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Karte
Das Denkmal, das zum 100-Jahre Jubiläum vom «Verschönerungsverein Zürich» errichtet wurde, erinnert an die beiden «Schlachten von Zürich» im Jahre 1799. Ende des 19. Jahrhunderts war der Nationalgedanke wichtig: Denkmäler wurden errichtet, um das «Eigene» zu feiern. Das auf der Rückseite angebrachte Gedicht zelebriert in heute peinlich berührender Art Altschweizer Wehr- und Manneskraft, verfasst von einer Zürcherin aus der besseren Gesellschaft. Fräulein von Escher propagierte Werte wie: «Knabe, werde Mann» und «Schütze Schweizer Ehr». Infotafeln erläutern die Frontverläufe der gegnerischen Heere und das Kampfgeschehen. Westlich des Denkmals beginnen die heute noch sichtbaren Reste der Schanzen.
Der Hügel heisst im Volksmund «Monte Diggelmann» oder schlicht «Monte». Der Name bezieht sich auf den ehemaligen Präsidenten des Quartiervereins. Walter Diggelmann bekämpfte vehement das Projekt der Uni-Erweiterung auf dem Strickhofareal, verlor jedoch die Volksabstimmung im Verhältnis 3: 5. So wurde der Hügel mit seiner markanten Baumgruppe und den Sitzbänken in den 1970er Jahren aufgeschüttet aus dem Aushubmaterial der neuen Uni Irchel. Heute ist er ein Glanzlicht des Quartiers mit prächtiger Sicht über Stadt und Limmattal sowie bis zum Flughafen und zur Lägeren. Im Herbst fliegen die Drachen, und sobald der erste Schnee liegt, schlitteln die kleinen und grösseren Kinder. Die Hecken sind voller Vögel und die in der Nähe gelegenen Feuerstellen an Sommerabenden sehr gut besucht.
Die Biedermeierhäuser am Rigiplatz mussten nach jahrzehntelangen Diskussionen 2007 dem Abbruchhammer weichen. Sie wurden von Architekturhistorikern als nicht von bedeutendem Wert eingestuft. So sind vom ehemaligen Zentrum der Gemeinde nur noch die beiden schon zu ihrer Entstehungszeit stattlich gebauten Gasthäuser «zum Alten Löwen» mit ältesten Bauteilen von 1696 und dem Kastaniengarten aus der Gründungszeit der Brauereien also um 1870 und die «Linde» übrig. Es kam nie zu einer eigentlichen Platzbildung. Alle weiteren ursprünglichen Gebäude, die Alte Kirche Oberstrass, viele Handwerker- und Bauernbauten, Läden und Geschäfte und auch die alte Talstation der Seilbahn Rigiblick mussten neuen Gebäuden weichen; die Strasse wurde verbreitert.
Das Strickhofareal wurde 1976 von den Büros Neuenschwander und Stern & Partner als Park gestaltet. Bäche wurden umgeleitet, Wasserflächen neu angelegt, der Aushub zum «Monte» aufgeschüttet, und für viele Orte wurde «Kunst am Bau» bestellt (u.a. der «Blaue Platz», Kunstwerke am und vor dem Staatsarchiv).
ZUM STAATSARCHIV:
Beim Eingang unschwer zu entdecken ist die Plastik STURM.
Das Werk von Wolfgang Häckel (1982) eröffnet viele Deutungen. Es macht mit seiner Symbolsprache auf die Gefährdung der seit Jahrhunderten hier gelagerten Archivalien aufmerksam; nicht zuletzt aber auch auf die Vergänglichkeit allen Menschenwerks.
In den Räumen des Staatsarchivs des Kantons Zürich lagert das Gedächtnis des Staates aus 12 Jahrhunderten. Die Schätze werden hier aber nicht nur gehütet, sortiert, restauriert, katalogisiert und archiviert. Sie sind mittels professioneller Betreuung auch für den interessierten Laien greifbar, um zum Beispiel nach den Familienwurzeln zu forschen. Die Vielfalt der aufbewahrten Urkunden, Pfarreibücher, Ratsprotokolle, Verwaltungsakten etc. ist enorm. Drei willkürlich herausgepickte Beispiele sind: das Bewerbungsschreiben Gottfried Kellers für die Stelle als Staatsschreiber, das Gesuch Albert Einsteins (siehe dazu auch Posten Gelb 21 Mileva Einstein) um einen staatlichen Zustupf für seine Zügelkosten (er erhielt 200 Fr. zugesprochen ) oder aber das älteste vorhandene Dokument vom 21. Juli 853, die Schenkungsurkunde König Ludwigs dem Deutschen an seine Tochter Hildegard, der Äbtissin der Fraumünsterabtei.
Gottried Keller meinte zwar in einem seiner Werke: Wie der einzelne Mensch zuweilen zu seinem Wohlsein den Wust alter Papiere beseitigt, der ihn beengt, so ist das Unglück für das Gemeinwesen nicht allzu gross, wenn da oder dort ein stickluftiges Archiv abbrennt; Licht und Geräumigkeit sind zuletzt die Hauptsache gesunder Bewegung.
Man kann sich gut vorstellen, dass er dies in leicht jugendlichem Übermut geschrieben hat und sein Urteil spätestens dann revidierte, als er Zürcher Staatsschreiber geworden war.
ZUM ANTHROPOLOGISCHEN MUSEUM (gegenüber dem Staatsarchiv):
Ein lohnenswerter Besuch für einen Regensonntag, vor allem auch mit Kindern! Das Museum birgt eine permanente Ausstellung, die über die menschliche Entwicklung fundiert Auskunft gibt.
Das Chemische Institut der «Eidgenössischen Polytechnischen Hochschule», wie sie damals hiess, war seit 1885 hier beheimatet. Als ein Teil der ETH in den 1970er Jahren auf den Hönggerberg umzog, wurden andere Institute einquartiert. 2005 wurde das Gebäude umfassend saniert. Die zukünftige Verwendung ist noch nicht definitiv festgelegt. Jedes öffentliche Gebäude muss mit «Kunst am Bau» ausgestattet sein. Den Führer zu all den Kunstwerken an ETH-Gebäuden (Giacometti, Naegeli, Luginbühl u. a.) gibt es gratis am Info Schalter im Parterre. Im Chemiegebäude sind die vorläufig jüngsten Kunstwerke der ETH zu sehen (2005 aufgestellt): «Bagues» und «Deux Pendules» von Sylvie Fleury (geboren 1961).
Dieses grosse Gebäude bildet die stadtseitige Grenze des Quartiers Oberstrass und ist eine der ältesten ETH-Bauten. Es wurde 1874 zehn Jahre nach dem Semper-Hauptgebäude in Anlehnung an die Bauten an der Wiener Ringstrasse erstellt und 1915 von Gustav Gull erweitert. Früher war es von den Abteilungen Land- und Forstwirtschaft belegt. Heute findet man darin die Departemente Lebensmittel- und Agrarwissenschaften. Wer sich ins 198793 aufwändig renovierte Gebäude und in den hellen Lichthof traut sie sind öffentlich zugänglich findet eine zoologisch-anatomische (Haus-) Tiersammlung aus dem 19. Jahrhundert. Im ersten Stock gibt es ein öffentlich zugängliches Pausencafé, von den Studierenden liebevoll «Stall» genannt.
Das Feuchtbiotop und der Weiher wurden durch Aufschüttung künstlich erzeugt. Hier staut sich der Peterstobelbach, bevor er durch sein Tobel steil zum Resiweiher hinunterfliesst. Die gedeckte Feuerstelle wird rege benützt, und eine kleine Tafel informiert über das Leben der Frösche.
Zum ursprünglichen Bauprogramm der ETH gehörte auch eine Sternwarte. Gottfried Semper, der erste Architekturprofessor der Eidgenössischen Hochschule und Erbauer des Hauptgebäudes, hatte die Sternwarte 1864 erstellt. Sie ist der einzige Bau Sempers, der bis heute unverändert geblieben ist. Die astronomische Forschung wurde bis 1980 weitergeführt. Die zunehmende Lichtbelastung in der städtischen Nacht hatte die Sternwarte schon vor dem endgültigen Aus eher für Untersuchungen am Tagesgestirn qualifiziert. Doch wegen der zunehmenden Luftverschmutzung wurden diese Forschungen schliesslich ebenfalls eingestellt. Heute beherbergt die Sternwarte zehn Arbeitsplätze für ETH-Forscher, die an interdisziplinären Projekten arbeiten. 1997 renoviert; kein öffentlicher Zutritt.
Das Wasser wurde ursprünglich für das Pump- und Elektrizitätswerk am Letten in der Limmat gebraucht. Deshalb wurde dieser Weiher 1882 durch einen künstlich aufgeschütteten Damm aus Erde aufgestaut. Dieser war mit undurchlässigem Lehm abgedichtet.
In Stunden grosser Nachfrage nach Druckwasser durch die Gewerbebetriebe im Industriequartier (Kreis 5) war das Pumpwerk auf zusätzliches Wasser angewiesen. In Zeiten geringer Nachfrage wurde Limmatwasser wieder in den Weiher hinaufgepumpt. Somit war der Resiweiher eines der allerersten Pumpspeicherwerke der Schweiz. Ursprünglich gab es eine direkte unterirdische Wasserleitung ins Lettenwerk.
Diese wurde 1914 abgebrochen. Mit dem Wasser wurden nun stromerzeugende Turbinen in der landwirtschaftlichen Schule Strickhof angetrieben. Seit 1942 wird der Resiweiher nicht mehr für die Stromproduktion verwendet. Er wurde als Fischzuchtgewässer verpachtet; die Wiesen rund um ihn herum als Weiden für Kleinvieh. Seit 1985 fliesst das Wasser zum neu angelegten Bach, der im Unipark der Frohburgstrasse entlang geleitet wird. Heute ist der Resiweiher ein lebendiges Biotop mit lauten Frosch- und Krötenkonzerten. Die ersten «Schulreisen» der Kindergärten aus dem Quartier führen oft hierher.
Die Häuser In der Hub 12, 14, 16 und Frohburgstrasse 174, 184, 186 fielen den Bomben von sechs amerikanischen «Liberator» Bombern vollständig zum Opfer. Die heutigen Gebäude sind Ersatzbauten. Angrenzende Häuser wurden ebenfalls beschädigt, konnten jedoch repariert werden.
Am 4. März 1945, kurz vor Kriegsende, hatte sich die Fliegerstaffel verirrt und hielt Zürich für Freiburg im Breisgau. Diese wollte eigentlich den Güterbahnhof bombardieren, liess aber die Spreng- und Brandbomben schliesslich hier im Strickhofquartier und im angrenzenden Wald fallen; es gab 6 Tote. Die Zürcher Bevölkerung strömte als Schaulustige in Scharen herbei. In den Trümmern wurde eine Hakenkreuzfahne gefunden. So dachte man zuerst, der Angriff habe versteckten Nazis gegolten. Die eingewanderte deutsche Besitzerin hatte sie aber nicht wegen des Symbolwerts aufbewahrt. In Kriegszeiten wollte sie einfach den wertvollen Stoff nicht wegwerfen.
Im Juni 1945 wurde das «Versehen» vor einem amerikanischen Kriegsgericht unter Vorsitz des späteren Hollywoodstars James Stewart verhandelt. Es sprach die Piloten jedoch frei. Man gab technischen Problemen und dem schlechten Wetter Schuld.
Die «Halde» hinter dem Kreuz ist einer der letzten erhaltenen Reste des ehemaligen Dorfs Oberstrass. Alle Gebäude (bis auf eine Ausnahme) stammen aus der Zeit vor 1812. Damals erfasste die Gebäudeversicherung 70 Wohnhäuser und 90 Nutzbauten. Heute stehen von diesen noch elf. Die Gebäude des Ensembles «Kreuzhalde» waren von verschiedenen vielköpfigen Familien also sehr dicht bewohnt und versorgten sich bis Anfang 20. Jh. mit Wasser vom Dorfbrunnen. Inzwischen sind sie sorgfältig renoviert und stehen unter Schutz.
Bis 1901 gab es hier Landhäuser, Weinberge, Obstgärten. Dann kaufte die Stadt das Land. 1906 hatte der Stadtrat beschlossen, selbst Wohnbauten zu erstellen. Die zweite städtische Wohnsiedlung war die «Riedtlisiedlung»: 191119 wurden für Familien von mittleren Angestellten 280 neue Wohnungen mit 2 5 Zimmern mit viel Garten- und Gemeinschaftsraum erbaut. Die schönen Wohnungen alterten, bis sie in den 1970er Jahren abgerissen werden sollten. Aber die Bewohner konnten mit einer Volksinitiative die Gebäude retten, und so wurden sie 19852008 umfassend saniert.
Rosa Luxemburg (18711919) lebte von 1890 bis 1897 an vielen Orten in Oberstrass und Fluntern. Am Ende ihrer Studienzeit an der Universität wohnte sie an der Universitätsstrasse 77 (heute: Ersatzbau mit Coop) und 79. Ihr damaliger Lebensgefährte Leo Jogiches wohnte unweit von ihr an der Nelkenstrasse 15. Luxemburg war engagierte Sozialistin, wurde deshalb im kaiserlichen Deutschland oft verhaftet, war führendes Mitglied der SPD, 1914 aktiv in der Antikriegsbewegung, treibende Kraft im Spartakusbund. Sie wurde kurz nach Gründung der KPD 1919 erschossen.
In der heutigen Baulücke stand bis 1960 das Weinbauerngut «Zum Streit», zur Entstehungszeit umgeben von Weinbergen, Wiesen und Obstgärten. Das hohe Kellergeschoss deutet auf die Nutzung als Rebbauernhaus hin. Die Besitzung dehnte sich bis hinunter zu den Stadtbefestigungen am Central aus. Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen über den Abriss obsiegte schliesslich der Stadtrat und liess das Verkehrshindernis aus dem Weg räumen. Als Privatparkplatz für Spitalangehörige scheint es seit bald 50 Jahren unternutzt.
Das grosse Mehrfamilienhaus Bolleystrasse 44 wurde im Zuge der Erstbebauung der neu angelegten Strasse erstellt. Es konnte 1919 vom damals erfolgreichen Schriftsteller Heinrich Federer (1866 1928) mit den Tantiemen seiner Bücher erworben werden. Er war ordinierter Priester, geriet in den Ruch pädophiler Straftaten und schrieb eine Reihe damals sehr gerne gelesener biografischer Romane, die heute kaum jemand noch kennt.
Der Schriftsteller und Sozialrevolutionär war 1837 in Zürich im Alter von 24 Jahren an Typhus gestorben. Sein berühmtestes Werk ist «Dantons Tod», sein meistzitierter Satz: «Friede den Hütten, Krieg den Palästen». Büchner wurde zuerst im Krautgartenfriedhof am Heimplatz begraben, da, wo heute das Kunsthaus steht.
Die «Germania» die Verbindung deutscher Studenten an den Zürcher Hochschulen feierte auf diesem exponierten Hügel ihr jährliches Stiftungsfest. Um Büchner zu ehren, wollten die späteren Generationen der Verbindung seine Überreste auf «ihrem» Hügel bestatten. Das wurde ihnen 1875 auch gestattet.
Der Hügel bildete im Mittelalter den stadtseitigen Abschluss der Allmend «Geissberg», wo die Bauern ihr Kleinvieh weiden liessen. Bis 1815 war der Hügel wegen seiner ausgezeichneten Lage seit Jahrhunderten «Hochwacht». Sie war Teil des Alarmsystems der Alten Eidgenossenschaft. Ein Netz von Beobachtungsposten konnte mittels Feuer- und Rauchzeichen die Nachricht übermitteln, man sei angegriffen worden. Die Hochwacht auf dem «Geissberg» wurde von den damals selbstständigen Gemeinden im Norden der Stadt unterhalten. Im Falle eines Angriffs auf die Eidgenossenschaft wurden die Wehrmänner durch Kirchengeläut alarmiert.
Der Blaue Platz im Gelände der Uni Irchel (siehe Posten Rot 6, Irchelpark) wurde 1995 von Gottfried Honegger gestaltet (weitere Angaben über diesen Künstler siehe Posten Rot 3, Altherr Terrasse). Diese einst sehr kontrovers aufgenommene Kunst am Bau ist jetzt als Georg-Büchner-Platz angeschrieben. Ein Textzitat von ihm ist auf der Tafel an der Betonmauer zu lesen.
In den 1890er Jahren hatte die «Rigiviertel Gesellschaft, A. Grether & Co.» begonnen, erste «Familienhäuser und kleine Villen für bescheidene Börsen» auf dem Zürichberg zu bauen. Diese hatten eine grosse Zahl kleiner Zimmer, Gärten und Dienstbotenunterkünfte. Bergwärts schlossen sich wenige Jahre später grössere Villen an. Inzwischen sind viele Grundstücke neu überbaut worden, um sie besser auszunützen.
Ums Jahr 1900 erschien bei Orell Füssli in der damals populären Reihe Europäische Wanderbilder das illustrierte Bändchen Nr. 251 DAS RIGIVIERTEL IN ZÜRICH (siehe Illu. 1). In schwärmerischer und blumigster Sprache werden darin die Schönheit und die Vorzüge dieses (Wohn-)gebietes beschrieben. Der Text liest sich oft wie eine kaum verkappte Werbeschrift der Firma Grether, die hier ihre Bauplätze und Villen anpries. Einige köstliche Proben daraus sollen dem Zürichbergsteiger nicht vorenthalten bleiben.
Hier gehts zum Text Europäische Wanderbilder
Fremde Truppen hatten damals die Schweiz besetzt. Im Gefolge der Französischen Revolution (1789) war in vielen Ländern die alte Herrschaft gestürzt worden. Die reaktionären Kräfte im übrigen Europa hingegen allen voran Österreich und Russland hatten sich gegen Frankreich verbündet.
Zürich war wegen seiner Befestigungsanlagen für die Schweiz militärisch wichtig. Französische Truppen hatten sich hier oberhalb der Stadt festgesetzt. Zuvor hatten sie die Zürcher gezwungen, neue Befestigungswälle (Schanzen) aufzuschütten. Vom 4. 6. Juni 1799 wurde hier gekämpft, geschossen, verwundet, getötet. 40 000 österreichisch-russische Soldaten kämpften gegen 30000 französische. Über 5000 Männer starben auf beiden Seiten. Schliesslich gaben die Franzosen auf und zogen sich in den Aargau zurück.
Im Herbst machten sie hier den Gegenangriff und schlugen die Gegner vernichtend (10000 Tote auf beiden Seiten). Die Stadt Zürich war weitgehend verschont geblieben. Gebäude wurden nicht zerstört. Aber Rebhänge, Obstgärten und Wiesen waren in schlimmem Zustand. Die bäuerliche und die städtische Bevölkerung litt, da die fremden Truppen mit Gewalt Zwangsarbeit einforderten und sich Proviant, Vieh und Vorräte von den Bauern nahmen. Erst die napoleonische «Mediationsverfassung» von 1803 beendete die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Schweiz.
Literaturhinweis
1812 standen im Gebiet der damaligen Gemeinde Oberstrass (von der ETH bis zum Milchbuck und bis zum Waldrand) nur 164 Gebäude, davon die Hälfte Scheunen und Ställe, Trotten und Waschhäuser. Hier gab es hauptsächlich Rebberge, Obstbäume, Wiesen. 1893 wurde Oberstrass wie die weiteren 10 damaligen Vororte Zürichs eingemeindet.
1893 wollte man die Polybahn verlängern: von der Bergstation bei der ETH mit einer neuen Trambahn via Rigistrasse bis zum Germaniahügel. Das Projekt wurde nicht ausgeführt. Aber 1895 wurde die Strassenbahn vom Bellevue via Platte bis zum Rigiplatz eröffnet. Jetzt interessierte sich die «Rigiviertel Gesellschaft, A. Grether & Co.» für den Zürichberg und erbaute 1901 die «Seilbahn Rigiviertel». Damit erschloss sie die von ihr erbauten kleinen Villen gleich selbst.
1906 wurde die Seilbahn Teil der «Städtischen Strassenbahn». 1942 gab es ein Projekt einer unterirdischen Verlängerung der Bahn von der Talstation bis in die Nähe des Centrals. Es wurde nicht ausgeführt. Im Zusammenhang mit der 1973 beschlossenen Renovation kam die Bahn an die VBZ. 1978 schliesslich wurde sie vollständig erneuert. Zuvor endete die Seilbahn an der Station Germaniastrasse.
1893 waren die 11 Vororte Zürichs eingemeindet worden; auch Oberstrass wurde Teil der Stadt. Zuvor war Oberstrass selbstständiges Bauerndorf gewesen. 1895 wurde die Strassenbahn vom Bellevue via Platte bis zum Rigiplatz eröffnet. Jetzt interessierte sich die «Rigiviertel Gesellschaft, A. Grether & Co.» für den Zürichberg.
Diese private Gesellschaft erbaute 1901 die «Seilbahn Rigiviertel», um von ihr erstellte Familienhäuser und kleine Villen selbst zu erschliessen. Die besseren Wohnadressen befanden sich damals noch unten in der Stadt. Hier oben am Zürichberg gab es damals Rebberge, Obstbäume, Wiesen und einzelne Gruppen von Bauernhäusern.
1906 wurde die Seilbahn Teil der «Städtischen Strassenbahn». Bis 1978 endete die Seilbahn Rigiblick an der Germaniastrasse. Im Zusammenhang mit der 1973 beschlossenen Gesamterneuerung kam die Bahn an die VBZ. Die alten Tal- und Bergstationen und die alten Kabinen wurden 1978 abgebrochen und ersetzt.
Der Unterbau, die Geleise, das Rollmaterial und die Sicherheitstechnik wurden völlig erneuert und die Bahn bis zum Restaurant Rigiblick verlängert. Damals völlig neuartig war die vollautomatische Steuerung ohne Betriebspersonal.
Das ehemalige Bauerngut «Zum Schanzacker» ist seit 1396 bezeugt. Der Flurname stammt vom Familiennamen «Zand» (Zahn) und hiess später Zands-Acker. Ein Weinbauernhaus mit Trotte und Scheune und mit eigenem Wasser stand auf dem Gelände der heutigen Frohburgstrasse 45 57. Es durfte 1980 abgebrochen werden. Mit dem Untergang dieser Trotte ist der letzte materielle Zeuge der Kelterei in Oberstrass verschwunden. Gegenüber steht das 1851 erbaute und unter Schutz stehende Haus «Bergstein».
Beim Eingang zum Haus Frohburgstrasse 55 hat der jetzige Besitzer, Balz Hösly, privat eine Tafel angebracht, die weitere Auskünfte über den einstigen Hof Zum Schanzacker und dessen frühere Eigentümer gibt.
Die hier abgebildete Mostpresse stand einst im Trottkeller des Hofes Zum Schanzacker. Nach dem Abbruch des Bauernhofes im Jahr 1981 wurde sie im Innenhof der Alterssiedlung an der Letzistrasse aufgestellt. Leider verschwand sie im Zuge der letzthin erfolgten Renovationsarbeiten.
Die Verzweigung zwischen Winterthurer- und Frohburgstrasse präsentiert sich heute unspektakulär. Im Zentrum der Gemeinde Oberstrass stand eines der zehn Stadtkreuze, die seit 1460 den Machtbereich der Zünfte begrenzten (vgl. «Kreuzplatz» in Hottingen). Stadtseits der Kreuze durften bis 1798 nur zunftgenössige Handwerker arbeiten. Sie schützten sich so vor der Billigkonkurrenz vom Lande. Bis 1927, als die Tramlinie vom Rigiplatz auf der ausgebauten Winterthurerstrasse bis zum Irchel verlängert wurde, war hier dörfliche Vorstadt.
Zum Namen KREUZ :
Rund um die befestigte Stadt begrenzten 10 Stadtkreuze, das heisst hölzerne oder steinerne Säulen das zünftische Einzugsgebiet. Erstmals festgehalten wurde dies im Jahr 1460. Arbeiten innerhalb dieses Stadtbannes durften nur durch zunftgenössische Handwerker der Stadt ausgeführt werden. Dies führte des öftern zu Klagen, Streitigkeiten und Bussen, da sich immer mehr Landhandwerker knapp ausserhalb der städtischen Kreuze niederliessen und durch ihre niedrigeren Preise zu einer unliebsamen Konkurrenz für die Zünftigen wurden. (Offiziell durften die Landbewohner ihre Produkte nur vier Mal pro Jahr in der Stadt zu Markte bringen und dort verkaufen.)
Diese zünftische Monopolwirtschaft fiel erst im Revolutionsjahr 1798. In Oberstrass wurde das Stadtkreuz, das vor dem Haus zum Kreuzstock stand (siehe Bild des Planausschnitts), vom Volk entfernt und an dessen Stelle ein Freiheitsbaum errichtet. NB: Der Name Kreuzplatz erinnert an dieselbe Situation, wie sie in Hottingen anzutreffen war.
Die Häusergruppe an der Letzistrasse stammt in ihren ältesten Teilen aus dem Ende des 16., in der heutigen Erscheinung aus dem Ende des 18. Jhs. Am inzwischen unter Asphalt gelegten Letzibach stand einer der ursprünglichen Siedlungskerne von Oberstrass. Die weiteren sind das Zentrum um den Rigiplatz, die Gebäude im Vogelsang und am Haldenbach. Sie alle waren bäuerlich-handwerkliche Gebäudegruppen. Der Name «Letzi» bezieht sich auf ehemalige Befestigungsanlagen der barocken Stadt, die hier etwa in der Falllinie verlaufen sind.
Genauere Informationen zur LETZI befinden sich auf der Schautafel beim Posten Grün 7, Krattenturm.
Baugeschichtlich besonders interessant ist der Mittelbau (Nr. 13) der Gebäudegruppe. Die Denkmalpflege beschreibt ihn als Ständerkonstruktion mit stehendem Dachstuhl in der Art des 16. -17- Jahrhunderts, aus welcher Zeit auch die ältesten Bauteile stammen. Seit 1998 steht auch dieser Hausteil unter Denkmalschutz.
Weitere Informationen dazu findet man im Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich (Haus Zum Rech, am Neumarkt). Es ist dort eine grössere Anzahl Fotografien vorhanden. Vor allem von der Nr. 9 gibt es viele Innenaufnahmen, die anlässlich einer Hausuntersuchung im Jahr 2001 gemacht wurden.
Weitere alte Ensembles von ehemaligen Kleinbauern- und Handwerkerhäusern findet sich bei den Posten Blau 3, Kreuzhalde sowie bei Gelb 22, Oberer Vogelsang.
Das Vrenelisgärtli ist Aussichts- und Ruhepunkt auf einer Wanderung durch den Zürichberg samt Feuerstelle. Als man 1882 den Damm für den «Resiweiher» aufschüttete, wurde es als Zufahrtsweg mitgebaut und durch den «Verschönerungsverein Zürich und Umgebung» finanziert. Es hat seinen Namen von der damals uneingeschränkten und heute fast zugewachsenen Aussicht auf den Glärnisch im Glarnerland mit dem gut sichtbaren Schneefeld gleichen Namens.
Unterhalb des Germaniahügels stand einst der Tellenstand, die Schiesshütte des Infanterie Schützenvereins Ober - und Unterstrass. Errichtet wurde sie 1823 aus Steinresten der abgebrochenen Hochwachthütte (siehe Posten Grün 3, Germaniahügel).
Der Scheibenstand befand sich unterhalb des erst viel später erbauten Vrenelisgärtlis. Ältere Knaben wurden als Schiesswache in der Nähe postiert. Die Zeiger warteten auf ein Hornsignal, das eine Schiesspause signalisierte, um danach die Treffer anzeigen zu können. Anfangs 80er Jahre des vorletzten Jahrhunderts wurde der Schiessbetrieb eingestellt und das Schiesshäuschen abgerissen.
Aber noch auf dem Plan des Verschönerungsvereins Zürich von 1884 ist dieser Schiessplatz eingetragen. Siehe Kopie des Planausschnittes.
Sie war Teil des 1969 abgerissenen Bauernhofs. An seiner Stelle steht das heutige Mehrfamilienhaus. Die Frohburgstrasse hiess bis Anfang 20. Jh. schlicht «Obere Strasse» und führte nach Winterthur. Sie gab der früheren Gemeinde und unserem Quartier seinen Namen: Oberstrass. (Die «Winterthurerstrasse» gab es damals noch nicht). Im 18. Jh. stand hier eine Schenke, wo die Fuhrleute rasteten.
Der ausgedehnte Hof Langensteinen war jahrhundertelang im Besitz der Familie Rinderknecht. Berühmt und wichtig für Zürich wurde Susanna Orelli-Rinderknecht (1845 1939). Ihr Vater war Bauer und Gemeindepräsident von Oberstrass. Susanna wollte «in Bescheidenheit Gutes tun» und begründete 1894 den «Verein für Mässigkeit und Volkswohl» mit. Dieser wurde zum «Zürcher Frauenverein für alkoholfreie Wirtschaften», heisst heute ZFV und betreibt erfolgreich Dutzende von Gaststätten.
Sie wollte den damals grassierenden Alkoholismus unter Fabrikarbeitern und Handwerkern stoppen. Viele Familienväter versoffen den Wochenlohn und für Frau und Kinder blieb wenig mehr als Elend. Der Verein bot günstig alkoholfreie Getränke an, als diese noch kaum bekannt waren: Apfelsaft, Wässer, Milch statt saurer Most, Bier, Wein, Schnaps. Seit 1950 heisst der Spazierweg zum Zoo nach ihr «Orelliweg».
Hinweis zu weiter führender Literatur über S. Orelli Rinderknecht:
Monique R. Siegel : Weibliches Unternehmertum, Zürcherinnen schreiben Wirtschaftsgeschichte Verlag NZZ, 1994 ISBN 3 85823 495 8
Anlass zu diesem Buch war der 100. Geburtstag des ZÜRCHER FRAUENVEREINS FÜR ALKOHOLFREIE WIRTSCHAFTEN, dessen Erfolgsgeschichte hier in spannender Form nachgezeichnet wird. Die mutige und aufopfernde Pionierrolle der Mitbegründerin S. Orelli wird ausführlich geschildert.
Das beigefügte Bild stammt aus diesem Buch.
Ab 1876 wurden Patientinnen und Patienten des Kantonsspitals hier gepflegt, die man isolieren wollte: Typhus-, Cholera- und Pockenkranke. Damals lag dieses Gelände weit ausserhalb der Stadt. Wegen neuer Medikamente (Antibiotika) wurde die Isolierstation in den 1940er Jahren nicht mehr gebraucht. Die Gebäude dienten als Erholungsstation und als Notspital. 1957 wurden sie völlig umgebaut; das Kantonale Strassenverkehrsamt zog ein, verwaltete Autonummern und kontrollierte Fahrzeuge.
1974 ging das Gelände samt den Gebäuden an die Universität; das Strassenverkehrsamt zog ins Albisgüetli. An seiner Stelle zog die Verwaltung der Veterinärmedizinischen Fakultät ein. Die Tierärzte rückten somit endlich in die Nähe des Tierspitals. Der Kanton hatte diesen 1962 auf dem nördlich anschliessenden Areal erstellt. Dort fand man anlässlich der Neubauten Reste einer römischen «Villa». Dieser Gutshof wurde in den Jahren 50 bis 250 also vor fast 2000 Jahren bewirtschaftet.
Das heutige Tierspital dient einerseits als Klinik für kranke Haustiere, anderseits für das Vieh der Bauern aus dem ganzen Kanton, für Freizeitpferde und weitere Grosstiere (Zoo). Hier wird operiert, geforscht und geheilt.
Diese Tafel wurde gestiftet von Elisabeth Reinhardt-Staehelin
Die Flugaufnahme aus dem Jahr 1939 zeigt im Vordergrund das Notspital. Die weiten Wiesen und Ackerflächen gehörten zum Strickhof. Im Hintergrund ist die äussere Frohburgstrasse zu sehen.
(Quelle: Sammlung U.Kolar)
Das Reservoir wurde 1955 feierlich eingeweiht und 1972 erweitert. Unter der Terrasse lagern heute 15000 Kubikmeter bestes Zürcher Trinkwasser. Das ist soviel wie sieben Olympiaschwimmbecken (50_20_2 m) oder genug für 60000 grosse Badewannen. Das Reservoir ist innen 5 Meter hoch.
Das Zürcher Trinkwasser ist eines der besten der Welt und ist mit einigen teuren Mineralwässern zu vergleichen. Es wird gemischt aus zwei Dritteln Seewasser und je einem Sechstel Quell- und Grundwasser. Um die Sicherheit der Versorgung zu gewährleisten, sind die 21 Zürcher Reservoirs untereinander mit 2 Meter dicken Röhren verbunden. Das Wasser wird gemischt, gefiltert, aufbereitet und aus dem Seefeld hier herauf gepumpt. Von hier gibt es auch einen 100 Meter tiefen, senkrechten Schacht nach unten. Dieser stellt die Verbindung zum Grundwasserwerk Hardhof sicher. Das Wasser aus der Altherr Terrasse versorgt Zürich-Nord.
Der Brunnen neben der Feuerstelle stammt von Gottfried Honegger. Er hatte unter der Direktion von Alfred Altherr an der Kunstgewerbeschule (heute: «Zürcher Hochschule der Künste») studiert und sich der konstruktiven Kunst verschrieben. Honegger wollte nicht nur «Kunst am Bau» planen, sondern einen Brunnen, der auch zum Spielen und Baden einlädt.
Literaturhinweise zum Künstler Gottfried Honegger
Im Mittelalter und bis Ende des 18. Jhs. gehörten die Felder zum alten Spital in Zürich (dem Predigerkloster an der Spitalgasse). Nach Auflösung des Klosters kam der Strickhof an den Kanton. Dieser eröffnete hier die erste «Landwirtschaftliche Schule» des Kantons. Die Regierung wollte grössere Produktivität in der Landwirtschaft und begann deshalb, junge Bauernsöhne auf ihren Beruf vorzubereiten.
Im Strickhof lernten sie Disziplin sowie Obst- und Pflanzenbau, Tierkunde, Lagerhaltung, Kenntnisse im Unterhalt von Maschinen und in Buchhaltung. Etwa 50 Bauern wurden jedes Jahr ausgebildet, insgesamt 7000. Auf den Wiesen weideten Kühe unter Obstbäumen; mit eigenen Pferden und später mit Maschinen wurden die Getreideäcker bestellt. Erst 1976 beschloss das Volk, den «grössten Bauernhof des Kantons» aus der Stadt hinaus nach Lindau ins Zürcher Oberland zu verlegen.
Auf dem frei gewordenen Gelände wurde der neue Teil der Universität Zürich erbaut. Die alte Internatsschule wurde umgenutzt. Die Schulzimmer dienen heute als Bibliothek, die früheren Schlafsäle als Büros, die Ställe als Forschungsstationen. Auf den ehemaligen Äckern wurde die Uni erbaut; der Aushub wurde in der Südspitze des Parks zum Aussichtshügel aufgeschüttet («Monte Diggelmann»). So wurde der Landwirtschaftsbetrieb zum naturnahen Landschaftspark.
Auf dem unteren Bild zeigt sich eine Ausbildungsklasse am Strickhof im Jahr 1917 mit ihren Sensen und Gabeln - Oben präsentiert sich die Schülerschaft aus dem Jahr 1918 vor und im noch heute stehenden Konviktgebäude. (Quelle für beide Bilder: Sammlung U.Kolar)
Das Waldhüsli liegt am Kreuzungspunkt vieler Waldwege und mitten im Wald von Oberstrass zum Zoo bzw. vom Orelliweg zur Ziegelhütte Schwamendingen. Joggerinnen dehnen ihre Glieder, Wanderer trinken am Brunnen, Pfadfinder spielen auf der grossen Waldwiese, und oft gibt es Wurstbratfeuer. Das Häuschen bietet Schutz gegen Sonne und Regen sowie Tische für Kinder- und Erwachsenenefeste. Aber Achtung: Fahrverbot wie im ganzen Wald.
Vermietung des Waldhüsli an Privatpersonen: Der Hinweis auf die entsprechende Kontaktadresse und Telefonnummer befindet sich als Anschlag an der Hüttentüre.
Das Waldhüsli ist seit jeher ein Ort des gemütlichen Beisammenseins und vieler Feste. Zum Beispiel feiert auch die Zunft zu Oberstrass dort ihr jährliches Sommer Waldfest. Vor weit mehr als hundert Jahren fand hier die feierliche Fahnenweihe des Turnvereins Oberstrass statt, wie die folgende rare Ansichtskarte zeigt. (Originaltext auf der Karte:
Denke daran wie fröhlich es wahr.)
Für Feste aller Art kann die Waldhüsli Hütte auch von Vereinen, Gruppen und Privaten gemietet werden. Für entsprechende Reservationen melde man sich bei der Telefonnr. 043/ 259 27 50
Das erste Gebäude hier war das «Bethaus an der Oberen Strasse», erster kirchlicher Bau in Oberstrass. 1871 wurde es zur «Alten Kirche Oberstrass» erweitert. Damals wuchsen die Vororte Zürichs kräftig. Als noch mehr Wohnraum gebaut wurde, wurde die viel grössere «Neue Kirche Oberstrass» an der Stapferstrasse erstellt, wo die Gottesdienste stattfanden. 1957 machte die Alte Kirche dem heutigen Evangelischreformierten Kirchgemeindehaus Platz, in dem auch die Spitex Oberstrass als Nachfolgerin der Gemeindekrankenpflege untergebracht ist.
Unterhalb des Kirchgemeindehauses liegt die Stolzewiese. 1789 wurde dort der Friedhof der Alten Kirche eingerichtet. Bis 1899 diente er seinem Zweck. Leonhard Widmer, der Dichter des «Schweizer Psalms» (Nationalhymne) war hier begraben. Seit 1900 finden die Begräbnisse im Friedhof Nordheim statt (beim Bucheggplatz).
Die abstimmenden Zürcher beschlossen 1927, eine Spiel-, Sport- und Erholungsanlage zu bauen. Das Gelände wurde terrassiert, die Gräber verlegt. So wurde die Stolzewiese Arena für Wettkämpfe, Ort für Volksfeste, Spielplatz für Kinder, im 2. Weltkrieg Kartoffelacker, in den 1960er Jahren Eisfeld. Seit 2002 findet hier das «Stolze-Open-Air» statt, wo sich im Juni die Jugend der ganzen Stadt trifft.
An der Westfassade des Kirchgemeindehauses befindet sich eine Gedenktafel, die auf den Dichter und Sängervater LEONHARD WIDMER hinweist. Der Textdichter des Schweizerpsalms, wohnhaft in Oberstrass, war einst auf dem nahe gelegenen Friedhof bestattet gewesen. Auf dem längst verschwundenen Grabstein standen einst die Worte: «Erst auf dem Weg zum Grabe stell ich mein Singen ein.»
Das «Hotel und Restaurant Rigiblick» wurde 1901 samt Theatersaal von Privaten erbaut. Unzählige Veranstaltungen insbesondere von lokalen Vereinen, Theatergruppen, Chören usw. fanden statt. 1914 wurde es an den «Zürcher Frauenverein für alkoholfreie Wirtschaften» verkauft, 2002 endlich renoviert und ist nun gehobenes Hotel. 1983⁄85 hatte sich der «Verein Theatersaal Rigiblick» gebildet, um den unternutzten Saal wieder zu beleben, was gelungen ist.
Die Mehrfamilienhäuser Ottikerstrasse 18, 20 und 22 stammen aus dem Jahre 1904. Nach den klaren strengen Fassaden der Klassizistik setzte sich der Jugendstil durch: Schnörkel, Verzierungen, Fensterumrandungen, schmiedeiserne Geländer in organischen Formen, Türmchen und Erker waren gefragt. Nur das neoklassische Sockelgeschoss aus Bruchstein und die Backsteinmauern aus der Industriearchitektur erinnern noch ans vergangene 19. Jh. In den 1980er Jahren war eines der Häuser als erste Adresse für ausschweifendes Nachtleben im Privatclub bekannt.
Das ganze Gebiet hier an der Ottiker- als auch an der Scheuchzerstrasse bietet architektonisch einiges an Überraschendem und Schönem.
Allein an der Ottikerstrasse stehen die Gebäude Nr. 8, 14, 18, 20 und 22 (Castello Rosso) unter Denkmalschutz, oder aber sie sind zumindest im kommunalen Inventar der schützenswerten Gebäude (Nr. 6, 10, 19, 21, 24, 32, 35, 37, 61).
Genauere Angaben dazu inklusive Pläne finden sich auf der Webseite der Stadt Zürich, www.stadt-zuerich.ch, Stichwort Denkmalpflege ⁄ Inventar
Er erstreckte sich durchsetzt von Obstgärten und Wiesen bis hinunter an die «Weinbergstrasse». Reben hatten während Jahrhunderten die Obersträssler Landschaft geprägt. Der damalige Vorort von Zürich war eine Gemeinde von Rebbauern und lieferte Wein hinunter in die Stadt.
In Oberstrass wurde vor allem die heute fast ausgestorbene Sorte Räuschling das heisst hauptsächlich Weisswein angebaut. Obergrenze war das Gebiet der jetzigen Susenbergstrasse. Quellen aus dem 17. Jahrhundert berichten für den ganzen Kanton Zürich von einer durchschnittlichen Produktion von etwa 100 Litern Wein pro Mann, Frau und Kind. Bis ins 19. Jahrhundert trank man Wasser und Wein, im Herbst süssen und den Rest des Jahres über sauren Most aus Äpfeln und Birnen. Milch wurde kaum getrunken, Bier ebenfalls selten, und Süssgetränke mit Kohlensäure gab es nicht.
Eine engagierte Gruppe alteingesessener Obersträssler will den Rebbau auf dieser Parzelle wieder aufleben lassen. Wie schön wäre es doch, «eigenen Obersträssler» am Quartierfest ausschenken zu dürfen. Was halten Sie von dieser Idee? Wollen Sie mithelfen? Antwort bitte an den Quartierverein, Postfach 2519, 8033 Zürich oder <email-pii>.
Auf dem Kartenausschnitt aus dem Jahr 1855 ist das damalige Rebgelände grün eingefärbt, welches sich bis auf 600m ü. M. hinaufzog. Hellrot erscheint das Gebiet unter der Kirche Oberstrass, das für eine Neubepflanzung mit Weinreben vorgesehen ist. Dunkelrot eingezeichnet sind die damaligen Grenzlinien der Gemeinde Oberstrass.
Oberstrass erlebte zu Ende des 19.und zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen grossen Bauboom: Riedtlisiedlung, Villen am Zürichberg, Jugendstilvillen. Da die alte ref. Kirche am Rigiplatz die vielen Gläubigen nicht mehr aufzunehmen vermochte, wurde die neue Kirche mit gegen 1000 Plätzen an der Stapferstrasse samt neuem Pfarrhaus gebaut und 1910 eingeweiht. Sie diente nicht nur dem Gottesdienst sondern auch als Gemeindesaal für viele Vereine. Verheerender Brand im Jahre 2000 und anschliessend Renovation. Sehr gute Akustik.
Die über dem seitlichen Südwesteingang angebrachte Schrifttafel gibt kurz gefasst Auskunft über die Baugeschichte der Kirche.
Umfassende Angaben finden sich in der DENKSCHRIFT 1911 DIE NEUE KIRCHE OBERSTRASS - ZÜRICH. Darin werden in Text und Bild ausführlich die Baugeschichte, die Feiern der Grundsteinlegung, des Glockenaufzuges und der Einweihung am 6.3.1910 beschrieben. Das Buch ist z.B. einsehbar in der Freihandbibliothek (Lesesaal) des Stadtarchivs Zürich, Haus zum Rech, Neumarkt 4.
Zwischen «Linde» und «Altem Löwen» stand an dieser Stelle bis 1930 eine weitere Brauerei. Sie wurde 1931 durch den modernen Bau des Hotels Rigihof ersetzt, ein ausgezeichnetes Beispiel des Neuen Bauens in der Tradition des Bauhauses Weimar. Als Reaktion auf den verspielten Jugendstil waren wieder klare Fassaden und Grundrisse gefragt: gerade Linien und rechte Winkel, grosse Fensterflächen. Man hatte die gesundheitsfördernde Wirkung des Sonnenlichts für die Architektur entdeckt. Typisch sind die abgerundeten Gebäudeecken.
1891: Die stolze Belegschaft der Bierbrauerei Horber zeigt sich hier im Sonntagsstaat vor dem Braukeller an der Culmannstrasse, dort wo heute die Postgarage ist. Zum Unternehmen gehörte (als Konkurrenz zur Linde und dem Alten Löwen) auch ein Restaurant mit Biergarten, namens Zur Brauerei.
Nebenbei: Das Hexagramm auf dem kleinen Bierfässchen links hat nichts mit dem jüdischen Davidsstern zu tun. Es ist ein althergebrachtes Symbolzeichen des Brauereigewerbes.
Quelle: Archiv QVO
Der Gasthof «Linde» steht an der Stelle eines bereits 1510 erwähnten Bauernhofs, wo bald eigener Wein ausgeschenkt wurde. 1803 kam das Gebäude an einen Wirt, welcher sein Tavernenrecht (samt Wirtshausschild) aus der Altstadt nach Oberstrass übertrug. Damals war die Linde noch auf die Culmannstrasse ausgerichtet. 1839 war die Linde Ort eines gescheiterten Mediationsversuchs: Kurz danach kam es zum «Züriputsch». («Putsch» ist eines der wenigen zürichdeutschen Wörter, die es in die Weltsprachen geschafft haben.) Die Linde erlebte viele An- und Umbauten, wurde Drogerie, war Versammlungslokal des Quartiervereins und vieler weiterer lokaler Vereine, sowie Stammlokal der «Zunft zu Oberstrass» und ist seit 1979 im Besitz der Altherren der Kyburger-Studentenverbindung.
Das Restaurant Linde war und ist beliebter Versammlungsort der verschiedensten Vereine und Gruppierungen. Das Bild aus dem Jahr 1923 zeigt als Beispiel die Stammtischecke des Feldschützenvereins Oberstrass. Dieser Verein hat sich 1998 wegen des ständigen Mitgliederschwundes aufgelöst. Er teilte damit das gleiche Schicksal wie u.a. der 1847 gegründete und 2006 aufgelöste Männerchor Oberstrass.
Das kleinmassstäbliche Wohnhaus und seine Anbauten stammen aus dem Jahr 1845. Anfangs der 1950er Jahre gehörte es dem Schriftsteller Hermann Schell. Seine Kinder, die Schauspielerin Maria Schell und der Schauspieler Maximilian Schell, wohnten zeitweise ebenfalls hier.
Die Aufnahme aus dem Jahr 1930 zeigt rechts die Culmannstr. 49 (das Haus steht heute im städtischen Inventar der schützenswerten Bauten) und links die Nr. 45, das heutige Restaurant ti.
Das ETH Maschinenlabor wurde von O. R. Salvisberg erbaut und 1972 durch C.E. Geisendorf erweitert. In der Nähe steht die Fernheizzentrale (für Unispital und ETH) von 1928. Unter diesem Knotenpunkt von Wärmeleitungen wollte man1958 das erste Schweizer Atomkraftwerk bauen und die Abwärme nutzen bzw. in die Limmat leiten. Damals war die Euphorie gross, das Bewusstsein der Gefahren und Langzeitrisiken kaum vorhanden. Kontrollinstanzen gab es keine. Als «helvetischer Kompromiss» wurde der Reaktor schliesslich nicht in Zürich gebaut, sondern am Ort, den die Waadtländer vorschlugen, dafür jedoch mit Zürcher Technik. Der Atomreaktor Lucens wurde wegen eines Atom- Unfalls 1969 völlig zerstört und ist heute zubetoniert.
Im soeben renovierten Trakt der Erdwissenschaften an der Sonneggstr. 5 ist eine komplett neu gestaltete erdwissenschaftliche Ausstellung namens focusterra eingerichtert worden, deren Besuch lohnenswert ist.
Drei Themenkreise widmen sich der Erdbildung und den Prozessen im Erdinnern, den Schätzen der Erdkruste und den geologischen Erscheinungen als Archiv der Erdgeschichte. Zu Teilthemen wird jeweils ein regionaler Bezug hergestellt; vor allem aber wird die Bedeutung der natürlichen Phänomene der Erde für das tägliche Leben aufgezeigt.
Öffnungszeiten: Di. - Fr. 9 - 17 Uhr, So. 10 - 17 Uhr, Sa. und Mo. Geschlossen, Eintritt frei, www.focusterra.ethz.ch
Sie war jahrhundertelang die «Obere Strasse» nach Winterthur; die heutige Universitätsstrasse wurde erst 1838 gebaut. Die bäuerliche Bebauung der Nummern 2729 stammt in den ältesten Teilen von 1560, zeigt Zeichen der Verstädterung aus dem 19. Jh. und steht unter Denkmalschutz.
Das ursprüngliche Bauernhaus mit Scheunen, Zeuge der Bebauung an der Oberen Strasse, wäre beinahe der Spitzhacke zum Opfer gefallen:
Der Kanton als Grundeigentümer plante an dieser Stelle einen Neubau mit 24 Studentenstudios und 2 Dozentenwohnungen. Der Zürcher Stadtrat wehrte sich nach der gründlichen wissenschaftlichen Untersuchung des Hauses dagegen. Glücklicherweise konnte im Dialog ein Umbauprojekt erarbeitet werden, das den zeitgeschichtlichen Zeugnischarakter des Gebäudes berücksichtigte und 2004 ausgeführt wurde.
Schon während des Umbaus waren sämtliche Wohnungen im Eigentumsrecht verkauft worden.
Bemerkungen zum Strassennamen:
Ursprünglicher Name OBERE STRASSE. Sie führte vom Kronentor unterhalb der heutigen Universität zum jetzigen Rigiplatz und von dort via Frohburgstrasse, Langensteinen in Richtung Winterthur.
Nach dem Bau der Neuen Landstrasse, der heutigen Universität- und Winterthurerstrasse, hiess sie ab 1838 ALTE LANDSTRASSE.
Später wurde sie in FRIEDENSTRASSE umbenannt, nach dem Landhaus Zum Frieden an der Sonneggstrasse 10, das 1960 abgerissen wurde. Vergleiche dazu mit Posten Gelb 15, Baulücke.
Seit 1892 heisst sie nun CULMANNSTRASSE, benannt nach Carl Culmann, der von
1855 - 1881 als Professor für Ingenieurwissenschaften an der ETH Zürich lehrte.
Im Jahre 1918 hatte der Schriftsteller James Joyce (1882 1941) im Haus Haldenbachstrasse 12 gelebt. Er arbeitete am sprachlich bahnbrechenden Werk «Ulysses», das schliesslich 1922 erschien und die Literaturgeschichte umkrempelte. Joyce kehrte nach 20 Jahren Aufenthalt in Paris 1939 nach Zürich zurück. 1941 starb der Dichter an den Folgen einer Darmoperation und wurde auf dem Friedhof Fluntern beerdigt. Sein Grab mit der Plastik des Amerikaners Milton Hebald ist zur Wallfahrtsstätte für Literaturfreunde geworden.
Übrigens: Auch Elias Canetti (s. Posten Gelb 4) wurde hier 1994 auf seinen ausdrücklichen Wunsch in der Nähe des Dichter Kollegen James Joyce begraben.
Das Wohnhaus war in den 1880er Jahren erbaut worden und diente ab 1922 als Ohrenklinik des Kantonsspitals. Erst nach dem Neubau des Nordtrakts (1980) wurden die letzten Büros der Kliniken dorthin verlegt.
Ein Tipp für Leute mit starken Nerven:
Gleich hinter dem Joyce-Haus, an der Haldenbachstrasse 14, befindet sich das MOULAGENMUSEUM. Wachsmoulagen sind lebensecht gestaltete Nachbildungen erkrankter Körperteile. Sie dienten und dienen vor allem der Ausbildung der Mediziner. Das kleine aber sehenswerte Museum ist bei freiem Eintritt jeweils geöffnet:
mittwochs 14 -18 Uhr und samstags 13 17 Uhr.
Weitere Infos findet man unter www.moulagen.ch
Mileva Einstein-Mariç (1875 1948) lebte von 1924 bis zum Tod im Haus Huttenstrasse 62. Sie war die erste Gattin Albert Einsteins, Mutter zweier gemeinsamer Söhne und wie die Tagebücher ihres einstigen Gatten belegen mitbeteiligt an den Denkarbeiten, die ihn u. a. zur Relativitätstheorie führten.
Eine Info- und Gedenktafel am Haus Huttenstrasse 62 ist durch die Frauenzunft Zürich, der Gesellschaft zu Fraumünster, angebracht worden.
Wer sich vertiefter mit dem Leben dieser faszinierenden Frau befassen will, dem sei das folgende Buch empfohlen (vermutlich nur noch antiquarisch oder in Bibliotheken zu finden):
IM SCHATTEN ALBERT EINSTEINS Das tragische Leben der Mileva Einstein - Marić von Desanka Trbuhović Gjurić Verlag P. Haupt, Bern 1983, ISBN: 3-258-03288-2
Die ursprünglich rebbäuerliche Gebäudegruppe ist der Rest einer der vier ältesten Siedlungskerne in Oberstrass. Die Häuser stehen unter Denkmalschutz. Die ältesten Bauteile stammen von 1515.
Diese Häusergruppe gehört zum ehemaligen Siedlungskern Oberer Vogelsang und war Teil der am ganzen Zürichberg typischen Streusiedlungen. Bis anfangs des 20.Jhd. standen diese Kleinbauernhäuser mitten in ausgedehnten Rebbergen (siehe dazu den Planausschnitt beim Posten GELB 7).
Die Höfe Unterer Vogelsang lagen im Bereich des heutigen Strassendreiecks Vogelsang-, Haldenbach-, Hochstrasse. Dort, an der Hochstrasse 8, steht übrigens noch ein ähnlicher denkmalgeschützter Bauzeuge, zu dem sich ein kleiner Abstecher lohnen würde (siehe blaue Infotafel am Haus).
1990⁄81 wurde die ganze Liegenschaft an der Spyri- und Bionstrasse umfassend renoviert und baugeschichtlich gründlich untersucht. Im Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich, Haus zum Rech, Neumarkt 4 sind viele Fotos (v.a. auch Innenaufnahmen) einzusehen, die während dieser Umbauten entstanden sind.
Die Wohnung von Ferruccio Busoni (geboren 1866 in Empoli, gestorben 1924 in Berlin) lag im ersten Stock. Das musikalische Wunderkind war ein international gefragter und gefeierter Klaviervirtuose und Komponist; er lebte von 1915 1920 im kriegsbedingten Asyl an der Scheuchzerstrasse 36. Busoni komponierte in einer Rückbesinnung auf die Klassik, wandte sich theoretisch nicht aber praktisch auch der Neuen Musik und der Atonalität zu. Ferruccio Busoni und sein grosser Bernhardinerhund fanden Eingang in Canettis Lebenserinnerungen.
An der Hauswand ist eine Gedenktafel angebracht, die an den Exilwohnsitz Busonis in diesem Gebäude erinnert. Man beachte auch den Posten GELB 4, Elias Canetti, wo von dessen Begegnungen mit Busoni, bzw. seinem Bernhardinerhund Giotto berichtet wird.
Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Elias Canetti (1905 1994) wanderte mit Mutter und zwei Brüdern1916 aus Wien nach Zürich ein. Er wohnte an der Scheuchzerstrasse 73 im 2. Stock, besuchte die Kantonsschule Rämistrasse, bis die Canettis 1919 nach Tiefenbrunnen und später wieder ins Ausland zogen. In seinem autobiographischen Werk «Die gerettete Zunge» beschreibt er seinen Schulweg durch die Scheuchzerstrasse und die Begegnungen mit Busoni. In den 1970er Jahren kehrte Canetti in die Schweiz zurück und lebte in Hottingen.
Textauszug aus DIE GERETTETE ZUNGE GESCHICHTE EINER JUGEND von ELIAS CANETTI, worin er seine Schulwegs - Begegnungen mit dem Komponisten und Klaviervirtuosen FERRUCCIO BUSONI (siehe auch Posten Gelb 6) beschreibt:
... weiterlesen im PDF Textauszug aus DIE GERETTETE ZUNGE GESCHICHTE EINER JUGEND
Ferruccio Busoni mit seinem Bernhardiner Giotto
Der ehemalige Krattenturm war seit ca. 1353 eine Wach-und Signalstation für die Stadt. In «Kratten»(Körben) bewahrte man Harz für die Rauchzeichen auf. Er ist Sujet des Wappens von Oberstrass.
Im Jahr 1977 übernahm der Quartierverein Oberstrass die Aufgabe, aus Anlass der erstmaligen Erwähnung von Oberstrass vor 600 Jahren, den ehemaligen Standort des Krattenturmes wieder in Erinnerung zu rufen. Schliesslich taucht ja auch eine heraldische Form des einstigen Wachtturmes im Quartierwappen auf.
Auf der Hügelrippe zwischen Resiweiher und Peterstobel wurde ein Sernifit Findling aufgestellt, der beim Bau des Milchbucktunnels zum Vorschein gekommen war. Eine Bronzetafel auf dem Stein erinnert an die Zerstörung durch die Eidgenossen während des Alten Zürichkrieges, 1444.
Auf der ebenfalls angebrachten Plantafel sind die Funktion und Aufgabe des Krattenturms erläutert und der hier beginnenden Letzi, die sich einst bis zur Limmat hinzog.
Neue Gedenktafel zum Krattenturm aufgestellt