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fermentartig wirkende
Substanz, welche von der Magenschleimhaut abgesondert wird und bei Anwesenheit von etwas
Säure (namentlich
Salzsäure) eiweißartige
Körper und leimgebende
Gewebe
[* 3] nicht nur auflöst, sondern auch in
Peptone (s. d.)
und ähnliche
Substanzen umwandelt. Das Pepsin bildet getrocknet eine grauweiße, fast geruchlose, fade schmeckende, amorphe,
stickstoffhaltige,
schwer inWasser, leicht in verdünnter
Säure lösliche
Substanz, welche ihre Wirksamkeit
durch Erhitzen auf 65° verliert. Eine
Lösung von Pepsin in
Wein ist als
VinumPepsini (Pepsinwein, Pepsinessenz) offizinell und
wird als
Verdauung beförderndes
Mittel angewandt. Zur
Darstellung derselben schabt man gereinigten Schweinemagen oder
Labmagen
des
Rindes auf der innern Seite mit einem Knochenmesser, mischt 100 Teile des so erhaltenen
Schleims mit 50 T.
Glycerin und 50 T.
Wasser, gießt 1000 T. Weißwein und 5 T.
Salzsäure zu und filtriert nach drei
Tagen.
(Pepsinum), ein Artikel des Droguen- und Chemikalienhandels, wird als ein, die Verdauung beförderndes, Mittel
medizinisch verwendet. Man bereitet das P. aus der gut gereinigten, ganz frischen Magenschleimhaut von
Kälbern oder Schweinen; dieser, die Verdauung bewirkende Stoff des Magensaftes erscheint, genügend gereinigt, im Handel
als gelblichbraunes hygroskopisches Pulver von eigentümlichem Geruche und schwachbitterlich salzigem Geschmacke. Eine erwärmte
Lösung dieses P. hat die Eigenschaft, Fibrin und verschiedne andre Proteïnkörper (Eiweißstoffe) aufzulösen. Man bringt
auch Pepsinwein, Pepsinelixier u. dgl.
Präparate in den Handel. - Zoll: P. in Pulverform oder in Form von zuckerfreien Pillen und Tabletten ist zollfrei.Alkohol-
oder ätherhaltige Pepsinpräparate gem. Tarif Nr. 5 a, zuckerhaltige
Nr. 25 p 1. Pepsinwein Nr. 25 e 2.
(vom griech. pépsis, Verdauung), das eigentümliche Ferment, das von der Magenschleimhaut abgesondert wird und
bei Anwesenheit von Salzsäure die eiweißartigen Körper auflöst und in Peptone (s. d.) umwandelt. (S. Magen,
[* 4] Verdauung.)
Künstlich wird das Pepsin aus den Papillen der Schleimhaut des Magens der Schweine,
[* 5] Lämmer oder Kälber gewonnen, indem man
die Papillen mit einem Messer
[* 6] ausdrückt und die austretende Flüssigkeit mit einem Schwamme aufsaugt oder mit Wasser auslaugt,
dem man eine Spur Salzsäure zugesetzt hat.
Aus diesen Lösungen bringt man das Pepsin in feste Form; die hierzu angewendeten Verfahren sind sehr verschieden.
Das sorgfältig dargestellte Pepsin ist, wie alle andern ungeformten Fermente, eine weiße, amorphe, fast geruch-
und geschmacklose eiweißartige Substanz, welche in Wasser nicht klar löslich ist. Das Pepsin ist insofern ein rationelles Arzneimittel,
als die physiol. Versuche ergeben haben, daß die Verdauung der Nahrungsstoffe im Magen nur vermittelst
des Ferments Pepsin erfolgt.
Aus der auflösenden Wirkung, die es außerhalb des Magens auf Eiweiß, Fibrin, Muskelfleisch u. dgl. ausübt, darf man schließen,
daß die geschwächte Magenthätigkeit (Dyspepsie) durch kleine Gaben Pepsin unterstützt wird, und in der That liegen zahlreiche
günstige ärztliche Berichte darüber vor. Pepsin hat man deshalb in neuerer Zeit in Form von Pastillen,
Körnern, Pulver (nutrimentierendes Pulver), Elixir und Wein (s. Pepsinwein) fabrikmäßig dargestellt und in den Handel gebracht.