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Der Heilige aus dem Piemont hat das Bergell christianisiert (Cassacia GR)
Ort
Casaccia (Graubünden)
Gedenktag
22. Januar
Gaudenzio lebte von 327-418. Er kam aus dem Piemont und soll das Bergell christianisiert haben. Er war Bischof in Novara, musste dann aber fliehen, nicht vor Ungläubigen, sondern vor den sogenannten Ariern. Die Lehre des Priesters Arius (Jesus ist nicht göttlich, sondern nur sein vornehmstes Geschöpf) wurde am Konzil von Nicäa abgelehnt, was einen Glaubenskrieg zwischen den Anhängern des Arius und den anderen, an die Dreifaltigkeit glaubenden Christen, provozierte.
Gaudenzio kam nach Casaccia, wo er sich vorerst sicher fühlte. Er baute dort eine Klause und begann im Bergell zu predigen. Es sprach sich rasch herum, wo er lebte und so kamen die Soldaten, um ihn zu töten. Gaudenz hatte keine Angst vor dem Tod. Wie es heisst, legte er seinen Kopf auf den Block um geköpft zu werden. Er starb aber nicht gleich, sondern stand auf, nahm seinen Kopf und ging damit auf einen nahen Hügel, wo er ihn ablegte und schliesslich verstarb. Gaudenz wurde sofort als Heiliger verehrt, ihm wurde eine Kapelle gebaut, und Casaccia wurde ein bekannter Pilgerort.
Geschichtliches
Aus der Kapelle wurde eine Kirche, die bis zur Reformation eine bedeutender Wallfahrtsort blieb. Sie wurde geplündert, diente aber bis ins 18. Jahrhundert hinein als Begräbniskirche. Danach wurde sie nicht mehr benützt und zerfällt seither.
Erhalten sind die Umfassungsmauern, die Fundamentreste eines Beinhauses und die Fundamente einer Sakristei.
Der archäologisch bedeutsame Standort und die Qualität der noch erhaltenen Elemente trugen dazu bei, dass die Kirchenruine heute ein Baudenkmal von kantonaler und nationaler Bedeutung ist. Die Stiftung für die Restaurierung der Kirche San Gaudenzio bemüht sich seit 2009 um die Stabilisierung der Kirche.
Bilder der Kirche San Gaudenzio etwas oberhalb von Casaccia im Bergell (© Barbara Fleischmann)