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VKF Freigabe einholen!
Dekorationen, auch Ausschmückungen genannt, stellen in Veranstaltungsstätten (Räume mit einer Belegung von über 100 Personen) aus Sicht des Brandschutzes ein potenzielles Brandrisiko dar.
Um im Brandfall eine schnelle Brandausbreitung zu verhindern, müssen Dekorationen in Veranstaltungsstätten mindestens den Brandverhaltensgruppen RF2 (vergleichbar mit der in Europa verwendeten Bezeichnung B1) oder RF3 entsprechen. Materialien der Brandverhaltensgruppe RF3cr dürfen nur in Räumen mit Sprinkleranlage verwendet werden, da sie abtropfen oder toxische Gase entwicklen können. Stoffe (Dekorationselemente) müssen als schwer brennbar (entflammbar) gekennzeichnet sein. Ein Nachweis (Zertifikat des Herstellers) kann bei einer feuerpolizeilichen Abnahme verlangt werden.
Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes:
Eigentümer und Nutzerschaft von Bauten und Anlagen sind für den baulichen, abwehrenden und technischen Brandschutz verantwortlich. Die Einhaltung der geltenden Brandschutzvorschriften muss auch im Falle einer Delegation an Dritte eingehalten werden. In Bezug auf Dekorationen besteht wie in allen Bereichen des abwehrenden Brandschutzes eine Kontrollverantwortung in Bezug auf die Einhaltung der gültigen Brandschutzvorschriften durch den Betreiber einer Veranstaltungsstätte.
Dekorationen, z. B. Vorhänge (Molton), verlieren ihre Imprägnierung durch Bewegung wie häufiges Auf- und Abhängen und durch Feuchtigkeit. Die Firma Gerriets spricht von einer „offiziellen“ Ablegereife nach 5 Jahren. Sie räumt allerdings ein, dass dies nicht praktikabel sei und viele Vorhänge auch nach Ablauf dieser Frist als „schwer entflammbar“ einzuordnen sind. Ob ein Vorhang noch als schwer brennbar gilt, kann durch einen Entflammbarkeitstest herausgefunden werden.
Der Entflammbarkeitstest (welcher keine offiziell zulässige Methode darstellt, da er sich nur auf die verwendete Stelle bezieht und nicht auf den ganzen Stoff) ist möglichst im Freien durchzuführen. Mit Zündholz oder Feuerzeug wird ein Abschnitt des Dekorationsmaterials entzündet und die Entflammbarkeit wie folgt beurteilt:
Positiv: Lässt sich das Material nicht anzünden oder verlöscht die Flamme nach dem Entfernen der Zündquelle selbstständig und sofort, darf das Material eingesetzt werden.
Negativ: Brennt das Material nach dem Entflammen selbstständig weiter, so ist das Dekorationsmaterial nicht zulässig und muss entfernt werden.
Beim Dekorieren von Lampen und beim Einsatz von Spotleuchten ist besondere Vorsicht geboten. Wärmestaus und direkte Wärmestrahlung auf brennbares Material sind zu vermeiden.
Praxisbeispiel: Scheinwerfer-Hersteller Clay Paky fordert für das Modell Sharpy 12 Meter Mindestabstand zwischen Scheinwerfer und dem zu beleuchtenden Objekt. Die Wärmeentwicklung bei diesem sehr stark fokussierten Scheinwerfer ist so gross, dass dadurch schon Kettensäcke von Motoren, Backdrops etc. verbrannt wurden. Was eine herunterfallende Kette aus einigen Metern Höhe anrichten kann, muss hier sicherlich nicht näher erläutert werden.
TA 2015