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Cinzia Angelini
Cinzia Angelini ist eine energiegeladene Frau, die schon seit über 20 Jahren im Animationsbuisness mit dabei ist. Begonnen hat Sie mit der klassischen Animation und später arbeitete Sie auch in der 3D Animation. Noch dazu kommt, dass Sie Story Artist ist.
Die talentierte Powerfrau hat uns kürzlich an unserer Schule besucht, um dem fünften Semester ein kurzes Feedback zu den Auftragsarbeiten zu geben und ihren neusten, fast fertigen, animated Short Film „Mila“ zu präsentieren.
Nachdem Sie eine Zeit in London und München für Amblimation (Produktionsfirma von Steven Spielberg) und Warner Brothers gearbeitet hat, macht Sie sich auf nach Amerika um für Dreamworks zu arbeiten. Ihr Weg führte sie durch viele verschiedene Kollaborationen mit all den grossen Studios in Hollywood. Es handelt sich dabei um Firmen wie: Sony Imageworks, Walt Disney Animation, Warner Brothers, und Illumination Entertainment.
Daraus resultieren Filme wie: “Balto,” “Prince of Egypt,” “Eldorado,” “Spirit,” “Sinbad,” “Spider-man 2″ (Best Visual Effects Oscar Winner, 2005), “Open Season,” “Meet the Robinsons,” “Bolt,” “The Minions Movie” und “Despicable Me 3” und “Minions Mayem”.
Momentan ist Cinzia Angelini mit ihrem eigenen Projekt beschäftigt. Sie ist Autorin und Regisseurin von ihrem 40 minütigen Short „Mila“. Dazu unten mehr.
Mila
Im Karussell drehend, sitzt das glückliche Mädchen Mila. Alles ist farbig, alles ist fröhlich, die Welt ist heil. Plötzlich kippt die Stimmung. Alles wird zu braunen Trümmern. Wir sind in Trento Italien 1943, Bomben schlagen ein, das Karussell ist zerstört und auch Milas Kindheit.
So beginnt „Mila“ der Film. Mila ist die Geschichte von Cinzia Angelinis Mutter. Die Geschichte spielt in Italien während der Mussolini-Herrschaft im Zweiten Weltkrieg. Es handelt sich dabei nicht um einen politischen, historischen Film, sondern um ein Portrait der Leute aus dieser Zeit. Es werden keine Soldaten gezeigt und die Kampfflugzeuge sind neutral gestaltet.
Der Prozess
Die Produktion von Mila startete 2010. Speziell an dem ganzen Film ist, dass er mit 250 freiwilligen Mitarbeitern aus 25 Ländern gemacht wurde. Doch diese Leute versammelten sich nicht an einem Ort, sondern kommunizierten über Skype, Slack und tauschten Daten aus über einen Server. Also ob diese Herausforderung schon nicht genug wäre, gab es auch noch sprachliche Schwierigkeiten.
Trotz der anspruchsvollen Organisation, wurden alle Produktionsschritte gekonnt durchgeführt.
Der Film wird ohne Dialog gehalten, um universal zu sein. Das ist auch der Grund für den Namen Mila. Mila ist in vielen Ländern bekannt und aussprechbar. Mila ist nicht nur der Charakter, der Cinzias Mutter verkörpert. Sie verkörpert vielmehr die Zivilbürger die im Krieg zu Leiden hatten.
„It is important to belive in your work“ – Cinzia Angelini 2017
Ein weiterer schwieriger Part am ganzen war, dass Angelini viele Charakter wollte für Menschenmengen. Das heisst auch viele Characterdesigns. Man riet ihr zwar davon ab, doch das hielt Angelini nicht auf.
Ein guter alter Tipp hierbei ist; bei einem bereits vorhandenen Charakter Farben oder Accessoires zu verändern.
Cinzia hat das Storyboard nicht selber gemacht. Emanuela Lozzi, eine Storyboarderin bei Laika, übernahm diesen Part. Cinzia Angelini empfiehlt es auch anderen, das Storyboard nicht selber zu machen, wenn man die Geschichte schreibt, weil man dem Thema oft zu nahe steht. Der Storyboarder kann die Geschichte mit Abstand betrachten und sieht es aus einem anderen Winkel.
Die Recherche
Was Angelini wie auch so viele andere erfolgreiche Persönlichkeiten im Business immer wieder betonen, ist die Wichtigkeit der Recherche!
Für den Film wurden viele alte Bilder von Trento angeschaut. Besuche vor Ort gehörten auch dazu. Es ist sehr wichtig, dass die Lokalitäten auch eine Bedeutung haben. Das verleiht dem Film eine starke Stimmung.
Natürlich war es bei der Materialbeschaffung eine grosse Hilfe, dass Angelinis Protagonistin ihre eigene Mutter ist.
Technische Angelegenheiten
„Don’t make a scarf!“ – Cinzia Angelini 2017
Es ist eines der schwersten Accessoires überhaupt. Besonders einen so luftigen wie Mila ihn trägt. Gebt also beim Filmgucken Acht auf den Schal. Es ging viel Arbeit in das flauschige Kleidungsstück.
Auch einer der schwersten Angelegenheiten waren wenig überraschend die Rigs. Ein Rig ist das Skelett der Figur. Damit kann man das starre Model bewegen.
Jetzt kommen wir zu einem „nerdigeren“ Part. Digital Matte Painting ist eine geniale Software. Damit wird eine 2D Malerei auf 3D projiziert. Also kein Modeling, die Kamera darf jedoch nicht zu stark bewegt werden. Diese Software ist ideal für wide shots für Städte. Angelini meinte, sie hätte es gerne öfters angewandt.
Warum CGI und nicht 2D?
Bei „Bolt“, damals noch mit dem Arbeitstitel „American Dog“, wurde viel mit unterschiedlichen Renders experimentiert – Render ist das Herausspielen des Filmes, um ihm den finalen Look zu geben. Dabei kamen viele gute Stile heraus. Angelini war inspiriert davon und entschied sich deshalb später bei ihrem Projekt auch für die 3D Technik.
Oft hinterfragte Sie sich jedoch selbst in ihrer Entscheidung. Am Schluss kann Sie jedoch sagen, dass es die richtige Wahl war.
Als kleiner Trost für 2D Liebhaber sind die End Credits in 2D gemacht worden. Es handelt sich dabei um einen alten Still der Illustration (mit einer Papierstruktur im Hintergrund).
„Mila“ wird bald fertig sein. Cinzia Angelini hat bewiesen das man einen High Quality CGI Film mit unterschiedlichsten Menschen an unterschiedlichsten Orten machen kann. Stimmt die Motivation und die Organisation, so wird auch das Resultat stimmen!
Vielen Dank Cinzia Angelini!
–Leoni Dietrich–
Mini Credits
Nur ein Bruchteil der Leute die Angelini während ihres Vortrages erwähnt hatte.
|Tätigkeit||Name||Firma||Info||Land|
|Storyboarder||Emanuela Lozzi||Laika|
|Musik||Flovio Gargano|
|Painting||Alexandra Kavalova||Canada|
|Character Design (Mila)||Luisa Grane||

Hat Angelini kennengelernt bei Dreamworks
War zuerst Animator, jetzt Characterdesigner
|USA/Argentina|
|Modelling Mila||Philippe Brochu||Dreamworks||USA/Canada|
|Modelling Texturing||Ruchita Jewal||Modellt und texturierte Angelinis lieblings Prop: Cuckoo Clock|
|Visuall Story||Bruce Block|
|Lighter||Geoffrey Duch||Frankreich|