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In letzter Zeit häufen sich die Fernsehreportagen und Bücher, in denen “aufgedeckt” wird, dass die Amerikaner 1969 niemals auf dem Mond waren, dass das ganze eine gewaltige Verschwörung sei… dieser Artikel wirft einen Blick auf die Argumente…
In ihrer extremsten Variante besagt das Gerücht vom Moon-Hoax ( dt. “gefälschte Mondlandung” ), dass die sechs amerikanischen Mondlandungen allesamt Fälschungen waren. Als Begründung legen die Gerücht-VerbreiterInnen meist folgende Argumente vor:
[b]Man sieht keine Sterne auf Aufnahmen vom Mond![/b]
Sterne sind, verglichen mit der Mondoberfläche, sehr leuchtschwach. Wer schon mal, unter einer Strassenlampe stehend versucht hat, die Sterne zu sehen, weiss, was mit “Überstrahlung” gemeint ist. Nebenbei sieht man auch auf Bildern aus dem SpaceShuttle oder der ISS keine Sterne – aus demselben Grund. Darüber hinaus: Wenn die NASA schon Milliarden in die Simulierung der Mondlandung steckt: Warum vergisst sie dann etwas so offensichtliches wie die paar mikrigen Sterne?
[b]Die USA-Fahne flattert im Wind. Auf dem Mond gibt es keine Luft, um die Fahne flattern zu lassen![/b]
Natürlich können Fahnen flattern, auch im Vakuum (es gibt tatsächlich keine bzw. nur eine extrem dünne Atmosphaere auf dem Mond). Denn es ist kein Windstoss, der in dem angesprochenen Video die Fahne bewegt, sondern die Bewegungen der Astronauten, mit welchen die Fahnenstange in den Boden gerammt wurde. Aufgrund der geringeren Gravitation des Mondes braucht es etwas länger, bis die Fahne wieder ausgependelt ist, weshalb sie sich noch eine gewisse Zeit lang weiter bewegt. Dass die Fahne überhaupt nicht einfach schlaff herunterhängt, liegt daran, dass sie oben an einer Querstange befestigt ist – sonst würde man ja das schöne US-Fähnchen nicht sehen.
[b]Die Schatten auf den Fotos fallen nicht parallel! Und sie sind auch nicht gleich lang![/b]
Nehmt mal ein Ferienfoto in die Hand und vergleicht die Schatten: Diese fallen auf unebenem, natürlichem Boden (im Gegensatz zu, sagen wir mal, auf einem Parkplatz) praktisch nie parallel. Schon kleinste Unebenheiten führen zu einer drastischen Kürzung oder Verlängerung der Schattenlänge. Dann kommt es noch auf den Betrachtungswinkel an. Auch hier stellt sich die Frage: Wenn die Fotos gefälscht wurden – wie hat man denn das angestellt? Wie hat man denn die verschiedenen Schattenrichtungen und -längen hinbekommen?
[b]Fadenkreuze (Foto-Artefakte) werden manchmal von Geräten überdeckt![/b]
Ja, das stimmt. Aber mal ehrlich: Spricht das wirklich dafür, dass diese Fotos gefälscht wurden? Die NASA hätte, um solche Fotos herzustellen, also zuerst die Mondszenerie fotografieren, dann die Fadenkreuze einfügen und schliesslich noch die Geräte darüber kopieren müssen – warum dieses seltsame Vorgehen? Was hätte man denn damit bezwecken wollen? Wenn die Fadenkreuze durch Fotomontage überdeckt worden wären: Warum hat man sie nicht einfach als letzte “Schicht” eingefügt, so dass bestimmt keine Fehler aufgetreten wären?
Die Entstehung des Effektes der überdeckten Fadenkreuze ist übrigens schnell erklärt: Bevor es Fotokopierer gab, wurden Fotos zur Vervielfältigung abfotografiert. Dabei entsteht derselbe Effekt wie bei den überstrahlten Sternen: Helle Kleidung / Geräte überstrahlen die dünnen, schwarzen Striche. Wer genau schaut, sieht, dass Geräte immer nur dann die Fadenkreuze überdecken, wenn der Hintergrund hell ist.
[b]Auf dem Mond herrscht ein Sechstel der Schwerkraft! Also sollten die Astronauten rund 12 Meter, nicht nur 60 cm hoch springen können![/b]
Auf die 12 Meter kommt man, wenn man Leichtathletik-Spitzenleistungen mit 6 multipliziert. Dass das scheitern muss, ist sofort klar: Die Astronauten trugen über 100 kg schwere Raumanzüge in denen sie kaum richtig laufen konnten, und alle Sprünge geschahen aus dem Stand. Man versuche einmal, sich auf der Erde auch nur mit 16 kg Last zu beladen und dann aus dem Stand 2 Meter hoch zu springen! Man wird keine 10 cm hoch kommen. Multipliziert man diesen Wert mit 6, kommt man auf die maximal 60 cm Sprunghöhe.
[b]Es gibt keinen Landungskrater. Auf allen Abbildungen, die vor der Mondlandung das Landungsmodul zeigten, war einer eingezeichnet![/b]
Ja, beides ist wahr. Aber würde man dann nicht vermuten, dass die NASA bei der Fälschung diese anscheinend so wichtige Tatsache nicht vergisst? Der fehlende Krater als überraschendes Element spricht eher für eine echte Mondlandung als dagegen. Denn wenn man ihn schon erwartet, hätte man ihn auch simuliert (bzw. “gefälscht”). Warum hat sich denn nun kein Krater gebildet? Das Triebwerk des LEM (Landemodul) war relativ schwach, musste es doch bloss gegen einen sechstel der Erdschwerkraft ankämpfen. Im Vakuum breiten sich heisse Gase extrem schnell aus, so dass effektiv kaum Kraft auf den Boden ausgewirkt wurde. (Schliesslich wirkt Raketenschub durch schnelle Ausstossung von Gasen und nicht durch “Abtossung” an einem Boden!)
[b]Wenn man den Film doppelt so schnell abspult, sieht es aus, als sei das Video auf der Erde gefilmt![/b]
Das ist eine besonders perfide Lüge. Die wenigsten Leute haben die Gelegenheit, die Aussage zu überprüfen, und angesichts der “Zeitlupenbilder” (die Bewegung in geringerer Schwerkraft) ist man sehr schnell versucht, dies zu glauben. Wie ein kurzer Film auf der Seite mondlandung.pcdl.de zeigt, ist die Aussage aber völlig falsch. Der Film sieht überhaupt nicht aus, als sei er auf der Erde gefilmt worden!
[b]Auf der Tagseite des Mondes herrschen Temperaturen von 130 °! Die Filme der Kameras waren nur für 50 ° ausgelegt![/b]
Man darf sich die Tagseite des Mondes nicht wie einen heissen Backofen vorstellen. Da es keine Atmosphäre gibt, werden Gegenstände nur durch direkte Sonneneinstrahlung aufgeheizt. Die Strahlung wird vom Gerät aufgefangen, umso heller es ist, desto weniger (darum sind Raumanzüge weiss), es heizt sich dadurch auf und strahlt die aufgenommene Energie in Form von Wärme wieder ab. Dies nennt man das thermodynamische Temperaturgleichgewicht. Es ist die einzige Art, wie sich die Temperatur eines Objekte auf der Mondoberfläche errechnet! Die 130 ° sind die Temperatur des Gesteins an der Oberfläche. Dinge, die im Schatten liegen, kühlen bis weit unter den Nullpunkt ab. Befindet sich die Kamera nun im direkten Sonnenlicht, wird sie sich langsam aufwärmen – bis sie wieder in den Schatten kommt. Das Aufwärmen in der Sonne, das weiss man aus Erfahrung, dauert eine Weile. Da die Astronauten nicht so blöd waren, die Kamera die ganze Zeit in die Sonne zu halten (sobald sie im Schatten ist, kühlt sie wieder aus), bestand zu keiner Zeit Gefahr für den Film.
[b]Einige Bergzüge im Hintergrund tauchen auf verschiedenen Bildern auf und sehen exakt gleich aus, obwohl die Astronauten mit dem Mondauto vom Landeplatz weg gefahren sein sollen![/b]
Dies liegt daran, dass es auf dem Mond keine Luft gibt – es fällt unserem Auge schwer, die Entfernung zu schätzen. Die Berge scheinen nah und flach, in Wirklichkeit sind sie sehr fern und hoch. Bei fernen Objekten ändert sich das Aussehen aber nicht gross, wenn man sich nicht allzu weit entfernt. Die Alpen sehen von Zürich und Winterthur aus ziemlich gleich aus – obwohl eine beachtliche Strecke dazwischen liegt.
[b]Die Strahlung im Van-Allen-Gürtel hätte die Astronauten getötet! Oder sie hätten zumindest alle später an Krebs sterben müssen![/b]
Die maximale Strahlungsbelastung im Zentrum des Van-Allen-Gürtel beträgt rund 200 Millisievert pro Stunde (Spitzenwert!). Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, um rund 10 pro 1000 Personen. Zum Vergleich: Die 30’000 armen Teufel, die in der unmittelbaren Umgebung von Tschernobyl aufräumen mussten, bekamen etwa das doppelte dieser Dosis ab. Bei dieser Dosis erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, um 25 pro 1000 Personen. Sofortiger Tod tritt erst ab Dosen von über 100 Sievert ein. Die Gürtel waren im Allgemeinen sehr schnell durchflogen – es bestand, auch während der Phase der erhöhten Sonnenaktivität, nie eine grosse Gefahr für die Astronauten.
[b]Warum richtet man nicht das Hubble-Teleskop auf den Mond? Wenn man damit Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien beobachten kann, warum nicht die Überreste der Mondlandung?[/b]
Die Auflösung des Hubble-Teleskop wird in Bogensekunden (ein Bruchteil eines Grades) angegeben. Es ist klar, dass die gerade noch aufzulösenden Objekte umso kleiner werden, je näher sie sind. Das heisst, in Milliarden Lichtjahren Entfernung löst das Teleskop gerade noch ganze Galaxien auf – die haben hunderttausende von Lichtjahren Durchmesser. Rechnet man aber das Auflösungsvermögen des Hubble-Teleskops auf die Mondentfernung um, kommt man auf eine Auflösung von rund 100 bis 200 m: Viel zu wenig, um irgend etwas von der Mondlandung zu erkennen. Und mal ehrlich: Wenn es denn so ein Bild vom Mondlandungsmodul gäbe, würden diejenigen, die wirklich an die “gefälschte Mondlandung” glauben, es sicher als Fälschung abtun.
Kein Argument ist wirklich stichhaltig, keines kann überzeugend belegen, dass die Mondlandung nur gefälscht war. Es gibt aber auch direkte Belege für eine Mondlandung:
[b]Es gibt echtes Mondgestein auf der Erde[/b]
Dies ist wahr. Wie man das weiss? Jeder Planet im Sonnensystem besteht im Prinzip aus denselben chemischen Elementen, aber es gibt kleine, aber bedeutende Abweichungen. Vor allem diese Abweichungen haben es in sich. Diese künstlich herzustellen ist, selbst mit heutiger Technik unmöglich. Man kann also nicht einfach ein Stück Stein aus dem Garten in die Mikrowelle schmeissen und behaupten, es sei vom Mond. Hunderte von Forschern arbeiteten mit diesem Mondgestein – wenn es wirklich gefälscht wäre, wäre es zumindest einem oder zweien aufgefallen. Natürlich könnte man argumentieren, man hätte Mondgestein mit einem Roboter zurück gebracht: Aber so einen Roboter haben nur die Russen gebaut. Warum sollten die Amerikaner einen realen Roboter bauen, von diesem nichts erzählen, und dafür die bemannte Mondlandung fälschen? Das macht keinen Sinn. Ausserdem: die russischen Roboter haben rund 400g Mondgestein zurück gebracht, die Amerikaner jedoch rund 400 kg. Es hätte also gut tausend Roboter vom der Art der russischen gebraucht, um so viel Material zurück zu bringen… Und nun kann mir niemand erzählen, dass diese Armada niemandem aufgefallen wäre…
[b]Das Lewinsky-Argument[/b]
Es gibt Leute (vor allem in den USA), die wollen auch noch mit dem geringsten, kleinsten Geheimnis gross raus an die Öffentlichkeit und Geld scheffeln. Von den 50000 NASA-Mitarbeitern dieser Zeit packt keiner aus? Ist denn da keiner, der zumindest mal ein kleines Requisit vom Mond-Set hat mitgehen lassen, nur so als Erinnerung oder für den Fall, dass es seiner Familie mal nicht so gut geht? Keiner, der sich spasseshalber auf dem Mondset hat ablichten lassen? Der amerikanische Präsident Clinton kann nicht mal geheimhalten, was er mit seinen Zigarren anstellt, und so eine grosse Sache wie die gefälschte Mondlandung bleibt geheim? Nixon, der den Astronauten zur Mondlandung gratulierte, konnte nicht einmal den Watergate-Skandal vertuschen und wurde seines Amtes enthoben. Wer glaubt denn da im Ernst, dass es dann keine Geschichte im Stil von “Ex-Präsident Nixon packt aus! Wir waren nie auf dem Mond!” gegeben hätte? Wohl kaum.
[b]Die Russen, die Idioten![/b]
Was ist denn mit der Sowjetunion? Hat die all das mit angesehen? Oder hat sie es nicht bemerkt? Beides erscheint extrem unwahrscheinlich. Im Kalten Krieg, als es darum ging, der Welt zu zeigen, wer im Weltraum die technologische Übermacht hat, wäre die Aufdeckung des Schwindels äusserst peinlich für die USA gewesen – man stelle sich die Reaktion der Welt vor… Und dass eine Weltmacht, die ihre Spitzel angeblich überall hatte, nicht bemerkte, was die NASA da für eine grosse Story inszenierte, ist noch viel weniger glaubhaft.
[b]Mitschnitte der Funk-Gespräche auch in Europa[/b]
Während der Mondlandungsflüge haben mehrere Sternwarten, die über grosse Radioantennen verfügten, die Funksprüche der Astronauen vom Mond empfangen. Damit dieses schwache Signal lokalisiert werden konnte, musste die Antenne sehr genau auf die gegenwärtige Position des Raumschiffes ausgerichtet werden – wenn das Raumschiff die ganze Zeit im Orbit geblieben wäre (wie von den Verschwörungstheoretikern behauptet), wäre dies sofort aufgefallen. Das Raumschiff, das im Juli 1969 in Cape Canaveral startete, machte sich auf, zum Mond. Daran besteht kein Zweifel.
[i]Der Astronom Phil Plait von BadAstronomy.com hat ein äusserst unterhaltsames, interessantes Buch über den “Missbrauch” der Astronomie und populäre Irrtümer darüber geschrieben. Unter anderem kommt auch die “Mondlandungsverschwörung” darin vor.[/i]
[b]Sonnenwindexperiment[/b]
Die Apollo-Astronauten nahmen ein Segel mit auf den Mond, mit dem Teilchen des Sonnenwindes eingefangen werden sollten. Dies ist in einer Erdumlaufbahn nicht möglich, weil hier die Reste der Erdatmosphäre eine solche Messung verunmöglichen und kontaminieren würden. Erst der Mond ist genügend weit von der Erdatmosphäre entfernt (und genügend weit vom Zentrum des Magnetfeldes, das den Sonnenwind teilweise abblockt, entfernt), dass eine solches Segel Sinn macht. Dazu wurden die Ergebnisse von der Raumsonde Genesis, die ebenfalls Sonnenwindproben aus dem interplanetaren Raum zur Erde zurück gebracht hat, verglichen, und es gibt keinen Grund zu glauben, dass die Ergebnisse von 1969 irgendwie gefälscht wurden.
[b]Geringere Schwerkraft lässt sich nicht simulieren![/b]
Es gibt bis heute keine technische Vorrichtung, mit der sich Schwerkraft nach Belieben steigern oder senken lassen könnte. (Astronauten üben in Wassertanks oder in Parabellflügen, das heisst, Flugzeugen, die in parabolischen Kurven auf die Erde zufliegen, so dass die übenden Astronauten für wenige Minuten schwerelos sind) Die Videoaufnahmen vom Mond können keinesfalls auf der Erde entstanden sein – das ist rein technisch nicht möglich. Heute wäre es bestimmt möglich, solche Fälschungen am Computer zu entwerfen, aber in den 60er Jahren, als die schnellsten Rechner vielleicht die Rechenkapazität einer heutigen, ans Internet angeschlossenen Kaffeemaschine hatten, war das bestimmt nicht möglich.
Also, das nächste Mal, wenn euch jemand von der flatternden Fahne erzählt – dann wisst ihr, was Sache ist…