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Wissenschaftliche Aufsätze werden entweder in Journalen oder in Herausgeberschriften veröffentlicht. Herausgeberschriften können Sammelbände zu einem Thema oder gemeinsame Veröffentlichungen von kooperierenden Autoren sein, die einem gemeinsamen Projekt nachgehen. Hier erfährst du die wichtigsten Einzelheiten zur Rolle des Herausgebers (Hrsg.) und wie man ihn in die Quellenangaben einer wissenschaftlichen Arbeit einpflegt.
Definition: Herausgeber (Hrsg.)
Die Abkürzung «Hrsg.» steht für Herausgeber oder Herausgeberin. Alternativ wird auch die Abkürzung «Hg.» verwendet. Der Herausgeber (Hrsg.) ist eine Person, die Beiträge verschiedener Autoren sammelt und in Form einer Herausgeberschrift veröffentlicht. Eine Herausgeberschrift wird manchmal auch als Sammelband bezeichnet. Ein Sammelband beinhaltet vornehmlich kurze Aufsätze, die thematisch nicht miteinander zusammenhängen müssen. Eine Herausgeberschrift kann allerdings auch auf ein spezifisches Thema ausgelegt sein, verschiedene Aufsätze miteinander verbinden oder eine Kooperationsarbeit mehrerer Autoren darstellen, bei der Textabschnitte keinem einzelnen Verfasser zugeordnet werden. Der Herausgeber (Hrsg.) ist der Hauptverantwortliche und entscheidet über die Inhalte und die Gestaltung der Veröffentlichung.
Quellenangaben mit der Abkürzung «Hrsg.»
Quellen mit Herausgeber (Hrsg.) können vielfältig sein. Diese Werke sind daran zu erkennen, dass sie aus Beiträgen mehrerer Autoren bestehen oder über Kommentare zur wissenschaftlichen Einordnung (älterer Werke) verfügen. Viele wissenschaftliche Standardwerke und historische Primärquellen werden als Herausgeberschrift veröffentlicht. Wann immer ein Herausgeber (Hrsg.) angegeben ist, muss dieser bei der Zitation berücksichtigt werden.
- Herausgeberschriften
- Sammelband
- kommentierte/historisch kritische Fassungen von Monografien und Literatur
- historische Dokumente
- Texte mit anonymer Verfasserschaft
Herausgeber eines Werks finden
Angaben zum Herausgeber (Hrsg.) befinden sich normalerweise auf dem Einband der Publikation, im Impressum oder auf der Homepage des Verlages. Innerhalb von Quellenverweisen ist der Herausgeber stets durch die Abkürzung «Hrsg.» oder «Hg.» gekennzeichnet. In einem Sammelband respektive in einer Herausgeberschrift steht der Name des Herausgebers entweder an erster Stelle (vor dem Titel) oder an zweiter Stelle (hinter dem Titel). Wird das Sammelwerk mit Blick auf einen bestimmten Aufsatz zitiert, steht er dagegen hinter dem Aufsatztitel. Bei Primärquellen folgt der Name des Herausgebers an dritter Stelle, nach dem Namen des Verfassers und dem des veröffentlichten Dokuments/Werkes.1
- im Einband der Veröffentlichung
- im Impressum
- auf der Homepage des Verlages
- durch «Hrsg.» oder «Hg» markiert
Je nachdem, um welche Literatur-Art es sich bei deiner zitierten Quelle handelt, kann sich die Position des Herausgebers in der Quellenangabe unterscheiden:
- Herausgeberschrift/Sammelband: vor dem Titel
- Aufsatz im Sammelband und Lexikonartikel: hinter dem Aufsatztitel
Manche Zitierweisen geben die bibliographischen Informationen in einer anderen Reihenfolge an. In jedem Fall sollte der Herausgeber jedoch deutlich durch das beigefügte Hrsg.-Kürzel erkennbar sein.
Übrigens: In englischen Literaturverzeichnissen wird die Abkürzung «ed.» verwendet.
Wer ist der Herausgeber eines Werkes?
Herausgeber (Hrsg.) sind für wissenschaftliche Publikationen von großer Bedeutung. Besonders kleinere Analysen, Essays oder Auswertungen sind oft ungeeignet, um als eigenständige Veröffentlichung präsentiert zu werden. Herausgeber (Hrsg.) sammeln geeignete Texte und bündeln sie zu einem publizierbaren Gesamtwerk. Dabei bilden sie eine wichtige Schnittstelle zwischen wissenschaftlichen Autoren und Verlegern. Sie verfügen einerseits über das spezifische Wissen ihres Fachbereichs, um Autoren bei der Ausarbeitung und Anpassung ihrer Texte zu unterstützen, und andererseits über den Kontakt und die Reputation, um bei einem Verlag für ihr Projekt werben zu können.
Oft nehmen Herausgeber (Hrsg.) bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen zusätzlich die Rolle des Lektors ein, während sie nach geeigneten Aufsätzen suchen und die dazugehörigen Verfasser betreuen. Häufig sind Herausgeber auch inhaltlich an ihrer Veröffentlichung beteiligt, indem sie mindestens das Vorwort und eigene Beiträge für den Sammelband verfassen. Sind Herausgeber und Verfasser eines Aufsatzes identisch, wird der Herausgebername als «ders.» (derselbe) oder «dies.» (dieselbe) angegeben. Dahinter erfolgt dennoch das Hrsg.-Kürzel. Im Folgenden erhältst du Beispiele dafür, wie du einen Beitrag in einem Sammelwerk nach der APA-, Harvard- und der deutschen Zitierweise im Literaturverzeichnis festhältst.
Herausgeber – Verschiedene Zitierweisen
Die Abkürzung «Hrsg». findet ausschließlich im Literaturverzeichnis und in vollständigen Quellenangaben Verwendung. Im Fließtext wird der Begriff üblicherweise ausgeschrieben. Allerdings verlangt ohnehin nur die deutsche Zitierweise nach einer vollständigen Quellenangabe in unmittelbarer Nähe zum Text (als Fußnote). Die APA- und die Harvard-Zitierweise beschränken sich darauf, den Namen des Verfassers sowie das Jahr der Veröffentlichung in Klammern hinter der zitierten Textstelle zu vermerken. Eine ausführlichere Quellenangabe erfolgt erst im Literaturverzeichnis. Im Literaturverzeichnis unterscheiden sich die unterschiedlichen Zitierstile vornehmlich darin, in welcher Reihenfolge sie die bibliographischen Informationen angeben und ob/inwiefern sie Namen in Initialen oder ausgeschrieben darstellen.
Häufig gestellte Fragen
Die Abkürzung «Hrsg.» steht für Herausgeber oder Herausgeberin. Der Herausgeber trägt die Hauptverantwortung für die Veröffentlichung und die Inhalte eines Werkes, an dem mehrere Autoren partizipieren.
Der Name des Herausgebers steht im Impressum einer Veröffentlichung, gegebenenfalls auf dem Einband oder auf der Internetseite des Verlags. Es können auch mehrere Personen als Herausgeber angegeben sein.
Der Herausgeber bestimmt die Inhalte der von ihm herausgegebenen wissenschaftlichen Publikation. Die Einzelheiten dieser Details sowie das äußere Erscheinungsbild entstehen in Absprache mit dem Verleger.
Es müssen sowohl der Herausgeber als auch der Autor des zitierten Beitrags im Literaturverzeichnis erwähnt werden. Es sei denn, das Zitat bezieht sich auf die Herausgeberschrift als Gesamtwerk und nicht auf einen einzelnen Aufsatz.
Es gibt verschiedene Zitierweisen, um eine Herausgeberschrift im Literaturverzeichnis anzugeben. Die deutsche Zitierweise sieht vor, erst den Namen des Autors sowie den Titel seines Aufsatzes, dann den Herausgebernamen (Hrsg.) und den Titel des Gesamtwerks mit Bandnummer, Auflage, Ort, Verlag, Erscheinungsjahr und Seitenzahlen anzugeben.
Quellen
1 Wagner-Egelhaaf, Martina: Zitieren, in: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, o. D., [online] https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/germanistik/lehrende/wagner-egelhaaf_m/handreichung_zitieren.pdf (Abgerufen am 12.09.2022)
2 Fakultät für Erziehungswissenschaft Universität Hamburg: Richtlinien für wissenschaftliche Arbeiten im Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie, in: Universität Hamburg, o. D., [online] https://www.ew.uni-hamburg.de/einrichtungen/ew1/paedagogische-psychologie-neu/files/richtlinien-fuer-wissenschaftliche-arbeiten-apa7.pdf (Abgerufen am 12.09.2022)
3 Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: Literaturverzeichnis, in: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, o. D., [online] https://uol.de/sozialstrukturanalyse/wissenschaftliches-arbeiten/hausarbeit/literaturverzeichnis (Abgerufen am 12.09.2022)