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Musha Ningyo
Zusammengesetzt aus den Wörtern musha武者, Krieger, und ningyō 人形, Puppe, bilden die musha ningyō eine an Jungen gerichtete Art von Puppen, die am fünften Mai, dem Tag des Kindes kodomo no hi子供の日, aufgestellt werden. Die Krieger lehnen sich an historische Figuren, Legenden und andere Motive an, die mit Kriegern in Verbindung gebracht werden. Der fünfte Mai hat eine weitere Bezeichnung: Im Monat des Pferdes (Mai) wird der fünfte Tag als tango no sekku 端午の節句 bezeichnet, ein Fest zu Ehren des weissen Pferdes des Kaisers. Es ist daher nicht erstaunlich, dass viele der Puppen auf einem weissen Pferd sitzen.
Es gibt verschiedene Traditionen, welche mit diesem Tag verbunden sind. Im 12. Und 13. Jahrhundert pflegte man Papierhüte, welche Samuraihelme darstellten, mit Iris zu verzieren. Shōbu 菖蒲, japanisch für Iris, ein Homonym des Wortes Wettkampf shōbu勝負, ist wohl der Grund hierfür. Man begann den fünften Mai als shōbu no sekku 菖蒲の節句 zu feiern und die Tradition des Ausstellens eines Helms wurde mit immer echter aussehenden Helmen fortgesetzt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Schwertlilien als Spielzeugwaffen gebraucht, welche die Jungen zum Wettstreiten einsetzten. Nachgeahmt wurden hauptsächlich Schlachten aus dem 12. Jahrhundert, da die berühmte Geschichte der Familienklans Minamoto 源und Taira 平Jahrzehnte lang in Büchern, Gesang und Kunst wiedergegeben wurde und natürlich bei Jungen äusserst beliebt war. Auch wenn diese eher gefährlichen Spiele heute kaum noch zu beobachten sind, werden nahezu echt aussehende Miniaturhelme aufgestellt, welche die Werte der Samurai darstellen sollen und auf die oben genannten Papierhelme zurück zu führen sind. Seit dem 17. Jahrhundert folgten ganze Rüstungen und echte Waffen, meist umrankt mit Bannern, die das Kriegshaus kennzeichneten. Es folgten darauf Puppen, die bestimmte Krieger und Herrscher darstellten.
Heutzutage werden musha ningyō auch oft als gogatsu ningyō 五月人形(Mai Puppen) bezeichnet und weiterhin rege gekauft und aufgestellt. Im Aufbau dieser Zurschaustellung sind nebst der Puppe auch einzelne Helme, Rüstungen, Waffen, ein weisses Pferd (repräsentativ für den Kaiser) oder ein Tiger dabei. Die Krieger sehen jedoch süss aus und gleichen eher Buben als gefürchteten Kriegern. Sie sind darüber hinaus ein populäres Exportprodukt, da die Samuraifiguren - edel geschmückt und komplett ausgerüstet - stark nachgefragte Sammelobjekte sind. Vor allem jene Puppen, die an die ursprünglichen musha ningyō angelehnt sind, zeigen viel Liebe zum Detail auf und weisen meist einen reichen historischen Hintergrund auf.
Es gibt verschiedene Standardfiguren, von welchen einige in dieser Sammlung vorhanden sind. Unter anderem werden oft Jinmu Tenno, Shōki, Benkei und berittene weisse Pferde dargestellt, welche hier alle vertreten sind. Weitere berühmte Figuren sind Yoshitsune, Kaiserin Jingu, Kintarō, Momotaro, Urashima Tarō und die 47 Rōnin.