Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03268.jsonl.gz/1896

Im März 2023 feierte Eva Longorias (48) Regie-Debut «Flamin' Hot» auf dem «South by Southwest»-Filmfestival in Texas seine Premiere. In einer Talkrunde im Rahmen der Filmfestspiele in Cannes machte die Schauspielerin mit mexikanisch-amerikanischem Familienhintergrund ihrem Ärger über fehlende Gleichstellung in Hollywood lautstark Luft.
Bei dem «Kering Women in Motion»-Talk monierte der «Desperate Housewives»-Star einerseits die Ungleichheit im Umgang mit Regisseuren und Regisseurinnen. Ein weiterer Punkt ihrer Kritik bezog sich darauf, dass Filmschaffende mit lateinamerikanischen Wurzeln im amerikanischen Filmgeschäft absolut unterrepräsentiert seien.
Die grosse Angst vor dem Flop
Bei ihrer Arbeit an «Flamin‹ Hot» sei ihr stets bewusst gewesen, dass sie sich als Latina im Vergleich zu weissen männlichen Regisseuren keinen Flop erlauben durfte, ohne ihre Karriere zu gefährden. Im Talk sagte sie dazu: «Das Problem ist, dass, wenn dieser Film scheitert, die Leute sagen: ›Oh, Latino-Geschichten funktionieren nicht... weibliche Regisseure haben es wirklich nicht drauf. Wir bekommen nicht viele Versuche. Ein weisser Mann kann bei einem 200-Millionen-Dollar-Film Regie führen, scheitern und einen anderen Film bekommen. Das ist das Problem. Ich habe einen Versuch, eine Chance, arbeite doppelt so hart, doppelt so schnell, doppelt so billig.»
«Wir können nicht alle 20 Jahre einen Film bekommen.»
Im Vergleich zum Latino-Anteil der Bevölkerung und des Kinopublikums bekämen Latina-Regisseurinnen «nicht viel vom Kuchen ab». Empört fragte sie in die Runde: «Wann war der letzte Studiofilm unter der Regie einer Latina? Das ist etwa 20 Jahre her. Wir können nicht alle 20 Jahre einen Film bekommen.»
Hollywoods Gleichstellungs-Mythen
Trotzdem klopfe man sich in Hollywood gerne auf die Schulter, wenn es einmal anders laufe. Dann hiesse es etwa, dass man die Anzahl der Frauen hinter der Kamera verdoppelt habe. Dieses Verständnis von Gleichstellung beruhe jedoch auf einem Mythos. «Sie sind von einer auf zwei gestiegen. Und man denkt sich: 'Okay, technisch gesehen habt ihr das geschafft, aber ihr habt trotzdem nur zwei Frauen eingestellt. Es ist also wirklich wichtig, wie man Erfolg misst. Und Inklusion als Messgrösse ist so grossartig, weil man den Leuten, die es richtig machen, applaudieren kann.»
Longorias Fazit zur Lage der Filmwelt: «Die Illusion ist, dass Hollywood fortschrittlich ist. Die Realität ist, dass wir bei der gleichberechtigten Vertretung immer noch weit zurückliegen.»
Von SpotOn vor 3 Minuten