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umgewandelt werden kann. Die mittlere Jahresauffuhr beträgt 4300 Stück Grossvieh und 7000 Stück Kleinvieh. Als Zentrum des Amtes und Kantons bildet die Ortschaft einen Mittelpunkt des Verkehrs. Es münden daher in Sursee eine ganze Anzahl von Strassen ein. Deren wichtigste ist die alte Baslerstrasse (Luzern-Sursee-Zofingen), die ehedem den gewaltigen Verkehr vom Gotthard her über Luzern nach Basel und ins Elsass vermittelte und Sursee zu einem bedeutenden natürlichen Lager- und Ruheplatz für die Handelsfrachten machte.
Mit der Eröffnung der Bahnlinie Luzern-Olten verlor diese Verkehrsader an Bedeutung; dagegen wurde nunmehr die Station Sursee (etwa 15 Minuten westl. der Stadt) eine der bedeutendsten der Linie Luzern-Olten-Basel. Eine Eisenbahn durch das Suhrenthal dürfte in Bälde zur Ausführung gelangen. Ausflugsziele sind u. a.: die ausgedehnten Waldungen der Bürgergemeinde mit prächtigen Spazierwegen und Ruhebänken;
Maria Zell (¼ Stunde) mit Wallfahrtskapelle und prächtiger Aussicht, Burgruine Schenkon, Bognauerhöhe, Grosswangerhöhe, Knutwilerhöhe und Stahlbad Knutwil, die Höhen von Tann, Diegenstall und Hunziken mit prächtiger Aussicht.
Hervorragende Bauten:
1) Das Rathaus, 1540-1546 erbaut; früher Kaufhaus, die Tuchlaube, Sust und Zeughaus enthaltend, jetzt mit Post und Telegraph, Gerichtssaal, Gerichtskanzlei etc. Für das Treppenhaus ist ein eigener Turmbau vorhanden.
2) Das sog. Beck-Leuische Haus, 1615-1632 erbaut, mit gotischen und Renaissance-Formen.
3) Die Pfarrkirche (1639-1640) auf dem alten Burghügel (zwei frühere verbrannten 1363 und 1641, und eine wurde niedergerissen 1638), mit neuer Orgel.
4) Das an das untere oder Baslerthor angebaute Schützenhaus aus dem 17. Jahrhundert mit Museum (Funde aus den Pfahlbauten, römische Funde etc.).
5) Der sog. Diebenturm, vormals Pulverturm, mit einem Verliess für todeswürdige Verbrecher.
6) Das 1608 erbaute Kapuzinerkloster.
7) Die 1656 erbaute Kapelle Maria Zell.-
Reges geselliges und wirtschaftliches Leben: Vereine für Unterhaltung und Belehrung ¶
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(Theaterund antiquarische Gesellschaft, Lesezirkel etc.), Gesang- und Musikvereine, gemeinnützige Vereine (Armenverein, Kindergarten, Arbeiterkrankenkasse), Turn- und Schiessvereine, Käsereigenossenschaften, zentralschweizerische Gesellschaft für Obstbau und Export etc.
Die ersten Ansiedler dieser Gegend waren Pfahlbauer der ältern Steinzeit (Funde bei Altstatt, im Zellmoos, beim Ausfluss der Suhr, bei Schenkon, sowie im Mauensee), der jüngern Steinzeit und der Bronzeperiode (Pfahlbau im Zellmoos). Dass auch der schöne Platz, auf welchem das Städtchen erbaut ist, sowie die westl. und nordwestl. gelegenen Anhöhen schon früh bewohnt waren, ist mit Sicherheit anzunehmen; denn auf dem Mauenseeberg findet sich ein befestigter Platz und im nahen Stockathen mehrere Hügelgräber, welche aus der Zeit der Helvetier stammen.
Spuren von Niederlassungen der Römer, z. B. bei Schenkon, Ifflikon (schöner Opfertisch) und Mauensee. Nördl. der Stadtmauer von Sursee liegt ein römischer Begräbnisplatz, aus welchem zwei schöne Gläser im Museum von Sursee sich finden. Die Zeit der Entstehung der Stadt Sursee (oppidum Sursee; Surlacus) kann geschichtlich nicht festgestellt werden. 1036 wird sie zum erstenmal urkundlich erwähnt. Sie war ein vom deutschen Reiche abhängiges Lehen zuerst der Grafen von Lenzburg (bis 1172) und dann derjenigen von Kiburg, worauf sie 1278 an das Haus Habsburg-Oesterreich kam. 1299 erhielt Sursee von König Albrecht ein Stadtrecht.
Von einem Rate findet man noch keine Spur, bis 1312 zuerst urkundlich «die Räthe» genannt werden, welche wahrscheinlich ein verbindliches Vorschlagsrecht zum Schultheissenamt hatten. Mit der Zeit erlangte Sursee noch andere ansehnliche Freiheiten. 1387 erhielt es wegen merklicher Schäden und Wüstungen im Sempacherkrieg u. a. den Sempachersee mit allen seinen Rechten, welche vormals der Vogt von Rotenburg besessen. 1415 erwarb Sursee von den Edlen von Grünenberg die Vogtei über das Michelsamt, wodurch es zu eigener Vogtgewalt und zu Vogtleuten gelangte.
Als Sursee 1415 mit Luzern den Uebergabsvertrag schloss, besass es ein freies und vollgiltiges Burgrecht, sowie einen eigenen Rat und einen Schultheissen, Immunität vor auswärtigen königlichen Gerichten für seine Bürger, einen eigenen Spital (1379), Zoll, Weg- und Ohmgelder, ein selbständiges Jurisdiktionsgebiet etc. In dem Uebergabsvertrag vom an Luzern tritt dieses an die Stelle der Herrschaft Oesterreich. Sursee behielt sich alle bisherigen Rechte, Freiheiten und Privilegien vor und dazu noch die Rechte, welche es künftig vom Reiche erhalten werde. In der Folge löste Luzern die Vogtei über das Michelsamt ab und zog 1473 die Seevogtei an sich. 1482 erlitt die fast vollkommen unabhängige Stellung des Rates zu Sursee durch das Recht der Appellation an den Rat von Luzern eine Einbusse, was den Widerwillen und den Widerstand der Bürger von Sursee hervorrief, die stets die erworbene politische Stellung mit Nachdruck sich zu wahren suchten.
Dieses Verhältnis erhielt sich bis zur französischen Revolution 1798. Das Stadtregiment bestand aus 12 Kleinen Räten (den Zwölfern) und aus 20 Grossräten (den Zwanzigern) mit einem Schultheissen an der Spitze. Im Militärwesen stellte Sursee sein Kontingent, welches es ausrüstete und einübte. Es besass ein eigenes Zeughaus. Die Bürgerschaft stand treu und fest wie zur alten, so zur neuen Herrschaft (1653 im Bauernkrieg). Die Gewerbe schlossen sich zu Innungen oder Bruderschaften zusammen (z. B. die Pfister- und Schuhmacherbruderschaft im 14. Jahrhundert).
In den bildenden Künsten erwarben sich einen berühmten Namen: die Gebrüder Abesch in der Glasmalerei; Hans Kaspar Teufel in der Kunstschreinerei und Holzschnitzerei; Hans Peter Staffelbach in der Goldschmiedekunst (17. Jahrh.). Andere hervorragende Männer sind: der Chronist Johann Salat;
der berühmte lateinische Dichter Johann Barzaeus;
der lateinische Chronist Jakob Wagenmann;
der Arzt und Universitätsprofessor Johann Dueller in Ingolstadt;
der Regenerator des Klosters Pfäfers, Abt Bonifazius Tschupp der einflussreiche Provinzial P. Januarius Gilli O. C.;
der Chronikschreiber Johann Jost Tschupp.
Unglücksfälle: grosse Feuersbrünste 1363, 1461, 1580, 1650, 1686, 1734. 1439 und 1628 wütete die Pest. Erstes eidgenössisches Uebungslager 1838. Die jetzigen Ortsbehörden sind der Stadtrat, der Ortsbürgerrat und der Korporationsrat. Die Gemeinde besitzt ein Armen- und Waisenhaus. Der Korporationsgemeinde gehören ein Waldareal von 200 ha, eine offene Allmend von 105 ha und ein neuerstellte§ Elektrizitätswerk von etwa 100 PS, das die Stadt mit Licht versieht.
Die Pfarrkirche St. Georg treffen wir urkundlich zuerst 1036. Ihr Alter und Stifter sind unbekannt. Der Kirchensatz und das Patronat war schon 1257 Eigentum der Grafen von Kiburg. Erbsweise kamen diese Rechte an die Herrschaft Habsburg-Oesterreich. Seit dem Jahr ¶