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In 1839 nach Wagner
Weitere Luftaufnahmen von Sévery
Sévery ist ein kleines Dorf zwischen Morges und Isle, südlich ganz in der Nähe von Pampigny. Es zählte zwei aufeinander folgende Schlösser an verschiedenen Stellen. Das Erste, das sich am Ort, genannt Rekord Chauvet, befand, einige hundert Meter im Nordosten des Dorfes war das älteste. Es wurde bereits im Jahr 1007 erwähnt. Seine Überreste wurden spärlich, da die Einwohner - auf der Suche nach billigen Steinen - diese von dort entnahmen.
In 1885 liessen die Behörden des Dorfes die Grundmauern wegnehmen, die unter dem Gras lagen, um das Einkommen der kommunalen Güter zu erhöhen. Der mit dieser Arbeit beauftragte Unternehmer hatte den guten Sinn, eine genaue Aufzeichnung der Grundmauern zu machen, die zu Tage gebracht wurden, bevor er sie verschwinden liess.
Diese Zerstörung der Überreste eines alten Schlosses, das zu den ältesten des Kantons zählte, war in 1885 leider noch möglich, denn das Waadtländische Gesetz über die Erhaltung der historischen Monumente wurde erst am Ende des 19. Jahrhunderts angenommen. Unzählig also in den zwei letzten Jahrhunderten die Mängel an Wartung, die Demolierungen und die Plünderungen von Materialien unserer ehrwürdigsten Monumente. Die Bevölkerungszahl stieg an, man musste den Boden nutzen, und billige Steine finden, um neue Häuser zu bauen.
Durch die Aufzeichnungen des vorsichtigen Unternehmers weiss man heute, wie er sich es vorstellte. Das "alte Schloss", wie man es im Dorf nannte, hatte eine Länge von ungefähr sechzig Metern. Von unregelmässiger Form enthielt sein Hauptbereich mehrere Behausungen und Abhängigkeiten und wurde von zwei runden Türmen und von einem viereckigen Turm flankiert. Man hätte mehr darüber gewusst, wenn die "bourla papey" von 1802 nicht alle im zweiten Schloss (das Erbe des ersten) enthaltenen Archive zerstört hätten. Man weiss weder, wann noch von wem dieses erste Schloss Sévery gebaut wurde. Man weiss nur, dass die Territorien von Sévery zur Herrschaft von Cossonay, das im Mittelalter beträchtlich war, gehörten. Diese Territorien von Sévery gehörten zu der edlen Familie Siviriez, die von der Familie von Cossonay abstammte. In 1495 war der Herr von Sévery ein Jean de Mont, von einer der grössten Familien des Waadtlandes.

Das neue gotische Schloss
Das erste Schloss datiert in die romanische Zeit, aus welcher sein rechteckiger Wachtturm, damals sehr beliebt, gehört. Das zweite Schloss wurde am Ufer der Simpremont errichtet, um Wasser für die Gräben zu haben. Es wurde in der gotischen Epoche gebaut, vermutlich im 13. Jahrhundert, eine Epoche, die im Waadtland die bekannten "Savoyarden-Vierecke" aufkommen sah. Das besagte Viereck, das meistens ein Rechteck war, wurde so genannt, weil es das Haus von Savoyen war, das es bei uns propagierte.
Man weiss, dass es mit vier runden Türmen in Viereck- oder in Rechteckanordnung gebildet wurde. Einer von ihnen, grösser und höher als die drei anderen, diente als Wachtturm. Es gibt noch drei, oder vier Schlösser dieses Typs im Kanton (Morges, Yverdon, Champvent, Rolle, Aigle) aber mehrere andere sind umgewandelt worden, und ihre Türme entfernt. Wie in Coppet, bleibt vom Savoyarden-Viereck nur ein Turm, der heute an einem Flügel des neuen Schlosses steht. In Sévery bleibt nur ein einziger ganzer Turm, aber ein zweiter war noch sichtbar. Dieser wurde jedoch zur Hälfte abgesenkt in einer Zeichnung von Wagner in 1839. Der einzig Überbleibende dient heute als Wohnung für die Angestellten.
Man muss auch sagen, dass diese Schlösser im Mittelalter - sogar die mit dem Savoyarden-Viererck - kaum angenehm waren zu bewohnen. Um die Verteidigung davon zu vereinfachen, öffnete man nur so wenig wie möglich Fenster in den Aussenmauern, schon eher Schiessscharten, die, ohne für Beleuchtung zu sorgen, einen Durchzug ermöglichten, gegen den man kämpfte, indem man die Öffnungen mit Heu verstopfte, in den Zeiten, als es keine Gefahr vom Krieg gab. Man begreift daher, dass unter der Besetzung aus Bern, die einen langen Frieden von zweieinhalb Jahrhunderten gewährleistete, die Einwohner der Schlösser, auf der Suche nach etwas mehr Komfort, ihre grösseren Behausungen aufbauten, die durch Sonnenlicht durchflutet und einfacher zu heizen waren.
Und wieso neue Steine kaufen, wenn man sie nur von den Mauern nehmen musste, die man aufgab? Das Verschwinden der mittelalterlichen Schlösser ist also die logische Folge eines langen Friedens.
In 1766 heiratete Catherine de Chandieu, die Tochter der Eigentümer des Schlosses Isle, Salomon von Charrière, Herrn von Sévery. Es war eine brillante Ehe. Salomon war ein Mann des Hofes, der perfekte Kavalier, ein ehemaliger Gouverneur der Prinzen von Hessen. Die Ehefrau war sehr schön und glänzte überall durch ihre Kultur und ihre Intelligenz. Dennoch war sie eine Herrscherin, ziemlich autoritär. Zwei Jahre nach ihrer Ehe verlangte sie von ihrem verliebten Ehegatten, dass er sein unbequemes gotisches Schloss durch ein schönes Landhaus ersetzt, das dem von Isle ähnlich war, das sie aus Liebe für ihn verlassen hatte.
Salomon liess sich nicht zweimal bitten, und so baute er mit den Steinen seines Schlosses den derzeitigen schönen, überaus offenen, Wohnsitz auf dem Land wieder auf.
Seit 1768 ging dieser Wohnsitz, wo Catherine de Charrière von Sévery so viele bekannte Leute des 18. Jahrhunderts empfing, nach und nach zugrunde; besonders, nachdem die de Charrière es aufgaben, um das Schloss von Mex zu bewohnen, das den Vorteil hatte, mehr in der Nähe von Lausanne zu sein, für Catherine, die zur Brieffrau wurde. Einer ihrer Nachkommen, Herr W. de Charrière, unternahm Anfang dieses Jahrhunderts Arbeiten, um die Spuren der Zeit zu beseitigen, indem er die Kirche durch Glasmalereien verschönerte, die die Geschichte des Dorfes nachzeichnen.
Bibliographie