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1992-1994
Neue Untergruppen
Zehn Jahre Dialogai
1992
Dialogai beteiligte sich aktiv an der von allen grossen Schwulenorganisationen und der AHS lancierten Kampagne zur Übernahme der neuen AZT Retrovir-Behandlungen von Personen mit HIV/Aids durch die Krankenkassen. Auch dafür musste wieder gekämpft werden.
Zehn Jahre Dialogai: Zum Jubiläum gab es zwei grosse Anlässe. Im Juli war Le Neptune gemietet worden, eines der ältesten, nun renovierten pittoresken Handels-Segelschiffe auf dem Lac Léman. Im November stieg in der alternativen Usine eine fulminante Fête unter dem Motto "Inferno". Sie schrieb sich fest in die goldenen Seiten glücklicher Erinnerungen all der Mitglieder und Gäste.
Kurz vor Jahresschluss, im Dezember, kam es zur Gründung einer neuen und wiederum schweizweit ersten Untergruppe: Verheiratete Homosexuelle, Les gays mariés (Verheiratete).
Ein zweiter Telefonberater, Michel Max, musste eingestellt werden; im Laufe des nächsten Jahres stiegen die Anrufe auf 1200.
1993
Gründung des Genfer Schwulen Männerchors, Choeur Homogène.
An zwei Mittwochtreffen pro Monat stand das Dialogai-Lokal nun offen für Café+, einem gemeinsamen Essen von Personen mit HIV mit ihren Freunden.
In Bern empfing Bundesrätin Ruth Dreifuss (GE, SP, Departement des Inneren) eine Delegation von Dialogai zum Gespräch über Aids-Themen und zur Entgegennahme der zum Teil vehementen Klagen über mangelnde finanzielle Unterstützung von spezifisch schwulen Präventionsbemühungen.
C+H veröffentlichte die Broschüre "Le fait homosexuel", die sich an die kirchlichen Behörden richtete.
Am Jahresende zählte Dialogai 461 Mitglieder.
1994
Dialogai beteiligte sich mit allen anderen Lesben- und Schwulenorganisationen an der Petition "Les mêmes droits pour les couples de même sexe" (Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare). Sie konnte am 9. Januar 1995 mit mehr als 85'000 Unterschriften im Bundeshaus deponiert werden. Langsam nahm die Zurückhaltung gegenüber Pink Cross ab, und im Laufe des Jahres gelang es Vertretern von Pink Cross, dass sich Dialogai (bisher Beobachterstatus) zur Vollmitgliedschaft entschloss.
Am 1. Dezember (Welt Aids-Tag) kam es in Genf zu einer der bedeutendsten Solidaritätsdemonstrationen von HIV-Infizierten mit ihren Freunden. Sie stand unter dem Motto "Combien de temps?" - Wie viel Zeit? (braucht es, haben wir noch?) Erstmals beteiligten sich auch einige Abgeordnete der Parlamente von Stadt und Kanton und andere Politiker an einem solchen Demonstrationszug.
Ernst Ostertag und Jean-Pierre Sigrist Mai 2008