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HEKS unterstützt marginalisierte Minderheiten bei ihrer sozialen und wirtschaftlichen Integration. Diese lernen, mit nachhaltiger Landwirtschaft und Rindviehhaltung ihre Ernährung zu sichern, und sie erhalten Unterstützung beim Aufbau eines Kleingewerbes. Basisorganisationen fordern mit Hilfe von HEKS bei den Behörden die Rechte der Minderheiten ein.
Übersicht
1971 erlangte Bangladesch seine Unabhängigkeit. Trotz Wirtschaftswachstum und wichtigen sozialen Fortschritten, beispielsweise im Gesundheits- und Bildungsbereich, leidet das Land bis heute unter politischer Instabilität und Korruption. Die geographische Lage von Bangladesch im grössten Flussdelta der Welt, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, macht das Land zudem anfällig für Überschwemmungen. Auch wird es regelmässig von tropischen Wirbelstürmen heimgesucht. Dies ist umso dramatischer, als Bangladesch eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt ist. Die wirtschaftliche Lage befindet sich im Aufschwung, doch profitieren nicht alle davon. Insbesondere die Dalit, die sogenannten Kastenlosen, und Adibashi, Angehörige der Urvölker werden von der Gesellschaft ausgegrenzt und diskriminiert. Ihre grundlegenden Menschenrechte sind nicht erfüllt und sie profitieren nicht vom Wirtschaftswachstum.
Ziele und Schwerpunkte
Die Unterstützung von HEKS richtet sich an diese sozialen, ethnischen und religiösen Minderheiten mit Fokus auf den Nordwesten des Landes, wo man ca. 1.5 Millionen Dalit und ca. 350 000 Adibashi zählt. Im Rahmen des Landesprogramms zielen die einzelnen Projekte auf die Verbesserung des Lebensstandards einerseits und die Förderung von Gleichheit und Gerechtigkeit für marginalisierte Minderheiten andererseits ab. Die Bildung und der Aufbau von Kompetenzen der benachteiligten Menschen sind weitere wichtige Themen. Daneben leistet HEKS auch Not- und Aufbauhilfe nach Naturkatastrophen.
Sabine Buri
Aktivitäten
Um den Dalit und Adibashi gleiche Rechte und gleiche Chancen zu gewähren, engagiert sich HEKS in verschiedenen Bereichen: Advocacy für die Rechte der Dalit und Adibashi: Die Begünstigen werden in Dorfentwicklungskomitees und Menschenrechtsnetzwerken organisiert. Dies hilft den Dalit und Adibashi, ihre Rechte wirksam einzufordern. Es finden zahlreiche Treffen zwischen ihnen und den verschiedenen Anspruchsgruppen (Behörde, NGOs, Zivilgruppen, Journalisten) über Bedürfnisse und Zugang zu staatlichen Entwicklungsprogrammen und Dienstleistungen statt. Nebst einem stärkeren Bewusstsein der Behörden für Gleichberechtigung profitierten die Begünstigten auch von direkten Unterstützungsleistungen des Staates. Ein wichtiges Advocacy-Instrument zur Verbesserung der Sicherheitslage sind die gemischten Menschenrechtskomitees, in welchen Vertreter der Dalit und Adibashi gemeinsam mit wichtigen Würdeträgern der Region die interethnischen Beziehungen thematisieren und allfälligen Spannungen entgegenwirken. Das Advocacy-Netzwerk «Network of Non-mainstream Marginalized Communities» (NNMC) initiiert zudem zahlreiche Treffen mit Ministerien und Zivilgesellschaftsvertretern, um für eine Verbesserung der Rechtslage der beiden Minderheitsgruppen plädieren. Einkommensförderung: HEKS und Partner organisieren Vieh- und Geflügelhalter der Dalit und Adibashi-Gemeinden in Produzentengruppen und vernetzen sie mit anderen Marktakteuren. Daraus resultierten ein besseres Dienstleistungsangebot für die Produzenten (z.B. Veterinärdienste, Beratung zur Fütterung) sowie koordinierte Verkaufsaktionen (z.B. organisierten sie gemeinsam einen Viehmarkt). Eine wichtige Rolle dabei spielen kleine Ländliche Dienstleistungs- und Verkaufszentren, welche die Aktionen koordinieren und Produzenten und Käufer miteinander in Verbindung bringen. Durch die Wissensvermittlung und den besseren Zugang zum Markt erhöhen sich der Profit und somit das Haushaltseinkommen der Dalit und Adibashi. Um die Dalit in den urbanen Gegenden ebenfalls zu unterstützen wird HEKS auch nicht-landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten analysieren und entsprechende Aktivitäten durchführen. Bildung und Gesundheit: In Vorschulen erlernen Dalit- und Adibashi-Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren gutes Benehmen, guten Umgang, Allgemeinwissen, Sprache, Reime, Lieder etc. und werden mit Schulmaterial ausgestattet. Diese Vorschulen erhöhen die Einschulungsrate der Kinder in staatliche Primarschulen markant. Danach werden die Kinder weiterhin durch Nachhilfeunterricht unterstützt und bei Bedarf agiert die Lehrkraft als Vermittlerin zwischen Schule, Eltern und Kind. Bei kulturellen und sportlichen Aktivitäten in Jugendgruppen können sich die Kinder und Jugendlichen auch persönlich weiterentwickeln. Nebst der Bildung wird auch dem Thema Gesundheit viel Aufmerksamkeit geschenkt. In Selbsthilfegruppen und bei verschiedenen Anlässen werden vor allem Mütter und Kinder über grundlegende Hygiene- und Gesundheitsmassnahmen informiert. In Krankheitsfällen werden die Begünstigten an das staatliche Gesundheitssystem vermittelt und dabei begleitet. Katastrophenprävention: In allen Begünstigten-Dörfern werden eine Risikoanalyse durchgeführt und ein entsprechender Massnahmenplan erarbeitet. Die Begünstigten erhalten dank der partizipativen Analyse- und Sensibilisierungsarbeit mehr Wissen und Knowhow über Massnahmen zur Katastrophenprävention (Stärkung von Hütten gegen Sturmwinde, Brunnen gegen Trockenheit) und können sich so besser auf Notfälle vorbereiten. Zudem unterstützt HEKS Vertreter der Dalit- und Adibashi-Gemeinden, um in den lokalen staatlichen Gremien zur Katastrophenprävention integriert zu werden und so die Interessen ihrer Gemeinschaft einbringen können.