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Die Zeitläufte machten die Jesuiten zu Wegbereitern des barocken Sakralbaus – in Südwestdeutschland und der Schweiz manifestiert im Bautyp der Wandpfeilerkirche.
Ziel war, dem Auditorium übersichtliche – d.h. stützenfreie – Großräume anzubieten. Die ersten Sakralbauten in Landsberg (1575) und Augsburg (1584) waren Saalkirchen, abgeschlossen mit weiten Holzdecken. Für den Münchner Bau (1590) setzte der bayerische Herzog in Anlehnung an italienische Vorbilder dann eine massive Eindeckung durch: Die Schubkraft der 20,3 Meter überspannenden Tonnenwölbung wurde durch massive Wandpfeiler abgefangen.
In den Folgebauten wurde dieser neue Bautyp perfektioniert und auch auf kleinere Kirchen übertragen. Die Dimension der Wandpfeiler konnte dabei verringert werden. Ein hallenartiger Querschnitt erweiterte den Raum, öffnete und belichtete die Tonnenwölbung. Die Wandpfeilerkirchen erhielten einen leicht anmutenden Raumcharakter und gewannen an Eigenständigkeit gegenüber den italienischen Vorbildern. Außerdem wurde an einer Verschmelzung von Wölbung und Dachwerk gearbeitet, einer Optimierung von Bauvolumen und nutzbarem Raum.
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Marion Sauter, Die Jesuitenkirchen in der oberdeutschen Ordensprovinz (1550–1650). Bauten, Kontext und Bautypologie. Petersberg 2004 (Diss.)