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Zugegeben, die gewaltigsten Bauwerke stehen auf anderen Kontinenten. Doch die wechselvolle Topographie der Schweiz hat eine Vielzahl Brücken aller Art erzwungen – darunter viele Perlen der Baukunst. Eine Auswahl in Bildern.
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Weltkulturerbe der Unesco:
Das Landwasser-Viadukt im Netz der Rhätischen Bahn nahe Filisur ist eine Steinbogenbrücke von 142 Metern Länge. Anstelle von Gerüsten für die Maurerarbeiten wurden die Pfeiler mit Hilfe von eisernen Stütztürmen aufgebaut, die mit eingemauert wurden.
Ikiwaner / Wikipedia
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Baustelle im September 1902:
Im Jahr 2009 wurde das Viadukt während des laufenden Betriebs saniert – unter der Vorgabe, das technische Denkmal zu erhalten. Fachleute verstärkten alle Fugen des Mauerwerkes von aussen, doch das Mauerwerk war noch immer in tadellosem Zustand.
Terra Grischuna / Wikipedia
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Die grösste Schrägseilbrücke der Schweiz:
Die entstehende Poya-Brücke, fotografiert am 12. März 2013 in Freiburg. Mit einer Spannweite von 196 Metern im mittleren Brückenabschnitt wird sie bald einen neuen Schweizer Rekord aufstellen.
Keystone
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Die höchste Brücke im Land:
Die Niouc-Hangebrücke für Fussgänger im Wallis überspannt bis zu 190 Meter bis zum Boden, doch in der weltweiten Rangliste liegt sie damit nur auf Platz 49.
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Die Zweithöchste:
Das Biaschina-Viadukt an der Autobahn A2 im Gotthardgebiet zwischen den Anschlüssen Faido und Biasca ist 645 Meter lang und 100 Meter hoch. Errichtet wurde die hohe Brücke von 1979 bis 1983 zu Kosten von damals 30 Millionen Franken.
Keystone
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Die grösste Spannweite:
Die Ganterbrücke ist Teil der Simplon-Passstrasse und eine Mischung aus einer Schrägseilbrücke und einer vorgespannten Balkenbrücke. Die Hauptöffnung hat 174 Meter Spannweite – auch wegen des schwierigen Baugrunds, wegen dem die Zahl der Fundamente beschränkt werden musste.
Markus Schweiss / Wikipedia
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Die Längste, aber langweilig:
Das Viaduc d'Yverdon, auf der Karte orange gefärbt, überquert auf 3155 Metern die Orbe-Ebene als Umfahrung auf 3155 Metern Länge. Schweizer Rekord – doch viele Zeitgenossen empfinden das eintönig graue «Betonband» auf Stützen gar nicht als richtige Brücke.
Google Maps / Renato Barnetta
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Die Zweitlängste:
Das Lehnenviadukt Beckenried zieht sich über 3147 Meter bis zum Nordportal des Seelisbergtunnels. Das unspektakuläre und zweckmässige Bauwerk kostete bis zur Fertigstellung 1980 mehr als 60 Millionen Franken.
Roland Zumbühl / Wikipedia
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Die Ausgezeichnete:
Die Salginatobelbrücke in Graubünden wurde 1930 vom Schweizer Betonbau-Pionier Robert Maillart entworfen. 1991 bekam die Stahlbeton-Bogenbrücke den begehrten Titel «World Monument» von der American Society of Civil Engineers verliehen – als ein Bauwerk von weltweit 45.
Wikipedia
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Rarität in Stahl:
Die Rheinbrücke Waldshut – Koblenz wurde schon im Jahr 1859 fertiggestellt – als Doppelspur-Eisenbahnbrücke, die aber immer einspurig befahren wurde. Sie ist vermutlich die einzige Gitterbrücke in Europa, die im Originalzustand erhalten ist.
Хрюша / Wikipedia
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Antikes Schätzchen:
Die schmucke Aarebrücke auf der Bözberglinie wurde im Jahr 1904 umgebaut. Die Aufnahme zeigt noch die schwungvollen stählernen «Fischbauch-Träger» – eine Konstruktion, die heutzutage kaum noch verwendet wird.
Hans G. Wägli
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Mutprobe auf dem Titlis:
Der Blick vom Titlis Cliff Walk, der höchst gelegenen Hängebrücke Europas, reicht über malerische Gipfel in die Ferne – eine schöne Aussicht für Schwindelfreie. Und auch über den Triftgletscher im Berner Oberland ...
Keystone
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... ist Höhenangst auf der längsten Hängebrücke im Alpenraum kein guter Begleiter.
Keystone
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Schweizer Kulturdenkmal:
Der imposante Langwieser Viadukt ist eine einspurige Eisenbahnbrücke der Rhätischen Bahn und wurde erstmals im Dezember des Jahres 1914 befahren. Er war bei seiner Errichtung die weitestgespannte Eisenbahnbrücke der Welt und wurde rasch zum Wahrzeichen der Talschaft Schanfigg.
BKP / Wikipedia
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Lorraine
... lautet die amtliche Bezeichnung für das Eisenbahnviadukt Bern. Vier Brücken hintereinander ergeben die Gesamtlänge von fast 1100 Metern mit der Aare-Betonbogen-Brücke als Kernstück. Bei ihrer Eröffnung 1941 war die Lorraine die längste Eisenbahnbrücke der Schweiz.
Keystone
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Preisgekröntes Tragwerk:
Die Sunnibergbrücke bei Klosters stammt aus der Feder des renommierten Schweizer Konstrukteurs Christian Menn. Das einzigartige Design der Formgebung mitsamt den harfenförmigen Schrägseilen wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Keystone
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Über den Röstigraben:
Der Grandfey-Viadukt an der Bahnstrecke von Bern nach Freiburg gehört zu den grössten Brücken des Landes. Auch mit dem Velo lassen sich seine 334 Meter in der «unteren Etage» überqueren. In den heutigen Betonstützen, die der Schweizer Betonbau-Pionier Robert Maillart entwarf, ...
Keystone
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... stecken noch die mächtigen, stählernen Fachwerk-Gitterstützen der Vorgänger-Brücke, die von 1858 bis 1862 über die Saane errichtet worden war.
Josef Brunner: Beitrag zur geschichtlichen Entwicklung des Brückenbaus in der Schweiz. / Wikipedia
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Holzbrücke im Hochwasser:
Die Kapellbrücke in Luzern ist die älteste überdachte Holzbrücke Europas. Sie wurde um 1365 als Wehrgang gebaut und verbindet Altstadt und Neustadt über die Reuss. Sie ist eine Touristenattraktion, auch wegen der 111 dreieckigen Gemälde im Giebel, die Motive der Schweizer Geschichte zeigen.
Keystone
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Bescheidener Rekordhalter:
Die Hohe Brücke nahe Kerns in Obwalden ist die höchste gedeckte Holzbrücke in Europa, etwa 100 Meter über dem Flussbett der Grossen Melchaa. Erbaut wurde sie 1943 von Truppen der Schweizer Armee – zu Gesamtkosten von damals rund 56'000 Franken.
Wikipedia
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Einstige Rekordbrücke:
Der Pont du Gueuroz zwischen Martigny und Salvan im Wallis überspannt mit 168 Metern Länge die Trient-Schlucht. Bis die Europabrücke an der Brennerautobahn 1963 fertig gebaut war, war der Pont mit 187 Metern über der tiefsten Stelle die höchste Brücke des Kontinents.
Felix Sutter / Wikipedia
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Filigranes Fundament:
Das Baugerüst für den Stahlbetonbogen, errichtet Anfang der Dreissigerjahre für den Pont du Gueuroz - abgebildet in einer Fachschrift der Forschungsanstalt Empa in Dübendorf vom Oktober 1936.
Der Bau von Brücken, Gerüsten und Hochbauten aus Holz in der Schweiz
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Bildlegende:
Weltrekordler: Mit 472 Metern zwischen Fahrbahn und Flussbett ist die Siduhe-Brücke in China derzeit die höchste der Welt.
Glabb / Wikipedia
Die Schweiz ist klein, und so sind ihre Brücken. Auf der Rangliste der höchsten Brücken in aller Welt findet sich der Schweizer Rekordhalter, die Niouc-Fussgängerbrücke im Wallis (190 Meter), erst auf Platz 49 – hinter mehr als 30 gewaltigen Bauwerken in China, allen voran der Siduhe-Brücke.
Auch in der Waagerechten hält Peking den Rekord. Die «Grosse Brücke Danyang–Kunshan» auf der Schnellstrecke von der Haupststadt nach Shanghai ist knapp 165 Kilometer lang.
Mehr als 8000 Brücken für die Bahn
Und in der Schweiz? Das Viaduc d’Yverdon zieht sich bescheidene 3155 Meter übers Land, und das Lehnenviadukt Beckenried, errichtet bis zum Jahr 1980, reicht über 3147 Meter bis zum Nordportal des Seelisbergtunnels hoch über dem Vierwaldstättersee.
Und doch hat die lebhafte Topographie aus der Schweiz ein Brückenland gemacht. Laut dem Bundesamt für Strassen sind allein im Nationalstrassennetz, also einem kleinen Teil aller Strassen, rund 3000 Brücken eingebaut. Und das Schweizer Schienennetz mit mehr als 8200 Brücken ist auch ein Archiv der Baugeschichte.
Kunstvolle Bauten in Stahl und Beton
Selbst architektonische Antiquitäten wie die Rheinbrücke bei Koblenz, die im August 1859 fertiggestellt war, sind im Dienst: eine der wenige Gitterbrücken (siehe Bildergalerie), die man in Europa noch bestaunen kann. Nicht mehr sichtbar, aber doch vorhanden, sind die eleganten stählernen Fachwerkstützen des Grandfrey-Viadukt, errichtet ab 1858.
Heute stecken sie in den Stützen der neueren Brücke, die Mitte der Zwanzigerjahre entstand – mit konstruktiver Hilfe des Schweizer Betonbau-Pioners Robert Maillart. Er entwarf auch die Salginatobelbrücke in Graubünden: eine mustergültige Stahlbeton-Konstruktion von 1930, die 1991 von der American Society of Civil Engineers mit dem begehrten Titel «World Monument» ausgezeichnet wurde.
Ingenieurkunst in der Landschaft
Ob Stampf-, Stahl- oder Spannbeton: Der Werkstoff, der im vergangenen Jahrhundert seinen Siegeszug begann, prägte die Brückenlandschaft nachhaltig. Der Langwies-Viadukt beispielsweise, anno 1914 in Betrieb genommen, galt seinerzeit als Schweizer Pioniertat.
Was heute wie ein Museumsstück und Vorbild eleganter Statik wirkt, war damals die erste betonierte Eisenbahn-Brücke dieser Grösse weltweit – nicht aus Ehrgeiz, sondern schlichtem Pragmatismus. In der Umgebung waren gute Mauersteine rar, doch was es für Beton braucht, gab es im Überfluss: Kies, Geröll und Sand.
In elegantem Bogen über die Tamina-Schlucht
5:56 min, aus Einstein vom 21.3.2013