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Einführung
Rund 170 Kunstwerke der privaten Stiftung Sammlung E. G. Bührle sind im Herbst 2021 als Dauerleihgaben ans Kunsthaus Zürich gekommen. Die Integration der Werke in den Erweiterungsbau wurde 2012 in einer Volksabstimmung befürwortet. Die Sammlung enthält Werke vom Mittelalter bis zur frühen Moderne, im Mittelpunkt steht ein herausragendes Ensemble französischer Malerei des Impressionismus.
Emil Bührle (1890-1956) war ein bedeutender Industrieller, Sammler und Mäzen und ist bis heute eine umstrittene Figur. Bührle baute die Werkzeugmaschinenfabrik in Oerlikon bei Zürich zu einem international agierenden Rüstungskonzern aus. Der Erfolg des Unternehmens machte ihn sehr wohlhabend und ermöglichte ihm den Aufbau einer der bedeutendsten Privatsammlungen seiner Zeit. Sie umfasste über 600 Werke.
Emil Bührle begann 1936 zu sammeln. Zwischen 1936 und 1945 gelangten rund 150 Werke in die Sammlung. 13 davon wurden nach dem Krieg als Raubkunst identifiziert. Bührle musste sie restituieren. Er erwarb neun davon ein zweites Mal. Die Hauptphase seiner Sammlertätigkeit liegt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Von Bührles grossen finanziellen Möglichkeiten profitierte auch das Kunsthaus Zürich. Bührle war seit 1940 Mitglied der Sammlungskommission. Noch im selben Jahr stellte er die Finanzierung eines Erweiterungsbaus in Aussicht. Im Zuge der Umsetzung dieses Bauprojekts schenkte er dem Kunsthaus 1952 zwei grosse Seerosenbilder Claude Monets.
Es ist meine Absicht, anlässlich der Eröffnung des Neubaus der Öffentlichkeit eine Gesamtschau meiner Sammlung zu bieten. In diesem Sinne sage ich zu Ihnen: Auf Wiedersehen am Heimplatz.
Die Ausstellung fand 1958 statt, zwei Jahre nach dem Tod des Sammlers. 1960 wurden rund 200 Werke der Sammlung in eine Stiftung überführt. Diese präsentierte die Werke bis 2015 in einem Privatmuseum am Stadtrand von Zürich. An diesem Ort, der für ein grösseres Publikum nicht ideal erreichbar war, konnte die Sicherheit der Werke nicht mehr ausreichend garantiert werden. Im Oktober 2021 ist die Sammlung als Dauerleihgabe in den Chipperfield-Bau eingezogen, wo sie einen Sechstel der gesamten Ausstellungsfläche belegt. Damit hat in der Beziehung Bührles, seiner Familie und der Sammlung zum Kunsthaus und der Stadt Zürich eine neue Phase begonnen.