Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/1203

Auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke mit vielen steilen Passagen zeigte Titelverteidiger Nino Schurter lange eine taktisch und physisch eindrückliche Leistung. Bereits zu Rennbeginn setzte er sich an die Spitze und fuhr einen komfortablen Vorsprung heraus. Alles deutete auf einen Solosieg des Bündners hin.
Absalons eindrücklicher Kraftakt
Auf den folgenden Runden bewies der Franzose Julien Absalon jedoch, warum er mit 2 Olympiasiegen und 4 Weltmeistertiteln immer noch der erfolgreichste Mountainbiker der Gegenwart ist. In einer beeindruckenden Aufholjagd schloss er nach 3 Runden wieder zu Schurter auf - dies nachdem er teilweise über 20 Sekunden Rückstand auf den Schweizer hatte.
In der 5. Runde lancierte Absalon mit einer unbestechlichen Tempoverschärfung den entscheidenden Angriff. Schurter konnte das immense Tempo nicht mehr mitgehen und musste den Franzosen ziehen lassen. Im Ziel fehlten Schurter - der kurz vor Schluss noch stürzte - gar 1:51 Minuten auf den Saison-Besten. Mit dem 2. Platz erkämpfte sich Schurter aber immerhin seine 5. WM-Medaille.
Schurter mental ausgelaugt
Schurter gab zwar an, sich über Silber zu freuen und betonte, dass es keine Schande sei, hinter Absalon Zweiter zu werden. Allerdings war er im Hohen Norden mit der eindeutigen Absicht angetreten, den WM-Titel erfolgreich zu verteidigen. «Vielleicht war es das eine Rennen zu viel», werweisste er hinterher. «Denn im Kopf war ich nach dieser harten Saison etwas müde. Ich schaffte es nicht mehr, genug zu leiden und übers Limit zu gehen. Das wäre notwendig gewesen, um Absalon die Stirn bieten zu können.»
Enttäuschung für übrige Schweizer
Von den restlichen 7 Schweizern im WM-Feld konnten einzig Lukas Flückiger als 7. und Ralph Naef als 10. überzeugen. Die anderen waren weitgehend chancenlos und hatten auf die Entscheidung des Rennens keinen Einfluss.
Catharine Pendrel mit WM-Gold
Bei den Frauen setzte sich Catharine Pendrel vor der Russin Irina Kalentieva und der Amerikanerin Lea Davison durch. Pendrel hatte auf der letzten Runde eine kurze Schrecksekunde zu überstehen, als sie das Vorderrad nach einem Defekt ersetzen lassen musste. Mit ihrem Triumph sicherte sich die Kanadierin bereits das 2. Gold an einer WM (nach 2011 in Champéry).
Schweizerinnen gehen leer aus
Die drei Schweizerinnen Esther Süss, Katrin Leumann und Kathrin Stirnemann konnten in Abwesenheit von Teamkollegin und Saison-Dominatorin Jolanda Neff (startete bei der U-23) keinen Exploit verbuchen und klassierten sich deutlich ausserhalb der Top 10.
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 06.09.2014 11:55 Uhr