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«Genau dies aber ist – immer wieder in höchster Ausprägung und Qualität – die Technik von Hawks: Erst wird eine Tatsache sichtbar hingestellt, die Antworten, weshalb das so ist, müssen sich die Zuschauer aus den nachfolgenden Handlungen und Dialogen selbst erschliessen. (…) Hawks zeigt – aber er zeigt nicht mit dem Zeigefinger.» Walt R. Vian in seinem Essay «Lesen Sie Kino? Zwei oder drei Anmerkungen zu einigen Filmen von Howard Hawks – auteur par excellence» in Filmbulletin 2.2007
Wie Howard Hawks zeigt beziehungsweise Geschichten erzählt, kann man dank des Mai/Juni-Programms des Stadtkino Basel wieder einmal ausführlich geniessen. Etwa mit dem Stummfilm A Girl in Every Port von 1928, mit Komödien wie Bringing up Baby, I Was a Male War Bride, Monkey Business (alle mit Cary Grant in der Hauptrolle) und dem wunderbar anzüglichen Man’s Favorite Sport (mit Rock Hudson als angeblichem Fachmann fürs Angeln), mit Scarface, dem Prototyp des Gangsterfilms, mit den Western Red River, Rio Bravo und El Dorado, mit dem Technicolor-Musical Gentleman Prefer Blondes mit Marilyn Monroe und Jane Russell und mit To Have and Have Not, der ersten Begegnung von Lauren Bacall und Humphrey Bogart.
Man merke sich unbedingt den Mittwochabend vom 3. Mai vor: Um 20 Uhr hält Johannes Binotto unter dem Titel «Fluchtlinien: Kino Lernen mit Howard Hawks» einen Einführungsvortrag mit zahlreichen Filmausschnitten. Vorgängig wird um 18.15 Uhr His Girl Friday, eine wunderbare Adaption des Bühnenstücks «The Front Page» von Ben Hecht und Charles MacArthur gezeigt (mit der genialen Idee, den Chefreporter, der aus dem Betrieb weg will, zur Reporterin zu machen und ihren Herausgeber, der sie unbedingt behalten will, zu ihrem Exehemann). Und um 21 Uhr ist die Screwball Comedy Ball of Fire zu sehen: mit Barbara Stanwyck als Gangsterbraut Sugarpuss, die Zuflucht sucht in einem Institut, in dem sieben weltfremde Gelehrte an einer Enzyklopädie arbeiten, und dort an den von Gary Cooper gespielten Sprachwissenschaftler gerät, der dank ihr in die Geheimnisse des Slang (und natürlich der Liebe) vordringt.