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Geschichte der Sternwarte
Ein Geschenk
Anfangs der Sechzigerjahre erstellte Herr Ernst Wenger an der Guggisbergstrasse in Schwarzenburg seine eigene Sternwarte. Vom Schliff des Fernrohrspiegels über die solide Montierung bis zur Kuppel baute sich Herr Wenger in ungezählten Stunden alles selber. Im Jahre 1964 war das Werk vollendet. Als später in der Nähe helle Strassenlampen aufgestellt wurden, war das Beobachten aus der Fernrohrkuppel kaum mehr möglich, deshalb stand das gute Instrument während Jahren unbenutzt da. Im Oktober 1989 verstarb Herr Wenger. Was sollte nun mit der Sternwarte geschehen? Frau Wenger und ihre Kinder beschlossen im Sommer 1990, das Teleskop den Schulen von Schwarzenburg zu schenken.
In einer Sternwarte, die von grösseren Gruppen besucht wird, muss das Fernrohr leicht zugänglich sein. In der bestehenden Kuppel war das schlecht möglich, weshalb von Anfang an klar war, dass man ein neues Schutzhaus planen musste. Es war ebenfalls ein neuer Standort zu suchen. Dafür gab es bestimmte Bedingungen:
- Keine störendenden Lampen in der Nähe.
- Ein einigermassen niedriger Horizont.
- Toiletten und eine Raum für Schlechtwetter-Programme in der Nähe.
- Der Ort soll vom Dorf aus leicht erreichbar sein.
Im Garten des Primarschulhauses an der Schlossgasse wurde ein Standort gefunden, welcher die oben genannten Bedingungen gut erfüllte.
Die Schulsternwarte entsteht
Am 25. Mai 1991 starteten die Bauarbeiten für die Schulsternwarte. Schüler trugen den Humus ab und huben Erde für die Fundamente aus. Die Firma Gilgen erstellte das wegrollbare Schutzhaus und auf dem Bauplatz entstanden die Fundamente für Fernrohr, Schienen und Umzäunung. Unterdessen wurde das Teleskop von Herrn Ernst Ulrich am Einschlagweg vollständig revidiert. Der elektrische Teil für Teleskopsteuerung, Beleuchtung und Schienenheizung wurden gänzlich neu gebaut.
Im September 1991 wurde das Fernrohr am neuen Ort beim Primarschulhaus an der Schlossgasse montiert. Am 3. Oktober wurde erstmals am Nachthimmel beobachtet und mit einer würdigen Feier am 9. November eingeweiht.
Elektronische Steuerung für die Teleskope
Im Jahr 2002 wurde die Montierung durch eine elektronische Steuerung ergänzt. Die Teleskope werden auf der stabilen Montierung der scheinbaren Himmelsbewegung mit Hilfe zweier Schrittmotoren nachgeführt. In der Steuerungs-Elektronik sind die Koordinaten von 168 hellen Sternen und von 3622 weiteren Objekten (Sternhaufen, Galaxien, Nebeln) gespeichert. Die Positionen der Planeten und der Sonne werden für einen gewählten Beobachtungszeitpunkt jeweils berechnet. Auf Knopfdruck bringt die Steuerung das gewünschte Objekt automatisch mitten ins Gesichtsfeld des Beobachters am Okular.
Die Sternwarte muss umziehen
Weil die Gemeinde Schwarzenburg an der Schlossgasse einen Neubau für einen Doppelkindergarten und die Tagesschule plant, musste die Schulsternwarte weichen. Nach längerer Suche wurde schliesslich beim Schulhaus an der Thunstrasse, am Rand des Pausenplatzes, ein Platz für die Teleskope gefunden. Am 9. November 2018 wurde die Sternwarte am neuen Standort beim Primarschulhaus Thunstrasse eingeweiht.