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Das Problem liegt bei Konzept der Netzwerke: Sie sind in "Zellen" organisiert, die jeweils von einer fixen Anzahl Antennen bedient werden. Drängen sich mehr User als geplant in einem Gebiet, kann es zu Überlastungen kommen. Die Leistung zu erhöhen, ist aber nicht einfach. Sind technologische Fortschritte einmal ausgereizt, kann man nur mehr Sendeanlagen installieren. Dies erfordert hohe Investitionen und wird auch mancherorten Widerstände in der Bevölkerung auslösen.
Wie 'pte' berichtet, arbeiten Forscher der Uni Darmstadt an einem Konzept, welches solche Überlastungen verhindern könnte. Das schöne an diesem speziellen Konzept: Theoretisch würde das Netz umso mehr Leistungsfähigkeit haben, je mehr User es hat. Die Idee hinter dem, was die Forscher "lokale, selbstorganisierende Ad-hoc-Netze" nennen, ist, dass jedes Endgerät zu einem Netzwerkknoten wird. Die Technologie hat damit Ähnlichkeiten mit Peer-to-Peer- und Grid-Technologien.
Dazu müssten die einzelnen Handys untereinander kommunizieren und Direktverbindungen zur Sprach- und Datenübertragung aufbauen können. Über Bluetooth, Infrarot oder in Zukunft WLAN ist das ja im Prinzip heute schon möglich. Zusätzlich müssen die Geräte aber über genügend "Netzwerkintelligenz" verfügen. Sie müssen sich in einem ad-hoc-Netzwerk anmelden können und eine gewisse Übersicht über die im Spontannetzwerk gerade vorhandenen Geräte behalten, um Verbindungen "routen" zu können.
Über die Knoten der Mobilnetzbetreiber würde dann nur noch der Verkehr laufen, der über die Grenzen eines zusammenhängenden ad-hoc-Netzwerkes hinweggeht. Die fixen Knoten würde einerseits dadurch entlastet, dass sie den grössten Teil des "Nahverkehrs" nicht mehr selbst bewältigen müssten. Andererseits könnte, wenn sich das ad-hoc-Netz über mehrere Zellen erstreckt, Verkehr von einem überlasteten Zellenknotenpunkt auf weniger belastete Zellen umgeleitet werden.
Schon heute werden solche Netzwerke für spezielle Aufgaben angewendet, zum Beispiel bei Militäreinsätzen und im Katastrophenschutz. Um sie für den Masseneinsatz tauglich zu machen, müssen aber noch einige Schwierigkeiten ausgebügelt werden. Zum Beispiel sind sie heute noch wenig zuverlässig, die Sicherheit lässt zu wünschen übrig und die Reichweite der Sender in den Endgeräten ist zu gering. (hjm)