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Laurant, Eugene
(Eugene Greenleaf)
Eugene Laurant wurde in Denver im US-Staat Colorado geboren. Bereits als Kind sah er alle Arten von Varieté- und Zaubershows in "Sacktetts Wonderland" in Denver, einer Kombination aus Museum, Ausstellungsräumen und Theater.
Als Teenager arbeitete er als Buchhalter in einem Bergbaubetrieb und nachts als Aushilfe im Theater, wo er jede Show sah, Opern, Ballett, Schauspiele und Variet"-Programme. Als Anfang der Neunzigerjahre Alexander Herrmann auftrat, reifte Laurants Entschluss, ebenfalls Zauberkünstler zu werden.
Mit 20 Jahren begann er, öffentlich aufzutreten, zunächst unter anderem unter dem Namen "Master Eugene, the Boy Magician", und ging mit verschiedenen Vaudeville-Shows auf Tournee. Wieder nach Denver zurückgekehrt traf er LeRoy, der ihm seinen Rat anbot und Laurant darin bestärkte, professioneller Zauberkünstler zu werden. 1898 begann er dann seine berufliche Laufbahn als "Laurant, the Man of Many Mysteries". Zunächst trat er vor Farmern, Viehzüchtern und Siedlern auf, die den Eintrittspreis oft in Naturalien bezahlten.
Seine Tournee brachte ihn bis nach San Francisco, wo er 1899 Nella Robbins heiratete, die von da an als Stimmenimitatorin in seinem Programm auftrat. Im gleichen Jahr kehrte er nach Denver zurück, wo ihn ein Künstleragent unter Vertrag nahm, so dass er mit seiner Frau in der Wintersaison 1899-1900 mit einem abendfüllenden Programm "an Evening of Enchantmenté ein gutes Einkommen hatte.
Danach versuchte er wieder selber, sich Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen, was ihm dank zunehmender Popularität auch immer besser gelang. Zwischen 1902 uns 1906 wurde er mit seinem Programm, in dem er unterdessen auch Illusionen zeigte, weitherum in Theatern und auf Variet"-Bühnen, und ab 1905 auf Chatauqua-Anlässen* gebucht.
Inzwischen verwendete er ein opulentes Bühnendekor mit dekorativen Paravents und Vorhängen. Er führte im ersten Teil seiner Show eine Sprechnummer und meisterhafte Manipulationen, im zweiten Teil "Wizard's Supperé vor, bei dem ein Zuschauer mit Laurant an einem Esstisch auf der Bühne Platz nahm; Laurant liess Besteck und Geschirr erschienen, Abstelltische verschwanden, Laurant verwandelte Reis in Zucker und kochenden Kaffee, produzierter Milchkännchen usw. Eine Ente, Kaninchen und Kanarienvögel erschienen, und aus einer erschienen Weinflasche produzierte Laurant ein Meerschweinchen. Esswaren erschienen auf den Gedecken am Tisch und schliesslich produzierte Laurant Süsswaren, die er an die Kinder in den ersten Zuschauerreihen verteilte.
1910 starb Nella. Nach einer Pause von sechs Monaten nahm Laurant seine Vorstellungen wieder auf. Um 1915 hatte er den Höhepunkt als Star des Chatauqua- und Lyceum-Cicuit erreicht. 1917 beschäftigte er in seiner Show mit Tieren und Illusionen sechs Assistenten. 1920 heiratete Laurant seine Pianistin Greta Barnes.
Mitte der Zwanzigerjahre wurde es immer schwieriger, Auftrittsmöglichkeiten zu finden, Life-Vorstellungen wurden Anfang der Dreissigerjahre durch Kino und Radio konkurrenziert und der Börsenkrach und die darauf folgende Depression taten ein übriges. Doch Laurant arbeitete unverdrossen weiter und suchte neue Auftrittsmöglichkeiten, so unter anderem in Schulen. Laurant zog sich bis zu seinem Tod nicht von der Bühne zurück. 1944 starb er mit 69 Jahren nach einem Herzanfall in Chicago.
* "Chautauqua" wurde 1874 als Treffen von Methodisten gegründet und wurde bald zu einer grossen kulturellen Bewegung in den USA. Es handelte sich um Anlässe mit religiösem, erzieherischen und unterhaltenden Inhalten, die zunächst unter freiem Himmel, ab 1904 auch in Zelten abgehalten wurden (tent chautauquas, bekannt als the "Circuit"). Biografie
Fajuri, G.: Laurant. The Man of Many Mysteries.Squash Publishing,Chicago, 2005.