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Die Lendenwirbelsäule, im Volksmund auch „das Kreuz“ genannt, ist bekannt für schmerzhafte Beschwerden. Der Grund dafür ist nachvollziehbar: im unteren Bereich des Rückens ist die Druckbelastung am grössten. Bandscheiben und Gelenke im LWS-Bereich müssen ein Vielfaches an Belastung ertragen, verglichen mit dem oberen Rücken.
Oft werden Kreuzschmerzen mit einer Hyperlordose, also einer zu stark ausgeprägten Krümmung der Lendenwirbelsäule, in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich kann eine übermässige Lordose zu Beschwerden führen. Durch die verstärkte Krümmung werden die Bandscheiben keilförmig nach hinten zusammengedrückt. Der Spinalkanal, in dem das Rückenmark verläuft, verengt sich dadurch. Menschen mit einem entsprechenden Haltungsmuster bekommen früher oder später zu hören, sie hätten ein „Hohlkreuz“ oder einen „Enten-Po“. Oftmals steht dahinter keine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule, sondern eine Veranlagung, die sich durch die Einwirkung der Schwerkraft und durch Haltungsmuster ausprägt. Das Becken kann nicht aufrecht gehalten werden und kippt nach vorne ab. Verstärkt wird diese Haltung durch einen „Bierbauch“, einen „Babybauch“ oder durch Schuhe mit hohen Absätzen. Auch der grosse Lendenmuskel (M. Psoas major) spielt dabei eine wichtige Rolle. Als einziger Muskel verbindet er die Wirbelsäule mit den Beinen. Er setzt an der Vorderseite der Lendenwirbel an und verläuft durch das Becken bis an die Innenseite des Oberschenkelknochens. Bei den meisten Menschen mit einer Hyperlordose ist dieser Muskel verkürzt, damit verstärkt er die Krümmung der Lendenwirbelsäule. Wer zu diesem Haltungstyp neigt, kann mit einem entlastenden Training späteren Beschwerden gezielt entgegenwirken – je früher desto besser.
Kreuzschmerzen können auch von einer verminderten Lendenlordose ausgelöst werden. Häufig geschieht es beim Sitzen, dass das Becken nach hinten abkippt und der Rücken rund wird. Eine abgeflachte Lendenwirbelsäule ist genauso eine Abweichung von der idealen Haltung und erhöht den Druck auf die Bandscheiben. Diese werden keilförmig nach vorne zusammengedrückt und dadurch bis zu 30% stärker belastet. Ein guter Bürostuhl stützt deshalb den Bereich der Lendenwirbelsäule. Wenn die Ausprägung der Lendenlordose auch im Stehen weitgehend fehlt, spricht man von einem „Flachrücken“. Die stossdämpfende Wirkung der Wirbelsäule geht dadurch verloren, Schläge und Tritte gehen direkt auf die Bandscheiben und Gelenke. Doch auch dieser Haltungstyp ist in vielen Fällen nicht angeboren, sondern erworben. Durch tägliches stundenlanges Sitzen auf der Schulbank, im Zug und auf dem Sofa, ohne Stützung der Lendenwirbelsäule, kann sich der Körper anpassen und nachhaltig seine Struktur verändern.
Auch die Faszien sind bei Kreuzbeschwerden oft beteiligt. Durch mangelnde Beweglichkeit und Dehnung verfilzt dieses spinnennetzartige Gewebe. Zwischen den filigranen Fasern des Fasziengewebes befinden sich unzählige Nervenenden, die dadurch irritiert werden und Schmerzsignale aussenden. Die grosse Lendenfaszie (Fascia thoracolumbalis) soll gemäss neuesten Forschungsergebnissen für einen grossen Teil der Kreuzschmerzen verantwortlich sein, bei denen keine Ursache gefunden wird
Die regelmässige Bewegung, Dehnung und Entlastung der Lendenwirbelsäule ist deshalb essentiell, um bis ins hohe Alter schmerzfrei zu bleiben. Mit dem spiraldynamischen Muskelkettentraining kann dies auf effiziente Art und Weise erreicht werden. Die gesunde Lendenlordose wird aufrecht erhalten, die Beweglichkeit gefördert und der Druck reduziert. Bereits 10 min. Training am Tag können Wunder bewirken.