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Finsteraarhorn
(Kt. Bern, Amtsbez. Interlaken und Kt. Wallis, Bez. Brig). 4275 m. Höchster Punkt der Finsteraarhorngruppe und Hauptgipfel der Berner Alpen; steigt finster und drohend zwischen dem Walliser Fiescherfirn, Studerfirn, Finsteraarfirn und Grindelwaldgletscher auf. Der Gipfel getrennt vom Agassizhorn (3956 m) durch das Agassizjoch (3850 m), vom Studerhorn (3637 m) durch das Ober Studerjoch (ca. 3400 m) u. vom Finsteraarrothorn (3549 m) durch den Rothornsattel oder die Gemsenlücke (3370 m). Von den Bernern und Wallisern seiner dunkeln Felsmassen wegen früher Schwarzhorn geheissen.
Erste Besteigung 1812 durch die von Dr.
Rud. Meyer aus
Aarau geworbenen Führer Arnold Abbühl aus
Melchthal und die beiden
Walliser Alois Volker und Josef
Bortes (Dr. Meyer selbst erreichte die
Spitze nicht). Diese erste Karawane nahm den
heute seiner ausserordentlichen Schwierigkeiten nur selten noch begangenen Weg über den
Studerfirn und den SW.-Grat. Mit
Unrecht ist behauptet worden, dass sich diese ersten Pioniere geirrt und statt des
Finsteraarhorns den benachbarten
Altmann
(3482 m) erstiegen hätten.
Den zweiten Versuch unternahm 1828, also erst 16 Jahre später, der
Solothurner Naturforscher Franz Josef
Hugi, der auf dem heute allgemein üblichen Weg über den
Hugisattel und den
W.-Grat bis zu 67 m unter der eigentlichen
Spitze
gelangte; erst 1829 erreichte derselbe Hugi mit den Führern Jakob Leuthold und Johannes Währen die
Spitze. Dann folgte als
dritter 1842 der Basler
Student Joh. ^[Berichtigung: Kaufmann Rudolf] Sulger mit den Führern Joh.
Jaun
aus
Meiringen, Andreas Abplanalp aus dem
Hasle und Heinrich Lorenz aus
Wassen (Uri).
Ueber die Einzelheiten der Besteigungsgeschichte
des
Finsteraarhorns vergl.
Gottlieb Studer: Ueber
Eis und
Schnee. Zweite verbess. Aufl., von A. Wäber und H. Dübi. Bd. I.
Bern,
1896.
Die Aussicht vom
Finsteraarhorn ist eine der Bedeutung dieses Hochgipfels entsprechend ausgedehnte und
grossartige und auch in allen Einzelheiten von vollendeter Pracht. Neuestens hat S. Simon im Jahrbuch des S. A. C. (1901/92)
das von ihm aufgenommene und farbig ausgeführte Panorama des Gipfels veröffentlicht. Heute wird das
Finsteraarhorn häufig
bestiegen, und oft treffen am gleichen Tag und zur selben Stunde auf dem Gipfel mehrere Partien zusammen.
Anstiegsrouten: von der
Oberaarjochhütte des S. A. C. aus über Gemsenlücke und
Hugisattel (4089 m) in 6½ Stunden; von der
Konkordiahütte des S.
C. A. und dem Gasthof Konkordia aus über die
Grünhornlücke und den
Hugisattel
in 7 Stunden; von der Schwarzegghütte des S. A. C. aus über
Finsteraarjoch
Agassizjoch und
Hugisattel in 9 Stunden.