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«Remis» bedeutet Unentschieden beim Schach. Ein Remis kann auf fünf unterschiedliche Arten entstehen. Die Pattsituation ist eine Möglichkeit, die 50-Züge-Regel eine andere. Hast du gewusst, dass eine Schachpartie nach wenigen Sekunden in einem Unentschieden enden kann?
Im Schach gibt es fünf Möglichkeiten, wie ein Zweikampf unentschieden enden kann. Dieses Phänomen unterscheidet das Schachspiel merklich von anderen Sportarten. Bei einem Unentschieden spricht der Schachspieler von einem «Remis».
Ich habe diesen Artikel für Anfänger verfasst. Die wichtigsten Fälle bespreche ich zuerst. Die dreifache Stellungswiederholung oder die 50-Züge-Regel sind für Einsteiger nicht so relevant. Mach dir keinen Kopf, falls du nicht jedes Detail verstehst. Konzentriere dich stattdessen auf das Patt.
Remis durch Vereinbarung
Fussballer sind neidisch auf Schachspieler. Bei Gruppenphasen in der Champions League oder an der Weltmeisterschaft entsteht manchmal die Situation, dass zwei Teams ein Unentschieden genügt, um weiterzukommen. Die Folgen kennen wir: Sinnloses Rumgeschiebe ohne ernsthafte Angriffsversuche.
Beim Schach funktioniert das wesentlich einfacher. Eine Partie kann jederzeit friedlich mit einem Remis beendet werden, sofern beide Spieler einverstanden sind. Das ist einzigartig. Ich kenne keine andere Sportart, in der man während des Spiels ein Remis vereinbaren kann.
Korrekt Remis anbieten
- Zug ausführen
- Ansage: «Ich biete Remis»
- Schachuhr drücken
- Zug aufschreiben und Remisangebot notieren
Der andere Spieler hat nun die Möglichkeit, das Remis anzunehmen oder weiterzuspielen. Das Angebot gilt nur für diesen einen Zug! Wenn er annehmen will, kann er per Händeschütteln zustimmen. Wenn er ablehnen möchte, führt er normal seinen gewünschten Zug aus.
Bei Anfängern ist es nicht so entscheidend, dass man alles in der korrekten Reihenfolge ausführt. Es geht ja um den Spass. An Turnieren kann man sich aber eine Zeitstrafe einhandeln, wenn man sich nicht an die Regeln hält.
Es gibt keine offizielle Regel, wie oft man während einer Schachpartie Remis anbieten darf. Es gilt jedoch die Anstandsregel. Das bedeutet, dass derselbe Spieler nicht mehrmals nacheinander ein Unentschieden offeriert. Der Gegner wird sich sonst gestört fühlen.
Warum Remis vereinbaren?
Warum sollten sich zwei Spieler vorzeitig auf ein Unentschieden einigen? Dafür gibt es mehrere Gründe. Einige sind nur im Turnierschach von Klubspielern oder gar Profis relevant:
- Die Stellung ist völlig ausgeglichen. Es wird nur noch hin und her gezogen.
- Die Stellung ist unklar und beide Spieler fühlen sich unwohl damit.
- Die Stellung des schwächeren Spielers ist besser, aber dieser fürchtet sich vom objektiv stärkeren Gegner.
- Die Spieler sind müde und wollen Kräfte sparen.
- Die Spieler wollen sich an einem Turnier in der letzten Runde Preisgelder sichern.
Schnelle Remisen ärgern
Schnelle Remisen führen immer wieder zu Kritik. Nicht selten enden die ersten Bretter an einem Turnier schnell mit der Punkteteilung. Das passiert vor allem in der letzten Runde. Profis möchten nichts mehr riskieren. Zu sehr sind sie auf einen Teil des Preisgeldes angewiesen.
Für Sponsoren und Zuschauer ist das ein Ärgernis. Wir wollen spannende Partien sehen! Deswegen lieben wir Schach. Um diese geschobenen Remisen zu erschweren, hat sich die 30-Züge-Regel etabliert. An Weltklasseevents ist es meistens verboten, vor dem 30. Zug ein Remis zu vereinbaren.
Patt
Vielleicht kennst du das Wort «Pattsituation». In verzwickten politischen Lagen wird es oft verwendet. Obwohl «Patt» sehr ähnlich wie «Matt» klingt, hat es eine völlig andere Bedeutung. In einer Pattsituation endet eine Schachpartie sofort Remis. Bei Klubspielern sind Pattsituation jedoch selten.
Patt entsteht, wenn eine Seite keinen legalen Zug mehr ausführen kann und der König nicht im Schach steht. Gerade bei Anfängern ist diese Regel wichtig.
Hat dein Gegner zum Beispiel nur noch den nackten König und du besitzt noch viele Figuren, musst du vorsichtig sein. Achte darauf, dass dein Gegner noch mindestens einen Zug zur Verfügung hat oder er Schachmatt gesetzt ist.
Unterschied zwischen Matt und Patt
Im Unterschied zum «Matt» ist beim «Patt» nie ein Schachgebot in der Stellung vorhanden. Beim Patt darf zudem kein einziger Zug mehr möglich sein. Dabei spreche ich nicht nur vom König, sondern von allen Figuren. Folgendes Beispiel ist typisch für ein Anfänger-Patt:
Weiss besitzt eine Dame und würde bei korrektem Spiel gewinnen. Richtigerweise hat der weisse Spieler den schwarzen König in die Ecke gedrängt. Er hat allerdings zwei Fehler begangen. Der weisse König muss der Dame beim Mattsetzen helfen.
Viel wichtiger ist jedoch, dass Weiss im letzten Zug mit Dg6 kein Schach geboten hat. Weil der Kh8 nun keinen legalen Zug zur Verfügung hat, endet die Partie Remis. Patt! Würde Schwarz aber noch einen Bauern besitzen, könnte er mit diesem ziehen und die Partie ginge weiter.
Kein Schachmatt möglich
Es gibt beim Schachspiel Situationen, in denen kein Schachmatt mehr möglich ist. Das sind wenige Fälle. Das Spielmaterial muss sehr stark reduziert sein. Ist noch eine Dame oder Turm im Spiel ist immer ein Matt möglich! Drei typische Beispiele, wo kein Schachmatt mehr möglich ist:
- König vs. König
- König + Springer vs. König
- König + Läufer vs. König
Merke: Eine Leichtfigur (Springer oder Läufer) alleine reicht nicht aus, um eine Schachpartie zu gewinnen. Interessant ist ausserdem, dass sogar mit König + Springer + Springer vs. König kein Sieg erzwungen werden kann. Es ist aber möglich, ein Mattbild zu konstruieren.
Dazu muss die Seite mit blankem König freiwillig in die Ecke gehen. Tut er dies nicht, wird die Partie unweigerlich unentschieden enden. Dies ist bemerkenswert, weil manchmal Stellungen mit König + Bauer vs. König für den Sieg ausreichend sind. In diesem Fall läuft der Bauer auf die letzte Reihe. Er verwandelt sich in eine Dame oder einen Turm.
Dreifache Stellungswiederholung
Wenn in einer Schachpartie dreimal die exakt gleiche Stellung auf dem Brett auftritt, endet die Partie in einem Remis. Mit exakt ist gemeint, dass jeweils der gleiche Spieler am Zug sein muss. Optionen wie das Rochaderecht oder En passant müssen ebenfalls identisch sein.
50-Züge-Regel
Wenn beide Seiten 50 Züge nacheinander ausführen, ohne dass eine Figur geschlagen wird oder ein Bauernzug erfolgt, endet die Partie unentschieden. Diese Regelung kommt sehr selten zur Anwendung und verhindert, dass eine Schachpartie ewig dauert.