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Die Schweizer Tierschutzgesetzgebung regelt auch die Tierversuche. Für sämtliche Eingriffe und Handlungen an Tieren zu Versuchszwecken ist bei den kantonalen Behörden ein Gesuch einzureichen. Darin müssen die Forschenden begründen und belegen, dass die Vorteile, welche die Gesellschaft aus den Tierversuchen zieht, die Nachteile durch das Leiden der Tiere während des Versuchs überwiegen (Güterabwägung). Sie müssen zudem aufzeigen, dass zum beantragten Tierversuch keine Alternativmethoden bekannt sind.
Die Gesuche werden von einer kantonalen Tierversuchskommission beurteilt, die aus Spezialisten und Tierschützern besteht. Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) übt die Oberaufsicht aus und hat ein Beschwerderecht gegen die kantonalen Bewilligungen.
Im Jahr 2012 ist die Zahl der in Tierversuchen verwendeten Tiere gegenüber 2011 um 8,4 Prozent auf 606'434 gesunken (-55'694), wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) in einer Mitteilung schreibt. Im Berichtsjahr wurden gemäss BVET 947 neue kantonale Tierversuchsbewilligungen erteilt (-6,7 Prozent), davon 60 Prozent mit Auflagen. Zusammen mit den Bewilligungen aus den Vorjahren waren insgesamt 3616 gültig. Acht Gesuche lehnte die kantonale Bewilligungsbehörde ab. Das BVET reichte in einem Fall Beschwerde gegen eine kantonale Bewilligung ein.
Bei 80 Prozent der eingesetzten Tiere handelte es sich um Nagetiere wie Mäuse, Ratten, Hamster oder Meerschweinchen. Vögel, insbesondere Geflügel, wurden in neun Prozent der Fälle eingesetzt und zwar im Rahmen von Fütterungsversuchen und Studien zur tiergerechten Haltung. Weiter wurden Fische (vier Prozent), verschiedene Haus- und Nutztierarten, Kaninchen, Amphibien, Primaten und weitere Säugetiere eingesetzt.
Knapp die Hälfte der Versuchstiere wurden 2012 an Hochschulen und Spitälern eingesetzt (+8 Prozent). In der Grundlagenforschung sei die Zahl der verwendeten Versuchstiere leicht steigend, während in den anderen Sektoren ein Rückgang festzustellen sei. In der Industrieforschung nahm die Anzahl Versuchstiere um 24 Prozent ab.
Vier Schweregrade
Die Belastungen für die Versuchstiere sind in vier Schweregrade - von 0 bis 3 - klassiert. Bei Tierversuchen mit Schweregrad 0 werden die Tiere nicht belastet - so etwa, wenn das Verhalten von Hühnern beobachtet wird. Umgekehrt sind Tierversuche mit Schweregrad 3 sehr belastend. 2012 entsprachen 78 Prozent der durchgeführten Tierversuche einem Schweregrad 0 oder 1. Dem Schweregrad 2 entsprachen 20,1 Prozent und 1,9 Prozent dem Schweregrad 3. (BVET)