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Im 19. Jahrhundert haben die Menschen den Wolf in der Schweiz ausgerottet. Jetzt kehrt er wieder zurück. Der WWF setzt sich dafür ein, dass Wölfe und Menschen gut nebeneinander leben können. Auch wenn der Wolf in «Rotkäppchen» und anderen Märchen als Bösewicht auftaucht – er ist ein scheues Tier, das dem Menschen aus dem Weg geht.
Wölfe sind in vielen verschiedenen Lebensräume zuhause. Sie kommen in dichten Wäldern, aber auch in offenen Steppenlandschaften und im Gebirge vor. Für die Wölfe ist es vor allem wichtig, dass sie in ihrem Revier genügend Nahrung finden. Die Grösse des Reviers hängt stark davon ab, wie viele Beutetiere in einem Gebiet leben: Gibt es viele Beutetiere, sind die Reviere der Wölfe kleiner.
Wölfe ernähren sich hauptsächlich von Fleisch. Davon benötigen sie pro Tag etwa drei bis fünf Kilogramm.
Bei uns jagen Wölfe vor allem Huftiere wie Rehe, Gämsen und Rothirsche. Wenn es keine Huftiere gibt, weichen sie zum Beispiel auf Hasen oder Füchse aus, oder sie fressen tote Tiere. Im Rudel können Wölfe Tiere erbeuten, die viel grösser und schwerer sind als sie – zum Beispiel Elche oder Wisente.
Dank ihrer einen Nase können Wölfe Beutetiere aus über zweieinhalb Kilometern Entfernung riechen, wenn der Wind in ihre Richtung weht.
Wölfe leben einzeln oder in Rudeln. Meistens leben fünf bis zwölf Wölfe in einem Rudel, das aus den Eltern, ihren Welpen sowie den Jungen aus dem Vorjahr besteht. Zum Teil nimmt das Rudel auch andere Verwandte auf.
Wölfe verständigen sich auf viele verschiedene Arten miteinander. An Gesichtsausdruck und Körperhaltung erkennen sie die Stimmung eines anderen Wolfes. Auch Geräusche wie Winseln, Knurren und Heulen sind dabei wichtig.
In einem Wolfsrudel paart sich meistens nur das Elternpaar fort. Alle anderen Mitglieder des Wolfsrudels helfen mit, die Jungen aufzuziehen.
Die Paarung findet zwischen Januar und April statt. Nach etwa zwei Monaten bringt das Weibchen in einer Höhle bis zu zehn Junge zur Welt, durchschnittlich sind es sechs. Bei der Geburt sind die Welpen noch blind und hören nichts.
Während den ersten vier bis sechs Wochen ernähren sich die Welpen nur von Muttermilch. Danach beginnen sie Fleisch zu fressen.
Wölfe reissen nicht nur Wildtiere, sondern hin und wieder auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen, wenn diese nicht geschützt sind. Weil es bei uns lange keine Grossraubtiere mehr gab, mussten die Bauern und Hirtinnen die Tiere nicht mehr schützen, und es ging vergessen, wie man Herden am besten schützt. Heute weiss man das wieder, aber immer noch möchten viele Menschen das Problem mit dem Gewehr lösen.
Der Lebensraum des Wolfes wird zudem kleiner und zerstückelter. Dadurch finden Wölfe nicht genug Futter zum Überleben.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass der Wolf langfristig in der Schweiz überleben kann. Damit Wolf und Mensch friedlich nebeneinander leben können, ist es besonders wichtig, Schafe und Ziegen zu schützen, die den Sommer auf der Alp verbringen. Das geschieht durch Elektrozäune, aber auch durch Herdenschutzhunde.
Der WWF hilft mit, die Bevölkerung über den Wolf zu informieren. Er will damit erreichen, dass die Menschen die Furcht vor dem «bösen Wolf» verlieren. Denn eigentlich sind Wölfe scheue Tiere, die sehr zurückgezogen leben und die Nähe zu Menschen möglichst meiden.