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FAQ-Talentsichtung / Talentmanagement
Was ist die Aussage des PISTE-Tests?
Die PISTE zielt auf die Identifikation von Potenzial für spätere Block- oder Angriffsspieler*innen auf internationalem Niveau im Volleyball und Beachvolleyball ab. Sie vergleicht die Testresultate mit einem definierten Talentprofil, für das folgende Anforderungen als wichtig definiert wurden:
- Grosse Handlungshöhe als Kombination von Reichhöhe und Sprungfähigkeit
- Sehr gute athletische Voraussetzungen (Schnellkraft)
- Langzeitmotivation, «Mindset» und Lernfähigkeit
- Ein Umfeld, das die Talente unterstützt, fordert und fördert
Talente, nach der Definition von Swiss Volley, sind Spieler*innen die an der Talentsichtung eine Potenzialeinschätzung A–C erhalten.
Was ist die Potenzialeinschätzung?
Am Ende der PISTE erhalten alle Teilnehmenden eine Potenzialeinschätzung. Diese beruht auf den Resultaten der Tests sowie den Trainings bzw. auf den Angaben der Ausbildungsverantwortlichen der Teilnehmenden. Dabei bedeutet eine Potenzialeinschätzung
- A Spieler*innen mit grossem nationalem und internationalem Potenzial.
- B+C Spieler*innen mit nationalem und internationalem Potenzial.
- D–F Spieler*innen mit regionalem oder lokalem Potenzial.
Wie viele Talente werden jährlich identifiziert?
Im Jahr 2020/2021 nahmen an der Regionalen Talentsichtung 324 Spielerinnen und 110 Spieler teil. Davon wurden 107 Spielerinnen und 60 Spieler als Talente identifiziert. Im nationalen Talentmanagement sind zurzeit 233 Spielerinnen und 107 Spieler aktiv.
Potenzialeinschätzung (PE) dieser Talente

Talente aus ...

PE A

PE B

PE C

Regionale Talentsichtung – Spielerinnen

0

34

73

Nationales Talentmanagement – Spielerinnen

7

108

118

Regionale Talentsichtung – Spieler

3

15

42

Nationales Talentmanagement – Spieler

0

53

54
Was kann der PISTE-Test nicht?
Die PISTE ist eine Momentaufnahme und kein abschliessendes Urteil. Viele Spieler*innen, die an der PISTE schlechte Resultate haben, sind sehr gute Volleyballer*innen. Ihnen fehlen aber vermutlich die körperlichen Voraussetzungen, um Volleyball oder Beachvolleyball als Profi spielen zu können.
Wie erhalte ich eine Swiss Olympic Talent Card?
Durch die Teilnahme an der Talentsichtung kannst du eine Swiss Olympic Talent Card (SO TC) zugesprochen bekommen. Swiss Volley beantragt diese abhängig von deinen Resultaten. Ob du eine SO TC bekommst oder nicht, erfährst du im Dezember per E-Mail.
Ab Januar stellt Swiss Olympic die SO TC nach einer Prüfung der Daten aus. Diese sind dann für ein Jahr gültig und müssen jährlich durch die Teilnahme an der nationalen Talentsichtung bestätigt werden. Den Spieler*innen, die eine SO TC National oder Regional erhalten, wird eine physische Karte zugeschickt. Die Spieler*innen mit einer SO TC Lokal werden auf einer Liste bei Swiss Olympic geführt.
Wozu brauche ich eine Swiss Olympic Talent Card?
Das Besitzen einer Swiss Olympic Talent Card (SO TC) ist eine Voraussetzung für die Aufnahme in eines der Gefässe der Swiss Volley Talentförderung. Je nach Kanton sind die SO TC wichtig für den Einstieg in eine Sportklasse oder Sportlehre bzw. für das Erlangen einer Sportdispens.
Ich habe eine Swiss Olympic Talent Card erhalten. Was bedeutet das?
Erhältst du eine Swiss Olympic Talent Card, so glauben wir, dass du das Potenzial zur bzw. zum erfolgreichen Block- oder Angriffsspieler*in hast. Was du daraus machst, liegt aber vor allem an dir. Je besser dein Umfeld den Leistungssportanforderungen entspricht, umso grösser ist die Chance, dass du dein Potenzial entfalten kannst.
Informiere dich im Punkt «Leistungssport» und versuche dir ein optimales Umfeld aufzubauen.
Es liegt an dir diese einmalige Chance zu nutzen!
Ich habe den Status einer Swiss Olympic Talent Card nicht erhalten bzw. wieder verloren. Was bedeutet das?
Wenn du keine SO TC erhalten hast, bedeutet das nur, dass du dem Talentprofil von Swiss Volley nicht entsprichst. Der PISTE-Test ist so gestaltet, dass er Spieler*innen identifiziert, welche das Potenzial zu international erfolgreichen Block- und Angriffsspieler*innen aufweisen.
Das hat nicht mit deinen derzeitigen volleyballerischen Fähigkeiten zu tun. Es ist durchaus möglich, dass du eine gute Volleyballerin oder ein guter Volleyballer bist oder werden kannst – vor allem wenn du auf der Position Pass oder Libera spielst.
Wer ist meine Ausbildungsverantwortliche?
Wie bei jeder Ausbildung ist es wichtig, dass du eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner hast, der dich auf deinem Weg zur Volleyballspieler*in begleitet und unterstützt. In der Regel ist das die Trainerin oder der Trainer mit denen du am regelmässigsten und am meisten zusammen trainierst. Die Person ist gut ausgebildet und fördert dich technisch, taktisch, athletisch sowie mental. Genau das macht sie oder ihn zu deiner bzw. deinem Ausbildungsverantwortlichen.
Die Aufgabe deiner bzw. deines Ausbildungsverantwortlichen ist es, deine Trainingsinhalte anhand der Evaluierungsbögen «Technik» zu planen. Zudem steuern sie deine Belastung indem sie entscheiden, in welchem Team du spielst und an welchen Turnieren du teilnimmst. Das gilt sowohl für Volleyball als auch Beachvolleyball. Dein*e Ausbildungsverantwortliche*r kennt dich und deine Fähigkeiten, spricht mit dir über Karriereplanung und berät dich auf sowie deine Eltern neben dem Feld. Das wichtigste dabei ist: Dein Wohl steht für sie oder ihn stets an erster Stelle, unabhängig von den Interessen des aktuellen Clubs.
Was sind die Evaluierungsbögen «Technik» T2 bzw. T3/T4?
Über die Swiss Volley Guidelines definiert Swiss Volley die essenziellen Trainingsinhalte der Spieler*innen auf ihrem Weg zum Profi. Durch die Evaluierungsbögen weist der Verband diese Inhalte einzelnen Ausbildungsphasen zu. Man kann das vergleichen mit einem Lehrplan für die einzelnen Schulstufen.
Durch die Evaluierungsbögen «Technik» können die Trainer*innen und Spieler*innen sicherstellen, dass die Spieler*innen an alle wichtigen Ausbildungselemente denken. Sie sollen ganzjährig angewandt werden und auch dazu dienen, den Fortschritt der Spieler*innen im Bereich der Technik zu thematisieren und aufzuzeigen.
Die Technikevaluierung in der Phase T2 erfolgt dual (beide Disziplinen) und universell (ohne Spezialisierung auf eine Position). Ab der Phase T3 können sich die Spieler*innen auf eine Disziplin und eine Position entscheiden. Die Evaluierung erfolgt dann nur mehr für diese eine Position.
Was sind die Evaluierungsbögen «Leistungssportkultur»?
Das Mindset einer Spielerin oder eines Spielers ist entscheidend für die absolute Spitze. Swiss Volley hat daher zehn Punkte definiert, in der die Einstellung bzw. Haltung gegenüber dem Volleyballsport evaluiert wird. Die Bewertung erfolgt in einem Dialog zwischen der Spielerin oder dem Spieler und ihren Ausbildungsverantwortlichen. Der Evaluierungsbogen und vor allem das Gespräch mit den Ausbildungsverantwortlichen soll ein Spiegel für die Spieler*innen sein, um sich und ihre Einstellungen ehrlich zu hinterfragen. Es geht nicht darum von Anfang an sehr gut zu sein, sondern sich – im Sinne eines dynamischen Mindsets – weiterzuentwickeln.
Ist die Bewertung durch die Evaluierungsbögen objektiv, reliable und valid?
Nein, das ist sie noch nicht. Solange die oder der Ausbildungsverantwortliche dich aber über mehrere Jahre betreut, ist das okay. Die Fortschritte und der Vergleich mit deinen Leistungen aus dem Vorjahr sind dennoch aussagekräftig.
Wir erleben oft, dass sich Spieler*innen, bzw. Ausbildungsverantwortliche einzelne Spieler*innen, in einem sehr positiven Licht darstellen. Dies liegt einerseits daran, dass die Trainer*innen keine Erfahrung im internationalen Vergleich und somit keine Vergleichsbasis haben und andererseits an einem falschen Verständnis der PISTE. Die PISTE, als Talentmanagementtool, dient in erster Linie dazu die Perspektive der Spieler*innen anhand des aktuellen Leistungsstands aufzuzeigen. Mit einer zu positiven Darstellung betrügen sich die Spieler*innen in erster Linie selbst. Es werden grosse Erwartungen und Hoffnungen geschürt, die sich auf lange Sicht gesehen nicht erfüllen.
Daher ist es wichtig, dass sich die Ausbildungsverantwortlichen regelmässig an den Swiss Volley Trainerkursen fortbilden und über den aktuellen Stand der Ausbildungsphilosophie Bescheid wissen.
Was ist die Umfeldanalyse? Was ist wichtig?
Die Spieler*innen müssen ihr Umfeld einmal jährlich analysieren. Dabei sind fünf Punkte wichtig damit die Spieler*innen ihr Potenzial auch entfalten können:
- Ausbildungsverantwortung
- Situation Ausbildung & Sport
- Trainingsumfang
- Erholungsmöglichkeit
- Aufwandverhältnis
Was bedeutet «Ausbildungsverantwortung»?
Jede Spielerin und jeder Spieler wissen, welche Lehrerperson in der Schule für das Fach Mathematik zuständig ist. In diesem Fall ist die Ausbildungsverantwortung geklärt. Im Volleyball sieht das oft anders aus. Häufig trainieren Spieler*innen bei vielen Trainer*innen die sich untereinander meist nur wenig absprechen. In so einem Fall ist die Ausbildungsverantwortung nicht klar, was enorme Nachteile in der Ausbildung mit sich bringt.
Im Idealfall haben Spieler*innen also eine Trainerin oder einen Trainer, die auch ihre Ausbildungsverantwortlichen sind. In so einem Fall ist die Ausbildungsverantwortung eins. Falls das nicht möglich ist, müssen sich die Ausbildungsverantwortlichen bewusst sein, dass sie zusätzlich noch eine Koordinationsaufgabe unter den verschiedenen Trainer*innen haben, um die Spieler*innen gut betreuen zu können.
Was bedeutet «Situation Ausbildung & Sport»?
Talente trainieren mehr als andere Spieler*innen. Daher ist es wichtig, die Doppelbelastung durch die Ausbildung möglichst zu reduzieren. Je nach Region gibt es hier verschiedene Möglichkeiten:
- Sportklassen
- Sportlehren
- Regelklassen mit Sportdispens
Ab der Phase T3 ist eine Sportklasse bzw. eine Sportlehre Voraussetzung für den Erhalt einer Swiss Olympic Talent Card National.
Was bedeutet «Trainingsumfang»?
Volleyball und Beachvolleyball sind sehr trainingsintensive Sportarten. Damit es am Ende einfach und selbstverständlich aussieht müssen die Spieler*innen bereits in jungen Jahren viel trainieren. Für den Erhalt der Swiss Olympic Talent Card müssen, je nach Einstufung laut FTEM, verschiedene Mindestanforderungen erfüllt sein – siehe Punkt Swiss Olympic Talent Cards.
Was bedeutet «Erholungsmöglichkeit»?
Talente trainieren mehr als andere Spieler*innen. Durch den hohen Trainingsumfang in Kombination mit ihrer normalen Ausbildung ist es wichtig, dass die Spieler*innen sich zwischen den Trainings gut erholen können. So sind die Trainings der Talentförderung in der Regel tagsüber und der Abend bleibt frei. Das stellt sicher, dass die Spieler*innen genug Schlaf und Zeit zum Lernen und Entspannen bekommen.
Die Erholungsmöglichkeit wird folgendermassen berechnet:

Trainingsstart zwischen ....

Bewertung

07.00-12.59

1

13.00-16.29

2

16.30-17.59

3

18.00-19.59

4

20.00-22.00

5
Pro Training wird der Erholungswert mit der Trainingsdauer multipliziert. Dieser Wert wird dann pro Woche addiert und wieder durch die Summe der Trainingsdauer dividiert. Je niedriger die Zahl ist, umso besser ist die Möglichkeit auf Erholung. Eine 1 bedeutet zum Beispiel, dass eine Spielerin oder ein Spieler ausschliesslich am Vormittag trainiert, eine 5 dass sie nur nach 20.00 trainiert.
Was bedeutet «Aufwandverhältnis»?
Je nach Situation haben Spieler*innen sehr lange An- und Abreisewege zum Training. Im Idealfall ist das Verhältnis vom Reiseweg zur Trainingszeit unter 0,25. Also die Spieler*innen wenden nur 25% ihrer Trainingszeit für die An- und Abreise auf. Aufwandverhältnisse für ein Training von >1 – also längere An- und Abreise als Trainingszeit – müssen gut begründet werden, um den enormen Aufwand zu rechtfertigen.
In Kombination mit einer geschickten Vereins- bzw. Schulwahl kann sehr viel Reisezeit eingespart werden!