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Jährlich gingen ein bis zwei Prozent der weltweiten Fläche verloren. «Das klingt nach nicht sehr viel, ist aber deutlich mehr, als wir bei den tropischen Regenwäldern beobachten können», gibt der Professor für Mangrovenökologie an der Universität Bremen, Martin Zimmer, zu bedenken.
Mehr als 80 Forscher haben auf einer internationalen Konferenz der Weltnaturschutzunion in Bremen von Dienstag bis Sonntag die Frage diskutiert, wie die weltweiten Mangrovenbestände bewahrt werden können. Zimmer, der eine Arbeitsgruppe zu Mangroven am Bremer Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung leitet, organisierte die Tagung.
Mangroven sind Bäume, die in tropischen Küstengewässern wachsen. Sie bedecken nach Angaben des UNO-Umweltprogramms (UNEP) rund 150’000 Quadratkilometer in 123 Ländern. Doch mehr als ein Viertel der ursprünglichen Fläche wurde schon vernichtet.
Besonders rasant sei der Verlust in Indonesien, dem Land mit dem weltweit grössten Mangrovenbestand, sagte Zimmer. Dieser sei in den vergangenen Jahrzehnten um die Hälfte geschrumpft.
In Südostasien werden Mangrovenwälder vor allem abgeholzt, damit Aquakulturen für Riesengarnelen und Palmölplantagen entstehen können. Sie müssten ausserdem Hotels und den wachsenden Städten weichen, sagte Zimmer. Auch die Umweltverschmutzung führe zu einem schleichenden Rückgang.
Die Folgen sind dramatisch: Mangroven schützen die Küsten vor Erosion und Sturmschäden. Zugleich speichern sie grosse Menge von klimaschädlichen Gasen wie Kohlendioxid, Lachgas und Methan. Die Fläche der weltweiten Mangrovenwälder entspreche zwar nur einem Prozent derjenigen der tropischen Regenwälder, sagte Zimmer. «Sie können aber dutzendmal so viel Klimagase speichern.»
Viele Länder haben die Bedeutung der Mangrovenwälder inzwischen erkannt. Sie schützen die Mangroven gesetzlich und ahnden die Abholzung. Noch wichtiger sei die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort, um diese vom Wert der Mangroven zu überzeugen, sagte Zimmer.
«Das ist Kleinstarbeit, aber die ist sehr wirkungsvoll.» Auch die Konsumenten könnten zum Schutz der Mangroven beitragen, indem sie etwa auf Riesengarnelen verzichteten. Für deren Zuchtstationen wird oft Mangrovenwald zerstört.
(SDA)