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|Le Grand Kallé

Joseph Kabasele and the Creation of Modern Congolese Music
Die grosse Musik aus dem Kongo hat eine lange Tradition und beeinflusst bis heute die afrikanische Musik. Die moderne Kongo-Musik, welche sich in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zu entwickeln begann, hat viele Namen. African Jazz, Rumba, Soukous. Wahre Legenden dieser Musik waren Franco, Dr. Nico, Wendo, der erst kürzlich verstorbene Tabu Ley (Seigneur Rochereau) und zuerst Joseph Kabasele (Le Grand Kallé). Ein Sänger, Bandleader und Gitarrist, welcher die elektrische Gitarre in der kongolesischen Musik einführte. Diese neue Musik hatte verschiedene Einflüsse. Die Musik der Bergarbeiter-Kultur aus dem südlichen Afrika, verschiedene traditionelle Stile, europäische Kirchen- und Tanz-Musik und sehr entscheidend die afrokaribische Musik. Entstand diese Musik in ihren Ursprüngen aus der Kultur der afrikanischen Sklaven, kamen nun ihre Rhythmen wieder zurück nach Afrika. Rumba, Merengue, Boogaloo und Chachacha. Und dazu noch eine Prise afroamerikanischer Jazz und Rock’n’Roll.
Gitarren haben in der kongolesischen Musik oft einen wichtigen Platz. Im traditionelleren Stil mehr die Akkustische, in der moderneren Musik die Elektrische. In den Orchestern etablierten sich dann meist mehrere Elektro-Gitarristen.
Eine grosse Zahl Aufnahmestudios und Plattenlabels entstanden ab den 50ern. Dadurch verbreitete sich die Musik in grossen Teilen Afrikas, aber auch in Europa und Amerika.
Le Grand Kallé war sehr aktiv. Er war Komponist vieler erfolgreicher Stücke. In seinen Orchestern begann die Karriere der meisten legendären Musiker und Sängerinnen. Kallé’s African-Jazz-Orchester coverte auch Songs anderer Musik-Stars. Besonders erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit Tabu Ley Rochereau. Tabu Ley, übrigens stark befreundet mit Patrice Lumumba, war längere Zeit Mitglied bei African-Jazz.
Joseph Kabasele, der eigentliche Vater der neuen Kongo-Musik, kreierte 1960 zusammen mit Manu Dibango, Dr. Nico und Tabu Ley den unvergesslichen Song Independence Chachacha. Das Lied zur Unabhängigkeit des Kongo.
1983 starb Joseph Kabsele mit 52 Jahren in Kinshasa. Lange war seine Musik, ausser den ganz grossen Hits, nicht mehr greifbar. Vieles lebte aber weiter in diversen Coverversionen. Kabasele’s Einfluss auf die populäre afrikanische Musik ist bis heute spürbar; darunter seine Kunst, mit Leichtigkeit verschiedene Stile in die Musik einfliessen zu lassen.
Jetzt liegt eine überzeugende Zusammenstellung der Musik von Le Grand Kallé vor. Auf 2 CDs sind 36 Songs zu hören. Aufgenommen und produziert zwischen 1951 und 1970. Dazu gleich noch ein informatives Buch. Da wird auf die Musikgeschichte, die politische und kulturelle Situation und selbstverständlich auf die diversen Stücke eingegangen, sowie auf die bedeutende Zusammenarbeit verschiedener Musikerinnen und Musiker, auch mit afrokaribischen Hintergründen.
Ganz andere Musikstile, und doch auch immer wieder Verwandtes, sind auf den zwei empfehlenswerten Samplern Angola Soundtrack 1 & 2 zu hören. Hörenswert auch, weil viele unbekannte Perlen zu entdecken sind. Nicht einfach die ganz bekannten Stars. Angola Musik mit den verschiedensten Stilen und Einflüssen. Semba, Kazucuta, Psychedelic Merengue, Instrumental Hits und vieles mehr.
Liebevoll vom in Deutschland lebenden Musik-Archäologen Samy Ben Redjeb zusammengestellt und gut dokumentiert.

Le Grand Kallé. His Life His Music.
Joseph Kabasele and the Creation of Modern Congolese Music.
2 CDs & 104 page book (engl. & fran.). Compiled and written by Ken Braun.
Sterns Music / Sterns Africa 2013
Angola Soundtrack 1. The Unique Sound of Luanda 1968 – 1976
(auch auf Vinyl).
Analog Africa 2010
Angola Soundtrack 2. Hypnosis Distortion & Other Sonic Innovations 1969 – 1978
(auch auf Vinyl).
Analog Africa 2013
www.analogafrica.com
www.sternsmusic.com
Pius Frey
Comedia Buchhandlung St.Gallen
www.comedia-sg.ch
Comedia St.Gallen / www.comedia-sg.ch / 30.03.2014