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... die Bienen
In einem starken Volk leben in der Hochsaison bis zu 50’000 Bienen. Nicht die einzelne Biene, aber das gesamte Volk kann als intelligenter Organismus bezeichnet werden. Zu dieser «Schwarmintelligenz» tragen Arbeiterinnen, Drohnen und Königin gleichermassen bei. Den Bienen geht es nie um die Existenz des einzelnen Insekts, aber um das Überleben und das Wohlergehen ihres Volkes. Bienen sind damit hochsoziale Wesen!
Im Lauf ihres kurzen Lebens von 5-6 Wochen übernimmt eine Sommerbiene verschiedene Aufgaben im Bienenvolk. Kurz nach dem Schlüpfen muss sie den Stock sauberhalten, danach kümmert sie sich um die Brut, füttert und putzt die Königin. Alsdann folgen kurze Erkundungsflüge, sie sammelt Pollen und Nektar, verteidigt den Bau gegen Eindringlinge wie Wespen oder fremde Bienen. Gegen Ende ihres Lebens übernimmt die Biene die gefährlichste Aufgabe: Sie holt Wasser fürs Volk. Ein starkes Volk benötigt im Sommer bis zu 2 Liter Wasser pro Tag. Die von uns beobachteten fliegenden Bienen sind somit schon fast am Ende ihres Lebens angelangt. Eine einzelne Sommerbiene produziert in ihrem Leben gerade einmal einen halben Teelöffel Honig. Für ein Kilogramm Honig fliegen die Bienen 7’500’000 Blüten an, das sind gemäss Hochrechnungen 2 bis 6 Erdumrundungen!
Eine Königin fliegt nur ein einziges Mal zum Hochzeitsflug aus und lässt sich dabei von 5-10 Drohnen in der Luft begatten. Wieder zurück im Bau legt eine Königin zwischen 500 und 1’000 Eier am Tag! Nur im Winter legt sie eine Brutpause ein. Drohnen sammeln keinen Honig, pflegen keine Brut und haben keinen Stachel. Sie sind dicker als die Arbeiterinnen und haben schöne grosse Facettenaugen. Bequem stoffeln sie im Bau herum, lassen sich füttern und fliegen aus, um am Drohnensammelplatz auf eine unbegattete Königin zu warten. Aber wehe, denn im August kommt es im Bienenvolk zur Drohnenschlacht: Gegen Ende Sommer werden die Futterquellen rarer, die Drohnen werden nicht mehr zur Fortpflanzung gebraucht und kurzerhand aus dem Bau gejagt oder abgestochen.
Ab Mitte August werden langlebigere Winterbienen aufgezogen, die das Volk über die kalte Jahreszeit bringen. Sie leben bis Ende März, halten den Stock warm und pflegen ab Februar die Brut. Bienen machen keinen Winterschlaf, sie überleben die kalte Jahreszeit dicht gedrängt und zu einer Kugel geformt. Durch Zittern mit ihrer Brustmuskulatur halten die Bienen die Wärme von 25°C im Stock auch im Winter aufrecht. Die Energie dazu nehmen die Tiere aus dem eingelagerten Honig. Bereits im Januar beginnt die Königin wieder zu brüten. Dafür werden im Innern des Stocks 35°C für die Brut benötigt, auch wenn die Temperaturen draussen noch deutlich unter Null liegen! In dieser Zeit dürfen die Stöcke natürlich nicht geöffnet oder gestört werden. Die Winterbie-nen sterben dann im Frühling. Doch ab Februar fliegen sie an warmen, sonnigen Tagen mit mindestens 10°C bereits wieder aus und besuchen Weiden, Haseln und andere Frühblütler. In den Monaten März bis Juni wächst das Volk um bis zu 1’000 Bienen pro Tag und erreicht im Mai / Juni seine grösste Stärke. Pünktlich zum Blust der Obstbäume, des Löwenzahns, des Raps! Der Imker freut sich und schleudert den ersten Honig, den Blütenhonig «Millefiori»! Im Spätsommer mit Rückgang der Blütentracht werden die Bienen deutlich aggressiver, die Imkerin sagt «anhänglicher». Die Bienen müssen immer weitere Distanzen zurücklegen, um Futter zu finden, und haben deshalb deutlich schlechtere Laune.
Bienen sind keine aggressiven Insekten, sie räubern nicht wie Wespen ganze Schinkenstücke vom Teller oder fliegen lästig um den sommerlichen Grillplatz. Werden Bienen bei ihrer Arbeit nicht gestört oder bedrängt, so stechen sie auch keine Menschen. Es stimmt jedoch nicht, dass Bienen wissen, dass sie mit dem Stechen ihr Leben verlieren: Nur in der Haut von Säugern bleibt ihr Stachel hängen und bedeutet dabei ihren sicheren Tod.