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Aus der Spielanleitung: Von wegen Seeschlachten mit Kanonendonner und Enterhaken! In Wirklichkeit war alles viel harmloser! Ehrwürdige Piraten trugen ihre Schlachten lieber in schäbigen Tavernen am Spieltisch mit Karten aus. Wer seinen Kontrahenten nicht nur die meisten Stiche abluchsen kann, sondern diese auch am genauesten vorhersagt, geht dabei erfolgreich aus dem Wettstreit hervor.
Natürlich ist dies nur im Spiel so. Wie war es denn wirklich? Wer waren die Piraten? Warum fuhren diese zur See? Nur kurz möchte ich auf das spannende Thema eingehen (ein kurzer geschichtlicher Exkurs):
Piraten gab es in Europa ab dem 8. Jahrhundert. Damals waren es die Wikinger, welche plündernd Nordeuropa unsicher machten. Die Piraten, welche wir aus den Filmen und Erzählungen kennen, und um welche es im Spiel geht, kamen erst viel später zum Zug. Nämlich ab dem 16. Jahrhundert machten die Freibeuter ihre ersten Kaperfahrten. Diese wurden von Ländern oder Adligen finanziert, um Gegner wirtschaftlich zu schwächen. In Kriegen wurden sie gezielt eingesetzt. Um einen Kaperbrief zu erhalten, mussten diese Piraten 10 – 20% der Beute bei Ihren Auftraggebern abtreten. Wenn jedoch kein Krieg herrschte, gab es keine Kaperbriefe und die Freibeuter wurden zu Piraten. So wurden Schiffe unabhängig ihrer Herkunft überfallen.
Wer wurde zum Piraten? In Kriegszeiten bildeten die seefahrenden Nationen viele Seeleute aus. Die Schlachten hatten einen grossen Bedarf an Personal. Nach den Kriegen konnte die Flotte aber nur noch für einen Bruchteil der Bemannung aufkommen. Die Arbeitsbedingungen waren ausserdem sehr hart, die Bezahlung schlecht, und eine langfristige Zukunftsperspektive gab es kaum. Ein Teil der Besatzungen kam jeweils bei den Händlern unter. Dort waren die Arbeitsbedingungen noch schlechter. Die Händler konnten auf ihren Schiffen das Personal fast nach Belieben züchtigen. Dabei kamen Riemen und Ketten durchaus zum Einsatz. Untaugliches Personal konnte einfach am nächsten Hafen ersetzt werden. Für die Betroffenen blieb nichts ausser ein Leben mit Schmerzen in Armut. An Land wollte man die Seefahrer lieber nicht beschäftigen. Genossen sie doch meist einen sehr schlechten Ruf. Es blieb noch die Möglichkeit, auf einem Schiff als Pirat mitzufahren. Tatsächlich eine verständliche Wahl. Entgegen der landläufigen Meinung waren Piraten kein ungebildeter, bösartiger Haufen plündernder Barbaren, sondern gut ausgebildete Seefahrer. Oft wurden die Regeln auf dem Schiff zusammen ausgearbeitet. Auf die Einhaltung wurde gemeinsam gepocht. Bestrafungen waren auch hart, aber diese wurden fair verhandelt. Es war zu dieser Zeit eine der wenigen Lebensformen, welche einer Demokratie nahe kamen. Darin lag der Erfolg! Bei Konfrontationen waren die Piraten motiviert, da es um ihre Gemeinschaft ging und nicht um einen gewinnsüchtigen Händler. Tatsächlich wechselte oft, auch ohne Druck der Piraten, ein grosser Teil der Besatzung der Händler die Seite. Und die Beute?
Für die Beute war meist ein fester Verteilschlüssel festgelegt. Ausserdem wurden in den Schlachten verletzte Piraten entschädigt. Diese Regelungen unterschieden sich aber von Schiff zu Schiff. Wichtig war, dass die Bemannung untereinander friedlich gesinnt blieb und so die stärkste Waffe erhalten blieb: der Teamgeist.
Ganz anders im Spiel.
Spielregeln
Skull King ist ein Stichspiel. Egal ob ihr das Karten- oder Würfelspiel nutzt. In jeder Runde werden neue Würfel gezogen, beziehungsweise Karten verteilt. In der ersten Runde spielt man mit einem Würfel / einer Karte, in der zweiten Runde mit zwei Würfeln / Karten usw..
Die Würfel liegen hinter einem Sichtschirm, so dass niemand sieht, welche Würfel im Spiel sind.
Aufgrund der erhaltenen Würfel / Karten schätzt man ein, wie viele Stiche man in einer Runde machen wird. Wenn man sich entschieden hat, hält man eine Faust in die Tischmitte. Sobald alle ihre Fäuste in die Tischmitte halten, folgt der gemeinsame Spruch Yo-Ho-Ho! Auf das letzte Ho streckt man dabei so viele Finger in die Höhe, wie man Stiche machen will. Sind es mehr als fünf, ruft man zusätzlich die Zahl der Stiche. Dabei darf man selbstverständlich sehr bedrohlich klingen oder sabbern, wenn man es danach selbst aufwischt. Zu beachten ist ausserdem, dass die Stichansage nicht mit der Hackenhand gemacht werden kann.
Nun beginnt das Stechen nach folgenden Regeln.
Die Übersicht der Schlagfolge beim Kartenspiel
Die Übersicht der Schlagfolge beim Würfelspiel
Die Farbe muss immer bedient werden, ausser wenn man eine Sonderkarte / einen Sonderwürfel nutzt (Mermaid, Pirat, Skull King).
Punkte gibt es für die Ansage der richtigen Stichzahl. Wenn man eine Nullrunde ansagt, kann man besonders viele Punkte machen, geht aber auch ein grösseres Risiko ein, viele Minuspunkte einzufahren. Ausserdem kann man Sonderpunkte erringen, wenn man mit dem Skull King andere Piraten schlägt oder mit der Mermaid den Skull King, sofern genau die Anzahl der angesagten Stiche erreicht wird.
Unterschiede in den Regeln / Das Kartenspiel:
Die schwarzen Karten sind immer Trumpf und sind deshalb stärker als die anderen Farben unabhängig von den Zahlenwerten.
Die Sonderkarte “Escape“ kann immer gespielt werden.
Das Spiel wird in 10 Runden gespielt (ist auf dem Block ersichtlich).
Unterschiede in den Regeln / das Würfelspiel
Den Stich gewinnt die höchst gewürfelte Zahl. Sind zwei Zahlen gleich hoch, gewinnt derjenige den Stich, der zuletzt die Zahl gewürfelt hat. Die Farbe ist hier unbedeutend.
Das Spiel wird in 8 Runden gespielt, was auf dem Block ersichtlich ist.
Fazit zum Kartenspiel:
Das Thema spricht die Kinder schon früh an, auch unsere Tochter. Schön ist auch, dass Frauen als Piratinnen mit von der Partie sind. Und dann ist da noch die kleine Mermaid, die sogar den grossen Skull King schlagen kann. Die Grafiken sind stimmig und die Karten haben eine sehr hohe Qualität.
Schon beim Ansagen der Stiche kommt Laune auf. Dabei kann es beim Yo-Ho-Ho! schon einmal etwas lauter werden. Nach einer vermasselten Runde lässt sich so wunderbar Frust abbauen und man geht mit Zuversicht ins Stechen.
In den ersten Runden ist man sehr vom Glück abhängig, da man nicht weiss, welche Karten im Spiel sind. Dabei sind jedoch auch nur die kleinen Gewinne zu erzielen. Je länger das Spiel dauert, umso planbarer wird es, und umso mehr Punkte stehen auf dem Spiel. Wer gut plant, kann in den letzten zwei Runden noch einmal sehr viele Punkte erzielen und so auch das Spiel noch kehren.
Skull King ist das Stichspiel, welches unsere Kinder am meisten mögen. Es findet den Weg immer wieder auf den Tisch und vermag uns jedes Mal zu begeistern. Mit den Emotionen geht es hoch her. Ein wirklich tolles Spiel.
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Interessante Variante der Stichansage
Das Spiel ist bis zum letzten Stich spannend.
Sehr gute Balance zwischen Planung und Glück.
Tolle Grafiken
Sehr hoher Wiederspielreiz.
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Manchen mag es etwas zu laut werden YO-HO-HO - aber uns nicht!
Wertung:
8 1/2 von 9 Jockern
Fazit zum Würfelspiel
Die Würfel sind super und kommen in einem schönen Beutel, aus welchem sie gezogen werden können. Auch die für das Spiel notwendigen Sichtschirme sind vorbildlich gestaltet. Die Würfel mit ihren jeweiligen Seiten sind darauf abgebildet und es ist auch vermerkt, wie oft welcher Würfel vorkommt. So liesse sich das Ansagen der Stiche beim jeweiligen Würfel etwas planen.
Doch genau hier entsteht das Problem bei Skull King das Würfelspiel. Mit Würfeln lässt sich nicht planen. Ja, auch hier weiss ich in jeder Runde mehr, welche Würfel im Spiel sind, aber das nützt mir nichts. Schliesslich kann der Skull King selbst nicht nur an der Mermaid, sondern auch an sich selber scheitern, wenn man mit ihm eine weisse Fahne wirft. Ok. Das macht den anderen Spass. Wenn es bei diesem einen mal bleiben würde. Leider geschieht dies in beinahe jeder Runde. Es wird unmöglich, etwas zu seinem Schicksal beizutragen. So kann es gut und gerne vorkommen, dass man in keiner Runde Pluspunkte macht. Spätestens in diesem Moment ist für den Spieler der Spass vorbei. Eine Ausnahme? Vielleicht. Bei uns ist die Ausnahme in jeder Runde aufgetreten. Nach jeder Partie war mindestens jemand frustriert. Da half auch das Yo-Ho-Ho nicht mehr.
Ich wollte Skull King das Würfelspiel wirklich mögen, ja sogar lieben lernen. Es hat nicht geklappt. In meiner Familie ist auch niemand mehr bereit, dass Spiel noch einmal anzurühren. Schade! Lange habe ich mir überlegt, ob ich hierzu eine Rezension schreiben soll. Waren es genug Partien, um objektiv zu sein? Kann es wirklich so viel schlechter sein als das Kartenspiel?
Es gibt andere, welche das Würfelspiel mögen, dass weiss ich. Vielleicht liegt es wirklich an uns. Ich hätte mir gewünscht, dass der Unterschied der Würfelseiten nicht ganz so gross gewesen wäre, wie bei dem roten Würfel, auf welchem 3er, 2er und 1er abgebildet sind. So hätte vielleicht die Planung etwas mehr Raum bekommen und wäre der Frustfaktor nicht so hoch gewesen.
Unser Sohn fasste es in kurz so zusammen: Das Würfelspiel hat nur acht Runden, weil sowieso niemand zwei weitere Runden spielen würde.
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Schönes Spielmaterial
Viele Klamauk
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Uns ist das Spiel zu beliebig und wir mögen es nicht