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Äthiopien ist die Heimat des Arabica Kaffee Genpools (Coffea arabica rubiacaeae). Bis zum heutigen Tag verfügt das Land über eine enorm grosse, genetische Vielfalt der Sorte Arabica. Es darf behauptet werden, Äthiopien produziere den besten Kaffee dieser Sorte. Vermutlich ist der Gebrauch der Pflanze als Genussmittel älter als das äthiopische Christentum. Zunächst wurde Tee aus den Blättern der Pflanze zubereitet, wie er in Teilen des südlichen Äthiopiens noch heute beliebt ist. Arabica gilt als die hochwertigste Bohne. Sie wird daher im Anbau bevorzugt und heutzutage für Exportzwecke in den meisten tropischen Ländern in kleinen Plantagen angebaut; im Gegensatz zur hitzebeständigeren und schneller wachsenden Kaffeesorte Robusta zeichnet sich Arabica durch edleren Geschmack und etwas geringeren Koffeingehalt aus.
Überlebt haben diejenigen Legenden vom Ursprung des Kaffees, welche von orientalischen Märchenerzählern mündlich überliefert wurden. Die am meisten geglaubte und verbreitete Ursprungslegende des Kaffees ist diejenige des Hirten Kaldi. Demnach zog der Hirte Flöten spielend mit seinen Ziegen in die Bergwälder von Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Normalerweise rief Kaldi seine Ziegen jeweils bei der Abenddämmerung mit ein paar Trillern ins Dorf. Eines Abends jedoch tat er dies vergebens und musste die Ziegen suchen gehen. Er traf die Tiere an, als sie sich um ein paar Sträucher mit sattgrünem Laub und roten Früchten versammelten. Obwohl es schon spät war, sprangen die Ziegen wie wild umher und meckerten übermütig. Der Hirte dachte, die Tiere seien verhext. Am nächsten Tag hatten die Tiere es eilig und wollten erneut die Sträucher mit den roten Früchten aufsuchen. Der Hirte Kaldi folgte seinen Tieren und knabberte an einigen Blättern. Obwohl sie bitter schmeckten, verspürte er ein wohltuendes, schwaches Kribbeln in seinem ganzen Körper. Anschliessend probierte der Hirte auch noch die Früchte, worauf er das Gefühl bekam, nie wieder müde zu werden. Am selben Abend erzählte er seinem Vater davon und die Neuigkeit verbreitete sich wie ein Buschfeuer. Die Bewohner des alten Königsreichs Kaffa in Äthiopien begannen, aus den Blättern und den Früchten eine Art Tee aufzugiessen. Diese gaben dem Getränk den Namen „Qahwa“, der als „Kaffee“ in die meisten Sprachen der Welt eingegangen ist. Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Kaffee im 10. Jahrhundert vom arabischen Arzt Rhazes. Es wird jedoch angenommen, dass die Sträucher schon zuvor kultiviert wurden. Eine weitere Legende besagt, dass bereits der Prophet Mohammed, der von 570 n.Chr. bis 632 n.Chr. lebte, begeisterter „Qahwa“ Trinker war. Ihm nützte der Trunk hauptsächlich, um für seine nächtlichen Gebete wach zu bleiben.