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Fachleute aus Taiwan haben von einem neuartigen Virus berichtet. Das Lengya-Henipavirus sei erstmals in China aufgetreten. Bisher hätten sich mindestens 35 Menschen mit dem Erreger infiziert. Vor allem die Regionen Shandong und Henan seien betroffen, wie der «Standard» berichtet.
Mensch-zu-Mensch-Übertragung wohl sehr selten
Das neu entdeckte Virus sei dem 2020 ausgebrochenen Coronavirus in einigen Punkten ähnlich. Allerdings unterscheide sich das Langya-Henipavirus in einem wichtigen Punkt von Sars-CoV-2: Es könne wohl nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Die 35 Infizierten hätten keinen engen Kontakt miteinander gehabt. Auch durch eine Rückverfolgung der Kontakte sei keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nachgewiesen worden. Eine menschliche Ansteckung könne zwar noch nicht endgültig ausgeschlossen werden, werde aber als sehr selten angenommen.
Spitzmäuse besonders betroffen
Das Virus soll vom Tier auf den Menschen übergesprungen sein: von Hunden, Ziegen und vor allem von Spitzmäusen. Eine Untersuchung von Haus- und Nutztieren habe ergeben, dass 2 Prozent der getesteten Ziegen und 5 Prozent der getesteten Hunde positiv waren. Spitzmäuse stehen als Ursprungswirte des Virus im Verdacht. Der Erreger sei bei 27 Prozent der untersuchten Nager gefunden worden.
Todesfälle habe es bisher keine gegeben, doch der Erreger könnte laut Studien tödliche Krankheiten verursachen, wie der Standard schreibt. Fachleuten zufolge gehöre der Erreger zur Familie der Paramyxoviren, die so wie das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion übertragen würden.
Jede dritte infizierte Person leide an Leberversagen, bei acht Prozent der Patientinnen und Patienten sei Nierenversagen festgestellt worden. Weitere Symptome seien Fieber, Müdigkeit, Husten und Appetitlosigkeit. Einen standardisierten Test zum Nachweis des Virus gebe es noch nicht.
(osc)