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In Madagsakar wachsen viele exotische, bizarre und einmalig schöne Pflanzen. Eine davon ist die Ravenala.
Die Ravenala-Pflanze (madagassisch für „Blatt des Waldes“) mit seiner markanten Form ist das Wahrzeichen Madagaskars und das Nationalemblem des Landes. Seit 1922 schmückt die Ravenala mit ihren stilisierten Palmblättern Madagaskars offizielles Siegel. Und seit den sechziger Jahren zeigt sich die Silhouette des Baumes auch im Logo der nationalen Fluggesellschaft, Air Madagascar.
Die zu den Bananengewächsen zählende palmenartige Pflanze fächert über ihrem Stamm rund ein Dutzend bananenblätterartige, langstielige Blätter auf wie ein Pfauenrad. Durchschnittlich werden die Gewächse etwa 15 Meter hoch, mit bis zu 3 Meter langen fächerartig angeordneten Blättern. Der Stamm erreicht bis zu 30 Zentimeter Durchmesser. Die Ravenala-Pflanze ist in Madagaskar endemisch, das heißt sie wächst ursprünglich nur dort. Mittlerweile wird sie auch in anderen Länder gepflanzt und als Zierpflanze vertrieben.
In Madagaskar findet man vier Arten der Ravenala-Bäume: Malama (z.B. in Andasibe und Ranomafana), Hiranirana (vor allem an der Ostküste), Bemavo (die am häufigsten vorkommende Art, oft im Hochland zu sehen) und Horonorona (ähnlich zu Bemavo, oft an sumpfigen Gebieten in Küstennähe). Die Blüten der Ravenala sind klein, weiß und relativ unauffällig. Die Samen des Baumes befinden sich in etwa fingerlangen hellblauen Kapseln.
Besser bekannt ist die Ravenala als „Baum des Reisenden“ oder „Baum der Reisenden“.
Dieser Name kommt von den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Pflanze: zum einen bietet das Blätterdach Reisenden Schutz vor Regen und Sonne, und die Blätter können zum Hausbau benutzt werden. Zum anderen kann der Holzstamm der Pflanze von durstigen Reisenden am Blattansatz angebohrt werden, um das dort angesammelte Wasser zu trinken. Die Samen und Blattspitzen des Baumes sollen auch essbar sein, jedoch etwas mehlig schmecken. Daneben gibt es in Madagaskar auch noch den Mythos, dass die Fächerarme des Ravenala-Baumes immer in Ost-West-Richtung stehen und dem orientierungslosen Reisenden die Himmelsrichtung anzeigen. Dies stimmt jedoch nicht immer: Der Fächer hat zwar diese Tendenz, wächst jedoch nicht immer in dieser Ausrichtung. Man sollte sich also nicht darauf verlassen.
Laut einer Legende, kann der Baum der Reisenden übrigens auch Wünsche erfüllen – aber natürlich nur für die Reisenden, die es persönlich nach Madagaskar geschafft haben.