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Aus schriftlichen Zeugnissen, archäologischen Grabungen und Patrozinienforschung (Neuzeitliche Wissenschaft, die sich mit Heiligen als Kirchenpatronen beschäftigt) geht hervor, dass es in früh- und hochmittelalterlicher Zeit in Arth zwei Leutkirchen gab. Dies deshalb, weil das Gebiet von Arth dazumal zwei verschiedenen Grund-Herrschaften angehörte.
1036 - 1312 Zwei Leutkirchen
Die St. Georgskirche gehörte zum St.-Georgen-Hof. Sie wird erstmals 1036 erwähnt. Die zweite zu St. Zeno wird erstmals 1290 urkundlich erwähnt. Sie stand an der Stelle des ehemaligen Kapuzinerklosters St. Zeno. (Heute kirchlich-geistiges Zentrum der Syrisch-Orthodoxen Christen)
1312 Bau der Vorgänger Pfarrkirche St. Georg und Zeno
Die Arther Katholiken baten 1312 ihren Bischof in Konstanz um Erlaubnis, die beiden Kirchen St. Georg und St. Zeno abzubrechen, um an ihrer Stelle in der Mitte des Talbodens eine gemeinsame neue Kirche zu bauen. Der Bischof verlangte als Bürgschaft, die neue Kirche so schnell wie möglich aufzubauen, sowie die alten Kirchen mit ihren geweihten Friedhöfen nicht zu profanen Zwecken zu verwenden. Beide Kirchen sind in veränderter Form bis heute erhalten geblieben.
Im selben Jahr (1312) wurde in der Talmitte - zwischen dem vorderen und hinteren Dorf - die gotische Kirche mit dem Spitzhelm erbaut. Das Patrozinium der beiden alten Kirchen des Heiligen Georg und des Heiligen Zeno wurde vereint auf die neue Pfarrkirche übertragen. Sie stand quer zur heutigen Kirche und war nach Nordosten ausgerichtet. Mit dem Grundriss 16 x 25 Meter bot sie annähernd für tausend Personen Platz. Sie war ein einfacher, dreischiffiger Steinbau mit flacher Holzdecke. Der Chor war quadratisch mit einem grossen Triumphbogen vom Schiff getrennt. Im Laufe der Zeit nagte der Zerfall an der Kirche. Der Bau musste einem neuen weichen. Vom Tryptochon des Marien Altars (1485) ist ein beidseitig bemalter Flügel bis heute erhalten geblieben. Die beiden Tafelbilder "Maria Verkündigung" und "Ritter Georg" sind im Landesmuseum ausgestellt und gehören zur spätmittelalterlichen Tafelmalerei.
1694 Niederlegung der alten Pfarrkirche - Neubau der jetzigen Pfarrkirche
Ende 1694 wurde die alte gotische Kirche mit Ausnahme des Kirchturms abgebrochen. An der Stelle der Vorgängerkirche entstand von 1694-97 die heutige Pfarrkirche. Sie ist der erste Barockbau des alten Landes Schwyz. Mit diesem imposanten Bauwerk wollte man im 17.Jahrhundert ein Zeichen setzen: Einerseits gegen die reformatorischen Absichten, andererseits um die Wichtigkeit und Bedeutung des katholischen Glaubens gemäss Trienter Konzil (1543-64) zum Ausdruck zu bringen. So wurde die Pfarrkirche Arth der wichtigste Kirchenneubau der gegenreformatorischen Erneuerung. Auch die Wahl des Architekten Kaplan Johann Jeremias Schmid von Hitzkirch war kein Zufall. Er hatte Erfahrung im Kirchenbau und war für seinen gegenreformatorischen Eifer bekannt. Seine Ernennung zum Architekten ist über die Kapuziner zustande gekommen. Und diese wiederum wurden nach Arth berufen, um der kirchlichen Erneuerung und dem Kirchenbau zum Durchbruch zu verhelfen.
Es wäre zu kurz gedacht, wenn dieses grossartige Bauwerk nur unter dem gegenreformatorischem Gesichtspunkt betrachtet würde. So schreibt André Meyer im schweizerischen Kunstführer: "Man wird der Pfarrkirche Arth nicht gerecht, wenn man sie allein unter dem Gesichtspunkt der gegenreformatorischen Architektur würdigt. Die Kirche ist auch architekturgeschichtlich interessant, und zwar nicht nur als früher Vertreter des vorarlbergischen Wandpfeilersystems, sondern durch die von Jeremias Schmid eigene Grundrissdisposition: Chor und Langhaus liegen in der gleichen Wandflucht und sind am Aussenbau nicht voneinander unterschieden."
(Quelle: André Meyer: Die Pfarrkirche St. Georg und Zeno in Arth SZ, Schweizerische Kunstführer. Herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte)
1695 Grundsteinlegung
Am 12. April 1695, Fest des Heiligen Zeno, wurden die Fundamente gelegt und der Eckstein in einem feierlichen Anlass geweiht.
1697 Kirchweihe
Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung fand am 13. Oktober 1697 die Weihe der neuen Barockkirche statt. Der damals höchste kirchliche Würdenträger der Eidgenossenschaft, der päpstliche Nuntius Michael Angelus Conti, stand dem Kirchweih-Ritus vor. Niemand ahnte damals, dass er später (1721) als Papst Innozenz XIII. in die Geschichte eingehen wird. Die Liturgie der Kirchweihe war sehr feierlich, sozusagen ein „heiliges Schauspiel“. Die verschiedenen Teile der Liturgie waren damals auf drei Tage verteilt.
Die Pfarrkirche war noch nicht vollendet und erlebte später mehrere Renovationen.
|1698 ||Johann Balthasar Steiner vollendet die Seitenaltar-Gemälde|
|1700 ||Vollendung der Innenausstattung der Kirche (Altäre, Chorgestühl)|
|1705 ||Turmaufbau mit Glockenstube und Laternenkuppel|
|1726 ||Einbau Presbyterien ( Priestersitze) und Kredenz im Chorraum|
|1738 ||Neues Hauptportal mit den Reliefbüsten der beiden Kirchenpatrone|
|1764 ||Erstellung einer neuen Orgel durch Viktor Friedrich Bossard von Zug|
|1764 ||Einbau neuer Beichtstühle|
|1793|| Aussenrenovation|
|1818 - 1819 ||Innenrenovation, Choraltar wird abgebrochen|
|1842 ||Renovation des Kirchturms|
|1891 ||Renovation des Kirchenäussern und des Turms; neues Glöcklein für Chorturm|
|1894 - 1896 ||Umfassende und verändernde Innenrenovation unter der Leitung des Einsiedler Kunsthistorikers P. Albert Kuhn OSB; Deckengemälde von Ludwig Thoma und Fritz Kunz; neue Glasfenster|
|1896 ||Einbau einer neuen Orgel durch die Firma Goll in Luzern|
|1942 ||Innenrestauration|
|1954 ||Am Passionssonntag springt die alte Georgs-Glocke. Dies war der Anlass zur Erneuerung des gesamten Geläutes|
|1954 - 1956 ||Aussenrenovation, Bemalung der äusseren Chornischen, Öffnung der gotischen Fenster am Kirchturm, Majolika-Mosaik Priestergrabstätte |
|1955||19. Mai, feierliche Glockenweihe durch Bischof Christianus Caminada von Chur|
|1979 - 1981 ||Bei der umfassenden Innenrestaurierung sind bei der archäologischen Untersuchung Überresten der alten Kirche von 1312 gefunden worden|
|1981 ||5. Oktober: Feierliche Wiedereröffnung der Pfarrkirche|
|1990 ||Aussenrenovation; Da sich die bei der Renovation (1954-56) verwendeten Materialien nicht bewährt haben|
|1997 ||13. Oktober: 300-Jahr-Jubiläum der Pfarrkirche St.Georg und Zeno|
Mit einem vielfältigen Angebot von verschiedensten Anlässen während des ganzen Jahres wurde dieses Ereignis gefeiert.
Quelle: Walter Eigel: 300 Jahre Eine Kirche mit Geschichte. Zum Jubiläum der Pfarrkirche St. Georg und Zeno Arth 1697 - 1997 von Walter Eigel. Herausgeber Organisationskomitee 300 Jahre Pfarrkirche St. Georg und Zeno Arth.