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Superstarfirmen und der Rückgang der Arbeitsquote
2020-04-08: In entwickelten Ländern nimmt die Arbeitsquote, d.h. der Anteil des Arbeitseinkommens am BIP, ab. Dieser Rückgang ist vor allem auf die Marktkonzentration und die Zunahme des Marktanteils von «Superstarfirmen» zurückzuführen, wie eine von David Dorn mitverfasste und in der aktuellen Ausgabe des «Quarterly Journal of Economics» veröffentlichte Studie zeigt. In den Branchen, in denen die Marktkonzentration am stärksten zunahm, sank die Arbeitsquote auch am stärksten. Andere Hypothesen, wie z.B. Veränderungen in der internationalen Handelspolitik, der abnehmende Einfluss von Gewerkschaften oder der allgemeine Lohndruck wurden ebenfalls getestet. Ein direkter Einfluss auf die Arbeitsquote konnte jedoch nicht gezeigt werden.
David Dorn zu Gast bei SRF ECO
2020-04-07: Im Interview erläutert David Dorn die wichtigsten Ideen aus dem Coronavirus Positionspapier, welches das Department of Economics letzte Woche veröffentlichte. Er erklärt, wieso der Bund aus wirtschaftlicher Sicht richtig gehandelt hat und wie man eine jahrelange Schuldenlast von Firmen vermeiden kann. Es braucht Lösungen, wie man die Kosten, welche ein solch enormer Eingriff von Seiten des Staats in die Wirtschaft verursacht, sinnvoll verteilen werden kann.
Coronavirus-Schock verstärkt die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt
2020-04-06: Teodora Boneva und Co-Autoren veröffentlichten ein Briefing zu den Auswirkungen des Coronavirus auf den britischen Arbeitsmarkt. Ihre Untersuchung zeigt, dass Selbständige, jüngere Arbeitnehmer und Geringverdiener am stärksten betroffen sind. Die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt hat zugenommen.
Unterschiede zwischen den Wirtschaftskrisen
2020-04-04: Im Interview mit «Tagesschau24» vergleicht Joachim Voth historische Pandemien und Wirtschaftskrisen. Im Unterschied zu vergangenen Schocks wie z.B. der Finanzkrise von 2008, erleben wir heute zeitgleich einen globalen Angebots- und Nachfrageschock. Wenn der wirtschaftliche Stillstand (Lockdown) nicht länger als zwei oder drei Monate andauert, sollte sich die Wirtschaft jedoch schneller erholen als sie dies nach der Finanzkrise tat.
Wie die Volkswirtschaft überlebt
2020-04-04: In seiner Kolumne in der «Finanz und Wirtschaft» weist David Dorn auf die zentralen Unterschiede zwischen einer normalen und der durch den «Lockdown» initiierten Rezession hin. «Die aktuelle Krise unterscheidet sich wesentlich von früheren Rezessionen. Betroffen sind nicht nur die schwächsten Branchen und Firmen, sondern auch viele [...] mit soliden Geschäftsmodellen und intakten Zukunftsperspektiven. Damit die Schweizer Volkswirtschaft die Krise gut überlebt, müssen diese Unternehmen und ihre Arbeitsplätze erhalten werden, um so eine schnelle Erholung der Wirtschaft nach der Krise zu gewährleisten».
Pandemierisiko in der Zukunft minimieren
2020-04-02: In der «Weltwoche» wirft Joachim Voth einen Blick in die Zukunft. «Es gibt keine Garantie dafür, dass das nächste Virus nicht so tödlich wie Ebola und so ansteckend wie Corona ist». Die Antwort auf die Pandemierisiken sieht er nicht darin, die Globalisierung zurückzudrehen, denn der grösste Vorteil der Globalisierung, der freie Warenaustausch, ist nicht das Problem. Risikobehaftet ist nur der Personenverkehr. «Man sollte sich nun durchaus die Frage stellen, ob Millionen von Leuten zum Vergnügen in der Welt herumfliegen müssen», meint er.
Willkommen, Prof. Teodora Boneva
2020-04-01: Teodora Boneva wurde auf den 1. April 2020 zur Assistenzprofessorin für Ökonomik der Kinder- und Jugendentwicklung ernannt, gestiftet vom Jacobs Center for Productive Youth Development. Prof. Boneva stösst von ihrer bisherigen Position als Associate Professor am Department of Economics der Universität Oxford zu uns. Ihre Forschung befasst sich mit der Rolle von Überzeugungen bei Entscheidungen über Bildungsinvestitionen und die Rolle von Bildungsinterventionen in er Kindheit für die der Förderung von Fähigkeiten. Ihr Ziel ist es, unser Verständnis dafür zu verbessern, wie wir den Erwerb von Fertigkeiten fördern und sozioökonomische und geschlechtsspezifische Unterschiede auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt verringern können.
Herzlich willkommen, Prof. Boneva!
Ein perfekter Sturm
2020-03-31: Interview mit Joachim Voth im «Spiegel» über historische und moderne, virtuelle Pestmauern zum Schutz der Bevölkerung vor Epidemien. Die wohlhabenden westlichen Nationen haben es versäumt, aus vergangenen Epidemien zu lernen: «Wir Deutsche kaufen uns Versicherungen für alles Mögliche, aber wir leisten uns als Gesellschaft keinen Schutz für einen solchen Notfall», kritisiert er.
Dopamin, das Belohnungssystem und die Behandlung von Suchtkranken
2020-03-31: Mit der Unterstützung der EU Grants Access bewarb sich Lydia Hellrung erfolgreich für einen Marie Sklodowska-Curie Fellowship Grant über 175'000 Euro, der ihr erlaubte ihr Forschungsprojekt DOPANF im Sommer 2018 zu starten. In diesem Projekt untersucht sie im SNS-Lab des Departments, wie sich die Netzwerkaktivität im Gehirn unterscheidet, je nachdem ob jemand sich anstrengt um eine Belohnung zu bekommen oder eine Bestrafung zu vermeiden, und welche Motivation zu besserem Lernen führt. Die Antwort auf diese Frage hat unter anderem einen Einfluss auf die Behandlung von Suchtkranken. EU Grants Access stellt das Projekt, und die Forscherin in ihrer Publikation «Science Stories» vor.
Postionspapier Coronavirus
2020-03-29: Das Coronavirus beschäftigt die Welt. In den letzten Wochen haben sich Forschende des Departments in nationalen und internationalen Medien an der öffentlichen Analyse und Diskussion beteiligt. Neben den Beiträgen aus ihren jeweiligen Spezialgebieten haben die Professorinnen und Professoren des Department of Economics ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht. Unter dem Titel «Testen und Einfrieren: Eine Überlebensstrategie für die Schweizer Volkswirtschaft» fasst das Papier den Konsens der ökonomischen Debatte zusammen und zeigt Handlungsoptionen für die Schweiz auf.
Positionspapier und Zusammenfassung
Einzelbeiträge (frei zugänglich)
«Wie die Volkswirtschaft überlebt» Finanz und Wirtschaft Kolumne, David Dorn (04.04.20)
«Pandemien und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft» Tageschau.de Interview, Joachim Voth (03.04.2020)
«Es darf niemand durch die Maschen fallen» Tachles Interview, Dina Pomeranz (03.04.20)
«Zielkonflikte zwischen medizinischen und wirtschaftlichen Interessen bestehen nur in der kurzen Frist» Radio1 Interview, David Dorn (MP3, 7073 KB) (27.03.20)
«Der Einbruch der Aktienkurse lässt sich nicht allein mit rationalem Verhalten erklären» Sonntagszeitung Interview, Ernst Fehr (PDF, 1327 KB) (22.03.20)
«Unsere Entscheidungen basieren auf einer unzureichenden Datengrundlage» NZZ Video Interview, Ernst Fehr (21.03.20)
Medieresonanz Positionspapier
Wirtschaftliche Auswirkungen von Pandemien
2020-03-03: «The Economist» diskutiert in seinen Free Exchange Kolumne die wirtschaftlichen Auswirkungen von Pandemien. Dabei wird auf eine im Review of Economic Studies veröffentlichte Forschungsarbeit von Joachim Voth verwiesen, in der er aufzeigt wie die Bevölkerungsreduktion durch die Pest im Europa des 14. Jahrhunderts einen Einkommenssprung verursachte. Dieser wiederum führte zu höheren Ausgaben für in Städten produzierte Waren und damit zur Verstädterung. So brachte sie Europa auf den Weg zur industriellen Revolution. «The Economist» kommt zu dem Schluss, dass die menschlichen Kosten von Pandemien zwar furchtbar sind, die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen aber nicht unbedingt.
Der Mensch neigt zum Herdentrieb
2020-03-05: In der «NZZ am Sonntag» erklärt Björn Bartling wie grundlegende Verhaltensneigungen den gesellschaftlichen Umgang mit dem Coronavirus prägen. Herdentrieb, Unsicherheit, und die Gratwanderung der öffentlichen Kommunikation sind entscheidende Faktoren, die eine Eskalation beschleunigen oder verlangsamen können.
Reisen und Handeln in Zeiten der Epidemie
2020-03-04: Joachim Voth zieht Parallelen zwischen den aktuellen Strategien zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus mit denen zur Pest 1720 in Marseille. Damals erwies sich die rigorose Einschränkung der Mobilität durch Pestmauern als effektivste Lösung. Heute muss die Politik zwischen den Kosten und dem Nutzen ungehemmten Personen- und Warenaustauschs abwägen, wobei der Personenaustausch wenig zu den Vorteilen der Globalisierung beiträgt, argumentiert er: «Die Lektion von Wuhan sollte sein, dass eine breite Diskussion in der Gesellschaft darüber beginnen sollte, wie viel Mobilität tatsächlich wünschenswert ist».
Zum CO2-reduzierten Mittagessen gestupst
2020-02-18: Mit einem Experiment haben sechs städtische Personalrestaurants in Zürich versucht ihre CO2-Bilanz zu verbessern: ohne Zwang oder finanzielle Anreize sollten Kantinenbesucher dazu gebrachten werden, sich für klimaschonendere Menus mit mehr pflanzlichen Lebensmitteln zu entscheiden. Erreicht werden sollte dies mittels Nudging und Gamification: die Restaurants standen in Konkurrenz zu einander, damit wollte man die Besucher zum Mitmachen animieren. Nick Netzer beantwortet der NZZ die wichtigsten Fragen zu Nudging und erklärt, wieso er beim Klimaschutz direkter eingreifen würde, als Leute nur zu stupsen.
Lesen sie den Artikel über den Versuch und das Interview dazu.
Was ist denn eigentlich VWL?
2020-02-13: Diese Frage war das Thema des zweiten Research Slam, der am Ende des letzten Semesters am Department of Economics stattfand. Die Veranstaltung, die sich an Bachelor- und Master-Studenten richtet, will die breite Vielfalt der Themen hervorheben, zu denen die VWL beitragen kann. Zwölf Doktorierende, Post-Docs und Professorinnen des Departements hielten unterhaltsame 5-minütige Vorträge über ein Paper aus ihrem Forschungsgebiet. Damit geben sie den Studierenden einen Einblick in das Fach VWL, der über den regulären Lehrplan hinausgeht, und teilen ihre Begeisterung für die Forschung. Die Veranstaltung wurde von einem Team von Doktorierenden um Ursina Schaede, Lexi Schubert und Claude Raisaro organisiert und vom Departement und dem UBS Center unterstützt. Das Podcast gibt’s jetzt zum Nachhören und der nächste Research Slam findet am 29. April statt.
Warum Ökonomen über den Klimawandel sprechen
2020-01-27: Die Antwort auf diese Frage gab der Nobelpreisträger William Nordhaus vergangenen Woche in einem öffentlichen Vortrag, den das UBS Center for Economics in Society organisierte. Seiner Meinung nach ist die Preisgestaltung für Kohlenstoff, entweder als Cap-and-Trade System oder als Steuer, die effektivste Lösung im Kampf gegen den Klimawandel. Am Beispiel einer Tramfahrt in Zürich wies er auch auf das Hauptproblem hin, warum die internationale Klimapolitik in eine Sackgasse geraten sei: Das Schwarzfahren sei zu einfach, weil die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, nicht sehr hoch und die Strafen zu gering seien. Er schlägt einen "Klima-Club" vor, in dem Nichtteilnehmer mit Exportzöllen konfrontiert werden und damit Anreize für die Staaten schaffen, einen Beitrag zur globalen Klimapolitik zu leisten. Nordhaus' Vortrag zog ein sehr vielfältiges Publikum an, das während der Q&A viele Fragen hatte und zeigte, dass der Klimawandel tatsächlich das Thema ist, über das alle sprechen.
Lesen sie das Interview mit William Nordhaus in der NZZ am Sonntag
Sehen sie eine Aufzeichnung des Vortrages hier.
Moralische Appelle allein reichen nicht aus
2020-01-14: Im Interview in «Der Bund» erklärt Ernst Fehr warum die Politik mit einer allgemeinen Klimasteuer eingreifen muss. «Die Verhinderung der Klimaerwärmung ist geradezu ein Paradefall von legitimer Staatsintervention. Individuelle Akteure erzeugen negative externe Effekte, da muss der Staat eingreifen, das ist Lehrbuchwissen. Darum sind sich ja alle Volkswirte einig. Die Verhinderung der Klimaerwärmung ist ein öffentliches Gut, eines der wichtigsten für die ganze Menschheit».
Die Elternzeit hat keine negativen Folgen für Unternehmen oder Mitarbeiter
Who is Who: David Dorn
2020-01-07: Die Bilanz listet David Dorn aufgrund seines Leistungsausweises in der ökonomischen Forschung in ihrer aktuellen Ausgabe der Who is Who Forschungsliste. David Dorn untersucht u.a. wie der wirtschaftliche Aufstieg Chinas Auswirkungen auf die sozialen und politischen Bedingungen in den USA hatte. Als meistzitierter Professor einer europäischen Universität präsentiert David Dorn seine Forschungsergebnisse regelmässig nationalen und internationalen Politikern und Wirtschaftsverbänden.
Björn Bartling zum Associate Editor des Journal of the European Economic Association ernannt
2020-01-06: Björn Bartling wurde zum Associate Editor des Journal of the European Economic Association (JEEA) ernannt. Er ist neben David Yanagizawa-Drott und Michel Maréchal der dritte Vertreter unseres Departments in dieser Funktion. Das JEEA wurde 2003 gegründet und ist mittlerweile einer der Top Ten Journals der Wirtschaftswissenschaften. Das Ziel der European Economic Association ist es, die wirtschaftliche Entscheidungsfindung auf wissenschaftliche Prinzipien, Fakten und ökonomische Theorie zu stützen und nicht auf politische Diskussionen.
Es stimmt nicht, dass Sozialhilfe faul macht
2019-01-02: Interview mit Dina Pomeranz in der «Finanz und Wirtschaft» über die Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung in Schwellenländern, wie empirische Evidenz politische Diskussionen aus der ideologischen Ecke ziehen kann und wie randomisierte Feldstudien etablierte Annahmen über die Wirksamkeit von Entwicklungshilfeprojekten widerlegen können.