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(Kt. Zürich,
Bez. Hinwil).
751 m. Gem. und Pfarrdorf, in einem kleinen linksseitigen Nebenthälchen zum
Tössthal, an der Strasse
Winterthur-Wald und 7 km nö.
Hinwil. Station der Tössthalbahn. Postbureau, Telegraph, Telephon. Die Gemeinde
Fischenthal ist hinsichtlich ihrer Fläche (3014 ha) die grösste im Kanton Zürich.
Sie ist im obern Abschnitt des
Tössthales zwischen 680 m und 1295 m
(Schnebelhorn) gelegen und umfasst die höchstgelegenen Teile des Zürcher
Oberlandes. An manchen
Stellen mit subalpiner Pflanzendecke
und subalpinem landschaftlichen Charakter.
Die grossen Waldungen am
Tössstock sind Staatseigentum des Kantons Zürich.
Die Tössthalbahn (Winterthur-Wald) hat auf Boden der Gemeinde Fischenthal die drei Stationen
Steg, Fischenthal und
Gibswil.
Etwas über dem Dorf, am Fuss des Hörnli, das ehemalige Kloster Fischingen, heute Waisenhaus mit etwa 240 Zöglingen. Es
ist ein massiv viereckiges Gebäude mit einer 1685 erbauten Klosterkirche, deren Inneres prächtig geschmückt ist und die
eine ausgezeichnete Orgel enthält. Chorgitter, Altäre, Kanzel und Orgel sind alle von seltener Pracht.
In einem Seitenchor die Totengruft der h. Idda von Toggenburg, die einst von Wallfahrern viel besucht wurde. Das Benediktinerkloster
Fischingen, um das herum sich später das Dorf ansiedelte, wurde um 1035 gegründet.
Viele Schenkungen von Seiten des BischofesUlrich von Konstanz und verschiedener anderer geistlichen und
weltlichen Herren sicherten ihm grossen Reichtum und ausgedehnten Landbesitz (Dussnang, Affeltrangen, St. Margrethen, Krillberg,
Bettwiesen, Balterswil, Bichelsee). Das Andenken an das Leben und die Leiden der h. Idda führten ihm Tausende von Pilgern zu,
die zu Ehren der Heiligen gerne ihr Scherfchen entrichteten. Idda von Toggenburg war die Gemahlin des
Grafen Heinrich v. Toggenburg und starb 1197 nach furchtbaren Qualen, die der Unschuldigen ihr eifersüchtiger Gatte auferlegt
hatte. Im historischen Museum zu Basel
befindet sich eine Glasmalerei mit der Ansicht des Klosters Fischingen und der Darstellung
der wichtigsten Abschnitte aus der Legende von der h. Idda.
Nach der das Kloster in Asche legenden Feuersbrunst des Jahres 1138 ordnete BischofUlrich II. von Konstanz
die beiden Mönche Gebino und Waltram aus dem Kloster Petershausen zur Neueinrichtung des Klosters Fischingen ab. Tussnang
und Oberwangen, die bis dahin Eigentum von Petershausen gewesen waren, gingen nun an Fischingen über, das 1326 auch
noch die Kirchenhoheit über Sirnach und später über Herrschaft und SchlossTannegg erlangte. Von den Grafen von Toggenburg wurde
als Schirmvogt des Klosters der jeweilige Burgvogt auf Tannegg bestimmt.
Zur Zeit der Einführung der Reformation ging die Mehrzahl der Mönche zusammen mit dem Abt zur Lehre Zwinglis über, und
das Kloster leerte sich. Der 1540 vom Abt von St. Gallen
hierher gesandte Abt Marx Schenkli, ein energischer Mann, stellte das Kloster
wieder her, warb ihm neue Insassen und führte die Bevölkerung der Umgebungen wieder dem alten Glauben zu. Durch weise Verwaltung
blühte das Kloster bald wieder auf und erwarb sich die HerrschaftenLommis, Spiegelberg und Wildern. Der
letzte Abt, Franciscus, zog sich nach der Aufhebung des Klosters 1848 auf das SchlossBettwiesen zurück, liegt aber in der
Klosterkirche zu Fischingen begraben. Vergl. Kuhn, Kd. Thurgovia sacra... 3 Bde. Frauenfeld 1869-1883. - Pupikofer, J. A.
Geschichte desThurgaus. 2. Ausg. 2 Bde. Frauenfeld 1886-1889. Kornmeier. Geschichte der Pfarrei Fischingen.