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adjektivisch und substantivisch gebraucht zur Bezeichnung unverständlicher
Sprache,
[* 5] sowohl gänzlich
fremder, als auch solcher, die durch schlechte
Aussprache, falsche Formen,
Vermengung mit fremden
Ausdrücken unverständlich
wird.
Das Wort stammt von dem oberdeutschen Kaudern in der Bedeutung Zwischenhandel treiben, hausieren,
sodaß Kauderwelsch ursprünglich die undeutliche Rede der hausierenden Welschen
(Italiener) bezeichnete.
(Masticatio), die in der Mundhöhle
[* 6] erfolgende mechan. Zerkleinerung der Nahrungsstoffe
vermittelst der Kauorgane oder des Kauapparats
(Kiefer,
Zähne,
[* 7] Kaumuskeln).
Beim Kauen wird nicht nur der
Unterkiefer mit seinen Zahnreihen durch die Zusammenziehungen der Schläfen- und Kaumuskeln (musculi temporales und masseteres)
gegen den Oberkiefer kräftig angezogen, sondern auch durch die Thätigkeit der äußern und innern Flügelmuskeln (musculi
pterygoidei) eine Verschiebung der Zahnreihen nach vorn und rückwärts und nach beiden Seiten und damit
die
Zermalmung der festen
Speisen zwischen den höckerigen
Flächen der Backenzähne bewirkt.
Das fortwährende Hineinschieben des
Bissens zwischen die Zahnreihen erfolgt von außen her durch die Wangenmuskeln, von innen
her durch die
Zunge, welche letztere auch weichere
Bissen durch Andrücken und Reiben gegen den harten
Gaumen zu zerquetschen vermag. Während des Kauen wird der
Bissen innig mit dem
Speichel vermischt. Die
Bewegungen der Kaumuskeln
werden durch Nervenzweige des fünften Hirnnervenpaares vermittelt. Mangelhaftes Kauen infolge schadhafter
Zähne oder allzu
hastigen Essens ist eine der häufigsten
Ursachen chronischer Verdauungsstörungen.
der
Vertrag, mit welchem die eine Partei (der Verkäufer) der andern (dem Käufer) eine Sache, ein
Recht an einer
Sache oder ein absolutes
Recht (wie ein Erfindungspatent, ein
Urheberrecht), eine Mehrheit von Sachen, den
Besitz oder die Innehabung
einer Sache, eine Forderung, eineKundschaft, ein
Geschäft mit der Firma, eine nicht patentierte Erfindung,
ein ganzes Vermögen, kurz irgend ein Gut oder was als ein solches angesehen wird oder den Genuß eines solchen für
Geld
überträgt oder verschafft oder zu übertragen oder zu verschaffen verspricht.
Nur werden Dienstleistungen nicht gekauft, sondern gemietet (s. Dienstmiete). Ist
der verkaufte Gegenstand Objekt des
Handels, so wird er Ware genannt; der in
Geld gewährte Gegenwert heißt Kaufpreis. Ein
Kauf kann geschlossen werden über zukünftige Sachen, über die zukünftige Ernte,
[* 10] über hängende und stehende
Früchte (Hoffnungskauf,
s. Emtio). Verpflichtet sich die eine Partei, die der andern Partei zu leistende Sache
erst herzustellen, so liegt nach Gemeinem
Recht Kauf vor, wenn der Hersteller den
Stoff hergiebt, sonst
Werkverdingung (s. d.),
während nach
Preuß.
Allg.
Landrecht solche auch in jenem Falle angenommen wird. Nach dem
Deutschen Handelsgesetzbuch Art. 338 ist aber nach den
Bestimmungen über den Kauf auch ein Handelsgeschäft zu beurteilen, dessen Gegenstand in der
Lieferung einer Quantität
Vertretbarer Sachen (s. d.) gegen einen bestimmten Preis besteht (auch wenn
dieselben erst angeschafft oder hergestellt werden sollen). Wird der Kauf geschlossen über eine Sache, welche Parteien
als vorhanden ansehen, während sie nicht oder nicht mehr vorhanden ist (das verkaufte Haus war zur Zeit des
Vertragsschlusses abgebrannt, die als schwimmend verkaufte Ladung eines bestimmten Schiffs mit diesem untergegangen), so
ist der Kauf nichtig; ebenso, wenn beide
Teile wußten, daß die Sache nicht existiere. Ein Kauf über Sachen, welche dem Verkehr
entzogen sind (s. Commercium), ist ungültig; doch kann solcher Kauf abgeschlossen werden
unter derBedingung, daß diese Eigenschaft in Wegfall kommt, z. B. eine
Straße eingezogen wird.
Fremde Sachen, welche der Verkäufer ohne Ermächtigung des Eigentümers verkauft, können nach Gemeinem
Recht Gegenstand
des Kauf sein; der Verkäufer hat sie anzuschaffen. Nur sollen arglistige
Geschäfte, bei welchen beide
Teile kolludieren, ungültig
sein.
Anders nachPreuß. Allg. Landr. I, 11, §. 19, und franz.
Recht («La vente de la chose d’autrui
est nulle», der Verkauf einer fremden Sache ist nichtig); doch wird das
Geschäft, wenn beide
Teile wissentlich und in gutem
Glauben handelten, in
Preußen
[* 11] als
Vertrag über die Handlung eines Dritten aufrecht erhalten. Gehörte die verkaufte Sache
bereits dem Käufer und hat er nicht bloß die Innehabung der nicht in seinem
Besitz befindlichen Sache gekauft, so ist der
Kauf ungültig.
Der Kaufpreis muß in
Geld bestimmt oder bestimmbar sein. Sofern nicht, wie bei Apotheker-
^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]
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mehr
waren, eine obrigkeitliche Taxe mit der Maßgabe besteht, daß Verkäufer keinen höhern Preis fordern darf, ist die Preisbestimmung
der freien Vereinbarung überlassen. Doch steht dem Verkäufer nach Gemeinem Recht die Anfechtung des Kauf frei, wenn er noch
nicht die Hälfte des Wertes erlangt hat, nach Preuß. Allg. Landr. I, 11, §. 59 dem Käufer, wenn er
mehr als das Doppelte des Wertes gezahlt oder versprochen hat. Das Österr. Bürgerl. Gesetzb. §§. 934, 1060 giebt das Anfechtungsrecht
dem Verkäufer und Käufer.
Dies Anfechtungsrecht ist auch auf andere entgeltliche Verträge, nach preuß. Recht wenigstens auf den Tausch übertragen.
Nach Gemeinem und österr. Recht kann auf diese Anfechtung wegen laesio enormis im voraus verzichtet werden.
Nach franz. Recht steht die Anfechtung nur dem Verkäufer von unbeweglichen Sacken zu, wenn er um mehr als ⁷⁄₁₂ verletzt
ist; ein im voraus erklärter Verzicht ist ungültig. Diese Bestimmungen sind für den Handelsverkehr ausgeschlossen durch
das Deutsche
[* 13] Handelsgesetzbuch Art. 286; sie sind nicht aufgenommen in das Sächs. Bürgerl. Gesetzbuch,
den DeutschenEntwurf und das SchweizerObligationenrecht. Natürlich haben auch nach diesen neuern Gesetzen Verkäufer und Käufer
im Fall einer Täuschung des Gegenkontrahenten über den Wert die Rechte auf Aufhebung und Schadloshaltung.
Der Kaufvertrag ist abgeschlossen (perfekt), wenn die Parteien über Preis und Gegenstand so weit einig
sind, daß es keiner weitern Willenseinigung bedarf. Der Kaufvertrag kann auch stillschweigend abgeschlossen werden, so, wenn
unbestellte Waren mit einer Faktura übersendet werden und der Empfänger über die Waren verfügt. Daraus, daß der Empfänger
nicht antwortet, auch die Waren nicht zurücksendet, sondern liegen läßt, ist noch nicht zu schließen,
daß er sie als Käufer angenommen hat.
Wer aber die Faktura über eine bestellte Ware vorbehaltlos annimmt, genehmigt den Preis. Der Kauf kann zu stande kommen durch
einfache Annahme eines Angebots (Offerte), mag diese vom Käufer oder Verkäufer ausgehen. Das Anerbieten zum
Verkauf, welches erkennbar für mehrere Personen, insbesondere durch Mitteilung von Preislisten, Lagerverzeichnissen, Proben
oder Mustern geschieht, oder bei welchem die Ware, der Preis oder die Menge nicht bestimmt bezeichnet ist, ist kein verbindlicher
Antrag zum Kauf (Handelsgesetzbuch Art. 337).
Der Verkäufer ist, wenn das nicht schon bei Abschluß des Geschäfts erfolgt ist, verpflichtet, dem Käufer
den Genuß des verkauften Gegenstandes zu verschaffen und zu gewähren, bei verkauften Sachen Besitz und Eigentum zu übertragen.
Wegen der Verpflichtung zur Gewährleistung des Eigentums oder verkauften Rechts s. Entwährung; wegen Haftung für Mängel
s. Gewährsmängel.
Der Verkäufer ist verpflichtet, mit der Sache die Zubehörungen (sofern darüber nicht anders bestimmt
ist), auch die nach Abschluß des Kauf hinzu gekommenen, und den Zuwachs zu übergeben (Sächs. Bürgerl. Gesetzb. §. 1090),
nach Gemeinem Recht allen Vorteil, welchen der Verkäufer seit Perfektion des Vertrags von der verkauften Sache hatte, doch
nicht den durch Rechtsgeschäfte erzielten Gewinn. Nach Preuß. Allg. Landr. 1,11, §. 105 und dem DeutschenEntwurf §. 387 verbleiben dem Verkäufer die Nutzungen, solange er die Gefahr trägt, also bis zur Übergabe oder bis zur
Auflassung des Grundstückes, ähnlich Österr.
Bürgerl. Gesetzb. §§.
1050, 1064. Der Verkäufer ist verpflichtet, bis zur Zeit der Übergabe und, wenn der
Käufer in Abnahme säumig ist, bis zur Zeit seines Verzugs die verkaufte Sache mit der Sorgfalt eines ordentlichen Hausvaters
in Stand zu erhalten und zu bewahren, sodaß er für Entwendung und Beschädigung haftet, welche er durch solche Sorgfalt abwenden
konnte. Er ist verpflichtet, dem Käufer über die den Kaufgegenstand betreffenden rechtlichen Verhältnisse,
über die Grenzen
[* 14] des Grundstücks, dessen Gerechtsame und Lasten die nötige Auskunft zu erteilen, ihm die zum Beweise des
Rechts dienenden Urkunden auszuliefern.
Die Gefahr (s. d.) des Untergangs und der Verschlechterung des verkauften Gegenstandes trägt schon seit der Perfektion des
Vertrags der Käufer nach Gemeinem Recht in dem Sinne, daß der Verkäufer Zahlung des vollen Preises fordern
kann, obschon der verkaufte Gegenstand untergegangen oder verschlechtert ist. Doch genügt zur Perfektion in diesem Sinne
nicht, daß der Kauf bindend ist, er muß unbedingt geschlossen oder bei bedingtem Abschluß durch Eintritt der Bedingung unbedingt
geworden sein; während schwebender, demnächst aber eingetretener aufschiebender Bedingung trägt der
Käufer nur die Gefahr der Verschlechterung, nicht die des Untergangs. Es muß auch ferner Preis und Ware, letztere individuell,
bestimmt, nicht bloß bestimmbar sein.
BeimGattungskauf muß namentlich in einer den Verkäufer bindenden Weise ausgeschieden sein (s. Distanzkauf). Damit stimmen
im wesentlichen überein das Sächs. Bürgerl. Gesetzb. §§. 866, 867 und SchweizerObligationenrecht §§.
145, 204. Nach Preuß. Allg. Landr. I, 11, §. 100, und nach Österr. Bürgerl. Gesetzb. §§. 1048, 1064 hebt der zufällige
Untergang der verkauften Sache vor derÜbergabe, nach Österr. Bürgerl. Gesetzbuch schon der Verderb über die Hälfte des
Wertes den Kauf auf, während der Käufer bei Verschlimmerungen nach Allg.
Landrecht das Recht des Rücktritts hat, nach Österr. Bürgerl. Gesetzbuch diese auf Rechnung des Verkäufers eintreten. Nach
dem DeutschenEntwurf §. 387 geht die Gefahr des zufälligen Untergangs und einer zufälligen Verschlechterung mit der Übergabe
der verkauften Sache auf den Käufer über. Wird der Käufer eines Grundstückes vor derÜbergabe als
Eigentümer in das Grundbuch (s. d.) eingetragen, so treten diese Wirkungen mit
der Eintragung ein. Im Fall der Versendung einer Ware bestimmt der Entwurf wie das Handelsgesetzbuch.
Der Käufer hat die verkaufte Sache abzunehmen und den verabredeten Kaufpreis gegen Übergabe der verkauften
Sache zu zahlen, sofern ihm derselbe nicht gestundet ist. Ist die Übergabe erfolgt, ohne daß der Käufer den ihm nicht gestundeten
Preis gezahlt hat, so hat er ihn seit der Übergabe zu verzinsen. Er ist nicht verpflichtet, die Ware zu empfangen, wenn sie
nicht empfangbar ist (s. Empfangbarkeit der Ware). Die Empfangnahme muß sofort
geschehen, wenn nicht ein anderes bedungen oder ortsgebräuchlich oder durch die Umstände geboten ist (Handelsgesetzbuch
§. 346). Die Kosten der Übergabe, insbesondere die Kosten des Messens und Wägens, fallen dem Verkäufer, die Kosten der
Abnahme und des Transports nach einem andern Orte als dem Erfüllungsorte fallen dem Käufer zur Last.
Über die Untersuchungspflicht bei den an einen andern Ort übersendeten Waren s. Ablieferung und Dispositionsstellung; über
die Auf-
^[Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.]
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