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Die Gründer der Sortenorganisation – 20 Produzenten, 200 Käser und 5 Affineure – seien mutige Leute gewesen, die nicht einfach Lösungen vom Staat erwarteten, sondern die Dinge selber in die Hand nahmen, sagte Oswald Kessler, Präsident der IPG. Sie hätten nicht gewusst, was den Gruyère in Zukunft erfolgreich machen würde. Heute sei der Erfolg offensichtlich: Le Gruyère sei laut Umfragen heute die Nummer 7 unter den zehn stärksten Schweizer Marken.
IPG-Direktor Philipp Bardet betonte die Rolle des Gruyère als «Lokomotive» für die AOC-Gesetzgebung, die auch erst im Juli 1997 in Kraft trat. Die Confrérie du Gruyère gab es seit 1981, 1992 wurde die Charte du Gruyère unterzeichnet. Man habe die Parlamentarier teilweise motivieren müssen, den AOC-Gesetzesartikel zu unterstützen, sagte Bardet. Ein wichtiger Teil des Erfolgs sei die funktionierende Mengensteuerung. Die festgelegten Lieferrechte seien immer respektiert worden, nur zwei Mal habe man in diesen 20 Jahren die Notbremse ziehen und um 10 Prozent einschränken müssen: im Jahr 2002 und im 2016. Bemerkenswert ist, dass der Milchpreis 1997 für IPG-Milchproduzenten bei 82 Rappen lag (inklusive 12 Rp. Verkäsungszulage und 4 Rappen Siloverzichtszulage) und 2017 bei 84,81 (inkl. 15 Rp. und 3 Rp.). Auch der Käsepreis ist seither leicht angestiegen (s. Kasten «Zahlen zum Gruyère»). 2016 sei wegen der Frankenstärke ein sehr schwieriges Jahr gewesen, sagte Bardet. Die Produktion wurde für drei Monate auf 97 Prozent und für neun Monate auf 90 Prozent eingeschränkt. Trotzdem habe man dank verstärkter Marketingmassnahmen die Marktanteile insgesamt beibehalten können. Die Exporte stiegen leicht an, auf 12 106 Tonnen. Gut entwickelten sich die Verkäufe in England und den Benelux-Staaten, wo auch verstärkt geworben wurde. In Frankreich führen die wirtschaftliche Situation und der Konsumpatriotismus der Franzosen zu einem schwierigen Umfeld.
2017 wurde in den ersten drei Monaten die Produktion auf 93 Prozent eingeschränkt, über das ganze Jahr sind 98 Prozent möglich. Die Lager seien auf einem gesunden Niveau von den Altersabstufungen her ausgeglichen, sagte Bardet. Für die Zukunft gelte es aber, verschiedene Gefahren abzuwehren. Etwa die «Labelflut», die nebst regionalen Labels und «Suisse Garantie» nun auch noch «Heumilch» bringe. Oder die Gefahr, dass die Sorte zur Basis werde, auf der eigene Spezialitäten entwickelt würden, wie es bei anderen Sorten passiere. «Der Gruyère ist schon eine Spezialität», sagte Bardet.
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