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Durch eine Grippeinfektion oder -impfung bildet der Körper Antikörper, die ihn vor einer erneuten Infektion schützen. Grippeviren haben jedoch die unangenehme Fähigkeit, dass sie ihre Oberflächenstrukturen so verändern können, dass Antikörper ihre schützende Funktion verlieren und dass veränderte Viren einen immunen Wirt erneut infizieren können. In den letzten 10 Jahren sind immer wieder Vogel- oder Schweinegrippeviren auf den Menschen übergesprungen. Vogelgrippe-Viren, welche Menschen infizieren können, haben im Gegensatz zum Schweinegrippe-Virus H1N1 keine Ähnlichkeiten zu menschlichen Viren und bringen bis zu 60% der Infizierten um. Sollten diese Vogelgrippeviren je die Fähigkeit zur effizienten Mensch-zu-Mensch-Übertragung erwerben, wären die Folgen fatal.
Die heutige Grippeimpfung ist sehr wirksam, hat aber den Nachteil, dass sie kaum gegen veränderte Viren aktiv ist und jedes Jahr neu zusammengestellt, produziert und angewendet werden muss. Kürzlich konnte gezeigt werden, dass Grippeviren eine immunologische Achillesferse besitzen: Eine Oberflächenstruktur, die allen Grippeviren gemeinsam ist, die vom Virus kaum verändert werden kann und die – wenn Antikörper daran binden – bewirkt, dass das Virus nicht mehr infektiös ist. Wir versuchen daher, einen Impfstoff zu entwickeln, der das Immunsystem von den veränderlichen Regionen weg lotst und stattdessen bewirkt, dass die immunologische Achillesferse angegriffen wird. Ein solche Impfung hätte den Vorteil, dass sie nicht mehr jedes Jahr wiederholt werden müsste und dass sie gegen alle Grippeviren schützen würde, auch gegen gefährliche Vogelgrippen.