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Meins oder Deins?
Design Interfiction ist ein Experiment der Gruppe «Super Equipe». Das Projekt soll «den Einfluss digitaler Schaffensprozesse auf unser alltägliches Leben und das Wirken des Designers» reflektieren. Am Anfang des Prozesses stehen Fragen wie: Was bedeutet Autorenschaft im digitalen Zeitalter? Oder: Bin ich Herr meiner Ideen?
Design Interfiction ist ein Experiment der Gruppe Super Equipe. Julia Fellner, Gesine Hillmann, Miriam Lehnart, Tjark Pfeiffer, Jan Regett und der in Berlin lebende Schweizer Stefan Rechsteiner wollen in diesem Projekt «den Einfluss digitaler Schaffensprozesse auf unser alltägliches Leben und das Wirken des Designers» in der Praxis reflektieren. Am Anfang des Prozesses stehen sechs Fragen: Was bedeutet Autorenschaft im digitalen Zeitalter? Wie sieht das Modell der OpenIdea in Analogie zu dem der OpenSource aus? Bin ich Herr meiner Ideen? Wollen meine Ideen das überhaupt? CopyRight, CopyLeft, Creative Common oder ganz egal? Macht mich das wild und frei oder doch nur faul? Die Antworten werden in Form analoger Produkte erarbeitet.
Im Vorfeld des Experiments unterzeichneten die Beteiligten folgende Erklärung: «Hiermit akzeptiere ich die Souveränität der Ideen. Ich lasse Sie ziehen. Versuche nicht, sie festzuhalten. Ich bin bereit, dahergelaufene Ideen nach meinen Möglichkeiten und bestem Gewissen vorübergehend zu pflegen; sie zu adoptieren». Gut, dass das von vornherein geklärt ist, denn bei diesem Versuch sind Empfindlichkeiten à la «Mein Gedanke, dein Gedanke» oder «Ich hab das besser umgesetzt als du» fehl am Platz. Die sechs Designer initiieren je eine offene Idee, reichen diese an die sechs anderen weiter und empfangen reihum eine weitere Idee, um sie zu ergänzen und sie anschliessend weiterzureichen. Jede Idee wird so von sechs Autoren korrigiert, erweitert, rezitiert. Die anfänglich formulierten Projektskizzen wandeln sich, wachsen und gewinnen an Kontur. Jeder beteiligte Designer bereichert die Ursprungsformulierung mit seiner eigenen Handschrift, kennt seine eigenen Grenzen und weiss – das bringt die Arbeit im Kollektiv mit sich - um die Fähigkeiten der Anderen. Sieben gemeinsame Ideen werden nach und nach gegenständlich. Eine Reihe an Produkten entsteht. Urheberschaft unbekannt?