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Der neuste Zuwachs in die Dauerausstellung des Schweizer Finanzmuseums ist die Wertschrift der «Compagnie des Indes orientales» aus dem Jahr 1665. Sie wird 2021 in einer Auktion eines privaten Händlers für die Sammlung historische Wertpapiere zugekauft.
Die französische Seehandelsgesellschaft, in Deutsch auch französische Ostindienkompanie genannt, handelt auf der einen Seite mit Luxusgütern aus Indien, wie Sie in diesem Blogbeitrag lesen können. Auf der anderen Seite ist sie selbst auch in den Sklavenhandel involviert. Von 1720 bis 1750 transportiert die Compagnie des Indes orientales 42'467 Sklavinnen und Sklaven aus afrikanischen Ländern in die Amerikas. Eine der prominentesten Zürcher Banken, die Bank Leu & Co., investiert seit ihrer Gründung 1755 bis 1798 in die Compagnie des Indes orientales.
Aktiengesellschaft Leu & Co. in Zürich
Die Bank Leu & Co wird 1755 als Staatsbank des Zürcher Stadtstaats gegründet mit dem Ziel, das Geld der Bürger ins Ausland auszuleihen. Namensgeber ist ihr erster Präsident; Bürgermeister Johann Jacob Leu.
Eine Aktie der Bank Leu & Co. von 1937 ist in der aktuellen Sonderausstellung «Banken im Wandel: Vom Schalter zur App» ausgestellt.
Die Bank Leu und der Sklavenhandel
Die Bank Leu & Co. gehört 1755 als Zinskommission noch zur Hälfte der Stadt Zürich. Ziel ist es, das Geld der Bürger ins Ausland auszuleihen. Eine weitere Beteiligung - nebst der Companie des Indes - der Bank Leu ist ihre Geldleihe an Dänemark in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mitunter dieser finanziellen Unterstützung ist es Dänemark möglich, die Inseln St. John, St. Croix und St. Thomas zu erwerben. Letztere entwickelt sich zu einem prominenten Sklavenumschlagplatz. Nicht nur Regierungen, sondern auch privaten Schweizer Kaufleuten mit etwa Plantagen auf St. Croix, erlässt die Bank & Leu Kredite.
Weiterführende Links
- Hier schreibt Bern Kolonial über Sklavengeschäfte in der Finanzbranche
- Die Datenbank von Cooperaxion dokumentiert die Geschäfte der verschiedenen Schweizer Akteure während des transatlantischen Sklavenhandels des 17. bis 19. Jahrhunderts.
- Kennen Sie schon Zürich Kolonial? Ein Stadtrundgang durch Zürichs koloniale Vergangenheit
- Die SlaveVoyages-Website ist eine gemeinschaftliche digitale Initiative, die Aufzeichnungen über den grössten Sklavenhandel der Geschichte zusammenstellt und öffentlich zugänglich macht.
- Im Auftrag der Stadt Zürich hat die Universität Zürich 2020 einen Forschungsbericht erstellt besonderem Fokus auf die Familie Escher.
- 2003 wird in Bern eine Interpellation eingereicht 03.3014 | Schweizer Beteiligung an Sklaverei und transatlantischem Handel mit Sklavinnen und Sklaven | Geschäft | Das Schweizer Parlament