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Studien stellen Pay-for-Performance-Systeme in Frage
„Geld hat keinen guten Geruch, aber es beruhigt ungemein“, so heisst es vornehm umschrieben im Volksmund. Und für dieses „beruhigende“ Gefühl nimmt so mancher gerne den schlechten Geruch in Kauf. Hierauf stützt sich nach wie vor eine Reihe von Unternehmen, die eine leistungsgerechte Entlohnung in Form eines „Pay-for-Performance-Systems“ festhalten, obwohl ein großer Teil von Arbeitswissenschaftlern und Arbeitspsychologen als einen für Unternehmen gefährlichen Irrglauben bezeichnen. Dabei berufen sich viele aus dieser Gruppe auf zahlreiche Studien, die die Wirkung von Geld als Motivator in Frage stellen.
Die meisten Mitarbeiter bevorzugen Anerkennung
Obwohl es sich um Studien handelt, die unabhängig voneinander durchgeführt wurden, kommen sie unter anderem fast übereinstimmend zu dem Ergebnis, das Geld zumeist nur die überdurchschnittlichen Leistungsträger eines Unternehmens motiviert. Durchschnittliche Leistungsträger – und das dürfte die Mehrzahl aller Mitarbeiter sein – schätzen vielmehr andere Motivatoren. Hierzu zählen zum Beispiel Lob, Anerkennung, Sachprämien, Zusatzurlaub, Einzelbüro, Dienstwagen etc. Wenn man die Gruppe der überdurchschnittlichen Leistungsträger betrachtet ist sicherlich auch eine Untersuchung der Universität von Northern Iowa, USA, interessant. Zwar stützt diese Untersuchung die Aussage, dass Geld zumeist nur die überdurchschnittlichen Leistungsträger eines Unternehmens motiviert, kommt aber zu dem Ergebnis, dass sich dieses erst ab einer Gehaltserhöhung von mindestens sieben Prozent auswirkt.
Zwischenmenschliche Beziehungen werden vernachlässigt
Vergessen werden sollten aber auch die Ergebnisse andere Studien. Hier findet man zum Beispiel die Aussage, dass derjenige, der nur an Geld denkt, kaum noch Zeit für zwischenmenschliche Beziehungen im Unternehmen selbst und für die eigene Familie und das übrige Privatleben hat. Auch findet man die Aussage, dass Geld Ziele weniger wertvoll erscheinen lassen. Und dieses wiederum kann sich durchaus als demotivierend auswirken. Darüber hinaus sollen laut einigen Studien monetäre Anreize sogar die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern beeinträchtigen, denn sie verleiten dazu, sich auf Tätigkeiten zu konzentrieren, die bonuswirksam sind. Informelle Beziehungen, die durchaus produktivfördernd sein können, werden vernachlässigt.