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Aug
12
Eine Abschlussarbeit des Masters of Arts in Transdisziplinarität, ZHdK.
Oktober 2010.
Beteiligte Personen
Le-Wan Tran (Projektverfasserin); MentorInnen: Manfred Gerig, Michael Guggenheim, Elisabeth Sprenger, Irene Vögeli; 19 Interviewteilnehmende.
Fachbereiche
Architektur, Bildtheorie, Soziologie, Visuelle Gestaltung.
Institutionen
Master of Arts in Transdisziplinarität (DKV) ZHdK.
Projektbeschreibung
Die Masterarbeit «Digitale Wohnwelten» befasst sich mit computergestützten Visualisierungen von geplanten Bauprojekten, den sogenannten Architekturrenderings. Diese sind aus der Sicht der Architektin Le-Wan Tran problematisch, da der Bestand zwar riesig, die Breite an Variationen jedoch ziemlich beschränkt ist. Der Inhalt scheint austauschbar, die Bilder standardisiert und konventionalisiert. Exemplarisch an Innenraumvisualisierungen nimmt die Architektin Stellung zu diesem Bildgenre. Mithilfe von Interviews mit Fachpersonen aus den Bereichen Architektur und Kulturwissenschaften sowie mit Bildproduzenten thematisiert sie die verschiedenen Problematiken. Darauf aufbauend produziert sie einen Rendering-Prototypen, der die charakteristischen Bildmerkmale visuell zusammenfasst, sowie verschiedene vom Prototypen abgeleitete Bildvarianten, welche die problematischen Aspekte von Renderings veranschaulichen. Diese Bilder werden Personen vorgelegt, die sich kaum mit Renderings beschäftigen. Es wird untersucht, ob die befragten Personen die gleichen Probleme in den Renderings sehen wie die Autorin oder die Fachpersonen, und was ein erweiterter Korpus differenzierter Bilder leistet.
Die Untersuchung zeigt zum einen, dass die Interviewten bei der Vermittlung von Architektur aufgrund des hohen Abstraktionsgrads von Bauplänen auf die anschaulichen Renderings angewiesen sind und deshalb auch Vorteile darin sehen. Zum anderen zeigt es, dass die Erweiterung des gängigen Bildrepertoires nicht nur das Verständnis eines architektonischen Projektes verbessert, sondern dass ein Vergleich des Prototypen mit den Bildvarianten auch das kritische Hinterfragen der Medien und deren Ästhetik fördert. Die vorgenommenen Bildvergleiche ermöglichen die Leistungen und Grenzen einzelner Renderings zu erkennen.
Die Arbeit «Digitale Wohnwelten» verfährt einerseits diskursiv und entwirft gleichzeitig neue vom Standard abweichende Darstellungsformen, deren Leistungspotenzial befragt und geprüft werden. Es werden somit reflexive mit gestalterischen Anteilen verbunden sowie Kompetenzen und Verfahrensweisen aus der Architektur, der Visuellen Gestaltung, der Bildtheorie und der Soziologie zusammengebracht.