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Die Ausgabe von «Le Matin» umfasste nur 24 Seiten und damit rund 20 weniger als üblich. Es fehlt das Editorial und die Doppelseite mit vermischten Nachrichten. Eine einzige Seite ist dem Inland gewidmet. Sie dreht sich um die Arbeitsniederlegung der Redaktion.
Auf der Titelseite von «Tribune de Genève» und «24 heures» informiert die Direktion die Leser über den verringerten Seitenumfang wegen des Streiks. Die Zeitungen umfassen 16 Seiten statt 24. Über den Streik ist eine Meldung der Agentur Keystone-SDA abgedruckt.
Der Streik bei den Redaktionen von Tamedia Romandie begann am Dienstagnachmittag. Die Journalistinnen und Journalisten protestieren mit der Arbeitsniederlegung gegen die geplante Einstellung der Printausgabe der Zeitung «Le Matin» und dagegen, dass das Verlagshaus Tamedia Gegenvorschläge der Redaktion ablehnt.
Eine Redaktionsversammlung hatte mit 88 Prozent der Stimmen beschlossen, in Streik zu treten. Der Streik begann um 16 Uhr - zeitgleich mit dem Anpfiff des WM-Achtelfinals der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Dauern soll die Arbeitsniederlegung noch bis Mittwoch um Mitternacht.
Tamedia forderte die Mitarbeitenden von «Le Matin» und die Vertreter des Berufsverbandes Impressum am Dienstag ultimativ auf, den Streik sofort zu beenden. Andernfalls könnte Tamedia den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) kündigen. Die Aktion stelle die Existenz des GAV in Frage.
Die Geschäftsleitung von Tamedia hält fest, dass sie seit Beginn der Konsultationsphase am 8. Juni transparent gewesen sei. Sie habe die relevanten Zahlen zur Verfügung gestellt und in konstruktiven Sitzungen alle Fragen der beteiligten Parteien beantwortet.
Tamedia will die gedruckte Ausgabe von «Le Matin» auf Ende Juli einstellen. 41 Mitarbeitenden droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Das Medium soll es nur noch online geben und von einer 15-köpfigen Redaktion betrieben werden. Nicht betroffen vom Abbau ist indes die Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche».
Tamedia begründete den Entscheid Anfang Juni mit «den anhaltenden Verlusten der Printausgabe» von «Le Matin». 2017 lag das Defizit des Blatts bei rund 6,3 Millionen Franken, über die letzten zehn Jahre bei 34 Millionen Franken.