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Was in den Geschichtsbüchern steht, hängt bekanntlich von den Interessen der Auftraggeber der Autoren ab. Ich habe Anfang 80er Jahre im Rahmen einer Nachdiplomarbeit (heute: DAS) die Darstellung der europäischen Integration in deutschen, französischen und britischen Lehrbüchern für Gymnasien untersucht und verglichen. Dabei fiel nicht sonderlich überraschend auf, dass es den Deutschen in diesem Zusammenhang darum ging, sich nach den Weltkriegen wieder beliebt zu machen. Die (gaullistischen) Franzosen dagegen liessen durchblicken, dass ihnen die EG (heute: EU) nicht einen Souveränitätsverlust, sondern im Gegenteil einen Einflussgewinn eintrage, weil die nun eh so funktioniere wie Frankreich selber («Frankreich plus»), und den Briten lagen die Prozesse und Institutionen, welche den Handel vorantrieben, seit jeher am nächsten.
Aus heutiger Sicht kann man wohl sagen, dass keiner seine «Ziele» erreicht hat. Die Deutschen sind (zum Teil zu Recht, zum Teil zu Unrecht) unbeliebt geblieben, die EU funktioniert nicht französisch (was Vor- und Nachteile hat) und die Briten verabschieden sich jetzt ja von sich aus vom Freihandel (auch wenn es anders tönt). Vielleicht untersucht und vergleicht mal wieder jemand die aktuellen Geschichtsbücher und deren Darstellung der europäischen Integration. Wetten, dass da erneut Zeug drinsteht, das nicht nachhaltig ist….