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Die Branchenorganisation Milch unternimmt einen neuen Anlauf zur Regulierung und Entlastung des liberalisierten Schweizer Milchmarktes. Die am Freitagabend beschlossenen Massnahmen gegen den Preiszerfall der Milch müssen jedoch von den Delegierten Anfang Mai noch abgesegnet werden.
Kernpunkt ist ein Fonds zur Marktentlastung. In diesen bezahlen die Milchproduzenten pro Kilo Milch maximal einen Rappen auf die Gesamtmenge. Weil die Milchverarbeiter diese Beteiligung auf die Konsumenten abwälzen würden, müssen sie sich nicht daran beteiligen. Dafür erhalten die Produzenten mehr Mitsprache bei der Verwendung dieser Gelder.
Zusätzlich zu diesen Abgaben bezahlen die Milchproduzenten weitere vier Rappen für jedes Kilo Milch, das gegenüber den Mengen des Milchjahres 2008/2009 zusätzlich produziert wurde. Diese Massnahmen, so der Vorschlag zu Handen der Delegierten, sollen zwei Jahre lang gelten.
Mit dem Geld sollen die Butterlager abgebaut werden, die sich letztes Jahr zeitweise auf 10'000 Tonnen beliefen und den Milchpreis unter Druck setzten.
Die Wirtschaftskommission des Ständerates hatte der kleinen Kammer am Donnerstag vergeblich vorgeschlagen, dass von Produzenten und Verarbeitern während zweier Jahre eine hälftig getragene Abgabe von ein Rappen pro Kilogramm Milch erhoben werden soll. Die zusätzlich gemolkene Milch sollte mit zwei Rappen belastet werden.
Stimmt die ausserordentliche Generalversammlung den neuen Vorschlägen mit einer Dreiviertelmehrheit zu, beantragt der Vorstand der Branchenorganisation Milch dem Bund, dass er diese als allgemein verbindlich erklärt, wie BO Milch-Geschäftsführer Daniel Gerber am Freitagabend auf Anfrage sagte.
Die BO Milch ist eine gemeinsame Plattform der Milchwirtschaft. Mitglieder sind rund 50 regionale und nationale Organisationen der Milchproduzenten und der Milchverarbeiter sowie Einzelfirmen der Industrie und des Detailhandels mit über 95 Prozent der Schweizer Milchmenge.
SDA-ATS