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Projektbeschrieb
me jesus & I
Meine Fotografien nehmen Bezug auf drei Ölbilder aus der christlichen Tradition.
Diese Bilder stellen drei biblische Szenen des Neuen Testaments dar – die Taufe Jesu durch Johannes, das Abendmahl und den Kreuzgang Jesu.
In einer radikalen Transformation werden alle Männer auf den Bildern – Jesus, Johannes, die Jünger und Simon von Cyrene (der Jesus hilft, das Kreuz zu tragen) – durch Selbstbildnisse ersetzt. Die Bildkompositionen der Vorlagen – z.B. dem „Abendmahl“ von Juan de Juanes (1562) – werden dabei sehr genau berücksichtigt.
Ich bin auf allen drei Bildern immer gleich angezogen, u.a. mit einer alten Skijacke. Die verschiedenen Persönlichkeiten werden nur in kleinen Details unterschieden.
Beim Tryptichon geht es um viele, zum Teil provokative Aussagen. Einerseits werden historische Kulturgüter in die heutige Zeit übertragen und dabei eine heilige in eine weltliche Szenerie transferiert (die Location ist eine Art Skihütte). Andererseits werden Männer durch eine Frau, dazu noch durch mich selbst, ersetzt. Schliesslich tauchen dezent inszenierte Markenartikel auf (IKEA, Nike, Burton u.a.). Es geht aber nicht um Spott oder Protest – es geht vielmehr darum, dass nicht nur die eingereichten Fotografien, sondern auch die dahinter stehenden traditionellen Bilder hinterfragt werden sollen.
Wen oder was verherrlichen wir, INRI oder IKEA?
Ist Gott ein Mann oder eine Frau oder beides?
Darf ich mich selbst als Gott inszenieren?