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Lasco wird uns morgens abgegeben - er soll kastriert werden, damit er sich einerseits gut mit dem zweiten (ebenfalls kastrierten) Böckchen der Besitzerin verträgt, und nicht mit dem weiblichen Tier der Gruppe für weiteren, ungewollten Nachwuchs sorgt.
Lasco wiegt nur 390 Gramm; seine beiden Hoden sind nicht grösser als Reiskörner. Sie werden durch zwei kleine Schnitte unter Vollnarkose entfernt; mit der Lupenbrille wird kontrolliert, dass der komplette Hoden entfernt wurde. Zur Ligatur des Samenstranges und der Hautnaht wird ein Faden verwendet, welcher halb so dick ist wie der üblicherweise verwendete Typ.
Lasco wacht problemlos aus der Narkose auf, 10 Tage später werden die Fäden gezogen.
Kaninchen sind sprichwörtlicherweise sehr reproduktionsfreudige Tiere. Ab einem Alter von ca 3 Monaten können die Tiere geschlechtsreif sein; ausserdem ist eine gemeinsame Haltung von zwei unkastrierten Böcklein mit hohen Risiken verbunden, da Rangkämpfe zu schweren Verletzungen führen können. Aus diesen Gründen werden die meisten männlichen Hauskaninchen im Alter von ca 8 Wochen kastriert. Bei der Kastration ist darauf zu achten, dass der Leistenkanal dabei verschlossen wird: Nager haben einen sehr weiten Inguinalkanal und können dadurch die Hoden in die Bauchhöhle aufziehen. Wird dieser nicht verschlossen, können Bauchorgane (Blase, Darm) in die Operationswunde vorfallen.
Die geringe Grösse von Lasco machte die Routineoperation zu einer etwas delikaten Aufgabe. Eine Lupenbrille leistet in solchen Fällen wertvolle Dienste.