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Spannender archäologischer Fund in Südisrael: 1.300 Jahre alte Baumwoll- und Seidenstoffe, vermutlich aus Indien und China, deuten offenbar auf eine bislang unbekannte Handelsroute zwischen Europa und Fernost hin.
Die Funde könnten der erste Beweis dafür sein, dass es auch eine „israelische Seidenstrasse“ gegeben habe, die durch die Arava-Senke und die Negev-Wüste führte und eine Ost-West-Verbindung darstellt, sagte Professor Guy Bar-Oz von der School of Archaeology and Maritime in Haifa.
Laut „Jerusalem Post“ (Donnerstag) wurden die Grabungen in Nahal Omer gemacht, auf halber Strecke zwischen dem Toten Meer und dem Roten Meer nahe der Grenze zu Jordanien. Archäologen sprachen vom „bislang wichtigsten Textilfund an antiken Stätten in Israel“.
Zu den Funden aus vorislamischer Zeit gehörten eine Fülle von Artefakten aus dem Osten, darunter Textilien, Kleidungsstücke, Bandagen, Lederriemen, Gürtel, Socken, Schuhsohlen oder Kämme, die auf das 7. und 8. Jahrhundert datiert wurden, so der Bericht. Die Textilien wiesen „typisch dekorative Muster aus Indien und Seidenartikel aus China auf“, wie sie für diese Zeit in Israel noch nicht entdeckt worden seien. Der Reichtum und die Fülle der Funde deuteten auf eine grosse Nachfrage nach Luxusprodukten aus dem Osten hin, so die Archäologen.
Die Hauptroute der antiken Seidenstrasse führte von China entlang der Chinesischen Mauer nördlich am Himalaya vorbei über Damaskus nach Konstantinopel. Weitere Routen gingen durch das Rote Meer zum Hafen von Alexandria. Nach Ansicht der Experten war die in römischer und hellenistischer Zeit bedeutende „Gewürzroute“ aus Südarabien zu den Mittelmeerhäfen damals nicht mehr aktiv. Die Grabungsfunde von Nahal Omer seien ein Hinweis auf eine Änderung des Routen- und Transportverlaufs.
KNA/mit/sky/pko