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Im Mittelalter war Wien ein Ort der jüdischen Gelehrsamkeit. Doch 1421 ordnete Albrecht V. die Vernichtung der Juden an. Der damaligen Katastrophe sollten weitere folgen – nur durch öffentliche Erinnerung sind Lehren aus der Leidensgeschichte zu ziehen.
Zwischen 1938 und 1945 wurden etwa 65 000 österreichische Juden ermordet. Seit 2000 erinnert am Judenplatz in Wien ein Mahnmal der britischen Künstlerin Rachel Whitehead an die Opfer.
Der Judenplatz im ersten Wiener Gemeindebezirk ist ein vielschichtiger Erinnerungsort. Er hält einschneidende Daten der jüdischen Leidensgeschichte in Wien präsent. Das erste Trauma ist die Wiener Gesera, die Vertreibung und Ermordung der Juden durch Herzog Albrecht V. im Jahr 1421. Das zweite Trauma ist das Pogrom, das Kaiser Leopold I. 1670 veranlasste, um die Juden für vermeintliche Verbrechen zu strafen. Das dritte Trauma ist die Deportation und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten. Der Judenhass, der sich immer wieder in barbarischen Exzessen entlud, hat viele Ursachen. Neben ökonomischen und sozialen spielen religiöse Motive eine wichtige Rolle.