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Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Publiziert am: 06.12.2019
Diese Reisehinweise sind überprüft und bestätigt worden. Die Einschätzung der Lage ist unverändert gültig.
Reisehinweise für Sri Lanka
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Grundsätzliche Einschätzung
Bei Reisen nach Sri Lanka ist der persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken.
Die politischen und sozialen Spannungen sind hoch und sie können landesweit jederzeit in gewaltsame Auseinandersetzungen ausarten.
Im ganzen Land besteht das Risiko von terroristischen Anschlägen. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen
Am 21. April 2019 wurden mehrere Anschläge auf Hotels in Colombo sowie auf Kirchen in Batticaloa, Negombo und Colombo verübt. Sie haben über 250 Todesopfer und rund 500 Verletzte gefordert. Nach den Anschlägen haben sich die politischen Spannungen und die Spannungen zwischen den religiösen beziehungsweise ethnischen Gemeinschaften vertieft. Sie können sich ohne grosse Vorwarnung in lokalen, gewaltsamen Zusammenstössen entladen und auch auf andere Ortschaften überspringen. Zum Beispiel haben Gewalttaten gegen Teile der muslimischen Bevölkerung und deren Einrichtung im Distrikt Kurunegala (Provinz North Western) Mitte Mai 2019 ein Todesopfer und mehrere Verletzte gefordert. Bereits Ende Februar/Anfang März 2018 hatten Gewalttaten von radikalen buddhistischen Gruppen gegen Teile der muslimischen Bevölkerung und deren Einrichtung in den Distrikten Ampara (Provinz Eastern) und Kandy (Provinz Central) mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert.
Aufgrund sozialer und politischer Spannungen sind Streiks (Hartals) und Demonstrationen jederzeit im ganzen Land möglich. Dabei können gewaltsame Ausschreitungen vorkommen. Auch Verspätungen und Behinderungen des Reiseverkehrs können die Folge sein. Bei Unruhen kann die Regierung kurzfristig den Ausnahmezustand oder Ausgangssperren über die betroffenen Gebiete verhängen.
Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrer Reiseleitung über die Entwicklung der Lage. Vermeiden Sie politische Diskussionen, auch auf den sozialen Medien. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Sicherheitskontrollen, eventuelle Ausgangssperren etc.).
Spezifische regionale Risiken
Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.
Norden: Die Lage stabilisiert sich langsam, doch bleiben Spannungen bestehen. Es ist mit Militärpräsenz sowie vereinzelten Kontrollen entlang der Strassen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu rechnen. Die Infrastruktur ist noch im Auf- und Ausbau begriffen. Es besteht ein erhebliches Risiko von Minen und Blindgängern. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und der Sicherheitskräfte. Fahren Sie ausschliesslich auf häufig befahrenen Strassen, und lassen Sie sich wenn möglich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten.
Osten und Südosten: Die Lage stabilisiert sich langsam, doch bestehen weiterhin Spannungen. Es ist mit Militärpräsenz sowie vereinzelten Kontrollen entlang der Strassen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu rechnen. Die Infrastruktur ist noch im Auf- und Ausbau begriffen. Reisen in das Hinterland im Osten sind teils erschwert. Hier besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko von Minen und Blindgängern. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden und der Sicherheitskräfte. Fahren Sie ausschliesslich auf häufig befahrenen Strassen, und lassen Sie sich wenn möglich von einer lokalen Vertrauensperson begleiten.
Yala Nationalpark: Unternehmen Sie Touren in den Yala Nationalpark ausschliesslich mit offiziell anerkannten, lokalen Reiseveranstaltern.
Kriminalität
Kleinkriminalität ist vorhanden (Taschen- und andere Diebstähle). Es kommen Entführungen mit Lösegeldforderungen vor, die sich gegen Personen sri-lankischen Ursprungs richten.
Ausländerinnen werden vermehrt Opfer von Vergewaltigungen und anderen Sexualdelikten. Sexuelle Belästigungen kommen sehr häufig vor, besonders in öffentlichen Verkehrsmittel und grossen Menschenmengen.
Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:
- Informieren Sie sich bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, welche Quartiere als sicher gelten.
- Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
- Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch kommt vor.
- Frauen wird empfohlen, nicht alleine zu reisen sowie einsame Strände und wenig belebte Quartiere und Gegenden zu meiden. Lassen Sie generell erhöhte Vorsicht und ein gesundes Misstrauen walten.
- Bei Zufallsbekanntschaften in Bars, Diskotheken, Nachtklubs und Restaurants ist Vorsicht geboten. Es kommt vor, dass mit Betäubungsmitteln versetzte Getränke angeboten werden, um das Opfer zu berauben oder sexuell zu missbrauchen.
Verkehr und Infrastruktur
Der Strassenzustand ist teilweise schlecht, doch wird das Strassennetz laufend ausgebaut. Es gibt zwei gut ausgebaute Autobahnen von Colombo zum Flughafen und von Kottawa/Colombo nach Matare, Richtung Süden. Die riskante Fahrweise vieler Verkehrsteilnehmer (auch Busse und Dreiradtaxis) stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Für Reisen mit einem Personenwagen ist es empfehlenswert, einen Wagen mit Chauffeur zu mieten.
Die teils veraltete respektive fehlende Infrastruktur des Eisenbahnnetzes wird laufend ausgebaut und erneuert.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Telefon- und Internetverbindungen sowie die sozialen Medien zeitweise eingeschränkt werden.
Besondere rechtliche Bestimmungen
Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Es ist unter anderem verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Regierungsgebäude, Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Bestraft wird auch, wer sich dem Buddhismus gegenüber respektlos verhält. Es sind z.B. Touristen verhaftet worden, die für eine Fotoaufnahme eine Buddha Statue umarmt und geküsst haben oder Tätowierungen buddhistischer Abbildungen zur Schau getragen haben.
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigem Freiheitsentzug geahndet. Bei Drogenhandel, Mord und Vergewaltigung kann die Todesstrafe verhängt werden.
Die Haftbedingungen sind prekär: überfüllte Gefängnisse, mangelhafte hygienische Verhältnisse und Verpflegung usw.
Kulturelle Besonderheiten
Über zwei Drittel der Bevölkerung bekennen sich zum Buddhismus. Religiöse Rituale und Zeremonien haben einen grossen Einfluss auf das Alltagsleben. Zeigen Sie in religiösen Stätten oder gegenüber religiösen Statuen und Bildern den gebührenden Respekt. Nehmen Sie Rücksicht auf die religiösen Empfindsamkeiten der Bevölkerung und passen Sie Verhalten und Kleidung auch an den Stränden den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen.
Naturbedingte Risiken
Die Monsunzeit dauert im Südwesten des Landes hauptsächlich von Mai bis September, in den übrigen Gebieten von November bis Februar. Während dieser Perioden muss mit starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann beeinträchtigt werden. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, beachten Sie die Wettervorhersagen.
Tsunami, die durch Erdbeben im südostasiatischen Raum ausgelöst werden, können auch Sri Lanka erreichen.
Sri Lanka Disaster Management Center
Indian National Centre for Ocean Information Services > Tsunami Early Warnings
Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Colombo.
Medizinische Versorgung
Ausserhalb von Colombo ist die medizinische Versorgung nicht immer gewährleistet. Krankenhäuser verlangen eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.
Besondere Hinweise
Mit Personenkontrollen muss zuweilen gerechnet werden; sie sind im Norden und Osten häufiger als in den anderen Landesteilen. Tragen Sie stets Ihren Pass auf sich oder eine Fotokopie davon, einschliesslich der Seite mit dem Einreisevisum.
Nützliche Adressen
Notruf: 119
Zollvorschriften: Sri Lanka Customs
Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Colombo
Helpline EDA
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz
Electronic Travel Authority System
Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.