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Die thanatophore Dysplasie (TD) ist eine letal verlaufende Skelettdysplasie. Mutationen im Gen FGFR3, das für den Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 3 codiert, ziehen hier eine gestörte Entwicklung praktisch aller Knochen im Körper des Patienten nach sich. Gravierende Fehlbildungen des Thorax führen zur Lungenhypoplasie, die binnen Stunden nach der Geburt zum Tode führt. Neben den skelettären Anomalien bestehen in der Regel auch funktionelle Störungen des zentralen Nervensystems. Mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik lassen sich charakteristische Befunde erheben, aber die Diagnose erfolgt durch den Nachweis des kausalen Gendefekts, im Idealfall bereits im Rahmen der Pränataldiagnostik.
Der Begriff "thanatophor" stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "todbringend". Diese Bezeichnung wurde gewählt, da die TD in allen Fällen letal verläuft [1] [2] [3]. Die Erkrankung resultiert aus Mutationen des Gens FGFR3, das auf dem kurzen Arm von Chromosom 4 gelegen ist. Hierbei handelt es sich in der Regel um den Austausch einer einzigen Aminosäure, was dazu führt, dass der Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 3 überaktiv und die Entwicklung des Skeletts hochgradig gestört ist [2] [4]. Die Inzidenz der TD wird auf 1 von 20.000 Lebendgeburten geschätzt. Die Prognose für ein langfristiges Überleben der Betroffenen ist außerordentlich schlecht und in den meisten Fällen versterben die Neonaten innerhalb weniger Stunden nach der Geburt an einer Ateminsuffizienz durch Lungenhypoplasie [1] [4] [5]. Nur in seltenen Fällen überleben die Patienten die perinatale Periode oder werden gar mehrere Jahre alt [4].
Das klinische Bild wird von schwerwiegenden skelettären Malformationen und Anomalien des zentralen Nervensystems geprägt und entsprechend der im Einzelfall erhobenen Befunde lassen sich zwei Varianten der TD unterscheiden [1] [2] [3] [4] [6]:
Um die Prognose für das Überleben eines TD-Patienten zu verbessern, muss die genetisch bedingte Erkrankung so früh wie möglich diagnostiziert werden. Die Morphologie des Neonaten erlaubt meist schon eine Verdachtsdiagnose, die durch Resultate bildgebender Studien untermauert und schließlich durch den Nachweis des kausalen Gendefekts bestätigt werden kann.
Die pränatale Diagnose ist der postnatalen aber in jedem Fall und unabhängig von einer Entscheidung für oder gegen die Beendigung der Schwangerschaft vorzuziehen. Im Rahmen pränataler sonographischer Untersuchungen lassen sich strukturelle Anomalien des Skeletts und des zentralen Nervensystems zeigen. Im zweiten Trimester der Schwangerschaft sind ein Kleeblattschädel, eine Hypoplasie des Rippenkäfigs, abgeflachte Wirbelkörper und verkürzte Extremitäten im Ultraschall zu erkennen [2] [5]. Oft geht die TD des ungeborenen Kindes mit einem Polyhydramnion einher, weshalb ein solcher Befund zu einer weiteren Abklärung der Gesundheit des Kindes veranlassen sollte [1] [3]. Ähnlich wie für die Postnataldiagnostik beschrieben, gilt auch hier die Detektion einer kausalen Mutation im Gen FGFR3 als beweisend.