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Die Poesie der Unendlichkeit (The Man Who Knew Infinity)
Regisseur und Drehbuchautor Matt Brown beginnt seine Geschichte über den arbeitslosen Inder Srinivasa Ramanujan in den Armenviertel von Madras, was einen unverzüglich an Dev Patels Durchbruch in Slumdog Millionaire erinnert. Man sieht wie Ramanujan in einem Tempel mit Kreide mathematische Formeln wie ein Kunstwerk auf den Boden malt. Er ist ein verkanntes Genie, der sich sein ganzes Wissen - ohne jegliche Ausbildung - selbst beigebracht hat, aufgrund seines ärmlichen Aussehens jedoch nirgends eine Stelle findet. Dabei ist er frisch verheiratet und muss jetzt auch für deren Unterhalt sorgen. Durch glückliche Umstände findet er nicht nur eine Stelle, sondern wird auch nach England an die angesehene Universität in Cambridge eingeladen. Dort möchte er möglichst schnell seine mathematischen Arbeiten publiziert sehen, um sich und seiner Frau ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch stattdessen sieht er sich mit viel Skepsis, Rassenhass und schliesslich auch dem 1. Weltkrieg konfrontiert, was seine Pläne auf den Kopf stellt und die Liebe zu seiner Frau auf eine harte Probe stellt. Ein Film, der derart viele Schichten bedienen und dabei Leben eines Mathematik-Genies erzählen muss, hat es nicht leicht. Glücklicherweise kann sich Brown auf ein einmaliges Cast, darunter die grossartig aufspielenden Dev Patel, Toby Jones und Jeremy Irons, verlassen. The Man Who Knew Infinity ist immer dann stark, wenn sein emotionaler Kern zum Vorschein kommt.
Dem emotionale Kern der Geschichte, der so viel hergeben würde, wird viel zu wenig Gewicht gegeben. Ramanujan lebt insgesamt 5 Jahre getrennt von seiner Frau, er lebt in einem ihm komplett fremden Land mit einer völlig fremden Kultur. Er muss ständig zusehen, wie er sich so ernähren kann, wie es seine Religion vorsieht. Dazu wird er immer wieder gemobbt und aufgrund seiner Herkunft und Hautfarbe diskriminiert, während er zunächst nur wenig Freunde und Fürsprecher findet. Das alles wäre so viel versprechend. Stattdessen verliert sich Matt Browns Geschichte immer wieder in der von Erfolgen und Rückschlägen geprägten Entwicklung Ramanujans Formeln und deren Belegung. Das wirkt repetitiv und mitunter auch ermüdend. Dadurch entwickelt sich zwischen Publikum und Protagonisten eine ähnliche Distanz, wie zwischen Jeremy Irons als britisch-kühlem Mentor und Dev Patel als isoliertem Schützling in der Fremde, was dazu führt, dass einem Ramanujans bewegende Lebensgeschichte letztlich nur teilweise zu berühren vermag.
The Man Who Knew Infinity / Die Poesie der Unendlichkeit (Kurzinhalt)
Der Inder Srinivasa Ramanujan (Dev Patel) hat kein Geld, um sich einen einfachen Start ins Leben zu ermöglichen. Aber er hat ein Kapital, das man sich nicht kaufen kann: seinen brillanten Verstand. Während des Ersten Weltkriegs gelangt er so nicht nur in das britische Königreich, um an der Universität von Cambridge studieren zu können, er entwickelt sich auch zu einem Mathegenie. Und so wird sein Geist zu einem Werkzeug, mit dem er sein Leben gestalten kann.
(Quelle: Blogbusters, Ascot Elite)