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1850 prägte die Schweiz die ersten Frankenstücke. Bereits damals war die neue Währung im Ausland begehrt.
Im September 1851 schreibt der Konservator der öffentlichen Bibliothek von Le Havre dem dortigen Schweizer Konsul einen Brief. Er bittet ihn höflich um eine Serie der Schweizer Frankenstücke für die numismatische Kollektion der Bibliothek. Diese sammle nicht nur archäologische Geldstücke, sondern alle Münzen des Globus, um sie miteinander vergleichen zu können.
Der Konservator muss sich gewissenhaft um die Sammlung gekümmert haben. Erst im Jahr zuvor war in der neu gegründeten Schweiz nach heftigem Widerstand der Anhänger des Guldens das neue Münzgesetz in Kraft getreten, das der eidgenössischen Währungsvielfalt ein Ende bereitete. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts waren 860 unterschiedliche Münzsorten in Umlauf, die von fast achtzig verschiedenen Behörden ausgegeben wurden. Nun sollte der Franken die massgebende Münze sein (der Umlauf des Papiergelds, das sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchsetzte, war noch bescheiden). Bern prägte Silberstücke zu fünf, zwei, einem und einem halben Franken, Münzen aus Billon (einer Legierung aus Kupfer und Silber) zu zwanzig, zehn und fünf Rappen sowie Kupferstücke zu zwei und einem Rappen.
Bereits einen Monat später, im Oktober 1851, liess das eidgenössische Finanzdepartement die neuen Münzen dem Konsul zukommen, damit er sie dem Museum in Le Havre übergebe. Zuvor hatte dieser den Brief des Konservators nach Bern geschickt und geraten, er würde das Ersuchen ablehnen. Das Finanzdepartement entschied anders: Die Münzen hätten einen kleinen Wert im Vergleich zum Nutzen, den sie den Schweizer Mitbürgern bringen könnten, teilte es dem knausrigen Konsul mit. Beherzt investierte der Bundesrat in die neue Währung
Autor: Urs Hafner
Weiterführende Informationen
Dokumentation
Quellen
Quelle: Bittbrief der Bibliothek von Le Havre um neue Schweizer Münzen (PDF, 863 kB, 14.01.2015)BAR E 12, 1000/36, Bd. 6, Dossier Nr. 81, 1851
Literatur