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MotoGP NEWS: Runde 4 - GP de France - Bridgestone Rennbericht inklusive Interview mit MotoGP-Fahrer Stefan Bradl
FIM MotoGPTM World Championship 2013, Runde 4: Grand Prix de France – Rennbericht
Bugatti Circuit Le Mans (Le Mans / Frankreich), Sonntag 19. Mai 2013
Bridgestone Reifenmischungen (Slick): Vorne: Extra-Soft, Soft; Hinten: Extra-Soft (Symmetrisch), Soft, Medium (Asymmetrisch)
Bridgestone Regenreifen: Soft (Hauptoption), Hart (Alternative)
Wetter: Trocken. Lufttemperatur 14-16 Grad; Asphalttemperatur 14-20 Grad (Bridgestone Angaben)
Dani Pedrosa feierte heute bei regnerischen Bedingungen in Le Mans seinen zweiten Sieg in Folge. Dank dieser Meisterleistung übernahm der Repsol Honda-Pilot die Führung in der Fahrerwertung der MotoGPTM Weltmeisterschaft.
Bei Regen zum Start des Rennens führte Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso als Erster das Feld durch die erste Kurve, dicht gefolgt von Pedrosa. Dieses Führungs-Duo wechselte mehrmals den Top-Spot an der Spitze der Konkurrenz, bevor Pedrosa in Runde 14 das rennentscheidende Überholmanöver gelang. Einmal in Führungsposition setzte sich Pedrosa Dank ein paar schneller Runden von seinen Verfolgern ab und feierte schließlich mit 4,863 Sekunden Vorsprung seinen ersten MotoGPTM Triumph in Frankreich. Als Zweiter kam Monster Yamaha Tech 3-Pilot Cal Crutchlow ins Ziel, der sich trotz heftiger Schmerzen von seiner Beinverletzung über sein bislang bestes MotoGPTM Ergebnis freuen durfte. Auf seiner Fahrt zum dritten Rang zeigte Repsol Hondas Marc Marquez eine sehenswerte Aufholjagd, nachdem er zunächst etwas verhaltenen in das Rennen gegangen war. Als Erster der CRT-Fahrer fuhr Power Electronics Aspar-Pilot Alex Espargaro auf Rang 13 über die Ziellinie.
Nasskalte Bedingungen erwarteten die Piloten in der Startaufstellung beim MotoGPTM Grand Prix de France, mit Temperaturen von gerade mal 14 Grad zum Zeitpunkt des Starts der 28 Runden-Distanz. Aufgrund der vorherrschenden Verhältnisse wählten alle 24 Piloten die weiche Mischung der Regenreifen für vorne und hinten, um den bestmöglichen Nutzen deren Aufwärmeigenschaften zu bekommen. Dennoch entschieden sich zunächst einige Fahrer für härtere Option der Regenreifen, bevor diese wegen der kalten Bedingungen in der Startaufstellung auf die weiche Option wechselten. Mit Fortdauer des Rennens ließ der Regen allmählich nach und die Sonne fand vereinzelt einen Weg durch die Wolkenfront über den Bugatti Circuit in Le Mans. Demzufolge trocknete die Linie in zwei Kurven ab, nämlich sieben und acht, und dies führte zu unterschiedlichen Grip-Verhältnissen in verschiedenen Abschnitten des Circuit.
Pedrosa führt nun die Meisterschaft mit sechs Punkten Vorsprung auf seinen Respol Honda-Teamkollegen Marc Marquez an, während weitere neun Punkte zurück Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo den dritten Rang einnimmt.
Hiroshi Yamada – Manager, Bridgestone Motorsport Department
“Gratulation an Dani zu seinen zweiten Sieg in dieser Saison bei diesen schwierigen Fahrverhältnissen heute in Le Mans. Ich möchte auch meinen Glückwunsch an Cal für sein allerbestes MotoGP-Resultat ausrichten, dass er ausgerechnet beim Heimrennen seines Teams Monster Yamaha Tech 3 einfuhr. Wir wussten schon immer, dass sich in Le Mans das Wetter sehr launisch zeigen kann, daher freue ich mich darüber, dass wir trotz des Regens, der die Fahrer vor eine ziemliche Herausforderung stellte, heute ein spannendes Rennen erlebt haben. Erneut war dieses Mal wieder eine große Zuschauermenge hier in Le Mans vor Ort und die vielen Fans, die den heutigen nasskalten Wetter trotzten, wurden mit einem fantastischen MotoGP-Rennen belohnt.”
Shinji Aoki – Manager, Bridgestone Motorsport Tyre Development Department
“Die heutigen Bedingungen während dem Rennen machten es für die Fahrer extrem schwierig, zumal die kalten und nassen Verhältnisse zu Beginn des Rennens wenig Grip verursachten. Erst später trocknete eine Linie in einigen Kurven ab, was aber wiederum zu unterschiedlichen Grip-Verhältnissen in verschiedenen Streckenabschnitten führte. Diese Art von Regenrennen verlangt den Piloten alles ab und auch unsere Regenreifen mussten sich den rasch ändernden Streckenverhältnissen anpassen, zumal die Piloten während der Anfangsphase eine nicht vollkommen nasse Fahrbahn vorfanden und deshalb wahrscheinlich kein optimales Regen-Setup für das Rennen hatten. Wie erwartet lieferte das Le Mans-Wochenende einmal mehr eine große Vielfalt unterschiedlicher Streckenverhältnisse und unsere Reifenzusammenstellung für dieses Rennwochenende beinhaltete Option für jede Situation.”
Dani Pedrosa, Repsol Honda – Sieger
“Aus meiner Sicht war es ein sehr gutes Rennen; ich bin damit mehr als zufrieden, da es speziell während der Anfangsphase enorm schwierig war. Zu Beginn lagen die Schwierigkeiten darin ausreichend Grip am Hinterreifen zu bekommen, aber nach ein paar Runden brachte ich die Reifen auf genügend Temperatur und ich hatte ein gutes Gefühl, was mir erlaubte mehr zu pushen. Als ich die Führung übernommen hatte konnte ich meinen Rhythmus halten und schaffte es auch den Abstand zu kontrollieren. Es ist ein großartiges Gefühl meinen ersten MotoGP-Sieg auf diesem Circuit zu feiern!”
Stefan Bradl, LCR Honda MotoGP – 10.
Herr Bradl, über die Dauer des Wochenendes war Ihr Tempo sehr konkurrenzfähig. Wie sind Sie zufrieden mit dem vierten Saisonrennen, abgesehen vom Sturz im Rennen?
“Im Generellen bin ich mit diesem Wochenende sehr zufrieden. In erster Linie deshalb, weil wir nach dem wirklich schwierigen Wochenende vor zwei Wochen in Jerez von Beginn an gut in unseren Rhythmus kamen und auf Anhieb gleich wieder gut dabei waren. Unsere Rundenzeiten waren konstant gut, sowohl im Nassen als auch im Trockenen. Wir waren wirklich bei allen Bedingungen konkurrenzfähig und am meisten freut uns, dass wir wieder zu unserer alten Stärke zurückgefunden haben. Von dem her ist das Wochenende grundsätzlich positiv verlaufen. Zudem ist an dieser Stelle auch zu erwähnen, dass wir dieses Mal keinerlei Schwierigkeiten mit der Front hatten, was in Jerez ziemlich frustrierend war. Natürlich konnten wir ein paar Kleinigkeiten aussortieren, aber hauptsächlich lag es an den Temperaturen und an der Streckencharakteristik, dass wir das übliche Gefühl für den Vorderreifen wieder gefunden haben. Ein weiterer wichtiger Punkt war ein Versuch das Setting etwas umzubauen und speziell eine Änderung am Bremssystem, mit dem Ergebnis beim Loslassen der Bremse ein gefühlvolleres Verhalten zu bekommen. Nach all dem fühle ich mich jetzt wieder pudelwohl auf meiner Honda.”
Was führte zum Sturz und wie schwer war es bei diesem nasskalten Wetter zurechtzukommen?
“Die Ursache für den Sturz waren Probleme mit der Sicht, weil das Visier oft beschlagen war. Immer wenn ich einen Gegner hinterherfuhr, kam es dazu, weil durch die aufgewirbelte Gischt Wasser im Bereich des Visiers in den Helm gelangte. Deshalb ist das Visier angelaufen und beeinträchtigte mein Sichtfeld. Der eigentlich Grund für diesen Umfaller, den von einem Sturz kann man wirklich nicht sprechen, war, dass ich kurz auf die weiße Begrenzungslinie kam. Bis auf meine Sichtprobleme bin ich trotz des schlechten Wetters gut zurechtgekommen und die Grip-Verhältnisse im Nassen waren auch in Ordnung. Obwohl die Temperaturen an allen drei Tagen relativ kühl waren, war bei allen Bedingungen ausreichend Grip vorhanden und wie immer hatten wir in Le Mans sehr weiche Reifenmischungen zur Verfügungen. Jedenfalls gab es betreffend Grip-Verhältnisse nichts zu beklagen.”
Nach dem Sturz konnten Sie schnell das Rennen fortsetzen. Wurde das Motorrad dabei beschädigt und wurde dadurch Ihre Performance in der Schlussphase beeinträchtigt?
“Mein Motorrad hat dabei überhaupt nichts abbekommen, da es an einer langsamen Stelle passierte. Zum Glück hat sich der Motor sehr schnell wieder starten lassen, sodass von dem her nicht noch mehr Zeit verloren ging. Auch nach diesem Zwischenfall konnte ich bis zum Schluss sehr ordentliche Rundenzeiten fahren. Natürlich ist es schade, dass es passiert ist, aber zum Glück konnte ich immerhin noch sechs immens wichtige Punkte einfahren.”
Wie kann man sich als Außenstehender die Situation nach einem Sturz vorstellen, das Motorrad schnellstmöglich wieder in Gang zu bringen, das Rennen fortzusetzen und so nebenbei auch gleich wieder die Konzentration zu finden?
“Diese Frage ist schwierig zu beantworten. In jeden Fall ist es mir auf Anhieb gut gelungen meinen Rhythmus und die Konzentration wieder zu finden, wie sich anhand der Tatsache zeigt, dass ich in der Runde nach dem Sturz nur drei, vier Zehntelsekunden langsamer war als meine schnellste Rennrunde überhaupt. So gesehen war ich nach dem Zwischenfall absolut nicht beeinträchtigt, da das Motorrad bis auf ein paar Kratzer auf der Verkleidung keinen Schaden abbekommen hatte. Vom Fahrverhalten her und das Gefühl für das Motorrad war gleich wie vor dem Umfaller. Außerdem hatte ich in Andrea Iannone einen Vordermann, an dem ich mich orientiert hatte und Runde für Runde den Rückstand verkürzen konnte. Am Schluss konnte ich ihn sogar noch überholen, was ein wichtiger Punkt mehr war und das auch meine Priorität für das restliche Rennen war.”
Das Wetter zeigte sich einmal mehr sehr wechselhaft in Le Mans. Wie funktionierten die Reifen bei all den unterschiedlichen Bedingungen?
“Aus Sicht der Reifen gab es an diesem Wochenende nicht die geringsten Probleme. Zu Beginn des Rennens musste man jedoch in den wenigen Linkskurven, die es in Le Mans gibt und wo die linke Seite stark beansprucht wird, etwas aufpassen, da die Reifen auf dieser Seite länger brauchten um auf Temperatur zu kommen. Ansonsten gibt es zu diesem Thema nichts Weiteres zu berichten, da insgesamt betrachtet alles wunderbar funktionierte.”
Grand Prix de France - MotoGPTM Top-10 Rangliste