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Hinweis: Dies ist der dritte Band in der Reihe um „King & Maxwell“. Es empfiehlt sich, diese Romane in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Hier geht es zum ersten Band.
David Baldacci liess sich für diesen dritten Band der „King & Maxwell“-Reihe inspirieren vom englischen Bletchley Park. Da wurde während des Zweiten Weltkrieges an der Entschlüsselung der deutschen Geheimcodes gearbeitet, was letztlich massgeblich zum Sieg der Allierten über Nazi-Deutschland beitrug. Herr Baldacci fand wohl, was die Engländer können, muss doch auch in den USA möglich sein. Er hat Bletchley Park somit flugs nach Virginia (mit dem Baldacci sowieso eng verbunden ist) transferiert, in Babbage Town umbenannt und in die Gegenwart versetzt. Kann man machen.
Babbage Town liegt direkt am mächtigen Fluss namens York. Und auf der gegenüberliegenden Seite liegt eine Einrichtung, die noch geheimer ist als das streng bewachte Babbage Town: Eine CIA-Anlage, für die damals ganze Städte geräumt werden mussten. Und auf dieser CIA-Anlage wird ein Wissenschafter aus Babbage Town tot gefunden. Selbstmord? Wenn ja, warum dort? Und wie ist er überhaupt hingekommen?
Sean King bekommt den Auftrag, das aufzuklären. Alleine? Ja. Ohne Michelle Maxwell? Ja. Warum? Weil die Michelle in der Klapsmühle ist. Wie bitte?
Michelle Maxwell, die Geschäftspartnerin von Sean, ist in psychologischer Behandlung, weil sie offenbar von einem Trauma geplagt wird. Davon hat der Leser in den ersten beiden Büchern nicht viel bemerkt, also ist die Idee dem Autoren wohl erst später gekommen. Naja, warum nicht. Aber Baldacci wäre nicht Baldacci, wenn Maxwell in ihrer Zeit in der Klinik (in die sie sich auf Anraten ihres Partners und eines befreundeten Psychiaters freiwillig einliefern liess) nicht auch ihre Abenteuer erlebt und letztlich einen Kriminellen entlarvt und der Polizei übergibt. Danach, so viel zur Beruhigung der Leserschaft, verlässt sie die Klinik (obwohl das ausser ihr niemand gut findet) und schliesst sich Sean King in Babbage Town an.
Da spielen verschiedene Personen wichtige Rollen. Zum Einen ist da Viggie, die Tochter des toten Wissenschaftlers. Sie leidet an einer Form von Autismus und ist den beiden privaten Ermittlern deshalb nur sehr beschränkt eine Hilfe. Sie scheint in Codes zu sprechen und die wollen erst mal geknackt sein. Dann taucht da der Leiter der CIA-Einrichtung, Ian Whitfield, immer wieder auf, daneben Valerie, die geheimnisvolle Frau von Withfield, die letztlich nicht wirklich das ist, was sie anfangs scheint.
Und natürlich baut Baldacci weitere Schlüsselfiguren ein, die eine Rolle spielen. Das interessante ist da ja stets, dass man nie weiss, wie wichtig welche Rolle letztlich sein wird. Deshalb will ich da auch nicht verraten, wie wichtig Sheriff Hayes, FBI-Agent Ventris, die Wissenschafterin Alicia Chadwick, der Journalist South Freeman oder der Leiter von Babbage Town, Champ Pollion, für die Geschichte sind. Übrigens: Diese Namen habe ich jetzt gerade alle aus dem Kopf geschrieben, wenn sich da Fehler eingeschlichen haben, möge man mir das verzeihen.
Im grossen Ganzen geht es in diesem Roman darum, dass Michelle und Sean versuchen, der autistischen Viggie die Geheimnisse zu entlocken, die sie offensichtlich weiss. Denn sie müssen wissen, was ihr Vater auf der CIA-Basis machte oder machen wollte. Und auf dieser Suche nach des Rätsels Lösung fühlt man sich manchmal fast in einen dieser Nicolas Cage-Filme um die Tempelritter versetzt. Geheimnis hier, Geheimcode da, alte mythische Rätsel überall, verborgene Schätze und dergleichen. Nicht immer ist es leicht, als Leser noch den Überblick zu wahren.
Dass die Geschichte nicht wasserdicht ist und völlig glaubwürdig rüberkommt, habe ich schon gar nicht mehr erwartet. Spätestens wenn Sean und Michelle im Alleingang sozusagen die CIA übertölpeln, ertappt man sich beim Kopfschütteln. Aber Scheiss drauf, man kriegt ein paar Stunden nette Unterhaltung. Punkt.
Meine Wertung: (3,5 / 5)
22.11.17/03.12.17