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Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts
Das Projekt nutzt die Neurolisteriose, eine bei Menschen und Rindern auftretende schwerwiegende ZNS-Infektion mit dem Bakterium Listeria monocytogenes (LM) als Modell, weil an der hochgradigen Entzündung sowohl Mikroglia als auch infiltrierende Makrophagen beteiligt sind. Vorangegangene Studien weisen darauf hin, dass Mikroglia als Nische für LM dienen, in der sich die Bakterien vermehren können, wohingegen Makrophagen die Bakterien in Schach halten. Dieses Phänomen würde das Paradox erklären, dass die Infektion sich trotz einer deutlichen Immunantwort innerhalb des Gehirns ausbreiten kann. Ziel dieses Projekts ist es, die Unterschiede in der Interaktion von LM mit Mikroglia und infiltrierenden Makrophagen herauszuarbeiten und die Mechanismen für diese Unterschiede zu identifizieren. Dazu werden mikroskopische Studien an ZNS Material erkrankter Rinder mit mechanistischen Studien zum Infektionsgeschehen in Mikroglia- und Makrophagen-Zellkulturmodellen kombiniert.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts
Dieses Projekt wird neue und wichtige Daten über spezifische Funktionen von Makrophagen-Subpopulationen (Mikroglia/Gewebsmakrophagen vs. infiltrierenden Makrophagen) bei ZNS-Infektionen liefern. Die Resultate werden unser Verständnis vertiefen, wie LM und potenziell andere mikrobielle Erreger Mikroglia für ihre Ausbreitung innerhalb des Gehirns nutzen und wie diese Ausbreitung durch infiltrierende Makrophagen eingedämmt wird. Dieses Wissen ist für die Entwicklung neuer massgeschneiderter Therapien von Infektionen des ZNS und anderen Entzündungskrankheiten, welche auf die Modulierung infiltrierender Makrophagen und Mikroglia zielen, notwendig.