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Die seit 2001 existierende Modellreihe Trailblazer (Wegbereiter) von Chevrolet wäre seit 2019 dank Allradantrieb und geringeren Abmessungen eigentlich zu einem typischen „Schweiz-Auto“ geschrumpft. Dennoch wird das konkurrenzfähige Kompakt-SUV hierzulande nur von Direktimporteuren angeboten. In Schlumpf-Blau ist es auch ein Hingucker.
Chevrolet! Eine der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Automarken. Gegründet als Chevrolet Car Company 1915 vom aus La Chaux de Fonds in die USA ausgewanderten Louis Chevrolet (1878–1941), bereits ein Jahr später in die wachsende General Motors integriert. Zwischen 1938 und 1974 montierte GM in Biel Autos im CKD-Verfahren (Complitely-knocket down-Verfahren). Darunter Chevys, die nicht nur in der Schweiz verkauft, sondern auch nach Österreich und Italien exportiert wurden. Wegen der ausufernden Grösse der Amerikaner brach die Nachfrage nach solchen Autos in Europa ein, und die Marke Chevrolet erlebte in der Schweiz mit aus Korea importierten und umgelabelten Daewoos 2005 eine Renaissance bis 2017. Als Chevy stabil in Europa präsent geblieben ist einzig die Corvette.
GM-Comeback
General Motors hat zwar ein europäisches Comeback mit Chevrolet und Cadillac versprochen, aber momentan halten lediglich einige Direktimporteure die Chevy-Fahne mit dem „Bowtie“-Logo hoch. Zum Beispiel mit dem Trailblazer, der seit 2019 von 4,90 auf 4,40 Meter Aussenlänge geschrumpft ist und so zu einem Auto wird, das den aktuellen Markt-Leadern in der Schweiz entspricht: BMW X1, Ford Kuga, VW T-Roc etc. Wobei der Amerikaner sogar noch etwas kürzer ist, ohne im Fond weniger Platz für die Beine zu bieten. Das Kofferraumvolumen leidet etwas darunter, kann aber durch Entfernung der Raumabdeckung auf konkurrenzfähiges Mass gesteigert werden. Und unter dem flachen Laderaumboden liegt tatsächlich noch ein Notreserverad.
Leistung völlig genügend
Mit 155 PS treibt den Chevy ein Dreizylinderaggregat am unteren Ende der Leistungspalette an, aber weil keine Hybridisierung an Bord ist, bleibt das Fahrzeuggewicht tiefer als bei der Konkurrenz, sodass der mit einer neunstufigen Automatik ausgerüstete Trailblazer gut mithalten kann – ausser beim Verbrauch. Dank dem Turbolader kommen kaum je Leistungsdefizite auf. Der Motor schiebt aus dem Stand kraftvoll an und knurrt stets wohlig vor sich hin, bleibt aber immer diskret. Anders als Hybride, die zwar gelegentlich still bleiben, aber beim Gasgeben umso mehr überraschen. Dieses Auto liefert ein rundes Gesamtpaket, sofern man sich einen Verbrenner ohne elektrische Unterstützung noch leisten will, kann oder darf. Federung ausser auf kurz aufeinanderfolgenden Bodenwollen o. k., Karosserieseitenneigung in Kurven gering, Gripp und Bremsen auf der Höhe der Zeit, Übersichtlichkeit akzeptabel. Man muss sich mit neuen Autos halt an den Bildschirm statt an den Blick nach hinten beim Einparken gewöhnen und wissen, dass wegen der Piepsereien einige Zentimeter verschenkt werden.
Bedienung noch intuitiv. Armaturen noch analog. Das wird sich im 24er-Jahrgang leider ändern. Viel mehr aber nicht, die Digitalisierung ist gelegentlich bloss dem Kostendruck geschuldet.
Faszinosum
Es bleibt ein Faszinosum, wie es den Direktimporteuren weiterhin gelingt, trotz der harten CO2-Sanktionen beim Neuwagenangebot breiter gefächert zu bleiben und auch Autos wie den Trailblazer ohne Hybridisierung zu akzeptablen Preisen in der Schweiz registrieren zu können. Für den Importeur des fotografierten Exemplars, den zeitweise grössten Cadillac-Händler in Europa (!) Senag im aargauischen Besenbüren, sind Autos ohne elektrische Hilfsmittel zumindest auf dem Land weiterhin sehr gefragt. Dazu gehört auch der Trailblazer AWD. Ein Auto, das demonstriert, dass die Amerikaner können, wenn sie müssen, also auch kompakt.