Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03620.jsonl.gz/2189

Rachel (Rosemarie DeWitt) heiratet Sidney (Tunde Adebimpe) im Haus ihres Vaters Paul (Bill Irwin) und dessen zweiter Frau Carol (Anna Deavere Smith). Die Liste der Gäste ist lang. Viele sind eingeladen, auch Rachels Schwester Kym (Anne Hathaway), die aus diesem Anlass sogar ihre Suchtklinik für einige Tage verlassen darf. Kym ist das schwarze Schaf der Familie und das Sorgenkind ihres Vaters.
Ihre Ankunft inmitten der hektischen Hochzeitsvorbereitungen sorgt sofort für Spannungen. Ihr Wunsch, Trauzeugin zu werden, brüskiert Rachels beste Freundin Emma (Anisa George), die dafür vorgesehen war. Die zärtliche Aufmerksamkeit, mit der Vater Paul Kym auf Schritt und Tritt verfolgt - nicht zuletzt aus Angst, die labile Tochter könnte im unüberschaubaren Trubel rückfällig werden - weckt in Rachel die altbekannte Eifersucht aus ihrer Jugendzeit. Es ist zwar ihr grosser Tag, aber es ist ihre Schwester, die plötzlich im Zentrum des Interesses steht.
Über die Produktion
Jonathan Demme («Silence of the Lambs», «Philadelphia») hat in den letzten Jahren diverse Dokumentarfilme realisiert: Politikerporträts wie «Jimmy Carter Man from Plains» oder Konzertfilme wie «Neil Young: Heart of Gold».
Die Musik nimmt auch in «Rachel Getting Married» einen grossen Platz ein. Die mehrtägige Hochzeitsfeier wird live von einer multikulturellen Musikerschar begleitet. Nicht mit Bibelzitaten, sondern mit Neil Youngs «Unknown Legend» nimmt Sidney in der unkonventionellen Trauungszeremonie Rachel zur Frau. Von der Machart her erinnert «Rachels Hochzeit» ebenfalls stark an einen Dokumentarfilm.
Auch wenn Anne Hathaway neben der Oscar-Nomination an verschiedenen US-Festivals Darstellerpreise gewann, ist der Film in erster Linie eine starke Ensembleleistung. Der «Film-Dienst» schreibt dazu: «Wir haben es hier mit dem seltenen Fall eines völlige homogenen Zusammenspiels aller am Entstehen des Films Beteiligten zu tun.
Die Intelligenz des Drehbuchs vermag mit knappen Strichen Personen herauszukristallisieren, die den Darstellern Futter für eine individuelle Gestaltung bieten; die Regie lässt der Interaktion genügend Freiraum, um Spontaneität zu erzeugen; und die Kamera fängt nicht bloss eingeübte Szenen im Bild ein, sondern mischt sich wie selbstverständlich 'unters Volk'. Nur ein Regisseur von grossem Format kann all die divergenten Gruppen und Episoden so zusammenhalten, dass sie wie zufällig aussehen, obwohl sie genau das gerade nicht sind. Ein kleiner, aber meisterhafter Film.»
Sendeplatz
Montagnacht um 00:35 Uhr auf SRF 1