Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03438.jsonl.gz/2778

| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)

Drittes Buch
XI. Kapitel. Eine gedrängte Zusammenfassung der besten Lebensregeln.
62.
1. Nun gibt kurzgeschnittenes Haupthaar dem Mann nicht nur ein ernstes Aussehen, sondern macht den Kopf auch gegen Krankheiten abgehärtet, da es daran gewöhnt, sowohl Kälte als Hitze zu ertragen, und die von beiden kommenden Schädigungen fernhält, während das lange Haar sie wie ein Schwamm in sich aufnimmt und infolge der Nässe dem Gehirn dauernden Schaden zufügt.
2. Für die Frauen aber genügt es, wenn sie die Haare glatt kämmen und am Nacken das Haar mit einer einfachen Spange schlicht aufstecken und so die sittsamen Haare durch ungekünstelte Pflege zu echter Schönheit heranwachsen lassen.
3. Denn das dirnenmäßige Flechten der Haare und das Aufbinden der Zöpfe macht nicht nur die Frauen selbst häßlich, sondern schädigt auch die Haare, die bei dem gekünstelten Flechten abgerupft werden; seinetwegen wagen die Frauen nicht einmal ihren eigenen Kopf anzufassen, weil sie fürchten, die Frisur in Unordnung zu bringen; ja sogar ihr Schlaf ist durch die Befürchtung gestört, sie möchten, ohne es zu merken, die geflochtenen Haare zerzausen.