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Kamerun hat schwierige Zeiten hinter sich. Kuta möchte Jugendliche ausbilden, damit sie selbstständig ein Einkommen als Landwirte generieren können.
Kuta ist ein regenerativer Landwirt und ehemaliger Schulleiter. Er wurde auf einem Bauernhof geboren und wuchs dort in einer glücklichen Bauernfamilie mit drei Brüdern und vier Schwestern auf. Während seiner zwanzigjährigen Arbeit auf Bauernhöfen entdeckte er, dass Landwirte den Boden verschlechtern aber auch regenerieren können. Mit seiner regenerativen Landwirtschaftsschule will Kuta mit Jugendlichen eine Bewegung für regenerative Landwirtschaft initiieren, indem er Landwirte dazu befähigt, Land in kulturell relevanten und ökologisch angemessenen Kontexten zu regenerieren.
Landwirte bauen 95% der Nahrungsmittel in der obersten Bodenschicht an, dem Mutterboden, welcher weltweit gefährdet ist. In den letzten 150 Jahren ist knapp 50% des Mutterbodens aufgrund nicht nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken verschwunden. Wenn wir den Boden weiterhin in dem Masse zerstören, wie wir es jetzt tun, könnte der Welt in ca. 60 Jahren der Mutterboden ausgehen. Ungesunde Böden produzieren ungesunde Lebensmittel und dadurch ungesunde Menschen. Im letzten Jahrhundert haben die landwirtschaftlich nutzbaren Böden 80% ihrer Mineralien verloren. Kuta hat selbst erlebt, dass neun von zehn Bauern in den ländlichen Gebieten Kameruns seit mehr als 20 Jahren chemische Pestizide und synthetische Düngemittel verwenden. Sie fällen Bäume, bearbeiten den Boden und betreiben Monokulturen wie den Tomatenanbau, nur um kurzfristige Gewinne zu erzielen. Dadurch vernachlässigen sie den Anbau ihrer eigenen Grundnahrungsmittel und schaden gleichzeitig der Umwelt und ihrer Gesundheit.
20 marginalisierte Jugendliche. Es handelt sich um Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren (70 % Mädchen), von denen die meisten aufgrund der Unruhen in den Regionen im äussersten Norden, Nordwesten und Südwesten Kameruns vertrieben wurden. Indirekt Begünstigte: Die Umwelt, Kleinbauern, traditionelle Landwirtschaftsschulen, die lokale und globale Gemeinschaft.
Zur Lösung des Problems, hat Wandusoa eine Schule für regenerative Landwirtschaft gegründet, wo ein 6-monatiges Trai-ning mit anschliessendem 3-monatigen Mentoring für die Begünstigten angeboten wird. Während diesem Vollzeitkurs lernen die Teilnehmenden die grundlegenden Fertigkeiten der regenerativen Landwirtschaft und befassen sich gleichzeitig mit den komplexen sozialen und ökologischen Fragen der nachhaltigen Landwirtschaft und der Lebensmittelsysteme in Kamerun. Dieses Bildungsprogramm kombiniert Unterricht im Klassenzimmer, Demonstrationen in kleinen Gruppen und Lesungen mit praktischem Lernen auf der Farm. Während dem Training werden die Teilnehmenden, von Lehrer (erfahrene regenerative Landwirtschaftunternehmer) angeleitet, eine regenerative Landwirtschafts-/Geschäftsideen zu entwickeln. Sie erhalten ein Stück Land auf der Wandusoa Farm, wo sie ihre kleinen Unternehmen gründen, betreiben und ein Einkommen generieren können. Die Kleinbetriebe erfüllen dabei einen doppelten Zweck. Einerseits produzieren und verkaufen die Betriebe ökologische landwirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen auf den lokalen Märkten, wodurch sie ein Einkommen generieren, um die Ausgaben der Schule zu decken und ihre langfristige finanzielle Nachhaltigkeit zu sichern. Andererseits bieten sie marginalisierten Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, regenerative landwirtschaftliche und unternehmerische Fertigkeiten auf praktische Weise zu erlernen. Das Programm der Schule ist ein in den Lehrplan eingebetteter Geschäftsplan, der es den Schülern ermöglicht, neben traditionellen Fächern wie Mathematik und Englisch auch praktische regenerative landwirtschaftliche Fächer wie Agroforstwirtschaft, Permakultur, Bienenzucht und Viehzucht zu belegen. Nach Abschluss des Trainings, können die Teilnehmenden ihre Betriebe bis max. 3 Jahre auf der Wandusoa Farm weiter betreiben. Nach 3 Jahren haben sie genug Geld gespart, um Land zu kaufen und ihre Unternehmen dort weiterzuführen.
Die Teilnehmenden erhalten eine umfassende Bildung in regenerativer Landwirtschaft, ökologischer Nachhaltigkeit und unternehmerischen Fähigkeiten. Durch die praktische Arbeit auf der Wandusoa Farm erwerben sie die nötigen Fertigkeiten und Erfahrungen im Anbau von Lebensmitteln, der Viehzucht, der Bienenzucht und anderen nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken. Die Teilnehmenden entwickeln ein tiefes Verständnis für die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Landwirtschaft. Sie werden sich bewusst, wie nachhaltige Praktiken zur Bodenerhaltung, zur Verbesserung der Umwelt und zur Ernährungssicherheit beitragen. Durch die Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsplänen lernen sie zudem, wie man landwirtschaftliche Unternehmen gründet und betreibt. Sie erfahren, wie sie ökologische Produkte auf den Markt bringen können und erlangen unternehmerische Fähigkeiten. Gleichzeitig trägt ihre Arbeit zur Erhöhung der lokalen Lebensmittelproduktion bei, was zur Ernährungssicherheit der Gemeinschaft beiträgt und die Abhängigkeit von importierten Lebensmitteln verringert. Die Absolventen des Programms werden Multiplikatoren und können ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in ihren Gemeinschaften weitergeben. Dies trägt zur Verbreitung von regenerativen Landwirtschaftspraktiken und einem breiteren Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft bei.