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Historisches
Alpine Echtheit mit historischen Wurzeln
Die Geschichte der Destination Gstaad hat tiefe Wurzeln. Stolz und selbstbewusst pflegt die Bevölkerung ihre Traditionen und die alpine Echtheit der Region. Das harte Leben hoch in den Bergen gehört dabei ebenso dazu wie althergebrachtes Handwerk und Brauchtum.
Saanen und der Kranich
Der Kranich (französisch: la grue), Wappentier der Grafen von Greyerz, ziert heute das Wappen der Gemeinde Saanen, zu der auch Gstaad gehört. Er ist einer der deutlichsten Hinweise auf die historischen Wurzeln der Region, die noch immer erstaunlich lebendig sind.
Geschichtliche Stationen des Saanenlands
- 11. Jahrhundert: Die Grafschaft Greyerz ist ein bedeutendes Herrschaftsgebiet und reicht von der Saanequelle beim Sanetschpass bis zum heutigen Lac de La Gruyère im Bereich von Broc und La Tour-de-Trême. Auch das Jauntal gehört dazu.
- 1246: Die Grafschaft begibt sich unter die Lehnshoheit Peters II. von Savoyen.
- 1404: Der minderjährige Anton wird Graf von Greyerz. Die Savoyer setzen einen Verwalter ein. Dieser ist gegen eine Erneuerung der Burgrechtsverträge. Bern zerstört daraufhin die Burgen im Saanenland und im Pays-d'Enhaut.
- 1407: Das Hoheitsgebiet kommt zur Grafschaft Greyerz zurück. Der aufwändige Lebenswandel der Grafen zieht finanzielle Schwierigkeiten nach sich. Verschiedene Gebiete müssen verkauft werden.
- 9. November 1554: An der eidgenössischen Tagsatzung in Baden wird der Konkurs der Grafschaft bekannt gegeben. Die Gläubiger teilen sie unter sich auf. Das Saanenland und das Pays-d'Enhaut gelangen schliesslich an Bern.
Geschichte des Tourismus
Erster Tourismusverein 1906: Schon im 18. Jahrhundert haben Reisende den Liebreiz des Tals beschrieben. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Landschaft vermehrt zum Reiseziel. Die Fertigstellung der Montreux-Oberland-Bahn 1905 stellt die Verbindung Gstaads zur Aussenwelt sicher. Die Voraussetzungen für eine touristische Erschliessung sind geschaffen. 1906 werden in Gstaad und Saanen die ersten Tourismusvereine der Region gegründet.
Hotel-Boom: Es folgt das Jahrzehnt der Hotelbauten. Im Dezember 1913 eröffnet das Gstaad Palace, unverkennbares Markenzeichen Gstaads. In den goldenen 20er-Jahren verbessert sich die vom Krieg stark geschwächte Infrastruktur wieder. Kurpark, Kursaal, Golfalage und Tennisplätze werden gebaut. 1934 eröffnet an der Wispile die erste Funi-Schlittenseilbahn der Region. Mit dem "Telesiège" am Wasserngrat wird 1946 der erste auch im Sommer betriebene Sessellift eingeweiht.
Wachstum: 1942 - mitten im zweiten Weltkrieg - wird Oswald von Siebenthal der erste Gstaader Kurdirektor. Ihm folgten bis heute acht weitere. Nur vier davon wirkten länger als fünf Jahre. Einer der Grossen in der Tourismusentwicklung der Destination Gstaad ist Paul Valentin. Er prägt von 1952 bis 1982 ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke Gstaads. Bis in die Achtzigerjahre hinein ist die Wirtschaft der Region gezeichnet durch ein in der Geschichte beispielloses und ununterbrochenes Wachstum.
Vorzeigebeispiel: Gstaad Saanenland Tourismus ist heute die Nachfolgeorganisation der beiden Verkehrsvereine Gstaad und Saanen. Wirtschaftlich hat es das ehemals arme Bergtal geschafft, ein touristischer Magnet mit internationalem Renommee zu werden. Gstaad Saanenland Tourismus bildet die einende Klammer der Destination Gstaad und gilt schweizweit als Vorzeigebeispiel für eine Tourismusorganisation.
Broschüre 100 Jahre Tourismusverein herunterladen.
Geschichte der Bergbahnen
Schon früh erkannten die Saanenländer, dass Personentransporte auf die Berge ein gutes Geschäft darstellen. 1935 wurde die erste Bergbahn auf die Wispile gebaut. Heute stehen mehr als 50 Bahnen auf 12 Bergen unter dem überwiegend gemeinsamen Management der Bergbahnen Destination Gstaad AG in Betrieb.
- 1907/08: Die erste Gstaader Wintersportsaison läuft.
- 1934: Auf der Wispile wird der erste „Funi“, ein Vorläufer der Drahtseilbahn, gebaut. 1944 wird dieser durch einen Skilift mit gleicher Linienführung ersetzt.
- Januar 1938: Der Gstaader Hausberg, Eggli, wird mit einem Funi erschlossen.
- August 1945: Gstaad glaubt an die touristische Zukunft der Region und baut die erste Sesselbahn der Schweiz.
- April 1946: Die ersten Gäste schweben im Sessellift auf den Wasserngrat.
- 1954: Die erste Gondelbahn des Saanenlands wird am Eggli installiert.
- Anfangs 60er-Jahre: Die Luftseilbahn auf den Glacier 3000 (Les Diablerets-Gletscher) nimmt ihren Betrieb auf. Diese wird 2001 mit einer eindrucksvollen Gondelbahn ersetzt. Das futuristische Design der Tal- und Bergstation stammt vom Schweizer Stararchitekten Mario Botta.
- 1970er- und 80er-Jahre: Die Bergbahnen und Skilifte in der Region gedeihen prächtig. Von Zweisimmen bis nach Gstaad sind 20 Anlagen in Betrieb.
- Ende März 2004: Rückwirkend auf 1. Mai 2003 schliessen sich 12 Bergbahnen zur Bergbahnen Destination Gstaad AG zusammen: die Bergbahnen Saanenland-Simmental AG, die Eggli Gondelbahn AG, die Luftseilbahnen Gstaad-Höhi Wispile AG, die Rellerli Luftseilbahn Schönried AG sowie die Skilifte und Sesselbahn Schönried-Horneggli AG. Die Sesselbahn Chalberhöni Pra Cluen AG, die Téléphérique Rougemont Videmanette S.A. und der Skilift Hühnerspiel GmbH folgen am 24. Mai (rückwirkend auf Ende 2003). Die BDG ist bis dato die einzige Bergbahnunternehmung, die überregional verankert ist. Sie überschreitet eine Sprach- und eine Kantonsgrenze und deckt das Territorium von sieben Gemeinden ab. Zusammen mit den verbleibenden Gesellschaften Glacier 3000, Wasserngrat und Télé Château-d’Oex betreibt die Gesellschaft unter dem Label GSTAAD MOUNTAIN RIDES 62 Bahnanlagen. Das Marketing übernimmt Gstaad Saanenland Tourismus.
- 2008: Die BDG AG stellt die Weichen für die Jahre bis 2018. Unter verschiedenen geprüften Entwicklungsszenarien erweist sich das Konzept "Konzentration" als das zielführende. Es sieht Investitionen in Höhe von CHF 160 Millionen vor.
- 13. Dezember 2008: Die Vierer-Sesselbahnen Chaltebrunne-Saanerslochgrat und Chaltebrunne-Parwengesattel gehen in Betrieb. Von der Eingabe des Plangenehmigungsgesuchs bis zur Eröffnung hat es nur sieben Monate gedauert.
- Juli 2009: Der Tarifverbund "Vereinigung der Bergbahnen von Gstaad und Umgebung VBG" beschliesst in der Delegiertenversammlung, künftig als "Gstaad Mountain Rides GMR" zu firmieren.
- 18. Dezember 2010: Einweihung der neuen Vierer-Sesselbahn Chalberhöni-Vorderes Eggli. Sie hat neu denselben Ausgangspunkt wie die Sesselbahn Les Gouilles und erschliesst den höchsten Punkt am vorderen Eggli.
- 23. Dezember 2010: Einweihung der neugebauten Gondelbahn Rougemont-La Videmanette.
- Winter 2015/16: Das grösste Sanierungsprojekt in der CH-Bergbahnenbranche wird erfolgreich umgesetzt: Nach einem Kapitalschnitt um 85% und einer Wiederaufstockung der Eigenmittel um 25 Mio. Fr. liegt die Kapitalmehrheit der BDG nun in privaten Händen.
- Sommer 2016: Die bestehenden Beschneiungsinfrastrukturen (Pumpwerke, Wasserfassungent, etc.) im Sektor Ost und West werden erneuert. Ferner wird auf der Strecke Rossfälli-Chalberhöni eine technische Beschneiung installiert. Somit können die Pisten von Saanen/Gstaad bis nach Rougemont neu durchgehend technisch beschneit werden. Weiter werden vier eigene Restaurants – mehrheitlich in Eigenarbeit – saniert und erstrahlen somit in neuem Glanz.
- Winter 2016/17: Einführung des Schneehöhen-Messsystems «SNOWsat» in den Pistenfahrzeugen der BDG. Durch das GPS-basierte System kann eine noch effizientere und ressourcenschonende Pistenpräparation gewährleistet werden.
- Sommer 2017: Die bestehende Beschneiungsinfrastruktur im Sektor Ost wird im Bereich Hornberg-Saanersloch-Horneggli-Chübeli-Büelti auf den neusten Stand der Technik gebracht. Über 80 neue Schneeerzeuger tragen dazu bei, dass die Effizienz der technischen Bescheniung – vor allem im Grenztemparaturbereich – deutlich verbessert wird. So wird beispielsweise die Einscheinungszeit des erwähnten Gebietes verkürzt. Das Restaurant Horneggli wird innen wie aussen durch eigene Mitarbeiter renoviert und erneuert.
- September 2017: Das BAV erteilt die Plangenehmigung für den Neubau der Gondelbahn Saanenmöser-Saanerslochgrat. Aus zeitlichen Gründen erfolgt der sofortige Baubeginn der Bergstation und auf der Strecke (Rodungen, Streckenfundamente, Werkleitungen). Die Arbeiten werden erfolgreich und plangemäss Ende November / Anfang Dezember beendet und die Baustelle während des Winters eingestellt.
Kuriose und wissenswerte Details
Die Welt der Gstaader Bergbahnen hat einige kuriose und wissenswerte Details zu bieten.
- Die ersten Zugseilbahnen der Schweiz fuhren im Saanenland: Zur Erleichterung des Skisports führten innovative Gemeindebürger sehr früh im 20. Jahrhundert Zugseilbahnen, sogenannte Funi, ein. Diese schlittenartigen Fahrzeuge mit Seilzug ermöglichten den Transport von Touristen auf die Berge zum Skifahren. Vor dem Berghotel Hornberg und dem Spielplatz Saanenmöser stehen noch zwei Exemplare davon. Diese Beförderungsmittel erbauten Saaner z. B. dann auch in Graubünden (Davos).
- Die längste Sesselbahn der Schweiz stand in der Bäuert Chalberhöni Richtung Skigebiet Wildenmannegg / Videmanette. Die Anlage (bis Pra Cluen/ Rouffisvorsaß) der Firma Küpfer, Steffisburg, wies eine Länge von 2’215 Metern auf. Die 2007 für CHF 9,6 Mio. neu erbaute Vierersesselbahn der Firma Garaventa wurde sogar noch länger als der Vorgängerbau. Sie hält vermutlich immer noch den Rekord mit 2’764 Metern Länge und einer Förderleistung von 1’500 Personen pro Stunde.
- Das erste Skihaus der Schweiz steht ebenfalls in der Einwohnergemeinde Saanen in der Bäuert Saanenmöser. Der Skiklub der Stadt Bern erwarb 1899 das Grundstück, auf dem er 1908 ein Skihaus erbaute. Es ist das erste, rein zu diesem Zwecke und für diese Bedürfnisse erstellte Gebäude der Schweiz.
- Die erste, vollständig elektrifizierte Eisenbahn der Schweiz fuhr im Saanenland. Die Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB), die sich heute grosser Beliebtheit erfreut und zwischen Montreux und Zweisimmen pendelt, transportierte die ersten Touristen in die Destination Gstaad und trug so schon früh zu deren Aufschwung bei. Der Bau erreichte am 20. Dezember 1904 Gstaad und am 6. Juli 1905 Zweisimmen.
- Die erste Gondelbahn der Schweiz, welche in ihrem Lauf eine Kurve ausweist, ist die Rellerli-Bahn Schönried. Die Firma Habegger, Thun, errichtete die Anlage im Jahr 1982. Sie weist eine Länge von 2’065 Metern auf.
- Die erste Dreiersesselbahn der Schweiz mit Hauben baute die Firma VonRoll Habegger, Thun, 1984 am Horneggli in Schönried. Sie wurde am 15. Dezember 1984 eröffnet und als "Weltraum-Sessel" bezeichnet. Die Anlage beförderte 950 Personen in der Stunde.
- Den ersten Bergbahnen-Tarifverbund der Schweiz gab es 1944/1945 ebenfalls im Saanenland. Verschiedene einzelne Bergbahngesellschaften schlossen sich darin zusammen.
- Die komplizierteste Fusion verschiedener Bergbahnunternehmen der Schweiz vollzog sich mit der Gründung der Bergbahnen Destination Gstaad AG rückwirkend auf den 1. Mai 2003. Zehn eigenständige Gesellschaften gingen in einer auf. Diese erstreckt sich über das Gebiet von zwei Kantonen, drei Amtsbezirken und 7 Einwohnergemeinden über die Sprachgrenze deutsch-französisch hinweg.