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Bildgestaltung mit Diagonalen
Oft stehen bei Fotos die Vertikalen und die Horizontalen oder aber einzelne Objekte im Mittelpunkt. Versuchen Sie doch stattdessen einmal mit diagonalen Linien zu arbeiten. Wie Sie diese gekonnt in Ihren Bildaufbau integrieren und welchen Einfluss sie auf die Bildwirkung haben, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.
Wirkung der Diagonalen im Bild
Die „echte“ Diagonale führt von der einen zur gegenüberliegenden Ecke des Bildes. Zudem liegt die Diagonale im Goldenen Schnitt. Dabei gibt es zwei Arten von Diagonalen: die absteigende (von oben links nach unten rechts) und die aufsteigende (von unten links nach oben rechts).
Beide haben jeweils eine andere Wirkung. Durch Diagonale Linien kann zum einen eine Tiefenwirkung erzeugt werden, zum andern wird das Auge durch die Linien geführt.
Absteigende Diagonalen
Linien, welche von links oben nach rechts unten führen, wirken für den Betrachter, als käme ihm etwas entgegen, bzw. als käme etwas von hinten auf ihn zu. Diese Diagonale wirkt zudem wenig harmonisch und wird von den meisten als eher negativ empfunden.
Die absteigende Diagonale führt den Blick an den rechten Bildrand, wo er das Bild dann rasch wieder verlässt. Möchte man dies verhindern, so kann man entlang der Linie oder aber an deren Ende ein Objekt platzieren, auf welchem dann der Blick verweilen kann.
Aufsteigende Diagonalen
Linien von links unten nach rechts oben hingegen, empfinden die meisten als harmonisch und eher positiv.
Die aufsteigende Diagonale erweckt den Eindruck von Tiefe, führt den Blick des Betrachters nach hinten und lässt ihn so länger auf dem Bild verweilen.
Je steiler desto aggressiver
Das Bildformat hat einen direkten Einfluss auf den Winkel der Diagonalen. Bei Bildern im Querformat ist sie eher flach, bei Bildern im Hochformat hingegen sehr steil. Je steiler eine Diagonale ist, desto aggressiver wirkt sie.
Eine steile, aufsteigende Diagonale, stellt den Betrachter vor einen grösseren Widerstand beim Gleiten lassen des Blickes entlang der Linie. Einer steilen, absteigenden Diagonale folgt der Blick, sofern er nicht von einem Objekt aufgehalten wird, sehr schnell aus dem Bild.
Bildgestaltung mit Diagonalen
Bei der Bildgestaltung verwendet man oftmals nicht die von der einen zur anderen Ecke führende, „echte“ Diagonale, sondern versucht mit Linien in beliebigen Winkeln den Blick des Betrachters gezielt zu lenken.
Versuchen Sie dabei einen deutlichen Unterschied zwischen einer vertikalen bzw. horizontalen und einer schrägen Linie zu machen. Ansonsten wirkt es so, als wäre die schräge Linie nur fälschlicherweise nicht ganz gerade.
Auch kann die Diagonale ein dicker „Balken“ sein, wessen Mitten zu den Ecken führen, dies wirkt weicher und weniger streng.
Raumgestaltung mit grossflächigen Wandbildern
Diagonale oder schräge Linien auf Bildern können auch für die Raumgestaltung genutzt werden. Dabei gilt: je grösser das Bild, desto stärker die Wirkung. Falls Sie Ihre Räume also zum Beispiel etwas grösser erscheinen lassen bzw. ihnen etwas Tiefe geben möchten, hängen Sie am besten ein Bild auf, auf welchem eine Diagonale von links unten nach rechts oben führt. Geeignete Motive dafür sind Strassen, Trassees, Schiffstege, etc.