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"Man kümmert sich nicht genug und jeder spricht nur über das Geld." - Über ehrenamtliche Tätigkeiten wirtschaftlicher Eliten im Verband Schweizerischer Jüdischer Flüchtlingshilfen (VSJF)
Im Juli 1984 gab Regula Boritzer, ehemalige Fürsorgerin im Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen/Flüchtlingshilfen (VSJF), ein Interview, in dem sie die Situation der schweizerisch-jüdischen Flüchtlingshilfe während des Zweiten Weltkriegs rekapitulierte.
Als Fürsorgerin des Verbands Schweizerischer Israelitischer Armenpflegen (VSIA, 1943 unbenannt in VSJF) agierte Boritzer bis Kriegsende an der Schnittstelle zwischen freiwilligen Helfern, die häufig aus den höheren Gremien der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich stammten, bezahlten Hilfskräften und Flüchtlingen. Der Fokus des Beitrags soll auf den ehrenamtlichen Mitarbeitenden liegen, die mehrheitlich aus wohlsituierten Verhältnissen stammten.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Schweizer Juden, die sich im VSIA/VSJF engagierten, wie Silvain S. Guggenheim, Otto H. Heim und Georges Bloch, kannte Boritzer die finanziellen Engpässe der schweizerisch-jüdischen Flüchtlingshilfe. Es fehlte nicht an gutem Willen, den Flüchtlingen beizustehen, dennoch musste Pionierarbeit geleistet werden, die nicht vor Fehlern gefeit war.
Wer waren die Helferinnen und Helfer, die sich häufig unter grossen Einschränkungen ihres privaten und wirtschaftlichen Lebens im VSIA/VSJF engagierten? Der Beitrag soll einen Einblick in die verbindenden biographischen Elemente einiger Mitarbeitenden der jüdischen Flüchtlingshilfe geben. Anhand von einzelnen Fallbeispielen soll gezeigt werden, wie die Leitung des VSIA/VSJF mit dem Dilemma umging, dass Geld an allen Ecken und Enden fehlte. Dennoch wurde versucht, die Flüchtlinge zumindest notdürftig zu versorgen. Die Kompromisse, die dabei gemacht wurden, sollen vor diesem Hintergrund kritisch beleuchtet werden.