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Johanniterkommende
Reidens Geschichte ist eng verknüpft mit seinem eigentlichen Wahrzeichen, der Johanniterkommende. Ihr Erkennungszeichen, das achteckige weisse Johanniterkreuz auf rotem Grund, lebt im Gemeindewappen fort. Woher sich der Besucher auch immer naht, die Kommende steht in seinem Blickfeld.
Ursprünglich soll auf dem 39 m hohen Kommendehügel, der sich kegelartig inmitten des Dorfes erhebt, die kleine Burg der Edlen von Reiden gestanden haben. Um 1280 übernahm der Johanniterorden den Sitz und entfaltete über Jahrhunderte hinweg eine rege Ordenstätigkeit.
Oberstes Gebot war die Hospitalität, der Dienst an Fremden, Armen und Kranken. 1284 taucht als erster historisch belegter Name der eines Reider Komturs Degenhard auf, der in Personalunion auch Komtur von Thunstetten war.
Charakteristisch für die Architektur des Johanniterordens stehen die zwei Hauptbauten im Süden und im Norden und lehnen sich an hohe Umfassungsmauern an. Im Hauptgebäude blieb die ganze Bausubstanz der untersten Stockwerke aus der Burgzeit erhalten. Auf der Nordseite zeigten Ausgrabungen den Verlauf des sechs Meter breiten und vier Meter tiefen Burggrabens auf. Die verschiedenen Auffüllschichten enthielten zahlreiche, vom 13. bis ins vergangene Jahrhundert zu datierende Funde.
Nach der Aufhebung des Johanniterordens (durch Napoleon) ging 1807 der gesamte Besitz der Kommende mitsamt der neuerbauten Pfarrkirche an den Staat Luzern über. Damit übernahm dieser aber auch die Verpflichtung zur Verwaltung, zum Unterhalt von Kirche und Kommende und zur Besoldung der Geistlichkeit. Folgerichtig wurde jetzt die Kommende zum Pfarrhaus und das Pfisterhäuschen zur Kaplanei umgebaut.Diese Besitzverhältnisse bildeten jahrzehntelang einen Stein des Anstosses für die Reider Katholiken und ihre Seelsorger, zumal der Staat seinen Verpflichtungen nur dürftig nachkam. 1951 erfolgte vertraglich die Ablösung. Die Katholische Kirchgemeinde übernahm die volle Verantwortlichkeit.
In zwei Etappen wurden die Gebäulichkeiten umfassenden Restaurationen unterzogen. 1978 konnte das ehemalige Pfisterhaus als neues Pfarrhaus bezogen werden. Für das Hauptgebäude lautete die Zielsetzung, den Zustand um 1700 wieder herzustellen. Umfassende Untersuchungen und Planungen, unterstützt durch eidgenössische und kantonale Amtsstellen sowie gründliche Überlegungen über eine künftige Nutzung ergaben ein umfassendes Restaurierungskonzept, das zwischen 1986 und 1989 in die Tat umgesetzt wurde. Dabei half neben Bund und Kanton auch die Einwohnergemeinde finanziell tatkräftig mit.
Seit dem Jahr 2002 wird das ehemalige Pfisterhaus nicht mehr als Pfarrhaus genutzt. Das Pfarreisekretariat wurde zudem im Jahr 2003 in das neue Pfarrei- und Begegnungszentrum St. Johannes ins Dorf verlegt. Heute ist das ehemalige Pfarrhaus auf der Kommende privat vermietet.
Nur vom Hörensagen ist bekannt, dass am Reider Kommendehügel schon im 19. Jahrhundert Reben wuchsen. Lange Jahre diente der sich gegen Süden und Westen neigende Hang als Schafweide. Seit April 2005 wachsen dank einem Pächterehepaar wieder Reben am Kommendehügel. Die Sorten Sauvignon Blanc und Zweigelt wurden im September 2006 zum ersten Mal geerntet. So hat die Johanniterkommende Reiden auch wieder ihren eigenen Wein.
Die Kommende steht heute in neuem Glanz, wohl schöner als sie es jemals war, stolz auf dem Hügel. Sie dient als Begegnungsstätte für kulturelle, gesellschaftliche, familiäre Anlässe der gesamten Bevölkerung und verkörpert dabei das Erbe einer geschichtsträchtigen Vergangenheit.
Nutzen Sie doch die Möglichkeit unsere Johanniterkommende einmal zu besuchen. Wir würden uns über Ihren Aufenthalt sehr freuen.
Katholische Kirchgemeinde Reiden