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Biografia
Kurt Laurenz Metzler, * 26.1.1941 St. Gallen. Kurt Laurenz Metzler verlor seinen Vater mit zwölf Jahren und wuchs daher zeitweise bei seinem Onkel auf, dem Maler Florian Metzler. 1958 schrieb er sich an der Schule für Gestaltung Zürich ein, 1963 Steinbildhauerdiplom. 1964 unternahm er seine erste Reise in die USA und lebte mit seiner zukünftigen Frau, Alice Eugster, für ein Jahr in New York. Nach der Rückkehr nach Zürich arbeitete er für andere Bildhauer, zum Beispiel Ödön Koch, Arnold D’Altri, Paul Speck und Silvio Mattioli. 1966 heiratete Metzler und zog nach Neuthal ins Zürcher Oberland, wo 1968 seine Tochter Charlotte zur Welt kam. In dieser Zeit erste Ausstellungen: 1968 in der Galerie Daniel Keel in Zürich und 1969 im Museum Bellerive, Zürich. 1970 Studienreise in die USA, wohin er auch später immer wieder zurückkehrte. 1972–74 richtete er sich zusammen mit dem Bildhauer Willi Wimpfheimer einen Werkplatz in Adliswil bei Zürich ein. Dort führte er die ersten grossen Aufträge aus, beispielsweise das Gespräch (1973) beim Ulmbergtunnel, Zürich, oder den Stabhochspringer (1974) in Uster. Von 1968 und 1995 arbeitete Metzler in Tremona im Tessin, seit 1969 besitzt er einen Werkplatz in Zürich-Höngg. 1980 kehrte er in die USA zurück und richtete sich in Tillson im Staat New York eine Werkstatt ein, wo Arbeiten für Ausstellungen in New York und Long Island entstanden. Von 1989 lebt er mit seiner zweiten Frau Claudia und seinen zwei Söhnen in Iesa-Siena; ab den 1990er-Jahren fanden in Italien wichtige Ausstellungen statt, so 1995 in San Quirico d’Orcia, 1996 in Rom, 2007−09 Wanderausstellung Nevrotici Metropolitani (mit Publikation). 2007 Teilnahme an der Ansbacher Skulpturenmeile. 2009 schuf er die Skulpturengruppe Urban People in Singapur. Kurt Laurenz Metzler lebt in der Toskana und in Zürich.
In seinem Frühwerk schuf Kurt Laurenz Metzler üppige Frauenfiguren sowie abstrakte Skulpturen aus Stein oder Holz und Bronzeplastiken. Während seinem ersten Aufenthalt in New York lernte er Jim Dine, Larry Rivers und den Bildhauer Hans van de Bovenkamp kennen und kam so in Berührung mit der amerikanischen Pop Art. Inspiriert von dieser neuen Kunstströmung und der farbigen Metropole New York, entfernte er sich von der abstrakten Plastik und seinem bis dahin bevorzugten Material Stein und begann, Stadtmenschen aus Polyester zu formen, die er anschliessend bemalte. In den 1970er-Jahren erfolgte der Durchbruch mit den grossen Eisenplastiken im öffentlichen Raum, wie zum Beispiel der Figurengruppe Züri-Familie(1978–79) an der Bahnhofstrasse in Zürich. Mitte der 1970er-Jahre baute Metzler Fremdelemente wie Ketten oder Motorteile in seine Skulpturen ein, und es entstanden die sogenannten Motormenschen. In den 1980er-Jahren verwendete er für seine Skulpturen vor allem Eisen, Aluminium und Bronze. Dabei erarbeitete er drei Typen, die ihn für längere Zeit beschäftigten: einerseits die Stadtneurotiker, die keine einzelnen Stadtmenschen mehr zeigen, sondern Stadtlandschaften auf ausgeprägten Sockeln. Als zweite Werkgruppe gewinnt der Zeitungsleser an Bedeutung. Der dritte wichtige Typus ist die Frau, deren Körpergestalt entscheidend durch bügeleisenförmige Schuhe sowie überdimensionale sekundäre Geschlechtsteile bestimmt wird.
Kurt Laurenz Metzlers Skulpturen befinden sich meist im öffentlichen Raum und prägen das Bild unserer Städte entscheidend mit. Daher kommt ihm nicht nur als Bildhauer, sondern vor allem auch im Bereich der Platzgestaltung eine wichtige Rolle zu.
Werke: Uster, Stabhochspringer, 1974; Singapur, Urban People, 2009; Zürich, Ulmbergtunnel, Gespräch, 1973, Eisen; Zürich, Bahnhofstrasse, Züri-Familie, 1978–79, Eisen; Zürich, Überlandstrasse, Gespräch in Bewegung, 1993, Aluminium; Spreitenbach, Figurengruppe, 1993–94, Aluminium.
Mirjam Varadinis, 1998, aktualisiert 2018
Link:
https://www.google.com/search?biw=1334&bih=718&tbm=isch&sa=1&ei=DYcBXZq8OIvNwQKfua_oCw&q=kurt+metzler+k%C3%BCntler&oq=kurt+metzler+k%C3%BCntler&gs_l=img.3...9661.13603..14329...0.0..0.68.503.8......0....1..gws-wiz-img.......0i30j0i8i30.1wTs7CiWDws