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Ein Tempel für die Bienen
Die «Casa dell’Ape», ein Ausbildungsort für Imker, befindet sich im kantonalen Landwirtschaftskomplex in Mezzana. Der Architekt Enrico Sassi schlug ein einfaches Volumen unter einem gestützten Dach vor.
Das Berufszentrum «del verde» in Mezzana bietet Kurse in den Bereichen Landwirtschaft, Tierhaltung, Weinbau, Forstwirtschaft, Blumenzucht und Gartenbau an. Der Tessiner Imkerverband wünschte zudem Unterrichtsräume für Kurse im Zusammenhang mit der Imkerei. Das Grundstück für das Projekt besteht aus einer ausgedehnten Fläche, die für Landwirtschaft und Viehzucht bestimmt ist. Nach Süden ausgerichtet, fällt es gegen das Ende, wo die Strasse von Mendrisio nach Chiasso führt, ab.
Der Ort für den Unterricht zu Themen der Bienenzucht sollte aus zwei getrennten Räumen bestehen: ein Klassenzimmer mit einem raumhohen Fenster, um die Bienenstöcke zu beobachten, und eine Werkstatt, in der Arbeiten im Zusammenhang mit Imkereiprodukten wie Honiggewinnung, Wachsverarbeitung und Herstellung von Wachsplatten ausgeführt werden können.
Strukturelle Klarheit
Der Architekt Enrico Sassi schlug ein Volumen mit Dach vor, das von zwei längsseitigen doppelten Säulenreihen getragen wird, die wiederum zwei Säulengänge definieren. Den Innenraum umschliessen zwei verglaste und zwei hölzerne Wände. Dieses dem «Bienen-Kult» gewidmete Zentrum ist eine Neuinterpretation der alten Holztempel aus einem Sockel und einem Pavillon oder einem Stylobat und einer Zelle. Der Stahlbetonsockel, auf dem das Bauwerk ruht, befindet sich einen halben Meter über dem Boden und wurde poliert, um die Zuschlagstoffe sichtbar zu machen.
Der Grundriss des Pavillons mit den Proportionen 2 :1 wird durch den Säulenabstand von 130 cm definiert; die Längsseite wird durch zwölf, die kürzere durch sechs Abstände aufgespannt. Das vorgefertigte Gebälk ist aus Tannenholz, die Säulen haben einen Querschnitt von 14 cm × 14 cm und tragen 13 Leimholz-Dachbalken mit den Massen 794 × 39 × 14 cm aus einem Tessiner Sägewerk. Die strukturellen Holzteile sind geflammt und gebürstet. Die Stützen stehen in einem im Boden verankerten Stahlschuh, dessen unbehandelte Oberfläche mit der Zeit rostet. Vier in den Beton eingelassene Gewindestangen verankern die Säulen im Boden. Teerpappe dichtet das Dach aus groben Baustellenplatten ab. So steht jedes Element des Baus für sich und
ist austauschbar, ohne die Integrität des Ganzen zu beeinträchtigen.
Die Installationen in dem weder beheizten noch isolierten Bau sind frei liegend. Die Wände sind unter der Decke und über dem Boden mit luftdurchlässigen Gittern geschlossen. Der Lowtech-Charakter dem Gebäudes kontrastiert mit modernster Technologie von Bildschirmen, Kameras und Wärmesonden, die die Datenerfassung um die Bienenvölker ermöglichen und die gewonnenen Erkenntnisse an Forschende und Besucher weitergeben.
Der Bau inmitten der grünen Landschaft des Mendrisiotto besticht durch strukturelle Klarheit und die Atmosphäre, die durch die wenigen, einfachen und geschickt zusammengestellten Rohstoffe entstehen.
AM BAU BETEILIGTE
Bauherrschaft:
Repubblica e Cantone Ticino, Sezione della Logistica, Bellinzona
Architektur und Bauleitung:
Enrico Sassi, Architekt, Lugano, mit Alessandro Armellini, Irene Lucca, Marco Mariotti
Statik:
Brenni Engeneering, Mendrisio
Elektroinstallationen:
Elettroconsulenze Solcà, Lugano
Wissenschaftliche Beratung:
Davide Conconi, Federazione Ticinese Apicoltori, Genestriero
Schreinerarbeiten:
Fratelli Colombo, Bellinzona
Balken Brettschichtholz: Filippi, Airolo
Gebäude
Geschossfläche: 212 m2
Volumen: 470 m3
Zertifizierung: Label Schweizer Holz
Holz und Konstruktion
Konstruktionsholz:
Brettschichtholz, Fichte; Paneele, Tanne
Fassadenfläche in Holz: 95 m2
Holzmenge: 16 m3
Daten und Kosten
Konstruktion: 4 Monate
Vorfertigung: 1 Monat
Baukosten (BKP 1-9): 280 000 CHF
Holz: 46 000 CHF