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Kapitel aus CH2050: Bauten und Infrastrukturen Klimaänderung und die Schweiz 2050
Aufgrund der langen Lebensdauer von Bauten und Infrastrukturen ist es wichtig, architektonische, raumplanerische, baukonzeptionelle und gebäudetechnische Entscheide frühzeitig an stattfindende und künftige klimatische Veränderungen anzupassen. Erstens können dadurch Zusatzkosten für spätere Massnahmen vermieden werden. Zweitens reduziert eine angepasste Bauweise mögliche wetter- und klimabedingte Schäden. Drittens erhöhen sich die Sicherheit und der Komfort in der Wohnund Arbeitswelt sowie die Betriebssicherheit im Transportbereich.
Für den Bereich Bauten und Infrastrukturen sind die Bevölkerungs- und Beschäftigungsentwicklung sowie das Mobilitätsverhalten wichtige Einflussgrössen. Während der letzten Jahrzehnte hat die Verstädterung des Mittellandes deutlich zugenommen. Manche Agglomerationen vergrössern sich nicht nur, sondern wachsen mit anderen zusammen. Deutlich zugenommen hat auch die Mobilität (Fahrleistung). Die räumliche Trennung von Wohn- und Arbeitswelt führt nicht nur zu einer stetigen Zunahme beim Verkehr, sondern erhöht gleichzeitig den Anspruch an eine funktionierende Infrastruktur. Der Wohnraum dehnt sich in Zonen am Rande oder ausserhalb des bisherigen Siedlungsraums aus, welche risikoreicher sind im Hinblick auf ausserordentliche Wetterereignisse. Insgesamt ergibt sich aus diesen Entwicklungen ein komplexes System, das zunehmend empfindlicher wird. Gleichzeitig steigen die Kosten, wenn Systemelemente zusammenbrechen oder ausfallen. Um Schäden zu reduzieren oder zu verhindern, müssen die Risiken der Klimaänderung frühzeitig abgeschätzt und berücksichtigt werden.
OcCC/ProClim- (Hrsg.), 2007. Klimaänderung und die Schweiz 2050 - Erwartete Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Bern.