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Der 926 erstmals genannte Ort Carona liegt unterhalb des Monte San Salvatore in erhöhter, aussichtsreicher Lage über dem Luganersee. Bis zur Eingemeindung zu Lugano im Jahr 2013 bildete der Ort zusammen mit dem Ortsteil Ciona eine selbstständige Gemeinde. Die Kirche von Madonna d’Ongero wurde 1624 westlich des Dorfs im Wald gebaut. Zur gleichen Zeit entstand die Kirche von Santa Maria delle Grazie in Ciona. Die beiden Kirchen sowie die Häuser des Dorfes aus dem 17. und 18. Jahrhundert widerspiegelten den damaligen Reichtum von Carona infolge der Auswanderung und Rückkehr von berühmten Einwohnern. Künstlerfamilien aus Carona wie die Aprile, Casellas, Scalas und Solari waren überall in Europa während des 15. bis 18. Jahrhunderts tätig.
Die am Südrand der historischen Siedlung gelegene Villa Carona wurde um 1780 als Wohnsitz der reichen Unternehmerfamilie Andreoli aus Mailand erbaut. Der zweistöckige, würfelförmige Bau mit einer für Tessiner Bauten charakteristischen, schwach geneigten Dachfläche entstand am inmitten einer grossen Gartenanlage mit Blick auf den Monte Generoso und die Tessiner Bergwelt. Das Haus diente der Eigentümerfamilie beinahe hundert Jahre lang als Rückzugsort, in dem sie der grossen Sommerhitze in Mailand und der Poebene entfliehen konnte. Um 1850 wurde die Villa durch eine Heirat zweigeteilt und gleichzeitig die Gartenanlage in der heutigen Form gestaltet. Der letzte Bewohner der Scala-Familie aus Mailand, der als Eisenbahningenieur in der ganzen Welt arbeitete, verbrachte aber nur noch das Sommerhalbjahr in Carona.
Nach seinem Tod blieb die Villa einige Jahre unbewohnt, bis 1951 ein erster Hotelbetrieb eingerichtet wurde. Bei den folgenden Umbauten seit den 1960er-Jahren blieben die historischen Räume weitgehend unangetastet und der Garten wurde stets als wichtiger Bestandteil der Hotelanlage gepflegt und weiter entwickelt.
2005 übernahm die heutige Eigentümerfamilie den Hotelbetrieb. Seither wir die Anlage mit viel Herzblut und Sachverstand erneuert. Dabei wurde das Haus im Innern nach denkmalpflegerischen Kriterien entrümpelt und die Fassaden in einem erfrischenden gelben Farbton gestrichen. Heute sind alle Gästezimmer mit historischen Möbeln ausgestattet, zahlreiche historische Böden freigelegt und illusionistische Malereien an Wänden und Decken wieder sichtbar gemacht. Besonders schön restauriert wurde der Aufenthaltsraum im Erdgeschoss mit dem schachbrettartigen rot-schwarzen Plattenboden und den historischen Blumenmotiven an der Decke. Eine stimmungsvolle Gestaltung erhielt das als Esszimmer und Frühstücksraum eingerichtete ehemalige Kellergewölbe. Die grosszügige Gartenanlage mit verschiedenartig gestalteten Bereichen auf der Südseite des Hauses bildet, zusammen mit dem Restaurant La Sosta, einen gestalterischen Höhepunkt der Gesamtanlage.