Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03658.jsonl.gz/1854

Terms of Trade
Der Wohlstand in der Schweiz wächst schneller, als die Statistik glauben macht.
Tausche teure Exportgüter gegen billige Importgüter. 5 Säcke Kakao gegen 2 Luxusuhren, oder besser 5 Säcke Kakao gegen 1 Luxusuhr. Die Schweiz bietet genau diejenigen Produkte und Dienstleistungen an, welche auf dem Weltmarkt die höchsten Preise erzielen. Nirgendwo fällt deshalb die Wohlstandswirkung der Aussenhandelspreise so stark ins Gewicht wie in der Schweiz.
Die Terms of Trade, die man als Verhältnis zwischen den Preisindizes der Ausfuhren und der Einfuhren berechnen kann, haben sich von 1980 bis 2000 für die Schweiz um rund 35% verbessert.
Eine Verbesserung der Terms of Trade bedeutet im wesentlichen nichts anderes als dass ein Land für weniger mehr erhält. Dieses Phänomen ist somit mit dem technischen Fortschritt vergleichbar. Im Unterschied zum technischen Fortschritt wird eine Veränderung der Terms of Trade bei der Berechnung des realen Bruttoinlandprodukts als Preiseffekt und nicht als realer Effekt behandelt. Eine Verbesserung der Terms of Trade beeinflusst deshalb das reale Bruttoinlandprodukt negativ. Wäre der Wohlstandsgewinn, der durch die Verbesserung der Terms of Trade für die Schweiz zwischen 1980 und 2000 entstand ins Bruttoinlandprodukt eingerechnet worden, hätte dieses statt um 31% um 51% zugenommen. Ohne Veränderung der Aussenhandelspreise müssten unsere Einfuhren von gut 170 Mia Fr. um 60 Mia Fr. teurer sein.
Der Wohlstandsgewinn der Schweiz geht dabei zu einem Teil aber nicht ausschliesslich zu Lasten der Entwicklungsländer mit ihren billigen Rohstoffexporten. Auch im Bereich des Aussenhandels mit Industrieprodukten verbesserten sich die relativen Preise. Eine Statistik der OECD über die relativen Exportpreise für Industriegüter in 40 Ländern zeigt, dass Japan und die Schweiz seit 1980 die mit Abstand massivsten Preiserhöhungen durchsetzen konnten.