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In der Biologie gibt es viele verschiedene Konzepte, wie eine Art (oder Spezies) definiert wird. Am häufigsten verwendet man den sogenannten biologischen Artbegriff. Nach dieser Ansicht gehören Individuen zu einer Art, wenn sie sich über mehrere Generationen miteinander vermehren können. Pferd und Esel können beispielsweise durchaus Nachkommen miteinander zeugen (Maultier und Maulesel), diese sind jedoch selbst unfruchtbar. Pferd und Esel sind also zwei verschiedene Tierarten.
Es gibt aber auch Arten, die sich ungeschlechtlich oder parthenogenetisch (d. h. ohne Partner) fortpflanzen. Arten werden daher vielfach nach ihren Eigenschaften definiert, und zwar als Individuen, die in allen wesentlichen Merkmalen untereinander und mit ihren Nachkommen übereinstimmen.
Gemeinsam ist den verschiedenen Artkonzepten folgende Definition: Wenn zwei Populationen von Organismen in der Natur über viele Generationen am selben Ort leben, ohne genetisch miteinander zu verschmelzen, werden sie zwei verschiedenen Arten zugeordnet.
Darwin und die Entstehung der Arten
Bestimmt ist dir Darwin’s Evolutionstheorie ein Begriff. Der Naturforscher Charles Darwin (1809–1882) beobachtete über Jahre hinweg die Tier- und Pflanzenwelt der Galápagos-Inseln und stellte fest, dass sich die Tiere auch innerhalb einer Spezies geringfügig voneinander unterscheiden. So unterscheiden sich die Schnabelformen der auf Galápagos heimischen Finken oder die Panzerformen der Schildkröten je nach Nahrungsangebot. Darwin schloss daraus, dass sich die Tiere auseinanderentwickeln, um sich unterschiedlichen Umweltbedingungen anzupassen. Er nahm an, dass Gene eine wichtige Grundlage für das Entstehen neuer Tier- und Pflanzenarten bilden: Einerseits sorgt die Kombination verschiedener Gene für Vielfalt, andererseits auch die Möglichkeit, dass sich einzelne Gene willkürlich und zufällig verändern können (Mutation). Voraussetzung für die Entstehung von Arten ist also, dass sich Gene verändern und in unterschiedlichen Kombinationen an die Nachkommen weitervererbt werden.
Artbildung durch räumliche Trennung
Am häufigsten bildet sich eine neue Art, wenn ein Teil einer Population räumlich von den restlichen Tieren getrennt wird (dies nennt man „allopatrische Artbildung“). Stell dir z. B. einen See vor, der teilweise austrocknet und in zwei Hälften geteilt wird, oder einen Wald, durch den eine Schneise gerodet wird. Die in den beiden Hälften lebenden Tiere können sich nun nicht mehr miteinander paaren und Gene austauschen. Mit der Zeit können sich bei den Tieren in den jetzt getrennten Lebensräumen unterschiedliche Merkmale ausprägen und zur Entwicklung unabhängiger Arten führen.