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Aarburg (Kt. Aargau,
Bez. Zofingen).
Reformierte Kirchgemeinde. Die beiden Aarufer verbindet eine Drahtseilbrücke, die aber den
Bedürfnissen der neuen Zeit nicht mehr genügt. - Das Städtchen
Aarburg ist aus Ansiedlungen von Leuten
entstanden, die
zur Burg in Beziehung standen oder
Schiffer waren. Es war durch Mauern,
Turm und Tor geschützt, besass aber
kein Stadtrecht und keine städtische Organisation. Nach dem
Brand von 1844 sind die alten Befestigungen beseitigt worden.
- Die Burg ist von den
Grafen von Froburg im 11. Jahrhundert gegründet worden. Ende des 13. Jahrhunderts
wurden die Herzoge von Oesterreich Besitzer der Burg; doch waren sie bald genötigt, die
Aarburg der Familie Kriech zu verpfänden.
Bei der Eroberung des
Aargaus (1415) gingen die oberherrlichen Rechte an die
Berner über.
Sie setzten einen Landvogt auf die Burg, dessen
Herrschaft das untere
Wigger-,
Pfaffnern- und
Murgthal unterstellt
ward (ausser
Zofingen). An der Burg nahmen die
Berner bauliche Veränderungen vor, die bedeutendste im 17. Jahrh. Der Bauernkrieg
(1653) und der Villmergerkrieg (1656) hatten die Notwendigkeit dargetan, durch ein festes Bollwerk die Verbindung des obern
mit dem untern Aargau
zu sichern und Luzern
und Solothurn
zu verhindern, sich über die
Aare die Hand zu reichen. So erfolgte
denn der Ausbau der
Burg zur Festung. In späterer Zeit diente diese auch als Staatsgefängnis für politische Verbrecher.
So befand sich hier 1740 der
Genfer Micheli du
Crest; dann füllte sich die Festung 1799 mit Gefangenen,
welche das helvetische Direktorium dahin deportierte. Der neu gegründete Kanton Aargau
verwendete die Festung als
Zeughaus, dann als
Zuchthaus (bis zur Eröffnung der
Lenzburger Strafanstalt 1864). Seit 1893 beherbergt sie eine Zwangserziehungsanstalt. Vergl.
Merz, W. Aargauische Burganlagen. 1904. -
Escher, Herm. Die Staatsgefangenen auf
Aarburg im Winter 1802/03. Zürich
1908 und 1909.