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Robby Müller (*1940) gilt als einer der bekanntesten Kameramänner überhaupt. Der Niederländer wurde für seine Kameraarbeit vielfach ausgezeichnet und trug seit den 1970er-Jahren in großem Maße zum Erfolg einer ganzen Generation unabhängiger Filmautoren bei.
Seine internationale Laufbahn begann kurz nach seinem Abschluss an der Nederlandse Filmacademie in Amsterdam 1964. In Deutschland fotografierte er nicht nur zahlreiche frühe Filme von Wim Wenders, sondern arbeitete auch mit Regisseuren und Autoren wie Edgar Reitz, Hans W. Geißendörfer oder Peter Handke zusammen. In den USA wurde Robby Müller Ende der 1970er-Jahre von Peter Bogdanovich entdeckt und fotografierte in den 1980er-Jahren unter anderem für Jim Jarmusch den Film Down by Law (1986). Unter Lars von Triers Regie experimentierte er mit der Handkamera in Breaking the Waves (1996) und mit neuen Bildtechniken in Dancer in the Dark (2000).
Starren Systemen, überflüssigen Vorschriften und einer konventionellen Arbeitsweise gegenüber abgeneigt, bleibt Müller während seiner gesamten Karriere dem eigenen Ansatz treu: keine unnötigen technischen Hilfsmittel, keine übertriebene Ausleuchtung und keine effektheischende «Kamera-Akrobatik», wie er es selbst nennt. So gelingen ihm atemberaubend schöne Aufnahmen, und seine visuelle Gabe genießt weltweit große Anerkennung.
In der Ausstellung, die vom EYE Filmmuseum, Amsterdam konzipiert wurde, vermitteln großflächige Projektionen ausgewählter Filmszenen einen Eindruck vom visuellen Scharfsinn und der Vielschichtigkeit seiner Werke. Regisseure wie Wim Wenders, Lars von Trier, Jim Jarmusch und Steve McQueen berichten in Interviews von Müllers herausragenden Fähigkeiten als Kameramann. Einblicke in sein Privatarchiv bereichern die Ausstellung auf ungewöhnliche Weise. Die Ausstellung macht zudem eine Auswahl seiner Polaroid-Fotos.
Begleitet wird die Ausstellung von einer Filmreihe, die vom 4. bis 17. August im Kino Arsenal, Berlin zu sehen ist.