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Die Pionierinnen des Frauen-Bodybuildings waren echte Freigeister.
Heutzutage sind wir es gewohnt, durchtrainierte Frauen zu sehen. Wir empfinden sie als stark und attraktiv. Dem war aber nicht immer so. Anfangs des 20. Jahrhunderts galt es für Frauen als schön, wenn sie weibliche Kurven hatten und keine trainierten Muskeln zur Schau stellten. Camille Clifford galt dabei als Vertreterin des «idealen» Schönheitsbilds - inklusive unglaublicher Wespentaille, die sie einem eng geschnürten Korsett verdankte. Da fielen muskulöse Frauen, die sich diesem Schönheitsideal nicht beugen wollten, besonders auf - und landeten oftmals als Schausteller im Zirkus. So zum Beispiel auch Katharina Brumbach (1884-1952), die Tochter eines deutschen Zirkusdirektorenpaars. Brumbach trat schon als Mädchen im elterlichen Zirkus auf und fiel durch ihre Stärke auf. Ihr Vater rief einen Gewinn von 100 Mark aus für denjenigen, der sie besiegen konnte. Doch es gelang niemandem, Brumbach war immer stärker. Als sie eines Tages in Paris eine Vorstellung gab, wurde sie vom berühmten amerikanischen Zirkusdirektor John Ringling entdeckt und engagiert. 1901 wanderte sie nach Amerika aus. In New York besiegte sie bei einem Kräftemessen während einer Zirkusvorstellung den Champion Eugen Sandow, indem sie 136 kg stemmte. Fortan nannte sie sich Katie Sandwina, die «stärkste Frau der Welt». Es gibt unzählige Bilder, die weitere starke Frauen zeigen, deren Namen in Vergessenheit geraten sind. Doch sie alle waren Pionierinnen, die sich nicht unterkriegen liessen und den Weg geebnet haben für nachfolgende starke Frauen.