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Die Weltwoche entstand 1933 auf einer Zugreise von Frankreich in die Schweiz. Den beiden Journalisten Karl von Schumacher und Manuel Gasser schwebte eine Wochenzeitung nach dem Vorbild französischer Journale vor. Am 17. November 1933 erschien die erste Ausgabe mit einem Leitartikel von Schumachers auf der Frontseite: „Sachliche Beziehungen zu Deutschland“.
Die Weltwoche war in ihren Anfängen bürgerlich-antikommunistisch geprägt. Es gab Artikel, die durchaus Sympathien gegenüber den faschistischen Regimen offenbarten. Ab 1935 jedoch schwenkte das Blatt auf einen stark antinationalsozialistischen Kurs ein. Die Weltwoche avancierte zu einer der wenigen freien publizistischen Stimmen in dem von den Nazis besetzten Europa. Wegweisend waren die Artikel des Chefredaktors von Schumacher, der schon sehr früh eine militärische Niederlage der Deutschen im Zweiten Weltkrieg prognostizierte.
Die Weltwoche blieb über Jahrzehnte eine Bühne für unterschiedliche Autoren und überraschende Meinungen, eine Plattform des freien, mitunter nonkonformistischen Denkens. Namhafte Intellektuelle wie Golo Mann, Robert Jungk, Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt und viele andere publizierten regelmässig in der Weltwoche. Die Zeitung positionierte sich oft bewusst ausserhalb des medialen Mainstreams.
Die Weltwoche machte sich aber auch einen Namen mit intensiven Recherchen, die oft landesweite Kontroversen auslösten. Beispiele dazu sind 1979 die „Panzer 68“-Affäre sowie 1988/89 eine Artikelserie über den Mord in Kehrsatz. Aus jüngerer Zeit sind vor allem die Enthüllungen über Missstände im Zürcher Sozialwesen („Fall Stocker“) und eine kontinuierliche kritische Auseinandersetzung mit der Schweizer Bundesanwaltschaft zu nennen.
Seit Mai 2002 erscheint die Weltwoche im Magazinformat und hat ihren Fokus deutlich auf politischen Recherchejournalismus gelegt. Das Blatt wird heute von der unabhängigen Weltwoche Verlags AG herausgegeben, die sich zu 100 Prozent im Besitz von Chefredaktor Roger Köppel befindet. Die Weltwoche ist somit die einzige gewichtige Publikation der Schweiz, die vom Chefredaktor auch unternehmerisch geführt wird. Sie vertritt bürgerlich-freiheitliche Grundwerte, ist staatsskeptisch und wirtschaftsfreundlich. Sie steht politisch für eine unabhängige und direktdemokratische Schweiz.