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Ein Lesebuch führt Helen Meier in der ganzen kompromisslosen Radikalität ihres Schreibens vor.
Weil sie fürchtet, sich im Schlaf vom Balkon zu stürzen, fesselt sich die Hauptfigur in "Walensee", dem längsten, bisher unveröffentlichten Text dieses Lesebuchs, ans Bett. Schon 1989, in "Lebenleben", las man: "Wir haben das Torkeln entlang des Falls zu üben." Es sind Gefährdete zwischen Jubel und Entsetzen, die Gestalten von Helen Meiers Erzählungen. In einer eigenwilligen Sprache wirft sie einen ungebärdig-anarchischen Blick auf eine Welt, in der sich die Wucht des Todes mit der Ekstase der Liebe und den Qualen verbindet, die Liebenkönnen ebenso wie Nichtliebenkönnen bereitet.
Im Anhang zeichnet die Helen-Meier-Biographie des Herausgebers Charles Linsmayer, der 2017 mit dem großen eidgenössischen Literaturpreis für literarische Vermittlung ausgezeichnet wurde, ein ganz neues, ungewohntes Bild der Autorin.