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und viele Zwischenstopps
Um Schottland zu verstehen, muss man ein Ausflug in die Vergangenheit machen. Schottland wird von Clans dominiert, einer diese Clans, die Stuarts, stellten seit langem den König. Dieser Jakob II wurde 1688 in einer Revolution der Engländer abgesetzt. Die Jakobiten (Anhänger König Jokobs) kämpften dann Jahrhundertelang für die Zurückerhaltung des schottischen Throns. Bis 1745 gab es in Schottland fünf jakobitische Aufstände.
1719 befand sich Europa wieder einmal im Krieg. Auf der einen Seite die Spanier, auf der anderen Seite ein Bündnis aus vier Staaten: Frankreich, Österreich, Niederlande und Großbritannien. Im Mittelmeer hatten die Spanier alle Hände voll zu tun. Eine neue Front in Großbritannien würde den Spaniern sehr helfen. Wenn gar wieder die Stuart-Könige die Macht übernähmen – gestützt durch Spanien?
Und so schickte der spanische König 300 Soldaten zusammen mit Jakobiter-Anführern Keith und Mackenzie. Zu den Spaniern kamen auch noch Clansmänner der MacKinnons und MacGregors hinzu. Im Tal Glen Shiel brachten sie sich in Stellung, um die Regierungstruppen zu erwarten. Die Engländer gewannen, nahmen auch die Burg Eilean Donan Castle mit britischen Schiffen ein. (Ein Berggipfel heißt übrigens Sgùrr nan Spainteach, Gipfel der Spanier.) Alle Aufstände der Jakobiten wurden niedergeschmettert, zum Teil mit Glück wegen einer verirrten Kugel, wegen Unstimmigkeiten unter den Clans oder weil die Jokobiten nach einem Sieg den König doch nicht absetzen konnten. (Wäre die Schweiz in Clans organisiert gewesen, hätte der Clan der Järmans sicher den König gestellt.) Den Jakobiter-Zug und das Jakobiter-Denkmal lassen wir aus, das haben wir vor 7 Jahren besucht.
Und wir fahren heute durch diese historische Stätte, den Highlands oder noch genauer durch das Tal Glen Shiel. Zuerst machen wir aber beim Commando Memorial halt, einem Denkmal für die Soldaten des zweiten Weltkrieges. Ein kleiner Garten daneben wird von vielen Familien für die Überlebenden des Zweiten Weltkriegs als letzte Ruhestätte für ihre Asche genutzt. Es wurde auch als Ort genutzt, an dem viele Familien Gedenktafeln für ihre Angehörigen aufstellten, die in neueren Konflikten wie dem Falklandkrieg oder in Afghanistan und im Irak ihr Leben ließen. Es ist schon erschütternd, alle Inschriften zu lesen und wir Schweizer wissen gar nicht, wieviel Glück wir haben, dass unser letzter Krieg auf Schweizer Boden schon 176 Jahre her ist.
Wir fahren die sehr schöne Strasse weiter und stoppen einige Kilometer später schon wieder, dieses Mal an einer Schleuse des Caledonia Kanals. Dieser Kanal verbindet die Ost- und Westküste Schottlands, knapp 100km lang wovon 2/3 der Strecke von natürlichen Seen genutzt werden und insgesamt 29 Schleusen gebaut werden mussten. Und bei einer, der Laggan Locks Schleuse, können wir grad einem Schleusengang zuschauen. 3km weiter müssen wir wegen dem gleichen Boot warten, bis die Drehbrücke die Strasse wieder für uns frei gibt.
Wir fahren durch eine sensationell schöne Gegend, Seen und Hügel. Leider regnet es und alles hängt voller Wolken. Auf dieser Strecke wäre schönes Wetter schon sinnvoll… Wir kommen nur in kleinen Schritten vorwärts, an jedem Aussichtspunkt halten wir dennoch und bewundern die Gegend.
Zwischen all den fantastischen Aussichtspunkten fahren wir auch durch das oben erwähnte Tal Glen Shiel, wo der zweite Jakobiten-Aufstand in einer Schlacht niedergeschmettert wurde. Ein Denkmal und die Brücke fotografieren wir natürlich noch und stellen uns vor, wie sich hier die Schotten mit den Engländern bekämpft haben.
Kurze Zeit später sind wir dann beim Eilean Donan Castle, aber wie vor sieben Jahren, als wir schon mal hier waren, Regenwetter und Ebbe. Nix mit Sonnenuntergang und Flut, so dass die Burg mit viel Wasser umflossen wäre und es tolle Fotos geben würde. Aber wir nehmen, was wir kriegen und geniessen es, auch einen Apfelkuchen, der hier mit viel Butter serviert wird. Wo sollen wir denn bei einem Apfelkuchen die Butter hinstreichen? Die schottischen Essensgewohnheiten haben wir noch nicht intus.
Als wir später wieder wegfahren, nimmt der Regen zu und irgendwie ist es fast zu schade, bei praktisch null Sicht durch diese schöne Gegend zu fahren. Also stoppen wir auf dem Sligachan Camping auf der Isle of Skye. Die Lage ist wunderschön, umgeben von schottischen Bergen und direkt am Meer.
Wir geniessen unser warmes Knutschi und haben erbarmen mit all denjenigen, die nun im Regen ihr Zelt aufstellen und darin schlafen müssen.
Noch ein Nachtrag: Heute morgen beim Bezahlen des Stellplatzes marschierte ich zum Zahlautomat, musste unsere Autonummer eintippen und schon leuchtete der korrekt zu bezahlende Betrag auf. Bezahlt mit Kreditkarte und dann zur Ausfahrtsbarriere fahren und schon öffnet sich diese und wir sind draussen. Anscheinend wird die Autonummer bei Einfahrt und Ausfahrt gescannt, kein Ticket, kein Zettel nix. Sehr bequem und schnell. Warum nicht überall so?
regnerisch, 6 - 16 Grad