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Der ehemalige Petrobras-Chef Paulo Roberto Costa wurde am Mittwoch in seiner Villa in Rio de Janeiro verhaftet. Wegen Korruptions- und Geldwäschereivorwürfen war Paulo Roberto Costa bereits im März vorübergehend in Haft genommen worden. Grund für die erneute Festnahme sei akute Fluchtgefahr des gefallenen Managers, sagte die Staatsanwaltschaft gegenüber brasilianischen Medien.
Gleichzeitig bestätigte das oberste Gericht des Bundesstaates Paraná die Sperrung der Bankkonten Costas durch die Schweizer Behörden. Diese hätten insgesamt 28 Millionen Dollar auf fünf verschiedenen Banken blockiert. Neben Costas privaten Konten (23 Millionen Dollar) wurden laut der brasilianischen Zeitung «O Globo» auch die Konten seiner beiden Töchter, der Schwiegersöhne und des Geldwechslers Alberto Yousseff gesperrt.
Überteuerte Raffinerie
Costas Anwalt Nélio Machado weist die Vorwürfe gegen seinen Klienten zurück. Dieser habe keine Konten in der Schweiz. «Und selbst wenn, wäre dies noch lange kein Beweis für die angebliche Fluchtgefahr.»
Hintergrund des Verfahrens gegen Costa sind Unregelmässigkeiten beim Bau der Raffinerie in Abreu e Lima im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco. Statt der ursprünglich veranschlagten 2,5 Milliarden Dollar kostete das Projekt laut Medienberichten unglaubliche 18,5 Milliarden Dollar. Costa habe die Kosten künstlich aufgebläht und dafür Provisionen von den beteiligten Bauunternehmen kassiert, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.
Etliche Skandale
Mit über 80'000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 130 Milliarden Dollar ist Petrobras eine der grössten Ölfirmen weltweit. Der Konzern hat in den letzten Jahren mit etlichen Korruptionsskandalen immer wieder negative Schlagzeilen geschrieben. Paulo Roberto Costa führte den Öl-Multi bis 2012.