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Der WWF bezeichnet die Wolfsabschüsse im Wallis als "Wolfmassaker" und fordert einen sofortigen Stopp der Erteilung von Abschussbewilligungen. Sollten die Abschüsse weitergehen, werde er das Luchs- und Wolfmanagement des Bundes nicht mehr akzeptieren.Dieser Inhalt wurde am 30. August 2000 - 16:56 publiziert
zwei von drei im Kanton Wallis registrierte Wölfe seien getötet oder verletzt worden, erinnert der WWF Schweiz (World Wide Fund for Nature) in einem Communiqué vom Mittwoch (30.08.). Der Bund verletze mit den "willkürlichen" Abschussbewilligungen die Berner Konvention, die ihn zur Erhaltung der Population seltener und gefährdeter Arten verpflichte.
Schafe für Abschussbewilligung geopfert
Der WWF verweist auf Frankreich, das seit dem Auftauchen von Wölfen 1992 im Massif du Mercantour keine einzige Abschussbewilligung erteilt habe. In der Schweiz hingegen opferten Schafhalter einen Teil ihrer Tiere, um eine Abschussbewilligung für Wolf und Luchs zu erhalten.
Wenn dieses Beispiel Schule mache, seien die im Luchs- und Wolfmanagement fest gehaltenen Abschusskriterien nur noch Makulatur, heisst es in der Mitteilung. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) müsse zukünftig andere Kriterien festlegen, damit sich eine Wolfspopulation bilden könne.
Es dürften nur noch Schafzüchter entschädigt werden, deren Tiere in einer Zone gerissen wurden, in der Schutzmassnahmen gegen Grossraubtiere ergriffen wurden.
Abschussbewilligungen befristen
Abschussbewilligungen sollten zeitlich begrenzt sein, damit Tiere, die keine Schafe mehr reissen, nicht geschossen werden dürfen. Gemäss WWF hat sich der Wolf, der am verangenen Freitag im Val d'Hérens (VS) geschossen wurde, bereits seit Wochen nur noch von Wildtieren ernährt.
Das BUWAL solle aus der Entschädigungskasse für Schafzüchter Schutzmassnahmen finanzieren. "Schwarze Schafe" unter den Schafhaltern dürften nicht mehr entschädigt werden.
Der Wolf war Anfang der 90-er Jahre ins Wallis zurückgekehrt. In den letzten sechs Jahren rissen fünf bis sechs Wölfe im Kanton rund 540 Schafe.
swissinfo und Agenturen
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