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Beendest du Kurznachrichten mit einem Punkt?
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Um Menschlichkeit in Kurznachrichten zu bringen, werden Smileys immer üblicher. Darum können normale Satzzeichen als kalt oder gar negativ wahrgenommen werden. Das besagt eine neue Studie. Die Resultate decken sich mit Erkenntnissen von Schweizer Forschern.
Du sollst deine Sätze in SMS- und Whatsapp-Nachrichten nicht mit einem Punkt beenden. Das zumindest legt ein Experiment der US-Universität Binghamton nahe. Nachrichten mit einen Punkt am Ende könnten als weniger Aufrichtig wahrgenommen werden, stellen die Forscher in der Studie fest, die kürzlich in der Fachzeitschrift «Computers in Human Behavior» erschienen ist.
Das Experiment, an dem 126 Studenten teilnahmen, ist nicht repräsentativ. Dennoch zeigt es eine klare Tendenz in unserer elektronischen Kommunikation auf: Dort, wo die non-verbalen Zeichen des persönlichen Gesprächs fehlen, werden andere, wie Smileys oder eben Satzzeichen, immer wichtiger.
Das stellt auch die Sprachwissenschaftlerin Dr. Christa Dürscheid fest, die an der Universität Zürich SMS und Whatsapp-Nachrichten in der Schweiz untersucht. «Eine Nachricht ohne eine nette Illustration mit Emojis, ohne ein Smiley, ohne eine Spielerei mit den Buchstaben – das sieht nüchtern aus», sagt Dürscheid. «Und das bringt den Empfänger der Nachricht vielleicht dazu, sich zu fragen, ob der andere etwas damit ausdrücken möchte, dass er auf eben diese Ausdrucksmittel verzichtet.»
So könne es sein, dass ein Punkt am Ende eines Satzes, statt eines Smileys, als negative Botschaft aufgefasst wird. «Auf jeden Fall gilt, dass Satzzeichen nicht nur eine grammatische Funktion haben, sie können immer auch für kommunikative Zwecke eingesetzt werden», so Dürscheid.
Für Kurznachrichten habe man nur die Tastatur zur Verfügung, um das anzuzeigen, was man im Gespräch mit der Mimik, der Intonation und dem Blick ausdrücken kann. Als Ersatz verwenden viele Schreiber Smileys, mehrere Frage- oder Ausrufezeichen («wo bist du???») oder wiederholen Buchstaben («Suuuuuper!!!»).
Das war schon bei den klassischen SMS vor den Zeiten der Smartphones mit den text-basierten Smileys so, die breite Palette von Emojis bietet nun aber viel mehr Möglichkeiten.
In der Schweiz laufen mehrere grössere Forschungsprojekte, die sich mit der Kurznachrichten-Kommunikation beschäftigen. Bei «What's Up Switzerland», an dem die Unis Zürich, Bern, Neuenburg und Leipzig beteiligt sind, soll unter anderem der Unterschied zwischen SMS- und Whatsapp-Kommunikation erforscht werden.
Für das Projekt, das Anfang 2016 startet und bis Ende 2018 dauern soll, werden Whatsapp-Nachrichten in Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch und Englisch mit rund 26'000 SMS verglichen, die zwischen 2009 und 2011 landesweit zu Forschungszwecken gesammelt wurden.
Der britische Ingenieur Neil Papworth verschickte am 3. Dezember 1992 das erste SMS von einem Computer an ein Handy: «Merry Christmas». Im Laufe der Neunzigerjahre wurden SMS zum wichtigen Kommunikationsmittel – doch erst um die Jahrtausendwende begann sich die Sprachwissenschaft damit zu beschäftigen.
Mit den Smartphones und Messaging-Diensten wie Whatsapp hält nun seit einigen Jahren eine Nachfolgetechnologie Einzug. Durch die erweiterten Möglichkeiten verändert sich auch die Art, wie wir mit Kurznachrichten miteinander kommunizieren.
Wir haben mehr Raum, da die Zeichenbeschränkung wegfällt, und mit Smileys und der Möglichkeit, Fotos zu schicken, erhält die Bildlichkeit eine grössere Bedeutung, wie Christa Dürscheid in einem Aufsatz Keyboard-to-Screen-Kommunikation gestern und heute schreibt.