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Phillip Nussbaum, der Vater des Malers Felix Nussbaum, war ein Kunstsammler mit Gespür für Qualität und Weitblick. Er interessierte sich für den Osnabrücker Maler Heinrich Assmann (1890–1915). Obwohl dieser sehr jung starb, hinterließ er ein kleines, aber bereits hochkarätiges Œuvre. Sein expressionistischer Ansatz ist durchaus mit den Werken von Franz Marc und August Macke zu vergleichen.
1910 erhielt Assmann in Berlin fast ein Jahr lang Unterricht bei Lovis Corinth. Zwischen 1911 und 1914 lebte und arbeitete er in Worpswede. Hier entstanden seine wichtigsten Werke. Seine weitere künstlerische Entwicklung verhinderte der Erste Weltkrieg. Im Juni 1915 wurde er eingezogen und starb bereits im August 1915 an der Ostfront.
Phillip Nussbaum hatte schon früh eine Sammlung von Werken Heinrich Assmanns erworben, als das Verständnis für die Avantgarde in Osnabrück noch kaum ausgeprägt war. Ein Urteil über den Künstler Assmann in der Osnabrücker Presse lautete beispielsweise: "Möge er sich Selbstbeherrschung auferlegen, um nicht durch verwirrendes Farbenchaos die vornehme Wirkung zu stören". Heute zählen seine Werke zu den wenig bekannten, aber eindrucksvollsten Werken der Worpsweder Malerkolonie.
1929 schenkte Phillip Nussbaum seine Assmann-Sammlung dem Osnabrücker Kulturgeschichtlichen Museum.