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Quando ero Cloclo
Regie: Stefano Knuchel
Mitw.: Stefano Knuchel u.a.
Cloclo ist niemand anderer als der 1978 mit nur 39 Jahren bei einem Unfall verstorbene Claude François, in den1960ern und 1970ern einer von Frankreichs populärsten Schlager- und Chansonsängern. Regisseur Stefano Knuchel imitierte in den 1970ern zusammen mit seiner Schwester die Tanzschritte des blonden Sängers mit dem androgynen Äusseren und begeisterte damit seine Mutter, die bis heute ein glühender Fan von Cloclo ist. Doch die Geschichte um Cloclo ist nur einer der Erzählstränge in dem vor verrückten Einfällen nur so sprudelnden autobiografischen Werk über einen, der seine Kindheit damit verbrachte, Träumen nachzuhängen. Die Voraussetzungen dafür waren ideal, denn Knuchels Kindheit war eine auf der Flucht – vor der Realität und vor der Polizei, so der Regisseur. Der Grund für die Fluchten waren betrügerische Immobiliengeschäfte des Vaters, sowie ein Nachtclub, der bankrott ging, was den Vater veranlasste, 1974 mit der Familie aus Locarno zu flüchten. Die Flucht führte nach Spanien, dann nach Frankreich, schliesslich nach Genf, dann ins Wallis und am Ende wieder ins Tessin. Das ging gut, bis der Vater 1981 verhaftet wurde, worauf die Familie auseinanderbrach. Der 1966 in Locarno geborene Stefano Knuchel ist nicht nur Regisseur von Dokumentarfilmen, u.a. «Nocaut», 2004 in der Sektion Semaine de la critique in Locarno zu sehen, sondern auch TV-Journalist, langjähriger Vizedirektor von Radio Rete und Leiter der Sommerakademie des Locarno. Ausserdem schrieb er als Keyboarder zusammen mit seinem jüngeren Bruder, dem Saxophonisten Francesco «Paco» Knuchel, zahlreiche Popsongs – einige sind nun auch in «Quando ero Cloclo» zu hören. Bereits in frühen Kindheits- und Jugendtagen entdeckte Stefano sein Flair für Show- und Tanzdarbietungen. An der Weltpremiere von «Quando ero Cloclo» an den Solothurner Filmtagen von 2017 erntete kein anderer Film solche Lachstürme wie dieser wahnwitzige filmische Parcours eines Lebens auf der Flucht. Geri Krebs schrieb in der Tessiner Zeitung: «Mit beissender Ironie zieht Stefano Knuchel gegen Ende seines Films Bilanz und konstatiert: ‹Die Beziehung zwischen mir und der Realität ist eine superschlechte›, und fährt fort: ‹Denn eigentlich möchte ich nichts anderes, als noch ein bisschen weiter träumen, nur ein bisschen.› Noch selten hat es ein Schweizer Dokumentarfilm auf so mitreissende Art geschafft, Kino, Träume und Realität miteinander zu verbinden.»