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NIKE. Better is Temporary
Anhand eines dicken und schweren Buchs über den Sportartikelhersteller Nike, das von den letztjährigen Trägern des Jan-Tschichold-Preises gestaltet wurde, kann beispielhaft diskutiert werden, welche Möglichkeiten und Grenzen sich einem im Kultursektor etablierten Gestalterteam in stärker kommerziellen Industrien bieten. In sieben Kapiteln werden Nike’s Aktivitäten anhand zahlreicher historischer und gegenwärtiger Beispiele vorgeführt – von Forschung & Entwicklung über Design bis zu Werbung. Wiederkehrende Gestaltungselemente tragen zur Strukturierung bei: eine Titel- und eine Textschrift, Inhaltsverzeichnisse für jedes Kapitel, relativ gross und einspaltig gesetzte Essays ohne Bilder sowie reihenweise Abbildungen von Schuhen in einem variablen Rasterlayout mit zweispaltigen Kommentaren unten auf der Seite. Die Schuhe werden dabei sehr sachlich präsentiert, sodass Fans auf ihre Rechnung kommen. Einzelne Seiten mit abstrakten Farbflächen, die links neben den Inhaltsverzeichnissen stehen, wirken wie Zitate aus früheren Arbeiten der Gestalter, sodass deren Ästhetik – und auch deren Color Library Werkzeug – gelegentlich durchscheinen. Das kurze Abschlusskapitel über Nike’s Farbpalette 2021 macht eine Wahlverwandtschaft zwischen Auftraggebern und Gestaltern erkenntlich, welche die Arbeit an Farben betrifft.