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Theater Kanton Zürich
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Malvolio: Der junge Kerl vom Herzog lässt sich nicht abweisen, Madam. Olivia: Sagt ihm, er darf nicht mit mir reden.Malvolio: Das hat er schon von mir gehört und drauf gesagt, er werde stehenbleiben vor der Tür wie ein in den Boden gerammter Pfahl, aber reden werde er mit Euch.Olivia: Was für eine Art Mensch ist er? Malvolio: Also von seiner Art her ein Mann. Olivia: Was für eine Sorte Mann? Malvolio: Von der miesesten, er will Euch sprechen, ob Ihr das wollt oder nicht. Olivia: Wie sieht er aus, wie alt ist er? Malvolio: Nicht alt genug für einen Mann, nicht jung genug für einen Jungen, wie eine Erbsenschote, bevor sie platzt, unreif wie ein grünes Äpfelchen, das noch kein Apfel ist, ein Ding dazwischen. Er sieht sehr gut aus und spricht aber sehr unverschämt. Man könnte denken, er sei gerade der Muttermilch entwöhnt. Olivia: Lasst ihn herein.
Am Anfang von Shakespeares Komödie erleben wir eine Schiffskatastrophe. Die Zwillinge Viola und Sebastian können sich zwar noch aus dem untergehenden Wrack mit letzter Kraft retten, doch sie werden getrennt und wissen nicht, ob der andere auch überlebt hat. Gestrandet sind sie im märchenhaften Illyrien, regiert von Herzog Orsino, der der Gräfin Olivia verfallen ist. Diese jedoch trauert um ihren verstorbenen Bruder und weist Antrag um Antrag des liebestollen Orsino zurück. Viola, auf der Suche nach dem geliebten Bruder, verkleidet sich als junger Mann, nennt sich Cesario und tritt in die Dienste Orsinos. Dabei gerät sie in einen Strudel von schier unlösbaren Liebeswirren. Viola alias Cesario soll an Orsinos Stelle um die Gräfin werben. Olivia wiederum verliebt sich in die verkleidete junge Frau, die sich ihrerseits längst in Orsino verliebt hat.
Während diese Figuren an ihren Liebesverstrickungen zunehmend verzweifeln, führt in Olivias Haus ihr nichtsnutziger und trinkfester Onkel Sir Toby Rülp das Regiment. Gemeinsam mit dem Dienstmädchen Maria und seinem einfältigen Kumpan Sir Andrew Bleichenwang treibt er seine bösen Scherze. In einer der berühmtesten Szenen im Shakespeare-Universum macht Rülp dem verhassten Haushofmeister Malvolio vor, Olivia sei unsterblich in ihn verliebt. Daraufhin explodiert Malvolios Eitelkeit in einem Feuerwerk von blamablen Auftritten.
In Was ihr wollt begegnen wir überall Menschen auf der Suche nach ihrem Gegenstück. Orsino liebt Olivia, Olivia liebt Viola als Cesario, Cesario liebt als Viola den Orsino. Ein Mädchen, das sich als Junge verkleidet hat, liebt einen Mann, der eine Frau liebt, die einen liebt, der eine Frau ist. Wer liebt wen? Und wer ist wer? Die Suche nach Identität ist das Hauptmotiv in Shakespeares Komödie, dabei durchweht eine schaurig-schöne Melancholie diese traumverlorene Welt in Illyrien.
William Shakespeare, getauft am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon; gestorben 1616 ebenda, war ein englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler. Shakespeare gehört zu den bedeutendsten und am meisten aufgeführten und verfilmten Dramatikern der Weltliteratur. Seine überlieferten Werke umfassen 38 Dramen, darunter Hamlet, Othello, Romeo und Julia, Der Sturm, Macbeth, ausserdem Versdichtungen, darunter eine Sammlung mit Sonetten.
Katharina von Bock (Maria, Olivias Kammermädchen), Vera Bommer (Olivia, eine reiche Gräfin), Stefan Lahr (Sir Toby Rülp, Olivias Onkel), Pit Arne Pietz (Orsino, Herzog von Illyrien), Andreas Storm (Malvolio, Olivias Haushofmeister), Brencis Udris (Sir Andrew Bleichenwang), Miriam Wagner (Viola/Sebastian)
Rüdiger Burbach
Beate Fassnacht
Fatima Dunn
21.02.2013
ca. 2 1/4 Stunden. Eine Pause.
«Die Lust am Spiel, die Präzision und die genau gezeichneten Figuren kommen beim Publikum an. Grosser Applaus für einen ausgesprochen lustigen Abend!» Radio SRF 1
«Theatralische Augenweide» Schaffhauser Nachrichten