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Der Zeitraum vom ausgehenden 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ist eine Transformationsepoche in der Geschichte der Länder Asiens und Europas und ihres Verhältnisses zueinander. Er umfasst den Beginn regelmäßiger Handelskontakte zwischen beiden Enden des eurasischen Kontinents um 1500 und führt bis zur Festigung ausgreifender europäischer Kolonialreiche in Asien im Zeitalter des Imperialismus. Der Weg dorthin verlief keineswegs gradlinig und ohne Widersprüche. Der westliche Imperialismus gehört im Nachhinein zwar zu den prägendsten Phänomenen der Geschichte Asiens und Europas, steht aber erst am Ende eines über vierhundertjährigen europäischen Expansionsprozesses. Behandelt werden die Geschichte der interkulturellen Beziehungen und Wahrnehmungen aus europäischer und asiatischer Sicht, grundsätzliche Fragen des Fremdverstehens, westliche und östliche Formen von Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur, sowie ideengeschichtliche Aspekte des europäisch-asiatischen Kulturkontakts. Die Themen werden sowohl im breiten Überblick behandelt als auch in thematisch eingegrenzten Veranstaltungen vertieft. Hier liegt ein geographischer Schwerpunkt auf der Geschichte Thailands und Südostasiens, sowie auf ausgewählten Aspekten der indischen und chinesischen Geschichte. Dabei werden unterschiedliche Quellen- und Literaturgattungen vorgestellt: Reise- und Missionarsberichte, asiatische Chroniken und diplomatische Berichte, europäische Kolonialakten, politisch-geographische Landesbeschreibungen, Kosmologien, Universalhistorien u.v.m. Asiatische Texte liegen in europäischen Übersetzungen vor.
Bildnachweis: "König Narai von Siam empfängt die französischen Botschafter in Ayutthaya" (frz. Druckgrafik, 1686). In: Michael Smithies, Luigi Bressan, Siam and the Vatican, Bangkok 2001, S. 64.