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Erbsenblattrandkäfer
Sitone du pois (franz.); Pea Leaf Weevil (engl.)
wissenschaftlicher Name: Sitona lineatus L. und andere Sitona Arten
Taxonomie: Metazoa, Arthropoda, Insecta, Coleoptera, Curculionidae
Der Erbsenblattrandkäfer (Sitona lineatus) frisst an den Blatträndern von Leguminosen typische halbkreisförmige Einbuchtungen. Die Larven fressen an den Wurzelknöllchen.
Abb. 1. Erbsenblattrandkäfer (Sitona lineatus) (oben); typischer Frass am Blattrand (unten)
Symptome
Die Käfer verursachen einen typischen U-förmigen Frass am Blattrand (Abb. 1). Ein Blattfrass an Jungpflanzen kann zu Ertragsausfällen führen. Die Larven fressen an den Wurzelknöllchen. Bei starkem Auftreten kann auch der Larvenfrass Ernteverluste verursachen.
Schädling
Der Käfer ist grau bis braun, länglich und etwa 5 mm lang (Abb. 2). Der Halsschild hat drei deutlich sichtbare, helle Bänder. Auf den Flügeldecken sind helle und dunkle Längsstreifen erkennbar. Die Flügeldecken sind zudem mit feinen Borsten bedeckt. Die Fühler und die Beine sind gelb- bis rotbraun.
Die Larven sind milchig-weiss mit einem dunklen Kopf und haben keine Beine. Die Larven befinden sich fast ausschliesslich an den für Leguminosen typischen Wurzelknöllchen an welchen sie fressen.
Lebenszyklus
Die Erbsenblattrandkäfer bilden eine Generation pro Jahr. Sie überwintern als erwachsene Käfer im Boden, in Wiesen oder in Wintererbsenkulturen. Im Frühling ernähren sie sich zunächst von Futterleguminosen, später fliegen sie zu den Ackerbohnen und Sommererbsenkulturen. Hier verursachen sie den typischen U-förmigen Blattrandfrass. Die Eiablage findet ab Mai statt. Die Weibchen legen bis zu 1´000 Eier auf Leguminosenblätter oder auf den Boden. Die Eier werden mit dem Regen in den Boden gewaschen. Die frisch geschlüpften Larven kriechen zu den Wurzelknöllchen und ernähren sich von ihnen. Bei ungünstiger Witterung (Trockenheit) gehen viele Eier oder Larven zu Grunde. Nach der Verpuppung schlüpfen ab Mitte Juni bis August die Käfer. Diese fressen an Kleearten und Wicken bevor sie in die Überwinterungsquartiere laufen oder fliegen.
Wirtsspektrum
Der Erbsenblattrandkäfer kann sich auf vielen Leguminosenarten entwickeln: Unter anderem auf Erbsen, Ackerbohnen, Wicken, Luzerne und Kleearten.
Bekämpfung
- Neuansaaten sind möglichst entfernt von Kleegrasbeständen anzulegen.
- Alle Massnahmen, welche die Keimung des Saatguts und das Wachstum der Jungpflanzen fördern, können die Auswirkungen von Blattfrass vermindern.
- Förderung von natürlichen Feinden
Literatur
Biddle AJ, Cattlin ND, 2012. Pests, Diseases, and Disorders of Peas and Beans. A Colour Handbook. Manson Publishing Ltd.
Häni FJ, Popow G, Reinhard H, Schwarz A, Voegeli U, 2008. Pflanzenschutz im nachhaltigen Ackerbau. Edition LMZ, 7. Auflage. 466 S.
Hoffmann GM, Schmutterer H, 1999. Parasitäre Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart (2. Auflage): 675 S.
Kühne S, Burth U, Marx P, 2006. Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Eugen Ulmer KG Verlag, 288 S.