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Roboterhirn lernt vom InternetUhr
Die Cornell Universität hat ein Roboterhirn entwickelt, das vom Internet lernt, verschiedene Dinge zu erkennen und zu nutzen. Das "Robo Brain" teilt dieses Wissen dann mit anderen Robotern.
Im Juli hat das Internet ungefähr 3,32 Milliarden Seiten umfasst. Während die meisten davon mit Bildern von Katzen oder noch unnützerem Inhalt beladen sind, finden sich im Netz zu jeder Zeit unzählige Anleitungen und Hilfestellungen, um verschiedenste Dinge zu lernen. Angefangen bei Tutorial-Videos auf Youtube, um eine Champagner-Flasche mit einem Schwert zu öffnen bis hin zu ganzen Tanz- und Musikkursen.
Einem Bericht des Newsportals Cnet zufolge, können nicht nur Menschen von dem gesammelten Wissen im Netz profitieren. Forscher der Cornell Universität in Ithaca, New York, haben nämlich einem Roboterhirn beigebracht, vom Internet zu lernen. "Robo Brain" tauften die Forscher ihre Schöpfung passenderweise.
Eine Milliarde Bilder, 120'000 Videos und 100 Millionen How-to-Dokumente
Die Forscher starteten das Projekt vor etwa einem Monat. Sie beschreiben es selbst als ein "gross angelegtes Rechensystem, das von öffentlich erreichbaren Internetquellen, Computersimulationen und realen Roboterexperimenten lernt". Genau in diesem Augenblick lädt das Roboterhirn eine Milliarde Bilder, 120'000 Youtube-Videos und 100 Millionen How-to-Dokumente und Betriebsanleitungen aus dem Netz.
Das "Robo Brain" studiert all diese Daten. So lernt es Dinge zu erkennen und sie zu benutzen. Ausserdem lernt es menschliche Sprache und Verhalten. Am Ende gibt das Roboterhirn sein gelerntes Wissen an andere Roboter weiter.
Andere Roboter können "Robo Brain" um Hilfe bitten
Doch für was braucht es das? Die Forscher haben eine einfache Antwort auf diese Frage. "Befindet sich ein Roboter in einer Situation, die er zuvor noch nie erlebt hat, kann er eine Anfrage an Robo Brain über die Cloud stellen", sagt Ashutosh Saxena, Assistenzprofessor für Computerwissenschaft.
Sieht der Roboter etwa eine Tasse, kann er von "Robo Brain" lernen, die Tasse als Kaffeetasse zu erkennen und das sie dafür gedacht ist, Flüssigkeiten zu transportieren. Er kann lernen, dass er die Tasse am Henkel von A nach B bewegen kann. Und er kann lernen, dass sie aufrecht stehen muss, wenn sie gefüllt ist oder dass er sie umdrehen kann, wenn sie leer ist.
Mit im Boot sitzen Google, Microsoft und Qualcomm
Die entsprechenden Information speichert das Roboterhirn in einem sogenannten Markov-Modell. Dabei handelt es sich um ein mathematisches Konzept, nach dem Informationen in Form von Punkten, respektive Knoten und Verbindungslinien, zwischen den einzelnen Knoten gespeichert werden. Vorstellen muss man sich dies im Grunde wie ein grosses Baumdiagramm. Die einzelnen Knoten können dabei für Aktionen, Objekte oder Teile eines Bildes stehen.
Das Projekt ist derzeit auf der offiziellen "Robo Brain"-Webseite frei zugänglich. Besucher der Seite können den Forschern helfen, indem sie für korrekte Aktionen und Objekte abstimmen und Kommentare hinterlassen. Unter den Unterstützern des Projekts finden sich Unternehmen wie Google, Microsoft und Qualcomm.