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INTERVIEW MIT SALVO PITRUZZELLA (DRAMATHERAPEUT UND – LEHRER)
Salvo Pitruzzella beschäftigt sich mit Dramatherapie, Psychodrama und kreativem Theater. Er leitet die dreijährige Schule für Dramatherapie des Ausbildungszentrums ArtiTerapie in Lecco.
MTB: Wie bist du zu Dramatherapie gekommen?
Salvo: Seit vielen Jahren arbeite ich mit Kindern, vor allem mit Jugendlichen und Pubertierenden zusammen, mit denen ich Theaterstücke vorführe. 1989 wurde meine Theatergruppe für ein Theaterlabor in eine therapeutisch-psychiatrische Klinik eingeladen. Mir war sofort klar, dass meine Kompetenz des Theaterspielens dort nicht ausreichte. Also studierte ich Psychodrama. Diese Methode habe ich dann mit meinen bisherigen Erfahrungen zusammengeführt und habe festgestellt, dass eine Methode entstanden ist, die der Dramatherapie sehr ähnlich war. Also habe ich auch Dramatherapie (vor allem in England) studiert.
MTB: Was ist Dramatherapie?
Salvo: Die Dramatherapie setzt drammatische Mittel des Theaters in therapeutischen, pädagogischen und sozialpädagogischen Kontexten zu therapeutischen Zwecken ein.
MTB: Was findest du speziell an diesem Beruf?
Salvo: Den artistischen Aspekt.
MTB: Gab es in deiner Erfahrung Themen, mit denen du oft zu tun hattest?
Salvo: Die Handhabung der Kreativität. Die Kreativität ist etwas, was man gerne unterdrückt.
MTB: Was kann man mit Dramatherapie heilen?
Salvo: Im psychiatrischen Bereich ist sie sehr effektiv. Das Problem des Patienten wird indirekt (mit symbolischen oder metaphorischen Themen) auserarbeitet.
MTB: Welches war die schönste und welche die schlimmste Erfahrung für dich?
Salvo: Eine sehr schöne Erfahrung hatte ich mit einem geistig behindertem 14 – jährigen Mädchen, das ein hoffnungsloser Fall war. Das Mädchen hatte es geschafft, durch die Methode der Dramatherapie den Konflikt mit ihrer Mutter zu verarbeiten. Das war für mich ein erfolgreiches Ereignis. Eine schwierige Situation hatte ich mit einer Gruppe von Drogenabhängigen. Jedes mal, wenn ich das Gefühl hatte, man sei nun an einem guten Punkt angelangt, verschwanden die Personen. Der Widerstand war einfach zu gross.
MTB: Vielen Dank!
Salvo Pitruzzella
Mit Geschichten, Improvisation, Bewegung, Musik, Symbolen, Spielen, Emotionen und vielem mehr entdecken wir neue Daseinsmöglichkeiten. Im geschützten Rahmen besteht die Möglichkeit einmal auszuprobieren, was wir in der Alltagsrealität nicht wagen und Veränderungen wahrzunehmen.
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Interview von Maria Theresia Bitterli