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Walder Werner, Turner und Sportfunktionär, 1932-2012
Werner Walder hatte sein Leben dem Turnen verschrieben. Nach seiner aktiven Zeit hat es wohl fast keine Funktion im Turnwesen gegeben, die Werner Walder nicht mit hoher Kompetenz und Gewissenhaftigkeit ausgeführt hatte.
Werner Walder ist am 11. Juni 1932 in Winterthur zur Welt gekommen. Als Werner vier Jahre alt war zog die Familie, nebst Werner gehörten noch zwei Schwestern dazu, nach Oberwinterthur. Diesem Stadtkreis blieb er bis zu seinem Ableben treu. Dort besuchte er die Schulen. In dieser Schulzeit hat er als Mitglied des Turnvereins Oberwinterthur mit dem Turnen begonnen, das ihn in der Folge niemals mehr losgelassen hatte.
Nach der Schule absolvierte Werner Walder eine Lehre als Zimmermann im Hegemer Betrieb von Edwin Zehnder. Später wechselte er zur Post. 17 Jahre arbeitete er mit dem Standort Hauptpost Winterthur vor allem im Bahnpostdienst. Im Militär brachte er es zum Feldweibel und diente dabei als Kompagniefeldweibel im legendären Winterthurer Mot Inf Reg 25.
1959 verheirate sich Walder mit der Veltheimerin Line Schönenberger. Sie war, wie konnte es anders sein, eine Turnerin, teilte somit seine Leidenschaft zum Turnen. Den beiden wurde eine Tochter und eine Sohn geschenkt. 1970 wechselte Walder in die Stadtverwaltung. Künftig war er bis zu seiner Pensionierung als Instruktor beim Zivilschutz tätig.
Als achtjähriger Knabe trat Walder in die Jugi des TV Oberwinterthur ein. Es dauerte nicht lange, bis die damaligen Leiter erkannten, dass Werner ein Turntalent war. Er wurde gefördert und war bald nicht nur ein Jungturner, sondern auch eine Stütze in der Aktivsektion. Bereits als 15-jähriger besuchte er mit seinem Verein das Eidgenössische Turnfest in Bern (12-21.07.1947). Es dauerte nur drei Jahre bis er mit dem ersten Kunstturner-Kranz nach Hause kam. Das nächste Eidgenössische in Lausanne (7.-16.071951) wurde für Werner Walder ein Höhepunkt, erreichte er doch mit seinem Wettkampf den Eidgenössischen Kranz. Aus gesundheitlichen Gründen musste Walder sportlich etwas zurückstecken und er wandte sich dem Funktionärswesen zu.
Es war ihm ein grosses Anliegen für seinen geliebten Sport weiterhin das Beste zu geben. Aus einem grossen Katalog seines Wirkens darf seine Mitgliedschaft in der Technischen Kommission der Kunstturnervereinigung Zürich und im Eidgenössischen Kunstturnerverband, seine Instruktorentätigkeit und seine 10 jährige Präsidiumszeit in der Kunstturnerkommisison des Eidgenössischen Turnverbandes herausgehoben werden. In Winterthur hat er ein Trainingszentrum für das Kunsturnen gegründet. Mit viel Freude und auch mit Stolz verbunden, war seine Tätigkeit als Kampfrichter im Internationalen Kunstturnerbund.
Bereits mit 40 Lebensjahren hatte er das entsprechende Brevet erworben. Walder kam in der Welt weit herum, um an Schweizer- Europa- und Weltmeisterschaften und auch an den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 und Seoul 1988 als Kampfrichter zu wirken. Er konnte dabei seine Fachkunde beweisen und steuerte höchst selten das Streichresultat bei.
Aber auch auf der organisatorischen Ebene hat Werner Walder fast immer nur an vorderster Front gewirkt. Aus dieser langen Liste stechen das OK-Präsidium 100 Jahre TV Oberwinterthur und 1. Schweizerische Kunstturnertage für Männer und Frauen in Winterthur (mit tatkräftiger Unterstützung seine Frau Line) hervor. Den Rückhalt für dieses unermüdliche nebenamtliche Wirken war möglich, da auch seine Frau Line und seine Tochter Marianne vom Tunrvirus befallen waren.
Die Ehrenmitgliedschaft im TV Oberwinterthur, in der Kunstturnervereinigung des Kantons Zürich und des Kantonalturnverband Zürich, im Schweizerischen Turnverband wiederspiegeln die Würdigung seiner Arbeit und seines beispielhaften Einsatz für das Turnen. Schliesslich wurde Walder 1992 der Titel „Sportförderer des Jahres“ vom Panathlonclub Winterthur 1992 verliehen. Dieser Titel zeigt auf, wie sehr Walders Leistungen auch ausserhalb der Turnerkreise gewürdigt wurden. Kurze Zeit nach seinem 80. Geburtstag starb Werner Walder an einer schweren Krankheit am 29. Juni 2012.