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Dass eine Fusion mit dem Broyebezirk zu einer besseren Vertretung des Seebezirks im Staatsrat führen würde, ist für den Oberamtmann des Seebezirks, Daniel Lehmann, nicht gegeben. «Theoretisch wäre der Seebezirk in diesem Fall schon heute durch Pascal Corminboeuf im Staatsrat vertreten», so Lehmann. Ob die Broye nach einer Fusion einem Kandidaten aus dem heutigen Seebezirk zur Wahl verhelfen würde, könne man nicht wissen.
Dennoch steht mit der Umsetzung der neuen Staatsverfassung des Kantons Freiburg auch die Neuordnung der Bezirke zur Debatte. Konkret hat der Staatsrat das Projektkomitee «Territoriale Strukturen» eingesetzt. Bis Ende des Jahres sollen dem Staatsrat Vorschläge zum Thema vorgelegt werden. Im rund 20 Personen umfassenden Gremium sind die Gemeindeverbände, drei Oberamtmänner und Repräsentanten der verschiedenen kantonalen Direktionen vertreten.
Ohne Rücksicht auf bisherige Grenzen
Laut Lehmann, der im Komitee Einsitz hat, stecken die Arbeiten noch in der Anfangsphase. Der Auftrag des Staatsrates laute, die territoriale Struktur des Kantons ohne Rücksicht auf die bisherigen Grenzziehungen zu überdenken.
Die Zusammenfassung der deutschsprachigen Kantonsgebiete ist jedoch laut Lehmann keine Option. «Wenn Freiburg eine territoriale Neuordnung der Bezirke entlang der Sprachgrenzen vornehmen würde, ginge jegliche Glaubwürdigkeit bezüglich der propagierten Brückenfunktion zwischen den Sprachgruppen verloren», erklärt Lehmann. Diese Möglichkeit sei deshalb vom Tisch.
In Zukunft nur noch drei Bezirke?
Explizit favorisiert werde bisher die Option der Reduktion von bisher sieben auf zukünftig drei Bezirke (See/Broye, Sense/Saane, Greyerz/Vivisbach/Glâne) (FN vom 17. Juni). Diese Tendenz enthalte jedoch Gefahren: «Bisher gibt es keine Belege dafür, dass die Bezirksfusionen in den Kantonen Waadt und Bern eine Verbesserung der administrativen Strukturen gebracht haben», sagt Lehmann.
Es sei jedoch bemerkenswert, dass sich seit dem Inkrafttreten des ersten regionalen Richtplans im Seebezirk in den 90er-Jahren, Strukturen über die Sprachgrenzen hinweg gebildet hätten, die auch über die Bezirksgrenzen hinaus gut funktionierten. Lehmann verweist zum Beispiel auf den Regionalverband See, den Gemeindeverband See und das Gesundheitsnetz See. «Wenn man nach einer Fusion mit diesen Strukturen weiterarbeitet, muss man sich fragen, weshalb überhaupt fusioniert werden soll», so Lehmann.
Kantonale Verwaltung neigt zur Zentralisierung
«Da in der kantonalen Verwaltung naturgemäss eine Tendenz zur Zentralisierung besteht, befürchte ich, dass die Frage, nach den Vorteilen von Bezirksfusionen nicht wirklich seriös gestellt wird», so Lehmann. Er wolle sich keinesfalls an althergebrachten Strukturen festklammern. Aber: «Fusionieren, nur weil Fusionen gerade im Trend sind, ist keine Option.» hw