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von Armand Baeriswyl
Die Verwaltung des 1831 entstandenen Kantons residierte vielfach wie ihre Vorgänger in ehemaligen Klöstern, Burgen und Schlössern. So auch in Burgdorf. 1884 geriet dabei der zähringische Palas des Schlosses Burgdorf ins Visier des Hochbauamtes, welches neuen Platz für das zu vergrössernde Gefängnis suchte. Gegen diese Pläne regte sich entschiedener Widerstand bei Einheimischen, denen dieser Raum offenbar schon länger als «Rittersaal» bekannt war. Es bildete sich eine Rittersaal-Kommission, der es 1886 gelang, den Rittersaal nach ihren Vorstellungen zu restaurieren. Die Wände waren neu im Stil des 14. Jh. ausgemalt, mit Adelswappen an den Wänden, das vermauerte Rundfenster der Kapelle war geöffnet und mit historistischer Glasmalerei versehen und der Kamin mit den erhaltenen Säulen erhielt wieder seinen Rauchhut.
Die ursprüngliche Absicht, den Raum wie ein Rittersaal des 14. Jh. wirken zu lassen, kam aber immer weniger zur Geltung. Bald war der Raum überfüllt mit Schaukästen, Tischen, und einem grossen Doppelschrank, auf denen angekaufte und häufig auch geschenkte historische Gegenstände lagen und standen. Die architektonische Qualität des Schlosses dessen Nukleus, der Rittersaal, ja den Anfang des Museums gebildet hatte war völlig in den Hintergrund getreten. Das änderte sich erst 1953 als der überfüllte Saal ausgeräumt wurde. Das Sammlungsgut konnte in anderen Ausstellungsräumen untergebracht werden und der Saal erhielt sein Aussehen, wie er nach den bau- und kunsthistorischen Forschungen ausgesehen haben mag.
, Armand : Der Rittersaal im Bärenturm Die Anfänge des Schlossmuseums Burgdorf
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 18. Jahrgang 2013, Heft 4, 116 - 122.