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Nikolay Oorzhak: Schamane und Obertonsänger
von Basler Psi Verein
23. Januar 2015
Nikolay Oorzhak kam im Dezember 1949 in dem kleinen Dorf Khorum-Dag im westlichen Teil der autonomen Republik Tuwa im südlichen Sibirien (Russland) an der Grenze zur Mongolei zur Welt.
Nikolay Oorzhak kam im Dezember 1949 in dem kleinen Dorf Khorum-Dag im westlichen Teil der autonomen Republik Tuwa im südlichen Sibirien (Russland) an der Grenze zur Mongolei zur Welt. Nach Abschluss der Highschool 1964 hütete er während vier Jahren als Schäfer Pferde, Schafe und Kühe. Allein mit seinen Tieren in der Steppe begann er Klänge wie seine Väter und Grossväter zu singen. Diese Art von Kehlgesang wird «Khoomei» genannt. Damals hörten ihm ausschliesslich seine Pferde, Schafe und Kühe zu. Nokolay sagt: «Kehlgesang ahmt die Stimmen der Tiere nach, und die Töne, die dabei entstehen, stimmen mit den Tönen des Universums überein. Für mich sind all diese Töne der Rhythmus des einen Ganzen.» Von 1968 bis 1970 diente Nikolay in der Armee, was damals in der Sowjetunion Pflicht war. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Künstler im lokalen Volkstheater der Stadt Chadaana in Tuwa. 1982 wurden lokale Behörden auf ihn aufmerksam und unterstützten ihn in seinem Streben nach einer professionellen Ausbildung.
So war es ihm 1983 möglich, das Ulan-Ude Kultur-Institut in Buryatia zu besuchen. Er wurde Direktor des öffentlichen Theaters, dabei ergab sich die Möglichkeit sein verstecktes Talent im Kehlgesang in der Öffentlichkeit zu zeigen. 1989 fand das erste «Internationale Festival im Kehlgesang» in Kyzyl, der Hauptstadt von Tuwa, statt. Dort wurde Nikolay mit dem ersten Preis im Kehlgesang im «Kargyraa-Style» ausgezeichnet. Schon damals gab er brillante Vorstellungen in den unterschiedlichen Stilrichtungen des Kehlgesangs und Obertonsingens: in Khoomei, Kargyraa, Sygyt, Borbangnadyr und Ezengileer. So wurde er ein Khoomeiji (anerkannter Meister in Khoomei-Singen). Im gleichen Jahr gründete er mit seinem Kehlgesang-Kollegen Boris Kherly und dem Wissenschaftler Zoya Kyrgys das Ensemble Tuwa. Mit grossem Erfolg tourten sie in Norwegen, Schweden, der Türkei und in der Mongolei. Damals war es bei solchen Aufführungen üblich, ein schamanisches Ritual dramaturgisch darzustellen. So kam es, dass Nikolay, zusätzlich zum Singen und Spielen auch die Rolle eines Schamanen auf der Bühne übernahm. Ältere Besucher fanden seine Darbietung so überzeugend, dass sie sich fragten, ob es nicht seine eigentliche Aufgabe wäre, Schamane zu sein. Nach diesen Vorstellungen wurde es Nikolay manchmal schwindlig und er bekam Kopfschmerzen, worauf er Hilfe bei dem bekannten Schamanen Oleg Toiduk suchte. Oleg erklärte ihm, dass er seine verborgenen schamanischen Kräfte geweckt hätte und es seine Bestimmung sei, ein Schamane zu sein.
Er empfahl ihm sein Talent zur Heilung von Kranken zu nutzen. In Tuwa ist es üblich, dass Schamanen ihre Fähigkeiten vererben, und Nikolay war da keine Ausnahme. In seiner mütterlichen Verwandtschaft gab es einige Schamanen, so war sein Grossvater ein berühmter Schamane in der Sut-Khlo Region in Tuwa. Das war der Anfang von Nikolays heilerischer Tätigkeit. Dem hervorragendem tuwanischen Schamanismusgelehrten Professor Mongush Kenin-Lopsan entgingen Nikolays Fortschritte nicht, und so lud er ihn 1998 ein, in seiner schamanischen Gesellschaft Dungur mitzuarbeiten. 1995 wurde Nikolay nach Indien eingeladen, um an den Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag seiner Heiligkeit des Dalai Lamas teilzunehmen. Er erhielt den Segen des Dalai Lamas worauf sich die Wirkung seines heilenden Gesangs weiter verstärkt hat. «Der Kehlkopfgesang in Verbindung mit Tungur ermöglicht eine integrale Annäherung ans menschliche. Dabei gibt es keine Tricks und Illusionen, sondern es geht um die Kraft des integralen Klanges.» 1999 wurde Nikolay zum Vorsitzenden der Tuwanischen Schamanistischen Gesellschaft Tos-Deer gewählt. Im gleichen Jahr besuchte er zusammen mit Prof. Mongush den Schamanen-Kongress und tourte durch Italien und die Schweiz. Im Jahr 2000 wurde er an einen Schamanismus Kongress nach Deutschland eingeladen. 2002 unternahm er auf Einladung der International Association for Harmonic Singing und der Canadian Shaman’s Society eine erfolgreiche sechsmonatige Tour durch Kanada und die USA. Während der Tour traf er Dr. Michael Harner, den berühmten Gründer der Foundation for Shamanic Studies, der sehr angetan war von seinen ausserordentlichen Fähigkeiten.Nikolay Oorzhak hält regelmässig Seminare ab an verschieden Plätzen in Russland, der Ukraine und Europa, während denen er schamanische Praktiken, den Kehlgesang und das Obertonsingen in der Heilpraktik und Selbstentwicklung lehrt. Ausserdem ist er ein sehr willkommener Gast auf lokalen und internationalen Musik-Festivals. Nikolay wird begleitet von Dr med. Vladislav Matrenytsky, Gründer des Zentrums für men-schliche Entwicklung «Aum», das alte und moderne Klangtechnologien für Heilzwecke und spirituelle Entwicklung nutzt. Er ist Schüler von Nikolay seit 2001 und erforscht die Wirkung des Un-Hun Systems auf Gesundheit und Langlebigkeit.
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