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Der wahre Hintergrund der europäischen Energiekrise
Exorbitante Geldschöpfung durch die Zentralbanken, Aufhebung langfristiger Lieferverträge und die Blockierung von North Stream aus geopolitischen Gründen.
Jemand sollte den europäischen Bürgern erklären, dass es im deutschen Greifswald an der Nordsee ein Pipeline-Terminal gibt, das sofort 55 Mrd. m³ Erdgas liefern und so die derzeitige Lücke für Verbrauch und strategische Reserven in Europa fast vollständig schliessen könnte.
Das einzige Problem ist, dass Brüssel die Lieferung blockiert und lieber Gas auf dem Spotmarkt kauft, obwohl es viermal teurer und knapp ist. Bei der Pipeline handelt es sich um die berühmte Nord Stream 2, und die Gründe, warum Brüssel und Berlin die Genehmigung blockieren, sind rein geopolitisch.
Der russische Präsident Wladimir Putin kritisierte öffentlich die irrsinnige Politik der EU, auf Anraten der Briten die Praxis langfristiger Energieverträge aufzugeben, um sich auf Spotmärkte zu verlassen. Er erklärte auch, warum Russland nicht mehr Gas durch die bestehenden Pipelines durch die Ukraine pumpen kann, da sie veraltet sind und unter höherem Druck explodieren könnten.
Auf der jüngsten Tagung des Waldai-Clubs wies er auch darauf hin, dass der steile Anstieg der Energiepreise auf die Liquidität der Zentralbanken zurückzuführen ist:
«Es geht nicht nur um Energiequellen oder Gas, sondern auch um den Zustand der Weltwirtschaft. In den führenden, wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern kommt es zunehmend zu Engpässen.»
So hätten die USA kürzlich wieder beschlossen, ihre Staatsverschuldung zu erhöhen. «Das bedeutet, dass die Federal Reserve Geld druckt und es der Regierung zur Verfügung stellt. Das ist Emission. Das Defizit steigt, und als Derivat der Emission nimmt die Inflation zu. Das führt zu Preissteigerungen bei Energiequellen, bei Strom. So funktioniert das, nicht anders herum.» Putin führte dies nicht weiter aus, aber seine Beschreibung ist im wesentlichen richtig.
Wir möchten hinzufügen, dass die Fed Geld in zweistelliger Billionenhöhe druckt, um nicht nur Staatsanleihen, sondern Vermögenswerte aller Art von den Banken zu kaufen.
Die Energiefrage stand auf der Tagesordnung beim Treffen des Europäischen Rates am 21.-22.10., aber es wurden keine Massnahmen ergriffen, ausser - auf Wunsch von Prag - der geplanten Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Überprüfung der Gas- und Stromspotmärkte. Aber es gibt nichts zu überprüfen, was nicht bereits bekannt wäre: Diese Märkte sind beherrscht von Derivatgeschäften, bei denen dieselben Energieverträge mehrmals täglich von Händlern verkauft werden, die diese Energie nicht benötigen und den Preis in die Höhe treiben.
Der Fall des Kohle-Spotmarktes in Shenzhen zeigt, was getan werden kann. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission stellte laut Global Times vom 20.10. fest: «Die Kohlepreise haben sich völlig von den Grundlagen von Angebot und Nachfrage entfernt, und mit dem Herannahen der Heizsaison steigen die Preise weiter irrational an.»
Daher wurde beschlossen, den aktivsten Futures-Handel mit einem Preislimit von 10% nach oben und unten zu belegen. Am nächsten Tag wurden weitere Massnahmen angekündigt, um die Spekulation mit Termingeschäften für Kraftwerkskohle einzudämmen, z.B. die Anhebung des Gebührenstandards und die Verschärfung des Handelslimits. «Nulltoleranz» für Regelverstösse wurde verkündet.
Infolgedessen sank der Preis der Terminkontrakte für Kraftwerkskohle und erlebte die schlechteste Woche seit fünf Monaten, mit einem Rückgang von fast 30% gegenüber dem Rekordhoch und fast 15% innerhalb einer Woche.
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Der Text stammt aus dem (kostenpflichtigen) Newsletter des Schiller-Instituts.
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