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In einem Karabagh-Kelim der 60er-Jahre haben wir beidseitig des Zentralmotivs zwei Limousinen eingewoben gefunden. Welche Erlebnisse haben wohl diese in den kaukasischen Bergen verlorene Weberin dazu gebracht, mehrere dieser Staatskarossen abzubilden? Sollten sie – wie einst die Königskrone – die allgegenwärtige Macht des untergegangenen Kommunismus repräsentieren? War sie von deren Grösse und Luxus derart beeindruckt, oder träumte sie davon, selber ein solches Gefährt zu besitzen?
Oder war sie die Frau, die Tochter oder vielleicht nur das Dienstmädchen eines solchen Potentats, die sich einmal in eine dieser Wolgas setzen durfte und dieses Ereignis so verewigen wollte? Dieses Motiv zeigt uns, dass Symbole nicht zwingend aus der Antike stammen müssen und dass täglich Mythen entstehen können. Die Weberinnen suchen ihre Inspiration im Alltäglichen und bilden das ab, was in ihren Augen wichtig ist: Für die Frau des Hirts sind es die Schafe, und für unsere Armenierin sind es diese Karossen.