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Während die Quaggamuschel in der Schweiz erst 2014 nachgewiesen wurde, breitet sie sich in den Seen Nordamerikas seit den späten 1980er-Jahren aus. In ihrer neuesten Publikation haben die Forschenden um Erstautor Benjamin Kraemer von der Universität Konstanz deshalb die Daten vom Beginn der Ausbreitung aus vier der fünf Grossen Seen Nordamerikas (Huron, Ontario, Michigan und Erie) mit Daten aus drei Schweizer Seen verglichen. Tatsächlich stimmen die Ausbreitungsmuster weitgehend überein. «Wir gehen deshalb davon aus, dass die Ausbreitung der Quaggamuschel in Europa mindestens ähnlich schnell erfolgen wird», so Kraemer. Wie in Nordamerika wird dieser Anstieg wahrscheinlich durch eine Entwicklung hin zu grösseren Individuen – und somit einer höheren Biomasse pro Fläche – und eine Verlagerung in grössere Tiefen gekennzeichnet sein. Kraemer sagt, dass "sich durch die Quaggamuschel die Sichttiefe des Wassers erhöht und Nährstoffe und Kohlenstoff durch den Aufbau ihrer Schale gespeichert werden". Es gibt noch viele Unbekannte, und die "endgültige Auswirkung der Quaggamuschel wird davon abhängen, wie sie mit dem Klimawandel und anderen zukünftigen Umweltveränderungen interagiert."
Mögliche Folgen für betroffene Gewässer könnten sein:
- Rückgang des Planktons, da Quaggamuscheln grosse Mengen Phytoplankton herausfiltern
- Zunahme der Sichttiefe durch den Rückgang des Planktons
- Veränderung der Artengemeinschaften und des Nahrungsnetzes
- Veränderungen bei den Fischbeständen
- Erhöhter Wartungsaufwand und höhere Kosten für Wasserinfrastruktur
- Mehr Muschelschalen im Uferbereich
Monitoring für genauere Daten
Spaak betont, dass der Vergleich etwa alle fünf Jahre wiederholt werden sollte, um die Dynamik laufend zu erfassen. Auch für die anderen Schweizer Seen wird die Eawag das Monitoring der Quaggamuschel zusammen mit Bund und Kantonen in den nächsten Jahren weiter vorantreiben. Neue Methoden, etwa via Umwelt-DNA, unterstützen die Forschenden dabei. Dadurch sollen Neubesiedlungen in bisher nicht betroffenen Seen möglichst früh erkannt werden und auch Verbreitungsmuster und Populationsdynamik noch besser untersucht werden.