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Geschichte des Kirchenchores Escholzmatt
Musik und Gesang wurde in Escholzmatt von alters her gepflegt. Bei Volksfesten, wenn die Älpler und Bauersleute zusammentrafen, wurde gesungen, gespielt und getanzt. In Escholzmatt muss schon um ca. 1500 eine Orgel in Betrieb gewesen sein. Die Gründung des Kirchenchores Escholzmatt 1888 fällt mit derjenigen der Kirchenmusik zusammen.
Vor 1888 sangen der Gemischte Chor und der Männerchor Escholzmatt nebst weltlichen Werken vor allem deutsche Gesänge in der Kirche. Zu dieser Zeit schränkten die kirchlichen Vorgesetzten den deutschen Gesang stark ein; es wurden lateinische Messen verlangt. Die beiden Chöre und anschliessend der Musikverein kündigten deshalb den Vertrag mit dem Kirchenrat.
Es folgte die Gründung der Kirchenmusik. Parallel dazu formierten Pfarrer Martin Scherrer, Direktor und Organist Josef Portmann und eine Gruppe führender Persönlichkeiten einen Chor zur Gestaltung der Gottesdienste. Von 1888 bis 1926 prägte Direktor Josef Portmann den Cäcilienverein musikalisch. Bis 1970 präsidierte jeweils der Pfarrer den Kirchenchor, wie der Cäcilienverein in der Umgangssprache betitelt wurde. Der Chor begleitete jeden Sonntagsgottesdienst, die Andachten, Beerdigungen und Primizen. Die weltlichen Anlässe forderten die Erweiterung des Repertoires und boten willkommene Abwechslung im strengen Alltag.
Von 1926 bis 1966 widmete sich Direktor und Organist Otto Studer der ganzheitlichen Entwicklung des Cäcilienvereins. Es wurden mehrstimmige lateinische Messen einstudiert und Kurse organisiert. Zur Bereicherung des Vereinslebens trugen die jährlichen Ausflüge bei. Das intensive Wirken von Otto Studer wurde durch die Verleihung des päpstlichen Ordens Benemerenti gewürdigt.
Toni Lauber, Direktor von 1966 bis 2004, liess sich zum Kirchenmusiker weiterbilden. Moderne Literatur wurde mit den klassischen Kompositionen in Einklang gebracht. Die Auftritte des Chores wurden reduziert, um die Qualität zu steigern. Ab 1968 gestaltete der Cäcilienverein zirka alle vier Jahre Kirchenkonzerte mit benachbarten Chören, mit bekannten Orchestern und Solisten. Er beteiligte sich an kantonalen und regionalen Verbandsanlässen. Auch Toni Lauber wurde für sein Schaffen mit dem päpstlichen Orden ausgezeichnet. Ebenso erhielt diese hohe Auszeichnung Gody Studer, der den Chor 40 Jahre, von 1971 bis 2011, an der Orgel begleitete. Zwischen 2011 und 2018 wurde der Kirchenchor vom jungen Musikstudenten der Musikhochschule Luzern, Jos Majerus, begleitet, seit 2018 von Robin Ochsner.
Von 2004 bis 2011 leitete die professionelle Musikerin Rahel Büchel-Ulmi aus Luzern den Chor und brachte zum klassischen Repertoire Lieder anderer Stilrichtungen, Rhythmen und Sprachen in den Chor.
Von 2012 bis 2018 wurde der Kirchenchor von Bernadette Roos-Stadelmann aus Schüpfheim als Dirigentin geführt.
Seit 2018 leitet Mariia Tokac den Chor, der rund 40 Mitglieder zählt und im Jahr ungefähr 15 Gottesdienste gestaltet. Diejenigen, die Zeit finden, singen im Requiemchor mit, der den Beerdigungen in der Pfarrei den würdigen Rahmen gibt.