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Meinrad Schütter wurde am 21. September 1910 in Chur geboren. Er entstammte einem musikliebenden Elternhaus. Neben Klavier- und Orgelunterricht erhielt Schütter bereits als Schüler Theoriestunden bei Antoine-Elisée Cherbuliez, dem späteren Dozenten für Musikwissenschaft an der Universität Zürich, der Schütters Talent entdeckt hatte und weiterhin förderte. Schütter studierte am Konservatorium Zürich, später bei Willy Burkhard, blieb jedoch überwiegend Autodidakt. Alexander Schaichet und Hermann Scherchen führten Orchesterkompositionen von Meinrad Schütter auf, der berühmte österreichische Dirigent Hans Rosbaud setzte sich für ihn ein. Meinrad Schütter bekam kurz vor Kriegsbeginn (1939) ein Stipendium für einen Jahresaufenthalt in Rom. Schütter lernte dort Luigi Dallapiccolas Formenlehre kennen und nahm gewichtige Werke in Angriff, darunter auch eine grosse Messe für Soli, Chor und Orgel. Noch als 40-Jähriger nutzte er Paul Hindemiths Anwesenheit in Zürich für einen nun systematischen und gründlichen vierjährigen Unterricht (1950-1954).
Das Gesamtschaffen umfasst ein umfangreiches Instrumental- und Vokalwerk: Chöre, zwei Messen, die Oper "Medea", Ballettmusik, Orchesterkompositionen (unter anderem auch eine Sinfonie), ein Klavierkonzert, Klavier- und Kammermusik, instrumental begleitete Gesänge, Orgelwerke, sowie 60 Lieder mit Klavierbegleitung. Schütters vieljährige Tätigkeit am Opernhaus Zürich als Ballettkorrepetitor und Beleuchtungsdirigent wurde neben der kompositorischen Arbeit zum Brotberuf. Nach 1976 lebte der Komponist freischaffend in Küsnacht bei Zürich. Meinrad Schütter starb am 12. Januar 2006 in Küsnacht.
Neben der Zentralbibliothek Zürich, die seinen Nachlass verwahrt, ist es vor allem der Pianistin Ute Stoecklin zu verdanken, dass Meinrad Schütters Musik allmählich ins Bewusstsein einer weiteren Öffentlichkeit tritt. Ute Stoecklin pflegte ein langjährige Freundschaft mit dem Komponisten und integriert seine Werke immer wieder in eigene Konzertprogramme und CDs. Ute Stoecklin ist ausserdem Präsidentin der Meinrad-Schütter-Gesellschaft (www.meinrad-schuetter.ch).
Der Herausgeber möchte sich bei Frau Ute Stoecklin für ihre wichtige und grosszügige Hilfe bei der Vorbereitung der Chorwerke von Meinrad Schütter für diese Ausgabe danken. Auch Herrn Francis Schneider sei für die sorgfältige Durchsicht und die Korrekturarbeit gedankt.
Weitere Information über die Musik und das Leben von Meinrad Schütter sind zu finden in: Ute Stoecklin; Meinrad Schütter - Lebenswerk Musik oder "Die Kunst, sich nicht stören zu lassen", Müller & Schade, Bern 2010