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Widerristhöhe: Rüden 56 – 57 cm / Hündinnen 54 – 56 cm
Gewicht: Rüden 29 – 36 kg / Hündinnen 25 – 32 kg
Lebenserwartung: 10 – 14 Jahre
Herkunft: Neufundland
Art: Jagdhund
Farbe: schwarz, schokoladenbraun, gelb (hellcreme bis fuchsrot)
Verhalten und Wesen
Der Labrador ist aufgrund seiner freundlichen und gutmütigen Art als Familienhund sehr beliebt. Aggressionen und Scheuheit sind bei dieser Art kaum anzutreffen. Er vertraut seinen Mitmenschen eher schnell und freut sich über jede Tätigkeit, die er mit der Familie miterleben darf. Wer sich also lieber einen Wachhund wünscht, ist bei dieser Rasse fehl am Platz.
Die Bedeutung von „Retriever“
Bestimmt ist Dir auch schon aufgefallen, dass nicht nur beim Labrador das Wort „Retriever“ im Namen vorkommt. Doch was bedeutet Retriever überhaupt? Hierbei wird nicht etwa der Hundetyp, sondern viel mehr seine Arbeitsweise beschrieben. Alle Hunde, welche früher erlegtes, krankes oder verlorenes Wild apportierten, wurden automatisch als Retriever bezeichnet. Diese Hunde entstanden hauptsächlich aus verschiedenen Kreuzungen, weshalb die betroffenen Rassen oftmals nicht die selbe Fellfarbe oder Fellstruktur besitzen. Folgende 5 Hunderassen gehören ergänzend zum Labrador zur Retrieverfamilie:
- Chesapeake Bay Retriever
- Curly Coated Retriever
- Flat Coated Retriever
- Golden Retriever
- Nova Scotia Duck Tolling Retriever
Ursprung und Geschichte
Der Labrador stammt aus einem Ort der Ostküste Kanadas namens „Neufundland“. Seine Aufgabe war es, Fischern bei der Arbeit zu unterstützen, indem er abgetriebene Netze zurückholte. Es ist davon auszugehen, dass er seine Wasser- und Apportierfreude von dieser Tätigkeit mitgenommen hat. Früher war die Rasse als „St. John’s Hund“ bekannt. Den jetzigen Namen hat der Labrador Retriever erst im Jahre 1970 erhalten. Er stammt von einer Insel namens Labrador, welche sich in der Nähe von Neufundland befindet.
Ca. ab 1930 wurde der Labrador auch ausserhalb der Jagd immer beliebter. Eingesetzt wird die liebevolle Rasse heutzutage oft als Blindenhund, Rettungshund, Drogenhund oder Jagdhund.
Haltungsempfehlung
Die Rasse zeichnet sich durch die geduldige und liebevolle Art aus. Dies heisst aber nicht, dass keine Arbeit in die Hund-Mensch Beziehung gesteckt werden muss. Auch der Labrador braucht gewisse Regeln und Aufgaben im Alltag. Er möchte seinem Besitzer gefallen, weshalb er sich bei entsprechendem Umgang leicht führen lässt und gerne neues dazu lernt. Der Labrador liebt die Natur und vor allem das Planschen im Wasser. Der Vierbeiner möchte deshalb täglich draussen die Welt erkunden. Dies natürlich bei jeder Witterung! Zusätzlich möchte der Hund ständig bei seiner Familie sein. Es ist also ganz wichtig, dass er nicht zu lange alleine zu Hause warten muss.
Beschäftigungsmöglichkeiten
Wie oben bereits beschrieben, liebt der Labrador Wasser. Badespass ist also bei dieser Rasse vorprogrammiert. Ebenfalls ist der Vierbeiner bestens für das „Apportieren“ geeignet. Weiterhin ist der Familienhund ziemlich verfressen. Mit kalorienarmen Futter kann man sehr gut Suchspiele und andere tollen Aktivitäten machen. Wichtig dafür ist, dass der Hund genügend Bewegung hat, er aber auch mit diverser Kopfarbeit ausgelastet wird.
Ideen für Beschäftigungsspiele
- Apportieren
- Dummytraining
- Fährtenspiele
- Futterball
- Klicker Training
- Zerrspiele
Weiterhin sind folgende Aufgaben bei der Rasse sehr beliebt:
- Fährtensuche
- Mantrailing
Krankheiten
Augenerkrankungen
Leider sind Augenerkrankungen bei Labradoren sehr typisch. Es handelt sich dabei um folgende beiden Erberkrankungen:
- progressive Retina Atrophie (PRA)
- Hereditäre Katarakt (HC)
Beide Typen können bis zur Erblindung führen, weshalb die Welpen unbedingt schon im jungen Alter getestet werden sollten.
Cystinurie
Bei einer Cystinurie handelt es sich um eine erbliche Stoffwechselerkrankung. Dem Hund fehlt ein bestimmtes Transportprotein, wobei es zu Nieren- und Blasensteine sowie ein lebensbedrohlicher Verschluss der Harnwege kommen kann. Mehr Infos über Cystinurie findest Du hier.
Ellbogendysplasie (ED)
Bei der Ellbogengelenksdysplasie handelt es sich um eine Fehlbildung des Ellbogengelenkes. Dieses ist aufgrund starker Belastung, einer extremen Wachstumsphase, falscher Ernährung, zu langen Spaziergängen oder übermässigen Treppensteigen überlastet. Symptome dafür sind Lähmungsanzeichen oder eine sonderbare Auswärtsstellung der Vorderpfoten. Mehr Infos über Ellbogendysplasie findest Du hier.
Exercise Induced Collapse (EIC)
EIC ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit, wobei betroffene Hunde an Schwächeanfällen leiden. Diese werden durch Belastung und Aufregung ausgelöst. Dabei kann am Anfang einer solchen Muskelschwäche eine schaukelnde und steife Gangart beobachtet werden. Erkrankte Hunde können bereits nach 5-15 Minuten Anstrengung einen solchen Anfall bekommen. Je nach Schweregrad ist der Vierbeiner während eines Anfalls bei Bewusstsein. Es gibt aber auch Fälle, wo Hunde das Bewusstsein verlieren. Mehr Infos über EIC erfährst Du hier.
Epilepsie
Auch Epilepsie ist eine Krankheit, die oftmals bei Beagles anzutreffen ist. Leider ist die Krankheit bis jetzt nicht vollständig erforscht. Es steht aber fest, wird der Hund mit Medikamenten und Therapien behandelt, kann eine deutliche Minderung der Anfälle in Anzahl und Stärke erreicht werden.
Hüftgelenksdysplasie (HD)
Bei einer Hüftgelenksdysplasie sitzt die Gelenkkugel nicht richtig in der Gelenkpfanne, was zu grossen Problemen und Schmerzen führen kann. Die Krankheit ist vererbbar und bereits bei vielen Hunderassen anzutreffen. Ist die Erkrankung genetisch bedingt, lässt sich diese durch eine ausgewogene Ernährung vorbeugen. Mehr Infos über Hüftgelenksdysplasie findest Du hier.
Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
Die Schilddrüse, auch Thyreoidea genannt, ist ein hormonproduzierendes Organ. Sie ist zuständig für die Ausscheidung sowie die Speicherung und Herstellung von den beiden Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese wiederum beeinflussen das Wachstum, die Organentwicklung und das Nervensystem des Hundes. Besteht eine Unterfunktion der Schilddrüse, entsteht ein reduzierter Stoffwechsel, was wiederum zu einer Selbstzerstörung des Schilddrüsengewebes führt. Mehr Infos über Hypothyreose findest Du hier.
Myopathie
Bei der Myopathie handelt es sich um eine Muskelerkrankung, welche sich üblicherweise ab dem Alter von drei bis vier Monaten äussert. Symptome dafür sind eine schnelle Ermüdung, Muskelatrophie und der Verlust des Patellarsehnenreflexes.
Osteochondrose dissecans (OCD)
Leidet der Hund an einer Osteochondrose dissecans, bedeutet dies, dass das Skelett des Tieres von einer Entwicklungsstörung betroffen ist. Genauer gesagt, entwickelt sich der Knochen aufgrund einer Fehlbildung des Knorpels nicht korrekt, was zu einer Gelenkknorpelablösung führt. Abbauprodukte werden freigesetzt und es entstehen starke Entzündungen. Mehr über OCD erfährst Du hier.