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Dieses Projekt wurde 2013 von der Schweizer Botschaft in Madagaskar unterstützt.
Ein Grundstein für lebenswichtige Fertigkeiten
Alphabetisierung ist ein grundlegendes, von den Vereinten Nationen verankertes Menschenrecht. In fast jeder Gesellschaft ist die Lese- und Schreibkompetenz ein Grundbaustein für viele andere lebenswichtige Fertigkeiten. Auf dem Archipel der Komoren, einer islamischen Republik im Indischen Ozean, sind gemäss der UNESCO-Statistik (2009) aber knapp ein Drittel der Menschen Analphabeten, wovon die grosse Mehrheit Frauen sind. In ländlichen Gebieten wir die Analphabetenrate um etliches höher eingeschätzt. Aus diesem Grund führen wir hier seit 2012 in Zusammenarbeit mit einer einheimischen Organisation und dem Erziehungsministerium ein Alphabetisierungsprojekt durch.
In der Muttersprache lesen lernen
Sie können in Ihrer Muttersprache weder lesen noch schreiben? Unvorstellbar!
Stellen Sie sich vor: Sie sind eine Frau, etwa 30 Jahre alt, und sitzen in einer Alphabetisierungsklasse, da Sie weder lesen noch schreiben können. Sie versuchen mühsam, die Buchstaben im Buch zu erkennen: «n ‐ t ‐ r ‐ o ‐ n ‐ g ‐ o … Aha! ntrongo!» Gerade jetzt sind Sie zwar mächtig stolz, dass Sie das Wort «ntrongo» lesen können – das Problem ist nur, dass Sie keine Ahnung haben, was es bedeutet.
Genau dies ist die Lage der Menschen auf den Komoren. Lehr‐ und Schulprogramme werden als Erbe der Kolonialzeit auf Französisch durchgeführt, obwohl die Muttersprache der Komorer das Shikomori ist (das zur Sprachfamilie des ostafrikanischen Swahili gehört). In der Schweiz kämen wir nie und nimmer auf die Idee, unseren Kindern das Lesen und Schreiben in einer Fremdsprache beizubringen. Warum sollte dies auf den Komoren anders sein? Wer lesen lernt, ohne zu verstehen, verschwendet nur seine Zeit!
Aus diesem Grund haben wir uns zum Ziel gesetzt, Lehrmittel auf Shikomori zu erstellen. In Zusammenarbeit mit einem Team von einheimischen Spezialisten verfassten wir ein neues Lehrbuch in der Muttersprache.
Zusätzlich unterstützt PartnerAid die Initiative, dass die Kinder mindestens in den ersten Schuljahren in der Muttersprache unterrichtet werden sollen. Denn ein Kind, das in der Muttersprache liest und versteht, was es liest, wird normalerweise auch als Erwachsener lesen – und damit auch in der Lage sein, selbständig weiterzulernen.
Was seit 2012 realisiert wurde
- Herstellung von Lese- und Schreiblernbüchern für die lokale Sprache (Niveau 1) und Französisch (Niveaus 2 und 3)
- Ausbildungslehrgänge für Alphabetisierungs-Lehrer/innen für die drei Lernstufen
- Ausbildung von lokalen Klasseninspektoren
- Zwischen 2012 und 2018, Organisation, Durchführung und Supervision von 26 Alphabetisierungsklassen (auf allen 3 Lernstufen) mit ca. 700 Studenten in verschiedenen Dörfern
- Ab 2015, Herstellung eines Lese- und Schreiblernbuchs in der Muttersprache für die Kindergartenstufe, das während dem Schuljahr in 10 Klassen der öffentlichen Schule erfolgreich getestet wurde
Kurzfilm: Überblick unserer Projektarbeit auf den Komoren