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In einem breit angelegten partizipativen Prozess werden mögliche, plausible Zukunftsbilder unserer Gesellschaft in Abhängigkeit relevanter Treiber und deren Ausprägung entwickelt. Die erarbeiteten Narrative und die qualitativen und (teils) quantitativen Beschreibungen der relevanten Treiber sollen als Grundlage dienen für langfristige, strategische Planungs- und Entscheidungsprozesse.
Wie sieht die Schweiz 2050 aus? Was beeinflusst unsere Gesellschaft im Jahr 2100?
Sozioökonomische Systeme sind komplex. Sie sind nichtlinear, disruptiv, haben Rückkopplungen und Kipppunkte, ihre Entwicklung ist unsicher und schwer vorhersehbar. Die Zukunft lässt sie weder beobachten noch messen. Für die Entwicklung langfristiger Strategien und als Entscheidungsgrundlagen, werden daher vermehrt Szenarien eingesetzt, die mögliche Zukünfte beschreiben. Szenarien sind keine Vorhersagen oder Prognosen, sondern "eine plausible und vereinfachte Beschreibung, wie sich die Zukunft auf der Grundlage einer kohärenten und in sich konsistenten Reihe von Annahmen über die wichtigsten treibenden Kräfte und Beziehungen ausgestalten könnte".
in einem explorativen, zukunftsoffenen Ansatz, werden in einem breit angelegten Stakeholderprozess mit relevanten FachexpertInnen Schlüsselfaktoren für die ausgewählten Szenariofelder identifiziert. Mögliche Entwicklungen dieser Schlüsselfaktoren werden qualitativ beschrieben. Darauf folgen zwei parallele methodische Vorgehensweisen: 1. werden diese Faktorausprägungen mittels morphologischem Ansatz in das SSP-Rahmenwerk eingegliedert (top-down), und 2. werden sie mittels Konsistenzanalyse zu Szenarien gebündelt (bottom-up). Die Resultate werden verglichen und zueinander in Bezug gesetzt. Anschliessend werden im Rahmen des Szenariotransfers Quantifizierungen vorgenommen. Dazu werden die Schlüsselfaktoren mit quantifizierbaren Variablen beschrieben und deren Trends innerhalb der gesetzten Zeiträume (heute-2050 und 2050-2100) gezeichnet. Auch dieser Vorgang basiert auf Expertenwissen.
Die Shared Socioeconomic Pathways (SSP) wurden ab 2011 für den 5. IPCC-Bericht erstellt. Sie beschreiben fünf unterschiedliche globale mögliche Zukünfte unserer Gesellschaft im 21. Jahrhundert und dies im Spannungsfeld zwischen Herausforderungen im Klimaschutz und Klimaanpassung. Für diese fünf Narrative wurden die Bevölkerung, das Bruttoinlandprodukt und der Urbanisierungsgrad sowie die Bereiche Energienutzung, Landnutzung, Emissionen und Luftschadstoffe modelliert. Alle Daten sind auf der SSP-Datenbank abrufbar.
Die globalen SSPs (basic-SSPs) werden bereits vielfach verwendet um davon nationale und regionale SSPs (extended-SSPs) abzuleiten.
Die fünf Narrative beschreiben folgende mögliche sozioökonomischen Zukünfte:
SSP1: Nachhaltige und kooperative Gesellschaft mit einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und hohen Anpassungsfähigkeit an Strukturbrüche sowie Bereitschaft zur Transformation. (Geringe Herausforderung in Klimaschutz und -anpassung)
SSP2: Weiter wie bisher: Moderates Wirtschaftswachstum, weiterhin Einsatz fossiler Energieträger. Umweltbelastungen dauern an. (Mittlere Herausforderung in Klimaschutz und -anpassung)
SSP3: Zunehmender Protektionismus, Deglobalisierung und Konkurrenz. Ressourcenbedarf ist hoch, es entstehen Machtgefälle und Konflikte. (Grosse Herausforderung in Klimaschutz und -anpassung)
SSP4: Ungleiche Verteilung von Ressourcen zwischen und innerhalb der Staaten. Folgen sind schwacher gesellschaftlicher Zusammenhalt bis Unruhen. (Geringe Herausforderung in Klimaschutz und grosse Herausforderung in Klimaanpassung)
SSP5: Technologieabhängige Welt mit globalisierter, stark wachsender Wirtschaft, ist in hohem Masse von fossiler Energie abhängig. (Grosse Herausforderung in Klimaschutz und geringe Herausforderung in Klimaanpassung)
Details zum Projekt
Projektdauer
2022 - 2025