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Wenn zwei begabte Querköpfe wie Harry Nilsson und Randy Newman ein gemeinsames Album auf dem Weg bringen, darf man sich stimmlich und dichterisch auf einiges gefasst machen. Nilsson, der Songs »mit dem lachenden Auge des Zynikers und weinenden Auge eines Nostalgikers vorträgt« (Rowohlt-Rocklexikon) findet im noch wenig bekannten Newman seinen Reaktionsbeschleuniger, diesen ruhigen, aber ätzenden Sozialkritiker, der noch oft seine schreibenden Finger in die schwärenden Wunden der amerikanischen Gesellschaft legen wird.
In einem teils im Overdubbing aufgeschichteten Harmoniegesang, der zwischen Kuhstall, Barbershop und Beatles rochiert, macht Nilsson so manche bittere Textpille verdaulich. Er referiert die bizarre Chronik einer öden Partnerschaft in freudiger Erwartung morbiden Wegdämmerns im Altersheim ("Love Story"), schwört einer Caroline zum Frühling ihres Lebens vereinsamte Zweisamkeit oder fantasiert sich ins kleinstbürgerliche Idyll vergangener Tage in der Provinz ("Dayton, Ohio 1903"). Großer Background wäre dieser hoch gezüchteten Songkultur abträglich. Es genügen die wandernden Pianoakkorde, ein wenig elektrisiertes Cembalo und ein paar sanfte Griffe in die Rockorgel, um so ganz old fashioned mit sarkastischem Lächeln oder gar fiesem Grinsen in trostloser Wirklichkeit zu gründeln, ohne dem Blues zu verfallen.