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Hannes Meyer, Architekt
1889-1954, geboren in Basel, gestorben in Crocifisso di Savosa, Lugano
1889-1954, geboren in Basel, gestorben in Crocifisso di Savosa, Lugano
Eigentlich Hans Emil Meyer. Sohn des Architekten und Baumeisters Emil Meyer-Ryser. Er begann 1905 eine Lehre als Maurer, Bauzeichner und Bauführer beim Architekturbüro der Gebrüder Stamm und besuchte gleichzeitig „Kurse für Baubeflissene“ an der Basler Gewerbeschule. 1909 Umzug nach Berlin, Besuch von Kursen über Städtebau. Nach Aufenthalten in Südengland (1912-1913) und bei Krupp in Essen (1917-1919) arbeitete er 1926-1927 als selbständiger Architekt in Basel, wo er unter anderem die Siedlung im Muttenzer Freidorf realisierte. 1925 folgten Studienreisen nach Frankreich Holland, Belgien und Skandinavien anschliessend arbeitete er im Basler Architekturbüro von Hans Wittwer. 1927 wurde er Dozent am Bauhaus, von 1928-1930 war er dort, auf Empfehlung des Bauhaus-Gründers und Mitbegründers der modernen Architektur, Walter Gropius, als Direktor und erster Leiter der Architekturabteilung tätig. Weil „ein Marxist niemals Leiter des Bauhauses sein könne“, wurde Meyer fristlos entlassen. Seine Sekretärin und Geliebte Margret Mengel begleitete ihn mit dem gemeinsamen zweijährigen Sohn Johannes nach Moskau. Im gleichen Jahr kam in Moskau Sohn Peter zur Welt, den Meyer mit der Bauhaus-Architektin Lotte Beese gezeugt hatte. Meyer, in erster Ehe mit Natalie Herkert verheiratet, mit der er zwei Töchter hatte, heiratete keine der beiden Mütter sondern, 1931, die deutsche Textilkünstlerin Helene Bergner, mit der er zwei weitere Kinder hatte. Anschliessend arbeitete Meyer während sechs Jahren als Architekt, Städteplaner und Dozent in der Sowjetunion, der „linientreue Stalinist“ wurde schliesslich zur Auswanderung genötigt. Wieder zurück in Basel trat er der Kommunistischen Partei bei. Sein Versuch, in Spanien Fuss zu fassen wurde durch den Franco-Putsch von 1936 verhindert. Von 1938 bis 1949 war er in Mexiko als Direktor des Instituts für Städtebau und Planung in Mexiko-Stadt tätig und kehrte, nach seinem Zerwürfnis mit der Regierung, völlig veramt in die Schweiz, nach Crocifisso di Savosa bei Lugano, zurück, wo er fünf Jahre später starb Einen ausführlichen Lebenslauf von Hannes Meyer hat Thomas Blubacher in seinen „Achtzehn biografischen Miniaturen aus dem Basel des 20. Jahrhunderts“, erschienen 2010 bei „Schwabe“, geschrieben.