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verändert nach Jürg Schweizer, Kunsthistoriker, Denkmalpflege Bern
Zahlreiche Einzelfunde zeigen, dass die günstige Gelegenheit, die Flüsse Sense und Saane zu passieren, die sich in Laupen bietet, von einer römischen Ost-West-Achse benutzt worden ist. Altersbestimmungen an aufgefundenen Brückenresten deuten allerdings darauf hin, dass die Eichen, welche für die Brückenköpfe verwendet wurden, im 14. Jahrhundert gefällt wurden. Wo sich die römischen Übersetzstellen befanden, bleibt also weiterhin im Dunkeln.
Laupen kommt mit dem Burgundererbe ans Reich.
Mehrere Glieder der Grafenfamilie von Laupen werden genannt. Sie geraten unter zähringischen Einfluss; im gegen Westen gerichteten Landesausbau dieses Herzogshauses spielt Laupen als Flussübergang eine Rolle. Es ist denkbar, dass das Städtchen zu Füssen der Burg im Kem damals entstanden ist.
Laupen wird Reichsburg.
Der weitere Aareraum ist Schauplatz einer jahrzehntelangen Ost-West-Auseinandersetzung zwischen den rivalisierenden Adelsmächten Kiburg und Habsburg auf der einen, Savoyen auf der anderen Seite. Laupen erlebt wie kaum eine andere Stadt in kürzester Zeit gewaltsame und gewaltlose Handänderungen, die seine strategische Bedeutung belegen.
Rudolf von Habsburg besetzt Laupen.
Peter von Savoyen erobert Laupen, savoyischer Vogt wird Peter von Sottens.
Nach dem Tod Peters gewinnt Rudolf von Habsburg Laupen zurück, der Freiburger Peter von Maggenberg wird Vogt.
Rudolf von Habsburg bestätigt die Stadtrechte von Laupen. Im Auftrage Habsburgs verwalten weiterhin freiburgische Stadtvögte Laupen.
Bern und Laupen verbünden sich.
Der neue König, Heinrich Vll. von Luxemburg, besucht Laupen, verpfändet die Stadt jedoch an Freiherrn Otto von Grandson. Kurz darauf gibt dieser das Pfand an die Freiherren vom Thurn zu Gestelen, Herren des Frutiglandes, weiter.
Verschwendungssucht nötigt die Herren vom Thurn, Burg und Stadt Laupen Bern zu verkaufen. Bern errichtet seine erste Landvogtei und geht damit als Sieger und Nachfolger aus dem Hegemoniestreit des Hochadels hervor. Nach Jahrzehnten des ständigen Wandels folgen nun Jahrhunderte der Kontinuität.
Der Adel, die Vormacht Habsburg und das rivalisierende Freiburg verbünden sich gegen das ausgreifende Bern. Die eilends verstärkte Feste Laupen wird vom10. Juni an durch das feindliche Aufgebot beschossen und belagert; die Schlacht vom 21. Juni 1339 auf dem Wydenfeld ob Laupen geht für Bern siegreich aus, beendet jedoch den Krieg nicht.
Im Unterschied zu vielen ehemaligen Festungen, die durch Berns Expansion Binnenstellungen werden, bleibt Laupen Grenzfeste und ist im 15., 17. und 18.Jahrhundert mehrmals in kriegerische Handlungen verwickelt.
Die Brückenbauten zu Gümmenen und Neuenegg entziehen Laupen den Verkehr. Die Stadt verliert ihre Bedeutung und wird zum bescheidenen Städtchen; bis weit ins 19. Jahrhundert, bis zum Bau der Talstrassen und der Eisenbahn, stagnieren Baugebiet und Einwohnerzahl.