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Ursachenanalyse anhand eines Problembaums
Ein praktisches Mittel zur Identifikation von Problemen und deren Ursachen ist der Problembaum. Die Technik stammt aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Eine Anwendung auf Themen im Inland ist aber problemlos möglich, wie das nachfolgende Beispiel zum Thema «Armut in der Schweiz» zeigt.
Der Problembaum kann anhand von eigenen Analysen oder im Rahmen von einer partizipativen Gruppendiskussion über mehrere Schritte erarbeitet: Als erstes werden in einer offenen Brainstorm-Runde Probleme, die von den Beteiligten als wichtig erachtet werden, genannt und auf Kärtchen aufgeschrieben. Ausgehend von einem ausgesuchten Hauptproblem werden die Kärtchen in eine Hierarchie von Ursache und Wirkung gebracht. Das Produkt der Diskussion, der Problembaum, sollte ein korrektes, aber vereinfachtes Modell der Wirklichkeit zeigen.
Teilursache für die Verschuldung: zu hohe Ausgaben
Um die Komplexität dieses Beispiels etwas zu verringern, möchten wir uns auf ein vereinfachtes, spezifisches Problem konzentrieren: Die Verschuldung von Haushalten. Dabei wird auf jene Ursache fokussiert, bei der hohe Ausgaben zu dieser Schuldensituation führen. Gängige Ursachen für hohe Ausgaben sind beispielsweise die Familiensituation (Kinder, Trennung oder Scheidung) oder das Konsumverhalten.
Daneben gibt es natürlich noch weitere Gründe, weshalb Haushalte verschuldet sind. Ursachen, die aufgrund einer schlechten Einkommenssituation zu einer Verschuldung führen, werden im Rahmen der oben stehenden Grafik der Einfachheit halber ausgeklammert. Die Verschuldung kann beispielsweise auch aus einer schlechten Entlohnung der Arbeit resultieren (Working Poor). Inhaltlich ist die Einkommenssituation für die Verschuldung von Haushalten genauso wichtig, wie zu hohe Ausgaben. Was sich jedoch unterscheidet sind die Lösungswege, um unterschiedliche Ursachen zu bekämpfen.