Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03393.jsonl.gz/1725

« ZurückWeiter »
Band XXIX. No. 16. 18. April 1885.
schritt gemacht. Dasselbe gebe reine, direct auf Consumware verarbeitbare Säfte, doch seien seiner allgemeinen Einführung die hohen Anlagekosten und der hohe Preis des Strontians hinderlich. Keine dieser technischen Fragen, so interessant sie an sich auch sein mögen, sei jedoch auf die Lage der Industrie auch nur annähernd von dem Einflusse wie die Steuer verhältnisse. Durch strenge Festhaltung der Rohmaterialsteuer sei man in Deutschland dazu gelangt, 1 Ctnr. Zucker aus 9 Cntr. Rüben zu erzielen, während unter der Fabrikatsteuer in Frankreich hierzu durchschnittlich 15, ja sogar bis 32 Ctnr. erforderlich gewesen seien. Das österreichische System der Steuerpauschalirung und die belgische Saftsteuer seien als Mittelwege anzusehen; beide erschwerten die Fabrikation. Eine Form für die Besteuerung der Melasse fehle überhaupt noch. In den einzelnen Ländern sei die Steuer hoch oder niedrig bemessen, je nachdem man dort den Zucker als Nahrungs- oder als Genussmittel auffasse; dem entspreche auch der Preis und der Verbrauch. In England sei ohne jede Zuckersteuer der Verbrauch auf 1 Kopf fast fünfmal so hoch als in Deutschland mit der höchsten Zuckersteuer. s Der Redner giebt hieran anschliessend eine Uebersicht über das Mass der Besteuerung und den Verbrauch der Hauptgenussmittel: Zucker, Bier, Branntwein und Tabak, in Deutschland, Oesterreich, England, Russland, Frankreich, den Ver. Staaten von Amerika und in den Australischen Colonien, aus welcher, was den Zucker betrifft, zu ersehen ist, dass Deutschland bei fast dem höchsten Steuersatze fast den geringsten Verbrauch auf den Kopf der Bevölkerung hat, während z. B. England gerade entgegengesetzte Zahlen aufweist.
Das deutsche Reich gewähre auf Exportzucker eine Steuerrückvergütung von 9 % für 1 Ctnr. (seit 1883); diesem Satze liege die Annahme zu Grunde, dass 11/4 Ctnr. Rüben (zu 0,80 / Steuer) zu 1 Cntr. Zucker verbraucht seien. In Wirklichkeit werden durchschnittlich nur 9/2 Cntr. Rüben verbraucht; der Exporteur erhalte demnach eine Ausfuhrprämie von 1,40 % auf 1 Ctr. Zucker. Die Folge hiervon sei der Rückgang der Reichseinnahmen aus Zucker von 58 Millionen Mark auf kaum 30 Millionen im laufenden Jahre, der Neubau zahlreicher Fabriken, eine ganz unverhältnismässige Ueberproduction und zuletzt der Rückgang des Preises von 34,3 % (in 1871/74) auf 20./ in 1884,85.
Die Ausfuhr habe betragen:
1871/72: 92000 Ctr. im Werte von 6 570 000 / 1884/85: 14000000 » » » » 290 000 000 »
Eine fast noch stärkere Ueberproduction finde in den Colonien statt, und sei es wünschenswert, dass diese den Zuckerrohrbau einschränken möchten. Nach des Redners Meinung kann die üble Lage der deutschen Zuckerindustrie gehoben werden durch Vermehrung des Verbrauches in erster Linie, ferner durch Einschränkung der Production, Anlage von Lagerhäusern verbunden mit gesetzlicher Regelung des Warrantsystemes. Dann werde es möglich werden, den Zuckerhandel in grossem Massstabe, der jetzt fast ausschliesslich von ausländischen Firmen zu Deutschlands Nachteil betrieben werde, mit deutschem Kapital zu führen. «. Zum Schlusse hebt der Redner nochmals hervor, dass die wirtschaftliche Seite der Frage als die bei weitem wichtigste auch von den Technikern mehr als bisher zu beachten. sei.
Hr. Dr. Frank ist nicht einverstanden mit der nach seiner Meinung einseitigen Auffassung des Vorredners. Die seit Jahrhunderten Zucker producirenden Colonien können gerechterweise am Export nicht gehindert werden, und man könne von Ländern wie England, Holländ, den Ver. Staaten usw., welche keinen Rübenzucker erzeugen, nicht erwarten, dass sie den in ihren Colonien oder im eigenen Lande hergestellten Rohrzucker in der Besteuerung ungünstiger behandeln als den Rübenzucker, umsomehr, als viele Colonialgebiete sich ihres Bodens und Klimas wegen nicht zu anderen Culturen eignen. Beleihung von Zucker erfolge durch die Reichsbank und durch zahlreiche andere Bankanstalten schon jetzt, freilich nur dem Tageswert entsprechend. Die deutsche Ueberproduction habe die ungesunden Verhältnisse mit herbeigeführt, wie folgende Zahlen beweisen.
Berliner Bezirksverein: Schiffseisenbahn über den Isthmus von Tehuantepec. – Sächsisch-anhalt. B.-V. 311
Hieran schliesst sich eine Mitteilung des Hrn. Cramer über einige Einzelheiten der geplanten Schiffseisenbahn über den Isthmus von Tehuantepec. Vermittelst derselben sollen die Schiffe, mit Ladung aus dem einen Ocean heraus auf einen Wagen gehoben, mit Locomotivkraft dem anderen Ocean zugeführt werden. Nach dem Entwurfe von Eads beginnt die Bahn auf atlantischer Seite 40km von der Mündung des Coatzacoalcos, dessen unterer Lauf als Kanal ausgebaut wird; sie durchschneidet das leicht wellenförmige Tafelland mit Steigungen von höchstens 1 : 100 und endet nach 215km Länge bei Boccabocca am Stillen Ocean. Um Curven zu vermeiden, sind (5) Drehscheiben angeordnet, Pontons in wassergefüllten Bassins schwimmend drehbar, die zum Auf- und Abfahren des Wagens nebst Schiff auf den Grund gesetzt werden. Dieselben dienen gleichzeitig als Ausweichestellen der sonst eingleisigen Linie. Der Oberbau soll aus 3 normalspurigen Gleisen in etwa 9m Gesammtbreite bestehen. Auf demselben läuft ein Wagen für Schiffe bis 5000 ausreichend, 137" lang, mit so vielen Rädern, dass auf jedes 8 bis 9 Belastung entfallen. Die Räder sind paarweise zwischen den Querträgern angebracht. Auf die Querträger wird das Gewicht des Schiffskörpers durch stellbare Schraubenspindeln gebracht. Zum Heben und Senken der Schiffe in und aus dem Wasser in den Endhäfen dient ein mit Gleisen versehenes Ponton. In dessen Oberdeck befinden sich so viel hydraulische Pressen, wie der Wagen Schraubenspindeln zählt. Durch Presspumpen werden sämmtliche Presskolben und mit ihnen die darüber befindlichen Spindeln gleichmässig gegen den Schiffskörper gedrückt, so dass letzterer gleichsam auf den Pressen schwimmt, wenn das ganze Ponton durch Auspumpen gehoben wird, bis gegen fest verankerte Anlageflächen, die das Abfahren des Wagens auf das feste Land gestatten. Zur hydraulischen Parallelführung des Pontons während der Hebung trägt dasselbe in jeder Ecke 2 entgegengesetzt gerichtete Stempel, in Cylindern laufend, die am Dock fest verankert sind. Die entgegengesetzt gerichteten Stempel zweier diagonal gegenüberliegenden Ecken sind durch Rohrleitung verbunden. Eine einseitig auf einer Ecke wirkende Ueberlast überträgt sich so unmittelbar auch in die gegenüberliegende Ecke, so dass das Ponton dauernd in horizontaler Lage bleibt.
Hr. Frischen berichtet über Wasserhebung durch Einpressen von Luft in ein Steigerohr, ein Verfahren, das zum Heben von Säuren, schlammigem Wasser und anderen beachtenswert erscheine”).
Die Beantwortung einer Frage, Titel betreffend, wird zur nächsten Sitzung aufgeschoben.
Der Vorsitzende gedenkt des allseitig befriedigenden Verlaufes, den das Ballfest am 28. Februar genommen, und spricht dem FestComité den besonderen Dank des Vorstandes für diesen hervorragend gelungenen Erfolg aus.
) Im Anschluss an die Mitteilung des Hrn. Frischen erhalten wir folgende Mitteilung:
Verehrliche Redaction!
Die Versuche zur Wasserhebung mit Gebläsewind, wie sie im Berliner Bezirksvereine zur Sprache gebracht sind, erfüllen den Wunsch des Bergmeisters Löscher in Freiberg, welcher seine Zimmerexperimente unter dem Titel: »Aérostatisches Kunstgezeug« im Jahre 1797 mittels eines 44 Seiten und 4 Tafeln enthaltenden Büchleins dem allgemeinen Besten zur Disposition stellte und verschiedene Formen und Ausführungen beschrieb, auch die Förderung
bis 500 Ellen Höhe ins Auge fasste, indem er mehrere Sätze über
einander anbrachte, dabei aber besonders beweist, dass die einzelnen Steigeröhren senkrecht sein müssen und bei geneigten Schächten die Abweichungen durch die oberen Ausströmungsröhren jedes einzelnen Satzes hergestellt werden müssen. Wenn auch scheinbar das Büchlein wenig Verbreitung gefunden hat, denn selbst Weisbach scheint es nicht gekannt zu haben, und die neueren Versuche infolge zweiter Erfindung vorgenommen wurden, so sei des Bergmeisters Löscher doch im Ehren durch diese Zeilen gedacht. Das Büchlein befindet sich in der Bibliothek des Patentamtes, und die damals bekannten Mittel der Luftcompression (Lunge und Blasebalg) sind in den Bereich der Betrachtung in überraschend vollständiger Weise gezogen worden, während die Versuche der neueren Zeit sofort mit hohen Spannungen begonnen wurden. In dem Patente No. 20264 sind auch schon aufsteigende Luftblasen zu gleichen Zwecken, aber in Verbindung mit Pumpen,
benutzt worden. Hochachtend Gerlach.
Sächsisch-anhaltinischer Bezirksverein. Versammlung vom 24. October 1884 in Bernburg. – Vorsitzender: Hr. Lehmer. Schriftführer: Hr. Schöne. Anwesend 19 Mitglieder und 2 Gäste. «Den Anträgen des Frankfurter Bezirksvereines zur Förderung des Technikerstandes schliesst sich die Versammlung an. Der Resolution des Kölner Bezirksvereines betr. die auf den
deutscher Ingenieure.
Kl. 2O. No. 30244. Elektrisch gesteuerte Ventile für Eisenbahnluftbremsen. H. Flad, St. Louis. Fig. 1 und 2 zeigen zwei elektrisch gesteuerte Ventile für Flad'sche Bremsen!), von denen eines in jedem Bremscylinder selbst gelagert ist, und zwar ist Fig. 1 ein entlastetes Rohrventil. In der gezeichneten gesenkten Stellung strömt die gepresste Luft aus dem von der Locomotive gespeisten gemeinschaftlichen Rohre R über den oberen Rand des Rohres E und tritt durch dessen Durchbrechungen in den Bremscylinder. Schickt der Locomotivführer einen elektrischen Strom durch die Drähte ww, so wird der Hufeisenmagnet J erregt und zieht seine auf E festgeklemmten Anker E* an, Rohr E wird gehoben, die Luftzuströmung aus R hört auf und die Luft des Bremscylinders strömt durch E nach unten und unter seinem unteren Rande der ins Freie mündenden Oeffnung m zu. In
Fig. 2 ist g ein mit drei Schlitzen 1, 2, 3 versehener Ringschieber, welcher in der gezeichneten Stellung die gepresste Luft aus dem Rohre R durch die Zweigröhren r und die Spalten 4, 5 durch 1, 2 in den Bremscylinder strömen lässt. Von den beiden Elektromagneten I und II ist I am Cylinderboden befestigt, während II fest am Ringe g sitzt. Die Feder L strebt deren untere Pole von einander zu entfernen, d. h. die gezeichnete Stellung zu erhalten bezw. herzustellen. Schickt der Locomotivführer einen Strom durch die Drähte w, so bewegt sich das untere Ende von II nach rechts und nimmt den Ringg mit. Dadurch verschliessen sich 1,2 und 4, 5, während die untere Ausströmung 3, 6 sich ins Freie öffnet.
1) Z. 1885, S. 233.
Kl. 2O. No. 3O3OO. Weichenstellriegel-Vorrichtung zur centralen und localen Weichenstellung. C. Froitzheim, Berlin. Es sollen beim Rangiren einzelne mit dem Central-Weichen- und Signal-Stellapparate verbundene Weichen auch mittels eines gewöhnlichen bei der Weiche selbst angebrachten Stellbockes umgelegt, beim Einlaufen von Zügen aber durch den Centralapparat gelenkt und verschlossen werden können. Bei aufrechter Mittelstellung des Hebels c im Centralapparate hat der Stellriegel die in Fig. 2 gezeichnete Lage. Die Rolle a des Hebels h liegt mit dem Kammer
der Drahtzugrolle R in derselben wagerechten Ebene, ebenso a mit r. Jn der Lage Fig. 2 hemmt R also nicht die Bewegung von h; die Weiche kann local gestellt werden. Wird aber C nach einer Seite umgelegt, so dreht sich R mit seinen Kämmen r und r* beispielsweise in die Lage Fig. 3. Bei diesem Umlegen hat r” die Rolle a” vor sich hergeschoben und dabei die Weichenzungen und k nach links gedrängt; nun ist die Weiche verriegelt und der Localstellung entzogen, während im Centralapparate durch den mit C zusammenhängenden Verschlussapparat der betref- – fende Signalhebel freigegeben ist und, falls und so lange er gezogen ist, durch C jede Umstellung der Weiche verhindert. Hat C die entgegengesetzte Bewegung gemacht, so ist die Weiche in ihrer Lage Fig. 1 und 2 nur verriegelt.
K1. 26. No. 3OO33. RegenerativGasbrenner. W. Goebel, Vlissingen. Das Leuchtgas streicht in dem ringförmigen Raumen über eine Carburirungsflüssigkeit, gelangt in das ringförmige Rohr a und von hier durch viele Röhrchen r zur Verbrennung. BIP. w . Wo Die Leuchtflamme umhüllt den Glühkörper i und die Verbrennungsproducte i. entweichen durch den Blechschornstein g e. In die dicht schliessende Glocke k gelangt durch den Regenerator pp, welcher von dem Mantel fumschlossen ist, vorgewärmte Verbrennungsluft.
K1. 38. No. 3O432. Maschine zum Schärfen und Schränken der Zähne an Sägeblättern. F. Petersen und A. Rolund, Kopenhagen. Um die Maschine für ein bestimmtes Sägeblatt einzustellen, zieht man den Bolzen q aus dem Ständer p, schwenkt die Schlittenführung S sammt Hilfsschieber M und Schlitten AdB um den Zapfen r des Ständers p! aufwärts, spannt mittels der Schraube D eine Feile F ein und setzt in A einen Keilschubzahn t ein, welche beide nach der gewünschten Grösse und Form der Zähne ausgewählt werden, legt das Sägeblatt zwischen die nach der Dicke stellbaren Führungen r, hebt es durch die Schraube u und die
Band XXIX. No. 16. 18. April 1885.
Patentbericht 31Z
Rückenstützgabel G in die richtige Höhe und bringt S AdB Mq
in die gezeichnete Stellung. Nun bringt man die Hammerträger mm, welche mittels prismatischer Ansätze nn in r einzeln wagerecht verschiebbar sind, in eine solche Lage, dass die Schränkhämmer hh zwei auf einander folgende Zähne treffen und klemmt sie mittels (nicht sichtbarer) Klemmschrauben fest. Endlich werden die Widerlagerschrauben UU für die auf hh wirkenden keilförmigen Druckhebel kk, deren Trägerrahmen f an a senkrecht verschiebbar ist, nach dem gewünschten Schränkungsgrad eingestellt. Setzt man nun die Triebwelle a in Bewegung, so wird mittels Kurbel b und
Pleuelstange e der Schlitten AdB, mittels Kegelräder mit dem Zähnezahlverhältnisse 1 : 2, wagerechter Kurbel und Pleuelstange c der Schlitteng (dieser also halb so schnell) hin und her bewegt. Beim Linkshube geht die Feile F schräg aufwärts, ohne zu schneiden, bis A an M stösst und dessen schräger Schlitz, auf q gleitend, S in wagerechte Lage bringt. Beim Rechtshube schneidet F, bis A an eine mit M verbundene Schiene stösst, wodurch F wieder ausgehoben wird; gleichzeitig greift t in die eben geschnittene Zahnlücke und schiebt das Sägeblatt vor. Jedesmal nach dem Vorschube zweier Zähne zieht der schräge Teil eines Schlitzes in g mittels der Zapfen z den Rahmen f und die Druckhebel kk abwärts, so dass beide Zähne durch die Hämmer hh gleichzeitig geschränkt werden.
Kl. 26. No. 30176. Gasdruckregulator. J. Fleischer, Frankfurt a./M. Um einen möglichst empfindlichen Regulator für grosse oder kleine Flammenanzahl zu erhalten, ist der Gaszuflussstutzen n mit den beiden Ventilklappen c und c”
und einem stellbare Kegelventil d an der Gewichtsstange g versehen. Von diesen öffnet sich bei Abnahme des Gasdruckes in dem Raume b zunächst d, und erst bei grösserem Gasverbrauch drücken die an g angebrachten verschieden grossen Rollen e und e! beim Niedergehen von g die Klap------ pen c und c nach einander in die Höhe. / -- Y Ueber dem Führungssteg i der Stange g
.. Le Pd liegt die aus zwei Lamellen bestehende Membran a des Niederdruckregulators.
Kl. 35. No. 3O461. Wolf für Werksteine. F. Minthe, Mainz. Nachdem die Vorrichtung in das unten erweiterte Loch des Werksteines eingeführt und der Ring des Mittelstückes a in den Haken der Hebevorrichtung gehängt ist, werden beim Anheben die um zwei Querstücke c drehbaren Klinken bb durch die unteren Wulste von a auswärts gedrückt und festgeklemmt.
Kl. 42. No. 3o424. Vorrichtung an Centesimal
Mantelraum zurückge
Hess, Leipzig. Auf der Brücke ist eine den Rädern entsprechende Anzahl von etwa 20" dicken, mit Schlitzföchern versehenen Platten angebracht, die durch Schraubenstehbolzen festgestellt werden können. Zur Bestimmung einer Achsbelastung wird unter jede Radflansche dieser Achse eine solche Platte geschoben und dann die Brücke auf übliche Weise so hoch gewunden, bis die beiden Räder von den Schienen frei sind. 4
K1. 46. No. 3O369. Neuerungen an Gasmotoren. L. H. Nash, Brooklyn, V. S. A. Die Maschinenanlage, besonders zum Schiffsbetrieb bestimmt, bereitet sich ihr Kraftgas aus festem Brennstoff oder flüssigen Kohlenwasserstoffen in der Weise, dass durch geregelte Zuführung von Dampf und gespannter Luft die schweren Kohlenwasserstoffgase soweit reducirt werden, bis eine Probeflamme mit wenig Licht und ohne Rauch brennt und gleichzeitig im Gaserzeuger der zur Ueberführung der Ladung in den Arbeitscylinder nötige Druck erzeugt wird. Der hierzu sowie zum Betriebe des Luftverdichters nötige Dampf wird anfangs einem kleinen Hilfskessel, dann aber einem auf die Ummantelung A des Arbeitscylinders B gesetzten Dampfdom entnommen, indem die in der doppeltwirkenden Maschine BPverpuffenden Ladungen gleichzeitig zur Dampferzeugung dienen. Das Verdampfungs- und Kühlwasser kreist dabei im KreuzkopfS und Kolben P; es wird nämlich durch das Tauchkolbenrohr s mit Rückschlagventil in die Kammer C“ gesaugt, von da durch die hohle Kolbenstange r und Bohrungen b in tätifij den vorderen Kolben- g Ä raum getrieben, aus dem 6 §–A –zzzzzzzzzo
drückt. Die Kolbenund die Cylinderböden werden durch vorgelegte Bleche a und e gegen « die unmittelbare Einwirkung der Hitze geschützt. Die Kraftleistung wird von Hand geregelt, indem man zu der vom Luftverdichter gelieferten Luft mehr oder weniger Kraftgas hinzutreten lässt; kurze Fahrten im Hafen können mit Pressluft allein ausgeführt werden. Dagegen regelt ein Regulator, Fig. 2, die Füllung in der Weise, dass die Spannkraft der verpufften Ladung möglichst ausgenutzt wird und die Endspannung immer denselben (kleinen) Wert hat. Eine wie die Hauptwelle umlaufende Welle w öffnet nämlich durch den Daumen k kurz vor dem Auspuff das Ventil v auf kurze Zeit und verbindet dadurch die Kammer H” mit dem Regulatorcylinder C°. Ist nun der vom Arbeitscylinder durch s” kommende Druck kleiner als die mittlere Spannung der Federg, so wird der Kolben p nach links gedrückt und durch die Klaue t das Wendegetriebe W oder ein anderer indirekter Uebertrager so eingerückt, dass das mit Muttergewinde versehene Rad o die Coulisse des Abschlussschiebers auf späteren Abschluss einstellt, also die Ladung vergrössert; ist der Enddruck im Arbeitscylinder zu gross, so wird die Ladung verkleinert. Kl. 81. No. 3O494. Neuerung an einer Vorrichtung zur Festklemmung des Zugseiles bei Drahtseilbahnen. (III. Zusatz zu dem Patente No. 22184.) A. W. Mackensen, Schöningen. In dem Hauptpatente bezw. dem ersten Zusatzpatente No. 22494 geschieht die Festklemmung des Zugseiles mit Hilfe einer durch einen Hebelmechanismus bewegten Rolle d und eines bezw. zweier fester Widerlager k k”,
wagen zum Abwiegen einzelner Radbelastungen. H. B. i hinter dem bezw. zwischen denen das Zugseil durch die Rolle Litteratur.
deutscher Ingenieure
durchgebogen wird und infolge dieser Durchbiegung den Wagen mit sich fortzieht. In dem vorliegenden Zusatzpatent ist die Rolle d teilweise von zwei Knaggen p umgeben, so dass beim Heben derselben das Zugseil von der Rolle durchgebogen und gleichzeitig zwischen den Knaggen p und den Widerlagern k k” festgeklemmt wird.
Kl. 49. No. 30347. Tafelscheere. C. Puchmüller, Berlin. Das obere Scheerenblatt a wird von den beiden gleichzeitig schwingenden Winkelhebeln b und „f, welche durch die Stange e mit einander verbunden sind, bewegt, indem b um den Bolzen c am Arme B drehbarangeordnet ist, während a einerseits bei d mit b und andererseits durch die Stange h mit f gelenkig verbunden ist.
Kl. 47. No. 3O458. Reibungskupplung. K. R. Liebig, Reudnitz-Leipzig. Um bei der bekannten CylinderReibungskupplung stossfreies Einrücken, gleiche Druckverteilung und Ausgleichung der Abnutzung zu erzielen, werden hier nicht wie im Patente Dohmen-Leblanc (No. 16952, W. 1882, S. 133) die Schubstangen ee, sondern die Bremsbacken cc federnd hergestellt und mit einem Armkreuze bb, welches auf der die Schubhülse d tragenden Welle a festgekeilt ist, entweder durch Blattgelenke gg oder durch richtige Drehgelenke verbunden.
Mit dem Wachsen der Industrie ist naturgemäss auch eine Zunahme der Abfallstoffe der verschiedenen Betriebe verbunden. Man ist in neuerer Zeit eifrigst bestrebt, diese oft recht lästigen Nebenproducte selbst wieder zum Ausgangsmaterial neuer Fabrikationszweige zu machen, ihre schädlichen Eigenschaften aufzuheben und sie in verwertbare Form zu bringen; indes ist die Menge wertloser und zum Teil schädlicher Abfälle, welche namentlich in Form sog. Abwässer aus dem Fabrikationsbetriebe und auch aus der Nähe menschlicher Wohnungen thunlichst rasch zu entfernen und unschädlich zu machen sind, noch eine sehr grosse, dabei sich täglich mehrende. Unter den Abwässern, die wegen ihrer Fäulnisfähigkeit in gesundheitlicher Hinsicht die grössten Bedenken erregen, und deren Unschädlichmachung als dringende Notwendigkeit erscheint, stehen zur Zeit diejenigen aus den Rohzucker-, Stärke- und Cellulosefabriken obenan; sie müssen geradezu als Nährflüssigkeiten für allerlei Arten von Mikroorganismen angesehen werden. Vorschläge zur Reinigung, insbesondere der Abwässer aus Rohzuckerfabriken, liegen mehrere vor, ohne dass man indessen bis jetzt in der Lage gewesen wäre, dem einen oder dem anderen unbedingt den Vorrang zuzuerkennen oder gar staatlicherseits im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege Verordnungen für den Fabrikbetrieb daran zu knüpfen, welche den letzteren möglicherweise unnötig erschwert oder verteuert hätten. Die preussische Regierung ist nun in neuerer Zeit der Frage nach der Reinigung der Abwässer der Rohzuckerfabriken näher getreten und hat Versuche mit verschiedenen Verfahren im grossen unter Leitung von Sachverständigen durchführen sowie die Abwässer auf den verschiedensten Stufen ihrer Reinigung untersuchen lassen. Der oben erwähnten Denkschrift entnehmen wir darüber folgendes. Es kamen besonders drei Methoden inbetracht und wurden im grossen in verschiedenen Rohzuckerfabriken auf ihre Brauchbarkeit geprüft: 1. Das Verfahren von Ingenieur Elsässer, welches auf einer natürlichen Abgährung der Abwässer mit nachfolgender Berieselung beruht. 2. Das System von Prof. Müller-Schweder, bei welchem Gärung unter Zusatz von Fermenten, Behandlung mit Kalk und nachherige Berieselung vorgeschlagen wird. 3. Das patentirte Verfahren von W. Knauer. Das Verfahren beruht im wesentlichen darauf, dass die von
) Z. 1885, S. 36, 75.
Schnitzelresten, Schlamm und Schaum befreiten kalten Abwässer in Gegenstromkühlern mittels heisser Abwässer, abziebender Feuergase, Abdampfes und nötigenfalls frischen Dampfes auf 80° C. erhitzt werden. Hierauf erhalten sie einen Zusatz von Kalkmilch und dann von Manganchlorür(Manganlauge). Nach dem Absetzenlassen werden die Abwässer zuerst in die Gegenstromkühler und dann über ein Gradirwerk zur Abkühlung geleitet, um hierauf entweder im Fabrikbetrieb Wiederverwendung zu finden oder sogleich. Wasserläufen zugeführt zu werden. Hierdurch wird einerseits Tötung aller lebenden Organismen durch die hohe Temperatur und den Kalkzusatz angestrebt und ausserdem völlige Präcipitation aller gärungsund fäulnisfähigen organischen Stoffe mittels Kalk und Manganchlorür.
Die Anordnung dieser Verfahren im Grossbetriebe war die folgende:
1. System Elsässer auf Zuckerfabrik Roitsch (Reg.Bez. Merseburg). Hier vereinigen sich sämmtliche Abwässer mit Ausnahme des grössten Teiles des Condensationswassers (von dem Vacuum und den Verdampfapparaten) unweit der Fabrik in 2 grossen Gärbassins von etwa 50" Länge, 20" Breite und 2" Tiefe. Von da treten die Abwässer nach dem Absetzen und Vergären in das 2. Bassin über, wobei der durch die Gärung sich oben bildende schmutzige Schaum durch eine geeignete Bohlenvorrichtung zurückgehalten wird. Aus diesem 2. Bassin werden die vergorenen Wässer mittels Pumpe in einen hochgelegenen Kasten gehoben und mittels Luftpumpe Luft durch das Wasser gedrückt, was eine Oxydation organischer Stoffe bewirken soll. Dann fliessen die Abwässer dem drainirten und eingeteilten Rieselterrain zu. Zur Berieselung dienten in der Campagne 1880/81 etwa 10" Wiesen = 1/2 bis 2" Ackerland. Das Condensationswasser wurde zum grössten Teil auf einem Gradirwerk gekühlt, dann mit dem Drainwasser der Rieselfelder vereinigt und einem Bache zugeführt. Die täglich verarbeitete Rübenmenge betrug 4500 Ctnr. s
Nach dem gleichen Verfahren wird auch auf Zuckerfabrik Landsberg (Reg.-Bez. Merseburg) gearbeitet.
2. System Müller auf Zuckerfabrik Groebers (Reg.Bez. Merseburg). Die Fabrik bedient sich zu Betriebszwecken eines aus einer Braunkohlengrube gehobenen Grubenwassers und der auf einem Gradirwerk gekühlten Condensationswasser. Die aus der Rübenwäsche, der Diffusion und dem Knochenkohlenhause kommenden Abwässer werden jedes für sich in gemauerte Bassins geleitet, worin schwebende Teile sich absetzen. Insbesondere die Schnitzelwasserbassins können zum Zwecke der Entfernung angesammelten Schlammes wechselweise an- und abgestellt werden. Die Knochenkohlenwässer fliessen nach dem Absetzen unter den Aborten hindurch und schlemmen da die Excremente von 150 Arbeitern mit fort,
Band XXIX. No. 16. 18. April 1885.
Litteratur. 315
Demnächst vereinigen sich sämmtliche Abwässer der Fabrik auf dem Fabrikhof in einer Rinne, erhalten einen Kalkzusatz von angeblich 12 Ctnr. in 12 Stunden und fliessen durch zwei Vorgräben 4 Behältern von zusammen 1580q" Fläche und etwa 2" Tiefe zu. Aus dem letzten Behälter gelangen die Wässer, nach dem sie abermals einen geringen Kalkzusatz erhalten haben, auf die Rieselfelder und von da durch die Drains in einen Bach. Das Berieselungsgebiet – durchweg Ackerland – betrug während der Probeversuche 8". Die Fabrik verarbeitet täglich 2400 Ctnr. Rüben. 3. System Knauer auf Zuckerfabrik Rudolph & Comp. in Magdeburg. Die Rübenwaschwässer und die von Schnitzelresten und Schaum befreiten Wasser der Schnitzelpressen vereinigen sich in 6 Absatzbehältern zum Zwecke der Absetzung von Schlamm und Rübenresten. Die Behälter können zum Zwecke der Entleerung und Reinigung einzeln aus- und wieder eingeschaltet werden, ohne dass der Betrieb unterbrochen werden müsste. In einem weiteren Behälter vereinigen sich diese schon geklärten Wässer mit den Knochenkohlenwaschwässern und werden von da nach einem Hochbehälter gepumpt, aus welchem sie behufs Vorwärmung nach den Gegenstromapparaten und von da nach einem besonderen Anwärmebehälter fliessen. Letzterer wird mittels 6 verschiedener Rohrleitungen von den Filterabdampfröhren, den Kesselabblaseröhren, der Bodenheizung, dem Retour d'eau, den Eisfeldt'schen Apparaten und den Montejus angeheizt. Weiter fliesst dem Anwärmebehälter ununterbrochen Kalkmilch zu, wobei der tägliche Verbrauch an Kalk 12 Ctnr. betragen soll. Die Abwässer treten nun noch in einen weiteren Behälter, in dem sie einen tropfenweisen Zusatz von Manganchlorür erhalten. Der durch die Präcipitation mit Kalk und Manganlauge entstehende Schlamm wird in zwei eigenen Behältern angesammelt und soll zur Düngung Verwendung finden. Die vom Schlamm abgelassenen Wässer treten dann wieder in die Gegenstromapparate, um dort thunlichst ihre Wärme an noch zu reinigende Abwässer abzugeben, werden in eine Rinne gehoben und einem Gradirwerk zugeführt, das eine benutzbare Dornwandfläche von etwa 40%" hat. Indes beansprucht die Kühlung der Abwässer nur etwa /3 des Gradirwerkes; der übrige Teil dient zur Abkühlung des im Fabrikationsbetriebe Wiederverwendung findenden Condensationswassers. Die gereinigten Abwässer fliessen dann in ein System von Gräben zum Zwecke völliger Ausscheidung des Kalkes und gelangen hierauf in den Betrieb zurück oder in einen in der Nähe vorbeifliessenden Bach. Die Menge der in einem Tage in dieser Fabrik verarbeiteten Rübenmenge ist nicht angegeben. Das System Knauer ist ferner eingeführt in den Zuckerfabriken Altenau bei Schöppenstedt, Schakensleben, Act.-Z. Oschersleben (Prov. Sachsen). Den Sachverständigen wurde nun eine grosse Anzahl von Proben dieser nach dem angegebenen Verfahren gereinigten Abwässer zum Zwecke chemischer und mikroskopischer Prüfung zugestellt und ihnen die Fragen vorgelegt, ob einerseits die Beschaffenheit der gereinigten Abwässer derart sei, dass ihrer Benutzung, auch durch Einleiten in kleinere Wasserläufe, nichts entgegen stehe, anderseits, inwiefern dieses Einleiten nachteilig wirken könne, schliesslich, auf welcher Zuckerfabrik das Reinigungsverfahren am günstigsten gewirkt habe. Diese Fragen sind von den Sachverständigen allerdings nicht völlig übereinstimmend beantwortet worden; immerhin herrscht darüber kein Zweifel, dass das nach dem Müller'schen Verfahren behandelte Wasser die Rieselfelder im Zustande fauliger Gärung verlässt, sonach als durchaus ungenügend gereinigt angesehen werden muss. Bezüglich des Verfahrens Elsässer wird sowohl in den Berichten über die chemische wie über die mikroskopische Untersuchung hervorgehoben, dass das nach diesem Verfahren gereinigte Wasser in verhältnismässig günstiger Beschaffenheit aus den Drains der Rieselfelder tritt, dass es insbesondere einen niedrigen Gehalt an organischen Stoffen zeigt und wenig geeignet erscheint, nachträglich wieder in faulige Gärung überzugehen. Dagegen wird in dem mikroskopischen Befunde betont, dass bei dem Verfahren von Elsässer, ebenso wie bei dem von Müller, von einer eigentlichen Berieselung überhaupt nicht die Rede sein könne, da diese notwendig pflanzliches Leben bedinge, wenn nicht der Boden lediglich filtrirend und absorbirend wirken solle. Da aber gerade während der Zuckercampagne der Pflanzenwuchs ruhte, so wäre bei
der wärmeren Jahreszeit. « Wie sämmtliche Gutachten übereinstimmend bekunden, zeigen die nach dem Knauer'schen Verfahren gereinigten Abwässer durchschnittlich einen höheren Gehalt an organischen Stoffen nach dem Verlassen des Gradirwerkes, als die Elsässer'schen Abwässer nach dem Passiren der Rieselfelder. Unzweifelhaft werden zwar durch die Erhitzung auf 800 die meisten lebenden Organismen, wenn auch nicht getötet, so aber doch sterilisirt, auch eiweissartige Körper coagulirt; indes verlieren die Dauersporen der Mikroorganismen ihre Entwicklungsfähigkeit nicht, insofern viele derselben selbst einer Temperatur von 100° längere Zeit zu widerstehen vermögen. Endlich enthalten die nach Knauer gereinigten Abwässer trotz der Behandlung mit Kalk noch Zucker in Lösung. Von Belang ist jedoch, dass diese Abwässer völlig widerstandsfähig gegen Gärung und Fäulnis sind, so lange sie ihre alkalische, durch den Kalkzusatz hervorgerufene Reaction behalten, da dann die Möglichkeit der Entwickelung der Sporen nicht gegeben ist, und auch nach Aufhören der alkalischen Reaction gehen sie, wie Versuche gezeigt haben, längere Zeit nicht in Gärung über, so dass sie unbedenklich in Wasserläufe eingeleitetet werden können. Dagegen erscheint das nachherige Gradiren der alkalischen Abwässer, als eine Ausfällung des Kalkes bewirkend, unzweckmässig, und ebenso ein zu weites Fortleiten der Wässer bis zum Einleiten in einen Wasserlauf, da auch hierbei durch Berührung mit der atmosphärischen Luft die Bildung von Calciumcarbonat begünstigt wird. Von den Sachverständigen sprechen sich ein Chemiker (Märcker) und ein Physiologe (Cohn) zu Gunsten der Knauer'schen, ein zweiter Chemiker (Degener) mehr für das Elsässer'sche Verfahren aus. A Die gutachtlichen Aeusserungen der Sachverständigen sowie ihre Versuche wurden nun zum Zweck der Kritik der Reinigungsverfahren zwei Commissionen vorgelegt. Die eine, welche unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen zusammengetreten war, entschied sich zu Gunsten des Elsässer'schen Verfahrens, und zwar wegen seiner
Billigkeit, Einfachheit und weil durch dasselbe der günstigste
Reinigungseffect bezüglich der organischen Stoffe erzielt worden war. Das Knauer'sche Verfahren wird erst in zweiter Linie empfohlen, da dasselbe einen grösseren Aufwand an Anlage- und Betriebskosten erfordere, die darüber zu führende Aufsicht erschwere, ferner die so gereinigten Wasser einen höheren Gehalt an fäulnisfähigen Stoffen zeigen. In anderem Sinne spricht sich die königlich preussische Deputation für Gewerbe aus. Sie lässt zunächst die Kostenfrage ganz bei Seite und berücksichtigt lediglich, durch welches Verfahren die grösste Reinigungswirkung erzielt wird. Es wird hervorgehoben, dass durch das Verfahren von Elsässer zwar eine bedeutende Herabminderung des Gehaltes an organischen Stoffen hervorgerufen werde, dass aber nichtsdestoweniger so gereinigtes Wasser Fäulniserscheinungen zeigen oder in anderen Wässern hervorrufen könne. Da ferner auf
, den sog. Rieselfeldern während des Fabrikationsbetriebes, der
hauptsächlich in den Winter fällt, lebender Pflanzenwuchs nicht vorhanden sein könne, so würden durch Inbetriebnahme solcher Rieselanlagen in der Umgebung der Zuckerfabriken grosse Flächen geschaffen, auf welchen ein vom Standpunkte der Gesundheitspflege nicht unbedenklich erscheinendes organisches Leben fortdauerte. Dem gegenüber wird darauf aufmerksam gemacht, dass durch die bei dem Knauer'schen Verfahren innegehaltene hohe Temperatur und die Behandlung mit Kalkhydrat das organische Leben getötet und durch den Kalkgehalt der abfliessenden Wässer, trotz ihres verhältnismässig höheren Gehaltes an organischen Stoffen, Gärungsund Fäulniserscheinungen hintangehalten werden. Ist demnach auch noch keines der beiden Verfahren als unbedingt zweckentsprechend zu bezeichnen, und fehlt zur Zeit noch die sichere Grundlage für staatlicherseits zu erlassende Vorschriften betreffs Reinigung der Abwässer aus Rohzuckerfabriken, so dürfte doch das Knauer'sche Verfahren als eine solche Grundlage für weiter anzustellende Versuche zunächst in Betracht zu ziehen sein. Engler. Kast.