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(spr. feilds),S.Luke, engl. Genremaler in London,
geboren im Oktober 1844, machte die ersten Studien in der Schule von South Kensington, trat dann in die Akademie und begann
seine Thätigkeit mit illustrierenden Zeichnungen zu mehreren Journalen, wie «LondonGraphic», «Cornhill Magazine», «Oncea Week», und illustrierte die letzten Werke von Dickens und Lever. Seine Hauptbilder sind: Einbruch
der Nacht (1868), das losgebundene Gespann (1869), der leere Stuhl (Dickens' Arbeitszimmer, 1871), Arme bitten bei der Polizei
um Nachtquartier (1874), der Witwer (1876), die Spielkameraden (1877),
unter denen besonders die letztern wegen ihrer ergreifenden Wahrheit sehr gerühmt wurden. Er erhielt
auf mehreren Ausstellungen Auszeichnungen und ist seit 1879 Mitglied der Akademie in London.
Friedrich, Ornamentist, geb. zu Aachen, besuchte das Gymnasium in Köln und 1858-62
die Musterzeichenschule in Berlin, fungierte dann als Zeichner in einem Dekorationsgeschäft in Wien und errichtete dort 1865 ein
eignes Atelier für Musterzeichnungen, worin er für die bedeutendsten Teppich- und Tapetenfabriken stark
beschäftigt wurde, indem er daneben stets interessante
Ornamente nach ältern Werken der Kunstindustrie sammelte. Sowohl
diese wie seine eignen Kompositionen gab er heraus in den für die Kunstgewerbe schätzbaren Werken: «Ornamente der Gewebe»
(160
Tafeln mit Text),
«Album für Stickerei», «Südslawische
Ornamente»,
«Ornamente der Hausindustrie Ungarns», «Album für Wohnungsdekoration
(Spitzengewebe, Teppiche)» u. a., sämtlich in eignem Verlag. 1867 erhielt er für seine
Berichte über die Industrie auf der Pariser Weltausstellung das österreichische goldne Verdienstkreuz, 1880 die preußische
Staatsmedaille. 1870 folgte er einem Ruf an die Zeichenakademie in Hanau, bereiste später für die österreichische
Regierung noch Italien und erwarb sich durch seine gesamte Thätigkeit um die Hebung der modernen Kunstindustrie große Verdienste.
1) Gottlob, Porträt- und Historienmaler, geb.
zu Stuttgart,
war anfangs Holzbildhauer, ging dann 1850 nach Holland und erlernte unter Royer (gest. 1868)
die Bildhauerkunst, bis er auch diese wieder aufgab und sich 1853-55 in Paris unter Ary Scheffer in der
Malerei ausbildete. Nachdem er eine Zeitlang als Porträtmaler in Holland gelebt hatte, ließ er sich 1857 in Stuttgart nieder
und malte recht ansprechende Porträte, z. B. König und Königin von Württemberg u. a.,
aber auch historische Genrebilder, z. B. Gottesdienst der Protestanten
in einer Scheune (1859), Rembrandt in seinem Atelier (1865), König Lear und Cordelia etc.
2)
HansLudwig, Kupferstecher, geb. zu Salzburg, widmete sich anfangs der Malerei und lernte 1869 auf
der Akademie in Wien unter
Jacoby den Kupferstich, unter dem Landschaftsmaler
Lichtenfels das Malen und
unterUnger das Radieren. Dann besuchte er Italien und hielt sich in Rom auf, wo er einen trefflichen Stich nach Canaletto
(Ansicht von Schönbrunn) ausführte, einige Ansichten aus Rom und aus Tunis malte, Sepiakompositionen zu einem Cyklus: die
Argonauten, entwarf und mehrere Landschaften radierte, unter andern von Gaspard Poussin für die Gesellschaft
der vervielfältigenden Künste.
3) JohannChristianRichard, Landschaftsmaler, geb. 1826 zu Danzig, kam 1847 nach Düsseldorf,
wo er sich unter Karl Sohn, später unter Th. Hildebrandt und namentlich unter
Schirmer ausbildete. Dann machte er Studienreisen
in den Gebirgsgegenden Deutschlands, in der Schweiz und in Tirol, lebte eine Zeitlang in Berlin und nahm 1863 seinen
Wohnsitz in Danzig. Seine Landschaften sind treu und sorgfältig gezeichnet, bisweilen im Baumschlag allzu detailliert, etwas
schwer in der Farbe, aber in der Stimmung oft sehr gelungen. Zu den besten derselben gehören: Mittagsschwüle, frühe
Morgenstunde, Bergeinsamkeit in der Eifel (ein wirkungsvolles Stimmungsbild von düsterer Poesie), in
der Heide bei Sonnenuntergang (1866), Abendstunde an der Ostseeküste, die Heimat etc.
Historienmaler und Dichter, geb. zu Delmenhorst (Oldenburg), absolvierte das Gymnasium
in Oldenburg, besuchte die Akademie in München, wo er von Cornelius und Genelli beeinflußt wurde und in freundschaftlichem
Verkehr mit des letztern früh gestorbenem Sohn Camillo G. stand. Dann kam er nach Antwerpen und wurde hier durch
das Studium des Rubens sowie später (1863-1865) in Italien durch das der Venetianer zu einem begeisterten Koloristen. 1870 ließ
er sich in Bremen nieder, wo er seitdem mit zahlreichen monumentalen Arbeiten beschäftigt ist, in denen eine reiche Phantasie
und eine große Farbenglut herrscht.
Dahin gehören für die Rembertikirche die Bilder vom verlornen Sohn und vom barmherzigen Samariter,
die Darstellung der Entwickelung der deutschen Kultur als monochromerFries im Rutenhof, und vor allen die im Ratskeller in
Öl ausgeführten Wandbilder von edler Formenschönheit und großer Farbenpracht; es sind: die Brema mit ihren hoffnungsvollen,
lebenslustigen Kindern, ein Bacchusfest und die vier Sänger des Weins, Anakreon, Horaz, Matthias Claudius
und Victor Scheffel, und die nicht nach Hauffs «Phantasien», sondern nach
des Malers eigner Ratskellerphantasie (in «Fahrendes Volk») dargestellten Roland und die Jungfrau Rose.
Einige Jahre später malte er im Festsaal des Hauses «Seefahrt» die Ölbilder
der fünf Erdteile auf Goldgrund als stehende weibliche Kolossalgestalten, deren ethnographische und
kulturgeschichtliche Bedeutung durch je zwei kleine Knabenfiguren und einige Symbole hervorgehoben wird, und in demselben
Saal die Männergestalten der vier Winde, umgeben vom Gewölk des Himmels, dessen Farbenstimmung dem jedesmaligen Charakter
des Windes entspricht. Etwa gleichzeitig mit diesen letztern entstanden im dortigen neuen Reichspostgebäude auf fünf
Wandfeldern je ein Kentauren- oder ein Tritonenbild (in der Verbindung von Mensch und Roß oder Mensch und Fisch als Symbol
für Land- und Seepost).
Eine dieser letztern ähnliche Malerei wird F. im Reichspostmuseum zu Berlin ausführen. Dazu kommen zahlreiche Wandbilder
in Privathäusern zu Bremen, Mainz und Hamburg sowie die am Schluß des Jahrs 1880 vollendeten farbenprächtigen
allegorischen Wandbilder (Wachsmalerei) im Treppenhaus der neuen Börse zu Bremen, bezüglich auf den Seehandel der Stadt.
Als Dichter machte er sich vorteilhaft bekannt durch die Trauerspiele: «Adalbert
von Bremen» und die in jüngster Zeit überall mit glänzendem Erfolg aufgeführte «Hexe»
sowie durch die reizenden Gedichte: «Fahrendes Volk» und die etwas pessimistisch gefärbten «Winternächte»
(1880). Zu den «Denkmälern der Geschichte und Kunst
Bremens» (1877) schrieb er eine Geschichte des dortigen Doms.