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Die Gestalt des Gottesknechtes bei Hermann Cohen
DOI:https://doi.org/10.25788/vidbor.v7i1.1191
Schlagworte:Hermann Cohen, Neukantianismus, Messianismus, Jesaja 53, leidender Gottesknecht, stellvertretende Sühne, Geschichtsphilosophie
Abstract
In seinem Spätwerk Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums (1919) deutet der Marburger Neukantianer Hermann Cohen die Gestalt des leidenden Gottesknechts in Jesaja 53 in einer Weise, die dem Wortlaut des biblischen Textes widerspricht. Obwohl im hebräischen Text wie auch in der Septuaginta und der Vulgata ausdrücklich die Rede davon ist, dass der Gottesknecht die Sünden der anderen auf sich nimmt, bestreitet Cohen diesen Gedanken der stellvertretenden Sühne unter Verweis auf das kantische Prinzip der Nichtvertretbarkeit der ethischen Verantwortung für das eigene Handeln. Darüber hinaus entwickelt er den Gedanken, dass der Messias ganz generell keine konkrete Person, sondern nur eine Idee sei, die sich im Laufe der Geschichte durch die immer umfassendere Umsetzung eines ethischen Menschheitsideals verwirklicht.