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Für sauberes Trinkwasser und eine gesunde Ernährung
Mit diesen zwei Punkten bin ich selbstverständlich total einverstanden. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich mich als Landwirt verpflichtet fühle, jeden Tag für sauberes Trinkwasser zu sorgen und der Bevölkerung gesunde Lebensmittel sowie zertifizierte und rückverfolgbare Produkte aus lokaler Produktion anzubieten. Aber dies ist für mich nicht Grund genug, die Initiative zu unterstützen. Diese wird nämlich gegenteilige, für das natürliche Gleichgewicht gefährliche und für die Konsumenten unangenehme Folgen haben. Sehen wir die Sache im Einzelnen an.
Diese Initiative ist schlecht für die Bioproduktion. Direktzahlungen bekommen nur Landwirte, die auf Pflanzenschutzmittel verzichten und welche ihre Tiere nur mit den auf dem Betrieb produzierten Futtermitteln ernähren können. Diese Initiative ist so streng, dass sie praktisch jegliche inländische Produktion verunmöglicht oder zumindest sehr stark reduziert – zwischen 20 und 40%. Dies hat zwei Konsequenzen: Die Preise der Schweizer Produkte werden massiv steigen und die Importe der entsprechenden Lebensmittel werden zunehmen, obwohl im Ausland die Tier- und Umweltschutznormen weniger streng als in der Schweiz oder gar inexistent sind. Wo liegt also der Gewinn dieser Initiative?
Das gleiche kann für den Umweltschutz bemerkt werden. Gemäss einer Agroscope-Studie hat die Initiative wenig nützliche Umweltauswirkungen. Dieses Institut, dessen Kompetenz nicht in Zweifel gezogen werden kann, stellt fest, dass bei einer Verbesserung der Wasserqualität die Umweltverschmutzung zunehmen würde. Warum? Einerseits würde die Wasserqualität verbessert, aber der dafür zu zahlende Preis ist eine Erhöhung der Importe von Nahrungsmitteln, die in den Produktionsländern die Umweltverschmutzung verstärken. Die strenge Anwendung der Initiative würde die Fleischproduktion in der Schweiz reduzieren. Unsere Landwirtschaft würde Absatzmärkte verlieren und würde durch Billigimporte von Fleisch, das nicht unseren Normen entsprechend produziert wurde, konkurrenziert. Ein sehr ungleicher Kampf für unsere Landwirte! Diese Initiative schiesst ausserdem am Ziel vorbei. Ich rufe in Erinnerung, dass heute schon 40% der Pflanzenschutzmittel biologischen Ursprungs sind. Heute schon kommen 85% der Futtermittel für die landwirtschaftlichen Nutztiere aus inländischer Produktion. Und hier noch eine beeindruckende Zahl: In den letzten zehn Jahren ist die Anwendung von Antibiotika für landwirtschaftliche Nutztiere um 46% zurückgegangen!
Diese Zahlen bestätigen die Anstrengungen, welche die Landwirtschaft seit Jahren unternimmt. Die Bauern sind nämlich nicht so dumm, dass sie die Versorgung der Bevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln und somit ihren Lebensunterhalt gefährden. Das Pflügen und die Fruchtfolgen werden den Bedingungen angepasst. Gesunde Samen und resistente Sorten werden ausgesucht. Schon heute treffen die Bauern diese Vorsorgemassnahmen. Es stimmt aber auch, dass diese Vorkehrungen nicht immer genügen, um den Qualitätsanforderungen zu entsprechen oder einen hinreichenden Ertrag zu erzielen. In diesen Fällen muss auf Pflanzenschutzmittel zurückgegriffen werden, aber auf pragmatische, intelligente und umweltschonende Weise. Hand in Hand mit den zuständigen Behörden nimmt unsere Landwirtschaft diese Aspekte sehr ernst.
Die Landwirtschaft engagiert sich in Projekte wie
- Aktionsplan Pflanzenschutzmittel
oder
- Strategie Biodiversität Schweiz und Aktionsplan
oder
- Strategie für eine nachhaltige Futtermittelversorgung.
Dies sind alles gute Gründe, um die Initiative mit Überzeugung abzulehnen. Diese Initiative gefährdet das natürliche Gleichgewicht, die geduldige Arbeit der Bauern sowie die Mühe, welche sich die Bauern zum Schutze des Wassers und zur Versorgung der Konsumenten mit qualitativ hochstehenden Produkten geben.