Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03239.jsonl.gz/206

Das Lucerne Festival muss bei zwei Konzerten neue Dirigenten ankündigen. Dies, weil das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam ihren Dirigenten per sofort entlassen hat. Aus unangenehmen Gründen.
Das Lucerne Festival informiert in einer Mitteilung über die Besetzungs- und Programmänderung bei den Konzerten des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam.
Das Sinfoniekonzert am 5. September werde neu Manfred Honeck leiten, das Programm bleibe unverändert. Das Sinfoniekonzert am darauffolgenden Tag wird von Bernard Haitink dirigiert, anstatt des ursprünglich vorgesehenen Programms wird das Orchester die 9. Sinfonie von Gustav Mahler spielen. Die Karten für beide Konzerte behalten dabei ihre Gültigkeit. «Wir danken Manfred Honeck und Bernard Haitink, dass sie die Konzerte so kurzfristig übernehmen», heisst es in der Mitteilung.
Dirigent entlassen
Die Umbesetzung sei erforderlich, da das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam am 2. August die Zusammenarbeit mit dem Chefdirigenten Daniele Gatti mit sofortiger Wirkung beendet hat, schreibt das Lucerne Festival. Unerwähnt bleibt in der Mitteilung verständlicherweise, weshalb die Zusammenarbeit mit Dirigent Gatti beendet wurde. Dies nämlich wegen sexuellen Fehlverhaltens.
Die «Washington Post» hatte Ende Juli einen ausführlichen Artikel über den 56-Jährigen veröffentlicht. Darin hatten zwei Sängerinnen den Dirigenten beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben. Eine Sopranistin schilderte, dass Gatti ihr eine Übungsstunde angeboten und sie anschliessend in seiner Garderobe betatscht und geküsst habe. Eine ähnliche Erfahrung beschrieb die Sopranistin Jeanne-Michèle Charbonnet.
Mittlerweile hätten sich auch niederländische Musikerinnen zu Wort gemeldet, teilte das Orchester nach der Veröffentlichung des Artikels mit.