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Es sind vor allem seine Lieblingskünstler des 19. Jahrhunderts, über die der Schriftsteller Julian Barnes in seiner Sammlung von 17 Aufsätzen weltberühmter Gemälde schreibt. Von Delacroix über Manet bis Degas würdigt er nicht nur die Franzosen, sondern lädt uns auch auf seine Kunstreisen zu Bildern von Lucian Freud, zur Malerei Howard Hodgkins‘ oder zu Claes Oldenburgs «Schöne weiche Witzigkeit» ein.
Amüsant zu lesen, wie Barnes zum ersten Mal eine Sammlung weiblicher Akte von Félix Vallotton sah, aufs «Schauerlichste» schienen sie ihm zu beweisen, «was man als das Vallotton’sche Gesetz bezeichnen könnte: Je weniger Kleider eine Frau auf einem Vallotton-Gemälde trägt, desto schlechter ist es».
Bemerkenswert wie Barnes auf dem Gemälde «Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko» 1868/1869 von Manet zuerst die Füsse der Soldaten und nicht deren zum Schuss angelegte Gewehre betrachtet. Julian Barnes kluge und differenzierte Bildbetrachtungen überraschen die Leser immer wieder und machen Lust, die Bilder für sich noch einmal in Ruhe anzuschauen.
Therese Heiniger