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Ernst Kreidolf wird am 9. Februar 1863 in Bern geboren. Die Familie zieht nach Konstanz, als er fünf Jahre alt ist. Sein Vater eröffnet dort ein Spielwarengeschäft. Ernst wird von seinem Grossvater in Tägerwilen, Thurgau, grossgezogen. Obwohl Ernst zuerst vom Grossvater im Malen unterstützt wird, verbietet er ihm schlussendlich das Zeichnen, da der Enkel Bauer werden soll. Das Kind zeichnet nun heimlich. Er absolviert nach der Sekundarschule 1879 die Lithografenlehre. 1883 zieht Ernst Kreidolf nach München und besucht dank der Unterstützung seiner langjährigen Förderin, Eveline Ammann, zuerst die Kunstgewerbeschule, dann 1887 die Akademie. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, gestaltet er nebenher Warenprospekte und Steckbriefe. Durch die grosse Doppelbelastung von Schule und Erwerbstätigkeit und infolge des Todes seiner älteren Schwester Hermine erlebt Kreidolf nervliche Zusammenbrüche. Als er sich 1889 nach Partenkirchen, Oberbayern, zur Erholung zurückzieht, wird er aufmerksam auf „die Welt im Kleinen“, die er stundenlang im Wald beobachtet. Diese Natureindrücke legen den Grundstein für seine späteren Bilderbücher, die ihn zwischen 1922 und 1931 auf den Höhepunkt seines Schaffens bringen. Ernst Kreidolf verstirbt am 12. August 1956 im Alter von 93 Jahren in Bern.