Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/576

Im Bann des dreidimensionalen Drucks
Michael Roggli druckt dreidimensional. Seine faszinierende und irritierende... Weiterlesen
von
Peter Graf
11. Mai 2018
09:00
Im Jahre 1764 erteilte der damalige Abt des Klosters Wettingen dem Baumeister Grubenmann den Auftrag, eine Brücke über die Limmat zu errichten. Das erste Projekt sah eine Spannweite von 119 Metern vor. Realisiert wurde aber erst das zweite Projekt mit einer Länge von 61 Metern. Diese erste Brücke wurde nach der ersten Schlacht von Zürich im Jahre 1799 durch die französischen Truppen zerstört. Die danach erstellte Notbrücke fiel im Jahr 1800 einem Hochwasser zum Opfer. Danach behalf man sich bis zum Bau der heutigen Brücke mit einer Fähre. Da die heutige Holzbrücke jener von Baden gleichkommt, kann davon ausgegangen werden, dass die 1819 erstellte Holzbrücke ebenfalls durch Blasius Baltenschwiler erstellt wurde. Das kürzere, schadhafte Joch wurde 1886 durch eine Stahlbrücke ersetzt. Nach der Verlagerung der Kantonsstrasse auf die neu gebaute Hochbrücke Wettingen/Neuenhof im Jahre 1970 dient die Holzbrücke ausschliesslich dem Fuss- und Unterhaltsverkehr und wurde 1972 unter Denkmalschutz gestellt. Sie ist zudem im Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz geführt und wird als «national bedeutend» eingestuft.
Eigentumsverhältnisse geklärt
Mit dem Dekret über die Neuaufteilung der Land- und Ortsverbindungsstrassen im Jahre 1972 wurde die Ortsverbindungsstrasse zwischen Wettingen und Neuenhof als Gemeindestrasse klassiert. Die Holzbrücke wurde nicht separat ausgeschieden und deshalb auch im Grundbuch nicht erwähnt. In den beiden Gemeinden war man daher der Auffassung, dass die Brücke im Eigentum des Kantons steht, da sie sich einerseits über der Flussparzelle der Limmat befindet, welche im Eigentum des Kantons steht, sowie andererseits die Brücke als Kulturobjekt der Klosteranlage zugeordnet werden muss, welche ebenfalls Eigentum des Kantons ist. Nachdem jahrelang die Frage über das Eigentum und damit die Unterhaltspflicht an der Holzbrücke ungeklärt blieb, liess der Kanton 2008 ein Gutachten erstelle, in welchem die Gemeinden als Eigentümer der Brücke bezeichnet wurden. Wettingen und Neuenhof teilten diese Auffassung nicht und brachten Vorbehalte an der Gewichtung der Argumente ein. Nach erneuten rechtlichen Abklärungen wurde im Dezember 2016 zwischen dem Staat Aargau und den Einwohnergemeinden Wettingen und Neuenhof eine Absichtserklärung aufgesetzt, welche die zukünftigen Eigentumsverhältnisse und den Kostenteiler der Instandsetzung der beiden Brückenteile regelt.
Massnahmen und Kosten
Generell sollen alle mit Braunfäule befallenen Stellen des Primärtragwerks instand gestellt werden. Die schadhaften Teile des Windverbands werden ebenfalls ersetzt. Die horizontale Aussteifung wird mit einer geeigneten Fahrbahnkonstruktion erzielt. Die Stahlbauverstärkungen werden mit einem Korrosionsschutz versehen und die Fassadenverkleidung soll in einer Lärchen-Schindel-Bekleidung ausgeführt werden. Zum Schutz gegen Brand soll die Brücke eine Sprinkleranlage und einen Blitzschutz erhalten. Die bereits angefallenen Kosten werden durch den Kanton übernommen. Die Projektierung und Sanierung der Brückenverbindung wird mit 2'605'000 Franken beziffert und zwischen Bund, Kanton und den Gemeinden Wettingen und Neuenhof aufgeteilt. Unter der Voraussetzung, dass die Bundesbeiträge in der angekündigten Höhe ausfallen, ergibt sich für die Gemeinden Wettingen und Neuenhof noch ein gemeinsamer Kostenanteil von 493'750 Franken. Dieser Betrag soll durch die Gemeinden je hälftig getragen werden. Die Vorfinanzierung des Gesamtprojekts hat durch die Gemeinden zu erfolgen. Da die Gemeinde Wettingen die Projektierung übernimmt, wird dem Einwohnerrat über die gesamte Summe von 2,605 Millionen Franken zur Genehmigung vorgelegt. In Neuenhof entscheidet die Einwohnergemeindeversammlung am 25. Juni über den Anteil von 246'875 Franken.
Einwohnerratssitzung
Donnerstag, 17. Mai, 19 Uhr
Rathaussaal