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Die fantastische Idee eines Schriftstellers: Mit viel Witz erzählte Jules Verne 1865 im Science-Fiction-Roman Von der Erde zum Mond, wie amerikanische Waffennarren drei Astronauten und zwei Hunde mit einer Riesenkanone auf den Mond schiessen. Das Kaliber (der Rohrdurchmesser) des 300 Meter langen Geschützes betrug 3 Meter. Ein Ingenieur macht es nach: Um 1960 herrschte zwischen den USA und der Sowjetunion der Kalte Krieg mit Raketen um die Vorherrschaft im Weltall. Raketen zum Satellitentransport kosten viel, Kanonen sind billiger. Der kanadische Artillerist Gerald Bull dachte an Vernes Roman und baute Riesenkanonen. Schuld ist die Erdanziehung: Wenn ein Satellit in eine Umlaufbahn um die Erde geschickt werden soll, braucht es eine Startgeschwindigkeit von 8 km/s (Kilometer pro Sekunde) oder 28000 km/h (Kilometer pro Stunde). Das ist 30-mal schneller als ein Passagierflugzeug. Kanonen sind zu schwach: Normale Artilleriekanonen erreichen Mündungsgeschwindigkeiten von 0,8 km/s. Bull schaffte dank verbesserter Technik und 36 Meter langen Rohren 3,6 km/s. Doch das war nicht mal die Hälfte der für Satelliten benötigten 8 km/s. Mit einem Riesenknall sausten die Geschosse 100 Kilometer weit in die Höhe, doch dann holte sie die Erdanziehung wieder auf die Erde zurück. Achtung: Kopf einziehen!