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Nach seiner Gründung im Jahre 1905 hat sich der Schweizer Heimatschutz vor allem mit seinem Engagement für den Erhalt von Landschaft und Siedlungsweise, lokalen Sitten und Traditionen rasch einen Namen gemacht. Im Bereich der Architektur beschränkte sich die Organisation jedoch nicht auf die Rolle als Bewahrerin. Vielmehr suchte der Heimatschutz, etwa mit der Ausschreibung verschiedener Wettbewerbe oder der kritischen Prüfung zeitgenössischen Bauens, auch neue Formen, bei denen der Ästhetik und der Nützlichkeit gleichermassen Beachtung geschenkt werden sollte.
Nicht zuletzt waren es mehrere Architekten, die sich fast allesamt ihr Rüstzeug an der Ecole nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris geholt hatten und selber auch Mitglied des Heimatschutzes waren, welche das Bauen im Stile des Regionalismus durch die Realisation konkreter Bauprojekte und die Publikation zahlreicher Architekturschriften vorantrieben. In der Romandie, so zeigt der Autor Dave Lüthi in seinem Artikel auf, erreichte die Heimatstil-Bewegung um 1910 ihren Höhepunkt. Eine Schlüsselrolle spielten dabei Architekten und Architekturprofessoren wie Edmond Fatio (1871–1959), Charles Melley (1855–1935), Henry Baudin (1876–1929) und Frédéric Gilliard (1884–1967).
Bild: Aus: Ed. Quartier-la-Tente, Les édifices religieux du canton de Neuchâtel, 1914