Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/148617

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welche Anstrengungen unternehmen der Bund und die SBB, um den internationalen Reisezugverkehr möglichst benutzerfreundlich auszugestalten?</p><p>2. Wie werden die internationalen Kooperationen im Reisezugverkehr ausgestaltet, und welche Koordination wird auf zwischenstaatlicher Ebene getroffen, um die Benutzerfreundlichkeit des Reisezugverkehrs zu erhöhen?</p><p>3. Wie schätzt er die aktuelle Situation und das Entwicklungspotenzial im Bereich des Reisezugverkehrs im Umfeld der starken Konkurrenz durch Billigflieger und Strasse ein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Kompetenz für die Definition des Angebotes an internationalen Bahnverbindungen liegt bei den SBB und den ausländischen Partnerbahnen. Die SBB verfolgen die Strategie, ihre Marktstellung durch Kooperationen zu stärken und gute Verbindungen zu den wichtigen Wirtschaftszentren sicherzustellen. Dies entspricht den Vorgaben des Eigners.</p><p>Grundsätzlich bieten die SBB sämtliche Fahrausweise ausländischer Staatsbahnen an, die über international genormte Vertriebssysteme verfügbar sind. Fahrausweise für den internationalen Schienenverkehr sind an jedem SBB-Bahnschalter und an zahlreichen Bahnschaltern anderer Bahnen erhältlich. Für internationale Bahnreisen können Fahrausweise und Reservationen zu den meisten Destinationen auch online bestellt und ausgedruckt werden.</p><p>Dem Bundesrat ist bewusst, dass Reisende bisweilen über nichtbuchbare oder nicht mit schweizerischen Fahrausweisen kombinierbare Spar-Angebote der ausländischen Bahnen klagen. Bei der Preisüberwachung werden zudem insbesondere die Auftragspauschalen von 10 Franken pro Person für am SBB-Schalter gelöste internationale Fahrausweise kritisiert.</p><p>In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass die SBB keinen direkten Zugang zu den Reservierungssystemen haben. So haben die französischen und die spanischen Staatsbahnen für die gemeinsamen, grenzüberschreitenden TGV-Angebote ein neues System aufgebaut, welches die internationalen Standards nicht berücksichtigt und daher nicht mit den Systemen der SBB kompatibel ist.</p><p>In absehbarer Zeit können internationale Fahrausweise auch auf mobilen Endgeräten gekauft werden. Die Voraussetzung dafür wird mit der Modernisierung der IT-Systeme für den Vertrieb geschaffen. Weiter haben die SBB und ihre Partnerbahnen die Sparpreiskontingente im internationalen Fernverkehr stark erhöht und die Vorausbuchungsfristen verkürzt.</p><p>2. Die SBB unterhalten mit den Staatsbahnen von Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich eine gute Zusammenarbeit, weitreichende Kooperationen oder gemeinsame Tochtergesellschaften. Sie bringen sich auch in den relevanten internationalen Gremien ein, so insbesondere beim Internationalen Eisenbahnverband (UIC). Angestrebt wird die Harmonisierung von Lösungen im internationalen Personenverkehr, um möglichst kundenfreundliche Angebote machen zu können.</p><p>Reservationen sind üblicherweise drei Monate im Voraus möglich. Gemeinsam mit den ausländischen Partnerbahnen arbeiten die SBB daran, dass Buchungen früher möglich sind. Ausserdem unterhalten die SBB zusammen mit SNCF unter dem Namen Raileurope eine Vertriebspartnerschaft, mit der in Überseemärkten Bahntickets verkauft werden. Dadurch haben Touristen, die in die Schweiz reisen, bereits vor Antritt ihrer Reise die Möglichkeit, ihr Bahnticket zu erwerben. Mit der Tochtergesellschaft Swiss Travel System (STS) bieten die SBB Mehrtagespässe an, um den ausländischen Gästen die Nutzung des Schweizer ÖV zu erleichtern.</p><p>3. Der Bundesrat ist bereit, das Postulat der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates 14.3673 anzunehmen und dem Parlament über die Wettbewerbssituation und Entwicklung im internationalen Personenverkehr Bericht zu erstatten.</p>  Antwort des Bundesrates.