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Die meiste Zeit der 90er Jahre stand Aphex Twin im Gegensatz zu dem, was sich im Mainstream der Tanzmusik abspielte. Während eindringliche Eurodance-Hits wie Rhythm is a Dancer die Tanzflächen zahlreicher Clubs eroberten, bastelte er an zurückhaltenden Ambient-Tracks. Als Europa von der verträumten Trance-Melodie von Robert Miles Children hingerissen war, wechselte er zu hartem Industrial Noise. Und als The Prodigy und The Chemical Brothers das Sagen hatten, versuchte Aphex Twin die Grenzen des Drum and Bass durch schnelle, stotternde Beats zu sprengen.
Die Geschichte von Aphex Twin ist ähnlich gegensätzlich – voller Erfindungen, Halbwahrheiten und Provokationen, die dem Musiker selbst entlockt wurden. So soll er einen Panzer besessen haben, in einer Bank gelebt und bei seinen DJ-Sets nur mit Sandpapier und einem Mixer aufgelegt haben. Die Dokumentation befasst sich weniger mit der Enthüllung der Wahrheiten dieser Legenden und vielmehr mit Aphex Twin selbst und dessen Musik. Der Film zeigt seine frühen Anfänge sowie einen Einblick in seine Veröffentlichungen und Einflüsse – darunter Brian Eno, John Cage, Terry Riley, Steve Reich. Mit einer umfangreichen Sammlung von Zitaten und Interviewausschnitten bietet die 36 Minuten lange YouTube-Dokumentation einen sehr interessanten Einblick in seine Denkweise und Ideen.
31/08/2022