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Der im Rosenkrieg des Whistleblowers Adam Quadroni wegen Amtsmissbrauchs angeklagte Unterengadiner Richter Orlando Zegg ist freigesprochen worden.
Orlando Zegg hatte im Novemer 2017 einen Polizeieinsatz in Quadronis Wohnung angeordnet, um Gegenstände durch die Ehefrau abholen zu lassen. Laut dem Urteil handelte er damit für das Wohl der Kinder.
Der Tatbestand des Amtsmissbrauch sei nicht erfüllt gewesen, begründete die Richterin des Regionalgerichts Prättigau/Davos das Urteil am Freitag. Dafür hätte der Angeklagte vorsätzlich mit der Absicht, Quadroni zu schädigen, handeln müssen. Dies erkannte das Gericht nicht. Viel mehr sei das Wohl der Kinder im Vordergrund gestanden, die seit Juli 2017 auf ihre Kleider, Spielsachen, Kindermöbel und Haustiere gewartet hätten.
Herausgabe der Kindersachen durchgesetzt
Der angeklagte Richter hatte den Whistleblower im Bündner Baukartellskandal schliesslich im November 2017 zur Herausgabe von den Gegenständen der drei Töchter verpflichtet, obwohl noch eine Berufung Quadronis dagegen lief. Sollte Quadroni die Gegenstände nicht hergeben, berechtigte der Richter die Ehefrau, die Wohnung in Begleitung von Polizeibeamten zu betreten und die Sachen zu holen.
So wurde Quadroni beim Einsatz schliesslich mit Handschellen gefesselt, während seine Ehefrau begleitet von sieben Polizisten und Zügelhelfern die Gegenstände aus der Wohnung in Ramosch GR trug. Der Anwalt Quadronis plädierte daher für den Fall, dass Quadroni des Amtsmissbrauchs freigesprochen werde, zusätzlich auf Freiheitsberaubung und Nötigung.
Auch in diesen Punkten entlastete das Gericht den Angeklagten. Er habe dazu keinen Vorsatz gehabt. Hätte der Richter den superprovisorischen Entscheid nicht erlassen, hätten Quadronis Kinder weitere Wochen auf ihre Sachen warten müssen.
Entschädigung für den angeklagten Richter
Das dreiköpfige Richtergremium sprach dem Freigesprochenen weiter eine Entschädigung in der Höhe von über 30’000 Franken zu. Auch die Gerichtskosten und die Untersuchungsgebühren gingen zu Lasten des Klägers und damit an die Bündner Staatsanwaltschaft.
Der Angeklagte habe im Rahmen des geltenden Rechts gehandelt und es nicht willkürlich ausgelegt oder vorsätzlich jemandem Schaden wollen, hielt die Richterin am Freitag fest.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann innert dreissig Tagen angefochten werden. Dies erwartet denn auch die Richterin, wie sie im Anschluss der Urteilsverkündung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Der Anwalt des Richters sprach im Anschluss von einem «wegweisenden Urteil».