Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03533.jsonl.gz/287

Seinen letzten Roman, "Am Hang", veröffentlichte er 2004. Das Kammerstück über zwei Männer mit grundverschiedenen Einstellungen zur Liebe war Werners grösster Publikumserfolg. Viele - vor allem jüngere - Leser entdeckten Werners vorherigen Romane erst nach "Am Hang", beispielsweise die Slam-Poetin Hazel Brugger, die bei Erscheinen von "Am Hang" erst elf Jahre alt war.
Schon bald nach der Veröffentlichung dieses, seines siebten Romans, hatte der Autor deutlich gemacht, dass das sein letztes Werk sei - für weitere liess ihm ein Lungenemphysem nicht genug Atem.
Trotzdem wurde Markus Werner fast zehn Jahre nach Erscheinen des Buchs von einer jüngeren Leserschaft neu entdeckt: durch die Verfilmung von "Verdingbub"-Regisseur Markus Imboden. Markus Werner gefiel die Leinwandversion von "Am Hang" allerdings nicht, wie der Regisseur 2013 zugab. Grund war wohl, dass der Film den eigentlichen Clou des Buchs aus dramaturgischen Gründen schon relativ früh enthüllt.
Im Gegensatz zur breiten Leserschaft erkannte die Fachwelt Werners Könnerschaft gleich sofort. Für seinen ersten Roman "Zündels Abgang" erhielt er 1984 den Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung.
Es folgten über ein Dutzend weitere, renommierte Auszeichnungen, darunter mehrere Preise der Schweizerischen Schillerstiftung, 1999 der Hermann-Hesse-Preis, 2002 der Johann-Peter-Hebel-Preis und 2000 der Joseph-Breitbach-Preis, der höchstdotierte Literaturpreis im deutschen Sprachraum. Werners Bücher wurden bisher in 18 Sprachen übersetzt.
Markus Werner wurde am 27. Dezember 1944 in Eschlikon TG als Sohn eines Lehrers geboren. Als der Junge vier war, zog die Familie nach Thayngen SH. Werner studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Uni Zürich und promovierte 1974 mit einer Arbeit über Max Frisch. Danach arbeitete er fünfzehn Jahre lang in Schaffhausen als Gymnasiallehrer, bevor er sich 1990 als Schriftsteller selbständig machte.
(SDA)