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Bridget Jones (Renée Zellweger) wird 43, ist wieder single, mit ihrer Karriere als News-Produzentin zufrieden und hat ihr Wunschgewicht erreicht. Um mal von ihren gleichaltrigen Freundinnen und deren Kindern wegzukommen und ihr Singleleben zu zelebrieren, besucht Bridget mit einer jüngeren Arbeitskollegin, Miranda (Sarah Solemani), ein Musikfestival. Ziemlich betrunken torkelt Bridget in das falsche Zelt und landet bei Jack, einem attraktiven Amerikaner. Ein paar Tage später läuft Bridget ihrem langjährigen Schwarm, Mark Darcy (Colin Firth), bei einer Taufe über den Weg. Ehe sie sich versieht, landen die beiden im Hotelzimmer.
Einige Wochen und ein positiver Schwangerschaftstest später, sieht sich Bridget mit der Frage konfrontiert: Wer ist der Vater - Jack, der laut Dating-App zu 97 % zu Bridget passt? Oder Mark, der zwar nur zu 8 % ein Treffer ist, aber halt "Mr. Darcy" bleibt. Als ob das nicht genug wäre, muss sich Bridget auch noch bei der Arbeit mit den Anforderungen der neuen, jugendlichen Geschäftsführung auseinandersetzen. Es bleiben einige Fragen zu klären: Jack oder Mark, Karriere oder Muttersein?
Bridget Jones's Baby ist genauso vorhersehbar wie seine Vorgänger, aber witziger und mit weniger peinlichen Auftritten von Renée Zellweger. Dadurch wirkt die Geschichte reifer und unterhält auf einem etwas höheren Niveau. Die männlichen Darsteller Colin Firth und Patrick Dempsey sind charmant und sehr nett anzusehen.
Bereits 12 Jahre ist es her, als wir das letzte Mal Bridget Jones zugeschaut haben, wie sie von einem Fettnäpfchen ins nächste getreten ist. Jetzt ist sie zurück - immer noch quirlig, aber etwas älter und dünner. Obwohl die alte Bridget mit ihren Kurven um einiges sympathischer war als die reifere Bridget, bietet sie kaum mehr Stoff für Fremd-Schäm-Momente, und das ist eine wirklich gelungene Verbesserung. Zwar ist sie auch diesmal nicht gefeit vor einzelnen Auftritten, die besser hätten laufen können, aber irgendwie meistert sie diese glanzvoller, wodurch sich die Zuschauenden nicht mehr die Hände vors Gesicht zu halten brauchen. In dem Sinne ist Bridget Jones zwar älter, dafür witziger und unterhaltsamer geworden.
Leider bleibt die Geschichte der leicht durchgeknallten Tagebuchschreiberin absolut durchschaubar, aber das war ja zu erwarten. Bridget Jones's Baby punktet auch nicht mit der Story, sondern vielmehr mit Humor und liebenswerten Charakteren. Colin Firth (The King's Speech) spielt zum dritten Mal Mark Darcy, den englischen Anwalt mit dem Stock im Arsch, und macht dabei wie immer eine gute Figur. Patrick Dempsey (Grey's Anatomy) ersetzt als Jack Qwant den bisherigen "Bösewicht" Daniel Cleaver, gespielt von Hugh Grant (Notting Hill), wobei der Amerikaner Jack liebenswert und unterstützend ist. Wie sich die beiden männlichen Protagonisten um die Gunst von Bridget zanken, ist äusserst amüsant und im Vergleich zu den infantilen Schlägereien zwischen Mark Darcy und Daniel Cleaver auf einem gehobenen Niveau. Etwas langweilig wurden die Figuren von Bridgets Freunden. Mit Kind und Kegel hat die Clique leider etwas an ihrem durchgeknallten Humor verloren.
Alles in allem bietet Bridget Jones's Baby unterhaltsames Kino mit viel Witz. Für einen gemütlichen Kinoabend mit Freunden lohnen sich die 123 Minuten durchaus.
Diana Rolny [dro]
Diana arbeitet seit 2013 als Freelancerin bei OutNow. Sie liebt Dokumentationen wie «The Life of Brian» und Wanderfilme aus Mittelerde. Zu schwarzhumorigen Komödien geniesst sie gerne einen Martini Dry, bei Sci-Fi einen Pangalactic Gargleblaster und bei sinnfreien Kunstfilmen einen Molotowcocktail.