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Wenn mehr Mädchen Zugang zu Bildung erhielten, könnte auf lange Sicht auch die Geburtenrate sinken. Foto: Mats Hvalsengen
In Ländern wie Niger könnte die Geburtenrate um bis zu 18 Prozent gesenkt werden, wenn Mädchen dort nicht mehr minderjährig zu Bräuten würden. Momentan werden im Niger rund 77 Prozent der Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. In Entwicklungsländern ist es jede dritte Frau.
"Die jungen Mädchen brechen die Schule ab, bekommen früh Kinder und erlernen meist keinen Beruf", erklärte Urs Bernhard, Programmverantwortlicher von SOS-Kinderdorf Schweiz für den Niger. "Durch den Zugang zu Bildung für Mädchen und anschliessende Arbeit wird ihre Selbstständigkeit gestärkt und die Geburtenrate effektiv gesenkt." Jedes Jahr mit weiterführender Schulbildung reduziere das Risiko für eine Kinderehe um fünf Prozent.
Neben Ausbildungsmassnahmen sei die Aufklärung von Jugendlichen und der freie Zugriff auf Verhütungsmittel wichtig, so Urs Bernhard: "Wir sehen überall, dass die Geburtenrate deutlich sinkt, wenn die Jugendlichen Zugang zu Bildung sowie zu Verhütungsmitteln haben. Zwei Drittel der Mädchen in Entwicklungsländern unter 20 Jahren haben aber keine Möglichkeit, an Verhütungsmittel zu gelangen."
SOS-Kinderdorf leistet in Entwicklungsländern Aufklärungsarbeit und sorgt in Schulen und Ausbildungszentren für Bildung und Chancengleichheit für Mädchen, um ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.