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Die eigenen Herzensaufgaben entdecken
Welche Tätigkeiten machen Dich glücklich und zufrieden? Welche Tätigkeiten fühlen sich für Dich erfüllend und nährend an?
Kannst Du diese Tätigkeiten in Deinem aktuellen Leben genügend stark ausleben? Oder müsstest Du da vielleicht andere Prioritäten setzen oder gar etwas ändern?
Meines Erachtens lohnt es sich sehr, einfach mal über längere Zeit nur aufmerksam zu beobachten, wie es Dir in Deinen verschiedenen Settings und Arrangements aktuell zumute ist, bevor Du drastischere Schritte wie z.B. eine Kündigung der Arbeitsstelle in Betracht ziehst. Meist ist nämlich die Situation ziemlich komplex und erfordert auch entsprechend sorgfältige Abwägungen bei der Lösung (es sei denn, die drastische Lösung käme von aussen als Stellenverlust oder indem Dir der eigene Körper in irgendeiner Form "den Stecker zieht"). Oft ergeben sich dann nämlich "sanfte" und "familienverträglichere" Lösungen!
Hier ein paar mögliche Beispiele dafür:
- Reduktion des Berufspensums zugunsten einer freiwilligen Tätigkeit wie z.B. Leitung einer Jugendriege
- Kreative und musische Tätigkeiten als Ausgleich zu rationaler Berufstätigkeit (z.B. Beitritt in einen Chor, Sportclub, Malen, Töpfern etc)
- Übernahme eines politischen oder sozialen Amtes (z.B. Gemeindepolitik, Vereinsleitung, Sozialbegleitung)
- Umwelt-ökologisches Engagement (Naturschutz, Familiengärten, landwirtschaftliche "Patenschaften" etc.)
Erst, wenn Lösungen, welche eine neue Balance verschiedenartiger Tätigkeiten bringen, nicht funktionieren, würde ich einen Stellen- oder gar Berufswechsel in Betracht ziehen. Und auch da gilt es, sorgfältig abzuklären, wo genau die Unzufriedenheit oder Belastungen herrühren:
- liegt es wirklich an der Tätigkeit selber, die nicht mehr passt, nicht mehr "stimmt"?
- liegt es an den Wertvorstellungen des Managements/ der Firma, in welcher Du angestellt bist? Dann könnte die gleiche Tätigkeit z.B. in einer nonprofit-Firma vielleicht durchaus stimmig sein und ein Stellenwechsel das (Sinn-)Problem lösen!
- strebst Du eine ganz andere Tätigkeit an, zu welcher jedoch eine längere Ausbildung nötig ist, welche Du nur finanzieren kannst, wenn Du zumindest noch teilzeitig im angestammten Bereich arbeitest?
- liegt es am Setting und der Rolle, die Du in Deiner Tätigkeit einnimmst (z.B. zuwenig Spielraum für eigene kreative Ideen, zuwenig Selbständigkeit in der Ausgestaltung des Arbeitsauftrags)?
Die wichtigste und allem übergeordnete Leitfrage ist jedoch immer: Welche Tätigkeit fühlt sich als Übereinstimmung mit meinem Lebensplan an? Wo und wann habe ich das Gefühl, dass es mich "von mir entfernt" oder "von mir selber abschneidet", wo und wann ist es nährend, erfüllend und sinn-stiftend für mich?