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Vom 22. September 2010 bis 8. Mai 2011
Der Zufall wollte es, dass diese beiden für die Gründung des Roten Kreuzes massgeblichen Persönlichkeiten im selben Jahr starben. Schon dies allein liefert einen Grund, ihnen gemeinsam eine Ausstellung zu widmen und auf zwei Lebenswege zurückzublicken, die parallel, aber mit einigen Kreuzungen verliefen.
Henry Dunants Name ist zwar weltweit bekannt, sein Leben und sein Werk sind es aber nicht unbedingt. Sie verdienen deshalb eine nähere Darstellung. Gustave Moynier hingegen kennt man kaum, obschon er nicht nur bei der Gründung des Roten Kreuzes eine entscheidende Rolle spielte, sondern auch wesentlich dazu beigetragen hat, dass aus der Idee eine dauerhafte Organisation wurde, die aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken ist. In der Ausstellung wird man Gustave Moyniers Wirken als Präsident des IKRK, dem er über vierzig Jahre lang vorstand, entdecken können.
Obschon sich beide für die gleiche Sache einsetzten, hat sie die Geschichte oft als Gegner dargestellt. Nach einer ersten Phase der Zusammenarbeit kam es bald zu Meinungsverschiedenheiten über die generelle Ausrichtung des humanitären Werkes. Sie wurden zu Rivalen im Streben nach Anerkennung. Dem pragmatischen Moynier ging es in erster Linie darum, tragfähige Strukturen zu schaffen. Als sich der Idealist Dunant in finanzielle Abenteuer verstrickt, hilft Moynier mit, ihn ins Abseits zu drängen und verhindert, dass er die Geschäfte wieder-aufnehmen kann. Dunant wird dadurch in existenzielle Nöte gestürzt. Die beiden blieben bis zu ihrem Lebensende Gegenspieler; es kam nie zu einer Versöhnung. All dies trug dazu bei, dass Moynier der Nachwelt eher negativ, als Verfolger und Widersacher Dunants, in Erinnerung geblieben ist, während Dunant Märtyrerstatus erhielt.
Eine Austellung des Vereins Henry Dunant + Gustave Moynier, 1910-2010 im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-museum, Genf.