Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/1502

Push-Pull
Verbreitung der erfolgreichen ökologischen Anbaumethode von Mais und Hirse in Afrika südlich der Sahara (Kenia, Uganda, Tansania, Äthiopien, Malawi, Sambia, Simbabwe, Ruanda, Senegal und Burkina Faso)
Projekte
Push-Pull ist eine integrierte, umweltfreundliche und nachhaltige Anbaumethode. Sie steigert die Erträge, indem sie Schädlinge bekämpft, den Trockenstress vermindert und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessert. Zwischen Mais oder Hirse wird die Hülsenfrucht Desmodium gepflanzt, welche durch ihren Geruch die Stängelbohrer-Motten vertreibt - Push - und dazu beiträgt, dass der Boden Feuchtigkeit besser aufnehmen und speichern kann sowie die Fruchtbarkeit durch Stickstofffixierung erhöht. Zudem dezimiert Desmodium das ertragsmindernde Unkraut Striga.
Um die Felder herum wird Napiergras oder Brachiaria gepflanzt, beides Futtergräser welche die Motten aus dem Feld herauslocken - Pull. Die Larven der Schädlinge ersticken dann in der klebrigen Blattmilch. Napiergras, Brachiaria und Desmodium sind ausserdem willkommenes und gesundes Zusatzfutter für das Vieh.
Neben dem Stängelbohrer und dem Unkraut Striga hat sich die Push-Pull Methode auch als wirksam gegen Befall durch den Herbst-Heerwurm erwiesen (siehe Link oben).
Die Push-Pull-Methode wurde Ende der 90er-Jahre am Internationalen Insektenforschungsinstitut icipe in Nairobi entwickelt. Seit 2006 unterstützt Biovision Projekte zur Verbreitung dieser Methode in Kenia. Später wurde die Länderauswahl auf Tansania, Uganda und Äthiopien ausgeweitet. Seit 2016 wird Push-Pull nun auch ausserhalb Ostafrika verbreitet (Malawi, Sambia, Simbabwe, Ruanda, Senegal und Burkina Faso).
Das Entwicklungsziel ist es, Ernährungssicherheit und Einkommen durch intensivierte Verbreitung der Push-Pull-Anbaumethode zu erhöhen und damit Wertschöpfungsketten in Ostafrika zu fördern.
Relevanz
In Ostafrika lebt ein grosser Teil der ländlichen Bevölkerung von der Landwirtschaft. Die meisten davon sind Familien, welche einen Kleinbetrieb auf wenig Land bewirtschaften. Doch Schädlinge, ausgelaugte Böden und Trockenheit machen den Bauernfamilien zu schaffen. Es mangelt an angepassten und nachhaltigen Methoden, um die Erträge zu steigern. Die Push-Pull-Methode bietet hier Abhilfe. Durch ihre vielfältige Wirkung kann sie die Erträge auf bis zu 300% steigern.
Begünstigte
Insgesamt profitieren rund 157‘980 Kleinbäuerinnen und -bauern in allen Projektregionen von diversen Projektaktivitäten des Push-Pull-Programms. Neben der erhöhten Ernährungssicherheit profitieren die Begünstigten auch von einem erhöhten Einkommen, welches meist in die Schulbildung der Kinder investiert wird.
Ziele laufender Projektphase
- Förderung von innovativen und partizipativen Methoden zur nachhaltigen Verbreitung der Push-Pull-Anbaumethode sowie Stärkung von lokalen und regionalen Partnerschaften
- Bildung von Bauernkooperativen zur Nutzung von Synergien in der Vermarktung, dem Vertrieb und der Weiterverarbeitung der überschüssigen Produktion
- Förderung der Gleichstellung von Geschlechtern durch die Einführung zusätzlicher Verbreitungsmethoden, die auch für Frauen und benachteiligte gesellschaftliche Gruppen einfach zugänglich sind
- Verbesserter Zugang zu Saatgut wie Desmodium, Napier- und Brachiariagras durch die Stärkung lokaler Produktions- und Vertriebssysteme
- Zugang der Kleinbäuerinnen und -bauern zum Markt für landwirtschaftliche Produkte
- Errichtung von Push-Pull-Demonstrationsfeldern (mindestens eins pro Distrikt im Projektgebiet) in Ausbildungszentren für Bäuerinnen und Bauern
- Weiterentwicklung der Methode, z.B. durch die Evaluierung lokaler Push- oder Pull-Pflanzen
Bisher Erreichtes
Seit Projektbeginn 2006 wenden bereits rund 157‘890 Bäuerinnen und Bauern in Ostafrika die Push-Pull-Anbaumethode erfolgreich an (Quelle: www.push-pull.net). Neben der direkten Schulung von Anwendern erstellt das Projekt auch Informations- und Trainingsmaterial (Anleitungen, Comics, Videos, …). Diese werden natürlich auch in lokale Sprachen übersetzt.