Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03535.jsonl.gz/1782

Dieser Thriller (Presidio ist ein Militärstützpunkt nahe San Francisco unweit der Golden Gate Bridge) mit Sean Connery, Mark Harmon und Meg Ryan markierte den Beginn einer drei Filme dauernden Zusammenarbeit zwischen Regisseur Peter Hyams und Bruce Broughton. Es folgten Narrow Margin und Stay Tuned, danach trennten sich die Wege. Nur mit John Debney (Sudden Death, The Relic, End of Days) hatte Hyams ein gleich langes Arbeitsverhältnis, während Jerry Goldsmith bei Outland und Capricorn One musikalisch amtete.
Kurz lässt Broughton in „Main Title – Alternate“ die das Titelthema erklingen (Piano, Keyboards, Blech), welches er als Suspense- und Actionthema variiert und einsetzt. Das Viernotenmotiv verwendet Broughton meist in Spannungsmomenten von den Streichern („Tailing Spota – Revised No. 1“) intoniert, während ein Achtnotenmotiv in den dramatischen und actiongeladenen Passagen vorkommt und insbesondere die Herren und Damen an den Trompeten herausforderte (die Trompete(n) nicht offensichtlich, aber clever eingesetzt als Verbindung zum Militär). Markante Bläsersätze (immer wieder die Trompeten), Perkussion (auch E-Drums) und Synthies stechen in den fulminanten „Car Chase“ und „Chinatown/The Car“ heraus, während „Sgt. Garfield/Follow Me“ deutliche Gewichtung auf elektronische Poprhythmen legt. Einen kurzen Moment der Ruhe gönnt Broughton uns in „Donna & Jay-Revised“; hier findet das Titelthema ausgedehnt als Liebesthema Verwendung (Streicher, Keyboards).
Erst in „Impatient to Say Goodbye/End Credits“ erhält Broughton den Raum um seinem Hauptthema mit einer wunderschönen Solo-Trompete und schwelgerischen Streichern genügend Raum zu verschaffen.
Wie den Cuetiteln zu vernehmen, finden sich in den Extras einige Stücke, die mehr oder minder anders gestaltete Variationen enthalten. Am deutlichsten kontrastiert die im Film verwendete Version von „ Tailing Spota“ mit der nicht verwendeten „Revised No. 2“ . Diese zusätzlichen Stücke und ein ausführlicheres Booklet (in dem Broughton anklingen lässt, wie schwierig es gewesen sei mit Hyams zu arbeiten) machen schliesslich den Unterschied zum bisher erhältlichen Promorelease (ebenfalls von Intrada produziert und 2002 erschienen).
The Presidio ist ein an Stellen knackiger, prägnanter Score, der sich auch dank seiner Kürze (knapp 38 Minuten sind für einen Genrefilm erstaunlich wenig Musik) kaum Längen aufweist. Ein guter Score aus Broughtons profiliertesten Schaffensphase.