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Während die tollpatschige Rimmel eher unscheinbar ist und als strebsame Maus gelten würde, würde sie überhaupt einmal Beachtung durch ihre Kommilitonen erfahren, ist Romeo das komplette Gegenteil und quasi „King of Campus“: Sein berufliches Ziel ist die NFL, aber seine Noten lassen zu wünschen übrig, so dass er gezwungen ist, mit einer Tutorin zusammen zu lernen; anderenfalls droht ihm der Rausschmiss aus der Footballmannschaft des Colleges, so dass er definitiv nicht die Aufmerksamkeit der für die NFL tätigen Talentscouts auf sich ziehen könnte.
Doch schon die ersten „Studiendates“ zeigen deutlich, dass Rimmel und Romeo sich gegenseitig anziehen wie Motten das Licht. Allerdings schreckt Rimmel doch vor Romeo zurück, um dessen amouröse Eskapaden wissend; immerhin ist er der Casanova des Colleges und sie hat so gar nichts mit den Mädels gemeinsam, deren Gesellschaft Romeo bekanntlich bevorzugt.
Romeo hingegen ist ein wenig von der Tatsache erschreckt, dass er dieses unscheinbare, immer in viel zu grossen Klamotten steckende Mädel, das ständig über ihre eigenen Hosensäume stolpert, absolut anziehend findet und insbesondere von dem Fakt, dass Rimmel gänzlich unbeeindruckt ist, dass er der Liebling des gesamten Colleges ist.
Obwohl, nein, der Liebling aller ist er nicht: Zach, der Präsident der Bruderschaft, der Romeo schon im letzten Jahr hatte beitreten wollen, kann Romeo nicht leiden. In diesem Jahr erhält Romeo allerdings die Chance, den Initiationsritus zu durchlaufen und er ist fest entschlossen, endlich in die Bruderschaft aufgenommen zu werden, aus welcher heraus er weitere Kontakte in die NFL hinein zu knüpfen können erhofft.
Eine der ihm gestellten Herausforderungen ist es, ein vorbestimmtes Mädchen zu verführen: Eigentlich kein Problem für den Herzensbrecher, aber das Mädchen, das er in die Kiste kriegen soll, ist ausgerechnet Rimmel … von der niemand annimmt, dass sich der bindungsscheue Frauenheld tatsächlich in sie verlieben könnte …
Cambria Hebert: „#Nerd“ (Hashtag Series; Band 1)
„#Nerd“ ist der Auftaktband zu Cambria Heberts „Hashtag Series“, welche inzwischen mit sechs vollen Romanen, gefolgt von einer kurzen Novella, daherkommt und eigentlich abgeschlossen sein sollte, auch wenn es figurentechnisch nach wie vor einige sidekicks gibt, die noch zum Protagonisten in einem weiteren Band werden könnten. Aktuell gilt die Reihe dennoch als schon abgeschlossen; mit Heberts „GearShark Series“ gibt es aber eine Spin-off-Reihe der #Hashtag-Erzählfolge, wobei sich die GearShark-Geschichten auf gleichgeschlechtliche Romanzen konzentrieren.
Alles in Allem dreht sich die #Hashtag-Reihe um das/die Liebesleben der Clique, die in #Nerd rund um Romeo und Rimmel vorgestellt wird, wobei Romeo und Rimmel in den ersten drei Bänden die Protagonisten darstellen. „#Nerd“ kann jedoch durchaus auch als eigenständiger Roman gelesen werden, da zumindest diese Geschichte auch als in sich geschlossen verstanden werden kann; es gibt weder ein offenes Ende noch einen bösen Cliffhanger, so dass sich das Lesen von „#Nerd“ auch für die lohnt, die eine Reihe gerne einmal anlesen und erst währenddessen herausfinden möchten, ob der Fortgang der Reihe für sie noch von weiterem Interesse ist, ohne sich im Anschluss ärgern zu müssen, letztlich völlig im Regen stehengelassen worden zu sein.
Die „#Nerd“-Geschichte ist sehr typisch; über solche Romanzen rund um erzwungene Nachhilfen stolpert man ja ständig: Im September 2015 hatte ich hier auf dem Blog ja noch von Kate McCarthys „The End Game“ geschwärmt, einem meiner letztjährig gelesenen Lieblingsromane. Doch während „The End Game“ aufgrund der privaten Schwierigkeiten, mit denen der dortige Protagonist zu kämpfen hatte, eine recht ausgeprägte Komplexität zeigte, reiht sich Heberts „#Nerd“ nun zu jenen Romanzen, die eine eher leichte, aber amüsante, Unterhaltung versprechen.
Dies ist definitiv eine Geschichte, um sie locker-flockig wegzulesen (wobei der Sonnenbrand, den ich mir währenddessen eingefangen habe, dann doch nicht mehr ganz so lässig war).
Den „hässlichen Schwan“ in Form des unscheinbaren Mädels kennt man auch zu Genüge, ein klassisches Figurenmotiv, wobei Rimmel von vornherein nicht als hässlich, sondern eben einfach nur als graue Maus geschildert wurde, aber die übergrossen Klamotten und Rimmels wiederholtes Beklagen ihrer augenscheinlich unzähmbaren Wallemähne liessen schon darauf schliessen, dass ihrer tatsächlichen Konfektionsgrösse entsprechenden Kleidung und ein Kamm sie dem Klischee solcher Geschichten entsprechend vom unauffälligen Mädchen zum auffälligen Hottie aufsteigen lassen würde. Aber immerhin: Rimmel durfte ihre Brille aufbehalten!
Allzu sehr in die Tiefe geht „#Nerd“ nicht; okay, die Geschichte bleibt komplett an der Oberfläche, wobei grad hinsichtlich Romeos Mutter Standesdünkel für ein höheres Konfliktpotential hätten sorgen können; und das Problem, dass Romeo Rimmel benutzen sollte, um sich seinen Platz in der Bruderschaft zu sichern, wirkt von Anfang an als leicht aus der Welt zu schaffen. Ich dachte zumindest gleich, dass es doch eigentlich ganz praktisch sei, dass Romeo die Frau rumkriegen sollte, auf die er eh just ein Auge zu werfen begann. Quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Natürlich ist die komplette Handlung völlig vorhersehbar, echte Überraschungen gibt es nicht, aber „#Nerd“ hat mich dennoch total begeistert und das lag in erster Linie am Erzählstil: „#Nerd“ wird abwechselnd von Romeo und Rimmel erzählt, aus ihren Ich-Perspektiven heraus, und Rimmel war mir als Hauptfigur überaus sympathisch: Sie legte häufig so einen lässigen Sarkasmus an den Tag und grad ihre persönlichen Schilderungen waren einfach sehr unterhaltsam. Rimmel habe ich wirklich ganz fest in mein Herz geschlossen. (Und freue mich nach „#Nerd“ jetzt darauf, noch den Rest der Reihe zu lesen.)
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Thalia CH: gebundene Ausgabe (CHF 34,40)*
Die Titel der kompletten Hashtag-Reihe:
1. "#Nerd"
2. "#Hater" -> zur Rezension auf diesem Blog <-
3. "#Player" -> zur Rezension auf diesem Blog <-
4. "#Selfie"
5. "#Poser"
6. "#Heart"
7. "#Holiday"