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Be 4/6 101–108 (1971–)

Dem Bau neuer Gelenk-Motorwagen für die Birseckbahn ging eine jahrelange Diskussion um die Erhaltung der Basler Vorortsabahn voraus. Dabei wurde auch in Erwägung gezogen, den Trambetrieb ganz stillzulegen: Vom 27. bis 29. April 1959 befuhr die BVB-Komposition Be 4/4 456 mit B3 1336 in fahrplanmässigem Einsatz die Strecke zwischen Aeschenplatz und Dornach. Der Einsatz geschah parallel mit Autobussen und diente zur Klärung, ob die alte BEB auf modernen Trambetrieb oder auf Busbetrieb umgestellt werden soll.
Im Juli und August 1964 wurde der fabrikneue DÜWAG-Gelenkmotorwagen Nr. 435 der Mannheimer Verkehrsbetriebe getestet. Da die Wendeschlaufe in Dornachbrugg einen zu engen Radius aufwies, erforderte dieser Versuchsbetrieb die Errichtung einer provisorischen Wendeschlaufe unmittelbar nach der Bahnüberführung Birseckstrasse. Die Endhaltestelle wurde nach dem Wenden durch Rückwärtsfahrt trotzdem erreicht. In dieser Zeit kam es auch zu einer Probefahrt mit dem Be 4/6 601 und B 1433 der BVB. Diese endete mit einer Entgleisung in der provisorischen Schlaufe...
Die mit dem Mannheimer DÜWAG gewonnenen Erfahrungen führten zum Entschluss, im Falle einer Beibehaltung des Trambetriebs acht Motorwagen solcher Bauart zu bestellen. Der Beschluss zur Beibehaltung und Sanierung der Bahn fiel erst 1970. Aus politischen Gründen ging der Auftrag für neues Rollmaterial dann an die heimische Schindler-Waggon AG in Pratteln.
Der von SWP konstruierte Gelenkwagen lehnte sich in vielen Teilen an den DÜWAG an. Der zweiteilige Wagenkasten war als selbsttragende Konstruktion ausgeführt und über ein Gelenk mit Hohlkammergummitüchern von Pirelli verbunden. Als Aussenfarbe wurde ein Blassgelb mit blauen Aufschriften und Zierlinien gewählt.
Im Gegensatz zum DÜWAG kamen luftgefederte Drehgestelle zum Einbau. Die Fahr-/Bremssteuerung Simatic entlastete den Fahrer und ermöglichte auch den späteren Doppeltraktionsbetrieb der ursprünglich als Alleinfahrer ohne elektrische und mechanische Kupplungen ausgeführten Wagen. Zur Stromabnahme diente ein Einholmstromabnehmer Bauart Siemens. Die Druckluft lieferte ein zweistufiger Lamellenkompressor von SLM mit typischer Geräuschentwicklung.
Bald nach Inbetriebnahme der BEB-Be 4/6 101–108 wurden die Wagen 106 bis 108, 1975 auch 104 und 105, mit den Einrichtungen für den Anhängerbetrieb nachgerüstet. Zwei BEB-Dreiachsanhänger (B3 25 und 27) wurden für den Verkehr mit den modernen Zugfahrzeugen angepasst.
Das neue Rollmaterial führte zu markanten Frequenzzunahmen auf der Birseckbahn, so dass in einer zweiten Serie weitere sieben Gelenkwagen gleicher Bauart bestellt wurden. Diese trafen 1975–76 ein und waren bereits in den Farben der Baselland Transport AG gehalten. Mit der Übernahme der Birseckbahn durch die BLT gingen auch die acht Gelenkwagen als Be 4/6 101–108 an die neue Gesellschaft über und wurden 1975–76 farblich angepasst.