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Pfarrkirche St. Theodul
Innenraum (West)
Pfarrkirche St. Theodul
Innenraum (Ost)
St. Theodul – eine von insgesamt neun Sakralbauten des Architekten Otto Dreyer – ist ein gelungener Versuch, das Neue Bauen im Sakralbau anzuwenden. Vergleichen lässt sich dieser Ausnahmefall unter anderem mit der zeitgleichen Herz Jesu-Kirche in Finsterwald oder auch der Kirche Mariä Himmelfahrt im aargauischen Schönenwerd. Die nüchternen Fassaden bergen einen sorgfältig detaillierten Innenraum, der mit einer indirekten Belichtung überrascht.
Chronologie
Aufgrund des akuten Platzmangels in der alten Pfarrkirche von Littau wurde 1937 ein Wettbewerb für einen Ersatzneubau ausgelobt. Von den fünf eingeladenen Architekten vermochte nur der Luzerner Otto Dreyer mit seinem sachlich-modernen Entwurf «Wahrzeichen» die Jury zu überzeugen. Der Neubau konnte am 8. Oktober 1939, 14 Monate nach Baubeginn, eingeweiht werden. Der angrenzende Pfarreisaal folgte 1941 und das Pfarrhaus 1960. Anlässlich des Jubiläums «50 Jahre Kirche St. Theodul» wurde der Bau in den Jahren 1988/89 einer sanften Renovation unter der Leitung des Architekten Walter Spettig und seiner Partner unterzogen. Mit der künstlerischen Neugestaltung wurde Hans-Peter von Ah betraut. 2009 erfolgte eine neuerliche Modernisierung durch die Tripol Architekten AG.
Lage
Die Pfarrkirche St. Theodul ist an der Hangkante situiert, die das Ortszentrum von Littau vom Tal der kleinen Emme trennt. Das Gelände der Pfarrei erstreckt sich entlang der Gasshofstrasse im Nordosten Littaus. Die Pfarrkirche bildet den nördlichen Abschluss. Der Pfarreisaal verbindet als Querriegel Kirche und Pfarrhaus. Der Friedhof beschliesst das Areal im Südwesten. Die Hanglage bringt unterschiedliche Geschossigkeiten und Terrassierungen auf der Westseite mit sich.
Beschreibung
Die Pfarrkirche ist ebenso wie das Pfarrhaus giebelständig zur Gasshofstrasse orientiert. Der gepflasterte Vorplatz geht in eine Grünfläche über. Die Schauseite des grob verputzten Baus ist äusserst schlicht gestaltet: Der Eingang wird von einem Vordach geschützt und von schmalen Fenstern flankiert. Das Kirchenschiff ist mit schmalen, hochrechteckigen Fenstern in Dreiergruppen durchsetzt, es schliesst im Westen in einem gewaltigen «Westwerk», einem quer gestellten, äusserst ausladenden Turm in Sichtbeton. Diese hoch aufragende Landmarke ist wie das Schiff mit einem Satteldach gedeckt. Die Schmalseiten des Turms sind mit grossen Glasbausteinflächen gegliedert. Die drei segmentbogigen Schallarkaden an den Längsseiten setzen einen eigenwilligen Kontrast zur gradlinigen Geometrie des Baukörpers. Den Turm zieren insgesamt drei Uhren. An den Turmkomplex sind Nebenräume angefügt. Das Untergeschoss der Kirche tritt im Westen zu Tage, es beherbergt die St. Theodulskapelle sowie sanitäre Anlagen und Nebenräume.
Das Kirchenschiff ist als Hallenkirche ausgebildet und mit schlanken Säulen gegliedert. Die Seiten sind flach gedeckt, die Kirchenmitte mit einer segmentbogigen Wölbung überfangen. Diese setzt sich als Glasdecke im Chor fort. Sie wird durch die Turmfenster indirekt belichtet und setzt damit einen überraschenden Lichtakzent im ansonsten fensterlosen Westabschluss. Die Wände sind mit hellem Tuffstein verkleidet, die einen Kontrast zum dunklen Boden, den Säulen und Holzbänken sowie der Holzlattenverkleidung der Decke setzen. Die Fenster sind mit Glasmalerei in Blautönen von Eduard Renggli und Anton Flüeler versehen. Ergänzt wird der künstlerische Schmuck durch Arbeiten von Hanspeter von Ah, Franco Annoni und einem Chorsgrafitto von August Frey.
Literatur