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Perimeter der Schatzinsel Alp Flix
Die Ziele sind hochgesteckt. Die von der Stiftung Schatzinsel Alp Flix betreute Studie beabsichtigt, die gesamte Biodiversität auf dem Gebiet der Gemeinde Sur wissenschaftlich zu dokumentieren. Erstes Ziel ist eine möglichst vollständige Artenliste im Sinne des Total Biodiversity Assessment. Grösste Herausforderung ist dabei eine verlässliche Bestimmung sämtlicher Arten, die nur von den entsprechenden Spezialisten geleistet werden kann. Die Förderung der Artenkenntnis und der Artenkenner ist dabei ein wichtiges Nebenziel des Projektes.
Die Artenlisten allein vermitteln bereits einen einmaligen Einblick in ein alpines Ökosystem. In einem zweiten Schritt werden Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen, also ökologische Zusammenhänge untersucht. Zur Zeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die untere Untersuchungsfläche zwischen dem Dorf Sur (1'584 m ü. M.)und der potenziellen Waldgrenze (ca. 2'100 m ü. M.).
Die Diplazontinae (Hymenoptera, Ichneumonidae) entwickeln sich als Parasitoide von Schwebfliegen. Parasitoide legen ihre Eier in Lebensstadien (Eier, Larven, Puppen, Imago) anderer Tiere (Wirte) ab und töten diese im Gegensatz zu echten Parasiten, von denen der Wirt in der Regel nicht getötet wird. Bisher sind in Europa 99 Arten von Diplazontinae nachgewiesen, der Alpenraum ist aber für die gesamte Gruppe noch sehr unzureichend erforscht. Im Rahmen der Langzeitstudie zur Artenvielfalt auf der Alp Flix wurden in den Jahren 2003, 2006 und 2007 Malaisefallen während ca. fünf Monaten an vier verschiedenen Standorten aufgestellt und regelmassig geleert. Es konnten 330 Diplazontinen-Individuen aus 40 Arten gefangen werden, was mehr als einem Drittel der europäischen Arten entspricht, und unseres Wissens der artenreichste Standort für Diplazontinen überhaupt darstellt. Darunter befinden sich 19 Erstfunde für die Schweiz und drei gänzlich neue Arten für die Wissenschaft. Diplazon flixi, Diplazon zetteli und Sussaba roberti wurden soeben im Rahmen einer Revision der europäischen Diplazontinen neu beschrieben (Klopfstein, 2014). Die weiteren Unterfamilien der extrem artenreichen Ichneumonidae sind momentan in Bearbeitung, wobei sicherlich weitere Neuigkeiten erwartet werden dürfen.
Siehe auch unter Forschungsdatenbank.