Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03410.jsonl.gz/2971

METAMKINE
ERIK M
DJ DIMLITE
Nachdem sie 1991 im Kino der Reitschule ihr Schaffen ein erstes Mal präsentierten, wurden die drei Künstler aus Grenoble 1997 an das damals alljährlich stattfindende Taktlos-Festival nach Bern eingeladen. 2008 zeichnen sich ihre Aktivitäten als Metamkine, mit der «Cellule d’Intervention», wie sie ihr Projekt im Untertitel benennen, und dem gleichnamigen Label und Vertrieb für Musik der anderen Art, durch das 20ste Jubiläum ihres Bestehens aus.
Die Einmaligkeit ihres Unternehmens, während der Projektion durch Christophe Auger und Xavier Quérel, mittels Manipulation am Projektor oder direkt auf dem Zelluloid bearbeitetes Film-Material mit den elektro-akustischen Klängen von Jerôme Noetinger zu vertonen, belegt die Liste ihrer über Europa, Nordamerika, Australien und Japan verteilten Auftritte, welche an einschlägigen Orten, von Kunstmuseen über Festivals hin zu Off-Kinos, auf den Bühnen von kleinen Clubs und besetzten Häusern stattgefunden haben.
Von Auger und Noetinger gegründet, welche sich im besetzten Zentrum «102» in Grenoble kennengelernt hatten, wo sie Konzerte, Performances und Filmvorführungen organisierten, stiess Quérel dazu, als er in der Stadt in Südfrankreich sein Studium begann.
Inspiriert vom amerikanischen Untergrund-Kino der 60er-Jahre (Stan Brakaghe, Kenneth Anger, Andy Warhol, Phill Niblock u.a.), ebenso wie von früheren avant-gardistischen Experimenten mit dem Medium (Hans Richter, Man Ray, Dziga Vertov u.a.), begannen sie ihr Unterfangen, «Kino für die Ohren, Musik für die Augen» zu kreieren, jenseits der Narration das Zusammenspiel des Visuellen und des Akustischen zu erforschen, wobei dem Filmprojektor die Rolle eines Instruments zukommt.
Dabei sind sie auch in Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern und Projekten zu Werk gegangen, darunter Nachtluft, Voice Crack, Kinobits, Loophole Cinema, Tom Cora, Lionel Marchetti.
Ihre Freundschaft mit dem «Klang-Skulpteur» Erik M führt an diesem Abend zum Wiedersehen mit dem «DJ extraordinaire» aus Marseille, dessen Auftritt die Veranstaltung zu ihrem zwanzigsten Geburtstag abrundet.