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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

XI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „den eingeborenen Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren wurde als wahrer Gott vor aller Zeit, durch den alles erschaffen wurde".
14.
Wir glauben also an den eingeborenen Sohn Gottes, der aus dem Vater als wahrer Gott erzeugt worden ist. Der wahre Gott nämlich erzeugt, wie gesagt worden ist, keinen falschen, auch nicht bedurfte es zuerst der Überlegung, ehe er erzeugte, sondern er hat ewig erzeugt, und viel schneller hat er erzeugt, als unsere Worte und Gedanken sind. Wenn wir in der Zeit etwas reden, brauchen wir Zeit. Bei der göttlichen Macht dagegen ist die Geburt unzeitlich. Und wie wiederholt gesagt wurde, hat der Vater nicht den Sohn aus dem Nichtsein in das Sein geführt, auch hat er nicht den Nichtseienden als Sohn angenommen. Vielmehr [S. 170] hat der Vater, der ewig ist, ewig und auf unsagbare Weise den einen und einzigen Sohn, der keinen Bruder hat, erzeugt. Nicht gibt es zwei Anfänge, sondern der Vater, der einzige Anfang, ist das Haupt des Sohnes. Der Vater nämlich hat den Sohn, den wahren Gott, geboren, dessen Name Emanuel ist; Emanuel heißt nämlich übersetzt: Gott mit uns.