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Der Bau des 17. Jahrhunderts
Fürstbischof Johann Conrad von Roggenbach, der Arlesheim als Sitz des Domkapitels ausersehen hatte, nahm sich mit grossem persönlichem Engagement des Dombaues an. Als Architekt verpflichtete er den Jesuitenpater Franz Demess, den er gleichzeitig auch in der Residenzstadt Pruntrut beschäftigte und der somit die Pläne für den Neubau unter seinen Augen anfertigte. Johann Conrad von Roggenbach legte am 25. März 1680 den Grundstein zum Dombau. In der Folge kümmerte er sich persönlich auch um Details und drängte beständig zur Eile, sodass der fast vollendete Grossbau nach erstaunlich kurzer Bauzeit am letzten Oktobersonntag 1681 - wiederum durch den Bischof persönlich - geweiht werden konnte.
Der Dom des 17. Jahrhunderts war ein strenger, wuchtiger Bau mit zurückhaltender Dekoration, dessen Erscheinungsbild im Detail nicht rekonstruierbar ist.
Die spätbarocke Umgestaltung
In den Jahrzehnten nach der Erbauung des Domes wurden immer wieder kleinere Reparaturen und Ergänzungen vorgenommen. Eine markante Veränderung war die Umgestaltung der Turmkuppeln, die 1723 ihre heutige Form erhielten.
Seit den frühen 1750er Jahren waren die Domherren besorgt über Risse in der Gipsdecke der Kirche. Lange schwankte man zwischen einer blossen Reparatur und einer umfassenderen Umgestaltung; 1759 bis 1761 schliesslich wurde eine sehr aufwendige, umfassende Neugestaltung vorgenommen. Der Chor wurde abgebrochen, in verlängerter Form neu erbaut und unter ihm eine Gruft für die Gräber der Domherren angelegt. Der gesamte Innenraum erhielt eine komplett neue künstlerische Ausstattung und auch die Fassade wurde leicht modifiziert.
Die Baufachleute und Künstler rekrutierte das Domkapitel aus dem süddeutschen Raum. Der Augsburger Stukkateur Johann Michael Feichtmayr hatte 1754 Entwürfe angefertigt, die später in die Ausführung einflossen. Entwürfe und Kostenvoranschläge für eine Gesamterneuerung legte 1757 der Deutschordensbaumeister Giovanni Gaspare Bagnato vor. Für die definitiven Entwürfe und als Generalunternehmer für alle Arbeiten wurde schliesslich dessen Sohn Franz Anton Bagnato verpflichtet. Er zog ein durch Zusammenarbeit teils über Generationen hinweg eingespieltes Team nach Arlesheim: Die Stukkaturen und Altäre wurden von Francesco Pozzi und seinen Söhnen Giuseppe und Carlo ausgeführt, die Malereien vom späteren kurmainzischen Hofmaler Giuseppe Appiani. Das reich dekorierte eichene Chorgestühl wurde vom Schreinermeister Peter Schacherer aus dem vorderösterreichischen Rheinfelden geschaffen. Ein besonderer Glanzpunkt der Neuausstattung war die neue Orgel des Strassburger Orgelbauers Johann Andreas Silbermann. Das herausragende und kostspielige Werk dokumentiert die hohen Qualitätsansprüche, die die Domherren an die Kirchenmusik stellten.
Die aufwendige Neuausstattung des Domes spiegelt den Wohlstand des Kleinfürstentums unter der langen Regierung von Fürstbischof Joseph Wilhelm Rinck von Baldenstein. Die spätbarocke Umgestaltung bestimmt das Erscheinungsbild des Domes bis heute und hat ihm seine spezielle Charakteristik verliehen: Sie besteht im reizvollen Kontrast zwischen der einfachen, wuchtig-monumentalen Grundstruktur des Baues, in der das Bauwerk des 17. Jahrhunderts nachklingt, und der ausgreifenden, üppigen, festlichen, feinteilig-verspielten spätbarocken Innenraumdekoration.