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Die EU-Kommission will alle Produkte, die nachweislich unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, aus dem Binnenmarkt entfernen. Die Brüsseler Behörde legte diesbezüglich am 14. September 2022 einen Gesetzesentwurf vor. Im Unterschied zu dem US-Gesetz gegen Zwangsarbeit, das im letzten Juni in Kraft trat, richtet sich die EU-Verordnung nicht explizit gegen China.
Gemäss UNO seien weltweit rund 50 Millionen Menschen in Situationen „moderner Sklaverei“ gefangen. Darunter befanden sich 28 Millionen im Jahr 2021 in einem Zwangsarbeitsverhältnis sowie 22 Millionen Menschen, die zwangsverheiratet wurden, so der am 12. September 2022 veröffentlichte Bericht „Global Estimates of Modern Slavery“ der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO (ILO).
Damit ist die Anzahl der Menschen in Zwangsarbeit oder Zwangsehe in den vergangenen fünf Jahren weltweit deutlich um 25 Prozent gestiegen. Besonders Frauen und Kinder sind gefährdet. Jeder fünfte betroffene Mensch ist ein Kind, fast ein Viertel der Betroffenen würden kommerziell sexuell ausgebeutet, heisst es im Bericht. In dieser Gruppe seien die meisten – vier von fünf Personen– Frauen. Von denen, die zur Ehe gezwungen werden, seien gut zwei Drittel Frauen und Mädchen, heisst es im Bericht. „Es ist schockierend, dass sich die Situation der modernen Sklaverei nicht verbessert“, bilanzierte ILO-Chef Guy Ryder.