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Grandcour
(Kt. Waadt, Bez. Payerne). 483 m. Gem. und Dorf, auf der schwach ausgesprochenen Wasserscheide zwischen der Ebene an der untern Broye und dem Neuenburgersee, an den Strassen Chevroux-Payerne und Estavayer-Sugiez, je 5,5 km n. Payerne und nnw. der Station Corcelles der Linie Lausanne-Payerne-Lyss und 3,5 km sö. der Dampfschiffstation Chevroux. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen Payerne-Chevroux und Estavayer-Avenches. Gemeinde, mit den Weilern Chésard ¶
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und Ressudens: 125 Häuser, 725 reform. Ew.; Dorf: 94 Häuser, 537 Ew. Kirchgemeinde Ressudens. Acker- und Tabakbau. Mühlen.
Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Schloss
Grandcour steht an der Stelle einer älteren Burg. In der Gemeinde Grandcour
besteht die älteste Militärgesellschaft der Schweiz, die nach einer vom Freiherrn von Grandson belohnten
glücklichen Waffentat 1384 gestiftet worden ist. Der Gründungstag wird heute noch alljährlich am ersten Samstag im Mai
gefeiert.
Die Frage des Ursprunges der Siedelung hat verschiedenen geschichtlichen Hypothesen gerufen, von denen aber keine genügend
begründet erscheint. 1212: Grancort; war der Mittelpunkt einer Herrschaft, die ausserdem noch Chevroux, Chésard
und Ressudens umfasste. Die ersten bekannten Inhaber waren die Herren von Cossonay-Prangins, denen nach ihrem Sturz (1293) Ludwig
von Savoyen, Herr von Vaud, folgte. 1311 übergab Berlio Amoyri als Bevollmächtigter von Ludwig von Savoyen die Herrschaften
Grandcour und Le Vuilly an Peter von Grandson, dessen Familie sie bis 1397 verblieben, um dann 1403 als
Leibgedinge an Humbert von Savoyen zu kommen.
Später (1456) wurde Graf Franz 1. von Greierz im Tausch gegen eine dem Herzog von Savoyen geliehene Geldsumme Herr von
Grandcour.
Von 1473 an ging dann die Herrschaft der Reihe nach in verschiedene Hände über, so u. a. in die des
Geschlechtes von Diessbach, das von der Mitte des 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts deren Eigentümer war. 1736 verkaufte
sie Marie von Diessbach an Abraham Sinner, der sie seinerseits wieder 1755 an Jean Louis Labat aus Genf
veräusserte. Dessen Sohn
behielt die Besitzung bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts und war der letzte Baron von
Grandcour. Grandcour
war einst ein Flecken oder sogar eine kleine befestigte Stadt. Die Reformation fand hier von Seiten von Rochus von Diessbach
einen starken Widerstand. Heimat des Geschichtschreibers Abraham Ruchat, des Verfassers einer Histoire de la Réformation
de la Suisse (6 tomes. Genève 1727-28) und eines Abrégé de l'histoire ecclésiastique du Pays de Vaud
(Berne 1707), die beide im 19. Jahrhundert neu aufgelegt worden sind.
Grandcour ist Hauptort eines Kreises des Bezirkes Payerne, der den zwischen Payerne und dem Neuenburgersee einerseits und den
beiden Freiburger Enklaven Estavayer und Saint Aubin-Domdidier andererseits liegenden n. Abschnitt des Bezirkes
mit den Gemeinden
Grandcour, Chevroux, Corcelles und Missy umfasst. Zusammen 2640 reform. Ew.