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Der Name stammt vom lateinischen «adventus»: «Jesus Christus kommt wieder» ab. Um 1840 glaubten in Europa und den USA im Zuge einer Erweckungsbewegung viele Menschen, dass Jesus Christus bald wiederkommen werde. Als diese wie vorausgesagt 1844 nicht eintrat, brach die Bewegung zusammen. Ellen Gould Harmon (1827-1915), die 1844 bei der «grossen Enttäuschung» eine erste Vision und später zahlreiche weitere hatte, ermutigte die Gläubigen, an Jesus und seine Widerkunft weiterhin zu glauben. Ihre «Zeugnisse», Eingebungen oder Visionen, hatten den Anspruch, «die bereits offenbarten Wahrheiten des Wortes Gottes lebendig in das Herz einzugraben», wie sie es ausdrückte. Ab 1846 mit James White verheiratet, publizierte sie als Ellen G. White über 50 Bücher zu den Themen Bibelstudium, Bildung, gesundheitliche Lebensweise und Missions- und Sozialarbeit. Wichtig war White die Betonung der Wiederkehr Christi (adventus) und die Einhaltung des Sabbats (Samstag), anstatt des Sonntags. Die Hervorhebung der Einhaltung des siebenten Tages führte zum Namen der Gemeinschaft. Aus dieser Erweckungsbewegung um White entstand auf einer Generalkonferenz von 125 Gemeinden 1863 die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Siebenten-Tags-Adventisten erkennen nur die Heilige Schrift als Grundlage für ihren Glauben an und verstehen sich als reformatorische Endzeitgemeinde. Sie bilden eine weltweit organisierte Gemeinschaft, vom Staat unabhängig. 1867 kam die Kirche über Prediger in die Schweiz und im Laufe der Jahrzehnte wuchs sie langsam aber stetig. Gegenwärtig hat sie gemäss Eigenangabe über 4‘700 getaufte Mitglieder und mit den ungetauften Kindern und Jugendlichen und dem Freundeskreis dürfte die Zahl ca. 10‘000 adventistische Christinnen und Christen betragen. In der Schweiz bestehen über 50 lokale Gemeinden, mit Schwerpunkt in der Deutschschweiz und der Romandie.
In den letzten Jahre entwickelten die Siebenten-Tags-Adventisten die Fähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der Ökumene mit katholischen, reformierten, freikirchlichen und orthodoxen Kirchen, weshalb sie heutzutage als Freikirche verstanden werden kann.
«Religionsvielfalt im Kanton Luzern» (www.unilu.ch/rel-LU) ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: 31.05.2018