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Die Europäische Union zieht die Konsequenzen aus den Ereignissen der letzten Wochen in der Ukraine: Die EU-Kommission will der Fussball-Europameisterschaft im osteuropäischen Land fernbleiben.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und die anderen 26 Mitglieder der EU-Kommission werden aus Protest gegen die Behandlung der Oppositionsführerin Julia Timoschenko den Spielen der Fussball-Europameisterschaft in der Ukraine fernbleiben.
Barroso habe im Kreis der EU-Kommissare erläutert, warum er nicht in die Ukraine reisen werde. In der Aussprache sei «deutlich geworden, dass dies eine Position ist, die alle angesichts der Behandlung von Frau Timoschenko teilen». Dies teilte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel mit.
Der Sprecher sagte, es handele sich nicht um einen Boykott, sondern um ein Signal, «dass man nicht zufrieden ist mit der Art und Weise, wie mit Julia Timoschenko umgegangen wird». In der Kommission sei unstrittig, «dass es nicht angemessen ist, sich ein Spiel in der Ukraine anzuschauen, solange diese Bedenken bestehen».
Boykott spaltet Polen
Ferner sagten mehrere EU-Staatspräsidenten ein für Mitte Mai geplantes Treffen in der Ukraine ab. Im Ko-Gastgeberland Polen spaltet die Debatte die Politik. Die Opposition fordert einen Boykott der Ukraine während der EM. Das hält die Regierung für falsch. Anfang der Woche hatten Barroso und EU-Justizkommissarin Viviane Reding bereits mitgeteilt, nicht in die Ukraine zu reisen.
Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko verbüsst nach einem umstrittenen Strafprozess, der als Rachejustiz gewertet wird, eine siebenjährige Gefängnisstrafe. Sie leidet unter einem chronischen Bandscheibenvorfall. Die Parlamentarische Gruppe Schweiz-Ukraine möchte Timoschenko in der Schweiz behandeln lassen.
(muv/sda)