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Die Arbeitsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin der linken Regierung Spaniens, Yolanda Díaz, wird bei der Parlamentswahl Ende des Jahres als Spitzenkandidatin ihres neugegründeten Bündnisses Sumar antreten. Die 51-Jährige gab ihre Kandidatur am Sonntag auf einer Zusammenkunft linksgerichteter Parteien in Madrid bekannt. Damit wird die Arbeitsrechtlerin gegen ihren aktuellen Chef, Ministerpräsident Pedro Sánchez von der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE), antreten. Díaz ist derzeit laut verschiedenen Umfragen die beliebteste unter allen Spitzenpolitikern und -Politikerinnen.
«Ich will die erste Ministerpräsidentin unseres Landes werden», rief Díaz unter dem Jubel von rund 3000 Teilnehmern des Treffens. «Wir müssen den Neoliberalismus besiegen.» Sie sei stolz auf die bisherige Arbeit der Sánchez-Regierung. «Aber das ist erst der Anfang, wir wollen noch viel mehr erreichen. Wir müssen eine Menge Dinge ändern.»
Die Kandidatur von Díaz droht zu einer grösseren Spaltung der Linken in Spanien zu führen. Díaz wird von vielen Parteien links der PSOE unterstützt – nur nicht von der stärksten Gruppierung des Spektrums, Podemos. Deren Chefin, die Ministerin für Soziale Angelegenheiten Ione Belarra, hatte offene Vorwahlen zur Bestimmung eines einzigen Spitzenkandidaten gefordert, was Díaz bisher aber zurückwies.
Podemos (Wir können) hatte vor den Parlamentswahlen 2019 zusammen mit Izquierda Unida (Vereinigte Linke) das Wahlbündnis Unidas Podemos (UP) gebildet und ist als solches Koalitionspartner der PSOE. Es gibt in Spanien aber zahlreiche, eher kleinere, linke Parteien, die die Regierung nicht in allen Fragen unterstützen. Mit dem erklärten Ziel, die Linke zu vereinen und zu stärken, hatte Díaz vor einem Jahr Sumar (Summieren) ins Leben gerufen.