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SVP und Grüne sind die Sieger der Wahlen 2007, SP und FDP die Verlierer. Die Befragung von 4392 Stimmberechtigten und 1719 Kandierenden im Rahmen des Wahlforschungsprojektes Selects sagt, warum.
Die SVP trifft die Sorgen ihrer Wählerschaft mit Abstand am besten: SVP-Wähler haben ein deutlich grösseres Vertrauen, dass ihre Partei das wichtigste politische Problem lösen kann, als die Wählerschaft der anderen Parteien. Ausländer und Migration waren das wichtigste Problem für die SVP-Wählerbasis. Damit ist die SVP-Wählerschaft weniger differenziert als die Partei. Kandidierende der SVP nannten Kriminalität und Sicherheit am häufigsten als wichtigstes Problem, bei der Wählerschaft wird dies häufiger als generelles Ausländerproblem wahrgenommen. Die SVP hat vor allem von der FDP Wählerinnen und Wähler gewonnen. Deutlich zulegen gegenüber 2003 konnte die SVP bei Personen mit einem Haushaltseinkommen von 3000-5000 Fr. sowie mit einer Berufslehre als höchstem Bildungsabschluss. Dort erreichte die SVP einen Wähleranteil von je 40%.
Die Gewinne der SVP sind nicht erst auf die Schlussmobilisierung der letzten Wochen zurückzuführen. Das Fundament des SVP-Wahlerfolges wurde bereits sehr viel früher gelegt: Die SVP ist vor allem bei jenen übervertreten, die schon immer gewusst haben, wem sie ihre Stimme geben werden. Der zeitliche Vergleich zeigt, dass es innerhalb des bürgerlichen Lagers in den letzten 12 Jahren zu einer starken Umgruppierung gekommen ist. 1995 verfügten CVP, FDP und SVP noch je über einen liberalen und einen konservativen Flügel. 2007 wählten jene, die sich rechts einstufen, grossmehrheitlich SVP. Der rechte Flügel von FDP und CVP ist marginalisiert.
Bei den Grünen gingen die Gewinne vor allem auf Kosten der SP und sind auf die Sorge um Klima und Umwelt zurückzuführen. Die beiden linken Parteien kämpfen um die gleiche Wählerbasis: die meisten SP-Wählerinnen und Wähler können sich auch vorstellen, grün zu wählen und umgekehrt. Beide Parteien sind zudem klar links positioniert und haben wenig Ausstrahlung in die Mitte. Auffällig ist auch, dass die Kandidierenden von SP und Grünen klar linker sind als ihre Wählerbasis. Die FDP hat ein starkes Vertrauensproblem. Nur eine Minderheit der Wählerinnen und Wähler der eigenen Partei sieht die FDP als fähigste Partei, das wichtigste Problem zu lösen. Unter den vier grossen Parteien verfügt die FDP auch deutlich über die geringste Ausschöpfung ihrer potentiellen Wählerinnen und Wähler. Der FDP ist es nicht gelungen, vermehrt Junge anzusprechen.
Ingesamt gaben die Kandidierenden 2007 mindestens 25 Mio. Fr. aus. Pro Wahlberechtigten entspricht das gut 5 Fr. Hinzu kommen noch die Ausgaben von Parteien und weiteren Gruppierungen. Die Wahlkampfausgaben in der Schweiz sind vergleichbar mit jenen anderer Länder. In den USA werden die Präsidentschaftswahlen 2008 geschätzt 1. Mia $ kosten, was pro Kopf der 200 Mio. Stimmberechtigten 5 $ entspricht. Bürgerliche Kandidierende geben im Durchschnitt um die 15'000 Fr. für ihren Wahlkampf aus, bei der SP sind dies 6'800 Fr. und bei den Grünen 3'100 Fr. Dabei gibt es auch innerhalb der Parteien riesige Unterschiede: Die grosse Zahl jener, die sich keine Chancen auf einen Sitz ausrechnen gibt auch kaum Geld für den Wahlkampf aus. Teure Wahlkämpfe führen jene, die sich gute Chancen ausrechnen, sich ihres Sitzes aber nicht sicher sind.