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Krone von Schweden [* 2] durch die Schlacht am Brunkeberg an Sten Sture, gründete 1478 die Universität Kopenhagen [* 3] und starb
8) Christian II., genannt der Böse, Sohn des Königs Johann, geb. zu Nyborg auf Fünen, ein Mann von Talent und Energie, aber despotisch und leidenschaftlich. Nach dem Tod seines Vaters, in dessen Auftrag er schon 1502 einen Aufstand in Norwegen mit großer Härte niedergeschlagen hatte, bestieg er 1513 den Thron [* 4] von Norwegen und Dänemark. [* 5] Obgleich seit 1515 vermählt mit einer Schwester Kaiser Karls V., Isabella, wurde er doch von seiner Geliebten, Düveke (Täubchen) aus Holland, die er in Bergen [* 6] kennen gelernt, und noch mehr von deren Mutter Sigbrit Willems beherrscht, die auch nach dem Tode Düvekes (1517) ihren Einfluß behauptete. Um Schweden wieder mit seiner Herrschaft zu vereinigen, machte er (nachdem der erste Versuch 1518 mißlungen war) 1520 einen Zug gegen Sten Sture, den schwedischen Reichsverweser, schlug diesen und wurde von den schwedischen Ständen als König anerkannt, worauf er über 600 Häupter der Gegenpartei im sogen. Stockholmer Blutbad (8.-10. Nov. 1520) hinrichten ließ.
Als aber 1521 die Schweden unter Gustav Wasa sich empörten, brach auch in Dänemark, wo Christian den Bürger- und Bauernstand auf Kosten des Adels begünstigt hatte, ein von Lübeck [* 7] und dem Herzog von Holstein unterstützter Aufstand aus, durch welchen aus dem Land vertrieben wurde. Er floh im April 1523 mit seiner Familie und seinen Schätzen nach den Niederlanden. Zwar versuchte er 1531 mit Hilfe der katholischen Partei seine Krone wiederzugewinnen und landete in Norwegen, ließ sich aber verlocken, nach Kopenhagen zu kommen, wurde hier gefangen genommen und von dem an seiner Stelle gewählten Friedrich I. auf dem Schlosse Sonderburg in strenger, seit 1549, nachdem er 1546 auf die Krone verzichtet, im Schloß Kallundborg auf Seeland in milderer Haft gehalten und starb hier Er hinterließ keine männliche Nachkommenschaft; seine ältere Tochter, Dorothea, war mit dem Kurfürsten Friedrich II. von der Pfalz, die jüngere, Christina, mit dem Herzog Franz von Lothringen vermählt.
Vgl. Behrmann, Kong Christiern den Andens Historie (Kopenh. 1815, 2 Bde.).
9) Christian III., König von Dänemark und Norwegen, Sohn Friedrichs I., geb. mußte nach dem Tod seines Vaters (1533) mit den Hanseaten und einem großen Teil seiner Unterthanen um die Krone kämpfen, wurde erst 1534 von den Ständen zum König gewählt und gelangte 1536 zum ruhigen Besitz derselben. Unter ihm wurde die lutherische Kirchenverbesserung allgemein eingeführt, und die Universität erfuhr bedeutende Verbesserungen. Zum Schaden gereichte auch seiner Regierung die Ausdehnung [* 8] der dänischen Adelsmacht, welche die meisten Güter der aufgehobenen Bistümer und Klöster an sich zu ziehen wußte und das Königtum eng umstrickte. Dagegen ließ Christian den geringen Rest norwegischen Adels vollends verkommen. Mit Karl V. in Krieg verwickelt, fügte er diesem teils an den Küsten von Flandern, teils durch Schließung des Sundes Schaden zu und erzwang dadurch 1544 den Frieden von Speier. [* 9] Holstein trat er seinen Brüdern ab. Handel und Industrie erfreuten sich seines besondern Schutzes. Christian starb am Neujahrstag 1559.
10) Christian IV., einer der besten Könige von Dänemark und Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein, [* 10] Sohn Friedrichs II. und der Prinzessin Sophia von Mecklenburg, [* 11] geb. zu Frederiksborg auf Seeland, bestieg nach dem Tod seines Vaters durch Wahl der Stände den Thron. Anfangs unter Vormundschaft stehend, wurde er erst 1593 in den Herzogtümern, 1596 in den Königreichen für volljährig erklärt und übernahm darauf selbst die Regierung. Um die Grenzen [* 12] des Reichs genau kennen zu lernen, machte er 1599 eine Reise um das Nordkap. Er beförderte Handel und Schiffbau und legte den Grund zur dänischen Marine.
Mit Schweden stand er fast stets in gespannten Verhältnissen, die zweimal zum Krieg führten. Der erste (1611-13) wegen Lapplands, das König Karl IX. von Schweden beansprucht und in seinem Wappen [* 13] und Titel aufgeführt hatte, wurde durch den Frieden zu Knäröd auf eine für Dänemark sehr vorteilhafte Weise beendigt; der zweite (1643-45) verlief dagegen so unglücklich für Christian, daß er im Frieden zu Brömsebro sehr bedeutende Abtretungen in den übersundischen Landen machen mußte.
Auch seine Beteiligung am Dreißigjährigen Krieg (s. d.), in welchem er an der Spitze der niedersächsischen Stände 1625 den Kampf gegen den Kaiser und die Liga begann, aber von Tilly bei Lutter am Barenberg besiegt wurde, brachte ihm keinen Ruhm, wiewohl der Friede von Lübeck (1629) ihm keine Opfer an Land und Leuten auferlegte. Erfolgreicher war sein friedliches Wirken. Er schuf eine Seemacht von größern und bessern Schiffen, als die Ostsee je gesehen hatte, dehnte den Handel des Landes bis nach Ostindien [* 14] aus, wo er Trankebar erwarb, und förderte den inländischen Handel, besonders durch die Beschränkung der Hansestädte.
Ebenso verbesserte er die Gesetzgebung und führte eine verständige Finanzverwaltung ein. Zur Wiederauffindung der Ostküste Grönlands und zur Entdeckung einer nordwestlichen Durchfahrt rüstete er, freilich erfolglos, mehrere Expeditionen aus. Sein Versuch, die Leibeigenschaft des Bauernstandes aufzuheben, scheiterte nur am Widerstand des Adels. Daher war Christian trotz seines Unglücks im Krieg sehr populär. Das Volkslied »König Christian stand am hohen Mast« verherrlicht seinen Heldenmut in der Seeschlacht gegen die Schweden vor dem Kieler Hafen (1644). In der Regierung von Schleswig-Holstein hatte er mehrfache Konflikte mit seinem Mitregenten, Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorp, vereinigte sich aber 1616 mit demselben zur Aufhebung des ständischen Wahlrechts und Einführung der Primogenitur.
Die Stadt Glückstadt machte er zur Hauptstadt seines Anteils an Holstein. Seinen Namen verewigten die Städte Christianstad in Schonen und Christiania [* 15] in Norwegen, das er an Stelle des 1624 durch Brand zerstörten Opslo gründete, und wo ihm 1880 eine Statue errichtet wurde. Christian starb in Kopenhagen. Ihm folgte sein Sohn Friedrich III. Er war in erster Ehe mit Anna Katharina von Brandenburg, [* 16] in zweiter morganatisch mit Christine Munk vermählt, deren eine Tochter Korfiz Ulfeld (s. d.) heiratete. Seine Biographie schrieben Slange (Kopenh. 1749) und Höst (das. 1839); seine Tagebücher gab Nyerup (das. 1825), seine Briefe und Akten Molbech (das. 1848; fortgesetzt von Bricka und Fridericia, 1880) heraus.
Vgl. auch »Christian IV. von Dänemark« (a. d. Dän. von v. Jenssen-Tusch, Hannov. 1864).
11) C. V., der erste dänische König aus dem oldenburgischen Haus, dem die Krone nicht durch Wahl, sondern durch das 1660 festgesetzte Erbrecht zufiel, Sohn Friedrichs III., geb. hatte schon vor seinem Regierungsantritt 1661 in Norwegen, 1665 in Dänemark die Huldigung empfangen. Er folgte seinem Vater 1670. Als Bundesgenosse des Kaisers und des Kurfürsten von Brandenburg gegen ¶
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Schweden beabsichtigte er die Eroberung der 1645 verlornen Provinzen, bemächtigte sich in glücklichen Kämpfen des größten Teils derselben und führte auch zur See mit Erfolg den Krieg, indem sein Admiral Niels Juel die Schweden mehrmals schlug, mußte aber im Friedensschluß zu Fontainebleau 1679 alle gemachten Eroberungen wieder herausgeben. Auch Hamburg [* 18] suchte Christian 1686 vergeblich seiner Botmäßigkeit zu unterwerfen. Sein Regierungssystem war, solange er dem Rat seines tüchtigen Ministers Griffenfeldt (Schuhmacher, s. d.) gehorchte, ein lobenswertes: die Gesetzgebung wurde verbessert, Straßen- und Bergbau, [* 19] Handel und Gewerbe fanden Förderung, und Bauten des Luxus und des Nutzens zeugten von gutem Stande der Finanzen;
mehrere Handelsgesellschaften wurden gestiftet, die westindischen Inseln St. Thomas und St. John für Dänemark gewonnen und dadurch der Spekulation neue Bahnen geöffnet.
Zum großen Nachteil gereichten dem Land aber seit Griffenfeldts Sturz (1676) Christians außerordentliche Vergnügungssucht, die Einführung der höfischen Spielereien und raffinierten Unsittlichkeiten von Paris [* 20] und Versailles [* 21] und die dadurch verursachte Verschleuderung ungeheurer Summen. Christian ist Stifter des Danebrog- und des Elefantenordens; auch führte er die Grafen- und Freiherrenwürde als neuen Köder in des Monarchen Hand im [* 22] dänischen Adel ein. Er starb Ihm folgte Friedrich IV. in der Regierung.
Vgl. Riegels, Forsog til Femte Christians Historie (Kopenh. 1792);
Molbech, Kong Christians den Femtes egenhaendige Dagboger (2 Bde.).
12) Christian VI., genannt der Fromme, Sohn Friedrichs IV., geb. bestieg 1730 den Thron, führte eine durchaus friedliche, aber schlaffe Regierung. Er bemühte sich, durch strenge Verordnungen die Kirchenzucht und Frömmigkeit zu heben und durch eine scharfe Zensur die Litteratur von unreligiösen Werken zu reinigen, womit er aber keine Erfolge erzielte. Auch führte er eine sehr strenge Etikette am Hof [* 23] ein. Doch beförderte er auch Handel und Gewerbfleiß, stiftete die königliche Akademie der Wissenschaften zu Kopenhagen, ein akademisches Gymnasium zu Altona [* 24] etc., baute Kopenhagen, das 1728 zu einem Drittel ein Raub der Flammen geworden war, schöner wieder auf und beförderte den Schiffbau durch die Einrichtung der Docks auf Christianshavn. Dagegen führte er auch viele unnütze Prachtbauten auf und hinterließ eine sehr bedeutende Schuldenlast. Auf Bernstorffs Betreiben erhielt Christian Sitz und Stimme im deutschen Fürstenkollegium. Christian starb Ihm folgte in der Regierung Friedrich V.
13) Christian VII., Friedrichs V. und der Prinzessin Luise von England Sohn, geb. zu Kopenhagen, folgte nach einer strengen Erziehung und mangelhaftem Unterricht seinem Vater auf dem Thron, wobei ihm Bernstorff als Minister zur Seite stand. Er milderte die noch immer harte Lage der Bauern und schloß mit der russischen Kaiserin Katharina II., der Vormünderin des Großfürsten Paul Petrowitsch, Erbherzogs von Holstein-Gottorp, 1767 einen Traktat, in welchem Rußland allen Ansprüchen an das Herzogtum Schleswig [* 25] entsagte und einen Tausch einging, nach welchem der herzogliche Teil von Holstein an Dänemark fiel.
Indessen trat bei ihm infolge seiner jugendlichen Ausschweifungen eine Geistesstörung ein, die sich in den tollsten, rohsten Streichen äußerte und die ihn bald zur selbständigen Regierung unfähig machte, welche nun nach Bernstorffs Entfernung (1769) von der Königin Karoline Mathilde (s. d.), einer englischen Prinzessin, und namentlich von dem zum ersten Minister und Grafen erhobenen Leibarzt Struensee (s. d.) geführt wurde. Da aber dessen Auftreten in der Weise des damaligen aufgeklärten Despotismus die nationalen Rechte und Gefühle verletzte und allgemeine Unzufriedenheit hervorrief, so wurde er von seinen Gegnern, an deren Spitze die Königin-Mutter Juliane von Braunschweig [* 26] und der Erbprinz und Stiefbruder des Königs, Friedrich, standen, im Januar 1772 gestürzt und hingerichtet und die Königin von ihrem Gemahl geschieden (1772). Hierauf führten die Königin-Mutter und der Erbprinz Friedrich mit dem Minister Guldberg zwölf Jahre lang die Regierung, bis im April 1784 der Kronprinz Friedrich VI., der Sohn Karoline Mathildes, durch eine Palastrevolution sich der Regierung bemächtigte, welche er ununterbrochen behielt. Christian selbst starb geisteskrank in Rendsburg. [* 27]
Vgl. Höst, Entwurf einer Geschichte der dänischen Monarchie unter der Regierung Christians VII. (Kopenh. 1813-16, 3 Bde.);
Baden, [* 28] Christian den Syvendes Regjerings Aarbog 1766-84 (das. 1833).
14) Christian VIII. Friedrich, König von Dänemark, ältester Sohn des Erbprinzen Friedrich, Stiefbruders Christians VII., geb. vermählte sich 1806 mit der Prinzessin Charlotte von Mecklenburg-Schwerin und, 1809 von dieser geschieden, 1815 mit der Prinzessin Karoline Amalie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (gest. Christian war Statthalter in Norwegen, als der Friede von Kiel [* 29] dieses Königreich von Dänemark losriß und dessen Übergabe an Schweden befahl.
Ein Versuch Christians, mit Hilfe des norwegischen Volkes, welches der Vereinigung mit Schweden abhold war, ein besonderes Königreich Norwegen zu errichten, mißlang. Bereits 25. Febr. zu Drontheim als Regent von Norwegen proklamiert, wurde er nach Vereinbarung einer Verfassung auf dem Reichstag zu Eidsvold 17. Mai zum Erbkönig von Norwegen gewählt, mußte aber, als eine englische Flotte die norwegische Küste blockierte und ein schwedisches Heer in Norwegen einrückte, 14. Aug. den Waffenstillstand zu Moß schließen und 10. Okt. der norwegischen Krone entsagen. Nach Dänemark zurückgekehrt, lebte er in Kopenhagen den Wissenschaften und Künsten, unternahm mehrere Reisen, welche für seine Lieblingsstudien, Mineralogie, Geognosie und Geologie, [* 30] wertvolle Ausbeute lieferten (eine Frucht dieser Studien sind seine »Beobachtungen am Vesuv, [* 31] angestellt im Jahr 1820«),
und wurde 1832 Mitglied des Staatsrats und Präses der Kunstakademie. Durch den Tod seines Vetters Friedrich VI. gelangte Christian auf den dänischen Thron und wurde gekrönt. Da er den dänischen Staatshaushalt in der traurigsten Verfassung, die Finanzen zerrüttet, Mißbräuche und Schlendrian in allen Zweigen der Verwaltung vorfand, so suchte er namentlich im Staatshaushalt Ordnung herzustellen und die Mißbräuche in der Verwaltung abzuschaffen, regierte aber in ganz absolutistischer Weise und weigerte sich, die von den Liberalen gewünschte konstitutionelle Verfassung zu geben. Seine schleswig-holsteinische Politik hatte die völlige Einverleibung Schleswig-Holsteins in den »dänischen Gesamtstaat« zum Zweck, wodurch er mit den Herzogtümern in Konflikt geriet, vollends als er durch seinen »Offenen Brief« vom den Entschluß aussprach, die Integrität des dänischen Gesamtstaats durch Einführung der dänischen ¶