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Definition
Die Eigenbluttherapie wurde 1898 entwickelt. Sie ist neben Akupunktur und Homöopathie das am häufigsten eingesetzte Verfahren der Alternativen Medizin. Die Verabreichung von Eigenblut kann bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen hilfreich sein. Bei dieser Therapieform unterscheidet man zwischen der Injektion unbehandelten und der auf verschiedene Art behandelten Blutes. Sie hat nichts mit der im Verlauf von Operationen vorgenommenen Eigenblutspende oder der Dialyse zu tun.
Herkunft
Die Verwendung von eigenem Blut zu medizinischen Zwecken geht auf die Versuche des britischen Arztes William Highmore aus dem Jahr 1874 zurück. Als Erfinder der speziellen Immuntherapie gelten jedoch die schwedischen Mediziner Grafstrom und Elfstrom.
Sie setzten 1898 erstmalig Eigenblut zur Behandlung von Patienten mit schweren Infektionskrankheiten ein. Bekannt wurde die neue therapeutische Methode allerdings erst 1905 durch den Chirurgen August Bier. Der Berliner Mediziner entdeckte, dass Knochenbrüche schneller verheilen, wenn an der Bruchstelle ein Bluterguss entsteht. Daraufhin injizierte er Patienten mit Frakturen ihr zuvor entnommenes Blut.
In der Folgezeit zählte die Eigenblutbehandlung bis in die 1960er-Jahre zum medizinischen Standard. Mit der Entwicklung der Sulfonamide und danach der Antibiotika nahm ihre Bedeutung ab. Heute wird sie ausser von naturheilkundlich orientierten Medizinern nur noch von Heilpraktikern angewendet.
Grundlagen
Der Überbegriff Eigenblutbehandlung umfasst mehrere Verfahren, bei denen dem Kranken zuerst Blut entnommen wird, das anschliessend in den Gesässmuskel oder einen Akupunkturpunkt reinjiziert wird. Die Therapie beginnt mit der Entnahme von 0,5 bis 1 ml Blut, wobei die Blutmenge von Sitzung zu Sitzung geringfügig erhöht wird. Maximum sind 5 ml. Bei einigen Eigenblutverfahren wird das Blut zuvor noch behandelt.
Die häufigste Art der Anwendung ist jedoch die, bei der unverändertes Eigenblut gespritzt wird. Bei den Varianten reichert man das Blut vor der Reinjektion noch mit Ozon an (Ozontherapie) oder entfernt das bei der künstlich hervorgerufenen Gerinnung entstandene Fibrin. In anderen Fällen fügt man dem Eigenblut abwehrstimulierende Wirkstoffe wie Echinacea oder eine homöopathische Ampulle hinzu (Kleine Eigenblutbehandlung).
Bei der Grossen Eigenblutbehandlung vermischt man es mit reinem Sauerstoff und bestrahlt es mit speziellem UV-Licht. Dieses wandelt den Sauerstoff in hochreaktiven Sauerstoff um (Hämatogene Oxidationstherapie, HOT). Das Eigenblutverfahren wird oft als unspezifisches Reizverfahren oder Umstimmungstherapie bezeichnet. Weil das reinjizierte Blut an der Einstichstelle als Fremdkörper wahrgenommen wird, löst es einen Reiz an, den der Körper mit einer Entzündung beantwortet.
Diese wiederum regt die Immunabwehr an (Umstimmung). Besonders effizient ist die Therapie bei akuten und chronischen Infektionen, bei Erschöpfungszuständen und Wechseljahresbeschwerden. Weil das HOT-Verfahren zusätzlich die Fliessfähigkeit des Blutes verbessert, nutzt man es bei Durchblutungsstörungen zur Herzinfarkt- und Schlaganfall-Vorbeugung.