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Debütant Stefan Küng fährt im Zeitfahren zum Auftakt der Tour de France auf den starken zweiten Rang. Der 23-jährige Schweizer aus der BMC-Mannschaft wird nur vom Waliser Geraint Thomas aus dem Team Sky geschlagen. Fünf Sekunden beträgt sein Rückstand nach dem 14 Kilometer langen Rundkurs auf den ersten Träger des Maillot Jaune.
Küng hatte sich bei seinem Debüt bei der «Grande Boucle» nichts weniger als das Maillot Jaune zum Ziel gesetzt. Damit hätte er Fabian Cancellara nacheifern wollen. Der in der letzten Saison zurückgetretene Berner konnte am 3. Juli 2004 bei seiner Tour-Premiere gleich das gelbe Leadertrikot an sich reissen.
Statt am Sonntag in Gelb zur 2. Etappe zu starten, muss sich Küng mit dem weissen Trikot für den besten Nachwuchsfahrer (unter 25 Jahren) trösten. Trotzdem darf der Thurgauer in Diensten des amerikanisch-schweizerischen Teams BMC von einem gelungenen Auftritt sprechen.
Dritter wurde der Weissrusse Wassil Kirijenka mit sieben Sekunden Rückstand. Der deutsche Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, der bei seinem Heimauftritt als grosser Favorit auf den Tagessieg gehandelt wurde, musste sich mit Platz 4 begnügen.
Die Bedingungen in Düsseldorf waren tückisch, die Strasse wegen des Regens nass und glitschig. Zahlreiche Fahrer stürzten, darunter auch Alejandro Valverde. Der Spanier knallte mit voller Wucht in die Abschrankung und musste die Tour nach wenigen Kilometern aufgeben. Nairo Quintana verliert also früh einen seiner wichtigsten Helfer.
Valverde erlitt gemäss seiner Equipe womöglich einen Bruch der Kniescheibe. Ausserdem zog er sich eine tiefe Fleischwunde am Bein zu, als er mit grosser Wucht in die Absperrgitter rutschte. Valverde blieb nach seinem Sturz mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen, und er musste ins Spital gebracht werden.
Von den Favoriten auf den Gesamtsieg hat sich Chris Froome in Stellung gebracht. Der Titelverteidiger verlor nur 12 Sekunden auf Teamkollege Thomas und nahm seinen Konkurrenten damit bereits viel Zeit ab. Richie Porte büsste 35 Sekunden auf Froome ein, Nairo Quintana sogar noch eine mehr. Alberto Contador liegt bereits 42 Sekunden zurück.
Die 2. Etappe vom Sonntag führt über deutschen Boden nach Belgien. Die 203,5 km zwischen Düsseldorf und Lüttich sind vorwiegend flach und deuten auf einen Massensprint hin. Zu einem Umsturz im Gesamtklassement könnte es trotzdem kommen, da es für die Tagesschnellsten Bonifikationen zu gewinnen gibt. (pre/sda)