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|Borkenkäfer

Larvengänge des Buchdruckers
|Systematik

Der Begriff Borkenkäfer
(Scolytidae) bezeichnet eine Familie von in Bäumen lebenden Käfern.
Die Borkenkäfer
lassen sich nach Rindenbrütern und Holzbrütern
unterscheiden.
Biologie
Besonders aktiv sind die
Borkenkäfer bei Temperaturen über 20 Grad Celsius. Ein
Borkenkäfer kann bis zu 200 Eier legen. Pro
Jahr können zwei bis drei Generationen (je nach Witterung)
ausschlüpfen.
Anhand des so genannten
Fraßbildes kann man die jeweilige Art bestimmen. Nähere
Informationen bei der jeweiligen Unterart:
Die Larven der Rindenbrüter
ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes
zwischen Rinde und Holz
(Bastgewebe). Da diese Schicht die Lebensader des Baumes darstellt,
führt der Befall meist zum Absterben desselben. Anhand des so
genannten Fraßbildes kann man die jeweilige Art bestimmen.
Wichtige Käferarten und Ihre bevorzugte Baumarten:
Die Larven der Holzbrüter
leben im Holzkörper und ernähren sich von durch das
Muttertier angelegten Pilzrasen
(Ambrosia).
Hier lassen
sich Splintkäfer (die nur die äußeren
Holzschichten besiedeln) und Holzbohrer (die auch das
Kernholz besiedeln und damit die technischen Eigenschaften des Holzes
beeinträchtigen) unterscheiden.
Wichtige Käferarten und bevorzugte Baumarten:
Im Allgemeinen können sich
gesunde Bäume (Fichten)
durch Harz
gegen
Borkenkäfer wehren. So kommt dem Käfer im Ökosystem
des Waldes
eine wichtige Aufgabe zu,
indem er kranke Bäume
befällt und so zur Arterhaltung der Bäume beiträgt.
Durch Monokulturen
schafft
der Mensch dem Borkenkäfer bei klimatischen Extremen (lange Hitze-
oder Trockenperioden) optimale Verbreitungsmöglichkeiten. Die
Insekten können sich dann explosionsartig vermehren (Jahre mit
intensiver Verbreitung sind beispielsweise: 1994/95, 1999,
2003/2004).
Probleme
Die Probleme des
Borkenkäferbefalls bestehen vor allem:
- bei einer wirtschaftlichen
Nutzung des Waldes durch den Menschen. Bei großflächigen
Borkenkäferbefall fallen die Holzpreise
auf dem Holzmarkt dramatisch.
Für Waldbesitzer entsteht
großer
finanzieller
Schaden.
- der Befall von
rindenbrütenden Borkenkäfern (wenn es dabei bleibt)
führt an sich zu keiner technischen Beeinflussung des
Holzes. Aber selbst für Bauholz wird heute die durch den Befall
erfolgende Verfärbung im Aussenbereich nicht mehr akzeptiert.
Dies hat aufgrund des höheren Verschnitts der Säger einen
Wertverlust von mindestens 30 % unter dem Niveau des (in den letzten
Jahren bereits um 20 % gefallenen) Holzpreises für "gesundes" Holz
zur Folge. Im Herbst 2003 wurden in einzelnen Regionen sogar
nur mit 75 % Abschlag versehene Preise geboten. In diesen Fällen
liegen die reinen Holzerntekosten
höher.
Für ein
auf
dem Weltmarkt frei gehandeltes Produkt mit Produktionszeiträumen
von einigen Jahrzehnten - bei immer wiederkehrender Pflegebedarf
und jährlicher Abgabenlast.
- im Befall von
Randbäumen. Diese schützen den Wald vor Wind und Sturm.
Solche Freiflächen machen den Waldbestand schutzloser. In Folge
müssen noch mehr Bäume geschlagen
werden.
- in einem Anstieg der
Unfälle bei der Waldarbeit. Vor allem ältere und
ungeübte Waldbesitzer sind oft von Waldunfällen
betroffen.
- der Waldbesitzer ist
gesetzlich verpflichtet zum Schutz der angrenzenden Waldnachbarn
Maßnahmen gegen den Borkenkäfer zu
ergreifen.
Maßnahmen zur Vermeidung
weiterer Ausbreitung
- Vorzugsweise nach Windbruch
oder für Borkenkäfer günstige Witterung müssen die
Bäume auf Bohrmehl einzeln untersucht werden.
Im Gegensatz zum Buchdrucker ist dies beim Kupferstecher leider nur schlecht
möglich.
- Stehend befallene Bäume
sollten unverzüglich eingeschlagen und abtransportiert werden (um
einen Übersprung des Befalls von
Krone zu Krone zu vermeiden). Um weiteren Abstand zum Waldbestand zu
schaffen können die gefällten Bäume auch auf
Freiflächen
geschleppt werden. Der Abstand zum Wald sollte mindestens 500 m
betragen.
- Bereits eingeschlagenes Holz
sollte entrindet werden. Ist dies nicht möglich, muß es
abtransportiert werden. Wipfelstücke und
Äste sollten zu Brennholz verarbeitet werden. Sie können bei
regnerischer Witterung oder im Winter auch verbrannt werden
(unbedingt auf Waldbrandgefahr
achten!).
- Es muss der noch nicht
ausgeflogenen Käferschwarm, der aus tausenden Exemplaren bestehen
kann (50.000 bis 100.000 Männchen
und Weibchen an einer mittelgroßen Fichte sind durchaus nicht
unrealistisch) bekämpft werden:
- Larven und gerade
geschlüpfte Jungkäfer können durch Entrindung
getötet werden.
- älteren Käfern
kann man nur durch Rindenverbrennung (nach Entrindung des Holzes und
Auffang der Rinde und abfallender Käfer
auf Planen, in heißen Sommermonaten meist nicht möglich oder
verboten - auf jeden Fall sehr arbeitsaufwenig und damit sehr
teuer)
- oder dem Einsatz von Gift
begegnen (die Wirtschaftlichkeit liegt auch dabei nur im Eindämmen
der weiteren Ausbreitung;
unbedingt auf die notwendige PSA
achten!).
- Danach ist der Baum als
Fangbaum zu nutzen, der nach Abschluss der Besiedelung unschädlich
zu machen ist.
- Lockstofffallen dürfen -
im Gegensatz zu früheren Empfehlungen - auf keinen Fall zur
Bestandskontrolle eingesetzt werden, da
sie neben der Fangwirkung eine Konzentration der Käfer in der
Umgebung zur Folge haben. Sie sind nur bei konkretem Befall im
Rahmen der Unterstützung anderer Maßnahmen zu verwenden.
- bei großflächigem
Befall ist der Einsatz eines Harvesters
meist sinnvoll
Zwischen den Borkenkäfern
und den Buntspechten,
die in einem Eichenwald
leben, besteht eine Wechselbeziehung. Denn je mehr Borkenkäfer es
gibt, desto mehr Buntspechte gibt es und je mehr Buntspechte es
gibt, desto weniger Borkenkäfer gibt es. Je weniger
Borkenkäfer es gibt, desto weniger Buntspechte gibt es und je
weniger
Buntspechte es gibt, desto mehr Borkenkäfer gibt es. Also wirken
Borkenkäfer und Buntspechte regulierend aufeinander. Keiner der
natürlichen Feinde des Borkenkäfers (siehe auch Buchdrucker
(Käfer), Kupferstecher)
kann bei
einer Massenvermehrung die Population wesentlich verringern.
Literatur
- Alfred Wulf/Rolf Kehr:
Borkenkäfer-Gefahren nach Sturmschäden, 1991, ISBN 3826325508
- Schwerdtfeger, F. (1981):
Waldkrankheiten. Paul Parey Verlag - Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-09116-7. 486 pp. - teuer, der
Maßnahmenkatalog ist völlig veraltet, ansonsten aber ein
Klassiker
Siehe auch
Weblinks