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Als der amerikanische Bauchredner Edgar Bergen 1978 starb, vermachte er Charlie McCarthy 10’000 Dollar. Was daran das Besondere ist? Charlie McCarthy war seine Bauchrednerpuppe – aus Holz, mit Frack, Zylinder und Monokel. Valentine Vox, selber Experte auf diesem Gebiet, erzählt in Die Geschichte der Bauchrednerkunst aus der Welt der Ventriloquisten.
Das Bauchreden war schon in der Antike bekannt. Im Mittelalter war die Fähigkeit zu sprechen, ohne dass man merkt, woher die Stimme kommt, als Hexerei verschrien, erst in der Neuzeit machte der Ventriloquismus Karriere als unterhaltsame Kunstgattung. Bauchredner traten nun im Theater oder auf Jahrmärkten auf. Im 18. Jahrhundert kam allmählich jenes Accessoire auf, das bis heute fest dazugehört: die Puppe. Ventriloquisten wie Fred Russel mit seinem Coster Joe und „Der grosse Lester“ mit seinem Frank Byron prägten dann um 1900 das übliche Bild vom Bauchredner mit der Puppe auf den Knien. Herbert Dexters Ehefrau liess sich scheiden, weil ihr Gatte mehr mit seiner Puppe sprach als mit ihr. 1948 starb Arthur Prince – sein Jim wurde mit ihm zusammen beigesetzt. Und wir in der Schweiz, wir haben natürlich Kliby und Caroline!
Doch der Ventriloquismus hat immer noch etwas Unheimliches an sich. Bauchrednerpuppen, die ein Eigenleben entwickeln, sind ein beliebtes Thema in einschlägigen Büchern und Filmen.