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Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Der Einzug zeigt Jesus als König, wie ihn der Prophet Sacharja (Sach9, 9) verheissen hat:
Jesus reitet auf einem Esel. – Darin zeigt sich am Palmsonntag ein wichtiges Motiv der Figur Jesu: Jesus ist kein triumphaler Sohn Gottes, er zieht nicht wie ein Herrscher in Jerusalem ein, im Gegenteil: Er ist König trotz – oder gerade wegen – seines Verzichts auf alle blendende Grösse. Zum Zeichen des Sieges dieses eselreitenden Königs hält ihm das Volk bei seinem Einzug in Jerusalem Palmzweige entgegen und jubelt.
Biblische Bezüge zum Einzug in Jerusalem: Joh12, 12-19; Mt21, 1-11.
Palmen wurden schon im Altertum als heilige Bäume verehrt; im Orient ehrte man siegreiche Soldaten damit. Da in Mittel- und Nordeuropa keine Palmen wachsen, ersetzte man sie durch Buchen-, Birken-, Weiden- oder andere Zweige.
Der Ursprung der christlichen Palmsonntagsfeier geht wohl auf die Liturgie von Jerusalem zurück, wo man die einzelnen Ereignisse des Leidensweges Jesu in eigenen Feiern und Riten nachbildete (als Alt-Jerusalemer Liturgie bezeichnet man den christlichen Gottesdienst in Jerusalem und Palästina in der Zeit zwischen der Jerusalemer Urgemeinde und der Übernahme der liturgischen Bräuche und Bücher des Byzantinischen Ritus aus Konstantinopel.)
Bereits seit dem 4., 6. bzw. 8. Jahrhundert ist der Brauch der Prozession am Palmsonntag bekannt. Im Mittelalter – die früheste Erwähnung stammt aus dem
10. Jahrhundert – und besonders im Barock wurde bei Palmprozessionen oft ein Esel (später aus Holz) mit Christusfigur mitgeführt, ein sogenannter „Palmesel“.
In der evangelischen Kirche sind Prozessionen und Palmweihen an Palmsonntag nicht üblich. In manchen Regionen ist der Palmsonntag jedoch der traditionelle Termin für die Konfirmation.