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Zunächst: Ich verwende hier den Begriff „Massenmedien“ falsch. Gemeint ist nicht das, was man im medientheoretischen Sinn als „Massenmedium“ bezeichnet (also ein Medium, das potenziell gleichzeitig eine Masse von Menschen erreicht, weil es sich im weitesten Sinn um ein Broadcast-Medium handelt, also um ein Medium, das sich dadurch auszeichnet, dass ein Inhalt einmal gefertigt und dann gleichzeitig an viele Menschen verbreitet wird). Nein, ich meine eigentlich: Gibt es noch Medienprodukte, die eine Masse von Menschen, die Mehrheit an einem Ort, erreichen?
Die Zeitung ist es nicht (mehr). Auch 20Minuten erreicht nicht die Mehrheit der Menschen etwa hier in Basel, sondern bloss eine bestimmte Schicht und meist vor allem Pendler. Klassische Tageszeitungen sind heute Produkte für eine Oberschicht. Wenn überhaupt. Gerade in Basel hört man die Klage häufig: Basel hat das Lead-Medium verloren. Es gibt kein Medium mehr, das „die Stadt“ erreicht. Die BaZ ist es nicht mehr, die bz ist es noch nicht, Regionaljournal und Telebasel senden zu punktuell, als dass sie eine Mehrheit erreichen könnten. Einen Internetdienst gibt es ohnehin nicht, der in einem bestimmten geographischen Raum die Mehrheit der Menschen erreicht. Ja wer dann?
Anders gefragt: Wie macht man etwas im städtischen Raum wirklich bekannt? Wie sorgt man dafür, dass die Mehrheit der Baslerinnen und Basler von etwas erfahren? Es gibt nur noch ein Medium, mit dem man (potenziell) die Mehrheit erreicht: Das Plakat. Es geht in Medienanalysen oft vergessen, es hat aber ganz bestimmt die höchsten Beachtungsquoten aller Medien, weil man sich einem guten Plakat schlicht nicht entziehen kann. Natürlich bedingt das, dass eine Plakatkampagne mit einem hohen Plakatierungsdruck viele Kontaktflächen schafft. Eine vielleicht günstigere Alternative bieten die Trams der Stadt: Sie fahren, mit Werbung bemalt und also als mobile Plakate, durch den ganzen städtischen Raum und sorgen so dafür, dass sehr viele Menschen mit einer Botschaft in Berührung kommen.
So kommt es zu der absurden Situation, dass im Zeitalter des Internets, der digitalen Revolution die quietschende, alte Trambahn zum letzten Massenmedium avanciert.