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Vor hundert Jahren nahm die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt ihren Betrieb auf. Während früher Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten im Zentrum standen, sind heute die vielen Freizeitunfälle ein Problem.
Die Industrialisierung führte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Schweiz zu sozialen Problemen: Die Armut war gross, die Arbeit in Fabriken hart und gefährlich. Wer krank wurde oder verunfallte, war nicht abgesichert.
Im Jahr 1900 lehnte die Stimmbevölkerung eine Vorlage, die eine obligatorische Unfall- und Krankenversicherung vorsah, deutlich ab. Erst 1912 stimmte sie dem Versicherungsobligatorium zu.
Suva muss sich heute auf dem Markt behaupten
1918 nahm die "Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)" ihren Betrieb auf. Unternehmen, deren Angestellten einem erheblichen Unfall- oder Berufskrankheitenrisiko ausgesetzt sind, mussten sich fortan bei der Suva obligatorisch versichern. Zu den Aufgaben der Suva kamen später Prävention und Rehabilitation hinzu. Beibehalten im Versicherungssystem wurde die klare Unterscheidung zwischen Unfall und Krankheit – unabhängig von der Unfallursache.
1984 verlor die Suva das Monopol für die obligatorische Unfallversicherung (mit Ausnahme der Industriebranche und dem Baugewerbe). Auch andere Versicherungen können seither gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichern. Die Suva externer Linkist aber immer noch der grösste Unfallversicherer der Schweiz: Zwei Drittel der Arbeitnehmenden in der Schweiz sind bei der Suva versichert.
Die Suva war das erste grosse Sozialwerk der Schweiz und ist auch heute noch ein wichtiger Teil des schweizerischen Sozialversicherungssystems. Sie ist als selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts organisiert, erhält aber keine öffentlichen Gelder. Gewinne gibt sie in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück.
Reiche Schweizer können sich Hobbies leisten
Heute sind nicht mehr Unfälle in Fabriken oder Berufskrankheiten die dringlichsten Probleme. Während noch Anfang des 20. Jahrhunderts manche Schweizer Familien aus Armut ihre Kinder auf "Kindermärkten" als Saisonarbeiter an Bauern in Deutschland vermitteln mussten, haben heute viele Schweizer genug Geld, um Hobbies zu pflegen, darunter auch teure und gefährliche.
Die immer häufigeren Freizeitunfälle stellen die Suva vor grosse Herausforderungen. Rund 60 Prozent der Unfälle passieren in der Freizeit. Die Suva versucht, mit Präventionskampagnen solche Freizeitunfälle zu verhindern.