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Der R&B-Sänger Bruno Mars ist der grosse Abräumer der diesjährigen Grammy-Verleihung. Er gewann sechs Preise, unter anderem für das beste Album des Jahres. Die in Bern lebende Weltklasse-Geigerin Patricia Kopatchinskaja darf sich ebenfalls über einen Grammy freuen.
R&B-Sänger Bruno Mars kann nach der diesjährigen Grammy-Verleihung in New York die wichtigsten Preise mit nach Hause nehmen. Am Sonntagabend siegte er in den Kategorien Album des Jahres («24K Magic»), Aufnahme des Jahres (Titellied «24k Magic») und Song des Jahres («That's What I Like»).
«Oh mein Gott. Vielen Dank, Leute, Wow», sagte er bei der Annahme seiner letzten Auszeichnung während der Gala. Jay-Z, der insgesamt acht Mal nominiert war, ging zwar leer aus. Der Rapper wurde aber dennoch gewürdigt.
Als beste neue Künstlerin wurde Alessia Cara geehrt. Die kanadische Singer-Songwriterin wurde unter anderem durch ihren Synthie Pop-Song «Scars to Your Beautiful» bekannt.
Die Recording Academy setzte mit der diesjährigen Grammy-Verleihung einen historischen Marker. In der begehrten Kategorie Album des Jahres waren vier von fünf Alben aus der Sparte Rap und R&B nominiert worden, die von schwarzen Künstlern oder Musikern lateinamerikanischer Abstammung entwickelt wurden.
Allein in der ersten Stunde der Musikgala gewann US-Rapper Kendrick Lamar fünf Auszeichnungen - und war bis zu Mars' sechsfachem Sieg der König der Veranstaltung. Lamar siegte unter anderem in den Kategorien bestes Rap-Album («DAMN.») und beste Rap-Gesangs-Performance («Loyalty») gemeinsam mit Rihanna.
Die Musik-Show schlug zuvor markige politische Töne an. Einen überraschenden Auftritt gab es von Hillary Clinton: Mit einer Lesung aus dem Enthüllungsbuch «Fire and Fury» teilten die frühere Präsidentschaftskandidatin und Star-Musiker gegen US-Präsident Donald Trump aus.
Auch Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg lasen einige Sätze aus dem Buch. «Warum lese ich diesen Scheiss überhaupt?», fragt Cardi B, nachdem sie eine Passage zu Trumps angeblich regelmässigen Cheeseburger-Abendessen im Bett rezitiert hat. «Ich kann das nicht glauben. Lebt er so wirklich sein Leben?»
Die Uno-Botschafterin der USA, Nikki Haley, reagierte prompt auf die verbale Ohrfeige vor einem Millionenpublikum gegen ihren Vorgesetzten und Parteikollegen Trump. «Ich habe die Grammys immer geliebt, aber dass Künstler das »Fire and Fury«-Buch lesen, war das Ende», twitterte Haley wenige Minuten nach dem Sketch.
In einer Dankesrede spielte Lamar auf Jay-Zs Streit mit US-Präsident Donald Trump an. «Jay for president», sagte er und nahm damit Bezug auf die Kritik des Rappers. In einem CNN-Interview hatte Jay-Z gesagt, Trumps mutmasslich abwertende Äusserungen über Haiti und afrikanische Staaten seien enttäuschend und verletzend. Trump hatte darauf via Twitter reagiert und geschrieben, jemand möge den Musiker darüber informieren, dass die Arbeitslosigkeit unter Afroamerikanern wegen seiner Politik auf dem niedrigsten Stand aller Zeiten sei.
Die Rockband U2 trat vor der Freiheitsstatue auf. Sängerin Camila Cabello sprach davon, eine stolze, aus Kuba und Mexiko stammende Frau zu sein, die in Havanna auf die Welt gekommen sei. Mit Blick auf die Debatte um junge, auch als «Dreamer» bekannte Migranten, für die ein US-Programm zum Schutz vor Abschiebung ausläuft, sagte sie: «Diese Land wurde von «Dreamern» gebaut - für Träumer, die den amerikanischen Traum verfolgen.»
Aus Solidarität mit der #TimesUp-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe trugen mehrere Musiker bei der Verleihung weisse Rosen am Revers oder in der Hand. Darunter waren Rapper Kendrick Lamar, Lady Gaga, Miley Cirus, Khalid, Sam Smith, Janelle Monae sowie Alessia Cara. Die weisse Rose galt bei der Verleihung als Pendant zur schwarzen Kleidung, in der Prominente bei der Golden Globe-Gala Anfang Januar erschienen waren.
Auch die Schweiz darf sich derweil über einen Grammy freuen. Die moldawisch-schweizerische Geigerin Patricia Kopatchinskaja gewann zusammen mit dem Saint Paul Chamber Orchestra einen der begehrten Musikpreise für die beste Kammermusik-Performance.
Die Weltklasse-Geigerin Kopatchinskaja wurde für das Schubert-Album «Death & The Maiden» geehrt. Im vergangenen Jahr gewann die 41-Jährige in der Schweiz den Grand Prix Music.
Patricia Kopatchinskaja wurde 1977 in Moldawien geboren und lebte mit ihrer Familie zunächst in Wien. Im Alter von 21 Jahren zog sie nach Bern, um ihre musikalische Ausbildung am Konservatorium abzuschliessen. Ab September 2018 wird sie in der Schweizer Hauptstadt für mindestens drei Jahre künstlerische Leiterin des international bekannten Kammerorchesters Camerata. Kopatchinskaja ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Bern.
Dagegen leer ausgegangen war der in Genf geborene Mundharmonika-Spieler Grégoire Maret. Der 42-Jährige hatte als Gastsolist zusammen mit dem US-Jazzmusiker Chuck Owen und der Formation «The Jazz Surge» in vier Nebenkategorien auf einen Preis gehofft.
Bisher gab es drei Grammy-Preise für die Schweiz: 1987 gewann der Harfinist Andreas Vollenweider die Auszeichnung, 1990 der Musik-Ethnologe Marcel Cellier und 2016 der umstrittene Produzent Al Walser. (sda/afp/dpa/ap)