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von etwa 1,25 m im Boden verlegt und zwar mit möglichst ebenen Stirnflächen dicht aneinander ohne jeden Verband. [* 2] Letzterer findet als Muffendichtung nur ausnahmsweise Verwendung, wenn das Rohr auf eine bestimmte Strecke gegen das Einwachsen von Wurzeln von Bäumen oder Sträuchern gesichert werden muß. Das Wasser gelangt durch den sehr geringen Zwischenraum der Stoßfugen in die Rohre; die ältere Anschauung, daß das Wasser auch durch die Wandungen des Thonrohrs in das Innere desselben gelangt, ist eine irrige und könnte nur bei schlecht gebrannten Rohren zutreffend sein. In die Stoßfugen gelangt das Wasser durch die feinen Risse, welche sich beim Eindringen des Wassers in den Boden bilden und sich infolge des Eindringens der Luft, des Abtrocknens des Bodens und Zusammenziehens desselben allmählich bis zu den Drainzügen fortsetzen.
Hierdurch erhält ein bindiger Boden im Lauf der Zeit eine gleichmäßige, tiefe Lockerung, wodurch es den Kulturgewächsen ermöglicht wird, sich immer mehr in den Untergrund auszubreiten und die zu ihrer Entwickelung nötigen Nährstoffe aus einem größern Bereich des Bodens zu entnehmen. Es geht hieraus übrigens hervor, daß man in schweren Thon- und Lehmböden keine sofortige, vollständige Wirksamkeit der Drainage [* 3] erwarten darf; oft hat sich erst nach einigen Jahren, spätestens aber nach Durchführung einer vollständigen Rotation die feine Durchlockerung des Bodens gebildet, welche den Erfolg der Drainage gewährleistet. In lockerm Sand- und Humusboden, welcher aus irgend einem Grunde der Trockenlegung bedürftig war, tritt dagegen nach Ausführung der Drainage die Wirkung sofort ein, da diese Bodengattungen stets Zwischenräume von größerer oder geringerer Weite enthalten.
Die Drainage ist am Platz auf allen Böden, welche an stauender Nässe leiden, von denen das Wasser nicht rechtzeitig durch ober- oder unterirdischen Abfluß sowie durch Verdunstung entfernt werden kann. Ein lockerer, tiefgrundiger Sandboden, in welchem das Wasser derartig tief in den Untergrund versinkt, daß es den Pflanzenwurzeln keinen Schaden zufügen kann, braucht demnach nicht drainiert zu werden. Man hat in früherer Zeit wiederholt vorgeschlagen und auch einige bezügliche Einrichtungen ersonnen, den wegen Abwesenheit von stauender Nässe nicht drainagebedürftigen Boden trotzdem zu drainieren und zwar, um eine Zirkulation der Luft im Boden und eine energischere Zubereitung der Pflanzennahrung zu bewirken. Es zeigte sich jedoch, was auch leicht ersichtlich, daß derartige »Luftdrains« zwecklos sind, da in durchlässigem Sandboden, in welchem das auffallende Tagewasser ungehindert versinkt, jedem in den Boden dringenden Wassertropfen ein entsprechendes Volumen Luft nachfolgt, so daß ohnedies eine vollkommene Durchlüftung des Bodens bis zur Tiefe des eindringenden Tagewassers erzielt wird.
In Hinsicht auf die spezielle Anordnung einer Drainage ist folgendes hervorzuheben: Die Saugdrains werden aus dem Grund in der Richtung des stärksten Gefälles des Terrains gelegt, weil sie in diesem Fall im stande sind, das Wasser von beiden Seiten gleichmäßig aufzunehmen. Würde man dieselben in der Richtung der Horizontalen legen, so könnten sie nur das von oben kommende Wasser aufnehmen und müßten demnach erheblich näher aneinander gelegt werden als bei der Anordnung im stärksten Gefälle.
Die Tiefe der Saugdrains soll in der Regel 1,25 m betragen. Bei geringerer Tiefe findet leicht ein Einwachsen von Wurzeln in die Rohre statt, auch könnten dieselben durch Frost Schaden leiden. Man überschreitet auch vorteilhafterweise nicht gern diese Tiefe, da hierbei die Kosten des Erstellens der Gräben zu hoch ausfallen. Nur wenn die Ursache der Versumpfung Grundwasser [* 4] ist, welches sich in größerer Tiefe befindet, müssen die Drainzüge bis in die wasserleitende Schicht hineingelegt werden.
Innerhalb gewisser Grenzen [* 5] nimmt das Entwässerungsgebiet eines Drainstranges mit der Tiefe zu, so daß die Entfernung der Stränge und die Tiefenlage derselben in direktem Zusammenhang stehen. Erstere hängt außerdem noch und zwar in erster Linie von der Bodenbeschaffenheit ab. Je lockerer, durchlassender der Boden ist, je mehr Sandteilchen derselbe enthält, auf desto größere Entfernung erstreckt sich die Wirksamkeit eines Drainstranges nach beiden Seiten hin, desto weiter können mithin die Saugdrains voneinander gelegt werden. Je bindiger der Boden ist, je mehr Thonteilchen derselbe enthält, desto geringer muß der Abstand zweier benachbarter Saugdrains sein, wenn das dazwischenliegende Terrain wirksam entwässert werden soll. Nach praktischen Erfahrungen sind bei einer Tiefe der Drainzüge von 1,25 m folgende Entfernungen angemessene:
|In schwerstem Thonboden||10-12 m|
|" mildem Thon- und kräftigem Lehmboden||12-16 "|
|" sandigem Lehmboden||16-20 "|
|" Sandboden||20-24 "|
|" Sandboden in Ausnahmefällen bis zu||30 "|
Bei komplizierter Drainage muß die Weite der Rohre, namentlich diejenige der Sammeldrains, sorgfältig berechnet werden. Zu berücksichtigen ist, daß die Weite in dem Maß vermehrt werden muß, wie der Strang das Wasser einer größern Fläche aufzunehmen und fortzuleiten hat. Die Bestimmung der Rohrweite geht demnach von der Festsetzung der abzuführenden Wassermenge aus, nach welcher mit Rücksicht auf die Leitungsfähigkeit eines Rohrs von bestimmtem Durchmesser und Gefälle die Länge desselben, bez. die Stelle bestimmt wird, an welcher eine größere Rohrnummer zu wählen ist. Die Lehrbücher der Drainage enthalten Formeln und Tabellen, aus welchen die betreffenden Maße entnommen werden können.
Ausführung. Geräte.
Die Ausführung einer Drainage beginnt mit der Herstellung des Drainplans, zu welchem Zweck eine Vermessung und Nivellierung des Terrains vorgenommen werden muß. In der Regel konstruiert man auf dem Plan Schichtenlinien (Horizontalkurven), d. h. Linien gleicher Höhe, welche ein sehr gutes Bild von der Terrainformation liefern. Auf Grund dieses Plans wird die Drainage entworfen und zwar bei größern Anlagen stets zunächst in der Zeichnung, während man kleinere Anlagen, namentlich solche auf ebenen Flächen, häufig direkt auf dem Terrain absteckt.
Nunmehr erfolgt das Erstellen der Gräben, zu welchem man sich zweckmäßig der sogen. Draingeräte bedient, d. h. Spaten für verschiedene Stichbreiten (Stichspaten, Breitspaten, ferner Hohlspaten zum leichten Herausnehmen der Erde), der Pickelhauen oder Fußpickel zum Lockern sehr harten, namentlich steinigen Bodens, der Hohlkelle, auch Schwanenhals genannt, zur Herstellung einer glatten, der äußern Rohrform entsprechend abgerundeten Sohle. Bei allen diesen Geräten ist auf eine äußerst solide Verbindung mit dem Stiel und auf ein vorzügliches Material (Stahl) zu achten. Wenn sich viele kleine Steine im Boden befinden, so ist es nicht möglich, die Sohle mittels der Hohlkelle derartig glatt herzustellen, daß die Rohre in einer kontinuierlichen Ebene zu liegen kommen. In diesem Fall ebnet man die Sohle mittels des ¶
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Sohlenstampfers, welcher, aus Holz [* 7] gefertigt, an seiner untern Fläche halbrund gestaltet ist. Anstatt der Grabwerkzeuge hat man in früherer Zeit vielfach, zumeist aber nur versuchsweise, Spanngeräte, sogen. Drainpflüge, zur Herstellung oder wenigstens zum ersten Öffnen der Gräben benutzt. Man ist jedoch jetzt allgemein zu der Erkenntnis gelangt, daß diese Spanngeräte keinerlei Vorteile gewähren. Im Zusammenhang mit denselben wurden auch früher wiederholt mechanische Vorrichtungen zum Legen der Rohre, im unmittelbaren Anschluß an das Herstellen der Gräben, erprobt, welche jedoch keine Verbreitung gefunden haben.
Die Grabenarbeit wird erheblich erschwert, wenn sich im Boden viele größere Steine befinden, deren Beseitigung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Zuweilen ist man genötigt, wenn man den Stein nicht in eine seitwärts erstellte Grube hineinwälzen kann, denselben in einem Bogen [* 8] zu umgehen, zu welchem Zweck die Ausdehnung [* 9] des Steins ermittelt und der Rohrstrang in einem angemessen geschweiften Bogen um denselben herumgeführt wird. Das Legen der Rohre erfolgt in der Regel mittels eines eigentümlichen Instruments, des Legehakens, bestehend aus einer eisernen Stange mit Bund, an welche sich im Winkel [* 10] von etwa 80° ein hinlänglich langer Stiel ansetzt.
Die Verbindung der Saug- und Sammeldrains erfolgt allgemein in der Weise, daß das Saugrohr über das Sammelrohr gelegt wird und in beide korrespondierende Löcher geschlagen werden, während das Ende des Saugrohrs mit einem Bruchstein und einer Thonkappe verschlossen wird. Die Verbindungsstelle wird gehörig fest mit Rasen oder Lehm verlegt, so daß eine spätere Verschiebung nicht stattfinden kann. Die Ausmündungen der Sammeldrains in den Vorflutgraben bilden einen schwachen Punkt der Drainanlagen.
Zuweilen findet durch Frost, durch das Einstürzen der Grabenwände oder andre Ursachen eine Zerstörung derselben statt. Auch kommt ein Hineinkriechen von Tieren, z. B. von Fröschen, vor, welches zu Verstopfungen der Drainzüge Veranlassung gibt. Man sucht deshalb, wie bereits erwähnt, die Anzahl der Ausläufe thunlichst zu vermindern. Die Endrohre werden entweder aus Thon oder nach Art der Brunnenrohre aus Holz hergestellt; letzteres Material wird zuweilen wegen seiner bessern Frostsicherheit vorgezogen.
Jedoch haben sich gut gebrannte Thonrohre gleichfalls als hinlänglich dauerhaft erwiesen. Um das Einkriechen von Tieren in die Rohre zu verhindern, sind viele Methoden in Anwendung gebracht worden. So schaltete man am letzten Rohrstoß einen mehrfach gebogenen Draht [* 11] ein oder bedeckte das schräg geschnittene Endrohr mit einer Klappe, welche sich durch den innern Wasserdruck öffnete, sonst aber geschlossen blieb. Am empfehlenswertesten ist es, das Rohr frei ausmünden zu lassen und zwar etwa 25 cm aus der Grabenwand hervorstehend, so daß die Tiere nicht zu der Ausmündung gelangen können. Um dem Rohr ein festes Widerlager zu geben, empfiehlt es sich, das Endrohr auf einer gemauerten Wand aus Ziegelsteinen aufruhen zu lassen. Dieselbe bildet einen Teil der Wand des Vorflutgrabens und kann in geeigneter Weise abgeböscht werden.
Um das System der an einigen Beispielen zu erläutern, sind in [* 3] Fig. 1 und 2 zwei der Praxis entnommene Drainpläne dargestellt. Wie die in punktierten Linien (2-10) angegebenen Schichtenlinien ersehen lassen, zeigt [* 3] Fig. 1 ein schwach schluchtartiges Terrain, während [* 3] Fig. 2 ein beckenartiges Terrain darstellt. [* 3] Fig. 1 hat eine Größe von 20 Hektar; die Schichtenlinien haben 1 m Abstand. Das Terrain wurde früher als Teichbecken benutzt; der Wegdamm b begrenzt dasselbe. Die Speisung des ehemaligen Teiches erfolgte durch den Bach cdefghi. Das Wasser staute
[* 3] ^[Abb.: Fig. 1. Drainage eines schluchtartigen Terrains.]
[* 3] ^[Abb.: Fig. 2. Drainage eines Beckens.] ¶