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Eine bessere Lösung als die grosse Koalition gebe es in Deutschland derzeit nicht, sagt der Publizist Jan Philipp Reemtsma. Angela Merkel sei eine Populistin genauso wie Barack Obama, Emmanuel Macron und Donald Trump.
Es war kürzlich bei einem Abendessen, im Anschluss an eine Podiumsdiskussion, an der er teilgenommen und die ich moderiert hatte. Wir sassen in einem Restaurant im Zürcher Seefeld, und einer aus der Runde fragte Jan Philipp Reemtsma: «Wie finden Sie eigentlich Zürich?» Diese Frage war natürlich eine Frechheit, kennt der Hamburger Literaturwissenschafter und Mäzen doch als ehemaliger Teilhaber des Zürcher Haffmans-Verlages die Stadt seit langem. Reemtsma runzelte kurz die Stirn, räusperte sich und sagte: «Da lassen Sie mich doch Arno Schmidt zitieren: ‹Und was heisst schon New York? Grossstadt ist Grossstadt; ich war oft genug in Hannover.›» Dann war Ruhe am Tisch. Und ich beschloss, mit diesem Mann, dessen Buch «Im Keller» über seine 33-tägige Gefangenschaft als Entführungsopfer im Jahre 1996 ich bewundere, einmal ausführlich über seine politischen Ansichten und über Deutschland zu reden. Ein paar Wochen später sassen wir uns in seinem Büro der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur gegenüber.