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Chaumette
(spr. schomett), Pierre Gaspard, einer der überspanntesten franz. Revolutionsmänner, geb. zu Nevers als der Sohn eines Schuhmachers, hatte einiges gelernt, dann mehrere Jahre auf einem Schiff [* 2] gedient und war beim Ausbruch der Revolution Schreiber in Paris. [* 3] Obgleich Cordelier und an der Herausgabe des Journals »Les Révolutions de Paris« beteiligt, blieb er bis zu den Septembermetzeleien in untergeordneter Stellung. 1792 wurde er wegen seines extremen Auftretens Prokurator der Pariser Gemeinde und nannte sich »Anaxagoras«. Er hetzte besonders den Pariser Pöbel gegen die gemäßigten Parteien auf.
Die Errichtung des Revolutionstribunals, das Gesetz wegen des Maximums sowie das gegen die Verdächtigen, die Feste der Vernunft etc. wurden zum großen Teil von ihm veranlaßt; er schlug sogar vor, daß jedermann hinfort nur Holzschuhe tragen und Kartoffeln essen dürfte. Die Sittengesetze verhöhnte er. Ganz besonders schwärmte er für den Kultus der Göttin der Vernunft, welcher er auch die Kirche Notre Dame einräumen ließ. Aus rohem Vandalismus ließ er eine Menge Kunstwerke in den Kirchen zerschlagen. Er gehörte zur Partei der Hébertisten und wurde, als Robespierre mit diesen zerfiel, guillotiniert.