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Bedeutung formt sich durch Wechselwirkung zwischen Erleben und etwas was symbolisch funktioniert. Fühlen ohne symbolisieren ist blind; symbolisieren ohne fühlen ist leer.
Wenn wir keine gefühlte Bedeutung eines Konzepts haben, haben wir das Konzept überhaupt nicht, nur verbalen Lärm.
Eugene T. Gendlin
Eugene T. Gendlin hat sich zeitlebens mit der Frage nach der Beziehung zwischen der Symbolwelt, der Sprache und unserem körperlichen Erleben beschäftigt. Letzteres wird üblicherweise als subjektiv disqualifiziert und aus dem Denken ausgegrenzt.
Wir können jedoch leicht feststellen, wie eng verwoben die beiden „Welten“ sind: Denken wir an etwas Angenehmes oder Unangenehmes, fühlen wir eine entsprechende Resonanz im Körper. Diese enge Verwobenheit von Symbolwelt mit dem Erleben, ist der zentrale Ansatzpunkt in Gendlins Denken. Seine Philosophie des Impliziten lernt uns in einer Art zu denken, „in welcher wir als lebende Organismen vorkommen, unseren Platz haben“ (Gendlin). Siehe dazu auch die oben aufgeführten Zitate.
Im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Chicago in den 1950-er-Jahren hat Gendlin mit Carl Rogers gearbeitet, dem Begründer des klientenzentrierten Ansatzes in der Psychotherapie. Aus dieser Zusammenarbeit entstand Focusing als Methode, für die er hauptsächlich im psychotherapeutischen Bereich bekannt ist.
Thinking at the Edge (TAE) entstand in den letzten zehn Jahren. Seine Anfänge gehen zurück auf die Lehrveranstaltung Theory Construction für Studenten der ersten Semester, in welcher er Wert auf das eigene Wissen der Teilnehmenden legte.
Ein grosser Teil der Schriften Gendlins sind auf der Webseite des Focusing Instituts New York frei zugänglich.