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Die neurochirurgische Abteilung des Spitalzentrums des französischsprachigen Wallis (CHVR) ist schweizweit die erste, deren gesamtes Team in der endoskopischen OP-Technik bei lumbalen Bandscheibenvorfällen ausgebildet ist. Diese minimalinvasive Lösung hat zahlreiche Vorteile für die Patientinnen und Patienten.
Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule gehören zu den häufigsten Leiden in unserer Gesellschaft, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, selten bei jungen Menschen. «Trotz intensiver Forschung gibt es keine anerkannte Ursache, abgesehen von einer gewissen genetischen Veranlagung, die der Auslöser für einen Bandscheibenvorfall sein könnte, der mit dem klassischen Schmerz im unteren Rücken oder Ischias, der ins Bein ausstrahlt, einhergeht», meint PD Dr. Jean-Yves Fournier, Chefarzt und Leiter der neurochirurgischen Abteilung am CHVR. Diese Pathologie, oft auf der Höhe des letzten Lendenwirbels, ist die Folge eines Risses des äusseren Rings der Bandscheibe. «Es kommt zu einem Ausfluss des Gallertkerns, dessen Substanz in den Wirbelkanal eindringt und einen Nerv komprimieren kann, was die Schmerzen erklärt.»
«Das Feedback, das wir von unseren Patienten und Patienten erhalten haben, ist sehr positiv und motivierend. Es bestätigt die Effizienz der endoskopischen Chirurgie, insbesondere die schnelle Mobilisierung dank der minimalen Schmerzen bei dieser Technik.»
Medikation oder Operation
Zwei Therapieoptionen bieten sich an: Sofern keine signifikante Muskelschwäche vorliegt, wird zunächst eine sogenannte konservative, nicht-operative Behandlung vorgeschlagen. «Diese besteht aus schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten, oft kombiniert mit Physiotherapie oder sogar einer Infiltration der komprimierten Wurzel unter einem Scanner. Wenn diese konservative Behandlung dem Patienten keine Linderung bringt oder wenn eine erhebliche Muskelschwäche vorliegt, wird eine Operation vorgeschlagen. Durch die Entfernung des Bandscheibenfragments, das den Nerv zusammendrückt, können die Schmerzen beendet und die Kraft wiederhergestellt werden», erklärt der Chirurg.
Endoskopie: Vorteile für den Patienten
Das Endoskop, ein dünnes Instrument mit einem Durchmesser von 8 mm, ermöglicht es, mit Hilfe einer Kamera im Wirbelsäulenkanal zu sehen und zu arbeiten. Dieser Ansatz wird für alle Patienten in Betracht gezogen, die sich für die Operation entscheiden. «Im Vergleich zum traditionellen mikroskopischen Verfahren bietet diese minimalinvasive Lösung mit einem Schnitt von nur 8 mm viele Vorteile», erläutert Dr. Fournier begeistert. «Keine Blutungen, da die Muskeln nicht durchtrennt werden, was die postoperativen Schmerzen deutlich reduziert; praktisch kein Infektionsrisiko; minimale Narbenbildung nicht nur an der Haut, sondern auch tief um den Nerv herum.» Die Person kann vor den 4 bis 6 Wochen, die nach einer traditionellen Operation erforderlich sind, ihre gewohnte Tätigkeit wieder aufnehmen, und so können «viele Freiberufler und Sportler schneller zu ihren Aktivitäten zurückkehren.»
Endoskopie: eine anspruchsvolle Praxis
Dank seiner Erfahrung in der Neurochirurgie des Spitals St. Gallen, wo er diese Technik 2007 eingeführt hat, kann Dr. Fournier sein Fachwissen auf diesem Gebiet mit dem CHVR und den Walliser Patienten teilen. Er hat seine Mitarbeitenden und Kollegen geschult: Das Spital in Sitten verfügt so über das erste Neurochirurgie-Team in der Schweiz, das vollständig für die lumbale Endoskopie qualifiziert ist. «Trotz ihrer attraktiven minimalinvasiven Art wird die Verbreitung dieser Technik durch eine sehr lange Lernkurve von mehr als 30 Fällen laut Literatur eingeschränkt. Zusammen mit Stöckli Medical konnten wir eine Lernmethode entwickeln, die moderne Lehrtheorien mit wiederholten praktischen Übungen an hyperrealistischen Modellen kombiniert, um so diese Kurve auf weniger als 10 Fälle zu reduzieren; eine Menge, die bereits 2020 von den 4 Neurochirurgen unserer Abteilung unterschritten worden ist.» Das jährliche Patientenaufkommen für endoskopische Bandscheibenvorfälle am CHVR wird auf etwa 170 geschätzt.
Ein multidisziplinärer Ansatz
Die Spezialisten der Neurochirurgie, Neurologie, Neuroradiologie, Physio- und Ergotherapie zur Rehabilitation arbeiten spitalintern sowie -extern eng mit den Hausärzten zusammen: «Sie sind es, die ihre Patienten an unsere neurochirurgische Sprechstunde in Sitten überweisen. In der Konsultation bewerten wir die Behandlung mit dem Patienten entsprechend seiner individuellen Situation und seinen Bedürfnissen, z.B. bezogen auf sein Alter, seine Berufs- oder Freizeitaktivitäten.»
© Hôpital du Valais, Fotos & Texte