Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/1278

Anleger messen bei der Auswahl ihrer Investitionen den Gebühren ein grosses Gewicht bei. Dies zu Recht, denn die Gebühren gehen zu Lasten der erzielten Rendite. Schlussendlich ist aber die erzielte Rendite nach Belastung der Kosten (Netto-Performance) entscheidend. Ein auf den ersten Blick teureres Produkt kann also durchaus dem Anleger am Ende einen höheren Nutzen bringen: in Form einer höheren Netto-Performance.
Exchange Traded Funds (ETFs) zeichnen sich durch eine tiefe Total Expense Ratio (TER) aus. Diese beträgt in der Regel für gängige Aktien- und Obligationen-ETFs zwischen 0.15 und 0.50%. Für speziellere Märkte und Anlagekategorien liegt sie höher. Aktiv verwaltete Anlagestrategiefonds weisen üblicherweise eine TER in der Grössenordnung von 1 bis 1.5% auf. Anlagestrategiefonds investieren weltweit in Geldmarktanlagen, Obligationen, Aktien und teilweise noch in weitere Anlageinstrumente. Würde ein Anleger besser fahren, wenn er statt in einen Anlagestrategiefonds in ein aus verschieden ETFs selber zusammengestelltes Portfolio investieren würde?
Wir wollen diese Frage anhand eines historischen Vergleichs untersuchen. Dazu nehmen wir den Swisscanto (LU) Portfolio Fund Balanced, ein Anlagestrategiefonds, welcher global in Aktien, Obligationen und Geldmarktinstrumente investiert. Diesem stellen wir ein aus verschiedenen ETFs bestehendes Portfolio gegenüber. Das Portfolio ist so zusammengesetzt, dass mit bereits länger existierenden ETFs die Zusammensetzung des Anlagestrategiefonds so exakt wie möglich nachgebildet wird.
Weil sich die Gewichte der verschieden ETFs im Portfolio aufgrund der Marktbewegungen verschieben, muss periodisch ein Rebalancing vorgenommen werden, um die Anteile der ETFs wieder auf das Strategie-Gewicht zu bringen. In unserem Vergleich führen wir das Rebalancing vierteljährlich durch.
Die nachfolgende Tabelle zeigt einen Vergleich der durchschnittlichen Netto-Performance pro Jahr zwischen dem Anlagestrategiefonds und dem ETF-Portfolio für verschiedene Anlagesummen über die Periode Januar 2004 bis März 2013 sowie über das Kalenderjahr 2012:
Durchschnittliche Netto-Performance in CHF pro Jahr*
*Die vergangene Performance ist kein Indikator für die zukünftige Wertentwicklung und bietet keine Garantie für einen Erfolg in der Zukunft.
Im Vergleich wurden sämtliche Kosten berücksichtigt. Im Anlagestrategiefonds sind die Transaktionskosten bereits in der Performance berücksichtigt, im ETF-Portfolio wurden sie ebenfalls miteingerechnet. Dabei wurden beim ETF-Portfolio günstige Online-Trading-Konditionen verwendet.
Über die Periode von gut 9 Jahren zeigt sich, dass die Netto-Performance des Anlagestrategiefonds bis zu einer Anlagesumme von CHF 150’000.— höher ausfiel als mit dem ETF-Portfolio, trotz der oben erwähnten höheren TER. Bei grösseren Anlagesummen liegt die Netto-Performance des ETF-Portfolios leicht über dem Anlagestrategiefonds. Dabei ist zu bedenken, dass der Anleger im ETF-Portfolio die periodisch nötigen Anpassungen im Portfolio selber vornehmen muss, während beim Anlagestrategiefonds das permanente Ausrichten auf die jeweils aktuelle Marktsituation durch den Fondsverwalter sichergestellt wird. Der Anlagestrategiefonds war also für Anleger im Retail-Segment über die letzten gut 9 Jahre nicht nur bezüglich Performance die bessere Wahl, sondern auch bezüglich Zeitaufwand. Denn der Anleger musste sich nicht um das Rebalancing kümmern und die Steuererklärung war mit nur einem Anlagestrategiefonds auch schneller ausgefüllt als mit einem Portfolio bestehend aus verschiedenen ETFs.