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Allgemeines: Spitzwegerich, wie seine Namensvettern, ist ein ausgezeichnetes Kräutlein. Es wird im Frühling und Sommer recht jung geschnitten. Bekannt sind Sirup und Tee des Spitzwegerichs. Spitzwegerichsirup ist ein treffliches Hustenmittel. (aus Haushaltungsbuch von 1901)
Rezept 1 (aus Haushaltbuch von 1901):
Man pflückt die frischen, zarten Spitzwegerichblätter im Frühjahr, wäscht sie, zerkleinert sie mit einem Messer, kocht sie mit soviel Wasser, dass es gut darüber zusammengeht. Wenn sie gut ausgekocht sind, nach 10-15 Min, siebt man den Saft durch ein Tuch, kocht ihn mit gleichschwer braunem Zucker oder halb Zucker halb Honig auf, schäumt ab und gibt ihn abgekühlt in Flaschen, die man gut verkorkt.
Rezept 2 (eingeschickt, undatiert):
Frisch gesammelte Spitzwegerichblätter werden in etwa 1 cm grosse Stücke geschnitten und in einer Schicht von 2 cm in eine Braun- oder Grünglasflasche abgefüllt. Dann streut man etwas Rohrzucker über diese Schicht, worauf sich über Nacht der Zucker auflöst und sich mit dem Spitzwegerich-Blattsaft vermengt Am anderen Tag wird erneut eine 2cm hohe Schicht von geschnittenen Blättern darüber gefüllt und wiederum mit Rohrzucker überstreut, Wenn sich am anderen Morgen der Zucker erneut aufgelöst hat, wird die Schichtung mit geschnittenen Blättern und Rohrzucker täglich fortgeführt, bis das ganze Gefäss gefüllt ist. Anschliessend wird es verschlossen und zirka 2 Monate an einen Ort mit gleichbleibender Wärme zur Vergärung gestellt. Am besten vergräbt man es im Garten in etwa 50 cm Tiefe. Nach dieser Zeit wird der Inhalt abgepresst, auf etwa 70 Grad erwärmt und sofort in sterile Flaschen abgefüllt. Bei Husten, Heiserkeit und Katarrh kann man von diesem Sirup teelöffelweise einnehmen.
Rezept 3 (aus Haushaltbuch von 1901):
Man siedet einen Kessel voll grünen oder gedörrten Wegerich mit 1-2 Handvoll Wacholderbeeren oder grünem Wacholderkries 3 Stunden in vielem Wasser, siebt dann das Kraut weg und kocht die Brühe mit Zucker oder besser Honig nochmals (2 oder mehr Stunden). Diesen Saft giesst man in Flaschen oder Krüge und verwahrt ihn im Keller. Davon trinkt man fleissig, besonders morgens nüchtern.
Anwendung:
Bei Husten, Heiserkeit und Katarrh vor jeder Mahlzeit einen Teelöffel einnehmen oder verdünnt fleissig davon trinken, besonders morgens nüchtern.
Zur Blutreinigung während 2-3 Wochen täglich vor jeder Mahlzeit je einen Esslöffel einnehmen.