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Ziel des Projekts 100015_124582 ist die empirisch begründete Erfassung der nicht-idiomatischen Wendungen und Wortverbindungen – Kollokationen – des Grundwortschatzes der deutschen Sprache und ihre Dokumentation in Form eines Wörterbuchs für Lernende des Deutschen, sowohl für den Bereich Deutsch als Muttersprache wie auch Deutsch als Fremdsprache.
Kollokationen sind als Marker für einen unauffällig formellen Sprachgebrauch ein zentraler Faktor der als natürlich und richtig empfundenen Sprech- und Schreibweise einer Sprache, obwohl sie erstsprachlichen Sprechern und Sprecherinnen selten als solche bewusst sind. Sie gehören zum Wortschatz und müssen im Erst- oder Zweitspracherwerb – wie einzelne Wörter, jedoch als Kombinationen – gelernt und, soweit es eher formelle Situationen betrifft, auch im gesteuerten Lernprozess gelehrt werden. Daher bilden sie auch ein wichtiges Thema des schulischen Unterrichts und bedürfen der lexikografischen Beschreibung und Kodifizierung.
Das vorliegende Verlängerungsgesuch für 10 Monate ist vor dem folgenden Hintergrund zu sehen: Die Arbeit am Kollokationenwörterbuch ist bisher auf inhaltlicher Ebene im Wesentlichen planmässig vorangeschritten. Im Laufe der Arbeit haben sich jedoch begründete Änderungen und Verbesserungpotentiale (siehe unten) ergeben, die den Arbeitsfluss verlangsamt haben. Die Abfassung der Wörterbuchartikel geschieht auf der Basis von automatisch berechneten Kookkurrenzen und dem in einem lexikografischen Redaktionsverfahren aufbereiteten und vorklassifizierten Textmaterial. Das Aufarbeiten des Rohmaterials zu verwertbaren lexikografischen Informationen und von dort aus zu sorgfältig redigierten Wörterbuchartikeln erweist sich, trotz vieler Automatismen und ständiger Hochrechnungen zum Arbeitsfortschritt, als zeit- und arbeitsintensiver als gedacht.
Die Resultate einer von uns durchgeführten Schulstudie machen deutlich, dass das Kollokationenwörterbuch hinreichend explizite Nennformen, eine sinnstiftende Einteilung, stellenweise Bedeutungserläuterungen und genügend Beispielsätze bereitstellen muss, um den Nutzenden ein adäquates Hilfsmittel zu sein. Weiter hat auch die notwendige Erweiterung der Korpusbasis zu einer Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen Forschungsplan geführt. Diese war nötig um wissenschaftlich fundierte Angaben zu verschiedenen Strukturmustern (besonders Adjektiv-Substantiv / Substantiv-Substantiv-Verbindungen und Nominalkomposita) und zu regionalen und nationalen Varianten geben zu können.
Der Anspruch, Bedeutung, Form und Verwendung der Kollokationen zu vermitteln, erfordert eine sorgfältige Auswahl, strukturelle Klassifizierung und semantische Interpretation des Materials. Diese Änderungen und Erweiterungen, so weit sie schon umgesetzt wurden, waren und sind im Hinblick auf ein optimiertes Endprodukt nötig, führen aber zu einer Verlängerung der Bearbeitungszeit um mehrere Monate.