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Die afrikanische Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) ist eine Infektionskrankheit, die nur im tropischen Afrika vorkommt. Die Erreger, Trypanosomen, werden durch den Stich der Tsetsefliege übertragen.
Bei der afrikanischen Schlafkrankheit unterscheidet man zwei Varianten, die ost- und die westafrikanische Form. Diese unterscheiden sich nach der Art des Erregers und vor allem in der Dauer des Krankheitsverlaufs.
Die ostafrikanische, durch Trypanosoma brucei rhodesiense verursachte Schlafkrankheit verläuft wesentlich schneller und kann bereits vor dem Übergang in ein zweites Stadium tödlich enden. Beide Krankheitsformen zeigen insgesamt zwei Stadien. Primär kommt es bei einer Trypanosomiasis zu einer Entzündung an der Einstichstelle (Trypanosomenschanker). Weitere Anzeichen sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine Beteiligung innerer Organe. Im zweiten Stadium der Schlafkrankheit treten Symptome einer Hirnhautentzündung (Meningitis) auf sowie die namensgebenden Schlafstörungen. Gestörte Bewegungsabläufe, Reizbarkeit, eine versteifte Muskulatur und Wesensveränderungen sind weitere Hinweise auf die Schlafkrankheit.
Der Erreger der Schlafkrankheit lässt sich mikroskopisch nachweisen, im ersten Stadium aus dem Blut, im zweiten Stadium aus befallenen Lymphknoten oder der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor). Durch neu entwickelte, jedoch nebenwirkungsreiche Medikamente konnte die Sterblichkeit der Trypanosomiasis auf drei bis zehn Prozent gesenkt werden. Ohne Therapie endet die Schlafkrankheit immer tödlich. Afrikareisende sollten daher an vorbeugende Massnahmen wie zum Beispiel lange Kleidung denken.
Die Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) ist eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten, die Trypanosomen, verursacht wird. Nach den Erregern unterscheidet man zwei Formen der afrikanischen Trypanosomiasis: Die westafrikanische und die ostafrikanische Schlafkrankheit. Die beiden Varianten sind von unterschiedlicher Dauer und unterscheiden sich im Krankheitsverlauf.
Die Schlafkrankheit ruft zunächst Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen hervor. Später kommt es zu den namensgebenden Schlafstörungen, Verhaltensstörungen und Hirnhautentzündung. Unbehandelt führt die Schlafkrankheit zum Tod.
Die ostafrikanische Schlafkrankheit befällt neben dem Menschen auch Wild- und Haustiere, die damit ausserdem als Erregerreservoir von Bedeutung sind. Die Schlafkrankheit tritt ausschliesslich in Afrika auf.
Die afrikanische Schlafkrankheit ist eine Infektionskrankheit, die durch Trypanosomen ausgelöst wird. Diese Erreger werden durch den Stich der Tsetsefliege übertragen.
Trypanosomen sind schlanke eingeisselige Flagellaten aus der Gruppe der einzelligen Parasiten (Protozoen), die beim Menschen in Blut und Lymphflüssigkeit leben. Trypanosomen können je nach Gattung verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen: Neben der afrikanischen Schlafkrankheit, die durch Trypanosoma brucei gambiense beziehungsweise Trypanosoma brucei rhodesiense verursacht wird, wird auch die Chagas-Krankheit durch Trypanosomen (Trypanosoma cruzi) ausgelöst.
Man unterscheidet zwei Erreger der afrikanischen Schlafkrankheit. Trypanosoma brucei rhodesiense ist der Erreger der ostafrikanischen und Trypanosoma brucei gambiense der Erreger der westafrikanischen Schlafkrankheit. Trypanosoma brucei gambiense wird ausschliesslich beim Menschen angetroffen, demgegenüber befällt Trypanosoma brucei rhodesiense auch Tiere.
Die Schlafkrankheit wird durch Tsetsefliegen übertragen. Überträger der westafrikanischen Schlafkrankheit ist eine Untergruppe der Tsetsefliegen (Palpalisgruppe), die sich bevorzugt in den Uferwäldern von Seen und Flüssen aufhält. Die ostafrikanische Schlafkrankheit wird hingegen von einer Untergruppe (Morsitansgruppe) übertragen, die im trockenen Busch lebt. Diese stellt auch für Touristen, zum Beispiel auf einer Safari, ein Problem dar.
In der Tsetsefliege machen die Parasiten einen Formenwandel durch und vermehren sich. Etwa drei Wochen nach einer Blutmahlzeit reichern sich die Trypanosomen in der Speicheldrüse der Tsetsefliege an. Beim erneuten Saugen an einem Wirt werden die Parasiten dann übertragen.
Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Schlafkrankheit (Inkubationszeit) beträgt bei der ostafrikanischen Schlafkrankheit ein bis drei Wochen. Bei der westafrikanischen Schlafkrankheit kommt es zwei bis drei Wochen nach dem infizierten Stich zum ersten Stadium der Erkrankung.
Beide Formen der Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) verlaufen in zwei Stadien, die sich allerdings in ihrer Dauer unterscheiden. Auch die Symptome können sich unterschiedlich sein.
Bereits der Stich der Tsetsefliege ist sehr schmerzhaft. An der Einstichstelle entsteht eine teigige Schwellung (Trypanosomenschanker), die gerötet und schmerzhaft ist und nach Tagen bis Wochen selbstständig abheilt. Ausserdem bildet sich ein Fieber aus. Bei der westafrikanischen Form werden häufig Lymphknotenschwellungen, insbesondere der hinteren Halslymphknoten, beobachtet (Winterbottomsches Zeichen).
Das Stadium I verläuft bei der ostafrikanischen Schlafkrankheit schwerer als bei der westafrikanischen Form.
Nachdem sich die Parasiten vermehrt haben, werden sie auf dem Blut- und Lymphweg im Körper verschleppt, durchdringen die Blut-Hirn-Schranke und erreichen das Zentralnervensystem. Dies geschieht bei der westafrikanischen Form meist erst nach Wochen bis Monaten, teilweise auch nach Jahren nach Stadium I. Bei der ostafrikanischen Form hingegen dauert dies nur wenige Tage beziehungsweise Wochen.
Im Stadium II nehmen die Fieberschübe in ihrer Stärke allmählich ab. Der Betroffene leidet unter Kopfschmerzen und es kommt zu einer Wesensveränderung und zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus. Im Endstadium ist der Betroffene apathisch und es gelingt ihm nicht mehr, mit seiner Umgebung einen geregelten Kontakt aufzunehmen. Ausserdem stellen Infizierte die Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitszufuhr ein, so dass es ohne Behandlung zu Auszehrung und Infekten kommt, die unbehandelt letztendlich zum Tode führen.
Bei der Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) ist es wichtig, rechtzeitig die richtige Diagnose zu stellen. Tritt Fieber nach einem Tropenaufenthalt auf, fällt der erste Verdacht oft auf Malaria. Nach wiederholt negativem Malariabefund nach einem Aufenthalt in entsprechenden Regionen Afrikas sollte der Arzt die Diagnose afrikanische Schlafkrankheit in Betracht ziehen. Um die Diagnose zu sichern, muss ein Erregernachweis erfolgen.
Der mikroskopische Nachweis der Parasiten kann im ersten Stadium der Schlafkrankheit aus dem Blut erfolgen. Eine Lymphknoten- oder Liquorpunktion weist im fortgeschrittenen Stadium der Schlafkrankheit den Befall des Zentralnervensystems nach und erfolgt vor der Therapie, da nur lebende Trypanosomen aufgrund ihrer Beweglichkeit gut zu erkennen sind.
Ein für die Schlafkrankheit typischer, wenn auch nicht spezifischer Befund ist die Erhöhung der IgM-Globuline, einer bestimmten Antikörperuntergruppe sowohl im Blut als auch im Liquor. Die vermehrte Zahl der IgM-Globuline ist auf die ständigen Wechsel der Oberflächenantigene der Parasiten zurückzuführen. Ausserdem stehen heute serologische Methoden der Diagnose zur Verfügung (Immunfluororeszenz, Enzym-Immunoessay).
Die Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) erfordert aufgrund der hohen Toxizität eine Therapie unter medizinischer Betreuung, die meist stationär erfolgt.
Vor Beginn der Behandlung wird mit einer Liquorpunktion geklärt, ob ein Befall des Nervensystems vorliegt. Ist dies nicht der Fall, so liegt das Primärstadium vor, das mit Suramin oder Pentamidin behandelt wird. Suramin zieht als Nebenwirkung fast immer eine Nierenschädigung nach sich, während bei Pentamidin schnelle Blutdruckabfälle beobachtet werden.
Ist das Nervensystem bereits befallen, sind diese Substanzen jedoch wirkungslos. In diesem Fall erfolgt – im Anschluss an eine Vorbehandlung mit Suramin oder Pentamidin – die Gabe von Melarsoprol. Melarsoprol enthält Arsen in einer organischen Verbindung und ist toxisch. Die behandlungsbedingte Sterblichkeit liegt je nach Erfahrung im Umgang mit der Substanz zwischen zwei und fünf Prozent.
Zur Therapie der westafrikanischen Schlafkrankheit können auch die Wirkstoffe Eflornithin und Nifortimox verwendet werden.
In seltenen Fällen wurden bei der westafrikanischen Form der Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) Spontanheilungen vor dem Befall des Zentralnervensystems beobachtet. Im späteren Verlauf, also nach dem Befall des Nervensystems scheint dies nicht mehr vorzukommen. Dann verlaufen beide Formen der Schlafkrankheit unbehandelt tödlich.
Je nach Erreger nimmt die Schlafkrankheit einen unterschiedlichen Verlauf. Während bei der ostafrikanischen Schlafkrankheit häufig das Herz betroffen ist, kommt es bei der westafrikanischen Schlafkrankheit zu einer chronischen Hirnentzündung, die mit Persönlichkeitsveränderungen, Verwirrtheitszuständen und Kräfteverfall einhergeht.
Die westafrikanische Schlafkrankheit schreitet in der Regel eher langsam fort. Das zweite Stadium wird erst nach Monaten erreicht. Wird die Erkrankung nicht behandelt kommt es zu Mangelernährung oder Sekundärinfektionen.
Die ostafrikanische Form der Schlafkrankheit schreitet schnell fort und verläuft akut und fieberhaft. Hierbei kann es, noch bevor Stadium II erreicht wird, zum Herztod des Betroffenen kommen. Stadium II tritt bei der ostafrikanischen Form bereits nach einigen Wochen ein.
Vorbeugende Massnahmen gegen die Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) sind in erster Linie die Bekämpfung der Tsetsefliege in den betroffenen Ländern sowie die Vermeidung von Fliegenstichen. Wer schützende Kleidung trägt, Moskitonetze und Anti-Mücken-Spray oder Ähnliches verwendet, kann den Fliegenstichen in der Regel gut vorbeugen.
Eine Chemoprophylaxe ist theoretisch möglich. Die intravenöse Gabe von Suramin oder Pentamidin schützt für etwa drei Monate vor einer Infektion mit der Schlafkrankheit. Aufgrund der Resistenzentwicklung und der hohen Giftigkeit wird die Chemoprophylaxe jedoch nicht mehr empfohlen.