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Gesellschaft
Migration und Integration in Deutschland wissenschaftlich betrachtet
Der Titel führt ein wenig in die Irre: Es handelt sich bei diesem Buch nicht um eine allgemeine Abhandlung zu den Themen Migration und Integration in der BRD, sondern um einen Sammelband, der im Rahmen einer Tagung für Geographiegymnasiallehrer in Bayreuth 2010 entstanden ist. Allerdings spielt die Didaktik bei den Beiträgen keine Rolle.
Fast alle der Aufsätze sind dem wissenschaftlichen und parteipolitischen Mainstream zuzuordnen (auch einem SPD-Abgeordneten wird Platz eingeräumt), nur zwei scheren aus der Reihe: Der Artikel von Weisser, der sich mit der Integration von Obdachlosen in der Stadt Nürnberg beschäftigt, und eine Abhandlung von Dorsch und Verne zur Ausgrenzung durch Integration. Ansonsten herrscht leider der übliche Tenor: das großzügige Deutschland gewährt den "Ausländern" Zuflucht auf seinem Territorium und solange die deutsche Ökonomie sie gebrauchen kann, die "Fremden" schön brav sind und sich an alles anpassen, ist auch alles in Ordnung. Dass in der BRD eine rassistische Grundstimmung herrscht, die das gesellschaftliche Klima für Morde an Nicht-Deutschen erst schafft, bleibt hier leider unerwähnt. Im Gegenteil: Müller-Mahn findet in seinem Beitrag sogar eine "positive Altersstruktur" (S. 25) bei Zuwanderern, da diese im Durchschnitt 10 Jahre früher sterben.