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Systematik:
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Amnioten (Amniota)
Sauropsida
Ordnung: Schildkröten
Wissenschaftlicher Name: Testudinata
Man unterscheidet derzeit 313 Arten mit über 200 Unterarten.
Verbreitung: Mit Ausnahme der Polargebiete besiedeln Schildkröten alle Kontinente. Sie kommen in verschiedenen Landstrichen vor, in tropischen Wäldern und Sümpfen, in Wüsten und Halbwüsten, Seen, Tümpeln, Flüssen, in Brackwassergebieten und in Meeren, in gemäßigten, tropischen und subtropischen Klimazonen.
Körperbau und Lebensweise: Alle Schildkröten zeichnen sich durch einen im Tierreich einzigartigen Rücken- und Brustpanzer aus, die durch eine mehr oder minder starre Knochen- oder Knorpelbrücke miteinander verbunden sind. Der Panzer besteht in der untersten Schicht aus massiven Knochenplatten, die sich entwicklungsgeschichtlich durch Verschmelzung von Wirbelsäule, Rippen, Schulter- und Beckengürtel gebildet haben. Dieser weitgehend starre Knochenpanzer erfordert auch eine Anpassung der Atmung, die durch eine Bewegung der Extremitäten unterstützt werden muss.
Sinnesleistungen: Schildkröten sehen sehr gut. Sie können Farben sogar besser differenzieren als Menschen, da ihre Augen wie bei allen Reptilien vier verschiedene Farbrezeptoren aufweisen.
Der Geruchssinn ist bei Schildkröten besonders stark ausgeprägt. Wasserschildkröten riechen durch kauend-pumpende Bewegungen des Unterkiefers und Halses. Die Geruchsrezeptoren befinden sich im Rachenraum. Durch den Geruch erkennen sie geeignete Nahrung oder Erde, in der sie ihre Eier vergraben können. Außerdem werden Geschlechtspartner am Geruch erkannt. Schildkröten haben ein voll ausgebildetes Innen- und Mittelohr, aber kein Außenohr. Sie hören Töne deshalb nicht im gleichen Umfang wie Menschen.
Schildkröten können sich in ihren kognitiven Fähigkeiten mit allen anderen Reptilien messen. So merken sie sich Futterquellen und Fluchtwege. Ihr Orientierungssinn ist ebenfalls hervorragend ausgeprägt und scheint sich mit zunehmendem Lebensalter noch zu verstärken.
Lautäußerungen: Schildkröten sind meist stumm. Ausnahmen stellen jedoch Schreckreaktionen dar. Hier stoßen diese Tiere durch schnelles Zurückziehen des Kopfes Luft aus, was einen fauchenden Zischlaut erzeugt. Bei Wasserschildkröten sind gelegentlich auch fauchende Drohlaute zu hören.
Nahrungsaufnahme und Ernährung: Bei den ältesten fossilen Schildkröten finden sich noch Zähne, die sich im Laufe der Evolution jedoch umgebildet haben. Heutige Schildkröten besitzen keine Zähne, sondern zu kräftigen Schneidewerkzeugen umgewandelte Kieferleisten. Wie alle Reptilien kauen Schildkröten ihre Nahrung nicht, sondern verschlingen sie entweder unzerkleinert oder sie reißen mit dem Maul Stücke ab, wobei sie die vorderen Gliedmaßen zu Hilfe nehmen. Schildkröten sind größtenteils Allesfresser.
Geschlechtsunterschiede und Fortpflanzung: Im direkten Vergleich zwischen geschlechtsreifen Männchen und Weibchen stellt man fest, dass sich die Ausscheidungsöffnung in der Schwanzwurzel des Weibchens, die Kloake, näher am Panzerrand befindet, die des Männchens dagegen eher zum Schwanzende hin liegt.
Zur Paarungszeit suchen die Männchen, die Weibchen gezielt auf. Sie werden dabei vermutlich durch Geruchshormone geleitet. Dem eigentlichen Paarungsakt geht bei den meisten Arten eine Balz voraus, die auf den Menschen eher grob wirkt. Je nach Art kommt es zur Verfolgung und Umkreisung des Weibchens mit teilweise heftigen Bissen in ihre Extremitäten und Rammstößen gegen den Panzer. Bei der Kopulation reiten die Männchen auf und klammern sich teilweise am Panzer des Weibchens fest. Aufgrund der Möglichkeit zur Samenspeicherung bleibt das Weibchen nach einer erfolgreichen Kopulation über mehrere Jahre befruchtungsfähig, ohne erneut kopulieren zu müssen, was den Erfolg der Schildkröten bei der Besiedlung neuer Lebensräume, z. B. den Galápagos-Inseln erklären könnte.
Die Eiablage erfolgt einige Wochen nach der Befruchtung und findet bei allen Arten an Land statt.
Mögliches Höchstalter: Schildkröten können ein sehr hohes Alter erreichen.
Bei guter Pflege werden als Haustier gehaltene Schmuckschildkröten 40 Jahre und älter.
Bemerkenswertes über Schildkröten:
Die älteste bekannte Schildkröte starb 2006 mit 256 Jahren im Zoo von Kolkata.
Die schnellste Schildkröte ist die Lederschildkröte mit 35 km/h