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Quartierzentrum Wesemlin
Im Quartier Wesemlin, am östlichen Stadtrand von Luzern, befindet sich an wunderschöner Lage mit Sicht auf das Kapuzinerkloster Wesemlin der heutige Wäsmeli-Treff und das Pfadiheim. Dieses Bauensemble bildet, zusammen mit den Aussenplätzen, den Fusswegverbindungen und der Spielwiese der Pfadi, für das Quartier eine wertvolle Gesamtanlage.
Auf dem Areal soll ein neues Quartierzentrum entstehen, ein öffentlicher Treffpunkt für die Bewohnern, die ansässige Pfarrei, verschiedene Gruppierungen sowie die Stadt Luzern.
Daneben ist eine Gewerbefläche gewünscht, welche einen Quartierladen in unmittelbarer Nähe ersetzen soll, sowie weitere Geschäftsnutzungen und kleine, hindernisfreie Wohnungen.
Fünf neue Baukörper, an sorgfältig ausgewählten Orten, ersetzen die bestehenden Bauten. Durch das Aufnehmen historischer Hof- und Gartentypologien einerseits und dem Weiterbauen am benachbarten Mehrfamilienhausquartier anderseits, werden die Neubauten städtebaulich zu Bindegliedern zwischen Alt und Neu. Durch eine hohe Dichte und Kompaktheit der neuen Volumen bleiben grosszügige Aussen- und Grünräume erhalten, welche das Landschaftsbild stärken.
Der westliche Bereich der Parzelle wird mit einem grossen Bauvolumen besetzt. Mit einem geschickten Versatz im Baukörper wird ein Quartierplatz freigespielt, der die bestehende Dorfeiche im Zentrum hat. Dieser Freiraum bietet Platz für die Anlieferung des Grossverteilers, für die Eingänge zu den Läden und dient ausserdem als neuer Treffpunkt im Quartier. Es entsteht ein Gebäude, das ortsverträglich ist. Umso mehr, als dieses Volumen mit seiner Schmalseite am Abendweg steht und so in seiner Massstäblichkeit innerhalb der umliegenden Bestandsbauten bestehen kann.
Eine zentrale Treppenanlage, welche den Quartierplatz auf Strassenniveau und die höher gelegene neue Plaza verbindet, trennt das Volumen in zwei Baukörper. So entsteht ein Punktbau am Quartierplatz, welcher eine angemessene Platzbegrenzung bildet sowie ein in den Wohngeschossen zurückgestaffeltes Volumen, welches im Erdgeschoss das Quartierzentrum aufnimmt.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird das bestehende Pfadiheim und das Wohnhaus im Nordosten abgebrochen und durch drei Wohnhäuser ersetzt.
Mit der präzisen Setzung der fünf Baukörper werden identitätsstiftende Situationen erhalten, naturbelassene Orte gewahrt und neue Freiräume geschaffen.
Das Freispielen der bestehenden Eiche und die Gestaltung eines Treffpunktes schafft innerhalb der Anlage Identität und dient der Adressbildung.
Die Passerelle zwischen den Baukörpern verbindet den Quartierplatz mit der höher gelegenen Plaza des Quartierzentrums, die sich zwischen Zentrum und Pfadiheim aufspannt. Dieser befestigte Freiraum aus eingefärbten Sickerasphalt wird bewusst reduziert gestaltet, um für unterschiedlichste Aktivitäten flexibel genutzt werden zu können.
Der östliche Planungsperimeter wird als wertvoller Freiraum im Bestand gelesen. Mit der Setzung der drei Baukörper soll der Baumbestand grösstenteils erhalten und der Charakter des Villengartens gestärkt werden.
Materialisierung
Die Wahl von Holz als Fassadenmaterial stellt eine Referenz an die Bautradition des Quartiers dar. In der äusseren Erscheinung nehmen die fünf Baukörper die Gliederung der bestehenden Quartiersbauten auf. Das Thema des Sockels wird aufgegriffen und neu interpretiert: Über einem Sockelgeschoss aus Sichtbeton werden die oberen Geschosse in Holzbauweise errichtet. Die Satteldächer der angrenzenden Mehrfamilienhäuser werden bei den drei Wohnbauten neu übersetzt. Die Gemeinsamkeit der fünf Baukörper wird über die Materialisierung und die Tragstruktur gesucht, während sich die unterschiedlichen Nutzungen in der Dachgestaltung abzeichnen.
Durch klare Proportionen und die Wahl identitätsstiftender Materialien kann das neue Quartierzentrum Wesemlin neben den grossmassstäblichen Nachbarn gut bestehen.