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Zwei Monate nach „Matthew“ versucht Haiti, zur Normalität zurückzukehren. Die erste Welle der Hilfeleistungen ist verebbt. Helvetas hat den lokalen Zivilschutzkomitees dabei geholfen, erste Hilfsgüter zu verteilen und die Hilfsaktionen zu koordinieren. Im Moment hilft Helvetas in Forêts des Pins, einer wichtigen Projektregion, sechs Schulhäuser wieder aufzubauen und Regenwasserzisternen zu reparieren. Im Zentrum der Insel, im Département Antibonite, läuft ein Impfprogramm für geschwächte Tiere. In Bell-Anse, im Südwesten der Insel, müssen Zufahrtsstrassen wieder instand gesetzt werden. In den nächsten Wochen wird die Verteilung von Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten im Zentrum der Hilfe stehen, um die nächste Aussaat zu ermöglichen und damit die Ernährung sicherzustellen.
Helvetas hält sich bei all diesen Tätigkeiten im Hintergrund. „Es sind die lokalen Behörden, die den Wiederaufbau leiten“, sagt Eric Chevallier, der das Haiti-Programm von der Schweiz aus begleitet. Im Moment plant Helvetas, wie der Wiederaufbau im nächsten Jahr zu unterstützen sei – wo immer möglich zusammen mit staatlichen Instanzen.
Gerade in den Projektgebieten, wo Helvetas die lokalen Strukturen stärkte und die Behördenmitglieder schulte, haben die staatlichen Behörden gut auf die Flutkatastrophe reagiert. Damit haben sie einen ersten Stein gelegt, auf dem das Vertrauen der Bevölkerung wieder aufgebaut werden kann. „Und da wäre es nicht nur unhöflich, sondern höchst kontraproduktiv, wenn wir uns vorzudrängen und den Behörden das Heft aus der Hand nehmen würden“, sagt Eric Chevallier. „Da, wo der Staat funktioniert, ist er die leitende Instanz.“
Die Rückkehr zur Normalität ist schwierig. Man will über die einfache Formel „Food For Work“ (Nahrungsmittel für Arbeit) hinwegkommen. Diese Art der Hilfe könne zwar sehr gut funktionieren, speziell in Grand Sud, wo alles zerstört sei, sagt Chevallier. „Aber mittelfristig müssen wir auch dort – wie in ganz Haiti – das langfristige Auskommen von Familien anstreben. Arbeitsmöglichkeiten und die bessere Nutzung des landwirtschaftlichen Potentials werden den Menschen helfen, kommende Krisen besser zu überstehen.“