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Trotz einem kurzen Intermezzo mit etwas Schneefall, war auch diese Wochenberichtsperiode von strahlendem Sonnenschein dominiert. Im Gegensatz zu der milden Vorberichtsperiode, waren aber die Temperaturen winterlich. Der Neuschnee wurde zuerst durch Bise, dann durch Föhn verfrachtet. Wegen Neuschnee und Wind wurde gebietsweise vor erheblicher Lawinengefahr – Stufe 3 gewarnt. Lawinenabgänge ereigneten sich aber nur wenige.
Am Freitag, 17.01. zogen aus Westen Wolken auf, im Osten blieb es noch ganztags sonnig. Ab dem Nachmittag setzte dann im Westen Niederschlag ein. In der Nacht auf Samstag, 18.01. schneite es im Norden verbreitet, wobei der meiste Schnee am Alpennordhang fiel. Im Süden war es derweil recht sonnig und trocken. Die Schneefallgrenze lag zu Beginn des Niederschlags auf 1500 m und sank dann bis in tiefe Lagen.
Von Sonntag, 19.01. bis Montagmorgen, 20.01. blies im Jura und in den Voralpen teils starke Bise. Im Osten fiel schauerartig noch etwas Schnee, sonst war es sonnig. Zwischen Freitagnachmittag, 17.01 und Sonntagabend, 19.01 fielen die in Abbildung 2 dargestellten Neuschneemengen.
Ab Montag, 20.01. herrschte in den Bergen erneut ausnahmslos Traumwetter. Die Nullgradgrenze stieg wieder auf über 2000 m. Am Montag drehte der Wind auf Süd. In den Alpentälern des Nordens blies bis am Dienstag, 21.01. mässiger bis starker Föhn.
Dem Schneefall ging eine Trockenphase von 3 Wochen voraus. Dadurch war die Oberfläche verbreitet kantig aufgebaut bildete eine schwache Unterlage für den Schneefall . Vor allem an windgeschützten Schattenhängen war die Oberfläche locker. Vielerorts war die Schneedecke in den Wochen zuvor allerdings stark vom Wind geprägt worden und recht hart. An steilen Südhängen hatte sich eine teils tragfähige Schmelzharschkruste gebildet. Dort, wo die Oberfläche hart war, war die Unterlage günstiger für den Neuschnee. So lagen die Gefahrenstellen nach dem Schneefall vor allem an windgeschützten Schattenhängen. Dort verband sich der Neu- und Triebschnee nur langsam mit der ungünstigen Altschneeoberfläche.
Die aufgebauten Schichten waren auch in zahlreichen Profilen gut erkennbar. Zwei typische Beispiele sind in Abbildung 3 und Abbildung 4 zu sehen.
Der Neuschnee fiel mit wenig Windeinfluss und bei tiefen Temperaturen und war deshalb oft sehr locker. Ungebundener Schnee kann trotz Schwachschicht nur schlecht als Schneebrettlawine ausgelöst werden. So wurden am Wochenende nur wenige, meist kleine Schneebrettlawinen gemeldet (Abbildung 5). Während und kurz nach dem Schneefall gingen jedoch vielerorts Lockerschneelawinen ab. Für die Auslösung von Lockerschneelawinen ist kein gebundener Schnee notwendig. Sie breiten sich von einem Auslösepunkt nach unten aus, indem der abrutschende Schnee immer mehr Schnee mitreisst. Erst mit dem mässigen bis starken Föhn und milderen Temperaturen bildeten sich von Montag, 20.01. bis Dienstag 21.01. harte Triebschneeansammlungen (Abbildung 6). Diese konnten an Schattenhängen leicht ausgelöst werden.
Mit dem Neuschnee und Wind wurde von Samstag, 18.01. bis Montag, 20.01. gebietsweise vor erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3) gewarnt. Da die Lawinen meist klein (Grösse 1) blieben, war die Gefahrenstufe aber wohl nur knapp erreicht worden.
Auch in dieser Berichtsperiode gingen vereinzelt Gleitschneelawinen ab (Abbildung 7). Im Westen waren diese teils gross. Insgesamt war die Aktivität aber gering.
Am 23.01. war die Schneehöhe für die Jahreszeit im Norden unterdurchschnittlich, vor allem am zentralen und östlichen Alpennordhang mit 30 bis 60 % der langjährig gemittelten Schneehöhe teils sogar stark unterdurchschnittlich. Im Süden und ganz im Westen war die Schneehöhe dank der intensiven Schneefälle im November und Dezember teilweise noch durchschnittlich (Abbildung 8).
In dieser Berichtsperiode wurden einige Lawinen von Personen ausgelöst (Abbildung 9). Diese waren meist klein und nur vereinzelt mittelgross. Bei einer Lawine am Silberplatten (Nesslau, SG) wurde am Samstag, 18.01. eine Person von einer Lawine mitgerissen. Sie wurde zur Kontrolle ins Spital geflogen.
Lawinen können über die SLF App WhiteRisk oder über die SLF Webseite an den Lawinenwarndienst gemeldet werden. Informationen über Lawinenabgänge sind wichtig für die Validierung der prognostizierten Lawinengefahr, sowie für die Unfallstatistik.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.