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«Badhus» gegen Fieber
Wo heute das Hotel steht, unterhalb des Burghügels der alten Schauenburg, befand sich Mitte des 15. Jahrhunderts ein kleines Kloster, das die Eptinger von Pratteln gestiftet hatten. Später gehörte das Landgut den Edlen von Schauenburg. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer häufig. Im Jahre 1649 gehörte der Gutshof dem Ratsherren und Stadtschreiber von Liestal, Hans Jakob Keller. Dieser richtete erstmals ein Bad ein, das aus einer Quelle gespeist wurde, die Wasser mit salpetriger Kalkerde führte. Laut dem Chronisten Daniel Bruckner dient es: «... insonderheit in langwärenden, kalten Fiebern (...), wenn man bey Ankunft des Fiebers biss an den Halss in das Baad sitze.»
Nach einer Federskizze von Georg Friedrich Meyer von 1680 bestand das Bad damals aus mehreren Gebäuden. Das langgestreckte «Badhus» von 1643 war mit Lauben versehen und stand im rechten Winkel zu einem weiteren Wohnhaus, vor dem sich ein kreisförmiger Garten befand; etwas davon entfernt lagen drei Hochstudhäuser mit Strohdächern.
(Bild: So könnte die Schauenburg oberhalb des heutigen Hotels ausgesehen haben. 1356 fiel sie dem grossen Erdbeben von Basel zum Opfer.)
Konkurrenz
1691 erhielt das benachbarte Hofgut Neu-Schauenburg vom Basler Rat ebenfalls die Erlaubnis, ein Bad einzurichten und Wein auszuschenken. Es scheint jedoch nie zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz geworden zu sein und wurde 1792 wieder aufgehoben, weil der damalige Besitzer eine Gipsmühle erstellte. Oberstleutnant Felix Platter, dem das alte Bad Schauenburg inzwischen gehörte, liess gegenüber dem Badhaus ein neues Wohnhaus errichten. Aus diesem stammt die schöne bemalte Holzdecke, die heute die Empfangshalle des Hotels ziert.
Quelle: Bad Schauenburg, 2002, Redaktion: Treumund E. Itin, gekürzte Fassung: Marc Schaffner