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Schnalzlaute
(engl. Clicks), ihrer Entstehung nach Sauglaute, die bei geschlossenem Kehlkopf [* 2] hervorgebracht werden. Während bei zivilisierten Völkern die S. nur beim Anrufen der Pferde, [* 3] bei geräuschvollem Essen [* 4] oder Küssen, dem sogen. Schmatzen, bei Äußerungen der Ungeduld u. dgl. gehört werden, bilden sie in einigen südafrikanischen Sprachen einen regelmäßigen Bestandteil der Sprache. [* 5] Die Kaffern besitzen drei verschiedene S., die ¶
forlaufend
Hottentoten vier, die Buschmänner mindestens sechs, die sogar mehrfach im nämlichen Wort vorkommen können und in wenigen Wörtern ganz fehlen. Die Mundstellung bei Hervorbringung der S. ist die nämliche wie bei der Aussprache des t, k, p, nur wird die hinter der Zunge oder den Lippen eingesperrte Luft eingesogen anstatt ausgestoßen. Noch andre, für Europäer ganz unaussprechbare S. werden in den Tierfabeln der Buschmänner verschiedenen Tieren in den Mund gelegt, und wahrscheinlich ist dieser in der Gesittung so weit zurückgebliebene Volksstamm der Erfinder der S. gewesen.
Von den Buschmännern gingen sie auf die Hottentoten über, deren mißtönende Sprache ein Reisender des vorigen Jahrhunderts mit dem »Krähen kalekutischer Hähne« vergleicht; von ihnen haben die Kaffern die drei leichtesten S. entlehnt. Vereinzelt finden sich S. auch in Sprachen andrer Weltteile, z. B. in nordamerikanischen Indianersprachen, in Guatemala [* 7] und bei den Negrito der melanesischen Inseln. Sie sind von großem Interesse für die Sprachforschung als Überrest einer primitiven, noch nicht durchweg zu artikulierten Lauten fortgeschrittenen Stufe der Sprachentwickelung.