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In dem Schreiben hatte Bischof Puthur die Priester angewiesen, die Messe in der Form zu feiern, wie sie von der syro-malabarischen Synode ebenso wie von Papst Franziskus genehmigt worden war. «Es wird einmal mehr klar, dass die Priester und Laien im Erzbistum gegen die von der Synode genehmigte Messe sind», sagte Riju Kanjookaran, Sprecher des «Archdiocesan Movement for Transparency» (AMT), das die Kampagne zur Beibehaltung der alten Messform anführt.
Im Mittelpunkt des seit Jahrzehnten dauernden Konflikts in der mit Rom verbundenen indischen Ostkirche steht die Frage, ob der Priester die Eucharistie mit dem Gesicht zum Volk gewandt zelebrieren soll oder dem nach Osten ausgerichteten Altar zugewandt. Mitte 2021 beschloss die Synode der Kirche die Umsetzung eines Kompromisses, wonach der Priester bis zum Hochgebet mit dem Gesicht zur Gemeinde am Altar steht, sich dann wieder in die Richtung des Altares wendet und sich erst zum Ende des Gottesdienstes wieder der Gemeinde zuwendet. Organisationen von Priestern und Laien, der auch Leitungsmitglieder des Erzbistums angehören, lehnen den Kompromiss ab.
Das Eingreifen des Vatikans in dieser Angelegenheit ist auf ein weites Spektrum von Reaktionen gestossen, das von Zustimmung bis zu offenem Widerstand reicht.
Die Weigerung der Priester, das Rundschreiben zu verlesen, werde weitreichende Folgen haben, sagte der Sprecher der syro-malabarischen Kirche, Antony Vadakkekar, laut «Ucanews». «Die Kirche wird eine solche Disziplinlosigkeit nicht dulden.»
In einer Videobotschaft vom 7. Dezember hatte Papst Franziskus die aufständischen Priester aufgefordert, die von der Synode genehmigte Messe bis 25. Dezember anzunehmen. Ein Scheitern könne zur Exkommunikation führen, hatte er gewarnt. Die Liturgierebellen liessen den Papst mit einem Kniff ins Leere laufen: Fast alle 328 Pfarreien des Erzbistums Ernakulam-Angamaly hielten «mit Respekt für Papst Franziskus» am Vormittag des 25. Dezember eine Messe nach den von der Kirchensynode genehmigten Regeln ab. Danach wurden die Gottesdienste wieder auf traditionelle Weise gefeiert.
Die syro-malabarische Kirche ist eine der 23 autonomen katholischen Ostkirchen, die in voller Gemeinschaft mit Rom stehen.