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EXTRAVAGANTE MODE BEI DEN KAMPFLÄUFERN
Kampfläufer machen ihrem Namen alle Ehre. Mit prachtvollen Federn geschmückt, liefern sich die Männchen in Balzarenen spektakuläre Schaukämpfe, um die Weibchen zu beeindrucken. In der Schweiz sind diese Vögel regelmässige Durchzügler. Im Frühjahr verlassen sie ihre Winterquartiere im tropischen Afrika, um ihre Brutgebiete in Nordeuropa aufzusuchen. Mit etwas Glück kann man sie auch beim Rasten in den Thurauen antreffen.
Wie bei den meisten Vögeln werden bei den Kampfläufern (Calidris pugnax) die Männchen von den Weibchen auserwählt. Deshalb verteidigt der grösste Teil der Männchen innerhalb von Balzarenen im Brutgebiet ein kleines Revier (ca. 1m2 Schlammfläche) und stellen am Tanzplatz sein extravagantes Federkleid zur Schau, um das Interesse der Weibchen zu wecken. Nur wer genau hinblickt, erkennt, dass sich in diesen Arenen ein noch weitaus komplexeres Paarungsgeschehen abspielt.
Die männlichen Kampfläufer lassen sich aufgrund ihres Aussehens in drei Kategorien einteilen. Die auffälligen, häufigen «residenten Männchen» verteidigen ein Revier und tragen einen schwarzen oder orangeroten Kragen. Es gibt aber auch Männchen, die nicht das Glück haben, eine solch eindrucksvolle Ausstattung zu besitzen. Mit ihrem weissen Kragen sind diese sogenannten «Satellitenmännchen» für die Weibchen weniger attraktiv. Die residenten Männchen aber sehen neben den schlichten Satellitenmännchen noch unwiderstehlicher aus. Deshalb dulden sie die Satellitenmännchen an ihrem Tanzplatz, welche so wiederum ab und zu eine Paarung ergattern können. Der dritte Männchen-Typ kommt selten vor. Es sind schmucklose Männchen, die wie Weibchen aussehen. Dank ihrer «Tarnung» werden sie von den residenten Männchen nicht vertrieben und schaffen es, sich in unbemerkten Momenten mit den Weibchen zu paaren.
Bis ins 19. Jahrhundert konnte man in Mitteleuropa die beeindruckenden Balztänze der Kampfläufer regelmässig miterleben. Entwässerungen und die Intensivierung der Landwirtschaft haben jedoch zu Lebensraumverlusten geführt. Zum Glück ist für diese Vögel in den revitalisierten Thurauen noch ein Rastplatz vorhanden, wo sie auf ihrer langen Reise bis ins Brutgebiet in Nordeuropa Energie sammeln können.