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Gibt es einen Fluch des Zweitplatzierten? Wenn ja, trug ihn Ivan Ballinari jahrelang auf sich. Seit Beginn seiner Karriere im Jahr 2000 wurde der Tessiner fünfmal Zweiter in der Schweizer Rallye-Meisterschaft. Diese Saison fuhr er mit seinem Co-Piloten Paolo Pianca zum ersten Mal den Škoda Fabia R5 und hat damit den Bann gebrochen.
Endlich Schweizer Rallye-Meister: Ivan Ballinari/Paolo Pianca
Seit 2011 startet Ivan Ballinari für das Lugano Racing Team – bis anhin stets im Schatten von Sébastien Carron, der in den letzten vier Jahren drei Rallye-Titel gewinnen konnte. Nach seinem Rücktritt ergaben sich für das Duo Ballinari/Pianca erneut Chancen nach dem Titel zu greifen. Doch dafür fehlte bis anhin das richtige Auto.
Ballinari hat bei Lugano Racing verschiedene Rallye-Cars ausprobiert, um das für ihn perfekte Fahrzeug zu finden. Gute Einzelergebnisse erzielten Ballinari/Pianca im Peugeot 207 S2000, Ford Fiesta R5 und Škoda Fabia S2000. Doch geklappt hat es erst mit dem Škoda Fabia R5, den sie dieses Jahr zum ersten Mal fuhren. Die Schweizer Rallye-Meisterschaft begann im März mit der Rallye National Pays du Gier in Saint-Chamond – direkt gegenüber der französischen Grenze. Es war die Premiere für Ballinari im Fabia R5. Und sie wurde gleich mit einem Sieg belohnt.
Ballinari back in Business
Nach einer krankheitsbedingten, zweimonatigen Pause war Ballinari vor der vierten Runde der Meisterschaft wieder fit genug, um die Reise nach Santo Stefano Belbo in Italien für die Moscato-Rallye – Rallye delle Langhe – anzutreten. Und fuhr damit geradewegs zum Titelgewinn! Diese Rallye wurde wieder komplett von Fabia R5 dominiert: Alle Top-4-Positionen belegten in der Gesamtwertung Škoda-Kundensportteams. Während der Italiener Elwis Chentre den Gesamtsieg für das New Drivers Team holte, belegte Ballinari den zweiten Gesamtrang und lag mit 48,5 Sekunden Abstand an der Spitze seiner Schweizer Konkurrenten.
Zwei Rallyes vor Ende der Meisterschaft stand Ballinari zwar an der Spitze der Rangliste, aber die Teamkollegen Schneeberger und Althaus lagen dicht hinter ihm. Die nächste Runde war die 6-stufige Rallye Ronde Internazionale del Ticino. Da in dieser Rallye WRC-Fahrzeuge zugelassen waren, war es für die FABIA R5 schwer, den Gesamtsieg einzufahren. Ballinari hatte einen guten Lauf und gewann die Eröffnungsphase, bevor er Dritter wurde – hinter zwei WRC-Autos – und nur 38,2 Sekunden hinter dem Sieger.
Obwohl der Tessiner kurz vor dem Titel an der Spitze der nationalen Wertung lag, war es nicht sicher, ob er an der letzten Runde der Saison, die Rallye International du Valais, starten kann. Diese Veranstaltung, die in und um Sitten stattfindet, ist eine der bekanntesten im Schweizer Renn-Kalender und wird auch für die Tour European Rally-Serie gewertet, was bedeutet, dass sie ein starkes Feld anzieht. Bei dieser Rallye konzentrierte sich Ballinari vor allem darauf, die Ziellinie zu erreichen und sich die Punkte zu sichern, die er brauchte, um Meister zu werden. So fuhr er eine für ihn konservative Rallye, während die Škoda Fabia R5 erneut das Renngeschehen dominierten.
Škoda belegte in der Endwertung die ersten sechs Plätze – Ballinari fuhr auf den fünften Gesamtrang. Nachdem sowohl Schneeberger als auch Althaus hinter ihm lagen, reichte es Ballinari, um zum allerersten Mal Schweizer Rallye-Meister zu werden. Es ist ein historischer Sieg, nicht zuletzt, weil Ballinari der erste Fahrer ist, der die Schweizer Meisterschaft von Anfang bis Ende anführte.
Der Konstrukteurtitel ging an das Lugano Racing Team – zum 21. Mal.
Zwar eröffnete sich nach dem Rücktritt von Sébastien Carron zu Beginn der Saison eine Chance für Ballinari. Doch der erfahrene Pilot musste gegen ein ausserordentlich starkes Fahrerfeld kämpfen. Der entscheidende Faktor seines Titels ist jedoch die Entscheidung einen Škoda Fabia R5 zu fahren.