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Die Stadt und der Kanton Schaffhausen
4 April 2021
Schaffhausen ist der einzige Kanton, der fast vollständig am rechten Rheinufer liegt. Zum Kanton Basel-Stadt gehören auch zwei Gemeinden (Riehen und Bettingen) und ein Teil der Stadt (Kleinbasel) auf der rechten Rheinseite.
Die geografische Lage
Die Stadt Stein am Rhein und einige umliegende Dörfer am linken Ufer wurden 1798 (Helvetische Republik 1798-1803) diesem Kanton zugeteilt, davor gehörten sie zum Kanton Zürich.
Tatsächlich besteht der Kanton aus drei Enklaven: dem südlichen Teil mit der Gemeinde Buchberg (unterer Kantonsteil), dem Hauptteil mit der Stadt Schaffhausen und dem östlichen Teil mit Stein am Rhein (oberer Kantonsteil).
Diese besondere Situation erinnert am ehesten an den Flickenteppich rund um den Neuenburgersee, den Bielersee und den Murtensee in den Kantonen Waadt, Neuenburg, Bern und Freiburg.
In dieser Region sind die Grenzen durch Städte und Dörfer jedoch wegen der religiösen und französisch- und deutschsprachigen Trennungen noch komplizierter. Die Expansion des protestantischen, deutschsprachigen Berns und des katholischen, vorwiegend französischsprachigen Freiburgs im 15. und 16. Jahrhundert sind die Ursache.
Die Stadt Schaffhausen, die dem Kanton ihren Namen gab, erwarb das Gebiet vor allem ab dem 16. Jahrhundert durch Kauf und Erwerb.
Die Schifflände
Die Stadt Schaffhausen
Geschichte
Die Stadt Schaffhausen existierte bereits vor 1000 aufgrund ihrer speziellen geografischen Lage. Die Untiefen des Rheins und der Rheinfall unterbrachen die Wasserstrasse Bodensee-Basel. Die Schiffe mussten entladen und die Waren auf dem Landweg bis unterhalb des Rheinfalls transportiert werden.
Seine Blütezeit begann unter den Grafen von Nellenburg und mit der Gründung des Klosters Allerheiligen im Jahr 1049 und der Verlegung des Benediktinerklosters St. Georgen von Singen (Deutschland) nach Stein am Rhein im Jahr 1007. 1045 verlieh König Heinrich II. Graf Eberhard VI. von Nellenburg das Münzrecht.
Die Klöster Allerheiligen und St. Georgen waren die grössten Grundeigentümer. Ausserdem erwarben die Klöster St. Gallen, St. Blasien, St. Georgen, Reichenau, Rheinau, Petershausen, Öhningen und der Bischof von Konstanz mehr und mehr Land.
Herzog Berchtold V. von Zähringen (1160-1218) herrschte von 1197 bis 1218 über die Stadt. Dann trat Habsburg auf den Plan.
Schaffhausen, Zürich und der Rhein
1411-1798
Die Stadt war wohlhabend und die Zünfte spielten eine immer wichtigere Rolle. Dies führte zu Konflikten mit den habsburgischen Verwaltern, was letztendlich ebenfalls die Zunftverfassung von 1411 zur Folge trug. Die Macht der Habsburger und des mit ihnen verbündeten Adels wurde stark beschnitten.
Im Jahr 1415 wurde der Stadt der Status einer freien Reichsstadt (Reichsunmittelbarkeit) im Heiligen Römischen Reich verliehen. Auch in der internationalen Politik agierte die Stadt immer eigenständiger und ging Bündnisse mit anderen Städten (u.a. St. Gallen, Konstanz, Zürich, Städte am Hochrhein und im Südschwarzwald) ein.
Altes Zeughaus, 1617
Schaffhausen, Haus zum Ritter
Im Jahr 1454 schloss die Stadt ein Defensivbündnis mit der Eidgenossenschaft. Schaffhausen wurde im Jahr 1501 Mitglied.
Die Reformation im Jahre 1529 führte zu einer grossen Gebietserweiterung durch Enteignung von Klöstern. Dies ist eine der Ursachen für die heutigen Grenzen. Andere Klöster in (deutschen) Gebieten blieben katholisch und traten dem Kanton nicht bei.
Schaffhausen, die reformierte Kirche St. Johann, 11. Jahrhundert
Die Stadt Schaffhausen wurde zur dominierenden politischen Macht im Kanton. Das ländliche Gebiet wurde in zehn Vogteien oder Gemeinden aufgeteilt. Eine Landsgemeinde gab es nicht, aber die Gemeinden hatten eine grosse Autonomie.
Tellen- oder Schumacherbrunnen (1522) und das Doppelhaus Zur Wasserquelle und Zur Zieglerburg (1738)
Im Gegensatz zu anderen Städten in der Eidgenossenschaft (Basel, Solothurn, Luzern, Zug, Bern, Zürich und Freiburg) gab es keine Oligarchie der Regenten. Das demokratisch-republikanische Element blieb dominant.
Anders als in den meisten anderen Städten der Eidgenossenschaft hatten die Bürger bei den Wahlen zum Stadtrat und anderen öffentlichen Ämtern eine politisch wichtige Rolle.
1798-1803
Haus zum Steinbock. Bis Anfang des 16. Jahrhunderts Zunfthaus der Metzger. Für Schaffhausen einigzartige Fassadenstukkatur im Rokoko-Stil, um 1760.
Die Portico ist typisch für Schaffhausen
Schaffhausen wurde 1803 ein Kanton der neuen Eidgenossenschaft und blieb dies auch 1815 und 1848. Im Jahre 1866 wurde der von Heinrich Moser (1805-1874) geplante Moserdamm im Rhein gebaut, der damals grösste Staudamm der Schweiz. 1967 wurde dieser Damm durch das heutige Flusskraftwerk ersetzt.
Heinrich Moser (1805-1874)
Die Flagge
Die schwarze Ziege mit roter Zunge und goldenen Hufen, Hörnern und Krone auf goldenem Grund (ist in der Heraldik gelb) war der Stadt schon im 11. Jahrhundert bekannt. Der Kanton benutzte es zum ersten Mal im 14. Jahrhundert.
Die Bedeutung ist im Namen der Stadt versteckt: die männliche Version eines Schafes (Schaff). Der Ziegenbock steht für Kraft und Energie. Die Krone verweist auf das Heilige Römische Reich.
Quelle: www.stadt-schaffhausen.ch; Historisches Lexikon der Schweiz, Kanton Schaffhausen, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007388/2017-05-11; K. Schib, Geschichte der Stadt und Landschaft Schaffhausen, Schaffhausen, 1972).
Korrektorin: Melinda Fechner
Der Stadtturm mit den zwei Adler
Die Schillerglocke.
Die hölzerne Rheinbrücke (1755) von Hans Ulrich Grubenmann (1709-1783), 1799 zerstört. Sammlung Museum Zu Allerheiligen, Schaffhausen
Der Obertorturm, 1273.
Die Stadtmauer und das Engelbrechtstor. Johann Jacob Mentzinger (1604-1668), 1644.
Der Mohrenbrunnen, mit den österreischischen Adler und dem Kron. Der Mohr war der Patron der Kaufleute und einer der Drei Könige.