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Was wäre Ihre ideale Welt?
Was ist, wenn Sie einmal nicht mehr da sind?
Zur Person Jesper Juul
Später erinnerte ihn sein Vater daran, dass er in jungen Jahren Lehrer werden wollte. Juul war sich unsicher. In der Bar, in der er jobbte, holte er den Oberkellner und würfelte. Das Schicksal entschied für den Lehrerberuf.
Er arbeitete in einem Kinderheim mit verhaltensauffälligen und kriminellen Jugendlichen. Dort wurde ihm bewusst, wie wichtig die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist.
Auf einer Fortbildung lernte er den amerikanischen Psychiater und Familientherapeuten Walter Kempler kennen. Dessen Einfluss führte zu vielen der Methoden und Ansichten, die Therapeut Juul bis heute vertritt. Gemeinsam gründeten Kempler und Juul 1979 das «Kempler Institute of Scandinavia», das Juul 25 Jahre später verliess, um in Dänemark die erste Familienwerkstatt familylab aufzubauen.
Familylab ist eine gemeinnützige Organisation, die inzwischen in 21 Ländern aktiv ist. «Mit familylab wollen wir die psychosoziale Gesundheit und das Wohlergehen der heutigen und zukünftigen Eltern und Kinder wie auch der Fachpersonen verbessern», sagt Jesper Juul. «Ziel ist es, eine optimale Umgebung für ein gemeinsames, soziales, emotionales, kreatives und akademisches Lernen zu schaffen.»
Jesper Juul ist Autor von mehr als zwei Dutzend Büchern, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Zu seinen bekanntesten Werken gehören: «Pubertät. Wenn Erziehen nicht mehr geht», «Wem gehören unsere Kinder?», «Die kompetente Familie», «Leitwölfe sein» und «Grenzen. Nähe. Respekt».
Privat lebte Juul zuletzt zurückgezogen in seiner Wohnung in Odder, Dänemark, zweifach geschieden und Single. 2012 erkrankte Jesper Juul an Transverser Myelitis, einer Entzündung des Rückenmarks. Er verbrachte 16 Monate in Rehabilitation in einem dänischen Krankenhaus und sass seither im Rollstuhl. Seit 2014 schrieb er wieder. Am 25. Juli 2019 starb er nach einer Lungenentzündung im Alter von 71 Jahren.