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Wollspinnerei,
die Verarbeitung der Haare [* 3] von Schafen (und einigen Ziegenarten) zu Gespinsten. Man gewinnt die Wolle, indem man die Schafe, [* 4] meist nach vorausgegangener Wäsche in fließendem Wasser, mittels der Schafschere schert, und zwar in der Weise, daß der ganze Wollbestand jedes Schafs, das Vließ, zusammenbleibt. Da aber durch diese Wäsche nur die groben Unreinigkeiten entfernt werden und namentlich das durch den Haarboden abgesonderte, die einzelnen Haare verklebende Fett, der Wollschweiß, sehr fest an denselben haftet, muß die Wolle noch nachträglich gehörig gereinigt werden.
Nach ihrer Feinheit und Länge sowie in Rücksicht auf die Natur der herzustellenden Fabrikate wird die Wolle in Streichwolle, welche hauptsächlich zur Tuchfabrikation (s. d.) Verwendung findet, und Kammwolle (s. Kammgarn) eingeteilt und dem entsprechend sortiert. (S. auch Wollindustrie.) Diese beiden Wollgattungen werden in verschiedener Weise in der Streichwoll- oder Streichgarnspinnerei und in der Kammwoll- oder Kammgarnspinnerei verarbeitet. Der Reinigungsprozeß beginnt mit dem Entstauben der Wolle, was auf besondern Maschinen, Öffner, ähnlich denjenigen für Baumwolle [* 5] (s. Baumwollspinnerei), oder auf Wölfen vorgenommen wird. ¶