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Bei der Vorbeugung von Migräneanfällen kann Shiatsu als komplementärtherapeutische Behandlungsmethode einen wichtigen Beitrag leisten und die Medikamenteneinnahme verringern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Sapienza-Universität in Rom, die in Zusammenarbeit mit der italienischen Shiatsu-Vereinigung durchgeführt wurde.
Migräne schränkt den Alltag von Betroffenen stark ein. Neben der medikamentösen Behandlung suchen diese Menschen deshalb nach Alternativen, um ihr Leid zu lindern. Obwohl komplementärtherapeutische Behandlungen heute grosse Anerkennung finden, wurde ihre Wirksamkeit bisher nur selten in Studien überprüft. Die Neurologin Dr. Vialla hat mit einem Team der Sapienza-Universität in Rom und in Zusammenarbeit mit der italienischen Shiatsu-Vereinigung in einer Pilotstudie untersucht, ob Shiatsu in Kombination mit einer Amitriptylin1-Behandlung die Häufigkeit von Migräne-Attacken senken kann.
Der Inhalt der Studie
Es handelt sich bei der vorliegenden Studie um eine Einfachblindstudie. Das heisst, die Studienteilnehmenden wussten nicht, welche Behandlung sie erhalten würden. An der Studie nahmen insgesamt 37 Patientinnen und Patienten teil, die zuvor mit mindestens zwei Prophylaxe-Medikamenten ohne Erfolg behandelt worden waren. Während eines Zeitraumes von 3 Monaten wurden die drei Gruppen, deren jeweilige Zusammensetzung rein zufällig war, wie folgt behandelt: 13 Personen ausschliesslich mit Shiatsu, 13 ausschliesslich mit Amitriptylin und 11 von ihnen mit Shiatsu und Amitriptylin.
Das primäre Behandlungsziel war es, mindestens eine Halbierung der Kopfschmerztage pro Monat zu erwirken. Als weitere Parameter wurden die Kopfschmerztage pro Monat, die Kopfschmerzintensität mittels der visuellen Analogskala (einer Art Schmerzlineal, auf dem man die Stärke des Schmerzes anzeigen kann) und die Zahl der monatlich eingenommenen Schmerzmittel protokolliert.
Die Resultate der Studie
Bei allen drei Gruppen zeigte sich, dass sich mit der Behandlung sowohl die Häufigkeit als auch die durchschnittliche Intensität der Kopfschmerzen verringerte und die Betroffenen deutlich weniger Medikamente einnehmen mussten. Während sich die Resultate bezüglich der Kopfschmerzhäufigkeit nicht voneinander unterschieden, zeigten sich bei den weiteren Parametern Hinweise auf unterschiedliche Effekte der jeweiligen Behandlungen. Shiatsu führte, sowohl als Einzelbehandlung als auch in Kombination, bei den Teilnehmenden zu einer geringeren Schmerzmitteleinnahme pro Monat als die rein medikamentöse Behandlung. Auch zeigten 7 der 37 Teilnehmenden, also jeder fünfte, Nebenwirkungen, die alle auf das Medikament zurückzuführen waren, während Shiatsu von allen Teilnehmenden sehr gut vertragen wurde.
Obwohl die Studie aufgrund der geringen Anzahl Teilnehmender und des fehlenden Vergleichs mit einer reinen Placebobehandlung mit Vorsicht zu betrachten ist, erscheint eine komplementärtherapeutische Behandlung von Migräne mit Shiatsu als sicher und lässt den Schluss zu, dass Shiatsu bei Migräne einen wertvollen Beitrag leisten kann, um die Beschwerden zu lindern und die Einnahme von Medikamenten zu verringern.
1) Amitriptylin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, der unter anderem auch zur Migräne-Prophylaxe eingesetzt wird.