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Auf Anfrage der türkischen Regierung fand zwischen dem 4. und 14. November 2013 eine Inir-Mission statt, die das Programm der Türkei zur Einführung der Kernenergie prüfte. Die internationalen Experten der IAEO lobten die starke Unterstützung des Kernenergie-Ausbauprogrammes von Seiten der Regierung und merkten an, die behördlichen Organisationen seien gut untereinander vernetzt. Die IAEO empfahl der Türkei, die nationale Strategie zur Kernenergie fertigzustellen und die nukleare Aufsichtsbehörde zu stärken. Insgesamt sind in der Türkei 25 Organisationen am Aufbau der nationalen Kernenergie-Infrastruktur beteiligt. Die Türkei wählte für ihre geplanten Kernkraftwerke den «build-own-operate»-Ansatz (BOO-Projekt), bei dem ein Unternehmen das Werk auslegt, baut, betreibt und wartet. Die IAEO-Experten stellten fest, dass dieser BOO-Ansatz erstmals angewandt wird. Er sei indes sehr interessant, da die zwei grössten Herausforderungen für neu in die Kernenergie einsteigende Länder – die Finanzierung sowie die betriebliche Erfahrung – ausgelagert würden.
Die Inir-Missionen haben zum Ziel, IAEO-Mitgliedstaaten bei der Beurteilung ihrer nationalen Infrastruktur für die Einführung oder den Ausbau der Kernenergie zu unterstützen. In der Türkei sind gegenwärtig zwei Kernkraftwerksprojekte fortgeschritten. Das Kernkraftwerk Akkuyu entwickelt der russische Staatskonzern Rosatom als Eigentümerin. Das Kernkraftwerk Sinop erstellt ein internationales Konsortium aus der japanischen Mitsubishi Heavy Industries Ltd. (MHI) und der Itochu Corporation sowie der französischen GDF Suez SA und der türkischen Electricity Generation Company (Elektrik Üretim AS – EÜAS). Die Türkei prüft ferner den Bau eines dritten Kernkraftwerks.
Quelle
D.S. nach IAEO, Medienmitteilung, 14. November 2013