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Klingende Namen sowohl hinter als auch vor der Kamera von Kangaroo: Lewis Milestone, Maureen O’Hara, Peter Lawford, Finlay Currie, Richard Boone. Weniger klingend wahrscheinlich jedoch für viele der Name des Komponisten: Sol Kaplan. Der talentierte und vielseitige Kaplan, der seinen Höhepunkt in den Sechzigerjahren mit The Spy who came in from the Cold und den populären Star-Trek-Episoden The Doomsday Machine und The Enemy Within erlebt haben dürfte, gehörte Zeit seines Lebens zur zweiten Garnitur von Hollywoods Filmkomponisten. Wenn man sich die attraktive und spektakuläre Musik zu diesem Aussie-Western aus dem Jahre 1952 anhört, fragt man sich allerdings, warum.
Auch wenn in Kangoroo Einflüsse von Newman, Herrmann, Waxman und auch Schostakowitsch auszumachen sind (und Alfred Newman vielleicht ein wenig mehr als nur die musikalische Leitung innehatte ‒ Rain and Finale beispielsweise enthält ein Thema aus dessen The Keys of the Kingdom), soll das Kaplans Leistung keinesfalls schmälern, fügen sich diese zusammen mit seinem eigenen Kompositionsstil doch zu einer makellosen Einheit zusammen, und wie er die düstere Spannung, die manchmal an einen Film Noir gemahnt und einen guten Teil des Scores ausmacht, stets am Köcheln hält, ist vorbildlich.
Während in diesem in Australien spielenden Film ausnahmsweise mal nicht «Waltzing Matilda» erklingt, verwendet Kaplan für den Rancher Michael McGuire (Currie) und dessen Tochter Dell (O’Hara) Volksstücke aus der alten Welt. Für Currie ist dies die unter den Namen «Too-ral-ay», «Tourelay», «Villikins and his Dinah» oder auch «Sweet Betsy from Pike» bekannte Weise, für O’Hara dient «An English Cradle Song» als Thema. Beide bilden wichtige Bestandteile des Scores, sei es in ihrer unverblümten Form oder in diversen Stimmungen und Variationen.
Auch für gut platzierte, dramatische Momente ist gesorgt, seien es hektische Streicher und akzentuiertes Blech in The Boat oder die massive Dynamiksteigerung in The dry Country; der diesbezügliche Höhepunkt bildet indes The Stampede, wo entfesselte Kräfte eine mehrminütige, orchestrale tour de force entfachen, welche die beabsichtigte Wirkung aufs Vortrefflichste erzielt.
Dass das Golden Age auch abseits bekannter Filme und Komponisten noch so einiges zu bieten hat, zeigt sich in Kangaroo auf anschauliche Art und Weise. Dies ist Filmmusik auf hohem Niveau, der man bereitwillig mal eine Stunde widmet. Begrüssenswert ist zudem, dass sich Counterpoint mit dieser Veröffentlichung ‒ zu dessen überzeugendem Gesamteindruck der gute Klang sowie ein apartes Booklet beitragen ‒ nach längerer Pause wieder zurückmeldet und künftig hoffentlich etwas aktiver sein wird.