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In dieser dokumentierten Suche bleibt vieles im allzu Vagen. Häufig ist, da Loye es nahezu durchgehend peinlich vermeidet, mit Ausnahme der Staats- und Firmenvertreter irgendein Gesicht zu zeigen, unklar, welcher Zeitzeuge nun spricht. Dass man den Worten der Gesichtslosen trotzdem folgen kann, dafür sorgen lange, ruhige Aufnahmen, die dazu gezeigt werden. Wie ein hypnotisierender Bildschirmschoner wirkt dann beispielsweise die Wolke, die in der Ferne über die Gipfel zieht - immerhin ein erfrischendes Element, das Loye zwar häufig verwendet, aber zweckdienlich einsetzt.
Doch hauptsächlich beschäftigt sich Loye mit sich selbst und der Darbietung von grösstenteils un- oder überinispirierten, nur vordergründig irritierenden Bild-Ton-Kompositionen. Das Spiel mit der akustischen Ebene, auf der manchmal plötzlich hereinfallender Lärm die geräuschvolle Klangkulisse stört, ist ziemlich bald in seiner narrativen Kraft erschöpft und holprige Übergänge sowie der weitgehende Verzicht auf präzise sachliche Kontextualisierung wirken zusätzlich störend. Loye lässt nicht das Poetische aus der Erinnerung herauswachsen, sondern versucht es darauf aufzupfropfen. Dies wiederum provoziert eine lapidare Leere, die im Spiegel des tragischen Ereignisses vom 24. März 2015 unangebracht scheint.
Dabei hat Loye durchaus interessante Dinge zu berichten. Dass ein afrikanisches Absturzopfer die Fluggesellschaft weniger kostet als ein amerikanisches, ist nur einer von vielen mit Germanwings-Flug 9525 zusammenhängenden Aspekten, die er in diesem Sammelsurium zusammengetragen hat. Doch anstatt das recherchierte Material zu einem stimmigen Ganzen zu vereinen, wird es für einen filmischen Flickenteppich schonungslos verheizt. In seiner Rahmenerzählung, in der Loye eine schwarze Murmel - wohl sinnbildlich für den Tod - herumträgt, mit der Aussage, dass nur leben könne, wer dem Tod in die Augen schaue, kratzt er schliesslich an der Grenze zum Despektierlichen.