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Das Bienenjahr in vier Stadien
Das Bienenjahr richtet sich grundsätzlich nach den Jahreszeiten. Die Entwicklung eines Bienenvolks ist jedoch grundsätzlich von der Aussentemperatur abhängig. Die Temperatur gibt vor, ob eine Bienenkönigin die Legetätigkeit aufnimmt oder einstellt. Das Bienenjahr schlüsselt sich in die folgenden Phasen auf:
- Vorbereitungszeit für den Winter und Ruhephase in der kalten Jahreszeit (August bis Januar)
- Die Bienenvermehrung ist voll im Gang. Es startet das Bienenjahr mit der Aufzucht (Februar bis Juni)
- Die Königin erneuert sich (Mai/Juni)
- Zeit sich den Vorrat zu holen (April bis September)
- Die Drohnenschlacht (Ende August)
- Die Räuber machen sich auf den Weg
1. Vorbereitungszeit für den Winter und Ruhephase in der kalten Jahreszeit
Für den Mensch ist diese Zeit das Ende des Jahres. Das Bienenjahr hingegen startet genau in diesem Zeitfenster vom August bis Januar. Im Spätsommer vermehren sich die Jungbienen, die den Winter überstehen können. Dazu legen sich diese ein spezielles Fett-Eiweiss-Polster an. Dadurch bringt sie sich dann schadlos über die Winterzeit. Diese Bienen nehmen sich auch nicht mehr den Sammelflügen für Nahrung teil. Auch die Brutpflege überlassen sie den Sommerbienen. Dadurch verausgaben sie sich nicht und profitieren von einer längeren Lebensdauer im Bienenjahr. Das ist der Grundstein für das Überleben des Bienenstaates über den Winter. Diese Bienen sind deshalb im Frühling in der Lage alle Tätigkeitsfelder einer Arbeiterbiene zu übernehmen. Nach der Spättracht verschliessen die Bienen die Ritzen der Behausung mit Propolis. Damit verhindern sie Zugluft im Bienenkasten.
Sinkt die Aussentemperatur auf unter 12 Grad Celsius stellt die Bienenkönigin die Legetätigkeit ein. Das ist, je nach Temperatur, zirka Ende Oktober im Bienenjahr. In dieser Zeit sterben auch die „alten“ Arbeiterinnen ab, da diese im nächsten Jahr nicht mehr in der Lage sind die Brutaufzucht zu verrichten. Wird es kalt ziehen sich die Bienen in die Behausungen zurück. Sie lassen sich dazu zwischen dem Flugloch und den Futtervorräten in die Wintertraube zusammen. Um die Grundtemperatur von zirka 13 Grad Celsius am Rand der Wintertraube zu halten, bewegen sie sich langsamer und erzeugen durch Muskelkontraktion Wärme. Die Bienen auf der Aussenseite der Wintertraube drängen allmählich nach innen, um sich aufzuwärmen. Ein Zyklus, welcher sich den ganzen Winter wiederholt. Der Kot, welcher sich in der Winterruhe anhäuft wir in der Kotblase gesammelt. Steigen die Temperaturen auf über 10 Grad Celsius, nehmen die Bienen den sogenannten Reinigungsflug vor.
2. Die Bienenvermehrung ist voll im Gang
Das Bienenjahr kommt nun so richtig in Gang. Im Frühling beginnt die Bienenkönigin wieder mit der Legetätigkeit. Die Temperatur steigt deshalb im Brutnest auf zirka 35 Grad Celsius an. Darum kommt es auch zu einem höheren Nahrungsverbrauch im Bienenvolk. Dadurch sind die Arbeiterinnen gezwungen das nötige Futter und Wasser in das Volk einzutragen. Diese Stoffe werden durch die Arbeiterinnen in der Honigblase, für die Ernährung der Bienenlarven, herangeschafft. Je mehr Futter die Natur hergibt, je höher wird die Legeleistung der Bienenkönigin.
Im Mai erreicht die Königin den Höhepunkt der Legetätigkeit. In der dieser Zeit legt sie deshalb bis zu 2’000 Eier im Tag in die Brutwaben. Das Bienenjahr kommt dann im Frühling weiter in Fahrt. In dieser Zeit setzt dann der Baubetrieb der Bienen ein. Sie beginnen mit dem Ausbau der Waben und fertigen demzufolge Arbeiterinnen- und Drohnenzellen. Dieser Vorgang wird durch den Imker durch den Einsatz von leeren Wabenrahmen noch zusätzlich gefördert.
3. Die Königin erneuert sich
Das Bienenjahr befinden sich nun am Höhepunkt. Zu dieser Zeit leben zwischen 50’000 – 60’000 Bienen in einem Bienenvolk. Deshalb muss die Bienenkönigin viel Pheromone entwickeln, um den Schwarmtrieb zu verringern. Bei älteren Königinnen lässt die Pheromone Produktion nach etwas 2 bis 3 Jahren nach. Die Arbeiterinnen ziehen daraus resultierend neue Weiseln (Königinnenbrut) heran. Gleichzeitig wird die Drohnenbrut herangezogen, die es für die Befruchtung der Königinnen braucht.
Das Schwärmen eines Bienenvolkes ist die natürliche Vermehrung der Bienenvölker. Bevor die neuen Königinnen schlüpfen verlässt die alte Königin mit ungefähr der Hälfte der Bienen den Bienenstock und lässt sich mit diesen in der Nähe der alten Behausung nieder. Späherinnen suchen darauf einen neuen Standort für das Bienenvolk. Ist dieser gefunden, wird der Schwarm dorthin gelotst. Wenn die Königinnen im alten Volk ausschlüpfen, kommt es zum tödlichen Machtkampf. Die zuerst geschlüpfte Königin versucht sofort die anderen Königinnen noch vor dem Ausschlüpfen zu töten. Gelingt das nicht, kommt es zum Nahkampf mit tödlichem Ausgang einer Partei oder zu einem Nachschwarm mit einem teil des bereits dezimierten Bienenvolkes. Ist alles geregelt, lässt der Schwarmtrieb im Volk wieder nach und die neue Königin nimmt die Geschäftstätigkeit im Bienenjahr auf.
Der Imker hat keine Freude am Schwärmen der Völker, weil dies die Volksstärke dezimiert. Er macht sich die Situation zunutze und beginnt mit der Jungvolkbildung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Jungvolkbildung. Zum Beispiel bilden eines Brutablegers, eines Kunstschwarmes oder eines Flugling.
4. Zeit sich den Vorrat zu holen für das Bienenjahr
Das Bienenjahr geht in eine weitere entscheidende Phase, die als Trachtzeit durch die Imker bezeichnet wird. Die Bienen legen in der Zeit zwischen Ende März bis September die Wintervorräte an. Viele glauben die Bienen würden in dieser Zeit nur Nektar für die Honigproduktion sammeln. Sie sammeln im Bienenjahr ausserdem auch Pollen für die Ernährung der Larven. Zudem sammeln sie ebenfalls Baumharz. Aus diesem stellen sie Propolis her. Ein sehr wichtiger Stoff, der eine konservierende und desinfizierende Wirkung hat. Je nach Witterung oder Region endet die Tracht in den Monaten Juni bis Ende September. Die Imker unterscheiden zwischen der Frühtracht, Sommertracht und Spättracht. In der Frühtracht wird zum Beispiel der Blütenhonig geerntet. Die Sommertracht und Spättracht bringt in unserer Region den Waldhonig ein. Honig wird zudem auch als das gelbe Gold bezeichnet.
Das Bienenjahr und die Drohnenschlacht
Mit dem Nachlassen der Tracht, was ungefähr im August der Fall ist, beginnt die Drohnenschlacht. Die Drohnen erleiden dann ihr vorgesehenes Schicksal. Das Bienenjahr kommt in die brutale Phase. Die Drohnen werden nun vom Stock verbannt und ihnen dadurch das Futter entzogen. Anfliegende Drohnen werden nun nicht mehr in den Bienenstock hereingelassen. Die geschwächten Drohnen fallen zu Boden und sterben. Die im Bienenstock verbliebene Drohnenbrut wird kurzerhand hinausgeworfen und dem Schicksal überlassen.
Die Räuber machen sich auf den Weg
Sobald die letzte Honigernte erfolgte, muss der Imker den Honig durch Ersatzfutter ersetzen. Deshalb wird in der Regel Rübenzucker (Kristallzucker) in einem bestimmten Verhältnis in Wasser aufgelöst und an die Bienen verfüttert. Damit setzt auch die Zeit der Räuberei in das Bienenjahr ein. Starke versuchen nun die schwächeren Völker zu überfallen und ihr Futter zu stehlen. Das kann in einem offenen Kampf erfolgen oder in Form von stiller Räuberei. Bei der stillen Räuberei lässt sich das schwächere Volk ohne Kampf einfach über sich ergehen. Greift der Imker nicht sofort ein, kann es dabei zur Vernichtung des Bienenvolkes kommen.
Das Volk kann gerettet werden, wenn es zirka zwei Kilometer um platziert wird. Damit finden die Räuber den Standort des Volkes nicht mehr. Das Volk kann erneut darauf neu gefüttert werden. Damit Endet dann das Bienenjahr.