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Hügli, Emil
Emil Hügli, auch Gottlieb-Emil Hügli (* 9.9.1873 in Bern; † 7.4.1956 Chur)
Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).
Leben
"Dem Staatsbuchhalter des Kantons Bern, Friedrich Hügli, der sich als Verfasser von Werken über Buchhaltungswissenschft einen geachteten Autorennamen erworben, wurde am 9. September 1873 der Sohn Gottlieb Emil geboren. Emil Hügli ist Bürger von Bern. Nach Maturitätsabschluss in Bern studierte er einige Semester in Dresden Architektur, wechselte dann aber zum Studium der Philosophie und Literatur über (Universität Berlin), um hierauf an der Universität Bern Literatur, Philosophie und Nationalökonomie zu hören. 1899 erwarb er dort den Doktortitel. Er trat unter der Aegide Joseph Viktor Widmanns, der ihn schon während der Studentenzeit zur Mitarbeit herangezogen und Gedichte sowie kleine Erzählungen von ihm veröffentlicht hatte, in die Redaktion des Berner 'Bund' ein. Nach einjähriger Tätigkeit wechselte er in die Redaktion des 'Freien Rätier' nach Chur über, wo er die Aussenpolitik und das Feuilleton redigierte und sich daneben als Theater- und Konzertkritiker betätigte. Er verblieb in dieser Stellung bis zum Herbst des Jahres 1923. Seither lebt er als freier Schriftsteller in Chur mit der einen Ausnahme: von August 1927 bis September 1928 arbeitete er als Propagandist eines grossen Verbandes in Bern. Seitdem wieder in Chur, ist er Korrespondent angesehener freisinniger Zeitungen und belletristischer Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften. Der Fünfundsiebzigjährige erfreut sich heute noch äusserst lebendiger Frische und geistiger Regsamkeit.
Der so nebenbei erfolgte Besuch der Vorlesungen über Weltgeschichte, Philosophie und Literatur von Adolf Stern am Polytechnikum in Dresden hat Emil Hügli recht eigentlich bestimmt, vom Studium der Architektur Abschied zu nehmen und sich dem der Philosophie zu widmen und sich der Literatur zuzuwenden. Zuerst waren es lyrische Versuche, die ihn beschäftigten. Später war es - neben dem journalistischen - mehr das dramatische Schaffen, das ihn lockte, in der Hauptsache mit vaterländischen Problemen. Er benutzte solche aber auch in Erzählungen und Romanen.
Wie mancher schöpferisch tätige Mensch, hatte auch Emil Hügli seine stille Leidenschaft zu einer anderen Kunst. Während seines ganzen Studiums bildete er sich nebenher im Violinspiel aus, das er auch später eifrig weiter pflegte, insbesondere solange seine Gattin, die eine gute Klaviespielerin war, noch lebte.
Emil Hügli ist Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Dramatiker, der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur und der Schweizerischen Schillerstiftung." (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 81-82)
Werke
- Verführtes Volk, 1941
- Völker-Dämmerung, 1926
- Heimetland, 1919
- Das Sterbegesicht, 1915