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Höhen und Tiefen des Sportjahres 2009
Die Qualifikation der Schweizer Nationalmannschaft für die Fussball-WM 2010 und der WM-Titel des U17-Teams in Nigeria - das sind zwei der Sport-Highlights 2009. Es gab aber auch herbe Niederlagen und schwere Stürze von Schweizer Sportlern.
Das Jahr startete mit einem denkwürdigen Match am Australian Open: Roger Federer verlor in Melbourne nach vier Stunden und 22 Minuten in fünf Sätzen gegen seinen Angstgegner Rafael Nadal.
Nach dieser Niederlage lachte ihm jedoch das Glück wieder entgegen: Federer gewann zum ersten Mal das French Open in Paris, schlug den Amerikaner Andy Roddick in einem regelrechten Wimbledon-Krimi in 77 Games, womit er seinen 15. Grand-Slam-Titel holte und den Rekord des Amerikaners Pete Sampras übertraf. Mit seinem sechsten Wimbledon-Sieg - dem fünften in Folge - löste Federer Rafael Nadal als Nummer 1 der Welt wieder ab.
Abgesehen von Federer, waren die Schweizer Tennis-Stars 2009 nicht in Hochform. Die Schweizer Nummer 2, Stanislas Wawrinka, stieg in der Weltrangliste vom 13. auf den 21. Platz ab und die 31-jährige Tennisspielerin Patty Schnyder vom 14. auf den 43. Platz.
Tennis-Fans konnten im September trotzdem feiern: In Genua setzte sich das Schweizer Davis-Cup-Team dank Roger Federer gegen Italien mit 3:1 durch. Federer sicherte der Schweiz mit seinem zweiten Sieg im Einzel den Klassenerhalt. Die Schweiz wird Anfang März in der ersten Runde der Weltgruppe in Spanien antreten.
Nati und U17 im Hoch
Eines der Highlights im Sportjahr 2009 war der 21. Oktober: An diesem Tag qualifizierte sich Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld und sein Team im Spiel gegen Israel für die Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Kaum je hat in der Schweiz ein 0:0 solch einen Jubel ausgelöst.
Das erste WM-Gruppenspiel bestreitet die Schweiz am 16. Juni gegen Europameister Spanien.
Im November wurde Hitzfelds Team indes von den Junioren in den Schatten gestellt: Die U17-Nationalmannschaft gewann in Nigeria gegen die Gastgeber den WM-Pokal.
Weniger Erfolg gab es in der Champions League zu vermelden. Der FC Zürich, der teilweise zum Prügelknaben wurde, schied nach den Gruppenspielen aus.
Siege und Stürze
Der Auftakt zur Skisaison begann tragisch: Daniel Albrecht, Weltmeister in der Super-Kombination, erlitt im Januar beim Training zur Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel einen schweren Sturz. Er landete nach einem 50 Meter weiten Sprung hart auf dem Rücken. Albrecht zog sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zu. Er lag wochenlang im künstlichen Komma. Drei Monate nach dem Unfall konnte er das Spital verlassen.
Im Februar wurde Didier Cuche in Val d'Isère Super-G-Weltmeister. Dazu holte er in der Abfahrt Silber. Mit seinem Sieg in Lake Louise im November wurde Cuche zudem mit 35 Jahren zum ältesten Sieger einer Weltcupabfahrt.
In Val d'Isère verbuchte auch Lara Gut grosse Erfolge: Sie kehrte gleich mit zwei Silbermedaillen nach Hause. Sie belegte an der Ski-WM sowohl in der Abfahrt als auch in der Super-Kombination en zweiten Platz. Trotzdem macht sich die 17-Jährige Sorgen um ihre Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver: Gut hat sich im September bei einem Sturz während des Trainings eine Hüftverletzung zugezogen.
Carlo Janka thriumphierte am Weltcup im amerikanische Beaver Creek: Innerhalb von drei Tagen gewann er drei Mal in drei verschiedenen Disziplinen. Dies war bisher nur der französischen Ski-Legende Jean-Claude Killy im Jahr 1967 gelungen.
Gastgeber Schweiz
2009 beherbergten Bern und Zürich die Eishockey-WM. Der Gastgeber Schweiz schaffte es jedoch nicht ins Viertelfinale. Der grosse Gewinner hiess Russland: Die Russen siegten im Final gegen die Kanadier 2:1.
Diverse Sport-Stars besuchten 2009 die Schweiz: So etwa der dreifache Olympia-Sieger Usain Bolt, der im Juli an der Athletissima in Lausanne teilnahm, oder der ukrainische Box-Weltmeister im Schwergewicht Vitali Klitschkow, der in Bern seinen WM-Titel der WBC (World Boxing Council) verteidigte.
Am Internationalen Leichtathletik-Meeting "Weltklasse Zürich" gab es einen neuen Weltrekord, und zwar denjenigen der russischen Stabhochspringerin Yelena Isinbayeva - mit 5,06 m stellte sie ihren 27. Weltrekord auf.
Kaeslin, Cancellara und Buemi
Bei den Europameisterschaften 2009 in Mailand gewann die 21-jährige Ariella Kaeslin die Goldmedaille am Sprungpferd und wurde somit erste Schweizer Turn-Europameisterin. Einen Tag zuvor hatte sie bereits mit Bronze im Mehrkampf als erste Schweizer Turnerin eine Medaille bei einem internationalen Wettbewerb gewonnen.
Im WM-Einzelzeitfahren im September in Mendrisio sicherte sich der 28-jährige Olympiasieger Fabian Cancellara Gold. Im WM-Strassenrennen erreichte er den 5. Platz.
Sébastian Buemi erzielte in seiner Formel-1-Debütsaison insgesamt sechs Punkte und belegte damit den 16. Gesamtrang. Der 21-Jährige verlängerte seinen Vertrag mit dem Toro-Rosso-Team für 2010.
Im November wurde der Formel-1-Rennstall BMW Sauber verkauft, aber nicht wie angekündigt an Qadbak Investments, sondern an den früheren Besitzer Peter Sauber. Der Vertrag sei an die Bedingung geknüpft, dass das Team einen Startplatz für die Formel-1-Saison 2010 erhält, sagte der deutsche Automobilkonzern BMW.
BMW hatte am vergangenen 29. Juli überraschend den Rückzug aus der Formel 1 auf das Ende der diesjährigen Saison angekündigt.
Thomas Stephens, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Englischen: Corinne Buchser)
Sportler des Jahres
Didier Cuche (Ski alpin)
Ariella Kaeslin (Kunstturnen)
Team: ZSC Lions (Icehockey)
Newcomer: Dario Cologna (Ski nordisch)
Ehrentitel: U17-Fussballnationalmannschaft
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