Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03448.jsonl.gz/269

Bild
Titel:
Trauungsschein Bruderer-Bruderer in St. Petersburg
Thema: Leute
Datum: 01.10.1857
Masse: 25 x 20.5 cm
Standort: Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden, Ca.Q.44
Urheber/-in: Pfarrer Conrad Iken, Deutsch-Reformierte Kirche St. Petersburg
Beschreibung:
Mit dem Aufdruck des zaristischen Wappen geschmückter Trauungsschein, ausgestellt von Pfarrer Conrad Iken und bekräftigt mit dem amtlichen Kirchensiegel. Mit diesem Dokument vom 1. Oktober 1857 bestätigt der Pastor der Deutsch-Reformierten Gemeinde von St. Petersburg, dass laut Kirchenregister am 21. September 1846 die Eheschliessung zwischen Mathias und Maria Bruderer stattgefunden hat.
Rückseitig ist der vom schweizerischen Generalkonsul Loubier unterzeichnete Beglaubigungsvermerk angebracht.
Geschichte:
Die 1846 in St. Petersburg getrauten Eheleute Mathias und Maria Bruderer gehören zu einem Wäldler Familienzweig, der während 130 Jahren eng mit dem Schicksal Russlands verbunden war. Der im jurassischen Pruntrut geborene Mathias Bruderer (1818-1862) lernte Färber und wanderte um 1840 ins Zarenreich aus, wo sein Onkel Mathias Bruderer bereits seit vielen Jahren erfolgreich als Gilden-Kaufmann tätig war. Zur Zeit der Trauung arbeitete Mathias als Färbermeister.
Seine Cousine und spätere Ehefrau Maria Viktoria Bruderer (*1825) war die Tochter des Kaufmanns Mathias Bruderer (1784-1840), der 1812 der heimatlichen Wirtschaftskrise entronnen und nach St. Petersburg auswandert war, wo er 1816 die aus einer deutsch-österreichischen Weinhandelsfamilie stammende Katharina Bauer (1800-1836) geheiratet hatte.
Das Ehepaar Bruderer-Bruderer übersiedelte um 1850 nach Moskau. Dort starb Vater Mathias 1862 kurz vor der Taufe des jüngsten Kindes an Typhus. Mathias und Maria Viktoria wurden zu den Stammeltern des Moskauer Familienzweigs, der während drei Generationen in seiner zweiten Heimat verwurzelt blieb. Diese russische Epoche endete abrupt mit der 1938 verfügten Ausweisung der ihrem Schweizer Bürgerrecht treu gebliebenen Familienmitglieder.
Autor: Peter Witschi, Herisau
Literatur:
Witschi, Peter: Appenzeller in aller Welt. Auswanderungsgeschichte und Lebensschicksale. Herisau 1994.
StAAR, Mq.26 Forschungsdokumentation. Bruderer von Wald AR in Russland 1812-1938, Bearb. Alexander X. Bruderer, Schaffhausen.
Transkription:
"Trauungsschein
Nach ohne Einsprache vollzogenem öffentlichen Aufgebote in der Reformierten Kirche sind der Färbermeister Mathias Bruderer aus dem Canton Appenzell der Schweiz und Jungfrau Maria Bruderer, Tochter des hiesigen Kaufmanns Mathias Bruderer, ehelich getraut worden am ein und zwanzigsten September des Jahres Ein Tausend acht hundert sechs und vierzig (21. September 1846)
Solches bescheinigt aus den Registern der Deutsch-Reformierten Gemeinde unter Beidrückung des Kirchensiegels
St.Petersburg, Ocktober 1, 1857 Sub fide pastorali
C. Iken, Pastor"
Aus: StAAR, Ca.Q.44
Tags:
Ähnliche Themen: