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Als "Dekonstruktion" bezeichne ich die Inversion zur Konstruktion.

Anschaulich: Ein Kind nimmt sein Spielzeug auseinander, um zu sehen, wie es konstruiert ist. Wenn Ingenieure dasselbe tun, wird das als Revers-Ingeneering bezeichnet.
In der Metapher des Dekonstruktivismus werden Begriffe dekonstruiert, indem untersucht wird, was durch die jeweiligen Begriffe ausgeblendet wird. Diese "Dekonstruktion" von J. Derrida setzt anstelle von Begriffen Differenzen.
In der Dekonstruktion bleiben die Teile erhalten, während sie in der Destruktion zerstört werden.

Bildquelle: Wikipedia
Als Dekonstruktion bezeichne ich in Anlehnung an J. Derrida eine Analyse von Texten, die jenseits von hermeneutischen Interpretationen und deren Deutungswahn liegt.
Der Text wird nur als Text, nicht auch als Bedeutung gesehen. Die Bedeutung liegt im Referenzobjekt, das aber dem Text nicht kausal (oder hermeneutisch als Signifikat) zugeordnet werden kann.
Mich interessiert das Auseinandernehmen (Dekonstruktion) von Text und Bedeutung, so dass der Text als Text beobachtbar wird.
Derridas Konzept der Dekonstruktion [aus der Wikipedia]
Für J. Derrida gibt es keine feste Einheit von Wort und Sinn. Bedeutung ist unhintergehbar sprachgebunden. Sie entsteht aber nicht durch Identität von Signifikat und Signifikant wie in den Repräsentationstheorien oder durch eine stabile Differenz zweier Zeichen wie im Strukturalismus. Jeder Signifikant ist für Derrida ein Nachfolger eines anderen Signifikanten in einem niemals abgeschlossenen Zeichenprozess. Daher kann man die Bedeutung eines Textes nicht vollständig fixieren. Ein Text kann immer noch erweitert werden. Er ist daher immer ein abgebrochener Vorgang und deshalb immer vage. Es gibt keine statische Systemhaftigkeit der Sprache. Bedeutung und Wahrheit erscheinen daher niemals endgültig.
Um dieser Einsicht Rechnung zu tragen, entwickelte Derrida das Konzept der Dekonstruktion (eine Wortkombination aus Konstruktion und Destruktion), mit dem er vor allem philosophische Texte (unter anderem Platon, Rousseau, Kant, Hegel, Nietzsche, Peirce, Husserl, Heidegger, Austin, Levinas) nach Bedeutungen untersuchte, die sich im normalen Wege nicht erschließen. Er wollte insbesondere zeigen, dass Texte phänomenologisch und hermeneutisch nicht vollständig erfassbar sind. Ziel ist es, auch Schichten bloßzulegen, die dem Autor eines Textes nicht bewusst waren. Es sollen Voraussetzungen und Implikationen erkennbar gemacht werden, die in einer konformen Interpretation ausgeblendet sind. Wie Heidegger wollte Derrida die Vorstellung vom „Sein als Anwesenheit“ in Frage stellen. Sein Projekt war eine Kritik der „Metaphysik der Präsenz“.
In der „Grammatologie“ kehrte Derrida die übliche Sichtweise auf das Verhältnis von Schrift und Sprache um und erklärte die Schrift zum führenden Paradigma. „Wir werden zu zeigen versuchen, dass es kein sprachliches Zeichen gibt, das der Schrift vorherginge.“ Bedeutung konstituiert sich losgelöst von der gesprochenen Sprache und damit unabhängig vom Logos und vom Subjekt. Zwischen Sprache und Schrift besteht eine nicht überschreitbare Differenz, die der Schrift eine genauso primäre Funktion gibt wie der Rede. Der Laut (das Phonem) und das Schriftzeichen (das Graphem) stehen nebeneinander. Gestaltbildend für die Schrift sind:
Die Instrumente, die Derrida – ohne systematischen Aufbau – zur Dekonstruktion verwendete, sind Begriffe wie „Differance“ (statt: difference) als Verschiebung und Kennzeichnung von Andersartigkeit, „Spur“ als Hinweis auf die Unauflöslichkeit von (unendlichen) zeitlichen Bezügen, die Anzeige des Abwesenden im Anwesenden, „Dissemination“ als Kraft zur Zersetzung der Opposition dichotomischer Begriffspaare (Körper/Geist, Subjekt/Objekt, Natur/Kultur, Sprache/Schrift, Wesen/Erscheinung) oder „Supplement“ als das Verhältnis der Überordnung zweier Begriffe, wie beispielsweise die Schrift seit Platon (siehe: Phaidros) als aus der Rede abgeleitet gilt. Diese Instrumente dienen dazu, den europäischen „Phonozentrismus“, der einen „logoszentrierten“ Begriff der Vernunft erzeugt, zu destruieren. Denn die Bedeutung eines Textes ist unabschließbar bis hin zur Zersetzung im Laufe der Zeit. Ein Metastandpunkt, der selbst immer sprachlich ist, ist immer zirkulär. Jede Wiederholung im Lesen hat einen anderen Kontext und erzeugt so immerwährend eine neue Bedeutung.