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Das Analkarzinom (Analkrebs) ist ein bösartiger Tumor im Analkanal. Zu den Risikofaktoren des Analkarzinoms gehören bestimmte Geschlechtskrankheiten, chronische Infektionen und mechanische Beanspruchung der Analschleimhaut. Analkrebs ist selten und befällt Frauen vierfach häufiger als Männer.
Ein Analkarzinom ist ein bösartiger Tumor im Analkanals, der in der Mehrzahl der Fälle Merkmale eines sogenannten Plattenepithelkarzinoms zeigt. Zum Vergleich: Dickdarmkarzinome sind vorwiegend sogenannte Adenokarzinome. Entsteht ein bösartiger Tumor am Übergang von Analkanal und Afterhaut, sprechen Mediziner von einem Analrandkarzinom. Diese Krebsart zählt zu den Hauttumoren.
Symptome, die auf ein Analkarzinom hinweisen können, sind Blut im Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang und analer Juckreiz. Diese Beschwerden sind auch bei Hämorrhoiden möglich, doch ist es wichtig, den Krebsverdacht mittels einer Enddarmspiegelung (Rektoskopie) abzuklären.
Bei Krebsovorsorge-Untersuchungen prüft der Arzt unter anderem auch, ob Tumoren im Afterbereich vorliegen. Dazu tastet er den Enddarm aus und lässt eine Stuhlprobe auf verstecktes Blut untersuchen (Okkultblut-Test).
Die Behandlung bei Analkrebs richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Kleine, frühzeitig erkannte Tumoren kann der Chirurg komplett herausschneiden. Bei fortgeschrittenerem Analkarzinom kombiniert man in der Regel eine Bestrahlung mit einer Chemotherapie. Das kann den Tumor in vielen Fällen heilen. Deshalb gilt Analkrebs auch als Tumorerkrankung mit günstiger Prognose. Ist eine Heilung nicht möglich, kann die Therapie den Analkrebs soweit eindämmen, dass die Betroffenen möglichst gut mit der Erkrankung leben können. In manchen Fällen ist auch in fortgeschrittenen Stadien eine Operation sinnvoll, bei welcher der Chirurg dann einen Teil des Darms entfernen und einen künstlichen Darmausgang legen muss.
Das Analkarzinom (Analkrebs) ist eine bösartige Gewebeneubildung im drei bis sechs Zentimeter langen Analkanal vor dem After. Auch wenn das Analkarzinom den Dickdarmtumoren zugeordnet wird, unterscheidet es sich doch grundlegend von den Karzinomen des Rektums und des übrigen Dickdarms.
Im Analkanal geht die Schleimhaut des Enddarms allmählich in die Haut des Afters (Anus) über. Diese Übergangszone ist anatomisch kompliziert aufgebaut und ausgesprochen empfindlich. Die bösartigen Tumoren des Analkanals ähneln hinsichtlich ihrer Biologie, der Reaktionen auf therapeutische Massnahmen und auch ihrer Risikofaktoren meist mehr den Plattenepithelkarzinomen der Haut als den bösartigen Tumoren des Darms (Adenokarzinome). Plattenepithelkarzinome machen circa 75 Prozent der Analkarzinome aus. Sie werden auch kloakogene Karzinome genannt.
Analkrebs, der am Afterrand entsteht, wird als entsprechend auch Analrandkarzinom bezeichnet. Es zählt zu den Hauttumoren.
Das Analkarzinom ist deutlich seltener als andere Krebserkrankungen des Dickdarms. Frauen sind etwa viermal so häufig von einem Analkarzinom betroffen wie Männer. Das mittlere Erkrankungsalter von Analkrebs liegt bei 60 Jahren.
Die Gefahr an einem Analkarzinom (Analkrebs) zu erkranken, wird durch chronische Infektionen und mechanische Beanspruchungen gesteigert. Daher ist die Ursache für ein Analkarzinom häufig eine vorgeschädigte Analregion mit Fisteln (krankhafte Veränderungen des Gewebes) und Fissuren (schmerzhafte Risse).
In vielen Fällen stehen auch Kondylome (warzenartige, gutartige Wucherungen) im Zusammenhang mit Analkrebs. Kondylome werden durch Viren verursacht (HPV 16 und 18), und meist von Vagina oder Penis auf die Analregion übertragen.
Risikofaktoren, die für die Entstehung von Darmkrebs bekannt sind (Ernährung, vererbbare Erkrankungen, Darmpolypen) spielen beim Entstehungsrisiko eines Analkarzinoms weniger eine Rolle.
Ein Analkarzinom (Analkrebs) ist anhand der folgenden Symptome, den Frühzeichen zu erkennen:
Einige dieser Analkrebs-Symptome treten auch bei Hämorrhoiden und Analfissuren auf, die oft einem Analkarzinom vorausgehen. Schmerzen sind beim Analkarzinom eher selten, können bei einzelnen Personen aber sehr stark sein.
Bei Verdacht auf ein Analkarzinom (Analkrebs) sollte schnell eine sichere Diagnose gestellt werden. Der Arzt erkundigt sich nach den typischen Beschwerden und führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch.
Um sicher zu gehen, ist es wichtig, bei Blutbeimengung im Stuhl einen Arzt aufzusuchen. Mit verschiedenen Untersuchungen – wie dem Abtasten des Analkanals mit dem Finger – kann der Arzt feststellen, ob ein Analkrebs die Ursache für das Blut im Stuhl des Patienten ist. Das Analkarzinom und viele Dickdarmkarzinome sind durch diese Tastuntersuchung sehr einfach zu entdecken.
Ausserdem führt der Arzt bei Verdacht auf ein Analkarzinom eine Spiegelung (Endoskopie) des Enddarms (Rektoskopie) durch. In einem Gespräch fragt er ausserdem nach möglichen vererbbaren Erkrankungen.
Kleinere Tumoren von weniger als einem Zentimeter Durchmesser schneidet der Arzt umgehend heraus und lässt sie unter dem Mikroskop untersuchen. Sind die Tumoren grösser, entnimmt er lediglich eine Gewebeprobe (Biopsie), die er ebenfalls zur feingeweblichen Beurteilung ins Labor schickt.
Wenn sich der Krebsverdacht durch Tastbefund und Spiegelung bestätigt, schliessen sich weitere Untersuchungen an, um die Ausdehnung des Tumors und das Erkrankungsstadium zu bestimmen (Staging). Zur Stadieneinteilung gehört eine Ultraschalluntersuchung des Beckens von aussen (Sonographie) und vom Darm aus (Endosonographie), eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens, ein Ultraschall oder eine Computertomographie (CT) vom Oberbauch und ein Röntgenbild vom Brustkorb.
Grundlage für die Tumorstadieneinteilung ist die Grösse und der Bezug des Tumors zu Nachbarorganen:
Ein Analkarzinom (Analkrebs) macht eine schnelle und gezielte Therapie notwendig. Dabei stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Beim Analkarzinom ist die effektivste Therapie die Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie (sog. Radiochemotherpie). Dabei wird das Tumorgebiet einschliesslich der Lymphknoten in Becken und Leiste bestrahlt; zusätzlich erhält der Patient Zytostatika. So nennt man die Medikamente, die bei einer Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung eingesetzt werden. Es sind Zellgifte, die besonders solche Zellen angreifen, welche sich schnell teilen – vor allem die Krebszellen. Zytostatika wirken jedoch auch auf die Schleimhäute und die Blutbildung, wodurch es bei einer Krebs-Therapie zu typischen Nebenwirkungen kommt.
Wenn die Strahlentherapie zusammen mit einer Chemotherapie durchgeführt wird, führt das bei örtlich begrenzten Analkarzinomen in 80 Prozent der Fälle zur Heilung.
Als Nebenwirkungen der kombinierten Strahlen- und Chemotherapie können unter anderem vorübergehend Durchfälle oder Beschwerden beim Wasserlassen auftreten. Am meisten leiden die Betroffenen allerdings unter einer Hautentzündung im Analbereich, da hier die Haut mit der höchsten Strahlendosis belastet wird und zudem eine mechanische Belastung besteht.
Eine alleinige Chemotherapie ist bei Analkrebs nicht dauerhaft wirksam.
Bei kleineren, oberflächlich gelegenen Tumoren, vor allem des Analrands und des unteren Analkanals, ist die operative Entfernung des Analkarzinoms (Analkrebs) vorrangig. Eine anschliessende Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie ist bei ausgedehnterem Befall sinnvoll, um die Heilungschancen zu erhöhen.
Ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) muss heutzutage nur noch in Ausnahmefällen angelegt werden – zum Beispiel wenn sich der Analkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose schon sehr weit ausgedehnt hat.
Das Analkarzinom (Analkrebs) hat in vielen Fällen einen positiven Verlauf – die Prognose des Analkarzinoms ist insgesamt gut. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Analkrebs beträgt 80 Prozent, sofern der Tumor noch keine Tochtergeschwulste in den Leistenlymphknoten gebildet hat. Analkarzinome am Rand des Afters (sog. Analrandkarzinome) werden chirurgisch entfernt und haben mit über 90 Prozent Langzeitheilung eine sehr gute Prognose. Auch bei fortgeschrittenerem, örtlich begrenztem Analkrebs erreicht die Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie Heilungsraten von 80 Prozent. Die Prognose verschlechtert sich, je später das Analkarzinom entdeckt und behandelt wird.
Innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Analkarzinom-Behandlung ist eine sorgfältige Nachsorge wichtig. So werden regelmässige Nachsorgeuntersuchungen empfohlen, am besten bei einem Proktologen.
In der Nachsorge des Analkrebses soll die Lebensqualität der Betroffenen gesichert beziehungsweise verbessert werden. Gründe für einen stationären Rehabilitationsaufenthalt sind zum Beispiel Stuhlinkontinenz, Bestrahlungsfolgeschäden oder die Anlage eines künstlichen Darmausgangs.
Einem Analkarzinom (Analkrebs) lässt sich nur bedingt vorbeugen. Eine ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine oder Medikamente sind zwar generell empfehlenswert, doch ist kein Zusammenhang mit Analkrebs bekannt.
Da die Entstehung des Analkarzinoms mit Virusinfektionen zusammen hängt, ist es wichtig, auf eine sorgfältige Sexualhygiene zu achten und Kondome zu verwenden.
Blutauflagerungen auf dem Stuhl sowie Jucken und Brennen im Analbereich können frühe Zeichen eines Analkarzinoms sein. Da die Heilungschancen umso besser sind, je früher das Karzinom entdeckt und behandelt wird, ist es wichtig, solche Beschwerden vom Arzt untersuchen zu lassen: Er kann dann eine bösartige Krebserkrankung ausschliessen beziehungsweise rechtzeitig erkennen.