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Wie auch wir Menschen besitzen Katzen eine Schilddrüse, die aus zwei Lappen besteht und direkt unterhalb des Kehlkopfes beidseitig der Luftröhre anliegt. Diese produziert Hormone, welche den Stoffwechsel regulieren. Somit beeinflusst sie nahezu jede Zelle und jedes Organ des Körpers.
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Schilddrüsenüberfunktion. Hierdurch arbeiten verschiedene Organ-Systeme verstärkt, was zu unterschiedlichen Symptomen bei den betroffenen Katzen führen kann. Normalerweise leiden die Katzen schon einige Zeit (meist einige Monate) an einer Schilddrüsenüberfunktion, bevor der Besitzer besorgniserregende Symptome bemerkt.
Die häufigsten Symptome bei der Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze sind folgende:
- normaler bis gesteigerter Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust
- vermehrte Wasseraufnahme und vermehrter Urinabsatz
- Durchfall und Erbrechen
- gesteigerte Aktivität (einige Katzen sind anhaltend ruhelos oder nervös)
- stumpfes Fell und lange Krallen
Bei einer Allgemeinuntersuchung in der Praxis kann ein erster Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion anhand der Erzählungen durch den Besitzer, einer Palpation der Schilddrüse sowie allenfalls eines prominenten Herzspitzenstosses gestellt werden. Da eine permanent zu hohe Schilddrüsenhormon-Konzentration oft eine schädigende Wirkung auf andere Organsysteme hat, empfiehlt es sich, im weiteren Verlauf die Schilddrüsenhormone (T4) sowie weitere Blutwerte zur Beurteilung verschiedener Organsysteme zu untersuchen. Da eine weitere Komplikation einer Schilddrüsenüberfunktion eine Herzerkrankung sein kann, empfiehlt es sich in einigen Fällen, auch ein Röntgenbild des Brustkorbes anzufertigen.
Ist erst einmal eine Schilddrüsenüberfunktion bestätigt, ist eine Therapie unumgänglich, da diese Katzen ansonsten zunehmend kränker werden. Sie verlieren stetig an Gewicht und können lebensbedrohliche Komplikationen entwickeln.
Zur Therapie stehen verschiedene Möglichkeiten offen:
Thyreostatikum
Mittels Tabletten (Wirkstoff Carbimazol), die man zwei Mal täglich verabreichen muss, lässt sich die Schilddrüsenhormon-Produktion reduzieren. Diese Therapie muss lebenslang erfolgen, kann aber bei Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen auch abgesetzt werden. Alternativ steht dann z.B. eine Salbe mit einem anderen Wirkstoff zur Verfügung, die man der Katze in die Ohrmuschel einmassieren muss.
Radioiod-Therapie
Eine andere Behandlungsmöglichkeit stellt die Radioiod-Therapie dar. Diese eignet sich insbesondere für Patienten mit nicht einstellbarem Schilddrüsenhormonhaushalt. Hierbei wird radioaktives Iod verabreicht, das sich in der Schilddrüse anreichert und dort die umgebenden Schilddrüsenzellen zerstört. Der Vorteil dieser Methoden besteht darin, dass eine Schilddrüsenüberfunktion dauerhaft behoben werden kann, es sehr schnell zu einer Verbesserung kommt, es fast nie zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommt und man danach auch keine Tabletten verabreichen muss. Der Nachteil hingegen liegt darin, dass diese Behandlung nur in speziellen Einrichtungen erfolgen kann und die Katze für 2 Wochen isoliert werden muss, bis die Radioaktivität bis auf ein sicheres Mass reduziert ist. In dieser Zeit ist ein Besuch durch den Besitzer nicht möglich. Zudem ist diese Therapieform i.d.R. teuer.
Diätfutter
Für reine Wohnungskatzen bietet sich auch der Therapieversuch mit einer Schilddrüsen-Diät an. Voraussetzung hierbei ist aber, dass die Katze ausschliesslich mit diesem Futter gefüttert wird und auch keine Leckerlis zwischendurch verabreicht werden.
Thyreoidektomie
Grundsätzlich kann eine Schilddrüse auch operativ entfernt werden, sollte aber nur von erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden.
Da die Durchblutung der Niere durch die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion sich vermindert resp. wieder auf den Normalzustand zurückkehrt, kann eine zuvor schon bestandene, aber durch die übermässige Durchblutung der Niere maskierte Nierenunterfunktion zu Tage treten. Aus diesem Grund und auch zur Anpassung der Dosierung der Medikation (bei der am häufigsten durchgeführten Behandlung mit einem Thyreostatikum) ist eine Blutkontrolle in gewissen Abständen unerlässlich.
Bei einer rechtzeitigen Diagnose und der konsequenten Behandlung steht einem glücklichen Zusammenleben mit seinem Vierbeiner nichts im Wege.