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Weihnachten, 25. Dezember 2019
Näfelser Schützenpionier auf der Titelseite
oder
Ein Star ohne Allüren: Gabriel Kundert
In der Dezembernummer des Offiziellen Magazins des Schweizer Schiess-sport-Verbandes "Schiessen" (Nr. 4/2019, Luzern, Seiten 32-35) ist die Ru-brik "Porträt" dem Näfelser Schützen-Urgestein Gabriel Kundert gewidmet. "Gabriel Kundert hat früh erkannt, wie der Schiesssport für ein breites Pu-blikum attraktiv gestaltet werden kann", so die Randbemerkung neben dem untenstehenden Porträt.
Text und Bild sind von Christoph Petermann
"Gabriel Kundert hatte in den 80-er und 90-er Jahren praktisch im Alleingang dafür gesorgt, dass das Glarnerland und insbesondere Näfels zu einem Hotspot der internationalen Schiesssportszene mutierte - mit Zuschauerzahlen, die geradezu phantastisch anmuten."
(Christoph Petermann, in "Schiessen" 4/2019 S.33)
Stationen:
1966: erster und bisher jüngster Schweizer Juniorenmeister Dreistellungsmatch Gewehr
50 Meter
1968: Sieger Stehenddisziplin Schützen bis 30 Jahre
1966 Bester Junior Eidgenössischer Verbandsmatch Kleinkaliber
+1969
1969: Teilnahme Europameisterschaften Paris-Versailles
1972: Rücktritt aus dem Kader des Schweizer Schützen-Nationalteam aus beruflichen
Gründen
1974: Filialleiter Schweizer Volksbank Näfels., später Direktor
1984 Schöpfer und Organisator SGU-Cup in Näfels, wurde zum grössten privat organisier-
bis ten internationalen Druckluftschiessanlass
1995 An den neun Austragungen nahmen 50 Olympiasieger., viele Weltmeister, zahlreiche
Weltrekordhalter teil!
1996 9. Weltcupfinal in Näfels in den olympischen Gewehr- und Pistolendisziplinen
Schiesssport-Weltverband UIT ( über 1000 zahlende Zuschauer, Journalisten aus
20 Ländern, Übertragung auf Grossleinwand, Bundesrat Adolf Ogi ist anwesend)
NZZ: "Der gesamte Ausgabenetat, die Preisgelder von rund 40'000 Franken einge-
schlossen, beläift sich auf rund eine halbe Million Franken und wird vollumfänglich
von Sponsoren gedeckte. Nicht mit eingerechnet zwei Autos, die in einem speziellen
Show-Wettkampf...zu gewinnen sind."
Dieser Anlass war nicht mehr zu toppen. Gabriel Kundert zieht sich zurück.
Die Liste seiner Engagements insgesamt lassen sich gar nicht einfangen.
Zwei wesentliche Pionierleistungen: Mitinitiant der Glarner Schiesssportschule in Filzbach
und Gründer und Organisator der Glarner Sportlerwahlen.
2016 erkrankt Gabriel Kundert sehr ernsthaft, überwindet aber alle Klippen mit eisernem
Willen und täglichem Gehtraining.
Meine Charakterisierung:
"Gabi" Kundert selber ist ein "Weltmeister an Bescheidenheit", er lebt nicht von Ruhm und Ehre, sondern ist ein kaum zu bremsendes PR- und Organisationstalent und ein Turbo in der Geschichte des Schweizerischen und weltweiten Schützensports!
Als Glarnerischer Kulturpreisträger wäre er längst überfällig! Immerhin - an der Sportlergala 2017 erhielt er die Kristallkugel aus den Händen der Skisportlegende Vreni Schneider. Die Laudatio hielt Erziehungs- und Kulturdirektor Benjamin Mühlermann.
In einer Email schrieb der Geehrte wie folgt:
"Übrigens hängt der Textildruckstich Schlacht bei Näfels "vue du champ de Bataille de Naefels", den Du mir vor genau 30 Jahren an der Gemeindeversammlung übergeben hast immer noch in meiner Stube. Diese schöne Geste macht mir täglich Freude."
Mein Kommentar:
Dann hat der Stich das Ziel erreicht! Leistungen wie die von Gabriel Kundert sind auch "gewonnene Schlachten" an der internationalen Sportlerfront!
Sonntag, 22. Dezember 2019
Di underbrochä Chrischtmetti
oder
We’s usä chunnt, wämä-n-ä chliis Büäbli id Mitternachtsmäss mitninnt
Dr Seppli isch öppä viärjährig gsii sii. Sini liäb Muäter isch beseelt gsi umä schüüni, bsinnlichi Wiänacht. Uff jedä Fall hätt-si alls draa gsetzt, für irä liäbä Maa und für ä irä chliinä Pfüderi Seppli dr Häilig Aabed äsoo z gschtaltä, as’r zumä uuvergässlichä-n-Erläbniss wäärdi.
Schu früäh schriibt-si äs Briäfli für ds Chrischchindli, was dr Seppli uff dWiänacht wündschi und dr Seppli zäichnet mit Farbschtift äs-Ängäli. Das hätt zwar uusgseh we-n-äs Ross mit Flügäli, wo dur d Luft flüügt, abr ds Chrischchindli wärdi ja dä ä eeländi Freud draa haa. p Muäter hätt das Briäfli zwüschet ds Fänschter und ds Vorfän-schter gschtellt und uusdrüggli drufhii gwisä, des usser Flügäli müäs dä offä bliibä, as äs Ängäli das Briäfli chäm holä.
Taatsächli – disä Morgä isch ds Brüäfli nümmä daa gsii. p Muäter hätt gjublet, juhui, ds Ängäli hätt ds Biräfli gholt. Ds Chrischchindli erfari iätz, was sich dr Seppli uff d Wiänacht wündschi.
Ä-n-Apfäntskaländer ist ä daa gsii. Jedä Morgä hätt p Muäter äs Fänschterli uuftuä. Jedä Taag isch ä nüüs Bildli fürächuu. Mängmaal ä Schtärnli, ds Rössläin Hüü, ä farbigi Ballä, ä goldigs Glöggli, ä Trumpeetli, äs Tannäzwiigli mitemä Cheerzli etc etc.
Glii hätt dr Baawaart äs Tanndli-n-i ds Huus pbraacht. Das hätt abr noch äs paar Tag im Gadä-n-ussä ä dr Chüäli bliibä, bis-es em Sep-pli si Vatter gholt hätt. Är schtellt’s dä i dr Schtubä imä Winggel in-ä grüänä, gussiisenä Schtänder inät und träht vu linggs und rächts ä Schruubä, bis-es dä polzärgraad daa-schtaat. D Schtubä isch dä-n-abgschlossä woordä, as dä ds Chrischchindli i aller Ruäh mit siinä-n-Ängäli das Bäumli chaa schmüggä und ä Huuffä Cheerzli hanätuä.
Item – äs isch Tradizuu gsii, as mä zeerscht i-g-Chrischtmetti gaht. Eerscht drnaa, au wänns schpaat gssi isch, hä-p-mä törffä i ds Schtubä inä gu WIänacht fiirä.
Äm Seppli sini liäb Muäter hätt vor dr Wiänacht immer äso verhäissigs- und ghäimnisvoll gschtrahlet und dr Maa und deer chlii Schnüsel aagschteggt.
Äm Häligäaabed höggt-si der Seppli uff ds Kanäbeet und läit-nä$-n-aa.. Gschtältli, Schtrümpfli, mit emä Gummiband zum im Gschtältli iihänggä, Underhosä, Hämpli, Hösli und Puloverli. Über p Füässli zwängt-s’-em nagelnüüi Schüäli, schtülpt-em ä knallrooti, gslimäti Chappä mitemä Züttel draa überä Chopf und vpaggt sini Patschhändli i waarmi Wullhändschli.
Wo’s afaaht Lüütä, isch loosggangä. Si ninnt-nä-n-äm Äärmali und isch mitem dur de schtoggtunggel Nacht z Chilchä. Ä huufffä fäschtli aagläiti Lüüt mit Scherpä und Händschä und Chappä sind hantli i g Chilchä-n-inä. Und diä isch schu gschtoossä vollä gsii.
P Muäter isch mit em Seppli uff p Frauäsiiteä, wiit und bräit hätt’s nüüt anders gkaa as luuter Frauä. Will niämer hätt wellä naachä-rut-schä, händ-si müäsä inächääsä, bis si dä i dr Mitti äs Plätzli übrchuu händ. Alls isch äi fiirlichi gsii, ämä mächjtigä Chrischbaum händ ä Huffä Cheerzli brännt, d Oorgälä faat afu schpilä und wiit voornä sind Mannä im farbigä Rögg chuu und ä ganzes Rudel Mässdiäner i rootwiisä Gwändli und mit Cherzästögg.
p Muäter ninnt dr Seppli zeerscht uf d Schoos, as’r besser fürä gsäch. Ufzmal hätt dr Seppli bi dä Mässdiäner dr Nachpuuräbuäb kännt und rüäft i äiner Lüütit: «Lo dett, der Fritzli!» D Lüüt händ um-mägluäget und deer Seppli mit Böllänaugä aaggaffet, ä Frau hätt dr Chopf gschüttlet und gmacht «Zäzäzä!» und p Muäter macht sofort «Pscht!Pscht! Muäsch schtillä sii!»
Will-dr Sepplii abr nüd hätt chännä ruäbig hoggä, immer öppis ummä z ranschä ghaa hätt und äis Fägnäscht gsii ischi, hätt-si wider gflüschtäret «Pscht! Bis ämal ruäg!»
Wo daas ä nüüt nützt, gklappet-si dr Chnüülibanngg abä und höggt dr Seppli druuf.. Dett hätt’r gaar nüüt meh gseh. - Nu linggs und rächts luuter Frauächöpf. Diä hätt’r dä gschtudiärt. Di mäischtä händ glächlet und ä mäinädi Freud a demm chliina Pfüderi gchaa.
Duä giit-em p Muäter äs Gebättbuchä. Dr Seppli hätt’s da durä-pblettäret, zum Luägä öb’s Bilder dinnä häig. Duä flattered des äi oder andr Helgäli oder Tootäbildi usä und ä Bodä. p Muäter hat-si i dem Gschtungg innä abäpbüggt und si wider zmägnuu.
Zimmli energisch hätt’s-em ds Gebättbuäch wider äwägg und gitt-em ussem Täschli dr Roosächranz, zum ächlä ablänggä.
Abr daas hätt em Seppli gag-lii wider vrläidet. Äm Schluss hätt’r-nä afu ummäschwingä und schwupp isch der uff zmal ap und dur d Luft und flüügt gad änärä eltärä Frau uf ds Hüätli ufä und bliibt dett bhan-gä. Diä isch eeländ vrschroggä und äs isch-erä usägrutscht: «Jes-ses, was isch dän-ä daas!?» Si hätt-dä der Roosächranz, wo inerä schwarzä Maschä phanget isch, wider abägchnüüblet, cheert-si und luäget vorwurfvoll hinderä und hätt dr Rosächranz wider hinderä pbottä. D Muäter hätt-si eeländ gschämt und dr Rosächranz wider wäidli ids Täschli v’rsoorget.
Schliässli isch der Seppli uff ds Chnüülbrätt gschtandä und hätt de Bilder i dr Teggi obä gschtudiärt. «Pscht! Gaff nüd äso ummä! Luäg ämaal fürä!»
Vor imm hätt’s abr nu derä Frauhindertäil und -mäntel und sust nüüt gkaa. Und wänn’r zu dr Muäter ufä gluäget hätt, hätt si ä schträngs Gsicht gmacht und wider «Pscht! Pscht!»
Äs isch äifach längwiilig gsii. Zum Glügg hätt näbädra ä waggeri Frau ussem Bättbuäch afu singä. SIi hätt ä hööchi und luuti Schtimm gkaa. Und wänn-si gsungä hätt, händ iri Ohräring mit äso Plämpäli draa afu hii und häät und fürä und hinderä bambälä. Abr ä daas hätt dr Seppli nüd raass chännä fesslä.
Nach ämä-n-ä Wiili faat’s nä afu fröschtelä. Duä lisäret’r zu dr Muä-ter: «’ch mos uff ds Abee!» - «Wasch isch?» - «Ich muäs uff ds Abee?!» - «Was? Chasch nüd vrhebä?» - «Näi!» D Muäter hätt-si gschiniärt, mit dem Notdürftler dur di ganz Bangg durä z zwängä und äsoo uufzfallä. «Etz waart nuch ächläi! Äs isch glii fertig!» - «Näi, ich muäs uf ds Abee!»
Ä dr Muäter isch schliässli nüüt ander übrig blibä. Mit «Äxgüsi!» linggs und «Äxgüüsi!» rächts sind-si dä gliich nuch i Siitägang usä-gkuu. Für p Müäter isch daas ä eeländs Schpiässruätä lauffä gsii. Alls hätt dr Chopf gkeehrt, di äinä mit schträngä Bliigg, ander händ gschmunzlet, dis dr Chopf gschüttlet und nuch ander nu blööd g'grinset.
Bi dr Siitätüür tünggt p Muäter dr Tuumä ids Wiichwassergschiirli und macht äm Seppli nuch ds Chrüüzli. Si isch abr ä soo vertatteret gsi, as-erä nuch d Tüür vertschlipft und mit ämä luutä Knall zuä-tätscht.
Und wo si dä dussä sind, fraget p Muäter: «Was isch etz? Mach etz das Bisi!» Du säit dr Seppli voller Freud: « Etz mosi nümmä!»
p Muäter hätt-nä äm Äärmali paggt und aagschnützt: «Schtäärzgi! Häsch mi verwütscht! Etz chämmer doch nümmä ig Chlichä inä!»
Mitämä waggärä Zupf isch-i hantli häigschtampfet und der Seppli näbädraa trippälet so schnäll as’r hätt chännä.
Dähäimä hätt-s nä ä dr vätterlichä Obhuät übergii und isch wäidli id Schtubä-n-inä, si müäs mit dem Chrischchindli nuch öppis besprä-chä.
Plötzli bimmälet ä fiis Glöggli. «Chänd inä chuu.» D Nootdurft isch vergässä und dr Vatter und dr Seppli sind mit «Ah» und «Oh» i di wiänachtlich Glüggseeligkäit iitaucht!
Und d Moraal vu derä Gschicht:
Bivor mä mit chliinä Gööfli i p Mitternachtsmetti gaht, söll mä guät übr-leggä, was alls chännt passiärä.
Und dä muäs ich Ihnä nuch öppis biichtä: deer Seppli bin iich gsii. Ich guh immer nuch gäärä i d Metti… abr sitt duä immer uf p Mannä-siitä!
Freitag, 20. Dezember 2019
Johannes der Täufer im Schwändital
Religiöses Brauchtum in der Bruderklausenkapelle
Donnerstag, 19. Dezember 2019
Spruch der Woche
Perspektivwechsel
von Iris Macke
in: Der Andere Advent 2018
Advent heisst Warten
Nein, die Wahrheit ist
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Ich glaube nicht
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Dass sich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Grösseres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist ganz klar
Dass Gott fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen
Gott kommt auf die Erde!
(Nachdem Sie diesen Text von oben nach unten gelesen haben, lesen Sie ihn bitte von unten nach oben!)
Abgeschrieben von einer Weihnachtskarte von Freunden.
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Frage der Woche
Wann kommt das Impeachment-Verfahren für Gott
in unserer
christlichen Kultur und Gesellschaft?
Die Kruzifixe sind aus unseren Schulzimmern verschwunden, die Kirchen werden leerer, die Kirchenaustritte nehmen zu, Religionsunterricht findet ausserhalb der Schulhäuser und der Normalschulzeiten statt, es gibt immer mehr Ökonomen statt Ökumenen, die Herrenstühle in der Kirche sind leer, es gibt kaum einheimi-schen Priesternachwuchs, der Einsatz von Priestern aus anderen Kulturen wird notwendig, die unheiligen Skandalmeldungen aus dem Vatikan in der Heiligen Stadt häufen sich, sogar die Bischofswahl für Chur scheint in Verlegenheitspause ... quo vadis Christentum?
Hierher passt vielleicht mein Vers, der zwar nicht allen theologischen Erkenntnis-sen genügen mag als Kontrastprogramm:
Härgott
Du bisch im Blau vum Firmamänt,
zmitzt i dr Felsäwand,
bisch i dr Hitz vum Füür, wo brännt,
und au äm Schtraassärand.
Du bisch im Tiär, im Mändsch und Baum,
hööch uff dr Alp, im Taal,
bi Taag und Nacht, im Schlaf, im Traum,
bisch ztuusedä vu Maal.
Du bisch im Aug vum liäbschtä Mändsch
und au im Aug vum Find.
's gitt nüüt, wo duu nüd wäisch und gkändsch
und wer und was mer sind.
aus: Rüübis und Schtüübis, 80 mal "Frisch vum Fridli", Ä-n-Uuswahl vu Näflesser Mund-
artvärs, Näfels 2019, Seite 85
Montag, 9. Dezember 2019
Maria Unbefleckte Empfängnis "Schnäggä-n-Ässä"
im Kloster (Behördenessen)
Seit Urgedenken luden die Patres Kapuziner die Behörden von Näfels (Gemeinderat, Schulrat, Fürsorgerat, Kirchenrat, kantonale Behördenmitglieder wie Näfelser Landräte, Näfelser Regierungsräte, Näfelser Gerichtspräsidenten) zum Festgottesdienst und zum Festmahl im Refektorium des Klosters ein. Die Franziskaner (seit 1986 im Kloster Mariaburg Näfels) haben diese Tradition übernommen und weitergeführt.
Als Festprediger war diesmal der Dekan und Münsterpfarrer Peter Berg aus Bad Säckingen eingeladen.
Seine Predigt liegt im Volltext vor:
"Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
Vor Beginn des UN-Gipfels im Dezember 2009 hat Papst Benedikt XVI alle Menschen zu einem massvollen und verantwortungsvollen Lebensstil aufgerufen. Das gelte vor allem mit Blick auf die Armen und die künftigen Generationen. Und er sagte: "Um der Konferenz einen vollen Erfolg zu garantieren, lade ich alle Menschen guten Willens ein, die von Gott in die Natur gelegten Gesetze zu respektieren und die moralische Dimension des menschlichen Lebens wiederzuentdecken."
Und damit spricht der Papst Benedikt das eigentliche Problem an, das sich als Ursache zeigt und die Ausgangslage für viel Weltgipfelkonferenzen wie jetzt auch der Welt-Klima-Konferenz: Wenn der Mensch selber in Unordnung gerät, das heisst: wenn er die Kontrolle über sich selbst verliert, da er sich von Gott als Lebensquelle trennt, dann folgt daraus auch ein gestörtes Verhältnis der Menschen zur Natur und Umwelt - und diese begehrt dann gegen die Menschen auf und zeigt mitunter ihre ganze Urgewalt.
Heutzutage zeigt sich uns dies sehr deutlich im Klimawandel, der hineinführen kann, in eine Katastrophe.
Am heutigen Festtag lässt uns die Kirche mitten im Advent auf Maria schauen - die Unbefleckte Empfängnis. Adventszeit der Erwartung, wo wir Glaubende auf den Erlöser, den Retter, warten - und ganz konkret in diese geschädigte und zerstörbare Welt, eine Welt mit soviel Leid und Tod - und wo wir nach Lösungen von Problemen suchen und danach ringen, - da dürfen wir als Christen auf dieses Eingreifen Gottes hinschauen, das uns gewissermassen exemplarisch in Maria gezeigt wird.
In Maria, so sagt uns die Kirche, ist das Menschsein ganz und gar gelungen. Die Störung der Sünde, das Sich-los-gesagt-haben vom Schöpfer, siehe die Sündenfallgeschichte im Buch Genesis - diese Störung mit Erbfolge ist durch Gottes gnadenvolles Eingreifen beseitigt worden. Jenes erste Aufbegehren der Menschen gegen Gott, das wir als Ursünde und in seiner Folge als Erbsünde bezeichnen, das ist in Maria aufgehoben als Wirkung des Erlösungsgeschehens durch den Erlöser Jesus Christus.
Maria ist so gewissermassen der erste Mensch - Gott ist an ihr in Vorleistung getreten, sie ist voll der Gnade (wie der Engel sagt) - soll der liebenden Zuwendung Gottes, der sie aus der Erbschuld herauslöst, um so einen Zugang durch sie in diese Welt zu finden.
Gott steht zu seiner Schöpfung, Gott steht zum Menschen, den er in Verantwortung genommen hat für das Schöpfungswerk. Darum hebt auch in dieser Zuwendung zu Maria, zum Menschen, Gott die dem Menschen gegebene Freiheit nicht auf - er wartet auf Antwort bei Maria und er wartet auf Antwort auch bei uns, die wir durch die Taufe sind aus der Erbschuld, das heisst der Trennung von Gott sind herausgetreten und damit wieder in die verantwortliche Beziehung zu Gott eingetreten.
Maria antwortet auf die Vorgabe, die Erst-Erlöste zu sein mit ihrem: "Siehe ich bin deine Magd - siehe, ich erkenne Gott als Herrn meines Lebens und Herr der Welt an und sie lebt und handelt dann danach.
So strahlt heute an diesem Festtag das Bild des vollendeten Menschen auf:
In Maria zeigt sich uns wie der Mensch in den Augen Gottes sein soll: Der erlöste Mensch, der Gott als den Herren des Lebens und der Welt anerkennt und damit in Verantwortung in ihr und seinem Schöpfungswerk lebt und handelt.
Damit will uns die Kirche mit diesem Festgeheimnis einen Ansatz zeigen für einen Ausweg aus der Krise dieser Welt und auch einen Ansatz dazu wie auf Erden Frieden möglich ist. Friede mit Gott, Friede mit den Menschen und Friede auch mit der Natur.
Der Mensch, der mit Gott im Frieden ist, hat auch ein anderes Bild vom Menschen, wo jeder Mensch Gottes Ebenbild ist.
Das ist die Grundlage um die Welt wieder zusammenzuführen - einen Ausgleich zu schaffen zwischen Armen und Reichen, Mächtigen und Ohnmächtigen - eine Welt in Verantwortung zu dem Schöpfer zu gestalten, in der jeder Mensch Lebensrecht, Lebensraum und Lebensgrundlage findet. Dazu braucht es diesen neuen Blick füreinander und das Bewusstsein, dass wir alle Kinder des einen Gottes sind.
Und Friede in Gott bedeutet auch Friede mit der Natur und allen Lebens.
Wer Gott achtet, um sich von ihm geliebt und erlöst weiss, für den ist diese Erde heilig, will Lebensraum und nicht Todeszone sein, das heisst Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen und als Lebensraum gestalten.
Um diese neue Welt aufzurichten, sucht sich Gott Zugang in diese Welt - auf einzigartige Weise in Maria, wo er die Kette der Erbschuld zerreisst und wir durch unsere Taufe in diese volle Gemeinschaft mit Gott wieder hineingenommen wurden - das Erlösungswerk durch Jesus Christus ist wirksam, wir sind mit Gott versöhnt, es liegt jetzt an uns wie Maria Antwort zu geben, wenn wir tagtäglich in Veranwortung zu Gott leben und mitarbeiten, dass sein Reich, seine neue Welt kann anbrechen.
Dass wir dann in den Lobgesang Marias miteinstimmen: Der Mächtige hat Grosses an mir getan, er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer
ausgehen. Meine Seele preiset die Grösse des Herrn. Amen."
Festprediger am 9. Dezember 2019
Dekan und Münsterpfarrer Peter Berg
Bad Säckingen
Zum ersten Mal in der Geschichte predigt
ein Bad Säckinger Münsterpfarrer
im Kloster Mariaburg Näfels.
Peter Berg ist gewissermassen der aktuelle
direkte Nachfolger des Heiligen Fridolin,
der in Säckingen ein Kloster gegründet hat.
Peter Berg ist in Bad Säckingen seit 1998
Münsterpfarrer.
(Foto: Pfarrarchiv)
Am Festbankett war es ein Muss, den hohen geistlichen Gast aus unserer Partnerstadt
Bad Säckingen gebührend zu empfangen.
Mit folgenden Versen wurde Dekan und Münsterpfarrer Peter Beck in den Mittelpunkt und Sankt Fridolin und Ursus in Erinnerung gerufen:
Herzliches Willkomm
für Dekan und Münsterpfarrer Peter Berg, Bad Säckingen
Zum ersten Mal in der Geschichte,
es ist ergreifend und auch schlichte,
ist aus der Heilig’gen-Fridli-Stadt,
hier einer, der die Predigt hat.
Vor ziemlich sicher sechs Jahrhunderten,
war es, als sich die Leute wunderten,
dass Fridolin den Hochrhein schaute
und dorten dann ein Kloster baute.
Als Ursus sprach, wenn ich ‘mal sterbe
gehöre dir mein ganzes Erbe
und damit auch die Ufenau
und auch das Glarnerland gad au!
Als Landolf dieses dann bekämpfte
und damit Fridlis Freude dämpfte,
ging er in Rankweil vor Gericht
sprach denen dort grad ins Gesicht:
«Ihr Herren, Ursus hat’s versprochen,
der Landolf hat sein Wort gebrochen,
Nun stehe ich vor Ihnen da
und möchte gern die Erbschaft haa!»
Die Richter meinten nachher leise:
«Sankt Fridolin, hast du Beweise?»
Und Landolf rief: «Ich bin der Bruder!»
Und Fridolin: «Du lügst, du Luder!»
Die Richter wollten sich nicht beugen
und sprachen dann: «Wir brauchen Zeugen!»
Der Fridolin ging dann aufs Grab:
«O höre Ursus, was ich hab’
sind grosse Nöte vor Gericht,
dein Erbe, das bekomm’ich nicht!»
Dann tat er innig einen Ruf:
«O lieber Ursus, hee, schtach uuuf!»
Worauf der Boden grässlich rumpelte
und Ursus als Gerippe humpelte;
so zogen sie dann aber doch
nach Rankweil flugs im Armenloch.
Die Richter sanken sofort um,
und Landolf schämte sich dann stumm:
«Entschuldigung, ihr flotten Knaben,
du kannst auch meinen Teil nun haben!»
Dr Fridolin mit breitem Grinsen:
«Ihr Glarner zahlt nun bei mir Zinsen!»
Und künftig hiess es nun halt eben,
da, unterm Krummstab sei gut leben!
Nun, Friede, Freude, Eierkuchen,
das Kloster konnte wacker buchen,
Man jubelte in allen Hallen:
«Wir Glarner sind ganz gern Vasallen».
Sie bis auf Kind und Kinderkindern
fuhr’n jährlich dann mit Ross und Rindern,
mit Käse, Eiern und mit Anken
um der Äbtissin gern zu danken.
Doch kann die gute Zeit vergehen,
wenn Habsburg kommt zu neuem Lehen.
Denn diese schickten her statt Mannen
nur Vögte, Herren und Tyrannen.
Die Glarner d'rob in Zorn gerieten
und liessen dieses sich nicht bieten.
Sie stürmten kess der Burgeszinnen
und jagten flugs den Vogt von hinnen.
Als dieser jedoch wieder kam
es nun ein böses Ende nahm.
Die Glarner haben ohn’ zu fragen,
den Ärmsten einfach totgeschlagen.
So lag der Habsburg kühnster Held
dann maustot auf dem Rautifeld.
Und neben ihm auch seine Reiter,
als seine einst’gen Mitarbeiter.
Doch kam’n die Habsburg Übeltäter
nur sechsunddreissig Jahre später
mit etwa wohl 6000 Mann
und Reitern und sie kämpften dann.
Doch wer die Landsgeschichte kennt,
weiss: Glarner mit nur 10 Prozent
nur etwa 700 Kriegern
die wurden mutig dann zu Siegern.
Der Grund weshalb der Feind verdatterte,
war, weil die Fridlifahne flatterte;
Sie gibt es noch in Seid’ und Bast
im Pannersaale im Palast.
Die Treue blieb intakt und fein
zur Fridlistadt am hohen Rhein.
Seit 30 Jahren voller Kraft
währt nun die Städte-Partnerschaft.
Und heut’ an diesem Freudentag,
den ich wohl sehr zu loben wag`,
ist hipp hipp und auch hipphurra
der Fridolins-Nachfolger da.
Denn heute sei zu Nutz und Frommen
der Münsterpfarrer Berg willkommen!
Ja, er, der mehr als zwanzig Jahr
schon dort am Hochrhein Hirte war!
Ja, deine wunderbare Predigt
die, hat uns alle fast erledigt.
Und auch für unser Seelenheil
war Balsam sie und supergeil!
Drum nimm zu uns’rer grossen Ehr’
dir, lieber Peter, zum Verzehr
für künft’ge Zeiten und in Not
dies meterlange Biräbroot!
Versuchen wollen wir ‘was Flottes
im Beisein uns’rer Muttergottes,
und auch von Joachim und Anna
mit diesem Glarnerischen Manna.
Viil Grüäz und Wündsch ä nuch a p Bäsi.
Sehr häärzli.- Fridli Osterhazy.
Näfels, Montag, 9. Dezember 2019 am Schnäggä-n-ässä!
Der Festprediger Dekan und Münsterpfarrer Peter Berg schwer beladen mit dem Meterbirä-Brot auf dem Heimweg von Näfels nach Bad Säckingen.
… und zwischen Hochamt und Mittagsbankett gab's eine Kaffee mit Glarnerpastete-Pause beim Begg Gallati!
Dienstag, 3. Dezember 2019
Ein lieber Klosterschulkollege* ist nicht mehr:
Staatsarchivar lic. phil. I Othmar Noser gestorben
23. Februar 1939 bis 6. Oktober 2019
*wir waren in der gleichen Schulklasse der Klosterschule Mariaburg Näfels
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Todesanzeige
Cor nostrum inquietum est, Unser Herz ist unruhig,
donec requiescat in te Domine. bis es in dir, Gott, Ruhe findet
Augustinus.
Wir sind sehr traurig, dass mein lieber Ehemann, unser lieber Papi, Grosspapi,
Schwiegerpapi und Bruder
Othmar Noser-Hasler
23.2.1929 bis 6.10. 2019
von uns gegangen ist.
Sein Lebenskreis hat sich am Sonntag geschlossen.
Traueradresse: In Liebe und Dankbarkeit:
Steinackerstrasse 11 Anna Dorothea Noser-Hasler
4573 Lohn-Ammannsegg Matthias Noser
Susanne und Marc Thalmann-Noser
Lenia und Felice
Margrith Schär-Noser Angehörige und Freunde
Die Trauerfeier findet im Familien- und Freundeskreis am Freitag, 11. Oktober 2019 um 14.30 Uhr in der römisch-katholischen Guthirtkirche in Lohn statt.
Anstelle von Blumenspenden gedenke man der Spitex Aare
ISBN CH39 0839 5030 3770 2712-8.
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Lebenslauf in Kürze:

1987-99

Staatsarchivar des Kantons Solothurns

1992

Mitarbeit am Historischen Lexikon der Schweiz, Verfasser von Orts-, Personen- und Sachartikeln

1978-87

Wissenschaftlicher Assistent des Staatsarchivs

seit 1983

Vizepräsident des Historischen Vereins des Kantons Solothurn und Präsident der Redaktionskommission des Jahrbuchs für solothurnische Geschichte

1971-78

Studium an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel (Schweizergeschichte, Allgemeine Geschichte, Lateinische Philologie), Lizentiat

1963-71

Archivbeamter im Staatsarchiv Solothurn

1959-62

Theologiestudium

1954-59

Gymnasium in Appenzell, Matura

1952-54

Progymnasium in Näfels GL

1946-52

Primarschule im Heimatort
Quelle:
40 Jaahr Salon «Moustache»
15. Augschtä 1979 – 15. Augschtä 2010
Und nuch ächlä meh!
Chliini Laudaziuu
zu Ehrä vum Bruno Schwitter, genannt Moustache!
vum
Fridli Osterhazy
Friitig, 29. Novämber 2019 naa dä sächsä
Refrain:
Schnipp schnipp, schnapp schnapp – hau d Häärli ap - huraa!
Witt ds Vaterhuus gu gseh, dä muämä
ä Tüürä häärwärts vu dr «Bluämä»,
gu chlopfä odr ä gu lüütä
und wänn dr Flöri chunnt, dä tüütä,
öb daa dr Bruno ächt geborä sig
und d Lüütischrift vrlorä sig.
Daas sig äim nämä wichtig.
Dä säit dr Flöri früntli: «Richtig!»
Deer wont etz ächä wiiter obä;
schu lang isch deer vu da vrschtobä.
Driissg Jahr wohnt eer mit siiner Muus
im gmögig schüünä äig’nä Huus.
Dervoor nuch ä ds Gläärnischstraass,
daas schtöört nä hütt ä nümmä raass.
Uf jedä Faal isch-eer daa z Näfels.
Daas isch doch äifach öppis Täfels.
Schnipp-schnipp-schnapp-schnapp! Hau d’Häärli ap - hurraa
Dr Vatter Fritz und p Muäter Friidaa
Är säit zu irä duä: "Hee, Sii daa!
We wäär’s, du wüürdisch mini Frau?"
Und sii säit wäidli: "Ja, genau!"
Und Bruut so wiiss we Chuchiwiissgi
hätt ebä dä im viärädrissgi,
dr glügglich Fritz äm Eermel gnuu,
derna sind glii dä Chindli chuu.
Äs Mäitäli chunnt dä ja zeerscht
daas isch für d Eltärä des schweerscht.
Si händ’s natüürli Friida tauft,
mä gsäch ja dä, we’s wiiter lauft.
Und nu zwäi Jährli, ächlä schpeeter,
gitt’s dä-n-ä Fritzli, nüd ä Peeter.
Drüü Jahr dernaa lauft’s wider rund,
dä chunnt ja dä dr Sigismund.
Und nachetämä wiit’rä Jahr
wiirt nuch ä Buäb, dr Seppli wahr.
Im Zwäitä Wältchriäg gitt’s nuch gschwind
dr Florentin as ds füftä Chind.
Nuch drüü Jahr schpeeter gitt’s dä glii
gad nuch äs Mäitli Rosmarii.
Dä hä-p-mä gmäint, äs sig etz aus,
duä chunnt gad nuch ä Nikolaus.
Dä süüfzget p Muäter: "Liäbä Maa,
ich wett halt nuch äs Büäbli haa."
Dr Vatter tuät ä tüüffä Schnuuf:
"Da bruucht’s etz nuch Chruunä druuf!"
Und we’s dä-n-isch, für wänig Gält
chunnt nuch ä hübschä Buäb uff d Wält.
Si händ-nä freudig ummäträit
und händ-em ja dä Bruno gsäit.
Schnipp-schnipp schnapp-schnapp! Hau d Häärli ap – hurraa!
‘so, z zächätä äm Chuchitisch
wo’s frööli und au gmüätli isch,
zwaar äifach, abr uhni Soorgä
isch dä dr Bruno guät geboorgä.
Dr Bruno wachst und muäs id Schuäl,
bim Sunnäfritz isch-imm gad wuäl;
doch bi dr liäbä Clara Pfründer,
wird’r dä grösser und au ründer.
Drna chunnt abr, Gott erhalt’s!
dä nuch dr zaggig Lehrer Balz.
Und überobä-n-amä Tischli
chunnt’r dä nuch zum Lehrer Fischli.
I d Lehr müänd tigg dä derä Chnabä
zum Thomä Fritz uff Schänis abä
Dett hätter’s oordäli erlittä
und gad ä mängem p Birä gschnittä.
Derzuä nuch gleernet glatt rasiärä
und vorhäär wagger Schuum iischmiärä,
ä mängem Chund chunnt eeländ ds Grauä,
da chäm-p-mä si nuch mäinäid hauä.
Schnipp-schnipp schnappschnapp! Hau d Häärli ap – hurraa!
Druufabä, ‘s tunggt-nä ächlä schwäär
chunnt d Erress und nuch ds Militäär.
Und ds Frauäfäld da gmerggt’r glii:
Ich bi ja bi dr Artilerii!
Schtatt Chöpf gu schorä, säit dr Schwiiter:
Ich bildä mich etz gad nuch wiiter.
Gaht schneidig, näi, das isch kä Schäiss,
und schuälet si dernaa gad z Gäiss.
Massaasch und Füsiotherapii
kapiärt das tiifig Püürschtli glii!
Und wänn-si daas dä nüg-gad loohni,
dä gönger gad zum Bernascooni.
Dett schtrählet’r bim Zuuplatz hindä,
nu für-nes Jahr dä Glaarner-Grindä.
Drnaa gaht-er zum Schori-Hans
und gChundä säged: "Hee, deer kann’s!"
Und öppä uugfähr nach fünf Jahr
wiirt dä-n-ä Läbeswundschtraum wahr!
Mit Schmiss und Muät und uuverfrorä
wiirt ä Frisiär-Saloon geborä.
Schnipp-schnipp schnapp-schnapp! Hau d Häärli ap – hurraa!
Ä nüüi Äära näb dr Linth
potz tuusig etz dr Aafang ninnt.
Wer hett daas tänggt, für viär Jahrzähnt,
das sig etz da gad nuch erwähnt.
Dr eerschti Chund, daas sägi räuscher,
isch Mitti Augschtä dr Herr Täuscher.
«Herr Täuscher, törff ich Sii gad bittä!»
Und hättem ds Grindli wagger gschnittä.
Und nu nach äs paar wänig Munet
hätt’s dä im Gschäft schu wider tunet.
Dr Oslet Willy hätt dä gschrauä:
"Frisiärä tüä-mer etz au Frauä!"
Und tüünt hätt’s dä ä jedem Eggä:
"Rasiärä, wäschä, schniidä, leggä!
Und fühnä, Brännschaäär, onduliärä,
und Mitti, rächts und linggs frisiärä."
Dr Bruno gitt und hätt au viil
für smarts Disäin und kuulä Schtiil
Daas gseh-p-mä daa gad vor dä Rängg
a supergschtäiltä Fänschterbängg.
Und Parfüüm liit daa i dr Luft,
‘s hätt immer exkwisitä Duft.
Und Haarlagg hebet ja dä nämä
di gschträälätä Frisuurä zämä.
Mä schtuunet au und macht ä Miinä
vor denä schüünä Glaasvitriinä
mit Haarlagg, Greemä und im Fall
nuch Wässerli gäg Haaruusfall.
Schnipp-schnipp schnapp-schnapp! Hau d Häärli ap – hurraa!
Dr Chund chunnt zeerscht vrstrublet inä.
ninnt Platz und säit dä: «Sinä, sinä!
Si chänd dä hindä wagger nih!
Nu d Ohrä lönd-s’ mer abr sii!»
A schwarzes Tuäch wiirt ummäghänggt,
drnaa de Geltä ummagschwänggt,
und dä mosch ja we gwöhndli ebä
dr Grind schüü hindä-n-abä hebä,
Und nachhär gkörsch we ds Wasser schprudlet,
und hoffsch, as’r dä nüüt versudlet,
wänn ds Schampo schmöggt und wagger schuumet,
wiirt dä dr Drägg gad abägruumet.
Drufabä, ‘s isch nüd übertribä,
wiirt mit dem Frottee wagger gribä,
Etz ninnt dr Bruno nachhäär ds Schäärli,
Dä flüüget dä de gschwäschnä Häärli
So haut’r dä zip zip zapp zapp
de Wullä chüürzer und gad app.
Dä hätt’r nuch ä-n-Appäraat
zum ächlä Määjä gad parad.
Mä bättet heumli ummä Sägä:
«Vereggtä Chäib, mach ja kä Schtägä!»
Isch daas verbii, dä chunnt dr Füh,
und daas isch ja dä chäibä schüü.
Äs ruuschet dä-n-ä-waarmä Wind
bis da de Löggli gschtäilet sind.
Nach denä früäligswaarmä Windä,
gseesch-di im Schpiägel dä vu hindä
Und nach äm Haarlagg-Pfüü-Pfüü-Schpräi,
chaasch uufschtuh und dä wider häi.
Und p Frau säit dä: Ui, das Ergäbnis
sig wunderbaar und äs Eräbnis!
Schnipp-schnipp-schnapp-schnapp! Hau d Häärli ap – hurraa!
D Idee derzuä de liit wiit zrugg.
Nüd wiit äwääg gad naa dr Brugg.
Da z Mullis und nüd ds Pontresina
im Reschterant, daa, im "Floriina".
Dr Tuni Thomä säit zum Ybsch
wänn-d' etz nuch äs Momäntli bliisch,
bim Wiissäwii und nüd bim Thee,
da hett-i gad nuch ä-n-Idee.
Mer känned üüs vum Fuässballschpiil,
dr Bruno, der frisiärt üüs viil,
weso söll deer nüd näbädraa
äin äigenä Saloon gad haa?
Hütt nach schu viärzg vu Jahr und Länzä.
da gsänder’r’s we daa alls tuät glänzä!
Ja, hütt sitt 15000 Tääg
isch alls nuch immer super zwääg.
Doch näbem Pflägä und Barbiärä
chaa üüsrä Bruno au brilliärä,
mit sinä Hobby und Talänt,
wo-n-eer da ä nuch ummärännt.
As Tschütteler ä huärä gschnelli
mit Botteron und Martinelli
und iigmassiärt mit Perskindool
schüüsst eer dä tiggämaal äs Gool.
Und au as Top-Theaterspiler
nuch da und dett brilliärä will’r.
Dätwiiler, Bluämer. Thoma, Roschee Rhyner
und ander Schtaarä und Schlawiiner,
de trättet uuf bi jedem Wätter
uf Bünänä und uff dä Brätter.
Hütt säitimä da ganz genau:
als absoluti Rampäsau!
Schnipp-schnipp-schnapp-schnapp! Hau d Häärli ap – hurraa!
Chlausääbed macht’r ä chlä biderer
mit Vespa, Explosiuu und Niederer!
Vum Fäinschtä dä kreiärt Uhuuu
Konzart mit Stars im SGU.
Und irgendwo isch nuch ä Fotti
vum Sänger Eros Ramazotti.
Är gfindt die allerschünschtä Frauä
für saagähafti Modeschauä.
Im Freuler trättet’r, äs isch ä Hüüler,
brandschwarz frisiärt as Chaschper Früüler.
As Chlapf fart-eer ja sowisoo
vum Friihof Koller ä Renoo.
Im drüäsibäzgi da chunnt’r schtramm
as landesschünschtä Brüütigamm
ärzüügt drnaa rasant und gschwind
äs Töchterli zum eerschtä Chind.
Und schpeeter, ja, er gitt kä Ruäb
chunnt sini Fründin mit'mä Buäb.
Und öppä duä, as ds Gält nüd roschtet
hätt-eer gad nuch äs Hüüsli poschtet.
Und prüäfli wachst ä Chundchräis
und «Schwarzchopf» schiggt-nä gad uf d Räis:
Las Vegas, Mailand, Amschterdam
per Flüüger, nüd nu imä Tramm,
Uff Rio, und uff Nüü Yorgg durä,
isch er dä kuul gu ummäsurä.
Mä weelt-nä, will’r akkuraat,
i SGU Verwaltigsraat.
Eh acht as sibä Modeschauä
und mäischtens bis ids Morgägrauä
organisiärt das smartä Tschäberli
i Zämenaarbet mit em Äberli
Bim Glaser Sepp, äm Begg, verussä
macht-eer ä Laufschtääg nüd für d Russä
im Füüfi (2005) nämä-n-ä dr Fahrt
nach kesser Bruno Moustache Art.
Dett gseh-p-mä Mädels under Palmä
nu im Bikiini ummwalmä.
Dur daas gitt’s nämä fürnä Wiil
daa d Näfels ächlä Sexappeal!
Schnipp-schnipp-schnapp-schnapp! Hau d Häärli ap – hurraa!
Dä wiirt’r dä nuch sappermänt
im VNN* gad Bresidänt. (*Verkehrsverein Näfels)
Dernaa liit’s ja dä uff dr Hand
nuch Vorstand vu sim Bruäfsverband.
Dr Bruno isch, ‘s isch fascht äs Wunder
ä geniaalä Tuuseds-Tunder!
Ideeäriich, dr Ziit voruus,
mit Freud, Begäischterig und Pfuus!
Las miich und alli gratuliärä!
Mer wänd-di gad ä nuch prämiärä:
Du übrchuntsch preziis zu derä Schtund
als Ehr dr goldi Gärbihund!
Und nu ä Gruäz dä-n-ä dr Bäsi
Sehr härzli. Fridli Oschterhäsi!
Schnappschüsse aus der Kamera von Charlene
Oben links: Vorweihnächtliche Stimmung Salon "Moustache" von aussen.
Obern rechts: Aufgeblasene 40 in Silber
Mitte links und rechts: Übergabe des "goldigä Gärbihund" an Bruno "Moustache" Schwitter
Unten links: Die unzertrennliche Crew. v.l.n.r.: Helen, Bruno, Loredana
Unter rechts: Dr goldig Gäbrihund und der Geehrte!
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In der Montagsausgabe der "Glarner Nachrichten / Südostschweiz-Glarus" stand. (Mo 2. Dez, 2019 Seite 2)
Ein goldener Hund für «Moustache»
Seit 40 Jahren verschönert Bruno Schwitter in Mollis Gesichter und Köpfe.
Dafür wurde er jetzt geehrt.
Am 15. August 1979 eröffnete Bruno Schwitter seinen Salon «Moustache» bei der Linth-brücke in Mollis. Und dort wirkt der gebürtige Näfelser heute noch. Zum mittlerweile 40 Jahre bestehenden «Verschönerungstempel», der laufend erweitert wurde, lud Bruno
Schwitter Familie und Freunde und zahlreiche Kunden ein. Nach groben Schätzungen hat Bruno Schwitter alias «Moustache» als Coiffeur und Barbier im Laufe der 40 Jahre rund 120 000 Köpfe und Gesichter verschönert.
Am Freitag, 29. November, war der Salon zur improvisierten «Beiz» umgestaltet worden. Rund 50 Personen wurden mit Speis und Trank an einer fröhlichen Jubiläumsfeier verwöhnt
50 Leute brüllen den Refrain des Liedes mit
Bruno «Moustache» Schwitter eröffnete den Anlass zum Jubiläum mit Müsterchen zu seiner Arbeit und ehrte spezielle Gäste der letzten 40 Jahre mit einem goldenen Bären.
Zum Höhepunkt wurde die Verleihung des «goldigä Gärbibunds», den der Näfelser Fridli «Osterhazy » Hauser nach seiner gereimten Laudatio überreichen durfte. Die ganze Fest-gemeinde brüllte anschliessend den Refrain des Liedes mit. «Schnipp schnapp, schnipp schnapp, hau d Häärli ap, hurra», tönte es aus 50 Kehlen.
«Dr goldig Gärbihund» wurde bisher an neun Persönlichkeiten mit besonderen Leistungen und Verdiensten übergeben, heisst es in einer Mitteilung. (eing)
Samstag, 23. November 2019
Adventskalender – Countdown bis zum Heiligen Abend
oder
Noch 24 Tage bis das Christkind kommt
Adventskalender in ungezählten Formen und Motiven gehören längst in die Zeit vor Weih-nachten. Die Palette reicht vom religionsbezogenen Adentskalender bis zum kommerziellen Zweck, vierundzwanzig Mal ein Produkt anzubieten oder gar in Wettbewerbsform 24 Mal etwas zu gewinnen. Waren es in unserer Kindheit hübsch gestaltete Papierbogen, die man an die Wand oder ans Fenster hängte und täglich ein von 1 bis 24 nummeriertes Fensterchen öffnen durfte, sind es heute die ungezählten Homepages am PC oder gar die täglichen Emails, die mit ihren meist kommerziellen Botschaften zum Mitmachen einladen.
Bei den traditionellen Adventskalendern von früher kamen dem Öffnen der Fensterchen Kerzchen, Spielsachen, Engelchen etc. zum Vorschein und wurden zum Countdown, aller-dings nicht von 24 bis 1, sondern unbekehrt von 1 bis 24, vom 1. Dezember bis zum Heili-gen Abend.
Die modernen PC-Adventskalender verlocken durch Anklicken zu günstigen Kaufangeboten oder versprechen als Wettbewerb einen Preis.
Seit einigen Jahre sind «Adventsfenster» Mode geworden. Öffentlich laden Private oder Institutionen in der Zeit vom 1. Bis 24. Dezember zum Besuch ein, schmücken leuchtende Fenster und Türen und bieten Speis und Trank an. Diese Adventsfenster sind alleweil ein Ort der Begegnung und des fröhlichen Beisammenseins. (Adventskalender für 2019 siehe oben)
Was immer – die Adventskalender sind ein Anlass, einmal auf ihre Erfindung und ihre Entwicklung zurückzublicken.
Wer als erster die Idee hatte, ist wohl kaum zuverlässig auszumachen. Ein mutmassender Text meint, ein schwäbischer Pfarrerssohn aus Maulbronn, Gerhard Lang, hätte als kleiner Knirps seine Mutter gefragt, wie viele Tage es noch bis Weihnachten dauere. Darauf hätte sie auf einen Karton 24 Kästchen gezeichnet, dann auf jedes ein Guetzli genäht und ihrem Gerhardli erlaubt, täglich eins zu essen.
Als er Erwachsener und Teilhaber der Lithographischen Kunstanstalt Reichhold & Lang habe er 1904 den ersten Adventskalender gedruckt.
Fortsetzung folgt
Donnerstag, 21. November 2019
Am Anfang war ...
die Feier für den Näfelser KKdten Dr. Josef Feldmann
Am Mittwoch, dem 4. April 1990, am Vorabend zur Näfelser Fahrt lud der Gemeinderat von Näfels seinen Mitbürger aus dem Geschlecht der "Stecher Feldmann" zu einer Ehrung in den Rittersaal des Freulerpalastes ein. Der Dreisternegeneral hatte erklärt, in den Ruhestand treten zu wollen. Der Gemeinderat fand, wer schon einen so hohen Offizier mit dem Bürgerrecht der eigenen Gemeinde hat, möchte dies entsprechend würdigen. Nebst einer Laudatio des Gemeindepräsidenten und einer entsprechenden militärischen Lobrede von Brigadier Robert Küng, der in Näfels aufgewachsen war, waren illustre lokale und kantonale Gäste geladen. Dem Festakt im Freulerpalast folgte eine Festtafel im kleinen Saal des Hotel Schwert, der ja später General Bachmann Stube genannt wurde.
Als corpus delicti von damals konnte ich dieser Tage die "Autogramme" der Beteiligten in meinem Archiv ausgraben. Sie sind eine Kopie aus dem Gästebuch des Näfelser Gemeinderates. An diesem Abend wurde die "General Bachmann Gesellschaft" als Idee geboren.
Die "Autogramme"
Korpskommandant Josef Feldmann
Brigadier Robert Küng
Jules Landolt, Landesstatthalter
Emil und Elisabeth Fischli, Regierungsrat, Militärdirektor
Major i Gst Peter Landolt, Präsident Verkehrsverein Näfels
Fridolin Hauser, Gemeindepräsident
Karl Gallati, Gemeinderat
Werner Probst, Gemeinderat
Georg Müller, Gemeinderat und Stiftungsratspräsident (Freulerpalast)
Günter Friese, Gemeindeverwalter / Hilarius Landolt, Werkführer / Margrit Landolt
Gerhard Hauser, Gemeinderat
Hans Tschudi, Gemeinde-Vize-Präsident
Margrith Tschudi / Jürg Hauser, Gemeinderat
Werner J. Murer und Frau / Ruth Hauser
Emil Feldmann und Rita, alt Gemeindepräsident
Markus Feldmann, Forstwart / Ralph Rechsteiner, Gemeindeschreiber
Mittwoch, 20. November 2019
Trouvaille
Gründung der General Bachmann Gesellschaft
12. Oktober 1990
2020 kann die General Bachmann Gesellschaft 30 Jahre ihres Bestehens feiern.
Die Berichterstattung vom damaligen besonderen Ereignis ist in den "Glarner Nachrichten", Nr. 242, 16. Oktober 1990, auf der Frontseite erschienen. Das corpus delicti sei hier festgehalten:
Die drei Gründer der General Bachmann Gesellschaft kennen sich seit Kindsbeinen an und sind in Näfels aufgewachsen:
Brigadier Robert Küng
Gemeindepräsident Fridolin Hauser
Freuler-Stiftungsratspräsident Georg Müller
Bei der Gründung zu Gevatter gestanden haben:
Martin Hauser
René Hauser
Dr. Vital Hauser
Dr. Beat Hollenstein
Dr. Fritz Landolt
Peter Landolt
Martin Laupper
Die Dissertation über General Niklaus Franz von Bachmann lieferte 1974:
Dr. Hans Laupper, Landesarchivar und -bibliothekar
Heute zählt die GBG über 60 Mitglieder.
Ausgangspunkt war die Ehrung des Näfelser Bürgers Korpskommandant Dr. Josef Feldmann. Laudator Brigadier Robert Küng anerbot sich gegenüber Gemeindepräsident Fridolin Hauser, für Näfels gerne etwas leisten zu wollen. Dieser wies auf das im Lapidarium des Freulerpalastes vergammelnde Grabmal von General Niklaus Franz von Bachmann hin, das vom Friedhof (bei den Priestergräbern) entfernt worden sei und mangels Finanzen der Gemeinde ein trauriges Dasein friste. Er stellte darauf unverzüglich Brigadier Robert Küng den Entwurf von Statuten für eine General Bachmann Gesellschaft zu und das Anliegen zu einer Restaurierung des Grabmals und das Wiederaufleben der Erinnerung an den ersten (vergessenen) Schweizerischen General.
Brigadier Robert Küng griff diesen Gedanken auf, wurde Gründerpräsident und konnte dank seines Einsatzes und seiner Beziehungen ein halbes Jahr später das restaurierte Grabmal auf dem Friedhof Näfels mit viel politischer und militärischer Prominenz einweihen und der Gemeinde Näfels übergeben.
Brigadier Robert Küng präsidierte die GBG bis April 2007. Seine Nachfolger waren Martin Laupper, Divisionär Fred Heer und nach seinem Rücktritt als Gemeindepräsident Glarus Nord wieder Martin Laupper.
Die GBG gab mehrere Schriften heraus und nimmt jährlich an der Näfelser Fahrt mit Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Militär und Kirche teil.
Ansprache
bei der
Gründung der General Bachamann Gesellschaft
von
Gründerprüsident Brigadier Robert Küng
Der erste Generalrat (Vorstand)
Präsident: Brigadier Robert Küng, Rapperswwil
Vizepräsident: Fridolin Hauser, Näfels
Generalräte: Dr. Beat Hollenstein, Näfels
Georg Müller, Näfels
Kurt Müller, Näfels
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Die Unterzeichner der "Gründungsstatuten"
Verstorbene Mitglieder der General Bachmann Gesellschaft
Dr. Bachmann-Hauser Walter, Weesen
Bachmann-Hauser Elvira, Weesen
Hauser-Bianchi Martin, Effretikon
Hauser-Ochsner Raymund, Näfels
Hauser René, Näfels
Prof. Dr. Dr h.c. Hilty Gerold, Oberrieden
Dr. Fritz Landolt, Näfels
Dr. h.c. Zweifel Jakob, Zürich
Dr. h.c. Rüesch Ernst, St. Gallen
Dr. Wiget Josef, Schwyz
Stand: 21. November 2019
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Gründungsversammlung Freitag, 12. Oktober 1990
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Gästeliste (aus dem Privatarchiv Frid. Hauser)
Einweihung und Übergabe des
restaurierten Grabmals
von General Niklaus Franz von Bachmann
am 3. April 1991
Glarus
Kaspar Rhyner, Elm
Dr. Fritz Schiesser, Haslen
Schwyz
Dr. Alois Dobler, Lachen
St. Gallen
Dr. Ernst Rüesch, St. Gallen
Dr. Jakob Schönenberger, Kirchberg
Ehemalige Ständeräte
Dr. Peter Hefti, Schwanden
Dr. Fritz Stucki, Netstal
Hans Meier, Niederurnen
Glarus
Fritz Hösli, Diesbach
St. Gallen
Josef Kühne, Benken
Schwyz
Karl Weber, Schwyz
Zürich
Vreni Spörry, Horgen
Dr. Peter Spälti, Winterthur
Ehemaliger Nationalrat
Dr. Alfred Heer, Glarus
Glarus
Delegation
Schwyz
Dr. Franz Marti, Schwyz
Paul Brandenberg, Egg/Einsiedeln
Dr. Egon Bruhin, Lachen
Zürich
Hans Hofmann, Zürich
Dr. Eric Honegger, Zürich
Dr. Kurt Hauser, OG-Präsident, Näfels
Dr. Albert Müller, OG-Präsident, Stans
Otto Luchsinger, Schwanden
Gemeinderäte
Näfelser Gemeinderat in corpore sowie die ehemaligen Gemeindepräsidenten Emil Feldmann, Alfons Hophan und Jules Landolt
Benkner Gemeinderat Delegation (Bachmanns früherer Bürgerort)
Delegationen
Militär
KKdt Heinz Häsler, Generalsstabschef
KKdt Adrien Tschumy , Kdt Geb AK 3
Div Simon Küchler, Kdt Geb Div 9
Div Arthur Liener, Div BAGF
Div Peter Näf, Kdt Geb Div 12
Div Hans-Ulrich Scherrer, Kdt F Div 7
Div Hans-Rudolf Sollberger, Div BAINF
Oberst i Gst Konrad Auer
Oberst i Gst Viktor Beglinger
Oberst Hans Bäbler
Oberst Hugo Fontana
Oberst Hans Glarner
Oberst i Gst Klaus Jenny
Oberst Daniel Lätsch
Oberst Peter Schlittler
Oberst i Gst Rudolf Stucki
Oberst i Gst Fritz Stüssi
Oberstleutnant Heinz Nater
Major Daniel Schiesser
Kultur
Dr. Jürg Davatz, Konservator Freulerpalast
Mathias Elmer, alt Regierungsrat
Rino Fasol, Unternehmer, Mendrisio
Hans Glarner, Gemeindepräsident, Zollikon
Alois Höfliger, Direktor Bank Linth, Uznach
Dr. Emil Landolt, alt Gemeinderat, Schulinspektor, Näfels
Claude Lapaire, Präsident Gottfried-Keller-Stiftung
Dr. Hans Laupper, Landsarchivar, Dissertation über General Bachmann 1974
Fritz Marti, Präsident Gesellschaft der Freunde des Freulerpalastes
Albert Müller, Präsident Freunde der Geschichte von Näfels
Dr. Hans Müller, Glaziologe
Dr, Andrea Schuler, Siftungsrat Freulerpalast
Dr. Hans Jakob Streiff, Rektor
Jean Claude Stricker
Prof. Dr. Georg Thürer
Jakob Zweifel, Architekt, Zürich
Vertreter der Kirche
Pfr. Jacques Stäger
Kpl. Jakob Fäh, Domherr
Mitglieder der General Bachmann Gesellschaft
Br Robert Küng, Präsident
Fridolin Hauser, Gemeindepräsident, Vizepräsident
Dr. Beat Hollenstein, Generalrat
Georg Müller, Generalrat Präs. Stiftungsrat Freulerpalast
Kurt Müller, Generalrat
KKdt Dr. Josef Feldmann
Martin Hauser
René Hauser
Dr. Vital Hauser
Dr. Fritz Landolt
Peter Landolt, Präsident Verkehrsverein Näfels
Martin Laupper
Presse
Walter Feldmann, "Fridolin"
Dr. Ruedi Hertach, Glarner Nachrichten
Robert Holzer, Vaterland-Glarus
Weitere Gäste, da der Anlass öffentlich war.
Dienstag, 19. November 2019
Giuseppe Gallati - ein ehemaliger Nachbarsbub ist nicht mehr
oder
In memoriam Dr. med. dent. Josef Gallati
Durch einen Jugendfreund, der ebenfalls ein Nachbarsbub in der gleichen Strasse (Gerbi) war, erhielt ich den untenstehenden Nekrolog, der in der Civitas 1/2019-2020, Seite 55 abgedruckt ist.
Giuseppe N.O. Gallati v/o Jch
*15. 11. 1929 +9. 8. 2019
Struthonia, Alemannia, Burgundia
"Giuseppe N. O. Gallati entstammte einem alteingesessenen Glarner Geschlecht, das vom 16. bis ins 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Familien des Kantons zählte. Er selber führte seine Vorfahren bis auf die Schlacht bei Näfels zurück. JCH wurde am 15. November 1929 als Sohn des Näfelser Dorfarztes geboren. Schon als Bub und später als Gymnasiast begleitete er seinen Vater auf dessen ausgedehnten Praxistouren und bekam dort allerhand zu sehen, da damals, wie er mir wiederholt erzählte, geburtshilfliche und kleinere Eingriffe an Kindern und Erwachsenen oft ambulant im Hause der Patienten vorgenommen wurden. Dies weckte sein Interessen für die Medizin und war später für seine Berufswahl ent-scheidend.
Das Gymnasium besuchte er bis zur fünften Klasse bei den Kapuzinern im Kollegium St. Antonius in Appenzell und wechselte dann ans Kollegium St. Fidelis in Stans, weil man in Appenzell damals noch keine Matura ablegen konnte. Dort wurde er Mitglied der Struthonia, erhielt das Vulgo «Cello» und trat 1947 dem StV. bei.
Nach der Matura immatrikulierte er sich als angehender Zahnmediziner an der Alma Mater Friburgensis und wurde Alemanne. Nach den erfolgreich bestan-denen Propädeutica wechselte er ans zahnärztliche Institut in Bern, um daselbst Burgunder zu werden. Wie sein Sohn Diego Gallati v/o Don in den biographi-schen Notizen festhält, genoss JCH das Studenten- und Verbindungsleben an beiden Universitätsplätzen in vollen Zügen.
Der traditionelle Cantus «Ach Gott, ich bin nicht mehr Student» anlässlich seiner Abholung nach bestandenem Staatsexamen am 25. April 1957 mag ihn daher wohl mit besonders grosser Wehmut erfüllt haben.
Anschliessend promovierte er in der alten Universitätstadt Marburg an der Lahn zum Dr. med. dent. Dort erlebte er das damals nach Krieg und Besatzung wieder auferstandene deutsche Couleurstudententum, unseres Wissens allerdings ohne in der kurzen Zeit seines Aufenthalts selber korporiert gewesen zu sein. Aus die-ser Zeit kolportierte man immer wieder die Legende einer Forderung auf Säbel, die dann offenbar aus irgendwelchen Gründen aber doch nicht ausgetragen wurde.
Als Assistent in einer Zahnarztpraxis in Locarno lernte er seine künftige Frau Rahel kennen; die beiden heirateten am 4. Oktober 1958 in Loco im Onser-nonetal; gemeinsam hatten sie zwei Söhne, von denen der eine, Diego Gallati v/o Don, wie sein Vater in Freiburg Alemanne wurde.
In Ascona eröffnete JCH eine Zahnarztpraxis, die er in der Folge bis zu seiner Pensionierung als Einzelkämpfer führte.
Schon in der Mittelschulzeit begann JCH sich intensiv mit der Geschichte des Couleurstudententums in der Schweiz und in Deutschland zu befassen, eine Leidenschaft, die er zeitlebens pflegen sollte. Er war ein passionierter Sammler von Studentica, seien es Bücher oder andere Objekt; er erwarb und tauschte und freute sich immer wieder, wenn er von seinen Reisen eine besondere Trouvaille nach Hause bringen konnte. Ich erinnere mich an eine Begegnung mit ihm, bei der er mir stolz seine jüngste Akquisition präsentierte, ein Paukbuch mit Original-fotos von Partien an der legendären Hirschgasse zu Heidelberg. Bevor ich das kostbare Kleinod zum Durchblättern in die Hand bekam, vergewisserte er sich allerdings, dass meine Hände auch wirklich sauber seien - na ja, bei Tierärzten weiss man ja nie so genau, was die noch alle für Dreck an den Fingern haben.
Sein grosses studentenhistorisches Wissen verblüffte immer wieder; so hatte er beispielsweise alle bekannteren studentischen Gedicht und Parodien samt den nicht immer ganz jugendfreien ellenlangen Versepen, welche heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind, memorisiert und konnte sie lustvoll von Anfang bis Ende lückenlos und ohne einen einzigen Aussetzer rezitieren.
Er wirkte auch mit bei der Herausgabe der 1993 unter dem Titel «Den Riesen-kampf mit dieser Zeit zu wagen» erschienenen Geschichte des Schweizerischen Studentenvereins. Dabei gab es allerdings zwischen JCH und dem Hauptautoren Altermann v/o Solo Probleme wegen divergierender Geschichtsauffassungen
- Burgunder und Berchtoler sind sich ja bekanntlich in Fragen von Studententum und Komment noch nie einig gewesen!
Auch mit gewissen Strömungen im Gesamtverein bekundete JCH Mühe; der historische Entscheid der GV von 1968 in Freiburg, fortan auch Studentinnen auf-zunehmen, missfiel ihm, weil er – unbegründet wie es sich glücklicherweise im Nachhinein erwies – die traditionelle Verbindungsform auch der Block-Kor-porationen in Gefahr sah.
So verliess er denn den StV im Jahr 1971, um dann fast zwanzig Jahre später, 1990 im Rahmen der Mitarbeit am «Riesenkampf», wieder in den Schoss des Gesamtvereins zurückzukehren. Er hätte somit dieses Jahr am Zentralfest in Saint Maurice teilnehmen und das Veteranenband in Empfang nehmen können.
Ein besonderer Verdienst von JCH ist die Gründung einer südalpinen Stamm-tisch-Runde zu Beginn der 80er Jahre, dies zusammen mit dem damaligen Schulkommandanten auf dem Monte Ceneri, Andrea «Joggi» Rauch Utoniae et Rhenaniae. Weil sowohl der Block wie auch der SWR allein zu wenig ansässige Leute hatten, um einen regelmässigen Stammbetrieb aufrechtzuerhalten, schloss man sich zusammen und so entstand in der couleurstudentischen Diaspora der italienischen Schweiz die heute noch florierende ennetbirgische Corona. JCH selber hat sich dann vor etwa einem Dezennium aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen.
Neben dem Couleurstudententum hatte JCH noch zwei weitere Steckenpferde, die er ebenso intensiv pflegte: die Musik und die Kunstgeschichte. Er spielte Cello und Klavier; als Cellist wirkte er jahrelang in einem Orchester, dem heuti-gen «Orchestra da Camera di Locarno» mit.
Als Kunstliebhaber befasste er sich vorwiegende mit Sakralkunst und der Heili-gen-Ikonographie, insbesondere mit jener der heiligen Appolonia, der Patronin der Zahnärzte. JCH kannte alle kunsthistorisch bedeutenden Kirchen und Kapel-len im Tessin; mit seinem Freund aus der Gymnasialzeit, dem Historiker und Kapuzinerpater Dr. Reinald Fischer v/o Cecc, begab er sich regelmässig auf mehrtägige Kunstreisen, vorab ins benachbarte Italien, aber auch in andere Län-der Europas. Und weil die Kirchenluft bekanntlich oft muffig und staubig ist und somit durstig macht, wurden die bei diesen Besichtigungen gewonnenen Ein-drücke und Erkenntnisse jeweils noch vor Ort mit adäquaten Quanten begossen.
Wie bereits erwähnt, ist es im letzten Dezennium um JCH stiller geworden; die Gesundheit machte ihm zu schaffen und man sah ihn nicht mehr an den tradi-tionellen Verbindungsanlässen, die ihm so viel bedeutet hatten. Vor knapp einem Monat hat sich nun sein Lebenskreis geschlossen und wir sind hier versammelt, um uns gemäss altem studentischem Brauch mit einem letzten Salamander von ihm zu verabschieden.
Lieber JCH, wir danken Dir für die Treue zu Deinen beiden Lebensverbindungen Alemannia und Burgundia und wir werden Dir als überzeugtem und engagiertem Couleurbruder ein ehrendes Andenken bewahren. Ut terra tibi levis sit.
Jürg Eitel v/o Schmär"
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Josef Gallati wuchs in der Gerbi als Sohn von Dr. med. Josef und Katharina Gallati-Düggeli mit den Geschwistern Lothar, Irmgard und Adrian an der Gerbistrasse in Näfels auf.
Er besuchte Näfels öfters und übernachtete jeweils im Hotel National.
Einmal besuchte ich ihn in den neunziger Jahren im Tessin im Spital, er hatte ein Rückenleiden zu kurieren.
Ebenfalls im Tessin, in St. Antonino, lebte seine Schwester Irmgard.
Die Näfelser Kirchenpatrone Hilarius und Fridolin zeigen als Dritt- und Zweitnamen seiner beiden Söhne seine Verbundenheit mit seiner Heimatgemeinde:
Giuseppe Walter Fridolino Gaspare
und
Diego Ilario Adalberto
Der Ausschnitt aus der Genealogie
Josef Gallati von und in Näfels, Dr. med. Gerbestrasse,
des Josef und der Maria Verena Schwitter No.225
* 1895 Okt.11. + 1975 Dez.14. in Uznach
oo 1928 Aug.10. Katharina Düggeli von Aesch LU, des Josef und der Katharina Murer
* 1897 März 22. + 1974 Sept.16. in Glarus
Kirchen= und Waisenrat, Schulpräsident bis 1944, 1917 und 1920 immatr. an der
Universität Basel.
1929 Nov.15. JOSEF NIKLAUS OTTO VIDE No.364
1931 Juli 23. LOTHAR WOLFGANG BALTHASAR VIDE No.391
1933 Juli 23. in Näfels: IRMGARD SYBILLA KATHARINA cop. 1963 Sept.13. in
Wetswil a.A. mit Kaufmann René Bleueler von und in Zürich, des Karl und
der Rosina Brünisholz * 1935 Juni 26. in Wettingen
1944 März 22. ADRIAN LUDWIG HILARIUS VIDE No.425
Josef Niklaus Otto Gallati von Näfels, Dr. med. dent. in Losone,
des Josef und der Katharina Düggeli No.284
* 1929 Nov.15. in Näfels +2019 August 9. in Losone
oo 1958 Okt.3. in Auressio TI: Rahel Margaretha Wetzel von Nesslau SG,
des Josef Walter und der Maria Julia Rosina Noth
* 1929 Juli 15. in St.Gallen
1959 März 8. in Muralto: Giuseppe Walter Fridolino Gaspare, cop. 1998.74.
1962 Mai 25. in Muralto: Diego Ilario Adalberto
Mitwoch, 6. November 2019
Wie Abt Pankraz Forster die Fürstabtei St. Gallen vor dem Vergessen bewahren wollte...
Jeweils am ersten Mittwoch im November wird in der Kathedrale St. Gallen das von Abt Pankraz Forster gestiftete "Aller Äbte Jahrzeit" gefeiert. In diesem Jahre am 6. November 2019 um 9 Uhr.
Als Hintergrundinformation sei hier der sehr aufschlussreiche Beitrag von Hermann Gros-ser, Appenzell, aufgeführt:
Grosser, Hermann. Innerrhoder Geschichtsfreund. Band (Jahr): 34 (1991)
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Der Äbte Jahrzeit in der Pfarrkirche Appenzell
Von Hermann Grosser, Appenzell
Alljährlich wird in der Woche nach dem Gallentag (16. Oktober) in der Pfarrkirche in Ap-penzell das Andenken an die einstigen Äbte des Klosters St.Gallen mit einem Gottesdienst gefeiert. Anlass hierfür ist eine Stiftung des letzten Abtes Pankraz Vorster vom Kloster St.Gallen vom Jahre 1819.
Abt Pankraz Vorster stammte aus dem st.gallischen Wil, war im Jahre 1753 in Neapel als Sohn eines Hauptmanns im Regiment Jauch geboren, wurde jedoch von einem Verwand-ten im Fürstenland erzogen, bevor er ins Kloster St.Gallen eintrat und Mönch wurde.
Daselbst legte er die Profess ab, wurde 1777 zum Priester geweiht und diente während einigen Jahren an der Klosterschule als Theologieprofessor. Als Kritiker der Politik von Abt Beda Angehrn versetzte ihn dieser deswegen nach Ebringen im Breisgau, wo er Vize-statthalter war. Anfang Juni 1786 wählte ihn der Konvent in St.Gallen zum Nachfolger des am 19. Mai verstorbenen Abtes Beda, wohl in der Absicht, die Finanzen wieder ins Gleich-gewicht zu bringen.
In den folgenden Jahren wirkten sich die aus Frankreich sich ausbreitenden demokrati-schen Bewegungen für die Abtei sehr nachteilig aus, so dass diese auf ihre landes-herrlichen Rechte verzichten musste, obwohl sich Abt Pankraz dagegen wehrte. Aber die Verhältnisse waren stärker, weshalb er im September 1799 in Mehrerau Asyl suchte. Seine nachfolgenden vielseitigen und langjährigen Bemühungen um den Fortbestand der alten Abtei St.Gallen führten zu keinem Erfolg, nachdem er alle Kompromissvorschläge ablehnte.
Sein starker Gegner war der erste Landammann Karl Müller von Friedberg vom neuge-schaffenen Kanton St.Gallen, der es zustande brachte, dass der Grosse Rat am 8. Mai 1805 die Abtei endgültig aufhob und sie liquidierte. Der Wiener Kongress setzte dem Abt eine Pension von 6000 Reichsgulden fest, die ihm der Kanton St.Gallen jährlich zu be-zahlen habe. Anfänglich verweigerte Abt Pankraz die Annahme dieser Pension und liess sich 1816 in Arth im Kanton Schwyz nieder, nahm 1819 aber endgültig im Kloster Muri Wohnsitz und entschloss sich, die ihm ausgesetzte Pension anzunehmen, verwandte die Geldmittel jedoch für die Stiftung mehrerer Jahrzeiten und für weitere kirchliche Zwecke.
Am 9. Juli 1829 starb Abt Pankraz daselbst, doch fanden seine sterblichen Überreste erst im Jahre 1923 in der Kathedrale St.Gallen ihre letzte Ruhestätte. Seinen Lebenslauf haben unter anderm vor allem P. Rudolf Henggeler im Professbuch der Abtei St.Gallen (Zug 1929) und neuestens Stiftsarchivar Dr. Werner Vogler im wertvollen Band über die Abtei St.Gallen gemeinsam mit Dr. Johannes Duft und Dr. Anton Gössi (St.Gallen 1986) beschrieben.
Im Pfarrarchiv Appenzell liegt eine Abschrift vom 1. Juli 1819 des Stiftungsbriefes für eine Jahrzeit vor, welche Landschreiber Franz Anton Heim kopierte, die folgendermassen in verbesserter Reinschrift lautet:
Stiftungsbrief
eines Jahrtages in der Pfarrkirche zu Appenzell für die verstorbenen Äbte, Capitularen, Professen, Stifter und Guttäter des Klosters St.Gallen:
Durch die Unterdrückung des fürstlichen Stiftes St.Gallen sind unsere Vorfahren, die Äbte, Capitularen und Professen gedachten Stiftes, wie auch die Stifter und Guttäter desselben des gewöhnlichen Gebetes, der hl. Messopfer, Anniversarien und Suffragien etc., die jährlich zur Ruhe ihrer Seele in der Stiftskirche gehalten wurden, auf immer beraubt worden. Es muss jedem Billigdenkenden schmerzlich fallen, zu erfahren, dass Männer, die sich sowohl um die Kirche und den Staat, als besonders um das St.Gallische Stift und Land in mancher Rücksicht verdient gemacht haben, in eine solche Vergessenheit sollen gesetzt werden, dass man die öffentlichen Gebete, die hl. Messopfer und die sogar von ihnen selbst gestifteten Anniversaria für sie zu halten unterlasse. Um jenen würdigen Männern für diesen unverdienten Verlust einige Genugtuung und Ersatz zu leisten, haben Wir Uns entschlossen, mehrere Anniversarien zum Andenken, zum Tröste und Frommen Unserer verstorbenen Vorfahren, der Äbte, Capitularen, Professen, Stifter und Guttäter des Klosters St.Gallen zu stiften.
Wir stiften demnach, und beurkunden mit gegenwärtigem Stiftungsbrief ein solches Anniversarium oder jährlichen Gedächtnistag in der Pfarrkirche zu Appenzell, dem Hauptorte in dem Kanton gleichen Namens. Zum Fonde dieser Stiftung bestimmen, widmen und überlassen wir 6000 Schweizer Franken von der Summe der achtundvierzigtausend Franken, welche der Kanton St.Gallen vermöge der Verfügung des Wienerkongresses, dat. Wien, den 20. März 1815, Uns bis Ende Juni 1820 z u bezahlen verbunden ist. Der jährliche, von diesem Kapitel 5 pro Zehnt fliessende Zins, nämlich 300 Franken verfällt das erste Mal mit Ende des Brachmonats 1821. Dieses mit gedachter Summe 6000 Franken gestiftete Anniversarium soll das erste Mal anno 1821 am ersten bequemen Tage nach St.Gallen Tag gehalten werden; welches auch alle Jahre in Zukunft für immer zu beobachten ist. An diesem Gedächtnistage sind die Kirchengebete, die hl. Messopfer und die Almosen Pro defunctis Abbatibus, Capitularibus, Professis, Fundatoribus et Benefactoribus Monasterii S.Galli zu entrichten. Das ganze Officium Defunctorum soll an diesem Tage von elf Priestern, die Vespere zwar gesungen, die Nocturni aber und Laudes chorweise gebetet werden: sodann soll ein feierliches Seelenamt folgen, und nach diesem ad Tumbam das Libera gesungen werden.
Ein jeweiliger Pfarrer zu Appenzell, dem das Recht, das Seelenamt zu halten zusteht, hat auch die Befugnis, die übrigen zehn Priester einzuladen, den Tag und die Stunde dieser gottesdienstlichen Verrichtungen zu bestimmen, und überhaupt zu sorgen, dass
alles dem Stiftungsbriefe gemäss vollzogen werde. Sowohl der Hr. Pfarrer als die übrigen zehn Priester applizieren am Gedächtnistage selbst das hl. Messopfer für obgedachte verstorbene Äbte, Capitularen etc. Sollten die Umstände es nicht gestatten, dass nebst dem Herrn Pfarrer noch zehn andere Priester das Officium Defunctorum mitbeten könnten, sollen anstatt eines jeden Abwesenden, die für einen Priester bestimmten sechs Franken als Stipendium zu vier für obgedachte Verstorbene zu applizierende heilige Messen verwendet, hiemit für jede hl. Messe 15 Batzen, verabfolgt werden:
Der jährlich von dem Stiftungskapital fliessende Zins in 300 Franken bestehend, soll auf folgende Art ausgeteilt werden:
Dem Herrn Pfarrer wegen Abhaltung des Seelenamts etc. Fr. 10.-
Den zehn Priestern jedem sechs Franken Fr. 60.-
Der Kirche wegen Verbrauch der Wachskerzen Fr. 14.-
Dem Mesmer oder Sigrist wegen dem Geläute und übrigen
Kirchendienste Fr. 4.-
Dem Organist und den Cantoren Fr. 12.-
Die übrigen 200 Franken sollen nach Abzug der am Ort gewöhnlichen Einzugs- oder Verwaltungsgebühr der Hausarmen der Pfarrer am Jahrtag selbst ausgeteilt werden, die Austeilung ist der Ortsobrigkeit anheimgestellt, doch mit der vorläufigen Beratung und dem Einverständis des Herrn Pfarrers.
Nach der vom Kanton St.Gallen erfolgten Herausgabe des Capitals dieser Stiftung ist dessen Betreuung und Verwaltung demjenigen zu überlassen, der ohnedem die geistlichen Fundationen, das Kirchenvermögen oder Jahrzeitstiftungen unter höherer Aufsicht zu verwalten hat, doch soll jeweiliger Hr. Pfarrer die jährliche Rechnung und über die Lage und Sicherstellung des Stiftungskapitals der gehörige Ausweis zur Einsicht mitgeteilt werden.
Übrigens ist rücksichtlich der ewigen Dauer dieser Stiftung jene Ausnahme zu beobachten, die Wir in der unter heutigem Datum ausgefertigten und diesem Stiftungsbriefe beigelegten Haupturkunde ausgedrückt haben.
Zur Urkunde dieser Unserer Stiftung haben Wir gegenwärtigen Stiftungsbrief mit eigener Handschrift unterzeichnet, und demselben Unser Abbatial-Siegel So geschehen zu Arth im Kanton Schwyz, den 1. Juli 1819. Sig. Pancratius Abt
Für getreue Abschrift Heim, Landschreiber
Diesem Wortlaut sei beigefügt, dass das Stiftungskapital im Laufe der Jahre infolge des veränderten Geldwertes und der Zeitverhältnisse nicht mehr mit dem zitierten Text überein-stimmt, zumal der heutige Fondsbestand noch Fr. 3000.— laut neuester Kirchenrechnung beträgt, damit wurden auch weitere Bestimmungen hinfällig. Die Haupturkunde lag nicht bei diesem Stiftungsbrief. Jedenfalls wird aber noch alljährlich ein Gedächtnisgottesdienst mit Requiem gehalten.
Samstag, 2. November 2019 (Allerseelen)
Näflesser Mundart im Tolderhaus
oder
Rüübis und Schtüübis
Ausschnitte aus der kleinen Buchvernissage
Beteiligte:
ad hoc-Kinderband "crazy nine", Leitung: Rita Ming
Laudator: Peter F. Wider, Ing., Wettingen
Catering: Gaby Schwitter-Hauser, Uznach
Moderation: Markus A.F. Hauser, Zug
Publikum: 82 Freunde und Bekannte (geschlossene Gesellschaft)
Exilnäflesser: Nobert Müller, Klingnau, Heräwäägbuäb
Laudatio von Peter F. Wider
2. November 2019
Vernissage der neuen Schrift vum Fridli
Es gilt das gesprochene Wort
Meine Damen und Herren
Wie ist es zum neuen Buch vom Fridolin gekommen?
Nun, ich komme aus Linthal. In der Schulzeit sind wir in den Aargau gezogen, aber im Herzen bin ich Glarner geblieben. Und damit ich erfahre, was hier hinten los ist, habe ich den FRIDOLIN abonniert. Dabei sind mir die Gedichte unter dem Titel „Frisch vom Fridli“ aufgefallen und ich habe sie geschätzt und aufbewahrt.
Als dann eines Tages keine mehr drin waren, habe ich erst mal angenommen, der „Fridli“ sei wohl pensioniert worden, aber da war kein Bericht mit einem wohlverdienten Dank – nichts. Das hat mich irritiert.
Ich habe auch überlegt, dass es diese Gedichte wohl schon vor meiner Abonnementszeit gegeben haben müsse und ich hatte gehofft, noch mehr davon zu erhalten. Also habe ich beim Verlag mehrmals nachgefragt und aber keine be-friedigende Antwort erhalten. Ja, ich hatte sogar irgendwie das Gefühl, man wolle mich abwimmeln.
Als ich dann in diesem Frühling wieder einmal einen Anlauf nahm, war am Schalter eine sehr junge Dame, die bemerkte und dass es um eine Sache gehe, die wohl lange vor ihrer Zeit gewesen sei. Und daher fragte sie einen älteren Mitarbeiter um Rat und der freute sich dann wirklich, dass mal jemand nachfragte. Ich bekam Name und Adresse des „Fridli“.
Der war beim ersten Anruf nicht zuhause, aber er rief zurück. Ich erklärte ihm, wie super ich seine Gedichte gefunden hätte und ob es noch mehr davon gäbe. Ich hatte nämlich in der Glarner Buchhandlung erfahren, dass es tatsächlich zum fünfundsechzigsten Geburtstag von Fridli schon ein Büchlein mit 65 Gedichten gegeben habe, aber das sei vergriffen. Und ich erklärte ihm auch, warum ich der Ansicht sei, dass man diese und weitere Gedichte für die Nachwelt unbedingt erhalten müsse.
So gab ein Wort das andere und schon waren wir zu einem Essen verabredet.
Scheinbar hat mein Beharren soweit einen Eindruck gemacht, dass der Fridli spontan beschloss, ein weiteres Buch, diesmal zum achzigsten Geburtstag, mit 80 Gedichten herauszugeben. Ich sollte einen Teil auswählen und er und Rita Ming den übrigen. Sogar die Daten der einzelnen Vorgehensschritte wur-den vereinbart und ich war überaus beeindruckt, mit welchem Elan er das ganze durchdachte.
Noch am selben Tag verfasste der Fridolin ein typisches Gedichtlein, das diesen „Start“ des neuen Buches festhielt. (*siehe unten; "Und plötzli chunnt äs Telifoon!")
Der Fridli sandte mir dann eine CD mit allen seinen Gedichten, aber einen ganzen Haufen scheint er schon in der Steinzeit der Computer geschrieben zu haben – selbst mein alter Computer konnte sie nicht lesen.
Es blieben aber immer noch über 600 übrig und es war ein Haufen Arbeit, diese zu sortieren.
Ich machte Gruppen: Natur und der Verlauf der Jahreszeiten, Volkbräuche, Ereignisse, Zusammenleben und Tagesaktualitäten.
Tagesaktualitäten (Bundesratswahlen und lokale, kleinere Ereignisse) habe ich eigenmächtig zuerst beiseite gelegt. Und dann wurde es schwierig, denn ich wollte trotzdem mit meiner Auswahl zeigen, was für ein unglaublich grosses Wissen und welch feine Ethik der Fridli hat.
Aber bei den meisten, die ich aussonderte, tat es fast weh, sie nicht in die kleine, mir zugestandene Auswahl aufnehmen zu können, denn ich wollte zeigen, wie unerhört virtuos er mit dem ursprünglichen Dialekt umgeht. Auf alltägliche Begebenheiten, die wir alle auch kennen, schaut er genauer hin und damit bekommen sie eine Bedeutung, wie sie sie eigentlich verdienen.
Das können sein:
· beim Wetter, z.B. das Erwachen der Natur im Frühling, der Föhn, die Sommergewitter, der erste Schnee
· bei den Bräuchen die Chilbi, die Fasnacht und die Adventszeit, die an unsere Jugend erinnern
· bei Menschen die Überlegungen, wie wir besser mit uns und mit anderen umgehen können. Wie wir Mitgefühl haben dürfen, das Andenken an die Eltern, wie wir Trauer achten sollen und eine besondere Stärke hat er im Zuspruch, das Leben positiv zu nehmen.
Wenn wir jetzt eine Sammlung von 80 Gedichten haben, wurde damit wieder ein grosser Schatz geschaffen, der viel Wichtiges aus dem Glarnerland und von Menschen für die Ewigkeit festhält.
Wenn der Fridli Sie hier eingeladen hat, so geht er sicher davon aus, dass sie auch zu den empfindsamen und kreativen Menschen gehören und ihn verste-hen. Da dürfen Sie stolz darauf sein, und es ist mir und uns allen eine grosse Ehre, ihn zu unseren Freunden zählen zu dürfen.
Ich danke ihnen und wünsche ihnen einen frohen Abend.
Peter F. Wider
*
*Und plötzli chunnt äs Telifoon
Nach Jahrä chunnt da plötzli äinä
und lüütet äifach aa;
är mäint zu miir - vrbrännti Zäinä! -
är müäs nuch Värsli haa!
Är macht dä nuch ä fürchtigs Wäsä,
und säit dä gad "Juhee!",
sitt Jahrä tüäg'r p Värsli läsä,
ä we-p-mi ämaal gseh.
Etz chäm-mer würggli nämä zämä
und zwaar vor Mitti Mäi,
mer känned hütt eerscht üüser Nämä
und schnured nuch ächläi.
Chliini Buächwernissaasch
Liäbä Peter, liäbi Lüüt,
liäbi Musikantä
nuch viil schünner nützi nüüt,
grüäzech all Ir Gnanntä.
Freu-p-mi sind’r alli chuu,
daa ids Tolderhuus
hoffetli muäs niämer schtuh
prächtig gsänd’r uus.
Machä tüänd’r hütt äs Bsüächli
lömmi wagger tanggä!
Graatis gitt’s für Üüch äs Büäli,
schpeeter choscht’s paar Franggä!
* * *
crazy nine!
Sächs Mäitli und zwee Buäbä
und voorna draa Pfrä Ming,
chänd all’ uss üür’sä Huäbä
und musiziäred ring.
Si sind ad hoc und kä Veräin
und schpiled Inschtrumänt
fascht jedä cool und lupäräin
und Schtüggli, wo mä kännt.
Ihr nänned üüch gad «crazy nine»,
und riissed d Lüüt gad mit!
Ihr trätted uuf ganz smart und fein.
Ihr sind ä geilä Hit!!!
* * *
Dr Peter F. Wider
Äs chunnt ä Maa vu wiitem häär,
und redä chaa deer toll,
und übertriibä tuät’r schwäär,
und ninnt dä ds Muul nuch voll.
Är chämi schiint’s vu Wettigä
und tringgi gäärä Wii;
mit ämä öppä settiägä
Alphorä nuch derbii.
Är rüämt gad üb’rä grüänä Chlee,
redt fulminant und barsch,
und blaast ä miir nuch o-herjee,
ganz fulminant dr Marsch.
* * *
Und äm Markus und äm Gaby
Und tanggä tuäni ä miim Suuh
wo Markus Huuser häisst,
är isch für p Moderaziuu
nuch äschträ hanägreist.
Und tanggä tuäni au äm Gaby
de isch au uufmarschiärt,
und hätt üüs und äm altä Schtabi
da ussä alls serwiärt.
Und tanggä tuäni au ä-n-Üüch
wo hinecht ä chuu sind,
än allnä mit und uhni Büüch
mit Maa und Frau und Chind.
Freitag, 1. November 2019 (Allerheiligen)
Allerheiligen – seit 1180 Jahren
oder
Wie die Glarner zu Allerheiligen kamen
Allerheiligen wurde dem Glarnerland durch Landsgemeindebeschluss vom 6. Mai 1973 beschert. Haare gelassen hat dabei der „Fridlistag“ (6. März). Er war nur ein halbbatziger Feiertag, weil ihn nur die Katholiken feierten. Die Reformierten hatten wie üblich zur Arbeit zu gehen. Umgekehrt verhielt es sich am Karfreitag, den die Reformierten hochhielten, die Katholiken aber arbeiteten.
Unter anderem hiess es in der Argumentation für die Abschaffung des Fridlistags, bzw. der Einführung von Allerheiligen, man hätte in der ersten Jahreshälfte gar viele Feiertage, so dass quasi ein Feiertag im Herbst ein Ausgleich wäre. Die Landsgemeinde hiess den Antrag gut, vor allem weil auch die katholischen Geistlichen kaum Einwände hatten. Zudem gilt der Allerheiligentag, der immer am 1. November stattfindet, auch als Totengedenktag.
Ganze Völkerstämme finden sich am Allerheiligentag auf den Friedhöfen ein. Von weit her reisen Exil-Glarner zurück und „gehen über die Gräber“. Man besuchte die Gräber der verstorbenen Verwandten oder der eigenen Familie. Die Gräber sind dann besonders schön geschmückt, und da und dort werden Grabkerzen angezündet. Im Anschluss sieht es auf dem Kirchenplatz aus wie bei einem riesigen Klassentreffen. Leute, die sich jahrelang nicht mehr gesehen haben, freuen sich auf ein Wiedersehen. Man begibt sich zu den ortsansässigen Eltern oder Verwandten zum Kaffee und Kuchen. Vorgängig wird in der Kirche der seit dem letzten Allerheiligentag Verstorbenen gedacht und für jeden ein Lichtlein angezündet und auf der Holzbalustrade aufgestellt. Die Verstorbenen werden namentlich verlesen.
Im ganzen Glarnerland wird noch nicht einmal 40 Jahre** Allerheiligen gefeiert, mit Ausnahme der katholischen Pfarreien. Für sie galt Allerheiligen als uralte Tradition.
Allerdings wurde früher klar Allerheiligen von Allerseelen unterschieden. Ein Griff in die Chronistenkiste zeigt:
In der Ostkirche feierte man schon anfangs des 4. Jahrhunderts Allerheiligenfeste. In Byzanz galt der Herrentag aller Heiligen am Sonntag nach Pfingsten. Die Fülle der Märtyrer und Verfolgten sollte nicht vergessen werden.
In der Westkirche weihte Bonifatius IV. (Papst von 608-615) am 13. Mai 609 (oder 610) das Pantheon in Rom, bisher Heiligtum antiker Götter, der Jungfrau Maria und allen Heiligen. Er ordnete ein jährliches Fest an, und zwar am Freitag nach Ostern. Papst Gregor III. ( Papst 731-741) weihte eine Kapelle in der Basilika St. Peter in Rom allen Heiligen und legte den Feiertag für Rom auf den 1. November.
Ende des 8. Jahrhunderts begann man das Fest in Frankreich zu feiern. Papst Gregor IV. (Papst von 827-844) dehnte 839 den Gedächtnistag auf die ganze Kirche aus. Seither wird Allerheiligen und Allerseelen in der Westkirche an den ersten beiden Novembertagen gefeiert.
Seit Ende des 10. Jahrhunderts wird nach dem Vorbild der Beneditkinerabtei Cluny am 2. November Allerseelen, ein Gedenktag aller Verstorbenen gehalten, die sich nach katholischem Verständnis im Purgatorium (Fegefeuer) befinden und die volle Gemeinschaft mit Gott noch nicht erreicht haben.
Allerheiligen wird nicht überall in der Schweiz gefeiert.
In zehn Kantonen findet ein normaler Arbeitstag statt, nämlich AR, BE, BL, BS, GE, NE, SH, TG, VD und ZH.
Wie eine Sonntag gilt Allerheiligen in weiteren zehn Kantonen: GL, LU, NW, OW, SG, SZ, TI, UR, VS und ZG.
In vier Kantonen wird nur in einzelnen Gemeinden Allerheiligen abgehalten: AG, FR, GR, SO. Zwei Kantone AI und JU feiern Allerheiligen als Ruhetag. Föderalismus zeigt sich auch hier. Die Kantone sind in diesen Fragen autonom. Trotz unterschiedlichster Regelung ist bislang deswegen keine Revolution ausgebrochen.
Eine ganz andere Bedeutung hat sich am Vorabend von Allerheiligen in angelsächsischen Ländern verbreitet. In der Nacht zum 1. November wird Halloween gefeiert. „Halloween“ ist eigentlich eine Verballhornung von Allerheiligen „all hallow souls“ oder „all hallow eve“. Im Hintergrund von Halloween steht der keltische Neujahrstag am 1. November und das Samhain-Fest, ein Erntedankfest zum Jahresende, das die Menschen ausgelassen und fröhlich feierten. Halloween wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts in den USA zum Fest des Grauens. Eine Art Heischebrauch ist daraus geworden. Wer nichts erhält, rächt sich mit Streichen. Dieses Drohbetteln hat da und dort Missbräuche erzeugt und hat den Weg auch in unsere Gegenden gefunden.
Eine ganze Reihe von Bauernregeln sind zum Allerheiligentag aufgestellt worden „Schnee am Allerheiligentag, selten lange liegen mag.“ Oder: „Bringt Allerheiligen einen Winter, so bringt Martini (11. Nov.) einen Sommer.“ Oder: „Allerheiligen reif – macht den Winter stark und steif.“ Oder: „Allerheiligen feucht, / wird der Schnee nicht leicht.“ Oder: „Allerheiligen klar und helle, sitzt der Winter auf der Schwelle.“ Oder: „Der Altweibersommer tut nicht lange gut, und steht er auch n aller Heiligen Hut.“ Oder. „Wenn’s an Allerheiligen schneit, halte deinen Pelz bereit.“
Poeten wie etwa Josef Albert Stöckl lassen sich von der Innerlicht des Totengedenkens inspirieren. In seinem Gedicht „Allerheiligen“ heisst es in der letzten Strophe: „Es bleibt ein jeder unvergessen / solange seiner wird gedacht; / die Zeit, sie wird von Gott bemessen / zu der selbst man auf den Weg sich macht.“
Seit dem denkwürdigen Landgemeindeentscheid anno 1973 ist der Allerheiligentag ein Glarnerischer Feiertag. In Zürich spöttelt man, am Allerheiligentag würde in den Warenhäusern mehr gestohlen als sonst; denn dann kämen die Leute massenhaft aus den „Allerheiligenkantonen“ in die Stadt Zürich…“ Wer also über die Gräber geht, ist davon ausgenommen. Es ist die nämliche Klientel, die den „Glarner Nationalfeiertag“, die Näfelser Fahrt, benutzt, um den Verlockungen ausserkantonaler Einkaufszentren zu folgen, statt über die Wege und Stege zu gehen, auf denen unsere Altfordern „grosse Noth gelitten“.
Weiter heisst es, dasselbe gelte auch für Maria Empfängnis, 8. Dezember. Nur - bei letzterem mögen wir Glarner davonkommen, denn dieser Tag wird im Tal der Linth nicht als Feiertag gefeiert.
publiziert mehrmals im "Fridolin", Schwanden. Letztmals 2016.
Montag, 14. Oktober 2019
Ein afrikanischer Fridolin wird Kardinal
Erzbischof Fridolin Ambongo Besungu, Kinshasa
Am 5. Oktober 2019 wurde Erzbischof Fridolin Amongo Besungu zum Kardinal erhoben. Offenbar ist erstmals ein "Fridolin" Mitglied des Kardinalskollegium geworden. Ein Blick auf seine Biografie des Kapuziners ist spannend:
FRIDOLIN AMBONGO BESUNGU OFMCap
Geboren am 24. Januar 1960 in Boto, Belgisch-Kongo
Eintritt in den Kapuzinerorden am 12. November 1980
Ewige Profess am 4. Oktober 1986
Studium in seiner Heimat und in Rom
Abschluss in Moraltheologie an der päpstlichen Academica Alfonsiana
Priesterweihe: 1988
Funktionen:
Pfarrer
Professor an der katholischen Fakultät in Kinshasa
Ordensoberer und Vizeprovinzial der kongolesischen Kapuzinerprovinz
Vorsitzender der ASUMA und der CONCAU
(Regionale Zusammenschlüsse der Kapuziner in Afrika)
Ernennung zum Bischof am 22. November 2004 Bistum Bokungu-Ikela
Bischofsweihe am 6. März 2005 (Fridlistag!) durch Erzbischof von Mbandaka-Bikoro, Joseph Kumuondala. Mitkonsekratoren: Giovanni d'Aniello, Erzbischof der Demokratischen Republik Kongo und Apostolischer Nuntius, und Frédéric Kardinal Etsou-Nzabi-Bamun-gwabi, Erzbischof von Kinshasa
Apostolischer Administrator des Bistums Kole 30. Oktober 2008 bis 9. August 2015 Apostolischer Administrator des Erzbistums Mbandaka-Bikoro
Ernennung zum Erzbischof von Mbandaka-Bikore am 12. November 2016
Berufung als Apostolischer Administrator nach Bokungu-Ikea;
Amtseinführung am 11. Dezember 2016
Ernennung zum Koadjutor-Erzbischof von Kinshasa am 6. Februar 2018
Ernennung zum Erzbischof von Kinshasa am 1. November 2018
Amtseinführung am 25. November 2018
Kardinalkreierung am 5. Oktober 2019,
Zuweisung der Titularkirche San Gabriele Arcangelo all'Aqua Traversa
Erzbischof Fridolin Ambongo Besungu war bis 2019 Leiter der Partnerdiözese von Salz-burg, Bokungu-Iketa im Kongo.
"Der Kongolese gilt als engagierter Seelsorger und Kommunikator mit einer hohen Sernsi-
bilität für Menschenrechte. Als stellvertretender Vorsitzender der Kongolesischen Bischofs-Konferenz war Ambongo einer der Väter des sogenannten Silvesterbakommens von 2016, das den friedlichen Übergang der Macht im Land einläuten sollte. Im selben Jahr sagte er vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag über die Aktivitäten lokaler Warlords aus.
Herausforderungen benannte er zudem auf pastoraler Ebene - so müsse die Kirche junge Menschen stärker ansprechen, etwa über soziale Medien."
(Verlautbarung Bistum Salzburg)
Daten aus seiner Priesterkarriere

Date

Age

Event

Title

59.72

Born

1981²

20.9

First Vows

Member of Order of Friars Minor Capuchin

1987²

26.9

Perpetual Vows

Member of Order of Friars Minor Capuchin

28.5

Ordained Priest

Priest of Order of Friars Minor Capuchin

44.8

Appointed

45.1

Ordained Bishop

48.7

Appointed

55.5

Ceased

56.1

Appointed

56.8

Appointed

56.8

Appointed

56.8

Installed

58.0

Appointed

58.1

Ceased

58.1

Installed

58.7

Succeeded

58.8

Installed

59.6

Elevated and apointed to Cardinal

Cardinal-Preist of San Gabriele Arcangelo all’Aqua Traverso
Preisfrage:
Woher hat der neue Kardinal seinen Namen "Fridolin"?
Ich bin am recherchieren...
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Sehenswerte Videoreportagen der Kardinalsweihe und der Reaktionen:
1. Vivre le consistoire avec le cardinal Ambongo Besungu
https://www.youtube.com/watch?v=ROqRFW1rats , 6.16 Min
2.
https://www.youtube.com/watch?v=T9NSGE6eqWU ,
4.14 Min
3.
4. Eyindi Cardinal Fridolin Ambongo Apelisi Moto Ekotisi Mbutu Mbutu
https://www.youtube.com/watch?v=XygGijGdqjI , 21.1 Min
5. RDC: Mgr Fridolin Ambongo créé cardinal par le pape
https://www.youtube.com/watch?v=xClCjjJ0JJ8 , 5.41 Min
6. En direct de Rome: Voici le cardinal Ambongo
7 Acceuil du Cardinal Fridolin Ambongo Besungu
https://www.youtube.com/watch?v=VMsYhlVLBcs , 13.02 Min
8. Gesamtübertragung
https://www.youtube.com/watch?v=IMT3UWSRI6k , 68.58 Min
Donnerstag, 10. Oktober 2019
Zwei ähnliche Wappen
Kanton Glarus und Saint Tropez
Der „Sankt Fridli“ der Côte d’Azur
oder
Erstaunliche Parallelen der Legenden in Saint-Tropez?
Er trägt eine Kutte, ein Buch in der Linken, eine Tasche von der rechten Schulter zur linken Lende umgehängt, einen Heiligenschein... und in der Rechten statt des Wanderstabes ein Schwert, das er als Gehstock zu benutzen scheint... auf den ersten Blick eine „welteinzigartige Wappenverwandtschaft zwischen dem echten Fridli und dem Stadtheiligen von Saint-Tropez!“. So schrieb mir auf einer Grusskarte ein Schulfreund, der seit vielen Jahren dort eine Absteige hat und aus dem Alltag abtaucht.
Beide, Sankt Fridli und der heilige Torpes (aus dem „Saint-Tropez“ geworden ist) kamen über das Meer! Fridolin aus Irland, Torpes aus Pisa über das Mittelmeer. Davon später.
Unterschiedlich ist der Farbhintergrund. Während das schönste Rot dem Glarner Wappen den emotionellen Hintergrund gibt, ist dieser beim Wappen von Saint-Tropez blau. Die französische Schriftstellerin Colette (1873-1954), die der kleinen Küstenstadt 14 Jahre treu blieb, schwärmte von einem „Blau, das anderswo nur in Träumen vorkommt“.
Unterschiedlich ist der geschichtliche Hintergrund, der sich weitgehend auf Legenden abstützt. Stellen Sie sich vor, sie sässen im „Café-Pâtisserie Sénéquier“ direkt am Hafen mit seinen roten Tischen und Stühlen und ergötzten sich genüsslich an einem Nougat, das seinen Namen von „tu nous gates » (du verwöhnst uns) haben soll, oder gleich nebenan im „Le Gorille“, seinerzeit Stammbistro von Brigitte Bardot, oder nicht weit davon bei einer Pizza im „Café de Paris“ und schauten auf den Hafen über die ungezählten Schiffe und Luxusjachten hinweg auf den Golf nach Süden, wo Himmel, Land und Meer ineinander übergehen.
Sie sind um 1943 Jahre nach Saint-Tropez zurückversetzt, das damals noch Heraclea heisst, ein verlassenes Nest, aber bereits Anlegestelle. Plötzlich entdecken Sie eine auf den Wogen des Mittelmeers auf- und abwogende Barke, die auf das Land zutreibt. Sie erkennen einen Hund, der sich mit heiserem Bellen bemerkbar macht, und mit im Boot einen Hahn, der aus Leibeskräften kräht. Beim genaueren Hinsehen gewahren sie einen reglosen menschlichen Körper ohne Kopf.
Es ist Torpes, der unter Kaiser Nero (37-58 n. Chr.) Beamter in Pisa gewesen war. Angeblich war der Apostel Petrus auf seiner Reise nach Rom abgetrieben worden und an der Mündung des Arno gestrandet. Dort habe er eine christliche Gemeinde gegründet. Torpes sei unter diesem Einfluss Christ geworden. Als Kaisers Nero nach Pisa kam, um den restaurierten Dianatempel einzuweihen, habe sich Torpes öffentlich als Christ bekannt. Nero liess Torpes auspeitschen, dann den wilden Tieren im Amphitheater zum Frasse vorwerfen und, da diese ihn verschonten, enthaupten. Das Haupt sei von Engeln geborgen und dem Bischof von Pisa überbracht worden. Die Kopfreliquie werde seit 1084 beim Hinrichtungsort in einem Kloster verwahrt. Später baute man dort zu seinen Ehren eine neue Kirche.
Der Rumpf von Torpes Leichnam sei mit einem Hund und einem Hahn in einer morschen Barke über das Mittelmeer getrieben, in Fréjus angespült und die sterblichen Überreste in „Castrum de San Torpe“ (dem heutigen Saint-Tropez) begraben worden. Seit 1056 ist der Kult des Märtyrers Torpè bezeugt. Von hier aus fand jährlich ein Pilgerzug nach Pisa statt. Torpè wird seither als Patron von Pisa, Fréjus und Saint-Tropez verehrt. Auch Ligurien (Genua) und auf Sardinien (Torpè di Posada) pflegen den Kult.
Bis ins späte Mittelalter ist dann kaum etwas über Saint-Tropez bekannt. Im neunten Jahrhundert sollen Sarazenen eine Ansiedlung in der Bucht grausam zerstört haben. Im 15. Jahrhundert hätten sich sechzig Genueser Familien in „Saint-Trop“ niedergelassen. Die kleine Stadt hatte über 200 Jahre den Status einer kleinen Republik mit zwei Konsulen und einem Zwölferrat. Als Seeleute erprobt besiegte eine kleine einheimische Flotte 1637 mit dem Glück und Geschick der Tüchtigen eine vermeintlich übermächtige spanische Armada. Dieser Sieg, aber auch das Andenken an Saint Torpès, wird heute noch in einem dreitägigen lautstarken Fest, der „Bravade“ gefeiert.
Der erste Tag beginnt mit „Fifres et Tambours“ („Trummälä-n-und Pfiiffä“). Die Waffen werden vor dem Rathaus geweiht, ehe die als Seeleute kostümierten Einheimischen in weiss-blau-roter Uniform mit Trommelklang und Pfeifenspiel unter dauerndem Geknalle und Pulverdampf zur Kathedrale ziehen und mit der Büste des Saint Torpès zurückkehren. Sechs knallrot als Henker gekleidete Männer aus Pisa tragen sie. Höhepunkt ist die „Grande Bravade“ am zweiten Tag. Mit geschwellter Brust defilieren die bunten „Truppen“ bis Mitternacht im Gleichschritt durch die Stadt. Akustisch herrscht andauerndes Trommel-Stakkato und dazwischen knallt und donnert es immer wieder. Die Bravadeure jagen mehr als 400 Kilogramm Schiesspulver in die Luft. Danach ist nachhaltig Volksfest in allen Cafés und Restaurants. Am letzten Tag ist eine feierliche Messe in der Sainte-Anne-Chappelle, wo die Reliquie des Stadtheiligen aufbewahrt wird.
Schlimm war es gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Häuser am Hafen im Kampf zwischen alliierten Landungstruppen und deutschen Besatzern in die Luft gesprengt wurden. Sie wurden allmählich originalgetreu wieder aufgebaut.
Anfangs des 20. Jahrhunderts entdeckten die Künstler „Saint-Trop“ (fast wie in der Schweiz in Ascona). Der Maler Paul Signac, „Erfinder“ des Pointilismus, machte 1892 den Anfang. Es folgten: Charles Camoin, Henri-Charles Manguin, Theo Van Rysselberghe, Henri Matisse und Pierre Bonnard. Zahlreiche Werke von ihnen sind im „Musée de l’Annonciade“ zu sehen. Stars wie Errol Flynn, die Anarchistin Emma Goldmann oder die bereits erwähnte Colette, Pablo Picasso, die schmollmundige Brigitte Bardot, die Existenzialistenszene um Juliette Gréco und Françoise Sagan („Bonjour Tristesse“) machten aus dem verträumten Fischerdorf einen Treffpunkt der Künstler, Schönen, Reichen, Playboys und Starlets. Bisweilen verkam „Saint-Trop“ zum „Sündenbabel“. Weltberühmt machte das Nervenbündel Louis de Funès als Wachtmeister Ludovic Cruchot die Gendarmerie des St. Tropez, vor dessen Gebäude sich heute Scharen von Touristen fotografieren lassen.
Das 6000-Seelen-Städtchen besucht während der Saison eine halbe Million Touristen, an Spitzentagen bis zu 100'000, um wohl am Glamour und Glanz der Hautevolee teilzuhaben. Tatsächlich, so behaupten auch seriöse Reiseführer, lasse sich nirgendwo an der Côte d'Azur das Spektakel des Sehens und Gesehenwerdens besser erleben als in Saint-Trop’.
Vom Wappen aber grüsst der vermeintlich mediterrane „Fridolin“, und von Saint-Trop’ ist vielleicht gar nur noch das „trop“ übriggeblieben.
À bientôt. Votre Pankraz F.
Erschienen 6. März 2008 Fridolin Nr. 10
Mittwoch, 9. Oktober 2019
Saint Hilaire
Nicht nur Kirchenpatron, auch Modekette in Frankreich
Bekanntlich ist Saint Hilaire de Poitiers der Ausgangspunkt für den heiligen Fri-dolin für seine Reisen durch halb Europa. In Poitiers hatte er das Grab des heiligen Hilarius entdeckt und die Vision erhalten, irgendwo in Europa ein Kloster zu gründen. Fridolin baute im süddeutschen Raum, im Elsass und auch an an-dern Orten Hilariuskirchen, bis er in Säckingen der Ort fand, ein Kloster zu Gründen. Im Zug des Fridolinskultes wurde in Näfels die Hilariuskirche gebaut und Fridolin Co-Patron.
Nun ruft mich eine Postkarte aus Saint-Tropez auf den Plan mit einer Abbildung einer Modeboutique Bruno Saint Hilaire. Ein Click auf dem PC löst eine ganze Reihe von Bildern aus mit dem selben Namen. Offenbar sind in ganz Frankreich Boutiquen mit dem Namen "Bruno Saint Hilaire". Ein paar seien schnapp-schussartig hier aufgereiht.
Weitere Infos über Bruno Saint Hilaire folgen
Donnerstag, 19. September 2019
Drei Eidgenossen bei den drei Eidgenossen
oder
Zu Gast bei Ständerat Joachim Eder im Bundeshaus
Dominant begrüssen einem in der Eingangshalle der Bundeshauses in Bern die drei Eidgenossen Walter Fürst von Uri, Werner Stauffacher von Schwyz und Arnold von Melchtal von Unterwalden. Sie verkörpern den mythisch überlieferten Rütlischwur. Geschaffen von James André Vibert, Genf, wiegen sie 24 Tonnen.
Nicht ganz 24 Tonnen schwer, aber fröhlich und in alter Freundschaft posieren weitere drei Eidgenossen auf dem Balkon des Bundeshauses v.l.n.r. Fridolin Hauser, Gerhard Iten und Joachim Eder als ständerätlicher Gastgeber. Sie verbindet eine gemeinsame Zuger Zeit.
*
* *
Angefangen hat es in Einsiedeln. Die Zuger pilgern jeweils an Maria Himmelfahrt in den Finstren Wald. So auch diesen 15. August 2019. Durch Zufall trafen wir selbdritt auf der Terrasse des Hotel Drei Könige zusammen: Joachim Eder, seines Zeichens Ständerat für den Stand Zug, Gerhard Iten, pensionierter Prorektor der Zuger Stadtschulen und meine Wenigkeit. Geri und ich hatten sich seit 58 Jahren nicht mehr gesehen, wir waren 1961 Lehrerkollegen im Burgbachschulhaus. Und bei Joachim Eder waren es wohl etwa 30 Jahre, seit wir uns jeweils als TCS-Vorstände von Zug und Glarus regelmässig zu fröh-lichen Austauschen getroffen hatten. Nach fröhlichem Hallo und echter Wiedersehens-freude kam Joachim die Blitzidee: «Ich könnte Euch beide ins Bundeshaus nach Bern einladen. Ich lege nämlich mein Mandat als Ständerat im Herbst nieder. 37 Jahre Politi-
sieren für den Kanton Zug im Kantonsrat, Regierungsrat und Ständerat sind eigentlich genug!»
* * *
Am 19. September 2019 pünktlich um 10 Uhr erhielten wir gegen Vorweisen der ID oder des Passes Ansteck-Badges, wurden von einer Bundeshaushostess auf die Ständerats-tribüne geführt und konnten den Ratsbetrieb von oben beobachten. Joachim Eder war als Kommissionssprecher gerade am Reden und stellte die sehr komplexe Materie der IV vor. Als Vorsitzender war der Bündner SR Hans Brand eingesprungen, und unmittelbar vor seinem Pult sassen der Schwyzer SR Alex Kuprecht und unser Glarner SR Thomas Hefti. Letztere dürfte in zwei Jahren zum Vorsitzenden der Kleinen Kammer gewählt werden. Schon sein Vater war seinerzeit Ständeratspräsident. Werner Hösli, unser zweiter Glarner Ständerat sass an seinem gewohnten Platz.
Die Schweizerische Depechenagentur fasste den von zwei Minderheitsanträgen begleiteten Kommissionsantrag wie folgt zusammen:
«INVALIDENVERSICHERUNG:
Der Ständerat hat am Donnerstag als Zweitrat eine IV-Revision gutgeheissen, die sich auf Jugendliche und psychisch Kranke fokussiert. Das Ziel ist, früher einzugreifen und die Betroffenen besser zu begleiten. Auch sollen Fehlanreize korrigiert werden. So wollen die Räte etwa das Taggeld für junge Versicherte der Höhe eines Lehrlingslohnes angleichen. Für Rentnerinnen und Rentner mit einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 69 Prozent soll ein stufenloses Rentensystem eingeführt werden. Umstritten ist zwischen den Räten, ab welchem Alter die Besitzstandwahrung für laufende Renten gelten soll. Der Nationalrat ist für 60 Jahre, der Ständerat für 55. Anders als der Nationalrat will der Ständerat ausserdem die Kinderrenten nicht senken. Die Vorlage geht zurück an den Nationalrat.»
Das «Züggerli» und der Bundesrat
Während der Diskussion erhob sich plötzlich die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer Wyss und schritt ans Pult von BR Alain Berset, unterhielt sich kurz, reichte ihm eine Tüte und entnahm ein «Züggerli», dass er kurz ein paar Mal drehte und dann – schwupps! – das Bonbon in den Mund schob.
Mehrere Mitglieder des Ständerates kamen und gingen, einer kehrte mit einem Kartonbe-cher mit Café zurück. Ein Bundespedell hingegen stellte dem Bundesat ein Tässchen mit Untertässchen hin, das Berset allerdings erst «kalt» zum Munde führte. Dass kalter Kaffee schön mache, soll auch für Bundesräte gelten.
Halb leerer Nationalratssaal – dennoch wie ein «Ameisenhaufen»
Die Grosse Kammer beeindruckte durch ihre gewaltige Grösse und durch das quirlige
ständige Kommen und Gehen, das an einem Ameisenhaufen mit emsigem Krabbeln
erinnert. An allen Ecken und Enden streckten einzelne Ratsmitglieder die Köpfe zusammen und unterhielten sich, während die Geschäfte am Mikrophon vorgestellt und diskutiert wur-
den. Den Bundesrat vertrat Simonetta Sommaruga, auch sie wurde von Zeit zu Zeit mit frischem Café im Tässchen bedient. Auf hintersten Reihe vertilgte eine Nationalrätin einen Apfel, viele simsten auf ihren Handys, weitere tippten auf ihrem Laptop, dritte öffneten er-haltene Couverts und schmeissten nach kurzer Durchsicht viele Akten gleich wieder in einen Papierkorb, eine Dame warf alles auf den Boden, diverse lasen Zeitung. Im Moment waren wohl nur etwa 50 Ratsmitglieder (von den 200) anwesend.
Die Zuschauerränge waren recht gut besetzt, viele verliessen aber die Tribüne recht bald wieder. Auf der Diplomatentribüne tauchten plötzlich Diplomaten aus afrikanischen Ländern auf, hatten aber nicht lange Sitzleder und verschwanden nach wenigen Minuten wieder.
In den Ständeratsstühlen an der Hinterwand, wo die Standesherren Platz nehmen, wenn die Vereinigte Bundesversammlung tagt (z.B. bei Bundesratswahlen) tippte die grünliberale Frau Nationalrätin Tiana Moser intensiv auf ihrem Laptop, telefonierte zwischendurch, doch da tauchte der SP-NR Matthias Aebischer auf und die beiden unterhielten sich lebhaft und herzlich… ach ja, kürzlich wurden sie in den Boulevardmedien als glückliches Patchwork-paar präsentiert… auch dafür soll es in einem Parlament Platz haben dürfen.
Kurz bevor sich aber die Abstimmung näherte, füllte sich der Saal wieder. Vermutlich Par-teiorder, damit die Fraktionsbeschlüsse entsprechend auf die Abstimmungen Einfluss ha-nem sollten.
Im Gang traffen wir noch unsern Glarner NR Martin Landolt, der ebenfalls heute eine Füh-rung angesagt hatte, und eine Erinnerung am seinen Besuch der "Näfelser Fahrt" ging an den Schaffhauser SR Hannes Germann der Näfelser Fahrt sowie ein Gruss an seinen "Näfelser" Regierungspräsidenten Ernst Landolt, der bei uns schon im Tolderhaus zu Gast war.
Rundgang durch Bundeshaus mit SR Joachim Eder
Spannend war die Führung durch unseren Gastgeber. Er lotste uns durch die imposante Eingangshalle und die diversen Fraktions- und Parteiräume, die Parlamentarier-Arbeitsplät-ze, die Wandelhalle, wo sich Parlamentarier, Lobbyisten und Medienleute austauschten.
Im Grand Café der Galerie des Alpes gab’s an einer nur für uns reservierten, und nur bei uns mit weissen Tischtüchern ausgestatten Tafel ein leckeres Mittagessen. Kurz gesellte sich noch der junge Luzerner Ständerat Damian Müller zu uns… die spannenden und informativen Gespräche zum Parlamentsbetrieb und zu den kommenden Wahl bleiben unter der Bundeskuppel, deren Eisenkonstruktion von der Näfelser Firma Bosshard errichtet worden war!
Wir fühlten uns wie VIPs
SR Joachim Weder, unser lieber Freund von damals und heute, behandelte uns wie VIPs. Man spürte auch sein Engagement, empfand sein hohes Ethos und seinen hochfleissigen Einsatz… und man erhielt Einblicke in das harte und anspruchsvolle Schaffen, das sich hinter den Kulissen abspielt.
Ein Berner Tag mit Zugern, der sich lohnte und unvergesslich bleibt.
BIld links: Tischreservation im Grand Café der Galier des Alpes. Rechts: Solche Momente wollen festgehalten werden: "Mit herzlichem Gruss Geri Joachim 19.9.19
Ein paar Daten zum Bundeshaus in Bern
Curia Confoederationis Helveticae
(Rathaus der helvetischen Confoederation)
Erbaut...……………………….1894-1902
Architekt/Bauleitung...………. Hans Wilhelm Auer, St. Gallen
173 beteiligte Schweizer Firmen
33 beteiligte Schweizer Künstler
Materialien...………………….. 95 % aus der Schweiz
Bundeskuppel...……………… Grundriss = Schweizer Kreuz
Kuppel Eisenkonstruktion Bosshard AG Näfels
Innenansicht...………………... 22 Wappen (Halbkantone ein Wappen)
Kanton Jura (gegründet 1978) separat
Wandelhalle 44 Meter lang
Ständeratssaal Blick vom Präsidentenpult aus.
Fresko. "Landsgemeinde Nidwalden"……….. Albert Welti, Zürich und Willi Balmer, Basel
Leuchter...………………………………………. Ludwig Schnyder von Wartensee LU
1, 5 Tonnen, 208 Glühbirnen,
seit Beginn elektrisch
Archivbild: Ständeratssitzung. Hinterste Reihe dritter von Links SR Joachim Eder, ZG, am Bundesratspult BR Johannes Schneider-Ammann rechts.
Nationalratssaal. Hier tagt der Nationalrat (200 Mitglieder), bei Bundesratswahlen auch die Vereinigte Bundesversammlung (200 Nationalräte und 46 Ständeräte). Die Ständeräte haben an der Wand links ihre Plätze. Rechts, unter dem grossen Gemälde: der höchste Schweizer, der Nationalratspräsident. Das Gemälde zeigt die "Wiege der Schweiz", das Rütli, den Vierwaldstättersee und die beiden Mythen von Schwyz, eine Werk von Charles Giron, Genève (Bilder: Bundeshaus)
Montag, 16. September 2019
Bettagspredigt 2019
von
Landrat Bruno Gallati-Landolt
St. Fridolinskirche Glarus
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Gottesdienstbesuchende
Als ich angefragt wurde, ob ich die Bettagspredigt anstelle meines geschätzten leider allzu früh verstorbenen Freundes und Landratskollegen Marco Hodel halten würde, habe ich es mir wohl überlegt und in Gedenken an meinen Freund zugesagt.
Das Thema «Klima» Klimawandel derzeitig ein Thema, das in aller Munde ist, ist, wie sie bereits im Buch Genesis gehört haben, seit langem vorhanden. Im Buch Genesis wird die Entstehung der Erde beschrieben, wie Gott sie geschaffen hat. Sie war vollkommen. Sie bestand aus Erde und Feuchtigkeit. Dem Menschen wurde Lebensatem eingehaucht und er wurde beauftragt, der Lebensgrundlage Sorge zu tragen, sie zu bebauen und zu pflegen, respektive wie es im Bibeltext heisst: zu bebauen und zu behüten. Es war das Paradies auf Erden. Von diesem Paradies floss Wasser in die 4 Himmelsrichtungen, 4 Ströme, wie es heisst, gingen ins Land.
Dies dürfen wir treffend auch auf unsere schöne, wenn auch vergleichsweise kleine Schweiz herabbrechen. Auch bei uns entspringen 4 Flüsse in den 4 Himmelsrichtungen, welche in verschiedene Weltmeere gelangen. Es sind dies Rhein, Rhone, Tessin und Inn.
Nun gehen wir aber zurück zum Bibeltext. Die Welt war vollkommen und verbunden durch das Lebenselixier Wasser. Die Harmonie war vollkommen. Doch was ist passiert?
Wie sie wissen und es ist wissenschaftlich begründet, ist die Welt in über hundert Milliarden Jahre entstanden. Die biblische Geschichte ist also eine über Jahrtausend überlieferte Geschichte mit Symbolgehalt. Ein Beweis, dass der Klimawandel ein aktuelles, aber kein neues Thema darstellt. Im Bibeltext hat der Mensch der Versuchung nicht widerstanden und vom Baum der Erkenntnis gegessen. Das Gebot von Gott, wurde gelinde gesagt «angeknabbert». Es wurde verletzt. Die Harmonie wird dadurch gestört und die Vollkommenheit kommt ins Wanken. Der Auftrag des Bibeltextes: die Erde zu bebauen und behüten ist im Ungleichgewicht.
Was heisst das nun für die heutige und in der heutigen Zeit? Greta Thunberg, eine junge Frau, hat eine Welle ausgelöst. Viele Jugendliche sind aktiv geworden und fordern einen sofortigen Klimaschutz. Im Glarnerland sind dazu auch einige Vorstösse im Landrat eingegangen. Was aber viele vergessen, es wird bereits jetzt schon einiges umgesetzt in dieser Richtung, und dieses gilt es darum ebenfalls entsprechend zu respektieren und wertzuschätzen. Nicht zuletzt, sind wir als jeder Einzelne gefordert, uns einzubringen. Wie nachhaltig leben Sie? Haben Sie ein Handy, Tablet, Auto, usw. Ich könnte noch viel aufzählen. Verstehen Sie mich richtig, es ist gut, dass sie sie haben. Wichtig ist der ver-antwortungsvolle Umgang damit. Es ist also immer auch eine Sache des Masses. Schliesslich ist unser Verhalten massgebend. Nur entsprechende Forderungen nach einer Verhaltensänderung allein reichen also noch nicht aus. Unsere Ressourcen reichen weit, wenn wir sie mit dem richtigen Augenmass einsetzten.
Ich bin zum Beispiel viel mit dem ÖV (dies natürlich nebst meinen berufsbedingten ÖV-Fahrten), dem Velo und zu Fuss, unterwegs. Dies sind einiger meiner persönlichen Beiträge, um die Welt zu behüten. Ich habe persönlich das gesundheitliche Glück, dass mir das Velofahren und das Marschieren leicht fallen, absolvierte ich doch seinerzeit das Alpenbrevet mit dem Velo mit dem Befahren einer bestimmten Anzahl Schweizer Alpenpässe in einer vorgegebenen Zeit und anderseits nehme ich auch schon viele Jahre zu Fuss an der Glarner Landeswallfahrt von Näfels nach Einsiedeln teil. Dabei sind meine Gedanken immer auch bei denjenigen Leuten, die aus gesundheitlichen Gründen in der Mobilität eingeschränkt sind und darum auf mobilitätshelfende Hilfsmittel angewiesen sind.
Ein grosses Wort ist Nachhaltigkeit. Aber was heisst das Wort nachhaltig eigentlich? Keine von uns verursachten Lasten den nachfolgenden Generationen zu übertragen, oder anders ausgedrückt so leben, dass wir nur diese Ressourcen der Erde verbrauchen, die sie uns jetzt hergibt. Oder nicht mehr Wasser verbrauchen als die Quelle hergibt. Oder finanziell ausgedrückt würde dies heissen, nicht auf Vorschuss leben.
Ist unsere Landesversorgung nachhaltig in Bezug auf Lebensmittel, Energie und Rohstoffe? Unterstützen wir die Landwirtschaft bei ihren Bemühungen um Nachhaltigkeit? Bevorzugen Sie Produkte aus der Region? Legen Sie wert auf saisonal? Geben sie acht auf die graue Energie? Das virtuelle Wasser? Alles Stichworte unserer Zeit.
Unsere Vorfahren sind sehr einfach aufgewachsen. Sie durchlebten zum Teil einen oder zwei Weltkriege. Eingekauft wurde dannzumal im kleinen Tante-Emma-Lädeli im Quartier, wo das Gemüse aus den Gärten der Nachbarn angeboten wurde. Der Transportweg also 10 Meter, vielleicht 100 Meter aber höchstens einen Kilometer. Wie lange Transportwege haben unsere Lebensmittel heutzutage? Der CO-2-Ausstoss beim Transport ist also massiv angestiegen seit der «Tante-Emma-Zeit». Die heutigen langen Transportwege verursachen neben der Umweltbelastung und dem zusätzlichen Ressourcenverbrauch zudem zusätzliche Risiken in unserer Versorgungssicherheit durch die langen oder zu langen Transportwege, was in Zukunft ebenfalls nicht zu unterschätzen ist.
Unsere Ansprüche sind auch gewachsen. Der Sog der modernen Zeit umweht uns überall. Oder biblisch ausgedrückt, «der Baum der Versuchung» umgibt uns. Handeln ist dringend und wichtig im Grossen wie im Kleinen. Die Politik und die ganze Gesellschaft sind gefordert. Die Klimaabkommen müssen umgesetzt werden und zwar von allen und bevor es zu spät ist. Die Wirtschaft ist gefordert. Die Energieversorger sind gefordert, wir sind gefordert. Jede Forderung ist auch verbunden mit einer Förderung. Fördern wir unsere Lebensqualität, indem wir im Kleinen beginnen. Zum Beispiel tragen wir Sorge zum Wasser, zur Wasserversorgung. Wasser ist ein kostbares Gut und eines unserer wichtigsten Lebensmittel. Ohne Wasser können wir nicht überleben. Gehen wir bewusst damit um? Bereits als Kind wird darauf hingewiesen, dass beim Zähneputzen der Wasserhahn abgestellt sein soll. Bei mir ist das bereits automatisiert, also ein kleiner Beitrag meinerseits. Durch Forderung und Förderung habe ich also mein persönliches Verhalten angepasst.
Ich komme langsam zum Schluss meiner Ausführungen.
Wir Glarnerinnen und Glarner haben ein grosses Vorbild, was nachhaltiges Leben betrifft. Der heilige Fridolin, der Wandermönch aus Irland, schlicht, einfach und mit viel Motivation verband er Poitier in Zentralfrankreich mit Säckingen am deutschen Hochrhein und das Glarnerland vor zirka 1500 Jahren. Auch heute noch wirkt seine Ausstrahlung. Unser Landespatron Fridolin wurde in den vergangenen 1500 Jahren nie hinterfragt und ziert unsere Fahne und unser Wappen. Er hat alle herrschenden Stürme der letzten 1500 Jahre überstanden und kam sogar jeweils gestärkt daraus. Sei dies z.B. der Eintritt des Landes Glarus in die Eidgenossenschaft 1352, die erste Landsgemeinde 1387, die Schlacht bei Näfels 1388, die Reformationszeit, die Zeit des Staatenbundes und schliesslich die Gründung des schweizerischen Bundesstaates 1848. Aber auch in jüngster Zeit, der grössten Glarner Gemeindestrukturreform, umgesetzt auf 2011, ist dies nie ein Thema gewesen, den heiligen Fridolin als unser Landespatron und Symbolfigur zu hinterfragen. Es ist zu hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleiben möge. Schauen sie die Fridolinsfahne, beziehungsweise unser Wappen an. Der heilige Fridolin schreitet in Sandalen und mit wachem Blick durch die Welt. Genau dies fordert der Klimaschutz. Bewusst werden, wo kann ich meinen Beitrag leisten, wo ist die Politik gefragt? Wo kann ich die Politik unterstützen? Machen wir uns also auf den gemeinsamen Weg, um die Welt «zu bebauen und zu behüten». Dazu sind Miteinanderdenken, Gemeinschaftssinn und Solidarität, aber auch gesunder Menschenverstand gefragt.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Dank-, Buss- und Bettag. Danken wir für unsere Lebensqualität. «Büssen» wir, indem wir uns bewusst um den persönlichen Beitrag für den Klimaschutz bemühen und beten wir gemeinsam, dass auch unsere Nachkommen ein zukunftsträchtiges Land mit einer schönen Bergwelt geniessen können.
Kurz zusammengefasst, wie Erich Kästner sagt: «Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.» Einen schönen Sonntag und besten Dank für die Aufmerksamkeit.
Näfels, 13.09.2019 Bruno Fridolin Gallati- Landolt, Landrat*
*Bruno Fridolin Gallati-Landolt war Gemeinderat und Gemeindepräsident von Näfels, ist
Gemeinderat und Gemeindevizepräsident in der neuen Gemeinde Glarus Nord, Landrat
und war Landratspräsident 2018/19.
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Bettagsmandat 2019 im Zeichen des Klimawandels
Regierung des Kantons Glarus • Die Temperaturen steigen, die Gletscher schmelzen. Zum Dank-, Buss- und Bettag macht sich die Glarner Regierung Gedanken zum Thema «Klimawandel»
Der Klimawandel verlangt nach Verantwortung und Verzicht
Der vom Menschen verstärkte Treibhauseffekt führt zu einer Erderwärmung. Diese lässt sich nicht mit natürlichen Klimaschwankungen erklären. Die Folgen: Es steigen nicht nur die Temperaturen, auch die globale Schnee- und Eismasse schrumpft. Der Meeresspiegel steigt an. In der Schweiz und eben auch im Kan-ton Glarus schwinden die Gletscher. Permafrostböden tauen auf, was zu ver-mehrten Murgängen und Steinschlägen führt. Flora und Fauna verändern sich, die Schutzfunktion der Wälder wird beeinträchtigt.
Szenenwechsel: Im August 2018 setzt sich die Schülerin Greta Thunberg vor den schwedischen Reichstag und beginnt einen Schulstreik. Sie fordert eine Ver-stärkung der Klimaschutzbemühungen weltweit. Dieser Streik einer einzelnen Schülerin entwickelt sich zu einer weltweiten Bewegung. Auch in der Schweiz finden seither an Freitagen Klimademos statt. Im Kanton Glarus werden Unter-schriften für eine Klima-Landsgemeinde gesammelt, parlamentarische Vorstösse werden eingereicht.
Individueller Beitrag jedes Einzelnen ist Basis für besseren Klimaschutz
Eine Wirkung hat die Debatte allemal. Welche, ist offen. Die Forderungen sind zahllos. Offenkundig ist, dass für die Jugendlichen – die Treiber der Bewegung – nicht allein die Zukunft des Planeten im Fokus steht. Sie ärgern sich über die Masslosigkeit in verschiedenen Lebensbereichen und wollen nicht länger hinneh-men, dass die älteren Generationen auf ihre Kosten leben. Dies thematisieren sie geschickt im Kontext des Klimawandels. Der Dank-, Buss- und Bettag bietet Ge-legenheit, um sich differenziert mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es liegt in unser aller Verantwortung, künftigen Generationen gepflegte, natürliche Lebens-grundlagen zu sichern. Es kann Mensch, Flora und Fauna nur guttun, wenn dies stärker ins Bewusstsein rückt.
Adressiert sind die Forderungen hauptsächlich an die Politik. Der Fächer reicht von ambitionierten Zielen zur Reduktion von Treibhausgasen über Lenkungs-abgaben und neue Steuern bis hin zu Verboten. Zu kurz kommt hingegen das Besinnen auf die Eigenverantwortung, das Hinterfragen des eigenen Konsum-verhaltens. Ökologische Massnahmen können zudem – wie alle anderen poli-tischen Entscheidungen – nur dann nachhaltig sein, wenn sie auch sozial und wirtschaftlich vertretbar sind. So wirken sie, so lassen sie sich finanzieren, so werden sie akzeptiert und sind damit generationengerecht.
Die Basis für mehr Klimaschutz bildet folglich der Beitrag jedes Einzelnen an eine gut funktionierende Gesellschaft und an eine gesunde Wirtschaft. Beides er-möglicht uns den Wohlstand, dank dem wir auch einen wirksameren Umwelt-schutz finanzieren können. Zu Gesundheit und Stärke findet eine Wirtschaft, in-dem sie möglichst viele Freiräume bekommt, aber auch selbstkritisch die Gren-zen ihres Wachstums respektiert. Wir sollten hier ansetzen: Bei Eigenver-antwortung und bei der ausserordentlichen Innovationskraft der Menschen und Unternehmen in unserem Land.
Rückbesinnung auf das Wesentliche und Achtung vor der Schöpfung sind gefragt
Es geht letztlich also darum, dass Einzelne ihr Verhalten überdenken. Wer see-lisch ernährt und gesättigt ist, wird auch ohne neue Vorschriften auf unnötigen Konsum verzichten, weil er weiss: Der Verzicht nimmt nicht, er gibt. Auch die Unternehmen werden erkennen, dass sie nachhaltiger werden müssen.
Übermässiger Konsum und Produktion auf Teufel komm raus ruinieren hingegen. Sie sind verbunden mit einer geistigen Verwahrlosung der Gesellschaft, die zur Zerstörung unserer materiellen Lebensgrundlagen führt. Die aktuelle Klima-Krise ist auch eine Krise des Denkens und des Geistes.
Der Dank-, Buss- und Bettag ist deshalb Anlass, das Wort der Bibel «Macht euch die Erde untertan» neu zu verstehen. Es darf in unserem Verhältnis zur Natur nicht um eine Herrschaft über diese gehen. Ein solches Verständnis läuft auf die weitere Zerstörung unserer Lebensgrundlagen hinaus. «Untertan machen» heisst nicht «unterwerfen», sondern «achten» und «treuhänderisch regieren». Niemand soll aber das Gefühl haben, er müsse oder könne die Welt im Alleingang retten. Die Menschheit taugt nicht als alleinige Hoffnungsträgerin, sie verursacht die Katastrophe ja gerade. Die Menschen haben jedoch einen starken Verbündeten. Die Bewahrung der Schöpfung ist nämlich auch Chefsache. Gott hält die Welt und die Zeit in seinen Händen.
Gefragt sind angesichts der aktuellen Situation eine Rückbesinnung auf das Wesentliche und die Achtung vor der Schöpfung. Es braucht weder Alarmismus noch Lethargie, sondern verantwortungsvolle Freiheit im Bewusstsein des Privi-legs, auf einem einzigartigen Planeten leben zu dürfen. Es ist Aufgabe der heu-tigen und künftigen Generation, eine Lebensart zu entwickeln, die massvoll und wandlungsbereit ist. Dies verlangt auf allen Ebenen der Gesellschaft Einsicht, Mut, Fantasie und den Willen, einen vorbildlichen Klimakurs einzuschlagen.
Für den Regierungsrat des Kts. Glarus
Andrea Bettiga, Landammann Hansjörg Dürst, Ratsschreiber
Bettagsonntag, 15. September 2019
Trouvaille
Fridolin Osterhazy (Pseud.)
g Glaarner Wallfahrt uff Äinsidlä
as Näflesser Büäbel
vor meh as drissg Jahre
Näfels / Einsiedeln, Dezember 1982
Fridolin Osterhazy:
g Glaarner Wallfahrt uff Äinsidlä - as Näflesser Büäbel, vor meh as driissg Jahrä, Biitraag zur Vernissasch i voorwiänächtlicher Schtimmig äm fünftä Dezämber 1982 im SGU Näfels (Sportzentrum Glarner Unterland)
Voorbemerggig
D Äinsidler Wallfaht isch ä-n-uuraltä Bruuch vum Glaarner Volch, mä säit-erä au "Glarner Wallfahrt" will-si ä Landesbruuch isch we ä d Näflesser Fahrt.
Ä schpezielli Bedüütig hätt de Wallfahrt im Bruuchtum vom Dorf Näfels. Hiä isch zu miinä Buäbäziitä Modä gsii, as-mä des eerscht Maal as Eerscht-Komänikant hätt törffä mit.
Ganz früäner siged-si z Fuäss g'gangä, nuch vorem Chriäg i dä viärzger Jaahrä isch-mä zwee Taag gu wallfahrä. Au nach-em Chriäg hätt-si dr Kano-
nikus, der Näfelsser Pfarrer, uumäär iigsetzt, as d Lüüt schu äm Samstig gönd und eerscht ä Sunntigaabed wider zrugg chänd.
Anä 1949 ha-n-i des eerscht Maal törffä-n-ä-d Äinsidler Wallfahrt, und um diä gaht's iätz i-dä folgendä Värs:
gGlaarner Wallfahrt uff Äinsidlä
as Näflesser Büäbel vor meeh as driissg Jahrä
1 Chänd-s’ uss dr Zwäitä-n-i -di Dritt,
dä törffed-si des eerscht Maal mit .
Äm Samstig-Namitaag chäm nämä
wer mitchuu well, bim Bahnhof zämä.
2 Alls chunnt im Huät und Sunntig-Gwand
und ds Göfferli nuch i-dr Hand,
ä Schirm äm Aarm’, im Faal, as’s rägni
und pPiIger obä-n-abä sägni.
3 ‘s gitt wagger Lüüt, mä gseht daas schuu,
wo waartet, bis dr Zuug will chuu.
Mä gugget nuuch, öb d Sunnä schiini,
und alls isch hütt ä chäibä friini.
4 Mit Tinglä gönd pBariärä zuä.
Mä wiirt etz gschpannt und hätt gkä Ruä.
Im Tschachä-n-ussä gkör-p-mä’s pfiiffä
und pBrämsänä dernaa dä schliiffä
5 Chuum hebet-‘r dä langsam oo,
rüäft dä dr Bahnhoof-Voorschtand: «Soo!
Iischtiigä bitte! Platz hätt’s hindä!»
(Wer p Fänschterplätz well usäschindä!)
6 Und häsch diis Coupée dänn ärräicht,
gseesch eerscht mit wem’s di zämä-präicht.
«Hoo, ä-chlä daa? We gaaht’s ä immer?»l
Iätz schnädäred de Frauäzimmer!
7 Isch g Chellä-abä, gitt’s ä Rugg
und glii dernaa chunnt Ziägelbrugg.
Vu dett-äwääg faht ja dä plötzli
ds Wallfahrtä-n-aa bim eerschtä Gsetzli.
8 Mä bättet iätz - und all Lüüt gsänd’s –
i äiner Tuur drii Rosächränz
Ä Litänii, und nachem Glaubä,
törffsch-dr dä ds Redä dän-erlaubä.
9 Und bätted-s’ hantli und mit Trugg
sind-s’ fertig chuurz vor Biberbrugg.
Dr Zuug tuät zu dä letschtä Ränggä
Äinsidlä zuä dä-n-ummäschwänggä.
10 Iätz gseh-p-mä dä vu wiitem d Türem;
d Lüüt schpringed uuf , äs gitt äs Gschtürem.
Si legged p Mäntel aa, verschpeered
ä Huuffä Platz, wänn-sä-si cheered.
11 Gad vor-em Bahnhof schtell-p-mä-n-ii,
schiär niämer will-dä z ' vorderscht sii.
Drum schtönd dä dett mit Chrüüz und Fanä
i rootä Mäntlä d Trääger hanä .
12 ‘s gaht nümmä lang, chaa p Prozässiuu
dä-n-afu bättä und dä guh.
Ehrwürdig lauf-p-mä in'rä Schlangä
dur ds Doorf und mag schiär nümmä plangä.
13 's hätt Lädä-n-und schiär jedes Huus
schtellt Schtatuä und Chrüüzli uus.
Und Cheerzäschtögg und schüüni Bilder
und allpott hät’s nuch Wiirtshuus-Schilder.
14 Ä herrlis Gloggäglüüt schtimmt aa
und jublet: «g Glaarner sind etz daa!
Bi üüs im Chlooschter sind de Frommä
zum Bättä jederziit willkommä!»
15 Und i ätz verschlaht’s mer schiär dr Schnuuf:
Dr mächtig Chlooschterplatz gaaht uuf!
Zmitzt innä schpiäglet ä dr Sunnä
dr wunderschüü Mariiä-Brunnä.
16 Derhinder zuächä g Chlooschterfront,
wo rächterhand dr Abt schiint’s wont.
Und p Fiischter hätt’s, mä müässt nüd wellä
ä derä längä Front gu zellä!
17 Dett ussem mächtägä Portaal
tüünt innä-n-usä ä Choraal.
Und iätz chänd Gwölb und Galeriiä
mit ziitloos schüünä Maaleriiä.
18 Alls isch so grooss und ä so prächtig.
Ä-n-Oogälä schpilt schüü und mächtig.
Ä schreegä Sunnä-Schtrahl dett obä!
Altäär mit Samet – gschtiggt und gwobä!
19 Äs schmöggt nach Wiirauch haarzig süäss.
Und Cheerzä hätt’s mit Värs und Grüäss.
Iigräämlet Schprüch und uufghängt Chruggä
vu Ghäiltä, wo chänd wider juggä.
20 Ä Huuffä-n-Ängel, wiiss we Schnee
chaasch rund um g Chanzlä-n-ummä gseh.
Vum-änä Gitter, prächtig gschmidet,
wiirt voornäfüür dr Choor umfridet.
21 gGnaadäkapäll schtaht zmitzt im Schiff
uss Marmoor-Schtäi vum eerschtä Schliff.
Dett chnüündled d Lüüt uff hertä Bänggä,
wänn-s bätted und wänd naachätänggä.
22 Di schwarz Madonna mit-em Chind,
wo g Glaarner hütt chuu bsuächä sind,
isch ds Zäntrum überhaupt vum Sägä
und ninnt dä mängs Gebätt enggägä.
23 Ä schwarzes Gsicht, Brokaat und Gold.
Si lächlet offä, mild und hold.
Äs bruucht daa Gnaad, wo tuät erlaubä,
as’s diä betrifft, wo nuch chänd glaubä.
24 Äs Wiili schpeeter suäch-p-mä glii
äs Reschterant und äs Loschii.
Di Riicherä gönd dä-n-i «Pfauä».
Miir händ’s i «Schwaanä» abä ghauä.
25 Äs Fräulein und ä Portiee
empfönd üüs wägem Renommee.
Ä Schlüssel gänd-s’ is und dä simmer
dän-ebä-n-ufä-n-i-n-es Zimmer.
26 Ä gmüätl is Schtübli und äs Bett
mit wiissä Teggänä schtaat dett.
Daa isch ä nuch ä-n-altä Läufer
und äs Johannes-Bild vum Täufer.
27 Schtatt ämä Lawaboo da isch
ä hööchi Schüsslä-n-uffem Tisch.
Und g Chaschtätüür tuät zeerscht nuch chlämmä
mä pbringt-si uuf nüd uuhni schtämmä.
28 ‘s hätt hinder ener Nachttischtüür
ä porzelanigs Hafä-Gschiir.
Um p Fiischter hanged ächlä gschlampet
nuch Umhäng lödälig und glampet.
29 Gseesch hindä-n-usä-i-nä Hoof,
dett säiliriitet gad äs Goof.
Und voornä-n-ussä gseh-p-mä durä
diräggt uff ds Ziit vum Chlooschter-Turä.
30 Druufabä ga-p-mä mitänand
i Znacht im Hotel-Reschterant.
Mä ninnt Salaat, derzuä nuch Schpätzli
und waggeri paniärti Blätzli.
31 Zum Tringgä offnä Wii vum Fass,
und z Desseer nuch äs Wanill-Glass.
Äs schpaatet und mi Muäter macht-dä:
«So Buäb, mer gönd gu übernachtä!»
32 Glii lii-p-mä dä im Hoellbett
und chaa gliich nuch nüd, was mä sött.
Ä Schattä-n-a-dr Chamerteggi
wirft ds Liächt vum hööchä Wasserbeggi.
33 Und wämä dä siis Nachtgebätt
dän-ä-nuch öppä pbättet hätt,
dän-isch-mä täigg und uuhni Chummer
und gkiit allmääli inä Schlummer.
34 Verwachä tuä-p-mä abem Glüüt
und gäinet, jää, mä isch nuch nüüt.
Gliich muämä usä ussm Bett-dä
und macht dä hantli sii Toalettä
35 Verussä isch nuch frisch und grau,
dr Himel obä-n-usä blau.
Ich chlappärä gad mit-dä Zändä!
I Hosäsagg mit beednä Händä!
36 ‘so hau-p-mes dä und gaht gad gschnäll
dur d Schtägä-n-ufä i-g Kapäll.
Um diä Ziit tüänd-s’ dä daa gag-gäärä
still Mässä läsä-n-uf Altäärä.
37 Di äinä chänd und ander gönd,
und Pilger chnüündled oder schtönd
mit gsänggtä Chöpf, dr Bligg nach inä,
wer wäiss, was denä-n-alls erschinä!?
38 Wänn’s schtill isch, wiirsch da innä frii.
Daas Schiff soo hööch und du soo chlii!
Und p Mäss – Müschterium und Handlig,
äs glöggälet dä bi dr Wandlig.
39 Und gaa-p-mä dä zu Komäniuu,
dä muämä linggs gu haräschtuh.
Schüü isch zum Luägä, daa chänd nämä
di Riichä-n-und di Aarmä zämä.
40 Ä jedä chunnt dä naa-dis-naa,
und schüü dr Räihä-n-aa dä draa.
Und jedä-n-isch dä schtill und schtummä,
mä gkörti schiär äs Biindli summä.
41 Isch dä de Früähmässä nachhäär z Änd
und wänn-si dä dr Sägä gänd,
händ p Pilger nachhäär Apädiit,
i ds Hotell isch dä nümmä wiit.
42 ‘s isch t'tischet und ä groosä Chruäg
mit Milch und g Kaffi, Anggä gnuäg,
mit frischä Muräli und Püürli,
de fülled-dr dä diis Poschtüürli.
43 Dernaa wiirt friili dä vu Hand
nuch gnäuset ämä Chaartä-Schtand.
Iätz chaa-mä-n-ä paar Chaartä schriibä.
Ä Gruäz und as-mä nuch wett bliibä.
44 Äs bliibt deraa nuch ächlä Ziit.
«Gang», seit dä p Muäter «nüg-gad z'wiit!»
Dr Abt, ich söll-mi nüd veriärä,
tüäg dä im Hoochamt zelebriärä.
45 De Chilchä isch – herjee - momoll!
bis z vorderscht voornä gschtoossä voll!
Dä chänd-si dä i wiissä-n-Albä,
bis z Bodä, ander nu gad halbä.
45 Und z hinderscht imä schüünä Gwand
und mit-em Chrummschtaab i dr Hand,
ä-n-Iiffälä und mit Begläitig
chunnt dä dr Füürschtabt schtramm und gläitig.
47 So schriited dä de würdig Schaar
graad fürä bis a Hoochaltaar.
p Mässdiäner, alles elter Chnabä,
de chnüündled-dä dett voornä-n-abä.
48 De Mannäschtimmä sind davoor
gag-glii schu bim Confiteoor,
und wes da-n-isch bi hööchä Mässä,
bim Küriee wiirt wider gsässä.
49 Au bi dr Läsig nimm-p-mä Platz.
Dr Diakoon list uuhni Hatz,
dernaa wiirt wagger Wiirauch g schwungä
und ds Evangeelium dä gsungä.
50 Ä Paater hätt-dä d Wallfahrtspredig.
Deer tuät-dä, und daas tüünt dä bödig!
Isch gliich - der söl üüs g Chuttlä butzä
und d Höräli nu ächlä schtutzä.
51 Zum Creedo singt ä schüünä Choor.
Mä mäint, soo schüü, we niä dervoor.
Mä gseht-nä nüüd, mä gkört nu singä;
dr Widerhall faht afu schwingä.
52 Und naa-dr Opf’rig chunnt ja schuu
gag-glii di gsungä Prefaziuu
und ds Sanggtuss, d Wandlig, iätz wiirt’s schtill
und ds Wandligsglöggli tunggt äim schrill.
53 Und we-n-es Wunder wunderbaar
schiint d Sunnä fürä-n-a-n-Altaar.
Äs glitzäret und we im Tungglä
fönd d Sunnäschtrahlä afu fungglä.
54 Zum Vaterunser schtönd-dä d Lüüt.
Daas tüünt so schüü schiär we-nes Glüüt.
Mit Wiibervolch und Mannäpässä
und Chinderschtimmä tüünt daas psässä.
55 Dernaa chunnt etz-dä Komäniuu.
Wer nüd schu gsii isch, muäs etz guh.
Viil Volch gaaht fürä, laht-si schpiisä,
derzuä schpilt d Org’lä würdig Wiisä.
56 Glii wiirt’s äs Wiili müüslischtill,
wil jedä nu nuch bättä will.
Bis dä dr Abt will wider schtöörä
und ä zum Schluss chuu und will höörä.
57 Und hätt-r dä dr Sägä g’gii,
will-eer dä hantli d Iif’lä nih,
g Chnüübeugi und zum Uuszug cheerä
und ds Volch schtaaht hantli uuf, in Ehrä.
58 Alls drängt und scharet iätz zum Toor
und tünggt dr Finger nuch dervoor.
Des prächti g Hoochamt isch etz durä,
etz chaa-mä vor-em Chlooschter schnurä.
59 Miir Goofä chänd etz, was mer wänd:
Gu ummä-schtriälä i-dä Schtänd.
Uff beednä Siitä vu dr Schtägä,
sind ja de groossä Bögä glägä.
60 Und we-n-i dett durdurä guh,
dä bliib-p-mer ds Muul wiit offä schtuh.
Daa isch äis Gmoscht. Mä muäs schiär pfluägä,
magsch chuum meh naachä nu mit Luägä.
61 Härrgöttessli und Cheerezäschtögg
und seggliwiis Äinsidler Bögg.
Häärzjesubilder, Schnitzeriijä,
äs Plaschtig-Chlooschter, wo chaa schniijä.
62 Gips-Schtaatänä und Porpmonee,
ä Thermomeeter mit’mä Reh,
Chrischtoferus i allnä Laagä
und Negerli mit Chöpf zum Gaagä.
63 Halstüächer, Hosäträäger, Hüät.
ä Plaschtig-Roosä, wo nuch blüäht,
all Sortä Schprüch uff chliinä Schildli,
ä Biigätä vu Heil’gä-Bildli.
64 ‘s hätt Roosächränz für jedä Gschmagg,
Schnupftüächäli für jedä Sagg
und Züggerli i Bonnbonnieerä
so süäss, mä chaa-si schiär nüd wehrä.
65 Wiichwassergschiir – ä ganzi Wand!
Jää, üüsers tuät’s bimäid nuch gkand!
Äs Schwiizerhüüsli mit Motöörli,
ä Tedibäär mit chliinä-n-Öhrli.
66 Trääjöörgäli mit Edelwiiss
und alles fäil zum Wallfahrtspriis!
Duä gseh-ni, und das jugg-p-mi währli,
glaubsägälet ä schüüs Altäärli.
67 Soo öppis chaa-mä nüg-gad gseh.
Ich chlimperä im Porpmonee
und zellä hantli all mii Rappä,
ja, wänn’s nüd z tüür wäär, sött’s schiär klappä.
68 Füüffranggädriiäviärz sind daa.
Äm beschtä-n-isch, ich fraagä-n-aa.
Zwaar bin-i schüüch, doch dett ds Altäärli,
daas gfall-p-mer chäibä guät, jaa, währli!
69 Ich fraagä dän-ä-n-alti Frau.
Si wäiss’usswändig ä nüd gnau,
holt ds Läiterli und macht äis Wäsä,
si müäs zeerscht gu dr Priis abläsä.
70 «Mit zant-der Truggä viärzäh-zäh!»
Ich bi enttüüscht und sägä «Nää.»
Ich chämm-dä schpeeter wider zuächä
und müäs nuch p Muäter zeerscht gu suächä.
71 Mit Bättlä, Chiänä, Zwängä-n-au
wäiss p Muäter ja dä ganz genau:
Gäg ds Müädä-n-isch i denä Sachä
bi Goofä mäischtens nüüt meh z machä!
72 Ha ds Brüälä z'vorderscht, mach’ ä Grind.
«Du tummä Buäb, ich chumä gschwind.»
Si chauft ds Altäärli uss Verbaarmä.
Iich nim-es hantli undrä-n-Aarmä.
73 Äm halbi Zwäi isch Väschper gsii,
dr Chrüüzwääg ä nuch hindädrii,
mä gaht zu allnä Schtaziuunä
und chaa dr Roosächranz nüd schuunä.
74 Dernaa gitt’s wider ächlä frii;
doch ds Glöggli lüütet wider glii
und rüäft, mä müäs etz gad-n-uch gschnäll
i ds Salve ufä-n-i-g-Kapäll.
75 I Zwäierräiä schüü im Schritt
chänd zeerscht d Schtudäntä, wo’s ä gitt.
Und hundert Pääterä chänd z schriitä
und bis-si daa sind, höört’s dä lüütä.
76 Si schtönd etz vor-em Gnadäbild
(die schwarz Madonna wundermild)
Viärschtimmmig singed-s’ i Akördä
vor Pilger, Volch und vor Behördä.
77 Di wunderschüü, sanft Melodii
macht Härz und Seelä froh und frii.
Eb-s' wider gönd, wiirt nuch venäiget,
we-si’s sitt Jahr und Taag schu häiged.
78 Etz isch sowiit und jedä hätt
ä letschtä Bligg, ä letschts Gebätt.
Dr Uuszuug gaht dä zant üüs Chnabä
schu wider bis ä Bahnhoof abä.
79 Dett waartet schu dr Äxtra-Zuug.
Deer bringt-äim wider we im Fluug
mit Bättä und derzwüschet Gschnatter
uff Näfels zrugg und miich zum Vatter.
80 Dähäimä chumn-p-mä täigg-dä-n-aa:
«Häi, händ’s miir doch ä schüüni gkaa!»
«Gäll, Muäter» säg-i dä nuch bider:
«des nechscht Jahr gömmer ja wider!»
Montag, 9. September 2017
Trouvaille
Dr. Emil Landolt-Ochsner
(1914-1993)
Er wäre in diesem Jahr 105!!!
In memoriam
Dr. Emil Landolt-Ochsner, alt Schulinspektor
(*31. Juli 1914 +15. März 1993)
Durch einen Irrtum bei der Manipulation der Wasserhahnen im Bad verbrühte sich Emil Landolt am Mittwoch, 10. März 1993, lebensgefährlich. Eine sofortige Einlieferung ins Spital und Verlegungen in weitere Krankenhäuser waren unvermeidlich. Am frühen Montagmorgen danach, am 15. März 1993, starb er trotz der ärztlichen Bemühungen nur 60 Tage nach dem Tod seiner Frau. Zurück bleibt die nicht zu beantwortende Frage, ob ein Missgeschick mit tödlichen Folgen gewissermassen zufällig das Ehepaar nach kurzer Trennung wieder zusammenführte oder ob sich ein gütiges Schicksal menschlichen Irrtums und Ungeschicks bediente, um das Paar, das vierundvierzig Jahre gemeinsam verbracht hatte, endgültig zum ewigen Frieden zu vereinen.
Geboren wurde Emil Landolt als "Walhalla"-Kind am 31. Juli 1914. Sein Vater war Josef, der "Walhalla"-Wirt, und die Mutter die überaus gütige und besorgte Magdalena Landolt-Morello, die im angebauten Lebensmittelladen, in dem es nach Landjäger, Salami, Frisch-gemüse, Spezereien und Spirituosen roch, bediente. Die fünf Kinder (Ludwig, Josef, Edwin, Elsy und Emil) waren von Jugend auf angehalten, gemeinsam mitzuarbeiten. In dieser Welt des Familienbetriebs und fleisserheischenden Geschäfts wuchs Emil auf.
Trotz dieser Bindungen schlug der aufgeweckte Junge eine akademische Laufbahn ein. Nach den üblichen Stufen Klosterschule Näfels, Kollegium Stans, wo er 1935 die Maturität A absolvierte, setzte er sein Studium an den Universitäten Freiburg, Zürich und Paris fort und erwarb 1939 in Zürich das Sekundarlehrerpatent.
Die ersten Wanderjahre während des Zweiten Weltkrieges bestanden aus Stellvertretungen in den Kantonen Zürich, St. Gallen und Glarus. Dazwischen hatte "Trompeter Landolt" immer wieder Militärdienst zu leisten. Soweit es die Zeit zuliess, studierte er wieder und legte weitere Prüfungen ab. 1940 in Physik, 1941 folgte Mathematik und 1942 Geologie. Wegen der Erkrankung des Vaters wurde er aber nach Hause gerufen, um im väterlichen Geschäft einzuspringen.
1947 wurde er als Sekundarlehrer an die Näfelser Schulen gewählt, wo er auch als Schulhausvorsteher bis 1974 wirkte. In den 28 Jahren Schultätigkeit unterrichtete er fast eine Generation von Näfelser Kindern. Emil Landolt war auch als Organist tätig und erteilte in dieser Funktion der ganzen Schuljugend Kirchengesang.
Zusammen mit den unvergessenen Lehrern Rinaldo Gerevini und Otto Brunner betreute er die Sekundarschulen zuerst im Dorfschulhaus, danach im Schulhaus "Schnägg".
In den Hochkonjunkturjahren nach dem Krieg raffte sich Emil Landolt noch einmal auf, um sein unterbrochenes Studium zu beenden. Neben voller beruflicher Tätigkeit absolvierte er weitere Studien und Prüfungen an der Universität Zürich und doktorierte mit der Dissertation über die Pendelwanderung im Kanton Glarus. Mit dieser Doktorarbeit leistete er einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschafts-Geographie und -Geschichte des Kantons Glarus.
Im selben Jahr tat er den politischen Sprung in den Landrat als Kandidat der damaligen Demokraten (heute SVP). Nur ein Jahr später folgte seine Wahl in den Gemeinderat und weitere zwei Jahre danach wählte ihn der Regierungsrat als kantonalen Schulinspektor.
Auf diesen verschiedenen Ebenen wirkte Dr. Emil Landolt unauffällig, aber permanent: im Landrat und vielen Kommissionen während 13 Jahren, im Gemeinderat rund zwanzig Jahre, davon einige Jahre auch als Vizepräsident: Schulinspektor war er 16 Jahre lang.
1949 fand er in Li Ochsner eine Lebensgefährtin. Sie schenkte ihm drei Kinder. Leider wurde der jungen Familie am Denkmalweg 3 in Mühlebach jäh die dreijährige Anita, eins der drei Kinder durch einen Unfall entrissen, ein Schock und Schicksalsschlag für das ganze Leben. Viel Freude bereiteten ihm in den letzten Jahren die drei Enkelkinder.
Eine jähe Zäsur in sein Leben brachte in den siebziger Jahren ein Herzinfarkt mit Spitalauf-
enthalt. Er erholte sich aber vorzüglich und erfreute sich schöner Tage im Ruhestand. 1983 schuf er die hervorragende und einmalige Jubiläumsschrift "150 Jahre Neuer Schatz", deren Präsident er über ein Vierteljahrhundert gewesen war.
Im vergangenen Herbst erkrankte seine Frau Li schwer. Eine Übersiedlung in die Pflegeab-teilung des Altersheims wurde notwendig. Auch Dr. Emil Landolt machten die Zeichen des Alters zu schaffen, so dass er mit seiner Frau ins Altersheim zog. Nach ihrem Tod schien er sich etwas zu erholen und zeigte sich hin und wieder auf Spaziergängen im Dorfe. Noch vor wenigen Tagen trafen wir uns in der Altersheim-Cafeteria zufällig; dabei machte der bald 79-Jährige einen aufgeräumten und heiteren Eindruck. Wie zu früheren Zeiten began-gen wir zu politisieren und die Welt zu kommentieren. Heute weiss ich, dass wir uns damals zum letzten Mal verabschiedet haben.
Näfels darf eines eigenständigen Bürgers gedenken, der zielstrebig eine akademische, politische und menschliche Karriere vollendet hat. Sein Wirken auf den verschiedenen Ebenen war geprägt durch Klugheit und Vorsicht; er war aber auch befähigt, Humor, Kameradschaft und Geselligkeit zu pflegen. Ich habe von ihm - wie viele andere auch - in reichem Masse Freundschaft, Förderung und Unterstützung erfahren und ihn in vieler Hinsicht als Philosophen erlebt. Gerne hätte ich ihm gegönnt, dass sein Tod nicht von der Schmerzhaftigkeit und Heftigkeit des unglücklichen Unfalls begleitet worden wäre. Ein herzliches Dankeschön lege ich auf sein Grab und versichere den Angehörigen, dass das Leben und Wirken dieses Mannes unvergesslich bleiben wird.
In herzlicher Anteilnahme Fridli Osterhazy
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Eine Laudatio zu seinem siebzigsten
« Zum sibzgischtä vum Toggter Emil Landlet»
Meh oder weniger uunütz Schprüch
vum
Fridli Oschterhäsi,
derfüür umso häärzlicher
Hütt wiirt ämaal dr Emiil Landlet
uspaindlet und ächlä verhandlet.
Mä wiirt ja nüggad jedes Jahr
uusgrächnet sibezgi und Jubilaar.
Vum Tänngmaalwääg id Rösslischtraass
wachst da und dettä-n-ächlä Graas,
daa hätt’s ä Gschtrüpp und öppä Bäum,
und Mändschä hätt's mit Ziil und Träum.
Äs gitt äs Reschterant und nuch ä Ladä
und d Schtörch sind scharff uf Frauawadä.
Und we’s da gaht und wes dä sind,
vu Ziit zu Ziit chänd chliini Chind.
Dr Emiil isch ä söttigs gsii
und truddlet Ändi Juli ii.
Chuum isch’r daa, gitt’s schu Vertruss,
dr Tüütsch erchläärt dr Chriäg äm Russ.
Jaa-jeeh! Mä mäinti gliich gad schiär,
dr Mändsch sig gliich des tümmschti Tiär:
We muäs doch mängi Miliuu
vu Mannä uunütz ds Läbä luu!
Für dernigs Züüg und g Chriägerii
Isch dä dr Emiil gliich nuch z chlii.
Trotz Märggli hätt’r d Raziuu,
wo nöötig isch gliich üb’r chuu.
Und uhni fürchtig z überboordä
isch eer dä gliich nuch öppis woordä!
Uss Lüüt mit dernigä Taläntä
gitt’s nuch gag-gäärä gschiid Schtudäntä.
Im Doorf und i dr Chlooschterschuäl
gaht’s guät, imm isch-es nämä wuäl.
Meh Müäh, es eer, hätt mängä Hans
schiints äm Koleegi ds Schtans.
Daas isch – ganz uuverblüämt und uhni Wiissgi –
passiärt im Kriisäjahr und füüfädrissgi.
Dernaa schtudiärt’r luut und liis
zeerscht z Friburg, z Züri und ds Pariis!
Und eb dr Chriäg uusbricht und d Wält dä brännt,
macht eer dä z Züri gad nuch gschnäll ds Padänt!
Doch d Ziitä wääred wider schweerer
und eer wird dä-n-Seggilehrer.
Um diä Ziit – vilecht ächlä schpeeter –
muäs-eer i Diänscht und isch Trumpeeter.
Und bim-ä-chliinä Lühndli wäährli.
macht’r as Schtellverträtter Wanderjährli!
D Ziit lauft und trotz dä Chilchäziiter
schtudiärt’r immer ächlä wiiter!
Duä wiirt dr Vatter z Näfels chrangg
und findt äläi nu schwäär dr Rangg.
Dr Emiil muäs etz plötzli häi,
äs Gschäft gaht halt nüd vu äläi.
Dr Emiil as ä flottä Suh
hätt gfolget und sich wieder chuu.
Das isch dä-n-ä für Näfels guät,
will-mä-nä glii gad wehlä tuät:
Und zwar. Das isch doch äifach klaar,
äd Oberschtuuffä vu dr Seggundar!!!
Dett hätt’r drüü Jahrzähnt schiär gwürgget
und mit dä Goofä Formlä türgget.
Und linggs und tächt dr Otti und dr Tscheri
und zwüschtdurä ächlä wagger Feri.
Hätt usägholt uss hert- und lindä
und öppä-n-au vrträhtä Grindä
as jedä daa uff derä-n-Äärdä
hätt öppä-n-öppis chännä wäärdä.
Eer sälber hätt ä nuch gschtudiärt
und glii dr naa dä toggtoriärt.
Chunnt schpeeter – we’s dä-n-öppä gaht –
nuch ehrävoll i Gmäinderaat!
Und dernig chänd dä, sappermänt!
gag-glii ä nuch ids Parlämänt.
Uss dernägä gitt's , ja, daas säg-dr.
dä mit dr Ziit au Schhuälinschpäggter!
Wer sövel chaa, chaa-si nüd schuunä,
chunnt glii dä-n-au i Kumissiuunä,
und mit dr Ziit isch dä, momoll!
dr Chara gladä und dr Chrattä voll!
Und wänn dä musikaalisch bischt
bisch glii ä nuuch än-Organischt!
Und idr Musig sind si grännt
und wändä-n-ä as Bresidänt.
Dett hätt’r nämä-n-ä-kä Ruäh
und hätt viil fürä Naachwuchs tuä.
Und ds Näfels öppis bsunders Glatts
isch immer nuuch dr Nüüi Schatz.
Dett hätt’r’s ä nuch fürchtig tribä
und gad ä Nüüi-Schatz-Gschicht gschribä.
Äs wäär dä nüüt, und wer-nä kännt,
kännt-nä as Nüüschatz-Bresidänt.
Dr Emiil kännt ä jedes Chind,
doch isch mä-n-öpper gitt’s au Find.
Äs gitt au z Näfels Hungerliider
und au vergüüschtig chäibä Niider.
Doch Niider sind halt we dr Mischt.
Äs bruucht bis öppä-n-äinä ischt,
und d Niider sind we Mischt und Tünger,
wänn d Wisä fäistet, bliibt mä jünger.
Gad mängä hätt schu mängmaal gschtutzt
und gseh: Du häsch diis Läbä gnutzt!
Du häsch uss allem öppis gmachet
und isch verreggt, häsch äifach glachet!
Doch ds Tüpfli uff ds Emiilä i
Isch halt die Frau, isch halt diis Lii.
Lii schtaht für Liäbi, Liidäschaft
für Uusgliich, Chraft und Partnerschaft.
Dän-uhni Partneri und Frau
wäär ds Läbä nämä blööd und grau.
Miir Mannävölcher wääre nüüt,
'so uhni üüser Hoochzetbrüüt.
Au wä-mes nümmä ummäträit,
so isch dä daas nuch lang nüd gsäit,
as alles ächlä chelter isch,
nu will-mä-n-ä elter isch.
Drum han-i nämä äso tänggt,
wä-mä g Gebuurtstaagsfanä schwängt,
dä wäärdi dä au gratäliärt
und d Wünsch drzuä nuch uussortiärt.
Näb Gsundhäit und näb viilä Jahr
wündsch ich än Üch as iglügglis Paar
nuch lang äso und wener’s händ,
gad wiiterfaared und au läbä chänd.
Ä Gruäz i-g-Chuchi und a p Bäsi!
Sehr häärzli üürä Oschterhäsi.
Freitag, 6. September 2019
In acht Tagen ist Engelweihe!
Die Engelweihe in Einsiedeln
oder
Der schönste Lichterbrauch der Schweiz (1)
Jedes Jahr am 14. September ist „Engelweihe“ in Einsiedeln. Das ist eigentlich die „Kirchweih“ der Gnadenkapelle im Kloster Einsiedeln. Tausende von Lichtern sind auf der ganzen Klosterfassade in allen Fenstern verteilt. Auch an der ganzen Front der Hotels, die den mächtigen Klosterplatz umrahmen, leuchten von allen Fenstern kleine Kerzenlichter in die Nacht hinaus. Die elektrischen Lampen und Strassenbe-leuchtungen sind gelöscht. Der Marienbrunnen ist geschmückt und auf dem breiten Aufgang zum Klosterportal ist ein ebenfalls lichtergeschmückter Altar aufgestellt.
Schon am Vorabend und während des Tages finden feierliche Gottesdienste statt. Abends beim Zunachten ist in zum Bersten voller Klosterkirche feierliches Chorgebet (Complet) der Mönche im Chor. Dann beginnt eine feierliche Lichterprozession mit Gesängen des ge-mischten Klosterchors und Klängen der Einsiedler Harmoniemusik-Gesellschaft, mit den Erstkommunikanten, der Klostergemeinschaft und ihren Gästen, sowie vielen Ordens-schwestern. Zuletzt tragen, begleitet von hohen Stablaternen, löbliche Einsiedler Zünftler
den grossen Baldachin, unter dem der Abt in Begleitung die grosse Monstranz trägt. Die Prozession hält bei der Gnadenkapelle inne und zieht dann in grossem Bogen über den nächtlichen Klosterplatz zum Altar. Dort wird umrahmt von Gebeten, Gesängen und nach dem Verlesen des Evangeliums der Segen erteilt. Danach zieht die Prozession zurück in die Klosterkirche. Zum Abschluss spielen zwei Spitzenorganisten auf der Mauritius- und Marienorgel Charles-Marie Widors atemberaubende Toccata der fünften Symphonie.
Man unterscheidet zwischen „kleiner“ und „grosser“ Engelweihe. Zum beschriebenen Ab-lauf der „kleinen“ Engelweihe pflegt die Lichterprozession, wenn die Engelweihe auf einen Sonntag fällt, bis weit hinunter ins Dorf zu führen, weshalb sie „grosse Engelweihe“ genannt wird. Bei schlechter Witterung finden die Feierlichkeiten in der Klosterkirche statt.
Engelweihe? Wie wurde aus der „Kirchweihe“ eine „Engelweihe“? Die Erklärung gibt eine Legende. Sie ist verbunden mit dem Konstanzer Bischof Konrad, der am 14. September 948 nach Einsiedeln gekommen war, um die Kapelle einzuweihen. Konrad hörte in der Nacht auf den Weihetag wunderliebliche Stimmen und sah Christus selber, umgeben von Engeln und Heiligen, die von der Kirche umbaute Kapelle einweihen. Als er sich am folgen- den Tag nach langem Zaudern zur feierlichen Handlung begeben wollte, hörte er eine Stimme: „Halt ein, Bruder, Gott selbst hat die Kapelle geweiht!“. Darauf habe er nicht mehr gewagt, die Weihe vorzunehmen.
Dieses legendäre Ereignis sprach sich herum und löste einen Boom von Wallfahrtsbesuch-
ern aus. Dazu trug die geschickte Klosterpolitik, die juristische Anerkennung durch päpst-liche Beglaubigungen und eine wirksame Propaganda bei. Einsiedeln wurde zu einem be-deutenden Wallfahrtsort. Die Engelweihe wurde 1466 zum Höhepunkt der vorreformatori-schen Zeit. Eine Konstanzer Chronik berichtet von 130‘000 Pilgern, wovon allein für den Kirchweihtag von 80‘000! 400 Geistliche hörten die Beichte; denn mit dem Besuch der Engelweihe wurde ein Ablass gewährt, der die Beichte voraussetzte. Das Wallfahrtswesen wurde professionalisiert. Wegen der grossen Menschenmassen mussten Vorkehrungen
getroffen werden. So musste die Schifffahrt auf Seen und Flüssen für die Pilger nach Ein-siedeln reglementiert werden. In Einsiedeln selber war grosser Personalaufwand zur Si-cherstellung der Ordnung nötig. Mit heraufkommender Reformation gingen die Pilgerzahlen zurück. Kritik und Infragestellung des Ablasswesens und der Überbetonung der kommerzi-ellen Seiten des Wahlfahrens kamen auf. Im 15. Jahrhundert wurde die Engelweihe nicht mehr jährlich gefeiert, sondern nur dann, wenn der 14. September auf einen Sonntag fiel. Die Feier dauerte dafür zwei Wochen lang. An der Engelweihe 1522 zeigte sich das Ende der vorreformatorischen Wallfahrtsepoche an. Immer weniger Pilger kamen. Huldrych Zwingli, der vorher in Glarus Pfarrer war, und seine Freunde prägten das Geschehen durch
ihre reformatorischen Predigten, die scharfe Kritik am bisherigen Wallfahrtsbetrieb enthiel-ten. Pilger beklagten die schlechte Sakramentenverwaltung der Priester und reagierten mit grosser Verunsicherung. Das Kloster machte eine Krise durch. Bald waren nur noch fünf Mönche da, 1536 keiner mehr. Ihre Aufgaben wurden an Leutpriester und Kapläne dele-giert. Zur Verstärkung zog man Weltpriester bei.
Erst nach 1600 kam ein Neuaufschwung. Das Konzil von Trient (1545-63), das sich mit
der Kritik der Reformation auseinanderzusetzen hatte und in der katholische gebliebenen Innerschweiz Wirkung zeigte einerseits und der barocke Neubau des Klosters trugen zu einer glanzvollen Wallfahrtsepoche bei und damit zu pompösen Engelweihfeiern.
Zur wechselvollen Geschichte des Klosters und der Engelweihe hat Pater Dr. Gregor
Jäggi OSB einen sehr kritischen Beitrag geschrieben, die Legende minutiös hinterfragt und Täuschungen, Ränkespiele und Fälschungen aufdeckt.
Siehe unter: Gregor Jäggi: Geschichte der Engelweihe
und
Im seinem Nachlass berichtet Albert Müller, Lokalhistoriker Näfels, dass der Stand Katho-lisch Glarus 1732 und später den Ehrenprediger für die Engelweihe stellen konnte, der vom Läufer „in der Farb“ begleitet wurde. 1766 ist dies „Probst Jacob Frantz Feltmann von Gla-rus“, 1783 ein „Caspar Freuler“, 1788 „Decan Balthasar Josef Noser, Pfarrer in Ardorf“, 1777 „Caplan Frd. Stähli“ und 1794 „Karl Josef Noser, Pfarrer zu Murg“. Eine politisch-reli-giöse Manifestation wurde die Glarner Landeswallfahrt, die ja auch heute noch gepflegt wird.
Die Tradition und das Brauchtum haben bisher die Stürme der Zeit überlebt. Nach wie
vor ist die Engelweihe fester Bestandteil des Klosters und der Klosterdorfes, das an der „Engelweihe“ einen gesetzlichen Feiertag pflegt.
Sie ist ein klassisches Beispiel wie eine Legende ein Basis für Kult und Brauchtum werden kann. Übrigens ist diese Legende mit Bischof Konrad im Bild festgehalten. Das Decken-fresko von Cosmas Damian Asam von 1725 befindet sich im Oktogon über der Kapelle.
(1) publiziert im "Fridolin", 8762 Schwanden 2015
BIld siehe: www.engelweihe.ch
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"Agätäbroot und Füürälihäiss"
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Dezämber oder Chrischt-Munet
Sunntig, 3. Dezämber 2023
D Roosä blüät und schmöggt;
d Törä schtäched.
Glii tuät dr Schmutzli nümmä chnurä, äm letschtä Taag isch
ds Jahr dä durä.