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Schneeglöckchen erfreuen sich grosser Beliebtheit. Die Freude an den weissen Frühblühern lässt sich leicht multiplizieren – im Garten durch die Vermehrungsfreudigkeit von Galanthus, in anderen Bereichen etwa mit dem Lesen von Literatur (siehe etwa hier und hier) über Schneeglöckchen, der Teilnahme an Themenreisen inklusive Schneeglöckchengala, mit dem Tragen von Schneeglöckchenschmuck und Aufstellen von Schneeglöckchendekoration oder dem Besuch von speziellen Schneeglöckchentagen mit Pflanzenmarkt.
Es gibt Sammler, die irrwitzige Beträge für eine einzige Schneeglöckchenzwiebel ausgeben. Allgemein sind die hübschen Blüher als Vorfrühlingsboten bekannt. Liebhaber wissen aber, dass die Blütesaison von Schneeglöckchen mit im Herbst blühenden Sorten schon deutlich früher eingeläutet werden kann. An dieser Stelle soll es um die «The Snowdrop Mysteries» der New Yorkerin Susan Alexander gehen, die seit vielen Jahren in Luxemburg lebt. Inzwischen umfasst die Serie einundzwanzig Titel, in denen die weissen Glöckchen eine mehr oder weniger umfangreiche Rolle einnehmen.
Die alleinstehende Professorin Margaret Spence Eliot, Maggie aus Boston nimmt im ersten Buch gerade ein Sabbatical, um eine Studie über ihre Forschungen zu den Flüchtlingsströmen auf der Welt zu verfassen. In einem ruhigen Cottage in den Cotswolds versucht sie, ungestört an ihren Texten zu feilen und ihre Schreibblockade zu überwinden. Ihre Freundin Anne möchte sie auf andere Gedanken zu bringen und fährt mit ihr in den winterlichen Garten von Rochford Manor. Dort wird Maggie direkt in den ersten Schneeglöckchenmord katapultiert. Die beiden Freundinnen finden nämlich eine Leiche und es stellt sich heraus, dass das seltene Schneeglöckchen «Ainswick Orange» gestohlen worden ist.
Bereits in diesem ersten Schneeglöckchen-Krimi lernt die erfolgreiche und überzeugte Singlefrau Maggie den verwitweten Baron Raynham kennen und die beiden heiraten ziemlich überstürzt bereits in Buch drei, noch während Maggies Sabbatical Year. Das Zuhause «Beaumatin» ihres Ehemanns ist in einschlägigen Kreisen auch bekannt für seine umfangreiche Schneeglöckchensammlung.
In den Folgenbänden werden nicht nur seltene Schneeglöckchenzwiebeln gestohlen, Maggie führt hortikulturell interessierte Amerikaner auf deren Tour durch englische Schneeglöckchensammungen, wird Schirmherrin eines neu gegründeten Snowdrop Clubs und sie hält in ihrer Heimat vor dem Vorstand des New Yorker Metropolitan Botanic Garden souverän einen Vortrag über die weissen Zwiebelblüher. Allen Büchern gemeinsam ist, dass sich Maggie laufend in Mordfällen wieder findet, in welchen die intelligente Professorin die Täterschaft jeweils vor der ermittelnden Polizei ausmacht. Während ihren privaten Ermittlungen gelangt sie aber wiederholt in lebensbedrohende Situationen und wird dabei oft schwer verletzt.
Parallel dazu bekommt die Leserin Einblick in Maggies Professorenalltag in Oxford und die schwierige Beziehung mit dem verwitweten 28. Baron Raynham, der sich als sturer Snob mit fehlenden Kommunikationsfähigkeiten entpuppt. Thomas schätzt es überhaupt nicht, dass seine Frau ein eigenes erfolgreiches (Berufs-)Leben führt. Er ist trotz der Reduktion ihres Pensums nach dem Sabbatical wegen Maggies häufigen berufsbedingten Abwesenheit unzufrieden, obwohl er selber mit den Schafen auf seinem Anwesen Beaumatin in Gloucestershire mehr als genug zu tun hat.
Aus für die Leserin nicht immer nachvollziehbaren Gründen hängt die souveräne Maggie an ihrer oft sehr schwierigen Ehe fest. Ihr Ehemann interessiert sich weder für ihren beruflichen Erfolg, noch kann sie auf seine Loyalität zählen. Und obwohl sie finanziell deutlich erfolgreicher ist als ihr Mann und wo immer es sich in ihrem beruflichen Umfeld vermeiden lässt, ihren angeheirateten Titel verschweigt, wird ihr mehr oder weniger offen vorgeworfen, sie habe den Baron wegen seinen Besitztümern geheiratet. Insbesondere Constance, die Tochter von Thomas aus erster Ehe, intrigiert gegen die neue Lady Raynham an der Seite ihres Vaters.
Die Ehe entpuppt sich als schwieriger Seilakt für Maggie. Thomas hat grosse Schwierigkeiten mit dem Erfolg und der Unabhängigkeit seiner Frau und lässt oft seine seine Launen an ihr aus. Weshalb die erfolgreiche Maggie an dieser Beziehung festhält und ihren Mann zu lieben glaubt, lässt sich nicht immer ausmachen, aber die gebürtige Amerikanerin ist zwar immer loyal, hat aber durchaus auch ihre Geheimnisse.
Der Schneeglöckchenanteil in den Büchern ist zuweilen substantiell, dann wieder minim oder eher gar nicht vorhanden. Nicht alle Folgen dieser Schneeglöckchenkrimis sind gleich spannend und glaubwürdig, die Plots wirken teilweise arg konstruiert, aber die Amerikanerin Maggie und ihr frisch angetrauter, ziemlich verbohrter englischer Ehemann Thomas sind schon fast gute Bekannte von mir. Im Wissen, dass nicht alle Folgen Serie gleich lesenswert sind, freue ich mich nichtsdestotrotz immer noch auf jede Fortsetzung.
Susan Alexander:
The Ainswick Orange, Band 1, 2013
The Snowdrop Crusade, Band 2, 2013
A Remittance Man, Band 3, 2013
The Heracles Project, Band 4, 2014
St. Margarets, Band 5, 2014
Beaumatin’s Blonde, Band 6, 2015
Hereford Crescent, Band 7, 2015
Wolcum Yole, Band 8, 2015
Gnat, Band 9, 2015
And Only Man Is Vile, Band 10, 2016
Jersey Jones and the New World Order, Band 11, 2016
Dies Dirae, Band 12, 2017
Super Lucid, Band 13, 2019
The Snowdrop Legacy, Band 14, 2018
The Cotswold Chronicler, Band 15, 2019
The Greater Gloucestershire Galanthus Group, Band 16, 2021
Culpable Acts, Band 17, 2022
The Billionaire’s Wives Club, Band 18, 2022
People who hate Max Cavendish, Band 19, 2022
Mystic Mayhem, Band 20, 2023
Like a Fish out of Water, Band 21, 2023
alle Bücher publiziert im Eigenverlag
Alle in diesem Beitrag erwähnten Bücher habe ich selbst gekauft. Ich bin niemandem gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet und generiere keine Einnahmen aus den im Sofagarten vorgestellten Büchern.