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Das Finanzinstitut UBS hat im zweiten Quartal vor Steuern 1,7 Milliarden Franken verdient. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 1,0 Milliarden Franken. Der Nettosteueraufwand belief sich dabei auf 377 Millionen, wie das Institut mitteilte.
Die Bank hat damit weniger als im Vorquartal und im Vorjahr verdient. Im ersten Quartal 2011 erzielte die UBS (Aktienkurs UBS) einen Vorsteuergewinn von 2,2 Milliarden respektive einen Reingewinn von 1,8 Milliarden Franken. Im Vorjahr hatte der Vorsteuergewinn 2,6 Milliarden und der Konzerngewinn 2,0 Milliarden Franken betragen.
Der Bank flossen im zweiten Jahresviertel Kundengelder im Umfang von netto 8,7 Milliarden Franken zu verglichen mit +22,3 Milliarden Franken im Vorquartal. Dabei generierte das Wealth Management neue Kundengelder in der Höhe von 5,6 Milliarden Franken, nachdem im ersten Quartal ein Zufluss von 11,1 Milliarden Franken verzeichnet wurde. Im Wealth Management Americas resultierte ein Zustrom von 2,6 (VQ 3,6) Milliarden und beim Asset Management von 4,8 (5,6) Milliarden Franken. Per Ende Juni verwaltete die Bank Vermögen von 2'069 Milliarden Franken nach 2'198 Milliarden Franken per Ende März 2011.
UBS enttäuscht im Investmentbanking
In der Investment Bank erzielte die UBS einen Gewinn vor Steuern von 376 Millionen Franken verglichen mit 835 Millionen im Vorquartal respektive von 1'314 Millionen Franken im zweiten Quartal 2010.
Das Wealth Management (WM) wies einen Vorsteuergewinn von 672 (VQ 645) Millionen Frankenund das Global Asset Management von 108 (124) Millionen Franken. Im Wealth Management Americas resultierte ein Gewinn von 140 (111) Millionen Franken. Die Bruttomarge im WM belief sich auf 97 Basispunkte (Bp) verglichen mit 98 Bp im Vorquartal respektive 95 Bp Vorjahr.
Die von der UBS vorgelegten Resultate lagen unter den Erwartungen der Analysten. Im Schnitt hatten die Analysten (AWP-Konsens) einen Reingewinn von 1'211 Millionen und einen Vorsteuergewinn von 1'817 Milliarden Franken für das zweite Quartal prognostiziert. Beim Nettoneugeld hatten die Experten einen Zufluss von 14,8 Milliarden Franken prognostiziert. Die UBS weist per Ende Juni eine Tier-1-Ratio von 18,1 Prozent verglichen mit 17,9 Prozent per Ende März aus.
Kosteneinsparungen geplant
Die Mitarbeiter der UBS müssen sich auf einen neuerlichen Stellenabbau gefasst machen. Nachdem die Bank im zweiten Quartal 2011 mit gesunkenen Gewinnen auskommen muss, will sie in den kommenden Jahren nämlich Milliardenbeträge einsparen.
Wieviele Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen, bezifferte Finanzchef Tom Naratil während einer Telefonkonferenz am Dienstagmorgen nicht. «Wir sind noch in der frühen Planungsphase, daher können wir nichts genaues sagen», sagte Naratil.
Der Finanzchef liess lediglich durchblicken, dass alle Sparten der Bank von den Massnahmen, die in den kommenden zwei bis drei Jahren die Kosten um 1,5 bis 2 Milliarden Franken senken sollen, betroffen sein werden. Er begründete dies mit den «fundamentalen Veränderungen», der die Bankenwelt gegenübersteht.
Bereits die Finanzkrise zwang die UBS zu Kosteneinsparungen, was den Abbau tausender Stellen mit sich brachte. 2007 hatte die Bank noch über 83'000 Stellen. Bis Ende 2010 sank die Zahl durch mehrere Sparrunden hindurch auf knapp 65'000.
Wirtschaftliche Unsicherheit bleibt bestehen
Kurzfristig deutet laut der Bank «wenig darauf hin, dass die wirtschaftliche Unsicherheit abnehmen wird». Deshalb erwartet sie für das dritte Quartal 2011 auch «keine nennenswerte Verbesserung des Marktumfelds», zumal in der Sommerferienzeit aus saisonalen Gründen mit rückläufigen Aktivitäten zu rechnen sei. Es sei davon auszugehen, dass sich diese Bedingungen weiterhin auf die Ergebnisse auswirken würden.
Im zweiten Halbjahr 2011 würden «möglicherweise» latente Steueransprüche verbucht, die den effektiven Steueraufwand für das Gesamtjahr reduzieren könnten, heisst es weiter. Die Abgabe auf Bankverbindlichkeiten, die Grossbritannien Ende des zweiten Quartals in Kraft gesetzt habe, werde das Ergebnis vor Steuern der Investment Bank bis Ende 2011 voraussichtlich um rund 100 Millionen Franken verringern.
Als Folge der geplanten Sparmassnahmen werde man im weiteren Verlauf des Jahres «vermutlich bedeutende Restrukturierungskosten» verbuchen müssen. In Zukunft sollte es «dank der soliden Kapitalbasis, der finanziellen Stabilität und der klaren Fokussierung auf die Kostendisziplin gelingen, auf den bereits erzielten Fortschritten weiter aufzubauen».
(rcv/laf/awp)