Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/130

Urdorf (ots) - Nach der Weltpremiere des neuen A110 am Automobilsalon Genf 2017 bereitet Alpine Schritt ...
pafl: Verleihung des Liechtenstein-Preises 2002 an der Universität Innsbruck
(ots) - Vaduz, 7. März (pafl) - Seit 1983 verleiht das Fürstentum
Liechtenstein einen Preis für wissenschaftliche Forschung an der
Leopold-Franzens Universität in Innsbruck. Dieser mit insgesamt EUR
7500 dotierte Preis ergeht für das Jahr 2002 zu gleichen Teilen an
die drei Preisträger: Martin Kocher, Mag. Paul Videsott und Mag.
Paul Scheier.
Anlässlich eines kleinen Festaktes am Donnerstag, 6. März 2003, wurden an der Universität Innsbruck die Preise durch den Leiter des Schulamtes, Guido Wolfinger, übergeben. Die Preisträger, die für ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet wurden, stellten im Anschluss an die Preisverteilung ihre Arbeiten im Rahmen von Kurzreferaten vor.
Die preisgekrönte Arbeit von Martin Kocher beschäftigt sich mit dem öffentlichen Sektor in Kleinstaaten bzw. Kleinststaaten, vor allem mit der Bereitstellung öffentlicher Güter und Leistungen. Theoretisch lässt sich ableiten, dass sehr kleine Staaten aufgrund der besonderen Eigenschaften öffentlicher Güter einen Kostennachteil zu tragen haben. Tatsächlich wird in der Arbeit empirisch nachgewiesen, dass der Anteil des öffentlichen Sektors an der Wirtschaftsleistung in kleinen Staaten grösser ist als in grossen Staaten. Anhand von 21 Kleinstaaten wird auf Basis dieser Erkenntnis die Art der Bereitstellung jener öffentlichen Güter genau analysiert, die potenziell besonders hohe Kosten für Kleinstaaten verursachen. Der letzte Teil der Arbeit versucht dann ein sich daraus ergebendes Paradoxon aufzulösen: Warum nimmt die Anzahl der Kleinstaaten in der Welt zu, obwohl diese einen relativen Kostennachteil im öffentlichen Sektor zu tragen haben?
In seinem Forschungsprojekt vergleicht Mag. Paul Videsott die vordeutschen Ortsnamen von über 100 Gemeinden im Ostalpenraum, u.a. auch in Liechtenstein. Mit mathematisch-statistischen Methoden werden dabei Sprach- und Dialektgrenzen nachgewiesen, die durch den Übergang vom Ladinischen zum Deutschen im Grossteil des Untersuchungsgebietes mittlerweile überdeckt sind.
Die mit dem Preis des Fürstentums Liechtenstein ausgezeichneten Arbeiten von Mag. Paul Scheier entstanden in einer Zusammenarbeit des Instituts für Ionenphysik der Leopold-Franzens Universität Innsbruck und dem Institut für Kernphysik der Justus-Liebig Universität Giessen. Ziel der gemeinsamen Untersuchungen, die im Rahmen eines APART Stipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gefördert wurden, war die Wechselwirkung von Elektronen mit Fullerenionen. Fullerene sind Moleküle, die nur aus Kohlenstoff bestehen und einen hohlen Käfig formen. Der bekannteste Vertreter, das C60, hat die Form eines Fussballs mit einem Durchmesser von nur 10-9. Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass dieses kleine Molekül sich wie eine winzige geladene Metallkugel verhält. Bereits vor den gemeinsamen Untersuchungen zwischen Innsbruck und Giessen haben mehrere Gruppen die kollektive Anregung der äusseren Elektronen des C60 beobachtet. Die Messungen in Giessen zeigten erstmalig, dass dieser Effekt auch bei der Wechselwirkung zwischen Elektronen und Fullerenen, die zur Zerstörung dieser Moleküle führt, eine wichtige Rolle spielt.