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Der Bundesrat hat das Rüstungsprogramm 2008 (RP 08) verabschiedet. Es umfasst Verpflichtungskredite von 917 Millionen Franken für vier Vorhaben und liegt somit vom Umfang her auf einem vernünftigen Niveau. Das RP 08 steht im Einklang mit der Umsetzung des Entwicklungsschritts 2008/11 (ES 08/11). Am RP 08 ist die Schweizer Industrie mit 65 % beteiligt.
Wie bereits angekündigt, wird mit 404 Millionen Franken der Erhalt der Fähigkeiten der 33 F/A-18 sichergestellt. Dies umfasst Hard– und Softwareanpassungen an die neuste technologische Entwicklung. Darunter fallen:
- Ersetzen des heutigen taktischen Infrarotsensor durch die neuste Generation;
- neues, wesentlich leistungsgesteigertes Radarwarnsystem für die elektronische Kriegführung;
- Ersetzen der technisch veralteten Cockpit-Bildschirme;
- Anpassung des Freund-Feind-Erkennungssystems gemäss den Flugsicherheits-Vorschriften der zivilen Luftfahrtbehörde;
- Ersetzen des heutige GPS-Empfänger durch einen Empfänger der neuesten Generation, weil Ersatzteile nicht mehr beschafft werden können, und erhöhte Anforderungen (Präzision, Störresistenz) zu erfüllen sind;
- Ersetzen des Daten-/Bild-Aufzeichnungsgerät (Videoband) durch ein digitales Mehrkanal-Aufzeichnungssystem mit grossem Datenspeicher;
- Anpassung des Flugsymulators.
Die Anpassungen an den F/A-18 werden zwischen 2009-2015 durchgeführt. Aus finanziellen Gründen wird darauf verzichtet, den F/A-18 für Einsätze in den Bereichen Luft-Boden und Zielaufklärung auszurüsten.
Ein zweiter gewichtiger Posten im RP 08 ist die Beschaffung von 220 “Geschützte Mannschaftstransportfahrzeuge” (GMTF; DURO IIIP 6×6). Mit den Radschützenpanzern 93 kann die Infanterie nur einen Teil ihrer Bedürfnisse abdecken. Von den 20 Infanteriebataillonen könnten gegenwärtig nur maximal vier vollständig mit Radschützenpanzern 93 ausgerüstet werden (davon sind noch zusätzlich Fahrzeuge für Ausbildungszwecke abzuziehen). Das Gros der Infanterie wird gegenwärtig mit ungeschützten Fahrzeugen transportiert. Es wird somit ein zusätzliches Fahrzeug benötigt, das sowohl bei nichtmilitärischer als auch bei offener militärischer Gewaltanwendung Schutz, Mobilität und Führungsfähigkeit gewährleistet. Die beantragten 220 GMTF (davon 4 unbewaffnete Ambulanzfahrzeuge) entsprechen einem Minimum, das notwendig ist, um sechs Infanteriebataillone und zwei Infanterie-Bereitschaftskompanien teilweise auszurüsten, den allfälligen Bedarf von SWISSINT abzudecken sowie die Ausbildung in den Schulen sicherzustellen.
Das GMTF soll in erster Priorität im Rahmen der Raumsicherung und bei subsidiären Einsätzen wie beispielsweise bei Bewachungs- und Überwachungsaufgaben eingesetzt werden. Es eignet sich ebenfalls für besonders schutzbedürftige Transporte aller Art und für Einsätze von Verbänden im Rahmen der Friedensförderung. Das GMTF ergänzt die bereits im Einsatz stehenden Radschützenpanzer 93 und den Schützenpanzer 2000 und weist geringere Investitions- und tiefere Betriebskosten als diese auf:
Mit einer Nutzlast von max. 2,5 Tonnen kommt das GMTF auf ein Gesamtgewicht von 13,5 Tonnen. Im GMTF finden nebst Kommandant, Fahrer und Schütze auch 8 Soldaten Platz; Höchstgeschwindigkeit: 100km/h. Die Fahrzeuge werden im Zeitraum 2010-2012 an die Truppen abgegeben.
Der dritte Posten beinhaltet 12 ABC-Aufklärungsfahrzeug (ABC Aufkl Fz). Angepasst auf die moderne Bedrohungen, ist die Armee darauf angewiesen, A-, B- oder C-Gefahren ungeachtet der Herkunft frühzeitig erkennen zu können. Die Fahrzeuge unterstützen die Einsatzverbände sowie die zivilen Behörden bei der dynamischen Detektion von radioaktiven, biologischen oder chemischen Stoffen durch Echtzeitmessungen in einem kontaminierten Umfeld. Damit das ABC Aufkl Fz im gesamten Einsatzspektrum eingesetzt werden kann, verfügt es über einen ballistischen Schutz, einen Minenschutz sowie eine leichte Bewaffnung zum Selbstschutz. Diesbezügliche Schutzgrade sind durch das gewählte, bereits eingeführte Trägerfahrzeug PIRANHA IIIC 8×8, vorgegeben. Ausgeliefert wird das ABC-Aufklärungsfahrzeug 2010.
Last but not least werden mit dem RP 08 für 47 Millionen Franken 4 mobile, geschützte ABC-Nachweissysteme mit je 3 DURO IIIP für die ABC-Abwehr beschafft (total 12 Nachweisfahrzeuge für die ABC-Abwehr). Je ein A-, B- und C-Nachweisfahrzeug bilden zusammen ein mobiles ABC-Nachweissystem. Die Nachweisfahrzeuge für die ABC-Abwehr schliessen die Lücke zwischen den dynamischen Echtzeit-Messfähigkeiten des ABC-Aufklärungsfahrzeug und den analytischen Möglichkeiten des künftig noch einzigen, standortgebundenen ABC-Abwehr-Labors. Die Nachweisfahrzeuge operieren im Gegensatz zum ABC-Aufklärungsfahrzeug möglichst ausserhalb des kontaminierten Gebiets und bleiben, im Fall eines Raumsicherungseinsatzes oder bei der Abwehr eines militärischen Angriffs, ohne Gegnerkontakt. Damit sie in einem konventionellen Bedrohungsumfeld autonom eingesetzt werden können, verfügen die Fahrzeuge über einen ballistischen Schutz, einen Minenschutz sowie über eine leichte Bewaffnung zum Selbstschutz. Die Schutzgrade sind durch das Trägerfahrzeug DURO IIIP 6×6 bestimmt. Falls die Fahrzeuge trotzdem in kontaminierten Zonen eingesetzt werden müssen, führt die Besatzung die Messungen und Probenahmen ausserhalb der Fahrzeuge durch. Möglich wird das Aus- und Einsteigen durch ein neu konzipiertes Schleusensystem an den Fahrzeugen. Die Beschaffung der Fahrzeuge sollte bis 2011 abgeschlossen sein.
Hauptquelle
Botschaft über die Beschaffung von Rüstungsmaterial (Rüstungsprogramm 08)