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Wer war Alexander McQueen?
Eigentlich hiess Alexander McQueen mit vollem Namen Lee Alexander McQueen. Der Designer stammte aus einfachen Verhältnissen. Er kam als jüngstes von sechs Kindern im Londoner Stadtteil Lewisham zur Welt. Schon in jungen Jahren wurde sein Hang zur Mode deutlich: McQueen entwarf Kleider für seine älteren Schwestern. Einige dieser Modelle sollte er später in seiner Boutique und auf dem Laufsteg zeigen.
Eine einflussreiche Gönnerin
1992 schloss McQueen sein Modestudium am weltberühmten Central Saint Martins College of Art and Design
in London ab. Seine Abschlusskollektion trug den Namen «Jack the Ripper Stalks His Victims» (dt. «Jack der Aufschlitzer stellt seinen Opfern nach»). Schon hier machte sich die düstere Richtung bemerkbar, die McQueen während seiner Laufbahn verfolgen sollte. Die einflussreiche Journalistin und Mäzenatin Isabella Blow
kaufte McQueens ganze Abschlusskollektion auf und riet ihm dazu, sich fortan nur noch Alexander McQueen zu nennen. Blow half McQueen dabei, seine eigene Boutique auf die Beine zu stellen. Bis zu Isabella Blows Tod im Jahr 2007 blieben die beiden eng befreundet.
Der König der Laufsteg-Shows
Wenn es eine Sache gab, in der McQueen niemand das Wasser reichen konnte, dann war es die Fashion-Show.
Alexander McQueen Logo am Londoner Flagshipstore. /
Jede Laufsteg-Show des britischen Designers war ein Erlebnis, von seiner Debütshow «Taxi Driver», eine Hommage an den gleichnamigen Film mit Robert De Niro in der Hauptrolle, bis hin zu seiner letzten Show mit dem inoffiziellen Namen «Angels and Demons». Auf dem Laufsteg und in seiner Boutique erschien Alexander McQueen selbst als der nette junge Mann aus dem Südosten Londons: in Jeans, Polohemd und Sneakern. Während der New York Fashion Week im Jahr 1999 liess er seine Acid-Wash-Jeans
fallen, um seine Stars-and-Stripes-Boxershorts zu zeigen. Die ausgefallensten Modelle aus seinen Kollektionen verkaufte McQueen in seiner Londoner Boutique in der Old Bond Street.
Die Hüfthose, die ein Jahrzehnt definierte
In den 1990er-Jahren sank der Bund an allen Hosen tiefer und tiefer. Dieses Phänomen geht auf Alexander McQueen zurück - genau genommen auf seine Nihilism-Kollektion aus dem Jahr 1993. Eigenen Angaben zufolge hatte sich der Designer von dem in seiner Heimatstadt allgegenwärtigen Maurerdekolleté inspirieren lassen.
Das rätselhafte Ende
Am 11. Februar 2010 wurde Alexander McQueen tot in seiner Wohnung im Londoner Luxusviertel Mayfair aufgefunden
. Mit seinem unglaublichen Erfolg hatte sich auch der Druck auf den Designer verstärkt. Hinzu kamen Drogenprobleme ebenso wie eine unglückliche Liebesgeschichte. McQueens Mutter Joyce war nur neun Tage vor ihrem Sohn aus dem Leben geschieden - ein Verlust, mit dem Alexander McQueen nicht zurechtkommen konnte. Was genau sich in McQueens Leben zugetragen hatte, dass er den Freitod wählte, wird für immer ein Rätsel bleiben. So offen sich der Designer bei seinen Kollektionen auch zeigte, so sensibel und zurückhaltend war er in seinem Privatleben.