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Weiterhin windig und kühl
Die Bise war heute wiederum das markanteste Wetterelement des Tages und sorgte dafür, dass sich das Wetter trotz vielerorts viel Sonnenschein nicht so behaglich anfühlte. Dass eine solch starke Bise nicht alltäglich ist, zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit. Denn die während der vergangenen Nacht gemessene Böenspitze von 141.8 km/h bedeutet auf dem La Dôle sogar einen neuen Höchstwert für den Monat Mai.
Zwischen Hoch und Tief
Auf den ersten Blick gab es in der Grosswetterlage gegenüber gestern nur geringfügige Änderungen. Die Schweiz lag nach wie vor zwischen einem umfangreichen und kräftigen Hochdruckgebiet mit Zentrum über der Nordsee und einer Tiefdruckzone über dem Mittelmeer. Dementsprechend bestanden erneut grosse Druckunterschiede zwischen der Ost- und der Westschweiz sowie zwischen der Alpennord- und der Alpensüdseite. Diese Druckunterschiede waren auch, wie im gestrigen Blog erklärt, weiterhin dafür verantwortlich, dass im Mittelland eine kräftige Bise und im Tessin der Nordwind wehte. Insgesamt waren die Druckunterschiede jedoch etwas geringer als gestern.
Während der vergangenen Nacht verlagerte sich das Höhentief mit Zentrum über dem Ionischen Meer geringfügig südwärts, wodurch aus Nordosten trockenere Luft zur Schweiz gelangte. Die gestern auf der Alpennordseite noch ausgedehnten Wolkenfeldern lösten sich dadurch in der Nacht weitgehend auf und der Tag startete an den meisten Orten sogar fast wolkenlos. Inneralpin gab es am Morgen stellenweise noch dichte Bewölkung, die sich jedoch rasch in Quellwolken umwandelte.
Annäherung Kaltlufttropfen
In den östlichen Landesteilen dauerte es allerdings nicht lange und es machten sich bereits wieder die ersten Wolkenfelder bemerkbar. Dafür verantwortlich war ein Kaltlufttropfen, welcher sich von einem Höhentrog über Osteuropa abspaltete und mit einer nord- bis nordöstlichen Höhenströmung erneut feuchtere Luft zur Schweiz führte.
Im Laufe des Nachmittags wurde die Bewölkung besonders am Nordrand der Schweiz und gegen Osten hin sowie staubedingt den zentralen und östlichen Alpen entlang zunehmend dichter. Die Anfeuchtung fand jedoch vorerst nur in den höheren Luftschichten statt. In den unteren Schichten war die Luft sowohl im Norden durch die Bise als auch im Süden durch den Nordwind recht trocken.
Bis am Abend lag der Kaltlufttropfen über Österreich. Auf dem Niederschlagsradar waren über den östlichen Landesteilen die ersten schwachen Niederschlagsechos erkennbar.
Erneut kühl für die Jahreszeit
Die für die Jahreszeit nach wie vor kühle Luftmasse und die kräftige Bise sorgten dafür, dass die Temperatur auch heute keine grossen Sprünge machte. Nördlich der Alpen lagen die Höchstwerte trotz einiger Sonnenstunden bei 13 bis 16 Grad. Im Wallis wurden in Sion knapp 21 Grad erreicht. Ähnlich mild war es mit Nordwind im Tessin. Dort erreichten die Höchsttemperaturen ebenfalls Werte um 21 Grad.
La Dôle und Säntis
Auf La Dôle sorgte der Bisensturm in der zweiten Nachthälfte für eine Böenspitze von 141.8 km/h. Seit Messbeginn im Jahr 1981 wurde im Monat Mai auf La Dôle noch nie eine stärkere Böe registriert. Seit Sonntag weht nun auf La Dôle eine Bise mit einer mittleren Windgeschwindigkeit zwischen rund 70 bis 100 km/h und Böen bis 140 km/h. Die stürmische Bisenlage dauert noch bis morgen Abend an.
Zuletzt noch News vom Säntis. Seit vorgestern liegt dort so viel Schnee wie noch nie zuvor zu dieser Jahreszeit. Aktuell liegen dort mit 690 cm knapp sieben Meter Schnee. Die Messreihe reicht bis ins Jahr 1931 zurück. Das Jahr 2019 schnappte sich den Rekord vor allem aufgrund des schneereichen ersten Maidrittels und der kalten Witterung während der vergangenen Tage. Die kalten Tage konservierten den Schnee, während in anderen Jahren die kräftige Maisonne üblicherweise für eine starke Schneeschmelze und entsprechend für einen schnellen Rückgang der Schneehöhe besorgt ist.