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Am Donnerstagmorgen verschwand der EgyptAir-Flug MS804 280 Kilometer vor der ägyptischen Küste vom Radar. Am Nachmittag herrschte Gewissheit: Das Flugzeug vom Typ A320 ist über dem Mittelmeer abgestürzt. Vor der griechischen Insel Karpathos sind Wrackteile gefunden worden, die vermutlich von MS804 stammen.
Über die Gründe des Absturzes ist bislang nicht viel bekannt. Handelte es sich um menschliches Versagen? Führten technische Probleme zum Absturz? Oder war es ein terroristischer Akt?
Urs Holderegger, Leiter Kommunikation des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL), betont, dass das BAZL aufgrund der unsicheren Faktenlage nicht auf den konkreten Fall eingehen könne, gibt jedoch Antworten auf Fragen rund um die Flug- und Luftsicherheit.
«Mittels des Transponders sendet ein Passagierflugzeug alle zwölf Sekunden Daten an die Flugsicherung am Boden. Es sendet einen Erkennungscode und die Höhe. Somit kann die Flugsicherung erkennen, welches Flugzeug sich wo befindet. Zusätzlich werden bei modernen Passagierflugzeugen in einem grösseren zeitlichen Abstand technische Daten automatisch an die Airline oder auch beispielsweise an die Triebwerkhersteller weitergeleitet. Ab 2020 werden alle Passagierflugzeuge mit einem System (ADSB) ausgerüstet sein, das sekündlich eine Vielzahl von Daten sendet, unter anderem die GPS-Position. Bereits heute sind zahlreiche Flugzeuge damit ausgerüstet.»
«Es gibt den sogenannten Primärradar, der erkennt, wo und auf welcher Höhe sich ein Luftfahrzeug befindet. Hinzu kommt das sogenannte Sekundärsystem mittels Transpondern, das es den Fluglotsen ermöglicht, den auf dem Radar sichtbaren Punkt einem konkreten Flugzeug zuzuordnen. Das heisst, der Transponder an Bord des Flugzeuges antwortet auf das vom Radar ausgesandte Signal mit einem vierstelligen Code. Da es über den Ozeanen keine Radarabdeckung gibt, können dort Flugzeuge nicht geortet werden.»
«Ja, das ist möglich, wenn zum Beispiel die bordinternen Sensoren falsche Daten liefern würden.»
«Uns ist kein belegter Fall bekannt, wo jemand wirklich das Bordsystem eines Flugzeuges hacken konnte. Die Cyberkriminalität ist aber eine grosse Herausforderung für die Flugzeugbauer, die für den Schutz der Bordsysteme sorgen müssen.»
«Ja, es gibt speziell konstruierte Militärflugzeuge, die vom Primärradar kaum mehr geortet werden können. Wenn dann der Transponder auch ausgeschaltet ist, sind solche Flugzeuge aus taktischen Gründen nicht mehr erkennbar.»
«Der Pilot kann mit der Änderung des Transpondercodes selbst einen Notfall anzeigen, zum Beispiel bei einer Entführung oder wenn der Funk gestört ist. Beim Absturz eines Flugzeuges wird von der sogenannten Black Box, in der sich der Flugschreiber befindet, automatisch ein Notsignal ausgelöst, das über eine längere Zeitdauer sendet. Zudem gibt es für Passagierflugzeuge und Kleinflugzeuge einen Notsender, der durch eine starke Erschütterung (Absturz) ausgelöst wird und ein spezielles Notsignal sendet.»
«Beides sind Aufzeichnungen, die nur im Bordsystem enthalten sind und nach einem Absturz dank der Black Box ausgewertet werden können.»
«Bei der Passagierluftfahrt ist alles international einheitlich geregelt. In der Kleinaviatik gibt es aber beispielsweise Systeme vor allem für Segelflieger, die einander vor Annäherung warnen, aber nicht kompatibel sind mit den Warnsystemen von Grossflugzeugen.»
«Im offenen Ozean ohne Radarabdeckung ist eine solche Suche extrem schwierig. In Küstennähe, wo man die Radarspuren bis zum Absturz verfolgen kann, lässt sich die Suche eingrenzen. Dabei geht es vor allem um das Signal der Black Box, das auch unter Wasser geortet werden kann.»