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Geologisches Standortgebiet
Der Kenntnisstand über die räumlichen Verhältnisse beruht auf 2D-seismischen Untersuchungen sowie einer Tiefbohrung (Riniken). Das Standortgebiet liegt in einem von der Jurafaltung teilweise tektonisch überprägten Bereich (Vorfaltenzone). Aus diesem Grund weist das Wirtgestein neben weitgehend ruhig gelagerten Bereichen Zonen mit tektonischen Elementen auf; diese befinden sich vorwiegend in den randlichen Bereichen des Standortgebiets.
Generell verharrt das Wirtgestein in ruhiger Lage, leicht nach Süden geneigt und bietet bezüglich der Anordnung der Lagerkammern eine gewisse Flexibilität.
Das Standortgebiet Jura Ost wird zusammenfassend mit sehr geeignet bewertet.
Im orange ausgeschiedenen Standortgebiet könnten die unterirdischen Anlagen für ein geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle im Opalinuston gebaut werden.
Standortgemeinden:
Kanton Aargau: Brugg, Effingen, Elfingen, Gallenkirch, Linn, Mönthal, Oberbözberg, Remigen, Riniken, Unterbözberg, Villnachern, Zeihen
Bezeichnung des Standortareals der Oberflächenanlage (Verfahren abgeschlossen)
Die nötigen oberirdischen Bauten (z. B. Portal des Zugangsstollens, Verpackungsanlage) können auch ausserhalb dieses Standortgebietes liegen. Der Bund hatte dazu in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kantonen und Vertretern aus Deutschland Planungszonen ausgeschieden (sog. Planungsperimeter), die auch diese zusätzlichen Gebiete umfassen. Der Planungsperimeter lag innerhalb eines 5km-Umkreises um das geologische Standortgebiet, war zusammenhängend und per Bahn oder Strasse gut erschlossen. Gebirgige und hügelige Räume sowie geschützte Naturräume waren einschränkende Faktoren. Das Bundesamt für Energie hatte die Planungsperimeter in provisorischer Form am 10. Dezember 2009 veröffentlicht. Der Bundesrat hatte sie am 30. November 2011 verabschiedet.
Weitere Gemeinden im Planungsperimeter (neben Standortgemeinden) waren:
Kanton Aargau: Birmenstorf, Birr, Böttstein, Bözen, Döttingen, Frick, Gansingen, Gebenstorf, Gipf-Oberfrick, Habsburg, Hausen, Herznach, Holderbank, Hornussen, Kaisten, Laufenburg, Lupfig, Mettauertal, Mülligen, Oeschgen, Rüfenach, Scherz, Schinznach-Bad, Schinznach-Dorf, Turgi, Ueken, Untersiggenthal, Veltheim, Villigen, Windisch, Wittnau, Würenlingen
Das Verfahren ist mit der Bezeichnung des Areals JO3+ durch die Nagra im September 2013 abgeschlossen worden.
Bei Standortgebieten, die sich gleichzeitig für schwach- und mittelaktive Abfälle und für hochaktive Abfälle eignen, wurde ein gemeinsamer Planungsperimeter erarbeitet.
Für den Betrieb eines Tiefenlagers braucht es eine Oberflächenanlage. Die Nagra hat vier Standorte zur Diskussion vorgeschlagen (vgl. PDF Themenheft Standortareale) und einen weiteren im Auftrag des Kantons ausgearbeitet. Anlehnend an den Standortvorschlag JO-3 verlangte die Regionalkonferenz die Ausarbeitung einer optimierten Variante JO-3+. Diese Variante wurde von der Regionalkonferenz zur weiteren Bearbeitung empfohlen. Die Nagra bezeichnete, gestützt auf die Zusammenarbeit mit der Region und dem Kanton Aargau, das Standortareal JO3+ als Areal für die Platzierung der Oberflächenanlage eines Tiefenlagers (SMA, HAA oder Kombi) im Standortgebiet Jura Ost. Dabei werden die zusätzlich formulierten Anliegen der Region im weiteren Verfahren berücksichtigt.
Geografische Lage des Standortareals JO3+ (Oberflächenanlage für ein Tiefenlager SMA, HAA oder Kombi).
JO3+

Mögliche Anordnung der Anlagenteile der Oberflächenanlage eines Tiefenlagers SMA.

Mögliche Anordnung der Anlagenteile der Oberflächenanlage eines Tiefenlagers HAA oder Kombi (Platzbedarf grösser als beim Tiefenlager SMA).

Orthofoto des unteren Aaretals mit Standortareals JO3+ und möglicher Erschliessung durch eine neue Aarebrücke Richtung Zwilag. Das Areal liegt in der Gemeinde Villigen. Östlich angrenzend befinden sich beidseits der Aare die Anlagen des Paul Scherrer Instituts (PSI).
In Rot ist der Platzbedarf der Oberflächenanlage eines Tiefenlagers HAA oder Kombi eingezeichnet.

Mögliche Einbindung der Oberflächenanlage in die Umgebung (fotorealistische Darstellung, Beispiel HAA oder Kombi).
Weiterer Verlauf des Auswahlverfahrens
Zum bezeichneten Areal JO3+ führt die Nagra eine bautechnische Risikoanalyse durch und erstellt ein Pflichtenheft für eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).
Die Nagra muss in Etappe 2 des Sachplanverfahrens aus den sechs Standortgebieten mindestens je zwei geologische Standortgebiete pro Lagertyp (schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie hochaktive Abfälle) inklusive zugehörigem Oberflächenareal bezeichnen. Die Vorschläge werden anschliessend behördlich überprüft und es folgt eine öffentliche Anhörung. Am Ende von Etappe 2 – voraussichtlich 2016 – wird der Bundesrat entscheiden, welche Standortgebiete im weiteren Auswahlverfahren verbleiben. Die definitive Standortwahl erfolgt in Etappe 3, in der das nach Kernenergiegesetz erforderliche Rahmenbewilligungsverfahren eingeleitet wird.
Zum Weiterlesen
Für die Lagerung von radioaktiven Abfällen eignen sich vor allem tonreiche Gesteine. Im Gebiet Jura Ost ist dies für die hochaktiven Abfälle der rund 180 Millionen Jahre alte Opalinuston, der hier eine Mächtigkeit von 100 bis 120 Meter aufweist und 400 bis 550 Meter tief unter der Erdoberfläche liegt.

Tel. +41 (0)56 437 12 88

|2013 (Sept.)||Für die Platzierung der Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers in den Standortgebieten Jura Ost, Jura-Südfuss und Wellenberg werden die Planungsstudien vorgelegt. In den kommenden Monaten folgen die Planungsstudien für die anderen drei Standortgebiete.|
|2012 (20. Jan.)||Anlässlich einer Medienkonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) gibt die Nagra Vorschläge bekannt für mögliche Standortareale der Oberflächenanlage. Sie dienen als Diskussionsgrundlage für die regionale Partizipation.|
|2011 (30. Nov.) ||Der Bundesrat entscheidet, das Standortgebiet Jura Ost definitiv in den Sachplan aufzunehmen. Er schliesst gleichzeitig Etappe 1 des Verfahrens ab und startet Etappe 2.|
|2010 (1. Sept.) ||Start der öffentlichen Anhörung zur Etappe 1 des
Auswahlverfahrens für geologische Tiefenlager. |
|2010 (26. Feb.)||Das Eidgenössische
Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) stimmt den vorgeschlagenen
Standortgebieten nach deren Überprüfung hinsichtlich ihrer Sicherheit
und bautechnischen Machbarkeit zu. |
|2009 (10. Dez.)||Bekanntgabe des provisorischen Planungsperimeters durch das Bundesamt für Energie (BFE).|
|2008 (11. Dez.)||Oberbözberg. Das BFE informiert zusammen mit dem ENSI und der Nagra über die Vorschläge für geologische Standortgebiete.|
| 2008 (6. Nov.) ||Bekanntgabe der vorgeschlagenen Standortgebiete für die geologischen Tiefenlager durch das BFE.|
| 2008 (2. April) ||Bundesrat verabschiedet den Konzeptteil zum Sachplan geologische Tiefenlager.|
| 2006 (28. Juni) ||Bundesrat genehmigt den Entsorgungsnachweis, weist aber das Gesuch um eine vorzeitige Standortfestlegung zurück.|
|2005||Einreichung des Optionenberichts für hochaktive Abfälle (NTB 05-02, Darstellung und Beurteilung der aus sicherheitstechnisch-geologischer Sicht möglichen Wirtgesteine und Gebiete).|
|2002||Einreichung des Entsorgungsnachweises für hochaktive Abfälle beim Bundesrat, geführt am Beispiel des Opalinustons im Zürcher Weinland.|
| 1991 – 1992||Regionale seismische Untersuchungen zwischen Aare und Bodensee (2D-Seismik).|
| 1983 – 1984||Tiefbohrung Riniken (AG).|
|1982 – 1984||Regionale seismische Untersuchungen im Gebiet Olten – Schaffhausen |