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Seit 1868 setzten sich immer wieder Organisationen für das Frauenstimmrecht ein. 1929 reicht der Schweizerische Verband für Frauen-stimmrecht (SVF) bei der Bundeskanzlei gar eine Petition mit 249 237 Unterschriften ein (78 840 davon von Männern). Obwohl die Petiti-on vom Parlament unterstützt wird, geschieht nichts.
Am 1. Februar 1959 wird das Frauenstimm- und -wahlrecht in einer eidgenössischen Volksabstimmung mit 66,9 Prozent deutlich abgelehnt. Nur die Kantone, Waadt, Genf und Neuenburg führen es anschliessend auf Kantons- und Gemeindeebene ein. Basel-Stadt folgt 1966 als erster deutschsprachiger Kanton.
Am 7. Februar 1971 wird das Frauenstimm- und -wahlrecht mit 65,7 Prozent angenommen. 53 Jahre nach Deutschland, 52 Jahre nach Österreich, 27 Jahre nach Frankreich und 26 Jahre nach Italien. Bei den Wahlen im Oktober des gleichen Jahres werden zehn Frauen in den Nationalrat gewählt und eine in den Ständerat.
Am 28. Januar 1976 setzt der Bundesrat die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen als beratendes Organ ein.
Am 14. Juni 1981 stimmen Volk und Stände der Gleichstellung von Mann und Frau in der Bundesverfassung zu: «Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeiten. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.»
Am 1. Oktober 1984 wird Elisabeth Kopp erste Bundesrätin der Schweiz.
Am 22. September 1985 stimmt das Volk für das neue Eherecht. Künftig soll nicht mehr der Ehemann das «Haupt der Gemeinschaft» sein. Im Zentrum steht nun eine gleichberechtigte Partnerschaft und die gemeinsame Verantwortung von Mann und Frau für Kinder und Familienunterhalt.
Ab 1. Januar 1989 enthält das Obligationenrecht neu einen Kündigungsschutz für Frauen während der Schwangerschaft und 16 Wochen nach der Geburt.
Am 14. Juni 1991 beteiligt sich eine halbe Million Frauen am 10. Jahrestag des Verfassungsartikels «Gleiche Rechte für Mann und Frau» an einem landesweiten Frauenstreik.
Am 25. Juni 1995 stimmt das Volk für die 10. AHV-Revision und für Einkommenssplitting, Erziehungs- und Betreuungsgutschriften sowie eine Erhöhung des Rentenalters der Frauen von 62 auf 64 Jahre.
Am 1. Juli 1996 trat das Gleichstellungsgesetz in Kraft. Es «bezweckt die Förderung der tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann». Dazu gehört ein allgemeines Diskriminierungsverbot und ein Verbot der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz.
Am 2. Juli 2002 sagt das Volk ja zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in den ersten zwölf Wochen.
Seit 2005 haben Angestellte und selbstständig erwerbende Frauen Anspruch auf eine Mutterschaftsentschädigung. Während 14 Wochen erhalten sie 80 Prozent ihres bisherigen Einkommens.
2013 trat das neue Namensrecht in Kraft. Frau und Mann können nun bei der Heirat entweder ihren angestammten Namen behalten oder einen gemeinsamen Familiennamen wählen.