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- Wie funktioniert ein Hörgerät?
- Welche Hörgeräte-Technik gibt es?
- Warum sollte man ein Hörgerät tragen?
- Wie oft muss man die Batterien bei einem Hörgerät wechseln?
- Was ist ein Hörgeräteakustiker?
- Wie teuer ist ein Hörgerät?
- Was kosten Hörgeräte?
- Wer übernimmt die Kosten für ein Hörgerät?
- Wer darf Hörgeräte verkaufen?
- Wo kauft man Hörgeräte?
- Warum pfeifen Hörgeräte?
Wie funktioniert ein Hörgerät?
Auf dem Markt existiert eine Vielzahl an Hörgeräten, die sich nicht nur in der Ausstattung voneinander unterscheiden. Auch verschiedene Bauweisen sind erhältlich, von den klassischen Hinter-dem-Ohr-Geräten (HdO) über die kleineren In-dem-Ohr-Geräten (IdO) bis zu den von aussen unsichtbaren Completely-in-canal-Geräten (CIC). Grundsätzlich bestehen Hörgeräte aber aus den gleichen Komponenten:
- Um akustische Signale aufzunehmen, besitzen Hörgeräte ein oder mehrere Mikrofone. Diese nehmen die Schallwellen auf und geben sie als elektrisches Signal weiter.
- Während das Signal bei alten, analogen Geräten nun lediglich verstärkt wird, findet bei modernen Digitalgeräten ein weiterer Zwischenschritt statt. Ein Mikrochip-Prozessor wandelt das analoge in ein digitales Signal um und bearbeitet dieses. Er filtert beispielsweise unerwünschte Nebengeräusche heraus oder hebt Sprache hervor. Da das verarbeitete Signal in digitaler Form vorliegt, tritt bei der Verarbeitung und Reproduktion zudem kein Qualitätsverlust auf.
- Nachdem das akustische Signal bearbeitet wurde, wird es mithilfe des Verstärkers in der Lautstärke auf den Hörverlust des Trägers angepasst und weitergeleitet.
- Das schliesslich am Lautsprecher ankommende, elektrische Signal wird durch diesen wieder in Schallsignale umgewandelt, die direkt in das Ohr des Trägers geleitet werden.
- Zum Betrieb der einzelnen Komponenten benötigt ein Hörgerät elektrische Energie. Zu diesem Zweck werden in Hörgeräten Batterien verbaut, die nach einiger Zeit gewechselt werden müssen. Einige Geräte werden stattdessen mit wieder aufladbaren Akkus ausgestattet, sodass der Batteriewechsel entfällt.
Welche Hörgeräte-Technik gibt es?
Hörgeräte sind zwar klein, dennoch verbergen sie hochmoderne Technologie in sich. Neben den Bauteilen eines klassischen, analogen Hörgeräts (Mikrofon, Verstärker, Lautsprecher, Batterien) beinhalten heutige Hörgeräte einen Mikroprozessor. Dieser verstärkt das Schallsignal nicht nur, sondern verarbeitet es mithilfe spezieller Software. Aber auch bei den Bauarten gibt es Unterschiede. So haben sich drei Systeme herauskristallisiert: Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO), In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO) und Completely-in-canal-Hörgeräte (CIC).
HdO-Hörgeräte
Die bekannteste Hörgeräte-Bauform ist die HdO-Variante. In diesem Fall wird das kleine Gerät hinter das Ohr geklemmt, der Hörer wird in den Gehörgang gesteckt. Über ein sehr dünnes Kabel gelangt das verstärkte Signal vom Hörgerät zum Hörer. Damit der Lautsprecher sicher im Gehörgang sitzt, wird er oft mit einem angepassten Ohrpassstück (Otoplastik) im Ohr fixiert. Eine alternative Variante, die eher bei hochgradigen Schwerhörigkeiten eingesetzt wird, sind HdO-Hörgeräte mit Schallschlauch. In dieser Hörgerätart gelangt der Schall vom Gerät über einen Schallschlauch an eine exakt an den Gehörgang der Nutzers angepasste Otoplastik.
IdO- und CIC-Hörgeräte
Eine kleinere Variante sind die IdO-Geräte. Alle Bauteile befinden sich hier in einem an die Form des Ohres angepassten Gerät. Aufgrund ihrer Grösse sind IdO-Hörgeräte weniger leistungsfähig als HdO-Geräte, weshalb sie sich nur für leichte bis mittlere Hörverluste eignen. Auch innerhalb der Gruppe der IdO-Geräte gibt es grössen- und leistungstechnische Abstufungen. Neben Geräten, die noch sichtbar in der Ohrmuschel platziert werden, gibt es auch die CIC-Variante. Diese kleinste Form der Hörgeräte wird tief in den Gehörgang direkt vor das Trommelfell gesteckt. Allerdings eignen sich diese kleinen Geräte nur für leichte Hörverluste.
Warum sollte man ein Hörgerät tragen?
Wird das Gehör schlechter, lässt sich dies an mehreren Punkten festmachen. Beispielsweise sind die hohen Töne zuerst betroffen. Sind Vogelgezwitscher, Türklingeln oder plätscherndes Wasser also nur noch schlecht oder gar nicht mehr zu hören, ist dies ein dringendes Warnsignal. Aber auch wenn Gesprächspartner nur noch mit grosser Anstrengung zu verstehen sind, ist die Ursache dafür oft ein Hörverlust. Ständiges Nachfragen und Schwierigkeiten beim (Zu-)Hören sorgen dabei nicht nur für körperlichen, sondern auch für psychischen Stress. Betroffene fühlen sich oft müde und verkleinern ihr soziales Umfeld – aus Angst, nicht ernstgenommen zu werden.
Moderne Hörgeräte bekämpfen diese Probleme effektiv. Zwar lässt sich ein Hörverlust in den meisten Fällen nicht korrigieren, durch Hörgeräte und Hörtrainings ist es aber möglich, Hörprobleme weitestgehend auszugleichen. Die Minicomputer leisten dabei einiges an Arbeit. Sie verstärken nicht nur akustische Signale, sie filtern auch Störgeräusche heraus, schwächen Umgebungsgeräusche ab und verstärken gezielt gesprochene Laute. Dadurch hören Hörgeräteträger ihre Mitmenschen wieder besser, können Konversationen auch in der Gruppe folgen und besser und selbstsicherer mit ihrem Umfeld interagieren. Dabei sind einige Modelle auch von aussen unsichtbar komplett im Gehörgang platzierbar.
Ein professionelles Hörgerät ist somit dazu in der Lage, die Lebensqualität Hörgeschädigter zu erhöhen und deren psychischen sowie körperlichen Gesundheitszustand zu verbessern. Daher wird die Anschaffung eines Hörgerätes bei Schwerhörigkeit auch von den Versicherungen unterstützt. Die Kosten für ein Gerät der Einsteigerklasse, der zugehörigen Beratung durch einen Hörgeräteakustiker und der Anpassung des Produkts können bereits mit dem Pauschalzuschuss der Invalidenversicherung (IV) gedeckt werden. Findet die Erstanschaffung erst im Pensionsalter statt, erstattet die Alten- und Hinterlassenenversicherung einen Pauschalbetrag in Höhe von 75 Prozent des IV-Betrags. Somit lohnt es sich auch aus finanzieller Sicht, bei Anzeichen eines Hörverlusts einen Spezialisten aufzusuchen.
Wie oft muss man die Batterien bei einem Hörgerät wechseln?
Die Batteriewechselintervalle bei Hörgeräten hängen von verschiedenen Faktoren ab. Einer dieser Faktoren ist die Grösse der Batterie, die sich von Hörgerät zu Hörgerät unterscheidet. Aber auch das Gerät selbst steht im Zusammenhang mit der Lebensdauer einer Batterie. Ein einfaches Produkt mit wenigen Zusatzfunktionen benötigt weniger Energie als eine hochklassige Hörhilfe mit vielen Extras wie beispielsweise einer kabellosen Verbindung zum Fernseher. Die Tragedauer ist ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt. Wird ein Gerät nur dreimal in der Woche getragen, benötigt es weniger Energie, als wenn es jeden Tag im Einsatz ist. Hierbei gilt es aufgrund der speziellen Bauweise der Batterien jedoch auch zu beachten, dass eine Halbierung der Tragezeit zwar die Lebensdauer der Batterie erhöht, sie allerdings nicht verdoppelt.
Je nach Kombination dieser drei Faktoren müssen Hörgerätebatterien also in verschiedenen Intervallen gewechselt werden, diese betragen zwischen drei Tagen und zwei Wochen. Lässt die Leistung des Geräts merklich nach, sollte die Batterie bereits ausgetauscht werden. Lässt die Energie noch weiter nach, informiert das Gerät den Träger mittels akustischer Signale über den nötigen Wechsel.
Was ist ein Hörgeräteakustiker?
Ein Hörgeräteakustiker kümmert sich um den Verkauf, die Anpassung und die Wartung von Hörgeräten an hörgeschädigte Personen. In der Schweiz ist der Beruf des Hörgeräteakustikers ein Ausbildungsberuf der höheren Berufsbildung.
Ausbildung zum Hörgeräteakustiker
Zuständig für die Ausbildung ist in der Schweiz die akademie hörenschweiz. Die Ausbildung selbst erfordert eine dreijährige Ganztagstätigkeit in einem Hörakustik-Fachbetrieb. Zusätzlich werden Auszubildende in einem begleitenden Ausbildungskurs auf ihren Beruf vorbereitet. Am Schluss der Ausbildung steht eine Berufsprüfung, deren Bestehen mit dem Eidgenössischen Fachausweis für Hörgeräteakustiker zertifiziert wird. Trägern des Fachausweises ist es gestattet, einen eigenen Fachbetrieb zu führen und mit den Versicherungsgesellschaften abzurechnen. Letzteres erfordert während der Berufsausübung jährlich vier Tage Weiterbildung.
Der Beruf des Hörgeräteakustikers
Der Beruf des Hörgeräteakustikers vereint mehrere Arbeitsfelder in sich. Bei einer Untersuchung stellt der Akustiker zunächst fest, wie stark der Hörverlust ausgeprägt ist. Anschliessend klärt er den Betroffenen über seine Schwerhörigkeit und mögliche Behandlungsmethoden auf. Auf Basis dessen berät der Hörgeräteakustiker seinen Patienten über die möglichen Hörgeräte, legt ihm Vor- und Nachteile der Bauweisen und einzelner Modelle dar und orientiert sich dabei auch am zur Verfügung stehenden Budget seiner Kunden. Ist ein passendes Gerät gefunden, passt der Akustiker die Software des Geräts in Zusammenarbeit mit dem Träger an dessen Hörverlust an, sodass dieser ein Gerät erhält, das genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Doch hiermit endet die Tätigkeit eines Hörgeräteakustikers nicht, denn auch nachträgliche Anpassungen und Abstimmungen sowie die Wartung der Geräte werden von ihm durchgeführt. Der Beruf erfordert also nicht nur technische und medizinische, sondern – aufgrund des regelmässigen Umgangs mit Patienten – auch soziale und – vor allem bei der Leitung eines Betriebs – wirtschaftliche Kenntnisse.
Wie teuer ist ein Hörgerät?
Auf dem Hörgerätemarkt herrscht eine grosse Vielfalt. So gibt es Geräte auch in allen Preisklassen. Günstige Einsteigergeräte sind bereits ab einigen Hundert CHF erhältlich, die teuersten Oberklassemodelle schlagen mit über 3’000 CHF zu Buche. Dabei ist Hörgerät allerdings nicht gleich Hörgerät, denn während günstige Modelle nur über Grundfunktionen verfügen, sorgen die Zusatzfunktionen der höheren Klassen für ein besseres und natürlicheres Hörerlebnis.
Günstige Modelle – Hörgeräte der Einstiegsklasse
Die günstigsten Hörverstärker bieten vor allem in häuslichen Situationen eine verlässliche Unterstützung für das Gehör. Sie verstärken das Audiosignal digital und geben es an das Gehör weiter. Dabei ist es dem Träger in der Regel möglich, zwischen verschiedenen Verstärkungsstufen zu wählen, um das Gerät an die Situationen anzupassen. Die meisten Geräte dieser Preisklasse bieten zudem eine Rückkopplungsunterdrückung, sodass das Gehör nicht durch Pfeifen strapaziert wird.
Mittelklasse-Hörgeräte mit Zusatzfunktionen
Zusätzlich zur Ausstattung der günstigen Geräte verfügen Hörhilfen der Mittelklasse über weitere praktische Funktionen. So ist es beispielsweise möglich, sie kabellos mit Fernsehgeräten, Telefonen oder Musikanlagen zu verbinden. Der Ton wird in diesem Fall direkt auf die Lautsprecher der Geräte übertragen, was einen sonst durch die Verstärkung verursachten Qualitätsverlust verhindert. Die Digitaltechnik ermöglicht es zudem, dass die Hörgeräte dazu in der Lage sind, Sprache zu erkennen und für den Hörer hervorzuheben. Hintergrundgeräusche werden dabei abgeschwächt, wodurch der Träger Gesprächspartner auch in lauter Umgebung besser verstehen kann. Die verbaute Technik ermöglicht es den Geräten ausserdem, die Richtung, aus der ein Schallsignal kommt, zu erkennen.
Akustische Allrounder – Hörgeräte der Oberklasse
Oberklasse-Geräte haben ihren Preis, bieten dafür aber auch viele Funktionen, die für einen optimalen Hörkomfort sorgen. So erkennen sie automatisch unterschiedliche Hörsituationen – beispielsweise ob Sie sich zuhause, im Restaurant oder auf der Strasse befinden – und passen sich daran an. Dadurch wird sichergestellt, dass das Gehör nicht durch übermässige Verstärkung von Stör- oder Umgebungsgeräuschen beschädigt wird und dass Gesprächspartner stets zu verstehen sind. Richtmikrofone und spezielle Software ermöglichen es dem Träger zudem, stets die Position einer Schallquelle ausfindig zu machen. Werden Geräte beidseitig getragen, stimmen diese sich aufeinander ab, wodurch für Hörgeschädigte auch Stereo-Hören möglich wird. Eine grosse Auswahl an Farben und Designs sorgt letztlich dafür, dass Träger stets ein Hörgerät erhalten, das nicht nur optimal auf ihr Hörproblem abgestimmt ist, sondern auch optisch ihrem Geschmack entspricht.
Was kosten Hörgeräte?
Um die Kosten für ein Hörgerät zu berechnen, genügt es nicht, sich nur mit dem Hörgeräte-Preis auseinanderzusetzen. Die tatsächlichen Ausgaben berücksichtigen auch andere Faktoren, zum Beispiel den Preis für Batterien, der eventuellen Reparatur und einer erneuten Anpassung des Geräts, aber auch die Pauschalzuschüsse von Invaliden- oder Alters- und Hinterlassenenversicherung (IV, AHV).
Verrechnung der Anschaffungszuschüsse
IV- und AHV-Versicherte erhalten nach entsprechender Attestierung des Arztes einen Pauschalbetrag als finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung eines Hörgeräts. So steht IV-Versicherten ein Betrag von 840 CHF bei einem, beziehungsweise 1’650 CHF bei zwei Hörgeräten zu. AHV-Versicherte erhalten – unabhängig davon, ob ein oder zwei Hörgeräte gekauft werden – 75 % des einfachen IV-Betrags, also 630 CHF. Berücksichtigt man diese Beträge, ergeben sich folgende Eigenanteilskosten bei der Erstanschaffung eines Hörgeräts:
|Eigenanteilskosten pro Ohr||Einstiegsklasse||Mittelklasse||Oberklasse|
|IV-versichert||ca. 0–500 CHF||ca. 1’000–2’000 CHF||ca. 2’000–3’000 CHF|
|AHV-versichert||ca. 500–1’500 CHF||ca. 1’500–2’500 CHF||ca. 2’500–3’500 CHF|
Laufende Kosten nach dem Kauf
Neben dem Kaufpreis sind aber auch noch weitere Kosten zu beachten. Je nach Hörgerätmodell und verbauter Batterie muss letztere mehr oder weniger oft ausgetauscht werden. Das Wechslungsintervall liegt hierbei zwischen drei bis sieben Tagen und etwa zwei Wochen. Somit benötigen Hörgerätebesitzer circa 60 Batterien pro Jahr, wenn sie das Gerät regelmässig tragen. Die Kosten eines solchen Jahresvorrats belaufen sich aufgrund der grossen Vielfalt an Händlern und Herstellern auf etwa 10 bis 130 CHF. Die IV unterstützt bei ihr versicherte Hörgeräteträger finanziell jährlich mit 40 CHF bei einem beziehungsweise 80 CHF bei zwei Hörgeräten für den Kauf neuer Batterien.
Moderne technische Geräte weisen hin und wieder Defekte auf, die von einem Fachmann repariert werden müssen, so auch Hörgeräte. Innerhalb des ersten Jahres nach Kauf eines Hörgeräts fallen Reparaturen unter die Garantie des Herstellers. Nach Ablauf dieses Jahres tragen Hörgerätebesitzer Reparaturkosten selbst. Jedoch erstattet die IV gegen Vorlage des Belegs Geld zurück: bis zu 200 CHF bei Reparaturen an der Elektronik und bis zu 130 CHF bei sonstigen Reparaturen. AHV-Versicherte erhalten neben einem alle fünf Jahre möglichen Zuschuss zum Kauf eines neuen Geräts keine weiteren Leistungen von der Versicherung.
Ob für die anfängliche Beratung und weitere Anpassungen nach dem Kauf zusätzliche Kosten entstehen, ist von Fachgeschäft zu Fachgeschäft unterschiedlich. Hier gilt es, bereits vor dem ersten Beratungsgespräch die Kosten für Beratung (auch bei Nichtkauf) und Zusatzleistungen abzuklären, um die Gesamtkosten für ein Hörgerät besser einzuschätzen.
Wer übernimmt die Kosten für ein Hörgerät?
Wurde bei Ihnen eine Hörminderung festgestellt, tragen Sie die Kosten für ein Hörgerät nicht alleine. Je nach Fall erhalten Sie bei einem diagnostizierten und attestierten Hörverlust nämlich Zuschüsse von der Invalidenversicherung (IV) oder der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV).
Zuschüsse der IV
Erwerbstätige und -fähige Personen, die ein Hörgerät benötigen, erhalten von der IV seit dem 1. Juli 2011 einen Pauschalbetrag von 840 CHF bei einseitiger, beziehungsweise 1’650 CHF bei beidseitiger Versorgung. Dadurch soll es Betroffenen ermöglicht werden, auch trotz ihres Hörverlustes weiterhin ihrem Beruf nachzugehen. Die Pauschalbeträge ermöglichen dabei eine Versorgung mit einem einfachen, aber hochwertigen Hörgerät und decken zudem Kosten für Service und Beratung mit ab. Des Weiteren erhalten Betroffene jährlich 40 (einseitig) oder 80 (beidseitig) CHF für den Kauf neuer Batterien. Die IV beteiligt sich zudem an den Reparaturkosten für Geräte, die älter als ein Jahr sind. Reparaturen an der Elektronik werden hierbei mit bis zu 200 CHF, Reparaturen anderer Art mit bis zu 130 CHF unterstützt. Alle sechs Jahre unterstützt die IV Patienten bei der Anschaffung eines neuen Geräts.
Zuschüsse der AHV
Bereits pensionierte Personen mit Hörverlust erhalten bei einer Erstversorgung einen Zuschuss der AHV. Dieser beträgt 75 % des IV-Zuschusses für ein Ohr, also 630 CHF. Wurde die Erstversorgung bereits durch die IV sichergestellt, sinkt der Zuschussbeitrag bei Eintritt ins AHV-Alter nicht ab. Zudem haben durch die AHV bezuschusste Patienten alle fünf Jahre ein Anrecht auf ein neues Hörgerät – Voraussetzung hierfür ist eine Verordnung durch den behandelnden Arzt.
Sonderregelung für Kinder
Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gilt eine Sonderregelung. Hier bezahlt die IV die Kosten für die Anschaffung und Anpassung durch Pädakustik-Fachleute bis zu einem Maximalbetrag, der höher liegt als die Pauschale für Erwachsene. Bei einseitiger Versorgung übernimmt die IV Kosten bis zu 1’600, bei beidseitiger bis zu 2’400 CHF.
Wer darf Hörgeräte verkaufen?
Hörgeräte gelten als medizinische Produkte. Daher dürfen sie nur durch entsprechende Fachhändler veräussert werden. Problematisch hierbei ist, dass auch in Supermärkten und bei der Post immer mehr als Hörgerät bezeichnete Geräte verkauft werden. Bei diesen handelt es sich aber um sogenannte Hörverstärker. Diese sorgen lediglich für eine Verstärkung aller akustischen Signale und stehen technisch nicht in Konkurrenz zu zertifizierten Hörgeräten. Zudem erhalten Käufer von Hörverstärkern keine individuelle Anpassung des Geräts an ihr Gehör. Die Hörverstärker bieten meist lediglich einige wählbare Lautstärkestufen. Sie sind demnach nicht dazu in der Lage, einen Hörverlust langfristig auszugleichen, sie eignen sich einzig zur gelegentlichen Verwendung.
Wo kauft man Hörgeräte?
Hörgeräte sind bei Fachhändlern, also Hörgeräteakustikern, erhältlich, aber auch in der Apotheke, bei der Post und sogar beim Discounter finden sich immer häufiger Hörhilfen im Angebot – oft sind diese zudem günstiger als Geräte vom Fachmann. Zu den Preisunterschieden kommt es aber nicht ohne Grund.
Hörgeräte von Discounter und Co.
Bei den von Detailhändlern, Discountern und anderen Geschäften verkauften Geräten handelt es sich in vielen Fällen nur um Hörverstärker. Diese sind zwar zu niedrigen Preisen erhältlich, bergen allerdings auch Nachteile und Risiken. Sie sind im Prinzip ähnlich wie ein Hörgerät aufgebaut (Mikrofon, Verstärker, Lautsprecher, Batterie), dienen aber lediglich der ungeregelten Verstärkung alle akustischen Signale. Eine wirkliche Anpassung an das Gehör und die Hörprobleme eines Hörgeschädigten ist kaum möglich. Da die Geräte zudem alle Signale, nicht nur ausgewählte, verstärken, werden auch Hintergrundgeräusche lauter an den Hörer weitergegeben. Die schlechten Regulierungsmöglichkeiten führen mitunter sogar zu einer stärkeren Schädigung des Gehörs.
Zertifizierte Geräte und kompetente Beratung vom Hörgeräteakustiker
Eine Garantie für ein qualitativ hochwertiges Hörgerät, das auf das eigene Hörempfinden abgestimmt ist, bietet der Besuch beim Hörgeräteakustiker. Dieser hat nicht nur eine grosse Auswahl an Hörgeräten in jeder Preisklasse und mehrerer Hersteller, er berät Kunden auch kompetent und erklärt ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle und Bauarten. Durch einen professionellen Hörtest stellt er die Stärke des Hörverlusts fest und passt nach Auswahl des Kunden die Hörhilfe an das Gehör seines Patienten an. Zudem hilft er, falls nach dem Kauf Probleme oder Defekte auftreten. Dabei sind auch beim Hörgeräteakustiker Hörgeräte zu ähnlichen Preisen wie Hörverstärker erhältlich, inklusive Beratung und Anpassung.
Warum pfeifen Hörgeräte?
Fängt das Hörgerät beim Tragen an zu pfeifen, hat dies in der Regel eine Rückkopplung als Ursache. Diese entsteht, wenn Schall vom Lautsprecher des Geräts an das Mikrofon gelangt. Das Signal wird so ständig weiter verstärkt und dann als unangenehmes Pfeifen wahrgenommen. Moderne Hörgeräte verfügen häufig über Software, die Rückkopplungen erkennen und verhindern soll. Trotzdem kann es, vor allem bei Geräten der Einstiegsklasse, hin und wieder zu einer Rückkopplung kommen. Diese kann verschiedene Ursachen haben.
Technische Gründe
Der einfachste Fall ist ein zu laut eingestelltes Hörgerät. Je lauter der Schall aus dem Lautsprecher des Geräts kommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Mikrofon ihn wahrnimmt und eine Rückkopplung erzeugt. Eine Reduzierung der Lautstärke kann somit bereits helfen, das Problem zu beheben. Allerdings ist häufig auch ein schlecht sitzendes Ohrpassstück (Otoplastik), das bei Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten eingesetzt wird, die Ursache. Ist dieses nicht optimal an das Ohr des Trägers angepasst, dringt Schall aus dem Gehörgang durch die Zwischenräume von Ohr und Otoplastik an das Mikrofon. Durch die Anpassung der Otoplastik oder eine Anpassung des Geräts selbst ist es Hörgeräteakustikern möglich, Pfeifgeräusche mit technischen Ursachen zu beheben.
Andere Ursachen von Rückkopplungen
Scheiden technische Probleme als Ursache aus, kommen auch andere Faktoren in Betracht – so zum Beispiel ein ungünstig geformter Gehörgang, der durch seine Form das Ausdringen von Schall begünstigt. Aber auch eine übermässige Produktion von Ohrenschmalz führt zu Rückkopplungen, wenn es einen Pfropfen bildet und den Gehörgang verstopft. Dieser reflektiert den Schall des Hörgeräts nämlich direkt zurück. Die Entfernung eines solchen Pfropfens sollte vom HNO-Arzt vorgenommen werden. Dieser und ihr Hörgeräteakustiker stehen ausserdem bei der Planung des weiteren Umgangs mit den Pfeiftönen zur Beratung zur Verfügung.
Wenn Sie manchmal Mühe haben Ihr Gegenüber zu verstehen oder die Vögel nicht mehr zwitschern und die Grillen nicht mehr zirpen hören, dann sollten Sie das ernst nehmen. Ein professioneller Hörtest genügt bereits um zu klären, ob mit Ihrem Gehör noch alles in Ordnung ist.
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