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1. Juli 2013, 19:30 Uhr
Orgelkonzert mit Ton Koopman, Amsterdam
Werke von Anonymus, Juan Cabanilles, Girolamo Frescobaldi, Dietrich Buxtehude, Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Sebastian Bach
mit Life-Videoprojektion
Ton Koopman (* 2. Oktober 1944 in Zwolle/Niederlande) ist Dirigent, Organist und Cembalist.
Koopman studierte Musikwissenschaft in Amsterdam. 1979 gründete er das Amsterdam Baroque Orchestra, 1992 den Amsterdam Baroque Choir und damit das Ensemble Amsterdam Baroque Orchestra & Choir. Er widmet sich überwiegend der Musik des Barock und ist ein Vertreter der historischen Aufführungspraxis. Unter anderem nahm er zwischen 1994 und 2004 sämtliche Kantaten von Johann Sebastian Bach auf. Koopman ist auch als Gastdirigent bekannter Orchester in Europa, Nordamerika und Japan in Erscheinung getreten. Seit 2004 ist er Professor für Musikwissenschaft an der Universität Leiden. 2005 begann er das Projekt „Dieterich Buxtehude – Opera Omnia“, eine Einspielung des Gesamtwerks von Dieterich Buxtehude. Er wurde 2004 zum Präsidenten der „International Dieterich Buxtehude Society“ gewählt.
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Interview in der TagesWoche vom 1.7.2013
Eindrücke vom Konzert:
Konzertprogramm
Anonym
Batalha Famosa in C-Dur
Juan Cabanilles 1644-1712
Tiento g-Moll
Corrente Italiana d-Moll
Girolamo Frescobaldi 1583-1643
Toccata alla levatione
Bergamasca G-Dur
Dietrich Buxtehude 1637-1707
Präludium, Fuga und Ciacona in C-Dur, BuxWV 137
„Nun lob mein Seel' den Herren“, BuxWV 214/215/213
Fuga in C-Dur, BuxWV 174
Carl Philipp Emanuel Bach 1714-1788
Sonata in D-Dur, Wq 70/5
Allegro di molto – Adagio e mesto - Allegro
Johann Sebastian Bach 1685-1750
Fantasie G-Dur (Pièce d'Orgue) BWV 572
"Schmücke dich, o liebe Seele“, BWV 654
Fuga in g-Moll, BWV 578
Der „fliegende Holländer der Alten Musik“ macht in Basel fest
Als „fliegender Holländer der Alten Musik“ wurde der holländische Musiker Ton Koopman auch schon etwas salopp bezeichnet. Das Bild stimmt – und wie so oft doch nicht ganz. Zwar fliegt der holländische Dirigent, Cembalist und Organist tatsächlich als Botschafter der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts pausenlos in der Welt umher. Aber verflucht wie der sagenumwobene Kapitän des Geisterschiffes ist er wahrlich nicht, und mit der gleichnamigen Oper von Richard Wagner hat er auch nicht viel am Hut. „Ich dirigiere manchmal auch Mendelssohn und Schubert, aber weiter als Schumann gehe ich nicht“, diktierte er vergangenen April anlässlich der Thüringer Bach-Wochen einem Journalisten ins Notizbuch.
Dabei lässt sich Koopman nicht einfach in die Schublade des herkömmlichen Barockmusikers stecken. Eben kehrte er aus den USA zurück, wo er mit den Orchestern von Cleveland und Dallas konzertierte. Ende Mai machte er beim Tonhalle-Orchester in Zürich Station. Man fragt sich, wie er das alles unter einen Hut kriegt, wie grossformatige Orchester und Barockmusik zusammen gehen können? „Ich mache Kompromisse. Wir verkleinern das Orchester. Die wollen auch in den USA wissen, was man tut, wenn man Bach oder auch Haydn und Mozart stilgerecht spielen will.“
Bei alledem ist Ton Koopman berühmt geworden mit der Einspielung sämtlicher kirchlichen und weltlichen Bach-Kantaten, ein Riesenprojekt, das gemäss seinen Aussagen rund zehn Millionen Franken gekostet hat. Bachs gesamtes Orgelwerk hat er bereits auf CD gebannt, und gegenwärtig beschäftigt er sich mit Buxtehudes Lebenswerk. Auch als Musikwissenschaftler hat Koopman sich einen Namen gemacht, etwa mit dem dreibändigen Werk „Die Welt der Bach Kantaten“.
Mit seiner diesjährigen Orgel-Konzerttournee, auf der er am 1. Juli auch in der Basler Peterskirche Halt macht, kehrt der 1944 geborene Musiker gleichsam zu seinen Wurzeln zurück. Hat er doch bereits als Zwölfjähriger in seiner Heimat eine erste Organisten-Stelle angetreten – ohne je eine Orgelstunde erhalten zu haben.
Er würde überall mit offenen Armen empfangen, aber ihn zieht’s immer wieder nach Basel in die Peterskirche: Zum dritten Mal (nach 2004 und 2008) wird der weltberühmte Organist, Dirigent und Interpret alter Musik die Silbermann/Lhôte-Orgel bespielen. Weshalb er auf seiner diesjährigen Orgel-Tournee durch halb Europa ausgerechnet in der Basler Peterskirche Halt mache? „Babette Mondry, die künstlerische Leiterin der Orgelkonzerte St.Peter, macht einen ausgezeichneten Job. Im übrigen finde ich die Orgel sehr schön und freue mich, auf ihr zu spielen“, meint der Musiker.