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Ob zuhause in Winterthur, ob auf dem Weg zum Essen im olympischen Dorf in Rio oder eben bei der Medienkonferenz drei Tage vor dem Beginn des Wettkampfs. Sein Rad – für den täglichen Gebrauch nicht das Renn-, sondern das Ersatzrad – gibt der ambitionierte 26-Jährige fast nie aus der Hand. “Im olympischen Dorf bewahre ich es in meiner Wohnung auf”, so Graf.
Möglichst lange nicht beiseite legen möchte Graf sein 6000 Franken teures Arbeitsgerät auch in dieser Woche. Den Einzug in den Final der Top 8 hat sich der Winterthurer, der in Rio die Unterstützung seiner Familie, seiner Freundin und seiner Kumpels geniesst, zum Ziel gesetzt.
Graf befindet sich in einer ausgezeichneten Form. An der EM, die zugleich die Olympia-Hauptprobe war, fuhr er Mitte Juli im italienischen Verona zur Silbermedaille. “Es lief super dort”, so Graf. “Allerdings vergab ich die Goldmedaille mit einem Fehler auf der Startgeraden.” Eine Woche davor hatte er sich auch an den Schweizer Meisterschaften durchgesetzt.
Seinen grössten Erfolg feierte er allerdings vor einem Jahr mit dem Gewinn von WM-Bronze. Erreicht er auch im olympischen Wettkampf den Final, dann liegt eine Medaille durchaus drin. Genauso gut kann Graf in der unberechenbaren Disziplin, die 2008 erstmals olympisch war, aber auch schon zuvor scheitern.
Vor vier Jahren in London schnupperte Graf als Ersatzfahrer von Roger Rinderknecht, der mittlerweile der Nationaltrainer ist, bereits einmal olympische Luft. Dieselbe Rolle nimmt in Rio Renaud Blanc ein, der Graf im internen Duell um den Startplatz ganz knapp unterlag.
“Am Anfang war es nicht einfach für mich, aber mittlerweile kann ich gut damit leben”, sagte Blanc. “Ich bin ja noch jung und habe meine Karriere noch vor mir.” Was er hier erleben könne, sei eine wertvolle Erfahrung für seine Zukunft. Dasselbe hatte Graf 2012 auch gesagt. Vier Jahre später vertritt er die Schweiz in Rio im BMX.
(SDA)