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Meilener Anzeiger AG
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Dass der Bruderhalweiher, wie in der letzten Folge erwähnt, auf der Wild-Karte aufgeführt ist, die beiden anderen «Häny-Weiher» indes nicht, nehmen wir zumindest als Indiz, dass der mittlere Weiher mit einiger Wahrscheinlichkeit der zweitälteste sein muss.
Die exakte Entstehungszeit kennen wir nicht. Aus einem Plan von 1881 geht immerhin hervor, dass dort ein seinerzeit auf rund 470 m ü.M. (nach späterer Messung etwas tiefer) liegende Weiher tatsächlich bestanden hat. Damals als «unterer Weier» bezeichnet, entspricht er für uns dem später mittleren Weiher, der zwischen Stocklenstrasse und Siedlung «auf der Halten» liegen müsste, wenn er noch bestünde.
Er war in seinem Verlauf leicht gekrümmt, bis 18 m breit und 42 m lang. Wenige Jahre später, 1888/93, war Häny auf sein Gesuch hin bewilligt worden, «den oberhalb seiner Fabrik gelegenen Wassersammler» mit einem gemauerten, die ganze Tobelbreite einnehmenden Damm um 1,25 m höher aufzustauen und damit flächen- und volumenmässig deutlich zu vergrössern. Das Erweiterungsprojekt für einen solchen Durchflussweiher ist indes offensichtlich nie realisiert worden. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Firma bald darauf elektrifiziert wurde, und zwar nach kurzer Übergangszeit selbständiger Produktion durch Speisung aus dem Netz.
Dammbruch, Zuflusssperre, Austrocknung
Unterdessen vergingen Jahrzehnte. Schlecht war der Zustand dieses Weihers schon, als er samt dem umgebenden Grundstück, das auch die über 50 m lange ehemalige Zuleitung umfasst, von der Firma Häny 1983 an den VVM abgetreten wurde. Nach mündlichen Auskünften, für die aber bisher kein Beleg ausfindig gemacht werden konnte, erfolgte trotz einer damals durchgeführten Sanierung wenige Jahre später ein Dammbruch, in dessen Folge man den Zulauf unterband. So ist der Weiher gemäss AWEL schon seit langem ein «ehemaliger Weiher», weil er nie mehr aufgestaut worden ist. Gemäss dem lokalen Inventar galt der Weiher 2004 zwar als «zerstört», aber noch «regenerierbar», weil «industriehistorisch wichtig», 2015 als «zerstört» und «kaum wiederherstellbar». Es gebe auch keinen Grund zum Schutz, da «kein Laichgewässer» – logisch, wenn völlig vertrocknet!
Da ja längst kein Weg mehr daran vorbeiführt, hat dies offensichtlich niemanden interessiert. Immerhin ist 2020 ein mutiger Anwohner in waghalsigem Abstieg hinuntergestiegen und hat einen Augenschein vorgenommen. Seine ein halbes Dutzend Aufnahmen umfassende Foto-Dokumentation zeigt: Vom Weiher ist rein gar nichts mehr erhalten. Oder haben Sie schon mal Dornengestrüpp auf einem Weiher gesehen?
Hartnäckiges Weiterbestehen auf Karten – warum nicht in Realität?
Auf Kartenbilder ist bekanntlich nicht immer Verlass. So ist der Weiher entgegen der nachprüfbar anderen Realität tatsächlich nicht nur (beispielsweise) auf der aktuellen Landeskarte noch immer voll vorhanden, sondern witzigerweise selbst auf dem geltenden amtlichen Meilemer Grundbuchplan – neuerdings sogar in Farbe!
Nach unseren neusten Informationen ist dies allerdings nicht nur retrospektiv, sondern allenfalls sogar prospektiv zu sehen, gibt es doch Ideen, den Weiher wiederzubeleben. Dies wäre ganz in unserem Sinne. Denn wenn das Beugenbachtobel schon ein (wenn auch nie formell beschlossenes) Naturreservat sein soll, wäre doch ein faktisches Wiederbeleben, weil ja die Mulde dafür noch immer besteht, für Amphibien sehr nützlich!
Dies sollten sich alle infrage kommenden Instanzen unbedingt überlegen, und es ergeht an sie der Appell, in dieser Angelegenheit beförderlichst tätig zu werden, um einen wenigstens 50 cm tiefen Amphibienweiher zu ermöglichen. Es braucht dafür keinen starken Damm, und dass im Tobel unten kaum ein Trax einsetzbar ist, müsste dafür auch kein absolutes Hindernis sein.
Ursprung: Fabrikweiher
Typus: Kanalweiher
Lage: im Tobel zwischen Stocklenweg und Haltenstrasse
Zugang: keiner
Höhe über Meer: 464 m
Fläche: ehemals ca. 4,5 a
Zustand: völlig ausgetrocknet und überwachsen