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Erratiker Heidenhübelstein
Der Heidenhübelstein liegt am Nordende der Lindenberg-Kuppe, östlich von Sarmenstorf. Der Findling liegt auf etwa 640 m ü. M. und ist ca. 1000 m3 gross. Der Erratiker wurde zu Beginn der letzten Eiszeit (Würm), vom Reuss-Gletscher hier abgelagert.
Der Heidenhübelstein ist aus alpinem Kiselkalk, was bei Erratiker eher selten ist. Ein derart riesiger Findling in dieser Höhenlage ist ein besonders schönes Zeugnis für die Transportkraft des eiszeitlichen Gletschers.
Fotos: Daniel Reichmuth
Erdwerk Fliehburg
In der Nähe des Heidenhübelsteins ist das Erdwerk Fliehburg. Etwa 15 x 40 m grosse Fläche, die durch ein Graben-Wall-System geschützt ist. Beim Waldweg, der zur Fliehburg führt sind der Graben und der Wall unterbrochen.
Kapelle St. Wendelin
Ein riesiger Erratiker ist aussen an der Kapelle schon gut sichtbar. Er scheint in die Mauer zu verschwinden. In der Kapelle überhängt er einen Sarkophag von 1658. Darin ruhen die Gebeine von zwei Angelsachsen.
Die Legende besagt: In der Pfarrkirche Sarmenstorf erinnert ein von zwei Figuren flankiertes Epitaph an die beiden Angelsachsen, deren Sarg bis 1856 an dieser Stelle gestanden hatte. Die seeligen Angelsachsen, wie sie im Volksmund und auch schon in frühesten Urkunden genannt werden, sollen drei Pilger gewesen sein: Ritter Kaspar von Brunnaschwyl, Graf Erhard von Sax, Herzog in Mixen und deren Knecht, die von einer Wallfahrt nach Einsiedeln kommend in Boswil zu einer Hochzeit geladen wurden. Weil sie der Braut einen «Guldin Pfennig» schenkten, hielten sie einige Wegelagerer für sehr begütert, lauerten ihnen bei Büelisacker auf und ermordeten sie. Nach der Legende sollen sie ihre abgeschlagenen Häupter aufgenommen haben und weitergewandert sein, der Knecht nach Boswil, die beiden adeligen Pilger nach Sarmenstorf. Am folgenden Tag fand man sie vor der Kirche liegen und bestattete sie. Nach der Überlieferung «wollten sye da nit bliben und am andern Tag fand mans wieder vor der Kilchen. Da vergrub mans in der Kilchen, da sye noch heuth bey Tag ruhwen und rastendt in Gottes Namen». Die Legende weiss auch zu berichten, dass die beiden Pilger auf ihrem Gang nach Sarmenstorf - von einem Gewitter überrascht - bei dem in die St.Wendelinskapelle einbezogenen erratischen Block Schutz suchten. Der Stein soll über die beiden hinweggewachsen sein und sie auf diese Weise vor dem Unwetter geschützt haben.
Schon in Urkunden des 16. Jahrhunderts wird jener Findling daher als «Engelsechser stein» bezeichnet. Die sel. Angelsachsen wurden während Jahrhunderten hoch verehrt und die beiden gekreuzten Pilgerstäbe im Gemeindewappen von Sarmenstorf erinnern noch heute an sie.
Ihre Gebeine wurden 1988 im neuen Opferaltar der Kirche beigesetzt. In der Nähe befinden sich steinzeitliche Gräber .
Fotos: Daniel Reichmuth
Grabhügel Zigiholz
Oberhalb Sarmenstorf sind 21 Grabhügel im Wald mit Wegweisern gekennzeichnet. Die Nekropole birgt bedeutende Funde aus der Vor- und Frühgeschichte um 2200 v. Ch.
In den Jahren 1926/27 wurden mehrere Grabhügel freigelegt. Die Gräber wurden anschliessend an die Freilegung rekonstruiert und konserviert, so auch das Mondsichelgrab (Bild). Erstaunlicherweise wurden auch Gräber von bronzezeitlichen Nachbestattungen gefunden (um 1400 v. Ch.). Ausserdem fand man Tonscherben, Schnurkeramik und Urnen in den Grabkammern.
Es ist eine Informationstafel angebracht.
Fotos: Daniel Reichmuth