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Eine lange Chronik
Die Geschichte der Spezi Clique 1905, Basel
Die Spezi wurde 1905 von ein paar Breitlemer Turnern gegründet. Im selben Jahr sind Mitglieder vom Pontonierfahrverein Breite dazu gestossen.
1921 endete die Zeit der Spezi als reine Wagenclique. Ein paar Mitglieder gründeten anschliessend die Wagen Clique Wasserratten Breiti. In den Jahren zwischen 1905 und 1938 hatte die Clique einige Namensänderungen. Via Wagen-Clique Wasserratten-Breite endete man schlussendlich 1938 beim bis zum heutigen Tage gültigen Namen: Spezi Clique 1905, Basel.
1922 gründete die Spezi eine Pfeifer- und Tambourenschule. Ab 1924 marschierte die Spezi an der Fasnacht als Clique mit Vorreitern, Vortrab, Requisiten, Laterne, Pfeifern, Major, Tambouren und natürlich einem Wagen.
Bereits 1925 gründeten wir die Junge Garde.
1931 kamen die Wasserraten Breite wieder zur Spezi und es kam zur Fusion der beiden Cliquen (Vereinigte Spezi & Wasserraten Breiti).
Aus dem Jahr 1943 stammt das erste Cliquenabzeichen, eine Trommel auf der ein Spatz sitzt. Heute ziert der von Erwin Ernst entworfene Spezi-Ueli das Revèr.
1945 bezogen wir den Cliquenkeller im St. Alban Tal 35, dem heutigen Papiermuseum.
Die einzige Trommelschule am Drummeli durften wir 1948 präsentieren, damals mit 20 Tambouren auf der Bühne.
Bis 1949 sind wir am Fasnachtsmontag und -mittwoch jeweils von der Breite abmarschiert.
Den fünfzigsten Geburtstag im Jahr 1955 feierten wir mit einem neuen Marsch am Drummeli, dem Dissi.
1975 sind wir in das St. Alban Tor umgezogen wo auch heute noch das Cliquenlokal der Spezi auf drei Stockwerken zu finden ist. In diesem Jahr wurden auch die Binggis zum ersten Mal auf die Piste geschickt.
Die Alte Garde wurde 1980 gegründet.
Der Marsch Spezi war 1980 unser Geschenk zum 75. jährigen Geburtstag. Im gleichen Jahr erschien das Laternenbuch, geschrieben und bebildert von Dorothea Christ und Peter Zepf, herausgegeben vom Friedrich Reinhardt Verlag.
1983 wurde die Laterne zum ersten Mal nicht mehr getragen sondern auf einem Wagen gezogen. Bis 1984 haben wir mit Gas beleuchtet, heute leuchten dutzende Hallogenlämpchen die Lampe perfekt aus.
Seit 1987 sind wir eine gemischte Clique. Was anfangs 80er Jahre in der Jungen Garde begonnen hatte, wurde ohne grosse Opposition im Stammverein weitergeführt: eine für Weiblein und Männlein offene Clique.
Unsere Vorreiter haben bis 1991 den Vortrab angeführt. Bis zu sechs Pferde bildeten die Vorhut der Clique.
Bis heute ist unser Wagen traditionellerweise der Abschluss des Zuges an der Fasnacht.
Laternen und Zettel
Die Spezi war schon immer mit prächtigen Laternen unterwegs. Von Anfang an wurde jedes Jahr ein neues Gestell gebaut, die Laternen waren immer Sujet-bezogen und es wurde darauf Wert gelegt, dass ein namhafter Fasnachtskünstler für das Malen gewonnen werden konnte.
Allen voran natürlich Charles Hindenlang, der 27 Laternen für die Spezi gemalt hat. Hans Weidmann war für 7 „Lampen“ verantwortlich, Elsbeth Thommen für 8, Peter Zepf für 8, Walter Grieder für deren 3, Robert Hiltbrand malte 5, Mathias Edele 4, Daniel Vetsch ebenfalls 4 und schlussendlich Mario Grasso, der ebenfalls 4 Laternen für die Spezi zum Leuchten brachte. Werner Kern und unser aktuelle Künster Pascal Joray führen die Liste bekannter Künstler fort.
Zu jedem guten Sujet gehört natürlich auch ein guter Zeedel. Bekannte Namen wie Fritz Siegrist, Gründungsmitglied der Spezi und als Schnitzelbänggler „Perversalin“ unterwegs, Megge Afflerbach, Megge Buser, Walo Niedermann, Christoph Dietschy und Vreni Berlinger haben sich auf der Autorenliste der Spezi verewigt. Aktuell erfreuen wir uns an den jährlichen Zeedel von Paul Roniger.
Das Cliquenleben
Das Gesellschaftsleben hatte schon immer einen grossen Stellenwert in der Spezi. So sind wir als sehr offene Clique bekannt. Wer ein toller Fasnächtler ist oder es noch werden möchte, ist in der Spezi willkommen und gut aufgehoben. Andere Aufnahmekriterien kennen wir nicht: Unsere Instruktoren sorgen für bodenständige aber solide Pfeifer- und Trommelkunst. Neben dem Jahreshöhepunkt Fasnacht pflegen wir ein abwechslungsreiches Cliquenprogramm. Die abwechslungsreichen Sommerpläusche während den Schulferien, die traditionellen Damen- und Herrenbummel, die Sujetpräsentation, das Skiweekend, das Drummeliweekend, das Weihnachtsessen und der Neujahrsapéro sind einige Highlights des Spezi-Jahres.
Wir haben uns immer für die Vorfasnacht engagiert. Sei es am Drummeli als auftretende Clique oder am offiziellen Brysdrummle und -pfyffe. Für das „Offizielle“ waren wir seit anfangs der 90er sechs Mal als organisierende Clique mit von der Partie und haben zweimal den OK Präsidenten gestellt.
Wie überall im Leben gibt es auch bei den Spezi’s Hoch’s und Tief’s. Doch der gute Geist und die tolle Kameradschaft haben immer wieder dafür gesorgt, dass nach jedem Tief auch wieder ein Hoch folgte. Dies ist an ein paar Merkmalen besonders gut zu erkennen. In der hundertjährigen Geschichte der Spezi ist es zu keiner einzigen Spaltung der Clique gekommen. Der Verschleiss an Präsidenten hielt und hält sich sehr in Grenzen. Erst 19 Männer durften bis heute dieses Amt bekleiden. Noch besser sieht die Statistik bei den Majoren aus. Sei 1924 waren es deren zehn. Legendär natürlich René Armbruster (Pfluttebegg), der 28 Jahre lang das Regiment führte. In der Cliquengeschichte wurden 23 Ehrenmitglieder ernannt.
Auch an der nächsten Fasnacht werden wieder rund 120 Spezis an der Fasnacht teilnehmen. Ein Stammverein mit Waagen, eine Junge Garde und natürlich unsere Alte Garde, die mit der Alten Garde der AGB zusammen Fasnacht macht. Immer in den ungeraden Jahren sind wir am Drummeli dabei. Lasst Euch überraschen, es wird wieder sehr spezi-ell.
Basel im August 2019
Thomas Kissling
Obmaa, Spezi Clique 1905, Basel