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Ein klinisch geprüftes Internetprogramm mindert nicht nur Schlafstörungen nach wenigen, kurzen Sitzungen. Die Nutzer hatten danach auch weniger Ängste, Albträume und andere psychische Probleme.
Um besser zu schlafen, braucht es oft weder Medikamente noch einen Therapeuten. Sondern nur sechs kurze Sitzungen im Internet. Das zeigt eine Studie, bei der sich fast 1900 Teilnehmer via Computer oder Smartphone in ein Programm namens «Sleepio» einloggten.
Im Wochenrhythmus, auf Wunsch auch in grösseren Abständen, gibt dieses englischsprachige Programm auf den Benutzer zugeschnittene Tipps für besseren Schlaf. Der Benutzer führt ein Schlaftagebuch, anhand dessen Sleepio die Empfehlungen immer wieder anpasst. Für das Experiment wurde eine etwa gleich grosse Vergleichsgruppe – wie die Versuchsgruppe – regelmässig befragt, sie erhielt aber keinen Zugang zu Sleepio. (lesen Sie unten weiter...)
Obwohl im Verlauf der Studie rund die Hälfte der Teilnehmer absprangen, waren die Ergebnisse eindeutig. Im Durchschnitt besserte sich der Schlaf der Sleepio-Nutzer auf einer Skala von Null bis 32 um 4,8 Punkte – wobei auch diejenigen mitgezählt wurden, die vorzeitig abgebrochen hatten.
Die eigentliche Frage der Studie war, ob sich nebst dem Schlaf auch psychische Symptome wie Ängste, Albträume, Depression, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen bessern. Auch dies war der Fall.
Die Resultate legen nahe, dass es sinnvoll ist, unabhängig von der Behandlung psychischer Erkrankungen auch die Schlafprobleme anzugehen. Als Mittel der Wahl bei Schlafstörungen gilt die Verhaltenstherapie. Sie scheitert aber oft am Aufwand, an den Kosten oder am fehlenden Therapeuten.
Quelle: «Lancet Psychiatry»