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Aktuelle News aus den Klassen
Einblick in den Schulalltag
Chinas Aufstieg zur Weltmacht
China ist ein Land der Extreme. Nirgendwo sonst wohnen so viele Menschen und kein anderes Land hat sich in den letzten 40 Jahren so sehr gewandelt wie China. Praktisch über Nacht verschwinden ganze Strassenzüge und es entstehen futuristische Skylines. Und wenn der wirtschaftliche Aufschwung in diesem Tempo weitergeht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die USA als stärkste Wirtschaftsmacht abgelöst wird.
Im letzten halben Jahr hat sich die Sek 3a im Geografieunterricht intensiv mit dem aufstrebenden Reich der Mitte befasst. Als Abschluss des Themas standen die Schülerinnen und Schüler vor der Herausforderung, einen möglichst objektiven Zeitungsartikel nach vorgegebenem Aufbau zu verfassen. Der Text sollte mit allgemeinen Fakten über China beginnen und danach positive wie auch negative Veränderungen erwähnen. Als Abschluss musste ein Fazit gezogen und die wichtigsten Punkte noch einmal erwähnt werden. Es entstanden viele gute Texte.
Vom Bauernstaat zur Wirtschaftsmacht
Noch vor 40 Jahren war China ein verarmter Bauernstaat mit nur 528 Millionen Einwohnern. Kaum zu glauben, dass sich die Einwohnerzahl in nur einem halben Jahrhundert mehr als verdoppeln sollte und China zur zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt werden würde. Doch genau das ist der Fall.
Die Volksrepublik China ist ein Land enormen Fortschrittes. Seit Deng Xiaoping 1976 die Führung der Kommunistischen Partei übernahm, erlebte das Land einen riesen Wirtschaftsboom. Mit seinem Ziel, den chinesischen Markt zu öffnen, modernisierte er China immer mehr. Es sollten vor allem die Wissenschaft, die Technologie, die Industrie und die Verteidigung des Landes modernisiert werden. Dank Deng Xiaoping konnten die Chinesen wieder persönlichen Reichtum besitzen. Allerdings wurde die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser. Die Städte im Osten wurden alle mindestens einmal neu aufgebaut, während manche Dörfer im Westen immer noch ohne Strom leben.
Um diese Kluft zu verkleinern, wurde das Projekt «Seidenstrasse 2.0» angesetzt. Diese neue Seidenstrasse basiert auf der alten Seidenstrasse, die für etwa 2000 Jahre West und Ost verband und nun helfen soll, Chinas Westen zu erschliessen. Die alte Seidenstrasse war ca. 10`000 Kilometer lang und sehr gefährlich, da sie vor allem aus Trampelpfaden und engen Pässen bestand. Gehandelt wurde mit Seide, Parfüm, Porzellan, Gewürzen, Gold, Silber, Spiegel und noch vielem mehr. Jetzt will China in 65 Ländern über eine Billion US-Dollar in Eisenbahnstrecken, Tunnels, Kraftwerke und Häfen investieren. So soll eine Handelsroute von China bis zum Mittelmeer entstehen. Von dieser neuen Seidenstrasse könnten sehr viele Länder profitieren, wenn China nicht eigennützige Hintergedanken hätte. Ihr Ziel ist nämlich nicht nur den Westen zu fördern, sondern China will mehr Macht auf der Weltbühne, mehr politischen Einfluss durch Kreditvergabe und nicht zuletzt als innovatives Land angesehen werden. Ausserdem bleibt die USA in Chinas Plänen aussen vor, sodass nicht mehr die USA, sondern China für die Globalisierung steht.
Als China Dörfer am Jangtsekiang mit Strom versorgen wollte, gab es einiges, was die Regierung nicht bedacht hat. Der Staudamm, der gebaut wurde, ersetzte 9 bis 16 Atomkraftwerke, doch der Strom fand gar nicht genug Abnehmer. Durch das Stauen des Jangtsekiang wurden Millionen Menschen zwangsumgesiedelt, wurden arbeitslos oder bekamen viel weniger Land als sie vorher besassen. Auch wurden die Städte, die überflutet wurden, nicht abgetragen, sondern einfach im Stausee ertränkt. So ist der See heute ein menschengemachtes Giftbecken. Doch all diese kritischen Punkte werden kaum geäussert, da man als Kritiker Chinas einfach weggesperrt wird.
Mit solchen Taten, Drohungen und Internetzensur hält China seine Bewohner unter Kontrolle. Auch das neue soziale Kreditsystem sorgt für eine vorbildliche Bevölkerung. Denn wenn man sich gut verhält, bekommt man Punkte gutgeschrieben, bei schlechtem Verhalten werden welche abgezogen. Wenn man nur wenige Punkte auf seinem Punktekonto hat, werden einem Auslandreisen verboten, man bekommt schlechteres Internet oder man darf seine Kinder nicht mehr auf gute Schulen schicken. Um falsches Verhalten aufzuspüren, werden die 1,4 Milliarden Chinesen auf Schritt und Tritt beobachtet. Dies geschieht zum einen über Wechat, dem Kommunikations- und Zahlungsmittel der Chinesen und zum anderen mit den über 600 Millionen Überwachungskameras, die alle Chinesen in einer Sekunde identifizieren können.
Alles in allem bin ich der Meinung, dass China ein sehr fortschrittliches Land ist und dass man es auf jeden Fall mal bereisen sollte. Allerdings finde ich, dass China mit den Mitteln zur Kontrolle der Bevölkerung die Grenze der Privatsphäre der Bewohner weit überschritten hat. Wir können nur hoffen, dass diese Methode der Überwachung von der Schweiz fernbleibt.
Autorin: Jill
Quellen:
Helles Köpfchen; Was ist was; Arbeitsblatt 5, 6 und 14