Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03640.jsonl.gz/2050

Ernennung eines Ersatz-Willensvollstreckers
Jeder Erblasser hat nicht nur das Recht, einen Willensvollstrecker zu ernennen, sondern auch, einen Ersatz-Willensvollstrecker zu wählen. Wenn der erstgenannte Willensvollstrecker nicht in der Lage oder Willens ist, das ihm zugestandene Amt zu übernehmen, so kann der Ersatz-Willensvollstrecker mit dem Amt betraut werden. Für Erblasser wichtig zu wissen ist, dass es kein Willensvollstrecker Substitutionsrecht gibt. Ein Substitutionsrecht für Willensvollstrecker würde es dem erstgenannten Willensvollstrecker ermöglichen, selbst einen Ersatz-Willensvollstrecker zu ernennen.
Wie erhält der Willensvollstrecker Kenntnis von seiner Ernennung?
Wenn Erblasser einen Willensvollstrecker bestimmen, so wird dieser vom Erbschaftsamt über seine Ernennung informiert, nachdem der Erblasser beziehungsweise die Erblasserin verstorben ist. Im Anschluss hat der Willensvollstrecker zwei Wochen Zeit, die Ernennung anzunehmen oder abzulehnen. Wenn man als Erblasser einen Willensvollstrecker einsetzen möchte, ist es allerdings sinnvoll, seinen gewünschten Willensvollstrecker noch zu Lebzeiten über die Ernennung zu informieren und zu fragen, ob dieser bereit ist, das Amt zu übernehmen. So kann man gegebenenfalls noch einen anderen Willensvollstrecker bestimmen.
Recht und Pflichten des Willensvollstreckers
Der Willensvollstrecker hat laut Art. 517 Abs. 3 ZGB das Recht auf eine angemessene Vergütung, zu denen unteranderem auch Auslagen und Spesen zählen. Die Kosten richten sich dabei nach der Höhe des Vermögens, dem Schwierigkeitsgrad des Falls sowie des erforderlichen Zeitaufwands. Zudem hat er die Befugnis inne, über die Erbschaft zu verfügen und beispielsweise Pfandgeschäfte vorzunehmen. Zusätzlich übernimmt der Willensvollstrecker die Aufgabe, die Erbteilung vorzubereiten, die Nachlasshöhe festzustellen und den Erben einen Teilungsvorschlag zu unterbreiten.
Neben der Durchführung der Verwaltung der Erbschaft sowie der Schuldentilgung, erhält der Willensvollstrecker die Befugnis der Prozessführung. Somit ist dieser in besonderen Situationen ermächtigt, Einspruch im Falle einer Ungültigkeits- oder Erbschaftsklage gegen Dritte zu erheben. Dabei darf der Willensvollstrecker als aktive oder passive Rolle agieren, wenn diese seine Stellung selbst betrifft.