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Am Ende des ersten Semesters 2013 zieht ACTARES, AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften, Bilanz der Generalversammlungen der Swiss-Market-Index-Unternehmen. Die Ablehnung der Vergütungsberichte durch die Generalversammlungen von Julius Bär und Actelion setzte ein wichtiges positives Zeichen. Bei der Vertretung der Frauen in den Verwaltungsräten indessen ging es kaum voran: Der Frauenanteil ist nur um knapp 2 Prozent gestiegen.
Auch 2013 veröffentlichte ACTARES Abstimmungsempfehlungen für die 20 Unternehmen des Swiss Market Index (SMI). Bei 155 der 237 Traktanden, also bei 65,4 Prozent, stimmte ACTARES mit Ja. Im Vergleich zum Vorjahr (63,3%) ist dies ein leichter Anstieg.
An sieben Generalversammlungen ergriff ACTARES das Wort und stellte Fragen zur Unternehmensverantwortung in den Bereichen Vergütungen, Klimawandel, Zerstörung von Ökosystemen, Arbeitsrechte und gesundheitsgefährdende Produkte. Das neueste ACTARES-Info, verfügbar auf der Website, berichtet im Detail darüber.
Die Kontroverse um Daniel Vasellas goldenen Fallschirm hat vielleicht zur Ablehnung der Vergütungsberichte von Julius Bär und Actelion mit beigetragen. In anderen Unternehmen wurden jedoch trotz wenig erfreulicher Geschäftsergebnisse grössere Summen gebilligt. Das Nein angelsächsischer Aktionärinnen und Aktionäre bei Julius Bär und Actelion richtete sich wohl eher gegen komplexe undurchschaubare Vergütungssysteme als gegen überzogene Vergütungen.
Die Wahl einiger Frauen in die Verwaltungsräte (VR) machte noch keinen Frauenfrühling. Lediglich vier weitere Frauen sitzen heute in den VR der SMI-Unternehmen. Heute sind es 35 Frauen gegenüber 182 Männern: seit 2012 ist der Frauenanteil in den VR nur von 14 auf 16 Prozent gestiegen.
Von den 20 SMI-Unternehmen erfüllen nur zwei die Vorgabe von mindestens einem Drittel Frauen im VR: Givaudan und Swatch Group, mit jeweils zwei Frauen. Als zweite Zielvorgabe verlangt ACTARES, dass jedes Geschlecht mit mindestens drei Personen vertreten sein muss, damit die einzelnen VR-Mitglieder ihre eigenen Kompetenzen einbringen können und nicht nur als Sprachrohr ihrer Gruppe fungieren. Erreicht haben dies Nestlé mit vier Frauen, sowie UBS, Syngenta und Zurich Insurance Group mit je drei, aber in keinem der vier Unternehmen erreichen sie einen Drittel der Sitze.
ACTARES begrüsst, dass die Generalversammlungen im Zuge der Annahme der Volksinitiative «gegen die Abzockerei» aufgewacht sind und dass die Abstimmungen an Bedeutung gewinnen. Aktionärinnen und Aktionäre haben heute ein grösseres Gewicht und werden in der Steuerung der Unternehmen mehr und mehr zu sagen haben. ACTARES wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass dieser Einfluss verantwortungsvoll ausgeübt wird.