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Das Werk Lehrjahre-Wanderjahre von Hans Potthof ziert eine Wand in der Eingangshalle des Gewerblich-industriellen Bildungszentrums. Das grosse Mosaik ist vertikal in drei Teile gegliedert. Rechts ist ein junger, blau gekleideter Mann mit Messstab und Massdreieck dargestellt. Links ist ein gelb bekleideter Mann auf einem Pferd abgebildet, der mit wilder Gebärde in die Ferne weist. In der Mitte zeigt sich eine frontal ausgerichtete Frau. Sie trägt einen weissen Rock und hält in ihren Händen eine Früchteschale. Das Werk ist in dezenter Farbigkeit gehalten, wobei die Keramikplättchen der einzelnen Farbfelder in den Tönen leicht variieren und so dem Bild Lebendigkeit und Tiefe verleihen.
Im rechten Bildfeld wird symbolisch der junge, lernende Mann in seinem heimischen Umfeld dargestellt. Der Mann auf dem Pferderücken im linken Bildfeld steht für den Aufbruch in die Welt und in die eigene Selbständigkeit. Die beiden Lebensstationen verbindend, steht die zentral positionierte Frau. Sie smbolisiert die Mutter und die Ehefrau als verbindendes Glied in der Entwicklung des Jugendlichen zum erwachsenen Mann. Das Mosaik Lehrjahre-Wanderjahre zeichnet sich durch die klaren Formen, die feine Farbigkeit und die ausgewogene Komposition aus und fügt sich harmonisch in den architektonischen Kontext. Ursprünglich konzipierte Potthof das Mosaik für das Kantonale Gewerbeschulhaus in Zug. Als dieses Gebäude im Jahr 1996 abgebrochen wurde, versetzte man das Werk an den neuen, heutigen Standort.
Weitere Werke von Hans Potthof finden sich im Kunsthaus Zug, an den Schulhäusern Guthirt und Loreto sowie an der Gewerbeschule; in der Kunstsammlung des Kantons Zug und am ehemaligen Kantonsspital, am Schulhaus Städtli und an der landwirtschaftlichen Schule in Cham sowie am Altersheim Chlösterli in Unterägeri.
Hans «Johnny» Potthof (1911-2003) wurde in Zug geboren. Nach einer Ausbildung zum Automechaniker und einem Besuch der Kunstgewerbeschule Luzern absolvierte er das Technikum in Winterthur und diplomierte 1933 als Hochbautechniker. Nach Mitarbeit im Architekturbüro Peikert betrieb er zusammen mit Karl Steichele das Reklamegrafik-Atelier Stepo in Zug. Ab 1939 war er als freier Maler tätig. Ihn verband eine Freundschaft mit dem Bildhauer Fritz Wotruba, der von 1939 bis 1945 in Zug lebte. 1945 erhielt er ein Stipendium der Gottfried-Keller-Stiftung, 1946 und 1947 erhielt er das Eidgenössische Kunststipendium. Potthof realisierte zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum.