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In den nächsten Jahren werden beträchtliche Summen vererbt - für das Jahr 2010 sind es in der Schweiz geschätzte 36 Mrd Fr. Dabei werden die Vermögen immer später weitergegeben: Rund 40% der Schweizer Erben sind zu diesem Zeitpunkt aber selber bereits im Rentenalter. Das Erbe wird dann, ebenso wie das eigene Vermögen, dank der immer besser werdenden Altersvorsorge häufig nicht mehr im vollen Umfang gebraucht. Die nachfolgende mittlere Generation hingegen wird heute mit immer grösseren Kosten und finanziellen Abgaben belastet. So wird etwa die Ausbildung ihrer Kinder, also der Enkel, immer teurer. Deshalb ist eine Nachlassplanung sinnvoll.
Komplizierte Erbschaften
Ein geordneter Erbvorgang ist für alle Seiten von Vorteil: Für den Erblasser, um die eigenen Interessen über das Ableben hinaus zu wahren, und für die Nachkommen des Friedens innerhalb der Erbengemeinschaft sowie der finanziellen Planung wegen. Eine mögliche Lösung ist ein Testament, in dem zum Beispiel Teilungsvorschriften zur Zuweisung einzelner Vermögenswerte wie Sammlungen, Bilder etc. an einzelne Erben definiert werden können. Auch die Anrechnung von Erbvorbezügen für die Ausbildung der Nachkommen, den Aufbau einer eigenen Firma oder den Kauf einer Immobilie kann so festgehalten werden. Als Alternative dazu erlaubt ein Erbvertrag unter Mitwirkung der Nachkommen grundsätzlich die freie Ausgestaltung des Erbes, bei der man sich auch nicht zwingend nach den gesetzlichen Pflichtteilen richten muss.
Doch wie geht man als Laie das Organisieren respektive das Formulieren seines letzten Willens am besten an? Gerade bei grösseren und kompliziert strukturierten Vermögen, die zum Beispiel Immobilien oder eine Kunstsammlung beinhalten, ist der Gang zum Spezialisten empfehlenswert. Dies gilt auch, wenn Erbstreitigkeiten zu erwarten sind oder wenn Nachkommen fehlen und der Nachlass wohltätigen Zwecken zugute kommen soll. Der Fachmann analysiert die Wünsche des zukünftigen Erblassers und unterstützt ihn bei der rechtlich korrekten Umsetzung. Dabei bietet sich unter Umständen auch die Benennung eines Willensvollstreckers an. Dieser setzt den letzten Willen des Verstorbenen um und verwaltet das Nachlassvermögen bis zur definitiven Verteilung beziehungsweise Übertragung an den oder die Erben.
Als Willensvollstrecker können beliebige natürliche Personen oder Institutionen eingesetzt werden. Die Auswahl ist einerseits eine Vertrauenssache und hängt andererseits von der Komplexität der Vermögensverhältnisse ab. Sobald Fachwissen aus verschiedenen Gebieten gefragt ist, etwa zu Vermögensverwaltung, Steuer- und Erbschaftsrecht oder Stiftungen und Wohltätigkeitsorganisationen, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Institution mit den entsprechenden Experten. Eine solche Institution bietet auch den Vorteil, dass sie nicht «sterblich» und somit zum richtigen Zeitpunkt verfügbar ist.
Fragen Sie Ihren Banker
Modernes Private Banking konzentriert sich nicht nur auf die Verwaltung des Vermögens. Im Rahmen einer ganzheitlichen Betreuung gehören weitere, vielfältige Dienstleistungen dazu, unter anderem auch die Erbschaftsberatung. Die entsprechenden Spezialisten müssen über umfassende Kompetenzen verfügen. Dazu gehört einerseits ein Verständnis für die Bedürfnisse der verschiedenen Generationen sowie für eine langfristige Ausrichtung der Vermögensplanung respektive die Werterhaltung des Vermögens über Generationen hinweg. Andererseits sind ein hohes interkulturelles Verständnis sowie eine gute internationale Vernetzung gefragt: Kunden bewegen sich heute oft in verschiedenen Rechts- und Steuersystemen, und Erbschaften über Landesgrenzen hinweg unterliegen deshalb besonderen internationalen Abkommen.
Von grossem Vorteil sind zudem Kontakte zu anderen Fachleuten, um beispielsweise den Wert von Kunstobjekten oder Antiquitäten richtig einschätzen zu lassen. Kurz: Der Berater muss fähig sein, den Kunden und seine Angehörigen fachlich kompetent und verbunden mit der notwendigen Sensibilität bei der Umsetzung ihrer Bedürfnisse zu unterstützen.
Durch die umfassende und frühzeitige Regelung des Nachlasses - mit der Unterstützung durch einen Spezialisten und allenfalls der Einsetzung eines Willensvollstreckers des persönlichen Vertrauens - kann am besten auf die Bedürfnisse des zukünftigen Erblassers, des Ehegatten sowie der weiteren Begünstigten eingegangen werden. Aus Sicht des Erblassers ist gerade die schwierige Frage, wie viel vom Vermögen bereits vorzeitig weitergegeben werden kann, ohne selber auf einen angenehmen und finanziell sorgenfreien Lebensabend verzichten zu müssen, mit der Beratung eines Experten einfacher zu beantworten. Die Hinterbliebenen andererseits bringt der Verlust eines nahe stehenden Menschen ohnehin in eine schwierige Situation. Mit einer professionellen und rechtzeitigen Erbschaftsplanung werden zumindest die finanziellen Folgen für die Angehörigen abgefedert.