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Nur in zwei Punkten gab er Donald Trump recht. Sonst teilte Tyler Linfesty die Meinung des US-Präsidenten überhaupt nicht – was deutlich zu erkennen war.
Vor einer Woche war Tyler Linfesty noch ein unbekannter junger Mann, der im US-Bundesstaat zur High School ging. Nun kennt die halbe USA den Mann im Holzfällerhemd – den «#plaidshirtguy».
Was ist passiert?
Am Donnerstag besuchte Donald Trump den US-Bundesstaat Montana und hielt eine Wahlkampfveranstaltung ab. «Eine solche Chance kann ich mir eigentlich nicht entgehen lassen», dachte sich der 17-jährige Tyler Linfesty, der aus der Region kommt. Er rief der Trump-Kampagne an und fragte, ob er Tickets für die Rally haben könne.
Erst am Donnerstag erfuhr er, dass er nicht nur Tickets habe, sondern auch gleich für den VIP-Bereich ausgewählt worden sei. Und so kam es, dass der 17-Jährige und seine zwei Freunde direkt hinter dem Präsidenten platziert wurden und die ganze Zeit im Fokus der Kamera waren.
«Ich hatte nicht wirklich einen Plan», sollte Linfesty später der Billings Gazette sagen. «Ich wollte nur für Dinge klatschen, mit denen ich einverstanden war, und nicht für Dinge, mit denen ich nicht einverstanden war.»
Schnell war zu erkennen, dass Linfesty nur selten die Meinung des Präsidenten teilte. Mal verzog er das Gesicht, mal fragte er «what?». Der Schüler avancierte im Nu zum Star auf Social Media, wurde zum Meme und erhielt den Namen «plaid shirt guy».
Später sollte er CNN erzählen, dass er nur in zwei Punkten einer Meinung mit Trump gewesen sei. Und zwar als der Präsident gegen NAFTA wetterte und als er behauptete, Bernie Sanders sei bei den Vorwahlen 2016 bestohlen worden.
Als es aber zum Beispiel um die Steuer-Reform ging, habe er einfach nicht applaudieren können. Seiner Meinung nach profitiere davon nur das reichste Prozent, nicht die Mitteklasse.
Doch damit nicht genug: Mitten während der Rally steckte sich Linfesty auch noch ein Rosen-Emblem auf das Holzfällerhemd.
Es ist das Zeichen der demokratischen Sozialisten. Die Bewegung um Bernie Sanders und Shootingstar Alexandria Ocasio-Cortez.
Trumps Wahlkampfteam, das gemäss der «Billings Gazette» den Störenfried bereits zuvor bemerkt hatte, hatte nun definitiv genug gesehen.
«Ich habe gesehen, wie diese Frau links auf mich zugekommen ist», erzählte Linfesty der Zeitung. «Sie sagte zu mir: ‹Ich werde dich ersetzen.›» In nur wenigen Sekunden war Linfesty aus dem Bild verschwunden. Die Trump-Mitarbeiterin begleitete den 17-Jährigen in einen Raum, wo Mitglieder des Secret Service auf ihn warteten.
Die präsidialen Sicherheitsbeamten überprüften Linfestys ID und liessen ihn nach zehn Minuten wieder gehen. «Sie haben mich gut behandelt», so Linfesty. «Sie haben mir nur gesagt, ich soll nicht wiederkommen.»
Es dauerte nur wenige Minuten, bis auch seine Freunde aus dem VIP-Bereich befördert wurden. Doch da waren die drei auf Social Media bereits zu Legenden avanciert. (cma)