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Lead Gegenstand des Projektes ist eine vergleichende Analyse der sozialen Stellungen und der islamischen Praxis und Engagements konvertierter Schweizerinnen und Schweizer innerhalb des organisierten Islam in der Schweiz.
Hintergrund
Spätestens seit dem Schlüsselereignis des 11. September 2001 bildet der Islam im öffentlichen Diskurs westlicher Gesellschaften eine starke Kontrastfolie zur je eigenen kulturellen Identität. Diese globale Tendenz wirkt sich auch auf nationale öffentlich-politische Debatten hinsichtlich der Präsenz islamischer Organisationen und Menschen mit islamischem Hintergrund in der Schweiz aus. Schweizer und Schweizerinnen, die zum Islam konvertiert sind, bringen - intendiert oder nicht, sichtbar oder nicht - eine symbolisch hoch aufgeladene Differenz zur Mehrheitsgesellschaft zum Ausdruck. Innerhalb der praktizierenden Muslime in der Schweiz wiederum bilden die konvertierten Schweizerinnen und Schweizer eine Minderheit, insofern sie sich aufgrund ihres biographischen und soziokulturellen Hintergrunds von der Mehrheit der Muslime mit Migrationshintergrund unterscheiden.
Ziel
Ausgehend vom bisherigen Forschungsstand, in dem vermehrt auf die wichtige Rolle konvertierter EuropäerInnen im Prozess der soziokulturellen Adaption des Islam in europäischen Gesellschaften hingewiesen wird, soll erstmals in Form einer vergleichenden Fallstudie im Schweizer Kontext die religiöse Praxis konvertierter Muslime und Musliminnen mit Schweizer Hintergrund in verschiedenen islamischen Vereinigungen, sowie deren Engagement an der Schnittstelle zu anderen sozialen Feldern untersucht werden. Die Datengewinnung erfolgt mit Methoden der qualitativen Sozialforschung, etwa teilnehmender Beobachtung, Interviews und Dokumentenanalyse.
Bedeutung
Durch ihren Übertritt zum Islam stellen die untersuchten AkteurInnen sozial konstruierte Differenzen zwischen dem "Eigenen Schweizerischen" und dem "Fremden Islamischen" zur Disposition. Als "Schweizer" und "Schweizerinnen" können Konvertierte so wichtige Schlüsselrollen als "Übersetzer", "Brückenbauer" oder "Advokaten" in der Aushandlung sozialer und kultureller Anerkennung islamischer Interessen mit der nicht-muslimischen Umwelt einnehmen. Gleichzeitig können konvertierte SchweizerInnen innerhalb muslimischer Gemeinschaften als "Übersetzer" und "Brückenbauer" wichtige Funktionen in der soziokulturellen Integration insbesondere von MuslimInnen der Einwanderergeneration einnehmen. Eine Studie, die sich mit zum Islam konvertierten SchweizerInnen beschäftigt, leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis der Dynamik der gesellschaftlichen Einbettung des Islam in der Schweiz.
Projektteam
Lic. phil. Susanne Leuenberger,
Prof. Dr.Karénina Kollmar-Paulenz (PL)
Finanziert vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF)