Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03444.jsonl.gz/2772

Das Wissen über Reflexzonen im menschlichen Körper ist seit Jahrtausenden in verschiedenen Teilen der Welt bekannt.
In Indien und China wurden schon vor 5000 Jahren Behandlungen durchgeführt, in denen Bezugspunkte des Körpers stimuliert wurden. Sie gerieten wahrscheinlich in Vergessenheit, weil sich das Prinzip der Akupunktur, das aus den gleichen Wurzeln stammt, stärker durchsetzte.
Erst 1917 wurde das alte Erfahrungsgut der Körperbehandlung über die Fussreflexzonen durch den amerikanischen Arzt Dr. William Fitzgerald systematisiert und in eine allgemein verständliche Form gebracht. Dieser lernte die Technik der Fußreflexzonenmassage bei den Ureinwohnern Nord- und Mittelamerikas kennen und dokumentierte und erweiterte sie.
Daraufhin unterwies er aufgeschlossene Ärzte und Therapeuten in dieser «Zonentherapie», welche die Grundlage der heutigen Fussreflexzonentherapie ist.
Um 1930 begann dann die Masseurin Eunice Ingham, das Grundwissen auch an interessierte Therapeuten weiterzugeben. So kam es auch wieder nach Europa, wo es in den letzten 40 Jahren vor allem durch die deutsche Therapeutin Hanne Marquardt konsequent weiterentwickelt und bis ins Detail ausgearbeitet wurde. Marquardt hat die Fussreflexzonenmassage auch der Schulmedizin näher gebracht und dieser Therapieform damit zu einer grossen Verbreitung verholfen. Ihre Schülerin Hanne Marquardt ist die bedeutendste deutsche Repräsentantin der Fußreflexzonenmassage.
Seitdem ist die Massage der Fußreflexzonen eine beliebte und effektive Therapie zur Behandlung von vor allem chronischen Erkrankungen zu dem Zweck, die Heilung in Gang zu setzen und zu fördern.
Aber mit welcher Technik werden solche Wirkungen überhaupt erzielt?
Bei der Fußreflexzonenmassage handelt es sich um eine manuelle Behandlungstechnik: Der behandelnde Therapeut setzt dabei mit einzelnen Fingern oder der Hand bestimmte Griffe am Fuß (v.a. im Bereich der Fußsohle) an und übt so Reize an den sogenannten Reflexzonen aus. Diese Technik steigert zum einen die örtliche Durchblutung. Zum anderen soll sie aber auch über den Fuß hinaus wirken. Die Art der Fußmassage beruht wie jede andere Technik der Reflexzonenmassage auf der Idee, dass die Strukturen des Körpers und all unsere Organe bestimmten Bereichen auf unserer Körperoberfläche zugeordnet sind.
Dementsprechend unterteilt man den gesamten menschlichen Körper in zehn senkrechte Körperzonen, deren Linien im Fuß münden, und dann noch einmal in drei waagerechte Zonen. In Anbetracht dieser Aufteilung steht der Fuß also in Wechselbeziehung zum ganzen Körper und bietet so die Möglichkeit, über die entsprechenden Fußreflexzonen auf deren Ursprungsgebiete therapeutisch einzuwirken.
Vor der Behandlung steht ähnlich wie bei der klassischen Massage eine äußere Untersuchung der Füße an erster Stelle: Hierbei erfasst der Therapeut neben der Temperatur der Haut und der Schweißbildung vor allem Abweichungen in der normalen Fußform, Schwellungen und Druckstellen. Diese können oft schon ein erster Impuls für den weiteren Behandlungsverlauf sein.
Bei der eigentlichen Massage selbst verwendet der Massagetherapeut eine Kombination aus drückenden und reibenden Bewegungen, die er gezielt an der Sohle, den Zehen und den Fußrändern einsetzt. Je nach Grund für die Behandlung und gewünschtem Ziel der Massage benutzt er entweder anregende (tonisierende) oder abschwächende (sedierende) Griffe. So werden zum Beispiel akute Schmerzen wie Ischialgie eher mit sedierenden Bewegungen gelöst, während bei dem Lösen von Verspannungen auch die Fingerkuppen oder -nägel zum Einsatz kommen können, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen.
Und wobei genau hilft die Fußreflexzonenmassage?
Zum einen hat die Massage der Fußreflexzonen wie die klassische Massage eine örtliche Wirkung: Die Durchblutung in den Füßen wird angeregt.
Zum anderen, ein viel größerer Aspekt der Reflexzonenmassage, fördert sie den Lymphabfluss in unseren Gliedmaßen, fördert das Schlafvermögen, lindert Schmerzen, kräftigt das körperliche Wohlbefinden und stärkt das Abwehrsystem.
Nachweislich hat sie außerdem die Wirkung, dass unsere Eingeweide und Organe stärker durchblutet werden und die Bewegungsaktivität des Darms erhöht wird.
Betrachtet man also die Tatsache, dass unsere Füße uns durch jeden Tag bringen, das Gewicht von uns, unseren Einkäufen, Rücksäcken, Taschen und hochgehobenen Kindern tragen, sollten wir uns doch so gut wie möglich um sie kümmern. Wie ginge das besser als mit einer ausgiebigen Massage?
Haben Sie schon Erfahrungen mit der Fußreflexzonenmassage gemacht? Berichten Sie doch gerne in den Kommentaren davon.