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Dickdarmkrebs zählt bei Frauen und Männern zu den häufigsten Krebskrankheiten und tumorbedingten Todesursachen.
Jährlich erkranken in der Schweiz gegen 4’000 Personen neu, wobei rund ein Drittel zum Zeitpunkt der Diagnose ein fortgeschrittenes Stadium aufweist, d.h. es liegen bereits Metastasen („Krebsableger“) vor. Menschen im sechsten und siebten Lebensjahrzehnt sind am häufigsten betroffen. In Entwicklungsländern kommt die Krankheit bedeutend seltener vor als in Industrieländern.
Die bösartige Geschwulst (Karzinom) entsteht in der Darmschleimhaut und breitet sich von dort in andere Gewebe aus. Die Mehrheit geht vom Enddarm und von der unteren (linken) Hälfte des Dickdarms aus; grundsätzlich können jedoch alle Teile befallen werden. Wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt wird, ist die Heilungsprognose mehrheitlich gut, wie das auch für andere bösartige Geschwülste gilt.
Karzinome des Dünndarms sind äusserst selten.
Fachausdruck für den Dickdarm.
Die ursprüngliche Geschwulst, von der die Zellen stammen. Von ihr werden spontan, schubweise oder kontinuierlich Geschwulstzellen in den Körper ausgestreut. Dies ist eine der definierenden Eigenschaften bösartiger Tumore (Krebs: Karzinome, Sarkome).
Tochtergeschwulst oder Krebsableger. Durch immunologische Vorgänge werden die meisten im Körper verschleppten Krebszellen zerstört. Wenn die Immunabwehr sie jedoch nicht identifiziert, wächst am Ort der „Niederlassung“ eine Metastase heran.
Schleimhautvorwölbung oder -zipfel im Inneren des Darms. Polypen können gutartig sein und bleiben, aber auch – besonders im Dickdarm – zu Krebs entarten oder von Anfang an bösartig sein.
Darmspiegelung, Verfahren zur Diagnose und Therapie. Ein flexibles Fiberglaskabel mit vorn liegender Optik wird in den Darm hochgeschoben. Man kann die Innenauskleidung des Darms untersuchen, gezielt Gewebsproben entnehmen, Darmpolypen abtragen oder gegebenenfalls eine Blutstillung vornehmen.
Zerstörung von Krebszellen durch ein Medikament (Chemotherapeutikum). Meist wird eine Kombination von zwei oder mehr Chemotherapeutika eingesetzt.
Zerstörung von Krebszellen durch Einbringen einer Wärmesonde. Elektromagnetische Wellen, die von der Spitze der Sonde ausgehen, zerstören das Tumorgewebe durch Erhitzen. Ein ergänzendes Verfahren, wenn die chirurgische Entfernung des Tumors oder einer Metastase nicht möglich ist.
Künstlicher Darmausgang, durch operatives Herausleiten eines Darmabschnitts vor die Bauchwand zum Ableiten des Stuhlgangs. Der Anus praeter wird wenn möglich später wieder zurück verlegt (verschlossen).
Wie bei vielen Krebsleiden ist auch beim Darmkrebs die genaue Ursache nicht geklärt. Begünstigend sind:
Mit faserreicher, fett-, fleischarmer und abwechslungsreicher Kost sowie dem Vermeiden von Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol und Nikotin, lassen sich potentielle Risikofaktoren reduzieren.
Durch Vorsorgeuntersuchungen kann man Krebsleiden oft in einem frühen, noch heilbaren Stadium entdecken. Bezogen auf den Dickdarmkrebs heisst dies: Beim Vorhandensein von persönlichen Risikofaktoren, insbesondere bei familiärem Vorkommen und genetischer Prädisposition (FAP und HNPCC sowie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa) sind regelmässige Dickdarmspiegelungen (Koloskopien) sinnvoll. Ab welchem Alter und in welchen zeitlichen Abständen die Koloskopie zu wiederholen ist, wird mit dem untersuchenden Arzt aufgrund des Befundes festlegt. Darmpolypen sollten regelmässig kontrolliert oder noch besser frühzeitig entfernt werden, da sie als Vorstufe von Darmkrebs gelten.
Bei „Darmsymptomen“, wie sie oben beschrieben sind, sollte man einen Arzt zurate ziehen denn die Früherkennung ist für den Ausgang der Krankheit ausschlaggebend.
Entscheidend für die Diagnose ist die Koloskopie, ergänzt mit Gewebeentnahmen (Biopsien) zur mikroskopischen Bestätigung. Im Rahmen der Therapieplanung wird abgeklärt, ob Metastasen (Tochtergeschwülste) vorliegen, wozu hochtechnisierte bildgebende Verfahren Einsatz finden: Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT), letztere zunehmend in Kombination mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET).
Die Operation ist von erstrangiger Bedeutung. Man entfernt den Tumor und möglichst alle regionalen Metastasen (Tochtergeschwülste in Lymphknoten). Gelegentlich ist das vorübergehende oder definitive Anlegen eines künstlichen Darmausgangs (Anus praeter) nicht zu umgehen.
Ergänzt wird die Operation durch Chemotherapie oder Bestrahlung, die nötigenfalls sowohl vor (neoadjuvant) als auch nach dem Eingriff (adjuvant) erfolgen. Moderne Medikamente haben eine deutliche Verbesserung der Heilungschance mit sich gebracht.
Chirurgisch nicht entfernbare Metastasen lassen sich zuweilen mit einer Radiofrequenzsonde behandeln, die in die Metastase eingeführt wird und diese durch abgestrahlte Energie zerstört.