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Letzte Chance für ein Fussballstadion in Zürich
Nach dem Scheitern des letzten Stadionprojektes in der Volksabstimmung 2013 wurde 2014 im Gemeinderat ein Postulat eingereicht, welches vom Stadtrat offenere Rahmenbedingungen bei einem Investorenwettbewerb für die Erstellung eines Stadions mit Wohnbauprojekten fordert. Dieses Postulat wurde von einer Mehrheit unterstützt. Die SP hatte dazu eigens noch einen Textänderungsantrag eingereicht, der angenommen wurde.
Aus dem Investorenwettbewerb ging dann 2016 das Projekt „Ensemble“ der Firma HRS zusammen mit der Baugenossenschaft ABZ hervor. Seit der Ablehnung des von der Stadt finanzierten Stadionprojektes von 2013 war klar, dass ein privat finanziertes Stadion nur durch Erträge aus einem Renditeprojekt auf dem Teilstück C des Hardturmareals bezahlt werden kann. Hinter diesem Grundsatz standen bei der Präsentation des Siegerprojektes wiederum die meisten Parteien.
Seitdem die Weisung des Stadtrates in der Spezialkommission behandelt wird, begann Rot-Grün unter Führung der SP neue Ideen für ein Stadion zu entwickeln. Insbesondere nach den Gemeinderatswahlen vom 4. März trat bei der SP plötzlich ein Fieberschub auf. Entgegen jeglichen demokratischen Regeln wurden im direkten Kontakt mit den Investoren Forderungen nach zusätzlichen gemeinnützigen Wohnungen erhoben. Da die Investoren ihre bereits getätigten Aufwendungen für die Planung des Projektes nicht gefährden wollten, gingen sie auf diese weder rechtsstaatlich noch demokratisch in irgendeiner Weise legitimierten Forderungen ein und boten an, 125 Wohnungen an die Stadt zu verkaufen.
Heute stehen die rot-grünen Parteien nicht mehr zu ihrer damaligen Zustimmung zu einem Investorenwettbewerb und zum vom rot-grünen Stadtrat auserkorenen Siegerprojekt. Die SP hat sogar einen chancenlosen Rückweisungsantrag eingebracht. Die angekündigte Volksinitiative für ein aus Steuergeldern finanziertes Stadion würde dessen Realisierung auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben. Gnädigerweise werden Rot-Grün gemäss Ankündigung der SP heute «genügend Stimmen zur Verfügung stellen», so dass die nötigen 63 Stimmen in der Abstimmung im Gemeinderat zusammenkommen werden. Damit dürfte es zur Volksabstimmung im November kommen. Dies ist zu begrüssen. Die Vorgehensweise ist aber aus demokratischer Sicht verwerflich und zeigt die Arroganz der rot-grünen Macht in dieser Stadt.
Die FDP unterstützt das Projekt Ensemble, wie es dem Gemeinderat vom Stadtrat vorgelegt wurde, ohne Wenn und Aber. Es ist erfreulich, dass sich noch private Investoren finden, welche auf Rendite verzichten und damit die Realisierung eines Stadions im öffentlichen Interesse ermöglichen. Die Erpressungsversuche gegenüber den Investoren im Hintergrund durch die SP lehnt die FDP mit aller Deutlichkeit ab. Zürich braucht ein richtiges Fussballstadion, damit die Tausenden von Junior/innen ihre Vorbilder direkt im Stadion erleben können.