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In einer neuen, erweiterten Fassung präsentiert ensemble viceversa das szenische Konzert unanswered questions.
Im Zentrum des Programms steht ein neues Werk von Balz Trümpy: WEIT WEG (2014) für Stimme solo, zu Texten von Lisa Elsässer. Eine „Choreografie“ im Hintergrund betont in dieser Interpretation von Trümpys Werk die Plastizität der Texte. Elektronik und Bildprojektion verleihen ihnen eine weitere Dimension.
Ein nächster Programmpunkt ist ein Film, entstanden aus ca. 200 Fotos, welcher über den Zeitraum eines Jahres den Abriss und Neubau eines Hauses in Riehen dokumentiert. Auf den Ruinen von Altem entsteht Neues, und auch hier gibt es „unbeantwortete fragen / unanswered questions“. Während das im Film gezeigte Wirken der Architekten, Ingenieure und Arbeiter über einen langen Zeitraum in minutiösen, differenzierten Prozessen ablief, improvisieren die Musikerinnen zu dieser „Dokumentation im Zeitraffer“ nachträglich spontan: mehrere Zeitebenen begegnen sich.
„is it?“ für Sopran und Sopransaxophon (2002) - hier in einer Version für Mezzosopran und Klarinette - von Thomas Kessler basiert auf einem Text von John Cage, der 56 kurze Fragen umfasst.
Weiter kommen zwei Werke von Jürg Wyttenbach zur Aufführung: Una chica en Nirvana für singende Klarinettistin (2002) und LAUT KÄFIG, ein Zyklus von 17 Haikus von Issa und andern japanischen Dichtern für Sopran und Harfe (1995/1997). Auch in diesen äusserst kurzen Texten wird die Bedeutung von „wichtig und unwichtig“ hinterfragt: Wer weiss, was am Ende mehr zählt: der Bau eines modernen Hauses oder das „Singen einer Reis pflanzenden Frau“?
Die jungen, begabten Gäste Gabriel Gysin und Nicolò Muzii interpretieren in den Szenenablauf eingebettete Werke für Klavier zu vier Händen von György Ligeti und Claude Debussy (Einstudierung: Susanne Huber und Samuel Wettstein).
„Unbeantwortete Fragen“ durchziehen das ganze Programm, in gesungener und gesprochener, in versteckter, angedeuteter oder direkt ausgesprochener Form.
Sonntag, 2. November 17:00 Musikschule Rössligasse 51, 4125 Riehen
ensemble viceversa und Gäste:
Barbara Schingnitz, Mezzosopran
Estelle Costanzo, Harfe
Lanet Flores, Klarinette
Gabriel Gysin und Nicolò Muzii, Klavier (Gäste)
Robert Torche, Elektronik und Bildprojektion
Claudia Vonmoos, Konzept und künstlerische Leitung
Werke von
Claude Debussy, György Ligeti , Thomas Kessler, Balz Trümpy und Jürg Wyttenbach
(Änderungen vorbehalten)