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Musikprofessoren, Kapellmeistern und andern Vereinspersönlichkeiten
Es sei keineswegs verschwiegen, dass die musikalische Leistungsfähigkeit des Vereins nicht konstant blieb, sondern sogar erhebliche Schwankungen aufwies. Das hat natürlich die unterschiedlichsten Ursachen: Die jeweilige personelle Zusammensetzung des Klangkörpers gehört ebenso dazu wie das Geschick und das Vertrauensverhältnis des jeweiligen Dirigenten. So lösten glanzvolle und weniger glänzende Perioden einander im Verlaufe der 125 Jahre ab. In den Anfängen der Stadtmusik finden wir musikalische Leiter, die sich mit grossen Titeln schmückten. So zum Beispiel Professor Bastaty (1880), Professor Stocker (1896), Kapellmeister Schüler (1903) und Kapellmeister Friedemann (1910). Die meisten kamen aus der badischen Nachbarschaft. Hervorgehoben aber sei die in ihrer zeitlichen Dauer wie qualitativen Konstanz durchaus aussergewöhnliche Ära der Stabführung von Lehrer Fritz Stäuble: Im Jahre 1910 übernahm der junge, musikalisch hoch begabte Schulmann die Stadtmusik, deren musikalische Leitung er erst 1943 in jüngere Hände abgab; als Ehrendirigent hoch geachtet, starb der «Patriarch» der Stadtmusik Laufenburg 1971 in hohem Alter. Die «Ära Stäuble» brachte eine ganze Reihe stattlicher Erfolge an kantonalen Musikfesten: 1911 in Turgi den 2. Lorbeerkranz in der 1. Kategorie, 1913 in Menziken einen 1. Rang in der 1. Kategorie, 1925 in Brugg den 1. Lorbeerkranz in der 2. Kategorie mit «Lo sposo deluso», 1933 in Rheinfelden den 1. Preis in der 2. Kategorie mit der Verdi-Ouvertüre zu «Oberto».
Eine weitere, heute schweizweit bekannte Persönlichkeit konnte 1954 in Herrn Herbert Frey engagiert werden. Er komponierte die Festspielmusik für die 750-Jahr-Feier der Stadt Laufenburg. Später war er Präsident der Eidg. Musikkommission und heute Ehrenmitglied des Schweizerischen Blasmusikverbandes. Auch unter den beiden nachfolgenden Dirigenten, Simon Merkofer aus Kaisten (1966–1974) und Hans Paul Ryser (1974–1978), erreichten die Musikanten an eidgenössischen und kantonalen Wettbewerben vorzügliche Erfolge.
Ab 1986 begann wieder eine neue, erfolgreiche Ära der Stadtmusik. Mit Peter Erhard wurde ein Dirigent aus den eigenen Reihen gewählt. Innert kürzester Zeit führte er den Verein von der 3. Klasse bis in die 1. Klasse. Unzählige Erfolge an Musiktagen, Eidg. Musikfesten, Kant. Musikfesten, Unterhaltungskonzerten, Radio- und Fernsehauftritten waren seiner konsequenten musikalischen und menschlichen Führung zu verdanken. Als Musiklehrer an den Schulen von Laufenburg hat er unzählige Schüler aus dem Fricktal den Musikvereinen zugeführt. Seine Marsch-Kompositionen finden heute noch Anerkennung und werden immer wieder gespielt. Im Jahre 2000 wurde Peter Erhard als zweiter Dirigent, nach dem legendären Fritz Stäuble, zum Ehrendirigenten ernannt.
Seit dem Jahre 2002 steht die Stadtmusik Laufenburg unter der Leitung von Martin Burgunder. Der dynamische Berufsmusiker konnte mit dem Verein schon grosse Erfolge feiern. Am Eidg. Musikfest in Fribourg (2001) erreichte der Verein in der 2. Klasse den 2. Rang. Auch im Paradewettbewerb konnte sich die Stadtmusik die zweithöchste Punktzahl des Tages erspielen. Die Leitung der Stadtmusik liegt also in guten Händen.
Viele Persönlichkeiten und Musikerfamilien haben das Vereinsleben in den 125 Jahren der Stadtmusik geprägt. Unter den Vorstandsmitgliedern und Musikanten findet man alte Familiennamen wie Trautweiler, Grimm, Vuillien, Wunderle, auch aus der badischen Nachbarschaft u.a. auch Adolf Rueb. Eine bekannte Persönlichkeit war Malermeister Georg L. Heim, der die Geschicke des Vereins von 1926 bis 1944, während der schwierigen Jahre des Zeiten Weltkrieges, leitete. Auch die Familiennamen Wunderle, Perlini und Marbot finden wir immer wieder in den Akten in verschiedenen Vereinsfunktionen. Eine wichtige Rolle in der Stadtmusik spielt bis heute die Familie Erhard. Wer kannte sie nicht, die Brüder Elias und Karl, wenn die Musik durch die Stadt marschierte? Vorne rechts die markante Figur von Elias mit seinem grossen Bass und hinten links Karl mit seiner Posaune. Wie schon erwähnt stand auch mit Ehrendirigent Peter Erhard ein Mann dieses Familiennamens erfolgreich am Dirigentenpult. Für viele Chargen in Vorstand und Kommissionen stellen sich noch heute die Musikanten der Familie dem Verein zur Verfügung.