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Mit leuchtenden Farben und einfachen Formen verfolgte Gauguin in Pont-Aven seine künstlerische Abkehr von der Wirklichkeit zugunsten abstrakter und symbolischer Bildinhalte. Einzelne Farbfelder grenzte er präzise voneinander ab und umgab sie mit klaren Linien, wobei lediglich die Grössenverhältnisse der Figuren noch auf die verschiedenen räumlichen Ebenen verweisen. Auch in diesem Bild ruht der Körper der jungen Frau auf einem flächig wirkenden Farbenteppich. Den im Titel aufgerufenen Verlust der Jungfräulichkeit verbildlicht Gauguin durch den Fuchs, der als Tier gewordene
Begierde die Pfote auf die Brust der Frau legt.
Ganz ähnlich der kleinen Holzstatuette La Luxure hält das Mädchen eine gepflückte Blume zwischen seinen Fingern, ein weiteres Sinnbild geraubter Unschuld. Eine Art Prozession nähert sich aus der Ferne – und doch scheint es zugleich, als befänden sich die Figuren in bäuerlicher Tracht nur wenige Zentimeter über den Grasbüscheln und den Fussspitzen der
Frau. Gauguins neuartige Auffassung von Bildfläche und Bildraum offenbart sich hier in der kühnen Staffelung horizontaler Farbzonen – vom ockerfarbenen Vordergrund mit der liegenden Frau über das leuchtende Rot, Grün und Blau bis hin zum dünnen Wolkenstreifen im Himmel.
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