Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03417.jsonl.gz/193

Es ist das wohl überraschendste Gerücht des Jahres: Vivendi will Activision Blizzard trotz extrem profitablen Geschäfts für 10 Mrd. Dollar verkaufen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist Microsoft interessiert.
Keine Xbox 720, keine grossen Enthüllungen ausser "Gears of War: Judgment" - Microsoft wurde für seine E3-Pressekonferenz hart kritisiert. Plant Redmond jetzt den Mega-Coup und kauft mit Activision Blizzard den grössten Publisher der Welt? Die Nachrichtenagentur Reuters will Details erfahren haben.
Zum Hintergrund:
Activision Blizzard gehört zu 60 Prozent der Vivendi Gruppe, einem französischen Medienkonzern, der vor Allem im TV und Telekommunikationsgeschäft verankert ist. Vivendi schwankt an der Börse und ihr Kurs wurde in letzter Zeit mehrmals abgewertet, weshalb die Franzosen scheinbar planen Activision Blizzard zu verkaufen. Das klingt für uns zwar vollkommen absurd, da Activision der profitabelste Games-Publisher der Branche ist und gerade mit 9 Millionen verkauften "Diablo 3"-Einheiten und 1,3 Mrd. Dollar Umsatz mit "Modern Warfare 3" gezeigt hat wie man Geld verdient. Vivendi sieht hierin laut Reuters aber die Chance 10 Milliarden Dollar zu verdienen, denn das soll Activision Blizzard kosten.
Zum möglichen Microsoft-Deal:
Laut Reuters verhandeln Vivendis Banken mit Microsoft genau sowie dem US-Mediengiganten Time Warner sowie dem grössten chinesischen Internetanbieter Tencent, die ihr Geld mit sozialen Netzwerken, Instant Messaging Services und Online-Multiplayer-Games verdienen. Besonders interessant daran ist das Tencent gerade "Call of Duty Online" für Activision entwickelt hat, generell also im Games-Bereich wachsen will. Laut Reuters Quelle sei Microsoft aktuell der Haupt-Interessent.
Was wir glauben:
Microsoft baut die Xbox mehr und mehr zur Entertainment-Zentrale für die ganze Wohnung aus, investiert in den USA viel in Sportsender wie ESPN und arbeitet in Deutschland stark mit Sky zusammen. Microsoft versteht sich als Entertainment-Konzern, nicht als reiner Games-Publisher weshalb ein Kauf nicht wirklich zur Strategie passen würde. Microsoft könnte sich zwar durch einen Kauf die Exklusivrechte für "Call of Duty" sichern, Blizzard passt als PC-Only-Entwickler da aber kaum ins Konzept. Ausserdem erscheinen alle DLCs zuerst auf der Xbox, weshalb Microsoft "Call of Duty" fast schon als Exklusiv-Titel ausweisen kann.
Auch Michael Pachter, einer der einflussreichsten Business Analysten der Branche hält einen Kauf für relativ unwahrscheinlich da Activision dadurch jede Möglichkeit genommen werden würde Geld auf der PS3, PS Vita oder im mobilen Markt zu verdienen. Da Activision extrem viel Geld in den letzten Jahren verdient hat, glaubt Pachter das Activision einen Management-Buyout durchziehen wird. Sprich Activision Blizzard kauft sich selbst aus Vivendi heraus um die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten.