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<h2>SubmittedText<h2><p>Die grossen Herausforderungen unserer Zeit (Klimaerwärmung, Rückgang der Biodiversität, Digitalisierung, demografischer Wandel oder auch die grösser werdenden sozialen Ungleichheiten) können nicht allein durch technologische Innovation bewältigt werden. Diese Herausforderungen sind sowohl technologischer als auch sozialer Natur und benötigen deshalb soziale Innovationen in Form von neuen Produktions- und Konsumarten.</p><p>Im Gegensatz zu technologischer Innovation, deren Ziel es ist, eine neue Marktnische zu schaffen, hat soziale Innovation zum Ziel, einen Wandel des gesellschaftlichen Verhaltens herbeizuführen. Zahlreiche Studien zeigen, dass soziale Innovation es ermöglicht, das Wohl der Individuen und das Wohl der Gesellschaft zu verbessern, zum Beispiel durch die Schaffung und Aufwertung von Arbeitsplätzen, die Entwicklung neuer Wirtschaftssektoren, die Unterstützung der gesellschaftlichen Vielfalt und des gesellschaftlichen Zusammenhalts usw. Trotz dieser wichtigen Entwicklungen wird die Förderung der sozialen Innovation von der Schweizer Innovationspolitik vernachlässigt. Bei der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse) zum Beispiel betreffen nur 13,5 Prozent der eingereichten Gesuche diesen Bereich.</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass unzureichend in soziale Innovation investiert wird?</p><p>2. Wie viel investieren die folgenden Akteure im Vergleich zur technologischen Innovation in die soziale Innovation:</p><p>a. Innosuisse;</p><p>b. der Bund (im Rahmen der Ressortforschung des Bundes);</p><p>c. der Schweizerische Nationalfonds (SNF)?</p><p>3. Wie gedenkt der Bundesrat, den Anteil der Förderung der sozialen Innovation zu erhöhen?</p><p>4. Sieht er vor, in der nächsten BFI-Botschaft spezifisch auf diesen Aspekt einzugehen?</p><p>5. Wie gedenkt er, diesen Aspekt im Rahmen der Innovationsförderung, die nicht Teil der BFI-Botschaft ist, zu thematisieren?</p><p>6. Das Zusammenspiel zwischen technologischen und sozialen Innovationen kann besonders erfolgreich sein. Wie könnte der Bundesrat diesen Austausch generell und insbesondere bei Forschungsprojekten im Bereich Energie und Umwelt verbessern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die grosse Bedeutung, die der Bundesrat der sozialen Innovation beimisst, lässt sich anhand der Aktivitäten der Organe der Forschungs- und Innovationsförderung erkennen.</p><p>Schweizerischer Nationalfonds (SNF): Das transversale Thema "soziale Innovation" ist regelmässig Bestandteil der vom Bundesrat lancierten interdisziplinären Nationalen Forschungsprogramme (NFP). Hier lassen sich beispielsweise das NFP 73 "Nachhaltige Wirtschaft: ressourcenschonend, zukunftsfähig, innovativ" oder die NFP 70 und 71 "Energiewende" und "Steuerung des Energieverbrauchs" erwähnen, bei denen es um die wissenschaftlichen, technologischen und sozioökonomischen Aspekte ging, die für eine Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaft relevant sind (<a href="http://www.snf.ch">www.snf.ch</a>).</p><p>Innosuisse: Es wurde ein neuer Unterstützungsbereich "Social Sciences &amp; Business Management" eingeführt, um <a href="https://www.innosuisse.ch/inno/de/home/start-your-innovation-project/innovationsprojekte.html">innovative Projekte</a> in den Bereichen soziale Arbeit, Tourismus, Architektur, Design oder Gesundheit zu fördern.</p><p>Akademien der Wissenschaften Schweiz und Technology Assessment: Das Thema der sozialen Innovation wird regelmässig in seinen verschiedensten Facetten behandelt.</p><p>2. In den Statistiken zu den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F+E) werden Ausgaben für die Innovation nicht separat ausgewiesen, auch nicht jene ausschliesslich für soziale Innovation. Es können lediglich einige Daten angeführt werden, um eine Grössenordnung zu geben: (a) Innosuisse: 2020 wurden im Bereich "Social Sciences &amp; Business Management" Beiträge in der Höhe von 14,6 Millionen Franken genehmigt (rund 8 Prozent des Gesamtbudgets von 180 Millionen für Innovationsprojekte); (b) Bund: Ein Teil der 330 Millionen (2020), die für die Ressortforschung des Bundes eingesetzt werden, fliesst in die soziale Innovation, wobei dieser jedoch nicht genau beziffert werden kann; (c) SNF: Rund 33 Prozent der Beiträge von 2020 wurden den Geistes- und Sozialwissenschaften zugesprochen, was etwas mehr als 300 Millionen Franken entspricht (zusätzlich zu den bereits erwähnten NFP).</p><p>3. Der Bundesrat kann den Anteil der Förderung der sozialen Innovation erhöhen, indem er (a) Innosuisse über die strategischen Ziele dazu motiviert; (b) soziale Aspekte in den verschiedenen F+E-Programmen von Beginn weg einbindet.</p><p>4. Wie in der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft) 2021-2024 wird soziale Innovation voraussichtlich auch in der nächsten BFI-Botschaft 2025-2028 behandelt. Die Forschungsorgane werden ihre Mehrjahrespläne für diese Botschaft im Laufe des Jahres 2022 vorlegen.</p><p>5./6. Die zunehmende Bedeutung der transversalen Technologien erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den technischen Fächern und den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die sozialen Aspekte werden auch in der Innovationsförderung thematisiert, die nicht direkt Teil der BFI-Botschaft ist. So beinhaltet beispielsweise das Energieforschungskonzept des Bundes 2021-2024 (www.bfe.admin.ch) die interdisziplinäre Entwicklung neuer, umsetzbarer und sozialverträglicher Energietechnologien als oberstes Ziel. Im Rahmen der Energieforschung (SWEET) wurde in einer Ausschreibung bereits das Verhalten in den Bereichen Wohnen und Mobilität angegangen. Im Herbst wird eine weitere Ausschreibung über kritische Infrastrukturen lanciert, in der es auch um Geistes- und Sozialwissenschaften gehen soll. Das Forschungskonzept des BAFU (www.ressortforschung.admin.ch) für 2021-2024 trägt bei den Beurteilungskriterien für Forschungsprojekte sozialen Aspekten ebenfalls Rechnung.</p>  Antwort des Bundesrates.