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Das ewig unterlegene Nesthäkchen entwickelt laut Adler einen starken Ehrgeiz. Mittlere Kinder hingegen hätten die günstigste Position in der Familie und zeichneten sich durch emotionale Stabilität aus. Adler selbst war das zweite von sieben Geschwistern. Ähnlich sah das der US-amerikanische Wissenschaftshistoriker Frank Sulloway, der Ende der 1990er-Jahre die Geschichtsbücher nach erstgeborenen Führungsfiguren und rebellischen Nachzüglern durchkämmte.
Unter den Spätgeborenen fand er Querdenker und Revolutionäre wie Charles Darwin, Karl Marx und Mahatma Gandhi; typische Erstgeborene sah er in Stalin und Mussolini. Seine Erklärung: Jedes Kind besetze eine bestimmte Nische innerhalb der Familie und nutze daraufhin eigene Strategien, um das Leben zu meistern. Erstgeborene und Einzelkinder hätten weniger Grund, mit dem Status quo zu hadern und identifizierten sich stärker mit der Weltsicht von Vater und Mutter. Jüngere Geschwister seien sich der Gunst der Eltern weniger sicher und würden daher vermehrt alternative Lebenswege einschlagen.