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Eine Einladung von Englands Königin Elizabeth II. zum Afternoon Tea würde Daniel Donskoy, 30, schon annehmen – obwohl er kein Royal-Fan ist. «Mich interessieren Menschen, die im echten Leben zu Hause sind», gibt der Schauspieler unumwunden zu. Dabei tummelt sich Donskoy in der neuen Staffel der Netflix-Erfolgsserie «The Crown» als James Hewitt am Königshof. Donskoy spielt Dianas Reitlehrer, den Mann, mit dem die Prinzessin eine sechs Jahre dauernde Affäre unterhielt. Drei Drehtage verbringt er Anfang Jahr am Set zu «The Crown», sitzt gemeinsam mit Oscar-Preisträgerin Olivia Colman, 46 (spielt die Queen), und Helena Bonham Carter, 54 (als Prinzessin Margaret), im Trailer, wo die Akteure jeweils für ihren Auftritt vor der Kamera geschminkt werden. «Lustigerweise war der erste Drehtag an meinem 30. Geburtstag.»
Donskoys beeindruckende Filmkarriere
Rollen in der Kult-Krimireihe «Tatort» und bei «Soko», eine Hauptrolle im Kinofilm «Crescendo» (in der Vorauswahl zur deutschen Oscar-Nominierung), Auftritte in der britischen Sitcom «Detectorists» und in der US-Actionserie «Strike Back». Für die Hauptrolle in der RTL-Komödie «Sankt Maik» ist Daniel Donskoy 2018 sogar als «Bester Schauspieler» für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert. Zur Rolle als Prinzessin Dianas Reitlehrer James Hewitt ist er durch ein Casting gekommen. «Ich wurde eingeladen – dann ging plötzlich alles sehr schnell.»
Geboren in Moskau, wächst Daniel, bis er elf Jahre alt ist, in Deutschland auf. Als sich die Eltern trennen, zieht er mit seiner Mutter nach Tel Aviv, kehrt als 18-Jähriger nach Berlin zurück, studiert Biologie, zieht weiter nach London, wo er die Schauspielschule absolviert und auch erste Theater-Engagements erhält. «London ist neben Berlin meine zweite Wahlheimat.»
Auch in der Schweiz ist er oft, kann gar ein paar Worte Schweizerdeutsch. «Bei meinem Vater wird Russisch und Deutsch gesprochen, Englisch, Lettisch – und Schweizerdeutsch.» Daniels Vater lebt bei Basel, ebenso einer seiner Brüder; der andere studiert in St. Gallen. Als Kind besuchte er seinen Vater sechs- bis achtmal im Jahr, heute noch drei-, viermal. «Wenns die Corona-Situation zulässt, bin ich vor Weihnachten noch mal da, vielleicht fahren wir auch irgendwann wieder Ski.»
Als Musiker wäre er im Februar in Zürich auf der Bühne gestanden. Neben der Schauspielerei hat Donskoy die Musik für sich entdeckt. Seine Single «24» ist im Oktober erschienen; er hatte einige virtuelle Auftritte bei Radio- und TV-Stationen. «Als Musiker gebe ich viel von mir selbst preis. Als Schauspieler sollte es nicht um mich gehen, sondern nur um die Rolle, die ich spiele.»
Musik spielt in seiner Familie seit je eine Rolle. Die Grossmutter ist Klavierlehrerin, sein Grossvater, ein Ingenieur, spielt Geige. «Ich bin mit russischer Folklore und Songs von Freddie Mercury sowie Michael Jackson aufgewachsen.» Die Schauspielerei ermögliche ihm eine unbezahlbare künstlerische Freiheit als Independent-Musiker.
Obs für ihn als Dianas Reitlehrer in der fünften Staffel von «The Crown» weitergeht, weiss Daniel Donskoy noch nicht. «Ich erfahre das als Letzter», sagt er lachend. Vorbereitet wäre er.