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Der «Papyrus-Hunter» in den Felskavernen beim Flugplatz St. Stephan ist ein weltweit einzigartiges Flugzeug!
Es ist ein weiss bemalter Hunter-Kampfjet, der bei Schweizer Luftwaffe im Einsatz war. Der Flieger stammt aus England, ist mit viel Aluminium gebaut und hat den selben Jahrgang wie die ersten Serie II-Landies.
Heute gehört der Jet dem Hunterverein Obersimmental. Er wird vom Verein gewartet und ist regelmässig in der Luft im Einsatz. Der Hawker Hunter wurde insgesamt 1972 mal produziert. Heute sind weltweit noch etwa 15 Maschinen flugbereit.
36 Jahre im Einsatz
In der Schweizer Luftwaffe war der Hawker Hunter von 1958 bis 1994 im Einsatz. Am 29. Januar 1958 beschlossen die Eidgenössischen Räte die Beschaffung von vorerst 100 dieser Kampfflugzeuge (Kosten: 313 Millionen Franken). Bereits ein Jahr später waren fünf Fliegerstaffeln auf der Hunter einsatzbereit.
Die Flugzeuge mit der Bezeichnung Hunter Mk. 58 wurden damals für den Luftkampf beschafft, waren jedoch auch gut für Erdkampfaufgaben geeignet. Das Flugzeug erwies sich als einsatzsicher, wirkungsvoll und voll miliztauglich.
Während der 36-jährigen Verwendungsdauer wurden die Hunter-Kampfflugzeuge mehrmals modifiziert und mit neuen Systemen und Waffen nachgerüstet. Insgesamt waren in der Schweiz 160 dieser Jets im Einsatz. Die Hunter-Flotte erbrachte eine Flugleistung von etwa 310.000 Flugstunden bei rund 483.000 Einsätzen.
Der Papyrus-Hunter entsteht
Nach 45 Jahren Dienst auf dem Flugplatz St. Stephan wurde die Fliegerstaffel 15 im Jahr 1994 aufgelöst. Gleichzeitig wurden die Hunter-Kampfjets ausgemustert. Zum Abschied hat die Staffel im Herbst 1993 auf dem Flugplatz ein Tag der offenen Türe durchgeführt.
Die Angehörigen der Fliegerstaffel haben für diesen Anlass einen Flieger abgelaugt, weiss lackiert und den Namen der Staffel, der Piloten und Sponsoren bemalt. Für diese Arbeit haben die Männer mehr als 900 Stunden aufgewendet.
Der Name Papyrus-Hunter soll dabei von der verwendeten Schriftart stammen.
Der Papyrus-Hunter war von der Luftwaffe für die Verschrottung vorgesehen. Der Hunterverein Obersimmental konnte, unter dem Patronat der vier Obersimmentaler Gemeinden, den Kampfflieger übernehmen. Zuerst plante der Verein, das Flugzeug auf einen Sockel zu montieren. Der Club fand eine Möglichkeit den Hunter in einer Einstellhalle unterzubringen. Seit dem Jahr 2000 ist das Flugzeug wieder regelmässig in der Luft.