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Gespaltene Strömung
Der Luftdruck stieg heute auf dem Barometer kontinuierlich an, im Norden und Osten passte der Wettercharakter aber noch nicht so richtig dazu. Ganz anders sah es in Richtung Alpen, Süden und Westen aus. Warum das so war, erfahren Sie im heutigen Meteoblog.
Zum Teil eisiger Start in den Tag
Auf der Alpennordseite hielt sich in der vergangenen Nacht meist eine kompakte Wolkendecke, welche die Ausstrahlung verhinderte und die Abkühlung der eingeflossenen Polarluft bremste. Anders war die Situation in den Alpen und im Süden, wo der Himmel bereits am Donnerstagabend aufklarte. In den höheren Alpentälern wurde es über dem Neuschnee eisig, aber für Anfang November nicht ungewöhnlich kalt: In Andermatt gab es eine Tiefsttemperatur von -14.7 Grad, exakt genauso kalt wurde es dort schon einmal vor genau 26 Jahren am 05.11.1995. Samedan mass -17.1 Grad, hier war es in der Vergangenheit zur gleichen Jahreszeit auch schon kälter, z.B. am 08.11.2016 mit -19.9 Grad oder am 10.11.1981 mit -23.4 Grad.
Wetterlage
Das Tief, das uns am Mittwoch und Donnerstag mit unbeständigem Wetter beschäftigte, lag heute mit seinem Zentrum bereits über der Ostsee. Dahinter weitete ein Hoch seinen Einfluss vom nahen Atlantik her langsam bis zur Schweiz aus und der Luftdruck stieg kontinuierlich an. Allerdings lag zwischen den beiden Druckgebilden vor allem nördlich der Schweiz noch relativ feuchte Luft mit ausgedehnter Bewölkung und einzelnen schwachen Schauern, welche mit der nordwestlichen Strömung immer wieder zur Alpennordseite hereingedrückt wurde.
Strömungssplit
Betrachtet man die vorherrschende Windverteilung am Freitagmittag, so fällt auf, dass sich in den unteren Luftschichten auf der Alpennordseite der nordwestliche Wind vor dem Alpenbogen in Strömungsrichtung in zwei Äste aufteilt. Die Strömung sieht quasi die Gebirgsbarriere vor sich und weicht in der Westschweiz nach rechts (Bise), in der Nord- und Ostschweiz nach links (West-/Südwestwind) aus.
Dieser Strömungssplit («split flow») hatte über dem zentralen und über - dem Hoch näher liegenden - westlichen Mittelland eine Bewölkungsabnahme zur Folge, während vom Tafeljura bis in den Osten länger das Grau überwiegte. Die Bewölkung wurde durch die Richtungsdivergenz in der Strömung vor den Alpen sozusagen weggespreizt und immer wieder aufgelöst. Dementsprechend zeigte sich das Wetter heute in Richtung Alpen immer sonniger, inneralpin und im Süden oft sogar wolkenlos. Die Höchsttemperatur lag im Flachland meist um 8 Grad und entsprach damit ziemlich genau der jahreszeitüblichen Norm.
In den letzten Tagen war lange unklar, wie stark sich der Strömungssplit auf die Bewölkung und auf die Sonnenscheindauer nördlich der Alpen auswirkt. Dementsprechend gross war die Bandbreite in den einzelnen Ensemble-Berechnungen von COSMO-2E bei der Besonnung nördlich der Alpen (erste Grafik). Der Ensemble-Median (zweite Grafik) zeigte die zu erwartende Verteilung von Sonnenschein und Bewölkung allerdings schon frühzeitig recht gut.
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