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Grünewald in bester Gesellschaft
Musée Unterlinden in Colmar vergrössert und renoviert
Nach einer dreijährigen Umbauphase ist das Musée Unterlinden seit 12. Dezember 2015 wieder geöffnet. Das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron entwickelte den Gebäudekomplex mitten in Colmar und schuf ein aussergewöhnliches städtebauliches Ensemble. Am 23. Januar wurde das Museum in Anwesenheit von Präsident François Hollande eingeweiht.
Das Musée Unterlinden wurde zwischen 2012 und 2015 erweitert. Die Vergrösserung wurde von der Stadt Colmar in Auftrag gegeben und durch das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron realisiert (hier eine Würdigung der architektonischen Eingriffe). Die Renovationen im Kloster wurden jeweils mit den Architekten der Denkmalpflege, Richard Duplat, abgestimmt. Durch die Schliessung des Stadtbads und dessen Umnutzung als Museum ergaben sich völlig neue Möglichkeiten.
Das Musée Unterlinden (eröffnet 1853) besteht nach seiner Erweiterung aus zwei Gebäudekomplexen, die einander an der Place Unterlinden spiegelbildlich gegenüberstehen und unterirdisch miteinander verbunden sind. Auf der einen Seite befindet sich die mittelalterliche Klosteranlage mit Kirche, offenem Kreuzgang, Brunnenanlage und Garten. Auf der anderen Seite des Platzes nimmt das neue Museumsgebäude das Volumen der Kirche auf und bildet zusammen mit den ehemaligen kommunalen Bädern einen zweiten, ummauerten Hof.
Der Eingang zum erweiterten Musée Unterlinden führt zuerst ins Kloster, dessen Fassade nur marginal verändert wurde. Sämtliche museografischen Einbauten der jüngeren Vergangenheit wurden entfernt und die Räume in ihren früheren Zustand zurückversetzt. Hier ist die Kunst des Mittelalters und der Renaissance untergebracht. Die Säle im Kloster sind nicht mehr thematisch, sondern chronologisch geordnet. Der Standort des Isenheimer Altars (1512–1516) in der ehemaligen, jetzt heller und aufgeräumter wirkenden Klosterkirche wird beibehalten, die frühere Präsentationsform durch nüchterne Stahlkonstruktionen ersetzt.
Eine neue Wendeltreppe führt die Besucher zu der unterirdischen Galerie, die Kloster und Neubau verbindet. Hier trifft der Museumsgänger auf eine Abfolge von drei sehr unterschiedlichen Ausstellungsräumen: Sie beginnt mit der Geschichte des Museums Unterlinden und setzt sich in einer Auswahl an Werken des 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts als Teil des chronologischen Rundgangs fort.
Der Neubau dient im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss der losen chronologischen Präsentation der Sammlung des 20. Jahrhunderts. Der Raum für Wechselausstellungen befindet sich im obersten Geschoss. Durch sein Giebeldach und mit einer Höhe von 11.5 m erinnert er an die Dominikanerinnenkirche gegenüber. Die einstige Halle des Stadtbads ist mit den neuen Ausstellungsräumen verbunden und dient künftig als Veranstaltungsort für Konzerte, Vorträge, Feste und zeitgenössische Kunstformen.
Seit dem 12. Dezember können die neu aufgestellten Sammlungen vom 15. Jahrhundert bis zur Kunst der 1960er-Jahre entdeckt werden. Am Tag der Einweihung, dem 23. Januar, beginnt auch ein Programm mit Wechselausstellungen.
TEC21-Chefredaktorin Judit Solt war bei der Eröffnungs-Pressekonferenz in Colmar – hier ihre Eindrücke.