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Carlo Riva, oftmals als «König der Motorboote» bezeichnet, wäre dieses Jahr 100-jährig geworden. Der italienische Bootbauer und Visionär ist für die vielleicht schönsten Holz-Runabouts verantwortlich. Jedenfalls schuf er mit Leidenschaft und viel Cleverness eine der berühmtesten Bootsmarken der Welt. Gründe genug für eine Hommage.
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, wurde Carlo dazu bestimmt, in vierter Generation das Familienunternehmen Riva weiterzuführen. Sein Vater Serafino hatte sich seit Anfang der 1920er Jahre mit Speedbooten und verlässlichem Bootsbauhandwerk einen soliden Ruf erarbeitet. Die kleine Werft von Riva in Sarnico am Lago d’Iseo, Provinz Brescia, produzierte in bescheidenen Räumlichkeiten nach herkömmlicher Bootsbautradition ein Boot nach dem anderen. Doch der 27-jährige Carlo wollte mehr. Im Jahr 1952 reiste er in die USA, um die Verantwortlichen der damals führenden Motorbootmarke, Chris-Craft, in Algonac, Michigan, zu treffen. Carlo, der sich das Geld für diese Reise leihen musste, versuchte nicht mehr und nicht weniger, als den Exklusivimport der Chris-Craft-Motoren für Italien zu erhalten. Er wollte bei Riva den Serienbootbau einführen und die zuverlässigen Antriebe sollten die Grundlage der künftigen Modellpalette bilden. Da er sich höchstens eine Handvoll der begehrten Motoren leisten konnte, erfand er über Nacht ein Lügenmärchen über eventuelle Einfuhrbeschränkungen in sein Land. Ob sie es glaubten oder nicht, die Amerikaner spielten mit und unterzeichneten den Vertrag, zweifellos fasziniert von der Entschlossenheit des jungen Italieners.