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Der Streit um ein als obszön eingestuftes Kunstwerk in Südafrika ist beendet: Die Goodman Gallery in Johannesburg kündigte am Mittwoch an, das Bild, auf dem die Genitalien von Präsident Jacob Zuma zu sehen sind, nicht mehr auszustellen.
Die Regierungspartei "African National Congress" (ANC) zog daraufhin eine Klage gegen die Galerie zurück. "Wir werden die Goodman Gallery nicht weiter vor Gericht bringen", sagte ANC-Sprecher Jackson Mthembu.
Der Prozess hatte am vergangenen Donnerstag mit einer ersten Anhörung beider Seiten begonnen. In dem Verfahren hätten die Richter darüber entscheiden müssen, wie weit Kunst- und Meinungsfreiheit in Südafrika gehen dürfen. Das Acrylbild des Künstlers Brett Murray, auf dem Zuma mit offener Hose zu sehen ist, trägt den Titel "The Spear".
Südafrika hatte seit Wochen über den Fall diskutiert. Dabei ging es auch um die Frage, wie es um die noch jungen Grundrechte und die Demokratie in dem Land am Kap bestellt ist.
Rassenkonflikte befürchtet
Erst am Dienstag waren Tausende Anhänger Zumas durch Johannesburg gezogen. Beobachter fürchteten neue Rassenkonflikte, da die Hautfarbe auch knapp 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid noch eine grosse Rolle spielt. Murray ist ein weisser Künstler aus Kapstadt, Zuma ist schwarz.
Vor rund einer Woche hatten zwei wütende Zuma-Anhänger die Galerie gestürmt. Sie beschmierten das Bild mit roter und schwarzer Farbe und verdeckten damit das Gesicht und die Geschlechtsteile Zumas. Gegen die beiden Täter wurde ein Verfahren wegen mutwilliger Zerstörung von Eigentum eröffnet.
Ein deutscher Interessent, der das Werk kaufen will, kündigte an, es auch in seinem derzeitigen Zustand erwerben zu wollen.