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E-Bassist, Sänger, Multi-Instrumentalist: Der 47-jährige Richard Bona zählt zu den talentiertesten Musikern überhaupt. Er ist technisch, musikalisch und stilistisch versiert und spielt mit einer Leichtigkeit, als ob die Musik für ihn ein Selbstbedienungsladen wäre.
Weniger Computer, wieder mehr Instrumente
Geboren wird Richard Bona, mit richtigem Namen Bona Pinder Yayumayalolo, in Kamerun. Als 22-Jähriger verlässt er das Land, um in Deutschland und Frankreich Musik zu studieren. Mitte der 90er-Jahre siedelt er über nach New York und spielt bereits auf so hohem Niveau, dass ihn Stars wie Joe Zawinul, die Brecker Brothers, George Benson, Pat Metheney, Chaka Khan und Bobby McFerrin in ihre Bands holen. Gleichzeitig verläuft seine Solokarriere erfolgreich. Vor einigen Wochen hat er sein 15. Album, «Bonafied», herausgebracht.
Als Musiker sieht Richard Bona eine seiner Aufgaben darin, der Jugend das Spielen eines Instruments wieder näher zu bringen. Seiner Meinung nach gibt es zu viel elektronische Musik. Mit Maschinen und Computern könne man in einem Tag einen Song komponieren – ein Instrument zu spielen, sei aber eine lebenslange Angelegenheit.
«Bona Bonanza»: Junge und Profis
Diese Haltung prädestiniert ihn für die Teilnahme an diesem «Jazzaar»-Projekt. Die Jugendlichen vom «Youth Chamber Orchestra», mit denen er nun arbeitet, wurden in einem Casting-Verfahren ausgewählt. Nebst Teilnehmern in der Rhythm Section, also an Keyboard, Schlagzeug und Perkussion, wurden insbesondere Streicher und Bläser gesucht. Sie bilden die Hälfte des Orchesters.
Ergänzt wird das Orchester mit professionellen Musikern von «Chaarts» (Chamber Artists). So können die Jugendlichen musikalische oder instrumentale Probleme gleich mit erfahrenen Musikern in den eigenen Reihen lösen. Gemeinsam treten sie unter dem Namen «Bona Bonanza» auf.
Bona hätte sich so ein Projekt gewünscht
Richard Bonas Grossvater war ein westafrikanischer Griot, ein berufsmässiger Musiker und Dichter, der Wissen und Geschichten mündlich überliefert. Richard Bona wurde also in eine musikalische Familie hineingeboren. «Bona Bonanza», ein organisierter und finanzierter Workshop, ist vom pädagogischen Prinzip her natürlich etwas ganz anderes.
Auf die Frage, ob er denn als Jugendlicher auch mal die Gelegenheit hatte, einen Weltstar kennenzulernen und von ihm zu profitieren zu können, antwortet Bona: Nein, in sein Dorf kamen keine Weltstars. Und als er etwas älter war, habe er mit den grossen Stars bereits auf der Bühne gestanden. Dabei wurde er auch oft ins kalte Wasser geworfen und hätte sich manchmal auch eine Gelegenheit wie «Bona Bonanza» gewünscht.