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8 Jahre nach dem Tsunami: Eine rote Linie gegen das Vergessen
Acht Jahre ist es her, als am 11. März 2011 ein gewaltiges Erdbeben vor der Nordostküste Japans einen verheerenden Tsunami auslöste. Es folgte der Unfall im AKW Fukushima 1. Inzwischen haben viele Japaner, die nicht direkt von der Katastrophe betroffen waren, jenen verheerenden Tag vergessen, oder ganz einfach aus ihrem Alltag verdrängt.
Genau an diesem Punkt setzt Yahoo Japan alljährlich an, indem es den 11. März 2011 zurück in den Alltag bringt. Zum Gedenken an die Katastrophe hat der Internetkonzern an der Fassade eines Hochhauses beim berühmtem Scramble Crossing im Tokioter Viertel Shibuya (Asienspiegel berichtete) ein riesiges Plakat angebracht. Es ist eine eindringliche Botschaft gegen das Vergessen. Eine dicke rote Linie mit den Worten «Genau auf dieser Höhe» markiert dabei die Höhe von 16,7 Metern über dem Boden. Denn so hoch war die Welle, als sie am 11. März 2011 auf die Stadt Ofunato in der Präfektur Iwate aufschlug. «Exakt auf dieser Höhe wäre der Tsunami gewesen, hätte sich die Naturkatastrophe in Shibuya ereignet», heisst es auf dem Plakat.
Schon vor zwei Jahren liess Yahoo Japan am ehemaligen Sony-Hochhaus im Tokioter Viertel Ginza ein ähnliches Plakat mit einer dicken roten Linie auf der Höhe von 16,7 Metern anbringen (Asienspiegel berichtete). Im vergangenen Jahr publizierte das Unternehmen zudem einen berührenden Kurzfilm über den 11. März 2011 (Asienspiegel berichtete).
Der Tag, der alles veränderte
Die Aufräum- und Rückbauarbeiten im zerstören Atomkraftwerk werden das Land noch über Jahrzehnte hinaus beschäftigen. Noch bleiben viele Probleme ungelöst. Vergessen geht in der globalen Berichterstattung zu oft das Schicksal der Einwohner von Fukushima, Miyagi und Iwate. In diesen drei Präfekturen hinterliess der Tsunami die grössten Schäden. Zwar wurden in den letzten Jahren viel Wiederaufbauarbeit geleistet, Wohnquartiere höher gelegt, Tausende neue Häuser gebaut und Schutzmauern an den Küsten errichtet. Doch doch bis heute ist die Katastrophe für viele Menschen nicht überwunden, wie alleine die aktuellen Zahlen der Wiederaufbaubehörde zeigen:
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Insgesamt 22’131 Menschen starben beim Tsunami oder an dessen Folgen. 15’897 starben sofort, 2533 gelten bis heute offiziell als vermisst. 3701 Todesfälle stehen in Zusammenhang mit der Tsunami-Katastrophe.
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Kurz nach der Katastrophe wurden 470’000 Menschen evakuiert. Heute gelten offiziell noch knapp 52’000 als Evakuierte. 3100 davon leben noch immer in provisorischen Fertigbauten. Der Rest lebt aufs ganze Land verteilt in Mietwohnungen oder in Häusern von Verwandten oder Freunden. Sie alle haben noch keine permanente Lösung gefunden.
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In den vergangenen acht Jahren ist die Einwohnerzahl der Präfekturen Fukushimya, Miyagi und Iwate um 300’000 zurückgegangen.
- In mittlerweile 10 Gemeinden rund um das havarierte Atomkraftwerk wurde die Evakuierung teilweise aufgehoben. In einem kleinen Gebiet von Okuma, wo das AKW steht, will man sogar ab April die Rückkehr ermöglichen. Tatsache bleibt jedoch, dass im Grossteil der Dörfer Okuma, Futaba und Namie die Sperrzonen noch über mindestens zwei Jahrzehnte hinaus bestehen bleiben werden (Asienspiegel berichtete).
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