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Vor 100 Jahren, am 16. Mai 1920, hat das Schweizervolk dem Beitritt der Schweiz zum Völkerbund zugestimmt, mit 416'870 Ja (56,3%) gegen 323'719 Nein (43,7%). Das Ständemehr wurde ganz knapp erreicht mit elfeinhalb Kantonen für und zehneinhalb dagegen. Die Westschweiz und die italienischsprachigen Regionen stimmten deutlich für einen Beitritt, während die Deutschschweiz gespalten war.
Mit dieser Abstimmung trat die Eidgenossenschaft offiziell der neu geschaffenen internationalen Organisation bei, welche von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges an der Friedenskonferenz von Paris beschlossen wurde. Damit wurde eine neue Form der öffentlichen Diplomatie begründet.
Der Beitritt der Schweiz zu dieser internationalen Organisation war das Resultat einer langen Phase von Abwägungen und Verhandlungen, welche durch mehrere wichtige Elemente geprägt waren. So war der Völkerbund an der Pariser Friedenskonferenz entworfen und realisiert worden, zu der die Schweiz wegen ihrer Neutralität nicht eingeladen worden war. Die Schweiz musste also versuchen, Kontakte mit den Teilnehmenden der Konferenz zu pflegen, insbesondere den Grossmächten, damit sie über den Verlauf der Verhandlungen auf dem laufenden blieb und ihre Wünsche und Befürchtungen einbringen konnte. Die eidgenössischen Behörden versuchten, die Folgen des Friedensvertrags und der Gründung der neuen internationalen Organisation für die Schweiz und ihre Wirtschaft vorherzusehen. Sie mussten unter anderem abschätzen, ob der Beitritt zu einer neuen internationalen Ordnung mit der Schweizer Neutralität vereinbar war.
Ein weiterer Aspekt von grosser Wichtigkeit beanspruchte die Aufmerksamkeit des Bundesrates während den Verhandlungen: Die Stadt Genf war eine geeignete Kandidatin für den Sitz des künftigen Völkerbundes. Die eidgenössischen Behörden unterstützten diese Kandidatur aktiv. Die Zuteilung des Sitzes des Völkerbundes an Genf war der Beginn der internationalen Ausstrahlung dieser Stadt.
Vor der Volksabstimmung wurde die Vorlage in der Bundesversammlung diskutiert, im November 1919 und im März 1920.
Die hier gezeigte kleine Ausstellung möchte anhand von historischen Dokumenten die Phasen aufzeigen, welche zum Beitritt der Schweiz zum Völkerbund führten. Dies anhand von vier Vitrinen zu folgenden Themen:
1. Vitrine: Abwägungen des Bundesrates und Verhandlungen mit den Siegermächten
2. Vitrine: Verhandlungen in der Bundesversammlung
3. Vitrine: Abstimmungskampagne und Volksabstimmung
4. Vitrine: Wahl von Genf als Sitz des Völkerbundes
Vitrine 1: Abwägungen des Bundesrates und Verhandlungen mit den Siegermächten
Vitrine 2: Verhandlungen in der Bundesversammlung
Vitrine 3: Abstimmungskampagne und Volksabstimmung
Vitrine 4: Wahl von Genf als Sitz des Völkerbundes
Die Parlamentsbibliothek dankt dem Schweizerischen Bundesarchiv für die Ausleihe der historischen Dokumente sowie allen, welche zu dieser Ausstellung beigetragen haben, insbesondere Dodis (Diplomatische Dokumente der Schweiz) mit ihrer Publikation:
Sacha Zala et Marc Perrenoud (éd.): La Suisse et la construction du multilatéralisme, Berne 2019.
https://www.dodis.ch/q14