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Die Armee wurde in Thun schon bei der Schaffung des Waffenplatzes überaus offen empfangen. Ihre Präsenz beschränkte sich vorerst auf die Offiziere der Zentralschule und auf die Truppen, welche an den Übungslagern teilnahmen. Diese wurden ganz bewusst nicht nur als militärische Veranstaltung, sondern als patriotische Feste mit Feldgottesdiensten, Paraden, Fahnenübergaben, Wachtablösungen, vaterländischen Reden, Festessen und Konzerten ausgestaltet.91 Damit strebte die Tagsatzung eine möglichst weitgehende Identifikation der Bevölkerung mit den Institutionen des Bundes an. Die Manöver zogen jeweils Tausende von Zuschauerinnen und Zuschauern an, welche aus der ganzen Schweiz anreisten. Die Armee trug ihrerseits dazu bei, ihre Präsenz auch für die Zuschauer attraktiv zu gestalten. Einmal jährlich führten die Truppen ein nächtliches Artillerieschiessen mit glühenden Kugeln durch, was immer eine Vielzahl von Schaulustigen auf die Allmend brachte. Allerdings drohte die Sache gelegentlich aus dem Ruder zu laufen, fanden doch nicht nur die offiziellen Veranstalter Freude an der Sache. Immer wieder mussten die Behörden in Erinnerung rufen, dass nur amtlich zugelassene Wirte Speisen und Getränke servieren durften. An den Festen beteiligten sich nämlich auch nichtmilitärische Anbieter von Attraktionen; beispielsweise präsentierte ein Schausteller während des Lagers von 1834 seine von verschiedenen Kontinenten stammenden wilden Tiere.92
Die Armee führte die Tradition, sich der Bevölkerung zu präsentieren, bis in die Gegenwart weiter. Im 20. Jahrhundert fanden die Anlässe in Form von Fliegerdemonstrationen oder von Tagen der offenen Tür statt, wenn es etwas zu feiern gab. Zur Waffenschau anlässlich des Jubiläums zum 150-jährigen Bestehen des Waffenplatzes im Jahr 1969 kamen rund 20 000 Besucherinnen und Besucher, und auch die Besuchstage zur Vorführung des neuen Panzers Leopard 1987 zogen Tausende an.93 Einen Besucherrekord verzeichnete das zweitägige Grossereignis «Thun meets army» vom 21. und 22. Oktober 2017, das 170 000 Zuschauerinnen und Zuschauer nach Thun lockte.
Die Armee präsentierte sich 1949 an der KABA in Thun mit Geräten zum Anfassen.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg in der Armee das Bewusstsein, dass sie auf ein gutes Einvernehmen mit der Bevölkerung angewiesen war. Fotografie von Eugen Thierstein.