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GESCHICHTE DES ARMEELÖSCHZUGES
Gründungsjahr des Armeelöschzuges St. Gallen (ehemals Tanklöschzug/TLZ) ist nachweislich das Jahr 1966.
Aus einer Sitzung vom 22. September 1965 der Feuerschutzkommission ging unter anderem folgender Beschluss hervor:
Tanklöschfahrzeug OKK
Das Eidgenössische Oberkriegskommissariat (OKK) in Bern stellt Tanklöschzüge bereit. Ein Tanklöschzug besteht aus einem Tanklöschfahrzeug und aus einem Materialwagen. Diese Fahrzeuge werden zur Bekämpfung von Bränden an stationären Tanklagern oder bei Flüssigkeitsbränden im Strassenverkehr eingesetzt. Die Tanklöschzüge sollen an geeigneten Orten regional stationiert werden. In Friedenszeiten werden diese den Feuerwehren mietweise zur Löschaktion zur Verfügung gestellt. Im Kriegsfall stehen die Tanklöschzüge den Brennstoff-Abteilungen, die in der Umgebung vom Standort eines Tanklöschzuges aktiven Dienst leisten, zur Verfügung. Alljährlich werden diese Fahrzeuge durch die Brennstoff-Abteilungen zu einem vierzehntägigen militärischen Wiederholungskurs aufgeboten. Das Bedienungspersonal für einen Tanklöschzug von acht Mann wird aus militärdienstpflichtigen Leuten einer Feuerwehr, die einen Tanklöschzug mietweise übernommen hat, rekrutiert.
Wenn ein Tanklöschzug von einer Gemeindefeuerwehr übernommen wird, so hat diese für die Garagierung und für einen einwandfreien Unterhalt aufzukommen. Bei einem Einsatz im Brandfall ist das Verbrauchsmaterial zu ersetzen.
Das Eidg. Oberkriegskommissariat hat an die Feuerwehr St. Gallen die Anfrage gerichtet, ob sie sich zur Übernahme eines Tanklöschzuges bereit erklären kann.
Die ständige Vermehrung der Lagertankanlagen in St. Gallen und in der weiteren Umgebung ist ein erhöhtes Brandrisiko. Auch die alljährliche Zunahme des mobilen Strassenverkehrs bedeutet eine Steigerung der Brandgefahr.
Die heutigen Löschmittel der Feuerwehr reichen nicht aus, um grösseren Brandkatastrophen wirkungsvoll zu begegnen. Mit der Zeit muss an weitere Löschgeräte-Anschaffungskosten für die Flüssigkeitsbrandbekämpfung gedacht werden.
Der Kommandant ist der Auffassung, dass man vom Angebot des OKK Gebrauch machen soll. Die Übernahme eines Tanklöschzuges bietet einen besseren Feuerschutz in Katastrophenfällen, und der Feuerwehr bleiben grössere Anschaffungskosten an weiteren Löschgeräten erspart. Die Brandwache, welche für die Unterhaltsarbeiten des Tanklöschzuges vorgesehen ist, ist in der Lage, die Bedingungen des OKK zu erfüllen. Da im Brandwachgebäude für die Garagierung der Fahrzeuge kein Raum mehr zur Verfügung steht, ist zu deren Unterbringung im Hofe der Brandwache die Erstellung einer Notgarage aus Holz vorgesehen. Die Baukosten hierfür sind im Voranschlag 1966 enthalten. Auch die Bedingungen für die Bedienung des Tanklöschzuges im Militärdienst können geregelt werden. Es ist vorgesehen, je zwei Militärdienstpflichtige aus beiden Rotten der Brandwache und sechs Militärdienstpflichtige aus der Pflicht-Feuerwehr zur Dienstleistung mit dem Tanklöschzug zu verpflichten.
Für die Unterhaltsarbeiten ist keine Erhöhung des Mannschaftsbestandes der Brandwache erforderlich. Die Mietverhältnisse werden vertraglich geregelt, und die jährliche Mietgebühr für beide Fahrzeuge beträgt Fr. 2’000.00. Der Präsident stellt die Bedürfnisfrage zur Diskussion.
Nach gewalteter Diskussion beschliesst die Kommission einstimmig, dass die Feuerwehr St. Gallen einen Tanklöschzug vom Eidg. Oberkriegskommissariat übernehmen soll. Die Mietverhältnisse sind durch den Präsidenten vertraglich zu regeln. Die Ablieferung des Tanklöschzuges erfolgt zu Beginn des Jahre 1966. Die Haftpflichtversicherungs-Verhältnisse sind mit dem OKK abzuklären. Bei der Kant. Gebäudeversicherungsanstalt wird vorgesprochen, um einen Beitrag an die jährliche Mietgebühr zu erhalten.
Sitzung Feuerschutzkommission vom 26. Januar 1966:
Allgemeine Umfrage
Die vorgesehene Notgarage für den Tanklöschzug darf im Hofe der Brandwache an der Zeughausgasse nicht erstellt werden. Der Heimatschutz hat die Erstellung der Notgarage abgelehnt. Zur Garagierung des Tanklöschzuges ist das Feuerwehrdepot des Löschzuges 5 an der Greithstrasse 20 reserviert. Die Geräte des Löschzuges St. Fiden-Krontal-Neudorf sind vorübergehend im bestehenden Depot an der Rorschacher Strasse 222 magaziniert.
Sitzung Feuerschutzkommission im Jahre 1976:
....seit 1967 stehen bei der Feuerwache zwei OKK-Löschfahrzeuge in Miete. Zugleich hat das Eidg. Oberkriegskommissariat noch schwere Pulverlöschwagen Magirus/2000 kg beschafft, welche sie nun den bereits vorhanden Armeelöschzügen zuordnen will. Das Gerät ist eindeutig für den Einsatz bei Grossbränden von Treib- und Brennstoffen konzipiert. Das Eidg. OKK legt Wert darauf, dass diese Zugsformationen in der Stärke von drei schweren Lastwagen als Einheit bei einer Feuerwehr stehen. Die Jahresmiete für das Pulverlöschfahrzeug beträgt Fr. 2’500.00.
Obwohl in den nächsten Jahren die Unterhaltskosten der gemieteten Bundesfahrzeuge zunehmen wird, kann sich der Feuerwehrkommandant nicht zu einem Vorschlag auf Kündigung des Mietvertrages mit dem Eidg. OKK entschliessen. Durch die Rückgabe der Fahrzeuge sind die Einsatzkraft und die Vielseitigkeit in den Einsatzdiensten der Feuerwehr St. Gallen beträchtlich vermindert, und die ihr obliegenden Feuerwehrpflichten können nicht mehr ordnungsgemäss erfüllt werden.
Nach Abklärung der Bedürfnisfrage über die Verwendung eines Pulverlöschfahrzeuges Magirus/2000 kg ist die Feuerschutzkommission der Auffassung, dass das erwähnte Fahrzeug vom Eidg. OKK in Miete genommen werden soll.
Zwei Fahrzeuge sind in der Fahrzeughalle der Feuerwache untergebracht. Für das dritte Fahrzeug besteht in den erwähnten Lokalitäten keine Garagierungsmöglichkeit mehr.
Der Feuerwehrkommandant ist der Auffassung, dass für den ALZ und für die Geräte des Feuerwehrzuges 4 gemeinsam neue zweckmässige Depoträumlichkeiten zu erstellen sind. Der Feuerwehrzug 4 ist an das Einzugsgebiet Bruggen gebunden. Der ALZ ist für einen Einsatzdienst weniger ortsgebunden, und doch bietet eine Zusammenlegung beider Feuerwehrzüge betriebliche Vorteile.
Der Feuerwehrkommandant sieht eine zweckmässige Lösung in der Erstellung eines einfachen Gerätedepots für die Fahrzeuge des Armeelöschzuges sowie die Geräte des Feuerwehrzuges 4 auf dem Platz der im Frühjahr 1974 teilweise abgebrannten und dann abgebrochenen Gebäude Zürcherstrasse 291 a und 291 b. Dieses Grundstück gehört bereits der Stadt St. Gallen und eignet sich lagemässig ausgezeichnet für die Erstellung eines Gerätemagazins.
Die Feuerschutzkommission hat von den Ausführungen in zustimmendem Sinne Kenntnis genommen. Das Hochbauamt soll mit der Projektierung eines Feuerwehrdepots in Bruggen beauftragt werden. Das Bauvorhaben ist in das Bauprogramm der Bauverwaltung aufzunehmen.
Sitzung Feuerschutzkommission 10. Februar 1978:
Bestandeserhöhung im Tanklöschzug
Der Fahrzeugpark des Tanklöschzuges besteht aus drei Fahrzeugen: Tanklöschfahrzeug, Zubringerlöschfahrzeug und Pulverlöschfahrzeug. In der nächsten Zeit werden die Einsatzgeräte um ein Ölwehrfahrzeug ergänzt. Im Einsatz- und Übungsdienst können die Geräte mit einem Mannschaftsbestand von 16 Mann nicht ordnungsgemäss bedient werden. Der Feuerwehrkommandant ersucht die Kommission um Bewilligung, den Bestand durch Rekrutierung neuer Feuerwehrleute auf das Doppelte zu erhöhen. Somit können der Bereitschaftsdienst und die Gerätebedienung im Übungs- und Einsatzdienst verbessert werden.
Die Kommission erklärt sich mit der Rekrutierung zur Erhöhung des Mannschaftsbestandes im Tanklöschzug einverstanden.
Bis 1974 wurde der ALZ von einem Offizier der Brandwache St. Gallen geführt.
Per Ende 2008 wurde der Armeelöschzug St. Gallen nach 42 jährigem Bestehen infolge einer Corpsoptimierung der Feuerwehr St. Gallen aufgelöst.
ALZ-ZUGFÜHRER
1974 - 1976 Rolf Aeberhard
1977 - 1977 Walo Tobler
1978 - 1983 Walter Geser
1984 - 1986 Melchior Rüdlinger
1987 - 1994 Marcel Fritsche
1995 - 1998 Jakob Rohrer
1999 - 2000 Markus Aregger
2001 - 2005 Rolf Metzger
2006 - 2008 Daniel Strassmann