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EU-Richtlinien - swiss macht mit
Das Europäische Parlament verteidigt Rechte von behinderten Passagieren, - besonders gegenüber so genannten Billigfliegern. Dank einer neuen EU-Verordnung sind Fluglinien nun verpflichtet, Passagiere mit eingeschränkter Mobilität zu transportieren und ihnen Betreuung anzubieten.
Ab dem 26. Juli 2008 tritt eine neue EU-Verordnung in Kraft. Sie resultiert daraus, dass es insbesondere im Europäischen Ausland bisher keine einheitliche Regelung gab, wie behinderte Fluggäste von Seiten des Flughafens und der Airline betreut werden sollten.
Dies führte dazu, dass es in der Vergangenheit Betroffene gab, die zwar mit dem Flugzeug von Deutschland aus ins Ausland fliegen konnten, aber dann nicht mehr mit zurückgenommen wurden, weil im Abflughafen der Transport verweigert wurde.
Vor Inkrafttreten dieser Regelung waren die Fluggesellschaften verantwortlich für die Durchführung und Sicherstellung der vorhandenen Serviceleistungen an Flughäfen. Mit Inkrafttreten dieser Verordnung liegt die Gewährleistung dieses Services bei den Flughäfen alleine, die sicherstellen müssen, dass optimaler Service für mobilitätseingeschränkte Gäste gewährleistet ist.
Diese neue Regelung soll bewirken, dass im gesamten europäischen Bereich die gleichen Standard-Richtlinien für den Transport von behinderten Reisenden gelten.
Für Betroffene sind folgende Punkte wichtig:
- Der Flughafen oder die Fluggesellschaft darf keine zusätzlichen Kosten in Rechnung stellen, die mit dem Transport eines mobilitätseingeschränkten Fluggastes verbunden sind.
- Der Betroffene kann Unterstützung anfordern, beginnend vom Haupteingang über den gesamten Check-In-Prozess, dem Transport zum Flugzeug und bis zum vorreservierten Sitzplatz sowie nach der Landung bei der Entgegennahme des Gepäcks, durch den Zollbereich bis hin zum Haupteingang des Ankunftszielflughafens. Hierzu gehört aber auch Unterstützung bis hin zu anderen Transportmöglichkeiten, wie z.B. Fernbahnhöfen, Stadtbahnhöfen, U-Bahn-Höfen, Bushaltestellen und Taxi-Ständen sowie Flughafenparkplätzen.
- Fluggesellschaften und Flughäfen können verlangen, dass der behinderte Reisende sie über seine Behinderung und die individuellen Bedürfnisse informiert, so weit sie für die Abfertigung und den Transport des Betroffenen notwendig sind.
- Gehen medizinische Geräte, Rollstühle oder andere Mobilitätshilfen während des Transports kaputt, ist der betroffene Fluggast verpflichtet, dies entweder dem Flughafen oder der Airline zu melden.
- Einem behinderten Fluggast kann der Transport unter Sicherheitsaspekten verweigert werden, wenn z.B. aufgrund der geringen Größe des Flugzeugs der behinderte Fluggast nicht durch die Eingangstür oder durch den Flugzeuggang transportiert werden kann. Dies muss auch im Falle einer Evakuierung zügig gewährleistet sein.
- Ist ein mobilitätseingeschränkter Fluggast in Begleitung, kann diese von Seiten der Fluggesellschaft oder des Flughafens verpflichtet werden, dem behinderten Menschen zu assistieren und während des gesamten Fluges jegliche Form der Hilfestellung zu leisten.
- Fluggesellschaften dürfen den Transport von Begleithunden nicht verweigern, solange sie als diese gekennzeichnet sind und die vorgeschriebene Anmeldefrist eingehalten worden ist.
- Fluggesellschaften können verlangen, dass mobilitätseingeschränkte Reisende sich bis spätestens zwei Stunden vor Abflug beim Check-In-Schalter melden.
- Ein Betroffener ist verpflichtet, mindestens 48 Stunden vor der angegebenen Abflugszeit sein Bedürfnis nach Unterstützung am Flughafen, der Fluggesellschaft oder dem Reiseanbieter zu melden.
Text: Konstantin Voswinkel
Reisende aus der Schweiz können in der EU auch von der neuen Regelung profitieren. Die Swiss International Air Lines übernimmt ebenfalls die neue Verordnung für ihre Serviceleistungen. (hia)