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Der Theologe Leonhard Meister (1741-1811) war zu seiner Zeit eine vielbeachtete Persönlichkeit im wissenschaftlichen und kulturellen Leben Zürichs. Seine Forschungsinteressen erstreckten sich von Geschichte und Literatur bis hin zu Ethik und Recht, und seine Untersuchungen fanden in zahlreichen Veröffentlichungen Niederschlag. Der englische Historiker William Coxe nannte Meister einmal „the learned man of Zurich”. Als guter Bürger nahm Leonhard Meister Anteil an allem, was seine Stadt betraf, und er war darauf bedacht, ein umfassendes Bild von Zürich aufzuzeigen.
Meister erlebte die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert, was ihn dazu bewogen haben mag, zurück zu schauen. Er verfasste rund 90 Biographien berühmter Schweizer aus dem 15. bis zum 18. Jahrhundert. Natürlich figurieren darunter Zürcher Grössen wie Conrad Gessner, Josias Simmler oder Leonhard Usteri. Das zweibändige Werk Helvetiens berühmte Männer ist zugleich eine Potraitgalerie, denn zu jeder Kurzbiographie Meisters schuf der Zürcher Maler Heinrich Pfenninger (1749-1815) einen Kupferstich.
Dass die biographische Sammlung nicht chronologisch oder alphabetisch geordnet ist, entspricht nicht den heutigen wissenschaftlichen Methoden. Der Herausgeber J. C. Fäsi sieht jedoch gerade darin einen Vorteil. In seiner Vorrede zur 2. Auflage von 1799 schreibt er:
Mit dem Vorsatz, und um durch Einförmigkeit nicht zu ermüden, wurden die Biographien weder systematisch noch chronologisch geordnet, dagegen aber soll dann im letzten Band, ein dreyfaches, chronologisches und alphabetisches Verzeichniss folgen.
Leonhard Meisters Werk antizipiert bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts die moderne Personalenzyklopädie „Who’s Who”.
Links:
Helvetiens berühmte Männer in NEBIS: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=002359442