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The Mars Volta: moderner Salsa?
The Mars Volta-Mastermind Omar Rodriguez-Lopez kommt seinem Ziel, einen einminütigen Song zu schreiben, immer näher. Und trotzdem fodrert er mit dem vierten Album „The Bedlam In Goliath“ den Hörer ein weiteres Mal auf, das CD-Hören neu zu lernen.
Du gibts Deinen Musikern jeweils zwei Minuten vor dem Recording ihre Parts, die sie spielen sollen. Gabs noch nie Ärger deswegen?
Omar Rodriguez-Lopez: Klar. Sie fragen sich, warum sie das Material nicht eine Woche früher kriegen, um es zu studieren. Aber ich will Ehrlichkeit. Und je besser ein Musiker ist, umso mehr musst du ihn ihm Dunkeln lassen. Er darf nicht darüber nachdenken, was er tut. Wenn er sich nun darüber ärgert, dann will ich diese Wut hören. Ich mache mit Cedric nun seit 15 Jahren Platten. Das wird mit der Zeit langweilig. Supermusiker tendieren dazu Musik zu intellektualisieren. Aber das kommt danach, nachdem das Album fertig ist. Unser Unterbewusstsein ist viel intelligenter als der Intellekt.
Das Album klingt strukturierter. Es scheint fast als sei die Musik um den neuen Schlagzeuger konstruiert worden.
Das finde ich nicht. Aber Thomas hatte grossen Einfluss. Ich war es leid mit dem alten Drummer. Er wollte nicht arbeiten und hatte keine Ideen. Er war vor allem am Zahltag interessiert. Es war wie in einer schlechten Beziehung mit einer Frau, die weder deine Freunde noch deine Witze mochte. Bis du dich endlich von ihr trennst. Und dann triffst du die Superfrau.
In welchen Songs hört man Deine Latino-Roots am Besten?
Auf L’Via L’Viaquez (von „Frances The Mute“) war es am Offensichtlichsten. Aber der Clave, DER Rhythmus in der Latino-Musik überhaupt, ist in fast allen unseren Songs. Man hört den „Dos-Tres-Clave“ oder „Tres-Dos-Clave“ und dieselben Patterns, die man in der Salsa-Musik findet. Mit acht Jahren spielte ich mit meinem Vater in einer Salsa-Band. Es gibt nichts, das ich lieber machen würde. Aber ich bin noch immer irgendwo auf einer Reise. Wer weiss, vielleicht gelange ich ja zum Ende meines Lebens dahin…
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