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Der britische Schauspieler Peter Ustinov ist in der Nacht zum Montag im Alter von 82 Jahren in einer Klinik bei Genf gestorben.
Ustinov galt als Multitalent – und er nutzte seine Prominenz für karitative Zwecke.
Mit der Queen hat er getanzt, der Papst wollte mit ihm Tennis spielen. Wenn er Geburtstag hatte, gratulierte ihm der UNO-Generalsekretär - im Namen der Vereinten Nationen, schliesslich war er Sonderbotschafter des Kinderhilfswerkes UNICEF. Die ganze Welt verehrte den Schauspieler Sir Peter Ustinov.
"Er war eine einzigartige Persönlichkeit, jemand, auf den man wirklich zählen konnte", sagte sein Freund Leon Davico, der den Schauspieler, Schriftsteller und Regisseur als ehrenamtlichen Botschafter für UNICEF engagierte. "Er war ein aufmerksamer Weltbürger."
Der Schweizer Innenminister Pascal Couchepin erinnerte in seiner Würdigung daran, wie sehr der Schauspieler der Schweiz verbunden gewesen sei. Seine Lebenshaltung sei geprägt gewesen von Optimismus und Neugier.
Dies habe ihn zu einem vielseitigen, leidenschaftlichen und grosszügigen Menschen und Künstler gemacht.
Lebensabend am Genfersee
Sir Peter starb in der Nacht zum Montag kurz vor seinem 83. Geburtstag am 16. April in einer Klinik in Genolier bei Genf. Im nahe gelegenen Bursins oberhalb des Genfer Sees und umgeben von Weinbergen hatte Ustinov über Jahrzehnte gelebt.
Nachdem sich der Künstler zuletzt nur noch im Rollstuhl fortbewegen konnte, musste er die letzten beiden Monate in der Klinik verbringen. Öffentliche Auftritte wurden abgesagt. Nach Angaben eines Freundes führten die Herzprobleme und die Folgen der Zuckerkrankheit schliesslich zum Tod.
Der Sohn eines Deutschen und einer Französin wuchs in London auf. Doch die Engländer betrachteten ihn nie wirklich als einen der ihren.
"Obwohl er ziemlich viele Witze über die Deutschen macht, ist er selbst mehr deutsch als englisch", schrieb etwa die "Financial Times" 1991 über den kurz zuvor von der Queen zum Ritter geschlagenen Sir Peter. Er selbst sah es ähnlich: "Sehr englisch habe ich mich nie gefühlt."
Persönliches blieb privat
Der dicke Peter wurde von seinen Mitschülern oft gehänselt. "Ich rettete mich, indem ich die Lehrer nachmachte und dadurch die anderen zum Lachen brachte."
Zeitlebens blieb Ustinov ein sehr verletzlicher und im Grunde verschlossener Mensch, der dies mit Witzen überspielte. Obwohl er als einer der meistinterviewten Künstler der Welt galt, gab er doch kaum je etwas Persönliches preis. Im Interview erzählte er dieselben Anekdoten wie als Alleinunterhalter auf der Bühne.
Zwei Oscars
Berühmt wurde Ustinov vor sehr langer Zeit in Hollywood, als linkisch-verrückter Kaiser Nero in "Quo Vadis" (1952) und sadistischer Gladiatoren-Schinder Lentulus Battiatus in "Spartacus" (1959), wofür er einen seiner beiden Oscars bekam.
Seine Paraderolle war vielleicht Agatha Christies belgischer Meisterdetektiv Hercule Poirot.
In seiner rund 60 Jahre umspannenden aussergewöhnlichen Karriere zeigte Ustinov vielfältige künstlerische Talente auch als Regisseur, Maler, Bühnenbildner, Conférencier, Stückeschreiber und Prosa-Autor, er inszenierte Opern, legte Foto- und Karikatursammlungen vor und bereiste als begnadeter Komiker mit Soloprogrammen die Welt.
Seit 1968 kämpfte Ustinov bei UNICEF für die Rechte der Kinder. Als ehrenamtlicher Botschafter besuchter er Hilfsprojekte auf der ganzen Welt und engagierte sich mit unzähligen Reden, Artikeln, Konzerten und Konferenzen.
swissinfo und Agenturen