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Der Datenbank und ERP-Hersteller Oracle meldete gestern Samstagmorgen, dass ihm 60,8 Prozent aller Peoplesoft-Aktien provisorisch angedient worden seien. Oracle lud den Peoplesoft-Verwaltungsrat zu einem Meeting dieses Wochenende ein, wo die (unfreundliche) Übernahme gefixt werden sollte. Gleichzeitig wurde das Angebot an die Peoplesoft-Aktionäre, ihre Aktien für 24 $ pro Stück in Cash an Oracle zu verkaufen, bis Ende Jahr verlängert.
Das Verkaufsangebot von über 60% der Peoplesoft-Aktionäre an Oracle ist erst eine Absichtserklärung. Peoplesoft hat nämlich so genannte "Poison Pills" (Entschädigungen an Kunden und Mitarbeiter im Falle einer Übernahme) bereit, die einen allfälligen Kauf der Firma durch Oracle wesentlich verteuern. Der Peoplesoft-Verwaltungsrat müsste diese Bestimmungen entweder wieder abschaffen oder das zuständige Gericht in Delaware müsste sie verbieten.
Am Samstagnachmittag dann meldete sich der Peoplesoft-Verwaltungsrat mit einer Presseerklärung. Darin heisst es, der VR sei weiterhin überzeugt, dass Angebot von Oracle sei zu niedrig und reflektiere den wahren Wert von Peoplesoft nicht. Er sei überzeugt, diese Meinung werde von den Aktionären geteilt, ob sie ihre Aktien Oracle nun angeboten hätten oder nicht.
Wie geht es weiter?
Der nächste Gerichtstermin steht kommenden Mittwoch an. Entscheidet das Gericht nicht im Sinne von Oracle, indem es die "Giftpillen" für illegal erklärt, geht der Kampf wohl bis zur nächsten Peoplesoft-GV (im März) weiter. Beide Seiten werden dann nämlich versuchen, möglichst viele Aktionärsstimmen für ihre Seite an der GV zu mobilisieren, um so die Mehrheit im Verwaltungsrat zu gewinnen.
Oracle ist beim Versuch, den Konkurrenten Peoplesoft ins eigene Boot zu holen, einen Schritt weiter gekommen. Aber noch nicht am Ziel. (Christoph Hugenschmidt)