Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/768

Ein Regenschirm für Notre-Dame
Gut eine Woche nach dem verheerenden Brand der Pariser Kathedrale gehen die Sicherungsarbeiten in eine neue Phase.
Die Kanadische Schauspielerin und Aktivistin Pamela Anderson an einer Pressekonferenz am 27. Februar 2019. Foto: Keystone
Der ehemalige «Baywatch»-Star Pamela Anderson hat eine Spendengala für Kinder in Not wutentbrannt verlassen, nachdem ein Teil des Geldes für den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame bestimmt wurde. «Die Kinder von Marseille hätten die 100'000 Euro sicher nötiger gehabt als die Kathedrale, für die mehrere Milliardäre über eine Milliarde Euro gespendet haben», schrieb Anderson am Mittwoch in einer Twitter-Botschaft.
Surely the children suffering in Marseillecould have used the 100,000 €more than the church that has already received over a billion in donations by billionaires.
— Pamela Anderson (@pamfoundation) 24. April 2019
Die jährliche Gala des Fussballclubs Olympique Marseille war bedürftigen Kindern gewidmet. Der Präsident des Clubs, Frank McCourt, hatte nach dem Brand von Notre-Dame jedoch angekündigt, dass ein Teil der Spenden in den Wiederaufbau fliessen solle.
Sie sei «wütend und enttäuscht» gewesen und habe die Veranstaltung gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Olympique-Spieler Adil Rami, verlassen, erklärte die kanadische Schauspielerin. Der Fussballclub ging auf die Vorwürfe nicht ein. Er teilte lediglich mit, dass bei der Gala am Dienstagabend insgesamt 439'760 Euro gesammelt worden seien.
Ausnahmen für Wiederaufbau
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen lassen. Die Regierung will Ausnahmeregelungen einführen, um die Umsetzung der Arbeiten an Notre-Dame zu «erleichtern». Der am Mittwoch dazu vorgestellte Gesetzentwurf würde es der Regierung ermöglichen, sich über bestimmte Vorschriften bei öffentlichen Aufträgen und Gesetzen zum Schutz von Kulturgütern hinwegzusetzen.
Das Vorhaben ist umstritten. So sagte unter anderem der Regierungsbeauftragte für Kulturgüter, Stéphane Bern, er sei beunruhigt angesichts eines «Ausnahmegesetzes» und warnte: «Wir dürfen Schnelligkeit nicht mit Überstürztheit verwechseln.»
anf/afp