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Oeffentliche Postings
Warnung vor unerwuenschten Nebenwirkungen im Usenet
Wer mich liest
Bedenken Sie, dass alles, was Sie in eine Usenet-Newsgruppen senden,
eine Veroeffentlichung darstellt und nicht nur von den Personen gelesen wird,
die Sie erreichen wollen, sondern auch von anderen Personen und
Robot-Programmen.
Wer mir antwortet
Sie muessen immer damit rechnen, dass Sie auf eine vernuenftige Frage
oder einen vernuenftigen Diskussionsbeitrag nicht nur vernuenftige Antworten
bekommen, sondern von manchen Leuten auch unrichtige oder dumme Antworten
oder emotionale Beschimpfungen.
Erfahrungsgemaess ist es am besten, solche Antworten einfach zu
ignorieren und den Aerger nicht durch Gegenreaktionen noch zu verschlimmern.
Hingegen kann es hilfreich sein, wenn Sie solche Personen oder Themen mit dem
Filter-Mechanismus Ihres Newsreader- Programms ("Killfile")
automatisch ausblenden und damit fuer Sie selbst unsichtbar machen.
Es gibt einige psychisch gestoerte Personen, die das Usenet dazu
benutzen, um ihre Komplexe oder Aengste abzureagieren. Nur erfahrene
Psychiater wissen, wie man mit diesen Personen richtig umgeht.
Mailbomben
Immer wieder wird die Moeglichkeit diskutiert oder sogar dazu
aufgefordert, sogenannte "Mailbomben" an unliebsame Netz-Teilnehmer
zu senden, d.h. sehr viele und/oder sehr grosse Dateien an die vermeintliche
Mail-Adresse dieser Person oder Firma zu senden.
Tun Sie das niemals! Wie bei allen terroristischen Aktionen treffen
Mailbomben immer vor allem Unschuldige (in diesem Fall alle Benutzer des
Internet und alle Kunden der beteiligten Internet-Provider) und Sie kommen in
vielen Faellen als Bumerang an den Computer des Absenders zurueck.
Datenbanken
Es gibt einige grosse Datenbanken, in denen alle Usenet-Postings
gesammelt werden, um eine Suche nach Stichworten und Autoren zu ermoeglichen
(z.B. Dejanews, Altavista). Manche von ihnen speichern die Usenet-Postings im
Sinne einer historischen Welt-Bibliothek auch ueber sehr lange Zeitraeume
hinweg.
Sie muessen also damit rechnen, dass auch noch in vielen Jahren
jedermann ueberpruefen kann, welche Meinungen Sie in welchen Newsgruppen
vertreten haben. Ueberlegen Sie deshalb immer gut, was Sie ueber Usenet-News
veroeffentlichen wollen: "Erst denken, dann senden!"
Anonymes Senden
Fuer Faelle, in denen ein anonymes Versenden von Usenet-Artikeln
unbedingt notwendig ist (z.B. bei Fragen zu persoenlichen, gesundheitlichen
oder seelischen Problemen), gibt es eigene Services, die eine anonyme
Teilnahme an Usenet-Diskussionen (mit sicherer Verschluesselung der Adresse,
an die Sie die Antworten erhalten) ermoeglichen, siehe z.B.
http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/anon/
und die FAQ in de.answers. Das blosse Verfaelschen der Namens- und
Mail-Adressen-Angaben in Ihrem Newsreader-Programm eignet sich dafuer nicht.
Adresslisten und Reklame-Mail (UCE, UBE)
Kommerzielle Firmen sind an Adressen-Listen (auch Mail-Adressen) von
potentiellen Kunden interessiert. Es gibt Unternehmen, die alle in
Usenet-Postings oder auf Web-Pages veroeffentlichten Mail-Adressen sammeln
und verkaufen oder selbst fuer Reklame verwenden. Wenn Sie also etwas in
einer Usenet-Newsgruppe oder auf einer Web-Page veroeffentlichen, dann
muessen Sie damit rechnen, dass Sie in Ihrer Mailbox nicht nur echte Briefe
sondern auch irgendwelche Werbesendungen erhalten werden - so aehnlich wie
auch in ihrer normalen Papier-Post.
Erfahrungsgemaess ist es am besten, solche unverlange E-Mail (UCE oder
UBE, unsolicited commercial mail bzw. bulk mail) einfach zu loeschen und zu
ignorieren und nicht darauf zu antworten. Es kann dabei hilfreich sein, Mail
von solchen unerwuenschten Absendern durch den Filter-Mechanismus Ihres
Mail-Programms oder Ihres Internet-Providers automatisch ungelesen zu
loeschen.
Schutz gegen unverlangte E-Mail (UCE, UBE)
In erster Linie bitten Sie Ihren Provider, geeignete Massnahmen zu
Ihrem Schutz gegen unerwuenschte Mail einzurichten.
Bei serioesen Adressensammlern hat man in der Regel Erfolg, wenn man
die Loeschung per Datenschutzgesetz oder die Eintragung in die sogenannte
Freitag-Liste (analog zur Robinson-Liste fuer Papier-Post) verlangt. Manchmal
hat man auch Erfolg, wenn man der werbenden Firma rechtliche Schritte
androht (zumindest in den USA gibt es ein Urteil, dass unverlange E-Mail
dort fuer unzulaessig erklaert).
Bei unserioesen Adressensammlern und Werbefirmen ist es aber besser,
gar nicht zu antworten. Manche von Ihnen geben sogar absichtlich an: "Wenn
Sie diese Werbung nicht mehr erhalten wollen, senden Sie uns eine Antwort
mit dem Wort REMOVE." Wenn Sie das tun, dann haben Sie der Firma damit
bewiesen, dass Ihre Mail-Adresse gueltig und aktiv ist und daher in Zukunft
sogar bevorzugt fuer andere Werbeaktionen verwendet wird.
Manche Leute glauben, sich gegen unverlangte Mail dadurch schuetzen zu
koennen, dass sie ihre Usenet-Postings mit einer ungueltigen oder
gefaelschten Mail-Adresse absenden. Dies ist aber keinesfalls empfehlenswert.
Einerseits bewirken Sie damit eine unerwuenschte Zusatzbelastung des Netzes
und der System-Administratoren durch die entstehenden Mail-Fehlermeldungen,
und andererseits werden Sie dann nicht nur weniger unerwuenschte Werbung,
sondern auch weniger erwuenschte Antworten bekommen.
Letzten Endes ist eine Alles-oder-nichts-Frage:
Sie koennen nur
entweder veroeffentlichen oder geheim bleiben.
Fallen Sie nicht auf Tricks herein
Bevor Sie auf einen Usenet-Artikel reagieren, ueberlegen Sie, ob er
vielleicht humorvoll oder satirisch gemeint war, und das nicht nur rund um
den 1. April. Wenn z.B. jemand den Unix-Befehl "rm -rf *"
empfiehlt, fuehren Sie ihn bitte trotzdem nicht aus (Sie wuerden damit alle
Ihre Files loeschen). Aehnliches gilt fuer den Rat, ein Programm auf dem
FTP-Server <ip-pii> zu suchen (das ist naemlich Ihr eigener Computer), und
fuer Artikel von bekannten Spassvoegeln wie z.B. Herrn "Kibo".
Umgekehrt sollten Sie selbst, um alle Missverstaendnisse zu vermeiden,
immer mit dem Smiley-Symbol :-) kennzeichnen, wenn Sie etwas humorvoll oder
sarkastisch meinen.
Auch auf die schon seit Urzeiten ueber das Netz geisternden
Kettenbriefe von David Rhodes ("make money fast") und Craig Shergold
(der laengst nicht mehr im Spital liegt) und Warnungen vor gar nicht
existierenden Computer-Mail-Viren ("good times") und aehnlichen
Nonsense sowie auf Werbe- und Reklamesendungen sollten Sie nicht reagieren
(siehe oben).
Manchmal verwenden Leute das Usenet leider auch fuer unfaire Tricks.
Hier ein paar Beispiele mit Hinweisen zur Vermeidung:
1. Jemand schreibt: "Bitte machen Sie meinem Freund, der morgen
Geburtstag hat, eine Freude und senden Sie ihm Geburtstagsgruesse
an seine Mail-Adresse "xxx@yyy."; Bitte, befolgen Sie das nicht:
Selbst wenn nur ein Hundertstel der Usenet-Leser diesen Rat
befolgt, bekommt der arme Mensch viele tausend Mails in seine
Mailbox
und vielleicht sogar einen System-Absturz wegen zu voller
Disk ("Mailbomb").
2. Jemand schreibt eine absichtlich dumme Frage (z.B. "Wie kann ich
Logout machen?") und verwendet als Subject ein haeufig verwendetes
Wort oder einen Stern. Wenn Sie das in Ihr Kill-File einfuegen, um
von dieser dummen Frage verschont zu werden, bekommen Sie gar
keine Postings mit diesem Wort im Subject oder (wenn der Stern als
"Wildcard"
interpretiert wird) ueberhaupt keine Usenet-News mehr
zu sehen.
3. Jemand schreibt eine absichtlich provokante Meldung und fuegt in
den Followups-Header die Test-Gruppe alt.test ein. Wenn Sie darauf
antworten, wird das als weltweiter Test interpretiert und Sie
bekommen viele Test-Ergebnisse in Ihre Mailbox. Kontrollieren Sie
deshalb vor dem Absenden immer den Inhalt der Newsgroups-Header-Zeile.
4. Leider kommt es immer wieder vor, dass jemand absichtlich oder
unabsichtlich einen falschen Namen oder eine falsche Mail-Adresse
im
From-Header angibt. Wenn Sie eine besonders laestige Meldung
sehen,
muss diese also nicht unbedingt vom angegebenen Autor
stammen.
Erfahrene Benutzer koennen solche Faelschungen auf Grund
des
Path-Headers erkennen und auf den echten Ursprung zurueckfuehren,
auch solche Luegen haben also "kurze Beine".
Natuerlich werden Sie selbst niemals solche Tricks anwenden, das
koennte naemlich zur Sperre Ihrer Benutzungs-Bewilligung oder sogar des
gesamten Netz-Zugangs Ihrer Organisation fuehren!
Bedenken Sie, dass die Benimmregeln des taeglichen Lebens und die
nationalen und internationlen Gesetze bei der Benutzung von Usenet und
Internet genauso gelten wie in allen anderen Faellen.
Bitte,
helfen Sie mit, dass das Usenet trotz der staendigen
Ausweitung auf neue Mitglieder das bleibt, was es ist:
eine
nuetzliche, hilfreiche und freundschaftliche menschliche Gemeinschaft!
Hubert Partl, BOKU Wien