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<h2>SubmittedText<h2><p>Am 2. Juli 2007 gab die Armasuisse, das Beschaffungs- und Technologiezentrum im VBS, bekannt, das finnische Verteidigungsministerium habe die gesamte zum Verkauf stehende Hawk-Flotte Mk 66 (18 Stück) der Schweizer Armee gekauft. Die Schweizer Luftwaffe bezeichnet im Internet-Rückblick den erst Anfang der 1990er Jahre in Betrieb genommenen Hawk weiterhin als "Traum für einen Fluglehrer, der den Auftrag hat, einen Jungpiloten zum Jetfliegen auszubilden". Der Hawk zeichne sich durch seine "robuste Bauweise sowie durch hervorragende Flugleistungen aus" und sei der "ideale Grundschuljet weltweit. Seine Flugleistungen, Flugeigenschaften, Systeme und vor allem die Anordnung der beiden Cockpits sind die Gründe, dass heute mehr als 20 Nationen die Hawk-Familie bilden". Er sei "für die Grund- und Fortgeschrittenen-Ausbildung der angehenden Kampfpiloten" bestens geeignet und bedeute einen "Quantensprung in der Grundausbildung Jet". </p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Kann er die hervorragenden Eigenschaften des Hawk-Grundschuljets bestätigen?</p><p>2. Welche Lebenslaufkosten hat der Hawk von der Beschaffung über die Ausmerzung der "Kinderkrankheiten" bis zum Betrieb und zur Liquidation verursacht? </p><p>3. Zu welchem Zweck kaufte die finnische Luftwaffe die Schweizer Hawk-Flotte? Welchen Preis hat Finnland bezahlt?</p><p>4. Worin bestanden die Vorteile, die Jetpiloten-Ausbildung statt mit dem Hawk mit dem auch nicht mehr gerade brandneuen Tiger durchzuführen? Hat das VBS die Möglichkeit einer Neukavestierung des Hawk geprüft?</p><p>5. Am 31. August 2007 kommunizierte das VBS, die Jetpiloten-Ausbildung finde fortan nicht mehr mit dem Tiger, sondern mit dem PC-21 statt. Trifft die in Medienberichten geäusserte Vermutung zu, dass der Hawk allein deshalb deutlich früher als geplant ausgemustert wurde, damit die Pilatus-Flugzeugwerke für die PC-21-Trainer einen Heimmarkt vorfinden?</p><p>6. Der Hawk erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 1040 Stundenkilometern. Zur Bewaffnung stehen unter Flügel und Rumpf sieben Hardpoints zur Verfügung. Er kann zudem mit Raketenbehältern beladen werden. Bewaffnet mit 20-mm-, 25-mm- oder 30-mm-Kanonen sowie mit Luft-Luft-Raketen des Typs Sidewinder kann der Hawk als leichter Abfangjäger eingesetzt werden. Welche Staaten setzen den Hawk als leichten Abfangjäger ein? Ist diese Option jemals auch von der Schweiz geprüft worden?</p><p>7. Im Luftpolizeidienst gibt es immer wieder Einsätze zu fliegen, die auch von einem weniger leistungsstarken Flugzeug als dem F/A-18C/D Hornet erbracht werden können. Welche anderen Flugzeugtypen stehen der Schweizer Flugwaffe für solche Einsätze zur Verfügung?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Im vom Interpellanten genannten Artikel geht es um eine rückblickende Würdigung des Einsatzes des Hawks in der Zeit von 1990 bis 2002, die sich auf die gemachten Erfahrungen im Kontext der damaligen Technologie bezieht. Der besagte Quantensprung geht auf den Schritt von den damaligen Vampire-Trainerflugzeugen aus den Vierzigerjahren zurück, welche bis Ende 1989 für die Aufgabe der Jetpiloten-Ausbildung im Einsatz standen. Der Hawk - samt Simulator - war vor 17 Jahren ein modernes und erstklassiges Ausbildungsgerät.</p><p>2. Die 20 Hawks wurden während den Jahren 1990-2002 in der Pilotenschule intensiv in der Ausbildung eingesetzt, wobei ein Totalverlust während der Nutzungsphase zu vermerken ist. </p><p>Auf der Basis der Grundlagendokumente ergeben sich für das System Hawk Mk66 folgende Lebenswegkosten: </p><p>Lebenswegphase: Kosten Evaluation/Beschaffung: 379,3 Millionen Franken; Nutzung (1990-2002): 166,7 Millionen Franken; Ausserdienststellung (2003-2007): 8 Millionen Franken; total: 554 Millionen Franken.</p><p>In diesen Zahlen sind die Ertragskosten aus dem Verkauf der Hawk-Flotte noch nicht berücksichtigt.</p><p>3. Die zugekauften Schweizer Hawks werden durch die finnische Luftwaffe in die bereits bestehende Hawk-Flotte von 49 Jetschulflugzeugen integriert und ebenfalls für das Jetpiloten-Training eingesetzt.</p><p>Vertragspreise unterliegen grundsätzlich dem Geschäftsgeheimnis und werden ohne Zustimmung der Vertragspartnerin nicht publik gemacht. Eine solche Zustimmung liegt zum heutigen Zeitpunkt nicht vor.</p><p>4./5. Das System Jetschulflugzeug Hawk wurde aus Kostenüberlegungen veräussert, da die Kosten der gesamten Flotte im Verhältnis zu den auszubildenden Jetpiloten-Anwärtern zu hoch waren. Die Streichung der Hawk-Flotte generierte einen markanten Einspareffekt, womit die Sparvorgaben des Parlamentes erfüllt werden konnten. Als eine Art Übergangslösung standen für die Pilotenausbildung die F-5-F-Doppelsitzer und die F-5-E-Einsitzer zur Verfügung.</p><p>Die Möglichkeit für einen Upgrade des Hawks wurde ebenfalls überprüft. Eine Vorstudie beim Hersteller BAE System hat jedoch gezeigt, dass alle Varianten einen zu grossen finanziellen Aufwand verursachen würden.</p><p>Mit dem PC-21 steht heute eine aktuelle Avionik zur Verfügung. Die Betriebskosten sind geringer als diejenigen eines Jets, und die Umweltemissionen sind ebenfalls kleiner als diejenigen von vergleichbaren Jetschulflugzeugen.</p><p>6. Der Hawk wird derzeit weltweit von keiner Luftwaffe als leichter Abfangjäger eingesetzt.</p><p>Je nach Ausrüstungszustand kann der Hawk an je einem Hardpoint unter den Flügeln infrarotgesteuerte Luft-Luft-Lenkwaffen mitführen. Ein Einsatz solcher Lenkwaffen erfolgt wie seinerzeit beim Hunter, das heisst ohne Hilfe eines eigenen Bordradars. Daneben kann der Hawk an einem Hardpoint unter dem Rumpf mit einem 30-mm-Kanonen-Pod ausgerüstet werden. Zu Zeiten des Kalten Krieges waren bei der britischen Luftwaffe einige Hawk-Flugzeuge als Ergänzung zum eigentlichen Abfangjäger Tornado F.3 mit Luft-Luft-Lenkwaffen des Typs Sidewinder ausgerüstet. Ein allfälliger Einsatz wäre zusammen und mithilfe des Tornado-F.3-Radars erfolgt, also nie unabhängig durch den Hawk als Jäger. Etwas Ähnliches hatten die finnischen Luftstreitkräfte geplant, dort waren einige Hawks sogar mit den russischen AA-8-Infrarot-Lenkwaffen (russisches Pendant zur Sidewinder) ausgerüstet. Seit einigen Jahren dienen die finnischen Hawks jedoch ausschliesslich der Schulung von Piloten.</p><p>Aufgrund seiner limitierten Flugleistungen (insbesondere ungenügende Steigleistung), der mangelnden Avionikausrüstung (kein Bordradar, keine defensive Ausrüstung) und der aus Letzterer resultierenden fehlenden Allwetterflugfähigkeit erfüllt ein Hawk die an einen Abfangjäger gestellten Anforderungen nicht.</p><p>7. Es stehen F-5-Tiger zur Verfügung, allerdings mit der massiven Einschränkung, dass sie nur bei Tag für den Luftpolizeidienst eingesetzt werden können und über keine allwettertaugliche Bewaffnung verfügen.</p><p>Auf langsam fliegende Ziele können auch PC-7 zur Identifikation angesetzt werden. Allerdings braucht es daneben auch noch ein bewaffnetes Kampfflugzeug, das im schlimmsten Fall Gewaltanwendung androhen und entsprechende Massnahmen durchsetzen kann.</p><p>Die Vorstösse mit Tabellen und Grafiken können heruntergeladen werden unter: Ratsbetrieb / Curia Vista / Vorstösse mit Tabellen und Grafiken, die in der Geschäftsdatenbank nicht abgebildet werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.