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Tarpēja,
nach einer in der röm. Litteratur vielfach behandelten Sage die Tochter des Tarpejus, dem Romulus im Kriege mit den Sabinern unter Titus Tatius (s. d.) den Befehl der Burg in Rom [* 2] anvertraut hatte. Sie ließ sich durch die Begierde nach den goldenen Armspangen und Ringen der Sabiner verlocken, um den Preis dessen, was diese am linken Arme trügen, ein Thor der Festung [* 3] dem Feinde zu öffnen. Die Sabiner benutzten den Verrat, warfen aber statt der Ringe und Armspangen ihre Schilde auf die Verräterin und töteten sie so. Zum Andenken an sie wurde der westl. Abhang der Burg auf dem Kapitol, wo auch ihr Grab war und ihr alljährlich Totenopfer gebracht wurden, Tarpejischer Felsen genannt. Bei bestimmten Verbrechen (Meineid, Verletzung der Volkstribunen u.a.) wurde seit ältester Zeit, vereinzelt noch in der Kaiserzeit, die Hinrichtung durch Herabstürzen vom Tarpejischen Felsen vollzogen.