Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03623.jsonl.gz/7

Die
ältesten Nachrichten über Salenstein stammen aus dem 13. Jahrhundert, zu welcher Zeit die Burgen Ober und Nieder Salenstein
genannt werden. Im 15. Jahrhundert stand Salenstein unter der Abtei auf der
Reichenau, die denOrt durch
einen besonderen Vogt verwalten liess. 1628 zählte die
HerrschaftSalenstein 42 wehrfähige Bürger.
Nachdem sie von rechts den vom
O.-Hang der
Grand'
Garde herabkommenden
Wildbach La Mottelaz aufgenommen, tritt die Salenze
zwischen dem Gehänge von
Dugny und den bewaldeten Ausläufern der
Tête du Bletton in eine 2 km lange Mündungsschlucht ein,
nach deren Verlassen sie sich zwischen
Riddes und
Saillon von rechts mit der
Rhone vereinigt. Diese
Schlucht ist durch die Anlage
eines
Weges mit Gallerien und Brücken zugänglich gemacht worden und verdient einen Besuch.
Sie kann sich «zwar nicht mit der von
Trient oder Durnand messen, birgt aber trotzdem der Sehenswürdigkeiten genug; der groteske
Riesenkopf, aus dessen
Augen,
Nase und Mundhöhle silberklares
Wasser quillt und über dessen Bart, lange Skolopendrienblätter,
herabträufelt in das von keinem Sonnenstrahl erleuchtete tiefstille Becken, ist jedenfalls einzig in
seiner Art.»
(F. O. Wolf). Der berüchtigte Falschmünzer Farinet, der sich den Nachstellungen der
Walliser Polizei während
mehreren Jahren zu entziehen gewusst hatte, wurde endlich im Winter 1880 in dieser
Schlucht aufgestöbert, wo er dann unter
nicht näher bekannten Umständen den Tod fand.
Kirchgemeindewaisenhaus. Das Dorf gehörte einst zur
HerrschaftVaulruz. Eine von Ludwig von Savoyen 1325 ausgestellte
Urkunde verpflichtete die Leute von Sâles, das Vieh der Bewohner von
Vaulruz vom Bach von Pissesang bis zu demjenigen von
Montaubert weiden zu lassen. Am verkaufte
Jean de
Blonay an seinen Neffen Amadeus, Herrn von
Vaulruz, um die Summe von 100 Goldgulden das ihm zustehende Recht, vom Zehnten der ganzen Pfarrei Sâles jährlich 3 Mütt
Weizen und 5 Mütt Hafer zu erheben. Die Kollatur gehörte vor dem 17. Jahrhundert dem Kloster auf dem Grossen
St. Bernhard
und nachher dem Stift
St. Nikolaus in Freiburg.
(Kt. St. Gallen.
Bez. Werdenberg,
Gem.
Sennwald). 413 m. Gemeindeabteilung und Pfarrdorf im mittleren Abschnitt des St.
GallerRheinthales,
an der Strasse
Rorschach-Sargans und 3 km s.
Sennwald. Station der Linie
Rorschach-Sargans-Chur. Postbureau, Telegraph, Telephon;
Postwagen nach
Gams. 89
Häuser, 459 reform. Ew. Acker-,
Mais-, Obst- und Gemüsebau, Viehzucht. Käserei. Stark beschickte
Vieh- und Pferdemärkte. Maschinenstickerei. 847: Salectum; 1200: Salechte. In Salez wurde 1596 der Freiherr Hans Philipp
von
Sax, der soeben einem Maigericht vorgesessen hatte, von seinem Neffen
Ulrich Georg von
Sax erschlagen;
sein einbalsamierter Körper wird heute noch in der Kirche von
Sennwald aufbewahrt.
Salez gehörte ursprünglich zur Kirchgemeinde
Bendern (jenseits des
Rhein im Fürstentum
Liechtenstein), erhielt 1514 eine eigene Kirche, wurde 1531 selbständige Pfarrei
und nahm 1564 die Reformation an. Kirche und Pfarrhaus 1614 restauriert. Schulhaus. Nw. vom Dorf steht
die Burg Forsteck. Salez liegt am
¶
mehr
SO.-Ende eins grossen postglazialen Felsschlipfes, dessen «Kehle» genannte Abrissnische sich am S.-Hang der S.-Kette des Säntisgebirges
befindet und dessen Ablagerungsgebiet im Rheinthal zwischen Frümsen, Salez und Sennwald liegt. Ein besonders ausgedehnter Blockschwarm
hat sich beim Schloss Forsteck abgelagert, dessen Turm auf einem riesigen Bergsturzblock (Schrattenkalk) steht. Der Felsschlipf
ist neuestens von Prof. Heim und J. Oberholzer näher untersucht worden (vergl. Heim, Alb. DasSäntisgebirge.
Bern
1905, S. 302 ff.). Beim Kiesgraben hat man in Salez eine Niederlage von über 60 Bronzebeilen (sog. Leistenkelte) gefunden.