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Text: Barbara Thoma, freie Mitarbeiterin World Vision Schweiz
Nachdem im November 2016 die Kämpfe im Südsudan aufbrandeten, war in Samuel Luwates Leben nichts mehr, wie es einmal war: Sein Arbeitsplatz - eine Klinik - wurde zerstört, seine Frau und die vier Kinder wurden von ihm getrennt und sein rechtes Bein erlitt eine so schlimme Fraktur, dass er bis heute nicht mehr richtig gehen kann. Unter extremen Schmerzen unternahm Samuel die lebensrettende Flucht nach Uganda. «Damals erlebte ich die furchtbarsten Momente meines Lebens. Bis heute habe ich meine Familie, die in eine andere Provinz floh, nicht wiedergesehen», berichtet Samuel niedergeschlagen, fährt aber stolz fort: «Ich lasse mich nicht unterkriegen und mache das Beste aus der Situation.»
Auf die Seife gekommen
Er kam im Flüchtlingslager Palorinya, im Nordwesten Ugandas, unter, wo über 180'000 Flüchtlinge leben, darunter Hunderte mit körperlichen Behinderungen. Rollstühle sind Mangelware, sodass Samuel selbst mit einem Gehstock vorliebnehmen muss. Schon bald nach seiner Ankunft nahm er an einer World Vision-Umschulung teil, der behinderten Menschen beispielsweise das Herstellen von Flüssigseife, Handtaschen oder Ledersandalen vermittelte. Daraus entstehen auch wertvolle Beziehungen zwischen den Flüchtlingen und den Gastgebern, die viel zum friedlichen Miteinander beitragen.
«Zuerst tat ich mich sehr schwer, da ich ja mein Leben komplett neu definieren musste», gibt Samuel zu. «Aber dann erkannte ich das Potenzial der Seifenherstellung, denn weder in unserer noch in den benachbarten Gemeinden gab es einen Lieferanten dafür», erklärt Samuel.
Alle Teilnehmer erhielten Start-up-Kapital, Werkzeuge, einen Business-Grundkurs und den wichtigen Rat, als Gruppe ins Geschäftsleben zu starten.
Leben im Flüchtlingslager
Heute kennt jeder in Palorinya, Zone 3, Samuels Namen. 320 Liter Seife produziert seine 12-köpfige Arbeitsgruppe pro Monat, was einem Einkommen von 88 US-Dollar entspricht.
«Anfangs spotteten einige, Lahme wären für eine solche Arbeit untauglich», erzählt er, «aber heute beneiden sie uns.» Ein Teil der Einnahmen wird gespart, ein anderer als Kleinkredite an Gruppenmitglieder vergeben, damit sie in andere Geschäfte investieren können. Auch Samuel hat weitere Pläne: Er möchte eine kleine Apotheke im Lager eröffnen.
Mehr als 450 Menschen mit Behinderungen profitierten bislang von World Vision-Schulungen in Palorinya. Durch ihr kleines Einkommen sind sie nicht mehr auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Ferner arbeitet World Vision an einem inklusiven Hygienekonzept für Quellen und Latrinen mit behindertengerechten Zugängen.
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