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Ausgewiesene Gebiete für Biodiversität
Viele Lebensräume kommen in der Schweiz nur noch auf sehr kleinen Flächen vor. Schutzgebiete tragen dazu bei, diese zu erhalten, und spielen eine zentrale Rolle beim Schutz der Biodiversität in der Schweiz. Dank ihnen können Artenbestände in ihrem angestammten Lebensraum erhalten werden, können sich Bestände gefährdeter Arten wieder erholen und können Ökosysteme ihre Funktionen wahrnehmen. Ausserdem tragen die Schutzgebiete zur Erhaltung der landschaftlichen Vielfalt der Schweiz bei.
Die für den Schutz und die Förderung der Biodiversität in der Schweiz ausgewiesenen Gebiete tragen dazu bei, das Aichi-Ziel Nr. 11 zu erreichen, welches im Strategischen Plan zur Biodiversität 2011–2020 der Biodiversitätskonvention (CBD) definiert wurde. Gemäss der CBD müssen auf mindestens 17 % der Landfläche Schutzgebiete eingerichtet werden.
Die Schutzgebiete von nationaler, regionaler und lokaler Bedeutung machen derzeit 9,9 % der Landesfläche aus. Zwei Drittel davon sind auf nationaler und ein Drittel auf kantonaler Ebene geschützt. Der Umfang, in dem die verschiedenen Vollzugsaufgaben (rechtliche Sicherung, ökologische Inwertsetzung) realisiert wurden, variiert je nach Schutzgebiet. Weitere 3,7 % der Landesfläche sind in anderer Form der Biodiversität gewidmet.
Gesamthaft sind rund 13,5 % der Landesfläche der Schweiz als Gebiete für den Schutz der Biodiversität ausgewiesen. Der von der CBD vorgegebene Zielwert von 17 % ist derzeit in der Schweiz nicht erreicht. Aus diesem Grund wird der Zustand negativ beurteilt.
Der Anteil der Landesfläche, der für den Schutz der Biodiversität ausgewiesen wurde, ist gewachsen. Allerdings reicht der Zuwachs nicht aus, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Setzt sich das Wachstum in den kommenden Jahren im bisherigen Rhythmus fort, wird das 17-%-Ziel bis 2020 nicht erreicht. Diese Entwicklung ist daher unbefriedigend.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt einen vergleichbaren Indikator bereit. Diesem Indikator zufolge, der nur Gebiete von nationaler Bedeutung erfasst, ist die Schweiz in Bezug auf die Bewirtschaftung ihrer Schutzgebiete in den hinteren Rängen klassiert. Laut dem OECD Umweltprüfbericht Schweiz 2017 sind die Schutzvorschriften in der Schweiz weniger streng als in den anderen OECD-Ländern. Zudem sind die Schutzgebiete oft zu klein, schlecht miteinander oder mit anderen europäischen Netzwerken verbunden und erfüllen die Schutzziele nicht umfassend.
Die Gesamtfläche der Schutzgebiete wird ohne Überlappungen ausgewiesen, die zwischen Flächen bestehen, welche mehreren Schutzkategorien angehören. Dazu werden die Schutzgebiete nach der Wichtigkeit ihres Beitrags zur Erhaltung der Biodiversität priorisiert.
In der Schweiz existieren verschiedene Arten von Schutzgebieten mit jeweils eigenen Schutzvorschriften. Folgende Schutzgebiete sind in diesem Indikator erfasst:
- Schutzgebiete von nationaler Bedeutung. Dazu gehören der Schweizerische Nationalpark, die Kernzonen der Naturerlebnispärke, die Biotope von nationaler Bedeutung, die Wasser- und Zugvogelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung sowie die eidgenössischen Jagdbanngebiete;
- kantonale und kommunale Flächen, die mittels hoheitlichem Akt als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Dazu zählen Biotope von regionaler und lokaler Bedeutung und kantonale Waldreservate;
- Schutzgebiete von internationaler Bedeutung wie Smaragd-Gebiete (Berner Konvention) und Gebiete unter dem Schutz der Ramsar-Konvention);
- Flächen im Eigentum Dritter, die von privaten Organisationen als «Schutzgebiete» bezeichnet werden;
- Biodiversitätsförderflächen der Stufe II.
Die Pufferzonen von Biotopen nationaler und regionaler Bedeutung tragen ebenfalls zum Schutz der Biodiversität bei.
|Angestrebte Entwicklung||Anfangswert||Endwert||Abweichung vom theoret. Zielpfad in %||Beobachtete Entwicklung||Beurteilung|
|17% in 2020||2012||2019||34.79%||In Richtung des theoretischen Zielpfads||unbefriedigend|
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