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Die Geschichte der Gemeinde Chiasso ist untrennbar mit der Besonderheit ihrer geografischen Lage an der äußersten Südgrenze der Schweiz verbunden. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1146 zurück („Claso“, später auch „Clasio Tabernarium“ wegen der vielen Wirtshäuser), als das Dorf noch zu Como gehörte und von der Familie Albrici verwaltet wurde. Erst 1416 wurde Chiasso in die Besitztümer der Pieve Balerna aufgenommen und der Familie Rusca zugewiesen. Chiasso war stets ein bedeutender Ort für den Transit und im 15. Jahrhundert berühmt für seine Pferdemesse, hatte aber doch geringere Ausmaße als andere Orte im Mendrisiotto. 1510 wurde Chiasso von den Schweizer Truppen in den Kämpfen mit den Sforza aus Mailand erobert.
Aber die große Wende in der Geschichte von Chiasso kam erst im 19. Jahrhundert, zunächst mit den ersten bedeutenden Seiden- und Tabakmanufakturen, vor allem aber mit der Eisenbahn. 1874 wurde in der Tat die Linie nach Lugano eröffnet, zwei Jahre später folgte jene nach Como, so wurden die Grundlagen für den Bau eines internationalen Bahnhofs (1932) und eines Zollfreilagers (seit 1925 in Betrieb) geschaffen. Ihre Bedeutung wächst durch den Bau des Gotthard-Basistunnels weiter an.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Chiasso durch Entwicklung des tertiären Sektors Chiasso zum zweitwichtigsten Wirtschaftsstandort des Kantons Tessin, sodass die Bevölkerungszahl stark angewachsen ist. Dieser Prozess dauert bis heute an, mit den sozialen Umwälzungen, die sich in einer vernetzten Wirtschaft aufdrängen. Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat sich die Stadt durch einen starken Fokus auf die Kultur ausgezeichnet, verschiedene Veranstaltungen gefördert und das Kulturzentrum Chiasso rund um das historische Gebäude des Kino-Theaters geschaffen.
Eigenschaften
- TRANSPORTMITTEL Bus , Eisenbahnen