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An der Swiss EXPO 2017, der Tier&Technik 2017, der BRUNA 2017 und der Swiss Red Night 2017 wurden insgesamt 321 Kühe untersucht. Bei 72 Kühen (23%) wurde mittels Ultraschall ein Euterödem nachgewiesen. Bei 29, der untersuchten Kühe (16%) wurden im Blut Entzündungshemmer nachgewiesen, was den Rückschluss auf eine Behandlung am Tag oder in den Tagen vor der Ausstellung zulässt. Entzündungshemmer wirken schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend.
Im Auftrag der ASR
Der Studienleiter Prof. Adrian Steiner erklärt: «Überlange Zwischenmelkzeiten können dazu führen, dass Kuheuter überfüllt sind und sich Wasseransammlungen, sogenannte Ödeme, unter der Euterhaut bilden können.» Weiter beeinträchtigen lange Zwischenmelkzeiten das Gehen und Stehen und das Fressverhalten der Kühe, die Zellzahl in der Milch steigt an und es tropft Milch aus unverklebten Zitzen. «Der Auftrag der ASR bestand darin, Erhebungen zum Euterfüllungsgrad von top rangierten Kühen an kompetitiven Milchvieh-Ausstellungen in der Schweiz im Jahr 2017 durchzuführen», so Steiner weiter. Zudem sollte im Auftrag der ASR die Praxistauglichkeit von Ultraschalluntersuchungen zur Beurteilung des Euterfüllungsgrades untersucht werden. Im Auftrag des BLV sollte erhoben werden, in welchem Ausmass Entzündungshemmer und Entwässerungsmittel bei Kühen an Milchviehausstellungen zum Einsatz kommen.
Studienleiter Steiner sagt zu diesen Ergebnissen: «Es ist zu begrüssen, dass die ASR und das BLV für diese Thematik sensibilisert sind und diese Studie in Auftrag gegeben haben. Und vor allem ist es begrüssenswert, dass basierend auf den Studienergebnissen und unseren Empfehlungen Massnahmen ergriffen wurden.»
Die beiden Studien haben gezeigt, dass die Untersuchung auf Euterödem per Ultraschall ein verlässliches Instrument zum Nachweis von überladenen Eutern ist. Denn je stärker das Euterödem ausgeprägt ist, desto grösser ist auch die Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Kuh zu werten. Dank diesen Erkenntnissen sind laut BLV damit neu objektive Kontrollen an den Ausstellungen möglich.Quelle: Universität Bern, Departement klinische Veterinärmedizin, Wiederkäuerklinik