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Basel, um 1345
Silber vergoldet, getrieben, gegossen,
punziert, graviert, transluzides Email, Bergkristall
H. 74,2 cm
Inv. 1933.159.
Unter den Reliquien Monstranzen des Basler Münsterschatzes ist diese hervorragende Arbeit die früheste. Wir beobachten an ihr den ganzen Formenschatz oberrheinischer Architektur am Übergang zur Spätgotik. Der achtblättrige Fuss trägt den oktogonalen Stiel aus Basis, Schaft und kapellenartig gestaltetem Knauf. Eichenranken vermitteln zum retabelartigen Aufsatz mit dem runden Reliquienbehälter, dem grazilen Masswerkgiebel samt Kreuzblume sowie den seitlichen Dreikantfialen.
Den künstlerischen Gehalt unterstreicht der reiche Gebrauch transluziden Emails. Vierpassmedaillons am Fuss zeigen die Jugendgeschichte Christi mit dem Kindermord zu Bethlehem sowie den hl. Columban - ein Hinweis auf die früheren Reliquien eines unschuldigen Kindleins von Bethlehem aus dem Besitz dieses irischen Mönches. Zwei Zyklen von Apostelbildern am Knauf und im Medaillonkranz um das kreisförmige Ostensorium haben der Monstranz ihren Namen gegeben. Um 1450 dürfte das Reliquiar zur Hostienmonstranz umgearbeitet und dabei an der bescheideneren Rückseite leicht verändert worden sein.