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meisten in der Plateauzone, einige auch am Hang oder Fuss des
Jura und drei
(Chavornay,
Bavois und
Corcelles) im
Jorat, während
in der
Ebene der Orbesümpfe keines liegt. Im Allgemeinen sind die Siedelungen zu Weilern und
Dörfern gruppiert; eine grössere
Anzahl von Einzelsiedelungen treffen wir blos in den Gemeinden
Vallorbe und
Vaulion.
15248 Ew., wovon 14071 Reformierte, 1143 Katholiken und 34 Andere; 14095 Ew. sprechen französisch, 610 deutsch und 535 italienisch.
1850: 13203, 1880 13763, 1888: 13803, 1900: 15248 Ew. Das seit 1888 sich geltend machende raschere Wachstum der Bevölkerungszahl
ist in erster Linie der an verschiedenen Orten aufgeblühten industriellen Tätigkeit zuzuschreiben.
Hauptbeschäftigung der Bewohner ist gleich wie in den meisten Bezirken der Waadt
die Landwirtschaft, die der ziemlich grossen
Höhenunterschiede wegen in den mannigfaltigsten Formen betrieben wird.
Reich an
Wald sind besonders die Gemeinden
Baulmes und
Vallorbe; Wein wird in 11 Gemeinden gebaut, vor allem in der Gemeinde
Orbe, deren zur
Ebene sich senkenden Hänge meist mit
Reben bepflanzt sind. In der
Ebene werden einige Spezialkulturen betrieben
und in gewissen Teilen Torfgruben ausgebeutet. Seit einer Reihe von Jahren hat sich in
Vallorbe die Bienenzucht beträchtlich
verbreitet, so dass man hier 1897 volle 690 Bienenstöcke zählte, deren Honig sehr geschätzt wird.
Die Bodenbenutzung verteilt sich wie folgt:
Von grosser Bedeutung ist im Bezirk Orbe die industrielle Tätigkeit geworden. Zu den in
Vallorbe schon seit langer Zeit rühmlich
bekannten
Schmieden und Feilenhauereien haben sich seit etwa 30 Jahren hier und in der Umgebung
(Ballaigues inbegriffen) zahlreiche
neue Industriezweige gesellt, wie übrigens auch in
Baulmes und in
Orbe selbst. Zu nennen sind das Elektrizitäts-
und Wasserwerk (Usine électrique des forces Motrices) der Orbe und von
Joux;
Postbureau, Telegraph. Telephon; Postwagen nach Yverdon, Échallens, Arnex, Station Croy und weiter nach Romainmôtier und Vaulion,
nach Ballaigues und Vallorbe, nach Baulmes. Die Gemeinde liegt zum grössten Teil in der Ebene der Orbesümpfe, zieht sich auf 5 km
dem die Ebene im W. begrenzenden Gehänge entlang und umfasst auch noch einen Teil der Plateaulandschaft
weiter westlich. Zusammen mit einer Anzahl von Einzelsiedelungen und der Strafkolonie: 276 Häuser, 2080 Ew., wovon 168 Reformierte, 197 Katholiken
und 15 Andere;
1784 Ew. französischer, 185 deutscher und 109 italienischer Zunge.
Stadt allein: 235 Häuser, 1736 Ew. 1860:
1859, 1880: 1873 und 1888: 1929 Ew. Die während der vergangenen 40 Jahre nur schwache Vermehrung der
Bevölkerungsziffer zeigt jetzt dank der Entwicklung der industriellen Tätigkeit ein rascheres Anwachsen. Reformierte Kirchgemeinde
zusammen mit der Gemeinde Montcherand.
Die Stadt liegt auf einer von der Orbe auf drei Seiten umflossenen Halbinsel, die sich nach S. zum letzten
Engpass des Flusses vor seinem Eintritt in die Ebene absenkt. Die Oberstadt im N. gruppierte sich einst um ein altes Schloss,
an dessen Stelle sich jetzt eine mit Bäumen bepflanzte grosse Terrasse befindet, die eine weite Aussicht auf die Ebene der
Orbe, einen Teil des Jura und des Jorat und auf die Alpen bietet. Schloss und Stadt waren mit Befestigungsanlagen
umgeben, von denen sich einige Reste bis auf heute erhalten haben.
Etwas ö. vor der Stadt liegt der Vorort Les Granges mit einer grossen Schokoladefabrik. Von den in Orbe einst vorhandenen
sieben Kirchen oder Kapellen hat sich nur die grosse Liebfrauenkirche (Notre Dame) erhalten, die jetzt
reformierte Pfarrkirche ist. Sie steht an der Stelle einer anscheinend im Lauf des 11. Jahrhunderts in der Oberstadt erbauten
Kapelle, an die im S. ein Hospiz sich anschloss, während sich gegen N. eine den Namen Poteylar tragende und noch heute vorhandene
Türe öffnete.
Nachdem diese der h. Jungfrau geweihte Kapelle durch eine grosse Feuersbrunst 1407 zerstört worden war, erbaute man ein geräumigeres
Gotteshaus, indem man in einem der Mauertürme, der fortan als Glockenturm diente, ein Gewölbe ausbrach und daran beiderseits
die Seitenschiffe anbaute. Diese Kirche wurde während der Belagerung des Schlosses 1475 beschädigt,
während eine Feuersbrunst 1688 Glockenturm und Dachstuhl zerstörte. Ihr Aeusseres zeigt keine besonderen Sehenswürdigkeiten;
das Innere bildet eine schöne Folge von Gewölben, die mit unechtem Marmor mehr oder weniger glücklich ausgelegt worden
sind, und birgt eine 1875 eingeweihte Büste des Reformators Viret.
Die Kirche hat eines der schönsten Geläute der Schweiz. Neben der Kirche
steht die Tour des Prisons oder
(ihrer Form wegen so genannte) TourRonde und etwas davon entfernt mitten im östl. Abschnitt der Promenade die TourCarrée.
Jene bildete einst den Haupteingang des Schlosses und beherrschte die ganze Stadt, diese (vielleicht der ehemalige Bergfried)
stand in der nö. Ecke der Umfassungsmauer des Schlosses, das mit seinen Türmen, Höfen, Mauern, Wällen
und Gräben eine für ihre Zeit sehr starke Anlage war.
Urkundliche Nachrichten über diese Burg fehlen vor der Mitte des 9. Jahrhunderts, wenn auch eine Ueberlieferung ihre Gründung
einem Edeln des transjuranischen Reiches Burgund (dem Patrizier Vandelin zu Beginn des 7. Jahrhunderts)
zuschreibt. Nachdem sie zu wiederholten Malen, so besonders um die Mitte des 13. Jahrhunderts unter den Herren von Montfaucon,
umgebaut und restauriert worden, kam sie zur Zeit der Burgunderkriege trotz tapferer Verteidigung 1475 in die Hände der
Eidgenossen, die sie mit einer Besatzung belegten.
Als sich diese einige Monate später zum Abzug genötigt sah, legte sie Feuer an das Bollwerk, von dem einzig die Mauern
erhalten blieben, die dann 1835 bei der Anlage der jetzigen Terrasse noch vollends abgetragen worden sind. Eine sehr bemerkenswerte
Baute ist die das tiefe Tobel der Orbe s. der Stadt in einem einzigen Bogen überspannende gemauerte Brücke,
die zu den kühnsten, grössten und schönsten des Kantons gezählt wird. Sie verdankt ihre Entstehung der Anregung des Bürgermeisters
Carrard und wurde nach den Plänen des Architekten Perregaux 1826 im Bau begonnen und 1830 vollendet; sie ist 83,25 m lang,
7,95 m breit und 30 In hoch.
Unterhalb davon befindet sich eine alte Steinbrücke, zu deren Bau ein Einsiedler Girard Borrellier seine Ersparnisse hergegeben
haben soll und die dann 1424 auf Kosten der Stadt vollendet worden ist. Eine dritte Brücke bei Les Granges stammt aus neuester
Zeit. Sekundarschulen, Gymnasium, Industrieschule, höhere Töchterschule. Ein schönes neues Schulhaus 1904 eröffnet.
Die auf Grund von Schenkungen von Privatleuten 1842 gegründete öffentliche Bibliothek zählt heute 3500 Bände.
Die einstigen Hospizien und klösterlichen Krankenanstalten ersetzt ein Krankenhaus, das 1876 eingeweiht wurde und zu dessen
Bau ein Bürger von Orbe, G. de Thienne, die Mittel testamentarisch vergabt hatte. Einige Jahre später
hat man am Ufer der Orbe 1,5 km nö. der Stadt eine Strafkolonie eingerichtet, die auch entlassene Sträflinge aufnimmt;
seit der Vollendung der Entwässerungsarbeiten in den Sümpfen der Orbe beschäftigen sich die Insassen der Anstalt, deren
Grundbesitz 1904 beträchtlich vergrössert worden ist, mit Landwirtschaft.
Die seit langen Jahren am Ufer der Orbe stehenden Mühlen sind vor kurzem vergrössert und umgebaut worden
und erfreuen sich einer beträchtlich anwachsenden Bedeutung. Eine Gerberei und eine Bierbrauerei. Die in Les Granges am rechten
Ufer des Flusses neu erstellte Schokoladefabrik beschäftigt zahlreiche Arbeiter und entwickelt sich rasch. Die Orbe mit
der Bahnstation Chavornay verbindende Strassenbahn war die erste elektrische Normalspurbahn der Schweiz
und überschreitet die Orbe auf dem Grand Pont, in dessen Mauerwerk eigens zu diesem Zweck ein Durchgang geöffnet werden musste.
Die Kraft erhält sie von einem an der Orbe am Ende ihres langen Schluchtenlaufes 1 km nw. der Stadt erstellten
Elektrizitätswerk, das durch einen 10 m hohen Staudamm aus Mauerwerk einen Fall von 11 m erzielt und eine Kraft von 260 PS
liefert und ferner noch Licht an die Stadt
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