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Mit den sich seit 2015 eröffnenden Möglichkeiten zu politischem, wirtschaftlichen und sozialen Engagement in Sri Lanka in Entwicklung und Friedensbildung oder einer vollständigen Rückmigration, sind für die tamilische Diaspora jedoch auch neue Herausforderungen verbinden. Herausforderungen sind z.B. die finanziellen Kosten einer Rückmigration, der Wegfall sicherer Sozialleistungen im Aufnahmeland, Generationskonflikte mit im Aufnahmeland geborenen und sozialisierten Kindern, das Einfügen in die ‚alte’ Heimat und Gesellschaft oder Angst vor erneuter Konflikte und Repressalien. Das Projekt untersucht, wie politische Möglichkeiten durch stattliche und nichtstaatliche Organisationen im Heimat- und Aufnahmeland geschaffen werden können, um der tamilischen Diaspora die Teilnahme an Entwicklungs- und friedensschaffenden Aktivitäten zu ermöglichen.
Das Forschungsprojekt zeigte, dass in der Schweiz besonders die zweite Generation tamilischer Diaspora sich mit den politischen Gegebenheiten in der Schweiz arrangiert und neue Wege findet sich im transnationalen Feld zwischen ‚Heimatland Sri Lanka‘ und ‚Heimatland Schweiz‘ zu etablieren und zu finden. Die zweite Generation ist zum einen politisch Aktiv und partizipiert in der Schweiz und/oder sie vernetzten sich oder gründen Nicht-Regierungsorganisationen, um in Sri Lanka Unterstützung zu leisten. Zudem zeigte die Forschung, dass ein Engagement im Heimatland unterschiedliche Motivationen haben kann, wie zum Beispiel: Schuldgefühle, politische Motive, Wissenstransfer, technologisch-materieller Transfer, (re-)Positionierung in der Heimatgesellschaft.
Durch die Forschung in Sri Lanka konnte herausgefunden werden, dass viele Tamilen sich auf sozial-kultureller und philanthropischer Ebene engagieren. So finanzieren beispielsweise viele den Bau von Hindu Tempel im Norden von Sri Lanka, Jaffna. Hier werden teilweise sehr große Tempelbauten finanziert, die sehr symbolisch aufzeigen, welchen finanziellen und sozialen Aufschwung die Migration mit sich brachte. Durch die Analyse wurde klar, dass dies Involvierung als a-politisch von der Regierung wahrgenommen wird, jedoch auf lokaler Ebene sehr wohl durch den Bau und die Positionierung von Tempeln Politik betrieben wird. Desweiteren werden auch kleine Infrastrukturprojekte (Brunnen, Schulen, etc) finanziert oder im Bereich der Landwirtschaft Hilfeleistungen erbracht, die wiederum dazu dienen sich auf lokaler Ebene politisch in Themen wie Landprobleme, Wirtschaftlichkeit und Kastenfragen zu positionieren.
Das qualitative Forschungsprojekt zeigte klar auf, welche transnationalen Lebenslinien der tamilischen Diaspora in der Schweiz zum Heimatland existieren und welchen Einfluss diese nehmen auf srilankische Lokalpolitik und internationale/schweizer Migrations- und Diaspora Politik. Durch unterschiedliche Formate regte das Forschungsprojekt Stakeholder Dialoge an, und leistete somit einen Beitrag zur Diaspora- und Migrationsforschung in der Schweiz und Sri Lanka.