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Es liegt im Wesen der Kilbi, dass sie sich stets verändert und entwickelt. Es gibt nicht eine Kilbi, sondern viele Freiburger Kilben. Jede Region, jedes Dorf, jede Familie feiert dieses Fest auf eigene Art. Lassen Sie sich durch die Felder und in der Zeit entführen, und entdecken Sie einige typische oder ungewöhnliche Traditionen dieses Fests (es handelt sich natürlich nicht um eine vollständige Auswahl, zögern Sie also nicht, Ihre Tradition mit uns zu teilen).
Die meisten Leute haben schon vom Weihnachtsbaum gehört. Aber haben Sie schon einmal vom «Kilbibaum» gehört? Nein? Wir auch nicht, aber in einem Text aus dem Jahr 1787 steht, dass in der Stadt Freiburg an den Kilbifeierlichkeiten eine Tanne aufgestellt wurde. Diese Tradition, die von der Quartierjugend fortgesetzt wurde, hielt sich einige Jahrzehnte, bevor die örtliche Polizei diese Praxis in einem Bericht anprangerte. In diesem Bericht wurde das Aufstellen von Tannen aus Sicherheitsgründen ganz einfach verboten. Die Tradition hielt sich noch einige Jahre, bevor sie definitiv verschwand.
Das Kilbischiessen ist ein weiterer Brauch, den man ebenfalls in der Stadt Freiburg findet, wo die Schützen auf der Schützenmatte ein Wettschiessen veranstalteten; Kilbischiessen gab es auch in einigen Dörfern wie La Roche und Cheyres. In der Stadt verschwand diese Tradition 1797, aber sie hielt sich noch in einigen Dörfern. Heute noch werden in Fétigny, Vernay oder Rueyres-les-Prés Kilbischiessen organisiert.
Einige Traditionen haben sich erst später entwickelt, wie das Karrenrennen in Charmey. Es wurde erstmals 1972 vom Jugendverein La Concorde organisiert und sollte der Kilbi in Charmey mehr Dynamik verleihen. Die Wette ging auf, denn das Rennen zieht heute mehr als 10 000 Personen an. Die Holzkarren, die einst von den Bauern gebraucht wurden, um Heu an Hängen zu transportieren, werden für das Rennen geschmückt. Die schnellsten und kreativsten werden mit Preisen ausgezeichnet.
Thema in 12:45: Heukarrenrennen in Charmey (2003)
Die lebendige Tradition der Kilbi zeigt sich auch am sehr ausgedehnten Kalender. Die Behörden versuchten hingegen lange, die Zahl der Feiertage zu begrenzen und für die Kilbi ein einziges Datum festzulegen. Die Verordnung von 1747 zeugt von diesen Bemühungen; es wurde festgelegt, dass die Kilbi am zweiten Septembersonntag stattfinden sollte. Heute kann man von Fasnacht bis Silvester Kilbi feiern. Die Kilbi findet also im ganzen Jahr und im ganzen Kanton statt (das freut die Feinschmecker/innen). Die Traditionen und die Freiburger/innen waren stärker als das Gesetz.
Für die Ungeduldigen hier der Kalender der Freiburger Kilben.
Was auch immer Sie für Traditionen haben, wir wünschen, dass die Kilbi für Sie köstlich ist!
Links
Im ersten Teil unserer Artikeltrilogie sind Geschichte und Herkunft dieses Fests beleuchtet (Kilbi: eine kurze Geschichte)
Die Kilbi, eine lebendige Tradition
Alles über die Kilbi auf Internet
Ein herrliches Buch zeichnet die Geschichte, die Entwicklung und die Gegenwart der Kilbi nach:
– Philipona Romanens, Anne/Papaux, Jean-Pierre (2011) : Chantons, dansons, bénichonnons. Ed. la Sarine, Freiburg, Schweiz.