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Eine Mischung aus Fettsäuren lindert möglicherweise bei Frauen die Symptomatik des prämenstruellen Syndroms. Das teilten brasilianische Forscher von der Universität Pernambuco mit. Ihre Resultate veröffentlichte jetzt das Journal Reproductive Health (doi:10.1186/1742-4755-8-2).
Das von den Betroffenen oft als unangenehm beschriebene Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, betrifft rund ein Drittel bis die Hälfte aller Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei ist die Symptomatik unspezifisch, wobei die Patientinnen am häufigsten unter Gewichtszunahmen, Hautveränderungen, anschwellende Brüste und starke Stimmungsschwankungen leiden.
Die sogenannten „Tage vor den Tagen“ setzen mehr oder weniger kurz vor der Regelblutung ein und können bisher von Medizinern meist nur symptomatisch oder durch Nahrungsumstellung behandelt werden.
Die Autoren unter der Leitung von Erst-Autor Edilberto Rocha-Filho wollten mit ihrer Studie klären, ob eine Mischung aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren die komplexe Symptomatik des PMS bessern kann. Dazu gaben sie den in drei Gruppen eingeteilten Studien-Teilnehmerinnen jeweils ein beziehungsweise zwei Gramm essenzieller Fettsäuren und verabreichten der dritten Gruppe stattdessen ein Placebo (Scheinmedikament).
Die Tablette setzte sich zusammen aus einem Mix von Gamma-Linolensäure, Ölsäure, Linolsäure und Vitamin E. Die Beschwerden hielten die Frauen über einen Zeitraum von sechs Monaten in einem Kalender fest. Zusätzlich maßen die Wissenschaftler noch die Cholesterin- und Prolaktin-Spiegel im Blut, die beim prämenstruellen Syndrom charakteristischerweise erhöht sind.
Sowohl nach drei als auch nach sechs Monaten gaben die Frauen, die tatsächlich die Fettsäuren bekommen hatten an, weniger an den bekannten Beschwerden zu leiden als die Placebo-Gruppe. Nur wenige und milde Nebenwirkungen wurden festgehalten, welche die Forscher aber nicht mit dem Medikament assoziieren konnten.
Bei der mit zwei Gramm doppelten Menge an Fettsäuren zeigte sich ein größerer und signifikanter Unterschied zu Placebo als mit nur einem Gramm des Präparates. Die Prolaktin- und Cholesterinwerte änderten sich jedoch in den sechs Monaten nicht.
Autor Rocha-Filho geht davon aus, dass Fettsäuren einen günstigen Einfluss auf alltägliche Tätigkeiten und die Lebensqualität der von PMS betroffenen Frauen haben könnten.
Quelle:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44326/Fettsaeuren_gegen_praemenstruelles_Syndrom_hilfreich.htm
http://www.reproductive-health-journal.com/content/8/1/2
Kommentar & Ergänzung:
In eine ähnliche Richtung wirken die in der Phytotherapie gut bekannten Präparate auf der Basis von Nachtkerzenöl und Borretschöl ( = Borretschsamenöl), die beide reich an Gamma-Linolensäure sind.
PMS ist allerdings ein Sammelbegriff für unterschiedliche Beschwerden, die möglicherweise auch unterschiedliche Ursachen haben. Das würde dann heissen, dass es vielleicht mehrere therapeutische Ansatzpunkte gibt, die je nach hormoneller Ausgangslage wirksam sind oder nicht.
Am besten dokumentiert zur Behandlung des Prämenstruellen Syndroms sind in der Phytotherapie Heilpflanzen-Präparate auf der Basis eines Trockenextraktes aus Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus, Keuschlamm). Sie reduzieren leicht erhöhte Prolaktinspiegel (Hyperprolactinämie) und zeigen günstige Effekte vor allem bei PMS mit Brustspannen (Mastalgie). Es gibt allerdings grosse Qualitätsunterschiede bei den Mönchspfeffer-Präparaten.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15