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Anfangs des 20. Jahrhunderts war das Gewehrschiessen eine stark verbreitete, vaterländisch geltende Freizeitbeschäftigung. Das Pistolenschiessen - halt nur von Offizieren betrieben - galt hingegen eher als elitär. Aus der langen Aktivdienstzeit 1914-1918 kehrten einige Einheimische als Unteroffiziere oder gar Offiziere zurück. War vorher Faustfeuerwaffenbesitz noch selten, besassen nun einige Malterser als Offiziere oder höhere Unteroffiziere Pistolen sowie Wachtmeister und Korporale gewisser Waffengattungen Revolver. Die Träger dieser Dienstwaffen waren gehalten, sich ausserdienstlich damit Übung zu verschaffen.
Im Sommer 1919 bildete sich ein fünfköpfiges Initiativkomitee, um für die Träger von Faustfeuerwaffen eine Organisation aufzubauen und Schiessgelegenheiten zu schaffen. Das Komitee stellte eine Mitgliederliste zusammen und erarbeitete einen Statutenentwurf. Auf dessen Einladung fanden sich am 23. September 1919 20 Männer im Gasthaus zum Kloster zur konstituierenden Versammlung ein. Es wurden die Statuten beraten, ein fünfköpfiger Vorstand gewählt und 32 angefragte Männer als Mitglieder des neuen Vereins aufgenommen, der sich als Untersektion der damaligen Schützengesellschaft "Pistolen- & Revolverclub Malters" nannte.
Fünf Tage nach der Gründung nahm der neue Verein mit vier Gruppen bereits am Eidg. Pistolenfeldsektionsschiessen in Luzern teil. Die beste Gruppe klassierte sich - dank der Maximalpunktzahl von Dr. Roman Burri - im 6. Rang. Höhepunkte bildeten die 1922 gefeierte Fahnenweihe sowie erste Teilnahmen an Kantonalen und Eidgenössichen Schützenfesten. Die Mitglieder pflegten von Anfang an auch das Gesellige. So wurden Ausmärsche in der Umgebung mit Übungsschiessen oder Treffen mit befreundeten Sektionen durchgeführt. Ab 1929 wurde der Schiessbetrieb jeweils an der alten Fasnacht eröffnet, was bis heute Tradition geblieben ist.
Anstelle der bisher improvisierten Anlage erstellte man 1929/30 in teilweiser Fronarbeit neben dem Schützenhaus in der Rüti einen eigenen, den Vorschriften entsprechenden Schiessstand. Nebst der Sicherheit verbesserten sich damit auch die Trainingsmöglichkeiten. Der Pistolenclub organisierte aber weiterhin Schiessanlässe in freier Natur wie das Winterschiessen in Schwarzenberg bzw. Eigenthal sowie das sommerliche Gummschiessen unter dem Regenflühli, zu denen zunehmend befreundete Sektionen eingeladen wurden. Dank vermehrter Übung und eines gewissen Ehrgeizes stellten sich sukzessive bessere Resultate und sogar vorderste Platzierungen bei regionalen und kantonalen Schiessen ein.
Der endgültige Durchbruch gelang in den Fünfziger Jahren. 1957 wagten sich die Malterser erstmals an die Schweizer Gruppenmeisterschaft, bei der sie 1959 bereits erstmals in den Final vordrangen. Erfolgreich gestalteten sich auch die 1958 aufgenommene Teilnahmen am historischen Morgartenschiessen, das der Pistolenclub 1959 erstmals gewann und inzwischen über zwei dutzend Mal für sich entschied. Auch bei anderen historischen Schiessen konnte er sich in die Siegerliste eintragen lassen. Von Eidgenössischen Schützenfesten kehrten die Malterser in den letzten Jahrzehnten fast immer mit dem Goldkranz heim. Aus den verschiedenen guten Schützen, welche den Verein im Laufe seiner Geschichte beflügelten, ragte ab den Achtziger Jahren Stefan Krauer heraus, der sich zum internationalen Spitzenschützen entwickelte, Meisterschaften gewann und 1990 in Winterthur über 25 m Schützenkönig wurde. Höhepunkt bildete auch der Mannschaftssieg am eidgenössischen Schützenfest 2010 in Aarau über 25m. Dank dem Zuzug weiterer, ebenso erfolgreicher Schützen (Guido Muff, Andreas und Hannelore Schweizer) sowie dem Heranwachsen des eigenen starken Nachwuchses (z.B. Ueli Krauer) ist der Pistolenclub Malters eine konstante nationale Spitzensektion geworden. Diverse Schweizermeistertitel und Medaillenauszeichnungen bei Einzel-konkurrenzen, Gruppen- oder Sektions-wettkämpfen zieren das sehr breit gewordene Vereinspalmares.
Der Pistolenclub Malters ist vom Willen beseelt, weiterhin eine gute Pistolensektion zu bleiben und sich an regionalen und nationalen Meisterschaften ehrenvoll zu beteiligen. Um dies zu erreichen, ist für den Verein das zweite Hauptziel ebenso zentral, nämlich die Ausbildung und das Heranziehen von jungen Nachwuchsschützen und -schützinnen tatkräftig zu fördern. Dabei soll aber das Gesellige und Kameradschaftliche nicht zu kurz kommen.