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Wenn Lehrpersonen eine Lektion vorbereiten, planen sie unter anderem auch die zeitliche Einteilung der Lektion im Hinblick auf verschiedene didaktische Zielsetzungen. Im Rahmen der internationalen Analyse wurden drei Zielsetzungen unterschieden: Repetition, Einführung von neuem Inhalt und Üben bzw. Anwenden des neu eingeführten Inhaltes. Für jedes Land wurden die durchschnittlichen Anteile dieser drei didaktischen Ziele auf eine typische Lektion umgerechnet.
Beschäftigung mit Inhalten, die in früheren Lektionen eingeführt worden sind. In diesem Teil der Lektion werden z.B. Aufgaben korrigiert, es werden einige Wiederholungsaufgaben gelöst oder die Schüler und Schülerinnen werden abgefragt.
In diesem Teil wird erkennbar neuer Inhalt eingeführt (mathematische Konzepte, Regeln, Lösungsverfahren usw.), z.B. im fragend-entwickelnden Lehrgespräch, durch eine Erklärung der Lehrperson oder durch selbständige Problemlöseversuche der Schüler und Schülerinnen.
Das neu eingeführte Wissen und/oder Können wird vertieft, z.B. durch das Lösen von Beispielen mit der ganzen Klasse oder durch das individuelle Lösen von Übungsaufgaben allein oder in Gruppen.
Mit Hilfe dieser Kategorien kann jede Lektion in eine Abfolge von zeitlich abgrenzbaren Segmenten zerlegt werden, die je durch ihre spezifische Zielsetzung charakterisiert sind.
Die sieben Länder unterscheiden sich hinsichtlich des zeitlichen Anteils, der für die drei didaktischen Grobziele verwendet wird. Die unterschiedlichen Anteile werden in Abbildung 1 dargestellt. In Tschechien wird ein signifikant grösserer Anteil an Unterrichtszeit für die Repetition von in früheren Lektionen eingeführten Inhalten eingesetzt als in den meisten anderen Ländern (Australien, Hongkong, Japan, Niederlande, Schweiz). Die Lehrpersonen in Japan wenden einen signifikant grösseren Teil der Unterrichtszeit für die Einführung neuer Inhalte auf als die Lehrpersonen aller anderen Länder. In Hongkong schliesslich wird deutlich mehr Zeit für das Üben und Anwenden des neuen Stoffs verwendet als in Tschechien, Japan und der Schweiz.
Tabelle 1 zeigt für jedes didaktische Grobziel den prozentualen Anteil der Lektionen, in denen dieses Ziel mindestens einmal vorkommt. In der Schweiz weist ungefähr die Hälfte der beobachteten Lektionen eine Übungs- und Anwendungsphase auf, knapp 75% der Lektionen beginnen mit einer Repetitionsphase und in mehr als 80% der codierten Schweizer Lektionen wird neuer Stoff eingeführt. Es muss allerdings festgehalten werden, dass die Kategorie "Einführung von neuen Inhalten" sehr vieles einschliesst. So fallen zum Teil auch anspruchsvolle Formen des Übens und/oder Anwendens in diese Kategorie, wenn die Lernenden ohne vorherige Einführung selbständig an Aufgaben mit neuen Inhalten arbeiten.