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Heinrich Keller (Zeichner und Verleger),
Johann Jakob Scheurmann (Stecher), Zürich, 1832
Lithografi e, koloriert
H. 44 cm, B. 38,9 cm
Inv. 2006.366.
Der Zürcher Lithograf und Kartograf Heinrich Keller (1788–1862) schuf 1832, auf Grundlage des Planes von Samuel Ryhiner aus dem Jahre 1784, den farbigen, zusammenlegbaren und in einem handlichen Schuber angebotenen Grundriss der Stadt Basel, wohl zum Gebrauch von Touristen und Geschäftsreisenden bestimmt. In Basel konnte man ihn beim Buchhändler Johann Georg Neukirch am Fischmarkt kaufen.
Basel hatte 1832 im Wesentlichen noch immer die Ausdehnung, die es seit der Anlage des äusseren Befestigungsringes im späten 14. Jahrhundert hatte. Lediglich einige Bastionen waren im 17. Jahrhundert angefügt worden.
Innerhalb der Stadtmauern war die Besiedlung im Laufe der Zeit verdichtet worden, aber die grosszügig dimensionierte Umfassung hatte den Bevölkerungszuwachs problemlos aufnehmen können. So präsentierte sich Basel kurz vor der Kantonstrennung als eine nach wie vor mittelalterlich strukturierte Stadt. Die Stadtmauer mit den Toren und den Schwibbogen der früheren Befestigung stand noch vollständig.
Kirchen und öffentliche Bauten sind auf dem Plan in rötlichen Farben markiert. Die Bildlegenden zu beiden Seiten geben die zugehörigen Bezeichnungen und führen zudem die wichtigsten Gasthöfe auf. Wegen seiner Grösse fällt der in den verschiedenen Reiseführern als angenehmer Spaziergang gerühmte Petersplatz auf; die den Touristen ebenfalls zum Besuch empfohlenen Privatgärten (Vischerscher Garten am Rhein und Forcartscher Garten am St. Alban-Graben) sowie das 1814 eröffnete Wocher-Panorama mit der Ansicht der Stadt Thun sind im Plan namentlich bezeichnet. Verschiedene Buchhandlungen, die Papierfabriken im St. Alban-Tal und die Druckerei und Schriftgiesserei von Wilhelm Haas Sohn am Leonhardsgraben machen den Stadtplan auch für Geschäftsreisende geeignet. Viele bedeutende Stadtpalais sind wohl nicht wegen ihrer baugeschichtlichen Bedeutung, sondern als Sitze wichtiger Handelsunternehmen besonders markiert, wie das «Blaue Haus» und das «Weisse Haus» am Rheinsprung, der Seidenhof am Rhein, der Kirschgarten an der Elisabethenstrasse und nicht zuletzt das Bankhaus «Iselin von Neu-York» am St. Alban-Graben. Bemerkenswert sind ausserdem die Erwähnungen von «Hess, Maler» (Kat. 135) vor dem Steinentor und von «Prof. de Wette» neben dem Aeschen-Schwibbogen. Der Theologe Wilhelm Martin Leberecht de Wette (1780–1849) lehrte, nachdem er 1819 Preussen aus politischen Gründen hatte verlassen müssen, seit 1822 sehr erfolgreich an der Universität Basel.