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|Abt Purchart (1001-1022)

Abt Purchart
Purchart, 1001-1022. Purchart war ein Neffe Ekkeharts I. Aus seiner Jugend wird die Geschichte berichtet, wie er mit Ekkehart II. auf das Schloß Hohentwiel zu Hadwig, der Herzogin von Schwaben, ging, diese mit seinen selbst geschmiedeten Versen ergötzte und von ihr in der griechischen Sprache unterrichtet wurde. Weder aus den Urkunden noch aus dem Profeßbuch läßt sich etwas über sein Leben vor der Abtswahl erkennen. Purcharts Regierungszeit begann 1001. Er soll die unter Kerhart verfallene Klosterzucht wieder hergestellt und viele verlorene Klostergüter, besonders ausgegebene Lehen, wieder ans Kloster zurückgebracht haben. Abt Purchart hat die Konventsgebäude repariert und erweitert, den Kirchenschatz vermehrt sowie wahrscheinlich den Kreuzgang mit einer Bilderfolge aus dem Leben des hl. Gallus ausgestattet, wozu Ekkehart IV. die Inschriften dichtete. Unter ihm wurde die deutsche Sprache besonders gepflegt, lebte doch derzeit Notker Labeo in St. Gallen. Von König Heinrich II. erlangte er am 17.6.1004 die Bestätigung der Immunität und der freien Abtswahl. Gegen rechtliche und finanzielle Ansprüche der Kurie von Konstanz und besonders der Erzpriester muß sich Purchart mit Erfolg gewehrt haben. Anfangs November 1021 schloß sich Purchart dem Zuge Heinrichs II. nach Italien an. Auf dem Heimweg brach im Heer eine Seuche aus, der er am 17.7.1022 zum Opfer fiel, er wurde in "Franchon-Munstere" begraben. Für die große Verehrung, die Purchart in St. Gallen genoß, zeugt auch das Epitaph Ekkeharts IV.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)