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Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) veröffentlicht einen Qualitätsbericht, der über die Methodik und die verwendeten Definitionen wie auch über die Qualität der statistischen Ergebnisse informiert und so die Interpretation und das Verständnis erleichtert. Der Qualitätsbericht basiert auf dem Qualitätskonzept des Europäischen Statistischen Systems (ESS), welches im Verhaltenskodex für europäische Statistiken enthalten ist.
Erhebungsgebiet
Aus historischen Gründen gehören das Fürstentum Liechtenstein sowie die Enklaven Büsingen und Campione d'Italia zum schweizerischen Zollgebiet der Aussenhandelsstatistik, wogegen die Talschaften Samnaun und Sampuoir davon ausgeschlossen sind.
Datenkonzept
International wird zwischen Spezial- und Generalhandel unterschieden. Die schweizerische Aussenhandelsstatistik basiert auf dem Spezialhandelskonzept. Dieses umfasst bei der Einfuhr jene Handelswaren, die durch Veranlagung zollrechtlich frei zirkulieren können und bei der Ausfuhr jene Waren, die aus dem schweizerischen Zollgebiet verbracht werden (detailliertere Informationen siehe Erhebungskonzept).
Erhebungskonzept
Die schweizerische Aussenhandelsstatistik umfasst die Einfuhr und Ausfuhr von Waren wie folgt:
Einfuhr:
- die direkte Einfuhr von Waren;
- die Einfuhr ab einem Zollfreilager mit definitiver Veranlagung;
- die Wiedereinfuhr von schweizerischen Waren;
- den elektrischen Strom;
- den Kauf von Schiffen und Flugzeugen (ausserhalb des Schweizer Zollgebiets) durch Personen oder Firmen mit (Wohn-)Sitz in der Schweiz;
- den Veredelungsverkehr (Eigenveredelungsverkehr, Lohnveredelungsverkehr). Darunter versteht man die vorübergehende Einfuhr von Waren zur Veredlung oder die Wiedereinfuhr von veredelten Waren in die Schweiz;
- die Rückwaren, d.h. Waren, die wegen Annahmeverweigerung, Vertragsauflösung oder Unverkäuflichkeit unverändert an den Absender in der Schweiz zurückgesandt werden;
- den Grenzzonenverkehr, d.h. die Einfuhr von Waren innerhalb eines Umkreises von 10 km beidseits der Grenze
Ausfuhr:
- die direkte Ausfuhr von schweizerischen Waren;
- die Ausfuhr in ein Zollfreilager mit definitiver Veranlagung;
- die Wiederausfuhr von nationalisierten Waren, d.h. definitiv importierten Waren, welche nach einer Bearbeitung oder auch unverarbeitet wieder exportiert werden;
- den elektrischen Strom;
- den Verkauf von Schiffen und Flugzeugen (ausserhalb des Schweizer Zollgebiets) an Personen oder Firmen mit (Wohn-)Sitz im Ausland;
- den Veredelungsverkehr (Eigenveredelungsverkehr, Lohnveredelungsverkehr). Darunter versteht man die vorübergehende Ausfuhr von zu veredelnden Waren bzw. die Wiederausfuhr von veredelten Waren;
- ausländische Rückwaren, d.h. Waren, die wegen Annahmeverweigerung, Vertragsauflösung oder Unverkäuflichkeit unverändert an den Absender im Ausland zurückgesandt werden;
- den Grenzzonenverkehr, d.h. die Ausfuhr von Waren innerhalb eines Umkreises von 10 km beidseits der Grenze
Ausgeschlossen sind:
- Land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschaftungsverkehr innerhalb eines Umkreises von 10 km;
- Privatwaren (inkl. Ein- und Ausfuhr im so genannten Reiseverkehr);
- Nichthandelswaren, d.h. Waren, welche in der Befreiungsliste (Siehe: D 25 Kap. 2.4.4) abschliessend aufgeführt sind (z. B. Gratisersatzlieferungen usw.);
- Ausfuhrsendungen in kleinen Mengen (weniger als 100 kg) und von unbedeutendem Wert (weniger als 1000 Schweizerfranken), welche vereinfacht angemeldet werden können;
- unter gewissen Bedingungen eingeführte Kleinsendungen mit einem Wert von bis 1000 Schweizerfranken und in einer Menge von weniger als 1000 kg.
Datenquellen
Die Aussenhandelsstatistik basiert hauptsächlich auf den Daten aus den Zollanmeldungen der Importeure und Exporteure oder deren Vertreter. Die Daten zum Eigentumswechsel von Schiffen liefert jedoch das Schweizerische Seeschifffahrtsamt sowie das Grundbuch- und Vermessungsamt des Kantons Basel-Stadt.
|Daten||Datenquellen|
|Eigentumswechsel von Schiffen||- Schweizerisches Seeschifffahrtsamt

- Grundbuch- und Vermessungsamt des Kantons Basel-Stadt
|Elektrischer Strom||Elektrizitätsunternehmen|
|Alle weiteren Daten||Schweizer Zollstellen|
Datenaufbereitung
Alle Daten haben im Laufe ihrer Aufbereitung mehrere Plausibilitätstests zu bestehen.
Aktualität der Daten
Wir verarbeiten und veröffentlichen die aussenhandelsstatistischen Daten monatlich. Die Daten des laufenden Jahres werden ggf. korrigiert und gelten daher bis zum definitiven Jahresabschluss Mitte Mai des Folgejahres als provisorisch.
Elektrischer Strom - Datenerfassung
Elektrischer Strom wird seit 2002 in der Aussenhandelsstatistik erfasst (siehe Info 2006 elektrischer Strom).
Seit dem 1. Januar 2013 wendet das Bundesamt für Energie (BfE) eine neue Methode bei der Erhebung der grenzüberschreitenden Stromflüsse an. Diese stützt sich auf die Nettowerte der im Stromhandel getätigten Importe und Exporte und nicht mehr auf die reinen Vertragsmengen (Bruttowerte).
Dieser Methodewechsel hat eine Verringerung des Handels in der Grössenordnung von 2 bis 4 Milliarden Franken zur Folge, hauptsächlich im Handel mit Deutschland. In geringerem Masse von der Neuerung ebenfalls betroffen sind die anderen drei Handelspartner der Schweiz im Strombereich: Frankreich, Italien und Österreich.
Die Elektrizitätsunternehmen senden einmal monatlich die Daten elektronisch an das Bundesamt für Energie BFE. So müssen die Unternehmen nicht jeden Grenzübertritt einzelnen anmelden.
Die definitiven Stromdaten stehen erst drei Monate nach dem eigentlichen Berichtsmonat zur Verfügung. Aus diesem Grund und bis zum Vorliegen der effektiven Daten werden die Export- und Importergebnisse geschätzt (Kurzfristprognose der KOF/ETH).
Vertriebsmodell im Pharma-Bereich: Systemwechsel ab 2019
Seit Jahresbeginn 2019 wenden einzelne inländische Produzenten im Bereich Pharma (Medikamente) schrittweise ein neues Vertriebsmodell an, welches sichtbare und dauerhafte Auswirkungen auch auf die schweizerische Aussenhandelsstatistik hat. So werden gewisse Pharmaprodukte für die weltweite Distribution direkt ab dem letzten Produktionsort im Ausland versendet, ohne dass diese Produkte zuvor erneut in die Schweiz gelangen. Durch diesen Modellwechsel können die Exporte im Pharmabereich ‒ gegenüber der Vergleichsbasis nach «altem Vertriebsmodell» ‒ ab 2019 schätzungsweise um 5 Milliarden Franken niedriger ausfallen. Auch importseitig wird das Niveau in vergleichbarem Ausmass tiefer zu liegen kommen als nach bisheriger Methode.