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Der Maler Alois Carigiet, Bühnenbildner des Cabaret Cornichon, brachte zuweilen seinen jüngeren Bruder Balthasar mit, der ihm bei der Arbeit half. Bei einer solchen Gelegenheit 1934 entdeckte Cornichon-Chef Walter Lesch durch einen Zufall das komische Talent des damals 27jährigen Bündners und engagierte ihn. Es war der Beginn der Karriere des unvergleichlichen Zarli Carigiet (1907-1981).
Der Zarli mit seinem Kraushaar, seiner auffallenden Zahnlücke und seinem markanten Dialekt war eine unverwechselbare Figur auf der Bühne und im Film (Füsilier Wipf, Wachtmeister Studer, Gilberte de Courgenay, Hinter den sieben Gleisen u. a.). Doch so oft er auch beruflich die Leute zum Lachen brachte – privat wurde er häufig von schweren Depressionen gequält, besonders nachdem er 1947 das Cabaret Cornichon verlassen hatte. Nach Auftritten im Cabaret Fédéral erlebte Zarli (der übrigens nie Schauspiel- oder Gesangsunterricht gehabt hatte und dem ausserdem das Auswendiglernen von Texten sehr schwer fiel) 1959 schliesslich seinen grössten Erfolg. Als Clochard in dem Musical Eusi chlini Stadt sang er zur Eröffnung des Theaters am Hechtplatz in Zürich „Miis Dach isch dr Himmel vo Züri“ und blieb fortan einer der beliebtesten Volksschauspieler der Schweiz. Von 1960 bis 1963 schrieb er zusammen mit Gion Janett mit Vater, ist’s wahr Schweizer Radiogeschichte und zur gleichen Zeit entstand auch Es Dach überem Chopf, ein Film, bei dem erstmals (und letztmals) der Name Zarli Carigiet an erster Stelle genannt wurde. Nachdem er eine Zeit lang solo mit einer selbstgebauten Drehbühne aufgetreten war (unter Anderem mit Texten von Fridolin Tschudi), zog sich Zarli (ohne Frau und Kinder) in das heimatliche Trun im Vorderrheintal zurück und widmete sich mit Vorliebe der Malerei. Seine Popularität blieb jedoch ungebrochen.
Zarlis Witwe Doris Carigiet hat für das Buch Miis Dach isch dr Himmel vo Züri. Zarli Carigiet 1907-1981 unzählige Fotos und Erinnerungen zusammengetragen. Zu diesem Buch gehört ausserdem auch eine CD mit Zarlis besten Auftritten. I kummä värruckt!