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2007 feierte der TTC Bronschhofen sein 25-jähriges Jubiläum. In diesem Zusammenhang tauchte ab und zu die Frage auf, wie der TTCB entstanden sei.
Ende der 70er Jahre trafen sich im Bronschhofer Quartier des Bildwegs einige Jugendliche regelmässig in einer Garage, wo sie auf einem Tischtennistisch gegeneinander spielten. 1976 organisierten sie dort auch ihr erstes eigenes Turnier für Hobbyspieler. Einzelne entdeckten Tischtennis als Freizeitsport und begannen sogar im Nachbarort Wil regelmässig das Nachwuchstraining zu besuchen. Für die Turniere in den nächsten Jahren wurde in der Garage fleissig weiter trainiert. Zudem luden manche ihre Kollegen ein und man begann auch, Preise für die Rangverkündigung zu sammeln.
Nach etwa 5 Jahren in diesem Rahmen wurde der Ruf nach einem grösseren, geeigneten Trainingsraum laut. Zudem wollten manche einen eigenen offiziellen Verein gründen, um an der Meisterschaft teilzunehmen. Bei Nachfragen in der Gemeinde wurde in Erfahrung gebracht, dass die Siemens AG in Bronschhofen an der Tischtennismeisterschaft des Firmensportverbandes teilnahm. Der Verein der Siemens AG stand aber mangels Mitglieder kurz vor der Auflösung. Dieser „glückliche“ Umstand führte dazu, dass die Jugendlichen des „Tischtennisclubs Bildweg“ das Trainingslokal des Firmensportclubs übernehmen und fortan im Einquartierungsraum der Primarschule Bronschhofen trainieren durften.
Damit entstanden aber die nächsten Probleme. Rund ein Dutzend Jugendliche im Alter von ca. 14-18 Jahren mussten Tische, Netze, Bälle im Wert von mehreren Tausend Franken anschaffen. Mit Hilfe von Eltern, Bekannten und zinslosen Darlehen konnte auch dieses Problem gelöst werden. Schliesslich fand am 8. November 1982 im damaligen Restaurant Weinberg in Bronschhofen die Gründungsversammlung statt. Als nächste Hürde zeigte sich die Zusammensetzung des Vorstands. Zwar hätten sich genügend Leute für die Mitarbeit zur Verfügung gestellt, jedoch musste aus rechtlicher Sicht mindestens der Präsident des Vereins unterschriftsberechtigt und somit 20jährig sein. Damals war man nämlich erst mit 20 volljährig und so alt war noch keiner der jungen Tischtennisfans. Nach längerer Diskussion erklärte sich ein eher zufällig anwesender Verwandter eines Siemensmitarbeiters bereit, das Präsidentenamt vorläufig zu übernehmen. Jedoch nicht ohne deutlich darauf hinzuweisen, dass er vom Tischtennisgeschäft gar keine Ahnung habe und sich mindestens diesbezüglich völlig auf die Jugendlichen verlassen müsse. So wurde Rolf Schopper aus Wil zum 1. Präsidenten des TTC Bronschhofen gewählt. Es ist zu erwähnen, dass er dieses Amt während zwei Jahren zurückhaltend, aber seriös ausübte, bis er von seinem Nachfolger, Markus Thoma abgelöst wurde. Während der ersten 5-10 Jahre führte aber vor allem Jörg Steiner, kaum aus der Schule entlassen, die meisten organisatorischen und administrativen Arbeiten des Vorstands aus.
1983 wurde der TTCB auch offiziell vom Schweizerischen TT-Verband aufgenommen. Nun musste noch dafür gesorgt werden, dass im Einquartierungsraum eine bessere Beleuchtung installiert wurde, dann wurde dieser offiziell für Meisterschaftsspiele (der untersten Liga) abgenommen. Am 6. September 1983 begann die Mannschaft des TTCB ihre erste Meisterschaftssaison – mit einer Niederlage.
In den ersten Jahren wuchs der TTCB vor allem in die Breite. Der Einquartierungsraum wurde zeitweise zu einer Art Jugendtreffpunkt, wo sich Oberstufenschüler und Lehrlinge zweimal wöchentlich trafen, um Tischtennis zu spielen, zu plaudern und Spass zu haben. Schnell wuchs der junge Verein und verzeichnete bald einmal über 50 Mitglieder. In der Folge wurden auch immer mehr Mannschaften für den Meisterschaftsbetrieb gemeldet, nämlich bis zu 5 Herrenmannschaften, dazu noch Nachwuchsmannschaften – und eine Damenmannschaft. Engagierte und ehrgeizige Spieler entwickelten sich nun langsam weiter. Zeitweise konnten auch junge J&S-Leiter aus Wil gewonnen werden, die Kurse für Interessierte durchführten. In der 2. Hälfte der 80er Jahre sanken die Mitgliederzahlen von über 50 wieder auf etwa die Hälfte, dafür steigerten sich die besten Spieler und so konnten denn auch die ersten Aufstiege in höhere Ligen verzeichnet werden. Im Laufe der 90er Jahre etablierte sich die 1. Herrenmannschaft in der 3. Liga. Jetzt durfte sogar einmal wöchentlich in der Turnhalle Obermatt trainiert werden.
Unter Didé Wagner und Fredi Klarer fand eine länger andauernde seriöse Nachwuchsarbeit statt. Nebst Bronschhofer Kindern trainierten vor allem Schüler aus Bettwiesen regelmässig beim TTCB. Schon bald erzielten diese erste Erfolge an Schülermeisterschaften der Nichtlizenzierten.
Im Januar 2000 konnte der neue Ebnetsaal eingeweiht werden. Nach intensiver Überzeugungsarbeit durfte (und darf) auch der TTCB einmal wöchentlich 2 Hallen für den Trainings- und Meisterschaftsbetrieb nutzen. Mit dem Ebnetsaal begann auch eine neue Ära der Turnierorganisation. Das Plauschturnier kann heute kompakter, effektiver und mit weniger Aufwand durchgeführt werden. Seit der Anlass im Ebnetsaal durchgeführt wird, zeugen jährlich 100-200 Teilnehmer davon, dass hier Tischtennis gespielt und gelebt wird. Seit Bestehen des Ebnetsaals wird auch regelmässig das Finale des Ostschweizer Ranglistenturniers hier durchgeführt. Zudem können in diesem Saal mit geringem Aufwand mehrmals jährlich Turniere mit Jugendlichen umliegender Vereine organisiert werden.
Im neuen Jahrtausend setzte sich die 1. Herrenmannschaft des TTCB in der 2. Liga fest. Vor allem die Nachwuchsspieler des TTCB wurden aber zu dieser Zeit in der ganzen TT-Schweiz bekannt. So gewann Sarah Peter aus Bettwiesen 2002 die erste Medaille an einer Schweizermeisterschaft der Lizenzierten für den TTCB, nämlich die silberne im Mädchen-Doppel U15. In den nächsten Jahren folgten noch einige silberne und bronzene Auszeichnungen an Nachwuchs-Schweizermeisterschaften sowie Goldmedaillen an Ostschweizermeisterschaften.
In der Saison 2002/2003 konnte der russische Tischtennisprofi, Andrej Gratschev vom TTC Wil verpflichtet werden, der während einer Saison als Sparringspartner und Trainergehilfe für unsere Nachwuchsspieler zur Verfügung stand. In dieser Zeit schaffte Nicolas Peter aus Bettwiesen auch den Sprung vom Regionalkader in die Nachwuchsnati.
Nach dem Weggang von Andrej G. konnte kein Sparringspartner mehr gefunden werden. Die älteren der gut geförderten Nachwuchsspieler kamen aus der Schule, entdeckten die Arbeitswelt, die Freundin und andere Freizeitbeschäftigungen. So zerfiel die grosse Jugendabteilung des TTCB, die intensiv an ihren Zielen arbeitete schnell auf gewöhnliche Grösse mit üblichem Eifer. Heute sind die übrig
gebliebenen Jungen in die Herrenmannschaften der 2. und 3. Liga integriert und können so hoffentlich den Verein in eine gute oder gar bessere Zukunft führen.
Nach einer weiteren Umstrukturierung der Regionalligen (heute bis 6. Liga) fand sich Bronschhofen 2008 in der 3., 4. und 6. Liga wieder. Bis 2011 steigerten sich 2 junge Spieler der 1. Mannschaft bis zu B-Spielern und so gelang im Mai 2012 in der Direktbegegnung gegen Wuppenau der Aufstieg in die 2. Liga mit Dreiermannschaften (J. Lindenmann B11, Harri Weber B11, Didé Wagner C7). Seit einiger Zeit trainierten die jungen Spieler der beiden Vereine bereits ziemlich regelmässig miteinander. Auf die nächste Saison wechselte der stärkste Wuppenauer deshalb zu Bronschhofen, damit sich in den nächsten Jahren nicht 2 „Liftclubs“ mit Auf- und Abstiegen abwechseln. Seither spielt die 1. Mannschaft mit S. Griessbacher B13, J. Lindenmann B12 und Harri Weber B11 gut in der 2. Liga mit. Leider ist der Abstand zu den nächsten Spielern in der 5. Liga etwas gross.
(D. Wagner, März 2014)