Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/822

Das sagte der für Energie zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs anfangs November 2005 in einem Interview mit dem Europäischen Atomforum (Foratom). Nach seinen Worten muss die Industrie der Bevölkerung der EU maximale Garantien über die Sicherheit und die Sicherung von Kernanlagen geben. «Die Europäische Kommission hat mit Blick auf den Energiemix und den Einbezug von erneuerbaren Energiequellen bindende Ziele und empfohlene Richtlinien für ihre Mitgliedsstaaten publiziert. Wenn in diesem Zusammenhang die Kernenergie diskutiert wird, hat die Europäische Kommission wiederholt erklärt, dass es Sache der Mitgliedsstaaten ist, zu entscheiden, wie gross der Anteil der Kernenergie in ihrem jeweiligen Energiemix sein soll.»
Piebalgs erinnerte daran, dass die Mitgliedsstaaten in der Frage der Kernenergie gespalten sind. Fünf der dreizehn Staaten mit Kernanlagen hätten ein Moratorium eingeführt oder angekündigt, während andere ihre Anstrengungen fürdie weitere Entwicklung der Kernenergie vorantreiben. Deshalb könne die EU keine Vorgaben zum Anteil der Kernenergie machen. Abschliessend meinte er, die EU-Kommission anerkenne die Vorteile der Kernenergie - vor allem die Rolle, die sie im Kampf gegen die Klimaänderungen und bei der Erhöhung der Versorgungssicherheit spielen könne. Die Nuklearindustrie müsse weiterhin einen hohen Sicherheitsstandard aufrechterhalten und gleichzeitig bei der Entsorgung der radioaktiven Abfälle Fortschritte machen: «Offenheit und Transparenz in allen Bereichen der Kernenergie sind ein Schlüsselfaktor für die öffentliche und politische Akzeptanz», meinte er.
Quelle
H.R. nach Foratom, Interview, 31. Oktober 2005