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Auf dem ehemaligen Färberei-Areal wurden in Etappen vier Neubauten projektiert, die schliesslich zusammen mit der sanierten und ausgebauten «Blauen Fabrik», einer ehemaligen Textilfärberei, ein Ensemble bilden werden. Das ursprüngliche Industrieareal entwickelt sich so sukzessive zu einem urbanen Quartier mit Wohn-, Gewerbe- und Büronutzungen. Die lang gestreckten, kubischen Baukörper sind fächerförmig in den Hang gesetzt und erzeugen fliessende Zwischenräume, die sich zu Plätzen ausweiten. Über alle Bauetappen hinweg wurde in Zusammenarbeit mit dem Künstler Harald F. Müller die Farbgebung der Bauten entwickelt.
Haus 1
Im langen, fünfgeschossigen Gebäude 1, das parallel zur Kante des seeseitig steil abfallenden Hangs liegt, sind 35 Mietwohnungen in einem variablen Mix mit 3,5 bis 7,5 Zimmern angeordnet. Auf den beiden an die «Blaue Fabrik» angrenzenden Geschossen entstanden flexibel teilbare Büroflächen sowie eine Kinderkrippe im Erdgeschoss.
Charakteristisch für die Geschosswohnungen ist die Anordnung der Zimmer um einen zentralen Wohn- und Essbereich, an den auch die Küche angeschlossen ist. Jeweils zwei in das Volumen einspringende Loggien erweitern den durchgehenden Wohnraum zur Seeseite und nach Süden. Die weiträumige Wirkung des Grundrisses wird durch geschosshohe Fenster verstärkt. Sie lassen Südlicht in die Wohnräume und geben den Blick Richtung Norden auf den Zürichsee und die gegenüberliegende Küste frei. Die Aussenräume der Attikawohnungen sind als grössere Patios gestaltet, die sich nicht nur zur Fassade, sondern auch zum Himmel öffnen. Durch die Hanglage wechselt die Typologie in den beiden unteren Geschossen zu Maisonettewohnungen. Der Tagbereich mit Wohnen, Essen und Küche ist dort im oberen Geschoss über die gesamte Gebäudetiefe organisiert. Der Nachtbereich mit den seeseitigen Zimmern liegt ebenerdig im unteren Geschoss.
Die äussere Erscheinung des Gebäudes wird durch das Raster der tragenden monolithischen Sichtbetonstruktur geprägt. Die Betonflächen der Fassade sind mit einer weissen Lasur gestrichen, während alle Bauteile in den Fassadenöffnungen einen metallischen Charakter besitzen; von den farblos eloxierten Holz-Aluminium-Fenstern über die Lamellenstoren bis zu den Glasbrüstungen, die leicht verspiegelt sind. In den Erschliessungsräumen sind die Liftkerne mit einer hochglänzenden Silberfarbe gestrichen. Die Umfassungswände in Sichtbeton sind teils mit einem matten Gelbgrün, teils mit einer transparenten Lasur behandelt.
Haus 2 und 3
Als letzte Etappe werden auf dem nordwestlichen Teil des Grundstücks zwei weitere Gebäude mit einem kleinen vorgelagerten Park realisiert. Den Schwerpunkt bilden bei Haus 2 kleiner geschnittene, preisgünstige Mietwohnungen für Familien, bei Haus 3 Wohnungen für ältere Menschen.
Um von der besonnten, aber lärmexponierten Südwestseite zu profitieren, werden für Haus 2 Geschosswohnungen mit einem durchgesteckten, aber versetzten Wohn-, Koch- und Essbereich angeboten. Mit dieser Grundrissanordnung entsteht ein variabler Mix aus 48 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. Die Nasszellen, Nebenräume und vertikalen Erschliessungen sind in der Mittelzone angeordnet, die gleich grossen Wohnraumhälften können flexibel genutzt werden. Wo das Gelände am östlichen Teil des Gebäudes ansteigt, werden im Erdgeschoss Maisonettewohnungen angeboten. Am westlichen Kopfende, zum Platz hin, stehen Räume für eine publikumsorientierte Nutzung zur Verfügung.
Im kompakten Grundriss von Haus 3 sind pro Geschoss fünf 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen angeordnet. Es gibt zwei einseitig orientierte Wohnungen im Südwesten, zwei Wohnungen sind über Eck an der Südostseite angeordnet. Eine dreiseitig orientierte Wohnung liegt an der Nordwestseite. Mit dieser Grundrissdisposition von verschieden grossen Wohnungen und einer Pflegeeinrichtung im Erdgeschoss wird vor allem auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingegangen.
Aussen sind die beiden Häuser lasierend hellbeige und kieselgrau gestrichen. Bei den inneren, über Oberlichter belichteten Treppenhäusern wird das Farbkonzept mit kräftigen Tönen fortgesetzt.
Haus 5
Auf den südwestlichen, zweiseitig abfallenden Teil des Grundstücks nahe den Bahngleisen wurde ein sechsgeschossiger Baukörper mit elf Eigentumswohnungen gesetzt. Für das Gebäude wurden neben unterschiedlichen Geschosswohnungstypen auch besondere Attika- und Maisonette-wohnungen entwickelt. In den oberen Geschossen sind die Wohnungen dreiseitig und teilweise sogar vierseitig orientiert und geben neben dem Seeblick die Sicht auch nach Süden zum Gebirgspanorama frei. Die steile Hanglage bedingt in den Wohnungen der unteren Geschosse eine einseitige Orientierung zum nordostseitig gelegenen See. Alle Wohnungen weisen aber generöse Aussenräume auf: Infolge des im Dachbereich abgeschrägten Gebäudevolumens verfügen die beiden oberen Wohnungen über weite Dachterrassen; die anderen Wohnungen besitzen je nach Grösse ein oder zwei Loggien. Die beiden ebenerdigen Wohnungen haben zudem Aussensitzplätze.
Um die Lichtführung im Treppenhaus zu akzentuieren, ist die innenliegende Längswand über alle Geschosse mit einer Goldfarbe gestrichen und im Eingangsbereich durch einen rosa Farbanstrich auf der gegenüberliegenden Wand ergänzt. Die tragende monolithische Sichtbetonstruktur der Fassade ist mit einer braunen Lasur behandelt, während alle Einschnitte in den Gebäudekörper, die Fassadenöffnungen, Loggien und Dachterrassen, unbehandelt bleiben. Die Holz-Aluminium-Fenster sind aussen fein golden eloxiert.