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Der Vorfall ereignete sich auf einem Flug der Ethiopian Airlines von Khartum nach Addis Abeba. Die Boeing 737 war in einer Höhe von 11'300 Metern mit Autopilot unterwegs, als sie am 15. August vor dem internationalen Flughafen Addis Abeba Bole, dem planmässigen Zielort, nicht zum Landeanflug ansetzte.
Landebahn überflogen
Die Flugsicherung konnte die Besatzung offenbar trotz mehrerer Kontaktversuche nicht erreichen. Es wurde jedoch ein Alarm ausgelöst, als das Flugzeug über die Landebahn hinausschoss und die Route fortsetzte, wie «20 Minuten» und «Blick» berichten. Das Flugzeug begann daraufhin zu sinken und landete etwa 25 Minuten später sicher.
Die Daten der Flugüberwachung zeigen, dass das Flugzeug die Landebahn überflog, bevor es seinen Sinkflug begann und zu einem weiteren Landeanflug manövrierte. Der Luftfahrtexperte Alex Macheras äusserte sich auf Twitter schockiert über den «sehr besorgniserregenden Vorfall», der seiner Meinung nach auf eine Übermüdung der Piloten zurückzuführen sein könnte.
Deeply concerning incident at Africa’s largest airline — Ethiopian Airlines Boeing 737 #ET343 was still at cruising altitude of 37,000ft by the time it reached destination Addis Ababa— Alex Macheras (@AlexInAir) August 18, 2022
Why hadn’t it started to descend for landing? Both pilots were asleep. https://t.co/cPPMsVHIJD pic.twitter.com/RpnxsdtRBf
«Übermüdung von Piloten ist nichts Neues und stellt eine der grössten Bedrohungen für die Flugsicherheit dar - international», twitterte er am Donnerstag.
Müdigkeit, ein grosses Sicherheitsrisiko
Der Bericht kommt nur wenige Monate, nachdem Piloten von Southwest Airlines und Delta Air Lines die Führungskräfte der Fluggesellschaften gewarnt hatten, dass die Erschöpfung der Piloten zunehme. Sie forderten sie auf, Müdigkeit und die daraus resultierenden Fehler als Sicherheitsrisiko zu behandeln.
«Müdigkeit, sowohl akut als auch kumulativ, ist bei Southwest Airlines zum Sicherheitsrisiko Nummer eins geworden», teilte die Southwest Airlines Pilots Association (SWAPA) den Führungskräften der Fluggesellschaft laut «CNN» im April in einem Brief mit.
Auch in Italien Fall von «Eingeschlafen»
Dem Schreiben zufolge waren die steigende Nachfrage nach Flugreisen im Zuge der Erholung der Branche von der Covid-19-Pandemie und das durch Unwetter verursachte Stornierungschaos einer der Gründe für die zunehmende Erschöpfung der Piloten.
Im Mai berichtete die italienische Zeitung «Repubblica», dass ein italienischer Pilot entlassen worden war, nachdem er während eines Fluges zwischen New York und Rom eingeschlafen war.
Der Co-Pilot soll zu diesem Zeitpunkt eine genehmigte Ruhepause eingelegt haben, was dazu führte, dass der Airbus A330 dem Bericht zufolge zehn Minuten lang die Kommunikation mit der Flugsicherung verlor.
(hap)