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Die unter starkem Druck stehende Fluggesellschaft Crossair geniesst auch nach dem Absturz vom 10. Januar mit zehn Toten das Vertrauen der Passagiere: In den ersten drei Monate verzeichnete Crossair bei den Fluggästen ein Plus von 20 Prozent.Dieser Inhalt wurde am 06. April 2000 - 07:42 publiziert
Die unter starkem Druck stehende Fluggesellschaft Crossair geniesst auch nach dem Absturz vom 10. Januar mit zehn Toten das Vertrauen der Passagiere: In den ersten drei Monate verzeichnete Crossair bei den Fluggästen ein Plus von 20 Prozent.
Unterstützung fand die Crossair auch von Seiten ihrer Muttergesellschaft. An der Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag (06.04.) in Basel sagte Crossair-Verwaltungsratspräsident Phillipe Bruggisser: "Die SAirGroup hat volles Vertrauen in die Geschäftsleitung der Crossair."
Pilotenstreit: Crossair gesprächsbereit
Ein dickes Lob fand Bruggisser auch für das Ergebnis 1999 der Crossair. "Angesichts des schwierigen Umfelds" bezeichnete er den Jahresabschluss als sehr gut.
Im Zusammenhang mit der viel diskutierten Sicherheitsfrage betonte Crossair-Chef Moritz Suter, dass die Sicherheit immer oberstes Gebot war und weiterhin bleiben werde. Zum "unglücklichen Streit" mit der Piloten-Gewerkschaft meinte Suter, die Crossair sei zu jedem Zeitpunkt gesprächsbereit.
Attraktivität intakt
Dass Crossair laut Suter nichts von ihrer Attraktivität eingebüsst hat, zeigt das Passieraufkommen: Von Januar bis März 2000 wurden auf den Crossair-Linienflügen 635'800 Passagiere gezählt. In der Vergleichsperiode des Vorjahres hatten noch 529'200 einen Flug bei dem zur SAir-Group gehörenden Carrier gebucht.
Die durchschnittliche Auslastung der Flotte ging zwar im ersten Quartal 2000 von 44 Prozent auf 42 Prozent zurück. Die Kapazität der Maschinen wurde jedoch gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent vergrössert.
1999 hatte die Crossair den Umsatz zwar um 14,6 Prozent auf einen neuen Rekordwert steigern können. Der Jahresgewinn sank aber von 63,5 Mio. FR. auf 50,7 Mio. Franken, wie das Unternehmen bereits Anfang Februar bekannt gegeben hatte. Damals wurde auch ein Programm angekündet, mit dem der Ertrag um 50 Mio. Fr. erhöht werden soll. Embraer-Jet als Hoffnungsträger
Grosse Hoffnungen für die Zukunft setzt Moritz Suter in die neuen Jets des brasilianischen Herstellers Embraer (Bild), die bis 2006 sämtliche Propellermaschinen ablösen sollen. Der erste von 85 bestellten Jets wurde am Donnerstag den Medien in einem neuen Crossair-Look präsentiert.
Für das laufende Jahr gibt sich die Crossair-Führung betont optimistisch: Beim Passagieraufkommen erwartet Crossair eine Steigerung um 9 Prozent auf 6,5 Millionen. Der Umsatz soll dadurch um 10 Prozent zunehmen. Beim Personalbestand wird mit einem Ausbau um 8 Prozent auf 3'252 Personen gerechnet.
Pilotenverband lässt Verhandlungsrunde platzen
Die Verhandlungen zwischen der Crossair und der Pilotengewerkschaft CCP bleiben blockiert: Die CCP hat die für Freitag terminierte Gesprächsrunde platzen lassen. Streitpunkt ist die Wiedereinstellung von entlassenen Piloten. Für die Absage der dritten Gesprächsrunde machte die CCP am Donnerstagabend in einer Mitteilung die Crossair verantwortlich.
Die Airline habe dem von ihr angerufenen Schiedsgericht die Kompetenz entzogen, auch über die Wiedereinstellung der in den Augen des CCP unrechtmässig entlassenen Piloten zu entscheiden. Die CCP hat bereits am 23. März einen Verhandlungstermin kurzfristig abgesagt.
swissinfo und Agenturen
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