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Rousses(Les) (Kt. Wallis,
Bez. Entremont).
Von Couloirs durchfurchte Felshänge an der S.-Flanke des
Portalet (3348 m) in der Trientgruppe
(schweizerischer Anteil am
Mont Blanc Massiv), gegenüber der Saleinazhütte des S. A. C., an den Höhen
links über dem Saleinazgletscher und am linken Ufer des
Glacier des Ravines Rousses.
Ueber diese Hänge pflegt man bisweilen
von der Saleinazhütte her den
Portalet zu besteigen.
Benannt nach der rötlichen
Farbe des verwitterten Gesteines (ravines rousses
= rote Runsen).
Der von den ersten Besteigern 1876 erreichte höchste Punkt ist zugleich der am weitesten
nach N. vorgeschobene. Er kann von der Ornyhütte her in 2¼ Stunden und von der Saleinazhütte über
den
Glacier des Ravines Rousses in 3 Stunden bestiegen werden.
Dieser erreicht zunächst die
Hütten von
Iffigen (1601 m), wo sich ein Gasthof befindet, und steigt dann - gut angelegt und
gut unterhalten - im Zickzack das immer steiler werdende Gehänge hinan. Er erinnert vielfach an den Gemmiweg, besonders
an der «Beim Lautern
Kehr» genannten Stelle, wo er sich mitten durch senkrecht abfallende Felswände zieht.
Dann folgen die zerfallenen Reste einer Zufluchtshütte, der kleine
Rawilsee, eine zweite Zufluchtshütte und endlich die
durch ein
Kreuz markierte Passhöhe,
«Beim Kreuz» oder
«La Grande Croix» geheissen (2415 m; 5 Stunden über der
Lenk).
Von hier zieht der Weg über die 3 km lange, fast ebene Fläche des
Plan desRosses, die mit Schieferschutt
bedeckt und sozusagen alles Pflanzenwuchses bar ist, um dann bei Les
Jors plötzlich steil ins Thal der
Liène abzusteigen
und an den
Hütten von Rawil oder
Chalets des
Ravins (1½ Stunden unter der Passhöhe und 4½ Stunden über
Sitten) vorbei durch das Thal der
Liène und über die Terrasse von
Ayent das
Rhonethal und
Sitten zu erreichen. An der S.-Flanke
hat man Gegenstände aus der Bronzezeit gefunden, was zeigt, dass der Rawil bereits in vorhistorischer Zeit begangen wurde.
Berthold V. von Zähringen, der
Gründer der Stadt
Bern, soll ihn 1211 mit Truppen zu überschreiten versucht
haben, sei aber durch mächtige den Weg versperrende Schuttmassen wieder zur Rückkehr gezwungen worden. Sicher ist dagegen,
dass Thüring von
Brandis aus dem
Emmenthal 1376 seinem mit den Oberwallisern im Kampf liegenden Schwager Anton vonLa Tour
über den Rawil zu Hilfe geeilt ist. Heute dient der
Pass neben dem Touristen- nur noch dem Lokalverkehr zwischen
Sitten und
dem Ober
Simmenthal.
Zerfällt in die Rayes im engern Sinn und die sog.
Chaux d'Hochmatt und besteht hauptsächlich
aus
Fichten und Lärchen.
Der
Wald steht an einem steilen und oft stark felsigen Hang und ist deshalb schwierig
zu bewirtschaften. Er beherbergt noch viel jagdbares Wild und bietet auch dem Geologen und Botaniker manches Interessante
(für die Flora vergl. die
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Arbeiten von F. Jaquet im 1. Band derMémoires de la Soc. Frib. des Sciences nat.).
Die SW.-Flanke zeigt steile, von Runsen durchfurchte und zum Teil begraste Hänge, während die NO.-Flanke sanfter
geböscht ist und die Alpweiden Les Arpilles Dessus, Les Arpilles Dessous und Entre deux Sciets trägt.