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Das schwere Erdbeben vor Mexikos Pazifikküste hat mindestens 15 Menschen das Leben gekostet. Das berichtete der Fernsehsender Foro TV am Freitagmorgen unter Berufung auf Mexikos Präsidenten Enrique Peña Nieto.
Zuvor hatte er die Stärke des Bebens vor der Pazifikküste mit 8.2 angegeben. «Es handelt sich um ein Beben grossen Ausmasses», sagte Peña Nieto im Fernsehen. Für die gesamte Region wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben. Zuvor war von fünf Toten die Rede gewesen.
Das Seismologische Institut hatte zunächst eine Stärke von 8.4 ermittelt. Beide Werte wären die bisher stärksten gemessenen Werte in Mexiko. Das Beben ereignete sich 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe.
Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Spital wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, wie Gouverneur Arturo Núñez mitteilte. In der Stadt San Cristóbal in Chiapas wurden zwei Frauen von Trümmern erschlagen. Häuser stürzten ein, rund 1.5 Millionen Menschen waren zeitweise ohne Strom.
42 Nachbeben
Mexikos Präsident sagte, dass rund 50 Millionen Menschen in Mexiko die schweren Erschütterungen gespürt hätten. Von den 42 Nachbeben sei das stärkste mit einer Magnitude von 6.1 angegeben worden. Der Peña Nieto war umgehend zum Nationalen Katastrophenzentrum gefahren.
In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen, da mit einem Tsunami gerechnet werden musste. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika.
Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Matías Romero im Bundesstaat Oaxaca ein Hotel ein, über mögliche Opfer wurde aber zunächst nichts bekannt. Auch aus anderen Städten wurden Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos verbreitet, die von Steinbergen begraben wurden.
Die Erdstösse waren auch im etwa 700 Kilometer entfernten Mexiko-Stadt sowie in andern Bundesstaaten zu spüren. Auch in Mexiko-Stadt kam es zu zahlreichen Stromausfällen.
Krisensitzung
Präsident Peña Nieto berief Krisensitzungen ein, «um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Massnahmen zu ergreifen». Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen an der Küste der Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vor Wellen von bis zu 4.20 Meter Höhe.
Vielerorts rannten verängstigte Menschen auf die Strassen. In mehreren Bundesstaaten fällt am Freitag der Unterricht in allen Schulen aus, um die Gebäude auf Schäden zu überprüfen.
Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. Das Beben war auch in Mexikos Nachbarland Guatemala stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7.7. Präsident Jimmy Morales sagte am Freitag im Fernsehen, dass man sich einen Überblick verschaffe. (sda/dpa)