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Hummeln kneifen Pflanzen und lösen frühere Blütezeit aus
Das Wichtigste in Kürze
- Hummeln haben eine eigene Methode entwickelt, um Pflanzen früher zum Blühen zu bringen.
- Sie kneifen sie mit ihren Mundwerkzeugen in die Blätter.
- Tomatenpflanzen etwa blühen so bis zu einem Monat früher, haben Forscher herausgefunden.
Forschende konnten zeigen, dass Hummelarbeiterinnen mit ihren Mundwerkzeugen in die Blätter jener Pflanzen kneifen, die keine Blüten tragen. Die Studie wurde im Fachmagazin «Science» veröffentlicht. Der daraus entstandene Schaden regt bei den Pflanzen offensichtlich die Blütenproduktion an.
Tomatenpflanzen, die dem Hummelverbiss ausgesetzt waren, blühen gemäss der Studie bis zu 30 Tage früher als üblich. Bei Senfpflanzen verschob sich der Blühzeitpunkt um zwei Wochen nach vorne.
Die Forschenden versuchten, die Verletzungen an den Blättern nachzuahmen. Und tatsächlich blühten sowohl Tomaten- als auch Senfpflanzen etwas früher. Allerdings war der Effekt nicht annähernd so stark, wie wenn eine Hummel gekniffen hätte.
Die Forschenden vermuten deshalb, dass innerhalb der Pflanze ein chemisches Signal beteiligt sein könnte. Oder dass die Blattschäden durch den Menschen nicht genau genug nachgeahmt werden können.
Hummeln könnten so Pollenmangel lindern
Gemäss ETH-Mitteilung haben Hummeln möglicherweise eine wirksame Methode entwickelt, um lokal Pollenmangel zu lindern. In der Natur gebe es auch andere Bestäuber, die von den Bemühungen der Hummeln profitieren könnten, etwa Honigbienen. Diese kneifen selber keine Blätter.
Die Forschenden vermuten, dass das Blätter-Kneifen mit dem Klimawandel zusammenhängt. Jahreszeitliche Anomalien würden zu Unsicherheiten führen und könnten die zeitliche Abstimmung zwischen Pflanzen und ihren Bestäubern stören.
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