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Die fünfte Ausgabe des Berichts «World Nuclear Supply Chain 2023» gibt einen Überblick über den Status, die Möglichkeiten und die Herausforderungen der Lieferkette für Kernkraftwerke. Der Bericht deckt den Lebenszyklus vom Bau über den Betrieb bis zur Stilllegung ab und informiert über geplante und laufende Neubauprojekte, grössere Modernisierungen hinsichtlich Langzeitbetrieb, Stilllegungen und Abfallentsorgungsprojekte. Dabei geht der Bericht auf grosse Leistungsreaktoren und kleine, modulare Reaktoren (SMRs) ein, wodurch sich insgesamt sehr unterschiedliche Herausforderungen an die nukleare Lieferkette ergeben.
Die WNA geht davon aus, dass bis zum Jahr 2040 nukleare Erzeugungskapazitäten von bis zu 839 GWe benötigt werden könnten. Ende 2022 gab es weltweit 437 Leistungsreaktoren mit einer Gesamtkapazität von 394 GWe und standen 60 Kernkraftwerkseinheiten in Bau. Zudem befanden sich 400 Neubauprojekte in verschiedenen Planungsstadien und es liefen zahlreiche Projekte zu Laufzeitverlängerungen bestehender Kernkraftwerke.
«Immer mehr Regierungen erkennen an, dass die Kernenergie eine Lösung bietet, um zuverlässig und kosteneffizient das Ziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen», hielt Sama Bilbao y León, Generaldirektorin der WNA, fest und hob auch die Vorteile der Kernenergie punkto Energiesicherheit und -unabhängigkeit hervor. «Die Fähigkeit der Nuklearindustrie, die Chancen der aktuellen energiepolitischen Herausforderungen zu nutzen, wird von mehreren Faktoren abhängen, darunter die Fähigkeit der Industrie, Hunderte und möglicherweise Tausende von Kernkraftwerken effizient zu bauen und auszurüsten», so die Generaldirektorin.
Investitionen in globale Lieferkette und Optimierungen notwendig
Es brauche einerseits nachhaltige und koordinierte Investitionen in die globale nukleare Lieferkette, damit ein rascher weltweiter Ausbau der Kernenergie ohne Engpässe unterstützt werden könne, mahnte die WNA. Andererseits seien auch Optimierungen bei der Lieferkette notwendig, wozu der Bericht Empfehlungen abgibt:
- Senkung der Kosten des Beschaffungsprozesses durch die Stärkung der Beziehungen zu den Lieferanten und den Einsatz neuer Geschäfts- und Finanzierungsmodelle.
- Senkung der Kosten für Komponenten durch den Einsatz strategischer Beschaffungsmethoden, die Optimierung des Einsatzes handelsüblicher Komponenten und den Einsatz handelsüblicher Qualität sowie den Einsatz innovativer Fertigungs- und Konstruktionstechniken bei der Errichtung von Kernkraftwerken.
- Verringerung des Beschaffungsbedarfs durch langfristigen Betrieb und optimiertes Management bestehender Anlagen, Wiederverwendung bestehender Infrastruktur für den Neubau (z.B. Nutzung von Kohlekraftwerksstandorten und der zugehörigen Infrastruktur) und Vereinfachung von Anlagenauslegung und -betrieb.
Der kostenpflichtige Bericht richtet sich an die Kernkraftindustrie, Energieversorger, Investoren und politische Entscheidungsträger.
Quelle
B.G. nach WNN, 22. August 2023 und WNA, Medienmitteilung zum Bericht «World Nuclear Supply Chain 2023», 17. August 2023
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