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Dissertationsprojekt
Identities, Memories, Visions – An Intersectional Analysis of Contemporary Ma-Hua Fiction
Abstract
Das Forschungsprojekt befasst sich mit Repräsentationen von Identitäten, Erinnerungen und Visionen in zeitgenössischer Ma-Hua-Literatur (馬華文學), einer sinophonen malaysischen literarischen Tradition, die in Bezug auf die Aushandlung von Bindestrich-Identitäten im postkolonialen Raum eine wichtige Rolle spielt. Vor allem die Werke von Ma-Hua-Autorinnen setzen sich intensiv mit Genderfragen, Geschichtserfahrungen und Zukunftsvorstellungen auseinander und bilden den primären Gegenstand der Untersuchung. Die verschiedenen identitätskonstituierenden Dynamiken, die im gegenwärtigen malaysischen Diskurs am Werk sind, überlagern einander und werden deshalb im Rahmen einer intersektionalen Literaturanalyse zusammengeführt. Ziel des Projekts ist es, die Kultur- und Genderpolitik im postkolonialen Malaysia mittels diskurstheoretisch verorteter Literaturanalysen kritisch zu beleuchten und die Wechselwirkung regionaler und globaler Faktoren auf die Aushandlung individueller und kollektiver Ma-Hua-Identitätsräume zu untersuchen. Konkret lautet die Forschungsfrage, inwiefern subjektive Identitätsbildungsprozesse durch Ma-Hua-Identitätszuschreibungen geformt, und wie diese ihrerseits im literarischen Diskurs problematisiert werden. Von besonderem Interesse ist dabei, in welchen spezifischen Szenarien ethnische, geschlechtsbedingte, historisch-postkoloniale und sprachlich-kulturelle Zuschreibungen und Diskriminierungsprozesse zum Gegenstand kritischer Reflexion gemacht werden, und wie damit verbundene Erwartungen, Ängste, Ressentiments und Überlegenheitsgesten ineinander wirken.
Biographie
Helen Hess studierte Sinologie, Allgemeine Sprachwissenschaft und Gender Studies an der Universität Zürich. Während des Studiums verbrachte sie zwei Semester in China (an der Guangxi University for Nationalities in Nanning und der Central Academy of Drama in Beijing) sowie ein Semester am INALCO in Paris. Von 2016 bis 2018 war sie zwei Jahre lang am Asien-Orient-Institut der Universität Zürich am Lehrstuhl Modernes China als Tutorin und Hilfsassistentin tätig. Im Rahmen ihrer Masterarbeit mit dem Titel „(De-)Konstruktion weiblicher Subjektpositionen im zeitgenössischen chinesischen Kontext“ analysierte Helen Hess originalsprachliche literarische und filmische Werke chinesischer Autorinnen und Regisseurinnen mittels diskurstheoretisch-dekonstruktivistisch geprägter gendertheoretischer Ansätze. Im Januar 2018 schloss sie das Masterstudium ab und ist seit Februar 2018 Doktorandin im Fach Sinologie.
Stipendien
Helen Hess ist derzeit Stipendiatin der Janggen-Pöhn-Stiftung.
Lehre
HS18: Leitung des Moduls „Vorlesung (Modernes China): Sinophone Gemeinschaften in Südostasien“
Forschungsinteressen
China und Südostasien – Sinophone Studies – Gender und Intersektionalität – Diskurs und Wissensproduktion – Identität(en) und kulturelles Gedächtnis – Literatur und Kunst in der zeitgenössischen Sinosphäre