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Karten 2–4: zu wenig gesalzen
Im Vergleich mit Karte 33, die einen bunten Flickenteppich deutlich unterschiedlicher Bezeichnungen aufweist, ergibt die Online-Umfrage als weiträumig dominierende Bezeichnung das Wort faad, das durch die Schriftsprache gestützt ist (s. Online-Karte 2). Zu Zeiten der SDS-Erhebung war dieses Wort noch eine auf die westliche Deutschschweiz beschränkte Variante, wobei auffällt, dass es bereits damals eine eher überregionale und nicht eng begrenzte Verbreitung aufwies. Bei aller heutigen Dominanz von faad ist es umso erstaunlicher, dass die Online-Umfrage für bestimmte Regionen genau jene Wörter als vorherrschend ausweist, die schon der SDS dokumentiert. Das gilt – übereinstimmend mit Karte 33 – insbesondere für das Walliser Wort fatt, aber auch für lees und liis, die vornehmlich noch in einigen Ostschweizer Regionen dominieren. Andere Bezeichnungen, wie z. B. ööd, blööd, tuchtloos und lääi, die die Online-Karte in begrenzten Räumen als vorherrschend ausweist, finden sich nicht dort, wo man sie nach der Karte 33 vermuten würde. Das Gebiet von lugg scheint sich – auf der Dominanzkarte – etwas verlagert zu haben. Wirft man nun einen Blick auf die Verbreitungskarte (s. Online-Karte 3), sieht man, dass lugg durchaus noch immer in der Innerschweiz gebräuchlich ist und auch an vielen anderen Orten genannt wurde. Auch bei lees erkennt man sehr deutlich die Nordostschweizer Basis. Die Online-Karte 4 zeigt ein gegenüber der Dominanzkarte viel weiträumigeres Vorkommen von lääi, wiederum grundsätzlich entsprechend den SDS-Werten auf Karte 33 in der westlichen Deutschschweiz. Die Bezeichnung blööd zeigt sich ebenfalls ganz den Erwartungen entsprechend besonders stark im Zürcher Grossraum und von Schaffhausen bis Glarus. Dass das Wort auf der Dominanzkarte ausgerechnet im Emmental erscheint und nicht in Zürich, hängt damit zusammen, dass im Zürcher Raum faad den Ausdruck blööd noch übertrifft. In all diesen Fällen zeigen die Verbreitungskarten die unter der vereinheitlichten Oberfläche von faad auch heute noch geltende Regionalspezifik vieler Bezeichnungen. Selbst Bezeichnungen wie mätt, lööter, söüft (Karte 33), die auf der Dominanzkarte gar nicht erst erscheinen, wurden regional begrenzt in geringer Prozentzahl auch in der Online-Umfrage genannt. Auch wenn sie also aufgrund ihres geringen Vorkommens nicht kartiert wurden, sind sie doch (noch) nicht verschwunden und zumindest als sprachliches Wissen abrufbar.