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Ein Krampf, auch als Muskelkrampf oder Spasmus bezeichnet, ist eine ungewollte, meist starke Muskelanspannung, die mit grossen Schmerzen verbunden sein kann. Krämpfe können fast an jeder Stelle des menschlichen Körpers auftreten.
Der Grund: Wenn es zu einem Krampf kommt, ist zwar überwiegend die Skelettmuskulatur betroffen. Grundsätzlich können Spasmen jedoch beide Typen von Muskulatur befallen, die man beim Menschen unterscheidet: die quergestreifte Muskulatur, zu der neben der Skelettmuskulatur auch die Herzmuskulatur gehört, und die glatte Muskulatur, also das Muskelgewebe der anderen Hohlorgane, der Blutgefässe und Lymphgefässe. Das Herz nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Es ist zwar ein Hohlorgan, seine Muskulatur ist aber quergestreift. Und auch in anderer Hinsicht bildet der Herzmuskel eine Ausnahme: Ein Muskelkrampf kann hier nicht entstehen.
Die Muskeln der anderen Hohlorgane können aber sehr wohl krampfen. Demnach kann ein Krampf nicht nur – wie häufig beim Sport – in der Wade oder im Oberschenkel auftreten, sondern auch in der Gallenblase, im Darm oder in der Harnblase. Dabei treten Muskelkrämpfe in verschiedene Formen in Erscheinung – als tonische und/oder klonische Krämpfe:
Die Benennung der Krämpfe richtet sich in der Regel danach, an welcher Stelle sie auftreten. Dabei spricht man bei einem Krampf der glatten Muskulatur eines Hohlorgans, der zu einem Anfall krampfartiger Leibschmerzen führt, von einer Kolik. Die verschiedenen Arten von Spasmen reichen von Krämpfen der Skelettmuskulatur (z.B. Wadenkrämpfe) über Magenkrämpfe bis hin zu Nierenkoliken. Einen Muskelkrampf der Blutgefässe bezeichnet man als Vasospasmus, einen Krampf in den Bronchien als Bronchospasmus und einen Spasmus im Kehlkopf als Laryngospasmus. Eine besondere Form von Krämpfen stellen Zuckungen dar, die am ganzen Körper auftreten: Solche Muskelkrämpfe nennt man zerebrale Krampfanfälle.
Für einen Krampf (Muskelkrampf, Spasmus) kommen die unterschiedlichsten Ursachen infrage – je nachdem, an welcher Stelle er auftritt und wie er ausgeprägt ist.
Krämpfe der Skelettmuskulatur (z.B. Wadenkrämpfe) haben ihre Ursachen am häufigsten in einer gestörten Elektrolytkonzentration im Körper. In den meisten Fällen steckt ein Mangel an Magnesium oder Kochsalz (Natriumchlorid) hinter dem Krampf. Solche Mängel können zum Beispiel entstehen, wenn jemand (z.B. beim Sport) stark schwitzt und über den Schweiss viele Elektrolyte verliert, ohne diesen Verlust durch Flüssigkeitsaufnahme auszugleichen. Auch ein Flüssigkeitsmangel im gesamten Körper kann einem Muskelkrampf als Ursache zugrunde liegen. Verstärkend wirkt dabei ein erhöhter Alkoholkonsum oder Überanstrengung einer Muskelgruppe. Ein Spasmus kann aber auch Symptom einer Polyneuropathie sein. Und lang anhaltende Krämpfe der Skelettmuskulatur treten beim Wundstarrkrampf (Tetanus), Schiefhals (Torticollis) oder Gesichtskrampf (Faszialiskrampf) auf.
Ein Krampf kann auch die glatte Muskulatur betreffen – also das Muskelgewebe der Hohlorgane (mit Ausnahme des Herzens), der Blutgefässe und der Lymphgefässe. Auslöser für einen Krampf in den Bronchien (Bronchospasmus) ist beispielsweise Asthma bronchiale. Verursachen Muskelkrämpfe der Hohlorgane sogenannte Koliken (d.h. krampfartige Leibschmerzen, die wellenförmig an Stärke zu- und abnehmen), kommen hierfür beispielsweise folgende Ursachen infrage:
Wenn ein Krampf nicht auf eine Muskelgruppe beschränkt ist, sondern am ganzen Körper Zuckungen auftreten, liegt ein sogenannter generalisierter Krampfanfall vor. Generalisierte Krampfanfälle können ihre Ursachen beispielsweise in Fieber, Epilepsie, einer Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder einem Drogen- oder Alkoholentzug haben.
Je nachdem, an welcher Stelle welche Form von Krampf (Muskelkrampf, Spasmus) auftritt, läuft die Diagnose sehr unterschiedlich ab. Zunächst ist es daher wichtig, die Beschwerden genau zu beschreiben, damit der Arzt sich ein erstes Bild von den möglichen Ursachen machen kann. Entscheidend ist dabei auch, wann die Krämpfe das erste Mal auftraten und ob sich ihre Intensität in der Zwischenzeit geändert hat.
Meist besteht der erste Schritt zur Krampf-Diagnose in einer gründlichen körperlichen Untersuchung, bei welcher der Arzt nach Auffälligkeiten sucht. Wenn häufiger Muskelkrämpfe (z.B. in der Wade) auftreten, kommt eine Blutuntersuchung zum Einsatz: Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Konzentration der Elektrolyte zu bestimmen, die bei Spasmen der Skelettmuskeln oft gestört ist.
Kolikartige Beschwerden weisen auf einen Krampf in einem Hohlorgan (z.B. Darm, Niere) hin. In dem Fall tastet der Arzt zur Diagnose den Bauch ab, kontrolliert die Darmgeräusche und nimmt eine Ultraschalluntersuchung vor.
Je nach vermuteter Ursache erfolgen zur Krampf-Diagnose weitere Untersuchungen, wie:
Ein Krampf (Muskelkrampf, Spasmus) kann vielfältige Gründe haben – entsprechend unterschiedlich ist die Therapie gegen Krämpfe. Wenn Sie beispielsweise Wadenkrämpfe haben, ist es als erste Hilfe ratsam, den Muskel zu dehnen – am besten lassen Sie sich dabei durch eine zweite Person helfen. Um weitere Muskelkrämpfe zu verhindern, können Sie Magnesium-Präparate einnehmen. Magnesium ist ein wirksames Mittel gegen die Krämpfe, wenn sie auf einen Magnesiummangel zurückzuführen sind.
Auch wenn Krämpfe der glatten Muskulatur eines Hohlorgans wellenförmig zu- und abnehmende Leibschmerzen (Koliken) verursachen, hängt die Therapie von der Ursache ab. Ist eine Blinddarmentzündung für die Spasmen verantwortlich, ist meist eine Operation zur Behandlung notwendig. Sind Nierensteine die Krampf-Ursache, werden die Steine durch eine Stosswellentherapie entfernt.
Ein Krampf kann aber auch Begleitsymptom einer anderen Krankheit sein. Wenn Ihre Muskelkrämpfe durch Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung entstehen oder Sie an einer Epilepsie leiden, benötigen diese Grunderkrankungen eine gezielte Therapie.