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Geschichte
Die erste Erwähnung datiert aus dem Jahr 845: „Der Hof Ragaz besitzt Äcker, Wiesen, Reben, Landwirtschaftsgüter, zwei Alpen und eine Kirche mit dem Abgabenrecht von jedem Haus“. Aus den genossenschaftlichen Gemeingütern (Allmenden) entstand die Ortsgemeinde.
Der 1803 gegründete Kanton St. Gallen unterscheidet die Politische oder Einwohnergemeinde und die Orts- oder Bürgergemeinde. Nach der dritten Kantonsverfassung von 1831 kam es zur „Ausscheidung der Gemeindegüter unter dem Gesichtspunkt der Aufgabenerfüllung“.
Das Wappen der Ortsgemeinde Bad Ragaz ist das gekerbte Tatzenkreuz, (auch Johanniter oder Malteserkreuz) auf rotem Grund. Mit der Namensänderung zu Bad Ragaz im Jahr 1936 wählte die Politische Gemeinde die weisse Taube auf blauem Grund zu ihrem Wahrzeichen. Die Ortsgemeinde blieb beim angestammten Tatzenkreuz, welches im fünfzehnten Jahrhundert der Benediktinerabt Werner von Reitnau den damaligen Untertanen, der Genossenschaft von Ragaz, geschenkt hatte.
Das Archiv der Ortsgemeinde berichtet von den Wuhrarbeiten an Rhein und Tamina, die als gewaltige Leistungen der Vorfahren in Veröffentlichungen der Ortsgemeinde dokumentiert sind („Ammann und Richter“/ „Urkunden und Akten“). Die Wälder, Alpen, das Areal der Ruine Freudenberg und der Giessenpark dienen der Allgemeinheit. Alle vier Jahre verleiht die Ortsgemeinde eine Bernhard Simon Medaille für besondere Leistungen im kulturellen oder sozialen Bereich. Das gleichnamige Museum ist ein sichtbares Zeichen für den Ehrenbürger der Ortsgemeinde und Begründer des Kurortes (SPA Village) Bad Ragaz.
Grundeigentum
Die Gemeinde Bad Ragaz umfasst eine Gesamtfläche von 2’540 Hektaren Land. Rund 75 Prozent dieser Fläche, nämlich über 1’900 Hektaren, befinden sich im Besitz der Ortsgemeinde. Weiter ist noch eine Alp mit einer Gesamtfläche von annähernd 250 ha auf Boden der Nachbarsgemeinde Pfäfers im Eigentum unserer Ortsgemeinde.
Von den Flächen der Ortsgemeinde werden zirka 180 Hektaren als Kulturland bewirtschaftet und knapp 40 ha stehen als Golf- oder Parkanlage zur Verfügung. Auf etwa 550 ha beläuft sich der Waldbesitz, welcher durch den Zweckverband Tamina Forst bewirtschaftet wird. Der bedeutendste Landanteil entfällt auf die Alpen mit einer Fläche von über 990 Hektaren.
Beachtlich ist auch das Strassen- und Wegnetz der Ortsgemeinde Bad Ragaz. Etwa 40 Kilometer Alp- und Forststrassen sowie ca. 10 Kilometer Güterstrassen werde durch uns unterhalten. Zudem sind wir Mitglied der Saarmelioration und mehreren Strassenkorporationen in der Gemeinde Pfäfers.
Leistungen für die Allgemeinheit
Die jahrhundertelang haushälterisch gehegten Besitzungen ermöglichten und ermöglichen es unserer Ortsgemeinde auch heute noch, namhafte Leistungen zum Wohle der Allgemeinheit zu erbringen. So konnte im Jahr 1985 das Mehrfamilienhaus Allmend mit 13 Wohnungen erstellt werden. Im Jahr 2007 folgte das Mehrfamilienhaus Kirchgasse mit weiteren 17 modernen Alters- und Familienwohnungen. Weitere günstige Mietwohnungen komplettieren das Wohnungsangebot und ansässigen Familien wird nach Möglichkeit günstiges Bauland zur Erstellung eines Eigenheims angeboten.
Seit den Fünfzigerjahren beschäftigt die Ortsgemeinde eine eigene Forstgruppe, welche im 2008 im Zuge der neuen Forstorganisation des Kt. SG mit der Forstgruppe Pfäfers im Zweckverband Tamina Forst fusioniert wurde. Durch Tamina Forst werden rund 1700ha Wald bewirtschaftet, etwa 70% davon betrifft Schutzwald. Im 2017 durfte der Tamina Forst den neu erstellten Forstwerkhof an der Heulösergangstrasse (RI-AU) beziehen.
Kulturell engagieren wir uns in vielfältiger Weise. So unterhalten wir zum Beispiel die Ruine Freudenberg, welche seit 1985 in unserem Besitz ist. Weiter beherbergen wir seit dem 2004 im Alten Rathaus die Pinakothek und im 2009 konnten wir im Grand Resort Bad Ragaz das Bernhard Simon Museum eröffnen. Der schöne Giessenpark, welcher in unserem Besitz ist, unterhalten wir gemeinsam mit Bad Ragaz Tourismus und stellen ihn als wertvolles Naherholungsgebiet der Öffentlichkeit zur Verfügung. Nicht zuletzt unterstützen wir etliche kulturelle und soziale Institutionen sowie Vereine und Projekte mit finanziellen Beiträgen.
Seit jeher dient die Ortsgemeinde auch der Landwirtschaft mit der Zurverfügungstellung von günstigem und gutem Pachtland. Im Interesse einer gesunden Entwicklung unseres Dorfes, stellt die Ortsgemeinde aber auch immer wieder dort Land zur Verfügung, wo es benötigt wird. Der Industrie dient dies zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und der Gemeinde zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben.
Nach dem Bezug des neuen Post/Rathaus Gebäudes durch die Politische Gemeinde, konnte die Ortsgemeinde im Jahr 2001 ihr „Altes Rathaus“, welches sie 1924 an die Politische Gemeinde verkauft hatte, wieder übernehmen. Innen wurde das Gebäude anschliessend komplett restauriert. In einem Bereich wurden das Büro der Ortsgemeindekanzlei und die Ratsstube errichtet. Der überwiegende Teil des Gebäudes steht heute der Öffentlichkeit als Pinakothek für wechselnde Kunstausstellungen zur Verfügung.