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Der Weltjugendtag ist das grösste katholische Festival und findet jedes zweite Jahr statt. Jachym, ein Freund von mir, hat dieses Jahr an diesem teilgenommen. Was der Weltjugendtag genau ist, wie der Tagesablauf aussieht und wie man dort lebt, erzählt er in diesem Interview.
Kannst du dich vorstellen?
Ich heisse Jachym und bin 19 Jahre alt.
Du warst beim Weltjugendtag in Lissabon. Was genau ist das?
Der Weltjugendtag ist das grösste katholische Festival. Es findet normalerweise jedes zweite Jahr statt und wird in einer Stadt von der katholischen Kirche organisiert. Es ist ein Treffen, wo sich Jugendliche und junge Erwachsene aus der ganzen Welt mit dem Papst treffen. Zusammen feiern sie den Glauben. Höhepunkt ist die Heilige Messe am Sonntag, an der alle Jugendlichen und der Papst teilnehmen. Die Weltjugendtage dauern in der Regel sechs Tage.
Wie war der Tagesablauf?
Sehr unterschiedlich. Am Dienstag hat es offiziell angefangen und am Sonntag war es zu Ende. Von Dienstag bis und mit Freitag gab es verschiedene Angebote, die vom Weltjugendtag organisiert worden sind. Jede Nation hatte ihr Zentrum in Lissabon und auch ihr eigenes Programm.
Am Vormittag in der Regel Gebet, Vermittlung von Glaubenswahrheiten und Heilige Messe. Am Nachmittag verteilten sich die Jugendlichen in Lissabon. In dieser Zeit konnten sie an Vorträgen und Diskussionen teilnehmen oder die Stadt erkunden. Ausserdem gab es viele Konzerte in der Stadt, wo wir mitsingen und mitfeiern konnten.
Am Donnerstag haben wir den Papst in Lissabon willkommen geheissen und am Freitag haben wir den Kreuzweg gebetet (Gebetsform, bei der an 14 Stationen der aktuellen Leiden in der heutigen Welt in Bezug zum Kreuzweg Christi gedacht wird).
Am Samstag trafen sich alle Jugendlichen in einem Park. Es handelte sich um eine grössere Fläche am Strand. Abends gab es eine Vigil (längeres Abendgebet mit Meditation) und dort haben wir auf Isomatten und Schlafsäcken geschlafen.
Wo hast du geschlafen und gegessen?
Ich habe in einem Klassenzimmer in einer Universität geschlafen, wo ungefähr 25 Leute geschlafen haben. Andere haben z.B. in Turnhallen geschlafen. Dort haben wir auch ein einfaches Frühstück bekommen. Für das Mittagsessen und für das Abendessen hatten wir eine App. Auf dieser App war eine Karte mit Restaurants und Fast-Food-Ketten, wo ich mit einem QR-Code das Essen beziehen konnte. Meine Freunde und ich gingen meistens in die Fast-Food-Ketten. Am Ende scherzten wir, dass wir in Lissabon wegen der vielen Fast-Food-Besuche bald keine Lust mehr auf McDonald’s hätten.
Wie hast du die Übernachtungsaktion im Park erlebt?
Zum Glück hatte ich Ohrstöpsel. Sie haben mir den Schlaf wirklich erleichtert. Nach der Vigil gab es ein Konzert, das bis in die Nacht ging. Das ging noch, aber dann haben sie einen Dokumentarfilm gezeigt. Aber ich wollte einfach nur schlafen. Ich bin trotzdem eingeschlafen. Aber nach dieser Woche hatte ich wirklich ein grosses Schlafdefizit.
In Lissabon war es sehr heiss. Wie habt ihr die Hitze überstanden?
Wir haben sehr viel Wasser getrunken. Als wir in den Park gegangen sind, wurden wir in Sektoren zugeteilt. In diesem Bereich haben wir geschlafen und uns aufgehalten. Ich hatte Glück, dass mein Platz unter der Autobahn war. So schien die Sonne nicht auf mich und ich hatte Schatten.
Was war für dich das Schlimmste während diesen sechs Tagen im heissen Lissabon?
Das war die Hitze am Sonntag. Hitze kennt man aus der Sauna, aber nach der Sauna kann man sich abkühlen. Aber in Lissabon hast du nur geschwitzt.
Was war dein Highlight am Weltjugendtag?
Die Heilige Messe mit allen jungen Erwachsenen und mit dem Papst am Sonntag. Das werde ich nie vergessen.
Welches Ereignis wird dir besonders in Erinnerung bleiben?
Mein tschechischer Freund hat seine tschechische Flagge von anderen Jugendlichen unterschreiben lassen. Die Menschen kamen aus verschiedenen Ländern. Am Ende hatten wir ungefähr 30 Länder auf der Fahne.
Wie war die Atmosphäre dort?
Die Atmosphäre war sehr offen und alle waren freundlich. Ich konnte sehr viele Freundschaften schliessen. Am Sonntag haben die Jugendlichen untereinander Sachen ausgetauscht. Ich habe von einem Jugendlichen aus Alaska eine Wäscheklammer bekommen. Auf der Waschklammer stand Alaska und sie war verziert. Ein Freund von mir hat tschechische Münzen getauscht.
Hast du gespürt, dass dort 1.5 Millionen Menschen waren?
Unter der Woche eher nicht. Ich habe schon gemerkt, dass es sehr viele Leute waren. Aber auf 1,5 Millionen würde ich nicht kommen. Aber jeder hat gemerkt, dass es eine grosse Masse war. Aber als wir am Samstag und Sonntag alle auf dem Platz waren, da habe ich es schon gemerkt.
Was nimmst du von dort mit? Was hast du gelernt?
Ich habe neue Erfahrung mit Menschen gesammelt und neue Freundschaften geschlossen. Doch das Wichtigste war, dass ich meine Beziehung mit Gott stärken und neu erleben konnte.
Willst du noch etwas sagen?
Ja, dass ich hundertprozentig in zwei Jahren am Youth Jubilee in Rom teilnehmen werde. Dieses Treffen findet nur alle 25 Jahren statt. In vier Jahren wird wieder ein Weltjugendtag in Seoul stattfinden, wo ich auch sein werde.
Willst du noch mehr Informationen und Berichte vom Weltjugendtag?
Die Schweizer Gruppe war auch in Lissabon und hat auf ihrer Website über dieses unvergessliche Erlebnis berichtet.