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Als ungeliebtes «kleines Baumwollpflücker-Schmuddelkind» bezeichnete sich Eartha Kitt einst selber. Ihre Mutter war indianischer und afro-amerikanischer Abstammung, ihr Vater ein weisser Farmer, sie ein uneheliches Kind. Den Kontakt zu ihren Eltern verlor sie früh, denn mit acht Jahren kam sie zu einer Tante nach New York.
Ich bin ein Waisenkind. Aber die Öffentlichkeit hat mich adoptiert.
Eartha Kitt wächst in bescheidenen Verhältnissen im New Yorker Stadtteil Harlem auf. Diesen Umstand bezeichnet sie später als Motor für ihre Karriere. «Ich brauche dringend die Bestätigung durch ein Publikum. Vielleicht deshalb, weil ich eine solch harte Kindheit hatte.»
Talentiert und gefördert
Schon als Kind fällt Eartha Kitt durch ihr musikalisches und tänzerisches Talent auf. Als Teenager erhält sie ein Stipendium für eine Ausbildung im Tanzstudio der legendären Choreographin Katherine Dunham. 1948 folgt das erste Engagement als Tanz- und Gesangssolistin bei der Dunham Dance Group.
Von da an geht es mit Eartha Kitts Karriere steil bergauf. Als «fauchende Wildkatze» wird sie wegen ihres geschmeidigen Körpers und ihrer sinnlichen Stimme gerne bezeichnet. «Wenn der durchschnittliche maskuline Mensch in Reichweite von Kitts Stimme kommt, vernimmt er unmissverständlich den Ruf der Wildnis», schrieb DER SPIEGEL 1955.
Die Welt liegt ihr zu Füssen
Zwischen 1951 und 1968 reiht sich im Leben von Eartha Kitt ein Erfolg an den andern. Mit der Broadway-Show «New Faces of 1952» feiert sie ihren Durchbruch als Sängerin mit Hits wie «Monotonous» oder «C’est si bon». Ihr erstes Album «RCA Victor Presents E. K.» platziert sich unter den Top 5 der amerikanischen Hitparade. Ihr Weihnachtshit «Santa Baby» wird zur meistverkauften Single ihrer Karriere. Ausgedehnte Gastspielreisen führen sie durch die ganze Welt, sie wird von Persönlichkeiten wie Eisenhower, Churchill, Nehru oder Einstein empfangen.
Kritik an den USA
Das Jahr 1968 markiert einen Karriereknick. Bei einem offiziellen Empfang im Weissen Haus kritisiert Eartha Kitt die amerikanische Beteiligung am Vietnam-Krieg mit den Worten «Ihr schickt die Besten des Landes fort, damit sie erschossen und verstümmelt werden.»
Wegen ihrer Empörung gerät die Künstlerin ins Visier von FBI und CIA und wird von den amerikanischen Medien boykottiert. In den folgenden Jahren tritt sie ausschliesslich im Ausland auf. Im Musical «Timbuktu» feiert sie schliesslich 1978 eine triumphale Rückkehr an den Broadway.
Vital bis ins hohe Alter
Es folgen drei Jahrzehnte, in denen «die aufregendste Frau der Welt» – so nannte sie einst Orson Welles – ihre Fans in und ausserhalb den USA begeistert. Ausgestattet mit grosser Vitalität gibt sie bis ins hohe Alter Konzerte. So feiert sie zum Beispiel 2007 auch ihren 80. Geburtstag gemeinsam mit ihren Fans im Rahmen eines Konzerts in der New Yorker Carnegie Hall.
Am 25. Dezember 2008 starb die vielseitige und unvergleichliche Künstlerin im Alter von 81 Jahren in ihrem Zuhause in New York.