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<h2>SubmittedText<h2><p>Wie stehen Bundesrat und SBB zum Anliegen der Gemeinde Wohlen, es seien zwei Schnellzugspaare Basel-Chiasso über Wohlen zu führen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die SBB sind verpflichtet, ihr Unternehmen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu führen. Verstärktes unternehmerisches Handeln ist ein Anliegen, das von der Politik regelmässig an die SBB herangetragen wird. Das von der Fragestellerin geäusserte Ansuchen, zwei Schnellzugspaare Basel-Chiasso seien über Wohlen zu führen, berührt den unternehmerischen Bereich der SBB, für den der Bundesrat nicht zuständig ist.</p><p>Es ist Bund oder Kantonen grundsätzlich möglich, mittels des im Eisenbahngesetz und Transportgesetz vorgesehenen Bestellverfahrens, von den Transportunternehmungen Leistungen zu verlangen, die diese aufgrund kommerzieller Überlegungen nicht zu erbringen bereit sind. In diesem Fall müssen die Besteller den Transportunternehmungen die entstehenden ungedeckten Kosten vollumfänglich abgelten. Aufgrund der knappen Mittel der öffentlichen Hand sind neue Angebote in der Regel nur durch Umlagerung, d. h. Verzicht auf gewisse bisherige Angebote, möglich.Die SBB äussern sich zum Anliegen der Fragestellerin wie folgt:</p><p>"Der Taktfahrplan wurde in der Schweiz 1982 eingeführt. Er basiert auf dem Prinzip, dass sich das gesamte Zugsangebot über den ganzen Tag in einem Stunden- oder Zweistundentakt wiederholt. Dadurch wird das Angebot für die Kunden transparent und merkbar.</p><p>Der Taktschnellzug Basel-Chiasso verkehrt stündlich zwischen Basel und Luzern und wird zweistündlich weiter ins Tessin geführt. Die ersatzlose Umleitung von zwei Schnellzugspaaren pro Tag via Wohlen hätte für die Schnellzugshalteorte Luzern, Sursee und Zofingen zweimal pro Tag und Richtung ein Taktloch zur Folge. Damit entstünden für die Halteorte auf dem gesamten Zuglauf Basel-Chiasso zwei Mal pro Tag veränderte Angebotsbeziehungen (Beispiel Liestal-Luzern: Reisende müssten zwei Mal pro Tag in Olten umsteigen).</p><p>Eine zweimalige Umleitung des Zuglaufes via Freiamt würde deshalb das gesamte Taktsystem empfindlich stören.</p><p>Die grössten Verkehrsströme ab Wohlen sind nördlich und östlich orientiert. In diesen Fahrrichtungen ist Wohlen via Knoten Lenzburg in das Fernverkehrsnetz der SBB eingebunden. Ab Fahrplanwechsel vom 1. Juni 1997 wird der Knoten Lenzburg durch den neuen Halt des stündlichen Taktzuges Basel-Liestal-Aarau-Zürich zusätzlich aufgewertet. Lenzburg erhält damit einen Halbstundentakt Richtung Zürich und Aarau sowie neue Direktverbindungen nach Liestal und Basel.</p><p>Die hauptsächlich nachgefragten Verbindungen ab Bahnhof Wohlen präsentieren sich wie folgt (Zahlen 1994, durchschnittlich pro Tag):</p><p>- Zürich: 104 Personen;</p><p>- Aarau: 98 Personen;</p><p>- Lenzburg: 40 Personen;</p><p>- Luzern: 19 Personen;</p><p>- Basel: 18 Personen.</p><p>Die Verkehrsströme ab Wohlen Richtung Tessin sind hingegen bescheiden:</p><p>- Lugano: 1,3 Personen;</p><p>- Locarno: 1,3 Personen;</p><p>- Chiasso: 0,3 Personen;</p><p>- Bellinzona: 0,3 Personen.</p><p>Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die beantragte zweimalige Umleitung dieses zweistündigen Zuglaufes zu unerwünschten Taktlöchern führen würde. Die Aufrechterhaltung des Taktsystems ist höher zu gewichten als die Umleitung von zwei Zugspaaren pro Tag via Wohlen. Die Verkehrsbeziehungen von Zofingen, Sursee nach Luzern und weiter nach Arth-Goldau und dem Tessin sind zudem bedeutender als jene ab Wohlen. Eine Umleitung wäre nicht marktgerecht und würde dem Ziel der SBB widersprechen, ein möglichst kundenfreundliches, marktgerechtes und wirtschaftliches Angebot bereitzustellen."</p>  Antwort des Bundesrates.