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Wie versprochen hatten wir Sifaya die LKR 15000 für das Fenster im Mädchenzimmer zukommen lassen.
Mit dem üblichen Grosseinkauf besuchten wir sie und ihre Kinder. Während Chammi sehr gut Englisch spricht, ist eine direkte Unterhaltung mit Sifaya nicht möglich. Sie sprach mit Roy und er übersetzte immer wieder unsere Fragen und ihre Antworten.
Natürlich interessierten wir uns für das neue Fenster. Ein Blick um die Hausecke zeigte aber das alte, vollflächig mit Tüchern zugespannte Fenster!? Nachdem wir Roy gebeten hatten, danach zu fragen, setzte Sifaya zu einem langen Monolog an. Nach ein paar Minuten fing sie leise an zu weinen, und als das Weinen in Schluchzen überging, waren wir besorgt. Es wurde immer herzzerreissender. Als sie schliesslich ins Haus verschwand, bedrängten wir Roy, endlich zu übersetzen, was passiert sei.
Unsere Bestürzung war gross, als er nach längerem Schweigen seine Brille auszog und sich die Tränen abwischte! Um Fassung ringend fasste er Sifayas Rede zusammen. Sie hätten das Fenster bis heute nicht ersetzt, weil das Rausreissen des alten Fensters und die nötigen Anpassungsarbeiten weitere LKR 4000 – 5000 gekostet hätten, die sie nicht hätten aufbringen können. Die LKR 15 000 seien immer noch auf dem Konto.
Es wäre ihr aber nie in den Sinn gekommen, das Geld für etwas anders auszugeben. Sie würde nie unsere erste Begegnung in dem Ziegenstall, in dem sie mit den Mädchen nach dem Tsunami untergekommen war, vergessen. Und auch die Unterstützung, die wir ihr jahrelang hätten zukommen lassen. Niemand sonst hätte sich um sie gekümmert, und auch die Familie ihres jetzigen Mannes sei weder an ihr noch an den Mädchen interessiert. Seit 2005 würden wir als Einzige jedes Jahr nach ihr sehen, und mit den Sparkonten für die Mädchen hätten wir ihr die grösste Sorge um deren Zukunft abgenommen.
Um nicht von den Emotionen mitgerissen zu werden, fragte ich Roy betont flapsig: „Du glaubst doch nicht im Ernst daran, dass das Geld noch da ist!!“ In dem Moment kam Sifaya mit ihrem Bank- Büchlein aus dem Haus und überreichte es Roy. Kontostand seit Frühling 2012 LKR 15‘000………………..
Ob wir uns erinnern könnten, wie er damals für das Bank-Büchlein hätte kämpfen müssen? Sifaya hatte in der Trauerzeit das Haus nicht verlassen dürfen/wollen, und die Bank hatte das persönliche Erscheinen des Kontoinhabers verlangt.
Natürlich konnten wir uns erinnern, aber Roy müssen noch ganz andere Erinnerungen eingeholt haben. 17 Mitglieder seiner und Mefuzas Familie waren bei dem Tsunami umgekommen, und sie konnten nur zwei davon beerdigen. Er war als einer der ersten vor Ort und muss Unmenschliches geleistet haben.
Wir warten auf Sifayas Kostenvoranschlag und werden ihr dann den fehlenden Betrag überweisen, damit ein neues Fenster eingebaut werden kann.
An dieser Stelle möchten wir uns bei Roy ganz herzlich bedanken. Ohne seine Hilfe und seinen Einsatz in Hambantota wäre unsere Hilfe gar nicht möglich.