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Ein Athlet und sechs Athletinnen qualifizierten sich aus Willisauer Sicht für die Nachwuchs-Schweizermeisterschaften. Die Kategorien U16 und U18 kämpften in Frauenfeld um einen Platz auf dem Podest. In der Kategorie U20 und U23 wurden die Medaillen in Lausanne vergeben.
von Roland Christen
In der Kategorie U18 weiblich erreichte Naja Liem über 100 Meter und Tamara Plavsic im Hochsprung die Norm für die nationalen Nachwuchstitelkämpfe. Die Ausgangslagen hätten jedoch unterschiedlicher nicht sein können. Während Plavsic mit einer bronzenen Auszeichnung von den Nachwuchs Schweizermeisterschaften in der Halle von vergangenem Februar anreiste, kämpfte Liem um den Einzug in den Halbfinal.
58 Athletinnen aufgeteilt in acht Vorläufe kämpften in der Ostschweiz um die 24 Halbfinal- respektive um die acht Finalplätze. Naja Liem stellte sich in Vorlauf Nummer acht der Konkurrenz. Die angehende Zeichnerin mit Fachrichtung Architektur zeigte ein starkes Rennen und erreichte das Ziel nach 13,19 Sekunden. Damit realisierte sie die zweit schnellste Zeit ihrer noch jungen Laufbahn. In der Endabrechnung klassierte sich Liem auf Rang 40.
Hausrekord für Plavsic
Ende Februar gewann Tamara Plavsic an den Hallen Schweizermeisterschaften in der Katergorie U18 weiblich mit übersprungenen 1.66 Meter die bronzene Auszeichnung. Der Start in die Freiluftsaison verlief anschliessend etwas harzig. Mitte Juni sprang Plavsic in Luzern mit 1.64 Meter Saisonbestwert. Denoch verfolgte sie das Ziel eines Medaillengewinnes. In Frauenfeld gelang der Hochspringerin ein solider Wettkampf. Bei 1.50 Meter in den Wettbewerb eingestiegen, übersprang sie in der Folge 1.55 Meter und 1.60 Meter im ersten Versuch. Auf 1.65 Meter benötigte die Willisauerin anschliessend zwei Versuche und verbesserte damit ihre Freiluftbestmarke um einen Zentimeter. Der erste Versuch auf der Höhe von 1.68 Meter war vielversprechend. Fehlte doch nur wenig und die Latte wäre oben geblieben. Mit gültigen 1.65 Meter einem neuen Hausrekord sowie Schlussrang fünf zeigte sich Tamara Plavsic nach dem Wettkampf sichtlich zufrieden.
Glanzmann mit Muskelfaserriss
Die Freude Anfang Juli über die Qualifikation für die Nachwuchs Titelkämpfe war bei Salome Glanzmann gross. Endlich durfte sie die Früchte ihres Aufwandes ernten. Ende August, während eines Staffeltrainings, verletzte sich die Langsprinterin am Oberschenkel. Nach intensiver Behandlung startete sie anlässlich der Schweizer Staffelmeisterschaften über 4×100 Meter. Nach ihrer Teilstrecke griff sie sich unmittelbar an den hinteren Oberschenkel. Mit der Feststellung eines Muskelfaserrisses musste Glanzmann schweren Herzens auf ihre ersten nationalen Titelkämpfe verzichten.
In der Olympischen Staffel von vorletztem Wochenende sprang Leonie Roos für die verletzte Salome Glanzmann über 400 Meter in die Bresche. An den Nachwuchs Schweizermeisterschaften stand Ross über 100 Meter und im Weitsprung am Start. Im Kurzsprint blieb die medizinische Praxisassistentin in Ausbildung mit 13.23 Sekunden rund zwei zehntel über ihrer persönlichen Bestmarke. Für die Halbfinalqualifikation wäre eine Zeit von 12.68 Sekunden notwendig gewesen. Leonie Roos klassierte sich im 30. Rang.
Im Weitsprungwettkampf der Kategorie U20 weiblich kam Roos am Tag danach nicht wie gewünscht auf Touren. Bereits nach drei Versuchen und einer gültigen Weite von 4.80 Meter war der Wettkampf für sie vorbei.
Im Stabhochsprungwettkampf der unter 20-jährigen wurden die gelb-roten Farben durch Chantal Scherrer vertreten. In diesem Jahr übersprang die vielseitige Sportlerin dreimal die Höhe von 3.20 Meter. Am 01. August 2023 erreichte sie mit 3.30 Meter ihren persönlichen Bestwert in Frauenkappelen. An diesem wollte sie in Lausanne nur alt zu gerne anknüpfen. Scherrer stieg auf 2.95 Meter mit einem Fehlversuch in den Wettkampf ein. Im zweiten Anlauf überquerte sie die Latte problemlos. Die folgenden Höhen übersprang Chantal Scherrer im ersten Versuch. Auf 3.30 Meter musste sie sich drei Fehlversuche notieren lassen und schied mit einer gültigen Höhe von 3.20 Meter und Schlussrang neun aus dem Wettkampf aus.
Marco Roos trat Anfang Juni 2023 in die Leichtathletikriege des STV Willisau ein und übersprang auf Anhieb 1.85 Meter im Hochsprung. Mit diesem Wert erreichte er auch die Norm für die Nachwuchstitelkämpfe. In der Westschweiz bestritt der Zeller seine erste Schweizermeisterschaften. Der ehrgeizige Hochspringe überquerte die Anfangshöhe von 1.72 Meter im ersten Versuch. Auch über 1.77 Meter und über 1.82 Meter war jeweils der erste Anlauf von Erfolg gekrönt. Der angehende Zimmermann setzte den Wettkampf auf 1.87 Meter fort. Sämtliche drei Versuche endeten als ungültig. Marco Roos zeigte sich nach dem Wettkämpf mässig zufrieden, hätte er doch so gerne die 1.87 Meter übersprungen und an der Nachwuchs-SM eine neue Bestmarke erzielt.
Gold-Fabienne
Mit Goldmedaille Nummer vier und fünf krönte sich Fabienne Müller anlässlich der Schweizer Nachwuchsmeisterschaften in der Kategorie U20 weiblich zur Überfliegerin auf den Mittel- und Langstrecken. Nach Gold über 1000 Meter in der Halle, Rang eins an den Schweizermeisterschaften im Crosslauf und dem nationalen Titel über zehn Kilometer auf der Strasse krallte sich die schnelle Läuferin des STV Willisau in Lausanne auch die Titel über 800 Meter und über 1500 Meter.
Nach einem lockeren Vorlauf über 1500 Meter folgt am Samstag auch ein Trainingslauf über die 800 Meter. In beiden Rennen qualifizierte sich die Sportschülerin souverän für den Finallauf. Unbeeindruckt von den beiden Auftritten am Samstag, zeigte sich die in Oberkirch wohnhafte Mittelstreckenläuferin am Sonntag im Finallauf über 1500 Meter. Mit über drei Sekunden Vorsprung erreichte Müller nach 4:26.29 Minuten das Ziel.
Bis zum Kampf um die Medaillen über 800 Meter blieben rund zwei Stunden und 30 Minuten Zeit. Fabienne Müller erholte sich bestens und trat auch über die zwei Bahnrunden selbstbewusst an. Zu keinem Zeitpunkt liess sie Zweifel aufkommen, dass nicht auch Sie das Rennen über 800 Meter gewinnen würde. Mit 2:14.59 Sekunden überquerte Müller die Ziellinie mit knapp 1.5 Sekunden Vorsprung. Als Doppelschweizermeisterin durfte Fabienne Müller müde, aber überglücklich die Heimreise antreten.
11.09.2023 / Roland Christen
Fotos: athletix.ch / Rafael Zürcher