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Tee aus dem Distrikt Darjeeling in Westbengalen ist weltbekannt. Anders als andere Teesorten ist „Darjeeling“ eine geografische Bezeichnung und keine Teesorte. Zwar werden in Darjeeling verschiedene Teesorten angebaut wie z.B. Oolong, weisser und grüner Tee. Der Klassiker ist aber Darjeeling Schwarztee, weshalb hier auch nur um den schwarzen Tee gehen soll.
Wo nicht anders angegeben, stützen wir uns in diesem Artikel auf die Beschreibung von Thunderbolt Tea.
Hintergründe
Die industrielle Teeproduktion in dieser Gebirgsregion begann gegen Mitte des 19. Jahrhunderts durch die britischen Kolonialregierung. Anders als andere indische Tees verwendet man hier vor allem die Blätter von Camellia sinensis var. Sinensis. Bei der Herstellung kommen verschiedene Methoden zum Einsatz: Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der orthodoxen Verarbeitung, die mehr Handarbeit erfordert und für besonders feine Tees berühmt ist, und die CTC-Verarbeitung, mit der man grosse Mengen an kräftigen, eher günstigen Tees herstellen kann. Man unterscheidet bei Darjeeling neben dem Qualitätsgrad auch die Saison: First Flush ist der erste Tee im Frühling, Second Flush die zweite Pflückung im Sommer (Juni), danach kommen Monsoons und Autumnal Flush.
Verarbeitung von Darjeeling Schwarztee (Orthodox)
Die Teeblätter werden nach dem Standard „Eine Knospe, zwei Blätter“ gepflückt und dann während mehr als 15 Stunden auf belüfteten Unterlagen zum Welken ausgelegt. Durch das Welken werden die Blätter weich, sodass sie beim anschliessenden Rollen nicht zerbrechen. Das Rollen geschieht in einer Maschine und dauert etwa 45 Minuten.
Nun, da die Zellwände der Blätter aufgebrochen sind, können die Blätter vollständig oxidieren, was weitere 2-4 Stunden dauert. Schliesslich trocknet man die Blätter auf einer Art Fliessband bei Temperaturen über 200°C. Dann sind die Teeblätter fertig verarbeitet und werden nun maschinell in die verschiedenen Grade sortiert. Die Hauptkategorien sind dabei: Ganze Blätter (auch Orange Pekoe genannt), gebrochene Blätter, Fannings und Dust. Dust ist das, was man in billigen Teebeuteln findet, die teuersten und feisten Tees sind aus ganzen Blättern. Zwischen diesen Graden wird noch weiter unterschieden anhand von Abkürzungen wie z.B. FTGF OP (Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe) oder F BOP F (Finest Broken Orange Pekoe Flowery).
Die einzelnen Produktionsschritte und Grade kannst du dir in diesem Video vom Glenburn Tea Estate besonders gut anschauen:
Verarbeitung von Darjeeling (CTC)
Das Crush-Tear-Curl-Verfahren ist weltweit die häufigste Verarbeitungsmethode von Schwarztee. Sie eignet sich vor allem für die Massenverarbeitung von Tee und produziert einen standartisierten, kräftigen Tee. Die Details unserer Beschreibung der CTC-Methode haben wir vom Teasnob.
Die Blätter werden weniger restriktiv als für die orthodoxe Art gepflückt. Oft pflückt man nicht nur die ersten zwei Blätter, sondern auch noch die dritten ud vierten Blätter. Die Blätter lässt man viel kürzer welken als in der orthodoxen Verarbeitung, da die Blätter nicht zu viel Wasser verlieren sollen. Da auch in den weiteren Schritten bis zur Trocknung der Wassergehalt hoch bleiben soll, bedampft man die Prouktionsräume für CTC-Tee. Im nächsten Schritt werden die Blätter mit rotierenden Messern in feine Stücke zerschnitten und dann in grossen Trommeln gerollt, sodass die Blattstückchen ein feines Granulat formen. Nun lässt man den Tee oxidieren und anschliessend bei hohen Temperaturen trocknen. Nun ist der Tee fertig und wird nur noch in verschiedene Grade sortiert.