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(NZZ – POLITISCHE LITERATUR – Montag, 13. Februar 1995, Nr. 36, Seite 27)
zz. An den Grundsatz der Universalität der Aussenbeziehungen des neutralen Kleinstaats erinnert Robert Nef im Editorial zur Februarnummer der «Schweizer Monatshefte» (Zürich), deren «Dossier» die Anschrift «Europa – und darüber hinaus» trägt. Daniel Thürer stellt in einem Vortragstext Fragen zur künftigen Gestalt der EU (sind staatsähnliche Strukturen das Richtige?), begründet Postulate zur Funktionsfähigkeit der Schweiz, wozu ebenfalls ein «sense of the world» gehöre, und nennt gemeinsame Leitwerte. Richard Senti erläutert den Wandel vom Gatt zur Welthandelsorganisation (WTO). Die Schwierigkeiten, Irrwege und Wege, die chinesische Kultur zu verstehen und für den Westen zu erschliessen, macht Harro von Senger zum Gegenstand kritischer Betrachtungen. Ein Mangel an Kenntnis der spezifischen Kategorien führe beispielsweise zur Fehldeutung von Reform und Öffnung, die in Wahrheit nur Mittel zum Zweck der «sozialistischen Modernisierung» seien. Elise Guignard bespricht «Verwandte des Lebens», das neue Buch von Oe Kenzaburo, der als Japaner, orientiert an einer Weltkultur, in enger Beziehung mit anderen Literaturen schreibt.
Arno Gruen befasst sich in einem Essay «Identität und Unmenschlichkeit» mit den Bedingungen der Gewalt und ihrer Bekämpfung. Anton Krättli reflektiert in seiner Dankesrede für den Aargauer Literaturpreis über die Rechtfertigung von Literaturkritik ais Faktor einer lebendigen Kultur und als geistige Lebensform. Michael Wirth bespricht die Lausanner Ausstellung der Konzeptkünstlerin Sophie Calle, die sich mit gestohlenen und verbrannten Bildern auseinandersetzt. «Der alte Mensch in der jüngeren Schweizer Literatur» ist Thema eines sAufsatze von Beatrice Eichmann-Leutenegger. Peter Sloterdijks «Falls Europa erwacht» wird von Rüdiger Görner rezensiert. – Stefan Karlen analysiert die Situation der sozialistischen Insel Kuba.