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Empirische Studien zur Steigerung der Lebenszufriedenheit
Hintergrund
Die Positive Psychologie ist eine neue Strömung innerhalb der Psychologie, die sich zum Ziel gesetzt hat, positive Eigenschaften von Menschen (z.B. Tugenden, Talente, Charakterstärken) zu erforschen (beschreiben, messen, erklären, vorhersagen, verändern) und Determinanten des „guten Lebens“ zu identifizieren. Ein zentrales Thema der Positiven Psychologie ist die Entwicklung und Erforschung von sogenannten Positiven Interventionen. Dies sind Trainingsprogramme oder bewusste Aktivitäten, welche die Kultivierung von positiven Emotionen, positiven Verhaltensweisen oder positiven Kognitionen zum Ziel haben, um dadurch das Wohlbefinden zu steigern (Sin & Lyubomirsky, 2009).
Im Rahmen des vorliegenden Projekts arbeiten wir dabei u.a. mit einer Klassifikation von 24 Charakterstärken (z.B. Neugier, Freundlichkeit, Humor oder Liebe zum Lernen) und sechs universellen Tugenden (Gerechtigkeit, Humanität, Mässigung, Mut, Transzendenz und Weisheit). Diese Klassifikation bietet eine Grundlage, um positiv bewertete Eigenschaften von Menschen ausführlich beschreiben zu können und um zu erforschen, welchen Beitrag diese für wichtige Kriterien (wie etwa subjektives oder psychologisches Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit, Resilienz) leisten können.
Eine Reihe von Studien konnte bislang zeigen, dass Interventionen, die in dieser Tradition entstanden sind, tatsächlich das Wohlbefinden von Menschen verbessern und negative Aspekte menschlichen Erlebens, wie etwa Depressivität, reduzieren können (siehe Bericht).
Bislang fehlt es aber vielfach an Replikationen dieser Ergebnisse. Das vorliegende Projekt möchte diese Lücke schliessen und darüber hinaus, neue Interventionen entwickeln und testen.
Ziele des Projektes
Das Hauptziel des Projektes ist es, Strategien zu identifizieren, die zur Steigerung des Wohlbefindens beitragen. Diese Strategien sollen dazu beitragen, die Befindlichkeit von Menschen zu verbessern, die zwar nicht unzufrieden mit ihrem Leben sind, aber dennoch Verbesserungspotential sehen und ihre Stärken weiter ausbauen möchten.
Dazu sollen sowohl Studien über das Internet als auch in kleineren Gruppen im direkten Kontakt mit den TeilnehmerInnen durchgeführt werden. Da bislang auch noch kaum umfangreicheren Studien dieser Art mit Jugendlichen oder Senioren durchgeführt wurden, möchte das vorliegende Projekt hier eine weitere bestehende Lücke schliessen (siehe Bericht).
Erwartet wird, dass wir mit dem aktuellen Projekt sowohl Beiträge zur Grundlagenforschung (z.B. grundlegende Wirkungsmechanismen Positiver Interventionen) als auch für die Praxis relevante Beiträge leisten können. Letzteres zum Beispiel dahingehend, wie man Interventionen am besten gestaltet (in welchem Umfang, von welcher Dauer usw.), um eine optimale Wirkung auf das Wohlbefinden der TeilnehmerInnen erzielen zu können.