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Aktualisiert: 31. Okt.
Gefühle. Es gibt Menschen, die nicht darüber sprechen wollen. Andere lassen sich von ihnen bei wichtigen Entscheidungen leiten. Andere wollen die unangenehmen Gefühle wegbekommen. Wieder andere wissen gar nicht so recht, was Gefühle sind.
Schwammig-nervig oder genial- was ist nun mit diesen Gefühlen?
In der Gewaltfreien Kommunikation kommt den Gefühlen eine wichtige Rolle zu. Bevor sie diese jedoch wahrnehmen können, brauchen sie eine klare Definition und Zuordnung.
Gefühle sind in der Gewaltfreien Kommunikation Anzeiger für momentan erfüllte oder nicht erfüllte Bedürfnisse. Habe ich ein "angenehmes" Gefühl (glücklich, zufrieden, stolz, gelassen, begeistert..) ist ein oder mehrere meiner Bedürfnisse (Erholung, Wertschätzung, Sinnhaftigkeit..) erfüllt. Bei einem unangenehmen Gefühl (traurig, frustriert, unwohl, verzweifelt, ratlos) ist ein oder mehrere Bedürfnisse nicht erfüllt.
Gefühle sind also eine Art Kompass. Wenn ich ihn lesen kann, hilft er mir zu erkennen, was mir gerade fehlt oder was mir gut tut.
Gefühle oder Gedanken?
Oft gibt es Unklarheiten, was denn nun genau ein "Gefühl" ist. In der Psychologie ist das Gefühl einer von mehreren Anteilen einer Emotion. Es ist jener Anteil, den ich zu einem bestimmten Moment empfinde. Diesen kann ich nicht steuern oder beeinflussen. Er kommt und er geht wieder. Weitere Elemente einer Emotion sind übrigens körperliche Reaktionen (z.B. schneller Puls, Schwitzen, rot werden, bleich werden...), Denkprozesse und Verhaltensweisen (weinen, schreien, zurückziehen..). Letztere beiden sind eher steuerbar.
Ein Gefühls-Wort nach der Definition der Gewaltfreien Kommunikation ist entsprechend ein Wort wie: genervt, erschrocken, verliebt, irritiert, angeekelt, unsicher... Es sagt etwas über mein Innenleben aus. Es beinhaltet keine Bewertung oder Interpretation einer Situation oder einer anderen Person. Es macht mich weder zum Täter noch zum Opfer. Das kann verwirrend sein, weil es im deutschen Sprachgebrauch viele solcher "Pseudogefühl-Ausdrücke" gibt, welche tatsächlich das Wort "fühlen" oder "Gefühl" beinhalten: "ich fühle mich nicht ernst genommen", "ich fühle mich verarscht", "ich habe das Gefühl, du denkst nur an dich"... . Solche und ähnliche Aussagen sind aber keine Gefühle sondern Gedanken, sprich, gehören zum "Denkprozesse"-Anteil der Emotion. Mehr zum Thema "Gedanken" finden Sie in diesem Blogbeitrag.
Und was bringt`s?
Weshalb ist diese Unterscheidung wichtig?
Was ist, wenn ich aber tatsächlich nicht ernst genommen werde?
Wie helfen diese echten Gefühle denn nun in meinem Konflikt mit...?
Nehme ich mein "echtes" Gefühl (oder jenes meines Gegenübers) wahr, kann ich das mit etwas Übung nutzen, um im Dialog zu bleiben und auf das (un)erfüllte Bedürfnis zu kommen. Wenn es mir gelingt, in einem inneren oder äusseren Konflikt den Fokus auf dem Bedürfnis zu halten, ist das für die Lösungsfindung sehr hilfreich.
Wie das genau geht, mehr zum Thema "Bedürfnisse" gibt es in diesem Blogbeitrag oder an einem meiner Einführungsseminare/ Begleitungsgespräche.