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Das Schachspiel – für manche eine brennende Faszination, für andere nichts weiter als ein kariertes Brett mit Figuren, von denen sie nichts verstehen. Allerdings ist in jedem dieser Menschen der feste und gleichzeitig mehr als berechtigte Glauben verankert, dass das Schachspiel ein raffiniertes Gehirntraining für ausgeklügelte Köpfchen ist.
Schach – die Geschichte
Die Weizenkornlegende des indischen Königs Shihram ist auch eine beliebte Anekdote, die uns die Geschichte anschaulicher macht. Dieser König soll sein Reich mit Tyrannei, Not und Leid regiert haben, biss Sissa ibn Dahir auf eine geniale Idee kam. Er kreierte ein Spiel, in dem der König nicht ohne die Bauern voranschreiten konnte. Der König verstand die Botschaft und wollte Dahir belohnen. Dahir wollte eine exponentielle Menge an Weizenkörnern, die man natürlich nicht auffinden konnte. Somit hat er die Grundlagen des Schachs gelegt und den König belehrt.
Die Historie des Schachs spiegelt die ausgefeilte Spieltechnik wider. Ein so extrem detailliert durchdachtes Spiel kann seinen Ursprung nicht in einer Person, in einem Ort oder in einem bestimmten Zeitpunkt haben. Die verschiedenen Strategien, Spielregeln und Formen der Figuren weisen darauf hin, dass sich das Schachspiel über mehrere Jahrhunderte in verschiedenen Orten entwickelt hat. Die Elemente weisen diverse kulturelle und sprachliche Spuren auf, jedoch lassen sich einige Daten spekulieren.
Man schätzt auf ein Entstehungsjahr zwischen dem dritten und sechsten Jahrhundert in Persien, Indien und teilweise in China. Die hauptsächliche Verbreitung begann in Persien und durch das osmanische Reich, bevor die Byzantiner das Spiel im Westen vorstellten. Weil sich die Spielregeln im 15. Jahrhundert massgeblich verändert haben, redet man heute von einem “modernen Schach”, welches bis heute in Weltmeisterschaften gespielt und gepriesen wird.
64 Felder und 32 Figuren
Die Faszination dieses Brettspiels ist vielseitig und versetzt die Spieler in einen Bann. Das entsprechende Brett hat nur 64 Felder und 32 Figuren – hört sich zu Beginn an simpel an. Allerdings mündet die Kombination dieser Felder und Figuren in tatsächlich unendlichen Spielzügen. Es gibt keine Grenze von Partieverläufen und Strategien, sodass ein Spiel mehrere Stunden dauern kann und die kognitiven Strukturen an die Grenzen gehen lässt. Beim Schachspielen werden gleichzeitig beide Gehirnhälften angeregt, weil der Spieler sowohl seine eigenen Figuren, als auch die des Gegners durchdenken muss. Ausserdem lässt sich die Strategie immer weiterspinnen, bis sie für einen aussichtslos wird.
Die unausschöpfbaren Partien machen das Brettspiel komplex und regen die Spieler trotzdem meistens an, nur einige vertraute Spielzüge und Möglichkeiten anzuwenden. Somit entwickeln sie ein Gefühl für die Schwächen ihrer Strategie, können gegnerische Angriffe gezielter vorbeugen und durch vorausschauende Taktik sogar von ihnen profitieren. Wenn ein Spieler aus seiner gewohnten Strategie rausbricht, führt das zu Spannungen und es werden neue Optionen und Taktiken erlernt. Die Entwicklung des Spieles hängt als von Geschicktheit und logischem Denken ab, die den Spieler und die Mitverfolger fesselnd in den Bann ziehen.
Welche Voraussetzungen sollte man zum Schach spielen mitbringen?
Entsprechend dieser Komplexität ist das Erlernen von Schach zwar eine umfassende Thematik, jedoch sollte man sich nicht abschrecken lassen. Jeder Mensch kann noch in jedem Alter die Regeln erlernen, allerdings gilt es, einige Eigenschaften mitzubringen. Das Zusammenspiel und die Zusammenhänge zwischen den Figuren, den Feldern und der Regeln ist eine Thematik, die man mit Geduld erlernen und umfassend verstehen muss. Schach lernt man nicht durch das Erlesen von pauschalen Regeln, sondern indem man beharrlich Spielzüge praktiziert, wiederholt, durchdenkt, erprobt und erneut im Gedächtnis abspielt.
Ein weiteres Kriterium, welches man von ambitionierten Schachspielern erwarten kann, ist die Kunst, verlieren zu können. Wenn das Spiel wirklich aussichtslos ist, sollte man auch aufgeben und den Gewinner nicht unnötig auf die Folter spannen, nur um das Ergebnis rauszuzögern. Dieses Verständnis basiert auf der Fähigkeit, Niederlagen in einem fairen Rahmen als Chance nutzen zu können, sich zu verbessern.
Zusätzlich sollte ein ambitionierter Schachspieler einen neugierigen Geist aufweisen und aufbauende Erforschungen anstreben. Ein Spieler, der nur in der gleichen Taktik beharrt, wird niemals die Brillianz des Spieles erfassen können und somit schnell an Lust verlieren. Das Kennenlernen von neuen Strategien und deren Anwendung gegen verschiedene Spieler macht das geniale Schachspiel aus.
“Nur Nerds und Mathematiker spielen Schach” – dieses Vorurteil wird glücklicherweise immer mehr gebrochen. Die unsichtbaren Fesseln, die durch Voreingenommenheit auf das Schachspiel gelegt wurden, sind kurz davor aufzubrechen und für immer zu verschwinden. Die Abneigung, ohne auch nur sich einmal in das Gebiet reingelesen zu haben, beweisen nur die Unwissenheit der Menschen und die Abwertung von geistlich fördernden Aktivitäten.
Ein Spiel für Freaks und Nerds?
Schach ist nicht nur für mathematisch begabte, geschweige denn für übereifrige Freaks. Schach ist eine Aktivität, die zwei Menschen, die mit mehreren Jahrzehnten Abstand auf die Welt gekommen sind, in einem fairen Verhältnis das gleiche Spiel spielen lässt. Dieses Brettspiel lässt den Menschen im logischen Denken an seine Grenzen gehen und erweitert kognitive Strukturen. Ein übereifriges Verhalten ist also noch lange nicht genug um ein erfolgreicher Schachspieler zu werden, weil hier Geschicktheit, Brillanz und Fairness gefragt ist. Gleichzeitig reicht nur mathematisches oder logisches Denken nicht aus, weil in einem Schachspiel Empathie und das Weiterspinnen von mehreren Taktiken gleichzeitig unabdingbar ist. Diese Eigenschaften wünscht sich jeder Mensch und können in diesem Spiel geschult werden. Weil viele sich nicht an die Komplexität des Spieles trauen, trösten sie sich mit der Lüge, Schach sei kein Sport und ist nur für Freaks interessant.
Schach in der Schweiz
Noel Studer ist ein Schweizer Schachspieler, der mit seinen stolzen 25 Jahren seit 2017 Grossmeister ist. Er lernte, wie viele Spezialisten dieses Gebietes, die Schachregeln schon in frühem Kinderalster und ist der jüngste Grossmeister in der ganzen Schweizer Schachhistorie.
Natürlich sind auch starke Frauen in den Schachturnieren vertreten, wie beispielsweise Gundula Heinatz. Sie ist zwar deutsch Staatsbürgerin, sie lebt jedoch in der Schweiz und erhielt 1993 den Titel der internationalen Meisterin.
Fazit
Abschliessend kann man sagen, Schach ist ein Brettspiel, dass mehrere Generationen an einen Tisch bringt und vereint. Es fördert Gehirnstrukturen, Denkfähigkeit und Kreativität. Seit Jahrhunderten wurde es von verschiedenen Ländern und Kulturen weiterentwickelt und schützt seinen Status als internationales Brettspiel mit vielen Fans. Die Ablehnung, Schach als Sportart anzuerkennen nimmt ebenfalls immer mehr ab und hat sich sogar gewendet. Immer mehr wird die Öffentlichkeit auf das Spiel aufmerksam, nicht zuletzt durch Verfilmungen (z. B. “Das Damengambit” auf Nexflix) oder verschiedene Plattformen, die das Schachbrett den Menschen immer näher bringen.