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Homöopathie ist Heilen nach dem Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“ - similia similibus curentur. Sein Begründer, der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) erkannte mittels Eigenversuche, dass wohl dosierte Krankheitsreize die unvollständig arbeitenden Selbstheilungskräfte des Kranken anregen können. Die sogenannte Arzneimittellehre stützt sich dabei auf eine Sammlung von Beschreibungen ihres Begründers, der in vielen Selbstversuchen die Bilder von Krankheiten genau beobachtete und beschrieb: Hat also eine Substanz einen Gesunden krank gemacht, kann sie im Umkehrschluss auch einen Kranken wieder gesund machen. So weit, so gut zu den Selbstversuchen von Herrn Hahnemann.
Ein einfaches Beispiel, das das Prinzip veranschaulichen soll: Ich hatte mir einen Fensterputzer nach Hause bestellt. Er kam pünktlich und begann sofort mit seiner Arbeit. Ich war im Keller, als ich einen lauten Aufschrei hörte, und eilte die Treppe nach oben in die Küche, an den Ort, an den ich den Mann vermutete. Er kam mir mit schmerzverzerrten Gesicht entgegen und hielt mit der rechten Hand den linken Arm. „Ich habe in ein Wespennest gegriffen“, rief er verstört. Ich sah auf seine linke Hand, die schon rot wurde und anschwoll. „Setzen Sie sich“, erklärte ich bestimmt und lief zu meinem Apothekerschrank. Er bekam von mir Apis C30 sofort als einmalige Gabe. Während sich die Globuli unter seiner Zunge auflösten, nahm ich ein Glas Wasser und träufelte einige Tropfen Rescue hinein und sagte ihm, er solle das Wasser in kleinen Schlucken trinken. Kurze Zeit später war der Schmerz besser, der Schock verschwunden (aufgrund der Rescue Tropfen) und die Schwellung nicht weiter fortgeschritten. Der Fensterputzer ging, nachdem er seine Arbeit beendet hatte, mit einer gesunden Hand, doch mit einer Miene aus Verstörung und Ungläubigkeit, nach Hause.
Noch ein anderes Beispiel aus dem Alltag: Da hat man sich erkältet, die Nase läuft und läuft, die Augen tränen und auf die Nasenränder schmiert manch einer dick die Creme drauf, da diese rot und wund sind. Es ist die Küchenzwiebel, Allium cepa so ihr lateinischer Name, die an dieser Stelle das (Schnupfen-)Mittel der Wahl ist. Das klingt zunächst sehr einfach, ist es aber nicht. Es gibt Arzneien, die so ein breites Wirkspektrum haben, dass manche von ihnen oft mehr als 2000 Symptome umfassen, von den organischen angefangen über bestimmten Gemütsverfassungen bis hin zum Verstand.
Grundsätzlich kann man sagen, dass die Ausgangsstoffe der verschiedenen Arzneien von Pflanzen (z.B. Urtica) und Tieren (z.B. Apis), Mineralien (z.B. Mercurius) und Metallen (z.B. Aurum metallicum) stammen. An dieser Stelle verweise ich vollständiger halber noch auf die Nosoden, deren Ausgangsstoff krankes Gewebe oder Sekret ist. Diese Art der Therapie ist weniger bekannt, doch vor allem bei chronisch verlaufenden Krankheiten findet sie ihre wirkungsvolle Anwendung. Der Unterschied zur Homöopathie besteht darin, dass sie dem Gleichheitsprinzip folgt, was nichts anderes bedeutet, als dass die Mittel die Information der eigentlichen Krankheit enthalten durch eben die Entnahme von Gewebe, Körperflüssigkeiten etc. Doch was passiert danach mit den Proben? Diese werden, nun schlagen wir den Bogen zurück zur klassischen Homöopathie, mit Alkohol und Milchzucker potenziert und damit dynamisiert.
Dynamisiert, potenziert, was ist das? Ich werde versuchen, es zu erläutern:
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