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In jüngster Zeit hätten sich zusätzlich zu verschiedenen Gebieten in der Surselva und im Hinterrhein auch im Prättigau und in der Mesolcina vermehrt Risse von Nutztieren durch Wölfe ereignet, schreibt das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden in einer Mitteilung. Dabei seien bis jetzt 106 Schafe und eine Ziege gerissen worden. Am Schamserberg seien auf unterschiedlichen Alpen ausserdem zwei Esel von einem Wolf zum Teil schwer verletzt worden und auf dem Gemeindegebiet von Trimmis sei ein Kalb mit Verletzungen vorgefunden worden, die auf die Einwirkung eines Wolfs hinwiesen. Die Schadenszahlen entsprächen ungefähr jenen des Vorjahres.
Seit Mitte Juli gelten für schadenstiftende oder verhaltensauffällige Wölfen in der Schweiz tiefere Schwellenwerte. Die Kantone können früher Massnahmen gegen Einzelwölfe oder zur Regulation von Wolfsrudeln nach Schadenereignissen ergreifen. Allerdings müssen gemäss Bundesrecht gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Kanton eingreifen kann: Unter anderem werden nur gerissene Nutztiere angerechnet, die durch Herdenschutzhunde oder Elektrozäune genügend geschützt waren.
Im Prättigau erachte der Kanton Graubünden die Voraussetzungen für den Abschuss des schadenstiftenden Einzelwolfs nun als gegeben, heisst es. Der Einzelwolf im Prättigau wurde zum Abschuss durch die Wildhut freigegeben. Weiter sei aber auch im Streifgebiet der beiden Wolfsrudel Valgronda und Stagias in der Surselva die Schadensschwelle bereits erreicht. Für eine allfällige Abschusserteilung müsse allerdings noch feststehen, dass das Rudel auch in diesem Jahr reproduziert habe und wie viele Jungtiere geboren worden seien. Erst ab diesem Zeitpunkt könnten Massnahmen ergriffen werden. Im Streifgebiet des Beverin Rudels seien die Voraussetzungen für die Anordnung eines Abschusses von Wölfen ebenfalls in Prüfung.