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Wer kann am Liechtensteiner Immobilienmarkt ein Haus oder eine Wohnung kaufen?
Anders als in vielen anderen Ländern bedarf der Erwerb von Eigentum an inländischen Grundstücken in Liechtenstein der Genehmigung der Grundverkehrsbehörde. Es ist für im Ausland wohnende Personen, die nicht Liechtensteiner Staatsbürger sind, nicht möglich, eine Liegenschaft zu kaufen und dadurch einen Wohnsitz in Liechtenstein zu begründen.
Grunderwerb nach dem Grundverkehrsgesetz
Das Grundverkehrsgesetz (GVG) samt dazugehöriger Grundverkehrsverordnung (GVV) enthält die detaillierten Bestimmungen zum Grunderwerb in Liechtenstein. Das Amt für Justiz als zuständige Grundverkehrsbehörde erteilt auf Antrag die Genehmigung zum Erwerb von Wohneigentum an inländischen Grundstücken, wenn der Käufer ein berechtigtes Interesse am beabsichtigten Erwerb glaubhaft machen kann.
Dazu muss der Erwerber der Grundverkehrsbehörde neben dem unterzeichneten Kaufvertrag ein amtliches Formular und eine Anzahl weiterer entscheidungsrelevanter Dokumente einreichen.
Ein berechtigtes Interesse ist insbesondere vorhanden, wenn das zu erwerbende Grundstück dem Erwerber oder seiner Familie zur Deckung eines bereits gegebenen inländischen Wohnbedürfnisses dient und der Erwerber seinen Wohnsitz im Inland hat.
Wohnsitznahme vor Grunderwerb
Zuerst muss also der Wohnsitz in Liechtenstein begründet werden, bevor ein Eigenheim gekauft werden kann.
Details zur Wohnsitznahme sind auf der Webseite des Ausländer- und Passamtes (www.apa.llv.li) ersichtlich. Der Wohnsitz einer Person befindet sich an dem Orte, wo sie sich in der Absicht des dauernden Verbleibens tatsächlich überwiegend aufhält. Ein Aufenthalt eines Ausländers, der nicht mit behördlicher Aufenthaltsbewilligung nach dem Personenfreizügigkeitsgesetz oder dem Ausländergesetz ununterbrochen mindestens zehn Jahre gedauert hat, gilt nicht als Wohnsitz im Sinne des Grundverkehrsgesetzes.
Als Ausländer nach dem Grundverkehrsgesetz gelten Personen, die nicht Landesangehörige mit liechtensteinischem Landesbürgerrecht sind, oder Angehörige derjenigen Staaten, die aufgrund völkerrechtlicher Abmachungen wie Landesangehörige zu behandeln sind (z. B. Schweizer oder EWR-Bürger). Angehörige anderer Staaten sind im Sinne dieses Gesetzes Ausländer.
Wer aufgrund des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zum Grunderwerb im Inland berechtigt ist, kann Eigentum an Grundstücken unter denselben Voraussetzungen wie Landesangehörige erwerben.
Gesetzliche Vorgaben und gängige Praxis
Der Erwerb eines baureifen Grundstücks zur Deckung eines gegenwärtigen Wohnbedürfnisses ist auf eine maximale Grösse von 1’440 m² beschränkt, wobei die Grundverkehrsbehörde in begründeten Einzelfällen von der maximalen Grösse abweichen kann.
Neben diesen Vorgaben gelten auch hinsichtlich des Kaufs von Häusern oder Wohnungen weitere Einschränkungen. Zur Deckung des gegebenen Wohnbedürfnisses dürfen nach geltender Praxis der Grundverkehrsbehörde am Markt nur ein Haus und eine Wohnung oder zwei Wohnungen erworben werden. Dies mit der Idee zur Vergrösserung oder Verkleinerung des Haushalts.
Die Genehmigung durch die Grundverkehrsbehörde ist gebührenpflichtig. Die Kosten für die Ausfertigung der Verfügungen belaufen sich je nach Aufwand auf 200 bis 1’000 Franken.