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Vor allem in der Karibik, im Indischen und im Pazifischen Ozean kann der Verzehr verschiedener Fische die Urlaubsfreuden jäh beenden: durch die sogenannte Ciguatera-Fischvergiftung. Die Fische an sich sind ungiftig, nehmen aber mit der Nahrung eine besondere giftige Substanz auf, die sich in ihrem Gewebe ansammelt.
Damit ist die Ciguatera-Fischvergiftung eine passive Fischvergiftung, da das ursächliche Gift passiv über den Fischverzehr in den Menschen gelangt. Solche Fischvergiftungen sind nicht selten: Zu den passiven Fischvergiftungen zählt neben der Ciguatera-Fischvergiftung beispielsweise auch die Vergiftung durch den Kugelfisch, dessen Muskelfleisch (Fugu) in Japan als Delikatesse gilt. Davon zu unterscheiden ist die aktive Fischvergiftung, bei der ein Fisch die Vergiftung aktiv herbeiführt, indem er das Gift – in der Regel über einen Stich (z.B. beim Stachelrochen) – in den menschlichen Körper befördert.
Die Ciguatera-Fischvergiftung gehört ausserdem zu den spezifischen Fischvergiftungen, die durch ein besonderes Gift (Toxin) entstehen. Solche Gifte sind für etwa acht Prozent aller Fischvergiftungen verantwortlich, wobei die Ciguatera-Fischvergiftung die weltweit häufigste spezifische Fischvergiftung ist. Sie entsteht durch die Nervengifte Ciguatoxin und Maitotoxin. Wie stark die von ihnen ausgelösten Beschwerden sind, hängt vom Gewicht und Alter der Betroffenen sowie von der aufgenommenen Giftmenge ab. Das für die Ciguatera-Fischvergiftung typische Anzeichen ist ein umgekehrtes Wärme- und Kälteempfinden: Die Betroffenen empfinden den Kontakt mit kaltem Wasser oder kalter Luft als heiss. Erste Symptome der Ciguatera-Fischvergiftung sind jedoch:
vor allem im Mundbereich. Im weiteren Verlauf der Ciguatera-Fischvergiftung fühlen sich auch Hände, Füsse und Gesicht taub an. Ausserdem können dann folgende Symptome auftreten:
Die Beschwerden der Ciguatera-Fischvergiftung können über Monate andauern. Ein Gegengift ist nicht verfügbar – die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Symptome der Vergiftung abzuschwächen. Da die verantwortlichen Gifte hitzestabil sind, kann man Ciguatera-Fischvergiftungen nur durch einen völligen Verzicht auf Fischgerichte vorbeugen.
Anders als spezifische Fischvergiftungen wie die Ciguatera-Fischvergiftung geht die in unseren Breitengraden häufigste Form der Lebensmittelvergiftung durch Fische auf deren Überbesiedlung mit Viren und Bakterien zurück, die beispielsweise durch unsachgemässe Lagerung oder unhygienische Verhältnisse beim Fischverkauf bedingt ist. Solche Fischvergiftungen verlaufen überwiegend harmlos. Eventuelle Magen-Darm-Beschwerden heilen schnell und unkompliziert ab.
Der Begriff Ciguatera-Fischvergiftung bezeichnet per Definition eine Vergiftung durch passiv giftige Fische (d.h. durch Fische, deren Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen kann), welche die Nervengifte Ciguatoxin und Maitotoxin enthalten. Diese Gifte gelangen über die Nahrungskette in die Fische. Demnach ist der verzehrte Fisch selbst nicht giftig, sondern erlangt seine giftige Wirkung erst dadurch, dass er die spezifische giftige Substanz mit der Nahrung aufnimmt.
Damit ist die Ciguatera – ebenso wie die Vergiftung durch den Kugelfisch, dessen Muskelfleisch (Fugu) in Japan als Delikatesse gilt – eine passive Fischvergiftung. Davon zu unterscheiden ist die aktive Fischvergiftung, die in der Regel über einen Stich durch aktiv giftige Fische (z.B. Steinfisch, Skorpionfisch, Stachelrochen) entsteht.
Da die Ciguatera-Fischvergiftung durch ein besonderes (spezifisches) Gift (Toxin) entsteht, ist sie eine sogenannte spezifische Fischvergiftung. Damit unterscheidet sie sich von der in unseren Breitengraden häufigsten Form der Fischvergiftung, die nicht auf ein spezifisches Gift zurückgeht, sondern auf eine Überbesiedlung mit Viren und Bakterien (z.B. durch unsachgemässe Lagerung oder unhygienische Verhältnisse beim Fischverkauf).
Die Ciguatera-Fischvergiftung tritt mit grösster Häufigkeit in der Karibik, im Indischen und im Pazifischen Ozean auf. Sie ist die weltweit häufigste spezifische Fischvergiftung. Insgesamt entstehen etwa acht Prozent aller Fischvergiftungen durch ein besonderes Gift (Toxin), wobei mehr als 50 verschiedene Toxine bekannt sind. Eine Besonderheit der Ciguatera ist, dass sie nach Wirbelstürmen oder Seebeben gehäuft auftreten kann.
Der Ciguatera-Fischvergiftung liegen als Ursachen bestimmte giftige Substanzen zugrunde: Ciguatoxin und Maitotoxin. Diese Nervengifte gelangen über den Verzehr von Fischen in den Menschen. Sie sind fettlöslich (was ihre Aufnahme zusätzlich begünstigt) und hitzestabil, so dass man sie durch Braten oder Kochen der Fische nicht zerstören kann.
Der Fisch selbst, dessen Verzehr die Ciguatera-Fischvergiftung verursacht hat, ist jedoch selbst nicht giftig – die Ursachen für seine Giftigkeit sind am Anfang seiner Nahrungskette zu finden: Auf verschiedenen, mit blossem Auge sichtbaren Algen, die auf Korallenriffen vorkommen, leben bestimmte Kleinstlebewesen – sogenannte Dinoflagellaten der Art Gambierdiscus toxicus: Diese bilden die für die Ciguatera-Fischvergiftung verantwortlichen Nervengifte. Eine Reihe pflanzenfressender Fische, wie Doktor- oder Papageifische, fressen die Algen und nehmen dabei das Gift auf. Das Gift sammelt sich im Gewebe der Fische an, wobei den Fischen selbst die Vergiftung mit dem Nervengift nicht anzumerken ist. Raubfische fressen die kleinen kontaminierten Fische und entwickeln, wenn sie auf dem Teller landen, toxische Wirkungen beim Menschen. Zu diesen Fischen, deren Verzehr die Ciguatera-Fischvergiftung verursacht, zählen beispielsweise Muränen, Snapper, Barrakudas, Makrelen und verschiedene Barsche. Grosse Raubfische sind besonders stark kontaminiert.
Bei der Ciguatera-Fischvergiftung beträgt die Zeit von der Aufnahme des Gifts bis zum Ausbruch der Fischvergiftung (Inkubationszeit) etwa 1 bis 30 Stunden.
Die Ciguatera-Fischvergiftung kann unterschiedlich starke Symptome auslösen – welches Ausmass die Beschwerden haben, hängt vom Gewicht und Alter der Betroffenen sowie von der Menge des aufgenommenen Gifts ab. Erste Anzeichen der Ciguatera-Fischvergiftung sind Schwitzen, Taubheitsgefühl und Brennen, vor allem im Mundbereich. Später kommen weitere Symptome der spezifischen Fischvergiftung hinzu, wie:
Ausserdem fühlen sich im weiteren Verlauf der Ciguatera-Fischvergiftung die Hände, die Füsse sowie das Gesicht taub an. Kennzeichnend für die Ciguatera ist ein ganz besonderes neurologisches Symptom: Das die Vergiftung auslösende Nervengift führt dazu, dass sich das Wärme- und Kälteempfinden umkehrt, so dass die Betroffenen den Kontakt mit kaltem Wasser oder kalter Luft als heiss empfinden. Es entsteht ein allgemeines Schwächegefühl.
Die Ciguatera-Fischvergiftung kann in seltenen Fällen dazu führen, dass der Blutdruck lebensbedrohlich absinkt und Herzrasen (Tachykardie) auftritt. Die Symptome können über Monate andauern.
Bei der Ciguatera-Fischvergiftung kann die Diagnose – wie bei jeder Fischvergiftung – eine grosse Herausforderung darstellen. Spezifische Fischvergiftungen wie die Ciguatera kann man in der Regel anhand der Symptome sowie der Vorgeschichte diagnostizieren: In welcher Region haben die Betroffenen den Fisch gegessen? Welche Teile des Fischs haben sie verzehrt? Wie viel Zeit ist vergangen, bis die ersten Anzeichen der Vergiftung auftraten? Gibt es weitere Betroffene? Lagen vor dem Fischessen aussergewöhnliche meteorologische Konstellationen vor? Das die Ciguatera-Fischvergiftung auslösende Gift selbst kann nur mit sehr grossem Aufwand in wenigen Speziallabors nachweisen.
Bei der Ciguatera-Fischvergiftung zielt die Therapie darauf ab, die Symptome der Vergiftung zu mildern. Dazu erhalten Sie möglichst viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Ein wirksames Gegengift gegen das ursächliche Gift selber gibt es nicht.
Neben der symptomatischen Therapie der Ciguatera-Fischvergiftung kommt als Akuttherapie eine Infusion mit dem Zuckeralkohol Mannit zum Einsatz: Mannit fördert die Urinausscheidung, wodurch der Körper auch das Gift vermehrt ausscheidet. Führt die spezifische Fischvergiftung Ciguatera zu lebensbedrohlichen Situationen, ist es ratsam, zur Behandlung sogenannte Plasmaexpander als Infusionen zu verabreichen: Lösungen, die das Plasmavolumen des Bluts vergrössern und über längere Zeit im Kreislauf verbleiben. Im frühen Stadien der Ciguatera-Fischvergiftung ist es zudem sinnvoll, den Magen auszupumpen.
Die Ciguatera-Fischvergiftung zeigt in den meisten Fällen einen günstigen Verlauf mit guter Prognose: Durch die Vergiftung entstehen keine Folgeschäden und die Überlebensrate beträgt etwa 99 Prozent. Allerdings können die mit der Ciguatera verbundenen Beschwerden mehrere Wochen bis Monate andauern.
Einer Ciguatera-Fischvergiftung können Sie nur auf eine Weise sicher vorbeugen: indem Sie in den betreffenden Ländern grundsätzlich keinen Fisch mehr essen. Da die Fische, durch deren Verzehr die Ciguatera entsteht, selbst nicht giftig sind und Sie sie in der Regel völlig unbedenklich essen können, ist es anders praktisch unmöglich, sich vor dieser Fischvergiftung zu schützen. Sie können einem Fisch nicht ansehen, ob er das Gift über die Nahrung aufgenommen hat oder nicht.
Ein Schutz vor der Ciguatera-Fischvergiftung ist auch deswegen nicht möglich, da das ursächliche Nervengift hitzestabil ist und man es somit weder durch Kochen noch durch Braten oder Grillen des Fischs zerstören kann. Sollten Sie von Fällen von Fischvergiftung in Ihrer Urlaubsgegend erfahren, verzichten Sie also zum Vorbeugen lieber auf den Verzehr von Fisch. Gleiches gilt bei bestimmten meteorologischen Bedingungen, da die Fische nach heftigen Stürmen und Unwettern das Gift mit besonders hoher Wahrscheinlichkeit enthalten.