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Das Geschäft dort wurde über Jahrzehnte nach und nach aufgebaut - mit dem Anspruch verknüpft, im Reigen der internationalen Finanzkonzerne ganz vorne mitzuspielen. Dazu wurde vor allem das Investmentbanking gestärkt, das in den Boom-Zeiten vor der Finanzkrise verlässlich Milliardengewinne einbrachte. Das ging aber auch mit einigen Risiken einher, für die die Bank nun teuer bezahlen muss.
Ein Überblick:
Geschichte
- 1979 beginnt mit der Eröffnung einer Niederlassung in New York und 76 Mitarbeitern die Präsenz der Deutschen Bank in den USA unter eigenem Namen. Im Fokus steht sehr bald das Kapitalmarktgeschäft, das viel Geld verspricht. Die Deutsche Bank entscheidet sich dafür, im US-Markt über einen grossen Zukauf zu wachsen: 1999 schluckt das Institut die New Yorker Investmentbank Bankers Trust für zehn Milliarden Dollar. Das soll den Abstand auf die grossen US-Rivalen verkürzen.
Fokus Kapitalmarkt
- Die Rechnung geht zunächst auf. Die Deutsche Bank, die seit Anfang 2003 im noblen Wolkenkratzer 60 Wall Street ganz nahe an der New Yorker Börse in Lower Manhattan residiert, ist aus den Wall-Street-Grössen bald nicht mehr wegzudenken. Das Investmentbanking, insbesondere der Handel mit komplexen Wertpapieren und Finanzinstrumenten, gewinnt an Dominanz im Konzern. Dabei hilft, dass diese Geschäfte vor der Finanzkrise weitgehend unreguliert sind. Die Investmentbanker - auch in London sitzt eine grosse Truppe - werden im Konzern immer mächtiger.
- Eine besondere Rolle spielt der amerikanische Immobilienmarkt. Hier mischten die Frankfurter ordentlich mit, und zwar an verschiedenen Fronten: Einerseits kauften sie Hypotheken auf, verbrieften diese und verkauften die Anleihen als sichere Anlagen an Investoren weltweit weiter. Andererseits wettete die Bank intern auf einen Crash des Immobilienmarktes, weil sich längst abzeichnete, dass viele Familien überschuldet waren und ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Als der Immobilienmarkt 2007 tatsächlich abstürzte, ging die Wette zwar auf. Doch viele Hypothekenpapiere wurden auf einen Schlag wertlos. Investoren, die sich getäuscht wurden, überzogen das Institut - wie auch andere grosse Investmentbanken - mit Klagen.
- Die Deutsche Bank hat in den USA seither ein besonderes Imageproblem: In einem vernichtenden Ermittlungsbericht des US-Senats aus dem Jahr 2011 wurden ihre Geschäftspraktiken auf dem amerikanischen Häusermarkt in allen schmutzigen Details beschrieben. Im Fokus des Berichts stand der Händler Greg Lippmann. Er inspirierte Hollywood später zum Zockerfilm "The Big Short".
Aktuelle Präsenz
- Von den weltweit rund 100.000 Angestellten der Deutschen Bank arbeiteten Ende 2015 fast 11.000 in den USA. Das Institut bietet dort neben dem Handelsgeschäft auch klassische Beratung von Firmenkunden, etwa bei Finanzierungen, Börsengängen und Übernahmen, sowie Zahlungsverkehr und Vermögensverwaltung an. Das klassische Privatkundengeschäft spielt dagegen keine Rolle. Es gibt in den USA keine Deutsche-Bank-Filialen.
- Seit Juli 2016 hat die Deutsche Bank ihr US-Geschäft in einer eigenen Einheit gebündelt: Die neue Dachgesellschaft heisst DB USA Corporation. Damit wurde eine wichtige Forderung der amerikanischen Regulierer erfüllt: Sie dringen darauf, dass das US-Geschäft grosser ausländischer Banken eigenständig aufgestellt und mit ausreichend Kapital ausgestattet wird. Die Strukturen sollen so transparent wie möglich sein, um die Risiken für das dortige Finanzsystem zu begrenzen.
Ertragslage
- Die Deutsche Bank weist die Ertragslage für das US-Geschäft erst seit kurzem getrennt aus, die Boomjahre bleiben intransparent.
- 2015 lagen die Nettoerträge bei rund 7,5 Milliarden Dollar (Konzern: 33,5 Milliarden Euro), der Nettoverlust summierte sich auf 2,9 Milliarden Dollar (Konzern: 6,8 Milliarden Euro). Hauptgrund waren Abschreibungen auf Bankers Trust - denn viele Hoffnungen von einst haben sich nicht erfüllt. Seit der Finanzkrise ist vor allem das Handelsgeschäft teurer geworden. Es muss mit mehr Eigenkapital unterlegt werden, und die Deutsche Bank hat hier keine üppigen Reserven.
- 2014 stand bei leicht höheren Erträgen noch ein Gewinn von gut einer Milliarde Dollar zu Buche.
(Reuters)