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Die richtige Begrüßung
Das korrekte Verhalten bei einer Begegnung mit anderen Personen muss mit dem Hund erarbeitet werden. Voraussetzung für ein entspanntes und störungsfreies Gespräch ist, dass der Hund ruhig sitzen kann. Er soll verstehen dürfen, was wir von ihm in einer solchen Situation erwarten und welche Handlungen nicht geduldet sind. Dazu gehört, dass bei jedem Zusammentreffen die entgegenkommenden Personen zuerst vom Hundehalter und nicht vom Hund begrüßt werden. Das kann dem Hund über ein klar formuliertes Lernziel beigebracht werden.
Sitzen auf Distanz
Der Hundehalter sieht jemanden auf sich zukommen, den er gerne persönlich begrüßen möchte; er freut sich auf ein interessantes Gespräch mit ihm. Eine verbale Begrüßung wird vom Hund meistens als Aufforderung verstanden, die Person zu bestürmen. Energetisch zwar nachvollziehbar, weil allein schon die Begrüßungsformel Freude ausdrückt – ähnlich der Animation des Hundes zum Freilauf. Damit es aber erst gar nicht zu einem Losstürmen kommt, sollte folgendes eingeübt werden: Der Hundeführer kommandiert seinen Hund in einer Entfernung von rund fünf Metern ins „Sitz“, wirft die Leine zu Boden, um seinem Kommando Nachdruck zu verleihen, wiederholt das „Sitz“ nochmals und geht dann zügig und bestimmt auf seinen Bekannten zu, ohne sich nach seinem Hund umzudrehen. Ein zögerliches Weglaufen hätte eine bindende Wirkung und würde den Hund nur mitziehen. Dieser soll aber zurückbleiben und warten, bis sein Besitzer wieder zu ihm kommt, um ihn abzuholen. Im Grunde ein ganz einfaches Ziel. In der Umsetzung mit dem Hund wird aber schnell klar, dass dem nicht so ist, zumindest dann nicht, wenn der Hund noch nicht ruhig sitzen kann. Das „ruhige Sitzen“ in jeder Situation muss der Hund bereits beherrschen, um sich auch bei einer Begrüßung richtig zu verhalten. Das Aufstehen des Hundes ist der häufigste Fehler im Erlernen dieses Zieles. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Mensch in der Ausbildung seines Hundes zu schnell vorwärtsgegangen ist und dem „ruhigen Sitzen“ wieder vermehrte Aufmerksamkeit schenken sollte.
Als Hundebesitzer weiß man, wie lange sich der eigene Hund im Sitzen halten kann, und passt deshalb die Dauer des Gespräches dem Ausbildungsstand seines Hundes an. Dieser darf sich nicht selbstständig aus dem Kommando befreien. Tut er es doch, wird er wieder ins „Sitz“ befohlen. Wenn sich ein Hund nur wenige Sekunden ruhig halten kann, reicht seinem Besitzer diese Zeit höchstens für einen netten Gruß, ein Gespräch unter Freunden ist dann nicht möglich. Dies mag vielleicht unhöflich erscheinen, ist aber notwendig, wenn man seinen Hund im Lernprozess unterstützen möchte. Für ausgedehnte Gespräche verabredet man sich während der Ausbildungszeit besser ohne Hund. Nach konsequentem Training dieses Lernzieles wird der Hund bald mehrere Minuten sitzen können oder sich sogar hinlegen, was auch akzeptiert werden darf. Nach der Begrüßung lässt der Hundehalter den Bekannten passieren, geht zurück zu seinem Hund, nimmt die Leine auf und führt ihn weiter. Auch bei einer Begegnung mit einem anderen Hundehalter wird wie beschrieben vorgegangen. Diesmal sitzen zwei Hunde und warten auf ihre Besitzer – ohne sich dabei gegenseitig zu beschnüffeln.
Die richtige Begrüßung ist ein Lernziel, das mit Personen erarbeitet werden sollte, die das nötige Wissen und Verständnis dafür mitbringen. Sie werden mit dem Ablauf vertraut gemacht und loben den Hund nur, wenn er sitzen bleibt. Bei konsequentem Training macht der Hund bald Fortschritte und akzeptiert die Situation, die dann auch mit fremden Personen im Alltag umgesetzt werden kann. Hat der Hund das Lernziel verstanden, kann er in einer Begrüßung auch an der Seite seines Besitzers bleiben. Er hat gelernt, sich ruhig zu verhalten und sein Gegenüber nicht zu belästigen. Er bleibt ruhig sitzen, auch wenn mit ihm gesprochen oder er von der Person gestreichelt wird. Man darf nicht vergessen, dass viele Menschen Respekt, manche sogar Angst vor Hunden haben. Es ist deshalb immer auch eine Frage des Anstandes, seinem Hund das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit Menschen beizubringen. Die Verantwortung dafür liegt allein beim Hundehalter. Die Bitte, den Hund nur im Sitzen zu streicheln, stößt bei Menschen zwar oftmals auf Unverständnis, dennoch ist es sehr wichtig, dass man während der Ausbildung darauf besteht, damit der Hund eine Chance bekommt, die Übung konfliktfrei zu lernen.
Mit dem Erarbeiten der richtigen Begrüßung sollte mit dem Hund schon im Welpenalter begonnen werden, damit es für ihn als ausgewachsenen Hund später selbstverständlich ist, Personen weder anzuspringen noch auf andere Art und Weise zu belästigen.