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Eva Menasse (AT)
Lässliche Todsünden
btb Verlag, 2011
Eva Menasse begann als Journalistin bei «Profil» in Wien. Sie wurde Redaktorin der FAZ, begleitete den Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving in London und schrieb darüber ein Buch. Sie debütierte 2005 mit ihrem hochgelobten 400-Seiten-Roman «Vienna», in dem sie pointenreich und kurzweilig die Geschichte ihrer eigenen (Gross-)Familie aufrollt. Für den in mehrere Sprachen übersetzten Roman «Vienna» erhielt die Autorin den Rolf Heyne Debütpreis 2005.
Aus: Eva Menasse. Lässliche Todsünden. btb Verlag, 2011
Sie war eine grosse, elegante Frau, für Cajous Geschmack höchstens zu sehr geschminkt. Es gehörte wohl zu ihrem Beruf, dass sie Diskretion verströmte, lächelnde, feuerfeste Diskretion. Wie leicht das gegangen war mit ihr, wie selbstverständlich. Sie sah die ganze Zeit, auch nackt, so zuvorkommend aus, als bestelle er nur einen Tisch bei ihr, allerdings einen besonderen Tisch, einen guten und etwas versteckten.