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Das Vorsorgesystem der Schweiz basiert auf dem sogenannten Drei-Säulen-Prinzip, das seit 1972 in der Bundesverfassung verankert ist. Die erste Säule steht für die staatliche, die zweite für die berufliche und die dritte für die private Vorsorge. Jede der drei Säulen wirkt ergänzend zu den anderen. Zusammen sorgen sie für eine stabile finanzielle Absicherung nach der Pensionierung und decken folgende Risiken ab: das Alter, die Hinterlassenschaft und die Invalidität.
«AHV und Pensionskasse sollen zusammen 60% des letzten Lohnes gewährleisten.»
Die 1. Säule, kurz erklärt.
Sie entspricht dem staatlichen Konzept der Altersvorsorge, also der AHV, und soll den finanziellen Existenzbedarf im Alter sicherstellen. Zudem versichert sie den Invaliditätsfall und sorgt im Todesfall für die Absicherung der Hinterbliebenen. Sie wird nach dem UmlageverfahrenDie Prämien der Aktivversicherten dienen zur Finanzierung der Renten der Pensionierten. finanziert, bei dem die einbezahlten Beiträge unmittelbar zur Finanzierung der Altersleistungen herangezogen werden, sodass darauf kaum Anlagerenditen erwirtschaftet werden können.
Die 2. Säule, kurz erklärt.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind verpflichtet, Geld in die 2. Säule einzuzahlen. Ziel dieser beruflichen Vorsorge ist es, auch nach der Pensionierung die gewohnte Lebensweise fortführen zu können. Gemäss Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) von 1985 funktioniert sie nach dem KapitaldeckungsverfahrenJeder Versicherte spart während seiner Erwerbstätigkeit das erforderliche Kapital für sich selbst an.. Das bedeutet, dass alle Versicherten während ihrer Erwerbstätigkeit Kapital ansparen müssen, um die Vorsorgeziele fürs Alter sicherzustellen. So haben Arbeitnehmer ab dem 25. Lebensjahr und einem jährlichen Erwerbseinkommen von mindestens CHF 21ʼ330.– wie auch Arbeitgeber mindestens gleich viel in die Pensionskasse einzuzahlen. Diese Beiträge fliessen dann ins Altersguthaben, welches die Pensionskassen an den Kapitalmärkten investieren, um zusätzliche Erträge für die Arbeitnehmer zu erwirtschaften und so das Rentenniveau positiv zu beeinflussen.
Die 3. Säule, kurz erklärt.
Diese entspricht der individuellen Vorsorge auf freiwilliger Basis und soll zusätzliches Vorsorgesparen und -versichern fördern. Während die Säule 3a über Steuererleichterungen Sparanreize schafft, beinhaltet die Säule 3b Spar- und Versicherungsmassnahmen ohne besondere steuerliche Privilegien.
Aktuell verwalten die Schweizer Pensionskassen ein Vermögen von insgesamt rund 1ʼ080 Milliarden Franken, welches sie nach den 2015 in Kraft getretenen Anlagevorschriften gemäss BVV2Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge möglichst gewinnbringend investieren müssen. Wie die unten stehende Grafik zeigt, tragen die Erträge der Vermögensanlagen einen beträchtlichen Teil zur späteren Rente aus der 2. Säule bei – über die letzten zehn Jahre gerechnet waren es rund 41% und damit etwa gleich viel wie der Beitrag der Arbeitgeber. Deshalb wird auch gerne vom «3. Beitragszahler» in der 2. Säule gesprochen.