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Jedes Jahr im Herbst machen sich Millionen von Vögeln aus Europa auf eine lange, grenzüberschreitende Reise, um den Winter in südlichen Ländern wie Spanien, Portugal oder Afrika zu verbringen.
1. BLEIBEN ODER FLIEGEN?
Nicht alle heimischen Vogelarten verbringen das ganze Jahr in der Schweiz. Insektenfressende Vögel wie Mönchsgrasmücke, Singdrossel oder Zilpzalp finden in den kälteren Monaten des Jahres in der Alpenregion nicht genügend Nahrung und ziehen in den Mittelmeerraum oder ins nördliche Afrika. Jedoch überwintern immer mehr dieser Kurzstreckenziehern im Brutgebiet. Vögel, die sich hauptsächlich von Körnern und Sämereien ernähren, finden auch im Winter bei uns genügend Futter und bleiben daher in der Schweiz. Hierzu zählen Buchfink, Sperling sowie Kohl- und Blaumeise.
2. KOMMEN ZUGVÖGEL AUCH IN DIE SCHWEIZ?
Auch wenn es so scheint, dass manche Vogelarten das ganze Jahr bei uns verbringen, kann dieser Eindruck täuschen. So zieht zum Beispiel ein Teil der Schweizer Rotkehlchen – vorwiegend die Weibchen – im Winter nach Italien, Portugal, Frankreich und Spanien. Rotkehlchen aus Nord- und Osteuropa kommen dagegen zum Überwintern in die Schweiz.
3. IN GROSSEN SCHAREN ODER ALS EINZELGÄNGER
Wer einmal die spektakulären Flugformationen der Stare beobachtet hat, wird dieses Schauspiel nicht so schnell vergessen. Sie schliessen sich im Zug zu Scharen von bis zu 1.000 Vögeln zusammen. Ihre riesigen, schwarzen Schwärme sehen aus der Entfernung wie eine grosse, synchron ziehende Wolke aus.
Kuckuck oder Hausrotschwanz dagegen machen sich allein auf die weite Reise. Der Kuckuck als Langstreckenzieher überquert sogar die Sahara, um den Winter südlich des Äquators zu verbringen. Der Hausrotschwanz fliegt im Vergleich dazu eine eher kurze Strecke bis in den Mittelmeerraum.
4. TAG ODER NACHT?
Greifvögel wie Wespenbussard oder Rotmilan fliegen am Tag da sie die Thermik zum Aufsteigen nutzen, um dann in grossen Höhen gegen Süden zu ziehen. Die meisten Singvögel jedoch brechen bei sternenklarem Nachthimmel zwischen Dämmerung und Mitternacht auf. Sie fliegen im Schutz der Dunkelheit, da sie tagsüber eine leichte Beute für grössere Greifvögel wie beispielsweise Falken wären.
5. AUCH DIE KLEINSTEN ZIEHEN WEG
Sommergoldhähnchen sind die kleinsten Zugvögel Europas. Mit nur 13 Zentimetern Flügelspannweite und knapp sechs Gramm Gewicht, das in etwa einer 20-Rappen-Münze entspricht, fliegen die Winzlinge jedes Jahr zum Mittelmeer und zurück. Im Sommer brüten Sommergoldhähnchen in Nadel- und Mischwäldern, auch bei uns in der Schweiz.
Quelle: lvb.de