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Seit der Finanzkrise im Jahre 2007 wurde die Bewertung von Derivaten von grundlegenden Veränderungen erfasst. Die LIBOR Raten waren auf einmal für die Renditekurve nicht mehr ausreichend, da die OIS-LIBOR Kurve und auch die EURIBOR-EONIA-Kurve während der Krise einen grossen Spread aufwies. Für lange Zeit wurde die LIBOR Kurve von Gegenparteien zur Berechnung und Minderung des Kreditrisikos von bilateralen Geschäften und deren Besicherungen von OTC-Derivatgeschäften angewendet. Die Finanzierung von Sicherheiten, die eine Wiederverpfändung zulassen besitzt einen Wert an sich, und es sollte in der Bewertung der Derivate (d.h. unter Verwendung der risikolosen, ‚risk-free’ Kurve) berücksichtigt werden.
Source: Federal Reserve Bank of St. Louis
Die OIS Diskontierung nutzt die Interbanken-Tagesgeldsätze (für USD, Fed-Fund Raten) für die Kurvenkonstruktion. Laufzeiten, welche länger als zwei Jahre dauern, können mit den (OIS Basis) Swap-Preisen auf dem Markt abgebildet werden. Für Laufzeiten von mehr als 15 Jahren sind die OIS Marktdaten für bestimmte Währungen oft schwierig zu konstruieren. EONIA (EUR) und Sonia (GBP) Raten können aus den Swaps, die eine Laufzeit von 30 Jahren aufweisen, abgeleitet werden. Für die USD Kurve von mehr als 10 Jahren können die Basisswaps berücksichtigt werden.
Bei zwei bis zehn Jahre Fälligkeit besitzen OIS Swaps jährliche Coupons und können analog zu Fix. vs Floating IRS betrachtet werden, wobei die Index- und Diskountkurven auf der OIS (risikofreien) Kurve basieren.
Oft werden dennoch die LIBOR Kurven von Unternehmen zur Bewertung unbesicherten Transaktionen verwendet. Dies ist umstritten, da mit der Verwendung der LIBOR Kurve das Kredit- bzw. Gegenparteirisiko zweimal berechnet wird. In der CVA-Berechnung wird ausschliesslich das Kreditrisiko berücksichtigt bzw. berechnet.
Der CSA (Credit Support Annex) wird oft zur bilateralen Besicherung von OTC Derivatverträgen verwendet. Das neue CSA im Jahre 2013 wurde überarbeitet, um die OIS Diskontierung zu reflektieren. Der neue Standard CSA einigt sich auf tägliche Sicherheiten bei der Variationsmarge (Nachschusszahlungen). Wenn diese Zahlung ausfällt, muss die Transaktion mit dieser Gegenpartei geschlossen werden. Aufgrund des täglichen Austausches von Sicherheiten kann die risikofreie Kurve für die neue SCSA angewendet werden. Dies wird als "OIS Diskontierung" oder "CSA Diskontierung" bezeichnet. Ein heisses Thema sind die SCSA Einschusszahlungen, wobei hier neue Modelle in Ausarbeitung sind.
EURIBOR / LIBOR Diskontierung
Vor der Krise wurde die Diskontkurve unter Verwendung von liquiden Instrumenten wie Futures, FRAs und Zinsswaps nachgebildet. Die EURIBOR Raten werden täglich um 11 Uhr veröffentlicht und bilden das gewichtete Mittel von Quoten von 40 Banken ab. Nicht berücksichtigt werden dabei die oberen und unteren 15%. 15 verschiedene Laufzeiten werden veröffentlicht. Seit dem 1. Juli 2014 hatten alle LIBOR / EURIBOR-Sätze eine Lizenzänderung.
EONIA-Sätze / OIS Diskontierung
Die EONIA oder Fedfunds Rate ist der Zinssatz, welches die Finanzinstitute verwenden, um Geld bei der Federal Reserve oder bei der Europäischen Zentralbank zu bewegen, und es beruht in der Regel auf einer täglichen / (overnight) Fälligkeit. Finanzinstitute mit überschüssigen Mitteln können zu diesem Zinssatz flüssige Mittel an andere Institutionen leihen. Der gewichtete Durchschnitt dieser Rate von allen Transaktionen an einem bestimmten Tag ist die tägliche EONIA-Rate.
Fachartikel von GlassRubik GmbH, Copyright © 2015