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Träume haben Menschen seit Beginn der Geschichtsschreibung fasziniert. Trotzdem ist die Funktion von Träumen weiterhin unbekannt. Ein Problem der Traumforschung ist, dass Träume privat und schwer fassbar sind, und man sich auf (unvollständige) Traumberichte stützen muss. Um Träume besser zu verstehen, braucht es deshalb einen interdisziplinären Ansatz, welcher Kenntnisse und Methoden aus der Philosophie, Psychologie, Biologie und Informatik kombiniert.
In diesem Projekt wird die Rolle von Träumen in der Gedächtsniskonsolidierung und emotionalen Verarbeitung untersucht. Dafür werden von über 100 Probanden Traumberichte und die korrespondierende neuronale Aktivität erhoben. Dabei wird zum einen die spontane Inkorporation von einer Gedächtnisaufgabe in Träumen untersucht, zum anderen wird versucht, Träume zu manipulieren. Dies geschieht durch 2 verschiedene Ansätze:
1) Es werden Wörter aus der Gedächtnisaufgabe während dem Schlaf präsentiert,
2) Die Probanden werden instruiert sich bei luziden Träumen die Bilder der Aufgabe vorzustellen.
Das Projekt soll zum besseren Verständnis der Rolle von Träumen in der Gedächtnisverarbeitung führen und damit eine potentielle Funktion von Träumen erhellen. Mit diesem einzigartigen Datensatz sollen auch Träume von einer philosophischen Perspektive beleuchtet werden mit besonderem Fokus auf die Zuverlässigkeit von Traumberichten. Der Datensatz wird zudem verwendet werden, um Trauminhalte aus neuronaler Aktivität vorherzusagen. Dies würde in Zukunft die Untersuchung von Träumen vereinfachen und die Abhängigkeit von Traumberichten vermindern.
Da die Gedächtnisverarbeitung eine wichtige Funktion während des gesamten Lebens ist, hat dieses Projekt viele mögliche Applikationen von Bildungskontexten bis zum klinischen Alltag.