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„Integrität ist eine ethische Forderung des philosophischen Humanismus, nämlich die Übereinstimmung zwischen idealistischen Werten und der tatsächlichen Lebenspraxis, nicht in jedem kleinsten Detail, aber im Ganzen. Persönliche Integrität ist die fortwährend aufrechterhaltene Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln. Grundlage des Wertesystems ist eine christlich und humanistisch begründete Ethik. Ein integrer Mensch lebt in dem Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Massstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken. […] Es gibt gesellschaftliche und berufliche Positionen, bei denen bereits ein Verdacht auf fehlende Integrität des Inhabers zu dessen Suspendierung bzw. Enthebung der Position/des Amtes führen kann, da man integren Personen „absolutes Vertrauen“ schenkt und dieses durch den ausgesprochenen Verdacht bereits anzweifeln kann.“ Diese Sätze findet, wer unter dem Stichwort „Integrität“ in Wikipedia nachliest. Das Vertrauen ist der Kitt der arbeitsteiligen Gesellschaft. Wir alle vertrauen darauf, dass wir unser Heim nach der Arbeit unversehrt wiederfinden. Unseren Lohn erhalten wir unsichtbar per Banküberweisung. Wir vertrauen darauf, dass die Buchung ordnungsgemäss gemacht wurde und wir Geld abheben können. Die Betriebe vertrauen darauf, dass sie elektrische Energie haben und ihre Maschinen laufen. Vieles, auf das wir täglich vertrauen, können wir selbst nicht direkt beeinflussen. Es unterliegt der Beeinflussung anderer, die das besser können als wir, dafür erbringen wir Leistungen, auf die andere vertrauen. In den alten, ruralen Gesellschaften konnte man noch einigermassen autonom leben. Wer Bauer war, konnte zumindest für sich und seine Familie sorgen. Die grösste Abhängigkeit bestand im Wetter und der eigenen Gesundheit; beides wurde in die Hände Gottes gelegt. Ein guter, fleissiger Bauer konnte mehr erwirtschaften als ein ungeschickter, fauler und jeder konnte sehen, mit welcher Sorte er es zu tun hatte. Ernte und Verdienst waren direkt abhängig von der Leistung. Wie begründet man das Einkommen eines Bankdirektors? Wie begründen Sie Ihr eigenes Einkommen? Haben Sie auch das Gefühl, Sie verdienten zu wenig im Vergleich zum Bankdirektorn; und, wenn Sie selbst Bankdirektor sind, verdienen Sie vielleicht weniger als der andere Bankdirektor? Sind Ihnen diese Unterschiede egal? Ist es Ihnen Wurst, wenn Sie nicht dauernd in der Zeitung bejubelt werden, wenn nicht alle Ihrer Meinung sind, Sie nicht im Mittelpunkt stehen? Wenn Sie ihre Arbeit machen und die Worte „ja“ und „nein“ für Sie Bedeutung haben, dann wären Sie mein Mann oder meine Frau für Ämter wie Nationalbank-, Verwaltungsrats- oder Parteipräsident, National-, Bundes- oder Kantonsrat – wir haben viel zu wenige von Ihrer Sorte!
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