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Die Vergangenheitsbewältigung ist dem EIE nicht geglückt. Liessen die Zürcher Oberländer nach dem Trainerwechsel und dem Engagement von Hanspeter Vetsch mit einem unheimlichen Meisterschaftsfinish und einer ungeahnt erfolgreichen Aufholjagt nochmals letzte Hoffnungen auf den Klassenerhalt aufkeimen, brachte die Schlusspartie gegen die Grasshoppers mit einer 5 : 6 Niederlage doch noch das definitive Aus. Mit dem Knockout endete die fast unendliche Reise des EIE am Ende der Saison 1989/90 doch wieder dort, wo man eigentlich nicht hin wollte und wogegen man sich bis zuletzt sträubte : beim Abstieg in die 2. Liga. Nach der erstmaligen Relegation 1986/87 schloss sich damit der Kreis beim EIE - in der Anonymität der 2. Liga.
Herrschte früher zwischen Illnau und Effretikon eine freund-feindschaftliche Rivalität in Politik und Sport, beruhigte sich die Situation 1966, als die traditionsreichen EHC Effretikon, gegründet 1935 und 1947 Schweizer Meister der damaligen Serie B, und der 1937 gegründete EHC Illnau zum jetzigen EHC Illnau-Effreikon fusionierten.
Jahrelanger Krebsgang, dann Höhenflug
Jahrelang krebsten die Oberländer jeweils in der 1. Liga auf den hintersten Tabellenplätzen herum und entgingen stets mit viel Glück der Relegation. Frischer Wind kam in den EIE, als 1979/80 Peter Meier (Illnau) den Präsidentensessel übernahm und mit fast professionellem Management die grosse Wende und die sieben fetten Jahre einleitete. Rette sich der EIE 1979/80 noch auf den vorletzten Tabellenplatz vor Absteiger St. Moritz, erhob sich der Verein Monate später wie Phönix aus der Asche und erreichte 1980/81 erstmals in der Vereinsgeschichte die Aufstiegsrunde 1. Liga/Nationalliga B.
Ein Jahr später bestätigte der EIE auf eindrückliche Art und Weise die Leistungen der vorherigen Saison. Wieder stand der EIE mit dem Wetziker Trainer Hans Wittwer in der Finalrunde.
1983/84, damals mit dem Duo Krupicka/Farda, erreichten die Oberländer den Zenit ihrer Vereinsgeschichte. Am 3. März 1984 stand der EIE im Endspiel um den Aufstieg in die Nationalliga B, scheiterte aber mit 3 : 4 Toren am EHC Basel. Fehlende Infrastruktur wirkte sich hemmend auf die weitere Entwicklung des EIE aus. Als am 2. Dezember 1984 die Eishalle im Sportzentrum Eselriet mit 2784 Nein- gegen 1519 Ja-Stimmen wuchtig abgelehnt wurde, zeichneten sich beim EIE mit aller Deutlichkeit die Grenzen des Wachstums auf.
Trotz den alljährlich grossen Anstrengungen, die ständig wachsenden Ausgabenposten mit Sponsoren, Donatoren und Gönnern abzudecken, musste der EIE bald erfahren, dass es von Jahr zu Jahr schwieriger wurde, gute (billige) Spieler noch für einen Landklub wie den EIE (ohne Halle) begeistern zu können. Mit Trainer Peter Lüthi stieg der EIE zuversichtlich und erwartungsvoll in die Saison 1986/87. Doch eine Serie von zehn Niederlagen ensuite - genau wie in der eben abgelaufenen Saison 1989/90 - liess den EIE immer weiter absinken. So weit, dass die Zürcher nach 22 Runden zusammen mit dem EHC Schaffhausen erstmals in der Vereinsgeschichte in die 2. Liga absteigen mussten.
Neuaufbau mit jungen Spielern
Nach einem einjährigen Gastspiel kündigte der EIE überraschend den kurz zuvor erneuerten Vertrag mit Profitrainer Dr. Josef Podlaha, der die Mannschaft sofort wieder in die 1. Liga zurückgeführt hatte. Fehlende finanzielle Mittel sorgten für einen Kurswechsel und zu einer neuen Vereinsphilosophie. Diese hiess : Einbau der eignenen jungen Spieler in die erste Mannschaft und Etablierung des Teams in der 1. Liga. Mit Glück schaffte Charly Wiederkehr, Nachfolger von Jozef Podlaha, im letzten Winter den Ligaerhalt. Zehn Abgänge auf die Saison 1989/90 hin sorgten für einen Aderlass und liessen vor allem auch keine Kontinuität aufkommen; routinierte Spieler mit 1.Liga-Erfahrung gab es nur wenige.
Negativ wirkte sich vor allem der Startsieg des EIE im ersten Heimspiel gegen Dübendorf aus. Dieser erweckte wohl bei einigen Akteuren einen falschen Eindruck von der schwierigen Aufgabe. Wieder folgte dann, wie 1986/87, eine Serie von zehn Niederlagen. Der EIE rutschte, punktemässig weit abgeschlagen, auf den letzten Tabellenplatz. Die vielen jungen Spieler - das Fanionteam des EIE startete mit einem Durchschnittsalter von 21,3 Jahren in die Saison 1989/90 - aber bestanden die Reifeprüfung nicht und vermochten auch die Spiele gegen die mitgefährdeten Rheintal und Wetzikon nur zum Teil erfolgreich zu gestalten. Sechs Runden vor Saisonschluss, wohl zu spät, sah sich der EIE zum handeln gezwungen. Nach dem Trainerwechsel erfolgte das grosse Aufbäumen des EIE, das bis zur Schlusspartie vom vergangenen Samstagabend gegen GC andauerte. Nachträglich muss festgestellt werden, dass der EHC illnau-Effretikon, wie in der Saison 1986/87 - auch hier zeichnen sich erstaunliche Parallelen ab - erneut zu spät reagiert.
Stunde Null - der Ist-Zustand
Vom Ziel, dass sich die junge Mannschaft in der 1. Liga halten und etablieren könne, ist der EIE nach dem zweiten Abstieg entfernter als je zuvor. Dazu kommt jetzt, dass man beim EIE über die nähere Zukunft klar werden muss : Sofortiger Wiederaufstieg und damit die Forsetzung des harten Existenzkampfes mit dem hohen Risiko, finanziellen Schiffbruch zu erleiden, oder Neuaufbau basierend auf einer gesunden soliden Grundlage ? Vieles hängt wohl davon ab, wie sich das Gesicht der ersten Mannschaft verändern wird. Angesichts des grossen Konkurenzkampfes unter den Erstligisten ist anzunehmen, dass viele der EIE-Spieler nun mit einem weiteren Einsatz in der 1. Liga liebäugeln statt sich in der Eishockeyprovinz in der 2. Liga zu betätigen. Aus diesem Grund muss der EIE wohl alles daran setzen, den eigenen Spielern mit dem sofortigen Wiederaufstieg die Möglichkeit eines eigenen 1. Liga-Teams zu bieten. Fällt die Mannschaft aber auseinander, und käme damit die zweite Variante des längerfristigen Wiederaufbaus zur Anwendung, hätte dies unweigerlich zur Folge, dass der EIE für mehr als zwei Jahre in der 2. Liga bleiben müssen