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Die berührende Erzählung «Das dritte Licht» von der irischen Schriftstellerin Claire Keegan erschien bereits vor Jahren. Im Zentrum steht ein Mädchen aus prekären Verhältnissen, das in die Pflege bei kinderlosen Verwandten gegeben wird. Mit kriminalistischem Gespür beschreibt Keegan, wie sich eine neue Welt für das Kind eröffnet. Nun ist dieser Text in einer überarbeiteten Version neu aufgelegt worden – anlässlich der Verfilmung «The Quiet Girl», die in diesem Jahr für die Oscars nominiert war. Für Nicola Steiner ist Keegan eine der interessantesten literarischen Stimmen unserer Zeit.
Die US-Amerikanerin Gwendolyn Brooks (1917-2000) hat vorrangig Lyrik verfasst. Und im Jahr 1953 einen einzigen Roman. Dieser erscheint jetzt erstmals auf Deutsch. Benannt nach seiner Hauptfigur «Maud Martha», beschreibt er das Leben einer Schwarzen Frau in Chicago Anfang des 20. Jahrhunderts. Maud Martha will ihren ärmlichen Verhältnissen entfliehen. Doch in einer rassistischen und männlich dominierten Gesellschaft ist das unmöglich. Ein zartes, berührendes Buch, findet Literaturredaktorin Katja Schönherr.
Im heutigen Kurztipp stellt Annette König den Erzählband «Kanus» von der Französin Maylis de Kerangal vor. Darin sind acht unterschiedliche Frauenstimmen versammelt, die von Nähe und Entfremdung erzählen, die durch das Timbre oder die Veränderung einer Stimme ausgelöst werden kann.
Buchhinweise:
- Claire Keegan. Das dritte Licht. Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. 104 Seiten. Steidl, 2023.
- Gwendolyn Brooks. Maud Martha. Aus dem Amerikanischen von Andrea Ott. 150 Seiten. Manesse, 2023.
- Maylis de Kerangal. Kanus. Aus dem Französischen von Andrea Spingler. 168 Seiten. Suhrkamp, 2023.