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besitzen wir wertvolle Untersuchungen von A. Wüllner
(Poggendorff's Annalen 1858, Bd. 103, p. 539). Gestützt auf die Resultate dieser Untersuchungen, ergiebt sich nach Wüllner unzweideutig das Gesetz: » Die Verminderungen der Spannkräfte des Wasserdampfes durch gelöstes Salz sind bei der selben Temperatur direct proportional den Mengen des gelösten Salzes.« Ich habe nun aus den beobachteten Mittelwerten von Wüllner für die Temperatur von 100° C. die Spannkraftsverminderung des Wasserdampfes interpolirt und für verschiedene Concentrationsgrade berechnet, dieselbe in beifolgender kleinen Tabelle zusammengestellt und mit der Spannkraftsverminderung der Dämpfe aus Glycerinlösungen verglichen. Wie man sieht, sind im allgemeinen die Spannungsverminderungen bei Salzen bedeutend grösser als bei Glycerin,
während die Wasserdämpfe aus Zuckerlösungen eine viel kleinere Spannkraftsverminderung zeigen als die Dämpfe der Glycerinlösungen. ..
Zum Schlusse dieser Abhandlung sei es gestattet, darauf hinzuweisen, dass dieses Vaporimeter in seiner leicht zu handhabenden Form den Vorteil bietet, dass man mit ihm die Spannkraft der Dämpfe mit ein und demselben Apparate sowohl unter als über dem Siedepunkte der Flüssigkeiten beobachten, dass man durch die Wahl des Bades in diesem Apparate Temperaturen bis zu den Kältegraden und Temperaturen weit über 100° C. hervorbringen, und dass man die Dampfbildung und den erzeugten Dampfraum wegen der Durchsichtigkeit des Apparates allezeit beobachten kann. Nur wenige Tropfen einer beliebigen Flüssigkeit genügen, um den Siedepunkt derselben zu bestimmen. Sobald die Quecksilberkuppen im Vaporimeterfläschchen und in der Steigröhre gleich hoch stehen, halten die Dämpfe dem herrschenden Atmosphärendrucke das Gleichgewicht, und die Temperatur des Bades giebt die Temperatur der gebildeten Dämpfe und mithin die Siedetemperatur an. Das Vaporimeter ist in dieser Gestalt also zu vielseitiger Benutzung anwendbar, und sein Gebrauch beschränkt sich keineswegs allein auf die Bestimmung der Spannkräfte der Glycerinlösungen!).
!) Die von mir benutzten Vaporimeter hat Hr. F. Müller, Dr. Geissler's Nachfolger in Bonn, nach meinen Angaben hergestellt.
Sitzungsberichte Eingegangen 10. Januar 1885. Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein.
Ausflug nach Lampertsmühle und Versammlung am Sonntag den 2. November 1884 – Vorsitzender: Hr. F. Müller. Schriftführer: Hr. Herm. Müller.
Auf Einladung des Vorsitzenden hatten sich am Sonntag den 2. November 34 Mitglieder und 5 Gäste in Kaiserslautern eingefunden, um unter Benutzung der Lauterthalbahn sich von da nach der etwa 1/2 Stunden entfernten Lampertsmühle zur Besichtigung der Baum wollspinnerei von Grohé- Henrich zu begeben. Dort angelangt, wurden die Teilnehmer von der Direction und den Beamten in liebenswürdiger Weise empfangen, um unter deren kundiger Führung in kleineren Abteilungen die interessante Wanderung durch die hohen, grossen Räume des weitverzeigten Werkes anzutreten. Letzteres, in den 50er Jahren mit 12000 Spindeln für engl. Garne von No. 36 bis 42 gegründet, wurde später durch eine Weberei von 400 Calicostühlen vergrössert. Im Jahre 1868 gelangte das Unternehmen in den Besitz des Bankhauses Grohé-Henrich in Neustadt, welches in den folgenden 70er Jahren nach Beschaffung neuerer Spinnmaschinen und Webstühle eine Buntweberei mit 600 Stühlen erbaute; gleicher Zeit wurde die alte Weberei als Spinnerei eingerichtet.
der Bezirksvereine.
Ende 1882 hatte das Werk 20000 Spindeln für No. 17 Durchschnittsnummer, eigene Färberei und 572 Buntwebstühle. Die im Februar 1883 durch Brand zerstörte Spinnerei wurde alsdann für 18000 Spindeln neu erbaut. Das heutige Werk hat sonach 26 000 Spindeln, eine Production von 2400000 Pfd. Garn engl. und von etwa 88000 Stück Buntgeweben von je 52". 1050 Arbeiter finden Beschäftigung; 10 Röhrenkessel liefern den Dampf für 1 Compound-Maschine von 200 N (Spinnerei) Sulzer-Steuerung » 1 Zwillings- >) » 150 » (Weberei) X. X) » 1 Maschine » 90 » (Spinnerei) » X : » 2 kleine Maschinen in Färberei und Werkstatt;
ausserdem ist noch eine durch die Lauter betriebene Turbine von 25 N vorhanden. Die elektrische Beleuchtung speist mittels 4 Siemens'scher Dynamo's 80 Differentiallampen und 150 Glühlichter.
Dem Rundgange durch die mit allen Mitteln der Neuzeit ausgerüstete Fabrikanlage folgte ein von der Fabrik gebotenes Frühstück.
Die Sitzung fand in den gütigst zur Verfügung gestellten Bureauräumen statt und wurde durch den Vorsitzenden gegen 11 Uhr eröffnet.
deutscher Ingenieure.
Der Vorsitzende berichtet als Delegirter der Hauptversammlung
über die Sitzung des Vorstandsrates sowie über die Hauptvorkommnisse der Hauptsitzungen unter Bezugnahme auf die in der Zeitschrift bereits erschienenen Mitteilungen. Der Redner kann nicht umhin, die Zahl der Vorträge an einem Sitzungstage, deren in der Regel 3 gehalten wurden, sehr hoch zu finden; ein Verfolgen der des interessanten und neuen sehr viel bietenden Vorträge könne selbst den stärksten Mann überanstrengen. Er hofft, dass künftighin in dieser Hinsicht eine Aenderung vorgenommen werde. Nachdem dem Mannheimer Bezirksverein ein besonderes Lob für die äusserst gelungenen Veranstaltungen usw. gespendet, wird gleicher Zeit der Gastfreundschaft der Stadt Mannheim Erwähnung gethan, wobei die Versammlung beifällig zustimmt. Hr. Lux erhält hierauf das Wort zu einem Vortrag über elektrische Beleuchtung, der auf Wunsch der Versammlung in der Zeitschrift wiedergegeben werden soll.
Allerseits wird anerkannt, dass die bisherige Art der Bekannt
gebung der Sitzungsprotokolle in der Zeitschrift den Mangel habe, dass dieselben zu spät erscheinen, und wird namentlich betont, dass es sehr von Interesse sei, wenn die Mitglieder vor einer Sitzung das Protokoll der vorhergegangenen in Händen hätten. Es wird deshalb auch beschlossen, den Vorschlag des Generalsekretärs versuchsweise anzunehmen. Ferner wird bestimmt, dass der Schriftführer gehalten sein solle, den Sitzungsbericht so zeitig einzureichen, dass derselbe 4 Wochen nach der Sitzung in Händen der Mitglieder sein könne. ..
Nach Erstattung des Rechnungsberichtes, welcher einen Ueberschuss von 230./ und einen Vermögensbestand von 995 / 24 Pfg. nachweist, und nach Entlastung der Rechnung werden als Beitrag des Pfalz-Saarbrücker Bezirksvereines zum Pfälz. Gewerbemuseum Äerlautern wie im Vorjahre auch für das Jahr 1885 50 % bewilligt.
Zur Einleitung der Besprechung von
Gefügeveränderungen im Eisen und Stahl
erhält Hr. Braune das Wort:
»Bei Gelegenheit der Versammlung in Homburg habe ich Ihnen, wie sich einige der Herren vielleicht erinnern werden, eine Arbeit über das Festigkeitsverhalten von Eisen und Stahl nach längerer Betriebsdauer in Aussicht gestellt. Die Schwierigkeit der Materie und Mangel an Zeit und Gelegenheit, die geplanten Versuche auszuführen, haben mich bisher noch nicht dazu kommen lassen, mein Vorhaben auszuführen. Eine Besprechung über den Gegenstand scheint mir indessen sehr am Platze zu sein. Einer oder der andere der Herren dürfte auch besser in dem bewandert sein, was in den letzten Jahren in der Sache geschehen ist, namentlich bezüglich der neueren Festigkeitsdauerversuche von Woehler, Bauschinger, Spangenberg und anderen.
Unsere gesammte Festigkeitsrechnung beruht bekanntlich auf der Voraussetzung der Homogenität, der Gleichartigkeit des Gefüges der Körper. Vollkommen homogene Körper giebt es nicht. Praktisch vollkommen homogen kann man einen Körper nennen, wenn etwa jedes mg desselben die gleiche chemische Verfassung und jedes cbmm das gleiche Gewicht hat, der Körper also durchweg von gleicher Dichte ist.
Von chemischer Gleichartigkeit allein kann man sprechen, wenn nur die erste Bedingung erfüllt ist. Ein dritter Fall ist denkbar, dürfte aber in Wirklichkeit nicht vorkommen, nämlich, dass nur die durchgehends gleiche Dichte und Stetigkeit des Gefüges, ohne gleichzeitige chemische Gleichartigkeit, vorhanden ist. Die Structur oder das Gefüge von Eisen und Stahl, d. h. die Gestalt und Anordnung der durch die innere Anziehung, die Cohäsion, aneinandergehaltenen Teilchen,
welche wir gewöhnlich nach der Brucherscheinung beurteilen, wird vön neu aus durch die chemische Zusammensetzung, die Art und Weise der Erzeugung, namentlich durch die Temperaturen, die dabei obwalten, und durch die mechanische Bearbeitung bedingt. Das durch Puddeln und Schweissen dargestellte, nicht in geschmolzenem Zustande gewesene schmiedbare Eisen, das Schweisseisen, ist bekanntlich sehr ungleichartig; aber auch die Erzeugnisse der Flussstahlverfahren sind nicht so homogen, wie man gewöhnlich anzunehmen versucht ist. Man hat gefunden, dass in einem Bessemerstahlblocke Kohlenstoff, Silicium, Schwefel, Phosphor und Mangan sowohl von unten nach oben, als auch von aussen nach innen zunehmen. *) In manchen Stahlwerken bedient man sich zur Beurteilung der inneren Beschaffenheit des Fabrikates einer Warmbruchprobe, welche Kerpely in einer Schrift unter Anführung einer grösseren Anzahl von ihm ausgeführter Versuche behandelt. *) Die geschmiedeten Probestäbe werden, nachdem sie vorher an einer Stelle eingehauen, in einem Bleibad einer Temperatur ausgesetzt, welche der dunkelblauen Anlauffarbe des Stahles entspricht; hat der Stab die richtige Temperatur angenommen, was man durch Anfeilen desselben und Beobachten der Anlauffarben ersehen kann, so wird er schnell durchgebrochen; die dunkelblaue Anlauffarbe erscheint sehr bald auf der Bruchfläche und bleibt auch nach dem Erkalten. Je ungleichartiger ein Stahl ist, desto mehr Veränderungen zeigt sein blauer gegenüber dem kalten Bruch in Gestalt von Unebenheiten, Schuppen, Zacken usw. Kerpely nennt den Zustand, in welchem sich der Stahl bei dieser Temperatur befindet, den erregten. Er hat gefunden, dass nur ein durch Umschmelzen von Cementstahl im Tiegel erzeugter Gussstahl von grösserer Härte als Norm bei der beschriebenen Probe dienen könne, da die Erregung bei demselben ausserordentlich gering sei. Fast alle im grossen dargestellten Flussstahlarten zeigten einen hohen Grad von Erregung; ein bei heissem Gang im sauren Converter erblasenes Bessemermetall nähere sich dem Normalstahl am meisten. Es ist nicht richtig, aus dem einfachen kalten Bruche Schlüsse auf die Gefügebeschaffenheit des Stahles zu ziehen, indem anscheinend recht gleichartige Stahlsorten sich bei der Blaubruchprobe in sehr erregtem Zustande zeigten. Wenn wir bedenken, dass beim Cementiren von weichem Schmiedeisen, d. h. beim langanhaltenden Glühen desselben mit Holzkohlenpulver, der Kohlenstoff von aussen nach innen wandert, wenn wir ferner berücksichtigen, dass bei Darstellung des sogenannten Temperstahles beim Glühen von Gusseisen mit Eisenoxyden der Sauerstoff einen Teil des gebundenen Kohlenstoffes, von aussen nach innen in das feste Gusseisen dringend, verbrennt, so sind die Veränderungen, welche beim längeren Erwärmen von unhomogenen Eisenund Stahlstücken allein im Inneren derselben vor sich gehen, leicht erklärlich. Es findet ein Ausgleich der Grundstoffe, eine innere Cementirung statt; bei genügender Dauer der Erwärmung muss ein hoher Grad von chemischer Gleichartigkeit entstehen. Die Stetigkeit des Gefüges und somit die Festigkeit muss hierbei offenbar verringert werden. Schmiedeisen, namentlich sogenanntes sehniges, welches längere Zeit höherer Temperatur ausgesetzt war, zeigt grosse Sprödigkeit, geringe Festigkeit und einen grobkörnigen, kristallinischen Bruch; am meisten kann man das beobachten bei den Werkzeugen der Feuerarbeiter. Die unheimliche Erscheinung, dass stark belastete Maschinenteile, Zapfen, Achsen, Ketten usw. aus Schmiedeisen nach jahrelangem Betriebe bei nachweisbar normaler Belastung plötzlich zu Bruche gehen, wird bekannlich auch auf eine
Gefügeveränderung bezw. Gefügelockerung zurückgeführt. Ich
sehe in der That kein Hindernis, auf Grund der mechanischen Wärmetheorie für derartige Erscheinungen ähnliche Vorgänge im Inneren wie bei längerem Erwärmen gelten zu lassen. Der Ungleichartigkeit unserer Baustoffe, insbesondere des Eisens und Stahles, soll nun bei den Festigkeitsberechnungen durch die Sicherheitscoéfficienten Genüge gethan werden. Denselben wird aber zuweilen noch mehr aufgebürdet; sie sollen
1) Z. 1882, S. 263. *) Kerpely, Unterscheidungsmerkmale des Stahles, Leipzig 1878.
Band XXIX. No. 5. 31. Januar 1885.
auch noch eine Reserve für möglicherweise vorkommende grössere Beanspruchungen, etwa in Form von Stössen, sein; solchen Anforderungen genügen aber die landläufigen natürlich vielfach nicht. Ich will nicht sagen, dass man alle im Betrieb auftretenden Stösse vorher bestimmen und berechnen kann; entziehen sich indessen solche Stösse der Beurteilung, so muss man einfach die Abmessungen nach dem praktischen Gefühl, erforderlichenfalls klotzig, wählen; darum lässt man wichtige Maschinen, Brücken usw. auch nur durch im Fach erfahrene Männer bauen. Die gebräuchlichen Sicherheitsgrade nennt man »erfahrungsgemässe«, und es muss wohl zugestanden werden, dass wir im allgemeinen leidlich damit durchgekommen sind; inwieweit dabei aber etwa vorkommenden Gefügelockerungen Rechnung getragen wird, wage ich nicht zu beurteilen. Jeden
Die sich an die Mitteilungen des Hrn. Braune anschliessende lebhafte Verhandlung zeigt, welcher grosse Wert innerhalb der Versammlung dieser Frage zugedacht wird. Es werden verschiedene Fälle der Praxis vorgeführt, welche die Umwandlung gutsehnigen Eisens, nach einer Reihe von Gebrauchsjahren, in grobkörniges Material bewiesen.
Daran anschliessend berichtet Hr. Karcher über Vorgänge beim Tempern. Hier sei es vor allem die Temperatur, welche derartige Veränderungen zu bewirken imstande sei. Während eine Temperatur von 700 bis 8009 keine oder doch nur unbedeutende Veränderungen in einer bestimmten Zeit hervorbringe, werde das beste sehnige Material, einer Temperatur von 1000° ausgesetzt, in völlig grobkörniges umgewandelt.
Der Einfluss der Temperatur wird von Hrn. Schmitz durch folgenden Fall aus der Praxis beleuchtet: 2 Ingots derselben Ladung wurden bei der Probe, welche ebenfalls die Gefügeveränderungen
beweisen sollte, verwendet, und zwar wurde der eine nach dem Er
kalten gebrochen, während der andere nach dem Erkalten einer seinem Schmelzpunkte nahen Temperatur ausgesetzt und darauf erst gebrochen wurde. Letzterer zeigte einen so feinkörnigen Bruch, wie solcher sonst nur gut bearbeitetem Material eigen ist, während der nach dem ersten Erkalten gebrochene Ingot kein auffälliges Aussehen hatte. Der Vorsitzende dankt zunächst Hrn. Braune, dass er eine Frage angeregt habe, welche für alle, die sich mit der Fabrikation oder der Ä von Eisen und Stahl befassen, von grösstem Interesse sei. Insbesondere sei es bei Eisenconstructionen von bedeutender Wichtigkeit, den Einfluss kennen zu lernen, welchen äussere wiederholte Einwirkungen im Laufe der Zeit auf das Material ausüben. Man wisse längst, dass Eisenconstructionen durch Stösse, Erschütterungen usw. in erhöhtem Masse beansprucht werden, und trage diesen Fällen Rechnung durch Einführung eines geringen
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Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein: Schadhaftwerden eines Rohres an einem stehenden Fieldkessel. 97
Teiles der Bruchspannung. Einige Constructeure hätten bei ihren Berechnungen diese ungünstigste Inanspruchnahme dadurch berücksichtigt, dass sie das 2 bis 3fache der beweglichen Belastung der ruhenden hinzurechneten und dann mit der zulässigen Spannung bis in die Nähe der Elasticitätsgrenze gingen. Es Der Redner kommt dann auf die Versuche von Wöhler zu sprechen, die zuerst einen Einblick in diese Sache gewährten und die Grundlagen zu den neueren Berechnungsmethoden lieferten. Es sei sehr zu wünschen, dass erneute Versuche angestellt würden, welche weitere Auskunft geben sollen über das Verhalten dieses wichtigen Baumateriales. Hierauf wird der Antrag des Hrn. Braune, eine Commission zur Anstellung von Untersuchungen über Gefügeveränderung zu wählen, angenommen, und werden die Herren Braune, Schmitz,
Kreitz, Zech, Paraquin und H. Müller gewählt.
Den Bericht der Commission für Abänderungsvorschläge zum Patentgesetzt hatte Hr. Euler übernommen. Derselbe macht darauf aufmerksam, dass in den Abänderungsvorschlägen zum Patentgesetze der Berliner Commission 2 Punkte noch besondere Berücksichtigung
finden sollen, nämlich das Vorprüfungsverfahren und die Patent
gebühren. Nach einer längeren Verhandlung spricht sich die Versammlung dahin aus, dass ein richtiges Vorprüfungsverfahren unbedingt den Vorzug verdiene, und dass deshalb ein solches anzustreben sei, dass aber die Vorprüfung nach dem jetzigen Verfahren zwecklos und teilweise sogar nachteilig sei. Bezüglich der Gebühren einigt man sich dahin, in den ersten Jahren dieselben möglichst niedrig zu setzen, die Steigerung zwar beizubehalten, nicht aber mit 50 %, sondern mit 10 % pro Jahr. Das mit Motiven versehene Gutachten soll dem Generalsekretär sofort eingereicht werden mit dem Bemerken, dass von Absendung eines Delegirten zu der Delegirtenversammlung Abstand genommen werde. » Einem ergangenen Ersuchen entsprechend macht Hr. Euler Mitteilung über die Conferenz, welche im vorigen Monat auf Veranlassung des Hrn. Minister Maybach-Berlin zur Besprechung des Submissionswesens stattgefunden hatte, und wozu ihm seitens des preussischen Ministeriums eine Einladung geworden war. *) Zum letzten Punkte der Tagesordnung erhält Hr. ChateauKaiserslautern das Wort; derselbe berichtet über das Schadhaftwerden eines Rohres an einem stehenden Fieldkessel. Der Kessel war als Dampferzeuger auf einem kleinen Dampfbote aufgestellt. Die Gesammtheizfläche betrug 5%". Nach den Erfahrungen des Redners ist die Zweckmässigkeit dieser Röhrenkessel sehr zweifelhaft, da ein Umlauf des Wassers in der gewöhnlich angenommenen Weise nicht stattfinde; bei hartem Speisewasser füllen sich die Röhren in dem unteren Teile bald mit losgelösten Steinen und Schlamm und brennen dann unten ab, wobei jedoch nie der geringste Unfall vorkam. In dem beregten Falle war die mangelhafte Einschweissung des zu starken Bodens Schuld an dem Unglücke, wobei ein Menschenleben zu beklagen war. Der betreffende Kessel wurde in Holland angefertigt. Um den Boden des betreffenden 50" weiten Fieldrohres herzustellen, wurde ein etwas konischer Bolzen von etwa 35" Höhe eingeschweisst. Die Schweissung war mangelhaft ausgeführt, ohne dass man dies von aussen bemerken konnte. Rohr und Bolzen waren zum grossen Teile nur sehr wenig verbunden (geschweisst). Es wurde sowohl in Holland als in der Pfalz eine Druckprobe vorgenommen. Die Abnahme unter Dampf erfolgte am 9. Juni v. J. Bei der Druckprobe sowohl als auch bei der Dampfabnahme konnte nichts verdächtiges bemerkt werden, und wurde die Erlaubnis zum Betriebe erteilt. Die Ursache, warum das Rohr schadhaft wurde, war folgende: Durch den sehr starken Boden und den im Rohre abgesetzten Schlamm trat eine starke Ueberhitzung an den gefährlichsten Stellen ein, was zur Folge hatte, dass nach kaum 2monatlicher Betriebszeit der Boden des Fieldrohres sich löste und siedendes Wasser in die Feuerbüchse ausströmte. Das Rohr sass ziemlich nahe am Umfange der Feuerbüchse. Der Rost bedeckte nicht den ganzen Querschnitt der Feuerbüchse. Die von dem Roste nicht bedeckte Fläche war schräg aufsteigend nach dem Umfange zu abgemauert. ... Das aus dem Rohre ausströmende Wasser stürzte auf die schiefe Fläche und wurde dann unter dem entsprechenden Winkel unmittelbar nach der Feuerthür abgelenkt und hinausgeschleudert. Der Raum auf dem Schiffchen war sehr beschränkt; die 3 vor dem Kessel sitzenden Personen wurden daher von dem ausströmenden Wasser getroffen, und infolge der erhaltenen Brandwunden starb ein Junge einige Tage darauf. Den Schluss der Sitzung bildet die Neuwahl des Vorstandes