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Psychologischer Besitz für Trinkwassersysteme
Nach Schätzungen der WHO waren in 2016 1.6 Millionen aller Tode auf Durchfallerkrankungen infolge einer unzureichenden Wasser- und Sanitärversorgung zurückzuführen. Das Sustainable Development Goal 6.1 “universal and equitable access to safe and affordable drinking water for all” zu erreichen, ist vor allem in abgelegenen, ländlichen Regionen der Welt eine Herausforderung.
Im Projekt «REACH - Establishing a Drinking Water Security Strategy in Karnali State, Nepal» entwickeln die Abteilung Sandec der Eawag: Das Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs und die Helvetas Swiss Intercooperation partizipative Interventionen, um einen nachhaltig sicheren Umgang mit Trinkwasser durch die lokale Bevölkerung zu erzielen.
Im Rahmen dieses Projekts untersucht die Arbeitsgruppe Gesundheitspsychologie der Universität Bern die Relevanz des Konzepts des psychologischen Besitzes (Psychological Ownership) für die Nutzung von sicheren Trinkwasserquellen und von Trinkwassertestungs- und –aufbereitungsmassnahmen.
In der Organisationspsychologie zeigte sich, dass psychologischer Besitz, also das Gefühl, dass ein Objekt mir oder uns gehört, mit einer erhöhten Verantwortungsübernahme und der Bereitschaft, dieses Objekt zu nutzen und Instand zu halten einhergeht. Im vorliegenden Projekt untersuchen wir das Gefühl des psychologischen Besitzes für Wassersysteme und den Trinkwasserfilter. Unsere Forschungsfragen lauten:
- Hängt das Gefühl des psychologischen Besitzes der Nutzenden für das Wassersystem und den Wasserfilter mit Kenntnis, Investition von Zeit, Ideen und Energie und erlebter Kontrolle (routes of psychological ownership, Pierce, Kostova, & Dirks, 2001) für diese Objekte zusammen?
- Führt die partizipative Intervention im Rahmen des REACH Projekts und der Teilnahmegrad daran zu einem erhöhten Gefühl des psychologischen Besitzes?
- Hängt ein stärkeres Gefühl des psychologischen Besitzes mit einem sichereren Umgang mit Trinkwasser (Nutzung), einem nachhaltigeren Umgang mit wasserbezogener Infrastruktur (Reparatur) und besserer Wasserqualität zusammen?
- Ist die Interventionswirkung auf das Gefühl des psychologischen Besitzes zurückzuführen?
Projektstandort: Achham, Kalikot, Jajarkot, Dailekh & Surkhet District- Karnali State, Nepal
Projektförderung: Eawag, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, Helvetas Swiss Intercooperation, REACH: Improving Water Security for the Poor
Forschungsteam: Dr. Sara Marks (Projektleitung, Eawag), Ariane Schertenleib (Eawag), Madhan Bhatta (Helvetas), Rubika Shreshta (Helvetas), Bal Mukunda Kunwar (Helvetas), Benjamin Ambühl (Universität Bern), Vica Tomberge (Universität Bern), Prof. Dr. Jennifer Inauen (Universität Bern)