Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03625.jsonl.gz/1442

Wohnverhältnisse und Wohneigentum
Rund jeder zweite Thurgauer Haushalt lebt in einer Mietwohnung oder in einem Miethaus. In den eigenen vier Wänden wohnen 48 % der Haushalte, davon der grösste Teil im eigenen Haus (38 % aller Haushalte). Eigentümer einer Wohnung sind 10 % aller Thurgauer Haushalte.
Wohneigentum immer beliebter
Die Wohneigentumsquote ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. 1970 waren 39 % der Thurgauer Haushalte Wohneigentümer. Bis zum Jahr 2000 stieg die Wohneigentumsquote auf 43 % und 2016 betrug sie bereits 48 %. Während der Anteil Hauseigentümer über die Jahre relativ konstant blieb, hat das Stockwerkeigentum deutlich an Bedeutung gewonnen. So lebten 1990 nur gerade gut 2 % der Haushalte in einer Eigentumswohnung, heute sind es 10 %.
Schweizer und Senioren sind häufig Wohneigentümer
Schweizer sind häufiger Wohneigentümer als Ausländer. Etwas mehr als die Hälfte der Haushalte mit ausschliesslich Schweizern sind Wohneigentümer. Bei Haushalten mit rein ausländischer Zusammensetzung ist nur gerade ein Fünftel Eigenheimbesitzer.
Auch nach Alter der Haushaltsmitglieder unterscheidet sich die Wohneigentumsquote stark. Haushalte, in denen ausschliesslich über 64 Jahre alte Personen leben, sind zu 55 % Wohneigentümer. Bei den 25- bis 64-Jährigen liegt die Wohneigentumsquote mit 36 % deutlich tiefer.
Paare und Familien leben im Eigenheim, Singles und Alleinerziehende sind Mieter
Paare sind mehrheitlich Wohneigentümer, unabhängig davon, ob Kinder im Haushalt leben oder nicht. Paare mit Kindern leben jedoch häufig im eigenen Haus, während bei Paaren ohne Kinder die Eigentumswohnung verbreiteter ist.
Bei Singlehaushalten ist die Wohneigentumsquote deutlich tiefer als im Durchschnitt. So sind nur gerade 28 % der Einpersonenhaushalte Wohneigentümer. Dasselbe gilt für Alleinerziehende, auch bei Ihnen lebt weniger als ein Drittel im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung.
Wer in der Stadt wohnt, ist eher Mieter
Wohneigentum ist in ländlichen Gebieten deutlich verbreiteter als in städtischen. 2010/2012 waren 54 % der Haushalte in Gemeinden mit weniger als 10'000 Einwohnern Wohneigentümer, in den Städten hingegen nur ein Drittel. Vor allem das eigene Haus ist in den sechs Thurgauer Städten deutlich weniger verbreitet als in den ländlichen Gemeinden. Stockwerkeigentum hingegen findet sich in der Stadt etwas häufiger als auf dem Land.
Je nachdem, ob ein Bezirk ländlich oder eher städtisch geprägt ist, variiert die Wohneigentumsquote. Am höchsten ist sie im Bezirk Münchwilen mit 52 %, am tiefsten mit 42 % im Bezirk Arbon.
Viele Haushalte haben Platz zum Wohnen
Jeder zweite Thurgauer Haushalt bewohnt 4 bis 5 Zimmer. Dabei kann es sich um ein Einfamilienhaus oder um eine Wohnung im Mehrfamilienhaus handeln. Eine Wohneinheit mit 4 Zimmern wird am häufigsten von einer oder zwei Personen bewohnt: in rund 42 % der 4-Zimmerwohnungen leben zwei Personen, in 23 % wohnt eine Person.
Ein vierköpfiger Haushalt lebt wiederum oft in einer Wohneinheit mit 5 oder mehr Zimmern (66 % der 4-Personen-Haushalte). Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es aber auch Haushalte, die in ausgesprochenen bescheidenen Platzverhältnissen wohnen. So teilen sich 4 % der 4-Personen-Haushalte eine 3-Zimmerwohnung.
Publikation, Daten und weitere Informationen
Publikation
Ausführliche Resultate können der Statistischen Mitteilung Nr. 4/2016 entnommen werden.
Tabellen
Ebene Kanton
Bewohnte Wohnungen nach Bewohnertyp 2014-2016
Durchschnittliche Wohnfläche nach Altersklassen der Haushaltsmitglieder, 2016
Durchschnittliche Wohnfläche nach Haushaltszusammensetzung, 2016
Bewohnte Wohnungen nach Altersklassen der Haushaltsmitglieder und Gebäudekategorie, 2016
Bewohnte Wohnungen nach Haushaltszusammensetzung und Gebäudekategorie, 2016
Bewohnte Wohnungen nach Nationalität der Haushaltsmitglieder und Gebäudekategorie, 2016
Bewohnte Wohnungen nach Bewohnertyp, Kanton Thurgau, 2010/2012
Bewohnte Wohnungen nach Bewohnertyp und Alter, Kanton Thurgau, 2010/2012
Bewohnte Wohnungen nach Bewohnertyp und Nationalität, Kanton Thurgau, 2010/2012
Bewohnte Wohnungen nach Bewohnertyp und Haushaltszusammensetzung, Kanton Thurgau, 2010/2012
Privathaushalte nach Anzahl Personen und Zimmerzahl der Wohnung, Kanton Thurgau, 2010/2012
Ebene Bezirke und Gemeinden
Bewohnte Wohnungen nach Bewohnertyp, Bezirke Kanton Thurgau, 2010/2012
Bewohnte Wohnungen und Bewohnertyp und Grösse der Gemeinden, Kanton Thurgau, 2010/2012
Bewohnte Wohnungen nach Bewohnertypen in grösseren Gemeinden, Kanton Thurgau, 2010/201
Erhebungen
Die Daten zu den Wohneigentumsverhältnisse werden aus der eidgenössischen Volkszählung ermittelt. Seit der Neukonzeption des Volkszählungssystems, d. h. seit dem Jahr 2010, werden sie aus einer Stichprobenerhebung gewonnen, der sogenannten Strukturerhebung. Bei einer Stichprobenerhebung wird nur ein kleiner Teil der Bevölkerung befragt und aus den Antworten auf die Gesamtbevölkerung geschlossen. Seit dem Jahr 2010 handelt es sich bei den Daten demnach um geschätzte Werte, während Angaben aus dem ehemaligen Volkszählungssystem auf einer Vollerhebung beruhten. Vergleiche mit den früheren Volkszählungen sind durch den Systemwechsel erschwert.
Da die Strukturerhebung auf einer Stichprobe basiert, sind ihre Ergebnisse mit Unschärfen behaftet. Wie gross der Unschärfebereich ist, wird durch das Vertrauensintervall angezeigt. Dieses gibt den Bereich an, in dem sich der wahre Wert für die Gesamtbevölkerung mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit befindet. Indem Stichproben aus mehreren Jahren zusammengelegt ("gepoolt") werden, kann der Unschärfebereich verkleinert werden. Zudem ermöglicht das Zusammenlegen von Stichproben, abhängig von der Fragestellung, Auswertungen für kleinere Gruppen oder Regionen (Ebene Gemeinden) zu erstellen.
Die meisten der hier präsentierten Ergebnisse stammen aus den gepoolten Daten der Jahre 2010, 2011 und 2012. Sie sind als Mittelwert dieser Jahre zu interpretieren.
Weitere Informationen finden Sie unter Strukturerhebung
Die Daten zu den Haushaltszusammensetzungen basieren auf der Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS) des Bundesamtes für Statistik
Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.