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Enge unter dem Schulterdach: Engpass-Syndrom (Impingementsyndrom)
Allgemeines
Der Platz unter dem Schulterdach ist beschränkt. Wird dieser zusätzlich eingeengt kommt es zu einerEnge unter dem Schulterdach (Einklemmung der darunter liegenden Sehnen und den Schleimbeutel = Bursa).
Eine häufige Ursache für diese Enge ist eine Ausbildung eines knöchernen Hakens (Acromionhaken).
Schwache Bänder oder Sehnen, die den Oberarmkopf normalerweise nach unten drücken und das Anschlagen verhindern, sind weitere mögliche Ursachen. Überkopfarbeiten oder eine chronisch vorgeneigte Haltung des Oberkörpers fördert die Entstehung des Engpasssyndroms. Das mechanische Reiben der Sehnenkappe (Rotatorenmanschette) am Haken des Schulterdachs kann die Sehnen schädigen und zu Teil- oder Vollrissen führen.
Beschwerden
Der Patient/in klagt sowohl über Schmerzen bei seitlichen, als auch bei Bewegungen nach vorne und hinten oben.
Häufig sind Nachtschmerzen vorhanden. Er hat das Gefühl, als klemme etwas ein, daher der Name Engpasssyndrom (Impingementsyndrom) der Schulter
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose aufgrund der Schilderungen des Patienten, der klinischen Untersuchung und den zusätzlichen Röntgenbildern. Eine Magnetresonanzuntersuchung (sog. Arthro-MRI) ist ebenfalls notwendig, um einen möglichen Riss (Läsion) in der Sehne erkennen zu können. Häufig wird zusätzlich eine sogenannte Infiltration unter das Schulterdach mit einem Betäubungsmittel gemacht: Ist der Schmerz durch die Spritze vorübergehend (ca. 5 – 8 Stunden) deutlich reduziert, ist die Diagnose zusätzlich gesichert.
Behandlung ohne Operation
Die Behandlung
(Therapie) des Impingementsyndroms ist bei fehlender Verletzung der Sehnen meistens ohne Operation. Das Impingement ist eine Balancestörung der Muskulatur und tritt evtl. in Kombination mit einer
vorderen Instabilität der Schulter auf. Durch die Physiotherapie wird mittels gezielten Trainings der Schultermuskulatur der Oberarm nach unten gezogen und somit mehr Raum unter dem
Schulterdach geschaffen. Häufig hilft die Selbsttherapie mit Therabändern nach dem San Antonio Programm. Meist stellt sich der Erfolg nach 3 – 6 Monaten ein, es bedarf somit eines langdauernden
Trainings, das vom Patienten z.T. auch selbstständig während Wochen bis Monaten durchgeführt werden kann (unter Anleitung und Überwachung des Physiotherapeuten). Wichtig ist, dass während der
Bewegung der Kopf nach unten gezogen wird (Dekoapdation oder Depression des Humeruskopfes). Der Arm muss wie ein Pendel nach oben bewegt werden und nicht unter Anhebung des Schultergürtels.
Gleichzeitig oder im Anschluss an die Physiotherapie kann eine Spritze (Infiltration) mit einem milden Cortison unter das Schulterdach gemacht werden. Liegt nur ein Engpasssyndrom vor, so
sind die Erfolgsaussichten gut. Bestehen jedoch zusätzlich Sehnenverletzungen, so sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung ohne Operation deutlich geringer.
Behandlung mit Operation
Die Operation der subacromialen Dekompression wird selten isoliert durchgeführt. Häufig ist eine zusätzliche Schädigung der Rotatorenmanschette vorhanden, zumindest im Sinne eines teilweisen Risses (Partialläsion).
Erst wenn alle obengenannten Massnahmen nicht zu einer Besserung führen, ist die Indikation zu einer operativen Massnahme gegeben. Die sogenannte Acromioplastik ist ein Entfernen des Hakens am Schulterdach. Dies wird in der Regel arthroskopisch (arthroskopische Acromioplastik) durchgeführt, das heisst über ca. 6 mm lange Inzisionen werden eine Optik mit Verbindung zu einer Kamera und Instrumente eingeführt. Diese Methode wird auch Gelenkspiegelung oder Knopflochtechnik genannt. Wir empfehlen die Allgemeinnarkose. Die Operation wird meistens ambulant oder teilstationär durchgeführt. Nach der Operation wird eine Armtrag-schlinge mindestens 7 – 14 Tage getragen. Die Schulter darf schon am Abend der Operation bewegt werden. Die physiotherapeutische Betreuung beginnt am ersten Tag nach der Operation. Wichtig ist hier auch die Selbsttherapie unter der Kontrolle und dem Coaching der Physiotherapie. Sportarten mit Schulterbeteiligung sind für 8 – 12 Wochen untersagt.