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Yacouba Sawadogo kommt aus dem Norden von Burkina Faso. Es ist eine karge Gegend, der Boden ist knochentrocken. Die Sahel-Wüste breitet sich aus und macht immer mehr Land unfruchtbar. Dieser scheinbar unaufhaltbaren Wüste bot Yacouba die Stirn. Und schaffte ein kleines Wunder. Er pflanzte einen ganzen Wald in der Wüste und machte so den Boden wieder fruchtbar.
Angetrieben hat Yacouba die Dürre in den siebziger und achtziger Jahren. Damals starben viele Leute und als Konsequenz der Dürre schritt die Desertifikation rapide voran.
In seinem Dorf nannte man Yacouba erst einen verrückten, als er versucht hatte, Bäume in der Wüste zu pflanzen. Doch heute stehen auf einer Fläche von mehr als 20 Fussballfeldern Bäume und Getreide. Geschafft hat Yacouba das mit einer traditionellen Technik namens Zaï.
Was ist Zaï?
Traditionell hackt man beim Zaï Löcher in die Erde. Sie sollten etwa 30 Zentimeter lang sein und etwa einen Meter auseinander. Darin füllt man Hirsekörner. In der Regenzeit fliesst dann Wasser in diese Löcher. Doch Yacouba entwickelte die Technik weiter. Er legte zusätzlich eine Mischung aus Viehdung, Blättern und Asche in die Löcher. Im Kot der Tiere befinden sich oft Baumsamen, die so ebenfalls in die Erde gelangen. Mit Steinen verlangsamte Yacouba zusätzlich den Abfluss des Wassers.
So wachsen Bäume und Getreide nebeneinander. Dem «ARD» erklärt Yacouba: «Getreide und Bäume stören sich nicht. Im Gegenteil. Die Bäume halten das Wasser in der Erde. Und sie verhindern, dass die Saat vom Wind verweht wird. Es ist eine sehr einfache Technik – und billig dazu». Zudem speichern die Bäume Feuchtigkeit und spenden Schatten. Inzwischen ist durch Yacoubas Beühungen sogar der Grundwasserspiegel der Region um etwa fünf Meter gestiegen.
Alle hören Yacouba zu
Heute hält niemand mehr Yacouba für verrückt. Die Vereinten Nationen empfehlen sogar anderen Bauern in der Sahel-Region, Yacoubas Methode zu kopieren. In Südkorea sprach Yacouba an der internationalen Konferenz der Umweltminister. Und im November 2018 erhielt er den Alternativen Nobelpreis für seine Verdienste. Obwohl Yacouba weder Lesen noch schreiben kann, hören ihm alle zu. Das macht ihn aber nicht eitel. Er kümmert sich in seinem Dorf nun auch um Kranke.
Leider ist die Regierung auf Yacoubas Erfolg in einer negativen Art aufmerksam geworden. Jetzt, wo der Boden fruchtbarer und wertvoller ist, teilten sie ihm mit, dass der Boden nicht mehr ihm gehöre. Das Land werde beschlagnahmt und ein Teil des Waldes gerodet werden, um Bauflächen zu schaffen.
Bilder: Marc Dodd, Right Livelihood Award, AFD Songmanegre, Screenshot Vimeo,
Leo hat Journalismus studiert und arbeitet seit 4 Jahren in der Medienbranche. Er ist Textchef von Improve und interessiert sich für kreative Lösungen des Plastikproblems, grüne Energie und die Erforschung des Weltalls.
«When the wind of change blows, some people build walls, others build windmills.» – Chinesisches Sprichwort