Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03595.jsonl.gz/1312

Heute in einer Woche beginnen in Basel die Dokumentartage «It's the real thing». Gezeigt werden verschiedene Theater- und Performance-Stücke - darunter ist auch das Stück «Breiviks Erklärung» des Schweizer Regisseurs Milo Rau. Rau konfrontiert in seiner Produktion das Publikum mit den rassistischen Thesen des Massenmörders Anders Breivik, die er während seines Prozesses im April 2012 in Oslo gemacht hatte.
Wir wollen einer solchen Haltung keinen Platz bieten in unserem Stadthaus
Nachdem die Basler Bürgergemeinde zuerst ihr Einverständnis für die Aufführung gegeben hatte, machen die Veranwortlichen vor ein paar Tagen einen Rückzieher. «Wir wollen einer solchen Haltung keinen Platz bieten im Stadthaus», begründet Bürgerrat Leonhard Burckhardt die Absage. Er gibt zu, dass die Absage rund eineinhalb Wochen vor der Aufführung zu spät gekommen sei. Man sei sich aber zuerst nicht über den genauen Inhalt des Stücks bewusst gewesen, so Burckhardt.
Angst vor Medienrummel?
Der künstlerische Leiter der Dokumentartage, der Basler Regisseur Boris Nikitin, zeigt sich überrascht. Er betont, die Bürgergemeinde sei sehr wohl über den Inhalt im Bild gwesen. Nikitin vermutet, dass die Verantworlichen Bedenken hatten vor einem grossen Medienrummel. Dies, nachdem das Stück bereits an zwei Orten in Deutschland abgesagt worden war.
«Breiviks Erklärung» wird nun zur gleichen Zeit an einem andere Ort aufgeführt - nämlich im Theater «Gare du Nord» im Badischen Bahnhof.