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Nach einem 7:6 (7:2), 4:6, 6:2-Sieg gegen die Estin Anett Kontaveit (WTA 92) steht die 16-jährige Baslerin bei ihrem ersten WTA-Turnier überhaupt gleich im Viertelfinal. Dort trifft die Nummer 797 der Welt auf die als Nummer 5 gesetzte Deutsche Annika Beck (WTA 38).
Obwohl sie sich noch nie mit Gegnerinnen dieses Niveau gemessen hatte, liess Masarova dem Sieg gegen die Weltnummer 27 Jelena Jankovic einen weiteren Coup folgen. Den ersten Satz holte sich die junge Schweizerin mit einem starken Tiebreak. Im zweiten Durchgang gab es viele Breaks, doch im dritten war sie wieder absolut bereit. Ein erstes Break zum 2:0 musste Masarova nochmals hergeben, dann zog sie aber bis zum Ende durch. Sie beeindruckte vor allem mit Aufschlägen bis zu 195 km/h und einer starken Vorhand, mit der sie enormen Druck entwickelte.
“Ich freue mich riesig”, sagte die 1,85 m grosse Baslerin. “Es war ein sehr mentales Spiel, es war wichtig alles rund herum zu ignorieren.” Das tat sie hervorragend und blieb auch nach knapp zwei Stunden Spielzeit ruhig, ihre mentale Stärke war ebenso verblüffend wie ihre physische Stärke. Dabei hatte sie nach dem Sieg am Donnerstag müde Beine und Muskelkater. Auf ihrem Erfolg ausruhen, will sie allerdings keineswegs. “Jetzt muss ich mich auf das Spiel von morgen konzentrieren”, betont sie.
Viktorija Golubic steht derweil zum zweiten Mal im Viertelfinal eines WTA-Turniers. In Gstaad setzt sich die 23-jährige Zürcherin 7:5, 6:1 gegen die Russin Jewgenia Rodina durch.Wie in ihrem Erstrunden-Spiel gegen Mona Barthel leistete sich Golubic (WTA 105) einen Fehlstart und geriet sogleich 0:2 ins Hintertreffen. Beim Stand von 3:5 wehrte sie zwei Satzbälle der drei Positionen besser klassierten Russin mit zwei Gewinnschlägen eindrücklich ab. Damit hatte sie den Lauf von Rodina gestoppt. Golubic gelang das Re-Break zum 5:5 und danach gleich noch eines zum 7:5.
Der zweite Satz war eine deutlichere Angelegenheit. Golubic breakte die 27-jährige Russin zum 3:1 und zum 5:1. Nach 80 Minuten besiegelte sie den Erfolg mit einem Vorhand-Passierball beim zweiten Matchball. “Das ist mega”, war die auf dem Platz stets coole Golubic begeistert. “Ich freue mich unfassbar.” Besonders zufrieden zeigte sie sich, dass es ihr jeweils gelang, sich anzupassen. “Ich merke, wenn ich zu viel mache oder zu wenig und kann es dann ändern.” Bei den Frauen gibt es nicht viele, die taktisch so flexibel und intelligent reagieren können.
Zudem erhielt die Zürcherin am Donnerstag noch einen speziellen schub. Sie erfuhr, dass sie nachträglich für die Olympischen Spiele in Rio selektioniert wurde und dort mit Timea Bacsinszky Doppel spielen wird. “Das war ein extremes Glücksgefühl”, verriet sie am Freitag. “Gestern war ein mega super Tag, davon konnte ich für heute einiges mitnehmen.”
In ihrem zweiten Viertelfinal nach ‘s-Hertogenbosch trifft Golubic am Samstag auf die Spanierin Lara Arruabarena (WTA 85) oder die Deutsche Carina Witthöft (WTA 100). In den Niederlanden hatte sie Mitte Juni auf Rasen in zwei Tiebreaks gegen Belinda Bencic verloren.
Timea Bacsinszky erreichte die Viertelfinals ohne Probleme. Die topgesetzte Waadtländerin gewann gegen die Qualifikantin Mandy Minella (WTA 114) aus Luxemburg nach einem überzeugenden Auftritt in nur 55 Minuten 6:2, 6:2. “Ich habe viel aggressiver gespielt als noch am Dienstag”, stellte die 27-jährige Waadtländerin zufrieden fest. Die Bedingungen waren bei endlich lachender Sonne auch deutlich einfacher als an den Vortagen.
Amra Sadikovic (WTA 135) ist hingegen im Achtelfinal ausgeschieden. Die Qualifikantin aus dem Aargau unterlag der 80 Plätze besser klassierten Schwedin Johanna Larsson 3:6, 4:6. Eben diese Larsson trifft nun am Samstag im Halbfinal auf Bacsinszky. Die Weltnummer 17 hat gute Erinnerungen an die Schwedin. In drei Begegnungen – 2015 im Fedcup und in Acapulco, im vergangenen April in Rabat – hat sie noch keinen Satz abgegeben. Vielleicht ein gutes Omen: In Acapulco und Rabat gewann Bacsinszky anschliessend auch das Turnier.
Dafür müsste sie diesmal am Samstag zwei Partien gewinnen: den Viertel- und den Halbfinal am selben Tag. Ein Erfolg ist das Turnier aus Schweizer Sicht sowieso. Nie zuvor erreichten bei einem WTA-Turnier drei Schweizerinnen die Viertelfinals.
(SDA)