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Lieber Mathias, du beginnst dieses Semester mit dem SMII Studium. Bitte erzähle zunächst etwas von dir.
Ich bin 44 Jahre alt, im Kanton Bern aufgewachsen/wohnhaft und habe zwei Buben (8- und 4jährig). Meine Frau ist Psychotherapeutin und Sozialpädagogin; ich selber habe Klassische Philologie und Musikwissenschaft studiert. Seit 14 Jahren unterrichte ich am Gymnasium Freudenberg Zürich Latein und Altgriechisch. In der (raren) Freizeit koche ich gerne und braue Bier.
Bist du musikalisch aktiv?
Ich spiele Klavier, früher auch Orgel, und singe seit gut 20 Jahren im Laienmännerchor der Berner Singstudenten. Hören tue ich vor allem klassische Musik (Steckenpferd russische Spätromantik und Frühmoderne), Pop (Schwerpunkt auf den kolossalen 80er Jahren) sowie Heavy Metal (vor allem zum Kochen). Selber spiele ich hauptsächlich klassische Musik.
Hast du schon etwas komponiert?
Gegen Ende des Gymnasiums habe ich recht viel Klavier- und Kammermusik im spätromantischen Stil mit etwas Jazzeinflüssen komponiert, daneben auch elektronischen Techno-Pop auf dem Computer; seither zwischendurch gelegentlich Chor- und Instrumentalstücke. Hier auf dem Bild sieht man eine «Fantasia für Violine und Klavier» aus dem Jahr 1992.
Welche Songs würdest du zeigen, wenn jemand wissen möchte, welche Art Musik du magst und machst?
«Livin’ on a prayer» von Bon Jovi und die 3. Klaviersonate von Skrjabin.
Wie kombinierst du deine musikalische Aktivität mit deinem bisherigen Lehrerberuf?
In der Vergangenheit habe ich beispielsweise mit den Schülerinnen und Schülern lateinische Lieder gesungen und übersetzt, Vertonungen antiker Texte untersucht (z. B. die «Catulli Carmina» von Carl Orff) oder Opernbearbeitungen antiker mythologische Stoffe angeschaut und analysiert. In der Zukunft, wenn ich neben Latein auch Musik unterrichten werde, kann ich die antike Musik und die Antike in der Musik natürlich noch viel besser behandeln.
Was bedeutet dir das Studium SMII? Wieso hast du dich dafür entschieden?
Ich wollte eigentlich schon gleich nach der Matur Musiklehrer werden, aber damals gab es noch keinen eigenen Studiengang «Schulmusik», sondern man musste u. a. zunächst am Konservatorium ein reguläres Lehrdiplom auf einem Instrument erwerben. Die Aufnahme hat dann nicht geklappt, und so habe ich Musikwissenschaft und Alte Sprachen studiert und die Musik als Hobby weiter gepflegt.
Welche Ziele hast du für die Zukunft?
Erst einmal das Studium gut absolvieren und mit Familie und Beruf unter einen Hut bringen, sodann mit Freude Musik unterrichten und daneben soweit möglich im Rahmen von kleineren und grösseren Projekten privat musikalisch tätig sein.
Hast du ein musikalisches Vorbild?
Hmm, eigentlich nicht direkt. Mein Musiklehrer am Gymnasium Langenthal hat mich sicher geprägt; er war an der Uni auch mein Dozent in Harmonielehre und Kontrapunkt. Manchmal lud er die Studenten zu sich nach Hause ein, und am Schluss musste er als Test, ob er uns nach dem Essen- und Weingenuss noch mit dem Auto zum Bahnhof fahren könne, über ein gegebenes Thema eine dreistimmige Fuge improvisieren. Das klappte stets hervorragend. Wenn ich das kann, bin ich zufrieden, hihi.
Kann man dich live erleben?
Im Schulzimmer, bei Chorauftritten und beim Bierbrauen.
Hast du ein Lieblingszitat/Motto?
Nichts Konkretes, aber ungefähr im Sinne von «Geniesse das Leben und freu dich beständig, denn du bist länger tot als lebendig.»
Gibt es eine Homepage von dir?
Haha, nur einen Blog aus den Jahren 2011 und 2012, in dem ich gegen 200 Biere photographierte, trank und darüber schrieb.