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Clara Josephine Schumann (1819–1896), geborene Wieck, war eine deutsche Pianistin und Komponistin und ab 1840 die Ehefrau Robert Schumanns. Aus Claras Kindheit weiss man, dass sie erst sehr spät das Sprechen lernte. Es geschah vermutlich im Alter von vier Jahren, als sie ein Jahr lang getrennt vom Vater bei ihren Großeltern verbrachte. Der Grund der Verzögerung wird in psychischen Ursachen vermutet; es ist allerdings nicht eindeutig nachgewiesen. Im Alter von fünf Jahren erhielt sie intensiven Klavierunterricht, und am 20. Oktober 1828 trat sie zum ersten Mal öffentlich im Gewandhaus auf und spielte mit einer anderen Schülerin ein vierhändiges Stück von Friedrich Kalkbrenner.
Clara spielte vor Goethe und wurde persönlich bekannt mit Niccolò Paganini und Franz Liszt. Sie trat in jungen Jahren in zahlreichen Städten und auch im nahen Ausland auf. In Wien wurde ihr mit 18 Jahren die Ehre zuteil, zur Kaiserlich-Königlichen Kammervirtuosin ernannt zu werden. Auch als Komponistin war sie sehr früh aktiv. Die Quatre Polonaises op. 1 wurden veröffentlicht, als Clara zehn oder elf Jahre alt war. Es folgten Caprices en forme de Valse, Valses romantiques, Quatre Pièces Caractéristiques, Soirées Musicales, ein Klavierkonzert und vieles mehr.
Clara Schumann als Komponistin
Beurteilt man Clara Schumann als Komponistin, sollte man nicht übersehen, dass sie zu einer Zeit Musik schuf, als man dies bei einer Frau als ungewöhnlich empfand. Über ihr Klavierkonzert a-moll op. 7, geschrieben im Alter von 14 bis 15 Jahren, äusserte der Musikkritiker C. F. Becker in einer Besprechung des Werkes, dass von einer ernsthaften Kritik an diesem Werk natürlich keine Rede sein könne, „weil wir es mit dem Werk einer Dame zu thun haben.“ Hans von Bülow bemerkte im Zusammenhang mit ihren Kompositionen:
„Reproductives Genie kann dem schönen Geschlecht zugesprochen werden, wie productives ihm unbedingt abzuerkennen ist … Eine Componistin wird es niemals geben, nur etwa eine verdruckte Copistin … Ich glaube nicht an das Femininum des Begriffes: Schöpfer. In den Tod verhaßt ist mir ferner alles, was nach Frauenemancipation schmeckt.“
Clara Schumann sagte selbst über ihr von Kritikern als Höhepunkt ihres Schaffens bezeichnetes Klaviertrio op. 17, das sie trotz Schwangerschaften, wirtschaftlicher Not und pianistischer Misserfolge schrieb,
„Natürlich bleibt es immer Frauenzimmerarbeit, bei der es […] an der Kraft und hie und da an der Erfindung fehlt.“
Die drei Lieder aus Opus 12, die Clara Schumann komponierte, zählen neben dem Klaviertrio op. 17 und den drei Romanzen für Klavier und Violine op. 22 zu den besten Kompositionen, die sie geschrieben hat. Der Liederzyklus, den Clara Schumann als op. 13 anschliessend veröffentlichte und in dem sie Gedichte von Heinrich Heine, Emanuel Geibel und Friedrich Rückert vertonte, fand auch bei ihrem Mann höchste Anerkennung. Trotzdem schreibt er wenig später über ihre Kompositionen:
„Clara hat eine Reihe von kleineren Stücken geschrieben, in der Erfindung so zart und musikreich, wie es ihr früher noch nicht gelungen. Aber Kinder haben und einen immer fantasierenden Mann und komponieren, geht nicht zusammen […].“
Ausführliche Biografie: de.wikipedia.org/wiki/Clara_Schumann
Orgelmusik von Clara Schumann
Clara Schumann veröffentlichte als opus 16 drei Präludien und Fugen für Klavier, diese werden gerne auch auf der Orgel gespielt. Es sind auch mehrere Bearbeitungen im Handel erhältlich. Abgesehen vom zweiten Präludium sind die kurzen Stücke in klassischem polyphonem Stil geschrieben, was eine Übertragung auf die Orgel einfach macht.