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Das Basler Münster ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten und ein Wahrzeichen der Stadt Basel. Das Münster prägt mit seinem roten Sandstein und den bunten Ziegeln, seinen beiden schlanken Kirchtürmen und den kreuzweise sich durchdringenden Hauptdächern das Stadtbild. Die ehemalige Bischofskirche, heute evangelisch-reformiert, wurde zwischen 1019 und 1500 im romanischen und gotischen Stil erbaut.
Dem Basler Münster vorgelagert ist der nach ihm benannte Münsterplatz, der von vielen ehemaligen Domherrenhäusern gesäumt wird.
Baugeschichte
Vorgängerbauten
Der Münsterhügel war bereits in spätkeltischer Zeit (1. Jahrhundert v. Chr. ) bebaut. Archäologische Ausgrabungen haben einen vorrömischen Wall (Murus Gallicus) freigelegt. Neben den Toranlagen kann man den früheren Strassenverlauf zum Teil rekonstruieren. An der Stelle des heutigen Münsters teilte sich die Strasse und führte um ein Gebäude herum, das vermutlich ein Strassentempel war. Später errichteten die Römer an dieser Stelle ein Kastell.
Als erster Bischof in Basel ist Justinianus (343–346) überliefert (siehe: Liste der Bischöfe von Basel). Während des Frühmittelalters wurde der Bischofssitz von Kaiseraugst (Augusta Raurica) auf den Münsterhügel verlegt. Der Archäologe Hans Rudolf Sennhauser hielt es für wahrscheinlich, dass die Verlegung des Bistumssitzes unter dem Bischof Ragnacharius, einem früheren Mönch von Luxeuil, zu Beginn des 7. Jahrhunderts stattfand. Über einen Dombau der Basler Bischöfe im 8. Jahrhundert ist nichts Gesichertes bekannt.
Erster Bau, Haito-Münster
Die komplizierte Baugeschichte des Münsters umspannt mehr als 500 Jahre Bauzeit. Die genauen Anfänge des Münsters sind ungeklärt. Die ursprünglich karolingische Kirche, das sogenannte Haito-Münster, wurde in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts (805–823) vom Basler Bischof Haito, Abt des Klosters Reichenau am Bodensee, erbaut. Der Grundriss der Kathedrale ist archäologisch nachgewiesen. Wahrscheinlich bestand der Haito-Bau aus einem Saal, mehreren Nebenräumen an der Längsseite und zwei Rundtürmen an der Westseite. Die markante Westpartie führte zu einem gekrümmten Strassenverlauf, der bis heute so geblieben ist, wenn man sich von der Rittergasse auf das Münster zu bewegt. Von der Kapelle aus führte nach Süden der Palast des Bischofs – dem Palatium oder der Pfalz. Wie die Kirche im Osten ausgesehen hat, ist nicht gesichert. Sicher hingegen ist, dass der Haito-Bau über eine Krypta unterhalb des Altarraums verfügte. Auch von der Ausstattung ist nichts mehr erhalten.
Zu seiner Zeit war der Haito-Dom ein ungewöhnliches Bauwerk, da sich zu dieser Zeit dreischiffige Bauformen für Kirchen durchzusetzen begannen. Da der Bau eine Saalkirche war, folgte er einem altmodischen Baustil, anderseits gehörte die Doppelturmfassade zu der frühesten ihrer Art. Im Jahr 917 wurde das Haito-Münster durch den Ungarnsturm in Mitleidenschaft gezogen. Wie schwer die Beschädigungen an der Kirche waren, ist nicht gänzlich geklärt.
Zweiter Bau, Heinrichsmünster
Auf dem Fundament des Vorgängerbaus liess nach der Jahrtausendwende Bischof Adalberto II. einen ottonisch-frühromanischen Neubau errichten. Der Name der dreischiffigen Kathedrale Heinrichsmünster (manchmal auch Adalberto-Dom genannt) gründet auf dessen Förderer, Kaiser Heinrich II. Er und seiner Frau Kunigunde galten als Stadtpatrone und genossen besondere Verehrung. Kirchlich war das Münster jedoch eine Marienkirche. Im Jahr 1006 gelangte das hochburgundische Basel in Heinrichs Besitz. Stadtherr in Basel wurde in Vertretung des Kaisers der Bischof.
Dieser im Jahr 1019 geweihte Bau hatte keine erweiterte Krypta, was Ausgrabungen aus den Jahren 1973/74 belegen. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstand auf der Westseite ein Turm aus hellem Kalkstein und Molasse-Sandstein. Diese Bausubstanz ist bis heute erhalten und bildet den unteren Teil des heutigen Nordturms (Georgsturm). Einen Turm im Süden besass das Heinrichsmünster nicht.
Dritter Bau, Spätromanischer Neubau
Der heutige Bau geht im Wesentlichen auf den spätromanischen Neubau aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts (1180–1220/30) zurück. Auf dem Grundriss des Vorgängerbaus entstand ein um ein Querschiff erweiterter dreischiffiger Kirchenbau. Mächtige Pfeilerbündel trugen den Bau, und trotzdem zerstörte das Basler Erdbeben im Jahr 1356 die fünf Türme, verschiedene Gewölbe und Teile der Krypten. Unter dem Baumeister Johannes (Parler) von Gmünd, der zugleich Münsterbaumeister von Freiburg/Br. war, wurde die teilweise zerstörte Kirche wieder aufgebaut, und bereits 1363 konnte der Hochaltar wieder geweiht werden. Im Jahr 1414 entwarf Ulrich von Ensingen, der Erbauer der Münstertürme von Ulm und Strassburg, die Pläne zum Ausbau des nördlichen Georgsturms; vollendet wurde dieser 1428. Der südliche Martinsturm wurde hingegen am 23. Juli 1500 von Hans von Nussdorf fertiggestellt. Zu diesem Datum galt das Münster offiziell als vollendet. Im 15. Jahrhundert entstanden auch der grosse und der kleine Kreuzgang (→ Kreuzgang). Bis zur Reformation 1529 diente das Münster als bischöfliche Domkirche. Im 19. Jahrhundert fanden zwei grosse Restaurierungen statt. Dabei wurde von 1852 bis 1857 der Lettner versetzt und die westlich gelegene Vierungskrypta geschlossen. Im 20. Jahrhundert war die Hauptzielsetzung der Renovierungsarbeiten, die spätromanische Bausubstanz stärker in den Vordergrund zu rücken, und man machte einige Umbaumassnahmen aus den 1850er Jahren wieder rückgängig. Dazu setzte man 1975 das Bodenniveau des Münsters wieder auf den ursprünglichen Stand zurück und machte die Vierungskrypta wieder zugänglich. Seit 1985 widmet sich eine neu eröffnete Bauhütte dem sich zunehmend verschlechternden Zustand des Buntsandsteines am Aussenbau des Münsters.
Bildquelle: „Basler - Basler Münster Westfassade“ von Taxiarchos228 - Eigenes Werk. Lizenziert unter FAL über Wikimedia Commons.