Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03245.jsonl.gz/276

King of California (2007)
King of California (2007)
Oder: Look it up, if you dont believe it!
Zwei Jahre war Charlie (Michael Douglas) in einer Nervenheilanstalt gewesen. Nun kehrt er zurück nach Hause. In sein altes Haus, zu seiner Tochter Miranda (Evan Rachel Wood), die, 16 jährig, schon seit Jahren auf eigenen Füssen steht. Sie arbeitet bei McDonalds, hat sich ein Auto über Ebay gekauft und versucht, ihr Leben anständig und ausfüllend zu leben. Da taucht Daddy Charlie grad im dümmsten Moment auf.
Der Mann mit dem lustigen Bart fängt dann auch sofort an, Mirandas Leben durcheinander zu bringen. In seiner Zeit in der Anstalt hat er Bücher gelesen, die ihn im Glauben lassen, dass ein längst verschollen geglaubter Goldschatz zu finden sei. Und genau auf diese Suche macht sich Charlie nun. Miranda, anfänglich genervt von dem Getue ihres Vaters und ziemlich sicher, dass er weiterhin einen an der Waffel hat, sieht sich überraschenderweise bald als Teil dieser Suche. So werden Abmessungen gemacht, Löcher gebuddelt und eine Schatzsuche in Gang gesetzt, zu der das Mädchen so überhaupt keine Bindung zu haben scheint.
Unser Team findet heraus, das der Eingang zur Schatzhöhle in einem lokalen Supermarkt sein muss. Das heisst für Miranda, sich um einen Job dort zu bewerben und zu versuchen, vom Manager den "God Key" (der Schlüssel der überall passt) zu kriegen. Doch dieses Vorhaben ist nicht so leicht, wie sich der Plan angehört hat und auch die finanziellen Ausgaben übersteigen das Budget von Miranda, so das bald auch die letzten Möbel ihres Häuschens verkauft werden müssen. Und trotzdem ist Charlie noch immer fest überzeugt, dass dort im Supermarkt der Eingang zum riesigen Schatz ist. Doch kann man einem durchgeknallten Mann wie Charlie wirklich glauben?
DVD-Rating
Ruhig ists geworden um Michael Douglas. Seit The Sentinel oder You me and Dupree hat man vom Schauspieler und Gatten von Catherine Zeta Jones nicht mehr viel gesehen. Ausser natürlich Bilder in den entsprechenden Heftlis, die ihn mit glattgezogenem Gesicht oder auf dem Golfplatz zeigen. Nun haben wir endlich wieder etwas von ihm zu gucken. Zwar ists "nur" ein kleiner Film geworden, der nie die Chance hatte, in den Schweizer Kinos zu laufen, aber King of California vermag durchaus zu gefallen.
Was natürlich sofort auffällt, ist die kurrlige Art von Michael Douglas, den etwas durchgeknallten Charlie zu spielen. Durch diese Figur wird ein grosser Teil des Films und der Geschichte bestimmt und der Charakter bekommt dazu auch noch genügend Zeit, um uns hinter seine Fassade gucken zu lassen. Denn so durchgeknallt und komisch Charlie auch scheinen mag, er macht das nicht zum Spass und hat durchaus Gründe für seine Taten. Seine junge Filmpartnerin Evan Rachel Wood, die momentane Begleitung des Schockrockers Marilyn Manson, ist zwar erst knapp 20 Jahre alt, meister ihre anspruchsvolle Rolle aber wie ein alter Hase. Souverän, schnörkellos und die Off-Kommentare verleihen dem ganzen Film einen interessanten Touch.
Wer bei King of California auf eine actionreiche Schatzjagd à la National Treasure 2 erwartet, der dürfte enttäuscht werden. Michael Douglas ist eher mit "Don Quichotte" als mit Indiana Jones zu vergleichen. Dazu kommt eine grosse Portion Herz, sowie kurrlige Momente und die Frage, ob dieser verwirrte alte Mann nicht doch etwas weiss, was andere nicht mal zu denken wagen.
Fazit: King of California vermag nicht über die ganze Spieldauer zu fesseln und bietet zwischendurch auch ein bisschen Leerlauf. Trotzdem lohnt sich ein Blick in den Film schon nur wegen der wirklich gelungenen Darbietung von Michael Douglas, den man einfach wieder öfters in guten Filmen sehen möchte. Dieser kleine, aber ganz feine, Film ist hoffentlich der Start in bessere Zeiten für den sympathischen Mann.
Das Making-Of bringt uns ein bisschen hinter die Kulissen des Films und es kommen die üblichen Verdächtigen zu Wort, um uns mitzuteilen, dass die Dreharbeiten klasse, die Schauspieler exzellent und die Geschichte sehr speziell ist. Ein kleine Bildergalerie und die offiziellen Trailers müssen dann auch genügen, um die Extras der DVD abzuschliessen.
Technisch ist King of California als gelungen zu betrachten. Ein sauberer Ton und ein klares Bild sprechen für sich. Leider kann man bei der englischen Originalversion des Films die deutschen Untertitel nicht ausblenden.
OutNow.CH:
02.06.2008 / muri
Community:
Kommentare: