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Schweizerische
Gesellschaft für Strahlenbiologie und Medizinische
Physik
|Bulletin 3/98 (Dezember 1998)|
|Inhaltsverzeichnis

(list of contents)
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Börje Larsson
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Ordentlicher Professor für Klinische Radiobiologie und Direktor des Instituts für Medizinische Radiobiologie der Universität Zürich und des PSI 1990-1996
Tief bewegt nehmen wir Abschied von unserem Mitglied, Freund und Kollegen Börje Larsson, der uns am 12. Oktober 1998 nach kurzer schwerer Krankheit für immer verlassen hat.
Nach dem Studium der Naturwissenschaften in seiner Geburtsstadt Stockholm trat Börje Larsson 1954 als Forschungsassistent in die Dienste des Gustaf-Werner-Instituts der Universität Uppsala ein. 1955 erwarb er den Titel eines Master of Science an der Universität Stockholm und vier Jahre später denjenigen eines Master of Engineering am Royal Institute of Technology in Stockholm. Nach der Erlangung des Ph.D. für Radiophysik und des Ph.D. für Zoophysiologie im Jahr 1961 erfolgte seine Ernennung zum Assistenzprofessor für Radiobiologie. 1966 wurde er zum Associate Professor befördert und 1979 zum Ordinarius für Physikalische Biologie im Departement für Strahlenwissenschaften an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Uppsala. Mit seiner Wahl zum Ordinarius für Klinische Radiobiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich auf den 1. November 1990 wurde ihm die Leitung des Instituts für Medizinische Radiobiologie (IMR) der Universität Zürich und des Paul Scherrer Instituts übertragen, die er bis zum Wintersemester 1996 innehatte.
Bereits seit Mitte der fünfziger-Jahre hatte sich Börje Larsson mit der therapeutischen Anwendung hochenergetischer Strahlen, insbesondere der Protonen, sowie den biologischen Modellexperimenten zu deren Evaluation befasst. Sein besonderes Interesse galt der sogenannten "Strahlenchirurgie", d.h. der gezielten und wirkungsvollen Bestrahlung kleiner Tumor-Zielvolumen bei möglichst grosser Schonung der gesunden Gewebeanteile. Zusammen mit dem Neurochirurgen Lars Leksell entwickelte er in den 60er-Jahren ein von den Chirurgen als "Gamma-Skalpell" bezeichnetes Gerät, den Prototyp des heutigen Gamma Knife. Mittels einer Vielzahl feinster, sich im Tumor überlagernder Gammastrahlen einer Kobaltquelle ermöglichte es diese Einrichtung erstmals, Hirntumoren, die als nicht operierbar galten, zu entfernen ohne die Schädeldecke eröffnen zu müssen. In Anerkennung seiner Pionierarbeit auf dem Gebiet der Cerebralen Strahlenchirurgie wurde Börje Larsson 1995 von der "International Stereotactic Radiosurgery Society" mit dem Fabrikant-Award ausgezeichnet. Innerhalb der SGSMP beteiligte er sich u.a. an der Sub-Arbeitsgruppe "Stereotactic Convergent Beam Irradiations".
Eingehend beschäftigt hat sich Börje Larsson neben der klinischen Anwendung von Protonen auch mit den Grundlagen der Bor-Neutronen-Einfang-Therapie. In Zusammenarbeit mit der Universität Uppsala beschäftigten sich die IMR-Mitabeiter am Paul Scherrer Institut mit der Entwicklung der Neutronenradiographie an der neu errichteten Spallations-Neutronenquelle SINQ, und an der Synthese neuartiger Substanzen, die es erlauben, borhaltige Wirkstoffe an die DNS der Zelle anzulagern. Zudem wurden neue Konzepte zur Einführung von langsamen Neutronen in Spitälern erarbeitet. Als Präsident der "International Society for Neutron Capture Therapy" organisierte Börje Larsson im September 1996 an der ETH in Zürich das "7th International Symposium on Neutron Capture Therapy for Cancer", das 400 Fachleute aus der ganzen Welt vereinigte.
In den Jahren seiner Tätigkeit an der Universität Zürich investierte Professor Larsson seine ganze Energie in die Verwirklichung seines grossen Zieles, nämlich in Zürich und am PSI ein national und international anerkanntes und wettbewerbsfähiges Institut aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungszentren, wie der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble, dem High Flux Reactor (HFR) in Petten sowie mit Universitätsinstituten und Kliniken im In- und Ausland wurde ausgebaut. Durch diese Entwicklung erhielten die vier von Börje Larsson initiierten IMR-Forschungsprojekte auf den Gebieten der Molekularen und Zellulären Radiobiologie, der Prädiktiven Analysen, der Experimentellen Tumortherapie und der Strahlenschutz-bezogenen Radiobiologie wertvolle Anregungen.
Für die Impulse, die Börje Larsson der strahlenbiologischen Forschung gegeben hat, sind ihm die Mitglieder der SGSMP, seine Kolleginnen und Kollegen sowie seine ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Dank verpflichtet. Sie werden sich seiner Person und seines fachlichen Könnens stets erinnern und sprechen seinen Angehörigen ihr tief empfundenes Beileid aus.
Für die SGSMP und die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am IMR
Walter Burkard, IMR
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Burkard), letzte Bearbeitung 14 September 2011.

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