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|aus: Informationsblatt Nr. 3/1992

"Die Universelle Weisse Bruderschaft vollbringt in der Welt eine grossartige, wunderbare Arbeit. Es ist zwar noch nicht sehr offenkundig, wird aber in nicht allzulanger Zeit allen sichtbar." So ermunterte seinerzeit Omraam Mikhaël Aïvanhov in seiner Esoterischen Lehre seine Anhänger (und sich selber). Er hatte nicht gänzlich unrecht. Seine Schriften, um die 30 im Prosveta-Verlag erschienene Bände, finden offenbar interessierte Leserinnen und Leser. Wie J. G. Melton in "The Encyclopedia of American Religions", 3. Auflage 1989, berichtet, zählten sich 1988 u.a. in Frankreich 4390 und in der Schweiz 1350 Männer und Frauen zur UWB.
Nach Angaben aus der UWB ist Omraam Mikhaël Aïvanhov am 30. Januar 1900 in Bulgarien geboren worden. (Das "Bulletin de l'Association d'Etude et d'Information sur les Mouvements Religieux" vom Mai 1992 nennt auch den 18. Januar 1889. Es stützt sich dabei auf die Angaben aus einem französischen Gerichtsurteil.) Aïvanhov schloss sich dem bulgarischen Meister Peter Deunov (1864-1944) an. Ab 1937 begann er dessen Lehren, weiterentwickelt durch eigene Überlegungen, in Frankreich auszubreiten. Er ist am Weihnachtstag 1986 gestorben. Die UWB weiss sich aber weiterhin dem Werk und den Lehren des Meisters der "Grossen
Universellen Weissen Bruderschaft" verpflichtet. Agnès Lejbowicz schreibt als Anhängerin: "Sein Wirken als spiritueller Meister ist eindeutig: in ständiger Harmonie mit den höheren Sphären zu leben und diese Harmonie in die edelsten Formen zu übertragen." Er gilt als Meister allein des mündlichen Wortes; bei seinen Büchern handelt es sich um Nachschriften seiner Reden durch Anhänger.
Die einzigartige Bedeutung Aïvanhov's hängt mit seiner Stellung innerhalb der Universellen Weissen Bruderschaft zusammen. Diese wird zunächst als irgendwie himmlische Bruderschaft aller grossen Meister, Eingeweihten, Heiligen und Propheten unter der Leitung von Jesus Christus beschrieben. Diese obere Bruderschaft hat ihr Gegenstück in der irdischen UWB. Aïvanhov steht mit beiden in Verbindung und bildet sozusagen die Brücke zwischen beiden. A. Lejbowicz schreibt: Man kann ihn unmöglich in irgendeine kategorie einstufen. "Sein eigenes Leben soll entschlüsselt werden wie eine geistige AIchemie, eine Transmutation der himmlischen Kräfte in die irdischen und umgekehrt. Sein blosses Dasein vermag das Schicksal von Menschen zu ändern."
O. M. Aïvanhov beruft sich auf das Evangelium von Jesus Christus. So heisst es: "Jesus ist gekommen, die Menschen zu retten, aber nicht auf die Weise, wie die Christen es verstehen" ("Gedanken für den Tag", Viermonatsschrift Mai/Aug. 1989). Dementsprechend wird dem geschichtlichen Hintergrund der Geburt Christi nur drittrangige Bedeutung zugemessen. "Am wichtigsten sind das Mystische und das Kosmische." Von Christus heisst es, er sei mehrere Male in der Menschheit erschienen. Jesus hat nach der Meinung der UWB viele Namen. Er wird auch "das Über-Ich" genannt. "Und das Über-Ich, der Heilige Geist, die Weltseele, das Himmelsfeuer, die Himmelsmutter erscheinen dabei als Schattierungen des selben göttlichen Seins" (O. M. Aïvanhov: "Weihnachten", S. 3, 21, 26). Das ist nicht Christentum gemäss dem Johannesevangelium, wie O. M. Aïvanhov meint. Es handelt sich, wie es in anderem Zusammenhang heisst, um die "neue Weltanschauung, die der Wassermann jetzt in die Welt einführt".