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Am Montagmorgen fuhren wir als erstes zum Benmore Dam, der sich in der Nähe von Otematata gebaut wurde. Dieser Staudamm, der den Waitaki River staut, ist wahnsinnig in seinen Ausmassen. Fabi und Nicole spazierten zu Fuss darüber und dachten schon, der Damm wolle nicht mehr enden. Dieser Staudamm gehört übrigens zu einem Projekt, das im Ganzen zwölf Dämme beinhaltet, die zwischen 1925 und 1981 gebaut wurden, und alle den Waitaki stauen. Die Gebäude des Holiday Parks in Otematata sind eigentlich die Baracken für die Arbeiter des Baus des Benmore Dams. Ausser dem Benmore Dam sahen wir noch zwei weitere Dämme, die aber beide nicht ganz so spektakulär waren. Beim Aviemore Dam trafen wir auf drei Ungaren, die ihr Auto nicht mehr anlassen konnten. Das Überbrücken mit Lutz half allerdings auch nichts, sie schienen ein grösseres Problem zu haben. Weil wir leider nicht helfen konnten, fuhren wir dann weiter Richtung Osten ans Meer, wo wir dann nach Süden abbogen. In Oamaru fuhren wir ein bisschen durch das schöne Städtlein, in der die meisten Gebäude aus dem recht bekannten Oamaru Kalkstein gebaut wurden. Wir fuhren dann auf einen Aussichtspunkt hoch, von dem wir die Stadt noch von oben sehen konnten, bevor wir dann weiter bis nach Moeraki fuhren. Dort schauten wir uns die beeindruckenden Moeraki Boulders an. Auch fanden wir noch einige interessante Steine, die sich etwas südlich der bekannten Moeraki Boulders befinden. Diese Steine sind auch rund, aber sie sehen aus, wie wenn ein Deckel abgenommen worden wäre, denn der oberste Teil fehlt und man sieht einfach die kreisrunden Wände der hohlen Steine. Eigentlich wären wir gerne noch etwas am Strand geblieben, aber es war ziemlich kalt, so dass wir zum Holiday Park in der Ortschaft Moeraki fuhren. Übrigens wollten wir am Strand noch unseren Bumerang ausprobieren, den wir im Harcourts Park in Upper Hutt bei Wellington gefunden hatten, aber keiner von uns schaffte es, dass der Bumerang wieder zurück gekommen wäre. Wi nehmen an, dass der Souvenir-Bumerang wohl eher als Zierde fürs Cheminé konzipiert ist, als für die Känguruhjagd… In Moeraki mieteten wir uns dann eine Cabin und erhielten eine sehr geräumige Cabin mit Küche und einem separaten Schlafzimmer. Vom Esstisch her sah man direkt auf den Hafen und das Meer hinunter! Etwa um 18 Uhr fuhren wir dann zu einem Leuchtturm, der sich am anderen Ende der Moeraki Halbinsel befindet. Dort kann man vor allem Gelbaugenpinguine, Seehunde und mit etwas Glück auch Blaupinguine beobachten. Wir setzten uns also in die kleine Beobachtungshütte, in der sogar Ferngläser zur Verfügung gestellt werden, und warteten. Wir mussten ziemlich lange warten, bis sich einmal ein Gelbaugenpinguin blicken liess. Bis dahin beobachteten wir, wie die Seehunde faul am Strand herumlagen, und wir schmökerten im Gästebuch und stellten fest, dass am selben Tag Michi Egli dort gewesen war, die Tessinerin, die wir bei Dave und Yvonne kennengelernt hatten. So ein Zufall, und schade, dass wir sie verpasst hatten… Nachdem wir dann etwa drei Pinguine von diesem Hüttchen her beobachtet hatten, erkundigte Didi ein bisschen die Gegend und stellte fest, dass man an einer anderen Stelle viel näher an die Pinguine ran kam. So folgte ihm Nicole und auch Fabi kam etwas später dorthin. Dort sahen wir auch junge Gelbaugenpinguine, aber leider war kein einziger Blaupinguin zu sehen, und wir hätten so gerne einen gesehen, da wir Gelbaugenpinguine schon in Dunedin gesehen hatten. Von Mitpinguinenbeobachtern erhielten wir dann noch den Tip, noch ganz ans Ende der Halbinsel zu spazieren, dort käme man noch näher an Seehunde und Gelbaugenpinguine ran. Es war zwar schon recht dunkel, aber trotzdem folgten wir dem Tip. Zuerst stolperten wir fast über einen Seehund, der es sich mitten in unserem Weg gemütlich gemacht hatte. Nicole fotografierte ihn mit Blitzlicht, was ihn nicht sonderlich zu stören schien, aber als sie sich noch weiter nähern wollte, erschrak sie ziemlich, als der sonst so schnüsige Seehund plötzlich die Zähne fletschte und nicht mehr ganz so gemütlich aussah. Wir liessen ihn dann lieber ungestört und gingen weiter. Kurz darauf meinte Nicole plötzlich, einen Blaupinguin unter einem Stein verschwinden gesehen zu haben. Weil Fabi und Didi in dem Moment aber gerade auf die andere Seite schauten, hatte sie leider keine Zeugen… Weil es nun doch schon sehr dunkel war, machten wir uns wieder auf den Rückweg und kamen noch bei einigen Gelbaugenpinguinen recht nahe vorbei. Im Ganzen sahen wir wohl etwa 15 Erwachsene und 4 Junge, und dieser Abend gehört sicher zu den Highlights unserer Reise. Das Beste daran: Alles gratis ;-)! Zurück auf dem Campingplatz kochten wir uns endlich noch etwas zum Abendessen, denn die tolle Pinguinenbeobachterei hatte uns ziemlich hungrig gemacht.
Da der Holiday Park in Moeraki von einer aus der Schweiz ausgewanderten Familie geführt wurde, konnte man am Morgen frische Brötli und Gipfeli kaufen, und so kamen wir am Dienstagmorgen wieder einmal in den Genuss von "richtigem" Brot. Nach diesem super Start in den neuen Tag fuhren wir weiter nach Dunedin. Zuerst kamen wir allerdings nicht ganz so weit: vor Dunedin wurde es richtig hügelig, was Lutz' Kühlungssystem nicht ganz so gefiehl, und wir mussten auf einem Hügel in der Nähe von Pigeon Flat einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. Dort warteten wir, bis Lutz kalt genug war, und wir Kühlwasser nachschütten konnten. Von dort war es dann nicht mehr so weit bis nach Dunedin. Wir fuhren zuerst zur Baldwin Street, laut Guinnessbuch die steilste Wohnstrasse der Welt. Wir zogen es auch diesmal vor, die Strasse zu Fuss zu erkunden, da es uns immer noch etwas gewagt erschien, mit Lutz hinaufzufahren (obwohl er das vermutlich ohne Probleme geschafft hätte). Von dort fuhren wir dann gleich zum Campingplatz um einzuchecken, und wir beschlossen, Dunedin selber erst am nächsten Tag zu erkunden und am Nachmittag auf die Otago Halbinsel hinauszufahren. Ohne Mittagessen im Bauch kam uns dann die ziemlich kurvenreiche Fahrt zu der Albatrosskolonie am äussersten Ende der Halbinsel aber recht lange vor. Leider mussten wir dann feststellen, dass die Albatrosse an diesem Tag nicht flogen, und eine Tour war uns zu teuer, so gingen wir einfach ins Café im Informationszentrum. Während dem Mittagessen dort wurden wir von einer Möwe unterhalten, die sich an Pommes Frites zu schaffen machte, die auf dem Nebentisch von einem Gast nicht gegessen wurden. Zu unserem Erstaunen verschlang die Möwe selbst die grössten Pommes Frites an einem Stück und mit einem unglaublichen Tempo! Nach dem Essen schauten wir uns dann noch die Klippen bei der Albatrosskolonie an, wo es einige Vögel zu sehen gab, bevor wir dann über die sehr schöne Highcliff Road wieder zurück nach Dunedin fuhren. Am Abend erholten wir uns dann im Pool des Campingplatzes, wo es übrigens eine so starke Düse hatte, dass man immer Gegenstrom schwimmen konnte und nie am Beckenrand ankam, wenn man die richtige Geschwindigkeit schwam. Übrigens erhielten wir am Abend dann noch Besuch von einer jungen, getigerten Katze. Solange sie nur in unserem Vorzelt war, fanden wir es noch lustig, als sie dann aber auch noch in den Schlafteil unseres Zeltes wollte, fand das vor allem Nicole nicht mehr so witzig, da wir ja nicht einmal wussten, ob die Katze zum Beispiel allenfalls Flöhe hatte.
Am Mittwoch machten wir uns auf, um Dunedin zu erkunden. In Fabis Reiseführer wurde ein Spaziergang beschrieben, und dem wollten wir folgen. Als erstes schauten wir uns deshalb das schöne Bahnhofsgebäude mit Mosaik in der Schalterhalle an, bevor wir dann zur presbyterianischen First Church, der ältesten Kirche Dunedins spazierten, die sowohl aussen wie auch innen einen Besuch wert war. Der Spaziergang führte uns dann quer durch die Innenstadt, wo wir allerlei interessante Läden fanden, zu der sehr guten Universitätsbuchhandlung und zum Otago Museum. Die Ausstellung im Otago Museum war wirklich gut. Besonders gut gefiel uns die Ausstellung der ausgestopften einheimischen Tiere und aufgespiessten Insekten, die alle in einem ihrem natürlichen Lebensraum nachgebauten Schaukasten ausgestellt waren. Neben den permanenten Ausstellungen, die alle umsonst waren, besuchten wir noch eine Ausstellung über Menschenopfer der Südamerikanischen Moche-Indianer. Allerdings fanden wir, dass die Ausstellung viel Sensationsberichterstattung und nicht allzu viel wissenschaftliches ezu bieten hatte. Wir vermuteten, dass die Ausstellung aus Amerika stammte, denn sie erschien uns extrem amerikanisch und auch der Film zur Ausstellung war eine amerikanische Produktion. Trotzdem erfuhren wir einiges Neues über diese für uns unbekannten Indianer und sahen einige interessante Ausstellungsgegenstände. Nach dem Besuch dieser Ausstellung besuchten wir noch den Discovery-Teil des Museums, in dem man verschiedene Experimente ausprobieren konnte, und in dem es einige Terrarien mit Taranteln zu sehen gab, die jedoch eher langweilig waren. Auch vom Rest dieser Ausstellung waren wir eher enttäuscht, denn vieles funktionierte nicht. Das Highlight waren wohl einige überdimensionale Klaviertasten am Boden, auf denen man mit den Füssen spielen konnte wie Tom Hanks im Film Big. Nach dem Museumsbesuch waren wir ziemlich müde und am Abend erholten wir uns im Sprudelbad des Campingplatzes.
Am Donnerstagmorgen gingen wir in Dunedin noch schnell in ein Internet Café, bevor wir die doch eher langweilige Strecke nach Te Anau zurücklegten. Dort hatten wir uns im selben Holiday Park auf dem wir schon mit unseren Eltern gewesen waren eine Cabin gemietet. Weil es nun immer recht kalt war während der Nacht, beschlossen wir nicht mehr zu zelten und von nun an immer eine Cabin zu reservieren. Eigentlich wollten wir ja nicht mehr auf den selben Campingplatz in Te Anau, weil die Besitzer das letzte Mal eher unfreundlich waren, aber leider war in den anderen Campingplätzen von Te Anau schon alles ausgebucht. Am Anfang erschienen uns die Besitzer auch dieses Mal wieder recht komisch, als wir dann aber am Abend feststellten, dass die Glühbirne in unserer Cabin kaputt war, war es der Frau des Campingplatzes nirgends recht, dass Nicole im dunkeln mit Taschenlampe lesen musste, während Fabi und Didi auf einem Spaziergang waren, und sie entschuldigte sich mehrmals.