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In memoriam Detlef Brinkmann
3. Oktober 1931 (Esens/D) - 20. Februar 2017 (Uster/CH)
Detlef Brinkmann erhielt seine Schulausbildung in Norddeutschland und begann nach dem Abitur 1952 sein Physik-Studium an der Universität Göttingen. Nach dem Vordiplom wechselte er 1954 an die Universität Zürich. Er schloss seine Studien 1958 mit dem Diplom in Experimentalphysik ab. Seine Doktorarbeit unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Staub, die 1961 zur Promotion führte, trug den Titel «Kernresonanz im gasförmigen Xenon». Neben der niederenergetischen Kernphysik mit einem Van-de-Graaff-Beschleuniger hatte Hans Staub die magnetische Kernresonanz (NMR) nach seiner Berufung 1949 aus Stanford in Zürich als Forschungsgebiet etabliert, ein Novum für die Schweiz. Den Anwendungen der Kernresonanz blieb Detlef Brinkmann auch als Research Assistant an der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey (USA) und nach seiner Rückkehr 1965 an die Universität Zürich treu. 1968 habilitierte er sich hier mit einer Studie über die «Verschiebung des lokalen magnetischen Feldes in der Kernresonanz von Edelgasen». 1972 wurde er zum Assistenzprofessor ernannt, 1976 zum ausserordentlichen und 1983 zum ordentlichen Professor befördert, 1999 schliesslich emeritiert.
Als Professor an unserem Institut baute Detlef Brinkmann eine engagierte Forschungsgruppe auf, die mit Hilfe der magnetischen Kernresonanz (NMR) und der Kernquadrupolresonanz-Spektroskopie (NQR) bedeutsame Beiträge zur Physik der kondensierten Materie machte. Das weite Feld seiner wissenschaftlichen Arbeiten reichte von den Edelgasen über natürliche Minerale zu synthetischen Substanzen, wie z. B. quasi-eindimensionale Leitern und Superionenleitern. Seit den 80er Jahren lag der Forschungsschwerpunkt in der Untersuchung von Hochtemperatursupraleitern, speziell deren Verhalten unter Druck. In diesem Bereich arbeitete er mit dem Forschungslabor der IBM Rüschlikon und Prof. Dr. Karl Alex Müller zusammen.
Neben seiner erfolgreichen Forschungstätigkeit war Detlef Brinkmann auch ein beliebter akademischer Lehrer, er unterrichtete mit Enthusiasmus die Einführungsvorlesung und engagierte sich im didaktischen Bereich in der Europäischen Physikalischen Gesellschaft. Seit seiner ersten grundlegenden Vorlesung über Festkörperphysik an unserem Institut ist diese ein integraler Teil des Curriculums.
Detlef Brinkmann unterhielt viele wissenschaftliche Beziehungen, er war ausgezeichnet und fruchtbar wissenschaftlich vernetzt in der Schweiz (z.B. ETHZ, ABB), und ausserhalb sowohl in Europa (u.a. MPI Stuttgart, Universität Grenoble oder die Kasaner Föderale Universität in der russischen Republik Tatarstan), als auch in Amerika (Argonne National Lab, General Electric, University of Washington und die State University of New York at Albany) und Asien. Hier hatte Detlef Brinkmann aktive Forschungsbeziehungen unter anderem nach Japan, Singapur oder Indien, wo er 1999 zum Pandit-Javaharlal-Nehru-Professor an der Universität Hyderabad ernannt wurde. Zahlreiche Forschende aus den entsprechenden Instituten nützten die guten Kontakte zu Detlef Brinkmann für einen Forschungsaufenthalt von ein paar Monaten am Physik-Institut UZH. Detlef Brinkmann, war jahrelang Präsident des «International Committee on Nuclear Quadrupole Interactions» (NQI) und war in dieser Funktion verantwortlich für eine Reihe von Symposien und Konferenzen zu seinem Forschungsgebiet. Hierfür erhielt er 2001 den NQI Award.