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Die Infektion der Nägel ist in Europa bereits als Volkskrankheit eingestuft worden. Ungefähr 20 % aller Europäer leiden an einer Onychomycosis. Mit zunehmendem Alter der Betroffenen erhöht sich die Zahl auf fast 50 %. Die Zehennägel sind häufiger von Nagelpilz betroffen als die Fingernägel.
Die Dermatophyten (Fadenpilze) breiten sich über das Nagelhäutchen oder von der Nagelspitze her unter der Nagelplatte aus. In selteneren Fällen kann eine Onychomycosis durch Schimmelpilze oder Hefepilze, die über die Oberfläche der Nägel eindringen, ausgelöst werden. Die Übertragung der Pilze erfolgt durch direkten Kontakt mit anderen Betroffenen oder durch mit Pilzen verunreinigte Gegenstände. Gefördert wird die Entstehung von Nagelpilz durch eine feuchte Umgebung, enge Schuhe, Bildung von Fussschweiss und eine unzureichende Desinfektion der Füsse. Diabetiker besitzen infolge der durch die Zuckerkrankheit verursachten Durchblutungsstörungen ein höheres Risiko, an Nagelpilz zu erkranken.
Der mit einem Pilz befallene Nagel wirkt stumpf und glanzlos. Nach einiger Zeit treten gelbliche oder graue Verfärbungen auf. Die Nagelplatte ist verdickt. Der Nagel wird brüchig und beginnt an der Spitze zu splittern. Stellenweise brechen grössere Stücke aus dem Nagel heraus. Die Zerstörung der Nagelplatte schreitet solange fort, bis sie sich vollständig von dem Nagelbett ablöst.
Meistens tritt gleichzeitig mit dem Nagelpilz auch Fusspilz auf, da dieser durch dieselben Dermatophyten verursacht wird.
Wird eine Nagelpilz-Behandlung nicht schon bei dem Auftreten der ersten sichtbaren Symptome durchgeführt, weitet sich die Infektion mit Nagelpilz auf die benachbarten Nägel aus. Befallene Nägel wirken durch die unebene, raue Oberfläche und die ausgebrochenen Spitzen ungepflegt. Setzen sich in dem geschädigten Gewebe zusätzlich Bakterien fest, entzündet sich die Haut im Bereich des Nagels. Erfolgt keine Behandlung der Infektion, verformt sich der Nagel. Er kann nur mehr schwer geschnitten oder gefeilt werden. Beim Tragen enger Schuhe treten Schmerzen auf. Der Nagelpilz fördert die Entstehung von Fusspilz. Die Haut ist in dem infizierten Bereich schuppig und mit Krusten bedeckt. Juckende Hautrötungen sind sichtbar. Um andere Menschen vor der ansteckenden Erkrankung zu schützen, sollte eine Nagelpilz-Behandlung durchgeführt werden.
Die Behandlung einer Infektion mit Nagelpilz benötigt viel Zeit und Geduld. Abhängig von dem Grad der Infektion können verschiedene Methoden bei der Behandlung eingesetzt werden. Fingernägel wachsen pro Woche ungefähr 1,2 Millimeter, Zehennägel 0,6 Millimeter. Die Abheilung dauert bis zu 12 Monate.
Die Behandlung kann lokal oder systemisch mit Tabletten erfolgen. Ist die Nachwuchszone des Nagels noch nicht mit dem Pilz-Erreger infiziert, wird ein antimykotisch wirkender Nagellack aufgetragen. Antimykotika wirken auf zwei verschiedene Arten. Fungistatische Mittel verhindern das Wachstum der Nagelpilze. Diese werden aber nicht abgetötet. Fungizide Wirkstoffe töten die Pilze vollständig ab und wirken ebenso gegen die gebildeten Sporen.
Damit die unschönen, verfärbten Stellen auf den Nägeln verdeckt werden, können spezielle wasserfeste Farblacke verwendet werden. Während der Behandlungszeit muss der Nagel immer wieder gekürzt und gefeilt werden, um die befallenen Stellen zu entfernen. Die Feilen dürfen nicht mehrere Male benutzt werden, um eine neuerliche Infektion zu vermeiden. Von der Nagelhaut ausgehend, wächst gesundes Nagelgewebe nach. Der wasserfeste Nagellack wird mit einem chemischen Lösungsmittel entfernt. Bei wasserlöslichen, medizinischen Nagellacken ist kein Lösungsmittel für die Entfernung notwendig. Aufgrund der speziellen Zusammensetzung dringen die Wirkstoffe des Nagellacks tief in die infizierten Nägel ein und wirken dort gegen den Pilz.
Besteht die Infektion über einen längeren Zeitraum, muss immer zusätzlich eine systemische Behandlung mit Tabletten durchgeführt werden. Die Medikamente können ausschliesslich durch einen Arzt verschrieben werden.
Unterstützt werden kann die Behandlung mit Hausmitteln. Essig, Teebaumöl und Lavendelöl sollen entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Bei hohen Konzentrationen können die ätherischen Öle die Haut zusätzlich reizen und Allergien hervorrufen. Da die meisten Hausmittel nicht in die Tiefe der Nägel eindringen, können sie nur für die Behandlung von oberflächlichem Nagelpilz eingesetzt werden.
Für die Nagelpilz-Therapie sind medizinische Laser zugelassen. Die Pulslaser hellen die befallenen Nägel auf und verhindern das weitere Wachstum des Pilzes. Gesundes Gewebe wird durch die Bestrahlung nicht beeinträchtigt.
In manchen Fällen ist eine professionelle Nagelpilz-Behandlung sinnvoll. Die Oberfläche infizierter Nägel wird dazu abgeschliffen, das kranke Horngewebe entfernt. Durch das Auftragen von Harnstoff-Salben, die die Gewebestruktur aufweichen, können die Antimykotika tiefer in die Nägel eindringen. Die Nagelpilz-Cremes dürfen nur auf verdickten Nägeln aufgetragen werden, um das verhornte Gewebe aufzulösen. Die darunterliegenden neuen Nägel müssen durch einen antimykotischen Nagellack vor einer neuerlichen Infektion geschützt werden. Selbst wenn die Nägel bereits länger mit Pilzen infiziert sind, ist nach einer längeren Therapie eine Heilung gut möglich.
Ärzte und Apotheker verfügen über eine jahrelange Erfahrung bei Behandlungsmöglichkeiten dieser Infektionen der Nägel. Nehmen Sie daher bei einer Infektion der Nägel Kontakt mit einem Kosmetiker, Arzt oder Apotheker auf, die passenden Spezialisten finden Sie auf local.ch.
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Die Nägel sind verdickt und gelblich verfärbt. Ihr Rand ist ausgefranst und brüchig. Das Nagelbett kann entzündet sein. Sobald Sie auf die Nägel Druck ausüben, treten Schmerzen auf. Die Oberfläche der Nägel ist stumpf und rau. Es brechen immer wieder Stücke aus den Nägeln heraus. Die Füsse und Hände wirken durch die erkrankten Nägel ungepflegt.
Die Therapie erfolgt lokal und systemisch. Besteht die Infektion der Nägel erst über einen kurzen Zeitraum, ist eine lokale Therapie mit einem antimykotisch wirkenden wasserfesten Nagellack ausreichend. Schwerere Infektionen müssen mit Urea-Salben und einem wasserlöslichen antimykotischen Nagellack, der tiefer in das Nagelgewebe eindringen kann, behandelt werden. Bei schweren Infektionen muss die Erkrankung zusätzlich von einem Arzt mit Tabletten behandelt werden.
Der Fusspilz wird durch dieselben Erreger verursacht wie die Infektion der Finger- und Zehennägel. Die Dermatophyten breiten sich von den befallenen Nägeln auf die Haut aus. Auch der umgekehrte Vorgang ist möglich. Um mit einer Therapie erfolgreich zu sein, müssen immer alle betroffenen Stellen der Haut und Nägel behandelt werden.
Haben sich die Pilze bereits stark ausgebreitet, löst sich der Zehennagel ab. Das Gewebe ist stark entzündet und geschädigt. Hat sich darunter bereits ein neuer Zehennagel gebildet, wird dieser sofort wieder infiziert. Bei einer solch schweren Infektion sollten Sie immer einen Arzt konsultieren, der gemeinsam mit einer lokalen Therapie eine systemische Therapie durchführt, um Ihre Nägel zu kurieren.
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