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27.06.2022 19:19:39

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Die Persönlichkeit von Bernhard Simon1816 - 1892
Die Persönlichkeit von Bernhard Simon
Nach den Schwierigkeiten mit der Pächterfamilie Hauser suchte die st. gallische Regierung einen Käufer für die "Domaine Ragatz". Sie fand ihn in der Person von Bernhard Simon, geboren am 29. Februar 1816. Der Sohn eines einfachen Schuhmachers aus Niederurnen war ein Mann von grossem Talent und Wissen. Lausanne und St. Petersburg, St. Gallen und St. Moritz waren Etappen des rastlosen Architekten, bevor er nach Ragaz kam. Am 28. März 1868 unterzeichnete er nach zähen Verhandlungen den Kauf- und Konzessionsvertrag mit der Regierung des Kantons St. Gallen über die Domäne Ragaz, die Wasserwerke an der Tamina und das Bad Pfäfers.
Zu den Gebäuden und Liegenschaften gehörten auch die Schlossruinen Freudenberg und Wartenstein. Simon bezahlte die hohe Summe von 1'668'000 Franken und nochmals den gleichen Betrag als Konzessionsgebühr für die freie Benützung der Thermalquelle während 100 Jahren. Unverzüglich erfolgte der Spatenstich zum Bau des Hotels Quellenhof. Bereits anderthalb Jahre später fand die Eröffnung dieses Erstklasshotels statt. Es gab auch Rückschläge:
Das Hochwasser vom 23. Juli 1868 riss Teile der Badstrasse mit der Thermalwasserleitung weg. Diesem Naturereignis folgte im Herbst die grösste Unwetterkatastrophe des 19. Jahrhunderts im Kanton St. Gallen. Simons Einsatz um die Rettung des Rheindammes wurde miss-verstanden, er musste sich mit Bodyguards schützen.
Vornehm waren die internationalen Gäste: Königin Maria von Bayern, Kaiserin Eugénie von Frankreich und König Karl von Rumänien zusammen mit ihren Gattinnen. Nach der Grossfürstin Pawlowna von Russland erhielt das Helenabad seinen Namen. Die Hohenzollern hielten ihre Familientreffen in Ragaz ab. Auch Gelehrte, Diplomaten, Künstler und Literaten gaben sich die Ehre: Der Philosoph Friedrich von Schelling, der russische Botschafter in Berlin, die Dichter Victor Hugo und später Rainer Maria Rilke. Trotz der vielen Durchlauchten und der gehobenen Ansprüche sei Ragaz preiswert geblieben. Im Jahr 1919 betrugen die minimalen Pensionspreise 17 Franken im Quellenhof, 15 Franken im Hof und 12 Franken in den Hotels Bristol und Tamina. Dann folgten mit 11 Franken die Dorfhotels Lattmann, Krone, Schweizerhof und Metropol.
Einige wichtige Faktoren und Daten seien nicht vergessen: Der Kur- und Verkehrsverein wurde 1871 gegründet. Das Dorf leistete sich die erste kommunale Wasserversorgung und eine Strassenbeleuchtung mit Gas. Der Bau der Drahtseilbahn Ragaz nach Wartenstein erfolgte 1892. Im gleichen Jahr erhielt das Dorf elektrischen Strom. Mit dem Giessensee und dem grosszügig angelegten Park zwischen den Kuranstalten und dem Rhein erhielt Ragaz ein Bijou, das bis heute von den Bewohnern des Sarganserlandes und der weiteren Umgebung gerne besucht wird.
Quelle
Ragazetta vom März 2015 / Bad Ragaz feiert 175 Jahre Thermalwasser
Erstes Thermalhallenbad Europas, 1872:
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