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Hydrologie: Die Blinne entspringt am Blinnengletscher auf etwa 2500 m.ü.M. und fliesst tief im vom Gletscher hinterlassenen Geröll durchs obere Blinnental. Sie hat dort mehrere Zuflüsse, die ebenfalls teils unsichtbar unter dem Geröll daherfliessen. Erst oberhalb Altstafel auf einer Höhe von 1970 m.ü.M. fliesst sie dauernd oberirdisch. Um 1865 herum reichte der Blinnengletscher bis auf 1829 m herunter. Damals floss der Fluss nur oberirdisch. Die Blinne ist im sichtbaren Bereich etwa 6 km lang und mündet bei Reckingen in den Rotten (Rhone). Sie hat ein Einzugsgebiet von ca. 30 km² und bei der Mündung eine Wasserführung von etwa 2 bis 2.5 m³ pro Sekunde.
Urkundlich überlieferte Namen: Es sind keine bekannt, doch nennt das Geografische Lexikon der Schweiz (GLS) sowohl das Flüsschen noch 1902 Blindenbach, den Gletscher Blindengletscher, das Tal Blindenthal und den Berg Blindenhorn. Einzig beim Berg wird auch die neuere Form Blinnenhorn erwähnt. Auf der Siegfriedkarte von 1865 wird aber alles bereits mit 'Blinnen' geschrieben.
Namensentwicklung: *Blinna ==> Blinne
Etymologie: Ich fand bis jetzt keine offiziell anerkannte Deutung für den Flussnamen. Das Blinnenhorn heisst auf italienisch Corno Cieco, was ins Deutsche übersetzt Blindenhorn bedeutet. Die frühere Schreibweise Blindenhorn hat also einen tieferen Sinn. Die Walliserdeutsche Variante Blinnenhorn hat natürlich die gleiche Bedeutung. Diese Schreibweise ohne 'd' und mit doppeltem 'n' trifft man auch in norddeutschen Mundarten an. Wie die geografischen Namen des Tals, des Berges, des Flusses und des Gletschers zustande kamen, konnte ich noch nicht mit Sicherheit ermitteln. Ich vermute, dass der Berg als auffälligstes Objekt als erster zu seinem Namen kam und dass das möglicherweise damit zu tun hat, dass er immer wieder in Wolken gehüllt war. Ich konnte selber beobachten, wie auch bei schönem Wetter von der italienischen Seite her immer wieder Wolken den Berg umhüllen. Gletscher, Tal und Fluss bekamen ihre Namen wohl sekundär vom Berg. Gemäss Kluge hat blind auch die Bedeutung: trüb, dunkel werden, sich verfinstern, was mit den Wolken gut zu erklären wäre. Auch Piloten sprechen von Blindflug, wenn sie in Wolken fliegen.
Flussnamentyp: mangels überzeugender Deutung noch offen, vermutlich aber frühalemannisch.
Geoglogie:Die Blinne hat bei Reckingen einen mässig grossen Schuttkegel gebildet, der beim Eintritt ins offene Tal etwa 15 m Höhe aufweist und den Rotten zwingt, in einem grossen Bogen um dem Schuttkegel zu fliessen.
Flussgeschichte: Die Gommerkraftwerke betreiben an der Blinne seit 1989 ein kleines Kraftwerk, welches pro Sekunde ca. 1.5 m³ Wasser in Strom verwandelt und pro Jahr etwa 9.2 GWh Strom oder volkstümlicher augedrückt 9.2 Mio KWh produziert. Es ist somit in der Lage, etwa 2500 Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen. Das Werk wurde 2012 erneuert und hat eine Fallhöhe von 164 m.
Quellen: Gommerkraftwerke, Geografisches Lexikon der Schweiz 1902, Bd. 1, Seite 282/283, , Siegfriedkarte 1865, eigene