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Die Geschichte der Weinproduktion in Portugal ist geprägt von den Launen politischer Machthaber. Einer der Ersten war König Dionysius, auch «Der Ackerbauer» genannt, der im 13. und 14. Jahrhundert den Weinanbau förderte und eine ganze Reihe Handelsverträge mit England abschloss. Noch bedeutender für den Weinverkauf ins Inselreich waren indes die Jahrhunderte dauernden Konflikte von England mit Frankreich und Spanien. Portugal konnte davon profitieren und die durstigen Kehlen der Engländer mit seinen Weinen beglücken. Besonders der Portwein aus dem Dourotal fand grossen Anklang bei den Bewohnern der Insel und wurde deshalb auch «Englishman Wine» genannt. Um die Qualität des Portweins zu sichern, beschloss Premierminister Marquês de Pombal 1756 eine Gesellschaft zur Garantie von Qualitätskriterien ins Leben zu rufen. Er schuf so das erste regionale Qualitätssiegel. Bis heute werden Produktion und Vermarktung streng kontrolliert und detailliert vorgegeben.
Ebenfalls populär war und ist der Wein der portugiesischen Insel Madeira. Wie beim Portwein handelt es sich um gespriteten Wein. Wein also, dessen Gärungsprozess mit der Zugabe von Alkohol unterbrochen wird. Er ist lange haltbar und wird besser, je länger er an warmen Orten lagert. Perfekt also für die Schiffsreisen der Abenteurer, die in die neuen Welten aufbrachen. Jäh zum Erliegen kam die Weinproduktion durch die Mehltau- und die darauf folgende Reblaus-Plage, die im 19. Jahrhundert beinahe die gesamten Rebstock-Bestände zerstörten. Im Anschluss an diese Naturplage erwies sich auch die Politik Portugals bis Mitte des 20. Jahrhunderts als behindernd: Auf interne Konflikte folgte der autoritäre Antonio de Oliveira Salazar, der 1937 monopolistische Winzergenossenschaften einführte. Dies führte leider in vielen Fällen zur Vereinheitlichung der Weine. Mit dem Beitritt zur EU im Jahre 1986 ging es wieder bergauf: Die Gesetze lockerten sich und durch Subventionen konnte der Anbau modernisiert und gefördert werden.
Portugal überzeugt seitdem mit einem vielfältigen Angebot an traditionsreichen Weinen. Das liegt nicht nur an den unverfälschten einheimischen Traubensorten (schätzungsweise über 200), sondern auch an den klimatisch und geologisch vielfältigen Weinregionen: Zu den wichtigsten gehören das Dourotal, wo heute neben Portwein auch edle Rotweine hergestellt werden. In Minho, im Nordwesten, entsteht Vinho Verde – frischer, spritziger Weisswein, der jung getrunken wird. Auf der anderen Seite des Landes, im Südosten, liegt die Region Alentejo. Früher als Korkenproduzent bekannt, wird sie heute aufgrund des warmen, trockenen Klimas und der ausgedehnten Weingüter auch das «Kalifornien Portugals» genannt. Hier werden reiffruchtige und geschmeidige Rot- und Weissweine hergestellt. Im hochgelegenen Dão hingegen wachsen die Reben auf Granitboden. Aus den Trauben entsteht ein kräftiger, trockener Rotwein. Elegante Weissweine hingegen findet man in der Region Estramadura, die sich durch ein ausgeglichenes Klima und die Nähe zum Meer auszeichnet.
Aufgrund des Potenzials dieses Angebots und der steigenden Beliebtheit haben die Verantwortlichen der Coop-Weinmessen beschlossen, das Jahr 2014 den portugiesischen Weinen zu widmen. Diese Weinmessen finden über das Jahr verteilt an verschiedenen Orten statt.