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"Obwohl eher Unscheinbar, dieses Blatt impliziert eine ganze Reihe von Gegebenheiten, deren Untersuchung die Moeglichkeit bietet, die Neijahrsblaetter als Spiegel des historischen, politischen und sozialen Kontextes ins rechte Licht zu ruecken"
Sehe Martina Sulmoni: "Einer Kunst- und Tugendliebenden Jugend verehrt"; Ausfuhrlicher Beschreibung.
Balthasar Venator (latinisiert aus Jäger) (* 1594 in Weingarten (Kraichgau); † 11. Februar 1664 in Meisenheim) war ein deutscher Späthumanist, neulateinischer Dichter und Satiriker. Zusammen mit anderen Dichtern wie beispielsweise dem früh verstorbenen Martin Opitz gründete er den Heidelberger Dichterkreis und gilt als einer der Wegbereiter der deutschen Sprache in der Dichtkunst. Seine Erlebnisse während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) veranlassten ihn zu drastischen Schilderungen, die zum Teil anonym gedruckt wurden. Die scharfsinnigen und zum Teil spitzzüngigen Schriften waren zu Lebzeiten überaus beliebt und wurden vielfach nachgedruckt. Dagegen wirken seine fabulösen und weit ausschweifenden Beschreibungen heute eher sperrig und finden nur wenig Leser.
Sein lateinisches Gedicht Donarium in nova Tigurinorum bibliotheca suspendendum schrieb er im Juni 1643 in Meisenheim nach einem Besuch in Zürich.[9] In 33 Distichen lobt er die 1629 gegründete Bürgerbibliothek Zürich (Vorläuferin der Stadtbibliothek Zürich), rühmt ihre geschickte Einrichtung in der Wasserkirche – damals Insel in der Limmat – und fordert dazu auf, neben der Kriegskunst und dem Schanzenbau auch die Wissenschaften zu pflegen angesichts des seit 1618 herrschenden Krieges und der menschlichen und kulturellen Verluste. Ausführlich beschreibt er seine Erinnerung an den Raub der berühmten pfälzischen Bibliothek Bibliotheca Palatina Heidelberg im Jahr 1623. Das Gedicht wurde vom Zürcher Gelegenheitsdichter Johann Wilhelm Simler in deutsche Verse (Alexandriner) übersetzt und unter dem Titel Arte et Marte, Durch Wissenschaft und Waffen – dem Wahlspruch der damaligen Zürcher Bibliothek – als Neujahrsblatt für die Jugend 1661 in einem Einblattdruck gedruckt und mit einer Radierung von Conrad Meyer(1618–1689) versehen.