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Jedes Jahr, anfangs Dezember, ist es soweit: Eine Samichlausgruppe mit einem rot gewandeten Chlaus und sechs rabenschwarzen Schmutzlis ist auf einem Jeep in den Strassen Luzerns unterwegs.
Diese Tradition hat seinen Anfang in den vierziger Jahren im letzten Jahrhundert, damals noch nicht mit dem Jeep, sondern mit Ross und Wagen! Organisiert waren diese Samichlaus-Bescherungsfahrten von den „Vikkingern“! Diese sind aus dem zuvor existierenden „Mondscheinclub“ hervor gegangen. Nebst (bösen!) Bubenstreichen hatten diese „Geissensteiner-Buben“, wohl zur Beruhigung ihres Gewissens, auch GUTES im Sinn. Sie gründeten unter sich eine Samichlausgruppe. Eigenfinanziert wurden die Gewänder zur Anfertigung in Auftrag gegeben und gekauft. Mit Ross und Wagen der Hirtenhof-Bauern-Familie Weingartner wurden dann Geissensteiner-Familien mit Kindern im Eisenbahnerdorf besucht und beschenkt. Die Chlausbesuche waren gratis; jede Familie konnte einen Obolus entrichten, oder auch nicht……!
Anfangs der 50er-Jahre, nach einigen unliebsamen Ereignissen mit den vorgespannten Pferden, wurde das Gefährt eingetauscht und zwar gegen einen entsprechend „präparierten“ echten USA-Jeep, s’Tschippli genannt. Anfangs der 50er-Jahre verebbte der Tatendrang der „Vikkinger“ und zeigte Auflösungserscheinungen. So war es fast logisch, dass die gleichzeitig dem SCOG zugehörigen „Vikkinger“ die schöne Aufgabe übernahmen, die Samichlausgruppe weiter zu führen. Ueli Jurt, späterer OG-Präsident und 2. Ehrenpräsident (leider schon 1993 allzu früh verstorben) liess sich in den roten Mantel kleiden, einen urchigen Bart ankleben und die „Infuln“ aufsetzen! Während 44 Jahren war er jedesmal dabei, begleitet von seinen helfenden und wilden Schmutzlis. Jedes Jahr wurden die „Chlausbestellungen“ zahlreicher, insbesondere häuften sich die Engagements zu Gesellschafts- und Firmenanlässen. Die Samichlausgruppe avancierte bei solchen Gelegenheiten zur „Show-Truppe“! Es mussten zusätzliche Gewänder beschafft werden und es war in neuerer Zeit vorgekommen, dass an einem Abend bis zu 3 Samichläuse vom Bireggwald unterwegs waren. Nach wie vor sind die Familienbesuche grundsätzlich gratis; gerne werden natürlich freiwillige Beiträge eingesackt. Bei Gesellschafts- oder Firmenbesuchen wird im voraus eine „Gage“ vereinbart. Wie eh und je fliessen die finanziellen Ergebnisse der Juniorenabteilung zu. Dieses ungeschriebene Gesetz wurde während all den Jahren strikte eingehalten. Der gute Ruf des „Samichlaus vom Bireggwald“ eilt der Gruppe Jahr für Jahr weit voraus, denn bereits Monate vor der Chlausenzeit dürfen Anmeldungen für Engagements des Samichlauses entgegengenommen werden.
„De OG Samichlaus vom Bireggwald“ ist aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Zur Freude aller ist auch jedes Jahr für Nachwuchs gesorgt, der meist aus den Reihen der OGaner rekrutiert werden kann.
Noch etwas ausführlicher kann die Geschichte vom „Samichlaus vom Bireggwald“ in der Jubiläumsschrift "75 Jahre SCOG" nachgelesen werden.