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Was bezahlen Sie für das Brot beim Bäcker? 5.10 Franken das Kilo?
Stellen Sie sich vor, dass es für Sie ab morgen 510 Franken kosten wird. Ja, Sie haben richtig gelesen, fünfhundertzehn. Ein Liter Milch? Hundertachtzig Franken. Ein Mödeli Butter: Dreihundertvierzig. Ein Stück Kopfsalat für zweihundert Franken. Das Abo für das Handy ist natürlich auch hundert Mal teurer, macht also pro Monat 3990 Franken (diese Zahl kann ich schon kaum mehr ausschreiben). Das Bahnbillett von Langnau nach Bern und zurück kostet 1840 Franken. Und eine Woche Budget-Ferien auf dem Camping für läppische fünfzehntausend Franken.
Das ist nicht Inflation. Das sind faire Preise. Fair wären sie zumindest für jenen CEO eines internationalen Konzerns mit Sitz in einem steuergünstigen Kanton, von dem ich kürzlich gelesen habe, dass er im Jahr etwas über 10 Millionen Franken verdient. Um uns das zu veranschaulichen: Das sind läppische 769´230.75 Franken pro Monat plus den Dreizehnten. Ein einfaches Rechenbeispiel: Ein Lehrer verdient im Durchschnitt 100´000 Franken – pro Jahr. Auch nicht wenig. Aber hundert Mal weniger als jener CEO. Warum muss dann der Lehrer für das Brot mit Butter gleich viel bezahlen wie der CEO? Versetzen wir uns doch in die Lage des 10-Millionen-CEO´s. Welchen Wert müssten alltägliche Dinge für ihn haben? Ein paar Jeans für knapp achttausend Franken. Die mittlere Krankenkassenprämie betrüge 37´540 Franken. Ein Liter Diesel: 236 Franken – selber schuld, wenn die Luxuslimousine so viel säuft. Aber wir können auch in die andere Richtung rechnen. Der Lehrer zahlt für ein Paar Schuhe hundertfünfzig Franken im Laden. Die gleichen Schuhe müssten für den CEO 15´000 Franken kosten. Und für den IV-Bezüger? Mit einer Maximalrente kommt der auf keine 30´000 Franken im Jahr, also weniger als ein Drittel des Lehrers. Dieselben Schuhe dürften für ihn also bloss noch fünfzig Franken kosten. Die Pizza im Restaurant ein Fünfliber. Die Cola dazu etwas mehr als einen Franken. Oder das schon genannte Mödeli Butter und ein Kilo Brot zusammen weniger als drei Franken.
Das wäre gerecht. Denn dass der IV-Bezüger für das Begleichen seiner Grundbedürfnisse sein gesamtes Einkommen verbraucht, während der CEO diese quasi mit dem Spesengeld begleicht, das will mir nicht so ganz in den Kopf. Sie meinen, dieser Vergleich hinkt? Dann liegt es eventuell daran, dass die neuen Schuhe eine Nummer zu gross sind. Oder zu teuer.