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Während des Kolonialismus beanspruchten Staaten fremdes Territorium für sich, bereicherten sich an den Rohstoffen des kolonialisierten Landes und betrieben auch Sklavenhandel. Die britischen Kolonien erstreckten sich Ende des 19. Jahrhunderts auf fast einen Viertel der Landfläche der Erde, damit war England die grösste Kolonialmacht.
Frankreich war die zweitgrösste Kolonialmacht. Die Franzosen unterwarfen unter anderem Staaten in West- und Zentralafrika. 1945 wurde in mehreren französischen Kolonien der «Colonies Françaises d’Afrique Franc» – kurz CFA-Franc – eingeführt. Das Zahlungsmittel war mit einem festen Wechselkurs an den französischen Franc, die damalige Währung Frankreichs, gebunden. Ein CFA-Franc entsprach bei seiner Einführung dem Wert von 1.70 französischen Francs.
Der CFA-Franc blieb auch nach der Entkolonialisierung im Umlauf. Heute existieren zwei Versionen des Zahlungsmittels: der westafrikanische und der zentralafrikanische CFA-Franc. Die Abkürzung steht mittlerweile für «Franc de la Communauté Financière d’Afrique» und «Franc de la Coopération Financière en Afrique Centrale». Die Währung wird gegenwärtig in 14 afrikanischen Ländern beziehungsweise von 155 Millionen Afrikanerinnen und Afrikanern benutzt.
Beide Versionen des CFA-Franc sind nach wie vor mit einem festen Wechselkurs an die französische Währung gekoppelt: 655 CFA-Francs entsprechen rund dem Wert von einem Euro. Diese Koppelung macht die CFA-Franc-Länder von der Europäischen sowie der Französischen Zentralbank abhängig. 1994 etwa wertete die Französische Zentralbank den CFA-Franc ohne Rücksprache mit den west- und zentralafrikanischen Zentralbanken ab. Generell wirkt sich der feste Wechselkurs negativ auf die afrikanischen Exportpreise aus.
Zusätzlich sind die zentral- und westafrikanischen Zentralbanken verpflichtet, 50% ihrer Währungsreserven bei der französischen Staatskasse zu hinterlegen. Früher war dieser Prozentsatz sogar noch höher angesetzt. In Frankreich sollen derzeit 20 Milliarden US-Dollar an Währungsreserven parkiert sein. Geld, worauf die betroffenen afrikanischen Länder keinen Zugriff haben.
Die Französische Zentralbank garantiert im Gegenzug die Umtauschbarkeit des CFA-Franc zum genannten Kurs und hält damit den CFA-Franc-Wert stabil. Die Stabilität zeigt sich auch bei der Inflation: Die Inflationsrate in der Elfenbeinküste lag während den vergangenen 50 Jahren beispielsweise bei 6%. In Ghana, wo der Cedi als Währung genutzt wird, bei 29%.
Immer wieder entflammen Diskussionen um den CFA-Franc, die Rechtfertigung seiner Existenz im 21. Jahrhundert und die damit einhergehende wirtschaftspolitische Macht Frankreichs über die CFA-Franc-Zone. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den Ball den 14 CFA-Franc-Ländern zugespielt. Er sei offen für alternative Lösungen von den betroffenen afrikanischen Staatsführern, sagte Macron letztes Jahr während eines Besuchs in Burkina Faso.