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Glaubst du auch, dass das nächtliche Knacken in deiner Wohnung von Elvis stammt, der immer noch am Leben ist und nun in den Wänden deiner Wohnung ein geheimes Hauptquartier einrichtet von wo aus er die Übernahme der Weltregierung vorantreibt? Oder glaubst du auch, dass die Wespe, die deine Grillparty stört, in Wahrheit ein Miniobservationsflugzeug des chinesischen Geheimdienstes ist? Oder dass der Geheimbund der Grohamiter von Ausserirdischen gegründet wurde und im Moment daran ist, als Bauarbeiter verkleidet, den heiligen Ulmahalg auf dem Berner Bahnhofsplatz zu finden?
Willkommen im Club der Menschen mit Verfolgungswahn. Ich gehöre auch dazu. Und David, König der Israeliten ums Jahr 1000 v.Chr ebenfalls. Im Psalm 23 schreibt er: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,“
Heute ist es trendy, befindlichkeitsorientiert zu leben. Die wichtigste Frage lautet: „Fühle ich mich gut?“ Das momentane Glücksempfinden wird zum Massstab für die Lebensqualität.
Der Psalm 23 stellt uns eine andere Lebensmöglichkeit vor: Das Resultat-orientierte Leben. Die wichtigste Frage lautet: „Was wird daraus folgen?“ Die Frucht deines Daseins wird zum Massstab für die Lebensqualität. Die grünen Wiesen oder die dunklen Täler sind nicht das Entscheidende, sondern das Gute und die Barmherzigkeit, die trotz allen Umständen als Resultate bleiben werden.
„Weil Gott unser aller guter Vater ist, legt er in jedes Leben auch etwas Gutes.“ Dieses Zitat stammt von Eberhard Grossmann. Als Arzt und Theologe arbeitete er an der Front im zweiten Weltkrieg und wurde Zeuge von schlimmstem Leid. Auch persönlich blieb er nicht unversehrt. Eine Bombe, die in seiner Nähe einschlug, verminderte sein Hörvermögen auf einem Ohr. Nach dem Krieg, wanderte er nach Schweden aus und arbeitete als leitender Arzt in einer psychiatrischen Klinik. Er arbeitete zeitlebens mit Menschen, die am Abgrund standen. Als ich ihn mit über 80 Jahren getroffen habe, erzählte er davon, dass er in jedem Leben mindestens etwas Gutes gefunden habe. Oft sei es schwierig gewesen, diese Dinge zu finden. Manchmal war es ein Onkel, der gut zu einem war. Oder einzelne Stunden mit der Mutter, die glücklich waren. Aber immer war etwas da.
Ich glaube ihm. Trotzdem will ich hier den Test machen. Gesucht ist der Mensch, der in seinem Leben noch nie etwas Gutes erlebt hat. Bitte melde dich.
„…und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ Mit diesen Worten endet der Psalm 23. Nachdem bisher von unserer Lebensreise mit allen Hochs und Tiefs die Rede war, öffnet David mit diesem Satz zum Schluss eine ganz neue Tür. Es ist die Tür in eine neue Dimension, in der Zeit keine Rolle mehr spielt. Es geht über die Vergänglichkeit hinaus, das Ende wird nicht das Ende sein.
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Hier noch eine Bilderserie zum Psalm 23 auf Photocase, reinschauen lohnt sich!
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Bild: Joachim S. Müller