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Wenn zwei das gleiche tun, so ist es nicht das gleiche - eine Binsenweisheit, gewiss, aber kaum eindrücklicher hörbar zu machen als mit der Gegenüberstellung der Kompositionen von Humphrey Searle und Matyas Seiber, die beide den streng „wissenschaftlichen“ Regeln der von Arnold Schönberg entwickelten Zwölftonmusik folgen.
„Man kann es anwenden oder auch nicht, es kommt lediglich darauf an, ob man ihm etwas abgewinnen kann“, sagt der Engländer Searle über das Zwölfton-System. „Ich habe auch anders komponiert, aber ich fühle mich wohler damit.“ Seine 1. Symphonie, geschrieben 1952/53, wurde als „kraftvolle, geradezu erschreckende Symphonie“ bezeichnet und spielt auf der schmerzhaft dissonanten Seite des Systems.
Ganz anders dagegen die „Fragmente“ des Ungarn Seiber, geschrieben 1958 nach einer Dichtung von James Joyce, der seinerseits nach musikalischen Prinzipien schrieb. Seibers Umsetzung der Joyceschen Sprachmusik steht auf der Seite des sanften Wohlklangs und gehört mit zum Faszinierendsten, was es an zeitgenössisch vertonter zeitgenössischer Dichtung zu hören gibt. Unter der Leitung des Komponisten schaffen das Melos Ensemble und die Dorian Singers ein Klangabenteuer von einer wundersamen Dichte.
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