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Dass Amerikaner ihre Waffen lieben, ist hinlänglich bekannt. Aber eine Waffenbesitz-Pflicht? 5 Beispiele aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Die 30'000-Seelen-Stadt im Bundesstaat Georgia war einst Schauplatz der Schlacht von Kennesaw Mountain. 1864 erzielte der Konföderierten-General Joseph E. Johnston einen Sieg im Amerikanischen Bürgerkrieg.
Seit dem 1. Mai 1982 muss in jedem Haushalt eine Schusswaffe inklusive Munition vorhanden sein, schreibt eine Stadtverordnung vor. Theoretisch. Denn das Ignorieren der Verordnung steht nicht unter Strafe.
Begründet wurde das Gesetz mit der damals hohen Rate an Gewaltverbrechen. Tatsächlich sank die Verbrechensrate kontinuierlich. Das Beispiel Kennesaws ging in die Geschichte ein und dient auch heute noch als Legitimation für das Recht auf Waffen.
Übrigens: Der Name Kennesaw kommt vom Ausdruck Gah-nee-sah. In der Sprache der Cherokee bedeutet das so viel wie Friedhof oder Gräberfeld.
Das zweite Beispiel kommt ebenfalls aus Georgia. Und bereits im Namen zeigt sich, dass hier die Waffenkultur gelebt wird: Namensgeber John Nelson war nämlich Farmer und Büchsenmacher. Aktuell leben hier ca. 1300 Menschen.
Im April 2013 nahm der Stadtrat von Nelson einstimmig den Family Protection Act an. Die Gesetzesvorlage machte es obligatorisch, dass in jedem Haushalt mindestens eine Waffe vorhanden ist. Die Begründung: Mit dem Gesetz könne die Verbrechensrate niedrig gehalten werden. Inspirationsquelle war Kennesaw.
Allerdings folgte später im Jahr eine Klage des Brady Center to Prevent Gun Violence gegen das Gesetz, mit der Begründung, dass es verfassungswidrig sei. Im August lenkte der Stadtrat dann ein und änderte den Gesetzestext entsprechend ab.
Sozialisten gründeten ursprünglich das kleine Dorf im Westen von Colorado. Passend zum Namen baute man während des Zweiten Weltkriegs im Umland Uran ab, welches für das Manhattan-Projekt gebraucht wurde.
2013 schaffte es das kleine Dorf in die nationalen Schlagzeilen. Nach dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School, bei dem 20 Schüler gestorben waren, verschärfte der Staat Colorado seine Waffengesetze.
Nicht so Nucla. Im Gegenteil: Ähnlich wie in Kennesaw beschloss der Stadtrat eine Verordnung, die vorschrieb, dass jedes Familienoberhaupt eine Waffe besitzen müsse.
Richard Craig, ein ehemaliges Mitglied des Gemeinderats, erzählte dem «Guardian», dass die Idee ursprünglich von ihm gekommen sei. Er witzelte bei einer Sitzung des Gemeinderats darüber und seine Amtskollegen waren von der Idee begeistert.
Und es blieb nicht bei einem Witz. Auf einem Schild an der Wand des Sheriffbüros steht, verziert mit Pistolen:
Der Name sagt irgendwie schon alles.
Die Stadt am Cedar Creek Lake gibt es erst seit 50 Jahren. Die Gegend um den See war zur Zeiten der Alkohol-Prohibition ein Rückzugsort für Verbrecher – darunter angeblich auch Bonnie Parker und Clyde Barrow.
2013, als das ganze Land über Waffenkontrolle debattierte, fasste der Stadtrat einen Beschluss, der den Waffenbesitz zum Gesetz machte. Ein bisschen auf jeden Fall. Sie gingen nicht so weit wie die anderen Städte in dieser Liste, ermutigten die Einwohner aber, Waffen zu besitzen. Ein Auszug aus der Resolution:
Was steckt also hinter der Resolution? Gemäss Texas Monthly sagte der City Manager, Gerry Boren, dass man damit die lokale Wirtschaft ankurbeln wolle. Gerade mit diesem Stadtnamen sei Gun Barrel City dafür prädestiniert, ein Zentrum für die Waffenindustrie zu werden.
Falls ihr Michael Moores Film «Bowling for Columbine» gesehen habt, mögt ihr euch eventuell an Virgin, Utah, erinnern. Unter anderem wird das Waffengesetz aus dem Jahr 2000 diskutiert, welches den Einwohnern des 600-Seelen-Kaffs vorschreibt, in jedem Haushalt eine Waffe aufzubewahren.
Ausgenommen vom Gesetz sind Menschen mit einer geistigen Behinderung, Kriegsdienstverweigerer und solche, die sich keine Waffen leisten können. Wer das Gesetz missachtet, wird nicht strafrechtlich verfolgt.
Und auch hier fragt man sich wieder, wieso das Ganze? Welchen Sinn hat ein Gesetz, das eigentlich niemanden betrifft und nicht durchgesetzt wird?
Die Antwort liegt im tiefen Misstrauen gegenüber der Bundesregierung in Washington und dem Drang, dagegen zu rebellieren. Fred Johnson, ein Einwohner von Virgin, sagte 2001 zu «CSMonitor»: