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Ein New Yorker Richter hat am Freitag den Weg frei gemacht für eine umgehende Freilassung des zurückgetretenen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn gegen Kaution. Er werde noch im Laufe des Tages eine entsprechende Verfügung unterzeichnen, kündigte Richter Michael Obus an.
Wann Strauss-Kahn auf freien Fuss kommen wird, war am Freitagabend mitteleuropäischer Zeit noch unklar. Seine Anwälte erklärten jedoch, sie rechneten noch am Freitag mit einer Freilassung. Obus hatte am Donnerstag einer Freilassung aus der Untersuchungshaft gegen ein umfassendes Paket von Auflagen zugestimmt.
Ursprünglich sollte Strauss-Kahn in einer von seiner Ehefrau gemieteten Wohnung in New York untergebracht und elektronisch überwacht werden. Dieser Plan stiess jedoch auf Widerstand aus dem betreffenden Wohnhaus. Grund sei vermutlich das grosse Medieninteresse an dem Fall, sagte Staatsanwalt John McConnell.
Nachfolge-Regelung
Während Strauss-Kahn von der Gefängniszelle in ein schickes New Yorker Appartement wechselt, diskutieren die Entscheidungsträger über seine Nachfolge. Die USA hätten sich noch nicht auf einen Nachfolger für Strauss-Kahn festgelegt, sagte der stellvertretende Finanzminister Neal Wolin.
Als Favoritin der Europäer kristallisiert sich bislang die französische Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde heraus.
Keine weitere Klage
Dominique Strauss-Kahn bleibt eine weitere Klage wegen versuchter Vergewaltigung in seiner Heimat erspart. Die französische Journalistin Tristane Banon, die in den vergangenen Tagen über ihren Anwalt ankündigte, gerichtlich gegen den ehemaligen IWF-Chef vorzugehen, änderte nun ihre Meinung.
Sie wolle auf keinen Fall von der amerikanischen Justiz instrumentalisiert werden, sagte ihr Anwalt David Koubbi am Freitag dem Sender BFM TV. Die 31-Jährige wirft Strauss-Kahn vor, sie vor neun Jahren während eines Interviews angegriffen zu haben.