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Thelma GrayNachruf von John Holmes*)
Der Tod von Thelma Gray weckt lebhafte Erinnerungen an eine bemerkenswerte Persönlichkeit und eine vergangene Ära.
1932 schrieb ich an Sid Bowler in Haverfordwest und bat um Auskunft über den Welsh Corgi, über den ich gelesen hatte. Die gleichen Fragen stellte ich in einem Brief auch an Thelma Gray, die mit ihrem Rozavel Zwinger die führende Pionierin ausserhalb von Wales war. Ich erkundigte mich auch bei beiden, ob sie Hündinnenwelpen zum Verkauf hatten und zu welchem Preis.
Thelma schrieb mir einen langen und ausführlichen Brief und bot mir einen weiblichen Welpen zum Preis von 3 Guineas an. Sid Bowler hatte weniger zu sagen, bot mir aber einen Welpen für 2 Guineas an und seinen erfolgreichen Deckrüden Bowhit Prince für 1 Pfund. Das erschien mir als ein vorteilhafterer Handel und so wurde ich stolzer Besitzer einer brindle und weissen Hündin, die ich als Nippy of Drumharrow registrieren liess.
Nachdem Nippy einen Wurf von Prince gehabt hatte, schrieb ich an Thelma mit der Frage, ob sie den erfolgreichen Deckrüden Crymmych President gegen einen Welpen anstatt Deckgeld zur Verfügung stellen würde. Sie antwortete, dass sie von President keinen Welpen wünsche, dass sie aber einen vielversprechenden Sohn von ihm habe, von dem sie einen Welpen nehmen würde. Sein Name war Rozavel Red Dragon und er hatte bereits zwei Hündinnen gedeckt, wovon eine 5 Welpen gebar, 4 davon mit Stummelrute.
Nippy of Drumharrow
Thelma war sehr beeindruckt von Nippy und wünschte einen Hündinnenwelpen, die später Ch. Rozavel Gwyneth wurde. Nippy war immer Dragons bevorzugte "Braut" und gebar fast 40 Welpen von ihm. Ich züchtete auch mit Nippys Tochter von Bowhit Prince und Thelma kaufte eine grosse Anzahl Welpen von mir zu viel besseren Preisen als ich in Schottland erzielen konnte.
Ch. Rozavel Gwyneth
Sie sagte mir einmal, dass sie von meiner Beschreibung her immer genau wusste, wie der Welpe aussah, bevor sie ihn aus seiner Kiste nahm. Ich betrachtete dies als ein grosses Kompliment.
Ich traf Thelma erstmals 1936 auf einer Ausstellung in Perth, wo CCs an Corgis vergeben wurden. Richterin war Rosemary Early (Cogges), jetzt Rosemary Lee, eine sehr gute Freundin, die jetzt ganz in unserer Nähe wohnt. Sie kam in einem "Baby" Austin 7 aus Witney in Oxfordshire angereist.
Baby Austin 7
Das war das erste Mal, dass ich andere Corgis als meine eigenen sah, und zu meinem Schrecken stellte ich fest, dass die berühmte Thelma Evans (Thelmas Mädchenname) Hunde in jeder Klasse gemeldet hatte. Aber zu meiner Überraschung und Freude erhielt Nippy das CC, das einzige Mal, dass diese Auszeichnung an einen brindle Pembroke ging. Thelma, immer bereit einem Anfänger zu helfen, riet mir Nippy vermehrt auf CC-Ausstellungen zu zeigen und sie gewann noch zwei Reserve CCs, bevor der Krieg den Ausstellungen eine Ende setzte.
Als der Krieg zu Ende ging, war ich nach England gezogen und Thelma und ich trafen uns oft auf Ausstellungen, als Mitglieder des Vorstandes der Welsh Corgi League und bei Trainingsstunden unter der Leitung des verstorbenen Ehepaars Bob und Audrey Montgomery (meine Mentoren im Obedience Training) in Guildford.
Obwohl Thelma ihre Hunde bis zur Anfängerklasse trainierte und eine Reihe von Junghunden zu den Trainingsstunden brachte, trainierte Audrey Montgomery Corgis und Schäferhunde für Konkurrenzen und Prüfungen.
Als ich mit Ausstellen aufhörte, verlor ich mehr oder weniger den Kontakt zu Thelma, bis meine Frau und ich 1979 nach Australien reisten. Wir trafen sie auf der Melbourne Royal, wo sie ausstellte und richtete aber trotzdem noch Zeit fand, uns die Hundeszene in Australien zu erklären.
Wir hielten uns eine Zeit in der Nähe von Adelaide bei Jackie Troughton auf, die bevor sie auswanderte mit uns zusammen arbeitete. Sie führte uns zum Rozavel-Zwinger in den Hügeln östlich von Adelaide. Es waren nur zwei Corgis vorhanden (der eine aus der Zucht der Königin), aber eine Menge Beagles und Chihuahuas und einige Rottweiler. Als wir beschlossen, einen Australian Cattle Dog zu importieren, half uns Thelma bei der Wahl.
Während unseres zweiten Aufenthaltes in Australien 1983 besuchten wir eine Open Air-Ausstellung in der Nähe von Adelaide. Für diese Ausstellungen treffen alle Aussteller früh ein, stellen ihre Zelte auf und lassen sich für den ganzen Tag nieder. Wir wussten, dass Thelma auch dort sein würde und wir fanden sie und und ihren Sohn Jeremy bei ihrem Zelt, umringt von einem "Auslauf", der von Dutzenden von Chihuahuas bevölkert zu sein schien.
Da die Chihuahuas erst später an der Reihe waren, hatten wir genügend Zeit, um über alte Zeiten zu plaudern. In besonders guter Erinnerung war uns beiden der Streit um die brindle Pembrokes und wir waren uns immer noch einig, dass es ein Schritt in die falsche Richtung ist, eine Farbe zu disqualifizieren, die in einer Rasse bereits akzeptiert ist.
Nach unserer Rückkehr nach England kam ein Anruf von Jackie, dass sie Thelma im Spital besucht und den Eindruck erhalten hatte, dass es ihr gar nicht gut ging. Beim nächsten Anruf, teilte sie mit, dass Thelma nach Hause zurückgekehrt sei, dass ihr die Ärzte aber nur noch ein paar Monate gegeben hatten. Darauf rief ich Thelma an und war erstaunt, wie fröhlich sie klang.
Sie erzählte, dass sie für alle ihre Beagles, Corgis und Rottweiler Plätze gefunden hatte mit Ausnahme von zwei Rottweilern, die Jeremy behalten würde. So lange sie noch auf Ausstellungen gehen könne, werde sie den grössten Teil der Chihuahuas behalten, habe aber für alle bereits neue Plätze gefunden. Sie hatte auch Vorkehrungen getroffen, wo Jeremy nach ihrem Tod wohnen sollte, und weit davon entfernt, sich selbst zu bemitleiden, schien sie im Gegenteil froh zu sein, dass ihr noch genug Zeit gegeben war, alles zu organisieren.
Als ich sie nach den zwei Monaten, die man ihr gegeben hatte, erneut anrief, war sie immer noch guter Laune und meinte lachend: "Es fällt ihnen nicht leicht, mich los zu werden". Danach hörten wir, dass sie wieder im Spital war, voraussichtlich zum letzten Mal.
Rosemary Lee war über Weihnachten zu ihrer Tochter und Enkelkindern nach Australien gereist. Als Erstes wollte sie Thelma im Spital besuchen. Aber zwei Tage vor Rosmarys Abreise, erhielten wir einen Anruf von Jackie, dass Thelma während der Nacht friedlich eingeschlafen war.
Niemand war mehr darauf erpicht zu gewinnen als Thelma Gray, aber ich hörte nie, dass sie sich beklagte, wenn sie verlor - auch nicht zuletzt. Sie war eine bemerkenswerte Persönlichkeit und ich fühle mich privilegiert, dass ich sie zu meinen Freunden zählen durfte.
*) John Holmes (1913-2000), Formakin Pembrokes
Aus The Welsh Corgi League Handbook 1985 (nach Dog World).
Übersetzung: ANo