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Eigentlich waren ausschliesslich zwei Amerikaner daran beteiligt, dass Euphorbia pulcherrima als Weihnachtsstern aus der mexikanischen Heimat verschleppt, selektiert, produziert und mittlerweile weltweit verkauft wird.
‚Sehr schöne Wolfsmilch’ so heisst Euphorbia pulcherrima auf Deutsch übersetzt. Diesen Namen bekam sie 1833 vom Botaniker Carl Ludwig Willdenow, Direktor des Botanischen Gartens Berlin, der die Pflanze benannt und ins Herbarium aufgenommen hatte.
Bild: Ausgewilderter Weihnachtsstern auf Teneriffa
Ein anderer gebräuchlicher Name ist Poinsettia oder Poinsettie, der von ihrem amerikanischen Entdecker stammt. Der vielseitig gebildete J.R. Poinsett war amerikanischer Botschafter in Mexiko und wurde später zum Kriegsminister ernannt.
Als Hobby-Botaniker hatte Poinsett ein offenes Auge für Pflanzen. Er entdeckte Euphorbia pulcherrima in der Gegend von Taxco und nahm ein paar Exemplare zur Beobachtung mit, die er an botanische Freunde verschenkte. Mehrere Gärtner erhoben in der Folge den Anspruch, die Pflanze erstmals als ‚Poinsettia’ auf den Markt gebracht zu haben.
Der Amerikanische Kongress beschlossen später, Poinsetts Todestag, den 12. Dezember (1851) zu ehren. An diesem ‚Tag der Poinsettie’ beschenken sich heute noch die Amerikanerinnen und Amerikaner mit Weihnachtssternen: 60 Millionen Exemplare waren es 2004.
Viel zum Erfolg und zur Verbreitung der Poinsettie beigetragen hatte auch Paul Ecke und seine Familie. Ursprünglich aus Deutschland, bauten die Eckes in Kalifornien eine Milchfarm auf und pflanzten Schnittblumen an. Sie entdeckten die wildwachsenden Euphorbia pulcherrima und waren überzeugt, dass sich die Wolfsmilch-Art erfolgreich zum Schnitt ziehen und zu Weihnachten verkaufen liesse.
In den 60er Jahren stellte Paul Ecke jr. seinen Betrieb südlich von Los Angeles auf die Gewächshaus-Anzucht von Poinsettien in Töpfen um. Statt grosser Mutterpflanzen per Bahn, konnten nun Stecklinge per Flugzeug zur Weiterverarbeitung ins ganze Land verschickt werden.
Gleichzeitig mit der Produktions-Umlagerung fand auch ein erfolgreicher Marketing-Feldzug statt: Dank Werbespots, Medienberichten und der gezielten Positionierung der Pflanzen in Fernsehsendungen gewann die Poinsettie an Popularität. Diese Strategie führte dazu, dass sie heute als unverzichtbares Weihnachtssymbol in den USA gilt.
Eines der weltweit führenden Jungpflanzen-Unternehmen ist heute die Firma Fischer in Deutschland. Der frühere Familienbetrieb gehört seit 2007 zum multinationalen Konzern Syngenta. Die Stecklinge der Fischer/Syngenta-Züchtungen werden in weltweit 24 Betrieben geschnitten, in China, Mexiko, Kenya, Aethiopien, Israel, Portugal, Spanien. Bei Kenya Cuttings zum Beispiel werden in der Hochsaison mehr als 5 Millionen Stecklinge ‚von motivierten Mitarbeitern’ geschnitten, wie auf der Website betont wird. Bewurzelt werden die Stecklinge anschliessend von lizenzierten Betrieben in Europa.
Bild: Weihnachtsstern-Ausstellung im Botanischen Garten Kyoto/Japan
Der Weihnachtsstern ist heute weltweit bekannt und in fast jedem Supermarkt zur Adventszeit erhältlich. Er ist zu einem billigen Produkt verkommen.
Wer sich in einer Gärtnerei oder einem Gartencenter umschaut, trifft allerdings auf eine bemerkenswerte Sortenvielfalt in verschiedenen Formen und Grössen.
Tipps für eine lange Lebensdauer:
Standort: hell, aber vor direktem Sonnenlicht geschützt
Temperatur: 20-22 Grad (ab 16 Grad Blattverlust)
Wasser: Substrat leicht feucht halten. Am besten: tauchen des Topfes (vollsaugen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen) und dann beinahe austrocknen lassen
Düngung: einmal wöchentlich während der Blüte