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Die österreichisch-deutschen Familien Porsche und Piëch kontrollieren den Automobilkonzern Volkswagen (VW). Dieser ist mit Abstand das grösste Unternehmen Deutschlands. 2020 war VW nach Umsatz das siebtgrösste Unternehmen der Welt.
Zum Volkswagenkonzern gehören neben den Automobilherstellern VW und Porsche inzwischen auch SEAT (Spanien), Škoda (Tschechien), Audi (Deutschland), Bentley (Grossbritannien), Bugatti (Frankreich) und Lamborghini (Italien).
Mitte 2021 wurde das Vermögen der Familien Porsche und Piëch auf 51 Milliarden Euro geschätzt, also etwa 60 Milliarden US-Dollar (Quelle). Die Familie besitzt etwas mehr als die Hälfte der Stimmrechte und 31 Prozent der Anteile an VW. Zurzeit ist die Königsfamilie von Katar über ihre Qatar Holding der zweitgrösste Aktionär von VW. (Quelle)
Die beiden Familien besetzten auch leitende Positionen bei VW. Ferdinand Piëch (1937-2019) war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender und danach bis 2015 Aufsichtsratsvorsitzender von VW. Er kannte Angela Merkel (Foto). Er war eng mit Peter Hartz verbunden, der zur Führungsclique von VW gehörte (Quelle). Peter Hartz arbeitete zusammen mit der Bertelsmann Stiftung der Mohn Familie das Hartz4-Konzept aus. Wolfgang Porsche kennt die Milliardärin Liz Mohn, die einen der grössten Medienkonzerne der Welt kontrolliert (Quelle). Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder galt als ein Freund von Ferdinand Piëch (Quelle). Schröders Regierung führte das Hartz4-Konzept ein.
Wolfgang Porsche und Liz Mohn kennen Gabriele und ihre Mutter Renate Thyssen-Henne (Foto). Renate heiratete in die Thyssen Familie, eine der wichtigsten deutschen Industriellenfamilien des 20. Jahrhunderts. Ihre Tochter Gabriele heiratete erst in den deutschen Hochadel und ihr Mann war ein Nachkomme der russischen Kaiserfamilie. Gabriele heiratete in zweiter Ehe den religiösen Führer Karim Aga Khan IV..
Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche besuchten den 70. Geburtstag des Milliardärs Hubert Burda, der einen der grössten Medienkonzerne Deutschlands kontrolliert. Gabriele und ihre Mutter Renate Thyssen-Henne sowie Friede Springer waren ebenfalls auf der Party. (Quelle: Auf den Fotos)
Porsche und Piëch in der NS-Diktatur
Ferdinand Porsche (1875-1951) gründete 1931 das Konstruktionsbüro Porsche, das sich nach 1945 zu einem Automobilhersteller entwickelte. Zu den Mitgründern gehörte auch Anton Piëch (1894-1952), der die Tochter von Ferdinand Porsche heiratete. Seitdem sind die beiden Familien miteinander verbunden.
Auf Adolf Hitlers Initiative wurde 1937 die Volkswagen AG gegründet. Der Automobilkonstrukteur Ferdinand Porsche erhielt die Aufgabe Prototypen zu entwerfen. Neben Zivilfahrzeugen produzierte VW auch Militärfahrzeuge und weitere Rüstungsgüter für die deutsche Wehrmacht, darunter Landminen, Marschflugkörper und Panzerfäuste.
Während der NS-Diktatur beschäftigte VW rund 20 000 Zwangsarbeiter, davon etwa 5000 KZ-Häftlinge. Im Jahr 1944 arbeiteten zwei Drittel der Arbeiter gegen ihren Willen. (Quelle) Ferdinand Porsche und Anton Piëch gehörten in dieser Zeit zur VW-Führung.
Ferdinand Porsche trat 1937 der NSDAP bei. Die Nazis mochten ihn:
- 1938 erhielt er den „Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft“. Die Auszeichnung wurde von Hitler persönlich gestiftet.
- 1939 wurde er zum Wehrwirtschaftsführer ernannt, eine Auszeichnung der NSDAP. Sie wurde an die Leiter rüstungswichtiger Betriebe vergeben. Viele der führenden Industriellen der deutschen Wirtschaftselite erhielten diese Auszeichnung, unter anderem Siemens, Quandt, Merck, Krupp, Bosch, Flick, Röchling und Henkel.
- Im Mai 1942 wurde er als „Pionier der Arbeit“ geehrt, die höchste wirtschaftliche Auszeichnung im Dritten Reich. Das Ehrenzeichen wurde an 19 Personen verliehen, darunter auch an Krupp, Bosch und Röchling.
- Er war Oberführer und Offizier der SS. 1944 erhielt er den SS-Totenkopfring, eine der höchsten Auszeichnungen der SS.
Ferdinand Porsche arbeitete von 1906 bis 1923 auch für das österreichische Tochterunternehmen des deutschen Automobilunternehmens Daimler. Danach war er bis 1928 in der Führung von Daimler. Der Automobilkonzern Daimler ist heute das umsatzstärkste deutsche Unternehmen neben VW. Daimler gehörte zu den grössten Profiteuren der Aufrüstungspolitik der Nazis. Von 100.000 Daimler-Beschäftigten waren 1944 die Hälfte Zwangsarbeiter (Quelle).
Anton Piëch und Ferdinand Porsche wurden nach Ende des 2. Weltkrieges in Haft genommen. Vor Gericht wurden sie allerdings freigesprochen und 1947 aus der Haft entlassen.
Bemerkenswerte Heiraten
Ernst Piëch (*1929) heiratete die Tochter von Heinrich Nordhof (1899-1968). Heinrich gehörte zu den wichtigsten Akteuren der Führungsclique von VW in der Nachkriegszeit. Während des 2. Weltkrieges gehörte er zur Führung des deutschen Automobilunternehmens Opel und wurde zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. In der Nachkriegszeit pflegte er Kontakte zum Vatikan. 1956 empfing ihn Papst Pius XII. zu einer Privataudienz. Heinrich wurde vom Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem geehrt, ein Vatikanorden. Er erhielt vom Papst den Gregoriusorden, der vierthöchste Verdienstorden des Vatikans. (Quelle)
Ferdinand Piëch (1937-2019) heiratete in erster Ehe Corina von Planta. Dem Namen nach könnte sie aus der Schweizer Adelsfamilie Planta kommen. Das Adelsgeschlecht besteht seit dem 12. Jahrhundert und gehört damit zum Uradel der Schweiz. Einzelne Familienmitglieder sind heute mit der Schweizer Wirtschafts- und Finanzelite verbunden.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.