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Der Energieträger Kohle ist aktueller als er sollte.
Kohle wird weltweit für die Stromerzeugung genutzt. Im Jahre 1712 wurde die erste funktionstüchtige thermodynamische Maschine gebaut, welche Wärme (thermische Energie) in Arbeit (kinetische Energie) umwandelte. Betrieben wurde die Dampfpumpe mit Kohle - um mehr Kohle zu fördern.
Mit James Watts Dampfmaschine gut 70 Jahre später fand sie eine breite Anwendung nicht nur im Bergbau, sondern auch in Industrie und Mobilitätswesen. So wurde die Industrialisierung zwar nicht durch die Kohle ausgelöst, aber die Kohle (und später die anderen Fossilen) versorgten sie mit billiger Energie. Heute wird die Kohle in Kohlekraftwerken verbrannt, das verdampfte Wasser treibt eine Dampfturbine an und erzeugt Elektrizität.
Noch nie wurde so viel Kohle verbrannt wie in den letzten Jahren.
Auch wenn wir uns schon lang vom Kohlezeitalter verabschiedet haben, folgt Kohle als Energielieferant mit einem Anteil von rund 27% am globalen Primärenergieverbrauch (2019) direkt hinter Erdöl. In den Nullerjahren erlebte die Kohle eine Renaissance mit starkem Wachstum. Die hohe Verbrauchssteigerung ist hauptsächlich auf China und Indien zurückzuführen. 2020 war das erste Jahr, dass die USA mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als mit Kohle verbraucht, in der EU war dies 2017 der Fall. Der sich abzeichnende Trendwechsel ist fürs Klima dringendst notwendig. Klimapolitisch bleibt Kohle ein Problem, da die Nutzung mit hohen CO2-Emissionen verbunden ist.
Es hat noch viel Kohle.
Unter den nicht erneuerbaren Energieträgern ist Kohle weltweit diejenige mit den grössten Gesamtressourcen. Die nachgewiesenen Kohlereserven bleiben schwer abzuschätzen. 2020 wurden sie auf 753,6 Milliarden Tonnen geschätzt. Der geostrategische Vorteil der Kohle liegt in der gleichmässigen Verteilung dieser Ressource über die Erdkugel. Klimapolitisch ist der nach wie vor hohe Kohleanteil an der Stromerzeugung jedoch katastrophal. Kohlekraft, insbesondere aus Braunkohle, ist die klimaschädlichste Stromerzeugungsart.
Die SES sagt:
Um die Klima- und Netto Null-Ziele zu erreichen, müssen wir uns so schnell wie möglich von fossilen Energieträgern verabschieden und auf eine CO2-neutrale, 100-Prozent erneuerbare Energieversorgung umstellen. Im Schweizer Energiesystem spielt Kohle heute keine Rolle mehr. Die Herausforderungen liegen hier beim Ersatz von Öl-, Gas- und Atomenergie.
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