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Nach dem Flugzeugabsturz in Mali haben Experten den zweiten Flugschreiber der Unglücksmaschine gefunden. Die Blackbox sei am Samstagmorgen an der Absturzstelle entdeckt worden, sagte eine Sprecherin der UNO-Mission in Mali (Minusma). Der Flugschreiber solle zur Auswertung in die 100 Kilometer entfernte Stadt Gao gebracht werden, erklärte die Sprecherin.
Der französische TV-Sender France 2 hat erste Bilder von der über Mali abgestürzten AH5017 ausgestrahlt. Sie stammen offenbar von einem Handy-Video, das Soldaten aus Burkina Faso aufgenommen haben. «Das Flugzeug wurde vom Aufprall pulversisiert», kommentiert France 2 die Bilder.
Der Flugschreiber war bereits zuvor geborgen worden. Französische Soldaten sollten die Blackbox in die malische Stadt Gao bringen, damit sie möglichst schnell ausgewertet werden könne, sagte Frankreichs Staatschef François Hollande am Freitag in Paris. Rund 100 Soldaten waren zuvor an der Absturzstelle eingetroffen. Es gebe «keine Überlebenden», sagte Hollande bei einer Ansprache. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.
An Bord der Maschine waren 116 Menschen. Das Flugzeug des Typs MD83 gehört der spanischen Swiftair und wurde von Air Algérie geleast. Es war von Burkina Faso nach Algerien unterwegs. Die Hälfte der Passagiere stammt aus Frankreich, eine Person aus der Schweiz. Laut EDA handelt es sich dabei um eine Frau. Die Maschine war am Donnerstag von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, in Richtung der algerischen Hauptstadt Algier abgeflogen.
Soldaten fanden das Wrack laut Diendéré rund 95 Kilometer südlich der Stadt Gao im westafrikanischen Mali in einem schwer zugänglichen Gebiet. Wegen der anbrechenden Nacht hätten die Soldaten die Absturzstelle nicht weiter untersuchen können.
Am Freitag soll die Untersuchung bei Tageslicht weitergehen. Nach Ansicht des Generals dürfte das schlechte Wetter zum Absturz geführt haben: «Wir glauben, das es das Wetter war – es gab viele Stürme und viele Blitze», sagte er gemäss der Zeitung.
Die Regierung Burkina Fasos bestätigte gemäss «New York Times» den Fund des Wracks von Flug AH5017 am späten Donnerstagabend. Die Fundstelle liege auf malischem Territorium, rund 30 Kilometer von der Grenze entfernt.
Auch die französische Präsidentschaft bestätigte den Fund am Freitagmorgen. Rund die Hälfte der Passagier waren Franzosen. Französische Soldaten sind gemäss der Erklärung unterwegs zur Absturzstelle, um das Gebiet abzusichern und erste Informationen zu sammeln. Regierungsvertreter wollen sich am Freitagvormittag zu einer Krisensitzung unter dem Vorsitz von Präsident François Holland treffen.
Warum die Maschine am frühen Donnerstagmorgen vom Radar verschwand, blieb zunächst unklar. «Wir können, wir dürfen keine Hypothese ausschliessen, bevor wir nicht alle Informationen haben», sagte der französische Aussenminister Laurent Fabius am Abend in Paris.
Es gab Hinweise, dass der Pilot eine Schlechtwetterfront umfliegen wollte. Nach Angaben der Airline war 50 Minuten nach dem Start in Ouagadougou der Kontakt zu Flug AH5017 abgebrochen.
Laut Swiftair waren unter den Insassen 51 Franzosen, 24 Bürger Burkina Fasos, 8 Libanesen, 6 Algerier, 5 Kanadier, 4 Deutsche, 2 Luxemburger sowie jeweils ein Passagier aus Mali, Belgien, dem Niger, aus Kamerun, Ägypten, der Ukraine, Rumänien - und der Schweiz, wie das Aussendepartement (EDA) in Bern bestätigte.
Einige Identitäten waren noch unklar. Insgesamt waren den Angaben nach 110 Passagiere an Bord. Die 6 Besatzungsmitglieder stammten aus Spanien.
Der französische Präsident François Hollande verschob wegen der Ereignisse eine lange geplante Reise in französische Überseegebiete im Indischen Ozean. «Alles deutet darauf hin, dass dieses Flugzeug abgestürzt ist», sagte er. Seinen Informationen nach hat die Besatzung wegen «besonders schwieriger Wetterverhältnisse» die Route geändert.
Frankreich unterhält in dem zentralafrikanischen Tschad eine Militärbasis, ist aber auch in Mali seit eineinhalb Jahren federführend an einem Anti-Terror-Einsatz gegen aufständische Islamisten beteiligt. Das Absturzgebiet soll innerhalb der früher stark umkämpften Zone liegen. (aeg/meg/sza/trs/sda/dpa/afp)