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Das sogenannte “trap, neuter, return (TNR)” bedeutet Streunertiere einzufangen, zu kastrieren und sie wieder in der ihnen vertrauten Umgebung freizulassen. Dies wird in vielen Ländern praktiziert, auch in der Schweiz.
Denn die seit Jahrhunderten übliche Praxis wildlebende Haustiere zu töten, hat offensichtlich nicht zu deren längerfristigen Verminderung geführt. So ist man vielerorts dazu übergegangen, mittels TNR die Populationen zu verkleinern sowie sie oft danach auch zu betreuen und unter Kontrolle zu halten.
Da es kaum Sinn macht Streunertiere in ohnehin überfüllte Tierheim zu bringen, da sie aufgrund ihrer Scheuheit nur minimale Chancen auf eine Adoption haben, werden sie an ihrem angestammten Platz wieder freigelassen. Ausser sie seien dort z.B. durch den Strassenverkehr oder tierhassende Anwohner gefährdet und stellten aufgrund von Krankheit ein Risiko dar.
Eine amerikanische Studie hat 2014 die Auswirkung von TNR auf Kolonien von Strassenkatzen untersucht, bzw. den Vergleich zwischen einfangen und ins Tierheim sperren und der Kastration mit anschliessendem Freilassen gemacht:
Der Effekt von gezielten Trap-neuter-return-Aktionen mit teilweiser Adoption auf wilde Katzenpopulationen im Vergleich zur Aufnahme in ein Tierheim
In den USA kommen jedes Jahr ungefähr 2–3 Millionen Katzen in Tierheime. Ein grosser Teil davon sind herrenlose Streunerkatzen, die von niemanden vermisst werden und die zu wild sind, als dass sie eine Chance darauf hätten adoptiert zu werden. Mehr als die Hälfte dieser Katzen wird eingeschläfert, sei dies aufgrund von Platzproblemen in den Tierheimen, Krankheiten, mit denen sie im Heim angesteckt werden oder wegen ihres ungezähmten Verhaltens. Trap-neuter-return-Aktionen als Alternative zum Tierheimeintritt verbessern zwar nachweislich die Gesundheit von Streunerkatzen, während gleichzeitig die Grösse der Kolonien reduziert wird, wurden aber bisher als zu unpraktisch für sehr grosse Katzenpopulationen angesehen und auch nicht als Massnahme zur Verminderung der Anzahl von Katzen im Tierheim.
Das Ziel dieser Studie war, den Effekt von TNR zu messen und zwar konzentriert in einer Gemeinde in Florida, in der seit langem eine grosse Anzahl herrenloser Katzen lebten.
In einem 2-Jahres-Programm wurden mindestens 50% der Streunerkatzen in einem 11.9 km2 grossen Gebiet eingefangen, kastriert und wieder freigelassen oder adoptiert. Dabei wurden die Zahlen der Eintritte von Katzen ins Tierheim mit denen des restlichen Landkreises verglichen.
2366 Katzen, ungefähr 54% der geplanten Streunerkatzenpopulation, wurden während der zwei Jahre gefangen, kastriert und wieder freigelassen. In den Vergleichstierheimen der Umgebung landeten 3,5-mal mehr Katzen im Tierheim, wovon 17,5-mal mehr Katzen euthanasiert wurden, als im betreuten Projekt. Dort wurden 60 Katzen per 1000 Einwohner kastriert, während dies im Vergleichsgebiet nur 12 Katzen per 1000 Einwohner waren. Das machte während des Projekts eine Zunahme von 66% aus, verglichen mit den 12% der Umgebung.
Somit sind gezielte TNR-Aktionen kombiniert mit der Adoption von zutraulichen Katzen sowie der Beratung der durch die Tiere belästigten Anwohner ein wirkungsvolles Mittel um die Aufnahme von Katzen ins Tierheim zu reduzieren.
Quelle:
The Veterinary Journal, Volume 201, Issue 3, September 2014, Pages 269–274