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Gespannt warteten sieben jüngere Leutnants und Oberleutnants, welche unser Hauptmann Yves Greisler um 1230 vor dem Restaurant Bären im Sand bei Schönbühl besammelt hatte. Gespannt darauf, wer noch alles kommen, ob sich das leicht bewölkte Wetter halten würde und was denn die Leute vom Civil Shooting Club Sand vorbereitet hätten. Bald wurde festgestellt, dass wir komplett waren und unsere Kontaktperson war mit einem Motorrad aus den weiten Gefilden des Waffenplatzes aufgetaucht. Nun stiegen wir in die Autos und folgten Herrn Gysel zu den Kurzdistanz-Schiessanlagen. Dort trafen wir dann auch noch auf ein paar andere Club-Mitglieder. Unter ihrer Leitung bauten wir gemeinsam den ersten Parcours auf. Während wir Holztafeln, Kartonscheiben und Stahl-Silhouetten aufstellten, die Schützen jeweils aus verschiedenen Positionen mit zugekniffenem Auge Schiess-Mass nahmen und Korrekturen befahlen, steigerte sich die Spannung, was da kommen möge. Als erstes begrüsste uns Herr Gysel und vermittelte uns ein kurzes Portrait des Civil Shooting Club Sand. Er machte uns eindringlich, aber in kameradschaftlicher Art, auf die geltenden SIVOS aufmerksam, deren wichtiger Bestandteil die "Fummelzone" ist. Die "Fummlere", bestehend aus einem Tischchen auf Rädern und einem Hinweisschild, ist der einzige Bereich, wo die Waffe entholstert, geputzt oder Manipulationen vorgenommen werden dürfen, selbstredend immer entladen. Alle anderen Manipulationen werden am Anfang und Ende eines Parcours befohlen. Die Waffe bleibt während der Wartezeiten immer geholstert. Nach der kurzen Einführung fand das erste Briefing statt. Beim gerade aufgebauten Parcours ging es darum, auf das Startkommando hin, aus dem Bett (von einem Holzbank) aufzustehen, die geladene Waffe zu ergreifen, zwei Eindringlinge niederzustrecken, ohne die Geisel (jeweils eine rote Kartonscheibe) zu treffen, durch eine Tür (Scheibenwand) zu stürmen, hinter einem Auto einen weiteren Bösewicht aus nächster Nähe zu erledigen und anschliessend noch drei weitere Scheiben zu treffen. Auf die Kartonscheiben musste jeweils ein Hammer gegeben werden, beide Schüsse wurden gewertet, auf die wesentlich kleineren Stahlscheiben solange geschossen, bis diese fielen. Zusätzlich zu den Trefferpunkten wurde natürlich noch die Zeit genommen. Nach einem Durchgehen absolvierten zuerst die Profis den Parcours im scharfen Schuss und manchem blieb der Kiefer unten. Die Schnelligkeit der Doubletten und der Zielwechsel war atemberaubend und die Trefferlagen beängstigend genau. Die Clubmitglieder verfügten über Pistolen, welche ein Leuchtpunkt-Visier hatten und Magazine mit bis zu 28 Schuss! Bald hatte sich jeder Offizier ausgerechnet, dass er mit seinen läppischen neun Schuss einen Magazinwechsel würde vornehmen müssen und die Diskussion ging los, wo der denn am besten zu bewerkstelligen sei. Nach einigem Herantasten an den Parcours und das Wiederangewöhnen an die persönliche Waffe, war bald ein jeder voll im Schiessfieber und jeder Durchgang wurde treffsicherer und schneller, insbesondere die Magazinwechsel in vollem Lauf. Zusammen bauten wir weitere Parcours auf, welche an Schwierigkeit zunahmen und unser Munitionsvorrat von 4000 Schuss baute sich langsam ab. Während einige der Clubschützen in der zweiten Nachmittagshälfte ein altes Stgw 57 mit ZF aufbauten und damit auf münzengrosse Ziele schossen, belegten wir nun schon zwei KD-Boxen, in welchen wir an unserer Schiessfertigkeit feilten. Es ging nun z.B. darum, möglichst viele Stahlziele in kurzer Zeit zu Fall zu bringen, eine möglichst kleine Garbe aus grosser Entfernung auf die Kartonscheiben zu geben oder in alter Offiziersmanier den einhändigen Schuss zu üben. Der Ideen waren viele vorhanden, auch probierten einige von uns die hochgezüchteten Sportpistolen aus. Am Ende des Nachmittags, an dem uns immer eine schöne Herbstsonne gelacht hatte, machten wir uns ans Aufräumen und "Hülselen". Diese werden von den Schützen im Übrigen wieder abgefüllt! Nach einer Danksagung seitens des Clubs und der OG gingen die Meisten noch mit ins Dorf, um bei einer gemütlichen Runde diese spannende, actiongeladene Aktivität zu beschliessen. Für diejenigen, welche den Umgang mit der persönlichen Waffe in einem sicheren Umfeld und unter kundiger Anleitung, einmal ganz speziell trainieren wollen, sei die Teilnahme an einer eventuell wiedermal stattfindenden Wiederholung dieses Anlasses nur zu empfehlen.