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Das Dissertationsprojekt untersucht die Verbreitung von Kopien wundertätiger Marienbildnisse im spanischen Königreich des 16. und 17. Jahrhunderts. Es gilt aufzuzeigen, wie über die Distribution von Gnadenbildkopien entlang den religiösen, aber auch politischen und ökonomischen Verbindungen von Orten interregionale Kulttopografien erzeugt wurde. Ausgangspunkt des Forschungsprojekts ist die Madonna di Trapani, von der unterschiedliche Typen von Kopien geschaffen wurden, die rege zwischen Sizilien, Spanien und Lateinamerika zirkulierten. Weitere Gnadenbilder und ihre Repliken, die die Wege der Trapanitana kreuzen, werden zur Untersuchung hinzugezogen und die sich ergebenden global vernetzten Kulttopografien im Kontext der Frage nach Original und Kopie sowie Zentrum und Peripherie analysiert.
Dabei gilt es in erster Linie, durch die Darstellung der interregionalen Vernetzungen von Kultorten ein Verständnis für die globale Reichweite der Kulttopografien in der frühen Neuzeit zu fördern und die insbesondere in der transkulturellen Kunstgeschichte diskutierte Problematik von Zentrum und Peripherie neu zu verhandeln. Denn die Gnadenbildkopien und ihr Potential, neue Kultorte zu begründen und zugleich aneinander zu binden, bietet die Möglichkeit, die politischen und religiösen Machtverhältnisse zwischen Italien, Spanien und Lateinamerika zu überdenken. Auf diese Weise soll das Projekt nicht nur einen wichtigen Beitrag zur in den letzten dreissig Jahren betriebenen Kultbildforschung leisten, sondern auch Anregungen zu Gegenstand und Methodiken der in jüngster Zeit immer stärker diskutierten transkulturellen Kunstgeschichte liefern.