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Interview mit Olivier Kessler, Vizedirektor des Liberalen Instituts in Zürich, zum jüngst erschienenen Buch „Explosive Geldpolitik: Wie Zentralbanken wiederkehrende Krisen verursachen“, das er gemeinsam mit Pierre Bessard herausgegeben hat.
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In großen Volkswirtschaften der Welt haben die Aktienmärkte Rekordhochs erreicht. Die Risikoaufschläge in den Kreditmärkten sind extrem gering. Die Arbeitslosigkeit ist in den meisten Volkswirtschaften sehr niedrig, und die Wirtschaften wachsen. Und dennoch sprechen viele unentwegt von „Krise“. Auch Sie scheinen warnen zu wollen mit dem Buch „Explosive Geldpolitik: Wie Zentralbanken wiederkehrende Krisen verursachen“, das Sie zusammen mit Pierre Bessard herausgegeben haben. Sehen Sie etwas, was andere nicht sehen oder was sie übersehen?
Im Gegensatz zu einigen Krisenpropheten, die ständig vor dem Untergang warnen, sind wir keine notorischen Schwarzseher. Das Wachstum der Weltwirtschaft ist bis zu einem gewissen Grad durchaus real. Die Globalisierung und der Abbau von Handelsschranken haben zu einer Vertiefung der weltweiten Arbeitsteilung und zu einer Anhebung der Lebensstandards geführt. Die Liberalisierung der internationalen Märkte hat laut Angaben der Weltbank seit 1990 mehr als einer Milliarde Menschen geholfen, der Armut zu entfliehen. Mussten im Jahr 1990 noch 37,1 Prozent der Weltbevölkerung mit weniger als 1.90 Dollar pro Tag….