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Die Brennerei Edradour ist eine der meistbesuchten Brennereien Schottlands.Dies nicht zuletzt, da sie sich Nahe des Touristen-Örtchens Pitlochry befindet. Sie ist aber auch ziemlich klein und überschaubar und gemütlich. Hier kann man noch alles erleben.
Spezielles:
Kleinste Destillerie Schottlands mit den kleinsten Brennblasen
Es entsteht derzeit Edradour II, eine möglichst originalgetreue Kopie, um die Produktion zu erhöhen
Die Brennerei Edradour, die auch unter dem Namen „Glenforres“ firmierte, wurde 1825 auf dem heutigen Standort angelegt. Jedoch wurde die heutige Destillerie Edradour erst 1837 gegründet. Gut 100 Jahre wechselten sich einige erfolgreiche Inhaber ab, bevor 1933 die Brennerei Edradour von Willam Whiteley & Co., einer Tochterunternehmung der amerikanischen Gruppe J.G. Turney & Sons übernommen wurde. Leider ereilte diese Schicksal viele Destillerien in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und der Prohibition. Es wird jedoch gemunkelt, dass trotzdem während dieser Zeit reger Handel mit den Amerikanern betrieben wurde.
1982 übernahm der berühmte Spirituosenkonzern Pernod Ricard das Zepter. 4 Jahre später erschien offiziell der 10 Jährige Single Malt, der leider mangels Vermarktungstrategie ausschliesslich in der Destillerie angeboten wurde.
Doch Mitte 2002 kam die Wende: die Destillerie ging wieder in Schottischen Besitz über. Andrew Symington, der Inhaber des unabhängigen Abfüllers „Signatory Vintage“ erfüllte sich damit einen Traum und kaufte die Brennerei in einem nur 5 Minuten dauernden Verkaufsgespräch den Vorbesitzern aus Frankreich ab. Doch kurz nach dem Kauf kam ein grosses Unwetter, sodass die beiden nahe gelegenen Flüsschen die halbe Destillerie inkl. dem Besucherzentrum unter Wasser stellten. Kein leichter Start für den neuen Besitzer, der erst nach mehrwöchiger Aufräum- und Reparaturarbeiten den Betrieb wieder aufnehmen konnte. Ein gutes halbes Jahr nach dem Kauf gelang dann der nächste Coup, als Symington Iain Henderson als Produktionsleiter (vormals bei Laphroaig) angagieren konnte. Er stellte sehr schnell den Betrieb um, sodass die Qualität massiv verbessert werden konnte und bot gewisse Woodfinishes an und experimentierte z.B. auch an einer stark getorften Version. Man darf gespannt sein auf die neuen Kreationen. Heute wird die gesamte Produktion als Single Malt abgefüllt. Dies war zu Zeiten von Pernod Ricard noch anders, als ca. 15% als Single Malt Whisky abgefüllt wurde und der große Rest in Blends floss.
Die Destillerie beschäftigt 3 Personen in der Produktion und stellt pro Woche ca. 3000 Liter Whisky her. Im Sommer benötigt das Besucherzentrum bis zu 20 Guides, die die gut 100’000 Besucher (pro Jahr) durch die heiligen Hallen führen.
Doch damit nicht genug. Andrew Symington, der Inhaber, möchte mehr und baut gerade auf der anderen Seite des Flüsschens Edradour II. Es soll eine weitere Brennerei entstehen, deren Whisky identisch sein soll wie der, der aus dem ursprünglichen Brennhaus stammt. Es wird alles so originalgetreu nachgebaut, soweit dies möglich ist, außer dem Maischebottich aus Gusseisen, der aus dem Jahre 1910 stammt und auch keinen Einfluss auf den Geschmack hat. Mit dem Ausbau soll eine Jahresproduktion von bis zu einer halben Mio. Liter reiner Alkohol möglich sein. Natürlich werden weitere Lagerhäuser entstehen, um diese Mengen auch lagern zu können. Derzeit lagern in Pitlochry rund 6’000 Fässer, danach sollen hier bis zu 25’000 Fässer für die Reifung des Whiskys eingesetzt werden können. Die Erweiterung Edradour II sollte noch im Jahre 2017 fertig werden. Ziel ist es gegen Ende des Jahres den ersten New Make produzieren zu können.
Übrigens zählt Deutschland zum wichtigsten Whiskymarkt für Edradour.