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Der Übersetzer lebt und arbeitet zwischen zwei oder mehreren Sprachen. Dabei macht er, gerade wenn er einen bestimmten Sinn übertragen möchte, die Erfahrung der Unabschliessbarkeit und der Relativität der Einzelsprachen. Denn ein Gedanke oder ein Begriff, der von einer Sprache in eine andere übersetzt wird, verändert sich durch die neue sprachliche Form und Umgebung. Die Übersetzung von einer Sprache in eine andere ist immer auch eine Öffnung der einen in Hinblick auf eine andere. Dabei trägt jede Sprache die Übersetzung als Möglichkeit bereits in sich. Der Raum
zwischen ihnen trennt die Sprachen im gleichen Masse, wie er sie verbindet. Die Übersetzung kann dabei als eine Weise des Denkens verstanden werden, die sich zwischen den Kulturen und den Sprachen bewegt und die durch keine Einzelsprache
erfasst oder gar ersetzt werden kann. Dieser Raum zwischen den Sprachen und den Kulturen ist einerseits nur von den Einzelsprachen her erfahrbar. Andererseits legt er einen eigenen Zugang zur Welt frei, gerade weil die Übersetzung sich zur unmöglichen Aufgabe macht, etwas Sinnhaftes aus der einen in eine andere Sprache zu übertragen. Vielleicht enthält in Zeiten der Globalisierung dieser Raum zwischen allen Sprachen, in welchem ein babylonisches Sprachengewirr herrscht, die Chance, eine gemeinsame Vorstellung vom Menschen und den Kulturen zu bilden – eine Vorstellung, die nicht vom Dogma feststehender Begriffe und geschlossener Denksysteme her angegangen und kontrolliert werden kann.
Die zweisprachige Tagung findet am 25. - 26. November 2016 statt.
Veranstaltungsort:
Romanisches Seminar
Abteilung für AVL, Raum 211
Plattenstrasse 43, 8032 Zürich
Hier das Programm (PDF, 2 MB)zur Tagung auf Deutsch und Französisch.
Studierende und Interessierte sind herzlich eingeladen!