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In allen Abschnitten der Gebärmutter (Uterus) können bösartige Tumore (Karzinome) entstehen. Je nach ihrem anatomischen Ausgangspunkt werden sie als Karzinome des Gebärmutterkörpers (Korpuskarzinom, Endometriumkarzinom) oder des Gebärmutterhalses bezeichnet. Für Krebs in diesem letzteren findet man auch die Fachausdrücke Zervix- und Portiokarzinom, die zwar nicht ganz genau übereinstimmen, aber in ihren Auswirkungen gleich sind, so dass sie oft nicht näher unterschieden werden.
Insgesamt ist Gebärmutterkrebs nach dem Brustkrebs die zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung der Frau; bezogen auf die Sterblichkeit folgen die Gebärmutterkarzinome nach dem Darmkrebs an dritter Stelle.
Der Häufigkeitsgipfel für das Neuauftreten eines Korpuskarzinoms liegt jenseits des 60. Lebensjahrs, für das Zervixkarzinom gibt es ein erstes Erkrankungsmaximum zwischen dem 35. und 39. Lebensjahr und ein zweites zwischen dem 60. und 65 Jahr.
Untersuchungen in Österreich und Deutschland haben ergeben, dass Vorstufen (Präkanzerosen) von Gebärmutterhalskrebs bei 20 bis 30-Jährigen bedeutend zugenommen haben.
Alle obigen Zahlenangaben variieren je nach Untersucher und örtlichen Gegebenheiten.
Die Ursachen sind wie bei vielen Krebsarten im Einzelnen nicht abschliessend geklärt.
Der Tumor geht von den Zellen der Gebärmutterschleimhaut aus. Übergewichtige und kinderlose Frauen haben ein leicht erhöhtes Erkrankungsrisiko. Ein früher Beginn der Pubertät und ein später Beginn der Wechseljahre, östrogenbildende Tumore sowie die Einnahme von Östrogenen können das Entstehen begünstigen. Empfängnisverhütung mit einer Hormonkombination erhöht das Risiko gemäss aktuellem Wissensstand jedoch nicht; immerhin kommt das Korpuskarzinom relativ häufig vor bei Frauen, die keine Kinder haben. Weitere Faktoren wie Zuckerkrankheit und Bluthochdruck werden diskutiert. Familiäre Häufung kommt vor.
Als gesicherte Ursache für das Zervix- und das Portiokarzinom gilt heute eine Infektion mit bestimmten Typen des Papillomavirus (meist die „risikoreichen“ HPV-Typen 6 und 11 sowie 16 und 18), die auch genitale Warzen (Kondylome) verursachen können.
70-80% der sexuell aktiven Personen infizieren sich im Verlauf ihres Lebens mit dem Virus. Bei 90% der Infizierten verschwindet das Virus innerhalb von zwei Jahren von alleine wieder. Das heisst, das Virus konnte durch die körpereigene Abwehr erfolgreich bekämpft werden. Besonders von einer HPV-Infektion betroffen sind die 16-25 jährigen Personen wobei das Risiko für eine Infektion zu Beginn der sexuellen Aktivität am grössten ist. Begünstigend für eine Infektion sind häufiger und insbesondere ungeschützter Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern. Nicht jede infizierte Frau sondern etwa jede 5. Frau, die mit einem Hochrisiko-Typ des HPV-Virus infiziert ist, erkrankt an einer Krebsvorstufe oder Krebs, so dass als Mitursachen auch betrachtet werden: Immunschwäche, Rauchen, genitale Infektionen.
In Frühstadien verursacht der Gebärmutterkrebs (ob im Uterus oder Gebärmutterhals) keine oder unspezifische Symptome. Auffälligkeiten zeigen sich erst bei einer bestimmten Grösse. Am häufigsten macht sich Gebärmutterkrebs durch vaginale Blutungen bemerkbar.
Das Uteruskarzinom wächst in fortgeschrittenen Stadien infiltrierend in anatomisch nahe gelegene Organe hinein, in die Eierstöcke, die Blase, den Enddarm, in das Bauchfell, was starke örtliche Schmerzen verursacht.
Über die Lymphgefässe und Venen gelangen Tumorzellen in den Blutkreislauf, und es entstehen Fernmetastasen (Metastasen), etwa in Knochen, Lungen oder in der Leber.
Korpuskarzinom: Die Therapie besteht in der operativen Entfernung der Gebärmutter, der Eileiter und Eierstöcke, vielfach kombiniert mit Bestrahlung und Chemotherapie.
Portiokarzinom: Im sehr frühen Stadium ist eine Heilung durch einen kleinen Eingriff (Konisation) möglich. Dabei wird ein Teil des Gebärmutterhalses entfernt. Die Konisation erfolgt elektrochirurgisch auf dem Weg durch die Scheide, der Bauch muss also nicht eröffnet werden. werden. Neue technische Methoden sind Laser- und Kältechirurgie.
Bei fortgeschrittenen Stadien stehen die Radikaloperation, das heisst die erweiterte totale Entfernung der Gebärmutter unter Belassen der Eierstöcke bei jungen Frauen, Strahlen- und gelegentlich Hormon- oder Chemotherapie zur Verfügung.
Bei Früherkennung und -behandlung ist sie gut bis sehr gut, was für beide Karzinome gilt. Ungünstiger sind die Heilungsaussichten, wenn der Krebs bereits über das Ursprungsorgan hinaus in andere Gewebe eingedrungen ist, oder wenn sich Metastasen gebildet haben.