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USA 2000. Die Mehrheit der Amerikaner wählt Al Gore zum Präsidenten. Trotzdem zieht George W. Bush ins Weisse Haus ein. Warum? Weil der Kandidat, der beispielsweise im Staat Florida die meisten Stimmen erhält, alle Stimmen des Staates Florida bekommt. Dieses System, „The-Winner-Takes-It-All“, kann dazu führen, dass der Wille des Volkes verfälscht wird und der Zweitplatzierte Präsident wird.
Schweiz 2012. Die Zweitwohnungsinitiative wird von der Mehrheit des Volkes angenommen. Doch eine Zeitlang sieht es so aus, als scheitere sie am Ständemehr. Die Die Initiative ist in der Schweiz ein politisches Recht der ... nahm die Hürde zwar, aber allein die Tatsache, dass die kleinen Kantone den Volkswillen aushebeln können, ist störend.
One man, one vote
Ein Grundsatz der Demokratie lautet: „Ein Mensch, eine Stimme“. Jeder volljährige mündige Schweizer Bürger hat eine Stimme, und jede dieser Stimmen ist gleich viel wert. Zumindest sollte das so sein. Denn bei Abstimmungen, in denen das Ständemehr erreicht werden muss, also bei Initiativen und obligatorischen Referenden, ist die Stimme eines Glarner oder Obwaldners mehr wert als die eines Berners oder Zürchers. Denn im kleinen Kanton Obwalden hat der Einzelne mehr Einfluss auf das Gesamtergebnis als im grossen Kanton Zürich.
Verdrehte Tatsachen
Nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative beklagten sich im Wallis und in Graubünden viele, sie würden von den Städtern bevormundet. In Wahrheit ist es umgekehrt. Die kleinen Kantone können dank dem Ständemehr die grossen bevormunden und mehrheitsfähige Entscheide blockieren. Damit soll Schluss sein.