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Ihm wurde das aufwändige Ressort Hochbau anvertraut, das er während der gesamten Amtsdauer als Gemeinderat ausgezeichnet betreute. Er präsidierte auch die damalige vierköpfige gemeinderätliche Baukommission, stand gleichzeitig dem Baukollegium vor und führte verschiedene vorberatende, in der Bevölkerung breit abgestützte, objektbezogene Arbeitsgruppen. Ab Frühjahr 1974 amtete er als 1. Vizepräsident des Gesamtgemeinderats. Der Verstorbene, seit 1961 mit eigenem Büro in Feldmeilen tätig, kannte als freischaffender Architekt SIA von Berufs wegen den Umfang dieses breitgefächerten Mandates.
Die ausserordentlich rege Bautätigkeit in den sechziger und siebziger Jahren, ferner die damalige Vorbereitung zahlreicher umfangreicher kommunaler Projekte, gaben den verantwortungsvollen und stets lösungsorientierten Einsatz von Hans Gessert vor. So fanden im Juni 1966 innerhalb von sieben Tagen gleich zwei Gemeindeversammlungen zur Verabschiedung zahlreicher Infrastrukturprojekte statt. Auf diese Zeit geht auch der erste Auftritt des verstorbenen Baukommissionspräsidenten in einer Gemeindeversammlung zurück. Behandelt wurde u.a. der Ausbau des Bahnhofes Herrliberg-Feldmeilen mit den beiden Personenunterführungen und der Passerelle. Architekt Gessert konnte sich dort griffig einsetzen für die Ausgestaltung der Parkplatte mit den darunterliegenden Nebenräumen.
Als einer der Schwerpunkte aus dem Richtplan 71 gilt das Sportzentrum Allmend mit dem Hallenbad. Dessen Projektierung, Begleitung und Verwirklichung waren Gesserts Herzenssache. Er setzte sich als kluger Verfechter leidenschaftlich und unbeirrt mit richtigem Kompass für einen seiner Meinung nach wertvollen Beitrag zur Volksgesundheit ein. Neun Jahre hat es seit den ersten Schritten der im Jahre 1969 eingesetzten «Arbeitsgruppe Sportzentrum Allmend» gedauert; die Eröffnung fand am 10. November 1978 statt.
Der vom Gemeinderat bereits zu Beginn der sechziger Jahre bei den zuständigen Stellen der SBB beantragte Doppelspurausbau mit gleichzeitigem Ausbau des Bahnhofs Meilen verursachte auch nicht-bahnspezifische Anpassungen, die gemeindeseits in der Urnenabstimmung vom 5. April 1981 bewilligt wurden. Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe zeichnete für die Vorbereitung verantwortlich. Als deren Präsident durfte Hans Gessert Einblick nehmen in die Tätigkeit der damals für dieses Grossprojekt zuständigen vorberatenden Kommission des Kantonsrats, die in Meilen tagte.
Im höchst spannenden Bereich der kommunalen Ortsplanung mit ihren verschiedenen Teilgebieten war der Verstorbene mit federführend. Er zeichnete verantwortlich für insgesamt vier Anträge an die Stimmbürgerschaft. Am 22. Oktober 1979 gelangte die Revision der Ortsplanung als Ganzes zur Abstimmung. Mit 271:173 Stimmen fiel das Resultat an der Gemeindeversammlung positiv aus. Der definitive Entscheid fiel indes infolge eines Referendums erst in der nachfolgenden Urnenabstimmung vom 2. Dezember 1979. Am 29. März 1982 schliesslich – die letzte Gemeindeversammlung des Verstorbenen – wurde der Kredit für die Erarbeitung der kommunalen Richtplanung gutgeheissen.
Hans Gessert fügte sich im Ratsbetrieb Beschlüssen, die nicht seinem Gusto entsprachen, kollegial. Der auch privat mit bauseitigen Aktivitäten betraute Verstorbene wusste bei Ausübung seines Amtes genau, wie allfällig auftretenden Interessenskollisionen auszuweichen war. Sein Wort galt; er war grundehrlich und nicht nachtragend. Schlagzeilenträchtige Aussagen und Auftritte waren nicht sein Ding. Hans Gessert konnte Niederlagen fair entgegennehmen, so etwa, als die von ihm sehr unterstützte Spezialbauordnung Ländisch im März 1967 von den Stimmberechtigten abgelehnt wurde.
Wer während 16 Jahren an vorderster Front nebenamtlich in einem sowohl sensiblen als auch spannungsgeladenen Bereich einer Exekutivbehörde uneigennützig tätig war, hat die Anerkennung der breiten Öffentlichkeit verdient und darf des aufrichtigen Dankes der Bevölkerung sicher sein.
Heinrich Haupt, alt Gemeindeschreiber