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Die Glarner Landesgeschichte
Der Bergkanton Glarus hat eine sehr facettenreiche Geschichte. Seit 1352 gehört das Land Glarus zum Bund der Eidgenossen. Im Jahre 1388 gelang es den Glarnern, sich mit der Schlacht bei Näfels von der habsburgischen Herrschaft zu befreien. Die Reformation spaltete das Land Glarus in eine katholische Minderheit und in eine reformierte Mehrheit. Das dynamische 19. Jahrhundert brachte eine enorme Industrialisierung durch die Textildruckindustrie, eine Korrektion des Flusses Linth, die Aufhebung der konfessionellen Landesteilung und für die gesamte Schweiz wegweisende soziale Errungenschaften. Das Museum des Landes Glarus veranschaulicht durch eine Vielzahl von Sammlungsobjekten die wichtigen Kapitel der Glarner Landesgeschichte.
Sitz im Freulerpalast
Der Freulerpalast ist einer der prächtigsten Schweizer Wohnbauten des 17. Jahrhunderts. Der Bauherr dieses prunkvollen Palais war der Näfelser Kaspar Freuler (um 1595-1651). Er diente als Schweizer Militärunternehmer den französischen Königen. Der kunstsinnige Gardeoberst liess Kunsthandwerker aus ganz Europa nach Näfels kommen, die in seinem Auftrag von 1642 bis 1648 ein architektonisches Gesamtkunstwerk schufen. Die heute noch vollständig erhaltenen Prunkräume mit prächtigen Stuckaturen, reich ornamentierten Vertäfelungen und Kassettendecken geben ein eindrucksvolles Bild vom Reichtum des Bauherren und vom Können der Handwerker. Das Museum des Landes Glarus ist das historische Museum des Kantons Glarus und hat seit 1946 seinen Sitz im Freulerpalast. Es präsentiert Glarner Geschichte von den Anfängen bis heute.
Kaspar Freuler
Der Katholik Kaspar Freuler wurde in Näfels geboren und trat wie sein Vater Christoph Freuler und sein Grossvater Kaspar Gallati (1535/37-1619) als Soldat der Schweizergarde in den Dienst des französischen Königs. Im Jahre 1625 heiratete er Margareta Hässi (1599-1640), die ebenfalls aus einer regimentsfähigen Glarner Familie stammte. Das Paar hatte drei gemeinsame Kinder. Nach dem Tod von Margareta Hässi heiratete Kaspar Freuler die Schwyzerin Anna von Reding (1601-1658). Auch sie stammte aus einer Familie vermögender Soldunternehmer. 1619 wurde Kaspar Freuler zum Gardehauptmann ernannt und 1635 zum Oberst des Schweizerischen Garderegiments befördert. Freuler nahm an zahlreichen Feldzügen und Belagerungen teil, beispielsweise gegen die Hugenotten in Südfrankreich, in Savoyen, Lothringen (1633), Elsass, Flandern und gegen die spanische Krone. 1637 erhielt Freuler vom französischen König den Adelstitel und durfte nun als sichtbares Zeichen die Fleur de Lys im Wappen führen. Kaum zehn Jahre später, 1646, wurde er zum Ritter des St.-Michael-Ordens ernannt. In seinem Heimatort Näfels liess er zwischen 1642 und 1648 seinen eigenen prunkvollen Herrschaftssitz, den sogenannten Freulerpalast, bauen. Am 1. November 1651 erlag er in Frankreich einer Kriegsverletzung.
(Text: Museum des Landes Glarus)