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Als Angelsachsen bezeichnet man die Bewohner der alten angelsächsischen Reiche, ein Flickenteppich von Kleinkönigreichen auf dem Gebiet des heutigen England. Wessex im Süden, Mercia in der Mitte und Northumbria im Norden waren die bedeutendsten, es gab aber viele weitere, wie z.B. Sussex, Kent, Essex, East Anglia, Cumbria etc., Namen, die man heute noch verwendet.
Schon zur Zeit des römischen Britannien, so ab 25o A.D. wanderten Angehörige verschiedener Stämme aus dem heutigen Deutschland und Dänemark ein. Nachdem sich die römischen Besatzer ca. 410 A.D. zurückgezogen hatten, nahm die germanische Einwanderung massiv zu. Die Angeln (aus Schleswig-Holstein), Sachsen (aus Niedersachsen) und die Jüten wurden ein bedeutender Faktor auf der Insel, vermischten sich rasch mit den romanischen Christen und drängten die heidnische Restbevölkerung nach Westen und Norden ab, nämlich nach Wales, Cornwall und Schottland.
Im Jahr 865 landete eine riesige Flotte von vorwiegend dänischen Wikingern in East-Anglia. Sie zogen zu Land weiter, zuerst nach Westen, dann nach Norden. Nach zwei Jahren war England zweigeteilt und York (Jorvik) als Hauptstadt der Dänen etabliert. Man hat übrigens in Heathwood, SE von Repton ein Massengrab mit knapp 60 Wikingern gefunden. Diese waren während der Überwinterung wahrscheinlich an Krankheiten und Unterernährung gestorben und waren mit ihren Waffen beerdigt. Es versteht sich von selbst, dass es nicht bei der einen Anladung von Wikingern blieb, sondern dass in den nächsten Jahren Tausende von Landsleuten nachkamen um das fruchtbare Land zu bearbeiten. Heute noch erinnern zahlreiche Ortsnamen in den nördlich-östlichen Gebieten, also um The Wash und die Mündung des Humber herum an die Wikinger. Die Orte mit Endungen wie -by, -thorpe, -toft sind Überbleibsel der altnordischen Sprache (Bsp.: Derby, Grimsby, Millthorpe, Lowestoft etc.) – es sind ca. 800 Orte, die das Erbe der seinerzeitigen Eroberer tragen.
Das Gebiet nördlich einer Linie Chester – London wurde während der nächsten 150 Jahre von den dänischen Erobern beherrscht; man nannte diesen Teil von England „Danelag“ oder „Danelaw“ (Gebiet mit dänischen Gesetzen). Die nächsten Jahre kämpften eine ganze Anzahl von angelsächsischen Königen gegen ständigen Druck der Dänen, die ihr Herrschaftsgebiet nach Süden zu vergrössern suchten. Zwischen den Jahren 1014 und 1035 bestand sogar ein englisch-nordisches Reich mit England, Dänemark und südlichen Teilen von Norwegen unter Knut dem Grossen, einem König aus der dänischen Jellinge-Dynastie. Dieser war übrigens mit Emma von der Normandie (der Witwe von Æthelread II), einer der bedeutendsten Frauen des Mittelalters verheiratet.
Grafik: U. Pape
In den Jahren 870 bis 1016 regierten eine Anzahl von angelsächsischen Königen, die mit mehr oder weniger Erfolg gegen die aus Norden heranstürmenden Wikinger kämpften. Nachstehend beschreibe ich die Regentschaft der beiden markantesten dieser Könige, nämlich
- König Alfred, der Grosse *849? Wantage, +26.10.899, r. 871 – 899
DER ERFOLGREICHE
- Æthelread II „The Unread“ *968 +23.4.1016, r. 978-1016
DER VERSAGER („the unread“ bedeutet denn auch „der schlecht Beratene“)
Die Beurteilungen „Der Erfolgreiche“ und „Der Versager“ sind von mir und damit natürlich aus heutiger Sicht und subjektiv. Entscheiden Sie selbst, ob Sie dies als unfair betrachten!
Die Verbindung der Schicksale der Angelsachsen und der Normannen erfolgt schliesslich im Schicksalsjahr der Angelsachsen = Weihnachten 1065 bis Weihnachten 1066!