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Sängerma
[St. German]
St. German, Dorfzentrum von Osten
St. German, Ansicht von der Rhoneebene von Süden
St. German mit "Heidnischbiel" von NO;
Foto: Ueli Ratz
Sängerma
Die prähistorische "Siedlung" auf dem nahen "Heidnisch Biel" und römische Münzfunde lassen darauf schliessen, dass die ursprünglich vielleicht "Oselz" geheissene Niederlassung uralt ist. Der reich besonnte, grüne Hügel am Rande der versumpften Rottenebene muss den Menschen seit jeher angezogen haben, um so mehr als hier, an dem sonst trockenen Talhang, eine grosse Quelle entsprang, und die mittelalterliche «via regia» durch die sonnseitige Talflanke führte. Das Dorf hatte gewiss schon lange bestanden, ehe die frühere Bezeichnung dem Namen des Kirchenpatrons St. Germanus von Auxerre wich.
Manches deutet darauf hin, dass St. Ger-man einst der kirchliche - und damit auch der weltliche - Mittelpunkt der ehemaligen Grosspfarrei Raron war, vor allem auch die Stiftung des Benefiziums der Kaplanei, der Altaristenpfründe des hl. Antonius Eremita, durch die vier Viertel der Grosspfarrei, Bürchen, Unterbäch, Ausserberg
St. German sitzt als Haufendorf auf einer Hügelkuppe am Fuss der rechten Talflanke. Der liebliche Hügel ist noch heute - im Gegensatz zum gletschergescheuerten Fels des "Heidnisch Biel" - als riesige Sackung des abschüssigen Hangs kenntlich, folgt das Auge doch der schräg emporsteigenden Abbruchkante vom Talweg bis hoch über dem Dorf.
Am östlichen Eingang beginnt das alte Dorf mit hölzernen Nutzbauten hangseits der Strasse, die die Siedlung von Ost nach
und Raron, im Jahre 1361. So ist es durchaus möglich, dass die Kirche «in Sancto Germano de Vineis» (Reben), wie Bischof Nikolaus Schiner 1498 die Örtlichkeit nennt, die Rebe für das seit dem 15. Jahrhundert bekannte Wappen des Zenden und späteren Bezirkes Raron geliehen hat.
Die Rolle als Mittelpunkt der Grosspfarrei wird St. German im späteren Hochmittelalter verloren haben, als die Ministerialburgen von Viztum und Meier aus Sicherheitsgründen auf dem trutzigen Felshügel von Raron errichtet wurden. Dieses für St. German schicksalsschwere Ereignis erfolgte nach der Erweiterung des Kirchenschiffs fast auf das Dreifache im 12./13. Jahrhundert; die oben genannte Gründung der Kaplanei 1361 war hingegen bereits seine Folge. Durch die Verlegung der Talstrasse in die Ebene am Ende des 15. Jahrhunderts kam das Dorf vollends abseits zu liegen. Heute gehört St. German kirchlich und politisch zu Raron.
Quelle:
- Walter Ruppen: St. German, VS. Kirche und Dorf. Schweizerische Kunstführer. Hrsg. Von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern, 1987.
In der oben erwähnten Broschüre werden die verschiedenen Sehenswürdigkeiten aufgelistet und besprochen:
Die Kirche des Hl. Germanus, deren erste Zeugen schon aus dem 9. Jh. stammen und die durch ständige An- und Umbauten bis ins 19. Jh. hinein, ihren heutigen denkwürdigen Stil erhalten hat. Die Kirche wurde 1980 – 1982 unter Aufsicht der eidgen. und kant. Denkamlpflege, sorgfältig und eindrücklich restauriert.
- Wohnhaus aus dem Jahr 1560
- Altes Schulhaus um die Zeit von 1600
- Kaplaneihaus, hier zeugt ein Wappen mit der Ziffer MCCCLXXV (1475)
- Ein schmales Häuschen aus dem Jahr 1452
- Vogelhüs
- Rundbogenportal
- Trielhüs
- Stadelspeicher
- Bruderschaftshaus
- Wohnhaus mit uralter Bohlendecke
- Beim Bau des neuen Schulhause wurde eine Wehrbau, bzw. Ministerialturm aus dem 13. Jh. abgetragen
- Haus des Meier (?) Peter Teler
- Tscheggehüs und
- Vogelhüs (5)
Kulturweg Ausserberg – St. German - Raron
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