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Was ist Mediation?
Mediation bedeutet Vermitteln zwischen Parteien.
Mediation ist ein aussergerichtliches, professionelles, freiwilliges, lösungsorientiertes und strukturiertes Verfahren der Konfliktbearbeitung. In der Mediation werden unter der Führung eines neutralen, allparteilichen Mediators (ein unparteilicher Dritter) die Beteiligten darin unterstützt, ihren Streit einvernehmlich zu lösen, Entscheidungen, Ziele und Lösungen zu finden und gemeinsam Vereinbarungen zu treffen.
In vertraulichen Verhandlungen entscheiden die Parteien selbst, was sie klären und wie sie in Zukunft miteinander umgehen wollen. Ein Mediator hat keine inhaltliche Entscheidungsbefugnisse und ist kein Rechtsberater oder Therapeut.
Das Mediationsverfahren ist seit 2011 in der Schweizerischen Zivilprozessordnung integriert und die Erfolgsaussichten liegen bei ca. 80%.
Shuttle Mediation
Shuttle Mediation wird angewendet, wenn die Parteien nicht miteinander an einem Tisch sitzen wollen, oder wenn bei Konflikten eine hohe Eskalation droht. Hier finden vertrauliche Einzelsitzungen mit den einzelnen Parteien statt, oder die Parteien sitzen in zwei verschiedenen Räumen. Der Mediator ist der Vermittler und die Drehscheibe zwischen den Parteien und pendelt so lange hin und her bis eine gemeinsame Lösung gefunden wird. Diese Sitzungen können gleichzeitig in zwei Zimmern oder an unterschiedlichen Tagen mit den Beteiligten durchgeführt werden.
Was braucht es für eine Mediation?
Eine Mediation kann nur durchgeführt werden, wenn Offenheit, Kooperation und Transparenz vorliegt und die Beteiligten freiwillig zu einem Mediationsverfahren einwilligen. Ein Mediationsverfahren unterliegt der Vertraulichkeit. Die Mediation ermöglicht den beteiligten Parteien eine gemeinsame, eigenverantwortliche und aussergerichtliche, faire und transparente Lösung auszuhandeln. Beziehungen zwischen den Beteiligten können auf diese Weise erhalten oder sogar gestärkt werden. Mediation bietet auch den Zugang zu gemeinsamen neuen Lösungswegen.
Themenbereiche und Zielgruppen der Mediation • in der Partnerschaft, Ehe, Familie, Kindern, Verwandte
• unter Erben
• zwischen Nachbarn, Stockwerkeigentümern
• mit Mietern und Vermietern
• in der Schule und am Arbeitsplatz
• zwischen Vertragsparteien und Unternehmen
• im öffentlichen Raum (Verwaltung, Klienten)
Kurz gesagt, überall dort, wo gemeinsame Interessen vorhanden sind und es neben der Sache auch um Emotionen geht.
Welche Vorteile hat Mediation?
• Volle Selbstbestimmung der Beteiligten in der Lösungsfindung
• Es geht um zukunftsgerichtete Lösungen, die für beide Parteien befriedigend sind
• Die Beziehungen zwischen den Beteiligten können erhalten werden
• Rasches kostengünstiges und dem Einzelfall angepasstes Verfahren
• Neben Rechtsfragen können auch andere Aspekte berücksichtigt werden
• Die Vertraulichkeit wird gewahrt, Imageschaden durch Publikation verhindert
Vorgehen
Wir lernen uns in einem kostenlosen Abklärungsgespräch kennen. Bei gegenseitigem Einverständnis machen wir gemeinsam eine feste Vereinbarung für eine begrenzte Zeit ab, mit der Option zur Weiterführung.
Wie läuft eine Mediation ab?
Der Ablauf einer Mediation ist in der Regel wie folgt strukturiert: Vorbereitung, Auftragsklärung und Mediationsvereinbarung
1. Informations- und Themensammlung
2. Klärung der Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten
3. Offene und kreative Suche von Lösungsoptionen
4. Bewertung und Auswahl der Optionen, Verhandlung
5. Entwerfen einer Vereinbarung, Machbarkeit prüfen, unterzeichnen
Welche Regeln gelten in der Mediation?
Die wichtigsten Punkte sind:
• Vertraulichkeit: Die Beteiligten und die Mediationsperson verpflichten sich zuStillschweigen über den Inhalt der Gespräche.
• Offenheit: wichtige Informationen sollen offengelegt werden
• Selbstbestimmung: Die Mediationsperson hat keine Entscheidkompetenz in der Sache
• Verletzungen vermeiden: Unterbrechungen, Beschimpfungen etc. sind hinderlich für den Prozess.
• Neutralität des Mediators: Die Mediationsperson darf keine eigenen Interessen im Fall haben und keine Partei bevorzugen. Er verpflichtet sich in
einem allfälligen Prozess nicht auszusagen, und keine Beteiligten als Anwalt zu vertreten
• Freiwilligkeit: Ein Abbruch der Verhandlungen ist jederzeit möglich, wenn eine Partei (inkl. Mediator) keinen Sinn in der Fortsetzung mehr erkennen
kann.
Zusätzliche hilfreiche Methode: Die Konflikt-Perspektiv-Analyse (KPA®)
Die Konflikt-Perspektiv-Analyse (KPA®) ist eine mediationsanaloge Methode, mit der Konfliktparteien gut strukturiert dabei unterstützt werden, nacheinander die Perspektive der verschiedenen Akteure kennenzulernen. Eine stärkere Strukturierung, eine klare Visualisierung und ein effizientes und zeitsparendes Verfahren sind die klaren Vorteile dieser bewährten Methode. Die Konfliktakteure finden dabei schliesslich neue Handlungsmöglichkeiten und Lösungsoptionen.
Was kostet eine Mediation, wie lange dauert sie?
Die Kosten der Mediation und die Aufteilung werden im Voraus ausgehandelt. Der Stundenansatz liegt je nach Aufwand, beteiligten Personen und Fall zwischen CHF 150.- und CHF 250.-
Üblicherweise werden die Kosten von beiden Parteien je zur Hälfte getragen (Abweichungen sind in gegenseitiger Absprache möglich).
Die Dauer hängt von der Komplexität des Falles und der Verhandlungsbereitschaft der Parteien ab. Die Mehrzahl der Mediationen dauert zwischen 2 und 5 Sitzungen.
Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, können Sie dort die Kostenübernahme beantragen.