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Der Klimawandel ist nur eine von mehreren Katastrophen, die der Menschheit in den letzten fünfzig Jahren drohten. 1972 warnte der Club of Rome vor den „Grenzen des Wachstums“ und sagte voraus, bis um die Jahrtausendwende gingen die wichtigsten Rohstoffe aus. In den Siebzigerjahren galten die Fluorchlorkohlen-Wasserstoffe als grosse Gefahr, da sie die Ozonschicht zerstörten. Und in den Achtzigerjahren brach das Waldsterben aus – erstaunlicherweise allerdings fast nur im deutschsprachigen Mitteleuropa.
Die Apokalypse fand aber nicht statt: Bei den Rohstoffen gab es um das Jahr 2000 die grössten bekannten Reserven. Die FCKW wurden im Montreal-Protokoll von 1987 verboten; die Ozonschicht scheint sich zu erholen. Und das Waldsterben liess sich nur in den sozialistischen Ostblock-Ländern beobachten, aufgrund des sauren Regens wegen der schwefligen Industrie-Abgase auch aus Westdeutschland – die Panik in der Schweiz erwies sich schon zehn Jahre später als Hysterie.
Wegen des Schadstoffausstosses der Industrie, vor allem der Aerosole, sahen Forscher in den Siebzigerjahren eine Klimaabkühlung; der Amerikaner Stephen Schneider – dem 2010 verstorbenen Wissenschaftler ist der IPCC-Report von 2013 gewidmet – sagte deswegen Hungersnöte voraus, andere Forscher fürchteten gar eine Eiszeit. Im Juni 1988 trat aber der Nasa-Forscher James Hansen im US-Senat auf: Er stellte fest, die leicht wärmeren Temperaturen, die es seit der Abkühlung der Siebzigerjahre gab, liessen sich mit 99-prozentiger Sicherheit nicht auf natürliche Schwankungen, sondern auf menschliche Einflüsse zurückführen.
Die Uno gründete deshalb im gleichen Jahr den Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC: Führende Wissenschaftler sollten den Forschungsstand zum Klima aufarbeiten, um Massnahmen gegen eine Erwärmung zu begründen – es ging also von Anfang an um Politik. Die Forscher, darunter als Leadautoren die Berner Physikprofessoren Hans Oeschger und Urs Siegenthaler, legten 1990 ihren ersten Bericht (FAR) vor: Er hielt bereits fest, die Erwärmung komme von den menschengemachten Treibhausgasen, zu mehr als der Hälfte vom CO2.
Der Bericht sollte die Weltgemeinschaft alarmieren: 1992 verabschiedete die Uno-Konferenz von Rio eine Klimakonvention. 1997 verpflichteten sich die Industriestaaten mit dem Kyoto-Protokoll (ohne die USA, die unter Bill Clinton nie unterschrieben), ihren CO2-Ausstoss zurückzufahren. Und der IPCC konnte mit seiner weiteren Arbeit nur noch die These beweisen, dass die Klimaerwärmung von den menschengemachten Treibhausgasen kam.