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In Kingsburg werden wir Spieler vom König zu Gouverneuren von Grenzprovinzen ernannt und müssen diese gegen die Feinde des Königreiches verteidigen. Nicht genug, dass der König faul auf seiner Burg sitzt und wir die ganze Arbeit übernehmen, damit wir überhaupt Baumaterial für unsere Provinz erhalten, müssen wir uns auch noch am Königshof einschleimen.
Kingsburg spielt sich über fünf Jahre bzw. Runden. Jeweils in den Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst können die Spieler am Königshof die königlichen Beratern um Hilfe bitten. Dadurch können sie die Verteidigungsstärke für dieses Jahr erhöhen oder Rohstoffe und Siegpunkte erhalten, welche sie gleich anschliessend für den Bau von verschiedenen Gebäuden einsetzen können. Im Winter überfallen Feinde die Provinzen und zerstören den Spielern, die nicht aufgepasst haben, Waren, Gebäude oder Siegpunkte.
In den ersten drei Jahreszeiten bestimmen die Würfel das Spielgeschehen. Jeder Spieler wirft drei Würfel, mit denen er anschliessend die Dienste der königlichen Berater in Anspruch nehmen kann. Der Spieler mit der tiefsten totalen Augenzahl beginnt und kann nun einen der 18 Berater für sich besetzen. Dabei müssen die gesamten Augenzahlen des oder der Würfel genau dem Wert des Beraters (von 1 bis 18) entsprechen. Mit dem Würfelwurf 2, 2, 3 z. B. kann ich also durch Einsetzen von einem, zwei oder drei Würfeln den Berater Nr. 2, 3, 4, 5 oder 7 für mich gewinnen. Danach wählen die anderen Spieler der Reihe nach ebenfalls einen Berater, der noch nicht besetzt ist. Wenn ich wieder dran bin, darf ich mit meinen restlichen Würfeln einen weiteren Berater um seine Dienste bitten. Wenn ich im obigen Beispiel also zuerst den Berater Nr. 2 (mit einem 2er Würfel) besetzt habe, kann ich nun noch die Figuren 3 oder 5 wählen. Aber das natürlich nur, sofern nicht schon die Mitspieler diese Berater gewählt haben.
Hier liegt nun auch die Würze des Spiels. Eigentlich ist es ziemlich unwesentlich, was ich würfle. Wichtig ist, wie ich mit meinem Würfelresultat umgehe. Höherrangige Berater geben zwar mehr Rohstoffe als die tieferen, dafür muss ich aber auch mehr Würfel einsetzen. Und so bestimmen hauptsächlich zwei Faktoren die Berater-Auswahl: Einerseits muss ich darauf achten, welche Rohstoffe ich für die Gebäude brauche, die ich gleich bauen will. Und andererseits muss ich aufpassen, dass ich nicht auf ungenutzten Würfeln sitzen bleibe, weil meine Mitspieler alle Berater, die ich wählen könnte, schon besetzt haben.
Aber ich gebe zu, wie sehr ich auch zu taktischen Überlegungen geneigt bin, wenn mich die liebe Fortuna arg auf dem Kieker hat, ist einfach nicht viel zu holen. Einen Würfelwurf 1, 1, 1 kann man nicht schönreden. Und auch andere Würfe können mich der Willkür der Mitspieler ausgesetzt lassen.
Doch halt! Man baut ja noch Gebäude. Diese bieten nebst Siegpunkten noch andere Vorteile. So kann ich z.B. mit dem Markt einmal pro Runde einen Berater beeinflussen, dessen Wert 1 Punkt höher oder niedriger ist als die Summe der Würfelaugen. Mit der Kneipe erhalte ich jede Runde einen +2-Marker, die ich ausgeben kann, um meine Würfel zu erhöhen. Und der Bauernhof gibt mir sogar einen zusätzlichen Würfel.
Andere Gebäude wiederum erhöhen die Verteidigungsstärke der Provinz. Diese kommt in der Winterphase zu tragen, wenn Feine die Provinzen angreifen. Deren exakte Angriffsstärke wird erst im Winter bekanntgegeben. Also gilt es, die Verteidigung vorsichtshalber genügend zu stärken, damit man die Feinde abwehren kann. Dies sollte aber im Normalfall kein Problem sein. Entsprechend dient die Winterphase hauptsächlich als Ressourcen-Loch, in welches man etwas mehr oder etwas weniger investieren kann.
Dass die Winterphase an Bedeutung etwas zu kurz kommt, ist eigentlich schade, stört aber insgesamt nur wenig. Kingsburg ist ein sehr gelungenes Spiel, das wunderbar taktische Überlegungen mit Glückselementen verknüpft. Empfehlenswert! -cb