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Publiziert: 21 April 2013
Das Museum in Ascona stellt einen Künstler aus der eigenen Sammlung vor: Heinrich Maria Davringhausen.
Auch dieses Jahr stellt das Museo Comunale d’Arte Moderna Ascona wieder einen Künstler aus der eigenen Sammlung vor; einen Künstler, der zu den Wegbereitern des Magischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit zählt: Heinrich Maria Davringhausen, geboren in Aachen 1894, gestorben in Nizza 1970. "La libertà dell’astrazione – Die Freiheit der Abstraktion" nennt sich die Werkschau, die bis zum 9. Juni läuft und in deren Rahmen noch zwei Führungen in deutscher Sprache vorgesehen sind, und zwar am 27. April und am 18. Mai, jeweils um 10.30 Uhr (eine Voranmeldung beim Museum wird empfohlen).
Sein Lebensweg führte ihn zu Beginn des Ersten Weltkriegs nach Ascona. Heinrich Maria Davringhausen folgte dem Ruf des Künstlerdorfs, der Anarchisten, Künstler und Reformer aus ganz Europa an den Lago Maggiore zog. Hier stand er in Kontakt zu einer Avantgarde der europäischen Kunst, zum Beispiel zum “anarchistischen Maler Georg Schrimpf, der einer der wichtigsten Persönlichkeiten innerhalb der zukünftigen Gruppe der Neuen Sachlichkeit wurde: eine Bewegung, die Davringhausen – nach einer Phase, die stark von fauvistischen, expressionistischen, orphistischen und futuristischen Stilelementen gekennzeichnet war – in seiner Kunst schon 1916/17 antizipierte und an welcher er teilnahm, um mit George Grosz, Otto Dix und Carlo Mense den politischen Kampf gegen die falschen Werte des Krieges und der kapitalistischen Gesellschaft aufzunehmen, die in einer wie durch die Lupe gesehenen Wahrheit ohne Gefühle dargestellt wurden”, so der Prospekt zur Ausstellung.
Nach diversen Reisen musste der mit einer Jüdin verheiratete Davringhausen 1933 vor dem nationalsozialistischen Regime aus Deutschland fliehen, seine Kunst wurde als entartet stigmatisiert. Er liess sich in Mallorca nieder. Der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs zwang ihn erneut zur Flucht, er lebte von 1936 bis 1939 in Ascona und nahm Anteil am kulturellen und künstlerischen Leben. So erneuerte er die Freundschaft mit bekannten Persönlichkeiten wie Wladimir Rosenbaum, Aline Valangin und Erich Maria Remarque und arbeitete am Marionettentheater von Jakob Flach mit. Ein Ausschnitt aus einem Artikel in der Südschweiz, der heutigen Tessiner Zeitung, vom 17. Juli 1937 zur Premiere des Marionettentheaters von Ascona, erinnert an diese Zeit: “Das zweite Puppenspiel dieses Abends war von Franz Blei, benannt 'Nusch-Nuschi', ein erotisch-groteskes Spiel. Mischa Epper fertigte hierzu die Puppen, bis auf Nusch-Nuschi, die Roy Moser fantastisch komisch gestaltete. Die Dekoration stammt von Davringhausen, die musikalische Begleitung besorgten die Geschwister Braun. Die ausgeglichene Regie liegt in den Händen Köbi Flachs.”
Preis
CHF 15.- / reduziert CHF 10.- bis 18 Jahren freier Eintritt
Di-Sa 10.00-12.00 / 15.00-18.00 Uhr So/Feiertage 10.30-12.30 Uhr