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Das Projekt hat zum Ziel, die weltliche Verwaltung und Herrschaftspraxis in vergleichender Perspektive am Beispiel von vier geistlichen Fürstentümern zu untersuchen. Dies soll anhand von zwei Hypothesen geschehen. Die erste Hypothese geht davon aus, dass bischöfliche Verwaltungen Schnittfelder der spätmittelalterlichen Gesellschaft darstellten, weil sie «Treffpunkte» unterschiedlichster herrschaftlicher Akteure waren. Als zweite Hypothese soll überprüft werden, ob und inwiefern Hochstiftsverwaltungen als Vorbild für die Verwaltungen weltlicher Fürsten dienten.
Das Projekt schafft die Grundlage, die bischöfliche Herrschaft im Reich im Vergleich mit jener der weltlichen Reichsfürsten neu zu bewerten und bestehende Forschungen zu Staatsbildungsprozessen überprüfen zu können. Die Einbettung der Ergebnisse in europäische Zusammenhänge gestattet es, die besondere Rolle der Reichsbischöfe im Spätmittelalter herauszuarbeiten. Indem das Projekt die neuen Möglichkeiten der Digital History nutzt, kann die erstellte Online-Datenbank in alle Richtungen abgefragt und das Ergebnis in unterschiedlichsten Formen (u.a. Karten, Graphiken) dargestellt werden. Gleichzeitig wird die Verknüpfung mit anderen Forschungsprojekten ermöglicht und sichergestellt.