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Edinburgh – auf den Spuren der Könige in Schottlands Hauptstadt
Schon seit dem 15. Jahrhundert ist Edinburgh die Hauptstadt von Schottland, und die historische Bedeutung der Stadt ist nicht zu übersehen. Mächtige Paläste, neoklassische Prachtbauten und altehrwürdige Kirchen bestimmen das Zentrum von Edinburgh, dem „Athen des Nordens“, wie Theodor Fontane die zweitgrösste Stadt Schottlands einst nannte.
Edinburgh gilt als eine der schönsten Städte Europas, und diesen Ruf verdankt die Stadt neben ihrer prachtvollen Architektur auch ihrer aussergewöhnlichen Lage. Edinburgh zieht sich an der schottischen Ostküste über eine Reihe von Hügeln hin, über denen als allgegenwärtiges Wahrzeichen der Stadt das Edinburgher Schloss auf dem Castle Rock thront.
Zugleich ist Edinburgh aber auch eine lebendige Kulturmetropole, die für ihre vielen Pubs ebenso berühmt ist wie für ihre Kunstmuseen und ihr jährliches Kulturfestival. Im Rahmen des Edinburgh Festivals ist die schottische Hauptstadt jeden Sommer Schauplatz unzähliger Theater-, Musik- und Filmveranstaltungen, die rund zwei Millionen Gäste aus aller Welt anziehen.
Alter und neuer schottischer Parlamentssitz
Die Hügel des heutigen Edinburgh waren schon zu prähistorischen Zeiten besiedelt, und bereits während der Eisenzeit bestanden erste Befestigungsanlagen auf einigen der Hügel. An Bedeutung gewann die Siedlung im 15. Jahrhundert, als Edinburgh von Perth den Rang als schottische Hauptstadt übernahm. Im Jahr 1603 musste die Stadt jedoch einen Grossteil ihrer politischen Macht an London abtreten, als die Kronen von Schottland und England vereinigt wurden. Der Act of Union in Jahr 1707 besiegelte Schottlands Zugehörigkeit zum Königreich Grossbritannien.
Erst im Jahr 1997 wurde eine Volksbefragung durchgeführt, in der die schottische Bevölkerung mit grosser Mehrheit für die Einrichtung eines eigenen Parlaments stimmte. Seit 1999 ist Edinburgh daher wieder Sitz des Schottischen Parlaments.
Die „Old Town“: unterwegs im mittelalterlichen Edinburgh
Edinburghs mittelalterliche Altstadt erstreckt sich rund um die Royal Mile, einer kopfsteingepflasterten Prachtstrasse, die das Parlamentsgebäude mit dem Edinburgher Schloss verbindet. Edinburgh Castle ist zugleich das unumstrittene Wahrzeichen der Stadt und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Erbaut auf einem erloschenen Vulkan, dem Castle Rock, wurde Edinburgh Castle vielfach erobert, zerstört und wieder aufgebaut. Das älteste erhaltene Gebäude stammt vom Beginn des 12. Jahrhunderts, aber es wird vermutet, dass auf Castle Rock schon im 7. Jahrhundert eine Burg stand.
Unterhalb des Burgbergs wird die mittelalterliche Altstadt von den Closes dominiert; kleine, verwinkelte Gassen, die mit unzähligen Treppen von der Royal Mile hinab in die umliegenden Viertel führen. Zu den bedeutendsten Prachtbauten an der Royal Mile zählt die Kathedrale von Edinburgh, die St Giles‘ Cathedral. Erbaut ab 1120 und benannt nach heiligen Ägidius, ist die Kathedrale kaum weniger berühmt als das Schloss. Charakteristisches Merkmal ist die auffällige kronenförmige Kuppel, die die Skyline von Edinburgh als unverzichtbarer Bestandteil prägt.
Gegenstück zur Altstadt: Edinburghs georgianische „New Town“
Einen auffälligen Gegensatz zur verwinkelten mittelalterlichen Altstadt bildet die „New Town“ mit ihren grosszügigen, rechtwinkligen Strassenzügen. Die Neustadt entstand ab 1766 auf dem Reissbrett nach den Plänen des schottischen Architekten James Craig. Sie zählt in ihrer Gesamtheit zu den besterhaltenen Beispielen georgianischer Architektur. Die ursprüngliche New Town bestand aus nur drei Strassen: der repräsentativen Princess Street, der George Street und der Queen Street. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie nach Norden hin beständig erweitert.
Neben zahlreichen Stadtplätzen und Monumenten umfasst die New Town bedeutende Bauwerke wie die neugotische St. Mary’s Cathedral, die römisch-katholische Kathedrale der Stadt. Das Kirchengebäude wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebaut, da der Bau katholischer Kirchen in Schottland bis 1778 verboten war. Das Bute House am Charlotte Square ist seit 1999 offizieller Amtssitz des Ersten Ministers, dem schottischen Gegenpart zum britischen Premierminister. Die Old Town und die New Town von Edinburgh sind seit 1995 gemeinsam Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Kunst, Geschichte und Hochprozentiges in Edinburghs Museen
Neben seiner herausragenden Architektur ist Edinburgh auch für seine Museen bekannt, darunter einige hervorragende Kunstmuseen wie die National Gallery of Scotland. Neben einer umfangreichen Sammlung europäischer Malerei zeigt das Museum auch wechselnde Sonderausstellungen. Die National Gallery umfasst ausserdem die grösste Sammlung schottischer Kunst aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Direkt nebenan ist die Royal Scottish Academy angesiedelt, eine private Stiftung für zeitgenössische Kunst, die bereits 1826 gegründet wurde.
Bedeutende Sammlungen zeigt auch die Scottish National Gallery of Modern Art mit Werken von Picasso, Matisse, Andy Warhol und Anderen, während in der Scottish National Portrait Gallery vor allem Porträts schottischer Staatsmänner zu sehen sind. Die Portrait Gallery ist in einem prachtvollen neugotischen Sandsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert angesiedelt. In der Chambers Street können das Royal Museum und das Museum of Scotland als Doppelmuseum besichtigt werden. Hier erhalten Besucher einen umfassenden Überblick über die schottische Geschichte von der Steinzeit an.
Ganz andere Einblicke in alte schottische Traditionen bietet das Scottish Whisky Heritage Center, in dem Besucher sich bei einer Führung über die unterschiedlichen schottischen Whisky-Sorten informieren können. Eine Geschmacksprobe ist im Eintrittspreis inbegriffen. Im Hafenviertel Leith kann ausserdem die „HMY Britannia“ besichtigt werden, eine ehemalige königliche Yacht, auf der einst Prinz Charles und Lady Diana ihre Flitterwochen verbrachten.
Oberstes Bild: Blick auf Edinburgh mit der St Giles‘ Cathedral (© Ronnie Macdonald / Wikimedia / CC)