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Fachpersonen sprechen von unerfülltem Kinderwunsch, wenn ein Paar ein Jahr oder länger ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, ohne dass daraus eine Schwangerschaft resultiert ist. Natürlich kann eine Schwangerschaft aber auch nach zwei oder mehr Jahren spontan eintreten.
Ein unerfüllter Kinderwunsch kann zahlreiche Gründe haben. Deshalb werden Frau und Mann nach einem ausführlichen Gespräch mit beiden Partnern individuell untersucht. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um eine vollständige Unfruchtbarkeit, sondern um eine mehr oder weniger ernsthafte Fruchtbarkeitsstörung.
Die Ursache dafür liegt rund in einem Drittel der Fälle bei der Frau, in einem Drittel beim Mann und in einem Drittel bei beiden Partnern. Nur selten liegt die ungewollte Kinderlosigkeit an psychologischen Faktoren.
Allgemeine Untersuchungsmethoden
- Mittels Hormontest und Ultraschalluntersuchung stellt der Arzt fest, ob ein regelmässiger Eisprung stattfindet (Hormon- und / oder Funktionsstörungen der Eierstöcke).
- Möglicherweise beschädigte oder veränderte Eileiter werden mittels bildgebenden Verfahren (Hysterosalpingo-Graphie, Kontrastultraschall-Methode) auf ihre Durchgängigkeit untersucht.
- Im Labor wird ein Spermiogramm durchgeführt, um die Beschaffung, die Zahl und die Beweglichkeit der Samenzellen im männlichen Ejakulat zu bestimmen.
- Bei schwereren Ursachen für die Fruchtbarkeitsstörung können die weiblichen Fortpflanzungsorgane mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) und einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) untersucht werden. Dabei handelt es sich um so genannte minimal invasive Eingriffe.
Behandlungsoptionen
- Hormonelle Stimulation: Bei der Hormonbehandlung der Frau werden Medikamente (Tabletten oder Injektionen) zur Reifung von Eizellen und zum Auslösen des Eisprunges verwendet.
- Insemination: In der Arztpraxis wird der Samen aufbereitet, um die beweglichen und normal beschaffenen Spermien herauszufiltern. Über einen dünnen Katheter werden diese zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeführt.
- In-vitro-Fertilisation (IVF): Die Befruchtung erfolgt ausserhalb des Mutterleibes: Ei- und Samenzellen werden in einer Glasschale zusammengebracht und nach der Befruchtung über einen dünnen Katheter zurück in die Gebärmutter gegeben (Embryotransfer).
- Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): In Fällen mit schwerer Fruchtbarkeitsstörung des Mannes wird unter einem speziellen Mikroskop ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht.
- Einfrieren befruchteter Eizellen (Kryokonservierung): Eizellen können eingefroren und bis zu fünf Jahre gelagert werden.
- Mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration (MESA)/Testikuläre Spermienextraktion (TESE): Die MESA steht für die Gewinnung von Spermien aus den Nebenhoden. Bei der TESE wird eine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen. Beide Verfahren werden mit der ICSI kombiniert.
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