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Zeeshan, jetzt nenne ich in “my Pakistani brother” :), nahm uns um den 30. herum in seinem kleinen weissen Suzuki in seine Heimat in der Nähe von Dera Ghazi Khan mit. Neun Stunden Fahrt annähernd bis Multan, wo wir einmal übernachteten. Seezhan war mein verkörpertes Bollywood. “Nobody can stop me from listening this muuusic!!” war seine Philosophie und die Party war da. Ansonsten lief Radio Zeeshan mit belehrenden Ausrufen wie: “Sarah, Sarah look! This is a sugar cane field!! …. Look! This is our big river Indus! …. Look! Overthere are Mango trees!” Ich gebe zu, dass ich mich ab und zu buchstäblich tot stellte, um ein bisschen weniger Wortschwall abzubekommen ;). “What is with her? Do you know yar (friend), I think Sarah is too shy! Today she doesn’t talk anything. First I thought she was outgoing, but today…” 😉 Zeeshan war ständig am Brüten, er schien einfach immer “eingeschaltet” zu sein. Unterwegs hielten wir in einem Ort, um einen Onkel (?) Zeeshans zu besuchen, welcher der Kinderarzt im Ort war. Im Raum, der auf die Strasse offen war, tummelten sich Frauen mit Kleinkindern, uns wurden neugierige Blicke zugeworfen. Umringt von einer Gruppe Frauen entdeckten wir einen Mann an einem Holzpult vor aufgeschlagenem Heft, eifrig die Patientenlisten führend. Er begrüsste uns und wies uns in den oberen Stock, der kaum ausgebaut schien, in sein Büro. Wir bekamen vier Milk teas (char chaj) und sprachen über Konfessionen. Zeeshan stellte irgendsoeine Frage, und die Koran- und Bibelstunde war eröffnet. 😉 Seinen Onkel sahen wir eigentlich gar nicht mehr, aber die Pause war gut! Multan war unser erstes Ziel für den Tag. Wir kamen gegen Abend dort an, mussten uns umziehen, die schönen Sachen, die wir gekauft hatten, um nachher in einer lotterigen Kneipe mit Brathähnchen im Hinterhof zu essen 😉 “Zeeshan I feel terribly overdressed!!” – ” No, you look alright. Everything is fine.” Danach fuhren wir zum grössten Shrine in Multan, es war bereits stockdunkel, und es hatte dort kein Licht. Wir liefen barfuss über die nachtkalten Plättchen auf dem Platz, über die glatte Schwelle des Eingangs, auf die man eben nicht treten sollte, und schlüpften vorbei an ein paar Öllichtern ins warme Dunkel. Es war still, und man hörte aus den Nischen Atmen, der Shrine des Sufis glitzerte, es roch nach Blumen. Unsere Füsse, Ohren und Nasen sahen anstelle unserer Augen. Ich erschrak kurz, als ich fast über den Fuss eines Schlafenden stolperte. Es war ein blinder Gang zu einem schönen, friedlichen Shrine, wo alles ruhte. Auch am nächsten Tag gingen wir dorthin, und wir sahen den Ort mit unseren Augen. Doch blind gefiel mir der Ort am besten.