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Der Einwohnerrat Steven Van Petegem von den Grünen Baden und Mitunterzeichner*innen beauftragen den Stadtrat in Zukunft gender-gerechte Bezeichnungen für kommunale Funktionen zu verwenden. Insbesondere sollen die Begriffe «Stadtammann» und «Einwohnerrat» ersetzt werden durch «Stadtpräsident(in)» und «Stadtparlament». Die Stadt wird weiter gefragt zu prüfen, wie eine sprachliche Gleichstellung in der Stadtverwaltung Baden besser etabliert werden kann.
Sprache ist nicht nur unser wichtigstes Kommunikationsmittel, sondern stiftet auch soziale Identität. Gendergerechte Sprache hat laut psychologischen Studien einen grossen Einfluss auf unser Weltbild. Auch die Sprachwissenschaft geht heute davon aus, dass Sprache und gesellschaftliche Wirklichkeit eng miteinander verknüpft sind. Geschlechtergerechte Texte stellen die Gleichstellung von Frau und Mann in der Sprache sicher und unterstützen somit Veränderungen zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen. Zudem ermöglicht eine geschlechtsneutrale Sprache die Inklusion aller Geschlechtsidentitäten. Das Rechtschreibwörterbuch Duden hat vor kurzem das sogenannte generische Maskulinum abgeschafft. Damit behebt es eine sprachliche Ungleichheit.
Schon in den Achtzigern wurden auf Bundesebene Vorschläge für eine geschlechtsneutrale Verwaltungssprache gemacht und in den Neunzigern sind verschiedene Kantone gefolgt. Jedoch gibt es noch viel Arbeit. 2014 hat die Stadt Aarau nach einer Volksabstimmung die Bezeichnung «Stadtamman» durch «Stadtpräsident*in» ersetzt. Viele deutschsprachige Kantone haben schon gendergerechte Alternativen für «Einwohnerrat», wie «Stadtparlament», «Gemeindeparlament», oder «Gemeinderat». Nach 50 Jahren Frauen Stimm- und Wahlrecht ist es jetzt höchste Zeit, auch in Baden neue und neutrale Bezeichnungen zu verwenden. Wir schlagen daher vor, die Bezeichnungen «Stadtammann» und «Einwohnerrat» durch «Stadtpräsident*in» und «Stadtparlament» zu ersetzen.
Für die Stadtverwaltung Baden gibt es «Richtlinien zur sprachlichen Gleichstellung» (2016). Dieses Dokument ist mit einer Länge von lediglich 2 Seiten jedoch recht kurz. Zum Vergleich, in der Stadt Zürich gibt es seit 1996 für die Stadtverwaltung ein verbindliches und umfassendes Sprachreglement. Auch die Stadt Bern hat einen ausführlichen Sprachleitfaden. Leider werden die wenigen Richtlinien in der Stadt Baden nicht immer umgesetzt. Beispielsweise ist in verschiedenen, aktuellen Verordnungen und Verträgen die Rede von «der Chef». Wir möchten deshalb den Stadtrat dazu auffordern die sprachliche Gleichstellung in der Stadtverwaltung zu verbessern.
Das Postulat wurde von:
- Grüne Baden durch Steven Van Petegem
- Team Baden durch Martina Niggli
- SP durch Selena Rhinisperger
- CVP durch Sarah Wiederkehr
- GLP durch Gian von Planta
- FDP durch Stefan Jaecklin
unterzeichnet.