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Am 10. September 1904 wurde der Quartierverein Langenstein-Altenburg gegründet. Der Vereinszweck bestand darin, dem abseits des Dorfkerns liegenden Wohngebiet eine gewisse Gleichstellung im Bereich Strassenbau, Elektrifizierung, Schulhausbau, Postfiliale und Postzustellung zu verschaffen. Auch eine angemessene Vertretung im Gemeinderat und in der Lehrerschaft waren wichtige Anliegen. Dass die „Dörfler“ dabei privilegiert waren, ist noch heute bekannt.
Faksimile aus dem Gründungsprotokoll:
Auszüge aus der Chronik von 1979, von J. Joho
Der Quartierverein hat eine bewegte Geschichte. Während der Kriege wurde die Vereinstätigkeit gar unterbrochen. Am Anfang waren die Traktanden sehr politisch. Man wollte denen im Dorf die Stirn bieten und mitreden können. So wurden regelmässig „Abgeordnete“ des Vereins an die Gemeindeversammlungen entsandt. Schon damals standen Fragen zum Strassenverkehr im Fokus der Diskussionen. Aber auch der Service public war von Interesse; im Dorf wurde die Post dreimal täglich verteilt, im Langenstein nur einmal.
1905 haben die Anwohner/-innen die Privatstrassen im Quartier Langenstein-Altenburg auf eigene Faust mit Schildern versehen (Kosten: Fr. –.50/Täfeli) und ohne Bewilligung des Gemeinderates getauft: Grenz-, Quartier-, Bäker-, Wiesen-, Reb-, Badener-, Neu-, Altenburg- und Gartenstrasse. Über den Standort zum neuen Schulhaus war man sich hingegen gar nicht einig. Die Gemüter erhitzten sich derart, dass „sich die Versammlung in einem allgemeinen Tumult auflöste“.
1917 wird wegen zu geringer Steuerertägen die „Verschmelzung“ mit Baden vorgeschlagen.
1941 werden zusammen mit dem Quartierverein Kloster Vorträge zum Thema «Anbauschlacht» im Gemüsebeet organisiert. Regelmässig wird an den Sitzungen für die Armen eine „Tellersammlung“ veranstaltet.
1969 brannte den QV-Mitgliedern das Ausländerproblem (34 Nationen), die in der Früh überfüllten Busse und die Entwicklung von Wettingen (es fehle der Stadtcharakter) unter den Nägeln.
1978 – 7 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechtes in der Schweiz – dürfen auch die Frauen in den Quartierverein eintreten. Das Votum des Präsidenten war nicht ganz uneigennützig, denn der Verein litt an akutem Mitgliedermangel. Trotzdem: Vielen Dank, Heinz Zgraggen für den Antrag, zukünftig auch die Ehefrauen als Mitglieder aufzunehmen!
Das Altenburgfest findet zum ersten Mal statt. Die Quartierchronik hält akribisch fest: 600 Glacéstengel, 500 Servelats und 45 Kilo Brot wurden verzehrt.
Zu den denkwürdigen Ereignissen in unserem Quartier gehören:
• Der Bau der reformierten Kirche 1939, des Altenburgschulhauses 1949 und
der Kirche St. Anton 1952.
• Die Einführung von Tempo 30 im Jahre 2001 auf unseren Quartierstrassen.
Die Chronik 1904–1979, 75 Jahre Quartierverein Langenstein-Altenburg, kann als
Faksimile-Druck zum Selbstkostenpreis von Fr. 20.- beim Verein bezogen werden.
Heft A5, 48 Seiten.
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Der Quartierverein Langenstein-Altenburg heute
Wohnqualität, Gemeinschaftssinn, Nachbarschaftshilfe und der Austausch mit den Behörden stehen heute im Fokus der Vereinsarbeit. Rundgänge zu Geschichte, Architektur und Natur finden regelmässig statt um das Bewusstsein für die Schönheiten und Eigenheiten und auch für die Qualität unseres Wohnquartiers zu schärfen. Am alljährlichen Boccia-Abend treffen sich ältere und jüngere Quartierbewohner/-innen im lauschigen Boccia-Club zum gemeinsamen Spiel. Im Sommer findet das traditionelle Quartierfest mit Kinderflohmi beim Altenburgschulhaus statt. Familien und auch ältere Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers geniessen es, Zeit zum Plaudern und Austauschen zu haben.
2015 lanciert der Quartierverein im Rahmen seines 111-Jahr-Jubiläums das Projekt „Strassen festen mit“. Die Idee soll über das Jubiläumsjahr hinaus nachhaltig wirken – mit dem Ziel, den „Grüezi“-Effekt zu stärken. Wir sind überzeugt, dass dort, wo man sich kennt, man sich auch grüsst. In Strassen, die bis heute noch kein Strassenfest durchführen, sollen deshalb ab 2015 ebenfalls Strassenfeste stattfinden. Der Quartierverein unterstützt Interessentinnen und Interessenten mit Coachings und Fact-Sheets und steuert zu jedem neuen Strassenfest ein Starter-Kit bei.
Aktuell hat der Verein rund 340 Mitglieder in 210 Haushalten.
Der Jahresbeitrag beträgt Fr. 20.– pro Person, Fr. 30.– für Familien und Firmen
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