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Geburtsgewicht beeinflusst das Risiko von Vorhofflimmern bei jungen Menschen
Vorhofflimmern, die weltweit häufigste Herzrhythmusstörung, betrifft nicht nur ältere Menschen. Eine neue Studie des Karolinska Instituts in Stockholm hat nun gezeigt, dass das Geburtsgewicht eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Vorhofflimmern bei jungen Menschen spielt.
Vorhofflimmern – das Wichtigste in Kürze:
Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens unregelmässig und oft zu schnell schlagen. In Europa leiden rund 9 Millionen Menschen an dieser Erkrankung, wobei die Inzidenz bei älteren Menschen höher ist. Allerdings ist in den letzten Jahrzehnten eine steigende Inzidenz von Vorhofflimmern bei Kindern und jungen Erwachsenen zu beobachten.
Fen Yang und sein Team haben sich in ihrer Studie mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren das frühe Auftreten von Vorhofflimmern beeinflussen könnten. Dabei konzentrierten sie sich auf das Geburtsgewicht. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Frühgeborene und Kinder mit einem erhöhten Geburtsgewicht im späteren Leben anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind.
Die Forscher analysierten Daten aus drei skandinavischen Ländern und untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht und der späteren Diagnose von Vorhofflimmern. Die Studie umfasste insgesamt etwa 8 Millionen Personen im Alter von bis zu 49 Jahren, bei denen in 174,4 Millionen Personenjahren 11 464 Fälle von Vorhofflimmern diagnostiziert wurden.
Die Ergebnisse der Studie, die im renommierten Fachjournal «JAMA Pediatrics» veröffentlicht wurden, waren bemerkenswert: Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden, hatten ein um 30 % höheres Risiko, im jüngeren Lebensalter an Vorhofflimmern zu erkranken. Noch deutlicher war der Zusammenhang bei Kindern mit einem Geburtsgewicht über der 90. Perzentile: Sie hatten ein um 55 % erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern. Wenn sowohl Frühgeburt als auch erhöhtes Geburtsgewicht vorlagen, stieg das Risiko sogar um 71 %.
Die Ergebnisse wurden durch eine Analyse von Geschwistern bestätigt, bei der der Einfluss anderer Faktoren, die mit der Familie zusammenhängen, herausgefiltert wurde. Es zeigte sich, dass Mütter mit einer Frühgeburt häufiger Erstgebärende waren oder angeborene Anomalien auftraten. Bei Geburten mit einem erhöhten Geburtsgewicht handelte es sich oft um ältere Mütter mit bestehender Adipositas oder Diabetes.
Für den klinischen Alltag bedeuten die Ergebnisse der Studie, dass die Anamneseerhebung erweitert werden sollte, um Informationen über das Geburtsgewicht der Patienten zu erfassen. Besonders engmaschige Kontrollen sollten bei Personen mit einem Geburtsgewicht über der 90. Perzentile und/oder einer Frühgeburt durchgeführt werden. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die zugrunde liegenden Mechanismen für diese Zusammenhänge besser zu verstehen.
Diese neue Forschung wirft ein Licht auf einen bisher wenig erforschten Aspekt des Vorhofflimmerns und eröffnet neue Möglichkeiten für die Prävention und Behandlung dieser Herzrhythmusstörung, auch bei jüngeren Menschen.