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Die “Vila Isabel” versucht nochmal Champion zu werden mit “Brasil plural” – paradiert jedoch mit halbfertigen Kostümen. Diese Samba-Schule war die dritte in dieser Nacht und besang die Kontraste der brasilianischen Regionen. Die Figuren ihrer Präsentation waren teilweise unvollständig wegen Verspätung des Ateliers.
Die “Unidos de Vila Isabel” ging bereits in der Nacht zum Dienstag (04.03.) auf die Avenida Sapucaí, um ihre Parade in der “Grupo Especial“ zu präsentieren. Die Schule musste sich mit halbfertigen Kostümen begnügen, weil das von ihr verpflichtete Atelier nicht rechtzeitig liefern konnte.
Im vergangenen Jahr 2013 wurde diese Schule Champion mit ihrem Thema über das Interior Brasiliens und das Leben auf dem Land. Ihr Thema in diesem Jahr wies gewissermassen in dieselbe Richtung (aufs Land). Die “Vila Isabel“ präsentierte die “Wiederentdeckung der Erde und des brasilianischen Volkes“ und die “Portraits eines pluralistischen Brasiliens“. Innerhalb von 89 Minuten präsentierte sie die Kontraste der verschiedenen Regionen Brasiliens.
Wie die Schule bekanntgab, wurde sie in der letzten Woche davon in Kenntnis gesetzt, dass das von ihr unter Vertrag genommene Atelier ihre Kostüme nicht rechtzeitig abliefern könnte. Die Direktion entschied daraufhin, sämtliches Material wieder zurückzunehmen, um selbst die Stücke zu vervollständigen – wer nähen konnte, von ihren Mitgliedern, arbeitete an den Kostümen rund um die Uhr – jedoch am Montagabend waren dann 120 Kostüme noch nicht fertig. Einige Alas erhielten ihre Kostüme dreissig Minuten vor Beginn der Parade.
Siebzig Kompositionen der Ala, die den Eröffnungswagen – ein Sklavenschiff – begleitete, marschierten nur mit dem Kopfschmuck und im Oberteil der Kostüme. Schuhe und der untere Kostümteil waren nicht fertig geworden. Sabrina Sato, die Königin der Percussion, war beinahe ebenfalls von der Verspätung der Kostüme beeinträchtigt worden. Wie sie berichtete, bekam sie ihr Kostüm im letzten Moment per Motorrad-Taxi.
Es wurden Bilder des brasilianischen “Sertão“ gezeigt – angefangen bei den Spitzenklöpplerinnen von Ceará und Rio Grande do Norte, über die Kokosnuss-Spalterinnen von Maranhão, Piauí und Pará, bis zu den Gaúchos der Pampas und ihrer traditionellen Viehzucht. Das Thema wurde vom Karnevalisten Chico Carvalho entwickelt, der in ihm auch den Umweltschützer Chico Mendes und den Folkloristen Luís Câmara Cascudo auftreten liess. Die Mitglieder der Percussion erschienen als Flurpolizisten verkleidet.
Die Front-Kommission repräsentierte die Sertaneja-Kultur – mit Akzentuierung auf die Xylogravur. Es gab auch eine Ala mit Darstellung der “afrikanischen Krieger“, Symbol der religiösen Glaubensrichtung der afrikanischen Kommunen. Der Eröffnungswagen als Sklavenschiff erschien mit afrikanischen Masken, Trommeln und Schilden.
Die Ala der Quallen präsentierte Lebewesen des Meeres, so auch die Ala der Meeresalgen. Es gab auch eine Ala mit dem “Meeting of the Waters“ (Amazonas-Rio Negro), eine mit Seepferdchen und eine mit Korallen. Der zweite Wagen zeigte den Atlantischen Regenwald und den Beginn der Besetzung Brasiliens durch die Portugiesen. Es gab weitere Alas und Wagen, die dem Wald gewidmet waren, der Caatinga, der Soja-Pflanzung, dem Pantanal und dem Sertão. Und eine kuriose Ala prangerte sogar den Schmuggel mit Wildtieren an.