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02.01.2022
Osteochondrale Läsionen am Sprunggelenk (OCL)
Osteochondrale Läsionen (OCL) des Talus sind definiert als Knorpelschäden mit subchondraler Beteiligung – heisst, dass die Zone zwischen Knorpel und dem darunterliegenden Knochen Schaden nimmt und somit die Verankerung des Knorpels in Gefahr ist. Die Veränderung scheint multifaktorieller Genese zu sein. Sowohl akute Unfallereignisse, als auch wiederholte Mikroverletzungen zeigen einen krankheitsbedingten Bezug. Des Weiteren werden Fehlstellungen des Rückfusses, Durchblutungsstörungen und weitere, noch nicht nachgewiesene Ursachen diskutiert.
Die traumatische Genese (Unfall) ist bedeutsam. Insbesondere Umknickereignisse und Knochenbrüche am Sprunggelenk können zu Verletzungen der Knorpeloberfläche und der subchondralen Lamelle führen. In der Folge können instabile Läsionen und subchondrale Zysten erhebliche andauernde Schmerzen und funktionelle Einschränkungen auslösen. Die symptomatische OCL führt bei den häufig jungen Patienten zu einer deutlichen Einschränkung der (sportlichen) Lebensqualität.
Eine primäre konservative Therapie ist v. a. bei Kindern und Jugendlichen zu erwägen. Die Rückkehr zur sportlichen Aktivität ist aber oft nur eingeschränkt realisierbar. Rekonstruktive operative Therapieprinzipien umfassen interne Fixation des Knorpel-Fragments, Knochenmarkstimulation, retrograde Techniken (Anbohrungen von «unten»), sowie verschiedene Knorpelersatztherapien. Generell lassen sich die rekonstruktiven operativen Möglichkeiten in reine Knorpeltherapien und kombinierte Knochen-Knorpeleingriffe unterteilen.
Ergänzende operative Verfahren sind die Bandrekonstruktion zur Stabilisierung des Sprunggelenkes, sowie Achskorrekturen des Rückfusses zu erwägen.
Ein «Goldstandard» bei der Behandlung der OCL konnte aber bisher nicht definiert werden.
Grundsätzlich zeigt sich in der operativen Therapie eine Tendenz zu kombinierten Knochen-Knorpeleingriffen, da die Kombination scheinbar eine bessere induktive (wachstumsfördernde) Wirkung auf den Regenerat-Knorpel haben.
Klassifikation nach Berndt & Harty
Die Behandlung von Begleitpathologien (Bandinstabilität, Rückfussfehlstellung) bei Vorliegen einer symptomatischen OCL ist wissenschaftlich zwar noch nicht bewiesen, scheint aber langfristig von wesentlichem Vorteil im Hinblick auf eine Arthroseentstehung zu sein.
Wir behandeln das komplette Spektrum osteochondraler Verletzungen in unserer Praxis – von der konservativen Therapie bis hin zu Knorpelersatzoperationen und operativen Rückfuss-Stabilisationen.
© Dirk Lehnen
Chondrozytentransplantation mit Membran