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«Ich war blutüberströmt»Schreiben Sie einen Kommentar
Es war ein wolkenloser Wintertag. Am 22. Februar 1945 sass Hans Schlatter mit seiner Familie am Mittagstisch, als er wie so oft das Brummen der Flieger hörte. Er rannte nach draussen vor das Stadttor und sah einen Bomber, der direkt auf ihn zuflog. «Ich hatte keine Angst, denn ich dachte ja nicht, dass etwas passiert.» Diesmal sollte es aber anders kommen.
Der Pilot warf seinen 250 Kilogramm schweren Sprengsatz über Hans Schlatter ab. Er war nur wenige Meter von der Einschlagstelle im Garten daneben entfernt. Eine Mauer zwischen ihm und der Bombe rettete ihm vermutlich das Leben, begrub ihn aber bis zur Brust unter sich. «Ich spürte keinen Schmerz, ich war unter Schock. Nachdem mich jemand befreit hat, bin ich weggerannt.» Hans Schlatter hatte am ganzen Körper Quetschungen und war blutüberströmt.
75 Jahre später blickt Schlatter mit Dankbarkeit auf sein Leben zurück. Zwei Mädchen in unmittelbarer Nähe hatten weniger Glück und haben an diesem Tag ihr Leben verloren. Schlatter ist zwölf Jahre später mit seiner Frau in die USA ausgewandert. Dort hat er Bomberpiloten kennengelernt, die im zweiten Weltkrieg in Deutschland eingesetzt wurden. Viele von ihren waren damals nur wenige Jahre älter als er.
Im Interview mit TELE TOP zeigt Hans Schlatter, wo er beinahe von der Bombe getötet wurde: