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Roman
180 Seiten, gebunden
Was unterscheidet eine Mundhöhle von anderen Höhlen? Wann kommt das nächste Beben? Wie küsst man einen Engel?
Jonas Müller ist im Auftrag der Gebäudeversicherung unterwegs in der Stadt, um festzustellen, welche Gebäude im Falle eines Starkbebens gefährdet sind. Doch sein Schaffensdrang wird arg gebremst durch den Zahnfraß, der sich in seiner Mundhöhle breit macht. So beschließt Müller im Alter von 29 Jahren, sich sämtliche Zähne ziehen zu lassen. Er tritt ein in eine Welt, die geprägt ist von Distanz und einer hellen Lampe, die ihm das Gesicht ausleuchtet.
Unter dem Lichtkegel erzählt Müller stumm, mit aufgesperrtem Mund, von den Höhlenausflügen, die er mit seinem Vater, dem begnadeten Höhlentaucher, unternahm, bis dieser in einem unterirdischen Wasserfall erfror, ohne sein Geheimnis ganz loszuwerden: Er war steril und hat seinen Sohn offensichtlich nicht gezeugt.
Obwohl Müller gerne Patient ist, ja, sich Patient als Beruf durchaus vorstellen könnte, gestaltet sich die Gebisssanierung von Visite zu Visite schwieriger. Der Sicherheitsabstand schrumpft. Zahnarzt, Assistentin und Patient kommen sich immer näher. Das Beben findet schließlich statt – allerdings nicht dort, wo Müller es erwartet.