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"Die Augen essen mit", so bringt ein Sprichwort die Erkenntnis auf den Punkt, dass an unserem Wahrnehmen mehrere Sinne beteiligt sind. "Die Ohren sehen mit", könnten wir im Blick auf die Bedeutung von Gesang und Musik im Gottesdienst sagen - Ein Beitrag von Markus Eham
Daher haben Organist/inn/en in der Tat nicht geringen Einfluss darauf, wie gottesdienstliches Geschehen wahrgenommen und verstanden wird, z.B. der Kommunionteil der Messfeier: Im Blick auf die gängige Praxis könnte man auf die Idee kommen, es existiere ein ungeschriebenes Gesetz, wonach die Kommunion des Priesters und ggf. von Konzelebranten in Stille zu geschehen habe – gesichert durch eine Art mentaler Tastensperre, die erst „freigeschaltet" wird, wenn sich die ersten Gläubigen aus den Bänken erheben, um zur Kommunion zu gehen. Aha, so müssen die „hörenden Augen" diese akustische Demarkationslinie, den klanglich eingezogenen Lettner, decodieren: Jetzt, wenn die Gläubigen dran sind, beginnt die Kommunion. Vorher, das muss etwas anderes gewesen sein, das offenbar in heiligem Schweigen anzuschauen ist: vielleicht das „Herrenmahl" in natürlich unzutreffender, aber (besonders bei Konzelebration) sich aufdrängender, untheologischer Deutung des Wortes?
(aus der Einleitung)