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Jahrelang arbeitete Rudolf Elmer als Bankmanager auf den Cayman Islands und lernte die Tricks der SteuerbetrügerInnen kennen, ehe er zum Whistleblower wurde. 2008 stellte er viele Bankdaten auf die Enthüllungsplattform Wikileaks und verhalf ihr so zu grösserer Bekanntheit. Anfang 2011 übergab Elmer Julian Assange in London zudem medienwirksam zwei CDs. Über deren Inhalt gibt es nur Spekulationen. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ihn nun dafür wegen Verletzung des Bankgeheimnisses und Urkundenfälschung angeklagt, wie Staatsanwalt Peter Giger letzte Woche mitteilte.
Rudolf Elmer selbst erfuhr aus den Medien von der Anklage. In einem E-Mail an die WOZ beklagt Elmer das Vorpreschen des Staatsanwalts und fragt: «Betreiben die Medienpolitik?» Staatsanwalt Giger habe Elmers Stellungnahme zur Schlusseinvernahme zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erhalten gehabt. Trotzdem behauptete Giger gegenüber zahlreichen Medien, Elmer bestreite die Vorwürfe.
Die fragwürdige Kommunikation ist nichts Neues im Fall Elmer. Kurz nach dem Urteil in einem anderen Prozess im Januar 2011 wurde Elmer festgenommen. Am Folgetag gab die Staatsanwaltschaft die Verhaftung in einem Interview bekannt. Elmers Anwältin erfuhr davon aus dem Fernsehen.