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Oliver Christen
Architekten
N°016 Ersatzneubau Kleinstadt, Laufenburg
Studienauftrag Ersatzneubau Wohnhaus mit 8 Wohnungen, Kleinstadt 4, Sulz - Laufenburg, 1. Rang
Projektbeginn August 2019 -
Das Projekt greift in seiner städtebaulichen Setzung und äusseren Erscheinung, die bestehenden Identitäten des Quartiers auf und übersetzt diese in eine neue, jedoch stark mit dem Ort verwurzelte Architektursprache. Das Gebäude orientiert sich zur Strasse- und somit zum Dorf hin, indem die Westfassade den Charakter der Hauptfassade aufnimmt. Die bachseitige Gebäudeecke ist überhoch ausgebildet und übersetzt spielerisch die Präsenz der heutigen Fassade mit dem vorspringenden Gebäudeteil. Überhohe Fensterpartien mit dahinterliegenden Wohnküchen vermitteln eine übergeordnete Wichtigkeit der Orientierung zum Dorf hin. Dies fördert auf einfache Art und Weise, dass der Strassenraum belebt wird, was schliesslich den Charakter und das Leben im Dorf ursprünglich ausgezeichnet hat. Die Bewohner verlieren die Anonymität des urbanen Lebens und werden im besten Fall zu einer dörflichen Gemeinschaft.
Der Hauszugang erfolgt strassenseitig. Dem Haus vorgelagert ist ein ortstypischer Gemeinschaftsgarten. Die Firsthöhe orientiert sich an den umliegenden Gebäuden, das Haus weist jedoch 3 Vollgeschosse mit einem Dachgeschoss aus. Die streng gegliederten Fassaden greifen mit der Befensterung, die Proportionen der Fenster (Höhe zu Breite) der umliegenden Gebäude auf. Die Trauffassaden sind mit Fensterläden ausgebildet und sind stärker detailliert als die Fassaden der Ortwände. Die Fensterpartien werden in der Regel durch ein doppelflügliges Fenster mit beidseitigen, im offenen Zustand fassadenbündigen Fensterläden gebildet. Im Bereich der Läden springt die Fassade leicht zurück und bildet im geschlossenen Zustand ein Relief auf der Fassade. Ein Kunststeinbank über die gesamte Fensterpartiebreite fasst das Element zu einem Ganzen zusammen. Wenige, überhohe Fenster schälen die Wichtigkeiten der dahinterliegenden Nutzung hervor und sind ein spielerisches Element. Sämtliche Fensterelemente entsprechen einer Logik und beziehen sich in der Grösse und Form aufeinander. Die Erdgeschosswohnungen haben direkten Zugang zum Aussenraum, jedoch einen klar definierten Bereich (Loggien) für persönliche Gegenstände.
Ostseitig spielt das Gebäude mit verschieden-vorspringenden Gebäudeelementen. Loggien, bei den nordöstlichen Wohnungen etwas grösser ausgebildet, überspringen der Fassade leicht und ermöglichen den Blick und Bezug auf den beruhigten Aussenraum. Wenige gestalterische Elemente ermöglichen es, den Aussenraum naturnahe und grösstenteils unbearbeitet zu lassen. Trampelpfade und kleine Wege verbinden den gemeinsamen Sitzplatz mit Spielbereichen und Plätzen am Bach. Der Parkplatz wird mittels einer niedrigen Sockelwand, ähnlich der umliegenden Gärten, abgegrenzt. Vor dem Haus befindet sich zudem ein gemeinsamer Nutzgarten, den die Bewohner bewirtschaften können.
Eine überzeichnete Sockelpartie aus grün eingefärbtem Kratzputz gestaltet die Fassaden am ganzen Gebäude. Traufseitig springt das Vordach jeweils relativ deutlich über die Fassade vor, ortsseitig zeichnet sich das Dach nur minimal ab.
Das Gebäude ist in Anlehnung an die Umgebung, in einem wärmedämmendem Einsteinmauerwerk ausgebildet. Diese Technologie erfährt momentan wieder vermehrt einen Aufschwung, zumal diese Fassadenkonstruktion sowohl Energetisch nachhaltig, mit einer hohen Speicherfähigkeit und aussenseitig äussert robust ist. Die Nähe zum Bach und dem angrenzenden Wäldchen zeugen von hoher Feuchtigkeit und verlangen nach einem System, welches sich bewährt und unterhaltsarm ist.