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In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul wurden im Jahr 2003 sechs Kilometer einer Stadtautobahn kurzerhand abgerissen und der Fluss Cheong Gye Cheon freigelegt. So entstand ein Naherholungsraum mitten in der Metropole. Im Jahr 2017 wurde eine weitere Stadtautobahn in einen Park verwandelt. Der Seoullo 7017 Skygarden überquert den Hauptbahnhof und erspart den Fussgänger:innen lange Umwege. Die Bilder, die man davon im Internet findet, sind super schön, aber die Folgeeffekte sind fast noch besser: Der freigelegte Fluss kühlt das lokale Stadtklima im Sommer um 3,6 Grad ab. Die Luftverschmutzung durch kleine Partikel verringerte sich um 35 % von 74 auf 48 Mikrogramm pro Kubikmeter. Zwischen 2003 und Ende der Arbeiten im 2008 nahm die Biodiversität um 639 % zu, wobei die Zahl der Pflanzenarten von 62 auf 308, die der Fische von 4 auf 25, die der Vögel von 6 auf 36, die der wirbellosen Wassertiere von 5 auf 53, die der Insekten von 15 auf 192, die der Säugetiere von 2 auf 4 und die der Amphibien von 4 auf 8 stieg.
15,1 % mehr Menschen sind hier nun mit dem Bus und 3,3 % mehr mit der U-Bahn unterwegs. Der Autoverkehr nahm nicht nur um 21 Prozent ab, überraschenderweise verkürzten sich auch die Fahrzeiten. Dies lässt sich mit dem Braess'schen Paradoxon erklären. Kurz erklärt, geht es dabei vor allem um die Motivation der Autofahrer:innen. Bei Vorhandensein der Autobahn (mit „optimaler“ Fahrzeit) wollen alle dort lang fahren und die Strasse verstopft. In Abwesenheit der Autobahn verteilt sich jedoch der Verkehr auf mehrere andere Strassen, was die Gesamtreisezeit am Ende für alle verkürzt. Eine ausführlichere Erklärung dazu findet sich auf dem Blog der Cornell Universität: