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Im Museum Villa dei Cedri in Bellinzona ist eine Ausstellung mit Skulpturen von Camille Claudel eröffnet worden. Gezeigt werden 44 Werke.
Die Skulpturen stammen zum grossen Teil aus dem Privatbesitz von Reine-Marie Paris, einer Nichte der Bildhauerin, und zeigen das gesamte Schaffen von Camille Claudel (1864-1943). Acht Skulpturen von Auguste Rodin, dem Lehrer von Claudel, bereichern die Ausstellung.
Die Wanderausstellung kam vom Singer Museum im holländischen Laren über zwei französische Museen (Carcassonne und Roanne) in die Villa dei Cedri. Dort bleiben die Skulpturen der französischen Künstlerin, die 1943 in einer Irrenanstalt starb, bis am 28. April.
Sprühende Phantasie
Unter den Ausstellungsstücken befinden sich unter anderen die bronzene "Tête d'esclave" (um 1885), welche die Mitwirkung der Künstlerin bei der Realisierung der berühmten "Porte de l'Enfer" von Rodin dokumentiert. Auch die drei Versionen von "La Valse" (1889-1905), dem berühmtesten Werk von Claudel, sind in Bellinzona zu sehen.
Der Ausstellungsführer attestiert Claudel eine sprühende Phantasie. Mit ihrer eigenen Formensprache habe die Bildhauerin Gedichte des Schmerzes von höchster Vollendung geschaffen, angesiedelt zwischen Licht und Schatten.
Unglückliche Liebe
Camille Claudel lernte ihr Handwerk bei Auguste Rodin, für den sie teilweise auch Modell stand. Weil eine Liebschaft mit ihrem Lehrmeister unglücklich endete, machte sie sich 1892 selbständig.
Ihre kreativste Phase durchlebte sie anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts. Später isolierte sie sich zunehmends von ihrer Umwelt. 1913 wurde Claudel in eine Irrenanstalt gesteckt.
Bekannt dank Depardieu und Adjani
Ihre Nichte Reine-Marie Paris sammelte nach dem zweiten Weltkrieg die in ganz Europa verstreuten Werke Claudels. "Ich habe dafür nicht einmal viel bezahlen müssen", sagte sie an der Vernissage in Bellinzona. "Niemand interessierte sich für die Skulpturen."
Erst in den 80-er Jahren erlebte Claudel eine Renaissance - dank einem Spielfilm von 1988 mit den Filmstars Isabelle Adjani und Gérard Depardieu.
swissinfo und Agenturen