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Ernst Strebel
Ein Letztes noch: Das Königsfelder Tagebuch von Konrad Liechti
Limmat Verlag, 2010
Im ausgehenden 19. Jh. arbeitet der Schüler Konrad Liechti für einen Sommer in der «Heil- und Pflegeanstalt» Königsfelden. In der Klinik hält sich auch Conrad Ferdinand Meyer auf. Als dessen persönlicher Begleiter soll er letzte Informationen für seinen Deutschlehrer sammeln. In den täglichen Notizen Konrads vermischen sich die Wahnwelten aus dem Klinikalltag mit der Suche des Schülers nach sich selbst. Ernst Strebel gelingt ein dichtes Portrait des berühmten Poeten und des Alltags der damaligen Anstalt.
Aus: Ernst Strebel. Ein Letztes noch: Das Königsfelder Tagebuch von Konrad Liechti. Limmat Verlag, 2010
«Würdest du, Konrad, die Frau, die du liebst und die dich liebt, töten, wenn sie dich darum bäte?»
Ich schaute den alten Dichter, der sich bei mir eingehakt hatte und mit kurzen Schritten vom Hauptgebäude der Heil- und Pflegeanstalt zur mächtigen Platane vor der alten Klosterkirche trippelte, erschreckt an.
«Nein, das könnte ich nie.»
«Aber sie bittet dich inständig darum. Sie leidet.»
«Ich würde alles tun, um ihr zu helfen.»
«Du hast schon alles getan.»