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Multidimensionaler Well-Being-Ansatz
Es geht im Leben um mehr als nackte Zahlen wie bei der BIP-Grösse, die nur eine beschränkte Aussagekraft bezüglich der Lebenszufriedenheit besitzt. Diese Kritik ist nicht neu und wurde jüngst von der UNO und der OECD aufgenommen, die 60 0000 Haushalte über den Globus verteilt befragten und Statistiken (u.a. aus den Einwohnermeldeämtern) auswerteten. Die Resultate sind nun in einer zahlengewaltigen, rund 300-seitigen „Better Life Initiative“-Studie nachzulesen, die das Well Being während der vergangenen zwei Jahrhunderte aufzeigt. Zur Messung der Wohlfahrt als multidimensionales Konzept wurde zunächst ein Well-Being-Indikator entwickelt, in den 10 Faktoren einfliessen: neben dem Pro-Kopf-Einkommen und der Reallohnentwicklung unter anderem auch die Ausbildungsdauer, die Lebenserwartung, die persönliche Sicherheit sowie politische Institutionen und die Einkommens- und Geschlechtergleichheit. Obwohl alle diese Faktoren für das Wohlbefinden bedeutend sind, besteht jedoch nicht immer ein Zusammenhang zur BIP-Entwicklung.
Rolle der Frau als bedeutender Wirtschaftsfaktor
Demgegenüber stellt die jüngste Literatur einen recht engen Zusammenhang zwischen Geschlechtergleichheit und Wirtschaftswachstum her - und zwar als einen nicht zu vernachlässigenden Faktor für das Wirtschaftswachstum. So standen ja beispielsweise auch die Trümmerfrauen ganz entscheidend hinter dem Wirtschaftswunder Deutschlands in den 50er- und 60er-Jahren. Zur veränderten Rollenverteilung, die erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer verbesserten gesellschaftlichen Rolle der Frau führte, haben zwangsläufig die Weltkriege beigetragen. Einzig die Folgestatten der UdSSR, in denen die Geschlechterungleichheit massiv zugenommen hat und auf das Niveau vieler Schwellenländer gesunken ist, konnten nicht Schritt halten. Das Potenzial von Frauen liegt zudem auch in etlichen islamischen Staaten nach wie vor brach, was sich im mangelhaften Ausbildungsstand der Frauen in dieser Region reflektiert.