Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/3370

Ausbruchsicher. Dafür ist die berüchtigte Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana in den 1930ern bekannt: wegen der Insellage, den Strömungen und den Haien, die im Meer auf Frischfleisch warten.
Der perfekte Ort also, um dahin Mörder, Fälscher und andere Kriminelle zu verbannen. Henri «Papillon» Charrière (Charlie Hunnam) muss eine lebenslange Haftstrafe absitzen. In Frankreich wurde er zu Unrecht wegen Mordes verurteilt. Papillon denkt nur an zwei Dinge: Flucht und Freiheit. Schon auf der Schiffsreise zur Strafkolonie schmiedet er Ausbruchspläne.
Er trifft auf den verurteilten Fälscher Louis Dega (Rami Malek). Papillon rettet ihm das Leben und folgender Deal entsteht: Der wohlhabende Dega wird Papillon die Flucht finanzieren. Denn alles, was man für einen Ausbruch braucht, kostet auf der Strafkolonie Geld. Im Gegenzug steht Dega unter dem Schutz von Papillon.
Zusammen mit zwei weiteren Häftlingen wagen sie einen Fluchtversuch mit einem viel zu kleinen Boot. Einer von ihnen ist André Maturette, beeindruckend gespielt vom Schweizer Joel Basman.
Joel Basman
Schauspieler
Der Schweizer Schauspieler wuchs in Zürich auf. In der beliebten Schweizer Serie «Lüthi & Blanc» hatte Joel Basman als Jugendlicher seinen ersten Fernsehauftritt. Der Durchbruch gelang dem heute 28-Jährigen mit dem Drama «Luftbusiness».
Für die Rolle als russischer Strassenjunge wurde er 2008 von der Berlinale-Jury zu einem von neun Shootingstars gekürt.
2010 spielte er in «Sennentuntschi», bevor er 2011 seinen internationalen Durchbruch feierte. Basman spielte in «Hanna», neben Schauspielgrösse Cate Blanchett, einen aggressiven Skinhead. Drei Jahre später stand er mit Hollywoodbeau George Clooney im Spielfilm «The Monuments Men» vor der Kamera.
Romanvorlage und Remake
Der Film «Papillon» basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage. Autor Henri Charrière schildert in diesem autobiografischen Roman seine Gefangenschaft in Französisch-Guayana.
Das Buch erschien 1969 und wurde ein Besteller. In Frankreich war er 21 Wochen lang auf Platz 1. «Papillon» wurde ausserdem in 21 Sprachen übersetzt.
Der Wahrheitsgehalt des Buches wurde oft in Frage gestellt. Kritiker behaupteten, dass Henri Charrière vieles nicht selber erlebt habe. Es wären Geschichten von anderen Häftlingen, von denen er nur gehört habe.
Trotz der Kritik kam 1973 die erste Verfilmung des Romans - mit Steve McQueen und Dustin Hoffman in den Hauptrollen - in die Kinos.
Henri «Papillon» Charrière hatte die Dreharbeiten kurz vor seinem Tod besucht. 5 Monate später starb er in Madrid an Kehlkopfkrebs.
Film-Fazit
«Papillon» ist ein starker und intensiver Film, bei dem der Zuschauer mitleidet. Die grausamen Haftbedingungen und die sadistischen Behandlungen durch die Wärter fahren ein.
Hauptdarsteller Charlie Hunnam («Sons of Anarchy», «Pacific Rim») verkörpert den lebenshungrigen Papillon mit viel Körpereinsatz. Der Schweizer Shooting-Star Joel Basman muss sich nicht hinter dem Hollywood-Star verstecken. Basman überzeugt mit seinem mimischen Spiel und passt perfekt in die Rolle des jungen, kaputten Gefangenen. Ein starker Auftritt!