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Wie sieht das Drachenbooterlebnis aus Sicht eines aktiven Teilnehmers aus?
Der Drachenboot-Sport ist ein ausgeprägter Teamsport und nichts für Einzelkämpfer. Im Boot spielt neben Kraft und Ausdauer das Zusammenspiel des Teams eine sehr wichtige Rolle. So kann ein einzelner Paddler das ganze Boot ausbremsen, wenn dieser nicht im Takt paddelt. Durch die Grösse der Besatzung kann das Team einen schwächeren Paddler zu einem gewissen Grad auch kompensieren. Dies erleichtert den Einstieg für neue Paddler enorm. Auch Anfänger können so schon schnell an Wettkämpfen eingesetzt werden.
Der Teamsport zeigt sich aber auch ausserhalb des Wassers. Man trainiert zusammen, man reist zusammen zu den Wettkämpfen und nach erfolgreichen Wettkämpfen gehört auch das gemeinsame Feiern dazu.
Gibt es den historischen Bezug nach China, wie man dem Namen nach annehmen würde?
Ja richtig, der Drachenboot-Sport kommt aus China. Dort war das Drachenboot ursprünglich ein Transportmittel und wurde erst im Laufe der Zeit zu einem Sport entwickelt.
Die Geschichte des Drachenbootes reicht zurück ins 3. Jahrhundert vor Christus. Zu dieser Zeit lebte im chinesischen Königreich ein Minister und Poet, namens Qu Yuan. Er forderte eine Landesreform, da er sah, wie sehr das Volk litt. Kein Wunder, dass beim Volk ausserordentlich beliebt war, bei seinem König jedoch in Ungnade fiel. Dieser entliess ihn sogar und verbannte ihn vom Königshof.
Aus Verzweiflung über die Missstände im Land und seine ungerechtfertigte Verbannung stürzte sich Qu Yuan am 5. Tag des 5. Monats in die Fluten des Flusses Mi-Lo.
Die Legende besagt, dass hunderte einheimischer Fischer versuchten, ihn zu retten und sich mit ihren Booten ein Wettrennen lieferten. Um Qu Yuans Körper vor den gefrässigen Fischen zu schützen, schlugen sie laut die Trommeln und mit ihren Paddeln wild aufs Wasser. Vergeblich…
Welche Teile dieser Legende haben bis heute bei Drachenrennen Bestand?
Die heutigen Rennboote haben nur entfernte Ähnlichkeit mit den ursprünglichen traditionellen Booten. An Wettkämpfen werden die Boote immer mit Kopf und Schwanz bestückt. Wichtigste Tradition ist die Taufe der Drachenboote. Dabei wird der Drachen symbolisch gefüttert. Durch Ausmalen der Augen wird der Drache zum Leben erweckt.
Wo gibt es die Möglichkeit, Drachenbootfahren auszuprobieren?
Die Möglichkeit für ein Schnuppertraining bieten alle Clubs an. Da ist es am einfachsten diese direkt zu kontaktieren. Der Drachenboot Club Meilen kann einfach via Formular kontaktieren, welches unter www.drachenboot-meilen.ch zu finden ist.
Eine weitere Möglichkeit ist die Teilnahme an einem Drachenboot-Festival. Dort werden immer auch eine Rennkategorie «FUN» durchgeführt. Dies ist eine gute Chance den Sport in voller Aktion zu erleben. Entweder man stellt ein ganzes Team zusammen (ca. 20 Personen) oder man stösst zu einem bestehenden dazu. Das Festival in Meilen kann ebenfalls via Homepage kontaktiert werden.
Wieviele Clubs und Communities in der Schweiz bestehen?
Aktuell gibt es rund fünf Clubs welche in zwei Verbänden (SDBV – Schweizer Drachenboot Verband, und SKV Schweizer Kanu Verband) organisiert sind. Die Clubs sind in Basel (1x), Zürich (3x) und Kreuzlingen angesiedelt. Zudem gibt es ein paar wenige Wassersportvereine welche ebenfalls ein Drachenboot besitzen und unregelmässig verwenden.
Gibt es Wettkämpfe in der Schweiz oder international?
Ja natürlich! Wettkämpfe finden überall auf der Welt statt. Wettkämpfe werden an Drachenboot-Festivals über verschiedene Distanzen ausgetragen.
In der Schweiz gibt es dieses Jahr Festivals in Meilen, Eglisau und Rapperswil (Daten siehe http://sdbv.ch/cms/index.php/veranstaltungen).
International veranstaltet der Drachenboot-Verband jährlich eine Europa- und Weltmeisterschaft. Dies jeweils abwechselnd für Clubs oder Nationen.