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Musik und Wort zum Gründonnerstag
3. Mai 2017 von Eingesandter Artikel
Online seit
3. Mai 2017
Printausgabe vom
04. Mai 2017
Der reformierte Kirchenchor führte mit dem Kammerorchester Aceras, Robert Schmid an der Orgel, den Solisten Franziska Wigger, Isabella Pfefferkorn und Peter Aregger zusammen mit Pfarrerin Anne-Marie Müller unter der Leitung von Peter Aregger in der reformierten Kirche das «Miserere» in c-moll von Johann Adolf Hasse auf.
Hasse (1699 bis 1783) war zu seiner Zeit ein einflussreicher deutscher Komponist. Er war berühmt für seine Opern im italienischen Stil. Er hatte in Neapel und Venedig studiert, wo er auch zeitweise lebte. Sein Hauptwirkungskreis war aber Dresden. Er schrieb neben 44 Opern auch zehn Oratorien und 20 Kantaten. Nach seinem Tod geriet Hasse bald in Vergessenheit, da er sich auf die «Opera seria» festgelegt hatte, die Oper der Herrschenden und des Adels. Durch die französische Revolution verschwand sie praktisch von den Opernbühnen. Im «Miserere» in c-moll vertonte Hasse den 51. Psalm, einen Busspsalm Davids. Die Kantate beginnt getragen und langsam mit der Bitte «Miserere mei Deus», Gott sei mir gnädig. Man hört förmlich die Zerknirschtheit Davids. Peter Aregger singt mit ergreifender Stimme die Bassarie «Tibi soli peccavi». In der folgenden Chorpartie «Ecce enim», gibt David Gott zu bedenken, dass er in Sünde von seiner Mutter empfangen wurde. Von hier an schlägt Hasse ein schnelleres Tempo an. Abwechselnd singen Franziska Wigger, Sopran, mit glasklarer Stimme und Isabella Pfefferkorn mit warmem Alt die Arien «Libera me» und «Quoniam si voluisses». David bittet Gott darin, er solle ihn von den Sünden befreien und den heiligen Geist nicht von ihm nehmen. Die Alt Arie «Tunc acceptabis sacrificium justitiae» vor dem Schlusschor «Gloria Patri» beendet Hasse mit einem Koloraturpart, der an eine Opernarie erinnert. Die schnellen Tempi der lateinischen Texte fordern deutschsprachige Chöre recht stark. Der Kirchenchor meisterte diese Aufgabe gut. Zwischen den einzelnen Chören und Arien las Pfarrerin Anne-Marie Müller ausgewählte Texte von Hilde Domin, Lothar Zenetti, Rainer Maria Rilke, Dorothee Sölle, Rose Ausländer und Andreas Knapp. Die Worte handeln von Verrat, Klagen, Einsamkeit – die schwersten Wege werden allein gegangen – Versagen und Ostermorgen. Sie schafften einen ruhigen Ausgleich zur lebhaften Musik Hasses.
Eingesandt von Eveline Baer-Anker
Mitsingen in der «Toggenburger Passion»
Der reformierte Kirchenchor lädt Gastsängerinnen und -sänger ein, in diesem packenden Werk von Peter Roth mitzuwirken. Proben ab Donnerstag, 4. Mai, 20 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus. Konzert mit dem Kammerorchester Aceras sowie Solistinnen und Solisten am Samstag, 10. September, in der reformierten Kirche, tags darauf Teilwiederholung im Gottesdienst. Detaildaten: refhoengg.ch/gastsingen. Auskünfte: Ursula Holtbecker, 077 440 46 16, oder <email-pii>.