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Indikatoren für eine Rezession: Arbeitsmarktzahlen verbessern sich
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Jeffrey Schulze, Investment Strategist
Eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage dürfte dazu beitragen, die Erwartungen für den Konsum und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiter nach oben zu treiben, wenn die Konjunkturzahlungen an Privatpersonen allmählich auslaufen. Die Lohnwachstumstrends stellen derzeit nur ein geringes Risiko für die Margen der Unternehmen und die Inflation dar.
Die Verbesserung der COVID-19-Lage hat neben dem Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar dazu beigetragen, dass die BIP-Erwartungen für 2021 von 5,3 % am Monatsanfang auf 6,3 % gestiegen sind. Nach einer bisher robusten Gewinnsaison im ersten Quartal stiegen auch die Konsenserwartungen für die Unternehmens-gewinne im Jahr 2021 um 5 % bzw. für das Jahr 2022 um 3 %. Im ersten Quartal verfehlte das BIP die Konsens-erwartungen mit 6,4 % leicht, da es durch den Abbau von Lagerbeständen um -2,6 % belastet wurde. Letztendlich dürfte sich dies als vorübergehende Erscheinung erweisen und dem BIP im zweiten Quartal und darüber hinaus wahrscheinlich Auftrieb verleihen, denn die Lagerbestände haben wieder das Niveau von 2014 erreicht, und die Unternehmen beginnen, ihre Vorräte wieder aufzufüllen, wie in Abbildung 1 dargestellt.
Abbildung 1: Wiederaufbau von Lagerbeständen, wirtschaftlicher Rückenwind/ Stand: 28. Februar 2021. Quelle: U.S. Census Bureau, FactSet.
Auf dem Dashboard veränderten sich im Berichtsmonat drei Indikatoren, alle im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt: Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt und das Lohnwachstum verbesserten sich von Rot auf Gelb und die Anträge auf Arbeitslosenhilfe von Gelb auf Grün.
Abbildung 2: ClearBridge Recession Risk Dashboard
Quelle: ClearBridge Investments.
Als erstes verbesserte sich der Indikator für die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. Der Indikator verzeichnete den größten monatlichen Sprung bei der Antwort „Reichlich Arbeitsplätze“ in der 54-jährigen Geschichte der Umfrage. „Schwierig, einen Arbeitsplatz zu bekommen“ verzeichnete den zweiten Monat in Folge einen Rückgang.
Als zweites verbesserte sich der Indikator für das Lohnwachstum, ein weiteres Anzeichen für die Normalisierung des Arbeitsmarktes. Die Gesamtlohnkennzahlen stiegen in der Anfangsphase der Pandemie aufgrund einer Verschiebung des Mixes, da eine unverhältnismäßig große Anzahl von Arbeitnehmern mit niedrigeren Einkommen entlassen wurde (viele in der Freizeitbranche), was den Durchschnitt nach oben trieb. Inzwischen werden die Vorschriften zur sozialen Distanzierung gelockert und viele dieser Arbeitnehmer wieder eingestellt. Der Durchschnittslohn normalisiert sich allmählich wieder und dürfte in den nächsten Monaten weiter unter Abwärtsdruck geraten.
Schließlich verbesserten sich auch die Kennzahlen zu den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe, die in den letzten Wochen deutlich zurückgingen. Während der ersten Welle der Pandemie stiegen die Anträge auf Arbeitslosenhilfe auf über 6 Millionen. Dies entspricht fast dem Neunfachen des vorherigen Rekords. Die Erstanträge liegen nun im mittleren 500.000er-Bereich und damit deutlich unter den Werten, die in der Vergangenheit mit einer tiefen Rezession verbunden waren.
Zusammengenommen zeichnet sich angesichts der veränderten Indikatoren eine Verbesserung des Arbeitsmarktes ab – einer Komponente der Wirtschaft, die sich zunächst langsamer erholte als der Konsum oder die Unternehmensgewinne (und die Finanzmärkte). Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass sich die Erholung in den kommenden Monaten fortsetzen und maßgeblich zu weiterem Aufwärtspotenzial bei Risikoanlagen beitragen wird.