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Wusstet ihr, dass die Inkas keine Schriftsprache hatten? Aber trotzdem miteinander über weite Strecken kommunizieren konnten, ohne Briefe schreiben zu müssen oder Rauchzeichen zu senden? Sie hatten keine Schrift, dafür aber Fadenknüpfungen und verschiedene Farben. Jeder Knoten und Abstand und Anzahl der Knoten und Farbe hatte eine eigene Bedeutung, einen eigenen Buchstaben zugewiesen. Bis heute versuchen Forscher, diese nonverbale Sprache der Inkas zu entziffern. Da können wir uns richtig glücklich schätzen, dass wir eine geschriebene Sprache haben, oder? Sonst könntet ihr nicht einmal jede Woche meine wahnsinnig spannenden Film- und Serienempfehlungen lesen. Wie langweilig würdet ihr dann bloss ins Wochenende einsteigen?
Heute, am internationalen Tag der Alphabetisierung, beziehungsweise der Lese- und Schreibfähigkeit soll es daher um Filme gehen, bei denen Schrift oder Lesekompetenz das Leben der Protagonisten so viel einfacher machte.
«Holes – oder Das Geheimnis von Green Lake» (zu sehen auf Disney+)
Wer diesen Film aus dem Jahr 2006 nicht kennt, hat meiner Meinung nach etwas verpasst. Es ist die Romanverfilmung des gleichnamigen Buches von Louis Sachar, im deutschen heisst beides «Das Geheimnis von Green Lake». Der junge Stanley Yelnats wird fälschlicherweise beschuldigt, ein Paar Schuhe von einem Wohltätigkeitsbasar gestohlen zu haben, woraufhin ihn seine Eltern wortwörtlich in die Wüste schicken. Dort befindet sich eine Art Verbesserungsanstalt für Schwererziehbare, doch eigentlich ist dies von der Besitzerin nur ein Vorwand, um die Jungs dazu zu missbrauchen, in der trockenen Landschaft nach einem vermeintlichen Schatz ihres Grossvaters zu graben. Stanley freundet sich mit dem Analphabeten Hector an und bringt diesem das Lesen bei – ohne zu wissen, welche Folgen diese neu erworbene Fähigkeit Hectors auf das Leben der beiden Buben haben wird.
«Matilda»
Hier bekommt ihr sogar gleich zwei Tipps von mir. Es handelt sich zwar um ein und dasselbe Mädchen, aber etwas anders verpackt. Der Film «Matilda» mit Mara Wilson und Danny DeVito aus dem Jahr 1996 ist inzwischen ein echter Klassiker und zeigt die junge Matilda, wie sie durch ihre Liebe zum Lesen und zur Schule ihre magischen Fähigkeiten entdeckt. Damit schafft sie es am Ende, sich ein besseres Leben zu ermöglichen und ihre Schule von der bösartigen Direktorin Fräulein Knüppelkuh zu befreien.
Das Musical «Matilda» feiert schon seit einiger Zeit grosse Erfolge am West End in London und ist seit vergangenem Dezember auch als musikalische Verfilmung auf Disney+ zu sehen. Tolle Tanzeinlagen, eine rührende Geschichte basierend auf dem Roman von Roald Dahl und eine grossartige Emma Thompson als grausame Schulleiterin überzeugen wohl auch den grössten Musical–Muffel.
«Beauty and the Beast»
Ich weiss, ich weiss. Ihr denkt jetzt sicher: «Ach Silja, nicht schon wieder ein Disney-Film!» Doch! Doch, genau schon wieder ein Disney-Film. Denn es geht heute ums Lesen und Schreiben und Belle ist wohl der bekannteste Bücherwurm unter den Disney-Prinzessinnen, wenn nicht sogar unter den Disney–Figuren. Und egal, wie blöd Gaston es findet, dass Belle als Frau viel und gerne – oder überhaupt – liest, so toll findet es das Biest, aka Belles zukünftiger Ehemann! Und ausserdem ist Belle die einzige Bewohnerin des kleinen Städtchens, dass den Buchladen am Leben erhält, oder besser gesagt die Bücherei. Weil zu kaufen scheint sie dort nie etwas. Also nicht weiter verwunderlich, dass in der Live Action-Verfilmung ein Pfarrer draus gemacht wurde, der einfach ein paar Bücher bei sich hat, die Belle sich ausleihen darf. Und die Liebe zum Lesen bringt Belle und das Biest später auch näher – er schenkt ihr immerhin eine ganze Bibliothek. Die Latte liegt also hoch für alle zukünftigen Geschenke.
Das wär's diese Woche von mir. In diesem Sinne: Fröhliches Filme-Gucken – oder Bücher-Lesen!
Von san vor 1 Minute