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Monochord
Das Monochord ist ein vielsaitiges, aber nur mit einem Grundton gestimmtes Instrument. Der einzelne Ton birgt alles in sich, es entstehen eine Fülle an Obertönen und in diesen erschliesst sich unser ganzer musikalischer Kosmos. Es enstammt aus dem frühen europäischen Kulturraum und ist der Prototyp der archaischen Musikinstrumente. Ursprünglich war es ein viereckiger Kasten mit einer einzigen Saite, später kam ein verstellbarer Steg hinzu. Pythagoras hat mit ihm experimentiert und die heute noch gültigen harmonikalen Strukturen entdeckt und festgelegt. Die heute gebräuchlichen Monochorde besitzen bis zu siebzig Saiten. "Mono" heissen sie deshalb zu Recht, weil sie alle im gleichen Ton gestimmt sind, zumeist auf C, Cis, D, oder G. Die natürlichen Grundlagen der Musik sind zugleich auch die Bausteine der Weltordnung. Wenn man nun beim Spielen das Instrument mit unterschiedlicher Intensität über die Saiten streift, hat dies zur Folge, dass zarte Ueberlagerungen, Schwebungen und Interferenzen entstehen, die wiederum den Reichtum an Obertönen und den vollen Klanggehalt dieses Instruments ausmachen. Weiche, sanfte, dem Windhauch ähnelnde Klänge sind für das Monochord charakteristisch. Der Klang wird nicht nur gehört, sondern auch gefühlt. Die harmonischen Schwingungen wirken bis ins Innerste der Zellen und Gewebestrukturen.