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Artikel - Christophe Darbellay, Präsident CVP Schweiz
Vor 100 Jahren wurde mit der Gründung der Schweizerischen Konservativen Volkspartei der Grundstein zur heutigen CVP Schweiz gelegt. Besser gesagt, einer der Grundsteine. Denn die Idee, auf der Basis der kantonalen Parteien der katholischen Bewegung eine nationale Partei zu gründen, kam schon früh nach der Gründung der Eidgenossenschaft auf. Bis es aber soweit war, dauerte es viele Jahre. Und die Diskussionen von damals prägen unsere Partei bis heute.
Die Idee der Schaffung einer neuen nationalen Partei kam schon früh auf. Projekte und Hoffnungen gab es 1893, 1903 und 1908 – geklappt hat es dann vier Jahre später. Am 22. April 1912 wurde die Schweizerische Konservative Volkspartei im Unionssaal in Luzern gegründet. Die langen Geburtswehen brachten dann aber nicht nur eine neue Partei hervor, sondern lieferten auch gleich einige typische Merkmale mit, die unsere Politik, aber auch den Umgang bis heute prägen.
Die Konservative Volkspartei hatte im Gegensatz zu den anderen bürgerlichen Parteien von Beginn an eine ausgeprägte soziale Ader. Die Weltanschauung sorgte für den Zusammenhalt der Partei, die Positionen waren dafür umso breiter gestreut. Mit der katholischen Soziallehre im Rücken brachten christlichsoziale Kreise das Prinzip der Solidarität ins Programm. Für die tiefe Verankerung des Prinzips der Subsidiarität sorgten die auseinanderdriftenden Interessen der Kantonalparteien und involvierten Verbände, und die ständige Suche nach dem vernünftigen Ausgleich bot sich bereits in den Verhandlungen als bestmögliche Option an.
Damit nahm die Schweizerische Konservative Volkspartei die Ideen der modernen Christdemokratie, welche auf die 1940er Jahre zurückgehen, vorweg. Ziemlich genau 60 Jahre später verpasste sich unsere Partei einen neuen Namen und ein neues Kleid. «Politik der dynamischen Mitte», so lautete der Untertitel des ersten Aktionsprogramms der CVP von 1971. Damit wurde die einzigartige Position und Rolle unserer Partei unterstrichen: Die Mitte definiert sich nicht nur über die Position im Parteienspektrum, sondern auch über die politische Arbeit.
Ich bin gerne Präsident einer Partei, wo der Mensch mit seiner Familie, die Arbeit und die Umwelt im Zentrum der Politik steht. Die ständige Abwägung der Interessen, der Ausgleich zwischen divergierenden Kräften und gleichzeitig die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung – das zeichnet uns aus. Und darin liegt bis heute unsere grösste Stärke: in der Schaffung von Rahmenbedingungen, die unser Land vorwärts bringen. In dieser Rolle – in der Mitte – gibt es nur ein Original. Seit 100 Jahren.
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