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Gipfel(i)treffen28.11.2019
Am 21. November 2019 fand ein Treffen zwischen Ivan Zhitenev, Präsident der Streamer Electric AG, und Ueli Maurer, Bundespräsident der Schweiz für das Jahr 2019, in der Schweizer Botschaft in Moskau statt. Wir haben Ivan Zhitenev gebeten, über das Treffen zu erzählen und seine Beobachtungen zu teilen.
Ivan Wjatscheslawowitsch, warum wurden Sie eingeladen? Was ist die Sonderstellung von Streamer?
Es gibt russisch-schweizerische Projekte, die in Russland oder in der Schweiz erfolgreich sind. Die Streamer Electric AG dagegen ist weltweit bekannt: wir skalieren russisches Know-how durch die schweizerische Firma auf die ganze Welt. Die Streamer Electric AG verwirklicht Projekte in China, Kolumbien, Indonesien und Saudi-Arabien. Neben der geografischen Entwicklung, arbeiten wir aktiv mit Universitäten in der Schweiz, Italien und Indonesien zusammen und integrieren Innovationen im Bereich des Blitzschutzes von Stromleitungen.
Was war das Thema des Treffens?
Herr Maurer wollte sich über die Tätigkeiten und Probleme des schweizerischen Business in Russland und des russischen Business in der Schweiz erkundigen. Er wollte sehen, wie verschiedene Unternehmen aus beiden Ländern zusammenarbeiten.
Haben andere Vertreter der Wirtschaft am Treffen teilgenommen?
Neben unserem Unternehmen haben am Treffen ein Weinbauer aus der Schweiz, der in der Region Krasnojarsk tätig ist, und der in der Schweiz geborene CEO von McDonalds, Mark Karena, teilgenommen. Die Vertreter von ABB, UBS, Nestle und anderen grossen Unternehmen wurden auch eingeladen.
Wie lange haben Sie mit Herrn Maurer reden können? Was habt ihr besprochen?
Jeder von uns hatte ungefähr 3-4 Minuten für den Auftritt zur Verfügung. Die Gesprächspartner fanden mein Auftritt interessant, und er dauerte ungefähr 10 Minuten, weil Herr Maurer zusätzliche Fragen für mich hatte.
Während meiner Rede erwähnte ich, dass wir wissenschaftliche Kader unserer schweizerischen Firma an Australien verloren haben. Wir sind da kein Einzelfall. Das Problem in der Schweiz ist, dass die schweizerische Migrationspolitik wenig flexibel ist und hochqualifizierte Spezialisten, welche das Land für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und damit seinen Wohlstand braucht, keinerlei Erleichterungen bei Aufenthaltsgenehmigungen und Einbürgerungen geniessen.
Was sind Ihre Eindrücke von der Geschäftsführung in der Schweiz?
Zweifellos profitiert die Schweiz von seiner zentralen Lage in Europa, auch ist die schweizerische Gesetzgebung wirtschaftsfreundlich, und die politische Stabilität ist auch sehr wichtig für die wirtschaftliche Prosperität des Landes. Zurzeit ist es aber notwendig, sich nicht nur auf Europa, sondern auch auf Asien zu fokussieren. Es gibt aber eine Schwachstelle - der Anteil der Spezialisten, die geistiges Eigentum generieren, ändert sich. Die meisten von ihnen befinden sich in Asien, da es dort einfacher und schneller ist, eine internationale Mannschaft zusammenzustellen. Da sind wir wieder beim Problem der unflexiblen schweizerischen Migrationspolitik, die ich schon angesprochen habe.
Sie haben ja auch die Gelegenheit beim Schopf gepackt, und Produktepräsentation gemacht – ziemlich ungewöhnlich bei so einem Meeting…
Nun ja, Gelegenheiten muss man packen und nutzen… Mit Hilfe einer speziellen Demo-Box habe ich demonstriert, wie das FIPRES funktioniert. Das ThermoMonitoring-System ist unser Partnerprodukt, das vom Chemiker Lesiv entwickelt und patentiert wurde. Dieses System ist einzigartig für den Markt nicht nur in Russland, sondern auch in der ganzen Welt. Eines der Elemente des Systems sind Aufkleber, die die Temperatur bestimmen — wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden (z.B. 70 Grad), ändern die Indikatoren ihre Farbe.
Der Botschafter war sehr an diesem Produkt interessiert. Er begann die Temperatur des Tees in der Tasse, des nächsten heissesten Objekts, zu messen. Der Indikator änderte seine Farbe nicht — die Temperatur war zu niedrig. Als aber kochend heisses Wasser gebracht wurde, gelang das Experiment, und der Indikator bestimmte die Temperatur. So eine scheinbar einfache interaktive Demonstration des Produkts ist immer interessanter als das runterleiern von Zahlen.
Gab es während des Treffens Zeit für eine informelle Kommunikation?
Die Atmosphäre des Treffens mit der ersten Person des Staates war sehr freundlich. Er stellte die warmen Beziehungen zwischen unseren Ländern in den Mittelpunkt, die eine 200-jährige Geschichte hat. Herr Maurer betonte, dass in schwierigen Momenten der Geschichte der Schweiz, als ihre Staatlichkeit gefährdet war, nämlich am Wiener Kongress 1815, Russland die schweizerische Politik der immerwährenden Neutralität unterstütze und so viel zu innerer Stabilität beitrug, was wichtig für die wirtschaftliche Prosperität eines Landes ist , und der Schweiz half, unversehrt durch die beiden Weltkriege zu kommen. Dafür muss die Schweiz dankbar sein.
Während unseres Gesprächs betrat ein grosser geselliger Sennenhund den Besprechungsraum, der sich von allen streicheln lies. Es war der Hund des Botschafters. Herr Maurer fütterte ihn sogar vom Tisch. Als ich ein Selfie mit dem Hund machen wollte, sagte Herr Maurer mir, was sein Leckerbissen ist, damit ich ihm das geben könnte. Das sind so kleine Glücksmomente.
Und Ja, ein Foto mit dem Bundespräsidenten gab es auch. Bei dieser Gelegenheit überreichte ich ihm ein Streamer-Velotrikot. Wie gesagt, man muss Gelegenheiten nutzen, wenn sie sich bieten.
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Nach dem Gespräch mit Vertretern der Geschäftswelt hatte Ueli Maurer zwei Treffen mit dem Präsidenten und dem Ministerpräsidenten Russlands, Wladimir Putin und Dmitri Medwedew. Im Verlauf der Unterhandlungen wurden die Fragen der Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Russland besprochen. Unter anderem schlug Ueli Maurer Wladimir Putin vor, ein Koordinations- und Beratungszentrum für schweizerische Unternehmen zu schaffen, die den unbekannten russischen Markt betreten wollen.