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Stromhungriges China
Zu Oktoberbeginn veröffentlichte die chinesische Regierung einen Entwurf, der eine Neugestaltung der Elektrizitätspreise vorsieht. Neu soll ein dreistufiges, progressives Bezahlungsmodell die Elektrizitätspreise regulieren.
Die erste Preisstufe deckt die grundlegendsten Bedürfnisse nach Strom und soll möglichst tief gehalten werden. Auf der zweiten Stufe werden mit einer leichten Preiserhebung um 10% die Normalverbraucher zur Kasse gebeten, um die steigenden Kosten der Elektrizitätswerke teilweise zu decken.
Die dritte Stufe ist für eine wachsende Anzahl von Chinesinnen und Chinesen vorgesehen, die aufgrund ihres hohen Lebensstandards einen hohen Stromverbrauch aufweisen. Die Grenzen setzt der Entwurf bei monatlich 110 Kwh der Stufe 1, respektive 140 Kwh auf der zweiten und 210 oder 270 Kwh auf der dritten.
Zu hohe Ausgaben
Die Vorlage nennt mehrere Gründe für diese Neugestaltung der Strompreise. Zum einen reagiert sie auf den steigenden Stromhunger in der chinesischen Bevölkerung. Des weiteren liegen die momentanen Ausgaben bei weitem über dem, was tatsächlich über die Strombesteuerung erwirtschaftet wird; je mehr Strom also verwendet wird, desto mehr Verluste machen derzeit die Elektrizitätsfirmen.
Zusätzlich ist dieses Dreistufenmodell auch sinnvoll bezüglich des steilen Reichtumsgefälles zwischen Stadt und Land. Würden einfach nur die Preise angehoben, wäre der Strom für Leute auf dem Land unbezahlbar, umgekehrt würden zu tiefe Preise für einen massiven, unüberlegten Stromverbrauch in den Städten führen. Deshalb hat die neue Strompolitik auch letztlich das Ziel, die Bevölkerung zu einem energie- und vor allem Kosten sparenden Stromverbrauch zu ermuntern. ms.