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| Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

5. Cap. Vorgänger Tertullians in Bekämpfung derselben.
Mein Weg aber wird derselbe sein wie der der ersten Ideale im Lehramte, nicht mit den angemassten Führern eines zusammengelaufenen Haufens von Schülern. Es wird nicht auf allen Seiten heissen, wir hätten uns die Sachen selbst ersonnen. Denn dieselben sind bereits von vielen, durch Heiligkeit und Gediegenheit ausgezeichneten Männern, die nicht bloss unsere Vorgänger, sondern sogar Zeitgenossen der Häresiarchen waren, in sehr reichhaltigen Werken dargelegt und herausgegeben worden, wie von Justinus, dem Philosophen und Märtyrer, Miltiades, dem kirchlichen [S. 107] Sophisten, Irenäus, dem sorgfältigen Erforscher aller Lehrmeinungen, und unserem Prokulus,1 dieser Zierde des jungfräulichen Greisenalters und der christlichen Beredsamkeit. Ihn wünschte ich wie in jedem Werke des Glaubens, so auch in diesem zu erreichen. Wofern es aber gar keine Häretiker gäbe und dergleichen nur von deren Feinden ersonnen wäre, so würde der Apostel, da er sie zum voraus ankündigt, lügen. Wenn es aber welche gibt, so sind es keine andern als die, welche besprochen werden. Niemand hat so viel Musse, dass er sich aus Schreibseligkeit noch Themata ersinnt, wenn es schon welche gibt.
1: Prokulus war also ein Schriftsteller der Montanisten.