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Wieviel dürfen zusätzliche Lebensjahre kosten? 10 000 Franken? 100 000 Franken? Wer soll und darf darüber entscheiden? Und wer soll die teuren Medikamente bezahlen?
Neue Krebsmedikamente haben dazu beigetragen, dass die Diagnose Krebs heute etwas von ihrem Schrecken verloren hat. Beim Brustkrebs zum Beispiel wurden in den letzten Jahren wesentliche Verbesserungen erzielt: Bis Ende der 1970er Jahre wurden Brustkrebspatientinnen ausschliesslich chirurgisch behandelt, meist musste die betroffene Brust amputiert werden. Heute wird aus vielen Behandlungsoptionen eine individuelle Therapie zusammengestellt. Durch eine medikamentöse Nachbehandlung kann das Wiederauftreten des Tumors vielfach verhindert oder zumindest hinausgezögert werden.
Die neuen Medikamenten haben jedoch ihren Preis: Aufgrund der risikoreichen Forschung und Entwicklung mit hohen Kosten sind neue Medikamente oft sehr teuer. Insbesondere in Ländern, in denen es keine obligatorische Krankenversicherung gibt, können nicht-versicherte Patienten sich eine solche Behandlung meist nicht mehr leisten. Gerade bei lebensbedrohlichen Krankheiten ist der rasche Zugang zu neuen Medikamenten aber wichtig. Verschiedene Pharmafirmen versuchen hier mit entsprechenden Programmen Abhilfe zu schaffen und geben die Medikamente verbilligt ab.
Trotzdem stellen manche Onkologen, Patientenorganisationen und Gesundheitsökonomen die Frage, ob die zusätzlichen Kosten für verschiedene neuartige Medikamente noch gerechtfertigt sind, vor allem wenn ein Präparat keine Heilung, sondern nur einen Aufschub bringt.