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Akne: Spironolacton verbessert Lebensqualität
Ist die topische Therapie bei Patientinnen mit Acne vulgaris ausgereizt, bietet Spironolacton (derzeit off label) offenbar eine gute Behandlungsalternative zu oralen Antibiotika. In einer englischen Phase-III-Studie zeigte sich im Vergleich zu Placebo nach 24 Wochen eine signifikante Besserung der Akne im Gesicht.
342 Frauen nahmen an der amerikanischen Studie teil (1). 46 Prozent der Patientinnen hatten dabei eine leichte, 40 Prozent eine mittelschwere und 13 Prozent eine schwere Akne, die eine orale Antibiotika-Therapie rechtfertigte.
Signifikanter Effekt nach 24 Wochen
Primärer Endpunkt war eine Besserung der Erkrankung, gemessen mittels Acne-Specific-Quality-of-Life(Acne-QoL)-Fragebogen. 176 Patientinnen nahmen zunächst 50 mg Spironolacton pro Tag ein und steigerten die Dosis bei guter Verträglichkeit auf 100 mg täglich, die übrigen Frauen bekamen Placebo. Die topische Therapie und die Einnahme hormoneller Antikontrazeptiva durften während der Studie fortgesetzt werden.
Der Ausgangswert lag bei durchschnittlich 13 Punkten im Acne-QoL. Nach zwölf Wochen betrug der Wert 19,2 Punkte unter Spironolacton und 17,8 Punkte unter Placebo. Die Anzahl der Responder unterschied sich in den beiden Gruppen jedoch nicht signifikant (72 vs. 68 %).
24 Wochen nach Therapiebeginn betrug der Score für die Spironolacton-Gruppe 21,2 Punkte und für die Placebo-Gruppe 17,4 Punkte. Jetzt war das Ergebnis der Responder mit 82 gegenüber 63 Prozent signifikant. Leichte Nebenwirkungen, meistens Kopfschmerzen, traten in der Verum-Gruppe häufiger auf (20 vs. 12 %). Die niedrige Anfangsdosierung könnte der Grund für das nicht signifikante Ergebnis nach zwölf Wochen sein, vermuten die Autoren.
Spironolacton würde helfen, Antibiotika zu sparen
In ihrem Kommentar plädieren die Autoren für den Einsatz des Diuretikums bei Frauen mit Akne, um Antibiotika zu sparen (2).
Bezüglich der Kontraindikation für Schwangere merken sie an, dass Spironolacton weniger teratogen zu sein scheint, als dies von Tetrazyklinen bekannt ist. Sie empfehlen eine Prüfung der Nierenfunktion und der Elektrolyte vor Beginn der Therapie und sprechen sich für weitere Studien zur optimalen Dosierung aus. Für Männer ist das Diuretikum zur Akne-Therapie ungeeignet, da es bei ihnen zu Gynäkomastie und sexueller Dysfunktion führen kann.
Der Aldosteron-Antagonist Spironolacton wird normalerweise als kaliumsparendes Diuretikum etwa bei Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck angewendet. Zusätzlich hat Spironolacton auch eine moderat antiandrogene Wirkung, wodurch es bei Hauterkrankungen eingesetzt wird, die durch vermehrte Androgenwirkung hervorgerufen werden.
Klinische Studien haben zudem gezeigt, dass Spironolacton bei alkoholabhängigen Personen das Verlangen nach Alkohol verringern kann.