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Oracle-Chef Larry Ellison schwärmt vom IBM der 60er-Jahre und träumt vom Quasi-Monopol.
Wie das 'Wall Street Journal' berichten, hat Oracle-Chef Larry Ellison bei einem seiner raren öffentlichen Auftritte an einem Event im Silicon Valley ein weiteres Mal bekräftigt, dass es Oracle ernst meint mit dem Einstieg ins Hardwaregeschäft durch die Übernahme von Sun: "Wir sind gekommen, um zu bleiben."
Seine ebenso selbstbewusst-ehrgeizige wie beinahe nostalgische Begründung macht auch glaubhaft, dass zumindest Ellison persönlich voll hinter der Startegie steht: "Ich will, dass wir der Nachfolger von IBM werden. Aber wir wollen T.J.Watsons IBM werden, nicht Gerstners IBM und auch nicht Palmisanos IBM."
Samuel Palmisano ist der aktuelle IBM-CEO, und Lou Gerstner war sein Vorgänger, der IBM zum Dienstleistungsriesen machte. Thomas J. Watson Jr. dagegen, den Ellison meinte, wurde 1952 als Nachfolger seines gleichnamigen Vaters Präsident von IBM und blieb es bis 1971. Im Gegensatz zu T.J.Watson Senior ("Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer.") glaubte der Junior an die junge Computertechnologie und machte IBM zum dominanten Hersteller.
Ellison schwärmt: "T.J. Watsons IBM war die grossartigste Company in der amerikanischen Unternehmensgeschichte, weil seine Kombination von Hardware und Software die meisten Grossunternehmen auf diesem Planeten am Laufen erhielt. Ich glaube, durch die Kombination von Sun- und Oracle-Technologie können wir IBM schlagen. Das ist unser Ziel. Wir haben ein grosses Interesse am System-Geschäft. Wir glauben.... dass wir ebenso die Systeme liefern können, die das Rückgrat der meisten Unternehmen in Amerika und rund um die Welt sein können."
Wasserdampf
Beim gleichen Event äusserte Ellison übrigens auch seine (prägnanten und witzigen) Ansichten zum Thema "Cloud"-Computing. ("Glaubt Ihr wirklich, dass Google mit ein bisschen Wasserdampf läuft?"). Wer sich dafür interessiert, führt sich am besten diesen kurzen Live-Mitschnitt
zu Gemüte. (Hans Jörg Maron)