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Einige Fakten über Benin
Beim Kochen (Foto: C. F. Ngo Biyack)
Die Republik Benin liegt in Westafrika und grenzt an Togo, Nigeria, Burkina Faso und Niger. Die offizielle Landessprache in Benin ist französisch. Es gibt jedoch auch eine Reihe einheimischer Sprachen, vor allem Yoruba und Fon sind weit verbreitet. Das heutige Benin wurde vom 17. bis 19. Jahrhundert vom “Königreich Dahomey” regiert. Seine Küsten umfassten den damals unter dem Namen “Sklavenküste” bekannten Küstenstreifen, von dem aus afrikanische Sklaven nach Nord- und Südamerika verschifft wurden. Im Jahr 1872 wurde Benin zu einer französischen Kolonie. Fast ein Jahrhundert später, im Jahr 1960, gewann Benin seine Unabhängigkeit und wurde zur Republik Benin. Während der ersten Jahre der Unabhängigkeit war das Land von politischer Instabilität geprägt.
Nach einer Reihe von Militärregimes folgte 1989 der Wechsel zu einer repräsentativen Regierung. Wirtschaftlich ist Benin stark vom benachbarten Nigeria abhängig. Nigeria war und ist der wichtigste Handelspartner des Landes in der Region. Benin ist einer der größten Baumwollerzeugerländer auf dem Kontinent, mit Baumwolle wird ein beachtlicher Anteil des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Trotz des anhaltenden Wirtschaftswachstums in Benin ist die Korruption immer noch ein weit verbreitetes Problem.
Im Jahr 2005 führten politische Unruhen in Togo dazu, dass Tausende von Togoern nach Benin flüchteten, was zu einer humanitären Krise führte, da der Benin mühsam versuchte, die Flüchtlinge mit Nahrung und Unterkunft zu versorgen. Benin hat eine Gesamtbevölkerung von 9,2 Millionen, die Hauptstadt Porto-Novo hat ungefähr 280 000 Einwohner.
Eine der stabilsten Demokratien in Afrika, aber dennoch eine sehr arme Nation
In einem Land, in dem fast 20 Prozent der Bevölkerung unterernährt sind, ist das Leben für diejenigen, die auf der sozioökonomischen Leiter an unterster Stelle stehen, ein täglicher Überlebenskampf. Obwohl Benin mittlerweile zu den stabilsten Demokratien in Afrika gehört, ist es immer noch eins der ärmsten Länder des Kontinents - 72 Prozent der Bevölkerung leben in Armut und kämpfen ums tägliche Überleben. Die Mehrheit der Beniner hat noch nicht vom jüngsten Wirtschaftswachstum profitiert, das hauptsächlich auf der Produktion von Baumwolle und Palmöl beruht. Neben HIV/AIDS sind andere ansteckende Krankheiten wie Hepatitis A, Typhus, Malaria und Gelbfieber ein großes Problem für das Gesundheitswesen. In diesem armen afrikanischen Land sterben immer noch Tausende von Menschen an Krankheiten, die in den westlichen Nationen leicht behandelt werden könnten.
Vor allem in den ländlichen Gebieten Benins ist die Armut weit verbreitet; auf dem Land haben nur 4 Prozent der Menschen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Auch die Versorgung mit Trinkwasser ist auf dem Land sehr schwer, wo 31 Prozent der Menschen verunreinigtes Wasser trinken müssen. Im Jahr 2010 erlebte Benin die wohl größte Flutkatastrophe in der Geschichte des Landes. Tausende von Menschen waren gezwungen, ihre überfluteten Häuser zu verlassen. Viele Schulen und öffentliche Gebäude wurden teilweise oder komplett zerstört, und ein Großteil der Ernte wurde ebenfalls vernichtet, wodurch die ohnehin schon kritische Ernährungssituation verschlimmert wurde. Viele Familien haben durch die Flut ihre Anbauflächen verloren.
Die Lage der Kinder im Benin
Lebensunterhalt verdienen (Foto: C. F. Ngo Biyack)
Demographisch gesehen ist Benin ein sehr junges Land. Fast 50 Prozent der Landesbevölkerung sind jünger als 14 Jahre. Dennoch kann das Leben für viele Kinder im Benin sehr hart sein, da ihre Rechte jeden Tag verletzt werden.
310 000 Kinder wachsen im Benin ohne elterliche Fürsorge auf. Das ist ein schockierend hoher Anteil, wenn man die Zahl der Gesamtbevölkerung berücksichtigt. Viele dieser Kinder haben ihre Eltern durch AIDS verloren, einer Krankheit, die immer noch eins der größten Gesundheitsprobleme des Landes darstellt. Vor allem die Mutter-Kind-Übertragung von HIV stellt ein anhaltendes Problem dar; 32 000 Frauen sind im Benin HIV-positiv.
Die erschwerten sozioökonomischen Lebensbedingungen vor allem in ländlichen Gebieten haben zu einer Verschlechterung der Lage der Kinder im Benin geführt, die ohne elterliche Fürsorge leben oder Gefahr laufen, sie zu verlieren. In einem der ärmsten Länder Afrikas ist ca. eins von fünf Kindern untergewichtig. Die Lage ist seit den schweren Fluten im Jahr 2010 noch dramatischer geworden.
Von 1000 Lebendgeburten erreichen 121 Kinder nicht mal das Alter von fünf Jahren. Ein schlechter Zugang zu Grundversorgungsdiensten, Nahrung und Bildung macht das Leben für die Kinder im Benin zu einer täglichen Herausforderung. Sehr häufig müssen Kinder arbeiten, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Sie arbeiten in landwirtschaftlichen Familienbetrieben, fahren Rikschas, arbeiten auf Baustellen oder in Kleinbetrieben und auf Märkten.
Die Tatsache, dass sie aufgrund der Kinderarbeit nicht in der Lage sind, eine Schule zu besuchen, verringert beträchtlich ihre Chancen auf ein besseres Leben als Erwachsene. Ohne Bildung kann der Teufelskreis der Armut kaum durchbrochen werden. Tausende von Kindern aus armen familiären Verhältnissen enden als Straßenkinder in den städtischen Zentren von Benin. Ihre Jugend ist oft von Drogenmissbrauch, Gewalt und manchmal sogar durch kommerzielle sexuelle Ausbeutung geprägt. Darüber hinaus ist Benin sowohl Bestimmungsland, Herkunftsland und auch Transitland für Kinderhändler.
SOS-Kinderdorf in Benin
Unsere Tätigkeit im Benin begann im Jahr 1985, als ein offizielles Abkommen mit der Beniner Regierung unterzeichnet wurde. SOS-Kinderdorf International erhielt ein Grundstück in Abomey-Calavi, ca. 17 km von der größten Stadt des Landes, Cotonou, entfernt. Unsere Organisation beschloss aus verschiedenen Gründen, Kinder und Familien im Benin zu unterstützen. Zum einen leiden das Land und die Menschen unter extrem hoher Armut. Zum anderen werden viele Kinder aus traditionellen Glaubensgründen ausgegrenzt. Kinder werden manchmal der Hexerei bezichtigt, und es gibt Berichte über eine Reihe von “Kinderhexen"-Morden im Benin.
In den nördlichen Regionen Benins sind der Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildungseinrichtungen und die Versorgung mit Nahrung besonders schwierig. SOS-Kinderdorf International versucht, diese Notlage durch die bestehenden SOS-Kinderdörfer zu lindern. Im Jahr 2004 startete unsere Organisation ebenfalls ein SOS-Familienstärkungsprogramm für vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohte Kinder, um ihnen das Aufwachsen in ihrer eigenen Familie zu ermöglichen.
Derzeit unterhält unsere Organisation drei SOS-Kinderdörfer im Benin. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien im Benin auch an drei verschiedenen Standorten durch Kindertagesstätten, Schulen, Berufsbildungszentren und medizinische Zentren. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie.
Website von SOS-Kinderdorf Benin
(verfügbar auf Deutsch, Englisch und Französisch)