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Der Schweizer Architekt und Unternehmer Fredy Iseli gilt als Visionär. 1957 im Kanton Thurgau geboren, gründete er mit 23 Jahren sein eigenes Architekturbüro und besuchte nebenbei das Abendtechnikum. Knapp fünf Jahre später zählte sein Büro mit fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einem der grössten der Ostschweiz. Seit der Gründung wurden mehr als 200 Objekte und Überbauungen realisiert. Dabei war auch ein visionäres Konzept fürs Wohnen im Alter: das Seniorendörfli in Guntershausen.
Da immer mehr kommerziell genutzte Bauten zu den Aufträgen gehörten, gründete Fredy Iseli zusammen mit zwei Partnern 1985 die Generalunternehmung ISELI GU. Dieses Unternehmen erstellte Industrie- und Gewerbeobjekte zu pauschalen Preisen und festen Terminen.
Geichzeitig realisierte Fredy Iseli immer mehr eigene Objekte, wie ab 1987 die Wohnüberbauung in Uttwil TG, mit vier Mehrfamilienhäusern oder wie heute, ebenfalls in Uttwil, die Überbauung Modular. Innerhalb weniger Jahre investierten die Firmen von Fredy Iseli, die inzwischen zur Fredy Iseli Gruppe zusammengefasst worden waren, nahezu 100 Mio. Schweizer Franken in eigene Grundstücke und Immobilien.
Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte waren die Erstellung des Gewerbezentrums Romanshorn, wo rund 400 Arbeitsplätze geschaffen wurden, wie auch des Gewerbezentrums Bachenbülach. Sie wurden nach eigenem Konzept entwickelt, finanziert, vermietet und/oder im Stockwerkeigentum verkauft.
Im Rahmen eines Konsortiums übernahm das Architekturbüro Fredy Iseli 1988 Schloss Wartegg in Rorschacherberg samt einem 13 Hektaren grossen Park. Die Vision war, im Schloss ein Osteuropa-Zentrum zu errichten. Als dies aus verschiedenen Gründen nicht zustande kam, verkaufte Fredy Iseli 1994 die Schlossliegenschaft an einen nachhaltig orientierten Investor, der das Objekt mit enormem Aufwand zu einem Hotel mit Restaurant umbaute.
Ein hoch visionäres Projekt lancierte Fredy Iseli 1989 in Ungarns Hauptstadt Budapest. Das sogenannte Osteuropa Projekt wollte einen massgeblichen wirtschaftlichen Beitrag zum Wiederaufbau Osteuropas leisten. Ein Team von fünf in Budapest ansässigen Iseli-Mitarbeitern erstellte eine erste Projektierung für einen Industrie- und Technologiepark, für den die Stadt Budapest im Stadtteil Cepel ein Grundstück von 70 Hektaren Grösse zur Verfügung stellte. Genau gegenüber lag das Gelände der für 1996 geplanten Weltausstellung EXPO 96. Doch die Weltausstellung wurde abgesagt und die Stadtverwaltung trat von ihren Zusagen zurück. Dies machte schliesslich die Verwirklichung des Projekts unmöglich, zu dessen Finanzierung spanische Investoren bereits massgeblich finanzielle Mittel bereitgestellt hatten. 1994 konnte ein Ersatzgrundstück am Stadtrand von Budapest erworben werden. Das Gelände wurde erschlossen und innerhalb weniger Jahre bebaut. Bis heute haben sich namhafte, international tätige Firmen in dem von der Fredy Iseli Gruppe konzipierten Technologiepark neben der Autobahn M0 angesiedelt. Das ambitiöse Osteuropa-Projekt konnte somit wenigstens noch in Teilen umgesetzt werden.
Ab 1996 konzentrierte sich Fredy Iseli auf die Weiterentwicklung der von ihm erfundenen Wabentechnologie für Baumaterialien sowie auf die Fertigstellung einer ersten Produktionsanlage. Als Ausgangsmaterial dient recyceltes Papier – ein Sekundärgrundstoff, der praktisch unbeschränkt zur Verfügung steht. Das Material wird gewellt und zu feuer- und wasserfesten Waben verklebt. Wie bei einer Bienenwabe sorgen bei dieser Technik die einzelnen Kammern für eine hohe Stabilität und Wärmeisolation. So entstand ein Prototyp, auf dessen Basis es heute möglich ist, sogenannte Betonwaben im industriellen Verfahren zu beschichten. Diese hält im Verbund mit Holz-, Bambus-, Metall- oder Betonplatten enormen statischen Belastungen stand und weist eine deutlich bessere Energiebilanz auf als Beton, Backstein oder Massivholz-Konstruktionen. Sie hat zudem ein zwölfmal tieferes Gewicht als Beton. Zur industriellen Herstellung und Nutzung dieser Betonwabe gründete Fredy Iseli die Firma Ecocell Technology AG und meldete mehrere Patente an. So ist der Name BETONWABE© beinahe weltweit patentrechtlich geschützt.
2013 lancierte Fredy Iseli seine Idee des „Stationären Kreuzfahrt-Luftschiffs“ in Form eines Zeppelins. Wie dieser soll das Gebäude 236 Meter lang werden, bei einem Durchmesser von 30,5 Metern. Auf 30-Meter-Stützen „schwebt“ es über dem Boden. Mindestens im Innenbereich soll es aus Ecocell-Betonwaben gebaut werden. Ins Fensterglas integrierte Photovoltaik wird das Gebäude mit elektrischer Energie versorgen. Auch hier gilt die Devise, dass nur die neuste Technik zum Einsatz kommt. Damit wird das Zeppelinhaus mehr Energie produzieren als es verbraucht. Bereits 2014 gab es erste konkrete Gespräche über die Umsetzung: Zwei mögliche Standorte sind im Thurgau, einer in Dubai. Doch zunächst will Fredy Iseli 2014 den Prototyp seines neu entwickelten ECO-Solar Modulhauses bauen und damit sichtbar machen, was mit den neuen Materialien möglich ist.