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Herkunft und Geschichtliches
Wenn man den Namen Australian Shepherd hört, liegt die Vermutung nahe, dass die Rasse aus Australien stammt. Entgegen seinem Namen kommt der Australian Shepherd jedoch ursprünglich aus Nordamerika. Allerdings konnte der tatsächliche Ursprung der Rasse bisher nicht vollständig nachvollzogen werden, so dass nur Theorien über die Vorfahren des Australian Shepherds existieren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zogen viele Einwanderer aus Europa und Australien mit Vieh und Hütehunden in die Staaten. Auf den neuen amerikanischen Farmen wurden vielseitige und zuverlässige Hütehunde gebraucht. Die Farmer wollten einen Hund, der sowohl die Rinder in Schach hält als auch die Farm schützen konnte. Die geläufigste These besagt, dass baskische Schäfer die Hunde im 19. Jahrhundert – besonders zur Zeit des Goldrauschs um 1840 – von Australien in die USA mitbrachten. Die baskischen Einwanderer brachten sie als Hütehunde ihrer Merinoschafe mit, die in Nordamerika den Namen „Australian Sheep“ erhielten. Es entstand die Theorie, dass die Hunde daher „Australian Shepherds“ genannt wurden. 1957 eröffnete der Australian Shepherd Club of America (ASCA) das erste Zuchtbuch, jedoch erst 20 Jahre später wurde ein einheitlicher Standard für die Rasse aufgestellt. Erst im Jahr 1996, erkannte schliesslich auch die FCI (Fédération Cynologique Internationale) den Australian Shepherd als eigenständige Hunderasse an. In Europa findet man Australian Shepherds erst seit den 1970er Jahren, seitdem aber immer öfter.
Beschreibung
Seinen Ursprung als Hüte- und Treibhund erkennt man nicht nur an seinem ausgeprägten Arbeitswillen und seinem hohen Bewegungsdrang, sondern auch an seinem kräftigen und muskulösen, aber sehr beweglichen und geschmeidigen Körper. Mit einer Widerristhöhe von 51 bis 58 cm bei Rüden und 46 bis 53 cm bei Hündinnen sowie einem Gewicht von maximal 22 kg ist der Australian Shepherd ein mittelgrosser, aber dennoch recht leichter Hund. Er bewegt sich frei und mühelos und beweist bei vielen Hundesportarten grosses Geschick. Das Fell ist halblang, wetterbeständig und besitzt eine dichte Unterwolle, wobei das Deckhaar glatt bis leicht gewellt ist. Das Haar ist kurz und glatt am Kopf, an der Außenseite der Ohren, der Vorderseite der Vorderbeine und unterhalb der Sprunggelenke.
Die vier Grundfarben sind:
black (schwarz)
red (rot)
blue-merle (marmoriertes Schwarz mit grauer Grundfarbe)
red-merle (marmoriertes Rot/Braun mit hellroter/beiger Grundfarbe)
Jede dieser Grundfarben kann für sich alleine stehen oder mit weißen und/oder kupferfarbenen Abzeichen kombiniert werden. Somit ergeben sich 16 mögliche Farbvarianten – 4 Grundfarben mal 4 möglichen Abzeichenkombinationen (ohne/weiß/kupfer/kupfer und weiß).
Augen und Ohren sind bei allen Farben überwiegend von anderen Farben als weiss beherrscht. Ähnlich vielseitig wie das Fell präsentiert sich auch die Augenfarbe dieses ungewöhnlichen Rassehundes: So sind die Augenfarben blau, braun, bernsteinfarben (amber) sowie jede andere Variation oder Kombination dieser Farben, einschliesslich Flecken und Marmorierung, erlaubt. Die Kippohren sind dreieckig und an der Spitze leicht abgerundet.
Wesen
Da der Australian Shepherd für die Hütearbeit gezüchtet wurde, gehören Hunde dieser Rasse nur in die Hände von aktiven, sportlichen Besitzern, die die Hunde beschäftigen und auslasten können. Reines Konditionstraining wie stundenlanges Spazierengehen, neben dem Fahrrad herlaufen oder Bällchen holen, reichen dem anspruchsvollen Rassehund nicht aus. Der intelligente und lernfreudige Aussie verlangt Beschäftigungsangebote, die ihn sowohl körperlich als auch geistig fördern. Selbst Tiere aus einer „Familienhund-Zucht“, bei denen das Temperament etwas gedrosselt wurde, fordern immer noch jede Menge Beschäftigung und Action. Empfehlenswert ist die Teilnahme an verschiedenen Hundesportangeboten oder eine Ausbildung zum Rettungs-, Therapie- oder Blindenhund. Physisch und mental ausgelastete Hunde werden sich in jeden Fall besser in die Familie integrieren als unterforderte und gelangweilte Tiere, die schnell dazu neigen Unarten zu entwickeln.
Behörden und Rettungsdienste setzen die Rasse zur Fährtenarbeit und zum Aufspüren von Drogen ein. Bei artgerechter Auslastung sind Australian Shepherds auch als Familienhunde geeignet. Der Australian Shepherd ist in der Regel ein intelligenter und gelehriger Hund, der seinem Besitzer gefallen möchte (will to please).
Quelle: Zusammengestellt aus diversen Internetseiten