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Perlende Preziosen jenseits von Champagner
Fällt der Name eines Schaumweins, dann steht der Champagner zuvorderst. Kein anderes Produkt wird so perfekt vermarktet wie die Preziosen aus der berühmten französischen Appellation.
Der Name darf nirgendwo anders verwendet werden. Doch es existieren durchaus Alternativen, die ebenso nach der traditionellen Methode der Zweitgärung in der Flasche produziert werden. Drei besondere Beispiele seien hier erwähnt.
In der italienischen Lombardei liegt die Weinbauregion Franciacorta. Hier entstehen eigenständige Schaumweine, die zwar noch ein Geheimtipp sind, aber qualitätsmässig manchen Champagnern die Stange halten oder gar überlegen sind. Auch preislich vermögen die Produkte problemlos mitzuhalten. Man setzt in der rund 20'000 Hektar grossen Franciacorta auf traditionelle Rebsorten wie Pinot Nero, Chardonnay und Pinot Bianco. Die Produktionsregeln sind streng. So beträgt etwa die Mindestzeit für die Flaschengärung auf der Hefe 18 Monate, drei Monate länger als in der Champagne. Für einen Jahrgangswein braucht es gar 30 Monate. Neben diesen beiden Typen werden zudem ein Franciacorta Rosé, ein Franciacorta Satèn - er unterscheidet sich durch einen geringeren Flaschendruck - sowie ein sehr hochwertiger Franciacorta Riserva aus einem Jahrgang erzeugt.
Was der Franciacorta für Italien ist, stellt der Cava für Spanien dar. Der Schaumwein aus dem katalonischen Penedès wird meistens aus Grundweinen der anerkannten Rebsorten Xarel-lo, Macabeo und Parellada hergestellt. Seit 1986 ist auch Chardonnay zugelassen. Cava muss vor dem Degorgieren mindestens neun Monate auf der Hefe liegen. Das ist deutlich weniger als in der Champagne und Franciacorta. Auch die Erträge liegen höher. Die beiden Cava-Giganten Freixenet und Cordorniu liefern sich einen erbitterten Wettbewerb. Spannender sind die Weine von kleineren Produzenten, die jedoch nicht über entsprechende Marketing-Budgets verfügen wie beiden Marktführer.
Wie Cava ist es auch für einen deutschen Sekt vorgeschrieben, dass er mindestens neun Monate auf der Hefe liegt. Im nördlichen Nachbarland nimmt der Markensekt, der jedes Jahr in der gleichen Geschmacksrichtung auf den Markt kommt, eine herausragende Stellung ein. Zunehmend mehr kleinere Produzenten haben jedoch begonnen, eigene Schaumweine aus verschiedenen Sorten herzustellen - aus Chardonnay, Pinot noir, Weissburgunder, aber auch Riesling. Bei einem Sekt aus einem bestimmten Anbaugebiet müssen alle Trauben in diesem Gebiet geerntet werden. Bei einem Jahrgangs-Schaumwein ist es zwingend, dass 85% der verwendeten Weine aus dem entsprechenden Jahr stammen. Die gleiche Regelung gilt auch bei der Angabe einer Rebsorte. Deutsche Sekte bewegen sich lediglich in einer Nische. Das gilt auch für die Schweizer Produkte. Aber die Qualitäten dürfen sich mehr als sehen lassen, wie der Monatswein Cuvée Réserve Edition Peter Keller 2012 des traditionsreichen Hauses Mauler beweist.