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Die Schliessung des Ortsmuseums
Von 1970 bis 2002 verfügte Wädenswil über das Ortsmuseum «Hohle Eich». Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung galt es als wegweisend und modern. Als sich 2002 eine Sanierung aufdrängte, bildete sich eine Arbeitsgruppe, die das Ortsmuseum erhalten wollte. An einem ersten Sanierungskonzept kritisierte der Gemeinderat jedoch die zu hohen Kosten, das Fehlen einer privaten Trägerschaft sowie die unklare Bedürfnislage für ein solches Ortsmuseum. Mit der Gründung der Historischen Gesellschaft Wädenswil, die aus der Arbeitsgruppe entstand, konnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Der Verein sollte die künftige Trägerschaft bilden und das Bedürfnis nach einem zeitgemässen Museum ausweisen. Innerhalb kürzester Zeit traten ihm über 200 Mitglieder bei.
Ein neues Museum
Der Vorstand der HGW setzte sich intensiv mit der Konzeption eines neuen historischen Museums auseinander. Ein Leitbild, mögliche Ausstellungsthemen sowie ein zukünftiges Museums- und Betriebskonzept wurden erarbeitet. Da sich das bestehende Gebäude als nur bedingt für einen Museumsbetrieb geeignet erwies, wurde eine passende Museumsliegenschaft ausfindig gemacht. In einem modern gestalteten Museum sollte der Brückenschlag zwischen einst und heute auf abwechslungsreiche Art verwirklicht werden. Auf der Basis dieses Konzeptes erstellte der Stadtrat einen Antrag an den Gemeinderat.
Die Stimmbürger sagen: «Nein»
Im September 2005 stimmte der Gemeinderat der Vorlage für ein neues Museum zu, unterbreitete das Geschäft aber einer Urnenabstimmung. Am 27. November 2005 fand die Volksabstimmung über das Museumsprojekt statt. Die Vorlage wurde mit 55% Nein abgelehnt. In der Folge beschloss der Stadtrat, das ehemalige Ortsmuseum definitiv zu räumen und die Liegenschaft zum Verkauf auszuschreiben. Der historische Fundus mit über 2000 Objekten wurde sachgerecht in leer stehenden Zivilschutzräumen eingelagert.
Neuorientierung
Nach dem negativen Abstimmungsausgang musste sich die HGW neu orientieren. An der ausserordentlichen Generalversammlung im Januar 2006 entschieden die Mitglieder, dass die HGW weiter bestehen und langfristig ein neuer Anlauf für ein zeitgemässes Museum genommen werden sollte. Zusätzlich wurde beschlossen, sporadisch Wechselausstellungen durchzuführen, um der Bevölkerung die reichhaltige Geschichte Wädenswils näher zu bringen. Parallel dazu übernahm die HGW die Betreuung des historischen Fundus der Stadt. Dazu schloss sie mit dem Stadtrat eine Leistungsvereinbarung ab.
Der Weg zur Kulturgarage
2012 erarbeitete der Vorstand der HGW ein Projekt für einen fixen Ausstellungsraum und kurz darauf entstand eine prüfungswerte Möglichkeit. Es handelte sich um die leerstehende ehemalige Delta-Garage an der Florhofstrasse. Die Eigentümerin der Liegenschaft, die Blattmann Immobilien AG, stand der Idee sehr positiv gegenüber. Im Juli 2012 beschloss auch der Stadtrat, das Vorhaben zu unterstützen. Zusammen mit dem Volkstheater Wädenswil (VtW), mit dem das Projekt «Kulturgarage» realisiert werden sollte, wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet. Im November 2013 wurde der «Trägerverein Kulturgarage» gegründet, bestehend aus den beiden Vereinen HGW und VtW. Durch einen Rekurs verzögerte sich der Baubeginn, doch am 1. Dezember 2014 fuhren endlich die Baumaschinen auf dem Areal der Kulturgarage auf.
Die Kulturgarage heute
Am 14. November 2015 wurde die Kulturgarage mit dem Tag der offenen Türen erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und zwei Monate später feierten die beiden Hauptmieter, die HGW und das VtW mit ihrer Co-Produktion «Wädenswil 1916» gemeinsam die Eröffnung der Kulturgarage. In Zukunft wird das Gebäude jeweils 5 Monate jährlich vom VtW für Kulissenbau und Proben gemietet werden; die HGW wird während 4 Monaten eine Sonderausstellung präsentieren. Während der übrigen Monate wird die Kulturgarage an Dritte vermietet.