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| Tertullian († um 220) - Über die Schauspiele (De spectaculis)

11. Mit den Wettkämpfen verhält es sich ebenso.
Um in der Reihenfolge fortzufahren, wollen wir auch die Wettkämpfe einer Besprechung unterwerfen. Ihrem Ursprunge nach sind sie mit den Spielen verwandt. Daher werden sie ebenfalls als heilige und als Leichenfeierlichkeiten angestellt und gelten entweder den heidnischen Göttern oder verstorbenen Personen, Dementsprechend sind ihre Titel: Olympische Wettkämpfe für Jupiter, — welches zu Rom die Kapitolinischen sind; — die Nemäischen zu Ehren des Herkules, die Isthmischen zu Ehren des Neptun, die übrigen dagegen sind Leichenspiele, Was ist es also Auffallendes, wenn sogar der äußere Apparat der Wettkämpfe durch die Idololatrie befleckt wird, durch unheilige Kränze, durch den Vorsitzenden aus der Priesterschaft, die dienenden Genossenschaften und endlich durch das Opferblut eines Ochsen? Um mich auch über den Ort derselben und den ihnen gemäß ihrer Verbindung mit den Künsten der Musen, der Minerva, des Apollo und auch des Mars gemeinsamen Schauplatz auszusprechen, so ahmen sie durch den Wettstreit und das Trompetenblasen im Stadium dem Zirkus nach. Das Stadium ist natürlich auch ein Tempel, und zwar eben des Idols, dessen Festlichkeit man begeht. Auch die gymnastischen Künste sind aus den Anleitungen der Kastoren, des Herkules und des Merkur hervorgegangen.