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Musik
Rudolf Steiner war sich bewußt, dass mit der klassisch- romantischen Musik eine grosse Epoche abgeschlossen war, und dass man seit Beginn des 20. Jahrhunderts in einem gewaltigenen Umbruchsgeschehen stand. Seine Anregungen und Äusserungen zur Musik sind aber nur fragmentarisch geblieben, wohl auch, weil sie den meisten der noch stark in der Musik des 19. Jahrhunderts lebenden Musikern und Komponisten aus seinem Umkreis unverständlich blieben. Dieser Umbruch forderte und fordert immer neu eine Vertiefung in die musikalischen Ur- und Grundelemente, den einzelnen Ton, das einzelne Intervall usw...Bei Rudolf Steiners Hinweisen und Äußerungen zur "Melodie im Einzelton", der "notwendigen Erweiterung des Tonsystems", oder zu den "Intervallen", geht es ihm um dieses vertiefte Erleben, d.h. um ein Eindringen in die Qualitäten und Wirkenskräfte der Grundelemente des Musikalischen, in denen dann Geistig-Kosmisches zum Ausdruck und Wirken kommen kann. Steiners Anregungen und Hinweise zur einer Erneuerung des Gesangs und des Instrumentalspiels bzw. neuer Instrumente sind auch in diesem Zusammenhang zu sehen. Bei all dem ist eine Voraussetzung die völlige Individualisierung - d.h. nur noch das, was der einzelne Musiker sich von diesen objektiv bestehenden Elementen selbst angeeignet hat, hat Gewicht. Mit dem, was man in diesem Sinne einen anthroposophischen Musikimpuls nennen könnte, haben sich in den Jahrzehnten nach Rudolf Steiners Tod zahlreiche Musiker und Komponisten auf vielfältige Weise beschäftigt - im Gesang und Instrumentenbau, im Komponieren und der Musiktheorie, in Therapie und Pädagogik wie in einer Musik für den religiösen Kultus.