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Als offizielles Entdeckungsdatum des Archipels “Fernando de Noronha” wird der 10. August 1503 angenommen – diese Annahme basiert auf den Dokumenten des Seemanns und Schriftstellers Florentino Américo Vespúcio, der eins von sechs Schiffen jener Expedition kommandierte.
Zwischen 1505 bis 1506 beschreibt Vespúcio die Inseln und erzählt auch von jenem Unfall mit dem Kapitäns-Schiff der Flotte, das von Gonçalo Coelho geführt wurde und in der Nähe des Archipels sank.
Der Archipel “Fernando de Noronha“, mit seinen 21 Inseln, befindet sich auf einem Vulkan, dessen Basis einen Durchmesser von 74 Kilometern und eine Tiefe von 4.200 Metern besitzt. Seit mehr als 20 Millionen Jahren erloschen, gehört der Unterwasserkrater zu einer Kette von Atlantischen Erhebungen der Südamerikanischen Platte.
Fantastische Strände, die besten Tauchgründe Brasiliens, Delfine begleiten die Boote, perfekte Wellen zum Surfen… es gibt noch viele, sehr viele Motive mehr, mit denen der Archipel “Fernando de Noronha“ die Vorstellungen der Brasilianer anturnt – und genügend Gründe, auch von Ausländern besucht zu werden – bei denen er nach wie vor noch wenig bekannt ist. Dieses “Naturerbe der Menschheit“, seine 21 Inseln und Inselchen 360 Kilometer vor der brasilianischen Küste, sind die Gipfel einer vulkanischen Formation von 4.000 Metern Höhe, deren grösster Teil im Atlantischen Ozean unter der Wasseroberfläche liegt. Diese Unterwasserwelt bietet Tauchern eine phantastische Szenerie: Die Sichtweite reicht an manchen Stellen bis auf 50 Meter(!), und was man sieht, gleicht einem riesigen Aquarium. Auf, in und um den Archipel leben in harmonischem Gleichgewicht diverse Vogelarten, Meeressäuger (Wale und Delfine), Fische, Korallen und Meeresschildkröten. Um diesen einmaligen Reichtum der Natur zu bewahren, wird der Kontakt mit Menschen kontrolliert.
Wer nach “Noronha“ reist, selbst für einen Kurzbesuch, muss sich einem strikten Reglement unterwerfen – wie zum Beispiel die Begleichung eines ambientalen Beitrags für die Dauer des Aufenthalts, oder dem Verbot der Benutzung von Sonnencremes an einigen Stränden. Die Hauptinsel, die einzig bewohnte (auch als “Fernando de Noronha“ bezeichnet) besitzt eine Infrastruktur für Touristen, mit diversen Optionen für Unterkunft und Verpflegung. Nachdem man den herrlichen Sonnenuntergang von einem der Aussichtspunkte erlebt hat, mit Delfinen und Schildkröten geschwommen ist und einen im Bananenblatt frisch gebackenen Fisch genossen hat, kommt man vielleicht auf die Idee, für immer auf dieser paradiesischen Insel bleiben zu wollen – aber das geht eben nicht. Tröstlich ist aber, dass man wiederkommen darf.
Hier erfahren Sie kurz und bündig erst einmal alles Wissenswertes über Fernando de Noronha. Kurzinfos über die Landschaft, die Flora und Fauna, die Bevölkerung, die lokale Küche, das Kunsthandwerk, die Volksfeste, die Unterkunft und auch die wichtigsten Entfernungen.
Eine Reise nach “Fernando de Noronha” planen zu können, bedeutet für die Mehrheit der Brasilianer zweifellos die Verwirklichung eines lang gehegten Traums – aber wir kennen auch eine Menge Ausländer, denen diese Inselgruppe als besonderes Natur- oder Taucherlebnis schon lange ins Auge sticht. Und wenn man dann endlich da ist, hat man erst einmal das Gefühl, sich in einem befremdenden Teil Brasiliens zu befinden: wo alles ordentlich organisiert ist und respektvoll mit der Natur umgegangen wird – ein Brasilien, das funktioniert – zumindest in einer Art und Weise, wie es sich Menschen vorstellen, denen die Natur wichtiger ist als die Technik, und die sich einen respektierlicheren Umgang mit ihr wünschen – seien Sie willkommen in “Fernando de Noronha“!
Der ganze Archipel zusammen hat eine Landfläche von nur 17 Quadratkilometern und liegt 545 km von der Küste des Bundesstaates Pernambuco entfernt, dem auch die Administration des Archipels zugeordnet ist. Bewohnt ist nur die Hauptinsel gleichen Namens, und zwar von 3.500 Einwohnern. Der Tourismus wird in einer erhaltenden Form gehandhabt – Grundidee ist dabei, den Besuchern Gelegenheit zur Begegnung mit einer von den üblichen “humanen“ Einflüssen weitgehend freien Natur zu geben, in einem der bedeutendsten ökologischen Sanktuarien dieses Planeten.
Fernando de Noronhao
Lage: Im Atlantischen Ozean, 360 km vor der brasilianischen Küste
Biom: Archipel, Meeres-Ambiente
Park: Parque Nacional Marinho de Fernando de Noronha
Die Landschaft
Die ältesten Vulkanfelsen des Archipels sind zirka 12 Millionen Jahre alt. Die heute in Fernando de Noronha existierenden Landschaften sind das Ergebnis intensiver, vulkanischer Eruptionsperioden – damals fanden einerseits explosive Ausbrüche statt, mit Ausschüttung von Lava – andererseits auch zwischenzeitliche ruhige Perioden mit sedimentären Erosionen.
Die Flora
Die vorherrschende Vegetation auf “Fernando de Noronha” besteht aus typischen Spezies des brasilianisch-nordöstlichen “Agreste“ (kontinentales Hinterland), die zur Trockenzeit ihre Blätter abstossen. Die Vegetation der Ebenen wird von Buschwerk beherrscht, während die Anhöhen auch Bäume präsentieren.
Trockenwald
Der so genannte “Mata Seca”, den man zum Beispiel an der “Ponta da Sapata“ findet, präsentiert zirka 25% der gesamten Busch- und Baumvegetation der Hauptinsel. Diese Vegetation wird von sowohl von Seevögeln wie von terrestrischen Arten für den Nestbau und die Aufzucht ihrer Brut genutzt. Die bedeutendsten endemischen Baumarten sind: die “Gameleira“ (Ficus noronhae), der “Mulungu” (Erythrina auranthiaca) und der “Burra Leiteira“ (Sapium sceleratum).
Mangroven
Das einzige Vorkommen von Insel-Mangroven im Südatlantik verdient besondere Aufmerksamkeit – es befindet sich in der “Baía do Sueste“ und besetzt ein Areal von zirka 1.500 Quadratmetern. Diese Mangroven erhalten Wasser aus dem grössten Auffangbecken der Insel, das vom “Riacho Maceió“ (Bächlein) gefüllt wird.
Kletterpflanzen
Man nennt sie pauschal “Jitiranas”, jene Kletterpflanzen, die Büsche und Bäume während der Regenperiode bedecken. Man unterteilt sie in 14 unterschiedliche Arten.
Besondere Vorsicht
Einige Spezies, wie die “Urtiga“ (Brennnessel), die “Aveloz – Euphorbia tirucalli“ (Bleistiftstrauch) und die “Burra leiteira – Simaba cedron“ (Planchon) sondern eine Milch ab, die Brennen und Hautirritationen hervorruft!
Eingeführte Arten
In der Absicht, Nahrung für Mensch und Tier zu schaffen, haben die Neusiedler und gegenwärtigen Bewohner diverse fruchttragende Spezies eingeführt – so zum Beispiel der “Caju – Anacardium occidentale“ (Cashew-Nuss), der “Cajá – Spondias lutea L“ (Gelbe Balsampflaume) und der “Pinha – Annona Coriacea“ (Zimtapfel). Unter den ornamentalen Arten sind besonders “Flamboyant – Delonix regia“ (Flammenbaum) und “Ipê-branco – Tabebuia roseo-alba“ (Familie der Trompetenbaumgewächse) zu nennen.
Die Fauna
Meeresfauna
In “Fernando de Noronha” gibt es unzählige Natur-Pools, die dem Besucher einen direkten Kontakt mit der vielfältigen exotischen Meeresfauna ermöglichen. Das Wasser um die Inseln ist reich an Fischen, Schwämmen, Algen, Molusken und Korallen – unter ihnen die häufigste Spezies des Archipels, die Montastrea cavernosa – Steinkoralle.
Flachwasser
Im weniger tiefen Wasser findet man bunte Fische, wie die “Donzela de rocas“ (Riffbarsch), den “Sargentinho“ (deutscher Name unbekannt), die “Coroca“ (deutscher Name unbekannt) und auch weitere Muränen (aalartiger Knochenfische).
Tiefwasser
Im tiefen Wasser findet man zum Beispiel den “Budião-de-Noronha (Barracuda), den “Piraúna“ (Haifisch-Art). Den friedlichen “Lambaru“ (Zitronen-Hai) und die “Arraias“ (Haifisch-Art), kann man auf dem Grund ruhend beobachten.
Golfinhos rotadores
Die Spinner-Delfine der Spezies (Stenella longirostris) werden in Brasilien als “Golfinhos Rotadores“, also “Rotierende Delfine“, bezeichnet, wegen ihrer enormen Sprünge aus dem Wasser, während der sie sich um sich selbst drehen (rotieren). Diese Tiere können zwei Meter Länge erreichen und 90 Kilogramm an Gewicht. Ihr Rücken ist dunkelgrau mit hellgrauen Seitenstreifen, und der Bauch ist weiss. Die Tragzeit der Muttertiere dauert zirka 10 Monate, und das einzige Junge hat eine Länge von 80 Zentimetern bei Geburt.
Die Spinner-Delfine verteilen sich auf die tropischen und subtropischen Zonen aller Ozeane. Sie sind gesellig und demonstrieren ein sehr komplexes Sozialverhalten. Häufig finden sie sich in Gruppen zusammen, die aus bis zu Hunderten von Individuen aller Altersgruppen und beider Geschlechter bestehen.
Die Aussichtsplattform in Fernando de Noronha ist ein Ort, von dem aus man diese Tiere in ihrem natürlichen Habitat beobachten kann. Dieses Spektakel – eins der schönsten der Insel – kann man täglich bei Sonnenaufgang erleben, wenn Gruppen dieser Delfine in die Bucht einwandern, die ihnen mit ihrem ruhigen Wasser Schutz bietet. Sie nutzen diese Bucht zum Ausruhen, zur Reproduktion und zur Aufzucht der Jungen – dann ziehen sie gegen Nachmittag wieder los zum offenen Meer, um sich ihren Beutetieren zu widmen – kleinere Fische und Kraken. Dies ist der einzige Ort im Atlantischen Ozean, an dem sich die Spinner-Delfine in solch enormen Konzentrationen einfinden. Ein Verkehrsverbot für Boote und Taucher in dieser Bucht wurde 1986 erlassen – um die Tiere zu schützen und zu erhalten. Vielleicht sollte man auch mal daran erinnern, dass das brasilianische Gesetz Nummer 7643 die Jagd, den Fang und die Belästigung aller Cetaceae (Delfine und Wale) in brasilianischen Gewässern verbietet.
Meeresschildkröten
Zwei bedeutende Strände, an denen die “Aruana“-Schildkröten (Chelonia mydas) ihr Gelege anzulegen pflegen, sind durch den “Parque Nacional Marinho de Fernando de Noronha“ geschützt: der Strand “Praia do Leão“ und “Baía do Sancho“.
Man kann die Schildkröten ab November beobachten, in Gruppen an der Wasseroberfläche, wenn die Männchen untereinander um die Weibchen rangeln und den Beginn der Reproduktion dieser Spezies einleiten. Während der Regenmonate (Dezember bis Mai) steigen die Weibchen im Schutz der Dunkelheit aus dem Wasser an den Strand, graben im Sand eine Grube, legen dort ihre Eier ab und schaufeln sie dann wieder zu. Die Inkubationszeit dauert 50 Tage.
Im Meerwasser des Park-Areals kann man beim Tauchen junge und ausgewachsene “Tartarugas-de-pente – Echte Karettschildkröte“ (Eretmochelys imbricata) beobachten – eine äusserst gefährdete Spezies durch die illegalen Jagd auf diese Tiere, wegen der Beliebtheit ihres Panzers, dessen Material man zu Brillenrahmen, Kämmen und anderen Deko-Gegenständen verarbeitet. Diese Schildkröte nutzt den Archipel nur zur Entwicklung und Fortpflanzung. Ihre Wanderungs-Routen sind der Wissenschaft bisher noch unbekannt.
Das “Nationale Zentrum zur Erhaltung und Pflege der Meeresschildkröten“ (TAMAR/IBAMA) kümmert sich seit 1984 auf dem Archipel um die weiblichen Tiere, ihre Eier und das Reproduktionsambiente – und sie schätzt ihre Populationen. Die Tiere sind durch Gesetz geschützt, welches ihre Jagd, Fang und Belästigung verbietet – und zwar aller Schildkröten in brasilianischen Gewässern.
Weitere Informationen: http://www.tamar.org.br.
Terrestrische Fauna
Endemische Tierarten
In Fernando de Noronha gibt es drei endemische Spezies: der “Sebito – Schmalschnabelvireo“ (Vireo gracilirostris) – die Mabuia Eidechse “Lagartixa“ (Mabuya maculata) und die “Cobra de duas cabeças – Schlange mit zwei Köpfen“ (Amphisbaena ridleyana). Der Taschenkrebs (Gecarcinus lagostoma) verbringt seine Jugend und sein ausgewachsenes Dasein auf dem Land und legt seine Eier im Meer ab.
Vom Menschen eingeführte Tiere
Einige Wildtiere wurden vom Menschen auf den Archipel gebracht. Zum Beispiel der “Teju – Echse aus der Familie der Schienenechsen Teiidae“ (Tupinambis Teguxim), das “Mocó – Felsenmeerschweinchen“ (Kerodon rupestris) und die Schafe, die heute auf streng getrennten Arealen gehalten werden, um die Flora des Archipels nicht zu schädigen.
Vogelwelt
Es existieren 40 klassifizierte und registrierte Vogelarten auf dem Archipel, der unter anderem auch die grössten Brutkolonien von Seevögeln aller Südatlantischen Inseln aufweist.
Heimische Vögel
Unter den vom Nationalpark geschützten Vögeln ist die “Viuvinha – Weisskopfnoddi“ (Anous minutos) eine der häufigsten Arten. Andere Vögel, die in grossen Konzentrationen hier auftreten sind: die “Viuvinha grande – Noddi, eine Seeschwalbe“ (Anous stolidus), der “Trinta Reis de manto negro – Russseeschwalbe“ (Sterna fuscata) und die “Viuvinha branca – Feenseeschwalbe“ (Gygis alba).
Auf allen Inseln kann man auch sechs Spezies finden, die aus der Familie der Pelikane stammen: den “Mumbebo branco grande – Maskentölpel“ (Sula dactylatra), den “Mumbebo marrom – Weissbauchtölpel“ (Sula leucogaster), den “Mumbebo de patas vermelhas –Rotfusstölpel“ (Sula sula), die “Catraia – Prachtfregattvogel“ (Fregata magnificens), ausserdem zwei graziöse Spezies: den “Rabo de junco de bico amarelo – Weissschwanz-Tropikvogel“ (Phaeton lepturos) und den “Bico vermelho – Rotschnabel-Tropikvogel“ (Phaeton aethreus). Im Wald lebt der “Sebito – Noronha-Vireo“ (Vireo gracilirostris), ein Insekten- und Früchtefresser, der bereits endemisch geworden ist, der “Cucuruta – Cucuruta“ (Elaenia spectabilis reidleyana) und der “Arribaçã – Ohrflecktaube“ (Zenaida auriculata noronha).
Zugvögel
Auch mehrere Zugvogelarten besuchen den Archipel – Vögel, die eine lange Wanderung hinter sich haben und in der Regel aus der nördlichen Hemisphäre stammen. Sie suchen auf den Inseln nach Nahrung und ruhen sich aus. Man hat 12 Spezies von “Maçaricos – Drosseluferläufer“ (Actitis macularius) und “Batuíras – Rotbrust-Regenpfeifer“ (Charadrius modestus) gezählt – besonders häufig ist der “Vira pedra – Steinwälzer“ (Arenaria interpress).
Die regionale Küche
Rundum von Wasser umgeben, sind die lokalen Speisekarten natürlich gespickt mit Gerichten aus Fisch und Meeresfrüchten. Das gewöhnlichste Rezept ist gebackener Fisch, der mit einem Bananenblatt umwickelt gegart wird. Interessant ist eine “Moqueca de polvo“, ein Eintopf aus Tintenfisch, Shrimps, Languste, Krebsen und Fisch. Im Lauf der letzten Jahre haben sich auch anspruchsvollere Restaurants auf der Insel etabliert – man sollte allerdings beachten, dass viele Ingredienzien vom Kontinent eingeflogen werden, was die Preise in die Höhe treibt – oder zumindest dafür ein gutes Argument liefert.
Der berühmteste Aperitif der Insel sind die “Bolinhos de Tubalhau” – sie erinnern an die in Brasilien überall erhältlichen – und mehr oder weniger wohlschmeckenden – “Bolinhos de Bacalhau“ – kleine, Ping-pong-Ball grosse Bällchen, eine portugiesische Spezialität aus Stockfisch, die hier auf der Insel aus Haifisch frittiert wird, deshalb die Wortspielerei. Übrigens kommt das Hai-Fleisch ebenfalls vom Kontinent (Recife), weil der Fang der Haie auf dem Archipel verboten ist. Als Nachtisch lassen Sie sich ruhig mal mit “Tapioca doce“ überraschen – gefüllt mit frischen Kokosraspeln und Kondensmilch.
Kunsthandwerk
Ketten, Ohrringe und Gürtel aus Haifischzähnen und – knochen pflegen gewöhnlich in den Taschen und Rucksäcken jener Touristen zu verschwinden, die von überall Souvenirs mitbringen wollen. Auf dem kleinen Markt vom “Terminal Turística do Cachorro“ kann der Besucher auch Objekte finden, die aus Zweigen und Blättern gefertigt sind, sowie religiöse Skulpturen aus Keramik.
Ein interessanter Ort der Produktion und des Verkaufs von Kunsthandwerk ist die “Associação dos Artesãos“ (Verein der Kunsthandwerker), der in einem Haus in der Nähe des Hafens untergebracht ist. Im Gebäude des “Tamar-Projekts“ werden T-Shirts und Hüte mit dem Logo des Projekts angeboten, ausserdem sympathische Nachbildungen des Tieres. Diese Einnahmen werden für die Erhaltung der Meeresschildkröten verwendet.
Volksfeste
Das Fest der “Nossa Senhora dos Remédios”, der Schutzheiligen von Fernando de Noronha, findet am 29. August im Umfeld der Kirche gleichen Namens statt, mit einer Messe und Choral-Darbietungen. Am 29. Juni findet eine Prozession entlang der Strände von “Mar de Dentro” statt, genannt “Buscada Marítima“ – sie ist der Höhepunkt der „Festa de São Pedro“.
Entfernungen:
Natal (Rio Grande do Norte): 360 km
Recife (Pernambuco): 550 km
Fernando de Noronha hat seinen Besuchern an ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten und abenteuerlichen Erlebnissen – über und unter Wasser – unvergleichlich viel zu bieten:
Eine drei Stunden dauernde, geführte “Caminhada Histórica“ (Historische Wanderung) führt die Neuankömmlinge in diese neue tropische Umwelt ein. Eine acht Stunden dauernde “Ilhatur“ (Insel-Tour) macht den Besucher mit einem übersichtlichen Panorama der bedeutendsten Strände, den Natur-Pools und den Aussichtsplattformen der Hauptinsel vertraut. Und an der Führung eines “Mergulho Autônomo“ (Autonome Tauchtour) von vier Stunden können Sie als erfahrener Taucher teilnehmen. Erfahrene Taucher, die sich in der ganzen Unterwasserwelt auskennen, bezeichnen “Noronha“ als eines der weltbesten Tauchgebiete!
Der Archipel “Fernando de Noronha” mit seinen interessanten Ökosystemen, über und unter Wasser, und seiner ungewöhnlichen landschaftlichen Reize, hat Entdecker, Forscher und Abenteurer aus der Vergangenheit bis in unsere Zeit stets wie ein Magnet angezogen – und heute sind es die Reisenden, Besucher aus aller Welt, die in dieser Oase inmitten der immensen Weite des Atlantischen Ozeans die Begegnung mit der unbeeinflussten Natur suchen.
Museu do Tubarão
Ein “Haifisch-Museum” – bezahnte Kiefer und verschiedene Spezies dieses Räubers der Meere sind hier ausgestellt, zusammen mit Paneelen, auf denen die Eigenschaften und Gewohnheiten dieser Raubfische erklärt werden. In einem Kiosk gibt es entsprechende Souvenirs – die Haifische aus Plüsch sind nicht gerade furchteinflössend. Im Restaurant kann man die “Bolinhos de tubarão“ probieren – kleine Bällchen aus Haifleisch. Lokalität: “Vila do Porto“ (am Hafen).
Trocken-Tauchgang
Ein Boot mit gläsernem Boden macht’s möglich – ein Trocken-Tauchgang in Fernando de Noronha und ist die ökologische Attraktion auf dem Archipel.
Die Tour dauert 1Std/30min, startet am “Museu dos Tubarões“ auf der Hauptinsel und kostet 150,00 R$ (zirka 65.00 Euro)
Bootsausflüge
Die Ausflugsboote starten im Hafen “Santo Antônio“ – vorbei an den Sekundär-Inseln fahren sie aufs offene Meer bis zur “Ponta da Sapata“, im Süden der Hauptinsel. Während dieser Tour klassische Aussichten: Zum Beispiel ein Felsen mit einem Einschnitt, der an die Landkarte Brasiliens erinnert, oder der “Urro do Leão“ – ein Löwengebrüll, welches durch die anbrandenden Wellen in einem Felsentunnel hervorgerufen wird. Aber der Höhepunkt der der Spazierfahrt ist der Moment, in dem sich eine Gruppe von Delfinen dem Boot anschliesst und die Besucher begleitet. Der Skipper hält in der “Baia do Sancho“ an zu einem ausgiebigen Bad.
Lokalität: “Porto de Santo Antônio“ – Anfahrt auf der BR-363.
Das “Tamar-Projekt”
Das Projekt zum Schutz und der Erhaltung der Meeresschildkröten ist über ganz Brasilien verbreitet – überall dort, wo diese Tiere ihre Eier an den Stränden abzulegen pflegen. Auf “Noronha“ gibt es eine permanente Ausstellung und entsprechende Vorträge, die unterschiedliche Themen behandeln (jeden Tag um 21:00 Uhr). Wer einmal dabei gewesen ist, wenn sich ein Schildkrötengelege anfängt zu bewegen – die Jungen schlüpfen und sofort ins Meer rennen, der wird dieses Erlebnis sicher nicht so schnell vergessen. Diesem Naturschauspiel kann man zwischen März und Juni beiwohnen.
Lokalität: “Alameda do Boldró“ – es gibt entsprechende Hinweisschilder auf der BR-363.
Strände
“Noronha” hat zwei Küstenlinien: Die Strände “Mar de Dentro“ sind jene, die zur brasilianischen Küste hin ausgerichtet sind. Die Strände “Mar de Fora“ liegen zum offenen Meer hin – also in Richtung des afrikanischen Kontinents – hier ist das Meer bewegter.
Mar de Dentro – die inneren Strände
Cacimba do Padre
Das “Wasserloch des Paters” ist eine Bucht, die von einem 900-Meter langen Sandstreifen gesäumt wird – an seiner linken Seite sieht man den Berg “Morro Dois Irmãos“ (Zwei Brüder). Der Sand hier ist weich, schön genug, um hier eine Weile zu bleiben und die Wellen zu beobachten – die übrigens von den Surfern geschätzt werden – nur gibt’s hier keinen Schatten, in dem man sich vor der intensiven Sonnenbestrahlung schützen könnte.
Lokalität: Zugang mittels Erdpiste von der BR-363 aus, gut signalisiert. Am Strand entlang kann man zu Fuss den nächsten erreichen – “Quixabinha“.
Praia da Quixabinha
Klein – verschwindet fast, wenn die Flut kommt.
Lokalität: Zwischen “Cacimba do Padre” und dem Strand “Praia do Bode”.
Praia do Bode
Am “Strand des Ziegenbocks” füllen die starken Wellen die Natur-Pools auf. Vom “Pedra do Bode“ (einem Felsen) herab hat man einen herrlichen Ausblick.
Lokalität: Zugang auf einer Erdpiste, die von der BR-363 abzweigt – gut beschildert.
Praia do Americano
Hier befand sich ein Stützpunkt der nordamerikanischen Marine während des Zweiten Weltkriegs – daher der Name.
Lokalität: Zugang auf derselben Erdpiste wie zur “Praia do Bode“.
Praia da Conceição
Wird stark besucht von den Einheimischen und Neubesuchern, wegen seiner Nähe zum Hauptort “Vila dos Remédios“. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stränden gibt es hier ein bisschen Infrastruktur, wie zum Beispiel einen Kiosk mit Bar. Der Strand liegt am Fuss des “Morro do Pico“ (höchster Inselberg) – ein breiter Sandstreifen, auch sehr schön für eine Strandwanderung am Nachmittag. Das Wasser ist hier zwischen April und November sehr ruhig. Während der anderen Monate sind die hohen Wellen bei den Surfern beliebt.
Lokalität: Strasse links vom Gebäude der “Banco Real“.
Praia do Meio
Dieser so genannte “Mittlere Strand“ ist weniger besucht als der Nachbarstrand “Conceição“ – hier gibt es einige Liegen, um den Sonnenuntergang geniessen zu können. Wird in der Regel von Einheimischen aufgesucht und von Surf-Anfängern.
Lokalität: Zugang durch die “Vila dos Remédios“, links ab beim Bankgebäude.
Praia do Cachorro
Sehr stark von den Insulanern selbst frequentiert ist der “Strand des Hundes“, denn hier gibt es Bars mit Tischchen im Sand, und das Wasser ist fast während des ganzen Jahres ruhig. Am linken Ende des Sandstreifens hüpfen viele Leute von den Felsen ins Wasser, um zum “Buraco do Galego“ zu tauchen, einem tiefen Natur-Pool mit bunten Fischen und Korallen. Lokalität: Zugang durch den Ort “Vila dos Remédios“.
Baía do Sancho
Diese Bucht und der sie säumende Sandstrand führen sämtliche Listen der schönsten Strände Brasiliens an – nicht ohne Grund: Wenn man von oben heruntersieht, präsentieren sich unzählige Blau- und Grüntöne im Meer, sie kontrastieren wundervoll mit dem Gelb des Sandes und sind eingerahmt von Felsen – ein atemberaubend schönes Szenario. Zwischen Januar und Juli ist dieser Strand allerdings nächtlich gesperrt, zwischen 18:00 und 06:00 Uhr, um die Meeresschildkröten nicht bei der Eiablage zu stören.
Lokalität: Zugang auf einer Erdpiste, die von der BR-363 abzweigt – gut beschildert. Dann steigt man eine Leiter hinab, die in einer Felsspalte verankert ist.
Baía dos Porcos
Egal, ob man das Meer in der “Schweinebucht” von der Aussichtsplattform aus betrachtet, oder vom schmalen, mit Steinen gemischten Sandstreifen direkt davor, seine vielen Grün- und Türkistöne, eingerahmt vom Inselberg “Morro dos Dois Irmãos“ lässt den Beschauer unwillkürlich an ein erfrischendes Bad in dieser Idylle denken. Der kleine Strand hat gerade mal 100 Meter Länge, und wenn die Flut kommt, bedeckt das Wasser ihn ganz – aber ein Besuch lohnt sich wegen der unglaublichen Schönheit der Landschaft, besonders wenn man sie vom erhöhten Standpunkt der Küstenstrasse aus betrachtet. In den Natur-Pools, die sich zwischen den Felsen bilden, kann man bei Ebbe zwischen bunten Fischen schnorcheln.
Mar de Fora – die äusseren Strände
Praia da Atalaia
Zugang und Aufenthalt an diesem Strand, der sich gegen das offene Meer hin erstreckt, werden kontrolliert, denn hier befindet sich eine “marine Kinderstube“ in dem grossen, flachen Natur-Pool mit transparentem Wasser, der sich bei Ebbe bildet – er ist umrahmt von einem Korallenriff. Der Besuch ist nur in Begleitung eines vom “Institut Chico Mendes“ akkreditierten Guides erlaubt, den man durch die spezialisierten Operater der Insel anheuern kann.
Lokalität: Zugang mittels Erdpiste von 2km Länge ab der „Vila do Trinta“.
Baía do Sueste
Hier ist das Wasser nicht so klar wie an anderen Stränden der Insel, aber die wundervollen Felsformationen mitten im Meer und die (fast sichere) Präsenz von Meeresschildkröten lohnen diesen Besuch. Apropos: Das Wasser ist trüb durch die Nährstoffe in diesem Gebiet, die wiederum die Schildkröten anlocken. Hinter dem Strandstreifen befindet sich Mangrove-Vegetation.
Lokalität: Ende der Strasse BR-363.
Praia do Leão
Der “Löwenstrand“ ist der grösste Sandstreifen der Insel – und auch der einsamste. Zwei riesige Felsformationen im Wasser vervollständigen die Landschaft – eine davon kann man mit ein bisschen Phantasie als eine Löwensilhouette definieren. Zwischen Januar und Juni ist der Besuch des Strandes zwischen 18:00 und 06:00 Uhr untersagt, um die Meeresschildkröten zu schützen, die zum Eierlegen über Nacht an den Strand kommen.
Lokalität: Eine prekäre Erdpiste, die auf der Höhe der “Sueste“ von der BR-363 abbiegt, führt zum Zugangspfad.
Aussichtspunkte
Air France
Hier war einmal die Basis der französischen Fluglinie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Man kann an diesem Ort zwar nicht baden, aber die Landschaft lohnt einen Besuch.
Lokalität: Zugang zu Fuss ab der “Vila do Porto“.
Baía do Sancho und Baía dos Porcos
Entlang des Weges am Rand der Felsenküste, der die beiden schönsten Strände Brasiliens verbindet, gibt es Aussichtsplattformen, von denen aus man wundervolle Fotos von Noronha schiessen kann – mit dem Inselberg “Morro dos Dois Irmãos“ im Hintergrund. Wer Video-Aufnahmen macht, der hat sogar noch die Möglichkeit einer naturrealistischen Tonuntermalung: durch die zahlreichen Vögel, die an dieser Stelle ihre Nester bewohnen. Darüber hinaus sind hier auch die “Mocós“ (kleine Nagetiere) recht zahlreich und die grosse Teju-Leguane, die sich in der Sonne aufwärmen.
Baía dos Golfinhos
Wer sich darauf versteht, auch mal im Urlaub früh aufzustehen, wird von einer Show der “Golfinhos-rotadores“ (Spinnerdelfine – Stenella longirostris) belohnt – man kann die beliebten “Flipper“ von einem 55 Meter hohen Aussichtsturm aus in der nach ihnen genannten Bucht beobachten. Gegen 5:30 Uhr nähern sich die Tiere einander, um zu kopulieren und die Jungtiere zu säugen – und zur Freude der Beobachter begleiten sie ihr Tun mit Sprüngen, bei denen sie um die eigene Achse “rotieren“ – was ihnen den eigentümlichen Namen eingebracht hat.
Lokalität: Etwa 5 km von der “Vila dos Remédios“ entfernt – oder 1km auf einem Pfad von der “Baia do Sancho“ aus.
Buraco da Raquel
Die “Höhle der Raquel”, die von den anbrandenden Wellen im Lauf der Zeit geformt wurde, kann man zwar nicht betreten, aber ein Besuch dieser Stelle lohnt sich. Es gibt verschiedene Versionen für den eigenartigen Namen, eine davon erzählt, das Raquel, die Tochter eines Militärkommandanten, sich in diese Höhle zurückzog, um zu weinen, andere sagen, dass sie sich dort mit ihrem Liebsten traf. Der Strand ist klein und die Bucht wird von Haien aufgesucht.
Lokalität: Zugang zum Aussichtspunkt an der Seite des “Museu dos Tubarões“ in der Vila do Porto.
Forte São Pedro do Boldró
Von den Ruinen des Forts “São Pedro do Boldró” aus, einer Konstruktion aus dem 18. Jahrhundert, die im Volksmund “Fortinho“ genannt wird, kann man den berühmtesten Sonnenuntergang der Insel erleben.
Lokalität: Zugang über die “Alameda do Fortim“ in der “Vila do Boldró“.
Vila dos Remédios
Dies ist das kleine, urbane Zentrum des Archipels und der Hauptinsel – mit Apotheken, Geschäften, Post, Restaurants, Cafes, Bank du anderen Dienstleistungsangeboten. Hier befinden sich auch die Kirche “Nossa Senhora dos Remédios“ – gebaut von den Portugiesen im 18. Jahrhundert und heute unter Denkmalschutz – und die Ruinen des Forts “Nossa Senhora dos Remédios“, ein Erbe aus jener Zeit als die Kolonisatoren die Insel als einen strategischen Punkt für die Verteidigung ihrer Kolonie betrachteten. Sehenswert ist auch das Historische Museum (Eintritt gratis) und die Fassade des „Palácio São Miguel“, in dem die Administration des Archipels ihren Sitz hat.
Lokalität: Im Ort “Vila dos Remédios“ – Zugang ist auf der BR-363 beschildert.
Hier erfahren Sie allgemeine Informationen über Fernando de Noronha: wann die beste Reisezeit ist, um Fernando de Noronha zu besuchen, Informationen über Unterkünfte, was diese kosten, wie man den Archipel erreicht und interessante Links und Adressen.
Beste Zeit
Fernando de Noronha empfängt das unterschiedlichste Publikum während des ganzen Jahres. Im September und Oktober ist das “Mar de Dentro” (Innere Meer) ruhig und äusserst transparent, während das “Mar de Fora“ besonders bewegt ist. Zwischen Dezember und Februar erfreuen sich die Surfer an den hohen Wellen. Der meiste Regen fällt zwischen März und Mai, was die Sichtweite beim Tauchen beeinträchtigt.
Unterkunft
Die auf der Insel verlangten Preise sind gesalzen. Man lebt günstiger, wenn man sich in den einfachen familiären Pousadas einquartiert. Wenn Sie mehr Komfort wollen, suchen Sie sich eine so genannte “Pousada de Charme“ aus, die in den letzten Jahren auf der Insel zugenommen haben. Die Unterkünfte konzentrieren sich in “Vila dos Remédios“ – “Vila do Trinta“ und im Ortsteil “Floresta Nova“.
Ein paar Preisbeispiele
Familiäre, einfache Pousada: Paket (4 Tage / 3 Nächte) ab 380.00 CHF pro Person im DZ
Pousada * und **: Paket: (4 Tage / 3 Nächte) ab 750.00 CHF pro Person im DZ
Gehobene Pousada: Paket (4 Tage / 3 Nächte) ab 1050.00 CHF pro Person im DZ
Pousada de Charme: Paket (4 Tage / 3 Nächte) ab 1290.00 CHF pro Person im DZ
So kommt man hin
Per Flugzeug: Es gibt tägliche Flüge von Natal (Bundesstaat Rio Grande do Norte) und von Recife (Bundesstaat Pernambuco) aus. Um den besten Ausblick zu haben, setzen Sie sich am besten beim Hinflug an die linke Fensterseite und auf die rechte beim Rückflug.
Per Schiff: Während der Kreuzfahrerzeit wird die Insel im Allgemeinen angefahren. Man kann aber auch mit eigenem oder gemietetem Boot anreisen.
Sites und Telefonnummern
Regionale Vorwahl: 81
Touristische Informationen: 3619 – 0800 und www.noronha.pe.gov.br
Verein der Tour-Guides: 9724 – 4476
Verein für Bootstouren: 3619 – 1360
Hospital São Lucas: 3619 – 0923
Projekt “Golfinho Rotador” www.golfinhorotador.org.br
Projekt Tamar: 3619 – 1269, www.tamar.org.br/cv_pe_fernandodenoronha.php
Nationalpark: Parque Nacional Marinho de Fernando de Noronha: 3619 – 1220