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Le Pen will mit neuem Namen und etwas gemässigterem Ton Bündnisse mit anderen Parteien erleichtern.
KEYSTONE/EPA/THIBAULT VANDERMERSCH(sda-ats)
Die französische Partei Front National soll künftig "Rassemblement National" heissen. Diesen neuen Namen schlug die Vorsitzende Marine Le Pen am Sonntag auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille vor. Die Umbenennung will Le Pen noch von der Basis bestätigen lassen.
Der Name lässt sich in etwa mit "Nationale Vereinigung" übersetzen. Er hat aber auch einen militärischen Anklang und bedeutet in diesem Kontext so viel wie "Aufmarsch".
Mit der Umbenennung will Le Pen den Kurs der "Entdämonisierung" ihrer Partei vorantreiben und sie mit Blick auf die Europawahl im kommenden Jahr für Bündnisse öffnen.
Zuvor hatte die fremdenfeindliche Partei endgültig alle Bande zu ihrem umstrittenen Gründer Jean-Marie Le Pen gekappt. Die Mitglieder stimmten einer Änderung der Parteistatuten zu, mit der Le Pens Posten als Ehrenvorsitzender abgeschafft wird.
Die Mitglieder billigten in einer schriftlichen Befragung nach Angaben der FN-Spitze mit fast 80 Prozent die neuen Statuten, in denen das Amt des Ehrenvorsitzenden nicht mehr vorkommt. Damit zieht der Front National einen Schlussstrich im jahrelangen Streit um den Kurs der Partei.
Bruch nach umstrittenen Äusserungen
Le Pens Tochter Marine Le Pen hatte ihren Vater bereits 2015 aus dem Front National ausschliessen lassen. Grund war unter anderem seine Äusserung, die Gaskammern der Nazis seien ein "Detail" der Geschichte. Dafür wurde Jean-Marie Le Pen mehrfach verurteilt. Seitdem hatte er aber noch den Ehrenvorsitz inne.
Um den Ausschluss und den Ehrenvorsitz lieferten sich der heute 89-jährige Jean-Marie Le Pen und seine Tochter danach einen jahrelangen Streit vor Gericht. Marine Le Pen hatte den Parteivorsitz 2011 von ihrem Vater übernommen, der der Partei fast 40 Jahre lang vorstand.
Laut der Mitgliederbefragung sprachen sich die Front-National-Anhänger mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit von 67 Prozent für einen Ausstieg aus dem Euro aus. Zudem fordern 90 Prozent ein Referendum für einen "Frexit", einen Ausstieg aus der EU nach britischem Vorbild.
SDA-ATS