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Schutzmassnahmen für die Bevölkerung
Bei einem Ereignis mit erhöhter Radioaktivität soll das gesundheitliche Risiko der Bevölkerung in der Stadt Bern möglichst klein gehalten werden. Die Vorbereitung und Durchführung der durch die Nationale Alarmzentrale angeordneten Schutzmassnahmen liegt in der Verantwortung der Gemeinden.
Zu den wichtigsten Schutzmassnahmen bei einem Ereignis mit erhöhter Radioaktivität gehören:
- Evakuierung
- Aufenthalt in Haus, Keller oder Schutzraum
- Einnahme von Jodtabletten
- Massnahmen in der Landwirtschaft
Evakuierung
Im weiteren Umkreis des Kernkraftwerks Mühleberg leben etwa eine halbe Million Menschen. Eine rasche Evakuierung ist nur in der Zone 1 für die ca. 2500 Bewohnerinnen und Bewohner geplant. Eine Evakuation innert nützlicher Frist der Zone 2 oder von Sektoren davon wird aus heutiger Sicht sowohl vom Kanton wie vom Bund als schwer durchführbar erachtet. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ist in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich daran, allfällige Evakuierungen nach Reaktorunfällen in der Schweiz zu analysieren.
Aufenthalt in Haus, Keller oder Schutzraum
Wenn Radioaktivität in die Umwelt gelangt, bieten Mauern den besten Schutz. Sie sollten sich in einem solchen Fall nicht im Freien aufhalten, sondern in die Innenräume von Gebäuden zurückziehen – vorzugsweise in Keller oder dafür vorgesehene Schutzräume. Bereits ein normaler Keller bietet einen weitreichenden Schutz vor radioaktiver Verstrahlung. Im Ereignisfall gilt es immer, die Anweisungen der Behörden zu befolgen.
Die Stadt Bern verfügt über ein Schutzplatzmanagement. Wegen der steten Mutationen innerhalb der Wohnbevölkerung und aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes werden die Pläne für die Zuweisung nicht öffentlich gemacht. Auf persönliche Anfrage hin gibt die Informationsstelle der Berufsfeuerwehr Bern jedoch Auskunft über die Schutzraumzuteilung im Katastrophenfall.
Kaliumiodidtabletten (Jodtabletten)
Die Einnahme von Kaliumiodidtabletten wird bei einem Ereignis, bei dem radioaktive Stoffe freigesetzt werden, nach einem Allgemeinen Alarm von den Behörden über Radio angeordnet. Sie verhindert, dass sich radioaktives Iod, das über die Atemwege aufgenommen wird, in der Schilddrüse anreichert. Die Tabletten bieten allerdings keinen allgemeinen Schutz gegen Strahlung, die von aussen auf den Körper einwirkt.
Verantwortlich für die Verteilung der Tabletten ist der Kanton Bern. Neuzuziehende der Stadt Bern erhalten von den Einwohnerdiensten einen Bezugsschein für Kaliumiodidtabletten bei ihrer Anmeldung. Den Bezugsschein können Sie in jeder Apotheke oder Drogerie einlösen. Wenn Sie ihre Jodtabletten nicht mehr finden oder zusätzliche Tabletten brauchen, erhalten Sie diese rezeptfrei gegen 5 Franken pro Packung.
Wichtig: Die Kaliumiodidtabletten dürfen nur auf Anordnung der Behörden eingenommen werden! Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.jodtabletten.ch