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| Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe

LXXIV. (Mauriner-Ausgabe Nr. 236)
7.
Auch frägst Du mich, wie die neutralen und indifferenten Dinge für uns gelenkt werden, ob durch blinden [S. 295] Zufall oder durch die gerechte Vorsehung Gottes. Darauf antworten wir: Gesundheit und Krankheit, Reichtum und Armut, Ehre und Schande gehören nicht zu den ihrer Natur nach guten Dingen, wenn sie nicht die gut machen, die sie besitzen, sind aber, insofern sie unserm Leben ein gewisses Behagen schaffen, den entgegengesetzten vorzuziehen und haben einen gewissen (bedingten) Wert. Diese Dinge werden dem einen und andern von Gott zu Wohltätigkeitszwecken gegeben, wie dem Abraham, Job und andern solchen Männern. Für die Schlechten aber sind sie eine Aufmunterung zur Besserung ihres Lebenswandels, so daß derjenige, der nach so vielen Beweisen der Güte Gottes noch in der Bosheit verharrt, sich unleugbar die Verdammung zuzieht. Der Gerechte freilich hängt sein Herz nicht an den Reichtum, falls er ihn hat, noch sucht er ihn, falls er ihn nicht hat. Er ist nicht so fast Nutznießer der Gabe als vielmehr deren Verwalter. Kein Verständiger aber bewirbt sich um das Geschäft der Verteilung fremder Güter, außer es wäre ihm um das Lob der Menge zu tun, die diejenigen bewundert und beneidet, die irgendwie in Ansehen stehen. Die Krankheit aber nehmen die Gerechten als einen Kampf hin, wobei sie für ihre Ausdauer herrliche Kronen erhoffen. Irgendeinen andern aber (als Gott) über die Verwaltung dieser Dinge stellen, ist nicht nur widersinnig, sondern auch gottlos.