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Werkzeugmacher/in
Das Werkzeugmacherhandwerk, das von den örtlich wechselnden Bezeichnungen und der Vielzahl und Verschiedenartigkeit ihrer Erzeugnisse massgebend beeinflusst wurde, stellte über Jahrhunderte hinweg ein florierendes Gewerbe dar.
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Insbesondere im 16. Jahrhundert waren die Zeug- und Zirkelschmiede (so wurden die Werkzeugmacher[1] zu dieser Zeit meist genannt) gefragte Handwerker, die sich in der Metallbearbeitung und in der feinen Schmiedearbeit bestens verstanden. Mit viel Geschicklichkeit und künstlerischem Feingefühl wurden sowohl Schmiedearbeiten als auch mechanische Bearbeitungen durch Feilen, Schaben, Stanzen und Bohren vorgenommen und anschliessend in Regenwasser, Unschlitt, Öl oder Luft erfolgte das Härten zahlreicher Erzeugnisse. Unter den Erzeugnissen der Werkzeugmacher gehörten neben unzähligen Werkzeugen wie Bohrer, Sägen, Zangen, Hämmer, Brecheisen auch Haus- und Küchengeräte wie Bügel- und Waffeleisen sowie mathematische, astronomische und chirurgische Instrumente wie z.B. Zirkel und Anlegewinkel oder Stein- und Pillenzangen sowie Pinzetten und Salbenspateln. Als sich aus dem Gewerbe der Werkzeugmacher allmählich jenes der Mechaniker entwickelte kamen weitere Apparate und Instrumente hinzu, wie zahlreiche Erd- und Himmelsgloben sowie die aufsehenerregende Sprechmaschine[2] und die täuschendlebensecht watschelnde, schnatternde ,mit den Flügeln schlagend, fressende und verdauende Ente.
Die Werkzeugmacher, die nach der Industriellen Revolution zumeist Feinmechaniker bzw. Instrumentenbauer genannt wurden, heissen heute Polymechaniker EFZ. Sie arbeiten hauptsächlich in Betrieben der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Je nach Branche fertigen sie mechanische, pneumatische, hydraulische und/oder elektrische Teile und bauen sie zu funktionierenden Maschinen und Anlagen zusammen. Die Entwicklung von Konstruktionslösungen gehört ebenso zu ihrem Tätigkeitsbereich (vgl. hierzu auch Feinmechaniker/in).
[1] Für bessere Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Werkzeugmacherin.
[2] „Die Sprechmaschine war eigentlich ein Sprechklavier, in dem ein Blasebalg mit Flöten verbunden war, deren Klang dem der menschlichen Stimme ähnelte“ (Palla, 2010, S. 263).
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 261-264.
Stahlschmidt Rainer: Zeug- und Zierkelschmied, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 258-262.
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