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Natürlich ist der Titel marktschreierisch, und das begleitende Orchester verweist auch in Richtung Unterhaltung. Aber erstens ist das nicht verboten, zweitens war dieser so tragisch früh verstorbene Michael Rabin tatsächlich so etwas wie ein Zauberer. Das kann man am besten auf seiner Geschichte schreibenden Aufnahme der 24 Paganini-Capricen nachhören; aber nicht weniger faszinierend sind Platten wie diese, in denen klassisches Virtuosen-Repertoire (durchaus: Show-Stücke) förmlich zu explodieren scheint: Vor Musikalität vor allem, denn die stupende Technik gibt es hier sozusagen 'en passant'. Vom kürzesten Stück (ein durch Jascha Heifetz' Arrangement noch verschärfter "Hummelflug") über Kreislers "Caprice Viennois" oder Massenets Thaïs-"Méditation" bis zum längsten, Camille Saint-Saëns' "Introduction und Rondo Capriccioso". 23 Jahre alt war Rabin zum Zeitpunkt der Aufnahme (er wurde nur 35): Ein vollkommener, reifer Künstler. Unfassbarerweise ist dies eine seiner letzten Aufnahmen: Nach 1960 betrat er nie wieder ein Studio. – Besonderen Dank an Testament für die Auswahl dieses Titels ebenso wie für die fabelhafte Qualität der Reissue.
© Janis Obodda