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Weibliche Hormone regeln den Zyklus und die Schwangerschaft
Weibliche Hormone sind Botenstoffe, die über das Blut im ganzen Körper verteilt werden. Ihr Zusammenspiel beeinflusst den Fruchtbarkeitszyklus und die Umstellung des Körpers auf die besonderen Erfordernisse einer Schwangerschaft.
Weibliche Hormone steuern den Zyklus jeder Frau. Foto: LuminaStock, iStock, Thinkstock
Mit dem Eintritt der Pubertät steigt diese Hormonproduktion stark an. Das Zwischenhirn sendet Signale, die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) schüttet Steuerhormone aus. Schon bei der Geburt sind in den Eierstöcken des kleinen Mädchens ungefähr 200’000 Eizellen vorhanden, jede in ein Eibläschen eingebettet. Sie beginnen jetzt zu reifen und vermehrt das Hormon Östrogen zu bilden. Östrogen verursacht die Entwicklung der typisch weiblichen Formen.
Weibliche Hormone steuern den Fruchtbarkeitszyklus
Östrogen: Die Hypophyse sendet ihre Steuerungshormone aus, Eizelle und Eibläschen reifen. Im Eibläschen wird Östrogen gebildet. Dieses baut die Gebärmutterschleimhaut auf und beeinflusst gleichzeitig die Hormonproduktion der Hypophyse. Bei einer bestimmten Hormonkonzentration kommt es zum Eisprung.
Progesteron: An der Vernarbungsstelle des Eierstocks, dort wo das Eibläschen aufgeplatzt ist, entsteht nun der sogenannte Gelbkörper. Er produziert ein weiteres wichtiges weibliches Hormon, das Progesteron. Es hat verschiedene Funktionen. Zum einen bewirkt es, dass die Gebärmutterschleimhaut weiter gut durchblutet und stabilisiert wird, zum anderen hemmt es die Produktion des Steuerhormons in der Hypophyse und damit ein Heranreifen weiterer Eibläschen. Ausserdem sorgt das Hormon dafür, dass ein fester Schleimpfropf den Gebärmutterhals schützend verschliesst. Der Körper ist nun bereit für die Schwangerschaft.
Menstruation: Die Vernarbungsstelle im Eierstock heilt, der Gelbkörper bildet sich zurück. Damit geht auch die Progesteronproduktion zurück. Ist keine Befruchtung erfolgt, wird die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr aufrechterhalten, es kommt zur Menstruation. Auch fällt die hemmende Wirkung auf die Hypophyse weg. Sie kann die Eierstöcke erneut zur Eireifung anregen.
Das Schwangerschaftshormon verhindert die Regelblutung
Wurde eine Eizelle befruchtet, übernimmt sie zunächst die weitere Hormonregie. Bereits kurz nach der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut gibt sie das Schwangerschaftshormon hCG ab, das den Gelbkörper stabilisiert. Sein Hormon Progesteron gewährleistet, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestossen wird und die Schwangerschaft aufrechterhalten bleibt. Schwangerschaftstests können jetzt hCG im Urin nachweisen. hCG ist auch verantwortlich für die Übelkeit, unter der viele Frauen leiden.
Die Plazenta entwickelt sich und bildet selbst weibliche Hormone
Der junge Embryo verwächst mit der Gebärmutterschleimhaut. An dieser Stelle bildet sich die Plazenta, die nach ungefähr drei Wochen weibliche Hormone für die Schwangerschaft produzieren kann. Sie bildet jetzt das gelbkörperstimulierende hCG. Wenn der Gelbkörper sich im vierten Schwangerschaftsmonat zurückbildet, produziert sie an seiner Stelle das schwangerschaftserhaltende Progesteron. Mit dem Versiegen des hCG lässt auch die Schwangerschaftsübelkeit nach. Progesteron und Östrogen lassen die Milchdrüsen reifen. Ein HPL genanntes Schwangerschaftshormon, das die Plazenta ungefähr ab der 10. Woche abgibt, fördert ebenfalls die Brustentwicklung, und es ist dafür verantwortlich, dass das Kind optimal mit Nährstoffen versorgt wird.