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(Schlund, Oesophagus), derjenige Teil des Vorderdarms, welcher die Verbindung zwischen Mund
und Magen
[* 3] herstellt und die Speisen in letztern zu befördern hat. Bei den Fischen ist sie sehr weit und geht allmählich in
den Magen über;
ähnliches gilt von manchen Amphibien und Reptilien;
bei den Vögeln ist gewöhnlich ein Teil von ihr zur Bildung
eines Kropfes (s. d.) erweitert;
dagegen findet bei Säugetieren eine scharfe Trennung derselben vom Magen
statt.
Beim Menschen (s. Tafel »Eingeweide
[* 4] II«,
[* 2]
Fig. 1 und 3, und »Mundhöhle«,
[* 5] Fig. 2) speziell ist sie ein häutiger, etwa fingerdicker, aber stark ausdehnbarer Kanal,
[* 6] dessen Wände platt aufeinander liegen,
wenn nicht gerade ein Bissen durch ihn hindurchgeht. Zwischen der Luftröhre und der
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Wirbelsäule tritt die S. in den Brustraum ein, läuft neben der rechten Seite der absteigenden Brustaorta bis zum Zwerchfell
und gelangt durch einen Spalt des letztern in der Höhe des neunten Brustwirbels in die Bauchhöhle, wo sie sich zum Magen erweitert.
Die S. besteht aus einer Schleimhaut und einer umgebenden Muskelhaut. Krankheiten der S. sind selten,
meist mit Schlingbeschwerden und Schmerzen im Rücken verbunden. Leichtere Entzündungen kommen vor als Fortsetzungen eines Rachenkatarrhs
oder entzündlicher Mundkrankheiten, z. B. der Schwämmchen.
Schwere Entzündungen der Schleimhaut treten ein bei Vergiftungen mit ätzenden und scharfen Substanzen (Ätzkali, Schwefelsäure
[* 8] etc.) und beim Genuß sehr heißer Speisen. Die wichtigste Krankheit der S. ist der Krebs,
[* 9] welcher in der
S. stets primär unter der Form des sogen. Kankroids auftritt und zwar am häufigsten am Eingang vom Schlund zur S., am Eingang
der S. zum Magen und zwischen diesen beiden Orten an der Engigkeit im mittlern Dritteil, wo der linke Bronchus
die S. kreuzt (s. Tafel »Halskrankheiten«,
[* 10] Fig. 4). Der Krebs ist selten eine umfängliche Geschwulst, welche die S. bis zum
Verschluß verengert, meist ist er als fressendes Geschwür vorhanden, welches zwar gleichfalls Verengerungen bedingt, außerdem
aber noch dadurch gefährlich wird, daß die Wand der immerhin nicht sehr dicken Röhre durchbrochen werden
kann.
Hierbei kommt es leicht vor, daß eine freie Verbindung mit einem Brustfellsack hergestellt wird, so daß die verschluckten
Speisen in diesen gelangen und tödliche Brustfellentzündung veranlassen; ferner sind Fälle beobachtet worden, in denen die
Luftröhre oder ein Bronchus geschwürig zerstört und die Speisen direkt in die Lungen geschluckt wurden,
in noch andern bewirkte eine krebsige Durchwachsung der Aorta plötzlichen Tod durch Blutsturz. Eine Heilung des Krebses der S.
kommt nicht vor.
In den Fällen, deren Hauptsymptom die Striktur (Verengerung) ist, muß, wie bei Narbenschrumpfung nach Ätzung, die Behandlung
in vorsichtiger Erweiterung der Striktur durch Bougies und in Ernährung durch die Schlundsonde bestehen.
Fremde Körper in der S. bilden nicht selten Gelegenheit zu operativem Einschreiten. Man muß versuchen, diese mit geeigneten
Instrumenten, »Münzenfänger« etc., herauszuholen,
oder sie in den Magen hinabstoßen. Nur in verzweifelten Fällen schreitet man zur Eröffnung der S. durch den Speiseröhrenschnitt
(griech. Ösophagotomie), indem man von außen durch die Haut
[* 11] und Muskeln
[* 12] des Halses die Speiseröhre eröffnet.
Diese Operation ist schwierig und nicht gefahrlos; sie wird auch ausgeführt, wenn nach Schwefelsäure- oder Laugevergiftungen
oder im Gefolge krebsiger Zerstörungen solche Verengerungen der Speiseröhre entstanden sind, daß nicht einmal flüssige
Nahrung in den Magen gelangt und der Tod durch Verhungern droht.