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Bei Kindern sollte eine Fehlsichtigkeit möglichst früh entdeckt werden, weil sonst keine normale Sehentwicklung möglich ist, und die Gefahr einer bleibenden Sehbeeinträchtigung besteht.
Im Gegensatz zum Erwachsenen muss das Kind zuerst lernen zu sehen. Das heisst: sobald ein Kind beginnt, mit den Augen zu schauen, beginnt die Sehentwicklung. Das Auge, der Sehnerv und schliesslich das Sehzentrum im Gehirn müssen sich ausbilden. Voraussetzung dafür ist die Projektion eines scharfen Bildes auf der Netzhaut.
Wenn ein Kind kurzsichtig ist, sieht es schlecht in die Ferne. Das Sehen in der Nähe ist normal.
Der Grund dafür ist ein nicht normaler Aufbau des Auges. Meistens ist das Auge zu lang gewachsen.
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Was sind die heute bekannten Ursachen der Kurzsichtigkeit?
• Vererbung:
Die Anlage zur Kurzsichtigkeit wird oft vererbt und entwickelt sich in den ersten zwei Lebensjahrzehnten. Sind ein oder beide Elternteile oder auch Geschwister kurzsichtig, so ist die Wahrscheinlichkeit für ein Kind sehr hoch, ebenfalls kurzsichtig zu werden.
Vererbtes Risiko:
Ist ein Elternteil kurzsichtig, dann besteht eine 25-40%ige Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder auch kurzsichtig sind.
Sind beide Elternteile kurzsichtig, dann besteht eine 35-60%ige Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder auch kurzsichtig sind.
• Äussere Faktoren:
o zu viel Naharbeit und Lesen (Bücher, iPhone, iPad, PC, viele Hausaufgaben) in kurzer Lesedistanz mit wenig Pausen
o Mangel an Tageslicht mit vielen Tätigkeiten in Innenräumen mit tiefer Beleuchtungsstärke (in Innenräumen nur 500 Lux)
o wenig Aufenthalt, Tätigkeiten, Hobbys im Freien am Tageslicht (5'000 Lux) und Sonnenlicht (bis 100'000 Lux)
• Neu erforschte Ursachen:
o unscharfe Abbildung im Randbereich der Netzhaut durch normale Brillengläser und Kontaktlinsen
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Warum soll eine zunehmende Kurzsichtigkeit vermieden werden?
Laut WHO werden 2050 50 % der Weltbevölkerung kurzsichtig sein.
Das kurzsichtige Auge ist grundsätzlich ein normales, gesundes Auge. Dies stimmt aber nur, wenn die Kurzsichtigkeit klein ist.
Bei höherer Kurzsichtigkeit (>6 Dioptrien) kann es zu Komplikationen kommen, da das Auge vermehrt in die Länge wächst (Achsenmyopie).
Es kann vermehrt zu Netzhautablösungen, myoper Makulopathie, myoper Sehnervenschädigung und Glaukom kommen. Alle diese Erkrankungen können das Sehen erheblich einschränken oder sogar zu Erblindung führen.
Ziel :
Vermeidung der Kurzsichtigkeit von mehr als 6 resp. bereits 5 Dioptrien bei Kindern
Reduktion des jährlichen Längenwachstums des Auges bei Kindern und somit der Kurzsichtigkeit
Durch die Verminderung der Kurzsichtigkeit bei Kindern beugt man späteren Komplikationen vor.
Im Erwachsenenalter nützt eine Prophylaxe nichts mehr, da das Wachstum des Auges abgeschlossen ist.
Wie kann einer zunehmenden Kurzsichtigkeit bei Kindern vorgebeugt werden?
1. Verhalten: Tageslichtexposition (2 h pro Tag im Freien verbringen), Naharbeit reduzieren, Arbeitsabstand > 30cm, Unterbrechung der Arbeit im Nahbereich alle 30 Minuten
2. Optische Methoden: Orthokeratologie, Kontaktlinsen mit peripherem Defokus wie MiSight, Brillengläser mit DIMS-Technologie wie Miyosmart (Glas mit zentraler Vollkorrektur und vielen kleinen äusseren myopen Defoci, +3,5 Dioptrien-Segmenten)
«Off-label-Therapie, d.h in der Schweiz gibt es noch keine Arzneimittelzulassung für diese Therapie, Kosten müssen von Eltern selber getragen werden (ca. CHF 50.- pro Monat), evtl. freiwillige Kostenübernahme der Krankenkasse nach Kostengutsprache
Laut den letzten Studien hemmt eine Dosierung von 0,05% Atropin das Augenlängenwachstum am besten.
kaum Nebenwirkungen (leicht erweiterte Pupille, verminderte Akkommodation), welche Kinder nicht stören