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Nach rund drei Stunden Zugfahrt kamen wir in Hiroshima an, wo wir als erstes unser Hana Hostel in der Nähe des Bahnhofs aufsuchten. Wir hatten wieder ein traditionelles Privatzimmer, also kein Bett, aber dennoch sehr angenehm. Das Zimmer hat zwar eine eigene Toilette, aber zum Duschen gab es nur ein Gemeinschaftsbad im Erdgeschoss. Das Hostel verfügt über eine vollausgestattete Küche mit einem kleinen Aufenthaltsraum, bot kostenloses Frühstück an und kostete JPY 3’500.- pro Person pro Nacht (ca. CHF 31.50). Für unser Aufenthalt war es perfekt.
Bildquelle: booking.com
Atombomben Museum
Bereits in Nagasaki besuchten wir das Atombomben Museum und die Gedenkstätte. Trotzdem wollte ich auch noch hier vorbeischauen, denn hier kam die erste Bombe mit dem Namen «Little Boy» zum Einsatz. Es war eindrucksvoll vor dem Friedensdenkmal, der Ruine einer ehemaligen Ausstellungshalle zu stehen. Die Stadt liegt nicht wie Nagasaki in einem Tal, wo das umliegende Gebirge die Zerstörungskraft dämpfte. Auch wenn die Sprengkraft von «Little Boy» mit etwa 13 Kilotonnen geringer war, als die Bombe «Fat Man» in Nagasaki mit 20 Kilotonnen, konnte sich hier auf Grund der Lage der Stadt die ganze Sprengkraft der Atombombe entfalten. Hiroshima, damals bestehend aus einfachen Holzhäusern, wurde zu 80% zerstört, 90’000 Menschen wurden sofort getötet und weitere 90’000 erlagen später den Strahlungskrankheiten.
Das Museum ist zwar grösser als jenes in Nagasaki, aber wegen Umbauarbeiten war ein Teil geschlossen. Wie erwartet waren sehr viele Touristen anzutreffen, wodurch man gar nicht so richtig in die Geschichte eintauchen konnte. An vielen Gedenkstätten auf meiner Reise erlebte ich eine bedrückende Ruhe, die mich zum Nachdenken anregte, mich mit der Geschichte und Kultur auseinandersetzen liess und mir ein Kloss im Hals hinterlassen hatte. Aber Mahnmale und Museen, die von Touristen überlaufen sind, verkommen nur noch zu Selfie-Objekten. Ich möchte die Touristen nicht beklagen, schliesslich bin ich ja auch nur Tourist, aber ich wünsche mir, dass einige mehr Anstand und Respekt gegenüber der Kultur und Geschichte eines Landes zeigen würden.
Miyajima
Am nächsten Tag stand die Insel Myajima auf dem Plan. Die Insel kann man leicht mit Zug und Fähre der JR erreichen. Dort angekommen wurden Hiromi und ich von zahmen Rehen begrüsst, die überall frei herumlaufen. Nach einem kleinen Snack im belebten Dorf kamen wir zum weltberühmten Torii, welches vollständig im Wasser steht und bei Ebbe zu Fuss erreichbar ist. Wir haben uns hier Zeit genommen, denn es lassen sich davon wirklich viele schöne Fotos machen. Nicht umsonst gilt es als eines der meistfotografierten Wahrzeichen Japans. Anschließend besuchten wir den Itsukushima Shrine, welcher im Jahr 593 erbaut wurde und heute unter anderem bei Hochzeiten sehr beliebt ist. Als letztes ging es noch zu dem Daishō-in Tempel, der auf den Shingon-Buddhismus gegründet wurde, von dem aus wir auf den Berg Misen (545m ü M) wanderten.