Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/147207

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, aufzuzeigen, in welchen Bereichen und in welchem Ausmass Medikamente bezogen, von den Kassen bezahlt, aber nicht eingenommen, sondern weggeworfen werden.</p><p>1. In welchem Umfang werden Medikamente jährlich in Apotheken und Abgabestellen zurückgebracht, und wie hoch sind deren Kosten?</p><p>2. Wie hoch dürfte das Volumen der Medikamente sein, welche im Abfall landen?</p><p>Im Weiteren wird der Bundesrat beauftragt, aufzuzeigen, welche Massnahmen gegen die Medikamentenverschwendung ergriffen werden können und wie Anreize für eine qualitativ bessere und kosteneffizientere Medikamentenversorgung geschaffen werden können. Insbesondere folgende Massnahmen sind zu prüfen:</p><p>a. Verbesserung der Medikamenten-Compliance; Verhinderung von Medikamentenüberversorgung sowie Medikamentenverschwendung;</p><p>b. Einführung von kleineren Packungen in der Medikamentenabgabe sowie Abgabemöglichkeit von Einzeldosen (analog Spital);</p><p>c. bei der Festlegung der Haltbarkeitsdauer von Medikamenten soll über die Vorschläge der Hersteller hinaus eine längere Haltbarkeit geprüft werden;</p><p>d. Neugestaltung und Differenzierung der Margen bezüglich verschiedener Abgabenkanäle.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Ausmass der Medikamentenabfälle in der Schweiz ist in seinen Grössenordnungen bekannt. Gemäss Schätzungen von Santésuisse fallen in der Schweiz jährlich Arzneimittelabfälle im Wert von gegen 500 Millionen Franken an. Es ist dem Bundesrat ein Anliegen, dass Arzneimittel - wie andere therapeutische Massnahmen - optimal eingesetzt werden und dass die Abfälle kleinstmöglich gehalten werden. Er verfolgt daher im Rahmen der Qualitätsstrategie des Bundes im Bereich der Arzneimittel folgende Ziele: Verbesserung der Medikationssicherheit in den Teilaspekten Medikationsverwechslungen, Fehlverordnungen, Polymedikation sowie Medikationssicherung bei Übergaben im Versorgungssystem. Als Massnahmen sind u. a. die Förderung elektronischer Verordnungen, systematisches Umsetzen des Vier-Augen-Prinzips, routinemässige Überprüfung allfälliger Diskrepanzen zwischen verordneter und eingenommener Medikation inklusive Dosierung, Etablierung eines Experten- und Konsiliardienstes für Alters- und Pflegeheime sowie interdisziplinäre Beurteilung der Medikation (Qualitätszirkel) vorgesehen. All dies soll zu einem nachhaltigeren Umgang mit Arzneimitteln beitragen.</p><p>Das Postulat nennt seinerseits Massnahmen, zu denen sich der Bundesrat im Rahmen verschiedener anderer politischer Vorstösse bereits geäussert hat:</p><p>- Motion Diener 09.3089, "Vertriebsanteil bei den Medikamentenkosten" (Thema: preisunabhängige Vertriebsmarge; Ablehnung durch den Bundesrat, vom Parlament überwiesen);</p><p>- Motion Humbel 09.3255, "Einsparpotenzial bei der Medikamentenversorgung" (Thema: Differenzierung der Margen in den Vertriebskanälen, Verbesserung der Compliance; Ablehnung durch den Bundesrat, die Motion wurde abgeschrieben);</p><p>- Postulat Maury Pasquier 09.3894, "Kostengünstige Medikamente. Medikamente nutzen, solange sie tatsächlich genutzt werden können" (Thema: Verfalldaten; Ablehnung durch den Bundesrat, vom Parlament überwiesen. Der Auftrag wurde durch Bericht des Bundesrates vom 18. Juni 2010 erfüllt);</p><p>- Motion Rossini 11.4184, "KVG. Absurde Anreize bei der Medikamentenabgabe" (Thema: Differenzierung der Margen in den Vertriebskanälen; Ablehnung durch den Bundesrat, die Motion wurde zurückgezogen);</p><p>- Postulat Humbel 12.3864, "Positionierung der Apotheken in der Grundversorgung" (Thema: Verbesserung der Compliance; Annahme durch den Bundesrat, vom Parlament überwiesen);</p><p>- Motion der FDP-Liberalen Fraktion 12.4171, "Bessere Betreuung und mehr Effizienz im KVG" (Thema: Verbesserung der Compliance; Ablehnung durch den Bundesrat, vom Parlament überwiesen);</p><p>- Interpellation von Siebenthal 13.3537, "Verschreibung von Medikamenten. Selbstdispensation" (mit der Antwort des Bundesrates erledigt);</p><p>- Postulat Tornare 13.4156, "Einzelverkauf von Medikamenten. Verschwendung reduzieren" (Thema: Abgabe von Einzeldosen; Ablehnung durch den Bundesrat).</p><p>Das Postulat führt Anliegen zusammen, die sehr unterschiedliche Bereiche betreffen wie die Therapietreue der Patienten, die Gestaltung des Vertriebsanteils, die Haltbarkeitsdauer oder die Abgabemöglichkeiten im Einzelverkauf. Der Bundesrat ist - gerade auch vor dem Hintergrund der zahlreichen parlamentarischen Interventionen zu verschiedenen Aspekten dieser Thematik - aber bereit, in einem Kurzbericht im Sinne einer Übersicht den Stand der Arbeiten zur Verminderung der Medikamentenabfälle darzustellen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.