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Poststempel
Inhaltsverzeichnis
- 1 Von Stempeln, Leihkronen und Flaggen …
- 2 Wissenswertes zum Thema Postablagen
- 3 Briefe im Trogener Bahn Postwagen
Von Stempeln, Leihkronen und Flaggen …[Bearbeiten]
Peter Klingelfuss, Redaktor der Zeitschrift „Der Poststempelsammler“ - Organ des Schweizerischen Vereins der Poststempelsammler - ist auf einem Briefumschlag aus Speicher auf eine Kuriosität mit Poststempeln aus Speicher gestossen. Die Briefe, wohl Reklamebriefe, wurden von Naturarzt E. Truog, Inhaber des Laboratoriums Parasana im Haus „Lueg is Land“ in die ganze Schweiz versandt.
Auszug aus dem Artikel „Der Poststempelsammler“, Ausgabe 2/2016:[Bearbeiten]
Wohl aufgrund der grossen Anzahl (Briefe) wurden diese in St. Gallen mit der Leihkrone* Speicher gestempelt. Dabei entstanden Belege, wie sie bis jetzt von der Leihkrone A 2.01 Speicher nicht bekannt waren. Im Handbuch steht bei der Kombination mit der Flagge 0.2.19: „denkbar, bisher allerdings nicht belegt“. Die von mir gefundenen Belege von der Vögelinsegg haben die Daten 5.X.1963 (Bild 1), 11.X.1963 … Bei allen ist die Flagge verkehrt eingesetzt.
Die Verwendung der Krone ohne Flagge ist bis anhin nirgends erwähnt. Beim Datum 15.X.1965 handelt es sich um ein neues Letzttagsdatum der Krone (Bild 2).
- Leihkrone: Maschinenstempel einer kleinen Post ohne Stempelmaschine. Die Krone war „ausgeliehen“ an eine grössere Post mit Stempelmaschine. Wenn bei der kleinen Post ungewöhnlich viele Karten/Briefe aufgegeben wurden, konnten diese ungestempelt an die grössere Post geliefert werden. Dort erhielten sie einen Maschinenstempel mit der Leihkrone und einer Flagge der Gruppe 0. In ganz seltenen Fällen wurden Leihkronen auch ohne Flagge verwendet.
Welche Poststelle besass die Leihkrone Speicher?[Bearbeiten]
Wie anzunehmen ist, war es die Post in St. Gallen, die Bestätigung dafür liefert der PP-Beleg:
Am 9.IV.1965 machte die St. Galler Post den PP-Beleg mit ihrem eigenen PP-Stempel, der Leihkrone Speicher und der Flagge 0.2.22b, diese wiederum (Prinzip ist Prinzip) verkehrt. Trotz Einführung der Postleitzahlen im Jahre 1964 fehlt diese noch in beiden Stempeln.
Wissenswertes zum Thema Postablagen[Bearbeiten]
Poststellen, genauer gesagt Postablagen, stempeln Postsendungen. Dabei wird unterschieden zwischen Nichtrechnungspflichtigen Postablagen und Rechnungspflichtigen Postablagen. Nichtrechnungspflichtige Postablagen stempelten nur mit einem Stabstempel (Balkenstempel) Rechnungspflichtige Postablagen stempeln mit runden Datumsstempeln (mit oder ohne Stundenangabe).
Die Poststelle Speicher[Bearbeiten]
Speicher war von 1839 bis 1849 eine nichtrechnungspflichtige Postablage (> Stabstempel) Seit 1843 (?) ist Speicher eine rechnungspflichtige Postablage mit Datumsstempel. Die beiden Briefumschläge (Stabstempel von 1841 und Datumstempel von 1843) zeigen den Wechsel von nichtrechnungspflichtig zu rechnungspflichtig.
Der Datumsstempel mit der Postleitzahl 9042 wurde am 1.11.1966 eingeführt.
Die Poststelle Speicherschwendi[Bearbeiten]
Speicherschwendi war vom 1.10.1893 bis zum 31.3.1912 eine nichtrechnungspflichtige Postablage (> Stabstempel) Vom 1.4.1912 bis zum 16.8.2009 war Speicherschwendi eine rechnungspflichtige Postablage mit Datumsstempel. Der Datumsstempel mit der Postleitzahl 9037 wurde am 1.11.1966 eingeführt. Seit dem 17.8.2009 ist Speicherschwendi eine Agentur mit einem Frankierautomaten, das heisst: Postsendungen werden nicht mehr gestempelt. Quelle: Poststellenchronik Schweiz
Briefe im Trogener Bahn Postwagen[Bearbeiten]
Eine Postkarte, aufgegeben im Jahre 1920, weist einen Stempel "Einwurf Trogen-St. Gallen" auf sowie den Datumsstempel von St. Gallen. Zu jener Zeit war es obligatorisch, Briefe und Karten mit dem Namen des Aufgabeortes zu stempeln. Die TB führte seinerzeit einen Postwagen mit einem Briefeinwurf. Deshalb erhielten Briefe zur Kennzeichnung des „Aufgabeortes“ den Stabstempel. Am Endbahnhof wurden sie der Post übergeben und erhielten dort den Datumstempel. Mit diesem Verfahren wurde sichergestellt, dass niemand auf die Idee kam, die Karte sei in St. Gallen aufgegeben worden. (zit. P. Klingelfuss)