Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/154

Zum Beispiel in Indien: dort hungern nach wie vor 225 Millionen Menschen, wie das FAO mitteilt. Das seien mehr als in jedem anderen Land.
Ebenso schockierend ist das Beispiel der Demokratischen Republik Kongo. Das frühere Zaire im Kongobecken ist derart fruchtbar, dass Fachleute meinen, es könnte ganz Afrika ernähren. Doch Bürgerkrieg haben die Landwirtschaft verkommen lassen. Heute hungern dort nach Angaben der FAO 64 Prozent der Bevölkerung.
10 Millionen Menschen sind im südlichen Afrika von einer Hungersnot bedroht. Darauf weisen die FAO und das Welternährungsprogramm WFP hin. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der vom Hunger gefährdeten Menschen noch weiter ansteigen könnte.
In Malawi, Simbabwe, Lesotho und Swasiland drohen Millionen von Menschen wegen eines grossen Mangels an Nahrungsmitteln zu verhungern, heisst es im FAO/WFP-Bericht. In den vergangenen zwei Jahren habe es wegen Unwettern in der Region, Wirtschaftskrisen und Unterbrechungen der landwirtschaftlichen Aktivitäten nur geringe Ernte gegeben. Als Folge herrsche im südlichen Afrika eine der grössten landwirtschaftlichen Katastrophen der letzten zehn Jahre.
Das südliche Afrika müsse in den kommenden 12 Monaten rund vier Millionen Tonnen Nahrungsmittel importieren, um eine Mindestversorgung der Bevölkerung zu erreichen. Davon seien rund 1,2 Millionen Tonnen Nahrungshilfe sofort erforderlich, um das Überleben von 10 Millionen Menschen zu sichern.
Ländliche Entwicklung wichtig
Vier Faktoren entscheiden nach Meinung von Fachleuten über den Erfolg an der Hungerfront: Kein Krieg, Wirtschaftswachstum, das grösser ist als das Bevölkerungswachstum, soziale Auffangnetze für die Ärmsten der Armen und Investitionen in die ländliche Entwicklung.
Den Regierungen fehle oftmals der echte Wille, dem Elend zu begegnen, sind sich die Experten einig. Das gelte für die "Korruptionsregierung" in Kenia ebenso wie für die irakische Diktatur von Saddam Hussein, für das kommunistische Nordkorea oder das OPEC-Land Venezuela.
Allerdings: Auch die grossen Entwicklungs-Geber wie die USA oder die Weltbank hätten in den vergangenen Jahren ihre Hilfen für die Landwirtschaft erheblich gekürzt, erinnern die Fachleute. "Viel lieber fördern sie Vorzeigeprodukte wie Industrieprodukte - mit zweifelhaften Erfolg", wird hervorgehoben.
swissinfo und Agenturen