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Der Eigentümer in seiner Eigenschaft als Bauherr darf bei Grabungen und Bauten die nachbarrechtlichen Grundstücke nicht dadurch schädigen, dass deren Erdreich in Bewegung gebracht wird oder vorhandene Einrichtungen geschädigt werden (Art. 685 Abs. 1 ZGB). So passiert, wenn zum Beispiel bei Grabungsarbeiten an der Fassade des Nachbarhauses Risse entstehen.
Das bedeutet, dass eine Befreiung mittels Entlastungsbeweis ausgeschlossen ist. Ein Verschulden des Grundeigentümers ist nicht erforderlich. Der Bauherr in seiner Eigenschaft als Werkeigentümer haftet verschuldensunabhängig für Schäden, die Dritte infolge seines Gebäudes erleiden (Art. 58 OR). Die Werkeigentümerhaftung kommt allerdings bei unfertigen Werken oder bei solchen, die sich noch im Bau/Umbau/Abbruch befinden nicht zur Anwendung. Ausgenommen ist der Fall, in dem das Werk während der Bauphase trotzdem seinem Zwecke nach gebraucht wird. Die Haftung für Bauten während der Bauphase richtet sich nach Art. 41 OR.
Der Bauherr kann auch für schädliche Einwirkungen auf die Umwelt, insbesondere Gewässer (Art. 59a USG, Art. 54 GSchG) zur Rechenschaft gezogen werden. Fällt beispielsweise ein Fass mit Chemikalien um und verschmutzt den Boden, haftet der Bauherr für den daraus entstehenden Schaden.