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Firmenbeschrieb:
Das Camera-Werk Ferdinand Merkel wurde um 1900 in Tharandt (Nähe Dresden) gegründet.
Anfangs stellten die Werkstatt einfach gehaltene Holzkameras her, die dann mit Tropenhölzern veredelt wurden. 20 Jahre später wurden die damals typischen Plattenkameras hergestellt. Nach dem 25-jährigen Bestehen der Fabrik stieg die Mitarbeiterzahl und auch das Kameraangebot stark an. Trotz der stetigen Nachfrage nach 'merkelschen Kameras' ging der Betrieb um 1928 Konkurs.
Im Jahr 1929 probierte sich Ferdinand Merkel an einer einfachen Spiegelreflexkamera 'Methar', welche allerdings nicht lange produziert wurde. Um trotzdem immer wieder Neuerungen zu präsentieren, wurden ab 1930 Plattenkameras mit einem Bakelitmantel als Korrosionsschutz vorgestellt.
Im Jahr 1932 ging der Betrieb endgültig Konkurs. Fritz Richter und seine Frau übernahmen den Betrieb unter dem neuen Namen 'Kamera-Werk C. Richter'. Der Betrieb wurde modernisiert und erweitert. Damit konnte die 1931 vorgestellte Reflecta teilweise in Produktion überführt werden. Ab der Jahreswende 1933/1934 konnten die ersten Kameras geliefert werden. Die Reflecta war eine zweiäugige Spegelreflexkamera. Diese Kamera mit ihren technischen Verbesserungen und einem günstigen Preis wurde zum Kerngeschäft der Firma. Durch den grossen Bedarf im In- und Ausland, wurde ein in Wien gesteuerter Weltvertrieb geschaffen. Ab Mitte 1940 musste der Betrieb Zulieferungen für die Rüstungsindustrie leisten und die bisherige Produktion einstellen.
Nach Kriegsende wurde die Produktion der Reflecta wieder aufgenommen. Im Juli 1945 kam der Befehl zur Demontage des Betriebes. Es verblieben nur wenige Maschinen und Einrichtungen. Mit Hilfe von Restbeständen baute man Reflecta-Kameras. Der Betrieb wurde Ende 1945 beschlagnahmt und 1946 vom sächsischen Volksentscheid enteignet. Da die Industrieverwaltung 24 Optik den Betrieb übernahm, wurde dieser in Reflecta-Kamerawerk Tharandt, Betrieb der Industrieverwaltung 24 Optik umbenannt. 1947 war die Reflecta wieder verfügbar und die Serienfertigung konnte fortgesetzt werden. Der Betrieb wurde Mitte 1948 der VVB Feinmechanik-Optik-Elektrotechnik des Landes Sachsen unterstellt. Die neue Firmierung hiess nun Kamera-Werk Tharandt. Bei der Leipziger Frühjahrsmesse 1949 stellte dwer Betrieb die veränderte Kamera vor. Die Kamera wird ab nun auch mit einem 'k' statt mit einem 'c' geschrieben. Ab dem 01. März 1950 wurden die Kamera-Werke Tharandt dem Welta-Werk eingegliedert.
Auszug aus Wikipedia
MERKEL Minerva 1925 - 1929 Gerätenummer: 109
Superb konstruierte und gebaute Laufbodenkamera für das Plattenformat 9 x 12cm. Doppelter Auszug. Das Holzchassis ist aus Mahagoni gefertigt. Die Laufschienen, die verstellbare Standarte, die Beschläge und der Schliessmechanismus ist aus Messing gefertigt, die Verschluss- und Brillantsucherplatte ist mit einer Craquelé Bedruckung versehen.
Verschluss: Deckel Compur mit Steinheil Doppelanastigmat 'Unfocal' 1:4.5 f=13.5cm Linse.
Es ist mir nicht möglich eine definitive Modelleinteilung zu machen, ich pendle zwischen der 'Tropen' oder der 'Luxus' Ausführung.
Die gerissene Handschlaufe wurde repariert. Leider ist die Füllschraube der Libelle nicht lösbar und wird vorläufig trocken belassen. Die Kamera wurde zeiterhaltend Restauriert.
Sammlung engel-art.ch