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Die Plazenta praevia ist die Fehllage der Plazenta im Bereich des inneren Endes des Gebärmutterhalses (innerer Muttermund). Es zeigt sich in drei verschiedenen Ausprägungsformen:
- Plazenta praevia totalis: Die Plazenta überdeckt den inneren Muttermund (Ostium uteri internum) vollständig.
- Plazenta praevia partialis: Der innere Muttermund ist nur teilweise von Plazentagewebe überragt.
- Plazenta praevia marginalis: Die Plazenta berührt nur den Muttermund.
Plazentafehllagen bei Plazenta praevia: der natürliche Geburtsweg wird von der unten liegenden Plazenta blockiert. © bilderzwerg / Adobe Stock
Allen Formen gemeinsam ist die zu tiefliegende Plazenta im inneren Muttermund. In Folge des fortschreitenden Wachstums des Uterus ist es möglich, dass sich die Plazenta in den Gebärmutterkörper verlagert. Bleibt der Geburtsweg von Plazentagewebe versperrt, muss die Entbindung als Kaiserschnitt erfolgen.
Typisches Anzeichen und oftmals einziger Hinweis auf eine Plazenta praevia ist eine plötzliche, schmerzlose und hellrote Blutung aus der Scheide (vaginale Blutung) ab der 20. Schwangerschaftswoche (zweite Schwangerschaftshälfte). Die Ursache der Vaginalblutung muss nicht zwangsläufig eine Fehllage der Plazenta sein. Erst durch eine Ultraschalluntersuchung ist die Plazenta Praevia überhaupt erkennbar. Die medizinische Schwangerenvorsorge beinhaltet auch zwei Ultraschalluntersuchungen, bei denen Fehllagen der Plazenta erkannt werden. Daher sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sehr wichtig.
Bei einer Plazenta praevia hat sich die Keimblase (Blastozyste) nicht an der hinteren oder vorderen Uteruswand (normale Plazentalage), sondern in der Nähe des Muttermundes eingenistet. Die Blastozyste entsteht aus der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zur Zygote. Diese teilt sich mehrfach und wandert als Morula (Zellhaufen) durch den Eileiter in die Gebärmutter. Dort nistet sie sich als Blastozyste in die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ein. Die Auslöser für die gestörte Einnistung im inneren Muttermund sind unbekannt.
Risikofaktoren, die eine Plazenta Praevia begünstigen sind:
- Rauchen
- Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis)
- Hohes Alter der Mutter
- Schwangerschaftsabbrüche
- Früherer Kaiserschnitt (Sectio)
- Ausschabung des Endometriums (Kürettage)
Treten bei einer Plazenta praevia keine Blutungen auf, verläuft die Schwangerschaft ungestört. Es gibt allerdings Vorsichtsmassnahmen für kooperative Patienten. Zu vermeiden sind:
- Tragen schwerer Lasten
- Geschlechtsverkehr und vaginale Manipulationen
- Fernreisen
Schwangere sind aufgefordert, die Termine der Vorsorgeuntersuchungen einzuhalten und bei einer vaginalen Blutung sofort die Klinik zur Abklärung aufzusuchen. Vor der 20. Schwangerschaftswoche dient eine körperliche Untersuchung der Vagina und des äusseren Muttermundes mit einem medizinischen Instrument (Spekulum) zur Lokalisierung der Blutung, deren Ursache und Stärke.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche ist die erste, wichtigste Methode die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauch- und Beckenraumes. Sie stellt die Lage der Plazenta bildlich dar und führt zur denkbaren Diagnose einer Plazenta praevia. Der Arzt kann zur weiteren Diagnostik eine vaginale Sonographie oder Farbdoppler-Sonografie (farbige Darstellung des Blutflusses) einsetzen. Wegen des hohen Blutungsrisikos ist es zu unterlassen, die Vagina und den Muttermund abzutasten (palpieren).
Nach Auftreten einer vaginalen Blutung ab der 20. Schwangerschaftswoche wird eine klinische, konservative Behandlung empfohlen. Sie erfolgt unter stationären Bedingungen und zielt zunächst auf das Fortführen der Schwangerschaft bis mindestens zur 34. Schwangerschaftswoche ab. Dazu muss die Blutung kontrollierbar sein. Zum Management zählen die Gabe von
- Corticosteroiden zur Beschleunigung der Lungenreife des Fetus, z.B. Betamethason
- Tokolytika zur Hemmung der Wehentätigkeit und Senkung des Frühgeburtsrisikos
- Antibiotika zur Vermeidung von Infektionen
- Transfusionen zum Ausgleich des Blutverlustes und zur Kreislaufstabilisierung der Mutter
Minimieren sich im Verlauf der Schwangerschaft die Risiken einer erneuten Blutung, ist das Erreichen der 37. Schwangerschaftswoche anzustreben. Ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin erfolgt bei einer Plazenta praevia totalis die Entbindung als Kaiserschnitt.
In der aktiven Behandlung der Plazenta praevia wird die Schwangere sofort unabhängig von der Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt entbunden.
Die Spezialisten für die Betreuung von Schwangeren mit Plazenta praevia sind Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Sie stehen in den Mutter-Kind- und Perinatal-Zentren der verschiedenen Kliniken zur Verfügung. Sie sind neben der Schwangerenbetreuung auch auf geburtshilfliche Notfälle spezialisiert. Bei einer Blutung während der Schwangerschaft suchen Sie sofort und direkt die Klinik auf. Scheuen Sie sich nicht davor, den Rettungsdienst zu rufen.
Die Behandlungsmethoden führen zu einer mütterlichen Sterblichkeit von weniger als einem Prozent. Die Sterblichkeit des Kindes innerhalb der ersten 7 Lebenstage liegt bei ca. 3 % und ist damit etwa dreimal höher als bei normalem Plazentasitz. Patientinnen mit Plazenta praevia werden abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen per Kaiserschnitt entbunden.
Allen Formen der Plazenta praevia gemeinsam ist die zu tiefliegende Plazenta im inneren Muttermund. Bleibt der Geburtsweg von Plazentagewebe versperrt, muss die Entbindung als Kaiserschnitt erfolgen. Typisches Anzeichen und oftmals einziger Hinweis auf eine Plazenta Praevia ist eine plötzliche, schmerzlose und hellrote Blutung aus der Scheide (vaginale Blutung).
Treten bei einer Plazenta praevia keine Blutungen auf, verläuft die Schwangerschaft ungestört. Die regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig für den Schwangerschaftsverlauf, Mutter und Kind. Bei einer vaginalen Blutung sollte sofort die Klinik zur Abklärung aufgesucht werden.
Die klinische, konservative Behandlung hat das Fortführen der Schwangerschaft mindestens bis zum Erreichen der Lungenreife des Kindes zum Ziel. Die Lungenreifung ist nach 34 abgeschlossenen Schwangerschaftswochen in der Regel gegeben.
In der aktiven Behandlung der Plazenta praevia erfolgt die Entbindung unabhängig von der Schwangerschaftswoche sofort nach Kreislaufstabilisierung der Schwangeren. Patientinnen mit Plazenta praevia werden abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen per Kaiserschnitt entbunden.