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Die Zeitung bezog sich dabei auf Aussagen des Vorsitzenden der Union der russischen Milcherzeuger (Sojuzmoloko), Andrej Danilenko. Eigene Recherchen und Berechnungen des Verbandes hätten ergeben, dass die offiziell von den Moskauer Statistikern herausgegebene Zahl von gut 30 Mio. t Milch um etwa 10 Mio. t zu hoch sei, erklärte Danilenko Ende August bei einer Pressekonferenz in der Uralstadt Ufa.
Laut Rosstat belief sich die russische Milchproduktion 2015 auf 30,8 Mio. t, von denen allerdings nur etwa 12,0 Mio. t durch die Anlieferung an Molkereien statistisch nachweisbar waren. Die Statistikbehörde habe grosse Schwierigkeiten, die Erzeugung des „privaten Sektors“ zu erfassen und müsse diese schätzen, erläuterte der Verbandsvorsitzende der Milcherzeuger. Zum Privatsektor zählen Millionen sogenannter Hauswirtschaftsbetriebe (LPCh), deren Milchproduktion laut Rosstat 2015 bei rund 14 Mio. t gelegen haben soll, was 45,6% der Gesamterzeugung entspräche.
Hinzu kamen noch etwa 2 Mio. t der Bauernbetriebe mit einem Anteil von 6,6%. Der Rest der russischen Milchproduktion erfolgte Rosstat zufolge mit 14,7 Mio. t in den landwirtschaftlichen Gemeinschaftsbetrieben beziehungsweise Landwirtschaftsorganisationen, was einem Anteil von 47,8% bedeutete. Die 2015 für Bauern- und Hauswirtschaftsbetriebe angegebene Erzeugung von zusammen rund 16 Mio. t Milch sei deutlich überschätzt, so Danilanko.
Ein Grund dafür sei, dass diese Produktionsdaten gewöhnlich von den Provinzverwaltungen nach Moskau gemeldet und als Grundlage für die Zahlung von Subventionen für vermarktete Milch aus nationalen und regionalen Töpfen herangezogen würden. Der Milchverband geht aufgrund seiner Recherchen davon aus, dass der Privatsektor aktuell lediglich rund 5 Mio. t Milch produziert und sich zusammen mit den knapp 15 Mio. t der grossen Gemeinschaftsbetriebe die russische Milcherzeugung in einer Größenordnung von 20 Mio. t bewegt.