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Nils Stump wollte im Mutterland des Judo seinen Konkurrenten Kopfzerbrechen bereiten. Letztlich endete das Olympiadebüt aber allen voran für den 24-jährigen Zürcher schmerzhaft: Stump scheiterte bei erster Gelegenheit unter Einfluss einer Verletzung. Der EM-Dritte riss sich nach gutem Start gegen Gjakova bei einem Wurfversuch die Lippe auf und musste mehrere Minuten lang abseits der Matte behandelt werden.
In der Folge - Stump kehrte mit einem dicken Verband im Gesicht zurück - drehte das Kampfgeschehen komplett. Gjakova, der Stump bereits an den Europameisterschaften im April die einzige Niederlage des Turniers zugefügt hatte, war plötzlich der aktivere Kämpfer. Der Kosovare warf Stump wenige Sekunden nach der Wiederaufnahme des Kampfes ein erstes Mal auf den Rücken. Mit der Führung durch Waza-Ari im Rücken, setzte Gjakova nach fast vier Minuten am Boden zu einem Haltegriff an, der Stump zur Aufgabe zwang.
Stump hatte sich für die Olympischen Spiele viel vorgenommen, ein Podestplatz schien für ihn nicht ausser Reichweite zu liegen. «An einem guten Tag ist alles möglich und ich kann jeden Gegner schlagen», sagte der 24-Jährige vor der Reise nach Japan selbstbewusst. In Tokio meinte es aber das Losglück schlecht mit dem Zürcher. Mit dem kosovarischen Flaggenträger Gjakova, der in der Repechage scheiterte und die Medaillen ebenfalls verpasste, traf Stump aber sogleich auf einen Gegner, den er in nun vier Duellen nie bezwingen konnte.