Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03432.jsonl.gz/1988

Die wichtigsten Konzepte der Analytischen Psychologie - erfolgreicher Longseller in neuer Ausgabe - mit einem Vorwort von Verena Kast Der Jungianer Murray Stein führt allgemeinverständlich in die Analytische Psychologie C. G. Jungs ein. Er erklärt die wichtigsten Konzepte, etwa kollektives Unbewusstes, Archetypen, Komplexe, Persona, Schatten, Selbst und Individuation. Murray Stein bietet Orientierung für alle, die sich mit den Tiefenschichten der Seele auseinandersetzen möchten.
Portrait
Murray B. Stein, MD, MPH, FRCPC, is Professor of Psychiatry and Family Preventive Medicine at the University of California, San Diego (UCSD) and Director of the Anxiety Traumatic Stress Program at UCSD and at the Department of Veterans Affairs San Diego Healthcare System. He graduated from the University of Manitoba and was a postgraduate trainee at the University of Toronto and at the National Institute of Mental Health in Bethesda, Maryland, USA. He subsequently completed a Master of Public Health degree at the Johns Hopkins University Bloomberg School of Public Health. His research interests include the neurobiology, epidemiology, and treatment of anxiety disorders including social phobia, panic disorder, and posttraumatic stress disorder. His federally funded research includes studies of interventions for anxiety disorders in primary care, pharmacological approaches to treatment-resistant anxiety disorders, and functional neuroimaging research in anxiety and trauma-related disorders. Dr. Stein is a member of the Scientific Advisory Board of the Anxiety Disorders Association of America (ADAA), Scientific Chair of the NIH Interventions in Mood and Anxiety (ITMA) Review Group, a reviewer for numerous journals, and a member of the editorial boards of Depression & Anxiety, General Hospital Psychiatry, The Science World (TSW) Psychiatry, and Trends in Evidence-Based Neuropsychiatry.
„Der Mensch steht in einem umfassenden Sinnzusammenhang, der weit über das Offensichtliche hinausgeht“.
Dies ist eine der wesentlichen Grundannahmen C.G. Jungs über den Menschen und führt zu einer Sicht auf die Erlebniswelt des Menschen, die immer auch verbunden ist mit einer geistigen Wirklichkeit. Ein Verständnis, dass Jung zu einem...
„Der Mensch steht in einem umfassenden Sinnzusammenhang, der weit über das Offensichtliche hinausgeht“.
Dies ist eine der wesentlichen Grundannahmen C.G. Jungs über den Menschen und führt zu einer Sicht auf die Erlebniswelt des Menschen, die immer auch verbunden ist mit einer geistigen Wirklichkeit. Ein Verständnis, dass Jung zu einem umfassenden und, in Teilen, nicht leicht zu verstehenden psychologischem Gesamtgebäude ausformulierte.
Murray Stein, Jungianer und Psychotherapeut gelingt es, in seinem Buch die grundlegenden Annahmen Jungs vom kollektiven Unbewussten über die Archetypenlehre, die Begriffe von Persona und Schatten und des Entwicklungsprozesses der Individuation nach Jung nachvollziehbar, verständlich und fundiert darzustellen. Auf diesem Wege legt Stein einen komplexen Überblick über das Jungsche Denkgebäude vor, dass in bester Weise Wege aufzeichnet und eröffnet, sich auf dieser Basis dem originären Werk zu nähern.
Die große Entdeckungsreise „nach Innen“, für die C.G. Jung steht, das „bevölkerte Innere“ wird durch Stein in durchaus verständlicher Sprache vor Augen geführt. Die Begrifflichkeiten Jungs, die sich durch eine ganz eigene, mythische Färbung auszeichnen, erhalten eine klare, inhaltliche Füllung.
Zudem gelingt es Stein, unter anderem auch auch an der Entfaltung des „Selbst“ aufzuzeigen, wie intensiv in Jungs Denken eigene Erfahrungen maßgeblich mit einflossen, wie Jung immer auch ein Entdecker seiner selbst war und von solchen Selbsterfahrungen ausgehend tiefer nachfragte und Erkenntnisse formuliert. Nicht ohne Hintergrund stehen die grundlegenden und bahnbrechenden Einsichten Jungs im Zusammenhang mit dem, was man nonchalant auch „Midlife Crisis“ nennt. Wie kaum ein anderer der großen „Väter“ der Psychotherapie (vielleicht wäre noch Wilhelm Reich zu nennen) ist Jung jener, der an der eigenen Person, im eigenen Ringen mit dem „Ansturm des Unbewussten“ fundamentale Einsichten formulierte und selbst Erfahrenes in allgemeine therapeutische Methoden dann überführte.
Diese persönliche Komponente nimmt Stein, neben der Darstellung des Konzeptgebäudes Jungs, beständig mit auf und lässt so eine Formulierung und Erläuterung nur theoretischen Materials weit hinter sich. Ein Gesamtbild ist es, dass Stein zeichnet. Er ermöglicht einen umfassenden Zugang zur „Landkarte der Seele“, die für Jung späterhin Orientierung und Wegweisung der therapeutischen Arbeit zugleich wurde. Ebenso verdeutlicht Stein im Buch, dass die in Teilen mythisch-mystische Begrifflichkeit Jungs (mitsamt der dazugehörenden Aspekte seiner Persönlichkeit) kein Buch mit sieben Siegeln darstellt, sondern eine durchaus adäquate Ausdrucksform dessen darstellt, was Jung an Tiefe im Menschen fand.
Neben der Darstellung der Grundzüge der analytischen Psychotherapie nach Jung ergibt sich aus der Lektüre des Buches somit auch ein fassbares, mehrdimensionales Portrait Jungs selbst, dessen Person mit seiner Arbeit und seinen Erkenntnissen untrennbar verbunden ist. Intuition und Mythologie, Visionen und Träume waren für Jung ebenso prägend und maßgebend wie seine streng wissenschaftlich ausgerichtete und an wissenschaftlichen Kriterien sich messende Arbeitsweise. Murray Stein ist eine hervorragende Darstellung der komplexen Entwicklung der „Landkarte der Seele“ gelungen, die das Lesen absolut lohnt.