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Der Antibiotikaeinsatz in der Schweiz wird stark diskutiert. Durch ein selektives Trockenstellen und ein gutes Management während der Trockenphase kann der Einsatz von Antibiotika stark reduziert werden.
Zweck des Trockenstellens
Die Leistung laktierender Kühe kann man mit der eines Leistungssportlers vergleichen. Für die Bildung von einem Liter Milch fliessen 500 Liter Blut durch das Euter. Wenn eine Kuh 20 Liter Tagesmilch produziert, muss ihre gesamte Blutmenge (ca. 50 Liter) 200mal innert 24 Stunden durch das Euter gepumpt werden. Dass solche Leistungen anfällig auf gesundheitliche Probleme machen, ist wohl eindeutig.
Während den letzten 6 bis 8 Wochen der Trächtigkeit wird eine Kuh auf die nächste Laktation vorbereitet. In dieser Zeit soll sich das Eutergewebe erholen. Bestehende Infektionen heilen aus, was einen positiven Einfluss auf die Eutergesundheit der nächsten Laktation hat. Eine weitere wichtige Aufgabe der Galtzeit besteht aus der Bildung des Kolostrums und hat somit einen direkten Einfluss auf die Kälbergesundheit. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass die Kuh rechtzeitig trocken gestellt wird.
Vor dem Trockenstellen
Die Eutergesundheit in der Folgelaktation beginnt bereits während der laufenden Laktation. Dabei geht es besonders um die Prophylaxe von Stoffwechselstörungen. Erhöhte Zellzahlen sind meistens Begleiter einer solchen Erkrankung. Damit diese Risiken reduziert werden, beginnt das Trockenstellen bereits während der laufenden Laktation.
Der Antibiotikaeinsatz kann reduziert werden, indem die Futtervorlage im letzten Laktationsdrittel der Leistung der Kuh entspricht. Dadurch wird vermieden, dass Stoffwechselstörungen auftreten. Ende Laktation sollte die Körperkondition (BCS) der Kuh zwischen 3.25 und 3.5 liegen. Dementsprechend ist der Energiegehalt in der Futterration zu senken und die Kraftfuttermenge zu reduzieren oder abzusetzen. Dadurch wird erreicht, dass die Milchleistung vor dem Trockenstellen sinkt und die Kuh ohne zu grossen Euterdruck trockengestellt werden kann.
Ebenfalls gilt es die Eutergesundheit zu überprüfen. Liegen die Zellzahlen unter 150`000, kann ein Trockenstellen ohne Antibiotika vorgenommen werden. Sind sie höher, ist es ratsam, eine bakteriologische Milchuntersuchung vorzunehmen und die Kuh anschliessend gezielt zu behandeln. Anschliessend ist ein Trockenstellen mit einem antibiotischen Trockensteller empfehlenswert.
Das Trockenstellen
Jede Kuh wird einzeln beurteilt und gezielt Trockengestellt. Kühe mit einer Leistung über 20 Liter Tagesmilch beim Trockenstellen haben bereits nach einem Tag einen erhöhten Euterdruck. Um diesen zu reduzieren, kann der Kuh nach dem letzten Melken 150 bis 200 ml KRONI 345 Lactoblocker mit einem manuellen Dosierer verabreicht werden.
Mehr als 50 % der Neuinfektionen mit Mastitis entstehen in der Galtphase. Bei Kühen, die anfällig für Euterentzündungen während der Galtphase sind, ist es ratsam einen Zitzenversiegler zu verwenden. Somit ist die mechanische Barriere bereits ab dem Verabreichen gewährleistet. Das anfängliche Übermahlen des Melkens (jedes zweite Melken wird ausgelassen) verhindert die Ausbildung des Keratinpfropfens und erleichtert so das Eintreten von Keimen ins Euter. Ist die Kuh trockengestellt, gilt es diese mindestens 48 Stunden vom Melkstand fern zu halten und die Fütterung anzupassen. Um die Immunität der Kuh während der Trockenphase zu erhöhen, kann 24 Stunden nach dem Einsatz von Lactoblocker eine Dosis KRONI 675 Propolis
Die Fütterung sollte nicht komplett umgestellt werden. Denn jede Futterumstellung bedeutet Stress, was sich negativ auf die Eutergesundheit auswirkt. Es wird geraten, die Ration der Milchkühe mit Ökoheu oder Stroh zu verdünnen, dass diese einer Milchproduktion von fünf bis sechs Liter entspricht. Durch die Reduktion der Energie wird erreicht, dass die Kuh schneller mit der Milchproduktion zurückgeht. Durch das Füttern einer rohfaserreichen Ration bleibt das Pansenvolumen bestehen, sodass die Kuh bereits nach dem Abkalben wieder grosse Mengen an energiereicherem Futter aufnehmen kann. Das Verdünnen der Ration soll zudem verhindern, dass die Kuh zu viele Fettreserven anlegt und so das Risiko einer Ketose erhöht wird. Um Eutererkrankungen vorzubeugen, ist auf die Mineralfutterversorgung zu achten. Es sollen genügend Spurenelemente wie Selen und Zink sowie die Vitamine Vitamin A, Beta-Carotin und Vitamin E im Mineralfutter enthalten sein.
Stallhygiene
Durch das Reinigen des Euters, das Melken und die Zitzendesinfektion findet währen der Laktation eine Keimlimitierung statt. Diese Reduktion fällt während der Galtphase weg. Daher ist es wichtig, dass die Stallhygiene auch bei den Galtkühen gegeben ist. Nicht jede Kuh bildet in der Galtphase einen genügend starken Keratinpfropfen im Zitzenkanal, der Bakterien am Eindringen ins Euter hindert. Daher sollten die Liegeflächen sauber und trocken gehalten werden, sodass mögliche umweltassoziierende Erreger weniger die Change erhalten, sich zu entfalten und ins Euter einzudringen. Mit Boxclean gibt es ein Einstreumittel, das eine stark desinfizierende Wirkung gegen Hefen und Bakterien, durch den neutralen pH-Wert aber keinen negativen Effekt auf die Zitzenhaut und die Zitzenkodition hat. Somit wird das Austrocknen der Zitzen und das Entstehen von Rissen, die als Eintrittspforte für Bakterien dienen, verhindert.
Beachten während der Galtphase
Die Gefahr von Euterentzündungen ist während den ersten als auch letzten Wochen der Galtphase am grössten. Daher sollen die Euter der Galtkühe in dieser Phase regelmässig auf Veränderungen kontrolliert werden. Ein regelmässiges dippen der Zitzen kann in dieser Phase ein Schutz vor Euterentzündungen sein. Wird ein Virtel warm, ist es gerötet, geschwollen oder es treten sonstige Veränderungen auf, kann das Pflegemittel Amacool aufgetragen werden.