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© 1990 Markus Kappeler
Cayman-Inseln
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)
Die Cayman-Inseln wurden am 10. Mai 1503 von Christoph Kolumbus entdeckt. Nachdem er auf seiner vierten und letzten Fahrt in die Neue Welt die mittelamerikanische Ostküste erkundet hatte, machte er sich mit seinen beiden Schiffen «Santiago» und «Capitana» auf die Rückreise und kam dabei an den beiden kleineren der drei Cayman-Inseln vorbei. Aufgrund der grossen Zahl von Meeresschildkröten, die er sowohl im küstennahen Wasser als auch an den Sandstränden der damals unbewohnten Eilande bemerkte, gab er ihnen den Namen «Islas de las Tortugas» - «Schildkröteninseln».
Dies alles weiss man zweifelsfrei. Weniger klar ist hingegen, durch wen und warum die kleine karibische Inselgruppe später zu ihrem Namen «Cayman-Inseln» kam. Es lohnt sich, dieser Frage kurz nachzugehen:
Bereits auf einer Karte aus dem Jahr 1523 erschienen die Inseln nicht mehr als «Tortugas», sondern als «Lagartos» - «Echseninseln» also. Der unbekannte Kartenzeichner dürfte damit wohl Bezug genommen haben auf die knapp meterlangen Wirtelschwanzleguane, welche damals noch in grosser Zahl die Cayman-Inseln bevölkert hatten, später aber wegen ihres schmackhaften Fleisches fast ausgerottet wurden und heute nur noch in wenigen Exemplaren auf der Insel Cayman Brac überleben.
Schon wenig später, nämlich 1530, hiessen die Inseln dann aber «Caymanas», nach dem Wort der karibischen Indianer für «Krokodil». Sie trugen also jetzt den Namen «Krokodilinseln», und dabei ist es bis heute geblieben.
Gab es denn überhaupt je Krokodile auf den Cayman-Inseln? Die Frage ist eher mit «Nein» zu beantworten, denn weder existieren irgendwelche diesbezüglichen Aufzeichnungen aus der Frühzeit der Kolonisation, noch wurden in den letzten zweihundert Jahren jemals Krokodile auf dem Archipel beobachtet. Die meisten Historiker neigen deshalb zur Ansicht, dass dem Namen des Archipels eine Verwechslung zugrunde liegt - dass nämlich Sprachunkundige die Wirtelschwanzleguane mit der indianischen Bezeichnung für Krokodil ansprachen. Darauf deutet im besonderen hin, dass Sir Francis Drake, der grosse englische Seefahrer, Freibeuter und Erdumsegler, bei seinem Besuch der Inselgruppe im Jahr 1586 notierte, dass die «Caymanas» essbar seien und damit nachweislich die Leguane meinte.
Ganz ausschliessen lässt sich allerdings nicht, dass nicht dennoch einst Krokodile auf den Cayman-Inseln vorkamen. Geeigneten Lebensraum hätten sie jedenfalls auf Grand Cayman (in der seichten North Sound-Lagune mit ihren ausgefransten, mangrovenbestandenen Ufern sowie in den daran angrenzenden Süsswassersümpfen) zur Genüge gefunden. Interessant wäre dann aber zu wissen, um welche Krokodilart es sich wohl gehandelt haben könnte. «Der Kaiman, dem die Cayman-Inseln ihren Namen verdanken, lebt noch heute auf Jamaika», heisst die «logische», aber nicht unbedingt stichhaltige Erklärung mancher Reisebuchautoren. Zwar findet man auf Jamaika eine Kaimanart, nämlich den recht angriffslustigen und bissigen Krokodilkaiman, der bis 2,7 Meter lang wird. Er ist aber stark ans Süsswasser gebunden und meidet das Meer. Als Kandidat kommt viel eher das bis zu sieben Meter lange Spitzkrokodil in Frage, denn zum einen erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet von Florida über die mittelamerikanische Landbrücke bis ins nördliche Südamerika sowie auf die Antilleninseln Kuba, Jamaika und Hispaniola, also rund um die Cayman-Gruppe herum. Und zudem schwimmt es auf der Suche nach neuen Lebensräumen nicht selten aufs offene Meer hinaus.
Zuchtstation für Suppenschildkröten
Leguane, Krokodile, Kaimane - verlassen wir das Feld der Spekulationen und wenden wir uns wieder den Tatsachen zu. Eine solche ist, dass es hauptsächlich die Meeresschildkröten waren, weswegen die Segelschiffe des 16. und 17. Jahrhunderts Kurs auf die Cayman-Inseln nahmen. So viele der gewichtigen Tiere tummelten sich damals in den küstennahen Gewässern, dass Frachtschiffe, die den Heimweg von der Neuen in die Alte Welt antraten, gerne einen kleinen Abstecher zu der abgeschiedenen Inselgruppe machten, um sich mit lebenden Meeresschildkröten als gut haltbarem Proviant für die lange Überfahrt einzudecken.
Wie so oft in der Geschichte des Menschen artete die Nutzung dieser wertvollen Ressource mit der Zeit in eine masslose Über-Nutzung aus, wodurch die Meeresschildkröten im Bereich der Cayman-Inseln schliesslich so gut wie ausgerottet und ihre traditionellen Eiablagestrände verwaist waren. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. Wer darum heute auf den «Islas de las Tortugas» Meeresschildkröten sehen will, der muss schon einen Ausflug zur «Cayman Turtle Farm», einer auf kommerzieller Basis betriebenen Zuchtstation für Meeresschildkröten, an der Nordwestspitze von Grand Cayman machen. Dort gibt es Suppenschildkröten aller Altersklassen, von wenigen Gramm schweren Babys bis hin zu ausgewachsenen Zuchttieren, welche stattliche 300 Kilogramm auf die Waage bringen. Etwa 65 000 Jungtiere werden in grossen Tanks aufgezogen und dann, nach Erreichen einer bestimmten Grösse, vermarktet.
Als Grundstock für diese Meeresschildkröten-Farm musste man ursprünglich auf Eier zurückgreifen, die an den Stränden von Costa Rica und Surinam abgelegt worden waren. «Selbsttragend» ist die Farm seit 1975, als das erste in Gefangenschaft geschlüpfte und aufgezogene Weibchen Eier legte. Seither laufen Zucht und Geschäft zur allgemeinen Zufriedenheit. Bereits 1978 konnte der Betrieb Schildkrötenprodukte (hauptsächlich Fleisch für die Feinschmecker-Küche, Schildpatt für exklusive Brillengestelle und Rohstoffe für die Kosmetikindustrie) im Wert von mehr als einer Million US-Dollar ausführen. Bis heute ist die Schildkrötenfarm die bedeutendste exportorientierte Produktionsstätte der Cayman-Inseln.
Im Rahmen eines Naturschutzprogramms werden im übrigen alljährlich mehrere tausend junge Schildkröten aus den Beständen der Farm an den Küsten der Cayman-Inseln freigesetzt. Dies in der Hoffnung, dass sie dereinst als erwachsene Tiere wieder zum Archipel zurückkehren, hier zur Brut schreiten und so allmählich wieder eine gesunde Wildpopulation aufbauen werden.
Drei versprenkelte Landfleckchen
Drei versprenkelte Landfleckchen weit draussen im Karibischen Meer - rund 250 Kilometer südlich von Kuba und 250 Kilometer nordwestlich von Jamaika - das sind die Cayman-Inseln. Es handelt sich um die aus dem Meer herausragenden Gipfel eines submarinen Gebirgszugs, der weiter östlich auf Kuba als Sierra Maestra in Erscheinung tritt und sich westwärts bis zum mittelamerikanischen Belize erstreckt. Im Norden trennt dieser Cayman-Rücken das Yukatan-Becken vom restlichen Karibischen Meer ab; im Osten fällt er steil in den Cayman-Graben ab, der als tiefste Zone der Karibik bis auf 7680 Meter unter den Meeresspiegel reicht. Alle drei Cayman-Inseln besitzen weder nennenswerte Erhebungen noch irgendwelche Fliessgewässer.
Grand Cayman
ist mit 197 Quadratkilometern nicht nur die grösste der drei Cayman-Inseln, sondern bildet mit einer Bevölkerung von 23 500 Personen und der Hauptstadt George Town auch das gesellschaftliche Zentrum der britischen Kronkolonie. Die Bevölkerung setzt sich laut Statistik aus 26 Prozent Schwarzen, 54 Prozent Mulatten, 19 Prozent Weissen und 1 Prozent «Sonstigen» zusammen. Die Umgangssprache ist Englisch, gesprochen allerdings in einem Dialekt, der schon manchen Sprachforschern Rätsel aufgegeben hat, denn er enthält eine bunte Mischung schottischer, irischer, walisischer und amerikanischer Elemente.
Die zentralen Teile von Grand Cayman sind aus Kalkstein- und Kalksandstein-Komplexen aufgebaut, welche maximal 18 Meter über den Meeresspiegel aufragen, während der flache Küstenbereich aus Korallenkalk, Korallensand und Mergel besteht. Die westliche Hälfte der Insel ist hauptsächlich mit Trockenwald bedeckt; in der Osthälfte breiten sich weite Brack- und Süsswassersümpfe aus. Ein auffälliges Landschaftselement ist die seichte, riffgeschützte North Sound-Lagune mit einer Gesamtfläche von über 100 Quadratkilometern, welche neuerdings zu einem modernen Jachthafen ausgebaut wird.
George Town, an der Westküste von Grand Cayman gelegen, ist in erster Linie ein hochmodernes Geschäftszentrum mit vielen mächtigen Bürobauten der Privatwirtschaft und nicht minder eindrucksvollen Verwaltungsgebäuden der Regierung. Nur noch wenige Gebäude erinnern an die Anfänge der Siedlungsgeschichte. Auch von dem einst massiven Fort George, das im 17. Jahrhundert zum Schutz vor Spaniern und Seeräubern errichtet worden war, findet man nur noch spärliche Überreste.
Nördlich von George Town erstreckt sich die Seven Mile Beach, ein traumhaft schöner Sandstrand, der seinem Namen zum Trotz nur knapp 10 Kilometer (6,2 Meilen) lang ist, aber dennoch als einer der schönsten Badestrände im karibischen Raum gilt. Neben zahlreichen Hotels, Appartmentblocks, Pensionen, Bungalowanlagen und Villen findet sich hier auch der schmucke Wohnsitz des Inselgouverneurs.
Ganz im Nordwesten von Grand Cayman, nördlich der Seven Mile Beach, findet man bei der Ortschaft West Bay nicht nur die eingangs erwähnte Schildkrötenfarm, sondern auch eine wegen ihres bizarren Aussehens als «Hell» («Hölle») bezeichnete Felsformation und, ganz in der Nähe, das bei den Inselbesuchern sehr beliebte «Hell Post Office». Ansichtskarten, die von dort abgeschickt werden, tragen nämlich zur grossen Verwunderung der Empfänger den Poststempel «Hell, Grand Cayman».
Little Cayman
, 100 Kilometer östlich von Grand Cayman gelegen, ist mit einer Fläche von 27 Quadratkilometern und lediglich etwa zwanzig ständigen Bewohnern die kleinste und ruhigste der drei Cayman-Inseln. Sie besteht grossenteils aus Mangrovensümpfen und liegt am höchsten Punkt lediglich zwölf Meter über dem Meeresspiegel. Das im Nordwesten etwa 150 Meter der Küste vorgelagerte Korallenriff ist ein grosser Anziehungspunkt für Tauchsportler: Es wurde in den siebziger Jahren vom bekannten französischen Ozeanologen Jacques Cousteau als einer der weltweit besten Tauchorte klassifiziert.
Cayman Brac
befindet sich acht Kilometer östlich von Little Cayman, misst 36 Quadratkilometer und ist auf weiten Strecken mit Trockenwald bedeckt. Ihren Namen verdankt die Insel dem 42 Meter hohen, aussichtsreichen Kalksteinkliff, das an ihrem Ostrand über tosender Brandung aufragt: «Brac» ist das gälische Wort für Steilküste, und schottische Siedler, die sich im 17. Jahrhundert auf dem kleinen Eiland niederliessen, waren es auch, welche die Insel tauften. Sehenswert auf Cayman Brac sind die über die ganze Insel verteilten, oft schwer zugänglichen Karsthöhlen mit ihren attraktiven Tropfsteinbildungen. In einigen dieser Felsgrotten leben noch heute jene letzten, schützenswerten Vertreter der beinahe ausgerotteten Wirtelschwanzleguane. Überdies sollen in zahlreichen Höhlen noch Piratenschätze verborgen sein und auf ihre Entdecker warten. Die rund 1500 Bewohner von Cayman Brac siedeln fast alle an der windgeschützten Nordküste in vier kleinen Dörfern, von denen West End das grösste ist.
Eine Romanfigur trieb es bunt
Nach ihrer Entdeckung durch Christoph Kolumbus blieben die Cayman-Inseln vorerst unbewohnt. Als erste Inselsiedler liessen sich dann um die Mitte des 17. Jahrhunderts ein paar Briten - Deserteure aus der Armee Oliver Cromwells, der soeben den Spaniern Jamaika entrissen hatte - auf dem kleinen Archipel nieder. Allerdings nicht für lange, denn schon kurz nach dem «Vertrag von Madrid» (1670), in welchem die Spanier Jamaika und die Cayman-Inseln an die Briten abtreten mussten, übernahmen See- und Strandräuber unterschiedlichster Herkunft die Inselherrschaft. Einer dieser Piraten, der es besonders bunt trieb, war Edward Teach, genannt «Blackbeard», der dann später vom schottischen Schriftsteller Robert Louis Stevenson in seinem vielbeachteten Abenteuerroman «Die Schatzinsel» (erschienen 1883) verewigt wurde.
Ab 1734 kamen wieder ehrbare Siedler auf die Cayman-Inseln, darunter viele Fischer und Bauern aus Schottland. Sie liessen sich auf Grand Cayman nieder und vertrieben nach und nach das Piratengesindel. Ab 1833 besiedelten einige von ihnen dann auch Little Cayman und Cayman Brac.
Unverhofftes Glück hatten die Bewohner der Cayman-Inseln im November 1788: Damals verunglückten infolge merkwürdiger Umstände zehn in einem Konvoi segelnde britische Handelsschiffe beim Gun-Bay-Riff, vor der Ostküste von Grand Cayman. Dank der beherzten Rettungsaktion der Inselbevölkerung gab es jedoch kein einziges Todesopfer. Das Schicksal wollte es, dass sich unter den Schiffbrüchigen ein Mitglied der britischen Königsfamilie befand, und deshalb verfügte der englische König George III. in der Folge, dass die Bewohner der Cayman-Inseln «als Anerkennung für ihren heldenhaften Einsatz» zukünftig keinerlei Steuern mehr zu
bezahlen hätten.
Schon seit dem 18. Jahrhundert waren die Cayman-Inseln formell dem Verwaltungsbereich des Gouverneurs von Jamaika angegliedert gewesen. 1962, nachdem sich Jamaika von Grossbritannien losgelöst hatte und unabhängig geworden war, erhielten die Cayman-Inseln den Status einer eigenständigen Kronkolonie. 1972 trat dann die neue Verfassung in Kraft, durch welche der Inselgruppe die innere Autonomie zugesprochen wurde. Als Vertreter des britischen Königshauses führt seitdem ein Gouverneur als Präsident des achtköpfigen Exekutivrats die Regierungsgeschäfte und präsidiert zudem die sechzehnköpfige Legislativversammlung, in welcher zwölf Volksvertreter Einsitz haben, die von der Inselbevölkerung alle fünf Jahre in ihr Amt gewählt werden.
Touristenhochburg und Steueroase
Die Cayman-Inseln waren von den Anfängen ihrer Besiedlung bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts eine einsame, ärmliche und von der restlichen Welt kaum wahrgenommene Inselgruppe gewesen. Die unzureichenden wirtschaftlichen Voraussetzungen auf dem Archipel führten dazu, dass viele jüngere Männer ihr Heil als Matrosen in der internationalen Schiffahrt suchten. Tatsächlich konnte man noch in den fünfziger Jahren im offiziellen Jahresbericht der Inselregierung lesen, dass das Hauptexportgut der Cayman-Inseln Seeleute seien und dass ihre Geldsendungen an die auf dem Archipel zurückgebliebenen Familienangehörigen die Hauptstütze der Inselwirtschaft darstellten.
Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Heute vollzieht sich die «Völkerwanderung» in genau umgekehrter Richtung: Über eine halbe Million sonnenhungrige Touristen besuchen alljährlich die Cayman-Inseln (und geben dabei rund 150 Millionen US-Dollar aus). Mit seinen kilometerlangen schneeweissen Sandstränden, den kristallklaren Küstengewässern, den faszinierenden Korallenriffen und den geheimnisvollen Schiffswracks, die vor den Riffen auf Grund liegen, gehört der Archipel heute zu einem der beliebtesten Urlaubsziele in der Karibik. Neben Sonnenbaden, Schwimmen, Segeln, Windsurfen, Schnorcheln, Tauchen, Wasserskifahren, Golf- und Tennisspielen kann man auch erlebnisreiche Ausflüge mit Glasboden- und Unterseebooten zu den Korallenriffen machen. Ausserdem finden Hochseefischer hier alles, was ihr Herz begehrt: vom Gelbflossen-Thunfisch über Wahoo und Barrakuda bis hin zum Weissen und zum Blauen Marlin.
Unter den Inselbesuchern finden sich heute auch immer mehr Bankiers, Geschäftsleute und Notare, denn dank ihrer günstigen Steuergesetze haben sich die Cayman-Inseln in den beiden letzten Jahrzehnten zu einer der beliebtesten Steueroasen unseres Planeten und zum weltweit grössten Zentrum für Offshore-Finanzgeschäfte entwickelt. 428 Banken und 377 Versicherungsgesellschaften sind auf dem kleinen Archipel registriert, und rund 17 000 mehr oder weniger durchschaubare Unternehmen, sogenannte «Briefkastenfirmen», haben hier ihren formellen Sitz. Welche Bedeutung der Geldverkehr für die Cayman-Inseln hat, lässt sich aus der Tatsache ersehen, dass man die Errichtung eines hochmodernen Kongresszentrums auf Grand Cayman für angebracht hielt.
So kommt es, dass heute Lebensstandard und Verdienst der Inselbevölkerung mit einem ausgewiesenen Pro-Kopf-Einkommen von 17 400 US-Dollar zu den höchsten im gesamten karibischen Raum gehören.
Legenden
Die Cayman-Inseln, drei kleine Landfleckchen in der westlichen Karibik, sind aus verkarsteten Kalkkomplexen aufgebaut und weisen daher eine ziemlich schüttere Vegetation auf. Entsprechend der geografischen Lage des kleinen Archipels sind Luft und Wasser das ganze Jahr über tropisch warm.
Mit ihren traumhaft schönen Stränden (wie der Seven Mile Beach an der West Bay von Grand Cayman) locken die Cayman-Inseln Jahr für Jahr mehr urlaubshungrige Besucher an. 1962 waren es noch rund 2000 gewesen, 1979 dann schon 77 000, und heute werden jährlich über eine halbe Million Ankünfte verbucht.
Wer auf den Cayman-Inseln historische Forts und andere Zeugnisse aus der Frühzeit der Siedlungsgeschichte sucht, kommt kaum auf seine Rechnung. An der Hafenfront von George Town, der Hauptstadt der kleinen britischen Kronkolonie, gefallen aber einige ältere Bauten, welche sorgfältig restauriert sind.
An den Riffen der Cayman-Inseln sind schon viele Schiffe als Folge von Navigationsfehlern, Stürmen oder Piratenübergriffen verunglückt. Allein in den Küstengewässern von Grand Cayman liegen über 300 Wracks auf Grund, von alten spanischen Galeonen über Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu modernen Frachtern.
Die Einwohner der Cayman-Inseln sind teils afrikanischer, teils europäischer, grossenteils aber gemischt afrikanisch-europäischer Abstammung. Seitdem ihre Inselheimat zum Zentrum für Finanzgeschäfte aller Art und zum überaus beliebten Touristenziel geworden ist, besitzen sie eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen im ganzen karibischen Raum.
Windjammer-Kreuzfahrten durch die Karibik werden immer beliebter. Als grösstes privates Passagiersegelschiff der Welt gilt die unter der Flagge der Cayman-Inseln fahrende «Sea Cloud». Sie lief 1931 in Kiel vom Stapel, hat bei einer Länge von 109 Metern und einer Breite von 15 Metern über 3000 Quadratmeter Segelfläche und kann bei 40 Mann Besatzung etwa 80 Passagiere in luxuriösen Kabinen unterbringen.
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