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Franz Curti
(1854-1898)
Franz Curti (1854–1898) gehörte zu einer wohlhabenden Familie aus Rapperswil. Die Geschichte der Familie Curti ist eng an das Schloss sowie an das politische und gewerbliche Leben der Rosenstadt am Zürichsee gebunden. Als Sohn von Anton, einem in Deutschland bekannten Opernsänger, der Wagnerrollen interpretierte, erhielt Franz Curti eine vollständige musikalische Erziehung nach deutscher Tradition (Klavier, Violine, Gesang) und reiste viel. Trotz seiner schwachen Gesundheit zeigte er parallel zu seiner erfolgreichen Zahnarztpraxis in Dresden eine unermüdliche Energie als Komponist. Tragischerweise verstarb der Vater von drei Kindern bereits im Alter von 45 Jahren an einer Lungenentzündung.
Fast alle Werke von Franz Curti wurden verlegt und in den musikalischen Zentren Deutschlands und der deutschen Schweiz aufgeführt. Er bereicherte die Schweizer Musiklandschaft, indem er unterschiedliche Alpensagen für seine Libretti benutzte, für Bundespreiswettgesänge komponierte und seine Werke in den Opernhäusern selbst dirigierte. Vor allem seine Männerchöre blieben lange im Repertoire.
Es bleibt noch zu bestätigen, ob Gustav Mahler wirklich Franz Curtis «Lili-Tsee» in Wien dirigierte, die acht Jahre vor Puccinis «Madame Butterfly» komponiert wurde. Die 30 Vorstellungen in der New Yorker Metropolitan Opera genügen, um seine Bekanntheit zu bestätigen. Franz Curtis Musik und seine Libretti bezeugen den Geschmack der damaligen Zeit: Ein Selbstmord in Venedig, die ländliche Alpenthematik oder die dunkle Mystik des Mittelalters.
Mit seiner Inspiration, seinen Harmonien und seiner Instrumentierung knüpft Franz Curti ein Band zwischen Richard Wagner, den er verehrte, und Gustav Mahler, dem Symphoniker, auch wenn sich seine Musik eher auf der Linie von Franz Schubert und Felix Mendelssohn Bartholdy einstuft.