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Wir starteten das Heimspiel mit einem Punkt Vorsprung: Zürich musste kurzfristig mit einem Ausfall leben und daher das letzte Brett freilassen. Dadurch kam ich als Mannschaftsleiter zu einem spielfreien Punkt und einem wohl anstrengenderen Nachmittag als wenn ich selbst gespielt hätte…
Nach wenigen Zügen stand Rambert an Brett 7 anrüchig, einige weitere Minuten später schon sehr schlecht, so dass der Ausgleich drohte. Den «besorgte» aber zunächst Olaf an Brett 5, der im Mittelspiel im Zentrum eine Taktik übersah und dadurch etwas zu viel Material einstellte. An allen weiteren Brettern zeichnete sich für mein Laienauge kein wirklicher Trend ab, was sich angesichts der schlechten Stellung an Brett 7 nicht gut anfühlte. Die verbesserte sich aber allmählich, weil Ramberts Gegner die gewinnbringenden Fortsetzungen nicht fand oder ihnen nicht traute.
Davide an Brett 1 spielte aktiv und erhielt bald starken Angriff am Königsflügel, dem sich der Gegner nur durch Flucht des Königs nach d8 entziehen konnte. Dann fand Davide aber nicht die stärkste Fortsetzung, die nach eigener Aussage im Turmschwenk a1-a4-c4 bestanden hätte. Im Endspiel hatte er dann die Qualität für drei Bauern, hielt das aber aufgrund der Aktivität seiner Türme unproblematisch remis.
Bei Aleks an 2 war mir vieles unklar. Die Stellung schien komplex und Aleks’ Zeit wurde knapper und knapper. Er wehrte die Angriffsversuche seines Gegners ab und entwickelte selbst gefährliche Drohung auf der offenen e-Linie. Der Gegner wehrte sich erfolgreich, und so stand bald ein totremises Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und eine Minusbauern für Aleks auf dem Brett, das sich der Gegner noch eine ganze Weile lang zeigen liess.
An Brett 3 spielte Dani, der seinem Gegner freiwillig etwas Luft liess, weil dieser keine guten Felder für seine Figuren hatte. Er blieb dafür letztlich mit etwas mehr Aktivität und tauschte in ein Endspiel mit weissfeldrigen Läufern ab, wo die eigenen Bauern auf schwarzen Feldern goldrichtig standen und sich die Möglichkeit ergab, einen Freibauern am Damenflügel zu bilden. Ob das zum Gewinn reichte? Mehr dazu gleich.
Samuel an Brett 4 verteidigte sich erfolgreich gegen die gegnerischen Angriffsbemühungen, und die Partie endete in einem dauerschachigen Damenendspiel – remis.
Inzwischen hatte Rambert seine Partie an Brett 7 – wir erinnern uns: er stand zwischenzeitlich auf Verlust – gewonnen! Alle noch laufenden Partien durften gern Remis enden, da wir einen mehr auf dem Konto hatten…
Bei Sebastian an 6 entwickelte sich die Partie in sehr ruhigen Bahnen. Aus einem Doppelläuferendspiel tauschte sein Gegner die schwarzfeldrigen Läufer ab. Es ergab sich ein Endspiel mit weissfeldrigen Läufern, wo die eigenen Bauern auf schwarzen Feldern goldrichtig standen und sich die Möglichkeit ergab, einen Freibauern am Damenflügel zu bilden. Ob das zum Gewinn reichte? ... Äh, hatten wir das nicht schon? Ach ja, an Brett 3. Die beiden Endspiele liefen noch sehr lange. Des Mannschaftssieges war ich mir inzwischen sicher, aber unklar war, wie hoch er ausfallen würde. Dass schliesslich sowohl Dani als auch Sebastian ihre Partien gewinnen konnten, hatte ich ehrlicherweise nicht erwartet. Umso erfreulicher aber, dass wir letztendlich mit 5.5 zu 2.5 gewinnen konnten.
In der dritten Runde steht das nächste Highlight an: Die erste Mannschaft des Klubs absolviert gegen Triesen (LI) ihren ersten internationalen Pflichtspieleinsatz…
Frank Neubert (Captain Team 1)