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Heute berichte ich über den Zuckerhut an der Nordspitze von Madagaskar.
Am 10. August 1500 landete der Portugiese Diego Diaz auf die Insel Madagaskar, der damit als als erster Europäer offiziell seinen Fuss auf madagassischen Boden setzte. Sechs Jahre später kam auch sein Landsmann, der portugiesische Seefahrer Fernando Suarez. Zu Ehren dieser beiden Portugiesen gaben die französischen Kolonialmächte der wichtigen Hafenstadt an der Nordspitze der Insel den Namen Diego Suarez. Später wurde diese Stadt von der madagassischen Regierung in Antsiranana oder der „grosse Hafen“ umbenannt.
Antsiranana liegt rund 1000 km von der Hauptstadt Madagaskars entfernt. Es gibt Binnenflüge dorthin – oder zwei, drei Tage Autofahrt.
Die Sandküste von Ramena ist der beliebteste Badestrand. Er liegt rund 18 km östlich von Diego Suarez. Die gut ausgebaute Strasse am Ortseingang von Diego Suarez verläuft durch eine trockene Savannenlandschaft bis zu dieser wunderschönen grossen Bucht mit weissen Sandstränden. Aber bevor wir diesen Badestrand erreichen, erblicken wir eine magische, kleine Insel mitten in der Bucht. Den Zuckerhut.
Wegen seiner einzigartigen kreisrunden und spitzen Form haben die Franzosen diesen Vulkankegel “Pain de Sucre“ genannt, auf deutsch „Zuckerhut“. Diese markante Insel mit vulkanischem Ursprung ist das Wahrzeichen der Stadt Diego Suarez geworden.
„Nosy Lonja“ oder „Nosy Lonjo“ heisst dieses Naturwunder bei der dort lebenden Sakalava-Bevölkerungsgruppe. Die Insel wird als heilig verehrt, da die damalige Königsfamilie aus Diego Suarez dort begraben wurde.
Nach mündlicher Überlieferung fanden die Sakalava auch ein Refugium auf dieser Insel, als die feindlichen Armeen der Merina sie verfolgten. Daher werden dort jedes Jahr rituelle Zeremonien gefeiert und Reliquien verehrt.
Vom nahegelegenen Fischerdorf in Ramena kann man eine Bootsfahrt bis zum türkisblauen Smaragdmeer mit einer artenreichen Wasserwelt machen. Ebenso zu den drei von Korallenriffen geschützten Buchten „Baie des Dunes“, „Baie des Pigeons“ und „Baie des Sakalava“. Dort gibt es hervorragende Möglichkeiten zum Baden, Schnorcheln, Tauchen und besonders Windsurfen. An diesen drei Buchten haben sich Hotels auf Kitesurfer spezialisiert.
Wir von PRIORI in Basel und in Antananarivo helfen Ihnen gern bei der Organisation Ihres Traumurlaubs an der Nordküste Madagaskars. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Veloma und bis bald auf der Trauminsel im Indischen Ozean.
Die schöne Hauptstadt Antananarivo liegt inmitten des Hochlands und dient als Ein- und Ausgangspunkt für fast alle Entdeckungsreisen auf der Insel Madagaskar.
Während Ihrem Aufenthalt hier in der Millionenstadt können wir Ihnen verschiedene interessante Tagesausflüge in der Umgebung anbieten.
Das Stadtgebiet von Antananarivo gehört zu der Merina-Volksgruppe, doch heute leben hier verschiedene madagassische Ethnien sowie Leute aus aller Welt.
Die Stadt Antananarivo, kurz „Tanà“ genannt, ist umgeben von 12 Königshügeln. Ambohimanga ist einer der 12 heiligen Hügel der Merina. Früher war dieser Hügel mit dichtem Urwald und üppiger Vegetation bedeckt, darum der Name Ambohimanga oder „der Blaue Hügel“.
„Rova“ bedeutet in Madagaskar Burg oder Königssitz. Die Rova von Ambohimanga ist die ehemalige Sommerresidenz der Könige und liegt 21 km nordöstlich vom Stadtzentrum. Dieser Ort gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, denn er stellt das wohl bedeutendste Bauwerk madagassischer Architektur dar.
Den Eingang der Rova dominiert das grosse Stadttor, das durch eine schwere, mannshohe Steinscheibe geschlossen wurde. Die dicke und hohe Festungsmauer rund um den Palast wurde aus Lehm und Eiern gebaut.
Der Palast umfasst das Wohnhaus des Königs, das Sommerschloss der Königinnen, den Opferplatz und die Badebecken.
Wie auch an verschiedenen heiligen Orten und auf allen Königshügeln auf der Insel, gibt es hier auch viele „Fady“ oder Tabus, die man respektieren muss. Fady ist ein traditionelles Gebot oder Verbot, das über Generationen hinweg überliefert wurde. Verletzt man ein Fady, bringt es von sich aus Unglück.
Zum Beispiel ist es fady, Schweinefleisch, Zwiebeln oder Salz zu diesem heiligen Ort von Ambohimanga mitzubringen. Denn dieser Ort hat heutzutage noch immer eine sehr starke spirituelle Bedeutung für die Madagassen.
Neben der endemischen Fauna und Flora ist Madagaskar sehr reich an Kultur. Wir freuen uns sehr, Ihre Madagaskarreise zu planen. Für Fragen kontaktieren Sie uns bitte!
Salama aus Antananarivo, die Hauptstadt der grossen Insel
In Madagaskar hat hat das traditionelle madagassische Haus einen einfachen rechteckigen Grundriss, bedeckt mit Gras, Ziegelsteinen oder Wellblech.
Ursprünglich bestanden die Hochlandhäuser aus einem einzigen Raum und wurden im 18. Jahrhundert ausschliesslich mit Holz gebaut, da es zu dieser Zeit lediglich gestattet war, Grabstätten mit Steinen zu bauen.
Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, als viele Regen- und Trockenwälder des Hochlandes inzwischen gerodet waren und der Transport des Holzes und der Bretter mühselig wurde, setzte sich der Lehmbau im Hochland durch. Die Franzosen, die Engländer und die Missionare spielten dabei eine grosse Rolle, denn sie haben den Einheimischen die Herstellung von Lehmziegeln und die Verwendung der luftgetrockneten Backsteine und Tonziegel in Antananarivo beigebracht.
So begann die moderne Architektur im Hochland von Madagaskar zu blühen. Auf madagassisch heissen diese Hochlandhäuser «Trano Gasy» und sie werden mit Backsteinen in verschiedenen Farbtönen wie rot, braun, ocker bis rosa gebaut. Eine schön geschnitzte und bunt bemalte Holzveranda zeigt ländlichen Reichtum.
Vor dem Hausbau wird immer der Astrologe oder Schamane für die günstigste Zeit für den richtigen Platz und für die Orientierung des Hauses zu Rate gezogen. Das Kultische verbindet sich auch mit den klimatischen Gegebenheiten. Wind und Sonneneinstrahlung sind bestimmende Elemente.
Traditionell werden die Hochlandhäuser in Madagaskar immer in Nord-Süd – Ausrichtung gebaut und die Türen und Fenster stehen mit dem Eingang nach Westen, damit die intensive Sonneneinstrahlung nachmittags in den Innenraum kommt.
Bei der Einweihung des neuen Hauses wird die ganze Familie eingeladen, Reis gemischt mit Honig und Milch wird an diesem wichtigen Tag an den Eingeladenen serviert.
Für weitere Frage über den Baustil in Madagaskar oder auch über ihre nächste Madagaskarreise stehen wir Ihnen zur Seite. Kommen Sie nach Madagaskar und bewundern Sie die sehr photogenen Dörfer und Häuser.
Der Ariary ist die offizielle Währung in Madagaskar
(Antananarivo, 19. Okt 2021) Seit 2005 gilt der Ariary (AR) als die offizielle Währungseinheit in Madagaskar, doch der madagassische Franc (FMG) bzw. die alte Währung während der Kolonialzeit wird immer noch sehr oft in den kleinen Krämerladen, auf den freien Märkten, bei den Radfahrern, Taxi- oder Tuktuk-Fahrern benutzt. Die Einheimischen geben den Preis in madagassischen Francs , ohne zu erklären, ob der angegebene Preis in Ariary oder in Franc Malagasy ist. Das ist dann sehr verwirrend und sogar eine Geldverschwendung, wenn es um eine grosse Summe geht, denn 1 Ariary ist eigentlich 5 madagassische Francs wert. So sollte immer nach der Währungseinheit gefragt werden, also abklären, ob die Person den Preis in AR oder in FMG angibt.
Der aktuelle Wechselkurs für 1 Euro ist bei 4‘500 Ariary und für 1 Schweizer Franken rund 4‘200 Ariary. (Stand 2021)
Untenstehend finden Sie die acht madagassischen Banknoten in absteigender Reihenfolge :
Banknoten in Madagaskar: 20’000 AR = 4,44 € oder 4,76 CHF
Es handelt sich um die grösste Banknote in Madagaskar. Das Bild zeigt die Fabrik in Ambatovy. Sie liegt östlich von Antananarivo und zählt zu den grössten Minen für Nickel und Kobalt auf der Welt.
Banknoten in Madagaskar: 10’000 AR = 2,22 € oder 2,38 CHF
Die Vorderseite dieser Banknote zeigt den Hafen von Ehoala in Fort Dauphin an der Südostküste Madagaskars. Dieser wichtige Hafen im Indischen Ozean wurde 2009 primär für den Export von Bergbauprodukten gebaut.
Banknoten in Madagaskar: 5000 AR = 1,11 € oder 1,19 CHF
Das Bild zeigt den Ort „Trou du Commissaire“ am Strand von Manakara, wo man ohne Gefahr schwimmen kann. Eigentlich ist das Schwimmen an vielen Badetränden wegen der starken Meeresströmungen verboten. Die Stadt Manakara ist auch wegen der FCE-Eisenbahnlinie nach Fianarantsoa bekannt.
Banknoten in Madagaskar: 2000 AR = 0,44 € oder 0,48 CHF
Madagaskar ist bekannt für seine endemische Fauna und mehr als 100 Lemurenarten sind heimisch auf der Insel. Die 2000 AR-Banknote zeigt den berühmten Bambuslemuren „Bandro“. Er hat ein graubraunes Fell und ist auf einer kleinen Bambusinsel am Alaotra-See, dem grössten See Madagaskars zu finden.
Banknoten in Madagaskar: 1000 AR = 0,22 € oder 0,24 CHF
Diese 1000 AR Banknote stellt die Hängebrücke in Kamaro an der Nationalstrasse 4 dar. Diese imposante Brücke gebaut von der Firma Gaston Leinekugel Le Cocq überblickt den Kamaro Fluss auf 206,5 Metern beim Kilometerstein PK 406.
Banknoten in Madagaskar: 500 AR = 0,11 € oder 0,12 CHF
Diese kleine Banknote von 500 AR zeigt den Königshügel in Ambohimanga, auch bezeichnet als „der blaue Hügel“. Diese Sehenswürdigkeit liegt 24 km nordöstlich von Antananarivo und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Banknoten in Madagaskar: 200 AR = 0,04 € oder 0,05 CHF
Dieses Bild vom Wasserfall im Nationalpark von Montagne d’Ambre finden Sie auf der 200 AR Banknote. Die Flora und Fauna in dieser üppigen Vegetation nördlich Madagaskar sind so faszinierend, dass die Besucher von der Einzigartigkeit der Natur begeistert sind.
Banknoten in Madagaskar: 100 AR = 0,02 € oder 0,03 CHF
Der kleinste Geldschein von 100 AR zeigt die beeindruckende Kathedrale von Ambozontany, gebaut im 19. Jahrhundert. Dieses Gebäude mit kunstvoller Architektur überragt die Altstadt von Fianarantsoa und hat einen herrlichen Panoramablick auf den kleinen Anosy-See.
Die Insel Madagaskar ist ein kontrastreiches Land mit spektakulären Landschaften, auch seine Bevölkerungsgruppen mit den Besonderheiten ihrer Kultur sind sehr vielfältig. Mit diesen schönen Bilder auf die Banknoten hoffen wir, dass wir doch Ihr Neugier erweckt haben, um unsere facettenreiche Insel bald zu entdecken.
Gern helfen wir Ihnen bei der Reiseplanung Ihrer Madagaskarreise, so werden sie einen unvergesslichen Aufenthalt reich an Begegnungen und Abenteuern auf unsere Insel verbringen.
Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.
Wie in allen Ländern auf der ganzen Welt wählen die Madagassen die Nachnamen ihrer Babies entweder vor oder während der Schwangerschaft. In Madagaskar soll die Bedeutung eines Vornamens für die Zukunft des Kindes entscheidend sein. Der Vorname soll eine positive Bedeutung haben und den Lebensweg des Kindes positiv beeinflussen.
Jedes Kind trägt verschiedene Vornamen, dieser spiegelt den Wunsch der Eltern oder sollte den Charakter des Kinds beschreiben. Hery bedeutet zum Beispiel die Kraft oder die Stärke, Aina heisst das Leben, Mbinina heisst glücklich sein. Faly bedeutet freudig, glücklich, Mirana heisst lächelnd, freundlich, fröhlich.
Die Bedeutung der madagassischen Vornamen kann von Region zu Region variieren. Eine Liste mit den Vornamen und ihrer Bedeutung finden Sie hier. Im Hochland (Antananarivo und Fianarantsoa) beginnen die Vornamen meistens mit dem Präfix Andrian-, dies ist eine Kurzform von Andriana, was königlich nahestehende Personen bezeichnet. Die meisten madagassischen Vornamen beginnen mit dem Präfix Ra-. Der Familienname Rafidy bedeutet zum Beispiel Herr, der auserwählt ist. Rampanarivo heisst jemand, der im Überfluss besitzt oder der Reiche.
Es gibt Vornamen, die sowohl für Mädchen als auch für Jungs benutzt werden.
Die madagassischen Vornamen
Die Mädchen und Frauennamen bezeichnen meistens Naturelemente, Blumen oder Schmuckstücke, oder könnten auch die Schönheit des Mädchens beschreiben. Voahirana bedeutet die Seerose, Vololona oder Fanja bedeutet die Knospe, die Blüte, die Blume. Sahondra heisst die Blüte der Aloe, Hanitra heisst der Duft, das Parfüm. Voahangy ist die Perle und Meva bedeutet himmlisch schön sein.
Die Eltern geben ihren kleinen Buben meistens Vornamen mit positivem Charakter: Lahatra bedeutet das Schicksal, Fanantenana heisst die Hoffnung, Tolotra bedeutet Geschenk vom Gott. Tahiana ist der Gesegnete und Andry ist die Stütze oder die Säule in der Familie.
Wenn das Geschlecht des Babys vor der Geburt unbekannt ist, geben die Eltern gemischte Vornamen, die gleichzeitig für Buben und für Mädchen gelten. Nirina bedeutet ein Wunschkind, Mamy ist süss lieb und nett, Hasina heisst heilig, eingeweiht sein. Fanomezana bedeutet die Gabe, die Spende, das Geschenk.
Der Vorname könnte auch den Rang in der Familie widerspiegeln: Dimby oder Solofo bedeutet der Sohn oder der Nachfolger. Rahely heisst die Nachfolgerin oder der Nachwuchs. Naivo bedeutet der zweite Sohn oder derjenige, der in der Mitte geboren ist. Raivo ist dann die zweite Tochter oder das Mädchen, das in der Mitte geboren ist. Benja heisst der Benjamin oder der jüngste Sohn. Fara ist die letzte Tochter in der Familie.
Die madagassischen Vornamen
Viele Vornamen beschreiben auch das Schicksal des Kindes, also je nach dem Sternzeichnen und der Astrologie zur Zeit der Geburt. Wenn das Kind unter einem sehr glücklichen Sternzeichen geboren ist, trägt es den Namen Mahery (die Kraft), Andrianina bedeutet wörtlich der Adlige, den man lobt oder vergöttert. Manjary heisst erfolgreich sein, Nomenjanahary heisst Gabe von Gott, Njaka bedeutet der Herrscher. Rindra bringt Harmonie und Frieden in der Familie, Tsilavina heisst akzeptiert und anerkannt.
Die kleinen Kinder zwischen 1 bis 5 Jahre bekommen zu Hause meistens einen Spitznamen oder einen Kosenamen. Peta wird öfter gebraucht, wenn das Kind eine Plattnase hat, oder auch Piso, wenn das Baby sich wie eine kleine Katze verhält. Sobald das Kind in die Schule geht, verliert es diesen Kosenamen und wird fortan mit dem richtigen Vornamen – wie im Geburtsschein vermerkt – gerufen.
Wenn das Baby zur Welt kommt, nennen die Eltern es bereits nach seinem richtigen Namen. Falls das Baby frühzeitig geboren bzw. die Mutter eine Fehlgeburt hat, nennt man den Fötus zazarano (Wasserkind).
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben französische Gewohnheiten und Lebensstil Einfluss auf das madagassische Leben genommen. Damals gaben die meisten Küstenbewohner ihren Kindern englische oder französische Vornamen. Diese gemischten Namen haben auch mit der Ankunft der Missionare und dem ersten Bau der Missionsschulen an der Küste zu tun. So wurden viele Kinder an der Küste zum Beispiel als David John genannt.
Am 26. Juni 1960 wurde Madagaskar zur unabhängigen Republik, zu dieser Zeit orientierte sich Madagaskar stark an Frankreich, da noch zahlreiche Franzosen im Land lebten. Damals gaben die Eltern ihren Kindern gern zwei verschiedene Vornamen: einen französischen und einen madagassischen Vornamen. Viele Eltern glaubten um diese Zeit, dass Madagaskar unabhängig geworden sei. Mit Kindern mit madagassischen Vornamen wollten sie den Franzosen beweisen, dass sie ihren eigenen Weg gehen wollten.
Die madagassischen Vornamen
Die Religion spielt auch eine grosse Rolle bei den Namen. Viele katholische Kinder werden mit französischen Vornamen getauft. Es kommt auch vor, dass einige französische Vornamen einfach madagassisch adaptiert werden. Nehmen wir das Beispiel des Vornamens Emile, der Mil“ hier in Madagaskar geworden ist, der französische Vorname Paul wird madegassisiert als Paoly oder Rapaoly. Aus dem französischen Vornamen François wurde Rafransoa.
Es kommt vor, dass die Eltern ihr Kind nach einem wichtigen Ereignis nennen. Mädchen, die während des schlimmen Zyklons Cynthia im Jahre 1981 zur Welt kamen, wurden von ihren Eltern ebenfalls Cynthia genannt. Es kann auch sein, dass ein Bube im Monat Januar geboren wird und dann auch den Vornamen Janvier erhält. Auf dem Land, wenn das Baby während der Reisernte zur Welt kommt., erhält es oft den Namen Ravokatra.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg waren Zehntausende madagassische Soldaten im Einsatz. Sie gaben den deutschen Truppen einen besonderen Spitznamen. Die Deutschen trugen Regenstiefel (oder „rainboats“ in englisch), so wurden die Deutschen später Rainiboto genannt und dieser Spitzname gilt bis jetzt noch für die Deutschen in Madagaskar.
Die Franzosen wurden auch als Renimalala bezeichnet, wörtlich übersetzt bedeutet dies die liebe Mutter, eigentlich ein Spottname für die französischen Kolonialherren, die uns lange kolonialisiert haben.
Mein kompletter Vor- und Nachname ist Bodomanga ANDRIANTEFIARINESY, Bodo bedeutet kleines Mädchen, Manga heisst blau und in dem langen Familiennamen steht das Wort Tefy. Auf deutsch bedeutet dieses Verb schmieden. Mit etwas Phantasie könnte man mich also als königliche Schmiedin bezeichnen..
Schon immer haben die Gewürze die Welt bewegt und ihretwegen wurden Kriege geführt oder Kontinent entdeckt. Die Insel Madagaskar ist schon lange für seine kostbare Vanille berühmt. Nach Safran zählt dieses Gewürz nämlich zu den teuersten der Welt. Ca. 50% der heutigen weltweit produzierten Vanille kommt aus Madagaskar. Auch die benachbarten Inseln La Réunion, die Komoren und Mauritius produzieren etwas Vanille. Die Vanille aus Madagaskar trägt den Qualitäts-Markennamen “Bourbon Vanille“. Dieses duftende “schwarze Gold“ gehört zu den wertvollsten Exportprodukten von Madagaskar und ist ein Stimulans für Gaumen und Gesundheit.
Vanille in Madagaskar
Ursprünglich stammt die Vanillepflanze aus dem tropischen Mexiko. Erst mit der Entdeckung der “Neuen Welt“ und durch die spanische Landeroberung im Jahr 1510 wurde dieses wertvolle Gewürz in ganz Europa bekannt. Neben Gold und Edelsteine haben die Spanier auch zwei exotischen Pflanzen, den Kakao und ein unbekanntes Gewürz “Vanilla“ von den langen Entdeckungsreisen mitgebracht. Hier in Europa wurden sie dann in vielen Botanischen Gärten angepflanzt. Wegen ihrer Kostbarkeit gehörten sie bald in allen europäischen Herrscherhäusern zu den beliebten aromatischen Gewürzen.
Ab dem 1604 wurde die Vanille nach Frankreich importiert, wo man dieses duftende Gewürz für die Zubereitung von Kaffee und Schokolade verwendete. Später im Jahr 1846 wurde die Mexiko-Vanille in Frankreich monopolisiert. Leider gelang es aber nicht, aus den Blüten die Stängel zu gewinnen, denn zur Bestäubung dieser Orchidee werden spezielle Bienen oder Kolibris benötigt.
Durch die Franzosen fand die Vanille-Pflanze den Weg nach La Réunion und wurde auf dieser Insel angebaut (Insel Bourbon). Hier entwickelte der Sklave Edmond Albis eine manuelle Bestäubungsmethode.
Bauern haben die Vanille aus der Nachbarinsel La Réunion anfangs des 20. Jahrhundert wegen des steigenden Weltmarkbedarfs in den Nordteil Madagaskars eingeführt und schon bald gehörten die französischen Kolonien La Réunion, Komoren und natürlich Madagaskar zu den wichtigsten Vanilleproduzenten.
Vanille in Madagaskar
Tüchtige Geschäftsleute aus China sind im Laufe der Zeit zu sogenannten “Vanille-Baronen“ geworden und haben die SAVA-Region zum wichtigen Produktionsstandort gemacht. Eine Zeit lang lieferte die grosse Insel etwa 80% des Weltmarktbedarfs an Vanille. Total wurden rund 60 Vanillearten registriert. Nur fünf Arten davon kommen auf Madagaskar vor und nur drei sind Kulturpflanzen geworden.
Die bekannteste und kostbarste Art ist die “echte Vanille“ (Vanilla planifolia), die eben aus den mexikanischen Tropen stammt. In Europa, aber auch in anderen Ländern wird diese echte Vanille “Bourbon-Vanille“ genannt. Nur Madagaskar und die Inseln La Réunion, die Komoren und Mauritius dürfen mit diesem Namen werben. Aufgrund ihres intensiven und harmonischen Aromas ist die Bourbon-Vanille die beliebteste Vanillesorte der Europäer. Die mit Vanille gewürzten Süss-Speisen wurden schon zur Zeit von Elisabeth I. sehr geschätzt. Auch die moderne Küche verwendet Vanille noch auf verschiedene Weisen, auch zur Zubereitung von Fleisch- und Fischgerichten.
Die Kletterpflanze aus der Familie der “Orchidaceae“ gedeiht hervorragend an der Nordostküste Madagaskars mit dem feucht-warmen Klima und den enormen Niederschlagsmengen. Dieses landwirtschaftliche Anbaugebiet nennt man die SAVA Region. Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der vier regionalen Städte ab: Sambava, Andapa, Vohemar und Antalaha. In diesem fruchtbaren grünen Dreieck des nordöstlichen Teils von Madagaskar wächst ein Grossteil der Weltproduktion an Vanille, neben anderen Exportgütern wie Pfeffer, Gewürznelken etc. PRIORI organisiert natürlich Besuche auf diese Vanilleplantagen, besonders während der Erntezeit ab dem Monat Juli. Man kann hier die traditionelle Bestäubungsmethode oder die komplizierte Verarbeitung miterleben.
Vanille in Madagaskar
Das Umland von SAVA ist durch die Plantagenwirtschaft geprägt. Auf kleineren und grösseren Feldern klettern die Ranken dieser aromatischen Orchideenarten an Bäumen oder an Stützpflanzen empor. Das Hauptanbaugebiet von Vanille liegt um die Vanillestadt Sambava. Diese wurde auch als “Welthauptstadt der Vanille“ bezeichnet. Dreiviertel der weltweit verkauften Vanille werden in dieser Vanillestadt produziert. Dieses “schwarze Gold“ ist so kostbar, dass es zur ersten Einnahmequelle der Stadt- und Dorfbewohner in dieser Region geworden ist. Die Vanilleproduktion bringt seit langem eine Menge Devisen ins Land. Die Ausfuhrmenge liegt um die 2000 Tonnen pro Jahr.
Die Vanilleproduktion ist leider nicht mehr so gut wie einst. Grund sind die Zerstörungen durch die häufigen Wirbelstürme aus dem Indischen Ozean während der Regenzeit in den Monaten Januar bis April. Besonders die Stadt Antalaha litt in den letzten Jahren unter diesen klimatischen Bedingungen. Im Jahre 2004 zerstörte ein Zyklon viele Plantagen, doch die Bauern liessen sich von diesen jährlichen Katastrophen nicht unterkriegen und pflanzten die Plantagen im folgenden Jahr wieder neu an, denn schliesslich geht es um viel Geld. Die Produkte werden ab dem kleinen Exporthafen Antalaha nach der Hafenstadt Tamatave (Toamasina) oder direkt nach Europa, nach den Vereinigten Staaten und nach Japan verschifft.
Vanille in Madagaskar
Die Vanille ist eine starkwüchsige Kletterpflanze mit langen grünen fleischigen Trieben. Die Blätter sind dickfleischig bis 5 cm breit und parallelnervig. Die Blütezeit beginnt, sobald die Regenzeit einsetzt, also zwischen Oktober und Dezember. Während der Bestäubungszeit müssen alle Blüten in den grossen Vanilleplantagen einzeln und vorsichtig von Hand bestäubt werden, denn in Madagaskar sind die natürlichen Bestäuberinsekten nicht heimisch. Nach dem Bestäuben wachsen dann die grünen Schoten heran. Sobald sie eine gewisse Grösse haben, werden die wertvollen Schoten auch bereits mit Einritzungen durch den Plantagenbesitzer gekennzeichnet. Die Arbeitsgänge von der Ernte bis zum Export dauern mehrere Wochen und verlangen einen präzisen Arbeitsablauf. Die frisch geernteten grünen Vanilleschoten werden während 1 bis 3 Minuten (je nach Grösse der Schoten) in 60 bis 70 Grad heissem Wasser gebrüht. Darauf werden sie abwechselnd ca. 3 Stunden an der Sonne und im Schatten zum Trocknen ausgelegt. In der Nacht werden sie dann in grosse Tücher oder dicke Decken zum “Ausschwitzen“ gepackt. Nach diesem mehrmaligen Einpacken und Trocknen an der Sonne erhalten die Vanilleschoten endlich die typische braunschwarze Färbung und entwickeln den süsslichen wunderbaren Vanilleduft. Der in ihnen enthaltene Milchsaft hat sich in dieser Zeit durch Gärung in eine dunkle intensiv duftende Masse verwandelt. Diese verschiedenen Prozessschritte werden von den Arbeitern streng überwacht, um eine falsche Fermentation zu verhindern.
Während der Erntezeit zwischen Juli bis Oktober liegen in jedem Dorf entlang der Vanilleküste die langen braunen Vanillen-Schote zum Trocknen, entweder auf einfachen Strohmatten oder auf langen Rosten. Auf keinen Fall sollten die Vanilleschoten nass werden!
Nur die schönen und die duftenden Vanillestängel, die nach der monatelangen Verarbeitung nicht beschädigt sind, gehen in den Verkauf. Die Qualität dieser teuren und kostbaren Gewürze hängt natürlich vom mühevollen und komplizierten Trocknungs- und Fermentationsverfahren ab. Ihres überragenden Aromas wegen hat die Vanille ihre Bedeutung auf dem Weltmarkt gewonnen. Synthetisches Vanillin (zum Beispiel im Coca Cola-Getränk) ist nicht vergleichbar mit dem Aroma der natürlichen Vanille.
Vanille in Madagaskar
In der Likörindustrie wird die Vanille unter anderem bei Kakao- und Kaffeelikören verwendet. Sie ist aber überall in der Nahrungsmittelindustrie verbreitet. Auch bei uns in Madagaskar verleiht sie den madagassischen Gerichten neue Geschmacks- und Geruchsnoten, steigern den Appetit und fördern die Verdauung. Die Madagassen nutzen gerne Vanille bei der Zubereitung ihrer Gerichte. Vanillesosse auf Zebu oder Rindfleisch schmeckt hervorragend, das Gewürz eignet sich natürlich auch für Dessert wie Kuchen oder für Obstsalat. Vanillezucker mit den zahlreichen schwarzen Pünktchen im Zucker ist auch sehr beliebt in den Bäckereien und Konditoreien. Wichtige Abnehmer der Vanille sind auch die Schokoladen- und die Parfumindustrie.
Der eingelegte Rum mit Vanille wird als Aperitif sehr geschätzt. Die Zubereitung ist sehr einfach: die Vanillestange flach drücken, längs aufschneiden oder teilen, dann in eine Flasche oder in ein grosses Gefäss geben und den Rum darüber giessen. Diese Mischung sollte man mindestens 2 bis 3 Monate ziehen lassen – je länger, desto besser. Nach Belieben kann man natürlich weitere Gewürze wie Zimt oder Ingwer benutzen oder auch weitere Zutaten wie frische Früchte. Sehr beliebt sind vor allem die süssen Litschis, Mangos oder Ananas.
Vanille in Madagaskar
Überall auf den Lokalmärkten und in den Supermärkten findet man die teuren Vanillestängel aus Madagaskar mit dem süsslichen Aromas zum Verkauf. Meist werden sie als kleine Bündel oder in Plastiksäcken angeboten. Ein Kilo Spitzenqualität dieser “Königin der Gewürze“ kostet etwa 1.000.000 Ariary (rund 220 Euro). Sie zeichnet sich durch ihre besondere Farbe, Dicke und Länge aus. Je nach Qualität kann man die Vanillestangen bei guten Lagerbedingungen bis zu 2 Jahre aufbewahren.
Juni 2021, geschrieben von Fanasina PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch
Tulear ist die wichtigste Hafenstadt und Verwaltungshauptstadt der Region an der Südwestküste. Sie liegt am Kanal von Mozambik zwischen dem Fiherenana Fluss und der breiten Flussmündung Onilahy.
Tulear ist auch ein sehr guter Ausgangspunkt zu einigen Badeorten oder auch zu den abenteuerlichen Reiserouten zum „Land der Baobabs“.
Der Stadtname Toliara sei durch ein sprachliches Missverständnis entstanden. Als ein Seefahrer im 19. Jahrhundert zum ersten Mal an die Südwestküste der Insel kam und nach dem Namen der Bucht und des Fischerdorfs fragte, hatte der Einheimische seine Sprache nicht verstanden und dachte, der Fremde wollte wissen, wo er sein Boot ankern dürfte. So hat der Fischer ihm in seinem Mahafaly-Dialekt geantwortet: „Toly eroa“, was wörtlich bedeutet „Mach es da unten fest“, daraus entstand dann der Name “Toliary“. Die Franzosen nannten die Stadt während der Kolonialzeit in “Tulear“ um. Eine andere Version für die Herkunft des Stadtnames Tulear findet man in der Dialektsprache „Tolya ara“, was auf deutsch bedeutet „durch Riffe geschützt“, denn die südlichen und die nördlichen Küstenabschnitte sind tatsächlich von ausgedehnten Korallenriffen umgeben.
Tulear-Toliara
Tulear gehört auch zur geheimnisvollen Region des “Dornenwaldes“, wo die grünen Kakteen sich wie stachelige Finger in den stahlblauen Himmeln erheben und wo die tapferen und kriegerischen Ethnien ihre kunstvollen „Aloalo“ Holzfiguren und Holzstelen auf den Gräbern errichten. Tulears damalige Geschichte ist mit der Ankunft der ersten Piraten in der südlichen Region eng verbunden, die die Bucht Saint Augustin als beliebter Zufluchtsort ausgewählt hatten. Die Piraten trieben dort Sklavenhandel und Silber und Perlen wurden gegen Fleisch und Obst ausgetauscht. Im 16. und im 17. Jahrhundert, als sie sich zunehmend für Gewürze interessierten, wurde die Saint Augustin-Bucht, südlich der heutigen Stadt Tulear, ein bevorzugter und praktischer Landeplatz, um Vorräte und Exportprodukte zu laden.
Heute gilt die Stadt Tulear ebenfalls als die wichtigste Hafenstadt an der Westküste Madagaskars. Im weitläufigen Stadtzentrum befinden sich die Verwaltungsgebäude, Banken, das Postamt, das Büro von Air Madagaskar und verschiedene Läden. Unter dem grossen schattenspendenden Tamarindenbaum sitzen die Fischverkäufer und auf dem Handwerksmarkt werden die hölzernen Kunsthandwerksprodukte angeboten, dabei sind die Baobabs, die Zebus, die Aloalo Stelen und die Chamäleons sehr beliebte Motive. Das wichtigste Handelszentrum des Südens ist auch ein Ort für den Import und Export verschiedener Produkte wie Baumwolle, Mais, Erdnüsse, Fisch und Meersalz.
Tulear-Toliara
Tulear liegt am Wendekreis des Steinbocks in der trockenen Klimazone der Südwestküste mit sehr geringen Niederschlägen. Bei der kurzen Regenzeit zwischen Januar und März beträgt die mittlere Niederschlagsmenge nicht einmal 344 mm, die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen zwischen 25 und 35° C und wegen des andauernden strahlenden Sonnenscheins bekam Tulear den schönen Spitznamen “die Stadt der Sonne“. Daraus kommt auch der Ausdruck des Mahafaly-Stammes: „Toliary tsy miroro“ wörtlich übersetzt „Toliara schläft nicht“. Bei nur 3 Monaten Regenzeit sind leider die Flüsse und Bäche in der Gegend monatelang ausgetrocknet und die Dorfbewohner haben ständig Schwierigkeiten, sauberes Trinkwasser zu finden, so müssen sie Wasser aus weit entfernten Gegenden holen, wo sich auch ihre Zebuherden und die anderen Tiere aufhalten.
Die Vezo-, Mahafaly-, Sakalava- und Antandroy-Volksgruppen sind die Küstenbewohner an dieser Südwestküste. Die Vezo leben vorwiegend vom Fischfang und im Vergleich zu den anderen Volksgruppen haben sie einen besonderen Hang zum Meer und fahren sehr gern weit hinaus. Sie sind viel unterwegs auf ihren Pirogen aus ausgehöhlten Baumstämmen, die mit einem Ausleger und einem rechteckigen Segel ausgestattet sind. Sie sind auch Nomaden und tauschen oft mit den anderen Ethnien Fische oder Meeresfrüchte gegen andere Lebensmittel wie Mais, Maniok oder Süsskartoffeln.
Die alten und riesigen Bäume in Madagaskar haben immer eine kulturelle Bedeutung für die Madagassen. Die heiligen Banyan-Bäume von Miary, 17 km nordöstlich von Toliara, gehören in die Mythen- und Legendenwelt in der Umgebung von Tulear. Diese beeindruckenden Feigenbäume mit zahlreichen langen Luftwurzeln werden seit Jahrhunderten von den Einheimischen verehrt und sollen heilende Kräfte haben, so dass die Kranken hierher kommen, um sich Linderung vom Übel zu erbitten. Das Areal um diese Bäume darf nur barfuss und in Begleitung des Lokalguides betreten werden und eine Flasche Rum ist ein willkommenes Geschenk für die Vorfahren und die Geister.
Tulear-Toliara
Das Arboretum von Antsokay rund 14 km südlich von Tulear an der RN7 gehört zu den Hauptattraktionen am Stadtrand und erweist sich als ein interessantes Ausflugziel für die Besucher. Das Schutzgebiet umfasst etwa 50 ha, rund 7 ha davon sind für Botaniker besonders interessant. Der Erdboden in dieser Gegend besteht aus Kalk und Sand, daraus stammt der Name der Region “Antsokay“, was wörtlich übersetzt bedeutet “die Gegend mit Kalkboden“. Ein Teil des Kalksteins stammt aus der Kreidezeit, ist also 100 Millionen Jahre alt, so wurden zahlreiche Fossilien und Knochen des legendären ausgestorbenen Riesenvogel „Aepyornis“ in dieser südlichen Region entdeckt.
Diese wertvollen Funde, auch schöne Exemplare von Mineralien und kulturelle Gegenstände (zum Beispiel Musikinstrumente, Tracht oder Waffen) der hier lebenden Ethnien Vezo, Mahafaly und Antandroy sind im sehenswerten Museum ausgestellt.
Der verstorbene Schweizer Hermann Petignat hat dieses Areal im Jahre 1980 gegründet und die Flora des trockenen Südens erforscht, kultiviert und vermehrt, da viele der über 900 endemischen Pflanzenarten wegen der ständigen Buschfeuer leider vom Aussterben bedroht sind. In diesem regenarmen Klima gedeihen die Dornensträucher, die Didieraceen, die Aloen, die Pachypodien und Gattungen der Wolfsmilchgewächse wie die Euphorbien. Das merkwürdigste Phänomen sind jedoch die klimaangepassten Umwandlungen von kleinen Blättern zu Dornen, was zu einem fast undurchdringlichen Dornendickicht führt.
Sein Sohn Andry Petignat hat das Werk seines Vaters fortgeführt und somit ist der Besuch des Parks ein Muss für jeden botanisch interessierten Reisenden.
All diese Wunderwerke klimatischer Anpassung sind im Arboretum zu finden, so dass Wissenschaftler und Biologen, sowie Tierfreunde und Vogelkundler von diesem Park sehr begeistert sind. Das Gelände verfügt auch über mehrere, sehr schöne Bungalows und eine Übernachtung in den geschmackvoll eingerichteten Zimmern der „Auberge de la Table“ kann man wärmstens empfehlen.
Kurz vor dem Abendessen, wenn es dunkel wird, kann man den kleinsten Primaten der Welt, den niedlichen Mausmaki mit nur etwa 50 Gramm Gewicht, in einer Astgabel der Dornengebüsche mit einer guten Taschenlampe leicht finden. Auch die Tageswandertouren kurz nach Sonnenaufgang erweisen sich wegen der Vogel- Reptilien- und anderen Tierbeobachtungen als interessant.
Tulear-Toliara
Der Besuch des ozeanografischen Museums “Musée de la Mer“ oder „Station Marine“ ist ebenfalls zu empfehlen. Hier hat man einen Überblick über die faszinierende Meereswelt und das Marineleben im Kanal von Mozambik. Auch findet man einen Bericht über den vor Tulear gefangenen Quastenflosser, der bis zu diesem Fund nur als Fossil von den Küsten der Nachbarländer Komoren und Südafrika bekannt war. Das ausgestopfte Tier ist in diesem Meeresmuseum zu bestaunen.
Das ethnologische Museum über die Volksgruppen Mahafaly, Sakalava und Vezo befindet sich nicht weit vom Tourismusbüro am Marktplatz. Die Studenten der Universität von Tulear hatten die gute Idee, einen Bericht über die einzigartigen Kunstwerke, wie die kunstvoll geschnitzten Statuen, Schnitzereien, Musikinstrumente und Masken zu machen. Sie haben auch die Kultur und die Lebensweise der hier lebenden Volksgruppen erforscht. Die traditionelle Musik und der Tanz spielen immer eine grosse Rolle bei jeder Familienzeremonie, wie bei Hochzeiten, Begräbnissen oder bei einer einfachen Dorfversammlung. Die beherrschenden Instrumente im Süden der Insel sind die kastenförmigen Mandolinen oder „Kabosy“ auf madagassisch, die selbst gebastelten Bambusflöten oder „Sodina“ und vor allem die Trommeln oder „Amponga oder auch „Djembe“, sie erklingen fast überall zur rhythmischen Begleitung von Gesang und Melodieinstrumenten.
Diese afrikanischen Einflüsse findet man vor allem in den Küstenregionen bei den Mahafaly-, Bara-, Sakalava-, Vezo- und Antandroy-Ethnien. Diese Südmadagassen sind zähe dunkelhäutige Menschen mit afrikanischen Gesichtszügen, gewohnt an die Härten des Lebens in einer Region, wo nur selten Regen fällt und wo es eine ständige Herausforderung ist, gegen Zebudiebe zu kämpfen und natürlich Wasser und Weideland für die grossen Zebuherden zu finden.
Tulear-Toliara
Tulear ist ein guter Ausgangspunkt für einen Badeurlaub in Ifaty mit den herrlichen Sandstränden und den vielen Wassersportmöglichkeiten oder zum abgeschiedenen und erholsamen Badeort Anakao, ebenfalls ein Paradies für die Taucher und Schnorchler. Von Tulear aus ist auch ein Binnenflug möglich, so gelangt man aus diesem tiefen Süden sehr rasch zurück in die Hauptstadt.
November 2020; geschrieben von Koloina, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch
Heute verabschieden wir uns von der Isalo-Wunderwelt und fahren Richtung Südwestküste bis zum Kanal von Mozambique. Unser heutiges Etappenziel ist die Küstenstadt Tulear, die am Ende der Nationalstrasse RN7 liegt.
Neben der Saphirgräberstadt Ilakaka sind auch die bunt bemalten Mahafaly-Gräber unterwegs zu bestaunen. Die Wandertouren durch den Zombitse-Nationalpark und durch das Arboretum zählen zu den besonderen Ausflügen entlang dieses Streckenabschnitts. Unterwegs erfahren wir viel über die Kulturen, über das Leben und über die Sitten und Bräuche der Bara-, Mahafaly- und Vezo-Volkstämme.
Nach der erlebnisreichen Wandertour durch die trockene Berglandschaft des Isalo Gebirges verlassen wir das kleine Städtchen Ranohira der Bara-Volkstämme und fahren schnurgerade Richtung Südwesten über die gut ausgebaute RN7. Die Luft wird merklich wärmer und feuchter. Nach ein paar Kilometern verändert sich die Landschaft schlagartig: Hinter Ranohira werden die zerklüfteten Berge von Wiesen mit abgeflachten Bergen abgelöst und in den weiten Grassavannen und der Steppenlandschaft wachsen die hohen Büsch- und Kaktuswälder, die in der Regenzeit mit einem kräftigen Grün überzogen sind.
Die endemischen Satrana-Palmen (Bismarkia nobilis) sind sehr widerstandfähig gegen die ständigen Buschbrände in dieser wasserarmen Region. Am Rande der Nationalstrasse gedeihen die schönen, dekorativen Vakaka-Palmen (Pandanus pulcheri) und entlang der wenigen Bachläufe, die das trockene Gebiet durchziehen, wachsen die heimischen Schraubenpalmen.
Isalo – Tulear Nach 30 km erreichen wir die berühmt-berüchtigte Saphirstadt Ilakaka. Nachdem Zebuhirten im Jahre 1990 bei diesem kleinen Dorf zufälligerweise einen wertvollen “Blauen Stein“ gefunden hatten, brach hier der grosse Saphirrausch aus. Aus der ganzen Region kamen alle, um hier ihr Glück bei der Suche nach diesen teuren Edelsteinen zu machen. Seitdem wuchs das unbedeutende Dorf in rasantem Tempo, sogar fremde Aufkäufer aus Europa, aus Asien und vor allem aus Sri Lanka haben sich in der Saphirstadt angesiedelt. Sehr rasch verbreitete sich die Kunde über die Edelsteinfunde, so dass die Einwohnerzahl seitdem fast jedes Jahr um ca. 10’000 anstieg. Heute leben hier mehr als 60’000 Einwohner. Ilakaka selbst gilt als das wichtigste Saphir-Abbaugebiet von ganz Madagaskar. Schliesslich sind Saphire sehr kostbare Steine, ihr Wert liegt auf Rang 2, gleich nach den Diamanten. Viele Verkaufsbuden, Lehmhütten, Garküchen und einfache Unterkünfte reihen sich beidseits der Nationalstrasse und wenn man einen Blick ins Hinterland wirft, entdeckt man eine Mondlandschaft von Erdhaufen und Löchern, gegraben von tausenden von Schürfern.
Auf dem weiteren Weg immer Richtung Südwestküste, rund 80 km vom Dorf Ilakaka entfernt, erreichen wir den grünen Zombitse Vohibasia Nationalpark. Dieser Trockenwald ist ein sehr interessanter Zwischenstopp für Naturfreunde. Das Schutzgebiet umfasst ein etwa 363 km² grosses Gebiet. Es leidet leider unter der fortschreitenden Entwaldung wegen der traditionellen Bandrodung und auch wegen des Saphirabbaus. Der Nationalpark besteht insgesamt aus drei voneinander isolierten Schutzzonen, die bereits seit 1997 bestehen: das Trockenwaldgebiet von “Zombitse“, was wörtlich “dichter Wald“ bedeutet, das Savannengebiet von “Vohibasia“ (“Hügel der Pistolen“) und schliesslich der Bereich “Isoky Vohimena“. Der WWF setzt auf Ökotourismus und bemüht sich, diesen ursprünglichen Trockenwald vor der Abholzung zu bewahren. Erst im Jahre 2002 wurden die beiden Gebiete Zombitse und Vohibasia gemeinsam als Nationalpark deklariert.
Der Vogelbeobachtung ist eine der Hauptattraktion in diesem Schutzgebiet. Fast 47% aller endemischen Vogelarten Madagaskars, mehr als 80 Arten, lassen sich im Park beobachten: darunter die Appertbülbül (Phyllastrephus apperti), der Madagaskarkauz (Ninox superciliaris), der Riesenseidenkuckuck (Coua Gigas), der Hirtenregenpfeiffer (Charadrius pecuarius) und das Madagaskar-Flughuhn. Bei den Wandertouren während der Tagesdämmerung begleitet uns das fröhliche und vielstimmige Gezwitscher der verschiedenen Vögel und mit Hilfe des ortskundigen Führers sind auch die weissen Larvensifaka oder die Braunen Lemuren anzutreffen. Ein Besuch in diesem abgelegenen Nationalpark ist ein unvergessliches und einzigartiges Naturerlebnis. Die Landschaft des Zombitse-Vohibasia Nationalparks zeichnet sich nicht nur durch ihre Fauna und Flora, sondern auch durch ihre geologische Besonderheit aus. Der Park steht an der geologischen Grenze zwischen dem Kalksteingebirge und dem Massiv aus kieselartigem Sandstein, der aus der Isalo-Formation stammt.
Im Park kommen auch Pflanzenliebhaber auf ihre Kosten. Neben den seltenen Madagaskar-Palmen, den zahlreichen Sukkulenten und der Heilpflanze Aloe Vera lassen sich auch unterschiedliche Orchideen bestaunen. Die riesigen und dickstämmigen Baobabs sieht man schon vom weiten und wegen ihrer eindrucksvollen Erscheinung werden diese Riesenbäume auch die “Verkehrtherum-Bäume“ genannt. Sie sind Wahrzeichen von Madagaskar und an der Südwestküste werden sie in der Nähe der Mahafaly-Gräber gepflanzt und gelten als besonders heilig. Im Schatten dieser “Reniala“ (“Mutter des Waldes“) breitet sich immer eine angenehme Kühle aus und so können wir hier am Mittag unser Picknick geniessen.
Auf der Insel Madagaskar findet man sechs endemische Baobabarten. Ihre gigantischen Stämme können Unmengen Wasser speichern, sodass die Baobabs bei extremer Trockenheit bis zu drei Jahre ohne Wasser überleben können. Die Einheimischen in den abgelegenen Dörfern benutzen dann diese sogenannten “Flaschenbäume“ als Wasserreservoir und verzehren die schmackhaften und nussartigen Früchte, die sehr reich an Vitamin C sind. Viele Baobabarten sind vielseitig verwendbar: Sie dienen als Rohmaterial für die Herstellung von Seilen, Körben, Hüten und Saiten für Musikinstrumente. Aus den frischen Blättern erhält man schmackhaftes Gemüse und aus den Samen werden wertvolles Öl und herrlich erfrischende Getränke hergestellt.
Isalo – Tulear Die bunt bemalten Mahafaly-Gräber am Rand der Nationalstrasse stechen sofort in die Augen und unser Fahrer weiss genau Bescheid, welche Grabstätten am Rand der Strasse fotografiert werden dürfen. Die Mahafaly-Volkstämme bedeuten wörtlich “die glücklich Machenden“ oder “die Tabus machen“ oder “aus der verbotenen Gegend“. Die meisten sind Bauern und während der kurzen Regenperiode pflanzen sie hautsächlich Mais, Maniok und Süsskartoffeln in dieser trockenen Gegend an. Wegen des Wassermangels sind sie noch heute Nomaden und bewegen sich von Zeit zu Zeit, je nach der Erntezeit und je nach dem ersten Einsetzen des Regens. Im Gegensatz zu ihren Nachbaren, den Bara-Volkstämmen, ist die Aufzucht von Zebus für die Mahafaly weniger von Bedeutung.
Die Mahafaly-Ethnien sind besonders bekannt für ihre individuellen, bunt bemalten Grabmäler, so dass ihre eindrucksvollen Gräber am Rand der Nationalstrasse immer reges Interesse bei den Reisenden wecken. Es handelt sich um rechteckige grosse Grabstätten, die mit kunstvoll geschnitzten Grabstelen und Holzfiguren oder “Aloalo“ und mit vielen Zebuhörnern geschmückt sind. Die aufwendigen Malereien geben häufig Auskunft über das Leben oder über die Vorlieben des dort Bestatteten, vielleicht auch über seine Träume, denn auf den Grabstätten sind manchmal Bilder von Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen dargestellt.
Im irdischen Leben wohnt der Mahafaly-Volkstamm erstaunlicherweise in ärmlichen und windschiefen Hütten, nach dem Tod errichtet die Familie für den Verstorbenen ein aufwendiges Grabmal, denn das irdische, materielle Leben als Mensch ist für ihn unbedeutend, wichtig ist, dass wenn er stirbt, er auf dem Weg zu einem “gottähnlichen Geisteswesen“ wird, das seine lebenden Nachfahren vor Unglück bewahrt. Bei der Beerdigungsfeier gibt es ein richtig üppiges Festmahl, so dass viele Zebus für die ganze Familie, sogar für das ganze Dorf geschlachtet werden. Die vielen Zebuhörner, die später die Grabstatt des Verstorbenen schmücken, zeigen seinen Rang, sein Ansehen und vor allem seinen Reichtum.
Nach einer grossen Linkskurve taucht endlich am Horizont das Blau des Ozeans auf. Die modernen und fest gebauten Häuser erscheinen nun auch beidseits der Strasse. Rund 17 km nordöstlich von Tulear begrüsst uns vom Weiten ein auffälliger Tafelberg am Eingang der Stadt. Das interessante Arboretum, ein kleines Naturparadies für Botaniker, hat der Schweizer Naturfreund Hermann Petignat im Jahre 1980 gegründet, hier kann man sich einen Einblick auf die artenreichen Sukkulenten, Aloen, Dornensträucher, Didieraeceen und Euphorbien verschaffen, die dem dürren und trockenen Klima im Südwesten Madagaskars ausgesetzt ist.
Es ist nicht mehr weit bis zur Hafenstadt Tulear, ein bedeutendes Handelszentrum am Kanal von Mozambique. Der Stadtname Toliary bedeutet im madagassischen Dialekt: “wo man ankern kann“ oder “wo man das Boot festmachen kann“. In der Kolonialzeit haben die Kolonisten diesen Namen später als Tulear ins Französische übersetzt.
Isalo – Tulear Tulear selbst hat leider keinen Strand, nur Mangrovensümpfe und Schlick. Nördlich der Stadt befindet sich der berühmte Strand von Ifaty und in rund einer Stunde Bootsfahrt Richtung Süden der Hafenstadt erreicht man die erholsame und wunderschöne Bucht von Sarodrano und Anakao. Beide Badeorte haben feine weisse Sandstrände und sind durch ein ausgedehntes Korallenriff geschützt. Diese Orte sind natürlich auch gute Orte für abwechslungsreiche Aktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln, Baden, Surfen. Buckelwalbeobachtungen zwischen Juli bis September sind an dieser Südwestküste ebenfalls möglich. An diesen palmengesäumten Stränden am Kanal von Mozambique erleben wir die glühenden Sonnenuntergänge und geniessen endlich die Ruhe nach einer wochenlangen, erlebnisreichen Tour!
Vor dem herrlichen Sandstrand breitet sich klares Wasser wie ein blauer Teppich aus.
Diese Nebeninsel von Nosy Be ist ein wahres Schnorchel- und Tauchparadies mit glasklarem türkisfarbenem Wasser, mit gut erhaltenem Korallenriff unmittelbar vor dem feinen weissen Sandstrand.
Nosy Tanikely liegt rund sieben Kilometer von Andoany (Hell Ville), der Hafenstadt der Hauptinsel Nosy Be oder auch vom lebhaften Fischerdorf Ambatoloaka entfernt. Von dort fahren regelmässig Ausflugsboote zu den traumhaften Stränden südlich der Parfüminsel.
Tanikely auf Madagassisch oder “Tanihely“ im Sakalava-Dialekt bedeutet wörtlich “die kleine Insel“. Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und gehört seit September 2011 zu den kleinsten Marineparks Madagaskars mit nur rund 200 ha Fläche. Das klare Wasser rund um dieses wunderschöne Marine Schutzgebiet ist ein absolutes Paradies für Schnorchler und Taucher. Rund um die Insel sieht man die einzigartige Meeresflora und -fauna. In dieser Traumwelt wimmelt es von tropischen, bunten Fischen wie die Feuerfische, aber auch Grossfische und viele Krabben oder Lobster. Selbst beim Schnorcheln sieht man die schönen Seesterne und die verschiedenen Korallen lassen einem staunen. Mit etwas Glück kann man auch grosse Meeresschildkröten lautlos dahingleiten sehen.
Dank der klaren und ruhigen Unterwasserwelt kommen auch Anfänger, die noch nie geschnorchelt haben oder getaucht sind, wirklich auf ihre Kosten. Auch die vorgelagerten Riffe mit ihren Fischschwärmen sind ein ideales Gebiet zum Tauchen und Schnorcheln. Die Unterwasserwelt steht unter strengem Naturschutz, so sind Fischen und Harpunieren natürlich strikt verboten, damit die natürliche Vielfalt erhalten bleibt.
Nosy Tanikely
Auch von der Nachbarinsel Nosy Komba (wörtlich die Lemureninsel) kann man diese Schnorchel- und Tauchinsel in wenigen Minuten erreichen. Daher kommen Leute gern mit dem Boot als Tagesausflügler nach Nosy Tanikely. Ein typisches Ausflugsprogramm sieht dann so aus: nach dem Frühstück besuchen die Reisegäste die possierlichen Mohrenmakis in der Nähe des Fischerdorfs auf Nosy Komba, gegen 10 Uhr verlassen sie Nosy Komba und fahren mit dem Motorboot weiter nach Nosy Tanikely. Gegen Mittag nehmen sie das Picknick am Strand ein und tauchen oder schnorcheln den ganzen Nachmittag, bevor sie nach Nosy Be zurückfahren. Das reichliche Picknick wird unter schattenspendenden Bäumen serviert und gehört zum Highlight dieser Exkursion. Hier können die Gäste die schmackhaften madagassischen Grilladen kennenlernen. Die Köche zaubern aus den frisch gefangenen Fischen, Krabben, Langusten oder Garnelen vielfältige Gerichte mit frischen Gewürzen.
Nosy Tanikely
Ausser einem Leuchtturm gibt es auf dieser unbewohnten Insel keine weitere Infrastruktur. Der historische Leuchtturm steht, wie auf der Nachbarinsel Nosy Iranja, in der Mitte von Nosy Tanikely. Er wurde im Jahr 1908 auf dem 47 Meter hohen Hügel erbaut. Von hier aus hat man einen Panoramablick über die vorgelagerte Insel Nosy Be und die Schönheit der Inselwelt. Bei der kurzen Wanderung zu diesem Leuchtturm trifft man meist ein paar Gruppen von tagaktiven Lemuren. In der Nähe des Leuchtturms stehen auch grosse Bäume, die ein beliebter Schlafplatz zahlreicher Flughunde sind.
Historisch interessant ist, dass auf Nosy Tanikely Ziegelsteine gefunden wurden, die in Indien hergestellt worden waren und zwar von einem Unternehmen der Basler Mission.
Bei Ebbe können die Gäste die schöne Insel zu Fuss umrunden und die Sehenswürdigkeit am Strand entdecken.
Mit seinen hervorragenden Schnorchelgründen und seinem weissen Sandstrand eignet sich diese idyllische Insel Nosy Tanikely für die Sonnenhungrigen. Deswegen gehört sie unter den vielen Nebeninseln rund um Nosy Be zu der am meisten besuchten Insel.
November 2020, geschrieben von Koloina, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch