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Das Ziel dieses von ICOM Frankreich und ICOM Europa organisierten Treffens bestand darin, den Vertreterinnen und Vertretern der nationalen und internationalen ICOM-Komitees das Wort zu erteilen und sie über die Ergebnisse der Diskussionen mit ihren Mitgliedern über die im September 2019 in Kyoto vorgeschlagene neue Museumsdefinition berichten zu lassen. Die meisten Stellungnahmen stammten von europäischen nationalen Komitees, aber andere Regionen der Welt waren auch vertreten. Mehrere internationale Komitees wie etwa CECA, CIDOC oder ICOFOM legten ebenfalls Stellungnahmen vor. Philippe Büttner, Vizepräsident, und Helen Bieri Thomson, Vorstandsmitglied von ICOM Schweiz, präsentierten die Ergebnisse der Online-Umfrage, die im Januar unter seinen Mitgliedern durchgeführt worden war.
Aus all diesen Präsentationen ging ein breiter Widerstand gegen die neue Definition hervor, die sowohl wegen ihrer Form als auch wegen ihres Inhalts kritisiert wurde. ICOM Schweiz und andere Komitees lehnten eine zu lange Definition ab, die eher an ein Manifest, eine Absichtserklärung, strategische Überlegungen oder Ausführungen über die Grundwerte erinnert als an eine normative Definition. Sie bedauerten die Nutzung von vagen Begriffen, die unterschiedliche politische und ideologische Interpretationen zulassen, und das Fehlen von grundlegenden Begriffen wie «Sammlung», «Bildung», «Erziehung», «immaterielles Erbe», «Forschung» usw., die eine Abgrenzung eines Museum von einer anderen Kulturstätte ermöglichen. Ebenso vermissten sie die Verbindung zwischen der neuen Definition und den Ethischen Richtlinien. Mehrere Komitees betonten zudem die Bedeutung der politischen Neutralität von Museen. Einige wünschten sich, dass die aktuelle Museumsdefinition von 2007 mit gewissen Ergänzungen beibehalten wird. Andere stimmten einer Weiterentwicklung zu und brachten entsprechende Vorschläge vor, riefen aber auch zu einer umfassenden Transparenz des Verfahrens auf.
ICOM Frankreich verfasste einen Tagungsbericht mit Empfehlungen und Schlussfolgerungen. Dieser hält unter anderem fest, dass die verschiedenen Komitees in den Prozess der Neudefinition eingebunden werden müssen und zwischen einem Leitbild und einer Museumsdefinition unterschieden werden sollte. Die Definition muss für alle verständlich und anwendbar sein und die Formulierungen müssen einer rechtlichen Analyse unterzogen werden. Des Weiteren wird empfohlen, parallel zur Museumsdefinition auch die Ethischen Richtlinien zu überarbeiten.
Anlässlich der Generalversammlung von ICOM International 2021 soll über neue Definition abgestimmt werden.