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Landwirtschaft – Landwirte von 1900 - heute – historisch
Hürststrasse 101-102. Assek-Nr. 217 (1913, 1931). Walter Ernst Hauenstein war Mitglied der Holzkorporation Seebach (HKS). Seit mindestens 1913 sind die Hauensteins auf den Hof. Für dieses Jahr sind die Gebrüder Johann Jakob und Fritz Hauenstein vermerkt, beide von Beruf Landwirt. Sie dürften aber auch schon vor 1913 dort gewohnt haben, doch seit wann sie auf dem Hof bauerten, konnte die OGS noch nicht eruieren. Nachfolger dieses ersten Brüderpaares wurden dann die Brüder Walter Ernst (geb. 1900) und Hans Hauenstein. Beide waren ebenfalls Landwirte, das belegen sowohl die alten Adressbucheinträge als auch eine alte Foto des BAZ von 1950. Sie führten den Hof bis etwa 1960. Die Hauensteins hatte zwei Söhne namens Hans und Ruedi. Nur Hans bekam Nachwuchs, welcher später das Gehöft und das Umland erbte und an die Stadt Zürich verkaufte.
Für 1931 sind folgende Bewohner notiert: Johann Jakob Hauenstein, Landwirt, Anna-Hauenstein-Büchi, Partikularin, Lina Hauenstein, Haustochter und Walter Ernst Hauenstein, geboren 1900, Landwirt. Für 1913 wird vermerkt, dass die Gebrüder Hauenstein auch eine Fuhrhalterei betrieben. Die Fuhrhalterei wird ab 1931 nicht mehr erwähnt, sodass sie diesen Nebenerwerbszweig offenbar aufgegeben haben. Mit der Fuhrhalterei waren sie nicht die einzigen in Seebach, denn es war damals bei den Landwirten durchaus üblich, nebenbei noch Transporte durchzuführen, in aller Regel mit Pferd und Wagen.
Die Hauensteins betrieben neben Landwirtschaft auch den Gartenbau. Der Hof wurde auch als Hürsthof bezeichnet und beherbergte einen wieder hergerichteten Sodbrunnen. Die Hauensteins werden bis etwa 1960 als Bauern erwähnt. Auf einer der nebenstehenden Fotos kann man deutlich erkennen, dass die Hauensteins um 1950 herum noch keinen Traktor fuhren. Dafür besassen sie mindestens zwei Pferde. Eines sieht man beim Ziehen einer Spritzmaschine und das andere erkennt man unter einem der Apfelbäume auf der anderen Seite der Seebacherstrasse. Unter den Beiträgen Hürsthof und Hauenstein finden sich noch ein paar weitere Informationen über die Hauensteins.
Zum Gedenken an Walter Ernst Hauensteins lange Mitgliedgliedschaft bei der HKS liess diese einen Findling, aufgefunden in der Nähe des Büsisees, durch den Seebacher Grabmal-Bildhauer Paul Egloff im Jahre 1993 mit einer Aufschrift versehen und am Waldrand des Hürstholzes nahe dem Bauernhof Kuhn aufstellen. Er bekam sinnigerweise den Namen Hauenstein und die Abzweigung in Richtung Wolfwinkel wurde mit Hauenstein-Egge benannt.
Zum Familiennamen Hauenstein kann folgendes gesagt werden: Es handelt sich um einen sehr alten Familiennamen, denn er lässt sich bis 1256 zurück verfolgen, allerdings nicht in Seebach. Ernst Benninger erwähnt ihn in seinem Büchlein «Die alten Geschlechter von Seebach» nicht. So muss angenommen werden, dass die Hauensteins vermutlich kurz vor oder um 1900 nach Seebach zugezogen sind. Der Familienname ist in der Schweiz recht grossflächig gestreut. Um Döttingen, Turgi und im Rafzer Zipfel tritt er gehäuft auf. Auch in Süddeutschland entlang des Rheins findet man ihn, besonders gehäuft aber in Bayreuth und Nürnberg, während er in Ã?sterreich sehr selten ist. Aufgrund der grossen Streuung kann somit die Herkunft der Seebacher Linie nicht erschlossen werden. Der Name leitet sich ab von 'Hau den Stein'. Es dürfte sich somit um einen Familiennamen handeln, welcher vom Beruf Steinhauer abgeleitet wurde. Da es in der Schweiz auch einen Ort Hauenstein SO gibt, könnten einzelne Familien aber sekundär nach ihrem Wohnort benannt worden sein.
Quellen: - OGS-eigene - Albert Burkhardt, 1997, 123 - Adressbuch von Seebach 1931 - Adressbuch von Seebach 1913 - Erwin Lori (Hinweise und Fotos zum Findling) - Jakob Strehler III (Hinweise zur HKS und zum ursprünglichen Standort des Findlings) - Neujahrsblatt Zürich 11/12, 1985, Ernst Benninger - www.verwandt.ch/ - Zürcher Familiennamen, ZKB-Büchlein, 1994, Seite 83