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Ein bisher unbekanntes Rückzugsgebiet für Eisbären wurde von Dokumentarfilmern der BBC entdeckt, als in der Baffin-Bucht unterwegs waren. Geschätzte 20 Eisbären wurden auf dem Peterman-Eisberg, einem riesigen Stück des gleichnamigen Gletschers, etwa 50 Kilometer von der kanadischen Küste gesehen. Die Filmcrew hatten die Tiere entdeckt, als sie für Aufnahmen der BBC 2-Produktion «Operation Iceberg» in der Region drehten.
Diese Entdeckung setzt die bisher bekannte Meinung, wo Eisbären den Sommer in der Region verbringen, auf den Teststuhl. Denn bisher ging man davon aus, dass Eisbären in der Baffin-Bucht an Land gehen, wenn das Eis im Sommer sich weiter nach Norden zurückgezogen hat. Es scheint nun aber so, dass dies nicht für alle Tiere gilt. Offensichtlich ziehen sich einige Eisbären auf grosse Tafeleisberge zurück, die an der Küste entlang treiben oder dort gestrandet sind. Moderator der Produktion, Chris Packham, meint: «Was es dort für die Bären gibt, ist vor allem Sicherheit und ich glaube, dass sie diesen Vorteil nutzen. Ich nehme an, dass sie auf den Eisbergen bleiben, um dort vor den Jägern in Sicherheit zu sein und um auf die Rückkehr des Meereises zu warten.»
Der amerikanische Biologe und Eisbärenspezialist Steven Amstrup sagt, er höre zum ersten Mal davon, dass Eisbären in so grosser Zahl auf Tafeleisbergen auf dem Meer vorkämen. Dr. Keith Nicholls von der British Antarctic Survey (BAS) war ein Mitglied der Expedition und meinte: «In den letzten Jahren haben wir eine immer grössere Anzahl von Tafeleisberge, die vom grönländischen Eisschild abgebrochen waren, entdeckt. Und die meisten davon enden in der Baffin-Bucht.»
Da die Eisbären von Menschen sowohl auf der grönländischen wie auch auf der kanadischen Seite gejagt werden, könnten solche Eisberge in der Zukunft für die Bären einen gewissen Schutz während des Sommers bieten.
Quelle: www.bb.co.uk/news