Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03172.jsonl.gz/1571

«Als Erstes begegnete ich einem Achtzehnjährigen aus Mariupol»: In Olgas Gedächtnis hat sich jener Tag im März 2022 fest eingeprägt. Gleich zu Beginn der russischen Bombardierungen wurde das Haus des jungen Mannes zerstört, kurz darauf fand er sich jenseits der Grenze wieder – zunächst in Taganrog, dann in St. Petersburg. Einen «ziemlich verstörten» Eindruck habe er gemacht, den Menschen immer tief in die Gesichter geschaut. Wie die russische Bevölkerung zum Krieg stehe, wollte er wissen, aber niemand habe auf seine Blicke reagiert. «Mir schien, das hat ihm schwer zu schaffen gemacht», erinnert sich Olga, die ihren Nachnamen aus Angst vor Repression nicht in der Zeitung lesen will. Die Familie des jungen Mannes blieb in Mariupol zurück, er reiste von St. Petersburg aus weiter nach Estland.