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Dan Walsh
*1960 in Philadelphia, lebt und arbeitet in New Yorkhttps://www.galerie-tschudi.ch/artists/dan-walsh/
Dan Walsh hat zwei quadratische Holzschnitte konzipiert, in denen er das Verhältnis von Form und Farbe untersucht. Bei den Werken handelt es sich um komplexe Hochdrucke, die auf Symmetrie, Wiederholung und Variationen beruhen. Sie sind aus demselben Holzblock geschaffen, der für jeden Druck angepasst wurde. Das erste Werk «Return» stellt sieben Farbblöcke von Gelb bis Blau, in verschiedenen Schattierungen der Grundfarben, sieben Graustufen gegenüber. Die vierzehn Farben sind auf subtile Weise von den handgeschnitzten Holzmatrizen gedruckt. Jeder Block weist weisse Streifen entlang der horizontalen Holzstruktur auf. Das Werk setzt die Beschäftigung des Künstlers mit Farben und den Möglichkeiten des Sehens fort. Walsh hat sich bereits seit seiner gleichnamigen Ausstellung in der Paula Cooper Gallery im Jahr 2002 ausgiebig mit dem Thema 7 Grays auseinandergesetzt und in einem offenen und experimentellen Ansatz über die Farbtheorie reflektiert.
Der zweite Druck «Reply» trägt zehn Farbeinheiten, die auf der einen Seite von Gelb bis Violettbraun und auf der anderen Seite von Hellblau bis Tiefgrün reichen. Die Mischfarben des zweiten Drucks haben einen reicheren Farbauftrag. Während «Return» mit der quadratischen Struktur und dem dreieckigen weissen Raum zwischen den nebeneinander liegenden Farbblöcken spielt, schafft «Reply» eher eine archaische architektonische Form, die an ein zusammengesetztes, organisches Dreieck erinnert. Die für beide Drucke verwendeten Holzformen spielen mit subtilen handgeschnitzten Verzierungen, die gepunktete Bögen zeichnen, die senkrecht zu jedem der Holzblöcke beginnen.
Die beiden Werke wirken in ihrer ornamentalen Abstraktion fast skulptural. Der optische Illusionismus spielt hier eine geringere Rolle als in vielen der Gemälde und Künstlerbücher von Walsh. Dennoch ist die Komplexität der kleinen Strukturen und das Zusammenspiel mit den weissen Flächen erst bei wiederholtem Hinsehen zu erfahren. Die Konzentration auf die Holzmuster und die weissen Ausschnitte wirft Fragen der Wiederholung und der Farbwahl auf. Es handelt sich um eine intensive Untersuchung der Phänomenologie der Farbe und eine Erkundung der «symbolischen Strukturen, aber auch der Details, der Kanten und der Art und Weise, wie sie die Dinge einrahmen».
Dan Walsh arbeitet seit den frühen 1990er Jahren mit Gemälden, Zeichnungen, Drucken und Künstlerbüchern. Seine Werke veranschaulichen die Fluidität der Bewegung und befinden sich im Spannungsfeld zwischen Minimalismus und geometrischer Abstraktion. So minimalistisch und abstrakt die Werke auch scheinen mögen, es ist immer ein deutlicher Einfluss der menschlichen Hand zu erkennen. Die Formen und Farben werden oft durch geschwungene Linien und abgerundete Winkel geformt. Walshs Arbeiten sind nicht nur in der abstrakt-geometrischen Tradition zu sehen, sondern nehmen auch ornamentale arabische Fliesen, peruanische Stoffe, orientalische Teppiche, indonesische Stupas und russische Ikonen auf.
Die letzten institutionellen Einzelausstellungen von Dan Walsh fanden im Museum of Fine Arts, Houston (2023) und im Bonnefantenmuseum, Maastricht (2019) statt. Seine Werke befinden sich in verschiedenen Museumssammlungen wie dem MoMA, New York, dem Art Institute of Chicago, der Jumex Collection, Mexiko-Stadt und dem Musée dart et dhistoire in Genf.