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eingeschnittenen drei Thälchen umschliessen die Alpweiden Javernaz, Ausannaz und Nant. Zwischen den beiden letztgenannten erstreckt sich der kleine Kamm der Dent Rouge. Nordwärts folgt der Vallon de la Vare, der über den Col des Essets (2039 m) mit Anzeindaz in Verbindung steht und vom Kamm der Argentine (2443 m) mit dem Lion d'Argentine (2282 m) beherrscht wird. Von der Croix de Javernaz senkt sich ein Grat über die Rosseline zu dem das Rhonethal beherrschenden Dailly (1253 m), während ein zweiter Kamm über die Pointe des Martinets (2654 m) und die Pointe des Perriblancs (2582 m) an die Dents de Morcles (2934 und 2973 m) anschliesst, die mit ihren mächtigen Wänden die Alpweiden des Haut de Morcles und die ins Rhonethal sich senkenden Steilhänge beherrschen.
Die von den Dents de Morcles zum Pas de Cheville ziehende Kette gehört hinsichtlich ihres Formenreichtums und der auf Bergschultern und in Nischen liegenden kleinen Eis- und Firnfelder zu den bemerkenswertesten der Alpen. Sie trägt die Dent aux Favres (2920 m), den Petit Muveran und den Grand Muveran (2815 m und 3055 m) mit dem Passübergang der Frête de Sailles (2536 m) zwischen diesen beiden Gipfeln, den Pascheu (2803 m) und die Tête à Pierre Grept (2910 m). Nun verzweigt sie sich zum Kamm mit der Pierre Cabotz (2741 m) einerseits und zu demjenigen mit der Tête du Gros Jean (2612 m) und der Tête Pégnat (2593 m) andrerseits. Zwischen den beiden Kämmen breitet sich der am Col aux Chamois beginnende Glacier de Paneyrossaz aus.
4. Hydrographie.
Die Wasser des Kantons Waadt gehören zwei verschiedenen Abdachungen an: im S.-Abschnitt derjenigen der Rhone und im N.-Abschnitt derjenigen des Rheins. Die Hauptwasserscheide nimmt einen sehr willkürlichen Verlauf. In der Region von Lavaux und Vevey nähert sich das Rheingebiet so sehr dem Genfersee, dass das Gebiet der Rhone an dieser Stelle stark eingeengt erscheint, und mit dem Thal von Joux-Les Rousses stösst jenes als spitzer und langer Keil tief ins Rhonebecken hinein. Im einzelnen verläuft diese Wasserscheide zwischen Rhein und Rhone wie folgt: Von Les Hôpitaux auf französischem Boden folgt sie der Kammlinie des Mont d'Or und des die Landesgrenze bildenden Mont Risoux in ziemlich genau SW.-Richtung, biegt am Col des Rousses südwärts ab und umzieht das Becken des Lac des Rousses, um parallel zur Quelle der Bienne die Landesgrenze bei La Cure zu erreichen.
Von hier an ist sie zunächst schwierig zu verfolgen, da das ganze breitausladende Gebiet des Mont Tendre der Oberflächenwasser entbehrt. Auf Grund der geologischen Verhältnisse, d. h. des Verlaufes der wasserführenden Gesteinsschichten in der Tiefe, lässt sich immerhin soviel annehmen, dass die wasserscheidende Linie dem Col de Saint Cergue parallel in fast genau OSO.-Richtung zur Alphütte von Rosset (1226 m) ziehen muss und dann nordostwärts abbiegt, um dem Gipfelkamm der Kette des Mont Tendre bis Le Haut de Molendruz nahe dem Col de Molendruz zu folgen.
Während die W.-Flanke dieses Bergrückens sich nach den grossen Stromquellen (Brassus, Lionne) des Val de Joux entwässert, speist die O.-Flanke die am Jurafuss entspringenden Quellen (Bonmont. Sérine, Toleure, Aubonne, Montant), welche dem Rhonebecken angehören. Vom Molendruz an springt die Wasserscheide aufs Mittelland über, geht hier nordwestl. Mont la Ville und La Praz, sowie nördl. Ferreyre und La Sarraz vorbei, folgt dem Kamm des Mormont von W. nach O. und der Kammlinie des Jorat, geht über Le Chalet à Gobet und die Tour de Gourze, lässt den Lac de Bret im S. liegen und verfolgt sich über den Mont Pèlerin, die Senke von Attalens, den Mont Vuarat und Remaufens bis auf Freiburger Boden.
Nun zieht sie über die Gipfel des Niremont, der Tremettaz und der Dent de Lys, wendet sich längs dem Kamm des Vanil Blanc und der Verraux bis zum Col de Jaman südwärts, biegt wieder ostwärts aus und geht über die Rochers de Naye, den Col de Chaude, die Pointe d'Aveneyre, den Col d'Ayerne bis zur Tour d'Aï und Tour de Famelon, um dann vom Col de la Pierre du Moëllé sich zum Gipfel des Mont d'Or hinaufzuschwingen, den Col des Mosses zu queren, dem Kamm Chaussy-Tarent zu folgen und endlich über den Col de Pillon den Gipfel des Oldenhorns und den wasserscheidenden Kamm der Diablerets zu erreichen, von wo sie sich nach dem Sanetschpass heruntersenkt.
Dem Rheingebiet gehören alle Zuflüsse der Orbe-Thièle und der Saane, dem Rhonebecken dagegen die direkt in die Rhone oder dann in den Genfersee mündenden Wasserläufe an.
Rheingebiet.
Die Orbe entspringt in der Vallée des Rousses auf französischem Boden und durchfliesst das Jouxthal mit dem Jouxsee, erhält hier aber nur Zuflüsse mit schwach entwickeltem oberflächlichen Sammelgebiet. Es sind ausschliesslich Stromquellen (Quelle von Le Brassus und La Lionne bei L'Abbaye), die dem Jurakalk am rechtsseitigen Gehänge des Hochthales entspringen. Alles von der NW.-Flanke des Thales herkommende Wasser verschwindet gleich demjenigen des Joux- und Brenetsees durch Dolinen (Emposieux) oder durch unzählige Spalten und Risse im Boden, um dann in einer Entfernung von 3 km vom untersten Abflusstrichter in der 220 m tiefer als der Spiegel des Jouxsees entspringenden Stromquelle der Orbe (Source de l'Orbe) wieder zutage zu kommen. Da deren Wasserführung beträchtlich grösser ist als die gesamte dem Jouxsee zukommende Wassermasse, muss man annehmen, die Orbe sammle auf ihrem unterirdischen Lauf auch noch einen grossen Teil des im Boden sich verlierenden Wassers der Risouxflanke.
Die Gehänge des Jouxthales haben somit trotz der sehr verbreiteten Vegetationsdecke den Charakter einer typischen Karstlandschaft. Nahe der Source de l'Orbe erhält dieser Fluss das wahrscheinlich im Gebiet des Mont d'Or sich sammelnde Wasser der Source à Geriet. Dann fliesst ihr beim Austritt aus dem Längsthal von Vallorbe noch die aus dem französischen Thälchen von La Ferrière kommende Jougnenaz zu, deren längster Quellarm aber westl. vom Mont Suchet auf Waadtländer Boden entspringt.
Eine lange Schlucht leitet nachher die Orbe, die auf dieser Strecke einzig durch einige Quellen (Umgebung von Agiez, Bach von Bretonnières) verstärkt wird, der zwischen dem Mormont und dem Neuenburgersee sich ausbreitenden Tiefenregion zu, in welcher sie sich nördl. wendet, den aus dem westl. Jorat herkommenden Talent erhält und zugleich den Namen der Thièle oder Toile (Zihl) annimmt. Der im Thälchen von Vaulion entspringende Nozon hat sich gleich der Orbe eine Schlucht, die von Saint Loup, ins subjurassische Plateau eingeschnitten und vereinigt sich mit dem Talent 2 km oberhalb dessen Mündung in die Orbe. In dem zwischen der Orbe und dem Mont de Chamblon gelegenen Abschnitt des Alluvialbodens der Orbeebene entspringen mehrere Quellen («puits» genannt), deren Wasser vom Sammellauf des Canal Occidental zusammen mit anderm Abzugwasser der Petite Thièle zugeführt wird.
Letztere vereinigt sich mit dem Mujon, der am Jurafuss entspringt und das subjurassisehe Plateau quert. Die Thièle mündet bei Yverdon am N.-Rand der einen alten Seearm darstellenden Alluvialebene von S. her in den Neuenburgersee. Unweit der Thièle münden noch der aus dem Moos zwischen dem Mont de Chamblon und den Höhen von Champvent herkommende Buron, der sich ehemals mit ihr vereinigte, und der Bay, der fast ausschliesslich vom Wasser der am NW.-Hang des Mont Chamblon entspringenden Stromquellen gespeist wird.
Weitere Zuflüsse des Neuenburgersees sind: die im subjurassischen Plateau zwischen Champvent und Vuitebœuf entspringende Brinaz und desgleichen der Grandsonnet, während der weit längere Arnon mit seinem Oberlauf im Jura liegt und das subjurassische Plateau durch die malerische Schlucht von Covatannaz erreicht. Auf der jurassischen Seite erhält der See noch sehr starke Quellen. So diejenige von La Lance, den nur 700 m langen periodischen Wildbach La Diaz und nahe La Baisse eine ganze Gruppe von wasserreichen Quellen, deren tiefere beständig sind, während die höher gelegenen nur periodisch fliessen. Auch der Arnon erhält ein Kontingent von zahlreichen Quellen, die in der Schlucht von Covatannaz und beim Weiler La Mothe der Juraflanke entsprudeln und ebenfalls in der Tiefe beständig, höher oben bloss periodisch sind und dann zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr prachtvolle, aber kurzlebige Wasserfälle bilden.
Weit bedeutender sind die aus dem Waadtland ¶
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kommenden Zuflüsse des Neuenburgersees auf der Seite des tertiären Mittellandes. Während die Mentue mit dem Sauteruz die Senke zwischen westlichem und zentralem Jorat entwässert, sammelt die Broye die Mehrzahl der Abflüsse des zentralen Jorat und durchfliesst den Murtensee, um dann am Kontakt der drei Kantone Waadt, Freiburg und Bern den Neuenburgersee zu erreichen. Die Broye erhält aber auch aus dem westl. Jorat noch eine ganze Reihe von Nebenadern; darunter in erster Linie die dem W.-Rand der Alluvialebene zwischen Payerne und dem Murtensee folgende Petite Glâne, ferner die Lembaz, Cerjaulaz, Mérine und Bressonnaz.
Infolge der Nähe des Glânethales, durch welches sich ein grosser Teil des zentralen und östl. Jorat entwässert, sind die rechtsseitigen Nebenadern der Broye von nur untergeordneter Bedeutung, sodass hier bloss etwa die Erbogne und der Chandon, deren Oberlauf auf Freiburger Boden liegt, zu nennen wären. Zuoberst endlich nimmt die Broye den teilweise in den Lac de Bret und damit zum Sammelgebiet der Rhone abgelenkten Grenet und die Biordaz mit dem Corbeyron auf.
In den Waadtländer Alpen umfasst das Sammelgebiet des Rheins noch den bedeutenden Abschnitt des Saanegebietes zwischen dessen Freiburger und Berner Anteil, d. h. das von der Saane durchflossene Waadtländer Pays d'Enhaut. In dieser Gegend erhält die Saane den Hongrin mit dem Petit Hongrin, den Ruisseau du Leysay und den Ruisseau des Charbonnières, in dessen Nähe aus der Felsmasse des Mont d'Or die Quellen von Les Anteines sprudeln; ferner die Tourneresse (aus der Vallée de l'Étivaz) mit der Eau Froide, beide als Abflüsse von zum Teil für die Wasserversorgung von Lausanne gefassten starken Quellen.
Von der Kette des Vanil Noir ob Château d'Œx kommen verschiedene Wildwasser herab, so u. a. diejenigen von Les Mérils und Les Bossons. Links entfliesst die Gérine dem Gebiet der Gummfluh; hinter dem Engpass von Le Borsalet kommt der Wildbach von Les Siernes Picats aus dem Thal von Vert Champ und erhält als Nebenader den Ruisseau de la Manche; endlich mündet in die Saane bei Rougemont der die Kantonsgrenze zwischen der Waadt und Bern bildende Grischbach (Ruisseau des Fenils). Auch aus der Kette des Rübli erhält die Saane einige Wildwasser, während der bedeutendere Kalberhöhnibach auf Waadtländer Boden, am Fuss der Gummfluh in der Alpe de Comborsin, bloss seine Quelle hat und dann sofort auf Berner Boden übertritt.
Rhonegebiet.
Die Wasserläufe der dem Rhonegebiet zugewendeten Abdachung gehen entweder direkt zur Rhone oberhalb ihrer Mündung in den Genfersee oder auch unmittelbar in diesen letztern. Als Gletscherkind und echtes Wildwasser hat die Rhone einen ganz andern Wasserhaushalt als die Zuflüsse der Thièle, die Frühjahrs- und Herbsthochwasser aufweisen, während sie selbst während des ganzen Sommers Hochwasser führt. Diese Erscheinung beeinflusst in erster Linie den Genfersee, der im Sommer ansehnliche Hochwasser und gegen Ende des Winters ausserordentlich tiefe Wasserstände aufzeigt.
Derart bestimmt die Rhone mit ihrer bedeutenden Wassermasse den Wasserhaushalt des Sees in überwiegendem Mass. Oberhalb seiner Mündung in den See erhält der Fluss eine ganze Reihe von Nebenarmen. So den Avançon von Morcles, der sich beim Heilbad Lavey mit dem Wasserfall Pissechèvre ins Rhonethal hinunterstürzt. Dann den Avançon von Bex, der aus den beiden Armen Avançon des Plans und Avançon d'Anzeindaz entsteht und das einzige den Waadtländer Kalkalpen (Gletscher von Les Martinets, Plan Névé und Paneyrossaz) entspringende Wildwasser mit fast ausschliesslichem Gletscherbachregime darstellt.
Die Gryonne entspringt im Zirkus von Taveyannaz am W.-Fuss der Diablerets, nimmt die von der S.-Flanke des Chamossaire herabkommende Petite Gryonne auf und hat starken Wildbachcharakter, sodass sich die Rhoneebene zwischen Bex und Ollon lange Zeit durch ihre Ueberschwemmungen bedroht sah. Auch die Grande Eau entspringt den Hochalpen, und zwar im prachtvollen Erosionszirkus von Creux de Champ dem Bergfuss von Oldenhorn-Diablerets; sie sammelt die Schmelzwasser der Gletscher an der NW.-Abdachung dieser Gebirgsgruppe und erhält als Seitenarme den aus dem Glacier du Dard kommenden Dard, den Ruisseau de la Croix, die Raverette, den vom Col de la Pierre du Moëllé herabfliessenden Bach von Le Sépey und einen ebenfalls Dard geheissenen Wildbach vom Chamossaire her.
Eine gegenüber den Bädern von Bex sprudelnde wasserreiche Stromquelle führt ihr die unter dem Plateau von Leysin unterirdisch gesammelten Wasser zu. Mitten in der Alluvialebene steigt die starke gipshaltige Grundwasserquelle von Le Bras in die Höhe, die wahrscheinlich den hier die Felsränder der Thalwanne bildenden Triasgesteinen entspringt. Am Rand des Rhonethales treten mächtige Quellen zutage, wie u. a. diejenigen am Fuss des Bergstockes von Les Agittes zwischen Yvorne und Roche. Hier verlässt das Wildwasser Eau Froide die Präalpen, um zunächst dem ¶