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Tag der Urvölker an der UNO
- Aktualisiert am Sonntag, 21. September 2014, 17:40 Uhr
Sie nennen sich Navaho, Sami, Maori oder Penan, und sie kämpfen um ihr Überleben als Völker. Die UNO will ihre Chancen verbessern und die Staaten in die Pflicht nehmen.
Der Vorschlag zu einer «Weltkonferenz über indigene Völker» kommt aus Bolivien. Es ist der einzige von 193 UNO-Mitgliedstaaten, in welchem die Eingeborenen die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Seit 2006 amtet der Aymara-Indianer Evo Morales als Präsident. Und Bolivien bezeichnet sich als «pluri-nationaler Staat».
Grosse Vielfalt – gleiche Bedrohungslage
Weltweit zählen die Indigenen rund 370 Millionen Menschen, sie verteilen sich auf über 5‘000 verschiedene Völker. Sie leben in den Regenwäldern Südamerikas, Afrikas oder Malaysias, in der Wüste Australiens, oder in der Tundra Sibiriens – und fast überall sind sie eine kleine Minderheit und kämpfen ums Überleben.
Projekte für Staudämme, der Abbau von Bodenschätzen oder Klimaveränderungen zerstören ihren Lebensraum. Ihre Religion, ihre Sprache und Kultur sind unter Druck. Viele haben ihre angestammten Gebiete verlassen und leben marginalisiert in grossen Agglomerationen.
2007: ein Appell
Die Rechte der indigenen Völker hat die Generalversammlung der UNO 2007 in einer «Deklaration» definiert. Sie betreffen alle Lebensbereiche: das Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverwaltung, den Schutz ihrer Lebensräume und Kulturen, das Recht auf Bildung und medizinische Versorgung.
Die Wirkung des Dokumentes ist bisher aber begrenzt. Im Unterschied zu einer Konvention enthält die Deklaration keine verbindlichen Rechte, die vor nationalen oder internationalen Gerichten eingeklagt werden können. Sie ist ein Appell, der Ziele vorgibt, mehr nicht.
2014: eine Verpflichtung
Bolivien hat der UNO-Generalversammlung deshalb vorgeschlagen, die Staaten sollten zusammen mit indigenen Vertretern konkrete Massnahmen erarbeiten. Nun liegt das Dokument auf dem Tisch. Es wird heute Montag von der Generalversammlung der UNO verabschiedet, und am Anlass – etwas übertrieben als «Weltkonferenz» bezeichnet – werden auch mehrere indigene Persönlichkeiten sprechen.
Am Text des Dokuments wurde während mehreren Monaten gefeilt. Die Staaten verpflichten sich darin, Kulturen und Sprachen der indigenen Völker zu fördern, ihre heiligen Stätten zu schützen und ihnen besseren Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung zu verschaffen.
Noch viel zu tun
Ihre Lebensräume bekommen allerdings keinen absoluten Schutz. Zwar wird ihr vorgängiges Einverständnis angestrebt, bevor zum Beispiel ein Bergbauprojekt gestartet wird. Sie sollen einen Anteil an den Profiten bekommen, und die Schäden für die Umwelt sollen möglichst vermieden werden. Doch ein Veto- Recht, wie es die Indigenen forderten, gibt es nicht.
Der Kampf der indigenen Völker wird auch nach dieser «Weltkonferenz» weitergehen, vielleicht aber mit etwas besseren Chancen für die Penan, Maori, Sami und Navaho.
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1 Indigene im Kampf gegen Rohstoffkonzerne 25 min
aus Trend vom 19.09.2014
Ihr Leben wird auch durch Rohstofffirmen bedroht. Firmen wie dem Schweizer Holzkonzern Danzer, der in der Demokratischen Republik Kongo mehr als eine Million Hektar Regenwald bewirtschaftet. Die älteren Rechte daran machen Naturvölker geltend, Konflikte sind programmiert. Als es vor drei Jahren in einem kongolesischen Dorf zu einem Verbrechen an Yalisika-Pygmäen kam, wurde eine Danzer-Tochter mitverantwortlich gemacht. Die Betroffenen taten, was sie selten tun: Sie setzten sich zur Wehr. Mit Erfolg, wie Maren Peters berichtet.
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2 Unsichtbare Indios in Chile 6:15 min
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Chile verdrängt sein indigenes Erbe weitgehend. Das Land kennt nur Spanisch als Amtssprache und nur eine Kultur und eine Rasse, die chilenische. Die meisten Indigenen leben in urbanen Ballungsräumen - das Nebeneinander von Indios und nicht-Indios ist komplex. Ein Besuch bei einem Mapuche-Indianer in Santiago de Chile.
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3 Guarani-Indios - leben und sterben unter dramatischen Umständen 6:49 min
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4 Die indigenen Sprachen in den USA vor dem Aussterben retten 5:31 min
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Amerikanisch ist eine Variante von Englisch. Amerikanisch ist aber auch Navajo, Yupik oder Hawaiianisch. Da viele der rund vier Millionen UreinwohnerInnen der USA immer häufiger nur noch Englisch sprechen, drohen die indigenen Sprachen zu verschwinden - und mit ihnen ein Teil der Geschichte und der Identität. Die US-Regierung will nun Gegensteuer geben.
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