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Anlässlich des zehnten Jahrestags des Absturzes einer Maschine der spanischen Fluggesellschaft Spanair in Madrid ist in Spanien der 154 Todesopfer gedacht worden. Gedenkfeiern fanden am Montag in der Hauptstadt Madrid sowie in Las Palmas auf der Insel Gran Canaria statt, den Start- und Zielorten von Unglücksflug JK5022.
Unter den Teilnehmern waren viele Politiker, einige der 18 Überlebenden des Unglücks sowie Hinterbliebene der Opfer.
Die Präsidentin der Opfervereinigung, Pilar Vera, die beim Absturz eine Nichte verlor, forderte bei der Gedenkfeier in Madrid erneut die Freigabe aller Untersuchungsakten und rief die Politik dazu auf, alles zu tun, um zur Aufklärung des Unglücks beizutragen.
Im Herbst 2012 hatte das Madrider Landgericht die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt. Zwei Techniker, die der Ermittlungsrichter mitverantwortlich gemacht hatte, wurden nicht angeklagt. Nach Ansicht des Gerichts trugen der Pilot und der Copilot die Hauptschuld.
Die Cockpit-Besatzung, die beim Unglück ums Leben kam, habe es versäumt, die Vorflügel und Klappen auszufahren, die der Maschine beim Start Auftrieb geben sollten. Weshalb die Alarmanlage ausfiel, konnte in den Ermittlungen nie zweifelsfrei geklärt werden.
Auf Antrag der «Vereinigung der Opfer von Flug JK5022» wurde im spanischen Parlament aber erst im Juli eine Kommission gebildet, die den Absturz neu untersuchen soll und in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Experten und Überlebende befragt hat.
Der spanische Verkehrsminister José Luis Ábalos sagte bei der Gedenkfeier auf dem internationalen Flughafen von Madrid, er werde «investieren und unermüdlich arbeiten», um die Sicherheit nicht nur im Flug-, sondern auch im terrestrischen Verkehr zu verbessern.
Beim Unglück auf dem Madrider Flughafen Barajas war die Maschine des Typs MD-82 am 20. August 2008 unmittelbar nach dem Start abgestürzt. Das Flugzeug sollte von Madrid nach Gran Canaria fliegen. Die 1986 gegründete Spanair stellte den Betrieb rund dreieinhalb Jahre nach dem Unglück im Januar 2012 ein. Die Gesellschaft hinterliess Schulden von mehr als 350 Millionen Euro. (sda/dpa)