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Zehnerligen bleiben – kommt die Barrage zurück?
Im Frühling 2017 startete die SFL einen transparenten Prozess zur Überprüfung der aktuellen Ligaformate der Raiffeisen Super League RSL) und der Brack.ch Challenge League (BCL). Die umfassende Analyse sollte die Grundlage für den Entscheid bilden, ob sich nach Berücksichtigung aller relevanter Aspekte ein Wechsel aufdrängt, oder ob das aktuelle Modell die Anforderungen weiterhin am besten erfüllt.
Das gemeinsam mit der holländischen Consulting-Firma Hypercube an die Hand genommene Projekt beinhaltete eine tiefgreifende Daten-Analyse. Im Rahmen dieser Arbeit wurden finanzielle Kennzahlen, internationale Vergleiche, Anspielzeiten, Zuschauerzahlen und zahlreiche weitere Statistiken verarbeitet, die für die Zukunft des Schweizer Fussballs von Bedeutung sind.
Parallel waren alle interessierten Entscheidungsträger (Klubvertreter, Spieler, Fans, Verbandsvertreter, Sponsoren, TV-Partner, Behördenvertreter, Journalisten, Wissenschaftler) eingeladen, in drei Gesprächsrunden die Ergebnisse der Berechnungen zu diskutieren, persönliche Bewertungen vorzunehmen und weiterführende Vorschläge zu formulieren.
Potenzial für maximal 12 Klubs in der höchsten Liga
In diesen Diskussionen kristallisierte sich die Zahl von 12 Klubs in der höchsten Spielklasse als wünschenswert und sportlich interessant heraus. Gleichzeitig wurde aufgrund der Datenlage festgestellt, dass die Anzahl der Standorte mit wirtschaftlichem und infrastrukturellem Potenzial für Profifussball in der Schweiz limitiert ist. Deshalb wurden die Modelle mit mehr als 12 Klubs in der höchsten Liga verworfen.
In der Folge prüfte die SFL gemeinsam mit Hypercube intensiv die Machbarkeit für einen Modus mit 12 Klubs (22 Runden Qualifikation; Rang 1-6 Finalrunde, Rang 7-12 Abstiegsrunde). Zentrale Elemente wie die Planbarkeit der Spiele, die Mantelnutzung der Stadien und die Anforderungen in Bezug auf die Sicherheit führten jedoch zur Rahmenbedingung, dass die erste Phase mit 22 Runden zwingend im Herbst absolviert werden müsste, was den Kalender zu stark belasten würde.
Zudem befände sich die Hälfte der Liga ab der Winterpause im sportlich und wirtschaftlich unattraktiven Abstiegskampf ohne Spiele gegen die Top-Klubs, was gemäss Berechnungen zu einer Reduktion der Zuschauerzahl von bis zu 20 Prozent geführt hätte. Vor allem Teams, die sich regelmässig in dieser Situation befinden, würden dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Chance auf die Finalrunde wiegt das Risiko, die Abstiegsrunde bestreiten zu müssen, nicht auf.
Klubs bevorzugen bisheriges Format
In der vierten Runde des Prozesses kamen schliesslich die Entscheidungsträger der RSL- und BCL-Klubs zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die eingehende Auseinandersetzung mit möglichen Alternativen und die wiederholten Diskussionen über mehrere Monate führten schliesslich bei der grossen Mehrheit der Klubvertreter zur klaren Haltung, dass für beide Meisterschaften die Zehnerliga mit dem aktuell ausgetragenen Modus die beste Lösung darstellt.
Im Anschluss an diese Feststellung diskutierten die Klubs über zusätzliche Möglichkeiten, die Attraktivität im Rahmen des bestehenden Modus zu erhöhen. Aus Gründen der sportlichen Fairness wurden allerdings Ideen für eine Punktehalbierung zur Saisonmitte oder für Playoffspiele zwischen den Rängen 2 und 5 zur Ermittlung der Startplätze in den europäischen Wettbewerben von den Klubs verworfen. Die Wiedereinführung von Barragespielen zwischen dem 9. der RSL und dem 2. der BCL dagegen erachtete ein Teil der Klubs als interessante Lösung.
Vorlage für Wiedereinführung der Barrage
Am Ende des Prozesses zur Überprüfung von Struktur und Modus ist die SFL davon überzeugt, dass die Barragespiele zwischen der RSL und der BCL zusätzliche Spannung in die beiden höchsten Schweizer Fussballmeisterschaften bringen können.
Deshalb wird den Klubs anlässlich der ordentlichen Generalversammlung eine Vorlage für die Wiedereinführung der Barrage unterbreitet. Die Klubs werden am 10. November 2017 über den Vorschlag abstimmen. Für die Einführung ist eine 2/3-Mehrheit erforderlich.
Vakanzen im SFL-Komitee
An der ordentlichen Generalversammlung werden auch Wahlen für das 9-köpfige Komitee und die Rechtsanwendungsbehörden abgehalten. Heinrich Schifferle, seit 2011 Präsident der Swiss Football League, stellt sich für eine Wiederwahl als Präsident für die Amtszeit von einem Jahr zur Verfügung. Er ist der einzige Kandidat für das Präsidium.
Von den acht weiteren Komiteemitgliedern steht der Rückzug von Dölf Früh bereits seit einiger Zeit fest. Daneben haben sich auch der Vizepräsident Jean-Claude Donzé und Bernhard Heusler entschieden, nicht für eine erneute Amtszeit zu kandidieren. Im Fall von Heusler hätte das Komitee der SFL diesen weiterhin zur Wahl vorgeschlagen. Er selbst zog seine Bewerbung aber nach der offiziellen Kandidatur des FC Basel 1893 zurück.
Ungeachtet ihres Ausscheidens aus dem Komitee, nehmen die beiden bisherigen Komiteemitglieder ihre Aufgaben in anderen Fussballgremien weiterhin wahr: Jean-Claude Donzé als Präsident der Ausbildungskommission und Delegierter der U21-Nationalmannschaft, Bernhard Heusler als Mitglied des Zentralvorstandes des SFV.
Neben den fünf bisherigen Mitgliedern Roger Bigger, Ancillo Canepa, Jean-François Collet, Peter Stadelmann und Claudio Sulser stellen sich den Klubs sechs neue Kandidaten und eine Kandidatin zur Wahl: Bernhard Burgener (FC Basel 1893), Constantin Georges (Servette FC), Wanja Greuel (BSC Young Boys), Stefan Hernandez (FC St. Gallen 1879), Manuel Huber (Grasshopper Club Zürich), Ruth Ospelt (FC Vaduz) und Dr. Philipp Studhalter (FC Luzern).