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Schulanlage mit Turnhalle Lantsch/Lenz
Schulhaus
Das 1897 erbaute Schulhaus von Lantsch / Lenz stellt einen typischen Vertreter eines Landschulhauses aus der Jahrhundertwende dar. Mit grosser Präsenz steht es da und bildet zusammen mit der Kirche auf der benachbarten Anhöhe ein für das Dorfbild wichtiges Gebäudeensemble. Das viergeschossige Schulhaus zeigt eine klare Gliederung der lochartigen Fassade. Das Sockelgeschoss wurde mit grossen Hausteinen gemauert, das Erdgeschoss mit grob verputzten Bändern herausgehoben und die beiden Obergeschosse glatt verputzt. Die allseitig angeordneten Fenster wurden in Form von einzelnen Öffnungen mit Fensterstöcken aus Holz ausgeführt. Die Räume waren meist zweiseitig orientiert.
In verschiedenen Umbauphasen wurde auf der Nordostseite im Untergeschoss ein zusätzlicher Eingang erstellt und auf der Nordwestseite ein Anbau für ein neues Treppenhaus mit WC-Anlagen hinzugefügt. Dieser mehrgeschossige Anbau wirkt fremd, schwächt den Baukörper des Schulhauses und nimmt keine Rücksicht auf das ursprüngliche Dachgesimse. Im Innern wirkt die nachträglich eingebaute Treppenanlage unübersichtlich und in seiner Ausgestaltung untypisch. Im Zusammenhang mit den ausgeführten Umbauarbeiten wurden Bauteile wie die Fenster oder alte gestemmte Täfer, wie sie teilweise noch in wenigen Räumen und bei den Zimmertüren vorhanden sind, verändert oder ersetzt. Der Pausenplatz wurde abgesenkt, weshalb der Zugang zu den Räumen im Untergeschoss durch einen zweiseitig begehbaren Treppenaufgang ergänzt wurde.
Mehrzweckhallengebäude
Das 1972 erbaute Mehrzweckhallengebäude ist niedriger als das Schulhaus und ordnet sich dem Schulhaus und der Kirche unter. Die plastische Gestaltung der auch im Dach voneinander abgesetzten Gebäudeteile gliedert den Baukörper. Die Aussenwände sind auf der Südseite skelettartig aufgebaut. Dazwischen wurden Betonelemente eingefügt. Ein wichtiges architektonisches Gestaltungselement des typischen 70er Jahre Gebäudes bildet das auskragende Eternitdach mit dickem Trauf- und Ortabschluss. Die grosszügigen Fenster mit feinen Unterteilungen in der Mehrzweckhalle schaffen vor der beeindruckenden Bergkulisse ein faszinierendes Raumerlebnis. Ein eigentlicher Zwischentrakt stellt die Verbindung von der Mehrzweckhalle zum Schulhaus her. Dieser Bauteil wirkt eingequetscht und schwächt die markante Erscheinung des Schulhauses.
1. Preis 2010
Zusammenarbeit mit Plácido Pérez Bauingenieure Bonaduz