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Karate
Die korrekte Bezeichnung lautet Karate-Do. Der Weg der leeren Hand. Im Zusammenhang mit der Kampfkunst ist Do zu verstehen als der Weg zur körperlichen und geistigen Meisterung des Ichs. Karate-Do ist die hohe Kunst des unbewaffneten Kampfes und ein ausgezeichnetes System zur Erlangung von Fitness und Körperbeherrschung. Die traditionelle japanische Kampfkunst setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen.
- der Gymnastik
- das Kihon (Grundschule)
- das Kumite (Partnerübungen und Freikampf)
- die Kata (Traditionlle Bewegungsabläufe)
Traditionsgemäss stark gewichtet werden Höflichkeit, Selbstsicherheit, Wachheit und Respekt.
Im Wadoryû wird eine besondere Betonung auf das Ausweichen gelegt. Darin unterscheiden sich im Wadoryu drei grundsätzliche Regeln:
Nagasu - atmen wie Wasser
Inasu - vorbeigleiten lassen
Noru - umwickeln
Das Ausweichen ist immer von präzisen, auf einen Atami (Vitalpunkt) gerichteten Schlag begleitet und kann mit einer Wurftechnik enden.
Das Karatetraining wir bei uns von Kindern, Frauen und Männern im Alter zwischen 7 und 70 Jahren betrieben.
Versucht man die Geschichte der Kampfkünste, und hier besonders des Karate, zu erforschen, so wird man feststellen, dass man sich da auf ein mehr als schwieriges Unterfangen eingelassen hat. Immer wieder wird man Unstimmigkeiten und Widersprüchen gegenüberstehen; soweit man überhaupt auf verlässliche Informationen trifft.
Der Grund hierfür liegt wohl Teils darin, dass die alte Kunst des Karate über Jahrhunderte lang im Geheimen geübt werden musste. Da die jeweiligen Herrscher auf der Insel Okinawa dem Volk ein striktes Waffenverbot auferlegt hatten, waren die Menschen dort gezwungen, sich mit anderen Mitteln zu verteidigen. Aus der Not heraus entstand die Kunst des „Te“, was einfach nur „Hand“ bedeutete.
Durch seine geographische Lage, genau zwischen dem chinesischen Kontinent und Japan gelegen, fand auf Okinawa schon immer ein reger Kulturaustausch zwischen beiden Völkern statt. Die Folge war, dass auch viele chinesische Meister der Kampfkunst nach Okinawa kamen. Deren Einflüsse vermischten sich über eine lange Zeit mit den schon bestehenden Kampfformen der Insel.
Begonnen hat alles auf der Insel Okinawa. Zwischen Japan und China war diese Insel ein strategisch wichtiger Punkt. So kam es, dass zu verschiedenen Zeiten die Insel unter chinesischen oder japanischen Einflüssen stand. Daher entwickelte sich auf Okinawa eine Kampfkunst, die eigene Selbstverteidigungserfahrungen und Erfahrungen der japanischen Samurai sowie des chinesischen Boxens enthielt. In den letzten drei Jahrhunderten behielten die Japaner die Oberhand auf Okinawa. Der Besitz von Waffen war auf der Insel streng verboten. Die dort lebenden Menschen wollten sich aber gegen Übergriffe der jeweiligen Besatzer schützen. So entstand neben zahlreichen Kampfkünsten auch das Karate. Genannt wurden die neuen Kampfkünste zunächst Okinawa-te (Okinawa-Hände). Einige Meister des Okinawa-te bereisten China für 10, 15, ja sogar 20 Jahre, um Erfahrungen für ihre Kampfkunst zu sammeln. Kehrten sie zurück, so gaben sie ihr Wissen im Kreise ihrer Familien weiter.
Gichin Funakoshi (1868 – 1957) brach den Familienbann am Anfang des 20. Jahrhunderts und reiste nach Japan, um dort Okinawa-te zu unterrichten. In den Jahren 1917 – 22 versuchte er, durch Demonstrationen und Vorführungen an Universitäten die Aufmerksamkeit auf seine Kampfkunst zu lenken - mit Erfolg. In Japan erlebten die alten Kampfkünste gerade eine Zeit der Renaissance. Dies wirkte sich positiv auf die Verbreitung des Okinawa-te aus. Es war etwa um 1900, als auf Okinawa der Wert der Kampfkunst Okinawa-te für die Erziehung erkannt und diese Kunst an den Mittelschulen eingeführt wurde. Damals wurde zum ersten Mal der Name Karate gewählt. Unter diesem Namen verbreitete sich diese Kunst sehr schnell.
Funakoshi begründete das Shotokan Karate, wie es später genannt wurde. Es beinhaltet sämtliche ihm damals bekannten grossen Stile des Ch`uan-fa (auch Kung Fu oder Kempo genannt), was man noch heute an den Verschiedenheiten der überlieferten Meisterkatas erkennt. Meister Itosu entwickelte aus diesen Meisterkatas Schülerkatas (Pinan) zum besseren Erlernen der Künste. Gichin Funakoshi benannte sie dann in „Heian“ um. Schon in diesen Katas werden harte und weiche Elemente trainiert.