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Im 14.Jh war das Landgut Holee Eigentum des Chorherrenstifts St.Leonhard. Ab dem 16.Jh gehörte es dann grossteils der Basler Dompropstei. Man unterscheidet dabei beim Holeegut zwischen dem Gut der Propstei und einem sogenannten Eigengut, welches 120 Jucharten gross war. Hier habe sich ein älteres Haus erhobenen, bis David Joris unter dem Namen Johann von Brügge das Gut kaufte.
Er liess um 1553 das alte Gebäude abbrechen und an seiner Stelle das kleine Schloss errichten. Auch nach dem Tod von David Joris und dem Skandal um sein Doppelleben blieb das Holeeschlösschen im Besitz der Familie. Johann Georg von Brugg, der Enkel des Sektenführers, veräusserte das Landgut schliesslich im Jahr 1591 an Leonhard Respinger. Dieser besass die Liegenschaft bis 1605.
Während langer Zeit war das Anwesen eine Art Gegenstück zum Binninger Schloss. Zum Holeeschlösschen gehörte auch ein Sitz in der Kirche St.Margarethen, wo die Familie Respinger ihr Gesangbuch in einem speziellen Einlagekästchen aufbewahrte. Im Jahr 1605 erwarb Rudolf Stehelin das Holeeschlösschen. Anteil am Schlossbesitz hatte ab 1626 ein Glaubensflüchtling aus der Champagne.
Es war der Hugenotte Constantin de Rocbine, der im Laufe der Zeit schliesslich das ganze Gut in seine Hand brachte. Zu seiner Zeit wurde vermutlich der Flügel auf der Rückseite angebaut, der heute wieder verschwunden ist. Am 28.März 1663 veräusserte er schliesslich all seine Güter in der Holee an Hans Rudolf Faesch. Der gute Mann hatte sein Amt als Prediger verloren.
Als Prediger hätte Faesch eine zu schwache Stimme gehabt, was ihn sein Amt gekostet habe. Er verdiente danach seinen Lebensunterhalt als Ratsredner und Rathausknecht. Um 1691 kam das Schlossgut in die Hand von Faeschs Schwager Mattias Ehinger. Seine Familie besass das kleine Schloss bis ab 1831 rege Handänderungen folgten.
Mit der Zeit kam zum Flügel der unter de Rocbine entstanden war ein weiterer auf der anderen Seite hinzu. Eine Zeichnung zeigt um 1752 das Gebäude mit dem heutigen Mittelteil aus der Zeit von David Joris. Ein Flügel schliesst dort auf der Ostseite an, wo heute das Türmchen aus der Fassade ragt. Der barocke Flügel auf der Westseite hatte eine Laube und ein Türmchen mit einem Abort.
Zwar gehörte das Schlossgut bis 1831 der Familie, aber Ehingers besorgten den Unterhalt nicht mehr selber. Sie hatten es vielmehr vermietet, ein Lehensmann führte die Landwirtschaft des Schlossguts, zu dem noch einige Häuser in der nächsten Umgebung gehörten. In jener Zeit gab es oft Differenzen mit der Obrigkeit von Binningen.
Der Eigentümer der Schlosses genoss gewisse Privilegien, so etwa Befreiung von Fron- und Wachtdienst. Diese Rechte glaubten jedoch auch die jeweiligen Mieter des Holeeschlösschens beanspruchen zu können. Darüber kam es 1790 zu derartigen Streitigkeiten, dass sich sogar der Rat von Basel mit der Angelegenheit befassen musste.
Von jenen alten Gebäuden in der Umgebung des Schlosses steht nur noch das Haus am Holeerain Nr.42 welches ein dreigeteiltes Fenster zur Stadt hin aufweist, wo die Jahreszahl 1642 zu lesen ist. Das Haus befindet sich heute allerdings in einem traurigen Zustand. Nach 1831 war das Schloss für einige Zeit der Landsitz des Herrn Niklaus von Brunn.
Er war von 1810 bis 1846 Pfarrer zu St.Martin und begründete darüber hinaus die Basler Mission. Bevor er nach St.Martin kam amtete er als Pfarrherr von 1795 bis 1804 in Bubendorf und danach in Liestal. Im Jahr 1843 kam das Holeeschlösschen dann in die Hand des Bierbrauers Rudolf de Bary. Er machte daraus eine Bierbrauerei mit Pintenwirtschaft, wo man bis 1929 gemütlich einkehren konnte.
Das kleine Schloss sollte über achzig Jahre Basler Biergeschichte schreiben. Das Löwenfels-Bier war in Basel als der kräftigste der lokalen Gerstensäfte bekannt. Es wurde zunächst von 1835 bis 1852 von Heinrich Specker gebraut, dem bis 1873 Rudolf Brändlin als Brauer folgte. Auch das Holeeschlösschen wurde in die Produktion und Lagerung des Biers miteinbezogen.
Brändlin liess einen Lagerkeller in den Hang bauen, von dem man später glaubte, dass dies ein Geheimgang aus den Tagen des David Joris sei. Das Löwenbräu genoss einen ausgezeichneten Ruf in Basel, bis man so ungeschickt war einen offenbar besonders begabten Braumeister zu entlassen, woraufhin das Ansehen des Biers in den Keller sank.
Anno 1901 erwarb die Salmenbrauerei Rheinfelden das Schloss. Nach dem Ende des Wirtschaftsbetriebs wurde um 1930 der Barockflügel mit dem Aborttürmchen abgerissen. Auch der andere Flügel gegen Westen ist heute verschwunden. Um 1971 trug man sich zeitweise mit dem Gedanken das Gebäude als Lokal für eine Bürgerstube und ein Heumatmuseum zu nutzen, was aber nicht geschah.
Die Salmenbrauerei war bis ins Jahr 1973 Eigentümerin des Schlossguts Holee, welches heute renoviert ist und sich wieder weitgehend als jenes Baudenkmal präsentiert, der im 16.Jh im Auftrag von David Joris errichtet wurde. Man kann das Schlösslein jenseits des Dorenbachs in wenigen Gehminuten ab der Bushaltestelle Holee erreichen
1974 hat ein Binninger Bürger das Holeeschloss gekauft und es restaurieren lassen. Es steht unter Denkmalschutz.
Das Schlossgut Holee entstand aus baslerischem Kirchenbesitz. Es war nie ein «Schloss», sondern ein herrschaftlicher Landsitz. Heute sind von der ehemaligen Anlage nur noch der senkrecht zum Hang stehende Hauptflügel und der Treppenturm an der Ostseite erhalten.
Bibliographie