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Desertifikation („Wüstenbildung“)
In den letzten 40 Jahren wurde ein Drittel der weltweiten Ackerflächen aufgegeben, da Bodenerosion sie unproduktiv gemacht hat.
In den Trockengebieten der Erde wird der Boden durch Mensch und Tierhaltung zunehmend zerstört. 70 Prozent aller Trockengebiete sind inzwischen durch Desertifikation gefährdet; dies entspricht einer Fläche von 36 Millionen Quadratkilometern (circa viermal so gross wie China). Die Gefahr von Nahrungsmittelmangel, Hungersnöten, Landflucht und Konflikten nimmt zu.
Quelle: Auszüge aus:http://www.bmz.de (Deutsches Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
Was ist Desertifikation?
Trockengebiete bedecken mehr als ein Drittel der Erdoberfläche. Sie bilden den Lebensraum und die Existenzgrundlage für einen grossen Teil der Weltbevölkerung: Allein im ländlichen Raum der Trockengebiete lebt rund eine Milliarde Menschen. Sie stehen vor immensen Herausforderungen, da ihre Existenzgrundlage bedroht ist.
Desertifikation wird im deutschen Sprachgebrauch meist vereinfacht mit „Wüstenbildung“ übersetzt. Man versteht darunter aber vielmehr die Zerstörung fruchtbaren Bodens als Folge der Übernutzung der natürlichen Ressourcen in den Trockengebieten der Erde durch Mensch und Tier. Klima und Klimaveränderungen spielen dabei eine verstärkende Rolle.
Bild: Ziegenherde an einem Wasserloch in Mali
Desertifikation hat globale Dimensionen. 70 Prozent aller Trockengebiete sind inzwischen desertifikationsgefährdet, dies entspricht einer Fläche von 36 Millionen Quadratkilometern (circa viermal so gross wie China). Bis zu einem Fünftel der Trockengebiete sind durch Desertifikation bereits stark geschädigt.
Bild: Unkontrollierte Tierhaltung, wie hier in Argentinien, beschädigt die Grasnarbe und führt so zu Desertifikation.
Die Hauptursache für Desertifikation ist eine zu intensive, nicht nachhaltige Nutzung von Trockengebieten:
- Die technischen Verfahren zur Bewirtschaftung sind oft nicht ausreichend an die empfindlichen Ökosystem angepasst;
- Nationale Agrarpolitiken fördern überwiegend Monokultur und exportorientierte Agrarwirtschaft; oft fehlt es an einer Raum- und Bodenordnung, die eine nachhaltige Landnutzung begünstigt;
- Überlieferte Strategien und Methoden der Landwirtschaft erweisen sich gegenüber starkem Bevölkerungswachstum und zunehmender Nachfrage nach Agrarland oft als nicht mehr geeignet.
- Künstliche Bewässerung in Trockengebieten führt zuerst durch Kapillarwirkung zur Versalzung der Böden und anschliessend zur Desertifikation.
Weitere Faktoren begünstigen die Desertifikation:
- Mangelnde technische Kenntnisse der Bevölkerung;
- Fehlende Rechtssicherheit von Landnutzer(inne)n;
- Ungünstige weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Die Folgen der Desertifikation sind dramatisch:
- Die Gefahr von Hungersnöten und Naturkatastrophen nimmt zu.
- In Wechselwirkung mit dem Klimawandel verstärkt sie die Armut der Menschen.
- Zusätzliche Dürrejahre verschärfen die Not durch Nahrungsmittelmangel und provozieren Landflucht und Konflikte.
Die 50 am wenigsten entwickelten Länder sind besonders stark von Desertifikation betroffen. In diesen Ländern nehmen Trockengebiete rund zwei Drittel der Landesflächen ein. In Afrika und Asien leben etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung in von Desertifikation bedrohten Gebieten, in Südamerika sind es etwa 30 Prozent.
In den letzten 40 Jahren wurde ein Drittel der weltweiten Ackerflächen aufgegeben, da Bodenerosion sie unproduktiv gemacht hat. Jedes Jahr kommen weltweit 20 Millionen Hektar degradierten Landes dazu. Steigende Bevölkerungszahlen, abnehmende landwirtschaftlich nutzbare Flächen und die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen das Problem.