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Durch einen Fallbericht über Schlafstörungen, konnte ich meine Erfahrungen mit der Yager-Therapie – welche ich unter anderem in meiner Praxis anwende – veranschaulichen.
Gerne teile ich hier einen kleinen Anzug aus dem Buch:
5.5.3 Schlafstörungen
Fallbericht von Dominique Lötscher, Psychologin M. Sc. und Hypnosetherapeutin NGH
Problem
Rosa, eine 55-jährige Ergotherapeutin, fühlte sich erschöpft und energielos. Sie litt an Schlafproblemen und reduzierter Leistungsfähigkeit. Aus diesem Grund suchte sie meine Praxis auf, nachdem eine Nachbarin ihr riet: »Versuch’s doch mal mit Hypnose.« Seit dreizehn Jahren könne sie kaum eine Nacht durchschlafen. Sie fühle sich morgens erschlagen und habe kaum Antrieb. Ihre Tochter erkrankte im Alter von sieben Jahren an Diabetes. Die Schlafprobleme würden sie begleiten, seit sie in der Nacht den Blutzuckerspiegel ihrer Tochter messen musste. Als dann ihre Tochter immer selbstständiger wurde und die Messungen selbstständig durchführen konnte, hätten die Wechseljahre eingesetzt. Schweißgebadet erwache sie mehrmals in der Nacht.
Vorbehandlungen
Vorbehandlungen gab es keine. Rosa hat jedoch vor ihrem Besuch bei mir schon einiges versucht, um besser zu schlafen. Beispielsweise hat sie ein dickes Buch zum Thema gewälzt und einen Kurs zum besser Schlafen besucht. Der Erfolg war mäßig, bemerkte sie. Und Schlaftabletten wollte sie keine nehmen.
Behandlung
Die Behandlung umfasste drei Termine, die Rosas Leben nachhaltig verbesserten. »Welches Ziel verfolgen Sie mit der Therapie?« und »Woran erkennen Sie, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?«, ermittelte ich im Vorgespräch. Rosa wäre glücklich, wenn die Therapie ihr ermöglichen würde, an vier von sieben Nächten durchzuschlafen und wenn sie sich am Morgen fit fühlen würde, unternehmungslustig wäre und Aufgaben in Angriff nehmen könnte. Wie üblich erklärte ich Rosa beim Ersttermin die unterschiedlichen Bewusstseins Zustände, die Wirkmechanismen der Hypnosetherapie und die Bedeutung von Konditionierungen. Für Rosa war dies ein bedeutsamer Schritt zur Vertrauensbildung in die Hypnose und Yager Therapie. Denn in ihrer Tätigkeit in der Neuro Rehabilitation setzt sie sich täglich mit der Funktionsweise des Gehirns auseinander. Die einführenden Erklärungen passten zu ihrem Wissen. Ebenso transparent habe ich Rosa über die unterschiedlichen Methoden aufgeklärt, welche ich anwende.
Gleichzeitig habe ich geprüft, ob sie mit deren Anwendung einverstanden ist. Dazu zählen unter anderem das Erlernen der Selbsthypnose, die aufdeckende Hypnose (auch bekannt als Altersregression), die Yager Therapie sowie hypnosystemische Techniken. Rosa war offen für sämtliche Vorgehensweisen und neugierig, wie sie diese erleben wird.
Bereits nach dem ersten Termin konnte Rosa ohne meine Hilfe in ihrer Vorstellung einen Lichtschalter drehen und in Sekundenschnelle in die erholsame Trance gleiten. Sie berichtete, dass sie dabei ein angenehmes Kribbeln, ein intensives und wohliges Körpergefühl verspüre und den Eindruck habe, zu schweben. In ihrer ersten, induzierten Trance erlebte sich Rosa auf den Spuren eines Wildhüters in den Engadiner Bergen, im pudrigen weißen Schnee, am Futterplatz von Wildtieren. »Kein Mensch und pure Natur«, vermerkte sie genüsslich. Die Selbsthypnose war installiert.
Wir vereinbarten, uns in zwei Wochen wieder zu treffen. Der zweite Termin sollte der ursachenorientierten Arbeit gewidmet sein, nachdem wir im ersten Treffen den Fokus auf die Vertrauensbildung, die Zielbesprechung und das Erlernen der Entspannungs-Hypnose gelegt hatten. Bis zum Zweittermin übte sich Rosa regelmäßig in der Selbsthypnose, welche sie als äußerst entspannend erlebte.»
>> Weiterlesen im Buch ab Seite 217