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Südkorea plant Tunnel nach Japan und China
Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak hat eine wirtschaftliche und technische Machbarkeitsstudie für unterseeische Tunnel nach Japan und China in Auftrag gegeben. Die Tunnel würden die Südküste Südkoreas mit der japanischen Insel Kyushu verbinden sowie die Westküste mit der chinesischen Provinz Shandong.
Ein Tunnel zwischen Japan und Südkorea wäre ca. 130 km lang und die wahrscheinlichste Variante würde die Stadt Karatsu in der Präfektur Saga mit der Insel Goeje bei Busan verbinden.
Vom Kolonialprojekt zum Friedenstunnel
Die Idee eines unterseeischen Eisenbahntunnels zwischen Japan und Korea wird seit knapp 100 Jahren diskutiert. Anfangs der vierziger Jahre trieb Japan die Pläne als Teil seiner Anstrengungen voran, die Anbindung seiner Kolonien und neu eroberten Gebieten auf dem asiatischen Festland zu verbessern und die Versorgungswege zu sichern.
Während und nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten Japan jedoch die Ressourcen, um diese Projekt weiterzuverfolgen. Noch heute werden auf koreanischer Seite kritische Stimmen gegen das Projekt laut, weil die Idee ursprünglich aus der Zeit der japanischen Kolonialherrschaft (1910−1945) stammt.
Als Anfang 2008 eine Gruppe von japanischen Politikern das Thema wieder auf den Tisch brachte, erklärten sie das Projekt zum Symbol des Friedens zwischen den beiden Ländern. Obwohl weiterhin Spannungen bestehen, haben sich seither die Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter verbessert. Nach dem Besuch von Premierminister Hatoyama im September dieses Jahres in Seoul war der Unterseetunnel zwischen Japan und Südkorea einer der resultierenden Vorschläge.
Knackpunkt Finanzierung und Wirtschaftlichkeit
Die südkoreanische Regierung beabsichtigt mit den beiden Tunnelprojekten ein neues Transportnetzwerk zwischen Japan, Korea und China einzurichten und damit den Handel und den Tourismus zu stärken. Nach einer Wiedervereinigung der beiden Korea würde sich dadurch die Möglichkeit eröffnen, Gütertransporte auf dem Landweg bis nach Europa zu transportieren.
Knackpunkt des Projekts bleiben jedoch die hohen Kosten und dessen Wirtschaftlichkeit. Allein für den Tunnel zwischen Japan und Südkorea rechnet man mit Kosten von ca. 60 Mia. Euro.
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