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Die Eröffnung des Flughafens auf St. Helena sollte der grosse finanzielle Befreiungsschlag sein, damit die Inseln längerfristig nicht mehr auf die finanzielle Unterstützung von England angewiesen wäre. So war wenigstens die Hoffnung als das Foreign & Commonwealth Office und das Department
for International Development einen doch namhaften Betrag für den Bau des Flughafens auf St. Helena sprach. Sagen wir es mal so, es funktioniert noch nicht ganz: Auch im angepassten Budget für das Fiskaljahr 2020/2021 über 48 Millionen Pfund stammen weiterhin gut 3/4 aus britischen Finanztöpfen. Darunter ist mit 2,5 Millionen Pfund eine COVID-19-Unterstützung der britischen Regierung enthalten aber auch 3,5 Millionen Pfund, damit der Flughafen auf St. Helena überhaupt in betriebsfähigem Zustand gehalten werden kann. Zum Vergleich: Im Fiskaljahr 2015/16 budgetierte das Department for International Development für das legendäre Versorgungsschiff RMS St. Helena Subventionen von 2,7 Millionen Pfund.
Die jährliche Fischsaison für Hummer dauert in den Gewässern um Tristan da Cunha jeweils von Anfang August bis Ende April. Aufgrund von schlechtem Wetter konnten die ersten Schiffe dieses Jahr erst am 10. August zrausfahren. Bis Ende April wird, so empfiehlt es der Inselrat, maximal 407 Tonnen gefischt, davon um Tristan 120 Tonnen, bei Inaccessible 98 Tonnen, Nightingale 89 Tonnen und 100 Tonnen bei der ebenfalls zu Tristan da Cunha gehörenden Gough Island. Am ersten Tag fingen die Boote knapp 3,5 Tonnen. Der Ertrag der Fischerei ist ein ganz wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Insel mit ihren rund 250 Bewohnern.
Die Coronakrise macht es temporär möglich: Die Regierung von St. Helena hat bis im Januar 2021 einmal monatlich ein Flugzeug von Titan Airways gechartert für einen Flug von London Stanssted via Kanarische Inseln (Auftanken) und Ascension Island (Übernachtung) nach St. Helena. Ob wie beim letzten Charterflug wieder eine Boeing 757, das grösste je auf dem Flughafen von St. Helena gelandete Flugzeug, zum Einsatz kommt, hängt von der Nachfrage ab. Die Kosten pro Flug von ca. CHF 1300.-- sind fair. Allerdings muss jeder auf St. Helena ankommende Passagier 14 Tage in Quarantäne und sich an dessen Kosten beteiligen.
Für Kommandeure der US-Streitkräfte gibt es auch mal ungewöhnlichere Engagements, weit weg von den Krisenherden in Afghanistan oder dem Irak. Die Vertreter von Ascension Island konnten im Juli Major Brian Wernle als neuen Chef der "US Air Force 45th Mission Support Group Detachment Two" auf der Insel begrüssen. Der vorher auf der Creech Air Force Base in Nevada stationierte Major Wernle wird sich vielleicht über die abwechslungsreichere Landschaft auf Ascension freuen: War in Nevada eigentlich nur Wüste, so hat er jetzt Wüste plus die schiere Unendlichkeit des Atlantiks zum Geniessen (und selbstverständlich auch den Green Mountain Nationalpark). Eine wichtige Aufgabe für den neuen Kommandeur dürfte die von seinem Vorgänger aufgegleiste Renovierung der Wideawake Landepiste sein, so dass eines Tages auch wieder die Versorgungsflüge von England auf die Falklandinseln wieder auf Ascension Island landen können.
Auf einer Insel zu leben, wo kein Coronafall registriert ist, heisst nicht, dass man sorgenfrei leben kann. St. Helena ist eine solche Insel (im wahrsten Sinne des Wortes), die bisher vom Covid-19-Virus verschont bliebt. Trotzdem leiden die Inselbewohner unter den Folgen: Die nach Jahren erkämpfte wöchentliche Flugverbindung von Südafrika ist bis auf Weiteres eingestellt, vielleicht bis im Dezember, vielleicht bis im Februar. Das will niemand vorhersagen im Moment. Da die meisten Güter von Südafrika importiert werden, wo weiterhin starke Einschränkungen gelten, ist auch der Fluss der Güterlieferungen stark eingeschränkt. Seit Monaten gäbe es keine Kartoffeln mehr auf St. Helena und der Biervorrat ist aufgrund des Brauereistopps in Südafrika auf einem kritischen Level. Das Vorzeigehotel Mantis in Jamestown hat bis vorerst Dezember die Türen geschlossen, das Consulate Hotel versucht sich mit lokalem Geschäft irgendwie über Wasser zu halten. Die 39 am 30. Juli mit einem Charterflug der Regierung von England angekommenen Flugpassagiere befinden sich jetzt in einer 14-tägigen Quarantäne im Bradley's Camp. 94 Flugpassagiere flogen am 31. Juli zurück nach England zurück in die grosse weite Welt, wo die maskentragende Realität des Covid-19 (fast) überall sichtbar ist. Wann die nächste Flugverbindung nach St. Helena sein wird, weiss die Regierung noch nicht. Wenn man in den nächsten Monaten reisen möchte, solle man sich melden.