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Der hundertjährige Prinz
Japan zählt so viele über Hundertjährige wie keine andere Nation. Über 61’000 sind es gemäss aktueller Statistik (Asienspiegel berichtete). Trotz dieser eindrücklichen Zahl hat bislang noch kein einziges Mitglied der kaiserlichen Familie dieses heilige Alter erreicht.
Kein Kaiser, aber immerhin ein Prinz hat dies nun geändert. Prinz Mikasa von Japan ist am 2. Dezember 2015 exakt 100 Jahre alt geworden und ist somit das erste Mitglied der Kaiserfamilie, das diese Altersschwelle überschritten hat.
Dass dies erst jetzt geschehen ist, mag überraschen. Denn die japanischen Kaiser der Neuzeit sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich lange im Amt. Seit Beginn der Meiji-Zeit 1868 gab es gerade mal vier Tennos. Doch keiner hat es bis 100 geschafft. Hirohito war bei seinem Tod 1989 immerhin schon 89 Jahre alt. Der aktuelle Kaiser, Akihito, ist 82 Jahre alt.
Ein ganzes Jahrhundert
Prinz Mikasa selbst kann auf ein bewegtes Leben voller Umbrüche zurückblicken. Am 2. Dezember 1915 kam er als Prinz Takahito auf die Welt. Sein Vater war der Taisho-Kaiser, der zwischen 1912 und 1926 amtete. Japan hatte damals mehr als ein halbes Jahrhundert der rasanten Modernisierung hinter sich gebracht und war bereits in den Klub der Grossmächte aufgestiegen.
Als jüngster Bruder von Hirohito, der seinem Vater auf den Thron folgte, machte Prinz Takahito Karriere in der Armee und erhielt 1936 von seinem Bruder den Titel Mikasa no miya, «Prinz Mikasa», verliehen, womit er einen neuen Zweig in der Kaiserfamilie begründete.
Prinz Mikasa war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Stabsoffizier in der Armee tätig, mit der er zwischen 1943 und 1944 in China stationiert war. Diese Zeit hatte ihn geprägt. Er soll sich später kritisch über den Mangel an militärischer Disziplin und die Gräueltaten der japanischen Armee an Zivilisten China geäussert haben, wie die Asahi Shimbun schreibt.
Ruhige Nachkriegsjahre
Nach der Kapitulation begann er eine Laufbahn als Akademiker. An der Universität Tokio liess er sich zum Experten für den Nahen Osten und semitische Sprachen ausbilden. Später forschte und unterrichtete er an verschiedenen Universitäten. Heute führt er ein zurückgezogenes Leben mit seiner 92-jährigen Frau Yuriko. Die beiden haben fünf Kinder, wobei alle drei Söhne bereits gestorben sind.
Sie scheinen derweil das Rezept für ein langes Leben gefunden zu haben. Täglich 30-minütige Übungen mit 1-Kilo-Hanteln halten die beiden munter.
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