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Simon Meyer
Diese Biografie behandelt in einem kurzen Abriss das Leben von Nomis Arbogast, Archäologe und Ethnologe, Sohn von d’Aciel Arbogast I und Vater von d’Aciel Arbogast II.
Nomis Thider Arbogast (*1. August 1941) ist ein Archäologe und Ethnologe aus Grosswangen im Kanton Luzern, Schweiz. Sein Fachgebiet ist der Übergang zwischen Pleistozän und Holozän, mit Schwerpunkt Wander- und Siedlungsgebiete auf dem europäischen Kontinent.
- Arbogast ist der Sohn von d’Aciel Arbogast I. und der Gela Martelli aus Sessa. Er ist der Vater von d’Aciel Arbogast II. und der Halbbruder von Miribal Nussquammer (geb. Ciséan).
Nachdem seine Mutter 1945 an einer Lungenentzündung gestorben war und sein Vater mit seinen inzwischen vierundsiebzig Jahren mit der Erziehung eines kleinen Kindes überfordert war, gab er ihn in die Obhut der Familie Fontana, Schuri-Skandaj, also sesshafte Nienetwiler.
Nach Abschluss der Schule nahm er 1963 das Studium der Archäologie an der Universität Zürich auf und entschied sich nach vier Semestern zusätzlich auch zum Studium der Ethnologie, ebenfalls in Zürich.
Um stets nahe bei seinen Forschungsorten zu sein, suchte er, zumindest zu Beginn seiner Karriere, meist in der unmittelbaren Umgebung nach Arbeit. Später wurde er oft direkt von einer Universität angestellt. Obwohl seine Nienetwiler Forschung kaum je auf Anerkennung oder auch nur Interesse stiess, war immerhin seine Forschung auf dem Gebiet der Erkennung spät-pläistozänischer Siedlungs- und Rastplätze höchst anerkannt. Dank eines grossen Netzwerks, das sein Vater für ihn aktivieren konnte, gelang es Nomis Arbogast, auch in Ländern «hinter dem Eisernen Vorhang», also zum Beispiel in der Sowjetunion und den ihr angegliederten Staaten, zu forschen.
Zusammen mit seinem ungarischen Kollegen Gabor Kövesdi untersuchte er auch die Wanderbewegungen im Mesolithikum zwischen Spanien und den ungarischen Tiefebenen.
Was die Nienetwiler Forschung betrifft, so bestand seine grösste Aufgabe wohl nicht unbedingt darin, Neues zu entdecken, sondern die früheren Forschungsergebnisse seines Vaters und Amot Nussquammers mit den modernen Untersuchungsmethoden zu verifizieren.
1967 lernte er an einem Symposium Anna Louisa Schmied kennen. Sie war eine junge und enthusiastische Anthropologin und interessierte sich brennend für Science-Fiction, extraterrestrisches Leben und alle Formen der Kommunikation. Sie kamen sich schnell näher und gut ein Jahr später wurde d’Aciel Arbogast II. geboren.
Ein Jahr später, 1969, sein Vater war gerade achtundneunzig Jahre alt geworden, bekam Nomis Arbogast ein Telegramm nach Bagnères-de-Luchon in den französischen Pyrenäen, wo er gerade Forschungen betrieb. Es lautete: «imedhu ° igadhu skandi ° jal igadho aju ° egaumo po igadhu» (übersetzt ungefähr: «Ich vermittelte und ich sammelte Fähigkeiten. Nun werde ich die Ewigkeit sammeln. Gib grosse Sorge zu dem Gesammelten»). Arbogast wusste sofort, was das zu bedeuten hatte, denn es waren die Worte, die alle Nienetwilerinnen und Nienetwiler zum Abschied schrieben. So war ihm klar, dass er seinen Vater nicht wiedersehen würde.
Ab den 1980er-Jahren, als sein guter Ruf als Archäologe und Ethnologe ihm alle Möglichkeiten eröffnete, begann er, seine Nienetwiler Forschungen zu intensivieren und überarbeitete die Fundkarten, die sein Vater und Nussquammer angelegt hatten. Schnell stellte sich heraus, dass die beiden nicht selten allzu übereifrig dieses oder jenes zur Nienetwiler Kultur hinzugerechnet hatten. Allerdings war die Liste der Objekte und potenzieller Fundorte (sie hatten in ihrem Leben nie die Zeit, alle zu ergraben) so lang, dass es auf diese Fehler kaum ankam. Zwar musste er sie neu bewerten, aber das veränderte das Gesamtbild nicht.
Als 1989 der Eiserne Vorhang endlich zurückgezogen wurde, konnte er wieder von seinem Netzwerk im Osten profitieren und dort seine Forschungen erneut aufnehmen.
Zehn Jahre später, 1999, begegnete er bei einer Begehung in einem Bachbett dem heutigen Co-Leiter des Kantonsmuseums Luzern, Simon Meyer, der in dem Bach am Goldwaschen war. Die beiden kamen ins Gespräch und verstanden sich auf Anhieb so gut, dass sie danach immer wieder Kontakt hatten und sich trafen. 2005, kurz vor seiner Pensionierung, entschied sich Nomis Arbogast, seine Forschungen zu beenden und sich dem Handwerk und dem Instrumentenbau zu widmen. So vermachte er seine gesamten Forschungsarbeiten sowie die seines Vaters und alles, was dieser gesammelt hatte, an Meyer, der das Material sicher verwahren und der Forschung zugänglich machen wollte. Die madh, also die Versammlung der Nienetwilerinnen und Nienetwiler, stimmte der Übergabe allerdings erst zu, als Arbogast glaubhaft versichern konnte, dass Meyer vertrauenswürdig war, dies insbesondere auch deshalb, weil sein Ururgrossvater eben jener Jari Arbogast, alias Gertel, alias Hannes Meyer war, der auch der Vater von d’Aciel Arbogast I. war.
Nomis Arbogast zog 2006 mit seiner Frau in ein kleines Häuschen, wo er sich eine Werkstatt einrichtete. Er schnitzt dort seither Weidenflöten. Mit Meyer ist er immer noch in Kontakt und unterstützt ihn mit Informationen oder Kontakten zu Forscherinnen und Forschern.
- Inhaltsverzeichnis CRN 1-2020-1
- Einleitung der Herausgeber
- Vorwort
- Das Nienetwil-Projekt
- Was ist «visionäre Vergangenheitsforschung»?
- Biografie von d’Aciel Arbogast I.
- Die Stellung des Handwerks und Werkzeugs in der Nienetwiler Kultur
- Biografie Amot Nussquammer sen.
- Einführung in die Nienetwiler Kultur von Amot Nussquammer sen.
- Briefverkehr zweier Freunde und Streithähne
- Ursprung der Nienetwiler Kultur
- Biografie Nomis Arbogast
- Fundbeschreibung und eine kleine Zeitreise in die Nienetwiler Kulturgeschichte
- Ausblick CRN Nr. 2
- Impressum-Autoren CRN 1-2020-1