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Speckstein als Material
In der Zeit des Erdaltertums entstand durch Dolomit– und Marmorumwandlungen das Mineral Talk (Steatit), aus dem Speckstein (regional u. a. auch Lavez, Lavezstein oder Lavezzstein genannt) ganz (als Mineral) oder zu grossen Teilen (als Gestein) besteht. Damit ist er in reiner Form aus den chemischen Elementen Magnesium, Silizium, Sauerstoff und Wasserstoff zusammengesetzt. Für das hohe Wärmespeichervermögen ist insbesondere das Gemengteil Magnesium verantwortlich. Die Mohshärte von Speckstein (als Mineral) beträgt 1 (der Mineraloge Friedrich Mohs (1773-1839) ordnete zehn Minerale nach ihrer Härte, mit Talk als weichstem.)
Speckstein wird seit alters her für Gebrauchs- und Kunstgegenstände (z. B. Kochgeschirr, Skulpturen für den Innenbereich) verwendet und in der Gegenwart bspw. für Schneiderkreide, wofür er fein gemahlen wird (zu Talkum) und zu handlichen flachen Teilen geformt. Seine Haptik ist auf eine gewisse, nicht klebrige Art fettig, und durch Polieren erhält er edlen marmornen Glanz. Seine Färbung oder Marmorierung hängt von seiner Zusammensetzung ab, sie kann weiss (wie Talk) sein oder Tönungen in Braun, Grau, Grün, Violett, Blau, Rosa oder Schwarz zeigen, wobei ein Speckstein mehrere Farbtöne aufweisen kann. Speckstein als Gestein (welches weiss/hell oder farbig sein kann) hat häufig magnetische Eigenschaften.
Abbaugebiete und Speckstein-Varietäten
Auf allen Kontinenten lässt sich Speckstein finden, je nach Abbaugebiet unterscheidet sich die Zusammensetzung. In Mitteleuropa wird bzw. wurde er u. a. in den schweizerischen, französischen, österreichischen und italienischen Alpen, im Fichtelgebirge, Mähren, Schweden, Norwegen, Finnland und Schottland (auch auf den Shetlands) gewonnen. Auch Grönland gehört zu den Fundorten. Allerdings wurden manche Abbaugebiete von den sich seit Ende des letzten Jahrhunderts durchsetzenden Handels- und Verarbeitungsverboten bezüglich Asbest betroffen. Denn Speckstein als Magnesiumsilikathydrat kann als Begleitminerale Asbeste wie Aktinolith oder Chrysotil enthalten. In der Schweiz, in der Spritzasbest bereits seit 1975/76 verboten war, trat am 1.3.1989 ein stufenartig aufgebautes Verwendungs- und Handelsverbot für Asbest in Kraft (grossformatige ebene Platten und Wellplatten: Verbot zum 1.1.1991). Beim Kauf eines neuen Specksteinofens kann sich der Kunde die Asbestfreiheit ggf. durch ein Zertifikat bestätigen lassen. Ansonsten: Asbest wird bei seiner Verarbeitung gefährlich. Es wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass ein alter Specksteinofen, in dem sich Asbestminerale nachweisen liessen, bei normaler Nutzung kein Risiko darstellt. Zu vermeiden sind jedoch Vorgänge wie Bohren, Sägen, Schleifen etc., bei denen Stäube entstehen; diese wären gefährlich für die Gesundheit.
Der Specksteinofen und seine Eigenschaften
Soweit die Materialeigenschaften des Gesteins – unter früheren Aspekten – geeignet waren, verbreiteten sich rund um die Gegenden mit Abbau vielfach die wärmenden „echten“ Specksteinöfen. Diese sind zu unterscheiden von Kaminöfen, die zwar eine Verkleidung, aber keine Brennkammer aus Speckstein haben. Auch echte Specksteinöfen werden zweilagig gebaut. Sie bieten viele Vorteile, doch ist vor der Anschaffung ihr Gewicht zu berücksichtigen (Speckstein hat keine Poren, sondern ist massiv). Aus Gründen der Statik ist ein kleinerer, leichterer Specksteinofen als der zunächst Gewünschte mitunter die passende Wahl. Zu den Eigenschaften der Specksteinöfen gehört eine relativ lange Aufheizzeit; dafür haben sie eine immens lange Wärmeabgabezeit (von ggf. bis zu 24 Stunden) und einen hohen Anteil an Wärmestrahlung. Specksteinöfen können Sie übrigens hier kaufen. Bei daran orientiertem Heizverhalten, das durch das Material eben auch längere Heizintervalle erlaubt, kann das Auskühlen des Specksteinofens – und damit des Wohnraumes – verhindert werden. Bei fachmännisch konstruierten echten Specksteinöfen gehen die vorteilhaften Wärmeabgabeleistungen einher mit Effizienz beim Holzverbrauch. Damit können Anschaffungskosten ausgeglichen werden.