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Affordable Housing
Adresse
8047 Zürich
ZH
Architektur
Das Mehrfamilienhaus von Gus Wüstemann Architects beweist, dass man mit einem minimalistischen Design hohe Wohnqualitäten schaffen kann – dies zu einem günstigen Preis. Das Projekt versteht sich als ein Statement gegen die sukzessiv ansteigenden Standards im Wohnungsbau.
Chronologie
Die Baechi-Stiftung beauftragte 2017 den Architekten Gus Wüstemann mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses. Als Grundstück stand eine bis anhin als Parkplatz genutzte Freifläche zur Verfügung. Der Neubau sollte qualitativ hochwertige Wohnungen mit kostengünstigen Mieten bieten. Das sogenannte «Affordable Housing» verfügt über neun Wohnungen und konnte 2019 bezogen werden.
Lage
Der Wohnblock befindet sich an der Langgrütstrasse 107 in Zürich Albisrieden. Er wird von Norden, über die Langgrütstrasse erschlossen. Das Quartier ist von einer Siedlungsstruktur aus Zeilenbauten der 1950er-Jahre geprägt, die rechtwinklig zueinander angeordnet sind. Die Zwischenräume bilden grosszügige Gärten. Das «Affordable Housing» ist in einem solchen Garten platziert. Im Südosten folgt der Letzi-Sportplatz.
Beschreibung
Das fünfgeschossige Gebäude ist ein massiver Sichtbetonbau mit Flachdach. Die Aussenwände stehen schiefwinklig zueinander. Aus diesem Grund erscheint die Nordfassade wie eine Scheibe und lässt die dahinterliegenden Fassaden verschwinden. Die Nordfassade ist ebenso wie die Südfassade streng gerastert und mit Lochfenstern durchsetzt. Im Norden befinden sich jeweils vier und im Süden drei Holzfenster pro Geschoss. Die Ostfassade besitzt eine zurückversetzte Fensterfront auf der Südseite und auskragende Betonbalkone auf der Nordseite. Die Eingangstür, die aus dem gleichen Holz wie die Fenster besteht, ist in der mittigen Wandscheibe platziert. Die Westseite ist mit Balkonen versehen. Die stirnseitigen Betonbrüstungen kragen schräg vor und die Seiten kontrastieren mit einem feinen Stahlgittergeländer. Der hängende Sonnenschutz der Balkone besteht aus Holz. Im obersten Geschoss befinden sich eine Dachwohnung und eine grosse, nach Süden gerichtete, gemeinschaftliche Dachterrasse, die die Gebäudehöhe staffelt. Die Sichtbetonoberflächen wurden mithilfe einer OBS-Plattenschalung erzeugt, deren Struktur sich markant abzeichnet. Die Fassade wird aufgrund dieser Materialisierung als homogene Einheit wahrgenommen. Nur die horizontalen Schalungsfugen pro Geschoss sind zu erkennen.
Auf jeder Etage befinden sich zwei Wohneinheiten mit 3,5 beziehungsweise 4,5 Zimmern. Die trapezförmigen Grundrisse werden von zwei parallelen Wohnräumen durchstossen, die von der Ost- bis zur Westseite reichen. Der Wohnbereich findet in den Balkonen Ergänzung und ist lichtdurchflutet. Die Innenwände besitzen dieselbe Textur wie die Fassaden und lassen Innen- und Aussenraum verschmelzen.
Literatur