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Entwicklungen von der Urzeit bis Heute
Das älteste, heute bekannte Zeitmessinstrument ist das Gnomon, die einfachste Ausführung der Sonnenuhr, die bereits ca. 2400 v.Ch. in China verwendet wurde. Aus der Zeit um 1500 v.Ch. sind Wasseruhren bekannt, ein ähnliches Funktionsprinzip weisen die Sanduhr, Feueruhr und Öluhr auf, welche ab 1000 v.Ch. den Tag einteilen und den Lebensrhytmus bestimmen.
Die ersten mechanischen Uhren (Räderuhren) wurden erst im 12. Jh. n.Ch. gebaut, ausgestattet mit Schwingbalken (Foliot) verkündeten sie die Zeit an Türmen, Kirchen und Rathäusern. Raumuhren für Häuser datieren aus dem 15. Jh., die Erfindung der Zugfeder als Antrieb ermöglichte im 15. Jh. erste tragbare Tischuhren. Bis ins 16. Jh. wiesen Uhren stets nur einen Stundenzeiger auf, die tägliche Gangabweichung lag bei 1 Stunde oder mehr ! Pendeluhren wurden ab Mitte 17 Jh. gebaut, durch neue Hemmungskonstruktionen konnten diese im Laufe der vergangenen Jahrhunderte laufend verbessert werden, zusammen mit der immer präziseren Bauweise, wird bei heutigen Pendeluhren eine Gangabweichung von wenigen Sekunden pro Tag erreicht.
Taschenuhren sind dank Einführung der Spiralfeder als Regulierorgan ab 16 Jh. bekannt, im 19. Jh. wurden die Uhren kleiner, flacher und reicher in der Ausführung und durch die Erfindung von neuen Hemmungen wird die Ganggenauigkeit immer besser, war bei der Spindelhemmung 30min/Tg üblich, bei der Zylinderhemmung noch 10min/Tg , so bringt die heute verwendete einfache Ankerhemmung Ergebnisse von 10 Sek./Tg, wobei neben diesen drei gebräuchlichsten Hemmungen über 200 weitere bekannt sind.
Die Armbanduhr kennen wir seit Ende 19 Jh., verbreitete sich aber erst Anfang des 20. Jh. 1923 wurde die erste Armbanduhr mit automatischem Aufzug von Harwood gebaut. 1931 folgte die erste stossgesicherte Uhr, 1934 die erste wasserdichte Uhr.
Die Grundlage der uns heute geläufigen „Quarz-Armbanduhr“ geht ins Jahr 1880 zurück, P. & J. Curie entdeckten die Eigenschaften des Quarzkristalls, die erste Quarzuhr in Schrankgrösse wurde bereits 1938 gebaut. Als Armbanduhr mit Batterieantrieb folgte die Entwicklung bedingt durch die Miniaturisierung etwas später, 1952/54 folgte zuerst die „Dynotron“ mit elektromagnetischer Unruh, danach 1953/60 die „Stimmgabeluhr“ mit Biegeschwinger. Die Digitalanzeige ohne mechanische Bauteile erscheint 1970, jedoch noch mit Leuchtdioden (LED), die uns heute bekannte Technik mit Flüssigkristallanzeige werden bereits 1971 angeboten. Bei der analogen Zeitanzeige führen weitere Entwicklungen 1972 zur gedruckten und integrierten Schaltung mit einem Quarz als Gangregler und einem Schrittmotor gespiesen durch eine Batterie zur Quarz-Armbanduhr wie sie bis heute Anwendung findet. Diese verdrängt ab 1980, bedingt durch ihre hohe Ganggenauigkeit und ihren Preis die mechanische Uhr im Bereich der Alltagsuhr immer mehr, verschwinden wird die mechanische Uhr jedoch mit Sicherheit nicht, da ihre Technik eine Faszination bleibt.
Die Uhr - Geschichte war und ist noch heute nicht abgeschlossen, Antrieb all dieser Entwicklungen und Erfindungen waren und sind auch heute noch stets für alle Beteiligten das Bedürfnis, unsere Zeit noch genauer einteilen und messen zu können :
Vom gemächlichen Tages/Nachtrhythmus zur Stundeneinteilung, über die Minute, zur hektischen Sekunde, und mit dem Bau der Atomuhr 1947 bekam die Zeit eine neue nicht mehr sichtbare Bedeutung ...
Werte im Wandel der Zeit
Es ist heute kaum mehr bekannt, dass sich früher nur wohlhabende Menschen eine Uhr leisten konnten. Je nach Wohlstand befand sich in jedem Raum eine Kaminuhr oder eine prunkvolle Pendule, alles Einzelanfertigungen. Meist wurde der Uhrmacher beauftragt, die Uhren im Haus wöchentlich aufzuziehen und zu betreuen, wobei er in Abständen von ca. 5 Jahren den Unterhaltsdienst (Revision) machte und somit für die Lebtage mit Arbeit ausgefüllt war.
Um 1850 begann man Uhren verbilligt und in grösseren Serien herzustellen. Somit konnte sich auch "der einfache Bürger" einen Zeitmesser leisten, der aber immer noch einige Monatseinkommen kostete und auf Lebtage angeschafft wurde. In der Regel durfte nur das Familienoberhaupt diese Uhr betreuen und als Kostbarkeit behandeln, niemand anderer durfte sie aufziehen oder berühren.
In den letzten Jahrzehnten wurde die Uhr immer mehr zu einem normalen Gebrauchsgegenstand, teilweise durch Billigst - Uhren aus dem Fernost zu einem Wegwerfartikel. Gleichzeitig wurde von vielen Menschen das tickende, lebhafte Geräusch einer mechanischen Uhr wieder vorgezogen.
Von diesem Wandel des Zeitmessers verschont geblieben sind antike Uhren, die sich heute wachsender Beliebtheit erfreuen und mechanische Gebrauchsuhren, die über Generation(en) vererbt wurden und für den Besitzer einen grossen ideelen Wert darstellen.
Damit diese Kunstwerke auch künftigen Generationen erhalten bleiben, bedürfen Uhren eines regelmässigen Unterhaltsdienstes.
Dies setzt handwerkliches Können voraus und ist Arbeit eines Spezialisten, des Uhrmachers Ihres Vertrauens.