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Der paraguayische Autor und Regisseur Marcelo Martinessi hat im Wettbewerb der 68. Berlinale mit seinem Spielfilmdebüt "Las herederas" einen kraftvollen Akzent gesetzt.
Der mit Geld aus Deutschland produzierte Film um die Lebenskrise eines älteren lesbischen Paares überzeugt als hintergründige Studie über den Existenzkampf so genannter kleiner Leute in einer Welt, die von wenigen Machthabern mit viel Geld regiert wird.
Marcelo Martinessi versteht seinen Film als Parabel auf die Situation Paraguays nach der Amtsenthebung des Präsidenten Fernando Lugo, des "Bischofs der Armen", im Jahr 2012. Dazu sagte er in Berlin: "Wir fühlen uns in Paraguay wie ein einem Gefängnis. Denn der Staatsstreich von 2012 hat uns in jeder Hinsicht in die Vergangenheit zurückgeworfen. Es ist Aufgabe meiner Generation, dagegen aufzubegehren. Deshalb habe ich diesen Film gedreht."
Hauptdarstellerin Ana Brun empfiehlt sich mit ihrem Porträt einer Frau, die versucht, eingefahrene Lebenswege zu verlassen, schon zu Beginn der Berlinale als Kandidatin für die Auszeichnung als beste Schauspielerin. Auf der Pressekonferenz für die internationalen Medienvertreter gestand sie mit Tränen in den Augen: "Ich zeige hier sehr viel von mir selbst, von meinem Leben. Mehr möchte ich dazu nicht sagen."