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Kurz vor den neuen Atomverhandlungen mit den Weltmächten hat der Iran eine vom Westen geforderte Ausfuhr seiner Vorräte angereicherten Urans kategorisch abgelehnt. Eine Auslagerung von Materialien ins Ausland sei eine "rote Linie", sagte Vize-Aussenminister Abbas Arakschi.
Arakschi kündigte einem Bericht des staatlichen Fernsehens an, sein Verhandlungsteam werde "die Rechte des Iran verteidigen und nicht ein Iota bei dem zurückweichen, auf das die iranische Nation gemäss internationaler Regeln ein Recht hat". Sein Land werde sein Recht auf Technologien der zivilen Atomkraftnutzung vollständig ausschöpfen.
Der Westen verlangt, dass der Iran seine Vorräte von Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent ins Ausland bringt. In anderen Fragen zeigte sich Arakschi kompromissbereit. Über die Form, die Menge und die verschiedenen Anreicherungsgrade könne gesprochen werden.
Verhandlungen in Genf
Am Dienstag und Mittwoch will der Iran in Genf Verhandlungen über sein Atomprogramm mit der 5+1-Gruppe führen. Der Gruppe gehört neben den fünf UNO-Vetomächten USA, Grossbritannien, Frankreich, Russland und China auch Deutschland an. Die Gespräche waren im April unterbrochen worden.
Der Amtsantritt des als gemässigt geltenden iranischen Präsidenten Hassan Ruhani im August nährte Hoffnungen auf eine Beilegung des Atomstreits mit Teheran. Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Atomkraftnutzung am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist dies entschieden zurück.
Laut einem Bericht der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) von Ende August verfügt der Iran über 6774 Kilogramm Uran, das zu einem Grad von 3,5 Prozent angereichert ist, sowie über 186 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent.
SDA-ATS