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Die britische Firma Ocean Software schrieb Videospielgeschichte, indem sie am Fliessband Filmumsetzungen auf den Markt warf. Wir reisen zurück in die 80er- und 90er-Jahre, um uns an gute, aber auch schlechte Spiele zu erinnern.
Wer in den 80ern und 90ern mit Video- und Computerspielen aufwuchs, stolperte mit grosser Wahrscheinlichkeit auch über die Firma Ocean Software, die mit ihrem blauen Schriftzug auf vielen Verpackungen in dem einen oder anderen Jugendzimmer anzutreffen war.
Ocean Software hiess bei der Gründung 1982 noch Spectrum Games, musste aber aus lizenztechnischen Gründen bereits im nächsten Jahr den Namen ändern. In den Anfangsjahren konzentrierte sich die Firma aus Manchester noch auf die Ideen-Umsetzung von bekannten Spielhallen-Titeln. Damals nahmen sie einfach eine erfolgreiche Spielformel und packten diese in ein neues Kleid, um damit Geld zu verdienen. Doch der grosse Erfolg blieb aus, bis die Gründer Jon Woods und David Ward Mitte der 80er eine geniale Idee hatten.
Mit Filmlizenzspielen sahen sie eine Möglichkeit, ihre Firma erfolgreicher zu machen und langfristig für den nötigen Geldfluss zu sorgen. Dafür hatten sie eine neue Strategie entwickelt: Anstatt die Lizenzrechte nach der Filmveröffentlichung zu kaufen, besorgten sie sich die Rechte meistens weit im Voraus, um noch vor dem Kinostart oder gleichzeitig zum Release ein Spiel zum Film anbieten zu können. Auch die Rechte von TV-Serien schnappte sich das Unternehmen vereinzelt. Dadurch erhielt Ocean nicht nur einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz, sondern auch einen Einblick in die Produktionsprozesse der Filme.
Mit «Robocop» kam der grosse Durchbruch. Für diese Marke zahlten die Männer aus Manchester günstige 20'000 Dollar Lizenzgebühren und kreierten damit ein Videospiel für die Heimcomputer und Videospielkonsolen, das monatelang in den Charts blieb und sich millionenfach verkaufte. Mit diesem Spiel schufen sie eine Blaupause und sorgten in den Jahren danach für viele ähnliche Versoftungen.
Diese Strategie lief jahrelang wie geschmiert, aber Ocean geriet in einen Alltagstrott, die Spiele wurden langweiliger und liessen Qualität missen. Auch verlangten die Rechteinhaber in Hollywood in den 90ern immer mehr Geld, um Spiele zu produzieren. Für «Jurassic Park» beispielsweise wurden mehrere Millionen Dollar verlangt. Da auch diese Versoftung aber kein Hit wurde, fehlte immer wie mehr Geld in der Ocean-Kasse.
Für rund 100 Millionen Dollar fusionierte Ocean Software 1996 mit Infogrames. Zwar wurde die Marke Ocean noch am Leben erhalten, aber sie verlor immer mehr an Bedeutung. 2003 verschwand der Schriftzug komplett, als die gesamte Firma in Atari UK umgetauft wurde. Lange konnte sich Ocean Software also nicht in der Videospielindustrie halten, dafür hat diese Firma so einige Videospiele zum Leben erweckt. Gute, aber auch ziemlich schlechte...
Dieses Text-Adventure kommt mit dem bekannten Ohrwurm in der Endlosschleife daher. Spartanische Optik und bekannte Filmfiguren sorgen für einen ganz passablen Wiedererkennungswert.
Ein Pixel-Stallone wandert in gebückter Haltung steif durch sterile Levels. Der titelgebende Held ballert, schlägt und hüpft sich durch eine simple Struktur, die mit dem Film nicht viel gemeinsam hat.
Diese Umsetzung tat den Augen weh. Abwechselnd braust man mit K.I.T.T. durch leere Strassenlevels, holt Hubschrauber vom Himmel und dirigiert Michael Knight aus der Vogelperspektive durch langweilige Gebäude-Abschnitte. Immerhin gibt es die bekannte Titelmelodie für die Ohren.
Mit ganz viel Fantasie erkennt man Don Johnson in den unspektakulären Sidescrolling-Abschnitten. Die Fahr-Levels sorgen mit ihrer Unsteuerbarkeit jedoch für noch viel mehr Frust. Der digitale Tod und der Neustart wurden Dauergäste.
Hier versucht man irgendwie, schlecht erkennbare Flugzeuge abzuschiessen, um irgendein Ziel zu erreichen. Nein, mit dem Kult-Film hat diese Versoftung so gut wie gar nichts gemeinsam.
Gar nicht mal so schlecht. Die Stimmung passt, die Soundeffekte sind ganz okay und sogar eine Levelstruktur ist erkennbar. Die Roboter und Autos sind niedlich anzusehen und profitieren vom Pixel-Charme.
Eine grosse Frechheit: Hier geht es nur um einen langweiligen Schwertkampf, der irgendwie in der Endlosschleife festzustecken scheint. Das alles sieht einfach nur unschön aus und ist komplett unsteuerbar.
Endlich ein Highlight: Als Robocop prügelt und ballert man sich durch ordentliche Levels und darf sogar einer Geschichte beiwohnen. Das Filmflair wurde gut eingefangen und machte Lust auf mehr.
Man muss es selbst erleben respektive mit eigenen Augen sehen, um zu erkennen, was das für ein Software-Schund war. Die Optik sorgt auch heute noch für Kopfschmerzen.
Ein Highlight: Als Batman klettert, schwingt und kämpft man sich durch eine gut durchdachte Levelstruktur. Der Kenner erkennt Details aus der Filmvorlage und auch wenn der Filminhalt hier arg gekürzt wurde, ist dieses Spiel auch heute noch einen Blick wert. Sogar die Fahr- und Flugpassagen mit dem Batmobil und Batwing sind gelungen.
Nein, mit der Filmvorlage hat dieses Ballerspiel nicht viel gemeinsam, aber es macht erstaunlicherweise immer noch Spass. Dafür sorgt eine gute Spielmechanik und ein lockerflockiger Soundtrack zum mitwippen.
Stimmiger Soundtrack und ganz nette Präsentation fangen die Filmvorlage vorerst gut ein. Danach folgt ein stupides Gameplay mit einem komischen Pixel-Arnie. Immerhin sorgen Fahrzeug-Abschnitte mit ordentlicher Baller-Action für Abwechslung.
Dumme, schlecht steuerbare Prügeleien auf der Gasse mit einer Technik aus der Hölle sorgen für Nervenflattern. Nein, einfach nein.
Eine ordentliche Umsetzung, die das Simpsons-Flair überraschend gut eingefangen hat und mit einigen Vorlagedetails für Lacher sorgt. Fans der Serie kamen damals voll auf ihre Kosten.
Hier hat Ocean alles richtig gemacht: Kurzweilig, gut spielbar und die Filmvorlage wurde schön getroffen. Die Grafik überzeugt zudem mit vielen Details und charmantem Humor. Spielt sich auch heute noch sehr gut.
Auch wenn das alles auf den ersten Blick ganz süss aussieht, ist dieses Lizenzspiel kaum spielbar. Die Kampfmechanik versagt regelmässig und der Bildschirmtod wartet hinter jeder Ecke. Finger weg und Nerven schonen.
Mit ganz viel Fantasie kann man hier tatsächlich einen Mel Gibson durch karge Levels dirigieren, die mit dem Film nicht viel gemeinsam haben. Es könnte sich aber auch einfach nur um ein weiteres «Rambo»-Spiel handeln.
Uff, sieht das schrecklich aus. Okay, das Intro ist noch einigermassen gelungen, aber was danach folgt, ist eine Frechheit. Besonders die Figuren-Animationen scheinen direkt aus der Hölle zu kommen.
Sieht schick aus und präsentiert sich ordentlich. Das Filmflair ist vorhanden, die Soundeffekte sitzen und Abschnitte aus der Egoperspektive sorgen für die dringend nötige Abwechslung.
Also auf der Habenseite haben wir einen wirklich schönen Soundtrack, der für Endzeit-Stimmung sorgt. Der Rest ist die pure Langeweile. Stumpfsinnige Boot-Baller-Mechanik und Sidescrolling-Abschnitte zum Einschlafen, da war sogar der Film noch deutlich besser.
Haben wir eine Spiele-Perle von Ocean Software vergessen? An welche Kult-Videospiele erinnert ihr euch? Die Kommentarspalte ist geöffnet!