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Werden Hilfsgelder an ärmste Länder ausbezahlt, steigen fast sofort die Geldzuflüsse in Finanzzentren an, die für diskrete Dienstleistungen und Vermögensverwaltung bekannt sind. Das ergab eine Studie der Weltbank. Betroffen von diesem Geldabfluss sind vor allem die ärmsten Länder, die oft autokratisch regiert und im Griff von korrupten Eliten sind. Dasselbe Muster hatte bereits eine 2017 veröffentlichte Studie über die Auswirkungen von Ölpreiserhöhungen und Korruption ergeben. Unter dem Titel Elite Capture of Foreign Aid: Evidence from Offshore Bank Accounts wurde nun untersucht ob dasselbe Muster auch bei Zahlungen der Weltbank zu beobachten ist.
Untersucht wurden 22 Länder, die in hohem Mass auf internationale Hilfe angewiesen sind. Mit Daten der Bank für Internationale Abwicklung BIS wurden dann die Zahlungseingänge der Hilfsgelder in den entsprechenden Ländern mit den im selben Quartal erfolgten Geldflüssen zu internationalen Finanzplätzen abgeglichen. Dabei zeigte sich: Von Geldzuflüssen profitierten vor allem die als sichere Häfen geltenden Bankenplätze: Schweiz, Luxemburg, Belgien und Jersey. Durch den Abgleich mit anderen Bankenplätzen, wie beispielsweise New York, London oder Frankfurt, stellten die Forscher fest, dass die Zugänge dort nicht signifikant stiegen. Das lasse den Schluss zu, dass korrupte Eliten, Politiker und ihre Kumpane Hilfsgelder direkt auf ihre eigenen Konten weiterleiteten. Je grösser der Anteil der Hilfe am Bruttoinlandsprodukt ist, je höher ist der Abfluss: Wenn die Hilfszahlung mindestens ein Prozent des BIP beträgt, steigen die Kontostände in den sicheren Häfen um 3,4 Prozent. Die Rate des Geldabflusses betrage so rund 7,5 Prozent. Wenn es sich um Länder handelt, die bis zu drei Prozent des BIP an Hilfszahlungen erhalten, steigt der Abfluss gar auf 15 Prozent.
Die Forscher betonen, dass es sich dabei nicht um Geld handeln könne, das beispielsweise an Firmen gehe, die an Hilfsprojekten beteiligt seien. Denn, wenn das der Fall wäre, wären nicht Finanzzentren übervertreten, die für ihre diskreten Dienstleistungen bekannt sind.
Der «Economist» stellte den Rücktritt der Weltbank Chefökonomin Penny Goldberg in Zusammenhang mit dem Bericht. Sie habe ihn veröffentlichen wollen, sei aber gestoppt worden. Aufgrund des Artikels hat die Weltbank das Dokument dann öffentlich gemacht.
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Keine