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Angebot Märchenerzählerin
Sabidu – Die Verteilung der Weisheit
Es war einmal ein Mann, der hiess Sabidu Schon lange betrachtete er die Welt und kam zum Schluss, dass die Menschen mit der Weisheit sehr unüberlegt und verschwenderisch umgingen. So entschloss sich Sabidu, die Weisheit einzusammeln und für spätere Zeiten auf zu heben. Er machte sich also auf den Weg, ging durch die ganze Welt und sammelte jedes kleinste Stückchen Weisheit ein. Er füllte sie vorsichtig in einen grossen Kürbis und irgendwann war er bis zum Rand voll. Da legte Sabidu den Deckel darauf und band ihn gut fest. Dann begann er darüber nachzudenken wo er den Kürbis mit der Weisheit aufbewahren könnte. Sabidu kam zum Entschluss, den Kürbis mit der Weisheit auf den grössten Berg zu bringen. Er würde den Kürbis gut festbinden und dort oben wäre er so gut versteckt, dass ihn niemand sehen könnte. Es würde auch niemand annehmen, dass die ganze Weisheit der Welt sich auf dem grössten Berg der Welt befinden könnte. Er band sich also den Kürbis auf den Rücken und begann langsam den Berg hinauf zu klettern. Da der Kürbis sehr gross und schwer war, musste sich Sabidu ordentlich anstrengen. Vorsichtig setzte er Bein vor Bein und kletterte den steilen Berg immer weiter hoch. Er merkte plötzlich, dass sich das Band mit dem er den Kürbis auf den Rücken gebunden hatte, lockerte. Aber er hielt den Kürbis mit seinen Armen fest. Nun war das Hinaufgehen noch schwieriger geworden. So entschloss er sich eine Pause einzuschalten. Da blickte er hinunter zum Fuss des Berges und sah dort seinen jüngsten Sohn der sich vor lachen den Bauch hielt. Da wurde er zornig und rief herunter: Warum lachst du deinen Vater aus, der sich so anstrengt die ganze Weisheit der Welt in Sicherheit zu bringen, Sohn Da lachte der Junge noch mehr und rief zu Sabidu hinauf: Sage mir Vater, wenn du die ganze Weisheit der Welt in Sicherheit bringen willst, warum trägst du sie dann auf dem Rücken und nicht vor dem Bauch ? Das wäre doch viel einfacher und bequemer. Sabidu wurde über die frechen Worte seines Sohnes so böse, dass er ohne zu überlegen den Kürbis los lies, die Hände zu Fäusten ballte und ihm drohte. Ehe er jedoch ein Wort sagen konnte, merkte er, dass der Kürbis davonrollte und er ihn nicht mehr halten konnte. Er prallte auf den harten Felsen auf und zerbrach in tausend Stücke. Sabidu blickte wie erstarrt hinunter und sah, wie die ganze Weisheit der Welt in kleinen Bächen davon floss um langsam in der Erde zu versickern. Von allen Seiten kamen die Menschen herbeigelaufen und hielten grosse und kleine, hohle Kürbisse in der Hand. Manche hatten in der Eile auch nur ein Kürbisblatt abgerissen. Sie alle versuchten, so viel von der ausfliessenden Weisheit zu erwischen wie sie nur auffangen konnten. Sabidu aber, der langsam begann den Berg hinunterzuklettern wusste , dass für ihn selbst kaum ein Restchen übrigbleiben würde.
So ist es geschehen, dass die Weisheit in der Welt so ungleich verteilt ist. Die einen haben viel davon und die anderen viel zu wenig.
Weise Leute aber haben meist heute noch einen Kürbisgarten.