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Klimakrise – Tod auf Ansage
Politiker, Ökonomen und sogar einige Naturwissenschaftler gehen tendenziell davon aus, dass Points of no Return bei wichtigen Systemen und Prozessen im Erdsystem gibt, die, wenn über- oder unterschritten, ungünstige bis sehr gefährliche Folgen für den ganzen Planeten haben werden. Beispiele: Der Verlust des Amazonas-Regenwaldes oder des westantarktischen Eisschildes, der Methangsaustritt aus der auftauenden Tundra, die zunehmende Erwärmung der Ozeane mit der Folge von immer mehr heftigen Hurrikans; dazu gehört auch die Erderwärmungszunahme seit der vorindustriellen Zeit.
Selbst wenn die derzeitigen nationalen Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen umgesetzt werden – und das ist ein grosses “Wenn” –, werden sie wahrscheinlich die globale Erwärmung nicht unter +3 °C halten können. Dies trotz des gut gemeinten Ziels der Pariser Vereinbarung von 2015, die Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen.
Trotz aller sichtbaren Vorboten und deutlichen Warnungen von Spezialisten, trotz aller wissenschaftlichen Studien und klaren Statements der grossen Mehrheit der Länder der Welt, gibt es immer noch die Klimaschock-Naive, die behaupten, das Phänomen der Klimaerwärmung gebe es nicht und schon gar nicht sei es menschgemacht und die beobachtbaren Ereignisse, die der Wissenschaft als Grundlage für ihre Aussagen dienen, seinen manipuliert, von Grünen und Linken, den üblichen Weltverbesserern und Wirtschaftsgegnern.
Und dies obschon sich die Hinweise häufen, dass eine ganze Reihe von Systemen und Prozessen (Kippelemente) wahrscheinlicher und schneller «kippen» könnten – und danach nicht mehr umkehrbar sind –, als bisher angenommen und dass sie grosse Auswirkungen haben werden.
Genaueres Hinschauen zeigt zudem, dass daraus resultierende Ereignisse wie der Meeresspiegelanstieg, die Zunahme von Megastürmen und Überschwemmungen, Starkregen und Waldbrände, über verschiedene biophysikalische Systeme hinweg miteinander verbunden sind und sich gegenseitig hochschaukeln oder sogar erst auslösen, wie bei fallenden Dominosteinen, wenn man den ersten umstösst.
Seit 1970 hat es rund 11 000 klima- oder wetterbedingte Naturkatastrophen gegeben. Dazu gehören Stürme, Dürren, Überschwemmungen, extreme Temperaturen, Erdrutsche und Waldbrände. Die Zahl ist seit den 70er Jahren fast auf das Fünffache gestiegen, mit steigende Tendenz. 80 bis 90 Prozent aller Katastrophen sind auf Wetter- und Klimaeinflüsse zurückzuführen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf geschätzte 3,6 Billionen US-Dollar. – 2018 waren 108 Millionen Menschen nach Katastrophen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Experten fürchten, dass diese Zahl bis 2030 um 50 Prozent wachsen könnte.
Solche Kippelemente kennen wir nicht nur bei physikalischen und biologischen Systemen. Es gibt sie auch – mit entsprechenden «Points of no Return» – in soziologischen Zusammenhängen, bei zwischenmenschlichen oder geschäftlichen Beziehungen und sogar beim Kochen, wenn eine Speise überhitzt oder zu wenig bzw. zu viel gewürzt wird…
Anton Wagner
Herausgeber protect-it
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