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Wie wäre es mit Kriterien wie ...
Ja, klare Kriterien braucht es, da völlig unbestritten ist, dass Papierfliegerli auch in Zukunft ohne Lizenz, A380 aber auch in Zukunft mit Lizenz geflogen werden sollen. Dazwischen ist aber eben ein weites Feld und relativ unklar, wie viele Zwischenstufen es geben sollte und wie man die definieren kann. Nur als Beispiel und ohne wirklich bessere Vorschläge zu haben, hier ein paar Kommentare zu Deinen Vorschlägen:
- Besitzt das Fluggerät die Möglichkeit in den unteren Luftraum (>150 AGL) zu gelangen? (tiefer darf in der Regel kein bemanntes Flugzeug fliegen, siehe VFR-Guid)
Das ist eine relativ willkürliche Festlegung: Im Anflugsektor von Flugplätzen sind selbst 150 AGL zu hoch, um sicher zu sein. Das Problem: Ohne grundlegende Luftrechtliche Kenntnisse weiss der Modellpilot nicht, wo so ein Anflugsektor ist...
- Besitzt das Fluggerät die Möglichkeit in den kontrollierten Luftraum einzudringen?
Das tut jeder Papierflieger! CTRs gehen bis zum Boden
- Besitzt das Fluggerät einen Transponder TCAS/FLARM?
Gibt es überhaupt irgendein Flugmodell, das einen Transponder besitzt? Dürfen die das überhaupt? Flarm hilft nicht, weil das keine zertifizierte Technologie ist (und außerdem ist relativ unklar, wie Flarm funktioniert, wenn plötzlich noch tausende von Drohnen auf der Frequenz funken...)
- Besitzt das Fluggerät tote unbeobachtete Sektoren? (bei klassischen Modellfliegern keine, da der Pilot es vom Boden aus Fluggerät permanent sieht; bei FPV die hinteren 120°; bei echten Flugzeugen?)
Verstehe ich nicht: FPV-fähige Fluggeräte haben im Vergleich zu konventionellen Modellen nur zusätzliche Sensorik. Warum soll man diese Modellklasse "bestrafen", weil sie mehr können, als andere?
Wenn dann kann es nur um die "Betriebsart" FPV gehen und nicht um das Modell. Und die ist so wie ich das sehe in ganz Europa grundsätzlich verboten (weil immer Sichtkontakt zum Modell bestehen muss).
- Wie hoch ist die kinetische und potentienlle Energie, welche das Fluggerät aufbauen kann?
Das ist doch letztendlich das Gewichtslimit, das Du selber ablehnst - oder?
- Wie gut sind die Rotorblätter ummantelt um bei einem Blattverlust oder Crash kein Risiko für Menschen zu sein? (ein Kleinkind hatte da kürzlich ein Auge verloren)
Die Antwort ist für alle Flugmodelle "gar nicht". Klar gibt es Drohnen mit rudimentärem Berührungsschutz, aber kein einziges Modell ist so gebaut, dass man wirklich nicht in bewegliche Teile kommen kann - von Containment bei Blattverlust ganz zu schweigen ...
- Was passiert bei einem Verlust der Funkverbindung? (Failsafe?)
Mit so einem Kriterium tötet man den gesamten Modellsport: Um das nämlich wirklich zu wissen, müsste das Zertifizierungsprogramm so umfangreich sein, dass es sicher keine Flugmodelle mehr im 4-stelligen CHF-Bereich geben würde. Es gibt so viele verschiedene Szenarien, warum eine Funkverbindung verloren geht und in welchem Flugzustand, dass das praktisch untestbar ist - das ist übrigens einer der Gründe, warum militärische Flugdrohnen auch in der Größe eines Airbus praktisch keine Chance haben, eine zivile Zulassung als Flugzeug zu bekommen...
- Besitzt das Fluggerät Sensoren/Kameras, die ein Blickfeld von mehr als 45° nach unten aufweisen und dadurch die Privatsphäre von Nachbarn verletzen?
Ausser, dass ich nicht weiss, woher die 45 Grad kommen hat das nun sicher nichts mit Flugsicherheit zu tun - die Privatsphäre des Nachbarn kann ich auch mit einem Selfie-Stick verletzen...
Florian