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Die ersten Hasel- und Erlenpollen sind in der Luft
Im Januar ist öfter von Erkältung oder Grippe die Rede als von Pollen. Und doch kommt die Pollenallergie, auch Pollinose genannt, im Winter nicht selten vor. In diesem Blog erläutern wir verschiedene Aspekte der winterlichen Pollensaison.
Allergie im Winter
In unserem Land sind Pflanzen aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae), die im Januar und Februar blühen, die Ursache für winterliche Pollinosen, nämlich Hasel und Erle. Im Mittelmeerraum löst hingegen die Zypressenblüte zu dieser Jahreszeit Allergien aus. Im Frühling sind andere Birkengewächse wie Birke und Hagebuche für erhebliche Allergien verantwortlich. Rund 5 bis 15 % der Bevölkerung reagieren allergisch auf die Pollen von Birkengewächsen.
Früher Blühbeginn in diesem Jahr
Folgen mitten im Winter mehrere milde Tage aufeinander, blühen die ersten Haselsträucher und setzen ihre Pollen frei. So war es auch in diesem Jahr: Im Tessin setzte die Allergiezeit vor Weihnachten ein, als die ersten Haselpollen in der Luft gemessen wurden. Ab dem 31. Dezember erreichten Haselpollen in Lugano sogar schon starke bis sehr starke Belastungswerte. Auf der Alpennordseite waren die ersten Haselpollenkörner Anfang Januar in der Luft, aber die Rückkehr winterlicher Temperaturen verhinderte den Fortgang der Blüte. Sobald die Temperaturen etwas ansteigen, wird die Hasel- und Erlenblüte nördlich der Alpen effektiv beginnen.
Das Wetter beeinflusst die Blüte
Die Haselblüte beginnt immer öfter bereits im Januar, während sie früher meist im Februar einsetzte. Da die Wetterbedingungen von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sind, können die ersten Pollen bereits Ende Dezember in der Luft sein, aber es kommt auch vor, dass die Saison erst Ende Februar beginnt. Bei anhaltender Kälte bleiben die Haselnuss- und Erlenkätzchen geschlossen, aber sobald die Temperaturen über ca. 5 °C steigen und die Sonne herauskommt, werden die Kätzchen länger und dicker, und binnen weniger Tage finden sich Pollen in der Luft.
Kurze Zeit nach den Haselsträuchern beginnen die heimischen Erlen zu blühen. Purpurerlen setzen jedoch bereits ab den letzten Dezembertagen grosse Pollenmengen frei. Diese Bäume sind Hybriden, die in der Natur nicht auftreten, aber gut mit den urbanen Bedingungen zurechtkommen und manchmal in den Städten unseres Landes gepflanzt werden. Ihre Pollen sind somit nur im näheren Umfeld der einzelnen Bäume spürbar.
Allgemeine Pollenprognose
Das digitale Modell von MeteoSchweiz, COSMO, berechnet die Pollenkonzentrationen. Ausgehend von der Verteilung der jeweiligen Pflanzen ermittelt es den Blütebeginn, die Pollenfreisetzung, die Ausbreitung der Pollen mit dem Wind und deren Auswaschung durch den Regen. Je nach Saison werden Erle, Birke, Gräser und Ambrosia modelliert. Wie die nachstehende Abbildung zeigt, erwartet man im Tessin zurzeit hohe Konzentrationen von Erlenpollen. Die Pollenprognosen des Wettermodells werden fortlaufend in der App und auf der Website von MeteoSchweiz aktualisiert.
Informationen in Echtzeit
MeteoSchweiz richtet derzeit ein automatisches Pollenmessnetz ein. Die stündlichen Konzentrationswerte werden im Rahmen eines Pilotprojekts bereitgestellt und ermöglichen es, sich ein Bild der aktuellen Situation in der jeweiligen Region zu machen. Aktuell liefern zehn Messstationen bereits Daten und acht weitere sind in Vorbereitung. Sie gehen entsprechend dem Fortschritt bei den Installationsarbeiten nach und nach online. Mit dem derzeit angewandten manuellen Messverfahren sind die Daten jeden Mittwoch verfügbar.