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Kaizen Events sind Unsinn
Seit bald drei Jahrzehnten wird über Toyota, Lean, Kaizen, KVP und Co. berichtet. Eine tolle Sache, wenn dabei nicht zu oft Unsinn erzählt würde. Einmal mehr geht diese Tatsache auf fehlendes Verständnis für die Materie zurück. Betrachten wir deshalb den „Kaizen Event“ ein wenig.
Kaizen wird nicht verstanden
Jeder, der sich mit Lean Management beschäftig, kennt Kaizen. Meist mit „dem Weg zum Besseren“ übersetzt. Nicht selten wird behauptet, dass Kaizen verstanden oder gar verinnerlicht wurde. Zumindest Letzteres ist nicht häufig anzutreffen, denn es steht weit mehr hinter diesem einen Wort als man denkt.
Aufgrund fehlendem Verständnis für die asiatische Denkweise wird Kaizen in unseren Breitengraden kurzerhand mit einem zusätzlichem Wort ergänzt. Damit soll Klarheit geschaffen werden. Beispiele: Punkt-Kaizen, Fluss-Kaizen, System-Kaizen. Einerseits verständlicher für uns, andererseits dennoch falsch im Kern. Es ist notwendig, dass der Begriff wie im Ursprung verwendet wird. Es gibt meines Wissens im japanischen Sprachgebrauch keine Erweiterung dafür und das hat in der Regel einen guten Grund.
Endlose Wiederholung
Rasch wird vergessen, dass Kaizen keine Methode ist, die bei Notwendigkeit hervorgeholt und angewandt wird. Dieser unscheinbare Begriff ist eines der Erfolgs-Elemente von Toyota und stellt die Basis jeglicher Veränderung dar.
Kaizen Events
Dieser Begriff lässt eine völlig falsche Sichtweise entstehen, was entsprechend eine fehlerhafte bzw. lückenhafte Umsetzung nach sich zieht.
Zur Zeit des ersten Austausches zwischen Japan und den USA gab es überhaupt kein Lean. Es wurde von Kaizen gesprochen, wenn überhaupt. Die Westler verstanden mit der Zeit, dass es sich um einen Weg zum Besseren handelt. Sie nahmen ihre japanischen Gäste mit in die Unternehmen. Dort wurde den Arbeitern erklärt, dass jetzt „Kaizen gemacht wird“.
Zuerst wurde Kaizen während eines kurzen Besuches gemacht, dann in einem Halb- oder Ganztagesseminar, später während einiger Tage. Die Besucher kamen, machten Kaizen und gingen wieder. Beim nächsten Mal geschah dasselbe erneut. Man ging in eine Werkstatt und machte dort Kaizen. So die Übersetzung für Nicht-Japaner. Es wurde nicht als alltäglicher Vorgang wahrgenommen, der ständig gelebt werden muss, sondern als Methode und geplanter Event. Der Begriff Kaizen-Event war geboren.
Bis heute so geblieben
Noch immer gibt es unzählige Firmen, welche einmal im Monat oder 2-3 Mal im Jahr einen Kaizen-Tag veranstalten und im schlimmsten Fall sogar sämtliche Maschinen stilllegen, um gemeinsam Verbesserungen zu erarbeiten.
Bestandteil des Alltags
Sobald verstanden wurde, um was es geht, muss Kaizen ein Bestandteil des Alltags werden. In allen Bereichen und auf allen Stufen. Dies bildet die Grundlage für das Lernen sowie der damit einhergehenden Entwicklung der Mitarbeitenden.
Andere Ansicht vorherrschend
Die Ausrichtung in Form eines sich wiederholenden Events hält sich seit Jahrzehnten. In vielen Köpfen wurde Kaizen als periodische Aktivität gespeichert…
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