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In der aktuellen Debatte zum Energiesparen muss auf den hohen Energiebedarf zum Erwärmen von Wasser hingewiesen werden. Während die Schweizer Wasserversorgungen gemäss den jährlichen statistischen Erhebungen des SVGW im Durchschnitt 0.45 kWh Strom aufwenden (Fig. 1), um 1'000 Liter Trinkwasser bereitzustellen, erfordert das Aufheizen der gleichen Menge Wasser von 10 auf 60°C netto rund 58 kWh: Wasser aus dem Warmwasserhahn enthält unabhängig von der Ausstosstemperatur also durchschnittlich 130-mal mehr Energie als Kaltwasser. Dies widerspiegelt die Situation in Gebäuden ohne technische Warmhaltung der Warmwasserleitungen (typischerweise kleinere Wohngebäude).
Bei grösseren Wohnobjekten werden die Warmwasserleitungen verbreitet durch Heizbänder oder Warmwasserzirkulation auf Temperatur gehalten, was den Energieverbrauch für die Warmwassererwärmung um bis zu 20% erhöhen kann. In solchen Objekten kann Warmwasser ab Warmwasserhahn somit bis 160-mal mehr Energie enthalten als Kaltwasser. Über alles gesehen enthält Warmwasser ab Hahn somit rund 150-mal mehr Energie als Kaltwasser.
Der eingangs erwähnte Stromverbrauch für die Bereitstellung von Trinkwasser reicht von nahezu 0 kWh/m3 (Quellwasserversorgungen ohne Wasserbehandlung) bis rund 2 kWh/m3 (Seewasseraufbereitung kombiniert mit grosser Förderhöhe). Entsprechend unterschiedlich fällt der erwähnte Energiefaktor in den verschiedenen Versorgungsgebieten aus.
Einen zusätzlichen Einfluss hat die Art der Wassererwärmung: Beim Einsatz von Wärmepumpen zur Warmwassererzeugung liegt das Verhältnis des Strombedarfs für Warmwasser zum Strombedarf für Kaltwasser je nach Jahresarbeitszahl im Mittel bei rund 50-75, beim Einsatz von Sonnenkollektoren noch tiefer.
Zur Beurteilung, wo sich Stromsparen im Haushalt am ehesten lohnt, muss man sich die Grössenordnungen der Verbrauchsprozesse vor Augen führen – in Figur 2 am Beispiel einer Mietwohnung im Mehrfamilienhaus.
Durchschnittlich entfällt bei Mietwohnungen gut die Hälfte des Stromverbrauchs auf die zentrale Warmwassererwärmung (ohne Berücksichtigung der Wassererwärmung im Wasch- und Geschirrspülautomaten). Mit zunehmender Haushaltgrösse nimmt der Energieanteil der zentralen Wassererwärmung am gesamten Stromverbrauch noch zu (Fig. 2).
Der Anteil des Stromverbrauchs für die Kaltwasserbereitstellung macht rund 1% des Stromverbrauchs eines Haushalts oder rund 2% des Stromverbrauchs für die zentrale Warmwassererwärmung aus. Entsprechend hoch ist das Stromsparpotenzial durch Reduktion des Warmwasserverbrauchs in den Privathaushalten, den öffentlichen Gebäuden, dem Gewerbe und der Industrie. Der Verzicht auf einen Liter Warmwasser spart durchschnittlich so viel Strom, wie im ganzen persönlichen Tagesbedarf an Trinkwasser steckt. Aus energetischer Sicht beginnt richtiges Wassersparen also beim Warmwasser.
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