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Rolf Ebi ist noch keine vier Monate alt, als die Bomber kommen. Er liegt am 1. April 1944 in seiner Wiege im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses an der Neustadtgasse in Schaffhausen. Es ist ein freundlicher Frühlingsvormittag. Seine Mutter hängt auf der Dachterrasse die Wäsche auf, sein Vater steht schon seit Wochen als Soldat an der Grenze. Die Mutter hört die Sirenen des Fliegeralarms, nimmt sie aber nicht allzu ernst. Schon zuvor haben die Sirenen immer mal gelärmt, ohne dass je etwas passiert wäre. Schliesslich befindet man sich in der neutralen Schweiz.
Doch dann knallt es. Drei Häuser entfernt hat eine Bombe eingeschlagen, weitere Einschläge folgen. Schnell hetzt sie von der Dachterrasse hinunter zu ihrem Kind, holt es aus der Wiege und flüchtet zusammen mit ihm in den Schutzkeller. Innerhalb von 40 Sekunden treffen 778 amerikanische Spreng- und Brandbomben die Stadt Schaffhausen. 40 Menschen sterben, über 100 werden zum Teil schwer verletzt, 465 werden obdachlos. 66 Gebäude sind komplett zerstört, Hunderte schwer beschädigt.