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Sonnenforschung Hintergrund: Was sind die Flecken auf der Sonnenoberfläche eigentlich? Schon mit einem einfachen Teleskop kann man sie beobachten. Dank des wunderbaren Sommers gab es dieses Jahr viele Gelegenheiten dazu.
Historische Interpretationen
Flecken dürfen nicht sein
Galilei zeichnete bereits systematisch Sonnenflecken. Er vermutete, dass es sich um wolkenähnliche Strukturen in der Sonnenatmosphäre handle. Klicken Sie auf das Bild für eine grössere Darstellung.
In der katholischen Lehre galt die Sonne als Inbegriff der Reinheit. Sie durfte nicht fleckig sein – eine schwierige Ausgangslage für AstronomInnen. Von katholischen BeobachterInnen wurden die Flecken daher als Satelliten interpretiert, als feste Objekte ausserhalb der Sonne. Dieser Interpretation widersprach Galileo’s Beobachtung, dass die Flecken auftauchten und wieder verschwanden.
Lebt da jemand?
Beinahe zwei Jahrhunderte später schlug der berühmte Astronom William Herschel vor, die Flecken seien Löcher in der leuchtendheissen Sonnenatmosphäre, durch welche man auf die kühlere Sonnenoberfläche sah, welche vermutlich bewohnt sei. Heute lächeln wir darüber :-) Eine bessere Einschätzung war jedoch mit den damaligen technischen Mitteln nicht möglich, und schliesslich lag er nur beim zweiten Teil der Aussage komplett falsch.
Entdeckung
Die Beobachtung der Sonnenflecken über Jahrhunderte führte Mitte des 19. Jh. unter anderem zur Entdeckung des Sonnenfleckenzyklus: die Anzahl Sonnenflecken variiert in einem Rythmus von ungefähr elf Jahren.
Heute wissen wir mehr
Kühl?
Bei den Sonnenflecken handelt es sich um kühlere Stellen auf der Sonnenoberfläche. Sie sind ‘nur’ etwas 4000° heiss statt 6000° wie ihre Umgebung.
Ein Sonnenfleck ist riesig!
Ein mittlerer Sonnenfleck ist so gross wie die Erde.
Plasma
Auf dem hoch aufgelösten Bild unten erkennt man die körnige, faserige Struktur der Sonnenoberfläche, wo das Plasma aus dem Innern der Sonne aufsteigt. Im Fleck selbst kann es nicht aufsteigen. Klicken Sie auf das Bild für die beeindruckende sehr hohe Auflösung.
Magnetische Ströme
Sonnenflecken erscheinen, verändern sich und verschwinden im Laufe von Tagen oder Wochen wieder. Sie entstehen durch magnetische Ströme im Sonneninnern, welche an die Oberfläche treten.
Hier ist etwas los
Die Region um eine Sonnenfleckengruppe ist besonders aktiv. Hier können sich riesige Explosionen ereignen. Folgt ein Sonnensturm, kann sich dieser durch das gesamte Sonnensystem verbreiten.
Für uns ist das nicht gefährlich, denn das Magnetfeld der Erde schützt uns vor den hoch energetischen Teilchen. Mit Glück können wir wunderschöne Polarlichter sehen. Elektronische Geräte im Weltraum können jedoch beschädigt und Kommunikationssysteme gestört werden.