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1988 ging in Büren wieder ein grosses Fest mit historischem Hintergrund über die Bühne.
Büren konnte das 700jährige Bestehen der «Handfeste» feiern. In dieser Handfeste von 1288
waren dem Städtchen gewisse Freiheitsrechte zuerkannt worden.
An besagter Feier konnten die beiden restaurierten Städtchenbrunnen eingeweiht werden.
Als Politikum erwies sich dabei, dass ein «Brunnentausch» vorgenommen wurde: der eckige
Brunnen, der vorher im Oberstädtchen stand, wurde wieder an seinen angestammten
Standort auf dem Marktplatz versetzt, während der runde Brunnen seinen neuen Platz im
Oberstädtchen erhielt. Im Übrigen ziert seither eine Vennerfigur den Brunnen vis-a-vis des
Schlosses (daher sein Name Vennerbrunnen). Der Venner wurde von Peter Travaglini gestaltet
und von seinem Vater gespendet.
Die Nöijohrsplakette 1989 befasste sich mit diesem Venner und als Konterfei mit einem Politiker,
der als vornehmer Herr dargestellt wird. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei der
noblen Figur um einen Gemeinderat handelt. Der Venner verkörpert dabei den Unbestechlichen.
Ausgerüstet mit einem Spiegel statt mit einem Schild, wacht er über das Städtchengeschehen.
Für einmal stieg er nun von seinem Sockel herunter, um dem Städtchenvertreter
den Spiegel vorzuhalten. Dieser sieht im Spiegel sein eigenes griesgrämiges Gesicht. Und
was noch schlimmer ist: als Hut trägt er einen «Potchambre». Dabei möchte der Ratsherr
gerne selber aufs Kapitell steigen und sich auf den Sockel hieven. Aber eben: so wie er aussieht,
geniesst er kein Vertrauen. Dass ohnehin alles etwas verworren ist, zeigt sich auch im
Schriftzug «Büre Nöijohr». Der Teil «Büre» repräsentiert die Verzierungen der Brunnenröhren,
der Teil «Nöijohr» ist eine völlige Wirrnis. Ein Zeichen dafür, dass hohe Herren in der Regel
höchstens für Verwirrung statt für Klarheit sorgen. Der Interpretation, was dies bedeuten
könnte, darf freien Lauf gelassen werden.