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Kindesschutzmassnahmen
Alle Kinder und Jugendlichen haben auf der ganzen Welt die gleichen Rechte. Du hast ein Recht auf Gesundheit, auf Bildung, auf Erholung und Freizeit. Du hast das Recht, dich mitzuteilen und auch gehört zu werden. Ganz besonders hast du das Recht auf eine Familie, auf elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause. Diese Rechte sollen dir dabei helfen, dich gut zu entwickeln.
Können deine Eltern sich nicht genügend um dich kümmern und dir kein sicheres Zuhause geben, dann gibt es viele Möglichkeiten, dass du diese Unterstützung von anderer Seite aus erhältst. Solche Unterstützungen nennt man Kindesschutzmassnahmen. Sie sind nur teilweise freiwillig. Wenn du beispielsweise durch Probleme auffällst und die begründete Angst da ist, dass es schlimmer wird, dann handelt die Kindesschutzbehörde sehr schnell. Kindesschutzmassnahmen können sehr einschneidend sein und dein Leben komplett verändern. Ruf uns an, wenn du Fragen dazu hast.
Manchmal gibt es auch in gut funktionierenden Familien Situationen, die sehr schwierig sind. Zum Beispiel, wenn du in der Schule richtig grosse Probleme hast und gar nichts mehr geht. In solchen Fällen gibt es freiwillige Massnahmen, wie beispielsweise ein Timeout oder eine vorübergehende Unterbringung in einem Heim.
Bei einer Weisung gibt die Kindesschutzbehörde (KESB) deinen Eltern einen Auftrag, den sie ausführen müssen. Vielleicht sind deine Eltern unzuverlässig und du kommst deshalb oft zu spät in die Schule. Dann kann die Kindesschutzbehörde (KESB) entscheiden, dass deine Eltern mit einer Familienberatung zusammenarbeiten müssen, um das Problem zu lösen.
Wenn deine Eltern überfordert sind und du von ihnen nicht gut betreut wirst, dann wird die Kindesschutzbehörde (KESB) eine Beiständin oder einen Beistand beauftragen, euch zu helfen. Sie oder er wird mit deinen Eltern und dir reden und euch bei den jeweiligen Problemen unterstützen.
Bei getrennten oder geschiedenen Eltern kommt es manchmal zu Problemen mit dem Besuchsrecht. Dann kann die Kindesschutzbehörde (KESB) ebenfalls eine Beiständin oder einen Beistand einsetzen, um euch mit dem Besuchsrecht Unterstützung zu bieten.
Sind in deiner Familie die Probleme so gross, dass sie nicht gelöst werden können, dann wirst du von der Kindesschutzbehörde (KESB) zu deinem eigenen Schutz an einem anderen Ort untergebracht. Ein solcher Ort ist beispielsweise eine Pflegefamilie oder ein Heim. In diesem Fall verlieren deine Eltern das sogenannte Obhutsrecht. Das bedeutet, dass sie nicht mehr bestimmen dürfen, wo du lebst. Deine Beiständin oder dein Beistand wird nun vieles für dich regeln.
Bei einer akuten Gefährdung, zum Beispiel wenn du dich durch dein Handeln selbst gefährdest, wird die Kindesschutzbehörde (KESB) eine Fürsorgerische Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung oder in einer psychiatrischen Klinik anordnen. Diese Anordnung wird sofort umgesetzt. In diesem Fall wirst du in einer geschlossenen Abteilung eines Heims oder einer Klinik untergebracht, auch gegen deinen Willen. Deine Eltern oder du selber können den Entscheid anfechten, doch die Fürsorgerische Unterbringung (FU) bleibt während der Anfechtung bestehen.
Das Sorgerecht wird deinen Eltern weggenommen, wenn sie sich dauerhaft nicht gut um dich kümmern. Die Kindesschutzbehörde (KESB) hat dann das Sorgerecht für dich und gibt dir eine Vormundin oder einen Vormund, die oder der ähnlich wie Eltern Entscheidungen für dich trifft.