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26. Mai 2020 – Policy Brief
Wir beschreiben eine Strategie zur Bekämpfung der Epidemie, die sich auf die Intensivierung gezielter Massnahmen, das Befolgen strikter Hygieneregeln und Social Distancing stützt. Wir betonen die zentrale Bedeutung einer klaren Kommunikation dieser Strategie seitens der Behörden.
Gestützt auf bereits veröffentlichte Policy Briefs, präsentieren wir eine globale Strategie zur Bekämpfung der die Covid-19-Epidemie. Ein erneutes exponentielles Wachstum der Epidemie muss vermieden werden. Nicht minder wichtig ist es, dass die Zahl der Neuinfektionen weiterhin so tief bleibt, wie seit Anfang Mai 2020. Dies ist die effektivste und kostengünstigste Art, die Epidemie einzudämmen. Denn damit werden die Zahl der Todesfälle und Hospitalisierungen sowie das Ausmass der gesundheitlichen Folgeschäden reduziert.
Weil weniger Personen getestet, weniger Kontakte zurückverfolgt und unter Quarantäne gestellt werden müssen, ermöglicht die TRIQ-Strategie (Testen, Rückverfolgung der Kontakte, Isolation und Quarantäne) eine wirksamere und günstigere Reduktion der Virusübertragung. Dank breiterer Tests können mehr Infizierte identifiziert werden, nicht zuletzt bei den zurückverfolgten Kontakten, bei symptomfreien Personen oder in gewissen besonders gefährdeten Institutionen (Altersheime, Spitäler usw.). Für jeden positiv getesteten Fall können mehr Ressourcen investiert werden: Das erlaubt es, Kontakte schneller zu verfolgen und wenn nötig unter Quarantäne zu stellen, bevor sie das Virus weitergeben. In Anlehnung an das Sentinella-Meldesystem zur Überwachung der Grippe und anderer Infektionskrankheiten empfehlen wir den Einsatz eines Systems für ein longitudinales Monitoring, um spezielle Gruppen über längere Zeit wiederholt testen zu können.
Die gezielten Massnahmen, die nur einen Teil der Bevölkerung betreffen, müssen verstärkt und unterstützt werden. Tests sollen einfach verfügbar sein, der Bund soll zum Testen auffordern und die Kosten dafür übernehmen. Die klassische Kontaktverfolgung ist durch das schnellere digitale «Proximity Tracing» zu ergänzen. Um die Unterstützung der Bevölkerung sicherzustellen, sollen Personen in Quarantäne wirtschaftliche und rechtlic
Wir empfehlen, substantielle Ressourcen in diese Massnahmen zu investieren. Ihre negativen Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft werden im Gegensatz zu den Folgen umfassenderer Massnahmen wie der Schliessung von Schulen, Restaurants oder Geschäften weitaus moderater ausfallen. Diese Investition unterstützt somit eine notwendige und verhältnismässige Strategie, die über längere Zeit aufrecht erhalten werden kann. Die Rückkehr zu höheren Infektionszahlen wäre kostspieliger und weniger effizient; sie würde das Vertrauen der Bevölkerung untergraben und damit den Konsum – wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Erholung – erneut einbrechen lassen. Die Empfehlungen in Bezug auf Hygienemassnahmen, physische Distanzierung und das Tragen von Masken sind aufrechtzuerhalten. Die Massnahmen müssen regionalen Unterschieden Rechnung tragen und mit den Kantonen sowie auf internationaler Ebene abgestimmt werden.
Die Bevölkerung leistet weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur Kontrolle der Epidemie. Die Behörden müssen klar kommunizieren, was sie von ihr erwarten und die Langzeitstrategie des Bundes mittels geeigneter Kanäle schlüssig erläutern.