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Die Nase
[* 6] geht ohne Absatz in die Lippe
[* 7] über und tritt nur bei Semnopithecus nasica beträchtlich aus dem Gesicht
[* 8] hervor. Die
Zähne
[* 9] nähern sich denen des Menschen, doch findet sich niemals eine vollständig geschlossene Zahnreihe, vielmehr ragen
die Eckzähne auch bei den höchsten Affen stark hervor, und zwischen ihnen und den benachbarten Zähnen ist stets in der Art
eine Lücke vorhanden, daß beim Schluß der Kiefer die Eckzähne nicht auf-, sondern nebeneinander greifen.
Backenzähne 20 oder 24 (s. unten). Die Augenhöhlen sind stets geschlossen, die mittelgroßen oder
auch kleinen Augen vorwärts gerichtet und einander mehr genähert als beim Menschen. Das äußere Ohr
[* 10] ist meist nur von mäßiger
Größe, bald dem menschlichen Ohr einigermaßen ähnlich, bald mehr zugespitzt, aber stets ohne Ohrläppchen. Der Hals ist kurz,
dünn und rund; der Rumpf ist gestreckt, an der Brust mit zwei Zitzen versehen, aber in den Weichen stark
eingeschnürt.
Das
bezeichnendste Merkmal der ganzen Gruppe liegt in der Bildung der Hände und Füße. An beiden nämlich läßt sich gewöhnlich
der innerste Finger, resp. die innerste Zehe den andern vier gegenüberstellen; so vermögen die Affen nicht nur mit den Händen,
sondern auch mit den Füßen zu greifen. Doch bleibt der Fuß nach seinem ganzen Bau ein Fuß und ist keineswegs
eine Hand,
[* 11] so daß man auch die Affen nicht Vierhänder nennen darf, sondern sie als Säugetiere mit zwei Händen und zwei Greiffüßen
bezeichnen muß.
Einigen fehlt der Daumen völlig oder ist nur als Stummel vorhanden oder nicht den andern Fingern gegenüberstellbar.
Finger und Zehen tragen zum Teil Krallen, zum Teil Nägel
[* 12] (s. unten). Die vordern Gliedmaßen sind oft länger als die hintern,
welche ebenso wie das Becken und die Wirbelsäule nicht zum aufrechten Gang
[* 13] eingerichtet sind. Die Schenkel sind zu dünn, und
ihre Muskulatur ist zu schwach, als daß sie auf die Dauer den Körper zu tragen vermöchten. Daher nehmen die Affen nur selten
eine aufrechte Stellung an und vermögen sich nur mit Hilfe eines Stocks darin zu erhalten.
Der Gang der höhern Affen auf dem Boden ist ein unbehilflicher, weil sie mit dem Außenrand der Füße auftreten.
Ihre natürlichste Ortsbewegung
[* 14] ist das Klettern, und hierin werden sie kaum von einem andern Tier übertroffen. Viele bedienen
sich dabei ihres langen Wickel- oder Greifschwanzes und können mit ihm sogar kleine Gegenstände ergreifen und zu sich heranziehen.
Das Haarkleid der Affen bedeckt den ganzen Körper, mit Ausnahme einzelner Stellen des Gesichts, der innern
Handfläche und häufig des Gesäßes, und neigt sich oft zu Färbungen, die sonst bei Säugetieren seltener vorkommen.
Einzelne Arten sind durch besondere natürliche Frisuren und durch Barte ausgezeichnet. Im innern Bau stehen die Affen dem Menschen
sehr nahe. Der Schädel gleicht dem unsrigen in vielen Punkten, ist aber bei den Erwachsenen meist durch
starke Muskelleisten und das Vorspringen des Kieferteils tierischer. Das Gehirn
[* 15] steht dem des Menschen an Masse relativ nach
und hat auch im allgemeinen einfachere Windungen. Die Wirbelsäule besteht aus 7 Hals-, 12 bis 14 Rippen-, 3-7 Lenden-, 2-5
Kreuzbein- und 3-33 Schwanzwirbeln.
Das Schulterblatt ist breit, das Schlüsselbein sehr stark, das Becken schwach. Die Muskulatur ist bei vielen Arten eine äußerst
kräftige. Der Tastsinn spielt eine sehr bedeutende Rolle; so sind die Spitzen derFinger und des Greifschwanzes mit sehr feinem
Gefühl begabt. Auch der Geruchssinn ist hervorragend entwickelt. Die seelischen Thätigkeiten der
Affen, vor allen ihr Talent zu geschickter Nachahmung, sind groß und wurden von jeher hoch angesehen; ja, ganze Völker der niedersten
Kulturstufen haben, durch den menschenähnlichen Körperbau der Affen verleitet, in ihnen Waldmenschen gesehen, welche nur aus
Scheu vor der Arbeit die Sprachfähigkeit verleugneten.
Die Affen leben vorzugsweise von Früchten, doch auch von Insekten;
[* 16] in der Gefangenschaft gewöhnen sie sich
meist an die Speisen des Menschen. Sie bringen die Nahrung mit den Händen oder dem Greifschwanz zum Munde. Das Weibchen wirft
in der Regel nur Ein Junges. Unter den Affen finden sich Monogamisten und Polygamisten; jene leben vereinzelt,
diese bilden aus Familien bestehende kleinere oder größere Scharen, welche das älteste Männchen anführt. Der Aufenthalt
der Affen ist auf die heiße Zone beschränkt und überschreitet nirgends den Verbreitungskreis der Palmen;
[* 17] am nördlichsten wohnen
die Makaks (Inuus ecaudatus) von Nordafrika und Gibraltar.
[* 18] Meist leben sie auf
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3. Familie: Schmalnasen (Catarrhini), mit schmaler Nasenscheidewand und daher dicht nebeneinander gelegenen Nasenlöchern.
Dem Menschen am ähnlichsten. Gleich ihm im Ober- und Unterkiefer mit jederseits 2 falschen (Prämolaren) und 3 echten (Molaren)
Backenzähnen; die Schneidezähne stehen aber nicht wie bei ihm senkrecht, sondern schräg nach vorn,
auch ragen die Eckzähne stark hervor. Das Gesicht meist dünner und kürzer behaart als der übrige Körper, so daß sich
häufig Schnurr-, Kinn- und Backenbärte unterscheiden lassen.