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12 Abschnitte kennt der chinesische Tierkreis. Die sogenannten Tierkreiszeichen wiederholen sich alle 12 Jahre: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Nur eines davon ist kein alltägliches Tier, sondern ein Fabelwesen: Der Drache gilt als ein Symbol für Glück, Stärke und Reichtum.
In China und anderen asiatischen Ländern ist der Glaube weit verbreitet, dass sich die Eigenschaften des Tieres, in dessen Jahr eine Person geboren wird, auf sie übertragen. Und die Eigenschaften des Drachen sprechen für sich. Entsprechend passen (zukünftige) Eltern ihr Verhalten an: Sie heiraten vermehrt in den beiden Jahren vor dem Jahr des Drachen. Sie bringen im Jahr des Drachen 3 bis 15 Prozent mehr Kinder zur Welt. Sie haben höhere Erwartungen an ihre Drachenkinder und investieren mehr Zeit und Geld in ihre Ausbildung als beispielsweise Eltern von Hasenkindern und Schlangenkindern, die in den Jahren direkt vor und nach den Drachenkindern zur Welt kommen.
Dieses Muster findet sich in China selbst, aber auch in Taiwan und in der chinesischstämmigen Bevölkerung in Hongkong, Singapur, Malaysia oder den USA. Überall sorgen Dracheneltern durch ihr Verhalten dafür, dass Drachenkinder besser ausgebildet und dadurch tatsächlich erfolgreicher sind als Personen, die im Jahr eines anderen Tieres das Licht der Welt erblicken.
Das Tierkreiszeichen Drache verleiht keine überdurchschnittlichen Kräfte. Dracheneltern machen aber aus ihrem Aberglauben eine selbsterfüllende Prophezeiung und illustrieren so, dass Überzeugungen einflussreich sein können, wenn sie unser Verhalten beeinflussen. Da das nicht nur im privaten Leben gilt, sondern auch im öffentlichen und nicht jeder Aberglaube harmlos ist, sollten wir unsere Überzeugungen stets
hinterfragen.