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<h2>SubmittedText<h2><p>Mit Besorgnis nehmen wir die Tendenzen der Gesundheitspolitik in der ländlichen Gegend wahr:</p><p>- Hausärzte, die sich pensionieren wollen, finden keine Nachfolge;</p><p>- der Bundesrat will die Selbstdispensation abschaffen;</p><p>- der Tarmed in den ländlichen Kantonen unterscheidet sich wesentlich vom Tarmed in den Städten;</p><p>- der Zugang zu Hausärzten wird für die Bevölkerung in der ländlichen Gegend immer schwieriger. </p><p>Wir finden, dass auch die ländliche Bevölkerung einen guten Zugang zu Hausärzten haben muss und dass der Service public auch im Gesundheitswesen gewährleistet werden muss. Daher sind wir froh um einige klärende Antworten des Bundesrates: </p><p>1. Wie nimmt er diese Tendenzen wahr? </p><p>2. Welche Bestrebungen unternimmt er, dass Hausärzte eine gute Ausgangslage für ihre Praxis im ländlichen Raum haben? Mit Besorgnis verfolgen wir die Veränderungen, dass kaum noch Schweizer Ärzte für die Nachfolge gefunden werden oder diese Nachfolge nicht langfristig garantiert werden kann. </p><p>3. Der Bundesrat gab unlängst bekannt, dass er die Selbstdispensation abschaffen will. Dies ist eine weitere Massnahme, die Leute auf dem Land benachteiligt. Die Versorgung mit Medikamenten wurde bis anhin in denjenigen Kantonen mit Selbstdispensation gut gewährleistet, und kranke und vor allem ältere Menschen mussten nicht lange Wege zum Besorgen der Medikamente in Kauf nehmen. </p><p>4. Was unternimmt er, dass in Zukunft Ärzte auf dem Land, die eine ausgewogene Hausarztmedizin - oft noch verbunden mit Notfalldiensten - anbieten, gegenüber denjenigen in städtischen Gebieten nicht benachteiligt werden? </p><p>5. Unterstützt er die Bestrebungen, dass auch in Zukunft eine flächendeckende ärztliche Versorgung gewährleistet werden kann?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass es immer schwieriger wird, junge Ärztinnen und Ärzte zu finden, die bereit sind, gerade in ländlichen Regionen den Beruf des Grundversorgers zu ergreifen und bestehende Einzelarztpraxen zu übernehmen. Diese Tatsache ist für die Generation der abtretenden Hausärztinnen und Hausärzte nicht immer einfach zu akzeptieren. Einerseits haben sie während ihrer Berufslaufbahn in ihre Praxen investiert und tragen so das finanzielle Risiko, wenn sie keine passende Nachfolge finden. Neben diesen materiellen Momenten stellt sich andererseits auch die Frage nach der Wertschätzung der gelebten Berufsjahre, die durch das Desinteresse der jüngeren Berufsgeneration infrage gestellt wird. Wie Studien aufzeigen, gehen die Berufswünsche der jungen Berufsgeneration klar hin zu Gruppenpraxen. Sie sehen sich - wenn möglich - in Netzwerken eingebunden, um auch die Belastung durch den Notfalldienst abzufedern und Arbeits- und Privatleben besser zu vereinbaren. Akzentuiert zeigt sich diese Problematik gerade auch bei den jungen Medizinerinnen, die von ihrer Grundhaltung her für den Beruf der Hausärztinnen prädestiniert wären, welche sich jedoch mit dem althergebrachten Berufsbild des Hausarztes schwer tun.</p><p>Der Bundesrat nimmt die Situation ernst. In Beantwortung der Postulate 07.3279 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit SR (06.2009) und 07.3561 der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit NR (06.2009) betreffend die Aufwertung der Hausarztmedizin hat er am 27. Januar 2010 verschiedene hier angesprochene Fragen zur Hausarztmedizin in einem Bericht dargestellt. In diesem Bericht werden ausgehend von einer Klärung des Begriffs Grundversorgung das Tätigkeitsprofil der Grundversorger analysiert, der Reformbedarf in Aus- und Weiterbildung untersucht, die Frage der ärztlichen Grundversorgung in Randregionen angegangen und die Einkommenslage der Grundversorger aufgezeigt. Im Zusammenhang mit der Motion Fehr Jacqueline 08.3608 ist der Bundesrat bereit, die Thematik der Grundversorgung vertieft zu prüfen und in einem Bericht konkrete Massnahmenvorschläge zu unterbreiten. Der Bericht ist auf Ende 2010 geplant. </p><p>3. Der Bundesrat schlägt im Rahmen der laufenden Vernehmlassung zur Revision des Heilmittelgesetzes vor, die ärztliche Arzneimittelabgabe (Selbstdispensation) im Grundsatz zu verbieten. Die Kantone sollen jedoch die Möglichkeit erhalten, Ärztinnen und Ärzten die Abgabe von Arzneimitteln zu erlauben, sofern der Zugang zu einer öffentlichen Apotheke nicht gewährleistet ist. Damit kommt der Bundesrat den Bedürfnissen von Randregionen entgegen. Die Anwendung von Arzneimitteln im Rahmen der ärztlichen Behandlung sowie bei Haus- und Hofbesuchen bleibt in jedem Fall zulässig. Dass eine Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ohne Selbstdispensation durchaus möglich ist, belegen die Erfahrungen im angrenzenden Ausland und in Kantonen, welche die Arbeitsteilung zwischen Apothekern und Ärzten (Rezepturmodell) seit vielen Jahren kennen (beispielsweise Wallis oder Freiburg). Die Vernehmlassung ist noch im Gang. Das weitere Vorgehen ist abhängig vom Ergebnis des Vernehmlassungsverfahrens. </p><p>4./5. Grundsätzlich unterstützt der Bund im Interesse der Patientinnen und Patienten eine möglichst flächendeckende und jeder Person zugängliche medizinische Versorgung. Dies kann aber nicht gleichgesetzt werden mit dem Festhalten an starren Strukturen. Gerade die Erwartungen einer zukünftigen Generation von Ärztinnen und Ärzten verlangen Veränderungen hin zu neuen Praxismodellen. Im Rahmen der Plattform der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) und des Bundes wurden verschiedene Massnahmen zur Stärkung der ärztlichen Grundversorgung vorgeschlagen. Namentlich die Frage des Notfalldienstes wurde unter der Leitung der GDK aufgenommen und kantonal reorganisiert.</p>  Antwort des Bundesrates.