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NoCovid und grüne Zonen
Wenige Konzepte wurden von Medien und Politiker:innen grundlegend so falsch verstanden wie das NoCovid-Konzept. Oft mit «Dauerlockdown» gleichgesetzt (z. B. Bundesrat A. Berset in einem Point de Presse), strebt das NoCovid-Konzept genau das Gegenteil an: Dank niedriger Inzidenz von Neuinfektionen können auftretende Fälle rasch gefunden, die gesamte Infektionskette mit Backwards Tracing zurückverfolgt, die entsprechenden Personen getestet und in Quarantäne gesetzt werden. Wird das Ziel einer „grünen Zone“ erreicht (ein Gebiet, in dem während 14 Tagen keine Übertragung von Infektionen in der Bevölkerung auftritt), können dort die meisten Beschränkungen aufgehoben werden.
Das Swiss Cheese Modell
Im Swiss Cheese Modell (Reason 2000) wird akzeptiert, dass keine Massnahme «perfekt» und fehlerfrei ist. Man stellt sie sich vielmehr als löchrige Käsescheiben vor. Setzt man mehrere solche - eigentlich löchrige - Käsescheiben nebeneinander, sinkt mit jeder zusätzlichen Scheibe die Wahrscheinlichkeit, dass – bildhaft gesprochen – noch ein Virus durch diese mehrfache Abwehrwand schlüpfen kann. Die Vielzahl von Massnahmen kann in vier Teilmodule gegliedert werden, von dem jedes aus verschiedenen «Käsescheiben», also Massnahmen, besteht.
Können keine Viren in ein Gebiet gelangen, so muss dies nur mit Massnahmen des Moduls 4 (Testen) geprüft werden. Massnahmen der Module 2 und 3 können dann mehrheitlich entfallen. Wird das Virus aber lokal übertragen, so muss auch versucht werden, das Virus vom Menschen fernzuhalten (im Wesentlichen durch Formen des Physical/Social Distancing, bzw. man muss versuchen, Infektionen zu verhindern mit Luftreinigung, Maskenpflicht, usw.).
Grüne Zonen
Findet in einem Gebiet während 14 Tagen keine lokale Übertragung des Virus statt (werden also nur Personen positiv getestet, die in das Gebiet einreisen), und ist die Inzidenz von Neuinfektionen in allen direkt angrenzenden Nachbargebieten niedrig, so können die Massnahmen der Module 2 und 3 aufgehoben werden.
Umsetzung an Schulen
Es wird – auch mit Verweis auf das Bildungsgebot der Bundesverfassung – immer wieder betont, dass der Schulunterricht (insbesondere der Präsenzunterricht) keinesfalls ausfallen darf. Wird dies als Prämisse angenommen, so müssten eigentlich zwingend Schutzmassnahmen (Module 2 und 3) eingeführt werden – die Bundesverfassung postuliert ja schliesslich auch den besonderen Schutz der Gesundheit der Kinder. Zu den nachweislich wirksamen Massnahmen gehören z. B. Luftreinigung (HEPA-Filter), Maskenpflicht und Abstand. Auch hier ist aber häufiges Testen (mind. 2x/Woche Pooltest), rasche Entpoolung und konsequente Quarantäne aller Kinder derselben Kohorte wesentlich. Schafft es eine Gemeinde oder ein Bezirk, zur grünen Zone zu werden, profitieren natürlich auch die Kinder in den Schulen von der Aufhebung der Schutzmassnahmen.