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Es war ein amüsanter Flug.
Als ich gebordet war, erkannte ich sofort ihn. Wir haben zwei Male Mittagsessen gehabt und uns sehr gut ausgetauscht. In letzten paar Jahren haben wir uns ab und zu in sehr offiziellen Rahmen getroffen und ich pflege eine Sympathie zu dieser Person. Ich war frech wie ich immer bin und sagte, „Ich will neben Dir sitzen.“ Die Flugbegleiterin hat mich gestoppt, weil das Flugzeug scheinbar ausgebucht war. Ich ging zu meinem Platz, an die Nachbarreihe von ihm. Dann kamen zwei deutsche Bundestagabgeordeten am Bord. Mein Nachbar grüsste mich mit einem Lächeln und sass direkt neben mir. Sein Kollege, der neben ihm sitzen sollte, war scheinbar sehr unglücklich, dass man ihn von seinem Kollege trennte und beschwerte sich gleich. Naja, ich wollte ja so wie so neben ihm sitzen und bat freiwillig meinen Platz zum tauschen. Merkwürdigerweise beschwerte sich dieser Mann wieder: „Sie müssen aber anständig bleiben!“ Ich sollte anständig bleiben? Was hätte ich anstellen können? Ich lächelte sehr charmant zu dem Abgeordneten: „Wenn Sie hier Polizei spielen wollen. Bitte schön!“
Wir haben uns über den ganzen Flug unterhalten, aber anständig und leise.
Eine zufällige Begegnung und ein Moment in der Luft, an einem Nirgendwo-Ort… Ist man deswegen offen und ehrlich?
Er erzählte mir, ohne zu ahnen, dass ich mich auch mit der Vorstellung von Zuhause beschäftigt. Der Weg nach Hause scheint immer mit Umwege, die Ambivalenz des Ankommens und Aufbrechens kann ich immer noch nicht intergrieren. Er sagte, dass er immer Abträume hat, heimatlos zu sein. In seinem Traum fand er nicht mehr sein Zuhause, er stand alleine und bekam Angst. Ich nickte. Ist es das Trauma unserer Generation? Sind wir nicht mehr richtig von der Tradition verankert und überfordert von den Optionen der Möglichkeiten?
Er fragte mich, was heisst Freude? Was heisst Glück? Er fragt sich schon lange, warum er freudlos ist und warum er das Glück kaum wahrnimmt. Muss man Freude haben? Sollte man nach dem Glück jaggen? Was bedeutet schon, Freude zu haben?
Seine Frage schienen ernsthaft zu sein. Ich beobachte meinen Nachbar. Eine gesellschaftliche Elite, politische Oberschicht. Eigentlich sollte er sich doch erfolgreich fühlen und stolz sein.
Aber er schien, dringend meine Antwort zu hören!
Ich lächelte. „Weiss Du, bei mir ist es anders!“ Ich bin immer egoistisch und habe immer Freude an das, was ich tue. Ich wollte Glück haben und Freude leben, es war mir relative egal, was die Anderen sich fühlen. Ich bin oft glücklich und habe Freude an mein Leben. Aber das Glück war nie von Dauer und ich muss erkennen, dass das Glück mich nicht befriedigt!
Es gibt etwas im Leben, mehr als Glück und Freude zu haben.
Ich muss und habe gelernt, dass das unglücklich sein und Freudelosigkeit auch zum Leben gehört!
Meine Antworte schienen etwas bewegt zu haben. Wir schwiegen und dann lachten.
Naja… so ist das Leben, nicht wahr?
Wer nie das Glück gelebt hat, wenn man das Leben so wie man führen will lebt, würde niemals erfahren, dass das Glück auch nur eine Vorstellung ist und nie von Dauer wirkt. Das Glück und Unglück gehören zusammen. Dann ist es auch nicht mehr so wichtig, ständig nach dem High zu jaggen…
Ich erzählte Atong von dieser Begegnung. Mein Lehrer sagte bei einer Tasse Lala Shan, „Du sollst diesem Mann Teesamen schenken. Er kann einen Teebaum pflanzen.“
Wenn Teesamen keimt, erlebt man Wachstum und Chance. Man erlebt das einfache kleine winzige Freude, wenn der Teebaum Blätter bekommt…
Es war ein amüsanter Flug.