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Das Jauntal war schon von alters her eine rege benutze Verbindung vom Greyerz ins Simmental. Davon zeugen noch heute zwei Burgruinen, welche im Jauntal stehen. Eine steht nahe von Broc am Eingang und
gehörte den Herren von Montsalvens. Die andere liegt am Hang über Jaun. Die Burg von Jaun konnte neben dem eigentlichen Jauntal auch den Übergang vom Schwarzsee, den Euschelspass, kontrollieren.

Aus dieser Sicht ist es nicht verwunderlich, dass auch im 2. Weltkrieg dieses Tal sehr stark befestigt wurde. Durch seinen natürlichen Riegel wurde es das Tor ins Reduit von Westen her. Wegen der Staffelung der
Sperrelemente - Vorsperre, Hauptsperre, Artillerieunterstützung - kann es sogar als Muster für den Sperrstellenbau herangezogen werden. In Angriff genommen wurden die Bauten vom damals in dieser Region
stationierten Gebirgs Inf Rgt 7. Nicht umsonst schreibt der Stab des Generals in seinem Bericht nach einer Besichtigung: "Die Sperre vom Euschels ist eine von den besten, die in der 1. Division gebaut wurde"
Das erste Hindernis befindet sich bereits unmittelbar bei der Ortschaft Broc. Auf dem Weg nach Charmey befinden sich auf beiden Seiten des Tales diverse Sprengobjekte. Beim Engnis von Charmey trifft der
Gegner auf die erste verbunkerte Stellung. Hier in La Tzintre wirken die Geschütze und Gewehre auch talaufwärts. Dies lässt sich dadurch erklären, dass man die Ebene zwischen Pont du Roc und Charmey
nicht für Luftlandungen preis geben wollte. Dies war der Untergang der Maginot Linie - dort wurde die Möglichkeit des Einsatzes von Truppen aus der Luft nicht bedacht. Bei Pont du Roc wurde die
Batteriefeuerleitstelle für die Bunker bei La Tzintre unter Fels errichtet. Von dieser Sperre wirkte auch ein MG in Richtung Charmey, um vorrückende Infanterie unter Feuer nehmen zu können (Luftlandungen).
Die nächste starke Sperre kommt nur ein paar Kilometer hinter Pont du Roc bei der Ortschaft Im Fang. Hier erwartete den Gegner ein massives Feuer aus verbunkerten MG. Ein mögliches Vorrücken bis zu dieser Sperre
ist mit mechanisierten Mitteln nur in einer Kolonne möglich. Das Tal mit dem Jaunbach ist für alles andere einfach zu eng.
Der mögliche Gegner konnte von Bull bis Im Fang jederzeit mit massivem Artillerie-Feuer beschossen werden. Dafür sorgten die Werke auf der Grossen Tosse und dem Jaunpass. In der Ortschaft befand sich auch der Regiments-Kommandoposten und die Abteilungs-Artillerie-Feuerleitstelle für die umliegenden Artilleriewerke im Jauntal.
Sollte Im Fang auch durchbrochen werden, stand der Gegner nach ca. 2 km wieder vor einer sehr starken Sperre - jener von Jaun. Auch hier ist ein Durchkommen nur in einer Kolonne möglich, und das auch nur,
wenn verhindert werden konnte, dass die Strasse nicht in die Luft gesprengt wurde. Für die Artillerieunterstützung waren hier auch die Kanonen auf dem Jaunpass zuständig. Es ist wohl nicht nötig zu erwähnen,
dass hinter Jaun die Passtrasse zum Jaunpass wieder für eine Zerstörung vorbereitet war.
Ein Gegner, der diese massiven Hindernisse überwinden wollte, musste sich sehr gut überlegen, ob es überhaupt möglich wäre und welche Mittel er einsetzten will, damit ein solches Unterfangen überhaupt
gelingen sollte.
Text und einige Fotos der Interaktiven Karte zvg. Besten Dank.

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Sperrstelle Jaun
Sperrstelle La Tzintre
[ KP A1748 Im Fang ]
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