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24 Jahre nach Tragödie Formel-1-Ingenieur Newey: «Ich fühle mich schuldig an Sennas Tod»
Der Tod von Ayrton Senna war die grösste Tragödie in der Geschichte der Formel 1. Autoingenieur Adrian Newey, der den Boliden des Brasilianers damals gebaut hatte, fühlt sich heute noch schuldig.
Es war der 1. Mai 1994, als Ayrton Senna beim Grossen Preis von San Marino in der siebten Runde in der Tamburello-Kurve die Kontrolle über sein Auto verlor und in die Streckenbegrenzungsmauer krachte. Beim heftigen Aufprall – Medienberichten zufolge wurde Sennas Kopf vom Vorderrad getroffen – erlitt der dreifache Weltmeister schwere Kopfverletzungen. Einige Stunden später wurde der Williams-Pilot in einer Unfall-Klinik in Bologna für hirntot erklärt.
Einer, dem es noch heute kalt den Rücken runterläuft, wenn er an den Unfall denkt, ist Adrian Newey. Der Autoingenieur, der seit 2006 Technischer Leiter bei Red Bull ist, entwarf in den 1990er-Jahren den Williams-Boliden, in dem Senna starb. In seiner Autobiografie schreibt Newey heute: «Ja, ich fühle mich schuldig. Selbst heute noch kann ich kaum darüber sprechen, ohne dass mir die Stimme wegbleibt.»
Die italienische Justiz leitete nach Sennas tödlichem Unfall gegen die Verantwortlichen im Team Williams ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein. Die Ursache für den Unfall war aber umstritten und ist bis heute nicht vollständig geklärt. Newey wurde 1997 freigesprochen, obwohl der Vorsitzende Richter Antonio Costanzo den «Bruch der Lenksäule als einzig logische und schlüssige Erklärung für den Unfall» sah.
Umstrittene Unfallursache
Der britische Ingenieur hatte Sennas Wunsch in Imola zugestimmt, die Position des Lenkrads zu verändern, da sich der Brasilianer im Williams-Cockpit über eine unkomfortable Sitzposition beschwerte. Die Techniker verlängerten die Lenkstange, indem sie diese auftrennten und ein dünneres Rohr einschweissten. Nach dem Unfall war die Lenkung an der Schweissstelle gebrochen. Möglich, dass die Schweissnaht den starken Belastungen in der Tamburello-Kurve nicht standhielt und Senna somit nur noch bremsen konnte, als sein Wagen die Kurve geradlinig verliess.
Newey gestand vor vier Jahren einen Konstruktionsfehler als mögliche Unfallursache ein. Die Seitenkästen des Fahrzeugs waren zu lang, was ein Ausbrechen des Hecks zur Folge hatte. Sennas Lenkkorrektur sei deshalb beschädigt gewesen. Eine Korrektur der Seitenkästen war vorgesehen, konnte aber nicht zeitgerecht für das Rennen in Imola umgesetzt werden. Senna erklärte schon Wochen vor seinem Tod, dass das Auto schwer zu beherrschen sei, da es einmal untersteuert und gleich in der nächsten Kurve übersteuert.
Newey dachte über seinen Rücktritt nach, blieb der Formel 1 aber doch erhalten. Nun ist der 59-Jährige schon seit 30 Jahren in der Königsklasse tätig und baute in dieser Zeit schon zehn Weltmeister-Autos.Zurück zur Startseite