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Dass wir in der Schweiz zu jeder Jahreszeit fliessend Wasser haben, verdanken wir zu einem grossen Teil den alpinen Flüssen. Diese kostbare Wasserversorgung wird uns allerdings nicht auf ewig uneingeschränkt erhalten bleiben, denn auch hier nimmt der Klimawandel Einfluss auf unsere Umwelt. Doch mit welchen Auswirkungen müssen wir rechnen?
Die Berge als Wasserreservoire
In den Bergen bleibt der Niederschlag im Winter als Schnee liegen und speichert so Wasser in saisonalen Schneefeldern und in Gletschern. Wenn die Sonne im Frühjahr Schnee und Eis tauen lässt, speist das Schmelzwasser aus dem Gebirge viele alpine Flüsse und die Abflüsse steigen. Das heisst, die Wasserversorgung im Frühling und im Sommer ist bis weit ins Flachland hinein durch das Abschmelzen von Gebirgsgletschern und Schneefeldern gewährleistet. Bergregionen wirken sozusagen als gigantische Wasserreservoire.
Höhere Temperaturen in den Alpen
Mit höheren Temperaturen wird der Niederschlag in den Bergen häufiger in Form von Regen als Schnee fallen. Die Gletscher gehen markant zurück und die Speicherwirkung der Schneefelder geht langsam verloren. Somit werden die Alpen allmählich einen Teil ihrer Bedeutung als Wasserspeicher verlieren.
Mit dem Klimawandel wird sich voraussichtlich auch das zeitliche Auftreten und die Stärke von Hochwassern verändern. Weil die Temperaturen durch den Klimawandel schon früher im Jahr wieder steigen und Gletscher und Schneefelder zum Schmelzen bringen werden, erwarten Wissenschaftler, dass es im Winterhalbjahr und im Frühling vermehrt zu Überschwemmungen kommen wird.
Das Wasserschloss Europas
In den Alpen haben vier grosse Flüsse ihren Quellsprung: der Po (Tessin), der Rhein (Gotthardmassiv), die Rhone (Wallis) und der Inn (Engadin, mündet in die Donau). Diese Flüsse decken einen grossen Teil des Wasserbedarfs der Menschen, der Landwirtschaft und der Industrie in den Ländern Schweiz, Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich. Deshalb werden die Alpen auch als "Wasserschloss" Europas bezeichnet.