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Die erste Käserei wurde 1811 gegründet. Davor gibt es nur ein einziges Dokument, das von einem Drehsystem spricht. Dieses System, welches seither in Vergessenheit geraten ist, wurde in dem einen oder anderem Quartier des Dorfes benutzt, niemals aber im ganzen Ort. Es bestand darin, die Milch von mehreren Produzenten mischen zu lassen und somit den Käse der Reihe nach bei jedem von ihnen herzustellen. Man musste also das Material jedes Mal neu aufbauen, ein kompliziertes System, aber in der damaligen Zeit spielte man mit. Die Höhe der beigesteuerten Milch wurde auf Holzstäben eingetragen.
Der Käse des Tages, denn Geld spielte hierbei keine Rolle, gehörte demjenigen, der am meisten Milch beigetragen hatte. Der Käse danach war für denjenigen, der den zweitgrössten Beitrag getätigt hatte. Und so ging es weiter. Dann wurde alles gelöscht und man fing wieder von vorne an.
Dieses System wurde auch nach der Einführung der Käserei beibehalten, nur fand die Herstellung an einem festen Punkt statt.
Dann kam die Einführung der Buchführung und dann einer Vergütung in Form von Geld, und schliesslich der Verkauf der Milch an einen Milchhändler der für die Herstellung des Käses verantwortlich war.
In Le Pont stelle man Gruyère her - Hartkäse - und Tommes, Ziegenkäse und Reblochon - Weichkäse. Und natürlich produzierte man auch Rahm und Quark. Diese Produkte wurden dann in die Nachbargegend exportiert.
Auf privater Ebene kümmerten sich zwei Haupthändler um den Käse.
Henri Rochat-Golay, Besitzer des Chalet Suisse. Ursprünglich aus Charbonnières liess er sich Anfang des XIX. Jahrhunderts in Pont nieder. Er wurd ein Grosshändler für Vacherins und andere Käse, die er den Alpherstellern im Sommer und den Milchhändlern während der schlechten Saison abkaufte. Seine Nachfolger brachten die Unternehmung in den sechziger Jahren nach Lausanne.
François Rochat, aus Places, den Häusern oberhalb des Dorfes, baute seinerseits das Chalet Mont-d'Or. Der Name zeigt an, dass man dort die Reifung eines Produkts gleichen Namens vornahm, nämlich des Vacherins. François Rochat war also Veredler von Beruf. Er lieferte seine Ware mit Hilfe der Bahnlinie aus, seine Produkte gingen bis in die grossen Städte der Schweiz und sogar ins Ausland; aber gleichzeitig fuhr er mit seinem Lieferwagen durch die Gegend und traf dort den Kleinkunden. Er war dynamisch und hatte einen neuen Käse geschaffen, den man den "Petit Jurassien" (kleinen Jurassier) nannte.
Das Dorf Le Pont hatte die Wichtigkeit der Milch- und Alpwirtschaft erkannt. Aus diesem Grund kaufte es 1844 die beiden Almen der Dent zurück, die Petite-Dent-dessous und die Petite-Dent-dessus. Sie stossen auf die beiden wunderschönen Alphütten, wenn Sie die Lust und der Mut packt, auf diesen Gipfel zu steigen.