Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03615.jsonl.gz/2467

Flachs- oder Leinöl war noch im 19. Jahrhundert ein vielfältiges Nahrungs- und Heilmittel. Das Öl oder ein Brei aus gequetschten Samen hatte sowohl eine schmerzstillende als auch eine entzündungshemmende Wirkung. Vor der Einführung des Petrols wurde das Öl als Lampenöl eingesetzt. Leider ist das Öl nur rund vier Monate haltbar.
Das Öl wird aus den reifen Samen der Pflanze gewonnen. Zuerst werden die Kapseln gequetscht und anschliessend gepresst. In Obwalden ist uns kein Standort einer Ölmühli oder kurz Öli bekannt. Die nächste Öli befand sich in Schüpfheim im Entlebuch. Die Obwaldner trugen den Flachssamen auf dem Räf über den Sattel- oder Glaubenbergpass nach Schüpfheim, der Trester wurde dem Vieh verfüttert.
Der letzte grosse Flachsanbau in Obwalden fand während dem Zweiten Weltkrieg statt, allerdings wurden dann nur noch die Pflanzenfasern genutzt.
Die Flachskapseln enthalten 10 Samen die je ca. 5mm gross sind.
Mit diesem Stein wurden die Flachssamen gequetscht, für die Herstellung des
Nussöls wurde die gleiche Methode angewandt.