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Die weltberühmte italienische Lagunenstadt Venedig kämpft schon seit langem gegen die Auswüchse des Overtourism, und hat diesbezüglich unter anderem Beschränkungen für Kreuzfahrtschiffe oder auch beschränkten Zugang zum Karneval angedacht. Ab diesem Jahr geht die Stadt noch etwas weiter: So werden Tagestouristen für den Zugang zur Stadt mit einer «Besuchertaxe» von zwischen 2.50 und 10 Euro (je nach Saison; in der Hochsaison natürlich höher) belegt. Das italienische Parlament hat diese «Besuchertaxe» gutgeheissen und ins Budget aufgenommen, wodurch diese auch von lokalen Behörden umgesetzt werden kann. Ein ähnliches System gibt es für Elba und die Äolischen Inseln.
Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, hat angekündigt, dass die Einnahmen für verbesserte Abfallentsorgungsdienste eingesetzt würden, sowie auch in ein verbessertes Monitoring der Besucher. Noch unklar ist, ab wann die Taxe erhoben wird und - vor allem - wie diese erhoben wird. In der italienischen Presse wird kolportiert, dass Venedig es am liebsten sähe, wenn die Taxe einfach in die Reisepreise für Zug, Schiff oder Bus eingerechnet wird, wodurch die Stadt dann nur Geld von den Transportunternehmen verlangen müsste. Das scheint jedoch aus Sicht der Transportunternehmen ziemlich aufwändig zu sein.
Wer eine Hotelübernachtung gebucht hat, soll von dieser Taxe befreit sein. Wobei: Reisende nach Venedig, die dort auch übernachten, werden bereits mit einer Aufenthalts-Taxe belegt.
Numerus Clausus im Sommer 2018 bereits getestet
Böse Zungen behaupten, dass Venedig vor allem versucht, die Unesco zu besänftigen, welche im Juli 2019 darüber entscheiden wird, ob Venedig auf die Liste der gefährdeten Unesco-Welterbestätten gesetzt werden soll. Allerdings versucht Venedig schon aufrichtig, Herr des Problems zu werden: Im vergangenen Sommer wurden erstmals an zwei neuralgischen Punkten Schranken aufgestellt, um die Besucherströme zum Markusplatz und zur Rialto-Brücke zu regulieren. Wenn die Schranken geschlossen wurden, gab es nur noch Zugang für jene, welche nachweisen konnten, dass sie ein Hotel gebucht haben, oder für jene, welche die 40 Euro teure Besucherkarte «Venezia Unica» gekauft hatten.
Ob es Venedig gelingt, die Besucherströme einzudämmen oder zumindest besser zu verteilen (etwa nach Murano oder Burano), wird sich im kommenden Sommer weisen.