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Adobe hat wegen der geplanten Übernahme von Figma eine formelle Kartellbeschwerde von der EU erhalten. Nach einer eingehenden Untersuchung des geplanten und 20 Milliarden Dollar schweren Deals
kam die EU-Kommission zu dem vorläufigen Schluss, dass er den Wettbewerb "erheblich einschränken" könnte.
In ihrer Mitteilung erwähnt die Kommission das Produktdesigntool Adobe XD. Es könne sein, dass Adobe dies nach der Übernahme nicht mehr anbietet und keine potenziellen Nachfolgeprodukte mehr entwickelt. Figma sei hier eindeutig Marktführer und Adobe einer seiner grössten Wettbewerber. Es bestünde die Gefahr einer "Reverse Killer Acquisition", einer Situation, in der Unternehmen ihre eigenen Produkte streichen, um potenzielle Wettbewerbsrisiken zu beseitigen. Dies könnte zu weniger Innovationen auf dem Markt insgesamt führen.
Ohne Zusammenschluss wäre es wahrscheinlich, dass Figma in den Markt für Bearbeitungstools für Vektorgrafiken einsteige. Mit einer Übernahme könnte die beherrschende Stellung von Adobe gestärkt werden, da ein potenzieller Wettbewerber wegfällt. Mit der Übernahme würde zudem bei Tools für die Bearbeitung von Rastergrafiken die beherrschende Stellung von Adobe gestärkt, so die EU-Kommission.
Endgültige Entscheidung erst nächstes Jahr
Gemäss der Mitteilung wurden Adobe und Figma von der EU über diese Bedenken informiert. Die Unternehmen haben nun Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen, die Akten der Kommission einzusehen und eine mündliche Anhörung zu beantragen.
"Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass unser Fall begründet ist, da Figmas Produktdesign eine Ergänzung zu Adobes Kernprodukten im Kreativbereich ist", sagte ein Adobe-Sprecher in einer Stellungnahme gegenüber 'Bloomberg' (Paywall).
Das Vorhaben gelangte zur Kommission
, weil von 16 Ländern Bedenken geäussert wurden. Im Markt gibt es kaum Alternativen zu Adobe. Die Kommission leitete im August eine eingehende Prüfung ein und muss nun bis zum 5. Februar 2024 einen abschliessenden Beschluss erlassen.