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Ein Bilderbuch zum Philosophieren: «Gordon und Tapir» von Sebastian Meschenmoser
Inhalt
Der pedantische Pinguin Gordon und der chaotische namenlose Tapir leben in einer Wohngemeinschaft. Als Gordon wieder einmal das WC-Papier fehlt, das Zimmer des Tapirs aber voll von Lianen aus WC-Papier ist und er einen Turban aus WC-Papier auf dem Kopf trägt, eskaliert die Situation. Gordons Liste der Vorwürfe an Tapir ist lang: Der Boden klebt, Tapirs Vögel sind zu laut, das Wohnzimmer wird zum Dschungel, er kommt seinen Abwaschpflichten nicht nach, seine Freundin, ein dickes Nilpferd, blockiert das Bad. Im Gegenzug listet auch Tapir Gordons Fehler auf: Seine Ordnung ist übertrieben, seine Fischreste stinken, zu seinem Pinguin-Herrenclub wird Tapir nicht eingeladen. Nach einer für beide unruhigen Nacht sucht Gordon sich eine eigene Wohnung und ist nicht mehr da, als Tapir nach der Arbeit nach Hause kommt. In einem Brief fordert Gordon Tapir jedoch auf, ihn anzurufen und zu besuchen. Von nun an telefonieren sie viel und Gordon kommt zu Tapirs Partys, an denen er kräftig mitfeiert und gemeinsam mit Tapir noch wach ist und diskutiert, wenn alle anderen schon längst schlafen – und dabei trägt Gordon sogar einen Turban aus WC-Papier auf dem Kopf.
Sprache
- kurze Sätze, kindgerechte Sprache
- Die wörtliche Rede wird nicht eigens gekennzeichnet.
Bilder
- Die Geschichte wird in fein gezeichneten Szenen erzählt, in denen viele Details zu entdecken sind.
- Die Szenen der nächtlichen Unruhe und Ungewissheit sind in Schwarz-weiss gehalten.
- Nicht zu allen Szenen gibt es einen Text, die Lesenden müssen die Bilder aufmerksam studieren, um die Handlung weiterzuverfolgen.
Themen
- Freundschaft: Wie unterschiedlich können Freudinnen und Freunde sein? Wie Nähe und Distanz braucht/verträgt eine Freundschaft?
- Ordnung und Unordnung: Was ist Ordnung? Was ist Unordnung? Wieviel Ordnung ist notwendig? Gibt es zu viel Ordnung?
Sätze zum Nachdenken
- «So konnte es nicht weitergehen!»
- «Wie konnte einer nur so schlampig sein? Er war doch kein wildes Tier.»
- «Wo sollte das noch hinführen?»
- «Gordon übertrieb es mit der Ordnung.»
- «Gordon konnte endlich so ordentlich sein, wie er wollte.»
- «Tapir konnte nun so wild sein, wie er wollte.»
- «Und sie waren sehr zufrieden.»
Mögliche Aufgaben
- Begriffe klären: Was ist «ordentlich»? Was ist «Ordnung»? Was ist ein «Dschungel»? Was ist «wild»? Was ist «zufrieden»?
- Redewendungen klären: Was bedeutet «So kann es nicht weitergehen!»? Was bedeutet «Wo soll das noch hinführen?»?
- das Vorlesen unterbrechen und die Geschichte weitererzählen: Was passiert nach der schlaflosen Nacht?, nach dem Weiterlesen die eigenen Fortsetzungen mit der Geschichte vergleichen: Worin unterscheiden sich die verschiedenen Versionen? Worin ähneln sie sich?
- über Freundschaft nachdenken: Was nervt Gordon an Tapir, was nervt Tapir an Gordon? Was schätzt Gordon an Tapir, was schätzt Tapir an Gordon? Kann jede und jeder mit jeder und jedem befreundet sein? Wie ähnlich und verschieden dürfen oder müssen Freundinnen und Freunde sein?
- sich hineinversetzen: Welche Gefühle hat Gordon während des Streits, bei der Wohnungssuche, bei der ersten und den weiteren Begegnungen mit Tapir nach seinem Auszug? Welche Gefühle hat Tapir während des Streits, beim Verschwinden von Gordon, bei der ersten und den weiteren Begegnungen mit Gordon nach dessen Auszug? Warum sind am Ende beide sehr zufrieden?
- über Ordnung und Unordnung nachdenken: Wo fängt Ordnung an? Wo fängt Unordnung an? Ist das für alle gleich? Gibt es ein Zuviel an Ordnung?
- eigene Bedürfnisse und Erfahrungen mit Ordnung formulieren: Wieviel Ordnung brauche ich? Wo muss es ordentlich sein, wo nicht?
- mit Ordnung und Unordnung gemeinsam experimentieren: Was verändert sich, wenn eine Hälfte der Klasse eine Woche lang nicht ihr Pult aufräumt? Wieviel Ordnung brauchen einzelne Schülerinnen und Schüler der Klasse, um gut lernen zu können? Welche gemeinsamen Regeln für Ordnung brauchen wir in der Klasse, damit alle gut lernen können?