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Was sind Entwicklungsverzögerungen?
Haben Sie Bedenken, dass bei Ihrem Kind die allgemeinen Entwicklungsprozesse deutlich langsamer verlaufen? Eine Entwicklungsverzögerung (auch Entwicklungsretardierung genannt) betrifft die körperlich-motorische, kognitive, sprachliche oder sozial-emotionale Entwicklung im Vergleich zu Gleichaltrigen.
Typische Auffälligkeiten sind beispielsweise:
- körperlich-motorisch: wenn das Kind den Stift nur sehr verkrampft in der Hand halten kann
- kognitiv: wenn das Kind Mühe hat, mehrere Dinge im Kopf zu behalten
- sprachlich: wenn Schwierigkeiten mit dem Sprechen oder dem Verständnis auftreten
- sozial-emotional: wenn es dem Kind schwer fällt, seine Gefühle auszudrücken oder es sich schlecht in eine Gruppe integrieren kann
Mögliche Ursachen für Entwicklungsverzögerungen finden sich meist in einem der folgenden drei Bereiche:
- frühe Entwicklung: Schädigung des Gehirnes während Schwangerschaft, Geburt oder früher Kindheit
- neurologisch: neurologische oder neurometabolische Erkrankungen, Schädel-Hirn-Verletzungen
- psychologisch: Trauma, Bindungsstörungen, Deprivation
Folgen und Therapie
Mögliche Folgen
Unbeachtete Entwicklungsverzögerungen können sich langfristig negativ auf den Entwicklungsverlauf und die Schullaufbahn eines Kindes oder Jugendlichen auswirken. Häufig beobachtet werden Schwierigkeiten in folgenden Bereichen:
Schulische Schwierigkeiten
Durch die verzögernde Entwicklung erreicht das betroffene Kind die geforderten schulischen Standards nur bedingt. Dadurch können bei ihm Lücken im Basiswissen (Rechnen, Schreiben, Lesen) entstehen, wodurch es die darauf aufbauenden Inhalte nur schwer bis nicht versteht. Dies führt zu vermehrtem Vermeideverhalten in der Schule, was die Situation weiter verschlechtert.
Geringer Selbstwert und psychische Folgen
Je nach Situation meint das Kind, in vielen oder gar allen Situationen nicht zu genügen, wodurch sein Selbstwert reduziert wird. Dies verschlechtert seine psychische Verfassung und es können z.B. Ängste oder Depressionen auftreten.
Folgen auf die schulische und berufliche Laufbahn
Je länger je mehr wirken die Folgen der Entwicklungsverzögerung sich negativ auf die Schullaufbahn aus. Infolgedessen wählt die betroffene Person eine schulische oder berufliche Ausrichtung, die unter ihrem potentiellen Leistungsniveau liegt.
Therapie und Training
Bei einer Entwicklungsverzögerung ist es essentiell, diese so früh wie möglich zu identifizieren und zu therapieren, um den möglichen Folgen entgegenzuwirken. Im Rahmen einer Ergotherapie besteht die Möglichkeit, den Umgang mit den Einschränkungen zu lernen. In der ergotherapeutischen Behandlung steht “das Tun – tätig sein” im Zentrum, um den Handlungsspielraum durch neu Erfahrenes und Erlerntes zu entwickeln und zu erweitern. Ergotherapie trägt zur Verbesserung der Gesundheit und zur Steigerung der Lebensqualität bei und fördert die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.