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Aurelio Galfetti 1936-2021
Der Architekt ist in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember in Bellinzona verstorben. Er war eine der führenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Tessiner Architektur.
Der am 2. April 1936 in Lugano geborene Galfetti schloss 1960 sein Architekturstudium an der ETH Zürich bei Professor Paul Waltenspühl ab. Nach einem Praktikum im Atelier von Tita Carloni arbeitete er zwischen 1962 und den 1980er-Jahren mit Flora Ruchat-Roncati, Ivo Trümpy, Livio Vacchini, Mario Botta, Rino Tami und Luigi Snozzi zusammen. Er nahm an zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben teil und unterrichtete neben seiner Tätigkeit als Architekt seit 1984 an der EPF Lausanne und an der UP8 in Paris.
Zusammen mit Mario Botta gründete er 1996 die Accademia di architettura in Mendrisio, deren Direktor er von 1996 bis 2001 war. 2005 bis 2007 leitete er den Master of Advanced Studies in Architecture and Urban Planning und 2008 das Diplom zum Thema AlpTransit.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen das Bagno publicco im Tessin und die Restaurierung des Castelgrande in Bellinzona, das «Bâtiment Ulysse» in Lausanne, die Mediathek in Chambéry, das «Net Center» in Padua und «La Résidence» in Maastricht sowie mehrere Projekte in Griechenland.
«… volevo fare il progetto di una casa, ma non era tanto l'oggetto ‹casa› che mi interessava; il rapporto con il mare e l'isola erano gli elementi centrali del progetto …»
Aurelio Galfetti, Archi 4/2006
Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Das jüngste Projekt, bei dem er ein interdisziplinäres Team leitete, ist die Gründung des IRB-Instituts für biomedizinische Forschung, das Ende November eröffnet wurde.
Zu den aktuellen Veröffentlichungen über sein Werk gehört das Buch «Aurelio Galfetti. Costruire lo spazio», herausgegeben von Franz Graf (Mendrisio Academy Press und Silvana editoriale 2021).
Unsere Schwesterzeitschrift Archi hat sein Schaffen stets aufmerksam verfolgt und ihm eine monografische Ausgabe gewidmet (Archi 4/2006), in der sich ein Essay von Kenneth Frampton mit dem Titel: «Omaggio a Lio: un greco-ticinese» findet. Sein Tod hinterlässt eine weitere markante Lücke in der Tessiner Architekturdebatte.