Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/1146

Die Glarner Produktion an Elektrizität ohne Pumpbetrieb betrug im Jahre 2018 total 833 Gigawattstunden (GWh) und damit 17,8% weniger als im Vorjahr.
Diese unterdurchschnittliche Elektrizitätsproduktion im Jahre 2018 ist vor allem auf tiefere Niederschläge im Sommer und Herbst zurückzuführen. Neben den Niederschlägen sind aber auch andere Faktoren entscheidend für die jeweilige Jahresproduktion. Der wichtigste ist das Stauvolumen der grossen Speicher wie Limmernsee, Klöntalersee und Muttsee am Anfang und Ende des Jahres. Ist der Stand dieser Speicher Ende Jahr nicht gleich wie am Anfang des Jahres, kann das die Jahresproduktion im Extremfall um einige Dutzend Gigawattstunden beeinflussen. Ende 2018 war das Stauvolumen dieser Speicher vor allem beim Limmernsee deutlich höher als Anfang Jahr. Dies verursachte eine Minderproduktion im Jahre 2018 von einigen Dutzend Gigawattstunden, welche dann im Frühling 2019 produziert werden. Im Jahre 2018 wurde das Kraftwerk Mühlebach II in Engi in Betrieb genommen, welches mit einer Produktion von 2 GWh die Gesamtjahresbilanz nur wenig beeinflusst.
Die Jahresproduktion aus den Wasserkraftwerken lag im trockenen Jahr 2018 etwa im gleichen Bereich wie im gleichermassen trockenen Jahr 2015. Einige Kraftwerke wie das EW Niederurnen, das EW Elm und das Kraftwerk am Niederenbach produzierten im Jahre 2018 noch deutlich weniger als im Jahre 2015. Diesen Kraftwerken gemeinsam ist, dass sie relativ kleine Einzugsgebiete in eher tiefen Lagen aufweisen. Dagegen lag die Produktion der Kraftwerke am Brummbach und am Vorbach in Leuggelbach, die beide aus grossen Karstgebieten gespiesen werden, nur geringfügig tiefer als in Durchschnittsjahren.
Strom aus der KVA und der Fotovoltaik
Die Elektrizitätsproduktion der Kehrichtverbrennungsanlage Niederurnen (KVA Linth) lag mit 56 GWh deutlich unter dem Wert des Vorjahres (83,5 GWh). Der Grund dieser Minderproduktion liegt in einem Maschinenschaden. Die Produktion des Kraftwerkes der Kläranlage Glarnerland betrug wie im Vorjahr knapp 2 GWh.
Die Fotovoltaik-Anlagen produzierten 2018 mehr Strom als im Vorjahr: Es wurden wiederum einige Anlagen in Betrieb genommen, wodurch die gesamte produzierte Elektrizitätsmenge auf etwa 7 GWh stieg. Die Fotovoltaik erfreut sich damit im Kanton Glarus einer andauernden Beliebtheit. In den Ortschaften Bilten, Näfels, Mollis, Schwanden und Braunwald wird am meisten Sonnenstrom produziert.
Die Elektrizitätsproduktion des Kantons Glarus stammte im Jahre 2018 überwiegend aus der Wasserkraft (92,4%), daneben aus der Kehrichtverbrennung (6,7%), Biogas (0,2%) und Fotovoltaik (0,8%). Die Produktion an Elektrizität lag im Jahre 2018 somit um das 2,35-fache höher als der Verbrauch im Kanton Glarus, welcher etwa 355 GWh beträgt.