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Durch die doch schon eine Weile zurückliegende Sozialisierung mit Computern bin ich gegenüber den vermeintlichen Verlockungen endloser Individualisierung und der dunklen Seite des Geektums etwas resistent geworden. Android und die Freuden des Hackens von irgendwelchen Bootloadern und ähnlich sinnbefreites Tun gehen deshalb vollständig an mir vorbei, ebenso wie der Tanz um das richtige Linux, oder das korrekt konfigurierte Windows Business Edition Deluxe Pro Pack.
Den ersten Kontakt mit Computern hatte ich an der Kunstgewerbeschule Luzern, wo ich in der Grafikfachklasse an der Kunstgewerbeschule (heute, oho, mindestens eine Hochschule für irgendwas) eine eigentümliche Faszination für das Cubicomp Picturemaker 3D Animationssystem entwickelte. Die jüngeren Leser unter Ihnen werde ich hier wohl schockieren, aber: das System arbeitete mit einem Intel 286 Prozessor, unter DOS, und mit den einzig richtigen Speichermedien, den 5 1/4″ Disketten. Über die Harddisk und den RAM-Speicher breite ich gnädig den Mantel des Schweigens – beides war ein Bruchteil dessen, das in jedem modernen Smartphone zur Verfügung steht.
Als Praktikant zog ich dann nach Basel, um in einem kleinen privaten TV-Studio an besagtem Cubicomp System 3-D Animationen zu erstellen. Weil sich sonst keiner masochistisch genug fand, der sich dies antun würde, hat dieses TV-Studio mich dann nach Ablauf der Praktikumszeit kurzum angestellt.
So kam es, dass ich mich weiterhin mit 3-D Animationen beschäftigte – erst in Basel, dann später vorübergehend auch für die Schweizerische Armee im Bern. Auf die schwarzen, unbeschrifteten Schulterpatten, welche ich zur Uniform dort erhielt, bin ich noch heute stolz: was war das für ein Spass, neugierig Fragenden einen haarsträubenden Blödsinn zu erzählen, in welcher hochgeheimen Truppe man denn tätig sei.
Einige Jahre konzentrierte ich mich dann auf das Programmieren von CD-ROMs unter Macromedia Director, unter anderem für das Inselspital Bern, die Publisuisse und, als Magnum Opus, die Staatskunde-CD «Der Staat» des Verlag Fuchs.
Irgendwann im Verlauf des Jahres 1996 hörte ich dann von etwas ganz mysteriösem: das «Internet». Technischen Spielereien nicht abgeneigt, kaufte ich ein 14.4k Modem und einen Zugang samt E-Mail-Adresse bei einem längst untergegangenen Provider.
Dieser Schritt sollte sich als fatal erweisen, denn seither bin ich von diesem «Internet» nicht mehr losgekommen. Ich programmierte anfänglich einfache Seiten für dannzumals noch recht anspruchslose Kunden, bald schon aber jonglierte ich mit mehreren hunderten von Seiten und Sprachversionen als Webmaster von Publisuisse, Alcatel Schweiz, und diAx (heute Sunrise).
So ging das weiter, und geht es immer noch.
WordPress
Nach Jahren im Texteditor (BBEdit, Baby) statische HTML-Seiten editieren kam endlich der logische Schritt zu einem CMS. Leider beruhte dieses auf HTML, mit einer spannenden Mischung von PHP, JavaScript und XML. Es folgten deshalb Jahre im Texteditor.
Seit ich mit WordPress arbeite, hat das natürlich gewaltig geändert, denn hier arbeitet ja eine Datenbank im Hintergrund, und meine Arbeit beschränkt sich mehr auf die Frontend-Templates (hier Einsatz „Texteditor“).
Social Media
Zufällig kann ich ganz exakt angeben, wann Social Media, in diesem Fall
Twitter, von einer abstrakten, irgendwie seltsamen Idee zu etwas spannendem und persönlichen mutierte.
Es war am 3. April 2009, an der re:publica 2009, während des Vortrages «Pornografische Zukunftsvisionen – eine nicht ganz ernstgemeinte Reise» von Tina Lorenz. Nach Wochen oder Monaten, in denen ich Twitter als reichlich bescheuerte Zeitverschwendung wahrgenommen hatte, merkte ich in dieser Lesung plötzlich, wie das anonyme und dennoch verbundene eine Sogwirkung entfalten kann, als ich mit Hilfe des Hashtags praktisch live lesen konnte, was mir unbekannte Leute im Saal schrieben. Seitdem hat mich Twitter nie mehr losgelassen. Dass ich dank und ausschliesslich über Twitter einige mir sehr liebe Menschen in Berlin und Zürich kennengelernt habe, tut der Faszination keinen Abbruch.
Inzwischen sind natürlich weitere, spannende Social Media Ideen aufgetaucht, die ich gerne verfolge, wie beispielsweise Foursquare, Instagram oder Google+ (dem vermutlich, allem Spott zum Trotz, eine grosse Zukunft bevorstehen könnte), aber auch kurzlebiges wie das ebenso schöne wie überflüssige Path.