Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03634.jsonl.gz/2458

Netflix hat es sich zur Aufgabe gemacht, für seine Plattform Content in aller Welt produzieren zu lassen. Doch während Europa, Asien, Lateinamerika und Australien bereits von diesem Vorhaben profitieren, blieb ein Kontinent bisher aussen vor: Afrika.
Um das nun zu ändern, investiert Netflix in Nollywood, einen der aufstrebendsten Filmindustrien der Welt. Nollywood umschreibt den Filmmarkt Nigerias und ist – gemessen an den Filmproduktionen – sogar grösser als Hollywood. Nur das indische Bollywood hat im Moment noch einen höheren Output an Filmen.
Bereits in der Vergangenheit hat Netflix den einen oder anderen nigerianischen Film auf seiner Plattform aufgeschaltet, Eigenproduktionen waren das allerdings nicht.
Um den Anteil von afrikanischem Content rasch zu steigern, hat Netflix nun angefangen, in laufende oder bereits abgeschlossene Produktionen zu investieren. Den Anfang macht dabei «Lionheart», bei dem Netflix sich die weltweiten Vertriebsrechte gesichert hat. Damit wird der Film nicht nur Netflix' erstes Original aus Afrika, sondern auch seine Weltpremiere auf der Plattform haben.
Für Nollywood sind Einnahmen aus Abkommen mit Streaming-Diensten eine dringend benötigte Einnahmequelle. Obwohl jedes Jahr hunderte von neuen Filmen veröffentlicht werden, hat der nigerianische Filmmarkt grosse Probleme, mit diesen Geld zu verdienen. Das liegt vor allem an einem schwachen Vertriebsnetz, zu wenigen Kinos und Filmpiraterie.
Weiterhin erhofft sich Nollywood durch Investitionen von Netflix eine Steigerung der Produktionsqualität. Denn den zweiten Rang bei den Filmproduktionen hat man sich hauptsächlich mit Low-Budget-Filmen erarbeitet. In Zukunft möchte man aber vermehrt auf Qualität statt Quantität setzen.
Doch das Engagement von Netflix gefällt nicht allen in Nigeria. So fordert beispielsweise Afrikas grösster Pay-TV-Sender MultiChoice, dass Netflix reguliert wird. Für MultiChoice kommt das Vorhaben von Netflix zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Zuletzt hatte der Mediengigant innerhalb eines Jahres über 100'000 Pay-TV-Abonnenten verloren.