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Welches ist dein Lieblingssong auf deinem neuen Album?
Veronica Fusaro: Jeder Song ist mein «Baby», aber mein Lieblingssong ändert von Tag zu Tag. Im Moment ist es «Don't be so hard on yourself».
Welcher Song repräsentiert die Stimmung, die du mit der Platte transportieren wolltest, am besten?
Ich glaube, es sind zwei: Entweder «Cry me an Ocean», da es textlich darum geht, zu lernen, loszulassen oder auch mal «Nein» zu sagen. Instrumental ist es sehr am Soul orientiert. Jedes Instrument wurde live von einem Musiker im Studio aufgenommen. Oder der Song «Make you feel the same». Wenn ich dieses Lied höre, entwickle ich automatisch wieder das Gefühl, das ich hatte, als ich es geschrieben habe.
Viele deiner Texte hast du im Keller geschrieben. Warum?
Im Keller habe ich mein kleines Studio. Es ist kein klassischer Keller – es hat eine Heizung und ist mit Plättliboden ausgestattet. Mein Manager und ich haben definiert, dass ich meine Songs selber schreibe, damit ich mein authentischstes Ich sein kann. Ich habe versucht, mit anderen Leuten zu schreiben, aber dieses «Massen-Songschreiben» fühlte sich für mich nicht ganz richtig an.
Brauchst du eine gewisse Einengung wie jene des Kellers, damit deine kreative Ader zum Vorschein kommt?
Die Einengung selbst brauche ich nicht, die Ruhe aber schon. Im Keller kann ich einfach die Türe schliessen und werde durch nichts auf der Welt gestört. Dann sind es nur die Musik und ich – das schätze ich mega.
Du hast drei Lieder in London aufgenommen. Was hast du als Thunerin dort erlebt?
Insgesamt war ich eineinhalb Monate in London. Das habe ich sehr geschätzt, denn ich mag Kontraste. Der Sprung vom kleinen, härzigen «Save-Space» Thun in die grosse Welt hat das Album sicherlich beeinflusst. Mit solch talentierten Musikern arbeiten zu dürfen ist mega cool.
Reden wir über den Song «Summer Lightning». Was war dein Ziel beim Schreiben dieses Songs? Wie gehst du generell vor, wenn du Songs schreibst?
Bei mir beginnt es mit einem Gefühl oder einem Thema, das mich beschäftigt. Dieser spezifische Song ist einer von zweien des Albums, den ich zusammen mit einer anderen Person geschrieben habe. Ich ging ins Studio und sagte «Hey, ich bin eigentlich traurig, habe aber Bock, dieses Gefühl in einen Song zu verwandeln, zu dem ich tanzen und die Traurigkeit wegschütteln kann.» So fängt es an – und irgendwann entsteht daraus vielleicht ein Song.
Wie entstand die Musik dazu? Lässt du beispielsweise einen Saxofon-Spieler einfach spielen oder kannst du selbst Noten schreiben?
Ich könnte Noten schreiben, wäre aber viel zu langsam – mein Wissen dazu hält sich in Grenzen. Aber ich habe gelernt, die richtigen Adjektive zu verwenden. Wenn ich schreibe, habe ich meistens eine Filmszene im Kopf. Ich bin sehr gerne deskriptiv – nicht nur textlich, sondern auch instrumental. Text und Musik läuft schlussendlich immer zusammen.
Bald geht es los mit der Live-Phase. Wie nimmst du Live-Auftritte generell wahr?
Es macht Spass und ist einfach schön. Ich musste aber lernen, es zu geniessen – am Anfang war ich sehr nervös und habe mich oft an nichts mehr erinnert, weil ich so im Stress war auf der Bühne.
Du wirst dieses Jahr nach 2017 das zweite Mal am Gurtenfestival spielen. Worauf freust du dich generell in diesem Festival-Sommer?
Ich freue mich am meisten auf die Festivals selbst: Im Sommer Konzerte an Openairs zu geben, die von Leuten besucht werden. Das ist einfach schön. Dazu kommt, dass es schon eine Weile her ist, seit ich mit meiner Band an Festivals aufgetreten bin. Ich freue mich mega darauf!
Was magst du lieber – Festivals oder eigene Konzerte?
Momentan würde ich sagen eigene Konzerte, weil du mehr die Möglichkeit hast, einen eigenen Abend zu kreieren und Interessierte in deine Welt einladen kannst. An Festivals geht es vor allem darum, eine gute Zeit zu haben. Aber frag mich nach dem Sommer nochmals.