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Diese Geschichte beginnt 1981, als wir erstmals einen Turbo-Motor für die familientauglichen 240 Kombi und Limousinen ins Angebot nahmen.
Die aufgeladene, robuste B21ET-Maschine schöpfte aus 2,1 Litern Hubraum 154 PS, womit der Volvo 240 Turbo in unter neun Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigte und 195 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichte.
Ein Jahr später, 1982, führte der Motorsport-Weltverband FIA neue Regularien für die internationalen Rennserien ein. In der Gruppe A für Tourenwagen waren fortan nur noch Serienfahrzeuge erlaubt, von denen jährlich mindestens 5000 Einheiten gebaut wurden. Auch mindestens vier Sitze und ein von der Motorleistung abhängiges Mindestgewicht waren vorgegeben, die Modifikationen waren dagegen stark beschränkt.
Da die Regeln auch noch 500 sogenannte «Evolution Cars» vorschrieben, haben wir dann den Volvo 240 Turbo Evolution entwickelt. Das Modell hatte einen stärkeren Turbolader, ein modifiziertes Motorkontrollsystem und eine Wassereinspritzung – eine von uns eigens entwickelte und patentierte Erfindung.
Mit 330 PS ins Rennen
Im Juli 1983 folgten Abnahmetests und die Startfreigabe für unsere Fahrzeuge. Ein knappes Jahr später, am 27. Mai 1984, feierte der Volvo 240 Turbo sein Debüt als Gaststarter in der gerade neu gegründeten DTM: Auf dem Flugplatzkurs in Mainz-Finthen sicherte sich der unser Landsmann Per Stureson mit satten 35 Sekunden Vorsprung auf Anhieb den Sieg. Auch bei zwei weiteren Rennen mischten unsere rund 330 PS starken Rennwagen vorne mit. In der ETCC gewannen die Schweden Ulf Granberg und Robert L. Kvist den Meisterschafts-Lauf im belgischen Zolder. Und so lag es natürlich auf der Hand, dass wir unser Engagement im folgenden Jahr ausweiteten.
Zur Europameisterschaft 1985 traten zwei Volvo-Werksteams an und lehrten Konkurrenten wie Rover und BMW das Fürchten. In sechs von 14 Rennen standen wir ganz oben auf dem Treppchen. Thomas Lindström und Gianfranco Brancatelli, die gemeinsam mit Sigi Müller Jr. und Pierre Dieudonné im Volvo Dealer Team Europe starteten, holten zudem den Europameistertitel.
Auch in der deutschen Variante der Tourenwagen-Meisterschaft gaben wir Vollgas: Per Stureson ging für IPS Motorsport mit einer neuen, nochmals verbesserten Rennversion des Volvo 240 Turbo an den Start. Nachdem die Konkurrenten das kantige Modell zunächst nicht ernst nahmen, wurden sie schnell eines Besseren belehrt. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 260 km/h liess der «fliegender Ziegelstein» («The Flying Brick») selbst Fahrzeuge mit stärkeren Motoren wie den Rover 3500 V8 und den BMW 635 hinter sich.
Ausgefeilte Technik machte es möglich: Neben Zylinderköpfen aus Aluminium, geschmiedeten Kolben sowie verbundenen Pleueln und Kurbelwellen nutzten die Motoren unserer Rennwagen ein Bosch-K-Jetronic Einspritzsystem und einen Garrett-Turbolader mit bis zu 1,5 bar Ladedruck.
Die Hinterachse war sechs Kilogramm leichter und die Bremsen hatten Vier-Kolben-Bremssättel und innenbelüftete Scheiben. Das Schnellbetankungssystem ermöglichte es, das Auto beim Boxenstopp in nur 20 Sekunden mit 120 Litern Benzin vollzutanken. Diese Innovationen brachten Stureson den entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Nach einem Sieg und fünf Podiumsplätzen im Laufe der Saison sicherte sich der Schwede den DTM-Fahrertitel.
Abgerundet wurde eines unserer erfolgreichsten Motorsport-Jahre mit Siegen bei Tourenwagen-Meisterschaften in Finnland, Portugal und Neuseeland sowie dem Gewinn der schottischen Rallye-Meisterschaft.
Aber dann..
.. erschütterte ein Jahr später ein Skandal die weiterhin gute Performance unserer fliegenden Ziegelsteine. Zwar gewannen die Volvo 240 Turbo wieder fünf Läufe der ETCC, doch sie verwendeten nicht regelkonformen Treibstoff und einen zu grossen Tank. Deshalb wurde uns dann leider der Meistertitel aberkannt – worauf wir unser Engagement sofort beendeten. Das hier gezeigte Fahrzeug mit Jahrgang 1984 steht derzeit bei www.sports-purpose.com zum Verkauf – zu einem ziemlich absurden Preis.