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Beide Fonds sind gemäss Stilllegungs- und Entsorgungsverordnung (SEFV) der Aufsicht des Bundesrats unterstellt, der heute die definitiven Jahresberichte und Jahresrechnungen genehmigt und die zuständige Kommission entlastet hat. Das Bundesamt für Energie hatte bereits am 27. Mai 2009 an einem Mediengespräch darüber informiert, dass aufgrund der provisorischen Jahresabschlüsse 2008 für beide Fonds mit Verlusten von rund 20% zu rechnen ist.
Dieser Fonds deckt die Kosten für die Entsorgung der Betriebsabfälle und der abgebrannten Brennelemente, die nach der Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke anfallen. Die voraussichtlichen Entsorgungskosten belaufen sich auf rund 13.4 Milliarden Franken (Preisbasis 2006). Bis Ende 2008 haben die Entsorgungspflichtigen davon rund 4.5 Milliarden Franken direkt bezahlt (z.B. für Forschungsarbeiten, Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente, Erstellung Zentrales Zwischenlager, Beschaffung von Transport- und Lagerbehältern). Bis zur Ausserbetriebnahme werden die Entsorgungspflichtigen weitere rund 2.5 Milliarden Franken laufend und direkt bezahlen. Durch den Fonds müssen somit noch 6.4 Milliarden Franken sichergestellt werden.
Ende 2008 betrug das angesammelte Fondskapital 2'308 Mio. Franken (2007: 3'012 Mio. Franken). Bei einer Anlagerendite von -21.78% (2007: -0,7%) weist die Erfolgsrechnung des Entsorgungsfonds im Berichtsjahr einen Verlust von rund 649 Mio. Franken aus (2007: Verlust von 17 Mio. Franken).
Dieser Fonds stellt die Finanzierung der Kosten für die Stilllegung und den Abbruch der Kernanlagen sowie für die Entsorgung der dabei entstehenden radioaktiven Abfälle sicher. Die Stilllegungskosten für die fünf schweizerischen Kernkraftwerke und das Zentrale Zwischenlager in Würenlingen belaufen sich auf rund 2.2 Milliarden Franken (Preisbasis 2006). Diese Kosten müssen vollumfänglich durch den Fonds gedeckt werden.
Ende 2008 betrug das angesammelte Fondskapital 1'069 Mio. Franken (2007: 1'322 Mio. Franken). Bei einer Anlagerendite von -18.96% (2007: -0.13%) weist die Erfolgsrechnung des Stilllegungsfonds im Berichtsjahr einen Verlust von rund 250 Mio. Franken (2007: Verlust von 2 Mio. Franken) aus.
Die beiden Fonds sind auf einen langjährigen Anlagehorizont ausgerichtet. Im Gegensatz zu einem Pensionskassenfonds, bei dem Deckung und Liquidität jederzeit gewährleistet sein muss, erfolgen Zahlungen aus den Fonds erst nach Ausserbetriebnahme der heute noch im Betrieb stehenden Kernkraftwerke. Die Stilllegungs- und Entsorgungskosten sowie die in die Fonds einzuzahlenden Beiträge werden zudem alle fünf Jahre überprüft und neu festgelegt. Fällt das angesammelte Kapital aufgrund der Entwicklungen auf den Finanzmärkten unter eine von der Kommission bestimmte Bandbreite, werden die Jahresbeiträge während der laufenden Veranlagungsperiode neu festgelegt.
Ende 2007 waren aufgrund der neuen Berechnungsgrundlagen (neue angenommene Betriebsdauer der bestehenden Kernkraftwerke von 50 Jahren) in beiden Fonds Überschüsse von rund 525 Millionen Franken zu verzeichnen. Im 2008 wurden den Betreibern davon insgesamt 80 Millionen Franken zurück bezahlt. Nach dem schlechten Anlagejahr 2008 weisen die beiden Fonds eine Unterdeckung von insgesamt 243.3 Millionen Franken auf, so dass im laufenden Jahr keine Rückerstattungen erfolgen.
Die beiden Jahresberichte sind unter www.stilllegungsfonds.ch oder www.entsorgungsfonds.ch zugänglich (in deutscher und französischer Sprache).