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Als grundlegende Idee hinter der Anlage "Walpurgy" stand der Gedanke, in einem absehbaren Zeitrahmen eine transportable Zimmer-Anlage mit möglichst geringen Abmessungen zu bauen. Die Anlage soll zwar mit einfachen Mitteln, aber dennoch ansprechend gestaltet werden.
Wie der Name "Walpurgy" schon vermuten lässt, folgt das Konzept keinem konkreten Vorbild. Ziel ist es, ein harmonisches Zusammenspiel von Bahn und Landschaft zu erreichen.
Aufgrund der Grösse der Anlage, der engen Bogenradien und der recht starken Steigungen können natürlich keine langen Züge, geschweige denn massstäblich lange Schnellzugwagen verkehren. Eine ausreichende Länge der Bahnhofsgleise wird durch die Verwendung von Innenbogenweichen erreicht.
Das Konzept
Technik
Die Technik und Elektrik der Klein-Anlage beschränkt sich auf ein Minimum. Da die Weichen gut erreichbar sind, werden sie als Handweichen eingebaut. Als einziges ist das Anschlusskabel für den Fahrstrom notwendig.
Um eine ausreichende Fahrspannung zu erhalten, wird der Strom an zwei gegenüberliegenden Punkten im verdeckten Breich eingespeist. Das Kabel wird gleich innerhalb der Anlage geführt, so dass der Unterboden frei bleibt.
Durch die Verwendung der Minitrix-Weichen als "Stopp-Weiche" lassen sich die Bahnhofsgleise abschalten, um einen Zug oder eine Lok abzustellen.
Die vier einzeln abschaltbaren Gleise sind in nebenstehender Skizze unterschiedlich farbig dargestellt.
Unterbau in Leichtbauweise
Da die Anlage transportabel und bei Bedarf leicht zu verstauen sein soll, sollte sie folglich möglichst leicht und gut zu handhaben sein. Für den Unterbau von Gelände und Gleistrassee verwende ich dazu Panzerkarton (ein knickfester Wellkarton).
Gleisplan und Gleisbau
Einen exakten Gleisplan für "Walpurgy" zu erstellen, schien mir nicht zwingend notwendig. Als Vorlage genügt eine Handskizze, die die grundsätzliche Idee im wesentlichen illustriert.
Den weiter oben abgebildeten Gleisplan habe ich im nachhinein gezeichnet, um das ganze etwas anschaulicher darzustellen.
Eine offene Rahmenbauweise ist bei der gegebenen Anlagengrösse nicht notwendig, es kann also auf der berühmt-berüchtigten "Platte" gebaut werden.
Diese Grundplatte besteht, um die Stabilität zu erhöhen, aus zwei Schichten verleimtem Panzerkarton. Spanten und Stützen für das Gleistrassee und Gelände werden ebenfalls aus besagtem Karton zugeschnitten und durchgehend verleimt.
Durch den Einbau der Spanten wird die Konstruktion absolut stabil und verwindungssteif.
Der genaue Gleisplan wird direkt 1:1 festgelegt. Auf einer weiteren Kartonunterlage mit der gleichen Grösse wie die Grundplatte werden die Gleise erst einmal lose verlegt. Wenn der endgültige Streckenverlauf schiesslich gefunden ist, kann das Trassee aufgezeichnet werden. Ebenso habe ich die obere Ebene für den Bahnhofplatz gleich mit eingezeichnet.
Anschliessend wird das Trassee zugeschnitten. Das geht mit einem Teppichmesser oder dem etwas feineren Cutter (Japanmesser) ohne grosse Mühe.
Die Stützen für das Trassee werden ebenfalls aus Panzerkarton zugeschnitten. Jetzt wird alles sauber und exakt mit Heisskleber verleimt.
Die Geise werden ebenfalls mit Heissleim fixiert. Dabei darf nicht zuviel Leim angegeben werden, damit dieser nicht zwischen den Schwellen hervor quillt und später den Fahrbetrieb stört oder für verbrannte Finger beim aufdrücken der Gleise sorgt.
Sind alle Gleise verlegt und befestigt, ist es an der Zeit für eine Probefahrt. Ist die Testfahrt erfolgreich verlaufen, geht es ans Einschottern der Gleise.
Gleise einschottern
Also, es darf geschottert werden. Das dürfte kaum die Lieblingsbeschäftigung der meisten Modellbahner sein, ist aber unumgänglich, um einen realistisch wirkenden Gleiskörper darzustellen.
Die gängigste Methode ist wohl hinlänglich bekannt. Dabei wird der Schotter, nachdem er aufgetragen und zwischen den Gleisen verteilt ist, mit einem Wasser-Leim-Spüli-Gemisch fixiert. Ich habe diese Methode etwas abgewandelt.
Zur Befestigung des Schotters verwende ich ebenfalls verdünnten Weissleim, ich schätze mal ungefähr im Verhältnis 4:1, also 4 Teile Wasser zu einem Teil Leim. Von dem verdünntem Leim wird nun soviel dem Schotter beigegeben bis eine Art Mörtel entsteht. Mit dieser fertig angerührten Leim-Schotter-Mischung lassen sich die Gleise mit etwas Übung recht zügig einschottern.
An den Aussenseiten der Gleise wird der Schotter mit einem Spachtelmesser aufgetragen. Dabei gilt zu beachten, dass der Schotter nicht höher als die Schwellenoberkante zu liegen kommt. Wichtig bei Weichen ist natürlich, dass der Stellhebel und die Stellschwelle von Schotter und Leim frei bleiben.
Zwischen den Schienen wird der Schotter zuerst mit dem Spachtel aufgetragen und anschliessend mit einem Borstenpinsel verteilt und zwischen die Schwellen gedrückt.
Jetzt kommt Farbe ins Spiel.
Um die gewünschte Färbung des Schotters zu erhalten, wird zuerst eine Grundierung aufgetragen. Schwarz mit Weiss und etwas Ocker gemischt ergibt ein geeignetes warmes Grau.
Die Grundierung mit Acrylfarbe bindet ausserdem noch lockere Schotterkörner, so dass sich ein festes Schotterbett ergibt.
In einem zweiten Arbeitsgang betone ich die Körnung es Schotters. Eine Mischung aus Schwarz und Siena ergibt ein sehr schönes schmutziges braun.
Die Farbe wird mit dem Borstenpinsel sehr trocken, also ohne Beigabe von Wasser, aufgetragen. Dabei soll der Pinsel nur wenig Farbe aufnehmen und dann nur leicht über die Oberfläche wischen, damit die Farbe nicht voll deckend aufträgt.
Zum Schluss folgt noch das einrosten der Schienen. Hierzu mische ich wiederum Schwarz mit Siena. Die Mischung ist ganz individuell. Mehr Siena ergibt hellere, rotbraune Farbtöne, mehr Schwarz führt zu dunkleren braunen Farben.
Ich bevorzuge ein nicht allzu rostig rotes braun.
Neben den Schienenprofilen werden auch die Bereiche neben den Schienen mit wenig trockener Farbe leicht rostig patiniert.
Die Gleisbauarbeiten sind damit abgeschlossen. Jetzt kann mit dem Bau der Landschaft begonnen werden. Damit geht es im 2. Teil weiter.
Die Anlage findet auf einer Fläche von lediglich 105 x 67 cm Platz. Bei diesen Ausmassen bleibt der Gleisplan selbstredend bescheiden. Ein "Klassiker" unter den Gleiplänen ist das in sich verschlungene doppelte Oval, mit dem die Strecke verlängert wird.