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Andraé Crouch geboren 1.7.1942, Los Angeles Sänger, Arrangeur, Songschreiber
Andraé Crouch ist nicht nur christlicher Priester, er ist ebenso ein begnadeter Gospelsänger und Komponist. Neunjährig begann er Klavier zu spielen, und bemerkte, dass er das stottern überwinden konnte, wenn er sang. Im Kirchenchor seines Vaters nahm Andraé Crouch`s Talent Formen an. 14-Jährig schrieb er The Blood Would Never Lose Its Power. Der Song zählt heute zu seinen grössten Hits. Crouch wird zu den Schlüsselfiguren der Jesus-Musik-Bewegung in den Sechzigern gezählt. 1965 gründete er eine Band mit dem Namen “The Disciple”. Neben Zusammenarbeiten mit Grössen wie Elvis Presley oder Quincy Jones, schrieb er auch Filmmusik. So etwa für Free Willy oder König der Löwen. Sechs Grammy Awards erhielt er für diese Kompositionen. Mitte der Neunziger Jahre übernahm Andraé Crouch die Kirchengemeinde seines Vaters, gab aber trotz der grossen Verantwortung die Gospelmusik nicht auf.
Michael Jackson fragte Andraé Crouch Mitte der 80er Jahre an, ob er mit seinem Chor, den Andrae Crouch Singers, an Man In The Mirror arbeiten wolle. Er habe sofort zugesagt, sagt Crouch, “weil ich mit dem Thema des Songs einverstanden war. Ich investiere nicht meine Kraft in ein Projekt, an das ich nicht glaube. Ich muss mit der Idee, die in einer Sache steckt, einverstanden sein.” Seit dem Bad Album war Andraé Crouch und sein Chor auf jedem Jackson Album zu hören. Und zwar auf folgenden Tracks: Man In The Mirror, Will You Be There, Keep The Faith, They Don`t Care About Us, Earth Song, You Are Not Alone, History, Morphine und Speechless.
Tracey New interviewte Andraé Crouch für Black + White: Sie haben einige Arrangements auf dem neuen Album (History) gemacht und die Gesangspartien für ihren Chor geschrieben. Wie sind diese Arrangements entstanden? Crouch: Mir geht ganz einfach durch den Kopf, was ich machen muss. Einige Gesangspartien sind spontan im Studio entstanden, am Tag, als wir die Aufnahmen gemacht haben. Manchmal hat Michael mir auch etwas vorgespielt und sagte: “Du weisst, was du damit machen musst.” Er weiss, was er will, wenn es darum geht, einen Song zu machen, allerdings lässt er mir die Freiheit, die ich brauche, um die Musik zu arrangieren. Danach gibt Bruce Swedien, Koproduzent einiger Songs, seinen Kommentar dazu ab. Michael gibt einem niemals den Eindruck, dass man für ihn arbeitet. Er und Bruce haben uns stets wie Könige behandelt, und alle anderen Mitarbeiter zeichnen sich ebenfalls durch ihre Gelassenheit und ihre Professionalität aus.
Haben Sie ein besonderes Souvenir in Erinnerung, wenn Sie an die Aufnahmearbeiten von History denken? Ich erinnere mich an eine Anekdote. Michael hatte Kinder in einem Flugzeug kommen lassen, damit sie etwas für das Album aufnehmen. Obwohl sie ins Studio gekommen waren, um an einem Song zu arbeiten, hatten sie nicht die Möglichkeit, Michael zu sehen, weil er an diesem Tag gerade nicht anwesend war. Das älteste der Kinder war knapp 14 Jahre alt, und sie waren bisher alle noch nicht in New York gewesen. So habe ich dann Michael einen kleinen Brief geschrieben, in dem ich ihm mitteilte, wie sehr die Kinder ihn doch zu sehen wünschten und wie gut sie ihre Arbeit im Studio erledigt hatten. Ausserdem fügte ich hinzu: “Sie sind so enttäuscht, dich nicht gesehen zu haben. Warum kommst du nicht einfach ins Studio und schreibst ein paar Autogramme?”
Und was passierte dann? Michael hat mich wissen lassen, dass ich die Kinder um 17 Uhr am selben Tag mit ins Studio bringen sollte. Also habe ich den Kindern gesagt, dass wir noch ein letztes Mal ins Studio zurückkehren mussten. Als wir dort angekommen waren, habe ich mich ans Klavier gesetzt und angefangen zu spielen; die Kinder standen um mich herum und sangen. Plötzlich ist Michael mit Janet im Studio eingetroffen. Die Kinder haben vor lauter Begeisterung aufgeschrien! In der folgenden Stunde haben beide Autogramme gegeben. Michael hat gleich einen ganzen Notizblock genommen und alle Seiten mit seinem Namen unterschrieben, damit die Kinder auch Autogramme an ihre Freunde weitergeben konnten.
Wie würden Sie Michael Jackson beschreiben? In erster Linie ist er ein Freund. Michael ist auch ein Innovateur. Ich respektiere sein Talent und seine Kreativität, sowie seine Begabung, angenehme Musik zu schreiben. Er macht Songs, die in der ganzen Welt etwas bewirken. Schöne Songs, die keine Beleidigung fürs Gemüt sind. Nur wer gibt, der bekommt auch, das ist Michaels Philosophie. er ist mit vielen Talenten ausgestattet, allerdings musste er dafür hart bezahlen: man muss hart arbeiten, um sein Talent mit anderen teilen zu können. Und keiner macht das so gut wie Michael Jackson.