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Siehe auch > Franzosen machten vier Wochen Ferien
Australien hat sich in seiner U-Boot-Strategie gegen Frankreich und für die USA entscheiden; und wird strategisch durch das neue AUKUS-Bündnis mit Britannien und den Vereinigten Staaten aufgewertet. Militärisch ist die Frage von Belang, welches U-Boot die Royal Australian Navy (RAN) wann einsetzen kann.
Wie weiter mit Australien und den USA?
Wir stellten diese Frage unserem USA- und Nautik-Experten Oberst i Gst Jürg Kürsener. Er wies zuerst auf die Überlastung der beiden amerikanischen U-Boot-Werften hin. In Virginia und Connecticut arbeiten die beiden Unternehmen unter Hochdruck an eigenen Aufträgen:
- Bei den taktischen Jagd-U-Booten geht es um die Ablösung der Los-Angeles- durch die Virginia-Klasse. Die US Navy setzt derzeit noch 29 Los-Angeles- und schon 17 Virginia-Schiffe ein. Der Virginia-Auftrag ist aber bei weitem nicht erfüllt: Die Navy erhält 30 moderne U-Boote dieses Typs.
- Bei den strategischen Unterseebooten ersetzt die Columbia- die Ohio-Klasse. Zurzeit tragen 14 Ohio-Boote mit je 20 UGM-143A Trident D-5/D-SLE und je vier 533-mm-Torpedos die Last. Die Trident, eine ballistische Langstreckenrakete, gehört in der atomaren Abschreckung zur amerikanischen Triade.
Auf dem Papier drei Optionen
Die volle Auslastung der amerikanischen Werften wirft Schatten auf die Optionen, die Australien und die USA für die Ausgestaltung ihres Handels haben. Jürg Kürsener sieht auf dem Papier im groben Raster drei Optionen:
- Australiens Collins-U-Boote stammen aus den 1990er-Jahren und müssen zügig ersetzt werden. Eine erste Option könnte im temporären Leasing einer Anzahl amerikanischer Einheiten der Los-Angeles-Klasse bestehen. Dank dieser Überbrückung bliebe die RAN operationell, bis die Werften an Amerikas Ostküste moderne Boote, womöglich der Virginia-Klasse, liefern.
- Eine zweite Option bestünde im Warten auf die acht Virginia-Einheiten, die der RAN für Jahrzehnte mehr operatives und strategisches Gewicht verleihen.
- Die dritte Option mutet eher entfernt an. Wohl unterhält Australien im Raum Adelaide leistungsfähige Werften. Australische Politiker bringen einen Ansatz ins Spiel, der auf der Entwicklung eines eigenen neuen Jagd-U-Bootes beruht – verbunden mit der amerikanischen Nukleartechnik, die der neue Pakt den Australiern verspricht.
Gewandt eingefädelt
Premier Morrison, sein Kabinett, der Generalstab und die Navy-Führung unter Vice Admiral Noonan haben bewiesen, dass sie rational denken und Lord Palmerstons Weisheit kennen: “Staaten haben keine Freunde, sie haben nur Interessen.”
So geschickt Morrison und Noonan den AUKUS einfädelten, so klug werden sie wohl auch den Weg zur besten U-Boot-Rüstung einschlagen.