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Nicht nur Worte, sondern positive Taten sind gefragt
Thema MCS: Offener Brief an den Bundesrat
Am 19.03.2003 reichte Nationalrätin Pascale Bruderer dem Bundesrat eine Interpellation ein.
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Ist ihm die Existenz dieser Umweltkrankheit bekannt?
- Teilt er die Ansicht, den Umweltaspekten sowie den Folgen der Krankheit MCS müsste vermehrt Beachtung geschenkt werden?
- Kann er sich vorstellen, MCS als organische Krankheit anzuerkennen? Wenn ja, wann und inwiefern? Wenn nein, weshalb nicht?
- Inwiefern ist er gewillt, umweltgerechte Wohnprojekte für Umweltkranke zu unterstützen?
- Könnte er sich aufgrund des tiefen MCS-Wissensstandes vorstellen, eine medizinisch wissenschaftliche Langzeitstudie zu veranlassen?
- Wäre er bereit, eine Infokampagne zu veranlassen, um die Schweizer Ärztinnen und Ärzte sowie die Bevölkerung in Bezug auf die Existenz und Konsequenzen dieser Krankheit aufzuklären?
- Sieht er eine Möglichkeit für die Schaffung einer (oben skizzierten) Umweltberatungsstelle?
Begründung
Immer mehr Menschen leiden in der Schweiz an schweren Chemikalienunverträglichkeiten, an der Krankheit Multiple Chemical Sensitivity (MCS). Alltägliche Chemikalien wie Pestizide, Duftstoffe, Waschmittel, Abgase, Desinfektionsmittel, PCP, Lösungsmittel und Wohngifte verursachen bei den Betroffenen nicht nur kleine Gesundheitsprobleme, sondern schwerste Krankheitssymptome, die gar zu Arbeitsunfähigkeit und Invalidität führen können.
MCS wird wegen der schwierigen Diagnose in unserem Land oft auf psychisches Leiden reduziert und auch dementsprechend diagnostiziert, obwohl MCS in anderen, umweltmedizinisch fortschrittlicheren Staaten (wie z. B. den USA) weitgehend anerkannt ist als organische schadstoffverursachte Krankheit. In der Schweiz leben gemäss Schätzungen einige Tausend MCS-Betroffene, die Krankheit ist jedoch stark zunehmend. Internationale Studien sprechen von einem MCS-Betroffenen auf 1500 Einwohner.
Die Psychologisierung dieser Umweltkrankheit führt bei uns in der Schweiz in zahlreichen Fällen dazu, dass sich die Betroffenen in ihrer Erkrankung nicht ernst genommen fühlen und ihnen keine umweltgerechte Hilfe angeboten wird. MCS-Kranke leben zum Teil unter menschenunwürdigen Verhältnissen, weil sie beispielsweise keinen schadstofffreien Wohnraum finden, als Folge davon in Wohnwagen leben, im Auto oder gar im Freien schlafen.
Umweltgerechte Hilfe bedeutet, dass MCS von den Bundesbehörden, Ärzten, Krankenkassen und IV-Stellen als organische Krankheit anerkannt wird und man den Betroffenen hilft, sich möglichst schadstoffarmen Wohnraum zu beschaffen.
Die Stadt Zürich hat einen in diesem Sinne wichtigen Schritt unternommen, indem sie ein erstes Wohnprojekt für Umweltkranke ermöglicht hat.
Eine Umweltberatungsstelle könnte einerseits sowohl den Wissensstand der Ärztinnen und Ärzte als auch der breiten Öffentlichkeit verbessern und andererseits den Betroffenen helfen, anerkannter und menschenwürdiger zu leben.
Antwort des Bundesrates vom 14.05.2003
"Es ist den Bundesbehörden bekannt, dass Umweltbelastungen auf vielfältige Weise die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinträchtigen können. Neben klar definierbaren Umweltkrankheiten wie Allergien werden auch diffuse Krankheitsbilder wie die "vielfache Chemikalienunverträglichkeit" (Multiple Chemical Sensitivity, MCS) mit Umweltbelastungen in Verbindung gebracht.
Gemäss Literaturangaben sollen die Patienten an einer Vielzahl von unspezifischen Beschwerden in unterschiedlichen Organsystemen leiden. Die Beschwerden können durch verschiedenste Schadstoffbelastungen im tiefen Dosisbereich ausgelöst werden. Es existieren verschiedene Arbeitsdefinitionen für MCS - objektive Diagnosekriterien sind bisher nicht erstellt worden.
Die Ursachen und die Entstehung von MCS sind nicht bekannt. Mehr Forschung wäre nötig, um die Rolle von Schadstoffbelastungen bei MCS und verwandten Krankheitsbildern zu klären. [Anmerkung der Mythen-Post: Will das ein System, das auf reine Symptombekämpfung ausgelegt ist?] Zur Diagnose ist eine fachübergreifende, sorgfältige Abklärung der Patienten nötig, um mögliche zugrunde liegende somatische, aber auch psychische Erkrankungen auszuschliessen, mögliche Ursachen eruieren zu können und Ansatzpunkte für Massnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität zu gewinnen. [Anmerkung der Mythen-Post: Unkonkretes Blabla aus der Feder des Bundesamtes Krankheit.]
Für die Anerkennung als organische Krankheit sind weitere hinreichend belegte und reproduzierbare wissenschaftliche Studien unabdingbar. Diese erst würden es erlauben, die MCS als organische Krankheit zu klassifizieren und in die International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (aktuelle Version: ICD-10) aufzunehmen.
Wohnprojekte für Umweltkranke könnten aufgrund des neuen Wohnraumförderungsgesetzes WFG durch den Bund unterstützt werden. Das Gesetz, welches das Parlament am 21. März 2003 verabschiedet hat, sollte im Herbst dieses Jahres in Kraft treten. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht festgelegt. Eine Unterstützung im Rahmen der verfügbaren Mittel würde gewährt, sofern die Projekte die an die Bundeshilfe geknüpften allgemeinen Anforderungen erfüllen.
Angesichts der Komplexität des Krankheitsbildes und der zahlreichen möglichen Einflussfaktoren wäre eine fundierte wissenschaftliche Langzeitstudie, die zu verwertbaren Ergebnissen führt, sehr aufwendig. Die finanzielle Situation des Bundes erlaubt es zurzeit nicht, ein eigenständiges Forschungsprogramm MCS zu lancieren. [Anmerkung der Mythen-Post: Man wirft lieber Geld mit der Subventionierung von Tabakanbau, Tierfabriken etc. aus dem Fenster!] Der Bundesrat appelliert an die Eigeninitiative von Forschungsgruppen, Einzelpersonen und Betroffenen, mitzuhelfen, die Situation in diesem Bereich zu verbessern. [Anmerkung der Mythen-Post: In der Praxis sabotiert der Staat positive Absichten, indem z.B. KMF-Sondermüllproduzenten, Hersteller allergie- und MCS-auslösender Produkte wie parfümierter Waschmittel, parfümierter Putz- und Reinigungsmittel, parfümierter Deos, parfümierter Cremen, Raumfluftsprays, Raumbeduftungen etc. geschützt werden!]
Die gesundheitliche Bedeutung von Umweltbelastungen wird im Rahmen laufender Aktivitäten, insbesondere über den Aktionsplan Umwelt und Gesundheit vermehrt thematisiert und kommuniziert. Es werden auch bereits Anstrengungen unternommen, Ärzteschaft und betroffene Fachstellen besser über umweltbezogene Gesundheitsstörungen zu informieren. MCS und verwandte Krankheitsbilder werden beispielsweise in einer vom Bundesamt für Gesundheit fachlich und finanziell unterstützten Broschüre der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz zum Thema Innenraumbelastungen (Titel: "Wohnen und Gesundheit") vorgestellt und diskutiert. Alle Mitglieder der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz haben diese Broschüre erhalten. Auch die Medien greifen die Thematik MCS vermehrt auf. Vor diesem Hintergrund erscheint es dem Bundesrat als nicht prioritär, eine breite Informationskampagne zu MCS zu veranlassen.[Anmerkung der Mythen-Post: Weil in der Pharma-Schweiz gilt: Zuerst krank werden und dann chemisch "heilen"...]
Eine Umweltberatungsstelle erfordert die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. In einem vom Bundesamt für Gesundheit unterstützten und kürzlich abgeschlossenen Pilotprojekt in Basel wurde erstmals in der Schweiz untersucht, wie auf der Basis der vorhandenen Strukturen eine umweltmedizinische Abklärung und Beratung angeboten werden könnte. [Anmerkung der Mythen-Post: Alles Theorien ohne praktische Effizient.] Aus den gesammelten Erfahrungen werden Empfehlungen für ein Modell einer Umweltberatungsstelle erarbeitet. [Anmerkung der Mythen-Post: Mit braven "Beratungsstellen" ist es nicht getan - der Kampf gegen die Verursacher muss geführt werden!] Der Bundesrat lädt die Ärzteschaft und die betroffenen öffentlichen und privaten Fachstellen ein mitzuhelfen, den Bedarf für eine fachkompetente umweltmedizinische Beratung besser abzudecken."
Kommentar dazu von Urs Beeler:
Schwyz, den 13. Juni 2004
Sehr geehrter Herr Bundespräsident
sehr geehrte Frau Bundesrätin
sehr geehrte Herren Bundesräte
Auf der einen Seite sagt der Bundesrat, man solle sich betr. dem Thema MCS engagieren. Wer dies in der Schweiz konsequent tut, landet im Gefängnis!
Seit Jahren kämpfe ich z.B. für ein Verbot von gesundheitsschädigenden Glas- und Steinwolleprodukten in der Schweiz. Mineralwolle und deren Zusatzstoffe können Ekzeme, Allergien, ja sogar Krebs auslösen. Ihr grossartiges Bundesamt für Krankheit, pardon Gesundheit, spielt die Problematik herunter.
Mehr: Der Bund lässt sogar noch bundeseigene Gebäude (Stichwort RUAG) mit gesundheitsschädigender Mineralwolle isolieren! Hoch lebe die Errichtung von Isolations-Sondermüll-Altlasten! "Energiesparen" und "Umweltschutz" mittels Einbau von Sondermüll?
Wenn ich die ganze Problematik beschreibe, werde ich von den KMF-Produzenten (ISOVER, Flumoc, Sager) eingeklagt und von der Schweizer Justiz, die Sondermüll-Produzenten und nicht die Interessen der Allgemeinheit schützt, zu Busse und Gefängnis verurteilt. Völlig absurd - aber es läuft so!
Auf der einen Seite reden Sie von Gesundheitsprophylaxe. Auf der anderen Seite erlauben Sie die Produktion von gesundheitsschädigenden Isolationsprodukten. Wie soll das zusammengehen?
Sie schreiben in Ihrer Antwort vom 14.5.03: "Die Ursachen und die Entstehung von MCS sind nicht bekannt. Mehr Forschung wäre nötig, um die Rolle von Schadstoffbelastungen bei MCS und verwandten Krankheitsbildern zu klären." Ich nennen das Ignoranz. Wahr ist, dass der Bundesrat und vor allem die Pharmaindustrie heutzutage gar kein wirkliches Interesse haben, die Ursachen zu erkennen, weil dann Umdenken nötig wäre bzw. Umsätze gefährdet wären!
Es mag hart klingen, ist aber leider wahr: Die heutige offizielle Medizin hat gar kein Interesse an gesunden Menschen. Würde in diesem Land ernsthaft Gesundheitsprophylaxe betrieben, könnten unzählige Spitäler, Arztpraxen, Pharmafirmen dicht machen oder müssten zumindest ihren Betrieb reduzieren. Bei der heutigen Medizin geht es nicht primär um den Menschen, sondern ums Geschäft!
Ein Beispiel:
Der Direktor der Dermatologischen Uniklinik Zürich ist sowohl gegen ein Verbot von Glas- und Steinwolle wie auch ein Verbot von allergieauslösenden, parfümierten Waschmitteln! Diese Auffassung wird übrigens von der Mehrheit der Schweizer Dermatologen/Allergologen sogar noch geteilt. Klar: Man könnte nachher viel weniger Patienten mit Cortison, Antihistaminika etc. vollpumpen!! Das mag hart und pauschal klingen, ist aber leider so!
Die Mehrheit der Schweizer Ärzte will medikamentieren und hat an Ursachenerkennung und -bekämpfung absolut gar kein Interesse. Letzteres würde kein Geld einbringen. Viele der verabreichten Medikamente haben Nebenwirkungen, die dann auch wieder medikamentiert werden können. So entstehen Dauereinnahmequellen für die Mediziner und die Pharmaindustrie.
Dass die Zahl der Allergieerkrankungen und MCS-Erkrankungen rapide angestiegen ist, können sogar die Medizinalbürokraten des Bundesamtes für Gesundheit nicht verleugnen. Warum das so ist, will man jedoch nicht erkennen!
Man kann nicht immer mehr Chemie einsetzen und meinen, dass dies auf die Umwelt und das menschliche Immunsystem ohne Auswirkungen bleibt.
Für die rasch ansteigende Zahl von Allergieerkrankungen und MCS ist der massenhafte (und absolut unnötige!) Einsatz von künstlichen Duftstoffen in Waschmitteln, Weichspülern, Putz- und Reinigungsmitteln, Deos, Rasierschaum, Abwaschmittel etc. DIREKT verantwortlich. Es braucht hier wirklich nicht mehr jahrelange Studien - die Fakten sind klar.
Die von den Grossherstellern verwendeten Duftstoffe etc. sind nicht nur für Allergien und MCS verantwortlich, sie werden in der Umwelt darüber hinaus sehr schlecht abgebaut. Dass das so ist, dafür ist die Regierung in Bern direkt verantwortlich, weil sie die Herstellung und den Vertrieb von Produkten in der Schweiz erlaubt, die verboten gehörten!
Die Schweizer Medizin will die Ursachen nicht erkennen, weil sie dann nicht mehr chemisch oder alternativmedizinisch "heilen" und "therapieren" könnte. So funktioniert eben ein heuchlerisches und unehrliches System!
Wer sind die konkreten Verursacher?
Es sind Grosskonzerne wie Procter & Gamble, Henkel, Johnson & Johnson, aber auch kleinere wie die MIFA AG etc. welche für die Ausbreitung von Allergien und MCS (mit)verantwortlich sind. Aus den Medien erfahren Sie davon nichts, weil diese Firmen mit TV-Sendern, Radiostationen, Zeitungen und Zeitschriften grosse Werbeverträge abgeschlossen haben.
Sie schreiben: "Wohnprojekte für Umweltkranke könnten aufgrund des neuen Wohnraumförderungsgesetzes WFG durch den Bund unterstützt werden. Das Gesetz, welches das Parlament am 21. März 2003 verabschiedet hat, sollte im Herbst dieses Jahres in Kraft treten. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht festgelegt. Eine Unterstützung im Rahmen der verfügbaren Mittel würde gewährt, sofern die Projekte die an die Bundeshilfe geknüpften allgemeinen Anforderungen erfüllen."
Weiter heisst es: "Die finanzielle Situation des Bundes erlaubt es zurzeit nicht, ein eigenständiges Forschungsprogramm MCS zu lancieren. Der Bundesrat appelliert an die Eigeninitiative von Forschungsgruppen, Einzelpersonen und Betroffenen, mitzuhelfen, die Situation in diesem Bereich zu verbessern."
Die wirkungsvollste Verbesserung der Situation besteht in der Gesundheitsprophylaxe!
Weil der Bund die Produktion von Mineralwolle und völlig unnötig parfümierten Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln weiterhin erlaubt, ist ein weiterer Anstieg von Allergieerkrankungen und MCS zu verzeichnen! SIE - die "Macher" in Bern - sind dafür direkt verantwortlich! Man kann nicht auf der einen Seite von Umweltschutz Gesundheitsschutz reden und auf der anderen Seite (in der Praxis!) genau das Gegenteil tun! Das ist absolut unglaubwürdig!
Klartext
Wenn der Bundesrat am 14.5.03 schreibt: "Es ist den Bundesbehörden bekannt, dass Umweltbelastungen auf vielfältige Weise die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinträchtigen können." Wieso zieht man daraus nicht die nötigen Konsequenzen?
Und Klartext gesprochen: Wenn dem so ist, dann ist mir nicht klar, wieso in diesem Land die Produktion/Vertrieb von gesundheitsschädigender Glas- und Steinwolle sowie allergieauslösenden Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln weiterhin erlaubt ist!!!
Forschung und Umweltmedizin
Statt ausschliesslich eine schul- oder alternativmedizinische Symptombekämpfungsmedizin in der Schweiz zu unterhalten, müsste man allmählich damit beginnen, eine ehrliche, ursachenbezogene Umweltmedizin zu betreiben. Es ist davon auszugehen, dass sich damit die Gesundheits- - oder treffender: Krankheitskosten - in der Schweiz innert kürzester Zeit halbieren liessen! Damit verbunden wäre ein gewaltiger Anstieg an Lebensqualität!
In Erwartung Ihrer Nachricht verbleibe ich
mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler
Anmerkung:
Der Bundesrat würde bei der Allergie- und MCS-Prävention einen grossen Schritt tun, wenn er parfümierte Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel, Deos, Cremen usw. in der Schweiz verbieten würde. Eine Parfümierung ist absolut unnötig, aber gesundheitsschädlich sowie gewässer- und luftbelastend. Mit einem Verbot, das gar keine Nachteile brächte (!), würde ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsprävention geleistet.
Ebenso ist die Produktion und der Import von Glas- und Steinwolleprodukten in der Schweiz zu verbieten, da damit lediglich unnötiger, potentiell gesundheitsschädigender Sondermüll produziert wird.
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