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In dieser Wochenberichtsperiode setzte sich die Schönwetterperiode fort. Die Temperaturen stiegen erneut deutlich an und die Nullgradgrenze erreichte im Westen Höhenlagen von rund 3600 m, im Osten von rund 3200 m. Damit war der Februar der zweit- bis fünftmildeste seit Messbeginn. Gefahrenstellen für trockene Lawinen nahmen weiter ab. Gleitschneelawinen in steilen Südhängen blieben die Hauptgefahr.
Dank dem Hochdruckgebiet „Frauke“ setzte sich das sonnige und milde Wetter der letzten Wochenberichtsperiode auch in dieser Periode fort. Die Lufttemperaturen waren sogar noch höher als letzte Woche. Im Westen war es dabei während der ganzen Periode milder als im Osten (vgl. Abb. 1). Die Nullgradgrenze lag im Westen ab Samstag, 23.02. deutlich über 3000 m (bis rund 3600 m), im Osten um 3000 m.
Die relative Luftfeuchtigkeit war vor allem in den Bergen wiederholt ausgesprochen tief wobei die Werte meist zwischen 10 bis 20% und auch nicht selten unter 10% lagen. Ausnahme war der Freitag, 22.02., als es am zentralen und östlichen Alpennordhang sowie in Nord- und Mittelbünden meist bewölkt war. Es fielen sogar einzelne Schneeflocken. Sonst verzierten aber nur zeitweise hohe, vorüberziehende Wolken den Himmel. Zugeführt wurde die trockene Luft mit der Bise. Die Windrichtung pendelte zwischen Nord und Ost und meist wehte der Wind schwach bis mässig. Zeitweise blies er aber im Jura und in den Voralpen, zeitweise in den höheren Lagen am Nördlichen Alpenkamm und am Alpenhauptkamm stark oder sogar stürmisch. Schnee wurde aber kaum verfrachtet.
Die Schneedecken- und Lawinensituation veränderte sich während der ganzen Wochenberichtsperiode nur wenig. Für trockene Lawinen nahm die Gefahr weiter ab und erreichte die Stufe 1 (gering), die Gefahr von Gleitschneelawinen stieg jeweils an steilen Südhängen im Tagesverlauf an.
Schon wie im Frühjahr: Die ausgesprochen milden Temperaturen wirkten sich vor allem auf steile Südhänge aus. Dort sulzte der Schnee im Tagesverlauf mit der Sonneneinstrahlung auf. Vielerorts bildete sich Büsserschnee aufgrund der tiefen Luftfeuchtigkeit (vgl. Abbildung 2). Nachts bildete sich eine bis ins Hochgebirge tragfähige Kruste.
Noch wie im Winter: An Nordhängen blieb der Schnee trocken. Stellenweise lag noch zum Teil lockerer, aufbauend umgewandelter Schnee, der schön zu fahren war (vgl. Abbildung 3). Andernorts war die Schneeoberfläche stark vom Wind geprägt und unregelmässig. An eher schneearmen Stellen war oft die ganze Schneedecke aufbauend umgewandelt und locker, so dass man zu Fuss (oder zum Teil auch mit den Skis) bis in bodennahe Schichten einsank.
Gleitschneelawinen waren in dieser, wie auch schon in der letzten Wochenberichtsperiode, die Hauptgefahr (vgl. Abbildung 4 und 5). Trotz der erneut markanten Erwärmung (vgl. Abbildung 1) und Sonneneinstrahlung gab es weniger Gleitschneelawinen als in der Prognose erwartet. Sie gingen im Wesentlichen an steilen Südhängen ab, im Westen unterhalb von 3000 m, im Osten und Süden unterhalb von rund 2600 m. Vereinzelt wurden auch Gleitschneerisse und –lawinen an Nordhängen unterhalb von etwa 2000 m gemeldet. Aufgrund der milden Witterung und der Sonneneinstrahlung waren die Gleitschneelawinen einem gewissen Tagesgang unterworfen. Das heisst, die meisten Lawinen lösten sich im Laufe der zweiten Tageshälfte, zum Teil aber auch in der Nacht oder am Morgen. Die Lawinenaktivität veränderte sich über die Wochenberichtsperiode nicht wesentlich und war sogar etwas tiefer als in der vergangenen Wochenberichtsperiode. Etwa die Hälfte der registrierten Lawinen war als klein (Grösse 1), rund 40 % waren als mittel (Grösse 2), rund 10 % waren als gross (Grösse 3) und eine Lawine war als sehr gross (Grösse 4) klassiert.
Nassschneelawinen wurden deutlich weniger beobachtet als Gleitschneelawinen und gingen vor allem als Lockerschneerutsche aus extrem steilem, felsdurchsetztem Gelände ab. Aus diesem Grund wurden sie im Lawinenbulletin nicht als Lawinenproblem aufgeführt, sondern nur im Gefahrenbeschrieb erwähnt.
Schon zu Beginn der Wochenberichtsperiode war kaum mehr verfrachtbarer Schnee vorhanden. Auch der noch relativ lockere Schnee in Nordhängen (vgl. oben) war durch den Wind nicht mehr gut transportierbar. Vor allem am Freitag, 22.02. und Samstag, 23.02. wurde deshalb trotz starkem bis stürmischem Wind nur wenig Schnee verfrachtet (vgl. Abbildung 6). Die Triebschneeansammlungen wurden an Nordhängen auf eine ungünstige Schneeoberfläche abgelagert und waren zum Teil leicht auslösbar. Sie waren jedoch nur dünn und die Lawinen klein.
Entsprechend verharrte die Lawinengefahr am Freitag, 22.02. und Samstag, 23.02. noch auf Stufe 2 (mässig), wobei dafür vor allem am Nördlichen Alpenkamm und am Alpenhauptkamm der frische Triebschnee verantwortlich war.
In Teilen Graubündens sowie in den Freiburger Alpen und im direkt angrenzenden Berner Oberland war das Altschneeproblem zunächst noch massgebend für die Stufe 2 (mässig). Im mittleren Teil der Schneedecke waren teils noch kantig aufgebaute, weiche Schichten vorhanden, welche aber kaum mehr ausgelöst werden konnten. An eher schneearmen Stellen war oft die ganze Schneedecke umgewandelt und locker (vgl. Abbildung 7). Eine Bruchausbreitung wurde zunehmend unwahrscheinlicher. So konnte in der Folge auch in diesen Gebieten die Lawinengefahr auf die Stufe 1 (gering) zurückgestuft werden.
In dieser Wochenberichtsperiode ereignete sich kein tödlicher Lawinenunfall.
Am steilen Nordosthang des Simelihorns (2749 m, Grindelwald, BE) wurde am Samstag, 23.02. auf ca. 2600 m eine Person von einer Lawine mitgerissen und dabei verletzt. Weitere Details sind nicht bekannt.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.