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Gute Ideen leben weiter
Am 22. Dezember 1976 schrieb Hans Maria Wingler, der damalige Leiter des Bauhaus-Archivs Berlin, an Kurt Naef: «Das Bauspiel findet meinen vollen Beifall. Es zeigt, welch schöne Qualität der Verarbeitung man bei Naef erwarten kann. Ich wäre also durchaus damit einverstanden, dass das Bauspiel in dieser Qualität produziert wird.» Bei dieser Korrespondenz ging es um die Reproduktion des Schiffsbauspiel von Alma Siedhoff-Buscher, aber auch um die Herstellung des Optischen Farbenmischers von Ludwig Hirschfeld. Kurt Naef erwies sich als derjenige, der das technische Knowhow hatte und die gefragte Qualität erbringen konnte. Er selber kannte die Bauhaus-Spielsachen aus Büchern und war ebenso interessiert daran, einige Spiele aus der Bauhauszeit in sein Sortiment aufzunehmen. Es gelang ihm, die Herstellungsrechte nicht nur für das Bauhaus-Bauspiel und den Optischen Farbenmischer zu sichern, sondern auch für die Schachfiguren von Josef Hartwig und – in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bauhaus Dessau – für die Steckpuppen und den Hampelmann von Margaretha Reichardt.
Damals am Bauhaus
Nächstes Jahr (2019) feiert das Bauhaus seinen 100. Geburtstag. Es war die bedeutendste Schule für Design, Architektur und Kunst des 20. Jahrhunderts. Obwohl ihr Bestehen aufgrund der politischen Umstände damals nur 14 Jahre dauerte, war dies eine sehr produktive Zeit. Einflussreiche Künstler, Designer und Architekten und revolutionäre Ideen gingen daraus hervor, deren Einfluss bis in die heutige Zeit reichen. Einige Bauhäusler haben sich auch mit der Entwicklung von Spielzeug befasst, bevorzugten als Material Holz und wählten kräftige Farben. Das Spielzeug sollte Freude bereiten, die Fantasie anregen, aber auch einen didaktischen Zweck erfüllen, nämlich das Vorstellungsvermögen fördern. Erfahren Sie mehr über die Designer.
1960 gründete der Kunsthistoriker Klaus Maria Wingler das Bauhaus-Archiv, einen Verein, der das Ziel hatte, eine Sammlung zum Thema Bauhaus aufzubauen und dessen Ideen weiterleben zu lassen. Durch Kataloge, Ausstellungen und Vorträge wurde das Erbe in der Welt bekannt gemacht. Dadurch wuchs das Interesse an den damaligen Entwürfen, und Anfang der 1970er-Jahre kam eine Reihe von Möbeln und Gebrauchsobjekten als lizenzierte Re-Editionen auf den Markt.
Seit über 40 Jahren bereichern die Bauhaus-Repliken das Naef-Sortiment schon und die Nachfrage ist nach wie vor gross, denn sie sind einerseits Zeugen einer bahnbrechenden Epoche, andererseits zeitlose Klassiker.