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Woher kommt eigentlich der Ausdruck «Hahnenburger»?
Eine Familie setzt sich nach einer langen Wanderung an den schönsten Tisch im Hotel Globi und bestellt nichts – ausser einer grossen «Guttere Brunnewasser». So geschehen in einer Globi-Geschichte. Als Kellner Globi mit einer «Guttere» Wasser an den Tisch kommt, sagt er: «Da bitteschön, isch d Guttere Hahneburger!», Mutter und Vater schauen Globi bestürzt an: «Was, ‹Hahneburger›? Mir hend kei Hahneburger bstellt!»
Worauf Globi entgegnet: «Momoll: Hahneburger säged mir am Brunnewasser.»
Hahnenburger sagen nur die Boomer
Hahnenburger??? Nicht nur bei Globis Gästen sorgt der Ausdruck für Fragezeichen. Eine Umfrage bei den Today-Kolleginnen und -Kollegen ergab: Den Begriff kennen nicht alle. Und die, die Hahnenburger kennen, nutzen das Wort eher nicht. «Nur Leute, die älter als 50 sind und jugendlich rüberkommen wollen, benutzen diesen Ausdruck», sagt ein Kollege mit einem Augenzwinkern.
Sogar die Chefin meinte dazu nur:
Hahnenburger hat (vielleicht) etwas mit Bier zu tun
Woher kommt der Begriff Hahnenburger überhaupt? Die Recherche führte zu zwei möglichen Ursprüngen:
- Im Hochdeutschen gibt es den Ausdruck «Kranenwasser» für Leitungswasser. Kranenwasser wird auch «Kranenberger» oder «Kranenburger» genannt. Laut eines Wörterbuchs über die deutsche Umgangssprache werden die Begriffe «Burger» oder «Berger» scherzhaft verwendet, um das Leitungswasser aufzuwerten. Wie das? Es gibt viele Bier- und Weinmarken, die «Burger» oder «Berger» im Namen haben – wie etwa die Marke Bitburger.
- In einem Blogpost schreibt jemand, dass der Ausdruck vom Weissenburger Mineralwasser stammt. Das war eine Mineralwasser-Marke, die Wasser aus der Quelle in Weissenburg, Simmental fasste.
Zwei mögliche Erklärungen – welche ist nun die richtige?
Hahnenburger wurde in den Achtzigerjahren erfunden
ZüriToday wollte es genauer wissen, und hat beim Schweizer Idiotikon nachgefragt.
«Bei Hahnenburger handelt es sich wohl um eine jüngere Bildung», schreibt Sprachwissenschaftler Martin Graf. Denn das Wort komme erst 1983 im Zürichdeutschen Wörterbuch vor – in jenen von 1961 und 1968 noch nicht. Wer hätte das gedacht: Hahnenburger, eine Erfindung der Achtziger, genau wie Techno, Mikrowelle und Walkman? Aber was bedeutet es?
Parallele zum deutschen Wort erwiesen
«Hahnenburger wird im Zürichdeutschen Wörterbuch als ‹Brunnenwasser (humoristisch)› definiert», erklärt Graf – Globi hatte also recht! Es gebe eine Parallele zum deutschen «Kranenberger» oder «Kranenburger». Denn mit Kran sei genau dasselbe gemeint wie mit dem Hahnen – «nämlich die Auslassvorrichtung von Flüssigkeiten aus einem Gefäss oder einer Leitung», so der Linguist.
Und: «Wie im Hochdeutschen ist auch der Hahnenburger eine Nachbildung nach dem Vorbild von Markennamen auf -berger beziehungsweise in diesem Fall -burger, und ganz konkret in der Schweiz eben: Weissenburger», bestätigt Martin Graf auch die zweite Vermutung aus der Recherche.
Hat der Wasserhahn etwas mit einem «Güggel» zu tun?
Wieso eigentlich Wasserhahn? «Das Wort ‹Hahn› für den Wasserhahn ist eine Übertragung nach der äusserlichen Form des Haushahns, des Güggels, der ja Kopf und Schwanz in einem schön geschwungenen Bogen nach vorne oder oben streckt», erklärt Martin Graf.
Übrigens: Das Zürcher Hahnenburger ist qualitativ gut und kann unbesorgt getrunken werden. Die Qualität ist jedoch von Gemeinde zu Gemeinde – und sogar innerhalb eines Dorfs oder einer Stadt – verschieden. Hier findest du heraus, welche Zürcher Gemeinden das beste Wasser haben.
Sagst du auch Hahnenburger? Oder nennst du das Hahnenwasser ganz anders? Sags und in den Kommentaren!
Globis Hahnenburger-Belehrung kannst du dir ab 1:05 anhören:
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