Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03278.jsonl.gz/119

Schon einige Wochen bevor der Erste Weltkrieg am 1. September ausbrach, warnten die aus Europa in die USA eingewanderten Wissenschaftler Eugene Wigner, Leó Szilárd und Albert Einstein den damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt davor, dass Deutschland in der Lage wäre eine Atombombe zu entwickeln und zu bauen. Sie regten ihn aufgrund dessen zu Forschungen für die Entwicklung einer eignen Atombombe an. Im Herbst 1940 begannen die beiden Physiker Enrico Fermi und Leó Szilárd unter der Leitung von Robert Oppenheimer mit der Entwicklung eines Kernreaktors.
Enrico Fermi war einer der bedeutendsten Kernphysiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 29. September 1901 in Rom geboren und starb am 28. November 1954 an den Folgen von Magenkrebs. Als Berater von Robert Oppenheimer spielte er bei Entwicklung und Bau der ersten Atombomben eine wichtige Rolle.
Die Erfolge der Arbeit stiessen bei der US-Regierung auf grosses Interesse und die Forschung wurde infolge intensiviert – daraus resultierte im Jahr 1942 das »Manhatten-Projekt«, welches alle unter der Führung von General Leslie R. Groves ausgeführten Tätigkeiten der USA, die zur Entwicklung und Bau einer Atombombe führten, einschloss. Am 16. Juli 1945 – 21 Tage vor dem ersten Abwurf einer Kernwaffe über Hiroshima und 25 Tage vor dem zweiten Atomangriff auf Nagasaki – wurde die erste Atombombe bei Alamogordo oberirdisch gezündet.
Die obenstehende Fotografie zeigt die Explosion der ersten Atombombe, die am 16. Juli 1945 in der Wüste des US-Staates New Mexico gezündet wurde.
Kurz vor halb Sechs Uhr morgens wurde unter dem Decknamen »Trinity-Test« die auf einem 30 Meter hohen Turm montierte Bombe gezündet. Sie besass eine Sprengkraft von 21 kT TNT-Äquivalent. »The Gadget«, so lautete der Codename der Bombe, setzte damit gegenüber der in Hiroshima abgeworfenen Bombe »Little Boy« – 12,5 kT TNT-Äquivalent – eine weit höhere und die gleiche, wie die über Nagasaki abgeworfenen Bombe »Fat Man« – 21 kT TNT-Äquivalent – Energie frei.
Die am 9. August 1945 von den USA über Nagasaki abgeworfene Atombombe mit dem Decknamen »Fat Man« besass eine Länge von 3,6 m und eine Sprengkraft von 21 kT TNT-Äquivalent.
Zwei ganz andere »Projekte« startete die am 25. Oktober 1919 in Wargenau bei Cranz geborene Tochter eines Landwirtes und dessen Frau – einer Ärztin. Als jüngstes von drei Kindern wuchs Beate zusammen mit der Familie auf dem elterlichen Gut auf. Beate startete am 7. August 1937 ihre Karriere als Pilotin. Unter vielen anderen Anstellungen wurde die verwitwete Mutter des einjährigen Sohns, Ulrich ab Oktober 1944 im Rang eines Hauptmanns im »Überwachungsgeschwader 1« eingesetzt und steuerte einen Strahljäger des Typs »Messerschmitt Me 262«.
Obiges Bild zeigt einen Nachbau des Kampfflugzeuges »Messerschmitt Me 262«. Nach langjähriger Piloten-Ausbildung wurde Beate vom »Kdo Überwachungsgeschwader 1« im Jahr 1944 auf einen solchen Strahljäger eingewiesen.
Doch Beate ist allen viel besser als Unternehmerin bekannt. Sie erkannte das Problem der Frauen, die ihren Bedürfnissen nach Sexualität nachkommen wollten, gleichzeitig jedoch – aus aktuell existierenden Zukunftsängsten – keine Kinder wünschten und brachte die »Schrift X«, in der die Verhütungsmethode nach »Knaus Ogino« erklärt wurde, heraus. Mit dem durch den erfolgreichen Verkauf dieser Broschüre erzielten Erfolg gründete Beate ein Versandgeschäft, von dem auch Kondome und Bücher zum Thema »Ehehygiene« bestellt werden konnten. – Beate Uhse wurde zur Ratgeberin für Sexualität und Erotik.
Den ersten Sexshop der Welt eröffnete Beate Uhse-Köstlin – so der vollständige Name der agilen Frau – in Flensburg. Anfangs gegen Empörung, Bedenken und Polizeiverfolgung kämpfen zu müssen, expandierte ihre Unternehmung und ging im Jahr 1999 als »Beate Uhse AG« zur Börse. Dank ihres Erfolgs konnte sich Beate einen Wunsch erfüllen – die Unternehmerin erwarb ihr eigenes Flugzeug. Die im Mai 1972 in zweiter Ehe geschiedenen Beate Uhse-Köstlin machte im stolzen Alter von 75 Jahren den Tauchschein. Die aktive und erfolgreiche Frau starb mit 81 Jahren – am 16. Juli 2001 – an den Folgen einer schweren Lungenentzündung in St. Gallen.
Das Leben von Beate Uhse-Köstlin – der mit dem »Deutschen Bundesverdienstkreuz« ausgezeichneten Pilotin und Unternehmerin -, ihr Sein und Wirken wurde in mehreren Büchern festgehalten und unter dem Titel »Beate Uhse – Das Recht auf Liebe« auch verfilmt.
Mitte 2007 verschwand mit der Demontage des Beate Uhse-Ladenschildes in Winterthur der letzte der in Zusammenarbeit mit dem Beate Uhse-Konzern in Lizenz geführten Beate Uhse-Erotikläden der Schweiz. Beate Uhse-Köstlin ist es jedoch zu verdanken, dass sie die Bedarfsabdeckung an »Erotik-Hilfsmitteln« aus dunklen Schmuddelecken an die Öffentlichkeit brachte und zu einem salonfähigen Geschäft gemacht hat.
Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D: Wikipedia
Bild E: Homepage der »Beate Uhse AG«
Bild F: unbekannt