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Als grösstes Neubauprojekt während des Ersten Weltkrieges entsteht 1916 die Rayon-Spinnerei. Der Gesamtgrundriss umschreibt ungefähr ein Quadrat und wird durch schmale Vorbauten erweitert. Die der Betonskelettkonstruktion vorgemauerten Fassaden aus Sichtbackstein sind regelmässig und in engen Abständen mit hochrechteckigen Fenstern versehen. Insbesondere die Westfassade prägt ein strenger Fensterrhythmus, der an den übrigen Fronten aufgebrochen und variiert wird.
Die Lage der Spinnerei im nördlichen Teil des Areals Emmenweid lässt den sachlichen Bau in eine spannungsvolle Beziehung mit der historistischen Schaufassade im Bereich der ursprünglichen Werkeinfahrt treten. Zeitgenössische Besucher des Werks empfängt man also zunächst mit eindrücklichen Anspielungen auf vergangene Epochen, während man ihnen im Innern der Anlage das Herz der Kunstseidenfabrikation präsentiert: Modernste Spinnereianlagen in einem Gebäude, das auf Bestrebungen des Neuen Bauens verweist.
Im nordwestlichen Teil des Gebäudes ist eine Badeanlage mit Wannen und Duschkabinen aus dem Jahre 1919 erhalten. Die hygienische Einrichtung stand den Arbeiterinnen und Arbeitern der Viscose sowie deren Angehörigen offen und ist ein aufschlussreicher Bauzeuge der Sozialgeschichte Emmens.
Baujahr: 1916
Architektur: Möri und Krebs, Luzern