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Der Nettoverschuldungsquotient gibt an, welcher Anteil der jährlichen Fiskalerträge erforderlich wäre, um die Nettoschulden abzutragen. Er wird berechnet, indem die Nettoschulden I durch die Fiskalerträge dividiert wird.
Die Formel, um den Nettoverschuldungsquotienten gemäss Harmonisiertem Rechnungslegungsmodell (HRM2) zu berechnen, ist die folgende:
(20 Fremdkapital - 2068 Passivierte Investitionsbeiträge - 10 Finanzvermögen) / (40 Fiskalertrag).
Die Formel, um den Nettoverschuldungsquotienten gemäss altem Harmonisiertem Rechnungslegungsmodell (HRM1) zu berechnen, ist die folgende:
(20 bis 25 Fremdkapital - 10 bis 13 Finanzvermögen) / (40 Fiskalertrag).
Der Nettoverschuldungsquotient ist ein klassischer Indikator der öffentlichen Finanzen und der nachhaltigen Entwicklung. Er zeigt, welche finanzielle Last heutiger Vorhaben auf zukünftige Generationen abgewälzt wird. Der Schuldendienst (Zinszahlungen und möglicherweise jährliche Rückzahlungen des geliehenen Kapitals) bindet manchmal beträchtliche finanzielle Mittel, was den Handlungsspielraum der Kantone und der Städte einschränken kann. Der Bund und zahlreiche Kantone verfügen über einen Mechanismus der Schuldenbremse, gemäss dem in der Regel über einen Konjunkturzyklus hinweg die Ausgaben nicht grösser als die Einnahmen sein dürfen. Ausserdem gehört der Nettoverschuldungsquotient zu den Finanzkennzahlen erster Priorität im HRM2 (vgl. Anhang C, Tabelle C.1).
Das Handbuch des Harmonisierten Rechnungslegungsmodells HRM2 gibt folgende Richtwerte für die Interpretation des Nettoverschuldungsquotienten an:
- niedriger als 100%: gut
- zwischen 100% und 150%: genügend
- höher als 150%: schlecht.
Beim Quervergleich des Indikators gilt es zu beachten, dass die der Berechnung zugrundeliegenden Beträge der Steuereinnahmen nicht für alle Kantone dieselben Steuerarten umfassen. Jeder Kanton kann - bis zu einem gewissen Grad - die Art der Steuern, die er erhebt, selber bestimmen. Dieser Umstand kann einen Einfluss auf die Vergleichbarkeit der Resultate haben.
Der öffentliche Haushalt der Kantone und Städte muss zwei Bedingungen der nachhaltigen Entwicklung erfüllen: Er finanziert die Bedürfnisse und ermöglicht Investitionen der aktuellen Generation, gleichzeitig gewährleistet er die Handlungsfähigkeit zukünftiger Generationen. In diesem Sinn soll die öffentliche Verschuldung nicht so weit gehen, dass sie die Möglichkeiten künftiger Generationen gefährdet, ihre Bedürfnisse zu decken. Wichtig ist somit eine tragbare Schuldenlast der öffentlichen Haushalte.