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"Et c’est là... l’histoire de Manon... Lescaut..." – mit diesen Worten haucht Manon ihr kurzes Leben aus, das Jules Massenet in seiner Oper als Aufstieg und Fall schildert: Die junge Manon soll ins Kloster geschickt werden, doch sie trifft auf den adeligen Chevalier Des Grieux und flieht mit ihm in die Grossstadt Paris. Dort ist ihre gemeinsame Zeit nur von kurzer Dauer, denn Manons Gier nach Luxus treibt sie in die Arme eines reichen Verehrers. Als der junge Des Grieux kurz davor ist, in den Priesterstand zu treten, kehrt Manon zu ihm zurück. Des Grieux ist bereit, für Manons luxusverwöhntes Leben durch das Glücksspiel aufzukommen. Die beiden werden verhaftet. Während Des Grieux freikommt, geht Manon an den Strapazen des Gefängnisses zugrunde. Der 42-jährige Jules Massenet wurde mit Manon über Nacht zu einem der führenden Opernkomponisten Frankreichs. Mit dem Stoff bediente er die Vorliebe der Belle Époque für gefallene Mädchen und Kindfrauen und schuf dem männlichen Publikum seiner Zeit ein Wunschbild eigener, unterdrückter Lüste. Die Figur der Manon ist schön und gefährlich, unschuldig und manipulativ, beschützenswert und verachtenswert.