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Eine Handschrift, die allein die Offenbarung des Johannes (Apokalypse) enthält, das letzte Buch des Neuen Testaments, und damit auch der gesamten christlichen Bibel. Der Verfasser Johannes beschreibt darin eine Folge von Visionen, die die Ereignisse am Ende der Welt, die Wiederkunft Christi und das Himmlische Jerusalem als paradiesische Stadt der Seligen ankündigen. Bis ins 18. Jahrhundert wurde Johannes mit dem Evangelisten Johannes gleichgesetzt.
Apokalypse-Handschriften dienten der privaten Lektüre, der Einprägung und der Meditation der von Johannes beschriebenen Visionen. Die Offenbarung des Johannes war Teil des in Klöstern von Mönchen und Nonnen geforderten Bibelstudiums. Seit dem 13. Jahrhundert wurden Apokalypse-Handschriften zunehmend auch von Frauen und Männern aus der adligen Oberschicht in Auftrag gegeben.
Apokalypse-Handschriften wurden mit zahlreichen narrativen Darstellungen einzelner Momente der Visionen ausgestattet. Die Forschung unterscheidet mehrere ikonografische Traditionen: eine möglicherweise auf spätantike Vorlagen aus Italien zurückgehende Gruppe (Trierer Apokalypse, Bamberger Apokalypse), die spanischen (Beatus-Handschriften) und die Gruppe der englisch-französischen Apokalypsen (Getty-Apokalypse, Lambeth-Apokalypse).
Literatur: Jakobi-Mirwald 1997, S. 133.