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Während Bruce Kimmel von Kritzerland den Film in den höchsten Tönen lobt, fand ich Men in War gerade passabel. Durchaus ein interessantes Stück mit Antikriegsfilmcharakter und gut gespielt, dennoch nicht so haften bleibend und etwas sehr nach Studiobacklot aussehend. Die Musik zu Anthony Manns Film stammt von Elmer Bernstein, der mit dem Regisseur ausserdem (und fast zur gleichen Zeit) bei The Tin Star und God’s Little Acre gearbeitet hat. Men in War spielt an einem Tag während des Südkoreakriegs und ist mehr psychologisches Kammerspiel denn monumentaler Kriegsfilm, in dem eine abgesonderte Truppe ums Überleben kämpft. Robert Ryan ist in den Rolle des Lt. Benson zu sehen während Robert Keith beweist, dass es nicht vieler Worte bedarft um eine starke Rolle zu spielen.
Beginnend mit einem insbesondere in den ersten 120 Sekunden mehrheitlich dissonant gefärbten Titelstück (Sounds of War – Battle/First March), der mich an Goldsmiths Time Out Episode aus Twilight Zone-The Movie erinnert, gibt Bernstein damit den Grundton seines eher zurückhaltenden Scores durch. Das gesungene Men in War Theme in Stück 2 (in Track 1 spielt es Bernstein nur kurz an) erscheint im Ganzen eher unpassend, aber in jener Ära war es, wie wir wissen, nicht selten, dass eine Titelmusik mit Worten „befüllt“ wurde.
Von diesem Hauptthema leitet Bernstein eine hoffnungslosere, verlorene Variation ab, zumeist von Solostimmen der Holzbläser oder Streichern zu hören. Eine erste Vollversion des Titelthemas ist in Forest of Mines zu hören und klingt treffenderweise wie ein Todesmarsch.
Mit geschickten Orchestrationen versuchen Bernstein und Gil Grau das kleinere Ensemble voll auszunützen. Neben den kurzen, hoffnungsvollen oder gar heroischen Momenten der Musik (End of the Road, Salute to Heroes), sind es die disharmonischen, kantigen Passagen von Perkussion und Blech, die Men in War interessant machen. Hier greift Bernstein insbesondere auf das oft eingesetzte Timpani aber auch auf Snare, Bongos oder Marimba/Xylophon zurück. Die Spannungspassagen sind demgegenüber eher leise und fein orchestriert.
Das exotische Ambiente (von dem im Film wie erwähnt kaum was zu bemerken ist) beachtet Bernstein so gut wie gar nicht. Hingegen ist viel Emotion und Leidenschaft in Impassioned Argument zu hören, „empathisch“ interpretiert von einem Solo Cello. Abgeschlossen wird der Score schliesslich wieder vom „über“heroischen Chorgesang der Titelmusik.
Men in War ist nicht der exemplarische Kriegsfilmscore wie beispielsweise ein Bridge at Remagen, aber eine durchaus solide, clever gemachte und im Film zweifellos auch dank ihrer Sparsamkeit geschickt eingesetzte Musik. Leider ist das Booklet wie immer bei Kritzerland sehr dünn und dürftig ausgefallen, erfreuen wir uns halt umso mehr an diesem unbekannteren Elmer Bernstein (ein gleich lange dauerndes Bootleg übrigens erschien im Jahr 2000).