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Kurztherapie
Kurze Geschichte
Die Kurztherapie kommt aus den USA. Nachdem Freud mit seiner ersten Reise nach Amerika 1909 die Psychoanalyse den Amerikanern brachte, expandierte diese damalige revolutionäre Therapie sehr schnell. Bald wurde sie zur akademischen Lehre. Doch der Rahmen der Psychiatrie veränderte sich durch folgende Ereignisse:
* Als die USA in den zweiten Weltkrieg ziehen, müssen sie 1 Million Männer (von 11 Mio) wegen psychiatrischen Störungen nach Hause schicken. Im Laufe der drei Kriegsjahre wurden wieder fast 1 Million Soldaten wegen psychischen Problemen hospitalisiert. Psychiater waren viel zu wenige da, die Regierung suchte dringend nach neuen Konzepten und Therapien, die schnell wirkten. Die Psychotraumatologie war geboren.
* 1963: mit dem National Mental Health Act verpflichtet sich die Regierung, allen kranken Bürgern eine medizinische Behandlung anzubieten. Es darf aber nicht zu viel kosten. Das Hauptproblem ist die Kriminalität. Also werden die Sozialarbeiter in erster Linie eingesetzt. Dazu kam noch, dass diese gewohnt waren mit Familien zu arbeiten. Virginia Satir, eine Sozialarbeiterin, entwickelt die Familientherapie.
* Mit dem Wohlstand des Nachkrieges, wurde es immer selbstverständlicher eine Therapie zu machen. Um gegen diesen “gefährlichen” Trend zu kämpfen, begannen die Krankenversicherungen an, die kostspieligen psychoanalytischen Behandlungen nicht mehr zu unterstützen. Kurze Behandlungen werden heutzutage bevorzugt.
* Neue diagnostische Verfahren (DSM), Statistiken, Videokamera, Computer, Hirnforschung und Neurobiologie: die moderne Psychiatrie verlässt die Freudschen Konzepte, wird immer mehr wissenschaftlich, vergleicht und misst, das Hirn wird gefilmt.
* Neue prominente Therapeuten ersetzen Freud und Adler. Die bekanntesten, Virginia Satir (†1988), Fritz Perls (†1970) und Milton Erickson (†1980) gründeten Schulen, die nach ihrem Tod weiter blühen. Zwei junge Forscher, John Grinder und Richard Bandler, filmen und analysieren das Verhalten der drei erfolgreichen Therapeuten. Sie erfinden die Neurolinguistische Programmation, kurz NLP.
Methode der Kurztherapie
Auch wenn die Kurztherapie keine einheitliche Methode ist, können wir trotzdem folgende Kriterien festsetzen:
* Die Dauer ist in der Regel auf 5 bis 50 Sitzungen beschränkt.
* Nicht die Ursache der Krankheit, sondern die Änderung und das Ziel sind wichtig.
* Der Akzent wird auf die positiven Ressourcen des Patienten gesetzt.
* Der Therapeut verhält sich aktiv, er interveniert. Er benützt eine Strategie, die u.a. Übungen und “Hausaufgaben” beinhalten kann.
Ist eine Kurztherapie oberflächlich?
Entgegen gewissen Vorurteilen kann eine Kurztherapie sehr einschlagend sein. Techniken wie EMDR und NLP können blitzartige, tiefe und nachhaltige Änderungen im Verhalten und Selbstwertgefühl eines Patienten bringen. Da traumatisierte Personen sich vor starken Emotionen und plötzlichen Änderungen fürchten, ist es oft wichtig eine lange Vorbereitung vorzunehmen, um den Patienten zu stabilisieren. Er wird z.b. lernen Kontrolle über seine Emotionen zu bekommen (Bildstopp, Atemübungen,…) und seine eigenen Ressourcen (Hobbies, soziales Netz, Humor,…) zu mobilisieren. Mit dieser Vorbereitung soll man nicht geizen.