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Die Schweiz und Madagaskar haben eine lange Tradition der freundschaftlichen bilateralen Beziehungen. Sehr wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Akteuren, insbesondere Nichtregierungsorganisationen.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Madagaskar
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz hat eine Subsahara-Afrika-Strategie für den Zeitraum 2021–2024 ausgearbeitet.
Im März 2009 brach in Madagaskar eine politische Krise aus, die den Staat von der internationalen Gemeinschaft isolierte. Dank der gemeinsamen Bemühungen Madagaskars und der internationalen Gemeinschaft und nach der Unterzeichnung einer Road Map am 17. September 2011 konnte Madagaskar Ende 2013 freie, transparente und glaubwürdige Wahlen durchführen und kehrte so zur Verfassungsordnung zurück.
Die Schweiz leistete einen finanziellen und politischen Beitrag an den Transitionsprozess und die Rückkehr zur verfassungsrechtlichen Ordnung in Madagaskar.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Wirtschaftsbeziehungen sind bescheiden, haben aber Entwicklungspotenzial. Mehrere Schweizer Grossunternehmen sind im Land tätig. Die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten von Schweizern in Madagaskar konzentrieren sich auf den Tourismusbereich. Der Handelsaustausch betrifft vor allem Produkte wie Gewürze und Rohstoffe, die insbesondere von Biolabel verwendet werden.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Madagaskar können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe
Seit der Unabhängigkeit des Landes 1960 hat die Schweiz verschiedene Entwicklungsprogramme durchgeführt, unter anderem in ländlichen Gebieten. 2016 beendete die DEZA ihre Präsenz in Madagaskar. Seither leistet sie punktuell nur noch humanitäre Hilfe.
Kulturaustausch
Die Botschaft arbeitet mit dem Tanzfestival I’Trôtra, dem Festival Madajazzcar, dem Kurzfilmtreffen von Madagaskar sowie anderen lokalen und internationalen Kulturinstituten und -organisationen zusammen, die in Madagaskar tätig sind.
Schweizerinnen und Schweizer in Madagaskar
Ende 2020 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 449 Schweizerinnen und Schweizer in Madagaskar und 605 madagassische Staatsangehörige in der Schweiz.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
1960 erlangte die Insel die Unabhängigkeit von Frankreich. Der junge Staat wurde von der Schweiz umgehend anerkannt. 1961 nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf.
In den ersten Jahren der Unabhängigkeit unterhielt die Schweiz in Antananarivo ein Generalkonsulat. Später eröffnete sie eine Botschaft, die lange von einem Geschäftsträger geleitet wurde. Seit 2007 verfügt sie über einen residierenden Botschafter.
1998 schloss die DEZA ihr Kooperationsbüro in Antananarivo. Drei Jahre später startete sie ein Spezialprogramm, das sich auf gute Regierungsführung und die Förderung der lokalen Wirtschaft konzentriert und seit 2013 in neuer Form weitergeführt wird.