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Auf den Malediven steht ein grosser politischer Wechsel bevor. Der Oppositionskandidat Ibrahim Mohamed Solih hat überraschend die Präsidentenwahl gewonnen. Der bisherige Präsident Abdullah Yameen hatte zuvor als faktisch einzig aussichtsreicher Kandidat gegolten, eine faire Wahl schien unmöglich. Der Oppositions-Politiker der Maldivian Democratic Party hatte im Wahlkampf u.a. versprochen, die Korruption zu bekämpfen. Insider vor Ort halten das für eine gute Entwicklung. «Dies sollte dem Destinations-Management und dem Tourismus helfen und ist positiv für europäische Quellmärkte», so die Meinung vor Ort.
Der alte Präsident hatte Medienberichten zufolge vor allem den Massentourismus auf den Malediven fördern wollen. Obwohl die UNO befürchtet, dass der Archipel in 80 Jahren zu einem grossen Teil überflutet sein wird, sei der Klimawandel kein Thema im Wahlkampf gewesen. Im Moment gehe es nur um wirtschaftliche Entwicklung. Dazu gehören Prestigebauten wie eine neue Brücke, die den Flughafen von Malé mit der Hauptstadt verbindet, schreibt der «Tages-Anzeiger». Hier sei Korruption meist ein grosses Problem.
Dazu komme, dass die Menschen, die auf diesen Inseln leben, von dort vertrieben würden. Denn die Regierung führte eine Politik der Verdichtung. Demnach sollen bald 70 Prozent der Malediver im Grossraum der ohnehin schon sehr dicht besiedelten Stadt Malé auf künstlich angelegten Inseln leben. Heute besuchen etwa eine Million Touristen pro Jahr das Inselparadies, aus der Schweiz waren es im letzten Jahr 32’651, ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber 2016. Nach den Entwicklungsplänen Yameens sollten es in einigen Jahren sieben bis neun Millionen sein. Die Hoffnung ist, dass der Neue nun nachhaltigere Ideen hat. (SG)