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Funktionelle Diagnostik bei Herzkrankheit
Eine Studie der Universitätsklinik für Kardiologie am Inselspital verglich die Vor- und Nachteile verschiedener diagnostischer Ansätze bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit - eine der häufigsten Gründe für Arzt- und Notfallbesuche. Die Ergebnisse wurden am 21. Februar im «British Medical Journal» veröffentlicht.
Es ist nicht bekannt, ob bei Patientinnen und Patienten mit vermuteter koronarer Herzkrankheit eine anatomische oder eine funktionelle nicht-invasive Untersuchungsstrategie günstiger für den weiteren Abklärungsprozess und den klinischen Verlauf ist. Zur Untersuchung dieser Fragestellung führte die Universitätsklinik für Kardiologie am Inselspital eine Network Meta-Analyse bereits veröffentlichter Studien durch (18 Studien mit niedrigem Risiko für akutes Koronarsyndrom und zwölf Studien mit vermuteter stabiler koronarer Herzkrankheit). Dies ermöglicht einen indirekten Vergleich verschiedener Ansätze zur Diagnosestellung: auf der einen Seite die funktionelle Diagnostik (Belastungs-EKG, Stressechokardiographie, Stressszintigraphie, Kontrastechokardiographie sowie Herz-Stress-MRI), auf der anderen Seite die anatomische Diagnostik (koronare Computertomographie).
Die Studie gibt Hinweise darauf, dass die funktionelle Diagnostik weniger invasive Untersuchungen und Eingriffe nach sich zieht und ein potentielles Herzinfarktrisiko nicht erhöht. Auch bei Patienten/-innen mit vermuteter stabiler koronarer Herzkrankheit waren die funktionellen Untersuchungsmethoden mit geringerer Anzahl nachfolgender diagnostischer Tests assoziiert, wobei hier ein signifikanter Einfluss der initial durchgeführten Untersuchungsmethoden auf das Risiko zukünftiger Herzinfarkte nicht ausgeschlossen werden kann.
Weitere Studien zur Thematik können helfen, konkrete Empfehlungen für die klinische Praxis auszuarbeiten und die nötigen Ressourcen bereitzustellen, um eine kosteneffiziente Diagnostik anbieten zu können, die dem Patienten Vorteile bringt.
Studie «Outcomes of non-invasive diagnostic modalities…», British Medical Journal, 21. Februar 2018