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Das Schloss in 1767 Herrliberger
Falkenstein par Bartlett en 1836 (graphica-antiqua.ch)
Neu-Falkenstein
Luftansichten von Balsthal
Die Territorien der Herrschaften von Neu-Falkenstein dehnten sich von Passwang vom Guldental, vom Scheultenpass bis tief ins Dünnertal und bis zu Weissenstein aus. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts gründete eine Familie der lokalen Noblesse in dieser Region ein Schloss und machte es zum Zentrum ihrer Herrschaft.
An einem malerischen Standort gelegen, steht die Ruine des Schlosses von Neu-Falkenstein als eine der schönsten unseres Landes über der Abzweigung zum Sankt Wolfgang. Es liegt an ein der Stelle, wo sich die Strassen gabeln: die eine führt zu Unter-Hauenstein, die andere nach Passwang. Die Herrschaft von Falkenstein war schon immer eine unabhängige Einheit, selbst als ihr Territorium mit Buchsgau zum Bischof von Basel überging. Sicherlich zögerten die Herrschaften von Bechburg nicht, es als bischöfliches Lehen zu erhalten, dennoch verbanden sie es nie mit ihren eigenen Ländereien. Ein Zweig der Familie Bechburg residierte zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Neu-Falkenstein, und folglich nannten sich seine Verwandten Grafen von Falkenstein. Wieso sie sich dieses Recht nahmen, weiss man nicht. Es ist möglich, dass sie gräfliche Rechte in ihren Territorien gefordert haben, oder dass sie ganz einfach den Titel als Graf angenommen hatten, der ihrer Herrschaft von Rickenbach in Gäu zugestanden hätte. Zu dieser Zeit war das Schloss von Rickenbach bereits in Ruin, aber im 12. Jahrhundert war es die zentrale Verwaltungsstelle der Grafen Buchsgau. Ihr Gebiet wurde im 13. Jahrhundert durch den Falkensteinern erworben, die es mit ihrer Herrschaft verbanden.
Nachdem der Bischof von Basel den Grafen von Frohburg Buchsgau das Gebiet als Lehen übergab, forderten diese das Recht, Neu-Falkenstein den Herren von Bechburg-Falkenstein als Unter-Lehen zu übergeben.
Der erste in Dokumenten erwähnte Eigentümer von Neu-Falkenstein ist Rudolph von Falkenstein, der Sohn von Rudolph von Bechburg. Diese Dokumente datieren aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts. Rudolph erhielt Buchsgau von Frohburgs als Lehen, und er war es, der gegen 1250 in der Schlucht von Balstal das Schloss Alt-Frankenstein erbauen liess, zu seinem Fuss das Vor-Schloss auch "Schluchtschloss" genannt. Wiederholt genoss diese Agglomeration das Stadtrecht, aber sie erreichte es allerdings nie, die Bedeutung einer Stadt zu erlangen. Seit der Gründung des Schlosses erlebte die Herrschaft von Falkenstein einen Aufschwung dank den zahlreichen in ihrer Nähe liegenden Limonitvorkommen. Diese Lagerstätten werden noch heute durch die Hüttenwerke der Region genutzt.
Zeichnungen aus "Die Himmelsstürmer" de Franz Zumstein
Alt- Falkenstein beherbergt heute ein regionales Museum
Bis 1305 gehörte Neu-Falkenstein Rudolph von Wart, der verwandt Bechburgs war mit, als Miteigentum. Nach dem Mord des Königs Albert von Habsburg, fand Rudolph vorübergehend Asyl in Neu-Falkenstein; schliesslich musste er auf dem Rad sühnen.
Das Schloss wurde schwerwiegend beim Erdbeben von 1356 beschädigt, und seine Instandsetzung erforderte langen und während vielfältigen Arbeiten. Als diese vollendet waren, sah es fast wie ein neues Schloss aus. In Anbetracht dieses Wiederaufbaus, erheilt es - ungeeignet den Namen von Neu-Falkenstein, während das Schluchtschloss, obwohl später aufgerichtet Alt-Falkenstein genannt wurde.
Alt-Falkenstein gegen 1930
Luftansichten von Balsthal
Vom Schloss Neu-Falkenstein in Richtung von Balsthal.
Im Laufe eines geführten bewaffneten Kampfes gegen Basel hatte der streitsüchtige Jean von Wien (1365-1381), Rückendeckung von Henmann von Bechburg erhalten. Da seine Forderungen nicht bei der Unterschrift des Friedensvertrages in Erwägung gezogen worden waren, verlangte der verletzte Henmann, einen Schadenersatz von Basel. Vergeblich. Unterstützt durch andere Edelmänner, entschied er sich für die Selbstjustiz. Er griff eine Kolonne, die die Waren von Kaufleuten aus Basel transportiert hatte, überraschend in der Nähe von Sankt Wolfgang an. Er stellte eine Beute - darunter eine wichtige Quantität Safran - sicher. Wenig zuvor hatten die Inhaber der herrschaftlichen Kraft untereinander eine Friedensallianz abgeschlossen, die ihnen eine bessere Verteidigung gegen die bewaffnete kleine Noblesse erlaubte. Die durch Henmann begangene Plünderungen, fanden auf dem Territorium des Grafen von Neuchâtel-Nidau statt. Dieser unternahm einen Zurückeroberungsversuch gegen Neu-Falkenstein, unterstützt durch die Städte von Basel und von Bern, ebenso wie durch die Grafen von Neu-Kyburg und von Thierstein. Die Festung wurde belagert, aber erst nach einem hartnäckigen Widerstand, konnte die Garnison zurückerobert werden. Als die Herrschaften, nachdem sie hohe Lösegelder gezahlt haben, ohne zuviel Schwierigkeiten abzogen, wurden die sechzehn Söldner, die sie verteidigt hatten, im Hof des Schlosses enthauptet. Die Händler aus Basel, die hofften nach diesem Sieg, ihre wertvollen Waren wiederzugewinnen, wurden schwer enttäuscht. Ein Teil dieser Waren wurde unter den Siegern aufgeteilt, um die Kosten für ihren Beistand zu decken.
Henmann erhielt von der Stadt von Basel, mit der er kurz danach den Frieden geschlossen hatte, 5800 Gulden, die ihm der privater Krieg verursacht hatte, zurück. Mit diesem Geld konnte er die Schäden reparieren, die das Schloss von Neu-Falkenstein während der Belagerung erfuhr. Aber kurz darauf erlitt er erneut in finanziellen Schwierigkeiten und musste Neu-Falkenstein zugunsten von Rutschmarin von Blauenstein belasten. Dieser bewies mehrmals seinen Mut in zahlreichen privaten Kriegen. Nach dem Tod von Henmann von Bechburg, gefallen in Sempach, erhielt von Blauenstein Neu-Falkenstein als Lehen. Die Freude, die er empfand, war allerdings von kurzer Dauer, denn die Familienmitglieder und die Nachfolger von Bechburg stritten sich bald mit ihm über die Summe, die in Pfand gestellt wurde. Dieser Streit dauerte mehrere Jahre. Des Kampfes müde, und um sich gegen die Forderungen von seinen Gegnern zu stellen, erwarb Rutschmann das Städterecht von Bern und Solothurn und schliesslich überliess er in 1402 die Rechte auf Neu-Falkenstein an Solothurn. Aber erst nachdem Schadenersatz an die Schwester von Henmann von Bechburg gezahlt wurde, wurde die Stadt definitiv Eigentümer des Schlosses und der Herrschaft in 1417. Das Schloss wurde Sitz des Vogtes, aber wurde zu Schutt und Asche in 1798 von den Leuten von Balsthal reduziert.
Infolge schlechter Bündnisse waren die Herrschaften von Falkenstein im 14. Jahrhundert nicht freie Leute geworden; sie erlangten allerdings erneut den Titel von Herrschaften in der folgenden Generation. So konnten sie das Erbe ihres Onkels Jean von Gösgen antreten, die Festung von Niedergösgen und das Gebiet von Sisgau als Lehen erhalten. Die Familie Falkenstein starb aus in 1568 nach dem Tod von Jean Christophe, Präfekt einiger österreichischer Provinzen, Kaiserberater und Lehnsmann von Ebringen.
Bibliographie