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Aus den USA kennen wir ja durchaus Gesetze, welche entweder zum Lachen oder zum Kopfschütteln veranlassen, so zum Beispiel dürfen in Louisiana Schaufensterpuppen in Modegeschäften nur bei zugezogenen Vorhängen entkleidet werden, in Memphis darf eine Frau nicht Auto fahren, andernfalls muss vor dem Auto ein Mann rennen und dabei eine rote Fahne schwenken und in Fort Madison (Iowa) muss die Feuerwehr laut Gesetz zuerst 15 Minuten die Brandbekämpfung üben, bevor sie zu einem Ernstfall ausrücken darf.
Nun gut, das sind sicherlich sehr exotische Beispiele, aber auch wir in der Schweiz kennen durchaus Gesetze, welche zum Lachen, Nachdenken oder Kopf schütteln Anlass geben. In der Gemeinde Urdorf (ZH) ist es per lokalem Gesetz verboten, an Hochzeiten zu schiessen; das Zuknallen einer Autotüre zwischen 22 Uhr und 7 Uhr ist untersagt, gleiches gilt für die Motorhaube und den Kofferraumdeckel und in einigen Gemeinden ist das Tragen von hohen Absätzen in der Wohnung während der Nachtruhe verboten, was durchaus nachvollziehbar ist. Schwieriger wird es hingegen mit dem Verbot, in der Nacht die Toilettenspülung zu betätigen, um die Nachtruhe zu gewährleisten.
In einigen Kantonen der Schweiz kennen wir nach wie vor die gesetzliche Regelung des Tanzverbotes, zum Beispiel in der Karwoche oder an kirchlichen Feiertagen. Grundsätzlich ist der Verzehr von Hunden und Katzen in der Schweiz gesetzlich erlaubt, wenn auch nur für den Eigengebrauch. Wer zu diesem «Essen» eine aussenstehende Person einlädt, macht sich strafbar. Im Kanton Zürich ist es verboten, gefangene Fische, die Grösser als das Mindestmass sind, wieder in die Freiheit zu entlassen, ebenso verboten ist es für Angler, Selfies mit dem gefangenen Fisch zu erstellen. Seien Sie vorsichtig in Glattfelden, denn dort ist «das Spucken auf öffentlichem Grund im Siedlungsgebiet ohne Not verboten.» Ähnlich strengt geht es in Visp (Wallis) zu und her, wo noch Zucht und Ordnung herrscht: Jugendlichen unter 16 Jahren ist es untersagt, sich nach 23:00 Uhr ohne Begleitung erwachsener Verantwortlicher auf Strassen, Plätzen und an öffentlichen Orten aufzuhalten.»
Abschliessend muss ich Sie in Anbetracht des nahenden Frühlings warnen: Das Aufhängen von gewaschener Wäsche im Freien ist an Sonntagen untersagt. Ich hoffe Sie haben beim Lesen dieser Zeilen etwas geschmunzelt. Nachdenklich sollte uns aber die Erkenntnis stimmen, dass wir es in unserem Land mit einer stets zunehmenden Flut an Gesetzen zu tun haben. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich deren Anzahl auf Bundesebene fast verdoppelt. Allein die Bundesgesetze umfassen zusammen weit über 70‘000 Seiten, Trend ungebrochen. Dazu kommen noch x Tausende kantonale und kommunale Vorschriften. Vielleicht brauchen wir ein Gesetz gegen neue Gesetze…
Markus Reinhard