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1999 startete die Schweiz den ersten von mehreren Schritten der sogenannten Bahnreform. Abgestimmt auf die Entwicklung in Europa wurde das schweizerische Bahnsystem effizienter ausgestaltet.
In den 1990er Jahren war das Bahnsystem in der Schweiz und vielen anderen Ländern veraltet. Eine Modernisierung wurde zunehmend dringender. Mit den Bahnreformen wurde europaweit eine Entwicklung zur mehr Effizienzsteigerung und Kundenorientierung eingeleitet, um die Bahn gegenüber anderen Verkehrsarten konkurrenzfähiger zu machen.
Die Bahnreform führte seither zu Anpassungen insbesondere in folgenden vier Bereichen:
- Diskriminierungsfreiheit: Durch die Entflechtung von Infrastruktur und Verkehrsbereich wurde der diskriminierungsfreie Zugang auf Schienennetze anderer Bahnen ermöglicht. Während die EU auf eine vollständige Trennung von Infrastruktur und Verkehr setzte, wählte die Schweiz eine pragmatische Umsetzung mit Trassenvergabestelle, Systemführerschaften und Mitwirkungsrechten der Transportunternehmen.
- Wettbewerbselemente: Der Schienengüterverkehr wurde früh und konsequent liberalisiert. Zudem finden im bestellten regionalen Busverkehr einzelne Ausschreibungen statt.
- Reform der Staatsbahnen: 1999 wurde die SBB entschuldet und in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Bundesrat gibt als Eigner die strategischen Ziele vor und nimmt bewusst wenig Einfluss auf operative Tätigkeiten.
- Rolle des Staates: Die Aufgaben des Staates und der Staatsebenen wurden neu geordnet. Zu erwähnen ist der Rollenwechsel des Staates vom Defizitdecker zum Besteller sowie die geklärte und gestärkte Rolle von Bund und Kantonen bei der Konzeption des Netzausbaus.
Mit den Reformen konnte die Attraktivität des schweizerischen Bahnsystems und letztlich des gesamten öffentlichen Verkehrs massiv erhöht werden. Die Schweiz hat heute ein System, um welches sie im Ausland oftmals benieden wird. Die Entwicklung geht weiter und es stehen weitere Schritte der Bahnreform an.