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25.02.2011 - Pressemitteilung
Unterstützung von Bosnien und Herzegowina im Bereich der psychiatrischen Versorgung
Die DEZA und vier Kantone unterzeichnen ein Abkommen
Die DEZA und die Kantone Bern, Freiburg, Genf und Jura unterstützen gemeinsam die psychiatrische Versorgung in Bosnien und Herzegowina. Ein entsprechendes Abkommen wurde unterzeichnet. Vorgesehen sind finanzielle und technische Beiträge zur Verbesserung der Qualität der psychiatrischen Leistungen einschliesslich des Zugangs zu diesen Diensten. Das Abkommen ist eine Erweiterung der mehrjährigen Zusammenarbeit zwischen der DEZA und den Kantonen, die sich namentlich auf Osteuropa konzentriert. Es stellt insofern eine Premiere dar, da gleich vier Kantone gemeinsam mit dem Bund an dieser Zusammenarbeit mitwirken.
Bosnien und Herzegowina steht heute vor grossen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, insbesondere was die psychiatrische Versorgung anbelangt. Die heutigen Schwierigkeiten sind teilweise auf den Konflikt zurückzuführen, der die ehemalige Republik Jugoslawien zwischen 1992 und 1995 erschüttert hatte. Das Land leidet unter einer hohen Arbeitslosenrate und unter Armut. Bei den Jugendlichen hat der Alkohol- und Drogenkonsum stark zugenommen.
Die DEZA ist bereits seit vielen Jahren in Bosnien und Herzegowina tätig. Während und nach dem Krieg leistete sie Not- und Wiederaufbauhilfe in der Höhe von 365 Millionen Franken. 1999 wurde diese Hilfe durch eine langfristige Unterstützung abgelöst, die sich vor allem auf die Reform des Gesundheitssystems konzentriert. Die vier Kantone Bern, Freiburg, Genf und Jura engagieren sich ihrerseits seit 2007 im Bereich der psychiatrischen Versorgung, die für die Behörden des öffentlichen Gesundheitswesens hohe Priorität hat. Die bosnischen Behörden möchten eine dezentrale psychiatrische Versorgung aufbauen, die den europäischen Normen entspricht. Das von der Schweiz unterstützte Projekt wurde von der DEZA, den vier beteiligten Kantonen und den Gesundheitsbehörden von Bosnien und Herzegowina ausgearbeitet. Vorgesehen sind eine Verbesserung der Ausbildung von bosnischen Fachleuten im Gesundheits- und Sozialbereich sowie eine Stärkung der Infrastruktur in den Städten und Gemeinden (Tageszentren, geschützte Einrichtungen). Ausserdem sollen Massnahmen gegen die Stigmatisierung von Personen getroffen werden, die an posttraumatischen Störungen leiden.
Für eine erste dreijährige Phase (Juni 2010 bis Mai 2013) wurde ein Betrag in der Höhe von vier Millionen Franken budgetiert. Die DEZA steuert 84 % oder 3,375 Millionen Franken bei. Die Kantone Bern, Freiburg, Genf und Jura decken 11 % oder 435 000 Franken der Ausgaben ab und die bosnischen Behörden 5 %, was 205 000 Franken entspricht. Ausserdem stellen die Kantone die für die Projektdurchführung erforderlichen technischen und strategischen Kompetenzen zur Verfügung.Paraphiert wurde das Abkommen von DEZA-Direktor Martin Dahinden und von vier Regierungsrätinnen und -räten: Philippe Perrenoud, Fürsorge- und Gesundheitsdirektor des Kantons Bern, Anne-Claude Demierre, Direktorin für Gesundheit und Soziales des Kantons Freiburg, Isabel Rochat, Direktorin des Departements für Sicherheit, Polizei und Umwelt des Kantons Genf, und Michel Probst, Direktor des Departements für Wirtschaft und Zusammenarbeit des Kantons Jura.
Für Martin Dahinden stellt die Mitwirkung der Kantone an der Zusammenarbeit des Bundes in Bosnien und Herzegowina «eine wertvolle Unterstützung» dar. Dank diesem Engagement können mit einem für die Schweiz wichtigen Land – namentlich angesichts der bedeutenden bosnischen Diaspora in unserem Land – partnerschaftliche Beziehungen auf institutioneller Ebene aufgebaut werden.
Von Seiten der Kantone bestätigte Anne-Claude Demierre, dass die Aktivitäten der vier Kantone eng mit der Entwicklungspolitik des Bundes, die von der DEZA umgesetzt wird, abgestimmt sind. Das Engagement der Kantone im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit kann unterschiedliche Formen annehmen: Finanzielle Unterstützung von Projekte Dritter, die Bereitstellung von Ausbildungsfachleuten sowie Sensibilisierungsprogramme für ein breites Publikum. Das Projekt in Bosnien und Herzegowina verbindet optimal diese drei Formen der Unterstützung.
Für Philippe Perrenoud steht fest, dass der Kanton Bern mit der Bereitstellung von Fachleuten wirksame Hilfe leisten kann und dass dieses innovative Projekt für alle beteiligten Partner einen wichtigen Erfahrungsaustausch darstellt.
Isabel Rochat unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts für den Kanton Genf, der seit 1997 mit dem Universitätsspital Genf am Wiederaufbau des bosnischen Gesundheitssystems mitwirkt.
Über diese Partnerschaft zwischen der DEZA und den Kantonen freut sich auch Michel Probst, der an die Bemühungen des Kantons Jura um Anerkennung der Rolle der Kantone bei der Umsetzung der Schweizer Entwicklungspolitik erinnert. Die jurassischen Behörden sind der Ansicht, dass die Kantone über die erforderlichen Kompetenzen verfügen, um als aktive Partner der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit aufzutreten. In diesem Sinn hat das Projekt in Bosnien und Herzegowina sicher Vorbildcharakter.
Für weitere Informationen:
Frau Stephanie Guha Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA ), Abteilung Westbalkan, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), 031 322 44 11
Frau Valérie Falbriard Beauftragte und Koordinatorin für die Kantone 032 420 59 65 Service de la coopération Kanton Jura
Herausgeber:
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
Weiterführende Informationen und Dokumente
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