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Z. 1534 Erwähnung gcthan. Ganz dasselbe gilt auch für das Gesicht. Frauen in diesem Zustande Halen ein ohne Vergleich größeres Sehvermögen, als in gewöhnlichen Tagen. Dieß ist der Zeitpunkt, wo man mit ihnen arbeiten muß, wenn man so glücklich ist, sie in demselben bekommen zu könne». Es ist dieß aber nur schwer zu erlangen, in den meisten Fällen geradezu unmöglich. Doch ist es mir gelungen, eine genügsame Anzahl Er» fahrnngen einzusammeln, um zu festen Ergebnissen zu gelangen. Ich kann hier freilich die Zeugen meiner Beobachtungen nicht Wohl namentlich aufführen, man wird mir aber auch ohne dieses den Glauben nicht versagen. Die Versuche wurden mit sechs verschiedenen Frauen und Mädchen angestellt. 1^. X. s brauchte gewöhnlich in der Dunkelkammer zwanzig Minuten, bis sie ihre Hände licht erkannte; als ich aber in ihren Menstruen nur eben die Fensterluckcn geschlossen hatte, sah sie fast unverzüglich die Leuchten ihrer Finger. — b ("^ ^durfte gewöhnlich eine halbe Stunde, bis sie sah:
in Menstruell fand ich sie schon nach ein paar Minuten ihrer Hände, meines Kopfes, der Gvpskrhstalle, selbst der schwächeren Magnete ansichtig. Ich hatte ebendieselbe ("') zu verschiedenen Zeiten meine Magengrube im Finstern beschauen lassen, sie hatte ihre Stelle aber kaum Heller gesehen, als meine übrige Brust. In Menstruell jedoch sah sie da einen thalergroßen Fleck, der sich durch sein Licht sehr auszeichnete. — 5l. es'". erschien gewöhnlich nach Fcnstcrlnckenschluß die ganze Dunkelkammer nacht und schwarz; in Menstruen dagegen hatte diese Schwärze einen eigenthümlich weißlichen Schleier; einige Minuten nachher bildeten sich aus diesem heraus die lichten Gestalten ihrer Hände nnd aller odleuchtenden Gegenstände um sie her. Ihre Finger, über welche sonst die Leuchten nur um die Hälfte hinausgingen, erschienen jetzt dreifach so lange beflammt; nnd während sie sonst reichlich mit Nebel und Rauch besetzt schienen, löste sich jetzt diese in eine klare reine Odflamme auf. — 5l. 6 s") brauchte gewöhnlich über eine Stunde in der Dunkelkammer, bis sie zu sehen anfing; in Menstruen sah sie nach einer Viertelstunde jeden ihrer Finger so lange beflammt, als er selbst war. — 51. e s"^ war gewöhnlich, wenn sie von Schnupfen befallen war, unbrauchbar in der Dunkelkammer und sah dann fast nichts; als dieß sich einmal in den Katamenien zutrug, sah sie zwar nicht so klar wie sonst in diesem Zustande, aber sie sah doch so gut, als in den Tagen gewöhnlicher Gesundheit; die Katamenien hatten daher dem Schnupfen so zu sagen die Wage gehalten. — ^. f("°) sah an den Wänden der Dunkelkammer gewisse schattenähnliche Erscheinungen, von welchen ich später reden werde, gewöhnlich nur auf zwei Spannen Abstand; in Menstruen aber gewahrte sie dieselben auf beinahe zwei Schritte Entfernung.
Die Sehkraft war bei der Einen, 51. e^°'), schon nahe vor den Menstruell, die sich durch angelaufene Füße voraus ankündeten, gewachsen; bei der Andern, IV. d s'"), zeigte sie sich an, ersten Tage derselben am stärksten; bei der Dritten, <l ("1, erreichte sie erst am zweiten Tage
die größte Stärke. — Bei der zweiten hatten die Blutungen den regelmäßig» sten Verlauf und die bei ihr vorkommenden Erscheinungen kann man als die normalsten betrachten. Bei ihr war die Sehkraft regelmäßig am
zweiten Tage schon sehr gesunken, und am dritten kaum noch von gewöhnlichen Zeiten verschieden.
Bei ?i. K kamen selbst »litten im Verlaufe der Katamenien,
wo sie überaus sensitiv war, Jntermittenzen und Remittcnzen, und zwar öfters ziemlich zahlreich, vor. Sie traten schnell ein und verschwanden nach einer oder zwei Minuten wieder. Diese Erscheinung hängt also nicht nothwendig mit der Schwäche der Sensitivität zusammen, wenn sie gleich ihr häusiger sich zugesellt, sondern sie tritt selbst bei den höchsten Graden der odischen Reizbarkeit ein und beruht also auf andern Ursachen, als ans sen» sitiver Schwäche.
tz. 1669. «. 7 i."") litt, während sie in Menstruen bei mir in der Dunkelkammer war, an öfters sich wiederholenden Schwindelanfällen. So oft sie von einem solchen ergriffen wurde, hörte ihr Sehvermögen ganz» lich auf, die Dunkelkammer versank für sie in Nacht. Sowie der Schwindel vergangen war, stellte sich unverzüglich das Sehvermögen wieder her. Die Dauer dieser Odblindheit dauerte jedesmal nicht länger als eine halbe Minute. — ss. 8 s'") sah in gewöhnlichen Zeiten die Polarflammen von Magneten und Krhstallen nur einfarbig; in Menstruen erkannte sie in diese Farbe eine Iris eingehüllt, die durch sie hindurch leuchtete.
So weit meine Erfahrungen bis nun reichen, so sind die Katamenien, als ein normaler Gesundheitszustand betrachtet, das größte mir bekannte Steigerungsmittel der Sensitivität, namentlich aber für das Sehvermögen.
7) Die Schwangerschaft.
H. 1670. Unmittelbar reiht sich die Schwangerschaft hier an; ich habe sie in allen Stücken in Bezug auf Sehkraft von Odlicht den Katamenien vollkommen gleich gefunden. Während der Jahre, über welche gegenwärtige Untersuchungen fortgesetzt wurden, kamen vier von den Frauen, die sich daran betheiligten, in die Hoffnung. Die Versuche, die ich mit ihnen in dieser Periode anstellte, bewiesen, daß die sensitive Reizbarkeit sehr erhöht und immer derjenigen gleich war, die ich an den Menstruen bei ihnen wahrgenommen hatte. Sie dauerte auch nach der Entbindung noch einige Monate in ziemlich gleicher Stärke fort, und ich bin versucht zu glauben, daß sie nicht abnehmen wird, so lange die Mutter ihre Kinder an der Brust nähre. Ueber letzteres habe ich jedoch noch nicht hinreichend zahlreiche Beobachtungen sammeln können und kann es daher vorläufig nur als sehr wahrscheinlich aufstellen.
Z. 1671. Eine von diesen Frauen, die gewöhnlich im Finstern sehr gut Odlicht sah, kam eines Tages zu mir in die Dunkelkammer. Zu ihrem und meinem nicht geringen Erstaunen war sie beinahe odblind; sie sah nicht einmal die stärksten Odlichterscheinungen. Vier Wochen nachher kam sie wieder zu mir und sah nun so gut, als je zuvor. Als sie gar nichts sah, war sie ebenso gesund als jetzt, sie hatte nur über etwas eingenommenen Kopf geklagt. Als ich mit Fragen in sie drang,. um die Ursache dieses räthselhaften Gesichtswechsels zu ergründen, theilte sie mir den Umstand mit, daß sie einige Tage zuvor ihr Kind, das sie an der Brust genährt, davon weggenommen und entwöhnt hätte. — Da nun die Schwangerschaft und das Säugen die sensitive Reizbarkeit erhöhen, so scheint in der Entwöhnung, welche einen rückwärts gehenden Akt dieser Art ausmacht, ein Grund zu liegen, welcher auch gegen die Sensitivität wirkt, so sehr, daß er sie zeitweilig aufhebt. — Diese Beobachtung bedarf der Vervielfältigung, wozu ich bis jetzt Gelegenheit nicht fand.
8) Die Ohnmacht.
Z. 1672. Frl. Zinkel gcrieth während einer Arbeit in der Dunkelkammer schnell in eine Ohnmacht und siel in einiger Entfernung von mir zu Boden. Ich bemühte mich, sie zur Besinnung zu bringen. Als ihr das Bewußtfeyn zurückkam, war ihre erste Aeuszerung eine Verwunderung und ein Bedauern darüber, daß ich die Dunkelheit unterbrochen und Licht ins Zimmer gelassen, d. h. die Arbeit unterbrochen habe. Dieß war aber nicht geschehen, ich hatte nicht geöffnet und die schwärzeste Finsterniß umgab uns beide. Sie aber sah beim Weichen der Ohnmacht so außerordentlich stark alles Odlicht im Zimmer, alle Maschinen, Kasten, Tische, Gerälhe und Zimmerwände, wie an einem trüben Tage oder ini Dämmerlichte, daß sie in, ersten Augenblick glaubte, es fey Tageshelle darin. Diese Helle war aber nur eine odische und ehe eine Minute verstoß, schwand sie ihr wieder aus dem Gesichte, wie ihr Befinden rasch sich wieder herstellte.
Ohnmacht ist also noch ein höheres Steigerungsmittel der Sehkraft als Menstruen und Schwangerschaft; aber es ist kein gesundes, sondern ein aus einem Krankheitszustande herrührendes.
S) Krämpfe.
K. 1673. Es ist eine schwierige Sache, die Sehkraft von Sensitiven in Krankhcitszuständcn zu beobachten, denn krank kann man sie nicht in die Dunkelkammer bekommen. Und doch würde hier sehr viel Aufklärung zu schöpfen sehn. Spitalärzte würden da der Wissenschaft große Dienste leisten können, wenn sie sich dieselbe angelegen sehn lassen wollten. Krämpfe, so» wert ich von ihrem Verlaufe im Finster« Erfahrungen einsammeln konnte, sind ganz vorzugsweise geeignet, die Sehkraft zu steigern. Frl. Mair s") hatte oftmals nächtliche Krampfanfälle. Wenn sie dann ohne Licht war, so sah sie die Leuchte des ihr gegenüberliegenden Magnets bei weitem verstärkt, größer, Heller, die Polflammen länger, das ganze Hufeisen weißglühend, in Feuer und Flamme, wie sie sich ausdrückte. Frl. Nowotny, Girtler, Weigcmd, Beyer, Sturinann, Atzmannsdorfer, Frau Kienesberger sahen alle bei nächtlichen Krämpfen die Metallgeräthe in ihren Zimmern, Thüren und Fenster» beschlöge, Schlüssel, Uhren, Messer, silberne Löffel, besonders aber Magnete vielfach Heller und stärker leuchtend werden, als in ruhigen Zuständen. Die Frl. Reichels sah ich mehrmals nach Krämpfen schon in der Abenddämmerung mit Magnetlicht, das sie sah, spielend beschäftigt.
Der Krampf ist also eines der wirksamsten Vcrstärknngsmittel des sensitiven Sehvermögens.
10) Wärme und Kälte.
Z. 1674. Wenn die Temreratur in der Dunkelkammer so weit sank, daß die Kühle mißbehaglich zu werden anfing, so sahen auch die höher Sensitiven nicht mehr gut die Leuchten des Odes. Frl. Zinkcl "><>) war einst bei mir Winterszeit in der Dunkelkammer, die ich zuvor gut hatte einheizen lassen. Sie sah auch, so lange es warm war, recht gut ihre Hände mit singerlangcn Flammen besetzt. Da ich aber das Feuer nicht unterhalten konnte und sie in etwas leichten Zeug gekleidet war, so wurde es ini Zimmer allmalig kalt und sie sing an, etwas zu frieren. Wie nun die Kälte im Zimmer zunahm, nahm die Sehkraft der Sensitiven gleichen Schrittes ab.
Die Kälte schwächt also das sensitive Sehvermögen und eine behagliche Wärme ist unerläßlich, um es in Kraft zu erhalten.
11) Der Katarrh.
S. 1675. Erkühlung, in welchen Formen immerhin sie vorkommen möge, und der daraus entspringende Katarrh haben überall großen Einfluß auf das sensitive Sehvermögen. Hr. Direktor Heinrich Löw^'Z hatte in meiner Dunkelkammer ein gutes mittleres odsichtiges Auge entwickelt. Eines Tages ließ er sich wieder ins Finstere einschließen und zwar in Gesellschaft der Frl. Poppe, deren Sensilivität nur um weniges höher steht, als die seinige. Als aber die Fräulein schon recht gut sah, sah ihr Begleiter noch immer gar nichts. Wir verweilten über vier Stunden im Finstern; Fraulein Poppe sah zu Ende ganz vortrefflich, das ganze Zimmer wurde ihr helle, aber Hr. Dr. Low blieb beinahe odblind. Es ergab sich, daß er an einem mäßigen Katarrh litt. Als er einige Tage später, nachdem er genesen, wieder zu mir kam, sah er auch wieder vortrefflich. — Hr. Leopolder '") war zweimal in einem ähnlichen Falle; beide ersten Besuche, die er mir in der Dunkelkammer machte, waren fruchtlos, und ich verzweifelte schon gänzlich an seiner Sehkraft. Als er aber unverdrossen das Drittemal sich in die Finsterniß stellte, bewies er ein ganz gutes Gesicht für Odleuchten aller Art. Beide ersten Male hatte er Schnupfen, das Drittenial war er gesund. — Frau Johanna Anschuß (") war eben in Genesung von einem Katarrh begriffen, als sie zu mir ins Finstere kam. Sic sah zwar Odleuchten, aber lauge nicht so klar, als es ihrer ziemlich hohen Sensitivität entsprechend hätte scyn sollen. Dieselbe Beobachtung hatte ich an Superintendent Pauerj") zu machen, der enrhnmirt, weit schwächer im Finstern sah, als dem Maaße feiner Reizbarkeit nach zu erwarten war. Hr. Custvs Kollar s") hatte sich Abends auf dem Wege zu mir her erkältet und fühlte die Folgen davon bald an Eingenommenheit des Kopfes. Den andern Morgen brachte ich ihn noch nüchtern in die Dunkelkammer; es half aber nichts. Trotz einer sehr ausgesprochenen mittleren Sensitivität sah er im Finstern fast gar nichts. Sein Zustand ging dann schnell in vollständigen Katarrh über. —> Bei Frl. Beyers") war ein Schnupfen im Anzüge; dieß machte, daß sie bei weitem schwächer und undeutlicher Odlicht sah, als kaum drei Tage vorher, wo sie gesund war. Ein andermal^«"), da sie wieder mit Katarrh ins Finstere kam, war sie gleichzeitig in Menstruell; eines hielt dem andern das Gleichgewicht, und ihr Sehvermögen hielt das gewöhnliche Maaß gesunder Tage. Frl. Karhan s'°") sah beim ersten Besuche der Dunkelkammer vollkommen gar nichts. Beim zweiten Besuche, einige Wochen später sah sie s"') Odlicht vollkommen gut. Der Unterschied lag bloß darin, daß sie das Erstemal schwach Schnupfen hatte, das Zweitemal gesund war. Das kleine Uebelbesinden einiger Schleimhäute hatte so gänzlich ihr Nervensystem ergriffen, daß sie davon vollständig odblind geworden. — Derselbe Fall trug sich mit Hrn. vr. Kollers") zu. — Achnliche Herabstimmungen fand ich bei Frau Jos. Fenzl s"). — Frl. Zinkel s'") war in einen kalten-Regen gerathen und litt den folgenden Tag katarrhalen Zahnschmerz. In diesem Zustande prüfte ich sie in der Dunkelkammer. Niemals aber hatte ich sie so schwach an Sehvermögen gefunden, als dießmal. Sie sah alle Odlichte theilS nur wie dumpfe Nebel, theils gar nicht. — Frau Hcintls"), im Schnupfen, sah über alle Erwartung schwach im Finstern.