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Ausgangslage
Rechtsgrundlagen
Gemäss § 11 des Bildungsgesetzes vom 1. Juli 2002 (BiG, LS 410.1) kann der Regierungsrat zur Beschaffung von Entscheidungsgrundlagen für die Weiterentwicklung des Bildungswesens Versuche anordnen. Gemäss § 9 der Verordnung über Schulversuche an der Volksschule vom 11. Juli 2007 (LS 412.104) wählt der Bildungsrat für die Dauer eines Schulversuchs eine Begleitkommission. Die Versuchsleitung erstattet der Begleitkommission jährlich Bericht über den Verlauf des Schulversuchs (§ 6 Absatz 2). Die Begleitkommission berät den Bildungsrat insbesondere in fachlicher Hinsicht (§ 10 Bst. a), nimmt zuhanden des Bildungsrates Stellung zu den Berichten der Versuchsleitung (§ 10 Bst. b) und erstattet Bildungsrat und Bildungsdirektion regelmässig Bericht über den Verlauf des Schulversuchs (§ 10 Bst. c).
Fokus Starke Lernbeziehungen
Am 19. Dezember 2012 hat der Regierungsrat des Kantons Zürich beschlossen, an der Volksschule ab Beginn des Schuljahres 2013/14 bis zum Ende des Schuljahres 2018/19 einen Schulversuch zur Reduktion der Anzahl Lehrpersonen pro Klasse durchzuführen (RRB 1380/2012). Der Schulversuch trägt den Titel «Fokus Starke Lernbeziehungen (FSL)».
Der Bildungsrat hat mit Beschluss vom 27. Mai 2013 eine bildungsrätliche Begleitkommission zum Schulversuch eingesetzt (BRB Nr. 2013/18).
Am Schulversuch teilnehmenden Gemeinden und Schulen wird ermöglicht, die Schule so zu organisieren und zu gestalten, dass weniger Lehr- und Fachpersonen an einer Klasse unterrichten. Mittel aus den verschiedenen Unterstützungs- und Fördermassnahmen werden zugunsten der Regelklasse eingesetzt. Im Schulversuch unterrichten grundsätzlich zwei Lehrpersonen pro Klasse alle Lehrplanfächer. Zusätzlich verfolgen sie auch die Ziele des Unterrichts in Deutsch als Zweitsprache, der Integrativen Förderung und der Begabtenförderung. Fachpersonen beraten und unterstützen die Lehrpersonen dabei. Ein kleineres, mit zusätzlichen Ressourcen verstärktes Team von Lehrpersonen pro Klasse soll damit bessere Voraussetzungen erhalten, um beständige und tragfähige Lehr-Lern-Beziehungen zu den Schülerinnen und Schülern aufzubauen und sie in ihren emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten zu fördern.
1. Zwischenbericht der Projektleitung und Stellungnahme 2013
Die bildungsrätliche Begleitkommission hat an ihrer Sitzung vom 24. September 2013 den 1. Zwischenbericht der Projektleitung zuhanden des Bildungsrates verabschiedet. In ihrer Stellungnahme würdigte sie den Bericht positiv und empfahl, ein besonderes Augenmerk auf die Weiterbildung der Lehrpersonen im Bereich der Integrativen Förderung und der Förderung in Deutsch als Zweitsprache zu legen. Gemäss Rahmenkonzept wird die Fachlichkeit in der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Bildungsbedarf durch die geregelte Zusammenarbeit der an einer Klasse unterrichtenden Lehrpersonen mit den beratenden Fachpersonen und mittels bedarfsgerechter Weiterbildungen sichergestellt. Schulen, die am Schulversuch teilnehmen, verpflichten sich, für den Aufbau ausreichender Fachkompetenz der Beteiligten besorgt zu sein.
Erwägungen
2. Zwischenbericht der Projektleitung 2014
Der vorliegende 2. Zwischenbericht der Projektleitung zuhanden der bildungsrätlichen Begleitkommission Fokus Starke Lernbeziehungen (FSL) bezieht sich auf das Schuljahr 2013/14. Er gibt einen ersten Einblick in den Verlauf des Schulversuchs in den fünf Schulen der 1. Staffel und in den Projektaufbau in den vier Schulen der 2. Staffel, welche seit Beginn des Schuljahres 2014/15 auch in der Umsetzung sind.
Die in diesem Bericht aufgeführten Rückmeldungen aus Versuchsschulen stammen aus den Sitzungen der kantonalen Leitungsgruppe (Traktandum «Rückmeldungen aus den Versuchsschulen»), einem schriftlichen Kurzbericht der lokalen Projektleitenden an die kantonale Projektleitung zuhanden dieser Berichterstattung, der Medienkonferenz vom 20. Juni 2014 und aus einer Sitzung der kantonalen Projektleitung mit den Beratungspersonen für Integrative Förderung (IF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Es handelt sich nicht um wissenschaftlich erhobenen Aussagen. Der Schulversuch wird durch das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich wissenschaftlich evaluiert. Der erste Zwischenbericht zur Evaluation ist auf Ende November 2015 geplant.
Die Schulen der 1. Staffel haben das erste Jahr im Schulversuch Fokus Starke Lernbeziehungen mit grossem Engagement absolviert. Sie setzen die Zielvorgabe von maximal 2-3 Lehrpersonen pro Klasse mehrheitlich um. Dies hat bereits zu Entlastungen im Bereich des Koordinationsaufwandes und der Absprachen und zu einer Beruhigung des Schulalltages geführt. Der Projektaufbau, das Erstellen der Konzepte und die Ausgestaltung des Beratungsangebots in den Bereichen IF und DaZ sowie die Teambildungsprozesse wurden als aufwändig erlebt. In den meisten Schulen sind wesentliche Grundlagen nun aber erstellt, was sich positiv auf den künftigen Aufwand auswirken sollte. In schulinternen Weiterbildungen wurden je nach Schwerpunktsetzung im Weiterbildungskonzept die Bereiche Teamteaching / Zusammenarbeit, Sprachförderung / »Sprachgewandt» und Förderplanung / förderorientierter Unterricht behandelt. Die Schulen der 2. Staffel bauten ab Januar 2014 den Schulversuch vor Ort auf. Sie erstellten das lokale Förder- und Weiterbildungskonzept, planten ihre Ressourcenumlagerung und stellten die Klassenteams zusammen. Eine der Schulen hat bereits während der Projektaufbauphase wichtige Weiterbildungen absolviert.
Seit August 2014 nehmen insgesamt über 2›200 Schülerinnen und Schüler in 109 Klassen am Schulversuch teil. Weitere Schulen können sich bis 16. Januar 2014 für die Teilnahme an der 3. Staffel bewerben.
Stellungnahme der bildungsrätlichen Begleitkommission FSL
Die bildungsrätliche Begleitkommission Fokus Starke Lernbeziehungen (FSL) hat den 2. Zwischenbericht der Projektleitung am 23. September 2014 diskutiert und nimmt folgendermassen Stellung zuhanden des Bildungsrates:
«Die Begleitkommission stellt sich positiv hinter den Bericht. Er gibt einen guten Überblick über die Weiterentwicklung der Versuchsgrundlagen und die Umsetzung des Schulversuchs im Schuljahr 2013/14. Die Darstellung der Umsetzungspraxis in den Schulen der 1. Staffel deckt sich mit den Eindrücken, welche die bildungsrätliche Begleitkommission anlässlich ihres Schulbesuchs in der Schule Guldisloo in Wetzikon vom 17. September 2014 gewinnen konnte.»
Verzicht auf Publikation des Beschlusses und des Zwischenberichtes
Die jährlichen Zwischenberichte der Projektleitung richten sich gemäss der Verordnung über Schulversuche an der Volksschule an die bildungsrätliche Begleitkommission und zusammen mit deren Stellungnahme an den Bildungsrat und die Bildungsdirektion. Es handelt sich um interne Controlling-Berichte. Diese sind nicht öffentlich. Im Sinne des Einbezugs der Beteiligten kann der Zwischenbericht, als internes Projektdokument bezeichnet, den Versuchsschulen zugestellt werden.
Antrag
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:
- Der 2. Zwischenbericht der Projektleitung zum Schulversuch Fokus Starke Lernbeziehen (FSL) 2014 sowie die Stellungnahme der bildungsrätlichen Begleitkommission Fokus Starke Lernbeziehungen (FSL) werden zur Kenntnis genommen.
- Der Zwischenbericht wird den Versuchsschulen als internes Projektdokument zugestellt.
- Der Bildungsratsbeschluss sowie der Zwischenbericht sind nicht öffentlich.