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«Sexuelle und reproduktive Rechte»: Das Recht, selbst die Partnerin oder den Partner wählen zu dürfen; das Recht jeder Frau, selbst zu entscheiden, ob sie Kinder haben will oder nicht; das Recht, über Fragen der Sexualität und des eigenen Körpers aufgeklärt zu werden; das Recht auf gut zugängliche Gesundheitsdienstleistungen im Bereich Sexualität, Schwangerschaft und Geburt; und nicht zuletzt das Recht, frei von jeder Form sexueller Gewalt zu leben.
Allzu oft werden diese Menschenrechte heute noch verletzt. Menschen werden wegen ihrer Entscheidungen bezüglich Sexualität, Partnerwahl oder Schwangerschaft verfolgt – Entscheidungen, die ihr Intimleben betreffen und von niemandem kontrolliert werden sollen.
Forderungen an die Staatengemeinschaft...
Die Kampagne «My Body, My Rights» wurde am 8. März 2014 weltweit lanciert und wird bis Dezember 2015 dauern. Die Forderungen von Amnesty International richten sich einerseits an die Staatengemeinschaft, die in den Jahren 2014 und 2015 mehrmals über die sexuellen und reproduktiven Rechte diskutieren wird. Insbesondere wird das Aktionsprogramm der Bevölkerungskonferenz von Kairo (1994) ausgewertet, in dem erstmals solche Rechte explizit festgehalten wurden. Amnesty International fordert, dass die Errungenschaften von «Kairo» nicht zurückbuchstabiert, sondern bestätigt und verstärkt werden, damit sexuelle und reproduktive Rechte weltweit als Menschenrechte anerkannt und umgesetzt werden. Anfang April wird die Petition, die Amnesty International zu diesem Thema lancierte, in New York von Generalsekretär Salil Shetty den Delegierten der Uno-Bevölkerungskommission (CPD) überreicht.
...und an einzelne Staaten
Andererseits richtet sich die Kampagne an die Regierungen von fünf ausgewählten Ländern und Regionen auf fünf Kontinenten: Nepal, El Salvador, Burkina Faso, die Maghreb-Region sowie Irland. Jedesmal steht ein bestimmtes Thema im Vordergrund, bei dem Handlungsbedarf besteht: In Nepal Frauengesundheitsprobleme, die durch die Verweigerung von sexuellen und reproduktiven Rechten entstehen, in El Salvador das totale Abtreibungsverbot, in Burkina Faso der Zugang zu Verhütungsmitteln und Familienplanung, im Maghreb Gesetze rund um sexuelle Gewalt und Entscheidungsfreiheit, und in Irland die Regelung des Schwangerschaftsabbruchs.
Rechte junger Menschen im Fokus
Die Kampagne soll namentlich junge Menschen dazu ermutigen, ihre Rechte in diesem Bereich zu kennen und einzufordern. Sie sollen selbstständig, ohne Zwang und staatliche Kontrolle über ihre Sexualität, ihren Körper und ihre Gesundheit entscheiden dürfen.