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28. September 2018
-News, IAM
Erika Mesmer, Client Relationship Manager
Für die Bewertung von Aktienmärkten gibt es viele verschiedene Indikatoren. Einer davon ist das konjunkturbereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (cyclically adjusted price earnings ratio) – CAPE, welches von Robert Shiller, Wirtschaftsnobelpreisträger von 2013, entwickelt wurde.
Das CAPE wird berechnet, indem der Aktienkurs durch den 10 Jahresdurchschnitt von Erträgen dividiert wird. Je niedriger das Verhältnis, desto günstiger sind die Aktien, je höher, desto mehr sind die Anleger derzeit bereit, für ein Unternehmen und dessen Erträge zu zahlen.
Betrachtet man die Entwicklung über einen längeren Zeitraum, ist es interessant die Entwicklung von CAPE in verschiedenen Regionen zu beobachten. Die folgende Grafik zeigt, dass Schweizer Aktien (dunkelblaue Linie) in den meisten Perioden höher bewertet waren als die Aktien aus USA (grünblaue Linie) und Europa (graue Linie).
Es ist noch interessanter, das CAPE von Europa mit den USA zu vergleichen. Vor der Finanzkrise im Jahr 2009 entwickelten sie sich ähnlich. Nach der Finanzkrise erholten sich die USA jedoch viel schneller als der Rest der Welt und der US-Aktienmarkt hat seine Rallye seither fortgesetzt. Betrachtet man heute den CAPE für den US-Markt, er ist seit 2016 höher als der traditionell teurere Schweizer Markt und hat das CAPE für Europa seit 2012 deutlich hinter sich gelassen. Das CAPE für Europa spiegelt sehr gut die moderaten Entwicklung wider, die die europäischen Märkte in den letzten Jahren gemacht haben, sowie das beachtliche Aufholpotenzial, das diese Märkte im Vergleich zu den USA haben. Dies hat uns dazu geführt, US-Aktien derzeit deutlich zu untergewichten und Europa zu übergewichten.