Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03298.jsonl.gz/1713

Behandlung von CML Tyrosinkinasehemmer (TKI) Weitere Behandlungsmöglichkeiten Langfristige Ziele und therapiefreie Remission Nebenwirkungen von Tyrosinkinasebehandlungen
Im Gegensatz zu anderen Leukämieformen ist bei der CML der Entstehungsmechanismus (das im Philadelphia-Chromosom enthaltene BCR-ABL-Fusionsgen) genau bekannt. Basierend darauf konnten zielgerichtete Therapien dagegen entwickelt werden: die Tyrosinkinasehemmer.
Tyrosinkinasehemmer greifen die Krebszellen sehr spezifisch an – im Gegensatz zu Chemotherapeutika, die unspezifisch auch auf gesunde Zellen wirken. Daher sind sie einerseits besonders wirksam und haben andererseits, im Vergleich zu anderen Krebstherapien wie Chemotherapien, relativ geringe Nebenwirkungen.
Für die Behandlung der CML stehen mehrere TKIs zur Verfügung. Individuelle Faktoren spielen jedoch eine wichtige Rolle bei der Auswahl des richtigen TKI. Zu diesen Faktoren zählen:
Es gibt verschiedene Wege, das Ansprechen eines Patienten auf die Behandlung mit TKIs, also den Behandlungserfolg, zu untersuchen.
Hämatologische Remission und frühes molekulares Ansprechen
Der Begriff „Remission“ beschreibt das Nachlassen von Krankheitsanzeichen. Hämatologische Remission bedeutet, dass sich die Anzahl der Blutzellen wieder normalisiert hat und bei der mikroskopischen Untersuchung auch keine unreifen Blutkörperchen im Blutausstrich gefunden wurden. Idealerweise geht die hämatologische Remission mit einer Reduktion der BCR-ABL-positiven Zellen auf unter 10 % einher.Diese Reduktion wird frühes molekulares Ansprechen genannt.
Dieser Meilenstein sollte innerhalb von 3 Monaten nach Therapiebeginn erreicht werden.
Zytogenetische Remission
Wird die zytogenetische Remission erreicht, kann bei einer Chromosomenanalyse des Knochenmarks kein Philadelphia-Chromosom mehr nachgewiesen werden. Die zytogenetische Remission geht mit einer Reduktion des BCR-ABL-Werts auf unter 1 % einher.
Dieser Meilenstein sollte innerhalb von 6 Monaten nach Therapiebeginn erreicht werden.
Gutes molekulares Ansprechen (Major Molecular Response; MMR)
Man spricht von einer MMR, wenn die BCR-ABL-Werte unter 0,1 % gesunken sind.
Die MMR sollte innerhalb von 12 Monaten nach Therapiebeginn erreicht werden.
Manche Patienten erreichen sogar ein tiefes molekulares Ansprechen,eine MR4,5. Das bedeutet, dass fast oder gar keine Leukämiezellen in ihrem Blut mehr nachgewiesen werden können.
Ihr Arzt wird mit Ihnen Ihr Ansprechen auf die Behandlung besprechen und Ihnen erklären, was jeder dieser Meilensteine für Sie bedeutet.
Aktuelle Behandlungsleitlinien >
CH2209216147