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Die Eiche
Als ich mich damals unter der Eiche bettete und mich entschied, meinem Körper Ruhe zu gönnen, fand ich mich wenig später in einem runden Raum wieder.
Ich konnte die Grösse des Raumes nicht abschätzen. Er schien klein, und doch vermittelte etwas in mir, dass er unermesslich gross war. Ich wurde von einem Wesen begrüsst, das sich mir als Alchemist oder Druide zeigte. Über einem Feuer hing ein Topf, in dem etwas kochte. Ich fragte ihn, wo ich hier sei, und er sagte mir, dass ich mich in den Wurzeln der Eiche befinde, hier in seinem Heim. Er sagte weiter, dass es ihm eine Freude sei, sich mir zu zeigen, und dass er mich schon öfter beobachtet hätte. Es sei an der Zeit für eine grundlegende Lektion. Ich fragte ihn, welche Lektion dies sei, woraufhin er meine Aufmerksamkeit auf den Topf lenkte, der über dem Feuer hing. Dies sei der Trank des Lebens, sagte er mir, und dass dieser für mich in diesem Moment sehr wichtig sei. Ich konnte ihm nicht folgen und bemerkte in diesem Augenblick, dass sich alles um uns in rot und orange eintönte. Der ganze Raum war in rot und orange gefärbt, und auch ich strahlte in diesen Farben. Und ich verstand, ohne dass er mir etwas sagte.
Ich fühlte mich mit ihm, dem Wesen der Eiche, verbunden – eine Art von Erdung, wie ich es heute nennen würde, ein tiefes Verwurzeltsein mit der Erde, mit der ganzen Vielfalt des Seins auf unserem wunderbaren Planeten.
Dieses Verwurzeltsein entfaltete eine Kraft in mir, die in eine ungeahnte Schöpferkraft führte, die in mir etwas löste und sich wieder mit etwas Neuem verband. Dieses Neue war für mich in diesem Moment noch nicht sichtbar, und doch entspannte sich alles in mir und führte mich in eine Gewissheit, dass für alles gesorgt ist. Er sagte mir auch, dass ich mich diesem Leben hingeben dürfe und er mir Einlass gewähre für alles Weitere, was ich brauchen würde, um meinen Weg voranzuschreiten. Als ich wieder aufwachte, kam es mir vor, als wenn ich aus einem Märchen kommen würde. Natürlich konnte ich es mit meinem Verstand nicht erfassen und kann es heute noch nicht. Was von diesem Traum zurückgeblieben ist, ist diese Verbundenheit und die Eindrücke, die mir zuteilwurden. Von den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens, wissen wir, dass sie dieses materielle Leben als Traum verstehen und die Traumwelt als das Reale anerkennen. Obwohl ich das damals noch nicht wusste, war dieses Erlebnis so real wie meine Tastatur, die ich jetzt zum Schreiben nutze, und ich fühle mich noch heute zutiefst verbunden mit diesem Wesen.
In diesem persönlichen Erleben finden wir einige lebensbejahende Informationen. Gerne stelle ich diese frei, um den Gehalt der Geschichte zu verdeutlichen.
Ich gönne und finde in mir Ruhe. | Ich darf Neues entdecken. | Ich bin willkommen. | Ich bin all-ein verbunden. | Ich bin Meister der Lektion, die jetzt für mich ansteht. | Ich bin mit den Urwassern des Lebens verbunden. | Ich bin tief in meinem Sein verwurzelt.
Diese Sätze könnte man als Affirmationen sehen, und so würden sie sich in eine Reihe stellen mit vielen Methoden des positiven Denkens. Das hat nichts mit dem zu tun, was ich mit Menschen erarbeite, und ich sehe Affirmationen und auch das sogenannte «positive Denken» äusserst kritisch. Es geht nicht darum, sich diese Sätze in allen möglichen Formen vorzusagen, weder laut noch leise. Es geht vielmehr darum, mit diesen in Verbindung zu kommen, diese in uns wahrzunehmen. Dazu brauchen wir mehr Kapazität unseres Seins als das, was wir Denken nennen. Was ich damals erlebte, war, genau so, ohne Anstrengung oder mein Zutun, in dieser Präsenz zu wachsen, fast wie ein Keimling, der sich nach dem Austritt aus dem Samen mit der Erde verbindet.
Es war das, was mich an der Arbeit mit Klaus Medicus so faszinierte. In der «Quanten!ntelligenz», die ich für mich auch als «Integrale Intelligenz» bezeichne, kommen wir «in Verbindung».
Es fühlt sich an, als ob wir einen kosmischen «Download» starten würden, bei dem die Informationen instantan, also unmittelbar, vorhanden sind. Dabei möchte ich betonen, dass es sich so «anfühlt». Es könnte jedoch auch so sein, dass diese Informationen schon immer da waren und wir sie nicht wahrgenommen haben. Auch der Gedanke an einen «Download» gaukelt uns vor, es bräuchte etwas von aussen.
«Das Himmelreich ist in Euch.», bekommt so eine Tragweite ungeahnten Ausmasses. Doch welche Informationen können wir sonst noch von der Eiche erfahren?
Der Eichenbaum ist schon seit Jahrhunderten ein Sinnbild für Reichtum. Wie die Linde ist auch er in Form des Stammbaumes als Repräsentant der Familie in vielen Abbildungen zu sehen. Der Wert eines Waldes wurde in der Vergangenheit auch am Ertrag der Eicheln gemessen, die in guten Zeiten für die Schweinemast Verwendung fanden, in weniger guten wurden sie als Kaffee-Ersatz verwendet. Das harte und dauerhafte Holz, das auch unter Wasser fast unbegrenzt haltbar ist, hatte immer einen sehr hohen Stellenwert. Die Verwendung des Holzes im Schiffsbau scheint also optimal, was dazu führte, dass in England und Frankreich der Eichenbestand stark dezimiert wurde. Diese Wälder sind in Frankreich wieder aufgeforstet worden, doch die technische Entwicklung der Dampfmaschinen führte dazu, dass nicht nur die Eisenbahn das Leben in Europa grundlegend veränderte. Dies hatte auch für den Schiffsbau Konsequenzen, denn Schiffe wurden nicht mehr aus Holz gefertigt, sondern aus Stahl, und das führte dazu, dass heute in Frankreich viele Eichenwälder die Landschaft zieren, da die Abholzung für den Schiffsbau überflüssig wurde. In dieser Zeit ging ein Ruck durch Europa, der vieles auf die «Schiene» brachte. Es sei auch erwähnt, dass die erste kommerziell erfolgreiche Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth verkehrte. Wie ich es bei der Ulme beschrieben hatte, sind auch hier Parallelen von der Entwicklung der Menschheitsfamilie zum Baumwuchs zu beobachten. Doch um diese Perspektive einzunehmen, brauchen wir ein grösseres Bild von unserem Leben und dem Zusammenleben hier auf diesem Planeten.
Der Blick auf die geschichtliche und mythologische Präsenz der Eiche ist gewaltig.
In fast allen Überlieferungen steht die Eiche als Symbol für den Mann und auch für Kraft und Ausdauer. Wir finden sie heute sowohl im militärischen Bereich als auch in der Mystik, z.B. im Eichenlaub des Hohepriesters der Tarot-Karte 5. Man könnte fast sagen, dass das Rauschen der Eichenblätter als Stimme des Göttervaters verstanden wurde. Die Kelten wussten, dass die Eiche eine Kraft verkörpert, die den Menschen unterstützt, er selbst zu sein und aus sich selbst zu schöpfen, und sie leiteten das noch heute bekannte Wort «Druide» davon ab. Bei den Germanen wurde unter der Eiche Gericht gehalten, da Weisheit und Bedacht bei Ihr erfahrbar waren, und diese Tradition wurde noch weit bis ins Mittelalter gepflegt. Der medizinische Nutzen der Eiche bestand schon darin, diese nur zu umschreiten, damit man auf den Weg zur Heilung kam. Eichenrinde, -blätter und die Früchte sollen entzündungshemmend, zusammenziehend und stopfend wirken, und man sprach ihr auch antiseptische und blutstillende Eigenschaften zu.
Auch in diesem kleinen Auszug lässt sich erahnen, wie viele Informationen für unsere Selbstermächtigung bereitliegen.
Wir sind nun aufgefordert, diese in uns aufzunehmen und mit ihnen in Verbindung zu kommen. Wählen wir aus den Hölzern die Eiche, sei das nach visuellem Kontakt mit dem Holz, sei es, dass wir sie intuitiv aus einer Auswahl ziehen oder uns die Eiche im Leben als Baum begegnet, können wir mit folgenden Informationen beschenkt werden.
Ich bin Ausdauer und Kraft. | Ich traue meinen Entscheidungen. | Ich geniesse mein Leben als fortwährenden Schöpfungsprozess. | Ich bin gesegnet, ich zu sein. | Ich lausche den Informationen, die aus meinem Herzen kommen. | Es fällt mir leicht, mich zu lösen, und ich verbinde mich in Freude neu. | Ich wachse immer weiter und erfahre göttliche Führung. | Ich bin offen und lasse mich finden.
Dies ist ein Auszug aus dem E Book ( PDF)
in herzlicher Verbundenheit Christian Kindlimann