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Stimm- und Wahlrecht für Frauen: Ein langer Weg
Anfang des 20. Jh.: Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen in Neuseeland, Finnland, England, Deutschland und in viele weiteren Staaten
In der Schweiz Beginn Aufbau- und Lobbyarbeit für diverse Frauenpolitische Anliegen.
1959: Stimm- und Wahlrechts für Frauen auf Bundesebene scheitert in Eidgenössischer Abstimmung. Auf kantonaler Ebene Einführung des Frauen Stimm- und Wahlrecht in Kantonen Neuchâtel und Genf; weitere Kantone folgen.
1971: Eidgenössische Abstimmung: Einführung Stimm- und Wahlrecht für Frauen auf Bundesebene.
1980: Initiative für einen wirksamen Schutz der Mutterschaft
Ebenfalls wichtig für die Neue Frauenbewegung der Schweiz war die eidgenössische Volksinitiative „für einen wirksamen Schutz der Mutterschaft“. Sie wurde am 21. Januar 1980 von der Organisation für die Sache der Frau (OFRA), verschiedenen autonomen Frauengruppen, Gewerkschaften und linken Parteien eingereicht. Die Initiative sah neben der vollständigen Deckung aller in Folge Schwangerschaft und Geburt entstehenden Arzt-, Pflege- und Spitalkosten auch einen Mutterschaftsurlaub von mindestens 16 Wochen vor. Zudem wurde für erwerbstätige Eltern ein Elternurlaub von mindestens 9 Monaten, der für die Mutter an den Mutterschaftsurlaub anschliesst, für den Vater mit dem Zeitpunkt der Geburt beginnen kann, gefordert. Wie die Fristenlösungsinitiative wurde sie im Dezember 1984 vom Volk abgelehnt.
Quelle: Sozialarchiv.ch
1981: Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration
Der Auslöser war 1981 eine Reportage des Westschweizer Fernsehens über die Lebens- und Arbeitsbedingungen einer jungen Filipina in einem Zürcher Nachtclub. Aufgeschreckt von diesen Zuständen formierte sich eine Gruppe von VertreterInnen von Hilfswerken, kirchlichen Kreisen und Frauenorganisationen, um aktiv zu werden: gegen die Bedingungen, die dazu führten, dass Migrantinnen hierzulande im Sexgewerbe ausgebeutet, als willfährige Ehefrauen in die Schweiz importiert wurden oder im Ausland den Bedürfnissen von Schweizer Männern gefügig sein mussten. Die Geschäftsstelle des Fraueninformationszentrums Dritte Welt wurde 1985 an der Quellenstrasse in Zürich eröffnet. Der Vorstand war breit vernetzt – auch mit Frauen in den Ländern, aus denen ausgebeutete Migrantinnen stammten.
1981: Gesetzliche Verankerung der Gleichstellung
In der Schweiz ist die Gleichstellung der Geschlechter seit 1981 in der Bundesverfassung verankert. Der Gleichstellungsartikel verpflichtet den Gesetzgeber, für rechtliche und tatsächliche Gleichstellung zu sorgen, und enthält ein direkt durchsetzbares Individualrecht auf gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit.
In Realität sind wir auch 2023 noch grosse Schritte von faktischer Gleichstellung bezüglich Lohn und Chancengleichheit entfernt.
1991: Frauenstreik
Am 14. Juni 1991 beteiligten sich Hunderttausende Frauen in der ganzen Schweiz an Protest- und Streikaktionen für ihre Rechte. Es handelte sich um die grösste öffentliche Mobilisierung seit dem Landesstreik von 1918.
Hier gibt es mehr Informationen.
1999: Chronologie der Mutterschaftsversicherung
2023: Feministischer Frauen*Streik am 14. Juni 2023