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Das Kennzeichen von Diabetes ist ein zu hoher Blutzuckerspiegel, der entsteht, weil die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin absondert. Das Hormon Insulin hat die Aufgabe, den Zuckergehalt im Blut zu senken. Die Insulinproduktion kann deshalb unzureichend sein, weil die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin herstellt oder weil der Körperbedarf ungewöhnlich hoch ist.
Jugendlicher Diabetes und Altersdiabetes
Der jugendliche Diabetes (Typ I) ist insulinabhängig: die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse sind – aufgrund einer Funktionsstörung der Immunsystems – zerstört worden. Diese Funktionsstörung ist erblich bedingt und lässt sich durch keinen Diätplan ausgleichen. Die jugendliche Zuckerkrankheit tritt bereits in jungen Jahren auf und erfordert eine präzise Behandlung und strenge Ernährungsvorschriften.
Beim Altersbiabetes (Typ II) produziert die Bauchspeicheldrüse zumindest zu Beginn der Krankheit eine normale Insulinmenge, doch das Gewebe meldet einen höheren Bedarf. Diese Diabetesform ist nicht insulinabhängig, weniger schwerwiegend und weiter verbreitet. Auch hier handelt es sich um eine Krankheit, die familiär gehäuft auftritt, die aber auch erheblich durch Ernährungsfaktoren beeinflusst wird. Diese Zuckerkrankheit tritt vermehrt bei Übergewichtigen auf, und manchmal genügt bereits eine Schlankheitskur, um ihrer Herr zu werden. Im allgemeinen tritt der Altersdiabetes nach dem 50. Geburtstag auf.
Falls die Krankheit mit Übergewicht in Verbindung steht, gilt es als erstes, eine ausgewogene kalorienreduzierte Diät durchzuführen. Zweitens muss selbstverständlich auf reinen Zucker und Süssigkeiten verzichtet werden, die sich durch Süssstoff und künstlich gesüsste Produkte ersetzen lassen.
Nahrungsfasern und Eiweiss
Jüngsten Erkenntnissen zufolge sollte der Verbrauch von Auszugsmehl (Weissbrot, weisse Teigwaren und Reissorten) so stark wie möglich eingeschränkt und durch vollwertiges Getreide und Vollkornprodukte ersetzt werden. Diese enthalten Nahrungsfasern, die der Aufnahme von Glukose über den Darm entgegenwirken, und Mineralstoffe, die – wie wir in der Folge sehen werden – den Blutzuckerspiegel regulieren helfen.
Früchte enthalten Zucker, aber auch reichlich Nahrungsfasern und Mineralstoffe. Diabetiker sollten sie deshalb massvoll geniessen, aber keinesfalls ganz vom Speiseplan streichen. Gemüse ist ebenfalls reich an Nahrungsfasern und Mineralstoffen und dabei erst noch kalorienarm, es gehört deshalb jeden Tag in ausreichenden Mengen auf den Teller. Zwiebeln sind besonders wertvoll, denn sie enthalten die Substanz Glukokinin, die chemisch mit dem Insulin verwandt ist und dessen Wirkung unterstützt. Ebenfalls zu empfehlen sind magere, eiweissreiche Nahrungsmittel (insbesondere Geflügel, Fisch, teilentrahmte Milchprodukte und Tofu), welche die für den Aufbau des Insulins benötigten Aminosäuren liefern.
Eine weitere wichtige Ernährungsmassnahme ist die Verminderung des Fettkonsums – auch bei nicht übergewichtigen Diabetikern. Denn das gekoppelte Auftreten von erhöhten Zucker-, Fett- und Cholesterinwerten im Blut vervielfacht das Risiko von Altherosklerose, die ihrerseits bei Diabetikern Komplikationen verursachen kann.
Bierhefe
Ein für Diabetiker ausgesprochen wertvoller Nahrungszusatz ist Bierhefe. Sie enthält rund 50 Prozent Eiweiss, das ebenso vollwertig ist wie tierisches Eiweiss, aber auch sämtliche Mineralstoffe und Spurenelemente. Chrom (für das Hefe die beste natürliche Quelle ist) hat die Eigenschaft, die Wirkung des Insulins zu verstärken. Auch Mangan und Zink helfen den Blutzuckerspiegel regulieren. Bierhefe ist in Pulver-, Flocken- oder Tablettenform erhältlich und lässt sich problemlos in den täglichen Speiseplan einbauen. Die regelmässige Einnahme dieses Nahrungszusatzes ist einzig bei Gicht und einem zu hohen Harnsäuregehalt im Blut kontraindiziert, denn Bierhefe enthält viel Harnsäure.
Die blutzuckersenkende Wirkung der erwähnten Spurenelemente wurde vor kurzem fast per Zufall entdeckt. Die australische Sandratte wird im Labor zum Diabetiker. Die Krankheit verschwindet aber von selbst wieder, sobald das Tier in seine natürliche Umgebung zurückkehrt. Welchen Faktor findet die Ratte im Busch, nicht aber im Labor? Eingehende Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich um Chrom handelt, das in eine organische Verbindung – den „Glukose-Toleranz-Faktor“ – eingebunden ist, welche die Wirkung des Insulins verstärkt. Die Ratte findet die zu ihrem Schutz notwendige Chrommenge in einer lokalen Rübensorte, die zusätzlich noch viel Mangan und Zink enthält.
Phytotherapie und Homöopathie
Es ist seit langem bekannt, dass auch in unseren Breitengraden gewisse Pflanzen eine blutzuckersenkende Wirkung besitzen, so etwa die Klette, die Heidelbeere, der Olivenbaum und die Brennnessel.
In der Homöopathie stehen Maulbeerbaum- oder Heidelbeer-Urtinkturen (Morus nigra oder Myrtillus) zur Verfügung, die sich beide regulierend auf den Blutzuckerspiegel auswirken (50 Tropfen morgens in einem grossen Glas Wasser auf nüchternen Magen), sowie Bauchspeicheldrüsen-Trinkampullen in der Verdünnung 4 CH, um die Insulinproduktion anzuregen (2-monatige wiederholbare Kur von 3 Ampullen pro Woche).
Diabetikern ist auch eine regelmässige körperliche Betätigung wärmstens zu empfehlen (z.B. 3-4-mal pro Woche eine halbe Stunde Fussmarsch, Velofahren oder Schwimmen). Dabei benutzt der Körper den Blutzucker als Energiespender und verbrennt zugleich Kalorien.
Bei Diabetes sind somit die ernährungsbedingte Umstellung und der Übergang zu einer gesünderen Lebensweise von grösster Bedeutung. Pflanzliche und homöopathische Heilmittel stellen eine wertvolle Ergänzung zu den herkömmlichen, rezeptpflichtigen Medikamenten zur Senkung des Blutzuckerspiegels dar.