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Aktivitäten in Nairobi und Lwanda
Der Verein «Projekt Synesius» fördert unter anderem seit Jahren ein Projekt in Kenia, nämlich das St. Michael Education Centre und dessen Synesius Dispensary im Mathare Mabatini Slum in Nairobi. Mit St. Michael/Nairobi ist auch das circa 400 Autokilometer westlich gelegene zweite Projekt von Synesius verbunden, das St. LillyNikki Education Centre und das darin integrierte Synesius Dispensary in Lwanda/Bungoma, nahe der Grenze zu Uganda. Beide Dispensaries stehen nicht nur den Schülern, sondern der ganzen bedürftigen Bevölkerung offen.
Das «Projekt Synesius» ist ein Verein, der 2005, im Anschluss an die Feierlichkeiten zum 350-jährigen Jubiläum der Überführung der Gebeine des Synesius nach Bremgarten, gegründet wurde. «Zweck des Vereins ist die ideelle, finanzielle und materielle Unterstützung der Prävention von Krankheiten, die Gesundheitsförderung und Förderung der Bildung benachteiligter Menschen in Ländern, welche ein solches Defizit aufweisen, und ausnahmsweise auch in der Schweiz.
Zu Erreichung dieses Ziels kann der Verein Therapien für Augenleiden und andere Erkrankungen, sowie ambulante Behandlung fördern und medizinische Zentren, Dispensaries und Schulen einrichten und unterstützen. Der Verein kann im Rahmen dieses Zweckes Land erwerben und auch Beiträge an die Aus- und Weiterbildung von einheimischen Medizinal- und Lehrpersonen in solchen Ländern leisten. Er kann auch Personen in der Schweiz, die durch Erkrankung in Not geraten, unterstützen. Der Verein verfolgt keine gewinnorientierten Ziele. Er ist konfessionell und politisch neutral.
In seinen Anfängen unterstützte der Verein die Augenklinik in Sanya Juu, Tansania, die zur Niederlassung der Kapuzinerinnen von Gerlisberg gehört. Er suchte Kontakt mit dem Verein «Aktion Ostafrika (AOK)» mit Sitz in Traunstein, der in Kibosho erfolgreich eine Augenklink betreibt. Ferner unterstützte er Projekte der Kapuziner in Tansania und Kenia und arbeitete mit verschiedenen Organisationen zusammen. Er entschied sich dann aber im Verlaufe der Zeit, seine Kräfte vorwiegend auf das St. Michael Education Centre und St. LillyNikki Education Centre zu fokussieren.
St. Michael Education Centre und Synesius Dispensary im Mathare Mabatini Slum in Nairobi
St.LillyNikki Education Centre und Synesius Dispensary in Lwanda/Bungoma
Das St. Michael Education Centre wurde von Godfrey Khisha Wafulu, einem staatlich diplomierten Lehrer, als Antwort auf die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, welche in Kenia im Zusammenhang der Präsidentschaftswahlen im Dezember 2007 ausbrachen und mehr als 1500 Menschen das Leben kosteten und weitere 300'000 zur Flucht zwangen. Er eröffnete am 3. März 2008 zusammen mit seiner Frau die Schule, bestehend aus zwei Wellblechcontainern, die als Klassenzimmer dienten, im Wissen darum, dass Kinder in
Slums mehr (z.B. Nahrung, Kleidung, Schulbücher, Schreibzeug) brauchen als Kinder, die in staatliche Schulen gehen können. Zumal viele der Kinder infolge der Wirren zu Halbwaisen oder Waisen geworden waren. Dank der Unterstützung Privater, - sie finanzierten einen Landkauf, um die horrenden Mietkosten zu sparen – und dann des Vereins Synesius konnte die Schule ausgebaut und eine Krankenstation errichtet werden.
Auch das St. LillyNikki Education Centre hängt mit Godfrey Khisha Wafulu zusammen. Um der Verslumung entgegenzuwirken und Landflucht zu vermeiden, muss den Menschen auf dem Land eine Perspektive für eine bessere Zukunft eröffnet werden. Die Lebensbedingungen auf dem Land sind so zu ändern, dass die Leute befähigt werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen; will heissen, man muss in die Gesundheit, in die Bildung und in die Umwelt investieren. Deshalb hat Godfrey zusammen mit seiner Frau Caroline, die bis heute Vorsteherin des Zentrums ist, bereits seit einigen Jahren eine kleine Schule auf dem Lande in Lwanda/Bungoma (nahe der Grenze zu Uganda) gegründet, die anfänglich nur von privater Seite finanziell gefördert wurde. Dank Synesius konnte ein Dispensary errichtet werden (inkl. Outreachprogramm), eine Zahnstation (auf Vermittlung durch Synesius von privater Seite finanziert) und eine Maternité.
Beide Institutionen sind also eng vergesellschaftet und tauschen sich personell und inhaltlich aus. Insgesamt werden an beiden Orten 450 Kinder betreut: 250 Kinder in St. Michael in Nairobi und 196 Kinder im St. LillyNikki Education Centre, zu dessen Einzugsgebiet 20 kleinere Dörfer gehören. In den dazu gehörigen Dispensaries wurden im letzten Jahr über 4‘200 Personen behandelt.
Die rund 450 Kinder profitieren dank Synesius von einer guten schulischen Ausbildung, zwei täglichen Gratis-Mahlzeiten wie auch von einer sich ständig verbessernden medizinischen Betreuung. In jüngster Zeit hat der Verein Synesius Land und Kühe und Schafe erworben, um Milch für eine gesunde Ernährung der Kinder und eigene landwirtschaftliche Produkte zu haben. Somit bestreitet Synesius diesen fast pionierhaften Weg, zwischen Land und Stadt zu vermitteln. Bis jetzt mit gutem und nachweisbarem Erfolg.
Nahrung und Ausbildung
Um die Verhältnisse von Armen zu ändern, bedarf es Nahrung, gesundheitliche und hygienische Verbesserungen und eine gute Ausbildung. Mit grosser Genugtuung dürfen wir feststellen, dass die Absolventinnen und Absolventen der von uns unterstützten Schulen bei der obligatorischen Abschlussprüfung im Vergleich zu anderen Schulen meist besser abschneiden. Es ist daher wichtig, die Qualität der schulischen Ausbildung zu halten und wenn immer möglich noch zu steigern. Damit dies geschehen kann, müssen wir das Lohnniveau des schulischen Fachpersonals mit dem der staatlichen Stellen so halten, dass die besten Fachpersonen nicht abwandern. Das Gleiche gilt für die medizinische Grundversorgung. Auch hier kommen wir für die Löhne des Personals und für die Kosten der Behandlung auf, die für die Betroffenen momentan noch unentgeltlich ist. Wir haben nach der ersten Phase der Pionierjahre die Phase der Konsolidierung erreicht und sehen, dass die Nachhaltigkeit der beiden Projekte dann gewährleistet ist, wenn wir sie auf längere Sicht finanziell unterstützen. Denn um schulische Projekte qualitativ zu steigern, bedarf es einer planerischen Sicherheit von einigen Jahren, weil letztendlich nur die Praxis den Tatbeweis erbringen kann.
Das Recht auf Nahrung ist ein Grundrecht – aber was nützt es, wenn es nur behauptet, nicht aber in die Praxis umgesetzt wird.