Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/145867

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern hat im letzten Jahr zugenommen. Bei den Kaderfrauen betrifft sie fast 3000 Franken pro Monat. Ein Teil der Lohnungleichheit ist durch unterschiedliche Biografien und Erfahrung erklärbar. Rund ein Drittel der Ungleichheit ist aber rein diskriminierend und damit verfassungswidrig.</p><p>Nachdem die Arbeitgeber jahrelang Besserung versprochen haben, scheinen sie nun am Ende ihres Lateins zu sein. Ausser abenteuerlichen Erklärungsversuchen von wegen geringerer Einsatzbereitschaft der Frauen kommt ihnen nicht mehr viel in den Sinn. In dieser misslichen Situation beginnen sie, die statistischen Grundlagen und Berechnungen anzuzweifeln. Mit dem Postulat 13.3177 wurde bereits einmal ein Lohngleichheitsindex gefordert. Dieser soll analog dem Teuerungsindex, Mietindex usw. als objektive, allseits anerkannte Messgrösse die Entwicklung der Lohngleichheit aufzeigen. Der Bundesrat hat einen solchen Lohngleichheitsindex mit Verweis auf die bereits vorhandenen statistischen Messgrössen abgelehnt.</p><p>Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte, wo genau diese Messgrössen vonseiten der Arbeitgeber angezweifelt werden, ist es sinnvoll, in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und weiteren Kreisen ein neues Instrument zu schaffen, das die Lohnungleichheit abbildet. Dabei soll auf den bisherigen Arbeiten des Bundesamtes für Statistik, der Sozialpartner sowie der Gleichstellungsbüros aufgebaut werden. Der Lohngleichheitsindex soll auf die rein diskriminierende, sogenannt nicht (durch biografische und andere Faktoren) erklärbare Ungleichheit fokussieren.</p><p>Vor diesem neuen Hintergrund bitte ich den Bundesrat um eine Antwort auf folgende Frage:</p><p>Ist er bereit, die Schaffung eines Lohngleichheitsindexes wie oben beschrieben nochmals zu prüfen und mit den verschiedenen betroffenen Akteuren das Gespräch zu suchen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die vorliegende Interpellation bezieht sich auf das Postulat Fehr Jacqueline 13.3177, "Lohngleichheitsindex", zur Erarbeitung eines neuen Indexes, der die Entwicklung der Lohndiskriminierungen zwischen den Geschlechtern abbildet. Die Situation bezüglich der statistischen Daten, die beim BFS verfügbar sind (Art und Abdeckung der Daten, Periodizität), hat sich nicht verändert. Das derzeitige statistische Angebot zu den Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern wird zudem nach Absprache mit den direkt betroffenen Bundesämtern und Sozialpartnern laufend aktualisiert und konsolidiert. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass Umfang und Entwicklung des spezifischen Phänomens der Lohndiskriminierung zwischen den Geschlechtern bereits anhand der vom Bundesamt für Statistik (BFS) regelmässig zusammengestellten statistischen Informationen messbar sind. Das derzeit vom BFS durchgeführte statistische Monitoring der Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern, das den internationalen Normen und Empfehlungen entspricht, wird in dieser Hinsicht den in der Interpellation zum Ausdruck gebrachten Bedürfnissen gerecht. Das BFS setzt sich nichtsdestotrotz zum Ziel, die Sichtbarkeit zu verbessern und den direkten Zugang zu diesen statistischen Informationen zu erleichtern, dies vor dem Hintergrund künftiger Massnahmen zur Lohngleichheit, die gegenwärtig diskutiert werden.</p>  Antwort des Bundesrates.