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Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt angeborene und erworbene Anämien.
- Die Behandlung hängt von der Form der Blutarmut ab.
- Blutarmut führt zu zahlreichen Nebenwirkungen.
Bei der Blutarmut fehlt es dem Körper nicht an Blut. Es fehlt ihm an Hämoglobin (rotem Blutfarbstoff) und/oder an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Beides führt dazu, dass nicht genug Sauerstoff durch den Körper transportiert wird.
Er versucht dies zu kompensieren, indem er die Herzschlagfrequenz erhöht, wodurch Betroffene leichter ermüden und sich oft schlapp fühlen. Ein weiteres typisches Symptom für die Anämie ist eine besonders blasse Haut. Daher war sie früher auch als Bleichsucht bekannt.
Frauen sind häufiger von Eisenmangel betroffen
Die Medizin unterscheidet zwischen angeborenen und erworbenen Formen der Blutarmut. Bei angeborenen Formen wie der Thalassämie und der Sichelzellenkrankheit liegen meist genetische Defekte vor.
Erworbene Formen können durch Erkrankungen oder auch durch falsche Ernährung entstehen. Die häufigste dieser Formen ist die Eisenmangelanämie.
Eisen ist ein wichtiges Spurenelement, das der Körper zur Bildung von Hämoglobin und Erythrozyten benötigt. Bei einer ungesunden Ernährung wird ihm oft nicht genug Eisen zugeführt.
Da Eisen vor allem in Fleisch steckt, sind Vegetarier und Veganer überdurchschnittlich häufig betroffen. Frauen leiden häufiger als Männer unter Eisenmangelanämie, da sie jeden Monat durch die Menstruation Blut verlieren.
Ein Eisenmangel lässt sich leicht durch eine Blutanalyse ermitteln. Eine gesündere Ernährung mit eisenhaltigen Lebensmitteln reicht oft schon aus, um diese Form der Anämie zu heilen.
Neben Fleisch enthalten auch Hülsenfrüchte, Nüsse und grünes Gemüse grössere Mengen Eisen. Vitamin C fördert die Aufnahme von Eisen im Körper. Tannine (zum Beipsiel in Kaffee, Tee und Rotwein) hemmen sie dagegen.
Die Sichelzellenkrankheit
Die am weitesten verbreitete Form der angeborenen Anämie ist die Sichelzellenanämie oder Sichelzellenkrankheit. Sie trat zunächst vor allem in Afrika (Subsahara), im Nahen Osten und im Mittelmeergebiet auf und verbreitete von da weltweit.
Durch einen genetischen Defekt bilden die Betroffenen abnormes Hämoglobin, das sich zu Sicheln verformt. Diese sichelförmigen Gebilde verklumpen und können zu schweren Durchblutungsstörungen und Thrombosen führen.
Ob eine Sichelzellenanämie vorliegt, kann durch eine Blutuntersuchung ermittelt werden. Derzeit bestehen die einzigen Behandlungsmöglichkeiten in der Gabe von Hydroxyurea oder in einer Stammzellentransplantation.
Derzeit wird daran geforscht, die betroffenen Gene mithilfe der Genschere CRISPR zu behandeln.
Die Thalassämie
Eine ähnliche Erkrankung ist die Thalassämie, die ebenfalls aus Afrika und aus dem Mittelmeerraum stammt.
Die bekannteste Form ist die Beta-Thalassämie Maior. Auch liegt ein Gendefekt vor, durch den sich kaum gesunde Erythrozyten bilden können. Schon wenige Monate nach der Geburt leiden die betroffenen Kinder unter einer stark vergrösserten Leber und Milz.
Später kommen Wachstumsstörungen und Fehlbildungen hinzu. Ausserdem sind die Betroffenen lebenslang von Transfusionen abhängig.
Die einzige Heilungsmöglichkeit ist eine Stammzellentransplantation durch einen Knochenmarkspender. Andere Formen wie die Beta-Thalassämie Minor und die Alpha-Thalassämie verlaufen milder und können gut behandelt werden.
Interessanterweise wurden Zusammenhänge zwischen Sichelzellenanämie, Thalassämie und Malaria festgestellt. Beide Gendefekte traten zunächst in Regionen auf, in denen Malaria weit verbreitet war. Vermutet wird, dass der Körper sich durch die Gendefekte vor einer Malaria zu schützen versucht.
Blutarmut erkennen und therapieren
Schwere angeborene Formen der Blutarmut werden heute schon im Säuglingsalter aufgedeckt.
Bei Erwachsenen sind eine blasse Haut, regelmässige Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände typische Symptome für Anämie. Die Diagnose wird mithilfe einer einfachen Blutuntersuchung gestellt.
Liegt kein offensichtlicher Grund für die Anämie wie starke Monatsblutungen oder eine falsche Ernährung vor, wird der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen.
So können Nierenerkrankungen, eine Vergrösserung der Milz oder Stammzellerkrankungen zur Blutarmut führen. Je nach Ursache können die Behandlungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich sein.