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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Die aktuelle Pilotenschule umfasst 230 Flugstunden auf dem PC-7 in der Grundausbildung, 330 Flugstunden auf dem PC-21 in der Weiterausbildung und 150 Flugstunden auf dem F/A-18 Hornet. Mit wie vielen Stunden gestalten sich diese Etappen mit dem F-35A?</p><p>2. Für General Mark Kelly, Chef US-Air Combat Command, ist klar, dass als Zwischenschritt zum F-35 eine hinführende Ausbildung auf einem fortgeschrittenen taktischen Trainingsflugzeug wie dem T-7A Red Hawk unverzichtbar ist, der zudem zwingend die Avionik, Sensorik und Datenverarbeitung des F-35 umfassend abbildet. Plant der Bundesrat trotzdem den direkten Umstieg vom Turboprop PC-21 auf den F-35A? Der nur als Einsitzer erhältlich ist? Zu welchen zusätzlichen Kosten, weil die Flugstunde des F-35A 10 bis 20 Mal mehr kostet als beim T-7A oder M-346?</p><p>3. Oder müssen die Schweizer F-35-Piloten teilweise in den USA oder Italien ausgebildet werden? Wie viele Stunden, auf welchen Jets und zu welchen Kosten?</p><p>4. Am 19. Mai 2020 stürzte in Eglin (Florida) ein F-35A ab, weil der sehr erfahrene Pilot völlig überfordert war. Der vollständig zerstörte F-35A hatte einen Wert von 176 Mio. US-Dollar. Laut Untersuchungsbericht der US-Airforce war die Simulator-Ausbildung kontraproduktiv; der Absturz-Pilot hatte auf dem Simulator falsche Routinen eingeübt ("the MP had a negative habit transfer from the F-35A simulator"). Wie beurteilt der Bundesrat die Risiken einer forcierten Ausbildung auf dem Simulator?</p><p>5. Entscheidend für den Absturz war die äusserst komplexe Technik des F-35A. Der Pilot war überfordert, die vom Helm vermittelten Informationen richtig zu verarbeiten. Dieses Problem verschärft sich, weil im F-35A die meisten Prozesse automatisiert sind und das System dem Piloten praktisch keine sinnlich erlebbaren Rückmeldungen gibt. Wie schätzt der Bundesrat angesichts der F-35-Abstürze in Eglin und zuvor am 9. April 2019 bei Misawa (Japan) die F-35-Absturzrisiken aufgrund von Pilotenfehlern ein? Wie wirkt sich diese Risikoabschätzung auf die Planungen zur Pilotenausbildung aus? Eingedenk, dass unsere Alpenlandschaft zusätzliche Herausforderungen birgt?</p><p>6. Operativ stand in der Pilotenausbildung bisher die Luftpolizei und die Luftverteidigung im Zentrum. Nun soll der F-35A neu in der Überwachung und dem Luft-Boden-Kampf zusätzliche Aufgaben übernehmen. Wie wirkt sich dies auf die Anzahl Flugstunden in der Ausbildung aus?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Etappen in der Pilotenausbildung werden mit der Einführung des F-35A grundsätzlich gleich bleiben.</p><p>2. Die Luftwaffe plant die Ausbildung der Militärpilotinnen und -piloten mit der direkten Umschulung vom Turbo-Propeller-Trainer PC-21 auf den F-35A. Die Umschulung vom sehr leistungsfähigen PC-21 auf den F/A-18C/D hat sich in den letzten Jahren bewährt. Auch Erkenntnisse aus der Evaluation und dem Austausch mit amerikanischen F-35-Besatzungen und -Ausbildnern bestätigen diese Vorgehensweise. Insbesondere dank dem tieferen Treibstoffverbrauch des Turbo-Propeller-Antriebs des PC-21 sind diese Ausbildungsflüge vergleichsweise kostengünstig und weniger umweltbelastend als mit einem Jet-Trainer.</p><p>3. Es ist nicht geplant, Schweizer Piloten auf Jet-Trainingsflugzeugen in anderen Ländern zu schulen. Der PC-21 ist dank seiner modernen Avionik und seinen Flugleistungen ein vollwertiges taktisches Trainingsflugzeug und ersetzt einen Jet-Trainer.</p><p>4. Die Aufteilung von Flug- und Simulatorstunden ist in den Ausbildungsplänen des F-35A grundsätzlich vergleichbar mit jenen des F/A-18C/D. Das Simulatortraining wird nicht übermässig forciert, ist aber eine unverzichtbare Ergänzung zum Flugtraining, weil Verfahren zum Beispiel im Bereich von Pannen gefahrlos trainiert werden können. Der Ausbildungsplan des F-35A hat sich bei der Ausbildung von mehr als 1'500 Pilotinnen und Piloten bewährt.</p><p>5. Flugunfälle sind meist die Folge einer unglücklichen Verkettung von spezifischen Ursachen. Der F-35A ist mit zahlreichen modernen Sicherheits- und Warnsystemen ausgestattet. So verfügt er zum Beispiel über ein System zur automatischen Verhinderung einer Kollision mit dem Boden, was gerade im alpinen Umfeld eine wichtige zusätzliche Sicherheitskomponente ist. Das richtige Verhalten beim Fliegen im Gebirge erlernen die Schweizer Militärpilotinnen und -piloten bereits in der Grundausbildung.</p><p>Beim Flugunfall in Eglin im Frühling 2020 war die Hauptursache das Aufsetzen bei der Landung mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit. Der Flugunfall des F-35A in Misawa ist gemäss dem Unfallbericht der japanischen Luftstreitkräfte auf räumliche Desorientierung des Piloten zurückzuführen. Räumliche Desorientierung hat in der Vergangenheit auch schon bei anderen Kampfflugzeugen zu Unfällen geführt. Die Schweizer F-35A werden mit einem System ausgerüstet sein, das in einer solchen Situation die Wiederherstellung einer korrekten Fluglage mit einem einfachen Knopfdruck ermöglicht. Zum Zeitpunkt des Unfalls war dieses System noch nicht verfügbar.</p><p>6. Luftpolizeidienst und Luftverteidigung stehen nach wie vor im Zentrum der Ausbildung. Der F-35A verfügt über neuartige, sehr leistungsfähige und umfassend vernetzte Systeme. Dies ermöglicht den Pilotinnen und Piloten Informationsüberlegenheit in allen Aufgabenbereichen, womit sich auch die Trainingsinhalte verändern. Der beschränkte Wiederaufbau der Erdkampffähigkeit und der Luftaufklärung wirkt sich nicht auf die Anzahl Flugstunden aus.</p>  Antwort des Bundesrates.