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Physik-Nobelpreis geht an drei Klimaforscher
Es ist die wohl am längsten laufende wissenschaftliche Castingshow der Welt: Der Physik-Nobelpreis geht dieses Jahr zur einen Hälfte an Syukuro Manabe und Klaus Hasselmann, zur anderen Hälfte an Giorgio Parisi.
In der Kategorie Medizin sind die Preisträger in diesem Jahr bereits ausgerufen worden, nun folgt der Nobelpreis in Physik. Der Physik-Nobelpreis 2021 geht an den Italiener Giorgio Parisi sowie den Deutschen Klaus Hasselmann und den Amerikaner Syukuro Manabe. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag bekannt.
Die drei Forscher werden für bahnbrechende Beiträge zu unserem Verständnis komplexer physikalischer Systeme geehrt. Hasselmann vom Max Planck Institut für Meteorologie in seiner Heimatstadt Hamburg und Manabe von der Princeton University haben Klima-Modelle entwickelt.
Wie im Vorjahr sind die Nobelpreise mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotiert, was rund 1,06 Millionen Franken entspricht.
Im vergangenen Jahr hatten der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel und die US-Forscherin Andrea Ghez die eine Hälfte des Preises erhalten, während die andere Hälfte an den Briten Roger Penrose gegangen war. Die drei waren damit für ihre Erforschung von Schwarzen Löchern geehrt worden.
Bisher sieben Schweizer Preisträger
Insgesamt haben 215 Preisträgerinnen und Preisträger die Auszeichnung in der Kategorie Physik bislang erhalten, der US-Forscher John Bardeen dabei gleich zweimal. Der erste von ihnen ist der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen gewesen, der den Preis 1901 für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen erhalten hatte.
Die Schweiz hat die Auszeichnung bisher siebenmal erhalten. Der bekannteste Preisträger ist natürlich Albert Einstein, der 1921 von der Akademie geehrt worden ist. 2019 wurden Michel Mayor und Didier Queloz für die Entdeckung des ersten Exoplaneten geehrt. Häufig gehen der Preis in Physik und die weiteren wissenschaftlichen Auszeichnungen an zwei oder drei Wissenschaftler gleichzeitig, die entweder gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben.
Am Montag war David Julius (USA) und dem im Libanon geborenen Ardem Patapoutian der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zugesprochen worden. Die beiden haben Zellrezeptoren entdeckt, über die Menschen Temperaturen und Berührungen wahrnehmen.
Verleihung am 10. Dezember
Verliehen werden die prestigeträchtigen Nobelmedaillen und Diplome traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896).
Wer dann gemeinsam mit den Ausgezeichneten in Medizin und in Physik geehrt wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen: Am Mittwoch werden die Preisträger in Chemie ebenfalls von der Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften verkündet, am Donnerstag folgt in der Schwedischen Akademie die Bekanntgabe des Literaturnobelpreisträgers.
Am Freitag ist dann in Oslo der Friedensnobelpreis dran, am nächsten Montag wiederum in Stockholm der Preis für Wirtschaftswissenschaften, der als einziges nicht auf Nobels Testament zurückgeht.
SDA