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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
In den vergangenen fünfzig Jahren hat sich in der Nordwestschweiz aufgrund von ökonomischen, politischen und sozialen Umbrüchen (wirtschaftliche Regionalisierungsprozesse in den 1960er und 1970er Jahren, Kantonswechsel, Gründung regionaler Institutionen usw.) die neue, überkantonale Region Laufental-Thierstein herausgebildet. Die ländliche Region liegt des Weiteren im Einzugsbereich der wirtschaftlich und kulturell immer wichtiger werdenden Grossstadt Basel.
Das Projekt untersucht als zentrale Fragestellung, ob und wie sich die Herausbildung dieser neuen regionalen Identität im Dialekt der Bevölkerung darstellt. Folgende Fragen bilden den Grundstein des Projekts:
- Welche Auswirkungen hat diese Regionalisierung auf die Sprache der Bewohner? Findet eine dialektale Regionalisierung statt, d.h. werden alte lokale Dialektmerkmale zugunsten regionaler Varianten aufgegeben? Identifiziert sich die Bevölkerung der Region durch eine gemeinsame Sprache?
- Welchen Einfluss hat die Grossstadt Basel? Wie legt die Bevölkerung des ländlichen Laufental-Thiersteins seine regionale Identität zwischen Anpassung und Abgrenzung gegen Basel fest?
Für die Untersuchung dieser Fragen werden ab Herbst 2017 in insgesamt sechs Dörfern Gespräche mit Informanten und Informantinnen aus drei Generationen aufgezeichnet und in Hinblick auf lautliche Merkmale untersucht. So soll der Dialekt der Region dokumentiert und allfälliger Sprachwandel aufgedeckt werden.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Das Dissertationsprojekt befasst sich mit Fragen der linguistischen Teilbereiche Sprache und Identität, regionale Dialekte bzw. Grossraummundarten, Stadt-Land-Dynamik sowie Mobilität und beinhaltet wahrnehmungsdialektologische Aspekte. Des Weiteren werden Erkenntnisse aus den angrenzenden Forschungsfeldern der Soziologie und der Sozial- und Humangeographie in die Analyse einfliessen.