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Frage: Ich führe eine Einmannfirma und habe auf Empfehlung der Wincare eine freiwillige Taggeldversicherung über 265 Franken abgeschlossen. Leider ist der Versicherungsfall tatsächlich eingetreten. Und doch erhalte ich statt der versprochenen 265 bloss 41 Franken, angeblich, weil sich die Einkommensverhältnisse verändert haben. Muss ich das hinnehmen? E. S. in B.
Zumindest aus der Ferne betrachtet scheint das Vorgehen der Wincare rechtens zu sein. Sie schreiben, dass das versicherte Taggeld von 265 Franken nicht ausbezahlt werden könne, weil sich die Einkommensverhältnisse in der Zwischenzeit verändert hätten.
Die Versicherungswirtschaft unterscheidet zwischen Summen- und Schadenversicherungen. Bei der Summenversicherung wird eine bestimmte Summe versichert, die bei Erwerbsunfähigkeit in jedem Fall ausbezahlt wird. Auch bei der Schadenversicherung wird eine bestimmte Summe versichert. Hier gilt allerdings die Einschränkung, dass die versicherte Summe gekürzt werden kann, sofern der finanzielle Schaden kleiner ist als die versicherte Summe.
Die meisten Taggeldversicherungen basieren auf diesem Schadenprinzip. Man geht davon aus, dass man nach Eintritt der Krankheit nicht mehr erhalten sollte als vorher. Übersteigt nämlich das Taggeld den letzten Lohn, könnten damit falsche Anreize entstehen.
Dieses System ist jedoch fragwürdig. Häufig ist die Krankheit eine Folge des immer schlechteren Geschäftsgangs. Wird nun bei Selbstständigerwerbenden nur der letzte Lohn als Massstab genommen, ist das eine einseitige Betrachtung. Viele Versicherer nehmen daher häufig das Durchschnittseinkommen der vergangenen drei Jahre als Massstab.
Ich empfehle Ihnen, den Fall dem Ombudsmann vorzulegen. Die Adresse: Ombudsman der sozialen Krankenversicherung, Morgartenstrasse 9, 6003 Luzern.
Erschienen im CASH am 29. März 2007