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Zug (awp) - Die Raffineriebetreiberin Petroplus hat im zweiten Quartal 2010 einen höheren Umsatz erzielt und bereinigt um Veränderungen des Ölpreises schwarze Zahlen geschrieben. Gemäss IFRS-Erfolgsrechnung resultierte jedoch ein deutlicher Verlust. Für das dritte Quartal sind keine grösseren Revisionsmassnahmen vorgesehen, die das Ergebnis belasten würden.
Von April bis Juni stieg der Umsatz um 35% auf 4'915,9 Mio USD. Der Bruttogewinn sank jedoch um etwas mehr als die Hälfte auf 252,3 Mio USD und es resultierte ein Reinverlust gemäss IFRS von 119,1 Mio USD. Im Vorjahreszeitraum hatte Petroplus einen Reingewinn von 205,0 Mio USD erzielt. Die Vorjahreszahlen wurden wegen Devestitionen weitgehend angepasst, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Bereinigt um Lagerbewertungseffekte durch Veränderungen des Ölpreises lag der Reingewinn bei 35 Mio USD. Das Unternehmen bezifferte diese Lagerbewertungseffekte für das zweite Quartal auf netto -108 Mio USD. Der entsprechend bereinigte Refining & Marketing EBITDA wird mit 195 Mio USD angegeben.
AUSLASTUNG VERBESSERT
CEO Jean-Paul Vettier zeigte sich bei einer Telefonkonferenz zufrieden mit der operativen Leistung. Die Auslastung habe unter Ausklammerung von Revisionsmassnahmen 83% betragen, was eine signifikante Verbesserung gegenüber den Vorquartalen darstelle.
Massgebliche Wartungsarbeiten seien mit einem guten Sicherheitsstandard abgeschlossen worden, hiess es. Während die Revisionen von Cressier- und Reichstett wie geplant beendet wurden, sei die Inbetriebnahme von BRC mit einigen Verzögerungen erfolgt. Teile von Petit Couronne und Ingolstadt hätten ebenfalls ungeplante Ausfallzeiten verzeichnet.
Bessere europäische Raffinations-Margen im zweiten Quartal wurden durch eine reduzierte Verarbeitungskapazität aufgrund der geplanten Revisionsmassnahmen teilweise abgeschwächt.
Die Nettobarposition per Ende Juni lag bei rund 175 Mio USD nach 226 Mio USD per Ende März und die verfügbaren Kredite im Rahmen der laufenden Kapitalfazilitäten lagen bei rund 600 Mio USD. Der Nettoverschuldungsgrad wird mit 43% als stabil gegenüber Ende März ausgewiesen.
ZUKUNFT VON REICHSTETT UNKLAR
Eine Entscheidung zur Raffinerie Reichstett in Frankreich soll bis zum Herbst fallen, hiess es. Ursprünglich hatte Petroplus bereits im August Klarheit haben wollen. Es seien weiterhin alle Optionen offen, darunter ein Verkauf oder die Schliessung.
Die Anlage in Coryton stehe indes nicht zum Verkauf, so der Petroplus-CEO. Vielmehr sei es ein Ziel im Rahmen des 3-Jahresplans, die Leistung der Raffinerie zu verbessern. Interesse bekundete Petroplus zudem weiterhin an der Raffinerie Lindsey in Grossbritannien, die zum Total-Konzern gehört.
Demnächst stehen Veränderungen im Management an. CFO Karyn Ovelmen verlässt das Unternehmen wie bereits bekannt per Anfang September. Ihr Nachfolger Joe Watson verfügt über langjährige Berufserfahrung in der Raffineriebranche, unter anderem bei Tosco und Premcor.
KEINE GRÖSSERE REVISION IM Q3
Mit Blick auf die weitere Entwicklung gab das Unternehmen bekannt, für das dritte Quartal keine grösseren Revisionsmassnahmen zu planen. Für den Zeitraum wird eine Verarbeitungskapazität von 610'000 Barrel pro Tag erwartet.
Die Margen im Juli seien indes "nicht besonders gut" gewesen, eine Vorhersage für das restliche Jahr wollte CEO Vettier angesichts der anhaltenden Volatilität nicht geben. Petroplus werde alle Möglichkeiten nutzen, die der Markt biete. Die Raffineriebranche werde sich analog zur Gesamtwirtschaft erholen.
Die bereinigten Gewinnzahlen fielen im Rahmen der Erwartungen aus. Das Ergebnis sei auf operativer Ebene aber keine Glanzleistung, hiess es von Analysten. Als enttäuschend werteten die Experten den Gesamtumschlag, den deutlich negativen Effekt durch Ölpreisveränderungen und den belastenden Steueraufwand. Auch die Börse reagierte ungnädig - die Aktie ging bereits am Vormittag auf Tauchstation und verlor am späten Nachmittag 6,4% auf 15,84 CHF.
cc/ch
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