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Migrationshintergrund eines Pflegekindes – ein Thema im Pflegekinderbereich?
Im Jahr 2006 wurden 12'846 Pflegekinder in der Schweiz ermittelt (zit. in Yvonne Gassmann, 2010, S. 63). Es ist nicht bekannt, wie viele dieser Pflegekinder einen Migrationshintergrund haben und ob und inwiefern der Migrationshintergrund eines Pflegekindes im Pflegekinderbereich berücksichtigt wird, da es in diesem Bereich unter anderem an einheitlichen methodischen Konzepten und Darstellungen sowie an Statistiken mangelt. Die Bachelorarbeit geht der Frage nach, welche Rolle der Migrationshintergrund eines Pflegekindes bei den Fachpersonen des Pflegekinderbereichs im Vermittlungsprozess zur Vollzeitbetreuung in einer Pflegefamilie spielt. Im theoretischen Teil der Arbeit werden die Thematik Migration/Migrationshintergrund sowie der damit einhergehende Kultur- und Strukturdiskurs dargestellt. Zudem wird die Position der Sozialen Arbeit erläutert. Die qualitative Forschung erfolgte anhand von Leitfadeninterviews und wurde mit der Methode nach Claus Mühlfeld, Paul Windolf, Norbert Lampert und Heidi Krüger (1981) ausgewertet. Die Forschungsergebnisse zeigen auf, dass die Mehrheit der befragten Fachpersonen den Migrationshintergrund eines Pflegekindes als einen Faktor unter anderen wie Alter und Geschlecht, die das Kind charakterisieren, berücksichtigt. Für eine Minderheit ist der Migrationshintergrund von grosser Bedeutung. Die Befragten sehen das Besondere des Migrationshintergrunds darin, dass das Pflegekind einer anderen Kultur angehört und dass es und seine Herkunftsfamilie eine andere Ideologie vertreten. Die Ergebnisse legen ausserdem dar, dass die Interviewpartner/innen den Migrationshintergrund als kulturellen und kaum als strukturellen Faktor berücksichtigen.