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Es war einmal in eine Reiterin namens Laura, die ein einzigartiges Problem hatte: Sie konnte ihre Nerven in den entscheidenden Momenten des Turniers nicht bändigen. Jedes Mal, bevor sie in einen schwierigen Parcours startete oder wenn sie sich einem klobigen Sprung näherte, raste ihr Herz, ihre Hände wurden schweißnass und ihr Kopf war wie leergefegt. Es schien, als hätte ihre Angst ein Eigenleben und wäre fest entschlossen, ihre Erfolgschancen zu zerstören. Was sie nicht wusste, war, dass das Geheimnis, ihre Nervosität zu überwinden, in einer überraschend einfachen Technik namens «affect labelling» lag. Zu Deutsch Affektetikettierung.
Affektetikettierung ist eine sehr wirksame mentale Trainingstechnik, die durch wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt wird. Es ist nichts anderes als die Identifizierung und Benennung deiner Emotionen. Anstatt sie loswerden zu wollen – was ja nur natürlich ist – anerkennst und benennst du deine Gefühle. Dadurch erhältst du automatisch eine größere Kontrolle über sie und ihre Intensität und verringerst ihren Einfluss. Von dem Potenzial dieser Technik fasziniert, beschloss Laura, sie beim nächsten Einsatz auszuprobieren.
Bewaffnet mit neuem Ehrgeiz und einem Sinn für Humor begann Laura ihre Reise, ihre Angst durch Affektetikettierung zu überwinden. Mit ihrem treuen Pferd, Biscuit, an ihrer Seite, ging sie ins nächste Springtraining und bat ihren Trainer, ihr einen dicken Oxer hinzustellen, der ihr ganz sicher Angst machen würde. Als Laura sich diesem dann näherte, spürte sie, wie ihre Angst wuchs. Aber dieses Mal, anstatt ihr zu erliegen, atmete sie tief ein und rief aus: «Hallo ihr Schmetterlinge-im-Bauch! Zeigt mir eure bunten Flügel!»
Zu ihrer Überraschung brachte allein die Tatsache, ihre Angst als «Schmetterlinge-im-Bauch» zu bezeichnen, ein Lächeln auf Lauras Gesicht. Sie erkannte, dass sie durch die spielerische Benennung ihrer Nervosität deren negative Wirkung entschärfen konnte. Es war, als ob der Akt des Etikettierens eine Distanz zwischen ihr und ihrer Angst schuf, sodass sie die Kontrolle zurückgewinnen und sich auf die Aufgabe konzentrieren konnte.
Wissenschaftliche Forschung unterstützt die Wirksamkeit des Affektetikettierens als ein mächtiges Werkzeug zur Emotionsregulation. Studien haben gezeigt, dass das Benennen unserer Emotionen die präfrontale Hirnrinde aktiviert, was zu einer gesteigerten Selbstwahrnehmung und emotionalen Regulation führt. Gerade im Springen, bei dem schnelle Entscheidungen und klare Konzentration entscheidend sind, kann Affektetikettierung einen entscheidenden Unterschied machen.
Während Laura das Affektetikettieren in ihrem Training und auf Turnieren weiterhin anwandte, bemerkte sie eine deutliche Verbesserung ihrer Leistung. Indem sie ihre Emotionen humorvoll benannte, konnte sie sich von deren negativem Einfluss lösen und jedem Parcours mit einem erneuerten Gefühl von Selbstvertrauen begegnen. Die einst gefürchteten Momente der Angst wurden zu Gelegenheiten, ihre Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit unter Beweis zu stellen.
Affektetikettierung half Laura nicht nur dabei, ihre Emotionen zu bewältigen, sondern schuf auch eine positive und heitere Atmosphäre um sie herum. Mitreitende und Trainer konnten nicht anders, als zu schmunzeln, wenn sie ihre skurrilen Bezeichnungen für verschiedene Emotionen hörten. Diese neu gefundene Leichtigkeit und der Sinn für Humor milderten nicht nur Lauras eigene Nervosität, sondern hatten auch eine positive Wirkung auf ihre Mitmenschen und trugen zu einem unterstützenden und fröhlichen Umfeld bei.
Also… Wenn deine Nervosität dir auch immer mal wieder einen dicken Strich durch die Turnierrechnung macht, sattel auf, bewaffne dich mit ein paar Etiketten für deine Angst und bring dich und die anderen zum Lachen.
PS: geht natürlich auch im Selbstgespräch 😉