Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03461.jsonl.gz/586

DIE BERUFE UND DAS WASSER
Wasser ermöglicht Leben
Die Stadt Freiburg wurde im Schosse ihrer ungastlichen Topografie und der Saane gegründet. Bekannt als wichtiger Teil der Verteidigung, ermöglichte der Fluss einst den Aufschwung der Stadt. Als wahrhaftige Pulsader Freiburgs bot sie Grundressourcen, dank der Fischzucht eine Nahrungsquelle, jedoch auch preiswerte und strategische Energie und war zudem ein Transportmittel.
Stadtplan von Matthäus Merian, 1642.
Der Fluss und Mühlen
Das Wasser der Flüsse wurde häufig benutzt um Maschinen anzutreiben. Heute werden sie gebraucht, um Turbinen zum Drehen zu bringen und Strom zu erzeugen, damals dienten sie als Kraft, um unzählige Mühlen in Bewegung zu setzen. Freiburg hatte viele Mühlen, die jedoch nicht am Saane-Ufer standen. Die Saane von damals glich nicht der friedlichen, durch Dämme und Deiche beruhigten Saane von heute. Bei starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze stieg die Saane rasant an. Sie war dadurch zu unvorhersehbar, als dass man an ihren Ufern Mühlen hätte errichten können und der Boden erlaubte kein Errichten eines Kanalnetzes. Deshalb wurde die Industrie, die grosse hydraulische Kräfte benötigte, eher am Ufer der Galtera erbaut.
Handelsbetriebe
Obwohl die Wasserkraft der Saane schwer nutzbar war, siedelten sich in der Freiburger Unterstadt zahlreiche Berufsstände an, um vom Fluss zu profitieren. Am bekanntesten sind die Gerber, die sich rund um das Restaurant mit demselben Namen („Tanneurs“) etablierten. Auch gab es Silber- und Goldschmiede, Tuchmacher und Schmiede; einige Quartiere und Strassen tragen heute noch ihre Namen. Vergessen wir auch nicht die Färber, welche ein Rot herstellten, das in der ganzen Schweiz berühmt war. Um diese verschiedenen Produkte exportieren zu können, wurde die Saane zum Handelsweg. Es gab hier sogar eine Bootswerft, deren Boote es erlaubten, Güter bis nach Basel zu transportieren. Heute sind alle diese Aktivitäten beendet, besonders seit dem Bau des Staudamms der Mageren Au.
Frage 1
Wozu dienten diese Anlagen am Ufer der Saane?
Frisch gewobene Tücher wurden im Freien über Stangen oder Rahmen gelegt.
Frage 2
Zahlreiche Berufsstände siedelten sich in der Unterstadt Freiburgs an, um vom Fluss zu profitieren. Welche?
Am bekanntesten sind die Gerber, Silberschmiede, Tuchmacher und die Färber.
Texte: Vincent Perritaz
Illustrationen: rmgdesign
Quelle Karte: Auszug Plan Martini 1606
Übersetzung: Pascal Coudret