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Menstruation
oder monatliche Reinigung (lat. menstrua, menses), auch Regel, Periode, Menorrhöe, Katamenien, die den Frauen und einigen weiblichen Säugetieren eigentümliche Blutausscheidung durch die Gebärmutterschleimhaut, tritt mit der Geschlechtsreife ein und kehrt bis zu Ende der zeugungsfähigen Jahre periodisch wieder. Sie begleitet die Lösung und den Austritt eines reifen und befruchtungsfähigen Eichens aus dem Eierstock in den Eileiter und durch diesen in die Gebärmutter, [* 2] deren Schleimhaut sehr blutreich wird, beträchtlich anschwillt und sich in ihren oberflächlichen Schichten abstößt, wodurch es zur Blutung kommt.
Das erste Erscheinen der
Menstruation fällt in den gemäßigten Klimaten in das 13. bis 15. Lebensjahr, dagegen in
südl.
Ländern schon in das 9. bis 12., in nördl. Gegenden erst in das 18. bis 20. Lebensjahr.
Der
Blutandrang dauert mehr oder weniger stark drei bis vier, oft aber auch acht
Tage, hört dann von selbst
auf und kehrt hierauf
alle vier Wochen, oft mit dem
Tage, regelmäßig zurück. Die Menge des in der genannten Zeit tropfenweise ausfließenden
Blutes, welches die Eigentümlichkeit hat, nicht wie anderes
Blut zu gerinnen, richtet sich nach der körperlichen
Beschaffenheit, der Lebensweise, dem
Beruf u. s. w., und beträgt im Durchschnitt 150-200 g.
Bei eintretender
Schwangerschaft verschwindet die
Menstruation entweder sogleich und völlig, was der gewöhnlichere Fall ist,
oder sie kehrt während der ersten
Monate nach stattgefundener Empfängnis noch einigemal, aber schwächer,
zurück, hört dann ganz
auf und stellt sich oft nicht eher wieder ein, als nach Beendigung des Säugens. Die Zeit des Nachlassens
der
Menstruation
(Menopause genannt) fällt meist zwischen das 40. und 50. Lebensjahr, in die sog.
Involutionsperiode oder
Klimakterischen Jahre
(s. d.). Die allzu reichliche menstruale
Blutung,
Menorrhagie, ist die Folge sehr verschiedenartiger und
zahlreicher Krankheitszustände und bedarf unter allen Umständen einer sorgsamen ärztlichen Behandlung. (S.
Gebärmutterkrankheiten.)
Über das Ausbleiben der s.
Amenorrhöe, über erschwerte und schmerzhafte s.
Dysmenorrhöe. -
Vgl.
Krieger, Die
Menstruation (Berl. 1869);
Schrader, Beiträge zur
Menstruationslehre (Lpz. 1885);
Steinhaus,
Menstruation und Ovulation (ebd. 1890);
Fürst,
Die
Hygieine der
Menstruation (ebd. 1894).