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Über die Hälfte des Urans stamme heute aus solchen Quellen, während die Kraftwerksbetreiber unter dem steigenden Kostendruck ihre Lagerhaltung laufend abbauten und durch Schliessungen sowie Fusion die Zahl der Urananbieter weiter abnehme. Kurz- und mittelfristige Marktentwicklungen - wie etwa ein politisch bedingter Rückzug eines grösseren Versorgers - könnten daher leicht zu Lieferstörungen führen, was die Agentur mit Sorge erfüllt. Sie räumt ein, dass die Überproduktion früherer Jahre abzubauen sei. Doch wäre es besser, wenn die Verbraucher sich weniger stark auf diese Quellen abstützen würden. Eine bedeutende solche Quelle sei das hoch angereicherte Uran aus Russland und anderen Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, das mit abgereichertem Uran verdünnt wird. Eine andere sei rückgeführtes Uran aus der Wiederaufarbeitung. Entsprechend weniger Natururan, Konversionsdienstleistung und Anreicherungstrennarbeit werde benötigt. Dies erkläre, weshalb die Preise 1999 weiter gefallen seien. Neue Produktionseinheiten würden nicht gebaut und neue Vorkommen nicht erschlossen. Während die Agentur die langfristige Versorgung durch diese Entwicklung nicht in Frage gestellt sieht, verliere der Markt Flexibilität, um auf kurz- und mittelfristige Störungen zu reagieren.
Die Euratom-Versorgungsagentur ist laut den EU- und EWR-Verträgen auf dem Papier die alleinige Eigentümerin von Kernbrennstoffen für zivile Zwecke in den Vertragsländern: Der Brennstoff wird den Reaktorbetreibern nur "ausgeliehen". In der Praxis überlässt die Agentur den Einkauf und den Umgang mit den Brennstoffen vollständig den einzelnen Betreibern, übt aber die ganze Kontrollarbeit im Rahmen der Non-Proliferations-Abkommen aus. Die Schweiz arbeitet mit der Euratom im Rahmen von bi- und multilateralen Verträgen namentlich auf dem Forschungsgebiet eng zusammen.
Quelle
P.B. nach Euratom Supply Agency Annual Report 1999, Mai 2000