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Humboldt und Gauss kommen aus verschiedenen Verhältnissen, haben einen unterschidelichen Lebensweg und interessieren sich für unterschiedliche Themen. Persönlich begegen sie sich im Alter an einer Tagung in Berlin. Gemeinsam ist ihnen das Besessensein von ihrer Tätigkeit und die Zeit, in der sie leben. Parallel zusammengeschnitten ergibt das ein beziehungsloses Potpourri: Humboldt forscht im Amazonasgebiet, dann stirbt Gauss' Frau, und schon ist Humboldt auf einem schneebedeckten Berg und leidet unter Sauerstoffmangel.
Der Film nach der Buchvorlage von Daniel Kehlmann zeigt die Lebensgeschichte der beiden Männer sehr gerafft in einzelnen Episoden, die zwar etwas vom jeweiligen Charakter erkennen lassen; die Zusammenhänge bleiben jedoch oft auf der Strecke. Der grösste Mangel des Drehbuches ist jedoch, dass es einfach behauptet, die beiden Männer hätten Grosses geleistet, ohne es auch filmisch erlebbar zu machen. Ein dickes Buch voller Formeln und ein Zimmer voller ausgestopfter Tiere reicht dazu nicht.
Der Film ist jedoch nicht ohne Unterhaltungswert, etwa wenn der verklemmte Preusse den Urwald vermisst, weil er davor Angst hat oder wenn der Mathematiker in der Hochzeitsnacht, nachdem er seine Frau umständlich entkleidet hat, noch schnell eine Formel aufschreibt, die ihm gerade in den Sinn gekommen ist. Auch Bild und Ton lassen aufmerken. Streckenweise sind beide sehr gelungen; teils wirken die Farben und Toneffekte aber auch übertrieben und effekthascherisch. Insgesamt ein netter Film, der ein Mosaiksteinchen zum Leben zweier berühmter Männer beiträgt.