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Der Marsrover «Curiosity» hatte am 6. August 2012 erfolgreich auf die Marsoberfläche aufgesetzt. Seither haben die Umweltüberwachungsstation REMS (Rover Environmental Monitoring Station) und das Strahlungsmessgerätes RAD (Radiation Assessment Detector) des Rovers Daten erfasst und an die Nasa übermittelt. Das REMS hat seit der Landung eine Zunahme des Luftdrucks festgestellt, die zudem täglichen Schwankungen unterworfen ist. Zwar waren sowohl die Zunahme als auch die Schwankung des Luftdrucks erwartet worden, aber die detaillierten Messungen erlauben es jetzt, die atmosphärischen Zirkulationsmuster auf dem Mars besser zu verstehen.
Erklären lässt sich die Druckzunahme auf dem Mars durch das Freiwerden enormer Mengen an CO2, das sich im Marswinter auf der südlichen Polkappe als Trockeneis in fester Form ablagert, führt die Nasa in ihrer Medienmitteilung aus. Im Marssommer sublimiert das CO2 in die Atmosphäre zurück und erhöht so den atmosphärischen Druck. Die tägliche Schwankung zeigt dagegen einen erhöhten Luftdruck am Marsmorgen und einen niedrigen Druck am Abend. Dieses Phänomen entsteht durch die tägliche Erwärmung der Marsatmosphäre durch die Sonne. Wegen der Drehung des Mars um die eigene Achse bewegt sich dann die erwärmte Atmosphäre als Welle um den Mars.
Atmosphärische Schwankungen korrelieren mit Strahlung
Diese atmosphärischen «Gezeiten» sind auch in den Daten des RAD sichtbar. Der RAD misst energiereiche Strahlung aus dem All, die für künftige bemannte Weltraummissionen ein grosses Risiko darstellt. Diese Strahlung ist zudem ein wichtiger Faktor für mögliches mikrobielles Leben auf dem Mars. Die fast ganz aus CO2 bestehende Atmosphäre schirmt die Partikelstrahlung ab – bei erhöhtem Druck stärker. Die Atmosphäre des Mars, so die Nasa in ihrer Medienmitteilung, verringert somit die Strahlendosis im Vergleich zu den Messungen, die auf dem Weg zum Mars im All gemacht worden sind.
Das Strahlungsmessgerät RAD ist ein Gemeinschaftsprojekt der USA und Deutschlands. Das amerikanische Southwest Research Institute (SwRI) in Boulder (Colorado) und die deutsche Christian-Albrechts-Universität in Kiel haben es entwickelt. Die finanziellen Mittel haben die Nasa und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beigesteuert.
Quelle
D.S. nach Nasa, Medienmitteilung, 15. November 2012