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Janet Napolitano, die frühere Ministerin für innere Sicherheit unter US-Präsident Obama und aktuelle Präsidentin der University of California, ist in die berüchtigte Mikrofon-Panne getappt: An einer Sitzung in San Francisco am Mittwoch sah sie sich mit aufgebrachten Studenten konfrontiert, die gegen eine geplante Erhöhung der Studiengebühren von 25 Prozent über fünf Jahre protestierten.
Zunächst äusserte Napolitano Verständnis: «Sie (die Studenten) wollen sicher sein, dass ihre Stimmen gehört werden und ich versichere ihnen, dass ihre Stimmen gehört werden.» Einige mochten sich damit nicht begnügen und zogen sich bis auf die Unterwäsche aus, wo sie die Worte «Student Debt» («Studentenschulden») aufgemalt hatten. Viele US-Studenten müssen noch Jahre nach ihrem Abschluss Schulden zurückzahlen, die sie zur Finanzierung ihres Studiums aufgenommen hatten.
Darauf verlor Napolitano die Geduld. Zu ihrem Kollegen Bruce Varner, dem Ratsvorsitzenden der University of California, sagte sie: «Komm, lass uns hier abbrechen. Wir müssen uns diesen Scheiss nicht anhören.» Vermutlich war ihr nicht bewusst, dass ihr Mikrofon noch eingeschaltet war.
Eine der protestierenden Studentinnen ist Kristian Kim. Als sie von Napolitanos abschätziger Bemerkung erfuhr, sagte sie gegenüber dem TV-Sender CBS: «Ich kenne ihre Herkunft nicht, aber ich nehme an, dass sie persönlich nie mit solchen Themen (Studentenschulden) konfrontiert war. Ich verstehe, warum Sie das nicht nachempfinden kann.» Napolitano gewann als Studentin ein staatliches Truman-Stipendium. Ihr Vater war Rektor einer medizinischen Fakultät. (kri)