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Das Kandidatenfeld für das Präsidium des Schweizerischen Gewerbeverbands (sgv) lichtet sich. Der Vorstand hat sich für ein Zweierticket entschieden: Er empfiehlt den Freiburger Nationalrat Jean-François Rime (SVP) und den Walliser Ständerat Jean-René Fournier (CVP) zur Wahl.
Damit dürfte das sgv-Präsidium erstmals an einen Westschweizer gehen. Interesse an der Nachfolge des im Dezember 2011 zurückgetretenen Bruno Zuppiger angemeldet hatten fünf Frauen und Männer. Wie der Gewerbeverband am Montag mitteilte, erfüllen die beiden Westschweizer das Anforderungsprofil aber am besten.
Mehrere Kriterien
Kriterien sind unter anderem ein eidgenössisches Parlamentsmandat - ein solches haben alle fünf Kandidierenden -, die Bereitschaft, die Interessenpolitik des sgv der eigenen Parteipolitik überzuordnen, sowie Zweisprachigkeit.
Der 61-jährige Freiburger Rime ist als SVP-Bundesratskandidat bekannt. Zwei Mal, nämlich 2010 und 2011, hatte die Volkspartei ihn für die Landesregierung vorgeschlagen. Rime ist Patron einer der grössten Sägereien in der Schweiz und Präsident des Verbandes Holzindustrie Schweiz.
Der 54-jährige Jean-René Fournier war von 1997 bis 2009 Walliser Regierungsrat. Im Dezember 2011 geriet er in die Schlagzeilen, weil ihn das Bezirksgericht Sitten wegen des Abschusses eines Wolfs zu einer bedingten Strafe verurteilte. Zurzeit ist Fournier Mitglied des Vorstandes des sgv und Präsident des Walliser Gewerbeverbandes.
Keine Empfehlung vom Vorstand des Gewerbeverbands erhielten die übrigen drei Kandidaten: die Deutschschweizer Nationalratsmitglieder Silvia Flückiger (SVP/AG), Lorenz Hess (BDP/BE) und Gerhard Pfister (CVP/ZG).
Die Empfehlung des Vorstands geht nun an die Schweizerische Gewerbekammer. Gemäss dem Antrag des sgv-Vorstands soll sich das 90-köpfige Gremium am kommenden Mittwoch auf einen Einzelvorschlag zuhanden des sgv-Kongresses einigen. Dieser wählt dann am 23. Mai den neuen Verbandspräsidenten.
Nachfolge von Zuppiger
Das Präsidium des sgv wechselt alle acht Jahre zwischen SVP, FDP und CVP. Weil der bisherige Präsident, der Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger, den Posten nur gerade zwei Jahre innehatte, dürfte die SVP darauf pochen, weiterhin den Präsidenten zu stellen.
Zuppiger war von seinem Amt als sgv-Präsident zurückgetreten, nachdem ihm im Vorfeld der Bundesratswahlen bei der Abwicklung einer Erbschaftsangelegenheit Unregelmässigkeiten vorgeworfen wurden. Eine Strafuntersuchung ist noch im Gang.
SDA-ATS