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Das verheerende Hochwasser in Thailand hat die Regierung nach eigenen Angaben an ihre Grenzen gebracht. Bei einer emotionalen Medienkonferenz bat Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra am Mittwoch die Medien um Nachsicht und rief die Bevölkerung zur Solidarität im Kampf gegen die Flutmassen auf.
Ihre Regierung tue alles Menschenmögliche und versuche, mit der Bedrohung so klar und ehrlich wie möglich umzugehen.
Aus Meinungsumfragen dieser Woche ging hervor, dass 87 Prozent der thailändischen Bevölkerung kein Vertrauen in das Krisenmanagement der Regierung haben. Unter anderem hatten widersprüchliche Behördenangaben über eine Gefahr für die Hauptstadt Bangkok für Verwirrung gesorgt.
Der Kampf gegen das Hochwasser ging unterdessen weiter. Nach der Überflutung eines Industrieparks nördlich von Bangkok versuchten Rettungskräfte, ein weiteres Gewerbegebiet mit Sandsäcken zu schützen. Nach Angaben des Fernsehsenders MCOT forderten die lokalen Behörden die Anwohner auf, das Gebiet zu verlassen.
Die Notdämme im Norden und Osten der Millionenmetropole würden möglicherweise nicht halten, sagte Bangkoks Gouverneur Sukhumbhand Paribatra am Mittwoch der "Bangkok Post". In den nächsten 48 Stunden würden zwei Millionen Sandsäcke gebraucht, um die Dämme zu verstärken.
Auf längere Krise eingestellt
Auch Teile Bangkoks selbst waren weiterhin von den Wassermassen bedroht. Bereits am Dienstag standen etwa 200 Fabriken unter Wasser, der wirtschaftliche Schaden ist enorm.
Die Hauptstadt stellt sich auf eine längere Krise ein. Wie ein Sprecher der thailändische Luftwaffe mitteilte, wurde aus Sicherheitsgründen den Grossteil ihrer Flugzeuge vom Don-Muang Flughafen im Norden der Stadt auf andere Flugfelder verlegt. Für Oktober und November geplante öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben.
Mindestens 315 Menschen sind bislang beim schlimmsten Hochwasser in Thailand seit mehr als 50 Jahren ums Leben gekommen.