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Durchfallerkrankungen bei Kindern sind häufig. Meistens sind sie harmlos, aber sie können auch gefährlich werden. Es gilt: je kleiner das Kind, umso weniger harmlos ist eine Durchfallerkrankung. Die häufigen Stuhlentleerungen führen zu einem Verlust von Wasser und Mineralsalzen, was bei Kleinkindern und vor allem Säuglingen zu einer gefährlichen Austrocknung des Körpers führen kann, speziell wenn zusätzliches Erbrechen vorhanden ist.
Welches sind die Anzeichen, dass der Verlauf einer Durchfallerkrankung nicht mehr harmlos ist ?
Starkes Bauchweh, hohes Fieber und Blut sowie Schleim im Stuhl sind Zeichen einer schwereren Durchfallerkrankung. Dauert der Durchfall länger als 24 Stunden und wird er immer stärker, ist das Kind jünger als 6 Monate und kann es wegen Erbrechen keine Flüssigkeit mehr behalten, kann sich eine gefährliche Austrocknung des Körpers entwickeln.
Die Alarmsymptome dafür sind:
Ein schlechter Allgemeinzustand, Schläfrigkeit oder Unruhe, kein oder nur noch wenig und dunkler Urin, ein trockener Mund sowie tiefe Schatten unter eingesunkenen Augen. In diesem Fall sollte das Kind umgehend von einem Arzt untersucht werden.
Was untersucht der Arzt ?
Als erstes beurteilt er den Allgemeinzustand des Kindes und das Ausmass eines allfälligen Wasser- und Mineralsalzverlustes. Danach kann allenfalls mit einer einfachen Blutprobe (Fingerstich) festgestellt werden, ob eine virale (in den allermeisten Fällen, sogenannte Magen-Darm-Grippe) oder eine bakterielle Infektion vorliegt. Nur in den wenigsten Fällen ist eine Untersuchung des Stuhls nötig, vor allem dann, wenn der Durchfall während oder nach einer Tropenreise auftritt. Selten müssen weitere Abklärungen in Bezug auf andere Ursachen des Durchfalls getroffen werden wie eine Unverträglichkeit oder Allergie auf Nahrungsmittel, eine Medikamentennebenwirkung (Antibiotika) oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.
Welche Behandlung ist nötig ?
Meistens reicht es aus, den Wasser- und Mineralsalzverlust zu ersetzen. Dies kann man zum Beispiel mit sogenannten oralen Rehydratationslösungen machen, die rezeptfrei in jeder Apotheke oder direkt beim Arzt erhältlich sind oder man kann auch selber eine sogenannte Drittelslösung herstellen. Häufig genügt es aber auch, das Kind einfach zum Trinken anzuhalten (schluckweise, immer wieder), wobei das häufig verwendete Cocacola nicht zu empfehlen ist (besser: Tee, Mineralwasser ohne Kohlensäure). Wenn das Kind Appetit hat darf es essen. Zu empfehlen sind Karottensuppe (bindet Gifte, Erreger und Flüssigkeit), Reis, Nudeln, Joghurt, Bananen. Vermeiden Sie sehr süsse oder fetthaltige Nahrungsmittel. Stillen Sie weiter, wenn das Kind noch die Brust bekommt bezugsweise geben Sie weiter das Muttermilchersatzpräparat. Meistens erhohlt sich das Magen-Darm-System innert weniger Tage von selber. Nur bei schwereren Erkrankung sind Medikamente nötig, Antibiotika sind nur in wenigen Fällen indiziert.
Wie kann man Durchfallerkrankungen vermeiden ?
Beim Säugling ist das Stillen der beste Schutz. Wenn Sie nicht stillen, achten Sie auf eine gute Sauberkeit und Hygiene beim Zubereiten des Schoppens und beim Säubern des Fläschlis und Trink-Nuggis. Wenn Ihr Kind einen Nuggi benutzt und diesen auf den Boden fallen lässt, spülen Sie ihn ab.Geben Sie ihrem Kind nur einwandfreie und unverdorbene Lebensmittel. Waschen Sie immer die Hände, bevor Sie ihr Kind füttern und nachdem Sie seine Windeln gewechselt haben oder nachdem Sie auf der Toilette waren. Wenn in Ihrer Familie jemand an Durchfall erkrankt, achten Sie peinlich genau auf eine gute Hygiene. Auf Reisen, speziell in südliche Länder, sollten Sie ganz besonders auf die hygienische Zubereitung des Essens achten; die Kinder dürfen kein unabgekochtes Wasser trinken, keine ungeschälte Früchte und kein rohes Gemüse essen.
Nützliches:
Sprechstundenvereinbarung 044 950 40 70
Ärztehotline täglich von 13.30-14.00 Uhr auf die Nummer 044 950 40 90