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Dr. Daniele Ganser ist der wohl bekannteste NATO-Kritiker der Schweiz und des deutschsprachigen Raums. Von NATO-konformen Medien wird er entsprechend abgelehnt; dabei wird jedoch primär auf Diffamierung, kaum auf Argumentation gesetzt.
Dies hat zwei Gründe: Erstens fehlt es den meisten Journalisten an Argumenten, zweitens aber ist eine öffentliche Diffamierung oft wirkungsvoller als eine inhaltliche Argumentation, die zudem eine prinzipielle Anerkennung des Argumentationspartners bzw. -gegners voraussetzt.
Im Folgenden soll deshalb eine inhaltliche, sachliche Kritik der Kernthesen Dr. Gansers versucht werden. Dabei geht es um seine fünf Kernthesen bezüglich Rohstoffkriegen, 9/11, Stay-Behind-Armeen, Medienkritik, und Pazifismus bzw. UNO-Gewaltverbot.
1. Rohstoffkriege
Eine Grundthese Gansers, die selbst von seinen Kritikern bisweilen geteilt wird, besagt, dass die westlichen Kriege der letzten Jahrzehnte primär Rohstoffkriege waren – insbesondere um Öl und Gas – und dass eine Energiewende bzw. die Verwendung erneuerbarer Energien diese Kriege beenden könnte. Diese These erscheint jedoch fragwürdig:
- Sowohl der Irak als auch Libyen verkauften ihr Öl bereits zuvor hauptsächlich an den Westen. Die irakische Erdölförderung wurde nach der US-Invasion zudem nicht privatisiert, und die libysche Produktion ging durch den Krieg deutlich zurück.
- Auch im Afghanistankrieg ging es nicht um Rohstoffe. Am Bau der Erdgaspipeline TAPI von Turkmenistan über Afghanistan und Pakistan nach Indien waren bereits die Taliban interessiert; durch den Krieg wurde sie verzögert, 2019 soll sie in Betrieb gehen.
- Selbst im Syrienkrieg ging es nicht, wie oft vermutet……