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Autor: karin aebischer
FreiburgDem OS-Lehrer wird vorgeworfen, zu Hause illegale pornografische Dateien mit pädophilem Charakter (Kinderpornografie) konsumiert und auf seinen privaten Computer heruntergeladen zu haben. Wie Untersuchungsrichter Olivier Thormann am Freitag mitteilte, hat der Lehrer während des Verhörs zugegeben, mit einer Peer-to-peer-Software illegale Pornografie heruntergeladen zu haben.
Der Lehrer hat jedoch beteuert, dass dies nie auf den Computeranlagen der Orientierungsschule geschehen sei. Erste Analysen der Computeranlagen der Schule haben bestätigt, das sich das unrechtmässige Verhalten ausschliesslich auf den Privatbereich des Lehrers beschränkt. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerkollegen sind nicht davon betroffen, wie die kantonale Erziehungsdirektion am Freitag mitteilte. Sie seien vom Schuldirektor jedoch umgehend informiert worden.
Kündigung liegt nahe
Gegen den betreffenden Lehrer wurde eine Strafuntersuchung wegen Herunterladens illegaler pornografischer Dateien eröffnet. Als Untersuchungsrichter Olivier Thormann die Erziehungsdirektion über das Verfahren informierte, hat diese unverzüglich eine provisorische Dienstenthebung angeordnet. Seit dem 12. Oktober ist der Lehrer mit sofortiger Wirkung bis zum Abschluss der Strafuntersuchung vom Schuldienst suspendiert. Wie Felix Kaufmann, wissenschaftlicher Berater der Erziehungsdirektion, erklärt, wird der Suspendierung womöglich die Kündigung folgen, da der Angeschuldigte sein Verhalten zugegeben hat. Die Erziehungsdirektion warte jedoch die Ergebnisse der laufenden Untersuchung ab, um die erforderlichen Entscheide zu treffen.
40 Dateien beschlagnahmt
«In einer ersten Analyse wurden 40 Dateien gefunden», sagt Thormann. Auf wann die erste heruntergeladene Datei zurückgeht, kann er jedoch noch nicht sagen. «Die Detailanalyse folgt.» Zum Alter oder der Frage, ob der besagte Lehrer bereits vorbestraft ist, wollte Olivier Thormann ebenfalls keine Angaben machen.
Auf seinen Ratschlag hin habe sich der Lehrer entschieden, eine Therapie bei einem Psychiater zu besuchen. Der Rapport des Therapeuten werde dann für die Urteilsfindung hinzugezogen. Ein Freiheitsentzug von drei Jahren ist gemäss Olivier Thormann in einem solchen Fall die mögliche Höchststrafe.
Das Verfahren gegen den Lehrer wurde aufgrund einer Anzeige der Schweizer Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) eröffnet. Die Kobik, welche im Internet aktiv nach strafrechtlich relevanten Inhalten sucht, konnte feststellen, dass die besagten Dateien mit pädophilem Charakter im Internet heruntergeladen wurden. Die Kobik-Mitarbeiter waren daraufhin in der Lage, dieses Herunterladen auf die IP-Adresse des Lehrers zurückzuführen.
5 bis 6 Fälle in 15 Jahren
Olivier Thormann schätzt, dass die Untersuchung noch einige Monate andauern wird. Laut Mitteilung der Erziehungsdirektion ist bereits dafür gesorgt, dass die Unterrichtsvertretung nach den Ferien, also ab Dienstag, möglichst störungsfrei erfolgen kann. In den letzten 15 Jahren hat man im Kanton Freiburg Kenntnis von fünf bis sechs ähnlichen Fällen, sagt Felix Kaufmann.