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Hommage an Herbert Distel
Canaris
Deutschland/Schweiz 1970, 27 Min., 16mm, D, Farbe • Regie: Luc Yersin
Zu einem vom Deutschen Seewetteramt in Hamburg errechneten Zeitpunkt, am 10. Juni 1970, setzte Herbert Distel bei den Kanarischen Inseln ein drei mal zwei Meter grosses weisses Polyester-Ei auf dem Atlantik aus. In ungefähr drei Monaten sollte es an die amerikanische Küste getrieben werden, Kameras im Ei sollten die Reise dokumentieren. In dem vom WDR produzierten Dokumentarfilm schildert Luc Yersin die Reise des Eis auf die Kanarischen Inseln und den Moment, da Herbert Distel sein Objekt den Elementen überliess und sich eine Zigarette gönnte. Später wurde das Ei auf einem Riff der Calypso-Insel Trinidad zertrümmert aufgefunden. «Hat die Kunst versagt? Hat die Wissenschaft versagt? Hat der Wind versagt? Hat die Strömung versagt? Hat die Schweiz versagt?» fragt der Kommentator in diesem hintersinnigen Film über ein hintersinniges Kunstprojekt.
Das Telefon
Schweiz 1977, 5.35 Min., 16mm, D, Schwarzweiss
Regie und Drehbuch: Herbert Distel Mit: Rosemarie Kucis
Ein Wandtelefon schellt, eine Frau betritt ein Zimmer, nimmt den Hörer ab, eine anonyme männliche Stimme erzählt eine Geschichte, offenbar ein Märchen der Gebrüder Grimm. In filmischen Variationen wiederholt sich diese Szene mehrfach, wobei es zu einer wundersamen Verschlankung der Angerufenen kommt.
Marrons Glacés
Schweiz 1980, 8 Min., 16mm, D, Schwarzweiss
Regie: Herbert Distel Drehbuch: Herbert Distel, nach einer Story von Peter Betts Mit: Renate Müller, Fritz Nydegger
Ein Mann und eine Frau, die sich getrennt haben, rechnen am Telefon miteinander ab. Die Marrons Glacés, die der Mann der Frau geschenkt hat, die ihm vier Jahre seines Lebens gestohlen haben soll, könnten vergiftet sein. Die Zeit wirds zeigen. Rache ist süss.
Jimmy
Schweiz 1982, 24 Min., 16mm, Dialekt, Schwarzweiss
Regie und Drehbuch: Herbert Distel Mit: Jimmy Schneider
Während seiner Glanz- und Hochzeit wird ein Künstler von unserer Gesellschaft meist geehrt und gefeiert, auf Podeste oder Podestchen gestellt, in ihrer Mitte aufgenommen und herumgereicht. Im Alter wird er dann oft vergessen und gegen jüngere, im Vollbesitz ihrer Schaffenskraft stehende Protagonisten ausgetauscht. Über das Porträt des Berner Eisenplastikers Jimmy Schneider hinaus möchte der Film versuchen, etwas vom Gefühl der zunehmenden Einsamkeit und des Isoliert-Seins manch eines alternden Künstlers zu vermitteln.
(Herbert Distel im Katalog der Solothurner Filmtage 1983)