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Virtueller Rundgang
Dieser virtuelle Rundgang ist ein Geschenk von Michael à Wengen aus Basel an die reformierte Kirchgemeinde Ziefen-Lupsingen-Arboldswil. Es ist eine Erinnerung daran, dass sich seine Eltern am 15. Oktober 1955 in St. Blasius das Jawort gegeben haben.
Um den virtuellen Rundgang zu starten, klicken Sie bitte auf das Bild:
Die Pfarrkirche von Ziefen liegt auf einem steilen, weithin sichtbaren Hügel ausserhalb des Dorfes. Sie war dem hl. Blasius geweiht. Als Vorgängerbau wird eine Burgkapelle vermutet. Teile des bestehenden Gebäudes stammen aus dem 14.Jahrhundert.
Der 14 Meter hohe Turm beherbergt ⇒ vier Glocken. Die älteste ist die Pestglocke von 1569.
Die Kirchenuhr wird immer noch mit einem mechanischen Uhrwerk angetrieben, jedoch die Zeitmessung wie auch das Glockengeläute werden elektronisch gesteuert.
• Über den Ursprung der Kirche ist nichts bekannt. Als Platz für die Ziefner Kirche war die Chäppelen an der Westecke des Ziefner Rebberges ausgewählt worden. Unbekannte, einige sagen Engel, brachten die Bausteine und das Bauholz an den heutigen Ort auf dem Chilchberg. Weitere vorgesehene und dann vereitelte Plätze für den Kirchbau waren auf dem Bomberg oder auf dem Brunnmätteli hinter dem Pfarrhaus.
• In ihrem Kern mag die Kirche mindestens ins 9. Jahrhundert zurückreichen, denn das Fundament und die untere Partie des ältesten Teiles der Nordwand sind noch im Fischgratmuster aufgeführt.
Der Verputz, auf dem im 14. Jahrhundert die Wandbilder gemalt wurden, ist auf einem weit älteren aufgetragen, unter welchem die Mauersteine rot gebrannt sind. Die Kirche muss einem Brand zum Opfer gefallen sein, vermutlich im 13.Jahrhundert.
• Der Chor und die Südseite des Schiffes wurden im 16. Jahrhundert erweitert und erneuert. Der im unteren Geschoss geschlossene Westturm entstand möglicherweise vor dem im 14. Jahrhundert erbauten Langhaus. Er wurde aber im 17. Jahrhundert, wie dies damals üblich war, erhöht.
• Die Ausgrabung bei der Renovation von 1936 hat eine prachtvoll erhaltene romanische Apsis freigelegt, an der noch der ursprüngliche Verputz zu sehen war.
• An der Nordwestecke zwischen Turm und Schiff liegt das ehemalige Beinhaus.
Zweiteilige Rechteckfenster und ein rundbogiger Eingang bestimmen die Südseite. Die Fenster zeigen den heiligen St. Blasius (1991) und Adam und Eva (1983-1984) und wurden gemalt vom Glasmaler Georg Matt (1918-1998 – Heimatort: Ziefen).
Das Innere zeigt einen Rechteckraum mit flacher Holzdecke. West- und Nordseite bestimmen die Lettner aus dem 17. Jahrhundert. Bibelsprüche zieren die Wände.
An den von den Lettnern zum Teil verdeckten Wänden, deren Mauern aus dem 14.Jahrhundert stammen, wurde 1932 ein umfangreicher Zyklus von Wandmalereien aus der Zeit um 1330/1340 freigelegt.
Diese sind in zwei Reihen übereinander angeordnet. Nur der grosse Christophorus macht eine Ausnahme. Zu erkennen sind die Geburt Christi, das Gastmahl des Pharisäers, die Auferweckung des Lazarus und der Einzug in Jerusalem. An der Nordwand wird die Passion Christi fortgesetzt, und mit der Darstellung der Himmelfahrt und Pfingsten weitergeführt. Die Malereien bleiben in der Fläche und in der Wirkung dekorativ und fügen sich damit in die traditionelle Strömung der Wandmalerei im 14. Jahrhundert ein.
In der Reformationszeit wurden 1529 die Altäre abgebrochen und das reiche Reliquiar entfernt. Die ⇒ Fresken wurden nach Ratschluss übertüncht und so den Blicken der Gläubigen entzogen.
Architektur und Wandmalereien machen die Kirche von Ziefen zusammen mit ihrer alten Ausstattung (Kanzel, Altar und Taufstein – 16./17. Jahrhundert und Epitaph – 17. Jahrhundert) in der einzigartigen Hügellage zu einem der kostbarsten gotischen Bauwerke des Kantons.
Der Wandbilderzyklus aus dem 14. Jahrhundert ist sowohl stilistisch als ikonographisch von hohem Wert und mit jenem von Vermes bei Delsberg verwandt.
> Die Kirche steht unter Denkmalschutz <
Die Strübinscheibe
Fantasievedute der von den Eptingern erbauten Burg auf dem Kirchhügel von Ziefen, umgeben von Wappen und Inschriften.
Die Strübinscheibe zu St. Blasius ist eine Kopie des Originals von 1583, welches im Schloss Wildenstein (östlich von Ziefen gelegen) hängt. Sie wurde gestiftet für die Ziefner Kirche von Heinrich Strübin, damals Pfarrer von Ziefen und Bubendorf.