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Menschen sind moralische Tiere. Wir klassifizieren Verhaltensweisen routinemäßig als moralisch richtig oder falsch und versuchen (zumindest manchmal), das Richtige zu tun. Aber wie können wir zwischen moralisch richtig und falsch unterscheiden? Und was motiviert uns, richtig zu handeln und das Falsche zu vermeiden? Die Antworten auf diese Fragen unterscheiden zwei der wichtigsten metaethischen Theorien: moralischen Rationalismus und moralischen Sentimentalismus.
Der Rationalismus behauptet, dass unsere Fähigkeit, richtig von falsch zu unterscheiden, auf unseren Denkfähigkeiten beruht, ähnlich wie unsere Fähigkeit, mathematische Urteile zu fällen. Der Sentimentalismus behauptet, dass moralisches Urteil auf unseren emotionalen Fähigkeiten beruht, wie etwa auf Urteilen über Schönheit. Der Rationalismus geht davon aus, dass unsere Überzeugungen darüber, was richtig und was falsch ist, ausreichen, um moralisches Verhalten zu motivieren. Der Sentimentalismus bestreitet dies und setzt voraus, dass Emotionen notwendig sind.
Sowohl Rationalismus als auch Sentimentalismus beinhalten deskriptive, empirische Behauptungen. Aus diesem Grund haben zeitgenössische Philosoph*innen auf Ergebnissen der Kognitionswissenschaften aufgebaut, um ihre Ansichten zu verteidigen. Eine sorgfältige Analyse zeigt jedoch, dass vorhandene Studien sowohl rationalistisch als auch sentimentalistisch interpretiert werden können.
Ich werde die Debatte analysieren und auf der Grundlage dieser Untersuchung zwei neue Wege vorschlagen, um die Rolle von Emotionen bei der moralischen Beurteilung und Motivation empirisch zu testen. Basierend auf den empirischen Ergebnissen werde ich für einen Ansatz zu moralischem Urteilsvermögen und Motivation argumentieren, der die Debatte zwischen Rationalismus und Sentimentalismus informieren wird und gleichzeitig neue Ansichten über moralische Akteurschaft und moralische Erziehung vorschlägt.