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Basler Wasserversorgung
Bereits in den obersten Schichten der zur Zeit laufenden Ausgrabung vor dem Rollerhof (Münsterplatz 20) kamen diese drei interessanten Eisenobjekte zum Vorschein. Zwei schmale Eisenringe fanden sich nebeneinander stehend. In ihrer Mitte war ein dritter, etwa doppelt so breiter Ring mit kleinerem Durchmesser.
Es handelt sich bei diesen drei Objekten um die letzten Überreste einer neuzeitlichen Wasserleitung aus Holz. Das Holz war fast vollständig vermodert. Nur geringe Reste haben sich an den eisernen Ringen, auch Zwingen oder Muffen genannt, erhalten. Die Eisenteile dienten zur Verbindung der Holzrohre.
Die aus einfachen Baumstämmen mittels einer Kernbohrung hergestellten Röhren wurden im Mittelalter als Teuchel oder Deichel bezeichnet. Die Stadt Basel erhielt bereits früh eine Wasserversorgung. Urkundlich erwähnt ist die Errichtung eines Brunnens auf dem Münsterplatz durch den Bischof im Jahre 1266. Man nimmt an, dass damit der Bau des später als «Münsterwerk» bekannten Wasserleitungs-Systems einherging. Dieses leitete Wasser vom ausserhalb der Stadt liegenden Margarethenhügel durch die heutige Elisabethenstrasse auf den Münsterhügel.
Um Wasser aus den städtischen Wasserleitungs-Systemen beziehen zu dürfen, mussten im Mittelalter und in der Neuzeit sogenannte Brunnbriefe gekauft werden. Martin Bachofen, ein wohlhabender Besitzer des Rollerhofes, konnte einen solchen vorweisen, der ins Jahr 1672 datiert. Die durch unsere drei Ringe nachgewiesene Teuchelleitung könnte also diesen Privatbrunnen im Rollerhof mit Wasser gespiesen haben.
Details
- Objekt: Eisenringe einer Teuchelleitung
- Datierung: Neuzeit
- Fundort: Münsterplatz