Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03570.jsonl.gz/162

Hast du dich jemals nervös gefühlt, als du einen Kraftraum betreten hast? Vermeidest du deswegen das Krafttraining ganz und gar? Nun, damit bist du gewiss nicht allein.
Untersuchungen legen nahe, dass Frauen sich nicht nur weniger sicher fühlen, wenn sie einen Kraftraum betreten, sondern auch in Bezug auf ihre Fähigkeiten, wenn es um körperliche Aktivität geht (1)(2). Tatsächlich scheint es so zu sein, dass selbst wenn wir es so weit schaffen, in ein Fitnessstudio zu gehen, es immer noch mehrere Barrieren gibt, die Frauen überwinden müssen, um sich in diesem Raum sicher und kompetent zu fühlen.
Ob es nun darum geht, die einzige Frau dort zu sein oder das Gefühl zu haben, dass man nicht weiß, was man tut (selbst wenn man es wirklich weiß) – diese Gefühle schränken die Möglichkeiten ein, wie wir unseren Körper bewegen, und können uns sogar ganz davon abhalten.
Was können wir also im Hinblick auf den Internationalen Frauentag und die Stärkung unserer weiblichen Miststreiter tun, um uns beim Sport und im Fitnessbereich selbstbewusster zu fühlen und diese Geschlechterlücke ein für alle Mal zu schließen?
- Glaube an dich selbst!
- Reisse die gesellschaftlichen Stereotypen ein
- Unterstütze andere Frauen
- Take Home Message
Glaube an dich selbst!
Studien haben gezeigt, dass Frauen ihre Testergebnisse im Vergleich zu Männern durchweg niedriger einschätzen (3). Tatsächlich hatten Frauen im Test die gleiche durchschnittliche Punktzahl, wie Männer. Selbst nachdem den Teilnehmern ihre Punktzahlen im Vergleich zu anderen Teilnehmern gezeigt wurden, stuften die Frauen ihre Leistung immer noch niedriger ein, als die Männer.
Was zeigt uns das also? Obwohl wir mittlerweile wissen, dass wir eine Aufgabe genauso gut erledigen können, wie jeder Mann, trauen wir uns das immer noch nicht zu. Das könnte erklären, warum wir immer noch das Imposter-Syndrom verspüren, wenn wir das perfekte Kreuzheben vor all den anderen Fitnessstudio-Besuchern durchführen.
Gebt euch selbst Rückendeckung, meine Damen. Wenn ihr wisst, dass ihr das Kreuzheben beherrscht, dann zeigt ihnen auch, wie man es macht. Wenn du dazu noch nicht bereit bist, dann nimm am besten eine Freundin mit, die dich anfeuert, wenn du die Bewegung schaffst.
Reisse die gesellschaftlichen Stereotypen ein
Frauen können kompetitiv und durchsetzungsfähig sein und schwitzen. Je früher wir das alle akzeptieren, desto besser. Die Body-Positivity-Bewegung und Kampagnen wie „This Girl Can“ haben gezeigt, dass die Liebe zum Sport und zum Aktivsein keine bestimmte Körperform oder -größe voraussetzt.
Und was noch wichtiger ist: Willst du wirklich auf einen Sport verzichten, den du liebst, weil du vielleicht mit einem Körper endest, der nicht der gesellschaftlichen Vorstellung von einem „perfekten“ Körper entspricht?
Die olympische Sprinterin und Athlete Lead für das Equality, Diversity, and Inclusion Board der British Athletics, Imani Lansiquot, erklärt, dass selbst Spitzensportler diesen Druck spüren:
„Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus fühlte sich der Sport für mich als junges schwarzes Mädchen aus Süd-London nicht wie das einfachste oder zugänglichste Hobby an. Ein wichtiger Grund dafür war das Stigma, dass Sport nur etwas für Jungs ist, oder dass Sportlerinnen als „zu muskulös“ oder „zu burschikos“ angesehen werden.“
Wir sind alle mit diesen schrecklichen Vorstellungen aufgewachsen, die sich ausschließlich darauf beziehen, wie uns die Teilnahme an Sport und Fitness von außen aussehen lässt, anstatt uns darauf zu konzentrieren, was sie im Inneren für uns tun. Imanis Hoffnungen für die Zukunft von Frauen in Sport und Fitness definieren dies perfekt:
„Ich denke, der Schlüssel, um mehr junge Frauen und Menschen mit bestimmten Backgrounds für den Sport zu begeistern, liegt darin, die bestehenden Stigmata rund um das, was Sport bedeutet, aufzubrechen. Ich würde mir wünschen, dass junge Frauen Sport als einen Weg der Ermächtigung erkennen und nicht als etwas, zu dem man in der Schule gezwungen wird oder nur, weil man gut darin ist.“
Unterstütze andere Frauen
Jeder wurde von der Pandemie hart getroffen, aber einige von uns haben mehr zu kämpfen als andere. Ein Bericht von Women in Sport hat gezeigt, dass die Pandemie die Kluft zwischen den Geschlechtern im Fitnessbereich noch einmal vergrößert hat, da Frauen mehr häusliche Pflichten übernehmen, wie z. B. die Erziehung der Kinder zu Hause (4).
Eine Kinderbetreuung zu finden und zu finanzieren war bereits vor dem Lockdown ein Hindernis für Frauen, das sich im letzten Jahr noch verschlimmert hat.
Die Studie ergab, dass 32% der Frauen ihre Fitness auf die lange Bank geschoben haben, weil sie zu viel für andere zu tun hatten. Und 61% der Frauen gaben an, dass sie sich mehr um ihre Fitness bemühen werden, sobald der Lockdown vorbei ist.
Auch wenn sich das ziemlich düster anhört, gibt es eine Menge, was wir tun können, um uns gegenseitig aufzurichten und zu helfen. Ob es nun darum geht, kostenlose Workout-Ressourcen zu teilen (wirf hierzu einen Blick in unsere Trainings-Sektion im Blog) oder mit Freunden eine schnelle Runde durch den örtlichen Park zu drehen – es liegt an uns allen, uns gegenseitig in Bewegung zu halten.
Der Bericht „Frauen im Sport“ hebt auch die Tatsache hervor, dass wir das Profil von Frauen in der Gesellschaft schärfen müssen. Wir müssen erkennen, dass es für Frauen nicht egoistisch ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, sondern dass es nicht nur für unsere eigene Gesundheit und unser Glück wichtig ist, sondern auch für die unserer Familien.
Take Home Message
Der Internationale Frauentag ist ein großartiger Zeitpunkt, um die Stärke der Frauen zu feiern, aber auch um zu überlegen, was wir sonst noch tun können, um das Spielfeld zu ebnen. Es kommt darauf an, zu verstehen, wann wir von dummen gesellschaftlichen Stereotypen hinter’s Licht geführt werden und uns gegenseitig zu unterstützen, um unsere Ziele zu erreichen.
Also, mache weiter und denke daran, dass du im Fitnessstudio, im Kraftraum, auf der Bahn, im Schwimmbad oder wo auch immer du aktiv bist und dich wohlfühlst, GEHÖRST.