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entweder nur mit kräftigen ätherischen Oelen, wie Pfefferminz-, Nelkenöl u. a. m. parfümirt, oder man setzt ihnen noch medizinisch wirkende, meist antiseptische Stoffe zu, wie Thymol, Salicylsäure und Borsäure. Zahntinkturen sind parfümirte, alkoholische Auszüge, theils von Harzen, theils von adstringirenden Drogen, wie Katechu, Kino, Ratanhawurzel u. a. m. Die Zahntinkturen sollen theils erfrischend, namentlich aber auf das Zahnfleisch kräftigend wirken.
Zahnseifen und Zahnpasten sind Zahnreinigungsmittel zum Putzen der Zähne, welche durch Seifen oder andere klebende Mittel, wie Honig oder Zuckersirup, in feste Pastaform gebracht sind. Als Grundlage kann dabei jedes gute kräftig parfümirte Zahnpulver dienen.
Zahnkitte und Zahnplomben. Unter ersteren verstehen wir Stoffe, die zum Ausfüllen hohler Zähne vom Publikum selbst benutzt werden. Es dienen hierzu entweder Mischungen aus Wachs und Harzen, gereinigte Guttapercha oder sehr konzentrirte Mastixlösungen, die mit Watte in den betreffenden kranken Zahn gesteckt wird. Zahnplomben, wie sie von den Zahnärzten benutzt werden, sind entweder Amalgame von Gold, Silber oder Kupfer oder sog. Cementplomben, hergestellt durch Vermischung ganz konzentrirter Chlorzinklösung mit Zinkoxyd, dem meist etwas feines Glaspulver zugesetzt ist; sie erhärten sehr rasch und werden ausserordentlich hart.
Parfümerien und Räuchermittel. Bei der Darstellung der Parfümerien muss als erste Regel gelten, dass nur die feinsten Qualitäten sowohl der ätherischen Oele, wie des Spiritus resp. der Fette zur Verwendung kommen. Bei den spirituosen Parfümerien ist ferner für die volle Entwickelung des Geruchs eine gewisse Zeit des Lagerns nothwendig; auch setzt man den Alkoholgehalt nach Fertigstellung der Mischung auf etwa 80% herab. Der Geruch wird hierdurch weit feiner und milder.
Sehr vorsichtig ist mit dem Zusätze von Moschus, Ambra oder Zibeth zu verfahren, wenn diese Gerüche nicht vorherrschen, sondern nur als Verstärkungsmittel des allgemeinen Parfüms dienen sollen. Zu beachten ist ferner, dass man niemals Gerüche zusammenbringt, die sich nicht mit einander vertragen oder überhaupt nicht zu einander passen. Das fertige Parfüm muss stets, wenn nicht ein bestimmter Geruch vorherrschen soll, z. B. Rose, Patchouly, Moschus in seiner Gesammtheit einen einheitlichen Charakter tragen, d. h. in seiner Mischung darf kein besonderer Geruch vorherrschen. Ganz empfehlenswerth ist es, die fertige Mischung vor der Filtration oder vor dem Absetzenlassen mit ein wenig gebrannter Magnesia durchzuschütteln; hierdurch wird etwa schon eingetretene Verharzung der ätherischen Oele beseitigt und der Geruch verfeinert.
Bei der Darstellung von Eau de Cologne und sonstigen Parfüms gilt vor Allem das oben Gesagte. Eau de Cologne ist eines der erfrischendsten Parfüms, dessen Grundcharakter durch Orangenblüthenöl und die sog. Schalenöle bedingt ist; kleine Zusätze von kräftigen Kräuterölen, wie ¶
Lavendel-, Thymian- und Pfefferminzöl, erhöhen die erfrischende Wirkung; dagegen sollte bei diesem Parfüm jeder Zusatz von Moschus oder Zibeth vermieden werden. Die mit dem Namen Bouquets bezeichneten Parfümerien sind ursprünglich nur Mischungen französischer Extraits (s. d.). Heute, nach Entdeckung einer ganzen Reihe künstlicher Riechstoffe, wie Vanillin, Cumarin, Heliotropin, Terpineol u. a. m. lassen sich die Extraits vielfach künstlich nachbilden.
Extraits. Zieht man Pomaden, Huile antique oder die bei der Extraktionsmethode bleibenden Rückstände mit nicht zu starkem Sprit aus, so nimmt dieser den grössten Theil des Riechstoffes auf und heisst nun Extrait. Es sei hier gleich bemerkt, dass lange nicht alle Blumen- Extraits, wie sie aus Frankreich zu uns kommen, den Blüthen entstammen, nach welchen sie benannt werden. Weitaus die meisten von ihnen sind künstliche Nachbildungen aus verschiedenen Blüthen-Extraits mit Zuhilfenahme von ätherischen Oelen und anderen Riechstoffen.
Wirklich einfache, nur aus den betreffenden Blüthen hergestellte Extraits sind wohl nur Extrait de Jasmin, aus den Blüthen von Jasminum odoratissimum, Extrait de Cassie, von Acacia Farnesiana, Extrait de Tuberose, von Polianthes Tuberosa, und Extrait de Violette, von Viola odoratissima. Aber selbst bei diesem letzten Extrait wird schon künstlich nachgeholfen, denn eine gute Nase kann den Zusatz von Moschus leicht herausfinden. Auch Extrait de Rose und Extrait des fleures d'Orange sind wohl nur selten ganz reine Blüthenprodukte. Die übrigen, wie Extrait de Lilas (Flieder, Hollunder, Syringe), Extrait de Giroflé (Levkoyen), Extrait d'Heliotrope, de Reseda, de Lys (Lilien) und viele andere mehr sind Kunstprodukte, die wir gerade so gut nachbilden können als die Franzosen.
Schliesslich fügen wir noch hinzu, dass die Franzosen mit dem Ausdruck «Extrait» nur die spirituosen Auszüge der durch Enfleurage oder Extraktion bereiteten Blüthenpomaden verstehen, während die ätherischen Oele mit Essence bezeichnet werden. So ist also unter Extrait de rose der spirituöse Auszug von Rosenpomade, unter Essence de rose das ätherische Oel zu verstehen.
Räucheressenzen sind spirituöse Auflösungen von Harzen, ätherischen Oelen und anderen aromatischen Stoffen in Weingeist. Räucheressig dagegen ist entweder ein Auszug aromatischer Kräuter und sonstiger Stoffe mittelst Essig, oder eine spirituöse, aromatische Lösung, die mit Essigsäure versetzt ist.
Räucherpapier. Unter diesem Namen versteht man Papier, welches mit starker Räucheressenz, in der reichliche Mengen wohlriechender Harze aufgelöst sind, getränkt oder überzogen ist. Räucherpulver besteht aus feinen zerkleinerten Spezies farbiger Blüthen und Veilchenwurzeln mit ätherischen Oelen und Räucheressenz parfümirt. Unter Riechsalzen verstehen wir Mischungen, die freies Ammoniak entwickeln oder Ammoniumcarbonat enthalten. Sie dienen zum Aufriechen als Erfrischungs- und ¶