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offener Projektwettbewerb, ARGE mit Herger Luchsinger Architekten | Landschaftsarchitektur Planverde GmbH
Wie sieht die Schule der Zukunft aus? Wie wird in Zukunft gelernt und gelehrt?
Ordnung/ordnen- diese beiden Begriffe umschreiben den Grundgedanken des Projektes sehr passend. Auf städtebaulicher wie auch auf der Seite der Raumgliederung gelingt es dem Projekt, den Dingen eine Ordnung zu geben und diese in eine Beziehung zu setzen. Das Ordnen führt jedoch nicht zu einer starren Disposition, in der alle Elemente fixiert werden, vielmehr wird durch das bewusste Ordnen auf verschiedenen Massstabsebenen ein Rahmen geschaffen. Ein Rahmen, der viele Möglichkeiten offenlässt und Aneignung zulässt.
Städtebau | Die Primarschule Sternmatt 1 befindet sich am südlichen Rand des Zentrums von Baar. Städtebaulich handelt es sich dabei um drei freistehende Baukörper, die durch ihre räumliche Komposition einen zentralen Platz definieren.
Für eine gezielte Erweiterung des Schulhauses Sternmatt 1 bedarf es jedoch einer weitläufigeren Betrachtung. Die Schulanlage ist im erweiterten Kontext des angrenzenden Dorfmatt Schulhauses sowie dem Schulhaus Sternmatt 2 (Oberstufe) zu entwickeln. In der Betrachtung der zwischenräumlichen Situation wird deutlich, dass sich diese geografische Lage deutlich in der Aussenraumkonfiguration widerspiegelt. So setzen sich die offenen Felder südöstlich der Schulen, die heute Baar und Zug voneinander trennen, im räumlichen Gefüge der Anlage fort. Die Grünflächen zwischen den Baukörpern schaffen für die Schule wie auch für Baar einen grossen Mehrwert, den es bei der Erweiterung zu erhalten gilt.
Die neue städtebauliche Setzung greift diese Qualitäten des Ortes auf und entwickelt sie subtil weiter. Der markanteste Neubaukörper der Erweiterung wird entlang des Sternenwegs gesetzt. Der dreigeschossige Riegelbau erstreckt sich über die gesamte Länge der Parzelle und schirmt die Aussen- /Pausenfläche der Schulanlage gezielt vom Strassenraum (Sternenweg) ab. Das neue Volumen referenziert in seiner Setzung zum bestehenden, nordöstlich gelegenen Längsbau des Dorfmattschulhauses. Das Zusammenspiel der beiden Volumen spannt einen campusartigen Zwischenraum auf und verleiht der Schulanlage einen Rahmen. Durch diesen Rahmen erhält die Gesamtanlage einen klaren Abschluss hin zur Strasse.
Dem neuen Riegelbau vorgelagert entsteht die Turnhalle, die eingeschossig in Erscheinung tritt. Durch die geschickte Platzierung (abgedreht zum Riegelbau) parallel zum bestehendem Hauswirtschaftstrakt schaffen die
beiden neuen Volumen (Turnhalle/Riegel) zwei Aussenräume mit unterschiedlichen Qualitäten und Eigenschaften. Hin zur Sternmattstrasse entsteht durch diese Konfiguration ein Platz mit öffentlichem Charakter, der den neuen Auftakt zur campusähnlichen Schulanlage bildet. Der Platz bildet somit die neue Adresse und den Ankunftsort der Schule und dient auch schulextern als öffentlicher Treffpunkt. Um den öffentlichen Charakter des Platzes zu stärken wurde die Mehrzweckhalle im Riegelbau gezielt zu diesem Platz hin orientiert. Der direkte und schwellenlose Zugang vom Platz her schafft auch für die Mehrzweckhalle selbst optimale Bedingungen und erlaubt eine autonome Nutzung. Weiter finden sich am Platz angegliedert die Veloabstellplätze, welche durch ein Vordach geschützt sind. Ausgehend vom neuen Platz ist zwischen dem Riegelbau und der neuen Turnhalle über einige Stufen der gedeckte Haupteingang des neuen Schultraktes zu erreichen. Das Volumen der Turnhalle definiert
jedoch nicht bloss den Platz hin zur Sternmattstrasse, sondern stösst mit seinem Kopf auch an den bereits bestehenden zentralen Platz, um den die heutigen Bestandesbauten angelegt sind. Durch den Umstand, dass sich die Turnhalle leicht über die bestehende Flucht des Hauswirtschaftstrakt hinaus schiebt, wird der bereits existierende zentrale Platz volumetrisch noch stärker definiert und vom neu geschaffenen öffentlichen Zugangsplatz abgekoppelt. Durch die räumliche Fassung und die zentrale Lage behält der Platz auch im neuen räumlichen Gefüge seine Wichtigkeit und fungiert als Haus-/ stufenübergreifender Treff- und Orientierungspunkt mit direktem Blickbezug zur Kirche. Ebenfalls am bestehenden Zentrumsplatz angeordnet ist das Volumen für die Schulergänzende Betreuung (SEB).