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Weitere Luftaufnahmen von Mollis
Das alte herrschaftliche Haus mit Namen Haltli steht gut sichtbar über dem Dorf Mollis. Sein Name kommt vom Hang Halde, auf welchem es errichtet wurde. Zwischen 1782 und 1784 liess Konrad Schindler (1757-1841) es bauen. Nachdem eine Ausbildung als Architekt in Paris absolviert hatte, liess Schindler dieses Wissen in die Umwandlung des Schlosses von Grünenstein in der Nähe von Balgach einbringen. Dieser Wohnsitz gehörte seinem Vater. Dank den Gütern seiner Ehefrau, Dorothea Zwicki von Glans, und dank dem väterlichen Erbe konnte er ein ehrgeiziges Projekt beginnen, welches von den Palästen der französischen Barocke inspiriert wurde. Schindler nahm als Modell die U-Zusammensetzung, ein Hauptgebäude mit zwei flankierenden Dependenzen – wie beim Schloss von Marly in der Nähe von Versailles (1676 -1686).
Tatsächlich manifestiert die Gesamtheit der Pavillons sehr konkret die überzeugenden absolutistischen Strukturen und die die Konzeption der herrschaftlichen Landwohnsitze.
Der mächtige, rechteckige Monolith, der den Hauptkörper bildet, war in den Umgebungen von Glarus, mit Ausnahme des Freuler-Palastes und des Rathauses von Näfels, eine Neuheit und dürfte als das Gegenteil des traditionellen gebräuchlichen Typs erscheinen. Nur die Dependenzen mit ihrem dekupierten Dach entsprechen der architektonischen Tradition. Sie formen mit den Hauptgebäude einen Hof - mit Brunnen, der die Idee eines Ehrenhofes erkennen lässt. Haltli änderte mehrmals den Eigentümer bis 1911, als die Gesellschaft der Gemeinnützigkeit des Kantons es kaufte und dort eine Schule für Behinderte einrichtete.
Die Hauptfassade des Herrenhauses, kräftig rhythmisiert, hat drei Stockwerke. Die Wirkung der regelmässigen Struktur geht aus der Verteilung der Fenstergruppen à 3 Stück hervor. Verzierungen, die sich an den oberen Stockwerken zu kolossale Pilaster verwandeln, signalisieren optisch die Unterteilung in der Senkrechten. Das Tor in der zentralen Achse intensiviert noch die Betonung des Mittelteils. Übereinandergelegte korinthische Pilaster flankieren den Eingang. Ein Volutengiebel geschmückt von einem skulptierten Still-Leben erstreckt sich bis zu den oberen Fenstern. Die horizontale Dimension der Fassade wird durch einen Zwischenwandsockel, eine Trennung und ein Kranzgesims übernommen. Die Gegenfassade auf Hofseite ist einfacher. Nur die zentrale Achse hat eine besondere Behandlung erfahren: eine Treppe führt zum Eingang; am selben Ort erlauben zwei zwischen den Stockwerken stehende Fenster die Beleuchtung des Treppenhauses; ein Giebel dient als Abschluss der zentrale Achse. Ein hohes Walmdach vollendet das Gebäude.
Im Innern, ist der Grundriss durch einen durchquerenden Gang unterteilt; im Nordende befindet sich der Treppenturm. Ein Korridor durchquert das Haus in seiner ganzen Länge. Die Zimmer reihen sich eines nach dem anderen nach der barocken Art. Früher war die ganze Hälfte des Erdgeschosses für die Diensträume reserviert. Der Salon im ersten Stockwerk hat seinen ursprünglichen Zwecke bewahrt. Die Wände sind von Tapeten mit Blumenmotiven geschmückt, die aus der Réveillon Manufaktur in Paris stammen.
Im zweiten Stockwerk besetzt der grosse Saal die ganze Westseite des Hauses. Seine Wände sind von ionischen Pilastern, auf denen ein Hauptgesims steht, geschmückt. Entlang des Frieses erzählen die Stucks über die Jagd, den Krieg, die Landwirtschaft, und über die Künste und Wissenschaften. Zwei grosse Medaillons schmücken die Decke.
Haltli ist mit dem Freuler-Palast das herrschaftlichste Gebäude des Kantons. Die barocke Konzeption der Gesamtheit mit Pavillons findet hier eine der Verwirklichung der französischen Barock.
Bibliographie