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Die schrittweise Entwicklung des Grundrechtsschutzes in der Europäischen Union gehört zu den spannendsten Kapiteln der jüngeren Verfassungsgeschichte in Europa. Zwischen einer anfänglich (1969) funktional auf die Schaffung des Binnenmarktes ausgerichteten ökonomischen Logik und dem Inkrafttreten der Charta der Grundrechte im Jahr 2009 liegt ein langer Weg, der nach wie vor andauert und durch neue Herausforderungen geprägt wird.
Die vorliegende Dissertation zeichnet diesen Weg nach und legt eine umfassende Entwicklungsgeschichte des Grundrechtsschutzes in der Europäischen Union vor. Sie diskutiert diese gesamte Entwicklung und verbindet sie mit der damit einhergehenden Verfassungsentwicklung in Europa. Im Zentrum der Arbeit stehen das Zusammenspiel der nationalen Verfassungsgerichte und des Gerichtshofes der Europäischen Union und letztendlich die Frage nach dem letzten Wort in der Auslegung des Unionsrechts.
In diesem Prozess kommt der Charta der Grundrechte eine zentrale Bedeutung zu. Ihr Art. 51 Abs. 1 bildet das zentrale bundesstaatliche Scharnier, an dem sich Anwendung und Auslegung unterschiedlicher Verfassungs- und
Integrationstheorien zu Wort melden und die Rechtsentwicklung beeinflussen.
«Hormigo leistet einen wesentlichen rechtsdogmatischen Beitrag zu dem stets aktuellen Thema der Europäischen Integration und in diesem Zusammenhang insbesondere der Funktionen der GRC und der Kompetenzen, die der EuGH aus ihr ableitet. Die Untersuchung überzeugt insbesondere mit der Darstellung der Wechselwirkungen zwischen EuGH und nationalen Grundrechtsgerichten, die die Schwierigkeiten aufzeigen, die mit der Auslegung von Art. 51 GRC zwangsläufig einhergehen.»
– Lisa Steurer, NLMR 1/2020-Literatur, S.79