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Vaterfiguren
Die Entwicklung der dokumentarischen Filmanalyse für die erziehungswissenschaftliche Untersuchung generativer Verhältnisse im Schweizer Spielfilm von 2000–2014
Susann Täschler
Die Familie als zentraler Interaktions- und Lebensort und primäre Sozialisationsinstanz (Ecarius, 2007), wurde erst vor Kurzem als Gegenstand der Erziehungswissenschaft entdeckt, wobei eine differenzierte Betrachtung der Elternschaft noch aussteht. Zur Beantwortung der erziehungswissenschaftlich relevanten Frage, wie Eltern-Kind-Verhältnisse im 21. Jahrhundert dargestellt werden, greife ich auf filmisches Quellenmaterial zurück, wobei ich Filme in der Perspektive der Cultural Studies als Dokumente des sozialen Leben lese. Zur Untersuchung von familialen Ordnungen und Verhältnissen stütze ich mich auf pädagogische Generationen- und Geschlechterkonzepte (Müller, 1999/Winterhager-Schmid, 2000/Rendtorff, 2007). Ich erkunde Aushandlungsprozesse des „doing generation“ und des „doing gender“ mit dem Fokus auf Vaterfiguren und frage, wie die Differenz zwischen Vater und Kind, resp. Heranwachsenden filmisch konstruiert und interaktiv bearbeitet wird.
Einer Grundeinheit von dreihundert visionierten Filmen entnehme ich dreissig Spielfilmen pädagogisch relevante Szenen. Das daraus entstandene Sample von hundertsechzig Vater-Kind-Szenen begrenze ich entlang sozial- und filmwissenschaftlicher Kriterien auf einen bearbeitbaren Untersuchungskorpus. Zur Beantwortung der Fragen, wie Verhältnisse zwischen Familienmitgliedern filmisch konstruiert werden, und auf welche Weise Ordnungen in Filmfamilien verhandelt werden, entwickle ich eine Methode, die sich an film-, bild- und sozialwissenschaftlichen Kriterien und Vorgehensweisen orientiert. Die Datenbearbeitung erfolgt dreistufig und beinhaltet die Deskription, die Analyse und die Auswertung der Szenen.
Mit meinem Dissertationsvorhaben strebe ich eine erziehungswissenschaftliche Auseinandersetzung mit familialer Erziehung und Vaterschaft an, wobei ich den filmischen Gegenstand für die empirische und theoretische Forschung fruchtbar mache.
Dieses Buch basiert auf einer Promotion am Institut für Bildungswissenschaften an der Universität Basel (2017) mit dem Titel "Vaterfiguren im aktuellen Spielfilm - erziehungswissenschaftliche Filmanalysen" und wurde von Prof. Dr. Hans-Ulrich Grunder sowie Prof. Dr. em. Andrea Maihofer begutachtet.