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Freitag, 09.12.2022, 10:15 Uhr
Workshop der Graduate School of the Arts and Humanities
Sprache: Deutsch und Englisch
Wer über Tiere schreibt, wird gewarnt, sie nicht zu vermenschlichen. Aber wir werden auch davon abgehalten, sie zu quälen. Das heißt, wir gestehen ihnen Rechte zu, die denen einiger glücklicher Menschen entsprechen. Man könnte sogar argumentieren, dass Tiere eine privilegierte Stellung genießen: Da sie keine moralische Handlungsfähigkeit besitzen, können sie nichts tun, um das Leiden zu verdienen. Was bedeutet es, ein Subjekt zu vermenschlichen, und ist dies immer zum Vorteil des Subjekts? Der aktuelle Diskurs ringt mit Fragen kultureller Hegemonie, Differenz und Aneignung, welche die Arbeit von Schriftsteller*innen erheblich verkomplizieren. Wie lassen sich Vielstimmigkeit und Differenz mit universalistischen Vorstellungen von Menschenrechten (oder, vielleicht besser gesagt, Tierrechten) vereinbaren? Aufbauend auf ihrem Roman Virginia (Rowohlt) lädt Nell Zink alle Interessierten zu einem lebhaften Austausch über diese drängenden Fragen ein. Der Roman stand auf der Longlist für den National Book Award und war eines der "100 bemerkenswerten Bücher" der New York Times von 2015.
Zink, Nell, Mislaid, Fourth Estate, 2015.
in German: Virginia, Rowohlt, 2019.
in French: Une comédie des erreurs, Seuil, 2016.