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Wasser und Salz sind die Elemente, aus denen wir einst emporstiegen, um an Land zu gehen. Und so bestehen wir immer noch aus etwa 60 bis 70 % salzigem Wasser, welches in und ausserhalb unserer Zellen fliesst. Den Salzgehalt von 0.9 % kann man übrigens in den Tränen schmecken. In manchen Quellen wird erzählt, dass das Urmeer – genau wie unsere Körperflüssigkeit – eine ca. 1%-ige Salzkonzentration gehabt haben soll. Auch ähnelt die Zusammensetzung des Meeres derjenigen unserer Körperflüssigkeiten, nämlich Natrium und Chlorid, während alle anderen Elemente nur in geringen Mengen vorliegen. Salz ist also in unserem Körper allgegenwärtig und da wir es nicht selber herstellen können, müssen wir es mit der Nahrung aufnehmen.
Als “weisses Gold” wurde Salz vor Jahrtausenden höher geschätzt als wertvolles Edelmetall. Heute ist es billig und überall verfügbar. Viele Tonnen Speisesalz werden hierzulande pro Jahr gegessen. Essen wir zu viel davon? Eine zunehmend ambivalente Haltung gegenüber diesem Mineralstoff ist zu beobachten. Es muss vielfach als Bösewicht bei Bluthochdruck und anderen Symptome herhalten. Was ist da dran?
Fakt ist: Eine eindeutige Kausalbeziehung zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck ist bislang nicht nachgewiesen bzw. selbst wenn es den Bluthochdruck reduziert, ist es nicht gesichert, dass das für das Herz gut ist (siehe interessantes Interview von Mike Mutzel mit Dr. James DiNicolantonio über sein Buch The Salt Fix). Seine Aussage dazu ist, dass Salz lebenswichtig, entzündungshemmend und in vielfältiger Weise gesundheitsfördernd ist (z.B. unentbehrlich um genug Salzsäure im Magen zu bilden, dient aber auch “basischen Puffer”). In Ländern wir Japan und Korea, wo die höchste Langlebigkeit verzeichnet wird, aber auch in der gesunden mediterranen Ernährung, wird sehr viel Salz konsumiert. Salzmangel kann übrigens ein Auslöser für Krämpfe v.a. in den Beinen sein.
Die richtige Menge?
Die Urmenschen starben nicht an Natriumchloridmangel, obwohl sie natürlich nicht mit dem Salzstreuer ausgerüstet waren. Eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel war das Grünzeug. Damals gab es noch keine Kultursalate wie Kopf- oder Eisbergsalat, sondern Wildpflanzen, Blätter und Kräuter. Sie enthielten viel mehr Mineralien und reichlich Natriumchlorid. Probieren Sie z.B. unsere Grünkohl Chips und Sie werden feststellen, dass diese von Natur aus schon salzig sind. Sie assen auch Insekten, blutiges Fleisch und Innereien, welche äusserst reich an Natriumchlorid sind und garten das Fleisch in der Asche, die ebenfalls viel Mineralien und Salz enthält. Somit kamen sie insgesamt auf einen ziemlich hohen Salzkonsum.
Natürlich schwankt der Bedarf an Salz je nach Klimazone und körperlicher Belastung, d.h. es spielt eine Rolle ob man viel schwitzt oder nicht. Offiziell gilt ein täglicher Salzbedarf von 3 bis 5 Gramm für einen durchschnittlich aktiven Menschen. Gemäss verschiedenen Studien essen wir aber zwischen 7 und 12 Gramm pro Tag, v.a. wenn man Fertigprodukte konsumiert. Ohne eingeschränkte Nierenfunktion sollte aber auch diese Menge gemäss Dr. James DiNicolantonio kein Problem darstellen (bzw. die anderen Zutaten sind das Problem). Im Gegenteil, die Nieren müssen die Flüssigkeit nicht nochmals recyclen, was weniger Arbeit bedeutet.
Leute, die viel Sport machen v.a. in der Hitze, sollten unbedingt genug Salz einnehmen, v.a. vor dem work-out. Das ist sehr wichtig um Probleme wie Schwindel, Muskelkrämpfe etc. in den Griff zu bekommen, da Salz die Blutzirkulation erhöht und somit das Herz weniger fest pumpen muss, man mehr schwitzt und dadurch die Hitze los wird (der Körper kühlt sich durch den Schweiss). Allerdings eignen sich Sachen wie Gatorade oder Isostar nicht, da diese v.a. Zucker enthalten. Eine Alternative zu “Salzwasser” ist Kokoswasser ohne Zusätze, welches viele Elektrolyten enthält.
Salz nicht verteufeln
Eine salzarme Kost hat in verschiedenen Studien gezeigt, dass es nicht pauschal den Blutdruck senkt bzw. gesund ist, da eine Hypertonie vielfach die “Nebenwirkung” von Übergewicht, Übersäuerung, Vitamin D-Mangel, Stress oder übermässigem Fleisch-, Zucker-, Getreidekonsum oder eine Kombination von verschiedenen Faktoren ist. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass das Natrium-Kalium-Verhältnis im Körper stimmen muss. Vielleicht haben wir ganz einfach ein Mangel an Kalium? Auf jeden Fall lohnt es sich bei Bluthochdruck o.a. Problemen, allgemein die verarbeiteten Nahrungsmittel einfach mal wegzulassen und mit viel naturbelassenen und nährstoffreichen Lebensmitteln zu ersetzen; und das nicht nur wegen dem hohen Salzgehalt.
Aber welche Salzarten sollen es denn sein?
Meersalz stammt aus den heutigen Meeren und ist ein naturbelassenes Salz. Es wird mit Sole gewaschen, in der Sonne getrocknet und gemahlen. Ein besonderes Meersalz ist das Fleur de Sel oder auch Salzblume genannt. Es ist das Salz an der Oberfläche des in kleinen Becken an der Sonne getrocknete Meerwasser. Da die “Blume des Salzes” in reiner Handarbeit gewonnen wird, ist es das teuerste Meersalz. Die Konsistenz ist etwas gröber, enthält etwas Restfeuchte und sollte für rohe Speisen oder zum Nachsalzen gebraucht werden. Der besondere Geschmack kommt von dem 1%-igen Anteil an Kalzium und Magnesium.
Steinsalz stammt aus dem Urmeer und wird in Salzbergwerken gefördert. Es ist frei von jenen Umweltschadstoffen, die sich im heutigen Meer und daher u.U. im Meersalz befinden könnten. Kristallsalz ist eine Art Steinsalz, soll aber durch die Auffaltung v.a. des Himalayas einen besonders hohen Druck erfahren haben, so dass die Elemente dermassen klein sind, dass sie vom Körper hervorragend aufgenommen werden können. Kristallsalz ist auch unter dem Namen “Himalaya-Salz”, “Hunza-Salz” oder ähnlichen Begriffen bekannt. Beide werden in Sole gewaschen, getrocknet und gemahlen. Ein hochwertiges und als gesund geltendes Salz muss jedoch nicht aus dem Himalaya stammen. Auch unraffinierte und naturbelassene heimische Steinsalze sind empfehlenswert.
Meer-, Stein- und Kristallsalz bestehen zu etwa 97% aus Natriumchlorid. Der Rest setzt sich aus anderen Mineralstoffen, Spurenelemente und Restfeuchte zusammen.
Kochsalz wird auch als Speisesalz, Tafelsalz oder einfach nur Salz genannt. Meistens handelt es sich dabei um ein Steinsalz, das industriell verarbeitet und von den “Verunreinigungen” wie Mineralstoffe, möglichen Schwermetallrückständen sowie Staub und Sandpartikel befreit wurde. Das Resultat ist ein annährend reines Natriumchlorid (99%). Der Rest setzt sich zusammen aus Antiklumpmitteln, Jod- und Fluoridverbindungen, synthetischer Folsäure und Natriumnitrit. Antiklumpmittel wie Magnesiumcarbonat oder Kalziumcarbonat sind harmlos (übrigens Kalziumcarbonat ist auch jener Stoff, der dafür sorgt, dass sich Rotweinflecken auf Textilien nach einer Salzbehandlung lösen). Andere Rieselhilfen wie Aluminiumhydroxid werden bis heute mit Alzheimer-Krankheit in Zusammenhang gebracht. Kaliumhexacyanidoferrat (E 536) enthält Blausäure, welche sich bei Hitze lösen könnte. Es gilt als hochgiftig für unsere Zellatmung. Jod ist ein Spurenelement und wichtig für unsere Schilddrüse. Allerdings sollten wir dieses nur in geringen Mengen zu uns nehmen, da eine “Überdosis” die chronisch entzündliche Schilddrüsenkrankheit Hashimoto Thyreoiditis (sehr häufige Autoimmunkrankheit) fördern oder sogar auslösen könnte. Mit dem Verzehr von grünen Blattgemüse, Champignons, Brokkoli, Cashewnüsse und wenig Meeresalgen sind wir gut mit Jod versorgt. Über Fluorid lesen Sie unter Zentrum der Gesundheit: Fluorid – Spurenelement oder Gift? Bei der Folsäure wird immer noch diskutiert, welche Supplementierung sinnvoll ist (synthetische Folsäure oder Folat). Lebensmittel mit viel Folat (natürliche Folsäure) sind: grünes Blattgemüse, Kräuter, Nüsse, Hülsenfrüchte, Eier, wenig Algen und Sprossen. Und zu guter Letzt haben wir das Natriumnitrit: Es ist für Säuglinge bis zum 6. Lebensmonat schädlich, da es die Funktion des roten Blutfarbstoffes beeinträchtigen und somit zu Sauerstoffengpässen kommen kann. Aus Nitrit können sich im Körper stark krebserregende Nitrosamine entwickeln. Jod und Fluorverbindungen sollen dies noch beschleunigen.
Fazit: Für eine naturbelassene Ernährungsart wie Paleo empfehlen wir die Speisen zu salzen mit Meer- und Steinsalze. Kochsalz enthält u.U. verschiedene problematische Zusätze und wer sich mit Folsäure o.a. Elementen zusätzlich versorgen möchte oder muss, kann dies über ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel tun. Wer auf Salz-Alternativen zurückgreifen möchte, kann Kräutermischungen oder Meersalz mit jodhaltigen Algen (nicht raffiniert und ohne Rieselhilfe; normalerweise in Reformhäusern zu finden) oder Meeresalgen (Achtung: der Jodgehalt ist sehr hoch; nur bei Menschen ohne Schilddrüsenprobleme und in geringen Mengen verspeisen) in den Speiseplan einbauen. Glutamat ist als Würze aber unbedingt zu meiden.
Sole – die wässrige Lösung von Salzen als Anwendung für Ihre Gesundheit
Das Wissen von der wohltuenden und heilenden Wirkung von Salzkristallen, die in Wasser gelöst sind – der sogenannten Sole – ist ein uralter Erfahrungsschatz. So bieten zahlreiche Heilbäder Soleanwendungen an; sie sollen durchblutungs- und stoffwechselsteigernd, aber sich auch auf das Nervensystem beruhigend auswirken.
Das Natriumchlorid dringt in die Haut ein, wirkt entzündungshemmend und kann den Therapieerfolg etwa bei der Schuppenflechte oder Neurodermitis verbessern. Auch bei Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis helfen salzhaltige Inhalationen. Diese müssen aber über Düsen oder mittels Ultraschall geschehen. Auch das Meer kann als natürlicher Inhalationsraum genutzt werden. Die Kombination von Salz, Luft und Sonne ist übrigens das Behandlungsprinzip der Thalassotherapie.
Salz löst sich innerhalb von einer Stunde in Wasser auf, allerdings nur bis zu ca. 26%. Das restliche Salz sinkt zu Boden und bleibt kristallin bis neues Wasser dazu kommt (in einem Einmachglas ist es unbeschränkt haltbar).
Anwendung
Für die konzentrierte oder verdünnte Solelösung gibt es viele Einsatzgebiete: Augenbäder bei Augenproblemen, Nasenspülungen bei Erkältungen, Umschläge bei Gelenkproblemen. Sehr effektiv ist das “Gurgeln” mit unverdünnter Solelösungen bei Hals- und Schluckbeschwerden (mehrmals vor dem Schlafengehen anwenden).
Vielleicht kennen Sie den Begriff “isotonische Kochsalzlösung”? Dabei handelt es sich um eine 0.9%-ige Kochsalzlösung (Natriumchlorid). Sie wird vielfach als Flüssigkeitstherapie manchen dehydrierten Patienten intravenös verabreicht. Da unser Blut aber noch weitere Elektrolyte wie Kalzium, Kalium etc. beinhaltet, eignet es sich nicht langfristig für eine Flüssigkeitstherapie, kann aber als Trinkkur ein Leben lang praktiziert werden. Denn Sole soll eine ausgleichende Wirkungen auf den Organismus haben, indem es Defizite ausgleicht. Bei Bluthochdruck soll sie blutdrucksendend wirken, bei niedrigem Blutdruck blutdruckaktivierend.
Anleitung: Geben Sie jeden Morgen einen ganzen Teelöffel in ein grosses Glas Wasser und trinken dieses auf nüchternen Magen. Auch unser “Vitalisierenden Morgentrunk” eignet sich dazu.
Tipp bei viel Sport: Wenn jemand viel Sport macht und daher schwitzt, sollte er auf eine genügend hohe Salzeinnahme achten (am besten auf den Körper hören). Eine Alternative zu den zuckerhaltigen Sportgetränken ist “Oralpädon Neutral”, welches verschiedene Elektrolyten enthält.
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