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Der R. war ein gewaltlos ausgetragener Streit über die Erhöhung der Weinsteuer zwischen dem Basler Rat und der Basler Landbevölkerung in den Jahren 1591-94. Als Auslöser galt der Beschluss des Rats vom 18.1.1591, die indirekte Steuer auf den Weinkonsum, das Weinungeld, zu erhöhen durch die Umwandlung von einer ehemals fixen in eine vom Weinpreis abhängige Abgabe. Mit dieser Steuererhöhung sollten die finanziellen Aufwendungen von rund 160'000 Gulden, welche die Stadt Basel laut dem Vertrag von Baden von 1585 für den endgültigen Erwerb ihres Untertanengebiets an den Bf. von Basel zu bezahlen hatte, teilweise auf die Untertanen abgewälzt werden.
Nachdem eine Bittschrift der Landleute vom 22.3.1591 über die Rücknahme der Ungelderhöhung vom Rat abgelehnt worden war, organisierten sich diese und brachten ihr Anliegen vor die Tagsatzung. Die Vermittlungsversuche durch die eidg. Organe blieben erfolglos: Ein mit dem Rat und Gesandten der Untertanen ausgehandelter Vergleich wurde von den Landleuten mehrheitlich abgelehnt. Anfang Mai 1592 entschied die Tagsatzung, die Einführung der vom Rat angeordneten Steuern auszusetzen, um den Frieden zu wahren.
Ab Herbst 1593 erhöhte der Rat den Druck auf die Gem. wieder, da das Interesse der Eidgenossen und der Landleute an der Steuerfrage nachgelassen hatte. Unter dem Vorwand, gehorsame Untertanen zu schützen, besetzten Basler Truppen unter Führung von Andreas Ryff Anfang Mai 1594 die Gem. Liestal. Die Landleute der übrigen Gem. versammelten sich nun, ebenfalls bewaffnet, auf der Wildensteiner Weide. Erst dort wurde in gemeinsamen Verhandlungen, dem sog. Wildensteiner Parlament vom 17.5.1594, eine Einigung über die künftige Weinsteuer erzielt: Die alten Steuersätze blieben bestehen; zusätzlich jedoch war ein sog. Rappenmasspfennig zu zahlen, was einer Erhöhung des Weinungelds um das Dreifache entsprach.
Literatur
– N. Landolt, Untertanenrevolten und Widerstand auf der Basler Landschaft im 16. und 17. Jh., 1996
– Nah dran, weit weg: Gesch. des Kt. Basel-Landschaft 4, 2001, 10-18
Autorin/Autor: Claudia Ulbrich