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Betroffene werden zu selten vom Feld genommen. Zwei gute Tests helfen Trainern, Sportlern und Therapeuten.
Es heisst zwar «Fussball», aber 13 Prozent der Verletzungen von Fussballern betreffen Kopf oder Nacken. Auch in anderen Kontaktsportarten wie Basketball oder Eishockey muss oft der Kopf hinhalten. Das häufigste Trauma, die Gehirnerschütterung, werde dabei oft nicht erkannt oder nicht ernst genug genommen, stellt der Physiotherapeut Volker Sutor fest. Viel zu selten würden Betroffene danach aus dem Spiel genommen, kritisiert er in einem aktuellen Fachartikel.
Kurze Erinnerungslücken, Verwirrung, Kopfschmerzen, Müdigkeit, dumpfer Blick oder kurze Bewusstlosigkeit können die Gehirnerschütterung anzeigen. Eine gute Hilfe bietet das «Concussion Recognition Tool», das es gratis online gibt. Fünf Fragen dienen dabei als einfacher Test am Spielfeldrand: «An welchem Spielort sind wir heute? Welche Halbzeit ist jetzt? Wer hat in diesem Spiel zuletzt ein Tor erzielt? Gegen welches Team haben Sie letzte Woche gespielt? Hat Ihre Mannschaft das letzte Spiel gewonnen?». Wird mindestens eine Frage falsch beantwortet, sollte der Sportler pausieren, bis ein Arzt das OK gibt.
Detaillierter ist das «Sport Concussion Assessment Tool» (SCAT3), das es in einer abgewandelten Form auch für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren gibt (Child-SCAT3). Es beinhaltet unter anderem eine ausführliche Befragung, einen Gleichgewichtstest und die Untersuchung des Nackens. Optimal sei, diesen Test zu Beginn einer Sportsaison zu machen, um Veränderungen nach einer Gehirnerschütterung besser einordnen zu können, rät Sutor.
Quelle: «physiopraxis» 2017