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T.C. Boyle wurde von seinem Verlag gezwungen, auf Twitter aktiv zu sein. Aus lauter Ratlosigkeit postete er zunächst nichts als sein Frühstücksei. Dazu schrieb er: the egg. Danach postete er noch ein Ei. Und noch eins. Jedes Mal schrieb er dazu lakonisch: the egg. Später zeigte er seine Strasse. Dazu schrieb er: the street. Und wieder seine Strasse. Und wieder. Völlig dadamässig, fern aller Konventionen. Besser absurd als nichts, will ich damit sagen. Das Ei und die Strasse sind von einer Monotonie und einem Minimalismus, die gut funktionieren auf Social Media. Es gibt Kommentare. Man antwortet auf die Kommentare. Und schon ist man drin.
Mein nächstes Buch erscheint im Frühling 2021. Ich habe mir überlegt, wie ich es promoten möchte, und habe erste Schritte unternommen. Ich nehme Textpassagen in einem Tonstudio der Roten Fabrik auf und unterlege sie mit Musik, das heisst, ein DJ tut das für mich. Das Ganze wird durch Bilder ergänzt. Laurie Anderson hat in den Achtzigern interdisziplinäre Meisterstücke aus Story-, Ton- und Filmaufnahmen kreiert. Sie kam damit auf MTV und in die Singlecharts. Die Jugendlichen von damals haben sie mit diesen Videos kennengelernt, da hatte sie bereits eine Karriere als Performancekünstlerin und Lyrikerin hinter sich.
William Seward Burroughs, ein Beat Poet der Sechzigerjahre, ständig voll auf Droge, trat als einer der ersten Spoken-Word-Performer auf. Die Beat-Poeten waren die ersten, die eine musikalische Verbindung zu ihrer Sprache gesucht haben, sie alle haben sich damals an Jazzmusikern orientiert. Heute ist Spoken Word in aller Munde und orientiert sich am Hip-Hop. Siehe Kate Tempest. Viele Schriftsteller treten gerne in Begleitung von Musikern auf. Siehe Sibylle Berg.
Bevor mein nächstes Buch erscheint, wird es Mini-Clips mit gesprochenen Textpassagen auf Social Media und auf meiner Webseite zu sehen geben. Es gibt neue Tools, die uns zur Verfügung stehen, von denen wir Gebrauch machen können. Auch auf absurde, neue Weise, gegen das Reglement.