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Oratio et gratiarum actio pro sanitate matris meae
für 4/6 Stimmen oder Gemischten Chor
Das Werk, in der ersten Version für 4 Männerstimmen, habe ich 1994 als Kompositionsauftrag des Hilliard Ensembles aus England geschrieben. Inzwischen habe ich 2 weitere Fassungen erstellt – für gemischten Chor ohne Soprane und eine weitere Kammerversion für 6 Stimmen (für das Calmus Ensemble aus Leipzig).
Wie der Titel des Werkes verrät (auf Deutsch „Gebet und Danksagung für die Genesung meiner Mutter“), ist der Hintergrund des Werkes sehr persönlich gefärbt. Meine Mutter hat 1993 eine schwere Herzoperation durchgemacht; dieses Ereignis hat mich zur Komposition dieses Stücks angeregt.
Es vertont vier Textfragmente aus der lateinischen Liturgie, die inhaltlich einer Linie sozusagen von der Finsternis zum Licht folgen. Kompositorisch wird diese Linie mit der Entwicklung der polyphonen Struktur des Werkes von der Einstimmigkeit bis zur Vierstimmigkeit (Sechsstimmigkeit) reflektiert, wobei dieser Prozess immer wieder durch einen homophonen Abschnitt kontrastiert wird. Obwohl das Stück neuere Vokaltechniken wie Glissandi oder Flüstern verwendet, leugnet es seine Inspiration durch die alte Kirchenmusik nicht.
Iris Szeghy