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Schwere Kost
Man könnte nach Städten vorgehen:
Deuleuze und Unica Zürn stürzten sich
in Paris aus dem Fenster.
Paul Celan in die Seine.
Von ihm gibt es Wörter wie Gedichte:
Zeitgehöft zum Beispiel, Atemwende, Fadensonnen, Lichtzwang.
Virginia Wolf ging hingegen in London ins Wasser,
ihren Mantel mit Steinen beschwert.
Sie hatte Augen wie Celan.
Man könnte vorgehen nach Selbstmordarten.
Inge Müller tötete sich in der Küche mit Gas,
desgleichen Sylvia Plath. Beide nahmen vorher Tabletten.
Anne Sexton tötete sich mit Autogasen.
Von ihr stammt der Satz:
Ich bin wie ein lebender Stein.
Tabletten nahm auch Ingeborg Bachmann,
als Schmerzhemmer und Schlafbringer.
Sie schrieb von der gestundeten Zeit.
Und steckte mit einer Zigarette
ihr Bett in Brand.
Mit Drogen experimentierte auch Trakl.
Er war als Sanitätsoffizier in Galizien,
wo sich Russen und Österreicher bekämpften,
ein einziges grosses Gemetzel
und keine Chance zu helfen.
Er wollte sich zuerst erschiessen und starb dann an Kokain.
In seinem letzten Gedicht steht:
Alle Strassen münden in schwarzer Verwesung.
Ymér
Wovon wäre sonst noch zu berichten?
Ach ja, von Alfonsina Storni vielleicht,
geboren in Sala Capriasca
(ganz in der Nähe habe ich einmal gewohnt).
Gestorben in Mar del Plata, Argentinien.
Sie schrieb ein Gedicht und ging dann ins Meer.
Der Titel ist:
Voy a dormir. Ich geh jetzt schlafen.