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«Der Strom von Flüchtlingen, Vertriebenen und heimkehrenden Familien nimmt kein Ende … Die Situation verändert sich täglich – eine echte Herausforderung.» Dominique Reinecke war als Mitglied des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) ein Jahr lang (April 2013 bis April 2014) für das UNHCR im Südsudan tätig. Der lange Aufenthalt erlaubte ihr, die Krise in der Region sehr viel besser zu verstehen. Der Sudan, der seit 2011 in zwei Staaten geteilt ist, erlebt aufgrund der seit Jahrzehnten wiederkehrenden Konflikte immer wieder Fluchtwellen.
Dominique Reinecke hat das selbst zu spüren bekommen: Sie war zunächst in dem für nordsudanesische Flüchtlinge bestimmten Lager Maban im Nordosten des Südsudan eingesetzt. Doch im Dezember 2013 musste sie wegen der Zusammenstösse zwischen den Anhängern des südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir und den Anhängern des früheren Vizepräsidenten Riek Machar evakuiert werden. Ihr letzter Einsatzort war die Hauptstadt Juba und ihre Umgebung; hier kümmerte sie sich um südsudanesische Vertriebene.
Mehr als eine Million Binnenvertriebene
In den Jahren 2013 und 2014 waren rund ein Dutzend SKH-Expertinnen und Experten wie Dominique Reinecke für südsudanesische Vertriebene tätig. Die Entsendung von Fachleuten für multilaterale Organisationen wie das UNHCR oder das WFP ist nur ein Beispiel für die konkrete Hilfe, die die Schweiz in der gegenwärtigen humanitären Krise im Südsudan leistet. Seit Dezember 2013 sind 300‘000Südsudanesinnen und Südsudanesen in die Nachbarländer geflüchtet, und eine weitere Million ist innerhalb des Landes vertrieben worden.
«Es ist extrem schwierig, unter diesen Bedingungen allen Erfordernissen gerecht zu werden», sagt Arnold Egli, ebenfalls Mitglied des SKH und für das UNHCR tätig. «Insbesondere ist dafür zu sorgen, dass die Binnenvertriebenen nicht zugunsten der Flüchtlinge vernachlässigt werden. Denn viele Binnenvertriebene leben im Elend und haben nicht einmal Zugang zu Trinkwasser.»
Konkrete Anliegen
Der Forstingenieur Arnold Egli war sechs Monate in der Region, um für das UNHCR einen Umweltdienst einzurichten. Praktisch ging es darum, mit der örtlichen Bevölkerung und den lokalen Behörden über den Brennholz- und Bauholzbedarf der im Südsudan lebenden Flüchtlinge aus dem Sudan zu verhandeln. Als Schutzbeauftragte eröffnete Dominique Reinecke in der zweiten Phase ihrer Tätigkeit eine Aussenstelle des UNHCR in Minkamann (150 km nördlich von Juba, Anm. d. Red.). «Sobald wir vor Ort waren, arbeiteten wir Pläne für die Notfallevakuierung der im hochwassergefährdeten Gebiet untergebrachten Vertriebenen aus und koordinierten die freiwillige Umsiedlung von Familien», erzählt Dominique Reinecke.
Die Zugerin war zudem die örtliche Genderbeauftragte des UNHCR. «Ich bearbeitete nicht nur Fälle von jungen Mädchen, die in den Vertriebenenlagern beim Gang zur Toilette Opfer sexueller Übergriffe oder sexueller Belästigung wurden», sagt Dominique Reinecke. «Es kam auch vor, dass Männer, die bei der Vertreibung ihre Frau verloren hatten, nicht kochen konnten. Wir veranstalteten Kurse und stellten den Partnerorganisationen Informationsmaterial zur Verfügung, und so gelang es, gezielt Massnahmen zu ergreifen.»
Auf die Bedürfnisse der gefährdetsten Gruppen eingehen
Barbara Egger Maldonado arbeitete für das Welternährungsprogramm. «In einer Krise müssen alle Vertriebenen Zugang zu Grundversorgung haben. Doch wir achten darauf, dass die gefährdetsten Gruppen Priorität erhalten», so die Bernerin. Zu diesem Zweck begab sich Barbara Egger Maldonado an mehrere schwer zugängliche Verteilungsstellen, um mit den Teams des WFP und ihrer Partner dafür zu sorgen, dass alle Nutzerinnen und Nutzer Zugang zu den Einrichtungen erhalten.