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Haushaltsbudgeterhebung: Ergebnisse 2020 Grössere Veränderungen beim Haushaltsbudget im Jahr 2020
22.11.2022 - Bei den Ausgaben der Privathaushalte in der Schweiz zeigten sich 2020 im Vergleich zu den Vorjahren grössere Veränderungen aufgrund der Covid-19-Pandemie. So wiesen insbesondere die durch Einschränkungen betroffenen Bereiche deutliche Rückgänge auf: Die Ausgaben für Gast- und Beherbergungsstätten etwa sanken im Vergleich zu 2019 um 38% auf 343 Franken pro Monat. Bei den Einkommen hingegen sind im Jahr 2020 keine signifikanten Verschiebungen zu beobachten. Das durchschnittliche verfügbare Einkommen von 6789 Franken pro Monat ist mit dem von 2019 vergleichbar. Dies einige Ergebnisse der Haushaltsbudgeterhebung 2020 des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Der Rückgang von –38% bei den Ausgaben für Gast- und Beherbergungsstätten ist am auffälligsten im Vergleich zum Vorjahr. Ebenfalls stark rückläufig waren im Jahr 2020 die Ausgaben für Unterhaltung, Erholung und Kultur mit einer Abnahme von –23% auf 394 Franken pro Monat und die Ausgaben für Bekleidung und Schuhe mit –21% auf 138 Franken pro Monat sowie diejenigen für Verkehr mit –11% auf 630 Franken pro Monat.
Ausgaben in anderen Bereichen wie für Wohnen und Energie (1411 Franken pro Monat) oder für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (641 Franken pro Monat) haben sich nicht signifikant verändert.
Das verfügbare Einkommen blieb stabil
Das durchschnittliche verfügbare Haushaltseinkommen betrug 6789 Franken pro Monat und ist im Vergleich zu den Vorjahren stabil geblieben. Es entspricht dem Bruttoeinkommen abzüglich der obligatorischen Ausgaben. Darin eingerechnet sind die Einkommen sämtlicher Mitglieder eines Haushalts; ein solcher besteht in der Schweiz im Durchschnitt aus 2,12 Personen. Das Einkommensniveau von Einpersonenhaushalten ist oft tiefer als dasjenige von Mehrpersonenhaushalten, da mehrere Personen zum Haushaltseinkommen beitragen können.
Zum Haushaltseinkommen zählen nebst den monatlich ausbezahlten Löhnen und Zulagen auch die jährlichen Zahlungen wie zum Beispiel der 13. Monatslohn. Erhaltene Renten, Sozialleistungen und Überweisungen von anderen Haushalten sowie Vermögenserträge wie Zinsen und Dividenden werden ebenfalls dazugerechnet.
Nicht alle Haushalte verfügen jedoch über 6789 Franken pro Monat: 2020 wiesen 61% aller Haushalte ein verfügbares Einkommen auf, das unter dem schweizerischen Mittelwert lag.
Drei Viertel des Bruttohaushaltseinkommens stammen aus Erwerbstätigkeit
Die Erwerbseinkommen bildeten auch 2020 die wichtigste Stütze mit durchschnittlich 71,9% des Bruttoeinkommens, während die Renten und Sozialleistungen mit 21,5% die zweitwichtigste Einkommensquelle darstellten.
Die Vermögenseinkommen spielten 2020 für einen grossen Teil der Haushalte nur eine untergeordnete Rolle (im Mittel 5,0% des Bruttoeinkommens). Nur bei jedem siebten Haushalt machte dieser Anteil mehr als 5% des Bruttoeinkommens aus.
Die Überweisungen von anderen Privathaushalten (wie zum Beispiel Alimentenzahlungen) trugen im Durchschnitt 1,6% zum Bruttoeinkommen bei. Für jeden vierzigsten Haushalt stellten sie über einen Viertel des Bruttoeinkommens dar. Diese Einkommenssituation zeigte sich vor allem bei Einelternhaushalten.
30,8% des Bruttoeinkommens für obligatorische Ausgaben
Im Jahr 2020 betrugen die obligatorischen Ausgaben 3028 Franken pro Monat oder 30,8% des Bruttoeinkommens. Dabei bildeten die Steuern mit durchschnittlich 1218 Franken pro Monat bzw. 12,4% des Bruttoeinkommens den wichtigsten Posten.
Zu den obligatorischen Ausgaben zählen auch die Sozialversicherungsbeiträge (10,1% des Bruttoeinkommens) wie zum Beispiel die AHV- und Pensionskassenbeiträge, die obligatorischen Krankenkassenprämien (6,7%) sowie die monetären Transferausgaben an andere Haushalte (1,6%).
Wie viel bleibt übrig?
Für Konsumausgaben verwendeten die Haushalte 4564 Franken pro Monat oder 46,5% des Bruttoeinkommens. Das sind mit –8% merklich weniger als im Vorjahr. Dadurch blieb nach allen Ausgaben den privaten Haushalten 2020 ein höherer durchschnittlicher Betrag von 1881 Franken pro Monat oder 19,2% des Bruttoeinkommens zum Sparen übrig als im Vorjahr.
Dennoch konnten auch im Jahr 2020 nicht alle Haushalte einen Sparbetrag zur Seite legen: Die Haushalte der untersten Einkommensklasse (mit weniger als 4500 Franken Bruttoeinkommen) zum Beispiel gaben oft mehr Geld aus, als sie einnahmen. Dieses Ergebnis steht nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem verhältnismässig hohen Anteil von Rentnerhaushalten (58%) in dieser Klasse, bei denen der Vermögensverzehr einen Teil des Haushaltsbudgets finanziert.
Wie sehen die aktuellsten Zahlen zum Haushaltsbudget aus?
Die Einschränkungen wegen der Covid-19-Pandemie wurden zwar im Frühjahr 2022 aufgehoben. Dennoch beobachtet man bei den Konsumausgaben weiterhin Verschiebungen nicht zuletzt wegen der angestiegenen Teuerung. Gleichzeitig mit dieser Medienmitteilung werden zusätzlich auch die aktuellsten Zahlen vom 3. Quartal 2022 publiziert. Da kann zum Beispiel beobachtet werden, dass die Ausgaben für Treibstoff auch im jüngsten Quartal merklich angestiegen sind.
Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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