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Die wichtigste Komponente in einem Netzwerk
Denn der Router stellt immer die wichtigste Komponente in einem Netzwerk dar - sofern Sie nicht am Robinson-Crusoe-Syndrom leiden und ihr LAN vom Rest der Welt abschotten wollen. Ansonsten gilt: Ob kleines heimisches Büro, grosses Unternehmensnetz oder das freie WLAN eines Hotspots, immer wird an der Schnittstelle zwischen lokalem ("inneren") Bereich (dem LAN) und der grossen, weiten Welt des Internets (dem WAN) eine Art Vermittlung vorhanden sein, die zwischen den beiden Netzen "übersetzt" - unterschiedlich bezeichnet als Gateway, Router, Forwarder oder Firewall. Die beiden letzten Bezeichnungen stehen allerdings bereits für eine Funktion innerhalb eines Routers, aber das soll hier nicht weiter interessieren. Uns beschäftigt die Frage, weshalb das so ist und warum Sie mit Ihrem iPhone bitteschön nicht schrankenlos mit dem weltumspannenden Internet verbunden sein können?
Ganz einfach - weil jedes IT-Gerät in einem Netzwerk eine eindeutige Kennung benötigt. Und weil es, zweitens, noch diverse Sicherheitsfragen zu klären gälte - das merken Sie aber in der Regel erst dann, wenn es zu spät und Ihr PC "gehackt" ist. Die Notwendigkeit dieser eindeutigen Kennung lässt sich leicht mit einer Analogie aus unserem menschlichen Leben verdeutlichen: Wenn Anita Meier aus Zürich eine Pizza bestellt, wird der Lieferdienst ratlos vor der Frage stehen, welche der vielen Anita Meiers denn die Ware bekommen soll. Es muss also eine eindeutige Zuordnung geben - Name, Ort, Strasse, Hausnummer, eventuell Etage - das Zentralregister beispielsweise bedient sich dafür einmalig vergebener IDs, also Kennungen. Im weltweiten Internet gibt es die bekannten IPv4-Adressen nur jeweils ein einziges Mal - der Webserver von weka.ch ist über die IPv4-Adresse <ip-pii> zu erreichen, diese Nummer ist im WWW nur ein einziges Mal vorhanden. Das identische Modell eines Notebooks in Singapur wird dennoch über eine andere Netzwerkkennung verfügen als das Pendant in der Schweiz. Leider bietet IPv4 "nur" ein paar Milliarden Adressen - zu wenig, um sämtliche IT-Systeme dieser Erde mit jeweils einer eindeutigen Kennung zu versehen. Also bekommen das Notebook in der Schweiz und das in Singapur gar keine "echten" Internetadressen, vielmehr schaltet sich der Router (das Gateway) davor und schickt stellvertretend für die Geräte "hinter" seiner internen Schnittstelle Anfragen ins Internet und nimmt die Antworten entgegen, um sie wiederum dem internen Netzwerkgerät zuzustellen. Somit ist schon einmal die Frage geklärt, weshalb Sie in praktisch jedem Netzwerk einen Router benötigen.
Wunder der Technik
Übrigens: Auch wenn Sie mit Ihrem Handy auf der höchsten Alm stehen und sich darüber freuen, dass Sie dort Empfang und Internet haben - auch dann werden Sie (von wenigen exotischen Ausnahmen abgesehen) niemals direkt mit dem weltweiten Netz verbunden sein. Fragen Sie bitte nicht uns, wo genau dann der Router des Providers steht - vermutlich sehr weit von der Alm entfernt. Wunder der Technik! Sie können die "lokale" IPv4-Adresse Ihres Handys übrigens fast immer über die Systemeinstellungen herausfinden, vielleicht ein Tipp für einen Zeitvertreib, wenn die Fernsicht gerade einmal eingeschränkt ist. Bei IPv6 verhält es sich übrigens etwas anders, aber zu diesem spannenden Thema finden Sie interessanten Lesestoff auf weka.ch.
Weshalb aber könnte der Router in Ihrem heimischen Netzwerk nicht mehr Up-to-date sein? Zum einen könnte es sein, dass Sie Ihren DSL-Anschluss erneuert haben. Haben Sie den Schritt von archaischen 20 Mbit auf moderne 50, 100 oder 200 MBit gewagt, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit die Technik geändert worden sein - Stichwort Vectoring bzw. Vectoring 17a. Mit dieser Technik lassen sich die Datenraten im Down- und Upload erhöhen. Eine Steigerung erfährt das ganze noch durch Supervectoring - hiermit lassen sich noch höhere Datenraten erzielen. Ihr Router sollte am besten also beide Techniken unterstützen. Bei den bekannten Routern des bundesdeutschen Anbieters AVM (FritzBox) ist dies in älteren Modellen nicht gegeben. Sollte Ihr Internetzugang Ihnen also zu langsam vorkommen oder zu unerklärlichen Ausfällen neigen, könnte ein moderner Router Abhilfe schaffen. Downloadgeschwindigkeiten bis zu 300 MBit sind somit zumindest theoretisch möglich.
Die Geschwindigkeit der Netzwerkanschlüsse
Weniger relevant ist die Geschwindigkeit der Netzwerkanschlüsse, die zum LAN (also dem internen Netzwerk) weisen. Hier ist Gigabit schon lange Standard, und auf der Seite des WAN-Anschlusses werden Sie das Gigabit kaum angeboten bekommen. Interessanter sind da schon die WLAN-Funktionen Ihres Routers - und vor allem die jüngeren Internetnutzer setzen "WLAN" ja ohnehin mit "Internet" gleich. Falls Sie die jungen Leute einmal auf die Probe stellen wollen, können Sie ja den Internetzugang deaktivieren und nur das interne WLAN angeschaltet lassen. Warten Sie dann einmal ab, wie die Reaktionen des Publikums ausfallen - trotz funktionierendem WLAN dürften weder WhatsApp noch Instagram oder Snapchat erreichbar sein, es sei denn, dass die Verbindung über die SIM-Karte hergestellt wird.
Das WLAN jedenfalls können Sie vermutlich noch am ehesten mit einem aktuellen Router verbessern. Fast alle Internetrouter dienen zugleich als WLAN-Basisstation, und bei einer Internetanbindung von 250 MBit stellt ein WLAN mit 54 oder 108 MBit eine echte Bremse dar. Aber Vorsicht - Sie erreichen ein leistungsfähigeres WLAN nicht einfach durch Erhöhung der Bandbreite! WLANs dürfen bestimmte Sendeleistungen nicht übersteigen. Hier bringt die MESH-Technik einen echten Mehrwert, wenn Sie mit mehreren Endgeräten (Laptop, Smartphone, Tablet) zugleich ins Internet wollen - und das womöglich auch noch bei maximaler Beweglichkeit innerhalb Ihres heimischen Netzwerks. Ein WLAN-Mesh-System reguliert sich selbsttätig, die Clients verbinden sich mit der schnellsten erreichbaren Station.
Es könnte also in der Tat lohnen, Ihren Router gegen ein aktuelleres Modell auszutauschen. Vielleicht erfragen Sie auch gleich bei Ihrem Internetprovider eine Steigerung der Bandbreite, oftmals liefern die Anbieter einen passenden Router mit aus. Dieser sollte dann zum Netzwerkanschluss passen - achten Sie aber darauf, ob das WLAN aktuellen Ansprüchen genügt und ob Sie wichtige Einstellungen selber vornehmen können. Gerade „gebrandete“ (also mit einer Firmware des Anbieters versehene) Router sind oftmals in den Administrationsmöglichkeiten eingeschränkt.
Tipp des Autors
Und noch ein ganz praktischer Tipp des Autors aus zwei Jahrzehnten Erfahrungen mit dem Internet: Eine empirisch getroffene Feststellung, die sich aber tatsächlich auch durch Messungen belegen lässt, ist die jeweils morgens und abends sprunghaft ansteigende Nutzung des Internets. Gegen 8 Uhr, also zur Arbeitsaufnahme in vielen Büros, sowie nach dem Abendessen gegen 19 oder 20 Uhr steigt die Auslastung der Netze stark an. Nein, wir wollen uns nichts Böses dabei denken, weshalb ausgerechnet in den Firmennetzen morgens vermehrt gesurft wird - und mit welchen Webseiten Papi (oder Mami?) abends den Kindern die Bandbreite stehlen. Sollte aber Ihr Internet zu solchen Zeiten ins Stocken geraten, müssen Sie nicht zwangsläufig auf den Internetanbieter schimpfen oder gleich Ihren Router austauschen. Manchmal hilft auch ein wenig Geduld oder die Nutzung des WWW zu gegenläufigen Zeiten.