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Ich kann mich noch gut an eine Zeit vor den Smartphones erinnern. Und ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der es solche Geräte bereits gab, ich mich jedoch weigerte, mir eines zuzulegen. Die Vielzahl an Möglichkeiten, welche die neue Technologie bietet, sich mehr und mehr von einer virtuellen Wirklichkeit absorbieren zu lassen, war mir zutiefst suspekt.
Düstere Zukunftsszenarien à la «1984» schwebten mir vor: Das Smartphone als Mittel einer kollektiven Gehirnwäsche, das Smartphone als Opium für das Volk. Ich beobachtete, wie die Menschen zu Zombies wurden, die permanent in grelle Bildschirme starrten. Ich amüsierte und entsetzte mich zugleich über den Anblick der wandelnden Horden, welche sich ohne aufzublicken durch die Stadt bewegten. Und ich machte zynische Bemerkungen über das Zeitalter von «smart phones and stupid people» und malte mir aus, wie der Stadtverkehr, als darwinistischer Selektionsmechanismus unserer Ära, das Wachstum der Zombiepopulation allmählich ganz natürlich regulieren würde.
Das Gerät in meiner Tasche vibriert. Ich widerstehe dem Drang, meinen Schreibprozess zu unterbrechen, um die neue Whatsapp-Nachricht zu lesen. Ich brauche mein Smartphone nur für unverzichtbare Aufgaben. So unterscheide ich mich von den Zombies. «Doublethink» nannte Orwell den Vorgang bewusster Realitätsverleumdung. Es vibriert erneut. Jetzt muss ich ran. Es könnte doch wichtig sein!