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Obwohl sich der Bergholz-Klub im Vergleich zur 0:3-Heimniederlage gegen den FC Wohlen zumindest in kämpferischer und organisatorischer Hinsicht steigert, bezieht er im Stade de Genève gegen Servette eine 0:2-Niederlage. Obwohl die Äbtestädter die ganze zweite Halbzeit in Überzahl spielen, kommen sie nur zu einer Torchance durch Dzengis Cavusevic und kassieren einen Gegentreffer.
Der FC Wil fällt in der Rangliste der Challenge League immer tiefer. Nach der 0:2-Niederlage gegen Servette finden sich die Ostschweizer auf dem drittletzten Rang wieder, punktgleich mit Locarno, das auf einem Abstiegsplatz liegt. „Ich bin froh, dass nun eine zweiwöchige Pause folgt“, sagte Wils Trainer Ryszard Komornicki nach dem Spiel in Genf.
Dass die Wiler im Stade de Genève verlieren würden, ist aufgrund der aktuellen Stärkenverhältnisse keine Überraschung. Auf der einen Seite Servette, das in diesem Jahr alle seine Heimspiele gewonnen hat und es sich leisten kann, einen Spieler wie Julian Esteban mehr als 75 Minuten auf der Ersatzbank zu lassen. Auf der anderen Seite der FC Wil, der zuletzt ein empfindliches 0:3 gegen Wohlen zu verarbeiten hatte und im grossen Genfer Stadion seit dem Abstieg aus der Super League im Sommer 2004 noch nie einen Sieg einfuhr.
Es war fast schon logisch, dass die Genfer überlegen auftraten. Da die Wiler im Vergleich zur vorangehenden Partie besser organisiert waren und mehr Leidenschaft an den Tag legten, taten sich die Grenats schwer, zu zwingenden Torchancen zu kommen.
Cavusevic wird ausgepfiffen
Nach einer halben Stunde gingen die Genfer trotzdem in Führung. Als ein Angriff schon abgewehrt schien, drückte Marcos De Azevedo aus der Distanz ab und sein platzierter Schuss fand den Weg in die Maschen.
Es folgte eine Szene unmittelbar vor der Pause, welche das Blut des Genfer Publikums – es erschienen über 6000 Zuschauer – in Wallung brachte. Ein versteckter Ellenbogenschlag von Pedro Mendes an Wils Dzengis Cavusevic hatte Schiedsrichter Sascha Amhof zuerst nicht gesehen. Da sein Assistent Alain Heiniger aber intervenierte, sah Mendes die rote Karte. Dies hatte zweierlei Konsequenzen. Amhof wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert und einer Bierdusche in die Halbzeitpause verabschiedet, und Cavusevic wurde in der zweiten Halbzeit bei jeder Ballberührung ausgebuht, da ihm die heissblütigen Genfer Fans Schauspielerei unterstellten.
Nur eine Torchance
Beinahe wäre Cavusevic für einen Wiler Punktgewinn verantwortlich gewesen. Denn nach einer Stunde kam der Slowene zu einer Chance, schoss aber neben das Tor. Es war die einzige Wiler Möglichkeit im ganzen Spiel. Zu mehr waren die Gäste nicht fähig. Sie leisteten sich gerade im Aufbauspiel zu viele leichte Fehler und verunmöglichten sich somit eine Aufholjagd.
Am Ende war es verdient, dass Servette gar mit zwei Längen Unterschied gewann. Kurz vor dem Ende profitierte neuerlich De Azevedo von einer Unzulänglichkeit in der Wiler Hintermannschaft und hatte alleine vor Taini keine Mühe, das 2:0 zu erzielen. „Wir waren zu wenig konsequent in der Defensive“, sagte Trainer Komornicki nach der Partie. Mögliche Spekulationen, wonach er ein Thema bei Xamax sein könnte, verneinte der Pole: „Ich möchte mit den Spielern wieder auf die richtige Spur kommen. Zudem bin ich überzeugt, dass diese Mannschaft das Potenzial hat, da unten herauszukommen.“ Am Sonntag ist Komornicki übrigens zu Gast als Experte im Teleclub-Studio. / http://www.fcwil.ch