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Eine Studie der medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes zeigt, dass Rotwein bestimmte Menschen vor Gefässschäden und Zellalterung schützen kann, die durch Rauchen verursacht werden.
Die Erkenntnis, dass Rotwein - in Massen getrunken - einen positiven Effekt auf Herz und Blutgefässe hat, ist nicht neu: Schon vor Jahren zeigten mehrere Studien, dass Rotwein die Gefahr von Herzinfarkten senkt.
Thomas Meinertz, Kardiologe und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, erklärte gegenüber dem Fernsehsender "n-tv": "Die Antioxidantien im Wein verlangsamen den Abbau von Stickstoffmonoxid im Blut."
So sinkt das Risiko, dass die Gefässe verkalken und einen Infarkt verursachen. Studienleiterin Viktoria Schwarz fand jetzt heraus, dass Rotwein unter bestimmten Umständen auch als Schutzschild vor Gefässschäden durch Rauchen dienen kann.
Dafür untersuchte sie 20 junge, gesunde Nichtraucher. Die Teilnehmer erklärten sich bereit, drei Zigaretten zu rauchen, wobei die eine Hälfte davor Rotwein trank und die andere nicht.
Die Wissenschaftler nahmen vor und nach dem Rauchen Blut - und Urinproben der Teilnehmer und werteten diese aus. Das Ergebnis: In den Proben der Gruppe, die zusätzlich Rotwein getrunken hatte, fanden die Forscher keine Hinweise auf Zellschäden.
Ausserdem massen sie auch die Aktivitäten der Telomere im Blut. Telomere sind so etwas wie Schutzkappen auf unseren Chromosomen und schützen diese vor vorzeitiger Alterung.
Bei der Gruppe ohne Rotwein war die Aktivität der Telomere um 56 Prozent reduziert, bei der Gruppe mit Rotwein sank diese nur um 20 Prozent. Schwarz schlussfolgert daraus: "Neben den schon vorhandenen Belegen legt unsere Studie nahe, dass der Konsum von Rotwein die entzündungsfördernden Effekte bei Gelegenheitsrauchern vorbeugen kann."
Sie warnt allerdings noch einmal vor den gesundheitsschädlichen Folgen von Rauchen und Alkoholgenuss. Die Studie sagt nicht aus, dass alle Raucher den schädlichen Folgen des Rauchens entgehen können, wenn sie nebenher einfach Rotwein trinken.
Die Untersuchung wurde nur an einer kleinen Gruppe von gesunden, jungen Nichtrauchern durchgeführt, weshalb die Ergebnisse bei Gewohnheitsrauchern, älteren oder kranken Menschen ganz anders ausfallen könnten.
Ausserdem haben die Forscher nicht alle gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens ausgewertet. Deshalb gilt weiterhin: Rauchen ist ungesund. Aber wenn man die Finger nicht von den Zigaretten lassen kann, dann schadet ein (!) Gläschen Rotwein dazu wohl nicht.