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| Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

26. Cap. Diesen sollte der Mensch mit Hilfe des Soter in seine Seele aufnehmen und so erlöst werden.
Dem entsprechend weisen sie auch den einzelnen Bestandteilen ein ihnen angemessenes Los zu; dem Materiellen, d. h. dem Fleische, welches sie das links Befindliche nennen, einen sicheren Untergang, dem Psychischen, was sie das rechts Befindliche nennen, ein zweifelhaftes Los, weil es zwischen dem Materiellen und Psychischen schwanke und dahin gehöre, wohin es sich am meisten geneigt habe. Das Psychische werde ausgesendet, um das Pneumatische zu erwerben, damit es sich mit ihm unterrichten lasse und im Umgange sich üben könne. Das Psychische habe nämlich sinnlicher Unterweisungen bedurft. Zu diesem Zwecke sei der ganze Schöpfungsapparat eingerichtet, und dazu der Soter in der Welt erschienen, zur Errettung nämlich des psychischen Elements. Sie lassen letztern dann in noch anderer, ganz ungeheuerlicher Zusammensetzung die obersten Teile derjenigen Substanzen in sich aufnehmen, deren Gesammtheit er das Heil wiederverschaffen sollte. So habe er das Pneumatische in sich aufgenommen von der Achamoth, an psychischen Elementen, aber den Christus, den er alsbald vom Demiurgen in sich aufnahm, die körperliche Substanz endlich, habe er der Erlösungsthätigkeit halber aus dem Psychischen entnommen; letztere sei aber in wunderbarer und unaussprechlich künstlicher Weise konstruiert gewesen, so dass sie der Annäherung, Betrachtung, Berührung und dem Tode nur zum Scheine unterlag. Hylisches sei dagegen nichts an ihm gewesen, weil es der Erlösung unfähig ist. Das klingt nun so, als sei er für andere Leute notwendig gewesen, nur nicht für [S. 122] die der Erlösung Bedürftigen. Alles das halten sie als das Gewand unseres Fleisches von Christus fern und berauben es sogar der Hoffnung der Erlösung.