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Eine unglaublich einfache Frage, die fast unmöglich zu beantworten scheint. Bis vor kurzem jedenfalls. Über Jahrtausende haben Menschen ihr Leben dieser Frage gewidmet. Theorien aufgestellt und Experimente zur Herstellung von Gold durchgeführt. Für die Inkas war Gold schlichtweg der Schweiss der Sonne. Bei den Alchemisten, eine Art Wissenschaftler um das 14. Jahrhundert, war die Frage nach der Entstehung des Goldes ein richtiger “Boom” – jeder wollte das Geheimnis lüften. Das Rätsel konnten sie trotzdem nicht lösen. Die alchemistische Hochburg war das Schweizer Städtchen Basel. Interessanterweise, konnte ein Physik Professor aus Basel das “goldene Mysterium” entschlüsseln. Dafür brauchte es “nur” zwei tote Sterne.
Die Entstehung von Gold – Ein Tanz der Sterne
Stell dir vor, vor rund 130 Millionen Jahren, haben sich zwei tote Sterne voneinander angezogen gefühlt. Diese Anziehung verleitete die Sterne zu einem “Tanz der toten Sterne”. Die Bewegung ist ganz einfach, beide Sterne umkreisten sich gegenseitig. Tote Sterne sind übrigens tote Sonnen und werden auch als Neutronensterne bezeichnet. Neutronen sind zusammen mit Protonen ein Bestandteil von fast jedem Atomkern. Das Atom stellt wiederum den kleinste Baustein der Materie (Objekt, Material, Flüssigkeit usw.) dar.
Durch die kreisende Bewegung der beiden Sterne entstanden Gravitationswellen. Diese Wellen wanderten sehr weit durchs Weltall. Vergleichbar sind diese Wellen mit kreisförmigen Wellen auf einer Wasseroberfläche, wenn man einen Stein in einen stillen See wirft. Mit dem Grösserwerden der Kreise, schwächten sich die Wellen ab, bis sie nicht mehr sichtbar waren.
Während sich also unsere beiden Sterne in Kreisen umtanzten, verloren sie an Energie und konnten der gegenseitigen Anziehungskraft nicht mehr länger “widerstehen”. Sie bewegten sich langsam, immer noch gegenseitig umkreisend aufeinander zu. Mit kleinerwerdenden Bewegungen, wurden die Gravitationswellen immer stärker. Kurz bevor sich die Sterne berührten, wurden die von den Sternen ausgehenden Wellen immer stärker.
Und dann hat es geknallt. Die beiden Sterne krachten schliesslich aufeinander. Als Folge schoss ein Gammablitz ins All. Dieser Blitz wies eine Energiegewalt auf, für die unsere Sonne Millionen von Jahren benötigen würde. Dabei wurde eine Wolke aus neutronenreichem Material der beiden zersplitterten Neutronensterne ins All geschleudert.
In dieser Wolke begann ein physikalischer Prozess. Protonen reagierten mit Neutronen. Verschiedene Elemente entstanden und zerfielen in rasantem Tempo. Durch ein Teleskop hätte könnte man diese chemische Reaktionen von der Erde aus verfolgen können (was natürlich vor 130 Millionen Jahren noch nicht möglich war). Aber auch heute spielen sich solche Wunder immer noch ab. Das damalige farbige Spektakel reichte dabei vermutlich von Blau bis hin zu Infrarot. Nach etwa einer Woche war das Lichtspektakel vorbei. Die Wellenlänge des Lichts verrät Wissenschaftlern solche Schauspiele heute beobachten können, welche Materialien bei einem solchen Aufeinanderprall von toten Sternen entstehen.
Und es entsteht Gold. Viel Gold. Aber auch Uran. Auch Platinmetalle und Silber könnten bei genau diesem Unfall entstanden sein. Eventuell könnten auch Blei oder andere Metalle dabei hervorgebracht worden sein. Nach dieser ereignisreichen Woche vor über 100 Millionen Jahren, schwebten also nun diese riesige Mengen an Goldstaub im All umher.
Die These zur Entstehung von Gold erwiesen
Dass der Ursprung von Gold im Weltall liegt, gilt mittlerweile als bewiesen. Nach 130 Millionen Jahren konnten im 2017 Wissenschaftler der NASA genau diesen Vorgang anhand der Gravitationswellen messen und beobachten. Mit registrierten Lichtwellen, konnten sie unter anderem ein Teil der weggeschleuderte Masse als Gold einstufen. So wird vermutet, dass dabei eine Menge von circa 30 Erden in den Weltall befördert wurde.
Prof. Dr. Friederich-Karl Thielmann, emeritierter Professor für theoretische Physik an der Universität Basel, hat schon 1994 mit drei Kollegen Computersimulationen durchgeführt, die genau diesen Prozess voraussagten. Mit seinen Doktoranden berechnete er ebenfalls schon vor dem Ereignis, welche Materialien bei einem solchen Ereignis entstehen können.
Wie das Gold auf die Erde kam
Wie das Gold also durch den Aufprall zweier toter Sterne entstanden ist (und immer noch bei solchen Ereignissen entsteht), kann man sich nun in etwa vorstellen. Aber wie ist das Gold dann bis zu uns auf die Erde gekommen? Ist es einfach so auf die Erde gefallen? Um zu erklären wie das Gold nun auf unserem Planeten angekommen ist, muss man sich zunächst mit der Entstehung der Erde (in Grundzügen) vertraut machen.
Die Erdentstehung und mittendrin das Gold
Am Anfang war unser Planet ein kleiner Feuerball, bestehend aus flüssigem Magma – ein Gemisch von geschmolzenem Gestein und verschiedenen Elementen.
Aus dem kleinen Feuerball wurde durch Kollision und Verschmelzung von unzähligen kleinen Weltallkörpern eine immer grösser werdende Kugel bis daraus ein Planet entstanden ist, unsere Erde.
Unter den Himmelskörpern die auf unsere anstehende Erde auftrafen, befand sich Goldstaub, der ja seit dem “Tanz der toten Sterne” durchs All reiste. Das Gold prallte also auf die Kugel aus flüssigem Gestein, auf Magma und sank aufgrund seiner Dichte direkt zum bereits metallreichen Kern der Erde ab. Die Kugel nahm weiterhin jegliches Material, sowie Kometen und Meteorite in sich auf. Sie wurde grösser und verdichtet sich, bis die Kugel auf der Oberfläche eine Kruste bildete und schliesslich zu fester Mutiere wurde. Gestein und Gold schlugen weiterhin auf die bereits abgekühlte, feste und verdichtete Oberfläche des Planeten auf. Durch diese Einschläge blieben die Ersten Spuren von Gold auf der Erdoberfläche zurück.
Durch viele weitere Kollisionen und Prozesse entstand dann die Erde in der Grösse wie sie uns heute bekannt ist.
Goldlager – das Finden von Gold
Der Druck im Erdinneren wird zwischenzeitlich so gross, dass die feurige Masse des Erdkerns, durch vulkanische Vorgänge, als Lava an die Erdoberfläche durch bricht.
Lava verhärtet an der Erdoberfläche und wird zu Gestein. Darin eingeschlossen finden sich kleine Mengen der während dem Entstehungsprozess in die einst auf die noch flüssige Kugel geprallten Goldteilchen.
Diese kleinen Mengen an Gold kalten mit dem Lava zusammen ab. In Folge bilden sich durch verschiedene chemische Prozesse kleine Ansammlungen an Gold. Sichtbar als Adern oder feine Splitter, Körner und Nuggets im Gestein und deren Spalten.
Übrigens, Gold liebt das Mineral Quarz, auch Bergkristall genannt und wird nicht selten zusammen gefunden. Auch Erz, eisenhaltiges Gestein, ist beim Gold als “Behausung” sehr beliebt.
So sind die ersten Goldlagerstätten entstanden, sogenannte primäre Lagerstätten. Durch Verwitterung lösen sich Goldteile von den primären Lagerstätten. Diese sammeln sich dann in Vertiefungen von Gewässer. Es kommt Ausbildung zu sekundären Lagerstätten. All diese Lagerstätten bilden für uns Menschen eine abbauwürdige Ansammlung an Gold und dort fördern wir unser Gold zu Tage. Viele Menschen widmeten sich teilweise fanatisch der Suche nach dem begehrten Edelmetall. Manche Menschen sind der Suche nach Gold regelrecht verfallen. Im 17. Jahrhundert wurde diese Sucht das erste mal benannt, die noch heute als “Goldrausch” bezeichnet wir.
Gemäss unserer Geschichtsbücher spielt das Gold seit ca. 6500 vor Christus für den Menschen eine Rolle. Gold ist ein Metall, das für lange Zeit wegen seiner Schönheit und Seltenheit, als Demonstration von Macht, Anmut und Reichtum abgebaut und verarbeitet wurde.
Ressourcen:
Titel: Woher kommt das Gold?.webm Autor: ZDF/Terra X/Spiegel TV/Jens Nicolai/Oliver Roetz/Hauke Ketelsen/Richard Sako, Datum: 13 July 2020 https://tageswoche.ch/gesellschaft/ein-riesenknall-und-dann-sind-da-welten-aus-gold