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Am 27. Oktober des Jahres 1811 eröffneten neun Männer in Aarau die Loge „Wilhelm Tell“. Es waren dies Heinrich Zschokke, Johann Herzog von Effingen, Friedrich Heldmann, Johann Nepomuk von Schmiel, Freiherr Carl von Hallwyl, ein Nachkomme des Anführers der Berner bei der Schlacht von Murten, Heinrich Remigius Sauerländer, Daniel Dolder, Heinrich Fisch und Franz Imhof.
In Heinrich Zschokkes Gartenlaube unterhalb seines Hauses am Rain hatten die Brüder wahrscheinlich ihr erstes Lokal eingerichtet. Bereits am 27. November 1811 wurde die Loge umgetauft. Sie hiess fortan „Zur Brudertreue“. Mit einiger Verspätung wurde 1839 das 25-jährige Bestehen der Loge am Rain gefeiert. Dann zog man um und logierte bis zum Jahr 1842 in einem Provisorium. Zu jener Zeit begann es im Kanton Aargau politisch und sozial zu gären. Leid und Elend machten sich breit. Diese Misere führte dazu, dass die Freimaurer näher zueinander rückten. Die alten Protokolle zeigen deutlich, dass die Beteiligung an den Arbeiten reger war denn je. Das Bedürfnis nach einem definitiven Versammlungslokal wuchs. Im Jahre 1842 mietete man ein Haus einige hundert Meter oberhalb desjenigen von Zschokke. Es war das Haus Schanzegg, das in sehr gepflegtem Zustand heute noch steht. Man schrieb das Jahr 1844 . Es kam die Zeit der Freischarenzüge. Die kriegerischen Aktivitäten des Sonderbundes schlugen der Loge manche Wunde. 1847 wurde der Sonderbund mit Waffengewalt aufgelöst. Das bedeutete auch für die Loge eine Entspannung. Im selben Jahr löste Joseph Wieland, nach dem das heutige Logengebäude benannt ist, Carl Sauerländer als Meister vom Stuhl ab.
Die Loge vergrösserte sich. Ihre Mitglieder kamen nicht mehr ausschliesslich aus Aarau, sondern auch aus umliegenden Regionen, dem Fricktal und dem Freiamt. Das Domizil wurde zu klein, so dass man im Jahre 1863 beschloss, selbst zu bauen. Hinter der Bahnhofstrasse konnte ein fast zwei Jucharten grosses Grundstück erworben werden. Die damalige Kaufsumme betrug 20 000 Franken. Für das Logengebäudewurde nur ein Teil des Landes verwendet. Den Rest verkaufte man der Firma Schäfer.Der Bau erforderte 6000 Franken, die in bar aufgebracht werden mussten. Alt-Meister vom Stuhl Carl Sauerländer streckte der Loge diesen Betrag vor. Die weiteren Nebenkosten wurden durch angesammeltes Logenvermögen und durch den Verkauf von Obligationen an die Mitglieder gedeckt. Am 29. Oktober 1865 konnte das Gebäude feierlich eingeweiht werden und diente der Loge bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts.
1971 fasste man mit der Unterstützung einiger Logenmitglieder, die ihre Privatvermögen als Bürgschaft zur Verfügung stellten, den mutigen Entschluss, an der Stelle des alten Gebäudes ein neues, das heutige „Wieland-Haus“ zu errichten. Am 20. April 1974 fand die feierliche Einweihung des neuen Logengebäudes statt, in dem seither in zwei Untergeschossen maurerisch gearbeitet wird. Der Rest des Hauses ist dem Staat vermietet. Dieser Bau erwies sich als eine glückliche Investition, hat doch die Loge seither eine solide Finanzbasis.