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Ende Januar und Anfang Februar 2020 besuchte ich einen Freund in Mexiko. Er ist Schweizer, verbrachte aber die Wintermonate in der mexikanischen Stadt Guadalajara. Auf seinen eigenen, wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeinten Wunsch, nenne ich ihn in diesem Beitrag Chak Mo’ol, wie die unverwechselbare Statue der Mayas. Während zwei Wochen besuchten wir neben Guadalajara auch die Städte Mexiko City und Cancún sowie mehrere Orte in der Umgebung dieser Städte. Wir bewegten uns in den Bundesstaaten Jalisco, México, Quintana Roo und in der Hauptstadt Mexiko City.
Inhalt
Anreise
Am Samstag, dem 25.01.2020, sollte ich morgens um 09:00 Uhr von Zürich über Amsterdam und Mexico City nach Guadalajara fliegen. Ich sass bereits im Flugzeug, als es technische Schwierigkeiten gab. Nach knapp zwei Stunden mussten alle Passagiere aussteigen und der Flug nach Amsterdam wurde offiziell gestrichen. KLM buchte mich dann automatisch auf einen späteren Flug um. Abends um 17:30 Uhr ging es dann mit 8.5 Stunden Verspätung endlich doch noch nach Amsterdam. Über Nacht statt tagsüber ging es dann mit einem zwölfstündigen Flug weiter nach Mexico City. Dieser wurde im Gegensatz zum ursprünglichen Flug nicht von KLM, sondern von Aeroméxico durchgeführt. Der letzte Flug nach Guadalajara war dann nur noch relativ kurz. Am Sonntagmorgen um 09:30 Uhr erreichte ich mein Ziel mit neun Stunden Verspätung. Chak Mo’ol holte mich am Flughafen mit einem Uber ab. Etwa eine halbe Stunde später erreichten wir seine Wohnung in Zapopan westlich der Stadt Guadalajara, wo ich die nächsten Tage auch übernachtete.
Guadalajara
Tag 1 – Zapopan und Tlaquepaque
Zapopan ist eine Stadt mit gut 1.1 Millionen Einwohnern. Sie liegt westlich der Stadt Guadalajara in dessen Agglomeration. Der Übergang zur Stadt Guadalajara ist fliessend. Gegen Mittag fuhren wir zusammen mit dem Mitbewohner von Chak Mo’ol und zwei Frauen, die ebenfalls in der Region wohnen, zum Restaurant El Zarandeao, wo wir etwas assen.
Später fuhren wir nach Tlaquepaque, eine Stadt mit etwa 600’000 Einwohnern, die von der immer weiter wachsenden Stadt Guadalajara komplett eingeschlossen wurde. Das historische Zentrum Tlaquepaques gehört seit 2018 zu den Pueblos Mágicos. Als Pueblo Mágicos (magische Orte) werden besonders sehenswerte Orte in Mexiko ausgezeichnet. Es gibt über ganz Mexiko verteilt etwa 120 solche magischen Orte. Abends um etwa 21:00 Uhr waren wir zurück in Zapopan und ich ging ins Bett. Abgesehen von den wenigen Stunden im Flugzeug hatte ich seit ca. 47 Stunden nicht geschlafen.
Tag 2 – Teatro Degollado, Plaza de la Liberación und Catedral de Guadalajara
Tag 2 war mein erster vollständiger Tag in Mexiko. Wir wollten uns das Zentrum von Guadalajara anschauen, also bestellten wir uns ein Uber und stiegen in der Nähe des Teatro Degollado an der Plaza de la Liberación aus. Das im Jahr 1866 eingeweihte Theater fasst 600 Zuschauer. Es werden klassische und moderne Stücke aufgeführt.
An der gegenüberliegenden Seite der Plaza steht die Catedral de Guadalajara, eine römisch-katholische Kirche. Auf dem Platz selbst gibt es einen „Guadalajara“-Schriftzug, der sich gut für ein Souvenir-Foto eignet.
Tag 2 – Palacio de Gobierno, Plaza Tapatía und Mercado San Juan de Dios
Südlich der Plaza steht der Palacio de Gobierno. Wir liefen jedoch in östliche Richtung zur Plaza Tapatía und weiter zur Plaza Iberoamérica. Direkt daneben besuchten wir den Mercado San Juan de Dios, auch Mercado Libertad genannt, den grössten Indoor-Markt in Lateinamerika. Der Markt besteht aus etwa 2’900 Ständen auf rund 40’000 Quadratmetern und drei Etagen. Unter anderem werden Lebensmittel, regionale Speisen, Kleidung und Elektronik angeboten.
Tag 2 – Bushaltestelle Antigua Central Camionera, Restaurant El Mexicano und Museo de lo Increíble
Nach dem Marktbesuch liefen wir etwa 2 Kilometer in südliche Richtung zur Bushaltestelle Antigua Central Camionera. Diese befindet sich in der Nähe des Parks Agua Azul. Von hier fahren Busse zu näher gelegenen Städten wie Chapala oder Tequila. Da wir am Folgetag einen Ausflug nach Chapala geplant hatten, wollten wir uns die Bustickets dafür kaufen. Wie sich herausstellte, kann man diese aber nicht im Voraus kaufen. Dafür wussten wir jetzt schon, wo wir am nächsten Morgen hinmussten. Wir liefen zurück ins Stadtzentrum und assen im Restaurant El Mexicano. Danach besuchten wir das Museo de lo Increíble, ein Ripley’s Believe It Or Not-Museum.
Tag 2 – Fresko Supermarkt und Vancouver Wings
Vom Stadtzentrum nahmen wir ein Uber zum Fresko Supermarkt, da wir für ein Fondueessen am nächsten Tag noch einige Zutaten einkaufen mussten. Anschliessend tranken wir noch ein Bier im Vancouver Wings.
Tag 3 – Tagesausflug zum Chapalasee
Heute besuchten wir die Stadt Chapala. Sie hat gut 20’000 Einwohner und liegt am nördlichen Ufer des Chapalasees oder Lago de Chapala etwa 45 Kilometer südöstlich von Guadalajara. Der Chapalasee liegt auf 1’520 m.ü.M. Er hat eine Fläche von 1’146 Quadratkilometern und ist damit der grösste See Mexikos. Wir fuhren erneut mit einem Uber zur Bushaltestelle Antigua Central Camionera und nahmen dann den Bus nach Chapala. Die Fahrt dauerte eine knappe Stunde. Nach der Ankunft assen wir etwas im „Beer Garden“, bevor wir mit dem Chapala Express eine kleine Rundfahrt machten. Der Bus brachte uns zum historischen Bahnhof von Chapala (Antigua Estacion De Ferrocarril Chapala). Eine Eisenbahnlinie von Chapala nach Guadalajara wurde 1920 eröffnet. 1926 wurde der Bahnhof nach einer Überflutung schon wieder stillgelegt. Heute befindet sich hier noch ein kleines Museum.
Am Nachmittag versuchten wir, auf einen nahegelegenen Hügel zu laufen. Leider fanden wir keinen Weg hinauf, so dass wir den Hügel umrundeten. Vor der Rückfahrt mit dem Bus nach Guadalajara kauften wir das Brot ein für das Fondue-Essen am Abend. Das Fondue-Caquelon nahm ich extra aus der Schweiz mit, da Chak Mo’ol es unseren Gastgeberinnen verschenken wollte.
Tag 4 – Amatitán
Heute besuchten wir die Kleinstadt Tequila etwa 60 Kilometer nordwestlich von Guadalajara. Tequila ist ein Pueblo Mágico und bekannt für die gleichnamige Spirituose. Die Spirituose wird aus dem Herzen der blauen Agave in der Nähe der Stadt Tequila in Jalisco und in einigen weiteren Staaten Mexikos hergestellt. Unser Guide Fernanda holte uns um etwa 10:00 Uhr mit einem Kleinbus bei Chak Mo’ol zu Hause ab. Zwei Männer aus den USA waren auch noch mit dabei. Wenn ich mich recht erinnere, kamen sie aus Seattle. Als erstes fuhren wir zur Herradura Destillerie (Casa Herradura) in Amatitán. Dort nahmen wir mit einer etwas grösseren Gruppe an einer Führung teil. Am Ende konnten wir drei verschiedene Herradura-Tequilas probieren. Tequila der Marke Herradura wird weltweit vertrieben. Das Unternehmen ist einer der grossen Tequila-Hersteller, die den Markt kontrollieren.
Tag 4 – Tequila
Die Stadt Tequila ist nur noch etwa zehn Kilometer von Amatitán entfernt. Auf dem Weg dorthin stoppten wir bei einigen Agavenfeldern. Fernanda gab uns ausserdem ein paar Informationen zum Agavenanbau. Später hatten wir etwa zwei Stunden freie Zeit, um uns das Stadtzentrum von Tequila anzuschauen und etwas zu essen.
Später holte uns Fernanda im Stadtzentrum wieder ab. Wir besuchten noch die kleine Tequila-Destillerie La Alborada ganz in der Nähe. Nach einer kurzen Tour konnten wir auch hier den Tequila selbst probieren. Hier war unsere kleine Gruppe unter uns und die Atmosphäre etwas entspannter als in der grossen Herradura-Destillerie. Auf dem Rückweg Richtung Guadalajara legten wir einen rund einstündigen Halt beim Cantaritos el Güero ein. Hier probierten wir einen grossen Cantaritos, ein Cocktail auf Tequilabasis. Die Stimmung war gut und der Alkohol fliesst hier in Strömen. Später brachte uns Fernanda ins Stadtzentrum von Guadalajara, wo die Tagestour endete. Wir gingen noch in eine Bar und nahmen später ein Taxi zurück nach Hause.
Tag 5 – Flug nach Mexico City
Heute verliessen wir den Bundesstaat Jalisco und reisten nach Mexico City. Chak Mo’ol nahm den Nachtbus und ich das Flugzeug. Um 11:55 Uhr nahm ich Flug AM 215 und landete um 13:15 Uhr in Mexico City. Für mich war es überraschend, dass sich der Flughafen auf 2’238 Metern über Meer befindet, also nochmals etwa 700 Meter höher als Guadalajara. Mit einem Taxi fuhr ich zur gebuchten Airbnb-Unterkunft in der Strasse Río Yang Tsze.
Mexico City
Tag 6 – Teotihuacán – Tempel des Quetzalcoatl
Am frühen Morgen kam Chak Mo’ol in Mexico City an. Wir machten heute einen Tagesausflug zur prähistorischen Ruinenstadt Teotihuacán. Wir trafen den Bruder unseres Guides bei der Scotiabank in der Nähe des Kreisverkehrs Glorieta de La Palma. Dieser brachte uns und die anderen Tourteilnehmer nach Teotihuacán, wo wir unseren Guide Alejandro trafen.
Die Stätte liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Mexico City im Bundesstaat México. Sie gehört seit 1987 zum UNESCO Weltkulturerbe. Bis heute ist nicht geklärt, wer die Anlagen von Teotihuacán errichtet hat. Die ältesten Funde weisen auf eine Besiedlung ab ca. 500 v. u. Z. hin. Ab etwa 200 v. u. Z. entwickelte sich Teotihuacán zu einer Stadt und der Bau der wesentlichen Monumente begann. Die Stadt war etwa 1’000 Jahre lang bewohnt, hatte bis zu 200’000 Einwohner und nahm Einfluss auf ganz Mittelamerika. Um das Jahr 750 wurde der Ort aus unbekannten Gründen verlassen, später wurde er aber von anderen Kulturen wie den Tolteken und den Azteken verehrt.
Wir begannen unsere Besichtigung westlich des Tempels des Quetzalcoatl und südlich des Flusses Rio San Juan. Der Fluss wurde früher absichtlich umgeleitet, damit er perfekt in das Raster der Stadt passte. Der Tempel des Quetzalcoatl wurde nach einer Gottheit der Azteken, Tolteken und Maya benannt. Quetzalcoatl wurde oft in der Gestalt einer Klapperschlange dargestellt und der sechsstufige, pyramidenförmige Tempel ist mit mehreren Schlangenköpfen geschmückt. Wir folgten dann der sogenannten, etwa zwei Kilometer langen Strasse der Toten nach Norden über den Rio San Juan. Schliesslich erreichten wir die Sonnenpyramide, das eindrücklichste Monument der Ruinenstadt. Sie hat eine Seitenlänge von 200 Metern und ist 66 Meter hoch. Selbstverständlich stieg ich alle 239 Stufen bis zur Spitze hinauf.
Tag 6 – Teotihuacán – Mond- und Sonnenpyramide
Am nördlichen Ende der Strasse der Toten befindet sich die Mondpyramide. Diese ist mit 45 Metern Höhe kleiner als die Sonnenpyramide. Wegen der Steigung des Geländes ist die Spitze der Mondpyramide aber höher als die der Sonnenpyramide. Bei der Mondpyramide trafen wir wieder unseren Guide Alejandro. Wir fuhren weiter zu einem Restaurant in der Nähe für das Mittagessen. Danach fuhren wir zu Alejandros Haus, wo wir Schokolade und Pulque probieren konnten, ein Getränk aus dem fermentierten Saft verschiedener Agaven. Nach einem etwas seltsamen Ritual in einer Höhle neben Alejandros Haus wurden wir zurück nach Mexico City gebracht.
Tag 7 – Torre Latinoamericana und Plaza de la Constitución
Heute schauten wir uns das Stadtzentrum von Mexico City an. Vom Airbnb an der Strasse Río Yang Tsze aus liefen wir Richtung Osten der Calle Maestro Antonio Caso entlang. Dort assen wir das Frühstück. Nach dem Essen liefen wir weiter an der Südseite des Alameda Central Park entlang bis zum Palacio de Bellas Artes (Palast der schönen Künste).
Gegenüber der südöstlichen Ecke des Parks steht der Torre Latinoamericana. Der 44-stöckige Wolkenkratzer mit einer Höhe von 181 Metern wurde 1956 fertiggestellt und war bis 1972 das höchste Gebäude der Stadt. Heute gibt es ganze acht Gebäude in Mexico City, die den Torre Latinoamericana überragen. Das höchste davon ist mit 246 Metern der Torre Reforma. Der Torre Latinoamericana verfügt über ein Restaurant und eine Aussichtsplattform, die wir besuchten. Ausserdem gibt es ein kleines Museum, das unter anderem Bilder zeigt von den Erdbeben in den Jahren 1957 und 1985, die der Turm beide unbeschadet überstand.
Über die Avenida Cinco de Mayo, eine Fussgängerzone, erreichten wir die Plaza de la Constitución (Platz der Verfassung), auch Zócalo genannt. Die Strasse ist nach einem mexikanischen Feiertag benannt. Am 5. Mai 1862 siegte die mexikanische Armee über die zahlenmässig überlegene französische Expeditionsarmee in der Schlacht bei Puebla. Die Plaza de la Constitución ist der zentrale Platz in Mexico City. Mit einer Grösse von etwa 230 mal 215 Metern gehört er zu den grössten Plätzen der Welt. An der Nordseite des Platzes befindet sich die Kathetrale von Mexico City. Der Nationalpalast, der Sitz der Regierung steht an der Ostseite.
Tag 7 – Templo Mayor und Alameda Central
Nordwestlich der Plaza de la Constitución befinden sich die Überreste des Templo Mayor (Grosser Tempel oder grosse Pyramide von Tenochtitlán). Der Templo Mayor war der grösste Tempel der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán, die sich hier vom 14. bis 16. Jahrhundert befand. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als die Spanier die Stadt eroberten, lebten hier wahrscheinlich mehr als 100’000 Menschen. Heute sind die Überreste von Tenochtitlán fast vollständig von Mexico City überbaut. Der Templo Mayor und der Rest des Zentrums von Mexiko City gehören seit 1987 zum UNESCO Weltkulturerbe. Nach dem Besuch des Templo Mayor und des dazugehörenden Museums machten wir eine kurze Pause im Starbucks an der Calle de Tacuba. Später liefen wir zurück durch den Alameda Central Park, wo ziemlich viel los war und eine Art Karnevalsband gespielt hat.
Tag 7 – Plaza de la República und El Ángel de la Independencia
Wir liefen weiter an der Church of San Hipolito vorbei bis zur Plaza de la República im Distrikt Cuauhtémoc. Hier steht das Monumento a la Revolución (Denkmal der Revolution) aus den 1930-Jahren, das an die mexikanische Revolution erinnert. Gegen Ende des Tages schauten wir uns das Monument El Ángel de la Independencia in der Mitte eines Kreisverkehrs an der Avenida Paseo de la Reforma an. Leider war es durch Baugerüste verdeckt. Das Monument war im Jahr 1910 zu den Feierlichkeiten des 100. Jahrestages des Anfangs des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges geplant worden. Es handelt sich um eine 36 Meter hohe Säule mit einer Engelsskulptur an der Spitze.
Tag 8 – Coyoacán und Xochimilco
Für heute hatten wir eine Tagestour nach Coyoacán und Xochimilco gebucht. Wir fuhren mit einem Uber zum Auditorio Nacional, weil die Tour dort starten sollte. Leider stellte sich dies aber als falscher Treffpunkt heraus und wir mussten ein Taxi zum Palacio de Bellas Artes nehmen, wo die Tour dann um etwa 08:50 Uhr wirklich startete. Mit einem grösseren Bus fuhren wir zuerst nach Coyoacán, ein Stadtbezirk im Süden von Mexiko City. Das Casa Azul (blaues Haus), in dem die mexikanische Malerin Frida Kahlo lebte, gehört zu den bekanntesten Attraktionen in Coyoacán. Heute befindet sich dort ein Museum, das wir heute besuchen konnten. Da wir uns dafür nicht sehr interessierten, blieben wir im Zentrum von Coyoacán am Plaza Hidalgo. Dort befinden sich die Überreste des Klosters San Juan Bautista, das wir uns kurz anschauten. Ausserdem gibt es einen Coyoacán-Schriftzug, wo wir ein paar Fotos machten.
Nach dem Mittagessen trafen wir unsere Gruppe wieder und wir fuhren weiter zum Estadio Olimpico Universitario, wo 1968 die olympischen Sommerspiele ausgetragen wurden. Das Stadion schauten wir uns leider nur von aussen an. Danach fuhren wir weiter nach Xochimilco, ein weiterer Stadtbezirk. Hier befinden sich die schwimmenden Gärten (Floating Gardens), ein Geflecht von künstlich angelegten Kanälen mit einer Gesamtlänge von etwa 150 Kilometern. Berühmt ist der Ort für seine bunten Ausflugsboote, auch Trajineras genannt, die man sich mit einem Führer mieten kann. Die Boote fahren umweltfreundlich ohne Motor und werden mit einer Stange gesteuert. Wir verbrachten einige Zeit auf dem Boot, wo es auch ein Essen und ein paar Bier gab. Gegen einen kleinen Betrag spielte ausserdem eine Mariachi-Band, eine typische Form der Musik aus dem Bundesstaat Jalisco.
Nach der Bootsfahrt hatten wir etwas Zeit, einen kleinen Markt zu besuchen, bevor die Fahrt wieder zurück ins Zentrum Mexiko Citys ging.
Tag 9 – Flug nach Cancún
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Mexico City International Airport. Um 14:15 Uhr flogen wir nach Cancún, einer Stadt mit rund 630.000 Einwohnern im Nordosten des Bundesstaates Quintana Roo an der Küste der Halbinsel Yucatán. Dort landeten wir um etwa 17:30 Uhr kurz vor Sonnenuntergang. Direkt am Flughafen mieteten wir uns ein Auto für die nächsten Tage. Danach fuhren wir zum Hotel Smart Cancun by Oasis. Später nahmen wir ein Taxi ins Stadtzentrum, um noch etwas zu essen.
Cancún
Tag 10 – Valladolid und Ek Balam
Am heutigen Tag machten wir einen Roadtrip mit Endziel Río Lagartos und Las Coloradas. Unterwegs wollten wir mehrere Stops machen, so dass wir bereits vor Sonnenaufgang losfuhren. Über die gebührenpflichtige Strasse (Cuota) 180D fuhren wir nach Westen und erreichten nach etwa zwei Stunden Valladolid, eine Stadt mit knapp 300’000 Einwohnern. Beim Erreichen des Bundesstaates Yucatán, in dem sich die Stadt befindet, gewannen wir wegen der Zeitverschiebung eine Stunde. In Valladolid assen wir ein Frühstück und liefen dann zum Schriftzug, die es hier in fast allen Ortschaften gibt. In diesem Fall war der Schriftzug im Parque Sisal vor dem Convent de San Bernardino de Siena.
Über die Strasse 295 fuhren wir nach Norden bis zur Ausgrabungsstätte Ek Balam, die seit 1997 freigelegt ist. Es handelt sich um Überreste der Maya-Kultur. Die Stätte befindet sich etwa 30 Kilomer nördlich von Valladolid mitten im Urwald. Das grösste Gebäude und Highlight von Ek Balam ist sicherlich das Akropolis genannte Gebäude Nr. 1. Das Gebäude ist etwa 160 Meter lang, 70 Meter breit und immer noch 31 Meter hoch. Ursprünglich war das Gebäude noch etwa sechs Meter höher. Es kann heute noch über eine steile Treppe bestiegen werden, so dass man eine Weitsicht auf den umgebenden Urwald geniessen kann.
Wir fuhren weiter Richtung Río Lagartos und stoppten jeweils kurz in Calotmul und Tizimín, weil es dort weitere Schriftzüge von den Ortsnamen gab, von denen wir Fotos machten.
Tag 10 – Río Lagartos und Las Coloradas
Nach einer weiteren Autofahrt erreichten wir Río Lagartos und die dortige Lagune. Hier im Naturschutzgebiet Río Lagartos waren überraschend wenig Menschen, doch überall wurden Boots-Touren zur Besichtigung von Flamingos und Krokodilen angeboten. Wir hofften, später in Las Coloradas noch Flamingos zu sehen und liefen deshalb nur der Lagune entlang zum Schriftzug von Río Lagartos und fuhren dann weiter nach Las Coloradas. Las Coloradas ist bekannt für die pinken Salzseen und die Flamingos. Auch hier wurden viele Touren angeboten, jedoch versuchten wir, die Flamingos auf eigene Faust zu finden und wir waren schliesslich erfolgreich.
Tag 10 – Hubiku Cenote
Wir machten uns wieder auf den Rückweg und besuchten kurz vor Valladolid die Cenote Hubiku. In Quintana Roo und Yucatán gibt es hunderte oder sogar Tausende von Cenoten. Die Cenoten entstehen in Karststeingebirgen. Durch die Auflösung des Gesteins bilden sich Höhlen und Wasserläufe. Wenn die Höhlendecken einstürzen, entstehen Öffnungen, die mit Süsswasser gefüllt sind. Wir erreichten die Cenote kurz vor 17:00 Uhr nur wenige Minuten vor der Schliessung, so dass wir leider keine Zeit mehr hatten, darin zu schwimmen. Ich konnte allerdings noch ein paar Fotos schiessen. Ausserdem gibt es hier auch einen Hubiku-Schriftzug. Wir stoppten bei einem weiteren Schriftzug in Temozón nur wenige Kilometer weiter. Dieser befand sich direkt an der Strasse 295 gegenüber der Kirche des Ortes. Danach fuhren wir zurück nach Cancún.
Vom Hotel aus nahmen wir ein Taxi. Als wir dem Fahrer sagten, dass wir irgendwas trinken wollen, brachte er uns in die Zona Hotelera, wo sich das Nachtleben in Cancún abspielt. Wir wollten eigentlich nur kurz was trinken, da ich am nächsten Morgen früh einen Ausflug zur Ruinenstätte Chichén Itzá gebucht hatte, doch dann blieben wir doch länger.
Tag 11 – Chichén Itzá
Morgens um 06:00 Uhr holte mich der Bus beim Hotel ab. Chak Mo’ol hatte Chichén Itzá schon einmal besucht und hatte für heute andere Pläne. Da wir direkt von der Zona Hotelera kamen und noch nicht geschlafen hatten, nutzte ich die dreistündige Fahrt und schlief durch. Chichén Itzá liegt westlich von Valladolid. Dank der Zeitverschiebung erreichten wir bereits kurz vor 08:00 Uhr unser Ziel. Chichén Itzá gehört zu den neuen sieben Weltwundern und war nach der chinesischen Mauer das zweite Weltwunder dieser Art, das ich besuchte. Ausserdem erklärte die UNESCO Chichén Itzá 1988 zum Welterbe.
Die Maya-Stadt, die einst etwa 15 Quadratkilometer gross war, wurde vermutlich ab dem 5. bis 6. Jahrhundert aufgebaut. Heute ist der Kern der Stadt begehbar, wo die meisten Gebäude ausgegraben und zum Teil restauriert sind. Das imposanteste und bekannteste Gebäude ist die Pyramide des Kukulcán, auch El Castillo genannt. Die Pyramide ist 30 Meter hoch und hat eine Seitenlänge von 55 Metern. Auch sehr eindrücklich ist der grosse Ballspielplatz (Juego de Pelota). Das Spielfeld hat eine Grösse von 168 x 38 Meter.
Um ca. 17:00 Uhr waren wir zurück in Cancún. Weil ich in der Vornacht so wenig geschlafen hatte, ging ich heute früh ins Bett.
Tag 12 – Puerto Morelos und Playa del Carmen
Heute war mein letzter Tag in Mexiko. Wir hatten einen weiteren Roadtrip geplant und fuhren bereits um 07:00 Uhr los, weil wir einiges vorhatten. Unser erster Stop war Puerto Morelos nach einer guten halben Stunde Fahrt. Puerto Morelos ist eine kleine Stadt mit einem Seehafen, der bekannt ist für seinen schiefen, zehn Meter hohen Leuchtturm. 1967 wurde das Fundament des heute inaktiven Leuchtturms vom Hurrikan Beulah weggewaschen. Ausserdem gibt es hier im Hafen einen weiteren Schriftzug von Puerto Morelos.
Wir folgten wieder der Strasse 307 und erreichten nach einer weiteren guten halben Stunde die Grossstadt Playa del Carmen. Wie Puerto Morelos liegt sie an der Küste des karibischen Meers. In Playa del Carmen gibt es eine Fährverbindung zur Insel Cozumel. Die bei Touristen beliebte Stadt ist bekannt für sein Nachtleben, das wir heute aber nicht ausleben wollten. Nachdem wir den örtlichen Schriftzug und den Strand kurz besucht hatten, fuhren wir weiter Richtung Süden. Bei Xpu Há schauten wir uns den schönen Strand an und fuhren dann weiter zur Dos Ojos Cenote kurz vor der Stadt Tulum.
Tag 12 – Dos Ojos Cenote und Tulum-Maya-Stätte
Die Dos Ojos Cenote (deutsch: Zwei Augen) heisst so, weil sie eigentlich aus zwei Cenoten besteht, die sich eine gemeinsame Kaverne teilen. Das gesamte Höhlensystem ist über 80 Kilometer lang und steht über 28 Cenoten mit der Oberfläche in Verbindung. Schon bei der Anfahrt zur Dos Ojos Cenote kamen wir bei einigen weiteren Cenoten vorbei. Im Gegensatz zur Hubiku Cenote nahmen wir uns hier die Zeit, in der Cenote zu schwimmen. Natürlich machten wir auch hier wieder einige Fotos beim Schriftzug Dos Ojos.
Bei der Einfahrt zu einer weiteren Maya-Stätte in Tulum stoppten wir erneut für den Schriftzug von Tulum. Danach liefen wir ein Stück, bis wir die Ruinen von Tulum erreichten. Die Stadt war seit ungefähr 1200 besiedelt und befindet sich direkt am karibischen Meer. Auffällig sind die Leguane, die man hier hundertfach zu Gesicht bekommt.
Tag 12 – Muyil und Cobá
Wir fuhren noch etwas weiter Richtung Süden bis nach Muyil, wo wir eine weitere kleine Maya-Stätte anschauten. Danach sahen wir uns die Laguna de Muyil an. Den Aussichtspunkt, den es hier geben soll, hatten wir leider nicht gefunden. Es wurden Bootstouren angeboten, doch wir wollten weiter nach Cobá. Dafür fuhren wir den gleichen Weg zurück nach Tulum und bogen dann links auf die Strasse 109 ab, der wir bis nach Cobá folgten. Hier gab es weitere Maya-Ruinen. Da das ganze Gebiet ziemlich gross war, mieteten wir uns zwei Fahrräder. Nach einer Fahrt von vielleicht zwei Kilometern erreichten wir das Highlight dieser Maya-Stätte, die 42 Meter hohe Nohoch Mul-Pyramide. Über 120 Stufen darf man die Spitze der Pyramide erklimmen, was wir natürlich machten. Während dem Rückweg von Cobá nach Cancún über die Strassen 109 und 180D ging die Sonne unter. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir Cancún nach 21:00 Uhr.
Heimreise
Tag 13 – Flug nach Atlanta und Amsterdam
Nach knapp zwei Wochen in Mexiko war heute der Tag des Abschieds. Chak Mo’ol flog am frühen Abend zurück nach Guadalajara. Mein Flug ging bereits einige Stunden früher. Ich fuhr mit dem Mietauto zurück zum Flughafen und gab dort den Wagen ab. Mein ursprünglicher Flug war etwas verspätet, so dass mein Anschlussflug in Atlanta gefährdet war. Da ich früh am Flughafen war, wurde mir ein früherer Flug bereits um 12:10 Uhr angeboten. Nach weniger als drei Stunden war ich in Atlanta, Georgia, USA. Jetzt erreichte ich den Anschlussflug nach Amsterdam abends um 17:56 Uhr ohne Probleme.
Tag 14 – Flug nach Zürich
Nach gut acht Stunden landete ich morgens um 08:30 Uhr in Amsterdam. Zürich erreichte ich nach einem nur noch kurzen Flug um 11:00 Uhr.
Mehr Bilder zu diesem Beitrag gibt es in meinem Flickr-Profil im Album: Mexiko (Januar/Februar 2020)