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Allgemein
In der gesprochenen Sprache verwenden die Unterengadiner und Münstertaler örtliche
Dialekte, die durchaus stark von der Standardsprache abweichen können. Die
Sprecher können die Herkunft ihres Gesprächspartners im Allgemeinen
auf den Ort genau feststellen. So gibt es zum Beispiel für das Wort eu (dt.
ich) die folgenden örtlichen Aussprachen: [ˈɛː], [ˈɛw],
[ˈjɛ], [ˈjɐ], [ˈjow] und [ˈjaw].
Jauer
Jauer ist die Bezeichnung für den Dialekt des Vallader, der in der Val Müstair
gesprochen wird.
Jauer kennzeichnet sich aus durch die Betonung der Verben der 1. Konjugation
auf der zweitletzten Silbe und dem Wechsel der Endung von -ar zu -er. Zudem wird
betontes a diphthongiert. Beispiel: Das chantàr (dt. singen) des Standard-Vallader
wird zu Jauer chàunter.
Jauer besitzt keine schriftsprachliche Tradition. Allerdings erschien 2007 erstmals
ein Geschichtenband in Jauer.
In den Schulen der Val Müstair wurde bis 2008 Vallader als Unterrichtssprache
verwendet, danach für kurze Zeit Rumantsch Grischun. Dies wurde aber auf
Grund der Volksabstimmung im Frühjahr 2012 wieder rückgängig gemacht.

Samnauner Dialekt
Samnaun (in Vallader Samignun) ist heute deutschsprachig (Tirolerisch),
gehörte
aber ursprünglich ebenfalls zum Sprachgebiet des Vallader. Eine erste Zuwendung
zum Tirolerischen geschah bereits um 1675. 1830, gleichzeitig mit dem Ausbau
des Säumerwegs ins Tirolerische Spiss führte ein Tiroler Lehrer die
deutsche Sprache als Unterrichtssprache ein. Letzter Sprecher des Samnauner Rätoromanischen
war Augustin Heiß, der 1935 starb. In anderen Quellen werden auch die beiden
Schwestern Prinz mit den Jahrgängen 1830 und 1837 als „letzte Trägerinnen
des Samnauner Romanentums“erwähnt.
Bekannt ist, dass sich die Aussprache schon länger dem deutschen bzw.
Tirolerischen angenähert hatte. Lizenzhinweis