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Das Pancoast-Syndrom (PS) umfasst einseitig auftretende Schmerzen und eine Schwäche der Schulter- und Armmuskulatur, die schließlich in eine Muskelatrophie übergehen können, sowie ein ipsilaterales Horner-Syndrom. Dem PS liegt eine Umfangsvermehrung im Bereich des Apex pulmonis zugrunde, die Nerven und Blutgefäße komprimiert. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um ein Bronchialkarzinom. Die Diagnose bedarf einer eingehenden klinischen und bildgebenden Untersuchung sowie einer Biopsie, um die Umfangsvermehrung charakterisieren zu können.
Das PS kann sich im Rahmen verschiedener Erkrankungen einstellen, die lokale Masseneffekte im Bereich des Apex pulmonis provozieren [1] [2] [3] [4]. In der Regel handelt es sich dabei um eine Neoplasie, besonders häufig um ein Bronchialkarzinom. Ebenso kommen lymphoproliferative und myeloproliferative Erkrankungen als Ursache infrage, darüber hinaus auch Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Aspergillose und Hydatidose. Je nach Grunderkrankung kann sich das klinische Bild daher mehr oder weniger komplex gestalten. Die Symptome des PS sind folgende [5]:
Ein Patient, der mit einem PS vorstellig wird, ist gründlich zu untersuchen, um Verzögerungen bis zur Diagnosestellung zu vermeiden und die Grunderkrankung in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen. Das gilt auch für ein unvollständiges PS, bei dem nicht alle der oben genannten Symptome ausgeprägt sind. Leider muss den Betroffenen dennoch häufig mitgeteilt werden, dass ihr primäres Leiden bereits weit fortgeschritten ist.
Zunächst werden Röntgenaufnahmen des Thorax angefertigt. In diesen Aufnahmen ist meist eine größere Verschattung im Bereich des Apex pulmonis zu erkennen, aber die Beeinträchtigung angrenzender Weichgewebe lässt sich schlecht darstellen. Diesbezüglich hat die Computertomographie eine höhere Sensitivität, weshalb sie in der Aufklärung eines PS als Goldstandard zählt [2] [3] [4] [5]. Die Computertomographie erlaubt eine Beurteilung der Kompression oder Invasion des Plexus brachialis und andere Nerven, der Blutgefäße, der Rippen und Wirbelkörper sowie der Organe im Mediastinum [2] [4] [5]. Bei entsprechender Verfügbarkeit und weiterhin bestehenden Zweifeln am Stadium der Erkrankung kann darüber hinaus eine Magnetresonanztomographie und Angiographie realisiert werden [2] [4].
Schließlich kann eine Gewebeprobe entnommen werden, um die Umfangsvermehrung zu identifizieren, wenn dies anhand des klinischen Bildes und bisher durchgeführter Untersuchungen noch nicht möglich war. Eine Bronchoskopie mit Biopsie ist meist nicht durchführbar, weshalb für gewöhnlich die transthorakale Aspirationsbiopsie unter sonographischer oder computertomographischer Kontrolle vorgezogen wird [1] [5]. Die gewonnene Probe ist dann zytologisch, immunhistochemisch und immunphänotypisch zu untersuchen.