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An den Plänen hatten sich Massenproteste im ganzen Land entzündet: Der damalige türkische Ministerpräsident Erdogan wollte im Gezi-Park eine osmanische Kaserne nachbauen. Jetzt startet er einen neuen Anlauf.
«Wir werden dort dieses historische Gebäude bauen», kündigte Erdogan bei einem öffentlichen Auftritt in der Millionenmetropole an. Es gelte, sich diesem Projekt «mit Mut» zu widmen, sagte er.
Erdogan spielte damit auf seine Pläne vor drei Jahren an, auf dem Gelände des kleinen Parks am Taksim-Platz den Nachbau eines osmanischen Kasernengebäudes zu errichten. Darin sollte unter anderem ein Einkaufszentrum untergebracht werden.
Die Pläne hatten im Sommer 2013 wochenlange Unruhen im ganzen Land ausgelöst, bei denen mindestens sieben Menschen starben. Mehrere hundert Protestierer hatten zu verhindern versucht, dass Bäume gefällt und Grünflächen beseitigt werden.
Die Demonstrationen richteten sich dann schnell vor allem gegen den autoritären Regierungsstil Erdogans, der damals noch Ministerpräsident war. Im Spätsommer 2013 ebbten die Massendemonstrationen ab. Der Park ist seitdem ein Symbol der türkischen Bürgerrechtsbewegung. Erdogan wurde im folgenden Sommer zum Präsidenten gewählt.
Nach den blutigen Unruhen wurden die Pläne für den Nachbau zunächst nicht weiterverfolgt. Doch im vergangenen Juli hob der türkische Verwaltungsgerichtshof alle vorherigen Gerichtsurteile auf, mit denen das Bauprojekt gestoppt worden war. Auf dem Taksim-Platz sind inzwischen alle Kundgebungen verboten und werden systematisch von der Polizei aufgelöst.
brt/AFP/dpa