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Die bildende Kunst hat in Deutschland ein langes und glanzvolles Erbe. Die Dreidimensionalität der römischen Kunst wurde deutschen Malern erstmals während der Regierungszeit Karls des Großen im Mittelalter bekannt. Kircheninnenräume wurden oft mit Gemälden, Skulpturen, illuminierten Manuskripten und Glasmalereien geschmückt, häufig im germanischen oder französischen gotischen Stil. Die Schaffung von Altarbildern, die die Disziplinen Malerei, Skulptur und Architektur verschmolzen, wurde im 15. Jahrhundert immer beliebter. Gleichzeitig löste die Entwicklung des Buchdrucks die Entstehung mehrerer Holzschnittzeichnungen aus. Eine Gruppe deutscher Maler, die von der italienischen Renaissance inspiriert malten, wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Matthias Grünewald und Hans Holbein der Jüngere, wurde im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert bekannt; Ihre Kreationen verkörperten eine goldene Zeit der deutschen Kunst. Die protestantische Reformation der 1520er Jahre, die in dieser Zeit stattfand, folgt zur Zerstörung bestimmter götzendienerischer Kunstwerke und zum Aufstieg weltlicherer Themen, wie die vielen Selbstporträts von Dürer zeigen.
Nationalsozialisten
Mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten 1933 endeten diese und andere Errungenschaften. Hitler und die NS-Regierung verurteilten den größten Teil der zeitgenössischen Kunst und veranstalteten 1937 die berüchtigte Ausstellung „Entartete Kunst“, um Schöpfer wie Wassily Kandinsky, Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner herabzusetzen. Stattdessen wurde die konservative, „heroische“ deutsche Landschaftsmalerei als Höhepunkt der Kunst gefeiert.
Deutscher Baustil
Die deutsche Architektur hat ihre nationale Identität immer mit Elementen aus anderen Teilen Europas verschmolzen. Während des gesamten Mittelalters beherrschte der romanische Baustil. Einige der prominentesten Gebäude Deutschlands wurden im 13. Jahrhundert erbaut, als der gotische Stil an Popularität gewonnen, insbesondere die Kathedralen in Köln (die 1248 begonnen wurden) und Straßburg (geplant 1277). Während des 15. und 16. Jahrhunderts herrschten Variationen des Gotik- und Renaissancestils vor, aber mit der protestantischen Reformation wurden die Aufträge für grandiose Kirchenbauten vorübergehend reduziert. Der gotische Stil lebt wieder auf, als im 17. Jahrhundert Kirchen und Paläste von Verzierungen dominiert wurden. Diese dekorative Neigung im deutschen Design erreichte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter dem Einfluss des französischen und italienischen Rokoko seinen Höhepunkt. Im 19. Jahrhundert war diese Leichtigkeit verschwunden, und ein bedrohlicher Neoklassizismus wurde zum Symbol der aggressiven preußischen Mentalität dieser Zeit. Karl Friedrich Schinkel, 1815 zum preußischen Staatsbaumeister, verkörperte diese Zeit mit seinem romantisch gefärbten Neoklassizismus. Der Jugendstil und Persönlichkeiten wie Henry van de Velde und Peter Behrens inspirierten in dieser Zeit einige Architekten, die um die Jahrhundertwende begannen, an der Gültigkeit der von der Moderne so abgekoppelten Architektur zu zweifeln. Dieser Zweifel öffnet den Weg für radikale Experimente, die später die deutsche Architektur des 20. Jahrhunderts prägt.
architektonische Fortschritte
Sowjetische ideologische Vorschriften und Modelle beeinflussen den ostdeutschen architektonischen Fortschritt. Die Ungeheuerlichkeit ihrer Dimensionen unterscheidet ostdeutsche Gebäude von denen in Westdeutschland. Regierungsgebäude, Wohnhäuser, Hotels und öffentliche Bereiche entlang Unter den Linden, Marx-Engels-Platz, Alexanderplatz, Karl-Marx-Allee und der verblüffend einer spartanischen Leipziger Straße sind einige der wichtigsten Vorzeigeobjekte im Osten Berlins und ihre extravaganten Dekorationen zeugen von Hang zur Schieren Weite. Die letztgenannte kommunistische Architektur ist leicht an ihren enormen horizontalen und vertikalen Proportionen und ihrer einheitlichen weißen Fassade zu erkennen, die selten durch bunte Verzierungen unterbrochen wird. Die ostdeutsche Verwaltung hatte eine beachtliche Erfolgsbilanz bei der Erhaltung historischer Strukturen, außer in Fällen, in denen ideologische Beachtungen dazwischenkamen (wie beim Abriss des Berliner Schlosses).
Fazit
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden auf dem ehemals leeren Potsdamer Platz im Zentrum der Stadt viele öffentliche und private Gebäude nach Entwürfen namhafter internationaler Architekten wie Renzo Piano, Helmut Jahn und Richard Rogers errichtet. Der Potsdamer Platz war einst das Zentrum des Berliner Wirtschafts- und Verwaltungslebens. Nach teilweise erbitterten künstlerischen und politischen Auseinandersetzungen wurde in der Region ein von Peter Eisenman geschaffenes Holocaust-Denkmal geschaffen. (Weitere Informationen finden Sie unter Westliche Architektur.)