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Formeller Abbruch des Nationalen Forschungsschwerpunkts SESAM
Bern, 22.01.2009 - Auf Antrag des Schweizerischen Nationalfonds SNF hat das Eidgenössische Departement des Innern am 19. Januar entschieden, den Nationalen Forschungsschwerpunkt „Schweizerische ätiologische Studie zur psychischen Gesundheit“ SESAM formell auf den 30. September 2009 abzubrechen. Für den ordnungsgemässen Abschluss hat das EDI zudem eine einjährige Auslaufphase genehmigt. Hauptgrund für den Abbruchentscheid ist, dass die für die geplante Kernstudie notwendige Anzahl von 3'000 Probanden nicht rekrutiert werden konnte. In der Auslaufphase können im Rahmen von SESAM begonnene wissenschaftliche Arbeiten, die nicht unmittelbar von der Kernstudie abhängig sind, abgeschlossen und deren Ergebnisse gesichert und publiziert werden.
Im Jahr 2005 im Rahmen der 2. Serie Nationaler Forschungsschwerpunkte (NFS) gestartet, hatte der an der Universität Basel angesiedelte NFS SESAM zum Ziel, die komplexen Ursachen zu untersuchen, die zu einer gesunden psychischen Entwicklung des Menschen über die Lebensspanne führen. Zu diesem Zweck sollten bei 3'000 Kindern ab der 20. Schwangerschaftswoche bis zu ihrem 20. Altersjahr sowie bei deren Eltern und Grosseltern im Rahmen einer 3-Generationen-Studie psychologische, soziale und biologisch-genetische Merkmale untersucht werden.
Wegen der zu geringen Anzahl teilnehmender werdender Mütter konnte die Kernstudie des Projekts jedoch nicht wie vorgesehen durchgeführt werden. Die Einstellung der diesbezüglichen Forschungsarbeiten im Frühling 2008 durch die Projektleitung war die Konsequenz.
Der NFS SESAM wurde bis Ende 2008 vom SNF mit insgesamt 6,3 Mio. CHF unterstützt. Davon wurden bislang 22% (oder 1,39 Mio. CHF) für die Kernstudie eingesetzt. Die grosse Mehrheit der Förderbeiträge wurde bis dato also für die von der Kernstudie unabhängigen Teilstudien verwendet. Bis zum Abschluss aller NFS-Arbeiten am 30. September 2010 werden für die insgesamt fünf Jahre (erste vierjährige Betriebsphase plus einjährige Auslauffinanzierung) insgesamt rund 9,80 Mio. CHF SNF-Förderbeiträge eingesetzt sein. Diese Mittel sind notwendig, um die plangemäss laufenden wissenschaftlichen Teilstudien und Doktoratsarbeiten ordnungsgemässe abzuschliessen, deren Ergebnisse zu sichern und für die weitere Forschung nutzbar machen zu können.
Ein Synthesebericht über die wissenschaftlichen Hauptergebnisse des NFS SESAM soll im Sommer 2010 publiziert werden. Im Herbst desselben Jahres wird dann auch eine abschliessende finanzielle Berichterstattung vorzulegen sein.
Der für die Durchführung der NFS zuständige Schweizerische Nationalfonds hat zwischenzeitlich zudem eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese überprüft gegenwärtig die Gesamtverfahren rund um den NFS SESAM und soll im Hinblick auf weitere ähnlich gelagerte Fälle und namentlich im Hinblick auf die künftige Förderung von biomedizinischen und interdisziplinären Multizentren- und Longitudinalstudien die notwendigen Lehren ziehen. Ein entsprechender Abschlussbericht wird auf Mitte 2009 erwartet.
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