Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03380.jsonl.gz/2928

Der Bau geht auf das 13. Jahrhundert zurück und beherbergte bis 1836 das Niedere oder Untere Spital und die dazugehörende Katharinenkapelle, Dann kam es zu einer abrupten Nutzungsänderung: es wurde in ein Schlachthaus umgebaut, das bis 1985 in Betrieb war. Seither steht das Gebäude leer. Bernhard Luginbühl war vom ersten Moment an begeistert von den beiden hohen Räumen , dem Schiff und dem Chor der ehemaligen Kapelle. Wände und Decken, die mit ihren Einrichtungen und dem rudimentären Mauerwerk aus Sandstein und Backsteinen an die komplexe Vergangenheit erinnern, bilden den angemessenen Rahmen für seine Figuren. Dazu kommt ein wesentliches biografisches Element:Luginbühl stammt aus einer Dynastie von Metzgern und hat aus seiner Kindheit intensive Erinnerungen an das Berner Schlachthaus. Der Künstler hat die Ausstellung in einigen Wochen zusammen mit seinen Söhnen Brutus, Basil und Jwan nach seinen eigenen Vorstellungen gestaltet und eingerichtet. Im Chor dominiert die über vier Meter hohe «Berliner Figur» von 1981-1985, die bisher erst einmal ausgestellt war, 1985 im Kuppelsaal der Hamburger Kunsthalle. Sie gehört in die Gruppe der Plastiken aus farbigen hölzernen Gussformen aus Giessereien, die Luginbühl vor der Zerstöhrung gerettet hat. Im ehemaligen Kirchenschiff dominiert «Zwilling» (2003), eine über zwölf Meter lange Figur, die eine schwere Eisenkugel hoch über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher diagonal durch den Raum rollen lässt. Ueber dreissig mittlere und kleinere Plastiken und Reliefs aus Eisen und Holz, die in verschiedenen Schaffensphasen von den siebzier Jahren bis heute entstanden sind, ergänzen die beiden monumentalen Werke,zum Beispiel die dem besonderen Ort entsprechende «Pferdeschädelwand auf Rädern» (2001-2002) oder «Goldiger Stierkopf» (1988-2001), aber auch der rote «Radiohund»(1975), der ab Tonband einen Text des Künstlers rezitiert. Durch die Auswahl der Werke und deren Bezug zueinander und zum Raum ist so ein eigentliches Gesamtkunstwerk entstanden. Auch in der Umgebung des Alten Schlachthauses begegnet man charackteristischen Beispielen aus Luginbühls plastischem Schaffen, darunter «Mondsäge II» (2001-2002) und «Jadeanker» (2003). Sie weisen nicht nur auf die Ausstellung hin, sondern schaffen neue Akzente in der Burgdorfer Unterstadt.
Metzgergasse 15
Es finden regelmässig Wechselausstellungen statt. Führungen und Sonderöffnungen auf Anfrage möglich.
April bis November
sonntags von 11 bis 17 Uhr oder auf Anfrage
Sommerpause: Juli geschlossen
Gruppen ab 10 Personen mit Führung nach Vereinbarung.