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Der deutsche Name verrät bereits zwei Eigenschaften, die dieses Nadelgehölz für unsere Gärten wertvoll macht – die Winterhärte und der niedrige Wuchs. Die dritte Eigenschaft ist in der Pflanzenwelt eher ungewöhnlich. Die Farbe der Nadeln verändern sich mit sinkenden Temperaturen von Mattgrün zu einem Zimtbraun. Vielleicht trifft es nicht jeden Geschmack, dafür eröffnen sich interessante Möglichkeiten in der Gartengestaltung.
Der Sibirische Zwerg-Lebensbaum stammt aus dem Sichote-Alin-Gebirge in Ost-Sibirien. Dort wächst er in abgelegenen Gebirgen oft oberhalb der Baumgrenze. Kein Wunder, dass er erst im Jahre 1921 entdeckt wurde und zwei Jahre später vom russischen Botaniker Komarov beschrieben wurde. Die Verbreitung in botanische Gärten und später in Baumschulen ging langsam vonstatten. Der Botaniker F. N. Rusanov brachte erst 1949 die ersten zwei Sämlingspflanzen vom Naturstandort in den Botanischen Garten von Taschkent (Usbekistan). Aber erst ein gutes Jahrzehnt später verbreitete er sich langsam in Europa. 1974 erhielt dieser robuste, anspruchslose Bodendecker auf der berühmten "Chelsea Flower Show" in London den "Award of Merit", die zweit höchste mögliche Auszeichnung.
Der Sibirische Zwerg-Lebensbaum ist ein kleines, immergrünes Nadelgehölz mit zahlreichen interessanten Eigenschaften. Auffällig sind sicher die Nadeln, die eigentlich keine sind. Botanisch korrekt werden sie als Schuppen bezeichnet. Sie ähneln einem gewöhnlichen Lebensbaum (Thuja) oder auch einer Scheinzypresse (Chamaecyparis). Im Sommer ist die Farbe mattgrün. Mit den kühleren Temperaturen im Herbst und Winter verändern sie sich immer mehr zu einem Zimt- bis Kupferbraun. Im Frühjahr geht die Farbe langsam wieder in den Sommerzustand über.
Der Habitus besticht durch seine dichtstehenden, fächerförmigen und sanft bogig ansteigenden Zweigen. Das ergibt einen flach ausgebreiteten Wuchs. Bemerkenswert ist die regelmässige, geradezu architektonische Anordnung der übereinander geschichteten Zweigetagen. Mit den Jahren ergibt es eine Höhe von nur 30 cm. Die Breite ist um so grösser. Der Durchmesser kann in ein paar Jahren 2 Meter oder mehr betragen. Alle freistehenden, älteren Pflanzen faszinieren durch das kreisrunde, teppichartige Wuchsverhalten mit den elegant überhängenden Triebspitzen.
Früchte (kugelige Zapfen) werden in den Gärten sozusagen nie beobachtet, da dieses Nadelgehölz zweihäusig ist, d.h. dass die männlichen und die weiblichen Blüten nicht auf der gleichen Pflanze zu finden sind. Auch eine Pflanzung von mehreren Exemplaren ist nicht mehr Erfolg beschieden, da alle von der gleichen Ursprungspflanze abstammen.
Eine Pflanze für alle Standorte gibt es eigentlich nicht. Der Sibirische Zwerg-Lebensbaum kommt diesbezüglich nahe an dieses Optimum heran. Er ist ein wahrer Überlebenskünstler und wächst an vollsonnigen bis schattigen Orten. Auch Lufttrockenheit verträgt er gut. Er stellt keinerlei Bodenansprüche, wächst vielmehr auf leichten, sandigen wie auch schweren Böden gleichermassen gut. Einzig Staunässe, besonders im Winter, bekommt ihm nicht gut. Der Sibirische Zwerg-Lebensbaum ist bekannt für seine Winterhärte, die Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit und eine hohe Industrie- respektive Stadtfestigkeit.
Verwendung findet er als hervorragender Bodendecker für Böschungen, Gräber, Dach- und Steingärten oder für den lichtschattigen Bereich eines Gehölzrandes. Gleichermassen wirkungsvoll eignet er sich zur Bepflanzung von Gefässen. Wenn man ihn über den Rand von Mauern, grossen Steinen oder Trögen wachsen lässt, dann kommt sein eleganter Wuchscharakter wunderbar zur Geltung. Auch für städtische Problemstandorte ist er eine ideale Lösung.
Kombinieren lässt sich der Sibirische Zwerg-Lebensbaum mit niedrigen Nadelgehölzen wie z.B. Wacholder (Juniperus), kleinen Rhododendron, Besenheide (Calluna), Schneeheide (Erica) oder ganz einfach als Solo-Unterpflanzung von grossen Bäumen. Herrliche Bilder entstehen auch in Kombination mit verschiedenen Ziergräsern.
Dieses Kapitel ist eigentlich überflüssig. Bislang konnten keine erwähnenswerten Krankheiten oder Schädlinge festgestellt werden. Was wollen wir mehr?
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