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Edelmetalle als Alternative zum Fiatgeld und Inflationsschutz
Das Geldsystem kurz erklärt
Das Geldsystem, das wir heute kennen, beruht auf dem Geld der Zentralbanken und deren Versprechen, dass man für dieses Geld etwas kaufen kann. Dieses System wird Fiat-Geldsystem genannt. Auch wenn die Schweizer Zentralbank immer noch einen Teil des ausgegeben Geldes als Gold hinterlegt haben muss, ist doch der grössere Teil durch andere Fiat-Währungen gedeckt, bzw. aus dem nichts geschaffen. Von dieser Geldschöpfung aus dem Nichts rührt auch der Name. “fiat” ist Latein und bedeutet “Es werde!” Dem Geld liegt nichts weiter als der Wille zu Grunde, dass da Geld sei. Das so geschaffene Geld bildet die Grundlage unseres Wirtschaftssystems und eignet sich zum Erwerb von Gütern und Dienstleistungen und zum Speichern von Vermögen.
Solange alle Marktteilnehmer daran glauben, dass dieses gemeinsame Geld etwas wert ist und das Geld in einem gleichbleibenden Verhältnis zu produzierten Waren und Dienstleistungen steht, ist das System stabil und funktioniert. Sollte eine dieser beiden Bedingungen aber nicht mehr erfüllt sein, kann es zu einer Entwertung des Geldes kommen, wodurch Menschen jene Ersparnisse verlieren, die sie in diesem Geld speichern.
Der Einfluss von Staaten auf ihre Währung
Die Währung welche von einem Staat über die Zentralbank herausgegeben wird, ist natürlich auch von diesem Staat und seinen Gesetzten abhängig. Auch wenn die Nationalbank in unseren modernen Demokratien in ihrem Handeln von der Tagespolitik unabhängig sein sollen, so üben die Regierungen doch immer auch Einfluss auf die Nationalbanken aus. Es besteht immer die Gefahr, dass Regierungen versuchen, ihre Projekte über die Druckerpresse der Nationalbanken zu finanzieren, dies ist gerade in den letzten Jahren wieder passiert.
Im schlimmsten Fall führt dies zu einer Hyperinflation wie in der Weimarer Republik anfangs des 20. Jahrhunderts oder in Zimbabwe Anfang des 21. Jahrhunderts.
Die Vor- und Nachteile der Inflation
Die Inflation, welche von den Nationalbanken weltweit angestrebt wird, ist eine kleine, gezielte Entwertung des Geldes. In Industrienationen wie der Schweiz wird eine Inflation im niedrigen einstelligen Prozentbereich angestrebt (z. B. 2%). Wenn es der Nationalbank gelingt, ihr Ziel zu erreichen, so kann man nach einem Jahr also für sein Geld 2% weniger Güter kaufen.
Die Inflation hat für Staaten mehrere Vorteile, unter anderem sind dadurch alle Marktteilnehmer wie Unternehmen, Banken und Privatpersonen dazu angehalten, ihr Geld nicht zu horten, sondern es für Güter und Dienstleistungen auszugeben. Wenn man das Geld dritten zur Verfügung stellt oder in eigene Projekte steckt, sollte man dadurch mehr Geld zurückbekommen, als man veranlagt hat, wobei dieses Mehr auch grösser sein sollte als die Inflation. Anlagen dienen also dem Wirtschaftswachstum.
Als Privatperson kann man aber sein Geld auch ausgeben, ohne dafür einen Profit zu erwarten, beim Konsum von Gütern und Dienstleistungen wie Autos, Unterhaltungselektronik, Ferien oder Wohlbefinden. Auch dies fördert die Wirtschaft, welche diese Güter und Dienstleistungen herstellt. Die Inflation fördert solchen Konsum, da der Konsument dieses Jahr für sein Geld mehr Güter und Dienstleistungen erhält als nächstes Jahr.
Für den Staat hat die Inflation neben den wirtschaftsfördernden Eigenschaften einen noch wichtigeren Vorteil, die Entwertung der Staatsschulden. Wenn durch die Inflation Geld immer weniger wert wird, so werden die Staatsschulden ebenfalls immer weniger wert. Dadurch fällt es dem Staat leichter, Schulden, die er in der eigenen Währung aufgenommen hat, in Zukunft zurückzuzahlen.
Das Gegenteil von Inflation: Deflation
Inflation ist die Entwertung des Geldes, somit muss das Gegenteil die Wertsteigerung des Geldes sein. Für Konsumenten bedeutet dies, dass sie im nächsten Jahr mehr Güter und Dienstleistungen für ihr Geld erhalten als dieses Jahr. Wenn die Deflation zu gross wird, beginnen Konsumenten und Unternehmen ihre Ausgaben in die Zukunft zu verschieben, da sie dann wahrscheinlich wesentlich mehr für ihr Geld bekommen. Dieses Verhalten bremst aber die Wirtschaft und kann dazu führen, dass die Anbieter von Waren und Dienstleistungen versuchen, mit Preisnachlässen ihre Umsätze wieder zu steigern, was wiederum zur Deflation beiträgt. Diese Teufelsspirale ist der Grund, warum Politiker die Inflation der Deflation vorziehen und diese anstreben.
Gold als Inflationsschutz
Wer nun aber sein Geld nicht ausgeben oder anlegen will, der wäre ohne Edelmetalle der Inflation ausgesetzt. Edelmetalle, vor allem Gold, haben den Ruf als Inflationsschutz. Dies kommt daher, dass man über Jahrhunderte gesehen für die gleiche Menge Gold immer in etwa die gleichen Güter bekam. Als Beispiel dient ein Massanzug. Vor 120 Jahren bekam man für eine Unze Gold (31,103 Gramm) einen Massanzug. Ein Massanzug kostet heute um 1500 CHF also immer noch etwa so viel wie eine Unze Gold.
Oder ein Paar Schuhe kostete 1900 7.50 CHF, was 2,175 g Gold entsprach, 2,175 g Gold haben heute einen Wert von 115 Franken, was ebenfalls einem guten Paar Schuhe entspricht.
Gerade dieses Beispiel veranschaulicht das Problem der Inflation, hätte man vor 150 Jahren für 7.50 CHF Gold gekauft, könnte man für dieses Gold noch heute ein Paar Schuhe kaufen. Hätte man das Geld unters Kopfkissen gelegt, bekäme man dafür nur noch ein Paar Socken.
Silber als Inflationsschutz
Im Unterschied zu Gold ist der historische Inflationsschutz bei Silber schlechter. Dies hängt mit dem Bimetallismus des alten Geldsystems, dem natürlichen Mengenverhältnis zwischen Gold und Silber und der Bedeutung des Silbers in der Industrie zusammen.
Wenn man wieder das Beispiel der Schuhe für 7.50 CHF um 1900 nimmt, so hätte man damals für 7.50 CHF 33,75 Gramm Silber bekommen. 33.75 Silber entsprächen heute rund 28 CHF.
Wenn Silber in den letzten 120 Jahren also ein schlechterer Inflationsschutz als Gold war, so muss man doch anerkennen, dass es besser gewesen wäre, sein Geld in Silber zu halten als in Bargeld.Jetzt bei PreMeSec.ch registrieren und Edelmetall kaufen und verkaufen!
Kursschwankungen
Ein Nachteil des Inflationsschutzes mit Edelmetall soll hier nicht verschwiegen werden und sollte auch jedem klar sein, der aus diesem Grund Edelmetall kauft. Der Nachteil sind die Kursschwankungen. So hat der Goldpreis im Jahr 2020 erst um ca. 25% gewonnen, um danach wieder 14% des Wertes gegenüber dem Schweizer Franken einzubüssen. Kurzfristig können Kursverluste also empfindlich sein.
Es ist aber auch zu bedenken, dass Inflationsschutz bei einer normalen Inflation zwischen 1-3% ein eher langfristiges Ziel ist, da sich so eine niedrige Inflation erst über mehrere Jahre mit dem Zinseszinseffekt wirklich bemerkbar macht. Innert Jahresfrist ist die Inflation tief und stellt somit keine Gefahr für das Vermögen dar.
Edelmetalle kaufen als Inflationsschutz
Wenn man sich dazu entschliesst Edelmetalle zu kaufen, egal aus welchem Grund, sollte man Verschiedenes beachten. Ersten sollte man nur leicht wieder verkäufliches Anlageedelmetall kaufen. Dazu zählen neben verschiedenen Barren aus LBMA zertifizierten Raffinerien auch die bekannten Gold- und Silbermünzen wie Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker und weitere.
Zweitens sollte man nicht allzu grosse Stücke kaufen, sodass man jeweils nur so viel Edelmetall verkaufen muss, wie man gerade Liquidität braucht. Wenn eine einfache Reparatur am Haus für 10'000 CHF ansteht, sollte man deshalb nicht gleich ein ganzes Kilo Gold für 55'000 CHF verkaufen müssen, sondern auch ein paar 50 oder 100 Gramm Barren zur Verfügung haben.
Der dritte Punkt steht etwas im Widerspruch zu Punkt 2, man sollte nämlich auf eine möglichst kleine Differenz zwischen Ankauf und Verkaufspreis achten. Diese Differenz wird auch Spread genannt und wird prozentual grösser, je kleiner die Stückelung ist. Bei 10 Gramm Gold liegt diese gerne mal bei 5%, während sie bei einem Kilo um 1% liegt. Bei Silber - das Mehrwertsteuer behaftet ist - liegt der Spread bei mindestens dem aktuellen Mehrwertsteuersatz. Beim Kilopreis von Silber ist die Differenz leicht um 17%.
Um einen möglichst kleinen Spread zu haben, empfiehlt sich darum der Handel über PreMeSec, da ist der Spread nur die extrem kundenfreundliche Kommission. Diese liegt bei 0,75-7%.
Häufig gestellte Fragen zum Fiat Geldsystem
Warum gab es früher Münzen aus Gold/Silber?
Bevor die Zentralbanken offizielle Währungen ausriefen, Papiergeld oder digitales Geld schufen und den Wert dieses Geldes garantierten, tauschte man Gold oder Silber gegen Güter. In dieser Zeit hatten verschiedene Herrscher wie Fürsten und Stadtstaaten das Recht, Münzen herauszugeben. Durch das Prägen einer Münze garantierte der Hersteller sowohl für die Reinheit des Edelmetalls und das Gewicht der Münze, der Wert an sich war aber, das in der Münze enthaltene Edelmetall.
Ist der Goldstandard die einzige Alternative zum Fiat Geldsystem?
Nein, auch andere Werte sind vorstellbar und wurden schon vor dem Fiat Geldsystem genutzt. Tauschobjekte waren Silber, Bronze, Muscheln, Steine oder Edelsteine. Heute gibt es auch Kryptowährungen, die aber abgesehen von den physische gedeckten Stablecoins auch Fiatwährungen sind.
Ist das Fiat Geldsystem schlecht?
Ob das Fiat Geldsystem schlecht ist und ob ein Goldstandard nicht besser wäre ist eine viel diskutierte Frage. Jedes System hat seine Stärken und Schwächen im Allgemeinen lässt sich sagen, dass ein Staat mit einer Fiatwährung mehr Einfluss auf die Wirtschaft hat und bei Krisen stärker intervenieren kann. Gerade dieser Einfluss des Staates auf die Wirtschaft wird aber von manchen Leuten als schädlich angesehen und darum abgelehnt.
Zusammenfassung über Edelmetalle als Alternative zum Fiatgeld
Unser modernes Geldsystem beruht auf der Geldschöpfung der Zentralbanken.
Dem Geld liegt nichts zugrunde als der Wille, dass da Geld sei.
Die Zentralbanken versuchen die Inflation bzw. die Deflation zu steuern, die Preisstabilität gilt als vordringlichstes Ziel.
Fiat Geld unterliegt den Gesetzen der herausgebenden Staaten, Edelmetalle sind weniger von staatlichen Eingriffen betroffen.
Edelmetalle werden gerne als Inflationsschutz gekauft, können aber Kursschwankungen unterliegen.