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Im Sommer atmeten die Rheinfischer auf: In ihren Netzen blieben plötzlich viel weniger Schwarzmeergrundeln hängen, als noch im vergangenen Jahr. Zudem weisen viele dieser Fische Hautverletzungen auf, die auf eine Krankheit hinweisen. Patricia Holm, Biologieprofessorin an der Uni Basel, die das Grundelproblem untersucht, gibt aber keine Entwarnung: «Wir wissen nicht, ob der Rückgang ein einmaliges Ereignis ist.» Das heisst, der Rückgang müsste auch in den nächsten Jahren festgestellt werden. Erst dann kann man Entwarnung geben.
Dank High-Tech haben die Forscher die Bestätigung erhalten, dass der Fisch den Laich einheimischer Arten frisst. Das ist denn auch das Problem, das dieser Fisch verursacht.
Verbreitung verhindern
Wichtig sei, die Verbreitung rheinaufwärts, also in Richtung Aare zu verhindern, sagt Patricia Holm. Erreicht werden könnte dies mit speziellen Sperren bei den Fischtreppen neben den Kraftwerken. «Eingesetzte Metallschienen könnten die Strömung so beschleunigen, dass die Schwarzmeergrundel die Hürde nicht überwinden kann, alle andern Fische aber schon.» Die Forscher haben nämlich herausgefunden, dass die Schwarzmeergrundel eine schlechte Schwimmerin ist. Das ist ihr Schwachpunkt.
Schiffe sollen Ballastwasser nicht mehr ablassen
Um zu verhindern, dass noch mehr fremde Fische in den Rhein eingeschleppt werden, müsste man die Schiffe mit Filtern ausrüsten. «Wir wissen, dass die Schwarzmeergrundel via Ballastwasser aus der Donau und dem Schwarzen Meer in den Rhein gelangt ist. Dieses Wasser müsste gefiltert werden, bevor es die Schiffe ablassen dürfen», fordert Patricia Holm. Der Filter würde verhindern, dass der Laich der Schwarzmeergrundel und sie selber via Ballasttanks um den halben Globus reisen und irgendwo abgesetzt werden.
Schiffe, die auf den Ozeanen verkehren, müssen solche Filter haben. Binnenschiffe hingegen nicht - ein Fehler, sagt Patricia Holm.