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von Ch. D.
Im Sommer traf ich ihn jeden Morgen, wenn ich zum Dienst ging. Da hatte der alte Mann seinen Flocki an der Leine, stakte mit ihm bis zur Wiese und dann erst ließ er ihn los.
Im Herbst wurde die Wiese eingezäunt und ein Schild stand plötzlich da: „Wohnbaublock der Firma Sowieso“. Da ging der alte Mann weiter hinaus aus der Stadt mit seinem Flocki, blieb oft sinnend vor dem Bauplatz stehen und Flocki gab am Eingang mehrere Visitenkarten ab. Später sah ich den alten Mann dann nicht mehr. Es gab Schnee, wenige Sonnentage und jeder hatte mit sich selbst zu tun.
Kurz vor Weihnachten, an einem Sonntag, fuhr ich mit Bekannten zum Tierheim hinaus, um einen Hund auszusuchen. Sie hatten sich am Stadtrand ein kleines Eigenheim gebaut und brauchten nun einen Hausgenossen. Und da sah ich Flocki wieder. Er saß bei den anderen Hunden im Zwinger, etwas abseits, traurig, einsam und ungeliebt. Vielleicht spürte er, daß ich ihn kannte, er kam zum Gitter, roch an meiner Hand als ich ihn streichelte und wedelte mit seinem Stummelschwänzchen. Dann trottete er langsam auf seinen Platz zurück.
Meine Freunde hatten sich einen Schäferhund ausgesucht und durften ihn gleich mitnehmen. Ich stand noch immer vor Flocki und überlegte: Konnte ich ihn mitnehmen? Ich wohnte möbliert und war den ganzen Tag nicht zu Hause. Würde ich jemanden finden, bei dem ich ihn tagsüber lassen konnte? Ich tauschte einen langen Blick mit Flocki, und dann… nahm ich ihn mit. Ich machte ihn an einer improvisierten Leine fest und wir gingen mit unseren Hunden los. der alte Mann und der Hund weiterlesen