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von Reinhold O. Schmidt und Hans-Peter Schröder
Der Zwischenfall in Kearny – Teil IV (Schluß)
„Es kommt darauf an,
welchen Gebrauch man von den Dingen macht.
Was ist ein Schädling?
Richtig kompostiert wird er zum Nützling.“
Aus: Der Eremit des Inneren
Was bisher geschah
Am 5. November 1957 fährt der Ernteaufkäufer Reinhold O. Schmidt durch eine abgelegene Gegend bei Kearney in Nebraska/USA. Nachdem ein Lichtblitz seine Neugierde geweckt hat und er sich der Stelle nähert, fällt der Motor seines Autos aus. Schmidt erblickt in einem Trockencreek eine Art metallisches „Schiff“ auf Stelzen, die Besatzung lädt ihn ein, an Bord zu kommen. Schmidt beschreibt das Schiffsinnere; sein Gesprächspartner spricht Englisch mit deutschem Akzent und behauptet vom Saturn zu stammen. Die Mannschaft spricht unter sich Hochdeutsch. Anscheinend wird das Schiff gerade repariert. Nach der Reparatur verschwindet es blitzartig im Himmel. Schmidt hat Bedenken, es könnten Deutsche in russischem Spionageauftrag gewesen sein und alarmiert die Behörden. Schmidt wird unter Druck gesetzt, seine Geschichte zu ändern, während eine Vertuschungs- und Diskreditierungskampagne anläuft. Er verbringt zwei Wochen in einer Nervenheilanstalt und trifft danach ein zweites Mal auf die Schiffsbesatzung, die ihn bittet, drei Antworten auf drei Fragen zu besorgen. Schmidt denkt nach.
Fortsetzung von Teil II:
„Gewicht hat überhaupt nichts zu sagen“
Im April 1958 holte ihn einer der „Weltraumfreunde“ aus einem Restaurant in Tulsa/Oklahoma ab. Das Flugschiff wartete in ländlicher Gegend, außerhalb der Stadt und nahm sie mitsamt dem Auto an Bord. Wieder war ein Blitz zu sehen, der Fahrer ließ das Lenkrad los und das Auto rollte über eine Rampe in das Schiffsinnere. Schmidt verbrachte zwei Stunden an Bord mit vertraulichen Gesprächen, über deren Inhalt er nichts weitersagen durfte.
Im Juni 1958 kontaktierten sie ihn erneut und luden ihn zu einer Reise zum nördlichen Polarkreis im August ein. Als Schmidt fragte, warum ausgerechnet nach Norden?, antworteten sie: „Wir wollen mal sagen, aus erzieherischen Gründen.“
Am 14. August 1958 verabredeten sie sich in Schmidts Steinbruch, 65 km nördlich von Mohave. Sie sagten, er könne ruhig mit seinem Buick kommen, sie würden den Wagen dann an Bord nehmen. Als Schmidt auf das zusätzliche Gewicht von fast zwei Tonnen hinwies, beruhigten sie ihn mit den Worten: “Gewicht hat überhaupt nichts zu sagen“. (Hat Masse etwas zu sagen? Hör` gut zu NASA!)
Im Steinbruch stand ein 60 Meter langes, 12 Meter breites und über 4 Meter hohes Fluggerät. Die Besatzung war dieselbe wie damals in Kearney. Das Schiff war deutlich größer, enthielt aber im Vergleich dazu weniger Instrumente. Die „Weltraumfreunde“ sagten Schmidt, sie hätten 14–15 Fässer Wasser aus seinem Wasserreservoir entnommen. „Die Weltraumfreunde brauchen Wasser in dem Schiff, um es kühl zu halten“, schreibt Schmidt, wobei unklar bleibt, ob dies Schmidts Meinung ist, oder ob ihm das von den „Freunden“ mitgeteilt wurde.
Sie flogen nach Grönland und besuchten zwei Lokalitäten in Alaska, in allen drei Fällen „um einige Minerale zu überprüfen“. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten hatten sie den nördlichen Polarkreis erreicht, in einer Flughöhe zwischen 10 und 11 Kilometern.
Wie würden wir Konditionierten auf ein Zusammentreffen, auf die Begegnung mit einer Fluschiffbesatzung reagieren, während eines Sonntagsspazierganges, ohne Zeugen, in abgelegener Gegend? Wären wir so ruhig und ausgeglichen geblieben wie Herr Schmidt, oder hätten wir die Fassung verloren und hätten nervös herum gegackert und wären in behandlungsbedürftigem Zustand zurück gekommen? Was hätten wir die Besatzung gefragt?
Schmidt fragte Offensichtliches: „Wie schnell kann das Schiff fahren?“ Sie sagten, sie wollten ihm eine schnelle Fahrt bieten. Der „Schnelligkeitsmesser“ zeigte eine Geschwindigkeit von 65.000 km in der Stunde an. In völlig trägheitslosem Flug. Das Schiff flog mit der Breitseite. Sie sagten, die Geschwindigkeit wäre gar nichts, es könne noch viel schneller, aber die Entfernung wäre zu kurz, um mal so richtig Gas zu geben….. . „Das Schiff kann als Flugzeug in der Luft, als Schiff auf dem Wasser oder als Unterseeboot unter dem Wasser gebraucht werden“, sagten sie. Obwohl es sich gerade hoch in der Atmosphäre aufhielt, erwähnten sich nichts von seiner Weltraumtauglichkeit.
Die Erde erschien aus der Höhe blaugrün verschwommen mit silbernen „Nebelringen“.
„Aus erzieherischen Gründen“
Beim Flug über den Nordpol zeigten sie Schmidt einige abgeschmolzene Flächen. Wo vorher 300 Meter hohe Eiskappen waren, dehnten sich Wasserflächen. „Das habt ihr gemacht.“ „Sie sagten, daß dies durch Atombomben verursacht wäre, die unsere Atmosphäre verändern, so daß sie an einigen Orten wärmer und an anderen kälter wird. Der Nördliche Polarkreis ist Tausende von Jahren kalt gewesen, aber heute schmilzt das Eis.“
Das Schiff setzte auf der Wasseroberfläche auf und tauchte unter die Eisdecke, cirka 100 – 120 Meter tief. Ein vom Schiff rundum ausstrahlendes Licht erhellte die Umgebung im Umkreis von 100 Metern. Die „Menschen vom Saturn“ zeigten Schmidt zwei russische Unterseeboote, die damit beschäftigt waren, den Meeresboden zu kartographieren, „um Basen zu errichten, von denen sie Wurfgeschoße nach jedem Teil der Welt abfeuern konnten, ohne eine Warnung abzugeben und ohne Lärm zu machen. Die Weltraumfreunde erzählten mir, daß unsere Regierung von dieser Tätigkeit weiß…. und daß sie nicht erlauben werden, daß die Russen dies tun. Sie erklärten, daß – wenn wir die Russen nicht daran hindern könnten, …. sie es selbst tun würden. Sie sagten auch, daß sie einen Atomkrieg nicht zulassen würden.“
„Sie legten es deutlich dar, daß sie unparteiisch sind und sich nicht auf die Seite irgendeines Landes stellen, aber daß sie auch nicht dabeistehen und zusehen werden, wie unser Planet durch Atombomben zerstört wird.“
„Unser Strahlenproblem wurde auch erörtert. Die Weltraumfreunde wenden jetzt eine neue Erfindung an, um unsere Atmosphäre von der Strahlung durch die Explosion von Atom- und Wasserstoffbomben zu reinigen. Dieses Mittel wird aus großer Höhe herabgelassen und wirkt wie ein Regenschirm, der ein großes Gebiet bedeckt und nicht nur unsere Luft säubert, sondern zuweilen selbst den Mechanismus der Bombe vernichtet.“ (Habt IHR gut zugehört? IHR könnt die Menscheit nicht ewig belügen.)
Das Flugschiff stieg zur Oberfläche und landete auf der Eisdecke. An einer Stelle waren Tiere im Eis eingefroren, Eisbären, Walroße „und einige vorgeschichtliche Tiere, die ich noch niemals abgebildet gesehen habe.“, wie Schmidt bemerkt. Eskimos hatten Stücke vom Walroßfleisch abgeschnitten. Auch eine kleine Stadt war zu sehen, vollständig im Eis eingeschloßen.
Die Besatzung servierte Kaffee. Wörtlich: „Wir wissen, daß ihr Amerikaner den Kaffee liebt, und wir sind darauf vorbereitet, dir welchen zu geben.“ Ich dachte, daß sie vielleicht eine mit Kaffee gefüllte Thermoskanne hatten, daher sagte ich, daß eine Tasse mir guttun würde. Sie (die Frau) tat etwas Wasser und Kaffee in ein Gefäß, das ich für einen Kaffeefilter hielt. Ich erkannte an der Büchse, daß es MJB Kaffee war, der eine amerikanische Sorte ist.
Sie stellte den Kaffeefilter auf den Tisch. Ich erwartete, daß sie ihn entweder an irgendeinem Stecker einschalten oder auf eine heiße Platte stellen würde. Aber sie tat nichts dergleichen. Bald hörte ich, wie der Kaffee durchsickerte und konnte ihn auch riechen.
Ich fragte, was die Ursache für dieses Durchsickern sei. Sie erwiderte: “Dies ist dieselbe Kraft und Energie – freie Energie – die dieses Schiff antreibt. Die Kraft, die dieses Schiff antreibt, kocht auch den Kaffee.“ Sie sagte mir, ich könne den Kaffeefilter in meiner Hand halten. Ich hob ihn auf, und er filterte den Kaffee weiter. Sie erklärten, daß ich ihn sogar auf einen Eisklumpen stellen könnte, und er würde doch weiterfiltern. (Ein offenes System, das nicht umwandelt. Deshalb minimaler Einsatz von beweglichen, bewegenden, bewegten oder Bewegung übertragenden Teilen. Keine Abnutzung, kein Verschleiß, kein Profit durch Mangelwirtschaft.)
„Der Kaffee war sehr gut und schmeckte gerade wie unser Kaffee.“
Reinhold Schmidt verbrachte die Zeit vom 14. August bis zum 19. August 1958 mit der Besatzung. In den Ruhephasen schwebte das Flugschiff 10 bis 11 Kilometer hoch in der Tropopause. Schmidt schlief in einem „Saturnbett“. „Mein Bett war dem ähnlich“, schreibt er, „das ich gewöhnt bin. Es hatte eine Matratze, dazu Bettücher, Kopfkissen und wollene Decken.“ Also ein gewohnt saturnalisches Bett….. . Er ernährte sich die ganze Zeit über von „Waffeln“, einer Art Kompaktnahrung, „ungefähr die Größe von Alka-Seltzer-Tabletten, aber zweimal so dick.“ Nachdem er seine Besorgnis geäussert hatte, „ob das nicht gefährlich sei, da ein anderes Schiff oder ein Meteor auf uns stoßen könnte“, beruhigten ihn seine Gastgeber, die Schiffe verfügten über einen automatischen Piloten und einen automatischen Ausweichmechanismus. So daß nichts passieren könne. Das Flugschiff war erleuchtet und hielt eine gleichmäßige Temperatur, deren jeweilige Quelle nicht lokalisierbar war.
Nach seiner Rückkehr, als er sie verließ, versprachen sie, sich wieder zu melden. Schmidt beendet seine Erzählung mit den Worten: „Damit ist der Bericht meiner Kontakte mit den Freunden vom Planeten SATURN bis zum heutigen Tag abgeschloßen. Ich werde indessen wachsam sein; denn ich bin sicher, daß sie ihr Versprechen halten und bald wiederkehren werden. 5. November 1958.“
Sie kamen wieder, doch das ist eine andere Geschichte. Sie zeigten ihm in Sibirien den Schauplatz einer Atomkatastrophe, einer Dampfexplosion, durch die der Inhalt hunderter, wenn nicht gar tausender Fässer mit radioaktivem Abfall, verstreut worden ist und hunderte von Quadratkilometern russischen Bodens verseuchte. Schmidt ist der erste, der den Westen über den tragischen Vorfall informiert. Aber das ist eine andere Geschichte. Sie nahmen ihn mit nach Ägypten, in die große Pyramide von Gizah, fälschlicherweise genannt Cheopspyramide, wo sie sich in Gängen und Kammern bewegten, die auf keinem Plan verzeichnet sind, aber das ist auch eine andere Geschichte….. .
Was die in Reinhold Schmidts Erlebnissen aufscheinende, wohlwollende Affinität im Verhalten der Flugschiffbesatzung zu Amerika betrifft, die Hinweise und Warnungen, so könnte man daraus eine Art Verbundenheit zur westlichen Allianz ableiten. Das könnte man, sollte man jedoch nicht voreilig tun, denn Neutralität bedeutet, daß Rußland von den Flugschiffbesatzungen ebenfalls mit lebenswichtigen Details über Rüstungsprogramme, Expansionsbestrebungen und geplante Aktionen Amerikas versorgt wird. Nur, wir erfahren nichts davon. Weil Schmidts russisches Pendant, Towaritsch Wladimir Schmidt, nie die Chance erhielt, seine Erlebnisse zu Papier und in die Öffentlichkeit zu bringen. So besehen, bekäme die Redewendung „Gleichgewicht des Erschreckens“, eine zusätzliche Dimension. Das „Gleichgewicht des Erschreckens“, das uns bisher die Haut gerettet hat. Dank Reinhold, dank Wladimir.
Auf Wiedersehen!