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Geschichte des Anna Stüssi Hauses
Die Gemeinde als Erbin
(Auszug aus den "Däniker Dorfgeschichten")
Eines Tages meldete sich Anna Stüssi bei Gemeindeschreiber Armin Bolliger. «Ich habe eine grosse Sorge wegen meinem Heimwesen. Was soll damit geschehen, wenn ich nicht mehr da bin? Ich will nicht, dass alles verzettelt wird, sondern dass es beisammen bleibt. Am liebsten wäre mir, dass es der Gemeinde Dänikon zukommt.»
Ihr Besuch und ihre Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Wenig später fuhren der Gemeindepräsident und der Schreiber mit Anna Stüssi auf das Notariat in Dielsdorf und unterschrieben einen Erbvertrag. Dort heisst es: «Aus dem Nachlass von Fräulein Anna Stüssi, geb. 1891, von und in Dänikon, erhält die Gemeinde Dänikon als Vermächtnis deren gesamtes Grundeigentum (Gebäude, Kulturland und Wald) in der Gemeinde Dänikon. Dieser Vertrag ist beim Ableben der Erblasserin amtlich zu eröffnen.» Er wurde durch die Vertragsparteien und den damaligen Urkundsbeamten, Notar Hans Hirt, am 10. Dezember 1971 unterzeichnet.
Für die Gemeinde war dies ein grosses Glück. Armin Bolliger war bei seinem Amtsantritt im Januar 1970 bewusst, dass der Gemeinde die finanziellen Mittel fehlten, etwas Eigenes zu schaffen, einen Ort, an dem sich die Bevölkerung treffen konnte.
Auch wenn es noch lange dauerte, bis entschieden war, was mit dem alten Bauernhaus passieren sollte, war die Behörde über diese Erbschaft glücklich. Aber: Durfte man das Haus einfach abreissen?
Nach dem Tod von Anna Stüssi stand ihr 1810 erbautes Haus viele Jahre leer und machte am Schluss einen ziemlich trostlosen Eindruck. An Gemeindeversammlungen wurde über die Alternativen Abbruch oder Renovation diskutiert. Schliesslich entschied man sich für Ersteres, allerdings mit der Auflage, dass der Neubau äusserlich möglichst genau dem Bauernhaus von Anna Stüssi entsprechen sollte.
Am 16. Mai 1991 wurde an der Gemeindeversammlung ein Kredit von 3,8 Mio. Franken für einen Neubau bewilligt.
Heute ist das Anna Stüssi Haus zu einem beliebten Treffpunkt der Däniker geworden. Die Kulturkommission organisiert ihre Anlässe im gemütlichen Saal, der auch dem Theaterverein als Heimat gilt und für Feste, Veranstaltungen der Pro Senectute, Rückenturnen, Kerzenziehen und vieles mehr benutzt wird.
Das Gleiche gilt für den Kulturkeller, der den Jodlern als Probelokal dient.
Vereinzelt feiert die reformierte Kirche Dällikon/Dänikon den Gottesdienst im Saal. Seit der Eröffnung trifft sich die Bevölkerung Anfang Januar zum Neujahrsapéro, der von der Kulturkommission organisiert wird. Das Anna Stüssi Haus ist aus dem Gemeindeleben von Dänikon nicht mehr wegzudenken.