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Talamanca,
alte Bezeichnung der tropischen Niederungen an der atlantischen Seite von Costa-Rica. Das Gebiet war zur Zeit der Entdeckung von einer Anzahl verschiedener, aber unter sich verwandter Stämme bewohnt, die in durch Pfahlwerke verschanzten Dörfern hausten, einen, wenn auch beschränkten Ackerbau trieben, in schön gewebte Baumwollstoffe sich kleideten und in gesitteten und geordneten Verhältnissen unter dem Regiment von Häuptlingen lebten. Sie hatten einen ausgebildeten ¶
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Kultus, Idole und Zauberpriester, und pflegten alle Monate ihren Göttern ein Fest zu feiern, bei dem ein oder mehrere Kriegsgefangene geopfert wurden. Die einzelnen Stämme waren daher in beständigem Kriegszustand miteinander. Das Land war reich an allerhand Produkten, Kakao, Honig, Wachs, Sarsaparille, vor allem aber an Gold, [* 3] aus dem die Eingeborenen Schmucksachen [* 4] fertigten, die in Thonformen gegossen wurden und denen man die Form von allerhand Tieren, Adlern, Eidechsen, [* 5] Fröschen, Spinnen [* 6] u. s. w. zu geben pflegte.
Dieser Goldreichtum ist es, der dem Gebiete den Namen Costa-Rica gegeben hat. Die Spanier, die in dem Hochlandsgebiete festen Fuß gefaßt hatten, versuchten das Land in ihrer Weise auszubeuten. Es kam aber schon 1610 zu einem Aufstand, bei dem die ganze span. Garnison niedergemetzelt wurde. Thatsächlich ist das Gebiet noch heute so gut wie unabhängig. Der Goldreichtum des Landes hat aufgehört, oder man kennt wenigstens die Lagerstätten nicht mehr. Doch sind an einzelnen Stellen, namentlich in der Nähe der Laguna de Chiriqui in neuerer Zeit bedeutende Funde alter Schmucksachen aus Gold (s. Tafel: Amerikanische Altertümer II, [* 2] Fig. 5) gemacht worden. Von den noch jetzt daselbst existierenden Stämmen sind die hauptsächlichsten die Cabécar, die Bribri und die Tiribri oder Terrába, wozu noch die Boruca oder Brunca auf der pacifischen Seite von Costa-Rica kommen.