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08.12.2021
Aufgrund ihres Auftretens und der Ähnlichkeit zu anderen Erkrankungen sind die Symptome eines Lipödems oftmals schwer einzuordnen, was bedeutet, dass die Diagnose des Lipödems für viele betroffene Frauen oft ein langwieriger Prozess ist. Krankheiten, wie das Restless-Legs-Syndrom, eine Polyneuropathie oder auch eine chronische venöse Insuffizienz, weisen ähnliche Symptome zum Lipödem auf.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
Je mehr Fragen mit “ja” beantwortet werden, desto wahrscheinlicher ist das Vorliegen eines Lipödems.
Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an einen auf das Lipödem spezialisierten Facharzt für Phlebologie oder Gefässchirurgie, um die Diagnose einer Lipödem-Erkrankung abzuklären und andere Ursachen (z.B. Funktionsstörung des Venen- oder Lymphsystems) ausschliessen zu können. Die Diagnose eines Lipödems ist oft ein langwieriger und schwieriger Prozess, da die Symptome und Beschwerden von den Patientinnen unterschiedlich stark wahrgenommen und mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.
Bestätigt sich bei der phlebologischen Untersuchung das Vorliegen eines Lipödems, kann zunächst ein konservativer Therapieansatz wie Entstauungstherapie oder Kompressionsmieder eingeleitet werden, um die vorhandenen Beschwerden wie z.B. Schwellungen oder auch ein Spannungsgefühl zeitweise zu lindern.
Die konservative Therapie ist ein wichtiger begleitender Aspekt bei der Behandlung eines Lipödems, jedoch wird dadurch keine langfristige und dauerhafte Verringerung der krankhaft vermehrten Fettzellen erreicht. Dies kann dauerhaft nur durch eine Liposuktion (Fettabsaugung) des überschüssigen Fettgewebes erzielt werden. Für die betroffenen Frauen beginnt im Anschluss an die Liposuktion ein neuer, beschwerdefreier Lebensabschnitt und ein Alltag voll von wiedergewonnener Lebensqualität.
Die Liposuktion stellt die einzig nachhaltige Behandlung des Lipödems dar. Bei konsequenter und kompetenter Durchführung der Operation sind durchaus hervorragende Ergebnisse bei sehr geringen Komplikationen zu erwarten.
Vor einer Operation ist es von grosser Wichtigkeit, dass die flachgestrickte Kompressions-strumpfhose kontinuierlich sechs bis acht Wochen vor der Operation getragen wird, damit das Gewebe entstaut und optimal auf die Liposuktion vorbereitet wird. Ebenso von Bedeutung ist, falls Ihr Gewebe äusserst gestaut ist, dass gezielt auch schon vor der Operation manuelle Lymphdrainage erfolgt. Dies ist ein Bestandteil für die Nachbehandlung, damit das Gewebe weiterhin entstaut und massiert wird, und damit kein Lymphstau entsteht. Die flachgestrickte Kompressionsstrumpfhose betrifft nicht nur die Vorbereitung auf die Operation, sondern ebenfalls die bestmögliche Weiterbehandlung, da sie durch ihre flachgestrickte Kompression das Gewebe folgetechnisch vor Verhärtungen bewahrt und der Zurückbildung der Haut verhilft.
Haben Sie den ersten Schritt in ein neues Leben gewagt und die Operationen erfolgreich hinter sich gebracht, gibt es dann einige Punkte, die Sie beachten sollten: Die Heilungs- und Umbauprozesse der operierten Areale sind in den ersten Wochen und Monaten am stärksten, sodass Missempfindungen, Verhärtungen und Schwellungen auftreten können. Der Heilungsprozess beträgt bis zu einem Jahr – in Einzelfällen auch länger. Ihr Lymphsystem, das Nervensystem und insgesamt das komplette Gewebe im OP-Gebiet regeneriert sich. Geben Sie Ihrem Körper Zeit und Ruhe und vergessen Sie nicht, dass es sich bei der Liposuktion eines Lipödems um keinen kleinen Eingriff handelt.
Für eine korrekte Diagnose ist der Arzt zuständig. Damit das Lipödem zuverlässig erkannt wird, sind Phlebologen (Venenarzt), Gefässspezialisten und Lymphologen die richtigen Ansprechpartner. Der Arzt stellt die Diagnose aufgrund mehrerer Kriterien: Dazu gehören das optische Erscheinungsbild und der Tastbefund, eine Ultraschalluntersuchung sichert die Diagnose. Andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Adipositas, müssen ausgeschlossen werden. Ebenso wird der Arzt feststellen, ob es sich nicht um ein Lymphödem oder um eine Lipohypertrophie handelt. Das ist eine harmlose Fettansammlung, die sich aber zu einem Lipödem weiterentwickeln kann. Wenn als Behandlung eine Fettabsaugung in Betracht kommt, suchen Sie einen Facharzt, der auf das Lipödem spezialisiert ist und in diesem Bereich bereits über viel Erfahrung verfügt.
Zu den leichteren Beschwerden zählen Schwellungen an den Beinen und Armen, die betroffenen Regionen reagieren sehr empfindlich auf Berührungen. Schnell entstehen Blutergüsse, im späteren Stadium reiben die Innenseiten der Oberschenkel aneinander; dann können sich wunde Stellen und Ekzeme bilden. Viele betroffene Frauen berichten, dass das Tragen von eng anliegender Kleidung sehr unangenehm ist. An den Beinen bilden sich Besenreiser und Krampfadern, die Gelenke leiden unter dem erhöhten Gewicht und häufig nimmt die Patientin eine Schonstellung ein. Die Folge sind X-Beine und Deformierungen an den Kniegelenken.
Wenn das Lipödem jahrelang unbehandelt bleibt, kann ein Lymphödem dazu kommen, in manchen Fallen bildet sich die Mischform Lipolymphödem. In vielen Fällen tritt eine starke Einschränkung der Beweglichkeit auf und einige Frauen sind sogar auf Gehhilfen angewiesen. Mitunter sind die betroffenen Frauen nicht mehr erwerbsfähig.
Dazu sollte ebenfalls erwähnt werden, dass die psychische Belastung auch nicht unerheblich ist. Durch die veränderte Optik – normaler Oberkörper, voluminöses Gesäss und sehr kräftige Oberschenkel – kommt es leider oft zu abfälligen Bemerkungen bis hin zum Mobbing. Den betroffenen Frauen wird unterstellt, sie seien disziplinlos und müssten eigentlich nur weniger essen und mehr Sport treiben. Das Selbstwertgefühl sinkt. Zur körperlichen Beeinträchtigung können Depressionen und Essstörungen kommen. Viele Frauen sind frustriert, fühlen sich unattraktiv und minderwertig. Der Kleiderkauf wird zum Stress, weil die Konfektionsgrössen von Oberkörper und Hüfte stark voneinander abweichen. Der Rückzug aus der Öffentlichkeit ist eine weitere Folge, für die erfolgreiche Behandlung eines Lipödems ist daher die psychologische Unterstützung auch ein wesentlicher Faktor.
Abtasten der Haut:
Das Abtasten der Haut kann wichtige Hinweise auf die Erkrankung geben. In frühen Stadien des Lipödems weist die Haut eine Struktur auf, die sich wie Styroporkügelchen anfühlt. In späteren Stadien ähneln diese Unebenmässigkeiten mehr und mehr walnussgrossen Kugeln, trotzdem fühlt sich die Haut weich an. Drückt der Arzt bei der Untersuchung in das Gewebe, entsteht nur kurzzeitig eine Delle.
Paradoxer Kneiftest zur Diagnose:
Um ein Lipödem festzustellen, kann darüber hinaus der sogenannte paradoxe Kneiftest durchgeführt werden. Dabei wird einmal in die Beininnenseite und einmal in die Beinaussenseite gekniffen. Empfindet die Patientin den Schmerz aussen am Bein stärker als innen, ist ein Lipödem sehr wahrscheinlich, da gesunde Frauen die Stärke der Schmerzen genau andersherum beschreiben.
Mehr Informationen zum Lipödem finden Sie unter: lipoedemclinic.ch
Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC.
Sollten Sie vor der Beratung eine kurze online Vorabklärung wünschen, können Sie uns gerne per E-mail kontaktieren. Für Patienten, die nicht sehr mobil sind oder eine lange Anreise hätten, offerieren wir zudem Skype Konsultationen.
Egal, auf welchem Weg Sie uns erreichen wollen – wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören/lesen!