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Der Internationale Eishockey-Verband hat sich dem öffentlichen Druck gebeugt und dem weissrussischen Verband die WM 2021 entzogen. Gilt dieser Massstab in Zukunft flächendeckend, geraten viele Sportverbände in Argumentationsnotstand.
Das Bild, wie der weissrussische Diktator Aleksander Lukaschenko den Präsidenten des Internationalen Eishockey-Verbandes, den Schweizer René Fasel, vergangene Woche in Minsk umarmte, ging um die Welt.
Das Foto war von der Regierung Belarus als Propagandamittel in eigener Sache vorgesehen gewesen. Nun erweist es sich als Eigentor. Durch das Bild gerieten Fasel und sein Verband derart unter Druck, dass sie vier Monate vor dem ersten Bully die Notbremse zogen und Weissrussland als Co-Veranstalter vom Feld schickten.
Das Turnier soll nun entweder ausschliesslich in Lettland stattfinden – oder allenfalls in Dänemark oder in der Slowakei.
In der offiziellen Mitteilung schreibt die IIHF von «Sicherheitsproblemen, die nicht in ihrer Kontrolle liegen». Deshalb bezieht sie sich auf einen Paragraphen in ihrem Reglement, der es ihr erlaubt, einem Veranstalter die WM zu entziehen, wenn «das Wohlbefinden und die sichere Bewegungsfreiheit von Spielern, Offiziellen, Fans und Medienvertretern in Frage gestellt sind».
Der Entscheid ist aufgrund der Entwicklung der vergangenen Tage keine Überraschung. Trotzdem könnte er einem Präzedenzfall gleichkommen, der diverse Verbände in Erklärungsnot bringt.
Werden internationale Sportveranstaltungen künftig auf Länder beschränkt, in denen die Menschenrechte eingehalten werden, könnte die Handball-WM derzeit kaum in Ägypten stattfinden – und die Bahnrad-WM im kommenden Oktober auf keinen Fall in Turkmenistan.
Die olympischen Winterspiele 2022 müssten ebenso aus China abgezogen werden wie die Fussball-WM aus Katar. Das grösste Problem hätten die Grossmächte USA und Russland. Doch an ihnen gibt es aus wirtschaftlichen und politischen Gründen in Zukunft kaum einen Weg vorbei. Da ist es doch viel weniger schmerzhaft, an Belarus ein Exempel zu statuieren.
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