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In den J. 1770‒86 war Wöllner als Kammerrat bei der Domänenkammer des Prinzen Heinrich beschäftigt. Durch geheime Ordensverbindungen
und durch den Prinzen Heinrich wurde er mit dem Prinzen von Preußen bekannt, dem er 1784‒86 Vorträge über Staatswissenschaften
hielt. Als der Prinz 1786 als Friedrich Wilhelm Ⅱ. den Thron
[* 9] bestieg, wurde Wöllner in den Adelstand erhoben,
zum Geh. Oberfinanzrat und 1788 zum Justizminister und Chef der geistlichen Angelegenheiten ernannt.
Den bisher im preuß. Staate befolgten freisinnigen Grundsätzen entgegen, suchte Wöllner durch Zwangsmaßregeln der religiösen
Aufklärung Einhalt zu thun, und erschien das übel bekannte Religionsedikt (s. d.). Um die Wirkung
des Edikts zu sichern, folgte im Dezember demselben Jahres das Censuredikt, und im Mai 1791 ward die «Geistliche
(Immediat-) Examinationskommission» eingesetzt. Das Religionsedikt wurde 1797 aufgehoben. Wöllner erhielt 1798 nach dem TodeFriedrich
Wilhelms Ⅱ. seine Entlassung und lebte seitdem auf seinem Gute Großrietz bei Beeskow, wo er
starb.