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Kanton Graubünden
Chantun Grischun
Cantone dei Grigioni
Geteilt, oben gespalten: im 1. gespalten von Schwarz und Silber; im 2. geviert von Blau und Gold, belegt mit geviertem Kreuz in verwechselten Farben; im 3. in Silber aufrechter schwarzer Steinbock.
Die heutige Darstellung des Bündner Wappens wurde vom Kleinen Rat (Heute: Regierung) mit Beschluss vom 8. November 1932 festgelegt und vom Bundesrat im Februar 1933 genehmigt. Bis dahin bestand das offizielle Bündner Wappen seit der Kantonsgründung 1803 aus den Wappenschilden der drei Einzelbünde, dem Oberen oder Grauen Bund, dem Gotteshausbund und dem Zehngerichtenbund. Sie wurden entweder allein oder zusammen mit den Schildhaltern St. Georg (Oberer Bund) und Wilder Mann (Zehngerichtenbund) dargestellt.
Die ersten überlieferten Wappen des Oberen oder Grauen Bundes aus dem Ende des 15. und Beginn des 16. Jahrhunderts stellen entweder ein durchgehendes weisses Kreuz in Rot dar oder zeigen ein geviertes Schild in Grau und Weiss, ab und zu auch mit einem gevierten Kreuz in verwechselten Farben. Später bürgerte sich neben diesen Darstellungen der heute aktuelle, gespaltene Schild in Grau beziehungsweise Schwarz und Weiss. Der Steinbock ist das Emblem des Gotteshausbundes. Eine erste Darstellung in der Churer Kathedrale stammt von 1252. Als Wappentier erscheint der Steinbock erstmals auf einem Dokument von 1291 und auf den Siegeln der Bischöfe Johannes I. Pfefferhard um 1325 und Ulrich V. Ribi um 1331. Später ist dieses ursprünglich bischöfliche Wappen vom 1367 gegründeten Gotteshausbund übernommen worden.
Das erste Siegel des Zehngerichtenbundes datiert aus dem Jahr 1518 und zeigt ein durchgehendes weisses Kreuz. Um die Wappen des Zehngerichtenbundes und des Oberen Bundes besser unterscheiden zu können wurde oft der Wilde Mann in den Schild des Zehngerichtenbunds-Wappens hineingenommen. Die Farben Gold und Blau sind bereits auf einer Wappenscheibe von 1548 überliefert.
Eine ausführliche Darstellung des Wappens des Kantons Graubünden und seiner historischen Entwicklung aus der Feder von Rudolf Jenny findet sich im „Wappenbuch des Kantons Graubünden“, herausgegeben durch die Standeskanzlei Graubünden, Chur, 1982.