Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03467.jsonl.gz/667

Zentrum Mattli
Adresse
6072 Sachseln
OW
Architektur
Der Bau des Oberstufenschulhauses und Gemeindezentrums Mattli brachte Sachseln moderne Bildungs- und Verwaltungsstrukturen. Studer Studer Naef kreierten einen brutalistischen, fein durchkomponierten wie vielfältigen Baukomplex. Die Wärmedämmung hat die Haptik des Sichtbetons zerstört, jedoch Volumen und Charakter bewahrt.
Chronologie
Aufgrund der stark wachsenden Bevölkerung lancierte die Einwohnergemeinde Sachseln im Dezember 1968 einen Projektwettbewerb zum Bau eines Oberstufenschulhauses, kombiniert mit einem Gemeindezentrum. Der Baukomplex wurde von 1971 bis 1974 nach Plänen der Architektengemeinschaft Ernst Studer, Gottlieb Studer und Joachim Naef errichtet. Ende der 1990er-Jahre erfolgte eine umfassende Sanierung.
Lage
Das Oberstufenschulhaus und Gemeindezentrum Mattli befindet sich in einer Wohnzone im Südwesten von Sachseln. Der Baukörper ist in den natürlichen Verlauf der Topografie, in das gegen Westen abfallende Gelände eingebettet. Im Nordosten grenzt die bestehende Schulanlage Türli an das Gebäude an. Der Haupteingang liegt auf der Südseite, an der Edisriederstrasse. Ein zweiter Zugang, der unter anderem den Saal und die Räume für Erwachsenenbildung erschliesst, befindet sich auf der Nordwestseite. Im Norden befindet sich der Eingang für die Zivilschutzanlage. Das Schulhaus ist von Sportanlagen umgeben.
Beschreibung
Studer Studer Naef entwickelten auf dem äusserst knapp bemessenen Areal einen grossen, differenziert gegliederten Baukörper. Die nordwestliche Schauseite umfasst einen Kopfbau mit nach Westen angrenzendem, gefächertem Klassenzimmertrakt. Eine Treppe entlang der Seitenfassade erschliesst den tieferliegenden Sportplatz. An die Rückseite des Klassentrakts schliesst die Turnhalle an. Turnhalle und Klassentrakt fassen den südseitigen Sportplatz winkelförmig. Die Mittelachse des Baukomplexes dient der Erschliessung. Vom Haupteingang an der Edisriederstrasse gegen Osten fächert sich ein weiterer Klassenzimmertrakt. Im Norden folgt der allgemein zugängliche Trakt, der für eine wechselseitige Nutzung für Schul- und Gemeindeanlässe vorgesehen ist. Das Raumkonzept zeichnet sich durch die zum Zentrum des Gebäudes ausgerichteten Klassenzimmer aus. Die Konstruktion des Gebäudes mit nicht tragenden Wänden im Gebäudekern ermöglicht eine Verknüpfung der Klassenzimmer, sodass diese bei Bedarf vergrössert beziehungsweise zusammengelegt werden können.
Der flach gedeckte Baukomplex besteht aus Stahlbeton. Die ehemaligen Sichtbetonfassaden sind heute mit einer grauen, verputzten Aussenwärmedämmung verkleidet – eine typähnliche Sanierung. Die Klassenzimmerfenster mit tiefen Leibungen ziehen sich zum Teil übereck und höhlen so die Wand aus. Variierende Brüstungshöhen sorgen für Spannung. Orange Fensterrahmen und orange abgesetzte Wandflächen an den gefächerten Klassenzimmertrakten setzen markante Farbakzente. Ebenso die Kunst am Bau, die sich in komplementären blauen Blockstreifen über den ganzen Bau zieht und die runden Treppentürme miteinschliesst. Bögen kennzeichnen die Niveauunterschiede. Differenzierte Streifenbreiten akzentuieren die Kolonnade am Sportplatz unter der Turnhalle, hinter der sich die Pausenhalle verbirgt.
Literatur
Themen