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Am 17. Februar 1962 wurde der gemischte Chor an der Generalversammlung des Männerchores, welcher gemäss Urkunde des Oberwalliser Cäcilienverbandes schon seit 1893 bestand, mit 16 Ja zu 6 Nein aus der Taufe gehoben. Erster Dirigent war Dr. Otto Bellwald, welcher das Amt nur unter der Bedingung annahm, dass der an der Generalversammlung von 1957 protokollierte "Schlendrian" des Männerchores ein Ende nehme. Die neue Crew schickte das - erstmals aus Männlein und Weiblein gemischte - Vereinsschiffchen voller Enthusiasmus auf Reisen.
Im Lauf der Jahre durfte der Kirchenchor St. Theodul viele Lorbeeren in Empfang nehmen. Schon 1964 bescheinigte Professor Bruno Brunner dem Chor "alle Voraussetzungen ein Musterchor zu werden".
Dr. med. Otto Bellwald, erster Dirigent des Kirchenchors Gampel
Unter der Leitung von Dr. med. Otto Bellwald (1962 - 1983; 1995 - 1998) gab der Gemischte Chor Gampel eine eindrückliche Reihe von Konzerten. Wir berufen uns dabei auf die Festschrift "Cantate domino" von Alois Grichting zum 100-jährigen Bestehen des Oberwalliser Cäcilienverbands (OCV). Gemäss seinen Angaben waren dies: Geistliche Konzerte (9. Mai 1965, 15. November 1970, 12. April 1973, 18. Dezember 1977), Liederabend mit dem Baarer Vokalensemble (1982), Volksliederkonzert (1985), "Pastoralmesse in G" (1970, 1983, Kempter), "Gloria in D – Dur" (1977, Vivaldi), und Saint – Saens "Oratorio di Noel" ( 1983). Bereits das Geistliche Konzert von 1965 wies mit der Bachkantate "Erschallet ihr Lieder" (Nr. 172), dem "Benedictus" aus Mozarts "Requiem" usw. ein erhebliches Niveau auf. Musikalische Programme bestritt der Kirchenchor Gampel auch zusammen mit der Musikgesellschaft Lonza sowie an eigenen Unterhaltungsabenden. 1980 konnte man ein Volksliederkonzert des Kirchenchores Gampel auch am Radio DRS hören. Unter der Leitung von Alfred Kesseli (1983 – 1985; 1987 – 1991) führte der Kirchenchor die moderne Rockoper "Jesus Christ Superstar" (Webber, 1987), auch die "Gen – Rosso- Messe" und die "Missa in A – Dur" (opus 12) für Soli, Chor und Orchester von César Franck auf. Der Chor darf trotz relativ bescheidener finanzieller Mittel auf eine Zeit vielseitigen musikalischen Arbeitens zurückblicken.
Sina sang im Musical Maria Magdalena
Das erste kantonale Gesangsfest, an welchem er teilgenommen hat, wird 1970 erwähnt. Es fand in Visp statt. Von 1970 an war der Chor alle vier Jahre mit von der Partie. In den Jahren 1962 bis 1983 hat der Kirchenchor an den weltlichen wie den geistlichen Konzerten jeweils darauf geachtet, dass – um es in den Worten des damaligen Dirigenten zu sagen – "Sängerinnen und Sänger nicht derartige musikalische Kost erwarten, die einem Polentafreitag gleicht, wo man kurz nach 13 Uhr wieder Hunger hat": ein hoch gestecktes Ziel, welches nur mit viel Begeisterung und Hingabe sowie grossem zeitlichem Aufwand aller Beteiligten zu erreichen ist. Das Engagement, welches die Chorleiter von ihrer damaligen Sängerschar erwarteten, bescherte dem Chor viele Highlights wie etwa die zahlreichen Excellents an den kantonalen Gesangsfesten, viele bereichernde Momente in der Liturgie sowie an weltlichen und geistlichen Konzerten.
Die Jahre 1983 bis 2004 zeichneten den Chor durch zahlreiche Dirigentenwechsel und dementsprechend wenig Konzerten und Anlässen aus; waren es doch in dieser Zeit acht Chorleiter, welche sich die Klinke in die Hand drückten. Am vorläufigen Ende dieser langen Schlange steht der Chor seit 2004 unter der Leitung von Esther Metry – Bellwald. Sie war von 1975 bis 1986 Sängerin im Kirchenchor Gampel, absolvierte dann an der Universität Bern/Wien ihr Studium in Musikwissenschaft und Germanistik, am Konservatorium Bern das Organistendiplom C und an der "Katechetischen Arbeitsstelle" in Bern das Katechetendiplom. Sie ist seit 1990 Organistin in Gampel.
Der Chor besteht heute aus 41 Mitgliedern aller Alterssegmente und bemüht sich, den Zeichen der Zeit gerecht zu werden. Nicht immer ist es einfach, den alteingesessenen Kirchenchörlern die englische Sprache, neue Rhythmen, zeitgemässe Liturgie und eine neue Sichtweise bezüglich Funktion der Kirchenchöre näher zu bringen; ganz zu schweigen davon, die "Küken" im Kirchenchor für die lateinischen Messen und Motetten zu begeistern, ohne sie auf dem Weg dorthin gleich wieder zu verlieren. Im Jahr 2005 bestritt der Kirchenchor zusammen mit der Musikgesellschaft Lonza ein Konzert mit Namen "Hits and Evegreens". 2006 gestaltete er unter der Thematik "Von guten Mächten wunderbar geborgen" zum Leben von Dietrich Bonhoeffer das Abendlob in Leukerbad.
In all den Jahren hat der Kirchenchor Gampel mit dem Besuch sämtlicher Dekanatsfeste sowie den grossen OCV – Anlässen wie etwa "Der helle Morgenstern" von Hufeisen dem OCV die Treue gehalten. Genauso lieb waren ihm jedoch auch alle kantonalen Gesangsfeste des VWG und die Anliegen des VOG. Gampel ist einer der wenigen Oberwalliser Chöre, welcher zeigt, dass ein intensives Engagement in den beiden Brüdervereinen kein Spagat sein muss, sondern sehr wohl möglich ist. Wie es scheint, ist er (mit Naters zusammen) der älteste Chor aus dem Oberwallis im VWG. Beide Dachverbände haben stets bereichernd auf den Chor gewirkt und ihn immer wieder zu neuen Leistungen angespornt.