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Sprache
Prof. Dr. Corina Caduff [BFH Hochschule der Künste]
Sprache und Sprechen ist in Sterbesettings allgegenwärtig. Eine neue Konjunktur von autobiografischen Sterbeberichten – von Blogs im Internet bis hin zu letzten Büchern von Schriftsteller*innen – belegt die aktuelle Relevanz des Sprechens angesichts des bevorstehenden Todes und ermöglicht eine neue Erforschung von Sterbenarrativen. Sterbeberichte verhandeln Ängste und Wünsche, Wissen und Nicht-Wissen: Sie bewegen sich zwischen medizinischen Daten und Hoffnung, zwischen numerischen Statistiken und möglichen Abweichungen, zwischen Todesvorstellungen und Lebenwollen.MehrWeniger
In narratologischen Untersuchungen von publizierten Texten und von alltäglichen Sprechweisen werden wiederkehrende Erzählmuster daraufhin befragt, wie sie das Verständnis und die Erfahrung des Sterbens prägen. Wie reflektieren Sterbenarrative pflegerische, gestalterische und religiöse Praktiken in den Sterbesettings? Wie wirken die Narrative ihrerseits auf die Praktiken zurück? Das Quellenmaterial umfasst u.a. autobiografische Sterbeberichte in verschiedenen Medien – Literatur, Text- und Videoblogs im Internet, Reality-Shows im Fernsehen, Dokumentarfilme – sowie Studien, die auf Interviews mit Sterbenden beruhen.