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Sie hat kaum Krankheiten und wird bis zu 1000 Jahre alt: Die Winter-Linde (Tilia cordata). Nun ist der beliebte Park- und Straßenbaum zum Baum des Jahres 2016 gekürt worden.
Die Stiftung Baum des Jahres würdigt mit der Winter-Linde einen vielfältig verwendbaren Baum, der in Mitteleuropa verbreitet und relativ anspruchslos ist und auch in Städten gut gedeiht.
Die bis zu 25 Meter hohe Winter-Linde ist etwas weniger weit verbreitet als die starkwüchsige Sommer-Linde (Tilia platyphyllos), die 40 Meter erreichen kann.
Winter-Linden haben eine herzförmige Krone, bei der die Spitze nach oben zeigt, und eher runde Blätter, die kleiner sind als die herzförmigen Blätter der Sommerlinde.
Die Winter-Linde blüht etwa zwei Wochen nach der Sommer-Linde und lockt dadurch im Spätsommer viele Hummeln an, die in dieser Jahreszeit oft bereits mit einem knappen Nahrungsangebot zu kämpfen haben.
Winter-Linden und Sommer-Linden habe aber auch grosse Bedeutung für die Honigproduktion. Als Spätblüher ist die Winter-Linde der letzte Laubbaum, der im Sommer blüht.
Honigbienen produzieren während der Lindenblüte reinen Lindenblütenhonig.
Wer sein Auto unter einer Linde parkt, findet es manchmal nach kurzer Zeit schon von einer klebrigen Schicht bedeckt. Das ist quasi eine Verzuckerung. Die Zuckerwasser-Tröpfchen stammen allerdings nicht direkt von der Linde. Sie werden von Blattläusen ausgeschieden, die sich von Pflanzensaft ernähren und dabei einen Überschuss an Zucker loswerden müssen.
Die berühmten Linden oder die Linden auf Dorfplätzen sind meist Sommer-Linden.
Dorflinden, Gerichtslinden, Kirchlinden, Tanzlinden und Hoflinden ebenso wie Sagen und Ortsnamen zeugten von einer jahrhundertelangen kulturellen Bedeutung.
Die große kulturgeschichtliche Rolle der Linden spiegelt sich in traditionellen Liedern, Gedichten und Geschichten sowie in Ortsnamen wieder. «Zur Linde» ist aber auch der häufigste Gasthausname in Deutschland und unter Gerichtslinden wurde jahrhundertelang Recht gesprochen. Alte Linden bilden oft das Zentrum der Dorfgemeinde.
Die Sommer-Linde war bereits 1991 zum Baum des Jahres gekürt worden.
Quellen:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=60289
http://www.dw.com/de/winterlinde-ist-der-baum-des-jahres/a-18784884
Kommentar & Ergänzung:
Winter-Linde und Sommer-Linde dienen beide zur Gewinnung von Lindenblüten.
Lindenblütentee gilt traditionell als schweisstreibendes Mittel bei fiebrigen Erkrankungen (Erkältung, Grippe). Genauer untersucht oder geklärt worden ist diese Wirkung allerdings nicht.
Lindenblütentee eignet sich aber auch gut als Genusstee und Durstlöscher.
Die Lindenblüten enthalten geringe Mengen an ätherischem Öl, das leicht beruhigend wirken könnte.
Relativ gross ist der Anteil an Schleimstoffen in den Lindenblüten. Dieser Schleim ist allerdings verdaubar und eignet sich daher im Gegensatz zu den Schleimstoffen aus Leinsamen und Flohsamen nicht gegen Verstopfung. Zur Reizlinderung auf entzündeten Schleimhäuten ist eine Anwendung aber denkbar.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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