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Schwangerschaftsdiabetes
Unter Schwangerschaftsdiabetes versteht man einen erhöhten Blutzuckerspiegel der werdenden Mutter. Wir erklären Ihnen, was das genau bedeutet und wie Sie damit umgehen sollten.
Info
Was passiert bei Schwangerschaftsdiabetes?
Die Schwangerschaft bewirkt eine Insulinunempfindlichkeit des mütterlichen Organismus, damit ein Teil der Nährstoffe direkt für das kindliche Wachstum zur Verfügung steht. Bei gesunden Frauen wird diese natürliche Insulinresistenz durch eine Leistungssteigerung der Bauchspeicheldrüse ausgeglichen. Sie produziert entsprechend mehr Insulin, sodass der Zucker abgebaut wird. Bei Schwangerschaftsdiabetes gelingt dies nicht mehr, die Bauchspeicheldrüse kommt mit der Insulinproduktion nicht mehr nach. Der erhöhte Blutzuckerspiegel der werdenden Mutter bedeutet ein gesteigertes Nahrungsangebot für das ungeborene Kind. Als Reaktion darauf produziert der Fötus ständig zu viel Insulin.
Dies wiederum führt zu einer Fehlprogrammierung seines Gehirns, denn das Insulin kreist im Körper des Babys und gelangt dabei unweigerlich ins Zwischenhirn. Dort sind wichtige Regelzentren angesiedelt, die den Stoffwechsel und das Körpergewicht beeinflussen. Als Folge davon sind die Zentren, die das Sättigungsgefühl und die Insulinhemmung steuern, verkleinert; die Regionen, die das Hungergefühl und die Insulinausschüttung steuern, sind jedoch normal gross. Auf Sättigungssignale wie das Hormon Leptin reagiert das Zwischenhirn kaum noch. Dagegen läuft die Bildung appetitsteigender Peptide auf Hochtouren. Diese erworbene Insulinüberproduktion bleibt lebenslang erhalten, die damit geborenen Menschen haben einen gesteigerten Appetit, einen erhöhten Insulinspiegel im Blut und eine gestörte Insulintoleranz. Ihr Risiko, im Laufe des Lebens übergewichtig zu werden und an Typ-2-Diabetes oder später an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden, steigt um 50 Prozent an. Auch für die werdenden Mütter ist Schwangerschaftsdiabetes gefährlich. Besonders grosse und schwere Babys können im Geburtskanal stecken bleiben und müssen mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden. Manche kommen zu früh, weil der Platz in der Gebärmutter zu eng geworden ist oder weil es zu einer Schwangerschaftsvergiftung kommt.
Tipp
Der Routinetest in der Schwangerschaftskontrolle, ob sich Zucker im Harn befindet, ist nicht sehr aussagekräftig.
Lassen Sie vom Arzt zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche einen Zuckerbelastungstest (oraler Glukose-Toleranz-Test oGTT) durchführen, damit ein Schwangerschaftsdiabetes gegebenenfalls rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann. Der Arzt erklärt Ihnen auch, wie der Test funktioniert.