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Am Ende ihres gut siebenminütigen Auftritts vor den Medien konnte Naomi Osaka die Emotionen nicht mehr zurückhalten. Unter Tränen kündigte sie an, dass sie erneut eine Pause einlegen wird. «Ich weiss nicht, wann ich meine nächste Tennispartie bestreiten werde. Ich denke, ich werde für eine Weile mit dem Spielen pausieren», sagte die 23-Jährige.
Zuvor hatte sie einmal mehr einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben gegeben. «Wenn ich gewinne, fühle ich mich nicht glücklich, sondern eher erleichtert. Und wenn ich verliere, bin ich sehr traurig. Ich glaube nicht, dass das normal ist.»
Seit Osaka vor drei Jahren in einem denkwürdigen Final in Flushing Meadows Serena Williams bezwungen und ihren ersten von mittlerweile vier Grand-Slam-Titeln gewonnen hatte, stieg die in den USA aufgewachsene Tochter einer Japanerin und eines Haitianers zur Ikone auf, deren Wirken weit über den Sport hinaus Aufmerksamkeit generiert.
Nun scheint Osaka, die von ihrem Naturell her sehr scheu ist, der immense Druck erneut über den Kopf gewachsen zu sein.
Bereits am French Open in Paris hatte sich die 23-Jährige zurückgezogen, eine Pause eingelegt und verkündet, dass sie unter Depressionen leide. In New York sagte sie nun: «Normalerweise mag ich Herausforderungen, aber in letzter Zeit fühle ich mich sehr verunsichert, wenn es nicht so gut läuft für mich, und ich habe das Gefühl, dass man das auch spürt. Ich bin an einem Punkt, wo ich herausfinden muss, was ich überhaupt will.» (zap/sda)