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In den letzten Wochen hat die US-Notenbank ihre Bereitschaft zu einer zweiten Zinserhöhung signalisiert. Ein solcher Schritt würde auf die im Dezember 2015 getroffene Entscheidung, die Leitzinsen anzuheben, folgen. Äusserungen von Yellen und Fisher liessen die Möglichkeit offen, dass es schon am 21. September bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses dazu kommt. Wenn man die enttäuschenden Zahlen für das US-BIP im ersten Halbjahr 2016 und die zugehörige rückläufige Arbeitsproduktivität bedenkt, ist die Entscheidung allerdings nicht einfach. Die Finanzmärkte sind immer noch nicht richtig überzeugt, können die Hinweise der Fed aber auch nicht ausser Acht lassen. Infolgedessen legten die Renditen von Treasuries mit kurzer Laufzeit zu und der USD wertete gegenüber den Leitwährungen auf.
Unterschiedliche Auswirkungen
Die Marktentwicklungen in Zusammenhang mit den neuen Hinweisen der Fed wirkten sich in unterschiedlicher Weise auf Hedgefondsstrategien aus. CTAs verzeichneten in der letzten Woche aufgrund ihrer Long-Positionen in festverzinslichen Wertpapieren und ihrer Short-Positionen im USD eine Underperformance. Eine Outperformance war indessen bei Global-Macro-Managern zu beobachten. Sie profitierten von ihren Long-Positionen im USD, an denen sie seit einiger Zeit aufgrund der Wachstumsdivergenzen zwischen den USA und dem Rest der Welt festhalten.
Global-Macro-Manager sind sich uneinig
Interessanterweise sind die meisten Fonds innerhalb jeder Strategie im USD gleich positioniert (d. h. die meisten CTAs in unserer Stichprobe verfügen über eine Short-Position im USD, und die meisten Global-Macro-Fonds weisen eine Long-Position im USD auf). Deutlich grössere Uneinigkeit herrscht unter Global-Macro-Managern dagegen bei festverzinslichen US-Papieren. Das Gesamtengagement von Macro-Managern in der Anlageklasse liegt bei nahezu null. Auf Fondsebene hat aber etwa die Hälfte der Manager eine Long-Position in US-Anleihen, während die andere Hälfte hierbei eine Short-Position einnimmt. Darin widerspiegeln sich die widersprüchlichen Signale aus der US-Wirtschaft. Ein lebhafter Arbeitsmarkt hat den Konsum der privaten Haushalte angekurbelt, doch dies schlägt sich in den BIP-Zahlen nicht nieder. Die wirtschaftliche Expansion hat im ersten Halbjahr 2016 aufgrund rückläufiger Investitionsaufwendungen nachgelassen, da Unternehmen nicht in den Ausbau von Produktionskapazitäten investieren.
Zu früh für Leitzinserhöhung
Alles in allem tendieren wir eher zur Position der CTAs. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass die Fed die Zinsen schon im September erhöht. Für ein jetziges Handeln bestehen einfach zu viele Unsicherheiten über die Stärke der US-Wirtschaft. Die Fed wird unserer Einschätzung nach wahrscheinlich auf Nummer sicher gehen, und der Aufwärtsdruck beim USD lässt möglicherweise nach. Das würde eine Unterstützung für CTAs gegenüber Macro-Fonds bedeuten.