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Die Mailänder Staatsanwälte haben am Montag bei der Vorverhandlung im Verfahren gegen den italienischen Premierminister Silvio Berlusconi die Eröffnung eines Prozesses gegen den Ministerpräsidenten beantragt - wegen Steuerbetrugs.
Die Staatsanwälte, Fabio De Pasquale und Sergio Spadaro, reichten auch einen Antrag auf Prozesseröffnung gegen Berlusconis Sohn Piersilvio, gegen den Präsidenten der Fernseh-Gruppe Mediaset, Fedele Confalonieri, und weitere neun Angeklagte ein. Die Beweise seien belastend genug, um einen Prozess gegen den Premier zu beginnen, erklärten die Staatsanwälte.
Berlusconi erschien wie erwartet nicht vor Gericht, weil er am Montag nach Tunesien geflogen war, um mit seinem tunesischen Amtskollegen Beiji Caid Essebsi das Problem der Migrantenwelle in Richtung Süditalien zu besprechen, teilten die Verteidiger des Premiers mit.
Filmrechte überteuert verkauft
Insgesamt wurde gegen zwölf Personen ermittelt, darunter den US-Filmproduzenten Frank Agrama, drei Manager von Mediaset und zwei Bürger Hongkongs. Mit Hilfe Agramas soll Berlusconis Gruppe Filmrechte zu überhöhten Preisen gekauft haben, um Schwarzgeld auf geheimen Bankkonten hinterlegen zu können, lautet der Vorwurf der Mailänder Staatsanwaltschaft.
Auf Bankkonten in Steuerparadiesen sollen so 34 Millionen Dollar angehäuft worden sein.
SDA-ATS