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Bioindikation
Was sind Flechten?
Flechten sind keine Pflanzen, sondern Lebensgemeinschaften. Diese bestehen jeweils aus einem Pilz und einem Photosynthese betreibenden Partner, z.B. einer Grünalge. In dieser sogenannten Symbiose kann vereinfacht gesagt werden, dass der Pilz die „Behausung“ und die Alge die „Mieterin“ darstellt. Dabei wird die Miete in Form von Nährstoffen bezahlt.
Flechten sind Pioniere und dringen auch auf Flächen vor, auf denen keine Pflanzen überleben können. Ihre Nährstoffe beziehen sie direkt aus dem Niederschlagswasser und der Luft. Trotz, oder gerade wegen dieser spartanischen Lebensweise reagiert diese Lebensgemeinschaft sehr sensibel auf Umweltveränderungen wie z.B. die Luftverschmutzung.
Flechtenverbreitung und „Flechtenwüsten“
Schon eine geringe Luftbelastung beeinträchtigt das Wachstum von Flechten, je nach Art stärker oder weniger stark. Steigt die Belastung, sterben zuerst empfindliche, später auch resistentere Flechtenarten ganz ab. In Städten hat man sogar sogenannte „Flechtenwüsten“ beobachtet, also Zonen, in denen wegen der starken Luftverschmutzung gar keine Flechten vorkommen. Anhand der Häufigkeit, der Wuchsform und der Artenzusammensetzung von Flechten kann beurteilt werden, wie hoch die Luftverschmutzung an einer Stelle ist. Weil Flechten überall (ausser in den Flechtenwüsten) verbreitet sind, können Karten der Luftqualität angefertigt werden (Flechtenkartierung).
Flechtenkartierung im Kanton Schwyz
Im Kanton Schwyz werden seit 1997 Flechtenkartierungen durchgeführt.

Innerschwyz

Ausserschwyz Bereich West

Ausserschwyz Bereich Ost
Die Ergebnisse der Flechtenkartierungen (Luftgütekarte) sind als digitale Karte im Geoportal des Kantons Schwyz aufgeschaltet.
Flechtenkartierungen Ausserschwyz Ost 2013
Die Wiederholungskartierungen haben in allen Gebieten eine Ausdehnung einer mittleren und starken Luftbelastung aufgezeigt. Dies ging dabei auf Kosten der Zonen mit geringer Luftbelastung.
In der Kartierung von Ausserschwyz Ost im Jahr 2013 musste sogar eine Zone mit kritischer Belastung (in der Karte Rot eingefärbt) festgestellt werden. Auf Grund der Artenzusammensetzung und -häufigkeit ist dies auf einen erhöhten Stickstoffeintrag zurückzuführen.