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Fragen zu Wald- und Holzthemen
Ausgangslage
Die Schweizer Bevölkerung verbraucht rund 10 Mio. Kubikmeter Holz und Holzprodukte pro Jahr. Davon wird etwa die Hälfte in der Schweiz geerntet. 6.5 Mio. m3 werden vom Ausland importiert. Teilweise aus Gebieten, in denen der Wald auf Dauer zerstört wird. Dies obwohl jährlich im Schweizer Wald ca. 10 Mio m3 Holz nachwachsen.
1. Welche Bedeutung hat für Sie die Holzherkunft – also z.B. die Verwendung von Schweizer Holz?
Ausgangslage
Holzenergie ist CO2 neutral. Es wächst gleich viel Holz nach, wie geerntet wird. Weil bei fast jedem geernteten Baum auch Stammholz anfällt, welches in Bauten über Jahrzehnte gelagert wird, fällt die CO2 Bilanz sogar positiv aus, da im Wald zusätzliches CO2 gebunden werden kann. Holzenergie ersetzt in vielen Fällen Energie aus nicht erneuerbaren oder fossilen Energieträgern.
2. Unter welchen Voraussetzungen werden Sie Projekte für die Strom- und Wärmeerzeugung aus Holz unterstützen?
Ausgangslage
Die Klimaveränderung findet statt. Waldbewirtschafter müssen bereits heute den Klimawandel bei der Verjüngung von Wäldern mit einkalkulieren, da sie Kulturen pflegen, die 100 Jahre Umtriebszeit überdauern müssen.
3. Wie stehen Sie zum Einführen nicht heimischer trockenheitsresistenter, wärmeliebender Gastbaumarten im Zusammenhang mit der Anpassung der Wälder an den Klimawandel?
Die Schweizer Holzindustrie liegt mit ihren Betrieben oftmals mitten im Siedlungsgebiet. Damit sie international konkurrenzfähig bleibt, ist sie auf günstiges Industrieland und gute Rahmenbedingungen angewiesen.
4. Können Sie sich vorstellen, dass Wald gerodet wird, um einheimische Stämme zu lagern, der Holzindustrie bessere Rahmenbedingungen zu verschaffen und damit die Waldpflege zu unterstützen?
Ausgangslage
Das gesetzliche Betretungsrecht im Wald führt vielerorts zu Allmende- und Übernutzungseffekte durch Erholungsleistungen. Die Kosten dafür trägt oftmals der Waldeigentümer. Geltende Gesetze werden häufig, obwohl klar geregelt, nicht vollzogen. Die Bevölkerung hat sich daran gewöhnt grenzenlos mehr vom Wald und von den Waldeigentümern zu fordern, um individuelle Bedürfnisse zu befriedigen.
5. Wer sollte aus Ihrer Sicht die Kosten, die das Betretungsrecht und darüber hinausgehende Forderungen mit sich bringen, tragen?
Ausgangslage
Die eidg. Gesetzgebung schreibt vor, dass der Wald ohne Schutzmassnahmen natürlich mit standortgerechten Baumarten verjüngt werden können soll. Die Realität ist, dass vielerorts die Verjüngung nur mit Schutzmassnahmen möglich ist. Der Kanton Bern setzt zudem die eidg. Vorgaben nicht konsequent um. Der Kanton Bern erreicht seit Jahrzehnten die durch die Volkwirtschaftsdirektion vorgegebenen Abschusszahlen nicht.
6. Kommen für Sie nebst der Jagd auch andere Regulationsmechanismen wie Abschuss durch vom Staat beauftragte Personen oder die Verbreitung von Grossraubwild (Wolf & Luchs) in Frage?
Ausgangslage
Der Waldboden versauert aufgrund des Stickstoffeintrags aus der Luft (aus gesellschaftlichen Emissionen) zunehmend. Das Düngeverbot im Wald verbietet, dass gegen die Bodenversauerung Massnahmen ergriffen werden können. Die Bodenfruchtbarkeit im Wald nimmt dadurch ab.
7. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit im Wald? Wie weit sind Sie bereit sich dafür zu engagieren?
Invasive Neobioten (eingeführte Pflanzen und Tiere, z.B. aus Gärten) breiten sich im Wald aus und verdrängen einheimische Tier- und Pflanzenarten.
8. Wie und in welcher Form werden Sie sich in diesem Bereich engagieren?