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Die Entstehungsgeschichte des Malortes
natürlich - wohltuend - integrativ - grenzenlos
Den Malort und das Malspiel entwickelte Arno Stern.
Paris 1946: In einem Pariser Kinderheim für Kriegswaisen erhielt Arno Stern die Aufgabe, die Kinder zu beschäftigen. Er begann mit ihnen zu malen. Als junger Mann (kriegsbedingt ohne Ausbildung) begleitet er die Kinder völlig unvoreingenommen bei ihrem Tun. Er stellte bald fest, dass die Kinder viel intensiver und reicher arbeiteten, wenn ihnen die Themenwahl freigestellt war und wie bedeutend dieses Malen war. Er begann, den Raum, das Material den Bedürfnissen der Kinder Anzupassen. So erschuf er einen Ort der Geborgenheit, den „Malort“ in welchem Kinder und Erwachsene sich ohne Themenstellung , geschützt vor Wertung und Erwartung dem Spiel mit Farben und Formen hingeben können.. Wie es ist, so muss es sein
Die universelle Bildsprache (Formulation)
In über 50 Jahren Forschungsarbeit entdeckte Arno Stern, dass bei allen Menschen beim freien malen die gleichen Gebilde entstehen, die einer bestimmten Entwicklung unterliegen und die genetisch programmiert zu sein scheinen. Diese Gebilde sind wie eine Sprache mit einer Grammatik. Weil sie aber seiner Meinung nach keine Kommunikation darstellen, da die gemalten Äusserungen nicht an andere adressiert sind, nannte er sie „Formulation“.
Für seine Forschungsarbeit besuchte Stern auch aussereuropäische, von unserer Zivilisation mehrheitlich unberührte Kulturräume (Peru, Niger, etc.). Dabei sah er, dass alle Menschen dieselben Gebilde schaffen. Er fand seine Annahme bestätigt, dass die Gebilde genetisch gespeichert sind, aber nur ans Licht kommen, wenn der Mensch unbeeinflusst malen kann, ohne in eine Richtung gedrängt zu werden. Die „Formulation“ ist nach Arno Stern eine vollkommen andere Äusserung als die Kunst.