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Zürcherstrasse 12 Fotohaus Wiesendanger
Chronik
1896 Der Photograph Fritz Wiesendanger senior, baut sein eigenwilliges Backsteinhaus als Wohn- und Geschäftssitz und bezieht es im September.
1961 Das Wiesendanger-Haus wird um 1961 abgebrochen.
Spezielles
- Witwe B. Wiesendanger berichtet über die Hochwasser 1896, 1908 und 1910 an der Zürcherstrasse 12
Untenstehende Daten sind Aufzeichnungen entnommen vom Jahre 1896 an betreffend den hinter unserem Hause vorbeifliessenden Wildbach. Im genannten Jahre übersiedelten wir in das neu erbaute Haus (September), ein paar Wochen später trat der Bach über seine Ufer, drang in den Keller und bald hatten wir 40 Centim. Wasser. Vieles, das noch vom Umzug unten stand, verdarb dadurch. Diese erste Wassernoth ist uns fast am deutlichsten im Gedächtnis geblieben, denn sie machte uns muthlos, ein neues Haus und die Aussicht auf nasse Keller. Der Bach tritt sehr leicht über die Ufer, 2 - 3 Tage Regenwetter - man hat Wasser im Keller.
Die grösste Wassernoth seit wir im Hause sind, war am 20. Juli 1908. bis 2 Uhr morgens stieg das Wasser im Keller bis 65 Centimeter. Im Perlianihaus nebenan hatten sie sogar 97 Centim., weil der Keller 30 cm tiefer liegt als der unsrige.
Schon am 21. September 1908 wiederholte sich die gleiche Noth, nur noch viel schrecklicher. Abends um 6 Uhr war der Wasserstand des Baches 10 Centim. Zwischen 7 - 8 Uhr begann es zu regnen, dann entlud sich ein Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen, um 11 Uhr nachts tobte der Bach furchtbar, drang aber merkwürdigerweise nur langsam in den Keller, bis 1 Uhr nachts konstatierten wir 47 Centim. bei der Kellertreppe; aber wie stets bei grösserer Regenmasse flutete das Wasser bis zu 1 Meter über unser Gartenland und die Wiesen am anderen Ufer, die bedeutend tiefer liegen als unser Garten, bildeten jeweilen einen See.
Aber alles bisher Erlebte war ein Geringes gegenüber der Wassergrösse vom 12 - 15 Juni 1910 (Dienstag auf Mittwoch). Am Montag setzte Regenwetter ein, es regnete fast ununterbrochen 2 Tage und Nächte. Man verschloss die Kellerabflussröhre mit Schraube und Gummiring und glaubte ruhig sein zu dürfen, war man sich doch das Überlaufen des Baches nachgerade gewöhnt. Um 1 Uhr nachts hatten wir (?) Centim. Wasser im Keller, mit jeder Stunde 10 - 15 Centim. mehr, 4 Uhr morgens 90 Centim. Um dieselbe Zeit sprengte das Wasser die Brücke vor Schlosser Schoch, die Landstrasse vom Dorfplatz her war ein Strom, unser Garten war auch hinter dem Hauser unter Wasser, man legte Leitern und Bretter über die Strasse, um von einem Haus ins andere gelangen zu können, die Feuerwehr war aufgeboten und es erschienen von Zeit zu Zeit einige Mitglieder davon, um wenn nöthig Hilfe zu bringen. Sah es für uns an der Landstrasse schon schrecklich genug aus, so war es doch im sogenannten Kratz noch ärger und spottete aller Beschreibung, das ganze Gebiet ein reissender Strom, die Keller bis oben mit Wasser angefüllt, die Wiese auf unserer Seite bis an die Landstrasse unter Wasser, ebenfalls die Acythelenzentrale weiter unten. Erst gegen 6 Uhr morgens konnte man die Strasse wieder passieren und in dieser Zeit sind die beigefügten Photos aufgenommen worden. Frau Witwe B. Wiesendanger Photog. U.Wetzikon[2]
P.S. Oben angeführte Wassergrössen sind die hauptsächlichsten, die wir seit 1896 erlebt haben, dennoch ist selten ein Jahr vergangen, ohne dass wir Wasser im Keller hatten.
Siehe auch
Ansichtskarten
Fotos
Einzelnachweise
- Internet GIS Stadt Wetzikon, aufgerufen am 13. April 2017
- Akten im Stadthausarchiv, verfasst von Witwe B. Wiesendanger, aus der alten deutschen Schrift übersetzt durch Renate Oberle, Alt-Chronistin