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Eine flüssige Gebäudehülle?
Symbolbild (Foto Zumtobel)
Materialforscher von der Universität Jena verfolgen die Idee, Gebäude in eine sehr dünne, flüssige Hülle zu kleiden. In erster Linie funktioniert die Flüssigkeit als Puffer- und Speichermedium für Wärme. Das System gleicht so Temperaturschwankungen aus, wobei es als grossflächige Kühlung, Heizung oder als Luftwärmeaustauscher – etwa für den Betrieb einer Wärmepumpe – dienen kann.
Funktionieren soll das Ganze über Glasmodule, die etwa so dick sind wie gewöhnliche Fensterscheiben. Sie werden mit dünnen, parallel verlaufenden Kanälen versehen, durch die eine farblose Speicherflüssigkeit auf Wasserbasis fliesst. Die Module lassen sich einerseits direkt in Gebäudefassaden integrieren. Andererseits soll man sie als Fensterverglasung einsetzen können.
Mit solchen Elementen liesse sich eine oder mehrere Scheiben von herkömmlichen Doppel- oder Dreifachverglasungen ersetzen. Allerdings bedarf es dazu noch zusätzlicher Flüssigkeitskanäle und Anschlüsse in der Rahmenkonstruktion. Daran arbeiten zurzeit mehrere Industriepartner.
Ob sich die Erfindung nicht nur im Labor, sondern auch in der Praxis bewährt, soll demnächst in einem rund einjährigen Versuch an Modellgebäuden getestet werden. Die Tests laufen in Deutschland, aber auch in Skandinavien und Südeuropa. Mit den unterschiedlichen Standorten sollen verschiedene Witterungsbedingungen und Jahreszeiten in den Test miteinbezogen werden.