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Publiziert: 16 September 2018
Polenta kann mit Dinkel, Roggen oder Buchweizen angerichtet werden. Am besten schmeckt sie jedoch mit Maismehl. Wenn dieses aus dem Tessin stammt, ist die Gourmetwelt im Lot.
Bei Polenta denkt man an Maisgriess. Doch Polenta gab es in Italien schon lange bevor die ersten gelben Maiskolben aus Amerika importiert wurden – laut den Geschichtsbüchern soll es übrigens der Adelige Petro Gajoncelli gewesen sein, der 1658 die ersten vier Maiskörner über den Ozean mitbrachte. In seinem Buch Storia dei Vespri Siciliani schreibt der Autor Michele Amari, dass bei einem der Überfälle der Franzosen auf die Stadt Messina sizilianische Frauen die Soldaten mit "Wasser und Polenta" verpflegten. Das war im Jahr 1282/83. Mais kann es also nicht gewesen sein.
Was war die Polenta – auch pulenta, polente, polenda, pulenda, poenta, poulento, echtinga, puluntu oder carlon genannt – dann? Ein uraltes Gericht aus Getreidemehl. Polenta wurde ursprünglich nämlich aus Dinkel, Roggen und etwas später aus Buchweizen gekocht. Ob dieser klebrig-bräunliche Brei wirklich schmeckte, ist eher zweifelhaft. Die Maispolenta aber, die ist herrlich. Und wenn das gelbe Getreidemehl aus dem Tessin stammt, ist sie noch herrlicher.
Laut Pro Specie Rara soll es im Tessin zwischen 1930 und 1940 verschiedene rote Maissorten gegeben haben. Überlebt hat der rote Tessinermais, welcher unter anderem in der Magadinoebene angebaut wird. Das feingemahlene Mehl wird in kochendem Salzwasser eingerührt und mindesten eine Stunde auf kleinem Feuer gekocht. Der daraus entstehende Brei kann auf viele Arten genossen werden. Mit Milch, Gorgonzola, Würsten oder Voressen. Einmal erkaltet lässt sich die Polenta in Schnitten schneiden. Mit Käse oder Tomaten überbacken, schmeckt sie wunderbar.