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Angesichts der grossen Probleme Afrikas haben fünf Staatschefs am WEF eine Reihe von Reformen gefordert. So seien Verbesserungen von Bildung und Infrastrukturen nötig. Auch müsse die Wirtschaft wegkommen von der Abhängigkeit von Rohstoffexporten.
In ihrer Analyse waren sich die Staats- und Regierungschefs von Südafrika, Kenia, Tansania, Guinea und Äthiopien am Weltwirtschaftsforum in Davos einig: Afrika weise zwar ein schnelles Wirtschaftswachstum auf und habe eine Reihe von Fortschritten erzielt, etwa im Kampf gegen die Armut, bei der Wirtschafts- und Budgetpolitik.
Aber die Wirtschaft der afrikanischen Länder sei zu stark von Rohstoffausfuhren abhängig, sagte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma auf einer Podiumsdiskussion. Wenn jetzt wegen der Verlangsamung der Weltkonjunktur die Rohstoffpreise sinken würden, könnte das zu grossen Verwerfungen in Afrika führen.
Die afrikanischen Volkswirtschaften müssten vielfältiger werden, sagte der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi. "Wir brauchen Fabriken", sagte der Präsident von Tansania, Jakaya Kikwete: "Zudem müssen wir in kleinräumige Landwirtschaft, in die Fertigung und den Handel investieren."
Binnenhandel steigern
Die Afrikaner müssten auch untereinander Handel treiben, sagte Zuma. Bisher mache der Handel innerhalb des Kontinents nur 10 Prozent des gesamten Handelsvolumens aus, sagte Diskussionsleiter Gordon Brown, der einst britischer Premierminister war. Schuld sei unter anderem die fehlende Infrastruktur.
Die fünf Staats- und Regierungschefs forderten Investitionen in Strassen, Eisenbahn und Häfen. Man plane länderübergreifende Eisenbahnnetze, sagte Kikwete. In Tansania habe es bei der Unabhängigkeit nur drei gepflasterte Strassen gegeben. Jetzt seien es immerhin 85'000 Kilometer.
Nötig seien auch Investitionen in Strom- und Telekomnetze sowie Bildung. Es brauche mehr Grund-, Mittel- und weiterführende Schulen, sagte Condé. Zudem sei bessere Regierungsführung unerlässlich. Der Kampf gegen Korruption und das Hickhack um Posten und Pöstchen müsse ein Ende haben. Afrika müsse ein neues Bild von sich ausstrahlen, das sich vom heutigen unterscheide.