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Die Kampagne für Saubere Kleidung zeigt Adidas die Rote Karte
Adidas verweigert Abfindung trotz Rekordgewinn
13,4 Milliarden Euro Jahresumsatz, aber keine Abfindungen für indonesische Arbeiterinnen und Arbeiter: Adidas steht am Pranger.
Der Sportartikelhersteller Adidas steigerte 2011 seinen Umsatz um 11,3 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro und den Gewinn um 18 Prozent auf 671 Millionen. Die Olympischen Spiele 2012 in London sponsort Adidas mit 143 Millionen Euro und die Fussball-EM in Polen und der Ukraine mit 24 Millionen. Hinzukommt das millionenschwere Sponsoring für die Fussball-Mannschaften und Einzelsportler.
Anrecht auf 2,7 Millionen Euro Abfindung
Weniger grosszügig ist Adidas, wenn es um die Arbeitsrechte von Arbeiterinnen und Arbeitern in Indonesien geht: Seit mehr als einem Jahr verweigert ihnen Adidas die gesetzlich zustehende Abfindung in der Höhe von 1,4 Millionen Euro, wie die Kampagne für Saubere Kleidung berichtet. Nun will die Kampagne mit öffentlichem Druck Adidas dazu zwingen, seinen Verpflichtungen endlich nachzukommen (siehe Links unten).
Im Januar 2011 wurde die Textilfabrik PT Kizone in Indonesien geschlossen, weil der koreanische Eigentümer aus Indonesien floh. Durch die Schliessung der Fabrik wurden 2800 Arbeiterinnen und Arbeiter arbeitslos und haben Anrecht auf eine Abfindung von insgesamt 2,7 Millionen Euro.
Adidas stiehlt sich aus der Verantwortung
Während andere Auftraggeber der PT Kizone bereits 1,3 Millionen Euro an Abfindungen bezahlten, weigert sich Adidas standhaft, seinen Anteil von 1,4 Millionen Euro zu begleichen. Adidas stellt sich auf den Standpunkt, das letzte Produkt von PT Kizone sei im November 2010 bezogen worden, also rund zwei Monate vor der Schliessung der Fabrik. Folglich trage Adidas keine Verantwortung für die entlassenen Angestellten.
Ganz anderer Meinung ist die Kampagne für Saubere Kleidung und das US-Amerikanische Worker Rights Consortium (WRC). Adidas müsse sehr wohl für die Abfindungen aufkommen, weil «das Anrecht auf Abfindungszahlungen über den gesamten Beschäftigungszeitraum erworben» werde. Adidas sei «dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass alle lokalen Gesetze, internationalen Übereinkünfte und ihre eigenen Unternehmenskodizes eingehalten werden». Adidas liess jahrelang beim indonesischen Zulieferbetrieb PT Kizone produzieren, wo laut Kampagne «die Arbeiterinnen und Arbeiter teilweise nur 0,5 Euro pro Stunde erhielten.»
Kein Geld am anderen Ende der Kette
Die entlassenen Arbeiterinnen und Arbeiter sind dringend auf die Abfindungen von Adidas angewiesen. Dazu eine entlassene Kizone-Mitarbeiterin: «Ich hoffe wirklich darauf, weitere Zahlungen zu erhalten, damit mein Sohn so rasch wie möglich auf die weiterführende Schule gehen kann. Wenn er nicht länger die Schule besuchen kann, wird er keine Möglichkeit haben, seinen Unterhalt zu verdienen».
Die Kampagne verlangt von Adidas, endlich die Abfindung von 1,4 Millionen Euro zu zahlen. Adidas zahle Millionen-Beträge an die Olympischen Spiele und die Fussball-EM, aber am anderen Ende der Kette stehe «kein Geld zur Verfügung». Die Konsumentinnen und Konsumenten werden von der Kampagne aufgerufen, Protest-E-Mails an die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats von adidas zu versenden.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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