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Der FC Münsterlingen trauert um seinen langjährigen Präsidenten und späteren Ehrenpräsidenten Manfred Assenheimer. Fast zwanzig Jahre lang leitete er die Geschicke des Fussballclubs. Dabei setzte sich Manfred Assenheimer an vielen Fronten ein und brachte den Club während seiner Amtszeit in eine neue Ära.
Im Alter von 22 Jahren kam Manfred Assenheimer 1959 aus dem Raum Stuttgart in die Schweiz. Zu Beginn deutete nichts auf eine Fussballkarriere hin, Manfred spielte Handball, betrieb Ringen im griechisch-römischen Stil und häufte eine ganze Menge Auszeichnungen an. Sein Talent führte sogar dazu, dass er es im Ringen einmal mit einem Olympiasieger zu tun bekam. «Ich habe zu fest zugepackt», analyiserte er die unvermeidbare Niederlage Jahrzehnte später mit seinem unverwechselbaren Humor.
Sein Weg zum FC Münsterlingen führte über seinen Arbeitgeber, die Raichle Sportschuh AG in Kreuzlingen. Peter Gurtner warb ihn als Spieler an. Damals existierte erst eine Aktivmannschaft im FCM, man spielte Sonntagmorgens mit «Sturmspitz» Assenheimer. Als Manfred des Fussballspielens überdrüssig wurde, startete er seine Funktionärskarriere. Erst als Vorstandsmitglied, doch schon im Jahr 1971 übernahm er den Präsidentenposten vom legendären Jack Häberli, der die 1.Mannschaft noch eigenhändig an die Auswärtsspiele fuhr.
Für Manfred Assenheimer war klar, dass der FCM nur überleben kann, wenn eine Juniorenabteilung gegründet wird. Just in diese Zeit fiel die Etablierung des schweizerischen Jugendsportgesetzes, das es Vereinen ermöglichte, J+S-Gelder anzufordern, sofern der Trainer über eine entsprechende Ausbildung verfügte. Trainer waren rar, und so entschloss sich Präsident Assenheimer dazu, die Ausbildung gleich selbst zu absolvieren und eine Juniorenmannschaft zu trainieren. Es war der Startschuss zu einer eindrücklichen Entwicklung der Juniorenabteilung des kleinen Dorfclubs.
In Manfred Assenheimers Amtszeit fielen als weitere Meilensteine die Beleuchtung des ehemaligen Trainingsplatzes, womit Trainings auch zu Zeiten einbrechender Dunkelheit möglich wurden. In den Achtziger Jahren konnte der FCM den heutigen Hauptplatz bauen und ein eigenes Vereinslokal samt Garderoben errichten. Der Weg vom Umkleidelokal Restaurant Bahnhof zum Sportplatz Hafenfeld entfiel sodann, was jedoch nicht bedeutete, dass sich die Fussballer um Präsident Manfred Assenheimer nicht mehr im Bahnhöfli aufgehalten hätten. Als sportliche Krönung seiner Amtszeit gelang dem Fanionteam nach mehreren Versuchen der lang ersehnte Aufstieg in die 3.Liga.
Im Jahr 1989 gab Manfred Assenheimer den Präsidentenstab weiter und wurde auf Grund seiner grossen Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt. Die damit verbundenen repräsentativen Aufgaben nahm er wahr, solange es seine Gesundheit erlaubte. Lange Jahre begleitete er mit seiner Gattin Gaby die Juniorenabteilung ins Trainingslager ins Berner Oberland, wo er den Tross täglich besuchte. Selbst eine Reise mit der 1.Mannschaft an den Gardasee war ihm vor einigen Jahren nicht zu weit. Zuletzt durften wir Mani an der Generalversammlung der Gönnervereinigung begrüssen. Es war ergreifend zu sehen, wie sehr er die Gesellschaft genoss und wie sehr er sich trotz aller Strapazen diesen Ausflug in den Kreis der FCM-Familie wünschte.
Der FC Münsterlingen ist dankbar, dass er seinem Ehrenpräsidenten Manfred Assenheimer noch zu Lebzeiten seine Wertschätzung ausdrücken konnte. Seit September 2020 ist die Zufahrtsstrasse zur Sportanlage als Mani Assenheimer-Weg beschildert, nachdem der Gemeinderat Münsterlingen ein entsprechendes Gesuch des Fussballclubs bewilligte.
Im Alter von 84 Jahren ist Manfred Assenheimer nach schwerer Krankheit verstorben. Der FC Münsterlingen ist in tiefer Trauer und verneigt sich vor Manfred Assenheimer und seinem beeindruckenden Lebenswerk für unseren Club und seine Mitglieder. Wir entbieten der Trauerfamilie unser tief empfundenes Mitgefühl.