Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03656.jsonl.gz/64

Girl with a Pearl Earring
Regie: David Bickerstaff
Mitw.: Emilie Gordenker, Kapil Jariwala, Walter Liedtke, Tracy Chevalier, Quentin Buvelot, Stephen Farthing, Lea van der Vinde, Ariane van Suchtelen, Hugh Bonneville u.a.
«Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» von Jan Vermeer – auch als «Mona Lisa des Nordens» bezeichnet – ist eines der interessantesten und populärsten Gemälde der Kunstgeschichte. Zusammen mit Rembrandts «Anatomiestunde des Dr. Nicolaes Tulp» und dem «Distelfink» von Carel Fabritius gehört es zu den Highlights der Gemäldesammlung im Mauritshuis in Den Haag. Als das Museum zwei Jahre lang wegen Renovierung geschlossen war, reiste ein Teil der Sammlung um die Welt, mit dem «Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» als Aushängeschild, und lockte in den USA und Japan über zwei Millionen Besucherinnen und Besucher in die Museen. Das Gemälde hat bis heute sein Geheimnis bewahrt und übt eine ungebrochene Faszination auf die Betrachter aus. Mit dem Blick über die Schulter und dem geöffneten Mund scheint die geheimnisvolle Unbekannte uns unmittelbar anzusprechen. Wer war das Mädchen? Eine Tochter Vermeers oder seine Frau? Oder die Magd Griet, wie Tracy Chevalier in ihrem fiktiven Roman imaginiert, der die Grundlage der erfolgreichen Hollywood-Verfilmung mit Scarlett Johansson und Colin Firth war? Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei der Porträtierten aber nicht um eine historische Person, sondern um einen mit «Tronie» bezeichneten Bildtypus – eine porträtähnliche Charakterstudie fiktiver oder anonymer Personen – der im 17. Jahrhundert in den Niederlanden sehr verbreitet war. Jan Vermeer van Delft (1632–1675) hat der Nachwelt nur knapp drei Dutzend Gemälde hinterlassen, dennoch gehören sie mit der unvergleichlichen Leuchtkraft ihrer Farben, der speziellen Lichtführung und der Komplexität des Dargestellten zu den berühmtesten der Welt. Regisseur David Bickerstaff begibt sich in «Girl with a Pearl Earring» auf eine spannende Spurensuche und liefert gleichzeitig anhand der einmaligen Gemäldesammlung des Mauritshuis einen repräsentativen Überblick über die niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters. Erhellende Kommentare von Fachleuten, darunter Emilie Gordenker, Co-Direktorin des Mauritshuis, und des verstorbenen Vermeer-Spezialisten Walter Liedtke, werden durch Textauszüge literarischer Werke und zeitgenössischer Aufzeichnungen ergänzt, die vom britischen Schauspieler Hugh Bonneville («Downton Abbey») gelesen werden.