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Covid-19-Pandemie – Informationen für schwangere Mitarbeiterinnen
AUFDATIERUNG (26. August 2020) – Die erwerbstätigen schwangeren Frauen gehören zu den besonders gefährdeten Personen
Die Covid-19-Pandemie, die gegenwärtig in der Schweiz herrscht, betrifft jede und jeden. Bund und Kantone informieren sehr umfassend über die zur Eindämmung des Virus getroffenen Massnahmen, mit denen auch die Überlastung der Spitalinfrastrukturen verhindert werden soll.
Die besonders gefährdeten Personen gehören zu einer speziellen Gruppe, für welche bis am 22. Juni 2020 spezifische Massnahmen zur Anwendung kamen. Gemäss einem Schreiben des BAG, das Travail.Suisse am 10. August 2020 erhalten hat, sind die schwangeren Frauen jetzt auch Teil dieser Gruppe.
Die ersten Studien zu Covid-19 stellten fest, dass schwangere Frauen im Vergleich zur Normalbevölkerung oder zu nicht schwangeren Frauen keinem erhöhten Risiko bezüglich einer Ansteckung oder eines schweren Krankheitsverlaufs bei Covid-19 ausgesetzt sind. Diese Feststellung wurde mittlerweile in Frage gestellt.
Schwangere Frauen, vor allem im dritten Drittel ihrer Schwangerschaft, sind in mehrerer Hinsicht einem erhöhten Risiko ausgesetzt:
- Schwangere Frauen weisen oft mehrere Risikofaktoren auf wie Übergewicht, ein Alter > 35, Schwangerschaftsdiabetes oder andere Begleiterkrankungen. Bei Vorliegen dieser Faktoren ist höchste Vorsicht geboten und eine ärztliche Begleitung angezeigt.
- Gemäss neusten von der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe SGGG genannten Untersuchungen aus den USA, Schweden, Frankreich, Belgien und Grossbritannien ist die Wahrscheinlichkeit einer Hospitalisierung bei Schwangeren 5-mal höher und die Wahrscheinlichkeit einer intensivmedizinischen Behandlung 1.5 mal höher als bei nicht schwangeren Frauen. Die Sterblichkeitsrate hingegen ist in beiden Gruppen gleich.
- An Covid-19 erkrankte Schwangere weisen ein höheres Risiko für eine Frühgeburt auf.
Es bestehen auch Risiken für das ungeborene Kind:
- Das Virus kann sich auf den Fötus übertragen, auch am Ende der Schwangerschaft. Die Krankheit führt zu Veränderungen in der Plazenta, die infiziert werden kann. Es besteht das Risiko einer Mangelernährung in utero und eines Wachstumsrückstands.
Mehr Informationen sind im Expertenbrief SGGG gynécologie suisse Coronavirusinfektion, Covid-19, Schwangerschaft und Geburt (Stand 5. August 2020) zu finden.
Die Rolle des Arbeitgebers ist für die erwerbstätigen Frauen äusserst wichtig
Gemäss der angepassten Liste des Bundesamts für Gesundheit gehören die schwangeren Frauen zu den besonders gefährdeten Personen:
Gemäss Artikel 6 des Arbeitsgesetzes (SR 822.11) und Artikel 10 der Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der COVID-19-Epidemie (SR 818.101.26), muss der Arbeitgeber die Gesundheit seiner Angestellten schützen dafür sorgen, dass am Arbeitsplatz die Präventionsmassnahmen gegen COVID-19 eingehalten werden.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco hat ein Merkblatt für Arbeitgeber veröffentlicht, damit diese die nötigen Massnahmen gemäss dem STOP-Prinzip (Substitution, technische Massnahmen, organisatorische Massnahmen, persönliche Schutzausrüstung) treffen können.
Unser Land befindet sich nicht mehr in einer „ausserordentlichen Lage“ (gemäss dem Epidemiengesetz). Es ist deshalb Aufgabe der Arbeitgeber, die Gesundheit ihrer Angestellten zu schützen. Es gilt das Arbeitsgesetz.
Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt muss beurteilen, ob ihre bzw. seine Patientin weiterarbeiten kann. Dafür muss sie oder er die Risikoanalyse konsultieren, welche durch eine Spezialistin oder einen Spezialisten im Auftrag des Arbeitgebers erstellt worden ist. Im Rahmen der COVID-19-Gesundheitskrise haben die Betriebe auch die Pflicht, ein Schutzkonzept mit Massnahmen gegen COVID-19 zu erstellen.
Falls der Verdacht besteht, dass die Massnahmen nicht ausreichen oder nicht eingehalten werden, muss dies den kantonalen Behörden (Arbeitsinspektorate) gemeldet werden. Nur sie haben das Recht, in einem Betrieb Kontrollen durchzuführen.
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