Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/2153

Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) ist ein bösartiger Tumor im Rachenraum, dessen erste Symptome oft vergrösserte, nicht schmerzhafte Halslymphknoten sind. Ist der Krebs im Rachen noch nicht zu weit fortgeschritten, zielt die Behandlung grundsätzlich darauf ab, ihn durch eine Operation zu heilen.
Rachenkrebs geht von der Schleimhaut des Rachens aus und ist somit – wie die meisten anderen Kopf-Hals-Tumoren auch – ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom. Die genaue Ursache für Rachenkrebs ist nicht bekannt. Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung von Krebs im Rachen gehören Alkohol- und Tabakkonsum sowie Infektionen mit bestimmten Viren (v.a. humanes Papillomvirus, HPV).
Welche Symptome der Rachenkrebs neben den meist vergrösserten Halslymphknoten auslöst, hängt davon ab, wo im Rachen sich der Krebs befindet. Jeder Abschnitt im Rachenraum kann von einem Pharynxkarzinom betroffen sein:
Ein fortgeschritteneres Pharynxkarzinom im Nasenrachenraum kann die Nasenatmung behindern und Nasenbluten auslösen, während Rachenkrebs weiter unten im Rachen beispielsweise zu Halsschmerzen führen kann. Typischerweise breitet sich Rachenkrebs in seinem Verlauf recht früh in benachbarte Gewebestrukturen aus und bildet über die Lymphwege Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Halslymphknoten. Auch die Ausbreitungsrichtung des Krebses hat Einfluss darauf, welche Beschwerden sich entwickeln. Als schwerwiegende Komplikationen können bei Rachenkrebs Schluckstörungen und Atemstörungen auftreten.
Die Diagnose von Rachenkrebs erfolgt mithilfe einer Endoskopie, bei welcher der Arzt eine Gewebeprobe aus dem Rachentumor entnimmt, um sie mikroskopisch zu untersuchen (sog. Biopsie). Zur Behandlung von Rachenkrebs stehen neben der Operation eine Strahlen- und Chemotherapie zur Verfügung. Wie die Therapie im Einzelfall aussieht, hängt davon ab, wo sich das Pharynxkarzinom befindet, wie weit es sich ausgedehnt hat und ob Metastasen in den Lymphknoten vorhanden sind. Die Aussicht auf Heilung ist umso besser, je früher die Krebsbehandlung beginnt.
Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) ist ein bösartiger Tumor im Rachen (Pharynx) und gehört damit zu den Kopf-Hals-Tumoren. Wie die Mehrzahl der bösartigen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich sind die meisten Rachentumoren vom Gewebe her (histologisch) sogenannte Plattenepithelkarzinome – das heisst, sie gehen von der Schleimhaut des Rachenraums aus.
Typisch für Rachenkrebs ist, dass er aus dem Rachenraum frühzeitig in benachbarte Gewebestrukturen eindringt und über die Lymphwege Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Halslymphknoten bildet.
Rachenkrebs kann sich in jedem Rachenabschnitt entwickeln. Da der Rachenraum in drei Abschnitte unterteilt ist, unterscheidet man entsprechend drei Arten von Pharynxkarzinom:
Entwickelt sich ein Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im Nasenrachenraum (= Nasopharynx oder Epipharynx), spricht man von einem Nasopharynxkarzinom. Im Nasenrachenraum liegen die Rachenmandeln. Hier mündet ausserdem die Ohrtrompete (eustachische Röhre) – ein Gang, über den die Belüftung und der Druckausgleich des Mittelohrs erfolgen.
In Europa und Nordamerika tritt jährlich 0,5 bis 1 neuer Fall von Rachenkrebs im Nasopharynx pro 100'000 Einwohnern auf. In Ländern wie Südchina, Südostasien und in Teilen Nordafrikas treten Nasopharynxkarzinome örtlich begrenzt (endemisch) mit 30 neuen Fällen pro 100'000 Einwohnern auf. Männer sind dabei etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahre.
Rachenkrebs im Nasopharynx geht meist von den seitlichen Wänden und vom Dach des Nasenrachens aus. Diese Nasopharynxkarzinome breiten sich schon früh bis in die Nasenhöhle und die Nasennebenhöhlen aus und können auch die Hirnnerven schädigen. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind in 90 Prozent der Fälle bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Halslymphknoten vorhanden. Auf dem Blutweg breitet sich ein Nasopharynxkarzinom eher selten aus. In fortgeschrittenen Stadien dieser Krebserkrankung finden sich allerdings auch Fernmetastasen in anderen Organen des Körpers.
Einen Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im Mundrachenraum (= Oropharynx) nennt man Oropharynxkarzinom. Der Oropharynx reicht bis zum Kehldeckel, der den Eingang zum Kehlkopf verschliesst. Er trennt den Luft- vom Speiseweg. Der Oropharynx enthält die hinteren Gaumenbögen mit den Gaumenmandeln. Der Zungengrund gehört ebenfalls zum Mundrachenraum.
Rachenkrebs im Oropharynx tritt mit einer Häufigkeit von 0,5 bis 2 Fällen pro 100'000 Einwohnern auf. Auch Oropharynxkarzinome treten in Südostasien örtlich begrenzt (endemisch) mit einer Neuerkrankungsrate (Inzidenz) von 20 bis 40 pro 100'000 Einwohnern auf. Männer sind etwa 3- bis 4-mal so häufig betroffen wie Frauen. Die meisten Betroffenen sind 60 bis 70 Jahre alt.
Zum Rachenkrebs im Mundrachenraum gehören
Dabei neigt vor allem ein Zungengrundkarzinom dazu, sich rasch in die Umgebung auszubreiten. Oft reicht es bis zum Kehlkopf. Fernmetastasen finden sich in 10 bis 20 Prozent der Fälle.
Bildet sich ein Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im unteren Rachenraum in Höhe des Kehlkopfs (= Hypopharynx), bezeichnet man ihn als Hypopharynxkarzinom. Der Hypopharynx dehnt sich vom Kehldeckel bis zum Eingang der Speiseröhre aus und liegt hinter dem Kehlkopf.
Der Anteil von Rachenkrebs im Hypopharynx an den Kopf-Hals-Tumoren liegt bei 5 bis 10 Prozent. Männer haben fünfmal häufiger Pharynxkarzinome als Frauen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr.
Rachenkrebs im Hypopharynx breitet sich bevorzugt nach oben, in Richtung des Mundrachens, und nach unten in die Speiseröhre aus. Häufig dehnt sich dieser Krebs auch auf den Kehlkopf aus. Fernmetastasen sind selten.
Worin ein Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) seine Ursachen hat, ist nicht vollständig geklärt. Erblich bedingte Faktoren, Umwelteinflüsse und Mangelernährung sind möglicherweise an der Entstehung von Krebs im Rachen beteiligt.
Zu den verschiedenen Faktoren, die die Entstehung von Rachenkrebs begünstigen, zählen:
Vor allem das Rauchen spielt unter den Ursachen von Rachenkrebs eine grosse Rolle. Alkohol verstärkt die negative Wirkung des Tabakkonsums zusätzlich. Daher gilt:
Als weitere Rachenkrebs-Ursachen kommen ausserdem bestimmte Virusinfektionen infrage, denn: Rachenkrebs tritt verstärkt im Zusammenhang mit dem Epstein-Barr-Virus oder dem humanen Papillomvirus (HPV) sowie mit einem fehlerhaft arbeitenden Immunsystem auf. Es gelingt immer öfter, das Pharynxkarzinom mit HPV in Verbindung zu bringen, das häufig auch für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich ist. Dieses Virus (wie auch mehrere andere Viren) löst die Entwicklung von Rachenkrebs zwar nicht direkt aus, ist aber ein wichtiger zusätzlicher Faktor.
Die bei Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) auftretenden Symptome hängen davon ab, wo im Rachen der Krebs entsteht und welche benachbarten Strukturen er durch seine Ausbreitung in Mitleidenschaft zieht:
Beim Nasopharynxkarzinom – also bei Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im Nasenrachenraum (= Nasopharynx) – fallen als erste Symptome häufig vergrösserte, nicht schmerzhafte Halslymphknoten auf. Mögliche Anzeichen für ein fortgeschrittenes Nasopharynxkarzinom sind:
Auch bei Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im Bereich des Mundrachenraums (= Oropharynx), dem sogenannten Oropharynxkarzinom, sind als erste Symptome die Halslymphknoten vergrössert. Typische Anzeichen für ein Oropharynxkarzinom in späteren Stadien sind Halsschmerzen, die bis zum Ohr ausstrahlen können, und Schluckbeschwerden. Breitet sich der Rachentumor bis in die Kaumuskeln aus, kann es zu einem Kaumuskelkrampf mit schmerzhafter Kieferklemme (sog. Trismus) kommen: Dann können die Betroffenen den Mund nicht richtig öffnen.
Bei Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im unteren Abschnitt des Rachenraums (Hypopharynx) – einem Hypopharynxkarzinom – finden sich als erste Symptome ebenfalls häufig vergrösserte, schmerzlose Halslymphknoten. In fortgeschrittenen Stadien macht sich ein Hypopharynxkarzinom durch Halsschmerzen, Heiserkeit und Schluckbeschwerden bemerkbar. Da das Hypopharynxkarzinom auf den Kehlkopf drückt, können die Atemwege eingeengt sein, was eine schwere Atemnot zur Folge hat.
Bei Verdacht auf Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) erfolgt zur Diagnose eine Endoskopie des Nasen-Rachen-Raums. Ein Karzinom im Bereich des mittleren Abschnitts im Mundraum (Oropharynx) ist unter Umständen schon mit blossen Auge zu erkennen. Der Verdacht auf Krebs im Rachen kann sich anhand vergrösserter Halslymphknoten und verschiedener Beschwerden (wie z.B. Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, behinderte Nasenatmung) ergeben.
Um die erste Diagnose zu sichern, entnimmt der Arzt bei der Endoskopie eine Gewebeprobe und untersucht diese anschliessend unter dem Mikroskop (sog. Biopsie). Da Rachenkrebs typischerweise frühzeitig aus dem Rachenraum in benachbarte Gewebestrukturen eindringt und über die Lymphwege Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Halslymphknoten bildet, folgen weitere Untersuchungen: Um zu untersuchen, wie weit sich der Rachenkrebs ausgebreitet hat, kommen Schnittbildverfahren – Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) – zum Einsatz. Die Halslymphknoten kann der Arzt bei diesen Untersuchungen ebenfalls zuverlässig beurteilen. Sie sind aber auch mit Ultraschall meist gut darstellbar. Um Metastasen in der Lunge auszuschliessen, erfolgt eine Röntgenaufnahme. Wenn der Verdacht besteht, dass das Pharynxkarzinom Absiedelungen in den Knochen gebildet hat, kommt eine Skelettszintigraphie zum Einsatz.
Bei den Untersuchungen beurteilt der Arzt ausserdem, in welchem Stadium sich der Rachenkrebs befindet (sog. Staging) – und zwar mit dem sogenannten TNM-System: T steht dabei für die Tumorgrösse, die man von T1 für kleine Tumoren bis T3 oder T4 für grosse Tumoren einstufen kann. N steht für einen möglichen Befall der Lymphknoten (Nodi lymphoidei) und M für Metastasen. Diese Einteilung ist wichtig, um im Anschluss an die Rachenkrebs-Diagnose die richtige Therapie bestimmen und eine Prognose treffen zu können.
Bei Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) stehen zur Therapie verschiedene Verfahren zur Verfügung: Operationen, Strahlentherapie und Chemotherapie. Welches der Verfahren für Ihre Behandlung am besten geeignet ist oder ob eine Kombinationstherapie sinnvoll ist, hängt davon ab, wo im Rachen (Pharynx) sich der Krebs befindet, wie weit sich das Karzinom ausgedehnt hat und ob Sie Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Lymphknoten haben. Wie bei anderen Kopf-Hals-Tumoren ist es auch beim Pharynxkarzinom wichtig, dass die Ärzte bei der Behandlung funktionelle Aspekte besonders berücksichtigen: Die bestmögliche Therapie hat zum Ziel, die wichtigsten Funktionen im Kopf-Hals-Bereich zu erhalten, damit der Rachenkrebs Ihre Lebensqualität so wenig wie möglich einschränkt.
Wenn Sie Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im Nasenrachenraum (= Nasopharynx) haben, ist eine Operation zur Therapie eher ungeeignet. Der Grund: Ein solches Nasopharynxkarzinom ist wegen seiner Lage im oberen Teil des Rachens schwer zugänglich, was es meist unmöglich macht, den Tumor operativ zu entfernen. In frühen Tumorstadien besteht die Behandlung daher vorwiegend darin, das Nasopharynxkarzinom zu bestrahlen. Ist der Rachenkrebs schon fortgeschrittener, erfolgt die Strahlentherapie nach Möglichkeit in Kombination mit einer Chemotherapie.
Bei Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im Mundrachenraum (= Oropharynx) ist es für die Therapie entscheidend, wo genau das Karzinom liegt. Da ein solches Oropharynxkarzinom gut zugänglich ist, empfiehlt sich besonders in frühen Stadien eine Operation. Womöglich kommen zur Behandlung auch laserchirurgische Massnahmen in Betracht. Ist es nicht möglich, das Oropharynxkarzinom operativ zu entfernen, erfolgt eine Strahlentherapie. Auch eine Radiochemotherapie – eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie – kann gegen weit fortgeschrittene Oropharynxkarzinome sinnvoll sein.
Gegen Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) im unteren Abschnitt des Rachenraums (= Hypopharynx) kommt zur Therapie nach Möglichkeit ein Verfahren zum Einsatz, welches das Hypopharynxkarzinom vollständig entfernt und gleichzeitig den Erhalt der Sprechfunktion sicherstellt. Da der untere Teil des Rachenraums aber unmittelbar hinter dem Kehlkopf liegt, kann dieser bei Operationen nicht immer erhalten bleiben. Kleinere Karzinome im Hypopharynx entfernt man häufiger operativ. Dagegen kommt bei einem grösseren Karzinom und bei Tochtergeschwulsten (Metastasen) in den Lymphknoten eine Operation mit nachfolgender Bestrahlung oder auch eine Strahlentherapie zusammen mit einer Chemotherapie zum Einsatz.
Ein ausgedehnter, metastasierender (d.h. Tochtergeschwulste bildender) Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) erfordert eine umfassendere Therapie: Gegen solch fortgeschrittene Rachentumoren kommt ein gängiges Verfahren bei der Operation zum Einsatz, das man als Neck Dissection bezeichnet. Dabei entfernt der Operateur sowohl den Rachentumor als auch die Halslymphknoten – und unter Umständen weitere Strukturen im Hals in unterschiedlichem Ausmass:
Bei Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) sind Verlauf und Prognose schwer vorherzusagen: Die Heilungsraten bei Krebs im Rachen hängen von vielen Faktoren ab – beispielsweise ganz erheblich davon, in welchem Stadium sich der Rachentumor befindet, wie weit er sich ausgedehnt hat und ob sich Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet haben. Es ist deshalb nicht möglich, Angaben zur mittleren Lebenserwartung ohne Weiteres auf den Einzelfall zu übertragen.
Ein Rachenkrebs kann im weiteren Verlauf mit erkrankungs- oder auch behandlungsbedingten Komplikationen verbunden sein. So können durch das Pharynxkarzinom vor allem schwerwiegende Sprechstörungen und Atemstörungen auftreten. Weitere mögliche Komplikationen von Rachenkrebs sind Störungen beim Kauen und Schlucken und sich daraus ergebende Probleme beim Essen. Diese können die Lebensqualität erheblich mindern.
Wenn die Behandlung von Rachenkrebs abgeschlossen ist, ist im weiteren Verlauf eine regelmässige Nachsorge sehr wichtig. Ein wesentlicher Bestandteil der Nachsorge besteht darin, den gesamten Kopf-Hals-Bereich zu untersuchen, besonders durch eine Endoskopie, Biopsie, CT und MRT: So ist es möglich, eine Resterkrankung, ein erneut auftretendes Pharynxkarzinom (Rezidiv) oder andere Tumoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Wenn Sie einem Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) vorbeugen möchten, ist eine gesunde Ernährung und Lebensweise zu empfehlen. Das bedeutet unter anderem, übermässigen Alkohol- und Tabakkonsum zu vermeiden. Dagegen ist ein Verzicht auf Kaffee nicht ratsam, denn: Regelmässiger Kaffeekonsum senkt womöglich das Risiko für Mundhöhlen- und Rachenkrebs.
Sinnvoll zum Vorbeugen von Rachenkrebs ist auch eine gesunde Mundhygiene. Da ausserdem Magen-Darm-Störungen wie Sodbrennen oder die Refluxkrankheit das Risiko für ein Pharynxkarzinom erhöhen, lassen Sie diese am besten entsprechend behandeln.