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<h2>SubmittedText<h2><p>Der erfolgreiche Abschluss einer Berufslehre ist gleichbedeutend mit dem Start ins Berufsleben, legt den Grundstein für ein eigenständiges Leben und eröffnet Perspektiven für den weiteren beruflichen Weg und das lebenslange Lernen. Ein schlechter Start ins Berufsleben schmälert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit langfristigen Folgen. Die Verantwortlichen zeigen bereits heute eine grosse Sensibiltät für dies Schnittstelle II. Durch den prognostizierten wirtschaftlichen Einbruch als Folge der Covid- 19 Krise ist zunehmend mit verstärkter Jugendarbeitslosigkeit und negativen Effekten für Berufseinsteigerinnen und- einsteiger zu rechnen. Dies zeigt auch eine Studie des EHB vom Herbst 2020 welche zum Schluss kommt, dass sich eine schlechte Beschäftigungssituation zum Zeitpunkt des Ausbildungsabschlusses negativ auf den Berufseinstieg auswirkt. </p><p>Deshalb braucht die Schnittstelle Lehrabgang und Einstieg ins Berufsleben weiterhin einen verstärkten Fokus. Dies sowohl mit der Perspektive der Lehrabschlüsse 2021 als auch einer längerfristigen Perspektive, denn die Folgen der Covidkrise werden die Wirtschaft noch längerfristig betreffen.</p><p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Wie viele Lehrabgänger*innen sind derzeit ohne Arbeit oder Anschlusslösung?</p><p>2. Wie sieht diese Zahl im Vergleich zu den letzten fünf Jahren aus und welche Entwicklung erwartet der Bundesrat in den nächsten zwei Jahren?</p><p>3. Welche Instrumente bestehen bereits für den Berufseinstieg bei Lehrabgänger*innen auf Ebene der Bildung als auch Ebene des Arbeitsmarktes? </p><p>4. Welche zusätzlichen Massnahmen ergreift der Bundesrat, um einen Anstieg arbeitsloser Abgänger*innen zu verhindern?</p><p>5. Ist die Taskforce Berufsbildung 2030 auch mit der Schnittstelle II betraut?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Fragen 1 und 2</p><p>Die Corona-Pandemie hat seit März 2020 ausgehend von einem tiefen Niveau bei allen Altersgruppen zu einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt, wobei Jugendliche überproportional betroffen waren. Dies hängt damit zusammen, dass Jugendliche seltener zur Stammbelegschaft von Betrieben gehören und häufiger in flexiblen Tätigkeiten beschäftigt sind.</p><p>Nachdem sich im Juli und August 2020 traditionell vermehrt Schul- und Lehrabgänger/innen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren meldeten, bildete sich die Zahl der Arbeitslosen bei diesen Gruppen, wie auch die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen, bis im November wieder zurück. Die Entwicklung seit Juni zeigt dabei eine ähnliche Dynamik wie in den Vorjahren. Ende Dezember 2020 waren 1'891 Jugendliche mit letzter Funktion Lehrling als arbeitslos registriert. Das sind 349 mehr als im Vorjahresmonat und 177 weniger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2015-2019).</p><p>Vergangene Krisen haben gezeigt, dass Jugendliche bei einer wirtschaftlichen Erholung überdurchschnittlich profitieren können. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird daher der Konjunkturverlauf in den kommenden Monaten sein.</p><p>Fragen 3 und 4</p><p>Für den Berufseinstieg bei Lehrabgänger/innen gibt es sowohl seitens der Arbeitslosenversicherung (ALV) wie auch seitens Berufsbildung verschiedenen Instrumente. Ab März 2020 wurden verschiedene Leistungen - teils vorübergehend - ausgeweitet.</p><p>Die ALV kann mit arbeitsmarktlichen Massnahmen gezielt intervenieren. Für arbeitslose Lehr- und Studienabgänger/innen sind Praxisfirmen und Berufspraktika besonders geeignet, welche es ihnen erlauben, praktische Berufserfahrung zu sammeln. Zudem stehen den kantonalen Vollzugsstellen der ALV bei steigender Arbeitslosigkeit mehr finanzielle Mittel für die Beratung und aktivierende Unterstützung zur Verfügung.</p><p>Zusätzlich zu den üblichen Massnahmen unterstützt die ALV das Programm zur Prävention von Arbeitslosigkeit "Check your Chance", mit dem Ziel einen Beitrag zur Prävention von Jugendarbeitslosigkeit und zur Integration von arbeitslosen Jugendlichen in der Schweiz zu leisten. Zudem können Lehrbetriebe Lernende nach Lehrabschluss weiterbeschäftigen, auch wenn sich der Betrieb in Kurzarbeit befindet. Die Weiterbeschäftigung nach Lehrabschluss gibt ihnen auch während der Corona-Krise die Möglichkeit, erste Berufserfahrungen zu sammeln und vermindert damit das Risiko von Arbeitslosigkeit und Taggeldbezug.</p><p>Seitens Berufsbildung stehen Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern Angebote im Bereich der Berufs- und Laufbahnberatung zur Verfügung. Auch wurden 2020 an verschiedenen Berufsfachschulen zusätzliche Beratungsangebote für Lernende im letzten Lehrjahr eingeführt. Schliesslich bieten Mobilitätsprogramme im Inland eine Möglichkeit, sich zusätzliche Sprachkompetenzen anzueignen. Viele Jugendliche nutzen auch die Möglichkeit, im Anschluss an die Lehre eine Berufsmaturitätsschule zu besuchen und sich so vor Eintritt in den Arbeitsmarkt noch weitere Kompetenzen anzueignen.</p><p>Frage 5</p><p>Das Mandat der Task Force "Perspektive Berufslehre" umfasst auch die Beobachtung des Übergangs "Sekundarstufe II - Arbeitsmarkt". Am nationalen Spitzentreffen vom 9. November 2020 wurde entschieden, das Mandat der Task Force um ein Jahr - bis Ende 2021 - zu verlängern.</p>  Antwort des Bundesrates.