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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Fünftes Buch
29. In dreifacher Hinsicht wird der Sohn von Isaias als wahrer Gott aufgezeigt. Der neue Name „Christ”.
Ferner sodann gilt es zu erkennen, warum so fortgefahren werde: „Euch aber wird der Herr töten”, [S. 250] nachdem vorher gesagt worden war: „So spricht deswegen der Herr.” Danach außerdem, was das Wort bedeute: „Denen, die mir (jetzt) dienen, wird man einen neuen Namen geben, den man hocherheben wird auf Erden.”1
Wenn gesagt wurde: „So spricht deswegen der Herr” und wenn dann folgt: „Euch aber wird der Herr töten”: wird man etwa über den geführten Nachweis in Zweifel sein, daß, wer spreche und wer töten werde, als niemand anders erkannt werden solle denn als der Herr, und daß, wer später seine Getreuen mit einem neuen Namen beschenken werde, ganz deutlich erkannt werden solle als derjenige, der in den Propheten gesprochen habe und über die Gottesfürchtigen und Gottlosen Richter sein werde?
Um über den Herrn, der spricht, und über den Herrn, der tötet, keine Unklarheit zu lassen, hat der übrige Teil des Wortes das ganz verborgene Geheimnis der Evangelien entfaltet: „Meine Getreuen aber wird man mit einem neuen Namen nennen, den man hocherheben wird auf Erden.” Nur von der zukünftigen Zeit ist hier die Rede. Was für ein neuer Name der Glaubensgemeinschaft ist es, den man auf Erden preisen wird? Wenn seit unvordenklichen Zeiten das Wort „Christ” je schon Seligkeit bedeutet hat, dann ist es jetzt nicht neu. Wenn aber dieser Name als hl. Weihegeschenk unserer Gläubigkeit gegen Gott neu ist, dann ist sicherlich die Neuheit dieses Bekenntnisses der Lohn himmlischer Segnungen auf Erden.
1: Is. 65, 15 f.