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Bitcoin
Bitcoin = englisch für Binärziffermünze
Bitcoin ist der Name für eine digitale Geldeinheit, die über ein weltweit verfügbares und dezentrales Zahlungssystem verwaltet wird. Im Gegensatz zum klassischen Zahlungsverkehr, bei der eine Bank als zentraler Abwicklungspartner figuriert, werden Bitcoin-Transaktionen durch einen Zusammenschluss von Rechnern über das Internet abgewickelt – über die Blockchain.
Der Begriff Kryptowährung oder Kryptogeld für Bitcoin kommt daher, weil mit Hilfe kryptografischer Techniken sichergestellt wird, dass nur der Eigentümer der Bitcoins Transaktionen vornehmen kann.
Entstehung
Die Idee einer kryptografischen Währung ist bereits 1998 von Wei Dai als b-money und von Nick Szabo als bit gold beschrieben worden. Bitcoin in der heute bekannten Form ist 2008 von Satoshi Nakamoto als Konzept publiziert worden. Ob hinter Satoshi Nakamoto eine Person oder ein Kollektiv steckt, ist bis heute nicht bekannt. Gerüchte dazu gab und gibt es zwangsläufig immer, Outings ebenso. Zuletzt der Australier Craig Wright im April 2016, der den Thronanspruch allerdings nicht belegen konnte. Die tatsächliche Identität der Bitcoin-Erfinder ist und bleibt im Dunkeln.
Die Motivation für das Konzept war ein Vertrauensproblem. Die Entwickler wollten ein Zahlungssystem schaffen, das ausserhalb von Zentralbanken und Vermittlern funktioniert. Im Kern geht es um eine Trennung von Staat und Geld, die Idee einer Demokratisierung von Währungen, welche sich dem Einfluss von Zentralbanken und Intermediären entzieht. Satoshi Nakamoto beschreibt das so:
«Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmass an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Mit einer elektronischen Währung, die auf einem kryptografischen Beweis beruht und kein Vertrauen in Mittelsmänner benötigt, ist Geld sicher und kann mühelos transferiert werden.»
Das eigentliche Bitcoin-Netzwerk entstand am 3. Januar 2009 mit der Schöpfung der ersten Bitcoins. Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto wurde die erste Version der Bitcoin-Referenz-Software veröffentlicht. Mehrere Entwickler aus der Open Source-Gemeinschaft begannen, Satoshi Nakamoto zu unterstützen und portierten den Bitcoin Core Code auf GNU/Linux.
Funktionsweise
Bitcoin ist im Wesentlichen ein Zahlungssystem und eine virtuelle Geldeinheit, welche dezentral in einem Rechnernetz mit Hilfe eigener Software verwaltet und geschöpft wird (Mining). Um eine grenzenlose Geldmengenausweitung zu verhindern, ist die Kryptowährung vorsätzlich mit einer Knappheit gekoppelt. Die maximal Menge ist im Programmcode auf 21 Millionen Bitcoins limitiert. Diese Beschränkung soll, ähnlich wie zum Beispiel beim Gold, eine Entwertung verhindern. Die Teilnehmer selbst verwalten gemeinsam die dezentrale Datenbank, in welcher alle Transaktionen einer Block-Kette (Blockchain) aufgezeichnet werden. Die Blockchain ist die Architektur hinter der virtuellen Währung Bitcoin.
Bitcoin heute
Stand Januar 2018: Der Bitcoin ist, wie auch andere Kryptowährungen, erst auf dem Weg, seinen Platz zu finden. War er zu Beginn eine Insiderwährung, hat er sich in der Zwischenzeit nicht zum Zahlungsmittel, sondern vielmehr zum Spekulationsobjekt mit hoher Volatilität entwickelt. Kursschwankungen innerhalb eines Tages bis zu 40 Prozent sind möglich, Kursentwicklungen von 500 Dollar (Februar 2017) auf 20'000 Dollar (Ende 2017) und wieder zurück auf weniger als die Hälfte (Ende Januar 2018) zeigen, dass der Bitcoin als System immer noch in der Entwicklungsphase steckt. Ob er sich längerfristig als freie Parallelwährung und Zahlungsmittel etablieren kann, wird sich erst zeigen. Idee und Philosophie sind jedoch bestechend, deshalb engagiert sich weltweit eine sehr grosse Community von Entwicklern, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um den Bitcoin als Währung und als Zahlungsmittel massentauglich zu machen.
Die Blockchain
Die Blockchain ist für die Finanzindustrie der interessanteste Teil der Bitcoin-Entwicklung. Weil die Blockchain-Technologie über Bitcoins hinaus für zahlreiche Bereiche neue Lösungen verspricht