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Du hast die Haare schön
Donald Trump, meine Damen und Herren. The Donald. Mit ihm müssen wir uns heute mal befassen. Nach Trumps Erfolgen bei den Vorausscheidungen für die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei in den USA häufen sich dort offenbar Google-Anfragen zum Stichwort «Umzug nach Kanada». So, dass Late-Night-Gastgeber Jimmy Fallon in der nach ihm benannten TV-Show unlängst lapidar feststellte: «Jetzt müssen wohl bald die Kanadier eine Mauer bauen.» Genau, die Mauer. Ausser diesem antimexikanischen Schutzwall, den Donald Trump an der Südgrenze der USA errichten und von Mexiko bezahlen lassen will, ist nicht allzu viel über sein politisches Programm bekannt. Aber das Programm ist auch nicht das Wesentliche bei Trump. Das Wesentliche folgt hier in fünf Punkten:
Donald Trump wäscht sein Haar mit «Head & Shoulders» und lässt es an der Luft trocknen. Das dauert ungefähr eine Stunde.
Was Celebrity Endorsements, also die Unterstützung durch Berühmtheiten angeht, hat Hillary die besseren Namen, zum Beispiel: Britney Spears, Richard Gere, Salma Hayek, Kerry Washington, Jennifer Lopez, Snoop Dogg, Beyoncé. Und Trump? Trump hat diese bizarre Unterstützungsrede von Sarah Palin. Die beiden zusammen auf der Bühne waren furchteinflössender als Alien und Predator im Paillettenoberteil. Und wer unterstützt Trump sonst noch? Dennis Rodman. Sie wissen schon: der Kim-Jong-un-Versteher.
Trumps vermeintlich kleine Hände sind seit langem Gegenstand einer Kontroverse mit Graydon Carter, dem Chefredaktor von «Vanity Fair». Inzwischen haben auch seine republikanischen Kontrahenten das Thema aufgenommen, namentlich Marco Rubio (den Trump wiederum seiner Körpergrösse wegen «Little Marco» nennt), worauf The Donald bei der Debatte der Republikaner in Detroit versicherte, «keine Probleme» zu haben, weder mit der Grösse seiner Hände noch mit jener anderer Körperteile. Worauf wiederum der politische Kommentator Bill Maher in Anspielung darauf, dass Trump von Barack Obama dessen Geburtsurkunde verlangt hatte, Trump aufforderte: «Show us the Dick Certificate!» Und ausserdem zu bedenken gab: «Could there ever be a better argument for a woman president than the fact that the members of the other party are arguing over their dick size?»
Es gab mal einen «Trump Vodka». Mit dem Label «Super Premium», natürlich. War ein ziemlicher Reinfall. Genau wie das Gesellschaftsbrettspiel «Trump: The Game», eine Art Monopoly mit weniger Skrupeln.
Man tut Donald Trump wohl kein Unrecht an, wenn man ihn als «antiintellektuell» bezeichnet. Er ist ausserdem «unamerikanisch gehässig», wie Fritz Stern sagen würde. Aber: Er ist erfrischend säkular. Er ist nicht homophob. Und er ist nicht humorlos. Jedenfalls nicht immer. Als die Fox-Moderatorin Megyn Kelly ihn ansprach mit den Worten «Frauen, die Ihnen nicht gefallen, haben Sie ‹fette Schweine› genannt, ‹Hunde›, ‹Schlampen› und ‹widerliche Tiere› ...», unterbrach Trump sie mit der Klärung: «Nur Rosie O’Donnell».
Bild oben: Trump und ein kleiner Trump-Fan an einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: Gerald Herbert (Keystone)