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Die Fassade des Schweizer Pavillons auf der Expo 2010
Der Schweizer Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai war von einer halbtransparenten Fassade umhüllt, die mit Hilfe modernster Solartechnik Strom erzeugte und die Sonneneinstrahlung als gestalterische Kraft und Energiequelle sichtbar werden liess. Der Strom entlud sich in Leuchtdioden, die je nach Lichteinfall und Lichtintensität in unterschiedlicher Anzahl, Konstellation und Dauer aufblitzten: Sie leuchteten vereinzelt auf, interagierten miteinander und zogen in Schwärmen oder anderen Formationen über das Netz der Fassade.
Jede Leuchtdiode war mitsamt der übrigen Technik auf einer Leiterplatte angebracht und von einer roten Schutzhülle eingefasst. Zusammen ergaben sie tellergrosse Elemente, die in unregelmässigen Abständen am Netz angebracht waren. Heute sind sie vor allem in China verteilt und führen ihre Funktion bei ehemaligen Besuchern des Schweizer Pavillons weiter. Die so genannten Zellen wurden von iart in Zusammenarbeit mit Buchner Bründler Architekten konzipiert und gestaltet. Die Technik entwickelte und realisierte iart gemeinsam mit tegoro solutions (2013 von iart übernommen).
Die innovative und nachhaltig orientierte Schweiz
Durch die besondere Gestaltung und das reaktive Verhalten der Fassade sollte die Schweiz bereits aus der Ferne als innovatives, technisch fortschrittliches und ökologisch bewusstes Land wahrgenommen werden. Beim Nähertreten und Betreten des Pavillons konkretisierte sich nach und nach die Schweizer Vorstellung von der Stadt der Zukunft: eine hybride, vernetzte Stadt, in der Natur und Technik, Innovationskraft und Nachhaltigkeit symbiotisch funktionieren und interagieren.
10 000 interaktive LED-Zellen
Die von 20 Metern Höhe abgehängte Fassade bestand aus einem grobmaschigen Drahtseilnetz, an dem ab drei Metern Höhe 10 000 rote Zellen in unregelmässigen Abständen angebracht waren. Jede Zelle enthielt eine — formal der Schweizer Landkarte nachempfundene — Platine mit Elektronik, die die interaktive Bespielung der Fassade ermöglichte: Solarzellen, zwei Doppelschichtkondensatoren (besonders leistungsstarke Energiespeicher), eine LED (Light Emitting Diode) und Sensoren, die auf Licht und auf benachbarte Zellen reagierten. Geschützt wurde die Elektronik von einer roten, transparenten Hülle aus Kunstharz. Ein Feld mit kristalliner Struktur überlagerte die Schweizer Landkarte, sodass sie nicht auf den ersten Blick sichtbar war. Die Umrisse des kristallinen Feldes entsprachen dem Grundriss des Schweizer Pavillons, einer der Zylinder umfasste die Solarzellen.
Ausstellungsort
Expo 2010 Shanghai
Leistungsphasen
Konzeption, Planung und Realisierung
Projektdauer
2 Jahre
Eröffnung
1. Mai 2010
Ausstellungsdauer
6 Monate