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Früh am Morgen ist es sehr kalt. Ich verkrieche mich noch ein paar Minuten unter meine Decke aus alten Lumpen.
Der warme Hirsebrei zum Frühstück tut mir gut.
Ich heisse Joseph und bin 13 Jahre alt. Hier beginnt mein Arbeitstag.
In Burkina Faso riskieren täglich 700'000 Kinder bei der Arbeit in Goldminen ihr Leben.
39%der Kinder zwischen 5 und 14 Jahre arbeiten.
1/4der Kinder, die gezwungen sind, in die Minen hinabzusteigen, erleiden Unfälle.
20%des BIP stammt aus dem Goldexport.
Burkina Faso, das eine reiche Geschichte und Kultur und eine ethnisch sehr vielfältige Bevölkerung besitzt, gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Wie Joseph müssen Tausende von Kindern arbeiten, um sich und ihren Familien ein Mindesteinkommen zu sichern. Sie verlassen ihr Zuhause schon in einem sehr jungen Alter, manche mit kaum 13 Jahren, und werden leicht zu Opfern von Ausbeutung und Menschenhandel.
Mit einer an meinem Kopf befestigten Lampe steige ich barfuss in die Mine hinab, dazu bin ich an einem Seil festgebunden.
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Mein Herz schlägt sehr schnell. In der Dunkelheit denke ich an meine Mutter. Das macht mir Mut.
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An dieser Stelle werde ich traurig. Denn hier denke ich an Amadou, der in diesem Tunnel verschüttet wurde.
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Die Luft ist sehr feucht. Es ist so heiss, dass ich kaum atmen kann.
Die handwerklich betriebenen Minen bergen viele Gefahren.
Die Kinder müssen in Stollen hinabsteigen, die nur unzureichend ausgebaut sind. Für die Gesundheit der Kinder stellen sie eine ständige Gefahr dar, da viele jederzeit einstürzen können. Es kommt häufig zu Unfällen durch Steinschlag und gerissene Sicherheitsseile. Die Kinder steigen in der Regel barfuss, ohne Helm oder sonstige Schutzausrüstung in die Mine hinab. Sie atmen den ganzen Tag lang den Staub und die schlechte Stollenluft ein.
Ich verbringe den ganzen Tag gebückt im Tunnel und breche Steine aus der Wand heraus. Ich werfe sie in einen Eimer, der am Grund der Mine steht.
Völlig verschmutzt steige ich wieder an die Oberfläche. Niemand wartet dort auf mich oder gibt mir zu essen.
Der Arbeitstag eines Minenkindes dauert über 10 Stunden.
Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sind die Kinder ohne Tageslicht im Inneren der Mine und brechen mit einem Werkzeug Gesteinsbrocken aus den Wänden heraus. Das Gestein wird in einem Eimer nach oben befördert, wo es weiter zerkleinert wird − in der Hoffnung, dass darin Gold gefunden wird. Trotz einer Mittagspause, in der die Kinder sich im Schatten eines Baumes ein wenig erholen können, ist es eine sehr anstrengende Arbeit. Es kommt häufig vor, dass die Kinder ihren Lohn nicht erhalten.
Und morgen?
Joseph sollte wie jedes andere Kind kein so beschwerliches Leben erleiden müssen. Gemeinsam können wir die Kinder schützen. Damit die Ausbeutung und Misshandlung von Tausenden von Kindern ein Ende hat.