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9.2 Verständlich sprechen
Deutlich und verständlich sprechen ist wichtig. Dazu gehören Wortschatz und Satzbau, Aussprache, Stimme, Präsenz und Körpersprache. Wenn die Kommunikation schon daran scheitert, dass du murmelst, nuschelst, Sätze verbockst, Fachchinesisch sprichst, am Manuskript klebst oder Augenkontakt scheust, haben deine Inhalte geringe Chancen, bei den anderen anzukommen.
Sprich einfach, anschaulich, emotional
Einfache Sprache besteht aus kurzen Sätzen. Brauchst du Fremdwörter oder Fachbegriffe, dann erkläre sie bitte, wenn du nicht davon ausgehen kannst, dass sie wirklich allen Zuhörenden geläufig sind. Sei dir und deiner Sprache treu. Schaue, dass die Zuhörenden gut damit zurechtkommen. „Quatsche“ nicht salopp. Versteige dich nicht in „inadäquate“ Fremdwörter. Und mit „Denglisch“ kommst du weniger „easy“ rüber, als du denkst.
Bildhafte Sprache setzt Grössen und Zahlen in Szene: Fussballfelder statt Hektaren, Berner Münster statt 100 Meter oder Eisenbahnwagen statt Tonnen. Bildvergleiche machen deinen Inhalt auch sonst einprägsam und deinen Vortrag schmackhaft: Maus und Elefant, stark verwurzelter Baum, zarte Blüte, Eiszeit.
Emotionale Sprache: Sprichst du emotional an, bleiben deine Informationen 22-mal besser haften, als wenn sie rein sachlich ist. Emotional sprichst du zum Beispiel an durch Bildvergleiche und persönliche Beispiele oder wenn du deine Thesen, Argumente oder Punkte mit einer Frage einleitest (du erzeugst damit Spannung) oder wenn du dich im Aufbau und der Präsentation am Geschichtenerzählen orientierst (siehe Kapitel…).
Mundart oder Hochdeutsch?
Am besten klärst du im Voraus, welche Sprache du sprechen sollst. Dann kannst du das Manuskript entsprechend verfassen.
Hochdeutsch und Mundart sind vom Satzbau und Wortschatz her recht verschieden. Nicht alle in Hochdeutsch verfassten Notizen lassen sich leicht in Mundart umsetzen.
Bei Mundart-Vorträgen ist es deshalb vorteilhaft, die Sätze zwar in Hochdeutsch aufzuschreiben, aber an die Mundart anzupassen. Sprichst du den Vortrag für dich mal laut durch, merkst du, wo du über deine Manuskriptsätze stolperst, und kannst sie anpassen, durch Satzumstellungen, verkürzte Sätze und echte Mundart-Ausdrücke und -Redewendungen ergänzen.
Erzählen, vortragen oder vorlesen? Hauptsache: lebendig!
Wie redest du, wenn du jemandem spontan etwas erzählst?
Je näher du beim Vortragen an diesen Sprechstil kommst, desto besser. Dann schwingt Begeisterung mit. Du wirkst natürlich und authentisch und weckst Emotionen.
Bist du stark an dein Manuskript gebunden, dann gestalte es so in Abschnitte und Absätze, dass du immer wieder ins Publikum schauen kannst und dann sofort wieder weisst, wo du steckst. Jemandem zuhören zu müssen, der mit der Nase am Manuskript klebt, ist unerfreulich und mühsam.
Selbst wenn du stark ans Manuskript gebunden bist und sogar Hochdeutsch vorträgst: Lies es so, als würdest du den Inhalt spontan mitteilen. Die Zuhörenden müssen ja das, was du sagst, Stück für Stück erfassen und verstehen.
Es hilft ihnen, wenn du
- die Sätze in kurze Sequenzen aufteilst,
- kurze Pausen einlegst,
- nicht über Kommas und Punkte weg liest,
- immer wieder kurz beobachtest, ob die Zuhörenden mitkommen und dein Sprechtempo nötigenfalls anpasst.
Laut und deutlich
Sprich immer zum Schwerhörigsten im Publikum. Stell dir vor, dass er in der hintersten Reihe sitzt und das Hörgerät vergessen hat. Sprich für ihn
- laut und klangvoll
- langsam und deutlich
- so, dass er alles auch an deinen Lippen ablesen könnte.
Dann verstehen dich alle. Dies gilt übrigens immer, auch mit Mikrofon!