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Das Jahr 1961 begann mit einem erfolgreichen Neujahrskonzert im «Kronen»-Saal. Unter der Leitung von August Forrer leistete die Harmonie Aussergewöhnliches, allein schon die Zunahme der Mitgliederzahl beweise dies, wurde berichtet. «Wenn es so weitergeht, muss an der «Kronen»-Saal-Bühne angebaut werden», schrieb ein Berichterstatter.
Musik im Mittelpunkt
Dass ein ehemaliger Solotrompeter des Philharmonischen Orchesters Berlin, der seit 1944 Solotrompeter des Tonhalleorchesters Zürich war, mit einem Blasmusikverein auf dem Land solistisch auftritt, wäre auch heute eine grosse Sensation. Fridolin Frei, der noch bis in die Neunzigerjahre Trompetenlehrer der Musikakademie Zürich war, spielte 1963 am Neujahrskonzert im «Kronen»-Saal virtuose Eigenkompositionen, begleitet durch die «Harmonie». Das Konzert fand weit herum Beachtung, aber nicht nur wegen des berühmten Solisten, sondern da es den Lichtensteigern gelang, mit Blasmusik ein wirklich musikinteressiertes Publikum in den Bann zu ziehen. Als einer der wenigen Blasmusikvereine behauptete sich die «Harmonie» Lichtensteig mit Konzertabenden, bei denen das Publikum wegen der Musik und nicht wegen eines nachfolgenden Lustspiels anwesend war. Dies bewirkte aber auch, dass die «Harmonie» im Gegensatz zu anderen Blasmusikvereinen von Musikkritikern ernst genommen wurde und, gerade wegen ihren guten Leistungen, das Fehlen wertvoller Originalkompositionen in ihren Programmen bemängelt wurde. Dies führte zu einer monatelangen Auseinandersetzung in der Lokalpresse. Ob die Kritik auch positive Folgen hatte, weiss niemand so genau, in den folgenden Neujahrskonzerten kamen aber vermehrt Originalwerke von Paul Huber, Albert Benz und Jean Dätwyler zur Aufführung.
Das Städtli feiert
Wer sich noch an die alte «Badi» erinnern kann, weiss wie stark Wunsch und Bedürfnis nach einer zeitgemässen Anlage waren. Um einen Teil der direkten Eigenleistung für einen Neubau durch die Bevölkerung zu erbringen, wurde 1965 ein «Städtlifest» organisiert. Am 19. und 20. Juni erlebte Lichtensteig einen überwältigenden Besucherstrom, der Gassen und Plätze des historischen Kerns überquellen liess. Die «Harmonie» hatte vielfältige Aufgaben zu erfüllen. Konzerte an beiden Tagen und verschiedene Marschaufzüge beanspruchten die Musikanten sehr. Sie hatten einen wichtigen Beitrag zum grossen Festerfolg geleistet.
Überwältigender Erfolg
Dass die «Harmonie» Lichtensteig auf der richtigen Linie lag, zeigte sie am Eidgenössischen Musikfest in Aarau 1966. Mit ihrem Selbstwahlstück «Legende für Blasmusik» von Paul Huber erhielten die Lichtensteiger in der zweiten Stärkeklasse das höchste Prädikat «vorzüglich». Auch in der Marschmusik erhielten sie diese Höchstnote. Voller Stolz wurden die 41 Blechbläser, Schlagzeuger und ihr erfolgreicher Dirigent August Forrer im Städtli empfangen. Dieser Erfolg war eine gute Basis, um einen lange gehegten Wunsch nach einer modernen, schnittigen Uniform Realität werden zu lassen. 1967 wurden die Musikanten im Stil der Chicagoer Polizei neu eingekleidet.
♦ 1961 Neujahrskonzert im «Kronen»-Saal ♦ 1963 Fridolin Frei (Tonhalle Zürich) als Solist ♦ 1965 Mitwirkung am grossen «Städtlifest» ♦ 1966 Eidgenössisches Musikfest in Aarau mit Höchstnoten in der 2. Klasse ♦ 1967 Neue Uniform im Stil der Chicagoer Polizei