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collectif_fact
ce qui arrive
Die Videoanimation ce qui arrive zeigt einen Schnitt durch ein grosses Bürogebäude, dessen anonyme Korridorfluchten und Sitzungszimmer nahezu überall auf der westlichen Welt existieren könnten. Während die Kamera sich in einer kontinuierlichen Fahrt horizontal oder vertikal im Gebäude bewegt, ändern sich die Konfigurationen der Personen im jeweiligen Raum durch mehrere ineinander geblendete Stills, so dass die Bewegungen der einzelnen Protagonisten nur zerstückelt wahrgenommen werden können. Dies ist einer der drei Brüche, aus denen das Werk seine Spannung bezieht.
Ein weiterer augenfälliger Bruch besteht in der Darstellung einer extrem gewöhnlich angelegten und detailliert geschilderten Alltagswelt und den darin stattfindenden Ausbrüchen aus dieser Norm ins Absurde. Diese können, so Jürgen Links Theorie des Normalismus, umso stärker ihre Wirkung entfalten, je gewöhnlicher sie zunächst eingebettet werden.
Irritiert bereits die Gruppe von Arbeitskollegen im Sitzungszimmer, die auf einer Sitzgruppe gemeinsam an die Decke starren, fallen der brennende, blätterspeiende Kopierer oder die Kollegen mit Sauerstoffmaske und Rettungsweste umso deutlicher aus dem normierten Büroalltag.
Der letzte Bruch ist etwas subtiler. Die Raumfluchten sind nicht als kohärente Abfolgen gestaltet. Die Türen der einzelnen Räume und der Korridorfluchten führen immer wieder ins Nichts. Dort wo sich in einem Raum etwa eine Tür zum nächsten Zimmer öffnet, befindet sich im Raum nebenan lediglich eine weisse Wand. Der Absurdität der aus der Normalität ausbrechenden, zerstückelten Ereignisse entspricht die räumliche Unüberschaubarkeit und Isolation.
(Text: Bettina Back)