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1812 zeigte sie bis zu ihrem 1824 erfolgten
Tode die an jedem Freitag blutenden Wundenmale des Heilandes und gab in ihren
Offenbarungen genaueste
Kunde über die Einzelheiten des Lebens des
Erlösers und seiner
Mutter. 1819-24 lebte der Dichter Clem.
Brentano, sie wie eine
Heilige verehrend, in ihrer Nähe und schrieb ihre Offenbarungen auf, die er u. d. T.
«Das bittere
Leiden
[* 2] unsers Herrn Jesu Christi»
(Sulzbach 1833; neueste Ausg., Regensb. 1894) veröffentlichte;
aus
Brentanos Nachlaß wurde ferner herausgegeben: «Das Leben der heil.
Jungfrau Maria nach den Betrachtungen der gottseligen
A. K. Emmerich»
[* 3]
(Münch. 1852; letzte Aufl., Stuttg. 1893),
«Das Leben unsers Herrn Jesu Christi. Nach den
Gesichten
der gottseligen A. K. Emmerich» (3 Bde., Regensb.
1858-60) und «Das arme Leben und bittere
Leiden unsers Herrn Jesu Christi und seiner heiligsten
Mutter Maria, aus den Tagebüchern
des Cl.
Brentano» (hg. von Schmoeger, ebd. 1881). Die offiziellen Untersuchungsakten erklären die Emmerich für
eine hysterisch überspannte
Person. 1892 wurde der Prozeß zu ihrer Seligsprechung eingeleitet. -
Vgl.
Karsch, Die stigmatisierte Nonne A. K. Emmerich
(Münster
[* 4] 1878).
Ihr Leben beschrieben Schmoeger, Leben der gottseligen A. K. Emmerich (2 Bde.,
Freib. i. Br. 1807; 2. Aufl. 1873,1885) und Wegener, Das
wunderbare innere und äußere Leben der Dienerin
Gottes A. K. Emmerich (2. Aufl., Dülmen 1893). (S.
Stigma.)
(grch.), wissenschaftliche Bezeichnung des normalen Refraktionszustauds des
Auges. Dieser ist vorhanden, wenn bei vollem Ruhezustand der
Accommodation parallel in das
Auge
[* 5] eintretende
Strahlen auf der
Netzhaut, oder genauer, auf der percipierenden Schicht der letztern zusammen gebrochen werden. Ein emmetropisches
Auge sieht also im Ruhezustand seiner
Accommodation unendlich entfernte Objekte ohne Zerstreuungskreise. Den Gegensatz zur
Emmetropie bildet die
Ametropie, die in zwei verschiedenen Hauptformen, nämlich als einfache
Myopie (s. Kurzsichtigkeit) und einfache
Hyperopie (s. d.) auftreten kann, wenn die
Abweichung von der normalen
Refraktion in allen Meridianen die
gleiche ist, oder auch als irgend eine Art des
Astigmatismus (s. d.), wenn die
Refraktion nur in einem Hauptmeridian überhaupt,
oder in den verschiedenen Meridianen in verschiedenem
Grade von der normalen abweicht.
KarlBernh. Arwed, Nationalökonom, geb. zu Niederroßla im Großherzogtum
Sachsen-Weimar, studierte
zu
Jena Jura und Kameralwissenschaften, war einige Zeit bei den Ministerien der
Finanzen und des Innern
in
Weimar beschäftigt, wurde 1858 Beamter
einer Feuerversicherungsanstalt in
Dresden
[* 13] und 1801 Redacteur des
«Bremer Handelsblattes».
Er war seitdem eifriges Mitglied und Deputationsmitglied des
Kongresses deutscher Volkswirte, in welchem er in Fragen der
eigentlichen Handelspolitik der entschieden freisinnigen
Richtung angehörte. Emminghaus war einer der frühesten Fürsprecher
von Unternehmungen zur Herstellung des Friedens zwischen
Unternehmern und
Gehilfen im gewerblichen Leben. 1865 entwarf er den
Plan der
Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und übernahm die Geschäftsführung dieser Gesellschaft nach
deren Gründung. 1860-73 war er Professor der Wirtschaftslehre am Polytechnikum zu
Karlsruhe
[* 14] und wurde dann zum Vorsitzenden
Direktor der Lebensversicherungsbank für
Deutschland
[* 15] zu Gotha
[* 16] gewählt. Emminghaus schrieb u. a.: «Die schweiz.
Volkswirtschaft» (2 Bde., Lpz.
1860-61),
(lat.), erweichende Heilmittel, durch welche die Gewebe
[* 22] des menschlichen
Körpers weicher und geschmeidiger gemacht, die abnorme
Spannung entzündeter
Teile gemindert und somit Erschlaffung und
Abspannung bewirkt wird;
Ninpsäias (N. moIcuiZ), der wichtigste der von Cope aus dem Perm von Texas aufgefundenen Heli- saurier, wichtig wegen feiner
eigentümlichen an l'lii' coäuZ (s. d.) ^[= der südwestlichste und größte der Vereinigten Staaten von Amerika, liegt zwischen 25° 51' ...] erinnernden Backzähne, breiten kurzen Pstasterzähnen, welche an ihrer langen Seite
sich fast berühren und je in einer Neihe hintereinander stehen. Gmpedökles, griech. Philosoph aus Akragas
(Agrigentum) in Sicilien, 490-430 v. Chr., faßte seinenVeruf überwiegend imreligiös-sittlichcn
Sinne auf, ähnlicy wie Pythagoras;
er selbst rühmt sich magischer Künste, prophetischer Gabe und wunder- barer Heilkunst;
glaublicher ist die Gewalt, die er durch die Kraft
[* 26] des begeisternden Wortes ausübte. Aristoteles bezeichnet ihn als Erfinder
der Rede- kunst und Gorgias als seinen Schüler.
Schon sein Vater Meton war an der demokratischen Umwäl-
zung seiner Stadt beteiligt;
Empfangbarkeit wurde vom Volle fast vergöttert, später aber mußte er flüchten.
Von chm wurde viel Fabelhaftes
erzählt;
so soll er seinen Tod gefunden haben, indem er sich in den Schlund des Ätna
[* 27] stürzte. Empfangbarkeit nimmt
aus der Lehre
[* 28] des Parmenides zwei Grundsätze auf: es yicbt kein Entstehen aus nichts, kein Vergehen in nichts, und es giebt
keine qualitative Veränderung des ur- sprünglichen Seins, sondern der Stoff bleibt unver- ändert in seinem Quantum, wie
auch in bestimmten Grundqualitäten, aus denen alles andere entsteht oder vergeht oder sich ändert durch
bloße Linderung der Mischung.
Die vier Grundstoffe, von ihm mit Götternamen benannt, sind die sog. Elemente Feuer, Luft
(oder Zither), Wasser und Erde.
Die Mischung aus denselben sollte nach bestimmten Verhältnissen geschehen und wurde so erklärt,
daß Bestandteile des einen Körpers in die passenden Poren des andern eindrängen.
Eine Welt entsteht, indem die Elemente,
durch den Haß geschieden, sich wieder zu vereinigen streben. Am wertvollsten sind die biolog. Ansichten. Die Zweckmäßigkeit
der Organismen er- klärte er durch das überlebender lebcnsfähigcrnBil- dungen, die Sinncswahrnehmung
durch Ausflüsse von den Objekten, die in die passenden Poren der Or- gane eindrängen.
Seine religiösen Lehren
[* 29] von der Seelenwanderung,
von der reinen Geistigkeit Gottes u. a. stehen mit seiner Welterklärung in keinem er- kennbaren Zusammenhang. (S.
GriechischePhilo- sophie.) Die Fragmente des Empfangbarkeit gaben Karsten (Amsterd. 1838) und Stein (Bonn
[* 30] 1852) heraus.
-
Vgl. Panzerbieter, Beiträge zur Kritik und Erläu- terung des Empfangbarkeit (Meining. 1844);
Zellcr, Die Philo- sophie der Griechen,
Bd. 1 (5. Aufl., Lpz.
1892).
Uniporbur (frz., spr. angp'röhr, vom lat.
Im- pßrktoi-, s. d.), Kaiser. I(s. d.). Gmper Straße, soviel wie Enneper Straße Smpetraceell (ü/tnp6trkcök6) oder
Empe- treen (NmMi-eao), Pflanzenfamilie aus der Ord- nung der Tricoccen (s. d.) ^[= Pflanzenordnung aus der Gruppe der Dikotyledonen, Abteilung der Choripetalen, charakterisiert ...] mit nur vier teils in der nördl.
gemäßigten Zone, teils in den Hochge- birgen Südamerikas, nahe der Schneegrenze, und selbst in den Polarländern wachsenden
Arten. Es sind heidekrautartige Sträucher mit kleinen linea- lischen, meist etwas dicken Blättern und Blüten,
die aus einem vier- bis sechsteiligen, blumenkroncnarti- gm Perigon, zwei bis drei Staubgefäßen und einem mehrfächerigen
Fruchtknoten mit kurzem Griffel be- stehen; die Frucht ist eine kleine Steinfrucht.
Nuipötruin 7).,
Pstanzenqattung aus der
Fa- milie der Empetraceen (s.d.) mit nur einer
einzigen in den Hochgebirgen der gemäßigten Zone und inner-
halb der kalten Zonen wachfendcn Art. Es ist ein kleiner, niederlegender, reichvcrzweigtcr Strauch mit kleinen, axillar stehenden
Blüten, die sog. Rausch- oder Krähenbeere, auch Vrocken- myrte genannt, N. m'Zrnin ^.,
in Deutschland an einigen Stellen der höhern Gebirge. In Grönland ißt man die wacholderähnlichen Beeren als anti- skorbutische
Mittel und bereitet ein weingeistiges Getränk daraus.
Früher waren Kraut und Samen
[* 31] offizinell als ll"rdk
6t 86m6n i^mMi-i. Empfangbarkeit der Ware.
Die vom Ver- käufer gelieferte Ware wird dann als empfangbar bezeichnet, wenn
sie so beschaffen ist, wie sie der Ver- käufer liefern mußte.
Der Verkäufer hat dafür ein- zustehen, daß die
Ware die versprochenen Eigen- schaften hat, «vertragsmäßig beschaffen ist» sHandels- gesetzbuch
Art. 346);
Ist eine bestimmte Eigenschaft nicht zugesagt, so ist
bei einem Kauf, welcher auch nur auf feiten einer der beiden Parteien ein Handelsgeschäft (s. d.) ^[= der Vertrag, mit welchem die eine Partei (der Verkäufer) der andern (dem Käufer) eine Sa waren, ...]
im Sinne des Deutschen Handelsgesetzbuchs ist, die Ware empfangbar, wenn sie Handelsgut mittlerer Art und
Güte ist (Handels- gesetzbuch Art. 335).
Der Verkäufer hat auch dafür einzustehen, daß die Ware nicht solche Mängel hat,
welche ihre Brauchbarkeit oder Vcrkäuflichkcit be- einträchtigen.
Hat der Käufer vor oder bei Abschluß des Kaufs die Ware
gesehen, fo hat der Verkäufer für solche Mängel nicht einzusteheil, welche der Käufer gesehen hat
oder, ohne sachverständig zu sein, hätte sehen müssen.
Verkäufer haftet jedoch auch im letz- tern Falle für solche dem
Käufer nicht bekannte Män- gel, wenn er über deren NichtVorhandensein den Käufer arglistig getäuscht hat.
Nach Sächs.
Bürgert. Gesetzb. §. 904 haftet der Verkäufer für ihm ver- borgene heimliche Mängel auch dann nicht,
wenn der fachverständige Käufer sie hätte wahrnehmen müssen.
925) u. 926 auch bei andern Tiergattungen dann, wenn die Krankheit binnen 24 Stunden, oder besondere im Gesetz genannte Krankheiten
innerhalb einer bestimmten längcrn Frist austreten, die Ver- mutung auf, dieKrantheit sei bereits beim Vertrags- schluß
oder dem sonst mastgebenden Zeitpunkt (§.904) vorhanden gewesen.
Das Preuß. Allg. Landr. 1,11, -927
lassen bei .Haustieren für alle Mängel lüften, stellen aber eine ähnliche Vermutung wie das ^ächs. Bürgerl. Gesetzbuch
auf, sofern der Käufer dem Ver- käufer oder in defsen Abwesenheit dein Ortsgericht oder einem Sachverständigen Nachricht
giebt.
Der Deutsche
[* 49] Entwurf ß§. 399 fg. hat sich im allgemeinen den obengenanntcn Gesetzen von Bayern,
Württem- berg, Baden angeschlossen, über die dem Käufer nach Handelsgesetzbuch beim Distanzkauf obliegen- den Pflickten s.
Distanzkauf, über seine Necbte beim Mangel der Empfänger d. W. s. Gewährsmüngel.
Empfänger oder Destinatär, derjenige, an den
das versendete Gut durch einen Frachtführer gebracht, eine Ladung abgeliefert werden soll.
Beim Landtransport
(einschließlich des Transports auf Binnengewässern) ist nach dem DeutschenHandels- gesetzbuch Art. 405 der im Frachtbrief
(s. d.) ^[= Der Handel, größtenteils Tauschhandel, hat schnellere Fortschritte gemacht als jeder andere ...] be- zeichnete Empfänger nach Alikunst des Frachtführers am Ort derAblieferung (s. d.) ^[= im Handelsrecht beim Warenkauf diejenige Handlung des Verkäufers oder seines Stellvertreters, ...] berechtigt, die durch den Frachtvertrag
(auch wenn er, wie gewöhnlich, den- selben mit dem Frachtführer nicht geschlossen hat) oegründeten
Rechte gegen Erfüllung der in: Fracht- brief festgesetzten Verpflichtungen im eigenen Namen gegen den Frachtführer geltend
zu machen;
er darf insbesondere den Frachtführer auf Übergabe des Frachtbriefs und Auslieferung des Guts belangen. Jedoch
hat der Frachtführer'(nach Art. 402) den Anweifungen des Absenders wegen Zurückgabe des Guts oder wegen
Auslieferung desselben an einen andern als den im Frachtbrief bezeichneten Empfänger so lange Folge zu leisten,
als er nicht dem Empfänger nach Ankunft des Guts am Ort derAblieferung den Frachtbrief übergeben hat.
Ist aber der Empfänger in Konkn'.s
verfallen und hat er die Güter noch nicht vollständig bezahlt, so kann der Verkäufer oder Eintansökommissionär
die versendeten Güter zurück- fordern, sofern diese nicht vor Eröffnung des Kon- kursverfahrens an dem Ort derAblieferung
an- gekommen und in den Gewahrsam des Gcmein- schuldners oder einer andern Person für ihn ge- langt sind (Konkursordn. §.
30).
Dies Verfol- gungsrecht, Aussonderungsrecht (s. Aussonderung) ^[= im Konkursverfahren die Herausgabe derjenigen Gegenstände, welche nicht dem Gemeinschuldner ...] gilt auch für den Seetransport, für
welchen fönst die Vorschrift besteht (Art. 047): Der Schiffer ist verpflichtet, im Löschungshafen dem legitimierten Inhaber
auch nur eines Exemplars des Konnosse- ments (s. d.) die Güter auszuliefern.
Das Konnosse- ment enthält den Namen des Empfänger, es
kann aber auch ml die Order des Empfänger ausgestellt und in diesem Fall, wie ein Wechsel, von dem Empfänger giriert
werden.
Legi- timiert ist in diesem Fall der durch die fortlaufen- den Indossamente, deren erstes das des Empfänger ist, auf dem
von ihm vorgelegten Konnossemente als In- haber Bezeichnete.
Das Konnossement kann ferner an die Order des
Abladers (s. d.) ^[= (engl. shipper; frz. chargeur), im Seerecht diejenige Person, welche dem Schiffer die Ladung ...] gestellt sein, in welchem Falle der ist, auf welchen das
Indossa- ment des Abladers oder die etwa folgenden In- dossamente lallten.
Endlick kann das Konnossement auch an die Order des
Schiffers lallten, so daß sich der Empfänger durch dessen Indossament bestimmt.
Nach- dem der Scbisser ein
an Order lautendes Konnosse- ment ausgestellt hat, darf er den Anweisungen des Abladers wegen Zurückgabe oder Ablieferung der
Güter nur dann Folge leisten, wenn ihm die sämt- lichen Exemplare des Konnossements zurückgegeben werden (selbstverständlich
ergeben sich in diesem Falle die Gegeilansprüche des Schiffers aus dem Frachtvertrage).
Auch beim Landtransport kann der Empfänger die Auslieferung des Guts vor dessen Ankunft
am Ort derAbliefe- rung nur dann fordern, wenn der Absender den Frachtführer hierzu ermächtigt hat.
Der Empfänger ist aber dein
Frachtführer gegenüber berechtigt, vor dicfer Ankunft alle zur Sicherstellung des Guts erforderlichen
Maßregeln zu ergreifen und dem Frachtführer die zu diesem Zweck notwendigen An- weisungen zu erteilen.
Durch Annahme des
Guts und des Frachtbriefs wird der Empfänger beim Landtrans- port verpflichtet, dem Frachtführer nach Maßgabe des
Frachtbriefs Zahlung zu leisten (Art. 400). Durch Annahme der Güter beim Seetransport wird der Empfänger dem Schiffer
verpflichtet, nach Maß- gabe des Frachtvertrags oder des Konnossements, auf Grund deren die Empfangnahme geschieht, die Fracht
nebst allen Nebengcbühren, sowie das etwaige Liegegeld zu bezahlen, die ausgelegten Zölle und übrigen Auslagen zu erstatten
und die ihm sonst obliegenden Verpflichtungen zu erfüllen (Art. 615).
Durch Annahme des Guts und Be- zahlung
der Fracht erlischt jeder Anspruch an den Frachtführer.
Nur wegen Verlustes oder Bcschä- digung, welche bei der Ablieferung
äußerlich nicht erkennbar waren, kann der Frachtführer selbst nach der Annahme und nach Bezahlung der Fracht in Anspruch
genommen werdeil, wenn die Feststellung des Verlustes oder der Beschädigung ohne Verzug nach der Entdeckung
nachgesucht ist und wenn be- wiesen wird, daß der Verlust oder die Beschädigung während der Zeit seit der Empfangnahme durch
den Frachtführer bis zur Ablieferung entstanden ist (Art. 408).
Wenn die Annahme verweigert wird oder wenn Streit über die
Annahme oder den Zu- stand des Guts entsteht, kann der Beteiligte den letztcrn durch Sachverständige
feststellen lassen, welche das Handelsgericht oder in dessen Ermange- lung der Nichter des Orts ernennt (Art. 407). Ebenso
kann beim Seetransport, bevor der Empfänger die Güter übernommen hat, sowohl der Empfänger als der Schiffer, um den Zustand oder die Menge
der Gütcr festzustellen, die Besichtigung derselben durä) die zuständige Behörde oder durch die zu dem Zweck amtlich bestellten
sachverständigen unter Zuziehung des Gegners bewirken lassen (Art. 009).
^psängnis. Empfängnis der Maria, s. Unbefleckte Em- Empfängnis-Orden, s.
Villa Vicosa. Empfangschein, Quittung, N'ecepissc, das schriftliche Bekenntnis des Empfanges eines Wert^egenstandes,
namentlich eines Geldbetrags und msbeMdere der ^ahlun^ einer Schuld. In einigen Länden: sind die Empfindung emer Stempelgebühr unterworfen
(Quittungsstempel).
Eine Quittung kann eine gerichtliche oder eine außergerichtliche sein;
auch unterscheidet man Special-
und Ge- ncralquittung.
Erstere wird bei der vollständigen Abtragung einer Forderung oder eines Teiles
einer Forderung, letztere bei Abtragnng aller Posten, welche eine und dieselbe Person schuldig war, aus- gefertigt.
Intcrimsquittung
ist eine vorläufig aus- gestellte Quittung, die später durch eine endgültige ersetzt werden muß.
Ein Empfindung kann je nach
den Um- ständen in einem oder in mehrern Exemplaren aus- gefertigt sein;
in letzterm Falle pflegt man
in dem- selben die Anzahl der auegestellten Exemplare an- zugeben und den Vermerk hinzuzufügen, daß sie zusammen nur für
einjach gültig sind. - Empfindung oder Recief (vom engl. w i-eceivs) heißt auch der
ge- wöhnlich vom Steuermann eines Schiffs ausge- stellte Schein über die Ablieferung einer Ware, von
welcher das Konnossement (s. d.) ^[= (frz. connaissement, police de cargaison, nolissement; engl. bill of lading, abgekürzt B/L; ...] noch nicht gezeich- net ist.
Der Empfindung muß dann gegen Aushändigung des Konnossements wieder
zurückgegeben werden. Gmpfangsprämie, Rückprämie, die im voraus veraoredete Vergütung, die der Verkäufer bei einem
Zeitgeschäft dem Käufer dafür gewährt, daß er von dem Kauf Zurücksteht (f. Prämiengcfchäit).
Empfehlung. Wer
aus eigenem Antrieb oder auf Anfrage eine Person als kreditwürdig, ein Grundstück oder eine Ware als preiswert, ein Papier
oder eine Hypothek als sicher empfiehlt u. dgl. und einen
Rat erteilt, haftet für die objektive Wahrheit seiner Erklärungen oder für den guten Erfolg seines Rates nur, wenn er die
Garantie (s. d.) ^[= # (frz., "Gewähr", wie das engl. warrant von dem entsprechenden althochdeutschen Stamme ...] übernom- men hat.
Ist das nicht der Fall, so haftet er immer auf Ersatz des Schadens,
welcher dem andern dar- aus erwachsen ist, daß dieser der Empfindung oder dem Rat traute, wenn der Empfehlende wissentlich Unrichti-
ges gesagt oder arglistig falscheil Rat erteilt hat, und diese Haftung kann auch nicht dadurch ausge-
schlossen werden, daß der Empfehlende jede Haftung mr die Empfindung oder den Rat ablehnte.
Vgl. eine Ent- scheidung des Reichsgerichts
bei Volze, «Praxis des Reichsgerichts», II, 532. Hat der Empfehlende mit
dem, welchem die Empfindung erteilt wurde, kontra- hiert, und das ist der Fall, wenn für die
Empfindung Ver- gütung genommen wurde oder wenn innerhalb einer Geschäftsverbindung ein Rat erteilt wurde (vgl. Entscheidungen des
Reichsgerichts bei Volze, I, 960: IV, 639, 646; XI, 313), so haftet der Empfehlende auch für ein Verfehen, und zwar, wenn
er Kaufmann war und die Erteilung der Empfindung (s. s)iilM) auf seiner
Seite Handelsgeschäft war, für Verschen jedes Grades, soust nach Preuß.
Allg. Landr. I, 13, §. 221 für mäßiges Versehen.
Ein Sachverständiger haftet, auch wenn er nicht kontra- hiert hat, nach §. 219 für grobes Versehen; nach Sächs.
Vürgerl.
Gesetzb. §. 1301 wenn der Empfeh-
lende in einem Falle, in welchem er durch Amts- pflicht, Beruf oder
Vertrag zur Erteilung von Rat oder Empfindung verpflichtet ist, aus Fahrlässigkeit schädliche Empfindung erteilt hat.
Nach Österr. Gesetzb.
§. 1300 ist ein Sachverständiger auch dann verantwortlich, wenn er gegen Belohnung in Angelegenheiten seiner Kunst oder
Wissenschaft aus Versehen einen nachteiligen Rat erteilt hat.
Außer diesem Fall soll ein Rat- geber nur für
den Schaden haften, welchen er wis- sentlich dem andern verursacht hat.
Der Deutsche Entwurf §. 604 läßt nur aus arglistiger
Handlung eine Haftung entstehen, sofern nicht aus einem Ver- tragsverhältnisse oder aus einer Amtspflicht cine weiter gehende
Haftung sich ergiebt. Empfehlungsbrief, ein offenes Schreiben, durch welches der Überbringer desselben
bei dem Adressaten eingeführt und dessen Wohlwollen em- pfohlen wird.
Der Empfindung wird insbesondere vom Kauf- mann häufig ausgestellt,
um einen Geschäftsfreund, einen feiner Gehilfen (Reifenden) oder irgend eine Privatperson mit dem Adressaten persönlich bekannt
zu machen.
In dem Empfindung wird der Zweck der Reise angegeben, die Vitte ausgesprochen, dem Empfohlenen zur Erreichung
seines Zwecks behilf- lich zu fein und die Versicherung hinzugefügt, daß man zu Gegendiensten gerne bereit sei.
Wird dem
Empfohlenen zu gleicher Zeit bei dem Adressaten eine bestimmte Geldsumme angewiesen, so wird der Empfindung gleichzeitig zu einem
Kreditbrief (f. Accredttieren). -
Empfindlichkeit, eine leicht beleidigte, verletzte oder getränkte Gemütsart, oft das Zeichen eines übermäßig gesteigerten
Selbstgefühls;
sie stellt sich aber auch dann leicht ein, wenn im Gemüte bittere Gefühle von ehemals nachklingen, sodaß
der neu hinzutretende Eindruck durch das Verschmelzen der angesammelten gleichartigen Gefühlöfpuren
mit ihm eine unwillkürliche Verstärkung
[* 52] bekommt.
In der erperimentellen Psychologie bedeutet Empfindung die Fähig- keit oder Disposition
zur Aufnahme und Veurtei- lung von Sinneseindrücken. (S. Sensibilität.) Empfindsamkeit, cine starke Erregbarkeit durch Empfindungen
von rührender Art, besonders wenn man diese geflissentlich sucht, sie gern zeigt und in ihnen schwelgt.
Weil in der letzten Hälfte des 18. Jahrh, durch den damaligen Zustand der Litte- ratur cine solche Gemütsart genährt wurde,
so pflegt man diese Zeit als die empfindsame (sentimen- tale) Periode zu bezeichnen.
Damals galt Empfindung als Lob einer «schönen
Seele».
Campes Schrift «über Empfindung und Empftndelei»
(Braunfchw. 1779) behandelt die- sen Gegenstand in pädagogischer Hinsicht. Empfindung, im weitern und gewöhnlichen Sinne
jeder durch die Sinne direkt hervorgerufene Eeelenzustand;
hierher gehören die Gemütszustände (Gefühle der Lust und Unlust)
und die Eindrücke oder Sensationen der gegen die Außenwelt gerichteten Sinne (Gesicht,
[* 53] Gehör
[* 54] u. s. w.).
Die Wissenschaft
bcfchräntt das Wort auf die qualitativ einfachen Be- standteile gcfühlsfreier Vorstellungen, wie warm,
blau, süß u.s.w. (Vgl. Gefühl.) An einer Empfindung unter- scheidet man als variable Bestimmungen oder Mo- difikationen
die Qualität, Intensität, Dauer und Ausdehnung.
[* 55]
Während die erstern drei Begriffe auf jede Empfindung Anwendung finden, ist die
Ausdehnung nur ein Merkmal von Empfindung des Tast- und Gesichtssinns.
Die Frage nach dem Ursprünge der Empfindung ist
schwierig
¶
mehr
geworden, seitdem man sich genötigt sah, die frühere Ansicht aufzugeben, wonach von den Dingen materielle Bilder ausströmen
und durch ihr Eindringen in die Sinnesorgane die Empasma als getreue Abbilder der Dinge verursachen sollten.
Die physiol. Psychologie
betrachtet jetzt die Empasma als eine selbständige Begleiterscheinung eines bestimmten, in sensorischen Centren vor
sich gehenden Nervenprozesses, und die Naturwissenschaft hat die Außenwelt derjenigen Eigenschaften entkleidet, welche die
gewöhnliche Auffassung auf Grund der Empasma ihr beizulegen pflegt.
Die Untersuchungen über die Empasma beziehen sich auf die Feststellung
der einfachen Qualitäten der verschiedenen Sinne, auf die absolute und relative Beurteilung von Intensitäten derselben und
deren gesetzmäßige Beziehung zu den Reizstärken, auf die von äußern und innern Bedingungen abhängige
Dauer und räumliche Beschaffenheit. (S. Psychophysik.) ^[= (grch.), der von Fechner vorgeschlagene Name für eine Wissenschaft, welche die gesetzmäßigen ...]
(grch., d.i. Luftgeschwulst), der krankhafte Zustand, bei welchem die Zellen,
d. h. hier die Maschen und Lücken, eines Organs oder Körperteils widernatürlich mit Luft angefüllt
sind. Dies geschieht z. B., wenn die Lungen oder Luftröhren verwundet oder sonst verletzt werden und die infolgedessen austretende
Luft in das benachbarte Bindegewebe (z. B. des Halses) hineindringt, wo sie dann von Zelle
[* 58] zu Zelle durchsickernd eine oft
bedeutende, beim Daraufdrücken knisternde und dem Fingerdruck ausweichende, farb- und schmerzlose Anschwellung
bildet (traumatisches Emphysem oder Windgeschwulst).
Auch unter der Haut
[* 59] des Schädels beobachtet man derartige Luftgeschwülste, die von den lufthaltigen Gesichtshöhlen (z.B.
Stirn- und Ohrhöhle) ausgehen. In andern Fällen handelt es sich um Ansammlung von Gasen unter der Haut infolge von Verjauchungen
(Fäulnis) bei ausgedehnten Entzündungen. Auch in den Lungen entstehen umschriebene Luftansammlungen,
wenn einzelne Bläschen derselben bei heftigen Atemanstrengungen bersten und die Luft unter das die Lunge
[* 60] überziehende Brustfell
und zwischen die einzelnen Läppchen der Lunge (Interlobularemphysem) austritt.
Jedoch in der Regel, obschon im uneigentlichen Sinne, nennt man gegenwärtig Lungenemphysem oder Emphysem schlechtweg, auch Lungenerweiterung,
jenen krankhaften Zustand der Lunge, bei welchem deren einzelne Maschen (Zellen) widernatürlich erweitert
und daher lufthaltiger als sonst, also blasenartig ausgedehnt sind. Dadurch tritt eine solche Erschlaffung des ganzen Lungengewebes
ein, daß die Luft nicht mehr mit der gehörigen Kraft aus den Lungenbläschen ausgetrieben und deshalb auch nicht genug neue
sauerstoffreiche Luft in die nicht hinreichend entleerten Lungen eingezogen werden kann, wodurch es bald
zu einer dauernden Überladung des Blutes mit Kohlensäure und ihren Folgen (Beklemmung, Atemnot, Lufthunger) kommt.
Die Einatmung ist beim Emphysematiker in der Regel geräuschvoll, ziehend; die Ausatmung ist deutlich verlängert.
Auch gesellen
sich hierzu bald eine Menge wichtiger Cirkulationsstörungen, indem durch den Untergang zahlreicher Lungenkapillaren
und infolge der verminderten Saugkraft der Lungen eine beträchtliche Blutüberfüllung der Lungenarterie und des rechten Herzens,
Herzerweiterung und rückläufige Blutstauungen in den Körpervenen eintreten. Die Lungenerweiterung kann herrühren teils
von Erschlaffung und Schwund der Zellwände der Lunge, z. B. infolge hohen Alters (das gemeine Alters- oder
Greisenemphysem), teils daher, daß andere Lungenzellen verschrumpft sind und so die übrigbleibenden krankhaft auseinanderzerren.
Die gewöhnlichste Quelle
[* 61] des Lungenemphysems ist häufiger, heftiger und anhaltender Husten, besonders bei dem sog. trocknen
oder schnurrenden Bronchialkatarrh; ferner Behinderung des Ausatmens (z. B. durch starke Kröpfe); übermäßige Anstrengung
der Atmungswerkzeuge (z. B. durch vieles Laufen, Klettern, Instrumenteblasen,
Singen, Schreien) u. dgl. Das Emphysem ist daher eine sehr häufige Lungenkrankheit, welche schon bei ihrem ersten Auftreten sorgsame
Beachtung erheischt.
Der Arzt erkennt das Lungenemphysem leicht daran, daß das Herz und die Leber nach unten gedrängt sind, daher die Herzspitze
sicht- und fühlbar in der Magengegend pocht, daß der Brustkasten sehr gewölbt und oft faßformig aufgetrieben
ist und beim Klopfen einen vollen Ton giebt (daher Unkundige eine sehr schön gebaute Brust vor sich zu sehen glauben), daß
die Schlüsselbeine wagerecht, die Schultern nach vorn stehen und gewisse Halsmuskeln (Kopfnicker und Kappenmuskeln) verdickt
und gespannt sind.
Die Beschwerden, welche das Emphysem macht, sind: andauernde Kurzatmigkeit, welche durch Körperanstrengung, Staub- und Rauchatmen,
Gemütsbewegung u. s. w. zunimmt und sich periodisch zu mehr oder minder heftigen Anfällen von Brustkrampf (Asthma) steigert;
Das Lungenemphysem ist eine zwar in der Regel nicht sofort gefährliche, aber doch sehr lästige Krankheit. Seine Behandlung
erfordert vor allem Ruhe, Vermeiden körperlicher Anstrengungen, besonders des Laufens und Kletterns und der gröbern Armbewegungen;
Verhüten öfterer Katarrhe, daher
jeder Erkältung, weshalb namentlich Nord- und Nordostwinde zu meiden sind;
Frei- und Weichhalten des Unterleibs, weil jede
Austreibung desselben (daher besonders Kot- und Blähungsanhäufung) das ohnehin bei Emphysematikern durch Herabdrängung
gelähmte Zwerchfell an seiner zum Einatmen unentbehrlichen Thätigkeit behindert.
Auch suche der Kranke öfters recht kräftig
auszuatmen und hierbei den Brustkasten mit beiden Händen mechanisch zusammenzudrücken, um die stagnierende Luft aus den
widernatürlich erschlafften Lungenbläschen auszutreiben; recht gut eignet sich hierzu der Zoberbiersche Atmungsstuhl. Auch
hat man mit Erfolg die Einatmung von Komprimierter Luft (s. d.) angewendet, indem die Kranken sich täglich einige Stunden in
einem Raume aufhalten müssen, welcher mit künstlich zusammengepreßter, verdichteter Luft gefüllt
ist. Da solche Luft mehr Sauerstoff enthält, so stillt sie auch besser als gewöhnliche
¶
mehr
Luft das Atmungsbedürfnis und bringt deshalb den Asthmatischen meist eine baldige Erleichterung. Dasselbe kann man dadurch
erreichen, das; man die Luft, welche bei der mangelhaften Ausatmung nicht entleert wird, gleichsam aus den Lungen aussaugt,
indem man den Kranken in verdünnte Luft ausatmen läßt. Hierauf gründen sich die in der neuern Zeit
vielfach benutzten pneumat. Apparate von Hauke, Berkart, Waldenburg,
[* 63] Geigel u. a., welche gleichzeitig das Einatmen komprimierter
Luft und das Ausatmen in verdünnte Luft ermöglichen. Übrigens sucht man durch kalte oder spirituöse Waschungen, auch wohl
durch vorsichtige gymnastische Übungen die Ausatmungsmuskeln des Brustkastens und des Bauches zu kräftigen, bringt etwaige
Katarrhe zur Lösung, beruhigt die Herzbewegungen und sucht die Gesamternährung zu heben oder in gutem
Stand zu erhalten. Wohlthätig wirkt bei Emphysematikern auch der längere Aufenthalt in Seeluft und Salinen sowie in
Kieferwaldungen.
das Recht aus der röm. Landleihe zu vererblichem und veräußerlichem dinglichen Nutzungsrechte,
bei welchem der Verleihende (dominus emphyteucarius) nur ein Recht auf Grundabgaben (canones), ein Privationsrecht bei schlechter
Wirtschaft und bei Rückstand des canon, ein Vorkaufsrecht und ein Recht auf Gebühren (laudemia) in Veräußerungsfällen behält.
Der römischen Emphyteuse entsprechen in der german. Entwicklung die Erbpacht- und Erbzinsverhältnisse, welche von der Agrargesetzgebung
fast durchgängig in Eigentum verwandelt worden sind.
(spr. angpihr),Stil der Französischen Kunst (s. d.), der, von England beeinflußt,
sich in strenger Klassicität und in dem Streben, die röm. Kaiserzeit nachzuahmen, während
des ersten franz. Kaiserreichs geltend machte. In England und Deutschland bezeichnet man ihn als Klassicismus (s. d.).
(grch.), ein wissenschaftlicher Forscher, der allein auf die Erfahrung baut,
eine apriorische Grundlegung der Erkenntnis entweder für entbehrlich hält oder wenigstens sich nicht
damit befassen mag, sondern sie etwa der Philosophie als besondere Ausgabe zuweist. In der alten Medizin hießen Empiriker die Anhänger
einer bestimmten Richtung, welche die Heilkunde rein auf die Erfahrung stützen wollte, eben darum aber keine wissenschaftliche
Gültigkeit für dieselbe in Anspruch nahm. Sie berührten sich mit den skeptischen Philosophen und werden
zum Teil zugleich als Philosophen den Skeptikern zugezählt (so Sextus Empirikus, s. d.).
(grch.), die Richtung in der Philosophie und Wissenschaft, die in der Erfahrung (s. d.)
die alleinige Grundlage der Erkenntnis sucht; wobei je nach dem Begriff, den man von Erfahrung hat, auch der Empirismus sehr Verschiedenes
bedeuten kann. Sofern z. B. Kant die Erkenntnis in die Grenzen
[* 66] möglicher Erfahrung einschließen
will, ließe sich
seine Richtung wohl als Empirismus bezeichnen, während er von demjenigen der in der Leugnung
eines rationalen, apriorischen Faktors der Erkenntnis besteht, sich scharf scheidet. Erst bei einigen Neuern ist es üblich
geworden, den Ausdruck Empirismus nicht sowohl auf die Frage von der letzten Begründung der Erkenntnis, als vielmehr darauf zu beziehen,
ob man ein Objekt der Erkenntnis jenseit der Grenzen der Erfahrung gelten läßt oder nicht. In ersterer
Bedeutung steht der Empirismus dein Rationalismus, in letzterer der Richtung aufs Transcendente gegenüber. Über Empirismus in der Physiologie
s. Nativismus.
Endlich verfaßte er allein echte Lustspiele, die mit künstlerischer Charakterzeichnung einen gefälligen
Stil und sittlichen Gehalt verbinden. Seine bekanntesten Werte sind: «Sapho», Oper (mit Cournol, 1822),
(frz., spr. angplaßmáng), Einschnitt, eine
unter dem gewachsenen Boden versenkte Aufstellung, im Feldkriege als Geschützdeckung angewendet, im Festungskriege
oft in Verbindung mit Laufgräben für Infanterie und leichte Geschütze
[* 68] eingerichtet. (S. Konterapprochen.)