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Verwandte Reaktionen: Aldoladdition
Organic Chemistry Portal: Mukaiyama Aldol Addition
Mukaiyama-Aldoladdition
Die Mukaiyama-Aldoladdition ermöglicht die Umsetzung von Silylenolethern mit Carbonylen zu Aldolen unter Katalyse von Lewissäuren.
Mechanismus
Die in der Mukaiyama-Aldoladdition verwendeten Silylenolether bieten entscheidende Vorteile für eine gekreuzte Aldoladdition. Da sie relative unreaktiv sind, kann eine Carbonylkomponente vorrangig in einen Silylenolether derivatisiert werden:
In der Reaktion mit einer zweiten Carbonylkomponente findet eine Umsetzung erst bei Zugabe einer Lewissäure statt (LS, typisch TiCl4 oder BF3). Bei einer katalytischen Menge Lewissäure findet eine Umsilylierung statt:
Höher substituierte Silylenolether können als Z- oder E-Isomer vorliegen. Der antiperiplanare Übergangszustand führt in jedem Fall zu einer syn-Anordnung der Substituenten:
Chelat-Effekte können zur Bildung der anti-Konfiguration führen.
Die enantioselektive Aldoladdition ist Gegenstand der aktuellen Forschung. Neben BINOL-Liganden werden Box- und Pybox-basierende Systeme verwendet.
In der Synthese von Phorboxazol ist ein Schlüsselschritt die enantioselektive Aldoladdition:
D. A. Evans, J. Am. Chem. Soc, 2000, 122, 10033.
In einer faszinierenden Reaktionsführung aus der aktuellen Literatur wird eine stöchiometrische Menge einer milden Lewissäure mit einer katalytischen Menge einer Lewisbase zum chiralen Katalysator aktiviert:
Lewis Base Activation of Lewis Acids: Catalytic, Enantioselective Addition of Silyl Ketene Acetals to Aldehydes
S. E. Denmark, G. L. Beutner, T. Wynn, M. D. Eastgate, J. Am. Chem. Soc., 2005, 127, 3774-3789.
Weitere Beispiele für (enantioselektive) Mukaiyama-Aldoladditionen finden Sie auf den englischsprachigen Seiten, die oben verlinkt sind!
Prof. Teruaki Mukaiyama (1927-2018)
Der japanische Chemiker Teruaki Mukaiyama studierte und dozierte an unterschiedlichen Universitäten in Tokio. Neben seiner selektiven Synthese von Aldolen machte er sich einen Namen mit einer Totalsynthese von Taxol, die zwischen 1997 und 1999 publiziert wurde. In dieser Totalsynthese gelangte Mukaiyama unter anderem mit asymmetrischen und stereoselektiven Aldolreaktionen ans Ziel.