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Am Donnerstag fand im Rahmen einer Fram-Club Veranstaltung eine weitere Lesung statt – und zwar eine verkürzte Fassung der Novelle «Das Amulett» des Zürcher Schriftstellers Conrad Ferdinand Meyer.
Es war nicht ganz einfache Kost, die die Verantwortlichen des Fram-Clubs ihren Zuhörerinnen und Zuhörern an diesem Abend zumuteten. Walter Kälin (Meilen), seines Zeichens Präsident des Fram-Clubs, begrüsste auch im Auftrag des Fram-Museums die gut 50 anwesenden Personen zu diesem Leseabend.
Benziger und Wetterfrosch…
Die heutige Lesung aus der Novelle «Das Amulett» des Zürcher Schriftstellers Conrad Ferdinand Meyer (1825 bis 1898) handle aus dem 16. Jahrhundert, der Zeit der Auseinandersetzungen innerhalb des christlichen Glaubens, das heisst zwischen Katholiken, Reformierten und Calvinisten. Dies die einführenden Worte des Fram-Club Präsidenten.
Reformierte, Katholiken, Calvinisten
Franziskus Abgottspon, bekannt vor allem aus seiner Zeit bei Radio DRS, aber auch als Schauspieler und Regisseur an verschiedenen Theatern und Film-/Fernseh-Produktionen, las aus der besagten Novelle. Nicht zum ersten Mal wurde er musikalisch begleitet von André Ott, Musikschulleiter in Einsiedeln. Hans Schadau ist der Erzähler der Geschichte, die im 16. Jahrhundert spielt. Zunächst schildert er seine Jugend, in der er wegen des Todes seiner Eltern bei einem Oheim aufwuchs. Als Protestant wurde er nach calvinistischer Lehre erzogen. Später zog Schadau nach Paris. Er wollte sich im Kampf um die verhassten Katholiken beweisen und wollte wie sein Vater unter dem französischen Admiral Coligny, den er sehr verehrte, dienen. In einer Gaststätte im Kanton Freiburg lernte er dann den Katholiken Wilhelm Boccard kennen. Das Gespräch drehte sich vor allem um verschiedene Ansichten der Religion und Schadau fand Boccards Glücksbringer, ein Amulett mit der Heiligen Maria lächerlich und Beleg für den ketzerischen Gottesdienst. Weiter erzählt Boccard, wie er dank der Muttergottes von Einsiedeln von der Kinderlähmung geheilt wurde. Diese Geschichte sei dann auf einer Votivtafel abgemalt worden. Deswegen trug er immer ein Amulett auf sich. Nicht unerwähnt blieb natürlich die besagte Bartholomäusnacht am 24. August 1572, wo um die 10'000 protestantische Hugenotten getötet wurden. Die Lesung endete dann mit der Episode, als Schadau mit seinem jungen Weibe Gasparde die letzten Höhen des Gebirgszuges um Neuenburg hinanritt. Zu Füssen waren die Seen von Neuenburg, Murten und Biel zu sehen, die evangelische Landschaft, die an das katholische Land Fribourg, Boccard's Heimat, grenzte. Unwillkürlich griff Boccard an seiner Brust auf die Stelle, wo das Amulett den Todesstoss aufgehalten hat.
Eine fantastische Sprache
Franziskus Abgottspons Sprache war fantastisch. Er hat die Zuhörer und Zuhörerinnen nicht nur inhaltlich, sondern ganz eindeutig auch auf der Ebene der Sprache abgeholt. Auch André Ott begeisterte als beseelter Musiker mit Kontrabass, der Abgottspons Ausführungen passend und klangvoll, wenn nötig melancholisch, aber auch freudvoll begleitete und untermalte.
Einsiedler Anzeiger
Autor
Einsiedler Anzeiger
Kategorie
- Literatur
Publiziert am
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schwyzkultur.ch/YCaYHt