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Rheinuferweg vis-à-vis Bahnhof (1986–1995)
Der Bahnhof Leibstadt
Es ist ein wehmütiger Tag für die Leibstadter, als im Jahr 1995 ihr Bahnhof stillgelegt wird. Über hundert Jahre lang hatte die Gemeinde eine eigene Bahnstation. Die Eisenbahn brachte nicht nur Waren und Personen ins Dorf, mit ihr kam auch ein wirtschaftlicher Aufschwung für die Leibstadter Unternehmen.
Doch die Leibstadter brauchten Geduld, bis sie zum ersten Mal vom Bahnsteig des Bahnhofs Leibstadt in einen Zug steigen konnten. Eigentlich sollte die Nordostbahn (NOB) den Bau der Bahnlinie Koblenz - Stein unmittelbar nach Eröffnung der Bözbergbahn (Brugg-Frick-Pratteln) im Jahre 1875 in Angriff nehmen. So wollte es der Aargauische Grosse Rat, der der NOB ausserdem zur Auflage machte, die Linie bis spätestens 1877 zu eröffnen.
Der Zeitpunkt wäre keineswegs verfrüht gewesen, wie ein Blick über die Grenze den Leibstadtern bestätigte: Die Bahn auf der deutschen Seite des Rheins verkehrte immerhin bereits seit 1856 zwischen Basel und Waldshut.
Im Jahr 1876 begann die NOB schliesslich mit den Erdarbeiten. Kurz darauf jedoch verlangte die Regierung Änderungen für den Bahnabschnitt zwischen Koblenz und Leibstadt. Die Arbeiten wurden wieder eingestellt. Es kam zum berüchtigten «NOB-Crash»: Die Gesellschaft hatte sich im Bestreben, Konkurrenzprojekte anderer Schweizer Bahngesellschaften zu verhindern, mit der Planung und dem Bau eigener neuer Linien übernommen. 54 Millionen Franken Schulden waren das Ergebnis der Fehlinvestitionen. Obendrein war der Aktienkurs der NOB – beschleunigt durch die allgemeine Wirtschaftskrise – zwischen 1871 und 1878 von 670 auf 53 Franken gefallen. Der Bundesrat erliess ein Moratorium für die Baupflicht an bereits konzessionierten Strecken. Das verschaffte der NOB mehr Zeit.
Im Jahr 1890 erst wurden die Erdarbeiten wieder aufgenommen. Der Bau der Aarebrücke bei Koblenz begann im Dezember - und ruhte kurz darauf wieder, ebenso wie die übrigen Bahnbau-Projekte: In jenem Winter herrschte eisige Kälte. Als im März 1891 die Temperaturen milder wurden, ging‘s weiter. Doch es war wie verhext: Im Juli und September trat der Rhein unterhalb Schwaderloch über die Ufer und zwang die Bauleitung zu zusätzlichen Sicherungsmassnahmen für die Bahntrasse.
Im Juli 1892 war es soweit: Die gesamte 26 Kilometer lange Bahnstrecke von Stein nach Koblenz war fertiggestellt und wurde überprüft. Die Baukosten beliefen sich mittlerweile auf rund 4,5 Millionen Franken. Der Bundesrat gab die Strecke frei.
Am 1. August 1892 wurde die Strecke feierlich in Betrieb genommen. Gemäss Fahrplan fuhren jeden Tag vier Züge in beide Richtungen. Im Jahr 1944 erfolgte die Elektrifizierung der Strecke.
Doch im Jahr 1995 war Schluss: Nach 103 Jahren wurde der Personenverkehr nach Leibstadt eingestellt und der Bahnhof geschlossen.
Das Bänkli
Für die geschichtlichen Hintergründe des Leibstadter Bahnhofes, wurde hier ein Bänkli ausgewählt, das ein bisschen an eine Holzbank in einem alten Zugabteil erinnern soll.
Schön nostalgisch – gemischt mit elegantem Style – lässt es sich hier am schönen Rheinuferweg einfach gut sitzen.