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Seit Anfang des Jahres haben sich die Reispreise in Asien verdoppelt. Verantwortlich dafür sind eine gestiegene Nachfrage, schrumpfende Vorräte sowie ein Schädlingsproblem in Vietnam, dem weltweit zweitgrössten Exporteur. Reis mittlerer Qualität aus Thailand kostete in der vergangenen Woche 760 Dollar pro t, Ende 2007 waren es noch 360 Dollar.
Länder in dieser Region schränken den Export ein, um die Versorgung im eigenen Land nicht zu gefährden, und brachten die Preise so zusätzlich unter Druck. Kürzlich setzte Indien 1000 Dollar für eine t als Minimumpreis für Reisexporte fest, um Händler dazu zu bringen, ihren Reis lieber auf dem heimischen Markt zu verkaufen, als darauf zu warten, dass die Preise noch weiter steigen. Doch die Bauern scheinen geduldig zu sein. So kämen Exporteure, die mit ausländischen Kunden Lieferverträge abgeschlossen haben und keinen Reis bekommen, in schwere Bedrängnis, so Chookiat Ophaswongse, Vorsitzender der Vereinigung der Reisexporteure Thailands. Das Problem spitzte sich zu, als der thailändische Handelsminister Mingkwan Saengsuwan voraussagte, dass Reis bald 1000 Dollar pro t kosten würde, und die heimischen Bauern dazu ermutigte, ihre Ernte zu horten.
Robert Zeigler, Leiter des Rice Research Institute auf den Philippinen, glaubt, dass es noch Monate dauern könne, bis der Markt ein Gefühl dafür bekomme, wie hoch die Preise noch klettern. Schlimmstenfalls «könnte der ganze Markt lahmgelegt werden. Wer verkauft schon Reis für 750 Dollar pro t, wenn er davon ausgeht, dass er bald 1000 Dollar dafür bekommt?»
Märkte wie die USA und China, die den meisten Reis, den sie brauchen, selbst anbauen, sind von den steigenden Reispreisen in Asien nur wenig betroffen. Doch grosse Importeure wie Indonesien und Iran müssen sich gewaltig anstrengen, um sich Orders für die nächsten drei bis vier Monate zu sichern.
In einigen Ländern gibt es angesichts der steigenden Lebensmittelpreise bereits Proteste, darunter in Guinea, Ägypten und auf den Philippinen. Dort ist der weltgrösste Reisimporteur – und dessen Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo denkt bereits über ein Verbot nach, Ackerland in Bauland umzuwandeln. Die Regierung in Manila richtete an Restaurants sogar die Aufforderung, künftig nur noch halb so grosse Reisportionen anzubieten.
Für die weltweite Lebensmittelversorgung stellt das Wachstum in China, Indien und anderen Schwellenländern eine Belastung dar. Auch sind viele afrikanische Länder während der letzten 20 Jahre auf den Verzehr von Reis umgestiegen, der zum Grossteil aus Thailand und Vietnam importiert wird.