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Nadelarthroskopie in der Arthritisabklärung
Die Diagnostik bei entzündlichen Gelenkerkrankungen beruht einerseits auf einer gezielten Anamnese und einer sorgfältigen klinischen Untersuchung, andererseits auf der Analyse des Gelenkpunktates und auf bildgebenden Abklärungen. Die histologische Untersuchung der Synovialmembran führte trotz Einsatz verschiedener Untersuchungstechniken diagnostisch nur in wenigen Fällen zum Ziel. Durch molekularbiologische Techniken wie die Polymerasekettenreaktion (PCR) oder Ligasekettenreatkion (LCR) hat die Untersuchung des Gelenkpunktates (Synovia) und der Gelenkmembran (Synovialis) an Bedeutung gewonnen. Die Entnahme der Synovialis ist durch die Nadelarthroskopie nur unwesentlich invasiver als eine übliche Gelenkpunktion.
Untersuchungsmethodik
Bei der Nadelarthroskopie werden starre Glasfiberendoskope verwendet, wobei nach Grösse des Gelenkes Arthroskope mit einem Durchmesser von 1.0 bis 1.9 mm zum Einsatz kommen. Das Bild wird über eine Videokamera auf einen Monitor projiziert. Ein angeschlossener Videorekorder erlaubt die Dokumentation der Untersuchungsbefunde.
Die Nadelarthroskopie wird ambulant in einem normalen Untersuchungsraum durchgeführt. Für die Mehrzahl der Untersuchungen an peripheren Gelenken eignet sich eine sitzende Position des Patienten.
Einsatzmöglichkeiten
Die hauptsächliche Indikation zur Nadelarthroskopie bei der Arthritisabklärung ist die gezielte Biopsie der Synovialmembran, um in diesem Gewebe Genom von Erregern zu suchen. Die sogenannte eubakterielle PCR eignet sich zur Suche nach bakteriellem Genom, das dann in einem weiteren Schritt spezifiziert und somit eine direkte Erregerdiagnostik ermöglicht. Beim Erregerspektrum der reaktiven Arthritiden hat sich die PCR-Untersuchung der Chlamydia trachomatis etabliert. Dagegen sind PCR-Reaktionen der enteralen Erreger (Salmonellen, Yersinien, Shigellen, Campylobacter) noch nicht zuverlässig. Bei Arthritiden, verursacht durch Tropheryma whippelii oder Borrelia burgdorferi, sind kulturelle Erregernachweise experimentell zwar möglich, aber in der Praxis beruht die Diagnostik der Lyme-Arthritis und des Morbus Whipple auf dem Erregernachweis mittels PCR. Bei Verdacht auf eine Mykobakteriose, erlaubt die PCR der Synovialmembran eine frühzeitige Diagnose und Therapie.
Tabelle 1: Abklärung bei einer Arthritis unklarer Ätiologie
Therapie/Forschung
Die Angaben zur Sensitivität der PCR-Untersuchung der Synovialmembran ist abhängig von der Methode und des Erregers und beträgt bei Borrelia burgdorferi bis 95% und bei Chlamydia trachomatis bis 55%. Die Untersuchung der Synovialmembran ist generell sensitiver im Vergleich zur Synovialflüssigkeit.
Zusammengefasst ist die Nadelarthroskopie eine kostengünstige, wenig belastende Methode, welche die Möglichkeit zur molekularbiologischen Untersuchung der Synovialmembran erlaubt und die Diagnostik der unklaren Arthritis bereichert hat.
Dr. med. P. Brühlmann, Leitender Arzt, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, Universitätsspital Zürich.