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Fatale Glasfassaden für Fledermäuse
Glasfassaden können sich fatal auf Fledermäuse auswirken: Die Tiere nehmen senkrechte und glatte Flächen erst kurz vor der Kollision wahr und können so einen Zusammenstoss meist nicht mehr vermeiden.
Fledermäuse verlassen sich bei der Orientierung auf ihre Echoortungslaute. Deshalb sind für die Tiere glatte und senkrechte Flächen besonders verheerend: Weil diese die Ultraschalllaute wegreflektieren und können die Fledermäuse kein Signal hören. Das Hindernis wird damit buchstäblich unsichtbar, Fledermäuse sehen es als Loch zum Durchfliegen. Dies haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie im Rahmen von Studien zu Auswirkungen glatter senkrechter Flächen auf Fledermäuse festgestellt.
Für Ihre Untersuchungen haben die Wissenschaftler zunächst Grosse Mausohren (Myotis myotis) in einem abgedunkelten Flugraum beobachtet, in dem eine Wand mit einer glatten Platte versehen war. Mit Hilfe von Infrarot-Kameras und Mikrofonen zeigte sich, dass 19 von 21 Tieren innerhalb einer Viertelstunde mindestens einmal mit der Platte zusammenstiessen. Legten die Forscher die Platte auf den Boden, gab es keine einzige Kollision. Allerdings versuchten 13 Tiere, davon zu trinken. Vergleichbare Tests im Freien zeigten ein ähnliches Bild. „Wenn ausser starken senkrechten Echos von unten keine Echos kommen, ist das für Fledermäuse ein untrügliches Signal für Wasser“, erklärt Studienautor Stefan Greif. „Genau solche Echos warnen die Tiere hingegen vor einem plötzlichen, bis dahin gedacht freien Flugbahn.“
Die Forscher empfehlen, Massnahmen zu entwickeln, mit denen Zusammenstösse mit Glasgebäuden, die sich auf Zugrouten, in wichtigen Nahrungsgebieten oder in der Nähe von Fledermauskolonien befinden, vermieden werden können. (mai/mgt)