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Der Industriekonzern ABB leidet weiterhin unter der schwachen Nachfrage in einzelnen Märkten und verzeichnet im laufenden Jahr das dritte Quartal in Folge einen rückläufigen Umsatz und Auftragseingang, zumindest in US-Dollar. Letzterer fiel um 14% auf 7,53 Mrd USD zurück.
Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich ein Minus von 13%. Die Basisaufträge verringerten sich dabei bereinigt um 6%, während der Anteil der Grossaufträge um 6 Prozentpunkte auf noch 11% geschrumpft ist. Dabei verzeichneten alle Divisionen eine rückläufige Entwicklung an Grossaufträgen.
Der Umsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 3% auf 8,26 Mrd USD, während sich auf bereinigter Basis eine stabile Entwicklung ergab, wie ABB am Donnerstag mitteilt.
Der operative EBITA verzeichnete ein Minus von 3% auf 1'046 Mio USD, während sich auf vergleichbarer Basis ein Rückgang von 2% ergab. Die operative EBITA-Marge legte dennoch gegenüber dem Vorjahr um 10 Basispunkte auf 12,6% zu. Als mittelfristigen Zielwert für diese Marge hat das Unternehmen eine Spanne von 11 bis 16% formuliert. Der Reingewinn wiederum gab um 2% auf 568 Mio nach.
Das dritte Quartal sei von erheblichen makroökonomischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit und den Wahlen in den USA geprägt gewesen, was sich im geringeren Auftragsvolumen widerspiegle. In der Division Stromnetze sei der Auftragseingang durch die Unentschlossenheit von Kunden im Vorfeld des Capital Markets Day zusätzlich belastet worden. Den zweistelligen Rückgang des Auftragseingang begründet ABB weiter mit zeitlichen Effekten bei der Vergabe von Grossaufträgen und mit Volumenrückgängen bei frühzyklischen Aufträgen.
Damit hat ABB die Erwartungen der Analysten ausser mit dem Reingewinn verfehlt, mit dem Auftragseingang gar deutlich. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang und den Umsatz lag bei je 8,36 Mrd USD, für den EBITA bei 1'096 Mio und für den Reingewinn bei 551 Mio USD.
Neuer CFO im April
Zum Ausblick heisst es, dass die makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen auf ein uneinheitliches Szenario mit anhaltenden Unsicherheiten hindeuteten. Einige makroökonomische Signale in den USA seien weiter positiv und in China dürfte sich das Wachstum fortsetzen, wenn auch auf geringerem Niveau als 2015.
Die Märkte würden durch das verhaltene Wachstum und die erhöhten Unsicherheiten, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Brexit in Europa, sowie durch geopolitische Spannungen in anderen Teilen der Welt weiter belastet. Der Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung dürften das Ergebnis zudem voraussichtlich weiterhin beeinflussen.
Mit der Transformation der Division Stromnetze sieht sich ABB "im Plan" und auch das Kostensenkungsprogramm "White Collar Productivity" sei auf gutem Weg für die anvisierten Einsparungen von 1,3 Mrd USD. Die dafür veranschlagten Kosten dürften um 100 Mio USD geringer ausfallen als ursprünglich gedacht.
Weiter gab ABB einen Wechsel im Topmanagement bekannt. Timo Ihamuotila wurde zum neuen Finanzchef ernannt. Er wechselt zum 1. April 2017 von Nokia zum Technologieunternehmen und tritt damit die Nachfolge von Eric Elzvik an. Dieser werde sich "nach einer sorgfältigen Übergabe" im zweiten Quartal neuen beruflichen Herausforderungen ausserhalb von ABB zuwenden. Ihamuotila sei ein erfolgreicher Finanzchef mit umfassender Erfahrung in den Bereichen Kommunikation, Software, Dienstleistungsindustrie, aktives Portfoliomanagement und Verbesserung der operativen Performance, so ABB.
Die Aktien von ABB sind im laufenden Jahr die besten des Swiss Market Index (SMI). Sie haben bislang 28 Prozent auf 22 Franken zugelegt, während der Leitindex 11 Prozent im Minus steht (Stand 26.10.16, 14:43 Uhr).
(AWP/cash)