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Hob XXVIa, 38, Leopold Hoffman zugeeignet
https://www.youtube.com/watch?v=nVI7-D9NWe8
DIeses Lied beginnt 40:42:
Video von Wolfgang Amadé Mozart
Eine besondere Geschichte liegt dem einzeln überlieferten Lied „Der schlaue und diensteifrige Pudel“ zu Grunde, die der Haydn-Biograph Dies so anschaulich schildert, dass sie hier zitiert sein soll:
(Biographische Nachrichten von Joseph Haydn, nach mündlichen Erzählungen desselben entworfen und herausgegeben von Albert Christoph Dies, Landschaftsmaler, Wien 1810, zitiert nach der 2. Auflage Berlin 1962)
„Haydn erhielt von einem jungen ausländischen (ich vermute, dass Haydn das Wort ‚ausländisch‘ aus Absicht gebrauchte, um die Nachforschungen zu vereiteln) Fräulein einen Brief, der so vertraut abgefaßt war, als hätten beide Personen schon zwanzig Jahre lang einander gekannt. (…) Das Fräulein erzählte, sie sei eines Hauptmanns Tochter und in einen Offizier verliebt, der sie aber nicht heiraten würde und ihr lieber Haydn, der, wie sie wisse, keinem jungen und artigen Frauenzimmer etwas abschlagen könne (Haydn konnte dieses nicht ohne Lächeln erzählen), ihr nicht den Gefallen erzeigte, durch Beihilfe seiner göttlichen Musik ihr den Offizier zum Manne zu verschaffen. Nun zergliederte das Fräulein umständlich, wie und warum Haydn das könne. Ich ersuche die Leser, davon soviel sagen zu dürfen, als nötig ist, den Vorfall zu verstehen. Das Fräulein hatte Verse an Haydn geschickt, die sie selbst gedichtet und zu welchen sie eine schöne Melodie wünschte. Mit dieser Melodie wollte das Mädchen den Liebhaber überraschen, ihm das Lied vorsingen. Sie hoffte, er müsse dadurch gerührt werden und werde sie heiraten. Ohne Zweifel werden die Leser eine große Meinung von dem Inhalt des überschickten Textes gefaßt haben und auch glauben, die Schöne müsse wenigstens wie ein Engel gesungen haben. Über den letzten Punkt ist nur zu vermuten, daß ihre Stimmen rührend sein konnte, wenn sie gleich im Briefe gebeten hatte, Haydn möchte ihrer schwachen Brust nicht viel zumuten und sie oft ausruhen lassen.
Über den Inhalt des Textes werden die Leser ohne Zweifel schon beim Lesen der Überschrift in Verwunderung geraten und ebenso wenig wie ich begreifen, wie der schlaue und dienstfertige Pudel einen Liebhaber zum Entschluß bringen könne, eine Heirat zu beschleunigen? Vielleicht wird dies durch die Geschichte des Pudels verständlich.
Der Vorfall ist wahr. Der Pudel war des Liebhabers wirklich geliebtes Eigentum und hatte den vollkommensten Pudelverstand. (…)
Das Fräulein glaubte des Offizier Herz zu erobern, wenn es die Tat des Pudels in Versen verewigte und, um Haydn anzuspornen, eine recht schöne Melodie zu verfertigen, hatte sie einen Dukaten im Briefe eingeschlossen mit der Bitte, diese kleine Summe nicht zu verschmähen. Eingeschränkte Glücksumstände verhinderten die Geberin, nach ihrem Wunsche zu belohnen.
Haydn setzte die Musik (in B-Dur), überschickte sie samt dem Dukaten an die Schöne und fragte sie, ob sie ihn für einen so kargen Geizhals hielte, der auf einen Dukaten erpicht wäre? Zur Strafe solle sie ihm mit eigenen Händen ein paar Strumpfbänder zum Andenken verfertigen. Die Schöne nahm das für Ernst, überschickte kurz nachher die Strumpfbänder, meldete, sie sei krank und fügte hinzu, wenn Haydn in vierzehn Tagen keine weitere Nachricht von ihr empfang, so möchte er sie unter die abgeschiedenen Seelen zählen. Die Nachricht kam nicht, und es ist wahrscheinlich, daß das Fräulein mit einem schwindsüchtigen Körper über den mißlungenen Heiratsversuch sich zu Tode gegrämt hat.“
Text via Upala