Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03212.jsonl.gz/312

Hintergrund
Lehr- und Lernformen
In der Unterrichtsforschung wird die Vielfalt der Lehr-Lernformen oft auf zwei Grundarten reduziert - Direkte Instruktion und Offener Unterricht. Weil diese Zweiteilung jedoch sehr grobmaschig ist, werden hier die folgende vier Lehr- und Lernformen dargelegt:
- Gemeinsamer Unterricht
- Direkte Instruktion (mit dem Frontalunterricht als einem Teil davon)
- Kooperativer Unterricht
- Individualisierender Unterricht, hier: erweiterte Lehr- und Lernformen
Wenn diese vier Grundformen des Unterrichts ausgewogen angeboten werden, ergänzen sie sich wirkungsvoll. Guter Unterricht ist durch den gezielten Wechsel von unterschiedlichen Lehrmethoden gekennzeichnet.
Die vier Grundformen unterscheiden sich hinsichtlich der Kriterien
- bevorzugte Sozialform
- Niveau der Selbststeuerung
- Lehrer- und Schülerrollen
Gemeinsamer Unterricht
Gemeinsamer Unterricht ist ein Klassenunterricht ohne Bezug zu einem Fach.
Er findet oft zu fixen Zeiten statt: Stuhlkreis am Montagmorgen, Klassenkonferenz, Wochenabschluss. Manchmal wird er spontan angesetzt, z.B. bei einem Disziplinkonflikt. Er macht je nach Schulstufe und Schulform bis etwa einen Fünftel des Gesamtunterrichts aus.
Besondere Merkmale
Mit dieser Grundform wird die Arbeitsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler hergestellt: Die Klasse wird zu einer sozialen Gemeinschaft durch das Besprechen von Spielregeln, Rechten und Pflichten während des Lernens und Zusammenarbeitens.
- Es werden Absprachen für die Arbeit in allen Grundformen des Lernens getroffen und Interessen der Schülerinnen und Schüler abgeholt.
- Gemeinsamer Unterricht kann auch für die Umstellung oder das Aufräumen des Klassenzimmers verwendet werden.
- Lehrer- und Schülerrolle: Die Lehrerin, der Lehrer ist beim Gemeinsamen Unterricht v.a. Erzieherin/in; Chef/in, Sozialarbeiter/in oder Konfliktschlichter/in. Von den Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie sich auf soziale Lernprozesse einlassen und zusammen mit ihrer/n Lehrperson/en Klassengeist entwickeln.
Direkte Instruktion
Die Direkte Instruktion (lehrerzentrierter Unterricht) ist eine Unterrichtsmethode, welche in letzter Zeit durch die Arbeiten John Hattie’s intensiv diskutiert wurde. Die Direkte Instruktion eignet sich zur raschen Vermittlung von Grundlagenwissen.
Besondere Merkmale
- Die Lehrperson vermittelt den Lehrstoff. Sie informiert die Schülerinnen und Schüler über die Aufgabenstellung und strukturiert den Lehrstoff. Die Lerninhalte werden in kleine Einheiten zergliedert, welche systematisch aufeinander aufgebaut und explizit vermittelt werden.
- Der Unterricht im Plenum dominiert – mit der Lehrperson frontal vor der Klasse.
- Typische Tätigkeiten der Lehrpersonen sind: Vortragen, Zeigen, Erläutern, Fragenstellen, Diskutieren, Zusammenfassen.
- Typische Tätigkeiten der Schülerinnen und Schüler sind: Fragen stellen, Vorschläge machen, Erläutern, Zuhören, Antworten.
- Der Aktivitätsgrad der Schülerinnen und Schüler kann hoch sein. Das Niveau der Selbststeuerung ist jedoch meistens niedrig.
- Der Lernfortschritt wird regelmässig kontrolliert.
- Lehrer- und Schülerrollen: Die Lehrperson ist die Instrukteurin. Sie soll die Begeisterung für das Thema und ihre Fachkompetenz auf die Schülerinnen und Schüler überspringen lassen. Von diesen wird erwartet, dass sie aufmerksam und motiviert dem Unterricht folgen.
Ablaufschema/Phasen:
Die Direkte Instruktion umfasst sieben Hauptschritte.
-
Die Lehrperson bestimmt die Lernintentionen
-
Die Lehrperson bestimmt die Erfolgskriterien und macht sie den Lernenden transparent.
-
Die Lehrperson verfolgt das Ziel, dass Lernende Selbstverpflichtung und Engagement für die Lernaufgabe aufbauen.
-
Für die Unterrichtsstunde verfügt die Lehrperson über Leitlinien bezüglich Input (bereitgestellte Informationen für die Schülerinnen wie beispielsweise Film), Modellverhalten (Zeigen des erwarteten Endprodukts) und Verständnisüberprüfung durch Kontrolle des Wissensstandes. (Frontalunterricht kann hier für den Teilschritt „Input“ eingesetzt werden. Hattie beschreibt ihn als „kleinschrittiges, von der Lehrperson geleitetes Sprechen vom Lehrertisch aus“.) In dieser Sequenz stellt die Lehrperson den Lernenden Oberflächen-Informationen/Grundlagenwissen bereit als Ausgangspunkt und Voraussetzung für die weiteren, vertiefenden Lernschritte.
-
Es erfolgt ein angeleitetes Üben, bei welchem die Lernenden die Gelegenheit haben zu zeigen, was sie neu erfasst haben, indem sie eine Aktivität oder Übung unter Aufsicht der Lehrperson ausführen.
-
Der abschliessende Teil der Unterrichtsstunde umfasst Handlungen oder Aussagen der Lehrperson und soll den Lernenden einen Anhaltspunkt für die Tatsache geben, dass sie an einem wichtigen Punkt oder am Ende der Unterrichtsstunde angelangt sind.
-
Es gibt ein unabhängiges Üben. Sobald die Lernenden den Stoff oder die Fertigkeit beherrschen, ist es Zeit, ein vertiefendes Üben einzuleiten.
Lerngerüste:
Zentral für effektives Lernen sind u.a. folgende Punkte:
- „Kognitiv aktivierende Aufgaben stellen“: Solche Aufgaben zielen auf ein tiefgehendes Verständnis des jeweiligen Fachinhalts. Damit sollen die die bestehenden Wissensstrukturen der Schülerinnen und Schüler erweitert und vernetzt werden.
- „Leistungsrückmeldungen durch Tests schon im Arbeitsprozess geben“: Da Leistungsrückmeldungen durch Test am Schluss einer Unterrichtseinheit zwar wichtig sind, aber beim Lernen wenig helfen, sollten Schülerinnen und Schüler während des Arbeitens schon Rückmeldungen erhalten.
- „Über das eigene Lernen nachdenken/Metakognition“
- „Konstruktiv mit Fehlern umgehen“: Aus Fehlern kann gelernt werden, wenn sie in einer lernförderlichen Atmosphäre geschehen, in der niemand ausgelacht wird.
Kooperatives Lernen
Das Kooperative Lernen ist eine wirksame Möglichkeit, die notwendige Verarbeitung der Informationen aus frontalen Lernsituationen anzuregen. Dazu wird die frontale Unterrichtssituation durch die Grundstruktur des Kooperativen Lernens – durch die Abfolge von Einzelarbeit, Kooperation, Präsentation - ergänzt, sodass sich die die Schülerinnen und Schüler in einem Wechsel von Darbietung und Kooperation die Unterrichtsinhalte aneignen.
Besondere Merkmale
- Lernen ist immer eine ganz persönliche Konstruktionsleistung. Deshalb sollten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, sich das zu Lernende zuerst einmal selbst anzueignen. Danach können und sollen sie sich in der Kleingruppe austauschen. Zum Schluss werden die Resultate aus den Gruppen im Plenum vorgestellt.
- Kooperative Lernformen führen zu mehr Lernerfolgen für alle Schülerinnen und Schüler. Sie fördern positive zwischenmenschliche Beziehungen und trägt wesentlich zu einem guten Lernklima in der Klasse bei.
- Kooperatives Lehren und Lernen ermöglicht es den Lehrpersonen, viele Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zu aktivieren. Während der Gruppenarbeitsphasen können sie die Lernenden in ihrem Lern- und Sozialverhalten beobachten und bei Bedarf betreuen.
- Lehrer- und Schülerrollen: Die Lehrperson moderiert die Arbeiten im Unterricht. Sie sorgt dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die Spielregeln anwenden. Diese müssen Eigeninitiative entwickeln, Verständnis für die anderen Kollegen entwickeln und didaktische Kompetenzen für die Übernahme der Lehrer-Rolle aufbauen.
Eine häufig eingesetzte Methode des Kooperativen Lernens ist die des „Think-Pair-Share“. Diese besteht aus der Abfolge von Einzelarbeit, Kooperation in kleinen Gruppen und Präsentation. Daneben ist das Gruppenpuzzle weit verbreitetet. Dabei findet ein mehrfacher Wechsel zwischen der Arbeit in der Stammgruppe und der Expertengruppe statt. In der Expertengruppe erwirbt die einzelne Schülerin, der einzelne Schüler vertieftes Wissen in einem Teilbereich des Unterrichtsthemas. Dieses Wissen aus je verschiedenen Expertengruppen zu unterschiedlichen Teilthemen wird dann in die Stammgruppe getragen.
Individualisierender Unterricht / Erweiterte Lehr- und Lernformen
Der Begriff der «Erweiterten Lehr- und Lernformen» umschreibt Unterrichtsformen, die den traditionellen Frontalunterricht / die Direkte Instruktion ergänzen oder ersetzen. Im Zentrum des «ELF» stehen die Lernenden und ihre Lernaktivitäten. Die erweiterten Lehr- und Lernformen werden auch als Offener Unterricht beschrieben mit einer Betonung der Selbstregulation und hohen Anteilen an Projekt-, Gruppen- und Freiarbeit.
Lehrer- und Schülerrollen: Die Lehrperson wird zur Lernprozessberaterin respektive zum Coach. Sie hilft bei der individuellen Lernplanung. Während des Unterrichts hält sie sich zurück, ist jedoch eine aufmerksame Beobachterin. So achtet sie z.B. auf einen konstruktiven Umgang mit Fehlern.
Die folgende Auflistung stellt eine kleine Auswahl der gängigsten Formen der «ELF» dar.
Werkstattunterricht
Im Zentrum des Unterrichts steht ein reichhaltiges Angebot von Lern- bzw. Arbeitsaufträgen, die von den Schülerinnen und Schülern selbstständig bearbeitet werden. Die Lernenden können innerhalb eines von der Lehrperson gesteckten Rahmens selber entscheiden über:
- die Reihenfolge der Auftragsbearbeitung,
- die Auswahl der Lernangebote,
- das Arbeitstempo,
- die Wahl der Lernpartner/innen.
Da im Schulzimmer nebeneinander «wie in einer Werkstatt» an verschiedenen Arbeitsplätzen und an unterschiedlichen Aufgaben gearbeitet wird, wurde dieser Form des Unterrichts die etwas missverständliche Bezeichnung «Werkstattunterricht» gegeben.
Besondere Merkmale
- Aufträge und die dazugehörigen Materialien sind von der Lehrperson vorbereitet und strukturiert. Die Lernenden haben also keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Auftragserteilung.
- Die Qualität des Unterrichts wird weitgehend durch die Qualität der Arbeitsaufträge bestimmt.
Eignung
Der Werkstattunterricht ist vor allem für Themen mit einer offenen Lernstruktur geeignet (d.h. ohne vorgegebene bzw. sachlogisch bedingte Abfolge der Lernschritte).
Wochenplanunterricht
In den speziell dafür vorgesehenen Wochenplanstunden (z.B. vier Stunden wöchentlich) arbeiten die Schülerinnen und Schüler selbstständig – allein, mit einem Lernpartner oder in Gruppen – an den Lernaufgaben, die im Wochenarbeitsplan aufgeführt sind (z.B. «Löse im Rechnungsbuch die Aufgaben 13–19 auf S. 94» oder «Bearbeite drei Aufgaben aus der Werkstatt zum Thema Energie»).
Der Wochenarbeitsplan dient als wichtiges Instrument zur Steuerung des Lernprozesses mit drei Funktionen:
- Er definiert den Zeitrahmen, der für die selbstständige Lernarbeit zur Verfügung steht.
- Er umschreibt die Aufgaben, die in diesem Zeitrahmen erledigt werden müssen.
- Er formuliert die Ziele, die in einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden sollen.
Besondere Merkmale
- Der Wochenplanunterricht beruht auf einer Zusammenfassung und Ausweitung der sonst über die Woche verstreuten Still-, Partner- und Gruppenarbeiten unter Einbezug der Hausaufgaben.
- Durch das Aufgabenpensum, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt (in der Regel 1–2 Wochen), können die Schülerinnen und Schüler die Arbeiten selber einteilen und dem eigenen Lerntempo sowie den individuell unterschiedlichen Lernvoraussetzungen anpassen.
- Es handelt sich um eine Form der Unterrichtsorganisation, in der beliebige Fächer, Themen, Inhalte und Lernformen Platz finden.
Eignung
- Der Wochenplanunterricht bildet den organisatorischen Rahmen für alle Unterrichtsformen mit einem hohen Anteil an selbst gesteuertem Lernen (z.B. Leittextgesteuerter Unterricht, Werkstattunterricht, Freie Arbeit). Besonders geeignet ist er für Fächer und Themen mit klar umschriebenen Lernzielen, Lernschritten und Lernaufgaben.
- Durch das Aufgabenpensum, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, lernen Schülerinnen und Schüler, ihre Arbeit selbstständig einzuteilen und Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen.
Freie Arbeit
Im Stundenplan bzw. im Wochenplan sind bestimmte Zeiten vorgesehen, in denen die Schülerinnen und Schüler – allein oder zusammen mit einem oder mehreren Lernpartnern – frei gewählte Tätigkeiten ausführen können. Dabei kann es sich um Lerntätigkeiten im engeren Sinne oder um gestalterische und produktorientierte Tätigkeiten handeln. Diese Aktivitäten können, müssen aber nicht in einer Beziehung zu den aktuellen Themen des Unterrichts stehen.
Besondere Merkmale
- Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich selber für bestimmte Lerninhalte und Lernaktivitäten.
- Die Lehrperson hat in erster Linie beratende Funktion. Sie kann z.B. einzelne Schülerinnen und Schüler zur Bearbeitung von bestimmten Lerndefiziten animieren.
Eignung
Freie Arbeit lässt sich gut in den Wochenplanunterricht integrieren. Die Freiarbeitszeiten sollten aber im Wochenplan klar definiert werden. Die freie Wahlmöglichkeit und die damit verbundene Möglichkeit der Mitgestaltung durch die Lernenden führen dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler stark mit ihren Arbeitsergebnissen identifizieren. Die Möglichkeit, diese Arbeitsergebnisse der Klasse vorzustellen, ist darum ein wichtiger Bestandteil dieser Unterrichtsform.
Projektunterricht
Im Projektunterricht wird ein Unterrichtsvorhaben in der Klasse gemeinsam geplant, durchgeführt und ausgewertet, wobei auch die Wahl der Themen und Arbeitsschwerpunkte zusammen mit den Schülerinnen und Schülern getroffen wird.
Die Arbeiten werden normalerweise im Sinne einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit ausgeführt. Die Präsentation der Arbeitsergebnisse vor der Klasse oder vor einer breiteren Öffentlichkeit bildet einen wichtigen Bestandteil des Projektunterrichts.
Besondere Merkmale
Wie bei Projekten üblich, läuft auch der Projektunterricht in Phasen ab.
- Gelernt wird in der Regel produktorientiert, d.h. es wird ein konkretes Arbeitsprodukt hergestellt.
- Die Informations- und Materialbeschaffung ist Teil des Unterrichts und wird durch die Schülerinnen und Schüler besorgt.
- Die Entwicklung des Arbeitsplans hat grosse Bedeutung.
Eignung
Der Projektunterricht ist für Themen und Fächer mit offenen Lernzielen gedacht. Wo aufgrund des Lehrplans oder aufgrund der Lehrabsichten der Lehrperson diese Zieloffenheit fehlt, ist es nicht sinnvoll, die Wahl der Themen- und Arbeitsschwerpunkte den Schülerinnen und Schülern zu überlassen. Vorausgesetzt ist ein hohes Interesse der Lernenden am Thema bzw. am Arbeitsziel. Das Handlungsziel bzw. das Thema sollte im Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler liegen.
Lernjournal
Das Lernjournal (Reisetagebuch, Lerntagebuch ...) ist ein Werkzeug in der Hand der Schülerinnen und Schüler, in dem die Lernprozesse, aber auch gewisse Lernprodukte individuell dokumentiert und dargestellt werden. Das Journal weist eine subtile Ordnung auf, die einen ganz persönlichen Lernweg kennzeichnet. Meistens sind die Tagebücher nicht nach Fächern und Themen gegliedert, sondern nach den zeitlich aufeinander folgenden Stadien des Lernens.
Für Besucherinnen und Besucher empfiehlt sich, nur in Absprache mit der Lehrperson Einblick in die Tagebücher zu nehmen.
Besondere Merkmale
- Es gibt in den Tagebüchern verschiedene Textsorten: Rückblicke auf längere Unterrichtssequenzen, Auseinandersetzungen mit speziellen Unterrichtsinhalten, Kommentare zu Übungssequenzen, Rezepte, Gebrauchsanleitungen für bestimmte Verfahren, Fragestellungen und Auseinandersetzungen, mit denen sich die Lernenden beschäftigen.
- Dazwischen können auch andere Dialogpartner auftreten: die beratende Lehrperson oder Mitschüler/innen, die sich einmischen.
- Wer lernen will, muss Fehler machen dürfen. Darum werden Fehler und Irrtümer im Tagebuch weder getilgt noch angeprangert. Die «Korrektur» erfolgt durch die Lernenden selbst: Sie ist aus dem Verhalten in den späteren Phasen des Lernprozesses ablesbar.
Eignung
Der Einsatz des Lernjournals ist praktisch in allen Unterrichtsbereichen und Themenstellungen möglich.
Bei der Gestaltung des Unterrichts sind die Lehrpersonen im Rahmen der didaktischen Grundsätze und der Forderungen des Lehrplans in der Wahl der Methode grundsätzlich frei. Allerdings kann die Methodenfreiheit im Schulprogramm oder durch Beschlüsse der Schulkonferenz eingeschränkt werden, ebenso vereinzelt durch obligatorische Lehrmittel (z.B. im Fremdsprachenunterricht). Direkte Instruktion respektive Frontalunterricht einerseits oder Werkstattunterricht andererseits sind an sich weder besser noch schlechter. Die Gleichungen «Werkstattunterricht = guter Unterricht» und «Frontalunterricht = schlechter Unterricht» (oder umgekehrt) stimmen nicht. Einseitig orientierter Unterricht ist hingegen einem vielfältigen, differenziertem, den Lernzielen angepassten Unterricht deutlich unterlegen.
Weiterführende Informationen
Meyer, Hilbert (2015): Unterrichtsentwicklung. Berlin: Cornelsen Schulverlage.
Helmke, Andreas (2015): Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. 6. Überarbeitete Auflage. Selze: Klett-Kallmeyer.
Hattie, John A. C. (2013): Lernen sichtbar machen. Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von «Visible learning», besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren