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Das ewige Comeback: Mr. Mojo Risin’
The Doors
"Hit me" sollte der von Robbie Krieger geschriebene Song "Touch me" ursprünglich heißen, bis Morrison ihn auf das mögliche Missverständnis aufmerksam machte. Bei der Präsentation der Single in der Smothers Brothers Comedy Hour am 15. Dezember 1968 soll Robbie witzigerweise ein blaues Auge gehabt haben, das er sich am Vortag bei einer Wirtshausschlägerei geholt haben sollte. Jim sei ausgewichen und es habe Robbie voll erwischt. In Wirklichkeit hatten die beiden aber nur einen Autounfall, aber eine Wirtshausschlägerei passte einfach besser zum Image der Band. Jim Morrison war damals erst 24 Jahre alt und befand sich mit seiner Band "The Doors" auf dem Höhepunkt seiner Karriere als "Lizard King". Auch wenn das vierte Album der Band, "The Soft Parade" (1969), bei den Kritikern aufgrund der Bläsersets schlecht ankam, waren die Konzerte ausverkauft und Morrison feierte als "Politiker der Erotik" seine ersten Höhepunkte. Das Album sowie jedes weitere wird in einem Extra-Kasten dem Leser vorgestellt. Zudem gibt es Fotos von der Band und eine Menge Abdrucke von Konzertkarten und Tourneepostern, die im typischen Siebziger Psychedelic Style auch heute noch begeistern.
Das Vermächtnis der Doors reicht nicht nur zurück bis zur Gründung der Softdrinks- und Hamburger-Kette "Hard Rock Café", das bei der Suche nach einem Cover für ihr fünftes Studioalbum "Morrison Hotel" als Nebenprodukt entstanden war, sondern zieht auch hinein bis in die Gegenwart. 1981 hatte die Band mit "Alive, she cried" mehr Alben abgesetzt als in jedem einzelnen Jahr seit Veröffentlichung, erzählt der Elektra-Pressesprecher freimütig dem Rolling Stone Magazine. Auf dem Cover stand: "He’s hot, he’s sexy, he’s dead" und sollte vorwegnehmen, dass man mit einem toten Morrison vielmehr verdienen konnte, als mit einem lebenden, zumal Letzterer immer besoffener zu seinen Konzerten kam und sich kaum mehr artikulieren konnte. Durch den Oliver Stone Film mit Val Kilmer in der Hauptrolle - ursprünglich hätte John Travolta Morrison spielen sollen - setzte die Band jährlich und schon 40 Jahre nach seinem Tod immer noch zwei Millionen Platten pro Jahr (!) ab.
27: erst alt, dann tot
Besonders beeindruckend sind auch die Polizeifotos von Morrison, die ihn jedes Jahr um Jahre (!) gealtert zeigen. Die Fotos vom 20. September 1970, die wegen der mutmaßlichen Entblößung seines Organs in der Öffentlichkeit gemacht wurden, zeigen einen alten Mann: Jim wird gerade erst 27, am 8. Dezember, ein halbes Jahr später, war er tot. Mit der Band "The Doors of the 21st Century" setzten die ehrgeizigen Überlebenden des Mythos sogar die Live-Karriere der Doors fort und fanden in Ian Astbury von The Cult einen kongenialen Partner, der Morrison nicht imitierte und dennoch authentisch rüberbrachte. Auch um das Grab des berühmten ikonischen Helden kümmert sich die Autorin, denn sie erzählt auch von der Büste der kroatischen Künstlerin Mladen Mikulin, die von der Begräbnisstätte am Pariser Friedhof Pere Lachaise gestohlen wurde und heute durch eine Bronzetafel mit der Aufschrift "Kata Ton Daimona Eaytoy" ersetzt wurde: "Gemäß seinem Dämon!". Viele Fotos, Originaldokumente, eine Biographie, Interviews mit John Densmore, Robby Krieger und Ray Manzarek und anderen Zeitzeugen machen diese illustrierte Geschichte zu einem Supereinstieg in die Welt der Doors.