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*Neil James Huntsman, 1962, Colchester, Essex, GB
Als erstem Engländer wurde James Hunter (*Neil James Huntsman, 1962, Colchester, Essex, GB) die Ehre zuteil, vom Daptone-Label in Brooklyn unter Vertrag genommen zu werden. Das Label hat mit Stars wie Charles Bradley oder Sharon Jones massgeblichen Anteil am Soulrevival der letzten zehn, zwölf Jahre.
Und James Hunters Stimme überzeugte auch keinen Geringeren als den grossen Van Morrison, der ihn kurzerhand in seinen Backgroundchor beförderte. Mit Morrison ging Hunter auf Tournee und sang auf auf zwei seiner Alben. Morrison revanchierte sich mit einem Gastauftritt auf Hunters Debütalbum. Das sagt doch schon viel über die Qualität von James Hunter aus.
Im Alter von 16 Jahren hatte er die Schule in Essex verlassen und begann für die Eisenbahn zu arbeiten, während er seine Fähigkeiten als Blues-Gitarrist und seine Gesangskünste verfeinerte. Sechs Jahre später spielte er seinen ersten bezahlten Auftritt in Colchester als "Howlin' Wilf and the Vee-Jays". Nach der Veröffentlichung seines Debuts im Jahr 1986 wurden Hunter und seine Band schnell zu einem beliebten Bestandteil der britischen Clubszene und häufigem Gast auf den Radiowellen.
Wer nun bei Soul nur an den heissen, schwarzen Süden Amerikas denkt, liegt nicht ganz richtig. Es gibt nämlich auch die nördliche, britische Variante, sozusagen einen Indoor-Soul für englisches Wetter. James Hunter ist einer der Mitbegründer dieser Stilrichtung. Seine Musik ist so retro, dass man sie glatt altmodisch nennen könnte. In diesem Fall wäre das aber ein echtes Kompliment. Sein Tanzbodensoul vom Feinsten bedeutet nichts anderes als Partyalarm. In den vergangenen 30 Jahren spielte Hunter in Clubs auf der ganzen Welt, schrieb zahlreiche Songs und nahm einige der originellsten und ehrlichsten Rhythm & Soul-Alben der letzten Jahrzehnte auf.
2016 kürte ihn das MOJO-Magazin zum "Greatest Soul Singer" Großbritanniens. „James hat eine Stimme, die sich nicht nur durch ihre natürliche Schönheit und Körnung, sondern auch durch ihre Ehrlichkeit auszeichnet. Sein Songwriting hat die meisterhafte Klasse und inspirierte Kreativität von Smokey Robinson, und jeder Reim und Rhythmus verwandelt vertraute Themen in unbekannte neue Formen", sagt Daptone Produzent Gabriel Roth aka Bosco Mann. Dem ist nichts hinzuzufügen.