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Die Entwicklung der Technik schreitet voran. Kaum eine Woche in welcher dies nicht ausführlich in einer Zeitung oder einer Fernsehendung thematisiert wird. Welche Auswirkungen wird das haben? Welche Chancen winken, welche Risiken drohen? Was geschieht dabei mit den Menschen, mit der Wirtschaft, mit unserer Gesellschaft?
Die beiden Wissenschaftler Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) stellten sich genau diese Fragen. Ihre über mehrere Jahre gesammelten Erfahrungen, Überlegungen, Erkenntnisse und Antworten in diesem Zusammenhang fassen sie im Buch „The second machine age“ zusammen. „Mit analytischem Blick und ohne rosarote Brille zeigen die Autoren die vielfältigen Möglichkeiten auf, die sich uns eröffnen. Dieses Buch nimmt Sie mit auf eine Reise in eine Zukunft, die schon längst begonnen hat.“ (aus dem Klappentext)
Der Inhalt des Buches basiert auf der Aussage der beiden Autoren, dass wir uns im zweiten Maschinenzeitalter befinden. Dieser Begriff nimmt Bezug auf das erste Maschinenzeitalter, welches ihrer Meinung nach mit der Dampfmaschine von James Watt begonnen hat und ungefähr von 1776 bis 2000 gedauert hat. Was im Buch „Mehr als 0 und 1“ unter dem Begriff „Leitmedienwechsel“ im ersten Kapitel beschrieben wird, wird hier sehr viel detaillierter erklärt und besprochen. Dabei ist das Buch ganz grob in drei Bereiche eingeteilt:
- In den ersten sechs Kapiteln werden die grundlegenden Merkmale des zweiten Maschinenzeitalters beschrieben und anhand von diversen Beispielen erklärt.
- Im zweiten Teil (Kapitel 7-11) werden dann die wirtschaftlichen Folgen des Fortschritts aufgezeigt. Kurs zusammengefasst bestehen diese aus einer Erhöhung sowohl des Wohlstands als auch des Gefälles.
- Zum Schluss (Kapitel 12-15) diskutieren die beiden Autoren noch, welche Interventionen für dieses Zeitalter ihrer Meinung nach angezeigt und effektiv sind.
Fortschritt ist exponentiell, digital und kombinatorisch
Die drei Adjektive in dieser Hauptaussage des ersten Teils des Buches, werden je in einem Kapitel (3, 4 und 5) detailliert beleuchtet und zeigen für mich gut auf, was in Bezug auf die Entwicklung der Technologie sich immer wieder vor Augen geführt werden muss. Als Mathematiklehrperson besonders gefallen hat mir die Erklärung der exponentiellen Entwicklung (vgl. dazu auch Mooresches Gesetz) mit der Legende zur Belohnung für die Erfindung des Schachspiels mit Reiskörnern. Währendem die Anzahl der Reiskörner auf der ersten Hälfte des Schachbretts noch einigermassen überschaubar bleibt, haben wir auf der zweiten Hälfte mit Zahlen zu tun, die für uns Menschen nur sehr schwer vorstellbar sind. So ist es wahrscheinlich, dass wir die weitere Entwicklung der Technik noch nicht wirklich abschätzen können.
Schule im zweiten Maschinenzeitalter
Das Buch hat den Fokus nicht, wie die anderen Bücher die ich schon in diesem Blog erwähnte habe, auf die Schule, sondern ganz allgemein auf die Technik, die Wirtschaft und damit verbunden die Politik. Obwohl im vorherigen Abschnitt nur ein einziger Gedanken aus dem Buch zum Zuge kommt, haben mich viele weitere Überlegungen, Beispiele und Zitate angeregt, mir Gedanken zu meinem Unterricht zu machen. Ein Satz, der sich auf die Schule bezieht und ich mir gelb markiert habe (ja ich habe das Buch in Papierform gelesen), möchte ich hier aber noch zitieren: „Arbeiten Sie daran die Fähigkeiten zur Ideenbildung, zur breit gefassten Mustererkennung und zur komplexen Kommunikation zu verbessern, statt sich nur auf die drei Rs zu konzentrieren.“ (S.237)
Notizen an mich
Nach dem Lesen des Buches mache ich die folgenden zwei Notizen an mich selber, die gar nicht direkt mit dem Inhalt des Buches zusammenhängen:
- Ich möchte wieder etwas häufiger ein Buch zur Hand zu nehmen und zu lesen. Auch wenn (oder gerade wenn) es nicht direkt mit dem Unterricht oder der Schule zu tun hat, regt es zum Denken an.
- Meinen Unterricht möchte ich immer wieder hinterfragen und überlegen, ob ich damit die Schülerinnen und Schüler möglichst optimal auf die Zeit nach der Volksschule vorbereite. In diesem Zusammenhang werde ich auch gleich nochmals einen Blick ins Buch „Digitale Kompetenz“ werfen, welches ich vor einigen Monaten gelesen habe.