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Titel
Asien
[* 2] (Forschungsreisen in jüngster Zeit).
Drei Schiffen ist es im Sommer und Herbst 1890 geglückt, die Nordküste Sibiriens zu erreichen: es waren das norwegische Schiff [* 3] Biscaya, Kapitän Petersen, der englische Dampfer Thule, Kapitän Cordiner, und der Schleppdampfer Bard, Kapitän R. Wiggins, welche sämtlich nach dem Jenissei fuhren. Diese vereinzelten Erfolge beweisen indessen nichts für die Möglichkeit einer dauernden Schiffsverbindung mit dem nördlichen Sibirien. Eine auf vier Jahre berechnete Expedition unter Tscherski wird jetzt von der St. Petersburger Akademie ausgerüstet, um die Flüsse [* 4] im Nordosten Sibiriens zu untersuchen, geologische Aufnahmen zu machen und namentlich Die Diluvialfauna, die Mammut- und Rhinozerosreste zu studieren.
Kleinasien.
Aus dem Jahr 1890 sind noch einige Expeditionen hier nachzutragen. Kusnetzow unternahm 1890 im Auftrag der Russischen geographischen Gesellschaft seine dritte Reise, welche hauptsächlich dem westlichen Transkaukasien (Karthalinien) galt und Studien über Gletscher und Flora zum Zweck hatte. Im Juli 1890 bestieg der Topograph Pastuchow behufs topographischer Aufnahmen den Elbrus, konnte aber den Abstieg infolge eingetretenen Schneesturms nur unter großen Gefahren vollenden.
Von Engländern unternahm G. G. Baker eine Tour durch den weniger erforschten und niedrigern östlichen Kaukasus, wo er den zu 4830 m anzeigenden Basardschusi erklomm. In der Zentralkette war Holder thätig, die Gletscher und die Orographie der Adai Choch-Gruppe an den Quellen des Rion aufzuhellen, während der Italiener Sella [* 5] drei Monate lang ebendort reiste und photographierte. Im Sommer 1891 erschienen auch Deutsche [* 6] auf diesem Felde wissenschaftlicher Thätigkeit: Ende Juni gingen Merzbacher aus München [* 7] und Purtscheller aus Salzburg [* 8] zu Gletscherforschungen nach dem zentralen Kaukasus, wo sie trotz schlechten Wetters eine Reihe von Bergbesteigungen und wissenschaftlichen Beobachtungen ausführten.
Westturkistan.
Adolf Bastians letzte große zweijährige Reise, welche, wie stets ethnographischen Zwecken dienend, 1889 ihren Anfang nahm, war zunächst nach den russischen Besitzungen in Westturkistan gerichtet. Samarkand, Taschkent, Chodshent. Buchara und Merw waren die vorzüglichsten Stationen; der Weg führte dann weiter durch Kaukasien, Konstantinopel, [* 9] die europäische Türkei, Ostafrika, Ostindien. [* 10]
Hochasien.
Der vorjährige
Bericht (vgl. Bd. 18, S. 337) hatte die
Brüder Grum Grshimailo auf ihrer zentralasiatischen
Reise bis zu dem
Vorstoß von
Turfan südwärts nach dem
Lop-Nor zu begleitet. Anstatt dort durch ein von den bisherigen
Karten verzeichnetes Dünengebiet zu kommen, stießen sie auf ein
Gebirge, Tageta, von 2700-3000 m
Höhe; den
Lop-Nor selbst
erreichten sie nicht. Doch konstatierten sie auf diesem Ausflug, welcher hauptsächlich unternommen worden war, um eine
Herde
wilder
Kamele
[* 11] zu verfolgen, bei dem
Ort Lukschin kyr (in etwa 42½° nördl.
Br. und 89½° östl. L. v. Gr.)
das Vorhandensein einer ungeahnten
Depression
[* 12] von 50 m unter der Oberfläche des
Ozeans, deren genauere Untersuchung der
Generalmajor
Asien v. Tillo plant.
Die beiden Brüder, der eine, Gregor, Naturforscher, der andre, Michael, Offizier, gingen dann über Chami durch die Wüste Gobi nach Sutschou, durch das Gebirge Nanschan nach dem Westufer des Kuku-Nor, überschritten südöstlich desselben den obern Huangho und drangen jenseit desselben noch etwa 100 km südwärts bis zum Gebirge Ulan vor. Ihre Rückreise führte sie über Kantschou, Sutschou und Chami nach Kuldscha. Ihre Resultate sind namentlich in zoologischer und botanischer Hinsicht bedeutend; sie brachten unter anderm drei Exemplare des Wildpferdes mit heim. Aber auch für die Geographie haben sie gearbeitet, indem sie an 40 Punkte astronomisch bestimmten, ihre ca. 8000 km langen Routen auf chinesischem Gebiet krokierten und einige hundert Photographien aufnahmen, und diese Arbeiten sind um so wichtiger, als sie es sich angelegen sein ließen, ¶
mehr
möglichst Wege einzuschlagen, welche ihr Vorgänger Prschewalskij nicht betreten hatte. Der großen Expedition unter Oberst Pewzow ist es dagegen nicht gelungen, von Nia aus in Tibet einzudringen, wie das Mitglied Prof. Bogdanowitsch meint, weil das tibetische Randgebirge im W. viel größere Schwierigkeiten darbietet als weiter im O., so daß die ohnehin schon besser mit Waffen [* 14] und Munition als mit Geld ausgerüstete Expedition unnütz Kraft [* 15] und Mittel im W. verschwendete.
Immerhin sind die Ergebnisse ansehnlich: 8000 km topographische Aufnahmen, 50 astronomische Ortsbestimmungen, magnetische Beobachtungen von zehn Punkten, umfangreiche zoologische, botanische und geologische Sammlungen, zu deren Fortschaffung es nicht weniger als 40 Kamele bedürfte. Der englische Offizier Younghusband ging 1890 in Begleitung des als Dolmetsch dienenden Mac Cartney von Indien über Ladak nach Jarkand, überwinterte in Kaschgar und gedachte im Frühling über Tschitral nach Indien zurückzukehren.
Obwohl mehr zu politischen als wissenschaftlichen Zwecken reisend, stellt er doch auch astronomische und geographische Beobachtungen
an. Nachrichten vom September 1891 zufolge hatte er sich nach Pamir
[* 16] begeben, um das Vordringen der Russen zu beobachten, war
aber von denselben ausgewiesen worden. Von Indien aus besuchten gleichzeitig Beech und Lenard Kaschgar. Zunächst einen praktischen
Zweck hatte die Reise des englischen Rittmeisters Bower: sie galt der auch glücklich durchgeführten Ergreifung
des Mörders des englischen Reisenden Dalgleish (vgl. Bd. 17, S. 57) und damit der Aufrechterhaltung
englischen Prestiges in Inner
asien;
daneben aber hat Bower sich nicht geringe Verdienste um die Erforschung des Berglandes im W. der Ebene von Kaschgar erworben.
Während so von englischer Seite verhältnismäßig wenig in diesem Gebiete geschieht, kommt dasselbe seitens der Franzosen mehr in Aufnahme. Die Reise von Littledale über Pamir, von Chokand bis Kaschmir, [* 17] im J. 1890, ist weniger wegen ihrer Resultate, als dadurch bemerkenswert, daß der Reisende stets von seiner Frau begleitet wurde. E. Blanc, welcher im Auftrag des französischen Ministeriums die transkaspische Bahn u. die Produkte von Russisch-Turkistan studiert hatte, hat diese Reise von Ferghana über den 3730 m hohen Terek-dawan bis nach Kaschgar ausgedehnt und kehrte, nachdem sich ihm dort der schwedische Geolog Hedin angeschlossen hatte, über den Issyk-kul auf russisches Gebiet zurück.
Der bereits durch eine Reise von der Lena nach dem Amur bekannte Franzose Joseph Martin verließ im Frühling 1889 Peking, [* 18] um durch die Provinz Kansu nach Hochasien vorzudringen; doch wurde er von Mißgeschick verfolgt, indem seine Begleiter ihn betrogen und er in Langtschou und Sutschou monatelang krank daniederlag. Wiederhergestellt, bereiste er das Gebiet des Kuku-Nor, wo er große botanische und zoologische Sammlungen anlegte, und zog dann über Chami und Karaschahr nach dem Lob-Nor, Chotan und Kaschgar.
Endlich hat sich 1891 Dutreuil de Rhins im Auftrag des französischen Unterrichtsministers über Russisch-Turkistan zunächst nach Kaschgar und Chotan begeben und einen Vorstoß nach den Quellen des Keria Darja gemacht; von Samarkand aus ist eine russische Expedition unter Hauptmann Bartschewski Ende Mai aufgebrochen, um die Forschungen im Pamir und Hindukusch weiterzuführen (dieselbe traf im August wieder in Samarkand ein), und zu ethnologischen Studien hat sich Katanow nach dem Tiënschan aufgemacht, um die Sitten und Sprachen der chinesischen Sarten kennen zu lernen. Eine russische archäologische Expedition unter Radloff und Jadrintzew besuchte 1891 Karakorum, dann die Wüste Gobi und die Landschaft Changai, wo sie alte Inschriften und Basreliefs fand. Radloff kehrte über Peking, sein Gefährte mit der Ausbeute über Kiachta nach Rußland zurück.
China, Korea, Japan.
In den Jahren 1889 und 1890 machte der Naturforscher Pratt, welcher vorher mit naturwissenschaftlichen
Studien am untern Jangtsekiang beschäftigt war, zwei Reisen nach Tatsienlu im W. der Provinz Jünnan und erforschte dann einen
Teil des großartigen Schneegebirges, welches sich unweit dieser Stadt in nordsüdlicher Erstreckung hinzieht. Weiter südlich
hat die Reise von
Asien R. Agassiz von Haiphong in Tongking
[* 19] über Land nach Langson und Kanton
[* 20] uns die Handelsstraßen
dieses Teiles von Südchina näher kennen gelehrt. In neuester Zeit besuchte der deutsche Naturforscher Warburg mit einer
japanischen Regierungsexpedition die zu diesem Reich gehörigen Bonin- und Volcano Inseln im Stillen Ozean; die erstern haben sich
nach seiner Schilderung durch die japanische Kolonisation sehr gehoben, während die Kolonisierung der
Volcano -Inseln an dem Wassermangel und der Unwirtlichkeit derselben scheiterte. Das eigentliche Japan
[* 21] ist aus der Reihe derjenigen
Länder, wohin geographische Forschungsreisen sich richten, ausgeschieden; das beweist am besten die Thatsache, daß die provisorische
Karte des Landes in 1:200,000 und 77 Blatt
[* 22] schon fertig vorliegt. Auch von der definitiven in 1:20,000 (mit
japanischer Schrift; die in Arbeit begriffene geologische in 1:400,000 hat dagegen lateinische Schrift) befinden sich bereits
gegen 300 Blätter im Handel.
Hinterindien.
Aus den Jahren 1888 und 1889 ist noch die Reise des französischen Marineoffiziers Raoul Humann nachzutragen, welcher das Gebiet des Flusses Donaï im südlichen Anam und der Moïs, deren Sprache [* 23] er beherrscht, geographisch untersuchte, an der Ausführung seiner weitern Pläne aber durch einen Unfall auf der Elefantenjagd verhindert wurde. Vom südlichen Tongking aus hat 1890 der Missionar Guignard die wilden Meos am obern Ngan-Ca oder Sông-Mo (zwischen 19 und 20° nördl. Br.) besucht; ihn begleitete eine kleine militärische Expedition, welche diesen Teil der Grenze gegen Siam näher erforschte.
Die Expedition Pavies, welche die Grenze zwischen den französischen Besitzungen und Siam ermitteln soll (vgl. Bd. 18, S. 338), hat sich, am Mekhong angelangt, in mehrere Partien geteilt, welche auf verschiedenen Wegen die Wasserscheide zum südchinesischen Meer überschreiten sollten. Zuerst ist dies dem Kapitän de Malglaive geglückt, welcher im Herbst 1890 von Lakhon am Mekhong zwischen 17 u. 18° nördl Br. ostwärts nach Dong-Hoï an der Küste vordrang. Etwas südlicher, und zwar von Huë aus, machte er dann die Reise in umgekehrter Richtung, wurde aber an den Quellen des Flusses von Tschepon von seinen Trägern verlassen und ist im Dezember 1890 mit einer militärischen Begleitmannschaft zum zweitenmal von Huë nach W. aufgebrochen. Eine andre Expedition unter Kapitän Cupet erreichte im Juni 1891 Luang-Prabang am Mekhong, blieb dort während der Regenzeit, zog dann am Mekhong abwärts und ¶
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ging von Kratieh in östlicher Richtung über die Wasserscheide, ein ausgedehntes Plateau von ca. 500 m Höhe, nach der anamitischen Küste, welche er im April 1891 bei Na-Trang erreichte. Die Längen verschiedener Orte in Siam hat in jüngster Zeit James M'Carthy, Leiter der Aufnahme von Siam, auf telegraphischem Weg bestimmt und auf Grund derselben, hauptsächlich durch Zeitübertragung, mehr als 400 Punkte in den verschiedenen Teilen des Landes miteinander verbunden.
Die britische Besitzergreifung von Birma hat viele kleine Expeditionen und lokale Grenzbestimmungen zur Folge gehabt, und jedesmal sind dabei Aufnahme-Beamte beteiligt, so daß die Kenntnis des Landes (Upper Burma der Engländer) rasche Fortschritte macht und die Thätigkeit privater Forschungsreisender dort bald kein Arbeitsfeld mehr finden wird, abgesehen vielleicht von den Grenzgebieten gegen Tibet und China. Diese Arbeiten stehen unter der Leitung des Majors J. R. Hobday, welcher selbst im Winter 1890/91 einen Versuch machte, die Quellen des Irawadi zu bestimmen und dabei etwa einen halben Breitengrad über den Vereinigungspunkt der beiden Quellströme nach N. vordrang.
Aus der Wassermenge des Mekha oder östlichen Quellflusses schließt er, daß dieser nicht viel weiter nördlich entspringen kann als der westliche, der Malikha, und daß demnach der große tibetische Strom Lukiang nicht der Oberlauf des Irawadi sein kann, sondern sich als derjenige des Salwen herausstellen wird. An der Festsetzung der Grenze zwischen Birma und Siam waren in den Jahren 1889 und 1890 Kapitän Jackson, Ogle und Elias beteiligt, wodurch unsre Kenntnis vom Mittellauf des Salwen und einiger seiner Zuflüsse erweitert wurde.
Auch konnte Jackson einige Vorstöße in das indochinesische Grenzgebiet machen. In dem Distrikt Kjaukse, südöstlich von Mandale, war G. B. Scott thätig, ebenso in den Schanstaaten Baw und Jatsauk östlich von Mandale. In politischem und Handelsinteresse bereiste Lord Lamington die Schanstaaten zwischen dem Salwen und Tongking. Die Regierung der Straits Settlements läßt sich ebenso die Erforschung der bis zum 6.° nördl. Br. unter britischem Schutz stehenden malaiischen Halbinsel angelegen sein; sie hat unter dem Forstdirektor Ridley eine Expedition ausgesendet, um den gebirgigen Westen des Schutzstaates Pahang auf der Ostküste der Halbinsel zu erforschen und über dessen Hilfsquellen und Aussichten zu berichten. An dem Unternehmen beteiligen sich Dawison, Kurator des Museums in Singapur, [* 25] und Leutnant Kelsall, drei Jäger und Sammler und drei Malaien vom Forstdepartement.
Ostindien.
Zu ethnologischen und kulturhistorischen Studien und Sammlungen bereiste Bastian (s. oben unter Westturkistan) die ostindische Halbinsel und Ceylon, [* 26] wobei er sein Hauptaugenmerk auf die noch wenig bekannte Sekte der Dschainas richtete. Augenblicklich reist zu ähnlichen Zwecken Jagor aus Berlin [* 27] dort, und 1890 verweilte Kurt Böck acht Monate im Himalaja, wo er mehrere hundert photographischer Aufnahmen machte. Im Winter 1890/91 reiste der französische Schiffsfähnrich Roux in Sikkim, Birma und Kaschmir.
Die ostasiatischen Inseln.
Von den Philippinen sind die noch in die Jahre 1888 und 1889 fallenden Rekognoszierungen und Reisen der spanischen Jesuitenmissionare Pastells, Llord, Heras, Terricabras und Barrado auf Mindanao nachzutragen, welche den Oberlauf und die Quellen des Rio [* 28] Pulangui oder Rio Grande de Mindanao entschleierten. Im Sommer 1890 machte Dunlop eine Reise durch Britisch-Nordborneo, und zwar vom Kinabatangan-Fluß im O. zum Padas-Fluß im W., wobei er fand, daß beide Stromgebiete leicht durch einen Weg verbunden werden könnten.
Sumatra zu durchkreuzen gelang im Februar und März 1891 dem Ingenieur Izermann, und zwar von Padang im W. nach Siak im O.; es ist dies das dritte Mal, daß eine solche Durchkreuzung gelang. Nach Celebes begab sich im August 1890 eine Expedition unter W. Jack von Queensland aus, um auf dieser Insel nach Mineralien [* 29] zu suchen. Wohl schon in etwas frühere Zeit fallen die Reisen und Untersuchungen, namentlich ethnographischer und linguistischer Art, welche de Clercq als Resident von Ternate über wenig bekannte Teile seines Bezirks angestellt hat; es sind namentlich die Sula-und Banggoai-Inseln, der Osten von Celebes rings um die Tomoribucht, Ternate, Tidore und die südlich davon gelegenen Inseln und Teile von Dschilolo.
Die Key-Inseln bereiste und erforschte 1890 H. O. W. Planten. Im südlichen Sumatra untersuchte Claine das Volk der Orang-Ulu und bestieg den Dempo und Merapi; im nördlichen Teil der Insel besuchte Modigliani die Südwestecke des Toba-Sees und den 90 m hohen Wasserfall, welchen der Ausfluß [* 30] desselben bildet. Die Schweizer Naturforscher Bedot und Pictet studierten 1890/91 die Landfauna Sarawaks (Borneo), besuchten Java und die kleinern Inseln östlich davon und studierten dann die Meeresfauna auf Amboina; auch machten sie ethnologische Sammlungen und photographische Aufnahmen. Das westliche Flores durchkreuzte Meerburg von N. nach S. Im November 1890 begab sich Ten Kate zur weitern Erforschung der kleinen Sundainseln und zu anthropologischen Studien nach Niederländisch-Ostindien. Flores zu besuchen hinderte ihn vorläufig Feindseligkeit der Eingebornen; dafür unternahm er drei Exkursionen auf Timor, wo er zahlreiche Messungen an Eingebornen ausführte. Später gedenkt er wiederum nach Flores und nach Sumba zu gehen.
Iran.
Bedeutend ist die Thätigkeit der Engländer in Belutschistan, das jetzt völlig unter ihrem Protektorat steht, und wo Sir Robert Sandeman unermüdlich an der Arbeit ist: so unternahm er im Dezember 1889 eine Expedition nach dem Zhobthal, welche durch die Teilnahme von Oberst Holdich und Leutnant Mackenzie für die Geographie sich sehr fruchtbar erwies, und im Frühjahr 1891 eine zweite durch den Süden des Landes bis fast an die persische Grenze, wobei es ihm gelang, die durch Stammesfeindschaften versperrten Handelswege wieder zu eröffnen.
Ferner wurden von europäischen Beamten Aufnahmen im westlichen Mekran und an der persisch-belutschischen Grenze gemacht, und ein Eingeborner, Jusuf Scherif, rekognoszierte ca. 25,000 engl. Quadratmeilen an der persischen Grenze. Aus Persien [* 31] ist nur über eine Reise des Generalmajore T. E. Gordon von Teheran nach Mohammera im J. 1890 zu berichten, welche mit den englischen Bestrebungen zur kommerziellen Erschließung des südlichen Persien durch Straßenbau zusammenhängt. Auf einer östlich ausbiegenden Straße reisten Biddulph und Vaughan von Teheran nach Kaschan, wobei sie den großen Salzsumpf Darja-i-Namak entdeckten und überschritten. ¶