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„Die Aufgabe der Kunst besteht nicht darin, die Natur zu kopieren, sondern sie auszudrüc-ken!“ Mit diesen Worten beschreibt der Maler Frenhofer in Balzacs Novelle Le chef-d’œuvre inconnu (1863) nicht nur das neuartige Verständnis künstlerischen Schaffens, welches die Kunst ab etwa 1870 prägen sollte, sondern auch die beiden Pole, zwischen denen die Werke der sogenannten Klassischen Moderne bis in die 1960er Jahre gleichsam changierten: extreme Realitätsnähe einerseits, rein abstrakte Formen andererseits. In dezidierter Abgrenzung zur idealisierenden Ästhetik des Klassizismus oder der objektiven Weltdarstellung des Naturalismus setzten sich die Künstler von nun an das Ziel, die Wirklichkeit zu erklären und zu deuten, anstatt sie zu reproduzieren und abzubilden.
Impressionismus, Kubismus, Futurismus, Expressionismus, Surrealismus – dies sind nur einige wenige der aufeinanderfolgenden, häufig einander widerstrebenden Strömungen, in welchen bei aller Heterogenität der einzeln