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Die Behandlung erfolgt individuell und auf die Person abgestimmt. Die persönliche Lebenssituation wird dabei berücksichtigt. Die Behandlung setzt sich aus verschiedenen Therapieformen zusammen.
Schubbehandlung
Lesen Sie über die Behandlung mit Kortison während eines akuten MS-Schubs.
Wann spricht man von einem MS-Schub?
- Wenn sich neue oder frühere Symptome innerhalb von Stunden oder Tagen entwickeln (Symptome können z.B. Sehstörungen oder Kribbeln am Körper sein)
- wenn die Beschwerden länger als 24 Stunden andauern
- wenn sie mit einem Abstand von mindestens einem Monat zum letzten Ereignis auftreten
Bei einem Schub können Entzündungsherde neu auftreten oder alte Entzündungsherde reaktiviert werden.
Kortisonbehandlung
Sind die Beschwerden, die während eines Schubs auftreten, sehr belastend und schränken sie im Alltag ein (z.B. Sehstörungen oder Lähmungen), so kann Kortison eingesetzt werden. Mit einer hochdosierten Kortisonbehandlung bilden sich die Entzündungsherde und Symptome in der Regel schneller zurück.
Das Kortison wird als tägliche Kurzinfusion beim Arzt oder in der Klinik (während 3-5 Tagen) oder in Tablettenform (während mehrerer Tage) verabreicht. Je nach Indikation kann ein «Ausschleichen» von Kortison mittels Tabletten nach der hochdosierten Kortisonbehandlung notwendig sein.
Kortison ist nicht als Dauertherapie geeignet, da die Langzeitanwendung schwere Folgen haben kann, z.B. Osteoporose oder Diabetes mellitus.
Die Behandlung mit Kortison beeinflusst nur die Rückbildung des Schubs, nicht aber den Verlauf der Multiplen Sklerose.
Verlaufstherapie
Erfahren Sie mehr zu aktuellen Therapien und was der Unterschied zwischen immunmodulierend und immunsupprimierend ist
Ziel der Verlaufstherapie, auch Basistherapie genannt - ist es, die Multiple Sklerose (MS) bestmöglich zu stoppen. Bis heute gibt es keine Therapie zur Heilung von MS. Aktuell können durch die Therapien MS-Schübe reduziert, der Krankheitsverlauf und die Krankheitsaktivität gemildert, sowie die Behinderungszunahme verlangsamt werden. In der Schweiz stehen für alle MS-Verlaufsformen Therapien zur Verfügung. Die meisten Verlaufstherapien behandeln jedoch die schubförmige und schubförmig remittierende (zurückbildende) MS.
Die Medikamente zur Verlaufstherapie beeinflussen das Immunsystem. Die sogenannt immunmodulierenden Medikamente verändern und formen das Immunsystem, während die immunsupprimierenden Medikamente die Funktion des Immunsystems reduzieren.
Neuste Erkenntnisse aus der MS-Forschung führen zu einer Weiterentwicklung und grösseren Palette an Verlaufstherapien, die von der Zulassungsbehörde «Swissmedic» zugelassen sind. Dennoch ist die Wirkungsweise der aktuell genutzten Medikamente nicht in allen Details bekannt.
Symptombehandlung
Da keine MS der anderen gleicht, muss die Behandlung individuell abgestimmt werden. Über unsere MS-Infoline erhalten Sie wichtige Informationen und Kontakte.
Die Symptombehandlung richtet sich individuell nach den aktuell vorliegenden Symptomen.
Neurologinnen und Neurologen sind die erste Ansprechperson bei auftretenden MS-Symptomen. Bei Bedarf werden weitere Fachpersonen anderer medizinischer Gebiete hinzugezogen.
Speziell anzumerken ist:
- Insbesondere sollten etwa Störungen des Harnblasen- und Mastdarmsystems durch eine urologische Mitbeurteilung behandelt werden.
- Kognitive Störungen sollten neuropsychologisch überprüft und spezifisch behandelt werden (z.B. durch neurokognitives Training).
- Wichtig ist auch eine frühzeitige psychologische oder psychiatrische Behandlung, um depressiven oder euphorischen Veränderungen, die im Krankheitsverlauf auftreten können, entgegenzuwirken.
Gerne hilft Ihnen unser Beratungsteam weiter.
Rufen Sie uns an: MS-Infoline 0844 674 636
Nützliche Informationen zum Thema
Komplementärtherapie und -medizin
Komplementärmedizinische Verfahren betrachten den Menschen ganzheitlich. Jedem Verfahren liegt eine eigene Theorie zu Grunde, diese vertritt jeweils eine eigene Vorstellung vom Körper und der Verbindung zwischen ihm, dem Geist und spirituellen Elementen. Die Komplementärmedizin kann MS-Betroffene unterstützen, um körperlich und emotional besser gegen die Krankheit gewappnet zu sein.
Auch in der konventionellen Behandlung und Betreuung wird die MS betroffene Person als Ganzes betrachtet. Hier sucht die Behandlung nach Lösungen, um die Krankheit zu heilen, den MS-Verlauf zu mindern, Symptome zu lindern und eine möglichst gute Lebensqualität zu sichern.
Unterschied von Komplementärtherapie und -medizin
Im Gegensatz zur komplementären Medizin nimmt der Körper durch die Therapie keinerlei Substanzen respektive Medikamente auf. Auch werden keine Apparate oder invasive Behandlungen eingesetzt.
Kostenvergütung
Die folgenden Behandlungen werden von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen, wenn sie durch einen Arzt oder eine Ärztin mit Facharzttitel und komplementärmedizinischer Weiterbildung durchgeführt werden:
- Akupunktur
- Anthroposophischen Medizin
- Arzneimitteltherapie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
- Klassischen Homöopathie
- Phytotherapie
Komplementärmedizin bei MS
Rund die Hälfte der MS-Betroffenen nützen komplementärmedizinische Angebote.
Das Interesse ist gross, da derzeitige MS-Therapien mit immunmodulierenden Medikamenten oder Immunsuppressiva die Krankheit nur unbefriedigend aufhalten können. Eine Heilung ist nach wie vor nicht möglich.
MS-Betroffene haben sehr individuelle Bedürfnisse und Erwartungen an eine komplementärmedizinische Behandlung. Für die verschiedenen komplementärmedizinischen Verfahren fehlt jedoch der umfassende wissenschaftliche Nachweis, dass sie bei MS wirksam sind. Aus diesem Grund ist es der MS-Gesellschaft nicht möglich, einzelne Therapien pauschal zu empfehlen. Ein Beratungsgespräch kann bei der Suche nach einer Therapie und bei der Klärung möglicher Kostenfolgen unterstützen.
Stationäre Therapien
Wann ist ein Klinikaufenthalt zur Rehabilitation sinnvoll?
- wenn MS-Betroffene auf ambulante Therapien zu wenig ansprechen
- bei mittleren bis schweren Einschränkungen und bei verschiedenen Beeinträchtigungen
- wenn eine intensive Therapiephase notwendig ist
Welches Ziel verfolgt die Reha?
- die Erhaltung der funktionellen Leistungsfähigkeit
- die Erhaltung der Selbständigkeit
- die Teilhabe am sozialen Leben
- die Erhaltung der motorischen Funktionen
- die Erhaltung der Mobilität (Beweglichkeit)
- die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten
- die Symptomlinderung von Spastik, Blasen- und Darmproblemen sowie Schmerzen
- der Vorbeugung von Spätkomplikationen wie Muskelverkürzungen, Fehlhaltungen, Druckstellen, Thrombosen und Atemproblemen
Wie lange dauert ein Aufenthalt?
Ein Aufenthalt erstreckt sich in der Regel über drei bis vier Wochen am Stück, damit die Trainingsziele intensiv verfolgt werden können. Der Therapieplan wird für jeden Patienten individuell zusammengestellt und setzt sich zusammen aus Angeboten der folgenden Fachbereiche:
- Physiotherapie
- Ergotherapie
- Hippotherapie
- Logopädie
- Psychologische Betreuung
- Neuropsychologie (Abklärungen und Training)
- Rollstuhltraining
- Blasen-/Darmtraining
- Anpassung von Hilfsmitteln (z.B. Stöcke, Rollstuhl)
- MTT Training an Geräten
- Ärztliche- und pflegerische Betreuung
Finanzierung und Kostengutsprache
Damit die Krankenkasse den Reha-Aufenthalt übernimmt, muss er vom Hausarzt oder der Neurologin verordnet werden.
Für die Kostengutsprache durch die Krankenversicherung müssen ausgewiesen sein:
- die medizinische Notwendigkeit
- die Spitalbedürftigkeit
- die Rehabilitationsziele
Der Eintritt in eine Rehaklinik ist nur mit Kostengutsprache der Krankenkasse möglich.
Der Wissenschaftliche Beirat der MS-Gesellschaft hat zur Indikationsstellung, Planung und Zuweisung eines Reha-Aufenthaltes Empfehlungen formuliert.
Welche ist die richtige Reha-Klinik?
Einen Überblick über das Angebot der Neuro-Rehabilitations-Kliniken in der Schweiz bietet Ihnen unsere Reha-Kliniken Suche. Sie soll Ihnen als Orientierungs- und Entscheidungshilfe dienen.
Ambulante Therapien
Lesen Sie hier welche Therapien frühzeitig in der Gesamtbehandlung einbezogen werden sollten.
Paramedizinische Therapien wie Physio- und Ergotherapie sind ein wichtiger Teil der interdisziplinären Behandlung und sollten frühzeitig berücksichtigt werden. Sie tragen zur Erhaltung von Ressourcen bei und mindern Einschränkungen.
Kosten medizinischer Therapien
Alle schulmedizinisch anerkannten, ambulanten und stationären Therapien sind im Leistungskatalog der Grundversicherung der Krankenkassen enthalten. Zur festgelegten Franchise (mind. CHF 300) müssen vom Versicherten 10% Selbstbehalt auf alle Leistungen bis maximal CHF 700 pro Jahr übernommen werden.
Fragen?
Für alle Fragen rund um MS und Therapien geben wir Ihnen gerne kompetent und kostenlos Auskunft. Rufen Sie an: MS-Infoline 0844 674 636