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Brünnengut
Landsitz Brünnen
Inmitten der Parkanlage befindet sich der Landsitz Brünnen. Gemäss eine Jahrzahl über dem Kellereingang wurde das Brünnenschlössli, ein Krüppelwalmgebäude 1678 erbaut. Erweitert wurde es 1765 und nach 1882. Das historische Gebäude wurde 2014-15 sorgfältig restauriert und dient heute als Tagesstätte für Kinder mit 70 Plätzen. Ab 1998/99 wurde die Pfrundscheune und der Pfrundspeicher aus Bümpliz in die Gebäudegruppe des Brünnengutes integriert. Entsprechend dem Zweck der Parkanlage Brünnengut dienen die Gebäude weitgehend der öffentlichen Nutzung.
Das Landgut Brünnen war längere Zeit durch den Autobahnbau bedroht. Das Herrenhaus ging knapp am Abbruch vorbei. Nach dem Bau der Autobahn wurde auf der Autobahnüberdeckung der Gartenpaillon zusammen mit der historischen Gartenanlage wieder aufgebaut. Die Schönheit und Ruhe in dieser Anlage lässt heute vergessen, das darunter im vierspurigen Autobahntunnel der internationale Verkehr fliesst. Die Gebäude stammen in den ältesten Teilen aus dem 17. Jahrhundert.
Das historische Erbe
Im 15. Jahrhundert gehörte das Brünnengut dem Schultheissen Petermann von Krauchthal. Das Brünnenschlössli, so zeigt eine Jahrzahl im Kellereingang wurde 1678 in barockem Stil erbaut. Unter den Besitzern finden sich die Familie Lentulus und der letzte Schlossherr von Bümpliz, Rudolf von Graffenried. Sein Sohn vermachte es testamentarisch der Privat Blindenanstalt von Bern (1840). Es ging dann durch Verkauf an eine Familie Zürcher.
Emilie Bitzius, eine Nichte des Dichter-Pfarrers Albert Bitzius, vermachte einen Teil ihres Vermögens der Anstalt «auf der Grube» bei Niederwangen, mit der Bestimmung, dass «eine weitere Erziehungsanstalt für arme, elternlose Knaben gegründet werde.» (1880). Aus diesen Mitteln wird das Hofgut mit Herrschaftshaus, Gartenanlage samt Gartenhaus mit Peristyl, Bauernhof mit grossem Umschwung gekauft und 1882 die Anstalt gegründet. Man nannte sie die «Buben-Brünnen», im Gegensatz zum nebenan liegenden «Waisenasyl zur Heimat», der «Meitschi-Brünnen». Das Herrenhaus wurde mehrmals umgebaut und für die Zwecke der Anstalt erweitert. Trotzdem ist der ursprüngliche Barockbau mit einigen bedeutenden Stilelementen gut sichtbar. 1968 wird nach dem Verkauf des Gutes die Erziehungsanstalt auf den Dentenberg verlegt.
Neue Nutzung ab 2010
Mit dem Volksentscheid zur Brünnenplanung wurde auch der Grundstein für die Parkanlage Brünnengut gelegt. In diesem Zusammenhang wurde mit der Quartierbevölkerung das Nutzungkonzept detailliert abgesprochen. Die planerische Absicht umfasste die Schaffung einer öffentichen Parkanlage mit viellfältigen Angeboten für die Bewohnerscht der neuen Siedlung Brünnen, wie auch die umliegenden Wohnquartiere Tscharnergut, Holenacker, Gäbelbach, Riedernrain und Stapfenacker. 2006 gewannen die Landschaftsarchitekten David Bosshard (Bern) und Andreas Tremp (Zürich) mit "Rose de Berne" den Architekturwetbewerb für die Neugestaltung des Aussenraumes um das Brünnenschlösschen.
Das Gewinnerprojekt „Rose de Berne“
Das Gewinnerprojekt sieht eine grosszügig gestaltete, einfache Parkanlage vor und bietet breite Nutzungsmöglichkeiten, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet sind. Die Anlage enthält folgende Kernelemente:
- Lindenpromenade mit rund 200 Linden;
- Fussballfeld mit Trainingsplatz;
- Pflanzgarten für interessierte Anwohnerinnen und Anwohner;
- Spielplatz;
- Primelgarten zum Faulenzen, Bräteln etc.;
- Streuobstwiese mit 100 Hochstamm-Bäumen alter Obstsorten;
- Augustfeuer-Platz;
-Eventbereich für Fussballfest, Zirkus Wunderplunder usw.;
- Fuss- und Radwegverbindungen
Der Name „Rose de Berne“ stammt von der alten Apfelsorte „Berner Rose“ und steht stellvertretend für die alten Obstbaumsorten, die in der geplanten Obstwiese angepflanzt werden.
Vielfältige Nutzung
Die städtische Parkanlage Brünnengut ist ein wichtiger Freiraum im dicht besiedelten Berner Westen. Sie dient in erster Linie der Naherholung der Bevölkerung. In der Parkanlage befinden sich jedoch auch verschiedene Gebäude, die von unterschiedlichen Einrichtungen und Gruppierungen genutzt werden: Das Herrenhaus beherbergt eine Tagesstätte für Schulkinder, im Bauernhaus betreibt der FC Bethlehem sein Vereinslokal. Den Gartenpavillon und die Pfrundscheune kann man für Feste und Veranstaltungen mieten. Für die Pflege und den Unterhalt der Parkanlage ist die Stadtgärtnerei zuständig. Die Stadtbauten Bern vermieten die Gebäude und vertreten die Grund- und Liegenschaftsinteressen der Stadt Bern.
"Freizeit, Sport und Erholung aus einer Hand"
In Anbetracht der vielfältigen öffentlichen und privaten Nutzungsansprüche ist ein möglichst konfliktfreies Nebeneinander entscheidend. Im Auftrag der Stadt Bern befasst sich die für kulturelle Belange tätige gemeinnützige Stiftung B daher mit den sozialen Parkinfrastrukturen. Für die Koordination der verschiedenen Aktivitäten sowie Nutzerinnen und Nutzer führt sie unter dem Motto "Freizeit, Sport und Erholung aus einer Hand" einen virtuellen Auskunftschalter, genannt „Guichet“.
Informationen zu den Aktivitäten in der Parkanlage Brünnengut und zu den Nutzungsmöglichkeiten sind unter www.bruennengut.ch abrufbar.
PARKANLAGE BRÜNNENGUT BERN - BETHLEHEM
Guichet
Brünnenstrasse 8a, CH-3027 Bern
Tram Nr. 8 oder Bus Nr. 27 bis Holenackerplatz
031 991 73 79
Auskünfte erteilen
Virtuelles Guichet, <email-pii>