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Sowohl Porzellan wie auch Steinzeug wurden in China erfunden. Die älteste erhaltene chinesische Keramik datiert von 6500 vor Christus.
Chinesische Töpfer imitierten in der Tang-Zeit ab 618 nach Christus den seltenen Schmuckstein Jade. In der Folge galt das Olivgrün, das sie erzeugten, als geheime Farbe und wurde ausschliesslich für den kaiserlichen Hof hergestellt. Als neue Technik kam die Marmorierung auf. Um 720 importierte China das auf Grund seiner Herkunft aus iranischen Minen «Mohammedaner-Blau» genannte Kobalt. Handelskontakte zur Mittelmeerwelt und nach Vorderasien brachten griechische und römische Formen ins Reich der Mitte.
Die Song-Zeit ab 960 gilt als klassische Periode der chinesischen Keramik. Im ostchinesischen Jingdezhen entstand eine der frühesten Grossindustrien der Welt.
In der Ming-Dynastie ab 1368 fertigten die Töpfer Porzellan von besonders hellem Weiss. Die Anlagen in Jingdezhen wurden während der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Mandschu 1644 zerstört. Die Ming-Dynastie wurde gestürzt und die Qing-Dynastie gegründet. Die Fabrikation wurde 1654 unter dem Namen «Kaiserliche Porzellanmanufaktur» wiederaufgenommen.
Im 15. und 16. Jahrhundert importierten die Europäer grosse Mengen an chinesischem Porzellan. Bald suchte man jedoch nach Wegen, den teuren Import zu ersetzen. Die frühsten Experimente werden um 1470 in Venedig durchgeführt. Der Grossherzog von Florenz, Francesco de Medici (1541–87), liess aus der Erde von Vincenza so genanntes Medici-Porzellan herstellen, eine Art Weichporzellan.
Europa schwelgte im Chinafieber. Die Kaffeeleidenschaft der höfischen Gesellschaft erlebte ihre Initialzündung 1669 mit dem Besuch des türkischen Gesandten Soliman Agas am Hof Ludwigs XIV., des Sonnenkönigs. Als Folge herrschte im 17. und im 18. Jahrhundert eine grosse Nachfrage nach entsprechendem Porzellan.
Die Erfindung des Hartporzellans ist auf August den Starken (1670–1733), den Kurfürsten von Sachsen, zurückzuführen. Er befahl 1704 dem Wissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, mit dem Apotheker und Alchimisten Johann Friedrich Böttger zusammenzuarbeiten, um hinter das Geheimnis der Porzellanproduktion zu kommen. 1708 gelang es ihnen, Hartporzellan zu brennen. In mehreren Ländern wurden die Forschungen forciert. William Cookworthy entdeckte 1754 in Cornwall Porzellanerde. Dimitri Winogradow aus St. Petersburg fand 1745 die Porzellanrezeptur heraus. Weitere Erfinder waren Georg Heinrich Macheleid und Gotthelf Greiner in Thüringen, Lauraguais-Brancas in Frankreich, Victor Amedeus Gioanetti in Italien, Frantz Heinrich Müller in Dänemark oder Andrew Duché in den USA.
Das «weisse Gold» galt immer als etwas Besonderes. Vor allem im 18. und im 19. Jahrhundert wies es seine Besitzer als wohlhabend und zugleich gebildet aus.