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Echo Park ist ein Quartier in Los Angeles, in dem vor allem Chicanos und Chicanas, also Mexican Americans leben. Mousie (Seidy Lopez) und Sad Girl (Angel Aviles) sind beste Freundinnen und Gangmitglieder. Nachdem Sad Girl aber von Mousies Freund Ernesto (Jacob Vargas), einem Dealer, schwanger wird, ist es mit der lebenslangen Freundschaft zwischen Maribel und Mona erstmal vorbei…
Allison Anders ist vor allem bekannt für «Gas Food Lodging» und ihre Episode in «Four Rooms» (Gemeinschaftswerk mit Quentin Tarantino, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez). Mit «Mi Vida Loca» hat Anders – eine echte «autrice» des amerikanischen Films – aber – auch nach dem erfolgreicheren «Gas Food Lodging» – gezeigt, dass sie eine der ganz grossen der amerikanischen Indie-Szene ist. «Mi Vida Loca» aus dem Jahr 1993 spielt in Echo Park; die alleinerziehende Mutter Anders konnte dabei aus dem Vollen schöpfen, u.a., da sie selber in Echo Park wohnte. Nicht zuletzt aber auch, weil sie zahlreiche echte Gangmitglieder für den Film gewinnen konnte – dazu John Taylor (Duran Duran) als Komponisten und Jellybean Benitez als «musical supervisor». Ebenfalls beteiligt – wenn auch nur am Rande – sind Los Lobos, Danny Trejo, Salma Hayek in ihrem ersten US-Film, Spike Jonze und Jason Lee sowie Rapper Kid Frost.
Am Wichtigsten aber ist wohl, dass sich Anders – die selber keine mexikanischen Wurzeln hat – wirklich mit der Subkultur der jungen Mexican Americans auseinandergesetzt hat. Dazu gehört auch der Einsatz der Musik – neben damals aktuellem Hip Hop von A Tribe Called Quest, Funkdoobiest und Proper Dos sowie R&B von 4 Corners und Tony! Toni! Toné! gehören auch die Oldies dazu, also R&B/Soul aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren. Laut eigener Aussage (im sehr informativen Audiokommentar auf der DVD) hat sie den Song Girls «Girls It Ain’t Easy» von den Honey Cone dabei bewusst ausgewählt obwohl dieser in der Chicano-Community noch nicht zum Kanon gehörte. Unterdessen wird er aber am Radio oft von Chicanas gewünscht; und die Rapperin Baby Wicked benannte gar eine CD nach diesem Song.
«Mi Vida Loca» ist dabei natürlich nicht zuletzt ein Film über junge Frauen und ihre platonische Liebe zueinander, eine Liebe, die auch amouröse Rivalitäten überdauert. Kurz und gut: ein fast perfekter Film, in dem nur (und wohl bezeichnenderweise) die Szenen, in denen Waffengewalt vorkommt, nicht überzeugen können – vielleicht gerade, weil Anderson diese nicht zeigen wollte. Ansonsten ist aber der Film gerade in stilistischer Hinsicht besonders stark – u.a. inkorporiert er auch Bilder von Teen Angels (einer Szene-Zeitschrift); und anders etwa als «187» (1997) versucht er nicht, L.A. als Moloch zu stilisieren sondern besteht auf der Schönheit von Echo Parque, L.A.(Kamera: Rodrigo Garcia).
«Mi Vida Loca» USA 1993. Regie: Allison Anders. Mit Seidy Lopez, Angel Aviles, Jacob Vargas, Jesse Borrego, Nélida López, Magali Alvarado u.a. DVD [Code 1] erschienen bei HBO.
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