen „Nobile“, da er dem Adel vorbehalten war. 1980 wurde er zusammen mit dem Brunello di Montalcino zum ersten DOCG-Wein Italiens.