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Bereits um 500 nach Christus lebten Juden in den Gebieten der heutigen Kantone Bern und Jura. Im Mittelalter verschlechterte sich ihre Stellung; sie wurden diskriminiert, ausgegrenzt und verfolgt. In der Schweiz waren Ende des 18. Jahrhunderts die Aargauer Gemeinden Lengnau und Endingen die einzigen Ortschaften, an denen sich Juden dauerhaft niederlassen konnten. Aber ihre Rechte waren stark eingeschränkt, sie durften kein
Handwerk ausüben und keinen Boden besitzen. Die Bundesverfassung von 1848 gewährte die umfassenden Grundrechte nur den christlichen Schweizern. Erst 1866 wurden die Juden durch eine Volksabstimmung, welche ihnen die Niederlassungsfreiheit und die volle Ausübung der Bürgerrechte brachte, den übrigen Schweizer Bürgern gleichgestellt. Eine von den Juden tief empfundene Einschränkung folgte allerdings knapp 30 Jahre später mit dem Schächtverbot.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entfaltete sich in der Schweiz ein reichhaltiges jüdisches Leben. Schweizer Juden waren massgeblich beteiligt an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, beim Aufbau der Strickerei Industrie in der Ostschweiz und der Uhrenindustrie in der Westschweiz ebenso wie bei der Gründung der ersten grossen Warenhäuser in den Städten. Auch in Wissenschaft, Politik und Kultur setzen jüdische Persönlichkeiten bis heute prägende Impulse.
Im Zweiten Weltkrieg war die Schweiz für die ansässigen Juden ein Ort der Sicherheit. Rund 23’000 von den Nazis verfolgten Juden gelang die Flucht in die Schweiz. Aber schätzungsweise 20’000 jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden an der Grenze abgewiesen, was für die allermeisten den sicheren Tod bedeutete.
Heute leben rund 18’000 Jüdinnen und Juden in der Schweiz. Sie fühlen sich als Schweizer und Juden, als jüdische Schweizer. Davon berichtet diese Wanderausstellung zu 150 Jahre Gleichberechtigung in Wort und Bild: 15 Porträts des Fotografen Alexander Jaquemet werden durch Aussagen der Porträtierten zu ihrem jüdischen Selbstverständnis in der Schweiz ergänzt.