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Albert Zeller hat kürzlich den Schweizer im Amerikaner entdeckt: «Ich bin mir mein eigenes Vorbild», sagt er und ist stolz darauf, dass er es mit Schweizer Tugenden zum amerikanischen Kleinunternehmer geschafft hat.
Dagegen hat Donald Tritt, wie er selber sagt, kein realistisches, sondern ein idealistisches Bild der Schweiz. Er ist als Sohn von AuswanderInnen bereits in den USA geboren und spricht kein Deutsch, doch trägt er «zum Trost den roten Schweizer Pass in meinem Herzen».
Das Buch «Nach Amerika» versammelt dreizehn Lebensberichte von in die USA ausgewanderten Schweizern. Der Band bedient offensichtlich das zeitgenössische Interesse an «oral» und «local history». Neun der Männer, zwischen 1927 und 1947 geboren, hat Susann Bosshard-Kälin zum Sprechen gebracht; dazu kommen vier autobiografische Berichte von Männern, die teilweise schon nach dem Ersten Weltkrieg ausgewandert sind. Unter den Erzählenden finden sich etliche Bauernbuben und etliche, die im Gastgewerbe und im Tourismus gelandet sind. Bei allen waren Wagemut, Flexibilität und Durchsetzungsvermögen vorhanden, zweifellos. Doch fällt auf: In den fünfziger und sechziger Jahren gab es in den USA offensichtlich noch Jobs. Praktisch alle Ausgewanderten sind in kleinstädtischen oder ländlichen Gebieten gelandet. Grössere Weltläufe kommen kaum zur Sprache. Ein idealistischer Blick zurück auf die Schweiz ist bei den meisten gegeben, wiewohl nicht ganz so skurril wie bei Donald Tritt. Aber der ist ja schliesslich auch Psychologe.
Wichtig sind die Schweizer Netzwerke, die Stellen, soziale Kontakte und Hilfeleistungen zu vermitteln vermochten, wie bei allen Migrationsgemeinschaften. Auch nicht ganz unbekannt ist die zweifache Bewegung: Diese Männer, die ins Offene zogen und auf den Goodwill der Einheimischen angewiesen waren, werden im Alter eher konservativ und schauen bezüglich anderer Gemeinschaften kaum mehr über die Schweizer Nasenspitze hinaus.