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Der erste Tag der Serie-A-Paraden im Sambódromo von Rio de Janeiro war geprägt von nervösen Momenten der Hochspannung – in einigen Samba-Schulen, wie der “Unidos de Bangu“ und der “Em Cima da Hora“, marschierten ganze Alas (allegorische Gruppen) mit nur einem oder zwei Teilen ihrer Kostüme – “Império Serrano“ und “Paraíso de Tuiuti“ lösen Begeisterungsstürme des Publikums aus.
Nicht einmal der Sturz eines Mitglieds des Império Serrano, der mit Verdacht auf einen Beckenbruch ins Krankenhaus gebracht wurde, was sich jedoch später als nicht zutreffend erwies – oder das Problem beim Abgang der Teilnehmer der Paraíso do Tuiuti, konnten die Paraden dieser Vereine erschüttern. Während die “Porto da Pedra“ und die “União do Parque Curicica“ ihre Paraden fehlerlos abwickelten.
Nachdem der erste Tag der Serie-A-Paraden vorüber war, setzte die Samba-Schule “Caprichosos de Pilares“ auf die gleiche Formel, mit der sie bereits 1980 Erfolg hatte, einer Satire auf den Kommerz im allgemeinen, wobei sie auch den Karneval nicht verschonte.
An diesem Samstag paradierten weitere acht Samba-Schulen ab 21:00 Uhr. Der Reihe nach: “Alegria da Zona Sul, Acadêmicos de Santa Cruz, Inocentes de Belford Roxo, Unidos de Padre Miguel, Império da Tijuca, Renascer de Jacarpeaguá, Acadêmicos do Cubango und Estádio de Sá”.
Unidos de Bangu
Als erste Schule auf der Avenida, alledings mit sechs Minuten Verspätung, hatte die “Unidos de Bangu“ die Geschichte der grossen Imperien der Menschheit zum Thema gewählt.
Wegen eines Missgeschicks mit ihrem zweiten allegorischen Wagen, der wegen seiner Grösse Schwierigkeiten hatte, in die Avenida Sapucaí einfahren zu können, versäumte die Perkussions-Gruppe der Schule das “Aufwärmen“ ihrer Teilnehmer in der Start-Konzentration. Ohne Kostüme, protestierten verschiedene Teilnehmer, weil sie an der Parade nicht teilnehmen durften.
Em Cima da Hora
Mit einer Huldigung an die arabische Kultur und ihren Einfluss in Rio de Janeiro, präsentierte sich die traditionelle “Em Cima da Hora“, eine der ältesten Samba-Schulen, die ebenfalls durch fehlende Kostüme auffiel. Zahlreiche Bestellungen waren nicht fertig geworden, und die Teilnehmer paradierten mit nur wenigen Stücken.
Der Präsident der “Themengruppe Komponisten“, Ivonir Ramos, weinte herzzerreissend wegen der fehlenden Kostüme – untröstlich über ein ganzes Jahr verlorener Arbeit.
Império Serrano
“Dichtung den Pilgern des Glaubens” – das Thema der Grün-Weissen aus Madureira bezog sich auf die brasilianische Religiosität. Mit luxuriösen Kostümen begeisterte die “Império Serrano“ das Publikum in der Marquês de Sapucaí und präsentierte den illustren Sambista Arlindo Cruz in ihrer “Ala der Komponisten“.
Nicht einmal das Unglück eines Darstellers, der von einem der allegorischen Wagen stürzte und sich nur leichte Verletzungen zuzog, konnte ihre Parade erschüttern.
Paraíso de Tuiuti
Die Blau-Goldene aus São Cristóvão animierte das Publikum der Sapucaí mit Allegorien von Phantasie-Monstern und einem Festessen der Tupinambá-Indios, das vom deutschen Schriftsteller Hans Staden beschrieben wird – die Inspiration des Themas.
Die reich ausgestattete und bunte Parade begeisterte jeden, der dabei gewesen ist. Obwohl die Schule bereits die Paradezeit überschritten hatte, gab es noch Probleme mit den Wagen beim Abgang.
União do Parque Curicica
Als zweitletzte Schule auf der Avenida präsentierte die “União do Parque Curicica“ eine rundum korrekte Parade. Ihr Thema, zu Ehren der drei Tenöre des Samba – Arlindo Cruz, Martinho da Vila und Monarco – begeisterte das Publikum besonders mit den kurzen Pausen innerhalb der Perkussion.
Am Ende der Parade sprach Arlindo Cruz von seiner Freude über die Ehrung: “Der Karneval hat für mich sehr gut angefangen. Ein schöner Samba und eine herrliche Parade“, sagte er.
Porto da Pedra
Der Tiger, das Symbol der “Unidos Porto da Pedra”, war das Ausstellungsstück der Schule, die als vorletzte am ersten Tag des Karnevals auf der Marquês de Sapucaí aufmarschierte.
Das Raubtier präsentierte sich auf dem Wagen, der die Themen-Gruppen ankündigte und in der Choreographie der Front-Kommission, die aus 15 Ballettänzern bestand, inspiriert von der Musik “Caleidoscópio“, von Herbert Viana. Die Rot-Weisse aus São Gonçalo präsentierte eine korrekte Parade, die auch innerhalb der reglementierten Zeit ablief.
Caprichosos de Pilares
Bunt und vergnüglich. So marschierte die “Caprichosos de Pilares“ auf, die den ersten Paraden-Tag der Schulen der Serie A, auf der Marquês de Sapucaí, beendete.
Mit ihrem Thema über den Kommerz in allen seinen Modalitäten, sparte die Schule aus Pilares nicht mit Kritik – und verschonte auch die Welt des Karnevals und ihre millionenschweren Geschäfte hinter den Kulissen nicht, wie zum Beispiel den Handel mit Karnevalisten.