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Mariendistel
Silybum marianum
Die Mariendistel wurde von den antiken Ärzten nur wenig genutzt, auch im mittelalterlichen Arzneischatz führt die Pflanze zunächst nur eine Randexistenz. Hildegard von Bingen erwähnt sie in der ‚Physica’ als „Vehedistel“ und empfiehlt sie bei „Seitenstechen“. Mit diesem Wort wurden meist Entzündungen des Lungen- oder Rippenfells bezeichnet. Im ‚Gart der Gesundheit’ von 1485 wird die Wurzel als ausgezeichnetes Mittel bei Vergiftung genannt. Ausserdem soll sie auch bei Husten und „Lungensucht“ hilfreich sein. Die Wurzel gilt ferner als Mittel zur Förderung der Muttermilch. Dahinter dürfte die Legende stehen, die den Namen erklären soll: Beim Stillen des Jesuskindes sollen einige Milchtropfen der Gottesmutter Maria auf die Distel gefallen sein; seitdem tragen die Blätter die weissliche Marmorierung. Der Einsatz der Mariendistelfrüchte bei Leberleiden hat sich seit dem 18. Jahrhundert zunehmend etabliert und ist heute ein wichtiger Bestandteil bei Therapiekonzepten für unterschiedlichste Leberleiden.
Mariendisteln sind auch bekannt als "Heilige Distel" oder "Silybum marianum" und gehören zur Familie der Korbblütler. Sie sind in Europa, Nordafrika und Teilen von Asien beheimatet. Mariendisteln sind mehrjährige Pflanzen, die bis zu zwei Meter hoch wachsen können. Die Blätter der Mariendistel sind stachelig und ihre Blüten haben eine violette Farbe.
Mariendisteln enthalten eine Gruppe von Wirkstoffen, die als Silymarin bekannt sind. Silymarin ist eine Mischung aus Flavonolignanen, die antioxidative Eigenschaften haben und den Leberstoffwechsel unterstützen. Es gibt auch einige Hinweise darauf, dass Mariendisteln entzündungshemmende und krebsbekämpfende Eigenschaften haben können.
Das enthaltene Silymarin unterstützt die Leber bei der Ableitung von Giftstoffen, verbessert die Funktion der Leber, und kräftigt die Zellmembranen der Leber, was die Aufnahme von Giftstoffen hemmt. Wirkt antioxidativ und stärkend auf das Immunsystem. Wird auch zur Milchbildung beim Stillen angewandt sowie bei Wechseljahresbeschwerden.
Mariendisteln werden häufig zur Unterstützung der Lebergesundheit eingesetzt, insbesondere bei Lebererkrankungen wie Leberzirrhose und Hepatitis. Sie können auch bei Verdauungsstörungen, Gallenblasenproblemen und hohen Cholesterinwerten eingesetzt werden.
Wofür ist Mariendistel gut?
Mariendisteln sind vor allem für ihre Leber unterstützende Wirkung bekannt. Sie werden oft bei Lebererkrankungen wie Leberzirrhose, Hepatitis und Fettleber eingesetzt, da sie die Leberzellen vor Schäden durch freie Radikale und Giftstoffe schützen und die Regeneration der Leberzellen unterstützen können. Darüber hinaus können Mariendisteln auch bei Verdauungsstörungen, Gallenblasenproblemen und hohen Cholesterinwerten eingesetzt werden.
Mariendisteln werden in der Regel als Extrakte, Kapseln oder Tees eingenommen. Die Dosierung und Anwendung hängt von der spezifischen Anwendung ab und sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
Historisch wurden Mariendisteln in der Volksmedizin zur Behandlung von Lebererkrankungen, Gallenblasenproblemen, Verdauungsstörungen und sogar zur Milchproduktion bei stillenden Frauen verwendet.
In der Küche werden Mariendisteln selten verwendet, da sie einen bitteren Geschmack haben. In der medizinischen Anwendung werden sie jedoch häufig eingesetzt, insbesondere als Nahrungsergänzungsmittel und Bestandteil von pflanzlichen Heilmitteln.
Was ist drin in der Mariendistel?
Die Mariendistel enthält mehrere bioaktive Substanzen, die für ihre gesundheitsfördernde Wirkung verantwortlich sind, darunter:
Silymarin: Silymarin ist eine Mischung aus mehreren Flavonolignanen, einschließlich Silybin, Silydianin und Silychristin. Silymarin ist der Hauptwirkstoff der Mariendistel und hat eine starke antioxidative Wirkung. Es schützt die Leberzellen vor Schäden durch freie Radikale und Giftstoffe und fördert die Regeneration der Leberzellen.
Flavonoide: Mariendistel enthält verschiedene Flavonoide wie Quercetin, Kaempferol und Apigenin, die entzündungshemmende, antioxidative und krebsbekämpfende Eigenschaften haben.
Fettsäuren: Die Samen der Mariendistel enthalten auch verschiedene ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure, Oleinsäure und Palmitinsäure, die für ihre entzündungshemmende und herzgesunde Wirkung bekannt sind.
Aminosäuren: Mariendistel enthält auch verschiedene Aminosäuren wie Arginin und Glutamin, die für ihre immunstimulierende und entzündungshemmende Wirkung bekannt sind.
Die Inhaltsstoffe der Mariendistel haben verschiedene Wirkungen auf den Körper, darunter:
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Schutz der Leberzellen vor Schäden durch freie Radikale und Giftstoffe
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Unterstützung der Regeneration der Leberzellen
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Entzündungshemmende und antioxidative Wirkung
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Senkung von Cholesterin und Blutzuckerwerten
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Krebsbekämpfende Eigenschaften
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Stärkung des Immunsystems
Anwendung von Mariendistel:
Mariendistel wird in der Regel als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, Tabletten oder Flüssigextrakten eingenommen. Es gibt auch Mariendistel-Tees, die aus den getrockneten Samen der Pflanze hergestellt werden können. Die Dosierung und Anwendung hängt von der spezifischen Anwendung ab und sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
Für Lebererkrankungen wie Leberzirrhose oder Hepatitis wird eine höhere Dosierung empfohlen, typischerweise 140 bis 800 Milligramm Silymarin pro Tag in aufgeteilten Dosen. Für allgemeine gesundheitsfördernde Zwecke wie zur Unterstützung der Verdauung oder Senkung von Cholesterin können niedrigere Dosierungen empfohlen werden.
Mariendistel kann auch äußerlich angewendet werden, zum Beispiel als Bestandteil von Salben und Cremes zur Behandlung von Hautproblemen wie Akne und Ekzemen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Mariendistel in seltenen Fällen allergische Reaktionen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann. Es sollte vermieden werden, wenn Sie schwanger sind oder stillen, da nicht genug über seine Sicherheit bekannt ist. Wenn Sie andere Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen zu besprechen.
Mariendistel Tee
Übergiessen Sie einen Teelöffel (ca 1.5g) getrocknete oder frische Mariendistelsamen oder -kraut mit 150ml (1 Tasse) heissem Wasser und lassen Sie den Tee 10-15 Minuten ziehen. Bedecken Sie während des Ziehens die Tasse, so dass die kostbaren ätherischen Öle nicht mit dem Wasserdampf verflüchtigen.
Mariendistel-Öl
Ein Kräuteröl mit Mariendistel lässt sich leicht selbst herstellen. Sie benötigen nur ein Trägeröl, frisches oder getrocknetes Mariendistelkraut und etwas Zeit.
→ Heil-Öl selbstgemacht: So geht's.
Tinktur
Eine Tinktur ist ein Mittel, in dem die Wirkstoffe mithilfe von Alkohol aus einer Pflanze extrahiert werden. Tinkturen zu erstellen ist sehr einfach, zudem sind sie sehr lange haltbar, man benötigt allerdings etwas Zeit.
Hinweis: Dieser Blogbeitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden verspüren, wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson. Bei Fragen oder Anregungen sind wir gern für Sie da:
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