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Wie harmonisch ist es doch, ein Vogelpaar bei der gegenseitigen Gefiederpflege zu beobachten! Doch wie kommt es dazu, dass ein solches Paar in der eigenen Voliere sitzt? Jede Vogelgruppe hat andere Verhaltensweisen. Es gilt, die natürlichen Bedingungen einer Art unter Menschenobhut zu imitieren. Wer Papageienvögel hält, sollte sich bewusst sein, dass die meisten Arten im Freiland dauerhafte Paarbeziehungen eingehen. Ein Paar Amazonen, Kakadus, Aras oder Graupapageien, das harmoniert, sollte lebenslang zusammenleben können.
Die Zusammenstellung ist nicht einfach, gelingt aber immer wieder auch bei willkürlichen Verpaarungen. Wenn die Einzelvögel vorher etwa drei Wochen alleine waren, ist das Bedürfnis nach einem Partner gross. Ein Neuer wird dann einfacher akzeptiert. Besser ist, wenn sie sich ihren Partner aussuchen können. Die Auffangstation für Papageien und Sittiche (APS) in Matzingen TG unterhält Vergesellschaftungsvolieren, sodass am Ende zwei harmonierende Vögel nach Hause genommen werden können.
Auch Wellensittiche und Agaporniden sind Papageien, doch sie sind eher bereit, ihre Partner zu wechseln. Wie viele Papageien leben sie im Schwarm. Umpaarungen sind eher möglich. Wer nur ein Paar Wellensittiche oder Agaporniden hält, wundert sich, warum sich die Vögel nicht fortpflanzen. Als Schwarmvögel fühlen sie sich sicherer, wenn sie Artgenossen um sich haben. Darum stimuliert es sie, wenn man gleich mehrere Paare hält.
Immer wieder neue Partner
Grundsätzlich kann ein Wellensittichpaar oder ein Paar einer Agapornidenart lebenslang zusammen gehalten werden. Bei den südamerikanischen Sperlingspapageien und bei australischen Sittichen ist das auch so. Papageien benötigen als Höhlenbrüter Nistkästen. Es kann hilfreich sein, mehrere zur Verfügung zu stellen, denn manchmal gefällt den Vögeln der Standort oder der Nistkasten nicht. Papageien bauen in den Nistkästen keine Nester, Agaporniden tragen Blätter und Zweiglein ein.
Kanarienvögel stammen vom Kanarengirlitz ab. Das Girlitzmännchen singt, wie das Kanarienmännchen, auf exponierter Warte, um das Territorium zu markieren und Weibchen anzulocken. Girlitze verpaaren sich jedes Jahr neu. Kanarienzüchter halten ihre Vögel meistens in Flugvolieren getrennt nach Geschlechtern. Im Frühling werden Weibchen in separate Zuchtkäfige gesetzt. Sobald sie beginnen, in einer Nisthilfe Nester zu bauen, wird ein geeignetes Männchen hinzugesetzt.
Manche halten Männchen und Weibchen getrennt in einer Zuchtbox. Die Vögel sehen sich durch das Trenngitter. Wenn sie sich gegenseitig rufen, kann das Gitter entfernt werden. Als Alternative kann das Männchen auch in einem Schaukäfig vor die Box des Weibchens gehängt werden. Das Paar kümmert sich gemeinsam um die Jungenaufzucht. Natürlich ist die Zucht auch in der Voliere mit freier Partnerwahl möglich.
Prachtfinkenarten züchten am besten paarweise in Kistenkäfigen oder in Volieren. Meistens können sie in Gesellschaft anderer Arten gehalten werden, wenn nur ein Paar der gleichen Art vorhanden ist. Werden mehrere Individuen der gleichen Art gehalten, führt dies zu Streitereien. Auch bei Prachtfinken müssen sich die Partner sympathisch sein, damit eine Zucht glückt. Grundsätzlich ist es aber nicht so heikel, Prachtfinkenpaare zusammenzustellen, da sie sich in der Natur immer wieder neu verpaaren. Wird ein Männchen mit zwei Weibchen gehalten, ist es meist so, dass das überzählige Weibchen stört, da sich die Vögel zu Paaren zur Zucht zusammenschliessen.