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IAEO: Innovation in der Tsetsefliegen-Bekämpfung
Die SIT ist eine Methode zur Empfängnisverhütung bei Fliegen, bei der in Aufzuchten gehaltene männliche Fliegen mit Gammastrahlen unfruchtbar gemacht werden. Wenn sich die freigelassenen Männchen mit wildlebenden Weibchen paaren, werden keine Nachkommen gezeugt, wodurch die Insektenpopulation mit der Zeit abnimmt. Die SIT ist bei der Tsetsefliege besonders erfolgreich, da die weibliche Tsetsefliege sich in ihrem ganzen Leben nur ein einziges Mal mit einem Männchen paart. Sie lagert anschliessend die Spermien in ihrem Abdomen und verwendet sie jedes Mal, wenn sie ihre Eier befruchten will (sechs- bis zehnmal in ihrem Leben).
Aber jede Woche Tausende von männlichen Fliegen zu sortieren, – was von Hand gemacht wird – sei «ein langwieriger Prozess», erklärte die IAEO. Deshalb entwickelte die IAEO in Zusammenarbeit mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) eine neue Technik und ein Gerät mit einer Infrarot-Hochgeschwindigkeitskamera, welche die Sortierung beschleunigen hilft. Die Sortierung ist entscheidend, damit nur Männchen sterilisiert werden, während die Weibchen im Labor bleiben, um die für das SIT-Programm erforderliche Tsetsefliegen-Kolonie zu erhalten.
Fachleute des FAO-/IAEO-Labors zur Bekämpfung von Insektenschädlingen in Seibersdorf in Österreich sortieren für SIT-Projekte bis zu 7700 Tsetsefliegen pro Woche. Mit der neuen Technik, die das Sortierverfahren rationalisiert, können nun mehr Tsetsefliegen sortiert werden, was zu einer verbesserten Seuchenbekämpfung führt. Darüber hinaus ermöglicht die Technik, Tsetsefliegen bereits im Puppenstadium zu sortieren, sodass gesündere sterile männliche Tsetsefliegen zu Feldprogrammen südlich der Sahara verschickt werden, denn Puppen sind weniger empfindlich als erwachsene Insekten.