Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03225.jsonl.gz/2596

Matisse hat mit einem langen Stab, an dem ein Stück Kohle befestigt war, die Komposition der «Acanthes» auf Papier skizziert; einige dieser Linien sind zu erkennen. Sie deuten Matisse’ Intention einer freien, ins Offene strebenden Bildkomposition an. Auf der Zeichnung arrangierte er die vorher in Gouache bemalten und dann ausgeschnittenen Papierstücke zu dem Bild, dessen Faszination einerseits von seiner Einfachheit und andererseits von der Grosszügigkeit in der Verteilung der Farb-Formen ausgeht.
Matisse hat sich auf die drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau und ihre Mischfarben Grün (aus Gelb und Blau) und Orange (aus Gelb und Rot) beschränkt und ihnen auf dem neutralen Weiss der Unterlage viel atmosphärischen Raum gegeben. Man bekommt den Eindruck, dass es hier um eine dynamische Darstellung von Natur geht, um ein Bild von Elementen, um Licht, um den Wind, der die Pflanzen bewegt.
Der Titel «Acanthes» ist als Hinweis auf die Mittelmeerregion zu verstehen, in der die Akanthuspflanze hauptsächlich vorkommt, aber auch als Anspielung auf die Antike. Die Blattform dieser Pflanze war ein beliebtes Ornament der antiken Architektur.
Bildlegende: Acanthes, 1953 © Succession Henri Matisse / ProLitteris, Zürich