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Es fällt auf, dass im Matthäusevangelium der Herr ins Zentrum gestellt wird und nicht seine Mutter. «Im ganzen Kapitel hat das Kind immer den ersten und wichtigsten Platz. Es heisst nie: ‹Maria und das Kind› oder ‹die Mutter und das Kind›, sondern ‹das Kind mit Maria› – das Kind steht über der Mutter» (A. Gaebelein).
«Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten» (Kap. 2,13). «Er aber stand auf, nahm das Kind und seine Mutter» (V. 14). «Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel» (V. 20). «Er aber stand auf, nahm das Kind und seine Mutter» (V. 21).
Rembrandt, der Meister von Licht und Schatten, malte ein berühmtes Gemälde, das die Geburt Jesu darstellt. Bei diesem Bild fällt alles Licht auf das Kind in der Krippe. Die anderen Figuren stehen mehr oder weniger im Schatten und werden von diesem Licht lediglich angeleuchtet.
Was hat in meinem Leben Priorität? Wer steht bei mir im Licht, wen suche ich, auf wen fällt mein Blick? Dreht sich vieles nur um mich, um meine Bedürfnisse, darum, dass ich gesehen, beachtet und anerkannt werde?
Wie sieht es in unseren Gemeinden aus? Üben wir uns in Selbstdarstellung oder suchen wir wirklich vollkommen die Darstellung Jesu? Stellen wir uns oder ihn ins Licht?
Joseph und Maria wurden von Gott wunderbar für seinen göttlichen Sohn gebraucht, aber sie waren nur die Begleiter. Gott will auch uns als Begleiter zur Ehre Jesu gebrauchen. Wir können aber nur wirklich nützlich sein, wenn sich alles in uns um ihn dreht.
Als Maria bei der Hochzeit zu Kana Jesus darauf aufmerksam machte, dass es an Wein fehlt, stellt sich die Frage, ob sie bei dieser Bemerkung nicht auch sich selbst etwas hervortun wollte. Doch die Antwort Jesu ist eindeutig: «Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen» (Joh 2,4). Maria hatte es verstanden und ging sofort darauf ein, indem sie sagte: «Was irgend er euch sagen mag, tut!» (V. 5).
Wir alle haben das «angeborene» Bedürfnis, anerkannt zu sein. – Doch wenn sich alles in uns um ihn dreht, werden wir darin die grösste Befriedigung finden.