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Autor: Barbara Schwaller-Aebischer
Zaira wird im Wartsaal eines Bahnhofs in der rumänischen Provinz geboren. Ihre Mutter gibt sie sofort in die Obhut ihrer Familie, denn sie ist eigentlich auf dem Weg nach Paris.
Die Kindheit von Zaira ist geprägt von der strengen, aber gerechten Autorität der Grossmutter, die ihre Befehle nur zu flüstern braucht, und von der liebevollen Zuneigung ihres Cousins Zizi. Er führt den Grossgrundbesitz und ist für Zizi Lehrer, Geschichtenerzähler, Tröster und Vorbild für Zaira. «Du musst immer deine Versprechen halten, sonst weisst du nicht, wer du bist und was du sollst.»
Dieser Satz prägt sein ganzes Leben wie auch jenes von Zaira. Sie lernt stolz zu sein auf ihre Herkunft; sie lernt, Verantwortung zu tragen für sich und andere; sie lernt, dass Geschichten erzählt werden müssen, um das Leben zu meistern.
Der Zweite Weltkrieg bringt die gesamte Welt von Zaira ins Wanken. Zuerst kommen mit dem Faschismus die deutschen Soldaten und danach die Russen und der Kommunismus. Die Bauern werden aus der Leibeigenschaft entlassen in die Freiheit.
Und die Freiheit beginnt damit, dass sie vor der Gutsfamilie spucken sollen. Zizi muss seinen ganzen Besitz verkaufen und damit sein Versprechen brechen, für seine Leute einzustehen.
Zaira heiratet Paul, den Sohn des Lehrers, obwohl auch er gespuckt hat. Ihr unabhängiger Geist ist jedoch nicht gemacht für die Rolle der Hausfrau und Mutter.
Berühmte Puppenspielerin
Die Geschichten ihrer Kindheit führen Sie zum Marionettentheater. Sie trifft dort Traian, die Liebe ihres Lebens, und lernt von ihm diese Kunst von Grund auf. Zaira wird eine berühmte Puppenspielerin, sogar der Minister hält um die Hand der schönen und stolzen Zaira an.
Doch Zaira kann und will keine Versprechungen geben. Traian wird aus Enttäuschung wieder zum Säufer und erfährt nicht, dass er mit Zaira zusammen ein Kind hat.
Allein mit ihrer Tochter Ioana, lernt sie in der Hochhaussiedlung Robert kennen, der als Biologe die Welt bereist hat und viele Geschichten erzählen kann. Gemeinsam wagen die drei den Ausbruch und ein neues Leben in Amerika.
Liebe durch den Magen
Das sind die Männer in der Geschichte um Zaira, daneben spielt das Kochen und Essen eine wichtige Rolle. Sie bekocht ihre Lieben, um zu erreichen, was sie will. Auf der ganzen Welt «geht die Liebe durch den Magen», und auf der ganzen Welt rufen Respektlosigkeit und Verachtung verheerende Reaktionen hervor wie Rache bzw. Hass und Angst. Auch davon wird im Roman erzählt.
Man liebt und leidet mit Zaira, möchte sie warnen und ist doch auch blind für gewisse Zusammenhänge.
Barbara Schwaller-Aebischer ist Leiterin der Bibliothek Tafers
Florescu, Catalin Dorian: Zaira, Verlag C.H. Beck, 2008.