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Mobilität ist in der Schweiz ein gefragtes Gut. Zum einen schätzt die Bevölkerung unseres Landes die gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur, zum anderen ermöglicht diese auch eine leistungsfähige Versorgung der Wirtschaft. Hierzulande sind jeden Tag Hunderttausende von Personenwagen, Autobusse, Motorräder und Lieferwagen sowie schwere Nutzfahrzeuge unterwegs. Letztere sorgen dafür, dass die Schweizer Volkswirtschaft mit den täglich benötigten Gütern versorgt wird.
Das Jahr 2009 war für die Automobilbranche ein schwieriges Jahr, Markteinbrüche von 50 und mehr Prozent mussten verkraftet werden. Ein Jahr später kann hingegen ein deutlich besseres Resumee über das Autojahr 2010 gezogen werden. Die Nachfrage nach Fahrzeugen hat sich wieder erholt. Und auch Industrie und Handel in der Schweiz sehen besseren Zeiten entgegen.
Nach den Berechnungen von strasse-schweiz, dem Verband des Strassenverkehrs (FRS), erwirtschaftet die Automobilwirtschaft in der Schweiz derzeit ein Umsatzvolumen von rund 90 Milliarden Franken. Die grössten Anteile an diesem Volumen entfallen dabei auf das Transportgewerbe (18,5 Milliarden Franken), ferner auf das Garagengewerbe (17,7 Milliarden), auf die Produktionsfirmen für die Autoindustrie (14 Milliarden Franken) und auf den Fahrzeugverkauf mit einem Umsatzvolumen von 13 Milliarden Franken. Derzeit zählt das Autogewerbe in der Schweiz 20 880 Betriebe, in denen rund 226 710 Personen beschäftigt sind.
Im vergangenen Jahr sind die erbrachten Verkehrsleistungen auf dem schweizerischen Strassennetz, welches 71 460 Kilometer umfasst, gemäss ersten Schätzungen auf 91 Milliarden Personenkilometer und 17,2 Milliarden Tonnenkilometer angewachsen.
Die Leistungen des Strassenverkehrs in die allgemeine Bundeskasse betrugen 2009 - also ein Jahr zuvor - 3,59 Milliarden Franken. Die gesamten Fiskaleinnahmen von Bund und Kantonen aus dem Strassenverkehr erreichten 2009 11,37 Milliarden Franken. Für den baulichen Unterhalt der Nationalstrassen wurden 2009 rund 550 Millionen Franken aufgewendet. Für 2010 liegen diese Zahlen noch nicht vor.
Das Verkehrsnetz ist entscheidend
Das Automobil bleibt auch in Zukunft ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Umso wichtiger wird es sein, Lösungen für die vorhandenen Verkehrsprobleme zu finden. Dazu gehören ein leistungsfähiges Schienennetz für den Personen- wie vor allem für den Güterverkehr. Nur so lässt sich der Auftrag zur Güterverlagerung auf die Schiene realisieren. Ebenso wichtig ist aber auch der Ausbau des schweizerischen Strassennetzes. Die täglich auftretenden Staus an neuralgischen Punkten zeigen dies unmissverständlich auf.
Mit dem Chefwechsel im UVEK zeichnet sich ein Umdenken in der Schweizer Verkehrspolitik ab. Bundesrätin Doris Leuthard hat bereits signalisiert, dass es in Zukunft keine einseitige Bevorzugung eines Verkehrsträgers mehr geben wird, wie dies unter ihrem Vorgänger und Bahnfreund Moritz Leuenberger der Fall gewesen war. Dies bedingt aber auch eine ausgewogene(re) Diskussion um die Finanzierungsaufgaben im schweizerischen Verkehrsnetz.