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Freude und Sorge zugleichWie wahrscheinlich ist eine Fehlgeburt?
Mit der Freude über einen positiven Schwangerschaftstest schwingt oft auch die Sorge um eine mögliche Fehlgeburt mit. Tatsächlich können bestimmte Faktoren das Risiko in den ersten 12 Wochen erhöhen.
Eine eingetretene Schwangerschaft kann Freude, aber auch Sorgen und Trauer bereiten, wenn die werdende Mutter einen Fehlgeburt erleidet. Zwei Faktoren sind von Bedeutung: Einerseits spielt das Alter der werdenden Mutter eine Rolle, andererseits auch die Anzahl der bereits vorangegangen Schwangerschaften. Eine vierzigjährige Frau hat ein doppelt so hohes Risiko wie eine Zwanzigjährige. Zudem erleiden 15 Prozent aller Frauen eine Fehlgeburt wenn sie bereits mehrfach schwanger waren.
Das bedeutet aber nicht, dass frühere Fehlgeburten ein automatisch höheres Abort-Risiko verursachen. Erleidet die Frau einen Abort, sollte sie sich eine Ruhepause gönnen, bevor eine neuerliche Schwangerschaft angestrebt wird. In der Regel empfehlen Mediziner eine Pause von drei Monaten. Die Gebärmutterschleimhaut sollte nämlich - bevor die nächste Schwangerschaft einsetzt - genügend Zeit zur Rehabilitation bekommen.
So hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt
In wenigen Fällen treten wiederholte Fehlgeburten auf. Vor Jahren sprach man noch vom habituellen Abort, also dem gewohnheitsmässigem Abort, wobei das - nach neuesten Erkenntnissen - nicht der Realität entspricht. Die Zahlen zeigen, dass 60 bis 70 Prozent aller Frauen, die mehr als drei Fehlgeburten erleiden mussten, ein gesundes Kind auf die Welt gebracht haben. Heute spricht man daher vom repetitiven Abort.
Das Wichtigste in Kürze
- 12 Prozent der Schwangerschaften enden vorzeitig mit einer Fehlgeburt.
- Das Risiko eines Aborts steigt mit zunehmendem Alter.
- Treten wiederholt Fehlgeburten auf, sollten Sie medizinischen Rat suchen.
Das Fehlgeburtsrisiko einer Frau, die bislang keinen Abort erlitten hat, liegt bei 12 Prozent; nach einer Fehlgeburt erhöht sich das Risiko auf 24 Prozent und nach zwei Fehlgeburten auf 26 Prozent. Hat die Frau bereits drei Fehlgeburten erlitten, so erhöht sich das Risiko auf 32 Prozent. Frauen, die hingegen noch keine Schwangerschaft positiv beendet haben und zwei oder gar mehr Fehlgeburten erlitten, haben ein Fehlgeburtsrisiko von 40 bis 45 Prozent.
Medizinische Gründe für einen Abort
In seltenen Fällen sind auch medizinische Gründe für neuerliche Fehlgeburten verantwortlich. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Frau, nachdem sie zwei Kinder verloren hat, medizinisch untersuchen lässt, bevor sie eine weitere Schwangerschaft anstrebt. Mitunter liegen Chromosomenstörungen vor, wobei mitunter auch Erkrankungen der Mutter - wie etwa eine Zervixinsuffizienz - die Muttermundschwäche - oder auch Hormonstörungen möglich sind. So können eine Gelbkörperschwäche (Progesteronmangel) oder auch polyzystische Ovarien und zu viele männliche Geschlechtshormone die Gründe für wiederholende Fehlgeburten sein.
Mitunter kann auch das Antiphospholipid-Syndrom (die Betroffenen neigen zur Bildung winziger Blutgerinnsel) eine Erklärung sein, warum die Schwangerschaft immer durch einen Abort beendet wird. Mittels entsprechenden Behandlungen ist es möglich, dass die Schwangerschaft problemlos verläuft und am Ende ein gesundes Kind auf die Welt kommt.
Die Mediziner können während der Schwangerschaft blutverdünnende Medikamente verabreichen oder auch darauf achten, dass der Hormonspiegel im Gleichgewicht bleibt. Wichtig ist, dass die Frau während der Schwangerschaft regelmässig untersucht wird, sodass auf etwaige Veränderungen reagiert werden kann.
Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock