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Trotz ihres historischen Wahlsiegs in Irland ist die republikanische Sinn-Fein-Partei künftig nur zweitstärkste Kraft im neuen Parlament. Nach Auszählung aller Stimmen am Dienstagmorgen kommt die Partei von Mary Lou McDonald auf 37 der 160 Sitze im Unterhaus.
Die Mitte-rechts-Partei Fianna Fail errang demnach 38 Mandate. Die Fine Gael von Premierminister Leo Varadkar verteidigte lediglich 35 Sitze.
Die linksgerichtete Sinn Fein hatte bei der Parlamentswahl am Samstag mit 24.5 Prozent die meisten Stimmen erhalten und damit die etablierten Parteien Fianna Fail und Fine Gael überflügelt. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 63 Prozent.
Aufgrund des komplizierten Wahlsystems in Irland fällt das Kräfteverhältnis im Parlament etwas anders aus. Zudem hatte Sinn Fein nur 42 Kandidaten aufgestellt - etwa halb so viele wie die beiden Mitte-rechts-Parteien.
Das neue Parlament kommt am 20. Februar erstmals zusammen. Sinn-Fein-Chefin McDonald erhob bereits Anspruch auf den Posten der Regierungschefin. «Ich werde wohl der nächste Taoiseach (Regierungschef)», sagte sie am Montag in Dublin. Sie führe bereits Gespräche mit kleineren linken Parteien, um auszuloten, ob eine Regierung ohne die beiden grossen Mitte-rechts-Parteien möglich sei.
Fine Gael und Fianna Fail, die seit der Unabhängigkeit Irlands fast immer abwechselnd die Regierung stellten oder zusammen regierten, hatten eine Zusammenarbeit mit Sinn Fein vor der Wahl ausgeschlossen. Die Partei war der einstige politische Flügel der irischen Untergrundarmee IRA und strebt ein vereintes Irland an - mit dem zu Grossbritannien gehörenden Nordirland. (aeg/sda/afp)