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Murten Das WBU Bibera ist ausschliesslich im Seebezirk tätig und dennoch kein Gemeindeverband, wie beispielsweise das Gesundheitsnetz See. Das WBU basiert nicht auf dem Gemeinde-, sondern dem kantonalen Wasserbaugesetz und ist deshalb der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion unterstellt.
Sämtliche Massnahmen, die das WBU beschliesst, müssen deshalb von der Planung bis zur Umsetzung mit dem Kanton koordiniert werden. Dies zieht lange Verfahrenszeiten nach sich. Träge ist das WBU aber vor allem, weil alle 19 Gemeinden im Einzugsgebiet der Bibera darin vertreten sind.
Um überschaubare Organisationseinheiten zu schaffen, ist das WBU in drei Einheiten gegliedert. Der erste Abschnitt reicht von der Quelle der Bibera bei Courtepin bis nach Liebistorf, der zweite von Ulmiz nach Ried und der dritte von Kerzers bis Bas-Vully. Jeder Abschnitt ist autonom.
Weil für die Kostenaufteilung beim Hochwasserschutz jedoch das Verursacher- und Nutzniesserprinzip gilt, sind dennoch oft alle Organisationseinheiten involviert. Als Verursacher gelten Gemeinden, die der Bibera Wasser «zuführen». Nutzniesser einer Schutzmassnahme sind dagegen Gemeinden, die davon profitieren. Wird also das Rückhaltebecken in Ulmiz gebaut, gelten die Gemeinden oberhalb des Beckens als Verursacher und diejenigen unterhalb teilweise als Nutzniesser, weshalb beide entsprechend in den Kostenschlüssel einbezogen werden müssen.
Jeder Abschnitt des WBU verfügt über eine «Grosse ausführende Kommission», welche Beschlüsse fasst, und über einen Ausführenden Kommissionsausschuss, der die Umsetzung organisiert. Je nachdem, wie viele Gemeinden nach dem Verursacher- und Nutzniesserprinzip in ein Projekt involviert sind, erhöht sich die Anzahl der beteiligten Kommissionsmitglieder. Es gilt: Je weiter oben am Flusslauf eine Massnahme realisiert wird, desto weniger Personen (Verursacher) sind involviert.
Die Kosten für Massnahmen werden nach dem Wasserbaugesetz durch eine Schätzungskommission des WBU auf die Gemeinden verteilt. Trotz der Komplexität liegt die Stärke des WBU laut Präsident Ueli Minder darin, dass die Gemeinden, welche gemeinsam Beschlüsse fassen, auch immer an den Kosten beteiligt sind. hw