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Die Pharmaindustrie auf der ganzen Welt ist angesichts der globalen Pandemie mit grossen Erwartungen konfrontiert. Wie begegnet Takeda diesen? Welche Anstrengungen unternimmt Takeda, um diese globale Gesundheitskrise einzudämmen?
Unsere erste Priorität seit Beginn der Krise ist der Schutz unserer Patienten, Mitarbeiter und aller Partner des Gesundheitswesens, mit denen wir täglich zusammenarbeiten. Wir haben unsere Büros zu Beginn der Krise sehr früh geschlossen, Heimarbeit eingeführt und Interaktionen mit Mitgliedern der Gesundheitsbranche reduziert, um sie zu entlasten und zu schützen.
Als Vertreter der Pharmaindustrie und Gesundheitsdienstleister fühlen wir uns gegenüber der Schweizer Gesellschaft verpflichtet, unseren Beitrag zu leisten. Wir möchten sicherstellen, dass die Patienten in dieser noch nie dagewesenen Krise weiterhin uneingeschränkten Zugang zu unseren Arzneimitteln und Services haben und dass alle relevanten Partner sich voll darauf konzentrieren können, die Krise zu managen bzw. überwinden.
Eine grosse Herausforderung besteht darin, die benötigten Ressourcen sicherzustellen, um Medikamente in der Schweiz herzustellen und in die ganze Welt auszuliefern. Zum Beispiel produzieren wir in Neuenburg Medikamente gegen seltene Blutgerinnungsstörungen für den globalen Markt.
Wir hatten auch einige Herausforderungen für Arbeitnehmer, welche die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich nicht ungehindert überqueren konnten. Die Zusammenarbeit mit Interpharma war entscheidend, um das Problem beim SECO und den kantonalen Behörden anzusprechen und eine Lösung mit den Grenzbehörden zu finden.
Um die medizinische Gemeinschaft zu unterstützen, konnte Takeda lokal verschiedene finanzielle und materielle Unterstützungen anbieten. Unsere Mitarbeiter konnten einen Teil ihrer Arbeitszeit dem tatkräftigen Beitrag in ihren lokalen Gemeinschaften widmen.
Takeda nutzt ausserdem unser Wissen und unsere Expertise im Bereich von Therapien, die aus humanem Blutplasma hergestellt werden, und initiierte gemeinsam mit anderen Partnern die Forschungsallianz CovIg-19 Plasma Alliance, um gemeinsam eine innovative Immunglobulin-Behandlung gegen COVID-19 zu entwickeln.
Takeda ist Teil der CoVig-19 Plasma Alliance. Um was geht es da? Was ist das Ziel? Wie wirkt diese Therapie?
Die Allianz wurde im Rahmen der Bemühungen gegen die COVID-19-Pandemie im April 2020 gegründet, um eine potenzielle, aus Plasma gewonnene Therapie für Menschen zu entwickeln, bei denen ernsthafte Komplikationen aufgrund von COVID-19 zu erwarten sind. Die CoVIg-19 Plasma Allianz bringt weltmarktführende Plasmaunternehmen zusammen, um an der Entwicklung einer polyklonalen Anti-SARS-CoV-2 Hyperimmunglobulin-Medizin zusammen zu arbeiten. Ein Hyperimmunglobulin ist ein qualitativ hochwertiges pharmazeutisches Produkt, das gereinigte und konzentrierte Antikörper enthält.
Die von Takeda und CSL Behring gebildete Allianz kann auch auf die modernsten Kenntnisse weiterer Gründungsmitglieder zurückgreifen. Die Bill & Melinda Gates Foundation bietet ausserdem beratende Unterstützung und Microsoft stellt Technologie bereit, wie zum Beispiel die Webplattform der Allianz. Experten der Allianz arbeiten gemeinsam an Schlüsselaspekten wie der Plasmagewinnung, der Entwicklung klinischer Studien und der Produktherstellung.
Die CoVIg-19 Plasma Allianz bestätigte im Oktober, dass Patienten für die Phase 3 der klinischen Entwicklung für die stationäre Behandlung mit dem Anti-Coronavirus-Immunglobulin registriert werden. Die Studie wird vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), einem Teil der National Institutes of Health (NIH) des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, gesponsert. In dieser Studie werden die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit einer zu untersuchenden intravenösen Hyperimmunglobulin-Therapie (H-Ig) aus Blutplasma zur Behandlung erwachsener Spitalpatienten beurteilt, bei denen ein ernsthaftes Risiko von Komplikationen aufgrund von COVID-19 besteht. Bei Erfolg könnte H-Ig eine der ersten Behandlungsoptionen für stationäre Patienten mit COVID-19 werden.
Die zu untersuchenden H-Ig-Studienware werden von CSL Behring und Takeda im Namen der CoVIg-19 Plasma Allianz sowie durch zwei weitere Firmen bereitgestellt.
COVID-19 lässt Unternehmen näherzusammenrücken und ermöglicht eine nie dagewesene Zusammenarbeit von führenden pharmazeutischen Unternehmen. Es geht in dieser Situation nicht darum, wer zuerst auf den Markt kommt, sondern darum, dass alle gemeinsam das Tempo erhöhen und die Erfahrungen und Anstrengungen bündeln, um gemeinsam möglichst schnell eine Antwort auf diese Krankheit zu finden.
Wo sehen Sie Takeda Schweiz in einem Jahr? Was wird Ihre Firma aus der Krise mitnehmen?
Schon vor der Krise befand sich Takeda in einer rapiden Transformation. Die aktuelle Situation hat dies nochmals beschleunigt. Unser hohes Mass an Agilität ist eine Schlüsselkomponente für unsere Fähigkeit, uns schnell an diese neue Welt anzupassen.
Im März stellte sich das gesamte Unternehmen in weniger als einer Woche auf neue Arbeitsweisen ein, implementierte Systeme zur Unterstützung der Heimarbeit und interagiert nun im new normal vermehrt mit digitalen Plattformen. Die Zusammenarbeit im Unternehmen hat sich komplett verändert.
Takeda wird weiterhin neue digitale Lösungen vorantreiben und die Art und Weise überdenken, wie wir nach der Krise arbeiten wollen. In einem Jahr wollen wir eines der innovativsten und agilsten digitalen Pharmaunternehmen sein. Acht Monate nach Beginn der Krise bin ich überzeugt, dass es keinen Weg zurück in die alte Welt gibt!
Samuel Lanz
Kommunikationsleiter
+41 79 766 38 86
Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.
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