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Die Digitalisierung kann als Motor für eine grundlegende Veränderung der Arbeitswelt verstanden werden. In diesem Zusammenhang sind viele Fragen noch ungeklärt: Nimmt die Fremdbestimmung in der Arbeit durch die Verwendung von Algorithmen zu? Gewinnt oder verliert man Arbeitszeitautonomie? Wird die Arbeit fragmentierter und hat dies Auswirkungen auf sozialen Beziehungen? Um solche Entwicklungen zu erfassen, soll das soziologische Konzept der "Entfremdung" aktualisiert werden. Der Wert eines solchen Konzeptes im Kontext der digitalen Arbeit liegt in der Erforschung von Problemen, die zu einer über mögliche Autonomieverluste hinausgehen und Fragen wie den Bedeutungsverlust einbeziehen. War die Diskussion zur Entfremdung bisher vor allem auf sozialphilosophische Diskussion beschränkt, sollen in diesem Projekt empirische Analysen im Vordergrund stehen.
Dies geschieht durch den Einsatz einer innovativen Form des Zugangs zur subjektiven Entfremdung. Erfahrungen, die auf verschiedenen Ebenen stattfinden, werden erhoben: biographisch, körperlich-emotional, praktisch wirkend, kritisch-wertend. Ziel der Studie ist es, Einblicke in die Erfahrungen von Mitarbeitern unterschiedlicher Qualifikationsebenen zu gewinnen, um nachzuvollziehen, wie Entfremdungspotenziale in der digitalen Arbeit interpretiert und bewältigt werden. Dies wird zur Entwicklung einer neuen, tiefgreifenden Definition der digitalen Entfremdung führen, die sich direkt auf die Erfahrungen der Arbeitnehmer bezieht. Es wird ein qualitativer Forschungsansatz verwendet, bei dem Interviews und Gruppendiskussionen durchgeführt werden. Es untersucht hochqualifizierte, qualifizierte Personen und gering qualifizierte Mitarbeiter im Bereich der Dienstleistungsarbeit.
Das Projekt verbindet theoretische, methodische und empirische Fragen der Entfremdungsforschung und zielt darauf ab, Entfremdung als eine Kategorie der Arbeitssoziologie neu zu begreifen. Dafür kombiniert das Projekt verschiedene Ansätze der Entfremdung von der Soziologie, Philosophie und der Psychologie. Diese Verbindungen ermöglichen es, dass das Konzept der Entfremdung zu einem nützlichen Werkzeug wird, um soziale Probleme zu beschreiben.