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Derzeit wird die Schweiz wöchentlich von Winterstürmen heimgesucht. Nachdem „Lolita“ und „Petra“ schon verbreitet Windspitzen zwischen 90 und 110 Km/h brachten, folgt am Montag ein noch heftigerer Sturm.
Das Wichtigste in Kürze:
- Mit „Sabine“ wird einer der stärksten Stürme der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte erwartet, ähnlich stark wie Sturm „Burglind“ am 3. Januar 2018, aber schwächer als Lothar Ende Dezember 1999.
- Vom frühen Montagmorgen bis am Dienstagmorgen zeitweise Sturmböen, dabei zwei ausgeprägte Höhepunkte:
- Stärkste Phase mit einer Kaltfront am Montagvormittag zwischen 8 und 11 Uhr: Auch in den tiefen Lagen verbreitet Windspitzen um 100 bis 120 Km/h, mit lokalen Gewittern stellenweise mehr
- Am späten Montagabend und in der Nacht auf Dienstag zweiter Höhepunkt mit Windböen um 90 bis 110 Km/h in den tiefen Lagen, stellenweise mehr. Am Dienstag wieder Beruhigung.
- Mögliche Auswirkungen: Es sind Sturmschäden zu erwarten und es ist eine gewisse Vorsicht geboten! Umstürzen von Bäumen oder Baugerüsten, vereinzelt Schäden an Dächern, Wegwinden oder herumwirbeln von nicht befestigten, leichteren Gegenständen. Umkippen von Fahrzeugen mit grosser Angriffsfläche bei heftigem Seitenwind. Wälder jedenfalls meiden!
- Um keine zu grosse Panik auszurufen: Es ist keine Katatrophe zu erwarten, Lothar war schlimmer.
Im Detail:
Derzeit liegt das Zentrum von Sturmtief „Sabine“ über Schottland mit einem Kerndruck von knapp unter 950 hPa. In den kommenden 24 Stunden wird sich das Tief in Richtung Norwegen verlagern und sich weiter verstärken. Trotz der grösseren Entfernung von Sabine sorgt der starke Druckunterschied dafür, dass das Sturmfeld auch die Schweiz erreicht. Insbesondere befindet sich südwestlich des Sturmtiefst über dem Atlantik ein sehr intenives Windmaximum des sogenannten Jetstreams. Dieses erreicht am Montagmorgen die Schweiz, wobei in 8 Kilometern Höhe Windgeschwindigkeiten um 270 Km/h auftreten.
Der Wind in 8 Kilometern Höhe hat (zum Glück!) nur wenig mit dem Bodenwind zu tun. Aber er wird uns später noch einmal kurz beschäftigen.
In der Nacht auf Montag ist ein kurzer Föhnschub zu erwarten mit Sturmböen in den Föhntälern, aber das ist neben den folgenden Ereignissen nur am Rande erwähnenswert. Währenddessen nähert sich das Sturmfeld von „Sabine“, sodass am frühen Montagmorgen die ersten kräftigen Sturmböen im gesamten Mittelland zu erwarten sind. Spannend wird es an der Kaltfront des Sturmtiefs, die am Montagvormittag die Ostschweiz überqueren wird. Zeitlich wird dies voraussichtlich zwischen 8 und 11 Uhr passieren. Der Wind in 1500 Metern Höhe erreicht kurz zuvor sein Maximum mit rund 130 Km/h oder etwas mehr:
Wie ausgeprägt die Kaltfront sein wird, steht noch nicht ganz fest. Aber mit dem vorhin erwähnten Jetstream könnte es zu starken vertikalen Umlagerungen der Luftmassen kommen, stellenweise auch zu Gewittern. Dabei werden die 130 Km/h Wind in leicht abgeschwächter Form als Windböen zum Boden umgelenkt. Somit sind auch in den tiefen Lagen verbreitet orkanartige Böen zwischen 100 und 120 Km/h zu erwarten. Stellenweise sind Orkanböen von 130 Km/h oder sogar leicht darüber auch im Flachland durchaus im Bereich des Möglichen! Damit wird der Sturm noch etwas stärker als „Petra“ vergangenen Dienstag. Vergleichbare Windspitzen gab es verbreitet zuletzt beim Sturm „Burglind“ Anfang Januar 2018. „Burglind“ verursachte in der Ostschweiz erhebliche Waldschäden.
Nach der stürmischen Kaltfront nimmt der Wind nach dem Mittag vorübergehend etwas ab, es gibt aber weitere Strmböen. Am späten Montagabend und in der Nacht auf Dienstag folgt bereits die nächste Kaltfront mit erneutem Sturm. Dieses Mal sind sowohl der Höhenwind als auch die Katlfront leicht schwächer, aber es sind erneut bis ins Flachland verbreitet Böen um 90 bis 110 Km/h zu erwarten. Damit wäre der zweite Höhepunkt ähnlich wie „Petra“ der leicht schwächer. Dienstagvormittag nimmt der Wind dann wieder ab.
Die Wettermodelle sind sich grösstenteils einigermassen einig, dass 100 Km/h verbreitet erreicht oder überschritten werden. Im Detail gibt es aber noch Unsicherheiten, ob 110 bis 120 Km/h nur stellenweise oder aber verbreitet erreicht werden. Im letzteren Fall sind Sturmschäden garantiert. Bei solchen Kaltfronten können lokal eng begrenzt auch deutlich stärkere Windspitzen auftreten, aber dies wird keine grossen Gebiete betreffen und kann kaum vorhergesagt werden.
Quelle der Wetterkarten: www.wetterzentrale.de