Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03594.jsonl.gz/712

Ein Bundesgesetz von 1980 schuf zwar die gesetzlichen Voraussetzungen, um die Errichtung privatwirtschaftlich geführter Endlager für schwachradioaktive Abfälle zu ermöglichen, die Zusammenarbeit der Bundesstaaten auf diesem Gebiet zu fördern und die bestehenden beiden Einrichtungen in Richland (Washington) und Barnwell (South Carolina) zu entlasten.
Aber seither ist nur ein einziges neues Endlager entstanden, Envirocare in Clive (Utah), das erst noch nur sehr schwachradioaktive Abfälle entgegennehmen kann. Alle andern Pläne für neue Endlager sind gescheitert oder so stark verzögert, dass sie in nützlicher Frist den Betrieb nicht aufnehmen können. Nun ist bekannt, dass Richland wie auch Barnwell ab Mitte 2008 nur noch Abfälle aus den daran direkt beteiligten Bundesstaaten im Nordwesten beziehungsweise am Atlantik entgegennehmen werden. Erzeuger radioaktiver Abfälle in den übrigen Staaten werden die Rückstände selber hüten müssen, da sie die an sich zuständige Staatsverwaltung nicht abnehmen kann. Schon heute zeichnet sich ab, dass der Engpass Projekte in der Industrie, der Medizin und der Forschung in diesen Bundesstaaten behindern wird, wenn nicht rasch Abhilfe kommt. Eine Option wäre, die Endlager für schwachradioaktive Abfälle des Department of Energy (DOE) für Rückstände aus zivilen Einrichtungen zu öffnen. Das DOE betreibt solche Lager in Hanford (Washington) und auf seinem Testgelände in Nevada. Die Öffnung der DOE-Endlager bedingt freilich eine Gesetzesänderung, wie an den Hearings festgestellt wurde.
Ungelöste Probleme bei der Inventarisierung erschweren die Planung von Kapazitäten für die Konditionierung und Endlagerung radioaktiver Abfälle in den USA zusätzlich. Wie das General Accountability Office - das Aufsichtsorgan des amerikanischen Kongresses über die Bundesverwaltung - in einem Bericht vom Juni 2004 über hängige Fragen zu schwachradioaktiven Abfällen feststellt, weist das vom DOE geführte Inventar nach wie vor grobe Fehler und grosse Lücken auf. Das so genannte Manifest Management Information System des DOE sei weder ordentlich nachgeführt, noch stimmten darin enthaltene wichtige Angaben mit der Wirklichkeit überein. Das DOE hat Fehler eingeräumt und ruft die Benutzer auf, die Angaben als provisorisch zu betrachten, bis sie überprüft und korrigiert seien.
Quelle
P.B. nach NucNet, 28. Oktober 2004