Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03160.jsonl.gz/2174

MONET – Geldüberweisungen von Migrant/innen
Bedeutung des Indikators
Einer der Grundsätze der Nachhaltigen Entwicklung besagt, dass jedes Mitglied der Gesellschaft das Recht auf ein menschenwürdiges Leben hat (Prinzip 1a). Ein Leben frei von Armut führen zu können, ist eine Grundvoraussetzung dafür (Prinzipien 2a und 2c). Geldüberweisungen von Migrantinnen und Migranten in ihre Herkunftsländer leisten einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Armut und zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Wenn in Konflikt- oder Katastrophensituationen andere Einkommensquellen wegfallen, können sie eine lebenswichtige Einkommensquelle sein. Eine Zunahme solcher Geldüberweisungen trägt somit zur Nachhaltigen Entwicklung bei.
Der Indikator zeigt die privaten Geldüberweisungen von Migrantinnen und Migranten, die seit mindestens einem Jahr in der Schweiz leben und arbeiten, in ihre Herkunftsländer.
Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 1a Gewährleistung der Menschenrechte, 2a Bedürfnisdeckung, 2c Armutsbekämpfung.
Kommentar
Die Geldüberweisungen von Migrantinnen und Migranten in ihre Herkunftsländer haben seit 2000 kontinuierlich zugenommen. 2017 wurden rund 7 Milliarden Franken überwiesen. Gründe für die Zunahme sind die wirtschaftliche Liberalisierung, die zunehmende Migration und die vermehrte Einwanderung von gut ausgebildeten und somit besser verdienenden Arbeitskräften. Gemäss Schätzungen fliessen mehr als zwei Drittel dieser Gelder in europäische Länder.
Global gesehen werden grosse Geldsummen aus Ländern mit hohem Wohlstand und einem gut funktionierenden Arbeitsmarkt überwiesen. Geldüberweisungen der Migrationsbevölkerung sind neben den ausländischen Direktinvestitionen und der Entwicklungshilfe eine wichtige Einkommensquelle der Entwicklungsländer. Anhand des Indikators lassen sich jedoch keine Aussagen über mögliche negative Auswirkungen solcher Geldüberweisungen machen. Externe Geldquellen können beispielsweise die Entwicklung einer lokalen, selbstständigen Wirtschaft beeinträchtigen oder den Druck von der lokalen Regierung nehmen, wirtschaftliche und soziale Reformen umzusetzen. Zudem können sie in einer Gemeinschaft die soziale Ungleichheit zwischen Empfängerinnen und Empfängern solcher Gelder und Personen, die keine solchen Überweisungen erhalten, verschärfen und die Anreize für die Migration in Industrieländer erhöhen.