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Die so genannte Neuzeit, die am wenigsten bekannte Periode der Walliser Geschichte, ist sehr schwierig zu erforschen, denn die Historiker stehen Dokumenten gegenüber, die sowohl auf Deutsch, Französisch und Lateinisch verfasst sind. Diese lange Periode zählt eine Vielzahl politischer, militärischer und religiöser Ereignisse. Etwas mehr als drei Jahrhunderte trennen die berühmte Schlacht auf der Planta, im Jahr 1475, von der Walliser Revolution, im Jahr 1798. In dieser Zeit entstand aufgrund der Vermittlung des Landrats durch die langsame politische Verdrängung des Fürstbischofs zugunsten des Adels ein Patrizierstaat. Zwei der europaweit bekanntesten Walliser Persönlichkeiten, Schiner und Stockalper, beeinflussten durch ihre ausgeprägten Persönlichkeiten die Politik und die Ereignisse im Wallis. Ihre Laufbahnen offenbaren die Gesellschaft, in der sie lebten und die sie zu ihrem Vorteil nutzten. Georges Supersaxo, der grosse Gegner Schiners, und Michael Mageran, der vor Stockalper die Walliser Geschicke lenkte, spielten ausserdem bedeutende Rollen.
Die Reformation gelangte schrittweise ins Wallis. Sie gefiel den Patriziern, aber sie konnte sich nicht etablieren, denn die Walliser Reformierten machten ihre religiöse Meinung dummerweise genau zu dem Zeitpunkt publik, als die Gegenreformation ihren Höhepunkt erreichte. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Gründe waren unteren anderen für die Niederlage des neuen Glaubens verantwortlich. Dieser spielte jedoch in den politischen Kämpfen eine entscheidende Rolle, weil er die Forderungen der Patrioten gegen die weltliche Macht des Fürstbischofs bestärkte. Während Ideen, Personen und Handelsgüter immer schneller zirkulierten, veränderte sich die Gesellschaft in diesen drei Jahrhunderten nur wenig.
Ende des 18. Jahrhunderts gelangten revolutionäre Ideen von Frankreich in die Schweiz und bereiteten den Kataklysmus von 1798 vor, den sich der Patrizierstaat in seiner Benommenheit kaum hätte vorstellen können. Das Oberwallis musste die Befreiung des Unterwallis anerkennen.
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