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Elektroenzephalografische Untersuchung von NMDA-Rezeptorfunktion in Multipler Sklerose“
Originaltitel der Studie "EEG investigations of NMDA receptor function in multiple sclerosis"
Ziele der Studie
Wie unterscheiden sich einzelne Patienten voneinander, selbst wenn sie die gleiche Diagnose wie „Multiple Sklerose“ oder „Klinisch Isoliertes Syndrom“ tragen? Liegt ein wesentlicher Unterschied darin, dass die Funktion eines sogenannten glutamatergen Rezeptors (NMDA-Rezeptor) über Patienten hinweg anders ausgeprägt ist? Resultiert daraus der unterschiedliche Verlauf bei verschiedenen Patienten?
Diese Fragen werden in unserer Studie untersucht. Erwachsene mit der Diagnose eines klinisch isolierten Syndroms (CIS) oder einer Multiplen Sklerose (MS) werden mit einer Kontrollgruppe verglichen. Zum Einsatz kommt das EEG (Elektroenzephalogramm), eine nicht-invasive Methode zur Messung von Hirnströmen. Mathematische Modelle erlauben, diese Hirnströme auf die Einflüsse verschiedener Rezeptoren zu untersuchen.
Wir untersuchen, ob bei Patienten verstärkte Aktivität glutamaterger Rezeptoren im Gehirn (NMDA-Rezeptoren) vorliegt. Zudem wird geprüft, ob es einen statistischen Zusammenhang dieser Rezeptor-Aktivität mit klinischen Symptomen (z.B. Müdigkeit) gibt und ob bestimmte Entzündungswerte im Blut hiermit zusammenhängen.
Hintergrund und Zweck
Es gibt vielfältige experimentelle Hinweise auf Veränderungen in der Funktion sogenannter glutamaterger Rezeptoren (speziell NMDA-Rezeptoren) bei Multipler Sklerose (MS). Ein besseres Verständnis dieser Veränderungen ist von grosser Bedeutung für das Verständnis der zugrundeliegenden Prozesse bei dieser Krankheit. Der Grund hierfür liegt darin, dass NMDA-Rezeptoren einerseits essentiell für Anpassungsfähigkeit und Flexibilität des Gehirns („adaptive Plastizität“) sind. Wenn MS-bedingte Schäden in der Hirnsubstanz entstehen, kann eine solche Anpassungsfähigkeit helfen, Einschränkungen kompensieren. Andererseits kann eine erhöhte Konzentration des Botenstoffs Glutamat, der an diese Rezeptoren bindet zur Schädigung von Nervenzellen beitragen. Individuelle Unterschiede in der Funktion und Aktivierung von NMDA-Rezeptoren könnten zu unterschiedlichen Krankheitsverläufen beitragen. Unsere Studie untersucht, ob dies der Fall ist. Falls ja, könnte dies zukünftig die Planung individueller Behandlungskonzepte ermöglichen.
Untersuchungsmethoden
Elektroenzephalographie bedeutet die Messung von Hirnaktitivät mittels einer mit Elektroden bestückten Haube, die mit Gel mit der Kopfhaut in Kontakt gebracht wird.
Computerexperiment
Während Ihre Hirnaktivität durch EEG gemessen wird, lösen Sie spielerische Aufgaben am Bildschirm.
Vorteile und Nachteile
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie keinen direkten persönlichen Nutzen aus der Teilnahme an dieser Studie ziehen. Mit Ihrer Studienteilnahme unterstützen Sie die Forschung und tragen zur Entwicklung besserer zukünftiger diagnostischer und therapeutischer Verfahren bei.
Studienablauf
Erster Termin (kann auch an 2 verschiedenen Terminen durchgeführt werden)
- schriftliche Einverständniserklärung
- neurologische Untersuchung
- Ausfüllen einiger Fragebögen
- Blutentnahme
- EEG-Experiment
Zweiter Termin nach 6 Monaten (Dauer ca. 45 Min.)
- Neurologische Untersuchung
Einschlusskriterien und Entschädigung
- Erwachsene Frauen und Männer (18-60 jährig)
- mit einer der beiden folgenden Diagnosen
- «klinisch isoliertes Syndrom» (CIS)
- Multiple Sklerose (MS)
- erste Symptome seit weniger als 10 Jahren
Als finanzielle Aufwandsentschädigung erhalten Sie für die Teilnahme an der gesamten Studie ca. CHF 145.-.
Sind Sie Interessiert?
Sind Sie an der Studie interessiert? Melden Sie sich bitte bei Ihrem/r behandelnden Arzt /Ärztin oder direkt über das Kontaktformular oder direkt unter dem Studientelefon 079 871 42 16.
Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt. Falls Sie sich für eine Studienteilnahme interessieren, aber letztlich doch nicht an der Studie teilnehmen, werden Ihre dafür registrierten Daten unverzüglich gelöscht.
Hinweis: Dies ist eine rein universitäre Studie, die unabhängig von der Pharmaindustrie durchgeführt wird.