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Häufig sind Eltern verunsichert, wenn sie ihr Baby täglich und über längere Zeit tragen. So sind häufige Fragen von Eltern, wie lange darf ich mein Baby tragen, verwöhne ich mein Baby, wenn ich es zu oft trage, entwickelt sich mein Kind vielleicht motorisch langsamer oder wird mein Kind jemals selbständig, wenn ich es ständig trage? Tragen hat aber vor allem ganz viele Vorteile, gesundheitliche wie auch praktische. Welche das sind, erfährst du hier.
1. Dein Baby schreit weniger
Der bekannte schweizer Kinderarzt und Buchautor Remo Largo schreibt in seinem Buch "Babyjahre", dass in einer Studie gezeigt wurde, dass Neugeborene und jüngere Babys, die täglich über längere Zeit in Tragehilfen und Tragetüchern getragen werden im Durchschnitt 2.16 Stunden weniger schreien als Babys, die nicht getragen werden. Wichtig ist, dass die Babys nicht erst herumgetragen werden, wenn sie schon weinen, sondern immer wieder über den ganzen Tag verteilt. Es wird davon ausgegangen, dass der Körperkontakt und die Stimulierung des Gleichgewichts- und Bewegungsorgans zu der Abnahme des Schreiens führen.
2. Dein Baby schläft besser
Gemäss Remo Largo schlafen Babys, die häufig getragen werden nicht mehr oder weniger, aber sie schlafen leichter ein. Babys brauchen für einen guten Schlaf Sicherheit und Geborgenheit. Auch wenn wir das Babybettchen oder die Wiege noch so kuschelig und gemütlich eingerichtet haben, bedeutet dies für dein Baby weder Sicherheit noch Geborgenheit. Sicherheit und Geborgenheit können einem Baby nur seine Bezugspersonen in der Regel die Mutter oder der Vater geben und zwar durch Nähe, Körperkontakt, die Stimme, den vertrauten Geruch. Durch die entspannte und sichere Situation während des Schlafes in der Tragehilfe oder dem Tragetuch, verbindet das Kind Schlafen und Einschlafen mit positiven Gefühlen. So wird es schneller einen Tag-/ Nachtrhythmus finden und besser schlafen. Dass es in der Nacht noch regelmässig wach wird und gestillt oder geschöppelt werden möchte, ist allerdings völlig normal.
3. Die Bindung zu deinem Kind wird stärker
Wenn du dein Baby trägst, erkennst du sofort, wenn es unruhig wird weil es bspw. Hunger hat oder ihm kalt oder heiss ist oder anderweitig unzufrieden. Es gelingt dir also frühzeitig, auf die Bedürfnisse deines Kindes zu reagieren, die Kommunikation zwischen dir und deinem Kind wird besser. Der Bindungsforscher Anisfeld hat hierzu ein Experiment gemacht. Sozial benachteiligte Mütter wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine bekam Tragehilfen, welche sie täglich nutzen sollte die andere Gruppe Kindersitze. Nach einem Jahr hatten 83% der getragenen Kinder eine sichere Bindung entwickelt. Bei der anderen Gruppe waren es nur 38%.
4. Dein Baby hat weniger Koliken
Im Tragetuch oder in der Tragehilfe ist das Baby in einer aufrechten Position, diese erleichtert das Aufstossen nach dem Stillen oder dem Füttern mit der Flasche. Ausserdem wirkt der Körperkontakt und die Bewegungen beim Gehen der Trageperson wie eine Massage auf das kleine Bäuchlein. Die zusätzliche Wärme, die während des Tragens in der Bauchregion entsteht, wirkt ebenfalls wohltuend wie ein Wärmekissen und kann Koliken mindern.
5. Das Stillen funktioniert besser
Warum eine Mutter, die ihr Baby regelmässig trägt, eine höhere Milchproduktion hat, hat verschiedene Gründe:
6. Dein Baby wird motorisch und sensorisch gefördert
Ein Baby ist während des Getragenwerdens auf keinen Fall passiv, wie das von aussen vielleicht wirken mag. Es gleicht die Bewegungen, die durch das Tragen entstehen, fortwährend aus. Dies regt die motorische Wahrnehmung an und fördert somit deren Entwicklung. Forscher haben festgestellt, dass Kinder aus traditionellen Kulturen in Afrika und Asien, die motorischen Entwicklungsschritte schneller durchlaufen als in städtischen Regionen und bspw. in den USA. Es wird davon ausgegangen, dass dies damit zu tun hat, dass diese Kinder oft und lange getragen werden.
Auch sensorisch wird das Baby während des Tragens stimuliert. So nimmt es die Stimme, den Geruch und seine optische Umwelt wahr. Auch erfährt es Bewegungs- und Berührungsreize. Einer Reizüberflutung kann dennoch gut verhindert werden, wenn das Kind immer in Blickrichtung zur Trageperson (entweder vor dem Bauch oder auf dem Rücken) getragen wird. So hat das Baby jederzeit die Möglichkeit, sich den Reizen zu entziehen, indem es den Kopf abwendet.
7. Das Risiko eines abgeflachten Hinterkopfes nimmt ab
Gemäss dem Fachartikel des deutschen Kinderarzt und Autors Herbert Renz-Polter zum Tragen aus kinderärztlicher Sicht leiden ca. 22% der Babys an einem sogenannten lagerungsbedingten Schiefkopf. Es handelt sich dabei um einen mehr oder weniger abgeflachten Hinterkopf durch das häufige liegen auf dem Rücken. Seit die Empfehlung lautet, Babys nur auf den Rücken zu legen, habe sich dieses Problem verstärkt. Schwere Formen des Schiefkopfes müssen mit Physiotherapie und speziellen Helmen behandelt werden, denn es handelt sich dabei nicht nur um ein optisches Problem. Der Schiefkopf kann zu vielen teilweise massiven Spätfolgen führen.
Je häufiger ein Baby auf dem Hinterkopf liegt, im Bettchen, in der Autoschale, in der Wippe, im Kinderwagen usw. desto höher ist das Risiko für einen Schiefkopf. Babys, die häufig und lange durch den Tag getragen werden, verbringen logischerweise viel weniger Zeit in der Horizontallage, was sich präventiv auf die Entwicklung eines lagerungsbedingten Schiefkopfes auswirkt.
8. Vermindertes Risiko einer Hüftfehlstellung
Wird ein Baby in einer ergonomischen Tragehilfe oder Bindeweise im Tragetuch getragen, befinden sich seine Beinchen in der sogenannten Anhock-Spreiz-Haltung. Die Knie des Babys sind dabei zum Bauch gezogen und die Beinchen leicht gespreizt. Neugeborene Babys nehmen diese Position automatisch ein, wenn sie hochgehoben werden. Es handelt sich dabei um die perfekte Ausrichtung der Oberschenkelknochen in den Hüftpfannen des Babys, um optimal nachzureifen. Das Tragen in der Anhock-Spreiz-Haltung wirkt daher präventiv als auch therapeutisch bei Hüftfehlstellungen.
9. Deine Rumpf- und Schultermuskulatur wird kräftiger
Ja, das Baby täglich zu tragen, kann auch anstrengend sein. Wenn du dein Baby aber von Anfang an trägst und die Tragedauer langsam steigerst, wird sich deine Rumpf- und Rückenmuskulatur allmählich aufbauen und der längeren Tragedauer sowie dem steigenden Gewicht deines Babys anpassen. Wichtig dabei ist allerdings, eine ergonomische Tragehilfe oder Bindeweise, sodass du nicht in eine Ausgleichshaltung kommst, was dann zu Rückenschmerzen und Verspannungen führen kann. Wir empfehlen zudem, das Baby ab ca. 3 bis 4 Monaten auf dem Rücken zu tragen. Mit dieser Trageart schonst du nämlich auch deinen Beckenboden.
10. Du hast mehr Zeit für dich oder ältere Geschwister
Viele Babys sind nicht zufrieden, wenn sie auf der Krabbeldecke, in der Wiege oder sonst wo abgelegt werden. Häufig schlafen sehr kleine Babys auch noch nicht selbständig für eine längere Zeit in ihren Bettchen. Sie brauchen ständig die Nähe und Sicherheit ihrer Bezugspersonen. Wenn du dein Baby trägst, kannst du ihm jederzeit diese Nähe und Sicherheit geben und hast totzdem Zeit für dich, für deine Hobbys, für den Haushalt oder für ältere Geschwister.
Noch Bedenken?
Wenn du dein Baby in einer ergonomischen und gut sitzenden Tragehilfe in der Anhock-Spreiz-Haltung trägst und es jederzeit genügend Luft bekommt (Atemwege müssen immer frei sein), kannst du nichts verkehrt machen, egal wie lange du dein Baby trägst. Falls du unsicher bist, ob du dein Baby richtig trägst, ob du eine ergonomische Babytrage oder Bindeweise nutzt oder wenn du Schmerzen beim Tragen hast, wende dich unbedingt an eine Trageberaterin.
Und nun stöbere in unserem Shop, wo du tolle Tragehilfen findest, die alle für Kind und Eltern ergonomisch sind und die Anhock-Spreiz-Haltung bei deinem Baby unterstützen. Viele Spass.