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Überkreuzte Beine, um auf keinen Fall versehentlich jemanden zu berühren. Starr geradeaus gerichtete Blicke, um ja keinen anzuschauen. Und Kopfhörer im Ohr, um die Mauer komplett zu machen. ...
Ich fahre jeden Morgen mit denselben PendlerInnen von Schaffhausen nach Zürich. Die Leute kenne ich vom Sehen, spreche aber nie mit ihnen. Manchmal überlege ich mir, mich statt in ein leeres Abteil neben irgendjemanden zu setzen, um die Zeit durch ein nettes Gespräch zu überbrücken. Wieso ich es bis jetzt noch nie getan habe, weiss ich nicht. Vermutlich, weil es einfach anders und deshalb komisch wäre.
Mein Umgang mit fremden Menschen veränderte sich in dem Moment, als ich vor ein paar Jahren beim Skifahren mein Kreuzband riss und anschliessend an Krücken gehen musste. Wenn ich damit in den Zug zu klettern versuchte, kamen stets Leute und sprachen mich an. Oft vertieften wir uns in längere Gespräche, redeten über alles Mögliche und teilten Geschichten aus unserem Leben. Ein älterer Herr erzählte mir beispielweise, wie er als Handballspieler seine Hand verletzte und für lange Zeit aussetzen musste.
Ich fand es schön, wie ich plötzlich mit fremden Leuten ins Gespräch kam und Inspirationen von ihnen mitnehmen durfte, doch als mein Knie geheilt war und ich die Krücken zu Hause lassen konnte, verschwand zeitgleich auch die Offenheit der PendlerInnen. Die morgendlichen Zugfahrten verlaufen wieder wortlos.