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Lexikon – T
Tathāgata
(Sanskrit und Pali) ist ein Titel für Buddha. Der historische Buddha Siddharta Gautama benutzte ihn, wenn er von sich selbst sprach. «Tathā» wird in der Regel als «so» übersetzt und «(a)gata» als «gekommen». Die Implikation: Ein verwirklichter Buddha manifestiert in seinem Dasein die Wirklichkeit, so wie sie ist. In diesem Sinn steht das Wort auch für die fundamentale Buddhanatur, die allen Lebewesen inhärent ist.
Wenn der Buddha von sich selbst sprach, benutzte er nie das Wort «ich» sondern immer vom Tathāgata
Tao, auch Dao
Zentraler Begriff des chinesischen Taoismus. Das Schriftzeichen dafür bedeutet „Weg“. In Laotses Schrift Tao te Ching wird Tao definiert als „die Mutter aller Dinge“. Alles Leben entsteht auf dem Tao, wirkt im Tao und kehrt ins Tao zurück. Philosophisch ausgedrückt, steht es für die absolute, unfassbare und unbenennbare Wirklichkeit.
Teisho
Lehrvortrag eines Zen-Meisters. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Vortrag zu irgendeinem Thema befasst sich ein Teishō ausschliesslich mit dem Dharma – der unverstellten Wirklichkeit, so wie sie ist. Dabei werden überlieferte Zen-Texte aus der direkten Sicht und Erfahrung des/der Vortragenden kommentiert.
Thanissaro Bhikkhu
(*1949) US-amerikanischer Mönch der Thailändischen Waldtradition, einer Schule des Theravada Buddhismus. Er studierte 22 Jahre lang unter der Führung von Meister Ajahn Fuang Jotikko (1915—1986). Viele seiner Darlegungen und Übersetzungen zur buddhistischen Überlieferung sind im WWW zugänglich und höchst empfehlenswert. (auch Ajaan Geoff)
Thich Nhat Hanh
(1926- 2022) Vietnamesischer Zen-Meister und Friedensaktivist. Gründer des Meditationszentrums Plum Village (Frankreich) und zahlreicher Zentren der Achtsamkeit in der ganzen Welt. Er war ein bekannter Poet, begnadeter Lehrer und Autor zahlreicher Bücher.
Trikāya
Trikāya, Skrt., wörtl. «Drei Körper»: Kāya bedeutet in Sanskrit Körper. Die Buddhisten unterscheiden drei Körper, drei Aspekte der Existenz: Dharmakāya, Sambhogakāya, Nirmanakāya. Im Deutschen werden die drei oft als Nicht-Sein, Sein, Dasein übersetzt. Da der Buddha in seiner Vollkommenheit alle drei Aspekte erleuchtet, spricht man von den drei Körpern Buddhas.
– Dharmakāya, Nicht-Sein: Aspekt der Formlosigkeit. Es ist das gedanklich nicht erfassbare Wesen, der Essenz des Universum die alles Leben ausmacht. Andere Namen dafür sind Tao, Gott, das Absolute, Urwesen usw. Ein häufiges Symbol dafür ist der leere Kreis.
(Meister Sokei-an sagt: Das, was weder entsteht noch vergeht ist der Dharmakāya. Wörtlich übersetzt bedeutet Dharmakāya «Gesetzeskörper», sinngemäß ist es der «Körper des Nicht-Seins.» Im Verständnis des Buddhismus ist dieses Nicht-Sein das wahrhaftig Letzte, auf dem alles beruht; es ist der Dharmakāya, den wir finden müssen, wenn wir zum Urgrund der Existenz durchdringen wollen.)
– Sambhogakāya, Sein: Aspekt des grundlegenden Seins. Es ist der Bewusstseinskörper aller Lebewesen. Er umfasst alles, was ist, unabhängig von Form, Farbe, Material usw. Wenn etwas bewusst wahrgenommen werden kann, dann ist es. Das Sein zeigt sich uns Menschen als die Einheit der gegensätzlichen Bewegungen: kommen und gehen, hell und dunkel, Himmel und Erde usw. Als Symbol dient oft der Kreis von Yin und Yang oder ein einziger Strich.
(Meister Sokei-an sagt: Sambhogakāya ist unser angeborenes Bewusstsein. Nicht unser persönliches, individuelles Bewusstsein, sondern das Bewusstsein, das wir mit allen Lebewesen gemeinsam haben. Die Übersetzung westlicher Gelehrter als «Körper der Freude» ist nicht ganz korrekt, «Sambho» bedeutet zwar Freude, und dieses Bewusstsein erzeugt im Meditierenden eine Art Glücksgefühl, weil das Gewahrsein der einen geistigen Existenz mit einer tiefen Freude verbunden ist. Der Sambhogakāya ist aber kein Gefühl, keine Empfindung. Es ist das Bewusstsein, das uns in Kontakt bringt, mit allem, was existiert.)
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– Nirmānakāya, Dasein, Dasein, wörtl. Verwandlungskörper: Das ist der Aspekt der individuellen Gestalt der existierenden Dinge. Das Sein wandelt sich ständig und zeigt sich im Dasein in endlosen Variationen. In der taoistischen Literatur sind es die «zehntausend Dinge». Das bekannteste Bilde dafür ist Bodhisattva Avalokiteshvara, (chin. Kuanin, jap. Kanzeon, tibet. Chenresi), dargestellt mit vielen Armen und Gesichtern. Diese symbolisieren die Wandlungs- und Anpassungskraft des universalen Geistes von Weisheit und Liebe an die Bedürfnisse der Einzelwesen.
Nirmānakāya ist auch der irdische Körper, in dem die Buddhas den Menschen erscheinen, um ihren Entschluss zu erfüllen, alle Wesen zur Erlösung zu führen.
(Meister Sokei-an sagt: So, wie Wasser gleichzeitig viele Formen annehmen kann, und so, wie das weisse Licht sämtliche Farben entstehen lässt, so wandelt sich die einheitliche Lebenskraft in zahllose verschiedene Lebensformen. Das ist die Bedeutung von Nirmānakāya.)