Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/55

Wetterpropheten
Wie die Wolken uns verraten, wohin hoch über uns die Winde laufen, so sind die leichtesten und freiesten Geister in ihren Richtungen vorauskündend für das Wetter, das kommen wird.
„(…)Der Wind im THale und die Meinungen des Marktes von heute bedeuten nichts für das, was kommt, sondern nur für das, was war…)“
Friedrich Nietzsche, Werke I – Menschliches, Allzumenschliches
Gewitterwolken, die Cb’s, Cumulonimben bestehen in den unteren Schichten aus Wasser tröpfchen, in höheren Bereichen aus Eiskristallen, Graupeln und Hagelkörnern die bis einige Zentimeter gross werden können. Für die Flieger sind es bisweilen auch gefährliche Wolken. Starke Auf- und Abwinde beim Durchqueren werden als starke Turbulenz empfunden. Der Hagelschlag kann Flugzeugzellen stark beschädigen.
Hagelschaden, Quelle
Segelflieger, die sich in den gewaltigen Türmen in grosse Höhen hieven lassen, wüssten was davon zu erzählen. „Gix“ oder sein Kollege Hans Ettlin „Von und zu Kerns“, kam mal mit der Mucha 100 vom Wolkenflug zurück. Der Segelflieger sah fast so aus, wie der bis auf das Skelett abgenagte Fisch im Film „Der alte Mann und das Meer“ von von Ernest Hemingway. Die Stoffbespannung war durchlöchert und z.T. hing sie nur noch an Fetzen an den Rippen.
Bisher hat man mit Hagelraketen, welche mittels Silberjodid Gewitterwolken impften, Hagelschlag zu verhindern versucht. Die Resultate sind zweifelhaft. Es gab auch geheime militärische Experimente. Die Militärs reden kaum darüber, besonders, wenn es Pannen gegeben hätte!
Inzwischen gibt es neue Hoffnungen:
„(…) London (ddp). Einem europäischen Forscherteam ist es gelungen, mit Hilfe eines Lasers in mit Feuchtigkeit gesättigter Luft Wassertropfen zu erzeugen. Der energiereiche Lichtimpuls erzeugte geladene Teilchen, die als sogenannte Kondensationskeime dienten, an denen sich dann der Dampf in kleinen Tropfen niederschlug. Das Prinzip könnte in Zukunft eingesetzt werden, um Wolken zum Abregnen zu bringen und so Hagelschäden in Landwirtschaft und Industrie vorzubeugen. …)“ => Regen auf Knopfdruck.
Die vulkanische Asche besteht aus feinen Staubpartikeln. Dies wirken abrasiv, d.h. sie üben einen „Sandstrahleffekt“ aus, der viel wirksamer als Quarzsand ist. Beim Durchfliegen von Aschewolken können Cockpittscheiben undurchsichtig werden, Sonden können versotpft werden, was zu Fehlanzeigen der Flugzeuginstrumente führen kann und an den Verdichter- und Turbinenschaufeln der Triebwerke können Ablagerungen zu aerodynamischen Veränderungen führen.
„(…) Die gewaltige Wolke aus Vulkanasche besteht vor allem aus sehr kleinen Gesteinsteilchen und Gas. Die Teilchen wurden beim Ausbruch des Eyjafjallajökull geschmolzen, in der Luft kühlten sie sich wieder ab und erstarrten, erläutert Martin Dameris vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. Im Grunde handele es sich um „geschmolzenen Untergrund“ von Island. Die Partikel, auch Aerosole genannt, sind nur wenige Mikrometer groß. Bei einem Vulkanausbruch wird zudem Gas ausgeschleudert, in der Aschewolke über Europa dürften sich Kohlendioxid, Schwefeldioxid und möglicherweise Methan befinden, wie Dameris erläutert. Auch Wasser sei dabei. Die genaue Zusammensetzung der Wolke sei derzeit unklar.
Der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 beinträchtigt den internationalen Flugverkehr gewaltig. Selbst der DAX hat reagiert! Der Vulkan liegt unter dem Ejfjalla-Geltscher, dem fünftgrößten Islands. Falls Meerwasser eingedrungen ist, kann die Zusammensetzung gefärlich sein.
Niemand kennt die Auswirkungen der Vulkanasche auf Triebwerke, Fahrtmessersonden, Belüftung der Flugzeugzellen usw. Die Pragmatiker würden fliegen, jene, die für die Sicherheit verantwortlich zeichnen, sind vorsichtig. Sie sind zurückhaltend. Der Schaden für die Fluggesellschaften ist enorm. Schon fragt man nach Kostenausgleich. Der Staat soll’s richten, er hat das Verbot Man hat von der Finanzwirtschaft gelernt! Doch Ramsauer lehnt staatliche Hilfe wegen Asche-Wolke ab – Reuters Deutschland
Wie Vulkane enstanden sind, warum sie plötzlich ausbrechen und was sie aus der Hexenküche weit unterhalb der Erdoberfläche ans Tageslicht schleudern können, erfährt Ihr sehr gut erklärt auf der Seite von Was ist was . (aus Die Zeit) Sandra-Valeska Bruhns
Das Hauptanliegen der Presse waren die vielen gestrandeten Flugreisende. Wie es der Bevölkerung rund um den Vulkan Eyjafjallajökull ergeht und mit was sie zu kämpfen haben, wird kaum wahrgenommen…
Es wird immer klarer, dass die Vertikalbewegungen der Atmosphäre (Tiefdrucksysteme, Konvektion, Saharastaub usw.) kaum alleine genügend Kondensationskerne für die weltweite Wolkenbildung zur Verfügung stellen. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die kosmische Strahlung Kondensationskerne verursacht.
„(…) Es ist nicht die Variation der Abstrahlung der Sonne massgebend, sondern die von der Sonne mit dem Sonnenwind abgelenkten kosmischen Strahlen, die die Bildung von Wolken beeinflussen, womit weniger oder mehr Sonnenstrahlung auf die Erde auftrifft.
Bei grosser Sonnenaktivität entsteht mehr Sonnenwind, der die kosmischen Strahlen von der Erde ablenkt. Dadurch werden weniger Wolken gebildet und es treffen mehr Sonnenstrahlen auf die Erde auf. Quelle
Damit aber kommen die bisherigen Theorien betreffend der Treibhauseffekte ins Wanken!
„(…) Henrik Svensmark ist einer der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der Wolkenbildung und der kosmischen Strahlung: Er ist einem Phänomen auf die Spur gekommen, das die Temperatur der Erde stärker beeinflussen soll als Treibhausgase. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Aktivität der Sonne. …)“ => … Erderwärmung: Ein Physiker erschüttert die Klimatheorie…
Die Sonne dreht sich um ein Zentrum im Milchstrassensystem. Die Umrundung dauert ca. 220-240 Mio Jahre.
Bild: „Wasserplanet„
Die Forscher wissen, dass die kosmische Strahlung auf dieser Umlaufbahn mehr oder weniger stark ist. Es wurde ein Zusammenhang über die unterschiedlichen Erdtemperaturen in vergangenen Langzeit-Perioden hergestellt. Es wurde darauf hingewiesen, dass die derzeitige Erderwärmung damit direkt zusammenhängt. Scheinbar ist die derzeitige Position unseres Sonnensystems in eine Zone geringerer kosmischer Strahlung angelangt, was sich nun auf die Bildung von Kondensationskernen in der unteren Atmosphäre bezüglich Wolkenbildung und erforderlichem Niederschlag negativ auswirkt.
„(…) Wolken bestehen aus Wassertöpfchen, die sich an winzigen Schwebeteilchen niedergeschlagen haben. Wo aber die Milliarden von Schwebeteilchen herkommen, ist immer noch ein Rätsel. Ein dänischer Physiker ist davon überzeugt, dass kosmische Strahlung die Bildung von Wolken stimuliert. => …Physik, Wie die kosmische Strahlung unser Wetter macht…
Es ist noch komplizierter:
„(…) Der Einfall kosmischer Strahlung auf der Erde hängt außerdem davon ab, wo in der Galaxie sich unser Sonnensystem gerade befindet. Die Strahlung ist dort am stärksten, wo sich neue Sterne bilden, was in den spiralförmigen Armen der Milchstraße der Fall ist. Wenn wir etwa alle ca. 150 Mio. Jahre einen solchen Arm passieren, steigt die Strahlungsintensität an und es kommt zu einer Kälteperiode. Die Klimavariationen durch diese Passagen sind ca. zehnmal so stark wie die durch die Sonne verursachten (11).
Es gibt viele Hinweise, daß die hochenergetische kosmische Strahlung für die Wolkenbildung, vor allem im unteren Atmosphärenbereich mitverantwortlich ist und somit auf das Wärmegeschehen dort Einfluß nimmt. Dann tritt globale Abkühlung auf. Wenn diese Strahlung mit den Atomkernen der Erdatmosphäre (99% N2/O2) kollidiert, entsteht eine Serie sekundärer Partikel (Protonen, Neutronen und Muonen), die tiefer in die Troposphäre eindringt.
Dieser Kaskadierungseffekt geht so lange weiter, bis die Energie der Teilchen nicht mehr für eine Kollision ausreicht, im Mittel in einer Höhe von 16 Km. In der Troposphäre werden Ionen produziert, die Aerosole mit geringen Partikelgrößen von < 20nm entstehen lassen. Diese wiederum dienen als Keime für die Wolkenbildung (CCN; siehe Kapitel Wolken, Aerosole). Geladene Regentropfen sind 10 – 100 mal so effektiv im Einfangen von Areosolpartikeln als ungeladene. Unten ist der Zusammenhang untere Bewölkung – kosm. Strahlung dargestellt (15,16)
Auf diese Wiese bilden sich im unteren Atmosphärenbereich Wolken, die optisch dicht sind und das Sonnenlicht in den Weltraum zurückreflektieren. Eine Verstärkung der unteren Wolkenbildung sorgt so für globale Kühlung. => Mehr …
Dass Svensmark lange Zeit nicht ernst genommen wurde, sei nur am Rande bemerkt. Die von der Politik geforderten Abgaben zum Klimaschutz wird sich als willkommene Steuer entpuppen. Sie wird aber das „definierte Problem“ kaum lösen.
Die Wissenschaft wird sich überlegen, wie künstlich genügend Kondensationskerne hergestellt werden können, um einer sich abzeichnenden langen Trockenperiode zu begegnen. Die Politiker werden entsprechende Mittel zur Verfügung stellen müssen! Als Testgelände könnte eine Wüste dienen. Gelingt es, diese zu begrünen, würde nicht nur mehr Regen, sondern auch mehr Nahrung zu erwarten sein. Selbst Zocker könnten sich neue Tätigkeitsgebiete unter die Nägel reissen… Nur, was fehlen wird, ist die notwendige Luftfeuchtigkeit. Urwälder reaktivieren wäre sinnvoller…!
Aber weil der Prozess länger als bis zu den nächsten oder übernächsten Wahlen dauert, wird sich kein Politiker die Finger krümmen. Das können später einmal andere tun! Sie leben für das „Hier und Jetzt“. Die Sintflut oder die Austrocknung ist später…!
Aus dem Blog:
27. 07. 09: Gewitter am Morgen
09. 09. 28: Cumulonimbus
17. 02. 08: Energie in einer Wolke