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Jasmina stellte folgende Frage zum Thema „Hypnose als Weg des Lernens und Erfahrens“ …
Lieber Uli,
könntest Du bitte etwas über die Hypnose als Weg des Lernens und Erfahrens sagen?
Ich verstehe Hypnose als ein Weg um in Kontakt mit Unbewusstem zu kommen, bei dem das Bewusstsein ausgeschaltet werden muss. Beim Auschalten des Bewusstseins findet ja kein bewusstes Lernen statt, sondern wird ein Zustand erreicht, der durch die weiteren Hypnosen erhalten werden kann/muss. Was sind die Vorteile und was sind die Gefahren einer Hypnosen Erfahrung?
Meine Antwort:
Liebe Jasmina,
ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie Du sofort nachhakst, wenn Dich etwas interessiert und/oder verunsichert. Kompliment!
Der Begriff Hypnose stammt aus dem „psychologischen Fachchinesisch“ und bedeutet im intensivsten Falle einfach nur einen Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Man ist sehr entspannt, also in der Grundhaltung parasympathisch.
In der Parasympathikotonie ist die Wahrnehmung weiter, somit können leichter Inhalte aus dem nichtbewussten Teil des eigenen Wesens aufsteigen. Es gibt unterschiedliche Ansätze, diesen Zustand zu nutzen. Manche halten das Unterbewusstsein für einen beliebig programmierbaren Biocomputer und setzen Suggestionen, die mit Affirmationen (Leitsätzen) dann weiter bestärkt werden sollen. „Ich bin reich, gesund, glücklich ….“ Dies ist manipulierend und zudeckend, charakteristisch beispielsweise für das positive Denken und jede Art des Mentaltrainings.
Eine zeitweilige Wirkung, die vorhandene Probleme unterdrücken kann, ist nur bei suggestiblen Menschen zu erwarten. Die Bühnenhypnose funktioniert auf dieser Grundlage. Dafür muss das Zentrum der Wahrnehmung weit nach außen verlagert und zugleich die Selbstwahrnehmung eingeschränkt sein. Das ist charakteristisch für Personen, die aus Angst sehr stark auf das Verhalten anderer und die Entwicklung der äußeren Umstände fixiert sind. Sie „sichern ständig da draußen“, was in dieser vermeintlich gefährlichen und unkalkulierbaren Umgebung geschieht.
Andere nutzen diese Trancezustände, um eine Kette von Ereignissen bis zum vermeintlich ursprünglichen problemauslösenden Ereignis zurückzuverfolgen. So bin auch ich früher in meiner Praxis mit der von mir entwickelten Methodik (psychoenergetische Ganzheitsmedizin, welch komplizierte Überschrift ;-)) vorgegangen.
Tatsächlich gibt es in jeder Lebensgeschichte dieses erste traumatisierende Ereignis. Allerdings ist es nicht der Ursprung, denn es muss einen Grund für diese besondere Verletzlichkeit gegeben haben. Dann kommen wir im letzten Schritt bei der negativen Grundannahme an. Diesen letzten Schritt hat übrigens auch Hamer nicht erkannt, weshalb es bei ihm und seinen Schülern nur Defektheilungen und ansonsten zeitweilige Linderung, sowie nur selten Heilungen gibt.
Es ist einerseits die anteilnehmende Einfühlsamkeit des Begleiters (Therapeuten) und die Tatsache, dass der Klient mit seiner Aufmerksamkeit in die bewusste Wahrnehmung, ja sogar Konfrontation mit dem Konflikt geführt wird. Es ist also Zuwendung anstatt Verdrängung. Erfolgreiche Psychotherapeuten führen an die Konflikte heran und bahnen Wege an, diese zu durchleben. Energie ist nur wandelbar, nicht zerstörbar, Du erinnerst Dich?
In der Parasympathikotonie kann es zu Momenten der Einheitserfahrung kommen. Berichte hierzu gibt es mehr als genug. Die Tatsache, dass wir in diesem Zustand nicht verharren können, jedenfalls nicht in diesem irdischen Leben, ist die Notwendigkeit des Spannungsaufbaus als Voraussetzung für Bewegung.
Ich habe das Arbeiten mit Trancezuständen aufgegeben, nachdem mir klar wurde, dass es keine Notwendigkeit gibt, in der Vergangenheit oder im Unterbewusstsein mit diesem Aufwand etwas erforschen zu wollen. Der Körper ist das Abbild der Psyche und die Auswirkungen unserer Gedanken- und Gefühlswelt finden wir präzise und überaus konkret in unserem Lebensumfeld.
Darauf beruht die angewandte Simplonik. Im Körper und im Lebensumfeld kann man lesen wie in einem aufgeschlagenen Buch. Wer für sich in Anspruch nimmt ganz Mensch zu sein und in allumfassender, nicht bewertender Liebe zu leben, hat keine Widerstände mehr gegen irgendjemanden oder irgendetwas.
Diese Widerstandsfreiheit hat automatisch die perfekte körperliche und geistige Gesundheit ohne jede Dysbalance zur Folge. Der Alterungsprozess wäre wenigstens weitgehend aufgehoben, es gibt keine grauen Haare, keine Notwendigkeit für eine Brille, kein Übergewicht, kein Untergewicht, keine sonstigen Beschwerden und Krankheiten usw.
Ich hoffe, dass ich hiermit zum klaren Verständnis beitragen konnte.
Mit einem lieben Gruß!
Uli