Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03285.jsonl.gz/197

Einer der weltbesten Percussionisten ist am Mittwochmorgen (9.) in Recife verstorben, der 71-jährige Naná Vasconcelos. Er hat den Globus mit seiner afrobrasilianischen Welt-Musik begeistert und sich auch von einer Chemotherapie nicht von Auftritten abhalten lassen. Am Mittwoch ist er einem Lungenkrebs erlegen.
Naná Vasconcelos war Musiker mit Leib und Seele. Von klein auf diente dem am 2. August 1944 in Recife Geborenem Alles als Instrument, Töpfe, Dosen und auch sein eigener Körper. Schon mit zwölf Jahren hat er die Trommeln im Rhythmus des “Maracatu“ erklingen lassen und mit seinem Vater mit einer Band in Recife gespielt.
Vasconcelos war Meister der Percussion und Autoditakt. Mehrmals wurde er für den Grammy nominiert, 2011 wurde er mit dem Grammy in der Kategorie Lateinamerikanische Musik ausgezeichnet. Achtmal haben ihn renommierte Musikmagazine der USA zum besten Percussionisten der Welt gekürt.
In den USA spielte der Afro-Brasilianer mit Jazzgrößen wie Jan Garbarek und B. B. King und zeichnete für die Musik mehrerer Filme verantwortlich. 2013 hat er den Film “O Menino e o Mundo“ (Der Junge und die Welt) musikalisch untermalt. Der Zeichentrickfilm war für den Oscar 2016 nominiert.
Vasconcelos Leben war Musik und Rhythmus. Aktiv war er auch trotz seiner Krebserkrankung noch bis kurz vor seinem Tod. Im Februar dieses Jahres hat er, wie ebenso schon in den vergangenen 15 Jahren, am “Marco Zero“ den Carnaval Recifes eröffnet und “Maracatu“ und Percussiongruppen dirigiert.
Bei seinem jüngsten Projekt, “Café no bule“, verband er gemeinsam mit Zeca Baleiro und Paulo Lepetit die verschiedensten Rhythmen vom Jazz über Samba, Afoxé bis zu Maracatu. Vorgestellt wurde es erst vor wenigen Tagen von seinen Partnern in Minas Gerais. Naná Vasconcelos war in Gedanken dabei. Seit Ende Februar war er wegen Komplikationen bereits im Krankenhaus in Recife interniert.
Erst im Dezember wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Federal Rural von Pernambuco (UFRPE) verliehen. In einem Interview im Dezember sagte er “Meine Art, die Percussion zu denken wird nach mir weiterleben.“ Das wird sie nicht nur auf den Alben, sondern auch in den Herzen der Brasilianer.