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Realistische und finanzierbare Vorschläge formulieren
Die Treuhandgesellschaft BDO hat den Auftrag, die konstituierende Versammlung Grossfreiburgs als Spezialistin für Gemeindefusion (zusammen mit Habilis Conseil und SEREC) und zugleich als Expertin für öffentliche Finanzen zu unterstützen. Denis Boivin vertritt BDO gegenüber dem Lenkungsausschuss und koordiniert die Unterstützung der Arbeitsgruppen der konstituierenden Versammlung. Im Interview erklärt er, wie die verschiedenen Gruppen vorgehen.
Welche Methoden setzen Sie ein, um die Arbeitsgruppen zu unterstützen?
Denis Boivin: Jede Arbeitsgruppe wird von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter von BDO oder von Habilis Conseil begleitet. Damit die acht Gruppen ihre Überlegungen strukturieren können, wenden wir ein dreistufiges Verfahren an.
In einem ersten Schritt definiert jede Arbeitsgruppe die zentralen Herausforderungen in ihrem Fachbereich und analysiert die Ausgangslage. Im schulischen Bereich stellen sich so beispielsweise die Fragen: Welche Schulen gibt es aktuell in den neun Gemeinden? Sollte es mehr oder weniger geben? Gibt es an einem Ort Strukturen, die anderswo nicht vorzufinden sind? Aufgrund dieser Überlegungen können die Delegierten erste Vorschläge formulieren, die dann in einer «Longlist» (lange Liste) zusammengefasst werden.
Anschliessend werden alle Vorschläge kritisch bewertet: Was wäre notwendig, um einen Vorschlag umsetzen zu können? Wie weit müsste man gehen und welche Qualität könnte man erreichen? Welche Führungsebene ist angebracht? Anhand dieser Beurteilung lassen sich die Vorschläge einstufen. So entsteht eine «Shortlist» (kurze Liste) mit denjenigen Massnahmen, die in den Augen der Arbeitsgruppen im Rahmen eines Gemeindezusammenschlusses umgesetzt werden sollten.
In einem dritten Schritt führt BDO eine detaillierte, finanzielle Bewertung dieser Massnahmen durch. Diese Auswertungen erfolgen auch vor dem Hintergrund der finanziellen Planungen, die wir im Rahmen unseres Expertenmandats für die öffentlichen Finanzen machen.
An welcher Stelle dieses Prozesses stehen die Arbeitsgruppen im Moment?
Alle Arbeitsgruppen haben die Phase der «Longlist» abgeschlossen und sind zurzeit dabei, die «Shortlist» zusammenzustellen. Unser Ziel ist es, dass Ende November 2018 alle «Shortlists» vorliegen und wir zur finanziellen Bewertung übergehen können.
Wie werden die Ergebnisse dieses Vorgehens aussehen?
Am Ende der finanziellen Bewertung, Ende Februar 2019, wird jede Arbeitsgruppe einen Bericht herausgeben, in dem die «Shortlist» mit einigen Begründungen dargelegt wird. Basierend auf diesen acht Berichten wird anschliessend das Fusionskonzept erarbeitet. Im Konzept wird der Umriss für die künftige Gemeinde in einem Katalog von Vorschlägen skizziert werden. Die Vorschläge müssen realistisch und durch die fusionierte Gemeinde finanzierbar sein. Das Fusionskonzept bildet die Grundlage für die Erarbeitung der Fusionsvereinbarung. Später könnte es auch als Leitfaden für die künftigen Gemeindebehörden dienen.