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Vorwort
Der Kalte Krieg in der Schweiz ist ein interessanter und facettenreicher Bestandteil der Geschichte des Bundesstaates. Die intensiven Vorbereitungen, welche in Anbetracht einer Bedrohung durch die Staaten des sogenannten Warschauer Paktes getroffen wurden, waren bezeichnend für diese Zeit.
Persönlich gehöre ich mit dem Jahrgang 2001 zur ersten Generation, welche die Zeit des Kalten Krieges nicht selbst miterlebt hat. Meine Vorkenntnisse über die Schweiz in dieser Zeit stammten aus dem Schulstoff des Geschichtsunterrichts und Erzählungen von Bekannten. Da mich der für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ausschlaggebende Konflikt zwischen Osten und Westen interessierte, beschloss ich, mich innerhalb meiner Maturarbeit mit den von der Schweiz während des Kalten Krieges getätigten Vorbereitungen zu beschäftigten. Ich stellte fest, dass viele Gleichaltrige aus meinem Umfeld nichts oder nur sehr wenig über die Situation der Schweiz im Kalten Krieg und ihren Umständen wissen. Ich vermute, dies liegt daran, dass in der Volksschule der Kalte Krieg meist nur kurz behandelt wird und die Situation in der Schweiz neben den globalen Ereignissen eher wenig Raum einnimmt.
Schon früh in der Ausarbeitung des Konzepts meiner Arbeit, hatte ich vor Gespräche mit Zeitzeugen zu führen und diese aufzunehmen. Ich halte solche aufgezeichneten Zeitzeugengespräche für sehr wertvoll, da sie einen Einblick in eine vergangene Zeit aus der Wahrnehmung der Betroffenen vermitteln und diese für die Nachwelt erhalten. Durch solche Gespräche ist es möglich, Kontext zu den Inhalten der geschriebenen Geschichte zu erhalten. Die Interviews, welche ich im Rahmen meiner Arbeit führen durfte, sind sehr informativ und vermitteln dank der Bereitschaft meiner Gesprächspartner einen einmaligen Einblick in die Zeit des Kalten Krieges in der Schweiz.
Für das Produkt meiner Arbeit stellte ich mir die Frage, wie dieses geschichtliche Thema einem Publikum auf einem innovativen Weg vermittelt werden kann. Eine Aufarbeitung in Form einer öffentlich zugänglichen Website bietet hierzu einige Vorteile. Eine leichte Zugänglichkeit und die einfache Wahl der Inhalte durch den Seitenbesucher sind zwei Vorzüge des Mediums.
Die Informationen sollen dem Besucher der Site durch eine anschauliche Darstellung sowie mittels multimedialer und interaktiver Elemente vermittelt werden.
Als zentrales Element verschaffen die Interviews mit Zeitzeugen dem Besucher aus den Perspektiven der Beteiligten Zugang zur Thematik. Gespräche mit Historikern geben Auskunft über die geschichtliche Beurteilung der Ereignisse.
Der Kalte Krieg in der Schweiz ist ein abstraktes Thema, da zum einen die Zeit vom Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991 (eine mögliche Definition für die Dauer des Kalten Krieges) einen sehr grossen und entwicklungsreichen Zeitraum darstellt. Zum anderen, weil die Thematik mit verschiedensten Bereichen und Entwicklungen von Staat, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft dicht verwoben ist.
Mit der Wahl der Leitfrage dieser Arbeit "Wie bereitete sich die Schweiz während des Kalten Krieges auf den Ernstfall vor?" versuche ich einen Rahmen zu definieren und dabei den Fokus klar auf die Elemente der Vorbereitung zu setzen. Genauer definiert, befasse ich mich in meiner Arbeit mit den von Institutionen des Bundes getroffenen Massnahmen, welche in direktem Zusammenhang mit einer befürchteten Eskalation des Kalten Krieges standen und die bei einer solchen Eskalation zum Tragen gekommen wären.
In meiner Arbeit werde ich somit Aktivitäten von Privatpersonen und Organisationen ausserhalb des Bundes (wobei der föderalistisch organisierte Zivilschutz hierbei eine Ausnahme bildet) sowie präventive Massnahmen (wie zum Beispiel die Fichierung durch die Bundespolizei) nicht näher erläutern und nicht auf sie eingehen.
Ich hoffe, mit dieser Arbeit die Zeit des Kalten Krieges in der Schweiz möglichst vielen Personen auf interessante und vielseitige Weise näherbringen zu können.