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Langzeitresultate nach intensiver Behandlung eines Typ-2-Diabetes (Studie 2)
|r -- Holman RR, Paul SK, Bethel MA et al. Long-term follow-up after tight control of blood pressure in type 2 diabetes. N Engl J Med 2008 (9. Oktober); 359: 1565-76 [Link]|
|Kommentator(in): Peter Diem|
|infomed screen Jahrgang 13 (2009), Nummer 1

Datum der Ausgabe: Januar 2009
In der UKPDS-Studie wurde gleichzeitig mit der blutzuckersenkenden auch eine blutdrucksenkende Therapie untersucht.Personen mit Blutdruckwerten von ≥160/90 mmHg (ohne antihypertensive Behandlung) oder ≥150/85 mmHg (mit Behandlung) wurden nach dem Zufall in eine Gruppe mit intensiverer Blutdruckeinstellung mit Captopril (Lopirin®u.a.) oder Atenolol (Tenormin® u.a.) oder in eine Gruppe mit weniger intensiver Blutdruckeinstellung eingeteilt.Während der eigentlichen Studie (Beobachtungszeit von 8,5 Jahren) wurden in der intensiver behandelten Studiengruppe signifikant weniger Diabetes-assoziierte Todesfälle und Schlaganfälle beobachtet.
Anschliessend an die Studie wurden die Studienteilnehmenden hausärztlich weiter betreut. Nach zwei Jahren hatten sich die Blutdruckwerte in den beiden Gruppen einander angeglichen. Nach sechs bis zehn Jahren fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen mehr bezüglich allgemeiner Mortalität, kardiovaskulären Erkrankungenund Schlaganfällen
Zusammengefasst von Anne Witschi
Resultate der UKPDS wurden schon wiederholt in «infomed-screen» besprochen. Die erste dieser zwei neuen Studien zeigt einen günstigen Effekt der intensivierten Blutzuckerkontrolle beim Typ-2-Diabetes auf alle Diabetes-assoziierten Endpunkte, mikrovaskuläre Endpunkte, Myokardinfarkt und die Gesamtmortalität, und zwar bis 10 Jahre nach Ende der randomisierten Intervention! Dabei ist überraschend, dass dieser Effekt nicht nur persistierte, sondern bezüglich Myokardinfarkt und Gesamtmortalität erst im Laufe dieser zusätzlichen Beobachtungszeit statistisch signifikant wurde. Die erst mit der Zeit erreichte Signifikanz ist leicht zu interpretieren und dürfte mit der steigenden Anzahl von Ereignissen, welche nach einigen Jahren erst die nötige Power ergab, zusammenhängen. Die Studien verantwortlichen nennen die Beobachtung, dass die erwähnten Effekte auch 10 Jahre nach Studienende persistierten, «Legacy Effect». Pathogenetisch ist dieses Phänomen völlig ungeklärt. Immerhin fand die DCCT/EDIC-Studie beim Typ-1-Diabetes bereits 2005 analoge Resultate!1 «Legacy» kann übersetzt werden mit Vermächtnis oder Altlast. Eine Anamnese eines schlecht eingestellten Diabetes – selbst wenn dies 10 Jahre zurückliegt– wäre demnach eine Altlast!
Die zweite Studie zeigt die analogen Resultate der blutdrucksenkenden Intervention. Hier verschwindet der günstige Effekt der intensivierten Therapie mit den Jahren und die beiden Therapiearme nähern sich zunehmend.Bezüglich Blutdruck gibt es anscheinend weniger Altlasten!
Peter Diem
1 Nathan DM, Cleary PA, Backlund JY et al. Intensive diabetes treatment and cardiovascular disease in patients with type 1 diabetes; Diabetes Control and Complications Trial/Epidemiology of Diabetes Interventions and Complications (DCCT/EDIC) Study Research Group. N Engl J Med 2005 (22. Dezember); 353: 2643-53.
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Langzeitresultate nach intensiver Behandlung eines Typ-2-Diabetes (Studie 2) (Januar 2009)
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