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Das Licht der Welt erblickte Wikipedia [1] am 15. Januar 2001. Unternehmer Jimmy Wales und Philosophie-Dozent Larry Sanger gründeten eine Online-Enzyklopädie mit einem völlig neuen Ansatz: Die Artikel werden nicht von einer festen Redaktion geschrieben, sondern von allen Internetnutzern. In nur fünf Jahren entwickelte sich Wikipedia zu einem der grössten und bekanntesten Nachschlagewerke. Mittlerweile ist sie in mehr als 150 Sprachen verfügbar; allein die deutsche Variante umfasst über 340'000 Artikel.
Die offene Form der Wikipedia hat jedoch auch ihre Nachteile: In letzter Zeit machten gleich mehrere Missbrauchsfälle Schlagzeilen. So wurde im Artikel über den früheren Robert-Kennedy-Berater John Seigenthaler während mehrerer Monate fälschlicherweise behauptet, er sei am Mordanschlag gegen seinen Chef beteiligt gewesen. Über Weihnachten hat zudem ein anonymer Schreiber den Schweizer Informatikprofessor Bertrand Meyer in der Wikipedia für tot erklärt, was sich nur als schlechter Scherz herausstellte.
Durch die Missbrauchsfälle hat die Glaubwürdigkeit von Wikipedia stark gelitten. Gründer Jimmy Wales hat denn auch erste Konsequenzen gezogen. In der englischsprachigen Ausgabe des Online-Lexikons können Artikel nicht mehr anonym erstellt werden. Zudem soll es in naher Zukunft eine Variante der Enzyklopädie mit gesperrten Artikeln geben.