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Organic Chemistry Portal: Baeyer-Villiger Oxidation
Baeyer-Villiger-Oxidation
In der Baeyer-Villiger-Oxidation werden Ketone zu Estern beziehungsweise cyclische Ketone zu Lactonen umgesetzt. Als Oxidationsmittel werden hauptsächlich Peroxysäuren eingesetzt.
Mechanismus
Die Reaktion läuft über Addition des nucleophilen Sauerstoffs des Peroxids ab - die Reaktivität der Carbonylverbindung wird durch Komplexierung einer Lewis-Säure oder Additions eines Protons erhöht:
In einem zweiten Schritt erfolgt die Umlagerung eines Substituenten:
Hierbei hängt die Selektivität von der Wanderungsfähigkeit des Substituenten ab:
tert. Alkyl > Cyclohexyl > sek. Alkyl > Phenyl > prim. Alkyl > CH3
Beispiele zur Selektivität:
Unter Einsatz von chiralen Katalysatoren gelingen auch enantioselektive Baeyer-Villiger-Oxidationen von prochiralen Edukten:
Enantioselective Baeyer-Villiger Oxidation: Desymmetrization of Meso Cyclic Ketones and Kinetic Resolution of Racemic 2-Arylcyclohexanones
L. Zhou, X. H. Liu, J. Ji, Y. H. Zhang, X. L. Hu, L. L. Lin, X. M. Feng, J. Am. Chem. Soc., 2012, 134, 17023-17026.
Prof. Adolf von Baeyer (1835-1917)
Der deutsche Chemiker Adolf von Baeyer synthetisierte als erster Indigo, Phenolphthalein und Fluorescein. 1905 wurde ihm der Nobelpreis "als Anerkennung des Verdienstes, den er sich um die Entwicklung der organischen Chemie und der chemischen Industrie durch seine Arbeiten über die organischen Farbstoffe und die hydroaromatischen Verbindungen erworben hat" verliehen.
Victor Villiger (1868-1934)
Der Schweizer Chemiker Victor Villiger arbeitete 11 Jahre lang mit Adolf von Baeyer an der Universität München zusammen. Um die Jahrhundertwende entwickelten sie die Baeyer-Villiger-Oxidation. Nach Verleihung des Doktortitels wechselte er in die Farbstoffentwicklung zu BASF.