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Die Abstimmung über den Präsidentschaftskandidaten der französischen Sozialisten hat vergleichsweise wenige Wähler an die Urnen gelockt. Bis zwei Stunden vor Schliessung des Wahlgangs wurden in 70 Prozent der Wahllokale mehr als eine Millionen Teilnehmer gezählt.
Das teilten die Organisatoren am Sonntag mit. Das ist weniger als bei einer ähnlichen Abstimmung vor der Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren und deutlich weniger als bei der Vorwahl des bürgerlichen Lagers im vergangenen November.
Zur Wahl stehen eine Frau und sechs Männer. Unter den Kandidaten sind vier sozialistische Parteimitglieder und drei weitere, die kleineren linken Formationen angehören.
Neben dem früheren Premierminister Manuel Valls galten zwei Vertreter des linken Flügels der Parti Socialiste (PS) als Favoriten: die beiden Ex-Minister Benoît Hamon und Arnaud Montebourg.
Die Wahllokale waren bis 19.00 Uhr geöffnet, Ergebnisse sollten im Laufe des Abends veröffentlicht werden. Die beiden stärksten Bewerber kommen in die entscheidende Stichwahl am kommenden Sonntag. Abstimmen konnten alle Franzosen, die im Wählerregister stehen, sie mussten sich aber per Unterschrift zu den Werten des linken Lagers bekennen.
Partei schwer angeschlagen
Die Parti Socialiste ist nach fünf schwierigen Regierungsjahren und dem Verzicht von Präsident François Hollande auf eine neue Kandidatur schwer angeschlagen.
Egal welcher ihrer Bewerber das Rennen macht: Umfragen für die Präsidentschaftswahl sehen ihn abgeschlagen, zuletzt sogar auf dem fünften Platz. Als Favoriten für die Stichwahl im Mai gelten der Konservative François Fillon und die Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Front National.
Hinzu kommt, dass das linke Lager zersplittert auftritt. Unabhängig von der Vorwahl bewerben sich unter anderen der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon und der aus der PS ausgetretene frühere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron um das höchste Staatsamt im Élyséepalast. Der Polit-Jungstar Macron konnte zuletzt in Umfragen Boden gutmachen und lag mit um die 20 Prozent auf Platz drei.
Vorwahl-Organisationschef Christophe Borgel sagte, man sei auf einem guten Weg, am Ende auf zwischen 1.5 und 2 Millionen Wähler zu kommen. Dieses Ziel hatte die Parteiführung ausgegeben. 2011 hatten in der ersten Vorwahlrunde rund 2.7 Millionen Franzosen abgestimmt, bei der konservativen Vorwahl im vergangenen November waren es sogar knapp 4.3 Millionen.
Vorsprung von Valls geschrumpft
Nach dem Verzicht Hollandes hatte dessen Premierminister Valls als klarer Favorit gegolten, doch sein Vorsprung ist inzwischen deutlich geschrumpft.
Während Umfragen ihn zuletzt für die erste Runde noch in Führung sahen, schien das Ergebnis einer Stichwahl gegen Montebourg oder Hamon offen. Die Umfragen bei Vorwahlen sind allerdings mit besonderer Vorsicht zu geniessen, weil nur schwer einzuschätzen ist, wer tatsächlich an der Abstimmung teilnehmen wird. (sda/dpa/afp)