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Forschende der Universität Luzern haben beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im ersten Quartal 2014 über 1,1 Millionen Franken für ihre Projekte eingeworben. Sämtliche Projekte starten im Verlauf dieses Jahres und dauern drei Jahre.
Methoden-Probleme bei Umfragen
Das Wissen, welches Regierungen, Unternehmen und andere Organisationen über die Gesellschaft haben, basiert wesentlich auf Umfragen (Surveys). An diesen sind Akteure über viele Stationen hinweg praktisch beteiligt, um Daten zu generieren. Die Qualität der Kooperationsformen in Surveys ist dabei entscheidend für die Qualität der erhobenen Umfragedaten. Das Forschungsprojekt untersucht die konkreten Koordinationsformen in Umfragen über viele Stationen hinweg daraufhin, wie sich von hier aus Methoden-Probleme besser erklären lassen, und erarbeitet methodologische Folgerungen für die Handhabung dieser Methoden-Probleme. Die beiden Promotionsstellen für das Projekt sind zurzeit ausgeschrieben.
Projektleiter: Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone
Projekttitel: Die Entstehung methodischer Probleme aus Koordinationssituationen in Surveys
Fachbereich: Soziologie, Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Eingeworbene Summe (gerundet): 338'000 Franken
Majestätische Berge?
Die Alpenbegeisterung, die im späten 18. Jahrhundert in Europa aufkam, stand unter dem Einfluss der Aufklärung und ihrer bürgerlichen Freiheitsideale. Doch seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde die Gleichsetzung von Bergen und republikanischer Freiheit konkurrenziert durch romantische Strömungen, welche zur Monarchie tendierten und die Ergebenheit und Treue der alpinen Gesellschaften hervorhoben. Das Projekt untersucht diese bisher wenig erforschten Beziehungen zwischen Monarchie, Alpenideologie und Tourismus von 1760 bis 1910. Das Untersuchungsgebiet umfasst den ganzen Alpenraum und drei europäische Königshäuser. Das Team besteht neben Jon Mathieu aus Eva Bachmann und Ursula Butz.
Projektleiter: Prof. Dr. Jon Mathieu
Projekttitel: Majestätische Berge? Monarchie, Ideologie und Tourismus im Alpenraum 1760–1910
Fachbereich: Geschichte, Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Eingeworbene Summe (gerundet): 376'000 Franken
Enlightened Anarchism
Im Zuge der Globalisierung ist das klassische Staatsverständnis in grossem Wandel begriffen und wird von verschiedenster Seite unterschiedlich stark hinterfragt. Auch anarchistische Theorien gewinnen vermehrt an Bedeutung. Diese kritisieren nicht nur staatliche Herrschaft, sondern stellen grundsätzlich jede Form von Herrschaft und Zwangsausübung infrage. Unter anderem wird im interdisziplinären Dissertationsprojekt von Luca Langensand untersucht, ob es für das menschliche Zusammenleben gewinnbringend sein kann, anarchistischen Grundsätzen freien Raum zur Entfaltung in der Gesellschaft zu lassen, unabhängig von jeglichen staatlichen, ökonomischen oder sozialen Herrschaftsstrukturen.
Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Mathis
Projekttitel: Enlightened Anarchism: What Can We Learn from the Anarchist Critique of the State, the Law and Authority?
Fachbereich: Rechtswissenschaftliche Fakultät
Eingeworbene Summe (gerundet): 169'000 Franken
Eltern von Krebs-Überlebenden
Wird bei einem Kind Krebs diagnostiziert, sind die Eltern mit einer möglicherweise tödlichen Krankheit konfrontiert. Während heute viele Studien die langfristigen Folgen der Erkrankung bei "Survivors" untersuchen, wurden die Eltern eher vernachlässigt. Die vom SNF und von Kinderkrebshilfe Schweiz finanzierte Studie untersucht Belastungen, aber auch positive Erlebnisse, sozio-ökonomische Folgen und heutige Bedürfnisse von Eltern ehemals krebskranker Kinder. Die Resultate werden helfen, diese Eltern frühzeitig unterstützend zu begleiten und die negativen Folgen zu verringern. Das Team besteht neben Gisela Michel aus Corina Rüegg (Postdoc) sowie Janine Vetsch und einer bzw. einem weiteren noch zu bestimmenden Doktorierenden.
Projektleiterin: Prof. Dr. Gisela Michel
Projekttitel: Parents of Long-Term Childhood Cancer Survivors
Fachbereich: Gesundheitswissenschaften, Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Eingeworbene Summe (gerundet): 303'000 Franken
Quelle: uniluAKTUELL, das Magazin der Universität Luzern, Ausgabe 47, Mai 2014
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