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Bestimmte Pilze haben die Fähigkeit, auf verwitterten Kupferoberflächen stabile Verbindungen einzugehen, sogenannte Kupfer-Oxalate. Diese Schimmelpilze brachte das Team um Mikrobiologin Edith Joseph von der Uni Neuenburg dazu, über das Material zu wachsen, was als Biopatina bezeichnet wird.
44 Meter hohe Säule
Die Methode kam seit 2013 bereits auf Statuen in Neuenburg, La Chaux-de-Fonds NE, Lausanne und Luzern zum Einsatz. Nun hat das französische Forschungslabor für Historische Monumente (LRMH) bei Joseph angefragt, um die Biopatina auf der Colonne Vendôme zu testen, wie die Universität Neuenburg am Montag mitteilte.
Die 44 Meter hohe Säule markiert den Sieg bei der Schlacht von Austerlitz im Jahr 1805 von Napoleon I über die Heere der Russen und Österreicher. Seine Büste thront zuoberst. Das Besondere an der Säule ist, dass sie aus Stein besteht, der mit den eingeschmolzenen Kanonen der Unterlegenen überzogen wurde.
Kanonen der Verlierer
«Die Schwierigkeit sind die verschiedenen Legierungen aus diesen unterschiedlichen Kanonen», erklärte Joseph. Seit ihrer Zerstörung 1871 und ihrem Wiederaufbau 1873 sei die Säule nicht mehr restauriert worden. Josephs Team wird einige Quadratmeter in der Kuppel der Säule behandeln.
Die Biopatina schützt die Oberflächen von Kupferlegierungen. Sie werde ohne giftige Substanzen aufgetragen und stabilisiere die Korrosion, erklärte Joseph. Die Behandlung stellt aber nicht das ursprüngliche Aussehen des Metalls wieder her, sondern erhält den für Kupfer typischen grünlichen Überzug. Die Pilze werden mit aufgesprühtem Malz genährt, damit sie auf der Oberfläche wachsen.