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Soziale Chancengerechtigkeit durch Gesamtschulen. Können Gesamtschulen dazu beitragen sekundäre Herkunftseffekte am Übergang nach der Sekundarstufe I zu reduzieren?
Das deutsche Schulsystem durchläuft derzeit einen Änderungsprozess an dessen Ende
voraussichtlich ein zweigliedriges Schulsystem stehen wird, das sich aus dem Gymnasium
auf der einen und einer mehrere Bildungsgänge umfassenden Schulform auf der anderen
Seite zusammensetzen wird. Der Umbau zur Zweigliedrigkeit ist als politischer Kompromiss
zu bewerten, der sich unter anderem aus dem Bestreben verschiedener Parteien ein
Einheitsschulsystem zu etablieren und dem Elternwiderstand hiergegen ergeben hat.
Angesichts zahlreicher nationaler und internationaler Studien, die belegen, dass sich
eine längere gemeinsame Beschulung von Schülerinnen und Schülern positiv auf deren
Bildungschancen auswirkt, stellt sich die Frage, ob die Zweigliedrigkeit ausreicht oder, ob ein
Einheitsschulsystem nicht geeigneter wäre, um soziale Chancengerechtigkeit in Deutschland
zu erreichen. Die aktuelle mehrgliedrige Ausgestaltung des deutschen Schulsystems
steht einer einfachen Antwort auf diese Frage entgegen. Integrierte Gesamtschulen, die
in Deutschland bereits seit den 1970er Jahren existieren und Gemeinsamkeiten mit den
Einheitsschulen anderer Staaten aufweisen, bieten die Möglichkeit sich einer Beantwortung
der Frage anzunähern.
Autorentext
Lorenz, Jennifer
Jennifer Lorenz studierte an der Universität zu Köln und promovierte an der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Soziale Ungleichheit, Bildungsentscheidungen und empirische Forschungsmethoden.