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John Todd, ein amerikanischer Junge am Ende des 19. Jahrhunderts war etwa 6 Jahre alt als seine Eltern starben.
Seine Tante lud ihn ein, bei ihr wohnen zu können. Als ihr Diener den Jungen holte, fragte der Kleine: ‚Wird es mir gefallen dort?’ Der Diener antwortete: ‚Du wirst in guten Händen sein.’
John: ‚Wird sie mich liebhaben?’ Der Diener: ‚Ja, bestimmt, sie hat ein grosses Herz.’ John: ‚Wird sie schon im Bett sein, wenn wir ankommen?’ Diener: ‚Nein, sie wird auf dich warten.’ Als sie sich dem Haus näherten, sah der kleine John eine Kerze im Fenster brennen und seine Tante stand unter der Türe. Sie küsste ihn und hiess ihn willkommen.
John Todd wurde später Pastor. Seine Tante war eine wirkliche Mutter für ihn.
Als sie alt und krank wurde und den Tod nahen sah, schrieb sie an John, sie wisse nicht so recht, was auf sie zukomme, wenn sie sterben müsse. John schrieb zurück: 'Meine liebe Tante. Viele Jahre zurück verliess ich ein Haus des Todes ohne zu wissen, was auf mich zukommt. Auch wusste ich nicht wer sich um mich kümmern und wie es enden würde. Die Fahrt war lang aber dein Diener hat mich ermutigt. Schlussendlich landete ich in deinen offenen Armen und bekam ein neues Zuhause. Ich fühlte mich willkommen und sicher. Du hast all dies für mich getan, jetzt ist die Zeit gekommen, wo Du gehen musst. Ich schreibe Dir um Dir zu sagen, dass jemand wartet auf dich. Dein Zimmer ist bereit, das Licht ist an, die Türe offen und du wirst erwartet. Ich weiss es, weil ich vor langer Zeit Gott stehen sah in deiner Türe.'
Menschen können uns Gott spiegeln und Gott handelt oft durch uns an Menschen. Was aber, wenn kein Mensch uns den letzten Gang abnehmen kann, den Schritt von hier nach dort? Dann wird Gott in Jesus Christus auf uns warten und Menschen werden uns willkommen heissen, mit welchen wir in besonderer Weise verbunden waren.
Wenn wir hier soviel Gutmeinen erfahren und weitergegeben haben, wenn wir hier auf Erden diesem Jesus vertraut haben, dann wird kein dunkles Haus auf uns warten, kein unwegsamer Weg. Dann werden wir geleitet und erwartet wie John Todd von seiner Tante: mit offenen Armen, mit Licht und mit Liebe.
Pfarrerin Marianne Hächler-Hauser