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Griechenland könnte zu einem wichtigen Knotenpunkt der Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen entlang der eurasischen Landbrücke werden.
Politischen Kreisen Griechenlands zufolge, die mit der Entwicklung stärkerer Wirtschaftsbeziehungen zu Russland befasst sind, habe Russland Interesse an Investitionen in die griechischen Eisenbahnen bekundet.
Russen und Chinesen seien dabei, die Eisenbahnverbindungen von Schanghai über Russland bis nach Europa auszubauen. Zusätzlich habe China einen Teil des griechischen Hafens Piräus gepachtet und benutze ihn als einen der Hauptumschlagplätze für Exporte nach Europa.
Mit russischen Investitionen in die griechischen Eisenbahnen würde Griechenland Teil dieses eurasischen Transportnetzes werden. Russland habe Griechenland jetzt die Möglichkeit dazu angeboten, doch die gegenwärtige griechische Regierung reagiere abweisend, offenbar durch die EU und ihre Gläubiger dazu veranlasst. Das neueste Gerücht besage, dass die Regierung die griechischen Eisenbahnen den Franzosen überlassen will, um damit Griechenlands Auslandschulden zu bedienen! «Die Russen wollen wirklichen Kredit in Griechenland investieren, aber diese Regierung gibt die Eisenbahnen einfach weg, um Schulden zu bezahlen, die völlig unbezahlbar sind», klagte ein Sprecher dem Nachrichtenmagazin EIR gegenüber.
Die Lage sei so untragbar geworden, dass inzwischen offen über den Ausstieg aus Euro und Europäischer Union – bisher ein Tabu-Thema – gesprochen werde. Zwar sei die Mehrheit der Griechen noch für den Euro und die Mitgliedschaft in der EU, doch eine wachsende Minderheit sehe das inzwischen ganz anders.
Das russische Interesse an den griechischen Eisenbahnen wurde von Michail Dmitriew bei der Konferenz «Neue Horizonte für Wirtschaftsbeziehungen auf den Gebieten Investitionen, Handel und Tourismus», die am 1. und 2. Oktober auf Rhodos stattfand, zur Sprache gebracht. Dmitriew ist Präsident des Zentrums für Strategische Forschung in Moskau.
Im Rahmen einer umfassenden Darstellung über die Möglichkeiten, was Russland zur Wiederbelebung der griechischen Wirtschaft beitragen könnte, wies Dmitriew besonders auf «Russlands Fachkenntnisse bei Fracht- und Fahrgastverkehr» hin und bot Griechenland die Teilnahme an einem der Schlüsselprojekte der Transsibirischen Eisenbahn an. «Russische Investitionen in griechische Eisenbahnen könnten einen Synergieeffekt für ein weiteres ehrgeiziges Projekt erzielen – die Verlängerung des russischen Schienennetzes (mit der grösseren Spurweite von 1,52m) bis nach Bratislava und Wien. Diese neue Verbindung könnte den Container-Massentransport von Ostasien bis ins Herz Europas über die Transsibirische Eisenbahn in Gang setzen. Für die griechischen Eisenbahnen könnte dieses Projekt neue, ausserordentliche Möglichkeiten für den Güterverkehr eröffnen und das nationale Eisenbahnsystem wiederbeleben.» Doch Dmitriew wies auch auf vorhandene Opposition gegen diese Pläne hin, als er sagte: «Unsere EU-Verhandlungspartner sind nach wie vor nicht überzeugt.»
Dmitriew sprach auch von «grossen Möglichkeiten für Allianzen auf dem Gebiet des Schiffsverkehrs». Das ergebe sich aus der Tatsache, dass Griechenland der weltweit grösste Schiffsbetreiber nach Tonnage und der fünftgrösste bezüglich der Zahl von Handelsschiffen sei. Teil dieser Zusammenarbeit könnten auch Investitionen in griechische Häfen und die Verbesserung der Verbindungen zu Russlands Schwarzmeerhäfen sein.
Ein weiterer von Dmitriew angesprochener Wirtschaftsbereich war die Landwirtschaft, für die Russland «nach wie vor ein nahezu unberührter Exportmarkt für Griechenland ist», da Griechenland bestimmte landwirtschaftliche Produkte erzeugt, die in Russland nicht hergestellt werden. Da die gegenwärtige Politik der EU Griechenlands Landwirtschaft schon schwer beschädigt hat, könnte Griechenland auch hier ein Stück Souveränität zurückerobern. •
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