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Unser Silvesterbrauch hat einen nicht näher bekannten heidnischen Ursprung und wurde kurz nach den Kriegsjahren durch den damaligen Dorfschullehrer Hermann Binggeli wieder aufgewertet. Er berichtete dabei von der mündlichen Überlieferung durch die ältesten Leute, der «Esu»-Brauch sei «geng glych» gewesen. Es geht auch bei diesem Altjahrsbrauch darum, böse Geister zu vertreiben, um das neue Jahr glücklich und zufrieden beginnen zu können.
Eine wichtige und interessante Figur ist der Esel, der während des ganzen Treibens mit Schlägen bedacht wird. Bei uns gilt das Grautier unter anderem als Symbol für Dummheit und störrisches Benehmen, besonders in orientalischen Kulturen ist der Esel jedoch geschätzter Träger von Königen. Wenn nun der Altjahrsesel geschlagen wird, dann nicht nur seiner Dummheit wegen: Das Langohr büsst stellvertretend für die Sünden der Menschen. Es ist der Sündenbockmechanismus, der hier ins Spiel kommt, wie er in vielen Kulturen in verschiedenen Formen vollzogen wird, wie z.B. im Judentum zur Zeit des Tempels, als am Versöhnungstag (Jom Kippur) der Hohepriester zwei Böcke opferte. Der eine wurde geschlachtet und mit seinem Blut besprengte der Hohepriester den Altar, der andere wurde symbolisch mit den Sünden ganz Israels beladen und als «Sündenbock» in die Wüste gejagt. Nach der Zerstörung des Tempels traten Gebete an die Stelle der Opfer.
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