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Der französisch-chilenische Filmemacher Raoul Ruiz ist tot. Er starb am Freitagmorgen mit 70 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung, wie sein Produzent François Margolin der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.
"Er war nicht nur ein Freund, sondern einer der grössten lebenden Filmemacher; sein Oeuvre geht in die Geschichte des Kinos ein", so Margolin. Erst im vergangenen Jahr war Ruiz mit den renommierten Prix Louis-Delluc für seinen Film "Mystères de Lisbonne" über die Aristokratie im alten Portugal ausgezeichnet worden.
Ruiz hat laut Angaben seines Produzenten bis kurz vor seinem Tod gearbeitet. "Er beendete gerade die Arbeiten an einem Film über seine Kindheit in Chile. Ausserdem bereitete er einen weiteren Film in Portugal über eine napoleonische Schlacht vor", so Margolin.
"Er war eine Person aus einer anderen Zeit, die alles über alles wusste. Er liebte die Mischung aus den unterschiedlichen Kulturen. Er war wohl einer der grössten Geister, nicht nur des Kinos, sondern dieser Epoche", fügte er hinzu.
Ruiz drehte über 100 Filme, davon etwa die Hälfte nach eigenem Drehbuch. Sein bekanntestes Werk ist die Künstlerbiografie "Klimt" mit John Malkovich und Veronica Ferres. 1969 erhielt er für seinen allerersten abendfüllenden Spielfilm "Tres tristes tigres" den Goldenen Leoparden beim Filmfestival in Locarno.
Zurück nach Chile
Raúl Ernesto Ruiz Pino wurde am 25. Juli 1941 in Puerto Montt in Chile geboren und absolvierte eine Filmausbildung an der Universität in Santa Fe, Argentinien. Nach dem Putsch in Chile verliess er 1973 das Land und ging nach Frankreich ins Exil.
Begraben werden soll Ruiz nicht in Frankreich, sondern in seiner Heimat Chile, wie der Unterrichtsminister des südamerikanischen Landes, Luciano Cruz-Cola, bekanntgab. "Sein Leichnam wird gemäss seinem Testament in Chile bestattet", erklärte der Minister per Twitter.