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Der 1877 in Berlingen im Kanton Thurgau geborene Adolf Dietrich ist einer der grossen Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und konnte keine Ausbildung geniessen. In jungen Jahren musste er als Stricker in einer Tricotfabrik, später auch als Taglöhner und Holzfäller arbeiten. Für die Kunst blieb wenig Zeit. Erste Zeichnungen und Aquarelle entstanden um 1900, Ölbilder etwa ab 1905. Den Durchbruch als Künstler schaffte er in den 1920er Jahren, vor allem in Deutschland. In der Schweiz wurde seine Bedeutung erst später erkannt.
Adolf Dietrich hat sein Heimatdorf am Ufer des Untersees kaum je verlassen und sehr bescheiden gelebt. Nach seinem Tod im Jahr 1957 schrieb Manuel Gasser in der Kunstzeitschrift "Du" über den Maler: "Eine ungewöhnliche künstlerische Begabung war als natürliche Anlage vorhanden, und diese Begabung wurde mit einer Unbeirrbarkeit, wie man sie nur bei grossen Meistern findet, ins Werk umgesetzt."
A.D., 78-jährig. Foto: Helga Lutz-Weisskönig