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Heinrich Eichmann wurde am 14. Juli 1915 in Zürich geboren. Er ist aufgewachsen im Arbeiterquartier an der Feldstrasse in Zürich 4. Er absolvierte seine Schulzeit in Zürich und machte 1931 – 1933 eine Lehre als Maler. Gleichzeitig besuchte er die Kunstgewerbeschule. Bei den Jugendgruppen „Junge Pioniere“, der SAJ und der „Freien Jugend“ fand Eichmann seinen Freundeskreis. In der Krisenzeit 1933 – 1939 war er oft arbeitslos, er malte, daneben zeichnete er auch Schriften und Plakate. Dazwischen, 1935 – 1937, nahm er als Photoreporter aktiv am spanischen Bürgerkrieg teil. Ab 1939 leistete er Aktivdienst, arbeitete aber dazwischen weiterhin bei seiner Lehrfirma, der Gibser- und Malergenossenschaft. Von 1949 – 1964 war er deren Geschäftsführer. Ab 1964 wirkte er in seinem Atelier in Sellenbüren als freischaffender Künstler bis zu seinem Tod im Jahre 1970.
Heinrich Eichmanns Werke bewegen sich in verschiedenen Stilrichtungen und lassen sich zeitlich kaum gliedern, weil sie immer wiederkehren. Man kann feststellen, dass der Gegenständlichkeit eine tachistische und eine konkrete Phase (1945/55) folgten, die schliesslich in silbernen und goldenen Abstraktionen (ab 1961 bis 1970) gipfelten. Es sind vor allem die Goldbilder, die Heinrich Eichmann berühmt machten. Gleichzeitig machte sich Eichmann auch einen Namen durch Ausgestaltung von Räumen, etwa im Stadttheater Ingolstadt. Seine wohl aufwändigste und imposanteste Arbeit auf Beton. Eichmann gestaltete die Innenräume des Theaters mit grossen Ornamenten in Gold und Silber, eine Spirale ebenfalls in Gold direkt auf Beton schmückt deren Eingang. Weitere Wandbilder folgten in der Schweizerschule von Neapel, in der Stadthalle Esslingen bei Stuttgart, im neuen Trakt der Töchterschule in Zürich und im Zürcher Fernsehstudio. 1964 erstellte er ein Wandbild an der Expo in Lausanne. Zwischen 1963 und 1970 hat er national wie auch international insgesamt 15 Wandbilder ausgeführt.
1961 unternahm Heinrich Eichmann erste Versuche mit Gold. Doch dieses Material war damals in der Malerei kaum bekannt, ausser aus der Zeit der Ikonen. So bekamen die ersten Gold-Bilder kaum mehr als dekoratives Gepräge. Doch Eichmann liess davon nicht mehr ab und löste das Problem technisch schliesslich so, dass er den Bildträger mit erdhaltigem Polyment grundierte, bevor er die Gold- oder Silberfolien auftrug. Dieses Blattgold bearbeitete er auf vielfache Weise, zum Beispiel indem er Zeichnungen und Zeichen einpunzte oder die Goldfläche bemalte, schraffierte oder polierte.
Heinrich Eichmann hat in seinen Werken eine eigene und von eigenartigen Symbolen angereicherte Welt geschaffen, die für den Aussenstehenden vielleicht schwer zu durchschauen ist, wiewohl die formale und farbliche Gestaltung fasziniert. Vor allem die späteren Werke sind äusserst persönliche Bilder, sie tragen Zeichen mit ausgesprochen symbolhaftem Charakter. Die Symbolik in seinen Bildwelten basiert auf des Künstlers Auseinandersetzung mit den Schriften des Psychologen C.G. Jung und des Zürcher Kulturphilosophen Adrien Turel, trägt aber auch Züge der auf zahlreichen Reisen gewonnenen Einsichten in die Symbolwelten anderer Kulturen, wie aber auch im Einzelnen mit seiner sehr persönlichen Auseinandersetzung seiner Träume und seinem Einstieg ins Unbewusste.
Zitat von Hans Neuburg im Rahmen der Retrospektive im Helmhaus Zürich 1974:
«Sein Schaffen ist zur Legende geworden. Diese hat sich in den wenigen Jahren nach seinem Tod verdichtet, ins beinahe unfassbare gesteigert, so sehr, dass viele Besucher der Ausstellung im Zürcher Helmhaus vor einem lokalen Kunst- und Naturwunder, das überdies längst internationale Bedeutung annahm, stehen.»