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Schlachtfelder,
diejenigen Teile des Kriegsschauplatzes (s. d.), auf welchen der Zusammenstoß größerer feindlicher Truppenmassen erfolgt. Von größter Bedeutung ist die Hygieine der S. In allen Ländern enthalten aus Gründen der Hygieine und der Pietät die neuern Vorschriften für den Kriegssanitätsdienst auch Anweisungen betreffs der Bestattung der Toten. Dieselbe soll derartig sein, daß der Verpestung der Luft durch Fäulnisgase wie einer Durchsetzung des Wassers mit Leichenjauche vorgebeugt wird.
Nach der deutschen Kriegssanitätsordnung hat die Beerdigung, wenn der Tod sicher festgestellt ist, namentlich im Sommer so schnell wie möglich stattzufinden. Die Gräber, namentlich Massengräber, sollen weder innerhalb von Ortschaften, noch dicht an Landstraßen oder auf Wiesen oder in engen Schluchten, noch in unmittelbarer Nähe von Quellen und Wasserläufen angelegt werden. Die Gräber selbst müssen etwa 2 m tief sein, Massengräber in größerer Entfernung voneinander liegen.
Den zur
Anlage der letztern bestimmten Militärkommandos sind
Ärzte beizugeben. Auf jedem
Schlachtfelde haben
Besichtigungen
stattzufinden, ob alles zur Fäulnis Neigende gehörig beerdigt, verscharrt oder beseitigt ist. Die Anwohner der
Leichenfelder sind, wenn möglich, zu veranlassen, ein Besäen oder Bepflanzen der Begräbnisstätten, nötigenfalls auch
Desinfektionen und Neuaufschüttungen vorzunehmen. Machen sich von
Begräbnisplätzen aus gesundheitsschädliche Einflüsse
geltend, so haben Truppenkommandos nach Angabe der Militärärzte Vorkehrungen zu treffen (Herausnehmen der
Leichen, Tieferlegen
der
Gräber, Aufschütten, Bepflanzen,
Desinfizieren, Verbrennen u. s. w.).
Die namentlich im Deutsch-Französischen Kriege 1870/71 in großem Maßstabe erfolgte Verwendung chem. Desinfektionsmittel zur Assanierung von S. wird vom heutigen Standpunkt aus als verfehlt bezeichnet. Teils konnten die gewählten Desinfektionsmittel an sich oder die Art ihrer Anwendung den beabsichtigten Zweck überhaupt nicht erreichen, teils verzögern wirklich wirksame Desinfektionsmittel die schnelle Zerstörung der Leichen. Bei genügender Eindeckung der Gräber gewährleistet der Erdboden die größte Sicherheit gegen Gesundheitsschädigungen durch Leichenanhäufung. Von Desinfektionsmitteln könnte höchstens Kalk, in den die Leichen einzubetten sind, in Betracht kommen.
Theoretisch wäre gerade auf S. die Verbrennung von Menschen- und Tierleichen und anderem fäulnisfähigem Material sehr zweckmäßig. Praktisch hat sich dieselbe früher bei dem Mangel entsprechender Einrichtungen nicht bewährt, weder 1814 vor Paris [* 2] noch auf den S. um Metz [* 3] und Sedan [* 4] 1870/71. Durch die neuern Verbrennungsöfen ist die Frage in ein neues Stadium getreten. Demgemäß läßt die deutsche Kriegssanitätsordnung die Verbrennung von Tierleichen zu; das österr. Reglement gestattet auch die Verbrennung von Menschenleichen.