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Heutzutage werden in vielen Familien zu Hause zwei Sprachen gesprochen, vor allem, wenn die Elternteile aus verschiedenen Regionen oder Ländern kommen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat herausgefunden, dass in der Schweiz 16% der Jugendlichen ab 15 Jahren mindestens zwei Muttersprachen haben, von denen es sich bei einer bei fast allen um eine der Landessprachen handelt.
Aber wie sieht es aus, wenn zu Hause drei oder mehr Sprachen gesprochen werden? Dies ist am häufigsten der Fall, wenn das Kind zu Hause mit den beiden Elternteilen in ihrer jeweiligen Muttersprache kommuniziert und in der Schule eine andere Sprache sprechen muss.
Die Anpassungsfähigkeit und die Flexibilität des Gehirns von kleinen Kindern sind gross. Es ist jedoch meistens so, dass das Kind eine der gesprochenen Sprachen besser beherrscht.
Bei Kindern im Schulalter kann es zu Verwirrung in Bezug auf die Sprachen kommen und es kann sein, dass sich Grammatikfehler in gesprochene und/oder geschriebene Sätze einschleichen.
Wenn ein Kind in der Schule auf Französisch oder auf Deutsch kommuniziert, kann es ausserdem sein, dass es diese neue Sprache, die es im Unterricht und mit seinen Kameraden verwendet, einer der beiden Sprachen, die es mit seinen Eltern spricht, vorzieht.
Ob in der Kindheit oder der Jugend, irgendwann kommt immer der Zeitpunkt, an dem sich eine Präferenz für eine der gelernten Sprachen abzeichnet. Daher sind die Eltern gefragt, wenn es darum geht, dafür zu sorgen, dass die anderen Sprachen nicht verloren gehen. Und natürlich kommt es auch auf die Anstrengungen an, zu denen das Kind bereit ist, um mehrsprachig zu bleiben. Es ist nicht einfach, das Gleichgewicht zwischen den Sprachen beizubehalten, dies gelingt nur, wenn das Kind regelmässig die Gelegenheit hat, sich in jeder Sprache auszudrücken. Eines ist jedoch sicher: Um eine Sprache zu behalten, ist Üben unerlässlich, Kinder oder Jugendliche dürfen allerdings nicht dazu gezwungen werden, denn Zwang ist der grösste Motivationskiller. Zwar liegen die Vorteile der Mehrsprachigkeit klar auf der Hand, Experten empfehlen jedoch, zu Hause keine Sprache einzuführen, die in der Familie keinen wirklichen Platz hat. Wenn ein Kind zu vielen verschiedenen Sprachen ausgesetzt ist, erwirbt es jeweils nur sehr beschränkte Kenntnisse.