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Projekt 1134 Berkut KRESTA I-KLASSE, war eine Klasse von vier Lenkwaffenkreuzern der Sowjetischen- und später der Russischen Marine. Beidseits der Brücke waren die Schiffe der KRESTA I-KLASSE je mit einem Doppelstarter für Anti-Schiff-Raketen vom Typ P-35 (NATO-Code: SS-N-3 Shaddock) ausgerüstet. Die Raketen verfügen über eine Reichweite von 460 km und können wahlweise mit einem 800-kg-Hohlladungssprengkopf oder einem 100-kt-Nuklearsprengkopf bestückt werden. Zur Luftabwehr waren zwei Doppelstarter für die Marineversion der Issajew S-125 Newa (NATO-Code: SA-3-Goa) installiert. Ein Starter befand sich auf dem Deck vor der Brücke, der zweite war, vom Heck aus gesehen, hinter dem Hubschrauberhangar platziert. Die dazugehörigen Raketen haben eine Reichweite von 10 km, mit der modernisierten Variante werden Reichweiten von ca. 25 km erreicht. Die Raketen können wahlweise gegen Luft- so wie auch gegen Seeziele eingesetzt werden. Die Schiffe der KRESTA I-KLASSE konnten mit bis zu 44 dieser Raketen bestückt werden. Die KRESTA I-KLASSE war zudem mit zwei Zwillingsgeschützen vom Typ AK-725 ausgestattet. Die Geschütze haben ein Kaliber von 57 mm, eine Reichweite von ca. 8,5 km und eine Kadenz von 200 Schuss/min. Allerdings sind sie gegen anfliegende Raketen praktisch wirkungslos. Ob sie effektiv gegen Flugzeuge eingesetzt werden können, ist unklar. Sie befanden sich beidseitig der Aufbauten der hinteren Schiffshälfte. Zur U-Boot-Abwehr waren zwei zwölfrohrige Wasserbombenwerfer vom Typ RBU-6000 am Bug, zwei sechsrohrige Wasserbombenwerfer vom Typ RBU-1000 beidseitig des Hubschrauberhangars und zwei fünfrohrige Torpedostarter installiert. Die RBU-6000 verfügen über eine Reichweite von 6.000 m und haben ein Kaliber von 213 mm. Die dazugehörigen Geschosse sind 110 kg schwer, der Sprengkopf hat ein Gewicht von 25 kg. U-Boote können damit in einer Tiefe von 10–500 m bekämpft werden. Die RBU-1000 verfügen über eine Reichweite von 1.000 m und ein Kaliber von 300 mm. Das Geschossgewicht beträgt hier 195 kg und der Sprengkopf hat ein Gewicht von 95 kg. Die Hälfte der vier Schiffe der KRESTA I-KLASSE, die "VICE ADMIRAL DROZD" sowie die "ADMIRAL ZOZULYA", wurden zusätzlich mit vier sechsläufigen Gatlingkanonen des Typs AK-630 nachgerüstet. Diese befanden sich beidseitig der Aufbauten in der Schiffsmitte. Die Schiffe der KRESTA I-KLASSE waren 156 m lang, 17 m breit und hatten einen Tiefgang von ca. 6 m. Sie hatten standardmäßig eine Verdrängung von ca. 6100 t und voll beladen ca. 7500 t. Die Schiffe wurden von zwei Dampfturbinen mit insgesamt etwa 91.000 WPS auf zwei Wellen angetrieben. Damit wurden Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 34 Knoten erreicht. Die Reichweite betrug bei einer Idealgeschwindigkeit von 14 Knoten etwa 10.400 Seemeilen, bei 18 Knoten etwa 5.000 Seemeilen. Alle vier Einheiten der KRESTA I-KLASSE wurden mittlerweile außer Dienst gestellt und abgewrackt. Drei davon wurden noch in der UdSSR außer Dienst gestellt. Ein Schiff, "VICE ADMIRAL DROZD" sank 1992 auf dem Weg zur Abwrackung. Das letzte Schiff, "ADMIRAL ZOZULYA", wurde Ende 1994 im Kriegshafen von Baltijsk außer Dienst gestellt und 1995 abgewrackt. Ihren letzten Einsatz bestritt die "ADMIRAL ZOZULYA" in der ersten Hälfte des Jahres 1994. Sie deckte den planmäßigen Rückzug der ex-sowjetischen Truppen aus dem mittlerweile aus der Sowjetunion ausgescherten Lettland. Hierzu lag die "ADMIRAL ZOZULYA" voll aufmunitioniert und dauerhaft gefechtsbereit im Kriegshafen von Liepaja. Die Stimmung in der neugegründeten Latvijas Republika galt in diesen Tagen als von antisowjetischen wie antirussischen und nationalistischen Strömungen extrem angespannt. Lettische wie auch die Bürger der russischen Minderheit beobachteten die Vorgänge im zerfallenden Jugoslawien mit Sorge, während sie gleichzeitig den sogenannten Funken fürchteten, der jederzeit den eigenen neuen Staat balkanisieren könnte. Mittendrin die High-Tech-Rüstung der Sowjetunion im Abbau. Auch in der russischen Admiralität war der Fokus auf diesen Spannungskomplex gerichtet. Das bloße Drohpotenzial eines Schiffes mit der Kampfstärke der "ADMIRAL ZOZULYA" allein stellte in dieser Situation schon eine sehr stabilitätswahrende Wirkung zur Verfügung. Ferner beherbergte man immer mindestens drei Züge Spez-Naz (sowj. Spezialeinsatzkräfte), bisweilen auch eine ganzen Kompanie, an Bord. In einer weiteren Rolle stellte derzeit die "ADMIRAL ZOZULYA" die Basis zur Aufklärung und Unschädlichmachung westlicher NATO-Agenten dar.