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Anwendung. Gleich dem Alaun in der Papierfabrikation und der Färberei, vielfach auch als desinfizirendes und klärendes Mittel für schlechte Trinkwasser, Kloaken, Abzugsgräben etc.
Wird dargestellt durch Behandeln von Kryolith oder irgend einem möglichst eisen- und kalkfreien, schwach geglühten Thon mit konzentrirter Schwefelsäure. Die entstandene Lösung von schwefelsaurer Thonerde wird von der ausgeschiedenen Kieselerde getrennt und so weit eingedampft, bis sie nach dem Erkalten zu einer festen Masse erstarrt. Aus diesem Rohprodukt wird das reine durch Umkrystallisiren gewonnen.
Alúmen.
Alaun.
Mit dem Gesammtnamen Alaun werden heute eine ganze Reihe von Körpern bezeichnet, während man früher darunter nur den sog.
Kalialaun verstand. Die Alaune sind Doppelverbindungen von einem Alkalisulfat mit einem
Aluminiumsulfat
und Krystallwasser. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass das Alkali, z. B. das Kalium, beliebig
durch Natron oder Ammon, und wiederum die Thonerde durch andere Metalle, welche gleiche Oxyde bilden, wie Eisen oder Chrom
ersetzt werden können, ohne dass die physikalischen Eigenschaften der betreffenden Verbindungen sich
wesentlich ändern. Im Handel sind namentlich 3 von Wichtigkeit: Der Kali-, der Ammon- und der Chromalaun.
Kalialaun, Al2K2(SO4)4 ^[Al2K2(SO4)4] + 24 H2O . Bildet grosse, klare, meist oktaedrische Krystalle oder Krystallmassen; sie verwittern an der Luft nur sehr schwach und bedecken sich dadurch mit einem weissen, leichten Pulver. Der Bruch ist glasartig, muschelig;
Geschmack süsslich, zugleich zusammenziehend;
löslich in 10-11 Th. kaltem und ¾ Th. kochendem Wasser (die Lösung reagirt stark sauer);
unlöslich in Alkohol.
Der Alaun enthält
ca. 45 % Krystallwasser, in diesem schmilzt er bei 82°, bei höheren Graden verdunstet dasselbe
und es entsteht eine weisse, porös schwammige Masse (gebrannter Alaun, s. d.).
In der Weissglühhitze giebt das
Aluminiumsulfat seine Schwefelsäure ab, es verbleiben Kaliumsulfat und unlösliche Thonerde.
Der Alaun fällt Eiweiss, Leim und bildet mit den meisten Farbstoffen unlösliche Verbindungen, sog. Lacke.
Dargestellt wird der Alaun jetzt grösstentheils in der Weise, dass man schwach geglühten Thon mit Schwefelsäure
erhitzt. Es entsteht unter Abscheidung von Kieselsäure
Aluminiumsulfat, dessen Lösung mit Kaliumsulfat oder Chlorkalium
versetzt wird. Der entstehende Alaun fällt als Krystallmehl aus und wird durch Umkrystallisiren gereinigt.
In Italien und Ungarn kommt ein natürlicher Alaun vor, der sog. Alunit oder Alaunstein. Dieser besitzt weniger Krystallwasser; aus ihm wird durch schwaches Rösten und nachheriges Auslaugen mit heissem ¶
Wasser ein in Würfeln krystallisirender Alaun hergestellt, der unter dem Namen «römischer Alaun» (Alumen Romanum) in den Handel kommt. Eine weitere Handelssorte ist der sog. neutrale Alaun, der in der Technik vielfach benutzt wird; er bildet ein weisses, krystallinisches Pulver und enthält weniger Schwefelsäure als der gewöhnliche Alaun.
Anwendung. Medizinisch innerlich in kleinen Gaben gegen Blutungen, in grösseren Gaben bis zu 2 g gegen Bleivergiftungen (Bleikolik), in Gaben von 20-30 g kann er tödtlich wirken;
äusserlich zu Gurgelwässern, Injektionen, zum Einstreuen in eiternde Wunden etc.;
technisch zum Weissgerben des Leders;
als Klärungsmittel für Flüssigkeiten, namentlich aber in der Färberei als Beize. Er bewirkt hier die innige Verbindung der Faser mit der Farbe, indem er sie in derselben unlöslich macht;
ferner in der Papierfabrikation zur Herstellung des sog. geleimten Papieres.
Prüfung. Für medizinische Zwecke und auch für zartere Farben ist es nothwendig, dass der Alaun eisenfrei ist. Man prüft hierauf, indem man die dünne, wässerige Lösung mit einigen Tropfen Blutlaugensalz versetzt; bei Gegenwart von Eisen färbt sie sich blau. Ob Ammoniakalaun vorhanden, erkennt man durch Kochen der wässerigen Lösung mit überschüssiger Natronlauge; es darf sich kein Geruch nach Ammoniak entwickeln.
Alumen ustum, gebrannter Alaun. Weisses, geruchloses Pulver, vom Geschmack und den Eigenschaften des Alauns. Es soll sich in 30 Th. Wasser langsam aber vollständig lösen. Das Deutsche Arzneibuch giebt keine Vorschrift für die Bereitung des Präparates an, es verlangt nur, das der gebrannte Alaun, bei gelindem Glühen, nicht mehr als 10 % Wasser verliere.
Anwendung. Namentlich zu Streu- und Inhalationspulvern; (zur Darstellung von Gurgelwässern, zu welchem Zweck er vom Publikum sehr viel verlangt wird, ist der gebrannte Alaun wegen seiner schweren Löslichkeit unpraktisch, daher ist es besser, hier gewöhnlichen Alaun zu substituiren. ) Vielfach wird er auch zum Klären spirituöser Getränke benutzt.
Prüfung. Nur auf seine Löslichkeit; zu stark erhitzter Alaun wird fast unlöslich.
Gebrannter Alaun zieht leicht Feuchtigkeit aus der Luft an, muss daher in gut verschlossenen Glasgefässen aufbewahrt werden.
Identitätsnachweis für Kalialaun. Die wässerige Lösung, mit Weinsäurelösung geschüttelt, muss nach längerer Zeit
einen krystallinischen Niederschlag absetzen. Der Nachweis des
Aluminiumsulfats und die Prüfung siehe Aluminium sulfuricum
purum.
Alumen ammoniacale, Ammoniakalaun. Wird vor Allem in England dargestellt und benutzt. In ihm ist das Kaliumsulfat ganz oder ¶