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Geschichte
Der Ursprung des Kunstflugteams reicht bis in die 1920er Jahre zurück. Bei einem Besuch in Großbritannien hatten einige hohe Fliegeroffiziere die Anfänge des Formationskunstflugs kennengelernt. Der Befehl zur Gründung einer Kunstflugstaffel ging an Oberst Rino Corso Fougier in Udine. Er gilt als Vater des italienischen Formationskunstflugs und prägte maßgeblich den Ausbildungsstandard der Militärpiloten.
Die erste Fünfer-Kunstflugstaffel seines 1. Geschwaders (1º Stormo) war in Campoformido stationiert. Die erste Staffel erschien am 8. Juni 1930 bei der 1ª Giornata Aerea dell’Ala in Rom als offizieller Repräsentant der italienischen Luftwaffe. [1] In dieser Geburtsstunde zeigten sie mit sieben Jagddoppeldeckern vom Typ Fiat CR.20 ihr erstes Programm. Die 2ª Giornata Aerea dell’Ala 1932 zeigte mit Doppeldeckern vom Typ Breda Ba.19 ihr Programm. 1936 erhielten die „Frecce“ die Fiat CR.32.
Nach der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg begannen sie erneut mit Düsenflugzeugen das Formationskunstflugtraining. Die Teams Cavallino Rampante („Rampling Horse“), Getti Tonanti („Thunderjets“), Tigri Bianche („White Tigers“), Lancieri Neri („Black Lancers“) und die Diavoli Rossi („Red Devils“) wurden bekannt.
Die erste wirkliche italienische Kunstflugstaffel wurde vom 4º Stormo aufgestellt. Als erste Einheit mit den Doppelrumpfjägern de Havilland D.H.100F.B.52 bildeten die Piloten des Geschwaders 1954 das erste italienische Kunstflug-Jet-Team mit dem Namen „Cavallino Rampante“. Mit der Republic F-84G starteten die „Getti Tonanti“ als Nachfolger der Staffel „Cavallino Rampante“. Der Fliegerfilm mit dem Namen I quattro del getto tonante („Die vier donnernden Jets“) wurde mit dem Team gedreht. Die 51ª Aerobrigata übernahm 1955 mit dem Team „Tigri Bianche“ die Funktion der offiziellen Kunstflugstaffel der italienischen Luftwaffe, geflogen mit F84G Thunderjets. 1956 flog wieder das 4° Stormo mit neuen Canadair F-86 Sabre Mk4 [2]. Das 6° Stormo flog als „rote Teufel“ („Diavoli Rossi“) die Republic F84F Thunderstreaks erstmals am 19. Mai 1957 auf dem Flughafen Turin-Caselle. 1958 wurde die 2ª Aerobrigata mit dem Namen „Lancieri Neri“ aufgestellt. Die sechs Piloten flogen eine F-86 Sabre.
Das Generalstab der italienischen Luftwaffe entschloss sich Ende 1960, ein eigenes Kunstflugteam aufzubauen, das nur noch in der Nebenrolle als leichte Jagdbomberstaffel zur Verfügung stehen sollte. Mit dieser Aufgabe wurde die 313º Gruppo betraut.
Die Staffel
Am 1. Juli 1961 wurde die Staffel auf den Namen „Frecce Tricolori“ getauft. Zunächst flog die Staffel mit F-86-Flugzeugen; 1963 wurde sie auf die Fiat G.91 umgerüstet. Die Staffel fliegt seit 1982 mit MB-339-PAN-Flugzeugen, die normalerweise als Fortgeschrittenentrainer bzw. leichtes Erdkampfflugzeug eingesetzt werden. Heute besteht die Staffel aus zehn Flugzeugen und ist damit die größte Kunstflugstaffel der Welt. Die Zehnerformation teilt sich während des Flugprogramms mehrmals in eine Fünfer- und eine Viererformation sowie den Solisten, der eine Art eigene Show absolviert und zwischen den Programmteilen der Formation alle Charaktereigenschaften und die Wendigkeit der Maschine demonstriert. Pro Jahr fliegt die Staffel auf rund 40 Airshows, jeweils beginnend am 1. Mai mit dem Startdisplay auf dem Heimatflughafen in Rivolto bei Udine.
Während der Saison 1986 traten die Frecce Tricolori von Juli bis September bei ihrer Nordamerikatour in Kanada sowie den USA auf 11 Shows 22-mal auf. Insgesamt flogen die Frecce Tricolori bis 2009 mehr als 2.000 Vorführungen.
Das Flugprogramm ist seit Jahrzehnten nahezu standardisiert und erfuhr – bis auf die Einschnitte nach dem Flugtagunglück von Ramstein – nur minimale Änderungen. Eine der wirklich neu eintrainierten Figuren der letzten Jahre bildet beispielsweise die nach dem Sieg der italienischen Fußballmannschaft bei der FIFA Fußball WM 2006 geflogene Figur Berlino 2006. Sie zeigt ein von unten nach oben geflogenes Herz der beiden Teilformationen mit den Nationalfarben im Rauch.
Ein so genanntes Fulldisplay, auch Complete Aerobatic Sequence genannt, dauert inklusive Start und Landung der beiden Fünferformationen etwa 30 Minuten. Es gibt, je nach Wetterlage und Wolkenuntergrenze am Vorführtag, drei verschiedene Programme. Das Fulldisplay als Schönwetter-Programm, bei dem alle Programmteile ohne Einschränkungen geflogen werden können, das Rollingdisplay bei Bewölkung, bei dem keine Loopings geflogen werden, und das Flatdisplay als Schlechtwetter-Programm, bei dem es nur Vorbeiflüge am Publikum gibt.