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Genre: Romance, Historical, Mystery
Literatur: The Imperial Coroner (Online-Novel)
Regie: Lou Jian
Episoden: 36 (à 45 Min) sowie eine Bonusepisode à 8 Minuten
Cast:
Su Xiao Tong (Chu Chu)
Wang Zi Qi (Prince An/Xiao Jinfu)
Zhao Yao Ke (Leng Yue)
Yang Ting Dong (Vice Minister Jing Yi)
Ma Jian Xun (General Zhou Han)
Wang Yan Bin (Xiao Jin Li)
Guo Qiu Cheng (Xue Ru Cheng)
Mu Huai Hu (Eunuch Qin Luan/Grand Eunuch)
Guo Jun (Emperor Xuan Zong)
Tian Ling (Madam Jing)
Zheng Qiu Sheng (Leng Peishang)
Sun Rong (Chu Ping)
Zhu Peng Cheng (Grandpa Chu)
Shi Lan Ya (Princess Xi Peng)
Quelle: mydramalist.com
Handlung;
Chu Chu, die Tochter einer Familie von Coroners, begibt sich in die Hauptstadt, um an einem Wettbewerb teilzunehmen. Dem Gewinner des Wettbewerbs winkt eine Anstellung als kaiserlicher Coroner. Der Wettbewerb wird von Commandery Prince An, dem Chef des kaiserlichen Gerichtshof überwacht. Er ist sofort von ChuChu eingenommen, zeigt dies aber nicht,
Das soziale Gefälle zwischen Commandery Prince An und Chu Chu könnte nicht grösser sein, aber er erkennt sofort ihr immenses Talent und ihr ehrliches Wesen. Er nimmt sie in sein Team auf, das neben ihm aus seinen Jugendfreunden Vice Minister Jing Yi und Leng Yue (der Enkelin eines mächtigen Generals) besteht.
Commandery Prince An wird vom Kaiser beauftragt, die Herkunft des Falschgelds, das in der Hauptstadt aufgetaucht ist, abzuklären. Deshalb wird er in den Süden entsandt. Dies ist für ihn eine gute Gelegenheit, unter dem Vorwand dieses Auftrags das rätselhafte Verschwinden seines Vaters aufzuklären.
gesehen auf youtube mit englischen Untertiteln
Kritik:
Ich hatte keine grossen Erwartungen in dieses Drama, liess mich aber darauf ein, da grad sonst nichts Gescheites lief. Die Geschichte – ein weiblicher Coroner löst mysteriöse Todesfälle, verhiess nicht wirklich ein spannendes Drama. Da habe ich mich gewaltig getäuscht – „The Imperial Coroner“ ist eines der besseren Dramen, die ich bisher gesehen habe.
Der Plot – der Kaiser gibt einem jungen aufstrebenden Prinzen einen Auftrag, der diesen dazu benutzt, um eine Verschwörung aufzuklären und ein Familiengeheimnis zu lüften, er muss allerdings vor allem gegen die Intriganten am Hof kämpfen – ist an sich weder neu, noch originell. Es ist das Strickmuster, nach dem fast alle chinesischen Kostümdramen funktionieren. Aber es kommt halt immer auf das „Wie“ darauf an.
Die Schauspieler sind alle praktisch unbekannt, es ist kein Star unter ihnen. Die vier Hauptdarsteler Wang Zi Qi als Commandery Prince An, Su Xiao Tong als Chu Chu, Yang Ting Dong als Vice Minister Jing Yi und Zhao Yao Ke als Leng Yue überzeugen auf der ganzen Linie (Wang Zi Qi und Su Xiao Tong als ML/FL, Yang Ting Dong und Zhao Yao Ke sind SML/SFL). Wang Zi Qi ist als Commandery Prince An die Hauptperson, aber alleine kann er nichts erreichen, er braucht ChuChu und seine Jugendfreunde, um die Herkunft des Falschgeldes zu klären sowie die Gründe für das Verschwinden seines Vaters zu finden. Auch wenn man ab und zu den Eindruck hat, dass Vice Minister Jing Yi (Yang Ting Dong) nicht mit offenen Karten spielt und vor allem Teil des Teams ist, um im Auftrag seines Vaters den Commandery Prince auszuspionieren, stellen wir immer wieder erleichtert fest, dass es ihm immer nur darum geht, seinem Jugendfreund zu helfen. Sowohl ML und SML wie auch FL und SFL agieren untereinander und miteinander als Team, man spürt, dass sie einander unterstützen und mögen. Es sind keine unnötigen Spielchen und Eifersüchteleien zu spüren, die von der eigentlichen Geschichte ablenken. Alle ziehen an einem Strang, alle haben dasselbe Ziel.
Das ist es, was mich an diesem Drama am meisten überzeugt hat: Obwohl die vermeintliche Hauptfigur – Commandery Prince An – für sein Alter sehr reif, besonnen und klug agiert, würde er ohne die Unterstützung seiner Jugendfreunde und der Expertise von Chu Chu weder die Falschgeldaffäre, noch die Verschwörung, der sein Vater (und auch die Familie von Chu Chu wie sich später herausstellt) zum Opfer gefallen sind, aufklären.
Wang Zi Qi, Su Xiao Tong und Zhao Yao Ke liefern eine solide Leistung ab. Wang Zi Qi hat als Commandery Prince An die schwierige Aufgabe, kühl und besonnnen zu wirken, eine Aufgabe, an der schon andere Stars gescheitert ist. Er meistert diese Aufgabe mit Bravour – man nimmt ihm den reifen jungen Mann sofort ab. Die Entdeckung dieses Dramas ist für mich Yang Ting Dong als Vice Minister Jing Yi. Im ersten Moment hat man den Eindruck eines verwöhnten Nichtsnutzes, der nur aufgrund seiner Beziehungen zu seinem Posten gekommen ist. Aber je länger das Drama dauert, umso mehr entdecken wir andere, ernstere Züge. Er ist für Commandery Prince An eine unverzichtbare Stütze. Yang Ting Dong beherrscht den Wechsel zwischen verwöhntem Nichtsnutz und ernstem Freund hervorragend und er sorgt auch immer wieder für Szenen, die einen schwunzeln lassen.
Während der Ermittlungen im Süden passieren immer wieder mysteriöse Todesfälle, die ChuCHu (Su Xiao Tong) dank ihres Talents als Coroners aufklären kann. Die Aufklärung der Todesfälle wird mit visuellen Charts unterstützt – der Zuschauer sieht, was ChuChu erklärt. Dies ist ein super Einfall – ohne diese Charts wären die Zuschauer nicht in der Lage, ihren Erläuterungen wirklich zu folgen und vor allem auch zu verstehen.
Chu Chu aka Su Xiangtong wurde vorgeworfen, dass im Laufe des Dramas keine Persönlichkeitsentwicklung stattgefunden hat, sondern, dass sie sich auf die Rolle des naiven, rundäugigen kleinen Mädchens vom Land konzentriert hat. Nun, Chu Chu stammt aus einer Familie von Coronern, die von der Dorfbevölkerung generell eher gemieden wurde. Zudem liegt ein (scheinbarer) Makel über ihrer Geburt – angeblich ist die das Ergebnis einer ausserehelichen Affäre ihres Vaters. Denn sie tauchte in der Familie lange nach dem Tod seiner Frau auf. So ist sie seit ihrer Geburt eine doppelte Aussenseiterin. Es ist also kein Wunder, dass sie sehr schüchtern und wenig selbstbewusst ist. Und im Verlaufe des Dramas gewinnt sie sehr wohl an Selbstbewusstsein – Commandery Prince An gibt ihr immer wieder zu verstehen, wie sehr er ihre Expertise schätzt und dadurch gewinnt sie laufend an Ueberzeugungskraft.
Neben den Hauptdarstellern, die einzeln, aber auch als Team überzeugen, glänzt auch das restliche Ensemble: besonders hervorzuheben sind hier der Chef-Eunuch, der seiner Männlichkeit nachtrauert, der Kaiser, der sich ahnunglos gibt, aber die Intrigen seiner Eunuchen sehr wohl durchschaut, die Familie von ChuChu (vor allem Vater und Grossvater) sowie der Hauptbösewicht, der Lehrer von Commandery Prince An.
Das Drama hat „nur“ 36 Episoden (sowie eine Bonusepisode von ca 8 Minuten) und das ist auch gut so. Die Story ist mehr oder weniger kohärent und das Tempo stimmt. Es gibt keine (unnötigen) Subplots, die irgendwann im Sand verlaufen und die nur dazu dienen, das Drama zu verlängern. Allerdings fand ich das Timing der Plots nicht immer gelungen. Beispielsweise wurde die Entführung von Chu Chu durch ihren Onkel etwas gar schnell aufgelöst. Gegen Ende geht dem Drama etwas die Luft aus – die letzten 5 Episoden in der Hauptstadt hätte ich vom Tempo und vom Schwerpunkt her anders aufgestellt. Die Geschichte um die Autopsie des Onkels ist etwas sehr gesucht, zudem war die Auflösung des Falls – Ueberführung des Intriganten – etwas gar dick aufgetragen, das sind aber meine einzigen (winzigen) Kritikpunkte.
Und zum Schluss gibts sogar noch ein Happy-End (bzw zwei). Während der Aufklärung der Fälle kommen sich Chu Chu und der Commandery Prince immer näher und sie gestehen einander ihre Gefühle. Es ist sehr erfrischend zu sehen, wie reif beide miteinander umgehen.
Alles in allem ein wunderbares Drama, in dem fast alles stimmt, da fallen die paar Kritikpunkte nicht allzusehr ins Gewicht. Auch dieses Drama entstand mit wenig Budget – ein Beispiel mehr dafür, dass viel Geld nicht automatisch Erfolg bedeutet. Was zählt, sind die Details, ein überzeugendes Ensemble ( ein grosser Name, der vor allem dazu dient, die Fans anzuziehen, reicht nicht) und vor allem: eine stimmige Story!!!!!!!
Trailer:
Copyright Corinne Mathieu 2022
Veröffentlicht am 9. April 2022