Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/161643

<h2>SubmittedText<h2><p>Als einziger Wirtschaftszweig profitiert die Pharmaindustrie seit Jahren von einem fiktiven Wechselkurs. Die Preise von zwei Dritteln der mehrheitlich importierten, kassenpflichtigen Medikamente basieren nach den aktuellen Regeln bis 2017 auf einem Eurokurs von Fr. 1.24. Gemäss Auskunft des BAG werden zurzeit entsprechende Verordnungen angepasst.</p><p>- Wird dabei auch die überfällige Korrektur der Wechselkurs-Subventionen eingebracht?</p><p>- Wann profitieren die Prämienzahlenden vom Währungsvorteil?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Bundesamt für Gesundheit hat im Rahmen der dreijährlichen Überprüfung seit 2012 die Preise von rund 2400 auf der Spezialitätenliste geführten Arzneimitteln auf ihre Wirtschaftlichkeit hin geprüft und rund 1500 Preissenkungen verfügt. Dies hat zu Einsparungen von insgesamt mindestens 600 Millionen Franken geführt.</p><p>Das BAG vergleicht bei dieser Überprüfung den Fabrikabgabepreis des Arzneimittels mit dem durchschnittlichen Fabrikabgabepreis in den Referenzländern. Dabei ist der durchschnittliche Wechselkurs der letzten 12 Monate massgebend, der jeweils für den Zeitraum von Februar des Vorjahres bis Januar des Überprüfungsjahres festgelegt wird. Die aktuelle Wechselkurssituation wirkt sich daher nur mit Verzögerung aus. Die Prämienzahler profitieren somit erst später von einem Währungsvorteil. Dies gilt aber auch im umgekehrten Fall: Wenn die Wechselkurse wieder höher ausfallen, profitieren die Prämienzahler weiterhin von einem tieferen Wechselkurs.</p><p>Es ist richtig, dass momentan Verordnungsänderungen zur Anpassung des Preisfestsetzungssystems in Bearbeitung sind. Es ist jedoch noch offen, wie der Bundesrat und das Eidgenössische Departement des Innern die Bestimmungen im Detail regeln werden.</p>