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Einzug ins Halbfinal oder letztes Spiel des Jahres? Für Alexander Zverev und Novak Djokovic steht am Freitag viel auf dem Spiel.
Alexander Zverev und Novak Djokovic haben ein schweres Jahr hinter sich. Beide Tennisprofis wurden für ihre Teilnahme an der von Djokovic organisierten Adria Tour inmitten der Coronavirus-Pandemie kritisiert, bei der Djokovic auch noch positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden war. Der 33-Jährige wurde danach zudem bei den US Open disqualifiziert, weil er eine Linienrichterin im Frust unabsichtlich mit einem Ball abgeschossen hatte.
Zverev muss sich seit Wochen mit negativen Schlagzeilen über sein Privatleben auseinandersetzen, nachdem seine frühere Freundin Olga Sharipowa schwere Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen ihn erhoben hat.
In London kann nun zumindest einer von ihnen zum Jahresabschluss noch einmal sportlich positive Schlagzeilen schreiben. Der Gewinner des Duells am Freitag (15:00 Uhr/live auf SRF 2) erreicht bei den ATP Finals das Halbfinal, für den Verlierer sind das Turnier und die Saison vorbei. «Ich werde ein perfektes Match brauchen, um gegen ihn zu gewinnen», meint Zverev, der die inoffizielle Tennis-WM 2018 im Final gegen Djokovic gewann.
Fünfmal standen sich die beiden bislang gegenüber – die Bilanz lautet vor dem Gruppenfinal in der O2 Arena 3:2 für den Serben. In allen fünf Duellen gewann der Sieger jeweils ohne den Verlust eines Satzes. «Es waren nie enge Matches zwischen uns. Von daher ist der Start verdammt wichtig», so Zverev.
Nach der klaren Auftaktniederlage gegen den Russen Daniil Medwedew steigerte sich Zverev im zweiten Gruppenspiel beim Dreisatz-Sieg gegen Diego Schwartzman. Gegen Djokovic muss nun eine weitere Steigerung folgen, «sonst ist das Turnier für mich vorbei», hält der 23-Jährige fest.
Mit einem Sieg würde Zverev zugleich seinem Gegner eine herbe Enttäuschung bescheren. Schliesslich könnte Djokovic mit einem Triumph bei der inoffiziellen Tennis-WM zu Roger Federer aufschliessen, der bisher sechs Mal gewann.
Der Serbe kassiert gegen Medwedew seine vierte Niederlage in diesem Jahr und büsste in London so etwas von seinem Nimbus ein. Abschreiben darf man die Weltnummer 1 aber sicher nicht. An Widerständen wächst er meist über sich hinaus. So dürften ihn auch die Polemiken rund um seine Rolle im Spielerrat nicht gross beschäftigen.