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Die Entwicklung des 380-kV-Netzes und die Ausweitung des Produktionsvolumens des Kraftwerks Veytaux zwangen die ehemaligen und derzeitigen Besitzer des Kraftwerks, Lösungen für die Konfiguration des Umspannwerks, aber auch für seine ökologische Eingliederung zu finden. Geografisch ist der Standort Veytaux im regionalen Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut angesiedelt. Da diese Region zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) und zum Inventaire Fédéral du Paysage (IFP) gehört, musste das Projekt von der Umweltschutzbehörde genehmigt werden.
Es galt also, eine langfristige Lösung zu finden, um die Hochspannungsanlage in die natürliche Landschaft zu integrieren und den hohen raumplanerischen Anforderungen gerecht zu werden.
Die neue Anlage wurde daraufhin in zwei Phasen gebaut: Zunächst entstand die gepanzerte, gasisolierte 220-kV-GIS-Anlage, anschliessend die gepanzerte 380-kV-GIS-Anlage. Es wurden ausserdem zwei 380 / 220-kV-Transformatoren mit 150 MVA am Standort installiert, um zwischen den verschiedenen Spannungen umzuschalten und so die Energieübertragung zu ermöglichen.
Der Eigenverbrauch des Kraftwerks Veytaux wird über das 20-kV-Netz von Romande Energie abgedeckt. Der gesamte Standort wurde mit einem neuen Steuer- und Sicherungssystem nach IEC 61850 ausgestattet. Die Bauarbeiten wurden so ausgeführt, dass die Anlage weiter in Betrieb bleiben konnte und Produktionsunterbrechungen des Wasserkraftwerks auf ein Minimum reduziert wurden.
Der allgemeine Kontext des Strommarkts und die Umstellung der Hochspannungsleitung Romanel – Chamoson auf 380 kV, die 2010 bekannt gegeben wurde, erforderten eine komplette Umgestaltung der Schaltanlage von Veytaux, um den Anschluss der Anlagen an das Hochspannungsnetz zu ermöglichen.
Die ursprüngliche Anlage wies ausserdem bereits gewisse Alterserscheinungen auf. Die Stützmauern der Plattform zeigten einen deutlichen strukturellen Verschleiss, sodass eine Sanierung und Verstärkung mittelfristig unumgänglich war.
Diese relativ dringenden Erfordernisse mussten zudem mit folgenden Zielsetzungen in Einklang gebracht werden:
- Begrenzung bzw. Reduzierung der Auswirkungen auf die verschiedenen umweltrelevanten Bereiche
- optimale Eingliederung der Anlage in die Landschaft
- ein gutes Gleichgewicht zwischen Abtragungen und Aufschüttungen