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Der Weltgipfel über die Informationsgesellschaft (WSIS) bot der internationalen Gemeinschaft, die durch Staats- und Regierungschefs, Generaldirektoren der UNO-Sonderorganisationen, nationale Delegierte nichtstaatlicher Organisationen (NGOs), Repräsentanten von Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft vertreten war, eine globale Plattform.
Gemäss der Resolution 56/183 der Vereinten Nationen vom 31. Januar 2002 fand der WSIS unter der Schirmherrschaft des Generalsekretärs der Vereinten Nationen statt. Für die Organisation des Weltgipfels zeichnete die Internationale Fernmeldeunion (ITU) verantwortlich. Der Gipfel, der ranghöchste Regierungsvertreter, UNO-Sonderorganisationen, NGOs, Zivilgesellschaft und Privatsektor zusammenbrachte, war in zwei Phasen aufgeteilt: Die erste Etappe fand vom 10. bis 12. Dezember 2003 in Genf statt und mündete in eine Grundsatzerklärung und einen Aktionsplan. Die zweite Phase fand vom 16. – 18. November 2005 in Tunis statt. Bis Tunis sollte einerseits die Umsetzung des Resultates von Genf in Angriff genommen werden. Zudem sollten die in Genf noch ungelösten oder zuwenig detailliert behandelten Themen - "Internet Governance" und "Financing Mechanisms" - weiterentwickelt werden. Alle offiziellen Dokumente können von der ITU WSIS Website heruntergeladen werden.
Ziel
Im letzten Jahrzehnt eröffnete die Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) den Menschen in aller Welt neue Chancen. Der Grossteil der Menschheit blieb jedoch von der digitalen Revolution unberührt. Ein realer Graben trennt die Länder und sozio-ökonomischen Bevölkerungsschichten in zwei Gruppen: diejenigen mit und diejenigen ohne Zugang zu Informationstechnologien. Der Gipfel setzt sich mit den wichtigsten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen auseinander, die sich rund um den Einsatz der neuen Technologien stellen. Sein Ziel ist die Entwicklung einer gemeinsamen Vision und eines gemeinsamen Verständnisses der Informationsgesellschaft und die Verabschiedung einer Grundsatzerklärung sowie eines Aktionsplans einschliesslich einer Reihe konzertierter Massnahmen, die von den Regierungen, den internationalen Institutionen und allen gesellschaftlichen Akteuren zwecks Überwindung des digitalen Grabens umgesetzt werden sollen.
Organisation
Ein hochrangiger Organisationsausschuss (HLSOC) wurde gebildet, der die Bemühungen der Vereinten Nationen koordiniert und die Arbeit des Exekutivsekretariats beaufsichtigt. Der HLSOC wird vom ITU-Generalsekretär geleitet und setzt sich zusammen aus einem Vertreter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, den Direktoren der UNO-Sonderorganisationen FAO, IAEA, ICAO, IAO, IMO, ITU, UNCTAD, UNDP, UNEP, UNESCO, UNHCR, UNIDO, UPU, WHO, WIPO, WMO, dem WTO-Generaldirektor, dem UNITAR-Exekutivdirektor, den Exekutivsekretariaten der Regionalen UNO-Wirtschaftskommissionen sowie dem Weltbankpräsidenten.
Zur Unterstützung der Gipfel-Vorbereitungen wurde ein Exekutivsekretariat des WSIS eingerichtet, das sich am Sitz der ITU in Genf befindet und mit Personal aus den Mitgliedstaaten, den UNO-Sonderorganisationen, dem Privatsektor, den NGOs und der Zivilgesellschaft besetzt ist.
Für die erste Phase hatte die Schweiz als Gastland ihr eigenes Exekutivsekretariat eingerichtet, in dem Fachbeamte die Genfer Phase des Gipfels vorbereiteten. Mit den logistischen Aufgaben wurde ein professioneller Konferenzveranstalter betraut. Für die zweite Phase hatte das Gastland Tunesien ebenfalls eine vergleichbare Struktur eingerichtet.
Eine neue Form von Weltgipfel
Der Weltgipfel präsentierte sich am WSIS in einer neuen Form. Der Einbezug von Zivilgesellschaft und Privatsektor war in Genf 2003 und Tunis 2005 so stark wie an keinem Gipfel zuvor. Neben der Gelegenheit für politische Diskussionen, haben hunderte von Veranstaltungen stattgefunden. Diese sogenannte Summit Events wurden vom jeweiligen Gastgeberland koordiniert und organisiert und dienten nicht nur der einseitigen Uebermittlung von Information, sondern fungierten auch als Stätten der Begegnung und gaben allen TeilnehmerInnen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch auch in einem informellen Rahmen. So können konkreten Ideen und Lösungen präsentiert werden und Partnerschaftsprojekte entstehen. Eine klassische "Win-win"-Situation für alle Stakeholders.
Letzte Änderung 13.06.2007