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Alles begann im Jahr 15. v. Chr., als der römische General Drusus der Ältere – Adoptivsohn von Augustus – begann die Pfade der Kelten, Räter und Etrusker zur ersten richtigen Strasse über die Alpen auszubauen.
Dieses immense Werk von der Hauptstadt der römischen Provinz Raetia, Augusta Vindelicorum (heute Augsburg) bis nach Venedig wurde erst 60 Jahre später, nämlich 46/47 n. Chr., durch Drusus Sohn – Kaiser Claudius – fertig gestellt um den raschen militärischen Nachschub zu ermöglichen, aber auch die Menschen an der Adria und dem Po mit denen in den Donauebenen im Norden des Reichs zu verbinden und den Warenverkehr zu erleichtern.
Vom 9. bis 11. Jh. war Altfinstermünz die Gerichtsstätte für die Region Unterengadin, Nauders und Pfunds. Im Jahre 1078 liess Herzog Welf im Kriegszug gegen die Bischöfe von Chur in der „Clusa“ eine Besatzung zurück.
Im Jahr 1159 wurde Altfinstermünz das erste Mal urkundlich erwähnt, als „Vinestana silva“, was übersetzt soviel wie „Wald von Finstermünz“ bedeutet. Das Wort Finstermünz kommt vom indogerm “mintsja“ was übersetzt bedrohlich emporragender Fels heisst.
Im Jahre 1300 wurden nachweislich Maut und Zoll eingehoben. Die ältesten Zolltarife sind von 1534 überliefert. Die ersten Befestigungsbauten wurden ab 1472 errichtet, wie zum Beispiel der Brückenturm im Inn und Siegmundsegg, um sich vor Einfällen aus dem Engadin zu schützen.1499 war es das Bollwerk im Engadinerkrieg. 1502 bis 1537 wurde der mächtige Torturm errichtet, die Durchfahrt wurde mit Pechnasen und Wehrplatte gesichert. Die neue Kapelle Mariä Himmelfahrt wurde 1605 gebaut und geweiht. Ab 1652 war Finstermünz die Grenze zwischen Tirol und Graubünden.
Das Zollamt wurde 1779 nach Martinsbruck verlegt und Finstermünz kam in Privatbesitz. Finstermünz wurde zum Gasthaus und zur Bierbrauerei. „Der Burgfrieden“ ging wieder ganz an das Gericht Nauders zurück. 1799 fanden heftige Kämpfe in den Koalitionskriegen zwischen Frankreich und seinen europäischen Machtrivalen statt, wobei die Pfundser Schützen etwa 300 Gefangene machten.
Ab 1856 wurde Finstermünz (ab nun Altfinstermünz) – wegen der Vollendung der neuen Strasse von der Kajetansbrücke nach Nauders – bedeutungslos. Altfinstermuenz wurde nur noch als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Um 1875 entstand eine neue Brücke.
1948/49 fand erneut eine Brückensanierung durch das Denkmalamt statt und die Brücke wurde unter Denkmalschutz gestellt. Seit 1999 ist die Brücke wieder öffentlich zugänglich und damit erneut ein Bindeglied zwischen Tirol und dem Engadin.
Gestern Sonntag – am letzten Tag im August – fand eine Exkursion mit etwa 20 Interessenten des Festungsmuseums CRESTAWALD statt. Die sehr informative Führung durch die Sperre Alt-Finstermünz am Inn durch Hermann Klapeer wurde hervorragend organisiert vom Vereinspräsidenten Hans Stäbler persönlich. Dafür auch von uns herzlichen Dank.