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Wirklichkeit oder doch nur Theater?
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Theater in der ersten Reihe. Es wird ein Drama aufgeführt: Ein Paar schreit sich an, Teller fliegen durch die Luft und die Frau wird geschlagen. In einer Ecke verstecken sich drei Kinder. Die Luft vibriert und Sie bekommen Gänsehaut.
Für die 36-jährige Abebi aus Uganda ist dies tägliche Realität. Obschon sie Kleinbäuerin ist und hart arbeitet, schafft sie es nicht, ihrer Familie regelmässig eine Mahlzeit zuzubereiten. Alle leiden Hunger. Dies führt dazu, dass Abebi immer wieder häuslicher Gewalt ausgesetzt ist. Kamwenge ist ein ländliches Gebiet in West-Uganda, das an den Lake George grenzt und am Äquator liegt. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Subsistenzwirtschaft. Obwohl der Boden fruchtbar ist, haben die Menschen ein äusserst geringes Auskommen.
Hunger erhöht die Gewaltbereitschaft
Das Elisabethenwerk unterstützt die lokale Partnerorganisation «Mahyoro Rural Information Centre» MARIC, die mit verschiedenen Behörden (Polizei, Kirche, Politik usw.) bestens vernetzt ist. In einem Vorgängerprojekt setzte sich MARIC stark für die Förderung der Frauenrechte ein. So wurden die Bevölkerung und die Behörden unter anderem durch Theatergruppen zum Thema «häuslicher Gewalt» sensibilisiert. Zudem wurden 750 Frauen in das Spar- und Kreditwesen eingeführt.
Reduktion häuslicher Gewalt
Trotzdem bleibt noch immer viel zu tun, da nach wie vor Frauen vermehrt häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, wenn es ihnen nicht gelingt, für genügend Nahrung zu sorgen. Soll häusliche Gewalt wirkungsvoll reduziert werden, muss die Nahrungsmittelsicherheit gewährleistet sein. Aus diesem Grund lernt ein Teil der 750 Frauen, wie sie einen Gemüsegarten ökologisch anlegen können. Zudem werden alle in nachhaltiger Land- und Viehwirtschaft geschult. Wissen, Saatgut (Reis für den Trockenanbau) und Jungtiere werden unter den Frauen mittels Pass-on- System weitergegeben, so dass am Schluss der Grossteil der Frauen in der Lage ist, ihren Familien drei Mahlzeiten pro Tag zuzubereiten. Damit stets genügend Saatgut vorhanden ist, legen die Frauen gemeinsam eine Getreidebank mit 3000 Kilogramm Reis an. Zur weiteren Sensibilisierung wird ein Marsch im Rahmen «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» organisiert, der weltweit durchgeführt wird.
Dank Elisabethenwerk
Dank dem Elisabethenwerk lernt Abebi zusammen mit weiteren Frauen, wie sie sich gegen Übergriffe wehren können. Vera Schlittler-Graf
Bitte unterstützen
Sie das Elisabethenwerk, damit auch für weitere Frauen ein Drama nur eine Theaterinszenierung ist und nicht zur Realität wird.
Elisabethenwerk des SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund Postfach 7854, 6000 Luzern 7 Postkonto 60-6287-7
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