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Interview mit Bob McFarland: Entstehung der ICDC und der heutige EDCC
Wie entstand die ICDC (International Conference for the Deaf Christian) und wie entwickelte sich das EDCC (European Deaf Christian Conference). Dazu ein Interview mit Bob McFarland.
Entstehung der ICDC und des EDCC
Früher war die Konferenz international und hiess ICDC (= ‹International Conference for the Deaf Christian› = Internationale Konferenz für gehörlose Christen). Damals nahmen sechs Länder an der Konferenz teil. Die Konferenz fand das erste Mal im Jahr 1968 in Friozheim, Deutschland, statt. Dieter Dettling war eine der Mitgründer der ersten Konferenz. Er hat die Konferenz mitorganisiert. Die Konferenz wurde von einem hörenden Mann von Wales, Bert Barritt, geleitet.
Neu organisiert die WDAG (=‹World Deaf Assemblies of God› = Weltverband der christlichen Gehörlosen) die internationalen Konferenzen. Die 3. WDAG-Konferenz wird vom 13. bis 16. Oktober 2009 in Osaka, Japan sein. Wer Interesse hat, kann sich darüber informieren: www.church.ne.jp/wdag/index-e.html
Die EDCA organisiert die europäischen Konferenzen. Im Jahr 2004 fand die erste europäische Konferenz in Dänemark statt. Daran haben auch gehörlose und schwerhörige Personen von der Schweiz teilgenommen. Siehe Gemeinschaft von Oktober 2004.
Zum Thema, was die Unterschiede zwischen der ICDC von früher und der EDCC von heute sind, habe ich ein Interview mit Bob McFarland durchgeführt. Bob war von 2000 bis 2003 der erste EDCA-Präsident, und er ist seit mehr als 12 Jahren im Vorstand von der EDCA. Er hat auch für die EDCC 2009 in München mitgearbeitet.
Interview mit Bob McFarland (England)
|Mirjam||Was war deine Aufgabe für die EDCC?|
|Bob||In der EDCA haben wir uns abgesprochen, wer was für die EDCC vorbereiten wird. Meine Aufgabe war, die Prediger zu suchen und sie anzufragen.|
|Mirjam||Wenn du zurückschaust: Was sind die Unterschiede zwischen der ICDC vor 40 Jahren und der EDCC von heute?|
|Bob||Im Jahr 1986 war in der Schweiz die ICDC. Daran nahmen 90 bis 100 Personen teil. Damals haben die Hörenden alles organisiert. Die Gehörlosen haben ein wenig mitgeholfen. Vier Jahre später war es ein wenig anders. Erstmals hat ein Gehörloser gepredigt. Nach nochmals vier Jahren war die Hälfte der Prediger hörend und die andere Hälfte gehörlos. Im Jahr 2000 hat in Estland nur noch ein Hörender gepredigt, alle anderen waren gehörlos. Jetzt sind es alle Gehörlose, die gepredigt haben. Ich freue mich sehr, dass heute mehr Gehörlose predigen.|
Früher hatte ein Hörender, Bert Barritt von Wales, die Leitung. Er liebte die Gehörlosen und konnte gut gebärden. Ich sah, dass er alleine war. Ich half ihm und unterstützte ihn. Ich machte das sehr gerne. Mit der Zeit übernahm ich immer mehr Verantwortung. Heute sind Gehörlose für die EDCC verantwortlich. Ich danke dem Herrn dafür!
Noch etwas: Früher war die Konferenz international. Im Jahr 2004 änderte es sich vom Internationalen zum Europäischen. Wir möchten näher bei den Gehörlosen aus Europa sein und engeren Kontakt pflegen. Wir arbeiten zusammen und unterstützen einander, z.B. im Bereich Mission oder Finanzen.
Damals brauchten wir die Dolmetscher, um die Predigten von Hörenden für Gehörlose zu dolmetschen. Früher wurden auch wenigere internationale Gebärden benützt. Heute ist es anders: Es werden mehr internationale Gebärden verwendet. Es wird für Hörende gedolmetscht, welche die Gebärdensprache nicht verstehen, oder für Gehörlose, welche die internationalen Gebärden nicht verstehen, zum Beispiel in englische oder holländische Gebärdensprache.
Der Unterschied ist auch, dass die Dolmetscher früher für sich, und die Gehörlosen für sich waren. Heute sind die Dolmetscher mehr mit den Gehörlosen zusammen, sitzen und plaudern mehr mit ihnen zusammen.
Jesus ist früher und heute immer noch der gleiche!
|Mirjam||Wie hat dir bis jetzt die EDCC in Deutschland gefallen?|
|Bob||Ich mag das deutsche Essen! (lacht) Die Freundschaft ist toll. Die Unterstützung im EDCC-Team ist auch sehr gut. Während der EDCC haben einige Personen Jesus aufgenommen, andere ihre Beziehung zu Jesus erneuert, und eine Person wurde getauft.|
Wir versuchen einander, die verschiedenen Kulturen, zu respektieren, auch im Umgang mit der Zeit. Wir fangen hier, in Deutschland, mit den Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen relativ pünktlich an. Einmal wollte ein Prediger den Gottesdienst verlängern. Aber am Nachmittag war ein Ausflug geplant. Darum mussten wir mit dem Gottesdienst pünktlich aufhören. Der Prediger akzeptierte, dass er den Gottesdienst rechtzeitig abschliessen musste.
|Mirjam||Bob, vielen Dank für das Interview!|
Mirjam