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In den frühen 1970er Jahren war Alice Cooper das, was heute Marilyn Manson ist: ein Schockrocker. Der Amerikaner trat in Zwangsjacke auf. Oder mit einer Boa constrictor um den Hals. Auf der Bühne simulierte er seine Exekution.
Die meist jugendlichen Konzertbesucher waren begeistert. Aber nur in den USA. In Europa hatte noch niemand von Alice Cooper gehört. Trotzdem buchte sein Manager Shep Gordon gleich die Wembley-Arena, als Cooper zum ersten Mal in London auftreten sollte.
Kein guter Plan. Denn wenige Tage vor dem Konzert waren ganze 50 Tickets verkauft. Und die Wembley-Arena bietet Platz für 10 000 Leute. Wenn je jemand eine gute Idee brauchte, dann war das Shep Gordon am 27. Juni 1972.
Und Gordon hatte eine gute Idee. Er liess einen Lastwagen mit einem riesigen Poster bekleben, das einen nackten Alice Cooper zeigte – die Genitalien einzig von einer Boa constrictor bedeckt. Das Poster verkündete, dass der amerikanische Rocker am 30. Juni 1972 in der Wembley-Arena auftreten würde.
Dann bat Gordon den Fahrer des Lastwagens, während der Rush Hour einen Motorschaden vorzutäuschen. Und zwar am Piccadilly Circus, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Londons.
Am nächsten Tag waren die Zeitungen und Nachrichtensendungen voll mit Fotos des Lastwagens, der für zwei Stunden den Londoner Verkehr zum Erliegen gebracht hatte. Und immer im Bild: das provokative Plakat für das bevorstehende Konzert von Alice Cooper.
Sämtliche Eltern in London liessen ihre Teenager wissen, was für ein perverser Spinner doch dieser obskure Sänger aus den USA sei. Und sämtliche Teenager rannten los und besorgten sich Tickets für das innerhalb von wenigen Stunden ausverkaufte Alice-Cooper-Konzert.