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28. August 2020
Entwicklung von Laura
Hurrikan Laura war der erste Major Hurrikan (ein Sturm der Kategorie 3 und höher) der Hurrikan-Saison 2020. Als tropische Störung Mitte August an der Westafrikanischen Küste entstanden, entwickelte das System am 20. August erste Charakteristika eines Tropensturmes während es sich auf die Kleinen Antillen zubewegte. In gleicher Stärke zog das System südlich an Puerto Rico vorbei und überquerte später die relativ gebirgigen Inseln Hispaniola und Kuba, wo es geringen Schaden verursachte.
Am Morgen des 25. August erreichte der Sturm den Golf von Mexiko wo er – ungehindert von Landmassen – die erste Stärkestufe auf der Saffir-Simpson Skala erreichte. Anfänglich beeinträchtigten leichte Scherwinde und die trockene Atmosphäre ein weiteres Erstarken. Das änderte sich aber schlagartig, als die Scherwinde nachliessen und Laura über dem warmen Wasser im westlichen Golf rasant an Stärke gewann. Am nächsten Tag erreichte Laura die zweithöchste Stufe auf der Hurrikanskala. Am 27. August kurz nach Mitternacht (CDT) erreichte das Auge von Laura die amerikanische Küste bei Cameron, nahe der Grenze zwischen Louisiana und Texas.
Einfluss auf den Markt
Da der Sturm gegenwärtig noch über die USA zieht und weiterhin starke Regenfälle vom Mittleren Westen bis in die Gegend von Washington D.C. bringen wird, ist eine abschliessende Bewertung noch verfrüht. So haben Modellierungsfirmen bis jetzt noch keine öffentlichen Schätzungen für den versicherten Marktschaden publiziert. Vergleichbare Ereignisse von AIRs Ereigniskatalog indizieren einen versicherten Schaden von USD 5 bis 10bn an Land. RMS spricht in einem ersten Briefing von USD 6bn. Wir sehen Hurrikan Rita aus dem Jahre 2005 als gutes Proxy, ein Ereignis das heute ebenfalls ca. USD 10bn an versicherten Schäden auslösen dürfte. Diese Zahlen beziehen sich auf den On-Shore Schaden; es ist davon auszugehen, dass die Energiewirtschaft im Golf von Mexiko zusätzliche Schäden vermelden wird.
Einfluss auf die Portfolien
Basierend auf diesen Zahlen wird der Einfluss auf die Solidum Portfolien gering sein.
Katastrophenanleihen sollten durch diesen Sturm keinen Kapitalverlust erleiden. Wir gehen davon aus, dass eine Zweitschadendeckung durch Laura aktiviert werden kann. Diese Katastrophenanleihe ist nicht in unseren Portfolien enthalten, da sie uns zu volatil erschien. Aggregierende Bonds werden eine geringe Erosion ihrer Selbstbehalte verzeichnen.
Auch wenn eine abschliessende Aussage für die privaten Rückversicherungs- und Retrozessionsverträge in den Portfolien der Solidum ELS SAC2 and SAC3 noch nicht gemacht werden kann, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass diese ebenfalls nicht betroffen sein werden. Insbesondere sind unsere privaten Transaktionen, die Energierisiken decken, wegen spezieller Ausschlussklauseln von Laura nicht beeinflusst.
Kurzfristig erwarten wir durch Laura indiziert eine gewisse Volatilität in den Sekundärmarktpreisen vom heutigen Freitag und zum Monatsende. Wir erwarten aber, dass sich die Ausweitung der Bid-Ask Speads relativ schnell wieder normalisiert.