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Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien werden heute rund 42'000 ha Land für den Weinanbau genutzt. Aufgrund der geographischen Lage und des kulturellen Hintergrunds unterscheidet sie sich sehr vom italienischen Festland. Die ersten Rebstöcke wurden etwa 900 v. Chr. von Phönizier und Karthager auf die Insel gebracht. Seither fanden durch etliche Besitzerwechsel viele neue Traubensorten den Weg nach Sardinien. Den nachhaltigsten Einfluss nahmen aber zweifellos die Spanier. Das beweist etwa das Dasein von Cannonau, eine regionale Bezeichnung für die spanische Sorte Garnacha, die körperreiche, komplexe Rotweine mit schöner Frucht hervorbringen kann.
Es herrscht klassisches Mittelmeerklima vor: Im Norden sind die Temperaturen kühler und die Weissweine daher sehr frisch, fruchtig und von einer schönen Säure geprägt; südliche Lagen verzeichnen reichlich Sonnenschein. Die daraus resultierende Trockenheit macht oft eine künstliche Bewässerung erforderlich. Die Böden sind in Küstennähe sehr sandig und im Landesinneren eher lehmhaltig.
Auf Sardinien werden etwa zu zwei Drittel Rotweine und zu einem Drittel Weissweine erzeugt. In der Regel sind diese Weine alkoholstärker als im übrigen Italien, vor allem wenn sie aus dem Süden der Insel stammen. Bei den roten Rebsorten sind vor allem Cannonau (Grenache), Carignano, Monica und Bovale verbreitet. Bei den weissen Reben sind hauptsächlich Nuragus und Vermentino, aber auch Malvasia, Nasco und Semidano häufig zu finden.