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Ausstellung: Ré Soupault
«Die Fotografin der magischen Sekunde»
Selbstportrait, 1939
«Es sind Bilder von zeitloser Schönheit, eine unwiderstehliche Mischung aus abstrakter Fotografie und realistischer Darstellung des menschlichen Körpers, Meisterwerke.»
Frankfurter Rundschau
Ré Soupault (1901–1996) war Avantgarde-Filmerin, Fotografin, Modedesignerin, Journalistin, Übersetzerin, Radioessayistin und Hörspielautorin. Sie zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.
Die Tochter eines Pommerschen Metzgers und Viehhändlers studierte am Bauhaus in Weimar, wurde in Berlin und Paris zur Modejournalistin und erfand das Transformationskleid. Als Fotografin begleitete sie den surrealistischen Schriftsteller Philippe Soupault auf seinen journalistischen Reisen. Die beiden heirateten 1937 und flohen 1942 vor dem Einmarsch der Deutschen aus Tunis in die USA.
Im Spannungsfeld zwischen dem «Neuen Sehen» am Bauhaus, Dadaismus, Konstruktivismus und Avantgardefilm entwickelte Ré Soupault in den zwanziger Jahren ihren eigenen Stil, den sie in der Fotografie umsetzte.
Nach der Trennung von Philippe Soupault arbeitete Ré zuerst in New York, dann in Basel und schliesslich wieder in Paris als Funkessayistin und als Übersetzerin von Lautréamont, Romain Rolland und Philippe Soupault, mit dem sie in den letzten 20 Jahren ihres Lebens wieder zusammenfand.
Seit ihrer Ausbildung am Bauhaus in Weimar (1921–1925) war sie Teil der europäischen Avantgarde-Bewegungen der 1920er- und 1930er-Jahre. In erster Ehe (1926) mit dem Dadaisten Hans Richter und in zweiter Ehe (1937) verheiratet mit dem Mitinitiator der Surrealismus-Bewegung Philippe Soupault, war sie – als Teil der Künstler-Zirkel um Man Ray, Fernand Léger, Florence Henri, Gisèle Freund, Elsa Triolet, Helen Hessel, Max Ernst oder Foujita – Mittlerin in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen der 1920er- und 1930er-Jahre und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Meisterin der Fotografie
Soupaults fotografisches Werk entstand zwischen 1934 und 1950 in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Skandinavien und Tunesien. Sie arbeitete von Beginn an mit Rolleiflex- und Leica-Kameras. Reportagefotografie, Portraits und Alltagsszenen bestimmen ihr Werk, das durch seine Geradlinigkeit und Klarheit besticht. Kein Foto war gestellt, «alles kam direkt aus dem Leben». Ihr fotografisches Werk wurde erst Ende der 1980er-Jahre wiederentdeckt. Sie war die Fotografin «der magischen Sekunde» (Die Zeit), die «Meisterin der Fotografie» (Le Monde).
Ausstellung mit Fotografien von Ré Soupault
Ort: Galerie St. Laurent
Manfred Metzner, Herausgeber und Freund von Ré und Philippe Soupault, wird durch die Ausstellung führen und im Rahmen der «Perspektiven» ein Gespräch mit Stefan Zweifel führen.
Andalusische Bauern vor Ausbruch des Bürgerkriegs, 1936
Philipe Soupault am Strand, 1940
Hochzeit, Paris, 1934
Quartier résérvé in Tunis, 1939