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Der Schritt zum Profi und die Sponsoren 2/4
Aktualisiert: 27. Feb. 2021
Mit ganz vielen genialen Erlebnissen im Gepäck, aber auch der Erkenntnis, dass das Leben als reisender Kletterer in den USA, nicht mehr ganz den Schilderungen eines Reinhard Karl entsprach, musste ich Ende November 1986 wieder in die Schweiz zurück...Fortab verdiente ich den Lebensunterhalt in einem Sportshop in Bern, (Sporting Goods by Kitchener) bei welchem ich die Verantwortung für die Bergsteiger und Kletterabteilung übernehmen durfte. Natürlich war ich dort nur drei Tage die Woche anzutreffen...der Rest der Zeit war fürs klettern reserviert...und noch lieber wäre mir gewesen 7 Tage die Woche klettern zu dürfen. Aber wie sollte ich ohne zu arbeiten meine Miete bezahlen???...
Foto: Chain Reaction 5.12d Smith Rock/Oregon
Kurz vor meiner USA Reise, durfte ich meine Erfahrung als Wettkampfkletterer machen. Nachdem 1985 Bardonecchia zum ersten Wettkampf im Sportklettern geladen hat, war es dann im 86zig gar ein "Doppelwettkampf". In Arco und ein Wochenende darauf, wieder in Bardonecchia, trafen sich die Elite und eben auch so "no Bodies"... In Arco verpennte ich den Einsatz beinahe...ohne aufwärmen und mit verdrehten Beinschlaufen am Sitzgurt, galt es drei Routen zu klettern...in Bardoneccia war die Vorbereitung etwas besser, und so belegte ich am ersten von drei Wettkampftagen, erstaunlicherweise den ersten Platz...am Ende rutsche ich 30 Plätze hinter mein Vorbild, Patrick Edlinger, der gefolgt von Stefan Glowacz den Sieg ergatterte. Ist dies nun der Weg um Profi zu werden? Obwohl der Wettkampf sogar Spass gemacht hat, entschied ich mich dagegen. Ausschlaggebend dazu war der USA Aufenthalt. Sich miteinander zu pushen, behagte mir mehr als gegeneinander antreten zu müssen. Ein einziges Mal liess ich mich noch zu einem Kräftemessen beeinflussen. Ein SWISS CUP im 91zig, bereits an einer Kunstwand ausgetragen, bescherte mir immerhin einen siebten Platz...als der nächste Wettkampf anstand, war mir das Wetter einfach zu schön...per Telefon erteilte ich der Leitung eine Absage und begab mich zum "Harder" in Interlaken um neue Routen einzubohren...das heisst nun nicht, dass ich Wettkämpfe generell ablehne, im Gegenteil, was die Mädel und Jungs drauf haben ist fantastisch und inspirierend! Einzig empfand ich bei Wettkämpfen eine Art Einschränkung meiner selbst...der Verlust einer gewonnenen Freiheit zu tun und zu lassen was ich damals gerade wollte...
1989 bildet dann endlich der Grundstein...genügend Geld auf der hohen Kannte und ein Fotoauftrag für das Schweizer Wasser "Elmer Citro" bescherte mir die Aussicht im Jahr 1990 endlich nur klettern zu dürfen...Als Sportartikel Einkäfer und Verkäufer besuchte ich diverse Messen. Diese erlaubten mir Kontakte zu Herstellern und Lieferanten aufzubauen. Ein wichtiges Netzwerk, welches mir bis heute hilft war am entstehen...Weil "Sporting Goods" auf Grund gesundheitlicher Schwierigkeiten des Besitzers, auf Ende 1989 geschlossen werden musste, war der "Profi Beginn" also auf Januar 1990 geplant...nur..., meinerseits hatte ich keinen Plan was das heisst...klar war nur, dass mir "Pole" von Quicksilver Schweiz, seit dem gelungenen Shooting für Elmer Citro, Kleider zur Verfügung stellte, während ich von Romolo Notaris, (New Rock SA) die Seile Hardware und Gurte erhielt und mich Heidi und Andi Brun von EXPED mit den berühmten ASOLO Runout ausrüstete. Durch die beiden letzteren erhielt ich den Kontakt zu Robi Bösch, einer der ersten Kletterfotografen in der Schweiz, der bis anhin viel mit Martin Scheel unterwegs war.
Robert Bösch ist wirklich ein begnadeter Fotograf. Wunderschöne Bilder vom "Schild" im Bieler Jura und am Abendberg, dem petit Verdon der Schweiz, resultierten daraus...und mein Leben als Profi wurde ganz anders als geplant. Dies vor allem wie Eingangs erwähnt, kein Plan vorhanden war...oder anders gesagt, die Idee 7 Tage einfach zu klettern war so was von Naiv...Klettertechnisch konnte einiges gepunktet werden, so eröffnete ich im Jura "Servire fresca" 8b.. "Moonwolker" ohne künstliches Loch 8a+/8b, "Reveil du Papillon" 8a+ oder die Route auf der Setkarte: "Die unendliche Leichtigkeit des Seins" 8b am Abendberg...aber wie in der Schweiz so üblich, spielt das Wetter nicht wie in Südfrankreich...zudem hatten meine Kletterpartner auch nicht immer Zeit, weil sie arbeiten mussten. Ha, ha und einen Bruder hatte ich auch nicht. Und dann war es plötzlich zu heiss oder zu kalt für genau jenes Projekt. Und einfach nach Frankreich fahren war mir ein Graus, weil ich der Meinung war, Sprachen lernen sei zu mühsam.... So kam ich zum Schluss, dass mein Profileben ohne Plan, im Desaster enden würde. Motivation im Keller, Geld für zu viele Biers ausgegeben.... und daraus entstand endlich die Eingebung kreativ zu werden...
Soloklettern in Montanejos in Mama Mia 6c...was aussieht wie psico bloc, ist es nicht. Das Wasser des Baches ist 30cm tief ;)
No Cal ne Menestrer 7c+
Abendberg: Fummeltreff 7b+