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Laut MME steht die Zusammenarbeitsvereinbarung im Einklang mit der Politik des Ausbaus der Kernenergie im nationalen Energiematrix, um dem langfristigen Ausbau des brasilianischen Stromnetzes gerecht zu werden. Der Nationale Energieplan 2050 rechnet in den nächsten 30 Jahren mit einem Ausbau der installierten nuklearen Kapazität von heute 1900 MW auf 8000 bis 10’000 MW. «Die Erhöhung des Anteils nuklearer Quellen im brasilianischen Energiemix ist wichtig, um die Auswirkungen von Wasserkrisen auf die Stromerzeugung zu verringern», erklärte Cepel. Änderungen der Niederschlagsmuster führten zu Dürren, sodass Brasilien seit einigen Jahren nur noch rund 65% seines Strombedarfs mit Wasserkraft deckt. Zuvor war dieser Anteil um 80%.
Die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit zwischen MME und Cepel soll zu einer effizienteren Auswahl neuer Nuklearstandorte im Land führen unter Berücksichtigung der Energiebedarfserwartungen, der sozio-ökologischen Bedürfnisse und der Anreize für neue Investitionen.
Die unterzeichnete Vereinbarung im Wert von BRL 7 Mio. (CHF 1,2 Mio.) hat eine Laufzeit von 36 Monaten.
Neue Kernkraftwerke seit längerem im Gespräch
Bereits 2007 sah der damalige Nationale Energieplan den Bau von vier Kernkraftwerkseinheiten mit einer Leistung von je 1000 MW bis 2030 im Nordosten und Südosten Brasiliens vor. Im Laufe der Zeit hat Eletronuclear – eine Tochtergesellschaft von Eletrobras –mit Delegationen der China National Nuclear Corporation (CNNC), der Korea Electric Power Company (Kepco), des russischen Staatskonzerns Rosatom und der amerikanischen Westinghouse Gespräche über den Bau neuer Kernkraftwerke geführt.
Am Standort Angra an der südlichen Küste des Bundesstaats Rio de Janeiro stehen zwei Druckwasserreaktoreinheiten in Betrieb. Die amerikanische Westinghouse baute Angra-1 (609 MW). Die Einheit nahm 1985 den kommerziellen Betrieb auf. Reaktorlieferantin von Angra-2 (1275 MW) war Siemens KWU. Diese Einheit steht seit 2001 kommerziell in Betrieb. Die Bauarbeiten an Angra-3 wurden Mitte der 1980er-Jahre wegen Geldmangels unterbrochen. Die Arbeiten wurden 2010 wiederaufgenommen, verlangsamten sich jedoch und hörten angesichts der wachsenden Wirtschaftskrise in Brasilien in den Jahren 2015 und 2016 auf. Laut Eletronuclear erhielt ein brasilianisches Konsortium im Sommer 2021 den Zuschlag zur Fertigstellung.
Quelle
M.A. nach MME und Cepel, Medienmitteilungen, 13. Januar 2022