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Hochgeehrter Herr
Von Herrn Hammer ist heute der Entwurf eines BeitrittsVertrages eingegangen wie er von Delbrück ausgearbeitet wurde. Ich schicke Ihnen in der Anlage eine wörtliche Abschrift. Der Ausschuss hat darüber berathen und gefunden es soll mit allem Nachdruck dahin getrachtet werden, dass in Art. 1. der zweite Satz (von den Worten les dix millions bis ans Ende) weggelassen werde oder aber eventuell dass man diesen Vorbehalt in ein besonderes Protocoll aufnehme.
Bei Art. 2. nahmen wir zuerst daran Anstand dass die drei Contrahenten sich verpflichten sollen ihre efforts für die Beibringung des Restes zu machen und nicht NDeutschland allein. In Betracht jedoch dass diese Fassung durch Art. 21. des Vertrages eigentlich vorgezeichnet ist und dass es den süddeutschen Staa| ten gegenüber nicht wol angehen würde wenn die Schweiz und Italien NDeutschland gewissermassen mit der Execution des Art. 21. betrauen wollten, kamen wir davon ab in dieser Richtung eine Bemerkung zu machen, beschlossen aber den Herrn Hammer zu beauftragen dass bei der Unterhandlung die bestimmte Erwartung ausgesprochen und die entsprechende Erklärung entgegengenommen werde, es werde NDeutschland die Leitung der daherigen Action übernehmen.
Was den Ausdruck anbelangt «à payer par l'Allemagne» so setzen wir voraus es sei derselbe mit Rücksicht darauf gewählt dass NDeutschland selbst noch weitere Subsidien seiner eigenen Bahnen in Aussicht nehme.
Aus Florenz ist Herr Melegari noch immer ohne Antwort; er sagte mir aber seine Depesche sei nur referirend gehalten gewesen und habe keine Rückäusserung verlangt. Aus dem Briefe des Herrn Hammer geht hervor dass Launay in Bezug auf das norddeutsche Beitrittsanerbieten noch ohne Instruction ist. Es scheint nach allem in Florenz doch nicht richtig zu stehen und ich bin stetsfort der Ansicht Herr Gonzenbach sollte wieder auf seinen Posten.
Mit freundschaftlichem Grusse
E Welti
Bern
10. Juni 1870.