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«Wal-Gefängnis» in Russland
Experten sehen Risiken bei Freilassung
Tierschützer warnen vor Risiken bei der Freilassung der im Osten Russlands in winzigen Becken eingesperrten rund 100 Wale.
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«Sowohl die Orcas als auch die Belugas sind noch sehr jung gefangen worden», erklärte Delfinarienexperte David Pfender von der Wal- und Delfinschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). «Falls man sie einfach freilassen würde, könnte man ein Überleben nicht garantieren.» Die Tiere müssten sich ans Meer und ans Jagen gewöhnen. «In der freien Wildbahn wären sie noch von der Mutter abhängig und würden mit der Familie die Jagd erlernen.» Für dieses Problem müsse erst noch eine Lösung gefunden werden, gab Pfender zu bedenken.
Ausserdem müsse die Bucht am Japanischen Meer, wo die Tiere in der Anlage auf engem Raum gehalten werden, eisfrei sein. «Dementsprechend wäre eine Auswilderung frühestens in den Sommermonaten möglich», sagte der Meeresbiologe. Zunächst sei es wichtig, den Kontakt zu Menschen auf ein Minimum zu reduzieren. Zudem müssten die Becken vergrössert werden.
Tierschützer fordern seit Monaten, dass die Belugas und Orcas freigelassen werden. Sie bezeichnen die von verschiedenen Firmen betriebene Anlage als «Wal-Gefängnis» und befürchten, die Tiere könnten an chinesische Aquarien verkauft werden. Bisher zeichnet sich nicht ab, wann die Anlage aufgelöst wird.
Bekannt wurde das «Wal-Gefängnis» im Herbst 2018, als sich Drohnenaufnahmen der Anlage viral im Netz verbreiteten und für weltweite Empörung sorgten. Eine Online-Petition, welche die Freilassung der Wale fordert, haben bereits 1,2 Millionen Menschen unterschrieben.