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Bei Gategroup dürfte es anlässlich der kommenden Generalversammlung vom 16. April zu einem Showdown kommen. Der Hedgefund bzw. Gross-Aktionär RBR Capital ist bekanntlich mit dem Verwaltungsrat und dem Management des Airline-Caterers nicht zufrieden und stellt nun eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat auf. Zudem will er die kürzlich neu besetzten Positionen des Konzern- und Finanzchefs überprüfen.
Wie Gategroup am Montag mitteilte, beantragt RBR die Wahl von Gerard von Kesteren, Heinz Robert Köhli, Frederick W. Reid, Tommy Tan sowie eines fünften, noch nicht bestätigten Kandidaten in den Verwaltungsrat. Sie sollen die gegenwärtigen Verwaltungsratsmitglieder Andreas Schmid, Neil Brown, Brian Larcombe und Anthonie Stal ersetzten, für die RBR eine Nichtwiederwahl beantragt. Zusätzlich schlägt der Fund laut Mitteilung vor, drei seiner Kandidaten als Mitglieder des Vergütungsausschusses zu wählen.
Beteiligung von knapp 12 Prozent
RBR hält eine Beteiligung von 7,5 Prozent an Gategroup und hat sich letzte Woche mit einem weiteren Aktionär (Camox) zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die per letzten Donnerstag eine Beteiligung von 11,71 Prozent ausgewiesen hatte.
Der Verwaltungsrat werde die Vorschläge und den Antrag von RBR prüfen und dazu vor oder anlässlich der Veröffentlichung der Jahresergebnisse 2014 am 12. März 2015 Stellung nehmen, schreibt Gategroup in der Mitteilung. Dass Gategroup das Begehren unterstützen wird, ist aber unwahrscheinlich. Man begrüsse den «konstruktiven Dialog mit allen Aktionären», heisst es zwar. Die Diskussionen mit RBR hätten aber zu keiner Einigung geführt, da RBR «nicht eine ausgewogene und durchdachte Vertretung im Verwaltungsrat, sondern die Kontrolle über dieses Gremium» anstrebe. Gategroup habe RBR mitgeteilt, dass die vorgeschlagenen Kandidaten sorgfältig geprüft würden.
Seit längerer Zeit Diskussionen
Die Diskussionen zwischen RBR und der früheren Swissair-Tochter Gategroup laufen bereits seit einiger Zeit, zum Teil wurden sie auch über die Presse geführt. So hatte sich etwa Rudolf Bohli, Schweizer Manager von RBR, bereits Ende Januar in einem Interview in der «Finanz und Wirtschaft» gegen den designierten neuen CEO Xavier Rossinyol ausgesprochen, da er zu wenig Airline-Erfahrung habe. Entsprechend forderte er damals schon die Auswechslung von VR-Präsident Schmid.
Laut der heutigen Mitteilung von Gategroup hat RBR bereits «verschiedene Listen mit zwischen drei und fünf Kandidaten für den Verwaltungsrat» vorgeschlagen. Insgesamt handle es sich um zwölf Kandidaten für den Verwaltungsrat und zusätzlich um Kandidaten für die kürzlich neu besetzten Positionen des CEO und CFO, deren Ernennung nach den Vorstellungen von RBR überprüft und überdacht werden solle.
(awp/ise)