Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03125.jsonl.gz/1131

Identifikation
Signatur:
Ar 181
Entstehungszeitraum / Laufzeit:
1793-2010
Umfang:
3.9 m
Kontext
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Paul Amacher wurde am 24. Dezember 1915 als Sohn von Ernst Amacher (1884-1980), Pfarrer und Schriftsteller, und Lydia Amacher, geb. Trautvetter, in Dürnten geboren. Er erlebte mit seinen drei Geschwistern eine schöne Jugendzeit. Nach der Sekundarschule zog die Familie nach Zürich und Paul Amacher konnte im Frühling 1930 ins Gymnasium der Kantonsschule Zürich übertreten. Ab 1932 war er Mitglied beim Wandervogel. Nach der Matura, 1935, begann er das Theologiestudium, das ihn auch nach Basel (Karl Barth, Emil Brunner) und Paris führte. Studienabschluss am 07.05.1940. Nach Lernvikariaten in Laufen am Rheinfall und in Luzern, hatte er eine erste Pfarrstelle im Rafzerfeld, bevor er am 03.11.1940 von der Kirchgemeinde Hausen am Albis zum Pfarrer gewählt und am 1. Adventssonntag ins Amt eingesetzt wurde. Im darauffolgenden Sommer heiratete er die Primarlehrerin Eva Siegfried; vier Kinder (Barbara, 1942; Regula, 1946; Paul, 1950; Lisa, 1954).
Zwischen 1948 und 1981 wirkte Paul Amacher als Pfarrer in Oerlikon. Er war überzeugt vom Gedanken der Entwicklungshilfe und war vor allem HELVETAS (früher SHAG, Schweiz. Hilfswerk für Aussereuropäische Gebiete), zu dessen Gründungsmitgliedern er zählte, aber auch dem Christlichen Friedensdienst (CFD) eng verbunden. Bereits während des Zweiten Weltkriegs hatte sich Paul Amacher in der Flüchtlingshilfe engagiert und Kontakte zu Kriegsbetroffenen gepflegt. Ein Vorbild war Amachers Patenonkel Paul Trautvetter, unter dessen Einfluss Paul Amacher zeitweise der religiös-sozialen Bewegung nahe stand. Paul Amacher galt als "Positiver Pfarrer" und war überzeugtes Mitglied des Blauen Kreuzes.
Nach seiner Pensionierung war Paul Amacher in Bülach wohnhaft und übernahm gelegentlich Vikariate. Gemeinsam mit seiner Frau organisierte er kulturgeschichtliche Gruppenreisen, u.a. nach Israel (ca. 1968-1986) sowie in die Zentren der christlichen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunst in Deutschland, Italien und Frankreich. Paul Amacher verstarb am 3. August 1997.
Übernahmemodalitäten
Der schriftliche Nachlass von Paul Amacher gelangte am 20. Juni 2013 ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Ablieferung wurde von Regula Amacher Bodmer betreut. Nachlieferung im September 2014 [erfasst in der Signaturgruppe SOZARCH Ar 181.80] und am 2. März 2017.
Inhalt und innere Ordnung
Form und Inhalt
Der Bestand enthält: Biographisches zu Paul Amacher und Eva Amacher-Siegfried, umfangreiche Korrespondenzen, Predigten. Speziell hervorzuheben sind die Unterlagen von und über den Pfarrer und Schriftsteller Ernst Amacher-Trautvetter. (1884-1980).
Bewertung und Kassation
Mit Ausnahme von Dubletten, Mehrfachexemplaren und in der Bibliothek des Schweizerischen Sozialarchivs bereits vorhandenen Drucksachen wurden keine Unterlagen kassiert.
Neuzugänge
Es werden keine Neuzugänge erwartet.
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache einige Dokumente insbesondere Texte von Ernst Amacher sind in Dialekt verfasst
Sachverwandte Unterlagen
Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen
Barbara Wiesendanger-Amacher: Paul Amacher-Siegfried, 24. Dezember 1915 - 3. August 1997. Zum Abdankungs-Gottesdienst für meinen Vater, 8. August 1997, undat., 4 Seiten
Verzeichnungskontrolle
Informationen der Bearbeiter*in
Der Bestand wurde im Dezember 2013 von U. Kälin und H. Villiger bearbeitet.