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Bei diesem Buch hat mich zu allererst der Buchumschlag angesprochen. Als sich dann auch noch die Buchbeschreibung gut anhörte, musste ich es lesen. Und ich habe es nicht bedauert! Die Autorin selber war mir bis dato noch unbekannt, aber sie hat sich bereits durch die Romanvorlage für den Film Das Piano einen Namen gemacht.
Die Geschichte dieses Romans, der auf einer wahren Begebenheit beruht, spielt in der Zeit zwischen 1862 und 1869 in Ägypten. Es ist die Geschichte von Lady Lucie Duff Gordon, ihrer Zofe Sally Naldrett und ihres Dragomanen Omar Abu Halawy. Erzählt wird sie in einfacher Sprache von der Zofe. Sally ist seit mehr als 12 Jahren für Lady Duff Gordon tätig und begleitet sie überall hin. In der Zwischenzeit erscheint die Beziehung zwischen diesen beiden Frauen fast mehr wie eine Freundschaft als wie eine Geschäftsbeziehung und Sally hat hierfür alles andere zurückgestellt. Als Lady Duff Gordons Tuberkulose immer schlimmer wird, empfehlen ihr die Ärzte England und ihre Familie zu verlassen und sich im warmen, trockenem Klima von Ägypten zur Ruhe zu setzen. Sally begleitet sie klaglos. In Ägypten angekommen gesellt sich noch der Dragomane (Übersetzer und sprachkundiger Reiseführer im Nahen Osten) Omar Abu Halawy zu dieser kleinen Reisegruppe. Sie fahren mit einem kleinen Schiff den Nil entlang nach Assuan und lassen sich dort nieder. Sally und Omar führen den Haushalt, die Lady hält unter den wichtigen Männern des Ortes Hof. Beide Frauen interessieren sich sehr für alles Ägyptische und lernen die Sprache und die Sitten des Landes kennen. Langsam aber sicher lassen sie alle steifen englischen Konventionen fallen. Sie lassen das Korsett weg, kleiden sich in ägyptischer Männerkleidung und nehmen ihre Mahlzeiten zusammen nach ägyptischer Weise ein. Beide Frauen haben sich in das Land und die Menschen dort verliebt. Allerdings zerbricht dieses Idyll als Sally sich mehr Freiheiten herausnimmt als ihr in ihrer Position nach Meinung ihrer Lady zustehen.
Dieses Buch ist eine wunderbare Frauenentwicklungsgeschichte, die in ganz ruhiger und einfacher Sprache erzählt wird. Sally, eine Frau, die nie etwas für sich in Anspruch genommen hat, wird von ihrer Arbeitgeberin schrecklich enttäuscht, als sie plötzlich auch ein Recht auf ein eigenes Leben entwickelt. Es ist total erschreckend, wie sich das Geschick von Sally wandelt, wie rechtlos sie plötzlich ist. Aber Sally ist eine Kämpferin und setzt sich für ihr eigenes Glück ein. Im Prinzip ist es eine frühe Geschichte der Emanzipation einer Frau. Ich kann Ihnen dieses Buch nur ans Herz legen.
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