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Platons "Staat", Ihnen sicher ein Begriff, wird verschieden aufgefasst. Die einen sehen in ihm ein Modell des Idealstaats; und die Vergleiche Platons zwischen Staat und Einzelmensch sind für sie nichts als Beispiele für das, was es für die Polis aussagen wollte. Oder aber, der Staat stelle eine Art von vergrößertem Menschen dar, um mit dieser Analogie besser zu erklären, wie der Mensch sein solle.
Vielleicht hat Platon die Frage offenlassen wollen. Man kann das Werk (übrigens sehr empfehlenswert) auch auf beiden Seiten hin interpretieren. die mutartige Seele, mit dem Impuls, zu bekämpfen, zu erobern, sich einzusetzen für dies und das, sie liegt in der Zwerchfellgegend; die Vernünftige Seele, im Kopf gelegen. Jede der frei Ebenen ist unerlässlich. Sie stehen aber in einer Stufenordnung zueinander.
Gerechtigkeit bedeutete für Platon etwas ganz anderes als für uns heute. Sie hat mit Gleichheit weinig gemeinsam - Platon erklärt selbst: Gerechtigkeit bedeutet "Harmonie".
Platon sagt, und ich glaube das dies noch heute zutrifft: "Man kann sich im Guten täuschen. Ein Zyniker diskutiert mit ihm und vertritt zum Beispiel die Ansicht, in der Politik seien alle Mittel recht, wenn man damit zum Ziel komme".
De Mensch ist ein "zoon politikon" oder anders ausgedrückt ein "politisches" Lebewesen und die Bande eines Staates sind für sein Wesen konstitutiv. Um nochmals die Polis (oder auch die Stadt im Staat, im Vergleich zu anderen Ländern sind wir eine Stadt) anzusprechen, ist sie aber nicht einfach eine Naturgegebenheit. Der Mensch ist oder sollte wesensmäßig Glied einer organisierten Gesellschaft sein. Mit ihr kommt auch die ganze politische Problematik ins Spiel. In der Polis muss alles berücksichtigt werden, was zum Wesen des Menschen gehört. Also stellen sich ihr alle politisch-ethischen Fragen auf eine reale Ebene, im vorhandenen Staat (Schweiz), mit wirklichen, durchschnittlichen Menschen, und es muss ein Gleichgewicht der verschiedenen Erfordernisse gesucht werden. Die Idee des Gleichgewichts ist entscheidend.
Beide Forderungen: Gleichgewicht und Streben nach…, sind zentral. Es gibt daher kein statisches Niveau, weder für Ethik noch für Politik. Das heißt, wir müssen immer streben, die finale Ursache zu erfüllen, immer trachten, mehr "in actu" zu sein, aber zugleich gibt es das stabilisierende und mäßigende Element, die Goldene Regel, das Gleichgewicht. Es bleibt als eine Spannung zwischen beiden, und in dieser Spannung besteht auch der moralische Zustand.
Die Vorstellung der Zukunft ist ein Ausdruck der sozialen Wirklichkeit und sind deshalb immer gegenwärtige Vorstellungen und erfahren aus ihnen nichts über zukünftige Realität. So wie ein Unternehmen, die Politik, die Gesellschaft usw. die Vorstellung ist, die wir aufgrund kollektiver Definition von ihnen haben, sind Zukunftsvorstellungen die Zukunft -heute!
Wir kennen alle "Alice im Wunderland" (Lewis Carroll), die im Labyrinth nicht weiter weiß und die Katze fragt: "Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus am besten weitergehe?" Die Antwort der weisen Katze bringt es auf den Punkt: "Das hängt davon ab, wo du hinwillst."
Was wir im Technischen und Materiellen als selbstverständlich annehmen, wollen wir eigenartigerweise gar nicht, aus dem Grund, weil nämlich die Grenze zwischen Möglichem und dem bisher Unmöglichen jeden Tag überschritten wird.
Für Innovationen und Fortschritt muss unser Suchfeld erweitert werden, und zwar vom jetzigen technischen und ökonomischen Fokus hin auf das weite Feld sozialer Innovationen.