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Bellissima
Regie: Luchino Visconti
Darst.: Anna Magnani, Walter Chiari, Tina Apicella, Gastone Renzelli, Tecla Scarano, Lola Braccini, Arturo Bragaglia, Nora Ricci, Vittorina Benvenuti, Linda Sini u.a.
Die temperamentvolle Krankenpflegerin Maddalena lebt mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter Maria in einer ärmlichen Wohnung im Rom der Nachkriegszeit. Maddalena träumt den Traum vieler Mütter: Ihr Kind soll ein Star werden. So meldet sie die Kleine für ein Casting in den Studios von Cinecittà an, wo Regisseur Alessandro Blasetti (von ihm selbst gespielt) für ein Filmprojekt «das schönste Kind von Rom» sucht. Bis es so weit ist und das Töchterchen endlich für Testaufnahmen vor den Kameras posieren darf, plündert die Mutter zwecks optischer Optimierung der Kleinen ihr Sparbuch – auf dass der grosse Tag ein Erfolg werde … Für seinen dritten Spielfilm arbeitete Luchino Visconti erstmals mit der grossen Anna Magnani zusammen, eine Zusammenarbeit, die sich zwei Jahre später im Episodenfilm «Siamo donne» noch ein einziges Mal fortsetzte. In seiner Thematik erstaunlich aktuell, ist «Bellissima» eine so ätzend satirische wie präzis beobachtete Abrechnung mit dem Zynismus des Filmgeschäfts. Anna Magnani verkörpert als so naive wie kämpferische Mutter eine der stärksten Figuren in ihrer langen Karriere. Bert Rebhandl schrieb in Der Standard: «1951 liegen der Krieg und der Faschismus ein paar Jahre zurück. Italien blickt nach vorn, aber noch haben nicht alle genug zu essen. Die Kinder wachsen langsam. Es braucht den Blick des Kinos, um ihre Schönheit zu sehen: Visconti identifiziert hier das Starsystem mit dem Volk und Anna Magnani steht für die befreite Nation, die allmählich auf andere Gedanken kommt. ‹Bellissima› zeigt, wie das kommerzielle Unterhaltungskino sich durchsetzt. Der Neorealismus hat seine Arbeit getan und eine Tradition des Widerstands begründet, die bis heute nachwirkt. (…) Visconti, der 1906 geborene norditalienische Aristokrat, zieht in ‹Bellissima› eine Zwischenbilanz. Er vergleicht die ästhetischen Möglichkeiten. Die von Anna Magnani verkörperte Figur sieht das Kino ganz praktisch: ‹Schau, die Planwagen›, sagt sie zu ihrem Mann, als sie in einem Hinterhofkino eine Szene aus dem Westernklassiker ‹Red River› sehen. Visconti sieht die Planwagen, aber er sieht mehr – ihn interessieren die Kräfte der Geschichte. (…) Vielleicht ist deswegen Anna Magnani, die keine typische Visconti-Heldin ist, seine beste Filmfigur geblieben – eine Frau, die das sieht, was zu sehen ist.»