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Wenn man im Sommer im Wald spazieren oder in den Bergen wandern geht, hat man vielleicht das Glück auf grössere Ansammlungen von Heidelbeeren zu stossen. Sind die blauen, wohlschmeckenden Beeren auch noch gerade reif, dann ist bestimmt eine Essenspause angesagt. Blaue Finger und Zähne sind vorprogrammiert. Doch das nimmt man gerne in Kauf.
Das Heidestrauchgewächs ist bei uns als Wildform im Wald und in alpinen Lagen sowie als Kulturform im Garten zu finden. Nicht nur ihre essbaren und vielseitig verwertbaren Früchte sind es Wert, diese Pflanze im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse zu kultivieren. Nein, auch die attraktive Verfärbung des Laubes und ihre Anspruchslosigkeit mit leichter Pflege machen das Heidestrauchgewächs zu einem beliebten Ziergehölz.
Die Heidelbeeren (Vaccinium) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie werden im deutschen Sprachgebrauch allgemein als Heidelbeeren, Blaubeeren oder Heubeeren bezeichnet, wobei die Bezeichnung im engeren Sinne nur für die in Europa verbreitete Wildart, die Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus), gilt. Die Gattung umfasst unter anderem auch die Preisel-, Heidel-, Rausch- und Moosbeeren und ist vorwiegend auf der Nordhalbkugel beheimatet. Im tropischen Asien, Zentral- und Südamerika beschränkt sich das Vorkommen der Heidelbeeren auf die Hochgebirge.
Die Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus), bei uns auch unter dem Namen "Heubeere" bekannt, ist eine Wildform der Heidelbeere. Sie ist eine Pflanze aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).
Der 30 bis 50 cm hohe, sommergrüne Zwergstrauch hat eine lockere Wuchsform mit grün gefärbten, kahlen und kantigen Ästchen. Die Blätter sind 1 bis 3 cm lang, eiförmig, fein gezahnt und beiderseits grasgrün.
Die Blüten wachsen einzeln aus Blattachseln. Sie sind kugelig-krugförmig, 6 mm breit, grünlich, oft ins Rote überlaufend und erscheinen ab April/Mai.
Von Ende Juli bis Mitte August tragen die Zwergsträucher kugelige, blauschwarz bereifte Früchte von 6 bis 10 mm Dicke mit ausgezeichnetem Aroma.
Ab dem Spätsommer beginnt langsam die Herbstfärbung des Strauchs. Das Laub verfärbt sich dabei tiefrot.
Die grünen Triebe der Heidelbeere stellen im Winter für das Wild eine wichtige Futterquelle dar. Ihre Früchte schätzen besonders Tierarten, die an Baum- und Buschfrüchte weniger leicht gelangen können, wie zum Beispiel das Rebhuhn oder der Fuchs.
Im Gegensatz zur Wildform der Heidelbeere steht die grosse Sortenvielfalt der Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum), auch amerikanische Heidelbeere ("Blueberry") genannt. Sie ist durch Züchtungen aus verschiedenen Pflanzenarten der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) hervorgegangen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden weit über 100 neue Sorten gezüchtet und in den Handel gebracht.
Kulturheidelbeeren stammen nicht, wie häufig angenommen, von der in Europa heimischen Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) ab, sondern sind nordamerikanischen Ursprungs.
Die sommergrüne Kulturheidelbeere ist ein aufrechter, 1,5 bis 2 m hoher, stark verzweigter Strauch mit kahlen oder schwach behaarten, gelbgrünen Zweigen.
Die eiförmig bis lanzettlichen Blätter von 3 bis 8 cm Länge sind meist spitz zulaufend und am Rand borstig behaart. Es gibt auch eine zwergförmige Sorte, die nur ungefähr 50 cm hoch wird, aber dennoch grosse Früchte hat.
Die Blüten erscheinen im Mai in dichten Büscheln und in weisser Farbe.
Die kugeligen, blauschwarz bereiften Früchte von 6 bis 12 mm Dicke sind süss und wohlschmeckend. Sie können ab Juli bis Mitte August geerntet werden.
Im Herbst verfärbt sich das Laub schön orange bis scharlachrot. Kulturheidelbeeren sind als Marktfrüchte weltweit von Bedeutung.
Die Wuchsform, der Geschmack und die Reife der Früchte, sowie deren Ertrag variiert von Sorte zu Sorte. Lassen Sie sich im Gartencenter über das Heidelbeeren-Sortiment und deren Eigenschaften informieren.
Die einheimische Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) gehört zu den ältesten bekannten Wildfrüchten. Sie ist in weiten Teilen Europas heimisch und wächst als Halbschattenpflanze in lichten Mischwäldern und Hochmooren mit sauren und nährstoffarmen Böden. Sie kommt auch im Gebirge, vor allem in Fichtenwäldern und Bergheiden bei humider Klimalage, vor. Die Amerikanische Heidelbeere (Vaccinium corymbosum = Kulturheidelbeere) ist heimisch in sumpfigen Wiesen und feuchten Wäldern in Nordamerika von Neufundland bis Minnesota, südlich bis Florida und Louisiana.
Beide Formen unterscheiden sich auch darin, dass sich der blaue Farbstoff bei der Waldheidelbeere sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch befindet. Die Beere ist durch und durch blau gefärbt. Bei der Kulturheidelbeere befinden sich die Farbstoffe nur in der Haut, weshalb diese ein helles Fruchtfleisch aufweist und keine "blauen Zähne" verursacht. Außerdem ist die Frucht der Kulturheidelbeere doppelt bis mehrfach so gross wie die echte Heidelbeere. Sie schmeckt weniger aromatisch als die einheimische Waldheidelbeere.
Beide Formen der Heidelbeere lassen sich gleich gut verarbeiten und schmecken besonders lecker in Kombination mit Äpfeln oder Pfirsichen. Gerichte aus bzw. mit Heidelbeeren sind zum Beispiel Heidelbeerkompott, Heidelbeermarmelade, Heidelbeereis, Heidelbeerkuchen oder Heidelbeerpfannkuchen.
In der Medizin spielt die Heidelbeere noch heute eine wichtige Rolle und hat eine vielfältige Wirkung. Zum Beispiel: Linderung von Darmstörungen, Stärkung des Immunsystems, Stabilisierung der Blutgefässe, Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit usw.
Heidelbeeren sind Moorbeetpflanzen und verlangen darum einen sauren Boden. Diese Bedingung kann durch ein Moorbeet geschaffen werden. Eine praktische Anleitung zum Anlegen eines Moorbeets finden Sie hier oder auch als Video.
Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige, windgeschützte Lagen.
Aufgrund ihrer dekorativen Herbstfärbung und den wohlschmeckenden blauen Perlen ist die Heidelbeere im Garten ausgepflanzt oder auf dem Balkon und der Terrasse im Topf als Zierpflanze sehr beliebt. Sie kann gut kombiniert werden mit weiteren Moorbeetpflanzen, wie zum Beispiel Lavendelheide (Pieris), Rhododendren (Rhododendron), Schneeheide (Erica) oder Besenheide (Calluna).
Ein jährliches Auslichten des Strauches ist von Vorteil. Dabei wird das überaltete Holz entfernt. Mit diesem Schnitt werden junge, vitale Triebe gefördert, die für die Zukunft hohe, qualitative Erträge garantieren. Ratsam ist auch eine jährliche Düngerabgabe eines Rhododendrondünger. Ansonsten ist die Heidelbeere sehr anspruchslos und winterhart..
Die in dem Artikel beschriebene Pflanzen können Sie in unseren Garten-Centern oder direkt in unserem Pflanzenshop beziehen.
Ein besonderes Highlight ist das spezielle Ambiente! Wie eine Perle liegt das Restaurant BOTANICA direkt beim Schaugarten – ein ideales Umfeld für Festlichkeiten wie Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen.
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