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Riviera.
Bezirk des Kantons Tessin, nach dem Bezirk Mendrisio der an Fläche kleinste der Tessiner Bezirke. Wird auf eine Länge von 16 km vom Tessin durchflossen. Grenzt im O. an den Bündner Bezirk Moesa, im N. an den Bezirk Blenio, im NW. an den Bezirk Leventina, im W. an den Bezirk Locarno und im S. an den Bezirk Bellinzona. 16200 ha Fläche und 6024 Ew., also 37 Ew. auf 1 km2. 5672 Katholiken, 245 Reformierte und 107 Andere; 234 Ew. deutscher, 11 französischer und 13 romanischer Zunge; 3640 Tessinerbürger, 299 übrige Schweizer und 2085 Ausländer. 1389 Haushaltungen.
Umfasst die Gemeinden Osogna, Biasca, Cresciano und Claro am linken Ufer des Tessin und Iragna und Lodrino rechts vom Fluss. Sitz des Friedensrichters ist Osogna und Sitz des Bezirksstatthalters Biasca. Sitz des gemeinsamen Bezirksgerichtes Bellinzona-Riviera in Bellinzona. Mit Ausnahme des Dorfes Biasca, das auf dem vom Brenno angeschwemmten Schuttkegel und an der Ausmündung des Bleniothales steht, liegen alle die genannten Dörfer vor dem Eingang in ein an schäumenden Kaskaden reiches und jeweilen nach ihnen benanntes kleines Thal.
Der Bezirk wird auf beiden Seiten von hohen und schroffen Gebirgszügen begleitet. Der besonders wilde ö. Zug trennt ihn vom bündnerischen Calancathal, trägt den Poncione di Claro (2719 m) und den Torrone d'Orza (2948 m) und wird von der Bocchetta Piove di Fuori (2582 m), der Bocchetta Piove di Dentro (2800 m) und dem Passo di Giumella (2120 m) überschritten. In der Kette w. über dem Tessin finden wir den Pizzo dei Laghetti (2111 m) und die Bocchetta di Punta del Rosso (2510 m) nebst verschiedenen vom Iragna- und Lodrinothal ins Lavertezzothal hinüberführenden Pässen, die aber nur von geübten Bergsteigern begangen werden können.
Der Bezirk zählt 34 Alpweiden, auf denen 1400 Stück Rindvieh, 3700 Ziegen, 1000 Schafe und 400 Schweine sömmern und die einen jährlichen Ertrag von 72000 Fr. abwerfen. Gesunde Landschaft mit ziemlich mildem Klima. Von der gesamten Bodenfläche entfallen 61% auf Kulturland und 36% auf Wald. Zu beiden Ufern des Tessin finden sich Wiesen, Mais-, Buchweizen- und Roggenfelder; am Bergfuss wird die einen geschätzten Ertrag liefernde Weinrebe an Spalieren gebaut, die man durch hohe Gneis- und Granitpfeiler stützt.
Hie und da sieht man auch noch einige Maulbeerbäume, die der bis 1880 hier betriebenen Zucht der Seidenraupe dienten. Dieser Erwerbszweig ist heute beinahe ganz eingegangen und trägt im Jahresmittel kaum noch 700 Franken ein, während er früher jährlich rund 7000 Franken Einnahmen ergab. Höher oben folgen an den Berghängen Kastanienselven, die links vom Tessin bis 800 m und rechts von ihm bis 700 m hinaufsteigen. Die jungen Männer wandern zahlreich nach Frankreich aus, wo sie als Glaser oder Gastwirte ihren Verdienst finden. Als einzige bedeutende Industrie im Bezirk ist die Ausbeute von Gneis zu nennen, der von 1500 meist ausländischen Arbeitern (blos 200 Tessiner) in 20 Steinbrüchen abgebaut wird und als geschätzter Baustein weithin zur Versendung gelangt. Der Vieh- und Geflügelzucht wird immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Viehstatistik ergibt folgende Resultate:
|1886||1896||1901|
|Rindvieh||2380||2079||1955|
|Pferde||42||89||93|
|Schweine||508||818||690|
|Schafe||966||794||899|
|Ziegen||6123||5628||4503|
|Bienenstöcke||174||208||195|
Viehbesitzer gibt es 1397. Die einzigen nennenswerten Verkehrswege sind die Gotthardbahn und die Strecke Biasca-Bellinzona der Tessiner Thalstrasse. Die Geschichte des Bezirkes deckt sich im wesentlichen mit derjenigen ¶
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des ganzen übrigen Sopra Ceneri. Nach der Römerzeit kam er der Reihe nach unter die Herrschaft der Gothen, der Longobarden
und Mailands, um dann wie die Leventina
1402 von den Urnern besetzt zu werden. 1503 wurde die
Riviera eine gemeinsame Vogtei der drei Kantone Uri,
Schwyz
und Unterwalden; 1798 wurde sie dem Kanton Bellinzona
und 1803 dem neu gebildeten schweizerischen Kanton Tessin
zugeteilt.