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Wenn wir «Igel» sagen, wissen alle, welches Tier gemeint ist: der stachelige, laut schmatzende Insektenfresser mit den schwarzen Knopfaugen, der nachts durch unsere Gärten streift. Das ist der Braunbrustigel, der in der Schweiz heimisch ist. Um ihn geht es hier. Daneben gibt es aber noch viele andere Igelarten, und nicht alle haben Stacheln.
Der Braunbrustigel, der auch in der Schweiz lebt, gehört zu den Kleinohrigeln. Dazu gehören ebenfalls der Nördliche Weissbrustigel, der von Mittel- und Osteuropa bis Sibirien vorkommt, der in der Türkei lebende Südliche Weissbrustigel und der Chinesische Igel, der im Osten Chinas und auf der Koreanischen Halbinsel lebt.
Igel mögen abwechslungsreiche Lebensräume, in denen sie Versteckmöglichkeiten und Nahrung nahe beieinander finden. Deshalb leben sie oft in der Nähe von Siedlungen, in grünen Gärten und Parks, wo es Hecken, Gebüsche, bodenbedeckende Pflanzen und Laub- und Asthaufen gibt.
Igel fressen hauptsächlich Insekten wie Käfer, Nachtfalter und Raupen. Daneben fressen sie auch Regenwürmer, Tausendfüsser, Schnecken, Eier und ab und zu Aas.
Früchte und andere Pflanzen gehören hingegen nicht zur Nahrung des Igels. Wenn man einen Igel sieht, der Äpfel zu fressen scheint, sucht er eher nach den Würmern darin.
Igel sind Einzelgänger. Sie dulden fremde Igel im Revier, suchen aber keinen aktiven Kontakt mit ihnen.
Die Paarungszeit beginnt Ende April und dauert bis August. Während dieser Zeit besuchen männliche Igel die Reviere verschiedener Weibchen, um sich mit ihnen zu paaren. Nach der Paarung zieht das Männchen weiter, und das Weibchen kümmert sich alleine um den Nachwuchs.
Nach fünf Wochen bringen Igelweibchen zwischen Juni und August zwei bis sieben Junge zur Welt. Dazu bauen sie ein warmes, gut gepolstertes Nest wie für den Winterschlaf.
Neugeborene Igel sind nackt und blind, aber sie haben schon Stacheln. Diese sind jedoch weiss und weich und liegen bei der Geburt noch unter der Haut, damit die Mutter nicht verletzt wird.
Igel haben nur wenige natürliche Feinde, die sie trotz der Stacheln fressen können. Die grösste Gefahr stellt jedoch der Mensch dar. In den letzten Jahren sind Hecken und Gebüsche von den Feldern verschwunden, und in den Gärten sieht man immer öfter eintönige Rasenflächen und exotische Sträucher. In solchen Gärten finden Igel weder Nahrung noch Unterschlupf.
Zusätzliche Gefahren sind Strassen, herumliegende Netze, in denen sich Igel verheddern können, Schwimmbecken und Teiche mit steilen Wänden und vermeintlich sichere Holzhaufen, die später angezündet werden. Gefährlich sind zudem Mähgeräte, mit denen unter Hecken gemäht wird; darunter verstecken sich Igel. Auch hohe Stufen und Zäune, die bis zum Boden reichen, stellen unüberwindbare Hindernisse für Igel dar.