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Ausbildung und beruflicher Lebensweg
Peter Gauch (geboren 1939 in Luzern) besuchte die Primarschule in Luzern, dann das Gymnasium des Benediktinerklosters in Engelberg, wo er acht Jahre lang als Internatsschüler des Klosters lebte. Nach seiner Matura (1960) studierte er in Freiburg (Schweiz) die Rechte. Auf den Erwerb des juristischen Lizenziates (1964) folgten ein Anwaltspraktikum und (1965) die Erwerbung des Luzerner Anwalts- und Notariatspatentes. Darauf promovierte und habilitierte Peter Gauch bei Prof. Dr. iur. Dr. h.c. Peter Jäggi in Freiburg, dem er zwischendurch ein Jahr lang assistierte. 1968 erhielt er in Freiburg den Doktortitel und 1973 den Titel eines Privatdozenten. In seiner Doktorarbeit ging es um das «System der Beendigung von Dauerverträgen», in der Habilitationsschrift um die «Zweigbetriebe».
Nach kurzer Tätigkeit in der Rechtsabteilung des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) wurde Peter Gauch im Jahre 1973 als Ordinarius an die Freiburger Rechtsfakultät in der Schweiz berufen. Zunächst war er in Freiburg/Fribourg Professor für Straf-, Prozess- und Zwangsvollstreckungsrecht. Ab 1975 war er dann Professor für Zivil- und Handelsrecht (Lehrgebiete: Vertrags-, Handels-, Haftpflicht- und Versicherungsrecht). Im Jahre 2006 übernahm er ein Ordinariat für Allgemeine Rechtsgrundlagen und Privatrecht, während sein Lehrstuhl für Zivil- und Handelsrecht auf seinen Nachfolger Prof. Dr. iur. MCL Hubert Stöckli überging. Im Sommer 2008 liess sich Peter Gauch in Freiburg emeritieren, behielt aber für das akademische Jahr 2008/2009 noch einen Lehrauftrag für die Allgemeine Einführung. Von 2001 bis 2014 war er auch ständiger Gastprofessor an der damals noch jungen Rechtsfakultät der Universität Luzern, bei deren Vorbereitung er im Einverständnis mit der Freiburger Erziehungsdirektion mitgewirkt hatte.
Im Laufe seiner Lehrtätigkeit folgte Peter Gauch auch der Einladung an die Law School von Tuscaloosa in Alabama (1989) sowie an die Law School von Berkeley USA (1987), wo er je ein mehrwöchiges Lehrpensum zum vergleichenden Vertragsrecht erfüllte. Zu seinem Tätigkeitsbereich zählten und zählen im Übrigen zahlreiche Veröffentlichungen, Kurse, Tagungen, Vorträge, Schiedsgerichte und Vermittlungen. Die von ihm verfassten Schriften betreffen im Wesentlichen das schweizerische Schuldrecht. Seit 1985 ist Peter Gauch Herausgeber oder Mitherausgeber der ZGB/OR Textausgabe im Schulthess-Verlag (Zürich). Von 1982 bis Ende 2019 war er Herausgeber der AISUF-Reihe («Arbeiten aus dem iuristischen Seminar der Universität Freiburg»). Von 1975 bis 2008 hat er den Zürcher Kommentar zum Schweizerischen Zivilrecht herausgegeben oder mitherausgegeben. Bei alledem blieben ihm aber der Unterricht der Studierenden und die Betreuung der Doktorierenden ein stets zentrales Anliegen.
Seit seiner spätjugendlichen (freilich nur kurzen) Tätigkeit beim SIA hat sich Peter Gauch häufig auch mit baurechtlichen Fragen beschäftigt und dies sowohl wissenschaftlich als auch anderweitig getan. Unterstützt von seinem engen Kollegen Prof. Dr. iur. Dr. h.c. Pierre Tercier, hat er das Freiburger Seminar für Baurecht, die Zeitschrift für Baurecht und die Stiftung für Schweizerisches Baurecht gegründet, die Schweizerische Baurechtstagung ins Leben gerufen und sich als Gründungsmitglied und zeitweiser Präsident an der Schweizerischen Vereinigung für das öffentliche Beschaffungswesen beteiligt. Nachdem das von ihm geleitete Baurechtsseminar nach über zwanzig Jahren zum Institut für Schweizerisches und Internationales Baurecht mutierte, amtete er von 1997 bis 2011 als Präsident des Institutsrates. Im Jahre 1990 präsidierte er die Europäische Gesellschaft für Baurecht. Einen wichtigen Kontakt zur realen Baupraxis verdankte er dem ingeniösen Tunnelbauer Duri Prader (dipl. Ing. ETH und Dr. iur. h.c.), mit dem er über viele Jahre hinweg und bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden war.
Im Jahre 2003 erhielt Peter Gauch den Ehrendoktor der Universität Luzern und im Jahre 2018 den Ehrendoktor der Universität Bern. 2009 wurde er als erster Jurist in der Geschichte des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) zum Ehrenmitglied des seit 1837 bestehenden SIA ernannt. Zu seinem 50. Geburtstag 1989 erschien im Zürcher Schulthess-Verlag die Festgabe «In Sachen Baurecht»; und zu seinem 65. Geburtstag (2004) erschien die Festschrift «Gauchs Welt». Im Jahre 2015 wurde ihm als «Hommage» der 100. Band der «Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft» mit verschiedenen Aufsätzen der dortigen Kollegen und Kolleginnen gewidmet.
Mehrere Berufungen an andere Universitäten der Schweiz hat Peter Gauch dankbar abgelehnt, um in Freiburg zu bleiben, deren Rechtsfakultät ihn schon sehr früh berufen und deren Universität ihn mit vielen Freiheiten ausgestattet hatte.