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Ich binde Nymphen und angle auch selber damit.
Die in der Folge gezeigten Nymphen verwende ich mit Erfolg auf Salmoniden – im Besonderen auf Bachforellen.
Bevor wir beginnen, muss noch was definiert werden. Was verstehe ich unter dem Begriff "Nymphe"?
Biologische Definition:
Die Nymphe beschreibt ein meist frühes/junges Entwicklungsstadium verschiedener Insekten und auch Spinnen. Interessant dabei sind diejenigen Insekten, welche ihr Leben teilweise oder grösstenteils im Wasser verbringen.
Hierzu gehören (Quellenangabe: Alle Bilder aus Wikipedia; http://portal.wikimedia.ch/wikipedia/):
Die Eintagsfliege und ihre Larve
http://de.wikipedia.org/wiki/Eintagsfliegen
Zu den Eintagsfliegen gehören auch die "Märzbraune" oder die "Maifliege". Die Familie der Eintagsfliegen ist riesig und die einzelnen Arten unterscheiden sich in ihrer Farbe wie auch ihrer Grösse. Nicht selten beherbergt ein Gewässer seine eigenen charakteristischen Eintagsfliegen.
Die Steinfliege und ihre Larve
http://de.wikipedia.org/wiki/Steinfliegen)
Die Larve der Steinfliege lebt mehrere Jahre im Wasser und stellt damit ein sehr bekannter Köder dar. Sie benötigt klares, mit Schadstoffen nicht zu stark belastetes Wasser. Auch die Steinfliegen variieren von Gewässer zu Gewässer und dies sowohl in ihrer Farbe wie auch ihrer Grösse. Die Farbe variiert hierbei von weiss über gelb zu braun und schwarz, die Grösse von 2 – 5cm.
Die Köcherfliege und ihre Larve
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6cherfliege
Die Köcherfliege und ihre Larve kommt vor allem in kiesigen nicht zu stark versandeten Bächen und Flüssen vor und dies meist in enormer Anzahl. Die Nymphe imitiert dabei vielfach nur die Larve ohne Köcher. Da der Köcher nur begrenzt mit der Larve wachsen kann, muss die Larve ab und zu ihren zu klein gewordenen Köcher verlassen, um einen neuen bauen zu können. In diesem Moment kann die "nackte" Larve im Wasser treiben und diese ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Fische. Die meiste Zeit ihres Larvenlebens verbringen die Köcherfliegen aber in ihren Köchern. Hat man die Gelegenheit, Larven und ihre Köcher verschiedener Gewässer miteinander zu vergleichen, stellt man fest, dass sich die Köcher gewässerspezifisch und dabei sogar standortspezifisch ausbilden. Da für den Bau des Köchers das im Gewässer vorhandene Material benutzt wird, ist dies auch problemlos nachvollziehbar. Auf der anderen Seite hilft uns diese Erkenntnis, ein gewässerspezifisches Imitat herzustellen, in dem z.B. Sand aus einem Gewässer verwendet wird, um den Köcher zu formen. Damit lassen sich sogar standortspezifische Köder herstellen, welche zwar allgemein, an den dafür vorgesehenen Stellen aber ganz besonders erfolgreich sein werden. Noch ein Hinweis: Habt keine Angst, Köcherfliegenlarven mit Köcher zu imitieren. Die Larve verbringt die meiste Zeit in ihrem Köcher und der Fisch macht sich nicht die Mühe, die Larve aus dem Köcher zu kriegen, bevor er sie frisst. Der Fisch frisst sie mit dem Köcher und dies kann man ohne Probleme feststellen, wenn man den Mageninhalt eines gefangenen und entnommenen Fisches genauer unter die Lupe nimmt.
Erweiterte, eigene Definition:
Neben diesen Larven existiert noch eine weitere Familie an Tieren im Wasser, welche den Fischen als Nahrung dient. Dies sind die:
Bachflohkrebse
Ich zähle diese auch noch zu den "Nymphen" und zwar nicht, weil mir die biologische Aufteilung egal ist, sondern weil wir mit unserem Köder auch Bachflohkrebse imitieren werden. Bei den Ködern nehmen die Bachflohkrebse eine eigene Familie ein.
Ich werde Euch nun einen Köder vorstellen, der vom Fisch sowohl als Eintagsfliegenlarve, Köcherfliegenlarve wie auch als Bachflohkrebs wahrgenommen werden kann. Dass er auch als Steinfliegenlarve gelten kann, ist vielleicht ein wenig zu viel des Anspruchs, aber von den kleinen Exemplaren der Steinfliegenlarven ist er nicht allzu weit entfernt.
Die Rede ist von der braunen Goldkopfnymphe:
Die Ähnlichkeit zu einem Bachflohkrebs ist dabei unübersehbar, die Köcherfliegenlarve mit ihrem Köcher sowie die Eintagsfliegenlarve auch mehr oder weniger problemlos interpretierbar. Dabei zählt nicht allein die statische Betrachtung anhand eines Bildes sondern auch die dynamische Wirkung im Wasser. Diese dynamische Wirkung ergibt sich einerseits durch die Dynamik eines Gewässers an und für sich (=Strömung) und andererseits aus der angewendeten Angeltechnik und der damit verbundenen "Belebung" des Köders.
Ich selber verwende die Nymphe auf zwei Arten:
1. Beim Angeln mit der Fliegenrute
2. Beim Angeln mit der Matchrute und Verwendung einer Pose
Warum ist dies für das Binden von Nymphen wichtig?
Soviel vorne weg: Einzig für die Wahl gewisser Materialien.
Haken: Verwendet wird ein gebogener Haken (Caddies-Haken).
Hakengrösse: #8 – 14
Die Grösse des Hakens richtet sich bei mir in erster Linie nach der Jahreszeit. Prinzipiell kann festgehalten werden, dass ich in den Frühlings- und Sommermonaten eher grössere Haken (#8-10) verwende, im Herbst und Winter dann die Kleineren (#12-14). Grund? Ganz einfach. Im Frühling und Sommer befinden sich grössere Exemplare der Köcherfliege, Steinfliege oder Eintagsfliege im Wasser (mehrjährige Larven), welche dann im laufenden Jahr auch entsprechend schlüpfen. Im Herbst und Winter befinden sich dann vorwiegend die jüngeren und damit kleineren Larven im Wasser, welche im nächsten oder in den nächsten Jahren schlüpfen werden. Schlüpft im Winter nichts? Doch tut es, aber die im Winter schlüpfenden Insekten sind doch durchwegs kleine Exemplare, so dass auch die dazugehörenden Larven nicht gross sein können.
Um hier auch noch kurz auf den Bachflohkrebs zu sprechen zu kommen: Dieser befindet sich während des gesamten Jahres im Gewässer und weist dabei in der Regel eine Grösse von 1 – 2.5 cm auf. Auch dieses Grössenspektrum ist mit den Hakengrössen optimal abgedeckt.
Rippung
- ein weiteres Thema, welchem wir uns noch kurz widmen sollten.
Dabei gilt es folgendes zu beantworten: Ja/nein; wenn ja mit was und wie?
Auf der einen Seite bildet eine Rippung nicht die primäre Beschwerung einer Nymphe und daher kann man eigentlich darauf verzichten. Auf der anderen Seite stellt sie aber ohne Zweifel einen zusätzlichen Reiz dar, kann dem künstlichen Köder mehr Natürlichkeit verleihen (siehe auch das "wie") und scheint damit unverzichtbar. Um hier eine nicht enden wollende Diskussion abzukürzen: Ich binde beides und habe immer Muster mit und Muster ohne Rippung dabei. Eine Rippung besteht in der Regel aus dünnem Gold- oder Kupferdraht, der mit einer gewissen Anzahl Windungen um den Nymphenkörper geführt wird. Und damit sind wir beim viel interessanteren Thema des "wie". Der Gold- oder Kupferdraht wird nämlich 5 (kleine Haken) bis maximal 7 Mal (grosse Haken) um den Körper gewunden – nicht weniger aber auch nicht mehr. Damit werden 6-8 Körpersegmente, die sogenannten Abdomen imitiert. Betrachtet man eine Köcherfliegenlarve,
so weisst diese zwar mehr als 8 Körpersegmente auf, eine Steinfliege dagegen
weniger und ein Bachflohkrebs
wirkt mit dieser Unterteilung äusserst naturnah. Ist also ein Kompromiss, welcher sich aber ohne Bedenken bei allen Nymphen und den entsprechenden Rippungen anwenden lässt. Ich habe auch noch nirgends gehört oder gelesen, dass Fische zählen könnten...
Materialliste:
Haken Tiemco TMC 2487(BL), Tiemco 2499 (BL, schwerer Draht) #8 – 14
Faden schwarz oder braun
Körper Ice Dubbing braun; Variation: CDC dubbing (super, aber teuer); Farben; Beige, braun, grau
Rippung Gold- oder Kupferdraht
Kopf Goldkopf; Material; Kunststoff, Kupfer, Tungsten; Alternative Farben: silber, weiss, blau
Tipp: In den Sommermonaten den Goldkopf nicht zu klein, also lieber eine Nummer grösser als gewohnt wählen.
Kopfmaterial:
Beim Angeln mit der Matchrute und Pose wird die Nymphe mittels der Bebleiung der Pose auf Tiefe gebracht. Der Kopf der Nymphe muss also nicht als Beschwerung dienen und kann daher auch aus Kunststoff sein. Diese mit Gold beschichteten Kunststoffperlen sind in gut sortierten Bastlerläden und dazu auch sehr günstig zu haben. Nachteil: Das Gold ist als dünne Schicht auf meist weisse Kunststoffrohlinge aufgebracht. Wird die Nymphe über den Gewässergrund geführt oder werden viele Fische gefangen, löst sich die Goldschicht mit der Zeit vom Kunststoffkörper. Ist für mich selber aber halb so schlimm – ich verliere die Nymphe in den meisten Fällen sowieso durch einen Hänger und dies meistens bevor sich die gesamte Goldschicht abgelöst hat.
Noch was zu den Farben: Ein blauer Kopf ist eine sehr interessante Farbe. Blau scheint für den Fisch auch in angetrübtem oder schneetrübem Wasser noch sichtbar respektive besser sichtbar zu sein als Gold, Silber oder sonst irgendeine Farbe. Bei solchen Bedingungen habe ich auf eine Nymphe mit blauem Kopf meist wesentlich "mehr Betrieb" als auf alle anderen Farben. Versucht es doch auch mal...
Kommen wir nun endlich zum Binden dieser Nymphe, welche sehr einfach aufgebaut ist und weder an die Bindewerkzeuge noch an die Bindetechnik besondere Ansprüche stellt.
Bindeanleitung:
1. Kopf auf Haken ziehen
2. Bindefaden vom Kopf zum Hakenbogen winden
3. Draht für Rippung einbinden
4. Körpermaterial (Dubbing) für Körper auf Bindefaden drillen. Tipp: Finger vor dem Verdrillen des Körpermaterials leicht anfeuchten. Material in "Karottenform" auf dem Bindefaden verteilen –beim Hakenbogen Spitze bilden und je weiter von Hakenbogen weg desto mehr Material aufdrillen. Konsistenz (Dichte) des Materials beibehalten nicht weniger oder gleich viel Material luftiger aufdrillen. Dies garantiert dann auch nach der Rippung die gewünschte konische Form des Körpers.
5. Konischer Körper formen und hinter dem Kopf fixieren
6. Rippung mit 5-6 Windungen nach vorne führen
7. Rippung mit Faden sichern, abbinden und allenfalls mit ein wenig Lack oder Sekundenkleber sichern
Varianten:
Soll der Nymphenkörper speziell gesichert werden, kann der Hakenschenkel vor dem Binden des Körpers mit Lack eingestrichen werden. Der Körper wird dann über den noch nicht ausgetrockneten Lack gebunden und der trocknende Lack sichert dann den Köper auf dem Hakenschenkel. Dies empfehle ich vor allem für Nymphen ohne Rippung.
Soll die Nymphe speziell einem Bachflohkrebs ähneln, so kann nach dem Binden der Nymphe mit einer Pinzette einzelne Fäden des Körpermaterials auf der Unterseite des Körpers zwischen den Rippungen herausgezupft werden. Diese Fäden imitieren dann die Beine des Bachflohkrebses.
Soll die Nymphe speziell beschwert werden, kann der gesamte Körper noch mit Bleidraht unterwickelt werden. Der Bleidraht ist nach dem Binden des Körpers dann vollständig überdeckt.
Als Körpermaterial kann auch spezielles Material wie zum Beispiel ein dünner, brauner Wildlederstreifen verwendet werden. Zur Bildung von Körpersegmenten ist hier keine Rippung mehr nötig, das Bindematerial liefert die Segmentierung automatisch. Als spezieller Effekt kann gleichzeitig mit dem Wildlederstreifen eine kurzhaarige Feder (Grizzli) eingebunden werden. Die einzelnen Haare der Feder stehen dann zwischen den Segmenten vom Körper ab und geben der Nymphe ein ganz besonderes Aussehen. Was das auch immer imitieren soll/imitiert – ich weiss es beim besten Willen nicht. Aber eines weiss ich bestimmt: Diese Nymphe im Hochsommer bei schwacher Strömung über den Gewässergrund gestrippt oder bei genügend Strömung einfach mit der Strömung über den Gewässergrund kullern lassen - die Fische lieben es (sie?)...
Was lässt sich damit fangen? Eigentlich alles. Was sich von Kleingetier im Wasser ernährt und zwar im fliessenden wie auch im stehenden Gewässer. Dies geht vom Döbel, Barbe, Äsche bis hin zur Forelle. Diese Nymphe und ihre Variationen ist für mich ein "Immer-Und-Überall-Fang-Muster". Dass dies auch für Euch so ist oder sein wird, hier noch einige Tipps zu den Angeltechniken.
Angeln mit der Fliegenrute
Wo es erlaubt ist, angle ich mit zwei Nymphen. Dabei ist die eine mit einem Kupfer- oder Tungstenkopf beschwert und die andere, rund einen haben Meter hinter der beschwerten Nymphe eine zweite mit einem Kunststoffkopf ausgestattet als Paternoster (an einem kurzen Seitenarm und frei auf der Schnur beweglich) montiert. Die beschwerte Nymphe wird nun direkt auf dem Gewässergrund geführt, die zweite Nymphe gleitet frei über den Grund. Bei schwacher Strömung wird die Montage langsam eingestrippt, bei mässiger oder genügend Strömung, das heisst, bei einer Strömung, die die beschwerte Nymphe von alleine über den Gewässergrund kullern lässt, wird der Montage kein spezielles Leben eingehaucht. Jedes Strippen respektive Kullern der beschwerten Nymphe über den Gewässergrund bringt die frei schwimmende Nymphe ins "Wackeln" – haucht dieser Leben ein. Die Nymphe imitiert am Boden und in den Steinen lebende Nahrung also muss sie auch entsprechend angeboten werden. Die frei schwebende Nymphe imitiert hingegen abgeschwemmte Nahrung. Diese ist zwar leichter zu erreichen, ist aber wesentlich seltener als die sich am Boden bewegende Nahrung. Die frei schwebende Nymphe wird also eher von den unvorsichtigen oder der im Freiwasser fressenden Fische wie z.B. der Aesche genommen. Scheue Fische und die sogenannten "alten Hasen" werden sich eher von der tief laufenden Nymphe überlisten lassen.
Wichtig dabei ist, dass der Kontakt zum Köder nicht verloren wird. Damit dies nicht geschieht, wird oft ohne viel Fliegenschnur auszubringen also direkt unter der Rutenspitze oder nur unwesentlich weiter weg geangelt. Wem sagt dies was? Richtig - „Kurze Nymphe“ wird diese Technik genannt, viel besser unter dem Begriff „Czech Nymphing“ bekannt. Immer wieder interessant zu sehen, wie neuen „Techniken“ entstehen und schlussendlich genannt werden. „Czech Nymphing“ zum Beispiel klingt äusserst vielsagend, ist eigentlich aber nichts anderes als Tippfischen mit Fliegenrute und Kunstköder. Hier eine kleine Auswahl der dafür vorgesehenen Nymphen – unschwer zu erkennen, welche Larven diese imitieren. Und diese Nymphen können echte Killer sein. Nicht selten kann beobachtet werden, dass zum Beispiel Bachforellen eine solche Nymphe über eine Distanz von bis zu ein, zwei Metern ausserhalb ihres Unterstandes attackiert:
In Gewässern mit einem kiesigen Gewässergrund ist das Führen der Nymphe nicht sonderlich schwierig. Je grösser die Steine werden desto anspruchsvoller wird es respektive häufiger sind Hänger und damit auch Verluste von Nymphen. Bis man sich hier das nötige Feingefühl angeeignet hat, kann schon eine enorme Anzahl von Nymphen versenkt worden sein.
Grenzen der Angeltechnik:
In schnell fliessenden Gewässern weisen die Nymphen meist zu wenig Eigengewicht auf und sind meist auch mit einer Sinkschnur nicht oder kaum innerhalb der nötigen Zeit auf die erforderliche Tiefe zu bringen. Mit stark beschwerten Nymphen lässt sich zwar in kurzer Zeit die gewünschte Tiefe erreichen, die Beschwerung geht aber zu Lasten der Beweglichkeit der Nymphen. Sie lassen sich dann kaum noch viel anders als ein Stück Blei anbieten und wirken damit alles andere als natürlich. Der Erfolg hält sich somit in Grenzen. Im Gegensatz dazu kann auch in stehendem oder kaum strömendem Wasser geangelt respektive den Nymphen das entsprechende Eigenleben eingehaucht werden.
Angeln mit der Fliegenrute und der Nymphe ist alles andere als leicht und bedarf einiges an Übung. Die Bisse der Fische kommen zudem sehr schnell, das heisst, dass auf ein Zupfen sofort reagiert werden muss. Das Aufrechterhalten des Köderkontaktes ist daher äusserst wichtig, damit die feinen und kurzen Bisse überhaupt gespürt werden können und nicht nur auf die eher seltenen heftigen Bisse reagiert werden kann. Als Übung empfiehlt sich das Angeln mit der Nymphe an der Matchrute und mit Pose.
Angeln mit der Nymphe kann sehr materialintensiv sein, vor allem in unbekannten Gewässern. Dies kann sehr nervenaufreibend sein und sich an seinen eigenen Fähigkeiten zweifeln lassen. Hier heisst es nicht zu verzagen und einfach weiter zu machen – es gehört zum Lernen, Kennen lernen oder einfach zu einem schlechten Tag dazu und ist völlig normal. Ich gehe daher nie mit nur einer oder zwei Nymphen ans Wasser. Nur zu oft würde dann mein Angelausflug nur einige Minuten dauern, weil sich bei mir meist die obere der beiden Nymphen an einem Hindernis festhakt und anschliessend gleich beide Nymphen verloren gehen...
Angeln mit der Matchrute und der Pose
Auch hier verwende ich in der Regel zwei Nymphen, wobei dabei keine der beiden mit einem schweren Kopf ausgestattet sein muss. Bei der Angelei mit der Pose bringt die Bebleiung der Pose die Nymphen auf die gewünschte Tiefe.
Montage:
Meist stelle ich die Pose so ein, dass das unterste Blei über den Gewässergrund schleift und die untere Nymphe damit direkt über den Grund geschleift wird. Die zweite Nymphe läuft in einem Abstand über dem Grund, erfährt aber alle Bewegungen des untersten Bleischrotes respektive auch der über den Grund schleifenden Nymphe und wird damit belebt. Bei dieser Montage ist es sehr wichtig, dass sich mindestens ein Bleischrot zwischen den beiden Nymphen befindet. Ohne dieses Schrot lässt sich die Montage kaum auswerfen, ohne dass sich die beiden Nymphen miteinander verheddern. Bei mir kommt immer das schwerste Bleischrot zwischen den beiden Nymphen zu liegen.
Bisserkennung:
Die Bisse kommen meist schnell und es muss sofort darauf reagiert werden. Merkt der Fisch, dass er nach einem künstlichen Köder geschnappt hat, lässt er diesen augenblicklich wieder los. Es ist daher sehr wichtig, dass die Hauptschnur zwischen der Rutenspitze und der Pose möglichst immer soweit gespannt ist, dass die Pose zwar noch frei abtreiben kann, der Haken bei einem Anhieb aber sofort sitzt. Ein Schnurbogen ist hier nicht zulässig – der Anhieb wird damit zu spät erfolgen. Das Angeln mit der Nymphe an der Matchrute und mit Pose kann als Übung für das Angeln mit der Fliegenrute benutzt werden, da auf einen sichtbaren Bissanzeiger wie die Pose in der Regel besser/schneller reagiert werden kann als auf das reine Finger- oder Handgefühl. So lässt sich die Reaktionsfähigkeit schulen. Klar, auch beim Angeln mit der Fliegenrute lässt sich ein Bissanzeiger verwenden. Dieser zeigt die Bisse aber immer noch um einiges schlechter an als eine ideal austradierte Pose an der Matchrute.
Pose:
Angelt nicht mit zu schweren Posen! 1gr bis maximal 2gr Posen reichen in der Regel völlig aus. Diese feinen Montagen garantieren auf der einen Seite eine empfindliche Bissanzeige, auf der anderen Seite die notwendige Köderkontrolle.
Grenzen der Angeltechnik:
In ganz langsam fliessenden Gewässern hält sich der Erfolg in Grenzen. Die Nymphen weisen hier sehr wenig Eigenleben auf und wirken dadurch nicht wirklich natürlich. Im Gegensatz dazu kann mit der Wahl einer entsprechenden Pose und damit Gewicht auch in stark strömendem Wasser geangelt respektive die Nymphen auf Tiefe gebracht werden.
Wassertiefen kleiner als 20-30 cm lassen sich nur sehr schlecht beangeln. Dies ist durch die Montage bedingt e Abstand zwischen dem untersten Bleischrot und der oberen Nymphe und damit der mit der Pose kleinst möglich einstellbare Tiefe begrenzt.
Noch was:
Ich höre oder sehe immer wieder Diskussionen bezüglich der Vorfachstärke. Immer dünner scheinen die Vorfächer werden zu müssen, damit man erfolgreich bleibt. Ich angle nun seit mehr als 40 Jahren aber diese Entwicklung kann ich nicht nachvollziehen. Insbesondere im Bezug auf die Angelei mit der Nymphe habe ich keine solchen Erfahrungen gemacht. Ich angle mit 18er-20er Hauptschnur und 16er Vorfach und dies immer und überall. Dünnere und damit notgedrungen auch schwächere Vorfächer oder Schnüre erhöhen lediglich die Materialintensität, das heisst deutlich mehr Verluste von Ködern bei Hängern sowie ein Anstieg der Anzahl gepierster Fische. Und ich hasse gepierste Fische...
So – nun sollte es auch mit dem "Immer-und-Überall-was-Fangen-können" klappen und wer noch nicht mit Nymphen angelt, kann es ja nun einmal versuchen. Bindeanfänger brauchen auch keine Angst beim Binden zu haben. Die Nymphen müssen nicht absolut perfekt gebunden sein, wenn es bei diesem Muster überhaupt so was wie eine perfekte Form gibt. Sie imitiert so viel, so dass es eigentlich gar keine perfekte Form geben kann. Sie hat von allem etwas und so wird sie auch mit einem unförmigen Körper, zu kleinem oder dann viel zu grossen Kopf oder einer völlig unregelmässigen Rippung immer noch irgendwas von irgendwas haben und akzeptiert werden. Für mich ein perfektes Bindeanfänger-Muster.