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In Etrurien kann um 700 v. Chr. ein schrittweiser Übergang weg von Einzelbestattungen und hin zu Mehrfachbestattungen in hausähnlichen, unter Tumuli gelegenen Grabanlagen beobachtet werden. Damit einhergehend treten seit dem 7. Jh. v. Chr. erstmals Totenbetten in diesen Gräbern auf, zunächst in Form von echten Möbeln aus Holz oder Metall, ab der Mitte desselben Jahrhunderts dann vermehrt in Stein umgesetzt. In dieser Studie konnten für das untersuchte Gebiet fünfzehn Typen steinerner Totenbetten erarbeitet werden. Es liessen sich regionale Typen fassen, welche für einen intensiven Austausch zwischen den etruskischen Zentren im Landesinnern sprechen. Die überregionalen Betttypen orientieren sich oftmals an Vorbildern in den Nekropolen von Cerveteri. Ausserdem zeigte sich, dass auch in Tarquinia schon früh Gräber mit Totenbetten ausgestattet werden, ein Umstand, der in der bisherigen Forschung eher unbeachtet blieb.
Bei der Untersuchung von Bettdarstellungen auf anderen etruskischen Denkmälergattungen stellte sich heraus, dass diese nur wenig Gemeinsamkeiten mit den steinernen Grabmöbeln aufweisen. Sehr häufig vertreten in den Prothesisdarstellungen und Bankettszenen der Grabmalereien sowie auf etruskischen Vasen, Terrakottaplatten und Urnen sind die beiden griechischen Betttypen A (mit gedrechselten Beinen) und B (mit gesägten Beinen). Obwohl diese beiden Klinentypen in Etrurien – zumindest in aristokratischem Umfeld – ab dem 6. Jh. v. Chr. in Verwendung sind, werden sie in etruskischen Gräbern relativ selten in Stein umgesetzt. Die Grabmöbel sind also, im Gegensatz zu den Darstellungen auf den anderen untersuchten Denkmälergattungen, der griechischen ikonografischen Tradition nur begrenzt verpflichtet. Ihre Form dürfte in den meisten Fällen eher auf traditionelle und alltägliche Möbel zurückzuführen sein. Die Gräber selbst geben den Verstorbenen eine Behausung und als Teil des Hausrats lassen sich auch die Betten interpretieren. Sie dienen in erster Linie als letzte Ruhestätte. Ein Bezug zum gelagerten Bankett konnte an den behandelten Beispielen des 7. und 6. Jh. v. Chr. in den meisten Fällen nicht festgestellt werden.