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In seiner kurzen Ansprache vor der Zugabe erzählte der Musiker zuerst über das enge Verhältnis zwischen ihm und dem amerikanischen Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Bernstein habe sich Zeit seines Lebens gegen Gewalt, Waffen und Kriege eingesetzt, sagte Zimerman.
In diesem Sinne appelliere er an die zahlreichen Konzertbesucherinnen und -besucher, sich gegen die Lockerung des Verbots von Waffenexporten in Bürgerkriegsländer einzusetzen, den der Bundesrat beschlossen hatte. Das Publikum - darunter CVP-Präsident Gerhard Pfister - reagierte mit eher verhaltenem Applaus.
Zimerman gilt als äusserst medienscheu. Doch auf der Bühne war es nicht das erste Mal, dass er seine politische Meinung kund tat. So sorgte er 2009 in der Disney Hall von Los Angeles für einen Eklat, als er mit Blick auf die Pläne der USA, in seinem Heimatland Polen ein Raketenschild zu installieren, sagte: "Get your hands off my country".
Eine politische Stellungnahme an einem Konzert sei auch am Lucerne Festival sehr aussergewöhnlich, sagte Sprecherin Nina Steinhart am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie könne sich nicht erinnern, dass sich ein Musiker auf der Bühne in der Vergangenheit je politisch geäussert habe.
Zimerman hatte in Luzern mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Simon Rattle Bernsteins 2. Sinfonie "The Age of Anxiety" aufgeführt. Er habe dem Komponisten vor vielen Jahren versprochen, an seinem 100. Geburtstag das Werk zusammen mit ihm aufzuführen, erklärte Zimerman in seiner Rede.
Doch dazu kam es nicht mehr; Bernstein starb bereits 1990 im Alter von 72 Jahren. Aber Zimerman konnte den Bernstein-Bewunderer Rattle davon überzeugen, das Werk im Jubiläumsjahr ins Tournee-Programm des London Symphony Orchestra aufzunehmen. Zusammen spielen sie dieses in diesem Jahr auf den grossen Bühnen der ganzen Welt.
(SDA)