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Stuttgarter Zeitung, 15. 7. 1998
Der Weilheimer Studienrat Friedrich Denk, der den Widerstand gegen die neuen Regeln hauptsächlich organisiert hatte, erwartet, daß die Bevölkerung sich den neuen Schreibweisen nicht unterwerfen wird.
«Aus der Innovations- und Diffusionsforschung stammender Begriff, der den Prozess der raum-zeitlichen Ausbreitung einer Innovation im sozial-räumlichen System beschreibt. Objekte und Einstellungen, welche die Diffusion von Innovationen verhindern, werden als Diffusionsbarrieren bezeichnet (natürliche, kulturelle, psychologische Diffusionsbarrieren). Die Diffusion einer Innovation findet mittels der Adoption der Innovationen durch einzelne Individuen statt.»
«Nach dem Grad der Diffusion einer Innovation lassen sich vier Diffusionsphasen unterscheiden (Initialphase, Expansionsphase, Verdichtungsphase und Sättigungsphase).»
Stuttgarter Zeitung, 15. 7. 1998
Der Weilheimer Studienrat Friedrich Denk, der den Widerstand gegen die neuen Regeln hauptsächlich organisiert hatte, erwartet, daß die Bevölkerung sich den neuen Schreibweisen nicht unterwerfen wird.
Theodor Ickler, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 11. 2000
Denn nicht nur Schriftsteller und Intellektuelle gehören zu den Gegnern von Rechtschreibreformen, sondern die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung, die einfach am Gewohnten hängt und wohl oft auch ahnt, daß die geplante Änderung überflüssig und schädlich ist „wie ein Kropf“. (Deshalb haben sich kürzlich 98 Prozent der Zeitungsleser gegen die Reform ausgesprochen.)
Wilhelm Wilmanns, Die Orthographie in den Schulen Deutschlands, 1887
Das Volk im allgemeinen freilich, auch die wiſſenſchaftlich Gebildeten blieben dieſen Beſtrebungen [von Grimm] fern. Aber was wußten ſie auch davon? wie viele von ihnen hatten denn Grimms Schriften ſtudiert? wer kümmert ſich überhaupt noch um deutſche Grammatik, wenn er die Schule hinter ſich hat? und doch war ohne grammatiſches Studium kein Urteil und kein Verſtändnis für Grimms Anſichten zu gewinnen. Es war daher ganz natürlich, wenn dieſe über den Kreis der Fachgenoſſen nicht hinauskamen und weſentlich nur in den Büchern der Germaniſten ſichtbar wurden.
Kurt Reumann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. 8. 2000
Von Anfang an war von "Durchsetzung" die Rede, weil mit Widerstand gerechnet wurde.
Peter Gotzner, Spiegel Online, 22. 10. 2014
Erhard Friedrich Leuchs, Anleitung zu einer erleichterten, verbesserten Rechtschreibung …, 1832
Die allgemeine Einführung wird am beſten durch theilweiſe Annahme einzelner Neuerungen, und ſchwankende Orthographie (zwiſchen der alten und neuen) vorbereitet, damit ſich das Publikum gewöhnet, auf das, was blos Sache des Gebrauches iſt, nicht eine übertriebene Wichtigkeit zu legen, und endlich das Beſſere und Einfachſte von ſelbſt ergreift.
Otto Hiller von Gaertringen, preussische-allgemeine.de, 24. 10. 2018
Auch durchaus sprachsensible Kritiker [d. h. die gegner] verwenden durchweg nur die eine oder andere Variation der ab 1996 „reformierten“ Schreibungen.
Erwin Haller, Pionier, 25. 9. 1928
Die regierungen aber werden sich erst ernsthaft mit der frage befassen, wenn die anregung von unten kommt, wenn ein druck ausgeübt wird.
Die Weltwoche, 8. 12. 2010
Diktat von oben.
Lernt der siebenjährige schüler irgendetwas, was nicht von oben kommt? Und wenn etwas von unten kommt und er fater schreibt, ist es ja auch nicht recht!
Reu., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 5. 1998
Aber das ist es gerade, was so anstößig wirkt: die Änderung der Schriftsprache von oben herab. Das Reförmchen selbst regt die Kritiker […] längst nicht so auf wie die Anmaßung der Kultusminister, über die Sprache zu befinden.
Otto Back, 1998
Zu verlangen, dass die Orthographie nicht „von oben“ reguliert werde, sondern ihrer eigenen Entwicklung überlassen bleibe – diese Forderung (sofern sie überhaupt ernst gemeint ist) beruht auf einer Art optischer Täuschung: Gehen orthographische Änderungen nicht von einer identifizierbaren Instanz (wie Behörden, Akademien, Verlage) aus, dann haben sie in ihrem Wildwuchs eben anonym bleibende Individuen samt deren Nachahmern als Urheber.
prof. Völker, St. Gallen, Pädagogischer Beobachter, 8. 4. 1876
Wissenschaftlicher und geistiger Fortschritt gelingt aber meistens nur dann, wenn sich vielfach Stimmen aus dem Volk darüber vernehmen lassen; dass aber dieses auch hinsichtlich der deutschen Rechtschreibung der Fall ist, beweisen die vielen Anregungen, die dazu sowohl von der schweizerischen wie von der deutschen Lehrerschaft gemacht worden sind, und begrüsst muss es werden, dass sogar das preussische Ministerium Gelehrte berufen hat, Vorschläge über Orthographiereform zu entwerfen.