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Ein Beitrag von Jonas Bühler.
Im Oberhaus befinden sich Gegenstände aus zweieinhalb Jahrhunderten. Von manchen Gegenständen haben wir deshalb mehrere Exemplare aus unterschiedlichen Zeiten. Dazu gehören zahlreiche Kleidungsstücke, aber auch Möbel, Werkzeuge oder Haushaltgegenstände. Eine der interessantesten Produktreihen ist jene der Bügeleisen. Auf einem Bügelbrett in der Oberwinde hat meine Grossmutter Rosmarie Bühler unterschiedliche Bügeleisen aus dem Bestand des Hauses angeordnet – eine kleine Evolution des Bügeleisens.
Ganz links in der Reihe steht das Kohlebügeleisen. Es besteht aus einer Metallhülle mit Lüftungsöffnungen an der Seite und einem Deckel, den man hochklappen konnte, um glühende Kohlenstücke einzufüllen, die das Eisen erwärmten. Das Kohlebügeleisen hatte den offensichtlichen Nachteil, dass Funken oder Kohleteile, die hinausfielen, die Wäsche verschmutzen oder beschädigen konnten.
Ein klügeres System findet sich bei den Ochsenzungen-Bügeleisen. Die Hülle dieser Eisen ist rundherum abgeschlossen. Am hinteren Ende befindet sich eine Klappe, bei der man ein längliches Eisenstück einführen kann – die sogenannte Ochsenzunge. Die Ochsenzunge wurde vor dem Einsatz im Feuer erhitzt. Kühlte das Bügeleisen mit der Zeit ab, konnte man einfach die Ochsenzunge wechseln.
Ein ähnliches System verfolgten auch die Wechselgriffbügeleisen. Hier wurde jedoch nicht nur der Kern erhitzt, sondern gleich das ganze Eisen. Einzig der Griff, der über einen einfachen Schliessmechanismus an das Eisen angebracht wurde, wurde nicht erhitzt. Wechselgriffbügeleisen kamen vor allem in Grosshaushalten und Handwerksbetrieben zum Einsatz. Jeweils mehrere Stücke wurden auf einem speziell dafür gefertigten Ofen platziert und erhitzt. Benutzte und ausgekühlte Eisen wurden auf den Ofen gelegt, der Griff gelöst und das nächste Bügeleisen gegriffen.
Kohlebügeleisen, Ochsenzungen-Bügeleisen und Wechselgriffbügeleisen kamen alle im Verlauf des 19. Jahrhunderts auf. Mit der Elektrifizierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie durch das Elektro-Bügeleisen abgelöst. Zu Beginn war auch hier die Hülle noch aus Metall. Einen Thermostat gab es nicht. Ob das Bügeleisen aufgeheizt war, überprüfte man mit einem Lappen oder indem man einige Spritzer Wasser auf das Eisen gab. Ein Exemplar eines solchen Elektro-Bügeleisens bildet den Abschluss der Bügeleisen-Evolution in der Oberwinde. In Grundzügen ist die typische Gestalt moderner Dampfbügeleisen, wie sie heute in jedem Haushalt verwendet werden, hier bereits angelegt.