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Hahnemann hat in jahrelanger Forschung ein bestimmtes Verfahren zur Arzneimittelherstellung entwickelt. Man nennt es "Potenzierung".
Die Ausgangssubstanz oder „Urtinktur“ wird schrittweise in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser, Alkohol oder Milchzucker verdünnt und nach jedem Verdünnungsschritt durch Schütteln oder Verreiben potenziert. Hahnemann entdeckte, dass sich die Wirksamkeit der Substanzen aufgrund ihrer Konzentration verändert.
Zu seiner grossen Überraschung nahm die Wirksamkeit der Arzneimittel mit zunehmender Verdünnung aber nicht absondern noch zu. Durch den einfachen Prozess des Verreibens, Verdünnens und Schüttelns einer Substanz wird die Heilkraft also verstärkt - die unerwünschten Vergiftungserscheinungen oder eben Nebenwirkungen bleiben aber aus. Viele in der Natur vorkommende und in der Homöopathie verwendete Stoffe erhalten dadurch erst ihre heilende Kraft, wie z.B. Kochsalz, Eisen, Gold, Kupfer usw. Andere, ursprünglich giftige Substanzen wie Arsen, Phosphor, Quecksilber, Schlangengifte usw. werden hierdurch zu wichtigen Heilmitteln.
Heute sind in der Homöopathie drei verschiedene Verdünnungsreihen gebräuchlich: D, C und LM. Die D- und C-Reihe unterscheiden sich lediglich im Verdünnungsverhältnis voneinander. Bei der Herstellung wird ein Teil der Ur-tinktur eines Arzneimittels mit 9 (bei D-Potenzen) oder mit 99 Teilen (bei C-Potenzen) Verdünnungsmittel gemischt und anschliessend mindestens 10 mal kräftig geschüttelt. So entsteht eine D1 bzw. C1, die man erneut zehnfach, bzw. hundertfach verdünnt und potenziert, um die D2 oder C2 herzustellen.
Feste Substanzen werden im Mörser mit Milchzucker verrieben - eine Stunde pro Verreibungsschritt im gleichen Mischungsverhältnis wie flüssige Substanzen.
Um die Erstwirkungen der Arzneien nochmals zu verringern, entwickelte Dr. Samuel Hahnemann in seinen letzten Lebensjahren die LM-Potenz (auch Q-Potenz genannt). LM-Potenzen stellt man nach einem speziellen, sehr aufwendigen Verfahren her. Jeder Verdünnungsschritt entspricht einem Verhältnis zwischen Ausgangssubstanz und Verdünnungsmittel von 1:50'000.
Je höher die Zahl hinter dem D, C oder LM, desto stärker und länger anhaltend ist die Wirkung des homöopathischen Medikaments. Potenzen über D30 oder C30 werden als Hochpotenzen bezeichnet.