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Paliperidon und Amiodaron beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Risiko für ventrikuläre Arrhythmien
Mechanismus
Paliperidon war in in-vitro-Studien ein P-Glykoprotein (P-gp)-Substrat, in-vivo-Daten liegen nicht vor und die klinische Relevanz ist unbekannt [Zhu HJ, 2007]. Amiodaron ist ein P-gp-Hemmer, sodass es theoretisch zu erhöhten Konzentrationen von Paliperidon kommen könnte. Für Amiodaron ist eine QT-Zeit-verlängernde Wirkung bekannt [Taira CA, 2010], auch unter Paliperidon kann es zu einer Verlängerung der QT-Zeit kommen [Vigneault P, 2011].
Effekt
Durch den additiven QT-Zeit-verlängernden Effekt in der Kombination kann das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (Torsades de pointes) ansteigen. Unter möglicherweise erhöhten Paliperidonkonzentrationen kann ein QT-Zeit-verlängernder Effekt vergrössert sein.
Empfehlung
Die gleichzeitige Verabreichung von Amiodaron und Medikamenten mit bekannter QT-Intervall-verlängernder Wirkung sollte vermieden werden. Die Kombination darf nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden. Das Risiko für Torsades de Pointes kann erhöht sein. Daher muss eine regelmässige EKG-Kontrolle der QT-Zeit erfolgen, ebenso sollten Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium) monitorisiert werden. Wegen der protrahierten Wirkung ist besondere Vorsicht bei der Verabreichung von Depot-Paliperidon angezeigt. Zu beachten ist auch, dass aufgrund der sehr langen Halbwertszeit (20-100 Tage) von Amiodaron das Risiko für eine Interaktion auch nach Absetzen von Amiodaron für Wochen bis sogar Monate bestehen bleibt.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018