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Weshalb streiten sich China und Japan um ein paar Felseninseln?
- Donnerstag, 28. November 2013, 13:19 Uhr, aktualisiert um 18:45 Uhr
Gefährliche Besitzansprüche um eine Handvoll unbewohnter Inseln im Ostchinesischen Meer. China wirft Japan vor, die Inseln gestohlen zu haben. Der Streit dauert bereits mehrere Hundert Jahre an. Dass er ausgerechnet jetzt wieder aufflackert, hat einen bestimmten Grund.
Die Inseln liegen von China und Japan praktisch gleich weit entfernt – die Japaner nennen die Inselgruppe Senkaku, in China heisst sie Diaoyu. Geographisch liegen sie am nächsten bei Taiwan.
Inselstreit nimmt in China militärpolitische Rolle ein
Weshalb der Inselstreit, der schon seit Jahrhunderten andauert, ausgerechnet jetzt wieder aufkeimt, hat laut einem japanischen Wirtschaftshistoriker, der sich «Professor X» nennt, folgenden Grund: «Er eignet sich bestens, um den Nationalismus in China voranzutreiben», erklärt der Wirtschaftshistoriker.
Der Nationalismus lenke von den innenpolitischen Problemen ab, mit denen China zu kämpfen habe. Laut «Professor X» darf der Kampf um die Inseln nie ganz einschlafen.
Die Angelegenheit dürfte aber noch eine ganz andere Rolle spielen. Wie der Wirtschaftshistoriker sagt, legitimiere sie die wachsenden Rüstungsausgaben und immer mächtig werdenden Streitmächte in China.
Japan ignoriert Abwehrzone
Der Streit um die Senkaku-Inseln eskaliert weiter. Trotz eines Verbots haben japanische Kampfjets die chinesische Flugverbotszone überflogen. Wie lange schaut Peking noch zu? Mehr dazu hier.
Seit Chinas Niederlage im chinesisch-japanischen Krieg 1895 standen die Inseln unter der Kontrolle Tokios. Nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA verwaltet, gingen sie mit der Rückgabe der Souveränität Okinawas 1972 wieder an Japan.
Da China jedoch alte Ansprüche auf das Territorium geltend macht, kommt es immer wieder zum Streit. Denn aus Sicht Pekings waren die USA aus historischen Gründen gar nicht berechtigt, die Inselgruppe an Japan zurückzugeben.
Peking verweist auf Karten aus der Ming-Zeit (1368-1644), die nachwiesen, dass die Inselgruppe schon damals zu China gehöre.
Chinas Reaktion unterschätzt
Der Streit flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. Damit wollte Tokio nach eigenen Angaben verhindern, dass nationalistische Kräfte sie erwerben.
Fische, Erdöl, Erdgas
Die Inseln liegen in fischreichen Gewässern auf einer strategisch wichtigen Schifffahrtsroute. In der Umgebung werden grössere Erdöl- und Erdgas-Vorkommen vermutet.
Die Heftigkeit der chinesischen Reaktion wurde unterschätzt. In China kam es zu grossen anti-japanischen Demonstrationen. Der Streit riss alte Wunden über die japanische Aggression im Zweiten Weltkrieg in China auf.
Auch Taiwan mischte sich ein und erhob Ansprüche auf die Inselgruppe: Im September 2012 sind taiwanesische Schiffe zur Inselgruppe vorgedrungen.
Wichtig für die Schifffahrt
Aber China erhebt nicht nur Ansprüche auf diese Inseln. Auch im Südchinesischen Meer, wo wichtige Schifffahrtswege verlaufen, gibt es Streit um Inseln fernab von Chinas Küste.
Teile des Seegebiets, vor allem die Spratly- sowie die Paracel-Inseln, werden aber ebenso von den Asean-Mitgliedern Vietnam, Brunei, Malaysia und den Philippinen beansprucht. Auch dort soll es reiche Öl- und Gasvorkommen geben.
Sendungsbeiträge zu diesem Artikel
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Inselstreit - Wasser auf die Mühlen chinesischer Nationalisten
Aus Echo der Zeit vom 28.11.2013
Blogger in China feiern die «Luftraum-Verteidigungszone» über der Inselgruppe im ostchinesischen Meer. Sie fordern, unangemeldete Flieger aus Japan und den USA abzuschiessen. Aber nicht alle Chinesen sehen das so: Die Meinung des Professors einer chinesischen Eliteuniversität.
Urs Morf
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Gereizte Stimmung wegen Chinas Luftverteidigungszone
Aus Tagesschau vom 28.11.2013
Der Konflikt im Ostchinesischen Meer spitzt sich gefährlich zu. Auch Japan ignoriert Chinas neue Luftverteidigungszone. Wie schon US-amerikanische Bomber sind nun Flugzeuge der japanischen Luftwaffe durch die Militärzone über dem Ostchinesischen Meer geflogen.
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