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Similia Similibus Curentur, „Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“, das zentrale Dogma der Homöopathie, wurde in den letzten 200 Jahren auf das Gründlichste widerlegt.
Nichts desto Trotz, werden immer wieder Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie unternommen. Von den 5641 aktuell in der Pubmed gelisteten wissenschaftlichen Artikeln zum dem Thema “Homeopathic treatment“, sind allein 68 im Jahr 2017 veröffentlicht worden. Schaut man sich den Resultate-Teil in den Abstracts dieser Artikel an, dominieren Begriffe wie “no effect“ “not recommended for treatment…“ usw.
Interessant sind die Begründung der Globulianhänger, warum was aufgrund völlig unterschiedlicher Beweisführungen dann für die Homöopathie sprechen soll, obwohl jede einzelne Ebene für sich betrachtet eher gegen Homöopathie spricht.
1. Wirksamkeitsnachweis
„Die Homöopathie hat aber nicht die Spur eines Wirksamkeitsnachweises vorzuweisen. Naturwissenschaftlich betrachtet ist sie ein fauler Zauber, eine leere Versprechung.“ Doch dann kommt das Aber:
2. Ausführliches Arztgespräch
Man bringt den Placebo-Effekt ins Spiel. Er hebt hervor, dass mit einer homöopathischen Behandlung ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt verbunden ist, das für einen Placebo-Effekt sorgen kann. Also dafür, dass unabhängig von der (fehlenden) Wirksamkeit des Präparats eine subjektive Besserung eintritt.
Der Fehler in dieser Argumentation ist, man glauben könnte, als sei das ausführliche Gespräch der homöopathischen Behandlung zuzurechnen. Die Popularität der Homöopathie mit dem Placebo-Effekt zu erklären ist kein Argument für sondern gegen sie. Es bedeutet, dass das Ergebnis der ausführliche Anamnese unerheblich ist, weil im Anschluss ohnehin nur ein Placebo verabreicht wird.
Ausführliche Beratung wäre auch in der konventionelen Medizin wünschenswert. Ein persönliches Gespräch, das angemessen vergütet wird, würde das Gefühl der Patienten steigern, in guten Händen zu sein. Der Placebo-Effekt lässt sich auch bei medizinischer Behandlung nutzen. Und vielleicht würde ein Gespräch oft dazu führen, dass Arzt oder Ärztin einfach ein paar Tipps zur Ernährung oder Bewegung oder die Empfehlung eines guten Tees mitgeben. Das gäbe, ähnlich wie die homöopathische Scheinmedikation, das Gefühl etwas getan zu haben.
Eine solche Medizin ist der Gesundheitswirtschaft natürlich ein Dorn im Auge. „Für eine solche Medizin ist weder in der überfüllten Allgemeinpraxis noch im gehetzten Spitalalltag Platz.“ Die Krankenkassen gehören ja scheinbar nicht der „Gesundheitswirtschaft“. Sie wären in der Lage, Patienten die ausführliche Anamnese bei einer homöopathischen Behandlung zu bezahlen. Warum also nicht auch bei richtiger Medizin? Und mit der Forderung nach einer besseren Personalausstattung in Krankenhäusern rennen wir dort ohnehin offene Türen ein. Dass Beratung in der Homöopathie besser bezahlt wird, ist eher guter Lobbyarbeit der Homöopathen als einer Verschwörung der „Gesundheitswirtschaft“ anzulasten.
3. Fehler in der Medizin
Nun zum finalen Schlag gegen die Homöopathie-Kritik: Unlauterer Wettbewerb von Pharmaunternehmen, Skandale durch ungenügend geprüfte Medikamente und „Krankenhausinfektionen“ werden angeführt. Eine Medizin, die sich durch all das angreifbar mache, könne „die Leere, die Inhaltslosigkeit der homöopathischen Globuli“ nicht so scharf kritisieren. Aber auch dieses Argument fällt auf die Homöopathie zurück. Wirbt diese doch mit einer Wirksamkeit, die sie seit 200 Jahren nicht nachweisen kann.
Selbstverständlich muss man der Pharmaindustrie, sowohl der konventionellen als auch der homöopathischen, auf die Finger schauen. Sie sollten keine falschen Versprechen machen dürfen. Natürlich birgt die teure und aufwendige Medizinforschung gefahren: Das Prüfverfahren ist so teuer und aufwendig, dass der Anreiz zur Übertreibung von Wirksamkeit und Vernachlässigung von Nebenwirkungen gross ist. Die Pharmahersteller müssen gut überwacht werden. Und natürlich ist Hygiene im Krankenhaus unerlässlich, Qualitätskontrolle notwendig. Aber das alles ist kein Grund auf wirkungslose Behandlungsmethoden zurückzugreifen. Wir müssen die wirksamen besser überwachen.
Fazit
Kurz und prägnant finden wir also drei Argumente für drei unterschiedliche Dinge:
- Homöopathie wirkt nicht und sollte deshalb nicht als Therapie eingesetzt werden.
- Gute medizinische Beratung wirkt und sollte nicht nur den Homöopathen angemessen bezahlt werden.
- Falsch angewendet kann Medizin gefährlich sein. Deshalb ist unabhängige Qualitätskontrolle wichtig. Falsche Versprechungen sind nicht zielführend.
Anmerkungen:
1. Das Homöopathie auch bei Kindern wirkt, glaub ich ungesehen. Bei meinem Enkelkind hilft Pusten gegen fast gegen jedes Aua. Auch ohne Wirksamkeitsnachweis. Gerade das ist der wichtigste Grund, warum ich keine Homöopathie für meine Enkel möchte: Man sollte ihnen nicht beibringen, für jedes Wehwehchen ein Medikament einzunehmen.