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Die ehemalige Industriestadt Elbasan wird von Durchreisenden oft links liegengelassen. Aber als alter Siedlungsplatz verfügt sie über ein grosses historisches Erbe. Und zwischenzeitlich hat Elbasan viel an Lebensqualität gewonnen. Als Austragungsort von internationalen Fussballspielen haben jetzt noch weitere Reisende einen Grund, die Stadt zu besuchen.
Lage
Elbasan liegt in Mittelalbanien am flachen Nordufer des Shkumbin-Flusses, der eine wichtige Verbindung von Albaniens Küste zum Inneren des Balkans darstellt. Von der Küstenebene wird die Stadt nur durch die niedrigen Hügel der Dumreja getrennt. Die kleine Ebene von Elbasan ist eine Art Kessel, im Norden, Osten und Süden vom Gebirge umgeben. Im Norden erheben sich die Krraba-Berge zwischen Elbasan und Tirana.
Westlich der Stadt liegt das gigantische Stahlwerk »Stahl der Partei«, das während des Kommunismus die halbe Stadt beschäftigte, aber mit seinen Abgasen die Umgebung verpestete. Heute sind die Fabrikanlagen zwar noch zu sehen, der Betrieb ist aber mehrheitlich eingestellt und die unerträgliche Umweltverschmutzung gehört der Vergangenheit an.
Stadtbesichtigung
Ausgangspunkt für die Stadtbesichtigung ist der Boulevard im Herzen der Stadt an der südlichen Stadtmauer und der Hauptplatz beim hohen Hotel. Von dieser zentralen Lage aus kann man gut die Altstadt innerhalb der Festung und die Sehenswürdigkeiten im südlich angrenzenden Stadtzentrum erkunden. Und hier wurde auch mal in einem Pavillon eine Touristeninformation eingerichtet, die vielleicht zwischenzeitlich auch ab und zu geöffnet ist.
Die Festung erkundet man am besten vom Boulevard aus durch das Tor in der Stadtmauer. Nach der Erkundigung der Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt bleibt allenfalls noch Zeit, um im grünen Umland etwas Natur zu geniessen und weitere Orte zu besichtigen.
Festung
Die rechtwinklige Festung von Elbasan geht auf eine römische Anlage zurück. Das Kastell an der »Via Egnatia« stammt wohl aus dem 4. Jahrhundert, wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian erneuert und im 15. Jahrhundert durch die Osmanen wiederhergestellt. Der Südteil der Mauer mit Türmen ist noch gut erhalten, die Haupttore im Westen und Osten sowie der Nordteil wurden im 19. Jahrhundert eingerissen und sind heute kaum noch erkennbar. Das Bodenniveau lag zur römischen Zeit rund vier Meter tiefer, was den Mauern eine ganz andere Grösse verleiht. Gut sichtbar ist das auf der Innenseite des Südwestturms, der durch eine kleine Tür besichtigt werden kann, die auch zu römischen Ausgrabungen führt. Wo früher das archäologische Museum der Stadt war, findet sich heute das Restaurant »Real Scampis« (siehe Bild unten). Die Funde sind zum Teil unter der Terrasse des Cafés, ein paar weitere hinter dem Hauptgebäude. Die tiefsten Mauernteile sind aus römischer Zeit.
An der Südseite der Mauer liegt auch der Uhrturm von 1899. Betritt man die Festung durch das Tor auf der Südseite, erkennt man gleich, dass die Anlage – wie andere Burganlangen in Albanien – bewohnt ist. Vielleicht wäre Stadtmauer hier besser angebracht als Festungsmauer, wurde die Anlage wohl schon zur römischen Zeit auch zivil genutzt.
Der Weg teilt sich gleich hinterm Tor. Die Gasse links führt direkter zu den Sehenswürdigkeiten, aber es lohnt sich so oder so, die Strässchen der Altstadt etwas weitläufiger zu erkunden.
Die grösste Sehenswürdigkeit ist rund 100 Meter vom Tor entfernt und gut am Minarett zu erkennen: Die Königsmoschee wird auf das Jahr 1492 datiert. Damit zählt sie zu den ältesten erhaltenen Moscheen des Landes. Als Kulturdenkmal überstand sie die kommunistische Zeit, aber vieles – wie das Minarett – wurde abgerissen oder umgebaut. Und die vor Kurzem abgeschlossene Restauration hat auch nicht viel vom historischen Charakter bestehen lassen. Die Königsmoschee galt als grösste und wichtigste der Stadt. Man betritt sie – nicht vergessen: Schuhe abziehen – durch eine Vorhalle, die von einer Holzverande bedeckt wird. Der recht niedrige Hauptraum ist rund 14 Meter lang. Ein Brunnen im Hof dient der rituellen Waschung vor dem Gebet.
Folgt man der Hauptgasse etwas weiter nach Norden weiter, trifft man auf die von West nach Ost verlaufende zentrale Achse der Festung – die historische Via Egnatia. Sie querend, führt die Gasse noch rund 150 Meter weiter bis zum nördlichen Ende der Anlage.
Hier trifft man auf die Marienkirche. Die versteckte Kathedrale ist dank der hohen Papeln an ihrer Nordseite gut zu finden. Das Gebäude steht nicht direkt an der Strasse, sondern ist durch einen Hof zu erreichen. Die Kirche wurde 1833 erbaut und ist somit nicht besonders alt – sehr reich ausgeschmückt ist aber die Ikonostase im Inneren: vergoldete Holzschnitzereien und Original-Ikonen.
Auf der anderen Seite der Gasse rund 50 Meter weiter liegt das Aleksandër-Xhuvani-Museum. Hier stellen verschiedene lokale Künstler ihre Werke aus. Nach Xhuvani, einem Pädagogen, der sich um die Vereinheitlichung der albanischen Sprache bemüht hatte, ist auch die Universität von Elbasan benannt, die sich im Osten der Stadt befindet.
Zum Abschluss der Besichtigung lohnt es sich, die römischen Ausgrabungen und das Restaurant »Real Scampis« im Südwesten der Festung aufzusuchen, wo man sich in der Grünanlage gut etwas ausruhen kann.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Gleich ausserhalb der Mauer beim Platz am Südwestturm (südlich) liegt neben dem grossen Hotel aus kommunistischer Zeit der osmanische Hamam. Der schöne Bau des historischen türkischen Dampfbads dient heute leider als Kaffeebar. Gewisse Räume können somit problemlos besichtigt werden, andere sind nur zu sehen, wenn das Personal einen führt. Der schöne alte Bau, einer der wenigen erhaltenen – und vor allem zugänglichen – Bäder aus osmansicher Zeit in Albanien, hätte sicherlich eine bessere Behandlung (Nutzung) verdient.
Der breite Boulevard auf der Südseite der Mauer führt an diversen Denkmälern und dem Stadttheater vorbei direkt bis zum 2014 eröffneten Fussballstadion (»Elbasan Arena«), wo aktuell die Länderspiele Albaniens ausgetragen werden.
Hinterm Hotel auf der Südseite des Boulevards trifft man auf eine als Naturdenkmal geschützte Platane, einen hübschen Brunnen aus osmanischer Zeit und auf Ausgrabungen. Es handelt sich um eine Bischofskirche aus dem 4. Jahrhundert mit wertvollen Mosaiken und Fresken, »Bezistan-Kirche« genannt.
Südlich der Ausgrabung liegt ein kleiner Park, östlich angrenzend davon das Ethnographische Museum, das eine Ausstellung zu traditionellem lokalen Handwerk und Volkstrachten zeigt.
Eine weitere grosse Parkanlage befindet sich im Osten der Stadt gleich nördlich vom Fussballstadion. Der Rinia-Park ist Treffpunkt am Abend. Ein paar Restaurants bieten eine gute Möglichkeit, sich im Grünen etwas zu erholen.
Wer noch über etwas Energie verfügt, kann auch noch die zweite erhaltene Moschee der Stadt aus osamanischer Zeit besichtigen und so etwas mehr vom modernen Elbasan erleben. Der Weg zur Naziresha-Moschee führt vom Museum der Hauptstrasse entlang nach Süden bis zur Umfahrungsstrasse, der man noch rund 400 Meter nach Osten folgen muss. Die Moschee aus dem 16. Jahrhundert war stark zerfallen, wurde aber kürzlich renoviert.
Umgebung
»Mutatio ad quintum«
Die Strasse durchs Shkumbintal war schon in der Antike ein wichtiger Verkehrsweg. Ein paar Kilometer westlich von Elbasan befand sich die Pferdewechselstation »ad quintum« aus römischer Zeit. Zu sehen sind eine grosse Terrasse und die Reste einer Badeanlage – falls nicht gerade mal wieder alles mit dichtem Gestrüpp überwachsen ist.
Die Ausgrabungen liegen nicht weit von der Strasse nach Durrës rund acht Kilometer westlich der Innnenstadt auf der Höhe der Industrieruine »Stahl der Partei« am Hangfuss. Die Schnellstrasse nach der Brücke über die Eisenbahn gleich rechts verlassen und keine 100 Meter zurückfahren, zu Fuss ein Strässchen den Berg hoch und den Bach überqueren. Eine zweite Anfahrt zweigt gleich nördlich der Eisenbahnunterführung zwischen Autobahnende (Bradashesh) und Stahlwerk nach Westen ab. Dieser Strasse folgt man anderthalb Kilometer bis zur Autobahnbrücke über die Eisenbahn, wo das Strässchen den Berg hoch abgeht.
Kloster Gjon Vlardimir, Shijon
Diese hübsch gelegene orthodoxe Kirche aus dem Jahr 1381 ist durchaus den kurzen Abstecher wert. Der einfache Kirchenbau wurde vom Fürsten Karl Topia errichtet. Im 18. Jahrhundert kamen Wandbemalungen hinzu. Die Kirche liegt inmitten einer schönen Parkanlage. Anfangs Juni wird ein grosses Fest gefeiert.
Beim Kreisverkehr am Autobahnende in Bradashesh geht es zuerst nach Norden. Man folgt der alten Passstrasse über den Krraba-Pass 800 Meter bis zur ersten Haarnadelkurve. Die dort rechts abgehende kleine Strasse führt nach 700 Metern direkt zur Klosteranlage.
Niklauskirche, Shelcan
Eine der grössten Sehenswürdigkeiten der Region ist die alte Kirche im Dorf Shelcan südöstlich von Elbasan. Die Niklauskirche, ein einfacher, bescheidener Bau stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert. Um 1554 wurde sie vom berühmten Maler Onufri aus Berat innen bemalt. Die Fresken an allen vier Wänden sind in hervorragendem Zustand und erstrahlen in grosser Farbenpracht.
Das Dorf liegt hübsch gelegen in den Bergen – man hat eine gute Aussicht zurück auf Elbasan und Umgebung. An der Umfahrungsstrasse von Elbasan nach Süden abzweigen und den Fluss überqueren. Gleich nach der Brücke nach links abbiegen und der Strasse während neun Kilometern folgen. Nach dem Ortsschild von Shelcan weiterfahren – die Streusiedlung hat mehrere Ortsteile. Nach zwei Kilometern geht es gleich nach einer Linkskurve links zum Dorfteil mit der Kirche ab. Am besten hier parken und die 300 Meter den Berg bis zur Kirche hoch zu Fuss zurücklegen. Die Nachbarin gleich hinter der Kirche hat den Schlüssel.
Gjinar
Zwölf Kilometer weiter oder 21 Kilometer entfernt von Elbasan liegt das Dorf Gjinar. Wer hierher fährt, such die Natur. Auf rund 900 Metern Höhe gelegen, wird Gjinar von ausgedehnten Wäldern umgeben. Es gibt hier mehrere Restaurants, die lokale Spezialitäten und Produkte anbieten. Man kann eine tolle Aussicht geniessen – bei gutem Wetter geht der Blick bis zum Meer.
Llixhat
Albanische Thermalbäder sind noch weit entfernt von dem, was wir uns unter Wellness vorstellen. Umso mehr werden sie vielleicht zum Erlebnis: Gebadet wird jeweils nur ein paar Minuten kurz unter Beaufsichtigung durch medizinisches Personal in Badewannen oder Becken draussen in der Natur. Die fast ausnahmslos alten Gäste bleiben meist mehrere Wochen und nehmen täglich ein oder auch mehrere Kurbäder.
In Llixhat südlich von Elbasan kommt schwefelhaltiges Mineralwasser aus dem Boden. Ein erstes Kurhotel stand hier schon in den 1930er Jahren. Heute bieten zahlreiche Hotels ihre Dienste an, die meist Thermalwasser in Badewannen auf dem eigenen Gelände führen. Wer sich kein Hotel leisten kann, steigt auch schon mal im Freien in eine mit warmen Wasser gefüllte Grube im Boden.
Eine kleine Parkanlage und ein kleiner Markt dienen den Gästen neben Cafés zur Zeitverstreuung.
Llixhat ist rund zehn Kilometer von Elbasan entfernt. An der Umfahrungsstrasse nach Süden abzweigen und den Fluss überqueren. Auf der Südseite des Shkumbins in Richtung Cërrik fahren und nach rund fünf bis sechs Kilometern links abbiegen. Nach rund zweieinhalb Kilometern bei einem der ersten Hotels links ins Tal hinein abzweigen – einfach immer der Nase nach: Der Schwefel macht sich wohl schon bemerkbar.
Kamara-Bogenbrücke
Diese hübsche osmanische Brücke wird zwar selten als Ausflugsziel gewählt, lohnt sich aber eines kurzen Ausflugs, wenn man durchs Shkumbin-Tal von Elbasan nach Osten reist. Von Elbasan bis zum Dorf Miraka sind es rund 16 Kilometer.
Die gut erhaltene Brücke liegt hübsch im Tal zwischen den Bergen und ist mit einem kleinen Spaziergang gut zu erreichen. Sie führte die alte Handelsroute über den Shkumbin, der sich weiter oben und weiter unten enge Schluchten durchs Gebirge gegraben hat.
Die Brücke kann schon von der Strasse aus gesehen werden. Am besten hält man im Dorf direkt beim Café. Ein unasphaltiertes Strässchen führt den Hang hinunter, tendenziell eher etwas links halten. Nach den Eisenbahngleisen ist es dann nur noch ein einfacher Pfad, der an den letzten Häusern vorbei zum Fluss hinunter führt. Zwischen ein paar Bäumen hindurch leitet dieser direkt zur Brücke.
Via Egnatia
Neben der oben erwähnten Pferdewechselstation »Mutatio ad quintum« gibt es noch einige weitere Reste der Römerstrasse Via Egnatia rund um Elbasan.
Im Westen bei Peqin ist ein kurzes Stück der alten Strasse erhalten. Unweit davon stösst man auf eine alte römische Brücke.
Südwestlich von Elbasan, rund zweieinhalb Kilometer von der Brücke über dem Shkumbin entfernt, liegen die Reste der »Topçias-Brücke«. Die Römerbrücke, von der noch ein paar Pfeilerreste im Flussbett zu erkennen sind, führte in fünf Bögen über den Fluss. Als mit der Zeit das Flussbett immer breiter wurde, musste die Brücke auf 450 Meter verlängert werden. Auch östlich von Elbasan gibt es noch Reste von Brücken.
Längere Stücke der alten Strasse finden sich hoch über der Shkumbin-Schlucht im Gebiet von Librazhd. Ab Miraka (Autobrücke nach Polis/Gostima, ca. 15 km ab Elbasan-Zentrum) führt ein ausgeschilderter Wanderweg durch die Polis-Berge zum Dorf Dardha und von dort weiter nach Qukës. Diese beiden Tageswanderungen durch einsame Berglandschaft und abgelegene Dörfer ist Teil einer längeren Fernwanderstrecke, die Durrës mit der mazedonischen Grenze beim Ohridsee verbindet.
Für Fussgänger und andere Interessierte an der alten Strassenverbindung bietet der Wanderführer »Via Egnatia on Foot« gute Orientierung.
Selca e Poshtme & Südostalbanien
Ein etwas weiterer Ausflug nach Osten führt zu den bedeutenden illyrischen Königsgräbern bei Selca e Poshtme im oberen Shkumbintal. Für Details siehe den Artikel über Pogradec.
Dumreja & Mittelalbanien
Die nahe gelegene, hübsche Hügelregion der Dumreja mit zahlreichen Seen kann gut von Elbasan aus erkundet werden. Die Strasse führt westwärts über Cërrik nach Belsh, eine Kleinstadt mit mehreren Restaurants direkt am Seeufer. Für Details siehe den Artikel über Mittelalbanien.
Verkehr
Anreise
- Auto – Ein neuer Tunnel verbindet seit ein paar Jahren Tirana und Elbasan. Die Autobahn zwischen den beiden Städiuten ist jedoch noch nicht ganz fertig: Nördlich des Tunnels ist sie abschnittsweise auf einer Spur freigegeben, andernorts muss man noch auf der alten Strasse fahren. Dank des Tunnels und der neuen Strassenabschnitte verkürzte sich die Fahrzeit jedoch deutlich auf rund 45 Minuten, vor allem weil man nicht mehr über den fast 1000 Meter hohen Krraba-Pass fahren muss. Wer viel Zeit hat, kann noch immer die alte Passtrasse nehmen, die sich steil und schmal durch die hübsche Bergwelt windet.
In sehr gutem Zustand ist der »Korridor VIII«, die Strasse von Durrës über Elbasan nach Mazedonien und Pogradec.
Beim Dorf Bradashesh etwas westlich endet die Autobahn von Tirana. Die Strecke mündet dann in den »Korridor VIII«. Dieser umfährt die Innenstadt südlich – wer von Westen oder Osten kommend geradeaus fährt, landet direkt im Stadtzentrum.
- Busse – Nach Elbasan fahren Busse aus allen grösseren Städten Mittelalbaniens und dem Südosten des Landes. Von Tirana aus fuhren wegen der steilen Passstrasse lange keine grossen Busse. Heute fahren die Busse vom »Busbahnhof« hinter der Universität (»rruga Elbasanit folgen und nach der Universität am Kreisverkehr links ab).
- Flugzeug – Der Flughafen von Tirana ist nur rund anderthalb Stunden entfernt.
- Eisenbahn – Zwei Mal täglich pro Richtung ist Elbasan mit Durrës verbunden. Die Reise dauert aber rund drei Mal länger als ein Transport auf der Strasse.
Nach Pogradec fahren keine Züge mehr: Die Strecke ab Librazhd wurde stillgelegt.
Weiterreise
- Auto – Die Strecke über Gramsh nach Maliq und Korça ist nicht durchgehend asphaltiert. Für die Fahrt auf engem Strässchen durch die Bergwelt südlich von Gramsh braucht man reichlich Zeit – schneller geht es über Librazhd und Pogradec.
Durch die Dumreja bestehen zwischenzeitlich asphaltierte Strassen von Belsh nach Kuçova und nach Jeta e Re südlich von Lushnja, die sich gut für die Anfahrt nach Berat eignen.
- Busse & Sammeltaxis – Minibusse fahren mehrheitlich von den zentralen Plätzen beim Hotel Skampa, Busse meist vom »Terminali i autobusave« etwas südlich (vom Park beim »Hotel Skampa« und Ethnographischen Museum nicht ganz 300 Meter die Hauptstrasse nach Süden).
Essen & Trinken & Schlafen
Das Angebot an Hotels in Elbasan ist nicht allzu gross. Es gibt ein paar kleine Hotels im Stadtzentrum (in und rund um die Festung) und im Umland sowie einige leicht grössere Gebäude am Stadtrand. Vom Hotelbau aus kommunistischer Zeit im Stadtzentrum werden nur noch zwei Etagen als Hotel genutzt, und es weht noch reichlich alter Geist im Haus.
Das Angebot an Restaurants und Cafés ist sehr reichhaltig. Die meisten finden sich im Stadtzentrum rund um den Boulevard bis zum Stadion. Auch der grosse Park nördlich des Stadions lädt zum Verweilen. Eine schöne Oase mitten im Stadtzentrum ist das Hotel-Restaurant »Real Skampis« – beim Südwestturm der Festung die Tür in der Stadtmauer passierend erreicht man eine hübsche und ruhige Grünanlage mit Terrasse (nur Getränke) und vorzüglichem Restaurant.
Das Nachtleben in Elbasan ist nicht besonders. Es konzentriert sich auf ein paar Bars.
Entlang der Strasse nach Osten finden sich bis Librazhd im Abstand von ein paar Kilometern immer wieder hübsche Restaurants, meist auch mit Hotelzimmern, die von Ausflüglern und Durchreisenden besucht werden. Eine gute Alternative für einen Ausflug ins Grüne mit Restaurants ist das Bergdorf Gjinar (siehe oben).
Die Hotels in Llixhat richten sich eher an ein bescheidenes, älteres lokales Publikum.
Einkaufen
Grosse Einkaufszentrum und trendige Läden sind in Elbasan noch nicht angekommen. Modernere Geschäfte sind eher östlich der Festung in der Gegend zum Stadion zu finden. Für Einkäufe wird aber oft auch noch der Markt aufgesucht: südlich der Festung entlang der Hauptstrasse.
Freizeit & Kultur
Ein grosses Fest insbesondere in Elbasan ist das Frühlingsfest »Dita e verës« am 14. März. Traditionell wird dann auch die Süssspeise »Ballokumja« gebacken. Eine weitere Speise aus Elbasan, die landesweit bekannt ist, ist »Tavë Elbasani«, ein Auflauf mit Lamm- oder Ziegenfleisch und Joghurt.
Das Fussballstadion »Elbasan Arena« wurde 2014 komplett erneuert und erweitert. Es entspricht internationalen Standards. Aus der Innenstadt kann man bequeum zu Fuss zum Stadion gehen. Albanische Fans haben sich bei Länderspielen gegenüber dem ausländischen Publikum immer sehr freundlich verhalten – man respektiert den Gegner und freut sich über jeden ausländischen Gast, der nach Albanien reist.
Zur städtischen Kultur gehören auch die vielen Grünanlagen im Stadtzentrum. Hier geht es meist noch sehr gemütlich zu und her – und sobald es kühler wird, treffen sich die Bewohner gerne auch für den abendlichen Spaziergang.
Die nahen und entferteren Berge rund um Elbasan bieten auch vielfältige Wandermöglichkeiten. Gut dokumentiert sind die Wanderungen entlang der Römerstrasse »Via Egnatia« (siehe oben).
Wetter
Im Kessel zwischen den Bergen staut sich gerne die heisse Luft – so wird es im Sommer rasch sehr heiss. Die Winter sollten dank der tiefen Lage recht mild sein.