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Anantherum muricatum
ZENTRALE BEGRIFFE
Will andere für sich einnehmen. Umgekehrt will er von nichts durchdrungen und beeinflusst werden, was er nicht kontrollieren kann. Die Aussenwelt ist bedrohlich. Angst vor Neuem, vor Veränderungen, epidemischen Krankheiten.
Zwischenmenschliche Beziehungen sind erschwert. Reagiert eifersüchtig, misstrauisch. Wird krank, wenn ihm Einfluss entzogen wird, z.B. durch ein neu geborenes Geschwister, Verlust eines wichtigen Jobs, Mobbing, usw. Kann exaltiert, hypochondrisch, dramatisch wirken, aber immer sinnlich und einnehmend. Inbrünstiges Verlangen zu reisen. Träumt von einem luxuriösen Leben.
Wechselhafte Stimmung. Ungeduld und fiebrige Hast. Schliesslich Schwäche und Ohnmacht.
Worauf richtet sich der Fokus der inneren Aufmerksamkeit?
Empfindlich reagiert Anantherum dort, wo ihm Einfluss entzogen wird, z.B. weil er in einer Gruppe nicht hinreichend geschätzt wird, weil ein Geschwister zur Welt kommt und ihn "entthront", weil er einen einflussreichen Job verliert usw. Ebenfalls krankheitsauslösend wirken Situationen, wo er seinerseits von etwas beeinflusst wird: Streit, emotionale Manipulation, sexuelle Anziehung, körperliches Leiden, usw.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
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1. Fröhlichkeit, Lachen, Singen
Fröhlicher Humor mit der Neigung, zu lachen und zu singen. A 1
Alberne Freude und absurde Selbstzufriedenheit. A 9
Gefühl, als ob sich etwas drehe im Kopf, mit Magenschmerzen, grossem Appetit, Koliken, sexuellem Verlangen; Frösteln und Schütteln ungeachtet der grossen Hitze; Depression oder ausserordentlich grosse Fröhlichkeit (sehr hartnäckiges Symptom). A 31
2. Reisen, Luxus, Vergnügen
Träume von Reisen, luxuriösem Leben, Vergnügen und Genuss. A 609
Inbrünstiges Verlangen zu reisen. A 14
Zwangsvorstellung, als ob er in einem Boot herumrudere (…) A 18
3. Selbstzufriedenheit
Alberne Freude und absurde Selbstzufriedenheit. A 9
Eine beachtliche Selbstüberschätzung; grosse Zufriedenheit mit sich selbst und seiner Arbeit; innere Selbstzufriedenheit und Lächeln. A 12
4. Gesellschaft, Mitmenschen
Hypochondrie mit Furcht vor Gesellschaft; er sucht die Einsamkeit und Verborgenheit; will nichts hören und sehen. A 4
Träume, in Gesellschaft zu sein und an einem freudigen Fest teilzunehmen. A 611
5. Nach einigen Momenten des Zuhörens ermüdet das Gehör und die Wörter werden wirr und undeutlich. A 123
6. Unbeherrschbare Eifersucht, alles verursacht Eifersucht. A 8
7. Zorn, Schlagen, Destruktivität, Reizbarkeit, Streit
Träume von Auseinandersetzungen und Streitereien. A 612
Neigung zu Zorn, mit Verlangen zu schlagen und zu zerstören. A 6
Streitsüchtig und gar nicht gut gelaunt, aber nachdem er wütend wurde, bereut er oft, was er getan hat. A 7
Unruhig, misstrauisch, sehr reizbarer Charakter, oder teilnahmslos und wie betrunken. A 5
8. Krankheit, Beschwerden, Mühsal
Träume von epidemischen, ansteckenden Krankheiten und speziell von Tollwut. A 608
Schwierigkeiten, seine Beschwerden zu definieren und auszudrücken, so gross und zahlreich sind sie, und ebensosehr ist er entnervt. A 530
Schlaflosigkeit während mehreren Nächten, mit Ermüdung, schmerzhafter Mühsal und Schwäche. A 606
Es scheint, als ob die gesamte Kraft des Organismus sich auf den Magen konzentrieren würde, um ein unendliches Leiden zu verursachen. A 249
9. Grosse körperliche und geistige Schwäche mit Melancholie, begleitet von Suizidgedanken und übermässigem Schweiss bei der geringsten Bewegung. A 522
10. Schwäche, Ohnmacht
Schwächeanfälle, als ob er das Bewusstsein verlieren würde. A 516
Häufige Ohnmachtsanfälle, vor allem nach Essen und Trinken. A 517
Extreme Schwäche, welche vom Magen herkommt und in keiner Weise gelindert werden kann. A 257
Anfälle von Benommenheit und Ohnmacht, gefolgt von einer lähmungsartigen Empfindung auf der rechten Seite des Körpers, der Zunge, der oberen und unteren Gliedmassen. A 531
Extreme Entkräftung, mit dem Verlangen zu sitzen und sich hinzulegen; in keiner Lage findet er Erleichterung. A 525
Anfälle extremer Ermüdung und Schwäche, als ob jedes Organ atrophiert und gelähmt wäre. A 529
A 546
11. Furcht vor Zukunft und Tod
Traurigkeit und Unruhe, mit Furcht vor dem Tod und vor der Zukunft. A 2
Anhaltende Furcht vor dem Tod während all seiner Leiden. A 17
Brennen und Empfindung von Schwere im Herzen mit Traurigkeit, Seelenqual und Furcht vor dem Tod. A 467
12. Ist ständig zum Weinen geneigt, sogar bei lebhaften Dingen, mit Träumereien und Halluzinationen. A 13
13. Arbeit, Tagesgeschäfte
(…) grosse Zufriedenheit mit sich selbst und seiner Arbeit (…) A 12
Traurige Träume oder Träume von Tagesangeschäften. A 606
14. Fiebrige Hast bei allen Handlungen. A 16
15. Zwangsvorstellung, als ob er in einem Boot herumrudere, kleidet sich in grotesker Manier und geht so aus, besucht regelmässig die gleichen Orte und tut die gleichen Dinge. A 18
16. Stumpfheit, Blödheit, Verwirrung
Stumpfer Intellekt und Gedächtnisverlust. A 15
Häufig Delirium, Idiotie, geistige Entfremdung. A 19
Schwindel mit Schwäche und Blödheit des Kopfes. A 21
Schwindel mit Hitze und Schwere des Kopfes, Verwirrung der Gedanken und der Sinne. A 28
Krämpfe und Kälteschauer im Kopf, mit Verwirrung der Gedanken. A 38
Dumpfe Schmerzen im Kopf, Betäubung des Gehirns, Verlangen zu ruhen und Übelkeit. A 50
Blutandrang zum Kopf mit grosser Hitze, Schwindel, Bewusstseinsverlust und Nasenbluten. A 54
Schwächeanfälle, als ob er das Bewusstsein verlieren würde. A 516
A 33, 52
17. Missempfindungen im Kopf
Gefühl, als ob sich etwas drehe im Kopf (…) A 31
Empfindung, als ob das Gehirn entblösst worden wäre und Ströme kalter Luft darüber hinwegzögen. A 36
Empfindung, als ob schwere Dinge oder Bälle sich im Kopf umherbewegten, vor allem nachts und wenn er auf der rechten Seite liegt. A 37
Schmerzen, die das Gehirn wie Stahlpfeile von der Stirn zum Nacken durchbohren. A 45
Schmerzen, als ob das Gehirn gequetscht oder verwundet worden wäre. A 48
Schmerzen im Kopf, als ob Abszesse und Tuberkel im Gehirn wären, mit lanzinierenden, brennenden und krampfähnlichen Schmerzen an vielen Stellen des Kopfes, und ein betäubter Zustand. A 49
Entzündung des Gehirns mit Hitze, als ob er brennende Kohlen im Kopf habe. A 51
Trockener oder fliessender Schnupfen, mit Betäubung des Gehirns, Berauschung, Kopfschmerzen und der Empfindung, als ob der Kopf voll Wasser wäre. A 108
A 33, 53, 108
18. Schwerer Kopf, Verlangen anzulehnen
Kopf ist ausserordentlich schwach und schwer, so dass er ihn nicht aufrecht halten kann, er lässt ihn auf diese oder jene Seite fallen. A 35
Verlangen, den Kopf gegen etwas Hartes und Kaltes zu lehnen. A 46
19. Sehen
Neigung zu zwinkern und ständig mit den Händen vor den Augen vorüberzugleiten, als ob ein Schleier vor den Augen entfernt werden müsste. A 95
Dinge erscheinen dunkel und schwankend, rot oder mit einer grauen Wolke bedeckt. A 89
A 94
20. Zwangsvorstellung, als ob er in einem Boot herumrudere, kleidet sich in grotesker Manier und geht so aus, besucht regelmässig die gleichen Orte und tut die gleichen Dinge. A 18
21. Wechselhaftigkeit
(…) Depression oder ausserordentlich grosse Fröhlichkeit (sehr hartnäckiges Symptom). A 31
Streitsüchtig und gar nicht gut gelaunt, aber nachdem er wütend wurde, bereut er oft, was er getan hat. A 7
Häufiger Wechsel der Laune und der Gedanken, bis zur Idiotie. A 10
Empfindung, manchmal von brennender Hitze, manchmal von eisiger Kälte in der Speiseröhre. A 209
Brennen und Krämpfe im Bauch mit abwechselnder Kälte und Hitze. A 305
22. Ausdehnung und Kontraktion
Lanzinierende, krampfähnliche und sich ausdehnende Schmerzen in den Schläfen, mit dem Verlangen, diese fest zusammenzudrücken. A 43
Pulsierende, lanzinierende und sich ausdehnende Schmerzen im Zahnfleisch. A 180
Magenkrämpfe mit der Empfindung, als ob die gesamten Brust- und Bauchorgane zusammengezogen und im Umfang kleiner würden; Beklemmung und Furcht zu ersticken. A 269
Häufige Empfindung von Zusammenziehen und Straffheit überall im Organismus. A 526
Zusammenziehen des Rumpfes mit der Empfindung, als ob der Rücken gekrümmt würde. A 540
23. Fallen, Ausgleiten
Schwindel und Dumpfheit, mit Blutandrang zum Gehirn, rotem Kopf und der Neigung, nach hinten zu fallen. A 23
Träume, von einer furchterregenden Höhe hinunterzufallen, mit erregtem Aufwachen, Blutandrang zum Kopf und Herzklopfen. A 610
(...) Schwindel, Delirium, Furcht zu fallen, auszurutschen, und er rutscht ständig ans Fussende des Bettes hinab (...) A 620
24. Grimassen
Gesichtsneuralgie von den Augenbrauen zum Kinn mit verzerrten Gesichtszügen und Grimassen. A 148
Krampfhafte Bewegungen, wie von einem Tick oder Kaumuskelkrampf, mit Schmerzen in den Lippen und im Kinn. A 149
Krampfartige Bewegungen der Gesichtsmuskeln mit unwillkürlichen Grimassen, vor allem auf der linken Seite. A 150
Krampfhafte Erregungen der Gesichtsmuskulatur, mit Schwierigkeiten zu beissen und zu kauen. A 157
Krampfartiges Zusammenziehen der Augen, die nach oben gedreht verharren. A 71
25. Empfindung von Abszessen und Tumoren
Schmerzen im Kopf, als ob Abszesse und Tuberkel im Gehirn wären, mit lanzinierenden, brennenden und krampfähnlichen Schmerzen in vielen Stellen des Kopfes, und ein betäubter Zustand. A 49
Schwellung und Schmerzen, als ob sich im rechten Auge ein Abszess bilden würde. A 70
Hitze im Innern der Ohren, mit Pulsieren und dem Gefühl, als ob Abszesse darin wären. A 115
Empfindung wie von Tumoren, Löchern oder spitzen Kieselsteinen im Magen. A 256
Gefühl, als ob er einen harten Tumor im Magen habe, ausgehend vom Pylorus, sich zur rechten Seite der Leber erstreckend. A 264
A 152, 325, 534, 587
26. Jucken und Brennen in den Wangen, als wären sie abgeschürft. A 134
27. Schmerz in den Gesichtsknochen mit der Empfindung, als ob sie zermalmt und ausgehängt würden. A 154
28. Empfindung während des Hustens, als ob ein sehr rauhes Seil durch die Bronchien gezogen würde. A 442
29. Empfindung, als ob die Lippen ständig voller Öl wären A 159
30. Herz
Stiche, Krämpfe und Schwäche des Herzens, welches mit Blut überfüllt und am Schlagen verhindert zu sein scheint, mit Beklemmungsgefühl; Puls langsam und voll, dann beschleunigt, hart und doppelt schlagend. A 469
Heftiges Herzklopfen mit Erstickungsanfällen bei geringster Erregung. A 471
Stiche und Krämpfe im Herzen mit der Empfindung, als ob die Herzspitze sehr fest gezwickt werde. A 472
Zittern des Herzens mit der Empfindung von Schütteln. A 473
Das Herz scheint gelähmt zu sein, als ob es nicht mehr schlagen könnte, mit todesähnlicher Schwäche. A 476
A 467, 470, 474
31. Stahl und Eisen
Neuralgische Schmerzen in den Schläfen mit der Empfindung, als ob dort eiserne Spitzen wären. A 42
Schmerzen, die das Gehirn wie Stahlpfeile von der Stirn zum Nacken durchbohren. A 45
Schmerzen, als ob er eine Menge eiserne Spitzen in den Gedärmen habe. A 320
Empfindung, als ob seine Arme durch darinliegende Eisenstangen steif ausgestreckt gehalten würden. A 556
Drückende und zusammenziehende Schmerzen im Kopf, als ob dieser mit einem Eisenreifen zusammengedrückt würde. A 53
32. Etwas Lebendiges
Empfindung, als ob sich Würmer in der Speiseröhre und im Magen umherbewegen würden. A 252
Zusammenziehende, nagende und reissende Magenschmerzen, als ob diese durch etwas Lebendiges verursacht würden. A 260
Verhärteter und ulzerierender Tumor in der Brustdrüse mit Schwellung der Brust- und Achsellymphdrüsen; brennende, lanzinierende und nagende Schmerzen, als ob ein lebendiges Tier darin wäre. A 414
33. Stiche
Pulsierende und lanzinierende Schmerzen im Hirn, als ob es ständig durchstochen würde. A 44
Kleine Bläschen im Gesicht, die öfter stechen wie von Nadelstichen. A 136
Empfindung, als ob das Gesicht von Insekten gestochen worden sei. A 143
Empfindung, als ob zwischen die Rippen gestochen worden sei. A 545
A 42
34. Wasser, Wellen, Ertrinken
Gefühl, als ob er Wasser im Kopf hätte, vor allem beim Gehen, mit Verwirrung der Gehirnfunktionen und grossen Kopfschmerzen. A 33
Trübes Sehvermögen, als ob wässerige Dämpfe vor den Augen wären. A 94
Trockener oder fliessender Schnupfen, mit Betäubung des Gehirns, Berauschung, Kopfschmerzen und der Empfindung, als ob der Kopf voll Wasser wäre. A 108
Er hört öfter ein Geräusch wie von Wellen, die gegen das Ufer schlagen, mit einem betäubenden Laut, was ihm verunmöglicht, irgendein Wort zu verstehen. A 125
Gesicht verfärbt, wie dasjenige einer ertrunkenen Person. A 131
Schwere und Erweiterung des Magens, als ob er voll Wasser sei. A 272
Schwellung der Gebärmutter, wie von einer Wasseransammlung. A 394
Zwangsvorstellung, als ob er in einem Boot herumrudere, kleidet sich in grotesker Manier und geht so aus, besucht regelmässig die gleichen Orte und tut die gleichen Dinge. A 18
A 208
35. Licht, glänzende Objekte
Alles erscheint übermässig hell und glänzend. A 92
Unfähigkeit zu trinken trotz grossen Durstes, wegen Krämpfen im Hals, welcher sich zusammenzieht und sich steif anfühlt, sobald er irgendetwas hört, das von Wasser handelt, oder glänzende Objekte sieht. A 208
Sehr intensive Lichtscheu; Licht verursacht eine Art Jucken in den Augen. A 69
36. Stimulantien, Gewürze
Kaffee verschlimmert die Schmerzen, aber behebt sie danach. A 512
Branntwein verschlimmert, aromatische Liköre bessern die Schmerzen. A 513
Er hat alles gern, ausser was fade, wässerig oder süss ist; zieht salziges und pikantes Essen vor. A 218
Verlangen nach kaltem Wasser, Branntwein, Apfelwein und sauren Getränken. A 226
Liebt starke Düfte; Verlangen nach Knoblauch, Lorbeer, süssem Basilienkraut und allen Arten von Gewürzen; er sehnt sich sogar nach aromatischen Getränken. A 227
37. Nahrung wird nicht verdaut
Die Nahrung passiert unverdaut seinen Verdauungstrakt, fast so schnell wie er sie gegessen hat. A 254
Schmerzhafte, unmögliche Verdauung; er erbricht Nahrung genau so, wie sie vor mehreren Tagen eingenommen wurde. A 259
38. Sexualität
Starke Zunahme des sexuellen Verlangens. A 374
Das sexuelle Verlangen wird gesteigert durch jeden Versuch, es zu befriedigen, bis es ihn zu Onanie und Verrücktheit treibt. A 375
Während des Geschlechtsverkehrs verschwinden all seine Beschwerden, nur um danach mit verstärkter Heftigkeit wieder zurückzukehren. A 376
Sexuelles Verlangen mit Anfällen von Impotenz. A 377
Vollständiges Ausbleiben des sexuellen Verlangens. A 378
Schwieriger Samenerguss, sehr langdauernd oder unvollständig. A 379
A 380, 381
39. Eierstöcke
Brennende Schmerzen, als ob eine Wärmepfanne in der Gegend der Eierstöcke wäre. A 382
Empfindung von Schwellung in den Eierstöcken, als ob sie gestreckt und die ganze Zeit geklemmt würden. A 383
Unfruchtbarkeit, wie von Atrophie der Eierstöcke. A 393
40. Mammae
Stiche und ausdehnende Schmerzen in den Brüsten, mit der Empfindung von Vergrösserung. A 407
Entzündung und Schwellung der Brustdrüsen. A 410
Blutandrang in den Brüsten, als ob sich Milch ansammeln würde. A 411
Ausweitende und krampfartige Schmerzen, mit der Empfindung von Beissen in den Brüsten. A 413
Übermässige Absonderung von Milch. A 418
Die Brüste sind atrophiert und werden weich. A 419
A 414
41. Kalte Luft
Empfindung, als ob das Gehirn entblösst worden wäre und Ströme kalter Luft darüber hinwegzögen. A 36
Die Luft, die durch die Nasenlöcher einströmt, scheint eisig kalt zu sein. A 101
Unerträgliches Jucken in der Nase mit heftigem Niesen, sobald er ein bisschen kalte Luft einatmet. A 111
Brennende, lanzinierende, reissende, rheumatische und gichtische Schmerzen, grundsätzlich schlechter abends und nachts, bei Lagewechsel, durch Wind, kalte Luft mit Feuchtigkeit, und starke Hitze. A 511
In dieser Phase leidet Anantherum über Gebühr unter seinen Beschwerden, seien sie körperlicher oder psychischer Art. Wir nehmen ihn im ersten Moment vielleicht als klassischen Hypochonder wahr, der völlig entnervt von seinen grossen und zahlreichen Beschwerden erzählt Th 8.
Die dramatischen Berichte – oder seine dramatischen Reaktionen auf an sich undramatische Lebenssituationen – haben immer das Ziel, sein Gegenüber zu beeinflussen, eindringlich zu überzeugen, intensiv in Kontakt zu sein. Kinder können den Kontakt ganz körperlich suchen, respektive auf den Verlust körperlicher Nähe heftig reagieren, z.B. wenn sie im eigenen Bettchen schlafen müssen, abgestillt werden usw. Dann tritt die unbeherrschbare Eifersucht aufs Tapet Th 6.
Die Stimmung ist wechselhaft Th 21, er schwankt zwischen ausserordentlicher Fröhlichkeit und Depression Th 1. Nachdem er wütend wurde, bereut er oft, was er getan hat Th 7. Selbst lebhafte Dinge bringen ihn zum Weinen Th 12. Neue, noch unbekannte Orte bedeuten für ihn neue Wirkungsfelder, welchen er mit grosser Unsicherheit begegnet Th 20. Geringe Erregung verursacht schon Herzbeschwerden Th 30. Sein Auftritt kann etwas Exaltiertes haben, wirkt aber sinnlich intensiv und einnehmend.
Egotrophie
In seinem Versuch, eine vollkommenen Daseinsform zu verwirklichen, führt Anantherum ein intensives, aktives, farbiges Leben. Sein Verlangen zu reisen ist "inbrünstig", er träumt sogar davon. Ebenso träumt er von einem luxuriösen Leben, von Vergnügen und Genuss. Th 2. Gesellschaft und fröhliche Feste kommen wohl nicht nur in seinen Träumen vor Th 4, man kann ihn sich als charismatischen Gastgeber vorstellen, der viel investiert, um seine Gäste für sich einzunehmen. Seine Stimmung ist fröhlich, er lacht und singt, neigt dabei aber zu Selbstzufriedenheit und Selbstüberschätzung Th 1, 3. Sexualität erlebt er während des Geschlechtsaktes als heilsam und beglückend – intensive körperliche Präsenz und Durchdringung sind hier Programm – allerdings kehren alle seine Beschwerden danach mit verstärkter Heftigkeit zurück Th 38.
Wenn Anantherum seine Verlustgefühle und Ängste kompensiert, bekommt seine intensive Präsenz etwas Getriebenes: Fiebrige Hast bei allen Handlungen Th 14. Weil das glühende Leben seinen Tribut fordert und er in Schwäche und Ohnmacht fällt Th 10, versucht er sich mit aromatischen Getränken und Gewürzen anzuregen Th 36.
Den Verlust seiner inneren Stabilität versucht er auszugleichen, indem er regelmässig die gleichen Orte aufsucht und die gleichen Dinge tut Th 20. Den unsicheren Kopf möchte er am liebsten an etwas Hartes und Kaltes anlehnen Th 18. Wenn er die anderen Menschen nicht genügend für sich einzunehmen vermag, kann dieser seelische Wunsch sich rein sexuell ausdrücken, sein Verlangen kann so zunehmen, dass er fast verrückt wird Th 38.
Egolyse
In der Rückzugsphase sehen wir einerseits Stumpfheit, Verwirrung, Bewusstseinsverlust Th 16. Hier ist Anantherum bereits so schwach, dass er sein Anliegen an Intensität und Einflussnahme aufgegeben hat. Er kann nicht mehr zuhören, da sich die gehörten Wörter verwirren Th 5. Enden tut alles in grosser Schwäche, Melancholie und Suizidgedanken Th 9. Bevor er aber resigniert, erleben wir den Patienten in Zwangshandlungen von einer gewissen Heftigkeit Th 15. Er schneidet Grimassen Th 24 oder deliriert, Gedanken und Sinne verwirren sich Th 16.
Alterolyse
Wenn Anantherum seine Mitmenschen beschuldigt, an seinem Leiden schuld zu sein, wirft er ihnen vor, ihm auszuweichen, sich zu verschliessen, nichts von ihm wissen zu wollen. Oder er reagiert mit Zorn, Heftigkeit und Zerstörung auf vermeintliche Zurücksetzung. Th 7
Welche "Conditio humana" lehnt er ab? Wo wünscht er sich Vollkommenheit?
Die Problematik von Anantherum kreist um die Begriffe durchdringen, einnehmen, intensiv körperlich präsent sein. Eine Analogie zum grossen Wurzelgeflecht der Pflanze ist augenfällig. s. Anmerkungen
Er will andere in einer sinnlichen, eindringlichen und tiefgehenden Art und Weise für sich gewinnen. Er sucht anhaltend intensives, genussvolles Leben via Sexualität, Reisen, Luxus, Stimulantien. Th 2, 36, 38 Dabei will er seinerseits von nichts durchdrungen oder beeinflusst werden, was er nicht kontrollieren kann. Er will nicht zuhören Th 4, 5, will nicht von Auseinandersetzungen Th 7 oder Krankheiten Th 8 erfasst werden. Im menschlichen Dasein jedoch gibt es beides: Einflussnahme und Beeinflusstwerden. Dies lehnt Anantherum ab.
Wo erlebt er deshalb ein Nichtgenügen, einen Verlust?
Gemessen an seinem Anspruch, alles durchdringen und einnehmen zu wollen, erlebt Anantherum den tatsächlichen Einfluss, den er auf andere hat, immer als ungenügend. Dies verunsichert ihn tief. Er wird wankelmütig Th 21, unruhig, misstrauisch Th 7 und reagiert sehr eifersüchtig Th 6. Zudem verliert er die Möglichkeit, auf andere zu hören, von ihnen etwas aufzunehmen Th 4. All dies führt zum Verlust seiner Festigkeit, er meint zu fallen Th 23, sein Kopf wackelt hin und her Th 18.
Was empfindet er infolge der Ablehnung als Bedrohung oder als Strafe?
Alle äusseren Einflüsse können Anantherum bedrohen. Er fängt an, seine Mitmenschen zu meiden, sucht die Einsamkeit und Verborgenheit Th 4. Er träumt von epidemischen, ansteckenden Krankheiten Th 8, fürchtet sich vor Leiden ganz allgemein, letztlich vor dem Tod Th 11. Der Traum, aus einer furchterregenden Höhe hinunterzufallen Th 23 zeigt bildlich, wie hoch sein Anspruch an Einflussnahme und Durchdringung ist.
Wie könnte sich ein bewusster Umgang mit der Grundproblematik darstellen?
So wie das Vetivergras durch sein dichtes Wurzelwerk ganze Gebiete vor Erosion bewahren und Böden von Schwermetallen reinigen kann, wäre eine analoge Möglichkeit für den Anantherum-Menschen, dank seines Charismas eine Gruppe zusammenhalten und begeistern zu können.
Der Anspruch, in einer anhaltend intensiven Weise zu leben und andere durch seine Präsenz für sich einzunehmen, kann unmöglich auf Dauer aufrecht erhalten werden. Anantherum erlebt deshalb einen ständigen Wechsel zwischen Depression und ausserordentlich grosser Fröhlichkeit. T. F. Allen bemerkt dazu: "sehr hartnäckiges Symptom" Th 21. Auch die Wechselhaftigkeit an sich scheint also in der für Anantherum typischen Intensität erlebt zu werden.
In die gleiche Richtung weist das Symptom: Ist ständig zum Weinen geneigt, sogar bei lebhaften Dingen, mit Träumereien und Halluzinationen Th 12. Die lebhaften, also intensiven Dinge bemächtigen sich seiner - durchdringen ihn hier, rühren ihn ungewollt zu Tränen. Nur in seinen Träumereien gelingt es ihm, sich zu entziehen.
Ein weiteres Bild für seine emotionale Verwirrung ist die Zwangsvorstellung, als ob er in einem Boot herumrudere Th 15.
Kleidet sich in grotesker Manier und geht so aus, besucht regelmässig die gleichen Orte und tut die gleichen Dinge Th 15. Hier steigern sich seine Zwangsvorstellungen zu Zwangshandlungen: In grotesker Kleidung zu erscheinen bewirkt ein intensives Wahrgenommenwerden und erfüllt so seinen Wunsch, die andern mit seiner Präsenz zu "durchdringen". Das Ritualisieren von Handlungen und Orten gibt ihm Halt in seinem Wahn.
Er hört öfter ein Geräusch wie von Wellen, die gegen das Ufer schlagen, mit einem betäubenden Laut, was ihm verunmöglicht, irgendein Wort zu verstehen Th 34. Hier zeichnet sich ein Bild der Abschottung ab. Die Wellen oder Eindrücke von aussen prallen an ihm ab, machen ihn taub.
Andererseits kann er sich diesen Einflüssen nicht entziehen und scheint im Wasser zu ertrinken: Empfindung, als ob der Kopf voller Wasser wäre; als ob der Magen voll Wasser sei; Gesicht verfärbt, wie dasjenige einer ertrunkenen Person Th 34.
Anantherum hat viele marternde Missempfindungen im Kopf Th 17. Es scheint als ob die Intensität, mit der er andere durchdringen möchte, ihm im selben Masse Schmerzen bereite: Stahlpfeile durchbohren ihn von der Stirn zum Nacken, er hat Hitze im Gehirn wie brennende Kohlen, fühlt sich gequetscht oder verwundet an, als ob Abszesse und Tumoren da wären oder als ob das Gehirn entblösst worden wäre und Ströme kalter Luft darüber hinwegzögen.
Stahl und Eisen Th 31, als Ausgangsmaterial für stechende, schneidende – in diesem Sinne durchdringende Werkzeuge – kommen bei Anantherum in Schmerzempfindungen wie von eisernen Spitzen und Stahlpfeilen vor. Aber es gibt auch den haltgebenden oder einzwängenden Aspekt durch Eisenstangen und Reifen. Empfindung, als ob seine Arme durch darinliegende Eisenstangen steif ausgestreckt gehalten würden. Hier denke man auch an die Anstrengung und Spannung, welche es braucht, um Intensität aufrecht zu halten.
Der Verlust eines entspannten Austauschs, der sich aus der Anantherum-Thematik ergibt, passt zu den Herzsymptomen: Bei geringster Erregung Herzklopfen mit Erstickungsanfällen; das Herz scheint gelähmt, als ob es nicht mehr schlagen könnte, es ist als ob die Herzspitze sehr fest gezwickt werde Th 30.
Anantherum erlebt zwei parodierende Symptome zum Thema Eindringen:
Empfindung während des Hustens, als ob ein sehr rauhes Seil durch die Bronchien gezogen würde Th 28. In der sumerischen Ikonographie stellt ein Seil, das durch eine geflügelte Tür (Lungenflügel!) läuft, das Band der Vereinigung zwischen Gott und Menschen dar LdtS.
Empfindung, als ob die Lippen ständig voller Öl wären. Die Salbung mit Öl bedeutet die Eingiessung göttlichen Lebens LdtS.
In den folgenden Symptomen scheint es, als würde sein Gesicht demontiert: Jucken und Brennen in den Wangen, als wären sie abgeschürft Th 26, Schmerz in den Gesichtsknochen mit der Empfindung, als ob sie zermalmt und ausgehängt würden Th 27 wie auch krampfartige Bewegungen der Gesichtsmuskeln mit unwillkürlichen Grimassen Th 24. Das Gesicht zu verlieren ist eine weitere Parodie, auf den Wunsch die Mitmenschen mit seiner starken Präsenz zu vereinnahmen.
In der Sexualität findet der Anantherum-Mann eine Möglichkeit, Intensität zu erleben, körperliches Eindringen zu erfahren: Das sexuelle Verlangen ist gesteigert durch jeden Versuch, es zu befriedigen, bis es ihn zu Onanie und Verrücktheit treibt.
Bei der Frau hingegen ist auch eine Ablehnung des Sexualaktes vorstellbar, da Eindringendes abgelehnt wird. Hingegen gibt es bei ihr übersteigerte Beschwerden bei den Mammae: Blutandrang in den Brüsten, als ob sich Milch ansammeln würde; Übermässige Absonderung von Milch, also Stillen im Sinne eines Aktes von intensiver Nähe und "Durchdringen eines anderen" mit eigener Substanz.
Träume von epidemischen, ansteckenden Krankheiten und speziell von Tollwut Th 8. Die Tollwut ist, nebst der Lepra, die erste Krankheit, an der die Menschheit das Prinzip der Ansteckung erkannt hat. Anantherum erzeugt Symtpome, wie wir sie auch von Lyssinum kennen: Unfähigkeit zu trinken trotz grossen Durstes (...) sobald er irgendetwas hört, das von Wasser handelt, oder glänzende Objekte sieht Th 35.
Den expansiven Anteil von Anantherum können wir auch bei anderen Mitteln sehen, die sich in der Egotrophie erhaben, glänzend und beeindruckend zeigen wollen, z.B. Medorrhinum, Sulfur, Phosphor, Platin oder Glonoinum.
Mit Lyssinum teilt Anantherum die Angst vor Ansteckung bzw. die Ablehnung, beeinflusst zu werden. Wo Anantherum mit körperlicher Präsenz und Intensität auftritt, hat Lyssinum den Anspruch ein einflussreicher Führer zu sein. Wie ein sensibler Seismograph nimmt er alles wahr, will sich und andere schützen vor schlechten Einflüssen. RMM 5
Bei Bambus, das ebenfalls der Familie der Poaceae (Süssgräser) angehört, ist die Ähnlichkeit der durchdringenden Verwurzelung offensichtlich. Ein Vergleich auf Hypotheseneben steht noch nicht zur Verfügung.
ZUR SUBSTANZ
Anantherum muriaticum, Vetiveria zizanioides, Khuspflanze, Vetiver (Familie: Poaceae)
Vetiveria zizanioides (Syn.: Chrysopogon zizanioides, Andropogon squarrosus Hack., Andropogon muricatus Retz.) ist ein, aus dem tropischen Asien kommendes, Süssgras. Die Grashorste haben einen Durchmesser von etwa 30 cm, die Höhe der Pflanze beträgt 50 bis 150 cm. Die Wurzeln dringen bis zu 3 Meter tief mit einem dichten und massereichen Geflecht in den Boden. wikipedia 2014
ANMERKUNGEN
Vetiver wird wegen seines dichten Wurzelgeflechts gezielt überall dort angepflanzt, wo Bodenerosion droht. Die Wurzeln halten zudem den Boden feucht und können ihn bis zu einem gewissen Grad entgiften. Deshalb wird Vetiver in Südostasien einerseits zur Bodenverbesserung angepflanzt, andererseits als Feldumrandung.
Vetiveröl ist ein sehr bewährtes Mittel, um lästige Insekten loszuwerden. Im Orient werden beispielsweise viele Stoffe mit dem Öl imprägniert, um sie vor Motten zu schützen. Auch in unseren Breitengraden ist die Essenz eine natürliche und ungiftige Alternative zu Mottenkugeln, die ihr den Namen Mottenwurzel eingebracht hat. wikipedia 2014
Ananterum fehlt im Complete-Repertory in den Rubiken:
Verlangen gut gewürzte Speisen; Verlangen Stimulantien
Er hat alles gern, ausser was fade, wässerig oder süss ist; zieht salziges und pikantes Essen vor. A 218
Verlangen nach kaltem Wasser, Branntwein, Apfelwein und sauren Getränken. A 226
Liebt starke Düfte; Verlangen nach Knoblauch, Lorbeer, süssem Basilienkraut und allen Arten von Gewürzen; er sehnt sich sogar nach aromatischen Getränken. A 227
QUELLEN
Überarbeitung im Rahmen der Arzneimittelstudiengruppe Olten, Februar 2011
A: Allen, T.F., The Encyclopedia of pure Materia Medica, New Delhi 1988, Band 1
LdtS: Cooper, J.C., Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole, Wiesbaden 1986
Bild: Peter Barthel, D – Flögeln