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Millionärin Hillary: «Eine Demokratie nicht nur für Milliardäre»
- Samstag, 13. Juni 2015, 20:37 Uhr
US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat sich in ihrer ersten grossen Wahlkampfrede als Kämpferin für die Mittelschicht präsentiert. «Amerika kann nicht erfolgreich sein, wenn ihr nicht erfolgreich seid», sagte die frühere Aussenministerin.
An ihrer ersten grossen Wahlkampfrede sprach die frühere First Lady vor mehreren Tausend jubelnden Anhängern auf Roosevelt Island in New York. Immer wieder betonte sie, dass die Wirtschaft nicht nur die Taschen einiger weniger Reicher füllen dürfe. Jeder müsse profitieren. Die Aussenpolitik hingegen sprach Hillary Clinton nur am Rande an.
Als ehemalige Aussenministerin kenne sich Hillary Clinton auf diesem Gebiet zwar gut aus, sagt SRF-Korrespondent Beat Soltermann. «Aber sie setzt den Fokus stärker auf die Innenpoltik, auf die Wirtschaft – so wie 1992 ihr Mann Bill das schon getan hat, der dann gegen Bush Senior gewonnen hat.»
Für alle Amerikaner
«Ich trete nicht für einige Amerikaner, sondern für alle Amerikaner an», sagte Clinton. Sie wolle für steigende Löhne in der Mittelschicht sorgen und für bessere Aufstiegschancen für die Armen. Die Demokratie dürfe nicht nur für «Milliardäre und Unternehmen» da sein, sagte Clinton, die selber Millionen verdient. Ausserdem wolle sie sich für die Rechte von Homosexuellen, einen Weg für undokumentierte Einwanderer zur Staatsbürgerschaft und den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen.
Die Republikaner brandmarkte Clinton als Partei der Gestrigen. «Es mag einige neue Stimmen im republikanischen Präsidentschaftschor geben, aber sie singen alle die gleiche Melodie, ein Lied mit dem Namen ‹Yesterday›», sagte Clinton in Anspielung auf den gleichnamigen Beatles-Hit.
Clinton zählt auf Obamas Wählerschaft
Clinton hatte ihre Bewerbung im April erklärt und gilt als grosse Favoritin für die Kandidatur der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2016. «Clinton zählt auf die bunte Koalition aus Schwarzen, Hispanics, Frauen, Städtern und Jungen, die Obama zweimal ins Weisse Haus gewählt haben», sagt Soltermann. Hillary glaube, weniger auf die Mitte angewiesen zu sein, wenn sie diese Koalition am Ende an die Wahlurne bekomme.
Bislang bemühte sie sich um einen bescheidenen Auftritt und fuhr etwa in einem Kleinbus quer durchs Land, um den direkten Kontakt zu Wählern zu suchen. In Umfragen liegt die 67-Jährige weit vor der innerparteilichen Konkurrenz. Vor acht Jahren hatte Clinton den demokratischen Vorwahlkampf gegen Barack Obama verloren, der nach zwei Amtszeiten im Weissen Haus nicht mehr antreten darf.
Offener Ausgang bei den Republikanern
Bei den Republikanern zeichnet sich dagegen ein offeneres Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2016 ab. Bislang haben zehn Politiker ihre Bewerbung erklärt, darunter die Senatoren Marco Rubio, Ted Cruz und Rand Paul.
Am Montag dürfte der ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush, dazukommen. Erwartet wird zudem die Bewerbung von Wisconsins Gouverneur Scott Walker.
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