Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/1761

.

Biografie
Der Illustrator und Karikaturist Fritz Grogg wurde einem breiten Publikum durch seine humorvollen Zeichnungen für Publikationen wie "Der Nebelspalter" und "Der Bärenspiegel" bekannt.
Geboren wurde Fritz Grogg am 3. November 1905 als Friedrich Arnold Grogg. Seine schulische Ausbildung schloss er 1924 an der Ober-Realschule mit der Matura ab.
Es folgte ein längerer Studien-Aufenthalt in Paris, wo er an der "Ecole des beaux arts" studierte. Zur gleichen Zeit war u.a. auch die Künstler Irene Zurkinden in Paris.
Als eingefleischter Basler war er ein begeisterter Fasnächtler und er verfasste zahlreiche humorvolle Texte und Reime und natürlich zeichnete er auch hier gerne Karikaturen. Er war über 40 Jahre lang Mitglied der Fasnachtsclique "Alti Stainlemer". Dieser Verein existiert seit 1912. Als deren Ehrenmitglied und zuständiger Künstler Carl Roschet 1925 verstarb, beteiligte sich der junge Fritz Grogg am ausgeschriebenen Wettbewerb, um als neuer Künstler für die Clique zu arbeiten. Die Arbeit des 21-jährigen Grogg überzeugte und er entwarf in den kommenden Jahren (von 1925 bis 1968) zahlreiche eindrucksvolle Laternen, die in den nächtlichen Umzügen von den Mitgliedern durch die Gassen getragen wurden.
Fritz Grogg war bei der Clique als Tambour tätig und als 100 Basler Tambouren 1936 eine Einladung zu den Olympischen Spielen in Berlin erhielten, lehnte der Nationalsozialisten-Kritiker Fritz Grogg die Einladung ab. Weitere 44 Tambouren folgten seinem Beispiel. Für deren Hauszeitung "Dr Stainlemer" verfasste er auch zahlreiche Artikel unter dem Pseudonym "Piccolo".
Zwischen 1936 und 1961 erschuf Fritz Grogg zudem auch insgesamt 16 offizielle Fasnachts-Plaketten für Basel. Seine zweite Plakette von 1940 zeigt seinen frisch geborenen Sohn Fritz (geb. am 6. Juli 1939) in einem Einmachglas mit Helmverschluss.
Beim Militär wurde Fritz Grogg nach seiner Ausbildung zum Leutnant der Artillerie im Jahre 1927 befördert, 1931 folgte die Ernennung zum Oberleutnant der Artillerie. Bereits ab 1929 liess er sich bei der Avia Société des Officiers Suisses de la Troupe d'Aviation als Flugbeobachter ausbilden und er schloss diese erfolgreich 1931 mit dem Militärbeobachter-Brevet ab. In den nächsten Jahren war er auch als Pilot in den Lüften als Pilot von Morane, Devoitine und Messerschmitt - eine Aufnahme zeigt ihn während dem Flug mit dem Flugzeug Nr. 423 (siehe untenstehendes Bild).
Während des 2. Weltkrieges diente Fritz Grogg als Artillerie-Adjudant und schuf während seiner Dienstzeit unter anderem auch die Fasnachtsplakette für das Jahr 1940, welches vom Graveur Felix Müller umgesetzt wurde. Insgesamt absolvierte Fritz Grogg 2'000 Diensttage.
Als Illustrator und Grafiker arbeitete Fritz Grogg ab 1930 zunächst als Schriften- und Werbegraphiker für Firmen aus Handel und Industrie ehe er sich unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg selbständig machte - eine Befreiung für den Künstler von den Vorgaben der Firmen. Einer seiner Mitarbeiter war der Künstler Ferdi Afflerbach. Schon bald wurden seine Arbeiten auch prominent in den Publikationen "Der Schweizer Soldat", "Schweizer Woche", "Basler Woche" und "Basler Nachrichten" gezeigt, die er in seinem Atelier in Binnigen umsetzte.
Daneben illustrierte er auch wenige Bücher wie "Erinnerungen eines Sportlers", "Der Schulmeister von Knortzigen", "E Baseldytsch-Sammlig" von Fridolin und Peter Pee sowie "Legion der Rächer".
Aufträge für das Läckerli-Huus, Plakate (über 20 Stück) für Anlässe und politische Abstimmungen (u.a. für die "Radikalen Demokraten") und wenige Schallplatten-Cover rundeten seine Arbeiten ab.
Ein Wegweiser am Dreiländereck, das von Fritz Grogg entworfen wurde, stand dort von 1945 bis 1957.
1956 erlitt Fritz Grogg einen ersten schweren Herzinfarkt, wohl auch zurückzuführen auf seinen grossen Zigarettenkonsum mit bis zu 60 Zigaretten am Tag. Seine Arbeitskraft und Lebensfreude litt in der Folge erheblich daran und seine kreative Phase kam mit diesem gesundheitlichen Rückschlag zum Erliegen. Es folgten weitere Infarkte, der neunte war schliesslich tödlich. Fritz Grogg verstarb am 14. Juli 1974.
Hinweis:
Alle abgebildeten Zeichnungen auf dieser Homepage und Folgeseiten des Künstlers Fritz Grogg mit freundlicher Genehmigung des Erben von Fritz Grogg © (H. Grogg Zürich).
Die Abbildungen der Werke von Fritz Grogg dienen ausschliesslich der Illustration der Arbeiten des
Künstlers. Die Verwendung von Dritten ist ohne Erlaubnis der Rechteinhaber nicht zulässig.