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Huflattich (Tussilago farfara)
Huflattich zählt zu den Pflanzen, die sich auf den unwirklichsten Untergründen ansiedeln. Das Kraut ist heute sowohl im Flachland als auch in der Höhe anzutreffen. Meist findet man ihn auf steinigem bzw. kiesigem Untergrund. Er wächst nahezu überall und ist auf Grund seiner strahlend gelben Blüten schon von weither sichtbar. Der Huflattich wird zwar oft als Unkraut angesehen, hat jedoch eine heilende Wirkung die vor allem in der Antike und im Mittelalter geschätzt wurde. Das Wissen über gerade eben dieses vermeintliche Unkraut ist heute wieder viel präsenter als noch vor einigen Jahren. In Apotheken und Drogerien werden wieder diverse Huflattich-Produkte angeboten. Doch weshalb kaufen, wenn man es verbunden mit ein paar herrlichen Stunden im Wald auch selber herstellen kann?
Der Hutlattich gehört zur Familie der Korbblütler und ist daher mit anderen Kräutern wie Löwenzahn, Estragon oder der Ringelblume verwandt. Er erreicht in der Regel eine Wuchshöhe zwischen 15 und 30 cm. Die Pflanze ist frostbeständig und mehrjährig.
Der botanischen Namenszusatz „farfara“ ist eine Beschreibung der Blätter. Die Blätter erscheinen erst nach der Blüte, sind herzförmig, lang gestielt und sind flachbuchtig gezähnt. Farfara, was bedeutet „Von Mehl getragen“, weist auf die Unterseite der Blätter des Huflattichs hin. Feine Härchen lassen die Blätter erscheinen, als wären sie mit Mehl bepudert. Dass die Gestalt der Blätter hufförmig ist, verrät der erste Teil des Namens „Huf“lattich. „Lattich“ hingegen bedeutet auf Lateinisch Milch und bezieht sich auf den Milchsaft der Pflanze.
Der Huflattich hat auffällige gelbe Blüten, welche zwischen Februar und April zum Vorschein kommen. Die Pflanze ist somit ein Frühblüher. Er gehört nebst den Krokussen oder den Schneeglöcklein zu den allerersten Pflanzen, welche im Frühjahr zu blühen beginnen. Zu dieser Zeit wird auch mit der Ernte der Blüten begonnen, welche in der Küche, vielmehr aber in der Pflanzenheilpraxis eingesetzt werden können.
Huflattich hat einen leicht pfeffrigen Geschmack und kann auch als Gemüse verzehrt werden. Hierzu sollte es kurz aufgekocht und mit etwas Salz oder Pfeffer gewürzt werden. Der Geschmack eignet sich bestens zu Kartoffel- oder zu Reisgerichten. Es sollte jedoch nie in grossen Mengen und zu häufig hintereinander verzehrt werden.
Die Schleimlösenden Inhaltsstoffe des Huflattichs lassen erahnen weshalb dieser bereits in der Antike als Arzneimittel Verwendung gefunden hatte. Er gilt als Heilmittel gegen diverse Erkrankungen wie beispielsweise Leiden im Bereich der Bronchien (Bronchitis, Husten, Heiserkeit, Erkältungen usw.). Der Huflattich findet auch bei Magen-Darm Beschwerden Anwendung. Auf Grund seiner entzündungshemmenden Wirkung lässt er sich auch bei Schürfwunden und Hautproblemen wunderbar einsetzen.
Der Huflattich gehört zu den ältesten Hustenmitteln. Schon Dioskurides, Plinius und Galenos empfahlen den Rauch der angezündeten Blätter gegen Husten. Auch Hildegard von Bingen weist auf die Heilkraft des Huflattichs bei Erkrankung der Atmungsorgane hin.
Der Huflattich lässt sich beispielsweise als Tee zu sich nehmen (2 Teelöfel auf eine Tasse, aufkochen und anschliessend ca. 10 min ziehen lassen). Die Heilpflanze des Jahres 1994 wird für zur Verwendung von als Arzneitee gänzlich, das heisst vom Stiel bis zur Blüte, alles verwendet. Sie kann frisch aber auch getrocknet zubereitet werden.
Es wird davor gewarnt, Huflattich länger als einen Monat am Stück zu konsumieren, da die im Huflattich enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide als toxisch eingestuft werden. Schäden treten jedoch nur bei Konsum extrem grosser Mengen und über sehr lange Zeitdauer auf. Dennoch wird schwangeren Frauen sowie Leberkranken vom Konsum des Arzneimittels abgeraten.
Es lässt sich auch Honig oder Sirup aus den Blüten herstellen. Des weiteren können Tinkturen aber auch Salben produziert werden.
Es handelt sich bei obigen Tipps lediglich um ergänzendes Wissen. Dieses befreit auf keinen Fall vom Aufsuchen eines Arztes und ist in jedem Fall auf eigenen Gefahr anzuwenden.