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Health
Im Rahmen eines Schulprojekts hat Ziyaan Virjii aus Tansania Mens-Artikel für seine Mitschülerinnen entwickelt. Mittlerweile ist er ein gefeierter Unternehmer.
Tansania vor zwei Jahren: Der 15-jährige Ziyaan Virjii scrollt auf der Suche nach einem Thema für ein Schulprojekt durch seinen Facebook-Feed. Er stösst auf die Dokumentation "India's Menstruation Man", in der es um die Geschichte des Inders Arunachalam Muruganantham geht.
Arunachalam, dem Mann im Film, fällt eines Tages auf, dass seine Frau unhygienische Produkte für ihre Periode verwenden muss, weswegen sie ständig Infektionen und Schmerzen hat. Mit diesem fatalen Problem ist sie nicht allein: Laut der Doku können sich 300 Millionen indische Frauen keine hygienischen Menstruationsprodukte leisten. Weltweit sind es 500 Millionen.
Ziyaan will helfen
Dem Teenager kommt das absurd vor. Warum hatte er davon noch nie etwas mitbekommen? Er beschliesst, seine Mutter mit Fragen zu löchern. Er will von ihr wissen, ob auch die Frauen in Afrika solche Probleme hätten. Wie sie als junge Frau damit umgegangen sei – und warum niemand darüber spricht.
Ziyaans Mutter erzählt ihm, dass auch sie früher während der Periode alte Klamotten, Blätter, Sand oder Taschentücher als Blut-Barriere benutzen musste. Sie berichtet von all der Scham, die mit der Periode verbunden sei. Von den finanziellen Problemen, die dafür sorgen würden, dass auch heute viele Frauen keinen Zugang zu Hygieneprodukten haben würden. "Das war ein Wendepunkt für mich", so Ziyaan gegenüber der nairobischen Zeitung "The Star". Die Idee für sein Schulprojekt war geboren.
Ziyaan Virjii
Binden-Entwickler
"Dass die rote Binde aussieht wie ein Handtuch, ist Absicht"
Er lernt nähen und verteilt die Pads
Der 15-Jährige will aber nicht nur ein günstiges Menstruationsprodukt herstellen, sondern auch eines, das immer wieder verwendet werden kann. Nach einiger Recherchezeit entwickelt er den Prototypen einer waschbaren Binde, die bis zu sechs Monate benutzt werden kann. Dann sucht sich Ziyaan einen Schneider und lernt bei ihm nähen. 22 Pads stellt er in Handarbeit her und verteilt sie an seine Klassenkameradinnen in Dar es Salaam, seiner Heimatstadt in Tansania.
Mittlerweile ist Ziyaan ein erfolgreicher Unternehmer: Der 17-Jährige leitet die Affordable and Accessible Sanitation for Women (AASW), eine Initiative, die dafür sorgen will, dass Frauen weltweit Zugang zu Menstruationsartikeln haben. Aus seinen Pads ist ein professionelles Hygiene-Kit geworden.
Fünf Dollar für mehr Freiheit
Fünf Dollar kostet das Kit, das aus Seife und Menstruations-Unterhosen besteht. Letztere bestehen aus dem gleichen Stoff wie Regenschirme. Die Unterhosen haben zwei Einschübe, in denen ein rotes Stofftuch steckt: die Binde. Mit Seife lassen sie sich waschen und reinigen und anschliessend bis zu drei Jahren wiederverwenden.
"Dass die rote Binde aussieht wie ein Handtuch, ist Absicht", erklärt Ziyaan, für den Fall, dass die Frauen und Mädchen unterwegs seien und ihre Binde waschen müssten. "Vielen wäre es sehr unangenehm, wenn die Binde nach einem Menstruationsprodukt aussieht." Gehts noch feinfühliger?
Es gehe ihm in erster Linie darum, den Frauen zu helfen. Andererseits möchte er Tabus und Stigmen brechen, die im Zusammenhang mit der Periode immer noch bestehen. "Ich sehe es auch als meine Aufgabe an, andere junge Männer zu inspirieren, sich mit dem Thema zu befassen", erzählt Zyaan im Interview mit "Ze.tt".
Im August 2019 ist Ziyaan Virji für seine Idee mit dem "Diana"-Award ausgezeichnet worden. Dieser Preis wird zu Ehren von Prinzessin Diana an junge Menschen, die Grosses leisten, vergeben. Mehr als verdient!