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Viola mit ihren beiden Kindern Lejong (links) und Peter.
Text: Jemima Tumalu und Komakech Mandela, World Vision
«Ich kann es mir nicht mehr leisten, die Kinder zu ernähren», sagt Viola Woro, 37-jährige Mutter von sechs Kindern und Vormundin von zwei Kindern. Als der Ehemann ihrer jüngeren Schwester Christine 2019 während des Konflikts starb, sagte Viola, dass ihre Schwester Christine nicht nur ihren Ehemann verloren habe, sondern sie auch traumatisiert und unfähig gemacht habe, sich um ihre Kinder zu kümmern.
Lejong, Christines 5-jährige Tochter, erzählt: «Ich habe oft hungrig geschlafen, wenn Nachbarn uns kein Essen gegeben haben. » «Als Lejong und Peter von einem Nachbarn zu mir gebracht wurden, sahen sie nicht gesund aus. Jetzt leben sie seit fast zwei Jahren bei mir», blickt Viola zurück.
Viola und ihr Neffe Peter, bei dem Kwashiorkor (eine Form von Mangelernährung) diagnostiziert wurde.
«Peter war sehr jung, und da er nicht gestillt wurde, war er bei schlechter Gesundheit. Irgendwann im letzten Jahr weigerte er sich, etwas zu essen und begann sich zu übergeben. Ich hatte solche Angst, dass er an Unterernährung sterben würde. Ich kann ihm keine Milch und andere nahrhafte Lebensmittel kaufen, weil ich das Geld dazu nicht habe», erklärt Viola.
Violas Ehemann kann mit seinem Einkommen die Familie kaum ernähren. Daher begann Viola, Alkohol zu brauen. Das ermöglicht ihr ein Einkommen, um die Familie zu ernähren. Das Geschäft kam zum Erliegen, als die Pandemie ausgerufen wurde. Da sie die Miete nicht mehr bezahlen konnte, musste sie mit ihrer Familie zu ihrer 60-jährigen Mutter Mary Keji ziehen.
Hakim Jacob, World Vision Nutrition Assistant, untersucht das Ödem an Peters Beinen.
«Vor ein paar Wochen bekam Peter Durchfall, seine Hautfarbe änderte sich, sein Körper war geschwollen und er verlor den Appetit. Ich brachte ihn zur Ernährungsberatung von World Vision in Gumbo. Dort diagnostizierte man Kwashiorkor, eine schwere akute Form der Unterernährung. Er wurde in das ambulante therapeutische Ernährungsprogramm aufgenommen und erhielt eine Dosierung Plumpy’nut, einer energiereichen Paste aus Erdnussbutter, und Medikamenten, da er Husten hatte», erzählt Viola weiter.
Ernährungsassistent Hakim Jacob liess Peter im AL-Sabah Kinderkrankenhaus in Juba untersuchen, wo bei ihm eine Infektion im Blut und in der Niere diagnostiziert wurde. Der Arzt verschrieb Peter Medikamente. Kurze Zeit später ging Viola mit Peter wieder zur World Vision Ernährungsstation - diesmal wurden bei Peter eine Atemwegsinfektion und ein Hungerödem gefunden.
Im Bundesstaat Central Equatoria, wo sich die Hauptstadt Juba befindet, leiden mindestens 15 von 100 Kindern an akuter Unterernährung.
«Als Mutter fordere ich alle auf, Peter zu unterstützen. Ihn wieder gesund zu sehen, wird mir etwas von meinem Stress und meinen Sorgen nehmen. Seine Gesundheit und sein Wohlbefinden sind mir wichtiger als das Essen», appelliert Viola, während das World Vision-Team bei seiner Behandlung hilft.
Juba-Ernährungskoordinator Komakech Mandela sagt: «Hunger, Konflikte und die Covid-19-Pandemie haben die Lebensgrundlagen vieler Familien und ihre Fähigkeit, ein Einkommen zu verdienen, zerstört.» Im Bundesstaat Central Equatoria, wo sich die Hauptstadt Juba befindet, leiden mindestens 15 von 100 Kindern an akuter Unterernährung.»
Mütter warten in der Ernährungsberatungs-Station in Juba darauf, dass ihre Kinder an der Reihe sind, um untersucht zu werden.
«Das Ausmass der akuten Ernährungsunsicherheit ist gross. Dazu geführt haben Überschwemmungen, Unsicherheit, Vertreibung der Bevölkerung, Heuschreckenbefall von Nutzpflanzen, Krankheiten und Auswirkungen von Covid-19, rückläufige Pflanzenproduktion, suboptimale Ernährung von Müttern, Säuglingen und Kleinkindern sowie ungünstige Betreuungspraktiken. Viele Kinder leiden an akuter Unterernährung» sagt Rahab Kimani, Roving Technical Nutrition Manager von World Vision.
Basierend auf dem neuesten Klassifizierungsbericht der integrierten Ernährungssicherheitsphase für Dezember 2021 sind schätzungsweise über 1,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt und behandlungsbedürftig. «Schlechte Säuglingsernährungspraktiken in Verbindung mit all den oben genannten Herausforderungen werden mehr Kinder in eine noch schlimmere Situation bringen», ergänzt Kimani.
Ronald Komakech, Ernährungskoordinator von World Vision, berät Bakita. Die 30-jährige ist Mutter von fünf Kindern. Ihre Tochter Adet leidet an Unterernährung.
Im Jahr 2020 wurden im Juba Urban Nutrition Project von World Vision, das vom Welternährungsprogramm (WFP), UNICEF und World Vision Hong Kong unterstützt wird, insgesamt 108.439 Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten untersucht. Beim Screening auf akute Unterernährung wurden 2.004 Kinder mit schwerer akuter Unterernährung und 4.957 mit mässiger akuter Unterernährung identifiziert. Vom «Maternal Infant and Young Children Nutrition Program» in den 15 Ernährungsberatungen von World Vision in Juba konnten insgesamt 100.359 Betreuerinnen und Betreuer von Kindern im Alter von 6-59 Monaten in Gruppen und in individuellen Beratungsgesprächen profitieren.
Einer der 15 Ernährungsberatungs-Standorte von World Vision in Juba, Südsudan.
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