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Bei der Erforschung von Auswirkungen des Klimawandels auf Vögel gibt die überproportional starke Erwärmung der Polregionen Anlass zu spezieller Sorge. Der immer früher einsetzende arktische Frühling könnte den örtlichen Brutvögeln übel mitspielen, sollten diese Langstreckenzieher nicht in der Lage sein, sich den neuen Bedingungen im Brutgebiet anzupassen. Mit Hilfe statistischer Modelle haben ein niederländisches Team und eine Biologin der Schweizerischen Vogelwarte versucht, die Auswirkungen des beschleunigten arktischen Frühlings auf die Fortpflanzung von Weisswangengänsen vorauszusagen. Können es diese Zugvögel schaffen, früher im Brutgebiet einzutreffen? Reichen dann die mitgebrachten Fettreserven aus? Die Vögel müssen ja zu Beginn der Brutperiode von diesen zehren, bis die Vegetation genug Nahrung bietet. Das Szenario, bei dem die Weisswangengänse nicht früh genug in der Arktis ankommen, führt gemäss Modell zu deutlichen Verlusten beim Bruterfolg. Ein Teil dieser Wirkung könnte allerdings durch den längeren Sommer kompensiert werden. Sind die Weisswangengänse aber in der Lage, den früheren arktischen Frühling von ihren Winterquartieren aus zu erahnen und ihr Zugverhalten anzupassen, könnten sie bis zu 44 Tage früher im Brutgebiet eintreffen, ohne dass dies Auswirkungen auf die körperliche Verfassung oder den Legebeginn hat. Als soziale Vögel zeigen Gänse normalerweise eine hohe Flexibilität beim Zugverhalten. Das spricht dafür, dass sie sich recht gut auf zukünftige Klimaveränderungen entlang ihrer Zugwege einstellen können sollten.
Quelle: www.vogelwarte.ch