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Konservendosen und Deckel von Schraubgläsern bestehen aus Weissblech. Das Material kann vollständig rezykliert werden, was mehr als die Hälfte Energie spart. Die Verwertung wird über einen vorgezogenen Recyclingbeitrag finanziert.
Weissblech ist Stahlblech mit einer dünnen Rostschutzschicht aus Zinn. Die daraus hergestellten Konservendosen werden zum Schutz des Inhalts teilweise zusätzlich mit einer weissen Emaillackschicht überzogen. Kronkorken von Glasflaschen und Deckel von Schraubgläsern bestehen in der Regel ebenfalls aus Weissblech. Rund 12'000 Tonnen Weissblech werden jährlich separat gesammelt. Das entspricht einer Menge von 1,5 kg pro Kopf.
Ökologische Beurteilung
Die separate Sammlung und Verwertung von sauberen Weiss- und anderen Stahlblechverpackungen ist ökologisch sinnvoll, da es den Verbrauch der natürlichen Ressourcen Eisen und Zinn senkt. Die Produktion aus Recyclingmaterial reduziert den Energieverbrauch um über 60 % und die Luftbelastung um 30 %.
Separate Sammlung
Alle Arten von Weiss- oder Stahlblechabfällen können im selben Container wie Aluminiumabfälle gesammelt werden. Das vereinfacht Handhabung und Transport. Altstoffhändler trennen die Metalle mittels Magnetabscheider.
Die Reinigung der Dosen vor dem Entsorgen ist nötig, um Geruchsemissionen an den Sammelstellen zu vermeiden. Die Website der Recyclingverbände gibt auf einer Karte an, wo sich die Sammelstellen befinden.
Entsorgung/Recycling
Zahlreiche, über die ganze Schweiz verteilte Aufbereitungszentren trennen das gesammelte Material und schreddern es dann. Die Stahlblechfraktion gelangt in ein Entzinnungswerk im Inland oder in ein Stahlwerk im Ausland, welches das Metall direkt aufarbeiten kann. Die Entzinnung dient dazu, Zinn zurückzugewinnen und durch sortenreines Metall einen höheren Schrottwert zu erzielen. Aus den gebrauchten Konservendosen entstehen nach dem Umschmelzen beispielsweise Nägel und Autoteile.
Finanzierung
Der Verein Ferro Recycling organisiert auf Basis einer freiwilligen Branchenlösung die Finanzierung von Dosen-Sammlung und -Recycling. Dazu erhebt er bei Abfüllbetrieben in der Schweiz und bei Importeuren einen vorgezogenen Recyclingbetrag, der auf den Verkaufspreis von Dosen geschlagen wird. Die Mittel setzt Ferro Recycling für Vergütungen an Sammler wie Gemeinden, Aufbereitungszentren und Privatpersonen sowie für Öffentlichkeitsarbeit ein.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 10.06.2016