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Weitereluftaufnahmen von Vevey
Auf dem Grande-Place, am Seeufer, unterstützte man zwischen 1840 und 1846 der Metamorphose eines Gebäudes, das zu einer Hauptkonstruktionen des Neo-gotischen waadtländischen und sogar zu einem Wegbereiter-Werk für die ganze Schweiz wurde.
Das Schloss Aile erhebt sich in der Tat auf dem Ort der alten Markthallen von Vevey, die durch Wohlklang, an die Ursprünge von Aile, das Aushängeschild des Gasthofs, der ab 1545 mit diesem Handelsgebäude verbunden war. Die Gesamtheit wurde in 1680 durch die Gemeinde an Adam Chastelain verkauft. Vier Jahre später gelangte das Eigentum an Vincent Hertner, der aus einer Händler Familie von Sankt Gallen stammt, die jedoch in Lyon und Genf etabliert waren. Er baute das Gebäude wieder auf, um daraus ein Schloss umrahmt mit Türmchen zu machen - mit noch einem breiteren Turm auf der Achse der Nordfassade. Dann hinterliess er es seinem Neffen Martin Couvreu von Deckersberg, ein Bankier in London, dann in Lyon, der sich später in Vevey niederliess, und dessen Bürger er in 1698 wurde.
Einer der Nachkommen des letzteren, Jacques-Edouard Couvreu (1803-1872), widmete einen grossen Teil seines Vermögens, um das Eigentum von Aile zu verschönern, um dort seine Frau zu empfangen, Mathilde Micheli von Genf, die er in 1845 heiratete. Er liess das Gebäude zwischen 1840 und 1846 radikal umwandeln und er stattete es mit wichtigen Anbauten aus.
Ebenfalls besorgt über das öffentlichen Interesse, gemäss dem Beispiel von Vincent Perdonnet, der in 1839 der Stadt von Vevey eine wichtige Spende machte, um die Stadt zu verschönern, nahm Jacques-Edouard Couvreu an der Konstruktion des Kais an der "Promenade von Aile " teil, und liess dort auf seine Kosten einen "Flüssigkeitsmesser" einrichten, das heisst eine Einrichtung, die das Niveau der Gewässer des Sees angibt. Obwohl er zum grossen Rat in 1841 abgeordnet wurde und etwa zur gleichen Zeit Beisitzer des Friedensgerichts war, hielt sich Jacques-Edouard Couvreu meistens am Rand des öffentlichen Lebens. Er war dagegen innerhalb verschiedener philanthropischer und religiöser Institutionen seiner Stadt, er zählte zu den Gründern des „Asyls der jungen armen und verlassenen Mädchen" von Vevey (1828), und begünstigte seine Liberalitäten das Hospiz des Samariters und das Haus der Genesenden von Petit-Clos. Er sass während zwanzig Jahre in den Räten der freien Kirche und war im Kanton Waadt an der Einführung der ersten Abendkurse für Arbeiter beteiligt.
Jacques-Edouard Couvreu wollte nicht nur in einem komfortablen, sondern in einem originellen Gebäude wohnen; er hielt sich einige Zeit in England auf und hat dort, gemäss der Familientradition, für das englische Neo-gotische Feuer gefangen. Angesichts der grossen geplanten Arbeiten appellierte er an mehrere Architekten mit gutem Ruf. So war Philippe Franel von Vevey (der vielleicht bereits für die Familie Couvreu in Corsier gearbeitet hat), der Urheber der vorläufigen Projekte; er zeichnete ausserdem die endgültige Version der Fassaden und leitete die Baustelle. Henri Perregaux befasste sich mit der inneren Aufteilung, und Jacques-Louis Brocher aus Genf wurde ebenfalls angefragt. Das Wörterbuch der Schweizer Künstler teilt letzteren zweifellos ein wenig zu hastig die Vaterschaft des Schlosses Aile zu. Es basiert in der Tat auf dem Protokoll der Gesellschaft der Künste, die trotzdem vorsichtiger mitteilt: "Gegen dasselbe Zeitalter liefert er [ Brocher], noch Pläne für den Wiederaufbau des Schlosses Aile." Eine Nuance, die durch die aufbewahrten Projekte bestätigt wurde! Ab dem Sommer von 1839 jedenfalls zog Edouard Couvreu die Umwandlung oder den Wiederaufbau des Schlosses in Betracht. Er wünschte ebenfalls, dass der Gemeindeausschuss, der beauftragt wurde, die Sache zu untersuchen, direkt mit dem "Herrn Philippe Franel, mein Architekt" behandelt wurde. Die Baustelle begann anfangs März 1840, und die Verlegung "des ersten Steines" fand am 16. des gleichen Monats statt.
Fünf Jahre später scheint die Einschreibung der neuen Gebäude im Kadasteramt das Ende der Arbeiten zu markieren.
Auf einem schweizerischen Niveau beruht das Interesse des Schlosses Aile nicht nur auf dem Reichtum und der Originalität seines Dekors; man ging noch weiter schon kurz danach in die Schlösser von Schadau und von Oberhofen am Thuner See (l848-1855). Aber es ist in der Tat ein "avantgardistisches" Werk im eigentlichen Sinne, denn es repräsentiert in der zivilen Architektur eines der aller ersten grossen neo-gotischen Gebäude in unserem Land, fast zeitgenössischen mit dem Schloss Laufen in der Nähe von Schaffhausen, das in 1840-1841 von Ferdinand Stadler, Architekt, umgebaut wurde.
Bibliographie