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The Breaking Ice
Regie: Anthony Chen
Darst.: Liu Haoran, Zhou Dongyu, Qu Chuxiao, Wei Ruguang, Liu Baisha u.a.
Haofeng, ein schüchterner junger Mann Anfang zwanzig, reist für die Hochzeit eines einstigen Klassenkameraden ins winterliche Yanji, eine Stadt im Nordosten Chinas an der Grenze zu Nordkorea. Als Finanzberater in Shanghai hat er keine materiellen Sorgen, aber er ist einsam und hadert mit sich und seinem Leben. Von der Hochzeitsfeier schleicht er sich davon und lernt auf einer Stadtrundfahrt mit einem Touristenbus die gleichaltrige Reiseführerin Nana kennen. Die Tour endet in einem Restaurant, das der Tante ihres Freundes Xiao gehört, mit dem sie eine komplizierte Beziehung führt. Nach einer durchzechten Nacht mit den beiden verpasst Haofeng den Rückflug nach Shanghai, worauf Nana ihn überredet, noch ein paar Tage zu bleiben. Sie verbringen die verbleibende Zeit mit spontanen Streifzügen durch die Stadt, ins Grenzgebiet und mit nächtlichen Trinkgelagen, bis sie beschliessen, einen Ausflug zum berühmten Himmelssee im Changbai-Gebirge zu machen. Dort erwartet sie eine majestätische Winterlandschaft und ein atemberaubender Blick auf den See, zugleich scheinen uralte Mythen wieder lebendig zu werden, und ihre unterdrückten Sehnsüchte brechen sich allmählich Bahn … «The Breaking Ice» feierte seine Weltpremiere 2023 in Cannes und wurde in der Sektion Un Certain Regard gezeigt. Bereits 2013 machte der 1984 in Singapur geborene Regisseur Anthony Chen dort Furore, als er mit seinem Spielfilmdebüt «Ilo Ilo» die Goldene Kamera für den besten Erstlingsfilm gewann. «The Breaking Ice», im rebellischen Geist der französischen Nouvelle Vague inszeniert, ist eine Liebeserklärung an Chinas Generation Z, die sich nach Freiheit sehnt und aus den starren Normen ausbrechen will. Giovanna Fulvi schreibt im Programm des Toronto International Film Festival: «Der Film scheint aus einem Impuls entstanden, durchdrungen von einem Geist der Freiheit und voller visueller Einfälle, begonnen ohne Drehbuch. Mit ‹The Breaking Ice› bestätigt sich Chens aussergewöhnliches und seltenes Talent, seine Geschichten mit grossem Einfühlungsvermögen zu erzählen und Charaktere von grosser dramatischer Präsenz zu erschaffen, alles perfekt inszeniert.»