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Kafi Freitag wuchs (je nachdem, wie man zählt) als zweites, oder sechstes Kind in einem kleinen Dorf nahe Solothurn auf, welches sich über Jahre mit japanischen Metropolen um den 1. Platz auf der Liste der Selbstmordrate stritt. Dort verlebte sie eine mässig glückliche Kindheit und Jugend und nutzte darum die erstbeste Gelegenheit, um dem Dorf und der Barockstadt Solothurn den Rücken zu kehren und nach Zürich zu ziehen.
In Zürich arbeitete sich Kafi ohne Bankausbildung zur Anlageberaterin und später zur rechten Hand eines Generaldirektors einer internationalen Grossbank hoch. Sie führte eine fürchterliche Billig-Modekette und assistierte dem Lehrer einer Heilpädagogischen Schule, sie schrieb als Ghostwriterin einen Politik-Blog für die NZZ und kleidete einen Politiker ein, der danach zwar Karriere machte, die knackig geschnittenen Anzüge jedoch nie trug.
Heute arbeitet die glücklich geschiedene und wieder frisch verheiratete 38jährige Kafi selbständig als NLP- und Hypnose Coach, schreibt einen Auftrags-Blog über Kunst&Architektur und teilt sich die Sorge um den neunjährigen Sohn zu gleichen Teilen mit ihrem Ex-Mann.
Kafi hat einen besorgniserregenden Musikgeschmack und eine Schwäche für Fondue und bunte Wollsocken. Sie wohnt mitten im Zürcher Kreis 4 und versucht, ihren Alltag so vernünftig wie nötig und amüsant wie möglich zu leben.