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Dreimonatskoliken äussern sich durch heftige, anhaltende Schreiattacken des Babys. Sie treten vorwiegend in den ersten 3 Lebensmonaten auf und werden als Ausdruck von krampfartigen Schmerzen im Bauch (Koliken) gedeutet. Daher der Name Dreimonats-Kolik.
Typischerweise treten die Schreiattacken gehäuft nachmittags oder abends auf - oft nach den Mahlzeiten. Die Drei-Monats-Kolik ist eine Belastung für das Kind und für die Eltern, weil das Baby oft stundenlang schreit und praktisch nicht beruhigt werden kann.
Warum diese Koliken entstehen ist nicht bekannt. Vermutet werden nahrungsmittelbedingte oder körperliche Ursachen.
Auch wenn die Schmerzen stark sind und das Baby leidet, die Koliken sind in der Regel harmlos und gehen innerhalb weniger Monate wieder vorbei.
Um andere Krankheiten auszuschliessen, müssen die Schmerzen durch eine ärztliche Untersuchung abgeklärt werden. Denn: bei ca. 2% der Schreikinder liegt z.B. eine Refluxkrankheit (Zurückfliessen des Magensaftes) vor und bei etwa 15% eine Milcheiweissallergie.
Die Ursachen sind vielfältig und nicht definitiv geklärt.
Vermutete werden:
Nahrungsmittelbedingte Ursachen:
- Zu schnelles Trinken und Luftschlucken, die verschluckte Luft verursacht im Darm schmerzhafte Blähungen
- Verstärkte oder verlangsamte Darmbewegungen; diese führen zu vermehrter Bildung von Darmgasen. Die Dehnung des Darms durch die Gase ist sehr schmerzhaft.
- Hunger: wenn die Mutter zu wenig Milch produziert
- Fehlernährung
- Nahrungsmittelallergien oder Unverträglichkeiten, die zu Blähungen führen (Kuh-Eiweissallergie oder eine Laktoseintoleranz/ Milchzuckerunverträglichkeit)
Körperliche Ursachen
Andere Krankheiten wie: Ohrinfektionen, Infektionen der Atem- oder Harnwege, Refluxkrankheit, Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung).
Beschwerden, die auf eine Drei-Monats-Kolik hindeuten können, sind unter anderem:
- Heftiges Schreien während 2-3 Stunden an mehreren Tagen pro Woche über etwa 3 Monate, ohne Beruhigungsmöglichkeit.
- Gespannter Bauch infolge der Muskelanspannung beim Weinen, die Beinchen ziehen sich ruckartig zusammen.
- Blasse oder rötliche Haut, starkes Schwitzen
- Die Attacken beginnen meist unmittelbar nach der Mahlzeit, häufig am Nachmittag und am frühen Abend.
- Magenknurren, Blähungen
- Schlaf- und Fütterungsstörungen
Zur Diagnose einer Drei-Monats-Kolik werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
- Sorgfältige Befragung der Eltern über das Beschwerdebild des Babys und ob z.B. ein Bezug zum Essen festgestellt wurde oder zum Zeitpunkt und der Länge der Schreiattacken etc.
- Neurologische Tests
- Ultraschall
- Stuhluntersuchungen
- Blutuntersuchungen
Eltern sollen sich nicht schämen (was machen wir falsch etc.?) über die Situation zu sprechen, sondern bald möglichst den Kinderarzt aufsuchen. Sonst können die Schreiattacken tatsächlich zu Überforderungssituationen führen, was die kindlichen Beschwerden auch nicht verbessert.
Die Behandlung richtet sich nach den gefundenen Ursachen:
- Bei Nahrungsmittel-Allergien /Unverträglichkeiten: Anpassung der Ernährung, ev. Beizug einer Ernährungsberatung, Hebamme oder einer Säuglingsschwester.
- Getränke oder Lebensmittel, die Blähungen hervorrufen können, sollten in der Stillzeit von der Mutter gemieden werden, insbesondere Zwiebeln und Kohl, Obst wie Äpfel und Pflaumen; stark gewürztes Essen und koffeinhaltige Produkte wie Schokolade, Kaffee und Tee.
- Andere Erkrankungen (z.B. Infektionen) müssen entsprechend therapiert werden, z.B. mit Antibiotika.
Schaukeln in der Wiege oder auf den Armen, Tragen des Babys im Bauchtuch, fest Einwickeln in Frotteetuch, leises beruhigendes Reden oder Singen, Musik, Spazierenfahren, leichte Massagen: All dies sind Massnahmen die ausprobiert werden können um das Baby zu beruhigen.
Wichtig: Das Baby nicht schütteln, das kann zu bleibenden Schäden oder sogar zu Todesfällen führen. (siehe Krankheitsbild Schütteltrauma beim Kind)
Nach drei, spätestens sechs Monaten sind in den meisten Fällen die Beschwerden vorbei. Problematisch ist manchmal die Überforderung der Eltern mit der Situation. Eltern sollten sich nicht scheuen, Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen.