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Nach der Oktoberrevolution (1917) etablierte eine neue Generation Filmschaffender euphorisch die proletarische Kultur und vermittelte mit radikalen Ansätzen ideologische Inhalte. Seit dem Zusammenbruch der UdSSR suchen postsowjetische Filmemacher*innen nach neuen Formen, um den veränderten Realitäten, Perspektiven und Lebensgefühlen gerecht zu werden. Zum 100. Jubiläumsjahr der Russischen Revolution zeigt das Kino Cameo eine Filmreihe mit berühmten und weniger bekannten Meilensteinen quer durch die Epochen und Genres des (post)sowjetischen Kinos.
Im Zentrum der Reihe steht nicht die filmische Rekonstruktion der Revolution, sondern das stark veränderte Bild der Frau und ihrer Rolle in der neuen Gesellschaft: So wird sie im Stummfilm «Bett und Sofa» (1927) als Mittelpunkt einer Dreiecksbeziehung und als zu selbstständigem Handeln entschlossene Frau inszeniert oder als höchst engagierte Leningrader Lehrerin («Allein», 1931), die sich für die Bildung von Bauernkindern im Altai-Gebirge einsetzt. Doch erscheint sie auch als sowjetische Agentin in der amerikanischen Liebeskomödie («Ninotchka», 1939), im Tauwetterkino als überzeugte Politkommissarin der Roten Armee im Bürgerkrieg («Kommissarin», 1967) oder als Anführerin einer Avantgarde-Künstlertruppe, die in den 1930er Jahren das kommunistische Kulturgut der indigenen Bevölkerung Sibiriens zu vermitteln hat («Engel der Revolution», 2014) – stets ist die Frau treibende Kraft an vorderster Linie!
Die Filmreihe wurde von den beiden Slawistinnen und Filmwissenschaftlerinnen Clea Wanner & Tatjana Simeunović in Zusammenarbeit mit dem Kino Cameo kuratiert.