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Die Lage in Afghanistan hat sich für die Bevölkerung seit Anfang August dramatisch verschlechtert. Viele in der Schweiz lebende Afghaninnen und Afghanen fürchten um das Leben ihrer Angehörigen und kontaktieren das SRK für eine Beratung zu humanitären Visa. Hier finden Sie Antworten zu den wichtigsten Fragen.
Es muss eine unmittelbarere, konkrete und ernsthafte Gefährdung nachgewiesen werden. Dabei muss es sich auf Basis der Lage in Afghanistan um eine individuelle und konkretisierte, unmittelbar bevorstehende lebensbedrohliche Gefährdung handeln (die Zugehörigkeit zu einer möglicherweise gefährdeten Gruppe genügt nicht).
Die betroffenen Personen müssen einen engen und aktuellen Bezug zur Schweiz haben. Ein solcher kann gegeben sein, wenn:
nahe und regelmässig gepflegte und gelebte verwandtschaftliche Beziehungen zu in der Schweiz wohnhaften Angehörigen (Schweizer Bürger oder Personen mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung) bestehen (Tante, Onkel, Eltern, Grosseltern);
ein langer Voraufenthalt in der Schweiz mit einer engen Verbundenheit mit der Schweiz nachgewiesen ist;
eine exponierende Erwerbstätigkeit für eine staatliche Organisation der Schweiz bis unmittelbar vor Machtübernahme der Taliban nachgewiesen ist.
>> Handelt es sich um eine Tätigkeit für eine nichtstaatliche Schweizer Organisation muss diese Organisation vom Bund finanziell unterstützt worden sein. Als exponierende Erwerbstätigkeit kann beispielsweise die Tätigkeit als Anwältinnen/Anwälte oder eine aktive Förderung der Menschenrechte verstanden werden. Reine Hilfstätigkeiten wie beispielsweise eine Anstellung als Chauffeurinnen/Chauffeure, Köchinnnen/Köche, Gärtnerinnen/Gärtner oder als Reinigungskraft sind nicht ausreichend.
Schliesslich müssen die Personen Afghanistan verlassen um ein Gesuch bei der Schweizer Vertretung in Iran oder Pakistan zu stellen. Zurzeit sind keine weiteren Evakuierungsflüge geplant. Es ist nicht möglich, Personen, die nicht in der Lage sind, das Land zu verlassen, ein humanitäres Visum zu erteilen.
Wie unterstützt der Beratungsdienst Humanitäre Visa?
Vorbereitung für eine Gesuchs-Einreichung: Wir unterstützen akut individuell gefährdete Personen mit engem Bezug zur Schweiz bei der Vorbereitung der Unterlagen.
Hinweis: Um das Visum formell zu beantragen, müssen die Personen auf eine Schweizer Vertretung in Iran (Teheran) oder Pakistan (Islamabad).
In welchen Fällen kann der Beratungsdienst Humanitäre Visa unterstützen?
Wir unterstützen Personen, die oben genannte Kriterien erfüllen.
Für alle anderen Personen erteilt das SEM keine humanitären Visa. Der Beratungsdienst kann sie daher nicht unterstützen.
Wie erreiche ich den Beratungsdienst Humanitäre Visa am besten?
Wenn Sie die oben genannten Kriterien erfüllen, wenden Sie sich bitte per Mail <email-pii> mit folgenden Informationen an uns:
Infos zur aktuellen Situation
Infos und Gründe für die persönliche Bedrohung sowie Unterlagen, die dies begründen
Alle Personen, die die Kriterien gemäss SEM nicht erfüllen, erhalten im Moment eine Standard-Antwort. Aufgrund der vielen Anfragen, können wir nicht alle E-Mails persönlich beantworten.