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Alternative Nachrichtenmedien sind auch in der Schweiz für bestimmte Zielgruppen zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Inwiefern hängt diese Nutzung mit einer gesteigerten Affinität für Verschwörungsmythen zusammen? Und welche Rolle spielen Social Media und Messengerdienste wie Telegram bei der Nutzung von Alternativmedien?
In den letzten Jahren und speziell im Kontext der COVID-19-Pandemie sind Alternativmedien in Wissenschaft und Gesellschaft zu einem rege diskutierten Phänomen geworden. Trotzdem wissen wir noch relativ wenig über die Gründe, warum sich Menschen alternativen Medien zuwenden. Die internationale Forschung aus den vergangenen Jahren identifiziert eine Affinität für Populismus, wissenschaftsskeptische Einstellungen und die Nutzung von digitalen Medien als wichtige Faktoren. Alternativmedien wurden aber bereits vor der Digitalisierung und der gegenwärtigen Zunahme populistischer Strömungen genutzt. Es ist also anzunehmen, dass zusätzliche Faktoren die Nutzung dieser Medien beeinflussen.
Um diese Faktoren zu identifizieren, hat das fög 2020 eine repräsentative Onlinebefragung der Schweizer Bevölkerung durchgeführt. Die Studie analysiert, inwiefern Neigungen zu Verschwörungserzählungen, Präferenzen für populistische Parteien, die Nutzung von Social Media und der Telegram-Messenger-App mit der Nutzung von Alternativmedien zusammenhängen.
Die Ergebnisse zeigen, dass in der Schweiz nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen Alternativmedien nutzen. Eine hohe Affinität für Verschwörungsmythen korreliert mit deren Nutzung. Ein Zusammenhang zwischen Präferenzen für rechtspopulistische Parteien und der Nutzung von Alternativmedien, der in vielen Ländern nachgewiesen wurde, konnte aber für die Schweiz nicht gemessen werden. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass die Nutzung von Social Media und der Messenger-App Telegram, die gerade im Kontext der Proteste während der COVID-19-Pandemie an Relevanz zugenommen hat, einen positiven Zusammenhang mit dem Alternativmedienkonsum hat.
Die Analyse mit Beteiligung des fög ist soeben in der Frühlingsausgabe des International Journal of Public Opinion Research erschienen.