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Roger Federer hat in beeindruckendem Stil seinen zweiten Grand-Slam-Titel errungen. Im sensationellen US-Open-Final bezwang er Altmeister Andre Agassi.Dieser Inhalt wurde am 12. September 2005 - 08:33 publiziert
Die Weltnummer 1 wurde damit zum ersten Spieler in der Geschichte des Tennis, der seinen US-Open-Titel wie auch den Wimbledon-Sieg erfolgreich verteidigen konnte.
Das Schweizer Tennis-As Roger Federer hat seinen Titel bei den US Open verteidigt - allerdings mit mehr Mühe als erwartet. Das klare Ergebnis täuscht darüber hinweg, wie hart Federer für den zweiten Triumph in Flushing Meadows und den insgesamt sechsten Grand-Slam-Titel kämpfen musste.
Widerstand gebrochen
Der Widerstand des 35 Jahre alten Lokalmatadoren, der zwei seiner insgesamt acht Grand-Slam-Titel in New York errungen hat, war erst nach dem Tiebreak des dritten Satzes gebrochen: Federer gab im vierten Durchgang praktisch keine Punkte mehr ab, Agassi hatte resigniert.
Der Amerikaner aus Las Vegas konnte bei 0:5 die Höchststrafe vermeiden und die ersten beiden Matchbälle abwehren, vier Punkte später segelte ihm aber ein Return ins Out und Federer nahm nach 2:20 Stunden die Ovationen der Fans entgegen.
Würdige Partie
Agassi hatte aber seinen Teil zu einer denkwürdigen Partie beigetragen. Die mehr als 23'000 Fans im grössten Tennisstadion sahen eine der Affiche des 11. Septembers in jeder Beziehung würdige Partie.
Die beiden besten Hartplatzspieler der Gegenwart boten ein Hochgeschwindigkeits-Spektakel und totalisierten 103 Gewinnschläge; dem gegenüber standen nur 65 Fehler.
Agassi, der nach drei Fünfsatz-Siegen in Serie noch sehr frisch wirkte, forderte Federer nach sieben Niederlagen in Serie alles ab.
Und der Amerikaner hatte seine Chancen, speziell im dritten Satz: Agassi führte 4:2, 30:0, als er den Breakvorsprung unglücklich wieder preisgeben musste. Federer hatte dann bei 5:5 vier Breakbälle, die Agassi noch einmal abwehrte.
Der Schweizer stellte dann aber mit 11 Punktgewinnen (von 13) die Vorentscheidung sicher. In 24 Stunden hat er damit zwei Tiebreaks gegen die besten Return- Spieler der Welt mit 14:1-Punktgewinnen für sich entschieden.
Boris Becker eingeholt
Federer, der eine schier unglaubliche Quote von 76 Prozent erster Aufschläge ins Feld brachte, hat damit nach sechs Major-Finals immer noch eine weisse Weste.
Er hat nun unter anderem auch Boris Becker und Stefan Edberg eingeholt und vor allem auch sechs der letzten zehn Grand Slams gewonnen. Damit hat er in dieser Zeitspanne eine phänomenale Erfolgsquote von 60 Prozent erreicht. Erfolgreicher waren da nur Rod Laver (6 von 8) und Björn Borg (6 von 9).
Auch in den Geschichtsbüchern hat Federer weitere Kapitel geschrieben. Er ist der erste Spieler der Open Era, der zweimal hintereinander das Double von Wimbledon und New York schafft.
Seine Erfolgsserie in Endspielen steht nun bei unglaublichen 23 Finals, zudem hat noch nie ein Spieler mehr Partien in Serie auf Hartplatz gewonnen (35). Ein grosses Kompliment bekam er auch von TV- Kommentator John McEnroe: "Noch nie jemand in der Tennisgeschichte hat die Bälle besser geschlagen."
swissinfo und Agenturen
Fakten
Das Match dauerte 2:20 Stunden.
Resultat: 6:3, 2:6, 7:6 (7:1), 6:1.
Federer kassiert für den Sieg 1,1 Millionen Dollar.
Agassi erhält 825 000 Dollar.