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1489 Häusern und 2097 Haushaltungen; 9795 Katholiken, 705 Reformierte (zahlreiche Wiedertäufer); 9800 Ew. französischer, 572 deutscher und 150 italienischer Zunge. 56 Ew. auf einen km2. Dieser im Berner Jura gelegene Amtsbezirk grenzt im NW. an Frankreich (Département du Doubs), im N. an den Amtsbezirk Pruntrut, im SO. u. S. an die Amtsbezirke Delsberg, Münster u. Courtelary und an den Kanton Neuenburg (Bezirk La Chaux de Fonds). Die Franches Montagnes bilden eine weite, im Mittel 1000 m hoch gelegene Hochfläche zwischen dem Sonnenberg im SO. und dem Doubs im NW. Zum Amtsbezirk gehört auch noch der grössere Teil des jenseits der tiefen Schluchten des Doubs gelegenen Clos du Doubs.
Das Gebiet der Franches Montagnes im engeren Sinne besteht aus zwei breiten Thalfurchen, oder besser aus zwei Längssenken, die von SW.-NO. ziehen, vertorft und an manchen Stellen stark sumpfig sind und keinen oberflächlichen Wasserlauf aufweisen. Der ersten dieser Senken folgt ihrer ganzen Länge nach die schöne Strasse von La Chaux de Fonds über La Ferrière (1010 m), Les Bois (1037 m), Le Noirmont (1005 m), Muriaux (952 m), Saignelégier (982 m), Montfaucon (1006 m) und Saint Brais (975 m) nach La Roche (888 m). Im NW. begleiten diese Senke eine Reihe von bald bewaldeten, bald felsigen Höhen, die bei Les Bois 1055 m, n. Le Noirmont 1034 m, mit den senkrechten Felswänden der Sommêtres (Burgruine Spiegelberg) 1083 m, n. Saignelégier 1073 m und ö. Saint Brais 1056 m erreichen.
Diese Kämme, die eine weite Fernsicht auf die Freigrafschaft u. auf Jura und Alpen bieten, fallen steil zum Doubs ab, längs welchem sich eine grosse Anzahl von sehr schönen und malerischen Landschaftsbildern aufreihen. Eine andere Reihe von Hügeln begleitet die Senke im SO.; ihre grösste Höhe erreichen sie mit 1083 m nö. Peuchapatte. Zwischen diesen Kämmen und dem Sonnenberg im S. ist die zweite, weniger bedeutende Längsfurche eingesenkt, deren sw. Abschnitt den Namen La Chaux d'Abel trägt und der die Strasse von La Ferrière über Les Breuleux (1042 m), La Chaux (1035 m) und Les Genevez (1028 m) nach Bellelay folgt.
Der einzige Flusslauf des Amtsbezirkes ist der Doubs, der von Biaufond bis Le Clairbief ganz auf französischem Boden fliesst, dann in die Schweiz eintritt und den Clos du Doubs von den Freibergen scheidet. Er nimmt eine grosse Anzahl von Bächlein auf, die oft in reizenden Fällen sich über die steilen Gehänge der Doubschluchten hinunterstürzen und stellenweise (so z. B. in den Gorges de Rond Gourd) von einem üppigen Pflanzenkleid umgrünt sind. Diesen Seitentobeln folgen eine Reihe von äusserst steilen Fusswegen und selbst einige Strassen, die die Verbindung der Hochfläche der Freibergen mit den Flussübergängen oder den Mühlen am Doubs herstellen.
Auf dem Plateau der Franches Montagnes selbst sickert alles Wasser in den Boden ein, sammelt sich in unterirdischen Rinnen und fliesst dann zum Doubs, zur Schüss und Sorne ab. Charakteristisch für die Landschaft sind hier die zahlreichen Dolinen (emposieux), d. h. mitten in den Wiesen und Weiden gelegene und beinahe stets von Tannen umrahmte natürliche Abflusstrichter. Das einzige nennenswerte stehende Gewässer des Amtsbezirkes, der 7,86 ha Fläche umfassende Weier von La Teure (n. vom Moulin de la Gruyère), liegt in einem z. T. mit Tannenwald bestandenen Torfmoor, treibt eine Mühle u. Säge u. lässt sein Wasser dann plötzlich in einer neben der Strasse Tramelan-Saignelégier sich öffnenden Doline verschwinden.
Das Plateau der Franches Montagnes liegt zu hoch, um dem Anbau einen ergibigen Boden bieten zu können; der weitaus grösste Teil dieser Flächen ist mit Tannenwaldungen und grossen Sennbergen bestanden, und nur ausnahmsweise sieht man hier und da einen Acker oder Gärten. Die einzelnen Sennberge oder Bergweiden, auf denen stellenweise etwa auch sehr lichte Waldungen von hundertjährigen Tannen stehen, sind immer durch Mauern von lose angehäuften Steinen von einander getrennt. An sehr geschützten Lagen geben Getreide, Pflaumen-, Apfel- und Birnbäume noch zufriedenstellenden Ertrag, die Gemüse sind sehr zart und schmackhaft. Zur Sommerszeit sind die Tage trocken und heiss, die Nächte dagegen frisch oder sogar kalt; während des 6-7 Monate andauernden Winters fällt viel Schnee und sinkt die Temperatur bis zu -30° C. Nebel sind dagegen selten. Es ist also das Klima dieser Hochflächen im Ganzen ein durchaus gesundes und für die Entwicklung von klimatischen Kurorten günstiges. Einst litt die ganze Landschaft im Sommer an Mangel von gutem Trinkwasser; heute versehen ¶
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die längs dem Lauf des Doubs aufgereihten Wasser- und Elektrizitätswerke alle Ortschaften nicht nur mit Licht und Kraft, sondern auch mit reichlichem und gutem Wasser, das von den in halber Höhe an den Gehängen des Doubsthales sprudelnden Quellen stammt und durch mächtige Maschinenanlagen in die über den einzelnen Dörfern gelegenen Reservoire hinaufgehoben wird. Auf diese Art besitzt jetzt jedes einzelne Dorf der Franches Montagnes seine eigene Hochdruckwasserversorgung mit Hydranten und einem alle Häuser versehenden Leitungsnetz.
Der Boden des Amtsbezirkes verteilt sich auf
|ha|
|Aecker und Gärten||1181|
|Wiesen und Baumgärten||6991|
|Sennberge||2394|
|Wälder||5254|
|Unproduktives Land||2990|
|Total||18810|
Vom angebauten Boden sind bepflanzt mit
|ha|
|Getreide||853|
|Hackfrüchte||266|
|Anderen Kulturen||62|
|Total||1181|
Die Obstbäume verteilen sich auf eine Fläche von 7783 ha. Im Jahre 1888 zählte man 5853 Apfel-, 3928 Birn-, 2761 Kirsch-, 5432 Pflaumen-, 478 Nussbäume, 521 Spaliere u. Zwergobstbäume und 13 Quittenbäume.
Die Haupterwerbsquellen der Bevölkerung sind Viehzucht u. Landwirtschaft. Die Viehstatistik ergibt folgende Zahlen:
|1886||1896||1901|
|Hornvieh||6768||6990||7146|
|Pferde||1680||1438||1896|
|Schweine||1717||2680||2821|
|Schafe||795||774||521|
|Ziegen||454||620||538|
|Bienenstöcke||638||970||933|
Im Doubs fängt man ausgezeichnete Lachsforellen. Das jagdbare Wild nimmt an Zahl sichtlich ab; Wolf, Bär u. Luchs sind schon seit langer Zeit verschwunden.
Seit der Betriebseröffnung der Bahnlinie nach La Chaux de Fonds hat die Uhrenindustrie einen beträchtlichen Aufschwung genommen. Lebhafter Holzhandel; doch haben die einst so berühmten Sägen und Mühlen am Doubs seit dem Bau von Dampfbetrieben ihre frührer so ausgedehnte Kundschaft verloren. Ueberhaupt wird die vor Kurzem noch so weltabgeschiedene und einsame Hochfläche von den am Doubs in Betrieb stehenden Elektrizitätswerken aus gänzlich umgestaltet, und Les Bois, Le Noirmont, Les Breuleux und Saignelégier haben sich zu grossen, schönen und wohlhabenden Dörfern durchaus modernen Charakters entwickelt. In Saignelégier Bezirksspital und Waisenhaus, beide von Schwestern der Charité geleitet; ferner eine Sparkasse, ein eidgenössisches Kontrolamt für Gold- und Silberwaren und eine Sekundarschule. Sitz der Bezirksbehörden und des Bezirksgerichtes ebenfalls in Saignelégier. Hier auch eine Pferdezuchtgenossenschaft, die bereits schöne Erfolge erzielt hat.
Dem Verkehr dienen im Amtsbezirk Freibergen die Strasse La Chaux de Fonds-La Ferrière-Saignelégier-Saint Brais-La Roche (mit Abzweigung nach Pruntrut, Saint Ursanne und Glovelier), die den Bezirk von SW.-NO. seiner ganzen Länge nach durchzieht, und die diese Hauptader des Verkehrs kreuzenden Querstrassen Tramelan-Saignelégier-Goumois, Tramelan-Les Breuleux-Le Noirmont, La Goule-Charmauvillers und Montfaucon-Soubey-Saint Ursanne. Dank der glücklichen Initiative der Zollverwaltung hat der Bund an Stelle des das Schweizer Ufer des Doubs zu einem Teil begleitenden schauderhaften einstigen Fusspfades während der Jahre 1900-1902 einen guten Weg erstellen lassen, der von Clairbief dem Fluss bis oberhalb des Moulin de la Mort folgt.
Ueber den Doubs führen bei La Goule und bei Goumois zwei Brücken aus Stein und Eisen. Neben diesen grossen Adern des Verkehrs sind noch die von St. Immer und Courtelary aus auf die Hochfläche der Franches Montagnes hinaufführenden Wege und die zahlreichen malerischen Fusspfade zu nennen, die zum Doubs hinuntersteigen. Ihr bekanntester führt von Les Bois zum alten Moulin de la Mort, wo er den Doubs kreuzt, um jenseits entweder zu den Échelles de la Mort oder zum Refrain weiter zu ziehen. Der Bezirkshauptort Saignelégier ist mit La Chaux de Fonds durch eine schmalspurige Lokalbahn und mit Glovelier durch eine normalspurige Bahnlinie verbunden.
Die Franches Montagnes, früher zu einem Teil als Montagnes des Bois oder Montagnes du Faucon bekannt, leiten ihren Namen von dem Freiheitsbrief her, den Imer von Ramstein, Bischof von Basel, am den Bewohnern und allen künftigen Ansiedlern der Montagnes du Faucon ausstellte. Diese für die damalige Zeit ausserordentlich weit gehenden Freiheitsrechte zogen eine grosse Anzahl von Kolonisten an, die die weitausgedehnten Waldungen rodeten und sich hier eine feste Heimat schufen. Im Jahre 1555 schlossen die Freiberge ihrem Oberherrn, dem Bischof, zum Trotz ein Burgrecht mit der Stadt Basel, das vom Fürstbischof Christoph von Blarer 1585 wieder rückgängig gemacht werden konnte.
Dank der beständigen Fürsorge der Fürstbischöfe erfreuten sich die Franches Montagnes stets einer grossen Summe von Freiheitsrechten, bis sie 1793 gegen den allgemeinen Willen ihrer ganzen Bevölkerung unter französische Oberherrschaft kamen. Das Wappen der Franches Montagnes ist dasselbe wie das der Herren von Spiegelberg oder Mireval (vergl. den Art. Muriaux), nämlich ein goldener Schild mit sechs roten Bergen, je drei zusammen, und einem silbernen, schwarz umrahmten und aufgestellten Spiegel.