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Wäre gut für den Aktienkurs und die Moral der Angestellten, sagen die Gerüchteverbreiter. Gates will derweil zusammen mit China Kernreaktoren bauen.
Das US-Wirtschaftsmagazin 'Fortune' hat Ende der letzten Woche berichtet, dass sich der Microsoft-Gründer Bill Gates überlege, wieder ins operative Geschäft des Softwareriesen zurückzukehren. Gates hat 2007 seinen letzten Posten als "Chief Software Architect" aufgegeben
. Schon vor elf Jahren hatte er das Amt des CEO an Steve Ballmer übergeben. Der erst 56 Jahre alte "Frührentner" Gates ist aber immer noch der Präsident des Verwaltungsrats und der grösste Aktionär von Microsoft.
Möglich wäre beispielsweise, dass Gates wieder die seit Anfang dieses Jahres verwaiste Aufgabe
eines Chef-Softwarearchitekten übernimmt. Laut 'Fortune' soll sich Gates sogar überlegen, Steve Ballmer wieder als CEO abzulösen. Die Aussagen, auf denen der Bericht basiert, stammen allerdings von einer einzelnen, nicht namentlich genannten Person, laut 'Fortune' einem "prominenten Spitzenmanager", der "gut positioniert" sei, um über die Gedanken von Gates Bescheid zu wissen.
Ein Hauptgrund für eine Rückkehr von Gates in das operative Geschäft von Microsoft könnte das nachlassende Vertrauen der Aktionäre in Steve Ballmer sein. Auch die Moral und Zuversicht mancher Mitarbeiter könnte dadurch gestärkt werden.
Die meisten Microsoft-Experten und Bill-Gates-Kenner in den USA, wie beispielsweise die bekannte Mary Jo Foley
, halten das von 'Fortune' aufgebrachte Gerücht allerdings für blühenden Unsinn.
Gates baut neue Kernreaktoren
Für viel grösseres Aufsehen sorgt denn auch in den USA eine Ankündigung von Bill Gates selbst. Dieser erklärte letzte Woche, dass er mit der chinesischen Regierung darüber verhandle, gemeinsam eine neue Generation von Kernreaktoren zu entwickeln. Diese sollen "sehr billig und sehr sicher sein und wenig Abfall verursachen", wie Gates an einer Rede im chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie sagte. Das von Gates gegründete und finanzierte Unternehmen TerraPower, das die Forschungen durchgeführt, verhandelt laut früheren Aussagen aber auch mit Ländern wie Indien, Korea oder Russland.
Gates erntete mit seiner Ankündigung in China viel Kritik von diversen Seiten. Technologische Kooperationen mit China werden in den USA stets kritisch beäugt, und natürlich meldeten sich auch grundsätzliche Gegner der Nukleartechnologie zu Wort. Für Entrüstung sorgte zudem eine angebliche Aussage von Gates, dass die chinesische Regierung in letzter Zeit schon sehr viel dafür getan habe, um die grosse Armut der breiten Bevölkerung zu lindern. (Hans Jörg Maron)
(Illustration: Bill Gates erklärt seine Begeisterung für die Nukleartechnologie an der letztjährigen TED-Konferenz in Monterey . Foto Jurvetson
.)