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Der britische Street-Art-Künstler Banksy hat übers Wochenende offenbar in Paris einige Graffitis hinterlassen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt handelt es sich um sechs Werke. Laut Experten soll mit diesen Kritik an der Flüchtlingspolitik der französischen Regierung geübt werden.
Eines der Graffitis zeigt beispielsweise ein dunkelhäutiges Mädchen, das neben einem Schlafsack mit rosa Farbe ein Teppichmuster über ein Hakenkreuz pinselt. Ein Teddybär liegt ebenfalls daneben. Das Werk befindet sich in der Nähe eines ehemaligen Aufnahmezentrums für Flüchtlinge am nördlichen Stadtrand von Paris. Seit die Aufnahmeeinrichtung im März geschlossen wurde, campieren hunderte Flüchtlinge an Kanälen und unter Autobahnbrücken im Freien - auch am Sonntag schliefen einige Migranten nahe dem Graffiti.
Banksy, der seine Identität geheim hält, hat die Kunstwerke nicht im Internet, etwa über das Online-Netzwerk Instagram, angekündigt. Experten gehen aber davon aus, dass sie von ihm stammen. «Das ist absolut der Stil von Banksy aus den 2000er-Jahren», sagte der Kunsthistoriker Paul Ardenne. «Es hat eine besondere Handschrift, die Farbe, die Verwendung von Fotos und deren grafische Umwandlung: Entweder ist es ein Banksy oder eine sehr gute Kopie.»
Auch in der Nähe der Universität Sorbonne wurde ein mutmasslicher Banksy entdeckt: Das Kunstwerk zeigt einen Mann, der eine Säge hinter seinem Rücken versteckt und mit der anderen Hand einem Hund einen Knochen hinhält - dem Hund fehlt ein Stück eines Vorderbeins.
Etwas später wurde auch ein Graffiti beim Notausgang des Bataclan gefunden. In der Konzerthalle war es am 13. November 2015 zu einem dschihadistischen Terroranschlag gekommen, bei welchem 130 Menschen ums Leben kamen.
Banksy ist der prominenteste Street-Art-Künstler der Welt, seine Werke prangen in vielen Ländern an Wänden. In Paris begann nach Bekanntwerden der neuen Motive die Jagd auf die Bilder: In sozialen Netzwerken fragten Nutzer, an welchen Adressen die Kunstwerke zu finden sind.
Banksy hatte seine Kritik am Umgang Frankreichs mit Flüchtlingen bereits 2015 in einem Kunstwerk zum Ausdruck gebracht. In der Nähe des Camps «Jungle» in Calais hinterliess er ein Motiv, das Apple-Gründer Steve Jobs - selbst Sohn syrischer Einwanderer - mit einem Bündel über der Schulter und einem Computer in der Hand zeigt. (sda/afp)