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Kalangba ist eines der Dörfer in Sierra Leone, das ich bestimmt weder richtig schreibe, noch richtig ausspreche, noch je wieder alleine finden würde. Es befindet sich im Hinterland von Makeni und war das Ziel unserer gestrigen Reise. Die erste Hälfte führte uns über geteerte oder gewaltze Strassen, die zweite Hälfte über staubige Buschwege, oft gerade breit genug, dass das Auto durch reichte. Ganz am Ende war es dann, das Dorf, in dem Kamara geboren wurde und seine Grossmutter immer noch lebte. Es umfasst vermutlich etwa 30 Häuser, also um die 80 Erwachsene und geschätzte 300 Kinder. Unser Besuch war natürlich das Dorfgespräch und bald fand sich das halbe Dorf in der Schule ein. Mit Schule meine ich ein halbfertiges Gebäude, ohne richtige Wände, dafür mit Wellblechdach. Die Erwachsenen schleppten Stühle und Bänke an und bald war der ganze Raum voll mit lachenden Gesichter voller Erwartung. Hinter der Schule stapelten sich Blocks auf. Das sind aus Lehm und Sand gestampfte und an der Sonnge getrocknete Quader, die zum Bau von Häusern verwendet werden. Schnell wurde mir klar, dass daraus in den nächsten Wochen ein Kirchengebäude entstehen wird.
Das Treffen nahm seinen üblichen Verlauf. Die Kinder performten ein Lied – fast wie bei Sierra Leone sucht den Superstar. Kamara erklärte die Weihnachtsgeschichte und ermutigte die grossen und kleinen Dorfbewohner. Zweitere erhielten als Weihnachtsgeschenk einen Loli und ein kleines Pack Chips – und gemeinsam einen Fussball. Während die Kids mit ihrem neuen Ball geschäftigt waren – genau, sicher etwa hundert Kids mit einem Ball – blieben die Erwachsenen sitzen und erzählten ihre Geschichte. Einer nach dem anderen stand auf und dankte Glorious und Kamara, dass mit ihrer Hilfe in ihrem Dorf endlich eine Kirche entsteht. Ein älterer Mann erklärte, dass sein Vater der erste Christ in diesem Dorf war und sich nichts sehnlicher gewünscht hat, als dass auch hier eine Kirche stehen darf. Ein anderer erklärte, dass er jeden Morgen mit einer Glocke die Dorfbewohner zum Frühgebet ruft und er sich so darauf freut, dass sie bald einen Ort haben, wo sie sich versammeln können.
Wie oft habe ich gepredigt, dass Kirche nicht das Gebäude ist? Kirche sind die Menschen, die sich am Leben und der Botschaft von Jesus orientieren und gemeinsam seine Mission leben. Und doch wurde mir an diesem Treffen im Hinterland von Sierra Leone neu bewusst, wie wichtig ein Gebäude sein kann. Für diese Menschen hier wird es der Ort sein, wo sie sich zurück ziehen können. Es wird ein Ort des Gebets und der Anbetung sein. Es wird ein sichtbarer Ausdruck sein, dass Gott sie nicht vergessen hat und Jesus auch für sie gekommen, gestorben und auferstanden ist. Ein einfaches Gebäude, dass sie daran erinnern wird, dass Jesus König ist und es in ihm eine Hoffnung gibt, die über dieses Leben hinaus geht.
Als letzter Stand der Imam des Dorfes auf und dankte uns, dass wir es möglich machen, dass in diesem Dorf eine Kirche entsteht. Er freue sich sehr, dass die Christen nun einen Ort haben, wo sie ihren Gott ehren und erleben können!