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Viszeralonkologisches Zentrum
LUKS Luzern
LUKS Luzern
Fernmetastasen (Ableger) von bösartigen Tumoren aus dem Magen-Darm-Trakt treten sehr häufig in der Leber auf. Insbesondere bei Lebermetastasen des bösartigen Dick- und Mastdarmkrebs stehen heute Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, welche die Prognose deutlich verbessert haben. Häufig werden verschiedene Verfahren wie chirurgische Resektion (operative Teilentfernung der Leber), Chemotherapie und andere Methoden wie Radiofrequenzablation (Abtöten durch Hitze) in Kombination eingesetzt, um ein möglichst gutes Resultat zu erzielen.
Die Abklärung bei einer Lebermetastase ist entscheidend für das Festlegen des weiteren Behandlungsplans. Mit Hilfe von Ultraschall, eventuell Biopsie, CT, MRI und PET-CT können Anzahl, Lokalisation, Grösse der Metastasen und ihre Zuordnung zu den Lebersegmenten erfasst werden. Daneben spielt natürlich auch eine Beurteilung der Patientin oder des Patienten betreffend Operabilität eine wichtige Rolle. Nach Besprechen aller wesentlicher Befunde wird am interdisziplinären Tumorboard der Behandlungsplan festgelegt.
Häufig wird vor der Operation eine sogenannte neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt, da damit eine bessere Ausgangslage geschaffen werden kann. In Situationen, in denen eine Operation nicht möglich ist, wird eine palliative Chemotherapie durchgeführt, um Symptome zu lindern und das Tumorwachstum zu verlangsamen. Kann eine Metastase chirurgisch (durch eine Operation) vollständig entfernt werden, ist dies heute prognostisch die beste Situation. Andere Verfahren wie beispielsweise RFA (Radiofrequenzablation), durch die Tumorzellen mittels Hitze abgetötet werden, haben ihren Stellenwert, wenn eine Metastase nicht chirurgisch entfernt werden kann oder wenn das Operationsrisiko als zu hoch eingeschätzt wird. Diese RFA-Behandlung kann entweder während einer Operation offen oder auch perkutan (durch die Bauchdecke) CT-gesteuert durchgeführt werden, wenn von Anfang an auf eine Operation verzichtet wird.
Das Ausmass der Leberresektion richtet sich nach Lokalisation, Anzahl und Grösse der Lebermetastasen. Durch einen meist queren Bauchschnitt mit Verlängerung in der Mitte nach oben wird der Bauchraum eröffnet. Anschliessend wird die Leber mobilisiert (von ihrer Aufhängung gelöst). Die grossen zu- und abführenden Blutgefässe werden angeschlungen und kontrolliert. Wichtig ist es, bei der Resektion einen «gesunden» (nicht Tumorzellen befallenen) Schnittrand zu erreichen. Nachdem die zu- und abführenden Gefässe durchtrennt sind, wird das Lebergewebe schrittweise mit verschiedenen Techniken (Wasserstrahl, Clips oder anderem) durchtrennt. Anschliessend erfolgt eine genaue Blutstillung an der verbleibenden Restleber. Bei einer sonst gesunden Leber können bis circa 70 Prozent reseziert werden. Die Leber hat auch ein Regenerationspotential und kann sich teilweise neu bilden. Operationsbedingte Komplikationen sind Nachblutung, Galleleck oder vorübergehende Leberfunktionsstörung. Dank Verbesserung der chirurgischen und anästhesiologischen Techniken ist das Mortalitätsrisiko (= Sterberisiko) auf unter ein Prozent gesunken.
Die Lebensqualität nach einer Leberoperation ist in der Regel nicht eingeschränkt. Wichtig sind regelmässige bildgebende Nachkontrollen, um das Auftreten von etwaigen neuen Ablegern früh zu erkennen. Häufig ist es auch möglich, dass erneute Ableger wiederum entfernt werden können.