Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03268.jsonl.gz/473

"Eine jetzt veröffentlichte Studie hat die Häufigkeit von Depressionen und Suizidgedanken sowie das Suizidrisiko bei Tiermedizinstudierenden in Deutschland, mit dem der Allgemeinbevölkerung verglichen.
Die meisten Tiermedizinstudierenden haben seit der Kindheit den großen Traum Tierarzt oder Tierärztin zu werden und wenn der heißersehnte Studienplatz endlich da ist, kann es losgehen. Doch für viele wird schnell klar, dass Traum und Realität sich stark voneinander unterscheiden und der Druck im Studium sehr hoch ist. Schnell kommt es zu Problemen und bei zahlreichen Tiermedizinstudent*innen zu Depressionen, Überforderung und sogar Suizidgedanken und -absichten.
In vielen verschiedenen Ländern auf der Welt ist das Problem der Tiermedizinstudierenden und deren erhöhtes Risiko für Depressionen und Suizid bereits bekannt. In den USA und England wurden bereits mehrere Studien zur mentalen Belastung durchgeführt und ausgewertet." (Thieme Vet). In der Schweiz fehlen solche Studien und Ergebnisse bislang. Die folgenden Zahlen stammen aus einer Studie aus Deutschland. Jedoch ist die Vermutung, dass diese Ergebnisse auch auf Schweiz übertragbar sind. Die ganze Studie findest du hier.
"Der Studie zufolge kamen bei den Tiermdizinstudierenden Depressionen bei 45,9% (im Vergleich zu 3,2% in der Allgemeinbevölkerung) und Suizidgedanken bei 19,9% vor (im Vergleich zu 4,5% in der Allgemeinbevölkerung). Das Suizidrisiko lag bei 24% (im Vergleich zu 6,6% in der Allgemeinbevölkerung). Demnach haben Studierende der Tiermedizin ein 22,1-mal höheres Risiko als die Allgemeinbevölkerung, an Depressionen zu leiden, und ein 4-mal höheres Risiko, unter Suizidgedanken zu leiden. Das Suizidrisiko ist 4,2-mal so hoch.
Die Studie zeigt die Häufigkeit von mentalen Problemen bei Tiermedizinstudierenden in Deutschland auf und macht auf das Thema aufmerksam. Zufünftig wird die Prävention immer wichtiger, da die Probleme auch die fertig studierten Tiermediziner*innen betreffen. Es muss dringend ein Umdenken in dem Berufsfeld, angefangen mit dem Studium, stattfinden." (Thieme Vet)
Die Vetsuisse Fakultät hat bereits zusammen mit der GST, Universität Bern, Universität Zürich und der Firma GRAEUB gehandelt und das Projekt "HappyVetProject" gestartet. HappyVetProject versammelt tierärztliches Klinikpersonal, akademische Fachkräfte und Meinungsmachende rund um das Thema Burnout-Prävention in der Veterinärmedizin mithilfe von Selbsthilfe-Tools, Erfahrungsberichten, Expertenwissen, Artikeln, einem speziellen Veranstaltungsprogramm, kostenlosem Lernen und ehrlichem Erfahrungsaustausch. Lasst uns gemeinsam eine notwendige und fehlende Mentalität im Bereich der Tierpflege und ein schützendes Arbeitsumfeld aufbauen.