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Brasilien gehört zu den Ländern mit der höchsten Zahl von Primatenarten. Es gehört aber auch zu den Ländern, in denen die Primaten am stärksten bedroht sind. Nach einer von 72 internationalen Experten vorgelegten Studie sind zwei Drittel der Tiere gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
In Brasilien kommen laut der Studie 102 Affenarten vor. Damit steht das südamerikanische Land weltweit an der Spitze und selbst noch vor Madagaskar, das Heimat von 100 Affenarten ist. Brasilien, Madagaskar, Indonesien und die Republik Kongo vereinen zwei Drittel aller auf unserem Planeten vorkommenden Primatenarten.
Allerdings sind diese stark bedroht. In Brasilien gelten etwa 39 Prozent als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Als Probleme werden die Zerstörung und Zerstückelung ihrer Lebensräume angeführt, der Verlust an Biodiversität und auch die Ausbreitung der intensiven Landwirtschaft.
Jahr für Jahr führen die menschlichen Aktionen zu einer Abnahme der Bestände. Das gilt auch für die Arten, die bisher noch nicht in der Roten Liste aufgeführt sind. Laut der Studie verringert sich in Brasilien die Zahl großer Populationen jährlich um 48 Prozent.
In einem Modell haben die Forscher die aktuellen Lebensräume der Affen der Ausbreitung der Landwirtschaft gegenüber gestellt. Das Ergebnis ist eine Projektion, nach der bis zum Ende des 21. Jahrhunderts 78 Prozent der Lebensräume verschwunden sein könnten.
Als eine wichtige Gegenmaßnahme wird die Ausweisung von Schutzgebieten gesehen. Schon heute leben laut den Wissenschaftlern etwa 38 Prozent der in Brasilien vorkommenden Affenarten in Nationalparks, Reservaten und anderen Schutzgebieten. Empholen werden ebenso grüne Verbindungen zwischen den Lebensräumen sowie die Gründung eines Fonds zum Schutz der Primaten, in den Unternehmen und auch andere Länder einzahlen.