Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/1816

Mit dem Ende des Kalten Krieges und den zahlreichen Globalisierungsprozessen veränderten sich die aussenpolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schnell und nachhaltig. In wirtschaftlicher Hinsicht reagierte die Schweiz mit ihrem Schwerpunkt bei den Dienstleistungen flexibel und konnte ihre weltweit sehr starke Position auch nach internationalen Konjunktureinbrüchen und Krisen (1991, 2001, 2008) behaupten.
In der Aussenpolitik nahm die Bedeutung supranationaler Regelungen und Organisationen schnell zu. Im schweizerischen Umfeld zeigte sich dies vor allem beim raschen Ausbau der Europäischen Union (EU, vorher EWG) seit 1992. Sie wuchs seither von damals 12 auf heute 28 Mitgliedsstaaten an.
Die Schweiz weichte unter diesen Umständen ihre strikte Neutralitätspolitik behutsam auf, öffnete sich für einige internationale Initiativen, blieb aber auf Distanz insbesondere zur EU. Die Auseinandersetzungen um die Europapolitik trugen zum schnellen Aufstieg der nationalkonservativen SVP bei, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit Abstand die stärkste Partei wurde. Dieser Entwicklung passte sich die Konkordanzregierung mit ihrer «Zauberformel» nur mit Schwierigkeiten an.