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Hergestellt von Racal Engineering Ltd., GB - Bracknell.
1978 präsentierte Racal unter der Bezeichnung RA-1772 einen kommerziellen durchstimmbaren Empfänger mit digitaler Frequenzanzeige, die entsprechende Version mit dekadischen Schaltern zur Frequenzeinstellung, die eher zum Fixfrequenz- als zum Suchempfang geeignet ist, trägt die Bezeichnung RA-1771.
Das Gerät ist als 19 Zoll - Rackeinschub konzipiert, misst 48,3 x 17,8 x 41 cm und bringt 21 kg auf die Waage. Ein Netzgerät für zahlreiche Betriebsspannungen ist integriert.
In der oberen Hälfte der Frontplatte ist in einer dunklen Blende links ein schaltbarer kleiner Monitorlautsprecher eingelasse. In der Mitte findet sich der Drehschalter für die 1 MHz-Bereiche, die LCD-Frequenzanzeige für die kHz-Stellen mit einer Ablesegenauigkeit von bis zu 10 Hz, zur Rechten das S-Meter. Darunter finden sich links neben dem grossen, mit einer Griffmulde ausgestatteten Hauptabstimmknopf die Regler für den mit RF TUNE bezeichneten Preselektor, mit WB kann er bei ungestörten Signalverhältnissen zur Erhöhung der Empfindlichkeit und Vereinfachung der Bedienung umgangen werden. Daneben zwei Drehschalter für die in zwei Geschwindigkeiten schaltbare AGC und zwei Abstimmgeschwindigkeiten, in der Stellung Lock ist das Gerät gegen versehentliche Verstimmung blockiert. Darunter neben der Kopfhörerbuchse der auf Zwischenfrequenzebene aktive I.F.Gain und der BFO-Regler.
Rechts neben dem Abstimmknopf ist der Betriebartenschalter positioniert: zum Empfang von A3-Aussendungen wird AM eingestellt, für A1/CW - Signale die Position USB+BFO. Nur in dieser und in der USB - Position für den Einseitenbandempfang sind alle SSB-ZF-Bandbreiten wählbar, in der LSB - Position ist nur eine fixe SSB - Bandbreite vorgesehen. In den Stellungen ISB-U und ISB-L kann im independent sideband - Betrieb das obere oder untere Seitenband hörbar gemacht werden. Auskunft über die installierten Filter und Optionen (ISB, Frequenzstandard) geben die Suffix - Nummern/Buchstaben, Informationen dazu im Handbuch oder im radiomuseum.org. Das Messinstrument kann nicht nur zur Anzeige des Signalpegels sondern auch zur Abstimmung auf den Träger, etc. geschaltet werden.
Zuunterst finden sich neben dem Hauptschalter der Lautstärkeregler AF GAIN, ein Schalter für die automatische Frequenzkorrektur, die den Empfänger auf einem Träger(rest) einrasten lässt, und ein weiterer Kopfhöreranschluss.
Auf der Geräterückseite finden sich neben dem Betriebsspannungswähler und den Netzsicherungen Ausgänge für die Zwischenfrequenz, das 1 MHz-Oszillatorsignal (das Gerät kann auch von einem externen hochstabilen Referenzoszillator stabilisiert werden, die Buchse ist dann als Eingang umschaltbar) und die ISB - Zwischenfrequenz. An zwei Klemmleisten können zahlreiche Pegel und Steuersignale abgegriffen werden, die Antenneneingänge für 50 Ohm und Langdrahtantennen sind ebenfalls in BNC-Norm ausgeführt.
Die Bedienung ist völlig unproblematisch: nach Anschluss einer Langdrahtantenne wird das Gerät eingeschaltet, mit AF Gain die Lautstärke geregelt, bis ein Rauschen hörbar wird.
Von den auf die HF-Verarbeitung wirksamen Bedienelementen sollte der RF TUNE - Regler auf WB stehen, die AGC-Regelung auf SLOW, die Betriebsart auf AM. Mit dem Schalter links von der Frequenzanzeige wird der MHz-Bereich vorgewählt und dann mit dem Hauptabstimmknopf gedreht, bis die Anzeige beispielsweise im 6 MHz-Bereich auf 0 7 5.0 0 zu stehen kommt, dann ist auf die Deutsche Welle auf 6075 kHz abgestimmt. Sollte sich die Frequenzanzeige beim Drehen der Abstimmung nicht verändern, so dürfte der TUNING RATE - Regler auf Lock stehen…
Zum Einseitenbandempfang kann auf LSB oder USB das Seitenband angewählt und mit dem schmaleren Filter auf Wellenjagd gegangen werden, CW-Aussendungen empfängt man in der Position USB+BFO, mit dem BFO-Regler kann auf eine angenehme Tonhöhe des Telegraphietons reguliert werden und bei Nachbarkanalstörungen durch Einsatz der schmalbandigen Filter das gewünschte Signal sauber „herausgearbeitet“ werden.
Auf die von Amateurfunkgeräten bekannten „Goodies“ wie Passbandtuning, Notchfilter muss verzichtet werden, ebenso verfügt der RA-1772 noch nicht über elektronische Senderspeicher.
Dies macht das Gerät zu einem auch heute noch hervorragenden Empfänger, wenn Signale auf bekannten Frequenzen oder einem beschränkten Bandabschnitt in guter Qualität empfangen werden sollen. Der Rundfunk - DXer tut sich beispielsweise beim Versuch, verschiedene Parallelfrequenzen einer Station auf verschiedenen Bändern durchzuprobieren, etwas schwer: ein moderner PLL-Synthese - Empfänger mit Senderspeichern erleichtert ihm die Aufgabe.
Empfangsmässig ist der RACAL allerdings bei weitem nicht zum „alten Eisen“ zu zählen. Zwischenzeitlich konnte ich noch eine zweite Variante des Empfängers erwerben: das fünfte Suffix /F besagt, dass die FSK - Option installiert ist.
Bei diesem Gerät sind im AM-und CW-Betrieb alle ZF-Filter von 300 Hz bis 8 kHz wählbar, für ISB und SSB kommen Filter mit einer fixen Bandbreite von 3 kHz zum Einsatz.
Zur Abstimmung der beiden Signale Mark und Space bei FSK / Funkfernschreibbetrieb kann das Anzeigeinstrument oder auch eine LED-Zeile oberhalb des Instruments, welche das Signal graphisch darstellt und auch zur Abstimmung auf Trägermitte herangezogen werden kann, herangezogen werden.
Wenn einem schon einmal einer der recht raren RA-1772 über den Weg läuft, lohnt es sich also, die installierten Optionen aufgrund der erweiterten Typenbezeichnung auf dem Typenschild auf der Rückseite des Geräts zu klären.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.