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Bei der einen Monat dauernden Notgrabung wurden die noch intakten archäologischen Schichten abgebaut und dokumentiert sowie die Funde geborgen, wie die Solothurner Staatskanzlei am Montag mitteilt. Dabei kamen Schichten und Funde aus mehreren Epochen zum Vorschein.
Zuoberst lagen neuzeitliche Reste und eine Grube aus dem 19. Jahrhundert. Gleich darunter folgte eine römische Schicht aus dem 2./3. Jahrhundert nach Christus. Dann kam ein mächtiges Schichtpaket mit drei Horizonten aus der Bronzezeit. Zuunterst lagen vereinzelte jungsteinzeitliche Funde aus der Zeit von 3200
bis 2200 vor Christus.
Die wertvollsten Funde sind eine jungsteinzeitliche Dolchklinge aus einem Feuerstein, die aus der Zeit von 2700 vor Christus stammt, sowie gut erhaltene, teilweise reich verzierte Keramikscherben aus der Bronzezeit, also aus den Jahren 2200 bis 800 vor Christus.
Mit diesen Funden konnte nachgewiesen werden, dass die Vergangenheit der Gemeinde am Jurasüdhang bis in die Zeit der Pfahlbauer zurückreicht. Bisher stammte der früheste Nachweis aus der Dorfgeschichte von der ersten urkundlichen Erwähnung von Stüsslingen im Jahr 1224. Diese Dorfgeschichte muss nun also erweitert werden.
Dolch in Frankreich gefertigt
Die 11 Zentimeter lange und 2,5 Zentimeter breite Dolchklinge ist aus französischem Kreidefeuerstein gefertigt. Das Rohmaterial oder das fertige Objekt stammt nach Meinung der Solothurner Kantonsarchäologie aus einer 350 Kilometer entfernten Gegend und hatte eine Reise hinter sich, bevor es um 2700 vor Christus in
Stüsslingen verloren ging.
Die aus der Bronzezeit stammenden Scherben stammen aus Häusern, die am Platz oder in unmittelbarer Umgebung des Fundortes gestanden hatten. Sie seien einst bei einer Überschwemmung durch den nahegelegenen Dorfbach zerstört worden, meinen die Experten. Die teilweise reich verzierten Scherben zeugten vom hohen handwerklichen Niveau des Ess- und Vorratsgeschirrs der damaligen
Zeit.
Sie gehören gemäss Mitteilung wohl zu den am besten erhaltenen bronzezeitlichen Gefässen aus dem Kanton Solothurn. Normalerweise sind Scherben dieser Qualität nur in Gräbern oder in Seeufersiedlungen, nicht aber in Landsiedlungen zu finden.
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