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In Deutschland und Österreich existiert ein Grenzwert für Lichtimmissionen, der für geplagte Anwohner die senkrecht gemessene Beleuchtungsstärke an der Fensterkante auf maximal 1 Lux festsetzt. Das entspricht immer noch knapp vier Vollmonden – zuviel Licht für einen gesunden Schlaf und für Zugvögel. Nehmen wir aber einmal an, man wollte ein Haus so neben einen Sportplatz stellen, dass dieser Grenzwert eingehalten wird.
Das bringt uns direkt zum Thema: Wie gross ist die den Sportplatz umgebende Lichtglocke, welche dem Wert von 1 Lux entspricht?
Das Resultat sehen Sie für typische Beispiele in den nachfolgenden Bildern. Unsere Annahmen, welche eingeflossen sind, haben wir angegeben, so dass man besser vergleichen kann. Die Lichtglocke wurde gewollt lediglich für die indirekte Emission berechnet. Das heisst die Lichtquellen sind nicht berücksichtigt und wir gehen von einer exakt begrenzten und homogenen Beleuchtung aus, was eine starke Vereinfachung zur Realität darstellt, jedoch den Berechnungsaufwand massiv reduziert. Die halben Abstandswerte in x und y und die ganze Höhe in z gelten ab Platzmitte.
Eishockey
Länge·Breite = 60m·30m, Radius = 8m, Eh = 500 lx, Albedo = 0.4
Fussball
Länge·Breite = 100m·64m, Eh = 200 lx, Albedo = 0.2
Tennis
Länge·Breite = 29.77m·16.97m, Eh = 500 lx, Albedo = 0.3
Für ein Hochhaus, das neben einen Sportplatz gebaut werden soll, bedeutet unser Resultat, dass der Abstand zur Platzmitte beim Tennis über 72m, beim Fussball 140m und beim Eishockey 155m betragen sollte.
Und das wie gesagt noch ohne die direkten Immissionen ab Lichtquelle, die in den unteren Stockwerken die Anwohner zusätzlich stören könnten.
Sportplatzbeleuchtungen stehen immer wieder im Fokus von Anwohnern, die sich dadurch gestört fühlen. Die Normen zur Beleuchtung von Sportplätzen haben klare Vorgaben, für welche Sportart und Klasse oder Liga welche Beleuchtungsstärke gilt, so dass die Spieler sich und ihre Kollegen, aber natürlich auch die gespielten Pässe gut sehen.
Mit ein Grund für die Höhe der Lichtmasten sind also die fliegenden Bälle, die nicht in der Dunkelheit verschwinden und plötzlich wieder auftauchen sollen.
Dark-Sky Switzerland: Das Problem der direkten Blendung durch die Flutlichter, oder neuerdings auch LED, kann nur durch gute und gezielte Abschirmung in den Griff bekommen werden. Schräg stehende oder symmetrische Strahler am Platzrand sind deshalb im Aussenraum unerwünscht.
Die Lichtplaner verwenden zur Berechnung und Visualisierung Programme. In der Regel wird damit aber die Einhaltung der Norm sicher gestellt und im besten Fall die Immissionswerte betroffener Anwohner berechnet und reduziert.
Das Bild zum Ausmass der Lichtglocke haben wir jedoch noch nicht gesehen und rufen die Betreiber von Sportplätzen dazu auf, aus diesem Grund die Ausschaltzeiten immer einzuhalten, damit die Störungsquelle eben wirklich nur temporär wirkt.
Zugvögel reagieren bei diffuser Bewölkung und Nebel (schlechte Sicht) auf Lichtquellen, welche Vollmondstärke erreichen. Das Verhalten, die Lichtquelle anzufliegen, um dem Nebel zu entkommen, ist angeboren. Für die Beleuchtungsstärke eines Vollmondes, müssten die obigen Abstandswerte etwa verdoppelt werden.
Das heisst bis 492m über einem Eishockeyfeld, 414m über einem Fussballfeld und 230m über einem Tennisplatz wird ein Zugvogel bei schlechter Sicht durch die Lichtglocke noch angezogen werden.
Wer einen konkreten Fall genau berechnet haben will, wende sich an unsere Geschäftsstelle und verlange ein Angebot durch einen Lichtplaner, der bei Dark-Sky Switzerland Mitglied geworden ist.