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Mein Freund, ursprünglich aus dem Kongo stammend, erlitt beim Fussballtraining eine starke Kopfverletzung. Seine Kollegen brachten ihn sofort ins nächstgelegene Spital. Die Untersuchungen ergaben eine ernsthafte Kieferverletzung. Trotz nächtlicher Stunde und Anzeichen einer Hirnerschütterung wurde er nach kurzer Zeit entlassen.
Da ich den Eindruck nicht los wurde, dass diese nächtliche Entlassung etwas mit der dunklen Hautfarbe meines Freundes zu tun haben könnte, wandte ich mich an den Ombudsmann. Dieser klärte es mit den zuständigen Ärzten ab und teilte mir mit, dass alles korrekt abgelaufen sei. Ich bestand auf einem gemeinsamen Gespräch.
Dabei beriefen sich die Ärzte auf die internen Austrittskriterien, welche mein Freund alle erfüllt haben solle. Ich äusserte meinen Verdacht, dass die nächtliche Entlassung für mich einen rassistischen Hintergrund habe. Dies wurde vehement abgelehnt; alle Patienten würden unabhängig von Hautfarbe und Religion gleich behandelt werden. Die Diskussion brachte keine Übereinstimmung. Treffend fasste mein Freund zusammen, dass die Austrittskriterien des Spitals schlecht seien. Der Ombudsmann erkannte, dass man intern nochmals über die Bücher gehen müsse.
Mein Freund hätte sich dies im Alleingang nicht zugetraut und schätzte meine Unterstützung sehr. Ich hoffe, dass künftig mehr Sensibilität und Menschlichkeit gezeigt wird, ganz im Sinne der Jahreslosung: «Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.» Römer 15,7
Suzanne Isenring, Katechetin
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