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Chancenlos kämpft die Ameise gegen den herabfallenden Sand. Ihre Füsschen finden keinen Halt auf dem losen Boden, immer weiter rutscht das Insekt in die Tiefe. Minutenlang kämpft sie gegen das Abrutschen, bis sie schliesslich erschöpft im Trichterloch landet. Dort geht es blitzschnell: Aus dem Trichter schiessen zwei furchterregende Zangen, packen das Insekt und ziehen es in den Sand. Der Kampf ist vorbei. Einen Moment später schnellt das Skelett der Ameise wieder aus dem Sandloch heraus. Eine Szene, wie aus einem Horrorfilm.
Menschen mag es brutal erscheinen, wie der Ameisenlöwe seine Opfer tötet. Doch es ist auch äusserst faszinierend. Die Larve der Ameisenjungfer verbringt nämlich ihre ganze zweijährige «Kinderstube» versteckt im Sand oder im Bodenstreu und wartet dort auf ihre Opfer.
Dafür baut das Insekt des Jahres 2019 eine Art Trichter, welcher für seine Beute, hauptsächlich Ameisen, eine meist tödliche Falle darstellt. Sind diese erstmals am Boden des Trichters angekommen, verabreicht der Ameisenlöwe seinen Opfern ein tödliches Gift und saugt sie anschliessend aus.
Rund zwei Jahre lebt die Larve des Ameisenlöwen so, bevor sie sich zur Ameisenjungfer verwandelt. Das libellen-ähnliche Tier lebt dann, verglichen mit der zweijährigen Lebenszeit der Larve, nur kurz: zwei bis vier Wochen lang, um sich zu paaren und so für die nächste Generation kleiner Ameisenlöwen zu sorgen.
Man findet den Ameisenlöwen häufig in der Nähe von Häusern. Dort buddelt er sich in sandigen und vor allem trockenen Boden ein. Diesen benötigt das Insekt, damit seine tödliche Falle überhaupt funktioniert.
Der Ameisenlöwe hat es sogar ins Kino geschafft. Im Trickfilm-Klassiker «Die Biene Maja» rettet Maja einen ihrer Ameisenfreunde aus den Klauen des «bösen» Ameisenlöwen. Auch die «Star Wars»-Figur Sarlacc, ein wüstes Monster, welches sich im Boden vergräbt und so auf seine Beute wartet, orientiert sich am Ameisenlöwen.
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