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Als Begriff bezeichne ich einen Ausdruck, der als Er-Satz-Wort für eine Definition steht (==> semiotisches Dreieck)
In diesem Lexikon werden inhaltliche Begriffe und formale Begriffe unterschieden:
- (inhaltliche) Begriffe stehen für eigentliche Definitionen.
- formale Begriffe stehen für formale Definitionen
==> auch Inhalt und Form
Konstruktivistisch steht ein Begriff für die Interpretation eines Eigenwertes des Nervensystems, Abstraktionen beruhen darauf, dass nur Teile des Eigenwertes interpretiert werden.
(Nach den einleitenden Sätzen: "In dieser Situation .. stellt sich die Aufgabe, die Theoriemittel möglichst deutlich zu explizieren und der Beobachtung auszusetzen. Theoriemittel sind vor allem Begriffe" steht:)
"Begriff sind Unterscheidungen. Unterscheidungen sind Anweisungen, die Grenze zu überqueren. Sie sind als Formen zugleich geschlossen und ihrerseit unterscheidbar." (Luhmann, GdG: 1133, B. Luhmann folgt hier seiner Auffassung von G. Spencer-Brown.
Begriff wird durch zwei Uebersetzugen (via das engl. concept) zum Konzept.
»Denn eben, wo Begriffe fehlen,
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.«
(Goethe, Faust I, Schülerszene)
"Unterscheidet die Beobachtung etwas von allem anderen, bezeichnet sie Objekte. Unterscheidet sie etwas von bestimmten (und nicht von anderen) Gegenbegriffen, bezeichnet sie Begriffe und dabei hat sie es offenbar auch mit Negation(en) zu tun: das und alles andere nicht. Und „bestimmt“ meint feststehend (und dem Sprecher oder Hörer bekannt, sodass eine nähere Erläuterung unnötig ist), hat mit nennen, anordnen und festsetzen zu tun: einen Ort bestimmen. aus Luhmanns Das Recht der Gesellschaft, Seite 26
Das hier angewendete Verfahren besteht darin, Äusserungen (Satz) zum Ausdruck aufzulisten, die auf der WeKnow Seite gemacht wurden und sie zusammenzufassen resp. zu ersetzen (Er-Satz). Die Liste ist nicht vollständig. Sie soll erweitert werden, insbesondere dann, wenn wir den Ausdruck in einem Kontext explizit verwenden. Der Satz soll nicht verändert werden, es sei denn er wird in der Quelle verändert. Der Er-satz hingegen soll verändert werden, falls er nicht passt. Die Praxis wird zeigen, dass ganze Zeilen, also Er-Satz (ev. geändert), Satz und Quelle in einer Tabelle eines anderen Ausdruckes mehr Sinn machen. Es versteht sich von selbst dass in der Tabelle auch "neue" Sätze gemacht werden können, die als Quelle dann dieses Dokument (diese) haben. Mit solchen neuen Sätzen böte die Tabelle auch Gelegenheit, Kritik an bestehenden Äusserungen einzuführen, resp. zu beschreiben, wieso ein bestimmter Satz oder Er-Satz nicht passt.
Die Tabelle sollte mit einem Index versehen werden, nach dem die einzelnen Sätze sortiert werden könnten. Dies böte die Gelegenheit, ähnliche Sätze zu gruppieren. Mir ist in html kein Verfahren
bekannt, das dies - wie beispielsweise in einer Word Tabelle - auf einfache Weise ermöglicht. Hat jemand eine Idee?
|Er-Satz||Satz||Quelle|
|Begriff||Ein Begriff ist ein Ausdruck, der für eine Definition steht||Dialog EVG|
|"Phänomen" und "mentale Operation" sind keine Begriffe||"mentale Operation" ist für mich eben gerade kein Begriff, weil ich konstruktiv nicht begreifen kann, was mentale Operationen sein sollen. "Phänomen" ist für mich natürlich auch kein Begriff.||E-Mail Rolf|
|Ein Begriff steht für etwas, das konstrukitv begriffen werden kann||do.||do.|
|"Pferd" ist ein Begriff||Wenn ich sage, dass ein Pferd ein Tier mit Huf und Mähne ist, dann zeige ich, dass ich begriffen habe, in welchen Kon-Texten ich den Ausdruck "Pferd" verwende. Wie bereits gesagt, ist "Pferd" dann für mich ein Begriff, weil der Ausdruck "Pferd" für eine dem Ausdruck äquivalente Definition steht.||Dialog EVG|
|Begriffe sollen durch Operationen nicht durch Defintionen erklärt werden||Die Schule hatte mir also Begriffe durch Definitionen
lehren wollen, während Begriffe durch Operationen erklärt werden
sollten. ...

den Begriff "Pferd" zu erklären heisst für mich, dass ich die Operationen beschreiben sollte, die ich ausführe wenn ich das Wort "Pferd" benutze. Und diese Operationen kann ich finden, wenn ich die damit zusammenhängenden verkörperten Erfahrungen analysiere.
|Dialog EVG|
|Ausdrücke wie "Begirff" können begrifflich verwendet werden||Wäre es nicht sinnvoller, bei Ausdrücken, die wir begrifflich verwenden, darauf zu achten, dass wir sie begrifflich verwenden? Das könnten wir dann mit den Wörter "Phänomen" und "mentale Operationen" gerade nicht tun, aber mit vielen andern Wörtern, z.B. mit dem Begriff "Begriff".||E-Mail Rolf|
|Begriffe werden "intern konstruiert"||So wie ich den Text von EvG verstehe, geht es der Radikal-Konstruktivistischen Wissenstheorie darum, Wissen als „interne Konstruktion" aufzufassen ((1)) sowie brauchbare Modelle der Vorgänge (der Mechanismen) des internen Konstruierens von Begriffen zu entwickeln ((56)) und nicht darum diese Wissensmodelle als materielle Konstruktionen zu bauen oder Operationen mittels einer Blackbox zu erklären".||Dialog EVG|
|Begriffe werden mit generativen Mechanismen erklärt|| Erklärungsbedürftig sind also zuerst
Begriffe - und somit Wortbedeutungen ((56)) - und diese werden in
EvGs "Begriffsanalyse" ((43-56)) mit generativen Mechanismen erklärt,
deren Operieren die zu erklärenden Phänomene - nämlich jene
formalen Begriffe, "die nicht direkt aus Elementen der Wahrnehmung gewonnen
werden können" ((43)) - erzeugen. ...

Es geht darum einen generativen Mechanismus zu finden, der, wenn mein Gegenüber ihn operieren lässt, dasjenige hervorbringt, was er mit dem Wort "Begriff" benennt.
|Dialog EVG|
|formale Begriffe entstehen nicht direkt aus Elementen der Wahrnehmung||do.||do.|
|formale Begriffe entstehen durch mentale Operationen||In diesem Sinne ist z.B. der von EvG entwickelte Mechanismus
der Mehrzahl eine Erklärung für den formalen Begriff „Mehrzahl"
((43)): erst durch die mentalen Operationen der Mehrzahl werden Dinge für
uns mehrzahlig, so wie erst durch die mentalen Operationen des Schönen
die - für uns - schönen Dinge schön werden. ...

Um die mentalen Operationen von "Begriff" zu finden, müssten demzufolge die erfahrungsspezifischen Operationen beschrieben werden, die wir ausführen, wenn wir eine verkörperte Erfahrung "Begriff" machen, und aus diesen Beschreibungen liessen sich dann auch jene erfahrungsunabhängigen Operationen entwickeln, die unser Verstand von sich aus mache, wenn er uns die Regel "Begriff" liefere.
|Dialog EVG|
|"Mehrzahl" ist ein formaler Begriff||do.||do.|
|Ein Begriff ist ein Gegenstand (verkörperte Erfahrung)||Sie verwenden das Wort "Begriff" anders, als ich es gewohnt bin. Wenn Sie sagen, "jeder Begriff steht für die Definition eines Gegenstandes", würde ich sagen, der Begriff ist der Gegenstand. Ich meine das in dem Sinn, daß der Begriff die "verkörperte Erfahrung" ist, an die das damit assoziierte Wort uns erinnert.||Brief EVG|
|Dreidimensionale Erklärung von "Begriff"||Sollten wir also, um die Äusserung "Begriff" zu erklären, zu begreifen, sowohl die Namenserklärung als auch die operationelle Erklärung und die Systemerklärung - alle drei koordiniert - in der Fortsetzung unseres Dialogs zu entwickeln versuchen||Dialog EVG|
Noch mehr Hinweise:
Vgl. Entstehung der Begriffe 'links' und 'rechts' in: Feldenkrais, 1968, 76.
" 'Begriffe kann man durch andere Begriffe definieren. Kompliziertere Begriffe können aus einfacheren aufgebaut werden. Diese Feststellung führt jedoch zu einem unendlichen Regress. Am Ende einer solchen Reihe werden stets Begriffe stehen, die so festgelegt sind, dass ein Wort mit einem physikalischen Sachverhalt konfrontiert wird. Irgendwie müssen die Wörter so von uns erlernt werden, dass auf den Gegenstand, den sie bezeichnen, hingewiesen und dazu das Wort gesprochen wird. Dieses Hinweisen kann ein sehr komplizierter Vorgang sein und einen ganzen Komplex von Handlungen und Tätigkeiten umfassen. Aber nur so ist letztlich auch die These zu verstehen, dass unsere Wörter und Begriffe aus den aktiven Tätigkeiten der Menschen in den verschiedensten materiellen Bereichen hervorgegangen sind. (...)' (G. KLAUS: Spezielle Erkenntnistheorie' Berlin-Ost 1966, S. 246)" zitiert in: (Tiwald, 1975, 135f).
Vgl. Keil-Slawik, 1990 (2), 156f.
Man muss für jeden Begriff den Ort finden, wo seine eindeutige Definition gelingt, resp. wo die Basis seiner metaphorischen Verwendung liegt.;
Anhang:
"Besitz" (wie "Eigentum") ist zunächst ein Wort, das von deutschsprechenden Personen gemeinhin erkannt wird. Wenn das Wort durch eine Definition zu einem Begriff wird (was eine recht unsinnige Verkürzung bezeichnet), dann besagt "Begriff" eben genau, dass der jeweilige Verwender des Wortes eine Definition dazu hat und explizit machen könnte.
Die Aussage, dass es auf die Definition ankomme, ist also ganz sicher ganz richtig, aber auch vollkommen leer, eine Tautologie. Die Vorstellung, dass jemand einen Begriff "falsch" verwende, beinhaltet, dass ich dessen Definition kenne und erkenne, das er seine eigenen Definition verletzt. So weit ich sehe, passiert das ausschliesslich dort, wo das Ende der Kommunikation längstens überschritten wurde. Oder anders formliert: Wo das offene Gespräch am Ende der Diskussionen noch nicht angefangen hat.
Mich würde sehr interessieren, was ich selbst als Eigentum begreife. Mir schwebt eine allmähliche Verfertigung meiner Gedanken beim Reden oder (hier) Schreiben vor. Dabei ginge es aber gerade nicht darum, dass irgendjemand einen "Begriff" für alle definiert, sondern darum, dass alle zu ihren je eigenen Begriffen kommen könnten.
Aktuell bezeichne ich als mein Eigentum, was ich verkaufen kann.