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Gesteine und Mineralien, die für den Menschen von Nutzen sind, werden als mineralische Rohstoffe oder Bodenschätze bezeichnet. Die Industrie verwendet sie als Ausgangsmaterial, um daraus Halbfabrikate (z. B.Stahlbleche) und gebrauchsfertige Produkte (z. B. Heizöl) herzustellen. Zu den wichtigsten Bodenschätzen gehören Erdöl, Kohle und Eisenerz.
Grosse Erdölvorräte befinden sich im Boden unter der Nordsee. Davon profitieren vor allem Norwegen und Grossbritannien. Mithilfe von Bohrinseln pumpen sie das Erdöl an die Oberfläche und leiten es zu den Raffinerien an der Küste weiter.
Die Steinkohle spielte für die Industrialisierung Europas vor rund 200 Jahren eine entscheidende Rolle. Sie wurde für den Antrieb von Dampfmaschinen und zur Herstellung von Eisen in den Hochöfen gebraucht. Dort, wo die Steinkohle abgebaut wurde, entstanden mit der Zeit grosse Industriezentren.
Deutschland ist der weltweit grösste Produzent von Braunkohle. Der Abbau verschafft dem Land viele Arbeitsplätze und die Verbrennung liefert günstigen Strom. Die Nutzung der Braunkohle hat allerdings gravierende Folgen für Mensch und Umwelt. Besonders problematisch ist die Umsiedlung ganzer Dörfer, die dem Kohleabbau im Weg stehen.
Schweden ist eines der letzten europäischen Länder, in denen Eisenerz noch in grossen Mengen abgebaut wird. Die grösste Eisenerzmine befindet sich in Kiruna. Der Abbau erfolgt mit modernsten Methoden. Die Stadt Kiruna ist stark abhängig von ihrem Eisenerz. Seit Jahrzehnten versucht die Gemeinde deshalb, neue, vom Eisenerz unabhängige Einkommensquellen zu fördern, zum Beispiel den Tourismus.
Die ersten Industriebetriebe entstanden vor etwa 250 Jahren in England. Die Industrialisierung hat für viele Menschen zu neuen Lebens- und Arbeitsbedingungen geführt, und sie hat das Landschaftsbild massiv verändert: Ländliche Regionen verwandelten sich in rauchende Industrielandschaften und die neuen Industriestädte erlebten ein chaotisches Wachstum.
Seit einigen Jahrzehnten erlebt Europa eine De-Industrialisierung: Der industrielle Sektor verliert an Bedeutung und beschäftigt immer weniger Erwerbstätige. In Bedrängnis sind vor allem die Textil- und die Schwerindustrie. Sie können kaum noch gegen die Konkurrenz aus dem Ausland bestehen. Andere, modernere Industriezweige behaupten sich erfolgreich auf dem Markt. Allerdings entstehen dabei keine zusätzlichen Arbeitsplätze, denn die Arbeitskräfte werden zunehmend durch Maschinen ersetzt.
Das Ruhrgebiet ist ein typisches Beispiel für eine Industrieregion, die von der De-Industrialisierung betroffen ist. Die beiden wichtigsten Industriezweige, der Kohlebergbau und die Stahlindustrie, gerieten in den 1960er- und 1970er-Jahren in eine schwere Krise. Seither wird mit grossem Aufwand versucht, neue,erfolgreiche Wirtschaftszweige im Ruhrgebiet anzusiedeln. Dadurch liessen sich zwar neue Arbeitsplätze schaffen, diese können den Verlust der Arbeitsplätze in den alten Industrien jedoch nicht ausgleichen.
Die Auto- und die Nahrungsmittelindustrie sind Beispiele von erfolgreichen europäischen Industriebranchen. Sie stehen unter einem hohen Konkurrenzdruck und können sich nur behaupten, weil sie kostengünstig produzieren und sich schnell an neue Kundenwünsche anpassen.