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Dorfkernplanung Lindau
Die publikumsorientierten Nutzungen im Dorfkern Lindau sind in den letzten zehn Jahren stetig zurückgegangen (Schliessung Volg, Post, zeitweilige Schliessung des Restaurants Rössli). Das Nahversorgungsangebot und die Möglichkeiten für Begegnungen im Dorfkern sind geschrumpft. Der öffentliche Raum ist nicht als Begegnungsort gestaltet. Die gescheiterte Abstimmung über den Umzug der Gemeindeverwaltung ins Areal Dreispitz in Tagelswangen gab schliesslich den Anstoss, die Dorfkernentwicklung und die Lösungssuche für die Gemeindeverwaltung gesamtheitlich anzugehen.
Entwicklungspotential Dorfkern
Unter Einbezug wichtiger Stakeholder in der Gemeinde wurden bis Ende September 2019 Szenarien für die Dorfkernentwicklung erarbeitet und bewertet. Die Szenarien sollen machbare und auf die Bedürfnisse von Bevölkerung und Gemeindeverwaltung zugeschnittene Lösungswege aufzeigen. Im Schlussbericht vom 30. September 2019 werden der Prozess der Erarbeitung politischer Leitsätze und Ziele für die Dorfkernentwicklung sowie die Entwicklung und Bewertung von Szenarien dargestellt.
Der Gemeinderat setzte sich an verschiedenen Sitzungen und Workshops intensiv mit dem Projekt Dorfkernentwicklung Lindau auseinander. Er studierte die Ausgangslage und erstellte eine Stärken-Schwächenanalyse, er besprach die Resultate aus den Interviews mit den politischen Parteien, mit Vereinen und ausgewählten Organisationen und legte daraus Leitlinien für die Erarbeitung verschiedener Szenarien fest. Die vorläufigen Resultate stellte er an einer Informationsveranstaltung am 25. Juni 2019 der Bevölkerung und der Öffentlichkeit vor. Das Kapitel 6 des Schlussberichts fasst den Stand der Beratung im Gemeinderat per Juli 2019 zusammen.
Der Gemeinderat kam zum Schluss, dass das im Schlussbericht skizzierte Szenario 6 weiterverfolgt werden soll. Dieses Szenario kombiniert einen Neubau des Gemeindehauses mit einer Aufwertung des Aussenraums und mit dem Bedürfnis nach öffentlichem Begegnungsraum. In diesem Szenario gilt es Folgendes zu berücksichtigen:
• Der öffentliche Raum im zu definierenden Perimeter soll attraktiver gestaltet werden.
• Das Konzept soll einen Neubau des Gemeindehauses umfassen; ein An- oder Umbau genügt den Bedürfnissen nicht. Das neue Gemeindehaus soll in Lindau bleiben, kann aber auch einen anderen Standort innerhalb des Perimeters erhalten.
• Das weiter zu bearbeitende Szenario 6 soll neben zeitgemässen, flexiblen und anpassungsfähigen Arbeitsräumen für die Gemeindeverwaltung auch multifunktionale Räume für die Öffentlichkeit umfassen, die auch von Vereinen oder Privaten genutzt werden können. Einbezogen wird in der Planung auch das alte Schulhaus (Bibliothek).
• Szenario 6 bietet die Möglichkeit einer Etappierung. So kann beispielsweise bei einem Neubau des Gemeindehauses an einem anderen Standort als bisher eine Zwischennutzung für das bestehende Gemeindehaus gesucht werden, bevor weitere Schritte unternommen werden.
• Mit einer Mantelnutzung auf der verbleibenden Parzelle (z.B. Wohnen, Gewerbe, Dienstleistungen) soll ein Beitrag an die Finanzierung des Projektes geleistet werden. Dabei soll das Land im Eigentum der Gemeinde bleiben. Die Finanzierungsmodalitäten (z.B. mit Investorenbeteiligung) und die politischen Risiken sind zu klären.
• Der verschiedentlich von der Bevölkerung geäusserte Wunsch nach einem neuen Mehrzwecksaal – als Ersatz oder Ergänzung zum bestehenden Bucksaal in Tagelswangen – stimmt überein mit der Planung des Gemeinderates. Der Gemeinderat verfolgt dieses Ziel jedoch nicht in Lindau, sondern in Kombination mit dem Projekt Schulraumplanung in Tagelswangen.
• Die Chilbi soll weiterhin im Dorfteil Lindau stattfinden.
Mit dem Schlussbericht wurde die erste Phase des Projektes Dorfkernentwicklung Lindau abgeschlossen. Für die nächste Phase hat der Gemeinderat eine neue Projektorganisation unter der Leitung von Gemeinderätin Susanne Sorg-Keller, Ressortvorsteherin Bau und Planung, beschlossen.
Ausarbeitung Richtprojekt
In der nächsten Phase ist ein Richtprojekt/Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Im Richtprojekt sollten die im Schlussbericht genannten Vorgaben sowie offene Fragen konkret beantwortet werden. Das provisorische Raumprogramm vom 27.05.2020 dient als Basis für die Erarbeitung des Richtprojektes. Ebenfalls ist eine Kostenschätzung für das Projekt zu erstellen.
Dokumente
|Name|
|2019-08-28_Dorfkernentwicklung_Lindau_Schlussbericht_Kontex.pdf||Download||0||2019-08-28_Dorfkernentwicklung_Lindau_Schlussbericht_Kontex.pdf|