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Mitglieder der Familie Pirelli gelten in Italien als Industrielle, die für die Entwicklung, Produktion und Handel mit Gummiwaren bekannt wurden und den Begriff Pirelli Reifen gross gemacht hat. Später kam die Fertigung von Draht und elektrischen Kabeln hinzu.
Als Giovanni Battista Pirelli 1872 mit der Herstellung von Gummiprodukten begann, war der Verbrennungsmotor und Pirelli Reifen noch Jahrzehnte entfernt.
Hochwertige Produkte, Werbung, Marketing und eine solide Verkaufsstrategie machten Pirelli bis heute zu einem weltweit agierenden Reifenhersteller.
Die Anfänge von Pirelli Reifen – alles aus Gummi
Das erste Unternehmen von GB Pirelli & Company in der Gummiherstellung umfasste elastische Platten und Fasern sowie gummierte Stoffe, vulkanisierte Artikel, Gummibänder und andere gummierte Artikel. Wir haben uns auch schon einmal dem Hersteller Continental gewidmet.
Es dauerte nicht lange, bis das in Mailand ansässige Unternehmen Gummistücke für Kutschen und Pferdeaufbauten herstellte. 1894 stellte Pirelli den neu erfundenen Drahtreifen für Fahrradreifen her.
Bis 1901 wurden bei Pirelli die ersten Autoreifen entwickelt und hergestellt. Unter der Führung von Société Internationale Pirelli expandierte das Unternehmen 1904 nach Spanien, England und Argentinien. Etwas später entstanden Fabriken in der Türkei und in den Vereinigten Staaten. 1907 fuhr das Siegerauto im Grand Prix des Automotive Club of France auf Pirelli-Reifen.
Piero Pirelli, Sohn des Firmengründers, war massgeblich an der Entwicklung des italienischen Telefonnetzes beteiligt. Sein Bruder Alberto war von 1956 bis zu seiner Pensionierung 1965 als Vorsitzender des Unternehmens tätig.
Von Schotterstrassen zum Asphalt
Anfang der 1910er Jahre wurde klar, dass sich das Auto als Transportmittel immer mehr durchsetzen würde. Ebenso offensichtlich war es, dass die damals verfügbaren Reifen den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügten. Pirelli ging daher auf diese Anforderungen ein, indem es Konstruktionen und Herstellungstechniken verbesserte, damit die Reifen haltbarer und langlebiger wurden.
Erfahrungen aus dem Rennsport erwiesen sich dabei von unschätzbaren Wert. Die Innovationen der Reifen für Ferrari und Alfa Romeo auf der internationalen Grand-Prix-Strecke halfen bei der Entwicklung neuer Pkw-Reifen. Fortschritte wie Pirellis Superflex-Reifen der 1920er Jahre bedeuteten Niederdruck-Autoreifen, die langlebiger, komfortabler und mit besseren Griffeigenschaften waren als alles, was zu dieser Zeit verfügbar war. Leider waren diese Jahre geprägt von wirtschaftlicher Turbulenzen und der Beteiligung am Zweiten Weltkrieg.
Der Krieg hat Italien sowohl politisch als auch wirtschaftlich am Boden zerstört. Die Nachkriegszeit brachte für Italien schwache Regierungen sowie Armut, Arbeitslosigkeit und Inflation. Bis 1948 gab es jedoch ein umfangreiches Programm, um die Wettbewerbsfähigkeit Italiens durch öffentliche Investitionen und Wiederaufbau wiederherzustellen.
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Die Welt der Pirelli Strassenreifen
In den 50er Jahren war Pirelli eines der erfolgreichsten Unternehmen in Italien. Nach aussen wurde dieses durch das Pirelli-Hochhaus in Mailand symbolisiert. Ein grosser Teil des Erfolgs des Unternehmens resultierte wiederum aus seiner Erfolgsbilanz auf den Rennstrecken der Welt.
Das Unternehmen wuchs und entwickelte für die Rennfahrzeuge einen breiten Radialreifen. Das sind extra breite Reifen mit geringer Höhe der Seitenwand und radialer Konstruktion. Dies ebnete den Weg für viele der kommenden Innovationen bei Strassenreifen.
Pirelli war ausserdem der erste italienische Reifenhersteller, der für die Reifen synthetischen Kautschuk verwendete und die Baumwollschnüre in den Reifen durch Rayon-Kunstfasern ersetzte. Durch die Erfahrung auf den Rennstrecken der Welt gelang es dem Hersteller Reifen zu fertigen, die den enormen Pferdestärken und Drehmomenten standhalten konnten.
Ein gute Beispiel für die bestehende Verbindung zwischen Pirelli-Motorsport und Consumer-Reifen ist der P Zero, ein Pirelli Reifen, der direkt mit Pirellis Rennsport-Erbe verbunden ist. 1975 wurde der P Zero von Porsche als OEM-Reifen für den Turbo Carrera ausgewählt. Pirellis sind auch heute noch ein beliebter OEM-Reifen für BMW, Porsche, Audi, Ferrari, Alfa Romeo und viele andere Hersteller.
Werbung und Marketing
Neben der langjährigen Unterstützung von Pirelli Reifen im Motorsport, ist der Reifenhersteller Sponsor zahlreicher Fussballmanschaften wie Italien, Brasilien, Grossbritannien und China.
Darüber hinaus war Pirelli Sponsor des Emirates Team New Zealand beim America’s Cup-Wettbewerb 2017 und hat auch die alpinen Ski-Weltmeisterschaften und die IIHF-Eishockey-Weltmeisterschaft gesponsert.
Pirellis Engagement im Motorsport umfasst heute das Sponsoring des ungarischen und spanischen Grand Prix sowie die langjährige Zusammenarbeit mit der Rallye-Weltmeisterschaft und dem FIA Pirelli Star Driver Program. Das Unternehmen ist auch der einzige Partner für Reifen in der Formel-1-Rennstrecke, nachdem Bridgestone vor einigen Jahren sein Engagement zurückgezogen hat.
Pirellis Print- und Fernsehwerbekampagnen wurden seit den 1950er Jahren über die interne Werbeagentur Centro abgewickelt. Im Laufe der Jahre sind Pirellis denkwürdige Werbekampagnen und -strategien so berühmt geworden, dass sie bei der Ausbildung von Werbe- und Marketingfachleuten immer noch Vorbild-Charakter geniessen.
Pirellis Engagement in der Telekommunikation
Auch wenn es für einen Reifenhersteller eher unüblich ist, war die Telekommunikation von Anfang an eine der Kernkompetenzen von Pirelli. Pirelli stellte Isolierungen und Teile für Elektro-, Telefon- und Telegrafenleitungen her und arbeitete an der Technologie für Unterwassertelefonkabel mit.
Diese Aktivitäten spiegeln Pirellis Bereitschaft wider, über den Horizont zu schauen, neue Technologien zu entwickeln und in ihre Produkte aufzunehmen. Das Ende der Telekommunikation kam 2005, als Pirelli die Sparte an Goldman Sachs verkauft wurde.
Pirelli wird eine «Pure Tire Company»
Auch wenn Pirelli Jahrzehnte als diversifiziertes multinationales Unternehmen war, galt die Kernkompetenz immer dem Reifengeschäft. Das Unternehmen trennte sich von der Kabelherstellung und verkaufte das Glasfaserkabelgeschäft an Cisco. Andere Geschäftsbereiche, wie Pirelli Broadband wurde ebenfalls veräussert.
Das Unternehmen Pirelli konzentriert sich nun wieder auf Reifen: Cinturato, PZero, Scorpion und Winterlinien für Autos. Diablo, Angel und Scorpion für Motorräder sowie Cycle-E-, PZero Velo- und Scorpion-Fahrradreifen. Dazu gehört auch ein umfassendes Sortiment an Nutzfahrzeug-, Industrie-, OTR- und Spezialreifen.
Pirelli Reifen heute
Die Automobiltechnologie entwickelt sich weiter und Pirelli ist daran beteiligt. Heute ist das Unternehmen Bestandteil der globalen Reifenindustrie. Fortschritte bei Laufflächenmischungen, umweltfreundlichere Herstellungsverfahren, Reifen mit geringerem Rollwiderstand für Elektro- und Gasfahrzeuge und vieles mehr stehen für Pirelli auf der Tagesordnung. Durch eine solide Strategie erreichen Pirelli Reifen hohe Produktionsvolumen. Alle Reifentypen können online oder im stationären Reifenhandel geordert werden.
Autos werden häufig in Ländern zusammengebaut, die weit von der Unternehmenszentrale ihrer Marke entfernt sind, wobei Teile aus der ganzen Welt verwendet werden. Dies gilt auch für Reifen. Selbst Marken mit einer starken nationalen Identität wie Pirelli, verfügen über Produktionsstätten auf der ganzen Welt.
Fazit: Aus bescheidenen Anfängen wuchs Pirelli zu einem der renommiertesten Reifenherstellern der Welt. Das italienische Unternehmen ist das sechstgrösste Reifenunternehmen der Welt und verkauft jedes Jahr über 6 Milliarden Dollar Reifen. Pirelli Reifen haben den Ruf zuverlässig, kraftstoffsparend und auf beste Leistung optimiert zu sein.