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Pro Specie Rara-Ziegen
Früher lebten in der Rottaler Kulturlandschaft viele Taglöhner, die z.B. für den Heuet oder die Ernte bis ins Welschland gingen. Sie hausten in kleinen «Taunerhäusern», oftmals mehr geduldet als erwünscht. Im besten Fall konnten sie eine Kuh ihr Eigen nennen. Viele hatten einzig Milch zur Verfügung, weil sie Ziegen hielten. Deshalb galten die Ziegen einst als die «Kühe des armen Mannes».
Mit der Rationalisierung der Landwirtschaft und der planwirtschaftlichen Käseproduktion verschwanden die Ziegen aus dem Mittelland und auch sonst beinahe von der Bildfläche. Erst in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten kehrten die landwirtschaftlich genutzten Ziegenrassen wieder in unsere Gegend zurück. Möglich war dies dank dem Engagement von Pro Specie Rara, welche zum Beispiel die Pfauenziege oder die Strahlengeiss in den 1980er- bzw. 1990er-Jahren vor dem Aussterben retten konnte. Die Strahlengeiss wird in der Rottaler Kulturlandschaft in Orbach (Madiswil) und die Pfauenziege in Fischbach gehalten.