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Metaanalyse: Kurzzeit-Effektivität von Schlafmitteln bei über 60-Jährigen
Diese im BMJ veröffentlichte Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von gebräuchlichen Schlafmitteln in der Kurzzeitbehandlung einer Schlaflosigkeit älterer Personen.
Die Datensuche erfolgte in Medline, Embase, Cochrane Database, PubMed und PsychLit. Ebenso wurden Bibliographien veröffentlicher Reviews und Metaanalysen sowie unveröffentlichte Studien der Hersteller neuerer sedativer Hypnotika (Zaleplon, Zolpidem, Zopiclon) herangezogen. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien, die jegliche pharmakologische Behandlung einer Schlaflosigkeit für mindestens 5 Folgenächte bei über 60-Jährigen ohne weitere psychiatrische oder psychologische Erkrankung untersuchten.
24 Studien mit insgesamt 2'417 Teilnehmern wurden identifiziert. Im Vergleich zu Placebo wurde durch die Schlafmitteleinnahme die Schlafqualität verbessert (p<0.05), die Schlafdauer durchschnittlich um 25.2 Minuten verlängert (p<0.001) und die Anzahl Schlafunterbrüche reduziert (p<0.001). Unerwünschte Nebenwirkungen traten unter Sedativa häufiger auf, wobei kognitive Ereignisse um das 4.78-fache (p<0.01), psychomotorische Ereignisse um das 2.61-fache (p>0.05) und Tagesmüdigkeit um das 3.82-fache (p<0.001) häufiger waren als unter Placebo.
Konklusion der Autoren: Die Schlafverbesserung durch Schlafmittel ist statistisch signifikant, das Ausmass des Effekts jedoch gering. Das signifikant erhöhte Risiko für unerwünschte Ereignisse ist vor allem bei älteren Menschen mit erhöhter Sturzgefahr und kognitiven Einschränkungen von klinischer Bedeutung. Der Vorteil der Sedativa bei über 60-Jährigen rechtfertigt das erhöhte Risiko für unerwünschte Ereignisse kaum, insbesondere, wenn bereits kognitive und psychomotorische Risikofaktoren bestehen.
Link zur Studie
BMJ 2005;331:1169 - Glass J et al
22.11.2005 - gem