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Hartnäckig halten sich Befürchtungen, dass die UBS im 1. Quartal 2008 weitere Abschreibungen von bis zu 15 Mrd. Fr. vornehmen könnte. Denn nebst den wackeligen Subprime-Engagements in Höhe von 27,6 Mrd Dollar setzen Analysten nun auch hinter die Alt-A-Bestände in Höhe von 26,6 Mrd Dollar ein Fragezeichen, weil es vor allem diese Hypothekenklasse war, die vor wenigen Tagen die fünftgrösste US-Investmentbank Bear Stearns zu Fall gebracht hat.
Fragen nach der Zukunft
Angesichts der grossen Unsicherheit über die Lage der grössten Schweizer Bank werden diverse Szenarien für die nahe Zukunft herumgereicht. Sie reichen von einer möglichen Übernahme durch einen Konkurrenten («Handelszeitung» vom 12.03.08) über eine Abtrennung der Investmentbank («Handelszeitung» vom 27.02.08) bis hin zum Verkauf des gesamten US-Geschäftes.
Ein anderer, ebenfalls eleganter Weg wäre die Auslagerung der faulen Geschäfte in eine neue Bankeinheit. «Weil auch die bisher gemachten Abschreiber nicht ausreichen, kommt die UBS nicht umhin, ihre verbleibenden risikobehafteten Guthaben in der Höhe von 88 Mrd Dollar, entsprechend 270% des Buchwertes und fast dem Doppelten der Marktkapitalisierung, in eine spezielle Firma auszulagern», heisst es in einer Analyse, die ausgerechnet aus dem Hause von Bear Stearns stammt.
Diese «schlechte Bank» (bad bank), die die Bear-Stearns-Analysten mit dem Arbeitstitel Matterhorn One versehen, soll anfänglich als Tochterunternehmen der UBS funktionieren und mit ausreichenden Garantien versehen werden. Alle weiteren Abschreiber würden dann nur bei Matterhorn One stattfinden, diese Bank braucht dann auch nicht mehr mit ausreichend Kapital ausgestattet zu werden, die für eine Tier-1-Bank wie die UBS selber erforderlich ist.
Dadurch hätte die UBS gleich mehrere Vorteile. So könnten die Ergebnisse separat ausgewiesen werden vom übrigen operativen Geschäft der UBS, das sich auf das Retail-Geschäft, die Vermögensverwaltung und die «gesunden» Teile des Investment Banking beschränken würde. Abschreiber würden dann vor allem auch nicht mehr direkt mit dem Vermögensverwaltungsgeschäft in Verbindung gebracht, die Boni für gut laufende Sparten könnten mit gutem Gewissen weiter ausbezahlt werden und etliche Wertpapiere, die jetzt einen Wertverfall hinnehmen mussten, könnten neu verbrieft und beispielsweise an spezialisierte Hedge-Fonds weitergegeben werden. Dadurch würden die Cashflow-Ströme der intakten Unternehmensteile stabilisiert und die unzufriedenen Aktionäre besänftigt. Schliesslich wäre es auch möglich, Matterhorn One nach einiger Zeit in eine immobilienfonds ähnliche Struktur zu überführen, zu dekonsolidieren und separat an die Börse zu bringen.
Für dieses Vorgehen gibt es einige prominente historische Vorbilder, wie die Fälle der britischen Midland Bank und der Crocker Bank, der Mellon und der Grant Street National Bank in den USA sowie der Nordbanken und Securum im Gefolge der Immobilienkrise in Schweden zu Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Ein Fakten-Check ist üblich
Eine UBS-Sprecherin mochte die Bear-Stearns-Studie auf Anfrage nicht kommentieren. Analysten schicken aber gemäss üblicher Praxis ihre Studien vor einer Veröffentlichung an die Firma, über die sie schreiben, zum Fakten-Check. Wenn die in einer bestimmten Studie angestellten Vermutungen jeglicher Grundlage entbehren, wird die Studie für gewöhnlich nicht veröffentlicht.