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Geschichte
Der Frauenverein Saanen wurde am 24. Oktober 1917 auf Initiative durch Frau Pfarrer Maria Lauterburg gegründet. Der Mitgliederbeitrag wurde auf CHF 2.00 und einem Ei festgesetzt. Dies aus dem Gedanken, dass ein Ei für die Frauen keine grosse Belastung ist und sogleich der Eierbedarf für die geplanten Kochkurse gedeckt werden kann.
Die Grundidee des Frauenvereins war resp. ist es immer noch, dass dieser sich gemeinnützig im Sozialen sowie im Bildungswesen stark macht. Schon kurz nach der Gründung wurden mit finanzieller Hilfe der Gemeinde Saanen, hauswirtschaftliche Fortbildungskurse sowie eine Kochschule für Mädchen ins Leben gerufen.
1921 wurden erstmals Erziehungsvorträge für junge Eltern durchgeführt.
Aufgrund der Weltwirtschaftskrise in den 20-er und 30-er Jahren wurde im Jahre 1928 die Hausweberei Saanen vom Frauenverein gegründet.
Die Idee von Frau Lauterburg und deren Mitinitiantinnen war, dass die Frauen im Saanenland neben dem Führen des Haushaltes und der Kinderbetreuung zusätzlich einem Nebenverdienst nachgehen konnten. Das Startkapital der Hausweberei stellte der Frauenverein zur Verfügung und für die Leitung waren Frau Pfarrer Lauterburg und ihre Helferinnen unentgeltlich besorgt. Später wurde eine Webkommission mit eigenen Statuten gegründet und somit vom Frauenverein abgetrennt. Seit 1931 befindet sich die Hausweberei resp. das heutige Heimatwerk mitten im Dorf Saanen in einem wunder-schönen alten Haus. Bis 1941 hielt die Präsidentin des Frauenvereins die Verantwortung des Betriebes und kümmerte sich um die Angestellten.
Am 7. September 1934 eröffnete der Frauenverein im «Wäschhüsi» beim Pfarrhaus die erste Brockenstube. 1940 wurden während des ganzen Jahres total CHF 460.00 eingenommen. Während der Kriegsjahre konnten Kleider in der Brocki nur mit Textil Coupons gekauft werden, oder es waren teilweise gar keine Kleider zum Verkauf vorhanden. 1941 fand lediglich ein einziger Verkauf statt und es wurden CHF 120.00 eingenommen. Es wurde nur gegen Barzahlung verkauft und es durfte nicht über den Preis verhandelt (gmärtet) werden. 1961 zog die Brocki in die Schulküche des alten Saanen Schulhauses um und die Räumlichkeiten konnten dort 42 Jahre lang benutzt werden. Das alte Schulhaus wurde verkauft und somit musste die Brocki erneut umziehen. Eine Remise an der Almistrasse konnte 2003 bezogen werden und wurde die neue Räumlichkeit für die Brockenstube. Bis heute stellt die Brockenstube eine der besten Einnahmequellen des Vereins dar.
Die Aufgaben des Frauenvereins wandeln sich mit der Zeit. So wurden während des zweiten Weltkrieges fleissig warme Socken für die Wehrmänner gestrickt. Heute betreuen wir u.a. die Ressorts Mittagstisch für Senioren, Jugend-Mittagstisch im Oberstufen-zentrum, Spaziergänge und Zvieri mit den Bewohnenden der Altersheime, Marktstände, attraktives Kursprogramm während dem Jahr, Rechtsberatung, «Madame Frigo»-Kühlschränke gegen Lebensmittel-Verschwendung, Kerzenziehen u.s.w.
Stets geschätzt werden die persönlichen Besuche durch Vorstandsmitglieder bei Geburts-tagsjubilaren (80-jährig, 85-jährig und alle ab 90-jährig).
Jedes Jahr werden durch zahlreiche Spenden verschiedenste Organisationen, Vereine, div. Anlässe, die Jugend, Familien resp. Personen in Not aus dem Saanenland und weitere gemeinnützige Projekte unterstützt.
Der Frauenverein Saanen mit rund 900 Mitgliedern ist einer der grössten Frauenvereine der Schweiz. 20 Vorstandsfrauen sowie einige Mitglieder helfen aktiv am Geschehen des Vereins mit.