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Crotalus d. unicolor
Crotalus durissus unicolor
Aruba-Inselklapperschlange (Klauber, 1956)
Crotalus unicolor hat zwischen 11 und 18 Oberlippen- und 12 bis 20 Unterlippenschilde. Die stark gekielten Schuppen umgeben die Rumpfmitte in 25 bis 33 Reihen. 155 bis 195 Bauch- und 18 bis 34 Schwanzschilde bedecken die Körperunterseite. Der Afterschild ist ungeteilt. Zwei jeweils über dem Auge beginnende dunkelbraune oder schwarze Längsstreifen, die parallel zueinander verlaufen, ziehen sich über Kopf und Hals. Die Grundfärbung ist hellgrau. Auf dem Rücken befinden sich blasse, dunkelbraune Rautenflecken mit heller Umrandung. Der Schwanz hat einfarbig braune bis schwarze, die Bauchseite weisse oder weissgraue Farbtöne.
Länge: bis 100 cm
Lebensraum
Sie lebt auf der Insel Aruba, die sich vor der Küste Venezuelas befindet. Früher besiedelten sie ganz Aruba, vor allem das Landesinnere. Seit man da jedoch einen Flughafen gebaut hat wurde sie immer mehr in die Berge vertrieben. Heute geht man davon aus dass es nur noch 200 bis 300 Exemplare in freier Natur gibt. Also kurz vor dem Aussterben. Die Durchschnitztemperaturen auf Aruba sind 29°, der Winter nicht unter 20°C. Eine leichte Brise ist fast allgegenwärtig. Sie ernährt sich von Vögeln, Kleinsäugern und Echsen.
Haltung und Zucht
Als Bodengrund verwende ich Seramis, ein Material aus Ton welches auch für Pflanzen zum Eintopfen gebraucht wird. Sie haben es zwischendurch gerne sehr feucht, vor allem vor der Häutung. Seramis speichert eben die Feuchtigkeit sehr lange. Als Versteckmöglichkeiten biete ich ihr Felsen und Korkrinden, die immer wieder gerne aufgesucht werden. Als ich meinen Tieren auch Klettermöglichkeiten und Ablagen in der Höhe gab, wurden sie sehr häufig benutzt. Manchmal liegen sie tagelang in der Höhe.
Auch ein grosses Wasserbecken stelle ich immer zur Verfügung.
Bei Tagestemperaturen zwischen 26 und 30 ° sowie einer Nachtabsenkung auf 22 bis 24° C fühlen sie sich sehr wohl. Eine Überwinterung entfällt.
Die Jungtiere werden in Boxen und in Einzelhaft aufgezogen. In der Regel fressen sie schon bald nackte Mäuse. Die Paarungszeit ist im August, die Jungen kommen so im März bis April auf die Welt. Crotalus unicolor sollte man nicht zu früh verpaaren, die Chance das Weibchen an Legenot zu verlieren ist gross.
Sie gehört zu den giftigsten Klapperschlangen. Ihr Gift wirkt stark hämorrhagisch und neurotoxisch zugleich. Es schädigt die Nieren in ganz ausserordentlichem Masse und der Tod tritt nicht selten erst nach einigen Tagen durch Nierenversagen ein. Der Tod kann jedoch bei einem Vollbiss schon nach einer halben Stunde eintreten, ohne dass das Opfer wieder zu Bewusstsein kommt.
Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Lokale Gifteffekte
- Starke lokale Schmerzen
- ausgedehnte Schwellung
- Nekrose im Bereich der Bissstelle
Hämotoxische Gifteffekte
- Systemische Blutung, hypovolämischer- hämorrhagischer Schock.
Bei einem sehr schweren Bissunfall kann es sein, dass neurologische Gifteffekte wie Lähmung der Skelettmuskulatur, Hirnnervenausfälle (Ptosis, Ophthalmoplegie, Dysphagie, Dysarthrie) vorkommt. Auch muskuläre Gifteffekte wie Muskelschmerzen in Ruhe und bei Bewegung.
Antivenin
- Soro Anticrotalico, Institut Butantan
Erste Hilfe
- Notarzt-Krankenwagen anrufen und Ruhe bewahren.
- Eventuell mit Saugglocke Gift versuchen abzusaugen.
- Gebissenes Körperteil ruhigstellen.
- Seiten- oder Schocklagerung.
- Keine Kompressionsbinde anlegen.
Schneiden ist Sache des Arztes.