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Störung der Wachheit und des Bewusstseins: Hirnverletzungen können so ausgeprägt sein, dass es neben Lähmungen und anderen Ausfallerscheinungen des neurologischen Systems auch zu Störungen der Wachheit und des Bewusstseins kommen kann.
Man spricht von Koma, wenn eine Patientin oder ein Patient sich nicht aus einem Dauerschlaf ähnlichen Zustand erwecken lässt. Beim Wachkoma zeigt die Patientin oder der Patient eine Wachheit mit offenen Augen, jedoch ist keine willentliche Aktivität erkennbar und die Wahrnehmung der Umwelt erscheint stark eingeschränkt.
Denken, Konzentration, Gedächtnis: Bei einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns können das Denken, die Konzentration, das Gedächtnis und andere kognitive Störungen beeinträchtigt sein. Diese Störungen werden nicht immer von der Patientin oder dem Patienten selbst bemerkt. Sie können grosse Auswirkungen auf die Bewältigung des Alltags und den Beruf haben.
Neurologische Sehstörungen: Neurologische Sehstörungen bei einer Schädigung des Gehirns treten recht häufig auf. Besonders häufig sind Sehprobleme nach Schlaganfällen, Schädelhirntrauma und bei Multipler Sklerose.
Es kann zu Doppelbildern und Gesichtsfeldausfällen kommen, welche den Verlauf der Rehabilitation wesentlich ungünstig beeinflussen können. Beispielsweise kann das Wiedererlenen des Gehens erschwert sein, wenn eine Patientin oder ein Patient nicht gut sieht.
Sprache & Sprechen: Vor allem nach Schlaganfällen kann es zu Beeinträchtigung von Sprachfunktionen (Sprechen, Sprachverständnis, Lesefähigkeit und Schreibfähigkeit) und der Stimmerzeugung kommen. Unter Umständen ist eine Patientin oder ein Patient in dieser Situation dann nicht mehr in der Lage, mit seiner Umgebung zu kommunizieren.
Schluckstörungen: Schluckstörungen sind vor allem in der Frühphase nach neurologischen Ereignissen wie Schlaganfällen oder Schädelhirntrauma von grosser Bedeutung, wie auch im Verlauf verschiedener fortschreitenden neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose.
Die grosse Gefahr bei Schluckstörungen ist die Entwicklung von Aspirationspneumonien, also Entzündungen der Lunge, die durch das Eindringen von Flüssigkeiten und Nahrungsmitteln in die Atemwege entstehen.
Lähmungen an Armen & Beinen: Lähmungen von Armen- und Beinen gehören zu den häufigsten Symptomen durch neurologische Erkrankungen und treten im Fall von Gehirnschädigungen meist als Halbseitenlähmung (Hemiparese) auf, bei Verletzungen des Rückenmarks als Lähmung beider Beine (Paraparese) oder aller Extremitäten (Tetraparese). Lähmungen haben grossen Einfluss auf die Selbständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens: Nahrungsaufnahme, Körperpflege, sich Anziehen, Schreiben oder Stehen und Gehen können beeinträchtigt oder unmöglich sein.
Spastik: Als Gegenreaktion des Körpers auf eine Lähmung kann sich eine erhöhte Muskelspannung entwickeln, welche so stark ausgeprägt sein kann, dass sie selbst zum überwiegenden gesundheitlichen Problem wird und die Patientin oder den Patienten noch zusätzlich beim Einsatz der Arme und Hände, sowie beim Gehen einschränken.
Gefühlsstörungen (Sensibilität) und Schmerzen: Neurologische Erkrankungen können, begleitend oder unabhängig von Lähmungserscheinungen, zu Störungen der Sensibilität führen, zum Beispiel im Sinne einer Gefühlslosigkeit an Teilen des Gesichts, der Arme oder Beine. Noch viel unangenehmer und einschränkender können sich Schmerzen entwickeln. Die Behandlung von chronischen neurologischen, also neuropathischen Schmerzen kann sich als sehr hartnäckig erweisen.
Geh-& Gleichgewichtsstörungen:
Einschränkungen der Mobilität können durch Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Koordinationsstörungen, oder auch als Kombination mehrerer Störungen auftreten.
Kontinenzprobleme, Sexuelle Dysfunktion: Die Kontrolle von Urin und/oder Stuhlgang kann vor allem bei Schädigung des Rückenmarks, jedoch auch bei Gehirnschädigung, nach längerer Bettlägerigkeit oder nach längerer Versorgung mit einem Urindauerkatheter beeinträchtig sein. Die kann eine grosse Belastung für die Patientin oder den Patienten, das betreuende Pflegepersonen bzw. Angehörige im Alltag darstellen.
Die Ursachen sexueller Dysfunktion in Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen können sehr unterschiedlich sein. Auch diese Probleme sollten jedoch offen mit der Patientin oder dem Patienten angesprochen werden, da in den meisten Fällen die Möglichkeit zu einer erfolgreichen Behandlung besteht.
Neurologisch bedingte Schlafstörungen: Schlafstörungen können eine ganze Reihe von psychologischen oder körperlichen Ursachen haben. Man unterscheidet die am häufigsten vorkommende Schlaflosigkeit (Insomnie) von einem erhöhten Schlafbedarf und Einschlafneigung (Hypersomnie). Sehr häufig sind jedoch auch Störungen des Schlafwachrhythmus.
Schlafprobleme können durch neurologische Erkrankungen ausgelöst und verstärkt werden. Im Alltag ist die Behandlung von Schlafproblemen sehr wichtig. Aber auch in der Therapie ist es wichtig, Schlafprobleme zu bewältigen, da eine ausgeruhte Patientin oder ein ausgeruhter Patient bessere Ergebnisse erzielt.