Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/11355

<h2>SubmittedText<h2><p>Das Vorkommen von Schilddrüsenkrebs in der Bevölkerung betrifft meines Wissens einen sehr kleinen und bisher stabilen Anteil.</p><p>Ich möchte den Bundesrat fragen, ob sich in den letzten zehn Jahren - nach der Freisetzung hoher radioaktiver Strahlung auch über der Schweiz, verursacht durch den Reaktorunfall in Tschernobyl - an dieser Quote etwas verändert hat und ob auch Kinder betroffen sind. Es wäre denkbar, dass auch in der Schweiz ein signifikanter Anstieg von Schilddrüsenkrebs zu verzeichnen wäre, wie dies in der näheren Umgebung von Tschernobyl der Fall ist.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die durch die Krebsregister der Schweiz epidemiologisch erfassten Schilddrüsenkrebserkrankungen betrugen pro Jahr in der Periode 1984-1988 etwa 41 auf 10 000 Frauen und etwa 19 auf 10 000 Männer. Ihnen stehen in der Periode 1989-1993 pro Jahr etwa 42 Erkrankungen auf 10 000 Frauen und 17 auf 10 000 Männer gegenüber. Der Vergleich zeigt, dass für Männer eine leichte Abnahme (rund 10 Prozent) und für Frauen eine schwache Zunahme (rund 2 Prozent) bei der Schilddrüsenkrebserkrankung beobachtet werden konnte.</p><p>Für die Altersgruppen 0 bis 14 Jahre und 15 bis 34 Jahre wurde ebenfalls eine Abweichung der Erkrankungsrate im gleichen Rahmen festgestellt.</p><p>Somit kann gesagt werden, dass in der Schweiz in den letzten zehn Jahren kein signifikanter Anstieg von Schilddrüsenkrebs zu verzeichnen war.</p>  Antwort des Bundesrates.