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(deutsche Version nachfolgend)
The world has experienced an unprecedented building boom since the industrial revolution. New neighborhoods, new houses, new streets and new infrastructures are emerging everywhere. This has positive effects: it creates jobs and economic performance grows, but on the other hand, there are significant negative consequences: areas are sealed, forests are cleared, untouched nature disappears or heavily cultivated.
The notion that nature can still be found right outside of our cities is, for the most part, an illusion, at least in Switzerland. The green areas that can be found between the populated places have long been used for agriculture. The intensive food production in the country has displaced nature. Due to the massive use of pesticides in agriculture, the biodiversity in the city is already greater than in the countryside. Nonetheless, cities are currently 3 to 5 degrees Celsius warmer than the countryside in the summer. This development is frightening in view of the expected climate change, as it further threatens the important natural area in our immediate vicinity and the biodiversity in the city and thus jeopardizes our health. The natural environment of the city is greatly important, especially in densely populated areas, so it should be maintained and expanded accordingly. (ETH Zurich visualized the upcoming global warming in a simple way)
Not surprisingly, cities with a high density and already high summer temperatures have been working on the subject for some time. Bangkok, Phoenix (Arizona), Lima, Beijing, Singapore, Niterói, just to name a few, have been carrying out urban reforestation, in some cases for decades, as well as peri-urban reforestation. Nowadays, there is no doubt that green spaces in and around cities influence the climate and can thereby reduce summer temperatures. The overall benefit of a green city is obvious.
While the urgent problem is already being acknowledged by many city administrations, there is still little interest among the architects and city builders, who actually have a major impact on urban planning. Since afforestation has to be strategically done and takes a long time to grow, we owe it to the next generations to take the appropriate steps today. The urban natural environment is the green lung of the future!
Another reason to strengthen the natural space in the city is related to our history. Since our species spent most of its time as hunters and gatherers, the interaction with the natural environment formed the basis of our survival. The fact that we can feel good and relax in nature is a quality that has been steadily forgotten due to industrialization and productivity demands.
The term biophilia was introduced by Erich Fromm in The Anatomy of Human Destructiveness (1973) and means „love of life or living systems“. It has been scientifically proven that biophilic elements have a positive impact on human health, improve cognitive abilities, reduce stress and increase happiness.
The forest is back in the city, or the city is also forest. To date, only a few planners have shown what this future could look like. Among them are, of course, well-known names such as Woha architects, Ecosistema urbano and Stefano Boeri Architetti, who have long recognized the importance of the urban ecosystem and are paving the way for a hopeful urbanized future.
Naturraum Stadt
Der Bauboom den die Welt seit der Industrialisierung erlebt ist beispiellos. Überall entstehen neue Quartiere, neue Häuser, neue Strassen und Infrastrukturen. Dies hat durchaus positive Effekte: es schafft Arbeit und die Wirtschaftsleistung wächst. Andererseits gibt es erhebliche negative Nebenwirkungen. Flächen werden versiegelt, Wälder gerodet, unberührte Natur verschwindet oder wird kultiviert.
Unsere Vorstellung, dass ausserhalb unserer Städte noch Natur zu finden ist, ist zumindest in der Schweiz zum grössten Teil eine Illusion. Die grünen Flächen, die sich zwischen den besiedelten Orten finden sind schon seit langem landwirtschaftlich genutzt. Die intensive Lebensmittelproduktion auf dem Land hat den Naturraum verdrängt. Aufgrund des massiven Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft, ist die Biodiversität in der Stadt schon heute grösser als auf dem Land. Dennoch wird es heute aufgrund der hohen Versiegelung in den Städten im Sommer von 3 bis 5 Grad Celsius wärmer, als Messungen auf dem Land. Diese Entwicklung ist angesichts der zu erwartenden Klimaveränderung erschreckend, da sie den wichtigen Naturraum in unserer unmittelbaren Umgebung und die Artenvielfalt in der Stadt bedroht und unsere Gesundheit dadurch gefährdet. Entgegen der allgemeinen Vorstellung gewinnt der Naturraum Stadt vor allem in dicht besiedelten Gebieten an Bedeutung, entsprechend sollte dieser gepflegt und ausgebaut werden. (Die ETH Zürich hat die anstehende Erderwärmung in einer Publikation in einfacher Weise visualisiert)
Es überrascht daher wenig, dass Städte mit einer hohen Dichte und bereits heute hohen Sommertemperaturen dem Thema bereits seit einiger Zeit eine hohe Wichtigkeit beimessen. Bangkok, Phoenix (Arizona), Lima, Beijing, Singapur, Niterói, nur um einige zu nennen, betreiben zum Teil schon seit Jahrzehnten eine Urbane, wie auch Peri-Urbane Aufforstung. Es bestehen heutzutage keine Zweifel, dass Grünräume in und um die Städte das Klima beeinflussen und die Sommertemperaturen dadurch reduziert werden können. Der allgemeine Gewinn einer grünen Stadt ist offensichtlich.
Während die dringende Problematik bei vielen Stadtverwaltungen bereits wahrgenommen wird, herrscht unter den Architekten und Städtebauern, welche die Schritte in der Stadtplanung massgeblich mitprägen, bis heute noch kaum Interesse an diesem klimatisch überaus wichtigen Thema. Da Aufforstungen strategisch implantiert werden müssen und für das Wachstum lange Zeiträume benötigen, sind wir es den nächsten Generationen schuldig, heute die entsprechenden Schritte einzuleiten. Der Naturraum Stadt ist die grüne Lunge der Zukunft!
Ein weiterer Aspekt warum es wichtig ist, den Naturraum in der Stadt zu stärken, hängt mit unserer Geschichte zusammen. Da unsere Spezies die meiste Zeit als Jäger und Sammler verbrachte, bildete die Interaktion mit der natürlichen Umwelt die Grundlage unseres Überlebens. Dass wir uns in der Natur wohl fühlen und erholen können ist eine Qualität die durch die Industrialisierung und Produktivitätssteigerung immer mehr in Vergessenheit geriet.
Der Begriff Biophilie wurde von Erich Fromm in Anatomie der menschlichen Destruktivität (1973) eingeführt und bedeutet „Liebe zum Leben“ oder „Liebe zu Lebendigem“. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass biophile Elemente die Gesundheit von Menschen positiv beeinflussen und zu einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, einer Verringerung von Stress und eine Steigerung des Glückgefühls aufweisen.
Der Wald ist zurück in der Stadt, oder die Stadt ist auch Wald. Wie diese Zukunft aussehen könnte zeigen leider bis heute nur wenige Planer. Unter ihnen finden sich natürlich bekannte Namen wie Woha architects, Ecosistema urbano und Stefano Boeri Architetti, die die Wichtigkeit des städtischen Ökosystems schon lange erkannt haben und einen Weg für eine hoffnungsvolle urbanisierte Zukunft beschreiten.
6. Januar 2020 markus elmiger