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Neues Messverfahren untauglich
Das Vorhandensein eines tauglichen Messverfahrens ist zwingende Voraussetzung für eine Bewilligung einer Mobilfunkanlage, sowie ein Ausbau der bestehenden Antennen. Solange die Kontrolle der Einhaltung der Grenzwerte im Vollzug nicht möglich ist, ist die Verfügung der kantonalen NIS-Fachstelle einer messtechnischen Überprüfung der Einhaltung der Grenzwerte nicht vollstreckbar. Bei amtlichen Abnahmemessungen arbeiten die akkreditierten Messfirmen mit Messverfahren, welche unakzeptable Messtoleranzen bis zu ±45% aufweisen.
Bei der absehbaren und wahrscheinlichen Aufrüstung der Antennen auf 5G gilt: Seit Mitte Februar 2020 liegt eine Messempfehlung für adaptive Antennen der METAS vor. Diese ist für Abnahmemessungen jedoch unbrauchbar, da sie ausschliesslich unter Laborbedingungen angewendet werden kann.
Unbrauchbar ist sie deshalb, weil in der Messempfehlung steht, dass alle Mobiltelefone in der Umgebung abgeschaltet werden müssen, was in der Realität kaum möglich sein wird. Das Messgerät kann nicht zwischen Mobiltelefonen oder anderen Sendegeräten wie z.B. einer Booster-Box oder einer benachbarten Mobilfunkanlage unterscheiden. Die Messung sei, so heisst es, nicht mehr als eine approximative Messung, also eher eine Schätzung. Sie lässt ausserdem die Luftfeuchtigkeit als entscheidenden Faktor ausser Acht.
Eine bessere Messempfehlung wird von Seiten METAS und BAFU nicht innert nützlicher Frist in Aussicht gestellt werden können. Deshalb ist diese Baubewilligungsvoraussetzung nicht gegeben.
Messtechnik-Firma Narda bestätigt Untauglichkeit
Eine adaptive Antenne kann einerseits wie eine konventionelle Antenne breit strahlen, andererseits aber auch fokussieren. Beim Breitstrahlen (die Ausbreitungsform sieht aus wie eine «Blase», die man auch «Zelle» nennt) schickt die Antenne ein schwaches Signalisierungssignal mit, um neue Mobiltelefone zu finden. Dieses Signal ist konstant gleich stark und wird für die Abnahmemessung benutzt. Das Fokussieren ist beim Messverfahren das eigentliche Problem, welches bis heute weltweit von den Messgeräteherstellern noch nicht gelöst werden konnte.
Quelle/Recherchen: Christoph Meier, lic. phil.