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Wir lehren kein modernes Sport-Karate,
wo für den "wettkämpferischen Vergleich" die bekanntesten Karatestile zu einem
vergleichbaren "gemeinsamen Mittelmass" verschmolzen wurden. Dabei ging nämlich die ganz spezifische
Wirkung jedes einzelnen Stils verloren, was aber bei der theatralischen Darbietung auch gar
keinen Unterschied mehr macht.
Uns liegt am Herzen, neben der Freundschaft die ursprünglichen Karate-Stile
(Shuri, Naha, Tomari, Kiyan, Aragaki, Matsumora, etc.) so weiterzugeben, wie Chojun Miyagi und Kenwa Mabuni
sie vor über einhundert Jahren von Okinawa nach Japan an die Doshisha Universität in Kyoto gebracht haben, wo Chojiro Tani sie persönlich von Chojun Miyagi (Naha-te / Goju-ryu)
und Kenwa Mabuni (Shuri-te, Naha-te, Tomari-te / Shito-ryu) und weiteren Lehrern (Kiyan, Aragaki, Matsumora, etc.) überliefert bekommen hat und dann an seine Schüler
Keiji Tomiyama, Naoki Omi, Hiroshi Okubo und andere weitergegeben hat.
Kofukan International von Keiji Tomiyama und Naoki Omi
ist die offizielle Vertretung für den original Tani-Stil "Tani-ha Shito-ryu Karate-do Shukokai" von Stilgründer Chojiro Tani.
Andere Schüler von Stilgründer Chojiro Tani haben sich
vom Tani-Stil "Tani-ha Shito-ryu Karate-do Shukokai" abgespalten und haben ihre eigenen Stile entwickelt.
Keine offiziellen Vertretungen für das Tani-ha Shito-ryu von Chojiro Tani sind in unserer Zeit
- der Kimura-Stil "Kimura Shukokai", ursprünglich von Shigeru Kimura
(Shigeru Kimura entwickelte seinen eigenen Stil "Kimura Shukokai". Er verliess Japan 1965 in Richtung Südafrika und reiste 1970 mit 29 Jahren in die USA, wo er 1994 leider viel zu früh verstarb)
- der Yamada-Stil "Yamada-ha Shito-ryu" der heutigen "Shukokai Union",
- der Takahara-Stil "Takahara-ha Shito-ryu" von "Seikenkan", etc..
Daneben gibt es auch noch eine ganze Reihe von Karate-Schulen, die den berühmten Namen "Shukokai"
verwenden, ohne überhaupt je eine Beziehung zum Tani-Stil "Tani-ha Shito-ryu Karate-do Shukokai" von Stilgründer Chojiro Tani
oder zu seinem Sohn gehabt zu haben.
Daneben gibt es auch noch Karateka in den USA, die den Namen Kofukan verwenden, ohne aber eine Beziehung zu Kofukan zu haben.
Unterschiede unseres traditionallen Karate zu modernem Sport-Karate:
Modernes Sport-Karate
authentisches Karate
Unterliegt Regeln & Vorgaben
der Verbände für modernes
Sport-Karate, um Zuschauern
attraktive Sport-Wettkämpfe
(Olympiade) zu bieten, bei
denen sich Wettkämpfer
nicht verletzen.
Erhalt überlieferter
Kampfstile aus China,
Okinawa und Japan
mit ihren spezifischen,
ganz unterschiedlichen
Eigenheiten.
Kampfstile werden stetig
vereinfacht, vereinheitlicht,
abgeändert, damit sie für
Schiedsrichter unterschied-
licher Karatestile vergleich-
bar werden und sie einheit-
liche Wertungen vergeben.
Überlieferte Kampfstile
mit ihren unterschied-
lichen Eigenheiten sind
nur schwer vergleichbar
aber exakt zu erlernen
und korrekt zu erhalten.
Akkustisches und visuelles
Beeindrucken der Richter
erwünscht.
(Stampfen, Hächeln oder
auf Stoff schlagen, um
Kraft oder Geschwindig-
keit vorzutäuschen)
Geräusche sind in tradi-
tionellen Kampfstilen zu
unterlassen (Atmung od.
hörbare Bewegungen),
da sie dem Gegner die
Aktionen im Voraus ver-
raten und so das Leben
kosten können.
Greifen nicht erwünscht
aber drei Sekunden er-
laubt, um zu punkten.
"Klebende Hände", wer
den anderen zu fassen
kriegt, gewinnt meist.
Sich nie greifen lassen!
Berührung/Punkt/Medaille
/Weltmeisterschaftstitel
Effektive Selbstvertei-
digung/Wirksamkeit/
Notwehr/Gesundheit
& Leben lange erhalten/
Charakter verbessern
Abfolge von Faust- und Bein-
techniken auf ungefährliche
Körperstellen.
alles, was wirkt, um den
Kampf raschmöglichst
(unverwundet) zu be-
enden (Hebel & Nerven-
punkte kombiniert).
Die Techniken wirken
meist jederzeit, über
jede mögliche Distanz,
auch wenn sie unschön
aussehen.
Wird eine wertbare Technik
angedeutet, wird der Kampf
gestoppt und Punkte verteilt,
meist im Stehen.
Jeder Karateka führt
den Kampf mit seinem
Gegner fort, bis dieser
sich nicht mehr wehren
kann und am Boden lie-
gend seine Niederlage
anzeigt (Klopfen auf
den Boden)
Kraft und Geschwin-
digkeit werden erzeugt,
Muskelkraft, der stärkere
gewinnt, im Alter un-
brauchbar.
Kraft kommt nicht von
Kraft, Geschwindigkeit
kommt nicht von Ge-
schwindigkeit, meist
gewinnt der erfahrerere,
Ruhe und Meditation.
Altersgruppen:
Kinder, Jugendliche, Elite
(bis ungefähr 25 Jahre),
dann altersbedingt Schluss
oder aus gesundheitlichen
Gründen (Abnutzung).
Fortschreitender Grad
(fortschreitendes Alter)
besiegt gewöhnlich die
niedrigeren Grade und
jüngeren Altersklassen.
Lehrer/Coaches:
Sind gewöhnlich nicht
mehr im Wettkampf aktiv,
ca. 25 bis 40 Jahre.
Lehrer d. traditionellen
Karate-do sind oft uralt
und weit überlegen.
Unsere Lehrer, die "Do-
shisha Old-Boys" sind
65 bis 85 Jahre alt.
Ob in Bluse und Rock oder Anzug, wir sind ordentlich gekleidet unterwegs und haben einen guten Ruf zu verlieren. So, wie zu den klassischen Zeiten Japans.
Auch unser Karate-Training, unsere Notwehr, muss dem entsprechen!
Es macht in Anzug und Blazer keinen Sinn, minutenlange Choreographien wie im Film gegen einen Angreifer zu boxen oder kicken (und ihm dadurch weitere Angriffe zu ermöglichen), eng umarmt auf Sportmatten zu ringen (und Verletzungen zu riskieren) oder auf Kiesboden zu balgen. Der Kampf muss vorher schon entschieden sein. Klar.
Ikken hissatsu! Im Schwertkampf der Samurai ist das Ideal, seinen Gegner mit nur einer Bewegung zu töten. Geübt wurde dies an Bambus, Tieren und auch an unbewaffneten Bauern Okinawas. Diese Bauern entwickelten Karate in ihrer Not, um solche Angriffe von bewaffneten Soldaten zu überleben.
Sobald ein Karateka im Schwertkampfradius eines Angreifers ist, gilt es die Auseinandersetzung zu beenden. Unverletzt. Auch ohne Schwert.
Karate unterscheidet sich dadurch klar von allen Kampfsportarten, die erst dann beginnen, wenn sich die Sportler greifen können.
Traditionelles Karate war auch gar kein Kampfstil von Mann zu Mann, wie es heute als Sport praktiziert wird.
Das traditionelle Karate beinhaltet das Gewinnen eines Kampfes gegen mit Schwerter bewaffnete Samurai.
Genau das trainieren wir mit unseren Karate- und Iaido-/Kobudo-Lehrern seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts, dem Ursprung des Karate & Kobudo in Japan.
Beim Kampf gegen einen Schwertkämpfer wird auch rasch klar, wieso die heute so populären Beintechniken nur beim Sportkampf Mann gegen Mann Sinn machen.
Gegen einen Schwertkämpfer würden exponierte Beine sofort abgehackt. Leben und Kampf wären verloren.
Goju und Shito Karate, wie es bei uns im Kofukan International gelehrt wird, beruht auf den erfolgreichen Kampfprinzipien der Überlebenden der jahrhundertelangen Kämpfe mit Samurai mit langen Schwertern, kurzen Schwertern, Wurfwaffen oder Messern (was auch in Japan bis heute noch oft praktiziert wird).
Hält man sich bei der Verteidigung an die Kampfprinzipien des Karate, hat sogar ein Angreifer mit Schwert oder Feuerwaffe nur noch wenig Chancen.
Das bedingt aber, dass man den menschlichen Körper sehr gut kennt und Überblick & Oberhand behält bezüglich
Gefahrenradius, Reichweite, Körperzentrum, Schwerpunkt, Kohlendioxid im Blut und Sauerstoffversorgung des Gehirns, Reflexe und so weiter.
Es geht also nicht ums "Griffe lernen", wie es anderswo angeboten wird.
Der Kampf muss entschieden werden, sobald wir in Reichweite eines Schwertes sind (vergleichbar mit der Flugbahn eines Pistolenschusses), bevor ein Angreifer die Arme packt, bevor er sich anlehnt oder im Nahkampf ein Messer zwischen unsere Rippen steckt. Also sicher kein sportliches Rein und Raus.
Im Gegensatz zu "modernen Kampfsportarten" mit Regeln und Schiedsrichtern für Punkte auf Matten, geht es beim Karate einfach ums pure Überleben.
Am besten gar nicht erst kämpfen oder aber unverletzt aus einem Angriff herauskommen. Als Schüler jeden Tag Schritte vorwärts zu kommen und unschlagbarer zu sein als noch am Tag zuvor.
Das heisst einerseits, dass wir nur jene Techniken machen, die unsere Lehrer bis ins hohe Alter selber machen konnten und andererseits, dass wir nur Techniken lehren, die so gesund sind und unserem Körperbau entsprechen, sodass wir sie auch bis ins hohe Alter effektiv ausführen können.
Provokationen keine Angriffsfläche bieten! Ruhe bewahren, wenn anderen die Hormone hochkochen und die Post abgeht, stets Alternativen zu einem Kampf offen halten und im letzten Moment doch kompromisslos die Kontrolle übernehmen, noch bevor Verletzungen entstehen.
Am authentischen Karate fasziniert mich besonders, dass meine Lehrer deutlich älter sind als ich, stets noch Jahrzehnte voraus und überlegen sind. Einen Kampf gewinnt man vielleicht dann mit Zuschlagen, wenn das Gegenüber wenig Ahnung hat. Meine Lehrer kann ich damit aber noch lange nicht beeindrucken. Auch nicht mit meiner besten Geschwindigkeit, grösster Kraft oder Überraschung.
Ihre Kraft kommt nicht von Kraft. Sportlichkeit hilft im Kampf genauso wenig wie Ausdauer. Meine Lehrer haben mich locker im Sack, sobald ich in ihre Reichweite komme. Das lerne ich und das gebe ich auch so weiter.