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US-Präsidentengattin Laura Bush hat beim jährlichen Treffen
des Korrespondenten-Korps des Weissen Hauses ihrem Mann ohne mit der
Wimper zu zucken die Show gestohlen. |
An diesem festlichen Dinner müssen US-Präsidenten traditionell
ihren Humor unter Beweis stellen. Doch als George W. Bush gerade zu
einem Witz ansetzte, bat ihn Laura sich zu setzen und meinte:
"Seit Jahren nun komme ich zu diesen Dinners und sitze still hier.
Heute möchte ich zur Abwechslung auch mal was sagen."
Die First Lady plauderte anschliessend aus dem Nähkästchen
über ihren Mann, ihre Familie und Mitarbeiter.

"George sagt immer, er sei erfreut, zu diesen Pressedinners
zu gehen. Quatsch! Normalerweise ist er um diese Zeit schon im Bett
und schaue mir "Desperate Housewifes" im Fernsehen an. ---
Gemeinsam mit Lynne Cheney, meine Damen und Herren,
bin ich eine "verzweifelte Hausfrau".

Sie habe ihrem Mann bereits zugeredet: "Um die Tyrannei in der Welt
zu beenden, musst du länger aufbleiben." An einem normalen Abend
liege ihr Mann bereits um 21.00 Uhr in den Federn. Weiter gehts: Ihre
Schwiegermutter gelte ja "als nette grossmütterliche Tante von
nebenan" , sei aber derzeit eigentlich mehr ein Mafiaboss à
la Don Corleone.
Weiter betonte die First Lady, wie stolz sie auf ihren "Farmer" George
sei. Er verbringe viel Zeit auf dem Anwesen im texanischen Crawford
mit der Pflege von Pflanzen.

"Georges Antwort auf jedes Problem auf der
Ranch ist, schneidīs mit der Motorsäge ab."

und etwas deftiger:

"Ihr Mann habe seine Rancher Karriere damit begonnen, ein Pferd zu
melken - ein männliches."

Der Kolumnist John Tierney verglich den Auftritt
von Laura Bush in der New York Times mit König Agamemnon,
der seine Tochter den Göttern opferte.
Bush habe mit der Komödie die Mediengötter
besänftigen wollen. Er fragt sich auch, warum Witze über
sexuelle Frustration bei einem Publikum ankommen,
das jeglichen Sex aus Schule und Fernsehen verbannen will?
Weil die Show addressatengerecht war und viele der Bush
Anhänger die Fernsehsendung "Desperate Housewifes" selbst
auch anschauen. Bush sei nicht wegen seines religiösen Eifers
wegen populär (das sei beim typischen Wähler zweitrangig),
er habe vor allem darum viele Anhänger, weil er von
Intellektuellen belächelt werde. Das sichere ihm Sympathiepunkte,
vor allem von Leuten, die selbst belächelt werden.