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«In der Schweiz ist die soziale Bedeutung des ‹Du› geringer als in anderen deutschsprachigen Ländern. Das heisst: Man duzt sich schneller. Das heisst aber auch, dass man, gerade im beruflichen Umfeld, eventuell mehr Gestaltungsspielräume mit dem ‹Sie› aufrechterhält, indem man dadurch zum Beispiel Verantwortlichkeiten und Hierarchien unterstreicht.
Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es per se nicht unmanierlich, ein angebotenes Du höflich abzulehnen. Das hat nichts mit mangelnder Sympathie zu tun. Auch wenn Sie selbst das Du offerieren, sollten Sie dem Gegenüber stets die Möglichkeit lassen, dies abzulehnen, ohne das Gesicht zu verlieren.
Im gesellschaftlichen Umgang können Sie übrigens ein angebotenes Du immer dann mit einem schlichten ‹Nein danke› refüsieren, wenn Sie wünschen, in Zukunft den Kontakt zu reduzieren. Das kann vorkommen.»
Autor: Philipp Tingler
Illustrationen: Andreas Klammt