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Allgemein bezeichnet man Substanzen, die zum Auffüllen des Gewebes verwendet werden als auf Deutsch "Füller" bzw. Englisch "Filler". Hierbei kann es sich um körpereigenes Gewebe (autologer Filler, z.B. Fettgewebe) oder körperfremdes Material (alloplastischer Filler, z.B. Hyaluronsäure) handeln. Die Auffüllung des Gewebes kann durch Einpflanzung (Implantation) oder Einspritzung (Injektion) erfolgen. Umgangssprachlich wird der Begriff "Filler" meist für injezierbare, künstlich hergestellte Substanzen verwendet, die in der ästhetischen Medizin zum Auffüllung von Hautfalten und zunehmend auch zur Augmentation (Vergrösserung) des Gewebevolumens eingesetzt werden.
Im Jahr 1977 wurde der erste resorbierbare Filler aus Rinderkollagen (Zyderm®) in den USA zugelassen. Ab 1981 waren Kollagenfiller auch in Europa zugelassen und galten lange als Goldstandard der minimal-invasiven Faltenbehandlung. Nachteilig waren aber sowohl die erforderliche Vortestung wegen möglicher allergischer Reaktionen als auch die relativ kurze Wirkdauer. Seit den 90er Jahren lösten daher zunehmend Filler aus Hyaluronsäure diejenigen aus Kollagen ab. Hyaluronsäure ist neben dem Kollagen ein wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes, aber im Gegensatz zum Kollagen kein Eiweiss sondern ein Zuckerderivat und deshalb nicht allergen. Erst im Jahr 2003 wurde der erste Hyaluronsäurefiller (Restylane®) in den USA zugelassen. Seitdem stellen Hyaluronsäurefiller die weltweit meist verwendeten Sustanzen zur minimal-invasiven Faltenbehandlung dar. Andere resorbierbare Filler aus Poly-L-Milchsäure (Sculptra®) und synthetischen Kalziumhydroxylapatit-Mikrosphären (Radiesse®) spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle bei speziellen Indikationen, wie dem sogenannten "Liquid Lifting". Zur Reduktion der Schmerhaftigkeit beim Injezieren wurden 2008 erstmals Hyaluronsäurefiller mit dem Zusatz eines Lokalanästhetikums hergestellt (Juvederm® ULTRA), was eine komfortablere Behandlung vor allem der empfindlichen Gesichtsareale ermöglichte.
In der ästhetischen Medizin lassen sich grundsätzlich drei Arten von Fillern unterscheiden:
- Resorbierbare (nicht-permanente) Filler: Die Substanz kann vom Körper vollständig abgebaut werden, der Effekt ist daher vorübergehend (z.B. Hyaluronsäure).
- Partiell resorbierbare (semi-permanente) Filler: Die Substanz enthält vom Körper abbaubare und nicht-abbaubare Bestandteile. Der Effekt ist daher teilweise bleibend.
- Nicht-resorbierbare (permanente) Filler: Die Substanz kann vom Körper nicht abgebaut werden, der Effekt ist daher bleibend.
Der genaue Wirkungsmechanismus der verschiedenen Filler ist sehr unterschiedlich und im Einzelfall nicht immer vollständig bekannt. Die grundsätzliche Wirkung jedes Fillers besteht jedoch in einem Volumeneffekt. Mit einem Filler lässt sich verloren gegangenes Volumen in der Haut oder tieferen Gewebeschichten ersetzen, wodurch Hautfalten geglättet und die Haut indirekt gestrafft werden kann. Darüber hinaus können Gesichtskonturen durch die gezielte Injektion von Fillern, ähnlich wie durch das Einbringen von Gesichtsimplantaten, verändert werden.
Ein wesentlicher Vorteil von resorbierbaren Fillern gegenüber nicht oder teilweise resorbierbaren Fillern ist die vollständige Abbaubarkeit im Körper. Hierdurch lassen sich langfristige Komplikationen und dauerhafte Nebenwirkungen, wie Fremdkörperreaktionen mit Entzündungen und Vernarbungen (sogenannte Granulome) vermeiden, die nur schwer behandelbar sind. Von der Verwendung permanenter und semi-permanenter Filler zur minimal-invasiven Faltenbehandlung wird heute allgemein abgeraten.
Resorbierbare Filler bestehen heute vorwiegend aus Hyaluronsäure. Hierbei handelt es sich um ein Zuckermolekül, das natürlicher Bestandteil des Bindegewebes der Haut und anderer Organe ist, wodurch das Risiko von Unverträglichkeitsreaktionen minimal ist. Durch den Alterungsprozess, Umwelteinflüsse und andere Faktoren nimmt die feuchtigkeitsbindende Hyaluronsäure in der Haut kontinuierlich ab. Der Feuchtigkeitsverlust führt zusammen mit dem altersbedingten Elastizitätsverlust der Haut zur Faltenbildung. Hyaluronsäure Filler binden Feuchtigkeit in der Haut und können verloren gegangenes Volumen wiederherstellen und Falten glätten. Die Hyaluronsäure wird zwar vom Körper vollständig abgebaut, durch ihre starke Vernetzung ist der Abbau aber so langsam, dass ein lang anhaltender Effekt der Behandlung gewährleistet ist.