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Ziele für die Studierenden
Allgemein
- Weshalb all die Aufregung um ein paar Daten?
Urheberrecht
- Welche digitalen Produkte fallen alle unter das Urheberrecht?
- Habe ich selber auch Rechte auf mein Eigentum?
- Was ist Creative Commons?
- Wo kriege ich lizenzfreie Musik usw. her?
- Was darf kopiert werden?
Datenschutz
- Welches Recht habe ich auf meine Daten, wem gehören meine Daten?
- Datenschutz in der Schule
- Das Ampelsystem: kennen und danach handeln
Datensicherheit
- Wie können meine Daten geschützt werden?
- Welche unterschiedliche Speichermöglichkeiten gibt es?
- Wo werden meine Daten gespeichert, wer hat die Hoheit darüber?
- Wem kann ich im Internet vertrauen?
- Was ist ein sicheres Passwort?
Allgemein
Der Begriff Digitale Rechte beschreibt das Menschenrecht, das es Individuen erlaubt, auf digitale Medien zuzugreifen, diese zu nutzen, welche zu kreieren und diese zu publizieren. Es beschreibt auch das Recht auf Zugang zu Computern – oder anderen elektronischen Geräten – sowie Telekommunikationsnetzwerke. Der Begriff bezieht sich insbesondere auf den Schutz und die Verwirklichung der bestehenden Rechte, wie das Recht auf Privatsphäre oder Meinungsfreiheit [...]
(Wikipedia: "Digitale Rechte". > URL; [Stand 29.11.2017])
Recht am eigenen Bild
Jede Person darf selber über die Verwendung von Bildern bestimmen, auf denen sie erkennbar ist. So muss der Betreiber/die Betreiberin einer Webcam die Besucher/innen am Eingang / zu Beginn der Veranstaltung über den Betrieb der Webcam und der Tatsache, dass die Bilder auf dem Internet frei ersichtlich sein werden, aufklären. Den betroffenen Personen wird so die Möglichkeit gegeben, den Raum / die Veranstaltung nicht zu besuchen.
Es gibt auch erlaubte Eingriffe in das Recht am eigenen Bild. So kann etwa im Internet publizierten Fotos von Grossveranstaltungen darauf geschlossen werden, dass die fotografierte Person ihre stillschweigende Zustimmung zur Publikation der Bilder auf dem Internet abgegeben hat, indem sie sich von dem Fotografen/der Fotografin hat fotografieren lassen. Die Bilder dürfen aber nicht zu kommerziellen Zwecken verwendet werden.
(okaj zürich (2010): Alles was Recht ist. Rechtshandbuch für Jugendarbeiten; Zürich: Orell Füssli. S. 64-65)
Verwendung urheberrechtlich geschützter Bilder
Die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke ist dem Urheber vorbehalten. Wer urheberrechtlich geschützte Werke nutzt, schuldet dem Urheber eine Vergütung (Art. 13.1 und 20.2 URG). Zugelassene Verwertungsgesellschaften in der Schweiz sind z.B. für Musik die SUISA und für Literatur und Bildende Kunst die Pro Litteris.
Seit dem visualistic turn, der mit dem Zeitalter der Digitalisierung und des Internets einhergegangen ist, haben sich die Bildkultur und der Umgang mit Bildern geändert. Neue Wege und Instanzen der Bildverbreitung haben sich eingespielt. Viele Urheber, darunter nicht nur die grosse Schar der neuen Amateure, zeigen Ansprüche, welche die konventiellen Lizenzverträge nicht mehr gerecht werden. So haben sich mit dieser Bewegung neue Lizenzverträge eingespielt und verbreitet. Eine erfolgreiche Plattform bietet die gemeinnützige Gesellschaft Creative Commons (CC), die in verschiedenen Ländern - auch in der Schweiz - vertreten ist und verschiedene Standard Lizenzverträge veröffentlicht hat und aktuell hält. Mehr dazu gleich weiter unten unter "Creative Commons".
(Kunstunterricht: "Grundlagen - Die Rechte rund ums Bild". > URL; [Stand 19.03.2018])
Recht auf Achtung der Privatsphäre
Werden Daten über das Internet verbreitet, die nicht für die Öffentlichkeint bestimmt sind, liegt eine Persönlichkeitsverletzung vor, die verfolgt werden kann. Die betroffenen Personen können mit der Anrufung des Persönlichkeitsrechtes die Löschung der entsprechenden Inhalten auf den Webseiten verlangen. Bei Kindern sind die Eltern zu kontaktieren. Aus Beweisgründen hat dies schriftlich zu erfolgen.
(okaj zürich (2010): Alles was Recht ist. Rechtshandbuch für Jugendarbeiten; Zürich: Orell Füssli. S. 64-65)
Filmvorführung
Zulässig ist die Vorführung von DVDs und Videos durch Lehrpersonen im Unterricht (Art. 19 Abs. 1 lit. b URG). [...] Vorführungen im Unterricht sind nicht vergütungsfrei. An wen die Vergütung zu entrichten ist, ist allerdings unklar. Eine zentrale Stelle, wie etwa die > Suisa für Musikvorführungen, gibt es nicht. Auskünfte sind bei Suissimage erhältlich.
(okaj zürich (2010): Alles was Recht ist. Rechtshandbuch für Jugendarbeiten; Zürich: Orell Füssli. S. 57-59)
Internet
Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Es gibt in der Schweiz kein spezielles "Internetgesetz". Vielmehr gilt unsere gesamte Rechtsordnung auch für das Internet, wobei vor Augen gehalten werden muss, dass diese ursprünglich nicht für die virtuelle Welt geschaffen worden ist.
Weil das Internet über Landesgrenzen hinaus wirkt, können auch ausländische Gesetze zur Anwendung gelangen.
(okaj zürich (2010): Alles was Recht ist. Rechtshandbuch für Jugendarbeiten; Zürich: Orell Füssli. S. 61-62)
> www.cybercrime.admin.ch
> www.computerbetrug.de
Creative Commons
Creative Commons (abgekürzt CC; englisch für schöpferisches Gemeingut, Kreativallmende) ist eine gemeinnützige Organisation, die 2001 in den USA gegründet wurde. Sie veröffentlicht verschiedene Standard-Lizenzverträge, mit denen ein Autor/eine Autorin der Öffentlichkeit auf einfache Weise Nutzungsrechte an seinen/ihren Werken einräumen kann. Diese Lizenzen sind nicht auf einen einzelnen Werkstyp zugeschnitten, sondern für beliebige Werke anwendbar, die unter das Urheberrecht fallen, zum Beispiel Texte, Bilder, Musikstücke, Videoclips usw. Auf diese Weise entstehen freie Inhalte.
Entgegen einem häufigen Missverständnis ist Creative Commons nicht der Name einer einzigen Lizenz. Die verschiedenen Lizenzen von Creative Commons weisen vielmehr grosse Unterschiede auf. Einige CC-Lizenzen schränken die Nutzung relativ stark ein, andere wiederum sorgen dafür, dass auf das Urheberrecht so weit wie möglich verzichtet wird.
(Wikipedia: "Creative Commons". > URL; [Stand 29.11.2017])
Mit Creative Commons können Urheber in wenigen Klicks Lizenzen für die Weiterverwendung ihrer Werke erstellen. Sie können selber bestimmen, unter welchen rechtlichen Bedingungen ihre Werke veröffentlicht und weiter verwendet werden dürfen. Nutzer/innen wissen danach exakt, wofür und wie sie diese Werke benutzen bzw. weiterverwenden dürfen oder eben nicht. Die Lizenzen sind einfach verständlich und gratis.
(Creative Commons: "Team Switzerland". >URL; [Stand 29.11.2017])
Copyright und Urheberrecht in der Schule
Das Urheberrechtsgesetz lässt es ausdrücklich zu, dass veröffentlichte Werke für den Eigengebrauch verwendet werden dürfen. Als Eigengebraueh gilt jede Werkverwendung im persönlichen Bereich und im Kreis von Personen die unter sich eng verbunden sind, wie Verwandte oder Freunde. Explizit erlaubt das Gesetz jede Werkverwendung im Rahmen des Unterrichts. Für Schulen gelten besondere, privilegierte Nutzungsbestimmungen. Aber auch sie müssen bestimmte Regeln einhalten. Das Nutzen von urheberrechtlich geschützten Werken ist nicht gratis. Damit die Rechte von Urhebern geschützt bleiben, nehmen die fünf in der Schweiz tätigen Verwertungsgesellschaften die Rechte der Urheber kollektiv wahr. Sie vertreten die Interessen der Urheberinnen und Urheber, der Verlage und Produzierenden sowie der Leistungsschutzberechtigten. Sie haben den gesetzlichen Auftrag, die Entschädigungen nach dem Gebot der Gleichbehandlung auf die Urheberinnen und Urheber und andere Rechtsinhaber zu verteilen. Sie tun dies in gesetzlichem Auftrag und im Interesse beider Seiten. So erhalten die Nutzer gegen einen vereinbarten Tarif die Lizenz zur Werkverwendung. Die Interpreter/innen und Urheber/innen bekommen im Gegenzug die Entschädigungen, die ihnen für die Verwendung ihrer Werke zustehen. Die Verwertungsgesellschalten verfügten über eine gemeinsame > Internetpräsenz.
Die EDK und der Verband Schweizer Privatschulen handeln für die Schulen die Urheberrechtstarife mit den Verwertungsgesellschaften aus. Dabei gelten Spezialtarife, sogenannte gemeinsame Tarife. In diesen Tari-
fen sind das Kopieren von audiovisuellen Werken, das Fotokopieren von urheberrechtlich geschützten Werkexemplaren und die Nutzung von elektronischen Werken über ein betriebsinternes Netzwerk (Intranet) geregelt. Die EDK macht das Inkasso, für die öffentlichen Schulen sowie für alle privaten Schulen, die öffentlich subventioniert sind. Die jährliche Pauschale, die ein Kanton zu leisten hat, wird nach der Anzahl Schüler/innen berechnet.
(Hofmann, Peter (2017): Ihr Recht auf Recht. Ratgeber für Lehrerinnen und Lehrer mit Beispielen aus der Praxis; Zürich: LCH Verlag. S. 131)
Zitieren / Quellenangabe
Das Uhrheberrecht erlaubt es ausdrücklich, dass aus bereits veröffentlichten Werken zitiert wird. Dies ist zulässig, wenn das Zitat als Erläuterung, Hinweis oder Veranschaulichung dient. Verlangt wird jedoch, dass ein Zitat als solches bezeichnet wird und die Quelle auf die Urheberschaft hinweist. Wer vorsätzlich die Quellenangabe samt Angabe des Uhrhebers unterlässt, wird auf Antrag mit Busse bestraft.
(Hofmann, Peter (2017): Ihr Recht auf Recht. Ratgeber für Lehrerinnen und Lehrer mit Beispielen aus der Praxis; Zürich: LCH Verlag. S. 130)
Weitere Informationen zu Quellenangaben und Zitier-Regeln befinden sich im > Formular "Formale Richtlinien zum Verfassen schriftlicher Arbeiten" im Intranet der PHBern.
Grundsätze des Datenschutzes
Datenschutz ist primär der Schutz der Persönlichkeit in Bezug auf den Umgang und die Bearbeitung persönlicher und personenbezogener Daten. Damit Datenschutz funktioniert, ist der Datensicherheit eine hohe Beachtung zu schenken. Konkret bedeutet dies:
- Daten sind vor einem Zugriff zu schützen.
- Die Daten sind verschlossen aufzubewahren.
- Der Zugang zu digital aufbewahrten Daten ist mit einem Passwort zu sichern.
- Werden Daten virtuell weitergegeben, so ist der Transport im Internet mit einer Verschlüsselung zu sichern.
- Stets ist zu klären, wer berechtigt ist, die Daten einzusehen.
Die Datenschutzgesetze kennen klare Prinzipien für das Bearbeiten und die Weitergabe von Personendaten. Eine Schule darf nur Daten bearbeiten, wenn eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage besteht beziehungsweise die Bearbeitung zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrags der Schule nötig ist und die Daten zur Erfüllung der Aufgabe erforderlich sind. Weiter ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit einzuhalten. Es dürfen nur jene Daten erhoben, gesammelt und bearbeitet werden, die für die Aufgabenerfüllung der Schule nötig sind. Konkret bedeutet dies, dass jede Datenbearbeitung an einen besteimmten Zweck gebunden ist. Für Schulen gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit. Es sollten immernur so viele personenbezogene Daten erhoben und bearbeitet werden, wie auch tatsächlich zur Auftragserfüllung notwendig sind.
(Hofmann, Peter (2017): Ihr Recht auf Recht. Ratgeber für Lehrerinnen und Lehrer mit Beispielen aus der Praxis; Zürich: LCH Verlag. S. 108 - 110)
Im Datenschutzgesetz wird unterschieden zwischen:
- Sachdaten (alle nicht relevanten Daten, auch korrekt anonymisierte Daten)
- Personendaten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Haarfarbe, Arbeitgeberen etc)
- Besonders schützenswerten Personendaten (religiöse, politische, weltanschauliche oder gewerkschaftliche Ansichten oder Tätigkeiten, Gesundheit, Intimsphäre oder Rassenzugehörigkeit, Massnahmen der sozialnen Hilfe, administrative oder strafrechtliche Verfolgung und Sanktionen)
- Persönlichkeitsprofile (Zusammenstellung der Daten, die eine Beurteilung wesentlicher Aspekte der Persönlichkeit einer Person erlauben)
(Erziehungsdirektion Bern: "Medien und Informatik an der Volksschule; Empfehlungen an die Gemeinden und Schulleitungen" > URL; [Stand 29.11.2017]; S. 9)
(okaj zürich (2010): Alles was Recht ist. Rechtshandbuch für Jugendarbeiten; Zürich: Orell Füssli. S. 66)
Empfehlungen des Kantones
Die wichtigsten Aussagen zu Datenschutz und -sicherheit aus den Empfehlungen für die Gemeinden und Schulen zu "Medien und Informatik" der Erziehungsdirektion des Kantons Bern:
- [...] "Wichtige Voraussetzung bei der Speicherung von Daten und der Verwendung von Cloud-Diensten ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang der Lehrpersonen, sowie der Schülerinnen und Schüler mit den zu speichernden Daten. Die Thematik Datenschutz und -sicherheit ist deshalb in der Schule als Schulentwicklungsthema aufzunehmen. Im Unterricht sind die beiden Themen gemäss Lehrplan 21 als separater Stoff im Modul Medien und Informatik aber auch als Anwendungskompetenz zu integrieren."
- [...] "Zur Beurteilung der datenschutzrechtlichen Relevanz von Dokumenten und digitalen Inhalten und für den Einsatz im Unterricht hat der Fachbereich Schulinformatik ein > Ampelsystem entworfen; die Verwendung dieses Systems in der Schule wird empfohlen."
- [...] "In Gemeinden, deren Schulen die zwei vorstehenden Empfehlungen zur Zeit nicht umsetzen und damit eine Auseinandersetzung mit dem Thema Datenschutz und -sicherheit nicht erfolgt, ist auf den Einsatz von Public Clouds in den Schulen zu verzichten. Diese Gemeinden stellen ihren Schulen eigene, professionell gewartete Dienste für Email und Datenablage zur Verfügung."
- [...] "Schulen nehmen den Datenschutz als Schulentwicklungsthema auf. Im Zentrum soll die Sensibilisierung für den unterschiedlichen Umgang mit Sachdaten, Personendaten und besonders schützenswerten Personendaten stehen."
(Erziehungsdirektion Bern: "Medien und Informatik an der Volksschule; Empfehlungen an die Gemeinden und Schulleitungen" > URL; [Stand 29.11.2017]; S. 9)
Links
Seiten aus der Schweiz:
> SRF my school
> Cybersmart: Berner Gesundheit
> Jugend und Medien: Nationale Plattfom zur Förderung der Medienkompetenz
> Datenschutz in den Volksschulen des Kt Bern: Leitfaden der ERZ
> Medien und Informatik in der Volkschule: Empfehlungen an die Gemeinden und an die Volksschulen
> Netla: Meine Daten gehören mir!
> Educa: Digitalisierung und Bildung
> Medienprofis
> Kunstunterricht
> Cybercrime
> Zischtig: Sicherheit und Medienkompetenz
> www.skppsc.ch
> medienblog.doj.ch
Seiten aus dem Ausland
> Das Internet-ABC: Wissen, wies geht!> Film im Unterricht (DE)
> Computerbetrug (DE)
> www.saferinternet.at (AU)
> Die EU-Initiatife für mehr Sicherheit im Internet: www.klicksafe.de (DE)
> Open Praxis-Blog: www.medienpaedagogik-praxis.de
Artikel zum Lesen:
Aktualisiert am 20.08.2018
Kontakt: <email-pii>