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Landesgrenze - Madonna di Tirano
Nach der Landesgrenze (heute noch mit einem Tor gesichert und im Betriebsfahrplan ist auch 2010 noch ein Vermerk für den ersten Zug, die Durchfahrt zu prüfen) bleibt die Berninabahn vorerst auf der rechten Talseite. Eingangs Madonna di Tirano überquert die Bahn den Poschiavino und folgt dann als Strassenbahn der Via Elvezia. Hier gab es früher eine Haltestelle "Dogana di Tirano". Kurz drauf quert sie dann auf den Platz vor der Basilika Madonna di Tirano.
Ausschnittsvergrösserung aus obiger Karte: Beachte die beiden Grenzwächter mit ihren unterschiedlichen Uniformen und das offene Tor. Dieses wurde jeweils über Nacht abgeschlossen. Sicherheitshalber wurde auch noch ein Madonnenbild hingestellt...
Noch im Oktober 2009 ist in der RhB-Fahrordnung vermerkt, dass der erste Zug die Stellung des Tores prüfen muss, obwohl es seit Jahren offensteht.
Hier eine "Irrtumskarte". Ich glaubte, dies sei eine Aufnahme der Via Elvezia in Tirano, kurz nachdem die BB die Brücke über den Poschiavino überquert hat. Links wäre dann Madonna di Tirano
Tibert Keller hat mich jedoch darauf hingewiesen, dass die Fahrleitung zur sog. "Filovia dello Stelvio", eine Art Trolley-LKW gehört. Tatsächlich: Diese doppelte Fahrleitung gabs so bei der BB nie, und das Tal ins Puschlav ist natürlich am linken Rand der Karte. Hier handelt es sich um die SS36, die Staatsstrasse Tirano - Bormio.
Der abgebildete Ast der Filovia dello Stelvio Tirano - Bormio - Boscopiano war 66 km lang (!) wurde für den Bau verschiedener Staudämme (u.a. "San Giacomo Fraele") von 1940 bis 1950 betrieben. Es wurden 20 sogenannte "Filocarri" für den Materialtransport eingesetzt, zwei- und dreiachsige LKW mit Stromantrieb.
Bereits im ersten Weltkrieg hat die italienische Armee 1918 in wenigen Monaten (!) eine Trolley-Güterlinie von Tirano nach Bormio gebaut. Bei Fertigstellung war der Krieg aber vorbei....
Es gibt ein sehr aufschlussreiches Buch in italienisch darüber "La filovia dello Stelvio" ISBN 978-8883402715, welches aber online sehr schwierig oder leider zu extrem hohen Versandkosten in Italien zu beschaffen ist.
Und zudem ist die Karte nicht 1911 gelaufen, sondern 1949, ich hatte mich vom etwas verschmierten Stempel täuschen lassen.
Einmalige Postkarte, diese habe ich in meiner "Karriere" erst dieses eine Mal gesehen.
Der Triebwagen der Berninabahn kommt aus dem Puschlav und hält an der Haltestelle Dogana di Madonna di Tirano. Das Haus mit dem Balkon steht noch heute. Man beachte den Strassenbahn-Charakter der BB an dieser Stelle. Nach ein paar hundert Metern wird der Zug dann den Platz mit der weltberühmten Basilica erreichen.
Diese Postkarte ist leider nur ein Screenshot, das Original hat mir ein Amerikaner vor meiner Nase weggesteigert, wegen nur einem Euro - das ärgert mich noch heute!