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Verantwortete Elternschaft
Die Ehe ist die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Mann und Frau. Wenn zwei Menschen heiraten, nehmen sie sich gegenseitig ganz an, mit Leib und Seele. Sie bejahen auch ihre Fruchtbarkeit und sind bereit, das Leben weiterzugeben.
Es ist nicht so, wie oft behauptet wird, dass die katholische Kirche von den Ehepaaren möglichst viele Kinder erwartet. Sie lädt hingegen die Eltern ein, bei der Zahl der Kinder grossherzig zu sein. Die Verantwortung, was Grossherzigkeit in einer konkreten Ehe heisst, liegt beim Elternpaar selbst.
Rein statistisch betrachtet, muss in unseren Verhältnissen eine Frau etwas mehr als 2 Kinder haben, damit die Bevölkerung stabil bleibt. Da die durchschnittliche Fruchtbarkeit in den meisten europäischen Ländern weit unter 2 Kinder pro Frau gesunken ist, muss man heute den Eltern Mut machen zum 3. Kind! Denn die Zuwanderung von jungen Menschen aus anderen Ländern ist nicht unbegrenzt möglich. Und die Entwicklung läuft dort tendenziell in die gleiche Richtung.
Verantwortete Elternschaft heisst also, dass es in der Verantwortung der Eltern liegt, die Zahl ihrer Kinder und die Abstände der Geburten zu bestimmen. Zwar lehnt die katholische Kirche aus ethischen Gründen die Empfängnisverhütung ab, aber sie empfiehlt und fördert die sogenannte Natürliche Familienplanung (NFP) oder natürliche Empfängnisregelung (NER). Diese besteht darin, dass die Frauen ihren Zyklus selber beobachten. Sie lernen ihn beispielsweise durch die Beobachtung des Zervixschleimes und gegebenenfalls auch durch die Messung der Aufwachtemperatur so gut kennen, dass sie genau wissen, an welchen Tagen sie fruchtbar oder unfruchtbar sind. Solange sie ein weiteres Kind nicht verantworten können, verzichten sie sich während den wenigen möglicherweise fruchtbaren Tagen eines Zyklus auf den Geschlechtsverkehr und pflegen andere Formen der Liebe und Zärtlichkeit.