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Kanton
Waadt. Kantons-Hauptstadt: Lausanne. Einwohner: ca. 615'000. Fläche: 3'212 km2.
Der
schweizerische Kanton Vaud (Waadt) liegt im Norden des Genfer Sees und grenzt an
Frankreich, den Jura und die Kantone Neuchâtel (Neuenburg), Fribourg (Freiburg)
und Valais an. Die Hauptstadt des französischsprachigen Kantons ist Lausanne.
Die Region Vaud unterstand der ständig wechselnden Herrschaft der Kelten, Römer,
Burgunder, Merowinger, Karolinger und Zahringer, bis Mitte des 16. Jahrhunderts
die Berner schließlich das Gebiet eroberten. Vaud wurde im Jahr 1798 von
französischen Revolutionstruppen befreit und erklärte seine Unabhängigkeit als
Lemanische Republik in Anlehnung an den Lemansee (Lac Leman), der heute die
Bezeichnung Genfer See trägt. Mit Unterstützung Napoléons konnte Vaud der
Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 1803 als vollwertiges Mitglied
beitreten.
Das
zweitgrößte Weinbaugebiet in der französischen Schweiz umfasst 3.879 Hektar
Rebfläche. Den Weinbau begründeten in dieser Region im Mittelalter die
Zisterzienser, die den Großteil der noch heute bestehenden Weingärten rodeten.
Die rund 50 Châteaux erhalten und pflegen heute diese über 450 Jahre alte
Tradition. Nach den klimatischen Bedingungen wird das Waadtland in die drei
großen Zonen Chablais, La Côte und Lavaux geteilt. Seit dem Jahre 1995 gibt es
ein AOC-System mit Grand-Cru-Lagen.
Chablais (der Name leitet sich ab von Caput Laci = Kopf des Sees) ist der
Bereich nordöstlich des Genfersees (Lac Léman) und am rechten Ufer des
Rhône-Tals zwischen Martigny und Montreux. Wichtige Orte bzw. Appellationen sind
Aigle (Siehe Bild mit Schloss und Weinbau-Museum), Bex, Bonnvillars, Ollon, Villeneuve und
Yvorne.
Lauvaux ist das Gebiet zwischen Lausannne und Montreux am Ostufer des
Genfersees. Wichtige Orte bzw. Appellationen sind Calamin, Chardonne, Cully,
Dézaley, Espesses, Lutry, Saint Saphorin, Vevay-Montreux und Vilette. Hier gibt
ves steilwandige, nahezu senkrecht vom See aufragende Felsterrassen. Die
Weingärten auf extrem steilen Sandstein-Hängen mit bis zu 20 Stockwerken am
Dézaley und um Saint Saphorin wurden von den Zisterziensern unter unsäglichen
Mühen bereits im 12. Jahrhundert aufgebaut. Die nebeneinander liegenden Lagen
Dézaley (gilt als bester Waadt-Wein) und Calamin besitzen Grand-Cru-Status.
La Côte ist der größte Bereich und liegt westlich von Lausanne bis vor Genf
nordwestlich des Genfersees und steuert 40% der Wein-Produktion bei. Wichtige
Orte bzw. Appellationen sind Aubonne, Begnins, Bolle, Bursinel, Coteau de Vincy,
Féchy, Luins, Mont-Sur-Rolle, Morges, Nyon, Perroy, Tartegnin und Vinzel.
Rund 70% der Rebfläche bedeckt die Chasselas (Gutedel), die hier auch Perlan
genannt wird. Die Weine aus dieser Sorte werden Dorin oder für Spitzen-Produkte
Terravin genannt. Die roten Sorten belegen rund ein Viertel, vor allem Pinot
Noir (Blauburgunder) mit 15% und Gamay mit 12%. Diese werden häufig miteinander
verschnitten. Der dem Dôle im Kanton Wallis entsprechende Marken-Rotwein wird
hier Salvagnin genannt, die Sorten werden aber auch getrennt gekeltert. In
kleinen Mengen (rund 3%) sind noch Auxerrois, Charmont, Diolinoir, Gamaret,
Garanoir, Gewürztraminer, Merlot, Muscat Blanc, Pinot Blanc, Pinot Gris,
Silvaner (hier Johannisberg), Plant Robert und Syrah vertreten. Das wichtigste
Ereignis der Schweizer Weinwelt ist die "Fête des Vignerons" in der Stadt Vevey
am Nordufer des Genfer-Sees. Die Veranstaltung geht bis in das 17. Jahrhundert
zurück, dabei feiern alle Winzer ihre Arbeit im Weinberg. Sie wird nur alle 25
Jahre abgehalten, die letzte war im August 1999, die nächste erfolgt zwischen
2021 und 2023.
Mehr über den Weinpionier Jean-Jacques Dufour und
seine Erfolge in den USA erfahren Sie hier....
NEU:
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