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Turbokühe und Riesenschweine
Eines der erklärten Ziele der landwirtschaftlichen Produktion ist die Ertragssteigerung. Genmanipuliertes Mastvieh, mit zusätzlichen Genen für die Produktion von Wachstumshormonen ausgestattet, soll noch mehr Fleisch produzieren, um den Profit weiter anzukurbeln. Doch die Versuche in diese Richtung waren bisher nicht so erfolgreich wie erhofft. Die genmanipulierten Schweine waren teilweise zwar etwas grösser als ihre natürlichen Artgenossen, allerdings auch deutlich kränker: Magengeschwüre, Gelenkentzündungen und Herzerkrankungen waren die Folge, um nur einige zu nennen.
Ein weiteres Ziel, das man mit Hilfe genmanipulierter Nutztiere zu erreichen hofft, ist die Resistenz dieser Tiere gegen Krankheiten oder die Verbesserung der Eigenschaften von Milch und Fleisch: Eine Erhöhung des Milch-Eiweissgehalts brächte beispielsweise eine gesteigerte Käseausbeute pro Liter Milch.
Auch bei Nutzfischen sind die Hoffnungen gross. In den USA wurden im Herbst 2015 sogenannte «Turbolachse» zugelassen, die deutlich schneller wachsen als ihre normalen Verwandten. Bei der Manipulation von Fischen ergibt sich ein weiteres Problem: Immer wieder gelangen Zuchtfische in die Freiheit. Vermischen sich die Gene natürlicher Lachse mit denen genmanipulierter Lachse, so sind die Folgen für den natürlichen Fischbestand nicht absehbar.
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Klonen
Bei der identischen Vervielfältigung von Nutztieren steht immer auch ein kommerzielles Interesse im Vordergrund. Denn ist es gelungen, ein genmanipuliertes Tier zu kreieren, das eine der gewünschten Eigenschaften besitzt, so möchte man das Tier und damit den Gewinn natürlich vervielfältigen. Die artfremde Eigenschaft soll dabei erhalten bleiben – das Rezept hierzu heisst Klonen. Geklonte Rinder, geklonte Schweine, geklonte Pferde – kaum eine Nutztierart, bei der es noch nicht versucht wurde. Die Resultate der Klonversuche lassen allerdings zu wünschen übrig. In den seltensten Fällen gelingt es, lebende Tiere zu erzeugen. Und kommen die Tiere tatsächlich lebend zur Welt, so meist mit erheblichen gesundheitlichen Schäden: übergrosse Kälber, Lämmer mit inneren Missbildungen, Zicklein mit Nieren- und Atemproblemen. Die Tiere werden häufig nur wenige Tage alt und falls sie die ersten Tage überleben, haben sie trotzdem nur eine geringe Lebenserwartung.
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Gene pharming
Genmanipulierte Kühe, Ziegen und Schafe als Bioreaktoren, die kostengünstig therapeutisch oder industriell nutzbare Wirkstoffe produzieren – auch das ist ein Traum von Pharmakonzernen, der vielleicht bald Wirklichkeit wird. Unter «Gene Pharming» versteht man ein Verfahren, mit dem wirtschaftlich interessante Eiweisse, etwa Blutgerinnungsfaktoren, im tierischen Organismus produziert werden. Die Eiweisse sollen von genmanipulierten Säugetieren in der Milchdrüse produziert und mit der Milch ausgeschieden werden. Auch in anderen Körperflüssigkeiten wie etwa im Blut oder Urin ist die Herstellung artfremder Proteine möglich.
Seit 2008 ist das erste Medikament auf dem europäischen Markt, das mit Hilfe transgener Tiere erzeugt wurde: Antithrombin. Es handelt sich hierbei um einen Gerinnungshemmer, der aus der Milch gentechnisch veränderter Ziegen isoliert wird.