Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/80091

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Strahlenschutzvorschriften für Atomanlagen so zu verschärfen, dass zusätzliche Krebserkrankungen von Kindern und Erwachsenen in der Umgebung von Atomkraftwerken ausgeschlossen werden können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die zentralen Ergebnisse der vom Motionär erwähnten Studie sind zuverlässig und werden von den Fachleuten übereinstimmend als korrekt beurteilt. Zur Ursache des vermehrten Auftretens von Krebserkrankungen bei Kindern in der Umgebung von deutschen Kernkraftwerken können die deutschen Experten jedoch keine gesicherten Aussagen machen. Die zusätzliche Strahlenexposition der Bevölkerung durch den Betrieb der Kernkraftwerke ist so gering, dass der Effekt nach heutigem Stand der Wissenschaft dadurch nicht erklärt werden kann. Die Resultate müssen in internationalen Expertengremien diskutiert werden. </p><p>Der Bundesrat nimmt die Ergebnisse der deutschen Studie zum Anlass, die Situation auch in der Schweiz vertieft zu untersuchen. Er wird zu diesem Zweck gestützt auf die Daten des Schweizerischen Kinderkrebsregisters eine auf die Schweizer Verhältnisse bezogene Studie über Krebserkrankungen bei Kindern durchführen lassen (vgl. die Stellungnahme auf das Postulat Girod 07.3821). Eine entsprechende Studie mit Erwachsenen ist mit der heutigen, unvollständigen Datenbasis noch nicht durchführbar. Bevor wissenschaftliche Arbeiten in Angriff genommen werden können, muss die Datenbasis zunächst unter Einbezug der kantonalen Krebsregister erweitert werden. </p><p>Die Schweizer Bevölkerung ist sehr gut gegen künstlich erzeugte Radioaktivität geschützt. Die Dosisgrenzwerte für die Bevölkerung entsprechen den neusten internationalen Empfehlungen. Die Schutzvorschriften bezüglich der Risikofaktoren für Leukämie durch künstlich erzeugte Radioaktivität basieren auf den epidemiologischen Studien bei den Atombomben-Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki. Die Kernkraftwerke selber unterstehen einer engmaschigen Aufsicht. Es sind strenge Emissions- und Immissionsgrenzwerte festgelegt worden, und die Abgabe von radioaktiven Stoffen an die Umwelt wird streng überwacht. Die von den Kernkraftwerken abgegebene künstliche Radioaktivität liegt weit unter den festgelegten Grenzwerten. </p><p>Solange keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, beabsichtigt der Bundesrat nicht, die Strahlenschutzvorschriften zu verschärfen. Er wird aber nicht zögern zu handeln, wenn spätere Forschungsergebnisse eine Verschärfung nahelegen sollten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.