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Der Klimawandel und seine wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen für die Schweiz
Die Erwärmung der Atmosphäre wird weltweit immer deutlicher sichtbar. Die veränderten klimatischen Verhältnisse wirken sich immer mehr auf die verschiedenen Regionen der Schweiz aus und hier insbesondere auf das Alpenvorland und die Alpen. Doch der Klimawandel bewirkt nicht allein eine Veränderung der Umwelt, sondern zieht auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen nach sich.
Seit Beginn der Industrialisierung im Jahr 1864 bis zum Jahr 2012 hat in der Schweiz nachweislich eine Erwärmung von ungefähr 1,8 Grad Celsius stattgefunden. Deutlicher werden die Veränderungen bei extremeren Temperaturen. So gibt es im dicht besiedelten Mittelland mehr Sommer- und Hitzetage, was auch für Frosttage gilt, die seit den 1960er-Jahren ebenfalls zugenommen haben, während die Nullgradgrenze seit dieser Zeit um rund 300 Meter gestiegen ist.
Aufgrund der bisherigen Beobachtungen ist davon auszugehen, dass die Mitteltemperaturen in allen Regionen der Schweiz und zu allen Jahreszeiten ansteigen werden, während die Niederschlagsmengen in den Sommermonaten in der gesamten Schweiz abnehmen und in den Wintermonaten vor allem im Süden zunehmen werden. Auch für Extremereignisse sind Veränderungen zu erwarten. Es ist davon auszugehen, dass die Wärmeperioden in Zukunft häufiger auftreten, intensiver ausfallen und länger andauern werden und in Hitzewellen im Sommer gipfeln. Umgekehrt verhält es sich mit den kalten Wintertagen, die weniger werden. Verlässliche Voraussagen von Niederschlagsereignissen werden seltener, und auch für Hagel und in ihrer Heftigkeit zunehmende Stürme werden keine gesicherten Vorhersagen möglich sein.
Die Auswirkungen des Klimawandels auf Wirtschaft und Gesellschaft
Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung aus und damit auf die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das betrifft im Einzelnen die Wasser-, Wald- und die Landwirtschaft ebenso wie die Energiewirtschaft. Für viele Menschen werden sich vor allem Temperaturextreme belastend auf die Gesundheit auswirken. Gleiches gilt für den in der Schweiz für viele Menschen als Existenzgrundlage dienenden Tourismus sowie die gesamte Infrastruktur einschliesslich der Wohnungen, Häuser und Verkehrswege.
Die Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft und die Waldwirtschaft
Die Wasserwirtschaft wird in all ihren Sektoren betroffen sein. Dies gilt für die Nutzung von Wasser als Trinkwasser, das aufgrund zunehmender Trockenheit knapp und deshalb zu einer sehr kostbaren und deshalb teuren Ressource werden wird. Häufiges Niedrigwasser könnte den Gewässerschutz überfordern, so dass weder eine ausreichende Wassermenge noch die Wasserqualität gesichert sein könnten.
Es ist aber vor allem die Waldwirtschaft, die vom Klimawandel besonders und mehrfach betroffen sein wird. Extreme Wetterereignisse wie Stürme und Trockenheit werden grosse Schäden verursachen und zu einer Einschränkung der Produktion in der Waldwirtschaft führen. Mit der Zunahme von Trockenphasen geht eine steigende Waldbrandgefahr einher, ebenso wie die Verbreitung von Schadorganismen, zu denen in der Schweiz beispielsweise Insekten, Fadenwürmer, Pilze, Bakterien und Viren gehören, die die Waldbestände innerhalb und ausserhalb gefährden. Gefährliche Schadorganismen gefährden darüber hinaus die ökologische Vielfalt. In der Summe nehmen die Holz verarbeitende Industrie und Gewerbeunternehmen wirtschaftlichen Schaden, die gezwungenermassen auf die verbleibenden Hölzer angewiesen sind.
Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Energiewirtschaft
Auch die Landwirtschaft ist unmittelbar den negativen Folgen des Klimawandels ausgesetzt. Dies gilt für die Verknappung von Wasser, für Veränderungen im Wasserkreislauf und dadurch bedingt auch der Bodenbeschaffenheit sowie für die Zerstörung von Ernten durch extreme Wetterereignisse und Schadorganismen.
Der Klimawandel wird auch die Energieproduktion sowie die Nachfrage nach Energie beeinflussen. Während die in den Wintermonaten benötigte Heizenergie voraussichtlich sinken wird, wird proportional dazu die im Sommer benötigte Kühlenergie ansteigen. Bei steigenden Wassertemperaturen wird das für Kernkraftwerke sowie für thermische Kraftwerke erforderliche Kühlwasser so nicht mehr zur Verfügung stehen, während die Wasserverknappung die Kosten für die Stromproduktion in die Höhe treibt. Allein die Solarenergieproduktion könnte von den veränderten klimatischen Bedingungen profitieren, während der Einfluss des Klimawandels auf die Erzeugung von Windenergie noch unklar ist. Allerdings ist trotz Fukushima eine Energiewende in der Schweiz bis heute ausgeblieben.
Die Auswirkungen auf die Gesundheit
Aufgrund der Zunahme von Hitzewellen werden die Herz-Kreislauf-Erkrankungen ebenso zunehmen wie Atemwegserkrankungen. Viren, Bakterien, Allergene und andere Krankheitserreger sowie Schadstoffe werden sich aufgrund wärmerer Temperaturen intensiv vermehren, und auch neue Krankheitserreger haben gute Chancen sich auszubreiten, was gleichermassen für die Ozon- und Pollenkonzentration gilt, die mitverantwortlich sind für die Zunahme von Allergien, Atemwegsbeschwerden und Asthma. Die Krankheitsraten werden steigen und die für Schweizer ungewohnten heissen Temperaturen werden die Arbeitsleistung senken, was sich negativ auf die Produktivität auswirkt.
Die Auswirkungen auf den Tourismus und die Infrastruktur
Die Folgen des Klimawandels sind auch im Tourismus absehbar. Aufgrund der nicht mehr garantierten Schneesicherheit in tiefer gelegenen Skigebieten des Voralpenlandes wird der Einsatz von Schneekanonen notwendig werden, die wiederum immense Wassermengen für ihren Betrieb benötigen. Schmelzende Gletscher und eine damit einhergehende erhöhte Lawinengefahr machen zusätzliche kostenintensive Schutzmassnahmen erforderlich. Noch ist Zeit umzudenken und sich für einen ökologischen Wintertourismus zu entscheiden.
Von den klimabedingten Veränderungen der Umwelt sind Menschen, Verkehrswege und die gesamte Infrastruktur betroffen. Die Zunahme von durch den Klimawandel bedingten Massenbewegungen in den Alpen wird die Sicherheit der Menschen, ihrer Wohnungen und Häuser sowie die Strom- und Gasversorgung gefährden. Gleiches gilt für den Transport von Gütern und Menschen auf der Schiene und auf der Strasse. Im flachen Land werden Überschwemmungen zunehmen, die die komplette Infrastruktur zerstören können. Ebenso gross ist die Gefahr, die von zu trockenen Böden ausgeht, die aufgrund ihres Schrumpfverhaltens eine ebenso zerstörerische Wirkung auf Verkehrswege, Gebäude und unterirdische Leitungen entfalten können.
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