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Diplomatische Dokumente der Schweiz. Documents Diplomatiques Suisses. Documenti Diplomatici Svizzeri, Bd. 26 (1973–1975), hrsg. von Sacha Zala et al., Chronos Verlag: Zürich; Armando Dadò: Locarno; Editions Zoé: Genève 2018.
Einen Meilenstein der Aussenpolitik der Jahre 19731975 markiert die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte am 1. August 1975 in Helsinki. Der Band dokumentiert die zunehmende Bedeutung multilateraler Lösungen: Der starke Preisanstieg im Zuge der Ölkrise intensiviert den Regelungsbedarf insbesondere im Währungs- und Energiebereich und bedingt für die Schweiz eine Lockerung der Neutralitätsauslegung. Die Konsequenzen der Ölkrise, welche von der Kriegsmaterialausfuhr bis hin zur humanitären und Entwicklungshilfe reichen, zeigen, wie eng die Schweiz mit der Weltwirtschaft verflochten ist. Im Zuge der Währungskrise wird im Januar 1973 der fixe Wechselkurs des Frankens aufgegeben. Die Rückkoppelung der Krisen auf den Arbeitsmarkt schlägt sich auch in der Ausländerpolitik nieder. Das durch die Schwarzenbach-Initiativen ramponierte Bild des Landes ruft nach einer Verbesserung der Präsenz der Schweiz im Ausland. Der Putsch in Chile 1973 entfesselt in der Öffentlichkeit eine Auseinandersetzung über die Asylpolitik. Nach der Erweiterung der EG steht auch die schweizerische Europapolitik vor grossen Herausforderungen. 1974 ratifiziert die Schweiz die Europäische Menschenrechtskonvention. Im Neutralitätsdiskurs widerspiegeln sich die Frage der Anerkennung Nordkoreas und Südvietnams, aber auch die Beziehungen zu Südafrika und Rhodesien.