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Am Montag schliesslich spielte der Clown mit seiner Familie das Stück “DimiTRIgenerations” auf der Bühne des Teatro Dimitri in Verscio. Der Künstler sei “mitten aus seinem vielseitigen Schaffen” gerissen worden, teilte das Teatro Monte Verità am Mittwoch. “Ein poetischer Clown und wunderbarer Mensch ist nicht mehr.”
Das Stück “Sogno di un’altra vita” werde “im Sinne von Dimitri und seiner Familie” weitergespielt. Wie Dimitris Sprecherin Verena Graf auf Anfrage der sda sagte, werde die Nebenrolle, die Dimitri inne hatte, umbesetzt.
Berset: “In bester Erinnerung”
Bundesrat Alain Berset traf Dimitri mehrmals im Tessin und hat diese Treffen “in bester Erinnerung”. “Dimitri war ein warmherziger, inspirierender Mensch” und “einer der bedeutendsten Bühnenkünstler der Schweiz”, erklärte der Kulturminister auf Anfrage der sda in einem Statement.
“Dimitri hat uns eindrücklich gezeigt, was Kleinkunst ist: nämlich grosse Kunst mit bescheidenem Gestus.” Die Schweiz werde seine Poesie und seine Kunst vermissen. “Er hat uns alle beglückt.”
Marco Solari, Präsident des Festival del film Locarno, bezeichnete den Clown als “Poeten, der die Menschen liebte, und geliebt werden wollte”. Er sei ein “herzensguter und reiner Mensch” gewesen.
“Unglaublicher Künstler, Mime und Theaterregisseur”
Drei Mal war Dimitri mit dem Nationalcircus Knie auf Tournee. Der Kontakt zwischen der Zirkusdynastie Knie und der Familie Dimitri blieb auch danach eng, wie Direktor Fredy Knie junior der sda sagte. Er ehrte den Verstorbenen als “unglaublichen Künstler, Mimen und Theaterregisseur” und betonte seine Leistung als Lehrer und Mentor am Teatro Dimitri.
Dimitri kam 1935 in Ascona zur Welt. Parallel zu einer Ausbildung zum Töpfer liess sich der Clown in Artistik, Ballett, Musik und Schauspiel unterrichten. Seine Paradedisziplin, die Pantomime, erlernte er in Paris bei Etienne Decroux. In der französischen Hauptstadt hatte der Clown später auch seine ersten Auftritte.
Mehrere Auszeichnungen
Nach Auftritten auf der ganzen Welt und seinen Tourneen mit dem Circus Knie gründete Dimitri mit seiner Frau Gunda 1971 in Verscio das Teatro Dimitri. Durch seinen Einsatz im Dorf bei Locarno ist ein kunterbuntes Imperium entstanden: Neben dem Theater entstand eine Theaterschule, die sich seit 2015 “Accademia” nennt. In der jüngeren Zeit kamen ein Komik-Museum und der “Parco del Clown” hinzu.
Dimitri wurde vielfach ausgezeichnet; so erhielt er etwa 1976 die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz, den Hans-Reinhart-Ring, 2000 einen Ehren-Prix-Walo sowie 2009 und 2013 je einen Swiss Award.
Film geplant
Kurz nach seinem 80. Geburtstag im vergangenen September gab Dimitri bekannt, im Film “Capostazione Molinari” des algerisch-schweizerischen Regisseurs Mohammed Soudani (“Oro verde”) die Hauptrolle zu spielen. Die Geschichte eines Bahnwärters habe Dimitri seit 20 Jahren im Herzen gehabt, sagte Produzentin Tiziani Soudani am Mittwoch der sda. Drehstart wäre im kommenden Frühling gewesen.
Dimitri hinterlässt neben seiner Frau Gunda seine vier Kinder David, Nina, Masha und Ivan sowie mehrere Enkelkinder.
(SDA)