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Inhalt:
Ein Außenteam der Voyager sucht auf einem Mond nach Mineralien, als Chakotay auf einem Stein ein eingraviertes Zeichen entdeckt, das ihm bekannt vorkommt. Er erinnert sich, wie er als 15jähriger seinen Vater bei einer Expedition im Regenwald begleitete. Sein Vater hatte ihm damals das Symbol gezeigt und die Bedeutung erklärt. Chakotay erzählt Janeway von seinem Fund, den irgendwelche Besucher des Mondes hinterlassen haben müssen. Man entdeckt die Warpspur der Fremden. Sie führt zu einem M-Klasse-Planeten, auf dem es jedoch keine Spuren von intelligentem Leben gibt. Immer, wenn man versucht, jemanden auf die Planetenoberfläche zu beamen, bilden sich an der jeweiligen Stelle Störungen in der Atmosphäre. Also fliegen B'Elanna, Chakotay, Neelix und Tuvok mit einem Shuttle auf den Planten. Ein Raubvogel erinnert Chakotay wieder an seine Erlebnisse im Regenwald. Er hatte damals seinem Vater unterbreitet, er wolle den Stamm verlassen und auf die Sternenflottenakademie zu gehen. Dann trafen sie auf einen anderen Stamm. Neelix wird von einem Falken angegriffen und auf die Voyager gebeamt. Chakotay sieht plötzlich das Dorf des Stammes vor sich, das er damals im Regenwald vorfand. Allerdings sind keine Bewohner in Sicht. Chakotay erinnert sich wieder, wie damals die Dorfbewohner aus ihren Verstecken traten. Alle trugen Tätowierungen. Auf dem fremden Planeten kommt plötzlich ein Sturm auf. Chakotay verliert seinen Kommunikator und wird daher nicht mit dem Rest des Außenteams hochgebeamt. Chakotay erinnert sich, wie damals alle ihre Kleidung mit der des Stammes tauschten. Also zieht Chakotay seine Uniform aus und streift sich ein Kleidungsstück über, das er findet. Er nähert sich einer Höhle und hört eine für ihn fremde Sprache. Chakotay zeichnet das Symbol in den Boden, als sich die Fremden ihm nähern und in seiner Sprache antworten. Die Fremden sind überrascht, sie dachten, ihre Nachfahren seien auf der Erde völlig ausgerottet. Sie erzählen Chakotay, daß sie vor 45000 Jahren die Erde besuchten und dort auf naturverbundene Nomaden trafen. Sie stellten eine genetische Verbindung mit diesem Volk her und beobachteten hin und wieder die Fortschritte dieser Kultur. Doch bei dem letzten Besuch fanden sie keine Überlebenden mehr, und als sie die Voyager erblickten, fürchteten sie, man wolle nun auch sie auslöschen. Chakotay erzählt, sein Vater sei bei dem Versuch, seine Heimat zu verteidigen, gestorben, und er habe seine Tätowierung übernommen und sich geschworen, den Kampf seines Vaters fortzuführen.
In einer Nebenhandlung wagt der Holodoc ein Selbstexperiment, indem er sich selbst mit einer Krankheitssimulation belegt. Als Kes jedoch den Zeitraum für die Simulation heimlich verlängert, gerät der Holodoc sehr schnell in Panik.
Kritik:
"Tattoo" war eine kurzweilige und aufwendig inszenierte Episode mit gut in die Handlung eingebetteten Rückblenden. Die Rückblenden waren zwar nicht ganz so originell wie vergleichsweise in der DS9-Episode "Necessary Evil" (dt.: Die Ermittlung), aber sie verfehlten wie schon in der DS9-Episode ihre faszinierende Wirkung nicht und machten die Story interessanter.
Die Auflösung war mutig und ging stark in Richtung New Age, nach dem Motto: Alles Gute und Wahre kommt aus der Natur. Leider erlagen die Autoren von "Tattoo" der Versuchung, das Leben der Naturvölker etwas überzuromatisieren. Das mag ja sehr gut gemeint sein, und selbstverständlich war die Ausrottung und Unterwerfung indianischer Stämme zum Himmel schreiendes Unrecht... Mit einer übertriebenen Glorifizierung der Indianer und ihrer Lebensweise kommt man der geschichtlichen Wahrheit allerdings nicht so nahe, wie viele offenbar zu glauben scheinen. Zwar ist es richtig, daß vielfach die Immunsysteme der Indianer nicht auf die von den Eroberern mitgebrachten Viren ausgerichtet waren und daher unzählige Indianer an (für die Europäer harmlosen) Krankheiten starben. Aber in der Episode "Tattoo" klang es gerade so, als hätten die Indianer vor ihrer Vertreibung gar nicht gewußt, was Krankheiten und Waffen sind. Und genau das ist natürlich absoluter Unsinn!
Der Teenager Chakotay meinte an einer Stelle, Captain Sulu würde seinen Eintritt in die Sternenflottenakademie unterstützen. Ob damit DER Captain Sulu gemeint war? Das wäre nicht völlig unmöglich, schließlich war McCoy sogar noch zu Beginn des TNG-Pilotfilms am Leben. Chakotay meinte zumindest nicht Sulus Tochter, die wir in "Star Trek - Treffen der Generationen" gesehen haben, da Chakotay von "ihm" sprach (es sei denn, sie hat später eine Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen...).
Man glaubt es kaum, aber eine Szene sorgte in den USA für teilweise heftige Proteste. Es handelt sich hierbei um eine Szene, der in Deutschland kaum jemand Beachtung geschenkt haben dürfte. Auf die Frage von Janeway, ob Chakotay an die Himmelsgeister glaubt, fragt dieser rhetorisch: "Wieviel Glauben schenken Sie der Geschichte um Adam und Eva? Hat die Wissenschaft nicht bewiesen, daß die Menschheit aus einer einzigen, evolutionären Entwicklung hervorgegangen ist?" In den USA gibt es immer noch etliche Gruppierungen, die die Evolutionstheorie strikt ablehnen und jedes Wort in der Bibel für bare Münze nehmen, und die fühlten sich durch Chakotays Bemerkung angegriffen.
Bemerkenswert witzig war wieder einmal die Nebenhandlung mit dem Holodoc. Bei dieser Gelegenheit war erneut die schwangere Ensign Wildman zu sehen. Die Autoren wollten damit offenbar andeuten, daß Ensign Wildman nicht vergessen ist.
Die beiden anderen Gaststars waren auch keine Star Trek-Neulinge. Interessant ist nur, daß beide zuvor in der Rolle von Vulkaniern zu sehen waren. Henry Darrow, der (sehr überzeugend!) Chakotays Vater spielte, war bereits in der TNG-Folge "Conspiracy" (dt.: Die Verschwörung) als vulkanischer Admiral Savar zu sehen und sollte in der Episode "Basics Part 1" erneut in der Rolle von Chakotays Vater auftauchen. Richard Fancy, der den Außerirdischen spielte, war der vulkanische Captain Satelk aus der TNG-Folge "The First Duty" (dt.: Ein mißglücktes Manöver).