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Vorbemerkung
Die nachstehenden Ergebnisse wurden in Tonnen berechnet. Es gibt jedoch zahlreiche Abfälle – besonders die biogenen Abfälle (kompostier- und vergärbare Abfälle) –, die in Volumen (m3) berechnet wurden, was wiederum bedeutet, dass einige Gewichtsangaben geschätzt und nicht direkt gemessen wurden. Des Weiteren gibt es zum Teil bedeutende Unterschiede bei der Qualität der durch die Gemeinden übermittelten Daten. Gewisse Angaben sind beispielsweise nicht beziffert (insbesondere die biogenen Abfälle). Demzufolge besteht eine nicht unbedeutende Unsicherheit über die vorliegenden Zahlen. Tendenz und Entwicklung der Abfallbewirtschaftung der Freiburger Gemeinde sind trotzdem klar erkennbar.
Nicht alle Fraktionen von verwertbaren Siedlungsabfällen, die in den kommunalen Sammelstellen gesammelt werden, sind in dieser Statistik enthalten. Bestimmte Kategorien wie Elektrogeräte, Textilien, PET-Flaschen, Sagex, Öl, Inertabfälle oder Sonderabfälle werden größtenteils über andere Kanäle (Handel, private Anbieter, Deponien) entsorgt, oder ihr Volumen ist sehr gering bzw. nicht quantifiziert. Daher sind die Daten der kommunalen Sammelstellen für diese spezifischen Abfälle nicht repräsentativ und werden daher nicht behandelt.
Siedlungsabfälle 2020
Im Jahr 2020 haben die Freiburger Gemeinden insgesamt 120'994 Siedlungsabfälle gesammelt.
Der zwecks stofflicher Verwertung getrennt gesammelte Siedlungsabfall stellt mit 72'511 t den wichtigsten Teil der gesammelten Abfälle dar. Dies entspricht 60% der durch die Gemeinden gesammelten Abfälle.
Die nicht getrennten Siedlungsabfälle – das heisst Hausmüll und Sperrgut – machen mit 48'483 t nur 40% des Gesamtvolumens aus.
Die Hauptmasse der getrennten Siedlungsabfälle entfällt auf drei Kategorien: biogene Abfälle, Papier/Karton und Glas. Die Metalle sind ein kleiner Teil der gesammelten Abfälle.
Abfallproduktion pro Kopf und deren Entwicklung
Im Jahr 2020 haben die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Freiburg pro Person durchschnittlich 372 kg Siedlungsabfälle produziert. Nach einer Phase des Anstiegs sank die Abfallproduktion im Jahr 2020 wieder auf einen Wert, der in etwa dem Wert vom Jahr 2002 entspricht.
|2002||2004||2006||2010||2012||2014||2016||2018||2020|
|Total der durch die Gemeinden gesammelten Siedlungsabfälle in Tonnen||90’139||94’318||96’523||108’131||116’870||121’463||121’933||122’274||120’994|
|Bevölkerung||242'679||250'377||258'252||278'493||291’395||303’377||311’914||318’714||325’496|
|Total der durch die Gemeinden gesammelten Siedlungsabfälle in Kilogramm je Einwohner/in||371||377||374||388||401||400||391||384||372|
Während den Jahren 2014-2020 ist eine Stabilisierung der Gesamtmenge an produzierten Siedlungsabfällen trotz des Anstiegs der Bevölkerung zu beobachten, seit 2018 sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Bei der Berechnung der Pro-Kopf-Produktion ist der Rückgang seit den Jahren 2012-2014, die einen Zeitraum mit der höchsten Produktion darzustellen scheinen, mit einem Rückgang von insgesamt 30 kg pro Jahr und Einwohner/Einwohnerin sichtbar. Es ist schwer zu sagen, ob dieser Rückgang auf das Bewusstsein der Bevölkerung oder auf andere Faktoren, insbesondere wirtschaftlicher Art, zurückzuführen ist. Diese ermutigende Entwicklung muss noch bestätigt werden.
Die Statistiken zu den wichtigsten verwertbaren Siedlungsabfällen werden seit 1989 geführt. Nach einer Periode, die durch den kontinuierlichen Anstieg der Abfallmengen gekennzeichnet war, scheint sie sich zu stabilisieren. Seit 2012 scheint sich eine leichte Reduktion der Haushaltsabfall- und Sperrmüllmengen pro Person abzuzeichnen; dasselbe gilt seit 2014 für die zwecks stofflicher Verwertung getrennt gesammelten Abfälle.
Im Jahr 2002 machten die zwecks stofflicher Verwertung getrennt gesammelten Abfälle 54 % der Abfallmenge pro Person aus. 2020 lag dieser Anteil bei 60 %.
Derzeit handelt es sich bei knapp der Hälfte der Abfälle, die durch die Gemeinden gesammelt und zwecks stofflicher Verwertung getrennt werden, um biogene Abfälle.
Sammlung von Siedlungsabfällen durch die Freiburger Gemeinden
Gemäss dem Bundesgesetz über den Umweltschutz (USG) obliegt das Sammeln von Siedlungsabfällen den Kantonen; diese haben die Aufgabe an die Gemeinden delegiert. Entsprechend organisieren die Gemeinden das Trennen, Sammeln und Transportieren der Siedlungsabfälle bis zu den Abfallbehandlungsanlagen.
Mit dem Inkrafttreten des kantonalen Gesetzes vom 13. November 1996 über die Abfallbewirtschaftung wurden die Gemeinden verpflichtet, eine proportionale Gebühr (Verursacherprinzip) einzuführen, welche die Kosten für die Entsorgung der Abfälle zum Teil finanziert. Diese Gebühr hatte einen direkten Einfluss auf den Inhalt unserer Abfallsäcke und auf die Abfalltrennung. Die proportionale Gebühr führte im Kanton Freiburg und in der übrigen Schweiz dazu, dass der Anteil der gesammelten getrennten Abfälle im Vergleich zu den nicht getrennten Abfällen, die verbrannt werden, stetig zunahm.
Das Amt für Umwelt des Kantons Freiburg (AfU) erstellt die Statistik über das Sammeln dieser Siedlungsabfälle auf der Grundlage der Daten der Gemeinden. Für das Jahr 2017 haben 136 Gemeinden den Fragebogen ausgefüllt. Das vorliegende Dokument soll einen Überblick über die Mengen der gesammelten Siedlungsabfälle, deren Zusammenstellung und die Entwicklung auf kantonaler Ebene vermitteln. Es wurde für die Gemeinden des Kantons Freiburg erarbeitet, damit sie vor allem ihre eigenen Statistiken mit dem kantonalen Durchschnitt vergleichen können.
Laut USG müssen Abfälle soweit möglich verwertet werden. Eine mögliche Variante der Abfallverwertung ist das Recycling, manchmal auch «stoffliche Verwertung» genannt. Damit wird ein Verfahren bezeichnet, bei dem bestimmte Stoffe bzw. Abfälle getrennt gesammelt oder nachträglich sortiert, aufbereitet und als Sekundärrohstoffe oder produkte wieder in den Wirtschaftskreislauf geführt werden. Da Recycling die umweltverträglichste Lösung ist, ist sie zu bevorzugen. Die nicht recycelbaren Abfälle – Haushaltsabfälle und Sperrmüll – können thermisch verwertet werden. Dabei werden die Abfälle in Verbrennungsanlagen verbrannt und es wird thermische Energie erzeugt. Inertabfälle und andere Restabfälle schliesslich werden in Deponien abgelagert.
Zur Information: Am 1. Januar 2019 trat die neue Definition der Siedlungsabfälle gemäss der Bundesverordnung vom 4. Dezember 2015 über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) in Kraft. Seither umfassen Siedlungsabfälle die aus Haushalten stammende Abfälle sowie die Abfälle aus Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitstellen, deren Zusammensetzung betreffend Inhaltsstoffe und Mengenverhältnisse mit Abfällen aus Haushalten vergleichbar sind. Diese Änderung hat allerdings keinen Einfluss auf die Statistiken in der vorliegenden Publikation.
Übersicht der Abfallproduktion und -trennung im Kanton Freiburg
1996 wurde im Kanton Freiburg eine proportionale Gebühr eingeführt. Damit sollte einerseits die Abfalltrennung verbessert und andererseits die Siedlungsabfallmenge pro Kopf verringert werden. Auch wenn die Bilanz durchzogen ausfällt, lassen die jüngsten Kennzahlen eine mögliche Verbesserung erahnen:
- Der Anteil der zwecks stofflicher Verwertung getrennt gesammelten Abfälle stieg von 54 % im Jahr 2002 auf 60 % im Jahr 2020. Dies ist der verbesserten Wirksamkeit des Systems und der Infrastrukturen für die Abfallsammlung und den verschiedenen Aktionen der Gemeinden, welche die Recyclingquote und namentlich die Sammlung von biogenen Abfällen verbessert haben, zu verdanken.
- Die von den Gemeinden übermittelten Daten zeigen einen leichten Rückgang der Abfallvolumen seit 2012 bzw. 2014. Es ist vorstellbar, dass das in den letzten Jahren beobachtete Umweltbewusstsein zu einer Verbesserung des Verhaltens beiträgt. In den kommenden Jahren wird sich noch erweisen müssen, ob dieses positive Zeichen ein nachhaltiger Trend ist.
Ein Vergleich mit den Daten des Bundes ist nicht möglich, weil der Bund in seinen Statistiken alle Abfälle, die thermisch verwertet werden, abbildet, während dem die Daten in der vorliegenden Publikation lediglich die kommunalen Abfälle umfassen. Aus ähnlichen Gründen ist auch ein Vergleich mit anderen Kantonen schwierig.
Obwohl sich ein leichter Abwärtstrend abzeichnet, müssen Unternehmen und Haushalte weitere Anstrengungen unternehmen, um die vom BAFU angestrebte effiziente Abfallbewirtschaftung sicherzustellen. Diese besteht darin[1]:
- als oberste Priorität Abfall zu vermeiden;
- wo Abfall nicht vermieden werden kann, Abfall zu vermindern; und
- in letzter Priorität Abfall zu verwerten (Recycling und thermische Verwertung).
Im Übrigen gibt es nach wie vor ein Verbesserungspotenzial, wenn es darum geht, die Erzeugung von Abfällen zu vermindern oder mehr Siedlungsabfälle zwecks Wiederverwendung oder stofflicher Verwertung zu trennen. Dies ist nicht nur ökologisch wünschenswert, sondern auch wirtschaftlich interessant für die Gemeinden, weil die Abfallbeseitigung kostspielig ist.
[1]Econcept 2012 gemäss Publikation Ent-Sorgen? des BAFU von 2016 (Umwelt-Zustand Nr. 1615).