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Als Sonnenschliff bezeichnet man einen Zierschliff für kreisrunde Flächen: Ändert sich beim Schwenken der bearbeiteten Fläche der Einfallswinkel des Lichtes, wandert das von der geschliffenen Fläche reflektierte Licht im Kreis.
Im Lexikon der Uhrmacherkunst von 1902 heißt es dazu:
“Der Sonnenschliff wird auf einem Drehstuhl mit Hohlspindel hergestellt. In die Hohlspindel setzt man eine Schleifglocke ein und an die Stelle der Auflage wird ein halber Eingriffzirkel derart angebracht, daß er sowohl nach einer Seite als auch in Längsrichtung leicht beweglich ist. Setzt man nun zwischen den Spitzen des Eingriffszirkels das Rad, welches den Schliff erhalten soll und läßt es von der Schleifglocke in der Hohlspindel mitlaufen, so entsteht dadurch der sogenannte Sonnenschliff. Um nun die dem ersten Schliff entgegen gesetzte Richtung zu erhalten, stellt man den Eingriffszirkel mit seiner Seitenschraube etwas weiter vom Mittelpunkt der Schleifglocke weg und dreht das Rad nach der entgegengesetzten Richtung. Die Schleifglocke wird mit feinem, in Öl angeriebenem Schmirgel oder Ölstein bestrichen. Einen schönen funkelnden Schliff erhält man, wenn man Ölsteinstaub, mit Polierrot vermengt, benutzt.“
Beim Sonnenschliff gibt es leichte Unterschiede in Punkto Optik und Qualität, je nachdem wie man es macht und mit welcher Intensität. Natürlich alles von Hand.