Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03112.jsonl.gz/1135

Nichts für Zartbesaitete: Eine Reise durch die ungemütlichsten Stätten unseres Planeten.
Im Zuge der Schliessung zahlreicher Pariser Friedhöfe wurde ein Teil der einstigen Steinbrüche ab 1785 als Beinhaus benutzt. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Gebeine von etwa sechs Millionen Pariser Einwohnern in die Katakomben überführt worden. Heute ist ein zwei Kilometer langes Teilstück als Museum ausgebaut und für Besucher zugänglich.
Von 1887 bis 1974 wurde auf Gunkanjima – wörtlich übersetzt: «Kriegsschiff-Insel» – Kohleabbau betrieben. Seither sind die Wohn- und Werksgebäude der Verwitterung und dem Verfall ausgesetzt und hinterlassen den Eindruck eines ehemaligen Kriegsschauplatzes.
Auf der östlich von Mexico-Stadt gelegenen Insel hängen Hunderte verstümmelte Spielzeugpuppen – teilweise ohne Augen oder Gliedmassen – in den Bäumen. Der Fischer Julián Santana Barrera, der bis zu seinem Tod im Jahr 2001 der einzige Bewohner der Insel war, versuchte mithilfe der Puppen den Geist eines Mädchens zu vertreiben, das angeblich in einem nahe gelegenen Fluss ertrunken war. Seit Santanas Tod wird die Insel von den einheimischen Festlandbewohnern für Mutproben genutzt. Zum Beweis ihrer Unerschrockenheit müssen Jugendliche dort etwa eine Nacht verbringen. Diese erweitern wiederum die gruselige Puppensammlung und hängten immer weitere Gestalten ins Geäst.
Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Festungen dem britischen Militär zur Flugabwehr deutscher Bomber. Seit Kriegsende stehen die rostigen Konstruktionen vor der englischen Ostküste als Mahnmal für eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Menschheitsgeschichte.
Ruinen der Zukunft! In den 80er wurde die Stadt im Norden Taiwans als Luxuserholungsort für Gutbetuchte konzipiert. Die futuristisch anmutende Anlage wurde wegen zahlreicher Unfälle während der abenteuerlichen Konstruktion jedoch nie fertiggestellt. Danach berichteten die Arbeiter immer wieder von übersinnlichen Begegnungen mit ihren toten Kollegen.
Die verlassene Stadt in der Wüste Namibias liegt etwa zehn Kilometer östlich der Hafenstadt Lüderitz. Ihren Namen verdankt sie Johnny Coleman, der an der Stelle der künftigen Ortschaft Kolmanskop 1905 von einem Sandsturm überrascht wurde und daraufhin seinen Ochsenkarren zurücklassen musste. Heute ist vom einstigen Wohngebiet nicht mehr viel übrig.
Craco ist eine Gemeinde in der Provinz Matera in der italienischen Region Basilikata. Die im Mittelalter erbaute Stadt wurde 1991 durch Erdrutsche grösstenteils zerstört – die Überlebenden hatten keine andere Wahl, als das Gebiet zu verlassen. Seither kursieren zahlreiche Spukgeschichten und moderne Sagen über die Geisterstadt.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg dienten die Beelitzer Heilstätten als Lazarett und Sanatorium für erkrankte und verwundete Soldaten – 1916 zählte auch Adolf Hitler zu den Patienten. Heute steht der rund 50 Kilometer südwestlich von Berlin gelegene Krankenhauskomplex leer und zieht Neugierige aller Art an. Seitdem ein Gastwirt – um sein Geschäft anzukurbeln – von Stimmen und Schreien in den maroden Gebäuden erzählt hat, ist zudem ein regelrechter Horror-Tourismus entstanden.
In den 1960er Jahren war der Wald unter Selbstmördern äusserst beliebt. Seit der Bestsellerautor Matsumoto Seicho eine Protagonistin seines Romans «Der Wellenturm» am Fuss des Fuji Selbstmord begehen liess, kamen Lebensmüde aus ganz Japan zum Sterben in den Aokigahara. Deshalb ist das Waldgebiet heute gespickt mit unheimlichen Tafeln wie «Das Leben ist wertvoll» oder «Denk an deine Familie».
Einst war die Küstenstadt eines der luxuriösesten Reiseziele im Mittelmeer, bekannt für sein azurblaues Wasser. 1974 vertrieben türkische Truppen die Bewohner und riegelten die Stadt mit Stacheldraht von der Aussenwelt ab. Seither ist Varosha militärisches Sperrgebiet und darf – bis auf Soldaten und UN-Personal – von niemandem betreten werden.
Seit dem Super-GAU im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 ist die ukrainische Stadt unbewohnbar. Trotz der noch immer starken radioaktiven Verseuchung wagen sich immer wieder Wagemutige in das verlassene Gebiet.