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Hallo zuzsammen Ich habe dieses Jahr mit einigen Kollegen zusammen mal den ‘’Dry January’’ versucht. Bedeutet den ersten Monat des Jahres keinen Alkohol zu konsumieren. Normalerweise trinke ich 3- 4 Mal pro Woche gerne ein Feierabendbier. In der ersten Woche hatte ich am Abend teilweise eine grosse Lust verspürt ein Bier zu trinken, habe dann jeweils ein alkoholfreies Bier getrunken. Ich wollte sie nun fragen, ob das ein Problem darstellt laut dem ICD 11 wenn man teilweise ein Verlangen verspürt ein Bier zu trinken, aber dann anstatt einem ‘’richtigen Bier ‘’ ein alkoholfreies trinken kann. Solange ich auf den Alkohol an sich verzichten kann ist das noch kein Kontrollverlust oder ? Ich würde mich über eine Antwort freuen. Freundliche Grüsse Dario
SafeZone.ch hat diese Frage beantwortet:
Guten Tag,
nachdem Sie zu Beginn dieses Jahres einen «Dry January» eingelegt haben und in diesem Zusammenhang ein gewisses Verlangen Bier zu trinken, verspürt haben, fragen Sie sich nun, inwieweit dieser Sachverhalt schon als problematisch gelten könnte.
Normalerweise trinken Sie an drei bis vier Abenden pro Woche ein Feierabendbier. Die eidgenössische Kommission für Alkoholfragen hat eine Orientierungshilfe zum Thema Alkoholkonsum veröffentlicht. Diese entspricht auch den Empfehlungen der WHO. Dort gilt für Männer (gesund und erwachsen), dass nicht mehr als zwei Standardgläser Alkohol (1dl Wein oder 3dl Bier) pro Tag überschritten werden und das mindestens zwei Tage die Woche alkoholfrei gelebt werden sollten. Auch in Ausnahmen sollten pro Tag nicht mehr als maximal 5 alkoholische Standardgetränke konsumiert werden.
Der Konsum von alkoholischen Getränken ist eigentlich immer mit gesundheitlichen Risiken verknüpft. Für alkoholbedingte Krankheiten besteht in den allermeisten Fällen eine Dosis-Wirkungsrelation. Risiken unterscheiden sich je nach Person, Trinkumständen, Alter und Gesundheitszustand.
Das Verlangen, von dem Sie berichten, findet man in den Definitionen von Abhängigkeitserkrankungen wieder. Auch Craving genannt, stellt dieser Punkt eines von insgesamt sechs Kriterien dar, welche zur Diagnose von einer Substanzabhängigkeit benutzt werden. Im Folgenden zähle ich Ihnen alle Kriterien auf.
- Zwanghafter Drang zum Konsum (Craving),
- Verminderte Kontrollfähigkeit des Konsums
- Entzugssymptome
- Toleranzbildung (um die angestrebte Wirkung zu erreichen, braucht es immer mehr einer
bestimmten Substanz)
- Vernachlässigung anderer Interessen
- Fortsetzen des Konsums trotz bekannter schädlicher Folgen
Laut ICD-10 (kein grosser Unterschied zu ICD-11) müssen mindestens drei dieser Kriterien gleichzeitig während des letzten Jahres erfüllt sein, damit die Abhängigkeitsdiagnose gestellt wird.
Sie haben zwar ein gewisses Verlangen gespürt, sich diesem aber nicht hingegeben, sondern das alkoholische Bier mit Alkoholfreiem ersetzt. Sollten Sie sich in den anderen Kriterien nicht wiederfinden, schätze ich Ihren Konsum als nicht sehr risikohaft ein von den Informationen her, die Sie gegeben haben. Trotzdem sollten Sie vor allem immer auf Ihr persönliches psychisches sowie körperliches Wohlbefinden achten und je nach dem schauen, ob es einen Anpassungsbedarf Ihres Konsumverhaltens gibt.
Falls Sie noch weitere Fragen haben oder aber eine persönliche Beratung mit einem SafeZone-Mitarbeitenden wünschen, können Sie uns ansonsten gerne auch hier nochmals schreiben:
https://www.safezone.ch/de/beratung
Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Jackomo
Fragen von Betroffenen
Nach Silvester wollte ich zwei Monate lang nichts trinken. Letzte Woche habe ich dann unter Freunden doch mit einem Glas Prosecco angestossen. Es fiel mir danach sehr schwer, auf das zweite Glas zu verzichten. Wieso ist das so schwierig?
Weil ich viel häufiger Sex will als meine Freundin findet sie, dass ich sexsüchtig bin. Ab wann kann man von einer Sexsucht sprechen?
Warum Falle ich immer wieder in altes trinkverhalten zurück? Es gab eine Zeit, in der ich zu viel getrunken habe. Damals habe ich von einem Tag zum andern aufgehört und ein Jahr gar keinen Alkohol mehr angerührt. Dann nur bei einem Anlass und nie so, dass ich betrunken war. Seit zwei Jahren, merke ich, dass ich wenn ich Alkohol trinke, manchmal mühe habe, aufzuhören. Es ist nicht jedes Mal so, aber zu oft. Ich mag ein gutes Glas rotwein, frage mich aber, ob nur der totale Verzicht hilft oder wo kann ich Hilfe bekommen, um heraus zu finden, wieso mein trinkverhalten so ist. Hat jemand das gleiche Problem und was hat geholfen.