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Druiden-Orden
Kontakt
Präsident: Arthur Weber, Rüttihardstrasse 19, 4142 Münchenstein.
Geschichte
Im Laufe der geschichtlichen Entwicklung gerieten die Kelten und mit ihnen ihre geistigen Führer, die Druiden, in Vergessenheit. Erst 1781 schlossen sich in England einige Männer zusammen, nahmen sich die keltischen Druiden zum Vorbild und gaben sich danach ihren Namen und ihre Ordensregeln. Dabei haben sie die Glaubens- und Götterlehre der Druiden nicht übernommen, wohl aber das Erhabene und Edle in ihren Anschauungen und in ihrem Wirken innerhalb der Gemeinschaft.
Schon bald nach der am 29. November 1781 erfolgten Gründung des Ancient Order of Druids in einer kleinen Taverne an der Londoner Poland Street brachten Auswanderer die neuzeitlichen Ideen nach Nordamerika, Australien und Neuseeland. Auf dem europäischen Kontinent entstand 1872 die erste Vereinigung unter dem Namen Dodona-Loge, Berlin. Von Berlin aus wurden nacheinander Deutschland, Schweden, Norwegen und Dänemark erschlossen.
In der Schweiz fasste der Orden zuerst in Zürich Fuss, wo 1912 die Arnold-Winkelried-Loge gegründet wurde. Da diese dem Deutschen Druidenorden unterstellt war, löste sie sich, wie die deutschen Logen, während des Naziregimes wieder auf. Auf Grund von Kontakten mit der süddeutschen Grossloge gründeten 1962 einige Männer in Basel die Jacob-Burckhardt-Loge. Von Basel aus verbreitete sich der Orden in unserem Land mit Logen in Bern, Langenthal, Thun, Aarberg, Zürich, Rapperswil und Luzern. Gegenwärtig (1999) bestehen in der Schweiz 15 Druiden-Logen.
Frauenlogen bestehen in der Schweiz keine. In Skandinavien gibt es die Birgita-Logen, die ähnliche Zielsetzungen haben, aber absolut losgelöst vom Druidenorden tagen.
Lehre
Die Mitglieder des Ordens verpflichten sich, gegenüber Aussenstehenden über ordensinterne Angelegenheiten Stillschweigen zu wahren, insbesondere über die Logenrituale, die Symbole, Zeichen und Worte.
Das neuzeitliche Gedankengut beruht auf der Idee der Humanität, der Toleranz und Fairness gegenüber dem Mitmenschen. Humanität, 'Menschlichkeit', wird angestrebt in der Pflege und Vertiefung der menschlichen Beziehungen, im Schutz menschlicher Würde, in einer von Rang, Stand und materiellen Gütern unbeeinflussten Wertschätzung des Nächsten und in der Hilfsbereitschaft ihm gegenüber. Humanität soll nicht nur unter den Mitgliedern, die sich Brüder nennen, geübt werden, sondern im Grunde gegenüber jedem Menschen, ja jedem Lebewesen.
Toleranz verlangt die Achtung der Bekenntnisse und Überzeugungen Andersdenkender.
Nach diesen Grundsätzen bemüht sich jedes Mitglied des neuzeitlichen Druidentums, ein nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft und ein guter Bürger seines Vaterlandes zu sein.
Die Zielsetzungen des Druiden-Ordens wurzeln in einer natürlichen Ethik, deren Normen nicht 'Monopol' des Ordens, sondern allgemein zugänglich sind. Der Druiden-Orden bietet einen der möglichen Wege, sich mit diesen Zielen auseinanderzusetzen und sich dabei moralisch und geistig zu vervolIkommnen.
Der Toleranzgedanke beinhaltet Glaubens- und Gewissensfreiheit. Die Achtung der Bekenntnisse und Überzeugungen Andersdenkender ist für den Druiden ein wichtiges Gebot. Dem politisch und konfessionell neutralen Orden können Männer jeder politischen Einstellung und Religion beitreten, soweit sie sich mit den allgemeingültigen demokratischen und ethischen Regeln einverstanden erklären. Die Loge kann und will keinen 'Religionsersatz' anbieten, wie man dies bisweilen von Aussenstehenden hört.
Wenn in der Loge über Politik und Religion nicht diskutiert wird, so schliesst dies nicht aus, dass der einzelne im Alltag an Politik und Kirche Anteil nimmt.
Das Ritual enthält nichts, dem ein Ehrenmann nicht zustimmen könnte. Es gibt beispielsweise Arbeits-, Aufnahme-, Beförderungs- und Trauerrituale. Immer geht es dabei um die Auseinandersetzung mit druidischem Gedankengut, um Selbstbesinnung und Loslösung vom Alltag. Musikalische Darbietungen untermalen die Arbeit im Innenraum. Dort werden auch Vorträge aus den Bereichen Kultur und Wissenschaft gehalten.»
Organ der Landesgrossloge «Der Siebenstern»; ist nicht öffentlich erwerbbar, kann aber auf Wunsch in einzelnen Exemplaren bezogen werden.
Organisation, Finanzen
Alle Stufen unterstehen dem Vereinsrecht und sind entsprechend organisiert mit einem Präsidium das heisst Altpräsident, Präsident, Vizepräsident, Sekretär, Schatzmeister.
«Der Druidenorden ist eine Männergesellschaft, nicht dass die Frauen als minderwertig oder rechtlos gelten, ganz im Gegenteil. Geistig ist die Frau selbstverständlich vollberechtigt in die Bruderkette eingeschlossen. An manchen Druidenfesten ist sie herzlich willkommen. Besonderen Wert legt der Druide darauf, dass auch Witwen ehemaliger Mitglieder stets in den Kreis einbezogen bleiben. Die Teilnahme von Frauen könnte aber bei der gebotenen Freundschaft das geschlechtliche Moment in die Loge bringen. Bei aller Achtung vor den schöpferischen Kräften des Geschlechtlichen könnte dies aber die spezielle geistige Logenarbeit beeinträchtigen. Man muss mit dem Menschen rechnen, wie er ist, und mit der Stärke der Geschlechtsgefühle, die ja manchem ohnehin genug zu schaffen machen.
Die im Druiden-Orden vereinigten Männer betrachten sich als Brüder, die trotz Unterschieden in Stand, Glauben und Verhalten als gleichberechtigte Menschen geboren sind. So kommen die Mitglieder aus allen Schichten und Berufszweigen. Auch die verschiedensten Altersstufen sind vertreten. Ausschlaggebend ist allein die persönliche Einstellung zu den Zielsetzungen des Ordens.
Die Frauen sind in den Birgitta-Logen organisiert und verfolgen die gleichen Ziele wie der Druidenorden, sind aber ebenfalls eigenständig.»
Jahresrechnung: Diese wird auf Ebene LGL und L erstellt an der Mitgliederversammlung vorgelegt und abgenommen.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Augusta Raurica-Loge Logenheim: Grellingerstrasse 41, 4052 Basel.
Camelot-Loge: Logenheim: Solothurnerstrasse 76, 4053 Basel.
Jacob Burckhardt-Loge Logenheim: Grellingerstrasse 41, 4052 Basel.
Wöchentlicher Logenabend:
2. Teil («Aussenloge»): Brudermahl, Pflege der Geselligkeit, Diskussion Vortragsthema.
Spenden / Vergabungen durch die LGL und durch die einzelnen Logen.
Unterstützung gemeinnütziger Institutionen, zum Beispiel Gassenküche Basel, Behindertenheime ganze Schweiz, Behindertenheime in Thun und Bern, Autospende an Wohn- und Behindertenheim Dychrain in Münchenstein, 0pferhilfsstelle für gewaltbetroffene Kinder und Jugendliche «Triangel» Basel.
In jeder Loge ist eine Bibliothek vorhanden, aber nur für Mitglieder zugänglich.
Es bestehen lose Kontakte zu vergleichbaren Organisationen wie Freimaurer, Odd Fellows.
Literatur, Zeitschrift
Leitbild des Druidenordens Schweiz. Herausgeber: Landesgrossloge Schweiz.
Informationsschrift der Landesgrossloge Schweiz.
Der Siebenstern (fünfmal jährlich).
Organ der Landesgrossloge. Ist nicht öffentlich erwerbbar, kann aber auf Wunsch in einzelnen Exemplaren bezogen werden.
[int.Nr.: 1072]