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Am Mittwoch war es so weit. Die Schweizer Journalisten-Delegation bekam den sagenumwobenen neuen Gripen E/F endlich zu sehen. 22 Exemplare dieses Gripen der neuen Generation will die Schweiz kaufen. Es ist ein Flieger, der bis heute nur als Demonstrations-Kampfjet existiert. Ein einziges Exemplar gibt es. Und das steht in den Saab-Hallen in Linköping (S).
Der Stolz ist dem Cheftestpiloten Ola Rignell anzusehen, als er das Juwel präsentiert. Handy-Fotos sind verboten. Auch der SF-Journalist darf nur unter sehr restriktiven Bedingungen filmen. Der Sprung vom Gripen C/D zum Modell E/F ist gross. Er hat eine 40 Prozent höhere Treibstoffkapazität, bietet 25 Prozent mehr Schub, ist schwerer, länger, hat ein neues Fahrwerk, einen neuen 4x4-Motor, zwei neue Waffen-Stationen, vier neue Sensoren, die vor Missiles warnen.
Als exklusiv gilt bei Saab das ultramoderne Radar-, Kommunikations- und Datalink-System. 7000 Millionen Instruktionen pro Sekunde (MIPS, eine Einheit, die die Schnelligkeit eines Prozessors beschreibt) waren beim Gripen C/D möglich. 12 000 sind es beim E/F Demonstrator. 35 000 sollen es beim E/F letztlich sein. «Ein Quantensprung», sagt Peer Nilsson, Chef des Luftbereichs von Saab. 250 Einsätze flog das gut behütete einzige Exemplar des Gripen E/F Demonstrator seit 2008. Er nahm 2010 an der Evaluation in Indien teil. Dabei musste er im Himalaja-Gebirge nahe der pakistanischen Grenze auf 3000 Metern Höhe landen, auftanken und starten. Alles funktionierte bestens. Auch Brasilien evaluierte den neuen Gripen: Dessen Piloten reisten für Testflüge eigens nach Schweden.
Nur Schweizer Piloten erprobten den Gripen E/F Demonstrator nie real. Er war auch nie in der Schweiz. Das bestätigt Saab. 2008 evaluierte die Schweiz den Gripen C/D. Die Beschaffung wurde aber bis 2011 verschoben. «Dann offerierte Saab den Gripen E/F», sagt Saab-Sprecherin Jenny Nilsson. «Die Schweiz evaluierte den Gripen E/F, ohne eine neue Flug-Evaluation zu verlangen.» Res Schmid, damals Cheftestpilot und heute Berater im VBS, bestätigt dies: «Das ist richtig. Es war nicht geplant, ihn zu fliegen, weil noch nicht alle Systeme fertig integriert waren und der Demonstrator nur ein Einsitzer ist.» Alle Evaluationsflüge erfolgten in der Schweiz auf Doppelsitzern und es fliege immer ein Testpilot des jeweiligen Landes mit.
Auf 100 Millionen Franken kommt ein Gripen E/F zu stehen. Saab hat die 22 neuen Gripen zum Fixpreis von 2,2 Milliarden Franken angeboten. Das ergeben Recherchen. 3,1 Milliarden kostet das ganze Paket, weil Armasuisse für Immobilienanpassungen, interne und externe Kosten 900 Millionen eingesetzt hat.
Vor kurzem war auch Dassault in die Offensive gegangen und hatte schriftlich ein Angebot unterbreitet: 18 Rafale für 2,7 Milliarden. Ein Rafale kostet damit 150 Millionen. Auch EADS steht mit dem Eurofighter in Lauerstellung. Schon 2009 hatte EADS dem VBS 17 Eurofighter für 2,2 Milliarden angeboten, wie Recherchen zeigen. Kosten pro Eurofighter: 130 Millionen. «Wir sind nach wie vor davon überzeugt, das beste und konkurrenzfähigste Gesamtangebot gemacht zu haben», sagt ein Sprecher von EADS Cassidian. «Wir sind jederzeit gesprächsbereit.»
Doch vorerst wird die SiK-Subkommission des Nationalrats aktiv. «Wir müssen die Fragen klären, die in den letzten Wochen und Monaten aufgetaucht sind», sagt Präsident Thomas Hurter (SVP/SH). Am 21. Februar findet die erste Anhörung statt. Geladen sind Bundesrat Ueli Maurer und Jürg Weber von Armasuisse. Hurters Fragebogen erhielten Maurer und Weber bereits. Und im März sollen sich die Anbieter erklären.
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100 Millionen kostet ein Gripen E/F, 130 ein Eurofighter und150 ein Rafale: Zwar ist der neue Gripen der billigste Flieger. Nur: Bis heute flog ihn kein Schweizer.