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Autor: PAscal Jäggi
Auf den ersten Blick wirkt das Schauspiel ja ganz amüsant. Ein Automobilist hält an, weil er von der Südallee (Avenue du Midi) nach links in die Vignettazstrasse fahren will. Die nachfolgenden Fahrzeuge bremsen ziemlich abrupt. Keiner merkt, dass er eigentlich nach rechts ausweichen müsste und in einer Kurvenbewegung um den Wartenden herum wieder einspuren und weiterbrausen könnte.
Ausweichen und überholen
Von hinten folgt ein Schlauer, sieht den geradeaus führenden Pfeil rechts der Wartenden und fährt in normalem Tempo um die Schlange, um weiter Richtung Freiburger Bahnhof zu fahren. Der Wartende hat sich mittlerweile vorgeschoben und den eigentlichen Warteort verlassen. Schiesslich will er so schnell wie möglich abbiegen. Der Überholende zwängt sich an ihm vorbei. Hoppla, da taucht das Trottoir auf! Mit einer scharfen Bewegung zieht der Fahrer nach links und «überfährt» den Randstein (siehe Bilder).
Solche Szenen sind in der Südallee momentan täglich zu beobachten. Hintergrund ist eine Massnahme in Zusammenhang mit der Einbahnstrasse an der Bahnhofallee. Konkret die Verlängerung der Einspurstrecke, um von der Südallee Richtung Cardinal-Unterführung zu gelangen. Im Gegenzug wurde die Einspurstrecke zum Abbiegen in die Vignettazstrasse dorthin verschoben, wo bisher geradeaus Richtung Bahnhof gefahren werden konnte.
Vor allem wenns dunkel wird oder Regen ins Spiel kommt, häufen sich brenzlige Situationen. Ist das sinnvoll? Jean-Charles Bossens, Leiter des städtischen Amts für Mobilität, weist darauf hin, dass die Massnahme noch neu ist und laufend beobachtet wird. Ist zum Schutz der Fussgänger schon etwas geplant, eine Leitplanke, wie sie weiter hinten angebracht ist, zum Beispiel? «Momentan bleibt alles so, wie es ist», erklärt Bossens.
Geradeaus fahren verboten
Wenn keiner an der fraglichen Stelle wartet, fahren die Autos, Busse und Camions in der Regel geradeaus, direkt über den fetten weissen Strich der Einspurstrecke. Das sei eigentlich nicht erlaubt, sagt Bossens. «Die Verkehrsteilnehmer müssen sich erst noch an die neue Situation gewöhnen», hält er fest. Er glaube aber daran, dass das schon bald der Fall sein wird.
Für die Gegenrichtung hat die Massnahme einiges gebracht. Während zu den Stosszeiten viele Verkehrsteilnehmer darauf warten, Richtung Cardinal-Unterführung zu fahren, können die nachfolgenden Wagen, die geradeaus Richtung Villars-sur-Glâne fahren wollen, gut passieren.
Schneller über Kreuzung
Besser geworden ist die Situation auch mit einer weiteren Massnahme: Wer von der Affrygasse die Richemond-Kreuzung Richtung Südallee passiert, kommt dank längerer Grünphase schneller durch. Warten müssen jetzt alle, die von der Südallee in die Beauregardallee abbiegen wollen. Nicht alle können gewinnen.