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Basel, um 1835
Maler: Sebastian Gutzwiller (1798-1872)
Öl auf Leinwand
Originalrahmen, Holz vergoldet, breite Kehle
mit Palmettenfries am inneren Rand
H. 46,5 cm, B. 39,5 cm
H. 59 cm, B. 52 cm (mit Rahmen)
Inv. 2006.364.
«Gutzwiller Alsacien» ist als Signatur in der Bildecke rechts unten zu lesen. Der Maler ist noch nicht lange in Basel ansässig und weist mit dieser Unterschrift auf seine Elsässische Herkunft hin. Sébastien Gutz-willer ist 1798 in Uffheim in der Nähe von Sierentz geboren. Seine ersten bekannten Werke sind die Por-träts seiner Paten, Adelgonde und Jacques Haaby, Müller in Uffheim (Privatbesitz). Auch wenn die entsprechenden Nachweise fehlen, wird vermutet, dass er während eines längeren Aufenthaltes in Paris und später in Rouen, Le Havre und Marseille das Restaurieren von Malerei und insbesondere das Porträtieren erlernt hat. Im April 1833 zieht er mit seiner Gattin Caroline Grummler aus Mulhouse und drei Kindern nach Basel, wo er beim Kunstverleger und Antiquar Lamy, am Blumenplatz 116, arbeitet. Die drei jüngeren Geschwister werden in Basel geboren.
Die häufigsten Aufträge Gutzwillers waren Porträts, wie dieses vom Historischen Museum Basel erworbene. Es zeigt eine junge Mutter, die ihrem vor ihr stehenden, wohl zweijährigen Sohn ein offenes bebildertes Buch hinhält. Die aufgeschlagene Seite zeigt unter dem Titel «Der Spaziergang» ein junges Paar, das diese Tätigkeit ausübt. Das Kind, dessen weisses Röckchen im Kontrast zum schwarzen Kleid der Mutter steht, dreht den Kopf zum Betrachter des Bildes hin. Die Bildszene spielt sich in einem gediegenen, aber nicht überladenen Interieur ab, das rechts von einem violetten Vorhang und links von einem hochrechteckigen Spiegel gerahmt wird. Ein sehr ähnliches Bild (Privatbesitz) zeigt eine ebenfalls dunkel gekleidete junge Mutter mit Ihrem etwa vierjährigen Sohn. Sie sitzt an einem Tafelklavier, er hält einen Hund auf den Armen. Wer die modisch frisierten und elegant gekleideten Damen/Mütter sind, konnte nicht eruiert werden. Sie zeichnen sich aber durch ihre literarische, bzw. musikalische Bildung aus.
Das Historische Museum Basel besitzt bereits zwei Porträts aus der Hand von Sebastian Gutzwiller: das postum gemalte Bildnis des Johann Ludwig Burckhardt, alias «Scheich Ibrahim» (1941.221.) sowie das der 16-jährigen Sophie Singeisen (1919.66.). Das Bild des jungen Trommlers Jakob Probst wird auch dem Elsässer Gutzwiller zugeschrieben (1949.561.).