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Belastung der Muttermilch mit Dioxinen; Stillen bleibt die beste Art der Säuglingsernährung
Bern, 28.07.1999 - In jüngster Zeit sind viele Eltern wegen Meldungen über Dioxine in Lebensmitteln beunruhigt und wollen vom BAG wissen, ob Muttermilch getestet werden muss, bevor ein Säugling gestillt werden darf. Bei vereinzeltem Konsum von Lebensmitteln mit leicht erhöhtem Dioxingehalt wird der Dioxingehalt der Muttermilch kaum beeinflusst. Daher ist das Testen der Muttermilch nicht sinnvoll. Wichtiger für eine Risikoreduktion für Säuglinge ist die langfristige Reduktion der Grundbelastung, was in den letzten 20 Jahren mit Erfolg bewirkt werden konnte. Dank geringeren Emissionen nehmen Babies heute beim Stillen weniger Rückstände auf als deren Mütter im entsprechenden Alter. Gestillte Kinder haben eine bessere Immunabwehr, sind psychomotorisch weiter fortgeschritten und können ein enges Verhältnis zur Mutter entwickeln. Die Vorteile des Stillens überwiegen ganz klar die möglichen Nachteile durch Dioxine in der Muttermilch. Das BAG empfiehlt deshalb, Säuglinge wenn möglich während der ersten 4 – 6 Monate zu stillen.
Dioxine werden im menschlichen Körper im Verlauf von Jahren und Jahrzehnten angereichert und vor allem im Fettgewebe gespeichert. Um zu verhindern, dass die Anreicherung mit Dioxinen langfristig zu gesundheitlichen Schäden führt, hat die WHO festgelegt, dass während eines Lebens durchschnittlich pro Tag nicht mehr als 1-4 pg Dioxine pro kg Körpergewicht aufgenommen werden sollen.
Der Dioxingehalt in der Muttermilch hängt davon ab, wieviel Dioxin die Mutter während ihres Lebens in ihrem Körper angereichert hat. Es trifft zu, dass vor allem zu Beginn der Stillzeit die Säuglinge erhöhte hohe Dosen an Rückständen aufnehmen. Langfristig gesehen hat diese Aufnahme während der Stillzeit aber nur einen kleinen Einfluss auf die im Körper des späteren Erwachsen gespeicherte Menge; einerseits, weil Dioxine beim Säugling im Vergleich zu Erwachsenen eine kürzere Halbwertszeit aufweisen und andererseits, weil nach dem Abstillen die Aufnahme über normale Lebensmittel den Dioxingehalt im Körper bestimmt.
Durch die Anstrengungen der letzten Jahrzehnte zur Reduktion der Emissionen in die Umwelt – zu denken ist etwa an Altlastensanierungen, Emissionsbegrenzungen bei Kehrichtverbrennungsanlagen und das Verbot bestimmter Organochlorverbindungen – sind die Dioxinemissionen in den letzten 20 Jahren auf etwa einen Drittel reduziert worden. Durch die geringere Belastung der Mütter hat sich auch der Dioxingehalt der Muttermilch um bis zu 50 % reduziert und wird voraussichtlich noch weiter sinken. Das heisst, dass die wesentlichen Schritte zur Reduktion der Belastung des Menschen mit Dioxinen, nämlich die Reduktion der Emissionen in die Umwelt, schon in den 70er Jahren erfolgreich eingeleitet worden sind. Um eingebaute Sicherheitsmargen nicht auszuschöpfen und um die erzielten Fortschritte der letzten Jahre nicht zur gefährden, hat das BAG in den jüngsten Fällen von dioxinkontaminierten Lebensmitteln und Futtermitteln gemeinsam mit BVET und BLW sofort veranlasst, die betroffenen Produkte vom Markt zu ziehen, bezw. aus der Lebensmittelkette zu entfernen.
Alle massgebenden nationalen und internationalen Gremien (Eidgenössische Ernährungskommission, UNICEF, WHO usw.) haben auch bei den früheren, noch höheren Dioxinbelastung der Muttermilch klar festgehalten, dass bei einer Abwägung der Vor- und Nachteile des Stillens eindeutig die Vorteile überwiegen: gestillte Kinder haben eine bessere Immunabwehr, sind psychomotorisch fortgeschrittener und können ein enges Verhältnis zur Mutter entwickeln. Das BAG empfiehlt, Säuglinge wenn möglich während 4 – 6 Monaten zu stillen. Stillenden Müttern wird eine vielseitige, ausgeglichene Ernährung empfohlen, wozu auch Lebensmittel tierischer Herkunft gehören. Zudem sollte auf Rauchen verzichtet und so wenig Alkohol wie möglich konsumiert werden.
Adresse für Rückfragen
Sabine Kraut, Tel. 031 / 322 95 05
Herausgeber
Bundesamt für Gesundheit
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