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Die Lebenserwartung nimmt weltweit zu, auch die MS-Betroffener - infolgedessen steigt die Zahl älterer Menschen mit MS. Wie auch in der Allgemeinbevölkerung, geht das höhere Alter mit zahlreichen altersbedingten Begleiterkrankungen einher, wie Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen.
Wie wurden die Daten aus dem MS Register zur Untersuchung dieser Zusammenhänge verwendet?
Um den Zusammenhang zwischen Komorbiditäten, Alter und MS-Dauer zu untersuchen, wurden die MS Register Teilnehmenden gefragt, ob bei ihnen neben der MS eine weitere Krankheit diagnostiziert wurde. Die Analyse konzentrierte sich dabei auf die Krankheiten mit hoher Häufigkeit und solchen, die eher im höheren Alter auftreten: Bluthochdruck, Herzprobleme, Krebs, Diabetes und Depression.
Neben diesen Erkrankungen geht das höhere Alter oft mit einer schlechteren Mobilität einher, was bei einer chronischen Nervenkrankheit wie der MS besonders oft zutrifft.
Faktoren, welche möglicherweise die Entstehung von Komorbiditäten beeinflussen und nicht auf die MS zurückzuführen sind, wurden in der Analyse entsprechend berücksichtigt – namentlich: Geschlecht, Body-Mass-Index (Relation Körpergrösse zu Körpergewicht), Rauchgewohnheiten, krankheitsmodifizierende Behandlungen und die Verlaufsform der MS.
Für die Untersuchung wurden Daten von 1697 MS Register Teilnehmenden analysiert. Die am häufigsten gemeldete Komorbidität war Depression mit fast 14%, gefolgt von Bluthochdruck mit 12.7%. Herzprobleme, Krebs und Diabetes wurden deutlich seltener angegeben.
Fast ein Drittel (31,8%) der Teilnehmenden berichtete zudem von einer mittelschweren Gehbehinderung, bzw. 10% von einer schweren Gehbehinderung.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Komorbiditäten und der MS-Dauer, bzw. dem Alter von MS-Betroffenen?
Die statistische Auswertung ergab, dass die Komorbiditäten am häufigsten mit dem Alter, nicht aber mit der Dauer der MS assoziiert waren. Von allen untersuchten Komorbiditäten waren nur Herzprobleme sowohl mit dem Alter als auch mit der MS-Dauer assoziiert. Andererseits wurde die Gehbehinderung am häufigsten mit der MS-Dauer assoziiert.
Die Ergebnisse weisen also darauf hin, dass das Alter der Hauptfaktor für das Auftreten von Komorbiditäten sein könnte, während ein höherer Grad an Behinderung auf eine längere MS-Dauer zurückgeführt werden könnte.
Welche Bedeutung hat dies für die MS-Betroffenen?
Die korrekte Identifizierung und Behandlung von Komorbiditäten kann selbst bei Personen ohne MS eine Herausforderung darstellen. Diese Herausforderung wird noch schwieriger, wenn die vielfältigen Symptome von MS hinzukommen. Manchmal ist es schwer, zwischen MS-Symptomen und Symptomen, die auf das Auftreten einer Komorbidität hindeuten würden, zu unterscheiden.
So können beispielsweise sowohl Diabetes als auch MS zu Müdigkeit, verschwommenem Sehen oder Taubheitsgefühl in den Extremitäten führen.
Für einen Neurologen und weitere MS Fachkräfte ist es daher von entscheidender Bedeutung, zwischen diesen Symptomen zu unterscheiden und sie in die Behandlungsentscheidungen miteinfliessen zu lassen - und damit eine bessere Lebensqualität für MS-Betroffene zu ermöglichen.