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Ein absolutes muss für jeden der mit Kriegsflüchtlingen zu tun hat! Man kann sich mit dieser gut erzählter Geschichte gut vorstellen wie schwierig und gefährlich es für jeden Flüchtling ist und somit auf jeden Flüchtling, den man hier in Deutschland für einen Neuanfang hilft, besser darauf eingehen.
Dies ist die atemberaubende, wahre Geschichte der langen Reise des Enaiatollah Akbari. Versprich mir, drei Dinge niemals zu tun, sagt seine Mama eines Abends zu Enaiat. Erstens: Drogen nehmen. Zweitens: Waffen benutzen. Drittens: Stehlen. Enaiat verspricht und wacht am Morgen danach allein auf. Seine Mutter ist fort und hat ihm... Dies ist die atemberaubende, wahre Geschichte der langen Reise des Enaiatollah Akbari. Versprich mir, drei Dinge niemals zu tun, sagt seine Mama eines Abends zu Enaiat. Erstens: Drogen nehmen. Zweitens: Waffen benutzen. Drittens: Stehlen. Enaiat verspricht und wacht am Morgen danach allein auf. Seine Mutter ist fort und hat ihm nur diese drei Lebensregeln zurückgelassen. Sie hat ihn von ihrer Heimat Afghanistan nach Pakistan geschmuggelt in der verzweifelten Hoffnung, dass er in der Fremde ein besseres Leben finden würde. Nun ist der etwa zehnjährige Junge völlig auf sich gestellt. Fabio Geda berichtet im leichten Plauderton, der durch seine Einfachheit ganz tief berührt. Man hat das Gefühl, Enaiat selbst gegenüber zu sitzen, der seine Geschichte erzählt, wie es ihm gerade einfällt. Immer wieder macht er Gedankensprünge vor und zurück, räumt mit Vorurteilen auf und teilt seine Gedanken über das Leben mit. In wenigen Worten zeichnet er ein plastisches und glaubwürdiges Bild seiner Herkunft und der Länder und Städte durch die ihn seine Reise führt. Auf seiner Flucht erlebt Enaiat Unglaubliches, Herzzerreißendes, Trauriges, aber auch Schönes, Ermutigendes und Hoffnung machendes. Manche Situationen hätte er beinahe nicht überlebt, manche Schicksalsgefährten verliert er auf dem Weg. Ohne einige freundliche Menschen, die ihm selbstlos halfen, hätte er es nie geschafft. Ich würde dieses Buch als Pflichtlektüre in Schulen empfehlen, aber auch Erwachsenen. Es ist mir derart zu Herzen gegangen, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Große Empfehlung: Lest dieses Buch!
„Und merke dir, dass es sich lohnt zu leben, wenn man immer einen Wunsch vor Augen hat wie der Esel eine Karotte“. Dies ist wohl der wichtigste Satz, den seine Mutter dem kleinen, 10jährigen Enaiatollah mit auf den Weg zu geben vermag. Viel mehr wird es nicht mehr sein, denn... „Und merke dir, dass es sich lohnt zu leben, wenn man immer einen Wunsch vor Augen hat wie der Esel eine Karotte“. Dies ist wohl der wichtigste Satz, den seine Mutter dem kleinen, 10jährigen Enaiatollah mit auf den Weg zu geben vermag. Viel mehr wird es nicht mehr sein, denn über Nacht ist die Mutter verschwunden, bereits in der Fremde in Pakistan, wohin sie mit ihrem Sohn aus Afghanistan mehr geflohen als hingezogen war. Damit beginnt dieses kleine, aber fulminante Buch auf der Basis der wahren Lebensgeschichte des Enaiatollah Akbari. In seiner Heimat Afghanistan unter dem diktatorischen Regime der Taliban nicht mehr sicher, in der Fremde quasi ausgesetzt, lässt Fabio Geda den Leser Schritt für Schritt teilhaben an der Energie, aber auch der Lebenshoffnung des kleinen Jungen. Der umgehend beginnt, für sich selbst zu sorgen und der von dem Wunsch angetrieben wird, diese misslichen Umstände hinter ich zu lassen, weiter zu wandern. Zunächst sieht er den Iran als Ziel und Ausweg, wird von dort zweimal wieder zurückgeschickt, bevor er doch dort Fuß fassen kann. Und merkt, dass dieses Land nicht der Endpunkt seines Weges sein kann. Am Horizont winkt eine bessere, freiere, sicherere Welt, Europa. Ein harter Weg bis dahin schon und auch der weitere Verlauf wird für den Jungen kein leichter Weg sein. Voller Unsicherheit als Illegaler, was das tägliche Überleben angeht, was die Frage angeht, wem er überhaupt vertrauen kann (wenige). Ein Weg, der er mit Mut und Zähigkeit angeht. Ein Lebensmut und ein Beharrungsvermögen, von dem das Buch in bester Weise kündet und dass den Leser nicht unberührt lassen kann. Verschärft noch durch den Umstand, dass hier ein Kind seine Geschichte erzählt, der während seiner Odyssee zum Jugendlichen heranreift. Eine Lebensgeschichte auch der Moderne dieser Welt. Erschreckend und in Teilen einfach abstoßend, wie Menschen nichts gelten in weiten Teilen der Erde, wie ständige Machtinteressen und zudem fanatische Überzeugungen ganze Völker drücken, wie der Versuch einer Ausrottung immer und immer wieder noch im Raume steht. Sprachlich bestens umgesetzt wurde die Geschichte von Fabio Geda, dem es gelingt, die inneren Wechselbäder der Gefühle des kleinen Enaiatollah filigran nachvollziehbar in seiner romanhaften Erzählung lebendig werden zu lassen. Eine Geschichte, die auch vom Glück kündet. Aber auch Ohnmacht hinterlässt. Denn obwohl am Ende des Weges für Enaiatollah ein Happy End im Raume stehen wird, wird er auf seinem Weg so manchen begegnen, die am Wegesrand liegen geblieben, ermordet, gestorben, ertrunken sind. So ist das Buch auch ein politisches Plädoyer, nicht darin nachzulassen, sich an die Seite jener zu stellen, die in ihren Ländern nichts gelten und unter ständiger Bedrohung für Leib und Leben ihre Tage in Angst verbringen. Eine Erzählung, die auf Tatsachen beruht, die wachrüttelt und Emotionen freisetzt. Zu Recht bereits ein Bestseller in Italien.