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Siedlungsabfälle
Entwicklung der Abfallwirtschaft
Erst im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts reifte die Erkenntnis, dass ein Leben unter diesen Umständen schlicht krank macht. Die Ratten verbreiteten die Pest, Typhus und Cholera, verschmutzten das Trinkwasser. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden erstmals Infrastrukturen zur Entsorgung von Siedlungsabfällen erstellt. So wurden Deponien geschaffen, der Kompost fand Einzug in der Landwirtschaft und in Zürich nahm 1904 die erste Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) ihren Betrieb auf. Schon damals wurde die Abwärme zu Heizzwecken eingesetzt. Weitere KVA’s folgten 1914 in Davos, 1941 in Basel, 1954 in Bern, 1971 in Luzern und 1973 in Niederurnen (GL). Heute verfügt die Schweiz über 28 Kehrichtverbrennungsanlagen.
Je nach Wirtschaftslage waren die Abfälle als Rohstoff mal mehr, mal weniger gefragt. Vor allem die Kriegsjahre führten zu einem starken Umdenken. Jedes Metallstück, jeder Lappen, Kaffeesatz und vieles mehr wurde zu einem Wertstoff und separat gesammelt. So wurde aus der Not eine Tugend, die sich bis in unsere Zeit weiter entwickelt hat.
Heute gehen die Hälfte der Siedlungsabfälle in die Verbrennung (KVA). Dabei wird die anfallende Energie genutzt. So entsteht Fernwärme zu Heizzwecken und Wasserdampf zur Erzeugung von Strom. Aus den Verbrennungsrückständen (Schlacke) wird ein Teil der Metalle vor der Ablagerung zurückgewonnen.
Die andere Hälfte geht ins stoffliche Recycling. Aus Biomasse wird Kompost. Geschieht diese Umwandlung in einer Vergärungsanlage nutzt man das entstehende Gas in einem Gasmotor. Aus Glasflaschen wird wieder Glas, aus der Zeitung wird Papier, aus Kochpfannen entsteht wieder Stahl usw.
Zukunft der Abfallwirtschaft
Die Abfallpolitik von morgen hängt ganz wesentlich von den zukünftig verfügbaren Ressourcen ab. Schon heute zeichnen sich Veränderungen in Richtung einer Verknappung von Energie und Materialien ab. Der Abfall gewinnt dadurch an Bedeutung. Die Menschheit steht vor der grossen Aufgabe, die Stoffkreisläufe möglichst umfassend zu schliessen, die Schadstoffe auszuschleusen und die verbleibenden Abfälle energetisch optimal zu nutzen. Ergänzend dazu wird die Abfallvermeidung einen immer höheren Stellenwert einnehmen.
Auskunft
Stefan Rüegg
041 819 20 37
Guido Streiff
041 819 20 38
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