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Nach den emotionalen Vorkommnissen an den letzten zwei Weltmeisterschaften ist die Wahl des "neutralen Bodens" aus Sicht der Gäste nicht optimal. "Wir hatten Kontakt mit der UEFA und wollten wissen, ob es keine andere Möglichkeit gibt", sagte Pierluigi Tami, Direktor des Nationalteams. Die Antwort: Nein, denn für die Organisation der Partie bleibt der belarussische Verband verantwortlich.
Wegen der Verwicklung in den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte die UEFA entschieden, Belarus zu sanktionieren. Die Heimspiele dürfen nicht im eigenen Land stattfinden, Fans werden ebenfalls nicht zugelassen. Das ging einigen zu wenig weit. So forderte beispielsweise die deutsche Innenministerin Nancy Faeser in einem Brief an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, Belarus solle "als wesentlicher Unterstützer" wie Russland komplett ausgeschlossen werden. Andere Sportverbände handhaben es so - zuletzt hielt der Eishockey-Weltverband fest, dass beide Länder nicht an der WM 2024 teilnehmen dürfen.
Belarus durfte schon vor den neusten Sanktionen keine Heimspiele im eigenen Land austragen. Dies wurde nach den Vorkommnissen um den Ryanair-Flug 4978 beschlossen. Im Mai 2021 wurde das Flugzeug, in dem sich der regimekritische Journalist Roman Protassewitsch befand, zwangsweise nach Minsk umgeleitet, wo Protassewitsch und seine Lebensgefährtin verhaftet wurden. Darauf wurde der belarussische Luftraum teilweise gesperrt. Das Nationalteam wich für seine Heimspiele nach Kasan in Russland aus.
Nach den neusten Sanktionen trägt Belarus seine Spiele vorzugsweise im serbischen Novi Sad aus. Das liegt auch an den politischen angespannten Verhältnissen mit Nachbarländern wie Polen, Lettland oder Litauen. Allgemein dürften nur wenige EU-Länder derzeit bereit sein, der belarussischen Nationalmannschaft "Asyl" zu gewähren.
Die Partien zwischen Serbien und der Schweiz waren zuletzt geprägt von Nebengeräuschen, da im Schweizer Nationalteam mehrere Spieler albanisch-kosovarische Wurzeln haben. Diese Geschichten wolle man nun aber definitiv hinter sich lassen, sagte Tami. "Diese Vorkommnisse spielen keine Rolle mehr. Wir spielen gegen Belarus, nicht gegen Serbien. Entsprechend fokussieren wir uns einzig auf unsere sportliche Aufgabe."
(sda)