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Kindergarten, Primarschule, Oberstufe
Die Kinder gehen als Vorstufe für die Schule mit vier Jahren (Stichtag 31. Juli) freiwillig
in den Kindergarten, bzw. mit fünf Jahren (Stichtag 31. Juli) in den obligatorischen
Kindergarten. Nach dem Kindergarten besuchen die Kinder sechs Jahre lang die Primarschule.
Die anschliessende Oberstufe dauert drei Jahre. Sie ist in die Schultypen Sekundarschule
(für gute bis sehr gute Schülerinnen und Schüler), die Realschule (für mittlere
Schülerinnen und Schüler) und die Werkklasse (für schwächere Schülerinnen und Schüler)
aufgeteilt. In Schwyz wird zusätzlich eine Talentklasse angeboten.
Die Oberstufe kann auch im Theresianum Ingenbohl oder anderen Privatschulen absolviert
werden. Diese Angebote sind kostenpflichtig.
Übertritt in die Oberstufe
Am Ende der Primarschule schlägt die Lehrperson der 6. Klasse den Eltern vor, welchem
Schultypus ihr Kind zugewiesen werden soll. Dabei wird sowohl auf seine Noten als auch auf sein
Verhalten und seine Kompetenzen in der Schule geachtet (Interesse, Fleiss, selbstständiges
Lernen, Zuverlässigkeit). Der Zuweisungsentscheid wird zusammen mit den Eltern gefällt.
Bei Uneinigkeit kann der Entscheid gemäss Rechtsbelehrung angefochten und weitergezogen
werden.
Schulfächer
Der kantonale Lehrplan gibt vor, welche Schulfächer in Brunnen unterrichtet werden.
Es sind dies: Deutsch, Englisch (ab der 3. Klasse) und Französisch (ab der 5. Klasse),
Mathematik, Mensch und Umwelt, Sport (Turnen und Schwimmen), Musik, Bildnerisches Gestalten,
Textiles und Technisches Gestalten sowie Religion.
Noten
Im Kindergarten, in der 1. Klasse und im ersten Halbjahr in der 2. Klasse erhalten die
Schülerinnen und Schüler keine Noten, statt dessen finden Elterngespräche statt. Das erste
Zeugnis wird Ende des zweiten Schuljahres ausgeteilt, danach bekommt jedes Kind zweimal im
Jahr ein Zeugnis mit Noten von 6 bis 1. Dabei stellt 6 die beste und 1 die schlechteste Note
dar. Die Eltern bestätigen die Einsichtnahme mit ihrer Unterschrift. Die förderorientierte
Verhaltensbeurteilung (sich aktiv am Unterricht beteiligen, sorgfältig arbeiten, selbständig
arbeiten, zielorientiert zusammenarbeiten, sich an Regeln halten und Rücksicht nehmen) ist
Bestandteil des Zeugnisses und wird mit „übertroffen, erreicht, teilweise erreicht oder
nicht erreicht“ beurteilt.
Transparenz
Die Eltern sollen über den Lernstand und das Verhalten ihres Kindes stets informiert sein.
Holprinzip: Den Erziehungsberechtigten ist es nach Absprache möglich, den Unterricht zu besuchen
und/oder einen Gesprächstermin mit der Lehrperson zu vereinbaren. Bei wichtigen Gesprächen ist
es sinnvoll, dass bei Eltern mit Migrationshintergrund eine Übersetzerin oder ein Übersetzer
dabei ist. Diese werden durch die Schule organisiert und finanziert. Wichtige Formulare sind
in diversen Sprachen erhältlich.
Elternbesuchszeiten: Die Eltern können durch die Klassenlehrpersonen zu Unterrichtsbesuchen
eingeladen werden oder können im Rahmen von „öffentlichen Schulbesuchstagen“ den Unterricht
besuchen. Ausserdem werden Sie sporadisch zu Schulhausprojekten oder Events und
Informationsveranstaltungen der ganzen Schule eingeladen.
Tagesstrukturen
Kinder, deren Eltern arbeiten, können über Mittag am betreuten Mittagstisch teilnehmen, bis
die Schule wieder beginnt. Dieses Angebot ist kostenpflichtig.
Nach der Schule wird Montag-, Dienstag- und Donnerstagnachmittag ab 15:15 Uhr die Schülerbetreuung
angeboten. Dieses Angebot ist kostenlos.
Schulhäuser
In Brunnen gibt es vier Primarschulhäuser, die alle beieinander liegen sowie mehrere Kindergärten.
Ihr Kind wird durch die Schulleitung einer Klasse zugewiesen. Bei der Klasseneinteilung strebt
die Schulleitung ausgeglichene Klassenbestände, eine gute soziale Durchmischung und zumutbare
Schulwege an.
Pflichten der Eltern
Die Eltern sind verantwortlich, dass ihre Kinder pünktlich zur Schule gehen und dass sie
zuhause einen ruhigen Platz für die Hausaufgaben haben. Sie müssen auch darauf achten, dass
die Kinder genügend schlafen und am Morgen vor der Schule frühstücken. Absenzen müssen vor
Schulbeginn telefonisch der Sekretärin mitgeteilt werden. Sie haben die Erziehungspflicht.
Bieten Sie ihrem Kind eine gute und sinnvolle Freizeitgestaltung, so kann sich ihr Kind in
der Schule besser konzentrieren und den Schulstoff verarbeiten. Es ist wichtig, dass Sie
Kontakt zur Lehrperson halten und dass Sie an Elternveranstaltungen in der Schule teilnehmen.
Die Schulen sind verpflichtet, alle in der Gemeinde lebenden Kinder aufzunehmen, unabhängig von
einer Aufenthaltsbewilligung. Erziehungsberechtigte können sich für genaue Informationen an das
Sozialamt der Gemeinde Ingenbohl-Brunnen wenden.
Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass ihr Kind all jenes Material, welches die Schule nicht
zur Verfügung stellt, zum Unterricht mitbringt. Ihr Kind braucht eine Schultasche und ein Etui.
In der Primarschule tragen die Kinder Hausschuhe. Für den Turnunterricht braucht es Turntasche,
Turnhose, Turnleibchen und Turnschuhe, für das Schulschwimmen Badehose oder -kleid
und Badetuch.
Ansprechpersonen
Wenn sich ein Kind in der Schule nicht wohlfühlt oder Eltern etwas auffällt, findet ein erster
Austausch immer zuerst mit der Klassenlehrperson statt. Das weitere Vorgehen wird mit der Lehrperson
besprochen und alle Möglichkeiten und Umstände werden geklärt. Findet sich keine Lösung, können
sich Eltern an den Teamleiter, bzw. an die Schulleitung wenden.
Hilfe und Beratung erhalten Eltern auch bei der Schulsozialarbeit der Gemeinde Ingenbohl-Brunnen.
Schulreisen und andere Anlässe
Schulreisen, Exkursionen und Wanderungen bereichern den Unterricht. An diese Schulaktionen haben
die Eltern in der Regel einen Kostenbeitrag zu leisten. Kinder und Eltern werden von der
Klassenlehrperson über solche Aktivitäten informiert.
Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
Kinder, deren Deutschkenntnisse den Anforderungen der Regelklasse nicht genügen, werden im Fach
Deutsch in Kleingruppen unterrichtet. Dieser Zusatzunterricht ist kostenlos. In der Regel wird
er während einem bis zwei Jahren besucht. In besonderen Fällen ist eine Verlängerung möglich.
Für Kinder, die während der Schulzeit neu in die Schweiz einreisen, gibt es einen Deutsch-
Intensivkurs. Die Kinder besuchen die restlichen Stunden bereits in ihrer Regelklasse.
Die Schülerinnen und Schüler sollen nach etwa zwei Jahren so gut Deutsch sprechen, dass sie dem
Unterricht problemlos folgen können.
Spezieller Förderbedarf
Zeigt sich bei einem Kind Förderbedarf in bestimmten Bereichen, so wird es durch ausgebildete
Fachpersonen individuell unterstützt: Die Logopädin bei Sprachentwicklungsstörungen,
die schulische Heilpädagogin, bzw. der schulische Heilpädagoge bei
Konzentrationsschwächen, bei mangelhaften Lernstrategien
und bei allgemeinen Problemen der Lernstoffbewältigung. Das Kind besucht diese
Unterstützungsangebote während der regulären Schulzeit. Die Kosten trägt
die Schule. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Klassenlehrperson und der Fachperson sorgt
für eine zielgerichtete Förderung. Für einen umfassenden Lernerfolg sind alle Beteiligten auf die
Unterstützung der Eltern angewiesen.
Abklärung beim Schulpsychologen
In der Regel wird von der Klassenlehrperson eine Abklärung vorgeschlagen, damit das Kind von einer
Fachperson genauer untersucht werden kann. Die Schulpsychologin oder der Schulpsychologe führt
Gespräche mit dem Kind und mit den Eltern. Es können für die Abklärungen auch Tests durchgeführt
werden. Aufgrund der Resultate wird die Schulpsychologin oder der Schulpsychologe Vorschläge machen,
wie dem Kind am besten geholfen werden kann.
Eulenatelier/Projektlabor (Lernateliers)
Lernateliers sind zuständig für die Begabungs- und Begabtenförderung. Kinder mit ausgewiesener
Begabung werden innerhalb eines klar definierten Zeitgefässes pro Woche spezifisch und in einem
separaten Angebot gefördert. Begabtenförderung als bewusst gestalteter Teil unseres Bildungssystems
ist aus Gründen der Chancengerechtigkeit genauso von Bedeutung wie Stütz- und Fördermassnahmen für
Kinder mit Lernschwierigkeiten. Die Lehrpersonen der Ateliers unterrichten projektbezogen und
begleitet die Kinder in ausgewählten Projekten. Der Stoff des Lehrplans wird nicht vorweg genommen.