Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03600.jsonl.gz/1352

Das Wichtigste in Kürze
- Die Super League ist die höchste Liga im Schweizer Fussball.
- Diesen Namen trägt die Liga seit 2003.
- Rekordmeister sind die Grasshoppers.
In den Anfängen des Fussballs in der Schweiz hiess die höchste Spielklasse noch Serie A. Ehe sie ab 1931 in Nationalliga umbenannt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie in eine Nationalliga A und eine Nationalliga B aufgeteilt.
Die erste allerdings noch inoffizielle Meisterschaft fand noch im 19. Jahrhundert statt. Am Ende der Saison 1897/98 standen die Grasshoppers zu oberst. Erster offizieller Meister war ein Jahr später der Anglo-American FC aus Zürich.
Bis zur Gründung der Nationalliga 1933 holten die Grasshoppers vier weitere Meistertitel. 1922/23 gab es keinen Meister weil der am Schluss erstplatzierte FC Bern einen nicht qualifizierten Spieler eingesetzt hatte. Der Titel wurde Bern nachträglich noch aberkannt.
Gründung der Nationalliga
Auf die Saison 1933/34 wurde die Schweizer Fussballmeisterschaft erstmals als schweizweite Einheitsmeisterschaft ausgetragen, Servette Genf holte sich den ersten Titel. Zu dieser Zeit war die Partie GC gegen Servette das ligaprägende Duell. Ab 1935 wurden übrigens Spiele auch im Radio übertragen, allerdings zuerst nur jeweils die Halbzeit.
Auf die Saison 1941/42 wurde die Liga von 12 auf 14 Mannschaften aufgestockt. Der Modus mit den je 13 Hin- und Rückrundenspielen wurde bis 1976 beibehalten.
Bereits in der ersten Saison mit dem neuen Modus brauchte es zwei Entscheidungsspiele um den Meister zu krönen. GC und Grenchen waren nach der Saison punktgleich. Nach zwei Entscheidungsspielen in Bern (0:0) und Basel (1:1) stand immer noch kein Sieger fest. Weil es damals noch kein Penaltyschiessen gab, wurde GC schliesslich aufgrund der besseren Tordifferenz Meister.
Kurze Tessiner Dominanz
Ende der 40er-Jahre wurde der Schweizer Fussball kurz von den Tessiner Clubs dominiert. 1948 wurde Bellinzona Schweizer Meister, eine Saison später der FC Lugano. Es war das einzige Mal, dass zwei Mal hintereinander eine Mannschaft aus dem Tessin die Meisterschaft gewann. Für Bellinzona war es der erste Titel überhaupt, Lugano wurde bereits 1938 und 1941 Meister.
Die vier goldenen Jahre der Young Boys
Eine Dekade später war der Schweizer Fussball Gelb-Schwarz. Zwischen 1957 und 1960 wurde YB vier Mal in Folge Schweizer Meister. Unter Trainer Albert Sing und mit Toptorschütze Eugen «Geni» Meier (†) dominierten die Berner die Liga nach Belieben. YB stiess im Europapokal der Landesmeister (Vorgängerwettbewerb der Champions League) 1959 bis in den Halbfinal vor.
«Geni» Meier spielte zwischen 1951 und 1965 für die Berner Young Boys und gehörte zu den besten Stürmern des Landes. In 321 Spielen in der höchsten Lgia des Landes erzielte Meier 247 Tore. Damit ist er zweitbester Torschütze aller Zeiten.
Jacky Fatton – Bester Torschütze aller Zeiten
Auch die anderen beiden der Top-3-Torschützen der ewigen Torjägerliste spielten in dieser Zeit. Auf Platz 1 der Top-Torschützen aller Zeiten liegt Jacques «Jacky» Fatton (†). In 365 Ligaspielen für Servette Genf erzielte Fatton sagenhafte 273 Tore. Dazu traf der Flügelstürmer in 53 Länderspielen auch noch 29 Mal.
Auf Platz drei der ewigen Torjäger-Liste steht Josef «Seppe» Hügi (†). Der gebürtige Basler spielte von 1942 bis 1962 beim FCB. In 322 NLA-Spielen erzielte Hügi 244 Tore, auch in der Nationalmannschaft traf er in 34 Länderspielen immerhin 23 Mal.
Die drei besten Torschützen der Liga – Fatton, Meier, Hügi – spielten an der Heim-Weltmeisterschaft 1954 zusammen in der Nationalmannschaft.
Das grosse Duell zwischen dem FCB und dem FCZ
In den 70er-Jahren wurde die Schweizer Liga von Basel und Zürich dominiert. In den zwölf Saisons zwischen 1965/66 und 1976/77 wurde GC einmal Meister. Die anderen elf Titel teilten sich der FCB (sechs) und der FCZ (fünf).
Beim FCB war die «Aera Benthaus» lange die erfolgreichste Zeit. Zusammen mit Helmut Benthaus bildeten Jürgen Sundermann und Karl Odermatt das legendäre Mittelfeld. Dazu spielten in dieser Zeit auch Ottmar Hitzfeld oder Téofilo Cubillas für die Bebbi.
Beim FCZ gehörte die Zeit unter Präsident Edwin Nägeli zu den erfolgreichsten der Clubgeschichte. Mit Spielern wie Köbi Kuhn (†), Fritz Künzli (†) und René Botteron holte der FCZ sechs Meistertitel und fünf Cupsiege.
Rekordkulisse im Schweizer Klubfussball
Am 11. Juni 1972 wollten im St. Jakobstadion in Basel 56'000 Fans das Entscheidungsspiel zwischen dem FCB und dem FCZ sehen. Es ist die grösste Zuschauerkulisse in der Geschichte des Schweizer Klubfussballs.
Der FCB revanchierte sich für die Niederlage im Cupfinal gegen Zürich wenige Wochen zuvor. Basel siegt klar mit 4:0 und darf im proppenvollen Joggeli den Meistertitel feiern.
Szenen aus dem Rekord-Spiel Basel – Zürich 1972.
1979 Das grosse Jahr für Servette
Servette gelang es als einzigem Team in der Geschichte des Schweizer Klubfussballs vier Titel in einer Saison zu gewinnen. 1979 holten die Genfer nach drei zweiten Plätzen in Folge ihren 14. Meistertitel und gewannen nach einem Finalsieg gegen YB auch den Cup.
In der gleichen Saison gewannen «Les Grenats» auch den Ligacup und den Alpencup, Wettbewerbe die es heute nicht mehr gibt. Zudem scheiterte Servette im Europacup der Cupsieger im Viertelfinal knapp an Düsseldorf.
Servette spielt auch Angang der 80er Jahre eine grosse Rolle in der NLA. Mit GC lieferten sich die Genfer ein packendes Duell. In den Saisons 81/82, 82/83 und 83/84 holten sich die Zürcher drei Mal hintereinander knapp vor Servette den Titel. 1984 fiel die Entscheidung erst durch einen Penalty in der Verlängerung des Entscheidungsspiels im Berner Wankdorf, Torschütze war Andy Egli.
Das kurze Leben des Schweizer Supercups
Zwischen 1986 und 1990 gab es auch in der Schweiz den Super zwischen Meister und Cupsieger. Die erste Ausgabe gewann Meister YB gegen Cupsieger Sion am 3. August 1986. Nach vier weiteren Ausgaben und drei Siegen von Neuchâtel Xamax wurde der Wettbewerb wieder eingestellt.
Gilbert Gress und die Erfolge von Xamax
Xamax Neuchâtel ging 1970 aus der Fusion der Verein FC Xamax und Cantonal Neuchâtel hervor. In den 80er-Jahren hatte der Club unter Trainer Gilbert Gress und Präsident Gilbert Facchinetti seine grosse Zeit. 1987 und 1988 wurde Xamax zwei Mal hintereinander Schweizer Meister.
Mit Spielern wie Heinz Hermann, Claude Ryf, Uli Stielike, Don Givens oder Robert Lüthi sorgte Xamax für Spektakel.
Im gleichen Jahrzehnt feierten die Neuenburger auch grosse Erfolge im Europacup. 1982 schied man im Meistercup erst gegen den späteren Sieger Hamburger SV aus. Und 1986 bezwang Xamax im selben Wettbewerb zu Hause auch das grosse Real Madrid.
Neuer Modus 1987
Der Modus mit 12 NLA Teams, Trennstrich, Punkteteilung und Meisterrunde und Auf-/Abstiegsrunde im Frühling war stets spannend. Aus wirtschaftlichen Gründen (Planbarkeit) wurde der Modus nach 15 Jahren 2002 wieder abgeschafft und die Liga auf 10 Teams verkleinert.
Der Fall Klötzli
Am 7. Oktober 1989 kommt es beim Spiel Sion gegen Wettingen zum bisher grössten Schiedsrichter-Skandal der Schweiz. In der Nachspielzeit fliegt ein Lob von Wettingens Martin Rueda in Richtung Sion-Tor. Ref Bruno Klötzli pfeift genau in dem Moment das Spiel ab, als der Ball die Linie überquerte.
Es kam zu tumultartigen Jagdszenen der Wettinger auf Schiri Klötzli, der sich in die Garderoben des Stadion Tourbillon retten konnte. Die Wettinger-Spieler Germann, Frei, Kundert und Baumgartner wurden in der Folge monatelang gesperrt.
Die 90er des Grasshopper Club
In neun Jahren zwischen 1990 und 1998 wurden die Grasshoppers fünf Mal Schweizer Meister. In den Saisons 1995/96 und 96/97 war GC der erste Schweizer Club, der in der damals neuen Champions League spielte. 96/97 scheiterte das Team von Trainer Christian Gross nur ganz knapp an Ajax Amsterdam.
Namensänderung in Super League
Auf die Saison 2003/04 wurde der Name der Nationalliga A in Super League beschlossen. Seit 2013 trägt die Super League den Zusatz des Sponsors Raiffeisen. In den Medien wird allerdings meistens nur von Super League gesprochen.
2006: Basel gegen Zürich oder die «Schande von Basel»
Am letzten Spieltag der Saison 2005/06 der Super League kommt es am 13. Mai in Basel zur Finalissima Basel gegen Zürich. Dem FCB genügt ein Unentschieden zum Titelgewinn.
FCB-Star Mladen Petric gleicht den Führungstreffer von FCZ-Keita nach 72 Minuten aus. Basel scheint sich den Titel zu sichern. Doch in der Nachspielzeit schockt FCZ-Verteidiger Filipescu ganz Basel mit seinem Siegestreffer. Der FCZ ist nach 25 Jahren wieder Schweizer Meister.
Höhepunkte aus der Finalissima Basel gegen Zürich.
Nach der Partie kam es allerdings zu wüsten Kampfszenen im St. Jakobpark. Der Abend ging auch als die «Schande von Basel» in die Geschichte der Schweizer Super League ein.
Die Schande von Basel
Die Dominanz des FC Basel in der Super League
Die Super League wurde zwischen 2009 und 2017 vom FC Basel dominiert. Der FCB holte in dieser Zeit nicht weniger als acht Meistertitel in Folge, eine Rekordserie im Schweizer Fussball. Die Trainer hiessen Thorsten Fink, Heiko Vogel, Murat Yakin, Paulo Sousa und Urs Fischer.
Die Wachablösung mit YB
2018 war die Reihe in der Super League an den Berner Young Boys. Nach 32 Jahren feierte YB endlich wieder einen Titel und die ganze Stadt Bern war im Delirium.
Im Spiel der Runder 32 der Super League gegen Luzern wurde YB-Legende Marco Wölfli zum Helden. Eine Viertelstunde vor Schluss lenkte er einen Penalty an die Latte und hielt die Berner so im Spiel. Wenig später erlöste Jean-Pierre Nsamé mit seinem 2:1-Siegestor das Stadion.
This browser does not support the video element.
Nau - Ausgelassene Stimmung bei Benito und Meisterschütze Nsame
Auch in der folgenden Saison der Super League wurde YB Meister. Es ist eine Rekordsaison: Die Berner feiern den frühesten Meistertitel der Geschichte (29. Runde).
YB ist der Meister mit den meisten Punkten (91), am meisten erzielten Toren (99) und mit dem besten Torverhältnis (+63). Dazu hatten die Young Boys in dieser Saison den höchster Zuschauerschnitt der Vereinsgeschichte (25'751).
Am Ende setzen sich aber die Young Boys souverän durch und holen sich den dritten Titel in Serie. Dank dem Sieg im Cupfinal gegen Basel darf sich Gelb-Schwarz erstmals seit 1958 «Double-Sieger» nennen.