Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03387.jsonl.gz/1728

(Kt. Graubünden,
Bez. Ober
Landquart). Seitliche Verzweigung des bei
Küblis ins
Prätigau ausmündenden
Thales von St. Antönien.
Steigt vom
Madrishorn auf eine Länge von 5 km nach NW. ab und mündet 1 km oberhalb des Dorfes St. Antönien
aus. Im untern Abschnitt bewaldet, höher oben mit schönen Alpweiden bestanden. Der Thalhintergrund ist von einem grossartigen
Kranz von Hochgebirgsmauern umrahmt, von denen insbesondere das
Madrishorn, die Madriserspitzen,
Rätschenfluh, die langgestreckte
Plattenfluh, die Gargellenköpfe,
Gempifluh und der
Schollberg hervorgehoben zu werden verdienen.
Der grosse Formen- und Farbenreichtum dieser Gipfel beruht auf dem
Wechsel in der Lagerung der Gesteinsschichten, von denen
die ältern die jüngern überlagern. Soweit nicht Moränen- oder Verwitterungsschutt die Thalsohle und Gehänge überdecken,
bestehen diese bis zu einer
Höhe von etwa 2200 m aus einem mit
Rasen bestandenen dunkeln Tonschiefer z.
T. eocänen oder oligocänen, z. T. liasischen
Alters; darüber folgt ein hellfarbiges Band von Tithonkalk (Malm oder oberster
Jura), das vom
Schollberg über die
Gempifluh bis zur
Plattenfluh sich verfolgen lässt und eine an
Höhe wechselnde Steilwand
bildet.
Die obersten Hänge und die Gipfel selbst sind aus mit Glimmerschiefern u. Amphibolschiefern wechsellagernden
Gneisen aufgebaut. Die eocänen. Tonschiefer (Flyschschiefer) und der Tithonkalk sind tief in die kristallinen Schiefer hineingekeilt,
so dass der
Gebirgsbau hier eine liegende Falte darstellt, mit welcher zusammen der in die Gneise und kristalline Schiefer
des Silvrettamassives eingewickelte Tithonkalk über die Schiefer des
Prätigau hinaufgeschoben worden
ist. Diesem auf dem
Wege durch das Gafierthal und über das
Gargellenjoch leicht zu überschauenden Aufbau der Schichten
verdankt das Thal zu einem grossen Teil seinen landschaftlichen Reiz und seine reiche Flora.
Besonders bemerkenswert ist hier das Vorkommen der
Alpen-Männertreu(Eryngium alpinum), die sonst im Kanton Graubünden
nur noch bei
Nufenen im
Rheinwald wächst. Das von 2200-1500 m absteigende, enge und steile Gafierthal ist nur in seinem untern
Abschnitt spärlich besiedelt. Das letzte
Haus steht in 1650 m. Grosse Alpweiden: auf der Gatieralp in 1742 m eine Gruppe
von Sennhütten. Im Sommer durchflutet ein beträchtlicher Fremdenstrom das Gafierthal, der seinen Weg
von St. Antönien oder
Partnun aus meist über das
Gargellenjoch ins
Montavon oder über die Gafierplatten nach
Klosters im
Prätigau
nimmt. Auch die umliegenden
Spitzen, besonders das
Madrishorn und die
Rätschenfluh, erhalten dann Besuch. Es ist wahrscheinlich,
dass im Gafierthal in naher Zukunft ein Gasthaus erstellt werden wird.
432 m. Haus, am rechtsseitigen Hang des Val del Gaggio, 5 km sö. der Station Taverne der
Linie Bellinzona-Lugano-Chiasso der Gotthardbahn und 6 km n. Lugano. 5 kathol. Ew. Mitten in Weinlauben
und Kastanienhainen lieblich gelegen und mit schöner Aussicht auf Lugano und Umgebung.
Geburtsort des Schulmannes Giuseppe
Curti (1809-1895), der sich der Einführung der Pestalozzi'schen Ideen im Tessin
widmete und hier in seinem väterlichen Hause während
mehreren Jahren ein Erziehungsinstitut leitete.
(Kt. Tessin,
Bez. Mendrisio).
Bach; entspringt im kleinen Val Porina am S.-Fuss des San Giorgio in 900 m, geht nahe den DörfernMeride
und Arzo, wo er mehrere Mühlen treibt, vorbei, wendet sich nach 4 km langem Lauf aus seiner bisherigen S.-Richtung nach SW.
und tritt auf italienischen Boden über, wo er den Namen Gaggiolo erhält und das kleine Dorf Gaggiolo durchfliesst.
Dann biegt er in scharfem Knie nach O. ab, durchquert auf eine Länge von 1,6 km den sw. Stabbio sich vorschiebenden Zipfel
Schweizerbodens, biegt nochmals nach SW. ab und tritt neuerdings nach Italien über, wo er unter dem Namen des
TorrenteLaura bei Malnate in 351 m in die Olona mündet.
(Sasso) (Kt. Tessin,
Bez. Locarno).
1327 m. Gipfel, letzter SO.-Ausläufer der das Val d'Osola vom Val Redorta trennenden Kette des
Monte Zucchero. Steigt in steilen Felshängen unmittelbar nw. über Brione auf und beherrscht die
Vereinigung des Val d'Osola mit dem Verzascathale. Vom Sasso Gaggio an steigt die Kammlinie bis zur Marcia, dem ersten bedeutenden
Gipfel der Kette, stufenförmig an.