Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/319

Melchior aber hing an seinem Handwerk als Bauer und so trieb er täglich sein Vieh auf die ärmlichen Wiesen. Immer weiter musste er sein Vieh treiben, damit sie noch ein paar Grashalme finden konnten. Abends kam er spät nach Hause und sank erschöpft ins Bett. Wie so manchen Abend blickte er von seiner kleinen Hütte neidvoll zum Madrisa-Hof seines Bruders, sein Gesicht zog sich in Stirnrunzeln und er fiel in einen unruhigen Schlaf. „Melchior“ flüsterte eine zarte Frauenstimme in seinen Schlaf. „Warum bist du unzufrieden? Schau um dich und erkenne die Schönheit, die dich umgibt!“ „Aber ich kann nicht“, erwiderte Melchior. „Wenn ich nicht von morgens früh bis abends spät mein Vieh treibe, so verhungert es und ich mit ihm.“ „Sorg dich nicht“, sprach die Feenstimme. „Geniess das Leben“.
Am Tag darauf fiel ihm auf, dass zwischen zwei spitzigen Felsen Wasser floss, ganz nah von seiner Hütte, eine Stelle die früher immer besonders trocken gewesen war! Als er Hans davon erzählte, lachte ihn dieser aus. Doch als dieser die Quelle aus der fröhlich Wasser sprudelte sah, hatte er auch keine Erklärung dafür. Es verging ein Alp-Sommer und schon entsprangen drei Quellen auf der Madrisa-Alp. Das Wasser der zweiten Quelle bewässerte die Wiesen. Es ist besonders lebhaft und fliesst und springt freudig von Stein zu Stein gegen Tal. Das Wasser der dritten Quelle ist laut und ungestüm, tosend fällt es
als Wasserfall in die Tiefe und sucht sich seinen Weg durch den Bergwald ins Tal. Immer mehr Tiere wurden angelockt durch die saftigen Wiesen und blieben auf der Alp.