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Å ist das letzte Lofoten-Dorf, wenn man über die E10 mit dem Auto anreist. Oder der erste Hafen, wenn man mit Fähre oder Fischerboot unterwegs ist. Das Dorf mit 100 Einwohner:innen lebt heute hauptsächlich vom Tourismus in den Sommermonaten. Im Ort wurde soviel Altes wie möglich bewahrt und soviel Neues für den Tourismus geschaffen wie nötig, um zahlende Gäste in den Ort zu bekommen.
Å [O] ist ein altes norwegisches und skandinavisches Wort für «Fluss». Es gibt mehrere Orte in Norwegen, Schweden, Dänemark und dem schwedischsprachigen Teil Finnlands namens Å. Sie stehen gemeinsam mit dem französischen Dorf Y im Guinness-Buch der Rekorde für dem kürzesten Ortsnamen. Å ist auch der letzte Buchstabe im norwegischen Alphabet. Die Norweger:innen kennen die üblichen 26 Zeichen plus æ, ø und schliesslich å.
Das Meer zwischen Å und Mosken Island ist bekannt für die berühmten Strudel aus den Romanen von Jules Verne und Edgar Allan Poe. Der Mahlstrom (Moskenstraumen) war bereits im 17. Jahrhundert auf niederländischen und englischen Seekarten zu finden. Diese gewaltige Meeresströmung entsteht durch die Flut des offenen Atlantiks, die über das seichte Wasser in den Vestfjord strömt. Es gibt heutzutage nicht mehr so viele Seeungeheuer im Strudel, aber um in diesen Gewässern zu navigieren, braucht es sicherlich eine:n erfahrene:n Kapitän:in.
Einverstanden, Å ist nicht das Ende der Welt, aber am Ende der Europastrasse E10 zu stehen, mit den steilen Berghängen im Rücken und dem rauhen Meer vor sich bringt einem zum Nachdenken. Hier ist definitiv ein Punkt, an dem einiges auf eine Art und Weise endet – oder beginnt.
Å spielt wie zahlreiche Dörfer an der südöstlichen Lofoten-Küste eine wichtige Rolle in der Fischerei. Im Januar wandert der Kabeljau aus der Arktis in die lauen Gewässer der Lofoten zum Laichen. Der Fisch erreicht zuerst die äussersten Inseln, so dass man auf Røst, Værøy und um Å schon kurz nach Weihnachten fischen kann. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kabeljau noch fett. Auf dem Weg zu den Laichgründen im Osten der Lofoten frisst er nicht mehr. Der fette Kabeljau aus der Umgebung von Å unterscheidet sich somit von dem mageren aus der Umgebung von Svolvær.
Das Wasser ist Ursprung von allem.
Thales von Milet
Episode
Wetter
Heute haben uns die Lofoten vorgeführt, was sie in Sachen Wetter so zu bieten haben: Sturmwinde, Regenschauer, Graupelschauer, Schneefall. Einige Erfahrungen:
- Bei Windstärke 9 produziere ich auch mit Stativ unscharfe Bilder.
- Der Wind bläst den Regen in der Regel aus der Richtung des Bildmotivs.
- Das Abwischen der Regentropfen von der Frontlinse sollte während der Aufnahme und nicht vorher erfolgen. (Du findest sicher undefinierte runde Flecken auf den Bildern).
- Der Wetterbericht stimmt.
- Die Kleider und Schuhe haben sich bewährt.
Ha det
Evelyn und Beat
Route
Hamnøy-Reine-Sørvågen-Å
27 km
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