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Besiedlung der Osterinsel
Die Besiedlung der Osterinsel
Die Besiedlung der Osterinsel gibt bis heute Rätsel auf. Fast 3800km sind es bis zum chilenischen Festland und 1900km zur nächsten bewohnten Insel – Pitcairn im Westen. So isoliert wie die Osterinsel liegt kein anderer bewohnter Ort auf Erden. Woher kamen dann also die Inselbewohner?
Der Legende nach wurde die Insel von König Hotu Matua und seinen Gefolgsleuten besiedelt. Sie landeten an der Nordküste in der Bucht Anakena, dem einzigen Sandstrand der Insel. „Matua“ bedeutet auf Rapanui „Vater“ und auf polynesisch „Stammvater“. Später folgte von Westen her eine zweite Gruppe, welche von Tuu-ko-ihu abgeführt wurde. Eine andere Legende berichtet von zwei Volksstämmen auf der Insel – den Langohren und den Kurzohren. Der Legende nach fand Ende des 17.Jh. ein Krieg zwischen beiden Gruppen statt, welcher das Ende der hochstehenden Zivilisation auf der Insel bedeutete.
Die mündlichen Überlieferungen variieren stark und auch die Wissenschaftler vertreten verschiedene Theorien zur Besiedlung der Osterinsel. Drei Theorien sind besonders bekannt geworden – die berühmteste darunter stammt von dem norwegischen Wissenschaftler Thor Heyerdahl. Er schloss aus Berichten Einheimischer, dass Ihre Vorfahren aus einem Reich 60 Tagereisen im Osten gekommen seien. Dies und die verblüffende Ähnlichkeit einiger Bauwerke auf der Osterinsel mit Inkamauern in Cusco liessen ihn vermuten, die Besiedlung der Osterinsel sei von Peru aus erfolgt. Mit seiner spektakulären Überfahrt auf dem Holzfloss „Kon Tiki“ konnte er belegen, dass die Strömung von Peru aus die Osterinsel berührt. Doch gegen Heyerdahls Theorien sprechen einige wesentliche Einwände, darunter folgende:
1. Während die Mauern von Cusco fugenlos aus grossen Steinblöcken erbaut wurden, wurden ähnliche Bauwerke auf der Osterinsel nur mit Steinplatten verkleidet.
2. Genetische Untersuchungen zeigen, dass die Bewohner der Osterinsel aus dem polynesischen Raum stammen und auch linguistische Analysen ordnen die Inselsprache Rapanui eindeutig der polynesischen Sprachfamilie zu.
Andere Wissenschaftler glaubten an eine Monobesiedelung von Polynesien aus um 400 bis 500 n.Chr.. Dann habe es eine spektakuläre Kulturentfaltung gegeben, die aus den bescheidenen polynesischen Anfängen ohne weitere Anregung von aussen eine hochstehende Kultur habe entstehen lassen.
Die dritte und wahrscheinlichste Theorie zur Besiedlung der Osterinsel ist die Mehrfachbesiedlung von Polynesien aus. Demnach sei im 5.Jh. aus Ostpolynesien (vermutlich den Marquesas) eine grosse Siedlergruppe gekommen, die sich bis zum 14.Jh isoliert entwickelt und grosse Steinmetzleistungen vollbrachte. Angeführt durch Hotu Matua gelangte dann um 1350 eine zweite, wahrscheinlich ein paar Hundert Menschen umfassende Gruppe wiederum aus Ostpolynesien auf die Osterinsel. Beide Siedlergruppen lebten zunächst friedlich zusammen. Die starke Tradition der Steinmetzkunst stiess mit der Ideologie der späteren Siedler, die im Vogelmann-Kult ihre Ausgestaltung hatte, zusammen und beide fusionierten zunächst und führten zu einer kulturellen Blüte. Die Arbeit an den Steinfiguren (Moai) wurde inzwischen inselweit durchgeführt, führte aber mit der Zeit zu einem Konkurrenzkampf zwischen beiden Gruppen und zu erbitterten Kriegen. Um 1680 resultierte eine grosse Schlacht quasi in der Ausrottung der älteren Siedlergruppe und führte zum Ende der Kulturblüte.
Endgültig geklärt ist die Besiedlung der Osterinsel nicht, zumindest nicht bis ins letzte Detail. Am besten reisen Sie selbst zur Osterinsel und machen sich ein persönlich ein Bild vor Ort. 😉 Hier können Sie sich über unsere Osterinsel Reiseangebote informieren.