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Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Dmitri Schostakowitsch (1906–1975)
Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 43
Als Dmitri Schostakowitsch am 28. Januar 1936 die Prawda aufschlug, traute er kaum seinen Augen: Auf Seite 3 fand er einen schrecklichen Verriss seiner Oper Lady Macbeth von Mzensk und musste lesen, dass er seine Hörer mit «Gepolter und Gekreisch» beleidigt und eine neurotische, kakophone Musik anstelle «schöner Lieder» geschrieben habe. Der Artikel veränderte sein ganzes Leben, denn fortan musste er fürchten, verhaftet, verschleppt oder gar ermordet zu werden: Schostakowitsch war zum Spielball der Machthaber geworden. Seine Vierte Sinfonie, die er zu genau dieser Zeit komponierte, musste er wegen ihrer avancierten Klangsprache zurückziehen; erst 1961, ein Vierteljahrhundert später, wurde sie uraufgeführt. Auch bei Beethovens Violinkonzert dauerte es rund 40 Jahre, bis sich das Werk im Repertoire durchsetzen konnte – für zu lang, zu konfus und zu wenig glanzvoll hielten es die Zeitgenossen. Yannick Nézet-Séguin, der charismatische Chef der New Yorker Metropolitan Opera, dirigiert bei seinem Einstand am Pult des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA diese beiden Meisterwerke, denen so lange Unrecht widerfuhr.
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