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«Mein Großvater erzählte mir von einem Schäfer, der von einem Bauern einige Schafe kaufte, zu einem fairen Preis, wie er glaubte. Wochen später ging er auf einen Schafmarkt und stellte fest, dass er die Schafe sehr billig bekommen hatte, zu billig, etwa fünf Pfund unter dem Marktwert. Er fand das unfair dem Verkäufer gegenüber, denn der hatte ihm vertraut. Er wollte nicht habgierig sein oder, vielleicht genauso wichtig, nicht als habgierig erscheinen.
Deshalb schickte er dem Bauern einen Scheck über den Differenzbetrag und entschuldigte sich bei ihm. Doch der Bauer, der ihm die Schafe verkauft hatte, weigerte sich höflich, den Scheck einzulösen, da der ursprüngliche Handel doch ehrenhaft gewesen und durch Handschlag besiegelt worden sei. Patt.
Dem Freund meines Großvaters blieb nur ein Ausweg: Um den Bauern zu entschädigen, kaufte er ihm im nächsten Jahr einige Schafe über Marktwert ab. Keinem der Männer war auch nur entfernt an einer kurzfristigen „Profitmaximierung“ gelegen… Beide schätzten ihren guten Namen und ihren guten Ruf, redlich zu sein, weit mehr als das schnelle Geld. Und wenn jemand ein Versprechen gab, dann tat er gut daran es auch zu halten.» (aus: James Rebanks, Mein Leben als Schäfer)
Wenn mich jemand auf die christliche Ethik anspricht, so sage ich, dass es nicht um das Einhalten von Regeln geht, sondern um den absoluten Willen ein integres Leben zu führen, darum, einem inneren Kompass zu folgen, dessen Nadel auf Anstand zeigt, oder besser auf Liebe.
Seid also vollkommen, wie Euer himmlischer Vater vollkommen ist! (Matthäus 5,48)