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Najeeb & Elizabeth Atteih, Haifa, sind unsere Kontaktpersonen
Bericht von Elizabeth im März 2018
Liebe Freunde von Rea Israel
Letzte Woche reisten Najeeb und ich für ein paar Tage nach Jordanien. Unsere Reise dauerte länger als sonst, weil an jenem Tag viele Leute über die Grenze fuhren. Am Abend kamen wir in Amman an und waren für unseren Dienst bereit.
Narso
Am ersten Morgen besuchten wir den kleinen Narso und seine Eltern. Die Familie kommt aus einem sehr kleinen Dorf aus dem Irak, weit abseits von jeder grossen Stadt. Zur Familie gehören auch drei süsse Mädchen. Da Narso nicht spricht, dachte ich anfänglich an Taubheit, doch seine Mutter meinte, er sei autistisch. Sie kümmert sich liebevoll um ihre Kinder und liebt den Herrn. Ihr Mann ist eher ungebildet und oft in Gedanken abwesend. Zudem ist er nicht sehr geduldig mit den Kindern. Als sie noch im Irak lebten, bat die Frau ihren Mann wiederholt, mit Narso in die Stadt fahren zu dürfen, um Hilfe für seine Behinderung zu bekommen. Sie wusste, dass bei ihm etwas nicht stimmte. Doch zu einer Abklärung kam es leider nie.
Bevor wir nach Jordanien kamen, hatte ich für Narso einen Termin zur Abklärung seines Gehörs vereinbart. Für die Gehör-Technikerin war es sehr schwieg, mit Narso zu arbeiten, da er nicht wollte, dass sie ihm nahekam. Versuchte sie es trotzdem, begann er zu schreien und zu zappeln. Zur Ablenkung und Beruhigung gab ich ihm ein paar Spielsachen, und seine Mutter versuchte, ihn zu trösten. Der Befund zeigte, dass Narso gut hört. Die Gehör-Technikerin meinte auch, Narso sei wahrscheinlich autistisch und verwies uns an eine Stelle, wo dies abgeklärt werden könne. Das wird in den nächsten Tagen geschehen. Nach dieser Diagnose wird man ihm besser helfen können. Wir möchten auch, dass er eine Sprach-Therapie bekommt. Sogar im Alter von neun Jahren spricht er noch kein Wort. Seine einzige Kommunikation besteht im Schreien oder Zappeln. Er braucht Hilfe, doch dies wird eine langwierige Sache werden. Falls Behandlungen möglich sind, wird dies monatliche Kosten verursachen – was die Familie aber nicht bezahlen kann.
Mein Herz fühlt so sehr mit Narso. Ich möchte ihm helfen können. Was für ein anderes Leben wäre das für ihn, wenn er lernen, verstehen und kommunizieren könnte. Bitte beten Sie für dieses kostbare, von Gott erschaffene Kind – vielleicht sehen Sie eine Möglichkeit, Narso in seinen Behandlungen zu unterstützen.
Die Familie möchte in eine andere Wohnung umziehen. Die jetzige Monatsmiete (möbliert) ist mit CHF 455.- zu teuer. Sie haben eine kleinere Wohnung für CHF 325.- in Aussicht. Das Problem ist jedoch, dass diese unmöbliert ist und ihnen die Mittel fehlen, um Möbel zu kaufen. Das bedeutet schliesslich, dass sie auf dem Fussboden schlafen müssten. Wir beten, ihnen in dieser Not helfen zu können.
Frau Halla
Der Besuch bei Halla und ihren Töchtern war schwierig. Durch ihre unveränderte Situation sind sie deprimiert. Halla kann keine Arbeit finden, und das Arbeiten von zu Hause aus klappt nicht mehr. Ihre Töchter möchten gerne nach Syrien zurück, vor allem Tamara. Sie fühlen sich frustriert, ständig als Flüchtlinge und Ausländer in Jordanien leben zu müssen. Sie möchten in ihr Heimatland zurück, wo sie eine Identität und ein Bürgerrecht haben. Mutter Halla hat jedoch den Eindruck, der richtige Zeitpunkt dazu sei noch nicht gekommen, da in Syrien immer noch Chaos und Instabilität herrscht, zudem wäre es schwierig, eine Wohnung zu finden nebst der Möglichkeit, den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ich fragte sie, ob sie vielleicht bei Geschwistern Unterkunft finden könnte, doch Halla weiss, dass ihre Geschwister sich selber schwertun, für ihre Familien zu sorgen. Diese könnten ihr kein Essen geben, noch weniger einen Platz zum Leben. Alles, was ihre Verwandten haben und bekommen, investieren sie in ihre Kinder. Najeeb und ich versuchten sie zu trösten und zu ermutigen.
Firas und Alice
Die ganze Familie hatte die Grippe. Heute lernten wir sie besser kennen und konnten auch mit ihnen beten. Ich war Firas zum ersten Mal an der Weihnachtsfeier begegnet. Dort hatte er uns gebeten, ihm und seiner Familie zu helfen. Damals fiel mir auf, dass mit seiner Hand etwas nicht stimmte, und er hatte erklärt, er benötige eigentlich eine Operation. Sein Problem hatte schon in Syrien begonnen, und dort bekam er auch ein paar Behandlungen.
Doch seit er in Jordanien lebt, verschlimmerte sich die Sache. Jetzt aber konnte ich ihm freudig mitteilen, wir hätten die Finanzen, um ihm die OP zu bezahlen. Sogleich klärten wir ab, in welchem Krankenhaus der Eingriff durchgeführt werden sollte. Einige Gläubige verwiesen uns an ein Spital, das von Christen geführt wird, und so entschieden wir uns für dieses. Der junge Arzt bestätigte, dass Firas’ Hand wirklich operiert werden könne, und so vereinbarten wir sogleich den Termin. Dann bat ich darum, bezahlen zu können. Erstaunt fragte der Arzt: «Wieso wollen Sie die Operation bezahlen? Welche Beziehung haben Sie zu dieser Familie?» Ich erklärte kurz, dass wir Gläubige aus Israel seien und den Wunsch haben, Flüchtlingen zu helfen und sie zu segnen. Da war er freudig überrascht und sagte: «Weil Sie so weit hergereist sind, um diesen Menschen zu helfen, möchte ich ebenfalls ein Segen sein und mache Ihnen einen günstigeren Preis.»
Ein paar Tage nach unserer Rückkehr nach Israel kam schon die Nachricht, dass die Operation gut verlaufen sei und Firas sich davon erhole. Wir danken dem Herrn für sein Eingreifen in dieser Situation! Wir danken auch den Spendern von Rea Israel für ihre Gaben, dank welchen dieser Eingriff möglich wurde. Und wir sind dankbar für den Arzt, der uns eine Preisermässigung gewährte. Unser Gott ist treu – Seine Fürsorge ist wunderbar!
Sanaa, Adel und Faris
Die Situation von Frau Sanaa ist noch immer schwierig. Wohl helfen ihr die Spritzen, doch der Arzt meint, sie benötige in den kommenden Monaten noch weitere davon. Diese belaufen sich jedoch monatlich auf ungefähr CHF 400.-. Sanaa betet und vertraut dem Herrn für diesen Betrag, denn es besteht keine Möglichkeit, dass sie dafür arbeiten und sich dieses Geld selber verdienen könnte. Sie kümmert sich Tag und Nacht um ihren Schwager Faris, der am Down Syndrom leidet. Durch diese ständige Fürsorge fühlt sie sich müde und überarbeitet. Faris ist inzwischen völlig erblindet. Dies macht die Situation noch schwieriger. Seither ist er noch unsicherer und verwirrter geworden. Oft weint und schreit er und benötigt Aufmerksamkeit. Weder kann er sich selber pflegen noch allein zur Toilette gehen. Ständig beansprucht er Sanaas und Adels Hilfe. Diese kümmern sich liebevoll um ihn, doch eine solche Fürsorge ist sehr aufreibend. Sie brauchen unsere Gebete, Ermutigung und Hilfe!
Ein Ausflug nur für Mütter
Am Freitag hatte ich einen besonderen Ausflug für hundert Flüchtlingsmütter geplant. Am Morgen trafen wir uns in der Evangelischen Gemeinde, wo alle auf zwei Reisebusse verteilt wurden. Dann fuhren wir nach Madaba. In der Nähe eines Flusses genossen wir ein wunderbares Frühstücks-Picknick.
Zu Beginn des Ausflugs hatte ich den Frauen erklärt: «Heute ist ein wirklich besonderer Tag, den der Herr für uns vorbereitet hat. Heute schenkt Gott euch einen freien und entspannten Tag. Heute dürft ihr euch verwöhnen lassen von Gott, von mir und dank Spendern aus dem Ausland. Heute sollt ihr gesegnet werden und euch nicht um eure Familie und Kinder, um das Kochen, Putzen und andere Aufgaben kümmern müssen. Dieser Tag ist speziell für euch.» Und alle Frauen lachten freudig.
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Berg Nebo mit seiner prächtigen Aussicht und der schönen Kirche. Ein Monument mit einer Kupfer-Schlange erinnerte uns an eine Geschichte von Mose. Wir stellten uns als Gruppe zusammen und sangen Loblieder. In einer kurzen Andacht erinnerte ich die Frauen an die Bibelstelle aus Johannes 3,14-15, wo es heisst: «Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.»
Auf dem Berg Nebo
Ich erinnerte an das biblische Geschehen mit Mose und der Schlange. Als die Israeliten einmal mehr gegen Gott murrten und rebellierten, sandte Gott giftige Schlangen, um das Volk zu bestrafen. Da schrie Mose für das Volk zu Gott. Und der Herr erbarmte sich und befahl Mose, eine Schlange aus Kupfer herzustellen und zu erhöhen, damit jeder, der auf die Schlange schaut, geheilt und gerettet würde. Gleichermassen wurde Jesus ans Kreuz genagelt, damit, wer an ihn glaubt, Vergebung der Sünden bekommt und geistlich gesund wird. Das ist das Leben und die Hoffnung, die wir in Jesus haben. Darnach ermutigte ich die Frauen, ihre Kinder zu lieben, für sie zu sorgen und sie im Wort Gottes zu erziehen.
Später gab es ein feines Mittagessen in einem gediegenen Restaurant. Derweil übergab ich jeder Frau ein kleines Geschenk: eine Bibel, ein Schal und etwas Schokolade. Darüber freuten sie sich riesig und bedankten sich herzlich. Es erinnerte sie daran, wie kostbar und geliebt jede Person bei Gott ist.
Wir hatten den ganzen Tag auswärts verbracht und kehrten am Abend glücklich nach Hause zurück. Als ich unterwegs einige Frauen fragte, was dieser Tag bei ihnen auslöste, bedankten sie sich herzlich und küssten mich. Sie meinten, es sei einfach wunderbar, einen solchen Tag geniessen zu dürfen, weg von der Alltagsroutine. Viele von ihnen hatten schon sehr lange keinen solchen freien Tag mehr erlebt. Doch diese paar Stunden erfrischte sie nach Geist, Seele und Leib.
Najeeb war in Amman geblieben und besuchte mehrere Glaubensbrüder. Auch er hatte eine ermutigende Zeit mit ihnen. Die Männer öffneten sich Najeeb gegenüber und erzählten, was der Herr praktisch in ihrem Leben tut.
Najeeb und ich dankten freudig dem Herrn für diesen besonderen Tag der Ermutigung für diese Frauen und Männer!
Last auf dem Herzen
Der Herr hat mir eine Last aufs Herz gelegt, Bedürftigen in ihrer grossen Not zu helfen. Es gibt so viele Bedürfnisse, und es könnte noch sehr viel mehr getan werden, als wir je in der Lage sind zu helfen. Der Herr ist treu und gut und verwendet uns, um wenigsten einigen dieser Flüchtlinge beizustehen. Ich habe wirklich ernsthaft den Herrn im Gebet gesucht und ihn gefragt, wo wir helfen können. Sehr deutlich hat er den Fokus auf Kinder in Not gelegt sowie auf Erwachsene in ihrer Krankheit und körperlichen Gebrechen.
In herzlicher Verbundenheit,
«Herz zu Herz-Dienst»
unter den Flüchtlingen in Jordanien.
Najeeb und Elizabeh Atteih
Wie können Sie Flüchtlingen helfen?
• CHF 2'400.- Jahrespatenschaft für eine Familie für Wohnungsmiete, Lebensmittel, tägliche Notwendigkeiten (oder CHF 200.- monatlich)
• CHF 150.- pro Ventilator für die kommende Sommerzeit
• CHF 100.- an den Fonds für medizinische Notfälle
Bitte helfen Sie uns helfen!
Postkonto 60-730528-4
Jesus sagt: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
(Mat 25,40)