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Kurt LatzerAn der Delegiertenversammlung Wasserwerk Mittelrheintal hiess es unter anderem, die Wasserversorgung im mittleren Rheintal beruhe auch künftig hauptsächlich auf Grundwasserbrunnen am Rhein – vor, während und nach der Rhesi-Bauzeit. Aus welchen Brunnen genau, aus Widnau, Oberriet oder von beiden Orten? Markus Mähr: Die Wasserversorgung wird weiterhin von den lokalen Versorgern betrieben. Die Planung sieht eine Verschiebung von Brunnen in Widnau und Lustenau vor. Die Verschiebungen erfolgen beidseits des Rheins innerhalb der Dämme. In Oberriet werden im Bereich Loseren neue Brunnen errichtet, dafür sollen nach dem Bau von Rhesi die Brunnen Feldhof und Balanggen in Oberriet stillgelegt und abgebrochen werden. Das generelle Projekt soll zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht werden. Falls ich die Pläne richtig studiert habe, liegen die «Viscose»-Brunnen auch nach der Realisierung von Rhesi am heutigen Standort – oder? Die Brunnen im Bereich «Viscose» werden innerhalb des bestehenden Brunnenfeldes im Vorland neu angeordnet, damit es möglich wird, ist das Flussbett auch in diesem Abschnitt zu verbreitern. Kann man garantieren, dass die «Viscose»-Brunnen auch nach der Umsetzung von Rhesi gleich viel und gleich gutes Wasser liefern werden? Um das zu beantworten, führte die Internationale Rheinregulierung ein umfangreiches Untersuchungsprogramm mit Bohrungen und Pumpversuchen durch. Die Ergebnisse zeigen, dass innerhalb des Brunnenfelds «Vis-cose» auch an anderen Standorten gutes Trinkwasser in ausreichender Menge vorhanden ist. Wie viel neue Brunnenstandorte gibt es zwischen Au und Widnau, die qualitativ und quantitativ gleich viel Grundwasser liefern wie die «Viscose»-Brunnen? Innerhalb des jetzigen Brunnenfeldes «Viscose» gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Brunnen angeordnet werden können; es gibt auch unterschiedliche Brunnentypen. Hier ist es wichtig, dass das Wasserwerk seine Erfahrung nutzt und die Anordnung und die technische Ausgestaltung der Brunnenanlage nach seinen Bedürfnissen planen kann. Das wird nun im nächsten Schritt geschehen. Ist es überhaupt möglich, das generelle Projekt für die UVP einzureichen, solange nicht alle Fragen zu den Brunnenstandorten beantwortet sind? Die Verlegung der Brunnen innerhalb der Vorländer muss geklärt sein. Vorher ist keine Einreichung möglich. Oder muss man die UVP wegen des Vetos der Interessengemeinschaft «RhesiNat Koblach» verschieben? Es besteht kein Grund, die Umweltverträglichkeitsprüfung deshalb zu verschieben. Bis zu welchem Zeitpunkt darf man mit den Ergebnissen der Versuchsbrunnen in Oberriet rechnen? Die Ergebnisse sind in der vergangenen Woche den Pächtern und der Ortsgemeinde präsentiert worden. Der Standort ist sehr gut geeignet. Ist auf der Vorarlberger Seite des Rheins in Sachen Rhesi und Trinkwasserbrunnen alles geregelt? Im Bereich Lustenau haben wir die Standortfrage geklärt, auch dort wird nun das Wasserwerk Lustenau die Planung weiterführen. Bei den Brunnen in Feldkirch-Matschels ist die Situation dieselbe: Die Standorte sind klar, Feldkirch und der Trinkwasserverband Rheintal planen nun weiter.