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Dreißigjährigen
Krieg bis auf zwei nach
Schweden
[* 2] geschafft worden sein; die beiden zurückgebliebenen sollen in die
Hände
des
Kurfürsten von
Köln
[* 3] und des
Priors des Kartäuserklosters gekommen und verloren gegangen sein.
(spr. behsingstohk),Stadt in
Hampshire
(England), 30 km nordöstlich von
Winchester, in einem der fruchtbarsten
Weizen- und Bohnenbezirke
Englands, mit (1881) 6681 Einw., einer
Fabrik landwirtschaftlicher Geräte, lebhaftem
Vieh- und Kornhandel.
Man sieht hier keine
Dörfer, getrennt durch weite unbewohnte
Strecken; vielmehr ist die ganze
Landschaft
dicht mit
Häusern besäet, für welche die
Kirche mit einigen naheliegenden Gebäuden den
Mittelpunkt bildet. Die Basken,
Männer
und
Frauen, sind von schönem Körperbau und zeichnen sich dadurch wie durch ihre
Stärke
[* 9] und Gewandtheit sowohl vor ihren
spanischen als ihren französischen Nachbarn aus.
Ihre Hautfarbe ist heller als bei jenen, das
Haar
[* 10] dunkel,
seltener schwarz, aber auch blond; man sieht ebensowohl dolikephale wie brachykephale
Menschen, wohl ein Zeichen, daß fremde
Einflüsse wirksam waren, die indes der
Rasse ihre charakteristischen
Züge nicht rauben konnten.
Der
Arme ist sehr stolz auf seine
Geburt, ebenso wie der Begüterte, denn einen Feudaladel kannte man hier
niemals, und die Bewohner von
Viscaya insbesondere galten sämtlich in ganz
Spanien als Adlige nach einem
Privilegium, das
Johanna vonKastilien ihnen aus Dankbarkeit verliehen hatte. Die Bewohner der Hochthäler sind fast ausschließlich
Hirten, die an der
KüsteFischer, die sich durch ihre Kühnheit berühmt gemacht haben, welche sie als die ersten auf den
Walfischfang in die nordischen
Meere führte; auch waren die Basken ehedem gefürchtete Seeräuber.
Die merkwürdige Sprache der Basken, von ihnen selbst Escuara oder Euxara genannt, zeigt mit keiner andern europäischen Sprache
die geringste Verwandtschaft. Den amerikanischen Indianersprachen, denen sie mehrfach an die Seite gestellt worden ist, gleicht
sie in betreff einiger Eigentümlichkeiten ihres grammatischen Baues, ohne daß jedoch an eine auf gleicher Abstammung
beruhende Verwandtschaft zu denken wäre. Sie ist reich an Vokalen und dadurch wohlklingend; doppelte Konsonanten kommen fast
gar nicht vor, die drei harten Konsonanten k, t, p werden vor einem Nasallaut und an dem Schluß eines Worts, auf das ein mit
weicher Konsonanz beginnendes Wort folgt, ausgestoßen, im letztern Fall der weiche Konsonant in den entsprechenden
harten verwandelt.
In der Deklination werden die ziemlich zahlreichen Kasus und der Unterschied der Ein- und Mehrzahl durch angehängte ein- oder
mehrfache Endungen ausgedrückt; doch werden Nominativ und Akkusativ nicht unterschieden. Außerordentlich formenreich ist
das Verbum, obschon in der jetzigen Sprache fast alle Verba nur in der Form von Partizipien erscheinen,
die mit den zwei Hilfsverben »haben« und »sein«
abgewandelt werden. Von ersterm wird z. B. gebildet: det »ich
habe es«, ditut »ich habe sie«, dizkizut »ich
habe sie für dich«, nazu »du hast mich«, dizkidasu »du
hast sie für mich« etc., mit durchgängiger Einschaltung aller persönlichen
Pronomina in das Verbum des Satzes, wobei dann durch Abschleifung und Verkürzung nach dem Objekt des Verbums geschiedene zahlreiche
Konjugationsarten entstanden sind.
Von jeder derselben gibt es wieder vier besondere Formen, je nachdem ein Gleichstehender, ein höher oder niedriger Stehender
oder eine Frau angeredet wird. Die fast unendliche Menge stark untereinander abweichender Formen, welche
von einem Verbum gebildet werden können, veranlaßte den Titel: »El imposible vencido«, d. h.
»das Unmögliche möglich gemacht«, welchen im vorigen Jahrhundert der Jesuit Larramendi seiner baskischen Grammatik beilegte.
Übrigens ist dieser Reichtum nicht als ein Vorzug zu betrachten, sondern vielmehr ein charakteristisches Zeichen eines
höchst primitiven Sprachbaues, der sowohl Objekt als Subjekt des Satzes am Verbum selbst besonders zum Ausdruck bringen muß,
um das gegenseitige Verhältnis der Satzglieder verständlich zu machen.
Die baskische Sprache zerfällt in 8 Hauptdialekte, die sich wieder in 25 Mundarten einteilen lassen. Diese
Einteilung rührt von Prinz Lucien Bonaparteher, der sich teils durch eigne Untersuchungen (»Le
[* 16] verbe basque«,
Par. 1869), teils durch die Anregung grammatischer Arbeiten am meisten um die Aufklärung der baskischen Sprache verdient gemacht
hat. Grammatiken lieferten Blanc (Lyon
[* 17] 1854) und van Eys (2. Aufl., Amsterd. 1867); eine Grammatik von Hannemann
steht zu erwarten. Wörterbücher veröffentlichten Chaho (Bayonne 1856), Fabre (das. 1870), van Eys (Par. 1873), dem auch
die erste »Vergleichende Grammatik der baskischen Dialekte« (das. 1879) verdankt wird; ein baskisch-spanisches Wörterbuch Aizquibel
(Tolosa 1882-84, 2 Bde.). Einen wichtigen
»Essai sur la langue basque« verfaßte Ribáry (franz. von Vinson, Par. 1877); über das Verhältnis der alten iberischen Sprache
zum Baskischen schrieben W. v. Humboldt (1821) und neuerdings, gegen Humboldt polemisierend, van Eys und Vinson (1874).
Vgl.
auch Broca, Origine et repartition de la langue basque (Par. 1875).
Die alten iberischen Münzen
[* 18] und Inschriften sind noch nicht entziffert. - Die höchst unbedeutende baskische
Litteratur besteht größtenteils aus Erbauungsbüchern; außerdem sind einige Liedersammlungen (z. B. »Cancionero basco« von
Monterola, 1880) und die meist noch ungedruckten Pastorales zu erwähnen, d. h. ländliche Schauspiele teils geistlichen Inhalts,
teils auf die Rolandssage bezüglich, welche die Landleute in den baskischen Dörfern aufzuführen pflegen.
Das älteste gedruckte Werk ist eine Gedichtsammlung von 1545, auch ältere Handschriften sind nicht vorhanden.
Geschichte. Die Basken, deren Ursprung in neuester Zeit, namentlich in Frankreich, vielfach erörtert ward, müssen zur Zeit für
die ältesten Bewohner Europas gehalten werden. Sie sind die Nachkommen der Vaskonen, eines Zweigs der
alten Iberer, welche ganz Spanien und das südwestliche Frankreich innehatten, aber von den eingedrungenen Kelten frühzeitig
gegen W. und SW. verdrängt wurden und vermischt mit ihnen die Keltiberer bildeten. Von den Römern, welche (durch Pompejus) 74 v. Chr.
Pompeiopolis (Pamplona) gründeten, wurde das Volk nie vollständig unterjocht, und auch nach dem Untergang
des römischen Reichs bewahrte es sich in seinen Bergen
[* 19] im ganzen seine Unabhängigkeit. Um 580 n. Chr. wurden die Basken von dem
in Spanien herrschenden Westgotenkönig Leovigild besiegt (der zur Erinnerung an diesen SiegVictoria,
[* 20] jetzt Vitoria,
gründete) und so hart behandelt, daß ein Teil von ihnen in das südliche Frankreich auswanderte, welches von ihnen den NamenGascogne erhielt.