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Hohe Brücke
Brückenschlag Über historische GrenzenDie Brücken über die verschieden Flussarme der Aare bildeten seit dem Mittelalter die einzige Möglichkeit, um vom Neuhaus am Thunersee über Unterseen nach Aarmühle, Interlaken, und weiter in die Täler der Jungfrauregion zu gelangen.
Die Aare schaffte seit der Besiedlung der Landschaft zwischen dem Thuner- und Brienzersee Grenzen. Die Stadt Unterseen auf der Nordseite und das südlich gelegene Kloster Interlaken standen sich feindlich gegenüber. Unterseen gehörte dem Bistum Konstanz an, das Kloster folgte der Order des Bistums von Lausanne, was von den Unterseenern öfters ausgenützt wurde. Fischrechte, die Marktaufsicht und Brückenzölle sorgten für endlose Streitereien.
Vom einfachen Holzsteg bis zur festen Brücke dienten die Übergänge als wichtige Verkehrsadern zwischen dem Städtchen Unterseen und dem Dorf Aarmühle, welches sich, seit 1891 unter dem Namen Interlaken, zum aufstrebenden Tourismusort entwickelte.
Überschwemmungen fügten den bescheidenen Brücken oft kleinere oder grössere Schäden zu. Das Hochwasser im August 1851 entwickelte sich zur Katastrophe. Die Aareschwellen zwischen Unterseen und Aarmühle wurden zerstört, am Ufer gelegene Häuser stürzten ein, und vier Menschen fanden in den reissenden Fluten den Tod. Die Bilder dieses Unglücks fanden sogar einen Platz in wichtigen Zeitungen in Paris und London.
In den Jahren 1853 bis 1856 wurden die imposanten Schleusenanlagen gebaut und der Brienzersee um rund 6 Fuss (1.75 m) abgesenkt. Von da an dienten die Brücken als sichere Übergänge. 1926 musste die Hohe Brücke umgebaut werden, damit sie dem immer grösser werdenden Verkehrsaufkommen gewachsen war. Sie versah rund 50 Jahre ihren Dienst, bis sie 1978 durch die jetzige Brücke ersetzt wurde.