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Gastkuratorin: Claudia Jolles
¨Ilya Kabakov (geb. 1933) hat sich zum Chronisten des "kleinen Mannes" gemacht, dessen Aengsten und Nöten er gleichzeitig als Maler, als Bildhauer und als Literat künstlerischen Ausdruck verleiht. Seit 1982 befasst er sich hauptsächlich mit der Konzeption von raumgreifenden Installationen. Obschon er zu den bekanntesten zeitgenössischen sowjetischen Künstlern gehört, konnte er einige seiner grösseren Projekte erst im vergangenen Jahr realisieren und öffentlich zugänglich machen. In Zürich sollen "die Kommunalwohnung" (1987/88) und erstmals auch "das Schiff" (1987) aufgebaut werden. Bei der einen Arbeit handelt es sich um eine Kommunalwohnung mit einzelnen Zimmern, von denen jedes durch seine Ausstattung die Träume und Obsessionen seines fiktiven Bewohners spiegelt. Der "Müllmensch" beispielsweise findet die Bestätigung seiner Existenz, indem er alles, was ihm unter die Finger kommt, sammelt und genaustens protokolliert. Die Installation "das Schiff" besteht aus einer grossen Zahl orginaler Dokumente aus dem zeitgenössischen sowjetischen Alltag, die in verschiedenen Vitrinen und Plakatständern so angeordnet sind, dass sie den Umriss eines Schiffs beschreiben. Zu den vorwärtsstrebenden Elementen, die das offizielle Leben und die Ideologie vertreten, gehören Plakate, staatliche Auszeichnungen für besondere Verdienste, Propagandamaterial U.S.w. Die "Last" des Schiffes hingegen, besteht aus einer gewaltigen Sammlung authentischer Briefe an ein lokales sowjetisches Friedensgericht, in welchen sich die beengende Atmosphäre einer Kommunalwohnung spiegelt. Die beiden Inszenierungen ergänzen sich gegenseitig und verbinden eindrückliche Dokumente einer spezifischen Lebensrealität mit der feinen Poesie einer ojektivierenden künstlerischen Vision.