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Eduard Nopers »1^ track ^uä trai1 rliroi^ii (I'ciuldäa« anschließen. Lady Dufferin, durch frühere Arbeiten günstig bekannt, veröffentlicht »HI.v (^a.-naäiail Journal«, welches sich über die sechs Jahre erstreckt, während welcher ihr Gatte dort Generalstatthalter war. »I'lis I'aciüo ^cll8t Lcenie tour, 110 m ^0utli6i n('a1i1'oi ni^ to ^1ll80Ä, tlis ^^ii Häian ?a^iiio lt.lrilv^, V6il0^v8t ?^i1v « t1l6 6imiä OMon von Henry Finck ist dilrch seinen Gegen-, stand anziehend. Derselbe Verfasser hat »8Min and Hl^roooo« beschrieben, ohne viel von Marokko [* 3] gesehen zu haben. In »Nounä t1i6 ^^leud^i' in I^rtuß'3.1« gibt Oswald Crawfurd, früher Konsul dort, viel Anziehendes über Sitten und Volkskunde jenes Landes. Aus Asien [* 4] haben wir noch ein eingehendes Werk über ^1i6^Iiili^ine Isillnäs von Foreman und zwei aus verschiedenen Gründen anziehende Werke über Japan. [* 5] Vastl Hall [* 6] Chamberlain bekleidet eine Professur in der kaiserlichen Universität von Japan; sein Buch Ilnu,^ ^aMN68tt" erscheint zugleich in London [* 7] und Tokio [* 8] und ist zum großen Teil eine sehr wertvolle Koinpilation von zuständiger Hand. [* 9] Ganz andrer Natur ist das Werk eines Japaners, Manjiro Inagaki, über ^MU luidt1i6I'Ä^itie, lliiä Ll .1^,9.11086 viü^v of t'nu Nl^3^61'U(HU68ti011 In sehr gutem Englisch hat sich der Verfasser mit notwendig unvollständigen Kenntnissen der europäischen Diplomatie auf das heikle Gebiet der orientalischen Frage gewagt und dabei und in seiner Kritik von Palmerston, Gladstone, Salisbury u. a. (sogar die frühere schleswig-holsteinische Frage wird berührt!) nicht viel mehr als Verworrenheit zu Tage gefördert.
Dagegen ist seine Übersicht der außerordentlichen Fortschritte, welche Japan in unserm Zeitalter in materieller Beziehung gemacht hat, allerdings wertvoll. Aus der Südsee kommen uns zwei mehr interessante als erfreuliche Bücher. Eo ding ton hat ^4 Jahre als Missionar in Melanesien gewirkt, hauptsächlich auf der Norfolkinsel, und seine Beschäftigung hat ihn nicht zu einer heitern oder hoffnungsvollen Anschauung der Dinge geführt. Aber Wissenswertes führt er vor in »^1i6 Hl6llni68iHN8: 8tmiie8 in tlioir luitln oiwio^ auct t'oik-lore«.
Noch weniger heiter ist W. D. Pitcairns Buch, das aber als das lesenswerteste über Neuguinea gilt, übrigens sich auch über Nord-Queensland verbreitet. Die Auffassung, welche »I^vo ^6^18 ninon^ t!i6 8ÄvaF68 ot'No^v Auf diesem Felde finden wir zwei Bücher, beide nach dem Osten Europas weisend, beide von jungen Frauenm lebhaftestem, heiterstem Sinn geschrieben und nur gelegenheitlich und kaum absichtlich den Kreis [* 10] unsrer Kennm Werweiternd. Esstnd: «^8Uinni6r iulvi^tk von I. C. Morris und ^^ ßii'1 in tlie Xarpat!nlM8" von Mente Muriel Dowie.
Die Heiterkeit und den Frohsinn, mit welchen die erstere ihre Reise durch Südrußland und dann ihren Sommeraufenthalt in Kiew [* 11] erzählt, teilt die letztere völlig; nurfügt sie ein gut Teil Extravaganz dazu, die bisweilen in Erstaunen setzt, über die man ihr aber kaum böse sein kann. Ihrer Unterröcke und andrer Beschwerlichkeiten der weiblichen Zivilisation hat sie sich entledigt, sie hat »den Mann niemals um seine körperliche Bildung beneidet, wohl aber um die viel größere Bequemlichkeit seiner Kleider«, und die letztern hat sie denn auch angelegt.
Nach Männergesellschaft verlangt sie auch nicht, überhaupt kann sie eine Zeitlang alle Menschen entbehren; sie ist ganz zufrieden »mit der Gesellschaft von Viehzeug/. Darunter lassen sich wohl auch die ruthenischen Bauern begreifen, die immer kriechend und von Zeit zu Zeit betrunken sind«. Wenn die Berge der Karpathen als schön erkannt werden, so sind dagegen die mit Lebhaftigkeit beschriebenen Dörfer nicht ohne große Schattenseiten. Sie erzählt uns frischweg, aber ohne Frivolität, alles- bis auf ihre Flohjagden und ihre erfrischenden Bäder im ersten besten Bach oder Fluß.
Abenteuer bat die junge
Dame eigentlich nicht erlebt, und doch ist keine langweilige Seite in dem
Buche. Verschiedenes. Übersetzungen.
Obwohl natürlich nicht zur
englischen Litteratur zählend, darf doch als ein
Bestandteil litterarischer Bethätigung in
England
die
Entdeckung einer Anzahl wichtiger griechischer
Handschriften erwähnt werden, die durch
Agenten in
Ägypten
[* 12] für
das
Britische Museum erworben wurden, und deren Entzifferung durch dessen Beamte ungeahnte
Schätze ans
Licht
[* 13] brachte. Es ist
dies also zunächst dasbisherverlorne
Buch des
Aristoteles (s. d.) über die athenische
Verfassung; sodann eine Anzahl metrischer
Stücke, unter denen besonders die reizenden, realistischen
Idylle des Herodas odertzerondas (beide Lesarten sind möglich)
sich auszeichnen.
Dieser spätgriechische Dichter war bisher nur aus einigen Citaten bekannt; er schließt sich an Theokrit an. Auf dem Gebiete der Psychologie hat I. F. Nesbitt mit ^li6 1118Huit)' ot' ^eiiiu8" einiges Aufsehen gemacht und ernste und spöttische Besprechungen hervorgerufen. Reichlich fließt die Quelle [* 14] sozialistischer Regungen. Dahin gehört vor allem des Dichters William Morris ^6^v8 t'roin Amvli6i'6", eine Utopie, wie es deren schon so viele gegeben, doch diesmal ein idealschönes London dem allerdings nur teilweise schönen der Wirklichkeit gegenüberstellend.
Wissenschaftlicher ist William Graham in dem Werk »80oia1i8in, oicl lnid 116W«, worin der Verfasser, der früher in »H16 8001^1 1N0I)16IN mehr auf orthodox-ökonomischer Grundlage gesprochen, dem Sozialismus einige Zugeständnisse macht, aber auch zeigt, daß «in seinem wesentlichen Teile der Sozialismus nichts Neues, sondern oft vorher erschienen und jeweils durch ähnliche Ursachen hervorgebracht ist, während in seiner am häufigsten vorkommenden Form, dem Konnnunismus, die allgemeine Erfahrung der Menschheit ihn immer zurückgewiesen hat, als der Durchschnittsnatur des Menschen zuwider". Im vorigen Iah? hatten wir William V 0 0 ths, des sogen. Generals der Heilsarmee, »u (I^i'k68t NnAl5nilI, and tkß^n^om of it« zu erwähnen, mit dem er sich seither richtig die 100,000Pfd.Sterl. zusammeugebettelt, die er für wohlthätige Zwecke in seiner lärmenden Art verlangte. Mit ihm darf Charles Booth nicht verwechselt werden, der, schon durch frühere Arbeiten bekannt, 17 ¶
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in ernst-nüchtern-wohlwollender Weise »Labour and life of the people« geschrieben hat und, frei von dem hysterischen Gebaren seines Namensvetters, Grundlagen für ernste Reformbestrebungen darbietet.
Inzwischen hat W. J. ^[William John] Loftie in »London City: its history, streets, traffic, buildings, people« ein umfassendes illustriertes Bild der Weltstadt geliefert. Andre Städtebilder werden in dem Sammelwerk »Historic towns« gegeben, welche dieses Jahr uns »Boston« [* 16] und »New York« liefert, jenes von Henry Cabot Lodge, dessen zweiter Vorname die Abstammung von dem großen Seefahrer Giovanni Caboto verkündet, dieses von Theodor Rosevelt.
Die Übersetzungen sind, wie gewöhnlich, sehr zahlreich. Wir nennen: des Feldmarschalls Moltke »Franco-German War«, in welcher Arbeit zahlreiche Übersetzungsfehler nachgewiesen sind;
ebenso dessen »Letters to his mother and his brothers«;
Munckers »Richard Wagner«, übersetzt von Landmann;
des neapolitanischen Professors Diodato Liory »Philosophy of right«, von
W. Hastie, in welchem gelehrten Werk sich der Verfasser nicht immer genau erweist, wenn er von
englischen Institutionen spricht.
Hier sei auch des Budapester Professors August Pulszky mit seiner »Theory of law and civil society« gedacht. In vorliegender
Übersicht haben bereits mehrere Beispiele gezeigt, daß Ausländer in zunehmender Zahl sich der
englischen Sprache
[* 17] für litterarische
Arbeiten bedienen; in dieser Richtung sei ferner erwähnt: »The evolution of property«, von Paul Lafargue.
Dem Tagebuch der Marie Bashkirtseff, dessen Übersetzung wir im Vorjahr (s. Bd. 18, S. 249) zu verzeichnen hatten,
sind nun auch ihre ebensowenig erfreulichen »Letters« gefolgt, diesmal
in der Übersetzung von Mary Serrano, woran sich wieder Mathilde Blind mit »A study of Marie Bashkirtseff« anschließt.
Der heitere Charles Leland, dessen prächtige »Breitmann ballads« sehr beliebt geworden, der Schöpfer des unsterblichen »Hans Breitmann«, eines Charakters, der neben Falstaff und Sancho Pansa gestellt werden darf, ist nunmehr, nachdem er einzelnes bereits meisterhaft übersetzt hat, mit der Übertragung des ganzen Heine beschäftigt. Kapitän Hastings Berkeley gibt uns in »Japanese letters« ein Buch, welches in seiner Beurteilung europäischer Dinge an die »Lettres persanes« des Montesquieu erinnert. Freiligraths Tochter, Frau Kröker, hat eine Auswahl aus Gottfried Keller veröffentlicht. Eine nicht bloß litterarische Bedeutung erkennt man in Helene Vacarescus »Bard of Dimboritza, Roumanian folk-songs«, welches die Königin von Rumänien [* 18] mit Hilfe von Alma Strettel ins Englische [* 19] übertragen hat.
Die bereits sehr große Zahl der Zeitschriften ist abermals gestiegen. Von großem Kaliber ist die neue Vierteljahrsschrift »The Imperial and Asiatic Quarterly Review«, die unter der Leitung des Deutsch-Ungarn Leitner, frühern Präsidenten der Universität von Lahore, ins Leben getreten ist. Neue Monatsschriften leichtern Gehaltes sind das »Strand Magazine«, »Ludgate Magazine«, »Newbury House Magazine«. Wöchentlich erscheint mit künstlerisch wertvollen Illustrationen: »Black and White«, das unter den Auspizien des Malers Herkomer ins Leben getreten ist.
Die Sammlung der »Sacred Books of the East«, welche unter Max Müllers Leitung erscheint, bringt in ihren Bänden 39 u. 40 »The texts of Täosm«, aus dem Chinesischen von James Legge.
Die große Faksimile-Ausgabe der alten Quartausgaben
Shakespeares ist nun in 43 Nummern vollendet. Das große Wörterbuch der
englischen Sprache, welches die Philologische Gesellschaft entworfen und angefangen, und das, jetzt von Murray herausgegeben,
seit 1884 erscheint, ist im ersten Teil des dritten Bandes von E bis Every gelangt; bis dahin hat es 6842 Grundwörter, 1565 abgeleitete, 786 »besondere
Kombinationen«, im ganzen
9193 aufgezählt, wovon 25 Proz. als veraltet und 4 Proz.
als fremdsprachig oder nicht vollständig eingebürgert bezeichnet werden. John Foster Kirk hat Allibones »Dictionary of English
litterature« vervollständigt. In seinen beiden Ergänzungsbänden führt er nicht weniger als
37,000 Verfasser auf. Des großen »Dictionary of National Biography« haben wir oben gedacht. - In diesem Zusammenhang darf
schließlich auch ein deutsches Werk genannt werden, welches der großen anglo-germanischen Völkerfamilie als brauchbares
Verständigungsmittel zu dienen bestimmt ist: das seit Anfang 18
91 in Berlin
[* 20] erscheinende encyklopädische englisch-deutsche
und deutsch-
englische Wörterbuch von Ed. Muret (ein Parallelwerk zu dem bekannten franz.-dtsch. Sachs-Villatteschen Wörterbuch),
das für Deutschland
[* 21] zuerst die Ergebnisse des obenerwähnten Murrayschen Wörterbuches sowie des 1888-92 in New York erschienenen
»Century Dictionary« in mustergültiger Weise verwertet und demzufolge alle bisher erschienenen engl.-dtsch. Wörterbücher
an Reichhaltigkeit weit überflügelt.