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Die Schweiz steht auf Rang 10 im entwicklungs-politischen Ranking der reichen Nationen, welches die amerikanische Denkfabrik Center for Global Development veröffentlicht.
Seit 2003 gibt es dieses Klassement über die Entwicklungsbemühungen der 21 reichsten Staaten der Welt gegenüber den armen Ländern.
Das Center für Global Development (CGD) veröffentlicht diese Rangliste in Zusammenarbeit mit der Redaktion von Foreign Policy, einem der einflussreichsten Aussenpolitik-Magazine der USA.
In diesem Jahr befinden sich die Länder aus Nordeuropa an der Spitze des Klassements.
An erster Stelle stehen die Niederlande, dicht gefolgt von Dänemark, Schweden und Norwegen. Am Ende der Tabelle steht Japan. Frankreich, Italien und Griechenland sind auf den Plätzen 18, 19 und 20. Das reichste Land der Welt, die USA, liegt nur auf Platz 13.
Die Schweiz klassierte sich im Mittelfeld auf Rang 10. Vor ihr liegt Kanada, hinter ihr Grossbritannien.
Sieben Kriterien
Um die Rangfolge der 21 reichsten Länder zu ermitteln, wendet das CGD sieben Messkriterien an. Neben den gängigen Kriterien wie "Höhe der öffentlichen Hilfe" und "private Investitionen in Entwicklungsländern", gibt es auch weniger traditionelle.
Berücksichtigt werden besonders die Öffnung der jeweiligen Märkte für die Produkte der Entwicklungsländer oder der Grad der Luftverschmutzung.
Das CGD beurteilt auch, wie die reichen Länder mit der Immigration aus dem Süden umgehen, ob und wie sie einbürgern. Es misst auch die Tätigkeit der reichsten Länder punkto Sicherheitspolitik, die Teilnahme an Friedenstruppen der UNO oder die Waffenverkäufe.
Die Schweiz kommt in diesem Jahr auf etwa dieselbe Bewertung wie seit Beginn im Jahr 2003.
Einbürgerung, Entwicklungshilfe und Waffen
David Roodman, der Hauptautor des CGD-Index, sagte gegenüber swissinfo, dass er mit Genugtuung feststelle, dass die Schweiz viele Immigranten aus Dritt-Welt-Staaten aufnehme. Damit könnten diese ihre Familien zu Hause unterstützen, weil sie einen Teil ihres Einkommens dorthin schicken könnten.
"Die Entwicklungshilfe der Schweiz ist höher als der Durchschnitt der reichen Länder. Ausserdem stösst die Schweiz weniger Treibhausgase in die Atmosphäre aus, welche für die globale Erwärmung verantwortlich sind", sagt Roodman.
Er beklagt andererseits, dass die Schweiz viele Waffen an nicht demokratische Länder liefere, insbesondere an Saudi-Arabien oder Oman. Dieser Aspekt drückt die Schweiz im Ranking nach hinten.
Die Schweiz und die UNO
"Die Schweiz ist eines der Länder, das wenig zu den Aktivitäten der UNO-Friedenstruppen beiträgt. Die Tatsache, dass sie erst seit 2002 der Organisation angehört, ist keine ausreichende Erklärung für ihr Abseitsstehen", sagte David Roodman weiter.
Die Schweiz als UNO-Mitglied werde natürlich auch punkto Umweltverhalten bewertet. Da gelte es zu bemängeln, dass das Land – selbst als Nichtmeeranrainer – das UNO-Abkommen über die Beschränkung des Internationalen Fischfangs noch nicht ratifiziert habe.
Gemäss Roodman könnte die Schweiz im Ranking der 21 Nationen weiter vorne stehen, wenn sie die Zollbeschränkungen für die Güter aus Entwicklungsländern abbauen würde.
Viel Geld für die Landwirtschaft
"Die Schutzzölle, welche die Schweiz erhebt, um ihre Landwirtschaft zu unterstützen, sind ein grosses Problem", sagt Roodman. Denn die Schweizer Regierung subventioniere jede Kuh im eigenen Land mit 1000 Dollar im Jahr und gebe demgegenüber jedem der 2,7 Mrd. hungernden Menschen, die mit weniger als 2 Dollar pro Tag auskommen müssten, nur 60 Cents.
Der Hauptautor des "Commitment to Development Index" ruft die Schweiz auf, eine aktive Rolle bei den Verhandlungen der Welthandels-Organisation WTO einzunehmen und darauf hinzuarbeiten, dass die Zölle weltweit abgebaut werden.
swissinfo, Marie-Christine Bonzom, Washington
(Übertragung aus dem Französischen: Urs Maurer)
Fakten
Seit 2003 veröffentlicht das Center for Global Development (CGD) einen Index, der die Entwicklungspolitik der reichsten Länder bewertet.
Das Klassement wird auf der Internetseite des CGD und auf derjenigen von Foreign Policy veröffentlicht.
Die Schweiz liegt unter den 21 bewerteten Ländern im aktuellen Ranking auf Platz 10.