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Ted Dabney ist Urvater des Videospiels. Im Alter von 81 Jahren ist er verstorben. Sein Erbe soll nun aber weiterleben.
Ted Dabney ist mitschuldig, dass eine halbe Generation ihre Kindheit vor dem Fernsehen verbrachte. Jetzt ist er tot. Im Alter von 81 Jahren erlag der Amerikaner seiner Krebskrankheit. Ted wer? Ted Dabney ist der Erfinder von Pong. Falls Sie noch immer stutzen, sind Sie vielleicht kein Kind der 80er-Jahre. Oder haben mit Videospielen nichts am Hut. Im Grunde ist der gelernte Elektroingenieur ein Urvater der Videospiel-Industrie. Ein Markt, der heute über 80 Milliarden Franken umsetzt.
Pong jedenfalls war das erste weltweit verbreitete Videospiel. Das Setting: Zwei Spielhälften, zwei Balken, ein Ball. Beide Spieler können je einen Balken bewegen und so gegeneinander Pingpong spielen.
1972 gründete Dabney zusammen mit Nolan Bushnell Atari, das erste Unternehmen, das eine Spielkonsolen herstellte. Ihr erstes kommerzielle Spiel namens Computer Space, war ein Flop. Pong hingegen ein Welterfolg. Verbreitet wurde es erst mit Spielautomaten, die in Bars und Restaurants aufgestellt wurden.
Pong wird zum Welthit
Als der erste Automat kaputt ging, hatte der Techniker den Fehler schnell ausgemacht, wie die « New York Times» schreibt. Das Problem: Der Automat war derart voller Münzen, keine gingen mehr hinein. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs standen allein in den USA 35’000 solcher Spielkästen verteilt im Land. Ab 1975 konnten die Spiel-Enthusiasten Pong auch daheim am Fernsehen spielen – Atari brachte eine Spielkonsole für den Fernseher auf den Markt.
In den 80er-Jahren stieg das Unternehmen sodann auf zum grössten Entwickler und Hersteller von Videospielen für Spielautomaten und Konsolen. In dieser Zeit trennten sich die Wege der beiden Atari-Erfinder: Nach einem Streit verliess Dabney das Unternehmen, später betrieb er gemeinsam mit seiner Frau ein Lebensmittel- und Delikatessengeschäft.
Untergang und Auferstehung
Nach dem anfänglichen Boom übernahmen sich die Atari-Manager. In einer übereilten Aktion wollte das Unternehmen von Steven Spielburgs Blockbuster «E.T.» profitieren und brachte zu schnell das gleichnamige Spiel auf den Markt: 1,5 Millionen Stück wurden verkauft, auf 3,5 Millionen Spielen blieb Atari sitzen. Das E.T.-Game erhielt den Ruf als «schlechteste Spiel aller Zeiten». In Alamogordo, New Mexiko, liess Atari die unverkauften Spiele schliesslich unter einer dicken Schicht Müll im Boden vergraben. Das Atari-Grab galt lange als Mythos, bis im Dokumentarfilm «Atari: Game Over» von 2014 schliesslich 1’300 Spiele ausgebuddelt und für die Nachwelt gerettet wurden.
Spätestens als Mitte der 80er-Jahren Nintendo mit seiner Spielkonsole auf den Markt kam, verschwand Atari aus den Wohnzimmern. Nun aber soll die legendäre Konsole wieder aufleben. Und Pong zurück auf die Bildschirme kommen. Seit gestern können Fans die kommende Retro-Konsole Atari VCS auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo vorbestellen. Anfang 2019 soll sie verschickt werden.