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Mulholland Drive
Jahr: 2001 Kategorie: Sind wir zwei Zwei oder Vier? Regie: David Lynch mit: Naomi Watts, Laura Harring, Ann Miller, Dan Hedaya
Genie oder Psychiatrie? Schon als sein letzter Film in die Kinos kam, ein zweistündiger Exkurs über moderne Rasenmäher und ihre Rolle als Auto-Ersatz, wurde über den Geisteszustand von David Lynch gerätselt. Mit «Mulholland Drive» lebt diese Frage wieder auf.
Lynch glaubt offenbar allen Ernstes, dass es erstens das personifizierte Böse gibt, und dass dieses zweitens im Hinterhof eines Fast-Food-Restaurants haust. Ausserdem deutet er an, dass das Unglück der Welt von übergeschnappten Teenagern ausgeht, die über Schnellstrassen rasen…
Über die «Geschichte» dieses Films legen wir darum besser den Mantel des Schweigens. Aufschlussreich sind diesbezüglich die Gerüchte um das Drehbuch, das zu grossen Teilen vom Star-Regisseur selber geschrieben wurde. Er soll zur Vorbereitung drei Monate im Tipi, «bei den Prärie-Indianern», verbracht haben, dabei haufenweise Gras gepafft und täglich eine Schwitz-Kur gemacht haben. Das Original-Drehbuch wird unter Verschluss gehalten, doch verlautet aus Insiderkreisen, dass Lynch die Personen wiederholt verwechsle, ihre Namen austausche, und mitten in der Szene den Handlungsfaden verliere. Produzenten und Assistenten bemühten sich nach Kräften, wenigstens ansatzweise eine Ordnung herzustellen – dennoch verlässt der Kinobesucher den Saal ziemlich ratlos an der Frage kauend: «und wer war nun genau wer?»