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Der 1.310 Quadratkilometer große Yoho National Park liegt in der kanadischen Provinz British Columbia. Yoho ist übrigens Cree und bedeutet ein Ausdruck des Staunens oder der Bewunderung. Seit 1984 gehört der Park zum Weltnaturerbe der UNESCO. Durch dem im Hochgebirge der Rockies liegende Nationalpark führt eine Bahnstrecke der Canadian Pacific Railway sowie der Trans-Canada Highway. Die natürliche Grenze zwischen dem Yoho und dem Banff National Park sowie Alberta und British Columbia bildet der Kicking Horse Pass auf einer Höhe von 1.627 Meter.
Bekannt ist der Yoho National Park neben seinen Bergseen und seinen 3.000endern auch für den Eisenbahnbau. Denn hier entstand in 1884 die erste transkontinentale Strecke über den Kicking Horse Pass und der Ortschaft Field über den sogenannten „Big Hill“. Teilweise wies die Strecke ein Gefälle von 4,5 Prozent auf und war damit die steilste Eisenbahnlinie in Nordamerika. 1909 wurden sogenannte Spiral Tunnels eröffnet, welche die Steigung auf 2,2 Prozent reduzierte, jedoch die Strecke auch um 12 Kilometer verlängerte. Im Mai 1971 wurde der Gebirgspass wegen seiner Bedeutung beim Bau der Eisenbahnlinie zum Nation Historic Site of Canada erklärt.
Glück im Unglück im Yoho National Park
Vom Norden aus kommend bogen wir über dem Lake Louise vom Highway 93 auf den Highway No 1 ab. Abgesehen von den recht frischen Temperaturen hatten wir Glück mit dem Wetter. Zwar war es bewölkt, aber dafür kein Regen. Unser Ziel waren eigentlich die zweithöchsten Wasserfälle Kanadas, die 380 Meter hohen Takakkaw Falls. Doch leider waren wir ein paar Wochen zu früh dran, denn die Yoho Valley Road zum Wasserfall ist wegen Schnee erst ab Ende Juni für den Verkehr freigegeben. Wir hatten zwar insofern Glück, dass wir bis zum „Meeting of the Waters“ Aussichtspunkt kamen, doch dann war Ende. Sehr schade.
Viele Besucher hatten sich nicht hier her verirrt. Gut für uns. Um das Schauspiel zu betrachten muss man einen kleinen Trampelpfad folgen, der zum Flussbett führt. Am „Meeting of the Waters“ treffen der bläuliche Kicking Horse River und der weiße Yoho River rauschend zusammen. Die Farben kann man meiner Meinung nach nur erahnen, aber für einen kurzen Stopp trotzdem empfehlenswert.
Über die Yoho Valley Road ging es dann zurück auf dem Highway 1 und weiter zur einzigen Gemeinde im Yoho National Park: dem ehemaligen Eisenbahnstädtchen Field mit rund 230 Einwohnern. Das besondere an dieser Gemeinde im Kicking Horse Valley ist die Lage inmitten des Mount Field, Mount Burgees und Mount Stephen und natürlich wegen des Eisenbahnbaus. Wir machten nur einen kurzen Stopp in Field. Doch ich kann verstehen, warum viele Kanadier hier hängen bleiben. Die Landschaft um die Gemeinde ist einfach beeindruckend!
Natural Bridge und der Smaragd-See
Von Field ist es dann auch nur noch ein Katzensprung bis zum Emerald Lake, unserer Endstation für diesen Tag. Denn schon kurz hinter Field bogen wir vom Highway auf die Emerald Lake Road ab. Wir waren alle sehr gespannt auf den See und natürlich auf die Lodge, in der wir uns für diese Nacht einquartiert hatten.
Auf dem Weg zum See befindet sich eine „Natural Bridge“, die wir uns auch noch ansahen. Kurzerhand parkten wir das Auto und machten uns auf zum Aussichtspunkt. Die Natural Bridge ist eine natürliche Felsformation, die durch die Erosionskraft des Kicking Horse Rivers entstanden ist. Ich hatte mir diese natürliche Brücke etwas größer vorgestellt.
Emerald Lake – eine Naturperle
Eines der beliebtesten Reiseziele im Yoho National Park ist der Emerald Lake, der 1882 entdeckt wurde. Inmitten von beeindruckenden Bergen und umringt von dichtem Wald liegt der Smaragd-See und die gleichnamige Lodge. Direkt am See gibt es einen Parkplatz für Kurzbesucher und Reisebusse, doch Übernachtungsgäste stellen das Fahrzeug schon am ersten Parkplatz ab und werden dann mit einem Shuttle zur Lodge gefahren. So handhabten es auch wir, als wir am frühen Abend das Auto abstellten.
Ich war schon sehr gespannt auf den See und auch auf unsere Unterkunft, die doch schon etwas Besonderes auf unserer Tour war. Nach einem freundlichen Check-In, begaben wir uns auch gleich zu unserem „Lodge Room“, das wir Drei für die Nacht teilten. Unser Zimmer befand sich in einem Holz-Haus mit weiteren drei Zimmern. Ausgestattet mit zwei Doppelbetten, einem Kamin, Balkon und einem Bad war das rustikal eingerichtete Zimmer für drei Erwachsene ausreichend, doch nicht gerade geräumig.
Da wir hungrig waren, hielten wir uns nicht lange in unserem Zimmer auf, sondern machten uns nach einer kurzen Erkundung (die große, sollte am nächsten Tag folgen) direkt auf in den „Mount Burgess Dining Room“. Das Restaurant hat seinen Fokus auf regionale und saisonale Speisen gelegt. Darunter diverse Wildsorten, heimischen Fisch, aber auch Getreide, Gemüse und Beeren. Die Wahl aus dem Menü viel schwer, doch wir einigten uns als Starter auf einen Auswahl an diversen Wurst- und Käsesorten mit Dips und frischem Brot. Für den Hauptgang gab es „Alberta Beef“ und Elch. Dazu eine Flasche Rotwein. Was soll ich sagen … das Essen war sehr lecker. Die Wurstplatte eine tolle Mischung aus Elch, Büffel, Ente und Wildschwein. Das Fleisch – egal ob Beef oder Elch – auf den Punkt gebraten, zerging fast auf der Zunge. Ein wahrer Genuss – doch für den Nachtisch blieb zumindest bei mir keinen Platz mehr.
Zufrieden und voll gingen wir auf unser Zimmer zurück. Wir wollten früh zu Bett gehen, um pünktlich zum Sonnenaufgang am See zu stehen. Doch wie oft, kommt es anders als man denkt.
Wintereinbruch am Emerald Lake
Punkt 5:00 Uhr klingelte unser Wecker. Nicht gerade meine Lieblingsuhrzeit, aber für einen Sonnenaufgang am See kann man das schon mal machen. Ziemlich verschlafen zog ich den Vorhang zur Seite. Doch was erblickten meine müden Augen? Nichts, kein See, nur eine Nebelwand und Schnee!! Tja, die Entscheidung fiel leicht und ausgeruht wachten wir zwei Stunden später wieder auf.
Der Schneeeinbruch durchkreuzte auch unsere weiteren Pläne. Neben dem Sonnenaufgang hatten wir eigentlich vor mit einer Seeumrundung in den Tag zu starten. Doch bei unserem morgendlichen Kaffee beschlossen wir uns dagegen. Es war zu nass, zu nebelig und somit kein Spaß.
FAZIT:
Der Emerald Lake ist definitiv eine Reise wert und seine Lage etwas ganz Besonderes. Das Personal der Lodge ist sehr zuvorkommend und freundlich, das Essen ein absoluter Genuss. Sobald die Touristenschwärme weg sind bzw. am frühen teilt man sich den See nur mit wenigen Touristen. Ein Vorteil der Übernachtung. Jedoch finde ich die Unterkunft überteuert. Besonders da die Cabins und die Zimmer (zumindest unseres) schon sehr gebraucht war.0