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Oktober 2015
Bergung des ersten Verbrennungsmotors aus dem Vierwaldstättersee.
Baujahr ca.1880
Untergang 1899
Motor von Unglücksschiff geborgen
Das Verkehrshaus Luzern ist um eine Attraktion reicher: Am Mittwoch, 14. Oktober 2015 wurde der Motor der MS «Flora» durch die Divework GmbH aus dem Vierwaldstättersee geborgen. Wie die Naue im Jahr 1899 auf Grund ging, ist bis heute ungeklärt. Alle Besatzungsmitglieder kamen damals ums Leben.
Es war am Samstag den 9. Dezember 1899 als
die Transport-Naue «Flora» um vier Uhr morgens Buochs Richtung Seeburg mit einer Ladung Baumaterial verliess. Der transportierte Sand oder das Kies waren für die Erweiterungsbauten des Hotels
Seeburg vorgesehen. An diesem Tag wehte ein starker Nordwind über dem Vierwaldstättersee. Auf der Überfahrt kam es beim Kreuztrichter mitten auf dem See zum Schiffsunglück.
Für das Verkehrshaus der Schweiz ist die Bergung des Motors eine einmalige Gelegenheit, ein wichtiges Objekt der Motorengeschichte in die Sammlung aufzunehmen. Der Petrolmotor ist deshalb von grossem Interesse, weil er technikgeschichtlich den Übergang von der Dampfmaschine zum Benzinmotor darstellt.
Gegenüber den im 19. Jahrhundert bereits ausgereiften und erfolgreichen Dampfmaschinen versprachen die Petrolmotoren sowohl bezüglich des Personalaufwandes als auch bezüglich des Brennstoffverbrauches einen ökonomischeren Betrieb, da kein dauerndes Beheizen des Kessels notwendig war. Ab 1893 wurden bei der Firma Saurer, die vorerst nur stationär verwendeten Petrolmotoren, auch auf Schiffen eingesetzt.
Bei der Maschine der 1899 gesunkenen MS Flora handelt es sich um einen 12-PS-Zwei-Zylinder-Petrolmotor der Firma Saurer. Das Ende der kurzen Blüte der Petrolmotoren erfolgte noch vor 1900. Der Brennstoff Petrol erlebte innert kurzer Zeit einen Preisanstieg, während das Benzin nicht nur billiger wurde, sondern auch einen höheren Wirkungsgrad aufwies.Wracks auf dem Seegrund sind im Eigentum des Kantons. Die Luzerner Kantonsarchäologie und das Verkehrshaus haben nach einem umfangreichen Bewilligungsverfahren vereinbart, dass der Motor Eigentum des Verkehrshauses wird.
Dies machte für den Berufstaucher Roger Eichenberger von der Firma Divework GmbH in Gersau den Weg frei, um in einem ersten Schritt den Motor mit einem ferngesteuerten Roboter (ROV) vom Schlick zu befreien. Bei mehreren Tauchgängen mussten Gurten und ein Joch für die Bergung am Motor festgemacht und die Schrauben, die den Motor festhalten, entfernt werden.
Suche und Bergung einer hochempfindlichen Messsonde aus -50m Tiefe.
Mit ROV (Unterwasserroboter) angebunden und mit Seilwinde und Kran geborgen.