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Warum stehen Sie davor? Ist nicht Türe da und Tor? Kämen Sie getrost herein, würden wohl empfangen sein Fassadeninschrift
1260 wurde unser Haus gebaut. Damit ist es eines der ältesten der Stadt. Seit dem 14. Jahrhundert lebten mehrere Generationen der Familie Biberli darin. Der erste Biberli wurde 1338 vom Rat gemahnt, keinen Unrat auf die Gasse zu kippen. Nachdem das reiche Geschlecht der Biberli ausgestorben war, wohnten weiterhin Stadtschreiber, Ratsleute und andere angesehene Zürcher darin.
Im 17. Jahrhundert erhielt es seinen heutigen Namen. Der damalige Besitzer legte einen Dachrebgarten an und verkaufte den Most unten im Haus. Bei starkem Wind kippten die Rebstöcke auf das niedrigere Nachbarhaus, weshalb er sie mit Stangen am Nachbarhaus abstützte. Der Nachbar klagte, gewann und das Haus wurde damit als Haus zur Reblaube aktenkundig.
1778 wurde es das Pfarrhaus von Johann Kaspar Lavater, dem neuen Pfarrer der benachbarten Kirche St-Peter. Johann Wolfgang von Goethe besuchte ihn zusammen mit seinem Arbeitgeber Herzog Karl August von Weimar 1779 und wohnte wohl im nachmaligen Goethe-Stübli. Aus Zürich schrieb Goethe über Lavater: «Er ist der beste, grösste, weiseste, innigste aller sterblichen und unsterblichen Menschen, die ich kenne.» 1880 wurde aus dem Pfarrhaus ein Wirtshaus. 1919 kaufte es Hermann Kaiser, liess es renovieren und die berühmte Fassade gestalten.
Die Familie Kaiser machte die Reblaube in 70 Jahren zu einem Fixstern am Zürcher Gourmet-Himmel.
1989 erwarb José Ledesma die Reblaube. Sie wurde von Grund auf restauriert und saniert. Alles was sich erhalten liess, wurde erhalten.
1995 übernahm Peter Brunner das Restaurant. Er war eine der prägenden Figuren im gastronomischen Zürich. In Kaiser’s Reblaube hat Peter Brunner bis 2013 als Koch und Wirt gewirkt und hat anschliessend die Leitung ganz in die Hände von Beatrix Ehmann gelegt die bereits seit 2004 mit ihm den Betrieb leitete.
Seit 2016 ist das Restaurant komplett in Frauenhänden. Beatrix Ehmann konnte Inbar Zuckerberg als Küchenchefin für das Haus gewinnen. Gemeinsam schreiben sie die Geschichte weiter.