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von Lukas Högl
Reste von Kanälen im Mauerwerk des dritten Geschosses der Burgruine Belfort GR (1229-1233) wurden vorerst als Entwässerungsrinnen einer Wehrplattform interpretiert. Zusammen mit ergänzenden Befunden im zeitlich ähnlichen Bestand der Burgruine Ober-Ruchenberg GR sieht die heutige Interpretation die fraglichen Bruchstücke als Reste einer Fussbodenheizung. Durch diese Kanäle strömte der heisse Rauch ähnliche einem Kamin nach aussen. Die Rauchkanäle im Fussboden waren mit dünnen Steinplatten abgedeckt; diese erwärmten sich beim Durchströmen der heissen Rauchgase aus einem Ofen, der sich vermutlich im darunter liegenden Geschoss befand.
Mangels vergleichbarer Befunde bleibt vorderhand ungewiss, ob es dazu Vorstufen gegeben hat. Dagegen scheint die Anlage von Belfort das Ende der Technik von Fussbodenheizungen auf den Bündner Burgen anzuzeigen, da sie bereits nach etwa 10 Jahren (um 1244) aufgegeben wurde und gleichzeitig (allerdings in einem anderen Raum) ein Kachelofen nachgewiesen ist.
, Lukas : Fussbodenheizungen auf zwei Bündner Burgen - und damit zusammenhängende bauliche Aspekte der Burg Belfort
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 23. Jahrgang 2018, Heft 4, S. 169 - 187.