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Der designierte ukrainische Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko hat Russland aufgerufen, dem flüchtigen ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch kein Asyl zu gewähren.
«Ich kann den russischen Präsidenten nur davor warnen, Janukowitsch aufzunehmen und damit einem blutigen Diktator Schutz zu gewähren. Janukowitsch muss sich in der Ukraine vor einem Gericht für seine Taten verantworten», sagte Klitschko der deutschen «Bild»-Zeitung.
Er selbst vermute Janukowitsch auf der südukrainischen Halbinsel Krim. Es gebe «starke Anzeichen dafür, dass er auf der Krim sein könnte, sich dort in einem russischen Militärlager versteckt hält. Er hat keine Chance mehr, nach Kiew zurückzukommen, und seine Familie versucht ihre Reichtümer zu retten», sagte Klitschko weiter.
Nach monatelangen, blutigen Protesten hatte das Parlament Janukowitsch am Samstag abgesetzt, seitdem fehlt von ihm jede Spur. Die neuen Machthaber in Kiew möchten ihn nun international zur Fahndung ausgeschrieben haben.
Die USA haben der vor dem Finanzkollaps stehenden Ukraine am Mittwoch eine Kreditbürgschaft von einer Milliarde US-Dollar zugesagt.
«Wir schnüren erst mal eine Garantie von einer Milliarde Dollar, zusammen mit einigen weiteren Elementen», sagte US-Aussenminister John Kerry am Mittwoch vor Reportern in Washington. Die EU bereitet nach seinen Worten Kreditbürgschaften in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar für die frühere Sowjetrepublik vor.
Kerry formulierte das erste konkrete Hilfsangebot, seit das Parlament in Kiew den bisherigen pro-russischen Präsidenten Viktor Janukowitsch am Samstag abgesetzt hatte. Nach den monatelangen Massenprotesten ist die Ukraine in akuter Finanznot. Russland hatte Kiew zwar Notkredite von 15 Milliarden Dollar zugesagt. Doch nach einer ersten Auszahlung legte Moskau die weiteren Tranchen angesichts der dramatischen Entwicklungen in der Ukraine auf Eis.
Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Freitag vorausgesagt, das Land werde in die Pleite stürzen, sollte Russland seine Hilfe stoppen. Kiew muss in diesem Jahr noch 13 Milliarden Dollar an seine Gläubiger zurückzahlen. Neben den USA und der EU ist auch der Internationale Währungsfonds (IWF) zu finanzieller Unterstützung bereit. (rey/sda)