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Lösen diese Aussagen bei dir ein unbehagliches Gefühl aus?
Wie viele Business-Ratgeber hast du gelesen, die Business mit Krieg vergleichen? "Business heisst Krieg." "Konkurrenz ist der Feind." Wie oft hast du gehört, dass Geld Freiheit und Unabhängigkeit beschert? Man müsse nur genug hart arbeiten, um sich selbst zu befreien. Wann hast du zuletzt eine Entscheidung getroffen, die – wissentlich oder unwissentlich – deinem persönlichen Erfolg diente, hast dabei aber den physischen, psychischen oder finanziellen Schaden ignoriert, den deine Entscheidung anderen zugefügt hat? Die Realität, die durch Aussagen wie "Krieg ist Business", "Freiheit ist Geld" oder "Unwissenheit ist Erfolg" entsteht, spiegelt die Grundwerte der Geschäftswelt wider.
Businesssprache: Kommando und Kontrolle
Diese Sprache der Geschäftswelt ist vom Industriezeitalter geprägt. Erfindungen wie Fabriken, Fliessbänder und Massenproduktion haben unsere Gesellschaft verändert. Zusammen mit dem industriellen Fortschritt entstand eine neue Sprache, um über diese Schöpfungen zu sprechen: Wiederholung, Effizienz, Produktivität, Management, Hierarchie... Es entstand eine Sprache, die auf Kommando und Kontrolle basiert. Zugleich ist es auch eine Sprache der Entmenschlichung, in der wir Menschen zu austauschbaren Zahnrädern in einer Maschine werden.
Wir haben das Industriezeitalter hinter uns gelassen. Aber wir denken, sprechen und unterhalten uns immer noch mit dem Vokabular dieser Zeit. Es ist an der Zeit, dass wir ein Gespräch über die überholten Prinzipien, Methoden und Prozesse aus dem Industriezeitalter beginnen. Der Begriff "Human Resources" ist ein Paradebeispiel für die Auswirkungen des Industriezeitalters. Er ist schädlich, weil er die Art und Weise prägt, wie wir über Menschen denken. Als blosse Ressourcen.
- Frauen gehören Männern.
- Kinder sind billige Arbeitskräfte.
- Menschen können Eigentum anderer Menschen sein.
Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden diese Aussagen als wahr angesehen. In einigen Teilen der Welt werden sie immer noch nicht hinterfragt. Sie widerspiegeln die Interessen der Regierungspartei. Aber das bedeutet nicht, dass wir sie einfach akzeptieren sollten. Es bedeutet nicht, dass wir den Status quo nicht in Frage stellen können. Gerade das sollten wir tun, indem wir Geschichten einer Zukunft erzählen, die anders, besser und menschlicher ist.
"Was wäre, wenn...?" – Infragestellung des Status quo
Wie beginnen wir diese Zukunft? Wir haben ein mächtiges Werkzeug: Sprache, und insbesondere Fragen. Die interessanteste Frage ist dabei: "Was wäre, wenn...?". Was wäre, wenn es illegal ist, dass Menschen Eigentum von jemand anderem sein können? Was, wenn Kinder nicht arbeiten dürfen, bis sie erwachsen sind? "Was wäre, wenn...?"-Fragen stellen bestehende Machtstrukturen, Autoritäten und Regeln in Frage. Solche Fragen eröffnen einen neuen Raum, in dem eine menschlichere Zukunft möglich wird.
Solche "Was wäre, wenn...?"-Fragen waren eine treibende Kraft in der Hippie-Kultur. In dieser Kultur schuf das antiautoritäre Ethos einen Denkraum. In diesem bewegten sich Informationen frei und waren für jeden zugänglich, in der Hoffnung, dass daraus eine friedlichere, egalitärere Gesellschaft entstehen könnte.