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Gesund Schlafen
Was passiert, wenn wir nicht schlafen? Welche Folgen hat Schlafentzug auf unseren Körper und die Gesundheit?
Falls Sie je eine Nacht damit verbracht haben, sich ständig hin und her zu wälzen und nicht einschlafen konnten, wissen Sie bereits, wie Sie sich am nächsten Tag gefühlt haben: müde, launisch und unkonzentriert.
Ein Schlafentzug und der Mangel der empfohlenen 7 bis 9 Stunden Schlaf hat mehr Folgen und negative Auswirkungen, als dass man sich nur schlecht und mürrisch fühlt.
Die langfristigen Auswirkungen von Schlafentzug können ernste gesundheitliche Probleme verursachen. Der Schlafentzug beeinträchtigt Ihre geistigen Fähigkeiten und gefährdet die körperliche Gesundheit.
Schlafstudien haben den schlechten Schlaf mit allen möglichen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht, von der Gewichtszunahme bis hin zu einem geschwächten Immunsystem.
Die Folgen von Schlafentzug
Ihr Körper braucht Schlaf, so wie er Luft und Nahrung braucht, um optimal zu funktionieren.
Im Schlaf heilt sich der Körper selbst und stellt sein chemisches Gleichgewicht wieder her. Ihr Gehirn stellt im Schlaf neue Verbindungen her und hilft beim Gedächtniserhalt. Ohne genügend Schlaf wird Ihr Gehirn und Ihr Körpersystem nicht normal funktionieren.
Ein Schlafentzug kann auch Ihre Lebensqualität drastisch senken. Eine Überprüfung von 16 Studien ergab, dass weniger als 6 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht das Risiko eines frühen Todes um etwa 12 Prozent erhöht.
Die offensichtlichen Anzeichen und Symptome von Schlafentzug sind:
- Übermässige Müdigkeit
- Gähnen
- Reizbarkeit
- Tagesmüdigkeit
Stimulanzien wie Koffein reichen nicht aus, um das tiefe Bedürfnis des Körpers nach Schlaf zu überbrücken. Chronischer Schlafmangel kann die inneren Systeme Ihres Körpers beeinträchtigen und mehr als nur die oben genannten ersten Anzeichen und Symptome verursachen. Was ist Schlafentzug?
Schlafentzug tritt auf, wenn eine Person nachts nicht genügend Schlaf bekommt.
Wie viel Schlaf eine Person braucht, ist von Person zu Person unterschiedlich, aber eine Faustregel besagt zwischen 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht für Erwachsene.
Leider berichtet etwa ein Drittel der Schweizer, dass sie weniger als 7 Stunden pro Nacht schlafen. Ursachen von Schlafentzug
Während es viele Gründe gibt, warum jemand nicht genug Schlaf bekommt, gibt es ein paar sehr häufige Ursachen: 1. Arbeits-, Schul- und andere Verpflichtungen:
Es gibt heutzutage viele gesellschaftliche Anforderungen, die oft im Widerspruch zur Anzahl der Stunden an einem Tag stehen. Viele Menschen sind gezwungen, viel zu arbeiten, zu studieren oder andere Aufgaben zu erfüllen, um Termine einzuhalten oder andere Verpflichtungen zu erfüllen. Etwa 20 % der Schweizer sind in „Schichtarbeit“ tätig, was zu einer Schlafstörung führen kann, einem Zustand, in dem die innere Uhr (zirkadiane Rhythmus) einer Person nicht mit dem Ihrer externen Verpflichtungen übereinstimmt. Das führt dazu, dass sie nicht ausreichend Schlaf bekommen. 2. Freiwilliger Schlafentzug:
Viele Menschen, insbesondere jüngere Erwachsene, opfern gerne Ihren erholsamen Schlaf, um anderen Interessen und Aktivitäten nachzugehen. Spät aufbleiben, um die neuste Netflix Serie zu schauen und Videospiele zu spielen, am Wochenende in Clubs zu feiern oder einfach bis spät in die Nacht aufbleiben, um soziale Kontakte zu knüpfen oder andere Interessen nachzugehen. Die meisten haben die Einstellung, dass sie am Wochenende den Schlaf nachholen können, befinden sich aber unter der Woche oft im gleichen Muster des Schlafentzuges und Schlafmangels. 3. Medizinische Gründe:
Viele Menschen haben einen regelmässigen Schlafmangel aufgrund von gesundheitlichen Problemen oder Schlafstörungen. Einige der häufigsten Schlafstörungen, die zu Schlafentzug führen, sind obstruktive Schlafapnoe, Schlaflosigkeit, Restless Leg Syndrom (RLS), Störungen des zirkadianen Rhythmus und periodische Gliedmassenbewegungsstörungen (PLMD).
4. Probleme mit dem Bettpartner:
Eine der weniger diskutierten Ursachen von Schlafentzug ist die eines Bettpartners, der an einer Schlafstörung leidet. Oftmals sind es nicht nur die Betroffenen selbst, die aufgrund ihrer Erkrankung den Schlaf verlieren, sondern auch ihre Partner leiden unter Schlafverlust. Symptome der Schlafapnoe wie lautes, chronisches Schnarchen oder das Geräusch, wenn man seine Zähne durch Bruxismus knirscht, können einen Partner wach halten, ebenso wie ständige Bewegung vom Partner, der an RLS oder PLMD leidet. Selbst die Sorge um einen Partner, der an einer Form von Parasomnie leidet, kann jemanden davon abhalten, selbst ausreichend zu schlafen. Was sind die Auswirkungen von Schlafentzug?
Die Auswirkungen von Schlafentzug sind vielfältig und variieren in den Schweregraden. Die Nebenwirkungen von Schlafentzug können Symptome sein, die sich bereits nach nur einem Tag Schlafentzug zeigen oder sich über einen langen Zeitraum des chronischen Schlafmangels in Form von schweren Erkrankungen bemerkbar machen. Die negativen Folgen von Schlafentzug und Schlafmangel: Gedächtnisprobleme:
Während des Schlafes bildet Ihr Gehirn Verbindungen, die Ihnen helfen, neue Informationen zu verarbeiten und zu speichern, Schlafmangel kann das Kurz- und Langzeitgedächtnis negativ beeinflussen. Stimmungsschwankungen:
Schlafentzug kann Sie launisch und aufbrausend machen. Schlafmangel kann die Stimmung beeinträchtigen und zu Angst oder Depression führen. Geschwächtes Immunsystem:
Zu wenig Schlaf schwächt die Abwehrkräfte Ihres Immunsystems gegen Viren, die eine Erkältung und Grippe verursachen. Sie werden bei Schlafentzug eher krank. Risiko für Diabetes:
Ein Schlafmangel beeinflusst die Freisetzung von Insulin, einem blutzuckersenkenden Hormon. Menschen die nicht genug Schlaf bekommen, haben einen höheren Blutzuckerspiegel und ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Verminderte Libido:
Menschen die nicht genug Schlaf bekommen, haben oft eine geringere Lust auf Sex. Bei Männern kann dieser verminderte Sexualtrieb auf einen Rückgang des Testosteronspiegels zurückzuführen sein. Konzentrationsstörungen:
Ihre Konzentration, Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten sind nicht ausreichend, wenn Sie nicht genügend Schlaf bekommen. Unfälle:
Wenn Sie tagsüber schläfrig sind, kann dies Ihr Risiko für Autounfälle und Verletzungen durch andere Arten von Unfällen erhöhen. Risiko für Herzkrankheiten:
Schlafentzug kann zu erhöhtem Blutdruck und höheren Chemikalienwerten im Zusammenhang mit Entzündungen führen, die beide eine Rolle bei Herzkrankheiten spielen. Gewichtszunahme:
Bei Schlafentzug sind die Chemikalien, die Ihrem Gehirn signalisieren, dass Sie satt sind, aus dem Gleichgewicht. Infolgedessen ist es wahrscheinlicher, dass Sie mehr Nahrung und Kalorien zu sich nehmen, auch wenn Sie schon genug zu essen hatten.. Hoher Blutdruck:
Wenn Sie weniger als fünf Stunden pro Nacht schlafen, steigt Ihr Risiko für Bluthochdruck.
Stimmung
Die meisten Menschen erkennen, dass selbst ein Tag, an dem sie nicht genug Schlaf bekommen, ihre Stimmung beeinflussen kann. Schlafentzug führt daher oft zu:
- Reizbarkeit
- Angstzuständen
- Vergesslichkeit
- Mangelnde Motivation
- Symptome einer Depression
- Chronischem Stress Leistung
- Übermässige Tagesschläfrigkeit
- Mangelnde Gesamtenergie
- Schlechte Entscheidungsfähigkeit
- Verminderter Sexualtrieb
- Reduzierte Aufmerksamkeit und Reaktionszeit
- Höhere Warscheinlichkeit von Unfällen
- Probleme mit dem Kurz- und Langzeitgedächtnis
- Kognitive Beeinträchtigungen
Eines der folgenreichsten Probleme im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Schlafentzug auf die Leistung ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Arbeitsunfällen oder Fahrunfällen.
Nach Angaben der National Highway Traffic Safety Administration, war Müdigkeit am Steuer für geschätzte 2,5 % der tödlichen Unfälle verantwortlich. Obwohl man glaubt, dass die Schätzungen etwas konservativ sein können und dass bis zu 5-6 Tausend tödliche Unfälle pro Jahr durch übermüdete Fahrer verursacht werden können. Gesundheitliche Probleme
Langfristiger Schlafmangel wurde mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht, darunter:
- Herzerkrankungen
- Herzinfarkt
- Bluthochdruck
- Unregelmässiger Herzschlag / Rhythmusstörungen
- Erhöhtes Schlaganfallrisiko
- Diabetes
- Adipositas / Gewichtszunahme Zentrales Nervensystem
Das zentrale Nervensystem ist die Informationsautobahn Ihres Körpers. Schlaf ist notwendig, um die Funktionsfähigkeit des zentralen Nervensystems aufrechtzuerhalten. Chronische Schlaflosigkeit kann die Art und Weise stören, wie Ihr Körper normalerweise Informationen sendet.
Während des Schlafes bilden sich Wege zwischen den Nervenzellen (Neuronen) in Ihrem Gehirn, die Ihnen helfen, sich an neue Informationen zu erinnern, die Sie gelernt haben.
Schlafentzug lässt das Gehirn erschöpft zurück, sodass es seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Bei Schlafentzug wird es auch schwieriger, sich zu konzentrieren oder neue Dinge zu lernen. Die Signale, die Ihr Körper sendet, können sich bei Schlafmangel verzögern, was Ihre Koordinationsfähigkeiten verringert und Ihr Unfallrisiko erhöht.
Schlafentzug wirkt sich auch negativ auf Ihre geistigen Fähigkeiten und Ihren emotionalen Zustand aus. Sie fühlen sich vielleicht ungeduldiger oder anfälliger für Stimmungsschwankungen. Es kann auch Entscheidungsprozesse und Kreativität beeinträchtigen.
Wenn der Schlafentzug lange genug andauert, können sogar Halluzinationen auftreten. Sie sehen und hören dann Dinge, die in Wirklichkeit gar nicht da sind. Schlafmangel kann auch bei Menschen mit manischer Depression Manie auslösen. Weitere psychologische Risiken sind:
- Impulsives Verhalten
- Depressionen
- Paranoia
- Selbstmordgedanken
Möglicherweise erleben Sie auch tagsüber einen Sekundenschlaf. Während dieser Episoden schlafen Sie für ein paar Sekunden oder Minuten ein, ohne es zu merken.
Der Sekundenschlaf ist ausserhalb Ihrer Kontrolle und kann während einer Autofahrt extrem gefährlich sein. Es kann Sie auch anfälliger für Verletzungen durch Stolpern und Stürze machen. Immunsystem
Während Sie schlafen, produziert Ihr Immunsystem schützende, infektionsbekämpfende Substanzen wie Zytokine.
Mit diesen Substanzen bekämpft Ihr Immunsystem fremde Eindringlinge wie Bakterien und Viren. Zytokine helfen Ihnen auch beim Schlafen und geben Ihrem Immunsystem mehr Energie, um den Körper vor Krankheiten zu schützen.
Schlafentzug verhindert, dass Ihr Immunsystem seine Kräfte aufbaut. Wenn Sie nicht genug Schlaf bekommen, kann es sein, dass Ihr Körper nicht in der Lage ist, Eindringlinge abzuwehren. Es kann auch länger dauern, bis Sie sich von einer Krankheit erholt haben.
Langfristiger Schlafmangel erhöht auch Ihr Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen. Atmungsorgane
Die Beziehung zwischen Schlaf und Atmungssystem geht in beide Richtungen. Eine nächtliche Atemstörung, die als obstruktive Schlafapnoe (OSA) bezeichnet wird, kann Ihren Schlaf unterbrechen und die Qualität des Schlafes beeinträchtigen.
Wenn Sie aufgrund dessen Nachts häufiger aufwachen und länger brauchen, bis Sie wieder einschlafen, können, kann dies zu Schlafentzug führen. Dadurch werden Sie anfälliger für Atemwegsinfektionen wie Erkältungen und Grippe. Schlafentzug kann auch bestehende Atemwegserkrankungen verschlimmern, wie z.B. chronische Lungenerkrankungen. Verdauungssystem
Neben dem übermässigem Essen und zu wenig Sport, ist Schlafentzug ein weiterer Faktor für Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit). Der Schlaf beeinflusst den Hormonspiegel von zwei bestimmten Hormonen, nämlich Leptin und Ghrelin, die das Gefühl von Hunger und Sättigung kontrollieren.
Leptin sagt Ihrem Gehirn, dass Sie genug gegessen haben und Sie satt sind. Ohne ausreichenden Schlaf reduziert Ihr Gehirn die Produktion von Leptin und erhöht Ghrelin, das ein Appetit Stimulans ist. Der Fluss dieser Hormone könnte das nächtliche Knabbern erklären oder warum jemand spät in der Nacht noch zu viel essen kann.
Ein Mangel an Schlaf kann auch zur Gewichtszunahme beitragen, indem Sie sich zu müde fühlen, um Sport zu treiben.
Schlafentzug führt auch dazu, dass Ihr Körper nach dem Essen einen höheren Insulinspiegel freisetzt. Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel. Ein höherer Insulinspiegel fördert die Fettspeicherung und erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes. Herz-Kreislauf-System
Der Schlaf beeinflusst Prozesse, die Ihr Herz und Ihre Blutgefässe gesund halten, einschliesslich Ihres Blutzuckers, des Blutdrucks und dem Entzündungswerte.
Es spielt auch eine wichtige Rolle für die Fähigkeit Ihres Körpers, die Blutgefässe und das Herz zu heilen und zu reparieren.
Menschen, die nicht genug schlafen, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Eine im European Journal of Preventive Oncology veröffentlichte Analyse, verknüpfte Schlaflosigkeit mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Endokrines System
Die Hormonproduktion ist abhängig vom Schlaf.
Für die Testosteronproduktion benötigen Sie mindestens drei Stunden ununterbrochenen Schlaf, was ungefähr der Zeit der ersten REM-Schlafphase entspricht. Das Aufwachen in der Nacht kann die Hormonproduktion dementsprechend beeinträchtigen.
Diese Unterbrechung kann sich auch auf die Produktion von Wachstumshormonen auswirken, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Diese Hormone helfen, Muskelmasse aufzubauen und Zellen und Gewebe zu reparieren. Die Hypophyse setzt kontinuierlich Wachstumshormone frei, aber auch Schlaf und Bewegung helfen, die Freisetzung dieses Hormons einzuleiten.