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Keine Stadt wird gut, wenn die Aufgabe, die sie zu erfüllen hat, nicht klar, detailliert und klug formuliert ist. Mit anderen Worten: wenn ihr Programm nicht gut ist. Im Programm müssen die Aufgaben der Stadt formuliert und quantifiziert werden.
Das Programm muss in einen Plan umgesetzt werden. Im Plan einer Stadt müssen vorrangig die öffentlichen Räume bestimmt werden. Das ist eine Quintessenz der Tradition des Städtebaus. In der antiken Stadt wurden zunächst die Freiräume angelegt, so die Plateias, Stenopoi und die Agora in der griechischen Stadt. Die privaten Parzellen waren das, was übrigblieb, und ihr Zuschnitt hatte sich der übergreifenden Stadtzeichnung zu unterordnen wie der Einzelne der Gemeinschaft.
Für einen städtebaulichen Plan ist der Städtebauer zuständig. Der Plan muss eine Synthese der funktionalen, technischen, ökonomischen, aber auch sozialen, politischen, ideologischen und kulturellen Anforderungen sein. Und vor allem: Der Plan muss dreidimensional sein, muss also die Stadträume möglichst genau und möglichst anschaulich definieren.
Für die Gestaltung der öffentlichen Räume der Stadt gibt es keine Rezepte, wohl aber Beispiele. Sie sind in der Geschichte der Stadt zu finden. Die grossartigen Strassen, Plätze und Parkanlagen, die in der Vergangenheit geschaffen wurden, sind ideale Lehrstücke für die erfolgreiche Beziehung zwischen Gebautem und menschliches Leben. Wir können sie nicht nachahmen, aber wir können daraus lernen. Die Geschichte der Stadtarchitektur ist ein Gedächtnis von Strategien, das auf aktuelle Ansprüche hin befragt werden muss.
Das Programm für ein urbanes Projekt kann nur politisch formuliert werden: Dafür braucht es die vielstimmige, auch kontroverse Debatte. Aber etwas Schönes entsteht nur dann, wenn man jemand, dem man es zutraut und dem man vertraut, machen lässt. Jedes Stück Stadt ist nur dann der Rede wert, wenn es von einem kompetenten, verantwortungsbewussten und talentierten, auch unabhängigen und damit freien Städtebauer gezeichnet ist.
Der Städtebauer muss exakt und konkret planen, aber Freiheiten einplanen. Räume für Unvorhergesehenes. Die Stadt darf kein Massanzug sein.
Stadt entsteht dort und nur dort, wo das öffentliche Interesse über das private Interesse gestellt wird. Stadt ist gebaute Gemeinschaft.
(Drohnenflug von der Rathausbrücke zur Europaalle in Zürich)