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Ringhals-2 stillgelegt
Ringhals-2 stellte am 30. Dezember 2019 die Stromproduktion endgültig ein. Der Druckwasserreaktorblock war im August 1974 nach einer Bauzeit von weniger als vier Jahren erstmals mit dem Stromnetz verbunden und knapp ein Jahr später in den kommerziellen Betrieb überführt worden. Die Einheit produzierte über seine ganze Betriebszeit gesehen rund 215 TWh elektrische Energie.
Stilllegung bereits 2015 beschlossen
Die Vattenfall, Hauptaktionärin der Kernkraftwerksbetreiberin Ringhals AB, hatte im April 2015 mitgeteilt, dass sie Ringhals-1 und -2 wegen rückläufiger Rentabilität und steigender Kosten zwischen 2018 und 2020 vorzeitig stilllegen wolle. Die Betreiberin Ringhals führte daraufhin Kostenanalysen durch, aufgrund derer der Verwaltungsrat der Ringhals im September entschied, nur noch begrenzt in die beiden Einheiten zu investieren. Mitte Oktober 2015 gab die Ringhals bekannt, dass Block 2 Ende 2019 und Block 1 ein Jahr später endgültig abgeschaltet werden sollen.
Das Kernkraftwerk Ringhals
Die Vattenfall hatte 1965 begonnen, Land für das Kernkraftwerk auf der Halbinsel Värö zu erwerben. In den Jahren danach folgten Ausschreibungen für eine Siede- und eine Druckwasserreaktoreinheit. 1968 wurden Bau und Betrieb des Kernkraftwerks vom schwedischen König genehmigt. Die Ausschreibung für den Siedewasserreaktor (Block 1) gewann die damalige Asea-Atom, der Auftrag für den Druckwasserreaktor (Block 2) ging an die Westinghouse. Im Frühjahr 1969 wurden die Bauarbeiten für Ringhals-1 aufgenommen. Ringhals-2 folgte im Herbst 1970. 1972 war die Baustelle gemäss Vattenfall mit 3200 Mitarbeitern eine der grössten Arbeitsstätten in Europa.
Ringhals-2 gab im August 1974 erstmals Strom an Netz ab. Block 1 wurde etwas später – im Oktober 1975 – mit dem Stromnetz synchronisiert und ging Anfang 1976 kommerziell in Betrieb. Anfang der 1980er-Jahre nahmen dann die Einheiten Ringhals-3 und -4 den Betrieb auf. Für diese beiden Blöcke gehen die Verantwortlichen von einer Betriebszeit von 60 Jahren aus.