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Ernemann-Werke AG, Dresden, Deutschland
Der Dresdner Kaufmann Heinrich Ernemann beteiligte sich 1889 an der Kameratischlerei von Wilhelm Franz Matthias in der Pirnaer Strasse. Der Name des gemeinsamen Unternehmens lautete "Dresdner photographische Apparate-Fabrik Ernemann & Matthias". Nachdem Matthias 1891 aus der Firma ausschied, verlegte Ernemann den Betrieb 1892 von der Güterbahnhofstrasse 10 in die Kaulbachstrasse.
Die folgenden Jahre waren von einer Expansion des Betriebes und häufigem Wechsel der Betriebsräume geprägt. Das Unternehmen produzierte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Kameratypen, für die auch Patente angemeldet wurden. 1898 zog der Betrieb in einen Fabrikneubau in der Schandauer Strasse und 1899 wurde das Unternehmen in die "Heinrich Ernemann, Aktiengesellschaft für Camerafabrikation in Dresden" umgewandelt. Im gleichen Jahr erwarb Ernemann das Unternehmen "Ernst Herbst & Firl, Fabrik photografischer Apparate" in Görlitz. 1903 erschien auch das erste Mal das bekannte Warenzeichen, die Lichtgöttin, das bis Ende 1920 alle Ernemann-Produkte trugen.
1926 fusionierte die "Ernemann–Werke" mit der Optische Anstalt C. P. Goerz, der ICA und der Contessa-Nettel zur Zeiss Ikon. Damit endet nach 37 Jahren die Geschichte des Familienunternehmens. Heinrich Ernemann gehörte nun dem Aufsichtsrat des neu geschaffenen Unternehmens an. Da es sich bei Ernemann aber um einen eingeführten Namen mit sehr gutem Ruf handelte, wurden einige Ernemann-Marken von der Zeiss Ikon übernommen und noch mehrere Jahre weitergeführt. Ganz besonders galt das für den Kinobereich. Die Optische Anstalt Goerz und Ernemann mussten sich verpflichten, keine Objektive mehr herzustellen, sondern diese von Carl Zeiss in Jena zu beziehen. 1947 wurde das Dresdner Werk auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet und später in einen Volkseigenen Betrieb überführt.