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- Das Genfer Stimmvolk entscheidet nach dem Rücktritt von Staatsrat Pierre Maudet über dessen Nachfolge.
- Im ersten Wahlgang erreichte kein Kandidierender das absolute Mehr. Der zweite Wahlgang ist für den 28. März geplant.
- Die Grüne Fabienne Fischer schnitt im ersten Wahlgang mit 38’626 Stimmen am erfolgreichsten ab.
- Pierre Maudet liegt mit 29’275 Stimmen auf dem zweiten Platz, gefolgt vom FDP-Kandidaten Cyril Aellen (20’129 Stimmen).
Der Parteilose Pierre Maudet, der mit seinem Rücktritt die Wahl erforderlich gemacht hatte, erzielte erstaunlich viele Stimmen. Er liegt deutlich vor dem FDP-Abgeordneten Cyril Aellen, dessen Kandidatur von FDP und CVP getragen wird.
Für die Freisinningen ist Aellens Resultat «ein klarer Misserfolg», wie Bertrand Reich, der Präsident der FDP Genf, kommentiert. Maudet war jahrelang das Zugpferd des Genfer Freisinns, bis er aus der Partei ausgeschlossen wurde.
Einschätzung: Maudet wird vom Stimmvolk weiterhin unterstützt
Es wurde in Genf in den letzten Tagen bereits gemunkelt, dass Pierre Maudet ein sehr gutes Resultat bei den Ersatzwahlen erzielen könnte. Nun ist es Realität, Maudet liegt auf dem zweiten Platz vor dem Kandidaten der FDP Cyril Aellen, nur hinter der Grünen Fabienne Fischer.
«Pierre Maudets Kampagne war ausserordentlich; er hatte sich zum Ziel gesetzt, sich volksnah zu zeigen und dies ist ihm gelungen», analysiert SRF-Korrespondentin Mirjam Mathys. «Maudet war jede Woche in einer Genfer Gemeinde präsent, wo die Leute ihn um Rat fragen konnten, wenn sie wegen der Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Ausserdem hatte er eine grosse Präsenz in den sozialen Medien, wo er sich etwa beim Abwaschen daheim oder mit seiner Tochter zu Besuch in einem Unternehmen zeigte.»
Was dies für den zweiten Wahlgang bedeutet, hänge davon ab, wie viele Kandidaten sich repräsentieren werden, so Mathys. «Und ob es zu einer Barrage gegen Pierre Maudet kommt, oder ob die Bürgerlichen bei einem Duell Fischer gegen Maudet mehrheitlich Maudet wählen, um eine linke Mehrheit in der Genfer Regierung zu verhindern.»
Die Linken sind auf Kurs, um einen zweiten Sitz in der Genfer Regierung zu erobern. Die ehemalige Genfer Gemeinderätin Fabienne Fischer (Grüne), deren Kandidatur auch von der SP unterstützt wird, gewann den ersten Wahlgang deutlich.
SVP-Nationalrat Yves Nidegger (17’045 Stimmen) liegt auf Rang vier. Die restlichen vier der acht Kandidierenden für die Ersatzwahl in den Genfer Staatsrat folgen mit deutlich weniger Stimmen. Es sind dies der Grünliberale Nationalrat Michel Matter, der linke Kandidat Morten Gisselbaek von der Partei der Arbeit, der Unabhängige Olivier Pahud sowie BDP-Politiker Yann Testa.
Die Stimmbeteiligung lag bei 48.15 Prozent.