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HIer ein Verweis auf einen schönen Kommentar von Jörg Kachelmann:
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_84599106/kachelmanns-donnerwetter-diesel-die-politik-ignoriert-ein-groesseres-problem.html
In unserer Siedlung gibt es das Problem auch. Besonders an windstillen Abenden stinkt es manchmal sehr stark. Ich muss gestehen, dass wir auch so einen Kaminofen haben. Im letzten Winter haben wir ihn einmal angeworfen. Diesmal über Weihnachten an 3 Tagen. Wir geloben Besserung.
Die „Gelben Westen“ fordern eine Steuer auf Flugbenzin (Kerosin).
Die Kerosinsteuer ist ein beliebtes Thema. Für inländische Flüge könnte es in der EU jederzeit eingeführt werden. In den Niederlanden wurde es für Inlandsflüge (gibt es die in den Niederlanden?) eingeführt.
Interessanter
sind aber die transnationalen Flüge. Die Steuerfreiheit ist in dem Abkommen
über die internationale Zivilluftfahrt geregelt. Ein Austritt aus diesem
Abkommen ist wohl nicht angebracht.
Mitgliedsländer
können aber von einzelnen Regelungen des Vertrags abweichen. Es besteht nur eine
Mitteilungspflicht.
Was würde
passieren, wenn ein Land wie Frankreich eine Kerosinsteuer einführen würde.
Wenn die Steuer sehr gering wäre, natürlich nichts. Aber die Steuer soll
natürlich eine Lenkungswirkung haben.
Wer in
einer großen Stadt wie Paris (82 Minuten mit dem TGV nach Brüssel)oder in der
Nähe der Grenze lebt, fährt zum nächsten ausländischen Flughafen und fliegt
ohne Kerosinsteuer. Wer sind die Gelackmeierten? Die Menschen, die auf dem
Lande und im Zentrum des Landes leben. Was machen die dann? Sie legen eine
gelbe Weste an und …
Ich habe im
Internet eine Aufzeichnung von der letzten Klimakonferenz in Kattowice gefunden.
Ein
englischer Forscher hat die Ergebnisse seiner Studien präsentiert. Es ging
unter anderem darum, welcher Effekte ein Wirbelsturm in Bangladesh hat unter
der Berücksichtigung des Meeresspiegelanstiegs. Es wurde gezeigt, dass es immer
schlimmer wird, wenn der Meeresspiegel steigt. Das ist natürlich zu erwarten,
aber interessant waren natürlich die Zahlen, wie viel Land und wie viele
Menschen es betrifft.
Ein Punkt
wird aber nie erwähnt. Welchen Effekt hätte der Bau eines Deiches? Wie viel
würde ein solcher Deich kosten und wie lange würde es dauern ihn zu bauen.
Irgendwo habe ich von Baukosten von 4 Mrd. Euro gelesen.
In Oldenburg hat man festgestellt, dass die Stickoxid-Messstelle nicht gesetzeskonform aufgestellt ist. Der Ansaugstutzen muss gemäss EU-Richtlinie zwischen 1,5 m und 4 m Höhe sein.
Journalisten hatten 1,43 m gemessen. Jetzt wird die Messstelle geändert auf 1,53m. Warum haben die bei der EU eigentlich einen Spielraum von 1,5 m bis 4 m zugelassen? Die gönnen uns einfach die hohen Messwerte nicht. Aber darauf fällt unser (SPD-)Umweltminister nicht rein. So einfach lassen wir uns nicht von der Spitze verdrängen.
Angenommen man hat bei Dunkelgelb (=rot) die Ampel überfahren und wurde geblitzt. Man erhält einen Brief mit einem Bussgeldbescheid über 200 Euro und eine Aufforderung künftig das Überfahren einer roten Ampel zu unterlassen. Bei erneutem Überfahren werden 4001 Euro fällig und zwar jedes Mal.
Diese Unterlassungserklärung ist in den nächsten Tagen unterschrieben zurückzuschicken.
Die Reaktion wäre wohl Empörung, aber so funktionieren Abmahnungen.
Es laufen Leute herum und schauen, ob alle Preisschilder an Autos richtig beschriftet sind oder dass an Kühlschränken Energieklassenschilder an der richtigen Stelle befestigt sind. Wenn sie einen Fehler finden, schicken sie eine Rechnung über 200-300 Euro und die beschriebene Unterlassungserklärung.
Man zahlt im Übertretungsfall nicht an den Staat, sondern an die Leute. Es gibt 78 Organisationen, die das Recht haben, so Einnahmen zu kreieren, u.a. die Verbraucherzentralen.
Eine ist die Deutsche Umwelthilfe, die auf diese Art Einnahmen von 2,6 Millionen Euro hat.
Vielleicht könnte man Rentnern mit niedriger Rente erlauben, Briefe an Falschparker zu verschicken, um ihre Rente aufzubessern.
Wir haben in unserem Haus eine Gasheizung, die auch NOx emittiert. Vermutlich werden an unserem Schornstein daher die Immissionsgrenzwerte überschritten. Das ist aber kein Problem, da sich dort ja niemand das ganze Jahr aufhält. Es lässt sich aber in Deutschland wohl nicht ausschließen, dass Menschen sich das ganze Jahr am Strassenrand aufhalten. Deshalb sind die Messcontainer immer direkt am Strassenrand aufgestellt.
In unserem Dorf in der Schweiz gibt es einen Golfplatz, an dem ein schöner Wanderweg vorbeiführt. Man hat dort ein Schild angebracht: «Vorsicht fliegende Golfbälle. Nicht stehenbleiben, zügig weitergehen!». Das hat mich auf folgende Idee gebracht.
Da die überhöhten NOx-Werte nur direkt am Strassenrand auftreten (in den angrenzenden Geschäften und Wohnungen sind sie erheblich niedriger), könnte man doch Schilder aufstellen mit dem Text: «Achtung: erhöhte NOX-Emissionen! Der ständige Aufenthalt am Strassenrand ist untersagt.»
Bei der Diskussion der Stickstoffdioxid-Immissionen (NO2) wird immer die Gesundheit der Bürger in den Vordergrund gestellt. Wenn man darauf hinweist, dass an deutschen Arbeitsplätzen 950 µg und an Schweizer Arbeitsplätzen sogar 6000 µg zulässig sind, dann wird häufig auf die asthma-kranken Kinde am Straßenrand hingewiesen.
In Wikipedia ist zulesen, dass die Auswirkungen des NO2 bei Kranken nicht größer sind als bei Gesunden.
Man soll aber den Eindruck gewinnen, dass der Grenzwert von 40 µg/m³ durch die Gesundheitsgefahren bestimmt ist.
Heute sagte jedoch die Leiterin des Bundesumweltamtes Maria Krautzberger in der Süddeutschen Zeitung: „Wir haben einen Grenzwert, der sich am technisch Machbaren orientierte.“
Der Grenzwert wurde also nicht nach den Gesundheitsgefahren bestimmmt, sondern nach der Machbarkeit. Man hat also aus den Emissionen der Autos die zu erwarteten Immissionen ausgerechnet und daher den Grenzwert festgelegt. Leider hat man sich verrrechnet. Die USA hatten 103 µg ausgerechnet und haben jetzt kein Problem mit den Schadstoffen in der Luft.
Ich habe aber Zweifel, dass die Aussage der Frau Krautzberger richtig ist. Es gibt andere Quellen, die behaupten der Wert von 40 µg/m³ sei mehr zufällig gewählt worden.
Der Grenzwert für die Exposition von Menschen für NO2 ist 40 µg pro m³ für ein Jahr. Wieviel atmet man in so einem Fall pro Jahr ein?
Pro Tag atmet der Mensch etwa 10 m³ ein. Im Jahr macht das dann 3650 m³. Multipliziert man das dann mit den 40 µg, erhält man etwa 150’000 µg oder 150 mg oder 0.15 g.
Und wieviel kommt aus so einem Dieselauto raus?
Bei den Autos gibt man, wieviel NO2 pro gefahrenem Kilometer ausgestossen werden. Es sollten 80 mg/km sein. Also 2 km am Auspuff und man hat seine Jahresdosis.
Es interessiert mich aber mehr die Konzentration der Abgase. Gefunden habe ich Daten nur bei der Deutschen Umwelthilfe (unverdächtig im Dienste von VW zu stehen). Die NO2-Konzentrationen am Auspuff schwanken kolossal. Bei Geschwindigkeiten von 50 km/h sind sie aber sehr niedrig, in der Größenordnung von 200 mg/m³ oder 200’000 µg/m³. Dies ist 5000 mal mehr als der Grenzwert. Nehmen wir mal an, dass hauptächlich Dieselfahrzeuge eine Straße entlang fahren und wir 100 µg/m³ am Straßenrand messen. Dann hat sich das Abgas beim Weg vom Auspuff bis an den Straßenrand um den Faktor 200’000 / 100 = 2000 verdünnt. Wie weit hat sich das NO2 wohl verdünnt bis dahin wo Menschen sind, die das NO2 einatmen?
Vielleicht will das niemand wissen.
Die EU-Richtlinie 2008/50/EG schreibt u. a. vor wie die Luftqualität gemessen werden muss.
Beim NO2 geht man davon aus, dass kurzzeitig hohe Werte sehr schädlich sind. Deshalb liegt der Grenzwert für 1 Stunde bei 200 µg/Nm3. Aber auch langfristige Belastung ist ein Problem. Deshalb wird über ein Jahr gemittelt.
Die Daten, die man durch Messungen gewinnen will, sind nicht die Schadstoffe in der Straße, sondern die maximale Exposition von Menschen, also das Produkt von Schadstoff und der Zeit, die Menschen diesen Schadstoffen ausgesetzt sind.
In der Richtlinie gibt es dazu folgende Formulierung:
Der Ort von Probenahmestellen, an denen Messungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit vorgenommen werden, ist so zu wählen, dass folgende Daten gewonnen werden:
— Daten über Bereiche innerhalb von Gebieten und Ballungsräumen, in denen die höchsten Konzentrationen auftreten, denen die Bevölkerung wahrscheinlich direkt oder indirekt über einen Zeitraum ausgesetzt sein wird, der im Vergleich zum Mittelungszeitraum der betreffenden Grenzwerte signifikant ist;
Es sollen die höchsten Konzentrationen gemessen werden denen Menschen über einen gewissen Zeitraum ausgesetzt sind, also was sich im Laufe eines Jahres maximal in der Lunge eines Menschen ansammelt. Der Zeitraum soll signifikant zum Mittelungszeitraum, also zu einem Jahr, sein. Dummerweise wird nicht definiert, was signifikant bedeuten soll. Aber es sind sicher nicht einig Stunden gemeint. Da Arbeitsplätze nicht unter diese Richtlinie fallen, können eigentlich nur Wohnungen gemeint sein. Denn wo hält sich der Mensch signifikant lange auf außer in seiner Wohnung oder am Arbeitsplatz.
Ich wüsste keinen Menschen, der einen großen Teil seines Lebens am Straßenrand verbringt.
Eine Messstelle, die sich direkt am Straßenrand befindet, in deren Nähe keine Plätze sind, wo sich Menschen länger aufhalten, kann die geforderten Daten daher gar nicht liefern.
In Oldenburg befindet sich die Messstelle direkt am Straßenrand einer vielbefahrenden Straße. Im Erdgeschoss der angrenzenden Häuser befinden sich keine Wohnungen.
Anderseits gibt die Richtlinie auch Details für Aufstellung der Messstellen vor:
— Bei allen Schadstoffen müssen die Probenahmestellen in verkehrsnahen Zonen mindestens 25 m vom Rand verkehrsreicher Kreuzungen und höchstens 10 m vom Fahrbahnrand entfernt sein
Dies scheint etwas widersprüchlich zu der Forderung zu sein, repräsentative Messungen zu bekommen.
Weiterhin heißt es:
f) Probenahmestellen sollten möglichst auch für ähnliche Orte repräsentativ sein, die nicht in ihrer unmittelbaren Nähe gelegen sind.
Das trifft für Messstellen am Straßenrand sicherlich nicht zu.
Es soll nicht gemessen werden:
c) auf den Fahrbahnen der Straßen und — sofern Fußgänger für gewöhnlich dorthin keinen Zugang haben — auf dem Mittelstreifen der Straßen.
Wenn nicht auf den Fahrbahnen gemessen werden soll, macht dann eine Messung direkt am Fahrbahnrand Sinn?
Die Konzentration der Schadstoffe nimmt mit dem Abstand von der Emissionsquelle (hier dem Auspuff) stark ab. Würde man die Messstellen 10 m vom Straßenrand oder dort aufstellen, wo Menschen sich länger aufhalten, gebe es vermutlich keine Überschreitung der Grenzwerte.
Man hat den Eindruck, dass die Richtlinie und vor allem ihre Umsetzung nicht immer ganz durchdacht sind.
Vielleicht klagt ja ein von einem Fahrverbot betroffener Dieselfahrer gegen die Aufstellung der Messstellen.
Emission bedeutet Ausstoß, hier von Schadstoffen wie NOx oder Feinstaub. Emissionsvorschriften legen fest, wieviel Schadstoff ein Gerät etc. ausstossen darf. Man misst den Ausstoß direkt an der Quelle, also am Kamin eines Kraftwerkes oder am Auspuff eines Autos. Mit dieser Methode lassen sich Geräte einfach überprüfen.
Jetzt wohnt aber niemand auf einem Kraftwerkskamin und es saugt keiner an einem Autoauspuff.
Daher gibt es auch Immissionsgrenzwerte. Immission bedeutet Eintrag. Wieviel Schadstoff wird in eine menschliche Lunge eingetragen, ist hier z. B. die Frage.
Im Idealfall passen die Emissionsgrenzwerte zu den Immissionsgrenzwerten. Das ist aber schwierig.
In den USA sind die NOx-Emissionsgrenzwerte für Autos etwas niedriger als in der EU, aber die Immissionsgrenzwerte 2.5mal höher.
Ob ein Auto am Verkehr teilnehmen darf, bestimmen die Emissionsgrenzwerte. Ob es aber überall fahren darf, bestimmen (eventuell) die Immissionsgrenzwerte.