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Römisch-Katholische Kirche
Geschichte
In fränkischer und karolingischer Zeit entstehen viele Kirchen, die den Heiligen Martin oder Peter und Paul geweiht sind, und welche als Talkirchen zu Mittelpunkten des kirchlichen und religiösen Lebens werden. Kirchliches Zentrum der damaligen Dekanate Sisgau und Leimental ist der Bischofssitz in Basel.
Von der Stadt Basel aus, die im 15. Jahrhundert in den Besitz des Sisgaus (Ergolztal) gekommen ist, verbreiten sich ab 1521 die Gedanken der Reformation, nach 1525 auch im Birseck und Laufental. Erst Bischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee (15571608) gelingt es, sowohl die weltliche Herrschaft als auch den katholischen Glauben im Birseck und Laufental wieder herzustellen. Arlesheim wird 1678 Sitz des Domkapitels (Dom). Das Ergolztal kommt 1585 endgültig an die Stadt Basel und bleibt reformiert.
Nach dem Wiener Kongress von 1815 kommt das katholische Birseck zum Kanton Basel. Eigene Abkommen regeln die kirchlichen Verhältnisse in den Pfarreien des Birseck (zum Beispiel die Pfarrwahl). Der Stand Basel tritt 1824 dem neu geschaffenen Bistum Basel bei. Auch nach der Kantonstrennung von 1833 bleiben diese Verhältnisse zunächst gleich. Erst mit dem Bevölkerungswachstum und der massiven Zuwanderung von Katholiken aus der Schweiz und aus dem benachbarten Ausland bilden sich in den bis anhin rein reformierten Orten wieder katholische Gemeinden, zuerst 1835 in Liestal. Heute sind in allen grösseren Gemeinden des Kantons auch römisch-katholische Pfarreien mit ihren Kirchen und Pfarreizentren zu finden.
Nach der Reformation gab es in Basel lange Zeit keine katholische Kirche mehr. Erst 1798 wurde es für die Katholiken von Basel möglich, sich als Verein zu organisieren und in der von der Stadt zur Verfügung gestellten Clarakirche öffentlich Gottesdienst zu feiern. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist diese katholische Gemeinde rasch gewachsen, neue Pfarreien wurden gegründet, die letzte und elfte deutschsprachige 1950 auf dem Bruderholz. Neben anderen fremdsprachigen Seelsorgen existieren eine italienischsprachige und eine französischsprachige Pfarrei. 1972 wurde die römisch-katholische Gemeinde (RKG) in einer Volksabstimmung zusammen mit der israelitischen Gemeinde zur öffentlich-rechtlichen Körperschaft im Kanton (Römisch-Katholische Kirche / RKK).
Damit wurde es möglich, angemessene Löhne zu zahlen, neue Stellen zu schaffen und die dringend notwendigen Sanierungen der Bauten vorzunehmen. Im Augenblick steht neben dem aktiven Leben in den Pfarreien die Auseinandersetzung mit der schwindenden Zahl von Mitgliedern und deren Konsequenzen im Zentrum des Interesses.
Lehre
Die Römisch-Katholische Kirche beider Basel sind Mitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen. Die Pfarreien und gesamtstädtischen Dienste haben regelmässige Kontakte mit den entsprechenden Einrichtungen der Schwesterkirchen. Das Industriepfarramt, das Aidspfarramt und die Gefängnisseelsorge werden in ökumenischer Trägerschaft geführt. Der Religionsunterricht in den Schulen wird hauptsächlich ökumenisch erteilt.
[int.Nr.: 103]