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Die Gattung Campylobacter umfasst 14 Species. Die häufigsten enteropathogenen Species sind C. jejuni (ca. 90%), gefolgt von C. coli (ca. 10%).
Morphologie und Kultur:
Campylobacter sind gebogene bis kommaförmige, gramnegative nicht sporulierende Stäbchen. Optimale Wachstumsbedingungen bestehen bei mikroaerophiler Atmosphäre. Kulturen werden somit unter spezifischen Wachstumsbedingungen gezüchtet. Die Koloniemorphologie wird auf geeigneten Nährmedien beurteilt.
Pathogenese:
Campylobacter sp. sind nach Salmonella sp. die zweithäufigsten bakteriellen Durchfallerreger. Die krankheitsauslösende Infektionsdosis soll bei 500 - 1000 Keimen liegen.
Klinik:
Nach einer Inkubationszeit von 2-5 Tagen beginnt oft eine massiv verlaufende enterale Infektion mit Kopfschmerzen, Fieber und starken Abdominalkrämpfen. Blutige Durchfallattacken sind häufig. Nach der akuten Erkrankung folgt eine ca. 3 Wochen dauernde asymptomatische Ausscheidungsphase. Seltene Spätkomplikationen sind eine Arthritis und das Guillain-Barré-Syndrom.
Therapie:
Leichtere bis asymptomatische Verläufe erfordern keine antibiotische Therapie. Bei einer schwer verlaufenden enteralen Infektion können Erythromycin oder Fluoroquinolone eingesetzt werden. Solange die Durchfälle anhalten sollte viel getrunken werden.
Epidemiologie:
Die wichtigsten Infektionsreservoire sind Geflügel, Rinder und Oberflächenwasser. Als Infektionsquelle für den Menschen spielen Geflügelfleisch, Rohmilch sowie Wasser die grösste Rolle.
Patientenberatung:
siehe Epidemiologie
Anmerkung zur Labordiagnose:
Wird auf unserem Auftragsformular unter Stuhl-Infektiologie “Kultur auf übliche pathogene Keime” vermerkt, suchen wir routinemässig nach Salmonellen, Shigellen und Campylobacter.
Klinische Angaben geben wichtige Hinweise für die Routinediagnostik.