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Nymphäaceen
(Wasserrosen, Seerosen), dikotyle Familie aus der Ordnung der Polykarpen, Wasserpflanzen [* 2] mit oft dickem, im Grunde des Wassers kriechendem, mit den Narben älterer Blätter und Blütenstiele bedecktem Rhizom, [* 3] das durch seine auf dem Querschnitt zerstreut stehenden Gefäßbündel [* 4] von dem der meisten Dikotyledonen abweicht, und mit großen, auf langen Stielen sich erhebenden, schwimmenden Blättern von schild- oder herzförmiger Gestalt; nur bei Cabomba und ihren Verwandten sind die untergetauchten Blätter in viele haarförmige Zipfel wie bei den Wasserranunkeln gespalten, die schwimmenden dagegen schildförmig.
Die großen, weißen, blauen, roten oder gelben Blüten erscheinen einzeln auf der Spitze langer Blütenstiele ebenfalls auf dem Wasserspiegel. Sie sind vollständig und regelmäßig; der Kelch besteht meist aus vier oder fünf grünen Blättern, welche frei oder am Grund mit dem Blütenboden zu einer Röhre verwachsen sind; die Blumenblätter sind zahlreich, spiralig angeordnet, breit, nicht mit Nagel versehen und gehen allmählich in die ebenfalls zahlreichen und in mehreren Reihen stehenden Staubgefäße [* 5] über, indem die äußern der ¶
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letztern antherenlos sind. Dieselben haben nämlich breite, blumenblattartige Filamente und tragen an beiden Seitenrändern die parallel stehenden Antheren. Der Fruchtknoten wird von mehreren quirlständigen, miteinander und mit dem Blütenboden verwachsenen Karpellen gebildet und ist daher vielfächerig; jedes Fach enthält zahlreiche anatrope Samenknospen auf den Scheidewänden. Bei den Unterfamilien der Cabombeae und Nelumboneae sind die Karpiden dagegen nicht verwachsen.
Die letztgenannten haben einen kreiselförmigen Blütenboden, auf dessen Oberfläche die Fruchtblätter in Gruben eingesenkt
sind. Auf dem Scheitel des Fruchtknotens befindet sich eine sitzende oder etwas gestielte, strahlig gestreifte, schildförmige
Narbe. Die Frucht ist bei den einheimischen
Nymphäaceen weich, beerenartig, von der stehen bleibenden
Narbe gekrönt und zerfällt erst allmählich durch Fäulnis. Die zahlreichen kugeligen oder eiförmigen Samen
[* 7] liegen in einem
Fruchtbrei und enthalten ein stärkehaltiges Perisperm, in welches der von dem Embryosack
[* 8] umgebene, gerade Keimling eingesetzt
ist.
Den Samen von Nelumbium fehlt das Eiweiß. (Vgl. Caspary, Nymphaeaceae in »Annales Musei Lugduno-Batavi«, Bd. 2.) Die Familie zählt ungefähr 35 Arten, von denen die meisten in den gemäßigten Zonen, wenige in den Tropen vorkommen; zu den erstern gehören unsre Teich- und Seerosen (Nuphar und Nymphaea), zu den letztern die Victoria [* 9] regia des Amazonenstroms. Fossil sind mehrere Arten von Nymphaea, Nymphaeites Sternbg., Nelumbium L. u. a., aus Tertiärschichten bekannt.