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Überblick
Bei Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) bilden sich bösartige Tumoren an den Eierstöcken. Zur Gruppe dieser Erkrankung gehört ebenso der Eileiterkrebs (Tubenkarzinom) sowie der Krebs des Bauchfells (Peritonealkarzinom). Die drei Krebsarten werden im Folgenden zusammengefasst, da sie gleich behandelt werden. Leider wird diese Krebsart oft erst spät entdeckt.
Häufige Fragen
Ursachen
Krebs entsteht, wenn Zellen sich unkontrolliert vermehren und umliegendes Gewebe angreifen. Eierstockkrebs beginnt meist auf der Oberfläche der Eierstöcke. Es gibt jedoch sehr viele verschiedene Zelltypen, welche betroffen sein können.
Die Wahrscheinlichkeit an Eierstockkrebs zu erkranken steigt mit dem Alter. Meistens sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Häufiger erkranken zudem auch Frauen, die nie oder erst spät Kinder geboren haben oder bei welchen in der Familie weitere Fälle von Eierstockkrebs oder Brustkrebs vorliegen. Auch ein früher Beginn der Menstruation und ein spätes Einsetzen der Wechseljahre erhöhen das Risiko für Eierstockkrebs.
Symptome
- Appetitlosigkeit oder Völlegefühl
- Verdauungsstörungen
- Blähungen
- Übelkeit
- Müdigkeit
- Rückenschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Erhöhte Dringlichkeit oder Häufigkeit des Harndrangs
- Kurzatmigkeit
- Menstruationsstörungen
Diagnose
Oft erkennen Spezialisten bei einer Tastuntersuchung und einer ausführlichen Ultraschalluntersuchung, ob die Eierstöcke vergrössert sind oder Flüssigkeit im Bauchraum vorliegt.
In manchen Fällen sind weitere bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig, um eine genauere Diagnose zu erhalten oder um bei einem weit fortgeschrittenen Krebs nach Ablegern in anderen Organen zu suchen.
Weiter kann das Blut auf sogenannte Tumormarker untersucht werden. Diese können einen Hinweis darauf geben, ob im Körper ein Tumor wächst, sind jedoch nur bedingt aussagekräftig.
Mitunter muss mit einer Gewinnung von Zellen oder Gewebe über eine Punktion oder eine Bauchspiegelung definitiv bestätigt werden, ob es sich bei der Veränderung des Eierstocks um Krebs handelt.
Verlauf
Betroffene bemerken oft lange nichts von der Erkrankung, da Beschwerden meist erst auftreten, wenn der Eierstockkrebs bereits fortgeschritten ist. Aufgrund des unkontrollierten Zellwachstums vergrössert sich der Eierstock und im weiteren Verlauf kann sich Flüssigkeit im Bauchraum ansammeln.
Im fortgeschrittenen Stadium breiten sich Krebszellen eines Eierstocks direkt in die Nachbarorgane des Becken- und Bauchraums aus; in den anderen Eierstock, die Gebärmutter, die Blase oder den Enddarm. Über die Lymph- und Blutgefässe kann der Krebs später auch in weiter entfernte Körperteile wie Lunge oder Leber gelangen.
Die Heilungschance ist stark davon abhängig, wie schnell sich der Eierstockkrebs ausbreitet und wie weit er bei der Diagnosestellung bereits fortgeschritten ist.
Behandlung
Am Gynäkologischen Tumorzentrum des LUKS fokussieren wir auf personalisierte Medizin, basierend auf dem neusten Stand der Wissenschaft. Wir arbeiten mit Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachbereiche wie Urologie, Chirurgie, Onkologie und Radioonkologie. Regelmässig besprechen wir die individuelle Situation unserer Patienten an der fachübergreifenden Tumorkonferenz, um die bestmögliche Behandlung zu garantieren.
Operation
Bei Eierstockkrebs müssen meist beide Eierstöcke, Eileiter und die Gebärmutter, ebenso wie das Bauchnetz (Omenetum) entfernt werden. Mitunter ist auch die Entfernung der Lymphknoten sowie anderer Organe notwendig. Das genaue Ausmass der Operation ist jedoch abhängig von der Art und der Ausbreitung des Krebsbefalls. Die Operation wird als offene Operation mit einem Längsschnitt am Bauch durchgeführt.
Chemotherapie
Ist der Eierstockkrebs bereits weiter fortgeschritten oder konnte nicht das ganze erkrankte Gewebe entfernt werden, muss nach der Operation zusätzlich eine Chemotherapie gemacht werden. Die dabei eingesetzten Medikamente zerstören Krebszellen und bremsen so deren Ausbreitung. Im Anschluss bzw. in Begleitung der Chemotherapie kann eine Immuntherapie notwendig sein. Die Chemotherapie greift jedoch auch gesunde Zellen an, weshalb es zu erheblichen Nebenwirkungen kommen kann.
Vorsorge
- Jährliche gynäkologische Untersuchung durchführen lassen