Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/741

SICHERER UNTERBAU, SICHERES HAUS
Ein sicher stehendes Haus möchte jeder Bauherr besitzen. Fundament und Bodenplatte kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Sie sollen die Lasten des Hauses, das heisst sein Eigengewicht als ständige Last sowie die Verkehrslasten (Personen etc.), auf den Baugrund ableiten. Beim Errichten des Hauses "drückt" das ansteigende Gewicht immer stärker auf das Fundament, und das Haus sinkt in den Boden ein - feine Setzrisse können im ersten Jahr entstehen. Der Architekt hat aufgrund der Bodenqualität und des anfallenden Wassers das Fundament in Art, Grösse und Tiefe bestimmt. Dabei gilt: je fester der Boden, desto geringer der Aufwand zum Bau von Fundament oder Bodenplatte. In jedem Fall sind Fundamente frostfrei in Tiefen zwischen 80 und 120 Zentimeter zu gründen. In der Regel reichen für Ein- bis Zweifamilienhäuser Streifenfundamente aus, eine bewehrte Bodenplatte ist oft die Alternative bei nicht unterkellerten Gebäuden. Das Bauwerk darf nie direkt auf gewachsenem Boden stehen. Dieser kann sich mit Wasser vollsaugen, und das Haus kann absacken. Sperren (z.B.: Bitumenpappstreifen) verhindern das Aufsteigen von Feuchtigkeit in die Wände. Immer gehört auf die Sauberkeitsschicht eine Feuchtigkeitssperre. Zum Einsatz kommen heutzutage in der Regel Folien mit verschweissten Stössen. Sie dürfen auf keinen Fall beschädigt werden. Vor dem Betonieren wird ein Fundamenterder rings um das Haus eingelegt; Anschlussfahnen für die Potentialausgleichsschiene im Haus und für den eventuellen Blitzschutz. Notwendige Durchörterungen des Fundamentes für Trinkwasser, Grundleitungen und Strom werden eingelegt. Mittels Niveliergerät oder Laser wird die einheitliche Höhe der Schalung überprüft, dann kommt der Transportbeton. Als Fliessbeton wird dieser mit Rutschen, am Kran hängendem Betonbehälter oder einer Beton-Pumpe mit langem Schlauch in die Schalung eingelassen.Durch ständiges Verdichten des Betons unter Verwendung eines Flaschenrüttlers während des Betonierens erreicht er dann seine spätere Festigkeit. Jeden halben Quadratmeter sollte der Rüttler im Fliessbeton verdichten. Danach glättet der versierte Betonbauer die Fläche mit einem "Faulenzer". Frischer Beton benötigt eine intensive Nachbehandlung. So darf er keinesfalls Frost, intensivem Regen und heisser Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Rissbildung durch übermässiges Schwinden wird durch mehrmaliges Bewässern mit feinem Strahl verhindert.
Fundamentarten:
Einzel- oder Punktfundament
Bei lasttragenden Säulen (z.B. bei Galerien), Treppenhäusern, Kaminen oder bei kleineren Bauten wie Carports oder Garagen.
Besondere Punktfundamente, wie die Pfahlgründung, können bei schwierigen, sumpfigen Böden sowie bei der Hangbebauung in Verbindung mit aufliegenden Plattenfundamenten eingesetzt werden.
Streifenfundament
Die am häufigsten eingesetzte Fundamentform wird unter tragenden Aussen- und Innenwänden sowie Stützreihen eingebracht. Nicht tragende Innenwände stehen direkt auf der Gründungs- oder Sohlplatte. Stahlbewehrungen vergrössern die Lastaufnahme und verringern die Dimensionen von Fundamenten.
Flächen- oder Plattenfundament
Sie werden bei schwierigen Böden eingesetzt und aus stahlbewehrtem Beton gefertigt. Beispielweise erfordern nicht bindige Böden (Sand/Kies) grössere Fundament-Dimensionen als bindige Böden (Tone).
Generell benötigen Plattenfundamente bei frostfreier Gründung (unter Kellern) keine zusätzlichen Streifenfundamente. Wird die Platte jedoch (wie bei Fertighäusern oft der Fall) im Frostbereich, Oberkante Gelände, angeordnet, müssen umlaufende Ringfundamente die Bodenplatte frostfrei halten. Ausserdem er-
möglichen Plattenfundamente leichter eine Abdichtung (Wanne) des Bauwerks.