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Titel
Saïd
Pascha, 1) Mehemed, mit dem Beinamen »Kütschük« (der Kleine), türk. Staatsmann, ward 1860 während der syrischen Unruhen als Vizegouverneur nach Syrien geschickt und nach Beschwichtigung der Unruhen zum Pascha ernannt. Er ward darauf Gouverneur des Archipels und von Cypern, [* 2] fungierte während des russisch-türkischen Kriegs 1877 als Gouverneur in Tultscha und Tirnowa und übernahm, ohne vorher Offizier gewesen zu sein, im Herbste den Oberbefehl über ein Korps bei Osmanbazar, welches den Russen viel zu schaffen machte, ihnen sogar einige Schlappen zufügte, späterhin aber vor der wachsenden Übermacht zurückweichen mußte. Nach dem Krieg wurde S. Kabinettssekretär des Sultans Abd ul Hamid sowie Mitglied der Reformkommission und ¶
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im Juni 1879 zum erstenmal Premierminister. Zwar wurde er, da er ein Feind der Engländer war, schon im Juni 1880 durch englischen Einfluß gestürzt, aber kurze Zeit darauf in sein Amt wieder eingesetzt und 1882 Großwesir, was er bis 1885 blieb. - Nicht zu verwechseln mit diesem S. sind der sogen. dicke Said (Schischman Said), früher Generalgouverneur des Archipels, vom Mai bis November 1882 Minister für Reformen, dann des Äußern, 1883 Botschafter in Berlin, [* 4] 1885 Minister des Auswärtigen, und der frühere, 1879 von Osman Pascha gestürzte Palastmarschall, jetzige Gouverneur von Konia, S., ein begeisterter Freund der Engländer und englischer Einrichtungen.
2) Mohammed, Vizekönig von Ägypten, [* 5] geb. 1822, vierter Sohn des 1849 verstorbenen Vizekönigs Mehemed Ali, Nachfolger seines Neffen Abbas Pascha, gelangte zur Regierung und begann dieselbe mit Abschaffung mehrerer für das Volk drückender Handelsmonopole und Einschränkung des Sklavenhandels. Überhaupt besaß er einen freien, weiten Blick für die Bedeutung seines Vaterlandes und Toleranz für die Bekenner aller Religionen, konnte sich aber monatelang auch nur mit Soldatenspielerei und Geldanhäufen für seinen einzigen Sohn beschäftigen. Wohl im Interesse der von ihm erstrebten Emanzipation von der Pforte verstattete er Frankreich einen großen Einfluß auf seine Regierung, wie er denn der Anlegung des Suezkanals und der französischen Expedition zur Erforschung der Nilquellen großartige Unterstützung zu teil werden ließ und im Mai 1862 sogar eine Reise nach Frankreich unternahm. Er starb und hatte seinen Neffen Ismail Pascha zum Nachfolger.