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oder Patent Scammonium (in England sehr gebräuchlich) ist das aus demselben dargestellte Harz. Im Aussehen und in der Wirkung etwa dem Jalappenharz gleich. In Frankreich hat man ein Scammonium de Montpellier;
es ist dies der ausgepresste und eingetrocknete Saft von Cynanchum Monspeliacum, weit schwächer von Wirkung als das echte.
Geruchlos;
von unangenehmem, kratzendem Geschmack.
Bestandtheile. Harz, in guten Sorten bis 80 %;
Gummi.
Anwendung. In kleinen Gaben als drastisches Purgirmittel.
Gruppe XV.
Kautschukkörper.
Während die in der vorigen Gruppe genannten Pflanzenfamilien Milchsäfte enthalten, welche beim Eintrocknen Gummiharze liefern, giebt es wieder andere Familien, deren oft sehr reichlicher Milchsaft nicht wie bei jenen zu Gummiharzen eintrocknet, sondern sich beim Stehen oder Erwärmen in eine wässerige und eine zähe, harzartige Masse trennt.
Letztere ist allerdings den Harzen in mancher Beziehung ähnlich, unterscheidet sich aber doch in physikalischer und chemischer Beziehung von ihnen.
Diese Stoffe sind mit dem Gesammtnamen Kautschukkörper bezeichnet;
sie gehören ihrer chemischen Zusammensetzung nach zu den Kohlenwasserstoffen, wohin Benzin und zahlreiche ätherische Oele gehören;
physikalisch unterscheiden sie sich von diesen auf das Charakteristischste dadurch, dass sie sich nicht unzersetzt verflüchtigen lassen.
Sie liefern bei der Destillation allerdings auch Kohlenwasserstoffe, aber von ganz anderer Zusammensetzung.
Die Kautschukkörper sind im Wasser, Alkohol, Fetten vollständig unlöslich, sie lösen sich nur allmälig in Schwefelkohlenstoff, Chloroform, absolutem Aether und einigen Kohlenwasserstoffen.
Sie zeichnen sich durch eine ungemeine Widerstandsfähigkeit gegen atmosphärische und andere chemische Einwirkungen aus, und hierin, sowie in ihrer Elastizität ist ihre grosse Wichtigkeit für die Technik begründet.
Kautschuk findet sich in geringen Mengen in sehr vielen Pflanzensäften, aber nur wenige Familien enthalten ihn in so grossen Mengen, dass sich die Gewinnung daraus lohnt. Es sind vor Allem die Familien der Urticeen, Euphorbiaceen, Ficoideen, Apocyneen, welche uns in ihren tropischen Mitgliedern den Stoff liefern.
Bis jetzt hat man in der gemässigten Zone trotz vieler Versuche noch keine Pflanze gefunden, aus welchen sich Kautschuk in nennenswerther Menge herstellen liesse.
Kautschuk.
Gummi elasticum, Resina elastica.
Indian rubber.
Die Schreibweise von Kautschuk, welches Wort indianischen Ursprunges, ist eine sehr verschiedene.
Alle nur irgend möglichen ¶
Schreibweisen sind gebräuchlich, ohne dass man sagen könnte, welches die eigentlich richtige sei.
Früher war nur das brasilianische K. bekannt, heute kommt dasselbe auch von anderen Theilen Südamerikas, ferner von Afrika und in kolossalen Quantitäten von Ostindien.
Brasilianisches K., auch Paragummi genannt, stammt von riesigen Bäumen aus der Familie der Euphorbiaceen, namentlich Siphonia elastica und S. Brasiliensis, welche in den Urwäldern des Amazonenstromgebietes in ungeheuren Massen wachsen.
Man haut die Bäume während der Fruchtreife an und fängt den ausfliessenden Saft in untergestellten Gefässen auf.
Sobald sich das K. ausgeschieden, streicht man es vielfach über Thonkugeln, welche an einen Stock gesteckt über dem Feuer rasch gedreht werden, bis die Masse angetrocknet ist.
Dann werden neue Schichten aufgetragen, bis das K. die gewünschte Dicke hat und zuletzt wird der Thonkern durch Aufweichen entfernt.
Das auf diese Weise gewonnene K. heisst Flaschenkautschuk und ist durch Rauch vollständig geschwärzt.
Oder, und das ist die jetzt gebräuchlichste Weise, man verdünnt den Saft mit der 4 fachen Menge Wasser und erwärmt ihn.
Hierdurch scheidet sich das im Milchsaft enthaltende K. sofort ab;
dasselbe wird abgehoben und durch Pressen und Trocknen über Rauchfeuer in Platten- oder Kuchenform gebracht.
Das so gewonnene Produkt heisst Speckgummi, ist äusserlich vom Rauch geschwärzt, innen aber noch von der weissgelblichen Farbe des frischen K.
Cartagena K., auch Ule- oder Castilloa-Kautschukkörper genannt, aus Cartagena-Guatemala, Venezuela, kommt in kleineren Kuchen oder in grossen Blöcken bis zu 50 kg Gewicht in den Handel und erscheint auf dem Querschnitt sehr dunkel gefärbt.
Soll von Castilloa elastica aus der Familie der Artocarpeen gewonnen und der Milchsaft durch Zusatz eines anderen Pflanzensaftes geschieden werden.
Diese Sorte gilt als geringer wie die am meisten geschätzte Parasorte.
Afrikanisches K., von Madagaskar, Kamerun etc., stammt von Vahea gummifera, doch spielt diese Produktion, welche auf 50,000 kg per Jahr geschätzt wird, noch keine grosse Rolle.
Ostindisches K. stammt ursprünglich nur von Ficus elastica, der sog. Gummifeige;
Urceola elastica, einer schlingenden Apocynee und Urostigma elastica, einer baumartigen Urticee.
Doch werden bei dem sehr grossen Bedarf an K. immer neue Baumarten aufgesucht, welche diesen Stoff liefern und selbst von andern Ländern eingeführt und kultivirt, so dass der Bericht über die letzte Kolonialausstellung wohl ein Dutzend verschiedener Stammpflanzen angiebt.
Das ostindische K. ist meist sehr unrein und, weil an der Sonne getrocknet, von hellerer Farbe;
theils in losen Brocken, theils in dicken Klumpen und Platten. Es soll eine schwächere Elastizität und Härte besitzen als das Paragummi und steht daher niedriger im Werth;
dasselbe kommt wenig in den deutschen Handel, sondern geht fast ausschliesslich nach England und Amerika.
Die Hauptproduktion des ostindischen K. kommt von Java;
andere Sorten sind Pulo, Penang, Singapore. ¶