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Auswanderung
der jungen Männer als
Maurer, Gipser und
Maler in die übrigen Kantone.
Der Name des Dorfes rührt von einem einstigen festen
Turm (torre) her, dessen Reste heute noch sichtbar sind.
Das schön gelegene und von alten Kastanienselven umrahmte Dorf ist
die Heimat der Künstler- und Gelehrtenfamilie Magistretti, des Baumeisters Cosimo Morelli, der im 18. Jahrhundert
lebte und in Imola und
Rom Kirchen, Theater und Privatpaläste schuf, und des als Stukkateur eines guten
Rufes sich erfreuenden
Pietro Trefogli (1763-1835), dessen schönste Werke an der Certosa von Bologna und in Ferrara zu sehen sind.
Die grüne, nach allen
Seiten (mit
Ausnahme im N.) sanft abfallende, eine gute Thalaussicht bietende Vorhöhe wird vom Dorf
Leggia durch
die
Valle Leggia und über die
Alpen Ligozone oder Mea (1856 m) bestiegen.
Der in die
Alpe di Ligozone hinführende Weg reicht
bis auf den
Grat. Am
SW.-Hang liegt über der
Valle di
Grono die
Alpe della
Piazza (1538 m), aus welcher der
Grat des Torrione ebenfalls bestiegen werden kann.
Gebirgsformation ist ausschliesslich der Tessinergneis.
Im N. liegt das mächtige Firnfeld des Fornogletschers;
im
SO., wieder an der italienischen Grenze, erhebt sich der
Monte Sissone 3363 m).
Auf den italienischen Karten ist der Pizzo Torrone
mit den Gipfeln Torrone orientale (3333 m), Torrone centrale (3270 m) und Torrone
occidentale (3349 m) verzeichnet.
Die beiden
erstern können von Geübten von derFornohütte des S. A. C. (2561 m) in 5 und von
Maloja her in 7 Stunden
erstiegen werden, während der Torrone occidentale von der
Fornohütte aus allein 7 Stunden erfordert und wegen der vielen
Gletscherspalten und der steilen
Felsen sehr schwierig ist;
Dem Fornogletscher entlang kann man auch mit Gefahr zum Einschnitt rechts
vom Torrone orientale und durch ein Couloir links am Torrone hinab zur gleichbenannten Alp und durch die
Valle di Mello nach
San Martino und ins Veltlin gelangen.
Ausschliessliche Gesteinsart ist der Berninagranit.
Vom obern Ende des erwähnten
Süserthals geht man auch rechts zu dem mit kleinen Alpenseen geschmückten
Flesspass (2452 m) hinüber und dann durch
Val Torta und
Val Fless hinab auf die Flüelastrasse im
Val Flüela oder Susascathal.
Wählt man den
Flüelapass für eine
Tour über den Pass da Val Torta oder
Vereinapass, so steigt man von der
Flüelastrasse über der Alp
Pra Dadont (1810 m) ins
Val Fless und
Val Torta hinauf auf den
Flesspass und ist dann gleich auf
dem verhältnismässig breiten
Plateau der
Höhe angelangt. Auf der Passhöhe verschlingen sich die
Wege derart, dass es schwierig
ist, sich zurecht zu finden; bei nebligem Wetter kann es gefährlich werden. Gestein des Passüberganges
ist der Flüelagneis (Augengneis, mit gequetschten Quarzkörnern und Feldspatkristallen).
(Val) (Kt. Graubünden,
Bez. Inn).
1900-1081 m. Rechtseitiges Nebenthal des Unter Engadin; mündet zwischen den
Weilern Raschvella und San Niclà unterhalb Remüs zum Inn aus. Es entspringt unterhalb des Punktes 1919 m zwischen den Kalk-
und Dolomitstöcken des Piz Lad (2811 m) und dem vordern PizAjüz (2754 m), nimmt zuerst nordwestl. Verlauf, biegt
dann nach W. und SW. um und mündet, zuletzt wieder westl. fliessend, zum Inn aus. Im obern Teil und wieder in der Mitte stark
durchschluchtet. Im Vordergrund schmale Waldstreifen und seitlich derselben schönes Wiesland, dann mit Tannen, Föhren und
Arven bestockt bis nahe zum Ursprung.
Länge 2,4 km; Bachgefälle 34%. Von der Mitte aus liegt im S. das idyllische, rings von Wald umgebene
Maiensäss Prümaran (1717 m). Am Ursprung prachtvolle Quellen, die an der Grenze zwischen der kristallinischen Formation und
dem alpinen Muschelkalk über moosigen Stufen oder zwischen Schutt und grünem Weideboden entspringen und zusammenströmen.
Am vertieften Becken unter diesen Felsterrassen und -stufen blüht in ganzen Gesellschaften die schöne
ostalpine Cortusa Matthioli.
Darüber die mit Schutt und Trümmern bedeckte grosse Felsennische zwischen dem PizAjüz und Piz Lad. Auf den Felsterrassen
der Umgebung des Val Torta wächst vielfach Tofieldia borealis. Gesteine sind vom Ausgang an gerechnet: Versteinerungsleere,
tonigkalkige «Engadinschiefer», dann der verschieden
abändernde Granit des von Raschvella herüber reichenden Granitstockes oder -riffes und zwischen den Kalktonschiefern und
dem Granit noch Serpentin;
weiter oben Gneis, ein schmales Band paläozoischer kalke, Verrucano und alpiner Muschelkalk, letzterer
meistens von Schutt überdeckt.