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Um die Ernte zu vereinfachen werden unter den Löhrpflaumenbäumen Netze gespannt. Das erleichtert das Zusammenlesen der Früchte, das während drei bis vier Wochen täglich bis zweitäglich
gemacht werden muss.
Fructus, die Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten, ernennt die Löhrpflaume zur 16. Schweizer Obstsorte des Jahres. die Löhrpflaume ist gemäss Fructus eine der besten Brennpflaumen der Schweiz, eher klein, saftig, sehr aromatisch und süss. Das klare Löhrpflaumen-Destillat duftet «angenehm nach Marzipan und Zimt» und wird durch die Lagerung im Holzfass zu sortenreinem Vieille Prune veredelt, einem «fruchtig-samtigen Digestif mit langem Abgang».
Schriftliche Hinweise auf die Löhrpflaume tauchten erst Anfang der Fünfzigerjahre im Zusammenhang mit einer Brennerei im Berner Seeland auf, wie es weiter heisst. In dieser Zeit begannen gewerbliche Brennereien sich vermehrt um die Qualität der Produkte zu kümmern und mit sortenreinen Bränden zu experimentieren. Spirituosenhändler und -produzent Ernst Luginbühl-Bögli hatte Ende der Vierzigerjahre einen wild gewachsenen Baum mit kleinen Pflaumen entdeckt und aus den Früchte ein Destillat gebrannt. Das Produkt überzeugt ihn, und er beauftragte eine Baumschule in Worben damit, die Bäume zu vermehren. Auf dem eigenen Bauernhof namens Löhr in der Gemeinde Seedorf pflanzte er 600 der Bäume und nannte die Pflaume Löhrpflaume. Wegen des guten Ertrags und der geringen Anfälligkeit auf Schädlinge und Krankheitserreger verbreitete sie sich in der Schweiz und in Deutschland und Österreich.
Die Ernte der Löhrpflaume ist aufwendig. Die Früchte fallen bei der Reife innerhalb von drei bis vier Wochen vom Baum und müssten alle ein bis zwei Tage aufgelesen und rasch verarbeitet werden. Deshalb wurde die Löhrpflaume von anderen, effizienteren und ertragreicheren Sorten verdrängt. Als Rohstoff für exquisite Fruchtbrände und andere Spezialitäten lohne sich die Löhrpflaume aber nach wie vor, schreibt Fructus.