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Bernd Grunwald
Lieber Karsten!
Ich komme zu Deiner Frage nach der Musik bei den
Zusammenkuenften in den Versammlungen.
Da muss zuerst zurueckgegangen werden an den Punkt, wer
die ersten Musikinstrumente herstellte. Es waren, 1Mo 4,
21, die Kainiten, die in der Gottesferne lebten. "Welche
mit der Laute und der Floete umgehen!" Sie wollten sich
damit das Leben in der Gottesferne versuessen. Ein anderes
Geraet, das jetzt viel um Wirbel sorgt, ist das Tamburin,
unser heutiges Schlagzeug. Wenn da sorgfaeltig auf den
zurueckgegangen wird, der es erstmalig gebrauchte, wird
schon manches deutlich. In Hes 28 wird bildhaft von
Luzifer, dem abgefallenen Engelsfuerst gesprochen. Da wird
im Vers 13 von ihm gesagt, dass er im Garten Eden war, und
dass da in seiner Hand das Kunstwerk seiner Tamburine war.
Er scheint also die ersten Menschen nicht nur mit der
Frucht am verbotenen Baum versucht haben, sondern auch
schon mit seiner Musik, Tamburin und Pfeifen. Und wenn wir
den Weg des Tamburins verfolgen, weist er viele negative
Zeichen auf. Das Tamburin war 1Mo 31, 17 in der Hand
Labans. Sein Handeln ist ja bekannt! In 2Mo 15, 29 sehen
wir, dass es die Mirjam aus Aegypten mitgebracht hat, und
damit Rhythmus in den Lobgesang zu bringen versuchte? In
Ri 11, 24 holt sich die Tochter Jephthas damit den Tod. In
1Sam 18, 6 erregen sie bei ihrem Spiel damit den Neid
Sauls auf David. In 2Sam 6, 5 stirbt Ussa unter dem
Rhythmus des Tamburins beim Einholen der Bundeslade durch
David. Beim zweitenmal laesst David dies Radaugeraet weg.
Hiob sagt, beim Erwaehnung des Tamburins, dass sie in der
Hand von Gesetzlosen gefunden wird, Hi 21, 12. Und der
Prophet Jesaja, in Kap 5, 12 schreibt, dass der Wein die
Zecher erhitzt und bei ihrem Gelage das Tamburin gefunden
wird! Welch Fuelle an negativen Vorzeichen die hier
deutlich werden.
Nun stehen aber die anderen Psalmaussagen dagegen wie Ps
68, 24.25: "Gesehen habe ich deine Zuege, o Gott,
die Zuege meines Gottes ins Heiligtum. Voran gingen die
Saenger, danach Seitenspieler, inmitten
tamburinschlagender Jungfrauen!" Oder 81, 2: "Erhebet
Gesang und lasset das Tamburin erschallen!" Oder Ps 149,
3: "Loben sollen sie seinen Namen mit Reigen und
Tamburin!" Von daher moechten auch manche Reigentaenze,
sogar als Anbetung einfuehren! Und zum Schluss 150, 4:
"Lobet ihn mit Tamburin ...!" Da ist nun die Frage, ob
das das vorher Gesehene aufhebt, oder wie das zu
erklaeren waere? In diesen Psalmen wird auf das 1000
jaehrige Reich gezeigt. Da ist Satan gebunden. Von daher
kann er nicht mehr verfuehren. Da ist der Fluch
aufgehoben. Da scheint sogar das Tamburin geheiligt zu
sein.
Doch das ist nur ein Blick auf ein Begleitgeraet bei
Musik damals. Sehen wir uns noch andere Instrumente an.
Wir finden in Davids Hand die Laute! Mit ihr spielte er,
um bei Saul Depressionen zu vertreiben, 1Sam 16, 23. Auf
Davids Anweisung wurden die Choere fuer das Heiligtum
mit Harfen, Lauten und Zimbeln unterstuetzt. Was mag das
fuer ein erhabener Gesang gewesen sein! 1Chr 15, 16. Das
alles hat es jedoch mit der alttestamentlichen
Gottesdienstordnung zu tun. Zaehlt das fuer das Volk
himmlischer Berufung so auch? Wo finden wir Anweisungen
oder Ermunterungen bei den Zusammenkuenften Musik zu
machen? In Eph 5, 19 wird ausgesagt: "Redend zueinander
in Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, singend
und spielend in eurem Herzen ...!" Kann man im Herzen
mit einem Instrument spielen? Und ist hier etwas vom
Zusammenkommen gesagt? Vielmehr sollten wir nach dieser
Anweisung tun. Und das in unseren Haeusern und in
unserer Umgebung. Die Versammlung bestand am Anfang aus
so singenden und damit den Herrn lobenden Geschwistern.
Heute hat da das Radio und das Fernsehen leider ersetzt.
Und welch schlechter Ersatz ist das! Einmal nur finden
wir im Neuen Testament Musik in einem Haus, und zwar als
der verlorene Sohn heimgekommen war und sie ein Fest
feierten. Aber das hat nichts mit der Versammlung zu
tun. Wenn wir im 1. Korintherbrief die Ordnung fuer das
Zusammenkommen als Versammlung anschauen, 1Kor 14 ab 26,
finden wir kein Musikinstrument aufgefuehrt, was zur
Erbauung gebraucht werden sollte. Wir sollen um die
geistlichen Gaben eifern, dass aber die Gabe des
Musikmachens dabei aufgefuehrt waere, suchen wir
vergeblich. Und wenn das so wichtig und noetig waere,
haette der Geist Gottes das sicher mit aufgezaehlt.
Ich habe mir eben einmal die Muehe gemacht, all die
Instrumente alten Testamentes in der Konkordanz zu
finden im Blick auf das Neue Testament. Da finden wir
keine Laute! Von den Harfen lesen wir Offb 5, 8, dass
im Himmel, wenn wir das Lamm Gottes umstehen und IHN
anbeten, ein jeder eine Harfe hat zur Begleitung des
neues Liedes. Von den Ueberwindern aus der grossen
Truebsal in 15, 2 wird aehnliches geschrieben, aber da
wird hinzugefuegt, dass es "Harfen Gottes sind!" Also
nicht aus Menschenhaenden hervorgegangen. Mit ihnen
kann dann in Seiner heiligen Naehe gebracht werden,
was IHN auch verherrlicht.
Die Zimbel finden wir nur in einer Anwendung von
Paulus erwaehnt in 1Kor 13, 1. Wer keine Liebe hat,
ist wie eine schallende Zimbel.
Wenn wir es recht bedenken, wendet sich die Musik an
unser Gefuehl. Wo es schoen in einer Versammlung ist
wegen schoener Musik, sind die Proportionen verschoben.
Da steht der Herr nicht mehr im rechten Mittelpunkt.
Und wenn dann noch der Rhythmus ueberwiegt und
gesungenen Text wie erschlaegt, kann es nicht zur
Verherrlichung des Herrn sein. Ganz anders ist es beim
Singen.
Singen ist Lobpreis! Singen ist Gebet und Anbetung!
Und da finden wir die Aufforderung des Jakobus in 5,
13: "Ist jemand guten Mutes, er singe Psalmen. Und zum
Vorbild wird hierin unser Herr selbst. Als ER in Mt 26,
30 mit den Juengern das Passah gefeiert hatte und ihnen
das Gedaechtnismahl eingesetzt hatte und sich
anschickte, den schweren Weg nach Gethsemane zu gehen,
lesen wir: "Als sie ein Loblied gesungen hatten!" Also
nicht nur in guten Tagen, sondern auch wenn wir Wege
gefuehrt werden, die unserem Fleisch nicht gefallen,
duerfen wir singen. Und wie dankbar koennen wir sein,
einen so kostbaren Schatz an guten Liedern zu haben!
Ja, aber was sollen wir nun sagen, wenn der Gesang beim
Zusammenkommen mit einem Instrument begleitet wird?
Sollen wir da aufstehen und gehen? In vielen
Versammlungen finden wir das ja heute. Gut ist aber
schon, wenn wir zu erkennen versuchen, was das Wort
Gottes uns auch in dieser Beziehung lehrt. Jedenfalls
ist das, was im Alten Testament auch unter David gut
und ueblich war, was auch fuer Israel im 1000 jaehrigen
Reich wieder gut sein wird, nicht die Ordnung fuer das
Volk, dessen Heimat der Himmel, und nicht die Erde ist.
Sicher koennte darueber noch manches gesagt werden. Das
war es aber, was mit so spontan einfiel beim Sinnen zur
Beantwortung Deiner Frage. Und es ist gut, darum zu
beten, dass bei unseren Zusammenkuenften der Heiligkeit
des Herrn Rechnung getragen wird. Die Ehrfurcht vor IHM
und Seinem Wort sollte uns in all unserem Tun leiten.
Da kann dann geschehen was zu Seiner Ehre gereicht, und
was auch anderen zum Segen dient.
Dir jetzt noch ganz persoenlich liebe Gruesse.
In herzlicher Liebe und Verbundenheit,
Dein E.