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Liste der empfohlenen Maissorten für die Ernte 2024
Die Liste der empfohlenen Maissorten von swiss granum für die Ernte 2024 enthält fünf neue Körnermais- und elf neue Silomaissorten. Fünf Körnermais-, fünf Silomais- und drei Doppelnutzungssorten wurden gestrichen.
Anspruchsvolle Witterungsbedingungen
Mit Ausnahme der Alpensüdseite waren die Monate März und April eher niederschlagsreich und alle drei Frühlingsmonate wiesen eine unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer auf. Obwohl vereinzelt Mais bereits im April und Anfangs Mai gesät werden konnte, erfolgten die meisten Saaten ab Mitte Mai. Der schnelle Wechsel von feuchten zu sommerlichen Bedingungen im Juni (trocken, warm) führte zu teilweise gestressten Pflanzen und verzögerter Jugendentwicklung; dies insbesondere, wenn die Saatbedingungen suboptimal waren. Der sehr sonnige Juni trug dann dazu bei, dass der fünftwärmste Sommer seit Messbeginn registriert wurde. In der Westschweiz führten unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen teilweise zu notreifen Beständen bzw. zu unterdurchschnittlichen Erträgen. Obwohl die Saaten vergleichsweise spät erfolgten, konnte dank für den Mais günstigen Bedingungen im September und Oktober Körnermais mit erfreulich tiefen Wassergehalten geerntet werden und beim Silomais waren die TS-Gehalte des Öfteren über den optimalen 32-35 %. Der niederschlagsreiche November verzögerte auf den verbleibenden Parzellen aber die Maisernte und teilweise konnte diese erst Ende November abgeschlossen werden. Wo das Wasser nicht limitierend wirkte, die sommerlichen Gewitter nicht zu Lagerschäden führten und die Saaten nicht viel später als üblich erfolgten, wurden gute Maiserträge erzielt.
Körnermais
Fünf Sorten wurden auf die Liste aufgenommen. P7818 (Pioneer) ist die Neuaufnahme in der Reifegruppe «sehr früh und früh». Sie ist die frühreifste Sorte der Liste. Sie überzeugt in der zweijährigen Prüfung mit einem guten Kornertrag sowie einer gute Jugendentwicklung, Standfestigkeit und Resistenz gegenüber Beulenbrand. Ihre Resistenz gegenüber Stängelfäule wird als mittel bis gut eingestuft. Basierend auf den einjährigen, provisorischen Resultaten wird ihre Resistenz gegenüber Helminthosporium-Blattflecken als gut beurteilt. Die Einstufung beim PUI ist tief.
Die Reifegruppe «mittelfrüh» enthält zwei neue Sorten: P8436 (Pioneer) und KWS Arturello (KWS). Beide Sorten erzielten – gemittelt über 14 Versuche der Jahre 2022 und 2023 – sehr gute Kornerträge und weisen eine gute bis sehr gute Jugendentwicklung auf. KWS Arturello ist etwas später in der Abreife. Beide Neuaufnahmen verfügen über eine gute Standfestigkeit und Resistenz gegenüber Beulenbrand sowie Stängelfäule. Ihre Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken wurde provisorisch mit gut bis sehr gut eingestuft. Die Einstufung beim PUI ist tief.
GL187009 (Pilgrim, vorbehältlich der Eintragung in den europäischen Sortenkatalog) von SZG und Akanto von DSV sind die zwei Neueinschreibungen in der Reifegruppe «mittelspät». Sie sind etwas frühreifer als die bereits eingetragen Sorten dieser Reifegruppe. GL187009 (Pilgrim) weist ein leicht höheres Ertragspotential und eine leichte bessere Jugendentwicklung als Akanto auf. Beide Sorten überzeugten mit einer guten Standfestigkeit und Resistenz gegenüber Beulenbrand sowie Stängelfäule. Basierend auf den einjährigen, provisorischen Resultaten wird ihre Resistenz gegenüber Helminthosporium-Blattflecken als gut beurteilt. Die Einstufung beim PUI ist mittel.
Silomais
Insgesamt wurden elf neue Silomaissorten auf die Liste aufgenommen. Wesley (Limagrain) und ES Myrdal (Lidea) sind die zwei Neuaufnahmen in der Reifegruppe «früh» und die frühreifsten Sorten der Liste. Sie zeichnen sich durch ein hohes bis sehr hohes Ertragspotential, eine sehr gute Verdaulichkeit und einen guten Energiewert aus. Wesley hat einen höheren Stärkegehalt als ES Myrdal. Ihre Jugendentwicklung wurde als gut bis sehr gut eingestuft. Beide Sorten weisen eine gute Standfestigkeit und Resistenz gegenüber Beulenbrand auf. Die Resistenz von Wesley gegen Helminthosporium-Blattflecken wurde provisorisch mit mittel bis gut eingestuft, und mit gut für ES Myrdal.
Die Sorte KWS Chiasso (KWS), die bereits im 2023 in der Reifegruppe «mittelfrüh» aufgenommen wurde, wurde basierend auf dreijährigen Ergebnissen in die Reifegruppe «früh» verschoben.
Die Reifegruppe «mittelfrüh» enthält sechs neue Sorten. KWS Adorado (KWS) ist die frühreifste Sorte dicht gefolgt von Fieldplayer (Lidea) und Angeleen (Advanta). Meluseen (Limagrain) wurde aufgrund der Abreife im Mittelfeld und Qualito und SA1641 (SY Opale, vorbehältlich der Eintragung in den europäischen Sortenkatalog) am Ende dieser Reifegruppe platziert. Mit Ausnahme von Meluseen (Einstufung «gut» beim Ertrag) überzeugten alle Sorten mit sehr guten Erträgen und einer sehr guten Jugendentwicklung. Meluseen zeigte in den vergangen zwei Versuchsjahren im Vergleich zu den anderen in dieser Reifegruppe neu eingeschriebenen Sorten eine bessere Verdaulichkeit («sehr gut») und einen höheren Energiewert («sehr gut»). Alle neu aufgenommenen Sorten weisen eine mittlere bis gute Standfestigkeit und gute Resistenzen gegenüber Beulenbrand auf. Ihre Resistenz gegenüber Helminthosporium-Blattflecken wird – basierend auf dem ersten Testjahr – als mittel für Fieldplayer und Meluseen, und als mittel bis gut für KWS Adorado, Angeleen, Qualito und SA1641 (SY Opale) beurteilt.
Die Sorte KWS Odorico (KWS), die bereits im 2021 in der Reifegruppe «früh» aufgenommen wurde, wurde in die Reifegruppe «mittelfrüh» verschoben.
KXC1211 (KWS Go, vorbehältlich der Eintragung in den europäischen Sortenkatalog) von KWS, SY Granaris von Syngenta und SU Crumber von Saaten Union sind die Neuheiten in der Reifegruppe «mittelspät». KXC1211 (KWS Go) und SY Granaris sind die zweit- und drittfrühreifsten Sorten. Alle drei Sorten weisen ein gutes bis sehr gutes Ertragspotential sowie eine gute Jugendentwicklung, Standfestigkeit und Resistenz gegenüber Beulenbrand auf. Sowohl die Verdaulichkeit als auch der Energiewert war bei SU Crumber etwas höher («sehr gut») als bei den anderen beiden neuen Sorten (Einstufung «gut»). Der Stärkegehalt wurde bei allen drei Sorten als sehr hoch eingestuft. Basierend auf den einjährigen, provisorischen Resultaten ist SU Crumber (Einstufung «gut») gegenüber Helminthosporium-Blattflecken am wenigsten anfällig gefolgt von SY Granaris (Einstufung «mittel»). Die etwas höhere Anfälligkeit (Einstufung «mittel bis schwach») von KXC1211 (KWS Go) gegenüber Helminthosporium-Blattflecken wird mit weiteren Informationen im 2024 abgesichert, bevor sie als definitiv und in der Liste auch mit einer Farbe hinterlegt wird.
Die Sorte ES Traveler (Lidea), die bereits im 2023 in der Reifegruppe «mittelfrüh» aufgenommen wurde, wurde basierend auf dreijährigen Ergebnissen in die Reifegruppe «mittelspät» verschoben.
Seit 2014 werden keine Silomaissortenversuche mehr südlich der Alpen durchgeführt. Mit der Streichung der Silomaissorte P1758 von der Liste der empfohlenen Sorten ist keine Empfehlung für diese Anbauregion mehr möglich.
Die Tabellen mit den empfohlenen Maissorten für die Ernte 2024 sind unter www.swissgranum.ch verfügbar. Die Liste der empfohlenen Maissorten für die Ernte 2024 wird ab Mitte Januar unter www.swissgranum, www.agroscope.ch und www.agridea.ch verfügbar sein und kann bei swiss granum bestellt werden. Eine Auslieferung ist ab Mitte Februar möglich. Sie wird auch dem Versand der Datenblätter Ackerbau von Agridea von März beigelegt.
Swiss granum erstellt in Zusammenarbeit mit Agroscope und Agridea basierend auf den in der Schweiz durchgeführten Sortenversuchen die Listen der empfohlenen Sorten für Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen. Das Hauptziel der Listen der empfohlenen Sorten von swiss granum besteht darin, Sorten vorzuschlagen, die für die klimatischen Verhältnisse der Schweiz geeignet sind und den Bedürfnissen der Produzenten, der Verarbeiter und der Verbraucher entsprechen.
Das Versuchsnetz der Maissortenprüfung wird von Agroscope koordiniert, aber gemeinsam mit der Delley Samen und Pflanzen AG geführt. Die Körner- und Silomaisversuche werden auf kleinen Parzellen mit drei Wiederholungen, je nach Nutzungsrichtung und Frühreife meist an 6 bis 8 verschiedenen Standorten durchgeführt – u.a. auch auf Flächen bei Landwirten. Die Bewirtschaftung entspricht den Vorschriften des ÖLN und erfolgt betriebsüblich. Die Verarbeitung der Proben sowie die Durchführung der Qualitätsanalysen werden an den Standorten von Agroscope in Changins und Reckenholz (Silomais) bzw. Posieux (Körnermais) vorgenommen. Dieses Versuchsnetz ermöglicht es, eine statistische Auswertung der im Zusammenhang mit der Anbau- (z.B. Standfestigkeit, Krankheitsanfälligkeit) und der Verwendungseignung (z.B. Verdaulichkeit, Stärkegehalt) erfassten Parameter vorzunehmen, um anschliessend die Sorteneigenschaften möglichst vollständig und fundiert beschreiben zu können. Damit eine Sorte auf die Liste der empfohlenen Maissorten eingeschrieben werden kann, muss sie die zweijährige Prüfung erfolgreich bestehe