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Nach neueren Erkenntnissen von Klimaforschern beeinflussen die zwei Wetterphänomene El Niño-(El Niño-Southern Oscillation (ENSO)) - La Niña und der Jetstream das globale Wettergeschehen ganz wesentlich.
Von Mitte Juni 2010 bis Mitte August 2010 strömte der starke Jetstream (Strahlstrom) über Russland nordwärts und fiel dann südwärts in Richtung Pakistan. Die Jetstream-Strömung blieb über fast zwei Monate auf seiner Bahn stabil. Die Windströmung trug wesentlich dazu bei, dass in Russland eine Hitzewelle verheerende Waldbrände und in Pakistan starke Monsun-Regenfälle schadensreiche Überschwemmungen verursachten.
In der Mitte des Jahres 2011 wechselte der Pazifik von einer El Niño-in eine La Niña-Phase. Ende November 2010 bis Februar 2011 waren die Auswirkungen La Niña auf die Wetterabläufe moderat bis stark. Die Starkniederderschläge im Januar 2011 und der tropischen Megazyklon Yasi im Februar 2011, welche den Nordosten Australien heimsuchten, sind nach Ansicht der Wissenschaftler auf das La Niña-Phänomen zurückzuführen.
Wie sich sich beiden Wetterphänomene gegenseitig beeinflussen oder mit anderen Wettereinflüssen koppeln, ist noch Gegenstand von intensiven Forschungen.
Als Folge des La Niña-Phänomens waren Seeoberflächentemperaturen im grössten Teil der östlichen Hälfte des Pazifischen Ozeans geringer als normal. Das La Niña-Phänomen hatte sich im Laufe des Jahres entwickelt. Der tropische Nordatlantik war besonders warm mit Temperaturen auf Rekordniveau.
Schwere Regenfälle und Überschwemmungen
La Niña und andere wichtige grosse Klima-Einflüsse
2010 begann mit einer El Niño-Phase im Pazifischen Ozean errichtet. Diese endete rasch in den ersten Monaten des Jahres. In der Folge stellten sich ab August 2010 im Pazifischen Raum La Niña-Bedingungen ein. Das La Niña-Phänomen wurde im Verlaufe des Jahres zum stärksten La Niña-Ereignis seit mindestens Mitte der 1970er Jahre. Die atmosphärische Resonanz war besonders stark. Im September erreichte der Southern Oscillation Index (SOI) seinen höchsten Wert seit 1973.Der El-Niño-zu-La Niña-Übergang verlief 2010 ähnlich wie im Jahr 1998. 1998 war ein sehr warmes Jahr. Im Vergleich zu 1998 verlief im Jahr 2010 der El Niño schwächer und das La Niña-Ereignis stärker.
In der zweiten Hälfte 2010 erwärmte sich der östliche tropische Indischen Ozean deutlich stärker als in den vergangenen Jahren (negativer Dipol im Indischen Ozean ), ganz imGegensatz zum letzten La Niña-Ereignis in den Jahren 2007-08, als es in diesen Gewässern kühler war als normal. In den letzten Jahrenbefanden sich die Arktische Oszillation (AO) und die Nordatlantische Oszillation (NAO) in einer negativen Phase.
In der ersten Augustwoche 2010 fielen in einigen Teilen Asien überdurchschnittliche Regenmengen, welche zahlreiche Überschwemmungen und Erdrutsche verursachten.
In Nordwest China lösten die Regenfälle einen grossen Erdrutsch aus, welcher über 700 Menschenleben forderte.
Der NASA-Satellit TRMM (Tropical Rainfall Measuring Mission) sammelte auch während den intensiven Monsun-Regenfällen vom 1. bis zum 9. August 2010 Datenmaterial und verglich die Ergebnisse mit den Mittelwerten für den denselben Zeitabschnitt.
Der Asiatische Monsun entsteht aufgrund von Teperaturunterschieden zwischen der Eurasischen Landmasse und dem Indischen Ozean. Im Sommer erwärmt sich die Luft über der Landmasse stärker als über dem Meer. Die erwärmte Luft steigt auf und wird durch nachströmende feuchte Meeresluft ersetzt. Diese mit Feuchtigkeit gesättigte Luft wird über dem Festland wiederum erwärmt und beginnt aufzusteigen. Beim Aufstieg kondensiert der Wasserdampfin der Luft zu Wolken, aus welchen bald intensive Niederschläge fallen.
Der Asiatische Sommermonsun ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark. Für diese Abweichungen gibt es verschiedene Gründe. Die El Niño-La Niña Oszillation übt allerdings den stärksten Einfluss auf den Asiatischen Monsun aus. Während 'La Niña'-Jahren ist der Ostpazifik kühler als der langjährige Temperaturdurchschnitt dieses Gewässer. Der Westpazifik ist bei 'La Niña'-Bedingungen wärmer. Bei 'La Niña'-Bedingungen ist die Luft über dem Westpazifik wärmer, feuchter und turbulenter.Die Luft steigt in höhere Luftschichten auf als bei Normalbedingungen. Es bilden sich in dieser Zeit heftigere Stürme über dem Gebiet.
La Niña kurbelt üblicherweise den Asiatischen Monsun an. Im Juli 2010 haben sich 'La Niña'-Bedingungen im Westpazifik gebildet. Möglicherweise hat der 'La Niña'-Effekt die intensiven Monsunregenfälle über Teilen Süd-und Südostasiens mitverursacht.
Ein weiterer Grund für die ausserordentlichen Niederschläge über dem indischen Subkontinent liegt möglicherweise auch in der Tatsache begründet, dass auch der nördliche Indische Ozean 2010 über höhere Wassertemperaturen verfügte als in den Jahren zuvor. Besonders das Arabische Meer vor der Küste Pakistans hatte wesentlich höhere Wassertemperaturen als üblich.