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Werner Rüttimann
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 6. Oktober 1877
Priesterweihe: 17. Juli 1881
Lehrer an der Stiftsschule: 1882–1884
Missionar in Mount Angel: 1884–1889
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Josef Rüttimann und der Maria Koch.
Paten: Leodegar Achermann von Oberkirch und Elisabeth Sidler von Nottwil.
Lebensbeschreibung[1]
P. Werner wurde als Sohn des Pfarrsigristen Josef Rüttimann und dessen Frau Maria Koch, am 16. April 1857 in Sursee geboren und auf den Namen Josef getauft. Er hatte noch vier Geschwister, von denen drei ebenfalls den Ordensstand wählten.[2] Seine Schulbildung erhielt er in Sursee und an den Klosterschulen in Engelberg und Einsiedeln. Nach den gut abgeschlossenen Gymnasialstudien trat er 1876 in Engelberg ins Kloster ein und konnte am 6. Oktober 1877 auf den Namen Werner Profess ablegen. Die Priesterweihe empfing er am 17. Juli 1881.
Danach wirkte er von 1882 bis 1884 als Professor am Klostergymnasium. Während der Ferienzeit 1883 ging er am 30. Juli nach St. Maurice im Wallis, um sich in der französischen Sprache weiterzubilden, von wo er am 9. Oktober zurückkehrte. Danach wurde er als Professor der III. französischen Klasse ernannt, "hat in der I. Lateinklasse 24 Schüler, gibt nebst dem Musikunterricht im Fagott und Violine, ist Subcustos und Unterarchivar, fleißiger Prediger und Zeitungskorrespondent und lernt privat für sich englisch", wie er in seinem Tagebuch notierte. In seinem 52 Seiten zählenden Fragment-Tagebuch hielt er 1872, 1873 und dann von 1880 bis 1884 interessante Ereignisse und interessante Vorkommnisse im Kloster, von Mitbrüdern, aber auch besondere lokale Naturereignisse, Unfälle, Delikt und ähnliches vom Dorf und der Umgebung fest.
Da er schon früher öfters den sehnlichsten Wunsch äusserte, in die Benediktinermission in Nordamerika gehen zu dürfen, entsprach Abt Anselm Villiger gerne seinem Wunsch. Die junge Kolonie in Mount Angel im Staat Oregon brauchte dringend wieder neue Kräfte. 1884 verreiste er in Begleitung einiger Ordenskandidaten dorthin ab und besorgte dann die vom Kloster Mount Angel etwa vier Stunden entfernte Pfarrei und Missionsstation Sublimity, wo er eine Schwestergenossenschaft "vom kostbaren Blute" gründete, die später mehr als 200 Schwestern zählte.
P. Werner predigte in englischer und französischer Sprache. Im Kloster war er Kapitelssekretär und Küchenmeister. Leider war ihm keine lange Wirksamkeit beschieden. Die vielen und schweren Missionsarbeiten hatten seiner ohnehin schwachen Gesundheit sehr zugesetzt, so dass er ab Herbst 1887 immer mehr kränkelte. Den Pfarrgottesdienst konnte er bis Weihnachten nur noch mit viel Anstrengung durchführen. Am 1. Januar 1889 starb er mit erst 41 Jahren an "Auszehrung".[3]
Professnummer
- Nr. 655
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl übernommen.
- Sein Bruder P. Gabriel Rüttimann, geboren 1861, wurde Zisterzienser in Mehrerau und Prior in Sittich, gestorben am 13. November 1915, ein anderer war als P. Hermann Rüttimann im Zisterzienserkloster Marienstatt, die ältere Schwester wurde Benediktinerin im Kloster Maria-Rickenbach.
- SMGB 10, Bd. 10, 1889, S. 136; Beck, Kirche, Pfarrei und Klerus von Sursee, 1938, S. 246; Titlisgrüsse 1, 1915, S. 29-31.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 156.
- StiArEbg Professbucheintrag nach Br. Meinrad Haberl.