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Selbstversuche MedikamentenentwicklungSelbstversuche in der Pharmazie
Bei einem Selbstversuch wird ein in der Regel neu entwickelter oder entdeckter pharmazeutischer Wirkstoff oder ein neues Arzneimittel üblicherweise von einem Wissenschaftler oder einer Wissenschaftlerin selbst ausprobiert. Dies mit dem Ziel, rasch mehr über die pharmakologischen Eigenschaften in Erfahrung zu bringen.
Selbstversuche wurden in der Vergangenheit regelmässig durchgeführt. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Selbstversuch mit LSD von Albert Hofmann vom 19. April 1943, den er in seinem Buch „LSD – mein Sorgenkind“ beschrieben hat. Hofmann nahm eine sehr hohe Dosis von 0.25 mg LSD ein, was zu intensiv erlebten Halluzinationen führte. Bekannt ist dieser Versuch auch deshalb, weil Hofmann im Rausch von der Arbeit mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, weil er sich unwohl fühlte. Dieser Versuch war deshalb erfolgreich, weil der psychotrope Effekte von LSD sehr ausgeprägt ist und bereits bei kleinsten Dosen eintritt.
Heute werden Selbstversuche im Rahmen der Medikamentenentwicklung nicht mehr oder nur noch mit harmlosen oder mit Wirkstoffen mit bekannten pharmakologischen Effekten durchgeführt. Dies aufgrund der offensichtlichen Risiken, wozu zum Beispiel eine Vergiftung und eine Überdosierung gehören. Unbekannte Wirkstoffe können ferner auch krebserregend und teratogen sein und das Vorgehen ist ethisch fragwürdig.
Des Weiteren ist die Aussagekraft limitiert, da es sich nicht um einen placebokontrollierten Test handelt und üblicherweise nur ein einzelner Proband involviert ist.siehe auchAutor
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.