Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03342.jsonl.gz/2100

Das Projekt SULAPS macht für einen Zeithorizont von zehn bis 15 Jahren mit einem Agrarstrukturmodell Prognosen über die Entwicklung der Berglandwirtschaft in zwei Regionen Mittelbündens. Zwei der betrachteten Szenarien gehen von einer starken Liberalisierung der Agrarmärkte und einer Halbierung der Direktzahlungen aus: Im Szenarium «Liberalisierung mit Stellenangebot» bietet die regionale Wirtschaft den landwirtschaftlichen Betriebsleitenden vermehrt Zu- und Nebenerwerbsmöglichkeiten an, wodurch der landwirtschaftliche Strukturwandel über den Generationenwechsel abgewickelt werden kann. Im Szenarium «Liberalisierung mit Stellenmangel» hingegen entfällt ein Teil der bisherigen ausserlandwirtschaftlichen Arbeitsstellen, was zu einer Verdoppelung der Betriebsaufgaberate führt. Der für viele Betriebsleitende notwendige Berufsausstieg ermöglicht den verbleibenden Höfen ein Flächenwachstum. Dieses vermag aber die Einbussen bei den Haushaltseinkommen, die aus dem verminderten Nebenerwerb resultieren, nicht aufzufangen.
An der deutsch-französischen Sprachgrenze innerhalb der Schweiz werden Agrarumweltmassnahmen zur Förderung der Biodiversität unterschiedlich stark umgesetzt. Wirtschaftspolitische Anreize könnten diesen kulturbedingten Unterschied verringern.
Der Landwirtschaftssektor als Ganzes erwies sich als robust gegenüber dem COVID-19-Schock. Doch wie wirkte sich die Pandemie auf die einzelnen Unternehmen dieses Sektors aus? Am Beispiel der Schweiz zeigen wir erstmals auf, wie Importeure landwirtschaftlicher Erzeugnisse die Pandemie wirtschaftlich überstanden haben.
Die agrarökonomische Forschung verwendet eine Vielzahl von Methoden und Ansätzen, um bestehende und neue politische Massnahmen zu beurteilen. Dies ist die Grundlage für eine Agrarpolitik, die nachweislich etwas bewirkt, also evidenzbasiert ist.