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Die Sache mit PUK und MUK und MOORTJE.
Als ich noch ein kleiner, (sehr) braver Bub von etwa 6 ( ich bin Jahrgang 1951) war, allerdings war das ausschliesslich meine persönliche Meinung, ging ich zur Grundschule in einem (sehr) kleinen Dorf im niederländischen nördlichen Limburg. Dieses Dorf, mit seinen 210 Einwohnern, hiess Griendtsveen, hatte 2 Grundschulen (eine für die Jungs und eine für die Mädchen) , einen Kindergarten, eine Kirche, einen Supermarkt (SPAR), einen Metzger, einen Bäcker, ein Postamt, eine Kirche samt Pfarrer und ein Nonnenkloster samt Nonnen aus dem Orden der Franzikanerinnen. Da das Dorf so wenig Kinder hatte, kamen Kinder aus den Nachbargemeinden, die nicht so weit weg wohnten, auch zu dieser Schule. Ich war eines von denen. Zusammen mit meinen zwei Brüdern und 5 Schwestern.
Die ersten drei Klassen der Jungs wurden unterrichtet von Herrn Jansen, den wir ``Meester Jansen`` nannten. Er war nett, glaube ich, aber hat mir das mit links schreiben versucht abzugewöhnen. Auf die harte Tour. Trotzdem mochten wir ihn, denn er war ``unser`` Lehrer.
Jeden Schultag hat er bis etwa halb vier unterrichtet. Dann mussten wir aufräumen, er nahm sein Vorlesebuch und sagte zu einem von uns, dass dieser ihm um spätestens Viertel vor vier warnen sollte, damit er den Bus noch rechtzeitig erreicht. Lehrer hatten damals noch kein Auto und er hätte sowieso nicht fahren dürfen sagte man, da er viel trank. Wir verstanden das nicht, denn meine Mutter sagte mir immer, ich müsse viel trinken. Wir gingen wie selbstverständlich davon aus, dass Herr Janssen viel Wasser trank, und verstanden nicht wieso er deshalb nicht fahren durfte. Irgendwann ist der Groschen dann gefallen bei uns, aber da war Herr Janssen schon längst mit dem letzten Bus abgefahren.
Um halb vier fing er an vorzulesen. Er tat das mit viel Begeisterung. Seine bevorzugten Geschichten waren die über PUK und MUK und MOORTJE. PUK und MUK, später auch MOORTJE, wohnten beim Sandmann, zusammen mit einer ganzen Reihe von anderen Buben, alles Neffen vom ihm, und einem einzigen Mädchen namens Jennemieke. Tagsüber mussten die Kinder den Haushalt für den Sandmann führen und Schlafsand suchen, mit dem der Sandmann jeden Abend die Kinder zum Schlafen brachte.
In der heutigen Zeit, wo man alles und jedem kritisiert, der sich nicht nach der aktuellen politischen Lage benimmt, würde man viel Kritik gehabt haben auf diese Situation. Erstens waren da die Kinder, die Kinderarbeit verrichten sollten. Dann Moortje, der natürlich schwarz war. Er war zwar gleichberechtigt, aber da die Kinder kaum Rechte hatten, war das eigentlich nichts. Gleich reich wie ein Bettler ist auch nicht echt reich.
Heute würde dieses Buch verboten werden. Wegen Moortje. Dass die anderen Kinder auch keine Rechte hatten, wäre nicht von Bedeutung. Nur Moortje wäre wichtig gewesen. Vielleicht hätte man sich noch über die Rolle von Jennemieke gewundert. Da ist bei mir der Groschen noch nicht gefallen.