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Auf dem Solothurner Megalithweg findet sich eine gigantische Komposition zweier Findlinge, die wie eine überdimensionale Schildkröte wirkt (Abb. 1 und 2). Der riesige Block entspricht dem Panzer und der kleinere, etwas abgewinkelt liegende Stein entspricht Kopf und Hals der Schildkröte, wobei der kleinere Stein für sich allein wie ein Haifisch aussieht.
Beide Steine ruhen auf einem Kalksteinsockel (weisse Pfeile), was man bei verschiedenen anderen grossen Findlingen beobachten kann (Abb. 7 etc.). Geologen erklären dieses Phänomen folgendermassen: Nach dem Abschmelzen der Gletscher setzte sich der erratische Block auf den einheimischen Kalksteinfelsen. Im Laufe der Zeit löste das Regenwasser den Kalkstein auf, wovon aber die Berührungszone des Findlings mit dem Kalksteinboden verschont blieb. So kam es, dass der Findling heute wie auf einem Sockel thront. Weitere Forschungen dazu finden aktuell gerade statt.
Auf den Abb. 1 und 3 ist unschwer zu erkennen, dass der kleinere Stein nach links kippen würde, wenn er nicht vom grossen Stein in dieser Lage gehalten würde. Es fragt sich, ob sich die beiden Steine beim Abschmelzen zufällig genau in dieser Position auf den Boden senkten, oder ob Menschen nachgeholfen und den kleineren Stein etwas verschoben haben (der grosse Stein kann unmöglich umplaziert worden sein, da sein Gewicht auf gegen tausend Tonnen geschätzt wird).
Beim «Haifisch» bzw. beim Schildkrötenkopf findet sich ungefähr an der Stelle eines Auges eine lange, breite und tiefe, sicher menschengemachte Rille und etwas darüber auf dem «Kopfdach» eine weitere solche Rille (rote Pfeile, Abb. 3 bis 5). Die untere Rille weist ein Azimut von 125⁰ auf, was der Richtung auf den Sonnenaufgang bei Wintersonnenwende entspricht.
Die Schildchrott ist das Zentrum einer ganzen Reihe von astronomischen Peilungen (Abb. 6).
Zunächst finden sich zwei Peilungen auf Haupthimmelsrichtungen. So liegt der ebenfalls auf einem Kalkssteinsockel ruhende Stein 3 (Abb. 7) von der Schildchrott (Stein 1) aus gesehen genau im Osten. Beim Stein 5 (Abb. 8) fällt auf, dass er etwa in der Mitte in Längsrichtung wie durch einen Messerschnitt gespalten ist. Die Bruchfläche des aufrecht stehenden Teils weist ein Azimut von 180⁰ auf und verläuft in direkter Linie zur Schildchrott, markiert also die Nord-Süd-Achse.
Von der Schildchrott aus gesehen findet sich Stein 2 (Abb. 9) in der Richtung des Mondaufganges bei der nördlichen Grossen Mondwende. Südöstlich von der Schildchrott liegen drei unspektakuläre Steine auf einer Linie, die genau auf die Schildchrott hin ausgerichtet ist. Von dieser aus gesehen liegen die drei Steine in Richtung des Mondaufganges bei der südlichen Grossen Mondwende.
Schliesslich befinden sich von der Schildchrott aus gesehen zwei grosse Steine (Steine 6, Abb. 10 und 11) in Richtung des Mondunterganges bei der südlichen Kleinen Mondwende.