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Der Übergang von der obligatorischen Schule in die Sekundarstufe II ist eine komplexe Nahtstelle. Je nach Bildungsweg haben vielfältige Faktoren einen mehr oder weniger grossen Einfluss auf die Zahl der Eintritte in nachobligatorische Ausbildungen. Aus systemischer Sicht gilt dieser Übergang dann als ideal, wenn er direkt in eine zertifizierende Ausbildung der Sekundarstufe II (berufliche Grundbildung, gymnasiale Maturitätsschulen und Fachmittelschulen) erfolgt. Die Quote des sofortigen Übergangs in eine zertifizierende Ausbildung ist somit ein Indikator für einen reibungslosen Übertritt. Der Vergleich der Quoten von verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt Hinweise auf die Chancengleichheit beim direkten Zugang zur Sekundarstufe II.
Beim sofortigen Übergang nach der obligatorischen Schule sind wesentliche Unterschiede nach Staatsangehörigkeit und Geburtsort festzustellen.
Die berufliche Grundbildung ist der bevorzugte Weg für alle Bevölkerungsgruppen, obwohl die in der Schweiz geborenen Personen, Ausländer oder Schweizer, diesen Ausbildungsweg häufiger beschreiten als andere Bevölkerungsgruppen (47,2% bzw. 49,3%). In den allgemeinbildenden Ausbildungen finden sich mehrheitlich in der Schweiz oder im Ausland geborene Schweizer Staatsangehörige (30,1% bzw. 35,4%). Ausländische Jugendliche, unabhängig davon, ob sie in der Schweiz oder im Ausland geboren sind, beginnen proportional zwei- bis dreimal häufiger Übergangsausbildungen als Jugendliche mit Schweizer Pass.
Seit 2012 ist die Quote der Schülerinnen und Schüler mit einer allgemeinbildenden Ausbildung in allen Bevölkerungsgruppen mit Ausnahme der in der Schweiz geborenen Ausländer angestiegen. Der grösste Anstieg ist bei den im Ausland geborenen Schweizern zu beobachten (+5,8 Prozentpunkte). Der Anteil der Personen, die nicht direkt in die Sekundarstufe II eintreten, ist leicht gesunken, insbesondere bei den im Ausland geborenen Schweizern (von 16,5% bis 13,3%). Der Anteil der Personen, die an Übergangsausbildungen teilnehmen, ist bei den Schweizer Staatsangehörigen gesunken, während sie bei den ausländischen Jugendlichen zugenommen hat. Der grösste Anstieg ist bei den im Ausland geborenen Ausländern festzustellen (+2,4 Prozentpunkte).
Tabellen
Definitionen
Die Quote der sofortigen Übergänge in die Sekundarstufe II misst den Anteil der Abgänger/innen der obligatorischen Schule, die danach sofort eine nachobligatorsiche Ausbildung beginnen:
Abgängerinnen und Abgänger werden in die folgenden Kategorien eingeteilt:
1. Übergangsausbildungen zwischen Sekundarstufe I und II
2. berufliche Grundbildung
3. allgemeinbildende Ausbildungen
4. kein sofortiger Eintritt in die Sekundarstufe II
Als Abgängerin bzw. Abgänger gelten Lernende zwischen 13 und 20 Jahren, die im Vorjahr das letzte Mal in der obligatorischen Schule erfasst wurden. Abgängerinnen und Abgänger von Jahr X sind Lernende, die im Jahr X-1 in der Sekundarstufe I oder im besonderen Lehrplan erfasst wurden und danach nicht mehr. Das folgende Jahr X können sie entweder:
- eine nicht zertifizierende Übergangsausbildung (10. Schuljahr, Vorbereitungsschule, Vorlehre) begonnen haben. Diese Definition der Übergangsausbildung ist daher restriktiver als diejenige, die in BFS-Erhebungen wie der Statistik der Lernenden und Studierenden (SDL) ausgewiesen wird (https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/publikationen.assetdetail.1520326.html, Seite 35);
- oder in eine zertifizierende Ausbildung der Sekundarstufe II eingetreten sind, und zwar in Form einer beruflichen Grundbildung, die auf ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) oder ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFS) vorbereitet bzw. einer allgemeinbildenden Schule, d.h. einer Fachmittelschule (FMS) oder einer gymnasialen Maturitätsschule (GMS);
- oder das Bildungssystem verlassen haben (d.h. sie sind in der Statistik der Lernenden und Studierenden (SDL) nicht mehr erfasst aber nach wie vor in der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP).
Nicht einbezogen wurden Schulabgänger, die:
- anfänglich nicht zur ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz gehörten;
- oder ein Programm ausserhalb der obligatorischen Schule besuchten;
- oder die Schweiz verliessen, ohne in eine zertifizierende Ausbildung auf der Sekundarstufe II einzutreten.