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zerschlitzte graufilzige Blätter und gelbe überhängende Blütenköpfe. Das
Kraut hat, frisch wie getrocknet, einen eigentümlichen,
stark würzhaften Geruch und intensiv bittern Geschmack. Die Pflanze enthält einen Bitterstoff, das Absinthiin, verschiedne
Salze und ein ätherisches
Öl
(Oleum absinthii), das den Geruch der Pflanze hat, scharf aromatisch ist und weniger bitter schmeckt.
Das
Kraut wird in Thüringen, am
Harz und in Südfrankreich stark angebaut und zum Gebrauch für Apotheken in der Blüte gesammelt
und getrocknet und dient zur Bereitung eines
Extraktes und einer Tinktur, die als Magenmittel Verwendung haben.
Auch das
Öl, das durch Destillation des frisch getrockneten
Krautes mit Wasser oder direktem Dampf gewonnen
wird, wird in gleichem Sinne gebraucht, weit mehr aber in der Likörfabrikation, namentlich zu dem beliebten Absinthlikör.
Das
Öl ist aus diesem Grunde ein ziemlich starker Handelsartikel. Es gibt deutsches und französisches. Das letztere wird
im Handel zuweilen auch in drei Qualitäten aufgeführt, von denen die erste aus reinen Blättern von
im Süden gebauten Pflanzen, die beiden andern teils aus wild gegewachsenen ^[richtig: gewachsenen], teils aus bereits in
Blüte getretenen Pflanzen stammen soll. Das feinste französische Wermutöl ist sehr dickflüssig, dunkelgrün, wird aber
mit der Zeit braun; die andern Sorten sind etwas weniger dickflüssig. Die Preise schwanken je nach Qualität
zwischen 36 und 64 Mk. pro kg. Wermutwein wird in Elsaß-Lothringen
viel getrunken. - Zoll: Wermutkraut zollfrei.Ätherisches Wermutöl und weingeistige Tinktur gem. Tarif Nr. 5 a.
Wermutextrakt und Wermutbranntwein Nr. 25 b. Wermutwein Nr. 25 e 1 u. 2.
(ViciaL.), Familie der Schmetterlingsblütler, Gruppe der Vicinen, artenreiche Familie
von meist zur Fütterung dienlichen Pflanzen (engl. Vetch, fr.
vesce, holl. wikke, ital. veccia, vescia), davon besonders
die Saatwicke oder gemeine Futterwicke (Heide-, Feld-, Korn-, Rosswicke, St. Christophskraut), V. sativaL., (Cultivated
V., v. cultivée) und die platterbsenartige W. (Küchen-Wicken, frühe W. und kleine Frühlingswicke),
V. lathyroidesL., (Lathyrus und Chickling V., v. gessière).
Die W. werden in mehreren Arten zur Fütterung, als Grünfutter, zu
Heu, meist als Mengfutter mit
Hafer,
Mais,
Erbsen,
Bohnen
etc. im großen angebaut; der Handel mit W. bezieht sich fast nur auf den Samen zur Saatzeit,
das Futter bauen die Landwirte für den eigenen Bedarf. Die W. lohnt und verträgt die stärkste Düngung
und hat deshalb auch Wert für die Fruchtfolge. Der Anbau der gemeinen W. ist ziemlich sicher, der Ertrag groß, 1 hl Samen
wiegt 76-84 kg; 1 kg hat 9-30000 Körner; zur Saat braucht man 1,5 bis 4 hl. Man
erntet 100-220 m. Ztr. Grünfutter, 20-45 Ztr.
Heu, 10-18 m. Ztr. Körner, 12-26 m. Ztr.
Stroh.
Das
Mehl der roten Sommer- und der Kanadischen W. wird auch zuweilen (in Frankreich) für Menschen verwendet, in Zumischung
zu Weizenmehl. In England baut man auch die Vogelwicke, andere Arten auch auswärts für bestimmte Bodenarten;
haarige W. oder schwarze
Linse,
asiatische und einblütige W. für Sand etc. Die besten Sorten der gemeinen W. (Sommer-
und Winterfrucht) kommen aus Frankreich. Die Händler rechnen: gewöhnliches Futter wie grünes 100 kg zu 36 Mk.,
Sandwicke, zottige W. zu 60 Mk., weniger gereinigt bis 50 Mk., sogenannte
Narbonne etc. bis 50 Mk. -
(Wildbret,Wilpert), die Gesamtheit der zur menschlichen Nahrung dienlichen jagdbaren
Tiere, Säugetiere und Vögel.
Dahin gehören Edel- oder Rot-, Reh- und Damwild, Gemsen, Renntiere etc., Antilopen, Gazellen
und dergleichen (in den Tropen); Schwarzwild, Wildschweine, Hasen und
Kaninchen, Auer-, Birk-, Hasel-Geflügel;
Fasanen, Schnepfen, Enten, Rebhühner, Beccasinen, Drosseln, Wachteln, Krammetsvögel etc. Das
W. nimmt mit zunehmender Kultur immer mehr ab, muß daher für die Großstädter aus immer weiteren Gegenden bezogen werden.
Amerika liefert jetzt in ziemlicher Menge W. verschiedner Art. Hirsche, Rehe, Wildschweine, Fasanen werden in Deutschland
fast nur noch aus Wildparks geliefert und in solchen gelegentlich großer Jagden in größeren Mengen
zum Verkauf geschossen. Der Händler muss sich sichere Bezugsquellen zu verschaffen wissen und kontraktlich mit den betreffenden
Forstbeamten die Lieferungen bedingen; die Eisenbahnen ermöglichen die Versendung auf weite Strecken. Feldjagden für kleines
W. werden meistens durch Treiben abgeschossen; auch bei diesen gibt es dann W. in größeren Mengen.
Geliefert wird das W. an Detailhändler und direkt an Private, Gasthöfe etc. Der Handel mit
W. muß sich nach den Jagdgesetzen des Landes richten; es gibt gesetzliche Schonzeiten für jede Art von W., innerhalb welcher
die Jagd nicht ausgeübt und W. der Art auch nicht, um den Wilddiebstahl nicht zu begünstigen, verkauft
werden darf, selbst wenn es aus Gegenden ohne Schonzeit kommt. Bis zu gewisser Grenze kann dann W. mit Bescheinigung des
Ursprungsorts bezogen werden; doch nur für bestimmte Abnehmer, nicht für allgemeinen Verkauf.
Die Hauptzeit für Wildbret ist vom September bis zum Frühjahr. Die Versendung geschieht am besten im
Winter bei Frostkälte; tritt milde Witterung ein, so muß der Absatz rasch erfolgen und sinken dann sofort die Preise. Die
Jahresausbeute ist abhängig von der Witterung, soweit es die Feldjagden betrifft; es gibt gute und schlechte Jahrgänge
für Hasen, Feldhühner, Schnepfen etc. Hochwild wird in der Regel in den
Parks nach bestimmtem Satze abgeschossen. Schwarzwild gibt es noch im Überschuß bis zur gebotenen Vernichtung in den Reichslanden
und angrenzenden Gebieten der Ardennen; Hochwild, Auerwild, Fasanen u. dgl.
in Böhmen in größeren Mengen, in Deutschland nur in den sehr waldreichen Distrikten. Frankreich und
England sind wildarm, Schweden ist noch wildreich, Rußland hat zum Teil Überfluß, vereinzelt schon Mangel, Italien wenig
W., Österreich noch ziemliche Bestände in mehreren Gegenden. Alles W. wird stückweise und nur Federwild zum Teil zu mehreren
Stücken, paarweise, zu vier und mehr
¶
mehr
Stück, verkauft und meist ohne Verpackung versendet. Aufgehoben muß das W. an der Luft werden, nachdem es ausgenommen wird,
im Balg oder abgehäutet, Federwild stets im Federschmuck. Ausgelöste Fleischstücke von Reh und Hirsch lassen sich längere
Zeit in saurer Milch aufbewahren;
zerschossenes Federwild und Wassergeflügel muß rasch verbraucht werden. -
Statistisches über W. läßt sich nicht geben; die Preise sind zu schwankend; in großen Städten wird regelmäßig über
den Preis, wie hinsichtlich anderer Marktware berichtet. Deutschlands Einfuhr bewegt sich zwischen 20 bis an 50000 kg
für Geflügel und kleines W. zum Durchschnittspreis von 90-120 Mk., die von großem W. zu
etwa 5-10000 Ztr. zu 66-90 Mk. Die Ausfuhr ist von jenem etwa 12500,
von diesem kaum 5000 Ztr. -
Zoll: Wildpret aller Art, lebendes, zollfrei, nicht lebendes, auch zerlegtes, eingesalzenes, abgekochtes Nr. 25 g 1 des
Tarifs im Anhang. Zum feineren Tafelgenuß zubereitetes, sowie in Blechbüchsen hermetisch verschlossen, Nr. 25 p 1.