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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Siebzehnte Unterredung, welche die zweite des Abtes Joseph ist, über das Entscheiden.
4. Frage des Abtes Joseph und unsere Antwort, woher die Angst gekommen sei.
Als nun der ehrwürdige Joseph sah, daß wir niedergeschlagen seien und vermuthete, daß Dieß nicht ohne Grund so sein werde, redete er uns mit den Worten des Patriarchen Joseph so an: „Was sind doch traurig eure Mienen heute?“ Wir antworteten ihm: „Wir haben nicht wie jene gefangenen Diener des Pharao einen Traum gesehen, ohne daß Jemand da wäre, der ihn auslegen könnte, sondern wir haben die ganze Nacht schlaflos zugebracht, und es ist Keiner da, der die Last unserer Bedrängnis erleichtern könnte, wenn nicht der Herr durch deine Klugheit sie hinwegnimmt.“ Da sprach Jener, der an die Tugend des Patriarchen durch sein Verdienst erinnert und durch seinen [S. 171] Namen: „Steht nicht bei Gott die Heilung der menschlichen Gedanken? Mögen sie nur vorgetragen werden; denn mächtig ist die göttliche Milde, ihnen durch unsern Rath eurem Glauben gemäß ein Heilmittel zu bieten.“