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Derselbe Bundesrichter, der im September den Baubeginn des Wasserkraftprojekts Belo Monte im Norden Brasiliens blockierte, hat vergangene Woche seinen Entscheid zurückgezogen.
In seiner ursprünglichen Erklärung begründete Richter Carlos Eduardo Castro Martins seine Entscheidung damit, dass der geplante Staudamm den natürlichen Verlauf des Xingu-Flusses, eines Seitenarms des Amazonas, stören könnte und dadurch eventuell die lokalen Fischereibetriebe betroffen wären. In der Folge untersagte er alle baulichen Massnahmen, die den Fluss betreffen würden.
Doch inzwischen habe ihn das Unternehmen Norte Energia, das hinter dem Projekt steht, überzeugt: Der Staudamm habe «keinen grossen Einfluss auf den Lebensraum der Fischarten» und werde deshalb die Fischerei nicht beeinträchtigen. Martins sagte zudem, dass die «weitreichenden Folgen des Projekts für die Umwelt erst gefühlt und analysiert werden können, nachdem der Bau abgeschlossen ist», da «Umweltverträglichkeitsstudien nur Prognosen darüber sind, was passieren könnte».
Belo Monte soll ab 2015 elf Gigawatt Leistung erbringen und wäre damit eines der grössten Kraftwerke der Welt. Der Staudamm wird den Fluss zu einem See von über 500 Quadratkilometern stauen. UmweltschützerInnen kritisieren, dass durch den Bau das Ökosystem des Xingu irreversibel gestört würde. Zudem müssten dafür rund 30 000 Menschen umgesiedelt werden oder wären von den Folgen der Überflutungen betroffen.
Sonja Wenger