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Sie gilt als das Wasserschloss Europas: Die Schweiz. Die schweizerische Republik verfügt über eine Trinkwasserqualität, die in Europa als hervorragend gilt. Für viele schweizerische Bürger sind Wasserenthärtungsanlagen sinnvoll, die das Wasser vom Kalk befreien und es somit weicher machen.
Das von der lokalen Wasserversorgung zur Verfügung gestellte Wasser beinhaltet unterschiedliche Mengen an Kalk, dessen Anteil im Trinkwasser von Bodenbeschaffenheit und Herkunft abhängig ist. Es wird zwischen weichem und hartem Wasser unterschieden. Die sich in der Schweiz unterscheidende Wasserhärte wird in Grad französischer Härte (°fH) erfasst, bei der es drei Stufen gibt:
Für den menschlichen Organismus ist Kalk eigentlich ein unverzichtbarer Baustein. Über die Nahrung nimmt der Mensch jedoch genügend Kalk auf, sodass ein hoher Kalkanteil im Trinkwasser obsolet ist. Für mehrere Haushaltsgeräte und Sanitärarmaturen ist eine hohe Kalkkonzentration im Wasser hingegen Ursache diverser Betriebsbeeinträchtigungen und Schäden, die einerseits einen hohen Energieverbrauch und anderseits kostspielige Reparaturen zur Folge haben können. Insbesondere in Regionen mit hartem Wasser sind daher Wasserenthärtungsanlagen sinnvoll, die nicht nur zur Senkung des Energieverbrauchs bei Boilern beitragen, sondern darüber hinaus den Waschmittelverbrauch eindämmen und die Lebensdauer von Geschirrspülern und Waschmaschinen verlängern. Auch Wartungs- und Entkalkungsmassnahmen fallen durch den Einsatz moderner Enthärtungsanlagen in geringerem Masse an. Wichtig für einen reibungslosen Betrieb sind der fachmännische Einbau sowie der regelmässige Unterhalt der Anlage.
Zurzeit gibt es hauptsächlich zwei verschiedene Systeme, die der Markt bietet: Die auf Ionentausch basierende Wasserenthärtung oder jene, die auf physikalischem Wege realisiert wird. Das am häufigsten angewandte Wasserenthärtungsverfahren ist der Ionentausch. Hierbei handelt es sich um eine ganz triviale Gleichgewichtsreaktion, bei der Calcium- sowie Magnesiumbestandteile im Wasser durch Natrium ausgetauscht werden. Das zu harte respektive stark kalkhaltige Wasser durchfliesst ein Austauschermaterial, das über eine Natrium-Ionenanreicherung verfügt. Die im Wasser enthaltenen Kalzium-Ionen lagern sich im Austauschermaterial ab. Zeitgleich werden Natrium-Ionen in das Wasser abgegeben. Ist die Aufnahmekapazität des Austauschermaterials einmal erschöpft, wird sie mittels einer Kochsalzlösung-Spülung wieder mit Natrium-Ionen angereichert. Die nun im Austauschermaterial befindlichen Kalzium-Ionen werden durch den Spülvorgang ausgetragen und dem Abwasser zugeführt.
Während die Wirksamkeit von Ionentauschern von der Fachwelt anerkannt (aber ihre Notwendigkeit umstritten) ist, führen Experten einen Dissens bezüglich der physikalischen Wasserenthärtung. Die physikalische Methode wird auf permanentmagnetischer, elektronischer, elektromagnetischer oder galvanischer Basis umgesetzt. Bei all diesen Verfahren ist ihre Wirksamkeit bis heute weder wissenschaftlich belegt noch herstellerseitig erklärt. Zu grosser Vorsicht mahnt daher der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) und rät Interessenten, sich beim Erwerb solcher Anlagen vertraglich die Wirksamkeit zusichern zu lassen.
Darüber hinaus weist der SVGW auch darauf hin, dass Hausbesitzer dafür verantwortlich sind, dass das vom Wasserversorger gelieferte Trinkwasser qualitativ überall im Gebäude über die gleiche Qualität verfügt. Daher ist oftmals eine Bewilligung seitens des Wasserversorgers notwendig, sofern entsprechende Geräte an das Rohrleitungssystem angeschlossen werden. So wird auch der Einbau reglementiert: Er darf nur durch berechtigtes Fahrpersonal vorgenommen werden.
Ob letztlich Wasserenthärtungsanlagen sinnvoll sind, muss vorab gründlich abgewogen werden. Je nach Ausführung belaufen sich die Kosten für eine fertiggestellte Anlage in Einfamilienhäusern zwischen 3000 und 5000 Franken. Bei Mehrfamilienhäusern oder weiteren Grossbauten kann das Zehnfache kostenmässig anfallen. Leugnen lassen sich jedoch keineswegs Einsparungen beim Unterhalt sowie beim Energieverbrauch von Geräten wie Waschmaschinen, Boilern und Geschirrspülern, zum Beispiel. Schliesslich ist es das weiche Wasser, das sich beim Trinken oder weicherer Wäsche bemerkbar macht und einen Wohlfühleffekt auslöst.