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COP26: Finanzmittel mobilisieren
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Miranda Beacham, Head of ESG – Equities & Multi Asset
Auf der COP16, die 2010 in Cancun stattfand, wurde u. a. das Ziel formuliert, bis 2020 gemeinsam 100 Mrd. USD pro Jahr für die Bedürfnisse der Entwicklungsländer zu mobilisieren.
Obwohl diese Verpflichtung bei allen nachfolgenden Konferenzen im Mittelpunkt stand, wurden nur langsam Fortschritte erzielt. Die Covid-19-Pandemie hat die Herausforderung noch verschärft, indem sie vor allem in den Entwicklungsländern, von viele vom Klimawandel als hochgradig bedroht gelten, Verschuldungsprobleme ausgelöst haben. Es sollte daher nicht überraschen, dass das Ziel der Vereinten Nationen, 100 Mrd. USD pro Jahr bis 2020 zu mobilisieren, nicht erreicht wurde.
Was können wir tun?
Die natürliche Reaktion an dieser Stelle wäre, von den Regierungen zu erwarten, dass sie Maßnahmen ergreifen. Allerdings erfordert die Bekämpfung des Klimawandels ebenso erhebliche Anstrengungen von unten – von Einzelpersonen und Unternehmen sowie von den politischen Führungsträgern. Als internationales Anlageinstitut spielen wir bei Aegon AM eine aktive Rolle bei dem Versuch, nachhaltige Praktiken zu fördern, um die langfristigen Ergebnisse für unsere Kunden zu verbessern.
Die spezifischen Ziele, die für dieses COP26-Ziel festgelegt wurden, machen die zwingende Notwendigkeit, bei jeder finanziellen Entscheidung das Klima zu berücksichtigen, deutlich:
- Nicht nur bei privaten Investitionsentscheidungen, sondern auch bei allen Ausgabenentscheidungen, die Länder und internationale Finanzinstitutionen treffen, wenn sie Konjunkturpakete zum Wiederaufbau der Volkswirtschaften nach der Pandemie schnüren.
- Die Unternehmen müssen die Risiken und Chancen, die der Klimawandel und die Umstellung auf eine Netto-Null-Wirtschaft für ihr Geschäft mit sich bringen, transparent darstellen.
- Zentralbanken und Regulierungsbehörden müssen dafür sorgen, dass unsere Finanzsysteme den Auswirkungen des Klimawandels standhalten und den Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft unterstützen können.
- Banken, Versicherer, Investoren und andere Finanzunternehmen müssen sich dazu verpflichten, ihre Investitionen und Kreditvergaben auf die Netto-Null-Wirtschaft auszurichten.
Das vierte Ziel hat seine eigenen einzigartigen Herausforderungen. Die Institutionen innerhalb eines investierbaren Universums sind auf verschiedenen Kontinenten angesiedelt, kommen aus unterschiedlichen Branchen und befinden sich in verschiedenen Reifestadien. Es ist wichtig zu verstehen, wie jedes Unternehmen auf die Aufforderung reagiert, netto null zu werden. Im Allgemeinen basieren unsere Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführung-Analysen (ESG) sowie unsere Engagement-Aktivitäten auf Wesentlichkeitsfaktoren. Der Klimawandel ist nun ein entscheidender Faktor, der berücksichtigt werden muss.
In Unternehmen zu investieren bedeutet auch, in eine ganze Reihe von Vermögenswerten zu investieren. Engagement ist ein nützliches Instrument, um Bedenken zu äußern und Veränderungen anzuregen. Wir engagieren uns direkt und in Zusammenarbeit mit Unternehmen, um Veränderungen im Einklang mit unseren RI-Prioritäten und den von unseren Kunden erwarteten Standards zu fördern. Bei relevanten Aktieninvestitionen haben wir den zusätzlichen Vorteil, dass wir im Namen unserer Kunden auf Hauptversammlungen von Unternehmen abstimmen können und mit Freude feststellen können, dass die die Zahl der Beschlüsse gestiegen ist.
Immer mehr Beschlüsse und Lösungsansätze zur Genehmigung von Klimaschutzplänen werden getroffen und eingereicht. Schließlich fordern auch die Aktionäre zunehmend Maßnahmen in Bezug auf eine Klima-Strategie.
Auf den Anleihemärkten decken wir sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen ab. Im Bereich der Unternehmensanleihen ist eine Zunahme von Anleihen zu verzeichnen, die als «grün» bezeichnet werden und deren Mittel zur Finanzierung spezifischer Projekte zur Bekämpfung des Klimawandels verwendet werden. Auch der Markt für Staatsanleihen beteiligt sich an dem Konzept der grünen Anleihen. Obwohl unser Einfluss als Anleger in diesem Bereich eher begrenzt ist, verfolgen wir dennoch einen pragmatischen Ansatz, um Maßnahmen zu fördern, insbesondere durch unsere Mitgliedschaft in der Investment Association im Vereinigten Königreich und in Eumedion in den Niederlanden.
Über alle Anlageklassen und Regionen hinweg versuchen wir, ESG-Themen in unsere Research-Analyse zu integrieren, sofern dies angemessen ist. Das bedeutet, dass wir diese Themen in Betracht ziehen, sie beobachten und uns danach möglicherweise mit ihnen befassen.
Die Vermögensverwaltung ist vielleicht nicht die kohlenstoffintensivste Branche der Welt – und der Klimawandel wird in den Rahmenwerken nicht ausdrücklich als einer unserer eigenen wesentlichen ESG-Faktoren genannt. Dennoch glauben wir, dass durch unsere Fähigkeit in der Lage sind, Finanzmittel zu mobilisieren und Veränderungen bei Regierungen, Unternehmen und innerhalb unserer eigenen Branche zu fördern und etwas zu bewirken. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch unsere Zusammenarbeit bei der Bewältigung dieses enormen Problems einen Beitrag leisten können.