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Die LUZERNER SPIELLEUTE zeigen
zu ihrem 80-jährigen Jubiläum
In einer Mundartfassung von Paul Steinmann und unter der Regie von Reto Ambauen
TcL: Wie kam es zur Wahl gerade dieses Theaterstückes?
Paul Steinmann: Der Pavillon der Luzerner Spielleute, Probenstätte und Aufführungsort für verschiedene Theatergruppen, steht seit ein paar Jahren am Spelteriniweg 6 in Luzern. Als man Ideen suchte, wie man den 80. Geburtstag des Vereins feiern könnte, kam der Gedanke auf, einmal nachzufragen, was es mit diesem Spelterini auf sich hat. Im Lauf der Recherchen ergaben sich interessante Resultate. Spelterini war Ostschweizer, Opernsänger in Paris und ein berühmter Ballonpionier zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 1913 gelang ihm die erste Alpenüberquerung mit seinem Ballon, der Wega, dessen Korb übrigens heute noch im Verkehrshaus bestaunt werden kann.
Bevor man sich nun daran machte, mit diesen und anderen Informationen einen Theatertext über Spelterini zu schreiben, entdeckte man das Stück «Spelterini hebt ab» des Schweizer Dramatikers Lukas B. Suter, das im Jahr 1984 in Berlin uraufgeführt worden war und entschied sich, dieses Stück in einer Bearbeitung aufzuführen.
Was heisst «Bearbeitung» in diesem Zusammenhang?
Einerseits galt es, das Stück in Mundart zu übersetzen, andererseits wollte man mit geeigneten Kürzungen das Stück zu einer stürmischen Ballonfahrt verdichten. Zudem wollten wir auch den Pavillon als Aufführungsort in diese Stückfassung mit einbeziehen.
Worum geht es im Stück?
Wir begegnen im Stück «Spelterini hebt ab» dem berühmte Ballonpionier an zwei verschiedenen Zeitpunkten seines Lebens. Einerseits kurz in der Zeit seiner wagemutigen Alpenüberquerung. Hier finden wir den schon älteren Herrn als wagemutigen Helden und Pionier der Lüfte, der auch eine junge Frau (Gertrud) für sich einnehmen kann. Zwar zeigt sich der 1. Weltkrieg schon am Horizont, doch der Glaube an die Technik, den Fortschritt und den Frieden ist ungebrochen.
Andererseits treffen wir Spelterini und seine Frau Gertrud als altes Paar 18 Jahre später wieder. Die Verhältnisse haben sich geändert. Der ehemalige Glanz seiner Grosstaten ist nur noch Erinnerung. Spelterini wehrt sich dagegen, einfach vergessen zu werden, bricht nochmals auf und landet im Eismeer.
Diese Geschichten werden dem Publikum – das ist die Rahmenhandlung – von einer Theatergruppe präsentiert, die mit viel Musik und überraschenden Bildern Ausschnitte aus Gertruds und Spelterinis Leben erzählt. PS <