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Darstellung:
Das Bett ist im Gegensatz zu Keel/Schroer 2004
: Nr. 118
auf der Oberseite durch ein Kissen und eine Fußstütze als solches charakterisiert, auf der Unterseite
nicht. Während die ägyptischen Parallelen meist eine mädchenhaft schlanke Figur zeigen (vgl. Keel/Schroer 2004
: Nr. 118
) ist hier eine etwas reifere, fülligere Frau dargestellt. Vielleicht ist das auf den einheimischen, vorderasiatischen Kunsthandwerker zurückzuführen. Die Perücke ist rundlich und füllig. Über der Stirn ist der Ansatz des natürlichen Haars oder ein Stirnband zu sehen. Die Frisur lässt die mit runden Clips geschmückten Ohren frei. Diese sind so dargestellt als ob sie abgetrennt wären. Falls das nicht nur das Resultat handwerklicher Ungeschicklichkeit ist, soll wohl die Hörwilligkeit der Dargestellten signalisiert werden. Die Figur dürfte dann eine ähnliche Funktion wie die «Antworter» (Uschebti)-Figuren des ägyptischen Totenkults gehabt haben. Die Arme und Hände sind wie bei Keel/Schroer 2004
: Nr. 118
eng an den Körper und die Oberschenkel gepresst. Die Länge der Arme ist aber realistischer. Sie reichen nur bis zu den Oberschenkeln.
Diskussion:
Ausgestreckt auf einem Bett liegende Frauenfiguren sind aus der Zeit des ägyptischen Neuen Reiches recht oft erhalten. Sie sind größtenteils aus gebranntem Ton hergestellt, Exemplare aus Kalkstein sind wesentlich seltener und waren vermutlich wertvoller. Zentrales Thema ist offensichtlich die Erotik. Darauf deutet, neben der liegenden Stellung und der Nacktheit der Frau, vor allem auch die besonders lange Perücke. Üppige Haartracht war im Alten Ägypten stark erotisch konnotiert. Gelegentlich liegt ein Kind neben der Frau (Keel/Schroer 2004
: Fig. 118a). Dann steht die Fruchtbarkeit im Vordergrund. Solche Figuren wurden hauptsächlich in Wohnhäusern und Gräbern und nur selten in Tempeln gefunden. Im Haus wurden sie wohl neben Götterfiguren und Amuletten zur Stimulation und zum Schutz der erotischen Bedürfnisse und – besonders wenn noch ein Kind dargestellt wurde – der Mutterschaft aufgestellt. Die Exemplare, die aus Tempeln stammen, waren Votivgaben, über deren Darbringen sich Frauen und eventuell auch Männer von einer Gottheit Erfolg in ihrem erotischen Leben, Fruchtbarkeit und Kindersegen erflehten oder der Gottheit dafür dankten. Besonders von der Göttin Hathor erhoffte man sich Schutz und Hilfe in allen die Liebe, Fruchtbarkeit, Geburt und Kinder betreffenden Belangen. Da die Fortpflanzungsfähigkeit des Paares auch im Jenseits gewährleistet sein musste, um die Regeneration des Einzelnen zu sichern, wurden diese Objekte als Sinnbild und Garant weiblicher Fruchtbarkeit auch in Gräber mitgegeben.
Parallelen:
Israel/Tadmor et al. 1986: 132f, Nr. 66; Keel/Schroer 2004
: Nr. 116
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