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Die Erfolgsgeschichte der Migros begann auf der Transportseite mit dem legendären Ford T-Modell, ein für die damalige Zeit genial einfaches und robustes Vehikel. Doch schon bald war es zu klein für die schnell wachsende Nachfrage und musste durch ein grösseres, 2,5 Tonnen schweres Fahrzeug ersetzt werden.
Während des zweiten Weltkrieges wurden nicht nur die Güter knapp, sondern auch die Transportkapazitäten. So beschloss die Migros, ihren eigenen Fahrzeugpark aufzustocken, und erwarb 1940 in den USA 50 neue Lastwagen. Der Krieg verhinderte allerdings die Einfuhr in die Schweiz, sodass die LKWs bereits ein Jahr später wieder verkauft wurden. Die gleiche Taktik schlug die Migros im Schiffsverkehr ein: 1941 kaufte sie den Hochseedampfer «Generoso», der zwischen Lissabon, Marseille und Genua hin und her pendelte. 1942 kamen die beiden Dampfer «Zürich» und «Ergo» dazu. Doch auch das Hochseeabenteuer der Migros war schnell zu Ende: 1943 wurden die Schiffe ohne Angabe von Gründen verkauft.
In den Sechzigerjahren verlagerte sich der Transport vermehrt von der Strasse auf die Schiene. Bereits damals setzte die Migros konsequent auf die Kombination verschiedener Verkehrsträger und schloss mit der SBB umfangreiche Verträge ab. Seither werden zum Beispiel die Mineralwasser der Marke Aproz fast komplett mit der Bahn aus dem Wallis in die Betriebszentralen der Migros-Genossenschaften geführt. Dass dafür unter anderem eine neue Brücke über die Rhône geschlagen werden muss, erfahren Sie in einem unterhaltenden Filmporträt.
1966 wurde die Camion Dispositionszentrale der Migros in Betrieb genommen. In ihren Anfangszeiten disponierte sie rund neunzig eigene Fahrzeuge. Gleichzeitig sorgten erstmals Kühllastwagen für eine einwandfreie Frischekette und trugen damit wesentlich zur Qualitätssteigerung von Fleisch- und Wurstwaren bei. Noch im selben Jahr versandte die Migros erstmals einen 20-Tonnen-Grosscontainer von New York über Rotterdam in die Schweiz. Damit begann der Siegeszug dieses universalen Frachtbehälters.
In den Achzigerjahren traten erstmals zwei Megatrends in Erscheinung, die noch heute unser Leben prägen: Standardisierung und Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund investierte die Migros zum einen 5.9 Millionen Franken in Mehrweggebinde. Bis 1991 waren bereits 5.8 Millionen Stück der sogenannten Tauschgeräte im Umlauf. Die Prozesse bis in die Filialregale werden dadurch stark vereinfacht und jährlich rund 60'000 Tonnen Karton eingespart. Gleichzeitig verlagerte die Migros immer mehr Transporte auf die Schiene und übertraf 1989 erstmals in ihrer Geschichte die Schallmauer von 1 Millionen Tonnen Gütern pro Jahr. Darunter auch Tiefkühlprodukte – bis anhin eine Domäne der Strassentransporte –, die mit zwei eigens dafür konstruierten Kühlcontainern transportiert wurden.
Das rasante Wachstum in den Neunzigerjahren ging einher mit einer zunehmenden Dezentralisierung der Produktionsstandorte und der Just-in-Time-Produktion, bei der die Güter nicht auf Vorrat, sondern genau auf den verlangten Zeitpunkt hin geliefert werden. Die Warenflüsse bekamen dadurch eine aussergewöhnliche Dynamik. Im Versorgungsbereich – ohne Filialbelieferung – wurden rund drei Fünftel der Güter auf der Schiene transportiert; darüber hinaus verfügten beinahe alle wichtigen Betriebe über einen direkten Anschluss an das Schienennetz.
Erstmals tauchte zu dieser Zeit auch die Idee auf, Strasse und Schiene kombiniert zu nutzen: Der «Komibrail»-Chauffeur sollte dabei den Sattelauflieger auf seinem Zugfahrzeug innert Minuten in einen Güterwagen «verwandeln» können – ohne einen Kran, eine Laderampe oder einen Warenlift zu benutzen. Obwohl sich dieses verheissungsvolle System nicht durchsetzen konnte, war das Konzept des Kombinierten Verkehrs (KV) geboren, das heute mehr und mehr von der Migros erfolgreich und ressourcensparend eingesetzt wird.
Seit der Jahrtausendwende hat die Migros im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ökologie (siehe auch «Nachhaltig unterwegs» auf dieser Seite) ihre Logistikdienstleistungen stetig optimiert. Das beschränkt sich beileibe nicht auf die Intensivierung des Kombinierten Verkehrs. Auch im Strassentransport kommen neue Ansätze zum Zug. So erhalten heute alle Chauffeure ihre Transportaufträge über das Camion-Dispositions- und Informationssystem (CADIS) direkt in die Fahrerkabine übermittelt. Die Fahrzeugauslastung konnte dadurch stark verbessert und die Effizienz enorm gesteigert werden. Gleichzeitig optimiert MGB Logistik Transport laufend ihre Transportrouten mit einer intelligenten Software, die sich am Verhalten der Ameisen orientiert und viel Zeit, Kosten und CO2 einspart. Die Geschichte geht weiter. MGB Logistik Transport bleibt dran.
Nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern ein Stück Schweizer Volks(wirtschafts)kultur: Die Geschichte der Migros und ihres legendären Gründers Gottlieb «Dutti» Duttweiler.