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Christoph Voser
Gründer des Fördervereins Musical Theater Basel
Als absoluter Musicalfan frage ich mich schon seit Jahren, wieso es die Stadt-Basel nach 18 Jahren Bestehen des Musical Theater nicht geschafft hat, aus Basel eine Musical-Stadt zu machen. Was läuft da schief oder ist wissen wir nicht die ganze Wahrheit?
Frage: Wie kann es sein, dass das Musical Theater seit Jahren gerade mal eine Auslastung von 25% hat?
Frage: Wenn die Stadt Basel schon 10 Millionen in dieses Musical Theater investiert hat, wieso läuft nicht mehr? Den Steuerzahler interessiert das sicherlich auch!
Frage: Was gedenken die verantwortlichen Betreiber in Zukunft zu tun, dass sich diese Situation schnellstmöglich ändert?
WIR WOLLEN MEHR VERANSTALTUNGEN IM MUSICAL THEATER BASEL:
25% Auslastung im Musical-Theater-Basel kann doch nicht wahr sein!
Ausgangslage:
Das Musical Theater Basel wurde in den Jahren 1994/1995 für die Produktion „Phantom der Oper“, auf Initiative des damals grössten Musical Impressarios der Schweiz, Eynar Grabowsky, einer bis dahin eher ungenutzten Messehalle gebaut. Die Stadt Basel hat dazu 10 Millionen CHF an öffentlichen Geldern zur Verfügung gestellt. Kurzfristig hat die Geschäftsleitung der Messe Schweiz entschieden diese Produktion nicht mit Eynar Grabowsky, dem Initianten, sondern mit der Really Useful Company direkt durchzuführen. Kurze Zeit später begann Eynar Grabowsky Selbstmord.
Die Produktion „Phantom der Oper“ hatte am 12.10.1995 Premiere und spielte ca. 1 3/4 Jahr. Danach stand das Musical Theater einige Zeit leer, bis Thomas Dürr den Kontakt zwischen der Messe Schweiz und dem Musical Produzenten Wolfgang Bocksch herstellte. Die Messe entschied sich daraufhin die Produktion „Crazy for you“ in eigener Regie und auf eigene Rechnung durchzuführen. Diese Produktion spielte drei Monate in Basel und war zuletzt meist ausverkauft. Danach stand das Musical Theater wieder einige Monate leer, bevor Thomas Dürr mit Veranstaltungen wie Stephan Eicher, The Blues Brothers, 42nd Street und anderen, dem Haus neues Leben eingehaucht hat. Von 1999 bis 2003, war Thomas Dürr einer der Hauptveranstalter und hat begonnen mit viel Aufwand und Enthusiasmus First Class Musical-Produktionen nach Basel zu holen, oder sogar in Basel zu produzieren. Dazu zählen Grease, West Side Story, FOSSE, Chicago, Fame, A Chorus Line, Rocky Horror Picture Show und viele mehr. Das unter seiner Regie in Basel First Class Produktionen produziert und umgesetzt wurden, ist in dieser Art einmalig für die ganze Schweiz und wurde seither weder in Basel, noch in anderen Städten in original Broadway Qualität umgesetzt.
Nach eigenen Angaben von Thomas Dürr hat er sich mit seiner Firma act entertainment auf Druck von Freddy Burger Management in Zürich(Betreiber des Theater 11 und des Musical Theater Basel) zunehmend aus dem Musical Theater zurückziehen müssen. Termine standen praktisch nicht mehr zu Verfügung und freie Zeit-Slots für grössere oder kleinere Produktionen kaum, oder nur noch in den Sommermonaten erhältlich. Zunehmend hat der offizielle Betreiber Freddy Burger Management nur noch an sich selber vermietet, um einen grösstmöglichen Profit aus dem Vertragsverhältnis mit der Messe Schweiz zum Betrieb des Musical Theaters zu erhalten.
Seit 2008 gibt es in Zürich das neue Theater11 und daraus resultierend, ist die Belegung des Musical Theaters in Basel immer schwächer geworden. Dies ist eine Folge dessen, dass in beiden Häusern die gleiche Betreiberfirma und der gleiche Besitzer dahinter stehen. Ein Interesse in Basel mehr Veranstaltungen zu generieren, bzw. den Markt zu bearbeiten ist nicht erkennbar.
Die Belegung des Musical Theaters kann durch flexiblere und genauere Marktbearbeitung um bis zu 50% gesteigert werden. Das Musical Theater ist einer der besten Veranstaltungsorte in der ganzen Schweiz und ist durch sein einmaliges Auditorium, den ansteigenden Balkonen und das grosse Bühnenhaus in seiner Qualität ein Bijou, welches zunehmend weniger genutzt wird. Die Stadt Basel könnte von diesem Haus weit mehr profitieren, als es derzeit der Fall ist. Die minimale Belegung und die fehlende Vermarktung des Hauses nach Aussen, zeigen ein Desinteresse des Betreibers sowie des Vermieters.
Durch den nun realisierten Messeneubau, fällt der Festsaal der Messe als Veranstaltungsort weg. Der von der Messe aufgezeigte Ersatz für den Festsaal, die neue Eventhalle, ist den Anforderungen nur eingeschränkt gewachsen. Sodass viele Veranstaltungen, die im Festsaal der Messe, wie das Drummeli, diverse Tanz- und Musicalproduktionen und weitere, dort nicht mehr stattfinden können. Zudem ist die neue Eventhalle, dadurch das sie auch als Messehalle genutzt wird, jeweils für grössere Zeitabschnitte, während der grossen Messen, nicht nutzbar.
Basel braucht dieses Musical Theater – Eine Halle in der auch kleinere Veranstaltungen ein kulturelles Leben in der Stadt generieren können. Ein pulsierendes, kulturelles Leben ist ein wichtiger Standortfaktor für eine Stadt wie Basel, die darauf angewiesen ist, dass weltgewandte, gut ausgebildete Fachkräfte dem Arbeitsmarkt positive Impulse geben. Eine stärkere Auslastung des Musical Theaters durch eine aktive, flexible Marktbearbeitung, wird tausende von zusätzlichen Zuschauern generieren. Das Musical Theater könnte auch für die Avo Session ein neues Zuhause bedeuten und die Probleme, die derzeit mit dem Wegfall des Festsaal entstehen, zu einem grossen Teil kompensieren.
Auch das Gewerbe der Hotellerie und Gastronomie rund um das Musical Theater könnte von einer Belebung und von einer hohen Veranstaltungs-Dichte grossräumig profitieren.
Helfen Sie uns, dass das Musical Theater in Basel sich zukünftig vermehrt dem Publikum öffnet und erfolgreich geführt werden kann.
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