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Der Absturz eignete sich in der Gemeinde Lago Ranco in der Región de Los Ríos, wo es laut der chilenischen Zeitung «La Tercera» zum Zeitpunkt des Unglücks stark regnete. Der 74 Jahre alte ehemalige Staatschef habe den Hubschrauber selbst gesteuert. In der Nähe des Ufers des gleichnamigen Sees Lago Ranco habe er die Kontrolle über den Helikopter verloren, der daraufhin ins Wasser stürzte.
Neben Piñera befanden sich laut Innenministerium noch drei weitere Personen an Bord, die den Absturz überlebten und das Ufer aus eigener Kraft erreichen konnten. Einsatzkräfte bargen demnach die Leiche des Ex-Präsidenten aus dem Wasser.
Zahlreiche frühere Weggefährten und Staatschefs aus Lateinamerika reagierten bestürzt. So sprach Argentiniens Präsident Javier Milei der Familie Piñeras, seinen Freunden und dem chilenischen Volk im Namen des argentinischen Staates sein Beileid aus. Auch Uruguays Präsident Luis Lacalle Pou und Kolumbiens Ex-Präsident Juan Manuel Santos bekundeten ihre Trauer. «Sebastián Piñera war ein guter persönlicher Freund und ein grosser Verbündeter Kolumbiens», schrieb Santos auf der Plattform X, ehemals Twitter. Der ehemalige mexikanische Präsident Felipe Calderón meinte: «Chile hat einen seiner besten Präsidenten verloren.»
Der Konservative Piñera war von 2010 bis 2014 und von 2018 bis 2022 Präsident des südamerikanischen Landes gewesen. Auf ihn folgte im März 2022 der Linkspolitiker und derzeitige Präsident Gabriel Boric. Piñera sei ein Demokrat der ersten Stunde gewesen, sagte Boric in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft.
In die Amtszeit des ehemaligen Staatschefs fielen dramatische Ereignisse wie das Erdbeben der Stärke 8,8 im Jahr 2010, bei dem mehr als 520 Menschen ihr Leben verloren. Im selben Jahr ereignete sich ein Grubenunglück, bei dem 33 Bergleute im Bergwerk San José in der Atacama-Wüste verschütten wurden. 69 Tage lang mussten die Kumpel in 700 Metern Tiefe ausharren, bis sie mithilfe einer Kapsel aus der Grube befreit werden konnten - die Szenen der Rettung gingen um die Welt. Piñera führte das Land auch durch die Corona-Pandemie, in der er internationale Anerkennung für seine ehrgeizige Impfstrategie bekam.
In seine Amtszeit fielen aber auch die wochenlangen Proteste und gewalttätigen Ausschreitungen im Oktober und November 2019, bei denen täglich Tausende auf die Strasse gegangen waren. Sie forderten einen besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung sowie eine Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftssystem. Mehr als 30 Menschen kamen bei Auseinandersetzungen mit Einsatzkräften ums Leben. Wegen ihres oft brutalen Vorgehens stand die Polizei im Fokus der Kritik. Die Demonstranten forderten auch eine grundlegende Reform der Verfassung von 1980, die noch aus der Zeit der Militärdiktatur von Augusto Pinochet stammt. Ende vergangenen Jahres scheiterte der bereits zweite Versuch, die Verfassung zu ersetzen.
Piñera hatte laut der Zeitschrift «Forbes» ein Nettovermögen von etwa 2,7 Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro), war ehemaliger Anteilseigner von Chiles nationaler Fluggesellschaft und zudem an einem Fernsehsender und anderen Unternehmen beteiligt.