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Die heutige Schulanlage
Erste Spuren, die auf die Errichtung eines neuen Schulgebäudes verweisen, gehen auf das Jahr 1965 zurück. In diesem Jahr legt man ein Dossier zum zukünftigen Bauprojekt an, das allerdings nur sehr langsam anwächst. 1967 spricht sich der Staatsrat in einem Bericht dafür aus, dass das Raumproblem definitiv gelöst werden müsse. Es vergehen aber mehr als zehn Jahre, bis man sich ernsthaft mit der Angelegenheit befasst. 1979 fallen die Entscheidungen: Das kantonale Mädchengymnasium wird vollends verstaatlicht, es erhält einen neuen Namen und zieht aus dem Gebäude der Akademie aus. Der Kanton Freiburg verzichtet auf den Ankauf des historischen Gebäudes. Der im Jahr 1970 von den Marianisten erworbene Gebäudekomplex der Villa Saint-Jean wird bis auf die Villa Gallia abgerissen, um Platz für ein neues Schulgebäude samt Turnhalle zu gewinnen.
Die Architekten Charles Passer, Jean-Claude Sauterel, Jean-Marie Dénervaud und Jean-Louis Waeber arbeiten ein Baurojekt aus, das der Generalrat der Stadt als Mitinhaber der Sporthalle und der Grosse Rat im Februar 1980 gutheissen und dem Volk im Juni gleichen Jahres zur Abstimmung vorlegen. Das Projekt wird angenommen - die Abbrucharbeiten können beginnen.
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Nach zweijähriger Bautätigkeit ist die Schulanlage zum Schuljahresbeginn 1983/84 bezugsbereit und wird im Beisein von Behörden, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern feierlich eingeweiht. Die Turnhalle, die sich die Schule mit der Universität und der Stadt Freiburg teilt, bietet ein riesiges Spielfeld und lässt sich durch Plastikwände in drei Hallen unterteilen, so dass mehrere Klassen gleichzeitig darin aktiv sein können. Das Hauptgebäude ist ein dreistöckiger, von Metallsäulen getragener Plattenbau mit Glasfassade. Im Untergeschoss befinden sich die Bibliothek, die Mediathek, der Lesesaal und die Cafeteria. Das Erdgeschoss ist der Verwaltung, den Lehrerzimmern und der Aula vorbehalten. Mit 26 Schulzimmern in den oberen Etagen sowie speziellen Räumen für den naturwissenschaftlichen und den Sprachunterricht ist die Anlage vor allem zweckmässig angelegt, und man erhofft sich zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme, dass sie den Platzansprüchen langfristig genügt.
Erwähnenswert sind der überdachte Pausenhof und vor allem die so genannte „Ente“, eine für Freilichtaufführungen angelegte, in Stufen ansteigende Sitzanlage im Freien. Zwei Metallskulpturen von Charly Oberson runden die Aussenanlage ab. Sie stehen für Tatkraft und Beständigkeit – zwei wichtige Elemente bei der Schulung von Körper und Geist.
Der Neubau straft bald alle Erwartungen Lügen, denn die Schülerzahlen steigen weiter an, obwohl die unteren Klassen an die Orientierungsschule abgegeben werden. Einmal mehr in Raumnot geraten, stockt man das Gebäude im Verlauf des Schuljahres 1991/92 um eine vierte Etage auf. Vergebliche Mühe: Kaum fertiggestellt, erweist sich die Anlage trotz Erweiterung schon beim nächsten Schuljahresbeginn als zu klein. Inzwischen besuchen 900 Schülerinnen und Schüler die ursprünglich auf gut 600 Personen angelegte Anlage. Daraufhin macht man die Villa Gallia wieder für den Unterricht nutzbar. Doch das ist einmal mehr nur ein Notbehelf.
Anstelle von Zwischenlösungen ist eine Gesamtbetrachtung des Problems unabdingbar. Diese Einsicht liegt dem Entscheid des Kantons zu Grunde, als er im Mai 2013 einen Architekturwettbewerb ausschreibt. Von den eingereichten Projekten erwartet man sich Vorschläge, wie die bestehende Anlage renoviert, den Anforderungen einer Einrichtung mit nahezu 1000 Schülerinnen und Schülern durch Gemeinschaftsräume, Lese- und Studiensäle angepasst und, dem demographischen Wandel mittelfristig Rechnung tragend, bei Bedarf erweitert werden kann.