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|William Shakespeare:
«Mass für Mass»

Die Klibühni, Das
Theater an der Kirchgasse startet am 2. Juni mit der Premiere von «Mass für Mass» die
Vorstellungsserie, die bis 12. Juni dauert. Regie in diesem Shakespeare-Stück führt
Andrea Zogg.
Die Bühnenfassung von «Mass für
Mass» bewahrt einerseits den tiefen Gehalt der shakespearschen Texte, und wird
gleichzeitig mit konstruktiver Respektlosigkeit dem heutigen Alltag gerecht. Diese Technik
birgt die Chance, ein 400 Jahre altes Theaterstück sehr gegenwärtig zu erleben.
Warum dieses Stück?
Machtmissbrauch, Doppelmoral, Verführbarkeit und Prüderie durchziehen die
Jahrhunderte und die Themen sind aktueller denn je. Shakespeare hat ein geniales Stück
geschaffen, dessen Botschaft die Jahrhunderte überdauert hat, und die Bremer Übersetzung
eignet sich hervorragend, dem Stück den Zeitgeist einzuhauchen. Traditionell wird «Mass
für Mass» von personenstarken Ensemblen auf grosser Bühne gespielt. Anders beim
elisabethianischen Theater. Nur 3 Schauspieler verkörpern 14 Rollen in fliegendem Wechsel
auf einer Bühne, die mit minimalistischen Ortsandeutungen arbeitet.
Zum Inhalt
Dem Volk fehlt jegliche Moral und es hat seinen Respekt vor der staatlichen Ordnung
verloren. Der Herzog weiss genau, dass notwendige machterhaltende Gesetzesänderungen ihm
keine Sympathien bei den Untertanen einbringen. Er überträgt die Verantwor-tung für die
Staatsgeschäfte seinem Stellvertreter, dem Statthalter Lord Angelo. Heimlich bleibt er
jedoch in der Stadt und taucht als Mönch verkleidet bei einem Orden unter, um das
Geschehen zu beobachten und notfalls weiter zu kontrollieren.
Der übereifrige Lord Angelo statuiert sogleich ein Exempel, und verurteilt Claudio zum
Tode, da dieser ehelos ein Weib geschwängert hat. Claudios Schwester, Isabella, eine
Klosternovizin, unternimmt einen Rettungsversuch, und bittet bei Lord Angelo um Gnade.
Prompt verknallt sich der prüde Statthalter in die holde Schöne, und da sein Charme
eines Eisberges nicht nur Klosteranwärterinnen kalt lässt, hilft nichts anderes als
Amtsmissbrauch und Erpressung, um Isabella gefügig zu machen.
Aufführungsdaten:
Im Innenhof der «Klibühni, Das Theater» am 2. Juni (Premiere) sowie am:
3./4./5./6./8./9./10./11./12. Juni, jeweils um 20.30 Uhr.