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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch V.
25.
Herodot also erzählt1, Herakles habe die Rinder des Geryon von Erythrea weggetrieben und sei nach Skythien gekommen; vom Marsch ermüdet sei er, an einen einsamen Ort gelangt, etwas eingeschlafen; während er schlummerte, sei das Pferd verschwunden, auf dem er die große Reise gemacht hatte. Erwacht stellte er in der öden Gegend eine lange Nachsuche an, um das Pferd zu finden. Er konnte seiner nicht habhaft werden, fand aber ein Mädchen, halb Jungfrau, in der einsamen Gegend und fragte es, ob es vielleicht das Pferd gesehen habe. Das Mädchen gab an, es gesehen zu haben, es werde ihn das Pferd aber nicht eher finden lassen, als bis er in Liebesgemeinschaft mit ihr verkehrt habe. Es waren aber, sagt Herodot, die oberen Teile bis zur Weiche die einer Jungfrau, der ganze Unterleib unterhalb der Weiche bot den furchtbaren Anblick einer Natter. Voll Verlangen, wieder in den Besitz des Pferdes zu kommen, war Herakles der Bestie zu Willen; er erkannte sie, schwängerte sie und kündete ihr hernach, daß sie von ihm drei Knaben zugleich im Schoße habe, die berühmt werden sollten. Er gebot der Mutter, ihnen nach ihrer Geburt die Namen Agathyrsos, Gelonos und Skythe zu geben. Als Lohn erhielt er von der Tierjungfrau das Pferd und entfernte sich mit den Rindern. Herodot schließt hieran noch eine lange Erzählung; das hier Gesagte soll genügen. Über die Ansichten des Justinus, der diese Fabel auf die Entstehung des Alls übertragen hat, wollen wir nun handeln.
1: Herod. IV, 8 — 10.