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Alle, der vom Parkplatz zum ehemaligen Kloster gehen, kommen am „Summer Tree Dream“ vorbei. Der kleine Tannenbaum steht gleich neben dem Fussweg zur Kartause und singt leise den Oldie von Frank Sinatra „I’m Dreaming of a White Christmas…“ vor sich hin. Der Gesang ist nur ganz leise und nur hin und wieder bleibt jemand stehen und stutzt, woher denn der melancholische Gesang komme und was er zu bedeuten habe.
Das Künstlerduo Hemauer/Keller beschäftigt sich in seiner Arbeit schon seit Jahren mit ökologischen Fragen und Problemen der Ener-gieversorgung. So erstellten sie etwa einen Dokumentationsfilm über den Verbleib einer Solaranlage, die der amerikanische Präsident Jimmy Carter 1979 auf dem Dach des Weissen Hauses installieren liess oder sie riefen den „Postpetrolismus“ aus, eine Kunstrichtung, die sich mit Bildern, Visionen und Lebensentwürfen für die Nach-Erdöl-Epoche befasst. Im Kontext dieser Energierecherchen wird der kleine Tannenbaum zu einem Mahnmal: Steigt die globale Temperatur wegen der exzessiven Verwendung von Erdöl in den nächsten Jahrzehnten um einige Grad an, so werden Tannenbäume aus unseren Wäldern langsam aber sicher verschwinden. Heisse Sommer und Trockenheit werden ihnen zusetzen und sie werden durch andere mediterranere Baumarten verdrängt. Deshalb singt der kleine Tannenbaum ein bisschen traurig davon, dass es früher noch richtig kalte Winter gab.