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Der grösste Teil der Fernwärme Finnlands wird derzeit durch Verbrennung von Kohle, Erdgas, Holzbrennstoffen und Torf erzeugt. Allein die Emissionen aus der Fernwärmeproduktion betrugen 2019 mehr als 4 Mio. t CO2. Finnland hat beschlossen, bis 2029 aus der Kohle auszusteigen. Kernenergie gehört derzeit zu den führenden Anwärterinnen, um die entstehende Lücke zu schliessen.
Die Dekarbonisierung des Wärmeerzeugungssystems ist laut VTT für viele Städte eine der grössten klimatischen Herausforderungen. Deshalb startet das Unternehmen die Entwicklung eines SMR zur Fernwärmeerzeugung. In der ersten Projektphase werde ein Kernkraftwerk entworfen, das für die Heizungsnetze der finnischen Städte geeignet ist. Ziel des Projekts ist es, rund um diese Technologie einen neuen finnischen Industriesektor zu schaffen, der die meisten für die Anlage benötigten Komponenten selber herstellen kann.
«Der Zeitplan ist herausfordernd und es gibt nur wenige kostengünstige Alternativen», erklärte Ville Tulkki, Leiter des Forschungsteams bei der VTT. Um das Ziel zu erreichen, seien neue Innovationen und die Einführung neuer Technologien erforderlich. Die nukleare Fernwärme könnte zu erheblichen Emissionsminderungen führen, ist er überzeugt.
Die Ecomodernist Society und die Energy for Humanity veröffentlichten im September 2017 einen Bericht, in dem die vollständige Dekarbonisierung des Energiesektors im Grossraum Helsinki durch den Einsatz fortgeschrittener Kernkraftwerkseinheiten untersucht wurde. Gemäss dem in der Fallstudie von Helsinki verwendeten Modell könnte der jährliche Energieverbrauch für die Erzeugung von 8 TWh Wärme, 12 TWh Strom und 4 TWh Wasserstoff mit ungefähr 4 GW thermischer nuklearer Hochtemperaturkapazität oder ungefähr zehn SMR mit einer Wärmekapazität von jeweils 400 MW gedeckt werden.
Quelle
M.A. nach VTT, Medienmitteilung, 24. Februar 2020