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Ja, das gehört zu jeder Reise: Das Dankeschön an Leute wie Christoph zum Beispiel.
Christoph, der uns durch die Hinterhöfe Warschaus führt, die nach Keller riechen obwohl man den Himmel sehen kann. Eigentlich müsste Christoph an seiner Bachelorarbeit in Politikwissenschaft schreiben, aber viel lieber bringt er uns zur einzigen Synagoge, die während dem Krieg nicht zerstört wurde, er zeigt uns das alte Ghetto mit den Einschusslöchern in den Fassaden, wo jetzt Gras herauswächst, und er redet nie vom einen oder anderen Krieg, sondern immer nur von „der Krieg“, der hier alles zerstörte. Und dann sagt er, er wolle uns noch etwas zeigen, etwas, das wir ohne ihn nie sehen würden, etwas, das schier unglaublich ist, jedenfalls heutzutage, da diese Stadt so glitzert und funkelt, und er führt uns zum ehemaligen Hauptquartier der kommunistischen Partei, wo jetzt abends Bässe wummern und junge Leute versuchen, möglichst gut auszusehen. Wir steigen eine Wendeltreppe hinunter in den Keller einer Bar, gehen durch eine schwarze Tür in die Küche, von der Küche in den Vorratsraum und dann in ein Gewölbe unter der Erde, und am Ende des Korridors steht der staubige Torso eines Mannes. Der Torso wurde vor langer Zeit aus winzigen Metallplatten zusammengeschweisst, er trägt einen Mantel, ein Hemd, eine Krawatte, er hat einen Bart am Kinn, einen Schnauz über der Lippe, einen Haarkranz am Kopf, und er schaut hier unten mit sturer Entschlossenheit die graue Wand an. Lenin.