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Wettbewerbsverzerrung: JetBlue und American Airlines müssen ihre Allianz auflösen. Was für die eine Airline schädlich ist, spielt der anderen vielleicht sogar in die Karten.
Bereits nach einem Jahr war klar, dass American Airlines und JetBlue eine starke Partnerschaft im Nordosten der USA aufbauen. Zu stark, entschied nun ein Bundesgericht und die dreijährige Codeshare-Partnerschaft zwischen den Airlines wird aufgelöst. Der gemeinsame Flugbetrieb für den Grossraum New York und Boston wurde für wettbewerbswidrig erklärt, somit endet die Ära der “Northeast Alliance”, berichtet aero, und die Einstellung der gemeinsamen Codeshare-Flüge ist bereits in Sicht.
Codeshare-Allianz wird aufgelöst
Im November 2021 strebten das Justizministerium und sechs Bundesstaaten bereits die Klage gegen das Codeshare-Abkommen und die sich anbahnende Übermacht der Allianz im Nordosten der USA an, wie aeroTELEGRAPH berichtete. JetBlue und American Airlines argumentierten hingegen, dass man durch das Abkommen den beiden Big Playern Delta Air Lines und United Airlines einen würdigen Konkurrenten bieten könnte. Der Bundesgerichtshof wies die Argumentation allerdings als fadenscheinig ab und gab der Klage aus 2021 am 19. Mai dieses Jahres statt.
Die Codeshare-Allianz “Northeast Alliance” war für American Airlines von besonderer Bedeutung, da sie dem Unternehmen half, Marktanteile in der nordöstlichen Region der USA dazuzugewinnen. Hingegen wurde sie für JetBlue immer mehr zu einer Belastung, da das US-Verkehrsministerium eine mögliche Übernahme der Billigfluggesellschaft Spirit Airlines aufgrund dieser Partnerschaft untersagte.
JetBlue wird voraussichtlich nicht gegen das Urteil vorgehen. Die gerichtlich angeordnete Auflösung der Allianz steht nun vor der Tür: Am 21. Juli endet das Codeshare-Abkommen offiziell. JetBlue gibt sich allerdings optimistisch, dass das Ende der “Northeast Alliance” den Weg für eine kartellrechtliche Genehmigung des geplanten Spirit-Deals eröffnen wird.
Hoffnung auf Spirit-Deal nach Ende der Partnerschaft
Spirit Airlines, früher Charter One, mit Sitz in Florida, ist für ihre günstigen Flugangebote bekannt. Die Airline verfolgt das “Ultra-Low-Cost-Carrier“-Modell (ULCC), bei dem der Grundtarif für den Flug oft sehr niedrig ist, aber zusätzliche Gebühren für Dienstleistungen wie Gepäckaufgabe, Sitzplatzwahl und Bordverpflegung anfallen. Spirit setzt auf eine relativ junge Flugzeugflotte, die ausschließlich aus Airbus-Modellen besteht. Die Flotte umfasst Modelle wie den Airbus A320 und A320neo sowie den Airbus A321 und A321neo.
Spirit Airlines bedient hauptsächlich Ziele in den USA, fliegt aber auch in die Karibik, nach Latein- und Südamerika. Interessant für JetBlue dürften die Spirit-Drehkreuze an verschiedenen Flughäfen sein, darunter der Fort Lauderdale-Hollywood International Airport (FLL) und der Detroit Metropolitan Wayne County Airport (DTW).
Fazit zum Ende des Codeshare-Abkommens zwischen American Airlines und JetBlue
Die “Northeast Alliance” ist bald Geschichte. Am 21. Juli ist der offizielle Stichtag, an dem das Codeshare-Abkommen zwischen American Airlines und JetBlue endet. Der Allianz wurde Wettbewerbsverzerrung im Nordosten der USA vorgeworfen. JetBlue wird voraussichtlich nicht gegen das Urteil vorgehen, da die vorerst abgewiesene Übernahme des Ultra-Low-Cost-Carriers Spirit nun wieder zur Debatte stehen könnte. Ob die aufgelöste Abkommen doch noch den Weg für die Spirit-Übernahme ebnen kann, bleibt abzuwarten.