Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03217.jsonl.gz/146

Spiegel des wertorientierten Managements
Das Residual Income Model widerspiegelt wertorientierte Führung
Der Ansatz nach dem Residual Income Model stellt eine Erweiterung der Ertragswertmethode dar und bewertet das Eigenkapital eines Unternehmens über den Residualgewinn. Es ist, wie beim Discounted Cash Flow-Verfahren, sowohl auf Entity- als auch auf Equity-Ebene anwendbar.
Das Residual Income Model basiert auf der Überlegung, dass Unternehmen langfristig nur eine Normalverzinsung des eingesetzten Kapitals erwirtschaften können. Darüber hinausgehende Mehrgewinne, also Übergewinne bzw. das Residual Income, sind auf überdurchschnittliche unternehmerische Fähigkeiten zurückzuführen, verbunden mit einer unterstützenden konjunkturellen Lage bzw. einer Nischenposition, und daher zeitlich begrenzt.
Verbindung von Substanzwert und dem Barwert der Übergewinne
Beim Übergewinnverfahren (Residual Income Model) werden die Übergewinne, die höher ausfallen als die Normalverzinsung, mit einem höheren als dem normalen Zinssatz kapitalisiert. Der Unternehmenswert ergibt sich sodann aus der Summe von Substanzwert und dem Barwert der Übergewinne.
Die Grundidee ist die Verbindung der Ertrags- mit der Substanzbetrachtung. Der Wert des Eigenkapitals wiederum ergibt sich aus dem tatsächlich eingebrachten Kapital zuzüglich des Present Values des ökonomischen Mehrwerts, der mit dem eingebrachten Kapital künftig erarbeitet werden kann.
Um eine sinnvolle Bewertungsbasis zu erhalten, sollten zwar möglichst viele künftige Gewinne einbezogen werden. Dennoch kann das Problem des Restwerts auch bei dieser Betrachtungsweise nicht umgangen werden.
Vorteile
- Beim Residual Income Model wird die Ertragskraft des Unternehmens berücksichtigt
- Die Verwendung sowohl des Substanzwerts als auch des prognostizierten Ertragswerts ist vorteilhafter, als wenn lediglich der konservative Substanzwert die Bewertungsbasis darstellen würde
- Über die Zeit hinweg ist das Modell gegenüber Wahlrechten bei der Rechnungslegung ausreichend robust
- Der Einbezug des Buchwerts führt zu dessen stärkerer Gewichtung bzw. zur einer geringeren Gewichtung des prinzipiell unsichereren Restwerts
- Ist als wertorientierte Steuerungsgrösse akzeptiert
Nachteile
- Auch durch den Einsatz der Übergewinnmethode können die Nachteile der von Mittelwertverfahren nicht ausreichend reduziert werden
- Der Übergewinn ergibt sich aus subjektiven Einschätzungen, die oftmals schwer nachvollziehbar sind