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Das Bild des guineischen Alltags ist geprägt durch seine farbenfrohen Kleider mit lebendigen Mustern. Die meisten Kleidungsstücke werden aus sogenanntem «Pagne Wax» hergestellt. Dabei handelt es sich um einen bedruckten Baumwollstoff. Der englische Begriff dafür ist Wax Print.
Die Lehrerin des KIRA Ateliers trägt ein traditionelles Kleid aus Pagne Wax.
Neben Frauenkleidern werden aus diesem auch Kleider für Männer und Kinder genäht. Als Bürokleidung sieht man bei Männern oft Jeans und Hemden. Kinder und junge Erwachsene tragen ausserdem oft (Secondhand-) Kleider aus Europa.
Wohlhabendere Menschen und teilweise auch Angehörige des Mittelstandes tragen auch Alltagsbekleidung aus teurem Baumwolldamast, welcher Bazin genannt wird sowie Kleidungsstücke aus einer Kombination aus Waxprint und Bazin. Die Mehrheit der guineischen Bevölkerung trägt Bazin jedoch ausschliesslich für besondere Gelegenheiten.
Für die Herstellung der Waxprints wird eine farbabweisende Paste wie Wachs, Harz oder Stärke auf einen Baumwollstoff aufgetragen, bevor dieser beidseitig gefärbt wird. Nach dem Farbbad wird die Paste entfernt und es entsteht ein helles Muster.
Die afrikanischen Wachsstoffe entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts und sind von den Batikstoffen aus dem ehemaligen Niederländisch-Ostindien abgeleitet. Ursprünglich wurden sie von der Firma Vlisco in den Niederlanden hergestellt, welche um 1846 mit anderen niederländischen Unternehmen die Herstellung von Waxprints automatisierte. Inzwischen gibt es auch Anbieter von Waxprints aus dem Senegal und der Elfenbeinküste. Seit wenigen Jahren bedient zudem China mit besonders günstigen Waxprints den Markt.
In unserem Atelier in Guinea werden täglich Kleidungsstücke aus Waxprint genäht. Dazu werden Stoffe aus dem Senegal und der Elfenbeinküste verwendet, welche auf dem lokalen Markt erworben werden. Auf die Verwendung von importierten Stoffen aus den Niederlanden oder China wird dabei bewusst verzichtet, um die lokale Produktion in der Region zu unterstützen. Durch die Herstellung von traditioneller Alltagsbekleidung wird zudem ein grosser gesellschaftlicher und kultureller Beitrag vor Ort geleistet.