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Das Aabachtalviadukt wurde in den Jahren 1962 bis 1966 erstellt. Die Brücke war auf eine 4-streifige Autobahn mit stark reduzierten Standstreifen ausgelegt. Aufgrund der grossen Objektlänge stellte die geringe Fahrbahnbreite erhebliche Einschränkungen im Betrieb, im Unterhalt und bei der Sicherheit dar. Im Rahmen einer Zustandsbeurteilung in den 1990er-Jahren wurde deshalb die Idee einer Brückenverbreiterung aufgegriffen.
Die Nationalstrasse N1 überquert das Aabachtal in einer Höhe von knapp 20 m. Die Brücke ist 363 m lang und weist neun Felder mit Spannweiten von 29 m bis 48 m auf. Der Querschnitt besteht aus zwei Hohlkasten mit einer über beide Hohlkasten durchlaufenden Fahrbahnplatte.
Die Zustandserfassung zeigte einen bemerkenswert guten Zustand der Brücke. Eine detaillierte Nachrechnung ergab zudem, dass praktisch alle Bauteile die Anforderungen an die Tragsicherheit gemäss dem aktuellen Normenwerk erfüllen. Den einzigen Problempunkt stellte die Schubtragsicherheit des überbaus dar, wofür vertiefte Untersuchungen, aber keine Verstärkungen erforderlich wurden.
Für die Brückenverbreiterung wurden die beiden Hohlkasten mit je einem zusätzlichen Längssteg zu zweizelligen Hohlkasten erweitert. Mit neuen Querträgern unterhalb des bestehenden überbaus werden die Lasten aus den neuen Längsstegen auf die bestehenden Stützen abgetragen.
Zur Vermeidung von zusätzlichen Beanspruchungen der bestehenden Trägerstege wurde die Längsvorspannung der neuen Stege möglichst formtreu konzipiert. Zudem wurden in der Fahrbahnplatte und in der unteren Kastenplatte Längsfugen zwischen dem alten und dem neuen Querschnitt offen gelassen. Diese wurden erst nach dem Vorspannen und nach dem Absenken des Lehrgerüsts geschlossen.
Die Querträger weisen ebenfalls eine starke Vorspannung auf, welche etwas mehr als die ständigen Lasten kompensiert. Die Stützen mussten trotz Erhöhung der Stützenlast um rund 40% nicht verstärkt werden, einzelne Fundamente hingegen schon. Die Widerlager wurden für die Aufnahme des neuen überbaus entsprechend verbreitert.
Zum Schutz der Anwohner waren beidseitig Lärmschutzwände mit einer Höhe von 3.0 m gefordert. Damit die Schlankheit des überbaus weiterhin erkennbar bleibt, wurden transparente Wände gewählt und nur 80 cm hohe Leitmauern mit aufgesetzten Leitschrankenprofilen vorgesehen.
Die bestehenden Konsolköpfe als problematischste Bauteile wurden abgebrochen. Ebenso wurde die Mittelkonsole entfernt und durch ein mobiles Leitschrankensystem ersetzt. Die Betoninstandsetzungsarbeiten am überbau beschränkten sich damit auf lokale Schadstellen. In den Widerlagern waren hingegen grössere Instandsetzungsarbeiten erforderlich; insbesondere wurden die Auflagerkonsolen für die Fahrbahnübergänge ersetzt. Das Entwässerungssystem der Brücke wurde komplett erneuert.