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Der sozioökonomische Status entscheidet mit, ob und wie ein Patient einen Herzstillstand überlebt. Das geht aus einer Studie der schwedischen Linné-Universität hervor. Jens Agerström, Professor für Psychologie, untersuchte mit seinem Team mehr als 24’000 Krankenakten. Das Ergebnis: Wer über höhere Bildung und mehr Einkommen verfügt, hat eine deutlich bessere Chance, einen Herzstillstand ohne bleibende neurologische Schäden zu überleben.
Konkret verliessen 30 Prozent der Patienten mit Hochschulabschluss die Klinik geheilt. Von den Patienten mit Ausbildungsberufen waren es nur 21,9 Prozent. Auch bei der 30-Tages-Überlebensrate zeigten sich gravierende Unterschiede: 36,9 Prozent zu 28 Prozent.
Bislang bekannt war, dass der sozioökonomische Status bei einem Herzstillstand ausserhalb der Klinik über das Überleben mitentscheidet. Passanten leisten bei Menschen mit geringem Sozialstatus zögerlicher Erste Hilfe und rufen später die Rettung. Die schwedische Studie hat nun den medizinischen Notfall im Krankenhaus untersucht, wo eigentlich alle Patienten gleich behandelt werden sollten.
Begründet wird der nun zutage getretene Unterschied zum einen mit möglichen Vorbehalten des Personals: Bei Patienten mit geringerer Bildung setzte die Reanimation in elf Prozent der Fälle verzögert ein. Zum anderen zeigten zuvor durchgeführte Studien, dass die Gesundheitsvorsorge abhängig vom Sozialstatus ist. So sind beispielsweise Alkohol– und Tabakkonsum umso verbreiteter, je geringer Einkommen und Bildung sind.