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Konservative Behandlung des Lipödems
Eine Verbesserung der Beschwerden durch Diät und Sport ist nicht möglich. Körperliche Aktivitäten können zwar das Übergewicht reduzieren, nicht aber die disproportionale Fettvermehrung an den Beinen, dasselbe gilt für Abmagerungskuren und spezielle Diäten. Eine Behandlung mit "Wassertabletten" (Diuretikatherapie) ist nicht angezeigt. Prinzipiell soll eine Gewichtszunahme vermieden bzw. Normalgewicht angestrebt werden, da Übergewicht ein Risikofaktor ist. Die konservative Behandlung des Lipödems setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: einerseits die dauerhafte Kompressionsbehandlung mit Stützstrümpfen und andererseits die manuelle Lymphdrainage. Neben der manuellen Lymphdrainage kann die apparative intermittierende Kompression amgewendet werden: dabei handelt es sich um eine Manschettenhose mit überlappenden Luftkammern, die sich wellenförmig füllen und entleeren. Als Ziel dieser Therapie soll der Fluss der Lymphe gegen das Herz hin verbessert werden und durch die Kompression den Rückfluss aufrechterhalten. Eine Reduktion des Umfanges ist mit diesen Massnahmen nicht zu erwarten, weil es sich um eine Drainage von solidem Gewebe handelt. Ergänzend dazu ist eine sorgfältige Hautpflege wichtig, da die Haut unter den Kompressionsstrümpfen austrocknet. Zusätzlich werden Bewegungsübungen empfohlen.
Konservative Therapie: lebenslang nötig
Diese Massnahmen sind bei ausgeprägtem Lipödem lebenslang erforderlich, was bei den oft jungen Betroffenen eine enorme Belastung darstellt und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Allerdings lindern diese konservativen Massnahmen nur die Schmerzen, welche durch das zurückgestaute Gewebewasser ausgelöst werden. Eine konservative Therapie hilft in keiner Weise gegen die Erkrankung - nämlich das Lipödem. Das Fett wächst weiter und der Frust nimmt zu - das Lipödem kann einzig durch eine operative Reduktion des krankhaften Fettgewebes behandelt werden. Nach einer Liposuction verschwinden die Beschwerden oft ganz und die Operation muss im Gegensatz zur Lymphdrainage und zur Kompressionsbehandlung meistens nur einmal durchgeführt werden. Die internationalen Fachgesellschaften haben deshalb die Liposuktion in ihre Leitlinien zur Behandlung des Lipödems aufgenommen.
Progressive Erkrankung
Ohne Behandlung prägt sich ein Lipödem im Laufe der Jahre weiter aus. Im fortgeschrittenen Stadium können die Lymphgefässe beschädigt werden, so dass ein Lymphödem entsteht.