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John Adams als kreativer Denker
«Wer ein richtiger Musiker sein will, der muss auch eine Speisekarte komponieren können.» Diesen Satz soll Richard Strauss einst zu Stefan Zweig gesagt haben. Er macht auf komische Weise deutlich, wie der Anspruch eines Komponisten sein kann: Er muss stets dazu bereit sein, kreativ zu werden und ein Werk zu schaffen.
Jeder Komponist ist somit ein «kreativer Denker». Im Fall von John Adams sollte man diese Fähigkeit jedoch noch einmal extra hervorheben. Er ist nicht nur als Dirigent und innovativer Komponist kreativ schaffend, sondern er verbindet eine ganze Reihe von Tätigkeiten im Musikleben: Orchestermusiker, Klarinettist, Dirigent, Komponist und Musikschriftsteller.
Dass Adams auch Prosa schreiben kann, beweisen seine zahlreichen Artikel (z.B. für die New York Times und die Londoner Times), Programmnotizen und Vorträge, von denen einige die Grundlage von Kapiteln und Abschnitten in seiner Autobiografie «Hallelujah Junction: Composing an American Life» bilden. Mit entmystifizierenden Betrachtungen über den kreativen Prozess, scharfen Beurteilungen seiner Arbeit, aber auch über die seiner Kolleg*innen und persönlichen Erinnerungen gewährt Adams den Leser*innen intime Einblicke in sein Leben und Werk.
Franziska Gallusser