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Paris - In der bis in Frankreichs Staatsspitze reichenden "L'Oréal-Affäre" soll jetzt die reichste Frau Europas, Liliane Bettencourt, verhört werden. Sie soll allein 78 Millionen Euro vor dem französischen Fiskus in der Schweiz versteckt haben.
Die 87-jährige L'Oréal-Erbin, die im Mittelpunkt des seit Wochen andauernden Spenden- und Steuerskandals steht, wird französischen Medienberichten vom Samstag zufolge nächste Woche vernommen werden. Wie die Wochenzeitung "Paris-Match" auf ihrer Internetseite präzisiert, soll sie in ihrem Stadthaus im noblen Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine verhört werden.
Die Milliardärin und ihr mittlerweile verstorbener Ehemann André sollen über Umwege grössere Summen an die Regierungspartei UMP von Staatspräsident Nicolas Sarkozy gezahlt und Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben.
Einige der Partei-Geldgeschenke sollen vom derzeitigen Arbeitsminister Eric Woerth und ehemaligen UMP-Schatzmeister entgegengenommen worden sein, um Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf zu finanzieren. Woerth, der ebenfalls in den nächsten Tagen von der Polizei verhört werden soll, weist alle Vorwürfe von sich.
Die Affäre begann mit einem Rechtsstreit zwischen der L'Oréal-Milliardärin und ihrer einzigen Tochter Françoise Meyers-Bettencourt. Die Tochter wirft ihrer Mutter vor, sie sei nicht im Besitz ihrer geistigen Kräfte und werfe mit Geld um sich.
Rund 993 Millionen Euro soll sie in Form von Lebensversicherungen und Schecks dem Fotografen, Maler und Schriftsteller François-Marie Banier geschenkt haben. Ein von der Tochter beantragtes Entmündigungsverfahren wurde abgelehnt.
SDA-ATS