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Verantwortlich für das Postdoc-Projekt: Dr. Lisa Indraccolo
Finanzierung: SNF – Projektförderung
Projektdauer: Oktober 2016 – September 2019
Forschungsfeld: Begriffe und Taxonomien
Abstract
Das Hánfeizi ist eine mehrschichtige Zusammenstellung verschiedener Texttypen, die auf den gleichnamigen Gelehrten und Politiker Hán Fei (ca. 280–233 v. Chr.) während der ausgehenden „Zeit der Streitenden Reiche“ (475-221 v. Chr.) zurückgeht. Das Projekt wird zwei Mikro-Cluster mehr oder weniger kohärenter Kapitelgruppen des Textes untersuchen, in denen sich bestimmte politische oder ethische Argumente eingebettet finden. Der vorgeschlagene Ansatz untersucht zwei grundlegende Typen textstrukturierender Mittel in diesen Kapitelgruppen: 1.) Strukturmuster, d.h. Techniken, die durch die Erzeugung sinnvermittelnder Verbindungen zwischen den grundlegenden Argumentationskonstituenten Netzwerke bedeutungstragender Beziehungen etablieren. Hierzu gehören inter- und intratextuelle Querverweise, Zitate, mehr oder weniger komplizierte Typen des Parallelismus und satzverbindende Übergangstermini. 2.) Phonologische Muster, die auf der Verteilung und Rekurrenz bestimmter lautlicher Texturen beruhen und dazu dienen, intentional Sinn/Laut-Beziehungen in bestimmten Textteilen zu erzeugen. Solche phonologischen Muster umfassen z.B. Reimschemata, Assonanzen und Paronomasien.
Im Einklang mit einem recht prominenten Diskurs innerhalb der internationalen Gegenwartssinologie fasst das Projekt die „Tiefenstruktur“ eines Textes und – zumindest nicht primär – seinen semantischen Gehalt, d.h. seine vorgebliche oder tatsächliche Bedeutung oder deren Interpretation ins Auge. Hierzu wird ein integrierter methodologischer Ansatz gewählt, der sich im Erfolgsfall auf beliebige Argumentationsprosa der ausgehenden Vor-Qín-Zeit anwenden liesse und damit erheblich zu unserem tiefergehenden Verständnis dieser klassisch-chinesischen Argumentationsprosa beitrüge.