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Farbschachenbrücke (ehemals Obflüebrücke)
Nachdem 1852 mit dem Bau der Strasse von Doppleschwand nach Entlebuch begonnen worden war, erstellten Zimmermeister Kaspar Züsli und Baumeister Jost Weibel 1854 bis 1856 eine Fahrbrücke über die Kleine Emme.
Ein Kostenvoranschlag aus dem Jahr 1846 sah Gesamtkosten von Fr. 5540.– und einen Materialaufwand von 250 Baumstämmen und zirka 40 Fass Kalk vor. Ein vorerst in Stein geplantes Widerlager wurde in Holz ausgeführt, musste aber schon 1866 aufgemauert werden. Die Konstruktion verstärkte man 1931 mit Querbalken unter der Fahrbahn, um die Brücke den Belastungen der neuen Verkehrsverhältnisse anzupassen. Aus der gleichen Zeit dürften auch die auf den Pfetten liegenden Windverbände stammen.
An einem eindrücklichen Ort bei Entlebuch überspannt die Brücke in sieben Jochen das Flussbett der Kleinen Emme. Die Lasten der knapp 30 Meter Spannweite werden über ein mehrstäbiges Hängewerk mit zum Teil doppelt geführten Streben und Spannriegeln ins Widerlager abgeleitet. Paarweise tragen die Hängesäulen den Streckbalken des Hängewerks und indirekt auch die Bodenkonstruktion. Auf den Ebenen der Pfetten und des Bodens übernehmen Andreaskreuze die Horizontalaussteifung. Um die Tragdistanz zu verkürzen und gleichzeitig das Primärsystem zu entlasten, setzte man wahrscheinlich nach der Erstellung unter der Fahrbahn bugartige Streben ein.
Mit dem Bau der neuen Betonbrücke über die Kleine Emme hat aber das alte Bauwerk an Bedeutung verloren. Nach längeren Verhandlungen hat die Kantonale Denkmalpflege der Versetzung des alten Bauwerks über die Entlen zugestimmt. Die Brücke wurde von der Firma Walter Küng, Entlebuch, zerlegt, fachmännisch restauriert und hat im Gebiet Farbschachen im Jahr 2004 eine neue Zweckbestimmung erhalten. Sie dient nun als Fussgängerverbindung über die Entlen zur Dreifach-Sporthalle und zu den Sportanlagen Farbschachen.