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Ist es "Tod in Venedig: Jetzt packt Tazio aus!"? Endlich kommt Tazio zu Wort!
Im Rimbaud Verlag Aachen ist im August mein neuer Roman "Venedig, 1911" erschienen; eine Entsublimierung des Aschenbach-Mythos. Mich hat "Der Tod in Venedig" immer enttäuscht, trotz eleganter Sprache und kunstvoller Verführung des Lesers. Warum, fragte ich mich, hing Thomas Mann diese Päderastengeschichte Gustav Mahler an? Ist das ein forciertes Outing? War Thomas Mann nicht ein normaler verheirateter Homosexueller, der sich mit hübschen Venezianer Strichjungen austobte und nachher die Erinnerung in Weihnachtspapier wickelte und mit Seidenband umschnürte? Schwärmt da einer von kleinen Phäaken, während er kleine Italiener mit den Augen (und vielleicht nicht nur mit den Augen) auszieht?
Ich hatte Lust "Tazios Tagebuch" zu schreiben, um mit Thomas Manns Griechenfimmel abzurechnen. Doch je länger ich mich mit dem Text beschäftigte, um so mehr beeindruckte mich Thomas Manns Kunst; so ist dieser Roman entstanden, der einen Dichter wie Thomas Mann und einen Jungen wie Tazio zu Wort kommen lässt.