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Unbegleitete minderjährige Asylsuchende in der Schweiz
Der Übergang von der Schule in den Beruf – Eine qualitativ-empirische Analyse
Die vorliegende qualitativ-empirische Analyse untersucht den Übergang in das Berufsleben von (ehemaligen) unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der Schweiz. Ziel der Arbeit ist es den Einstieg in das Berufsleben aus der Perspektive der Übergangssubjekte zu rekonstruieren. Europaweit existieren nicht viele wissenschaftliche Studien, die sich dem Übergang nach dem Heimaufenthalt aus der subjekttheoretischen Perspektive widmen. Die Fragestellung versucht auszuleuchten wie Personen, die als unbegleitete minderjährige Asylsuchende in die Schweiz kamen, ihren Übergang in das Berufsleben erleben. Dabei interessiert, wie sich der Übergang nach dem Heimaufenthalt in Bezug auf die Schulbildung oder berufliche Ausbildung gestaltete, wie die Effekte auf den weiteren schulischen oder beruflichen Werdegang waren und schliesslich, wie sich die intersubjektiven Erfahrungen, die Bilanzierung des gelebten Lebens und der gegenwärtigen beruflichen oder schulischen Situation auszeichnen.Um Informationen über individuelle biographische Verläufe und den subjektiven Erfahrungen von (ehemaligen) unbegleiteten Minderjährigen zu gewinnen, werden halbstrukturierte und themenzentrierte Interviews mit Betroffenen durchgeführt. Eines der zentralen Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse zeigt den Übergang ins Berufsleben als nur einen von vielen, sich teilweise überschneidenden und unterschiedlich gewichteten Transitionen. Was die Effekte des Heimaufenthaltes auf den weiteren schulischen oder beruflichen Werdegang betrifft, so können diese nicht als einzelne Wirkgrösse betrachtet werden. Die fortlaufende schulische und berufliche Entwicklung wird gleichermassen stark vom asylrechtlichen Status der betreffenden Person und von der relativ kurzen Aufenthaltsdauer der ehemaligen Bewohnerinnen im Heim, das oft nur eine Zwischenstation von vielen anderen ist, mitbeeinflusst. Bei der Bilanzierung der intersubjektiven Erfahrungen stellt sich heraus, wie diejenigen Jugendlichen, die über einen gesicherten Aufenthaltsstatus verfügen und berufliche Perspektiven entwickeln können, sich als zufriedener einschätzen und konkretere Zukunftspläne entwickeln können.