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Über Italien und Frankreich: Wie die Schweiz zur Schokolade kam
Auch wenn Schokolade bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Spanien erreichte, begann sie sich erst in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als beliebtes Getränk am spanischen Königshof und beim spanischen Adel durchzusetzen. In der Folge etablierte sich die spanische Trinkschokolade aber sogar zu einer Art spanischem Nationalgetränk.
Verbreitung in ganz Europa
Von Spanien aus verbreitete sich die Schokolade schliesslich in ganz Europa. Für die Verbreitung waren vor allem der damals rege Austausch unter den Klöstern sowie die engen Beziehungen zwischen die Königs- und Fürstenhäuser verantwortlich. So war es die in Madrid aufgewachsene Infantin Anna von Österreich, welche als Gattin König Ludwigs XIII die Trinkschokolade am französischen Hof einführte.
Nach Italien gelangte die Schokolade vermutlich über die katholische Kirche. Vor allem der Jesuitenorden verfügte über ein Netz an Klöstern über ganz Europa und Mittelamerika. Es wird vermutet, dass es Mönche waren, welche die Schokolade Mitte des 17. Jahrhunderts nach Mittel- und Norditalien brachten.
Von Italien in die Schweiz
Bis zur Ankunft in der Schweiz sollten noch einmal über 150 Jahre vergehen. Während einer Italienreise stiess François-Louis Cailler erstmals auf eine für ihn neuartige Mischung aus gewalzten Kakaobohnen und Zucker. Das exotische Produkt wurde damals allerdings noch nicht als Genussmittel, sondern als Stärkungsmittel in Apotheken verkauft.
Nach einer vierjährigen Lehre bei einem italienischen «Cioccolatiere» in Turin kehrte Cailler in die Schweiz zurück und baute in der in der Nähe von Vevey eine Mühle zur ersten Schokoladenfabrik der Schweiz um, die er im Jahr 1819 eröffnete.