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Bienenwachs
So entsteht Bienenwachs.
Die Bienen produzieren normalerweise von ihrem 12. bis 18. Lebenstag Wachs, welchen sie aus ihren Wachsdrüsen ausschwitzen. In diesem Lebensabschnitt sind sie als sogenannte Baubienen tätig und erstellen neuen Wabenbau oder reparieren defekte stellen.

Ein Volk liefert Jährlich 1/4 - 1/2 kg Wachs
|Eigenschaften von Bienenwachs||Für 1kg Wachs brauchen die Bienen|
|Spezifisches Gewicht||0,96-0,97||Honig||10 kg|
|wird geschmeidig bei||30° C||Blütenstaub||1 kg|
|schmilzt bei||63° C|
Am Hinterleib der Bienen befinden sich die Wachsdrüsen. Das Wachs wird von den sog. Baubienen, die sich zu einer sogenannten Bautraube aufketten, ausgeschwitzt. Die Bienen bauen sich aus dem von ihnen, aus körpereigenen Drüsen ausgeschwitzten Wachs, ihre Waben in der Mitte der Bautraube. Die selbsterstellten Waben sind für die Bienen Kinderstube, Schlaf- und Vorratskammer. Waben bestehen aus Tausenden von Zellen. In diese Zellen werden von der Königin die Eier abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die dank Futtersaft und Pollen in drei Wochen zu erwachsenen Bienen heranwachsen. Ihre erste Tätigkeit nach dem Schlupf ist Vorbereitung der Zellen für die nächste Eiablage. Dies geschieht mit Hilfe des sogenannten Pollenöls. Die Art des Blütenpollens bestimmt die Farbe des Pollenöls. Pollenöl bewirkt, dass die zunächst weißen Bienenwaben eine gelbliche Farbe annehmen. Das Pollenöl hat antimikrobische Eigenschaften. die auch im Propolis enthalten sind. Bei jeder neuen Präparation der Wachswaben werden diese immer etwas dunkler. Da die schlüpfenden Bienen immer auch einen Puppenkokon in den Zellen zurücklassen, werden diese nach jedem Brutdurchgang immer etwas enger. Nach einigen Jahren intensiver Nutzung stören diese engen Zellen im Bienenvolk und werden, wenn sie nicht mehr zu gebrauchen sind, von den Bienen abgenagt und durch neue ersetzt. Dieses verhindern die Imker durch vorzeitige Entnahme der Waben, um Bienenwachs ernten zu können.
In der Frühzeit der Imkerei war denn auch das Hauptansehen der Imker durch ihren Besitz am Wachs begründet. Wachs stellte eine sich jährlich regenerierende Energiequelle dar, mit deren Hilfe sich eine künstliche Lichtquelle im Hause und in den sakralen Bauten erstellen lies: Die Bienenwachskerze. Für die Bereitstellung des Bienenwachses wurde die Zunft der Zeidler von kirchlichen und weltlichen Fürsten mit hohen Rechten ausgestattet. Diese Rechte bestanden darin, jederzeit eine Armbrust bei sich zu führen, als auch einer eigenen Gerichtsbarkeit zu unterstehen. Die Zeidler waren also freie Leute, die in historischen zeitgenössischen Darstellungen immer an der geschulterten Armbrust zu erkennen sind. Ein weiterer Verwendungsbereich ist bis heute erhalten geblieben: Bienenwachs als natürlicher kosmetischer Grundstoff.
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