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Washington - Washington wiegelt nach der Veröffentlichung von Militärakten zum Afghanistan-Krieg ab. Sprecher des Weissen Hauses und des Verteidigungsministeriums betonten, die Dokumente enthielten keine neuen Enthüllungen.
Sorge bereitet der US-Regierung aber die schiere Materialmenge, die von der Website Wikileaks ins Internet gestellt wurde. "Neu und beispiellos sind Ausmass und Umfang dieses Lecks", räumte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell am Montag ein. Eine Untersuchung soll nun klären, wie die zehntausenden Dokumente ans Licht kamen.
Der Sprecher des Weissen Hauses, Robert Gibbs, brandmarkte die Veröffentlichung auf der Enthüllungswebseite als "Verletzung von Bundesgesetzen". Der Schritt "hat das Potenzial, sehr schädlich zu sein, für Militärangehörige, für jene, die mit unserem Militär zusammenarbeiten und für jene, die für unsere Sicherheit sorgen."
Die Veröffentlichung sei eine "besorgniserregende Entwicklung, was die Sicherheit von Operationen angeht". Die Dokumente enthielten "keine neuen Enthüllungen", sagte der Sprecher. Allerdings würden dort Namen, Operationen und logistische Unternehmungen genannt.
Mehr zivile Opfer?US-Medien und Experten kamen am Dienstag ebenfalls zu dem Schluss, dass die Dokumente kaum wirklich neue Erkenntnisse enthielten. "Das Wikileaks-Material bestätigt und ergänzt die Berichte über Afghanistan zwischen 2004 und 2009, mit denen die meisten Amerikaner bereits vertraut sind", schreibt die "Washington Post".
"Die Dokumente bieten wenig neue Enthüllungen und bestehen zumeist aus rohen und möglicherweise fehlerhaften Geheimdienstinformationen", urteilte das "Wall Street Journal".
Die über 90'000 - überwiegend geheimen - Militärdokumente im Internet geben unter anderem Hinweis darauf, dass die Zahl der zivilen Opfer höher ist als angenommen. Im Einsatzgebiet der deutschen Bundeswehr ist die Sicherheitslage offenbar auch schlechter als von der Regierung in Berlin eingeräumt.
Meldungen der TruppenDie Unterlagen waren zunächst der Internetplattform Wikileaks zugespielt worden. Wikileaks sammelt geheime offizielle Dokumente aus anonymen Quellen, um Missstände öffentlich zu machen.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sowie die Zeitungen "New York Times" und "Guardian" aus London analysierten als erste Medien jeweils für sich die gewaltige Datenmenge. Es sind grösstenteils Meldungen der Truppen aus dem Feld, etliche nicht verifiziert.
SDA-ATS