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Die Spiroergometrie ist ein diagnostisches Verfahren, das Erkenntnisse über die Lunge, das Herz und den muskulären Stoffwechsel in Ruhe und in Anstrengung liefert. Dabei wird das Atemvolumen gemessen und die Luftmenge, die pro Atemzug oder pro Zeiteinheit transportiert wird, festgestellt.
Die Spiroergometrie gibt auch die Sauerstoffaufnahme und die Kohlendioxidabgabe in der ein- und ausgeatmeten Luft an.
Physiologische Grundlagen der Spiroergometrie
Physiologisch liegt der Spiroergometrie zugrunde, dass bei körperlicher Anstrengung Sauerstoff verbraucht wird. Dieser wird vom Körper zur Energiegewinnung benötigt und von der Lunge über das Blut in die Muskeln transportiert. Der Körper nutzt Sauerstoff, um Zucker zu seinen Endprodukten zu verarbeiten. Dabei entsteht als Abfallprodukt Kohlenstoffdioxid, das wiederum über das Blut zur Lunge transportiert und über den Atem ausgeschieden wird.
Bei mässger Belastung betreibt der Körper die Energiegewinnung aerob. Das heisst, dass die aufgenommene Sauerstoffmenge ausreicht, um den Zucker vollständig zu seinen Endprodukten zu verarbeiten. Bei steigender körperlicher Anstrengung steigt der Sauerstoffbedarf und es kommt schliesslich zu einem Sauerstoffmangel. Der Körper betreibt nun anaerobe Energiegewinnung, bei der Zucker nicht mehr vollständig abgebaut, sondern zu Laktat bzw. Milchsäure verarbeitet wird. Die Anreicherung von Laktat führt zur Übersäuerung des Körpers und zeigt die körperliche Belastungsgrenze an.
Anwendung der Spiroergometrie
Die Erkenntnisse der Spiroergometrie werden vor allem in der Sportmedizin, der Kardiologie und der Pulmologie genutzt. Patienten die unter Lungenkrankheiten, Herzinsuffizienz oder ungeklärter Luftnot bei körperlicher Belastung leiden oder sich risikoreichen Operationen unterziehen müssen, ermöglicht die Spiroergometrie wichtige Aufschlüsse über Therapieoptionen.
Sportmedizin
In der Sportmedizin findet die Spiroergometrie Anwendung als Teil der Leistungsdiagnostik, auf der ein persönlicher Trainingsplan für den Sportler basieren kann. Die Spiroergometrie liefert dazu wichtige Daten über die individuelle Ausdauerleistung, den Energieumsatz und die Leistungsbegrenzung des Sportlers.
Dafür wird die maximale Sauerstoffaufnahme ermittelt, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu bestimmen. Ausserdem ermöglicht die Spiroergometrie die Bestimmung der individuellen Belastungsgrenze durch die Ermittlung der anaeroben Schwelle, bei der der Körper beginnt, anaerobe Energiegewinnung zu betreiben und sich Laktat im Körper anreichert.
Medizinische Untersuchungen
Die Spiroergometrie wird dann veranlasst, wenn Informationen über die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems des Patienten benötigt werden, um einen optimalen Therapieplan zu erstellen. Das kann bei Krankheiten wie der Herzinsuffizienz oder Herzschwäche, bei koronarer Herzkrankheit, bei Belastungsasthma oder anderen Atemwegs- und Lungenerkrankungen der Fall sein. Aber auch präventiv wird die Spiroergometrie eingesetzt – beispielsweise bei Eignungstests für bestimmte Arbeitsfelder.
Die Spiroergometrie wird von einem Facharzt, Internisten oder einem Sportarzt durchgeführt.
Dabei muss sich der Proband körperlicher Arbeit unterziehen. In der Regel wird hierfür ein Laufband oder ein Ergometer genutzt. Diese Belastung wird, der individuellen Leistungsfähigkeit des Patienten angemessen, kontinuierlich gesteigert. Über eine Atemmaske werden Gasproben des Atems entnommen und analysiert. Ausserdem werden die Herzfrequenz sowie der Blutdruck des Patienten kontinuierlich überwacht.
Die Spiroergometrie dauert in der Regel etwa 10 Minuten, danach folgt eine kurze Nachbeobachtung. Die Ergebnisse der Untersuchung werden vom Arzt ausgewertet und grafisch dargestellt.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Spiroergometrie, wenn sie aufgrund eines Verdachts auf Herz- oder Lungenkrankheiten angeordnet wird. Sportler, die eine Spiroergometrie für einen verbesserten persönlichen Trainingsplan nutzen wollen, müssen die Kosten selbst tragen. Die Kosten für eine Untersuchung setzen sich wie folgt zusammen:
|Position||Bezeichnung||Anzahl||TP AL||TP TL||Total TP||CHF|
|15.0320||Vollständige Ergospirometrie||1||100,82||208,40||309,22||265,93|
|00.0010||Konsultation, erste 5 Min. (Grundkonsultation)||1||10,42||8,19||18,61|
16,00
|00.0020||Konsultation bei Personen über 6 Jahren und unter 75 Jahren, jede weiteren 5 Min. (Konsultationszuschlag)||1||10,42||8,19||18,61||16,00|
|00.0030||Konsultation, letzte 5 Min. (Konsultationszuschlag)||1||5,21||4,10||9,31||8,01|
|02.4701.00||Blutentnahme, Kapillarblut oder Venenpunktion (arterielle Blutentnahme)||2||6,60||13,20||13,20|
|02.1591.00||Oxymetrieblock: Oxyhämoglobin, Carboxyhämoglobin, Methämoglobin||2||42,00||84,00||84,00|
|02.1212.00||Blutgase: pH, pCO2, pO2, Bikarbonat inkl. abgeleitete Werte||2||26,00||52,00||52,00|
|10054817||Spirometrie Filter Kit 83||1||4,31||4,31||4,31|
|Total Spiroergometrie ohne nachfolgende Konsultation||459,46|
Risiken der Spiroergometrie
Die Risiken einer Spiroergometrie sind gering. Während der gesamten Untersuchung wird der Patient von einem Arzt begleitet und die körperlichen Reaktionen überwacht. Die körperliche Belastung führt in der Regel nur zu natürlichen Reaktionen wie einer erhöhten Atem- und Herzfrequenz und in seltenen Fällen zu einer unbedenklichen leichten Luftnot. Bei stärkeren Beschwerden wie Herzrhythmusstörungen, Brustschmerzen, Schwindel oder starker Atemnot, wird der Arzt die Untersuchung abbrechen.
Die Spiroergometrie wird nicht bei Patienten durchgeführt, die sich einer körperlichen Belastung nicht aussetzen dürfen. Dazu gehören zum Beispiel Patienten mit einem kurz zurückliegenden Herzinfarkt, einer Lungenentzündung, einer schweren Herzschwäche oder einer akuten Thrombose.