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Erdnussallergie: Hyposensibilisierung mit Pflaster
Die Erdnussallergie tritt oft schon in der Kindheit auf. Für Kinder unter vier Jahren gibt es bisher jedoch keine Behandlungsverfahren. Eine epikutane Sensibilisierung könnte das ändern; die Daten der ersten Phase-III-Studie sind vielversprechend.
In westlichen Ländern sind etwa zwei Prozent der Kinder von einer Erdnussallergie betroffen. In der Regel bleibt diese auch im Erwachsenenalter bestehen.
Schon der versehentliche Verzehr einer geringen Menge kann dabei allergische Reaktionen bis zur Anaphylaxie auslösen. Da Erdnüsse bzw. Spuren davon in vielem enthalten sein können, ist es zudem schwierig, eine konsequente Karenz einzuhalten. Einziger Ausweg: Die Hyposensibilisierung per Immuntherapie.
Für Kinder unter vier Jahren gibt es aber bisher keine zugelassenen Behandlungsverfahren.
Phase-III-Studie mit 362 Kleinkindern
Die amerikanische Arbeitsgruppe untersuchte nun in der Phase-III-Studie (EPITOPE) die Wirksamkeit und Sicherheit einer epikutanen Immuntherapie bei 362 Kleinkindern mit Erdnussallergie (1).
Sie alle hatten auf 300 mg oder weniger Erdnussprotein mit allergischen Symptomen reagiert. Patienten, die infolge einer Exposition bereits eine schwere Anaphylaxie (Intubationsbedarf) entwickelt hatten, waren von der Studie ausgenommen.
Ein Jahr lang bekamen zwei Drittel der ein- bis dreijährigen Kinder täglich ein Pflaster mit lyophilisiertem Erdnussprotein auf den Rücken geklebt, während die übrigen Studienteilnehmer ein Placebo-Pflaster erhielten. Primärer Endpunkt der Studie war ein Ansprechen auf die Immuntherapie nach zwölf Monaten, ermittelt anhand der applizierten Menge an Erdnussprotein, ab der bei den Probanden noch Symptome auftraten.
Nach einem Jahr Hyposensibilisierung
Nach einem Jahr konnten 67 Prozent der Kinder aus der Interventionsgruppe problemlos eine Proteinmenge verzehren, die etwa drei bis vier Erdnüssen entsprach – bzw. einer Erdnuss, wenn sie zu Beginn der Studie sehr stark auf Erdnüsse reagiert hatten. In der Placebo-Gruppe erreichten nur 33,5 Prozent diesen Endpunkt.
Die epikutane Immuntherapie via Pflaster war demnach gegenüber dem Placebo-Pflaster hinsichtlich der Hyposensibilisierung überlegen und erhöhte die Menge an toleriertem Erdnussprotein. Allerdings kam es bei 1,6 Prozent der Interventionsgruppe zu einer therapiebedingten anaphylaktischen Reaktion.
Alkis Togias von den National Institutes of Health in Bethesda weist im begleitenden Editorial darauf hin, dass eine orale Immuntherapie bei Kindern mit Erdnussallergie möglicherweise einen noch ausgeprägteren Schutzeffekt haben könnte (2). Allerdings scheint das Sicherheitsprofil der Pflastertherapie besser zu sein.
Die Immuntherapie zielt darauf ab, beim Patienten Toleranz gegenüber zumindest kleinen Allergen-Mengen zu induzieren bzw. schwere allergische Reaktionen zu verhindern.