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“Downtown Gastown”: So heisst das Projekt, mit dem ein bernisch-zürcherisches Architektenteam den Ideenwettbewerb der Stadt Bern zum Berner Gaswerkareal gewonnen hat. Der Jury gefiel am Projekt die “nachhaltige Quartieridee” mit einem hohen Wohnanteil.
“Downtown Gastown” eigne sich gut für die Erstellung von zahlreichen preisgünstigen Wohnungen und für den gemeinnützigem Wohnungsbau, schreibt die städtische Direktion für Finanzen, Personal und Informatik in einer Mitteilung vom Donnerstag. Es handle sich um eine “massgeschneiderte Grundlage für die weiteren Planungsschritte”.
Der Wettbewerb zeige auch, dass der Erhalt der bestehenden Naturwerte, des Freiraums und des Gaskessels mit einer baulichen Verdichtung des ehemaligen Industrieareals vereinbar sei.
Aufgabe der Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer war, Überbauungsideen für die Fläche zwischen Marzilibad und Sportplatz Schönau zu entwickeln. Dort soll ein neues Berner Quartier mit 300 bis 500 Wohnungen, Gewerbe- und Dienstleistungsräumen, Sporthallen und Schulgebäuden entstehen.
Rund 1000 Menschen werden dort künftig wohnen. Das Jugend- und Kulturzentrum Gaskessel bleibt unangetastet und wird künftig so etwas wie den Mittelpunkt des neuen Quartiers bilden.
Im nördlichen Teil des Areals sieht das Projekt mehrere mehrstöckige Gebäude vor, welche das Niveau der Monbijoubrücke erreichen oder darüber hinausgehen. Es soll auch ein Hochhaus entstehen, das laut dem Siegerteam 60 Meter erreichen sollte. Die Wettbewerbsjury empfiehlt, dass es höchstens 50 Meter hoch wird.
Unter die Monbijoubrücke kommt ein Sporthallenkomplex mit Dreifachturn- und Beachvolleyballhalle. Auch ein unbebauter Platz ist vorgesehen. Im mittleren Teil, neben dem Gaskessel, verzichtet das Siegerteam auf zusätzliche Bauten. Das Wäldchen bleibt bestehen. Im Süden des Areals sind drei grosse Gebäude fürs Wohnen vorgesehen.
Erdgeschoss und erstes Obergeschoss sollen im Norden des Areals durchgängig dem Gewerbe und Dienstleistungen dienen. Die oberen Geschosse sind fürs Wohnen. Grundsätzlich sollen die Gebäude wegen der nahen Aare und des hohen Grundwasserstands keine Untergeschosse erhalten, was die Kosten senkt.
Wie der Berner Stadtplaner Mark Werren bei der Präsentation des Projekts vor den Medien sagte, gefiel der Jury der Ansatz, dass vor allem in der Höhe gewohnt wird und die Dachgeschosse vielfältig genutzt werden sollen. In der Medienmitteilung der Stadt ist die Rede von “gemeinschaftsfördernden Nutzungen” und “Aneignungsflächen für die Bewohnerschaft”.
Erwähnt wird auch eine “Beletage”, welche mit einem direkten Zugang von der Monbijoubrücke her “aufgespannt” werden soll. Für die Plattform beim heutigen Lift auf der nördlichen Seite der Monbiijoubrücke ist ein attraktiver öffentlicher Balkon mit Pavillon und Panoramaausblick auf Altstadt, Bundeshaus und Aaretal vorgesehen.
Das Siegerteam erhält nun den Auftrag, einen Rahmenplan auszuarbeiten, welcher auf dem Wettbewerbsbeitrag und den Empfehlungen des Preisgerichts basiert.
Dieser Rahmenplan wird abgestimmt mit den Ergebnissen der öffentlichen Mitwirkung zu Zonenplanänderungen, welche die Stadt Bern in diesem Sommer durchgeführt hat. Voraussichtlich Mitte 2023 findet zu diesen Zonenplanänderungen eine Volksabstimmung statt.
34 Teams nahmen am Ideenwettbewerb der Stadt teil. Die Arbeiten sind zwischen 29. Oktober und 14. November in den Räumlichkeiten der Sprachheilschule Wankdorf montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 12 Uhr ausgestellt.