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Geschichte – Kleiner Überblick über die Entwicklung der Stickerei und der St. Galler-Stickerei im besonderen
Die Geschichte der Stickerei ist lang und hat, wie vieles den Ursprung in China. Schon vor mehr als 3000 Jahren wurden mit Seiden-, Baumwolle- und Wollgarnen Gewebe mit verschiedenen Mustern verziert. Die wichtigsten Stickereien kommen aus Jiangsu, Guangdong, Hunan und Sichuan. Bei der Su-Stickerei aus Jiangsu werden verschiedenste Muster von Blumen, Vögeln und Landschaften eingestickt. Sie ist sehr fein gearbeitet, das besondere Sujet ist ein Kätzchen das sehr naturgetreu wiedergegeben wird. Bei der Jue-Stickerei aus Guangdong die sehr bunt gearbeitet ist sind die verbreitetsten Motive Drachen und Vögel. Die Xiang Stickerei ist mehr als 2000 Jahre alt und die besonderen Motive sind Tiger und Löwen. Aus Sichuan kommt die Shu-Stickerei die ca. 1000 Jahre alt ist und umfangreiche Darstellungen von Landschaften, Figuren, Vögel und Fischen beinhaltet.
Aber auch in Indien und Âgypten war die Stickkunst bekannt die zur Hauptsache jedoch nur geometrische Figuren stickten. Die Assyrer entwickelten diese Kunst weiter und stellten vorallem Menschen- und Tiergestalten dar. Die Kunst des Stickens kam dann über die Griechen zu den Römern. Im Mittelalter waren es vorallem die Klöster die sich mit der Stickerei befassten und diese Kunst weiterentwickelten. Diese Arbeiten wurden aber dann im 11. Jahrhundert von den arabischen Kunstanstalten verfeinert. Einher mit der Bildung kam diese Kunst sodann in die westliche Hemispähre. Durch den regen Handel zuerst nach England, dann über das Burgund verbreitete sich die Stickerei in Europa.
Die St. Galler-Stickerei
Als St. Galler-Stickerei werden die Produkte dieser Sparte aus St. Gallen und der Umgebung bezeichnet. Die St. Galler-Stickereien waren einst die wichtigsten Produktion- und Exportgüter. In der Blütezeit um 1910 machten diese Artikel knapp 20 % der Exporte der Schweiz aus und hatten seinen Weltmarktanteil von ca. 50 %.
Die St. Galler-Stickerei entwickelte sich aus dem Niedergang der Leinwandfabrikation ca. 1850. Das war die Zeit der Einführung der Handstickmaschine die um das Jahr 1865 ausgereift war. Ab1870 begann der kometenhafte Aufstieg der Branche. Bis 1890 verdreifachte sich die Anzahl der Handstickmaschinen auf knapp 20.000 Stück. Diese Entwicklung bescherte St. Gallen viel Reichtum der sich noch heute in den prunkvollen Bauten der damaligen Zeit wiederspiegelt.
Die Handstickmaschinen erfuhren ab ca. 1880 enorme Konkurrenz durch die von Isaak Gröbli 1863 erfundene und bis 1870 weiterentwickelte neue Schifistickmaschine. Neu an dieser Technik war, dass diese mit 2 Fäden analog zur etwa zur gleichen Zeit entwickelten Nähmaschine funktionierte. Das war eine enorme Entwicklung weil die Arbeit viel leichter und einfacher von der Hand gegangen ist. Diese sogenannten Pantographen-Schiffli-Stickmaschinen wurden immer noch von Hand betrieben. 1898 entwickelte Arnold Gröbli, der älteste Sohn von Isaak Gröbli diese Maschine weiter zum Stickautomaten. Die Handarbeit am Pantographen wurde durch Lochkarten ersetzt, die Maschine automatisiert. Um das Jahr 1910 waren bereits ca. 5000 Schifistickmaschinen in der Schweiz im Einsatz.
Der erste Weltkrieg brachte der Branche eine Durststrecke von der sie sich niemals erholte. Trotzdem hat sich die St. Galler-Stickerei durch ihr Qualitätsdenken und Innovationen behauptet und ist heute aus der Haute-Couture nicht mehr wegzudenken.
Interessierten Lesern empfehlen wir auch das spannende Buch «die Sticker» von Elisabeth Gerter, EAN 978-3-293-00326-2. Herausgeber: Unionsverlag Zürich, http://www.unionsverlag.com/info/servicetitledownload.asp?qry=title_id=2273
Danke für Ihr Interesse.
Tonsai AG Wittenbach