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gehören mit den
Teichen,
Sümpfen, Weihern, Pfuhlen etc. zu den sogen. stehenden Gewässern.
Man unterscheidet
Seen mit Zufluß und Abfluß;
ferner
Seen ohne Zufluß, aber mit Abfluß, so daß
sie den Ursprung eines
Flusses darstellen;
dann
Seen mit Zuflüssen, aber ohne Abfluß;
endlich
Seen, die weder den einen, noch den
andern besitzen.
Nach ihrer höhern oder tiefern
Lage kann man die
Seen auch in Gebirgsseen und in Seen des ebenen
Landes einteilen.
Die erstern liegen oft in bedeutender
Höhe über der Meeresfläche. Der höchste S., der
Titicacasee (8300 qkm oder 151 QM.
groß), liegt z. B. 3824 m ü. M., während das
Kaspische Meer, seiner
Fläche nach der größte Land
see, ohne die
Inseln 439,418 qkm (7981 QM.) groß,
mit seinem Wasserspiegeln 25 m unter dem des
Schwarzen
Meers und das
Tote Meer sogar 393 m unter dem
Spiegel
[* 2] des
Mittelmeers
[* 3] liegt.
Die
Seen sind entweder Wasseransammlungen in beckenartigen Vertiefungen des
Bodens, dann nähern sie sich
der Kreisgestalt, oder sie sind Ausfüllungen des tiefer gelegenen Teils eines
Längen- oder Querthals, in welchem
Fall sie
in der
Regel schmäler und langgestreckt sind. Da
Seen, die durch
Flüsse,
[* 4]
Quellen oder Schneeschmelze gespeist werden, mit
dem
Wasser in der
Regel auch viele feste
Bestandteile zugeführt erhalten, welche sich auf dem
Boden ablagern,
so muß sich ihr Wasserspiegel nach und nach erhöhen, und infolge hiervon muß bei nicht senkrecht abfallendem
Ufer ihre
Oberfläche größer werden; während aber zugleich proportional zum
Wachsen der Oberfläche die
Verdunstung zunimmt, wird
das Steigen geringer sein, als es im
Vergleich zu dem abgelagerten Bodensatz sein müßte.
Das durch die
Ablagerung auf dem
Boden bewirkte Steigen wird also in beständig abnehmendem
Maß vor sich gehen, bis es sich
mit der durch die
Verdunstung herbeigeführten Verminderung ausgleicht, worauf das
Niveau ein konstantes werden wird. Da sich
aber in vielen
Seen fort und fort noch beträchtliche
Quantitäten fester
Bestandteile ablagern, so muß
eine beständige Abnahme des
Wassers stattfinden, welche endlich zu einer Umwandlung der Seen in
Sümpfe führen kann.
Hat ein S. Zu- und Abfluß, so wird in ihm eine Strömung wahrnehmbar sein, welche auf die Ablagerung einen Einfluß ausübt, insofern letztere an den ruhigen Stellen in größerm, da aber, wo das Wasser in Bewegung begriffen ist, in geringerm Maße stattfinden muß. Erweitert sich allmählich die Abflußstelle eines Sees, während sein Zufluß derselbe bleibt, so wird das Niveau des Wassers sinken, wenn auch nicht im Verhältnis der Erweiterung des Abflusses, da mit dem Sinken des Wasserspiegels auch dessen Fläche kleiner und mithin durch die Verdunstung dem S. ein geringeres Wasserquantum entzogen wird als vorher. Es gibt auch Seen, welche früher einen Abfluß gehabt, im Lauf der Zeit aber solche Veränderungen erlitten haben, daß kein Abfluß mehr stattfindet; ferner Seen, welche ohne Zweifel einen unterirdischen Abfluß haben, wie der Lac de Joux im Jura und der Cepitschsee am Fuß des Monte Maggiore in Istrien, [* 5] beide in höhlenreichem Kalkstein befindlich. Zu dieser Kategorie von Seen gehören auch die intermittierenden Seen oder solche Wasserbecken, in welchen das Wasser zuzeiten in unterirdische Höhlen und Abzugskanäle zurückweicht, zu andern Zeiten, namentlich bei nassem, stürmischem Wetter, [* 6] aus jenen Höhlen mit Gewalt wieder hervorbricht und von neuem das Seebecken füllt, so z. B. der Zirknitzer S. Reliktenseen heißen Wasserbecken, deren Fauna auf eine ehemalige Verbindung mit benachbarten Meeren hinweist.
Man kennt eine derartige Reliktenfauna von den südschwedischen und großen russischen Seen, von den kanadischen Seen, vom Nicaragua-, Titicacasee und Tanganjika, im ganzen von 84 Süßwasserseen. Der mediterrane Muschelkrebs des Genfer und die Reliktenfauna des Gardasees sprechen für das hohe Alter dieser Becken, das jedenfalls über die Diluvialzeit hinausreicht. Nach Credner (»Die Reliktenseen«, Gotha [* 7] 1883) ist indes die Beschaffenheit der Fauna eines Sees nicht maßgebend für die Beurteilung desselben als Reliktensee.
Die Anwesenheit mariner Formen wird sehr oft auf aktive oder passive Wanderung zurückzuführen sein, und vielleicht haben besondere hydrographische Verhältnisse früherer Zeiten solche Wanderungen begünstigt. Die große Mehrzahl der Reliktenseen enthält nur Krustentiere, Fische [* 8] und Säugetiere, und in Seen von unzweifelhaft binnenländischem Ursprung hat man ebenfalls marine Formen gefunden. Eine sichere Entscheidung in dieser Frage kann also nur die geologische Untersuchung geben.
Das Wasser der Seen enthält, wie das der Flüsse und Quellen, aufgelöste fremde Bestandteile, deren Beschaffenheit sich teils nach den Bestandteilen der Zuflüsse, teils nach der Beschaffenheit des Seebeckens, teils nach dem Grade der Verdunstung und dem Verhältnis derselben zu der Menge des einfließenden Wassers richten wird. In Seen ohne Abfluß, deren Wassermenge lediglich durch Verdunstung verringert wird, müssen sich demnach die fremden Stoffe mehr und mehr ansammeln.
Das Wasser der meisten Seen kann zwar wegen seines sehr geringen Salzgehalts als Süßwasser angesehen werden; doch gibt es auch Seen mit salzreichem Wasser (Salzseen), besonders häufig in der nordwestlichen Hälfte Asiens vom Kaspischen Meer an durch die Steppenländer und die Tiefländer Sibiriens bis zu den Hochebenen der Mongolei und Tatarei. Hierher gehört auch der Große Salzsee im Staat Utah in Nordamerika [* 9] mit einem größern Salzgehalt als der Ozean. Das Wasser aller dieser Seen enthält vorwaltend Chlornatrium und Chlormagnesium; in andern Seen findet sich viel Natriumcarbonat und Natriumsulfat, so in kleinern Seen bei Debreczin [* 10] in Ungarn, [* 11] die in der heißen Jahreszeit meist austrocknen und einen reichen Ertrag an Soda gewähren, viel Magnesiumsulfat, wie in den sogen. Bitterseen in Ägypten, [* 12] welche der Suezkanal durchschneidet (Natronseen); wieder andre enthalten borsaure Salze, wie in Tibet und Kalifornien. Vgl. Seiches.