Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03495.jsonl.gz/2345

Die Herrscher des früheren Hunza-Staats bewohnten 2 Burgen: im Sommer das höher gelegene und grössere Baltit-Fort, im Winter das tiefer gelegene Altit-Fort. Wir machen heute einen Zeitraffer und besuchen beide Festungen. Unmittelbar oberhalb unseres Hotels liegt das Altit-Fort. Erbaut wurde es im 11. Jahrhundert, hoch über dem Hunza-River auf einem Felsvorsprung, der auf der Flussseite fast senkrecht 350m aufragt. An dieser Stelle fanden auch die Exekutionen statt, indem die zum Tode Verurteilten einfach in die Tiefe gestossen wurden. Generell ging man hier ziemlich innovativ und unzimperlich mit Gegnern um: so wurde infolge eines familieninternen Machtkampfs einer der beiden Prinzen durch seinen älteren Bruder einfach lebendig in eine Säule eingemauert. Als Winterwohnsitz des Herrschers ist das Fort relativ kompakt gebaut, tiefe Decken und dicke Mauern sollten die Wärme einigermassen konservieren. Auf der Bergseite grenzen die Häuser des Dorfes direkt an die Burg. Wir schlendern durch die engen Gassen und besichtigen das älteste Haus, genauso wie vor einigen Jahren auch Prinz Charles. Noblesse oblige!
Die Festung Baltit, die an der höchsten Stelle von Karimabad steht, ist wesentlich grösser als Altit. Dieses Fort wurde im 14. Jahrhungert erstellt und später mehrfach umgebaut. Es entstand unter dem Einfluss der ladakhisch-tibetischen Architektur und hat deshalb eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Potala-Palast in Lhasa auf, allerdings natürlich nicht bezüglich seiner Grösse.
Nach dem Mittagessen steht ausgiebiges Shopping auf dem Programm, viele Souvenirshops mit einem grossen und farbenprächtigen Angebot locken zum Geldausgeben. Nahtlos geht es über zu Kaffee und Kuchen, Nusstorte im Bündner Stil notabene. Ausserdem gehört auch Gerstensuppe zu den lokalen Gerichten, nur Capuns, Maluns und Pizokel haben wir bislang nicht gefunden. Sonst ist das Essen in Pakistan im Allgemeinen recht nahe an der nordindischen Küche, allerdings gibt es religionsbedingt eher mehr Fleisch. Das Linsengericht Dal, Currys mit und ohne Fleisch sowie diverse Fladenbrote werden uns in unzähligen schmackhaften Varianten mehr oder weniger täglich aufgetischt. Generell haben wir im Süden deutlich schärfere Speisen bekommen und Reis kam immer auf den Tisch. Hier im Norden wird deutlich milder gekocht, Suppen zu Beginn der Mahlzeit scheinen Standard zu sein. Reis ist nicht unbedingt alltäglich. Dafür ist hier bereits ein gewisser chinesischer Einfluss zu spüren, wenn gebratener Reis oder Nudeln aufgetischt werden. Früchte sind bislang erstaunlicherweise ziemliche Mangelware.