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Das IOC-Exekutivmitglied Wu Ching-Kuo aus Taiwan steht am Pranger. Er wird als Präsident des Weltverbandes der Amateurboxer AIBA suspendiert. Mit derselben Massnahme reagiert das IOC.
Den Beschluss, Wu als Präsidenten abzusetzen, habe die Disziplinarkommission des Verbandes einstimmig gefasst, teilte die AIBA in Lausanne mit.
Wenige Stunden später handelte auch das IOC und suspendierte sein Vorstandsmitglied wegen der laufenden Untersuchungen provisorisch. Wu präsidiert den Boxsport an den Olympischen Spielen, 2013 bewarb er sich unter anderen für das IOC-Präsidium.
Dem Taiwaner Wu werden «Verstösse gegen eine Reihe von Reglementen und Disziplinarordnungen des Boxverbandes» zur Last gelegt, heisst es in der Mitteilung der AIBA.
Die Disziplinarkommission führt als einen Grund für die drastische Massnahme an, dass Wu wichtige wirtschaftliche Entscheide ohne Zustimmung des AIBA-Exekutivkomitees getroffen habe. Diese hätten Schulden in Höhe von mehr als 15 Millionen Dollar verursacht und den Verband «an den Rand des Konkurses» geführt. Wu «hat sich bisher geweigert, dem Exekutivkomitee die erforderlichen Finanz- und Prüfungsberichte zur Verfügung zu stellen», teilte der Verband mit.
Der 70-jährige Taiwaner hatte Verträge in Millionenhöhe mit vier Investoren abgeschlossen, um professionelle Wettkampfserien aufzubauen. Weil die neuen Formate keinen Gewinn abwarfen und sich nicht refinanzierten, fordern die Kreditgeber ihr Geld zurück.
Ein aserbaidschanisches Unternehmen soll auf kurzfristige Rückzahlung eines Kredits in Höhe von zehn Millionen Dollar bestehen. Die Frist dafür lief am 21. August ab. Das Unternehmen hat die AIBA vor einem Schweizer Gericht verklagt. Die Gläubiger sollen erst zum Zahlungsaufschub bereit sein, wenn Wu nicht mehr im Amt ist.