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Sir Nicholas Soames ist ein in der Wolle gefärbter Konservativer. Doch weil er sich gegen Boris Johnons No-Deal-Brexit stellte, warfen ihn die Tories aus der Partei. Nun findet der Enkel des legendären Kriegspremiers Winston Churchill deutliche Worte.
Der 71-Jährige galt als graue Eminenz der Konservativen Partei: Seit 37 Jahren vertrat Nicholas Soames die Tories im britischen Unterhaus. Er hat die Eliteschule Eton absolviert, diente in der Armee und war in den neunziger Jahren Staatssekretär im Verteidigungsministerium.
Doch weil er und 20 andere Tory-Abgeordnete am vergangenen Dienstag gemeinsam mit der Opposition für ein Gesetz gestimmt hatten, das Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Brexit verbietet, entzog ihm die Parteileitung die Parteimitgliedschaft (englisch: «losing the whip»).
Doch seinen Entscheid, sich gegen einen No-Deal-Brexit einzusetzen, bereut Soames nicht. Er sei sich 100 Prozent sicher, dass er richtig liege. Mit Blick auf seinen berühmten Grossvater sagte Soames, er glaube nicht dass dieser den Brexit unterstützen würde.
Über Churchills Amtsnachfolger Boris Johnson hat Soames wenig Positives zu sagen. Er sehe keine Ähnlichkeiten zwischen seinem Grossvater und Boris Johnson. Sein Grossvater sei von seinen Erfahrungen im Leben geprägt worden.
In manchem erinnere ihn Boris Johnsons Politik an jene von Donald Trump.
Kein gutes Haar lässt Sir Nicholas auch an Jacob Rees-Mogg, dem Brexit-Hardliner und Johnson-Verbündeten. Dieser war während der Brexit-Debatte ausgesprochen leger auf den Regierungsbänken gelegen und hatte damit den Zorn seiner politischen Gegner auf sich gezogen, die ihm mangelnden Respekt für die Institution des Parlaments vorwerfen.
(Zur Erläuterung: In Grossbritannien war es früher üblich, Pferden auf dem Markt Ingwer in den Hintern zu stecken, damit sie lebendiger wirkten, wenn sie einem potenziellen Käufer präsentiert wurden.)
Für Soames ist klar, dass sich ein solches Verhalten für ein Kabinettsmitglied wie Rees-Mogg nicht ziemt.
Über die Zukunft der Konservativen macht sich Soames grosse Sorgen.
Mit Material der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.