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Louise Probst (Autorin), Frobenius A.G. (Verlag), Basel, 1913
Deutschland, verliehen 1921
Ehrenmedaille des Roten Kreuzes
Österreich, verliehen 1917
Inv. 1983.2.–3.
Louise Probst (1884–1971), Tochter eines Basler Gymnasiallehrers, hatte in Berlin-Schöneberg eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht. Im Alter von 27 Jahren nahm sie 1913 an einem mehrmonatigen Einsatz im Ersten Balkankrieg teil, von dem sie noch im gleichen Jahr einen ausführlichen Bericht veröffentlichte. Insgesamt 16 Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Schweiz, sechs Ärzte, zwei Sanitätswärter, acht Schwestern, waren «arbeitsfreudig und unternehmenslustig und beglückt, unter der Flagge des Roten Kreuzes ausziehen zu dürfen. Es galt, einem wildfremden Lande, dessen Sprache und Gebräuche wir nicht kannten, in der Not beizustehen.» Im Ersten Balkankrieg 1912/13 hatte sich die Liga der Balkanstaaten gebildet, um die Türken vom europäischen Kontinent zu verdrängen. Der Kriegserklärung an das Osmanische Reich im Oktober 1912 folgten mehrere schwere Schlachten. Für die Versorgung der Kriegsverletzten standen verschiedene Gruppen des 1863 gegründeten Roten Kreuzes im Einsatz. Die Schweizer Delegation reiste mitsamt ihrer Ausrüstung per Bahn nach Belgrad, wo ein Schulhaus provisorisch als Spital eingerichtet worden war. Einerseits waren Verwundete aus den Schlachten zu betreuen, andererseits gab es durch die katastrophalen hygienischen Verhältnisse an der Front zahlreiche Fälle von Typhus und dem noch gefährlicheren Flecktyphus.
«Zu Hause dachte man, wir wären vielleicht Rohheiten dieser unkultivierten Menschen ausgesetzt; ja, es gab sogar Leute, die es für ein tolles Unternehmen fanden, sich in ein solches Land zu begeben. Und wie ging es uns? Wir kamen alle überein, noch nie anspruchslosere, dankbarere Patienten gepflegt zu haben.» Nach Abschluss des viermonatigen Einsatzes kehrte die Gruppe in die Schweiz zurück. Der bald darauf ausbrechende Erste Weltkrieg brachte Louise Probst wieder nach Berlin, wo sie in verschiedenen Lazaretten tätig war.
Für ihr ausserordentliches Engagement wurde sie mehrfach geehrt. Bis 1944 wirkte sie als Präsidentin des Schweizerischen Krankenpflegebundes.