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Entschuldung für kastenlose und indigene Landarbeitende: Das Projekt will 240 Dörfer dabei unterstützen, aus der Schuldknechtschaft zu gelangen.
Die zentralindischen Bundesstaaten Chhattisgarh und Orissa zeichnen sich durch einen hohen Anteil von Dalit und Adivasi an der Gesamtbevölkerung aus. Dalits sind sogenannte Kastenlose, Adivasi sind Indigene.
In Chhattisgarh machen die beiden Gruppen zusammen 45 Prozent, in Orissa 42 Prozent der Bevölkerung aus. In den ländlichen Regionen der beiden Bundesstaaten herrscht bis heute das typische Muster des indischen Herrschaftssystems vor. Den Grossgrundbesitzern – Angehörigen der höheren Kasten – gehört der Hauptanteil des Agrarlandes, während Dalits und Adivasi die Mehrheit der landlosen Arbeiterinnen und Arbeiter stellen.
Niedrige Löhne, Landlosigkeit und ein ausbeuterisches, von den Grossgrundbesitzern dominiertes Kreditsystem haben die Landarbeitenden seit Generationen in Schuldknechtschaft gehalten, obwohl diese moderne Form der Sklaverei in der indischen Verfassung verboten ist.
Die Organisation TREND (Training and Education for Development) wurde 1985 gegründet und hat sich der Befreiung aus der Schuldknechtschaft verschrieben. Erreicht wird die Entschuldung in 240 Projektdörfern mittels eines spezifischen Ansatzes. Dieser beginnt damit, dass die Adivasi und Dalit Dorforganisationen gründen und gemeinsame Sparkassen aufbauen, um in Notsituationen interne Kredite vergeben zu können.
Dadurch vermeiden sie es, externe Kredite zu Wucherzinsen aufzunehmen und sind weniger abhängig von Landbesitzern und Geldverleihern. So gelingt es den Mitgliedern der Dorforganisationen, sich aus eigener Kraft aus der Schuldknechtschaft zu befreien.
Mit der Zeit setzen sich die Dorforganisationen auch für den Zugang zu Land und zu staatlichen Leistungen ein und ihre Mitglieder engagieren sich in der lokalen Politik zur Verteidigung ihrer Rechte. Zudem gibt die Rückbesinnung auf die spirituell-religiösen Traditionen und kulturelle Identität den Adivasi und Dalits einerseits die Kraft und das Selbstbewusstsein, die vielfältigen Angriffe und Diskriminierungen zu überwinden.
Andererseits ist sie die Grundlage für die Bewusstwerdung über die Bedeutung des eigenen Landes und der damit verbundenen Nahrungssouveränität. Weiter werden grosse kulturelle Festivals, sogenannte Mahatihar, organisiert, zu denen auch die lokale Presse und die lokalen Behördenvertreter/innen eingeladen werden.