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Vorgestern vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus.
Zum Gedenken an dieses Ereignis weihte Prinz Henry von Wales am Montag in Folkestone ein Denkmal in Form eines metallenen Bogens ein. Dieser steht am Anfang eines Strässchens, welches vom Stadtzentrum zum Hafen führt. Es soll an die Soldaten erinnern, welche auf diesem Weg auf die Schiffe gelangten, welche sie auf die andere Seite des Ärmelkanals und somit auf die Schlachtfelder von Nordfrankreich brachten. Manche behaupten, dass 90% aller britischen Soldaten dieses schmale Gässchen hinuntermarschiert seien; viele sind nicht wieder zurückgekehrt.
Der Schreiberling konnte am Sonntag einen ersten scheuen Blick über die Abschrankungen auf das Mahnmal werfen. Auf den Seiten wurden Bänke und Gedenktafeln angebracht. Auf letzteren wird jeweilen an zwei Gefallene des Krieges erinnert. Und dann stach da also diese Tafel ins Auge:
Walter Tull, der erste schwarze Offizier der britischen Armee. Keine Sorge, Sie sind immer noch in einem Fussballfachblog! Aber dieser Walter Tull, das ist eine interessante Figur für uns, denn von Beruf war er Fussballer. Er wurde 1888 in Folkestone geboren und wuchs nach dem frühen Tod seiner Eltern in einen Waisenhaus in London auf. 1908 machte er eine Lehre als Drucker; nebenbei kickte er auch noch für den Clapton FC. Mit diesem Club gewann er in diesem Jahr jeden möglichen Pokal und wurde dabei von Tottenham gescoutet. Für die damals maximal mögliche Transfersumme von zehn Pfund wechselte er den Verein und wurde so hauptberuflich Fussballer (der zweite Spieler schwarzer Hautfarbe überhaupt, nach Arthur Wharton). Sein Gehalt betrug vier Pfund pro Woche, mehr konnte man damals mit Fussball nicht verdienen. 1910 folgte ein Wechsel zu Northampton Town, dort spielte er bis 1914. Eigentlich hätte er nach Schottland zu den Glasgow Rangers wechseln sollen, doch dazu kam es nicht mehr; Walter Tull wurde ins Militär einberufen. Dort nahm er 1916 an der Somme-Offensive teil, fiel seinen Vorgesetzten durch besonderen Mut und Tapferkeit auf (wie das im Militärjargon wohl genannt wird) und wurde zum zweiten Leutnant befördert. 1918 fiel er an der Westfront. Seine Leiche wurde nie geborgen.
Falls Sie sich übrigens mehr für so People-Zeugs als für Krieg und Fussball interessieren, gibt es hier Bilder vom Besuch von Prinz Harry!