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Am morgen des 4. September verließ Ruth Wharram, geborene Merseburger, im Alter von 92 Jahren dieses irdische Leben und stieß zu den „großen Navigatoren im Himmel“, schreibt Hanneke Boon. Ruth (im Foto rechts, mit James und Jutta) war eine der ersten Personen, die, in den frühen 1950er Jahren, James Wharram’s Ideen über Katamarane und polynesische Doppelkanus teilte. Sie, James und Jutta Schultze-Ronhof segelten 1955-56 mit der von den dreien selbst gebauten „Tangaroa“ von England aus nach Trinidad, später dann mit einem weiteren Katamaran, den sie am Strand von Trinidad bauten, wieder zurück nach England. „Diese beiden Frauen waren meine wichtigsten Stützen“, sagte James später einmal: „Ohne die beiden wäre ich gescheitert!“ Tatsächlich war sie mit ihrer praktischen und zupackenden Art die treibende Kraft hinter den vielen Projekten von James Wharram.
Vor allem aber war sie, eigentlich gelernte Buchhändlerin, auch eine herausragende Navigatorin. In den Tagen lange vor GPS überquerte sie den Atlantik sieben mal, überlebte einen schweren Sturm in der Tasmanischen See, segelte mit „Spirit of Gaia“ halb um die Welt und machte unzählige Reisen in Küstengewässern auf Wharram Kats. Darüber hinaus war sie auch auf vielen anderen Yachten immer als Navigatorin sehr gefragt. Erst im fortgeschrittenen Alter gab sie das Segeln auf und managte das Designbüro von James Wharram Desings in Cornwall. Immer jedoch hielt sie Kontakt zu allen ihren in der Welt verstreuten Segelfreunden und, natürlich, auch zu Hanneke und James auf deren Reisen.
Ruth war außerdem eine begabte Fotografin und Filmerin und hat auch sehr viel geschrieben. Vor einiger Zeit brachte sie einige ihrer Artikel in einem Sonderheft heraus, welches man über James Wharram Designs beziehen kann.
Seit 1980 machte sie das Büro in Cornwall und war gleichzeitig die „Mutter“ der großen, weltumspannenden Familie der Wharram-Segler, oft schrieb sie Briefe und e-mails bis spät in die Nacht, während sie dabei klassische Musik auf Radio 3 hörte. Sie hatte keine eigenen Kinder, war aber eine gute „Mutter“ für Juttas Sohn Hannes und eine wunderbare „Großmutter“ für Hannekes Sohn Jamie. Erst mit Mitte 80 arbeitete sie etwas weniger und hörte mit 90 Jahren ganz auf. Ihren 90. feierte sie noch mit einer gigantischen Geburtstagsparty, doch nach einem Schlaganfall hatte sie Schwierigkeiten mit dem Lesen und ihrem Gedächtnis. Nach einem zweiten Schlaganfall im vergangenen Mai musste sie zwei Monate im Krankenhaus verbringen und wollte unbedingt wieder zurück nach Hause. In dem Wharram-Haus in Devoran fand sie ihren Frieden und verabschiedete sich von ihren engen Freunden.
Zum Abschluss schreibt Hanneke Boon: „Wir alle haben sie tief und innig geliebt und werden sie niemals vergessen.“