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Philip Berg
Philip Berg (eigentlich Feivel Gruberger, geb. 1929 in Brooklyn), der Gründer des Kabbalah Centers, starb am 16. September 2013 in Los Angeles. In einer orthodox-jüdischen Familie aufgewachsen wurde er zuerst Versicherungsbeamter, dann Schüler des kabbalistischen Meisters Yehuda Brandwein in Israel. Nach dem Tod seines Meisters 1969 gründete er mit seiner zweiten Frau Karen Berg das erste Kabbalah Center in Tel Aviv. Später verlegte er sein Center nach New York und dann nach Los Angeles. Der weltweite Erfolg der Bewegung – heute gibt es Centers in 40 Städten weltweit – stellte sich ein, als Madonna und nach ihr weitere «Celebrities» (u.a. Britney Spears, Demi Moore, Ashton Kutcher, Gwyneth Paltrow, Naomi Campbell) seine Schülerinnen und Schüler wurden.
Madonna sagte von ihm: «Ich habe von ihm mehr gelernt als von jedem anderen Menschen, dem ich begegnet bin.» Was lernte Madonna von Rabbi Berg? Während früher im strengen Sinn Kabbala, diese esoterische Form jüdische Mystik, die hinter jedem Buchstaben der heiligen Überlieferung abgrundtiefe Spekulationen erahnte und die Eingeweihten immer tiefer ins göttliche Geheimnis einführte, welches nur Männern über 40 zugänglich war, modernisierte Rabbi Berg die Kabbala radikal und verwandelte sie zum modernen Selbsterfahrungsweg, offen auch für Frauen, Nichtjuden und junge Leute. Kabbala ist mit Berg endgültig im New Age und im spirituellen Markt der Gegenwart angekommen. Finanziell hat sich diese Verwandlung für Rabbi Berg gelohnt. Ob er auch etwas zur spirituellen Bereicherung der jüdischen Tradition beigetragen hat, wird von orthodoxen und liberalen Juden heftig bezweifelt. Man warf ihm z.B. Handel mit gesegnetem Wasser vor, Verkauf von teuren Kursen und von roten Armbändchen, die zum Schutz gegen den bösen Blick ums linke Handgelenk gebunden werden. Rabbi Berg hat, nicht als erster und nicht als letzter, entdeckt, dass moderne Menschen gerne Zugang hätten zu den tiefsten Geheimnissen der Mystik und dass sie im Grund ihrer Seele wie ihre Vorfahren noch zutiefst abergläubisch sind. Diese Entdeckung hat er gekonnt in ein marktkonformes spirituelles Angebot übergeführt.