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Ein langer und steiniger Weg liegt zwischen dem spätklassizistischen Bau des Hotel Paradies und dem heutigen Mehrfamilienhaus, welches zwischen der Luzernerstrasse 11 und der Seestrasse 12 gebaut
worden ist. Das Hotel Paradies schliesst 1983 seine Türen und verkommt zur Bauruine. Die eingeschlagenen Fenster, die bröckelnde Fassade und das verwahrloste Grundstück mitten im Dorf verärgert
manch einen. Für die fünfte Gestaltungsvariante planen ein Solothurner Rechtsanwalt und eine Immobilienfirma 1999 ein Fitness-Zentrum und acht Studios, die touristisch bewirtschaftet werden
sollen, zudem acht Wohnungen sowie ein Café mit Kinderspielplatz. Ladenlokale sollen das Ganze abrunden. In der Luzerner Zeitung vom 17.2.1999 meint der Vertreter der Einfachen Gesellschaft, Ivo
Bracher, dass im besten Fall im Spätherbst 1999 zu bauen begonnen werden könne.
Am 20. Juni 2004 stimmt die Weggiser Bevölkerung über eine Umzonung des Grundstücks Paradies ab. Sie ist umstritten. CVP und SVP lehnen die Umzonung ab. Ihnen geht es primär um den Präzedenzfall und die rechtlich unklare Situation einer Sonderzone in der Kernzone. Zudem handle es sich um eine Mogelpackung. Der Besitzer Ivo Bracher aus Solothurn habe die beiden Grundstücke an die Dinkel, Korner Immobilien AG in Meggen verkauft. Würde die Umzonung jedoch abgelehnt, fallen die Grundstücke wieder zurück an den ehemaligen Besitzer. So oder so gäbe es kein neues Hotel Paradies.
An der Urnenabstimmung vom 20. Juni 2004 werden sämtliche Einsprachen abgewiesen und die Umzonung der beiden Parzellen Nrn. 85 und 543 von der Kur- und Hotelzone in die "Kernzone Paradies" beschlossen. Für dieses Gelände wird eine maximale Ausnützungsziffer von 1.0 festgesetzt. Die am 23. November 2004 abgewiesene Verwaltungsbeschwerde wird ans Verwaltungsgericht weitergezogen und am 9. Januar 2006 abgewiesen. Derselbe Kläger erhebt nun Einsprache wegen Willkür und formeller Rechtsverweigerung. Letztendlich lehnt das Bundesgericht die staatsrechtliche Beschwerde ab. Gut 20 Jahre liegt die Liegenschaft im Dorfzentrum brach, dann wird sie 2006 im Hinblick auf die Publizität des Dorfes im Zusammenhang mit dem Training der brasilianischen Fussballnationalmannschaft in Weggis auf Kosten des Steuerzahlers abgebrochen. Die Ruine sei zu gefährlich geworden, wird offiziell verlautet. Im neuerstellten Gebäude gehen nun nicht mehr Hotelgäste, sondern Weggiser Einwohnerinnen und Einwohner ein und aus: immerhin. Und für sie ist hoffentlich der neue Wohnort ein Paradies.
Inventarnummern 10742, 11025, 10790, 11027 et al. / Karin Bernath