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Bei der zweiten Etappe des Afxentia-Etappen-Rennens übernimmt Githa Michiels mit ihrem Etappensieg vor Sabine Spitz und Gunn-Rita Dahle-Flesjaa das Leader-Trikot. Bei den Männern holt sich Jordan Sarrou den Etappensieg vor Bartlomiej Wawak und Sebastian Carstensen Fini. Fabian Giger wird fünfter, Thomas Litscher mit drei Defekten 31. Sarrou trägt jetzt das Gelbe Trikot.
Es ist Auftakt-Sieger Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing), der die zweite, 52 Kilometer lange Etappe des Afxentia-Etappen-Rennens entscheidet – allerdings nicht freiwillig. Der olympische Silbermedaillengewinner von Rio 2016 erleidet im längsten Downhill einen Reifendefekt und blockiert dadurch die Fahrer hinter ihm. Das eröffnet dem Franzose Jordan Sarrou (BH-Sr Suntour-KMC) und dem Dänen Sebastian Carstensen Fini (CST Sandd American Eagle) die Chance zur Flucht.
Das Duo verteidigt seinen Vorsprung von bis zu 40 Sekunden fast bis zum letzten, teilweise brutalen Anstieg, der etwa fünf Kilometer lang ist. Doch vorher stürzt Carstensen in einer Kurve schwer und verliert den Kontakt zu Sarrou, der als guter Kletterer bekannt ist. Der Franzose gewinnt so die Etappe mit 51 Sekunden Vorsprung auf den Polen Bartlomej Wawak (Kross Racing), der Carstensen Fini auf den letzten 50 Metern des Anstiegs einholte. Dieser kämpft am Hinterrad des Polen und sichert sich mit 58 Sekunden Rückstand auf Sarrou den dritten Platz auf dem Podium.
Jaroslav Kulhavy verliert durch den Defekt rund zweieinhalb Minuten, aber auf der Verfolgung gibt er noch mal richtig Gas. Im finalen Anstieg erreicht er sogar die Verfolgergruppe und wird schliesslich Siebter, eine Minute hinter Sarrou. So wahrt er als Gesamt-Zweiter, nur 13 Sekunden hinter Sarrou seine Chancen im Gesamtklassement.
Thomas Litscher (jb Brunex Felt), am Vortag noch Zweiter im Zeitfahren, büsst durch insgesamt drei Defekte alle Chancen auf eine Top-Platzierung ein. «Ich habe neues Material und jetzt ist der Zeitpunkt um zu testen. Ich konnte das vorher nicht so einschätzen», meint Litscher, der mit 14 Minuten Rückstand das Ziel erreicht.
Besser in Schwung kommt Fabian Giger. Der Team-Kollege von Wawak liefert ebenfalls ein starkes Rennen ab und beendet die Etappe auf Rang fünf, knapp eine Minute hinter Sieger Sarrou.
Jordan Sarrou: «Als Sebastian gestürzt ist, habe ich einfach versucht im Anstieg alles zu geben, um den Vorsprung zu halten. Ich bin froh über diese Etappe weil ich nach dem Downhill in Führung lag und sehr glücklich über den Sieg. Aber für die Gesamtwertung wird das Cross-Country-Rennen am Sonntag entscheidend sein.»
Bartlomej Wawak: «Es war wie jedes Jahr hier, der Anstieg nach Lefkara ist super hart. In der Verfolgergruppe haben nur mein Teamkollege Fabian Giger und der Österreicher Karl Markt gearbeitet. So sind wir nicht mehr an Jordan und Sebastian herangekommen. Ich selbst habe mich gut gefühlt und freue mich, dass es aufs Podium gereicht hat.»
Sebastian Carstensen Fini: «Der Sturz ist mir passiert weil ich zu nah an Jordans Hinterrad war und den Boden nicht gesehen habe. Ich habe dann versucht den Anstieg so schnell wie möglich zu bewältigen, um den Podiumsplatz zu verteidigen. Ich habe mich die ganze Zeit gut gefühlt. Jetzt schmerzt es und man wird vermutlich nähen müssen.» Carstensen Fini blutete am rechten Teil seines Pos und am rechten Ellbogen.
Jaroslav Kulhavy: «Als ich den Plattfuss hatte, war ich mir sicher, dass das Rennen für mich vorbei ist. Aber glücklicherweise kam die technische Zone früher als in den Jahren zuvor. Ich habe vielleicht zweieinhalb Minuten verloren und bin dann ziemlich verrückt schnell hinterher gefahren. Jetzt bin ich zurück im Spiel, es sind immer noch zwei Etappen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Verfassung.»
Michiels starker Antritt am Schluss-Anstieg
Wie bei den Männern, ist es auch bei den Frauen die lange Abfahrt, in der eine wichtige Entscheidung fällt. Die Ukrainerin Yana Belomoina (CST Sandd American Eagle) ist in der führenden Position, als sie sich einen Reifendefekt einfängt. Die WM-Dritte von 2015 verliert mit knapp zehn Minuten Rückstand auf Siegerin Michiels alle Chancen in der Gesamtwertung.
Ihr Pech bringt Sabine Spitz (WIAWIS) alleine in die führende Position. Die Deutsche liegt rund 30 Sekunden vor Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Merida Gunn-Rita). Die Norwegerin bekommt dann von hinten Gesellschaft in Person von Barbara Benko (Focus XC), Githa Michiels (Versluys) und der Niederländerin Anne Terpstra (Ghost Factory Racing) im Gelben Trikot.
Als die Verfolgergruppe in den letzten Anstieg hinein fährt, greift Githa Michiels an. Die Belgische Meisterin geht aus dem Sattel und verlässt dabei etwas ihre Linie. Barbara Benko muss ausweichen und bleibt an einer Mauer hängen. Die Ungarische Meisterin muss vom Rad und verliert den Anschluss. Michiels zeigt ein starkes Finale. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel erreicht sie Sabine Spitz und geht gleich an ihr vorbei, um schliesslich mit 26 Sekunden Vorsprung die Etappe zu gewinnen und sich damit auch das Gelbe Trikot überzustreifen.
Dahle-Flesjaa landet auf Rang drei, 32 Sekunden zurück, Benko wird mit 54 Sekunden Differenz Vierte. In der Gesamtwertung führt Michiels nach zwei von vier Tagen mit 24 Sekunden vor Benko und 28 Sekunden vor Spitz.
Githa Michiels: «Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe mich heute nicht besonders gut gefühlt und bin am ersten Berg schon geplatzt. Ich habe es dann etwas lockerer genommen weil ich wusste, dass der letzte Anstieg sehr hart wird. Ich fand eine gute Gruppe und war dadurch in der Lage zurückzukommen. Jetzt geniesse ich diesen Moment und morgen werden wir sehen wie es geht.»
Sabine Spitz: «Als ich den Dipotamus Damm passiert habe, konnte ich zurückschauen und sah eine Verfolgergruppe. Ich war in der Lage den Vorsprung bis zum letzten Anstieg zu verteidigen. Als Githa zu mir aufschloss, ist sie gleich vorbei. Ich wollte nicht überreissen, aber ich bin mehr als zufrieden mit meiner Verfassung.»
Sabine Spitz hatte sich im vergangenen Herbst einer Operation am Knie unterziehen müssen und konnte deshalb erst verspätet mit ihrer Saison-Vorbereitung starten.
Gunn-Rita Dahle-Flesjaa: «Ich habe höllisch gelitten, wie die anderen Damen wahrscheinlich auch. Über meine Form kann ich mich nicht beklagen, zumal ich vor der Zypern-Reise noch eine Kieferhöhlen-Infektion hatte. Ich habe versucht mein eigenes Tempo zu gehen. Als es in den letzten Anstieg hinein ging, dachte ich ‘oh nein’, aber wahrscheinlich ging es den anderen genauso. Ohne Defekt wie gestern, hatte ich heute Spass in der tollen Landschaft.»
|Cyprus Sunshine Cup, Afxentia 2017, Etappe 1|
|Männer Elite|
|1.||Jordan Sarrou (FRA)||02:02:52|
|2.||Bartlomiej Wawak (POL)||02:03:44|
|3.||Sebastian Carstensen Fini (DEN)||02:03:50|
|4.||Jan Skarnitzl (CZE)||02:03:51|
|5.||Fabian Giger (SUI)||02:03:51|
|Frauen Elite|
|1.||Githa Michiels (BEL)||02:25:15|
|2.||Sabine Spitz (GER)||02:25:41|
|3.||Gunn Rita Dahle Flesja (NOR)||02:25:48|
|4.||Barbara Benko (HUN)||02:26:09|
|5.||Anne Terpstra (NED)||02:26:31|