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Hintergrund:
Es gibt wenig therapeutische Interventionen zur Verbesserung der Gehstrecke bei Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Eine dieser Massnahmen ist ein regelmässiges Laufbandtraining. Da aber nicht alle Patienten Zugang zu einem Laufband haben wird in dieser Studie nun untersucht ob eine Intervention mit dem Ziel Patienten zu motivieren auf „normalem“ Untergrund zu gehen einen positiven Effekt hat.
Einschlusskriterien:
- Patienten mit einem Knöchel-Arm Index (KAI) kleiner 0.91 in Ruhe, einem KAI grösser 0.91 und ein Abfall von 20% oder mehr nach Zehenständen (genaue Zahl ist nicht beschrieben)
- Patienten mit einem KAI grösser 0.9 und Status nach Revaskularisations-Massnahme an den unteren Extremitäten oder nachgewiesene periphere arterielle Verschlusskrankheit
- Claudicatio intermittens war kein notwendiges Kriterium.
Ausschlusskriterien:
- Unfähig mehr als 50 Meter zu gehen
- Andere schwerere körperlichen Behinderungen
Studiendesign und Methode:
Randomisierte Studie
Studienort:
Chicago, ambulante Patienten, die teils mit Zeitungsinseraten, teils aus Kliniken akquiriert wurden
Interventionen:
- Gruppe 1: Programm aufgebaut auf Erkenntnissen der Sozialwissenschaften; wöchentlich ein 90-minütiges Meeting; 45 Minuten waren theoretische Instruktionen und 45 Minuten Gehen (keine Laufband); die Teilnehmer wurden motiviert an 5 Tagen pro Woche zu gehen und zwar jedes Mal bis zu 50 Minuten. Die Teilnehmer wurden aufgefordert die jeweiligen Zeiten, die sie gegangen sind, aufzuschreiben.
- Gruppe 2: sie besuchten wöchentlich einstündige Meetings mit anderen Patienten mit peripherer arterieller Krankheit. Sie hörten dort Vorträgen zu Themen wie man eine arterielle Hypertonie behandelt, über Impfungen oder Screening nach Krebs.
Outcome:
Primärer Outcome
- Veränderung der Werte beim 6 Minuten Gehtest nach 6 Monaten, verglichen mit Baseline.
Sekundäre Outcomes
- Maximale Gehzeit auf dem Laufband, schmerzfreie Gehzeit auf dem Laufband, körperliche Aktivitäten
Resultat:
- 194 von 1322 gescreenten Patienten konnten in die Studie eingeschlossen werden.
- 12 der Patienten hatten einen KAI zwischen 0.91 und 1.0 und einen Abfall um 20% nach Zehenständen; 3 Patienten hatten einen KAI grösser 0.91, zwei davon hatten eine Revaskularisation und eine Person eine nachgewiesene periphere arterielle Verschlusskrankheit.
- In der Interventionsgruppe stieg die 6-Minuten Gehstrecke von 357 auf 400 m und in der Kontrollgruppe fiel sie von 353 auf 342 m.
- Auch bei den sekundären Outcomes verbesserten sich die Parameter in der Interventionsgruppe, mit Ausnahme der Lebensqualität, die sich nicht unterschied zwischen den beiden Gruppen.
Kommentar:
- Das Ergebnis der Studie bestätigt das, was schon lange bekannt ist und kein vernünftiger Mensch in Frage stellen würde.
- Die spannende Frage ist, warum hunderttausende Dollar für eine Studie dieser Art ausgegeben werden, wahrscheinlich Steuergelder, und die Ergebnisse dann auch noch in einem hoch angesehen Journal wie JAMA publiziert werden. Es können versteckte politische Hintergründe vermutet werden.
Literatur:
McDermott MM e al. Home-based walking exercise intervention in peripheral artery disease. JAMA 2013;310:57-65.