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Die Kleidung des Röllelibutzen besteht im Weiteren aus: dunklem Veston, weißer Hose, roter oder dunkler Weste, schwarzen Stiefeln und der Brustbänder in den Farben des Altstätter- und des St. Gallerwappen. Unter dem Veston (Kittel) trägt der Röllelibutze in «Geröll», an welchem hinten eine bunte Quaste angebracht ist.
Zur Vervollständigung des Kostüms gehören eine fleischfarbene Drahtmaske und die Wasserspritze. Mit der Wasserspritze wirdwährend des Umzuges oder nach der Polonaise Jagd auf Mädchen und Bekannte gemacht. Das Spritzen könnte sogar das Urelement der Altstätter Fasnacht sein.
Am Schluss der Umzüge an der Fasnacht wird jeweils auf der Breite eine Polonaise (eigentlich polnischer, feierlich geschrittener Tanz) abgehalten. Diese Polonaise besteht aus vier verschiedenenReigen, die jeder ein anderes «Bild» ergibt. Die Polonaise ist vermutlich erst anfangs des 20. Jahrhunderts (kultivierte Fasnacht) in die Darbietungen der Röllelibutzen aufgenommen worden.
Der Röllelibutzen Verein ist vor allem in Altstätten anzutreffen, die sie auch organisieren. Aberab und zu gehen sie auch Auswärts und besuchen andere Fasnachtsorte (z.B. Baar, Brunnen, Siebnen, Unterägeri, Willisau, Buchen i.O., Bad Cannstatt usw.). Sie pflegen auch in der Schweiz und Süddeutschland lange und gute Kontakte (Einsiedeln, Reichenburg, Laufenburg, Stockach,Haslach i.K., Endingen a.K., Schömberg).
Die Röllelibutzen sind auch immer wieder gern gesehene Gäste wenn sie die Ostschweiz vertreten,wie an der City of Festivals Parade in Milwaukee USA, am grossen Wochenende 1991 zur 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft in Brunnen SZ oder an der Schweizerischen Landesausstellung «EXP0» in Neuchâtel.
Seit 2014 ist der Röllelibutzen Verein Partner der schwäbisch alemannischen Narrenzünfte geworden.
Die Fasnacht in Altstätten hat eine lange Tradition.Mit einem Streit zwischen den beiden Konfessionen um die Fasnacht sind wir bei der ersten schriftlichen Erwähnung der Fasnacht in Altstätten angelangt. Wir finden dies in einem Band «Manuscripte des reformierten Capitelsim Rheintal».
Am 9, April 1617 bat die evangelische Kirchgemeinde ihre katholischen Mitbürger: «. . . esmöchte das unnütze, unverschämte, heidnische Fasnachtswesen, nämlich die Mummerei und das Butzenwerk, aus welchem allerlei Übels und Unraths entstehe, . . . »
Am 19. April 1617 erhielten sie die Antwort, die hiess: «. . . Stadtammann und Rat geben niemandemdie Erlaubnis, sich als Butz zu verkleiden.»
Nach dieser erstmaligen Erwähnung von «Mummerei und Butzenwerk» folgt eine längere Periodeohne irgendwelche Erwähnungen. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts (im Jahre 1857 – Allgemeiner Anzeiger) ist wieder ein Verbot des Gemeinderates publiziert.
Ab dem Jahre 1864 wurde versucht, die Altstätter Fasnacht zu «kultivieren», indem eine «gehobene Schau-Fasnacht», im Gegensatz zur «Volksfasnacht» wie sie damals von den Röllelibutzen verkörpert wurde, einzuführen. Aus dieser Zeit bis zur Jahrhundertwende sind Umzüge verzeichnet,mit mehr als 1000 Mitwirkenden.
Im Jahre 1919 folgte ein weiteres regierungsrätliches Verbot. Trotz diesem Verbot wurde ein Röllelibutzen-Umzug abgehalten, zumal kurz vorher der Röllelibutzen Verein gegründet wurde.In diesem neugegründeten Verein wurde sehr stark auf Ordnung und Disziplin geachtet. Der Röllelibutzen Verein hat sich schon damals zum Ziel gesetzt, alljährlich die Bevölkerung durch Fasnachtsumzüge und -Vorführungen zu belustigen.
Dies hat sich bis heute nicht geändert. Der Röllelibutzen Verein hat die Altstätter Fasnacht geprägt und ist Organisator der Fasnacht und gilt mittlerweilen als die grösste Fasnacht in der Ostschweiz.
Der schmutzige Donnerstag ist ganz den Kindern gewidmet. Nach einem bunten Kinderumzug findet die Kinderparty im Festzelt mit einem Unterhaltungsprogramm und Guggenauftritten statt. Am Freitag findet die «Botz Tuusig Nacht» statt. Dieser fasnächtliche Unterhaltungsabend ist gespickt mit Musik, Tanz und Show. Schlag auf Schlag geht es weiter.Am Samstag findet dann die bekannte «Tschätterinacht» statt. Am Nachmittag treffen die Gruppierungen aus allen Ecken der Schweiz und benachbarten Ausland in Altstätten ein.
Die Nacht wird mit einem Nachtumzug eröffnet und danach findet man neben den diversen Guggenauftritten in Festzelten und im ganzen Städtli auf viele Fasnächtler welche die Fasnacht bis in den Morgen richtig feiern. Der Höhepunkt der Altstätter Fasnacht ist sicherlich der grosse internationale Umzug am Fasnachtssonntag. Einen fast unendlicher Lindwurm schlängelt sich durch die Gassen und erfreuen die grosse Anzahl der Umzugsbesucher. Als würdiger Abschluss vom Tag findetam Abend der besondere Tanz, die Polonaise, der Röllelibutzen und Ehrendamen statt. Eineganz spezielle Stimmung ist während dem Tanz weil diese Abendpolonaise bei bengalischer Beleuchtung abgehalten wird.
Der Fasnachtsmontag wird wesentlich ruhiger abgehalten als die Tage zuvor. Der Fasnacht Zischtig ist der letzte Tag der Altstätter Strassenfasnacht und sogleich auch der Tag von Altstätter für Altstätter. Da sind die Einheimischen unter sich und geniessen mit einigen Polonaisen,Umzug, Guggenauftritte und dem allgemeinen Butzen gehen der Röllelibutzen die letzten Stunden der Fasnacht. Nach der letzten Polonaise, der Abendpolonaise, verabschieden die Altstätter die Fasnacht aus dem Städtli.
Unter einem «Butz» — fälschlicherweise auch «Putz» geschrieben — versteht man eine verlarvte oder vermummte Person oder Maske. In einem deutschen Wörterbuch von 1860 wird ein «Butz»als «Schreckensgespenst, verlarvtes Wesen» und der «Butzenmann» als «Kinderschreck undScheusal» beschrieben.
Der Name Röllelibutz kommt von dem Rölleliband welche die Figur um die Lenden tragen. Früher war dieses Rölleliband ein «Pferdegeröll» mit vielen hell klingenden Rölleliglöckchen, wie sie für Schlittenfahrten usw. benützt werden.
Im Jahre 1919 wurde der Röllelibutzen Verein gegründet. In diesem Jahr gab es ein weiteres regierungsrätliches Verbot, was aber die Butzen trotzdem nicht abhielt ein Röllelibutzen Umzug abzuhalten, In diesem neugegründeten Verein wurde sehr stark auf Ordnung und Disziplin geachtet. Der Röllelibutzen-Verein hat sich schon damals zum Ziel gesetzt, alljährlich die Bevölkerung durch Fasnachtsumzüge und -Vorführungen zu belustigen.
Das Auffallendste am Kostüm des Röllelibutzen ist der Hut. Er ist helmartig aufgebaut und reich geschmückt mit Glaskugeln, bunten Bändern, Blumen und Federn. Am Hut wurden im Laufe der Zeit wohl die größten Änderungen vorgenommen, Vergleichen wir doch die Hüte um das Jahr 1900, so ersehen wir, dass diese viel kleiner und mit größeren Blumen und Kugeln (teilweise Christbaumkugeln) geschmückt wurden. Ursprünglich dürfte es sich um einen einfachen Filzhut gehandelt haben, der jeweils an der Fasnacht mit bunten Bändern, Kugeln, Blumen usw. geschmückt wurde. Ein gewisser Wettstreit um den «schönsten» Hut wird wohl zur heutigen Ausführung geführt haben. Eine Vereinheitlichung trat zudem ein, als die Hüte nicht mehr selbst,sondern nur noch von 2–3 Frauen gefertigt wurden.