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Im vorliegenden Urteil befasste sich das Bundesgericht mit der Frage, ob im provisorischen Rechtsöffnungsverfahren (Art. 82 SchKG) der Betriebene bzw. der Schuldner den Nachweis eines anzuwendenden ausländischen Rechts zu erbringen hat, oder ob dieses von Amtes wegen festzustellen ist.
A und B schlossen 1976 einen Ehevertrag nach französischem Recht ab (Art. 1400–1491 des frz. Code civile). Im Juli 2008 schloss der Ehemann (A) einen Darlehensvertrag über EUR 2’000’000 mit einer französischen Bank. Der Darlehensvertrag unterstand französischem Recht. Die Ehefrau (B) unterschrieb ein Einwilligungsformular, in dem sie bestätigte, dass sie A ihre Zustimmung zum Abschluss dieses Darlehensvertrags gegeben hatte. Später kündigte die Bank den Vertrag, leitete die Betreibung ein und verlangte nach Rechtsvorschlag durch das Ehepaar die provisorische Rechtsöffnung.
Die Schuldner beriefen sich auf eine fehlerhafte Schuldanerkennung, da sich nach französischem Recht die Betreibung ausschliesslich auf das Vermögen von A beschränke. Die Schuldner waren der Ansicht, dass die Betreibung gegen Art. 82 SchKG, Art. 8 ZGB, Art. 55 ZPO und Art. 16 IPRG verstiess. Das Bundesgericht prüfte in der Folge, ob den Behörden oder dem Schuldner die Feststellung ausländischen Rechts obliegt, zumal Art. 82 Abs. 2 SchKG dem Betriebenen bzw. dem Schuldner die Pflicht auferlegt, die Schuldanerkennung glaubhaft zu entkräften.
Gemäss Art. 16 IPRG ist der Inhalt des anzuwendenden ausländischen Rechts von Amtes wegen festzustellen; dazu kann die Mitwirkung der Parteien verlangt werden. Bei vermögensrechtlichen Ansprüchen kann der Nachweis den Parteien überbunden werden. Da auf den provisorischen Rechtsöffnungsentscheid das summarische Verfahren anwendbar ist, welches eine gewisse Schnelligkeit des Verfahrens verlangt, hat gemäss BGer nicht der Rechtsöffnungsrichter das ausländische Recht von Amtes wegen festzustellen, sondern obliegt dessen Nachweis dem Gläubiger (E. 6.1.2.):
«En procédure de mainlevée […] l’art. 16 al. 1 1ère phr. LDIP ne s’applique pas […] Dès lors, le juge de la mainlevée n’a pas à constater d’office le contenu du droit étranger […] Le Tribunal fédéral a jugé qu’il appartenait en revanche au poursuivant d’établir ce droit, dans la mesure où l’on pouvait raison-nablement l’exiger de lui (art. 16 al. 1 3 ème phr. LDIP), même sans y avoir été invité par le juge. Il a ajouté que, s’il n’y procédait pas, il n’y avait pas lieu d’appliquer le droit suisse, mais de rejeter la requête de mainlevée […] Il ne s’est en revanche pas exprimé sur la constatation du droit étranger s’agissant des moyens libératoires du poursuivi.»
Wenn es aber um die Einwendungen des Schuldners gehe, habe der Schuldner das ausländische Recht nachzuweisen; dies insbesondere auch deshalb, weil vom Gläubiger nicht alle möglichen Einwendungen des Schuldners vorhergesehen werden können. Gelingt dem Schuldner der Nachweis ausländischen Rechts nicht zumindest glaubhaft, erfolgt die Rechtsöffnung (E. 6.1.3.).
«Il faut suivre les auteurs qui soutiennent que la charge de démontrer le droit étranger sur les moyens libératoires incombe au poursuivi. On ne peut en effet pas attendre du poursuivant qu’il anticipe les éventuels moyens libératoires que peut invoquer le poursuivi. […] Si le poursuivi échoue à rendre vraisemblable le contenu du droit étranger sur lequel se fonde son moyen libératoire, la mainlevée doit être accordée.»
Immerhin hat der Schuldner den Inhalt des ausländischen Recht nur glaubhaft zu machen (E. 6.1.3.):
«Au vu de la similitude entre la charge de la preuve des faits rendant vraisemblables les moyens libératoires et celle de la constatation du droit étranger, du caractère purement sommaire de la procédure à laquelle est soumis l’examen des moyens de libératoires du poursuivi, de la célérité dont celui-ci doit faire preuve pour répondre à la requête de mainlevée provisoire, il faut admettre que le poursuivi doit rendre simplement vraisemblable le contenu du droit étranger concernant ses moyens libératoires.»
Im vorliegenden Fall war es dem Ehepaar nicht gelungen, die widersprüchliche Anwendung bzw. Nicht-Anwendung des französischen Rechts durch die Vorinstanz aufzuzeigen. Das Bundesgericht wies die Beschwerde diesbezüglich ab.
Trotz Abweisung der Beschwerde haben sich die Ehepartner in der Frage des anwendbaren Zinssatzes durchgesetzt. Im Rahmen des Darlehens wurde der Darlehensbetrag mit dem Interbankenzinssatz T4M zuzüglich 1,35% p.a. verzinst. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses lag der T4M-Satz bei 5,3371% pro Jahr. Seit 2015 ist dieser Zinssatz negativ. In seinem Urteil stellte die Vorinstanz fest, dass die Parteien zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses keinen negativen Interbankenkurs berücksichtigt hatten (E. 3.1.1.). Darüber hinaus hätten die Ehegatten nicht den Nachweis erbracht, dass dieser Kurs negativ war.
Gemäss Bundesgericht hat die Vorinstanz ihre Kognitionsbefugnis durch die Auslegung des Darlehensvertrages überschritten (E. 3.3.). Darüber hinaus lag die Beweislast bezüglich des Zinssatzes bei der Bank, nicht bei den Ehegatten. Das Bundesgericht hat daher die Beschwerde diesbezüglich gutgeheissen und das kantonale Urteil dahingehend reformiert, dass die fälligen Zinsen den T4M-Satz nicht enthalten (E. 3.3.).