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Das im Jahr 1655 errichtete und später erweiterte Barockgebäude ist eines der wichtigsten Herrenhäuser des Tals. Seit 1985 beherbergt es das Puschlaver Talmuseum mit vielen interessanten Zeugnissen des bäuerlichen Lebens und der einheimischen Kunst und Kultur.
Auch die Tessitura di Valposchiavo hat hier ihren Sitz. Seit über einem halben Jahrhundert werden in der Handweberei kostbare Stoffe aus Naturfasern gefertigt. Der Laden im Erdgeschoss bietet die Möglichkeit, die Erzeugnisse zu bewundern und zu erwerben.
Die Gemäuer dieses alten Bauernhauses haben eine lange Geschichte: Der ursprüngliche Kern des Gebäudes entstand im Jahr 1357; der Ausbau im Jahr 1450 gab dem Haus seine charakteristische Struktur mit den zwei abfallenden Dachflächen. Seit 2007 gehört die Casa Tomé zum Angebot des Talmuseums; anhand verschiedener Aktivitäten wird hier die traditionelle Kochkultur vermittelt.
Das elegante Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ist dem Bauherrn Antonio Semadeni zu verdanken, zugleich Schweizer Konsul in Polen und Vertreter der bedeutenden Puschlaver Zuckerbäckerfamilien, die zu jener Zeit in den grössten Städten Europas tätig waren.
Seit dem Jahr 2002 beherbergt die Casa Console eine grossartige Sammlung von deutschen und schweizerischen Gemälden der Romantik.
Die Piazza, die in ihrer heutigen Form in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden ist, präsentiert sich wie das Zentrum eines kleinen italienischen Städtchens. Sie steht exemplarisch für die damals einsetzenden Umwandlung des Borgo vom Bauerndorf zum Ort urbanen Charakters. Das den Platz umstehnde Bautenensable vereint einige der markantesten Gebäude Poschiavos wie die Stiftskirche San Vittore Mauro, das alte Rathaus, das Hôtel Albrici à la Poste und Gebäuden mit eleganten, neuklassizistischen Fassaden.
Eine imposante Reihe herrschaftlicher Gebäude aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts begrenzt im Süden den historischen Dorfkern des Borgo. Die Bauherren dieser Residenzen waren ausgewanderte, meist protestantische Zuckerbäcker. Von Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg haben diese Puschlaver mit ihren Schweizer Cafés in ganz Europa ihr Glück gemacht. Die Verbindung zur Heimat wurde über Generationen bewahrt und findet hier auf besonders prachtvolle Weise ihren Ausdruck.
Am Nordrand der Piazza ragt ein mächtiger Steinturm empor. Er wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Sitz der Feudalherrscher errichtet und dient seit dem 16. Jahrhundert als Rathaus und zugleich als Symbol der politischen Unabhängigkeit des Tals. Der nach 1650 hinzugefügte Versammlungssaal war Schauplatz der lokalen Rechtsprechung; über 200 Hexenprozesse wurden hier durchgeführt.
Als Pietro Albrici 1848 in seinem Haus am Platz ein Hotel eröffnete, gab er damit einen wichtigen Anstoss für die touristische Entwicklung des Puschlavs. Hallenähnlich gewölbte Korridore, diverse gewölbte Räume, vor allem aber der so gennante Sybillensaal im ersten Obergeschoss mit seiner prachtvollen Täfelung und dazugehöriger Decke, einem Spiegel mit virtuos geschnitzter Umrahmung (um 1710) sowie einer Serie von zwölf Ülbildern mit Sibyllendarstellungen aus dem 17. Jahrhundert lassen den herrschaftlichen Ursprung des Bauwerks erkennen. Errichtet wurde es um 1678 für Bernardo Massella, mehrmaligem Podestà in Poschiavo und im Veltlin.
Der vorindustrielle Handwerksbetrieb ist in seiner Art einzigartig in der Schweiz: Entlang eines Wasserzufuhrkanals wurden im Spätmittelalter eine Mühle, eine Sägerei und eine Schmiede eng beieinander errichtet. In den Jahren 1995-2005 wurde die Anlage vollständig restauriert und ist heute Zeugnis der Technik von Anfang 20. Jh.
Die eigenständige Ästhetik und poetisch sanfte Einbettung in die Strecke macht den Kreisviadukt bei Brusio zu einem Wahrzeichen der Berninalinie. Der aus Stein gemauerte Viadukt besteht aus neun Bogen mit Öffnungen von je zehn Metern. Die spiralförmige Streckenführung dient der künstlichen Streckenerweiterung und damit zur Überwindung des Höhenunterschieds auf begrenztem Raum. Mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts liegt der Kreisviadukt in der Steilrampe von 70 Promille und überwindet so gut 12 Höhenmeter. Diesen beachtlichen Höhenunterschied bewältigt sie dank dem Kreisviadukt von Brusio erst noch in vollendeter Schönheit.
Über die gesamte Gemeinde von Brusio verstreut liegen die crotti. Rundbauten aus Trockenmauerwerk, die als Kühlraum für Milch und Käse dienten. Meist stehen sie auf einem fliessenden Gewässer, damit die Temperatur im Innern konstant kühl gehalten werden kann. Dank lokaler Initiative wurden sie renoviert oder teilweise sogar rekonstruiert. Heute sind sie Zeugen aus vergangenen Zeiten - kleine Bauwerke von archaischer Eleganz.
Casa Besta ist ein herrschaftliches Gebäude einmal Wohnsitz beeinflussreichen protestantischen Familien aus dem Veltin. Im 18. Jahrhundert wurde das ursprünglich Bauernhaus zum Palast der Familie Marlianico umgebaut. Der Besitz ging dann an die Besta, dann Trippi und gegen Ende des 19. Jahrhundert der Gemeinde Brusio über. Von diesem goldenen Zeitalter berichten noch feine Schnitzarbeiten, Stukaturen und bemalten Decken im Innenraum.
Als Sitz des ethnographisches Museum erzählt es die Geschichte des Dorfes, welche nach Tabak un Kaffee richt, und vom Wein durchgetränkt ist. Dazu bietet das Museum auch ein Abteil über dem einheimischen Handwerk und eine Sammlung antiken Musikinstrumente.