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Der ehemalige Mittelschullehrer am Hochalpinen Institut in Ftan, Paul Eugen Grimm (Experte für Bündner Geschichte speziell das Unterengadin und Genealogie) schreibt in seinem umfassenden Werk «Scuol – Landschaft Geschichte Mensen» über das Hotel Lischana: «Dem Abbruch geweiht ist ebenfalls das Hotel Lischana. Es wurde durch die Familie Bischoff aus Pula errichtet und erhielt den Namen Helvetia, da das gleichnamige Hotel in Büglgrond damals nicht mehr in Betrieb war. Mit dem Übergang an die Familie Bigler wurde aus dem Haus das Hotel Bigler, später das Lischana.»
In der Dokumentation zur Schaufenster-Ausstellung der Apoteca & Drogaria Engiadinaisa in Scuol vom Sommer 2008 schrieben Kathrin & Jachen Mischol:
«1906 erbaut Hr. Bischoff-Morandi von Scuol (Cousin des damaligen Capo Jon Pischen Bischoff, wohnhaft in Polen) dieses Hotel. Das Gelände war sehr feucht (von der Moräne wurde gesagt…) und beim Bau gab es zwei Todesfälle zu beklagen.
Die Erben des Hotels, Familie Morandi, vermietete und verkaufte das Hotel an Emil-Bigler Feldmann aus dem Kanton Bern. Emil Bigler war Bäcker von Beruf und führte vorher das Hotel Curuna, danach das Hotel Valentin. Nach dem Tod von Emil Bigler, führte sein Sohn Paul das Hotel weiter. 1881 führte Frau B. Caduff das Hotel. 1914 wurde der Balkon angebaut. Pauls Schwester, Mila Flor-Bigler führte das Hotel Hohenfels, welches auch der Familie Bigler gehörte.
Leider war man nicht so erfolgreich, Bigler 1953 Konkurs, das Hohenfels 1954.
Die Firma Stucker & Zesiger von Bern, Verwandte der Biglers, kauften darauf von den Banken beide Hotels ab und Milo und Mila führten die beiden Hotels weiter. Später wurde das Hotel Hohenfels verkauft und Frau Mila mit Sohn Hans kehrten 1962 ins Lischana zurück, bis 1981. Milo hatte inzwischen das Hotel Valentin verkauft. 1981 verkaufte Stucker & Zesiger das Hotel Lischana an Niculin Clavuot-Zerzer von Zernez, Wirt im Staila Scuol. Seit dem Tod seiner Frau Johanna steht das Hotel leer und verlottert immer mehr… schade! 2010 Verkauf.»
Das Lischana-Areal wurde 2010 von Burtel Oprandi gekauft. Der Architekt aus Zernez wollte von Anfang an eine Residenz für ältere Leute bauen. Durch die Zweitwohnungsinitiative im 2012 und der in Kraftsetzung der Ausführungsbestimmungen dafür wurde das Projekt mehrfach verzögert.
Oprandi will dem «Lischana» nun neues Leben einhauchen. Geplant sind 16 Wohnungen in 2 Gebäuden. Das alte Hotelgebäude soll komplett ausgehöhlt und renoviert werden. Gleich nebenan ist ein vierstöckiger Neubau geplant. Eine Tiefgarage mit 23 Autoeinstellplätzen, Fitness-, Tanz- und Spielräume sind geplant. Aber auch ein Bistro/Café und Ladenräume sind vorgesehen.
Der Bau dürfte eine besondere Herausforderung für den Zernezer Architekten werden. Es handelt sich beim «Lischana» um ein Jugendstil-Gebäude. Oprandi erwartet eine intensive und interessante Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege.
(Quelle: Südostschweiz, Fadrina Hofmann, 16.07.2019)
Alexander Marx aus Scuol haucht dem Garten/Tea Room neues Leben ein. am 18. Juli 2020 hat der sein Pop-Up-Beizli "Auf Bruch Bude" eröffnet. Dieses wird bis Ende Oktober die Liegenschaft des alten Hotel Lischana beleben.