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Die Geschichte erinnert an den Film «Schweizermacher», den Kinohit von Rolf Lyssy aus dem Jahr 1978, in dem helvetische Einbürgerungsbeamte Aspiranten für den Schweizer Pass aufs Genauste prüfen, zum Beispiel, ob sie die Güselsäcke ordentlich entsorgen. In einem aktuellen Fall musste sich das Bundesgericht nicht mit dem Abfallmanagement befassen, sondern mit Kenntnissen über spezielle Wohngemeinschaften aus dem Tierreich. Die Gemeinde Arth verweigerte einem heute 51-jährigen Italiener den roten Pass, obwohl er seit 30 Jahren in der Schweiz, seit 26 Jahren in Arth lebt, Deutsch beherrscht, wirtschaftlich auf soliden Füssen steht und einen makellosen Strafregisterauszug aufweist. Der Gipser und Glacéhändler bestand den politischen Teil des Schweizermacher-Tests, scheiterte an ungenügenden Kenntnissen über die Lokalkultur und die schweizerischen Verhältnisse. Das Wort «Ländler» sagte ihm nichts, das Alphorn bezeichnete er als «Schwyzer Horn» und er wusste nicht, dass im Tierpark Goldau Wolf und Bär im gleichen Gehege untergebracht sind. Den Gnipen, die Abbruchstelle des Goldauer Bergsturzes, kannte der Italiener ebensowenig, obwohl er über die Naturkatastrophe aus dem Jahr 1806 Bescheid wusste. Der Mann berichtete, die Einbürgerungskommission habe sich ihm gegenüber feindselig verhalten.
Eine freudige Kunde ereilt ihn jetzt aus Lausanne. Das Bundesgericht weist die Arther Einbürgerungsbehörde an, dem Italiener den roten Pass zu erteilen. Es hält sinngemäss fest, dass Kandidaten bei einem Einbürgerungstest nicht mit Spezialwissen brillieren müssen, sondern Grundkenntnisse des Allgemeinwissens genügen. Und:
ETH-Professor kannte nicht alle Nachbardörfer
Nicht zum ersten Mal ruft ein Einbürgerungsentscheid aus dem Kanton Schwyz ein breites Echo hervor. So verweigerte etwa der Bezirksrat Einsiedeln vor gut fünf Jahren einem amerikanischen ETH-Professor das Bürgerrecht, weil er die sechs kleineren Ortschaften rund um Einsiedeln nicht benennen konnte. Er habe sodann auch kaum Namen von Freunden und Bekannten nennen können.