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Eine erste Nennung von Romulus wird in der Erwähnung eines „Rhomylos“ als Sohn des Aeneas gesehen. Er sei der Vater des Stadtgründers „Rhomos“ gewesen.[1] Nach Plutarchs Biografie des Romulus hat Diokles von Peparethos den Mythos zum ersten Mal schriftlich niedergelegt. Ihm folgte hierin über weite Strecken der erste römische Historiker, dessen Zeitgenosse Fabius Pictor, wobei er den Mythos nun aus römischer Sicht schilderte. Dessen Text ist nicht unmittelbar, sondern nur durch die Wiedergaben bei Plutarch und Dionysios von Halikarnassos überliefert. Dabei nennt Dionys noch weitere Geschichtsschreiber, die die Version von Quintus Fabius übernommen hätten. Alle Quellen sind griechisch, die Geschichte wird von beiden unterschiedlich wiedergegeben (siehe unten).
Auch die Origo gentis Romanae bringt diese Sage, berichtet aber, dass Fabius Pictor und Vennonius geschrieben hätten, dass Rhea Silvia beim Wasserholen für kultische Handlungen von einem Gewitter überrascht worden sei, das ihre Begleiterinnen vertrieben habe. In diesem Gewitter sei Mars erschienen und habe sie vergewaltigt. Der Originaltext des Fabius lässt sich aus den Wiedergaben Plutarchs und des Dionysios aber nicht herauspräparieren.
Der Stoff von den Zwillingen beruht auf einer latinischen Tradition, in der auch die Wölfin und der Specht heilige Tiere waren und in der auch die Vergewaltigung der Ilia durch Mars als Zeugung der Zwillinge überliefert wurde. Das Motiv der Aussetzung von Säuglingen war allerdings kein italischer Stoff, sondern ist bereits aus dem Alten Testament (Exodus 2,1-10) bekannt. Die Erzählung des Fabius stellt also ein Konglomerat von vielen Mythen bzw. Berichten griechischer, italischer und anderer mittelmeerischer Herkunft dar