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Tadesse Abraham gewinnt bei idealen Bedingungen den Zürich Marathon und verbessert überraschend seinen Schweizer Rekord. Der 39-Jährige absolviert die 42,195 km in 2:06:38 Stunden und damit zwei Sekunden schneller als im März 2016 in Seoul.
Abraham lieferte bei seinem Rekordlauf in Zürich ein kleines Meisterstück – sowohl taktisch wie physisch – ab, indem er auf der zweiten Streckenhälfte deutlich schneller unterwegs war als auf der ersten. Die Marke nach 21,1 km passierte der gebürtige Eritreer, der seit 2014 für die Schweiz startberechtigt ist, nach 1:03:50 Stunden, für die zweite Hälfte benötigte er gut eine Minute weniger.
Dank einem veritablen Schlussspurt auf den letzten zwei Kilometern reichte es Abraham nicht nur zur Verbesserung des Streckenrekords (um nicht weniger als 67 Sekunden), sondern auch zur neuen nationalen Bestmarke. Im Ziel lag er deutlich vor Oliver Irabaruta aus Burundi (2:07:13) und dem drittklassierten Kenianer Francis Cheruiyot (2:09:57). Abraham gewann zugleich den Schweizer Meistertitel, der bei diesem Rennen ebenfalls vergeben wurde.
Nicht mehr viele hatten Abraham auf einem so hohen Niveau erwartet. Im olympischen Marathon im letzten Sommer in Sapporo gab er bei Kilometer 27 wegen Problemen mit der Atmung auf. Im September 2021 beendete er den Marathon in Wien in 2:12:26. Danach wurde es still um Abraham, der sich zudem mit Knieproblemen herumschlug. Er bereitete sich in Kenia in der Höhenlage von Iten, einer Hochburg des Laufsports, auf seinen Coup in Zürich vor.
Abraham hatte sich vor Zürich noch nicht entschieden, ob er im August an den Europameisterschaften teilnehmen würde, für die er einer der Favoriten sein könnte. Erst am Sonntag unterbot er die Limite für München – ebenso wie auch diejenige für die WM im Juli in Eugene im US-Staat Oregon.
Den Meistertitel bei den Frauen gewann Maude Mathys. Die Waadtländerin wurde mit einer Zeit von 2:33:35 Stunden Zweite. Auf Siegerin Hawas Demitu aus Äthiopien büsste sie nur 27 Sekunden ein.