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Der tschechische Industriedesigner, Autor und Pädagoge Jindřich Halabala war ein wichtiger Vertreter des modernen, industriell gefertigten Designs in der Tschechoslowakei und hatte großen Einfluss auf die Inneneinrichtung vieler tschechischer Haushalte der Zwischen- und Nachkriegszeit.
Halabala wurde 1903 in Koryčany geboren und wurde in seiner Jugend in der Schreinerei seines Vaters zum Tischler ausgebildet, bevor er 1920 auf eine staatliche Schule für Holzhandwerk in Valašské Meziříčí ging. Er schloss seine praktische Ausbildung bei der Holzverarbeitungsfirma Associated Arts & Crafts Enterprises, bekannt als UP (Spojené Uměleckoprůmyslové Závody) in Brno ab. Danach studierte Halabala an der Akademie für angewandte Kunst in Prag bei dem modernen Architekten und Designer Pavel Janák (1881-1956). Nach seinem Abschluss 1926 arbeitete Halabala für kurze Zeit in Bohumil Hübschmanns Studio in Prag, bis er von UP angestellt wurde. Halabala wurde schnell zum Entwicklungsleiter des Unternehmens und war verantwortlich für Produktwerbung und Vertriebsstrategie—in dieser Position arbeitete er bis 1946. Aufgrund seiner Überzeugung, dass Möbelstücke funktional, modular, mobil und erschwinglich sein sollten, setzte sich Halabala für eine neue Massenproduktion von Möbelstücken ein und wurde so letztendlich zum Vorreiter der industriellen Möbelherstellung in der Tschechoslowakei.
Unter Halabalas Designs sind Stühle, Tische, Sideboards, Kommoden, Pflanzenständer, Sofas, Lampen und mehr. Seine Ästhetik war vom tschechischen Kubismus, Art Deco und vom klassischen europäischen Mid-Century Modernismus inspiriert. Während der 1930er konzipierte er die modularen Serien H und E sowie unterschiedliche Stücke aus Holz und Stahlrohr, die von den Bauhaus Designern Mart Stam (1899-1986) und Marcel Breuer (1902-1981) inspiriert waren. Diese freitragenden Designs, die in UPs Zweigstelle in Hodonín hergestellt wurden, sind heutzutage auf dem Vintage Markt sehr begehrt.
Weitere Designs von Halabala sind unter anderen der H-269 Sessel (frühe 1930er)—sicherlich das bekannteste tschechische Design—welcher sofort an seinen übermäßigen gebogenen Armlehnen zu erkennen ist; der spinnenartige H-370 Couchtisch (1930er) und der verstellbare H-70 Sessel (1930er). Wie auch seine skandinavischen Zeitgenossen Alvar Aalto (1898-1976) und Bruno Mathsson (1907-1988) verwendete Halabala Bugholz in den meisten seiner Stuhldesigns.
Zwischen 1951 und 1954 war Halabala externer Dozent an der Fakultät für Forstwirtschaft und Ingenieurholzbau an der VSPD in Kosice und 1954 wurde er zum Professor an der Universität für Forstwirtschaft und Holz in Zvolen berufen. Er war außerdem ein sehr produktiver Autor und veröffentlichte regelmäßig Artikel sowohl in Fachmagazinen als auch in der allgemeinen Presse. Halabala war außerdem Vorsitzender des Verbandes der Möbelhersteller in der Tschechoslowakei.
Halabala ging 1970 in den Ruhestand und starb 1978 in Brno. Seine Designs sind in den Sammlungen der Moravská Galerie in Brno und dem Museum für moderne Kunst in Olomouc zu finden.