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Der Journalist Robert Torres (Dougray Scott) beschliesst eines Tages, nach Spanien zu reisen, um ein Buch über den kontroversen Gründer von Opus Dei, Josemaría Escrivá (Charlie Cox), zu schreiben. Als er mit seiner Arbeit nur schleppend vorankommt, beschliesst er, seinen Vater Manolo (Wes Bentley) aufzusuchen. Dieser wuchs zusammen mit Escrivá auf und begann mit diesem sogar die Priesterschule, welche er schon bald wieder verliess. Escrivá machte aber weiter und wurde alsbald zum Priester. Auch als der spanische Bürgerkrieg begann, blieb er seinem Glauben treu.
Es war eine Zeit, in der Priester systematisch exekutiert wurden und es so nur sehr wenig Hoffnung für die Geistlichen in Spanien gab. Doch Escrivá liess sich nicht einschüchtern und half all jenen, die seinen Beistand brauchten. Schnell ereilte ihn die Vision einer engen christlichen Gemeinschaft in der Alltags- und Arbeitswelt - Opus Dei war geboren. Währenddessen liess sich Manolo als Spion für die Faschisten anheuern und tötete während seines Engagements viele Rebellen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die alten Freunde Escrivá und Manolo aufeinandertreffen würden...
Roland Joffé hat schon grossartige Filme wie The Killing Fields und The Mission inszeniert. Doch in den letzten Jahren bewies er bei der Wahl seiner Projekte nicht immer ein glückliches Händchen. Filme wie Captivity oder You and I wurden von der Kritik verrissen oder kamen gar nicht ins Kino. Sein neustes Werk There Be Dragons erzählt nun von den Anfängen der Opus Dei und von deren Gründer Josemaría Escrivá. Ein Projekt mit viel Zündstoff, bei dem Joffé es aber nicht schafft, ein Feuer zu entfachen.
Opus Dei? War da nicht mal was? Stimmt! In Ron Howards Verfilmung von The Da Vinci Code spielte Paul Bettany einen Anhänger der Organisation und bestrafte sich selbst mit Geisselung und einem Gürtel. Diese Art der Selbstbestrafung ist nicht etwa eine Erfindung von Romanautor Dan Brown, sondern wird von einigen Mitgliedern von Opus Dei tatsächlich praktiziert. Für einen Bruchteil einer Sekunde legt auch Charlie Cox als Escrivá selbst Hand an. Dies passiert aber dermassen schnell, dass es einem leicht entgehen könnte. Auch sonst geht der Film recht unkritisch mit dem Thema um. Doch die Hauptschwächen des Filmes finden sich in der Story.
Warum die Geschichte von einem Aussenstehenden erzählt werden muss, erschliesst sich nie ganz. Die Rahmenhandlung, in der Dougray Scott als Robert Torres seinen im Krankenbett liegenden Vater aufsucht, der ihm dann die Geschichte eines anderen erzählt, nimmt zu Beginn unnötig viel Platz ein. Das Problem dabei ist, dass ein Mann die Geschehnisse erzählt, welcher bei 99 Prozent aller Ereignisse rund um die Gründung der Opus Dei nicht selbst dabei war. So wird nur eine sehr oberflächliche und unkritische Version zum Besten gegeben, weil die Geschichte nur so wiedergegeben kann, wie sie der alte Mann selbst gehört hat. Damit der wenig überzeugend geschminkte Wes Bentley auch ohne Altersmaske agieren kann, wurde zudem noch ein Nebenplot um seinen Manolo eingebaut. Doch weder die Storylines von Monolo noch die von Escrivá packen den Zuschauer, und so entsteht ein eher langweiliges Filmchen ohne Zug in der Story.
Fazit: There Be Dragons macht mit seiner Ausstattung einen auf Epos, ohne dies je mit der Story rechtfertigen zu können. Die zwei parallel erzählten Geschichten werden nie richtig zu einem Ganzen, und so kommt der Film zwischendurch immer wieder zum Stillstand. Geduld ist hier gefragt. Doch auch wer diese hat, wird nicht wirklich belohnt. Dann lieber was mit echten Drachen gucken.
Ganz toll ist aber die Umsetzung des Filmes auf Blu-ray. Gestochen scharfe Bilder ohne jegliche Verschmutzungen rechtfertigen hier die Bestnote. Auch auf der Tonebene ist die Disc überzeugend, obwohl zwischendurch etwas mehr Bass sicher nicht geschadet hätte. Als Bonusmaterial sind Deleted Scenes, ein paar Trailer sowie ein Wes-Bentley-Featurette enthalten, in dem der Schauspieler erzählt, wie der Film sein Leben verändert hat. Wenn man seine Leistung im Film jedoch gesehen hat, wird er zu dieser Erkenntnis wohl erst nach den Dreharbeiten gekommen sein.