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1976 gründeten Annette Michelson, Rosalind Krauss und Jeremy Gilbert-Rolfe in New York die bis heute erscheinende Zeitschrift «October». Zeitgleich zu der Entstehung von «October» gab es in den Vereinigten Staaten eine Vielzahl weiterer Bemühungen zur Reform der Kunstgeschichte und ihrer Institutionen, u.a. die «New Art Association» (NAA) (gegründet 1979) sowie die feministischen Zeitschriften «Woman and Art» (gegründet 1972) und «Women’s Caucus for Art» (gegründet 1972). Heute haben die meisten Personen des «October» Netzwerkes Lehrstühle an den renommiertesten amerikanischen Universitäten inne und viele ihrer Artikel fanden Eingang in den kunsthistorischen Kanon.
Ausgehend von der Zeitschrift «October» und im Vergleich mit profilierten Vertreterinnen und Vertreter der New Left Art History (u.a. T.J. Clark) untersucht die Dissertation von Pablo Müller die kritische Kunstgeschichte im Hinblick auf ihr Selbstverständnis, ihre theoretischen Ansätze und ihre Kanonisierung. Die kritische, kunsthistorische Forschung repräsentiert hierbei, so Müllers These, eine spezifische Form diskursiver Praxis und sieht ihr Handeln in einer behaupteten, eigenen historischen Relevanz.