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Universität Basel, Seminarraum, Zentrum für Afrikastudien, Petersgraben 11, 2. Stock, 4051 Basel
Wenn Sprachen auf Reisen gehen: Die Standardisierung afrikanischer Sprachen in der Diaspora
Die Zahl afrikanischer Migrantinnen und Migranten in der Schweiz hat im Verlauf der letzten zehn Jahre deutlich zugenommen. In diesem Zusammenhang werden auch vermehrt Dokumente in den meist benutzten afrikanischen Sprachen verfasst, wobei es sich hier nicht unbedingt um die meist benutzten Sprachen im Ursprungsland handelt.
Die Zahl afrikanischer Migrantinnen und Migranten in der Schweiz hat im Verlauf der letzten zehn Jahre deutlich zugenommen. In diesem Zusammenhang werden auch vermehrt Dokumente in den meist benutzten afrikanischen Sprachen verfasst, wobei es sich hier nicht unbedingt um die meist benutzten Sprachen im Ursprungsland handelt. So verteilen Mediatoren, Bildungs-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen häufig Merkblätter und Informationsbroschüren in Somali und Tigrinya. Dies formt die jeweilige Sprache, treibt die Standardisierung des Sprachgebrauchs voran und trägt zu neuen Begrifflichkeiten bei. Die verschiedenen Diaspora-Gemeinschaften werden so zu den wichtigsten Kräften bei der Modernisierung afrikanischer Sprachen. Auch die Übersetzung der Benutzeroberflächen von IT-Anwendungen in lokale Sprachen wird massgeblich von Vertretern der Diaspora vorangetrieben. Welche Dynamik liegt diesen Übergängen vom Mündlichen zum Schriftlichen und gar zum Digitalen im Kontext der Migration zugrunde? Welche Rolle spielen die administrativen Strukturen, die Bildungssysteme und das soziokulturelle Umfeld in den so genannten Aufnahmegesellschaften? Wie werden afrikanische Sprachen, die für die formelle Kommunikation nicht benutzt werden, an zukünftige Generationen überliefert?
Serie: Migration
Ismaël Diadié Haïdara, Fondo Kati (Tombouctou),
Archivar spezialisiert auf die Handschriften des Sahels und die historischen Wechselbeziehungen zwischen dem Spanischen, Arabischen, Hebräischen und afrikanischen Sprachen wie Songhai, Peul und Tamachek.
Martin Benjamin, LSIR/EPFL (Lausanne)
Der Anthropologe und Swahili-Experte hat die Online Wörterbuch-Plattform Kamusi an der EPFL entwickelt, die afrikanische Sprachen lexikographisch verknüpft. Benjamin ist in zahlreichen nationalen und internationalen digitalen Projekten aktiv, die sich mit afrikanischen Sprachen befassen (Projet Kamusi, Réseau Maaya, ACSIS-SCASI-Société Civile Africaine pour la Société de l’Information).
Mohamed Amara, Centre Max Weber (Lyon)
Der Soziologe befasst sich mit Sprachbildern und Mediengebrauch (Automedialisierung und soziale Aushandlungsprozesse im Kontext kultureller Übergänge).
Natalie Tarr (Basel)
Die Doktorandin im Fachbereich Afrikastudien befasst sich mit der Mehrsprachigkeit und Sprachgebrauch in Afrika, insbesondere mit der Beziehung zwischen Muttersprachen und internationalen Sprachen.
Djouroukoro Diallo (Bern)
Der Doktorand mit breiter Unterrichtserfahrung (Bambara) befasst sich mit den Sprachpraktiken.
http://www.philhist.unibe.ch/fsuf/iash/content/doktoratsprogramme/interdisciplinary_cultural_studies_ics/personendaten_doktorierende/ma_diallo_djouroukoro/index_ger.html
Frédéric Barbe (Nantes)
Der Geograph konzentriert sich auf Raum, Schrift und die Konstruktion der « bibliothèque mondiale », insbesondere der Dynamik von Buch und Presse in Afrika.