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Analyse.
Die Anwendbarkeit des Polarisationsinstruments zur quantitativen Bestimmung von Substanzen ist von Landolt auf optisch inaktive Körper ausgedehnt worden. Er fand, daß das Rotationsvermögen gewisser optisch aktiver Körper sich oft in bedeutendem Grade ändert, wenn die Lösung mit einem inaktiven Körper versetzt wird, und suchte unter Benutzung dieses Verhaltens den Gehalt von Lösungen mit dem Polaristrobometer zu bestimmen. In Vorversuchen wurde in verschieden konzentrierten Lösungen der inaktiven Substanz eine stets gleiche Quantität des aktiven Körpers zu dem nämlichen Volumen gelöst und die Ablenkung der Mischungen bestimmt.
Aus den Ergebnissen wurde eine Formel berechnet. Zur Ausführung der Untersuchung braucht dann nur in der betreffenden Lösung die gegebene Menge des aktiven Stoffes gelöst und die Mischung im Polaristrobometer untersucht zu werden. Auch Gemenge aus zwei inaktiven Körpern lassen sich analysieren, wenn man die Wirkungen einer Anzahl Mischungen von bekannter Zusammensetzung auf die Rotation einer aktiven Substanz bestimmt und zwar unter Anwendung stets gleicher Quantitäten der letztern sowie des gleichen Lösungsmittels.
Von besonderem Vorteil ist die Anwendung dieses
Verfahrens auf solche
Körper, deren Bestimmung oder Trennung
bisher nicht sicher oder nur mit großem Zeitaufwand ausführbar war.
Schütt hat ein derartiges
Verfahren zur
Analyse eines
Gemenges
von
Chlorkalium und
Chlornatrium unter Anwendung von weinsaurem
Kali ausgearbeitet. Durch Zusatz von
Chlornatrium wird die
Polarisation des
[* 2] weinsauren
Kalis herabgesetzt, durch Zusatz von
Chlorkalium in geringerm
Maße erhöht. Durch eine
Reihe
von
Beobachtungen
¶
forlaufend
wurde festgestellt, daß die optische Wirkung der beiden Chloride ihrem Mengenverhältnis proportional ist. Die Fehler der
Analyse übersteigen nicht 0,5 Proz. Da die gewichtsanalytische
Trennung von Chlorkalium und Chlornatrium sehr zeitraubend ist, so dürfte die leicht und schnell ausführbare optische in
manchen Fällen den Vorzug verdienen.