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DMZ POLITIK / UMWELT ¦
Patricia Jungo ¦
Quelle: SRF news
#mittelländische ¦
Diversen internationalen Studien zufolge könnten automatisierte Verkehrsangebote wie selbstfahrende Taxis den Fahrzeugbestand in den Städten um etwa 90 Prozent vermindern. Nun zeigt eine Studie des ETH-Institutes für Verkehrsplanung und Transportsysteme aber ein anderes Bild. Dazu ist der federführende Professor Kay Axhausen der Meinung, dass die Zahl der Privatfahrzeuge nur dann reduziert würde, wenn man selbstfahrende Fahrzeuge nicht privat kaufen könnte. Mit seinem Team hat er mittels Simulation versucht herauszufinden, wie automatisierte Taxis und eine flächendeckende Verbreitung von selbstfahrenden Privatfahrzeugen den Verkehr in Zürich innerhalb von 20 Jahren beeinflussen würden. Das Resultat spricht Klartext: Mit einem Rückgang der Anzahl Privatfahrzeuge ist auch mit dem Aufkommen automatisierter Taxflotten nicht zu rechnen, solange man selbstfahrende Autos privat besitzen darf. Die Gefahr besteht, dass automatisierter Verkehr sogar mehr gefahrene Kilometer bedeuten könnte. Weiter heisst es zum privaten Besitz von selbstfahrenden Autos, dass die Tatsache, gleichzeitig sehr flexibel zu sein und auch die Zeit im Fahrzeug sinnvoll nutzen zu können, diese Form von Mobilität äusserst attraktiv machen würde. Falls mehrere Familienmitglieder das Fahrzeug eigenständig benutzen könnten, würde die Attraktivität nochmals steigen. Demzufolge ist eine Mehrbelastung der Strassen vorauszusehen. Mobilitätsforscher gehen auch davon aus, dass sich möglicherweise selbst ÖV-Nutzer zum Umsteigen auf den automatisierten Individualverkehr würden verleiten lassen. Die Empfehlungen der Autoren der Studie an die Behörden gehen demnach in die Richtung, die Einführung selbstfahrender Autos unbedingt regulatorisch zu begleiten. Sie sind überzeugt, dass der motorisierte Individualverkehr nur zurückgehen würde, wenn automatisierte Fahrzeuge ausschliesslich im ÖV und in den Taxiflotten zum Einsatz kämen und nicht als Privatfahrzeuge. In diesem Fall könnte der Effekt sehr positiv ausfallen. Dies wurde bei der Simulation ersichtlich, wo sich der motorisierte Individualverkehr um ein Drittel auf 29 Prozent des gesamten Verkehrs verminderte. Demgegenüber erhöhte sich der Anteil des ÖV mit selbstfahrenden Bussen, Zügen und Taxis auf über 60 Prozent. Ein weiterer Lichtblick wären die auf die Hälfte sinkenden Preise für Busfahrten mit selbstfahrenden Bussen. Betreffend Studien aus anderen Ländern mit unterschiedlichen Resultaten sagen die ETH-Forscher, die Idealbedingungen, die als Ausgangslage der Simulation gedient hätten, seien unrealistisch. Nicht jedermann sei bereit, automatisierte Fahrdienste zu nutzen und auch Wartezeiten und Preise würden eine Rolle spielen. Die Zürcher Studie nennt sich „weltweit einzigartig“. Es wurde eine Simulation entwickelt, die auf Angebot und Nachfrage sowie auch persönliche Vorlieben der Nutzer einging. Dabei wurde das Verhalten von 150‘000 einzelnen Verkehrsteilnehmern simuliert mit individuellen Entscheidungsmustern. Die Grundlage dafür war eine Befragung von 359 Personen im Kanton Zürich, bei der es um das potentielle Mobilitätsverhalten ging. Die Befragten sagten dabei, unter welchen Umständen sie auf automatisierte, geteilte Transportmittel umsteigen würden.