Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03427.jsonl.gz/2892

Unglaublich: Seit einem Viertelfinal in Indian Wells Anfang März hatte Félix Auger-Aliassime, einer der Aufsteiger des letzten Jahres, bei dreizehn Turnieren gerade mal drei Partien gewinnen können und war in der Weltrangliste von Position 6 auf Platz 19 abgerutscht. Dann kommt der 23-jährige Kanadier nach Basel und spielt wieder, wie wenn nichts gewesen wäre.
Am späten Freitagabend hatte «FAA» im Viertelfinal gegen den russischen Qualifikanten Alexander Schewtschenko viel Glück. Er setzte sich nach Abwehr eines Matchballs und trotz Krämpfen kurz nach halb ein Uhr morgens durch. Keine 18 Stunden später deklassierte Auger-Aliassime in der Neuauflage des letztjährigen Finals den topgesetzten Dänen Holger Rune mit einer brillanten Vorstellung 6:3, 6:2. Der neu von Boris Becker trainierte, hochbegabte Skandinavier schaffte wie schon im Final vor zwölf Monaten kein Break.
Wie ein zweites Leben
«Nach dem Match, oder genaugenommen am heutigen Tag, fühlt sich das an wie ein zweites Leben», zeigte sich der Franko-Kanadier, dessen Vater aus Togo nach Montreal gekommen war, im Platzinterview erleichtert. «Ich habe viel Wasser getrunken und auf das Beste gehofft. Vieles ist aber auch eine Kopfsache.» Auf jeden Fall sei dies sein bestes Level in diesem Jahr gewesen. Warum weiss er auch nicht genau: «Basel liegt mir einfach.»
Im Final kommt es zum Duell zweier herausragender Aufschläger, nachdem sich der als Nummer 4 gesetzte Pole Hubert Hurkacz in einem weit spannenderen Halbfinal 6:4, 3:6, 7:6 (7:5) gegen den Franzosen Ugo Humbert durchsetzte.
Die Weltnummer 11 Hurkacz kämpft wie Rune noch um die Qualifikation für die ATP Finals der besten acht Spieler des Jahres und gehörte nach seinem Triumph beim Masters-1000-Event in Schanghai vor dem Turnier zu den Topfavoriten auf den Turniersieg. Diesem Attribut wird der 26-Jährige aus Breslau voll und ganz gerecht - auch wenn er wie im Viertelfinal über drei Sätze gehen musste.
Finalspezialist Hurkacz
Im dritten und entscheidenden Durchgang zeigten sowohl Hurkacz als auch Humbert Nerven. Der 25-jährige Franzose, der im Viertelfinal den letzten Schweizer Dominic Stricker in drei Sätzen eliminiert hatte, gab zum 3:5 seinen Aufschlag ab und schaffte sogleich das Re-Break. Dann wehrte der Linkshänder bei eigenem Service zwei Matchbälle ab. So musste am Ende ein Tiebreak entscheiden - in dem Hurkacz nach gut zweieinhalb Stunden beim fünften Matchball ein Ass schlug.
Er strebt bei seinem Debüt in der Basler St. Jakobshalle seinen dritten Turniersieg in diesem Jahr an. Seine Finalbilanz ist eindrücklich: Bei seinen bisher acht Endspiel-Teilnahmen hat der Pole sieben Mal gewonnen. Einzig im August 2022 verlor er in Montreal einen Final.