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Nach dem Bau der Schulanlage Schönau von 1958-60 wurde 1960/61 ein Kunst-am-Bau-Wettbewerb durchgeführt. Diesen gewann der damals noch wenig bekannte Berner Eisenplastiker Bernhard Luginbühl mit der „C-Plastik“, die für das barocken Brunnenbecken im Hof der Anlage vorgesehen war. Das Werk löste jedoch kontroverse Diskussionen aus, so dass der Stadtrat 1961 beschloss, sich über den Entscheid der Fachjury hinwegzusetzen und von der Ausführung der Plastik abzusehen. Dieses Vorgehen brachte dem Stadtrat viel Kritik ein. Das bestehende Brunnenbecken in der Schönau blieb bis auf weiteres ohne künstlerischen Schmuck und ohne Wasser.
Erst über drei Jahrzehnte später rückte das verhinderte Kunstwerk wieder in den Fokus. Mit ihrem Sanierungsprojekt, das aus einem 1997 durchgeführten Wettbewerb hervorging, bemühten sich die Architekten Romero und Schäfle darum, den Geist und Habitus der von Ernest Brantschen entworfenen Anlage wieder aufleben zu lassen. Das Brunnenbecken sollte im Sinne des ursprünglichen Entwurfs mit der Plastik von Bernhard Luginbühl vervollständigt werden. Da sich auch der Künstler interessiert zeigte, die Arbeit als ein noch fehlendes Werk seiner Serie von C-Plastiken zu realisieren, wurde im März 2003 schliesslich die Ausführung beschlossen. Die „C-Plastik“ ist in ihrer Grundform ein aus dem Würfel entwickeltes Gebilde. Die Montage aus geschmiedetem Eisen lässt räumliche Durchblicke und Sichtbezüge zu. Stilistisch steht die „C-Plastik“ in einem spannungsvollen Kontrast zum barocken Brunnenbecken und ordnet sich von den Dimensionen her diesem unter. Der Entwurf wird als künstlerisches Vermächtnis der ursprünglichen architektonischen Idee zitiert, die Schulanlage Schönau in Anlehnung an den St.Galler Klosterplan zu errichten. (Text: Stefanie Kasper, Dezember 2020)