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Die Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) ist die häufigste Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Durch verschiedene Erreger und einen gestörten Schutzmechanismus der Scheidenschleimhaut entzündet sich die Scheide.
Normalerweise ist die Scheide geschlechtsreifer Frauen durch das Scheidenmilieu (mit einem mittleren pH-Wert von etwa vier) und die intakte Schleimhaut vor einer Scheidenentzündung geschützt. Dieser Schutz besteht sogar, wenn viele Erreger von aussen in die Scheide gelangen. Ist der Schutzmechanismus der Scheide gestört (z.B. durch eine Antibiotika-Therapie, Östrogenmangel, Diabetes mellitus oder mechanische Einflüsse wie Tampons), können die verschiedensten Erreger eine Kolpitis verursachen. Vorwiegend kommen Bakterien und Pilze als Ursachen einer Scheidenentzündung infrage. Ihre Übertragung geschieht häufig beim Geschlechtsverkehr (damit zählt die Scheidenentzündung zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen), aber auch mangelhafte Hygiene kann zu einer Kolpitis führen.
Das Hauptsymptom einer Scheidenentzündung ist vermehrter Ausfluss. Gelegentlich treten auch brennende Schmerzen oder Juckreiz in der Scheide auf. Eine Kolpitis ist bereits bei der Untersuchung anhand der Schleimhautveränderungen diagnostizierbar.
Die Behandlung einer Kolpitis richtet sich nach dem jeweils zugrunde liegenden Erreger. In den meisten Fällen ist es ratsam, den Partner der von einer Scheidenentzündung betroffenen Frau ebenfalls zu behandeln.
Die eher seltene Scheidenentzündung bei Kindern ist ein Sonderfall: Meist sind hier neben der Scheide auch die äusseren primären Geschlechtsorgane (die Scham bzw. Vulva) betroffen (sog. Vulvovaginitis). Durch den Östrogenmangel bei Mädchen vor der Pubertät ist das Scheidenmilieu nicht sauer, so dass sich Bakterien leicht vermehren können. Eine solche bakterielle Kolpitis hat ihre Ursache häufig in einer Schmierinfektion (z.B. durch Escherichia coli aus dem Analbereich) oder einem Fremdkörper. Bei unklarer Kolpitis-Ursache ist es wichtig, auch an sexuellen Missbrauch zu denken.
Eine Scheidenentzündung bei Mädchen wird örtlich mit Kaliumpermanganat-Bädern behandelt. Hartnäckige Scheidenentzündungen werden mit Antibiotika beziehungsweise östrogenhaltigen Salben therapiert.
Eine Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) ist eine entzündliche Erkrankung der Scheide: Die Bezeichnung Kolpitis leitet sich vom griechischen Wort Kolpium für Scheide ab, die Bezeichnung Vaginitis vom lateinischen Wort Vagina, was ebenfalls Scheide bedeutet. Die Endung itis weist jeweils auf eine Entzündung des betreffenden Organs hin.
Die Scheidenentzündung geschlechtsreifer Frauen ist die Folge eines gestörten Schutzmechanismus der Scheidenschleimhaut. Bei der geschlechtsreifen Frau stellt die Scheide eine wichtige Barriere gegen aufsteigende Keime und mechanische Reize dar. Der Scheideneingang ist bereits durch die Schamhaare sowie durch die kleinen und grossen Schamlippen mechanisch geschützt. Für die Aufrechterhaltung der Schutzfunktion der Scheide selbst sind mehrere Faktoren verantwortlich. Dazu gehört das östrogenabhängige Wachstum der Scheidenschleimhaut. Die überwiegende Mehrzahl von Krankheitserregern kann eine intakte Schleimhaut nicht durchdringen. Die Scheidenschleimhaut bildet ausserdem einen wirksamen Schutz vor mechanischen Reizen. Die Scheide ist normalerweise von verschiedenen Arten von Milchsäurebakterien (Laktobakterien) besiedelt, die für einen relativ niedrigen pH-Wert sorgen, indem sie Milchsäure bilden. Dieser pH-Wert schützt sowohl die Scheide als auch die höher gelegenen Geschlechtsorgane optimal vor Infektionen wie der Scheidenentzündung.
Mädchen verfügen vor der Pubertät noch nicht über diesen Schutz: Ihr Scheidenmilieu ist aufgrund des Östrogenmangels nicht sauer, so dass sich Bakterien leicht vermehren können und die Scheide schneller entzündet ist. Im Fall einer Scheidenentzündung sind bei Kindern meist auch die äusseren primären Geschlechtsorgane – die Scham (Vulva) – betroffen. Dies bezeichnet der Arzt dann als Vulvovaginitis.
Von allen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane tritt die Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) mit grösster Häufigkeit auf: Fast jede Frau ist einmal im Leben von ihr betroffen.
Eine Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) hat ihre Ursachen in einer Störung des Schutzmechanismus der Scheide (Vagina). Gewöhnlich können das normale Scheidenmilieu geschlechtsreifer Frauen (mit einem mittleren pH-Wert von etwa vier) und die intakte Schleimhaut eine Entzündung der Scheide erfolgreich verhindern. Dieser Schutzmechanismus funktioniert selbst dann, wenn – wie beim Geschlechtsverkehr – in grossem Ausmass Erreger in die Scheide gelangen und diese stark mechanisch gereizt ist.
Für die Störung des Schutzmechanismus der Scheide und eine dadurch verursachte Scheidenentzündung kommen viele Auslöser infrage. Zu den möglichen Ursachen für einen gestörten Schutzmechanismus gehören:
Ist das Scheidenmilieu beziehungsweise die Scheidenschleimhaut durch mindestens eine dieser Ursachen gestört, können verschiedene Erreger eine Scheidenentzündung hervorrufen:
Einige dieser möglichen Kolpitis-Erreger gehören zur normalen bakteriellen Besiedelung (sog. Scheidenflora) der Frau, andere gelangen von aussen in die Scheide. Die häufigste Ursache für eine solche Einschleppung ist Geschlechtsverkehr – die Scheidenentzündung ist also sexuell übertragbar. Erreger der Scheidenentzündung können aber auch von einem Menschen zum anderen gelangen, wenn diese Bade-, Unterwäsche oder Handtücher gemeinsam nutzen oder insgesamt nur mangelhaft auf Hygiene achten.
Noch nicht geschlechtsreife Mädchen verfügen nicht über den Schutzmechanismus, der eine Scheidenentzündung meist verhindern kann: Da ihr Scheidenmilieu aufgrund des vor der Pubertät herrschenden Östrogenmangels nicht sauer ist, können sich Bakterien in der Scheide leicht vermehren und eine Entzündung auslösen. Häufige Ursachen für eine bakterielle Vaginitis bei Kindern sind Schmierinfektionen (z.B. durch Escherichia coli aus dem Analbereich) oder Fremdkörper.
Die bei einer Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) auftretenden Symptome sind (zunächst) örtlich auf die Scheide begrenzt. Wichtigstes Anzeichen der Scheidenentzündung ist der Ausfluss aus der Scheide (sog. Fluor vaginalis). Dabei sondert sich krankhaft vermehrt Flüssigkeit ab, die je nach Zusammensetzung wässrig, schleimig, eitrig, schaumig, krümelig oder blutig sein kann und häufig übel riecht. Die Beschaffenheit des Ausflusses hängt davon ab, welcher Erreger für die Vaginitis verantwortlich ist: Meist liegt einer Entzündung der Scheide eine Mischinfektion mit verschiedenen Bakterien zugrunde, die zu einem gelb-grünlichen Ausfluss führt. Bei einer durch den Pilz Candida albicans ausgelösten Kolpitis ist der Ausfluss weiss und geruchlos. Ein unangenehmer, fischiger Geruch kann dagegen zum Beispiel auf ein bakterielles Ungleichgewicht der Scheidenflora hindeuten (sog. bakterielle Vaginose).
Weitere mögliche Kolpitis-Symptome sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Gelegentlich verspüren Frauen mit einer Scheidenentzündung auch ohne mechanische Reizung brennende Schmerzen in der Scheide. Ausserdem kann dort ein Juckreiz auftreten. Greift die Vaginitis vom Scheideneingang auf die äusseren primären Geschlechtsorgane (Scham, Vulva) über, kann es auch hier zu einer schmerzenden und juckenden Entzündung kommen (sog. Vulvovaginitis).
Bei einer Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) gelingt die Diagnose schon anhand der Untersuchung der Scheide: Die Scheidenschleimhaut ist (ohne deutliche Konturen oder fleckig) geschwollen und gerötet und von Scheidenausfluss benetzt. Gelegentlich sind Bläschen auf der Schleimhaut sichtbar.
Um bei der Diagnose zu klären, welcher Erreger der Scheidenentzündung zugrunde liegt, nimmt der Arzt Abstriche von der Scheidenschleimhaut und vom Gebärmutterhals, die er anschliessend mikroskopisch untersucht. Ausserdem sendet er Proben der Abstriche an mikrobiologische Laboratorien, um dort die Kolpitis-Erreger im Einzelnen identifizieren und deren Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen Antibiotika untersuchen zu lassen.
Neben der Diagnose der Scheidenentzündung selbst ist es wichtig festzustellen, welche Veränderungen des Scheidenmilieus beziehungsweise der Scheidenschleimhaut dazu führten, dass die Scheidenentzündung entstehen konnte. Ausserdem ist es empfehlenswert, Fragen der Sexualhygiene zu besprechen.
Die gegen eine Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) eingesetzte Therapie hängt davon ab, welcher Erreger nachweislich für die Entzündung der Scheide verantwortlich ist. Wirksame Mittel gegen eine bakterielle Scheidenentzündung sind Antibiotika. Gegen eine Pilzinfektion helfen Antimykotika. Alternativ sind zur Kolpitis-Behandlung Antiseptika mit dem Wirkstoff Dequaliniumchlorid verfügbar, der sowohl Bakterien und Pilze als auch mikroskopisch kleine einzellige Lebewesen (Protozoen), zum Beispiel Trichomonaden, abtötet.
Je nachdem, welche Erreger die Scheidenentzündung bei Ihnen verursacht hat, erhalten Sie zur Therapie nur örtlich in der Scheide anzuwendende Medikamente (z.B. in Form spezieller Scheidenzäpfchen oder Cremes) oder Medikamente in Form von Tabletten oder Spritzen. Nach der Bekämpfung der Kolpitis-Erreger ist es wichtig, das normale Scheidenmilieu wiederherzustellen und dafür zu sorgen, dass die Schleimhaut intakt ist. Die dazu verwendeten Mittel enthalten Laktobakterien beziehungsweise Östrogene und sind direkt in die Scheide einzubringen. Als ergänzende Behandlung Ihrer Scheidenentzündung können Sie auch wiederholt einen mit Joghurt getränkten Tampon in die Scheide einführen. Dieses Hausmittel bewirkt unter Umständen eine Verbesserung des Scheidenmilieus und lindert die Beschwerden beziehungsweise verbessert die Vaginitis.
Bei einer Scheidenentzündung ist es in den meisten Fällen neben der Behandlung der betroffenen Frauen sinnvoll, auch deren Partner zu behandeln. Während der Therapie der Vaginitis ist es ratsam, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten und auch keine Tampons oder Scheidenspülungen zu verwenden.
Eine Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) nimmt meist einen komplikationslosen Verlauf mit guter Prognose, wenn eine konsequente Behandlung erfolgt.
Komplikationen können sich ergeben, wenn die Scheidenentzündung im weiteren Verlauf auf den Gebärmutterhals übergreift. In diesem Fall kann es zu einer Gebärmutterentzündung beziehungsweise zu einer Entzündung der Eileiter und Eierstöcke (sog. Adnexitis) kommen.
Eine Scheidenentzündung in der Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt verbunden. Ausserdem kann die werdende Mutter während der Geburt ihr Neugeborenes mit den Kolpitis-Erregern anstecken. Dies ist besonders bei Scheidenentzündungen mit Herpesviren oder mit Gonokokken beziehungsweise Chlamydia trachomatis von Bedeutung, da diese vermehrt mit Komplikationen verbunden sind: Herpesviren lassen sich nicht restlos beseitigen, sondern bleiben im Verlauf des gesamten Lebens im Körper. Ausserdem können sie wie Gonokokken und Chlamydia trachomatis beim Neugeborenen zu Entzündungen (z.B. Bindehautentzündung) führen. Daher ist in diesen Fällen eine Entbindung durch Kaiserschnitt empfehlenswert.
Sie können einer Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) in erster Linie dadurch vorbeugen, dass Sie Infektionen vermeiden. Eine wichtige Massnahme besteht darin, grundsätzlich Kondome zu verwenden, da viele Krankheitserreger durch Geschlechtsverkehr übertragbar sind.
Vorbeugen können Sie einer Scheidenentzündung auch durch die richtige Intimhygiene. Abzuraten ist jedoch von allzu häufigem Waschen mit Seife, langen Schaumbädern, Intimsprays oder Scheidenspülungen. Die Scheide verfügt über sehr gute Mechanismen zum Schutz vor Infektionen. Eine übertriebene Körperhygiene kann diesen Schutzmechanismus stören und die Entstehung einer Kolpitis begünstigen.
Achten Sie zum Vorbeugen einer Scheidenentzündung auch auf die richtige Toilettenhygiene: Nach dem Stuhlgang darf die Reinigung immer nur von vorne nach hinten erfolgen, damit Sie Bakterien aus dem Stuhl nicht in Richtung Scheide wischen.