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Der Zustand der Glatt wird seit 1986 in regelmässigen Abständen untersucht. Im Rahmen eines Monitorings wurden im Zeitraum zwischen Januar 2014 und Dezember 2017 Untersuchungen durchgeführt sowie die Qualität des Badewassers überwacht. An sieben Messstellen zwischen Herisau und Oberbüren wurden dafür mindestens einmal pro Monat Wasserproben entnommen und analysiert. Der Grund für diese Erholung ist in erster Linie der Ausbau der ARA Herisau mit einer vierten Reinigungsstufe im Juni 2015. Diese neue Reinigungsstufe entfernt Mikroverunreinigungen im Abwasser mittels Pulveraktivkohle (PAK).
Im Unterlauf der Glatt sieht die Situation heute aber nicht so gut aus: Die in der ARA Herisau erzielten Verbesserungen werden durch das Wasser, das aus der ARA Oberglatt bei Flawil eingeleitet wird, wieder zunichte gemacht. Der Zustand der Glatt dürfte sich aber weiter verbessern, da im Herbst 2021 auch die ARA Oberglatt in Flawil mit einer PAK-Stufe aufgerüstet wird. Die drei Gemeinden Gossau, Flawil und Degersheim haben letztes Jahr einem entsprechenden Kredit zugestimmt, und inzwischen sind die Bauarbeiten angelaufen. Dies teilt die Glattkommission mit.
Hohe Chloridwerte: Auch das Streusalz ist schuld
Die guten News: Die Glatt ist in besserer Verfassung als noch bei den Untersuchungen von Oktober 2011 bis Dezember 2013. Wurde die Wasserqualität der Glatt 2011 noch an diversen Stellen als „ungenügend“ klassiert, konnte im Jahr 2017 an allen Stellen die Zustandsklasse „gut“ festgestellt werden. Ein Indikator für die deutlich bessere Qualität des Wassers ist der gute Zustand von Kieselalgen und von wirbellosen Wassertieren. Als Beurteilungskriterien des Zustands dienten unter anderem die Rückstände von Ammonium und Nitrit. Die geringe Belastung mit diesen Stoffen, die vor allem aus kommunalem Abwasser und der Landwirtschaft stammen, hat sich kaum verändert. Die Belastung mit Phosphor hat sich gar deutlich verringert.
Nach wie vor kritisch sind die hohen Chloridwerte im Flusswasser. Diese stammen beispielsweise aus Direkteinleitungen von Abwasser aus Enthärtungsanlagen von Industriebetrieben sowie vom Streusalzeinsatz im Winter. Der hohe Chloridgehalt der Glatt ist von Bedeutung, da die Glatt in die Thur fliesst und dort die Nutzung des Grundwassers als Trinkwasserressource negativ beeinflusst.
Wehr Buechental wieder fischgängig machen
Als Lebensraum für Fische wird die Glatt mit „mässig“ bewertet. Diese Bewertung gründet auf der Fischuntersuchung in der oberen Glatt 2013 sowie auf einer Erhebung im 2015 auf einer Teststrecke im Buechental. Negativ auf den Fischbestand wirkt sich aus, dass gewisse Wehre im unteren Lauf der Glatt für schwimmschwache Arten nicht fischgängig sind. Hier besteht Sanierungsbedarf. Eine Wiederherstellung der Fischgängigkeit des Wehres im Buechental ist bereits geplant. (gk/red)