Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03244.jsonl.gz/966

Es sind Konstellationen denkbar, welche es z.B. im Jahr der Pensionierung steuerrechtlich erlauben, dass ein doppelter Abzug in die Säule 3a gewährt wird. Gleiches wäre auch im Jahr der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit möglich.
Ein Abzug von Beiträgen an die gebundene Selbstvorsorge (Säule 3a) setzt die Erzielung eines Erwerbseinkommen und die AHV-/IV-Beitragspflicht voraus. Folgende Abzüge sind im Jahr 2023 möglich:
Arbeitnehmende und selbständig Erwerbende, die einer Einrichtung der 2. Säule angehören, maximal CHF 7'056.— (kleiner Abzug in die Säule 3a).
Arbeitnehmende und selbständig Erwerbende, die keiner Einrichtung der 2. Säule angehören, maximal 20% des Nettoerwerbseinkommen, höchstens aber CHF 35'280.— (grosser Abzug in die Säule 3a)
Bei einem Statuswechsel – zum Beispiel durch Pensionierung während des Jahres und anschliessender weiterer Erwerbstätigkeit, ohne Anschluss an eine 2. Säule-Vorsorgeeinrichtung, kann im betreffenden Jahr eine Kombination beider Abzüge erfolgen (CHF 7'056.— für die Dauer der Erwerbstätigkeit vor Pensionierung kleiner Abzug in die Säule 3a + 20% des Reineinkommens aus der Erwerbstätigkeit nach der Pensionierung, maximal jedoch CHF 35'280.— für das ganze Jahr grosser Abzug in die Säule 3a möglich).
Ein Statuswechsel liegt ebenso bei einem Austritt aus der Säule 2, infolge Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit vor. Auch hier kann im betreffenden Jahr eine Kombination beider Abzüge erfolgen.
Ist man jedoch dauerhaft selbständig und gleichzeitig unselbständig erwerbstätig, so stellt sich die Frage, welcher Betrag in die Säule 3a einbezahlt werden kann. Das Bundesgericht stellt sich auf den Standpunkt, dass lediglich der „kleine“ Abzug vorgenommen werden kann. Hat man ein erfolgreiches Einzelunternehmen, so kann es auch eine Überlegung sein, sich bei der unselbständigen Erwerbstätigkeit von der obligatorischen Versicherung im Rahmen der zweiten Säule freistellen zu lassen, um damit auf Grund der selbständigen Erwerbstätigkeit den „grossen“ Abzug vornehmen zu können. Wenn man nicht mehr in einer Pensionskasse angeschlossen ist, sollte man daran denken, dass man selber oder die Hinterbliebenen im Todesfall oder im Falle der Invalidität, nicht mehr so gut versichert ist und diese Lücke dann allenfalls mit einer Versicherung deckt. Eine andere Alternative kann sein, dass auch für die selbständige Erwerbstätigkeit eine Vorsorgeversicherung für die zweite Säule abgeschlossen wird.
Der Abzug kann maximal bis zur Höhe des Erwerbseinkommens, nach Abzug der Berufskosten, geltend gemacht werden.