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Die Gelegenheit ist günstig, sich mit den Briefmarken und der Postgeschichte von Ländern zu befassen, die an der Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien auf die Schweiz treffen. Ecuador ist in unseren Breiten eher ein unbekanntes, aber auch eher unbeliebtes Sammelgebiet, da viele Marken nur für die Devisenbeschaffung herausgegeben wurden. Für den Motivsammler ist Ecuador mit seinen vielfach ansprechenden Markenbildern in guter Druckqualität allerdings eine gute Quelle.
Am 20. April 1864 verabschiedete der Kongress der Republik Ecuador ein Gesetz über die Einführung von Briefmarken im Postverkehr und bestellte 1‘500‘000 Marken bei der Druckerei Manuel Rivadineira in Quito. Die ersten Briefmarken von Ecuador waren ab dem 1. Januar 1865 frankaturgültig. Bis 1882 erschienen nur Marken, die für den Postverkehr Verwendung fanden. Die Marken sind heute sehr gesucht und erreichen bei Auktionen » Höchstpreise.
Im Gegensatz zu El Salvador, Honduras und Nicaragua hatte Ecuador ursprünglich keinen Vertrag mit » Nicolas F. Seebeck von der Hamilton Bank Note Co. abgeschlossen. Seebeck war bereit, diesen Ländern etwas zu schenken: Briefmarken. Diese wurden kostenlos geliefert, die Gegenleistung war aber gleich im Vertrag mit drin: Alle Marken sollten nur für ein Jahr gültig bleiben und danach durch eine neue Ausgabe ersetzt werden, die übrig gebliebenen Marken waren zurückzugeben. Diese stellte Seebeck dem aufblühenden Sammlermarkt zur Verfügung, sprich: Die Kosten und einiges mehr sollten durch den Verkauf der Marken an die Sammler wieder hereingeholt werden. Ausserdem mussten die Druckplatten nicht, wie seinerzeit oft noch üblich, vernichtet wurden. Es kam durch Gustav B. Calman, der die Rückläufe von Seebeck übernahm, zu unbegrenzten Neuauflagen zum Schaden der Sammler. 1886 wurde der 10-Jahresauftrag nach nur 4 Jahren Laufzeit gekündet. Die Restbestände wurden mit verschiedensten Aufdrucken aufgebraucht.
Am 27. Oktober 1890 schloss die ecuadorianische Regierung mit Henry N. Etheridge, der seinerzeit Vertreter der Druckerei Waterlow and Sons in London war, einen 10-Jahresauftrag für die Herstellung von Briefmarken. Dieser wurde bereits am 8. November 1895 für null und nichtig erklärt wurde, da er der „Würde des Staates“ nicht entsprach. Hergestellt wurden Marken zum allgemeinen Gebrauch, Ganzsachen (Postkarten, Umschläge, Streifbänder), Dienstmarken, Portomarken und amtliche Verschlusszettel für Wertbriefe.
In der Hafenstadt Guayaquil bestand von 1863 bis 1880 ein britisches Konsulats-Postamt, das Marken von Grossbritannien mit dem Nummernstempel C41 entwertete (used abroad).
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