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Im Zivilverfahren der beiden Geschichtsprofessoren Philipp Sarasin und Svenja Goltermann gegen die «Weltwoche» mussten Chefredaktor Roger Köppel und Radio-Legende Roger Schawinski gegeneinander aussagen. Eine Begegnung mit Unterhaltungswert.
Es war im Nachgang der Affäre Mörgeli, dass die «Weltwoche» versuchte, angebliche und tatsächliche Mitverschwörer abzuschiessen. Zu den Abzuschiessenden gehörte neben «Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Res Strehle auch Philipp Sarasin, der Vorsteher des Historischen Seminars der Universität Zürich.
Um ihn zu diskreditieren, behauptete die «Weltwoche», Philipp Sarasin habe bei der Berufung seiner heutigen Lebenspartnerin Svenja Goltermann auf einen Lehrstuhl verschwiegen, dass er wegen einer bereits seit länger laufenden Affäre mit der Historikerin befangen sei.
Als anonymer Kronzeuge für diese Anschuldigungen lieferte Roger Köppel mittels einer Aktennotiz Roger Schawinski ans Messer. Dieser habe ihm bestätigt, dass Sarasin und Goltermann zum fraglichen Zeitpunkt ein sexuelles Verhältnis miteinander gehabt hätten. Als Beweis hatte Köppel eine Aktennotiz vom fraglichen Gespräch mit Schawinski vorgebracht. Diese Aktennotiz sollte dessen Stellvertreter Philipp Gut und die «Weltwoche», strafrechtlich in dem Fall bereits wegen übler Nachrede verurteilt, im zivilrechtlichen Verfahren absichern.
Dass Köppel Schawinski aufforderte, vor Gericht für die «Weltwoche» auszusagen und ihn über die Aktennotiz in Kenntnis setzte, führte zum Bruch zwischen den beiden. Schawinski warf Köppel aus der gemeinsamen Sendung «Roger gegen Roger» auf Radio 1 und erklärte danach, er wolle Köppel nie wieder sehen. Wie der «Tages-Anzeiger» heute berichtet, mussten sich die beiden im vergangenen November aber vor dem Zürcher Bezirksgericht noch einmal sehen und zwar im Rahmen des Zivilprozesses Sarasin/Goltermann vs. «Weltwoche».
Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, ist die Vernehmung der beiden vor Gericht laut geworden. So heisst es in den Protokollen:
Zuvor hatte Köppel seine Version erneut dargelegt und erklärt, warum er die Aktennotiz nach dem Gespräch mit Schawinski am 4. Oktober 2014 angelegt habe:
Schawinski bestritt weiterhin vehement, gegenüber Köppel gesagt zu haben, Sarasin und Goltermann hätten schon vor Berufung Letzterer auf einen Lehrstuhl am historischen Seminar eine Affäre gehabt.
Zwar sei er Sarasin seit 2001 freundschaftlich verbunden, aber Goltermann habe er erst im Jahr 2013, also lange nach der fraglichen Berufung kennengelernt. Die Aktennotiz habe ihm Köppel zusammen mit einem Brief dann Ende August 2015 geschickt:
Schawinski bestritt auch, von einer entsprechenden Affäre Sarasin/Goltermann gewusst zu haben:
Zudem habe er nach Erscheinen des ersten Artikels zu Köppel gesagt, dass er kein Verständnis habe für die Anwürfe der Weltwoche an die beiden Uni-Professoren:
Auf die Frage, ob sie bei ihren jeweiligen Aussagen blieben, sagten beide Befragten Rogers:
Köppel teilte zuvor nochmal gegen Schawinski aus und versuchte, seine angeblich verspätete Reaktion auf die Aktennotiz als Beweis für deren Echtheit anzuführen:
Schawinski kommentierte diesen Anwurf Köppels kurz und trocken mit:
Das Urteil im zivilrechtlichen Prozess Sarasin/Goltermann vs. «Weltwoche» steht gemäss «Tages-Anzeiger» noch aus.
* In der ursprünglichen Fassung dieser Geschichte war dieses Zitat fälschlicherweise Roger Schawinski zugeordnet. Wir entschuldigen uns für die Unachtsamkeit.
(thi)