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Eine Verkäuferin legt Schallplatten auf. Junge Frauen stehen an einer halbrunden Theke, und hören Musik aus weissen Kunststoffgebilden, die wie halbierte Telefonhörer aussehen. So sah es im Jahr 1970 in einer Ex-Libris-Filiale aus: Die Kundschaft gönnte sich einige Ohren voll Musik, bevor sie sich zum Kauf schwarzer Schallplatten entschloss.
Anfang der 70er-Jahre verkaufte die Migros-Tochter Ex Libris bereits seit knapp zwei Jahrzehnten Tonträger: 1952 bot sie erstmals LPs an. Die schwarzen Scheiben waren damals etwa halb so teuer wie im Fachhandel; ausserdem wurden auch günstige «dreitourige Plattenspielgeräte» verkauft.
Wie immer wenn die Migros Luxusprodukte für breite Kreise erschwinglich machte, stiess sie auf erbitterten Widerstand. Die Tonträger-Industrie versuchte das Schweizer Unternehmen mit Boykotten in die Knie zu zwingen. Die Ex Libris liess die LPs darauf im Inland herstellen und beauftragte einheimische Grafiker mit der Gestaltung der Albumhüllen. Erst 1965 lenkte die Industrie ein und gab ihre Boykotte auf.
Heute hat die Ex Libris Bücher, Musik, Filme, Games und Software sowie Unterhaltungselektronik samt Zubehör im Angebot. Ihr Medien-Online-Shop ist mit 6,5 Millionen Produkten der grösste der Schweiz. In dem riesigen Sortiment finden sich übrigens auch Vynilplatten, die inzwischen wieder eine eigene Fangemeinde haben.