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Nina Fehr Düsel nimmt grammatikalische Fehler der Regierung nicht länger hin. Die SVP-Kantonsrätin fordert Antworten. Und das, obwohl sie im Feminismus auch Gutes sieht.
Nina Fehr Düsel als Mitgliederin der SVP zu bezeichnen, wäre inhaltlich richtig. Grammatikalisch ist es jedoch falsch. Aber vielleicht nimmt es Fehr Düsel ja zum Anlass, sich mit einer Anfrage an den Duden zu wenden.
Angeblich hat sich ein Regierungsrat (männliches Mitglied der kantonalen Zürcher Regierung) mit folgenden Worten an die versammelten Mitglieder des Gewerbeverbandes gewandt: «Liebe Mitgliederinnen …». So zumindest kolportiert es Fehr Düsel im Geschäft Nummer 875 an den Regierungsrat (gemeint ist hier das Gremium) mit dem Titel «Neurechtschreiberinnendeutsch».
Alles kompliziert und schwerfällig
Jedenfalls nahm die Kantonsrätin den grammatikalischen Fehler zum Anlass, einige Fragen zum Gebrauch der weiblichen Form in der Amtssprache zu stellen. Sie findet nämlich, dass «die weibliche Form in Texten und Reden stets einbringen zu wollen», die Sache kompliziert und schwerfällig mache.
Sie schreibt weiter: «Auch wenn der Feminismus gute Züge hat, diese formale Angelegenheit hat wenig Bedeutung.» Was sie damit meint, sei dem Regierungsrat überlassen. Aber: «Im Sinne von ‹keep it simple, stupid› sollte das Beamtendeutsch möglichst einfach und verständlich formuliert sein» (dieses Deutsch wirft die Frage auf, ob Kantonsratende Beamtende sind). Leider sei dies in der Praxis (siehe Beispiel) oft nicht der Fall.
Nina Fehr Düsel stellte also dem Regierungsrat drei Fragen zum Thema, erkundigte sich nach Handhabung und Weisungen und wollte wissen, ob es denn nicht möglich wäre, «in amtlichen Texten jeweils nur die männliche (oder nur die weibliche) Form zu wählen, wenn der Text dadurch leserfreundlicher wird?».
Das nächste Mal bitte Google fragen
Der Regierungsrat antwortet in der aktuellen Ratspost selbstverständlich und gewissenhaft, verweist auf Beschlüsse, Richtlinien, auf die Fachstelle für Gleichstellung und Leitfäden inklusive der entsprechenden Links. Seine Antwort kurz zusammengefasst: Statt uns zu fragen, geschätztes Kantonsratsmitglied Fehr Düsel, hätten Sie auch einfach Google konsultieren können.
Diese Google-Anfrage wäre geschlechter- und gebührenneutral gewesen und hätte im Einklang mit Fehr Düsels eigenen Versprechen («Für tiefe Steuern und Gebühren») gestanden. Man weiss schliesslich, dass so eine Anfrage und ihre Beantwortung den Steuerzahler mehr als 6000 Franken kosten. (Tages-Anzeiger)