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Das gab die dortige Finanzaufsicht am Dienstag in Taipeh bekannt. Die Zahlungen waren eigentlich schon am 27. Mai fällig. Eine 30-tägige Nachzahlungsfrist endete am Sonntag oder am Montag - je nach juristischer Auslegung.
Wegen der ausbleibenden Zahlungen erklärten sowohl die US-Regierung als auch die Ratingagentur Moody's, dass Russland zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrhundert mit seinen internationalen Anleihen in Verzug geraten ist. Grund dafür sind die westlichen Sanktionen aufgrund des Einmarsches in die Ukraine, die das Land vom globalen Finanzsystem weitgehend abgeschnitten haben.
Bei den fraglichen Zahlungen handelt es sich um insgesamt 100 Millionen Dollar an Zinsen für zwei Anleihen: eine in US-Dollar und eine in Euro. Eine Staatspleite droht Russland allerdings nicht, da das Land dank der Einnahmen aus den Öl- und Gasexporten ein dickes finanzielles Polster angelegt hat. Zudem ist die Staatsverschuldung mit 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Vergleich zu den westlichen Industriestaaten sehr gering.
Der Zahlungsausfall dürfte das Land womöglich auch nach Kriegsende und einem Wegfall der Sanktionen vom globalen Finanzmarkt abschneiden - nämlich bis die Gläubiger vollständig befriedigt und alle aus dem Ausfall resultierenden Rechtsstreitigkeiten beigelegt sind. Die Regierung in Moskau bestreitet, mit dem Begleichen der Auslandsschulden in Verzug geraten zu sein. In einem Telefonat mit Reportern sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag, Russland habe die im Mai fälligen Anleihezahlungen geleistet. Die Tatsache, dass sie vom Clearinghaus Euroclear wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland blockiert worden seien, sei "nicht unser Problem".
(Reuters)