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Andere Namen: im älteren Ortsdialekt des Bruggbachtals heisst er etwas verschliffen Bruppach.
Hydrologie: Der Bruggbach ist ein etwa 19 km langer Bach, der bei Hochwasser aber zu einem kleinen Fluss anschwellen kann. Sein Wasser stammt aus zahlreichen Nebenbächen. Die Länge des Bruggbachs ist noch nicht ganz genau bestimmt, denn die 19 km sind eine Schätzung der OGS. Die ofizielle Quelle des Bruggbachs liegt auf dem Gemeindegebiet von Kienberg im Kanton Solothurn und zwar an der Geissfluh auf 837 m.ü.M. Dort entspringt er als ein kleines Bächlein. Innerhalb des engeren Siedlungsgebietes von Kienberg wird er Dorfbach genannt. Allerdings ist die Bezeichnung Bruggbach auch für den ganzen Lauf des Gewässers üblich. Ab einer Höhe von 477 m.ü.M. bildet er dann für rund einen Kilometer die Kantonsgrenze zum Aargau. Auf 455 m.ü.M. tritt er dann ganz in den Kanton Aargau über. Hier durchfliesst er das Gemeindegebiet von Wittnau, wo er als Altbach bezeichnet wird. Ausserhalb von Wittnau vereinigt er sich mit dem Wölflinswilerbach und wird nun wieder Bruggbach genannt. Dies kann man feststellen, wenn man entweder die topografischen Karten der Schweiz oder dann die Karte "Am Mosterbach" betrachtet, die von Google Maps geliefert wird.
Der Wölflinswilerbach weist heute etwa die gleiche Wassermenge auf wie der Altbach. Noch vor 60 bis 100 Jahren waren beides zwei Bäche mit erheblich mehr Wasser als heute. Darauf hat mich der Müller von der Altbachmühle in Wittnau aufmerksamt gemacht, der von seinem Vater her noch wusste, dass der Bach damals noch soviel Wasser lieferte, dass dieser seine Mühle noch zu 100% mit Wasserkraft betreiben konnte. Er wusste auch, dass der Grundwasserspiegel heute um gute 20 Meter tiefer liegt, als damals. Die Mühle wird heute elektrisch betrieben.
Der Wölflinswilerbach gilt als ein Nebenbach des Bruggbachs. Er teilt sich in Wölflinswil zum Quellgebiet hin in den Pilgerbach sowie in den Benknerbach. In den topografischen Landeskarten wird er namenlos geführt. Der Pilgerbach entspringt auf 643 m.ü.M. in der Flur Pilgermösli auf der Saalhöhe. Der Benknerbach entspringt in der Büntematt auf 637 m.ü.M in Benken.
Der Bruggbach durchfliesst ein Seitental des Fricktals, welches geografisch als Bruggbachtal bezeichnet wird. Der Bruggbach mündet in Frick auf 343 m.ü.M. in die Sissle.
Das Einzugsgebiet ist 44,6 km² gross und die Wasserführung des Bruggbachs beträgt bei der Mündung im Jahresmittel rund 0.65 m³ pro Sekunde. Nach ein paar Regentagen führt der Bruggbach mehrere Tage lang deutlich mehr als 1 m³ Wasser, danach sinkt seine Wassermenge wieder bis zum nächsten Regen deutlich ab.
Urkundlich überlieferte Namen: Für den Bach sind ohne vertiefte Nachforschungen ausser Bruggbach und Bruppach und den Dorfnamen Dorfbach und Altbach keine älteren Namen auffindbar.
Geologie: Das Quellgebiet des Bruggbachs liegt auf dem Benkner Joch. Es gehört zum Übergangsbereich vom Faltenjura zum Tafeljura. Direkt anschliessend nach der kantonalen Messstelle befindet sich der rund 10 Meter hohe, mehrstufige Bruggbachfall, welcher mit einigen Betonschellen befestigt wurde. Dabei hat man darauf geachtet, die Verbauungen so zu gestalten, dass der Wasserfall bei Hochwasser weiterhin ein echtes Schauspiel liefert. Bei normaler Wasswasserführung hingegen ist er völlig unauffällig. Die erste Fallstufe staut dabei den Bach auf einer Länge von knapp 30 Meter, sodass dort ein 40 cm tiefer kleiner Stausee entstand. Er bildet heute den einzigen "See" in Gipf-Oberfrick. Früher gab es beim Hotel Hirschen einen weiteren "Stausee", welcher für Kurgäste angelegt wurde. Dieser existiert heute nicht mehr.
Flussgeschichte: Der Bruggbach führt normalenweise bei der Mündung in die Sissle so um die 650 Liter Wasser pro Sekunde, doch gab es am 22. Februar 1999 ein Hochwasser, wo es über 45 m³ waren. Am 1. Februar 2020 wurden max. 6.3 m³ gemessen. Umgekehrt kann der Bruggbach auch sehr wenig Wasser führen, was man in den heissen und trockenen Jahren 2003 und 2018 sehr schön beobachten konnte. Im Sommer 2018 schaffte es der Bach sogar, fast gänzlich auszutrocknen! Der Bruggbach ist auf dem Gemeindegebiet von Frick und Gipf-Oberfrick weitgend naturbelassen. Um aber das Erodieren der Ufer zu vermeiden, wurde er an den steileren Stellen mit Stufen versehen. In Gipf-Oberfrick unterhält der Kanton seit 1979 eine Messstelle am Bach.
Quellen: eigene, Topografische Landeskarten, Google Maps, Gemeindeinfos von Frick und Gipf-Oberfrick.