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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Erstes Buch
20.
Übrigens begegnete es dem Celsus, dass er wider seinen Willen dafür Zeugnis ablegte, dass die Welt jünger und noch nicht zehntausend Jahre alt sei. Er sagt nämlich: "auch die Griechen hielten diese Dinge für alt, weil sie wegen der Überschwemmungen und Weltbrände ältere Zustände nicht in Erwägung ziehen noch aus der Erinnerung mitteilen können". Celsus mag aber als Lehrer der Sage von den Weltbränden" und Wasserüberflutungen seine hochweisen "Ägyptier haben. Die Spuren ihrer Weisheit traten herrlich zutage in der Anbetung unvernünftiger Tiere und in ihren Lehren, die einen solchen Gottesdienst als vernünftig, ja tiefsinnig und geheimnisvoll hinstellen wollen. Wenn nun die Ägyptier, um ihrer Lehre Würde zu verleihen, die Verehrung ihrer Tiere theologisch zu begründen suchen, so sind sie weise; wenn aber jemand, der dem Gesetz und dem Gesetzgeber der Juden zustimmt, alle Dinge allein auf Gott, den Schöpfer der Welt, zurückführt, so steht er in den Augen des Celsus und seiner Gesinnungsgenossen tiefer als einer, der die Gottheit nicht bloß zu vernünftigen und sterblichen, sondern sogar bis zu den unvernünftigen Wesen herabzieht und noch mehr erniedrigt als die fabelhafte Lehre von der Seelenwanderung, nach welcher die Seele von dem Himmelsgewölbe herabfällt und bis zu den unvernünftigen Tieren, nicht nur den zahmen, sondern auch den wildesten, herabsteigt. Wenn die Äpyptier solche Märchen erzählen, so glaubt man, sie hätten ihre philosophischen Meinungen in Rätsel und geheimnisvolle Worte gekleidet; wenn aber Moses, der für ein ganzes Volk schreibt, ihm seine Geschichte und seine Gesetze hinterlässt, so werden "seine Worte" für "leere Fabeln" angesehen, "die nicht einmal, allegorische Auslegung zulassen"; denn dies scheint dem Celsus und den Epikureern richtig zu sein.