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Bidens Infrastrukturplan sieht Ausgaben von 2,5 Trillionen USD vor. (Foto Tada Images, Shutterstock)
Die Regierung Biden steht vor vier zentralen Herausforderungen: die Covid-Krise, die wirtschaftlichen Folgen von Covid, das Klima und die Rassengleichheit. "Biden verfolgt einen aggressiven Ansatz, nachdem er die Lehre aus den Obama-Jahren gezogen hat, der einige Massnahmen zu wenig und zu langsam umsetzte und zu viele Kompromisse mit den Republikanern eingehen wollte", analysierte Steven Friedman, Senior Macro Economist bei McKay Shields am Nordea Morning Espresso die ersten 100 Tage der Amtszeit des US-Präsidenten. Joe Bidens Plan zur Rettung Amerikas – als Antwort auf die Covid-Krise – stellt Gelder für Arbeitslose und Beschäftigte, Schulen und Transportsysteme zur Verfügung und beinhaltet auch Hilfen für staatliche und lokale Regierungen. Dieses Programm soll das US-Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 auf über 3% bringen.
Sehr weit gefasster Infrastrukturplan
"Die Biden-Administration hat erkannt, dass es ein langer Weg ist, um die Glaubwürdigkeit in Sachen Nachhaltigkeit nach einer vierjährigen Pause wiederherzustellen", meinte Friedman. Der Beitritt zum Pariser Abkommen war ein Anfang, und Biden hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen innerhalb von 10 Jahren um 50% zu senken. Es gibt Steuergutschriften, die darauf abzielen, den Übergang zu grüner Energie im sogenannten American Jobs Plan (auch Bidens Infrastrukturplan genannt) zu bewirken. Dieses Programm sieht Ausgaben in Höhe von rund 2,5 Trillionen Dollar über einen Zeitraum von 10 Jahren vor, wobei die Definition von Infrastruktur sehr weit gefasst ist und von Wasser und Strom über den Bau von Wohnungen und Schulen bis hin zur häuslichen Gesundheitsversorgung reicht.
Steuergutschriften zielen auf nachhaltige Übergangsmethoden wie Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien im Strombereich ab, aber es fehlen Details und die skizzierten Massnahmen scheinen nicht ausreichend zu sein. Der Infrastrukturplan wird zum Teil durch eine Erhöhung der Unternehmenssteuern finanziert, indem die von Trump geforderten 21% auf 28% angehoben werden. "Da selbst gemässigte Demokraten an der Umsetzung zweifeln, dürfte ein Kompromiss gefunden werden, der vielleicht bei 25% liegt. Dies wird auch zu Kürzungen im Ausgabenplan führen, und wir rechnen nicht damit, dass der Gesetzentwurf vor dem Herbst verabschiedet wird", sagte Friedman.
Inflation noch keine grosse Gefahr
Die starken Wachstumserwartungen hätten die Inflationserwartungen nach oben getrieben, aber nicht dramatisch. Betrachtet man die Inflation bei den TIPs, so sind die mittelfristigen (z.B. 5-jährigen) Raten gestiegen, während die 10-jährigen Raten nur leicht auf etwas über 2% angestiegen sind. Die US-Notenbank hat ihre Haltung leicht geändert und ist mit dem Hauptaugenmerk auf Vollbeschäftigung toleranter gegenüber einer Inflation von über 2%. Die Erwartung ist, dass die Fed-Politik in diesem Jahr stabil bleibt, aber es ist lauf Friedman entscheidend, dass die Fed sehr klare Vorgaben zu den Zinsen und zum Tapering macht. "Wir sehen ein robustes Wachstum und keinen Mangel an Unterstützung durch monetäre und fiskalische Mittel", so Friedman. "Die Inflationsrisiken zeigen zwar nach oben, sind derzeit aber keine Risiken, die man gross fürchten muss. Unter diesem Szenario sollten sich Risikoanlagen gut entwickeln".
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