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So habe etwa der Start der Unternehmensanleihen-Käufe durch die Europäische Zentralbank EZB am Vortag keinen positiven Schub gebracht, was den Investoren Sorgen bereite. Die Credit Suisse weist in einer Markteinschätzung darauf hin, dass die Volatilitäten sehr gering seien, was darauf schliessen lasse, dass die Finanzmärkte eine unterdurchschnittlich risikobehaftete Situation einpreisen würden. Dies sei angesichts der zahlreich anstehenden wichtigen Ereignisse im Juni auf ökonomischer und politischer Ebene allerdings zweifelhaft. Die Bank streicht etwa die nächsten Sitzungen der amerikanischen und der japanischen Notenbanken oder die Abstimmung über den "Brexit" hervor. Sie bestätigt deshalb ihre negative taktische Haltung gegenüber Aktien global.
Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,56% auf 8'098,27 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,59% auf 1'225,93 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,58% auf 8'763,10 Punkte. Von den 30 Blue Chips geben 28 nach, während einzig Swatch und Sonova je ein knapp positives Vorzeichen aufweisen.
Mit die grösste Abgaben im SMI/SLI verzeichnen derzeit Lonza (-1,6%). Am Vorabend hatte Baader Helvea den Titel auf "Sell" von "Hold" zurückgenommen und dies damit begründet, dass es nach einem fantastischen Lauf Zeit sei für eine Verschnaufpause. Darüber hinaus hat Lonza am Morgen eine Fertigungsvereinbarung mit Bluebird in den USA bekanntgegeben. Diese wurde von der Bank Vontobel positiv gewertet, eine Änderung der Schätzungen der Bank ist damit aber nicht verbunden.
In ähnlichem Umfang liegen die Verluste von CS (-1,5%). Der Titel leidet unter einer Rückstufung durch die englische Bank Barclays, welche das Rating wegen der Risiken im Zusammenhang mit vielen grossen hängigen Rechtsfällen auf "Equalweight" von "Overweight" zurückgenommen und auch das Kursziel deutlich reduziert hat. Gleichzeitig hat Barclays das Rating für die UBS-Titel im Rahmen einer Branchenstudie zu Investmentbanken auf "Overweight" von "Equalweight" erhöht. UBS (-0,1%) halten sich denn auch praktisch auf dem Schlusslevel des Vortages und damit klar besser als CS.
Von den Versicherungen, welche bereits am Vortag unter Druck gestanden hatten, geben Zurich (-0,9%) und Swiss Re (-0,8%) am deutlichsten nach. Weitere klare Verlierer sind etwa Aryzta und Clariant (je -1,3%) oder LafargeHolcim (-1,2%).
Auch die Schwergewichte tragen zur allgemeinen Abwärtstendenz bei, so büssen Nestlé, Roche und Novartis je 0,5% ein. Novartis hat mit der Präsentation neuer Studien zu einem Mittel gegen Migräne und zu zwei Biosimilar-Kandidaten am Morgen Neuigkeiten geliefert, die Aktien beeinflusst dies aber am Berichtstag kaum.
Nebst den erwähnten positiven Sonova und Swatch sowie UBS halten sich noch Kühne+Nagel (-0,1%) oder Swiss Life (-0,2%) vergleichsweise stabil.
Im breiten Markt büssen Lem nach der Präsentation des Jahresergebnisses 1,9% ein. Lem habe einmal mehr solide Resultate geliefert und die Erwartungen übertroffen, hiess es dazu in Marktkreisen. Der Ausblick sei indes etwas defensiv, nun würden Gewinne mitgenommen.
Einen Sprung nach oben machen Accu Holding (+7,1%), nachdem bekannt wurde, dass Marco Marchetti nicht mehr Mehrheitsbesitzer des Unternehmens ist, sondern eine neu gebildete Aktionärsgruppe.
cf/ra
(AWP)