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Unfall 16.April 1950
16. April 1950 Sonntagmorgen
Erinnerung an den Absturz vor 60 Jahren am Hohgant.
16.April 1950 Sonntagmorgen ist am Hohgant ein englisches Frachtflugzeug,
das sich von Amsterdam nach Brindisi unterwegs befand, abgestürzt.
Alle sechs Insassen fanden den Tod.
Chefpilot: Lathom Smith
Nach Augenzeugenberichten wurde das englische Flugzeug, das am Sonntagmorgen kurz nach 6 Uhr am Hohgant zerschellte, noch gehört, als es Langnau überflog. Kurz nachher wurden die Bewohner von Bumbach, das zur Gemeinde Schangnau gehört und sich 4 Kilometer weit beiderseits der Emme zwischen Schangnau und Kemmeribodenbad erstreckt, durch starken Motorenlärm aufgeschreckt. Aus den Fenstern ihrer im Tal zerstreuten Bauernhäuser bemerkten sie für einen Augenblick ein grosses, ausserordentlich nieder fliegendes Flugzeug, das aus einer Wolkenbank herauskam und in einer anderen wieder verschwand.
Frachtmaschine: 4 Motorige Handley Page Halifax Halton G - AHDX
Foto: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 8003 1967/76 Band 7
Wenige Sekunden später vernahm man eine heftige Explosion und sah den Nebel einen grellen Feuerschein. Das schlimmste befürchtend, alarmierten die Bewohner sofort telephonisch den Polizist von Schangnau, der sich sofort mit dem Gemeindeschreiber an den Ort der Katastrophe begab.
Gegen 07.30 Uhr morgens trafen die ersten Anwohner bei der Jurtenfluh (1964 Meter) am Nordhang des Hohgant ein, wo sich ihnen ein schrecklicher Anblick bot. In einem Umkreis von mehreren hundert Metern lagen Flugzeugtrümmer, Radioapparate und andere Gegenstände umher.
Die Stelle, an der das Flugzeug auf die Felswand aufgeprallt war, konnte deutlich bemerkt werden, da durch den heftigen Aufschlag eine Lawine ausgelöst wurde, welche die Trümmer mehrere hundert Meter in die Tiefe riss.
Mit Hilfe von Anwohnern nahm die Polizei von Schangnau sofort eine Absperrung vor, damit die später eintreffenden Gerichtsbehörden ungehindert die Untersuchung vornehmen konnten. Aus dem aufgefundenen Bordbuch ging hervor, dass sich an Bord des Flugzeuges sechs Personen befanden.
Die Fracht bestand aus Radioapparaten, von denen noch mehrere unversehrt im Schnee herum lagen. Das Flugzeug konnte eine Nutzlast von mehreren Tonnen befördern, insgesamt zusammen mit dem Treibstoff 8Tonnen. Bis alle Trümmer geborgen werden können, muss die Schneeschmelze abgewartet werden. Einige Teile des Flugzeugs sind verbrannt. Die Motoren sind zum teil im Schnee verschwunden und konnten noch nicht gefunden werden.
Von den sechs Opfern des Flugzeugunglücks sind fünf arg verstümmelte Leichen zwischen Schnee und Flugzeugtrümmern zerstreut, gefunden worden.
Die Leiche des Bordfunkers wurde erst am 13.Mai 1950 aus dem Schnee geborgen.
Gesamtaufnahme der Unfallgegend von NNW
Aufgenommen am Abend des Unfallherganges
Foto: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 8003 1967/76 Band 7
Heckteil mit dem Heckrad der Frachtmaschine
Foto: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 8003 1967/76 Band 7
Einen zerstörten Radio von 241 Stück die an Bord waren
Blechteile die von der Frachtmaschine stammen
Foto: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 8003 1967/76 Band 7
Das am weitesten gerutschten Rumpfteil mit der
Immatrikulation und Blauen Überkleid
Foto: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 8003 1967/76 Band 7
Ein Stück Rumpfwand mit verstellbaren Sitz
Foto: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 8003 1967/76 Band 7
Das Unglück dürfte auf einen Navigationsfehler zurückzuführen sein. In der Tat können sich die Sachverständigen nicht erklären, warum das Flugzeug derart von seinem Kurs abwich, denn normalerweise hätte er den Brenner passieren, das heisst die Alpen erst später überfliegen sollen. Man kann annehmen, dass sich das Unglück in einem Augenblick ereignete, da der Pilot glaubte, noch über deutschem Gebiet zu fliegen. Nach den Aufzeichnungen des Bordbuches wurde die letzte Verbindung mit der Leitstelle in Wiesbaden aufgenommen. Am späten Nachmittag wurden die sterblichen Überreste der umgekommenen Flugzeugbesatzung eingesargt, um dann zu Tal und nach Bern gebracht zu werden. Der Italienische Gesandte in Bern, Minister Egidio Reale, der Britische Luftattache Spenser, der Britische Konsul Gibson und der Gemeindepräsident von Langnau waren anwesend.
Die Maschine sollte nach Teheran fliegen
Amsterdam, 17.April. (United Press.) Wie die Kontrollstelle des Flugplatzes Schiphol mitteilt, handelte es sich bei dem in der Nähe von Schangnau abgestürzten britischen Flugzeug um eine Handley Page Halifax Halton, die von der englischen Firma “World Air Carries” gechartert war.
Die Maschine, die Sonntagfrüh Schiphol verlassen hatte, sollte Brindisi und Teheran anfliegen und führte als Ladung Radioausstattungen der Philipps - Werke mit sich, ( 241 Radios) die für Teheran bestimmt waren. Wie Angestellte des Schiphol - Flugplatzes mitteilten, handelt es sich bei den sechs an Bord der verunglückten Maschine befindlichen Personen um den Chefpiloten Lathon Smith, dem weiten Piloten Bowker, den Funker Allum, dem Bordmechaniker Stanford, den Angestellten der Gesellschaft Wright und einen Passgier aus Brindisi, D. Giulio, den Vertreter der “World Air Carriers” in Italien.
Den Historischen Teil ist entnommen aus der Emmentaler Zeitung
Unfall - Fotos aus dem Bundesarchiv E 8003 1967/76, Band 7
Passfoto aus privaten Quellen
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