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1 Batzen 1518 Pfalz- Neuburg. Otto Heinrich und Philipp 1504-1544.
(Mittwoch, 06. Juli 2022 - 16:40:17)
1 Batzen 1518 Pfalz- Neuburg. Otto Heinrich und Philipp 1504-1544 / MONETA NOVA NEVBVRGEN - SIS. Steigender Löwe nach links, PHI COI PA RED BA FRA OTH. Erhaltung circa SS = Sehr Schön. Garantiere die Echtheit der Münze, da der Vorbesitzer dies auch getan hat. Aus einer Schweizer Sammlungsauflösung. Beschreibung und Bestimmung und Referenz Nummer von Ex Besitzer übernommen. Referenz Nummer Schulten 2757. Referenzdaten aus dem Internet Katalognummer: Schulten 2757, Slg. Memmesheimer 2817. / Noss 545 / Zusatz Info zur Münze im Shop. Gewicht circa 3,6gr, und etwa Durchmesser 26-27mm. Ca Schätzwert in SS = 100.- Euro. Der Verkaufspreis ist auch der Ankaufspreis. Info ohne Gewähr.
Otto Heinrich von der Pfalz (* 10. April 1502 in Amberg; † 12. Februar 1559 in Heidelberg) aus der Familie der Wittelsbacher war Pfalzgraf von Pfalz-Neuburg von 1505 bis 1559 und Pfalzgraf-Kurfürst von der Pfalz von 1556 bis 1559. Otto Heinrichs Eltern waren Ruprecht der Tugendhafte (1481–1504) und Elisabeth von Bayern-Landshut (1478–1504), eine Tochter von Georg dem Reichen (1455–1503). Sein Großvater väterlicherseits war somit Kurfürst Philipp der Aufrichtige von der Pfalz.
1518 nahm er am Reichstag in Augsburg teil. Nach dem Tod von Kaiser Maximilian begleitete Otto Heinrich seinen Onkel und Vormund Pfalzgraf Friedrich 1519 nach Spanien, um dem neugewählten deutschen König Karl V. die Wahlnachricht zu überbringen. Danach bereiste er Kastilien, Aragon, Burgund und die Spanischen Niederlande. Kurz nach seiner Rückkehr nach Deutschland brach Otto Heinrich zu einer Reise in den Nahen Osten ins Gelobte Land auf, über die er Tagebuch führte. Am 5. Juni 1521 brach er in Venedig auf und erreichte am 10. Juli 1521 auf dem Seeweg Jaffa. Es folgte ein vierwöchiger Aufenthalt in Palästina. Otto Heinrich und sein Gefolge brachen am 15. Juli 1521 zu einer Pilgerreise ins Heilige Land auf. Es folgten Besuche der heiligen Stätten in Bethlehem, am Jordan, am See Genezareth, am Kalvarienberg, am Ölberg und in der Grabeskirche, wo Otto Heinrich zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen wurde. Am 6. August 1521 traf die Reisegesellschaft wieder in Jaffa ein, um die Heimreise anzutreten, die sie am 16. Dezember 1521 beendeten.
Am 2. Juni 1522 wurden Otto Heinrich und sein Bruder Philipp im Rittersaal der Burg Burglengenfeld anlässlich eines dort abgehaltenen Neuburger Landtags für großjährig erklärt. Otto Heinrich übernahm daraufhin mit seinem Bruder Philipp die Regierung des 1505 infolge des Landshuter Erbfolgekriegs gegründeten Fürstentums Pfalz-Neuburg (Junge Pfalz), das aber 1535 wieder unter ihnen aufgeteilt wurde. Er nannte sich nun Otto Heinrich von Pfalz-Neuburg und baute in den Folgejahren die Burg Neuburg in ein Renaissance-Residenzschloss um – immer in dem Bemühen, mangelndes Standesprestige im eigenen Land sowie auf dem Parkett des fürstlichen Hochadels zu kompensieren.
Otto Heinrich beteiligte sich an einigen Kriegszügen, wie etwa der Sickingen-Fehde 1523 oder dem Bauernkrieg 1525. Auf Grund seiner aufwändigen Lebensführung drohte Otto Heinrich schon bald der Bankrott, den er durch ständig neue Kreditaufnahmen abzuwenden versuchte. In seinen Besitz kam auch ein Schuldschein aus dem Nachlass seiner Großmutter Hedwig. Dieser Schuldschein über 32.000 Gulden, ausgestellt von König Kasimir IV. von Polen aus Anlass der Heirat seiner Tochter Hedwig mit Georg dem Reichen, war vom polnischen Königshof jedoch nie ausgezahlt worden. Otto Heinrich ließ Zins und Zinseszins errechnen und kam auf die stolze Summe von 200.000 Gulden, die ihm der polnische König schuldete. So brach Otto Heinrich am 27. November 1536 zu seinem Großonkel, dem polnischen König Sigismund I. nach Krakau auf, wo er am 24. Dezember 1536 eintraf. Während der dreiwöchigen Verhandlungen konnte Otto Heinrich zwar die Auszahlung des Schuldscheins erreichen, nicht jedoch die der Zinsen. Die Finanzkrise Otto Heinrichs blieb also ungelöst. Während seiner Polenreise ließ Otto Heinrich fünfzig Aquarellansichten der besuchten Städte anfertigen, die überwiegend deren früheste heute erhaltenen Darstellungen sind. Dieses lange verkannte Reisesouvenir Otto Heinrichs brachte erstaunlich neue und moderne Bildmotive in die europäische Kunstgeschichte ein und wurde erst kürzlich in seiner kulturhistorischen Bedeutung erkannt und gewürdigt. 1541 erhielt Otto Heinrich von seinem Bruder Philipp dessen Landesteil mitsamt seinen Schulden zurück. Er führte am 22. Juni 1542, beeinflusst von dem Theologen Andreas Osiander, per Erlass die protestantische Konfession in seinem Fürstentum ein. Seine 1543 fertiggestellte Schlosskapelle in Neuburg gilt als erster Kirchenbau für den protestantischen Ritus.
Im Jahr 1544 beliefen sich Otto Heinrichs Schulden auf über eine Million Gulden. Über 600 Gläubiger erschienen auf Schloss Neuburg. In den folgenden Verhandlungen übernahmen schließlich die Landstände die Schulden Otto Heinrichs. Im Gegenzug übernahmen sie die Regierungsgewalt und verkauften zur Schuldendeckung Otto Heinrichs Besitz. Im September 1546 wurde Neuburg schließlich von Truppen des Kaisers besetzt, da Otto Heinrich im (begründeten) Verdacht stand, den Schmalkaldischen Bund im Krieg gegen den Kaiser zu unterstützen. Otto Heinrich wurde gebannt und geächtet.
Er ging zunächst zu seinem Onkel nach Heidelberg ins Exil. Später siedelte er nach Weinheim ins dortige Karmeliterkloster um. Dort richtete er ein alchemistisches Labor ein, um Gold herzustellen und den Stein der Weisen zu finden. Otto Heinrich begann wieder für seine Bibliothek zu sammeln, deren alter Bestand in Neuburg für ihn verloren gegangen war. So schaffte er um 1548 die Bibliothek des Klosters Lorsch auf das Heidelberger Schloss. Auch gelang ihm der kostspielige Rückerwerb der 1539 bis 1546 in Neuburg von Christian de Roy gefertigten Wandteppiche, die im Wesentlichen dem Lob von Otto Heinrichs Herrschaft hatten dienen sollen. Nach dem Fürstenaufstand 1552 konnte Otto Heinrich nach Neuburg zurückkehren.
Nach dem Tod seines Onkels Kurfürst Friedrich II. von der Pfalz im Jahr 1556 konnte Otto Heinrich endlich die lang angestrebte Herrschaft als Kurfürst der Pfalz antreten, auf die er aufgrund der Erbfolge auch Anspruch hatte. Gesundheitlich war der fast 200 kg wiegende Otto Heinrich zu diesem Zeitpunkt schon schwer angeschlagen. Als Kurfürst war er nun Erztruchsess des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und einer der beiden Reichsvikare bei Thronvakanz. Er führte 1557 die Reformation nach lutherischer Richtung in der Kurpfalz und ihren Kondominien ein. Er förderte auch die Wissenschaft und verpflichtete angehende Mediziner zum Sezieren von Leichen. Seine Bibliothek, die Bibliotheca Palatina, galt als eine der bedeutendsten seiner Zeit. 26 Bände befinden sich heute in der Staatlichen Bibliothek Neuburg an der Donau. Er ließ die berühmte Otto Heinrich-Bibel 1530/32 illuminieren bzw. vervollständigen. Nach ihm ist der bekannte, unter seiner Regierung errichtete Otto Heinrichsbau des Heidelberger Schlosses benannt. Otto Heinrich starb schon im dritten Regierungsjahr als Kurfürst im Alter von 56 Jahren. Sein Grab in der Heiliggeistkirche in Heidelberg wurde im Pfälzer Erbfolgekrieg 1693 geplündert und zerstört. Otto Heinrich heiratete am 16. Oktober 1529 in Neuburg an der Donau die Witwe des Markgrafen Kasimir von Brandenburg-Kulmbach, Prinzessin Susanna von Bayern (1502–1543). Susanna war die Tochter des Herzogs Albrecht IV. von Bayern-München und seiner Gattin, Erzherzogin Kunigunde von Österreich. Die Ehe blieb kinderlos. Quelle: Wikipedia oder Internet. Zwecks Wissenschaftliche Information. Kostenlos. Info ohne Gewähr.
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