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Unser Hof "Bärlischwand" liegt eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Hinterthurgau. Im Februar 1988 kauften wir den Hof und damit beginnt unsere Geschichte in "Bärlischwand". Die Geschichte des Hofes reicht sehr viel weiter zurück. Bereits im Jahre 1423 wird "Bärlischwand" erstmals urkundlich erwähnt. Aber das ist ein anderes Thema, über das wir unten berichten.
Zum Hof gehörten damals ca. 10 ha Feld, 3 ha Wald, Milchvieh und etwa 500 Legehennen. Den Hof führten wir damals noch nicht im Vollerwerb. Im Nebenerwerb war ich im Tiefbau, als Dachdecker und Holzer tätig. Vieles auf dem Hof war sanierungsbedürftig. So begannen wir 1990 mit dem Umbau der Hälfte des Hauses vom Keller bis zum Estrich. Die Küche, Büro und Bad wurden komplett renoviert. Auch eine neue Heizungsanlage war von Nöten.Der Name des Hofes Bärlischwand Weniger…
Nicht nur auf dem Hof änderte sich einiges und kam neu hinzu. Im Sommer 1990 heiratete ich meine Frau Ursula Büchi. Anfang 1991 wurde unsere Tochter Miriam und Mitte 1992 unsere zweite Tochter Karin geboren. Im gleichen Jahr bauten wir den Kuhstall zum Schweinestall um und kauften 40 Muttersauen. Das war der Beginn unserer Schweinezucht, die wir bis heute betreiben. Für die 40 Rinder erstellten wir noch einen Anbau am Schweinestall.
Ab 1992 bis ins Jahr 2000 tätigten wir einige Zukäufe an Land und Wald. Unser Ziel war es, den Holzbedarf aus dem eigenen Wald decken zu können. So ist unser Hof auf 12,8 ha Feld und 15 ha Wald angewachsen.
Im Jahre 1994 erblickte unser Sohn Stefan das Licht der Welt. Auf dem Hof konzentrierten wir uns auf die Haltung von Milchvieh und die Zucht von Schweinen. So entschlossen wir uns, die Legehennen-Haltung zu beenden. 1997 erweiterten wir den Schweinestall und bauten die Haltung der Mutterschweine auf 45 aus. Im Sommer dieses Jahres wurde unsere dritte Tochter, Helen, geboren.
In diesen Jahren hat sich auf dem Hof "Bärlischwand" viel verändert.
Um den veränderten Gegebenheiten Rechnung zu tragen gaben wir 2004 die Jungviehaufzucht auf und bauten die Stallungen nach COOP Naturplan-Richtlinien um. Dies bedeutete unter anderem, dass die Tiere mehr Platz und viel Einstreu bekamen. Wir erweiterten die Stallungen, hielten nun 90 Mutterschweine und begannen mit der Mastjagerproduktion. Dies machte den Bau einer grossen Jauchegrube erforderlich. Die Anwendung von Antibiotika in der Tierzucht hat mir noch nie gefallen. Daher startete ich erste Versuche, möglichst auf diese Medikamente zu verzichten. Das sollte der Start für mein späteres "Umdenken" sein.
Auch 2005 und 2006 standen Bauarbeiten an. Die Remise war baufällig geworden. Wir rissen sie bis auf die Fundamente ab und bauten sie neu auf. Auch die Holzwerkstatt musste nach einem Sturmschaden wieder aufgebaut werden. Wir brachen die alte Scheune ab, bauten eine grosse Garage mit Mehrzweckraum und ein neues Strohlager. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir alle Bauten ohne Subventionen, meist in Eigenleistung und mit dem Holz aus dem eigenen Wald realisieren konnten.
Ab 2010 nahmen wir radikale Änderungen auf dem Hof vor. Wie bereits erwähnt, versuchte ich bereits seit 2004 mit möglichst wenig Antibiotika auszukommen. Der Besuch eines Homöopathiekurses brachte dann die endgültige Abkehr von Antibiotika. Bei meiner Tätigkeit im Biogasanlagenbau erkannte ich die Nebenwirkungen von Antibiotika. In der Schweinezucht gab es immer wieder Probleme mit Resistenzen durch den Einsatz von Antibiotika und gewisser Desinfektionsmittel. Diese stellen auch eine erhebliche Umweltbelastung dar. Heute produzieren wir antibiotikafrei.
Ab 2013 beschäftigte ich mich vermehrt mit der Haltung von Weidegänsen. Anfänglich ein Hobby mit drei Gänsen, faszinierten mich diese Tiere zunehmend. Heute haben wir ca. 50 Weidegänse, die sich auf unseren Wiesen sehr wohl fühlen. Zwei Jahre später kamen die ersten Freilandpoulet dazu. Auch unsere Poulet sind, je nach Jahreszeit und Temperatur, täglich auf der Weide.
Mit der stark regulierten Schweinezucht war ich schon länger unzufrieden. Nun war der Zeitpunkt für etwas Neues gekommen. Wir stiegen aus der konventionellen Schweinezucht aus und reduzierten den Bestand auf 10 bis 15 Muttersauen. Weiter werden alle Ferkel in unserem Betrieb gemästet.
Auch die Schlachtung der Tiere musste neu organisiert werden. Um dies möglichst schonend und stressfrei zu gestalten, suchten wir Metzgereien in unmittelbarer Nähe. Unsere Tiere werden ausschliesslich in der Metzgerei Bieri in Wila und in der Huusmetzg Erwin Schenk in Amlikon-Bissegg geschlachtet. Unser Fleisch verkaufen wir direkt ab Hof, über Online- oder telefonische Bestellungen und auf dem Genussmarkt Rorschach.
Wichtig ist uns das Wohl unserer Tiere. Hierzu ist es erforderlich, dass sie genügend Platz und Freigang haben. Nach Möglichkeit leben alle unsere Tiere in Gruppenhaltung. Zu einer möglichst natürlichen Haltung gehört, das die Jungtiere solange es geht bei ihren Müttern verbleiben. Und wir verzichten komplett auf den Einsatz von Antibiotika. All diese Massnahmen haben sich ausgezahlt - wir produzieren gesundes und geschmackvolles Fleisch.
Seit Dezember 2016 produzieren wir "Schweizer Kräuterfleisch". Hierbei kommt eine spezielle, patentierte Kräutermischung als Futter für die Schweine zum Einsatz. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das Fleisch durch das Futter einen niedrigeren Gehalt an Cholesterin aufweist. Gleichzeitig steigt der Anteil an wertvollen Fettsäuren. Das Flesich ist zarter, geschmackvoll und verliert erheblich weniger Wasser beim Braten. Ab März 2017 haben wir das erste Kräuterfleisch im Angebot.
Ein weiteres Projekt für die Zukunft ist die Haltung und Zucht reiner Edelschweine.