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Probebetriebe
Mit den beiden gemieteten Batteriebussen «SOR» und «Caetano» sammelten die VBZ Erfahrungen, um bis 2030 weitgehend emissionsfrei zu fahren.
Bei den Probebetrieben ging es darum, herauszufinden, wie viel Strom die Busse auf einzelnen Linienabschnitten und unter unterschiedlichen Bedingungen benötigen. Dies kann je nach Jahreszeit und Anzahl Fahrgästen stark schwanken. Um repräsentative, langfristige und verlässliche Daten zu erheben, wurde z.B. der Quartier-eBus für zwei Jahre gemietet.
Aus diesen Erkenntnissen ging hervor, wie gross die Batterie sein muss, wie viel Antriebsleistung benötigt wird oder welche Lade-, Heiz- und Klimatisierungskonzepte gewählt werden müssen. Mit den Probebetrieben konnten auch Einsatz- und Betriebskonzepte direkt im Realbetrieb überprüft und wichtige Fragen geklärt werden:
Wie viele Batteriefahrzeuge sind in Zukunft erforderlich, um ein Linienpaket zu betreiben, auf dem heute Dieselbusse eingesetzt werden? Wie müssen die Umläufe definiert sein, damit die Batteriereichweite optimal ausgenützt wird? Wie lange dauert die Ladezeit einer Batterie unter verschiedenen Bedingungen? Was gilt es beim Ladevorgang zu beachten? Welche Sicherheitsanforderungen müssen berücksichtigt werden?
Die Erfahrungen und Erkenntnisse im Umgang mit Batteriebussen haben die VBZ in einem Bericht zusammengefasst.
Zusätzlich haben die VBZ die Batteriebus-Probebetriebe für standardisierte Lärmmessungen genutzt. Die Messungen erfolgten in Zusammenarbeit mit Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ) und wurden durch ein spezialisiertes Ingenieurbüro ausgeführt. Sie ergaben, dass die Geräuschemissionen der Elektrobusse durchwegs zwischen 3 und 7 dB(A) tiefer lagen als bei einem vergleichbaren Diesel-Standardbus. In Steigungen und Gefällestrecken fielen die Lärmreduktionen am deutlichsten aus.
Diese Resultate sind gerade in städtischen Gebieten ein wesentliches Argument für die Elektrifizierung, so entspricht eine Abnahme um 3 dB(A) einer Halbierung des Schalldruckpegels. Obwohl die Wahrnehmung des menschlichen Ohrs nicht direkt auf den Schalldruckpegel übertragen werden kann, gilt gemäss aktueller Rechtsprechung bereits eine Veränderung um 1 dB(A) als wahrnehmbar. Eine Reduktion von 5 – 10 dB(A) beschreibt der Messbericht als "deutlich wahrnehmbare Veränderung".
Die Messungen haben überdies gezeigt, dass auch die modernen Batterietrolleybusse (Typ «SwissTrolley plus») um bis zu 4 dB(A) leiser sind als ihre Vorgängermodelle. Die Lärmemissionen der Hybrid-Gelenkbusse lagen bei einer Durchfahrt mit 30 km/h ebenfalls um ca. 3 dB(A) tiefer als bei vergleichbaren Diesel-Gelenkbussen, wobei hier im Bereich der tieferen Geschwindigkeiten (elektrische Haltestellenabfahrt) und im Stillstand noch deutlichere Lärmreduktionen erfolgen.
Insgesamt haben die Messungen also gezeigt, dass Elektrobusse hinsichtlich Lärm sehr grosse Vorteile gegenüber Bussen mit Verbrennungsmotor bieten. Die Emissionswerte wurden so ermittelt und aufgearbeitet, dass sie in das zukünftige Berechnungsmodell sonROAD18 der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) integriert werden können.