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| Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)

Zweites Buch [337—361]
6. Macedonius und seine Irrlehre
Diesen Bischof schickten sie also in den Tod oder, besser gesagt, hinüber in das Reich der Himmel. Darauf setzten sie an seine Stelle den Macedonius, den sie für ihren Gesinnungsgenossen hielten, weil er ähnlich wie sie lästerlich vom Heiligen Geiste redete. Jedoch nach kurzer Zeit vertrieben sie auch diesen wieder, weil er es nicht über sich bringen konnte, den ein Geschöpf zu nennen, den die Heilige Schrift als Sohn bezeichnet. Daher ist er, getrennt von ihnen, Haupt und Führer einer besonderen Häresie geworden; zwar wollte auch er den Sohn nicht „gleichwesentlich dem Vater“ nennen, aber er lehrte doch, daß derselbe seinem Erzeuger in jeder Beziehung ähnlich sei; den (Heiligen) Geist dagegen nannte er ganz offen ein Geschöpf. Das geschah nicht lange nachher in der eben erwähnten Weise.