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Wechseljahre: Dauer der Beschwerden bisher unterschätzt
Sieben Jahre und länger: Hitzewallungen während der Wechseljahre begleiten offenbar viele Frauen über einen längeren Zeitraum als gedacht. So das Ergebnis der grossen amerikanischen SWAN-Studie zur Dauer von typischen vasomotorischen Beschwerden wie Hitzewallungen und nächtlichem Schweissausbrüchen.
An der Beobachtungsstudie nahmen 3302 Frauen teil, die von 1996 bis 2013 insgesamt 13 Arztbesuche absolvierten und unter anderem zu ihren Wechseljahresbeschwerden befragt wurden. 1449 dieser Frauen litten häufig unter Hitzewallungen oder Nachtschweiss. Ermittelt wurde die Dauer sowohl prä- und postmenopausal kombiniert als auch postmenopausal gesondert, also ab der letzten Monatsblutung.
Im Durchschnitt litten die Frauen insgesamt 7.4 Jahre unter den vasomotorischen Symptomen. Die Dauer nach der letzten Monatsblutung lag bei 4.5 Jahren. Je früher die Beschwerden einsetzten, umso länger hielten sie auch an. Bei Frauen mit Beginn in der Prämenopause oder frühen Perimenopause, hielten die Symptome im Schnitt 11.8 Jahre an, mit einer postmenopausalen Dauer von durchschnittlich 9.4 Jahren. Setzten die Beschwerden dagegen in der Postmenopause ein, dauerten sie im Schnitt nur 3.4 Jahre. Als Faktoren mit ungünstigem Einfluss auf die Beschwerdedauer galten früher Beginn, geringerer Bildungsstand, stärker empfundene Belastung durch bzw. stärkere Sensitivität auf die Symptome sowie vermehrt depressive oder angstbesetzte Symptome beim ersten Auftreten der Beschwerden.
Fazit der Autoren: Jede zweite Frau mit häufigen vasomotorischen Symptomen in den Wechseljahren litt über 7 Jahre an den Beschwerden, mit einer postmenopausalen Dauer von 4.5 Jahren. Insbesondere das frühe Einsetzen der Symptome war mit einer längeren Beschwerdedauer verbunden. Nach Auffassung der Autoren ist es bei der ärztlichen Beratung von Frauen, die in den Wechseljahre häufig unter Hitzewallungen oder Schweissausbrüchen leiden, wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Beschwerden bis zu sieben Jahre und länger anhalten können.
Link zur Studie
JAMA Intern Med. 2015;175(4):531-539 - Avis NE et al.
14.04.2015 - gem