Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/511

Diese Ausgabe ist für Browser ohne zureichende CSS-Unterstützung gedacht und richtet sich vor allem an Sehbehinderte. Alle Inhalte sind auch mit älteren Browsern voll nutzbar. Für eine grafisch ansprechendere Ansicht verwenden Sie aber bitte einen moder
Beginn Inhaltsbereich
Beginn Navigator
Ende Navigator
Die durch Verkehr, Industrie, Feuerungen und Landwirtschaft ausgestossenen Stickstoffverbindungen gelangen in grossen Mengen in Luft, Boden und Wasser. Die Stickstoffverbindungen wirken sich in vielfältiger Weise negativ auf die Umwelt und die Gesundheit aus (siehe Kasten). Eine Reihe von Massnahmen wurde seit dem Ende der 80er Jahre ergriffen, um den Ausstoss von Stickoxiden aus Verkehr, Industrie und Feuerungen zu senken. Dazu gehört zum Beispiel die Festlegung von Abgasgrenzwerten für Fahrzeuge und Feuerungen. Bereits in den Botschaften zu den Agrarpolitiken 2007 und 2011 hat der Bundesrat Ziele zur Minderung der Stickstoffverluste (Ammoniak, Nitrat und Lachgas) in der Landwirtschaft festgelegt. 2003 und 2009 verabschiedete der Bundesrat zudem Berichte mit Empfehlungen über die Reduktion der Umweltrisiken von Düngern und Pflanzenschutzmitteln.
Die neue Studie des Bundesamts für Umwelt BAFU vergleicht die Stickstoffflüsse in der Schweiz zwischen 1994 und 2005. Der Ausstoss von Stickstoffverbindungen aus Feuerungen und Verkehr konnte in diesem Zeitraum um 38% reduziert werden. Zudem wurde 11 Prozent weniger Hofdünger auf Landwirtschaftsböden ausgebracht und 21% weniger Mineraldünger verwendet. Die Emissionen aus der Tierhaltung in die Atmosphäre haben um 10% abgenommen. Auch der Ausstoss von Stickstoff der Kläranlagen ist infolge eines gezielten Reduktionsprogramms um 13% zurückgegangen. Allerdings hat der Import von Stickstoff in Futtermitteln von 1994 bis 2005 um 52% zugenommen. Die anteilmässige Bedeutung der Stickstoffverluste aus der Landwirtschaft hat insgesamt zugenommen. Seit 2005 wurden gewisse Daten aktualisiert, zum Beispiel diejenigen der Luftemissionen von Stickstoffverbindungen.
Noch immer zu starke Belastung der Umwelt
In den Städten und entlang der Hauptverkehrsachens sind die gemessenen Konzentrationen von Stickstoff in der Luft (Immissionen) noch immer zu hoch.
Der Jahresdurchschnitt übersteigt dort noch klar den Grenzwert. Auch in den empfindlichen Ökosystemen übersteigen die Stickstoffeinträge aus der Luft (hauptsächlich in Form von Ammoniak und Ammonium) die Toleranzwerte. Diese Verschmutzung bleibt ein schwerwiegendes Problem, das weite Teile der Schweiz betrifft. Auch im Grundwasser werden an zahlreichen Orten nach wie vor zu hohe Nitratgehalte festgestellt (siehe Kasten).
Im Rahmen internationaler Abkommen (Genfer Konvention/Göteborg-Protokoll, Kyoto-Protokoll, Übereinkommen zum Schutze der Meeresumwelt im Nordostatlantik OSPAR, Internationale Nordseeschutz-Konferenzen, Internationale Kommission zum Schutz des Rheins und Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee) hat sich die Schweiz verpflichtet, Massnahmen zu ergreifen, um die Stickstoffüberschüsse zu vermindern. Um diese Verpflichtungen zu erfüllen, reguliert die Schweiz den Stickstoffhaushalt mit Bestimmungen im Umweltschutz-, Gewässerschutz- und Landwirtschaftsrecht.
Stickstoff ist ein Schlüsselelement für die gesamte organische Natur. Er ist der wesentliche Baustein für die Produktion von Eiweiss und somit für unsere Nahrung. In der Landwirtschaft wird Stickstoff in Form von Gülle, Mist und Mineraldünger eingesetzt. Diese Anwendungen führen dazu, dass Stickstoff in Form von Ammoniak, Ammonium und Nitrat in die Umwelt gelangt. Der Verkehr, die Industrie, die Heizungen emittieren grosse Mengen Stickoxide. Alle diese Stickstoffverbindungen gelangen in Luft, Boden und Wasser.
Dieser Ausstoss von reaktiven Stickstoffverbindungen kann Menschen, Tiere, Pflanzen, Böden und Gewässer schädigen. Lachgas ist ein starkes Klimagas und trägt zur Klimaerwärmung bei. Ammoniak und Stickoxide beeinträchtigen die Gesundheit und tragen zur Versauerung und Überdüngung von Ökosystemen bei. Dies beeinträchtigt auch die Biodiversität. Nitrat trägt zur Überdüngung von Gewässern und flacher Meere wie der Nordsee bei.