Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03279.jsonl.gz/850

Bau und Klang der keltischen Harfe
Keltische Harfen sind unterschiedlich gebaut und unterscheiden sich von ihrer Grösse, Holz, Bauart und ihrem Klang. Die kleinsten Harfen sind ungefähr 60 cm, die grössten 170 cm hoch. Ihr Gewicht variiert zwischen 5 und 25 kg. Sie sind mit Darm-, Nylon- oder Carbonsaiten bespannt. Die Basssaiten sind aus Stahl. Die Anzahl der Saiten variiert von 20 bis zu 37 Saiten. Die Spannung der Saiten kann sehr verschieden sein. Je nach Grösse des Instruments hält die Harfe ein Spannungsgewicht von 150-400 kg aus. Eine lockerere Spannung ermöglicht dem Spieler, Verzierungen, welche in der irischen und schottischen Musik oft vorkommen, leichter zu spielen.
Die Harfen werden je nach Harfenbauer meist aus massivem Holz gebaut. Verwendet werden Hölzer wie Ahorn, Kirsche, Birne, Apfel und Elsbeere. Der Klang der keltischen Harfe ist sehr ausgeglichen und weist ein reiches Obertonspektrum aus. Es gibt Harfen, welche einen sehr leichten klaren Klang haben, andere weisen einen warmen, vollen Klang aus.
Die Harfen sind diatonisch gestimmt. Halbtonklappen ermöglichen das Vertiefen oder Erhöhen eines Tones um einen Halbtonschritt.
Geschichte der keltischen Harfe
Die kleine, mit Metallsaiten bespannte keltische Harfe erlebte ihre Blütezeit im späten Mittelalter in Schottland, Irland, Wales und in der Bretagne. Sie war ein Instrument der Aristokratie und wurde an Bardenschulen unterrichtet. Die Unterwerfung von Irland und Schottland durch die Engländer im 13. Jahrhundert und der Bretagne durch die Angliederung an das französische Reich im Jahr 1532 führte zu einem Niedergang dieses Instrumentes. Da die Harfenspieler als die Wahrer und Übermittler der Kultur dieser unterworfenen Länder galten, wurden sie – so die historische Überlieferung – nicht selten verfolgt.
In der Folge geriet die keltische Harfe über Jahrhunderte fast vollständig in Vergessenheit. Erst in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte sie eine grosse Renaissance. In Irland gründeten ihre Wiederentdecker 1960 den Verein Cairde na Cruite ( Friends of the harp ). Sie organisierten Konzerte, förderten die Vermittlung ihres Spiels und veröffentlichten Lehrbücher. In Europa löste damals der Bretone Alain Stivell einen Begeisterungssturm nicht nur für die bretonische Musik sondern auch für die keltische Harfe aus. In Schottland war es die Gründung der „School of Scottish Studies“ an der Universität Edinburgh die eine Folkwelle auslöste und so für die keltische Harfe ein günstiges Umfeld schuf.
Heute wird das Instrument wieder in vielen Ländern der Welt von zahlreichen professionellen MusikerInnen mit Begeisterung gespielt. Die Literatur der keltischen Harfe konzentriert sich hauptsächlich auf Musik aus den keltischen Ländern, der Bretagne, Irland, Schottland und Wales.