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Wir erinnern uns: Im ersten Wahlgang zur Berner Vertretung im Ständerat landeten Hans Stöckli (SP) und Regula Rytz (GPS) auf den ersten beiden Plätzen, knapp vor dem SVP-Kandidaten Werner Salzmann. Beatrice Simon (BDP) erhielt etwa ein Drittel weniger Stimmen, Christa Markwalder (FdP) gerade mal die Hälfte. Für den 2. Wahlgang hat sich die BDP-Kandidatin eher unfreiwillig aus dem Rennen genommen, während die FdP-Kandidatin nochmals antritt. Somit stehen sich nun die beiden Duos Stöckli/Rytz und Salzmann/Markwalder gegenüber.
Damit wird die gleichzeitige Wahl von Hans Stöckli und Regula Rytz in den Ständerat zur durchaus realistischen Möglichkeit. Beide haben im ersten Wahlgang bewiesen, dass sie in der Lage sind, den SVP-Kandidaten zu schlagen. Dass ihnen Christa Markwalder gefährlich werden kann, ist nicht anzunehmen. Viele Wählerinnen und Wähler, die im ersten Wahlgang Beatrice Simon gewählt haben, haben schon damals für die FdP-Kandidatin gestimmt. Da niemand die gleiche Person zweimal auf den Wahlzettel schreiben kann, werden von dieser Seite nicht entscheidend viele Stimmen hinzukommen.
Was tut die GLP-Basis?
Wichtig für den Ausgang der Wahl wird dagegen sein, wie sich die Wählerinnen und Wähler der GLP verhalten. Offiziell empfiehlt die Partei Christa Markwalder und Regula Rytz zur Wahl. Das erscheint für eine Partei, die sich grün nennt, als wenig kohärent, erreichen doch Regula Rytz (98,2%) und Hans Stöckli (96,4%) ein wesentlich besseres Umweltrating als Christa Markwalder (40,5%). Das von Umweltorganisationen beurteilte Stimmverhalten während der vergangenen Legislaturperiode bei ökologisch relevanten Vorlagen spricht also ganz klar für das rot-grüne Duo. Es ist anzunehmen, dass dies auch den Wählerinnen und Wählern der GLP nicht entgangen ist und dass sie der Parole ihrer Parteileitung daher nicht einfach folgen werden.
Mobilisierung wird entscheiden
Einen grossen Einfluss wird die Wahlbeteiligung haben. Diese war beim ersten Wahlgang im Verwaltungskreis Bern-Mittelland am höchsten, im Berner Jura und in Biel am tiefsten. Soll die gleichzeitige Wahl von Hans Stöckli und Regula Rytz gelingen, muss die Mobilisierung in den städtischen Gebieten erneut überdurchschnittlich sein, und sie müsste in der Region Biel, wo Hans Stöckli zu Hause ist, noch deutlich höher sein. Hinzu kommt, dass die Wählerinnen und Wähler, die im ersten Wahlgang Hans Stöckli oder Regula Rytz gewählt haben, im 2. Wahlgang konsequent beide Namen auf ihre Liste schreiben müssen. Tun sie es nicht, ist der SVP-Kandidat Werner Salzmann so gut wie gewählt, weil er dann Regula Rytz oder Hans Stöckli oder auch gleich beide schlagen wird.
Dass eine rot-grüne Doppelvertretung aus dem Kanton Bern wichtig wäre, zeigt sich gerade auch an den Ergebnissen des ersten Wahlgangs: Die urbanen und fortschrittlichen Kräfte wurden im Nationalrat deutlich gestärkt, im Ständerat bisher kaum. Bewegung täte aber auch der kleinen Kammer gut, damit diese nicht wieder zum konservativen Bremsklotz für alle rot-grünen Anliegen wird, wie sie dies in der Vergangenheit nur allzu oft war.