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Das Fotografieren von Nordlichtern ist gar nicht so schwer, wenn man weiss wie es geht, aber das ist ja fast immer so. Das Wichtigste ist nicht, wie die meisten annehmen, die Kamera, sondern das Objektiv und das andere Zubehör. Dazu kommt noch die richtige Location. Aber fangen wir ganz beim Anfang an eine solche Reise zu planen.
Was sind Nordlichter / Polarlichter und wo man sie am besten antrifft
Das Polarlicht, bzw. Nordlicht, auf der Nordhalbkugel auch Aurora borealis genannt, als Südlicht auf der Südhalbkugel Aurora australis . Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds aus der Magnetosphäre (hauptsächlich Elektronen, aber auch Protonen) auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 500 bis 800 km/s treffen. Dabei wird elektromagnetische Strahlung emittiert, es wird Licht ausgesandt.
Aufgrund des Abstandes von der Sonne zur Erde, rund 150 Millionen Kilometer, benötigt das Sonnenwindplasma bis zum Auftreffen auf die Erdmagnetosphäre zwei bis vier Tage. Die auftreffenden Sonnenwindpartikel stauchen die Erdmagnetosphäre auf der sonnenzugewandten Seite und ziehen sie auf der abgewandten Seite zu einem langen Schweif aus und regen bei der Kollision die verdünnten Gase in hohen Schichten der Atmosphäre an.
Polarlichter können verschiedene Farben haben. Grünes Licht entsteht durch Sauerstoffatome, die in gut 100 km Höhe angeregt werden und während ihrer angeregten Zeit auf andere Teilchen treffen. Ohne Zusammenstoß emittieren Sauerstoffatome rotes Licht, was hauptsächlich in der dünneren Atmosphäre in höheren Schichten in etwa 200 km Höhe auftritt. Angeregte Stickstoffatome senden auch violettes bis blaues Licht aus.
Wegen der hohen Empfindlichkeit des Auges für grünes Licht und der relativ hohen Konzentration von Sauerstoff werden grüne Polarlichter am häufigsten beobachtet. Außerdem existieren jeweils unsichtbare Polarlichter im Langwellen-, Ultraviolett- und Röntgen-Bereich, sowie das schwarze Polarlicht, das sozusagen ein Anti-Polarlicht darstellt.
Da der Sonnenwind außerhalb der Polarregionen nur selten tief in die Atmosphäre eindringen kann, sind Polarlichter in der gemäßigten Zone, also auch in Europa, meistens rot.
Polarlichter treten hauptsächlich in den Polarregionen auf, dort wo die Feldlinien die Atmosphäre durchdringen. Sie kommen sowohl in nördlichen Breiten (Nordlichter, auch Aurora borealis) als auch auf der Südhalbkugel vor (Südlichter, auch Aurora australis).
Polarlichter sind hauptsächlich im Herbst/frühen Winter, von Ende Oktober bis Mitte Dezember, sowie im späten Winter/Frühjahr, von Ende Februar bis Anfang April, anzutreffen.
(quellen: verschiedene quellen)
Hilfsmittel zum finden und fotografieren von Nordlichtern
Es gibt bereits diverse Apps, die beim Finden von Nordlichtern behilflich sind, bzw. die Nordlichter online im Internet anzeigen. Das alleine reicht natürlich nicht, jetzt sollte man sich die richtige Jahreszeit und Standort nah am Pole aussuchen. Ideal für uns in Europa für das beobachten von Nordlichtern ist Island, Grönland, Norwegen, Finnland und Schweden. Es ist nicht jedermanns Sache im Urlaub in die Kälte zu fahren, aber ohne Mühen wird es schwer Nordlichter zu sehen. Sehr sehr selten sind sogar Nordlichter in Detuschland und der Schweiz sichtbar.
Itunes Apple Store –> aurora-service-app
Google Play Store –> aurora-service-app
Aurora Forecast im Internet verfolgen –> aurora-service
Smartphone App: Aurora Forecast
Wir haben diese App beim aktuellen Urlaub in Norwegen, fast jeden Tag verwendet. Es gibt aber noch einen weiteren Trick wie man Nordlichter am Himmel finden kann. Oft denkt man, dass es nur Wolken sind aber, wenn man dann die Kamera kurz zur Hilfe nimmt, hat man ganz schnell Gewissheit darüber, was sich da am Himmel tatsächlich tut. Wenn ich sowieso gerade die Kamera in der Hand habe, dann ist das mein Weg um nachzusehen.
Einfach den Himmel fotografieren, dafür ist kein Stativ oder sonstiges notwendig, mit einer hohen ISO 2800 und mindestens 3 sec. Verschlusszeit und einer Blende zw. f/1.4 und f/2.8 bzw. die kleinste, die euer Objektiv hergibt, ein Bild machen. Das ganze Bild kann ruhig verwackelt sein, denn darauf kommt es jetzt nicht an. Ist das Bild mit einem grünen Schimmer überzogen sind gerade Nordlichter am Himmel. Die Kamera sieht in diesen Fall viel mehr als das menschliche Auge, wie heisst es so schön, Nachts sind alle Katzen grau…
Auf unsere letzten Reise waren wir in Trondheim-Norwegen in der Stadt unterwegs und eigentlich haben wir hier nicht mehr mit Nordlichtern gerechnet, aber als wir so durch die Nacht spazierten waberte am Himmel eine noch graue Wolke umher. Ich dachte mir das kann nicht sein, aber dann habe ich doch eine Testaufnahme gemacht, seht selbst …
Nordlicht über Trondheim – Hersteller: Kamera: NIKON D850 | | Brennweite: 25mm | Verschlusszeit: 4/5 | Blende: f/2.8 | ISO: 1000
Es hat dann auch nicht mehr lange gedauert, bis die graue Wolken in ein grün übergingen und immer stärker wurde. Als wir auf einer Brücke, mitten in Trondheim standen und immer in den Himmel blickten und meine Kamera jetzt, in dem angehängten Blumenkasten auf einem Stativ, vor sich hin klickte, blieb das ganze kein Geheimnis und es blieben weitere Leute stehen, die sonst vorbeigelaufen wären. Der hieraus entstandene Zeitraffer ist klasse geworden.
Mein Zubehör und Equipment, das sich bewährt hat:
Die Mammut Handschuhe sind eine Kombination aus Finger- und Fausthandschuhen. Ideal geeignet durch die umklappbaren Kuppen für Situationen, in denen Fingerspitzengefühl gefragt ist. Wenn die Kamera vor sich hin arbeitet einfach die Kuppen drüber und die Finger bleiben warm, und wenn die Kamera eingestellt werden muss einfach die Kuppen umklappen. Ich habe die jetzt seit ein paar Jahren im Einsatz und sind jeden Cent wert.
Die wichtigste Eigenschaft der Petzl für mich ist das einfach umschalten von Weiss- auf Rotlicht und der wiederaufladbare Akku, per USB. Ich bin viel nachts unterwegs zum fotografieren und zum Kamera einstellen, ist einen Stirnlampe ein absolutes Muss. Eigentlich sollte jeder seine Kamera im Dunkeln bedienen und einstellen können, aber manchmal geht es doch nicht ohne. Dabei hilft das Rotlicht sich schneller an die Umgebung zu gewöhnen und nicht sekundenlang blind durch die Gegend zu laufen. Ein weiterer Vorteil ist es, wenn man in der Gruppe unterwegs ist, das weisse Licht ist einfach zu hell und wenn irgendwo eine Kamera bereits läuft und der Schein in die falsche Richtung scheint, ist das Bild oder der Zeitraffer hinüber. Dazu kommt noch den Ärger, der Kollegen, den man auf sich zieht. Innerhalb von Gruppen, ein absolutes Muss. Wer bereits die neuen Kameras von Nikon D5 oder D850 besitzt, kann unter Umständen auch ohne Lampe auskommen, da hier die Buttons beleuchtet sind. Wer irgendwo im Gelände unterwegs ist, braucht aber so eine Lampe.
Wer längere Zeitraffer anfertigen will, wie z.B. Nacht zu Tag, sollte sich dazu eine Objektivheizung zulegen. Das verhindert Kondensat auf der Linse.
Das richtige Schuhwerk ist genauso wichtig wie die Kamera, wenn die Füße kalt werden, ist es schnell vorbei mit dem Spass daran. Es fehlt die Ruhe und die Geduld geht schnell verloren, wenn man 30 min, je Sequenz, in der Kälte steht. Erst recht, wenn die Frau danebensteht und das jammern anfängt! Warme Schuhe sind dankbar! Auf unseren letzten Trip nach Estland, Finnland und Norwegen hatten wir diese an und die haben uns bei jedem Wetter (Schnee & Regen) bestens gewärmt – Reisebericht weiterlesen […]
Kamera, Objektiv und das richtige Zubehör
Nordlichter kann man eigentlich mit jeder Kamera fotografieren, sogar mit dem IPhone. Ob das Ergebnis dem entspricht, was man sich erhofft, hängt nicht nur an der Kamera, sondern an den richtigen Einstellungen und der richtigen Entwicklung in Photoshop & Lightroom ab. Daher will ich nicht auf Kamera Modelle hier eingehen, sondern nur die wichtigsten optimalen Voraussetzungen eingehen, mit denen man zu einem guten Bild bzw. Zeitraffer kommt.
Kamera
Ich verwende aktuell zwei Kamera Marken, Nikon und Sony für meine ganzen Bilder und Zeitraffer, die Modelle und Sensorgrössen sind hier zweitrangig. Nehmt das was ihr habt, das wichtigste Merkmal ist der M Modus. Der Kamera M Modus zeichnet sich dadurch aus, dass man alle Einstellungen wie Belichtungszeit, Blende und ISO manuell einstellen kann. Weitere Infos dazu findest du hier:
Objektiv
Das allerwichtigste Kriterium für gelungene Bilder und Zeitraffer von Nordlichter ist das Objektiv. Gute Objektive zeichnen sich durch eine kleine Blendenzahl aus. Das betrifft nicht nur die Nordlichtfotografie, sondern gilt generell für Nachtbilder. Je kleiner die mögliche Blendenzahl, desto lichtempfindlicher is das Objektiv. Je lichtempfindlicher das Objektiv, desto kürzer die Verschlusszeiten und man kann eine kleinere ISO verwenden. Diese Zusammenhänge habe ich bereits in anderen Artikeln für euch beschrieben.
Stativ & Stativkopf
Nicht zu unterschätzen ist hier ein gutes und stabiles Stativ. Die beste Kameraausrüstung bringt nichts, wenn am Ende das Bild, wegen einem schlechten und wackligen Stativ, dann doch verwackelt ist. Meine Festellung: wo Nordlichter sich am Himmel schnell bewegen ist auch meistens Wind. Freunden von mir ist das schon von Wind umgeblasen worden. Ich hatte, was dies betrifft, bisher Glück. Wer Nordlichter fotografiert muss das Stativ auch nicht auf Komforthöhe komplett ausziehen. Je höher das Ganze ist, desto grösser ist die Gefahr von Verwacklungen. Ich stelle meine Kamera immer so tief wie möglich oder suche mir einen Windschatten.
Timer
Meine Nikon’s haben einen internen Intervall Timer, der für die meisten Aufgaben meistens ausreicht. Meine Sony hat leider keinen internen Timer und die Zusatzapp aus dem Sony Store ist nicht zu gebrauchen. Ein guter Timer, der für beide Kameras geht, ist von Hama Timer-Fernauslöser. Hier kann man je nach Kameramodell ein passendes, einzelnes Adapterkabel kaufen und muss nicht mehrere separate Timer verwenden. Ansonsten kann man diese Kabel auch für den Timer im Eigenbau verwenden.
Nordlichter fotografieren (Kamereinstellungen)
Das Wichtigste: die Grundeinstellung, die ihr als Basis grundsätzlich verwenden könnt. Die Einstellungen verwende ich bei meine Nikons und meiner Sony immer als erstes, zum testen und passe diese, je nach Bedarf, an. Bei Objektive mit einer kleinen Blende zw. f/1.4 und f/2.8 sollten diese passen. Wenn eure Blende am Objektiv grösser ist,dann könnt ihr die ISO ein wenig höher einstellen.
1: Die Kamera immer im M Modus einstellen & verwenden
2: ISO zw. 800 und 1600 (die ISO Automatik und die Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung abstellen)
3; Verwacklungsschutz am Objektiv oder in der Kamera deaktivieren, genau dieser Schutz führt bei Langzeitbelichtungen ev. zu verschwommenen Bildern
4: AF Autofokus am Objektiv oder der Kamera deaktivieren (im Dunkel richtig manuell fokussieren ist oft sehr schwierig –>helle Lichter in der Ferne helfen dabei
4a: optional AF fixieren, mit einen Klebestreifen oder einem Gummiband
5: Blende auf die kleinste Blendenzahl stellen (optimal sind Objektive mit Blenden zw. f/1.4 und f/2.8) entweder direkt am Objektiv oder über die Kamera, das hängt vom jeweiligen Objektiv ab
6: Weitwinkelobjektiv verwenden (optimal sind Brennweiten zw. 14mm und 35mm)
7: Verschlusszeit zw. 1 und 3 Sekunden (bei Zeitraffer jetzt entsprechenden Intervall in der Kamera einstellen)
7a: externen Timer anschliessen und Intervall festlegen
8: volle Akkus und leere Speicherkarten verwenden, alternativ die Kamera über einen externen Stromanschluss, wie Powerbank betreiben
So jetzt heisst es selbst ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. Dazu muss man nicht unbedingt in den Norden fahren, das Vorgehen kann man in der Nacht, auch zuhause, mit normalen Wolken und etwas Mond am Himmel testen. Der Mond beleuchtet die Wolken ein wenig so, als wenn es Nordlichter wären, Vollmond ist da schon wieder „too much“. Das Üben hilft! Die Nordlichter können mitunter recht schnell über den Himmel ziehen. Auch wie lange sie da sind, kann von Sekunden, über Minuten bis Stunden gehen. Daher ist ein wenig Übung nicht schlecht. Meine letzten Nordlichter waren nie länger als 3 Minuten sichtbar. Dann wieder Pause, dann die nächsten, an einer ganz anderen Stelle am Himmel. Schnelles Reagieren kann da schon mal nötig sein. Die längste Nordlichtwelle am Stück hatte ich 2014 in Tromso-Norwegen. Die Welle hielt ca. 1.5 Std an, wobei die ganze Zeit die Kamera lief. Da ist man froh, wenn volle Akkus und leere SD Karten in der Kamera sind!
Zeitraffer – Timelapse fotografieren (Kamereinstellungen)
Einer der wichtigsten Einflüsse, für das Endergebnis beim Zeitraffer, ist die Verschlusszeit und die verwendete Brennweite, die am Ende für die Abspielgeschwindigkeit und den Gesamteindruck verantwortlich sind. In den folgenden Zeitraffern ist der Unterschied gut ersichtlich. Bei dem ersten Zeitraffer ist der Intervall 2 Sekunden, in dem zweiten 4 Sekunden. Je nach Anwendungsfall, kann der eine Intervall passender oder schlechter sein. Die Brennweiter kann den Zeitraffer beschleunigen, d.h. ein Zeitraffer mit einem 20mm Objektiv bei 3 Sekunden sieht im Ergebnis langsamer aus als ein Zeitraffer mit einem 70mm Objektiv mit 3 Sekunden. Im zweiten Zeitraffer ist das gut ersichtlich. In diesem Zeitraffer habe ich verschiedene Objektivbrennweiten, mit immer der gleichen Verschlusszeit verwendet.
Zeitraffer 1: Norwegen 2015
Nikkor 14-24mm f/2,8 (14mm)
Zeitraffer 2: Northern Sky Lights 2017
Zeiss Distagon 25mm f/2.8, SIGMA 35mm f/1.4, Nikkor 70-200mm f/2,8 (90mm)
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Demnächst Fotoreise nach Norwegen “Nordlicht spezial” hier buchbar.
Wir sind dabei für euch Fotoreisen inkl. Fotokurs nach Norwegen exklusiv anzubieten. Das Programm werden wir in Kürze bekannt geben. Wir planen aktuell pro Jahr zwei Reisen, immer im Februar und im November. Die erste Reise startet dann im Februar 2018. Wir fliegen erstmal nach Oslo und von dort weiter an unser Ziel. Abonniert unseren Newsletter und ihr seid informiert.
Bezugsquellen
- Mammut Shelter Mars Handschuhe
- Petzl Stirnlampe Tikka RXP
- Objektivheizung
- Salomon Herren Shelter
- Salomon Damen Shelter
- Hama Timer-Fernauslöser
- Hama Anschlussadaperkabel für Canon
- Hama Anschlussadaperkabel für Nikon D800, D810, D5, D850
- Hama Anschlussadaperkabel für Nikon D600, D610, D750
- Hama Anschlussadaperkabel für Sony A7
- Nikon D850 Kit 24-120mm AFs
- Sony Andoer NP-FW50 Dummy Akku + DC Power Bank
- Nikon Andoer EN-EL15 Voll Decocded Dummy-Akku DC-Koppler