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Drei der neuen Projekte werden vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt, der im Auftrag des Bundes die Grundlagenforschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen fördert (Totalsumme: rund 1,03 Mio. Franken), und zwei von der Krebsforschung Schweiz (rund 367'000 Franken). Vier der Forschungsvorhaben sind an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät angesiedelt, und zwar am Philosophischen und am Politikwissenschaftlichen Seminar sowie am Seminar für Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik. Das fünfte Projekt ist an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät verortet.
Die eingeworbenen Drittmittel beinhalten das Salär der Projektmitarbeitenden und decken die weiteren Kosten ab, die mit der Umsetzung des Projekts verbunden sind. Die gesuchstellenden Projektleiterinnen und -leiter erhalten ihr Salär von der Universität Luzern.
Nachlassplanung für Familien mit einem behinderten Kind
Eltern mit einem körperlich oder geistig behinderten Kind haben viele Herausforderungen zu bewältigen. Eine brennende Frage ist oft diejenige der Nachlassplanung: Soll das behinderte Kind einen besonders grossen Erbanteil erhalten oder würde ein solcher nur das Gemeinwesen entlasten, indem staatliche Leistungen reduziert würden? Wie kann sichergestellt werden, dass das behinderte Kind bestmöglich von seinem Erbanteil profitiert? Und welche Ansprüche sollen allfällige Geschwister haben, die womöglich davon geprägt sind, dass ihre Bedürfnisse immer als zweitrangig angesehen wurden? Wie lässt sich das Planungsanliegen mit den rechtlichen Instrumenten (Erbrecht, Stiftungs- und Trustrecht, Schenkungen usw.) umsetzen?
Original-Projekttitel: Nachlassplanung für Familien mit einem behinderten Kind ("Behindertentestament")
Projektleiterin: Prof. Dr. Regina Aebi-Müller, Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleichung
Projektmitarbeiterin: Janine Camenzind (Doktorandin)
Laufzeit: 4 Jahre
Bewilligter Betrag (gerundet): 252'000 Franken
Förderinstitution: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)
Auf (dem Weg) zum transnationalen Wählen für/in Europa!?
Sollten die Europäerinnen und Europäer bei den Europawahlen auch für Parteien aus anderen Ländern als denjenigen ihres Aufenthaltslandes stimmen können? Oder sollten sie sich sogar bei den Wahlen zu den nationalen Parlamenten in anderen Mitgliedschaftsländern beteiligen können? Die Studie liefert zum einen grundlegende demokratietheoretische Argumente für eine differenzierte, aber insgesamt positive Antwort auf diese beiden Fragen. Zum anderen werden – in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Hochschulinstitut – die Parteien in den EU-Mitgliedsländern und die Europäerinnen und Europäer befragt, um herauszufinden, ob sie diese Optionen bereits nutzen (als Auslands- oder Doppelbürgerinnen) und ob sie sie nutzen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.
Original-Projekttitel: Towards Transnational Voting in/for Europe!?
Projektleiter: Prof. Dr. Joachim Blatter, Professor für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Theorie
Projektmitarbeitende: eine bzw. ein Postdoc und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. ein wissenschaftlicher Mitarbeiter (noch zu bestimmen); Zusammenarbeit mit Dr. Diego Garzia (SNF-Ambizione-Stipendiat)
Laufzeit: 3 Jahre
Bewilligter Betrag (gerundet): 581'000 Franken
Förderinstitution: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)
Eine Diagnose sozialer Pathologien?
In der Alltagssprache werden Gesellschaften oder soziale Entwicklungen als "krank" oder "ungesund" bezeichnet. In der Politik wiederum heisst es, dass notwendige Reformen "weh" tun müssen oder unvermeidbare Kürzungen "schmerzhaft" sein werden. Aber auch gesellschaftskritische Zeitdiagnosen verwenden ein reiches naturalistisches Vokabular, was sich etwa daran zeigt, dass mehrere zeitgenössische Strömungen der Sozialphilosophie im Kern um den Begriff der sozialen Pathologie kreisen. Das Projekt analysiert den Sinn solcher naturalistischen Wertungen von sozialen Prozessen und untersucht zugleich den Versuch der Sozialphilosophie, durch ein naturalistisches Vokabular einen wertenden Zugriff auf soziale Realität zu gewinnen.
Original-Projekttitel: Eine Diagnose sozialer Pathologien? Variationen des Naturalismus in der Sozialphilosophie
Projektleiter: Prof. Martin Hartmann, Professor für Philosophie mit Schwerpunkt Praktische Philosophie
Projektmitarbeiter: Dr. des. Arvi Särkelä
Laufzeit: 3 Jahre
Bewilligter Betrag (gerundet): 197'000 Franken
Förderinstitution: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)
Verbesserung der Nachsorge nach Krebs im Kindesalter
Ehemalige Kinderkrebspatientinnen und -patienten weisen ein hohes Risiko für Spätfolgen wie Zweittumore, Herzkreislauferkrankungen oder hormonelle Störungen auf. Etwa jeder vierte ehemalige Patient leidet unter psychischen Problemen. Um diese möglichst frühzeitig erkennen und behandeln zu können, sollen sie Teil der regelmässigen Nachsorge werden. In diesem Projekt steht ein kurzes Screening-Instrument für psychische Probleme, das sogenannte Emotions-Thermometer, im Fokus. Dieses wird in einer Gruppe von jungen Erwachsenen nach einer Krebserkrankung im Kindesalter getestet, und das psychische Befinden vor und nach der Nachsorge erhoben. Ziel ist es, die Nachsorge bei psychischen Problemen nach Krebs im Kindesalter zu verbessern.
Original-Projekttitel: Improving Follow-up Care of Childhood Cancer. Implementation of Screening for Psychological Distress (Verbesserung der Nachsorge nach Krebs im Kindesalter. Ein Kurzfragebogen zur Erhebung psychischer Probleme)
Projektleiterin: Prof. Dr. Gisela Michel, Professorin für "Health and Social Behaviour"
Projektmitarbeitende: Dr. med. Katrin Scheinemann (Universitätskinderspital beider Basel), Erika Harju (Doktorandin, Universität Luzern)
Laufzeit: 3 Jahre
Bewilligter Betrag: 199'000 Franken
Förderinstitution: Krebsforschung Schweiz
Psychosoziale Nachsorge nach Krebs im Kindesalter
Ehemalige Kinderkrebspatientinnen und -patienten haben ein hohes Risiko für psychosoziale Probleme im Erwachsenenalter. Probleme können in der Schule, im Berufsleben oder bei persönlichen Beziehungen auftreten, aber auch psychische Probleme kommen häufig vor. Die Bedürfnisse nach psychosozialer Nachsorge sind aber weitgehend unbekannt. Ziel ist es, die psychosozialen Probleme ehemaliger Kinderkrebspatientinnen und -patienten zu identifizieren, zu beschreiben, wie ehemalige Kinderkrebspatienten mit diesen Problemen umgegangen sind, und die Bedürfnisse zu erheben, wie die psychosoziale Unterstützung in der Zukunft gestaltet werden soll. Das Projekt wird helfen, die psychosoziale Nachsorge nach Krebs im Kindesalter zu verbessern.
Original-Projekttitel: Needs for Psychosocial Care after Childhood Cancer. A Mixed Methods Study (Bedürfnisse nach psychosozialer Nachsorge nach Krebs im Kindesalter)
Projektleiterin: Prof. Dr. Gisela Michel, Professorin für "Health and Social Behaviour"
Forschungsmitarbeitende: Dr. Manya Hendriks, Nathalie Hartmann (Masterstudentin)
Laufzeit: 2 Jahre
Bewilligter Betrag (gerundet): 167'000 Franken
Förderinstitution: Krebsforschung Schweiz