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Ursprung des Namens Spalen
Herr H. / 29.März 2005:
Sehr geehrter Briefkastenonkel
Letzthin unterhielt ich mich mit einer geschichtskundigen Zürcherin über die beiden Städte Zürich und Basel. Dabei viel die Frage, woher denn das Spalentor seinen Namen habe. Ich musste passen und fand auch nirgends eine Erklärung dazu. Heute traf ich im Internet auf diesen Briefkasten und setze nun meine letzte Hoffnung in Dich. Also die Frage: Woher stammt der Name "Spalen" oder "Spalentor"? Ich danke Dir für Deine Bemühungen!
Antwort von altbasel.ch:
Absolut zweifelsfrei ist der Ursprung des Quartiernamens "Spalen" nicht geklärt, doch immerhin bot Dr. Daniel A. Fechter im Basler Taschenbuch von 1852 eine Erklärung an, die selbst im Jahresbericht der Archäologischen Bodenforschung Basel-Stadt von 1989 als die möglichste aller Deutungen betrachtet wird. Also greife auch ich auf diese Theorie zurück. Auch wenn sie schon über 150 Jahre alt ist, so ist bis heute keine bessere Erklärung zur Hand.
Laut Fechter rührt der 1231 erstmals im heutigen Umfeld von Basel auftauchende Terminus "Spalon" vom lateinischen "palus" her, das soviel wie Pfahl oder Palisade bedeute. Angeführt wird hier eine Chronik von Parma, wo eine Passage "...castrum affossadavit et spalancavit..." aussagt, dass ein Lager mit Graben und Pfahlwerk (Palisade) versehen worden sei. Demzufolge stehe "Spalen" für ein mit einem Pfahlhag umschlossenes Terrain.
Die These wird mit Beispielen auf der Region untermauert. So würde 1383 bei Wentzweiler ein "Spalacker" erwähnt, während 1339 bei Zumersheim ein "Spalengarten" auftauche. Bei Blotzheim sei einst eine Hofstatt "an dem Spalen" genannt worden. All diese Beispiele deuten auf Areale hin, die mit einem Hag aus Pfählen umfriedet gewesen seien. Mit dieser Palisade sei in Basel eine schlichte Befestigung der Vorstadt gemeint.
Die besagte Vorstadt war nach ca 1220 im Bereich der heutigen Spalenvorstadt (wie der Name schon sagt) entstanden. Vorstadt deswegen weil damals die neu ausgebaute Stadtmauer noch am heutigen Petersgraben verlief. Was vor dieser Mauer lag war folglich vor der Stadt - also "Vorstadt". Diese wachsende Siedlung wollte jedoch auch geschützt sein, wenn nicht durch eine Mauer so eben durch die Palisade aus hölzernen Pfählen.
Es ist somit anzunehmen, dass die Spalenvorstadt ihren Namen von einer Siedlung erhielt, die einst vor der Stadtmauer entstanden war, und die sich zu ihrem Schutz mit einem massiven Pfahlhag umschlossen hatte, womit wir wieder beim "spalancavit" wären.
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