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Die Antikorruptionsorganisation Transparency International veröffentlichte kürzlich die Transparenz-Rangliste der 105 grössten börsennotierten multinationalen Konzerne. Die Unternehmen wurden auf Basis öffentlich zugänglicher Daten bewertet. Besonders schweigsam sind die Unternehmen, was ihre erwirtschafteten Gewinne im Ausland angeht. Dies gilt insbesondere für Geschäftstätigkeit in armen Ländern mit fragwürdigen Regierungsstrukturen. Im Bericht Transparency in Corporate Reporting werden auch einzelne Branchen gesondert analysiert. Der Finanzsektor erweist sich dabei als besonders intransparent. Die vierundzwanzig analysierten Institute kommen im Durchschnitt nur auf den schlechten Wert 4,2. Die Vorsitzende von Transparency International Deutschland Edda Müller kommentiert dies folgendermassen:
„Die Studie belegt erneut, dass wir mehr Regulierung und verbindliche Berichtsstandards für den Finanzsektor brauchen. Banken sollten ihre Beteiligungsstrukturen und nationalen Finanzkennzahlen vollständig offenlegen. Man kann nicht Steuergelder zur Rettung kassieren und sich gleichzeitig weigern öffentlich zu dokumentieren, dass man ordentlich seine Steuern zahlt.“
Die intransparentesten Unternehmen stammen ebenfalls aus der Finanzbranche. Schlusslicht ist Bank of China (1,1). Auf den vorletzten Platz hat es die gleichfalls in China beheimatete Bank mit dem schönen Namen Bank of Communications (1,7) geschafft. Gerüchte, dass ein Rebranding in „Bank of Intransparency* geplant ist, wurden bislang nicht bestätigt.
Alexandre Robert