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Die Institution "Genossenschaft" war schon vor Jahrhunderten jene Rechtsform, in welcher sich Gleichgesinnte in der Selbsthilfe zusammenfanden. Es war deshalb eine gute Idee, als sich vor 75 Jahren, am 29. April 1946, auch in Rüschlikon eine Reihe initiativer Männer zusammentaten und unsere "Baugenossenschaft Rüschlikon" gründeten. Mit Starthilfe der öffentlichen Hand und getragen mit der Zustimmung der Rüschliker Bürgerschaft, wurden in verschiedenen Etappen preisgünstige Wohnungen erstellt.
Nach Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1945, begann in der Schweiz, insbesondere in den heutigen Wirtschafts- und Ballungszentren, sich eine Wohnungsknappheit abzuzeichnen. Diese Tatsache führte zu einer ständigen Ausweitung des Arbeitsmarktes, dem leider der private Wohnungsmarkt nicht ganz zu folgen vermochte. Der Wohnungsmarkt wurde zu einem vordringlichen Problem. Vermehrt wurde nach Lösungen gesucht den allgemeinen (und sozialen) Wohnungsbau, zu fördern.
Die Initianten, bestehend aus den Herren Eduard Knispel, Armin Schück, Dr. Alfred Egli, Hans Graf und Arthur Zollinger planten den Bau subventionierter Wohnungen für Angestellte und Arbeiter. Dank der Mithilfe des seinerzeitigen Rüschlikoner Kantonalbankdirektors (ZKB) Fischbacher und dem politischen Wohlwollen des damaligen Gemeinderates war es möglich, aus dem Besitze des früheren Gemeindepräsidenten Schwarzenbach, Wiesland im "Schönen" zu erwerben. Wiederum hat unsere Hausbank (ZKB) dazu beigetragen, dass an der Schönenstrasse 42 ein Projekt mit 3 Dreizimmer-, 2 Vierzimmer- und 2 Fünfzimmerwohnungen realisiert werden konnte. Erstmals wurden auch zwei Garageboxen erstellt. Leider sind heute Autoabstellplätze an der Schönenstrasse Mangelware. Am 1. Dezember 1958 konnten diese Wohnungen bezogen werden.
Mit diesem abgeschlossenen Projekt war im "Schönen" nun alles überbaut und die Baugenossenschaft hätte von da an eine reine Verwaltungstätigkeit ausüben sollen.
Doch es kam anders. Die Gemeinde besass an der alten Landstrasse 60 zwei Liegenschaften mit Abbruchobjekten. Eine Anfrage des Gemeinderates, ob die Baugenossenschaft Rüschlikon bereit wäre, anstelle der Gemeinde, die Überbauung zu erstellen, war natürlich positiv zu beantworten. Nachdem die Finanzierung wiederum durch die ZKB erfolgte, wurde mit dem Bau, bestehend aus sieben Wohnungen zu zwei-, drei-, vier- und fünf Zimmern sowie acht Garageboxen, sofort begonnen. Am 1. April 1968 kam auch die vierte, Bauetappe zum Abschluss.
Projekt Reithalle an der Bahnhofstrase
Die Baugenossenschaft Rüschlikon führte vorgängig einen Architekturwettbewerb durch. Das Siegerprojekt war dann auch Grundlage für den Baurechtsvertrag. Insgesamt wurden auf zwei Wohnhäuser mit Tiefgarage, 25 Wohnungen verteilt: 12 4 ½ -Zimmer-Wohnungen, die restlichen als 2 ½ - bis 6 ½ -Zimmer-Wohnungen. Im Sockelgeschoss waren Atelierräume geplant.
Im November 2017 konnten die Wohnungen bezogen werden. Die Baukosten von rund 19 Mio. wurden im budgetierten Rahmen abgerechnet. Die Überbauung ist nachhaltig und nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft erstellt.
In den letzten 20 Jahren wurden sukzessive alle Liegenschaften umfassend renoviert.
Die Erneuerungsarbeiten wurden zum Teil als wertvermehrende Aufwendungen bewertet. Dies hatte zur Folge, dass jeweils die Mieten angemessen erhöht werden mussten. Nach wie vor liegen aber die Mieten unserer Wohnungen unter den vergleichbaren Mietzinsen im freien Wohnungsbau. Die orts- und quartierüblichen Mieten sind bei weitem noch nicht erreicht.
Auch den ordentlichen Unterhaltsarbeiten und Erneuerungen wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Heute präsentieren sich die Liegenschaften in einem sehr guten Zustand.