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Psychodrama ist die Bezeichnung für eine Form der Psychotherapie, die von dem Psychiater J.L. MORENO (1870-1974) entwickelt wurde.
„…Psychodrama ist der Versuch, die Dualität zwischen Phantasie und Wirklichkeit aufzuheben, um die ursprüngliche Einheit wieder herzustellen…“
Psychodrama (von griechisch ψυχη psyche „Seele“, und δράμα drama „Handlung, Vorgang“) ist eine Methode der Psychotherapie, Beratung und Sozialforschung, entwickelt vom österreicher Arzt Jacob Levy Moreno (1890–1974) in Wien und New York. Ursprünglich konzipiert als handlungsorientierter Gegenentwurf zur Psychoanalyse von Sigmund Freud hat sich der psychodramatische Ansatz weltweit vor allem als Methode der Gruppen- und Einzelpsychotherapie und Beratung etabliert und zahlreiche andere Psychotherapieschulen wie die Gestalttherapie, Transaktionsanalyse oder Familientherapie beeinflusst.
„Ziel des Psychodramas ist die Aktivierung und Integration von Spontaneität und Kreativität. Konstruktives spontanes Handeln ist zustande gekommen, wenn der Protagonist für eine neue oder bereits bekannte Situation eine neue und angemessene Reaktion findet.“ Moreno, 1959
Psychodrama ist das „Schauspiel (Drama) der Seele (Psyche)“. Mit seiner Hilfe können gruppendynamische Prozesse dargestellt und durchleuchtet werden. Der Mensch erfährt sich dabei in neuen Handlungsmustern als Handelnder aber auch von aussen, indem er Rollentausch vornimmt, gedoppelt wird oder gespiegelt usw. Es lassen sich reelle Szenen darstellen, aber auch Wünsche, neue Verhaltensformen etc. Das typische Merkmal des Psychodramas ist das Durchspielen (und Verändern) dieser Szenen, so dass sowohl der Protagonist als auch die Mitspieler zu neuen Einsichten und Handlungsmöglichkeiten gelangen können.
Das Psychodrama orientiert sich dabei an Sigmund Freuds Gedankengut: Traumatische Erlebnisse müssen erinnert, wiederholt und durchgearbeitet werden, damit der Klient gesunden kann. Beim Psychodrama verbinden sich psychoanalytische Konzepte mit gruppendynamischen Prozessen.
“ Du analysierst die Träume der Menschen. Ich möchte den Menschen den Mut geben, neue Träume zu träumen, damit auch ihre Visionen lebendig werden. „
Im Psychodrama wird im Hier und Jetzt gearbeitet. Psychodrama ist nicht als eine Methode zur Heilung von Störungen zu verstehen. Störungen in unserem Dasein sind nicht sinnlos sondern beinhalten die Möglichkeit tieferen Sinn in unserem Leben zu erkennen und können Wegweiser auf unserem Lebensweg sein. Die Seele zeigt sich oft in Störungen. Wenn wir mittels Psychotherapie diese Störungen auflösen, verlieren wir damit auch die Lebendigkeit. Psychodrama ist keine Problemlösungsmethode und bildet auch keine Alternative zur psychiatrischen Behandlungsmethoden. Vielmehr arbeitet das Psychodrama dahin, Sinn und Bedeutung in Handlungen zu finden, die uns oft sinnlos erscheinen.
Psychodrama bedeutet: „Seele in Handlung“. Im psychodramatischen Spiel verlassen wir die Logik des bewußten Ichs. Moreno wollte, dass der Mensch auf der Psychodramabühne von den Fesseln der Vernuft und Realität befreit ist. Vor diesem Hintergrund ist auf der Psychodramabühne die Trennung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sowie die von Zeit und Raum aufgehoben. Denn die Seele kennt diese Trennung auch nicht, was sich beispielsweise in unseren Träumen zeigt. Diese besondere Wirklichkeit auf der Bühne nannte Moreno surplus-reality.
Jakob L. Moreno ging davon aus, dass der Mensch auf die Begegnung mit anderen Menschen angewiesen ist. Er prägte den Begriff der Katharsis als seelische Reinigung, innere Befreiung (griechisch: Reinigung; das sich befreien von seelischen Konflikten und inneren Spannungen durch eine emotionale Abreaktion; der Klient wird fortwährend ermutigt, starken Gefühlen Ausdruck zu verleihen. In der Regel handelt es dabei um Gefühle gegenüber Autoritätsfiguren, die aus Angst vor Bestrafung oder Vergeltung verdrängt worden waren. Diese emotionale Erleichterung bezeichnet man als Katharsis).