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4. Wie wirkt Herceptin gegen Brustkrebs?
Gegen Mutationen im Gen HER2 gibt es heute wirksame Medikamente. HER2 heisst wörtlich aus dem Englischen übersetzt: Vom Menschen abstammender (Humaner) an der Zelloberfläche befindlicher (Epidermaler) Wachstumsfaktor-Rezeptor 2. Das Protein HER2 funktioniert als Andockstation für einen Wachstumsfaktor und ist somit an der Regulation des Zellwachstums beteiligt (siehe Schema: Wie wirkt Herceptin?). Auf der Zelloberfläche von gesunden Zellen finden sich im Allgemeinen nur wenige Exemplare von HER2. Gut ein Viertel aller Brustkrebspatientinnen produzieren dieses Protein jedoch im Übermass: Sie besitzen einen Gendefekt und produzieren so übermässig viele HER2 Proteine. Hat eine Zelle zu viele solcher HER2-Proteine, teilt sie sich häufig und der Tumor wächst schnell und unkontrolliert. Die Folge: HER2-positive Patientinnen leiden an einer besonders bösartigen Form von Brustkrebs.
Der monoklonale Antikörper gegen HER2 mit dem Namen Herceptin erkennt das Protein HER2 auf der Oberfläche von Krebszellen. Herceptin heftet sich an Krebszellen und schaltet einen Mechanismus aus, den die Krebszelle für ihr wucherndes Wachstum braucht. Der Vorteil des Medikaments ist, dass bei der Behandlung keine schweren Nebenwirkungen auftreten, die sich normalerweise bei einer Chemotherapie oder Bestrahlung einstellen.
Speziell an der Herceptin-Behandlung ist, dass vor der Behandlung ein Test durchgeführt wird, der bestimmt, ob die Patientin tatsächlich am HER2-Gendefekt leidet oder nicht. So wird sichergestellt, dass nur diejenigen Patientinnen das Medikament erhalten, die auch tatsächlich davon profitieren. So können unnötige Behandlungen vermieden werden.