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Die 1-Millionen-Dollar-Frage: Ist Ex-Bond-Girl Eva Green eine «Diva»?
Es geht um rund 922'000 Franken (1 Million Dollar) Gage. Und um die Frage, ob das «divenhafte Verhalten» Eva Greens einen Filmdreh zum Scheitern gebracht hat. Ein Gericht in London muss sich damit beschäftigen.
Doch von Anfang an.
Eva Green wurde für einen Independent Film verpflichtet. Ein Science-Fiction-Film mit dem Titel «A Patriot». Doch das Projekt kam nie zu Stande, beziehungsweise stand von Beginn an unter einem schlechten Stern.
Hochkarätige Besetzung
Ursprünglich hätten 2018 nebst Green Stars wie Oscar-Gewinnerin Kathy Bates («Misery»), Ed Skrein («Game of Thrones», «Deadpool») und ebenfalls Oscar-Preisträger Tim Robbins («Dead Man Walking», «Mystic River») mitspielen sollen. Doch dann verzögerte sich die Produktion immer wieder, Bates, Skrein und Robbins mussten absagen, sie hatten unterdessen andere Verpflichtungen.
Das ehemalige Bond-Girl Eva Green («Casino Royale») blieb an Bord.
Dann wurde der Produktionsort geändert. Von Dublin in ein Studio eine knappe Autostunde von London entfernt. 2020 war dann Schluss. Der Film auf Eis gelegt, die Parteien zerstritten.
Klage und Gegenklage
Die Produzenten und Geldgeber White Lantern und SMC verklagten Green, sie sei für die ständigen Verzögerungen verantwortlich, habe «überzogene Forderungen» gestellt. Dafür soll die französische Schauspielerin 1,15 Millionen Franken Entschädigung und zusätzlich die Verluste durch mögliche Einnahmen durch den Film bezahlen.
Green, die ebenfalls ausführende Produzentin des Films war, liess sich das nicht bieten. Und verklagte ihrerseits White Lantern und SMC. Sie will ihre Gage von 922'000 Franken.
Diese Woche war die erste Anhörung vor Gericht in London. Dabei zeigte der Anwalt von White Lantern und SMC Whatsapp-Nachrichten Greens, in welchen die Schauspielerin die Produzenten Jake Seal und Terry Bird als «Kotzbrocken» und «verdammte Idioten» betitelte.
«Noch nie einen Tag gefehlt»
Greens Anwalt hingegen betonte ihr «unglaubliches Engagement» für den Film, sie habe alles dafür getan, um den Film zu verwirklichen. «Meine Klientin soll als ‹Diva› dargestellt werden, damit ihr Ruf ruiniert wird und billige Schlagzeilen generiert werden können.»
Green habe in ihrer über 20 Jahre dauernden Karriere noch nie einen Vertrag gebrochen und auch noch keinen einzigen Tag an einem Filmset gefehlt. «Komischerweise wird sie für ihr angeblich unverhältnismässiges Verhalten kritisiert, dabei zeigen die Beweise nur, wie sehr ihr die Qualität dieses Films am Herzen liegt. Sie hat immer wieder angeboten, selbst Geld einzuschiessen um eine bessere Crew zu engagieren.»
Der Anwalt der Filmgesellschaft hingegen bezeichnet die Whatsapp-Nachrichten Greens als klare Absicht, den Film zu beerdigen. Green habe einfach keine Erfahrung mit Low-Budget-Filmen und sei damit nicht klar gekommen.
Wollte Green den Film selbst machen?
Dabei wollte Green ursprünglich einen Gerichtsfall abwenden und bot an, auf ihre Gage zu verzichten, sofern sie die Rechte am Manuskript bekomme. Genau das könnte ihr zum Verhängnis werden. Denn der Anwalt von White Lantern und SMC sieht das als Zeichen, dass sie mit der ursprünglichen Fassung des Films nie einverstanden war – und einfach ihren eigenen Kopf durchsetzen wollte.
Der Ausgang des Prozesses ist noch völlig offen. Er soll elf Tage dauern, einen ersten persönlichen Auftritt vor Gericht wird Green nächste Woche haben.