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Swiss Olympic, das Nationale Olympische Komitee und der Dachverband von 84 nationalen Sportverbänden mit 20'000 Vereinen, hat am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Bern bemängelt, dass die Prioritäten falsch gesetzt werden und die Fördermittel zu spät fliessen. Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung riskiere die Schweiz, in Zukunft keine Chance mehr auf Podestplätze zu haben.
Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild forderte, dass die Gesamtschau Sportförderung unbedingt als Gesamtpaket vom Parlament verabschiedet werden muss. Ursprünglich habe ein Konsens bestanden, dass der Bund die Sportverbände mit dringend benötigten Subventionen von 15 Millionen Franken jährlich zusätzlich unterstütze. Die in die Vernehmlassung geschickte Vorlage beinhalte jedoch bloss jährliche Bundesinvestitionen von 1,6 Millionen Franken und mittelfristig von 8,5 Millionen Franken.
Damit habe der Bund die Prioritäten falsch gesetzt, denn die Fördermittel würden bereits heute dringend benötigt und nicht erst in zehn Jahren. Fördergelder zur Professionalisierung des Trainerwesens, für eine verbesserte Verbandsunterstützung und für dezentrale, sportartspezifische Infrastrukturen sollten die Athleten auf ihrem Weg an die internationale Spitze bestmöglich unterstützen.
Um auch beim Nachwuchssport die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, würden jährlich zusätzlich 20 Millionen Franken an Jugend+Sport-Nachwuchsfördermitteln benötigt.
Mehr Stellen für Spitzensportler gefordert
Bemängelt wird in der Vernehmlassungsantwort auch, dass viel zu wenig Bundesstellen für Spitzensportler zur Verfügung stehen. Die Schweiz beschäftige nur gerade 18 Sportler mit einem 50-Prozent-Pensum bei der Armee und zwölf bei der Grenzwache.
In Deutschland seien über 800 Spitzensportler in der Bundeswehr angestellt, und Österreich unterstütze auf dieselbe Weise 170 Athleten. Gemäss Schild wären mindestens 100 Spitzensportler-Vollzeitstellen bei der Armee nötig.
Für Max Peter, Präsident der Sporthilfe, ist die Situation der meisten Schweizer Spitzensportler mit jener der Working Poor vergleichbar. Nur ein Drittel der Spitzenathleten könne vom Sport leben. Über 40 Prozent der Schweizer Eliteathleten verdienten weniger als 14'000 Franken pro Jahr.
Schneesportzentrum wird klar abgelehnt
Nicht notwendig ist aus der Sicht der Sportverbände ein Nationales Schneesportzentrum. Zur Förderung des spitzensportorientierten Schneesports betreibe Swiss-Ski bereits drei professionelle Leistungszentren und für den Breitensport sei die Schneesportinitiative das richtige Förderprojekt.
Die 85 Millionen Franken für den Bau des Zentrums und die bis zu 15 Millionen Franken für den jährlichen Unterhalt und Betrieb könnten für den Athletensupport mit guten Trainern, einer professionellen Verbandsunterstützung und dezentralen Leistungszentren eingesetzt werden.
Auch für die SVP muss das Ziel sein, die jetzigen Infrastrukturen zu erhalten und sanieren zu können. Gerade in Zeiten angespannter Budgets dürfe auch im Bereich Sport keine weitere Verstaatlichung stattfinden. Einer zusätzlichen Milliarde Franken zum regulären jährlichen Budget von rund 190 Millionen Franken für die Sportförderung zwischen 2018 und 2029 könne die Partei nicht zustimmen. Auch in der Sportpolitik brauche es eine Rückbesinnung hin zu Subsidiarität und Förderalismus.
Ähnlich tönt es bei der FDP: Die Vorlage sei nicht an die aktuellen Budgetrealitäten angepasst. Eine zusätzliche Milliarde sei nicht akzeptabel. Gewisse vorgeschlagene Projekte seien nicht zu rechtfertigen, insbesondere im Bereich des Volkssportes, wo die Förderung in der Schweiz auf einem hochstehenden Niveau sei im internationalen Vergleich.
Positiv regiert die SP. Aber auch sie sagt Nein zum geplanten Nationalen Schneesportzentrum und plädiert für mindestens drei Zentren, die auch für den Breitensport zugänglich sein sollten. Der Schwerpunkt müsse auf die Kinder- und Jugendförderung gelegt werden. Die Bedeutung von "Jugend und Sport" könne nicht stark genug betont werden.
Grossen Wert legt die Partei auch auf die Förderung der Alltagsbewegung und des gesundheitswirksamen Breitensports. Zudem soll das Thema Sport und Integration weiterhin eine starke beziehungsweise noch stärkere Bedeutung zukommen.