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Aktion in Genf: Asbest endlich stoppen!
Beitragsinformationen
Autor
Christian Eckerlein · 2 Kommentare
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Zusammen mit über 30 gewerkschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen forderten wir an der diesjährigen Konferenz zur Rotterdam Convention die Delegierten zum Handeln auf. Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion überreichte Owen Tudor, ITUC Vize-Generalsekretär einen offenen Brief an den Präsidenten der Rotterdam Convention. Darin rufen wir dazu auf, die Blockadehaltung einiger weniger, welche für jährlich über 200'000 Asbest-Tote verantwortlich sind, endlich zu überwinden.
Zudem organisierten wir gemeinsam mit ACTU, BWI, IPEN (International Pollutants Elimination Network) und PAN (Pesticide Action Network) einen Side-Event im Rahmen der Konferenz. Das Panel mit Experten verschiedenster internationaler Organisationen und Verbände machte einmal mehr klar, dass die Rotterdam Convention dringend angepasst werden muss, um Arbeiter*innen, insbesondere im globalen Süden, vor Asbest und anderen toxischen Substanzen zu schützen.
Die Blockade überwinden
Der Stillstand muss ein Ende haben. Die überwiegende Mehrheit der Verantwortlichen anderer Länder teilt unsere Frustration. Wir verlangen von ihnen, bis zur nächsten Konferenz die entsprechenden Schritte zu unternehmen, um die Rotterdam Convention so anzupassen, dass die Blockadehaltung einiger weniger endlich überwunden werden kann.
Sriyono, Indonesien
Sriyono war ebenfalls in Genf dabei. Er arbeitet seit über 25 Jahren in einer Asbesttextilfabrik. Bei ihm wurde Asbestose diagnostiziert.
Ich arbeite seit mehr als 25 Jahren in einer Asbesttextilfabrik in Indonesien, die Wärmedämmung und Stopfbuchspackungen aus Chrysotil herstellt, und bei mir wurde Asbestose diagnostiziert.
Ich bin einer von Dutzenden von Arbeitern, die jeden Tag Asbest-Chrysotil mischen, kratzen, drehen und weben. Ohne angemessene persönliche Schutzausrüstung werden die Asbestsäcke von Hand gehoben und geleert. Unsere Arbeitskleidung wird zum Waschen mit nach Hause genommen, wir essen, trinken und ruhen uns in Bereichen aus, in denen Asbest hergestellt wird. Nur wenige Menschen wissen von diesem schrecklichen Zustand, weil es keine Informationen und keinen öffentlichen Zugang zum Wissen gibt, dass die verwendeten Materialien giftig und gesundheitsschädlich sind. Jedes Jahr verschlechtert sich mein Gesundheitszustand weiter. Ich habe immer Schmerzen in der Brust, wenn ich schlafen gehe und Husten wird zur Routine in der Nacht. In diesem Zustand war es für mich sehr schwierig, produktiv zu arbeiten. Chrysotilasbest wird weiterhin die Entwicklungsländer überschwemmen und ohne Warnung vor den Gefahren, ohne Verwendungsbeschränkungen und ohne Kontrolle frei auf dem Markt verwendet werden. Dies ist auf die hier anwesenden Damen und Herren zurückzuführen, die weiterhin zulassen, dass Asbest-Chrysotil gehandelt wird.
Ich vertrete heute meine Freunde, die einer Asbesterkrankung ausgesetzt sind, um zur Solidarität aufzurufen. Das Asbestproblem ist nicht auf den Handel mit industriellen Materialien beschränkt, sondern betrifft auch die Gesundheit und die Menschenrechte.
Hören Sie auf zu sagen, dass Asbest ein sicheres Material ist, es ist nur ein Mythos. Ich sage es noch einmal: Ich bin der Beweis dafür, dass Chrysotil-Asbest gefährlich und giftig ist. Da draussen wird die Zahl der Opfer weiterwachsen. Es wird noch mehr Menschen geben, deren Lungen wund und verletzt sind. Es wird noch mehr Familien geben, die ihre Angehörigen verlieren und die mit dafür Verantwortlichen sind die Damen und Herren in diesem Forum, weil sie zulassen, dass gefährliche giftige Stoffe frei in der Öffentlichkeit zirkulieren.
Aus diesem Grund fordere ich die anwesende indonesische Delegation und andere Länder, denen die Menschheit am Herzen liegt, auf, sich für die Aufnahme von Chrysotil-Asbest in die Liste von Anhang III einzusetzen.
Offener Brief
An alle Delegierten des Rotterdamer Übereinkommens an der Vertragsparteienkonferenz (COP 10) in Genf
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Autor
Christian Eckerlein
Kommentare
Olivia Steffen
An meiner ersten Stelle als Übersetzerin bei der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH) übertrug man mir Anfang 80erjahre die Aufgabe, das Protokoll eines Treffens von Gewerkschaftern aus der Schwez und Italien zum Thema “Asbest als Beruskrankheit anerkennen” zu verfassen. War zutiefst erschüttert über die Problemtik…. 40 Jahre später ist es immer noch nicht so weit, zum Verzweifeln!
Danke für Ihre wertvolle Arbeit.
Marie-Louise von Gunten Gasser
Vor 8 Wochen ist mein geliebter Bruder an einer Asbest -Lunge gestorben. Als engagierter Idealist hat er in den 70er Jahren mit Ex-Drogenabhängigen zerfallene Tessinerhäuser renoviert und dabei mit Asbest gearbeitet….
Dass man heute noch für ein weltweites Verbot dieses giftigen Materials kämpfen muss, ist ungeheuerlich und macht wütend!
Marie-Louise von Gunten Gasser