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«Hurricane» Carter gestorben
Fälschlich verurteilter Boxer
NZZ vom 22. April 2014
win. Washington · Rubin «Hurricane» Carter, eines der bekanntesten Opfer von Fehlurteilen durch Gerichte in den USA, ist am Ostersonntag im Alter von 76 Jahren an Prostatakrebs gestorben. Carter war zweimal des Mordes an drei Weissen in einem Nachtklub verurteilt worden, bevor die Mordanklage 1988, 22 Jahre nach dem ersten Fehlurteil, fallengelassen wurde. Für die Korrektur der Urteile setzten sich damals Hunderte von Freiwilligen und auch unzählige Prominente ein. Bob Dylan erzählte seine Version der Geschichte Carters im Song «Hurricane», der 1976 den Einzug in die Top 40 der amerikanischen Hitparade schaffte.
Carter hatte eine schwierige Kindheit in New Jersey verbracht, als er während des Militärdiensts in Deutschland seine Begeisterung und sein Talent für den Boxsport entdeckte. Neben seinem berüchtigten linken Hacken, der so manchen Gegner im Ring zu Boden streckte, waren auch Carters flamboyantes Auftreten und sein Eintreten für die Bürgerrechte von Schwarzen für seine grosse Bekanntheit verantwortlich. Wegen der Aussagen von angeblichen Augenzeugen wurden Carter und sein Freund John Artis 1966 und dann erneut 1976 des Mordes an zwei Männern und einer Frau verurteilt, obwohl sie sich zur Tatzeit in einem anderen Nachtklub aufhielten. 2011 erzählte er seine Geschichte im Buch «Eye of the Hurricane», das Nelson Mandela mit einem Vorwort beehrte.
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