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Kredit für Brückensicherung verabschiedet
Im Rahmen einer Projektstudie ist die Machbarkeit von baulichen Massnahmen zur Verhinderung von Brückensuiziden bei den Stadtberner Hochbrücken geprüft worden. Gestützt darauf unterbreitet der Gemeinderat dem Stadtrat einen Projektierungskredit von 525'000 Franken für die Sicherung der Kirchenfeld- und der Kornhausbrücke.
In den Jahren 2008 und 2009 nahm die Zahl der Brückensprünge von der Kirchenfeld- und der Kornhausbrücke zu. Verschiedentlich wurden Schülerinnen und Schüler sowie auch andere unbeteiligte Passantinnen und Passanten Augenzeugen dieser tragischen Vorfälle. Am 15. Oktober 2009 überwies der Stadtrat eine interfraktionelle dringliche Motion und beauftragte damit den Gemeinderat, jeweils auf der ganzen Länge der Kirchenfeld-, der Kornhaus-, der Nydegg-, der Lorraine- und der Monbijoubrücke Auffangnetze zu montieren.
Als sich im Spätherbst 2009 die Zahl der Brückensprünge häufte, ergriffen die Stadtbehörden bauliche Sofortmassnahmen: In den kritischen Bereichen der Kirchenfeld- und der Kornhausbrücke wurden im Dezember 2009 Sicherheitszäune montiert. Damit konnten die Fälle von Brückensuiziden stark reduziert werden.
Horizontale Netze
Im Bestreben, diese Notmassnahmen möglichst rasch durch eine definitive Lösung zu ersetzen, sprach der Gemeinderat am 16. Dezember 2009 einen Kredit von 150 000 Franken für die Erarbeitung einer Projektstudie. Der Berner Architekt Rolf Mühlethaler wurde beauftragt, Lösungsvarianten zu entwickeln. Seine Hauptaufgabe bestand darin, wirksame Präventionsmassnahmen in Einklang zu bringen mit technischen und städtebaulichen Anliegen. Mit Ausnahme der Monbijoubrücke sind die Berner Hochbrücken allesamt Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes, des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) sowie des städtischen Bauinventars, in welchen sie als geschützt eingestuft sind.
Die Projektstudie liegt nun vor. Darin werden als Lösungsansatz für die Kirchenfeld-, die Kornhaus-, die Lorraine- und die Monbijoubrücke horizontale Netze unterhalb der Fahrbahnplatte vorgeschlagen. Keine bewilligungsfähige Möglichkeit zeichnet sich bei der Nydeggbrücke ab, die aufgrund ihrer geringen Höhe ohnehin nicht im Vordergrund steht.
Etappiertes Vorgehen
Nachdem die Brückensuizide aufgrund der provisorischen Sicherungsmassnahmen bei der Kornhaus- und der Kirchenfeldbrücke sehr stark zurückgegangen sind, schlägt der Gemeinderat dem Stadtrat vor, in einem ersten Schritt die Projektierung für eine horizontale Sicherung der Kirchenfeld- und Kornhausbrücke auszulösen. Dem Parlament wird dafür ein Kredit von 525'000 Franken beantragt; darin inbegriffen ist der Kredit von 150'000 Franken, den der Gemeinderat im Dezember 2009 für die Projektstudie bewilligt hatte.
Die Situation bei den anderen Brücken soll weiterhin sorgfältig beobachtet werden. Verändert sie sich, wird der Gemeinderat provisorische Schutzmassnahmen auslösen und dem Stadtrat Projektierungsarbeiten für die Sicherung weiterer Brücken beantragen. Die Sicherung der Nydeggbrücke soll hingegen nicht weiterverfolgt werden, weil diese Brücke aus fachlicher Sicht nicht zu den Hotspots für Brückensuizide zählt und es aus gestalterischer Sicht an dieser Altstadtbrücke keine befriedigende Lösung für Sicherungsmassnahmen gibt. Der Stadtrat wird voraussichtlich im Juni über den Projektierungskredit entscheiden.
Der Gemeinderat rechnet damit, dass das Bauprojekt und der dafür notwendige Kredit dem Stadtrat im Frühjahr 2012 vorgelegt werden können. Bis die definitiven Sicherungsmassnahmen umgesetzt sind, werden die provisorischen Massnahmen (Sicherheitszäune in den kritischen Bereichen der Kirchenfeld- und der Kornhausbrücke) beibehalten.