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Acryl auf Papier, Arbeiten wurden vom Künstler in Thun und Bizac gemahlt
25 x 23 cm und kleiner
Burkhard Hilty, von seinen Freunden kurz „Burk“ genannt, war die Kunst und erst recht der künstlerische Erfolg nicht in die Wiege gelegt. Umso mehr darf man bei seinem künstlerischen Werdegang von einer schicksalhaften Fügung, ja einer eigentlichen Berufung sprechen. Am 11. Januar 1929 im toggenburgischen Nesselau geboren, entschied sich Hilty vorerst für eine solide Ausbildung zum Sekundarlehrer. Nichts ahnend begab er sich dafür zum obligaten Sprachaufenthalt nach Paris, wo er sich an der Académie Julian für Malkurse einschrieb. Dort war es, wo er sich zum ersten Mal mit Kunst auseinandersetzte, und sich ihm allmählich eine neuen Welt eröffnete. Eine Welt der Rückzugsmöglichkeiten, der gestalterischen Verinnerlichung und des Experimentieren. Zwar übte Hilty den Lehrerberuf bis 1971 gewissenhaft aus, doch zog es ihn auch immer wieder für längere Zeit ins Ausland, wo er sich, wie anlässlich seines zehnjährigen Lehrauftrags an der Schweizer Schule in Barcelona von 1953 bis 1963 oder der späteren einjährigen Lehrertätigkeit an der Xi`an Jiaotong University in China von den dortigen Kulturen und dem jeweiligen Kunsthandwerk inspirieren liess. Spätestens aber mit dem Umzug seiner Familie nach Wichtrach (BE) 1971 übernahm der Künstler in ihm das Kommando und eine lange und intensive Auseinandersetzung mit seiner künstlerischen Intention, die er immer wieder strengen Gestaltungsprinzipien unterwarf, nahm ihren Lauf.
Erste öffentlich Anerkennung fand „Burk“ denn anfangs der 80er Jahre, als er unter anderem den Auftrag erhielt, für das Schulgebäude Stadelfeld in Wichtrach eine Skulptur zu entwerfen. 1990 tätigte das Kunstmuseum Thun einen ersten Ankauf, dem später weitere folgten. Mehr und mehr zur massgebenden Figur in der regionalen Kunstszene reifend, würdigte das Kunstmuseum Thun 2007 die Arbeiten des damals Siebzigjährigen mit einer ersten Retrospektive und nur ein Jahr später durfte er am 11. November 2008 den grossen Kulturpreis der Stadt Thun für ausserordentliche kulturelle Leistungen von überregionaler Bedeutung entgegennehmen.
Als akribischer Arbeiter fuhr er noch bis kurz vor seinem Tod täglich um sechs Uhr mit dem Zug von Wichtrach in sein Atelier nach Thun. Stilistisch vollzog sich in seinem Werk ein Wandel, der ihn in mehreren Formaten und Materialen arbeiten liess. Von der anfänglich von persönlichen Themen und Erlebnissen geprägten gegenständlichen Malerei gelangte er ab Mitte der 70er Jahre zu den Wortbildern, in denen er Texte und einzelne Worte zu Bildelementen gestaltete. Parallel dazu führte er erste Skulpturengruppen aus. Entstanden anfangs nur wenige plastische Arbeiten, machten sie in den 80er bis Anfang der 90er Jahre den Hauptteil seines Werkes aus. Hilty bearbeitete nacheinander das Thema der Säule, kam so zur Leiter und zur Treppe und schliesslich ab 1987 zum Thema „Behausung“. Ab 1999 begann er, seine Objekte weiss zu bemalen.
Ab 1995 widmete sich Hilty dann wieder hauptsächlich der Malerei. Das erste Formthema dieser „neuen“ Bilder waren die sogenannten „Balkenbilder“: Hier treffen „harte“, geometrisch klare Formen, oft schwarz, auf einen freien, teils wolkig aufgetragenen Farbgrund. Später ersetzte Hilty die schwarzen Balken durch eine feine Linienkontur, die auf einem unifarbenen Grund fast verschwindet. Die Idee der feinen Linie in monochromem Grund vollendete Hilty 1997 in einer Serie von mit Schablonen gefertigten Kompositionen. Doch erst die sogenannten „Rissbilder“, die ab 2006 entstanden, kamen einem Streben nach der Synthese von Ordnung und Chaos näher. Dabei klebte er Papierstreifen auf einen bemalten Grund, um sie umgehend abzureissen und die daraus entstandene Musterung detailgetreu auf grösserem Format abzumalen.
Am 28. Juni 2015 starb Burkhard Hilty im Alter von 86 Jahren.
Artikel: ensuite Zeitschrift zu Kultur und Kunst Januar 2016
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