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Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts
Bei der Untersuchung wird das Augenmerk auf den Produktionsprozess vormoderner Bücher in seiner Gesamtheit gerichtet. Die historischen Lebenssituationen, kulturellen Vorstellungen und literarischen Diskurse, an denen die Produzenten teilhaben, beeinflussen diesen Prozess in hohem Mass. Bei seiner Rezeption wirkt das Buch in seiner historisch einmaligen Gestalt wiederum auf seine Umgebung zurück und schafft Anschlussstellen für die individuelle, kollektive und institutionelle Identitätsbildung wechselnder Rezipienten.Aufgrund der situativen Bedingtheit der vormodernen Buchproduktion sind moderne Konzepte von Autorschaft und Textherstellung für deren Analyse ungeeignet. In fünf Fallbeispielen, die eine breite historische Zeitspanne vom 14. bis zum Beginn des 17. Jh.s abdecken, werden daher neue Konzepte erprobt, die es erlauben, den Produktionsprozess vormoderner Bücher historisch angemessen zu beschreiben. In allen Fällen sind zugleich editorische Neuerschliessungen geplant.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Die Materialitätsforschung der letzten Jahre hat den Blick vermehrt auf die Bedeutung des Buches als Objekt gelenkt. Durch gross angelegte Digitalisierungsprojekte sind zudem immer mehr mittelalterliche Handschriften und frühe Drucke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Um diese Zeugnisse besser verstehen zu können, hat sich das Projekt die Erforschung der historischen und situativen Bedingungen der vormodernen Buchproduktion zum Ziel gesetzt.