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Beschreibung
Daniel Gutscher: Die Burgruine Resti in Meiringen. Zur bauarchäologischen Untersuchung und Restaurierung 2004
Werner Meyer und Silvana Bezzola: Serravalle TI – Vorbericht über die Grabungen 2002–2004
Die Burgruine Resti in Meiringen. Zur bauarchäologischen Untersuchung und Restaurierung 2004
Innerhalb der Gruppe der Burgruinen des Berner Oberlandes mit bedeutenden erhaltenen Resten wie Ringgenberg, Weissenau, Unspunnen, Spiez, Tellenburg, Felsenburg, Weissenburg und Mannenberg nimmt die Ruine Resti allein schon wegen ihrer die Talschaft beherrschenden Lage eine wichtige Stellung ein.
Dank der hervorragenden Erhaltung von Innenputzresten sowie von Hölzern können wir eine sehr präzise Vorstellung der Raumgliederung in der Turmburg in der Mitte des 13. Jahrhunderts gewinnen. Dank der Datierbarkeit vieler Hölzer gelang eine klare Vorstellung der Chronologie.
Sie gibt der Geschichtsforschung neue Fragestellungen, z.B. jene nach der Rolle der Burganlage in der Zeit der Reichsfreiheit (bis 1310), unter der Weissenburgischen Herrschaft (bis 1334) und unter der Stadt Bern. In letztere Phase fällt der eigentlich massivste Eingriff: die Entstehung des Wehrgeschosses. Mit der Entdeckung von auf jeder Seite in der Mitte angeordneten Wehrerkern in Blockbautechnik konnte ein in der Schweiz bislang einmaliges Bauelement nachgewiesen werden.
Serravalle TI – Vorbericht über die Grabungen 2002–2004
Die vorläufigen Ergebnisse der ersten Forschungsetappe auf Burg Serravalle im Bleniotal/TI (2002–2004) erbrachten den Nachweis, dass auf dem Felsrücken nördlich von Semione einst nacheinander zwei Burgen standen. Die erste Burg wurde um 900 gebaut und um 1180 zerstört. Die zweite Burg wurde ohne Bezug zur ersten Burg um 1220/30 errichtet und 1402 erobert und zerstört. 1928/30 wurde die Ruine durch den Schweizerischen Burgenverein in damals üblicher Weise vom Mauerschutt befreit. Dabei wurden leider auch die oberen Schichten des Brandhorizontes von 1402 weggeräumt oder verfrachtet, was die Interpretation der Stratigraphie bei den jetzigen Forschungsarbeiten erschwerte.
Während die Mauerreste der ersten Burg zu gering waren, um den Grundriss mit Sicherheit zeichnen zu können, konnte für die zweite Burg die räumliche Gliederung und die Funktion einzelner Räume sehr gut festgestellt werden. Neben einem Latrinenbau mit drei Abortschächten sei hier namentlich der Halbrundturm – das Kennzeichen der Ruine – erwähnt, der offenbar einen Brunnen direkt ausserhalb der Ringmauer schützte.
Die zahlreichen Funde aus den verschiedenen Besiedlungs- und Zerstörungsschichten geben einen guten Einblick in den materiellen Alltag auf der Burg. In der grossen Bandbreite der Formentypen widerspiegeln sich soziale und wirtschaftliche Bezüge zum Alpenraum (z.B. Specksteingefässe zum Kochen) und nach Norditalien (z.B. Gläser und ritzverzierte Maiolica). Im Gegensatz zum Castellgrande in Bellizona mit ausgeprägten Wehr- und Verteidigungsfunktionen, handelt es sich bei Serravalle um eine Residenz mit vorwiegender Wohn- und Verwaltungsfunktion für eine wohlhabende Familie, wie die Bodenfunde zeigen.
Mit einer zweiten Forschungsetappe, ebenfalls vom Schweizerischen Nationalfond zur Förderung der Wissenschaft finanziert, sollen die aufgeworfenen Fragen weiter verfolgt werden.