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Generationenprojekte
Das Interesse an generationenübergreifenden Projekten ist ansteigend, und Generationenprojekte entwickeln sich allmählich zu einem bedeutsamen Handlungsfeld in einer demographisch alternden Gesellschaft. Allerdings ist das Interesse älterer Menschen an generationenübergreifenden Initiativen und Aktivitäten ausgeprägter als das Interesse jüngerer Menschen. Diese Tendenz wird verstärkt durch Konzepte eines produktiven Alters, welche die Kompetenzen und Erfahrungen pensionierter Frauen und Männer als intergenerative Ressourcen betonen. Ein Gewinn eines verstärkten intergenerationellen Engagements älterer Menschen wird darin gesehen, dass damit negative Folgen der demographischen Alterung reduziert werden können: Wenn sich ältere Menschen zusammen mit jüngeren Menschen für eine ökologisch nachhaltige Politik engagieren oder sich mehr ältere Menschen aktiv an der Kleinkinderbetreuung engagieren, entsteht ein gesamtgesellschaftlicher Nutzen für alle Generationen.
Der Entlastung jüngerer Generationen dienen auch Projekte, in denen gesunde Pensionierte sich aktiv um hilfe- und pflegebedürftige alte Menschen kümmern (etwa Hilfe beim Einkaufen oder Besuchsdienste bei vereinsamten alten Menschen, Spazierbegleitung von demenzerkrankten Menschen usw.). Heute werden allerdings viele Projekte von älteren Menschen initiiert, ohne dass Wünsche und Bedürfnisse der jüngeren Menschen, mit denen zusammengearbeitet werden soll, vorgängig berücksichtigt werden.
Damit ist nicht auszuschliessen, dass von älteren Personen dominierte Generationenprojekte zur sozialen Überschichtung der demographischen Minderheit jüngerer Menschen beitragen können, ebenso wenig wie die Gefahr zu vernachlässigen ist, dass ein Teil der älteren Menschen engere Kontakte zu jüngeren Menschen sucht, um ihr eigenes Alter zu verdrängen.
Prof. François Höpflinger | Soziologisches Institut der Universität Zürich | <email-pii>