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Mastix (Masticha) ist das Harz eines besonderen wildwachsenden Baums (Pistacia lentiscus) der ausschliesslich auf der Insel Chios wächst. In Chios nimmt der Baum eine Sonderstellung ein, denn nur hier bildet der Mastix-Baum unter der Rinde Harzkanäle, aus denen das kostbare Harz Mastix gewonnen wird. Alle bisherigen Versuche, Bäume von Chios samt Muttererde in andere Länder zu verpflanzen, scheiterten kläglich.
Wegen seiner guten Wirkung von Mastix auf die Mund- und Zahngesundheit ist das Harz seit über 3000 Jahren als besonders wertvoller Naturstoff bekannt und wurde aus diesem Grund zu einem sehr begehrten und teuren Handelsgut. Mastix wurde im antiken Griechenland und Rom als Kaugummi für die Zahnpflege benutzt, gegen Magen-Darm Beschwerden und bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute.
In vielen weltweit durchgeführten wissenschaftlichen Studien sind die guten gesundheitlichen Auswirkungen von Mastix belegt worden. Leitkeime, die für die Bildung von Karies (Streptococcus mutans), Parodontitis (Porphyromonas gingivalis)(1-3) oder Magengeschwüren (Helicobacter pylori)(4) ursächlich sind.
Mastix wird in Griechenland fast überall angewendet, für verschiedene Gerichte, Kuchen, Getränke, Eis, oder als Kaugummi. Die Verwendung in der Kochkunst ist vorwiegend beim Backen als Zugabe zum Mehl für festliche Brote und Kuchen. Dem Mastix werden hier sagenhafte Geschmackserweiterungen zugeschrieben.
Die Mastix-Produktion ist eine Familienangelegenheit und erfordert das ganze Jahr über Arbeit und Aufmerksamkeit. Im Dezember beginnen die Produzenten mit der natürlichen Düngung. Mitte Januar und den ganzen Februar beschneiden sie die unteren Äste, um dem Baum eine bestimmte Form zu geben und Durchgänge für die Luft- und Licht Zirkulation sowie für das Trocknen des Harzes zu schaffen. So finden von Mitte Juni bis Anfang Juli Reinigung und Bodenausgleich statt, damit die fallenden Mastix- Tränen (Tropfen) leicht gesammelt werden können. Der Reinigungsprozess erfolgt kreisförmig (Erstellung von „Tischen“). Es folgt das Kehren des Bodens und seiner Nivellierung mit weissem Kalk, das verteilt und fest auf den Boden gedrückt wird, um eine glatte Oberfläche zu schaffen. Das Kentos, das Schnitzen kleiner Narben auf der Rinde, ist die wichtigste Phase in der Mastix-Produktion. Es beginnt im Juli und dauert den ganzen August, manchmal kann es bis Ende September gehen. Mit Hilfe eines kleinen scharfen Eisenwerkzeugs mit gerillten Enden, genannt Kentitiri, machen sie kleine Schnitte am Stamm und den Hauptästen des Baumes, beginnend vom untersten Teil des Stammes bis zu den Ästen. Der Mastix beginnt innerhalb von 15 bis 20 Tagen nach dem ersten Schnitzen zu erstarren. Zuerst werden die grösseren Mastix-Stücke, die sogenannten Pites gesammelt. Der Rest wird mit Hilfe von „Besen“ oder von Hand gesammelt. Der Mastix wird in Holzkisten gelegt und an kühlen Orten gelagert, wo es anschliessend sorgfältig gereinigt wird. Es ist erwähnenswert, dass der Mastix-Produktionsprozess im Laufe der Zeit praktisch unverändert geblieben ist, was ihn unzerbrechlich mit der historischen Tradition des südlichen Chios verbindet.
Gebrauch:
Wenn Sie den Mastix in der Küche oder in Getränke verwenden möchten, zermahlen Sie es vorher. Wählen Sie kleine Mastix Tränen, da diese härter und einfach zu zermahlen sind. Sie können auch grössere Stücke verwenden, stellen Sie diese für ca. 1 Stunde ins Gefrierfach, damit sie einfacher zu zermahlen sind. Die Tränen können mit dem Mörser oder mit einem Mixer zermahlen werden.
(1) Koparal E, Ertugrul F, Sabah E., „Effect of chewing gum on plaque acidogenicity”, Journal of Clinical Pediatric Dentistry Vol. 24(2) Page 129-32
(2) Aksoy A, Duran N, Koksal F, „In vitro and in vivo antimicrobial effects of Mastiha chewing gum against Streptococcus mutans and mutans streptococci”, Archives of Oral Biology 2005 Dec 15.
(3) Watanabe Hisashi, Hagiwara Satsuki, Fukuda Motohisa, Yuichi Izumi, Tamura Noriko, Suzuki Masamitsu, Kawasakidaisuke, Fukahori Masahiro, “Double blind randomized control test for the usefulness of Mastiha compound dentifrice agains periodontitis under using sonic toothbrush”, Yakuri to chiryo (2010), Vol. 38, No. 10,p p. 915-925.
(4) Huw ez F.U., Thirlwell D., „Mastic Gum kills Helicobacter pylori”, New-England Journal of Medicine, 339:1946, Dec. 24, 1998.