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Die bunte Geschichte des Joints - eine Reise zu den Anfängen
Was verbirgt sich hinter der Begrifflichkeit "Joint"?
Ursprünglich stammt das Wort "Joint" aus dem Französischen und bedeutet soviel wie "Gelenk". 1877 entwickelte sich dieser Begriff bereits zu einem Slogan Ausdruck in der amerikanischen Bauindustrie. 1935 wurde dieser dann genutzt, um Injektionsnadeln zu bezeichnen, mit denen hauptsächlich Heroin und Opium injiziert wurden. 1938 dann die ersten Aufzeichnungen der Verwendung des Ausdrucks "Joint" für eine Marihuana Zigarette in den USA. Diese Entwicklung ist wohl auf Slang-Sprache der damaligen Zeit zurückzuführen. Heutzutage trägt er viele Namen, dies dient teilweise der Diskretion und ist unter anderem stark lokal abhängig. Die gängigste europäische Variante ist der "Spliff". Diese Begrifflichkeit kursiert seit 1936 und bezeichnet eine zum Teil mit Cannabis gefüllte "Zigarette". Dessen Herkunft ist jedoch vollständig unbekannt.
Cannabis wurde bereits geraucht bevor es die ersten Joints überhaupt gab
Der Joint gehörte damals nämlich gar nicht zu den ursprünglichen Methoden des Cannabiskonsums. Die Geschichte lehrt uns, dass Marihuana vorwiegend in (Wasser-)Pfeifen geraucht wurde.
Bereits 2700 v. Chr. wurde Cannabis auf der ganzen Welt als Medizin verwendet.
Asien und Afrika
Der Einsatz von Marihuana als Medikament in China kann bis zum Jahr 200 n. Chr. zurückverfolgt werden. In Arabien wurde um das Jahr 1200 n. Chr. bereits über den Gebrauch von Haschisch gesprochen. Marco Polo hat von Attentätern berichtet, die Haschisch benutzten, und schon im 14. Jahrhundert gab es in Äthiopien Pfeifen, die Cannabis enthielten.
Indien
Es ist wahrscheinlich, dass Menschen in Indien schon 2000 v. Chr. Cannabis verwendet und konsumiert haben. Es wird oft mit der Gottheit Shiva assoziiert und ist bis heute Bestandteil religiöser Zeremonien.
Antikes Griechenland
Trotz Berichten von Schriftstellern und Historikern, die den Freizeitgebrauch von Cannabis auf 500 v. Chr. zurückdatieren, schätzten die alten Griechen Hanf hauptsächlich für seine medizinischen Wirkungen. Dieser wurde schon damals für diesen Zweck angebaut.
Amerika und Europa
Hanfplantagen breiteten sich im 18. und 19. Jahrhundert in Amerika und Europa aus. Es ist nicht eindeutig, wie viel von dem damals angebauten Cannabis als Freizeitdroge genutzt wurde, jedoch gibt es Aufzeichnungen, die belegen, dass napoleonische Soldaten in Ägypten Marihuana konsumierten und dieses mit zurück nach Frankreich brachten.
Geschichtsunterricht: Wann wurde also der erste "Joint" geraucht?
Konkret beantworten lässt sich diese Frage natürlich nicht. Die Historie des ersten Joints wird aber etwa in die 1850er Jahre in Mexiko zurückverfolgt. Ein Wissenschaftler der Universität von Guadalajara deckte damals auf, dass Arbeiter auf dem Land Marihuana mit Tabak in ihre Zigaretten mischten und rauchten. Gleichzeitig schlug das "Boston Medical and Surgical Journal" eine Behandlungsmethode mit Cannabis für Atemprobleme vor. Es wurde angenommen, dass eine Kombination von Cannabis, Tollkirsche, Belladonna und Kaliumnitrat sowohl Asthmaanfälle lindern als auch die Sauerstoffaufnahme verbessern könnte. Die Heilpflanze Cannabis wurde als Schmerzmittel, sowie als Genussmittel bekannt.
Dieses Verbot von Alkohol in den USA im Jahr 1919 führte zu einem vermehrten Konsum von Cannabis. Es wurde salonfähig - mehr sogar:
In New Orleans wurde es modern, sich eine "Jazz Zigarre" auf Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen zu genehmigen. Damals noch legal, verbreitete sich das Rauchen von (indica) Cannabis von dort aus wie ein Lauffeuer und wurde immer beliebter. Es war vor allem für seine beruhigende und Sinne schärfende Wirkung so beliebt. Ein neues Lebensgefühl machte sich breit. Als Konsument wurde man nicht mehr schief angeschaut.
Jahrzehnte später, in den 60er Jahren wurde der Cannabiskonsum dann illegal und Hippies machten den Joint zu dem, was er heute noch ist - einem bunten Freiheits- und Friedenszeichen.
Was aber ist unter einem Hippie zu verstehen und wie veränderte diese Zeit das Ansehen des Joints nachhaltig?
Ein Hippie, gemäß der originären Definition des Wortes, war eine Person, die in den 1960er Jahren der rebellischen Kultur in Amerika angehörte. Sie bestanden hauptsächlich aus jungen Leuten und der Begriff breitete sich nach Amerika auf der ganzen Welt aus. Er umfasst eine breitere Gemeinschaft von Menschen überall auf dem Globus. Es repräsentiert vor allem eine Ethik, eine Identität und eine Überzeugung, die dem Establishment widerspricht. Der typische Hippie-Stil war geprägt durch lange Haare, farbenfrohe Bekleidung, einen Freiheitsgeist und das Rauchen von Marihuana.
Dies alles nahm stetig zu und erreichte möglicherweise seinen Höhepunkt beim Woodstock Musikfest 1969. Die Künstler vereinigten sich mit dem Publikum und riefen eine starke Anti-Establishment-Bewegung ins Leben. Der Sound damals war atemberaubend, die Drogen waren stark und vermutlich war der Sex auch herausragend. Richie Havens, der das Woodstock-Festival einleitete, gab bekannt: “Bei Woodstock geht es nicht nur um Sex, Drogen und Rock 'n' Roll. Es solle vor allem um Spiritualität, um Liebe, um das Teilen, um gegenseitige Unterstützung und ein Leben in Frieden und Harmonie gehen".
Seit jeher steht dabei auch der Joint in neuem Licht, da der Einfluss dieser Bewegung riesig und absolut prägend war. Er war ein Zeichen von Widerstand, Einigkeit und Freiheit.
Wo begegnet uns der Joint heutzutage?
Die Geschichte spinnt sich weiter. Langsam aber sicher kam man der erneuten Legalisierung wieder näher. Seit Anfang 2018 ist der Erwerb und Konsum in einigen Staaten der USA wie Kalifornien, Maine, Nevada und Massachusetts wieder legal. Auch andere Länder ziehen nach und weichen die harten Bestimmungen bezüglich des Konsums von Marihuana langsam auf. Auch Deutschland ist mit einigen Konzeptvorschlägen in diese Richtung unterwegs. Doch woher der Umschwung und die erneute Salonfähigkeit des Themas? Antwort ist der gesellschaftliche Druck. Viel an Freiheitssymbolik eingebüßt, geht es heute aber noch um immer um das Gefühl der Zugehörigkeit. Vermittelt durch Musik und Film. Die Geschichte von Cannabis geht weiter!
Cannabis - Joints in der heutigen Popkultur
Von den Beatles angefangen bis hin zu Snoop Dogg - Cannabis findet in der Musik schon seit langem wieder Erwähnung. Beispielsweise handelt Paul McCartneys Lied "Got to Get You into My Life" aus dem Jahr 1966 nicht, wie oft angenommen, von einer romantischen Beziehung. Es handelt von Cannabis, welches er zu dieser Zeit für sich entdeckt hatte. Kaum noch ein amerikanischer Künstler, der Cannabis gänzlich in seinen Texten vermissen lässt. Hauptsächlich im Hip-Hop oder Stoner Genre nimmt "das Rauchen von Gras, bis der Arzt" kommt eine zentrale Rolle ein. Reggae ist hier selbstverständlich auch zu nennen - diese Musikrichtung gilt als eine Art Symbolcharakter für die gesamte Cannabislegalisierungsbewegung. Kaum auch noch ein Musikvideo, in dem kein Joint geraucht wird. Dies trägt in gewisser Weise natürlich der heutigen Darstellung von Cannabis bei. Künstler, die bis heute besonders für ihre pro Cannabis Einstellung bekannt sind, sind unter anderem folgende:
Viele weitere MusikerInnen berichten außerdem von einer anregenden, sinneserweiternden Wirkung des Cannabisrauschs, die inspirierend auf das künstlerische Schaffen wirken kann.
Cannabis - Joints in der heutigen Popkultur
In der Hollywood-Filmindustrie hat Cannabis schon seit etlichen Jahrzehnten seinen festen Stellenwert. Es gibt unzählige Filme, die ihren Fokus auf die Kultur, den Gebrauch oder die Konsequenzen des Cannabiskonsums legen. Einige dieser Werke haben in der Vergangenheit für Furore gesorgt und sind mittlerweile Kultfilme. Beispiele dafür sind Filme wie:
Diese Liste könnte wohl unendlich lange fortgeführt werden. Vom humorvollen Darstellen der "Stoner"-Kultur bis hin zu ernsthafteren Auseinandersetzungen mit den Auswirkungen von Cannabis auf das Leben der Protagonisten - die Vielfalt ist groß. Sie können auch soziale oder politische Botschaften transportieren, die mit dem Thema Cannabis in Verbindung stehen, wie die Legalisierung von Cannabis oder die Diskriminierung von Cannabis-Konsumenten. Somit haben auch sie einen großen Anteil daran, dass heute über den Gebrauch von Marihuana wieder offener gesprochen werden kann und viele Länder sich in Richtung einer Legalisierung bewegen.
So nimmt die Kulturgeschichte ein vorübergehendes Ende und wartet nur darauf, weitergeschrieben zu werden.
Häufig gestellte Fragen zur Geschichte des Joints
Nach historischen Aufzeichnungen wurde der erste Joint vermutlich im 19. Jahrhundert geraucht. Der Cannabisgebrauch reicht jedoch weit darüber hinaus zurück, mit kommerziellen Hanffasern, die bis 4000 v. Chr. im modernen Iran und Irak gefunden wurden.
Es ist schwer zu sagen, wo der erste Joint geraucht wurde, da Cannabis in verschiedenen alten Kulturen auf der ganzen Welt verwendet wurde. Viele glauben jedoch, dass der erste dokumentierte Gebrauch von Cannabis als psychoaktive Substanz in rituellen Gottesdiensten in alten chinesischen Kulturen stattgefunden hat.
Die genaue Identität von wem den ersten Joint geraucht hat, ist unbekannt. Historische Texte aus alten chinesischen Kulturen deuten darauf hin, dass Cannabis in rituellen Praktiken verwendet wurde, so dass es wahrscheinlich ist, dass sowohl Priester als auch Laien es geraucht haben.
Der Begriff "Joint" ist eigentlich eine Ableitung des französischen Wortes "joindre", was "verbinden" oder "vereinen" bedeutet. Ursprünglich bezog sich der Ausdruck auf jede Art von zwei Dingen, die zusammengefügt wurden. Im Kontext von Cannabis bezieht sich ein Joint auf das Rollen von Marihuana in Papier, um eine rauchbare Zigarette zu erstellen.
Joints wurden im Laufe der Jahre sowohl in der Medizin als auch in der Freizeitgesellschaft weit verbreitet. Im frühen 20. Jahrhundert jedoch führte die zunehmende Besorgnis über den Missbrauch von Suchtstoffen zur Kriminalisierung von Cannabis in vielen Teilen der Welt. In jüngster Zeit hat der Joint jedoch aufgrund der Legalisierung von medizinischem und Freizeit-Cannabis in vielen Ländern ein Comeback erlebt.