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| Cassian († 430/35) - Sieben Bücher über die Menschwerdung Christi (De incarnatione Domini contra Nestorium)

Drittes Buch
14. Das Bekenntniß des heil. Petrus sei der Glaube der ganzen Kirche.
Aber welche andern Aussprüche folgen nun jenem Worte des Herrn, mit welchem er den Petrus lobte? „Und ich,“ spricht er, „sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen [S. 491] will ich meine Kirche bauen.“ Siehst du, daß die Erklärung des Petrus der Glaube der Kirche ist? Also ist nothwendig ausserhalb der Kirche, wer den Glauben der Kirche nicht bewahrt: „Und dir,“ sagt der Herr, „werde ich geben die Schlüssel des Himmelreiches.“ Dieser Glaube hat den Himmel verdient, dieser Glaube hat die Schlüssel des himmlischen Reiches erhalten; sieh’ also ein, was dich erwarten mag. Durch die Thüre dieses Schlüssels wirst du nicht eingehen können, da du den Glauben dieses Schlüssels verläugnet hast. „Und die Pforten der Hölle,“ sagt er, „werden dich nicht überwältigen.“ Die Pforten der Hölle sind der Glaube oder vielmehr der Glaubensbruch der Häretiker. Denn so groß die Kluft ist zwischen Himmel und Hölle, so groß ist sie zwischen Dem, der Christum als Gott bekennt, und Dem, der ihn läugnet. „Was du auf Erden,“ heißt es, „gebunden haben wirst, wird auch gebunden sein im Himmel; und was du auf Erden gelöst haben wirst, wird auch gelöst sein im Himmel.“ Der vollkommene Glaube des Apostels hat gewissermaßen die Macht der Gottheit erhalten, so daß, was er gebunden oder gelöst hatte auf Erden, auch gebunden war oder gelöst im Himmel. Wenn also du, der du gegen den Glauben des Apostels angehst, dich schon auf Erden gebunden siehst, so bleibt nur übrig, daß du erkennst, du seiest auch im Himmel gebunden. Aber es würde zu weit führen, das Einzelne durchzugehen, was durch seine Zahl die Abhandlung gar weitgedehnt und inhaltsreich machen würde, wollte man es auch nur kurz und knapp erwähnen.