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MONET – Landschaftszerschneidung
Bedeutung des Indikators
Die Erhaltung der Biodiversität ist ein zentrales Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung (Prinzip 15b). Um seltene oder bedrohte Arten zu schützen, müssen auch deren Lebensräume erhalten werden. Durch die Landschaftszerschneidung werden jedoch die Lebensräume zerteilt und die ökologischen Verbindungen dazwischen unterbrochen. Die Begegnungsmöglichkeiten von Tieren derselben Art, eine wesentliche Bedingung für die Fortpflanzung und das Überleben der Arten, werden dadurch eingeschränkt. Die Landschaftszerschneidung gilt deshalb als eine Ursache des Rückgangs von Tierpopulationen. Sie hat aber auch Auswirkungen auf das Lebensumfeld der Menschen, steht sie doch in engem Zusammenhang mit der Siedlungsentwicklung und der Ausgestaltung des Verkehrsnetzes, welche Lärm, Luftverschmutzung und eine Beeinträchtigung der Naturlandschaften zur Folge haben (Prinzip 20).
Der Indikator zeigt, wie die Landschaft durch künstliche Barrieren, wie zum Beispiel Strassen oder Siedlungen, zerschnitten wird. Er weist auf die Gefährdung der Arten und der Lebensräume hin.
Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 15b Erhaltung der Biodiversität, 20 Lebenswerte Natur- und Kulturlandschaft.
Kommentar
Die Landschaftszerschneidung (gemessen anhand der effektiven Maschendichte) hat zwischen 1980 und 2007 nicht signifikant zugenommen. 2007 betrug sie 3,5 Maschen pro 1000 km2 (+3%). Im Jahr 2014 belief sich dieser Wert auf 3,1. Aufgrund eines Methodenwechsels ist er jedoch nicht mit den vorhergehenden Werten vergleichbar.
Eine stärkere Zunahme wurde in den Jahrzehnten davor verzeichnet: Die effektive Maschendichte ist zwischen 1935 und 1960 von 2,6 auf 2,9 und zwischen 1960 und 1980 von 2,9 auf 3,4 gestiegen. Die Gründe für die Zunahme der Zerschneidung liegen unter anderem in der Urbanisierung und damit zusammenhängenden Erschliessungsstrassen sowie in der Fertigstellung des Nationalstrassennetzes.
Um die Landschaftszerschneidung messen zu können, muss auch die Art der künstlichen Barrieren berücksichtigt werden, die den Tieren den Durchgang erschweren oder verunmöglichen (z. B. Verkehrsaufkommen, Breite der Fahrbahn, Schutzzäune). Beispielsweise stellt ein Feldweg für die Tiere nicht dasselbe Hindernis dar wie eine Autobahn. Die Landschaftszerschneidung ist dementsprechend nicht in allen Gebieten gleich stark fortgeschritten: Im Mittelland und im Jura ist die Maschendichte deutlich höher als im Alpenraum. Dieser Umstand ist mitunter auf die geographischen Gegebenheiten zurückzuführen.
Bemerkung: Die Beurteilung bezieht sich aufgrund des Bruchs in der Zeitreihe 2014 nur auf die Jahre 1980 und 2007