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Der in den Vorwahlen der US-Republikaner unterlegene Senator Ted Cruz hat beim Parteitag in Cleveland dem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump demonstrativ die Unterstützung verweigert. Er forderte die Republikaner auf bei den US-Wahlen ihrem Gewissen zu folgen.
In seiner Rede am Mittwochabend (Ortszeit) sagte Senator Cruz den Delegierten sie sollten für den Kandidaten stimmen, dem sie vertrauten, dass er ihre Freiheiten verteidigen und die Verfassung respektieren werde. Cruz wurde zum Ende seiner Rede von vielen Delegierten heftig ausgebuht.
Die Spannungen wurden noch dadurch verschärft, dass Trump ausgerechnet gegen Ende der Cruz-Rede den Saal betrat und seine Anhänger begrüsste. Der ultrakonservative Senator und der Immobilienmilliardär hatten sich einen erbitterten und mit persönlichen Beleidigungen gespickten Wahlkampf geliefert, in dessen Verlauf sich Trump auch über Cruz' Ehefrau lustig machte.
Ohne Trump beim Namen zu nennen, warf Cruz dem Geschäftsmann in seiner Rede fehlende Prinzipientreue vor. «Wir verdienen Führer, die für Prinzipien stehen, die uns alle auf der Grundlage gemeinsamer Werte vereinen, die Liebe an die Stelle der Wut setzen», sagte er.
Cruz wird als möglicher Präsidentschaftskandidat für 2020 gehandelt, sollte Trump gegen die Demokratin Hillary Clinton unterliegen. Sein Auftritt beim Parteitag warf ein Schlaglicht darauf, wie stark die Kandidatur Trumps die Republikaner nach wie vor spaltet.
Der Rechtspopulist war zwar am Dienstag bei der Versammlung mit grosser Mehrheit offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert worden. Doch der Parteitag war zuvor durch die lautstarken Proteste von Trump-Gegnern gestört worden, die vergeblich auf eine Änderung der Regeln für die Nominierung gedrängt hatten.
Nach den Regeln waren die meisten Delegierten in ihrem Votum an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden. (sda/afp)