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Das internationale Artenschutzabkommen CITES regelt den Handel gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Die 184 Mitgliedstaaten trafen sich vom 14. bis zum 25. November 2022 in Panama Stadt zur 19. Vertragsstaatenkonferenz und debattieren hauptsächlich über die Erweiterung des Schutzes auf zusätzliche Arten.
Das internationale Artenschutzabkommen CITES regelt den Handel gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Die 184 Mitgliedstaaten trafen sich vom 14. bis zum 25. November 2022 in Panama Stadt zur 19. Vertragsstaatenkonferenz und debattieren hauptsächlich über die Erweiterung des Schutzes auf zusätzliche Arten.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV als CITES-Vollzugsbehörde vertrat in Panama die Interessen der Schweiz. Auf dieser Seite wurden während der Veranstaltung Updates zu den diskutierten Agendapunkten veröffentlicht.
Die Schweizer Delegation geht nach Abschluss der 19. Vertragsstaatenkonferenz von CITES mit gemischten Gefühlen nach Hause
25.11.22: Es wurden auf der einen Seite gute und wichtige Entscheide gefällt, die den Schutz von durch den internationalen Handel gefährdeten Arten von Tieren und Pflanzen stärken. Als Beispiel kann hier der Entscheid erwähnt werden, welcher die gesamte Familie der Requiemhaie in den Anhang II von CITES aufnimmt. Damit wird auf einen Schlag 80% des weltweiten Handels mit Haifischflossen unter die Kontrolle von CITES gestellt.
Auf der anderen Seite wurden aber auch Entscheide gefällt, die den wissenschaftlichen Fakten nicht standhalten und vor allem basierend auf dem Vorsorgeprinzip (Precautionary principle) und auf Emotionen entschieden wurden. Als Beispiel dürfen hier die Glasfrösche dienen, wo die ganze Familie mit über 150 Arten in den Anhang II von CITES aufgenommen wurde. Die Spezialisten der Weltnaturschutzorganisation IUCN empfahlen Ablehnung dieses Antrags, da aus deren Sicht keine der 158 Arten die Kriterien für eine Aufnahme erfüllt.
Die Schweizer Delegation konnte sich schon im Vorfeld in die Vorbereitung der zu treffenden Entscheide einbringen, da sie in allen drei vorbereitenden Gremien eine wichtige aktive Rolle einnahm. Zudem hat sie selber einen Antrag erfolgreich eingebracht welcher eine Reduktion des administrativen Aufwandes im Bereich des Handels mit Kosmetika, welche Extrakte aus künstlich vermehrten Orchideen enthalten, und welcher die Wildpopulationen dieser Arten nicht gefährdet zur Folge haben wird.
Weiter spielt die Schweiz weiterhin eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung und Förderung der Digitalisierung der Bewilligungsprozesse und Zertifikatssaustellung. Die Stellungnahmen der Schweiz sind immer unabhängig und an keine Blockbildung gebunden. Sie werden darum von den Vertragsstaaten als unabhängige auf wissenschaftlichen Falten beruhenden Aussagen wahrgenommen und auch geschätzt.
Schlussendlich wurde auch der Präsident des Tierkomitees, Matthias Lörtscher für drei weitere Jahre wiedergewählt. Es wird nun in den kommenden drei Monaten darum gehen die Entscheide der COP19 in Schweizer recht überzuführen und die Kontrollorgane in der Schweiz entsprechend zu schulen.
Einige gespannt erwartete Entscheide gefällt
19.11.22: Die Vertragsstaaten hatten den Antrag, den Handel mit Nilpferden für kommerzielle Zwecke vollkommen zu verbieten, recht deutlich abgelehnt. Grund hierfür war, dass man denjenigen Staaten, die stabile und teilweise wachsende Populationen haben, nicht die nachhaltige Nutzung dieser Populationen verbieten wollte. Dies sind nämlich die einzigen in den CITES-Anhängen aufgeführten Arten, die exportiert werden - und das scheint der Art in diesen Ländern nicht zu schaden, im Gegenteil.
Darüber hinaus wurde lange und intensiv über den Schutz und die mögliche Nutzung des Afrikanischen Elefanten diskutiert. Das Ergebnis ist, dass man weder den Elfenbeinhandel erneut erleichtern noch die Erfolge des Artenschutzes in den südafrikanischen Staaten torpedieren will. Ein Lichtblick in dieser jahrzehntelangen Blockade zwischen den afrikanischen Staaten ist die Erkenntnis, dass man versuchen sollte, die Artenschutzerfolge im südlichen Afrika durch mögliche finanzielle Entschädigungen zu honorieren, ohne dabei den Elfenbeinhandel wieder anzukurbeln. Entsprechende Möglichkeiten sollen in einer Arbeitsgruppe ausgelotet werden.
Vorschläge zur Aufnahme von Haiarten angenommen
17.11.22: Am heutigen Tag wurden erste wegweisende Entscheide gefällt. So wurden zwei Vorschläge zur Aufnahme von Haiarten angenommen, welche auf einen Schlag rund 80 Prozent des Handels mit Haifischflossen den Regeln von CITES und damit einer Nachhaltigkeitsüberprüfung unterwerfen. Dies kann bereits jetzt als grosse Errungenschaft der diesjährigen Konferenz betrachtet werden. Darüber hinaus wurde eine ganze Reihe von Edelhölzern in die Anhänge von CITES aufgenommen, was bedeutet, dass sie künftig nur noch mit einem Nachhaltigkeitszertifikat international gehandelt werden dürfen.
Die CITES COP nimmt Fahrt auf
15.11.22: Nach dem ersten offiziellenTag mit der Eröffnungszeremonie mit viel panamaischer Folklore und den regionalen Vorbereitungsmeetings wurden am ersten Tag der beiden Arbeitskomittees erste wichtige Entscheide gefällt. Es wird eine neue Resolution zum Handel und Schutz der Meeresschildkröten geben. Details hierzu werden noch in einer Arbeitsgruppe festgelegt.
Bezüglich der Rolle von CITES in der Verhinderung künftiger Pandemien ist noch kein Konsens erreicht worden und eine Arbeitsgruppe mit gefühlt der Hälfte der Anwesenden wurde gebildet. Es stehen schwierige Verhandlungen diesbezüglich bevor.
Weitere Informationen zu den täglichen Verhandlungen: Earth Negociations Bulletin
Livestream der Veranstaltung
Letzte Änderung 29.12.2022