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Chorhemd
VSS Spitzen Archiv Inv.Nr.00522
Mit dem Begriff Chorhemd bezeichnet man ein weisses Leinengewand mit weiten Ärmeln. Es wurde in der nicht-eucharistischen Liturgie der römisch-katholischen Kirche vom Priester über der Soutane, in der Heiligen Messe von Ministranten und Kommunionhelfern über dem Talar getragen. Die Ränder an den Ärmeln und am Saum waren oft mit Spitze verziert1.
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, 1962 – 1965 wurden die liturgischen Gewänder einfacher und bescheidener und die meisten Spitzenverzierungen verschwanden. So überliess das Kapuzinerkloster Wesemlin in Luzern wegen mangelnder Verwendung einige Chorhemden dem VSS Spitzenarchiv.
Detailaufnahme der Saumspitze
Detailaufnahme der Ärmelspitze
Die dekorative Blüte an der Aussenkante des Ärmels wirkt durch ihre Schlichtheit. Das Band ist spärlich mit kleinen Löchlein und die Füllung im Löcherschlag gearbeitet.
Weitere Detailaufnahme der Ärmelspitze
Die Dichte des klappsymmetrisch angeordneten Bandes erhält durch zusätzliche Drehungen an den Kanten einen dekorativen Bandverlauf.
Ganz typisch für die Zeit um die Jahrhundertwende ist die mit einer Eternelle gearbeitete Innen- oder Annähkante der Spitze. Diese ist eine Nachahmung der früher verwendeten Encrêlure, einem Annähspitzchen.
1https://de.wikipedia.org/wiki/Chorhemd