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Dieter Lamping, der schon mit Anfang dreissig Professor wurde, umreisst sein wissenschaft-liches Credo folgendermassen: „Literaturwis-senschaftliche Forschung konnte es sich eigent-lich noch nie erlauben an sprachlichen, kultu-rellen, politischen oder medialen Grenzen an-zuhalten und sich damit selbst zu beschneiden. Die Autoren der jeweiligen Texte tun dies näm-lich ebenfalls nicht. Das Fach der Komparatistik trägt diesem Umstand Rechnung, indem es er-laubt, die vielschichtigen Verflechtungen, Ein-flüsse und Bezugnahmen sichtbar zu machen und zu analysieren.“ Seit 1993 ist er Inhaber des dank einer Initiative der französischen Mili-tärregierung ersten Lehrstuhls für Allge-meine und Vergleichende Literaturwissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Lamping hat wesentlich zur Ausstrahlung des Fachs Kom-paratistik beigetragen. Zu nennen sind u.a. seine Bücher zum Konzept der Weltlitera-tur seit Goethe (2010), zur Lyrik und Lyrik-Theorie (Handbuch Lyrik, 2. Aufl. 2016), zum jüdischen
Diskurs in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts (1998) und zur Dichtung über die Shoah (vgl. seine 1993 publizierte Anthologie und den 2003 erschienenen Sam-melband Identität und Gedächtnis in der jüdi-schen Literatur nach 1945). Ihm verdanken wir zahlreiche Editionen (Kafka, Rilke, Hof-mannsthal, Andersch) und Arbeiten zur Übersetzungstheorie.
In Zusammenarbeit mit dem Département de langue et de littérature allemandes der Unversität Genf