Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03514.jsonl.gz/2288

Die Behörden ordneten am Freitag an, dass 950 Soldaten in das Armenviertel Rocinha mit geschätzt über 70'000 Einwohnern einrücken sollen. Zuvor hatte der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Luiz Fernando Pezao, rasche Unterstützung angefordert. Helikopter kreisten über der Favela. In den Schulen der Umgebung wurde der Unterricht vorzeitig beendet.
Bereits Ende Juli waren 8500 Soldaten entsandt worden, um in der 6,5-Millionen-Metropole die Machtzunahme von Drogenbanden zu bekämpfen. Von Januar bis Juni wurden im Bundesstaat Rio de Janeiro bereits 2723 Menschen getötet - 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitrum.
Die Polizei wird der Lage kaum noch Herr. Es wurden 2017 schon über 100 Polizisten getötet. Wegen der Lage sind auch die Tourismuszahlen eingebrochen, die Auslastung der Hotels in Rio lag laut der Tourismusbehörde zuletzt bei unter 50 Prozent.
Der Bundesstaat kämpft mit enormen Finanzproblemen, was zu Sparmassnahmen auch bei der Polizei und zur Reduzierung von Unterstützungsmassnahmen in den Armenvierteln (Favelas) führte.
Viele der Favelas sind rechtsfreie Räume - kriminelle Banden haben die Macht übernommen, der Drogenhandel blüht, es gibt viele Schiessereien. Den grössten Einfluss hat das "Comando Vermelho", das "Rote Kommando".
(SDA)