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Das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, beschreibt ein Phänomen, das geschätzt zwischen 50-80% der Frauen im gebärfähigen Alter mehr oder weniger stark betreffen kann. Symptome von PMS können physischer sowie psychischer Natur sein und zwischen zwei Wochen bis einige Tage vor der Menstruation auftreten. Die Symptome werden in drei Kategorien aufgeteilt, in somatische Symptome (z.B. Blähungen und gesteigerter Appetit), in kognitive Symptome (z.B. Verwirrung und schlechte Konzentration) und Verhaltenssymptome (z.B. sozialer Rückzug). PMS führt häufig zu einer funktionalen Beeinträchtigung und die Symptomatik scheint Ähnlichkeiten mit postnatalen depressiven Symptomen zu haben.
Das vorliegende Review sammelte die aktuellen Studien, die sich mit der Frage der Beziehung zwischen PMS und postnataler Depression in Bezug auf Ätiologie, Pathologie und Anfälligkeit auseinandergesetzt haben. Deckungsgleich mit der bestehenden Literatur, wiesen die meisten Studien auf einen Zusammenhang hin, wobei PMS zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit führte, eine postnatale Depression zu entwickeln. Auf diesen Zusammenhang können verschiedene Faktoren, wie der sozioökonomische Status, Bildung, Alter sowie die Persönlichkeit einen Einfluss haben.
Quelle:
Amiel Castro, R., Pataky, E., & Ehlert, U. (2019). Associations between premenstrual syndrome and postpartum depression: A systematic literature review. Biological Psychology, 147, 107612.
Eine perinatale Depression ist eine multifaktorielle Störung, das heisst, die Störung ist von verschiedenen Einflüssen abhängig. ForscherInnen untersuchten verschiedene mögliche Risikofaktoren für die Entstehung einer perinatalen Depression, wie beispielsweise eine Depression vor der Schwangerschaft, eine Vorgeschichte mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) oder dem prämenstruellen dysphorischen Syndrom (PMDD). Die vorliegende Studie untersuchte den Zusammenhang mit den vorher genannten möglichen Risikofaktoren und der Entwicklung einer perinatalen Depression mit gesunden Frauen in der späten Schwangerschaft bis 6 Wochen nach der Geburt. Es zeigte sich, dass Frauen, welche früher bereits an einer Depression erkrankt sind, doppelt so häufig perinatale depressive Symptome aufwiesen, wie Frauen ohne vorherige Depression. Zudem hatten Frauen mit Symptomen von PMS oder PMDD vor der Schwangerschaft eine erhöhte Wahrscheinlichkeit depressive Symptome während der späten Schwangerschaft und nach der Geburt zu entwickeln.
Quelle:
Pataky, E. A., & Ehlert, U. (2019). Longitudinal assessment of symptoms of postpartum mood disorder in women with and without a history of depression. Archives of Women’s Mental Health, 23(3), 391–399.
Wie hängen Stillen, pränatale Depression und der IQ des Kindes zusammen? Mit Hilfe von Daten einer longitudinalen Studie (Avon Longidtudinal Study of Parents and Children) wurde dieser Zusammenhang untersucht. Die Mütter wurden gebeten in der 32. Schwangerschaftswoche sowie 8 Wochen nach der Entbindung Fragebögen zur Erfassung von depressiven Symptomen und Angstsymptomen zu beantworten. Vier Wochen nach der Geburt gaben sie ihr Stillverhalten an, wobei das Antwortverhalten in drei Kategorien eingeteilt wurde, in exklusives Stillen mit Muttermilch, gemischte Ernährung (Muttermilch und Babynahrung) und in exklusives Ernährung mit Babynahrung. Die Kinder absolvierten im Alter von 4 und 8 Jahren einen Intelligenztest und die Eltern beantworteten einen Fragebogen zum Verhalten des Kindes mit 4 und 9 Jahren.
Die Analysen ergaben, dass das Stillen mit Muttermilch und die gemischte Ernährung positiv mit dem IQ des Kindes mit 8 Jahren korrelierte. Kinder, welche zum Zeitpunkt von 4 Wochen nach der Geburt nur mit Muttermilch gestillt wurden, zeigten weniger Hyperaktivität im Alter von 4 Jahren, jedoch nicht im Alter von 9 Jahren. Die gemischte Ernährung der Kinder war negativ assoziiert mit Hyperaktivität im Alter von 9 Jahren. Pränatale depressive Symptome und Pränatale Angstsymptome hatten einen negativen Einfluss auf den IQ und das Verhalten des Kindes mit 4 und 8 Jahren, wobei das Stillen mit Muttermilch keinen Einfluss auf diesen Zusammenhang hatte.
Quelle:
Amiel Castro, R., Glover, V., Ehlert, U., & O’Connor, T. G. (2021). Breastfeeding, prenatal depression and children’s IQ and behaviour: a test of a moderation model. BMC Pregnancy and Childbirth, 21(1).