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Als Bartulu (ein Suri in Äthiopien) ein Kleinkind war, erkrankte er an Kinderlähmung (Polio). Das hatte zur Folge, dass seine Beine verkrüppelten. Seine Eltern wussten sich nicht anders zu helfen, als mit dem Jungen zum Medizinmann zu gehen. Dieser forderte für die Behandlung eine Ziege. Der Vater willigte ein und bezahlte diesen hohen Preis. Nun vollzog der Medizinmann seine rituellen Handlungen mit Schlamm und Sprüchen. Doch die Prozedur half nichts. Bartulu blieb verkrüppelt und das aufrechte Gehen blieb ihm versagt. Nur auf Händen konnte er sich fortbewegen. Während seine Altersgenossen die Ziegen und später Kühe hüteten, musste er zu Hause bleiben.
Im Teenageralter hörte Bartulu, dass es beim Nachbarvolk eine Missionsstation mit einer Klinik gab. Auf allen Vieren schleppte er sich von seinem Dorf die 30 km nach Tulegit in der Hoffnung, Hilfe zu erhalten. Dort besuchte er dann die Kirche. Besonders der Chor und die Lieder beeindruckten ihn. Bald schon wollte er selber im Chor mitmachen. Doch so schnell ging das nicht. Der Verantwortliche für die Station riet Bartulu, noch ein wenig mit Singen im Chor zuzuwarten, bis er die Botschaft besser verstünde. Mit der Zeit begriff Bartulu, dass Jesus Christus auch ihn liebte und am Kreuz auf Golgatha für ihn gestorben war. Diese gute Botschaft machte ihn froh und er begann an Jesus zu glauben. Nun konnte er die Lieder in der Gemeinde wirklich von Herzen mitsingen und auch im Chor dabei sein.
Eines Tages konnte Bartulu nach Addis Abeba fahren, wo er von einem ausländischen Arzt untersucht wurde. Dieser stellte fest, dass es möglich ist, Bartulu das aufrechte Gehen zu ermöglichen. Da die Beinmuskulatur in einem Bein noch teils vorhanden war, konnte man das andere Bein strecken und versteifen. Nach ein paar Operationen durfte Bartulu zum ersten Mal in seinem Leben auf eigenen Beinen aufrecht gehen. Nun musste er nicht mehr zu allen Leuten von unten heraufschauen, sondern konnte ihnen auf Augenhöhe begegnen. Zwar geht er noch hinkend, doch kann er nun sein Feld selber bestellen und für seinen Lebensunterhalt aufkommen. Seine Welt hat sich geweitet. Voller Freude bezeugt Bartulu, dass Gott sein ganzes Leben aufgerichtet hat.
Heute ist Bartulu Sprachberater im Übersetzungsprojekt für die Suri (Kacipo-Balesi). Dort stehen grosse Herausforderungen an: Es fehlt an Personal und an Finanzen, damit das Projekt vorwärts gehen kann. Helfen Sie mit?
Foto: Bartulu vor seinem Maisfeld