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Liu Xiang, der chinesische Olympiasieger von 2004, stellte an der Athletissima in Lausanne mit 12,88 Sekunden einen Weltrekord über 110 m Hürden auf.
Es ist der dritte Weltrekord in Lausanne: 1994 lief der Amerikaner Leroy Burell 9,85 über 100 Meter. 2005 übersprang die Russin Elena Isinbayeva 4,93 Meter im Stabhochsprung.
Liu Xiang, der am Donnerstag erst 23 Jahre alt wird, hatte 2002 in Lausanne erstmals auf sich aufmerksam gemacht, als er den Junioren-Weltrekord über 110 m Hürden auf 13,12 verbesserte.
Am Dienstag nun verbesserte der Chinese mit 12,88 seine eigene Bestmarke, die er zusammen mit dem Briten Colin Jackson geteilt hatte, um drei Hundertstel.
Nach seinem Olympiasieg 2004 in Athen avancierte er in China zum Volkshelden, und jetzt hält er den Weltrekord im Hürdensprint allein. Bei einem idealen Rückenwind von 1,1 m pro Sekunde verdrängte er Jackson gleich um drei Hundertstel als Weltrekordler.
Der aus Shanghai kommende Liu ist 1,89 m gross und 82 kg schwer. Er war 2004 in Athen der erste Vertreter Chinas, der einen globalen Wettkampf in der Leichtathletik für sich entscheiden konnte.
Weitere Bestleistungen
Neben dem Weltrekord von Liu Xiang hat die Athletissima in Lausanne vier Jahresweltbestleistungen geboten.
Eine sensationelle Leistung gelang Xavier Carter über 200 m. Der erst 20-jährige Amerikaner lief die halbe Bahnrunde in 19,63, das ist die zweitbeste je erzielte Zeit auf dieser Distanz.
Einzig der zurückgetretene Michael Johnson war bei seinem Fabelweltrekord mit 19,32 schneller gewesen.
Die weiteren Jahresweltbestmarken gingen auf das Konto von Michelle Perry (USA/100 m Hürden/12,43), Janeth Jepkosgei (Ken/800 m/1:56,66) und Isinbajewa (Stab).
Die amerikanische Weltmeisterin Perry blieb mit 12,43 um fünf Hundertstel unter der bisherigen Bestmarke ihrer Landsfrau Virginia Powell. Die erst 22-jährige Jepkosgei rang in 1:56,66 (bisher 1:57,07/Julia Schitschenko) Altmeisterin Maria Mutola aus Moçambique (1:56,77) in einem packenden Sprint hauchdünn nieder.
Isinbajewa realisierte im Stabhochsprung 4,90 Meter und steigerte sich damit gegenüber ihrem Freiluft-Saisoneinstieg am vergangenen Samstag am Golden-League-Meeting in Paris um 14 Zentimeter. Auf der Weltrekord-Höhe von 5,02 scheiterte die Olympiasiegerin und Weltmeisterin allerdings dreimal, womit sie ihre 20. Weltbestmarke verpasste.
Weitere Schweizer lösten EM-Ticket
Das Ticket für die Europameisterschaften (Göteborg, 7. bis 13. August) lösten Pierre Lavanchy (400 m), Andreas Kundert und Ivan Bitzi (beide 110 m Hürden).
Lavanchy blieb mit 45,97 zum dritten Mal in seiner Karriere unter 46 Sekunden. Der Lokalmatador, der im Winter von einem Ermüdungsbruch zurückgeworfen worden war, unterbot die Limite gleich um 27 Hundertstel. Damit bedankte er sich auf seine Weise bei den Organisatoren, die für ihn ein massgeschneidertes Feld auf die Beine gestellt hatten.
Im Vorprogramm schafften Kundert und Bitzi die Selektionskriterien im Hürdensprint (13,75). Kundert lief bei Windstille starke 13,72, womit er seine Bestzeit um zwölf Hundertstel verbesserte.
Routinier Bitzi kam ein Hundertstel hinter Kundert ins Ziel. Der 30-jährige Luzerner, dessen Bestleistung bei 13,52 liegt, wird zum dritten Mal in Folge an der EM dabei sein.
Zwei Schweizer Rekorde erzielte zudem Alexander Martinez im Dreisprung. Der gebürtige Kubaner sprang im ersten Versuch 16,92 und im letzten 16,99. Seine alte nationale Bestmarke von 16,60 hatte Martinez erst am vergangenen Donnerstag in Luzern realisiert.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
In Lausanne waren in 12 der 18 ausgetragenen Disziplinen die acht besten Athleten der Welt am Start.
Im Ranking des internationalen Leichtathletikverbandes (IAAF) liegt die Athletissima Rang fünf aller Meetings.
Die Meetings sind in Golden League (höchste Klasse), Super Grand Prix und Grand Prix aufgeteilt.
Die Weltklasse in Zürich, das grösste Meeting der Schweiz, liegt an vierter Stelle. Es ist der einzige Schweizer Event in der Golden League.
Die Athletissima verfügt über ein Budget von 2,5 Mio. Franken und verteilt Siegerpreise in der Höhe von über 610'000 Franken.
Fakten
Die 31. Ausgabe der Athletissima in Lausanne wurde von rund 13'000 Zuschauern verfolgt.
Aus Schweizer Sicht: Das Ticket für die Europameisterschaften in Göteborg vom 7. bis 13. August lösten Pierre Lavanchy (400 m), Andreas Kundert und Ivan Bitzi (beide 110 m Hürden).
Damit wuchs die Schweizer Delegation für Schweden auf elf Athletinnen und Athleten an.