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Im letzten Heimspiel vor der Nationalmannschaftspause unterlagen die SCRJ Lakers dem SC Bern knapp mit 1:2. Knackpunkt war dabei ein starkes zweites Drittel der Gäste, in welchem sie die Lakers dominierten und mit einem Doppelschlag das Spiel drehten. Dass der Ausgleich nicht mehr gelang, ist dem Auftreten im Schlussdrittel zuzuschreiben, welches zwar gut, aber nicht zwingend genug war.
Gleich zu Beginn versuchten die Berner, das Spiel an sich zu reissen. Es gelang ihnen in den ersten Einsätzen gut, das Spielgeschehen im Drittel der SCRJ Lakers zu gestalten. Dies wurde nach vier Minuten mit dem 1:0 für Rapperswil abrupt beendet, als sich Andri Spiller auf der rechten Seite durchsetzte und Roman Schlagenhauf bediente, welcher die Scheibe im Tor der Berner unterbrachte. Einen weiteren, markanten Bruch im Spiel der Berner war dann die 2+10-Minuten-Strafe gegen ihren Captain Simon Moser, welcher sich der offensiven Zone einen unnötigen Check gegen den Kopf Hächlers leistete. Im folgenden Powerplay spielten die Lakers begeisternd: Sie hatten in den ersten hundert Sekunden beinahe vollen Puckbesitz und kamen dem 2:0 am nächsten, als Casey Wellman einen Pass vor das quasi leere Tor des SCB nicht erreichte. Auch danach schienen die Mutzen ohne ihren Captain verloren, denn die Lakers rissen das Spiel an sich und boten dem Publikum ein tolles erstes Drittel, welches mit vielen guten Chancen garniert war. Die grösste davon vergab Florian Schmuckli nach 13 Minuten, wo er den Puck vor dem leeren Tor nur noch backhand ins Glück hätte bugsieren müssen. Allerdings war Leonardo Genoni mirakulös zur Stelle und entschärfte diese Möglichkeit auf sehenswerte Art und Weise. Als dann Simon Moser kurz darauf wieder mittun konnte, verbesserte sich auch das Spiel des SCB. Ohne zu hochkarätigen Chancen zu kommen konnte er das Spielgeschehen etwas ausgeglichener gestalten. Das 1:0 nach dem ersten Drittel schien verdient, hätte aber durchaus auch höher ausfallen können.
Im zweiten Drittel zeigte der SCB, warum er zu den besten Teams des Landes zählt. Sie spielten von Anfang an druckvoll und wollten das Spiel umgehend an sich reissen, was auch gelang. Die Mutzen zeigten viel Präsenz und spielten tolle Spielzüge, wobei das Spiel der Lakers kaum eine Sekunde zur Geltung kam. Nach 23 Minuten ereigneten sich dann Szenen, über welche auch nach dem Spiel noch gesprochen werden sollten: Grassi checkte Schmuckli hinter dem Rapperswiler Tor regelwidrig. Was folgte, war wie im wilden Westen: Mason rächte sich an seinem Kollegen und zettelte eine gewaschene Schlägerei an, welche er als klarer Punktesieger beendete, wobei von Grassi aber mehr Aggression ausging. Abseits dieser Szene kam es noch zu weiteren Keilereien. Seltsam mutete dann die Strafenverteilung an, bei welcher sich alle Strafen gegenseitig aufhoben und in der Folge mit je fünf Feldspielern weitergespielt wurde, obwohl die ursprüngliche Strafe als auch die Aggression in der Keilerei von Seiten der Gäste aus kamen.
Man hätte meinen können, dass dieser Bruch im Spielfluss dem SCRJ in die Karten spielen würde, hatte doch der SCB das Drittel stark begonnen. Aber das Gegenteil war der Fall, denn die Berner spielten ihr Spiel weiter und konnten kurz darauf ein Powerplay spielen, in welchem Simon Moser einen Abpraller von Nyffeler zum verdienten Ausgleich ausnutzte. Für die Rapperswiler gab es keine Verschnaufpause, denn nur zwei Minuten später nutzte Arcobello einen erneuten Abpraller im Gewühl zur erstmaligen Berner Führung. Darauf nahm Jeff Tomlinson sein Time Out, um dem Team nachhaltige Inputs geben zu können. Diese fruchteten vorerst nicht, denn Bern kam unter anderem durch Gaëtan Haas nach einem tollen Solo zu einer weiteren Torchance, welche erst im Video Review der Schiedsrichter definitiv entschärft wurde. Ab der 35. Minute konnten die SCRJ Lakers dann das Spielgeschehen etwas ausgeglichener gestalten. Sie erspielten sich Chancen, die immer grösser wurden, Genoni aber dennoch nicht in arge Nöte brachten. Das zweite Drittel glich vom Spielgeschehen her stark dem Ersten - bloss mit verkehrter Rollenverteilung. Ebenfalls erwähnenswert war die hitzige Stimmung auf dem Eis mit vielen Aggressionen, welche vorallem von Berner Seite her kamen. Dass sich dies so entwickelte, war bestimmt ein Verdienst der Rapperswiler und war bei ihnen unter den positiven Aspekten des Spiels zu vermerken.
Im Schlussabschnitt verrichteten beide Teams gute Defensivarbeit, was sich darin äusserte, dass es kaum heisse Torszenen gab. Dass die Berner das Spiel nicht erneut dominieren konnten lag auch daran, dass sie ab der 45. Minuten zwei Strafen hintereinander kassierten. Während der ersten war der SCRJ oft in Scheibenbesitz, kam aber kaum zu nennenswerten Abschlüssen und während der zweiten verlor er den Faden. Es schlichen sich dabei viele kleine Fehler ein, welche man sich in dieser Situation nicht leisten kann, wenn man einen Rückstand aufholen muss. Zu allem Überfluss musste Iglesias fünf Minuten vor dem Ende für ein streng gepfiffenes Vergehen zwei Minuten auf die Strafbank. Die Lakers zeigten während dieser Zeit zwar ein sehr starkes und stabiles Boxplay, doch ihnen lief zunehmends die Zeit davon. Als sie dann wieder komplett waren, bäumten sie sich ein letztes Mal auf. Den vielen Scheibenbesitz konnten sie allerdings nicht in grossen Chancen ummünzen, dafür war das Gezeigte zu wenig zwingend.
Die Rapperswiler müssen sich zwar mit einer weiteren Niederlage auseinandersetzen, zeigten dabei aber viele positive Seiten. Sie konnten ab der 35. Minute bei ausgeglichenen Spielverlauf nicht mehr extrem zwingend werden, boten dem Tabellenführer aber über weite Strecken physisch und spielerisch Paroli und hatte dessen beste Spieler weitgehend im Griff. Wiederum bleibt das Gefühl, die Berner nur dann dominiert zu haben, als ihr Captain zehn Minuten auf der Strafbank weilte. Weiter geht es bereits morgen Abend auswärts in Bern, wo sich die SCRJ Lakers für die heutige Niederlage revanchieren können. Sie hoffen dabei auf dieselbe laute und tolle Unterstützung des Publikums, welche sie heute auch in den schwierigen Phasen des Spiels begleitete.
SCRJ Lakers vs SC Bern 1:2 (1:0, 0:2, 0:0)
St.Galler Kantonalbank Arena / 3'983 Zuschauer
Foto: Tom Oswald, hockeypics.ch