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Allgemeine Informationen
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Es handelt sich dabei um einen bösartigen Tumor in der Vorsteherdrüse und wird deswegen auch Prostatakarzinom genannt. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Prostatakrebs und der gutartigen Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie). Die Prostatavergrösserung tritt bei jedem zweiten Mann ab 50 und in der Altersgruppe der 80-Jährigen fast bei jedem Mann auf und ist nicht lebensbedrohlich. Das Prostatakarzinom hingegen ist eine gefährliche Krebserkrankung, die hauptsächlich bei älteren Männern diagnostiziert wird. Der Grossteil der Patienten hat zum Zeitpunkt der Diagnose bereits das 50. Lebensjahr überschritten, knapp die Hälfte sind über 70 Jahre. Das Prostatakarzinom wächst langsam, geht in der Regel von den äusseren Prostatadrüsen aus und neigt zu Metastasen in Lymphknoten und Knochen. Bei einer Früherkennung hat der Prostatakrebs jedoch gute Heilungschancen, weshalb eine regelmässige Untersuchung wichtig ist.
Risikofaktoren
Der grösste Risikofaktor für Prostatakrebs stellt das Alter dar, denn die Wahrscheinlichkeit, für einen 70-jährigen Mann in den nächsten 10 Jahren an Prostatakrebs zu erkranken, liegt bei über 6 %. Bei einem 40-jährigen Mann liegt das Risiko nur bei 0,1 %. Hormonelle Faktoren, vor allem die männlichen Sexualhormone und Erbanlagen spielen eine weitere Rolle. Männer, bei denen in der nahen Verwandtschaft Prostatakrebs aufgetreten ist, haben ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Je mehr Familienangehörige erkrankt sind und je jünger sie zum Zeitpunkt der Diagnose waren, umso mehr steigt das Risiko für männliche Angehörige an, auch Prostatakrebs zu bekommen. Männer, in deren naher Verwandtschaft Prostatakarzinome vorkommen, sollten ab dem 40. Lebensjahr zu einer jährlichen Früherkennungsuntersuchung gehen. Rauchen, Alkohol, körperliche Inaktivität und einseitige Ernährung erhöhen ebenfalls wie bei fast allen Krebsarten die Wahrscheinlichkeit zu erkranken.
Mögliche Symptome
Da die Früherkennung bei Prostatakrebs so wichtig ist, stellt sich schnell die Frage nach möglichen Symptomen. Woher erkenne ich, dass ich erkrankt bin? In den meisten Fällen wächst Prostatakrebs langsam und verursacht daher im Frühstadium weder Prostataschmerzen oder sonstige typische Symptome. Zu Beginn wächst der Tumor innerhalb der Prostata und sogar, wenn der Tumor in benachbartes Gewebe der Prostata hineingewachsen ist, treten Beschwerden auf, die nicht unbedingt mit Krebs in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören starker Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen, Schmerzen beim Samenerguss, Erektionsprobleme, Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit, Schmerzen im Bereich der Prostata oder Rückenschmerzen, vor allem im Bereich der Steissbein- oder Lendenwirbel.
Wenn der Prostatakrebs so weit fortgeschritten ist, dass er Metastasen gebildet hat, kommt es zu eindeutigeren Symptomen. Die Metastasen befinden sich oft in den Knochen wie in der Wirbelsäule und können in diesen Bereichen starke Schmerzen verursachen. Weitere mögliche Symptome sind Schwäche, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und ein auffälliger Leistungsknick.
Diagnose
Wenn ein Verdacht für Prostatakrebs besteht, sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden. Eine entsprechende Diagnose kann zum Beispiel anhand eines erhöhten Blutwertes (PSA) und eine Gewebeprobe erfolgen. Die Bildgebung der Prostata mittels MRI kann ebenso hilfreich sein, um Prostatakarzinoms zu erkennen. In der Regel wird bei einer Erstuntersuchung die Prostata mit dem Finger abgetastet und zusätzlich der PSA-Wert im Blut bestimmt. Eine komplett eindeutige Diagnose bei einem Verdacht für Prostatakrebs kann erst nach der Entnahme von Gewebeproben bei einer Prostatabiopsie gestellt werden.
Ist es eindeutig, dass es sich um Prostatakrebs handelt, wird in Magnetresonsanztomographie (MRI) der Prostata durchgeführt, um die Ausdehnung des Tumors in der Prostata festzustellen. Durch Computertomographie (CT) und Skelettszintigraphie kann festgestellt werden, ob sich bereits Metastasen gebildet haben.
Wie bei allen Krebsarten sind die Heilungschancen bei Prostatakrebs umso grösser, je früher er erkannt wird. Daher ist es besonders für Männer über 45 Jahren wichtig, sich regelmässig untersuchen zu lassen und beispielsweise jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata (digital-rektale Untersuchung, DRU) in Anspruch nehmen. Hat der Prostatakrebs bei der Diagnose bereits gestreut, sind die Heilungschancen deutlich geringer.
Behandlung, Therapie
Strahlentherapie, Operationen und weitere Optionen
Wurde Prostatakrebs diagnostiziert, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Wie bei so vielen Krebsarten ist die Behandlung eines Prostatakarzinoms recht individuell und hängt vom PSA-Wert, dem mikroskopischen Erscheinungsbild, der lokalen Ausdehnung und den Metastasen ab. Zusätzlich spielt die gesundheitliche Situation des Patienten eine wichtige Rolle und die Lebenserwartung sollte mindestens 10 Jahre sein.
In frühen Stadien der Erkrankung kann es sinnvoll sein, unter engmaschiger Überwachung gar nicht zu behandeln. Die aktive Überwachung (active surveillance) und das abwartende Beobachten (watchful waiting) sind dann die Behandlungsmethoden.
Steigt der PSA-Wert an oder es gibt andere Hinweise auf eine fortschreitende Erkrankung, sollten andere Methoden gewählt werden. Die Bestrahlung der Prostata (Radiotherapie), eine Hormontherapie oder die operative Entfernung der Prostata (Prostatektomie) sind dann verbreitete Behandlungsmethoden, die teilweise auch in Kombination durchgeführt werden.
Die chirurgische Entfernung der Prostata bei einer Operation bietet bei frühem, örtlich begrenztem Prostatakrebs die Chance auf eine vollständige Heilung. Eine Erkrankung, die noch nicht zu Metastasen geführt hat, kann ausserdem mit einer Bestrahlung der Prostata erfolgen. Die Strahlentherapie ist aber auch bei einer fortgeschrittenen Erkrankung sinnvoll, die Heilungschancen sinken allerdings. Sie trägt primär dazu bei, tumorbedingte Beschwerden zu lindern, vor allem bei Knochenmetastasen. Bei Männern, bei denen die Erkrankung schon fortgeschritten ist und zu Metastasen geführt hat, ist eine Antihormontherapie sinnvoll, denn sie bremst das Wachstum des Krebses. Langfristig heilen kann sie die Erkrankung jedoch nicht. Oft ergibt eine Kombination aus den verschiedenen Methoden Sinn, um die Ausbreitung zu stoppen und den Krebs zu entfernen.
Erstellt: 01.03.2021 07:00 Uhr
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