Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03651.jsonl.gz/2265

Wir haben grad ein neues Tool zu Medikamenten-Interaktionen bekommen. Möchte euch das hier weitergeben (Ich tu's mal unter Kokain einordnen):
Warum ist der Cocktail von Alkohol und Cocain speziell ungünstig?
Erhöhte euphorisierende Wirkung sowie erhöhte kardiovaskulär- und hepatotoxische Effekte beim gemeinsamen Konsum von Cocain und Alkohol. Ursache davon sind sowohl erhöhte Cocainspiegel, als auch die additiven Effekte eines in der Leber gebildeten aktiven Metaboliten, dem Cocaethylen.
Details:
Bei gemeinsamen Konsum von Cocain und Alkohol kommt es zu höheren Cocain und Norcocainspiegeln, ausserdem kommt es zur Bildung von neuen Metaboliten Cocaethylen und Norcocaethylen.
Ethanol bewirkt Inhibition der Umwandlung von Cocain zu Benzoylecgonin, was höhere Cocainspiegel zur Folge hat (Roberts SM et al. 1993).
Ca. 17 % einer i.v.-Dosis Cocain wird zum Metaboliten Cocaethylen umgewandelt mit entsprechend geringerer Konzentration an Benzoylecgonin im Urin (Harris DS et al. 2003).
Cocaethylen scheint ähnlich wirksam zu sein wie Cocain selbst und erhöht die Toxizität von Cocain: Es kommt zu additiver euphorisierender und kardiovaskulär-toxischer Wirkung (erhöhte Herzfrequenz, erhöhter RR). Ausserdem verringert sich die durch Alkohol bewirkte Sedierung, der Cortisolspiegel steigt höher an, als unter den Substanzen alleine. Auch die Lebertoxizität von Cocain dürfte durch Alkohol potenziert werden (Jover R et al. 1991). Die HWZ von Cocaethylen ist länger (1,7 h versus 1 h) als die von Cocain (Cami J et al. 1998; Farré M et al. 1997 und 1993; Perez-Reyes M et al. 1994, Higgins ST et al. 1993).
Fallbericht:
Green RM et al. 1990: Multiple cerebrale Blutungen nach Crack-Alkohol-Konsum
take care and have fun