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Die letzte Eiszeit, die Würmeiszeit, erstreckte sich vor ungefähr 100'000 Jahren. Die Gletscher aus den Alpen stiessen zweimal in aussergewöhnlich tiefe Lagen vor, beim ersten Mal knapp über die Alpen hinaus. Im Mittelland gab es damals kaum Menschen, weil diese in einfreien Gebieten wohnten.
Das zweite grosse Gletscherwachstum von Aare-und Rohnegletscher reichte bis ins Mittelland, das heisst bis in den Nordosten des Oberaargaus.
Um 20'000 vor Christus machten sich Anzeichen für eine Besserung der klimatischen Bedingungen durch den Eiszerfall im Mittleland bemerkbar.
Ungefähr 17'000 vor Christus war das Mittelland eisfrei. Nach dem Rückzug des Eises sah die Landschaft anders aus als heute.
Die Gletscherzungen hatten sich tief in die Landschaft eingegraben und hinterliessen weite, wannenförmige Täler. Die gewaltigen Massen, welche die Gletscherzungen
mitbrachten und entlang ihrer Seite auftürmten sind noch heute erkennbar.
Es gab sehr viele talwärts fliessende Schmelzwasserflüsse, die grosse Geschiebefrachten mit sich führten und die Talböden langsam wieder auffüllten. Grosse Gesteinsbrocken, welche die Gletscher aus den Alpen ins Mittelland transportiert hatten, blieben nach dem Abschmelzen des Eises liegen. Ein gutes Beispiel dafür ist in der Gemeinde Steinhof im Kanton Solothurn zu betrachten. In den Becken der Gletscherzungen bildetet sich zahlreiche Schmelzwasserseen, die sich an den Endmoränen stauten. Viele dieser Seeen sind zu Mooren verlandet, die heute trockengelegt sind. An ihre Existenz erinnern nur noch Namen mit Endung -moor, -moos oder die schwarze Torferde.
Als sich der Gletscher zurückzog, blieben in der Landschaft vereinzelt Eisschollen, sogenanntes Toteis, liegen. Als Toteis wird Gletschereis bezeichnet, das durch Abschmelzen die Verbindung zum restlichen Gletscher verloren hat. Durch das Abschmelzen von Toteis entstanden, meist in Erdmoränengebieten, ausgedehnte Seen. Wenn das Toteis schliesslich schmilzt, sacken die darüberliegenden Sedimente ab und es entsteht eine Grube. Wenn der Untergrund der Grube aus stauendem, lehmigem Material besteht, kann sich diese mit Schmelzwasser füllen und so entsteht ein Toteissee, wie der Burgäschisee oder der Inkwilersee.
Toteisseen haben häufig eine runde Form, weil sie aus den Zungenbecken entstanden sind. Diese Form ist beim Burgäschisee sowie auch beim Inkwilersee zu
finden.
Seit der Entstehung des Toteissees hat der See durch die fortschreitenden Verlandung schon viel von seiner Grösse verloren. Der Burgäschisee ist in einem Felsbecken, welches grösser ist als der See selber. Es geht bis nach Bollodingen und bis zur heutigen Farnsbergstrasse in Oberönz. Die Felssohle des Beckens liegt 45 m tiefer als der Seegrund.
Die verlorenen Fläche ist durch die Ablagerungen von Seekreide im naheliegenden Moor und dem Verlauf der Molasseoberfläche sichtbar. Nach dem Verlauf ist anzunehmen, dass die Önz ursprünglich in den See floss.
(Quelle: Textauszug Maturaarbeit Sina Grossenbacher, 2012
Abbildung: Hodel Corinne et al., Archälogie des Oberaargaus, ur-und Frühgeschichte 13'000 v. Chr. bis 700 n. Chr., Bern 2011, S. 16)