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"Man kann die Tatsache nicht vernachlässigen, dass die ganze Kultur und die ganze Zivilisation das Werk der beiden Hände ist, denn um zu erschaffen, müssen sie miteinander arbeiten. Die rechte und die linke Hand stimmen sich ab, harmonisieren sich und ergänzen sich, jede ist nur einer der zwei Aspekte der Einheit... Durch die beiden Hände senden das männliche und das weibliche Prinzip Strömungen von unterschiedlicher Natur aus, die sich vereinigen müssen, um zu heilen, zu helfen, zu retten, zu reparieren und zu erleuchten." (Gedanken vom 12. Oktober 2012)
"Aus der Sicht der Einweihungswissenschaft stellt die Zahl 2 die 1 dar, die in Positiv und Negativ polarisiert ist, in Männlich und Weiblich, Aktiv und Passiv. Von der 2 an gibt es Manifestation, Teilung, Division. In der 1 kann es keine Schöpfung geben, weil es keinen Austausch gibt. Um sich zu manifestieren, und sich zu offenbaren, muss die 1 sich teilen. Die Einheit ist ein Privileg der Gottheit, ausschließlich ihr Bereich. Um zu erschaffen, musste Gott, die 1, zur 2 werden. Um zu erschaffen, hat sich Gott aus sich selbst heraus projiziert, indem er sich polarisiert hat, und das Universum ist aus der Existenz dieser zwei Pole hervorgegangen. Der positive Pol übt eine Anziehungskraft auf den negativen Pol aus, und umgekehrt. Dieser Mechanismus von Aktion und Reaktion setzt die Bewegung des Lebens in Gang, und unterhält diese. Die Unterbrechung dieser Bewegung würde Stagnation und Tod mit sich bringen, die Rückkehr in den ursprünglichen Zustand der Undifferenziertheit...
...Die ersten Zeilen der Genesis beschreiben, dass die Schöpfung durch fortlaufende Trennungen hervorgebracht wurde. Am ersten Tag der Schöpfung schied Gott das Licht von der Finsternis. Am zweiten Tag schied er die oberen Wasser von den unteren Wassern. Am dritten Tag schied er die Wasser von der festen Erde. Die 1 ist eine in sich selbst eingeschlossene Wesenheit. Um herauszukommen, muss diese Wesenheit zur 2 werden.(Gedanken vom 12. Oktober 2011)
...Es steht geschrieben, der Mensch sei nach dem Bilde Gottes geschaffen worden, das heißt, nach dem Bilde dieser beiden Prinzipien. Jeder besitzt also einen weiblichen und einen männlichen Teil. Je nachdem, ob es sich um einen Mann oder um eine Frau handelt, ist der eine sichtbar und der andere verborgen, aber der verborgene Teil ist dennoch gegenwärtig. Jede Frau ist in ihrem physischen Körper Frau, aber innerlich besitzt sie das männliche Prinzip. Genauso ist jeder Mann in seinem physischen Körper Mann, aber besitzt innerlich das weibliche Prinzip." (Gedanken vom 30. April 2010)
"Das Leben gründet auf der Existenz der Gegensätze, das heißt auf der Tatsache, dass alles polarisiert ist in aktiv und passiv, gebend und empfangend, männlich und weiblich. Es ist diese Gegensätzlichkeit, welche die Bewegung erzeugt. Diese Idee drückt sich in der Zahl Zwei aus, der Zahl der Polarisation. Die Zwei ist die positive und die negative Eins. Im Tarot ist die Zwei repräsentiert durch die Hohepriesterin, die ein geöffnetes Buch auf den Knien hält. Wer fähig ist, diese Karte zu entschlüsseln, kann in seinem Leben das Problem mit dem Bösen lösen. Er versteht, dass das Gute und das Böse, die Liebe und der Hass, das Licht und die Dunkelheit, obgleich gegensätzlich in ihrer Ausdrucksweise, zwei Aspekte der gleichen Realität sind. Es nützt also nichts, gegen das Böse kämpfen zu wollen. Man muss nur lernen, wie man die Kräfte des Bösen, die Schwierigkeiten und Prüfungen nutzen kann, um sie in konstruktive Energien umzuwandeln. Um das Problem des Bösen zu lösen, muss man es zu nutzen wissen, das heißt die Dualität verlassen, um zur Einheit zurück zu kehren." (Gedanken vom 8. Oktober 2002)
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"Unser physischer Körper ist auf beiden Seiten einer Mittelachse, der Wirbelsäule, symmetrisch angeordnet und in diesem Sinne kann man sagen, er sei von der Zahl 2 regiert. Wir haben 2 Augen, 2 Ohren, und obwohl das Gehirn und die Nase 1 sind, sind sie in Wirklichkeit doch 2, wegen der 2 Hemisphären und der 2 Naseneingänge. Dann gibt es da noch 2 Lungen, 2 Nieren und weiter unten noch 2 Hoden beim Mann und 2 Eierstöcke bei der Frau. Schließlich haben wir noch die 2 Arme und die 2 Beine. Selbst wenn diese Symmetrie nicht absolut ist, weil sich die linke Seite unseres Körpers nie ganz exakt symmetrisch zur rechten Seite verhält, so ist sie doch physisch vorhanden. Aber psychisch stellt sich die Frage völlig anders dar. Das Studium des menschlichen Gehirns zeigt, dass die Funktionen der beiden Hemisphären nicht identisch sind. Die linke Gehirnhälfte ist der Sitz der analytischen Fähigkeiten (der Logik, der Vernunft), die man als männlich qualifizieren kann. In der rechten Gehirnhälfte sitzen dagegen die Fähigkeiten der Synthese (Intuition, Sensibilität), welche man als weiblich qualifizieren kann. Auf diese Weise haben die beiden Gehirnhälften komplementäre Aktivitäten. Man kann also sagen, unser physischer Körper sei symmetrisch aufgebaut, während unsere Psyche auf einer Polarität von Männlich und Weiblich, Positiv und Negativ, beruht." (Gedanken vom 11.November 2010)
"Das Wesentliche für uns ist, die Natur dieser beiden Pole zu erkennen und zu verstehen, wie sie zusammenarbeiten. Wenn ihre Beziehungen harmonisch sind, kann man von einer echten Polarität sprechen. Es geschieht dann etwas Ähnliches wie bei Freundschaftszeichen, die man sich von nah oder fern zuschickt. Wenn ihr dieses Gesetz der Polarität kennt und wenn ihr wisst, wie ihr die beiden Prinzipien männlich und weiblich, aussendend und empfangend, positiv und negativ verwenden müsst, werdet ihr alle Lebensprobleme lösen können."
"Das psychische Gleichgewicht ist eine der kostbarsten und schwer zu erreichenden Qualitäten, denn es ist das Resultat von zwei widersprüchlichen Bewegungen. Es gibt Personen, die sprechen, gehen, sich beschäftigen und dabei aussehen, als würde sie das alles keine Anstrengung kosten. Man könnte meinen, sie seien ausgeglichen, aber das ist nicht der Fall, in Wirklichkeit stagnieren sie. Tag für Tag bleiben sie sich immer ähnlich, sie zeigen das gleiche unbewegte Gesicht, wiederholen die gleichen Tätigkeiten wie am Vortag, sprechen die gleichen Worte wie gestern usw. Diese Art von Gleichgewicht wird nicht zu ihrer Weiterentwicklung beitragen. Ein gewisses Ungleichgewicht ist notwendig für unser Vorwärtskommen, aber unter der Bedingung, dass wir wachsam bleiben und etwas unternehmen, falls die Waagschalen beginnen, zu weit auseinanderzudriften. Das Gleichgewicht besteht also darin, innerlich eine gewisse Aufund Abbewegung beizubehalten. In dem Moment, wo die Waagschalen völlig ausgeglichen sind, kann man nicht mehr von Gleichgewicht sprechen, sondern von Tod. Das Leben befindet sich in dem maßvollen Auf und Ab der Waage." (Gedanken vom 25. April 2010)
"Der Mensch ist so von seiner äußeren Erscheinung als Mann oder Frau geblendet, dass er vergisst, dass er oben, auf der göttlichen Ebene beide Prinzipien, das männliche und das weibliche, besitzt. Aber man muss verstehen, dass dieses »Oben« nicht Lichtjahre entfernt ist. Oben ist auch in ihm, es ist sein höherer Teil. Die Einweihung ist ein psychischer Prozess, bei dessen Abschluss der Mensch fähig wird, mit dem ergänzenden Teil seines Wesens zu verschmelzen. Deshalb empfindet er keinerlei Mangel mehr und fühlt sich niemals einsam. Es sind nicht die körperlichen Verbindungen, die bewirken, dass ein Mann oder eine Frau sich einsam fühlt. Wie viele werden euch das bestätigen! Sie hatten zahlreiche Begegnungen und Erfahrungen, aber innerlich ist immer noch Einsamkeit und Wüste. Ja, weil bestimmte Begegnungen zuerst in einem selbst, auf der psychischen Ebene, auf der spirituellen Ebene, stattfinden müssen. Man findet unten nur das, was man zuvor oben verwirklicht hat. (Gedanken vom 20. Mai 2012)
"Bewusst oder unbewusst suchen alle Männer und Frauen ihre Schwesterseele. Was sie nicht wissen ist, dass ihre Schwesterseele in Wirklichkeit keine von ihnen verschiedene Wesenheit ist. Es ist der andere Pol ihres Wesens, der oben bei Gott in Vollkommenheit und Fülle lebt. In allen Einweihungen lehrte man die Schüler, wie sie diesen anderen Pol ihres Wesens, der ihr höheres Selbst ist, wiederfinden können. In Indien gibt der Jnani-Yoga Methoden, dank denen es dem Yogi gelingt, sich mit seinem höheren Selbst zu vereinen, weil er durch diese Vereinigung mit Gott eins wird. In Griechenland findet man den gleichen Gedanken in der an der Stirnseite des Tempels von Delphi eingemeißelten Formel: »Erkenne Dich Selbst«. Aber man darf nicht vergessen, dass der zweite Teil dieses Satzes lautet: »… dann wirst Du das Universum und die Götter erkennen.« Die wahre Erkenntnis ist das Ergebnis einer Verschmelzung der beiden Prinzipien Männlich und Weiblich. Es ist die Bedeutung der Worte in der Schöpfungsgeschichte: »Und Adam erkannte Eva«… Die Formel »Erkenne Dich Selbst« bedeutet also: Finde den anderen Pol in dir, finde deine Ergänzungshälfte, um dich mit ihr zu vereinen. Wenn ihr ein Mann seid, ist der andere Pol eurer selbst das weibliche Prinzip; und wenn ihr eine Frau seid, ist es das männliche Prinzip, mit dem ihr versucht, in Reinheit und Licht zu verschmelzen. In dem Augenblick, in dem diese Verschmelzung stattfindet, begegnet ihr eurer wahren Schwesterseele." (Gedanken vom 28. März 2015)
"Ein Mensch, egal ob Mann oder Frau, der seine Schwesterseele, das heißt sein Ergänzungsprinzip, wirklich in sich selbst gefunden hat, dem scheint es, als begegne er diesem Prinzip überall, in allen Geschöpfen. Er liebt alle Frauen und alle Männer auf der Erde, er liebt sie geistig und er ist glücklich, dank seiner Schwesterseele, die ihn erfüllt. Er empfindet nicht mehr jenen Mangel, der ihn ständig dazu zwingt, sich auf die Suche nach Abhilfe zu begeben, weil er spürt, dass all seine Begegnungen dazu beitragen, ihn zu bereichern. Ja, wenn ihr die Fülle in euch verwirklicht habt, entdeckt ihr euer Ergänzungsprinzip in allen Geschöpfen. Dies sind unerklärliche und unaussprechliche Erfahrungen, die allein derjenige, der sie verwirklicht hat, verstehen kann. Doch was für ein Weg muss bis dahin durchlaufen werden! Immer leiden, enttäuscht sein, immer nach einem Menschen suchen und ihn nie finden. Man sagt sich: »Aha, da ist er.« Und dann merkt man einige Zeit später, dass er es doch nicht war. Also ist es vielleicht ein anderer? Das geht so weiter, bis man erkennt, dass man ihn in seinem Inneren besitzt. Aber ab dem Tag, an dem man ihn in sich gefunden hat, findet man ihn überall außen. Versteht mich jetzt bitte richtig. Ich rate weder von der physischen Liebe und Vereinigung ab noch verurteile ich sie. Ich erkläre euch nur, dass, wenn ihr wirklich die Fülle finden wollt, ihr zuerst in euch selbst die Vereinigung der beiden Prinzipien verwirklichen müsst." (Gedanken vom 20. Dezember 2012)