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Laut Weltbank hindert der reiche Norden den armen Süden am Wachstum.Dieser Inhalt wurde am 19. November 2004 - 11:49 publiziert
Allerdings sind die Entwicklungsländer nach einer neuen Weltbank-Analyse in diesem Jahr wirtschaftlich so stark gewachsen wie seit 30 Jahren nicht mehr.
Der Ausblick für die Entwicklungsländer sei dank umfangreicher Reformen zwar rosig. Er könne aber durch hohe Ölpreise oder global anziehende Zinsen als Folge des amerikanischen Rekordhandelsdefizits getrübt werden, warnte die Weltbank am Dienstag in Washington.
Sie ist auch alarmiert über den Trend zu regionalen Freihandelsabkommen und kritisierte die Europäische Union und die USA, weil sie bei solchen Abkommen oft für die Partnerländer wichtige Produkte ausklammern oder den Marktzugang stark einschränken.
Die Entwicklungsländer wuchsen in diesem Jahr im Durchschnitt mit 6,1%. Ostasien lag wie in den vergangenen Jahren an der Spitze, 2004 mit 7,1%. Für das kommende Jahr erwartet die Weltbank für alle Entwicklungsländer 5,4% Wachstum.
Ausser Afrika
Umfangreiche Reformbemühungen in den Entwicklungsländern und eine Verbesserung des Investitions-Klimas sollten sich in den nächsten Jahren weiter auszahlen, berichtete die Weltbank. Die Wachstumsraten von unter 2% in den 1990er-Jahren könnten sich auf 3,4% fast verdoppeln.
Damit könne eines der Milleniums-Ziele der Vereinten Nationen, die Halbierung der Armut bis 2015 in allen Regionen ausser Afrika südlich der Sahara, erreicht werden.
Freihandelsabkommen diskriminieren
Mit Sorge betrachtet die Weltbank den Trend zu regionalen Freihandelsabkommen, weil kleinere Entwicklungsländer dabei auf der Strecke bleiben könnten. "Einige Länder zu bevorzugen, bedeute andere zu diskriminieren", sagte Weltbank-Chefökonom François Bourguignon in Washington.
Nach Angaben der Weltbank hat sich die Zahl der regionalen Freihandelsabkommen seit 1980 versechsfacht. Die Weltbank rief die Länder auf, über bilaterale oder regionale Handelsabkommen multilaterale Bemühungen wie die so genannte Doha-Runde im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) nicht zu vernachlässigen.
"Die bilateralen Abkommen der USA und der EU schaffen oft keinen vollen Freihandel, weil besonders wichtige Produkte, in der Regel Agrarprodukte, ausgeklammert werden oder strikte Vorschriften über die Herkunftsregeln beinhalten, die den Marktzugang verhindern", sagte der Autor des Weltbankberichts über Handelsaussichten 2005, Richard Newfarmer.
swissinfo und Agenturen
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