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Das Sofa Terrazza nach einem Entwurf von Ubald Klug (geb. 1932) verkörpert den Begriff der Sitzlandschaft wie kein anderes Schweizer Möbel. Je nach Anordnung lassen sich aus mehreren Sofas ein Berg oder ein Tal aus gepolstertem Leder zusammenfügen. Durch die horizontale Schichtung entsteht der Eindruck, als würde man sich in ein topografisches Landschaftsmodell setzen.
Der Guhl-Schüler Ubald Klug hat für die unterschiedlichsten Aufgaben kreative Antworten gefunden – von der Gestaltung neuer Sanitärapparate (Lavabo Bellino, 1964, Trösch) über die Konzepte für das Stadtmobiliar von Paris (1972) und das Cockpit des Airbus A 320 (1984) bis zum Prototyp eines modularen Wohnhauses (1970). Sein Wirkungsfeld ist seit 1966 Paris. Zuweilen brachte ihn der Designberater Alfred Hablützel auch mit Schweizer Fabrikanten zusammen, so in den 1970er-Jahren mit dem Ledermöbelhersteller De Sede. Klug – ein Nonkonformist in Sachen Einrichtungsdesign – konfrontierte den damaligen Generalmanager Urs Felber mit einer verblüffenden Modellskizze, die auf der Idee eines vom Sitzen verformten Sandhaufens beruhte. De Sede war einverstanden, sofern sich das Modell in Leder umsetzen liesse. Nun baute Klug auf rechteckigen Grundplatten mehrschichtige Polsterreliefs auf, die zum Sitzen oder zum Liegen einluden. Die verschiedenartigen Elemente fügte er zu eigentlichen Sitzlandschaften zusammen. Die Analogie zum topografischen Schichtenmodell oder zur terrassierten Kulturlandschaft ist nicht zu übersehen; darauf bezieht sich wohl auch der Name Terrazza. Mick Jaggers Pose zeigt, wie sehr Klug mit seinem Ansatz den Nerv der Zeit getroffen hatte. Die kurvig geformten, knautschigen Polsterkörper wiesen alle Merkmale einer Wohnkultur auf, die damals in jungen Wohngemeinschaften verbreitet war – ausser einen erschwinglichen Preis. (Arthur Rüegg)