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Drei Tage nach dem errechneten Geburtstermin war es soweit. Am 31. Dezember um 18 Uhr gingen der 1977 geborene Saiful I. und seine 24-jährige Frau Ritu auf Drängen des werdenden Papas zur Kontrolle ins Spital, obwohl Ritu noch keine Wehen hatte. Der Arzt wollte das Ehepaar gerade wieder nach Hause schicken, als um 20 Uhr dann doch die ersten Wehen eintraten. Da war sich auch Herr Doktor sicher, das Baby wird schon bald ein Erdenbürger. Es sollte dann aber doch noch einige Stunden dauern und sogar ein neues Jahr anbrechen bis der 3400 Gramm schwere, 49 Zentimeter grosse Arabi geboren war.
Von Dhaka über Singapur nach Basel
Vater Saiful kam am 13. September 2003 erstmals aus Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, in die Schweiz – alleine. In Bangladesch gab es keine Perspektiven für den heute 39-Jährigen. In seinem Heimatland gab es damals sehr viele Probleme und für junge Menschen wenig Hoffnung auf ein gutes Leben. In den Zeitungen lese man noch immer von vielen Toten im Herkunftsland. In der Schweiz sei das ganz anders. Friedlich und schön, man müsse keine Angst haben, wenn man sich in der Stadt aufhalte. Die Menschen seien freundlich und wer arbeite, verdiene auch gutes Geld.
Saiful war bereits einmal verheiratet. Die Ehe mit einer Brasilianerin, die er in Singapur kennenlernte, wo er vier Jahre lang lebte und arbeitete, bevor sie gemeinsam in die Schweiz kamen, dauerte aber nur fünf Jahre. Sie wollte zurück nach Brasilien, denn ihr fehlte die Wärme. Zudem hätte er im Verlauf der Ehe mitansehen müssen, wie seine damalige Frau in die Welt der Drogen abrutschte. Viel Gutes konnte er trotzdem aus seiner Zeit in Singapur ziehen. Acht Sprachen spricht er seither mehr oder weniger gut. Neben seiner Muttersprache Bengalisch und der in Bangladesch gültigen Amtssprache Englisch spricht er auch etwas Hindi, Malaiisch, Indonesisch, Thai, Urdu und längst ziemlich gut Deutsch.
Eine Tellerwäscherkarriere
Seit über zehn Jahren arbeitet Arabis Vater als Koch im Thai-Restaurant Lily’s beim Claraplatz. Die ersten eineinhalb Jahre wusch er noch Teller und schuf sich zum Koch hoch. Eine regelrechte Tellerwäscher-Karriere also. "Auch zu Hause koche ich", sagt Saiful voller Stolz und zeigt seine Küche, deren FCB-Aufmachung überrascht. "Die Farben Rot und Blau gefallen mir eben sehr" und angesprochen darauf, ob er auch ab und zu an den Spielen des FC Basel anzutreffen sei, sagt Saiful traurig, dass ihm dafür leider das Geld fehle. Er schaue sich aber die Spiele am Fernseher an und seit es barfi.ch gäbe, könne er auch die nicht ausgestrahlten FCB-Spiele dank der Barfi-App live miterleben.
Fasnacht und FCB
Auf die Frage, ob Saiful und seine Frau Ritu wissen, welche Assoziationen der Name Arabi in Basel hervorrufe, schütteln beide den Kopf. Nachdem sich die beiden den Marsch in unserer Gegenwart zum ersten Mal angehört haben lächeln sie, sind sichtlich bewegt. Die Basler Fasnacht kenne er zwar nicht gut, aber was er gesehen habe, gefalle ihm sehr. Den Namen "Arabi" hätten sie allerdings im Internet gefunden. In Bangladesch sei er nicht bekannt. Und gerade das gefällt den beiden. Arabi, er hat bereits ein kleines Schwesterchen, ist eben ein einzigartiger Junge. Bestimmt wird aus ihm ein grosser Fasnächtler. Nächstes Jahr, versprechen Saiful und Ritu, werden sie sich bei barfi.ch melden, um sich 2017 zusammen mit Arabi und dem Basler Newsportal die Fasnacht anzusehen. Die Familienplanung sei mit den beiden Kindern nun abgeschlossen und angesprochen, ob es noch einen unerfüllten Wunsch gäbe für Arabis Familie, sagt Familienvater Saiful: "So bald wie möglich möchte ich den Schweizer Pass beantragen, um auch auf dem Papier ein richtiger Schweizer zu sein. Meine Frau und das Töchterchen ebenfalls, Arabi sowieso. Sonst bin ich wunschlos glücklich."
Während des gesamten Gesprächs schläft Arabi ruhig in seinem Bettchen im Schlafzimmer. Nur das bald seinen zweiten Geburtstag feiernde Schwesterchen Anadye weint kurz bittere Tränchen... als ihm die Königskrone vom mitgebrachten 3-Königskuchen vom Kopf fällt.