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Hans Steffens Kindheit war von den Folgen der Weltwirtschaftskrise geprägt. «Du, die hei wieder zwe, drei entlah», hörte er abends manchmal den Vater zur Mutter sagen. In der Aussage schwang die Angst mit, der nächste zu sein, der seine Arbeit verliert.
Trotz Wirtschaftskrise ging es der Familie Steffen verhältnismässig gut. Sie lebte im Dreifamilienhaus von Hans Steffens Grossvater, der als Steinhauer fürs Berner Münster gut verdiente. Der Wohlstand wurde mit Menschen geteilt, denen es weniger gut ging. Die Mutter hat Obst und Früchte an Bedürftige verteilt und ihnen auf dem eigenen Land einen Pflanzblätz angeboten.
Hut ab vor der deutschen Armee
Im Alter von ca. 16 Jahren teilte Hans Steffen die Begeisterung seines damaligen Lehrers für die deutsche Armee. Verglichen mit der Schweizer Armee sei die deutsche viel besser organisiert und ausgerüstet gewesen, erklärt Hans Steffen. Das fand er beeindruckend, nicht etwa den Nationalsozialismus. Denn zu Adolf Hitler meint er: «Ein Gefreiter in der österreichischen Armee, der keinen Schimmer hatte und trotzdem meinte, er sei der Gescheiteste. Deshalb hat er einen Schlamassel nach dem anderen angerichtet.»
Lehr- und Wanderjahre im Welschland und Tessin
«Du muesch frömds Brot verdiene» sagte Mutter Steffen während dem Zweiten Weltkrieg zu ihrem Sohn Hans und schickte ihn fürs Französisch lernen ins Welschland. «Bürschtli, due muesch italienisch lehre», waren die Worte für die nächste Weichenstellung. Hans Steffen begab sich ins Tessin und arbeitete als Postbote.
Vom Kellner zum Kondukteur
Später bei der Lehrstellensuche war Mutter Steffen einmal mehr die treibende Kraft. Die einfache Frau aus Ostermundigen ging nach Bern und sprach mit Erfolg im Hotel Bellevue Palace vor. Hans Steffen wurde neu eingekleidet und trat seine Lehrstelle als Kellner in einem der renommiertesten Hotels an.
Früher haben wir bei der Bahn den service public noch gelebt.
Später entschied sich Hans Steffen für eine andere berufliche Richtung. Er wurde Kondukteur bei der SBB. Mit seiner Uniform – roter Hut, rote Tasche, steifer Kragen – galt er als Respektperson. «Früher haben wir den service public noch gelebt», sagt er rückblickend. Sie hätten während der Arbeit noch Zeit für die Passagiere gehabt, konnten ihnen beim Aussteigen behilflich sein oder einen älteren Dame beim Anziehen des Mantels. Unterwegs im Zug hätten sie noch Zeit gehabt die Landschaft zu geniessen oder herrliche Sonnenuntergänge am Zugersee.