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Ungefähr 90% aller Uhrenhersteller verwenden bei Modellen mit römischen Zahlen auf dem Zifferblatt die Schreibweise IIII statt der eigentlich korrekten IV. Warum das so ist, woher diese Tradition stammt und wieso das noch heute so gemacht wird möchten wir euch in diesem Blogbeitrag genauer erläutern.
Die vier Theorien
Es gibt verschiedene Theorien wie es zu der Schreibweise IIII gekommen ist. Die wichtigsten sind die folgenden:
1. Jupiter-Theorie
Zur Zeit der römischen Antike konnten die Schriftzeichen IV auch als JU gelesen werden. JU wiederum war die Abkürzung für die römische Gottheit Jupiter. Hätte man nun diese Abkürzung zusammen mit gewöhnlichen Zahlen auf ein Zifferblatt gesetzt wäre das als Gotteslästerung aufgefasst worden.
2. Die Vorliebe des Sonnenkönigs
Gemäss dieser Theorie sind die persönlichen Vorlieben des Sonnenkönigs LOUIS XIV. für die Schreibweise IIII verantwortlich. Er bevorzugte die IIII und bewegte die Uhrmacher in seinem Einflussgebiet dazu diese Schreibweise zu verwenden.
3. Symmetrie und optisches Gleichgewicht
Wenn man ein Zifferblatt betrachtet dann befindet sich direkt gegenüber der Vier die Acht. Diese besteht aus vier einzelnen Ziffern, nämlich VIII. Mit der eigentlich korrekten Schreibweise IV entsteht so durch die unterschiedliche Anzahl an Ziffern ein optisches Ungleichgewicht. Deshalb hat man sich aus ästhetischen Gründen für die IIII entschieden.
4. Wirtschaftliche Aspekte
Bei dieser Theorie geht es um die Gussformen welche die Goldschmiede verwendeten um die Ziffern herzustellen. Mit einer aus nur vier Ziffern bestehenden Gussform (X, V, I, I) konnte mit vier Durchläufen ein kompletter Satz Indizes gegossen werden. Mit der Schreibweise IV wäre das nicht möglich gewesen und die Herstellung wäre komplizierter und teurer geworden.
Welche dieser Theorien tatsächlich die ausschlaggebende war, darüber wird immer noch debattiert. Ob man diese Frage irgendwann mit Sicherheit beantworten kann, das ist ungewiss. Was man aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass diese alte Tradition der IIII sich bis heute in der Uhrenbranche erhalten hat.