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(Leader – September 2021, Seite 8)
Hinter diesem Slogan aus der Führungslehre steckt, dass Leistungsfähigkeit und Leistungswillen vor allem durch Herausforderungen gestärkt werden. Als wirtschaftspolitische Maxime ist die Verquickung der beiden Begriffe aber problematisch.
Es ist populär, Förderung zu fordern, d. h. Ansprüche beim Staat anzumelden. Dabei ist es notwendig, sich selbst oder jene, die man fördern möchte, zunächst einmal als besonders schwach, bedroht und bedürftig, kurz: als überfordert und unmündig darzustellen.
Aber das Fordern von Förderung ist oft ein Irrweg, bei dem die Förderungsbedürftigen zu wenig ernst genommen und entmündigt werden. Und mit dem man ihnen nur vorläufig und scheinbar nützt, weil sie dadurch vom Förderungssystem und seinen Exponenten abhängig werden.
Das Evaluieren von förderungswürdigen Potenzialen gehört zur hohen Schule der privaten Kreditvergabe. In diesem empfindlichen Experimentierfeld wirtschaftlicher Entwicklung können sich staatliche Interventionen als gefährliche Fehlsignale erweisen, auch wenn sie gut gemeint sind.
Für jeden staatlich Geförderten gibt es eine grössere Anzahl von Nicht-Geförderten, faktisch Diskriminierten. Die Chance, dass unter den nicht-geförderten bessere Unternehmen sind als unter den geförderten, ist sehr hoch. Und jene werden in ihren Aktivitäten gebremst, vielleicht sogar zerstört. Dies beeinträchtigt die Produktivität im Gesamtsystem.
Die beste Förderung der KMU ist die Deregulierung, die Aufhebung von Privilegien und Nischen, welche sich die Grossen durch ihre Lobbies erkämpft haben – oder die durch staatliche Angebote blockiert sind.
Robert Nef
Publizist, St.Gallen