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Berlin 26. 1. 70 1
Endlich hochverehrtester Herr, kann ich Ihnen sagen, daß unsere Banquiers 1. von dem Ihnen mitgetheilten Finanzplane aus den von Ihnen geltend gemachten Bedenken abgesehen haben u daß 2. in einer Conferenz, welche Sonnabend stattfinden soll, die Propositionen an das Comite festgestellt werden sollen, von denen ich hoffe, daß sie acceptabel u zweckmäßig sein werden. Ich theile Ihnen heute nichts näheres mit, um mögliche Modificirungen zu vermeiden. Wir wären schon weiter, wenn Hansemann nicht bald in Schlesien, bald in Braunschweig bald am Rhein gewesen wäre.
Schlimmer sieht es momentan im Bundeskanzler Amte aus. Delbrück hält fest daran, daß die rheinischen Eisenbahnen 3 Million und| u der preußische Staat als Eisenbahnbesitzer u Eigenthümer der Saarbrückener Gruben ebenfalls 3 Mill. zu den Norddeutschen Subsidien beitragen sollen, so daß also nur 6 resp 7½ Mill. auf die Bundeskasse kämen. Die Eisenbahnen werden antworten, daß sie Aktien aber nicht Subsidien übernehmen wollen u können. Der Staat Preußen kann nur geben, wenn der Landtag bewilligt. Also doppelte parlamentarische Verhandlungen. Ich gehe morgen oder übermorgen zu Bismark um ihm die Jämmerlichkeit dieses Procedere's vorzustellen, obschon er dasselbe selbst unterzeichnet hat.
Also hier, wie bei Ihnen; die Schwierigkeiten reißen nicht ab.|
Doch, per aspera ad astra oder vielmehr ad tenebras montis et per tenebras. Ich schreibe diese Zeilen in der Sitzung von Störungen umgeben. Entschuldigen Sie daher alles flüchtige u fehlerhafte.
Immer
Ihr
v Sybel.