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Der Internationale Flughafen Genf (GVA) war am Sonntag, den 10. Januar 2010, mit einer aussergewöhnlichen Wettersituation konfrontiert. Aufgrund der Schneemassen, die sich innerhalb weniger Stunden auf der Piste und dem Vorfeld angehäuft hatten, sahen sich die Flughafenbehörden dazu gezwungen, den Flugverkehr zwischen 6.00 Uhr und 12.00 Uhr einzustellen. Der Grossteil der Flüge konnte am Nachmittag durchgeführt werden, und noch vor Ende des Nachmittags hatte sich der Flugverkehr wieder normalisiert. Die letzten Passagiere, deren Flug annulliert werden musste, konnten am Montagvormittag, den 11. Januar 2010, abheben.
Die Flughafenbetreiber sind für die Sicherheit der Flugbewegungen auf ihren Plattformen verantwortlich. Sie müssen insbesondere dafür sorgen, dass die Manövrierbereiche für die Flugzeuge frei gehalten werden.
So muss bei Schneefall vor allem gewährleistet werden, dass die Bewegungsflächen (Piste) einen ausreichenden Bremskoeffizienten aufweisen, dass die Befeuerung sichtbar bleibt und der unmittelbare Bereich neben der Piste frei von Schneemaden ist.
Im Weiteren müssen die Verkehrsflächen (Vorfeld) von allen Arten von Fahrzeugen befahrbar sein können (Flugzeuge, Flughafenschlepper, Lastwagen für Bordverpflegung und Bodenabfertigung, Betankungswagen, Pkws usw.).
Sobald die Sicherheit des Flugverkehrs, der Passagiere, des Pistenpersonals und sämtlicher Mitarbeiter der Flughafenplattform aufgrund der Wetterbedingungen nicht mehr gewährleistet werden kann, muss der Flugverkehr eingestellt werden. Die An- und Abflüge werden unterbrochen, die Flugzeuge, die sich bereits in der Luft befinden, auf andere Flughäfen umgeleitet; die Plattform wird erst dann wieder für den Flugverkehr geöffnet, wenn die Sicherheit wieder gewährleistet werden kann.
Der Internationale Flughafen Genf besitzt eine einzige Piste, die 3'900 Meter lang und 50 Meter breit ist, sowie Rollwege, deren Fläche rund 40 Fussballfeldern entspricht. Das Vorfeld umfasst insgesamt 180 Hektaren. Der GVA gehört zu den wenigen europäischen Flughäfen, die Schneeräumungsarbeiten während dem Betrieb der Flughafenplattform vornehmen. Dazu muss er das Auffahren der Schneeräumungsmaschinen auf der Piste zusammen mit der Luftverkehrskontrolle koordinieren. Für einen Durchgang der Schneeräumungsmaschinen von einem Pistenende zum andern werden rund 18 Minuten benötigt. Daher wird der Flugverkehr in der Regel kurz unterbrochen: Die ankommenden Flugzeuge werden in Warteräume (Holdings) verwiesen, bevor sie wieder in die Platzrunde eingegliedert werden. Der Betrieb wird nur bei massivem Schnellfall in Rekordzeit vollständig eingestellt, wenn die Wetterbedingungen die Bildung von Eiskristallen begünstigen und die klassischen Schneeräumungsmittel nicht mehr ausreichen, wie dies an diesem Sonntagmorgen der Fall war.
Der Schnee fiel in der Nacht bei Temperaturen, welche die Kristallisierung begünstigen. Sehr rasch war der Flughafen trotz der sofort mit allen Mitteln in Angriff genommenen Räumungsarbeiten von durchschnittlich zehn Zentimeter, und an einigen Stellen durch Verwehungen sogar 25 Zentimeter Schnee bedeckt. Während der ganzen Nacht bemühte man sich darum, die Piste in einem flugverkehrstauglichen Zustand zu halten. Die weggeräumten Schneemassen türmten sich auf dem Flughafengelände auf. Sie erreichten bald einmal einen Meter Höhe, zwei Meter Breite und mehrere Hundert Meter Länge. Dieser Schneemassen mussten dann auf Lastwagen zum Wegtransport verladen werden. Mit Hunderten von Lastwagenladungen wurden Tonnen von Schnee befördert.
Insgesamt wurden 54 Fahrzeuge eingesetzt (Schneepflüge, Kehrblasmaschinen, Schneefräsen, Laderaupen, Lastwagen usw.) Rund hundert Personen kamen zum Einsatz. Das "Schneekomitee", das sich aus Vertretern der verschiedenen Flughafenabteilungen, der Partner, der Fluggesellschaften und der Flugkontrolle zusammensetzt, wurde zu 17 Sitzungen einberufen, um die Durchführung der Operationen während der Krise zu leiten. Nicht weniger als 118 Snowtam-Meldungen wurden verfasst (eine Snowtam ist eine Nachricht, welche die Piloten über den Zustand der Bewegungsflächen und den Bremskoeffizienten informiert). Nach der Wiederaufnahme des Flugverkehrs um genau 12.06 Uhr wurden bis 00.29 Uhr 424 Flüge mit einem durchschnittlichen Rekord von 35 Flugbewegungen pro Stunde durchgeführt.
Alle Akteure der Flughafengemeinde haben kolossale Anstrengungen geleistet, um diese Krisensituation in weniger als sechs Stunden zu überwinden. Die Flughafendirektion dankt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren tatkräftigen Einsatz und bittet die Medien, diese Erklärungen an die Passagiere weiterzuleiten, deren Flüge an diesem Sonntag Verspätung hatten oder gestrichen wurden.