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Leben und Schicksal: Der letzte Tschaikowsky
Die Fünfte Sinfonie (1888) stammt aus einer Phase in Tschaikowskys Leben, in der er bereits ein erfolgreicher, international angesehener Komponist war. Nur in Russland waren seine neuen Werke oft noch immer Gegenstand heftiger Kritik. So musste Herman Laroche feststellen, dass Tschaikowsky nur in seinem Heimatland darüber belehrt wurde, wie er komponieren sollte. In Wirklichkeit war es Tschaikowsky selbst, der trotz seiner grossen Triumphe unbarmherzig selbstkritisch war, oft unsicher über den Wert seiner eigenen Partituren, die er anderen zur Beurteilung vorlegte (z. B. seinem Schüler Sergej Tanejew, dem er vertraute). Selbst als Komponist sinfonischer Musik fühlte er sich noch nicht wirklich vollendet, obwohl er neben Manfred bereits vier grosse Sinfonien geschrieben hatte.
Die Fünfte war daher der Versuch, dem Beethoven’schen Vorbild «per aspera ad astra» folgend, sein Talent gezielt Europa und der Welt zu zeigen. Dies stand jedoch in gewissem Widerspruch zu seinem Wunsch, seine eigene innere Welt, seine eigene Philosophie auszudrücken, die von Pessimismus durchdrungen war. Bereits in der Vierten Sinfonie steht das Thema des Schicksals und der widrigen Umstände im Mittelpunkt, und auch in der Fünften wird der Versuch unternommen, grosse existenzielle Kategorien wie Leben, Tod, Schicksal oder Liebe zu thematisieren. Tschaikowskys Sicht auf das Schicksal war ganz von Pessimismus untergraben, doch das Modell des «per aspera ad astra» setzte einen triumphalen Abschluss voraus. Diese Zwiespältigkeit führte zu Tschaikowskys Unzufriedenheit, denn er empfand das Finale als nicht aufrichtig und nicht authentisch. Deshalb ist die gesamte Sinfonie von einem hohen Mass an Zweideutigkeit gekennzeichnet, auf emotionaler wie auf psychologischer Ebene. Es ist eine Sinfonie, die sowohl pessimistisch als auch triumphierend ist. [..]
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Markus Poschner, Chefdirigent Orchestra della Svizzera italiana
Seit seinem Antritt als Chefdirigent 2015 hat sich das Orchestra della Svizzera italiana immer weiter zu einem absoluten Spezialistenensemble in Europa entwickelt. Die gemeinsame Vision, ungewöhnliche Wege in Interpretation und Programmatik zu gehen, brachte dem Orchester und Markus Poschner viele international Preise ein, wie z.B. den begehrten „International Classical Music Award 2018“ (ICMA) für den bei Sony Classical erschienenen Brahms-Sinfonien-Zyklus.
Seit seiner Auszeichnung mit dem „Deutschen Dirigentenpreis“ bereits im Jahr 2004 gastiert Poschner regelmäßig bei sämtlichen Spitzenorchestern und Opernhäusern der Klassik-Welt, darunter: Staatskapelle Dresden, Bamberger Symphoniker, Münchner Philharmoniker, Dresdner Philharmoniker, Konzerthausorchester Berlin, dem RSB Berlin und dem RSO Wien, Wiener Symphoniker, Orchestre National de France, Netherlands Philharmonic, NHK Tokio sowie an der Staatsoper Berlin, Hamburgische Staatsoper, Oper Frankfurt, Staatsoper Stuttgart und Opernhaus Zürich. Gemeinsam mit dem Orchestre National de France wurde Poschner kürzlich für seine Produktion von Offenbachs „Maître Péronilla“ mit dem „Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2020“ ausgezeichnet. Seit 2017 ist er außerdem Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz, wo er für seine Erfolge in der Bruckner-Rezeption zum „Dirigent des Jahres 2020“ und sein Ensemble zum „Orchester des Jahres 2020“ in Österreich ausgerufen wurden. Nach dem Studium in München, sowie Assistenzen bei Sir Roger Norrington und Sir Colin Davis wirkte Poschner zunächst als 1.
Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. Von 2007 bis 2017 war er GMD der Bremer Philharmoniker. Im Juli 2010 ernannte ihn die Universität Bremen zum Honorarprofessor, ebenso die Anton-Bruckner- Universität in Linz im Jahre 2020.Das Bayreuther Festspielorchester dirigierte er erstmals bei dessen außergewöhnlichem Gastspiel 2019 in Abu-Dhabi mit Richard Wagners Walküre. Die Bayreuther Festspiele eröffnete Markus Poschner mit Tristan und Isolde im Juli 2022 und dirigierte dieselbe Produktion dort auch bei den Festspielen 2023.
Orchestra della Svizzera italiana
Das Orchestra della Svizzera italiana (OSI) geht als Residenzorchester des LAC Lugano (Tessin, Schweiz) seinen Erfolgsweg unter der Leitung von Markus Poschner – Chefdirigent seit 2015 – weiter. In den letzten Jahren wurde es von Publikum und Kritik in den bedeutendsten Konzertsälen und Theatern Europas begeistert gefeiert: vom Goldenen Saal des Musikvereins Wien bis zur Philharmonie in Berlin, vom Grossen Festspielhaus Salzburg bis zur Kölner Philharmonie, von der Oper Frankfurt bis zum Brucknerhaus Linz. Seit 2022 ist Krzysztof Urbański – als Nachfolger von Vladimir Ashkenazy – Hauptgastdirigent des OSI.
In Lugano ist das OSI mit zwei Konzertzyklen präsent: OSI al LAC, jeweils von Herbst bis Frühling im Theatersaal des LAC, und OSI in Auditorio, jeweils im Januar-Februar am historischen Sitz des Orchesters, dem Auditorium Stelio Molo des Radios der italienischsprachigen Schweiz (RSI) in Lugano. Hinzu kommt seit 2022 das innovative Format be connected, das mit massgeschneiderten Veranstaltungen und Konzerten in der gesamten italienischen Schweiz das Ziel hat, ein neues Publikum zu locken und die OSI-Identität auch dort zu verbreiten, wo gewisse Barrieren und Vorurteile gegenüber klassischer Musik noch zu bestehen scheinen. Die Konzerttätigkeit in Bellinzona, wo das Orchester regelmässig an mehreren jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen auftritt, entwickelt sich ebenfalls weiter.
Im Rahmen eines qualitativ hochstehenden, vielfältigen Konzertprogramms arbeitet das OSI - neben Poschner und Urbański - mit zahlreichen weiteren internationalen Dirigenten und renommierten Solisten sowohl in der italienischen Schweiz als auch ausserhalb der regionalen Grenzen zusammen: Dazu gehören insbesondere die Pianistin Martha Argerich, mit der das OSI seit über 20 Jahre eine privilegierte Beziehung pflegt, und die Cellistin Sol Gabetta, mit der seit 2022 jährlich zu Pfingsten im LAC das Festival Presenza realisiert wird. Die Konzerttätigkeit in Bellinzona, wo das Orchester an mehreren jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen auftritt, entwickelt sich ebenfalls weiter. [..]
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