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Mit der Produktion der Kunstfaser «Nylon» wird ab 1950 ein zweiter Wachstumsschub eingeleitet. Die Viscor-Weberei, nach dem Entwurf des Ingenieurs Rudolf Dick erstellt, ist ein filigraner Betonskelettbau. Zwei in Kalksandstein gefertigte Gebäudevolumen fassen die rhythmisch angeordneten Betonstützen der stark zurückversetzten Fassade, die dadurch wie eine Festungsmauer zwischen zwei Wehrtürmen wirkt. Dieser burgähnliche Charakter erinnert an die Anfänge der Industriearchitektur, wie sie bei der Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden exemplarisch umgesetzt worden ist. Bei der Viscor-Weberei drückt die gewählte Architektur wohl den Willen aus, das Geheimnis der neuen Produkte-Entwicklungen zu hüten. Die Wirkung des im Grunde monumentalen Gebäudes wird durch die seitlich angeordnete Areal-Einfahrt relativiert, und die seitliche Staffelung der Gebäude hebt deren modularen Charakter hervor. Das Gebäude überzeugt durch konsequenten Einsatz der Materialien und durch die formale Sicherheit. Es ist Bestandteil einer zusammenhängenden Neubebauung zwischen Gerliswilstrasse und Emme, welche die Viscose auch in Bezug auf die Gebäudevolumen massiv vergrösserte.
Baujahr: 1953-55
Architektur: Rudolf Dick, Luzern