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Denkwürdigkeiten aus dem russischen Feldzug vom Jahr 1812
von Thomas Legler
Thomas Legler, geboren am 21. Februar 1782 in Diesbach/Dornhaus im Kanton Glarus, trat als Unterleutnant 1799 in die dritte helvetische Halbbrigade ein. Später focht er im zweiten helvetischen Linien-Infanterie-Bataillon in der Schweiz. 1801 zum Oberleutnant befördert, trat er mit seinem Bataillon in französische Dienste über und nahm mit dem 1. Schweizerregiment an den Feldzügen Napoleons auf Corsica, Elba und Neapel teil, wo er 1810 zum Oberleutnant der Grenadiere vorrückte. Als solcher machte er den russischen Feldzug von 1812 mit und berichtete in seinen Aufzeichnungen «Denkwürdigkeiten aus dem russischen Feldzug vom Jahr 1812» unteranderem, wie er am 28. November seinen Kommandanten Blattmann an das Lied «Unser Leben gleicht der Reise» erinnerte und von diesem aufgefordert wurde, es vorzusingen.
Das Beresina Lied
Unser Leben gleicht der Reise
eines Wandrers in der Nacht;
jeder hat auf seinem Gleise
vieles, das ihm Kummer macht.
Aber unerwartet schwindet
vor uns Nacht und Dunkelheit,
und der schwer Gedrückte findet
Linderungen für sein Leid.
Muthig, muthig! Liebe Brüder,
gebt das bange Sorgen auf;
morgen steigt die Sonn‘ schon wieder
freundlich an den Himmeln auf.
Darum lasst uns weiters gehen,
weichet nicht verzagt zurück;
hinter jenen fernen Höhen
wartet unsrer noch ein Glück.
Nach dem Text «Die Nachtreise»
von Ludwig Christian Giseke
(1758 – 1832)