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Bienen sind wohl doch nicht so gut in Mathe
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Bienen gelten als die Genies unter den Insekten. Sie bilden nicht nur komplexe soziale Gesellschaften mit Arbeitsteilung und verständigen sich mit einer ausgeklügelten Sprache, dem sogenannten Bienentanz. In den Jahren 2018 und 2019 stellten sie zudem in zwei Studien von australischen und französischen Forschenden ihr mathematisches Können unter Beweis.
Zum einen scheinen die Tierchen ein Verständnis von «null» oder nichts zu haben («Tierwelt online» berichtete). Zum andern konnten sie sogar einfache arithmetische Aufgaben lösen, um an eine süsse Belohnung in Form von Zuckerwasser zu gelangen («Tierwelt online» berichtete ebenfalls). Nun glauben Forschende um HaDi MaBouDi und Andrew Barron von der englischen Universität Sheffield in einer letzte Woche in den «Proceedings B» der britischen Royal Society erschienen Studie aber, dass die Bienen die Rechenaufgaben gar nicht lösten, sondern dank visueller Orientierung ans Ziel gelangten.
Auf die Ecken kommts an
Um die Aufgaben zu lösen, werden Bienen normalerweise darauf trainiert, verschiedene Symbole in unterschiedlicher Anzahl zu erkennen und Symbole dazu zu «addieren» oder zu «subtrahieren». Tun sie dies korrekt und fliegen das Kärtchen an, dass die richtige Anzahl Symbole zeigt, werden sie mit Zuckerwasser belohnt.
MaBouDi und seine Kolleginnen und Kollegen fanden nun aber in ihrem Experiment heraus, dass die Bienen die Symbole wohl doch nicht in einem numerischen Sinn verstehen und auch keine Symbole zu der ursprünglichen Zahl hinzu- oder wegzählen. Sie sehen lediglich, ob es auf den Kärtchen mehr oder weniger ruhig zu und her geht. MaBouDi zeigte den Insekten nämlich nach dem Training jeweils die gleiche Anzahl Symbole, einige davon einfach mit mehr Ecken und Kanten.
Die Bienen hatten zuvor gelernt, das Kärtchen mit mehr Symbolen drauf anzufliegen, wenn sie addieren sollten. Sie flogen daher auf das Kärtchen zu, auf dem die Symbole mehr Ecken und Kanten hatten, was für die Bienen nach «mehr» aussieht. Würden die Tiere aber tatsächlich rechnen, hätten sie beide Kärtchen angeflogen, um zu schauen, wo sich die Belohnung verbirgt.
Vorsicht vor Trugschlüssen
Wie die Forschenden in ihrer Studie schreiben, wollten sie mit dem Experiment die Problematik um solche Versuche aufzeigen. «Wir sagen nicht, dass alle Studien zur numerischen Kognition falsch sind oder dass kein Tier numerische Kognition besitzt [...] Es kann aber immer sein, dass Tiere Aufgaben nicht so lösen, wie wir denken, dass sie sie lösen.» Dies zu erkennen sei eine grosse Schwierigkeit.
Schlussendlich könne man wohl nur dann klar erkennen, wie Tiere an gewisse Dinge herangehen – also beispielsweise mit visuellem oder numerischem Verständnis –, wenn man wisse, was sich dabei im Gehirn abspielt. Das gelte es noch zu erforschen