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Die jamaikanische 4x100-m-Staffel der Männer mit Usain Bolt wird ihrer Favoritenrolle an den Sommerspielen in Rio de Janeiro gerecht und sprintet in 37,27 Sekunden zum Olympiasieg.
Für den Schlussläufer Bolt ist es die neunte Goldmedaille an Olympischen Spielen. Er schaffte damit nach 2008 und 2012 zum dritten Mal das Triple mit Olympiasiegen über 100 m, 200 m und über 4x100 m. Silber ging überraschend an Japan (37,60) vor Kanada (37,64). Die Staffel der USA, im Ziel hinter Japan Dritte, wurde nachträglich disqualifiziert.
Vor seinem 30. Geburtstag am Sonntag beschenkte sich Bolt selbst und genoss nach seinem Zieleinlauf den ausgelassenen Jubel der Zuschauer im Olympiastadion. Das Blitzlichtgewitter gehörte dem schnellsten Mann der Welt, der zu jamaikanischen Klängen auf seine letzte Ehrenrunde im Olympiastadion ging. 2925 Tage nach seinem ersten Olympiasieg in Peking über 100 m schloss der in die Jahre gekommene Bolt sein historisches Kapitel Sommerspiele erfolgreich ab. Sein Eintrag in den Geschichtsbüchern der Leichtathletik ist ihm sicher. Wie der Finne Paavo Nurmi und der Amerikaner Carl Lewis steht er nun bei neun Goldmedaillen.
Schon am frühen Abend war Bolt mit riesigem Beifall empfangen worden, als er seine Goldmedaille für den 200-m-Sieg überreicht bekommen hatte. Er breitete seine Arme aus und winkte dem Publikum zu. Ein Jahr will Bolt noch seine Shows bieten. Dann ist Schluss, wie er auch bei seinen goldenen Rio-Spielen mehrfach beteuert hatte.
US-Frauen siegreich
Gold in der Sprintstaffel der Frauen gewann wie schon vor vier Jahren in London das Quartett aus den USA. Tianna Bartoletta, Allyson Felix, English Gardner und Tori Bowie rannten nach 41,01 Sekunden ins Ziel. Silber ging an Jamaika mit Christania Williams, Elaine Thompson, Veronica Campbell-Brown und Shelly-Ann Fraser-Price in 41,36 Sekunden. Bronze gewannen die Britinnen mit Landesrekordzeit von 41,77. Die Amerikanerinnen hatten sich erst über Umwege für den Final qualifiziert. Sie verloren in den Halbfinals den Stab, erhielten aber später in einem einsamen Rennen die Chance, doch noch weiterzukommen, weil Felix auf ihrer Bahn von einer Brasilianerin behindert worden war.
Ayanas Einbruch
Die Kenianerin Vivian Jepkemoi Cheruiyot setzte sich überraschend über 5000 m durch. Die 32-Jährige siegte vor ihrer Landsfrau Hellen Onsando Obiri. Die Äthiopierin Almaz Ayana, die zu Beginn der Spiele einen Weltrekord über 10'000 m aufgestellt hatte, verpasste das Double. Ayana setzte sich nach Rennhälfte ab und schien einem ungefährdeten Solo-Sieg entgegen zu laufen. Zwei Runden vor Schluss verliessen sie aber die Kräfte. Immerhin reichte es noch zu Bronze.
Das Podest der Hammerwerfer bestiegen der Sieger Dilschod Nasarow aus Tadschikistan (78,68 m) vor dem Weissrussen Iwan Zichan (77,79) und dem Polen Wojciech Nowicki (77,73).
sda-ats