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Millionen gesunde Menschen können nach dem Internationalen Diagnosehandbuch psychischer Störungen (DSM) als psychisch krank eingestuft werden. In der fünften Auflage (Mai 2013) des Handbuchs der American Psychiatric Association werden eigentlich normale Verhaltensmuster wie Schüchternheit oder Trauer als psychische Erkrankungen klassifiziert. Sind wir alle psychisch krank?
Mit jeder Auflage des Handbuches der American Psychiatric Association (dt. Amerikanische Gesellschaft der Psychiater) namens Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (dt. Diagnostisches und statistisches Handbuch psychischer Störungen) werden gewissermassen neue mentale Störungen "geschaffen".
Vor allem in der aktuellen, der fünften Ausgabe dieses Handbuchs werden psychische Erkrankungen definiert, die eigentlich normale Varietäten des menschlichen Verhaltens darstellen.
In dieser Neuausgabe des Handbuchs werden beispielsweise die Trauer um ein verstorbenes Familienmitglied oder das "zu lange" Surfen im Internet als geistige Störungen klassifiziert.
Während es bislang als vorbildlich galt, biologisch erzeugte Produkte zu kaufen, auf eine rundum ausgewogene Versorgung mit allen Vitaminen und Mineralien zu achten und Wert auf eine möglichst schonende Zubereitung der Mahlzeiten zu legen, definieren die Experten für verwirrte Geister dieses Verhalten jetzt als mentale Störung. Wenn Sie sich also darum bemühen, sich gesund zu ernähren, dann benötigen Sie diesen Ärzten zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach eine Therapie inklusive psychotroper und nebenwirkungsreicher Medikation.
Die mentale Störung, die sich in einer gesunden Ernährungsweise äussert, wird Orthorexia nervosa genannt, was man mit "gesunde Essstörung" übersetzen könnte (zu griechisch: orthós: der richtige und órexi: Appetit).