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Zehn Punkte, die erklären, warum das UNDP ein entscheidender Partner für die Schweiz ist
Das jetzige Ausmass der Armut in der Welt hat Auswirkungen auf die Gesellschaft von morgen. Nach Angaben der UNO lebt 2020 jeder zehnte Mensch in extremer Armut. Die COVID-19-Pandemie macht die Lage nicht leichter. Im gemeinsamen Streben nach einer nachhaltigen Entwicklung haben sich die Länder der Welt verpflichtet, die Armut bis 2030 zu beseitigen. Die Schweiz engagiert sich stark für das Erreichen dieses Ziels. Dazu sind Bemühungen einer Vielzahl von Akteuren und das Engagement vor Ort unerlässlich. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) ist dabei ein entscheidender Partner. Zehn Zahlen und Fakten.
Mehr als die Hälfte der weltweit von extremer Armut betroffenen Menschen lebt auf dem afrikanischen Kontinent. © Keystone
736 Millionen
Das ist die Zahl der Menschen, die nach Angaben der UNO unter der Armutsgrenze von 1.90 USD pro Tag leben. Die meisten von ihnen leben in Subsahara-Afrika oder in Südasien. Hohe Armutsquoten sind am häufigsten in kleinen, fragilen und von Konflikten betroffenen Ländern zu finden.
2030
Die internationale Gemeinschaft, darunter die Schweiz, hat sich verpflichtet, die Armut bis 2030 zu beseitigen. Die Agenda 2030 der UNO dient dazu, Armut, Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu beenden und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, und enthält für diesen Zweck 17 allgemeine Ziele und 169 Unterziele. Ziel 1 betrifft speziell die Armut.
Bundesverfassung
Der Kampf gegen die Armut ist in der Bundesverfassung verankert. Die Schweiz betrachtet den Kampf gegen die Armut als wichtiges Instrument für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft, das Auswirkungen auf viele Bereiche (Migration, Beschäftigung usw.) im In- und Ausland hat. Der Bundesrat verabschiedete am 19. Februar 2020 die Strategie der internationalen Zusammenarbeit (IZA-Strategie) 2021–2024 und beantragte dem Parlament 11,25 Milliarden CHF für die Umsetzung. Der Kampf gegen die globale Armut nimmt darin eine herausragende Rolle ein.
100%
100% der Schwerpunktregionen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), definiert in der IZA-Strategie 2021–2024, stehen vor Problemen im Zusammenhang mit Armut. Mehr als die Hälfte der von extremer Armut betroffenen Menschen lebt in Afrika. Mit geringem Abstand folgt Asien. In Europa sind die schlechtesten Werte in Osteuropa zu verzeichnen. Nach dem Bundesgesetz über die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe von 1976 unterstützt die Schweiz in erster Linie die ärmeren Entwicklungsländer, Regionen und Bevölkerungsgruppen. Dies gilt auch heute noch.
Globale Herausforderungen – globale Ansätze
Die Schweiz engagiert sich in im Rahmen einer intensiven multilateralen Zusammenarbeit für die Erfüllung des universellen Mandats der UNO zur Beseitigung der Armut. Ganz im Zeichen des Dialogs beteiligt sie sich an der Ausarbeitung globaler Übereinkommen, Initiativen und Prozesse. Sie unterstützt zahlreiche Akteure in diesem Bereich: weltweit agierende Banken, UNO-Organisationen, lokale Partner usw. In ihren Partnerländern trägt sie zu einer Vielzahl von Projekten vor Ort bei und entwickelt diese weiter.
Wichtige Partnerschaften
Die Schweiz kann in einer globalen Frage nicht allein handeln. Sie verbündet sich mit Partnern, die bei ihrer Arbeit ähnliche Ziele und Ambitionen verfolgen. Das UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) ist seit 1974 strategischer Partner der Schweiz und einer der wichtigsten multilateralen Akteure, die sich zur Beseitigung der Armut und zur Verringerung von Ungleichheit und Ausgrenzung verpflichtet haben. Die Schweiz unterstützt das UNDP nicht nur, indem sie Finanzhilfen gewährt, sondern auch durch die Förderung von mehr als 100 Entwicklungsprojekten in den vom UNDP unterstützten Ländern und Regionen.
52,7 Millionen CHF
Der Bundesrat beschloss an seiner Sitzung vom 18. November 2020, dem UNDP für 2021 einen Beitrag von 52,7 Millionen CHF zu gewähren. Zusätzlich zu diesem allgemeinen Beitrag leistet die Schweiz direkte Unterstützung für 167 Projekte in aller Welt. Im Zeitraum 2018–2020 hat die Schweiz das UNDP mit einem Kernbeitrag von 156,4 Millionen CHF unterstützt.
Komplementarität
Das UNDP und die Schweiz arbeiten wechselseitig. Die Schweiz ist ein kleines Land. Sie hat jedoch erheblichen Einfluss in der internationalen Arena, führt den Vorsitz in wichtigen Ausschüssen, ist eine bedeutende Geldgeberin und kann auf eine lange humanitäre Tradition zurückblicken. Das UNDP ist die grösste Entwicklungsorganisation der UNO. Über sein globales Netzwerk fördert es die Reflexion und den Dialog über globale Herausforderungen im Zusammenhang mit Entwicklung und guter Regierungsführung.
COVID-19
Die COVID-19-Pandemie könnte bis 2021 weitere 150 Millionen Menschen in extreme Armut drängen, warnte die Weltbank in diesem Jahr. Damit wird die Zahl der Betroffenen wahrscheinlich erstmals seit 1998 steigen. Mit der Unterstützung, die die Schweiz dem UNDP für 2021 bereitstellt, trägt sie massgeblich dazu bei, die Folgen von COVID-19-Krise abzufedern und die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 zu erreichen.
Genf
Die Schweizer Metropole am Genfer See ist Standort für eines der fünf globalen Verbindungsbüros des UNDP. Diese Präsenz neben der einer Vielzahl anderer globaler Akteure bietet die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen, der schweizerischen Regierung und den Regierungen Europas, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft voranzubringen.