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1987
Stop Aids startet
Pressekonferenz
Die Einladung zur Pressekonferenz "Aids-Präventionskampagne" in den Cinema Club an der Laupenstrasse in Bern war an die "Vertreter der Medien und die interessierten Kreise" gerichtet. Unterzeichnet war sie von Beat Meyenberg als Vizepräsident der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) und Prof. Beat Roos, Direktor des Bundesamtes für Gesundheitswesen (BAG). Sie fand am 3. Februar 1987 statt mit Beginn um 10 Uhr 30. In der Einladung hiess es:
"Es werden folgende Themen zur Sprache kommen: die epidemiologischen Befunde, die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven der Aids-Erkrankung; eine Übersicht und Auswertung der bereits geleisteten Präventionsarbeit; die Zielsetzung der nun bevorstehenden Präventionskampagne. Im Zentrum steht die Präsentation der Inhalte und Elemente der neuen Präventionskampagne.
Der letzte Teil ist für die Beantwortung von Fragen reserviert. [...]"
Zu dieser Konferenz an der "über zweihundert Medienvertreter" anwesend waren, berichtete das 1993 erschienene Buch "Die Stop Aids-Story 1987-1992" von Kurth W. Kocher:1
"Nichts über die Inhalte der Schweizer Kampagne war an die Öffentlichkeit gedrungen, und so wurde ihr Start und ihr erster Medienauftritt zu einem grossartigen Auftakt. [...]
Das Schweizer Fernsehen eröffnete die Hauptausgabe der deutschsprachigen Tagesschau [...] mit einem geradezu sensationellen Beitrag. Der Moderator2 leitete den Bericht über die Medienkonferenz ein, indem er vor den Augen der Nation ein Präservativ über den ausgestreckten Mittelfinger seiner rechten Hand abrollte und sagte: 'Dieses kleine Ding, meine Damen und Herren, kann Leben retten!' - ein Bild, das um die Welt ging.
Es erstaunte damals nicht nur, dass diese eindeutige Geste möglich war, sondern auch, dass niemand danach beim Fernsehen protestierte. Allerdings zeigte der Direktor des Schweizer Fernsehens weniger Mut als der Tagesschau-Moderator: Er gab die Stop Aids-TV-Spots erst nach neun Uhr abends zur Gratisausstrahlung frei.
Das Medienecho [...] war quantitativ ausgezeichnet. In der darauffolgenden Woche erschienen 592 Artikel in einer Gesamtauflage von 23 Millionen. Zwischen Februar 1987 und Dezember 1988 war die Kampagne in sämtlichen Medien präsent, und das Budget von jährlich drei Millionen Franken erlaubte es, die wichtigsten Botschaften in vier Phasen immer wieder zu repetieren."
Ernst Ostertag, März 2008
Quellenverweise
- 1
Kurth W. Kocher, Die Stop Aids-Story 1987-1992, Seite 47. Herausgeber AHS und dem BAG, 1993
Anmerkungen
- 2
der bekannte und beliebte Nachrichtensprecher Charles Clerc