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Ein Herzinfarkt ist eine bedrohliche Situation. Aber nicht jede Herzgefässverengung und längst nicht jeder Brustschmerz führt zwangsläufig zum Herzinfarkt. Einmal dem Herzinfarktrisiko ausgesetzt, ist es wichtig, mithilfe wissenschaftlicher Evidenz den Nutzen und die Nebenwirkungen der Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen.
Brustschmerzen können ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein, einen vollständigen Verschluss eines Herzkranzgefässes. Aber auch die Herzkrankheit Angina pectoris kann Schmerzen im Brustkorb verursachen. Sie ist die Folge einer Gefässverengung. Treten die Schmerzen bei Belastung auf, spricht man von einer stabilen Angina pectoris. Bei belastungsunabhängigen Schmerzen spricht man von einer instabilen Angina pectoris. Wiederkehrende und anhaltende Brustschmerzen können nicht nur ein Anzeichen für eine instabile Angina pectoris, sondern auch für einen sogenannten Herzinfarkt ohne ST-Hebung sein. Im Gegensatz zu einem Herzinfarkt mit vollständigem Gefässverschluss ist bei einem Herzinfarkt ohne ST-Hebung das Elektrokardiogramm (EKG) unauffällig. Für eine Angina pectoris und einen Herzinfarkt ohne ST-Hebung gibt es zwei Behandlungsmethoden: die direkt invasive und die vorerst medikamentöse.
Bei einer direkt invasiven Behandlung wird im Spital eine sogenannte Koronarangiografie durchgeführt. Mithilfe eines Katheters identifizieren Ärzte Verdickungen und Verhärtungen der Blutgefässe. Um die Blutversorgung zu verbessern, setzen sie Ballonkatheter oder Stents ein. Diese erweitern und stützen die betroffenen Gefässe. Ist ein Bereich des Gefässes nicht zugänglich, wird das betroffene Gefäss mithilfe eines Bypasses operativ umgangen.
Die zwei Behandlungsmethoden wurden in verschiedenen Studien auf ihre Vor- und Nachteile untersucht. Berücksichtigt wurden Erwachsene bis 75 Jahre mit einer instabilen Angina pectoris oder einem ST-Hebungsinfarkt. Die Studienteilnehmer wurden zwischen 6 und 12 Monate beobachtet und entweder medikamentös oder direkt invasiv behandelt. Die Studie hat ergeben: Von je 100 Personen, die vorerst medikamentös behandelt wurden, erlitten 8 Personen einen Herzinfarkt und klagten 33 Personen unter anhaltenden Brustschmerzen. Bei der direkt invasiven Behandlungsstrategie hatten 6 von je 100 Personen einen Herzinfarkt und 21 Personen klagten über anhaltende Brustschmerzen. Insgesamt starben bei beiden Behandlungsmethoden vier Personen an den Folgen ihrer Erkrankung.
Von je 100 Personen litten 4 vorerst medikamentös behandelte Patienten und 7 direkt invasiv behandelte Patienten unter Blutungen als Behandlungsfolge. 3 von je 100 medikamentös behandelten Patienten und 6 von je 100 direkt invasiv behandelten Patienten erlitten einen Herzinfarkt, der dem jeweiligen Eingriff geschuldet war. Von den medikamentös behandelten Patienten mussten von 100 Patienten jeweils 29 Personen hospitalisiert werden, während es bei den direkt invasiv behandelten 22 Patienten waren.