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Carbapenemase-produzierende Enterobakterien (CPE)
Resistente Bakterien (nicht krankmachende und krankmachende) sind überall zu finden. Sie nehmen dort zu, wo Antibiotika eingesetzt werden und ein Austausch von genetischem Material zwischen Bakterien stattfinden kann: bei Menschen, Tieren und in der Umwelt. Die Übertragung zwischen Menschen erfolgt vorwiegend als Kontaktinfektion über die Hände (z. B. ausgehend von Stuhl und infizierten Wunden).
Im Kontakt mit Nutztieren können resistente Keime ebenfalls auf den Menschen gelangen. In der Umwelt sind Übertragungen auf pflanzliche Lebensmittel wie Früchte und Gemüse möglich (etwa durch kontaminiertes Wasser). Zudem kommt es vor, dass während der Schlachtung von Tieren resistente Bakterien auf das rohe Fleisch übertragen werden. Präventionsmassnahmen sind grundsätzlich die sorgfältige Händehygiene im Alltag und im Umgang mit rohem Fleisch.
Für ausgewählte Bakterien mit Antibiotikaresistenzen, die eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit darstellen, wird eine Meldepflicht eingeführt, um die Resistenzlage in der Schweiz zu überwachen. Immer häufiger werden Enterobakterien isoliert, die eine Resistenz gegenüber der Antibiotikagruppe der Carbapeneme aufweisen. Eine solche Resistenz kann durch Mutation des genetischen Materials oder auch durch die Aneignung von Resistenzgenen von anderen Bakterien erworben werden. Seit dem 1. Januar 2016 besteht eine Meldepflicht für CPE, und seit dem 1. Januar 2019 müssen alle positiv getesteten Proben oder Isolate zwecks Resistenzcharakterisierung an das vom BAG bezeichnete Nationale Referenzlaboratorium zur Früherkennung und Überwachung neuartiger Antibiotikaresistenzen (NARA) geschickt werden.
Enterobakterien können unter bestimmten Voraussetzungen Infektionen, wie z. B. eine Harnwegsinfektion, Peritonitis, Pneumonie, Sepsis oder Wundinfektion auslösen und werden durch direkten oder indirekten Kontakt (fäko-oral) übertragen. Eine nosokomiale Übertragung ist möglich.
CPE stellen aufgrund ihrer ausgeprägten Multiresistenz gegenüber allen β-lactam Antibiotika (Penizilline, Cephalosporine, Monobactame und Carbapeneme) ein ernsthaftes Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Aufgrund der verfügbaren Zahlen sind in der Schweiz solche Infektionserreger zurzeit noch selten, weltweit wird jedoch eine rasche Verbreitung beobachtet. In enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antibiotikaresistenzen anresis.ch und dem NARA wird diese Resistenzform aufmerksam verfolgt. Mit der Gründung des Referenzlabors NARA besteht nun auch die Möglichkeit, CPE flächendeckend zu genotypisieren.