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Das Dissertationsprojekt untersucht den Personal Computer in der Schweizer Bundesverwaltung in den 1980er und 1990er Jahren. Es geht der Frage nach, wie der PC und seine Umgebung domestiziert werden mussten, um zueinander kompatibel zu werden und wie dieser Prozess die Verwaltungswirklichkeit rekonfigurierte.
Um 1980 versprach der Personal Computer Autonomie: Er rückte die Benutzer*innen erstmals in unmittelbare Nähe zum Rechner; sein Anwendungsfeld liess sich beliebig erweitern; und vor allem: Jede und jeder konnte zum „User“ werden, ohne dass ein Verständnis für die Funktionsbedingungen im digitalen Raum nötig gewesen wären. Für eine Verwaltungsorganisation stellte dieser autonome Charakter allem voran ein Problem dar. Um den Personal Computer für administrative Abläufe handhabbar zu machen, mussten Rollen verteilt und Regeln für den Betrieb formuliert werden. Es mussten Zuständigkeiten und Zugriffsrechte definiert, eine Praxis von Dokumentation und Speicherung ausgehandelt und Rechtskräftigkeit auch bei Handlungen im digitalen Raum garantiert werden. Es musste Kompatiblität zwischen dem PC und seiner administrativen und personellen Umgebung hergestellt werden. Erforderlich dafür war die Domestizierung des Computers und der Verwaltung.
Dieses Spannungsfeld, zwischen Autonomie und Domestizierung, beim Einzug des Personal Computers in die Schweizer Bundesverwaltung und bei der Verlagerung administrativer Arbeit in den PC bildet den Rahmen für das Projekt. Sein Untersuchungsgegenstand sind die Aushandlungszonen, die an der Schnittstelle zwischen dem Universalitätsversprechen des PC und dem Ordnungsgefüge der Verwaltungsorganisation entstanden.