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Bärenplatz und Waisenhausplatz
Projektierungskredit für Sanierung der Plätze im Stadtzentrum
Der Gemeinderat nimmt die Gesamtsanierung des Bären- und des Waisenhausplatzes an die Hand: Er unterbreitet dem Stadtrat einen Vorgehensvorschlag und einen Kredit für die Erarbeitung eines Vorprojekts. Damit werden langjährige politische Forderungen umgesetzt.
Die Umgestaltung des Bären- und des Waisenhausplatzes steht seit vielen Jahren auf der politischen Agenda der Stadt Bern: 1988 wurde die Volksinitiative «I läbti gärn im Härz vo Bärn» von den Stimmberechtigten angenommen. Sie verlangte ein Projekt für die Gestaltung der beiden Plätze im Berner Stadtzentrum. Das als Sieger aus dem folgenden Gestaltungswettbewerb hervorgegangene Konzept «ohne Kennwort» des Architektenteams Stöckli/Kienast/Köppel bildete zwar die Grundlage für ein Bauprojekt – zu einem Antrag für den auf 15 Millionen Franken veranschlagten Baukredit kam es jedoch nicht: Im Jahr 2001 beschloss der Gemeinderat, die grossen Bauvorhaben in der Berner Innenstadt aus finanziellen Gründen zu priorisieren. Dabei wurde die Umgestaltung des Bären- und Waisenhausplatzes zurückgestellt.
In der Folge nahm die Stadt Bern auf den beiden Plätzen verschiedene kleinere Instandstellungs- und Gestaltungsmassnahmen vor: Die oberirdischen Parkplätze wurden aufgehoben und in einem Workshop mit den umliegenden Schulen wurden Ideen zur Nutzung und Gestaltung des unteren Waisenhausplatzes erarbeitet. Aus dem Workshop resultierten die neue Anordnung der Bänke rund um den Oppenheim-Brunnen und die Farbgebung des Platzes – Massnahmen, welche in der Öffentlichkeit durchaus positiv aufgenommen wurden.
Es besteht Handlungsbedarf
Unabhängig von diesen Massnahmen ist die Volksinitiative von 1988 nach wie vor gültig. Ausserdem ist im Stadtrat eine Motion von Silvia Aepli (GFL) pendent, welche einen Ausführungskredits zur Umgestaltung des Waisenhausplatzes und des Bärenplatzes zuhanden des Stadtrats verlangt. Das Parlament hat die Frist zur Erfüllung der Motion Aepli mehrmals verlängert, zuletzt bis Ende 2015. Im November 2014 sind im Stadtrat zudem drei neue Motionen eingereicht worden, welche die Neugestaltung des Bären- und des Waisenhausplatzes verlangen. Handlungsbedarf besteht schliesslich auch wegen dem baulichen Zustand der beiden Plätze: Die Entwässerungseinrichtungen und die Beläge sind in schlechtem Zustand. Die Unterhaltskosten zur Gewährleistung der Betriebssicherheit stiegen stetig an und beliefen sich zuletzt auf knapp 40‘000 Franken pro Jahr.
Bestehendes Projekt an heutige Verhältnisse anpassen
Der Gemeinderat hat sich nun dafür entschieden, das Bauprojekt «ohne Kennwort» an die heutigen Rahmenbedingungen anzupassen. Dazu gehören beispielsweise die heutige Nutzung des PROGR, die Anlieferung in den umliegenden Gassen sowie die Anpassung an neue Vorschriften (zum Beispiel Behindertengleichstellungsgesetz). Ebenfalls verändert haben sich die Nutzungsansprüche: Die Flächen auf dem oberen Waisenhausplatz und dem Bärenplatz werden mehrheitlich durch den Markt beansprucht. Jede zusätzliche Möblierung des Platzes durch Gestaltungselemente führt zu einer Reduktion der Marktstände. Zudem hat sich der Waisenhausplatz in den letzten Jahren als beliebter Ort für das Mittags-Picknick etabliert.
Damit diese neuen Rahmenbedingungen genau definiert und deren Auswirkungen auf das Bauprojekt «ohne Kennwort» geprüft werden können, wird dem Stadtrat nun ein Projektierungskredit von 250‘000 Franken beantragt. Falls das Parlament das vorgeschlagene Vorgehen unterstützt, könnten die Stimmberechtigten voraussichtlich 2018 über den Baukredit abstimmen. Damit wäre auch die rechtliche Pflicht zur Umsetzung der Volksinitiative von 1988 erfüllt.