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Wirtschaftsordung
Als Wirtschaftsordnung bezeichnet man das Regelwerk, über das bestimmt wird, wer was und wieviel produziert, wer was und wieviel konsumiert, wo und in welchem Umfang investiert wird. Die Wirtschaftsordnung ist der Rahmen für wirtschaftliche Entscheide.
Die Wirtschaftsordnung beschreibt, auf welche Weise und durch welche Regelungen die am Wirtschaftsprozess beteiligten Einheiten wie Unternehmungen, Haushalte und Staat aufeinander abgestimmt werden, wieweit dies durch freie oder mehr oder weniger regulierte Märkte oder direkt über staatliche Vorschriften und Eingriffe erfolgt.
Inwieweit soll der Arbeitsmarkt frei über die Beschäftigung und die Löhne entscheiden ? Sind Mindestlöhne nötig ? Gibt es nach oben Grenzen für Spitzenverdiener ? Inwieweit soll die Sozialversicherung Transfereinkommen generieren ? Sollen bestimmte Wirtschaftssektoren (z.B. die Landwirtschaft) staatlich gestützt werden ? Sollen bestimmte Produkte besteuert oder verboten werden ? Sind Spitäler, Altersheime, Friedhöfe, Kinderhorte, Schulen, Verkehrsbetriebe, Kehrichtverbrennungsanlagen, Post, Telekommunikation, Radio, Fernsehen, Strassen, Skipisten, Brücken, Tunnels, Kraftwerke, Kunstsammlungen, Gaststätten, Theater, Opernhäuser, Parkplätze, Sportanlagen, Münzstätten, Notendruckereien, Banken usw. private oder öffentliche Betriebe ?
Die Wirtschaftsordnung bestimmt, wieweit die wirtschaftliche Freiheit des Einzelnen geht und in welchem Umfang das Individuum seine Eigeninteressen den Interessen der Gemeinschaft unterordnen muss. Die Wirtschaftsordnung garantiert mehr oder weniger die freie Berufswahl, die Handels- und Gewerbefreiheit, die Konsumfreiheit, die Vertragsfreiheit, den Schutz des Eigentums.
Die Wirtschaftsordnung steht in einer engen Beziehung zu den andern Bereichen der Gesellschaftsordnung, z.B. zur politischen Ordnung. Liberalismus und Marktwirtschaft, Sozialismus und Planwirtschaft, Feudalismus und Merkantilismus sind enge Verwandte.
Die gängige Wirtschaftsordnung der Gegenwart ist die soziale Marktwirtschaft. Sie sucht einen Ausgleich zwischen den individualistischen und den sozialen Interessen, zwischen Eigen- und Gemeinnutz.