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Die Schlussrunde an den 30. Amateur Europameisterschaften der Damen hätte zum grossen Schaulaufen von Albane Valenzuela werden können. Die 19jährige lag nach der dritten Runde vom Freitag 11 unter Par und hatte einen Riesenvorsprung auf ihre nächsten Verfolgerinnen Allessandra Fanali (-4) und Agathe Laisné (-3). Die Olympiateilnehmerin von Rio 2016 (21. Rang) stand somit nur 18 Löcher vor ihrem bisher grössten Erfolg, doch dann ging für die sonst auch mental so starke Genferin auf den Greens einiges schief. Nachdem sie auf den ersten 54 Löchern nur gerade viermal ein Loch über Par gespielt hatte, kamen in der letzten Runde (nebst drei Birdies) gleich sieben Bogeys auf ihr Konto und nach siebzehn Löchern war der Vorsprung von sieben Schlägen weg. Die Französin Laisné, die für das Team der University of Texas spielt, lieferte dagegen eine makellose 67er Runde ab, war damit neun Schläge besser als Valenzuela und holte sich den Titel mit einem Schlag Vorsprung. Auch die Italienerin Fanali musste am Samstag eine 76 notieren und rutschte sogar auf den geteilten 14. Rang ab.
Gäbe es eine Sonderwertung für Beständigkeit, die hätte Morgane Metraux gewonnen. Sie war über die vier Tage äusserst konstant und hatte, neben der Norwegerin Dorthea Forbrigd, als einzige während vier Runden eine 72 oder besser auf der Scorekarte. Die für die Florida State Seminoles spielende Studentin nutzte die Kenntnisse auf ihrem Heimplatz, lag am ersten Tag noch auf dem 11. Rang, arbeitete sich zuerst auf den 5. und dann sogar auf den geteilten 3. Platz nach vorne. Den konnte sie am Schlusstag auch erfolgreich verteidigen – während die direkten Konkurrentinnen Boden verloren – und gewann hochverdient Bronze.
Valenzuela und Metraux holten damit die ersten Medaillen für die Schweiz in dem seit 1987 ausgetragenen Wettbewerb und ihre Teamkolleginnen Kim Metraux (T21), Vanessa Knecht und Gioia Carpinelli (beide auf dem geteilten 36. Platz) konnten sich auch noch unter den besten Fünfzig (von 144 gestarteten Spielerinnen) klassieren. Damit gelang den Schweizerinnen eine starke Mannschaftsleistung, genau wie den Italienerinnen (fünf Spielerinnen unter den besten 21) und den Spanierinnen (vier unter den ersten 17). Erstaunlich wenig zeigten dagegen die sonst so erfolgsverwöhnten Golferinnen aus Grossbritannien und Irland. Beste Spielerin von den Inseln war die letztjährige Dritte Olivia Mehaffey aus Nordirland auf dem 8. Platz. Die beiden Engländerinnen Isobel Wardle und Olivia Winning klassierten sich auf dem 10. bzw. 17. Rang.
Hier geht’s zur Gesamtrangliste: http://www.ega-golf.ch/livescoring
Text: Peter Hodel
Foto: Studio Patrick Jantet