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Von allen wichtigen Märkten Asiens bietet China den Anlegern unserer Ansicht nach das attraktivste Risiko-Rendite-Verhältnis. China war die ers-te Volkswirtschaft, in der die Inflation ihren Höhepunkt erreichte, und die Haushaltslage des Landes zählt zu den besten weltweit. Die chinesischen H-Aktien konnten sich seit ihrem Tief bereits verdoppeln. Auslöser waren umfangreiche fiskalpolitische Anreize und die Lockerung der Geldpolitik. Wir rechnen mit einer anhaltenden Expansion der chinesischen Volkswirtschaft und einer weiterhin positiven Entwicklung der chinesischen Aktienmärkte. Nach den starken Kursgewinnen könnten die Märkte kurzfristig in eine Konsolidierungsphase eintreten. Voraussetzung für eine nachhaltige Rally ist ein solides Gewinnwachstum.
Stimulation der Wirtschaft
Seit September nahm die People's Bank of China den einjährigen Leitzins schrittweise von 7,5 auf 5,3% zurück. Anfang 2008 waren die Inflation und die Zinsen in China hoch, wodurch die Zentralbank dem weltweiten Abschwung, der auch einen Rückgang der Inflation zur Folge hatte, mit erheblichen Zinssenkungen begegnen konnte. Die Notenbank betonte, dass die Senkungen ein «kontinuierliches und rasches» Wirtschaftswachstum ermöglichen sollen. Im 4. Quartal 2008 wurde bekanntgegeben, dass der chinesische Staatsfonds Titel der grössten Banken Chinas kaufen werde. Ausserdem wurde die Stempelabgabe für den Handel mit A-Aktien halbiert. Im November 2008 kündigte der chinesische Staatsrat ein wichtiges fiskalisches Anreizpaket über zwei Jahre an.
Verbesserte Zahlen
Seit Frühjahr 2009 haben sich die chinesischen Wirtschaftszahlen kontinuierlich verbessert. Dies hat in Verbindung mit der höheren Kreditvergabe der Banken und einer Zunahme der Immobilientransaktionen den Risikoappetit der Anleger angeregt. Im 1. Quartal 2009 wurden neue Kredite in Höhe von 4,58 Billionen RMB gewährt, was mehr als 90% des Haushaltsplans der Regierung für das Gesamtjahr von 5 Billionen RMB entspricht. China meldete im 1.Quartal 2009 ein BIP-Wachstum von 6,1% zum Vorjahr. Wir sind zuversichtlich, dass China auch in der 2. Jahreshälfte von den Effekten des Konjunkturpakets profitieren wird. Das Anreizprogramm war umfangreich genug, um ein 8%iges BIP-Wachstum zu sichern. Derzeit besteht kein Bedarf für ein weiteres grosses Konjunkturpaket. Zudem wurde deutlich, dass die Behörden ihr Augenmerk zusehends von einem exportorientierten Wachstumsmodell auf die Stimulierung der Binnennachfrage verlagern. Das Konjunkturprogramm wurde u.a. durch eine zusätzliche Kapitalspritze für den Gesundheitssektor über 850 Mrd RMB erweitert. Wir erwarten weitere Schritte zur Reduzierung der Sparquote und Steigerung der Konsumbereitschaft, indem beispielsweise das soziale Sicherheitsnetz und die Reform des Gesundheitswesens gefördert werden.
Die Erholung Chinas eröffnet zahlreiche Anlagegelegenheiten. Die Aktienkursentwicklung hat gezeigt, dass die zyklischen und rohstofforientierten Sektoren (Schifffahrt, Stahl etc.) weltweit zu den Nutzniessern gehören. Im Vergleich zu früheren Zyklen weisen viele dieser globalen zyk- lischen Sektoren jedoch schwache Fundamentaldaten auf, weshalb ihre langfristigen Perspektiven weniger robust als im letzten Zyk-lus sind.
Wir gehen davon aus, dass die chinesische Regierung den Immobilienmarkt ankurbeln will. Die Einlagen der Privathaushalte belaufen sich auf über 3 Billionen Dollar und ihr Verschuldungsgrad ist niedrig. In Städten wie Guangzhou und Shenzhen erfuhren die Immobilienpreise eine Korrektur von mehr als 50% gegenüber ihren Hochs, wodurch die Erschwinglichkeit wieder zugenommen hat.
Positiv für Hongkong
Angesichts des robusten Kreditwachstums und der angemessenen Bewertungen identifizieren wir auch im Bankensektor Chinas Wertpotenzial. Ferner könnten sich auch binnenmarktorientierte Sektoren wie Einzelhändler und Baustoffhersteller mittelfristig solide entwickeln. Infolge der geografischen Nähe und der engen Handelsbeziehungen zu China, dürfte auch die Wirtschaft Hongkongs und dessen Aktienmarkt positive Impulse erhalten.
Auch die übrigen asiatischen Staaten und der Rest der Welt werden profitieren. Da die Wachstumsfaktoren binnenwirtschaftlicher Natur sind, dürfte der Effekt deutlich indirekter als in der Vergangenheit zu Tage treten. So muss China beispielsweise im Vergleich zu früher weniger Maschinen und Präzisionsgeräte aus Ländern wie Deutschland und Japan importieren. Chancen bieten sich hingegen weltweiten Konsumgüterunternehmen, darunter der Bereich Luxusgüter, dank der Fokussierung auf den Konsum in China.