Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03212.jsonl.gz/847

Beinhäuser damals und heute – ein Vergleich
Hallstatt
Das berühmte Beinhaus von Hallstatt mit seiner beeindruckenden Sammlung an bemalten und unbemalten Schädeln befindet sich in der Michaels Kapelle gleich neben der Katholischen Pfarrkirche. Wie auf der alten Postkarte zu sehen ist, befand sich das Beinhaus schon früher am selben Ort. Heute versteckt sich der Eingang hinter einem Häuschen, bei dem der Eintritt bezahlt wird. Zwei kunstvoll verzierte Türen lassen das Beinhaus verriegeln, während es früher scheinbar offen zugänglich war. Auf den beiden oberen Bildern sind die Grableuchte und ein markanter Grabstein links vom Beinhaus zu sehen.
Wolfenschiessen
Das Beinhaus in Wolfenschiessen hat sich seit dem 19. Jahrhundert stark verändert. Die pyramiden- und kreuzförmigen Strukturen von damals erinnern an die heute noch vorhandene opulente Inszenierung von Gebeinen in den Beinhäusern in Kutná Hora und Kolín. Gegenwärtig sind die Schädel in Wolfenschiessen diskret in zwei kleinen Nischen platziert. Ein Schädel ist mit dem Namen der Verstorbenen bemalt: „Marie Christen“.
Stans
Das Beinhaus von Stans veränderte sich über die Jahrhunderte stark. Eine Konstante in diesem Wandel, abgesehen von den Schädeln und Knochen, bildet eine unscheinbare Leuchte aus Stein. Eine in ihr brennende Lampe sollte Wärme und Licht für die Verstorbenen spenden. Sie ist auf allen vier Bildern zu erkennen und bis zum heutigen Tag im Beinhaus zu besichtigen.
Brig-Glis
Im Beinhaus in Brig-Glis kann man die Schädel hinter einem grauen Vorhang finden. Welche Ansicht bevorzugen Sie?
Lumbrein
Um das Beinhaus in Lumbrein ranken sich eine Reihe von Geschichten. Eine davon erzählt von einem Verliebten, der seine Angebetete beeindrucken wollte und mit den Schädeln rasselte. Leider teilte die Dame seinen Humor nicht und rannte stattdessen schreiend um ihr Leben.
Die Bilder oben zeigen diesen Ort, wie er im Jahre 2015 und (wahrscheinlich) in den 1940er Jahren aussah. Auf den beiden unteren Fotos ist das Innere des Beinhauses im Jahre 2013 sowie (wie wir vermuten) in den 1920er Jahren zu erkennen. Das ältere Bild zeigt die lokale Tradition, Gebetsfäden an den Schädeln anzubringen. Bei jedem Gebet für einen Verstorbenen wurde ein neuer Knopf in den Faden geflochten.
Naters
Das Beispiel des Beinhauses von Naters zeigt, dass sich nicht immer alles dramatisch verändert hat. Oben sieht man das Beinhaus von Naters (Schweiz) in den 1950erJahren. Das Bild unten zeigt dieselbe Perspektive im Jahr 2014.
Domat/Ems
Manche Beinhäuser haben sich in den letzten hundert Jahren stark verändert. Es bieten sich nur wenige Gelegenheiten, um zu sehen, wie anders sie anfangs des 20. Jahrhunderts ausgesehen haben. Manche der Bilder, auf die wir während unserer Recherchen gestossen sind, erlauben einen kleinen Einblick in die Vergangenheit und einen direkten Vergleich mit der Gegenwart.
Hier sehen wir auf beiden Bildern das Beinhaus in Domat/Ems (Schweiz). Das obere Foto ist in den 1940er Jahre entstanden und zeigt ein gut gefülltes Ossarium mit Perlkränzen (dem damaligen Grabschmuck) und Ornamenten aus Knochen. Das untere Bild zeigt wie dasselbe Beinhaus im Jahr 2017, nun hinter einem Gitter verborgen, aussieht.