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Kalter Oktober
Der rund 1 Grad zu kalte Oktober riss die Schweiz schlagartig aus dem ungewöhnlich warmen Spätsommer. Mit Schneefällen bis in mittlere Lagen und mehreren Bodenfrösten machte sich der Monat zum Botschafter des kommenden Winters.
Oktoberschnee in den Bergen (Bild: Daniel Gerstgrasser)
Schweizweit sonnige Altweibertage konnte man an einer Hand abzählen. Von der Sonne bevorzugt waren das Wallis und die Alpensüdseite. Die Niederschlagsmengen blieben in den meisten Gebieten unter dem Durchschnitt.
Mit Bise kalt
Nach einem Kaltfrontdurchzug aus Westen mit etwas Niederschlag am 1. und 2. Oktober installierte sich vom 3. bis am 8. ein kräftiges Hochdruckgebiet über Skandinavien. An dessen Südflanke floss in einer mässigen bis starken Bisenströmung zunehmend kältere Luft aus Nordosten zur Schweiz. In den Tieflagen beidseits der Alpen sank die Tagesmitteltemperatur 2 bis 4 Grad, in den Alpen 3 bis 5 Grad unter die Norm 1981–2010. Während auf der Alpennordseite die Sonnenscheindauer durch Nebel oder hochnebelartige Bewölkung oft eingeschränkt war, zeigten sich die Alpen und die Alpensüdseite meist sonnig.
Kaltluft bringt Schnee in den Bergen
Vom 8. bis am 12. Oktober floss Kaltluft aus Norden und Nordosten zur Schweiz. Am Alpennordhang fiel Neuschnee bis hinunter auf 1000 m. Am 9. zogen regional kräftige Graupelschauer über das nördliche Flachland, ausgelöst durch vorüberziehende Höhenkaltluft. Im Flachland beidseits der Alpen lag die Tagesmitteltemperatur bis 6 Grad, in den Bergen bis 9 Grad unter der Norm.
Wechselhaft aus Westen und Südwesten
Nach einer kräftigen Föhnlage am 13. und 14. Oktober folgten aus Westen zunächst Schauer. Ein von Schottland nach Deutschland ziehendes Tiefdruckgebiet steuerte anschliessend aus Westen mehrere Niederschlagszonen über die Schweiz. In der darauf folgenden Kaltluft aus Norden fiel am 20. und 21. in den nördlichen Alpen erneut Schnee bis auf 1000 m hinunter. Im Mittelland sank die Tagesmitteltemperatur 4 bis 5 Grad, in den Bergen 5 bis 7 Grad unter die Norm 1981–2010.
Die Alpensüdseite zeigte sich am 16., am 18. und am 20. sonnig und die Tageshöchstwerte stiegen mit der Sonne auf 18 bis 19 Grad. Offenbar auf Grund der Wärme erlebte das Tessin in dieser Zeit eine Invasion der Marienkäfer, welche vermutlich zuvor mit der kräftigen Südströmung aus dem Mittelmeerraum zur Alpensüdseite gelangten.
Mit der Winddrehung auf Südwest floss ab dem 23. Oktober zunehmend feuchtere Luft zur Schweiz. Die Alpensüdseite verschwand unter einer kompakten Wolkendecke. Ohne Sonne erreichten die Tageshöchstwerte hier noch 10 bis 13 Grad. Auf der Alpennordseite setzte der Föhn ein. Im Wallis und in den Föhngebieten entlang des Alpennordhangs bewegten sich die Tageshöchstwerte am 24. zwischen 20 und 25 Grad. Die beiden folgenden Tage zeigten sich in der ganzen Schweiz trüb und regnerisch. Ergiebige Regenfälle und Gewitter wurden vor allem am 25. im westlichen und zentralen Mittelland registriert.
Der definitive Bericht zum Oktober 2016 ist ab dem 10. November 2016 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.
Wälder verfärbten sich ab Mitte Oktober
Einzelne Bäume mit bunten Herbstblättern wurden schon Ende September beobachtet. Verstärkt setzte die Blattverfärbung jedoch ab Mitte Oktober ein. Die Wälder verfärbten sich sichtbar, da viele Baumarten ihre Blätter gleichzeitig verfärbten. Im Vergleich mit der Periode 1981–2010 konnten die Beobachtungstermine der Blattverfärbung von Buche und Rosskastanie mehrheitlich den Klassen normal, spät und sehr spät zugeordnet werden. Auch bei anderen Baumarten, die erst seit 1996 beobachtet werden, zeigte sich das Muster mit normalen bis sehr späten Terminen. Besonders auffällig war die Verspätung der Blattverfärbung in den Bergen. Der Bergahorn verfärbte sich beispielsweise oberhalb von 1000 m zwei Wochen später als im Mittel der Periode 1996–2015. Im Gesamten für alle Beobachtungsstationen und Baumarten betrug die Verspätung jedoch nur wenige Tage.
Der Zeitpunkt der Blattverfärbung wird hauptsächlich durch die abnehmende Tageslänge bestimmt, wobei der Termin durch das Wetter modifiziert wird. Ein warmer September verspätet die Blattverfärbung, während Trockenheit im September sie eher verfrüht. Obwohl der diesjährige September trocken war, war es vermutlich die hohe Temperatur, die zu dieser leicht verspäteten Blattverfärbung beitrug.