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Auf dem mittelalterlichen Schlachtfeld trug man noch keine Uniformen. Darum versahen die Ritter sich und ihre Mitstreiter mit einem Erkennungszeichen. Sie wählten dazu ein Abzeichen und einen Sinnspruch. Das Abzeichen wurde auf dem Schild und manchmal auch auf dem Waffenrock. Seine Farben tauchten in den Waffenröcken der Soldaten und in den Überhangdecken der Pferde wieder auf. So lief man nicht Gefahr, auf dem Schlachtfeld eigene Leute zu erschlagen.
In späterer Zeit entwickelten sich die Wappen zu einem eigentlichen Feldzeichen, das in der Fahne mitgeführt wurde. Die der Fahne in den Kampf. Die hölzernen Schilde wurden mit Leder bespannt. Farbige Metallstreifen, Leder oder Fellstücke bildeten das Wappen. Häufige Wappenfiguren sind das Kreuz, der Löwe, der Adler, Sterne, Treppen oder Rhomben, Winkel und Rechtecke nebst Lilien, Fischen und allerlei Vögeln. Um die Wappen in der Schlacht besser zu erkennen, wurden die Adeliger, von einem Wappenkenner, dem Herold, begleitet. Von seinem Namen stammt die "Heraldik", wie die Wappenkunde heute heisst.
Zur Zeit des Mittelalters gab es keine Möglichkeit, einen Text zu drucken. Jede Vervielfältigung musste durch Abschreiben gemacht werden. In den Klöstern gab es deshalb Schreibstuben, in denen Mönche alte wichtigen Werke und Verträge kopierten. Grössere Fürstenhöfe hatten auch eigene Schreiber, und wenn es auf der Burg nicht ein Mönch war, der Verträge und Briefe schrieb, so waren vielleicht sogar der Ritter oder sein Verwalter der Schreiber.
Da solche Schriftstücke selten vom Verfasser selber geschrieben wurden, mussten sie ein Erkennungszeichen zu ihrer Gültigkeit tragen. Diese Erkennungszeichen waren die Siegel. Jeder weltliche und jeder Kirchenfürst - später auch die Städte und freien Länder - besassen das Recht, eigene Siegel zu führen. Das Siegel trug ein Bild (ein Wappen oder eine Darstellung mit Menschen, Tieren oder Gebäuden) und einen Text. Das Dokument - oft aus Pergament - wurde mit einem Band versehen, auf das man Siegellack tropfen liess. Dann wurde mit dem Siegelstempel gesiegelt. Nur mit diesem Zeichen waren Verträge, Briefe und Unterschriften gültig.