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Moléson-Village ist ein kleiner Ferienort inmitten der Voralpen auf einer Geländeterrasse im Tal der Albeuve am Fuss des Molésons. Die Ferienhaussiedlung liegt unweit des bekannten mittelalterlichen Städtchens Gruyères auf der Alp La Chaux. Sie ist Teil eines Gesamtkonzeptes aus den 1960er-Jahren zur touristischen Erschliessung des geradezu idealen Ferien- und Sportgebiets.
Ein Initiativkomitee erhielt 1961 Eidgenössische Konzessionen zum Bau von drei Seilbahnen, die 1963/64 erstellt wurden. Neben einer offenen Stehkabinenbahn nach La Vudella (1'670 m ü. M.) entstanden eine Gondelbahn nach Plan-Francey (1'520 m ü. M.) und eine weiterführende Kabinenbahn auf den Moléson (2'000 m ü. M.).
Die den Ort Moléson-Village mit Plan-Francey verbindende Gondelbahn (1998 durch eine neue Standseilbahn der Firma Von Roll/Doppelmayr ersetzt) erhielt 1964 als Fortsetzung eine Pendelbahn auf den Moléson.
Die von Beginn an zweispurig geplante und gebaute Pendelbahn wurde in einer ersten Etappe bloss mit einer 35 Personen fassenden Kabine ausgestattet. Erst seit Beginn 1967 besitzt die zweite Spur ebenfalls eine Kabine. Die Bahnanlage wurde durch die Firma Von Roll projektiert und geliefert. Die einzige Stütze der Bahn, eine 28 m hohe Fachwerkstütze, konstruierte die Firma von Willi Bühler aus Bern.
Von der sich auf einem Hügelrücken befindenden Station Plan-Francey verläuft die Linie entlang der steil abfallenden Ostflanke des Moléson bis zur exponiert stehenden Bergstation.
Die Talstation besteht aus einem massiven Sockelgeschoss und einer aufgesetzten Stahlkonstruktion, die mit Holz verkleidet ist. Sowohl die Antriebsgruppe als auch die Gewichtsabspannung des Trag- wie des Zugseils sind in der Talstation untergebracht. Die seitlich offene Bergstation besitzt ein zeltförmiges Dach, das in seiner Gestaltung an einen Triangulationspunkt erster Ordnung erinnert. Es handelt sich um eine Konstruktion der Stephan AG aus Freiburg.
Die beiden Kabinen wurden 1964 bzw. 1967 durch die Firma Métalléger in Sierre erbaut. Die je 35 Personen fassenden Kabinen wurden 2002 von der Firma Gangloff revidiert. Sie besitzen noch die originalen Stahlprofilgehänge, welche wie die zwölfrolligen Laufwerke mit den berg- und talseitigen Fangbremsen durch Von Roll hergestellt wurden.
Der Motor und das Getriebe sowie die Bremsen und die Steuerung stammen noch von 1964. Einzig die Fernüberwachungsanlage wurde 2002 erneuert.
Die Von Roll-Pendelbahn auf den Moléson mit dem Baujahr 1964 ist fast vollständig original erhalten. Mit dem für Luftseilbahnen relativ hohen Alter bildet sie ein herausragendes und repräsentatives Zeugnis der schweizerischen Seilbahntechnik der 1960er-Jahre. Die Seilbahn mit den beiden unverbauten Stationsgebäuden bildet einen wichtigen Teil einer umfassenden touristischen Neuerschliessung im Moléson-Gebiet.
|Konzeption|
|Erschliessungsidee (Vision)||Kontext: Bau der Autobahn von Vevey über Bulle u. Freiburg i. Ue. nach Bern u. Förderung des Fremdenverkehrs im Kt. FR; Gesamtkonzept Neuerschliessung Moléson-Gebiet, Teilprojekt Erschliessung Berggipfel von Zwischenplateau (Plan Francey) im Anschluss an untere Umlaufkabinenbahn (heute Standseilbahn 61.058); Zentrumsfunktion Moléson Village|
|Linienführung: Planung, Umsetzung||entlang Moléson-Flanke; anspruchsvolle, in Bezug zum Berggipfel schöne Linienführung mit nur einer Stütze; windgeschützt|
|Seilbahntechnik|
|besondere oder typische tech. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialien||Antrieb u. Abspannung von Trag- u. Zugseil mittels Gewichten in Talstation; nur ein Tragseil (relativ geringe Last); ursprünglich nur eine Spur, später mit zweiter Spur ergänzt (von Beginn an zweispurig geplant, in Etappen realisiert); schlanke, gerade Fachwerkstütze|
|seilbahntechnische Bedeutung: Prinzip, Hersteller||exemplarische u. zeittypische, eher kürzere u. "kleinere" Luftseilbahn der Firma Von Roll|
|Baukunst: Streckenbauwerke, Hochbauten|
|Ingenieurbau||-||-|
|Architektur||Gesamtplanung: Stationsbauten u. Restaurationsbauten als Einheit aufgefasst; (formal) zeittypische Ausbildung: an ein Zelt sowie an die Installationen der Schweizer Triangulationspunkte erinnernde Bergstation; kompakte u. sachlich ausgebildete Talstation|
|besondere oder typische arch. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialien||Mischbauweise: Beton, Stahl Holz; Dächer mit Schiefereindeckung|
|bautypologische Bedeutung||einheitliche Planung u. grosser Umfang an wenig tangierter Bausubstanz – Hochbauinfrastruktur eines neu geschaffenen Tourismusgebiets|
|Authentizität: materielle, ideelle Überlieferung|
|Umfang und Qualität der ursprünglichen Komponenten||in eindrücklichem Masse original überliefert!|
|Qualität der Nachrüstungen||aufgrund sorfältigen Unterhalts bis auf Ersatz Fernüberwachung kaum Nachrüstungen|
|funktionale Unversehrtheit||heute noch als Gipfelbahn in Betrieb|
|Kulturgeschichte|
|Personen, Firmen, Institutionen||-||-|
|Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, Militär||Kontext: Bau der Autobahn von Vevey über Bulle nach Freiburg i. Ue. u. Bern; Förderung des Fremdenverkehrs im Kt. FR; Tourismus- u. Skizentrum Moléson|
|Räumliche Situation|
|Berücksichtigung der Landschaft, der natürlichen Umgebung, des urban. Kontexts||dem Moléson-Rücken folgend; mit nur einer Stütze vergleichsweise diskret|
|Infrastruktur|
|touristische/betriebliche Infrastruktur||Neukonzeption Feriensiedlung auf der Alp La Chaux, die zu Moléson Village wird; Planungswettbewerb (Ideenwettbewerb 1964)|
|Verkehrsnetze||Neubau Kantonsstrasse 1962/63 von Pringy oberhalb Gruyères nach La Chaux (Moléson sur Gruyères)|
|Archive|
|-||SWA BS CH Verkehr B 637 Luftseilbahn Plan Francey – Le Moléson (Centre touristique Gruyères-Moléson-Vudalla SA)|
|Literatur|
|-||Anonym: Wettbewerb. Maison des vacances Moléson-Villag, in: Schweizerische Bauzeitung SBZ, vol. 82(1964), p. 857-868|
|-||Dunkel, William: Moléson Village, in: Das Werk, vol. 52(1965), p. 132-134|
|-||Pugin, Patrick: Une recapitalisation amène de l'argent frais pour le téléférique, in: La Liberté, 4.6.2009|
|e-docs|
|-||http://www.stahlseil.ch/gallery/main.php?g2_itemId=101285 |