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Bundesamt für Verkehr / Alpen-Initiative
Im Jahr 2013 transportierten die Bahnunternehmen wieder mehr Güter durch die Schweizer Alpen. Der Marktanteil der Schiene stieg auf gut 66 Prozent. Demgegenüber ging die Anzahl Lastwagenfahrten durch die Alpen im Jahr 2013 auf rund 1.14 Millionen zurück: Das entspricht in etwa dem Niveau der Jahre 1996/97.
Insgesamt nahm die Menge der im alpenquerenden Güterverkehr auf Strasse und Schiene durch die Schweiz transportierten Waren im letzten Jahr um 1.8 Prozent auf rund 38 Millionen Tonnen zu. Dies geht aus dem 2. Semesterbericht 2013 zum alpenquerenden Güterverkehr hervor. Die gestiegenen Mengen sind vor allem zurückzuführen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa, namentlich auf den anziehenden Handel von Italien mit Deutschland und der übrigen EU.
Als wichtigsten Grund für die verstärkte Verlagerung von der Strasse auf die Schiene nennen die Unternehmen des Schienengüterverkehrs und die Kombiverkehr-Operateure den weitgehend störungsfreien Bahnbetrieb, der das Vertrauen des Marktes in den Schienengüterverkehr stärkte. Überdies traten im Schienengüterverkehr neue Anbieter in den Markt ein und boten zusätzliche Verbindungen an. Dies erhöhte den Wettbewerb und trug zur Attraktivität der Schiene und zu marktgerechten Angeboten im alpenquerenden Güterverkehr bei. Der Bahnanteil im alpenquerenden Güterverkehr erhöhte sich so von 63.4 auf 66.1 Prozent. Zuletzt war 2006 ein ähnlich hoher Marktanteil erreicht worden.
Die Luftschadstoffkonzentrationen entlang der Transitachsen nahmen weiter ab: Erstmals konnten in den Räumen Erstfeld (UR), Rothenbrunnen (GR) und Bellinzona (TI) an sämtlichen Messstationen entlang der A2 und A13 die Grenzwerte für Feinstaub eingehalten werden. Auch der Ausstoss der Stickoxide ist rückläufig. Allerdings werden die Immissionsgrenzwerte erst an der A13 (San Bernardino) eingehalten. Entlang der A2 (Gotthard) werden sie teils noch deutlich überschritten.
Die Zahlen im Detail
Auf der Schiene wurden gegenüber dem Vorjahr 6.2 Prozent mehr Güter transportiert, insgesamt 25.2 Millionen Tonnen. Wenn man die Sondereffekte des Jahres 2012 (der Felssturz von Gurtnellen und Sanierung des Simplontunnels) mitberücksichtigt, resultiert ein Wachstum von über 4 Prozent. Der vom Bund finanziell unterstützte Kombinierte Verkehr (UKV und Rollende Landstrasse ROLA) erreichte mit 962’000 transportierten Sendungen ein Allzeithoch.
Auf der Strasse durchquerten im vergangenen Jahr 1.143 Millionen schwere Güterfahrzeuge die Schweizer Alpen. Das sind 65’000 Fahrten oder 5.4 Prozent weniger als 2012, im Vergleich zu 2011 entspricht dies einem Rückgang von 115’000 Fahrten. Damit ist die Zahl der Fahrten auf das Niveau der Jahre 1996-1997 gesunken. Auch die Alpenübergänge der Nachbarstaaten (Brenner, Mont Blanc, Fréjus) verzeichnen fürs Jahr 2013 einen Rückgang der Strassentransporte, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass.
Stellungnahme Alpen-Initiative:
Erfreulich. Aber es liegt noch viel mehr drin
Die Alpen-Initiative nimmt erfreut zur Kenntnis, dass die Zahl der alpenquerenden Lastwagen leicht abgenommen hat. Dennoch fahren jährlich immer noch gut 450‘000 Lastwagen zu viel über die Schweizer Alpenpässe – 450‘000 mehr als Verfassung und Gesetz erlauben. Deshalb fordert die Alpen-Initiative den Bundesrat auf, den Volkswillen zu respektieren und mit innovativen Lösungen wie einer Alpentransitbörse das Verlagerungsziel von total 650‘000 alpenquerenden Lastwagen pro Jahr zu erreichen. „Die Zahlen zeigen klar, dass bei der Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene noch viel Potential brach liegt – die Verlagerung ist nicht gescheitert, im Gegenteil, wir haben riesige Chancen“, sagt Fabio Pedrina, Präsident der Alpen-Initiative. Der Rückgang der Lastwagenfahrten durch die Alpen könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bundesrat untätig geblieben sei. „Es braucht den festen politischen Willen und eine andere Verhandlungsstrategie, um ans Ziel zu gelangen“, sagt Fabio Pedrina.
Politisch entscheidende Schritte sind umso dringender, da 2016 der Basistunnel am Gotthard in Betrieb genommen wird. Alle Studien, auch jene des Bundes, zeigen, dass die neue, schnellere Eisenbahnverbindung durch die Alpen allein nicht ausreicht, um die Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene zu bringen. „Es braucht zusätzliche Massnahmen, sonst erweist sich der Basistunnel als schlechte Investition von Steuergeldern“, sagt Fabio Pedrina. Auch hier werde der Volkswille nicht ernst genommen: „Die Schweizer Stimmbevölkerung hat 1992 der NEAT zugestimmt, weil sie die Güter auf der Bahn will. Der Bundesrat hat jetzt den Tatbeweis zu erbringen.“
Laut den neuesten Zahlen des alpenquerenden Güterverkehrs hat die Bahn ihren Anteil um 2,7 Prozent steigern können. Auch dies ist erfreulich, ebenso wie das gestiegene Vertrauen der Transporteure in den Schienengüterverkehr. „Die Verlagerung ist also möglich, trotz aller Unkenrufe“, so Fabio Pedrina.
Gleichzeitig kann festgestellt werden, dass der Verkehr am Gotthard insgesamt seit Jahren stagniert. Dies im Gegensatz zu den Agglomerationen, wo der Verkehr rasant zugenommen hat. Absolut falsch ist es deshalb, am Gotthard eine zweite Strassenröhre zu planen. Sie torpediert erstens die vom Volk beschlossene Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene. Zweitens ist das knappe Geld in den Agglomerationen und anderen Gebieten zu investieren. Am Gotthard genügt eine einfache Sanierung ohne zweite Röhre. Ein Verlad für Autos und Lastwagen kann die Zeit der Sanierung effizient überbrücken und ist bis zu drei Milliarden Franken günstiger als der Bau einer zweiten Röhre.
Im Jahr 2013 transportierten die Bahnunternehmen wieder mehr Güter durch die Schweizer Alpen. Der Marktanteil der Schiene stieg auf gut 66 Prozent. Demgegenüber ging die Anzahl Lastwagenfahrten durch die Alpen im Jahr 2013 auf rund 1.14 Millionen zurück: Das entspricht in etwa dem Niveau der Jahre 1996/97.
Bundesamt für Verkehr / Alpen-Initiative