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Als 2001 der renommierte Ausstellungsmacher Harald Szeemann die Fotografien Arnold Odermatts entdeckte und für die 49. Biennale Venedig die Ausstellung "Karambolage" konzipierte, wurde der ehemalige Polizist mit 76 Jahren plötzlich zum weltberühmten Künstler. Eine grosse Ausstellung in Zürich ehrt nun sein Gesamtwerk.
Von 1948 bis 1990 arbeitete Arnold Odermattexterner Link (*1925) aus Stans als Polizist im Kanton Nidwalden. Seine private Leidenschaft für die Fotografie konnte er zunehmend auch in seinem Berufsalltag ausüben. Bei Verkehrsunfällen fotografierte er jeweils die verunglückten Fahrzeuge und liess die Wracks wie Kunstwerke aussehen. Seine Bilder sind geprägt durch sachliche Klarheit und lassen den geschulten Blick des Polizisten erkennen. Die Bilder dienten vorerst bloss als Beweismaterial für die Gerichte.
Anfang der 1990er-Jahre entdeckte Odermatts Sohn, der Film- und Theaterregisseur Urs Odermatt, bei Recherchen für einen Film tausende Fotos seines Vaters auf dem Estrich. Er erkannte deren künstlerischen Wert und organisierte eine erste öffentliche Ausstellung, die beim Publikum Begeisterung auslöste und auch in der Kunstszene Beachtung fand.
Nach dem glänzenden Auftritt an der Biennale Venedig folgten Ausstellungen rund um die Welt. Seither betreut sein Sohn den riesigen Nachlass von etwa 60 000 Bildern. Nach den Bildbänden "Karambolage" (2001), "Im Dienst" (2006) und "In Zivil" (2010) erscheint nun ein weiterer Band: “Feierabend – Après le boulot – After work”. Er enthält Aufnahmen, die Arnold Odermatt nach dem Dienst als Lokalfotograf für Nachbarn und Freunde gemacht hat.
(Text: Christoph Balsiger, Bilder: ©Urs Odermatt, Windisch)