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Wann soll man Füllungen ersetzen?
Die Langlebigkeit von dentalen Versorgungen hängt stark von der Kontinuität des Übergangs zwischen Restauration und Zahnstruktur (Füllungsrand) ab. Die klinische Entscheidung, ob eine Füllung repariert oder ersetzt werden soll, wird gewöhnlich auf der Basis des schwächsten Punktes entlang des Füllungsrandes getroffen. Physikalische Eigenschaften des Füllungsmaterials wie Polymerisationsschrumpfung, Wasseraufnahme, Elastizitätsmodul und Festigkeit haben alle Auswirkungen auf die Stressverteilung und können die Integrität des Randes signifikant beeinflussen. Diese Übersicht konzentrierte sich auf zwei Aspekte des Füllungsrandverschleißes im oralen Umfeld:
Frage 1: Sind In-vitro-Tests zu Mikroundichtigkeiten („microleakage“) zuverlässig genug, um klinische Konsequenzen im Hinblick auf verfärbte Ränder bei adhäsiven Versorgungen vorherzusagen?
Antworten:
• In der aktuellen Literatur veröffentlichte In-vitroTests zu Mikroundichtigkeiten stellen keine zuverlässigen Laboruntersuchungen dar.
• In-vitro-Tests zu Mikroundichtigkeiten in publizierten klinischen Studien können nicht zur Vorhersage klinischer Ergebnisse bezüglich verfärbter Ränder herangezogen werden.
• Ein standardisiertes und universell akzeptiertes Verfahren zur Bewertung von Mikroundichtigkeiten könnte auf einer relativen Skala zum Vergleich von Adhäsivsystemen und Studien bessere Informationen ermöglichen
Frage 2: Sind verfärbte Füllungsränder und Randspalten bei adhäsiven Versorgungen ein zuverlässiger Indikator zur Vorhersage von Sekundärkaries?
Antworten:
• Der Begriff „Caries Adjacent to Restorations and Sealants“ (CARS, Karies neben Füllungen und Sealern) ist eine einschließende Bezeichnung, die für alle Mechanismen der Kariesentwicklung an versorgten Zähnen gilt. CARS sollte anstelle der Begriffe Sekundärkaries, rezidivierende, verbleibende und übrige Karies verwendet werden.
• CARS tritt am wahrscheinlichsten an gingivalen Füllungsrändern > 400 µm auf.
• Veränderungen in der Opazität und Farbe der Nachbarzähne sind keine Anzeichen für eine CARS ohne klar sichtbare kariöse Spalten.
• Marginale Defekte ohne klar sichtbares weiches Dentin an der Wand oder Basis des Defektes sollten überwacht oder repariert und versiegelt werden.
• Die Entfernung von Füllungsmaterial zur Darstellung der Wände und Basis des Defektes vor der Reparatur oder Versiegelung wird empfohlen.
• Bei klinischen Studien über „antikariöse“ oder potenziell kariogene Materialien wäre die Beurteilung von CARS sinnvoll. Für andere Materialien ist es nicht zweckmäßig, CARS zu messen.
Schlussfolgerungen: Defekte Füllungsränder ohne sichtbare Evidenz von aufgeweichtem Dentin an Wand und Basis des Defektes sollten überwacht, repariert oder versiegelt werden, anstatt die ganze Füllung zu ersetzen.
Dennison JB, Sarrett DC. Prediction and diagnosis of clinical outcomes affecting restoration margins. J Oral Rehabil 2011;38 (DOI: 10.1111/j.1365-2842.2011.02267.x).
Wie zuverlässig sind Volumentomogramme?
Die digitale dentale Volumentomographie ist eine neue diagnostische Technologie, die in den letzten Jahren in die Zahnmedizin Einzug gehalten hat. Sie bietet viele Vorteile gegenüber konventionellen Röntgenaufnahmen und Computertomogrammen (CTs), zu welchen u. a. eine hohe Auflösung und eine geringe Strahlendosis gehören. Entsprechend wird diese Technologie vermehrt als diagnostisches Hilfsmittel zur Beurteilung von impaktierten Zähnen und odontogenen Tumoren sowie zur Implantatplanung eingesetzt. Es sollte aber darauf hingewiesen werden, dass der Einsatz der Pixelwerte eines digitalen dentalen Volumentomogramms (DVT) zur Bestimmung des Knochendichteindex nicht der gleiche ist wie bei den CT-Werten in helikalen Multidetektor-CTs (MDCTs). Zusätzlich kann die Position des Zielobjektes im Sichtfeld (Field of View = FOV) den Pixelwert bei DVTs beeinflussen, was möglicherweise ungenaue Schätzungen der Knochendichte zur Folge hat. Diese Tatsachen führen zu der Behauptung, dass Pixelwerte in DVTs nicht so zuverlässig sind wie CTWerte in MDCTs. In der vorliegenden Studie sollte die Zuverlässigkeit der Pixelwerte in DVTs vor allem in Bezug auf den Effekt von umliegenden Objekten außerhalb des FOV untersucht werden. Miteinander verglichen wurden ein GE Hi-Speed QXi, ein MDCT-Scanner und das 3D Accuitomo FPD 8, ein DVT-Scanner. Die Aufnahmen wurden an Phantomköpfen durchgeführt, die eine spezielle Flüssigkeit (Lipiodol Ultra Fluid) enthielten, um möglichst natürliche Bedingungen simulieren zu können. Der Phantomkopf Typ A wurde zur Messung der Pixelwerte und der Phantomkopf Typ B zur Messung der Umgebung verwendet. Für das DVT wurde der Phantomkopf Typ A in einem Wasserbad positioniert und so vier Arten von Umgebungsbedingungen reproduziert: (1) kein anderer Phantomkopf vorhanden; (2) Phantomkopf Typ B ebenfalls innerhalb des FOV; (3) Hälfte des Phantomkopfes Typ B innerhalb des FOV; (4) Phantomkopf Typ B vollständig außerhalb des FOV, aber im Bereich des auf Phantomkopf Typ A gerichteten Röntgenstrahls.
Resultate: In MDCTs zeigten die Pixelwerte eine fast lineare Korrelation mit der Konzentration von Lipiodol Ultra Fluid. In DVTs hingegen waren die Pixelwerte nicht linear mit der Konzentration von Lipiodol Ultra Fluid korreliert. Die Position des Phantomkopfes Typ B beeinflusste die Pixelwerte der Bilder vom Phantomkopf Typ A.
Schlussfolgerungen: Pixelwerte in DVTs können von verschiedenen Bedingungen wie der Aufhärtung sowie den umliegenden Materialien beeinflusst werden und sind deshalb nicht zuverlässig. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn Pixelwerte in DVTs zur Bewertung der Knochendichte bei potenziellen Implantationsstellen verwendet werden.
Araki K, Okano T. The effect of surrounding conditions on pixel value of cone beam computed tomography.
Clin Oral Implants Res 2011;22 (DOI: 10.1111/j.1600-0501. 2011.02373.x).