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Vor den Toren Olympias
In gut einem Jahr wissen wir, welche 20 Sportkletterinnen und welche 20 Sportkletterer weltweit erstmals den Schritt in die Welt von Olympia machen dürfen: Im Sommer startet die Qualifikation für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Der Weg bis hierhin hat über 30 Jahre gedauert.
Zu Beginn steht das Jahr 1988. In diesem Jahr koordinierte eine dafür geschaffene Kommission der UIAA erstmals internationale Wettkämpfe. Die erste Hürde stellte bereits die Erstellung eines verbindlichen Regelwerks dar. Die Regel D5 (Ist ein Griff gehalten oder nur berührt?) stand im Zentrum ausdauernder Diskussionen. Von der Gründergeneration, zu der ich mich zählen darf, sind nur wenige überhaupt noch in Sportfunktionen. Einzelne haben bereits den Status eines Ehrenmitglieds erlangt.
Im Verlauf der Jahre nahm die Schweiz immer wieder eine Vorreiterrolle ein. Mit der ersten Jugend- und Juniorenweltmeisterschaft in Basel 1992 sowie mit den Weltmeisterschaften in Genf 1995 und in Winterthur 2001 setzte sie starke Akzente. An der UIAA-Generalversammlung 2006 strebte der damalige Bereich Climbing einen weitgehend unabhängigen Status an, um neuen, sportkletteraffinen Mitgliedsländern gerecht zu werden. Lange Diskussionen führten zum Bruch, und der heutige Internationale Verband (IFSC) wurde gegründet. Dieser Schritt ermöglichte die Weiterentwicklung der aufstrebenden Sportart. Und zehn Jahre später ist es dem IFSC gelungen, ins Olympische Sportprogramm aufgenommen zu werden. Mit Tokio als erster Station.
Seit dem Jahr 2016 laufen im SAC und in der Schweiz Vorbereitungen, um dem olympischen Status gerecht zu werden. Vieles war anfänglich noch offen und hat verunsichert. Mittlerweile ist jedoch das meiste geklärt und die letzte Etappe bis zu einer möglichen Schweizer Qualifikation überschaubar. Letztendlich vermögen aber nur die Athletinnen und Athleten das Tor zu Olympia zuöffnen. Wenn dies gelingt, kann auch der SAC als Verband mit dabei sein und die Schweiz 2020 in Tokio vertreten.