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Für die Städter sei das Land das Ursprüngliche, das Ersehnte. Angesichts der Probleme in den Städten werde das Land zur nostalgischen Vision einer besseren Welt, sagte Leuenberger. Viele Leute auf dem Land hätten ihrerseits tatsächlich das Gefühl, der bessere Teil des Staates zu sein. Die Städter dürften aber nicht die Glasglocke der Idylle über den Bauernstand stülpen. Sie müssten die Schwierigkeiten der Bauern zur Kenntnis nehmen. Auf dem Land müsste man aber umgekehrt auch die Sorgen der Städte zur Kenntnis nehmen. Der Landdienst könne helfen, diesen Dialog zu führen.
Zahl der Landdienst-Leistenden rückläufig
Hans Thalmann, Präsident der Schweizerischen Landdienst-Vereinigung, erkläte vor 300 geladenen Gästen, dass es heute nicht mehr möglich sei, allen interessierten Jugendlichen einen Landdienstplatz zu vermitteln. Den Grund dafür sah er in der schrumpfenden Zahl der Bauernbetriebe. Auf der anderen Seite vermindere sich aber auch die Zahl der Freiwilligen, denn der Landdienst müsse mit einem riesigen Freizeitangebot konkurrieren. Deshalb soll die Werbung für den Landdienst verstärkt werden.
Der freiwillige Landdienst wurde am 21. November 1946 mit einer Gründungsversammlung im Bundeshaus aus der Taufe gehoben. Währen der Krisenjahre waren Arbeitsdienste auf dem Land obligatorisch. Seit 1946 leisteten rund 250,000 Jugendliche Landdienst. Nach einem Höhepunkt Ende der sechziger Jahre mit rund 6,000 Dienst-Leistenden pro Jahr sank die Zahl kontinuierlich. Im laufenden Jahr leisteten 3,884 Jugendliche Landdienst, davon 1,275 über ein obligatorisches Praktikum an ihrer Schule. In Zukunft will die Schweizerische Landdienst-Vereinigung verstärkt mit anderen Organisationen, die in ähnlichen Bereichen tätig sind zusammenarbeiten. Zudem werde man sich künftig von den kantonalen Verwaltungen, die heute die Plätze vermitteln, lösen und sich enger an die Bauernverbände anlehnen. LID