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Zürich 12 Febrr 69.
Ewr Excellenz
beehre ich mich in der Anlage das Memoire betreffend die v. dem Handelsministerium in Berlin berührte Frage, ob bei der Überschienung der Alpen eine tiefe Linie mit langem Tunnel oder eine hohe Linie mit kurzem Tunnel beziehungsweise ohne Tunnel in Anwendung zu bringen sei,ergebenst zu überreichen. Ich zweifle nicht daran, daß, wie Ewr Excellenz von jeher die Überzeugung ausgesprochen haben, daß nur bei Erstellung einer tiefen Linie mit langem Tunnel e. concurrenz- & somit auch lebensfähige Alpenbahn geschaffen werde, so auch das Handelsministerium bei eingehenderer Prüfung der Materie zu demselben Schlusse gelangen wird. Wenn das beiliegende Memoire dazu beitragen könnte, dieses Ergebniß herbeizuführen, so würde hierin eine große Genugthuung für den Verfasser derselben zu finden sein.
Vielleicht interessirt es Ewr Excellenz noch von einer Äußerg. Kenntniß zu nehmen, die der gegenwärtige Präsident des Italienischen Ministeriums, der General Menabrea, im Jahre 1856 im Parlamente über die Frage, ob für e. Alpenbahn ein tiefes oder hohes Tracé anzuwenden sei, gethan hat. Ich erlaube mir, Ihnen die fragliche Stelle der Rede Menabrea's in einer weitern Beilage zu dem gegenwärtigen Schreiben mitzutheilen.
Ewr Excellenz haben von mir | einige Notizen über die Subventionen zu erhalten gewünscht, von deren Gewährung zum Zwecke der Sicherung ds Zustandekommens einer Alpenbahn bis anhin in Italien die Rede gewesen sei. Aus dem Berichte Jacini's geht hervor, daß das Ital. Minister. 1855/6 von Staatswegen 30 Mill. Frkn. beitragen wollte. Hiezu kämen weitere 10 Millionen welche die Eisenbahngesellschft der Haute Italie für e. Schweiz.–Ital. Alpen bahn zu bezalen vertraglich verpflichtet ist. Endlich haben seiner Zeit die Stadt & der Provinzialrath v. Genua eine Subvention v. 7 Millionen, die Stadt & der Provinzialrath v. Mailand 10 Mill. in Actien II Ranges (nicht viel anderes als eine Subvention), der Provinzialrath v. Como e. Subvention von 1 Million decretirt & es wurde immer versichert, daß noch andere Städte & Provinzialräthe mit Subventionsbeschlüssen nachfolgen werden. erreichen den Gesammtbetrag von 58 Millionen Franken.
Mit wahrem Vergnügen entnehme ich dem Telegramme, welches Sie mir so eben zukommen zu lassen die Güte hatten, , daß die Gutachten des Italien. Ministeriums der öff. Arbeiten & der v. ihm niedergesetzten Commissionen üb. d. Alpenbahnfrage, den günstigen Eindruck, den sie noch auf jedermann, der sich die Mühe nahm, sie einer eingehenden Prüfung zu unterwerfen, gemacht haben auch in Ewr. Excellenz hervorzurufen n. verfehlten. Ich habe den Auftrag gegeben, Ihnen sofort die gewünschten zwei Exemplare zu übermitteln, & erlaube mir beizufügen, daß Ewr Excellenz noch weitere solche|
in beliebiger Menge zur Verfügg. stehen, falls Sie etwa dieselben an das Ministerium nach Berlin gelangen zu lassen für angemessen erachten oder sonst derselben benöthigt sein sollten.
Mit großer Spannung sehe ich dem Erfolge des weitern Berichtes entgegen, den Ewr. Excellenz gemäß Ihrer gefälligen mündl. Mitthlg. in Sachen der Alpenbahnfrage demnächst an das Preußische Ministerium zu richten beabsichtigen. Sollten Ewr Excz die Gewogenht haben, mir hierüber sr Zt einige Mitthlungen zukommen zu lassen, so würden Sie mich dadurch zu neuem Danke verpflichten.
Genehmigen Ewr Excz den erneuerten Ausdruck aufrichtiger Verehrung v. Ihrem ganz ergebenen
Sr. Excz Herrn Gen.Leut. v. Röder Außerord. Ges. & Bevollm. Minister Sr M. des Königs v. Preußen &c &c &c Bern.