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Geschichtlicher Hintergrund
Der Verein Schweizerischer Maschinen-Industrieller (VSM) wurde 1883 gegründet, als nach einer Reihe von Krisenjahren wieder bessere Zeiten angebrochen waren. Bei der Gründung zählte der VSM 47 Mitgliedfirmen mit rund 9500 "Arbeitern". Obschon damals Fragen der Zoll- und Handelspolitik - vor allem der Abbau hoher Schutzzölle - im Vordergrund standen, war das Verbandsziel mit "Wahrung und Förderung der allgemeinen Interessen der schweizerischen Maschinenindustrie" so weit gefasst, dass es auch heute noch aktuell ist.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen auch in der Schweiz die sozialen Spannungen zu, so dass sich die Arbeitgeber der Maschinenindustrie entschlossen, aus den Reihen des VSM eine besondere Organisation zur Wahrung der Interessen auf dem Gebiet der Sozialpolitik zu gründen. So entstand 1905 der Arbeitgeberverband der Schweizer Maschinenindustrie (ASM).
Mit der fortschreitenden Elektrifizierung begann sich die Industrie stark zu entwickeln. Parallel dazu weitete sich das Tätigkeitsgebiet des VSM ständig aus. Der Verband hatte sich mit zahlreichen schwierigen Aufgaben auseinanderzusetzen: Rohstoffverknappung und Ausfuhrbeschränkungen in Kriegszeiten, starke Ausschläge des Konjunkturbarometers von Weltwirtschaftskrisen bis zur Konjunkturdämpfung, Ausbau des Verkehrswesens und einer leistungsfähigen Infrastruktur. Frühzeitig ergriff der VSM auch Initiativen auf dem Gebiet der Exportförderung.
In Bezug auf sozialpolitische Anliegen standen sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen bis in die 30er Jahre ablehnend oder zumindest sehr reserviert gegenüber. Allerdings waren die gegenseitigen Beziehungen schon damals nicht nur von Feindbildern beherrscht. In den ASM-Statuten von 1905 findet sich beispielsweise die Zielsetzung "Förderung eines gedeihlichen Zusammenwirkens von Arbeitgebern und Arbeitern". Im Gefolge der Weltwirtschaftskrise von Anfang der 30er Jahre wollte der Bundesrat bei kollektiven, landesweiten Lohnstreitigkeiten selber als Schiedsrichter auftreten. Arbeitgeber und Gewerkschaften wandten sich gegen diesen Staatsinterventionismus. Unter der Führung zweier herausragender Persönlichkeiten, Konrad Ilg und Ernst Dübi, suchten die Gewerkschaften und der ASM eine Lösung, mit der sie die Forderung nach einer sozialen Befriedung unter Wahrung ihrer Tarifautonomie erfüllen könnten - die «Vereinbarung in der Maschinenindustrie» (VMI) war geboren. Sie brachte eine Lösung für die Beilegung von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Sozialpartnern und damit den Arbeitsfrieden.
In der Folge wurde die VMI immer wieder erneuert und der Kreis der Partnerverbände erweitert. Heute ist die VMI einer der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge der Schweiz und gilt für rund 130'000 Beschäftigte. Sie regelt die generellen Arbeitsbedingungen, die Mitwirkung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Betrieben und hält wichtige Grundsätze fest für die Aus- und Weiterbildung. Die VMI ist ein branchenbezogenes und pragmatisch zwischen den Sozialpartnern ausgehandeltes Werk, das beiden Seiten wichtige Vorteile bringt. Immer wieder zeigt sich die VMI als Trendsetter und Ort für die Konkretisierung von Innovationen: So wurden 1998 erstmals die Jahresarbeitszeit als Messgrösse und ein Langzeitkonto für das individuelle Ansparen von Arbeitszeit eingeführt.
Seit Anfang Juli 1999 sind die Verbände ASM/VSM unter einheitlicher Geschäftsführung, aber unter Wahrung ihrer rechtlichen Selbständigkeit zusammengelegt. Seit dem 1. Oktober 1999 treten sie unter der Marke Swissmem auf.
Im September 2006 haben die Mitglieder von ASM und VSM einer neuen Verbandstruktur und einer weiterführenden Integration von ASM und VSM zugestimmt. Per 1.1.2007 änderte der VSM seinen Namen zu Swissmem und übernahm die bisherigen Aktivitäten des ASM. Der ASM bleibt als Träger des Gesamtarbeitsvertrags der MEM-Industrie weiter bestehen.