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Am Sonntag, dem 10. September, wurde das Walliser Volk an die Urne gerufen, um über ein Referendum abzustimmen, das die Genehmigungsverfahren für grosse Projekte von alpinen Solarparks beschleunigen soll. Die Gegner des Referendums, die im Allgemeinen gegen solche Grossprojekte kämpfen, sind nicht gegen den Übergang von kohlenstoffhaltigen Energiequellen zu erneuerbaren Energiequellen. Sie kämpfen im Wesentlichen gegen den Weg, den dieser Übergang derzeit nimmt. Die Grundfrage der Abstimmung vom 10. September lautete also nicht «für oder gegen Solarpaneele» oder gar «für oder gegen die Erleichterung ihrer Installation», sondern vielmehr: «Wo sollen sie installiert werden und in welcher Form?».
Auf diese Frage antwortete das Walliser Volk mit fast 54 Prozent, dass es nicht von der Idee begeistert sei, die Installation von Solaranlagen in Form von «Mega-Parks» auf Bergwiesen zu fördern. Während nach dem Winter 2022/2023 die Angst vor Stromknappheit darauf hindeutete, dass derartige Mammutprojekte die volle Sympathie der Bevölkerung geniessen würden, zeigt der Walliser Fall, dass die Sache nicht in trockenen Tüchern ist.
Strom produzieren oder die Natur schützen – gar kein Dilemma?
Auch aufgrund dieses Ergebnisses beschloss die «dialog» -Redaktion, eine Vertiefung des Themas anzubieten. Neben der Auswahl an Artikeln über die Herausforderung zwischen Stromerzeugung und Landschaftsschutz wurde eine Woche lang auch eine Online-Debatte zur Frage der Priorisierung geführt: Stromerzeugung oder Naturschutz?
Indem wir erneuerbare und lokale Energie produzieren, vermeiden wir den Import von Energie, die oft aus Kohle, Gas und Atomkraft stammt
Diese Frage rief jedoch prompt Befürworter eines dritten Weges, einer Nicht-Priorisierung einer dieser beiden Zielen, auf den Plan. Gar kein Dilemma, wie sie meinen. Für diese Kommentatoren sind diese Themen untrennbar miteinander verbunden oder zumindest «verknüpft».
«dialog»-Userin Nathalie S. drückt es zum Beispiel so aus: «Indem wir erneuerbare und lokale Energie produzieren, vermeiden wir den Import von Energie, die oft aus Kohle, Gas und Atomkraft stammt, deren Abfallfrage immer noch nicht geklärt ist. Wir fördern die Dekarbonisierung unseres Energieverbrauchs und schützen so die Natur.»
Keine Wunderlösung
Ein anderer Teilnehmer, Olivier Basille, findet: «Ich denke, wir müssen akzeptieren, dass die Produktion und der Verbrauch von Energie zwangsläufig Auswirkungen auf die Natur haben. Es gibt keine Wunderlösung, es liegt an uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Natur bestmöglich zu schützen.»
Weiter drückt «dialog»-User Basille es so aus: «Die beste Wahl hängt von verschiedenen Faktoren ab, die von Ort zu Ort unterschiedlich sind. Und wenn man nicht gerade keine Energie mehr verbraucht, werden alle anderen Entscheidungen zwangsläufig negative Auswirkungen auf die Natur haben, die natürlich mehr oder weniger stark ausfallen.»
Es gibt keine Wunderlösung, es liegt an uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Natur bestmöglich zu schützen
P.F., ein anderer Kommentator der «dialog»-Community, erinnert indes gerade daran, dass «die umweltneutralste Energie diejenige ist, die man nicht verbraucht.» Also erscheinen Massnahmen zur Energieeffizienz und -sparsamkeit dringender denn je, trotz der starken Abneigung, die sie in der Gesellschaft hervorrufen.
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