Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/1005

Eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) kommt bei Männern im höheren Lebensalter häufig vor. Warum sich die Vorsteherdrüse (Prostata) dann oft gutartig vergrössert, ist nicht genau bekannt. Möglicherweise ist die vergrösserte Prostata eine Folge altersbedingter Veränderungen im männlichen Hormonhaushalt.
Auch wenn eine Prostatavergrösserung gutartig ist, kann sie Beschwerden verursachen (sog. benignes Prostatasyndrom): Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umschliesst die Harnröhre, so dass diese durch eine sich vergrössernde Prostata immer mehr eingeengt ist. Typische Symptome für die benigne Prostatahyperplasie sind daher zunehmende Probleme beim Wasserlassen (Miktion), ein abgeschwächter Harnstrahl und Restharnbildung (d.h. ein Teil des Urins bleibt nach dem Wasserlassen in der Blase zurück). Im fortgeschrittenen Stadium kann die gutartige Prostatavergrösserung sogar mit einem Harnverhalt (d.h. der Unfähigkeit, die Blase zu entleeren) einhergehen.
Der Urologe kann eine Prostatavergrösserung diagnostizieren, indem er die Prostata über den Mastdarm abtastet (also rektal untersucht), eine Ultraschalluntersuchung durchführt sowie den Restharn und den Harnstrahl misst. Bei der Diagnose ist es wichtig, die gutartige Prostatavergrösserung von Prostatakrebs abzugrenzen, der ähnliche Beschwerden wie die benigne Prostatahyperplasie auslösen kann. Zu diesem Zweck ist es nötig, einen bestimmten Tumormarker (prostataspezifisches Antigen, PSA) im Blut zu bestimmen und eventuell eine Gewebeprobe zu entnehmen und zu untersuchen (sog. Biopsie).
Eine gutartige Vergrösserung der Prostata lässt sich auf verschiedene Weise wirksam behandeln: Gegen die Prostatavergrösserung sind zur Behandlung verschiedene Medikamente, eine Operation sowie die Lasertherapie verfügbar. Vor allem die operative Entfernung des überschüssigen Prostatagewebes durch die Harnröhre (transurethrale Resektion der Prostata) zeigt bei einer gutartigen Prostatavergrösserung langfristig sehr gute Erfolge.
Auch wenn keine Anzeichen für eine benigne Prostatahyperplasie bestehen, ist es trotzdem wichtig, ab dem 50. Lebensjahr regelmässig einen Urologen zur Vorsorge aufzusuchen, um vor allem eine bösartige Erkrankung der Prostata frühzeitig zu erkennen und erfolgreich behandeln zu können.
Die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) ist eine Vergrösserung der Vorsteherdrüse (Prostata) infolge einer übermässigen, aber gutartigen Vermehrung von Zellen (Gewebewucherung). Die Prostata ist Teil des männlichen Urogenitaltrakts. Sie zählt zu den Geschlechtsdrüsen, befindet sich unterhalb der Harnblase und umschliesst die Harnröhre bis zum Beckenboden. Ein Viertel der Prostata besteht aus Drüsengewebe (sog. glandulärer Anteil) und drei Viertel aus Muskelzellen und Bindegewebe (sog. stomaler Anteil). Sie sondert beim Samenerguss ein Sekret ab, das den Spermien zu mehr Beweglichkeit verhilft. Zusammen mit dem Sekret aus den Samenbläschen trägt das Prostatasekret bis zu 90 Prozent zum Gesamtvolumen des Ejakulats bei.
Bedingt durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron wächst die Prostata während der Pubertät auf ihre normale Grösse an. In Form und Grösse ähneln sie dann einer Kastanie, ihr Normalgewicht liegt bei etwa 15 bis 20 Gramm, ihr Volumen bei 20 bis 30 Kubikzentimetern. Wenn das Drüsengewebe in der um die Harnröhre liegenden Zone der Prostata gutartig wuchert und sich die Prostata somit weiter vergrössert, liegt eine benigne Prostatahyperplasie vor. Dabei übt das wuchernde Gewebe zunehmend Druck auf die Harnröhre aus, was deren Verengung und somit Probleme beim Wasserlassen verursacht. Dieses Symptombild, das für eine gutartige Prostatavergrösserung kennzeichnend ist, bezeichnet man als benignes Prostatasyndrom.
Die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) weist bei Männern im höheren Lebensalter eine zunehmende Häufigkeit auf: Eine gutartig vergrösserte Prostata findet sich in den westlichen Industriestaaten bei etwa 65 Prozent der 65-jährigen und bei 80 bis 90 Prozent der 80-jährigen Männer. Die gutartige Vergrösserung der Prostata ist die häufigste Ursache für Harnverhalt (d.h. für die Unfähigkeit, die Blase zu entleeren) beim Mann.
Die für eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) verantwortlichen Ursachen sind bisher nicht genau geklärt. Als mögliche Faktoren gelten die altersbedingten Veränderungen im männlichen Hormonhaushalt.
Unter den für eine gutartige Prostatavergrösserung verantwortlichen Ursachen spielt vermutlich das in der Prostata (Vorsteherdrüse) gebildete Stoffwechselzwischenprodukt Dihydrotestosteron (DHT) eine Rolle. DHT entsteht mithilfe eines bestimmten Enzyms (5-alpha-Reduktase) aus dem Geschlechtshormon Testosteron. Eine zu hohe Konzentration an DHT führt zu einer krankhaften Vermehrung des Drüsengewebes und verursacht infolgedessen die benigne Prostatahyperplasie mit ihren typischen Beschwerden.
Zu den für eine vergrösserte Prostata infrage kommenden hormonellen Ursachen zählt auch der Testosteronspiegel beim Mann, der sich im Laufe des Alters verringert, während der Östrogenspiegel auf einem gleichen Niveau bleibt. Die gutartige Prostatavergrösserung entsteht dadurch, dass ein Östrogenübergewicht den natürlichen Zelltod von Prostatazellen bremst.
Neben DHT und Testosteron können noch zahlreiche andere Wachstumsfaktoren den Stoffwechsel innerhalb der Prostata ungünstig beeinflussen und eine gutartige Prostatavergrösserung verursachen.
Die für eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) typischen Symptome sind darauf zurückzuführen, dass die Harnröhre durch die vergrösserte Prostata zunehmend eingeengt ist (Obstruktion): Die Folge ist ein sogenanntes benignes Prostatasyndrom, dessen kennzeichnende Symptome darin bestehen, dass sich die Blase nicht mehr ohne Probleme entleeren lässt und Probleme beim Wasserlassen auftreten.
Erste Symptome für eine gutartige Prostatavergrösserung sind ein längeres Warten zu Beginn des Toilettengangs, ein dünner Harnstrahl sowie ein unterbrochenes Wasserlassen. Dabei sind mehrere Versuche nötig, um die Blase zu leeren, was häufig nur unter starker Zuhilfenahme der Bauchmuskulatur möglich ist. Ausserdem kann eine benigne Prostatahyperplasie dazu führen, dass Schmerzen beim Wasserlassen auftreten und Harn nach dem Wasserlassen nachtropft. Auch die Abstände zwischen einzelnen Toilettengängen verkürzen sich, wenn die Prostata vergrössert ist.
Die gutartige Prostatavergrösserung führt im weiteren Verlauf häufig zur sogenannten Restharnbildung, das heisst, die Betroffenen können ihre Harnblase lässt nicht mehr vollständig entleeren, so dass Urin in der Blase zurückbleibt. Dies äussert sich durch ein ständiges Völlegefühl der Blase mit einem ununterbrochenen Harndrang. Besiedeln Krankheitskeime den Restharn in der Blase, kann die benigne Prostatahyperplasie eventuell auch mit vermehrten Harnwegsinfektionen oder Blasensteinen einhergehen. Diese machen sich durch starke Schmerzen beim Wasserlassen bis hin zu Fieber und Schüttelfrost bemerkbar.
Erreicht die gutartige Prostatavergrösserung ihr Endstadium, kann sich die Stauung des Urins in der Blase bis in beide Nieren fortsetzen. Dies kann die Nieren bleibend schädigen und bis zum Nierenversagen führen. Häufig tritt bei einer weit fortgeschrittenen Vergrösserung der Prostata eine vollständige Harnsperre auf, bei der die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, überhaupt Wasser zu lassen. Die Folge ist eine sehr schmerzhafte Ausdehnung der Blase.
Bei Verdacht auf eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, die Prostata (Vorsteherdrüse) mit einem Finger vom Mastdarm (Rektum) aus zu ertasten (sog. rektale Untersuchung). Genauere Aussagen über Grösse und in gewissem Masse auch über die Struktur der Prostata kann eine Ultraschalluntersuchung bringen. Gleichzeitig ist bei dieser Untersuchung die Menge des Restharns nach vorheriger Entleerung der Blase feststellbar. Dieser liegt bei einem gesunden Mann bei nicht mehr als 20 bis 30 Millilitern.
Die gutartige Prostatavergrösserung ist mit einer Einengung der Harnröhre verbunden, weshalb die Betroffenen typischerweise Probleme beim Wasserlassen haben (sog. benignes Prostatasyndrom). Daher ist es für die Diagnose der benignen Prostatahyperplasie wichtig herauszufinden, ob und in welchem Ausmass eine Behinderung des Urinabflusses vorliegt. Eine wichtige und sehr einfache Methode hierzu ist die sogenannte Uroflowmetrie: Hierbei uriniert man in einen über der Toilette angebrachten Trichter, in dem sich eine kleine Messvorrichtung befindet. Mithilfe der dabei gewonnen Messwerte lässt sich unter anderem das maximale Urinvolumen pro Zeiteinheit bestimmen. Dabei gilt ein maximaler Flow von mehr als 15 Millilitern pro Sekunde als akzeptabel. Geringere Werte können Zeichen einer Harnflussbehinderung sein.
Wenn sich die Prostata nachweislich vergrössert hat, ist es bei der Diagnose wichtig, Prostatakrebs auszuschliessen, der ähnliche Beschwerden wie die benigne Prostatahyperplasie auslösen kann. Um die gutartige Prostatavergrösserung von einer bösartigen Veränderung abzugrenzen, ist es daher neben der rektalen Tastuntersuchung üblich, den Tumormarker PSA im Blut zu bestimmen. Liegt dieser über einem gewissen Normwert oder steigt er innerhalb eines Jahrs um mehr als 20 Prozent an, könnte ein bösartiger Prozess vorliegen. Es ist ratsam, dies durch eine Gewebeprobe genauer abzuklären: Eine Untersuchung der Zellen (zytologisch) und des Gewebes (histologisch) der Prostata, die sich per Feinnadel- oder Stanzbiopsie innerhalb von Minuten ohne Betäubung über den Mastdarm (Rektum) entnehmen lassen, liefern letzte Sicherheit.
Ob eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) eine Therapie erfordert, hängt vom Ausmass der durch die vergrösserte Prostata ausgelösten Symptome ab. Die gutartige Vergrösserung der Prostata beziehungsweise das durch sie ausgelöste benigne Prostatasyndrom lässt sich auf verschiedene Weise erfolgreich behandeln: durch Medikamente, mithilfe einer Operation oder einer Lasertherapie. Dabei stehen für jede Behandlung der Prostatavergrösserung jeweils mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Jede Methode besitzt bestimmte Vorteile und ist für bestimmte Ausprägungen der Prostatavergrösserung jeweils besonders geeignet. Eine medikamentöse Behandlung ist allerdings nur dann geeignet, wenn es nicht wiederholt zu Harnverhalt (Unfähigkeit, die Blase zu entleeren) oder zu Harnwegsinfektionen kommt und wenn weder Blasensteine noch Anzeichen einer beginnenden Niereninsuffizienz feststellbar sind – in den Fällen ist ein Eingriff erforderlich.
Die durch eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) verursachten Beschwerden lassen sich durch Medikamente lindern. Mit einer Therapie allein durch Medikamente ist es jedoch kaum möglich, die Ursache für die Symptome der Prostatavergrösserung – die Einengung (Obstruktion) der Harnröhre durch die vergrösserte Prostata – zu beheben. Für die medikamentöse Behandlung der benignen Prostatahyperplasie sind verschiedene Wirkstoffgruppen geeignet:
Alpha-Rezeptorenblocker wie Alfuzosin, Doxazosin, Tamsulosin und Terazosin blockieren die sogenannten alpha-Rezeptoren der Prostatamuskulatur und entspannen diese dadurch. Auf diese Weise verringern sie den Widerstand am Blasenausgang und verbessern so den durch die gutartige Prostatavergrösserung verringerten Harnstrahl. Doch auch diese Medikamente richten nichts gegen die Prostatavergrösserung selbst aus. Mögliche Nebenwirkungen dieser Wirkstoffe sind Abgeschlagenheit, Schwindel, Kopfschmerzen und Blutdruckstörungen.
5-alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid lindern nicht nur die durch die benigne Prostatahyperplasie bedingten Symptome, sondern können auch das Prostatagewebe um bis zu 30 Prozent verringern. Als Nebenwirkung der Therapie einer Prostatavergrösserung mit 5-alpha-Reduktase-Hemmern können Erektionsstörungen auftreten.
Auch Pflanzenpräparate (Phytotherapeutika) kommen immer wieder zum Einsatz, etwa Extrakte der Sägepalme, Kürbissamen oder Roggenpollen und Phytosterole aus Hypoxis rooperi (eine afrikanische Pflanze), Kiefer und Fichte. Bisher fehlen überzeugende Ergebnisse aus grossen Studien, die die Wirksamkeit der Pflanzenpräparate im Vergleich mit Placebo belegen. Alle pflanzlichen Präparate wirken nicht gegen die Prostatavergrösserung selbst, sie haben also keinen Einfluss auf die Grösse der Prostata.
Wenn Medikamente gegen eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) nicht zur Therapie ausreichen, kommt eine Lasertherapie zur Behebung der Einengung (Obstruktion) der Harnröhre durch die vergrösserte Prostata infrage. Für diese Behandlung stehen verschiedene Laserverfahren zur Verfügung: Dabei zeigt vor allem die Laserresektion (bzw. Holmium-Laser-Enukleation, HoLEP) der Prostata (Resektion = operative Entfernung von Organteilen) wirksame und dauerhafte Behandlungserfolge. Weitere Verfahren sind die interstitielle Laserkoagulation sowie die transurethrale Laserkoagulation und -vaporisation. Die interstitielle Laserkoagulation kann ambulant unter örtlicher Betäubung erfolgen, die anderen Verfahren erfordern eine Regional- oder Vollnarkose.
Bei der Lasertherapie behandelt der Arzt die gutartige Prostatavergrösserung, indem er eine Sonde mit einem speziellen Gerät in die Nähe der Prostata einbringt und das überschüssige Gewebe mit dem Laser verschmort (koaguliert), verdampft (vaporisiert) oder entfernt (reseziert). Manche Verfahren arbeiten mit einem freien Laserstrahl und Abstand zum Gewebe, andere bringen den Laser in direkten Kontakt und bei einigen, wie der interstitiellen Laserkoagulation, führt der Arzt den Laser in das Gewebe ein.
Durch die Entfernung des Gewebes lassen sich die Grösse der Prostata, die Verengung der Harnröhre und somit die durch die gutartige Prostatavergrösserung bedingten Symptome verringern. Komplikationen wie eine dauerhafte Inkontinenz oder eine Erektionsstörung treten nur sehr selten auf, häufiger können Behandelte ihren Samenerguss verlieren.
Wenn Medikamente gegen die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) zur Therapie nicht ausreichen, erfolgt meistens eine Operation durch die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P): Mit dieser Methode lässt sich die durch die vergrösserte Prostata bedingte Hemmung beim Wasserlassen (Obstruktion) wirksam und dauerhaft beseitigen. Dazu trägt der Arzt durch die Harnröhre (transurethral) mit einer elektrisch gespeisten Schlinge das überschüssige Gewebe ab (Resektion = operative Entfernung von Organteilen). In der Regel erfolgt diese Behandlung stationär, da Blutungs- und andere Risiken bestehen. Bedingt durch verbesserte technische Entwicklungen und Methoden und das dadurch erheblich verringerte Blutungsrisiko ist die TUR-P an einzelnen dafür ausgewiesenen Zentren auch ambulant möglich.
Die transurethrale Resektion der Prostata erfolgt unter Vollnarkose oder Rückenmarksanästhesie. Kommen bei dieser Therapie der Prostatavergrösserung modernste Resektionstechniken zum Einsatz, lassen sich sehr gute und auch nachhaltige Erfolge erzielen. Eine mit TUR-P behandelte gutartige Prostatavergrösserung hat als Nebenwirkung selten eine erektile Dysfunktion zur Folge, allerdings verlieren 60 bis 90 Prozent der Männer ihre Ejakulationsfähigkeit.
Gegen die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) kann zur Therapie auch die transurethrale Mikrowellen-Thermotherapie (TUMT) zum Einsatz kommen. Hierbei führt der Arzt über die Harnröhre einen Schlauch ein, über den sich die Prostata mithilfe von Mikrowellen auf über 45 Grad Celsius aufheizen lässt. Diese Therapiemethode wirkt in der Regel aber nur symptomatisch und verbessert daher die Verengung der Harnröhre nur unwesentlich. Höhere Temperaturen (bis 65 °C) sind auch möglich und bringen eine höhere Wirksamkeit, aber mehr Nebenwirkungen mit sich. Die Vorteile der TUMT liegen darin, dass sie ambulant und ohne Narkose erfolgen kann und dass keinerlei Blutungsrisiko besteht.
Eine weitere gegen die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) verfügbare Therapie ist transurethrale Nadelablation (TUNA): Hierbei erzeugt man über Nadelantennen Radiofrequenzwellen, die das Prostatagewebe auf bis zu 100 Grad Celsius erhitzen und so Gewebe verbrennen. Um die richtige Einstichtiefe und die Zahl der nötigen Einstiche zu ermitteln, ist es erforderlich, zuvor die Grösse der Prostata mithilfe einer Ultraschalluntersuchung auszumessen. Die TUNA kann unter örtlicher Betäubung erfolgen. Komplikationen treten selten auf und die Ejakulation bleibt erhalten.
Gegen die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) können zur Therapie auch intraprostatische Stents Anwendung finden: Dies sind metallische oder Polyurethan-Implantate, die sich ohne Narkose entweder vorübergehend (passager) oder auf Dauer (permanent) in der Harnröhre platzieren lassen und die für einen freien Harnablauf sorgen sollen. Die passageren intraprostatischen Stents sind eine alternative Behandlungsform zum transurethralen Dauerkatheter. Es ist jedoch ratsam, sie in regelmässigen Abständen auszuwechseln. Vorteil der permanenten Stents ist, dass endoskopische Massnahmen nach dem Einwachsen der Stents in die Harnröhrenwand möglich bleiben.
Die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) ist zwar eine gutartige Gewebewucherung in der Prostata, kann aber in ihrem Verlauf dennoch Beschwerden auslösen (sog. benignes Prostatasyndrom). In ungefähr einem Fünftel aller Fälle macht die gutartige Prostatavergrösserung sofort oder nach längerer medikamentöser Behandlung eine Operation notwendig. Die Prognose ist überwiegend günstig: Nach einer sachgerechten operativen Verkleinerung der Prostata durch die am meisten angewendete Methode (sog. transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P) ist auch nach zehn Jahren nur bei 10 bis 15 Prozent der behandelten Männer ein erneuter chirurgischer Eingriff notwendig. Mithilfe der meisten Verfahren zur Lasertherapie lässt sich die durch die gutartige Vergrösserung der Prostata bedingte Hemmung beim Wasserlassen (Obstruktion) bei Weitem nicht so wirksam und dauerhaft beseitigen wie durch die Operation, so dass häufigere Eingriffe (alle ein bis drei Jahre) erforderlich sein können. Nur die Laserresektion (bzw. Holmium-Laser-Enukleation, HoLEP) scheint ähnlich wirksame und anhaltende Behandlungserfolge zu erzielen wie die TUR-P.
Da die für eine gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) verantwortlichen Ursachen nicht genau bekannt sind, können Sie ihr nur bedingt vorbeugen. Grundsätzlich ist es hierzu empfehlenswert, vor allem auf eine gesunde, fettarme Ernährung zu achten, das Normalgewicht einzuhalten, für viel Bewegung zu sorgen und Alkohol nur in Massen zu geniessen. Aufs Rauchen verzichten Sie am besten völlig.
Die mit steigendem Lebensalter immer häufiger auftretende benigne Prostatahyperplasie ist zwar gutartig, kann jedoch auch zunehmende Beschwerden auslösen, die Ihre Lebensqualität stark mindern. Ausserdem ruft eine gutartig vergrösserte Prostata Symptome hervor, die auch bei Prostatakrebs auftreten können. Daher ist es ratsam, ab dem 50. Lebensjahr regelmässig einen Urologen zur Vorsorge aufzusuchen. Mit solchen Untersuchungen zur Früherkennung können Sie Erkrankungen zwar nicht im eigentlichen Sinne vorbeugen, sie ermöglichen es aber, eine gutartige Prostatavergrösserung ebenso wie eine bösartige Erkrankung frühzeitig erkennen und erfolgreich behandeln zu können.