Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/1398

Ein Jahr nach meiner Scheidung erfüllte ich mir einen weiteren grossen Wunsch: Am 14. April 1990 bestellte ich einen roten Ford Sierra Combi mit Automat (erlaubte Anhängelast 1200 kg) und 3 Wochen später einen 5.95 cm langen Wohnwagen "Hobby 460 T". Er hatte 2 gemütliche Sitz- und Schlafgruppen und eine moderne Toilette. Am Donnerstag-Abend 5. Juli 1990 um 19 Uhr fuhr ich erstmals als stolzer Besitzer mit meinem neuen Gefährt in den Süden nach Istrien auf meinen Campingplatz Solaris.
Dies war der Anfang eines neuen, einmaligen Lebensabschnittes. Ich blühte nochmals richtig auf und genoss das unbeschwerte Leben in meinem Wohnwagen.
Später als Rentner entwickelte ich mich zu einem Weltenbummler, denn ich verbrachte 3-4 Monate in Istrien, 5 Monate in Thailand und nur noch 3 Monate in der Schweiz.
In den Jahren nach meiner Scheidung lebte ich sichtlich auf und bereiste unzählige Destinationen in Europa und im Fernen Osten. Gerne erinnere ich mich an meine Mutter, die ein genauso grosses "Reisefüdle" war.
Auf dem FKK-Campingplatz Solaris fühlte ich mich wohl, in Istrien, der kroatischen Halbinsel nördlich von Triest. Es war meine Sommer-Residenz. Ich wohnte dort in einem Wohnwagen zwischen Oliven-Bäumen und genoss die Natur und die frischen Luft, denn im Camping ist man immer im Freien. Istrien ist 820 km von Basel entfernt, also in einer machbaren Distanz. Anfänglich blieb ich 3-5 Wochen, später als Rentner gegen 4 Monate.
Istrien ist auch in der Realität ein Paradies. Seit der jugoslavischen Revolution im Jahre 1991 wurden die von Sträuchern überwuchterten Gebiete kultiviert und bepflanzt. Seither ist Istrien eine einzigartige Landschaft mit Rebbergen, Olivenhaine und Eichenwäldern auf der roten "eisenhaltigen" Erde. Die typischen istrianischen Siedlungen auf Hügeln wie Rovinj, Groznjan oder Motovun bieten viel Kulturelles.
In Follonica verbrachte ich während vieler Jahre zwischen 2001 bis 2014 im Feriendorf "Golfo del Sole" mit Freunden eine Woche mit dem Rennrad. Damals begann meine "Rad-Karriere".
Rom gehört zu einer meiner Lieblingsstädte. Ich war mindestens 10x dort. Mit dem Wohnwagen fuhr ich 2 Mal dorthin und weiter nach Neapel mit den sehenswerten Ausgrabungen von Pompeji und Herkulaneam. Die römische Kultur hat es mir immer angetan, ein Ueberbleibsel der humanistischen Ausbildung in meiner Gymnasial-Zeit.
Venedig besuchte ich im April 2001 mit Claudia anlässlich ihres 50. Geburtstages. Ich war begeistert von der Lagunenstadt, denn erstmals war ich auch auf den dazugehörenden Inseln mit den Glasbläsern.
Dank der Fusion zwischen Ciba-Geigy und Sandoz zu Novartis war ich im 1996 mehrmals in den Staaten. Einmal hing ich mir eine Reise nach Florida an und besucht im Raume Orlando den Clearwater Beach, die Universal Studios, das Disneyland, die Outlet-Centers und reiste im Mietwagen zum Weltraum-Bahnhof Cape Canaveral. Noch heute läuft es mir kalt den Rücken herunter, wenn ich mich daran erinnere , wie ich meinen Mietwagen auf dem unendlich grossen Parkplatz der Disneyland suchte!...und glücklicherweise auch fand.
In der Brückenbauer-Zeitschrift des Migros hatte Claudia diese Reise mit Thalasso-Therapie entdeckt. Zwei Wochen verbrachten wir im Sept. 2000 in einem neuen Hotel direkt am Meer. Unvergesslich das Shopping. Abschreckend ein paar Russen, die die Buffets versauten, ihre Teller mit Esswaren anhäuften und das meiste auf dem Tisch zurück liessen.
In den 90er-Jahren war ich mehrmals in Paris und Süd-Frankreich. Nach Paris machte ich mit Ruth W. eine Kunstreise zu Camille Claudel-, Rodin- und Picasso-Ausstellungen. Ein paar Jahre später ging es mit Vreni und dem Wohnwagen an die Cote d'Azur nach St. Tropez. Eindrücklich war der Ausflug zum Vasarely-Museum in das nahe Aix-en-Provence. Zu erwähnen ist, dass ich damals ein grosser Fan seiner Grafiken war. Schlussendlich war ich mit Claudia am Herbst 1999 in Cap d'Agde, wo wir eine herrliche Zeit miteinander erlebten.
Zwei Mal war ich mit Evelyne im Nov/Dez. auf Gran Canaria und genoss dort das angenehme Winter-Klima und den einmaligen Sand in den Dünen von Maspalomas. Beim zweiten Mal im Nov. 2005 verlobte ich mich mit Evelyne.
Es war die Idee von Evelyne, die Wintermonate im Süden zu verbringen. Im 2006/07 fuhren wir zwei mit dem grossen Wohnwagen nach Cartagena in der Provinz Murcia und kamen als geschiedenes Paar zurück. Im Folgejahr 2007/08 fuhr ich alleine nach Mazarron, einem schönen Campingplatz mit Sole-Swimmingpool. Trotz der grossen Probleme mit Evelyne war es für mich ein fantastischer Neubeginn. Seither verbringe ich die Winter-Monate in warmen Gefilden.
Zweimal erfüllte ich mir den ewigen Wunsch seit meiner Gymnasialzeit, die grossen Bauwerke der ägyptischen Pharaonen zu bewundern. Das erste Mal schenkte ich mir diese Reise zu meinem 50. Geburtstag und das zweite Mal machte ich mit Evelyne die Nilfahrt und die anschliesswenden Badeferien in Hurghada.
Ich hatte das grosse Glück, dass Heinz und Edith R. mich immer wieder zu sich nach München einluden. Dabei entwickelte sich München neben Rom zu einer meiner Lieblingsstädte. Neben dem obligaten Besuch des Oktoberfestes stand immer eine Besichtigungsreise auf dem Programm. So zum Beispiel die Schlösser des bayrischen König Ludwig II wie Neuschwanstein, Herren-Chiemsee und Linderhof.
Den Kosovo kannte ich anfänglich nur aus der Zeitung und da eher von der negativen Seite. Dies änderte sich, als meine Tochter Daniela den Eshref heiratete. Er war aus Sushica unweit der Kosovo Hauptstadt Pristina und desertierte während des Jugoslavien-Krieges in die Schweiz.
Schon kurz nach Ende dieses brutalen Krieges besuchte ich zum ersten Mal den Kosovo. Ich war von einem Onkel von Eshref zu der Hochzeit seines Sohnes eingeladen worden. Dies war der Anfang einer grossen Liebe zu diesem Lande. Meine illustrierten Berichte sind Zeugnis meiner Erlebnisse.
Seit 2008 verbrachte ich den europäischen Winter im fernen Osten, d.h. in Hua Hin (Thailand)in einem gemieteten Haus. Es war eine wunderbare und einmalige Zeit im warmen Klima, dem feinen asiatischen Essen und Pat meiner thailändischen Freundin, dank der ich so vieles in Thailand kennenlernen durfte. Mehr über diese Zeit findet ihr in meinem eigenständigen "Thailand-Tagebuch".
Skiferien habe ich als Single nur noch wenige Male verbracht. Anfänglich mit meinen Kindern in Bellwald, dann einmal mit Katja und Reto in Haute Nendaz und zuletzt im Lötschental. Dort habe ich mir am ersten Tag meinen Daumen verstaucht, konnte dann nicht mehr skifahren, was zum Ende meiner Ski-Karriere führte!
Doris und ich waren bereits getrennt. Ich lebte in einer Uebergangs-Wohnung in Binningen an der Melchtalstrassse 11. Mit dem "alten" roten Ford Sierra und dem Zelt fuhr ich mit Katja und Daniela nach Istrien auf den Camping Solaris. Damals waren noch Pass, grüne Versicherungskarte und ein Grenz-Visum vorgeschrieben. Wir fuhren in Basel um 00:30 kurz nach Mitternacht ab und erreichten Solaris um 12 Uhr.
Das Einreise-Visum kostete Fr. 4.-- pro Person. Als Sicherheit nahm ich Swiss Bankers Traveller Checks (7 à 50.-- und 6 à 100.--) mit, denn Geldabhebung ab Bancomaten war damals noch nicht möglich. Das Benzin kostete in Jugoslavien 1 Liter Fr. 0.83. Benzinpreis Coldrerio Fr. 1.07/1 Liter 95 Oktan.
Hier in Istrien resp. Jugoslavien konnte man leicht Millionär werden. Für SFr. 100.-- erhielt ich 1'032'594 Dinare, ein dicker Bündel mit den orangen 1'000er- und 500er- Dinar-Noten. Ein Jahr darauf im 1990 wurde wegen der galoppierende Inflation der Dinar um 1 : 10'000 abgewertet.
Für mich war alles neu. Erstmals ohne Doris, die doch bisher kochte und die Kinder unter Kontrolle hatte. Mein erstes Problem "Sackgeld". Wieviel wäre vernünftig, denn meine Kinder sollen selbständig entscheiden, wofür sie das Geld ausgeben wollen. Franken 10.--pro Woche erhielten sie als Sackgeld. Selbstverständlich hat der Papi alles bezahlt, wenn wir zusammen ausgingen.
Ich habe mir vorgenommen, jedes Jahr etwas spezielles anzuschauen. Diesmal standen Motovun und Groznjan auf dem Programm. Motovun war eine schönes altes Städtchen auf einem Hügel. Bestimmt sehenswert, aber im Vergleich zu Groznjan ein "Mauerblümchen".
Als ich vor Groznjan stand, durch das alte Stadttor hineinschaute und dann auch durch das Tor Groznjan betrat, kam ich mir wie in einer anderen Welt vor. Ich hörte Musik. Geigen, Klavier und dann auch Blockflöten. Auf einmal kamen aus einer Seitengässchen etwa 10 Kinder, alle Blöckflöte blasend. Ich musste mich zwicken, denn ich wusste nicht, ob ich im Himmel sei, oder dies Realität war. Es waren wirklich Kinder, die Blockflöte spielten! Ich kam mir für kurze Zeit vor wie im "Paradies auf Erden".
|Mein neuer Wohnwagen Hobby 460 (1990)|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Seit Jahren bestand mein Wunsch, das Zelt durch einen Wohnwagen zu ersetzen. Nach langem Hin und Her, Überlegen, Abwägen und Studium vieler Prospekte habe ich mich dieses Frühjahr entschlossen, einen Wohnwagen und notgedrungen auch ein neues Auto zu kaufen. Am 14. April (Oster-Samstag) bestellte ich den neuen roten Combi Ford Sierra mit Automat (Anhängelast 1200 kg) und 3 Wochen später einen 5.95m langen Wohnwagen HOBBY 460 T" bei Ernst-Caravan in Ettenheim bei Offenburg (BRD). Christian Ernst ist der Ehemann meiner Mitarbeiterin Bettina. In den Folge-Jahren kaufte ich mir bei Chrisian Ernst noch zwei weitere Hobby-Wohnwagen.
|Brief von Daniela aus dem Pfadilager|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
lch wollte zwar nur einen kleineres Modell, aber er wurde mit meinen Ausbau-Wünschen immer grösser! Schlussendlich hatte er die Innenmasse von 4.60m. Es war ein schöner Wohnwagen mit 2 gemütlichen Sitz-/Schlafgruppen und zweckmässiger Toilette. Mit knapp unter 6 m über die Gesamtlänge inkl. Kupplung, war er knapp unter der in der Schweiz zugelassenen maximalen Wohnwagen-Länge. Um die geforderte 6 m Deichsellänge zu erreichen, hat HOBBY für die Schweiz eine Kurz-Deichselversion angeboten.
Als ich es bei meinen Kindern publik machte, dass ich einen Wohnwagen gekauft hatte, reagierte Katja auf eine ganz besonders liebe Art: Sie hat beim MIGROS Anschlagbrett eine Verkaufsaannonce für ein Klappvelo gesehen. "Dies brauchst Du doch mit dem neuen Wohnwagen", meinte sie.
Das Auto und den Wohnwagen habe ich wohl etwas zu spät bestellt, denn bei Ferienbeginn Ende Juni stand zwar der Wohnwagen auf meinem Parkplatz, aber noch kein Auto. Am Mittwoch, den 4. Juli sollte ich den Wohnwagen der Motorfahrzeug-Kontrolle (=TÜV) vorführen und brauchte dazu einen Zugwagen.
Kurzum, wie auf Nadeln habe ich die Tage abgewartet. Am Montag, 2. Juli kam dann die erlösende Nachricht, mein Auto sei eingetroffen, jedoch ohne Anhängekupplung. Es gab ein grosses Hin und Her, bis die Kupplung herbeigeschafft und eingebaut war. Schlussendlich hat dennoch alles geklappt. Auch der Experte in der Motorfahrzeugkontrolle war gnädig und liess mich springen. Zur Typen-Prüfung musste er den ganzen Wohnwagen ausmessen. Vorallem die 6m Maximal-Länge bereiteten dem Experten Sorge. Mein Hobby war um 2cm zu kurz! Bis es sich herausstellte, dass die Kupplung durch die Auflaufbremse 2cm einbremste. Ich war am Schluss fix und fertig!
Am Donnerstag-Abend 5. Juli um 19 Uhr gings ab in Richtung Süden. Es regnete in Strömen, aber es wurde dennoch eine erholsame Fahrt mit 80 km/h, immer schön auf der rechten Fahrspur, ohne zu überholen. Meine Ferien begannen wirklich in Binningen.
Nach ein paar Stunden Schlaf auf einem Parkplatz zwischen Mailand und Padua erreichte ich am Freitag kurz nach Mittag und 800 km Fahrt mein Reiseziel, den Campingplatz Solaris bei Porec in Istrien/Jugoslavien, wo mich Greti und Lucio, Christel und Erich von Laives/Südtirol-ltalien, Doris und Rainer von Balingen/BRD, lnge und Fredi von Graz/Österreich bereits erwarteten. lch war gut erholt und kein bisschen müde. Kein Vergleich zur Zelt-Periode, als ich jeweilen todmüde ankam.
Nun begann aber das grosse Problem, ein Problem, das ich auch in den Folge-Jahren hatte: Ich musste einen Platz suchen. Glücklicherweise stand mir Fredi zur Seite und zeigte mir einen schönen auf einer grünen Wiese umgeben von Eichen-Bäumen. Der Wohnwagen war innert Kürze aufgestellt, das Vorzelt zwar etwas schief, aber fürs erste Mal akzeptabel, und ich konnte mir meinen ersten eigenen Espresso genehmigen. Wie froh war ich doch, dank Wohnwagen konnte ich meine Espresso-Maschine mitnehmen. Da alles für mich neu war, bestand mein Camping-Zubehör aus dem, was wir beim Zelten hatten. Es war minimal.
Seit dem vorigen Jahr legte Jugoslavien eine neue Währung fest: 100 SFr = 800 Neue Dinare. Vergangenes Jahr bekam ich noch über 1 Mio Dinare. Der neue Dinar war seit 1.1.90 gültig und im Verhältnis 7 zu 1 an die DM gekoppelt und damit mit westlichen Währungen konvertibel.
Die ersten Tage habe ich ohne Katja und Daniela auf dem Zeltplatz verbracht, denn sie kamen erst 10 Tage später mit einem Autobus von "Bähler und Thüring Reisen" direkt aus Basel nach. Sie verbrachten nämlich die ersten 2 Juli-Wochen im Pfadfinder-Lager im Binntal (Wallis). Ihre Abfahrt in Basel war am 15.7. um 07:00 Uhr und kamen am selben Tag in Portoroz Hotel Bernardin um ca. 20 Uhr an. Gekostet hatte die Fahrt Fr. 150.-- pro Person. Das wöchentliche Sackgeld für die Kinder erhöhte ich in den Ferien auf Fr. 15.--/Woche.
Diese ersten 10 Tage Solo auf Solaris waren nicht etwa langweilig, oh, nein, denn das Tennisspielen mit dem grossen Doppel-Tennis-Turnier hat mich arg gefordert. Wer gewonnen hat, weiss ich nicht mehr. Der Pechvogel war aber bestimmt der Gerd aus Apeldoorn/Holland. Er hatte sich die Achillessehne angerissen.
|Tennis auf Solaris|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
ln diesen 10 Tagen haben Greti, lnge und Doris dafür gesorgt, dass ich genügend Vitamine und Kalorien zu mir genommen habe. Dankeschön!
Der Höhepunkt der diesjährigen Sommer-Ferien war bestimmt der 2-tägige Ausflug zusammen mit Bogdan, Milena, Tanja, Thomas und Gaya (der Hündin) zu den Plitvicer-Seen im lnnern von Jugoslavien. Wie eindrucksvoll und einmalig war doch die wilde Landschaft mit den sprudelnden Bächen und tosenden Wasserfällen, die die 20 Seen miteinander verbanden. Ich genoss diese wunderbare Landschaft, ohne zu ahnen, dass 1 Jahr später in dieser Gegend der schreckliche Jugoslavien-Krieg beginnen wird.
|Plitvicer Seen|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
|Rom|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Wegen des Krieges in Jugoslavien, der wenige Tage vor unserer Abfahrt sich nach Kroatien und Slovenien ausbreitete, entschlossen wir uns kurzfristig, unsere Wohnwagen-Ferien in Italien zu verbringen. Ich wollte Erinnerungen aufleben lassen und meinen Kindern die römische Kultur näher bringen, die ich seit meiner Jugendzeit so lieben gelernt habe..
Am Montag um 15:30 fuhr ich mit meiner Beifahrerin Daniela ab in Richtung Süden. Am Zoll Chiasso hatten wir zwar Probleme, denn empörte Lastwagen-Chauffeure sperrten die Zufahrt zum Zoll, sodass wir über Como ausweichen mussten. Nach einigen Stunden unruhigem Schlaf auf einer Raststätte etwas ausserhalb von Mailand kamen wir am Dienstag-Mittag an unserem ersten Etappenziel auf dem Camping-Platz Maremma inmitten des Naturschutzgebietes bei Castiglione della Pescaia (Grosseto) an. Dort wollten wir uns ein paar Tage von unseren beruflichen und schulischen Strapazen erholen.
In der Praxis sah diese Erholung so aus, dass ich am 2. Tag mit einer geschwollenen Backe aufwachte und aussah wie der Frankenstein. Der Zahnarzt Dottore Agostino Mangiaracina in Castiglione della Pescaia war wahrscheinlich ein Meister seines Faches. Er sprach im Gegensatz zu mir nur italienisch, aber bereits 2 Stunden später waren 2 Eiterzähne extrahiert. All dies kostete nur Lire 130'000 oder Fr. 202.--. Aber die Ferien konnten weitergehen.
Am Freitag, 5. Juli fuhren wir weiter nach Rom, was auch ohne Probleme gelang. Nur leider hatte ich irgendwo eine Abzweigung verpasst, denn ich landete mit dem über 11 Meter langen Auto-Wohnwagen-Gefährt zwar nicht auf dem Petersplatz, aber nicht weit davon entfernt mitten im Mittagsverkehr der Stadt Rom. Dank meiner 10 Finger und den paar italienischen Brocken wie "destra, sinistra, destra, dove und grazie" fanden wir aber dennoch den Zeltplatz "Tiber" in Prima Porto etwas ausserhalb Rom. Ein Aufsteller besondere Art war in dieser Situation, als mich auf einem der vielen Kreisel ein italienischer Lastwagenfahrer nach dem besten Weg zum Olympia-Stadion fragte. Tante grazie, non capisco! (Cavallo!)
Am Montag, 8.Juni kamen Katja und Ruth mit der Eisenbahn und dem Flugzeug in Rom nach, sodass wir komplett waren. Im Wohnwagen wurde es etwas eng. Allein für die Kleider hatte jeder nur 3 Kästchen zur Verfügung. Aber es reichte, was mich nachträglich immer wieder überraschte.
Rom hat nicht nur viele Museen, Rom ist ein Museum und kann Zeugen aus allen Perioden seiner fast 3000-jährigen Geschichte vorweisen, wie das monumentale Kolosseum, das Forum Romanum, die Piazza Navona mit dem wunderbaren Fontana dei Fiumi (Vierflüsse-Brunnen) von Bernini, die Peterskirche und die modernen Einkaufsstrassen rund um die spanische Treppe. Wusstet Ihr, dass nicht die Peterskirche die ranghöchste Kirche der katholischen Welt ist, sondern die Lateran-Basilika? Wir sahen uns viel an. Wir eilten von Ort zu Ort und übertrieben auch ein wenig. Auch Rom ist eine weitere Reise wert!
Unser Höhepunkt in Rom war aber bestimmt die Freilichtaufführung der Verdi-Oper "Aida" unter Leitung von "unserem" Nello Santi in den Caracalla-Thermen. Vier Stunden dauerte das Spektakel, wobei die Grösse der Bühnen-Anlage, der Aufwand an mehreren hundert Komparsen und Chormitgliedern, die über die Bühne reitenden Pferde-Wagen beim Triumphzug und schlussendlich auch die italienische Mentalität überwältigend waren.
|Am Meer in "Baia Domizia"|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Nach einer Woche Rom ging es weiter in Richtung Neapel, wo wir in "Baia Domozia" einem der wenigen aussergewöhnlichen 1.Klass-Campingplätze den Rest unserer Ferien verbrachten. Der Platz lag inmitten eines grossen Gebietes mit unzähligen Pinien und Stein-Eichen. Von hier aus machten wir auch die Ausflüge nach Pompeji und den Vesuv. Beeindruckend für die 14 jährige Katja das Phallus-Symbol als Zeichen für ein Freudenhaus in Pompeji. Weil sie den Namen Phallus nicht behalten konnte, nannte sie ihn "Populus" in Anlehnung an Pompeji.
In der Umgebung besuchten wir typische italienische Märkte in Gaeta und Cellole. Wusstet Ihr, dass Lucius Munatius Plancus, der Gründer von Augusta Raurica und damit von Basel, in Gaeta begraben liegt? Es ist erstaunlich, dies habe ich erst nach unserer Rückkehr in Basel von einem Taxifahrer(!) erfahren.
|Pompeji|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Manche nannten mich etwas verrückt, andere hatten Verständnis, denn ich verbrachte die Sommerferien nach einem Jahr Kriegs-Unterbruch wiederum im ehemaligen Jugoslavien, auf der Halbinsel Istrien. Ich wollte nicht nur günstige Ferien in einem landschaftlichen Paradies verbringen, nein, ich wollte den Bewohnern, die ich in den letzten Jahren schätzen lernte, meine Sympathie beweisen und ihnen in ihrer wirtschaftlichen Notlage helfen.
Katja war nicht mehr am FKK interessiert. Sie ging in diesem Jahr mit Reto nach Korsika. Hingegen Daniela wollte mitkommen und dabei Bettina ihre Schulfreundin mitnehmen. Die beiden hatten bereits alles abgesprochen und waren sich einig. Auch in Bezug auf FKK. Nur ihre Eltern wollten mich noch kennenlernen. Was ich bestens verstand, denn ihre Tochter einem wildfremden Mann mitgeben? Schlussendlich waren auch sie beruhigt und es konnte losgehen.
|Daniela fühlte sich auf Solaris zu Hause|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Am Donnerstag, 26. Juni um 13:35 Uhr fuhren wir, d.h. ich, Daniela und ihre Freundin Bettina, in Richtung Süden ab. Bereits 5 Stunden später nach einem Halt in Erstfeld war die italienische Grenze in Chiasso erreicht. Nach mehrstündigem Schlaf im Wohnwagen langten wir am Freitag um 12:30 auf dem Zeltplatz Solaris bei Porec an, wo wir von den Kölnern Mausi und Rudi, sowie den Grazern Inge und Freddy aufs herzlichste begrüsst wurden.
Auf unserer Fahrt in den Süden befuhren wir insgesamt 4 Länder: Schweiz, Italien, Slowenien und schlussendlich Kroatien. Angenehm berührt hat uns der Empfang in Slowenien und Kroatien, wo uns die Zollbeamten eher als Willkommensdelegation denn als Kontrollbeamte vorkamen. Es fehlten nur die Blumen.
Wo blieben aber die vielen Touristen? Istrien schien wie ausgestorben. Im Lande selbst ist mir aufgefallen, wie weit die freie Marktwirtschaft bereits vorgedrungen ist. Im Gegensatz zu früheren Jahren waren die Angestellten in den privaten Geschäften, die kommunistischen waren bereits liquidiert, sehr zuvorkommend und gaben sich jede erdenkliche Mühe. Die Qualität auf dem Dienstleistungssektor und in der istrischen Küche hatte sich markant verbessert.
Unvergesslich für Daniela und B. wird das wunderbare Erlebnis ihrer ersten Liebe mit den zwei netten italienischen Jungens Massimo und Maurizio von Triest bleiben. Auch mich hat dieses Erlebnis nicht unberührt gelassen. Ich habe an alles gedacht und alles mögliche vorbereitet, aber gegen Liebe und vorallem gegen die Abschiedstränen der Enttäuschung hatte ich weder ein Mittel noch Worte. Aber ich glaube, das war auch richtig so.
Gegensätze und neue Welten erlebten wir auf einem Ausflug ins Landesinnere. Einesteils Buje mit dem eher armseligen und halbzerfallenen Dorfkern und auf der anderen Seite die beiden faszinierenden Bergdörfer Motovun, mit der komplett erhaltenen Wehrmauer aus dem 14. Jh., und Groznjan. Motovun war in einem schlechten Zustand. Besser sah es in Groznjan aus. Aus einigen Häusern erklangen Klavier-, Geigen- und Flöten-Klänge und erfüllten die mit farbenprächtigen Blumen geschmückten Häuser und verwinkelten Gässchen mit Leben.
|Freunde auf Solaris|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Was auf Istrien vor Jahren mit einem Tennis-Match zwischen mir und Heinz begann, führte mich schliesslich zu 5 wunderbaren Tagen nach München. Heinz und Edith hatten mich zum Oktoberfest eingeladen. München ist wirklich eine Stadt mit Herz, eine Gross-Stadt mit dörflichem Charakter und vielen Sehenswürdigkeiten, und "süffigem" Weiss-Bier.
Das Oktoberfest ist nicht jedermanns Sache. Und trotzdem, den Wies'n-Einzug der Wirte, die bulligen Haflinger-Pferde, die 15'000 plätzigen Festzelte muss man einmal erlebt haben. Mich hat aber das kulturelle München mit den vielen Sehenswürdigkeiten, den Museen mit der grössten Rubens-Sammlung der Welt, dem Nymphenburg-Schloss und den grossen Pärken fasziniert.
Edith und Heinz, die alles einfädelten, bei denen ich auch eingeladen war, mussten kurzfristig nach dem 1. Wochenende verreisen. Sie hatten ein Termin-Puff! Jeder andere hätte mir abgesagt. Sie aber logierten mich bei ihren Freunden Sieglinde und Reinhardt B. ein. Bei ihnen in ihrem Haus durfte ich wohnen und in deren Swimmingpool meine von den Besichtigungs-Tours zerschundenen Glieder abkühlen. Einmalig! "Danke vielmals für Euere unvergessliche Gastfreundschaft!"
|München|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Der Schreck bei der Abfahrt, als wir feststellten, dass Daniela die Identitätskarte zu Hause vergessen hatte, blieb glücklicherweise der einzige Schreck. Auf dem Autobahnparkplatz Pratteln unweit von Basel hängten wir den Wohnwagen ab und fuhren nach Hause, um den fehlenden Personal-Ausweis einzupacken. Die Irrfahrt in und durch Triest blieb eine Episode, die durch die vielfältige Schreibweise der Wegweiser wie Jugoslavia, Istria, Croatia, Koper, Capodistria etc und deren unterschiedlichen Richtungen nicht verwundern durfte. Aber nach einem Auf- und Ab durch Triest erwischten wir schlussendlich den Weg dem Hafen entlang zum Zoll von Slovenia.
Auf Solaris gab es wiederum ein paar Geburtstage zu feiern: der des Reinhardt B. aus München und wie gewohnt der von Doris M. aus BL (=Balingen und nicht Baselland). Als Bewacher des Grills mit dem Braten zu Ehren von Doris wurde ich ausersehen und bewaffnete mich zu diesem Zweck mit einem Glas Wein und der dazu gehörenden Flasche.
Pfifferlinge oder Eierschwämme, wie wir diese geschmackvollen Pilze nennen, bildeten mehrmals zusammen mit Reis eine wunderbare Malzeit. Als wir Mausi und Rudi einluden, ich kann es nun beichten, rutschte mir die Pfanne mit 1 kg essbereiten Pilzen vom Gas-Rechaud auf den Boden. Ich reagierte geistesgegenwärtig, schöpfte die Pilze samt Sauce vom Boden in die Pfanne zurück, kochte kurz nochmals auf und servierte den hungrigen Gästen "das Spezial-Menue à la Max".
|Essen in Groznjan mit Ueberraschungen|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Die Wiederholung des letztjährigen Ausfluges zu den beiden berühmten und sehenswerten Bergdörfern/-Festungen Motovun und Groznjan wurde zu einem bizarren Erlebnis, denn zum ersten Mal erlebten wir die Auswirkungen des Krieges für die Bevölkerung: Der Fremdenverkehr war zusammengebrochen, Hotels, Gallerien und Geschäfte waren leer. Es fehlte in Motovun das Geld für den Unterhalt der dortigen Parkanlagen, wobei dies nicht erstaunte, wenn man für einen guten echten Espresso im besten Hotel nur 25 Rappen bezahlen musste. In Groznjan erlebten wir aber auch das Gegenteil, denn im Restaurant Bastia wurden wir alle über den Tisch gezogen, als wir unsere Speisen zahlen wollten. Jeder zahlte zu viel, für dasselbe Gericht bis zum doppelten Preis. Die Bedienung wollte uns nicht mehr verstehen, als wir uns beschweren wollten.
|Tennisdoppel|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Der internationale Tennis-Match des Jahrhunderts um die Tennis-Vorherrschaft auf Solaris zwischen Lucio aus Leifers/Italien und mir hat endlich stattgefunden: die erste Begegnung gewann Lucio bei starken Sturmböen 6:0, 4:6, 6:2. Die Revanche bei regulären Verhältnissen musste nach 1 Stunde bei unentschiedenem Stand von 6:6 abgebrochen werden, weil der Platzwart den Tennisplatz spritzen wollte! Warum nannte man mich von nun an wohl "Speedy Gonzales"?
Schlussendlich darf die Fortsetzung der Liebes-Geschichte zwischen Daniela und Maurizio nicht verschwiegen werden. Sie haben sich wieder getroffen. Oh, wie habe ich die beiden um ihr Glück benieden!
Wechselkurs 100 SFr = 200'000 Dinar. Unheimliche Teuerung. Der Wechselkurs stieg in meiner Anwesenheit von 199'943 bis auf 223'000 Dinar für 100 SFr. In Slowenien gab es das Touristen-Visum = Einreisebewilligung für 30 Tage kostenlos)
|Die Freuden eines Turnierleiters|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Südfrankreich und vorallem die kleine Hafenstadt St. Tropez, das unbeschwerte und etwas verrückte Leben, die prächtigen Tahiti- und Pampelonne-Strände, die interessanten und attraktiven Leute, sowie die wunderbare Lage haben mich schon immer fasziniert.
Diesen Herbst hat es mich wieder einmal gepackt. Den Wohnwagen habe ich angehängt und ab ging es zusammen mit Vreni in Richtung Süden auf den Zeltplatz "Les Tournels" bei Ramatuelle. Seine terrassenförmig angeordneten Standplätze erlaubten einen weiten Blick über das Hinterland und die Bucht von Pampelonne. Aber wir hatten etwas Pech mit dem Wetter. Es regnete und der Platz war nur schwer zugänglich. Aber irgendwie habe ich den Wohnwagen dennoch hoch gebracht. Heute würde ich sagen, der Weg war grenzfällig und gefährlich. Den Wohnwagen würde ich nimmer da hoch ziehen.
Wir haben trotzdem vieles erlebt: himmlisches Essen und prickelnde Atmosphäre, eine "gestohlene" schwarze Kleiderpuppe in Port Grimaud, abschüssige Gässchen in Fayence, schöne und elegante Menschen, libanesisches Essen in Gogolin, beeindruckendes Vasarely-Museum in Aix-en-Provence, beängstigendes Hochwasser um St. Tropez. Als das Wasser den Berg herunter kam, konnte ich mit dem Auto nur auf den erhöhten Parkplatz der dortigen Polizei-Station flüchten.
Auf dem Heimweg durch das Rhone Tal sahen wir die unheimlichen Überschwemmungen und Zerstörungen. Ich sah überschwemmte Parkplätze mit Lastwägen bis zum Fenster der Fahrerkabine unter Wasser. Unterwegs ein Unwetter Zentimeter-hoch Hagelkörner auf die Autobahn.
Im 1994 begann meine ganz grosse Zeit mit Silvia. Zuerst auf Solaris und im Folgejahr mit der Italienreise nach Rom und Neapel.
Am 29. Mai 1994 lernte ich Silvia kennen. Bereits ein paar Wochen später entschlossen wir uns, gemeinsam in die Ferien nach Solaris zu fahren. Die 3 Kinder von Silvia brachten wir vorher zu ihren Eltern im Appenzell. Bei der Einfahrt in den Campingplatz Solaris bemerkte ich in Silvias Gesicht, dass sie überrascht war. "Sind die alle nackt?" Ich war der Meinung, ich hätte Silvia gesagt, dass es sich um einen FKK-Camp handelt. Silvia war aber über die Nackten überrascht. Es ging aber alles gut. Kaum hatten wir den Wohnwagen aufgestellt, packte Silvia ein Badetuch und wir begaben uns ins nahe Meer. Nackt natürlich.
Bereits nach wenigen Tagen ereilte Silvia die Sehnsucht nach ihrem kleinsten, dem Julian. Kurzum entschlossen wir uns, ihn bei ihren Eltern zu holen. Ein Tag hin und am nächsten Tag wieder zurück nach Istrien. Klein Julian genoss die Zeit auf Solaris. Nackt und ohne etwas konnte er herumspringen. Ich erinnere mich noch bestens, wie er nach unserer Rückkehr stolz seinen grösseren Geschwistern zeigte, wie er auf Solaris lebte. Flups seine Hosen runter und als Nackedei rannte er um die verduzten Geschwister herum und zeigte seinen Mut !!!!
Eine andere köstliche Situation ereignete sich auf dem Campingplatz. Wir hatten eben eingekauft und spazierten gemütlich nach Hause, als uns ein typisches südliches Gewitter überraschte. Innert Sekunden waren wir durch die Kleider bis auf die Haut nass. Für Julian wars eine unangenehme und ungewohnte Situation. Wir drei zogen die Kleider aus und rannten durch den Regen nach Hause in den Wohnwagen...und liessen uns nass regnen. Ein gewaltiges Erlebnis für den Kleinen.
Ursprünglich hatten ich und Silvia geplant, dass ich zuerst 2 Fitness-Wochen in Basel mit Tennis und Jogging machen werde. Kurz vor Abreise musste Silva jedoch mit einer Lungenentzündung ins Spital. Deswegen fuhr ich am Dienstag, 20. Juni alleine nach meinem geliebten Istrien, wo ich fast alle meine Freunde traf. Ueberrascht war ich ob meines geringen Benzinverbrauchs mit dem Wohnwagen: 10.7 liter/100 km. Auch das neue, offene Vorzelt hat sich bewährt. Neue Währung Kunar 100SFr = 418 Kunar
Die ersten Ferien-Tage waren jedoch alles andere als angenehm: Grosse Unwetter mit Regen und Sturm drückten das Vorzelt von Rainer und Doris zusammen. Bei 12ºC Aussentemp. musste geheizt werden!
Am Freitag, 30. Juni fuhr ich (alleine) über Venedig quer durch die Toscana nach Rom auf den Camping Tiber, wo der Neger (=Info für Eingeweihte) immer noch die Gäste zur Metrostation fuhr. Endlich am Sonntagmorgen, 2. Juli um 09:23 Uhr entstieg dem Nachtzug von Basel kommend meine Silvia, strahlend, in weissem Sommerkleid. Ich war froh, ich hatte Herzklopfen und war glücklich.
Während einer Woche schauten wir uns Rom an, und nicht nur den Petersplatz sondern auch all die römischen Ausgrabungen. Ich war überrascht, dass sich Silvia um die römischer Kultur derart interessierte. Ich musste mein ganzes Wissen aus der Schule und von mindestens 6 Rom-Besuchen zusammenkratzen.
Es blieb aber auch noch genügend Zeit zum Shopping: Wer hat denn schon bei 35ºC im Schatten eine dick gefütterte Lederjacke für den Winter gekauft? Es war Ausverkauf und diese Lederjacke hat mir jahrelang beste Dienste im Basler-Winter geleistet! (sie hängt auch im 2017 immer noch im Kleiderschrank).
Am Freitag, 7. Juli verschoben wir uns weiter in Richtung Süden nach "Baia Domizia", etwa 35 km vor Neapel, wo wir uns mit weniger Kultur und umsomehr “dolce-far-niente” erholen wollten. Strand, Wein, Essen, Temperatur etc waren wundervoll. Schade war, dass die Qualität des ruhigen Spitzen-Camping-Platzes durch überlaute Disco-Musik einer christlichen Höffmann-Jugend-Gruppe beeinträchtigt wurde.
Beeindruckt haben uns die beiden Ausgrabungen in Pompeji und die private Führung durch Herkulaneum. Pompeji wurde bekanntlich durch heisse Asche ziemlich stark zerstört, während Herkulaneum durch einen 12-30 m dicken vulkanischen Schlammstrom recht gut konserviert wurde. So sind dort auch Holzgegenstände wie z.B. Eingangstüren, Schiebetüren und Schränke erhalten geblieben. Zu schaffen machte uns vor allem in Pompeji die hohen Temperaturen. Silvia trug wohlweislich zum Ausgleich unseres Wasserhaushalts immer eine Flasche Mineralwasser auf sich.
Nach insgesamt 5 Wochen am Samstag, 22. Juli waren wir wieder zurück in Basel. In unserer Abwesenheit hat unsere liebe Nachbarin Frau E. Stulz unsere Zimmer- und Balkon-Pflanzen behütet und vorallem etwa 15 kg Himbeeren gepflückt. Sie meinte nachher: “Ich kann keine Himbeeren mehr sehen!”
Geplant hatte ich 4 Wochen erholsamer Ferien im sonnigen Istrien auf Solaris. Nach 1 Woche war ich wieder in meinem Büro an der Arbeit! Aber warum?
Am 7. März 1996 wurde die Fusion der beiden Basler Firmen Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis bekannt gegeben. Ab sofort herrschte Ferien-Stop. Es sei denn, man konnte sich organisieren und wurde nicht gebraucht. Ich habe mich entsprechend organisiert. Wie wurde ich jedoch von meinen Kollegen benieden: 4 Wochen Ferien und dies als Mitglied zweier Migrationsteams (Fusion zu Novartis)! "Ja, man muss sich eben organisieren!” meinte ich.
Ausgerüstet mit meinem neuen mobilen Nokia-Telefon, dem Notebook samt der notwendigen Software sowie meinem Wohnwagen machte ich mich am Sonntag, 30.Juni um 14 Uhr auf den Weg in Richtung Süden. Dank des Handys und des Notebooks konnte ich mich von überall her in Europa auf die Computersysteme meines Arbeitgebers sprich Novartis aufschalten, Mails empfangen und beantworten, sowie Dokumente bearbeiten. Ich blieb somit am Ball des Geschehens.....
Ich rollte und rollte auf der Autobahn. War schon weit über Milano. Keine besonderen Vorkommnisse. Abends um 19:35 Uhr bei Desenzano roch es zwar eigenartig nach Oel, so wie es oft in Italien nach Oel und verbrannten Reifen stinkt. Keine Grund zur Beunruhigung, dachte ich mir! Dann ein Blick in den Rückspiegel..... Ich kam mir vor wie der Michael Schumacher in einem roten Ferrari ..... nicht wegen der Farbe meines Autos oder der Pferdestärken, sondern wegen der Rauchwolken, die meinen Wohnwagen einnebelten. Ich hielt erschreckt auf dem Pannenstreifen an, und sah bald mit geübtem Blick unter dem Auto die Bescherung: Oel tropfte aus dem Automatik-Getriebe!
Nach etwa 1 Stunde war der Abschleppwagen vom Automobilclub Italien (ACI) zur Stelle, hievte mein Auto auf die Ladefläche und fuhr mit mir zur eigenen Privat-Garage. Den Wohnwagen liessen sie trotz meines Protestes auf der Autobahn stehen. Sie hätten keine Anhängekupplung bei sich, meinten sie. War das wohl Absicht?
Ich traute der Sache nicht und nahm vorsorglich die wichtigsten Utensilien wie Handy, Notebook, Fototasche, alle Wertsachen, Pijama, Toilettenartikel mit mir. In Desenzano war ich froh um mein Handy (und den Auto-Schutzbrief), denn meine 10 Worte italienisch reichten nie aus zu einer Verständigung. Von der Garage aus konnte ich mit dem Touring Club in der Schweiz Verbindung aufnehmen, die mich tatkräftig von Genf aus unterstützten und mit dem Garagisten verhandelten. Und zum Schluss als klar war, dass eine Reparatur in Italien nicht zu empfehlen war, organisierten sie mir den Rücktransport von Auto und Wohnwagen, und informierten mich darüber, dass ich als Besitzer eines Schutzbriefes das Recht hätte, einen Mietwagen zu nehmen und noch ein paar Tage in die Ferien zu gehen, um mich von den vergangenen Strapazen zu erholen.
Nach der ersten Nacht im Hotel kam dann am nächsten Morgen der Hammer: Am späteren Montag-Vormittag wurde auch mein Wohnwagen von der Autobahn geholt: Er war vollständig ausgeraubt! Alle meine Sommer- und Sportskleider, Wäsche, Lebensmittel, Radio etc. Einzig meine speziellen Jogging-Laufschuhe und das Rennrad, das ich mit Gummiseilen auf dem hinteren Doppelbett festmachte, haben sie nicht mitgenommen.
Die paar übriggebliebenen Effekten packt ich in den Mietwagen und machte mich auf den Weg nach Istrien. Unterwegs deckte ich mich neu mit Kleidern und Schuhen auch fürs Tennis ein.
|Eintreffen auf Solaris|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Am Dienstag-Nachmittag, 2. Juli traf ich auf Solaris ein. Ich sehe heute noch die entgeisterten aber auch erleichterten Blicke meiner Freunde vor mir, als ich mit dem fremden roten Renault Megane mit italienischen Kontrollschildern vorfuhr. Ich nahm mir ein Hotel-Appartement und blieb bis Ende Woche bei viel Essen, Plaudern, Lachen und dem obligaten Tennis-Turnier, an dem ich meinen langjährigen Angstgegener und Vorbild Lucio ganz unverhofft 7:3 geschlagen habe.
Es ist schon eigenartig. Immer wenn es mir schlecht geht: auf Solaris finde ich meine Ruhe wieder!
Und die Erfahrung aus der Geschichte : Ein Handy ist für den täglichen Gebrauch oft Luxus, aber im Ausland kann es zur Nabelschnur werden. Ein Schutzbrief (auch für den Wohnwagen) ist Gold wert: Fr.5’357.-- waren die Kosten des Touring-Clubs fürs Abschleppen, Rücktransport und den Mietwagen. Der Inhalt des Wohnwagens wurde durch die Berner-Hausrat-Versicherung Fr. 2'000.-- vergütet, Zusätzliche Fr. 1'800 vom TCS-Schutzbrief.
|Autopanne in Italien|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Im Rahmen der Novartis-Fusion flog ich mehrere Mal in die USA. Um von den Fusions-Arbeiten etwas auszuspannen, habe ich mich nach dem letzten Meeting kurzfristig entschlossen, ein paar Tage in Florida anzuhängen. Ich begann und beendete meine Rundreise per Mietwagen in St.Petersburg einem Vorort von Tampa an der West-Küste Floridas, wo ich neben dem grossen Busch-Tierpark und Rummelplatz auch das weltberühmte Dali-Museum besuchte. Ich muss gestehen, Dali hat mich beeindruckt. Dali war kein Scharlatan. Er war ein feinfühliger Künstler und gleichzeitig ein brillianter Geschäftsmann. Getrübt wurde der Aufenthalt in St.Petersburg durch mehrtägige Unruhen und Gewalttaten mit mehreren Toten und über 100 grösseren Bränden an Häusern und Einkaufszentren.
Ich kam an in Florida bei 27°C ohne Sommerkleider und dann habe ich in den Outlet-Centers (=Fabrikläden) zugeschlagen und hemmungslos zu sehr günstigen Bedingungen Designer-Kleidung und Spitzenschuhe eingekauft. Meine vorher halbleeren Koffer waren bald an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.
Dann fuhr ich nach Orlando, wo ich vom Magic Kingdom, dem Mickey-Mouse-Park arg enttäuscht war. Ja sogar abgestossen hat mich die Aufdringlichkeit der vorgespielten, idealen, strahlenden, liebevollen, rosaroten Welt um die Mickey-Mouse. Ich habe nichts gegen Märchen, aber wenn einem lebende Menschen wie die Walt Disney Angestellten auf Schritt und Tritt dies vorspielen/-gaukeln und -lächeln und -lächeln und -lächeln, dann habe ich Mühe: “Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! Gefällt es Ihnen hier? Es is schön, dass Sie hier sind! Wir sind immer für Sie da!..........” Kann man so sein ohne Hirnwäsche?
Packend war der Besuch der weitläufigen Walt-Disney-MGM-Studios, wo nicht nur die einzigartigen Zeichen-Trickfilme fabriziert werden, sondern auch Spielfilme. Interessant waren die Stunt-Szenen um Indiana Jones und die Bus-Fahrt durch die künstliche Schlucht mit dem explodierenden Benzin-Tankwagen. Man fühlte sogar die Hitze des Feuers! Und schlussendlich der überraschende Dammbruch mit den Unmengen Wassers, die über unsere Busse schwappten. Die vordersten Besucher wurden echt nass.
Abgeschlossen habe ich meine Reise im Kennedy-Space-Center (Cape Canaveral) an der Ost-Küste, wo am selben Tag die Columbia Raumfähre zu ihrer Shuttle-Mission hätte starten sollen. Unvergesslich bleiben mir die gewaltigen Dimensionen dieser Raumfahrtwelt: z.B. die Halle für die Montage von Rakete, Treibstofftanks und Raumfähre mit einer Höhe vergleichbar dem Kölner-Dom. Oder die etwa 100-200 m breiten Transportwege für die abflugbereiten Raketen/Raumfähren. Aber auch freilebende Alligatoren, nur etwa 5-1o Meter entfernt, haben mich beeindruckt.
Zusammen mit Katja und ihrem Freund Reto genoss ich bei wunderbarem Wetter ein paar Tage beim Skifahren im anforderungsreichen Ski-Gebiet “Quatre Valée” bei Haute Nendaz (Wallis). Speziell in Erinnerung geblieben sind mir:
Der enorm steile Schlusshang, vorallem der Einstieg, zu dem ich mich echt überwinden musste. Aber es gab kein zurück mehr, sobald ich ein paar Meter in den Hang eingefahren war. In die Knie und ein Sprung in die Tiefe, so hatte mein Motto gelautet.
Unvergesslich aber auch das Eishockeyspiel mit Reto und den etwa 5 Kindern aus Holland auf der Eisbahn von Haute Nendaz. Es sind bestimmt 40 Jahre her, seit ich letztmals mit einem Hockeystock einem Puck nachjagte...... Und wie war ich anschliessend kaputt!!!!!!
Dank der glücklichen Konstallation mit den Feiertagen 1. Mai und Auffahrt am 8. Mai (beide am Donnerstag) entschloss ich mich, 10 Tage nach Istrien in die Ferien zu fahren und den Wohnwagen bis zum Sommer dort stehen zu lassen.
Die Istrien Ferien im 1997 blieben mir deswegen in Erinerung, weil ich keine aktuelle "Grüne Versicherungskarte" bei mir hatte. Als ich dies unterwegs realisierte, korrigierte ich das Gültigkeitsdatum eines alten Ausweises von 1996 auf 1998 mit Kugelschreiber. Dokumenten-Fälschung nennt man dieses Vergehen. Der Slowenische Zollbeamte in Skofie entdeckte diese Fälschung und behandelte mich 3 Stunden wie ein Verbrecher, liess mich jedoch nach Aufnahme eines Protokolls und nach Abschluss einer Ferien-Versicherung für 2 Wochen (DM 85.--) weiterziehen. Ein paar Monate später erhielt ich vom Gericht in Koper den Schuldspruch: "Einmaliger Landesverweis, der durch meine Ausreise bereits erfolgt sei." Ein paar Jahres später wurde ich offizell amnestiert.
Ich war erstaunt, wieviele Gäste um diese Jahreszeit bereits auf dem Campingplatz waren. Und wie erstaunt war Inge aus Graz, als ihr ein fremder Mann nachrief und sie mich erkannte. Die Tage in Istrien waren wie gewohnt schön und erholsam. Bis auf die letzten paar Tage war es tagsüber sehr warm (25-27°C) und nachts bitterkalt (um die 5°C). Einmal gefrohr sogar das Wasser in der Vogeltränke. Ein solches Leben könnte ich mir nach meiner Pension gut vorstellen.
Ich bin seit dem 22. Aug. 2000 in Slowenien nicht mehr vorbestraft. Weiter oben habe ich davon berichtet, als ich 1997 das Gültigkeitsdatum meiner grünen Auto-Versicherungskarte etwas verändert habe (von 1996 auf 1998) und dabei erwischt worden bin. Als Konsequenz durfte ich zwar nach 3 Stunden Verhör nach Istrien weiterfahren, jedoch wurde ich ein paar Monate später in Abwesenheit zu einem einmaligen Landesverweis verurteilt, was durch meine damalige Ausreise als Strafverbüssung akzeptiert wurde !!!! Dieser Eintrag ins Vorstrafenregister wurde mir nun erlassen, weil verjährt. Die Kosten wurden vom slowenischen Staat übernommen (so der mit Schreibmaschine von Hand getippte Gerichtstext).
Zweite Fahrt nach Istrien, aber ohne Wohnwagen, denn den habe ich zwar nicht auf dem Camping-Platz aber in in der näheren Umgebung im Depot des Kiwi-Markets stehen lassen. Im Prinzip war die Idee gut und optimal, nur habe ich ein paar Fehler gemacht:
Ich habe mir zwar aufgeschrieben, was ich im Wohnwagen zurückgelassen hatte. Aber zu wenig genau und zu wenig detailliert. So habe ich einiges zu viel mitgebracht, anderes zu Hause vergessen.
Obwohl ich bereits gegen Mittag in Basel abfahrbereit war, musste ich bis spät abends warten, weil ich nach einer Fahrzeit von etwa 9-10 Stunden den Wohnwagen nicht mitten in der Nacht vom Kiwi-Market holen konnte.
Am Abend des 20. Juni fuhr ich um 22 Uhr in Binningen ab, aber bereits vor Sursee nach etwa 100 km hatte ich eine vermeintliche Panne. Die Thermostat-Anzeige zeigte kochendes Kühlwasser an. Glücklicherweise entdeckte der TCS-Pannendienst nur einen Fehlalarm, weil der Fühler defekt war. Dies sei nicht tragisch, meinte er. So fuhr ich weiter in Richtung Süden. Am Zoll hatte ich dieses Mal keine Probleme. Ich hatte die grüne Versicherungskarte bei mir. Um 9 Uhr traf ich auf Solaris ein.
Das besondere an diesem Ferien-Aufenthalt war, dass ich voll auf die Computer- und Uebermittlungs-Technik von Novartis angewiesen war, wollte ich nicht die Ferien unterbrechen, denn ich hatte bis Mitte Juli die Budget-Unterlagen mit Kostenansätze für Dienstleistungen auszuarbeiten.
Deshalb brachte ich mir meinen tragbaren PC samt Drucker und mein mobiles Telephon mit. Mit dieser Kombination sollte es möglich sein, direkt aus dem Wohnwagen mit der ganzen Welt, aber auch mit dem Computersystem meines Arbeitsgebers Novartis in Basel zu kommunizieren, Mails, Faxes und Dokumente auszutauschen, die Dokumente zu überarbeiten und wieder zurückzuschicken. Ich hatte meinen Novartis-Arbeitsplatz im Wohnwagen.
Dies alles habe ich in Basel und im nahen Deutschland ausprobiert und es funktionierte, jedoch nicht auf Istrien. Ich konnte telefonieren und Faxe wegschicken, aber nichts empfangen. Ebenfalls funktionierten "Compuserve" und Internet, beides weltumspannende elektronische Netzwerke. Was tun? Guter Rat war teuer. Ich kam mir vor wie die russischen Astronauten im Weltraum. Niemand weit und breit, der mir helfen konnte, einzig das mobile Telefon als Nabelschnur zu den Spezialisten in Basel.
Von den IT-Spezialisten in Basel wurde sogar die Schweizerische PTT eingeschaltet, die dann feststellte, dass sie mein mobiles Telefon falsch initialisiert hatten. Nun konnte ich bereits Faxe empfangen. Schlussendlich, nach mehreren Stunden intensiven Tests verteilt über 3 Tage wurde klar: auf meinem Computer war eine falsche Software für den Betrieb des Modems (=notwendig zur Uebersetzung der Buchstaben in übermittelbare Codes) installiert. Und nun kam der grosse Hit. Via USA und dem Netzwerk "Compuserve" schickten mir meine Kollegen von Basel die notwendige Software! Ich konnte sie auf meinem Computer installieren und ab diesem Moment funktionierte alles. Ich konnte im Wohnwagen arbeiten, wie in meinem Büro in Basel.
In meinen Tagebuch-Aufzeichnungen finde ich unter dem 2. Juli eine sensationelle Notiz: Ich spiele mit Greti und Lucio das Kartenspiel Macchiavelli (eine Art Canasta oder Rommé), und zum Schreck beider lege ich im ersten Umgang alle meine 14 Karten ab....!!! und Lucio liegt mit 128 Karten-Punkten im Minus ... hahaha .... Ja, die alte Rivalität. Ich hoffe, dass Lucio dieses Trauma bereits überwunden hat.
In den diesjährigen Sommerferien standen zwei Themen im Mittelpunkt des Interessens:
der literarische Bestseller auf dem Nachttisch von Trude "Nur tote Männer sind gute Männer"
und Heinz unverhältnismässiger Dreh an der Inflationsschraube für Geschenke, weil er seiner Edith zum 9. Hochzeitstag ein Auto gekauft hat.... Neid bei den zuhörenden Frauen, blankes Entsetzen bei den betroffenen Männern!
Am 3. Juli vernahm ich von Silvia, die in meiner Abwesenheit meinen Kater Sämi betreute, dass er sich verletzt habe und durch die Tierambulanz eingefangen und zum Arzt gebracht werden musste. Und zwei Tage später kam die nächste schlechte Nachricht: Sämi steckte sich mit der Katzen-Herpes an, einer schlimmen ansteckenden Krankheit für Katzen. Aber glücklicherweise erholte sich Sämi erstaunlich schnell.
Höhepunkt meiner sportlichen Aktivitäten war wiederum die Erklimmung des Bergdörfchens Motovun mit dem Rennrad, wobei auf dem Weg nach Motovun 3 Berge mit je etwa 300-400 m Höhendifferenz und Steigungen von bis zu 13% zu bewältigen waren. Auf dem Heimweg über Vizinada hat es mich dann aufgestellt, denn ich fing einen sog. Hungerast ein, weil ich zu wenig ass. Ich musste mehrmals absteigen.
In der Pension Danica vom Edo Sinozic lernte ich das Zürcher Ehepaar Reinhold und Rosemarie B. kennen. Ich freundete mich an und machte mit ihnen Jahre später mehrere Reisen im Fernen Osten.
Zum zweiten Mal nach 1992 habe ich zwischen 18. - 25. Sept. eine unvergessliche Woche bei schönstem Wetter in München bei Heinz und Edith Rehlen verbracht. Diesmal stand nicht nur das Oktoberfest mit dem Einzug der Wirte und dem Solaris-Tisch mit 12 echten, jedoch bekleideten Solaris-Campern im Armbrustschützenzelt im Mittelpunkt, sondern die "Schlösser des Ludwig II.".
Nach einem sensationellen Plattfuss am Mercedes, den wir dank gütiger Mithilfe der bayrischen Polizei nach 2 Std. beheben konnten, gings zum Schloss Neu-Schwanstein bei Füssen. Viele Male habe ich bereits Bilder von diesem Märchenschloss gesehen, aber in Natur ist es noch einmaliger und etwas unheimlich. Mit seinem "Mickey-Maus-Schloss" war Ludwig II. dem Walt Disney weit voraus.
Auf dem Weg zum nächsten Schloss machten wir einen Abstecher zur Wieskirche einer monumentalen und vielbesuchten Barock-Kirche mitten im freien Feld stehend. Ein Magnum-Eis gabs dort zum Mittagessen.
Und dann weiter zum nächsten Höhepunkt dem Schloss Linderhof, das Ludwig im Gegensatz zu seinen beiden anderen Schlössern, längere Zeit bewohnt hatte. Unvergesslich die künstlich gebaute unterirdische Venusgrotte, in der der König seine Lieblingsmusik nämlich Wagner-Opern wie den Lohengrin aufführen liess und auf dem künstlichen See in einem muschelähnlichen Boot anhörte.
Und als Tages-Abschluss stand dann das Kloster Ettal in der Nähe von Oberammergau auf dem Programm, bevor wir in München zum "Griechen" essen gingen.
Der zweite Tagesausflug zu Ludwigs Schlössern führte uns zum Chiemsee, wo Ludwig auf Herren-Chiemsee das Schloss von Versailles nachzubauen versuchte und den Mitteltrakt auch schaffte. Der unbeschreibliche Prunk verbrauchte immense Geldmittel und ist wahrscheinlich auch einer der möglichen Gründe für den ungeklärten Tod (Mord?) des 41-Jährigen im Starnbergersee.
Und abends konnte ich meinen Gastgebern immer wieder beweisen, welch guter Gast ich bin: Ich konnte mithalten beim Biertrinken und hatte am nächsten Morgen kein Kopfweh (gell Heinz !!!!).... und beim Essen war ich ein Spitzengast: bei Reinhard und Sieglinde gabs ein währschaftes Rippchen-Mahl, und bei Tina und Helmuth die grössten Schweins-Haxen..... hmmmmmm....... "München wird immer mehr zu meiner Lieblingsstadt"..... schrieb ich in mein Tagebuch.
Seit Ende April wusste Claudia, dass ich Wohnwagen- und FKK-Ferien mache. Für Claudia war es ein doppelter Schock, denn beides war für sie fremd und zudem hatte sie grosse Vorurteile in Bezug auf die Hygiene auf Campingplätzen. Sie brauchte Zeit, um sich zu entscheiden. Sie meinte schlussendlich, sie komme in diese Ferien nicht nur mir zu liebe, sondern sie wolle sich selbst etwas beweisen.
Noch ohne Claudia fuhr ich am Montag, 17. Mai um 08:40 Uhr mit meinem Wohnwagen ab in Richtung Istrien, wo ich nach 827 km gleichentags um 19:35 Uhr ankam. Zwei Wochen später sollte Claudia mit dem Flugzeug nach Ljubljana nachkommen. Und sie kam auch, mit ein paar Stunden Verspätung. Ich hatte aus Nervosität bereits 3 weisse Magnum-Eis verschlungen, bis ich sie wieder in meine Arme schliessen konnte.
Ihren Empfang auf Solaris hatte ich genauestens geplant und vorbereitet: Den Wohnwagen hatte ich so plaziert, dass vis-à-vis kein anderer Wohnwagen die Sicht versperrte. Dann habe ich ihn innen fein säuberlich geputzt. Meine Freunde hatte ich angehalten, sich zurückzuhalten mit Begrüssungen und nicht nackt umher zu laufen. Die Putzfrauen putzten und glänzten nochmals speziell die Toiletten und Duschen.
Schon nach wenigen Tagen hatte sich Claudia an die spartianische Lebensform gewöhnt und genoss die Freiheit um die Hüften. Meine zusammengewürfelten Farben und Muster bei den Stühlen, Sonnenschirm, Liegebett, Tischtuch haben ihr nicht so gefallen. Da werde ich wohl investieren müssen. Wir besuchten zusammen die bekannten Bergdörfer Motovun, Groznjan und auch den Seehafen Rovinj. Wir machten den Markt unsicher, deckten uns mit Honig und Knoblauch ein. Kurzum, es wurden wundervolle Ferien. Und Claudia war so begeistert, dass wir im Herbst die nächste Herausforderung wagten: Camping Ferien in Cape d'Agde (Süd-Frankreich)!
Es sollte eine Ueberraschung werden. Heinz wusste nichts von meinem hinterhältigen Vorhaben, ihn an seinem 60. Geburtstag zu besuchen. Nur Edith, seine Frau, und die Grazer waren eingeweiht. Am Sonntag-Morgen fuhr ich in der Schweiz weg und nach 7,5 Stunden war ich bereits in Istrien. Ich versteckte mich in einem Hotelzimmer des Campingplatzes und traf mich abends mit Fredi + Inge, Ernst + Gerdi sowie Eveline zum Essen in Kastelir.
Als ehemaliger Polizist ahnte Heinz wohl etwas, er erkundigte sich am Sonntag-Morgen an der Reception nach einem Max Lehmann, der aber nicht angemeldet war, und erst ein paar Stunden später ankam.
Am Montagmorgen, 5. Juli um 11:15 war es dann soweit: Mit meinem Handy, in Sichtweite seines Wohnwagens versteckt, meldete ich mich und gratulierte ihm herzlich zu seinem Geburtstag und bedauerte, dass ich ihn nicht selbst besuchen konnte, aber….. und in diesem Augenblick fuhr ich mit meinem Klappfahrrad zu seiner fröhlichen Geburtstagsgesellschaft, wo ich mit grossem Hallo empfangen wurde…..
Es waren schöne Tage bei Tennis, Essen bei Edo, den Freunden von Fuertaventura (Reinhold und Rosmarie) . Am Freitag fuhr ich wieder zurück in die Schweiz. Die Tage zeigten aber auch, dass für mich ein trostloses Hotelzimmer keine Alternative zu einem persönlichen und gemütlichen Wohnwagen darstellt.
Wie ein Film sehe ich vor mir, wie Claudia mit gesenktem Haupt auf dem Campingplatz in Cap d'Agde eine Toilette nach der anderen inspizierte und immer nur diese grässlichen Steh-Clos entdeckte, die sie (und auch ich) nicht mag. Aber glücklicherweise gab es noch zwei gemütliche Sitz-Toiletten für Invalide und diese waren für die nächsten zwei Wochen unser Strohhalm. Und hier entdeckte ich eine weitere Grösse von Claudia. Sie hat dieses für sie schwerwiegende Problem weggesteckt, und sich mit dem bestmöglichen abgefunden.
Nach zwei Tagen auf der Wohnwagen-Parzelle, die man uns zugewiesen hatte, tauchte in mir eine innere Unruhe auf. Ich war mir sehr unsicher, ob wir auf diesem Standplatz glücklich sein werden. Wir setzten uns auf die Fahrräder und fanden bald zuvorderst bei den Dünen einen schönen, leicht erhöhten Platz mit freiem Blick. Wir wechselten zu diesem Traum-Platz. Und mein Gefühl gab mir recht, denn in derselben Nacht fegte ein heftiger Sturm mit viel Regen über das ganze Gebiet. Unser alter Platz lag etwa 20 - 30 cm unter Wasser.
Hier in Cap d'Agde haben wir einmalige Ferien erlebt. Der grosse, weite Strand, die idyllischen Dünen und die erotischen Geschäfte liessen uns ausflippen. Eine ganz spezielle Aura schwebte über Cap d'Agde. Exotische Menschen in exzentrischer Kleidung "beamten" uns in eine andere Welt.
Beinahe 5 Wochen auf Solaris mit Claudia und ihrem Irish-Setter Asta waren für mich eine schöne, freudige Herausforderung. Es sollte auch für Claudia ein Vergnügen werden. Deshalb baute ich einen echten Lattenrost mit weicher Matratze in unseren Wohnwagen ein.
Unvergesslich wird mir (uns) am Sonntag, 4. Juni um 11 Uhr die Abfahrt in Zuchwil bleiben, denn beim Anhängen des Wohnwagens machte ich durch eine Unachtsamkeit meine erste Beule an der hinteren Klapptüre am neuen SAAB. Es war ärgerlich, weil vermeidbar. Aber es gibt ja schlimmeres. Es war die erste Ausfahrt mit dem neuen "Saab 9-5" als Zugwagen.
|Solaris-Tennis-Turnier|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Nach dem obligatorischen Zwischenhalt im McDonald in Coldrerio vor der italienischen Grenze bei Chiasso übernachteten wir unterwegs zwischen Venedig und Triest. Bereits um 9 Uhr früh langten wir auf Solaris an. Erstaunt war ich ob dem recht geringen Benzinverbrauch von etwa 13.4 Liter/100km trotz Wohnwagen und 2 Fahrrädern auf dem Dach. Der SAAB ist ein echt bulliger und spritziger Zugwagen.
|Asta, der Isrish Setter|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Die Anwesenheit von Asta habe ich genossen. Sie schlief im Vorzelt und hat die Hitze besser ertragen, als wir befürchteten. Sie hat auch gelernt, keine Angst vor Pferden zu haben. Und die Lastwagen hat sie auch etwas besser akzeptiert. Ganz speziell genossen hat sie die Streicheleinheiten durch die Kinder, wie Katharina R. und ihre Freundinnen. Ich freue mich bereits auf die nächsten Ferien mit ihr, mit den morgendlichen und abendlichen Ausflügen auf dem Fahrrad.
Das diesjährige Millenium Tennisopen mit dem bescheidenen Namen "10. Solaris World Championship" mit Tennisstars aus 4 Nationen war wiederum ein gewaltiger Erfolg. Um Ordnung in unsere manchmal dürftige Bekleidung zu bekommen, hat der Spielleiter Rudi Hofmann das Tragen spezieller Leibchen, bedruckt mit dem Turniersignet, angeordnet. Ich selbst habe mich wieder einmal überschätzt und mich wie im Jahr zuvor in den Vorbereitungsspielen verletzt.
Claudia hat sich gut eingelebt als Camperin (oder nennt man das "Campeuse"?). Ich glaube, sie genoss dieses Leben. Sie war eine Perle.
Eine ganz spezielle Episode mit Claudia war ihr "Hexenschuss" am Anfang der Ferien. Von anderen Campern haben wir von einem alten Italiener (über 70 Jahre alt) erfahren, der Wirbel und Gelenke wieder einrenken könne. Als die Schmerzen von Claudia immer stärker wurden, entschlossen wir uns, diesen Italiener beizuziehen. Und er behandelte Claudia auf dem Boden des Vorzelt, man sah von aussen nur wenig. Hier ein Zug und dort ein Zwack, hier ein paar Schläge und dort eine Verrenkung. Nach nicht ganz 1 Stunde stand Claudia auf und wir alle schauten perplex zu, wie sie wie in Trance ohne irgendeine Beschwerde zur Toilette marschierte.
Was haben wir sonst noch erlebt? Den 60. Geburtstag von Doris März, welche immer noch blendend aussieht und einen zweiten Tennisfrühling erlebte. Die Ausflüge zu den Bergdörfen Motovun und Groznjan, sowie Pizan und auch Rovinj. In der ganzen Zeit hatten wir keinen Regen. Der Boden war steinhart und die Löcher für die Zelt-Häringe musste man mit einer Bohrmaschine vorbohren.
Als es dann anfangs Juli wieder nach Hause ging, erlebten wir einen grossen Temperatursturz von 35°C im Raume Italien (bis etwa Mailand) bis auf 14°C in Luzern. Wir fuhren mit kleinen Unterbrechungen bis Zuchwil, wo wir um 23 Uhr müde aber glücklich eintrafen.
Eigentlich wollten wir im Herbst wieder nach Cap d'Agde fahren, jedoch ohne Wohnwagen. Wir fanden aber kein Appartement mit Blick aufs Meer. Für die gleiche Zeit entdeckte Claudia jedoch in der Migros-Zeitschrift "Brückenbauer" das Ferien-Angebot mit Talasso-Therapie in der Türkei von MM-Tours.
Wir hatten schlussendlich unheimliches Glück, dass wir dieses Angebot annahmen, weil an den Tagen vor Ferienbeginn die Tankwagenfahrer in Frankreich wegen der hohen Dieselpreise streikten. Während 1-2 Wochen war kein Benzin an französischen Tankstellen erhältlich. Die Südfrankreich-Ferien wären ins Wasser gefallen oder wir wären in Cap d'Agde hängen geblieben.
Der Flug in die Türkei startete um 6 Uhr ab Flughafen Kloten, d.h. Tagwache in Zuchwil um 03:30 Uhr. Ihr könnt euch vorstellen, wie lebhaft Claudia um diese Zeit nach den Erfahrungen am Morgestraich bereits war. Lucien, ihr Sohn, brachte uns auf den Flughafen.
Das Hotel MaBiche (türkische Name für Bambi oder Reh) war ein eben erst eröffnetes *****Hotel. Unser Zimmer im 3. Stock bot uns einen wunderbaren Blick auf den 50 m Swimming-Pool und das blaue Meer.
Wir genossen 4 Dinge in diesen Ferien:
Shopping von Lederkleidern, Marken-Imitationen, Sportskleider. Es war weitsichtig, dass ich mit halbleerem Koffer angereist war.
Schmackhaftes türkisches Essen. Zwischendurch hat mich der Montezuma etwas erwischt, aber nur ganz kurz.
Thalasso: Salzwasser Therapien, Düsen-Dusche, Algen-Packung, Türkisches Bad und Massage etc
... und nichts tun, am Pool liegen, schwimmen, vorallem Claudia ist 100te von Meter geschwommen.
|Hotel MaBiche in Kemer

(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Als mein Geburtstagsgeschenk lud ich Claudia vom 19.-22. April nach Venedig ins Hotel "Gabrielli Sandwirth" direkt am Canale Grande ganz in der Nähe vom Markusplatz ein. Wir hatten Glück, das Wetter war frühlingshaft und sonnig. Es waren wunderbare Tage. Es gab vieles anzuschauen. Wenn nur das Essen etwas besser gewesen wäre!
Mit der Swissair flogen wir von Zürich nach Venedig, wurden dort vom Hotelbus abgeholt. Das ganze Arrangement für 2 Personen Flug und Hotel hat gegen Fr. 3'000.-- gekostet. Ein nobler Preis.
Mit unserem „alten" Hobby-Wohnwagen sind wir nach Süd-Frankreich auf den Campingplatz "Les Prairies de la mer" direkt neben Port Grimaud gefahren. Lasst uns beim Positiven beginnen: Gegessen haben wir wunderbar. Der Golf von St.Tropez ist idyllisch, ebenso St.Tropez mit seinen lebendigen Gassen und den hübschen Bewohnern, sowie dem schönste Friedhof der Welt mit Blick aufs Meer. Unvergesslich der wunderbare Ort "Grimaud" mit der mittelalterlichen Burg mit Blick auf die Bucht von St. Tropez. Dann aber auch Claudias Traumlandschaft der Küste entlang via St. Raphael zum Massif de l'Esterel.
Und nun das unangenehmere: Der Campingplatz war Durchschnitt. Die Parzellen waren klein. Das Auto fand keinen Platz neben dem Wohnwagen. Als dann auch noch die französischen Ferien begannen, mussten wir nach Hause fahren. Obwohl wir noch länger gebucht hatten, wurden unsere Buchung von der Verwaltung gekündigt. "Die Plätze seien alle von Franzosen gebucht!" hiess es..
Ich wollte oder habe mir einen neuen Wohnwagen gekauft. Ein grösseres Modell mit normalen Betten. Meinen alten Wohnwagen wollte ich auf Solaris verkaufen und habe Fredi und Inge gebeten, auf Solaris herumzuhören. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich mit Claudia auf dem Markt von Solothurn spazierte und mich ein Telefon von Karl Seiner erreichte. Er würde gerne meinen alten Wohnwagen kaufen. Uebergabe wäre in der Woche vom 24. - 7. Sept. 2001 auf Solaris.
Also fuhr ich wiederum nach Solaris. Abgesehen vom Verkauf wäre dies nicht erzählenswert, wenn nicht in der Woche ein grosser Sturm über Solaris fegte. Ich stand mit meinem alten Wohnwagen neben Inge und Fredi und hatte nur das Dach des Vorzeltes aufgestellt. Es war bereits nach Mitternacht um etwa 2 Uhr früh. Es regnete in Strömen. Die Winde bretschten voll in das Vorzelt. Eine starke Böe hob es aus der Stütze. Ich sprang aus dem Wohnwagen, um das Vorzelt zu halten. Ich hing an den Stangen und rief "Inge helft mir!" Und tatsächlich, sie hörten meine Rufe, kamen hinaus und beide halfen mit, das Vorzelt auf den Boden zu ziehen und die Gestänge abzubauen. Erst am nächsten Morgen sahen wir, dass einige Stangen sich zerbogen haben. Fredi klopfte mit einem Hammer alle wieder zurecht, sodass ich den Wohnwagen 2 Tage später dem Karl übergeben konnte.
Unser Plan war, dass ich nach Solaris fahren, den Wohnwagen optimal aufbauen, damit ich Claudia Ende Mai in Zuchwil abholen konnte.
Auf der Hinfahrt in den Süden habe ich noch nie soviele Lastwagen gesehen. Auf einer Strecke von etwa 300 km zwischen Mailand und Venedig standen oder fuhren auf der rechten (oft auch auf der mittleren) Fahrspur ein Lastwagen am anderen. Dieser Zustand in Italien war viel schlimmer, als die Gotthard-Staus!
Erstmals hatte ich eine (analoge) Satelliten-Schüssel dabei und konnte damit 60 Fernseh-Stationen vom Astra- und Hotbird-Satelliten empfangen. Erstaunlich, wie klar und deutlich die Bilder waren (ausser bei starkem gewittrigem Regen). Ich hatte die Möglichkeit, die unerwarteten Höhenflüge der Deutschen Fussball-Nationalmannschaft mitzuerleben und im Herbst die Deutschen Wahlkampfaktivitäten zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber zu verfolgen.
Meinen Wohnwagen stellte ich, das war gar nicht so fair, auf den bisher üblichen Standplatz von Uli und Hilde. Sie haben es mir aber nicht übel genommen.
Am 12. Mai trafen Uli und Hilde ein. Mit einem grossen Knaller machten sie sich bemerkbar, als sie ihn ans Stromnetz anschlossen: Auf einmal leuchtete der ganze Wohnwagen auf, er glühte beinahe, dann Dunkelheit und Stille. Was war passiert? Nichts besonderes: Ihr Wohnwagen hing an 380 Volt vom Solaris Anschlusskasten ..... (dieser „Scheiss-Elektriker“).
Kulinarisches: 2-3 Mal die Woche ging ich mit Freunden auswärts essen: ins Skalinada, Kiwi, Tri Murve, Pizzeria Doro etc. Im Durchschnitt bezahlte ich etwa SFr. 20.-- für ein volles Menue mit Bier/Wein und Salat. Ein Pizza-Nachtessen kam etwa ein Drittel günstiger. Zwischendurch kochte ich selber: Gschwellti, Spaghetti etc oder holte mir eine Pizza. Und zu guter Letzt hatte ich liebe Freunde, die mich bekochten: Edith und Heinz, Peter und Hanna, Inge und Freddi, Erika und Herbert.
"Rezept Kartoffelstrudel nach Grazer Art":
Bei Inge bin ich mehrmals mit diesem leckeren Gericht verwöhnt worden. Hier ihr Rezept für einen Strudel (=1 Bratpfanne):
1 Zwiebel dämpfen
2 Kartoffeln schälen und raffeln. Ins Wasser legen, um die Stärke herauszuwaschen.
Zwiebeln und Kartoffeln auf die Hälfte eines Strudelteiges 30x40 cm verteilen. (Bem. Strudelteig: 125 gr Mehl, etwas Wasser und Oel beigeben, bis er fein und leicht bearbeitbar ist. Den Strudelteig kann man aber auch im ALDI kaufen.)
Den belegten Teig rollen und in genügend eingefetteter Bratpfanne wie eine Schnecke einrollen und flach drücken. Etwa 20 Minuten in gedeckter Pfanne wie Rösti braten.1x drehen.
Variation: Man kann natürlich auch Speck oder Schinken zugeben.
Das Ende mit Claudia:
Eigentlich wollte ich Claudia mit ihren zwei Hunden anfangs Juni nachholen, aber es kam ganz anders. Am Donnerstag 16. Mai 2002 um 13:40 fiel das endgültige Aus für unsere Beziehung. Sie gab mir telefonisch einen Korb, die Ferien mit mir auf Solaris zu verbringen. Ich war total niedergeschlagen. Ich hatte mich so gefreut und einen schönen Platz für sie und ihre Hunde vorbereitet. Mein Körper begann zu spinnen. Meine Zunge war weiss belegt und brannte bei allen Süssigkeiten. Ich unterbrach am 22. Mai meine Ferien, um in Basel meine Wohnungssuche vorzubereiten. Denn ich wollte von Zuchwil ausziehen.
|Aegypten 2003|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Zu meinem 60. Geburtstag (31. Dez. 2002) habe ich mir diese Reise geschenkt. Ein alter Traum bereits aus der Schulzeit im Hum. Gymnasium wollte ich mir damit erfüllen.
Unbeschreiblich und unvergesslich waren die Eindrücke während meiner 15-tägigen Ägypten-Reise. Ich erlebte die fünftausendjährige Geschichte dieses einmaligen Landes auf meiner einwöchigen Nilfahrt, besuchte die bekannten Tempelanlagen am Nil (auch Nachts) und besichtigte anschliessend einige der wichtigsten und berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Kairo. Zum Abschluss verbrachte ich ein paar erholsame Tage am Roten Meer im Badeferienparadies Sharm el Sheikh. Und das Ganze wurde geprägt durch eine wunderbare Begegnung in Abu Simbel.
All diese Erlebnisse beschreibe ich in einem eigenen bebilderten Bericht "Max, der Nil und die Nil-Jungfrau"
|Solaris 2003

(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Ich war seit Ende 2000 pensioniert. In der Folge fuhr ich jedes Jahr nach Solaris und blieb jeweilen um die 3 Monate.
Speziell erwähnenswert ist das Jahr 2004, denn damals lernte ich Evelyne kennen. Es sollte der Anfang einer leidenschaftlichen Beziehung werden, wie sie ein Opern-Komponist nicht besser hätte ausdenken können. Am 12. Juni 2004 lernte ich Evelyne kennen, indem ich sie ansprach, als sie vom Joggen und ich vom Morgenputz aus dem Waschhaus kam. Und die Beziehung endete am 11. Juli 2007 in der Scheidung, denn in der Zwischenzeit waren wir verheirate. Mehr darüber kann man im Kapitel "Evelyne, meine Traumfrau" nachlesen.
|Solaris 2004 mit Evelyne|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
|Gran Canaria 2004|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Am Sonntag war es endlich soweit, Abflug mit der LTU-4270 von Wien Schwechat nach Gran Canaria / Maspalomas. Gegen 19 Uhr langten wir (ich und Evelyne) mit dem Bus vor der Reception unseres Appartements (Appt. Oasis Maspalomas) an. Wir waren schon etwas skeptisch. Wie mochte wohl unsere Unterkunft aussehen?
Es begann mit einem Schock: Die Rezeption fanden wir in einem Garage-ähnlichen Hinterzimmer. Später sahen wir den Grund. Die echten Räumlichkeiten wurden umgebaut.
Unser 2-Zimmer-Appartement mit Küche war wunderbar und heimelig. Es war vor wenigen Wochen renoviert worden. Aber die Vor-Mieter haben geraucht, sogar im Schlafzimmer. Es stank schrecklich. Wir drohten mit unserem Auszug, bis die Verwaltung reagierte. Es wurden die Vorhänge, Bettüberzüge und Polster gewaschen, sodass wir bald zufrieden unsere Ferien geniessen konnten.
Grundsätzlich haben wir mit unserem Appartement sehr viel Glück gehabt. Es lag nur etwa 100 m vom Strand und den Einkaufsmöglichkeiten entfernt. Ein echter Glücksfall. Abends haben wir immer auswärts gegessen. Es war köstlich, was die Speisekarte unseres Lieblings-Restaurants anbot: Knoblauch-Brote, kanarischen Kartoffeln mit Mojo-Sauce, die Fische und dann die gewaltigen zarten T-Bone-Steaks (zu Euro 15.--). Einmal haben wir etwas übertrieben. Ich habs gut überlebt, aber bei Evelyne hat der süffige Wein, die beiden Cognacs und die beiden Love Beach-Drinks seine Spuren hinterlassen.
Mit einem Mietwagen des Typs Honda Civic haben wir einen Teil des Landesinneren angeschaut. Karge, hohe Berge aus Lava-Gestein (bis 1940 m), einer folgte dem anderen, verschiedenartigste Kakteen und Palmen, Zitronen-Plantagen und malerische Dörfer haben uns stark beeindruckt. Gegessen haben wir in einer Felsenhöhle.
Der Strand bei Maspalomas mit seinen bis 12 m hohen Wander-Dünen war einmalig. Ich kam mir vor wie ein Kind, wenn ich über die Dünen und den Sand stapfte. Etwa 1 Stunde brauchte man, um durch die Dünen von Maspalomas nach Playa d'Ingles zu gelangen. Wir haben jeden Tag am Strand bei Temperaturen um 26-28°C gelegen und im angenehm warmen Meer (ca 21°C) gebadet.
Einen Tag vor unserem Rückflug hat eine ärgerliche Magen-Darm-Grippe bei Evelyne unerbittlich zugeschlagen. Oben und unten floss all Leben aus ihr. Dank Immodium und Neo-Citran war Evelyne dann am Reisetag wieder transportfähig, im Gegensatz zu mir: 3 Stunden vor Abfahrt des Buses beganns bei mir. Ausgerüstet mit 2 Reserve-Slips, 2 Plastiksäcken und einer Rolle Haushaltspapier im Rucksack gings auf die mehrstündige Rückreise. 2x musste der Bus wegen mir anhalten, einmal sogar auf der Autobahn, weil ich mir einiges durch den Kopf gehen lassen musste. Auf dem Fluglatz war es nicht besser, bis ich durch Zufall an einer Bar einen Becher Coca Cola erblickte.... und das eiskalte Cola mit einem Trinkhalm trank... innert wenigen Minuten gings mir bedeutend besser. Ich konnte beruhigt zurück nach Wien fliegen.
|Aegypten 2005|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Es waren wunderbare Ferien. Wir haben erstmals 2 volle Wochen miteinander verbracht und haben vorzüglich harmoniert. Wir zwei haben zwar einmal mit- und gegeneinander gekämpft, aber dies zeigte uns auch, dass wir noch genügend "heissblütig" sind (Spass bei Seite: es hat uns beide schon etwas geschmerzt). Wir freuen uns bereits auf unsere nächsten gemeinsamen Ferien und überlegten uns, zukünftig den Winter in wärmeren Regionen zu verbringen.Vielleicht lassen wir uns als Zigeuner registrieren!
Bem: Diese Idee, den europäischen Winter in wärmeren Regionen zu verbringen, sollte entscheidend für mein zukünftiges Leben werden!
1 Woche Nil-Kreuzfahrt und anschliessend 1 Woche Badeferien in Hurghada im Hotel "LTI Dana Beach Resort".
Begonnen haben unsere Ferien mit einem Paukenschlag, denn auf dem Weg zum Flughafen Wien-Schwechat wurden wir morgens um 03:20 Uhr auf der Schnellstrasse von der Gendarmerie (=Polizei) kontrolliert. Aber es gab nichts zu beanstanden.
Wir verbrachten zwei wunderbare Wochen in Aegypten. Die erste auf einer Nil-Kreuzfahrt und anschliessend noch eine Woche in Hurghada. Erwähnenswert ist die Fahrt von Luxor nach Hurgada unter schwer bewaffnetem militärischem Schutz. Wir durchfuhren ein gefährliches Gebiet, in dem es immer wieder zu Ueberfällen einer islamistischen Terrorgruppe kam.
Mit der Fluggesellschaft LTU sind wir ab dem Flughafen Wien Schwechat in 5 Stunden 3400 km nach Gran Canaria geflogen. Auf dem Hinflug war das Flugzeug ziemlich ausgebucht, auf dem Rückflug etwa zur Hälfte leer. Gran Canaria ist eine wunderbare Destination. Eine Insel voller Ueberraschungen. Ein Teil der Insel zeigt vulkanische Einöden mit Kakteen aller Art und hohen Bergen (Roque Nublo 1817 m), auf der anderen Seite findet man ein subtropisches Klima mit Bananen-, Zitronen- und Orangen-Plantagen. Für Badelustige sollte man unbedingt den Süden auswählen. Wir waren in einem Appartement namens "Tamara 6" in Maspalomas eingemietet, nur 200 m vom Strand entfernt. (APARTAMENTOS OASIS MASPALOMAS: http://www.oasismaspalomas.com).
28./29. Nov. Tropensturm "Delta": Bereits am späteren Montag-Abend vom 28. November begann es bei uns in Maspalomas zu stürmen. Die Palmen wurden hin- und hergebogen. Die ganze Nacht hörten wir das Rauschen des Meeres. Am nächsten Morgen besserte sich das Wetter zusehends. Wir gingen an den Strand, wo wir zu unserem Erstaunen etwa 20 Meter des Strandes nicht mehr fanden. Die Wellen der stürmischen Nacht haben den feinen Sand weggeschwemmt. Der Strand-Kiosk Nr. 4, wo Getränke und Sandwiches angeboten werden, musste eilends aus der stürmischen See gerettet und ins Landesinnere versetzt werden. Wir verbrachten den Tag hoch auf den Dünen und verfolgten die spannenden Rettungsarbeiten.
|Gran Canaria 2005|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Abends las ich dann im Teletext des Deutschen Fernsehens, dass wir grosses Glück gehabt haben müssen: Bei dem Tropensturm "Delta" über den Kanarischen Inseln sind in der Nacht vom 28./29. November sieben Personen ums Leben gekommen und weitere verletzt worden. Der Sturm richtete vorallem in Teneriffa, Gomera, Fuerteventura aber auch auf Gran Canaria erhebliche Sachschäden an. Ein Behördensprecher sagte, es sei das erste Mal, dass ein solcher Tropensturm die Kanarischen Inseln getroffen habe. Auf der Insel Teneriffa waren vorübergehend mehr als 150'000 Menschen in der Hauptstadt Santa Cruz von Strom- und Telefonausfällen in Mitleidenschaft gezogen.
Auf Gran Canaria hatte der Sturm auch die Touristenattraktion "Der Finger Gottes" beschädigt. "Dedo de Dios" wurde ein 30 Meter hoher Basaltfelsen genannt, der in Puerto de las Nieves wie eine Hand mit gespreiztem Finger vor der Küste aus dem Meer ragte. Die Wucht des Sturms brach ein etwa 20 Meter grosses Stück heraus.
Die Küste und vorallem die bis 5-10 m hohen und breiten Dünen zwischen Maspalomas und Playa del Inglés sind einzigartig. Kaum etwas bleibt besser in Erinnerung, als barfuss über den heissen Sand zu laufen und mitzuerleben, wie sich die Dünen bei jedem Windstoss verändern und neue Muster bilden. Dieser helle Sand, dessen winzige Körner vom Winde verweht werden, ist stark kalkhaltig und bestand ursprünlich aus Korallenbänken. In den Dünen herrscht eine einmalige Fauna und Flora.
Die Fauna von Gran Canaria bietet enorm viel. Ich bin zwar kein Spezialist, aber ich habe braun-grünen Kanarien-Vögel, Papageien, Kanarische Echsen entdeckt. Am schönsten war es am Morgen früh, von den zwitschernden Vögel aufgeweckt zu werden.
Die Kanarische Küche hat uns mit feinen Speisen verwöhnt, wobei das Knoblauch nicht fehlen durfte. Es war köstlich und die 84.8 kg nach Heimkehr habe ich gehalten:
Zweimal haben wir einen Nissan Micro und einen Fiat Punto gemietet. Zuerst gings ins Einkaufscenter Atlantico in Vecindario, wo wir nicht nur Lebensmittel im Carefour, sondern auch "Fetzchen" einkauften. Die Fahrten führten uns u.a. zum Vulkan-Krater Caldera de Bandama, Puerto de las Nieves mit dem kaputen "Der Finger Gottes", ins grüne Valle de Agaete mit dem einzigartigen subtropischen Klima und den besonderen Pflanzen.
Mit dem Wetter und den Temperaturen haben wir Glück gehabt: Abends wars mit ca. 18-19°C etwas kühl, aber tagsüber umso wärmer. Ohne den typischen kanarischen Wind wäre es am Strand zu heiss und nicht auszuhalten gewesen. Die Wassertemperatur war um die 21°C
Auch Sport haben wir getrieben. Ihr müsst jetzt nicht lachen, wir haben tatsächlich unsere Inline-Skates samt Gelenkschützern im Rucksack eingeführt. Ihr hättet die Augen der verdutzten meist älteren Feriengäste sehen müssen, wie Evelyne in ihrem heissen Sportdress elegant an ihnen vorbeischwebte .... und ich ein paar Meter später hinterher brauste.
Der Abend des 28. Novembers war für uns ein ganz besonderer Tag. Evelyne und ich haben uns verlobt, und die bereits am 15. November gekauften Ringe ausgetauscht. Wir wollen im Frühjahr/Sommer in Basel heiraten.
Im April heirateten wir und Evelyne hörte auf zu arbeiten. So war es naheliegend, dass wir den ganzen Sommer auf Solaris verbringen wollten. Aber es kam nicht so gut. Evelyne zeigte sich bereits auf Solaris als Zicke. Einmal fuhr ich sogar entnervt nach Hause. Sie war extrem bösartig! Wie kam ich nur dazu, diese Frau zu heiraten? Mehrmals suchte ich Hilfe bei ihren Eltern, aber es brachte nichts. Heute weiss ich, dies war der Anfang vom Ende.
Wir beide hatten viele Gemeinsamkeiten. Eine davon war die Wärme und die Sonne. Evelyne hatte die glanzvolle Idee, dem Winter in Europa zu entfliehen und ihn im Süden Spaniens zu verbringen. Diese Idee habe ich mit Begeisterung aufgenommen. Es war der Anfang meines wunderbaren Lebens in Spanien und später in Thailand.
Im September 2006 fuhren wir vollbeladen mit Wohnwagen nach Cartagena (Provinz Murcia) auf den dortigen FKK-Campingplatz El Portus. Der Aufenthalt wurde zu einem Desaster und endete in unserer Scheidung. Bereits auf der Fahrt kurz nach der Grenze in Spanien wollte ich umdrehen, als Evelyne während eines feinen Nachtessens durchdrehte und mir Vorwürfe machte, weil ich ihre Inline-Skater zu Hause vergessen hätte.
Unter dem Kapitel "Ferien" findet ihr einen ausführlichen und bebilderten Bericht über diesen Winter-Aufenthalt in Spanien.
In meinem handgeschriebenen Tagebuch fand ich folgenden vielsagenden Eintrag:

|Mazzaron 2008|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Ich war wieder Single und hatte neue Pläne für meine Zukunft.Dies sollte mein letzter Spanien-Aufenthalt sein, denn den kommenden Winter wollte ich in Thailand verbringen. Es war nicht nur die Scheidung, die mich zu diesem Plan führte, sondern auch die extreme Armut im Süden Spaniens mit weit über 20-25% Arbeitslosen. Bereits die Fahrt auf der Autobahn war gefährlich. Die Automobilclubs warnten vor kriminellen Attacken auf diesen Schnellstrassen.
Trotz allem, der Aufenthalt in Mazzaron war Klasse. Ich fühlte mich wohl. Ich ging sogar öfters ins dortige Sole-Schwimmbad und spielte Tischtennis. Einzig über Weihnachten musste ich kurz in die Schweiz zurückfliegen, um die zurückbehaltene Post durchzuschauen. Katja hattte sich geweigert, meine Post entgegenzunehmen und zu verwalten. Ja, soviel wert war ich meiner Tochter!
Nun war ich wieder Single, ein glücklicher Single. Von nun an reiste ich jedes Jahr Ende April nach Solaris, blieb dort etwa 3 Monate und verliess Istrien zwischen Ende Juli und Mitte August. Zweimal besuchte mich Karina S.. Sie landete mit einem TUI-Flugzeug auf dem Flugplatz Krk unweit von Rijeka.
Der kroatische Staat führte von einem Tag auf den anderen die 90-Tage-Regelung ein. Diese bedeutete, dass Ausländer ihr Land nach spätestens 90 Tagen verlassen oder ein Aufenthaltsvisum beantragen mussten. Die Unterlagen, die man dazu vorlegen musste, waren umfangreich und die hatte ich nicht bei mir. Ich wusste nichts davon, als ich mit Solaris den Saison-Vertrag abschloss und die Summe für die 5 Monate bis Ende September bezahlte. Nach 90 Tagen am 10. 8. 2009 schickte mich die Camping-Leitung von Solaris nach Hause ohne mir etwas zurück zu zahlen.
Nach diesen negativen Erfahrungen, als ich nach 90 Tagen nach Hause geschickt wurde, habe ich beschlossen, keinen Saison-Camping-Vertrag mehr abzuschliessen. Kroatien ist eben immer noch ein dubioser Staat. Ich wusste nie, ob die Kroaten einen Vertrag einhalten oder mich wieder nach Hause schicken würden. Zudem habe ich durchgerechnet, dass die "Bezahlung nach Aufwand" mir um einiges günstiger kommt.
Jeweilen am Samstag wurde ich von Inge und Fredi in ihrem rost-roten VW nach Tar ins Steakhouse Galeria gefahren. Dort bei Sneky gab es eine grosse Speisekarte mit vielen Speisen, aber wir wählten immer dasselbe. Entweder den Adria- oder Grill-Teller, Pljeskavica, Cordon-Blue oder Cevapcici. Als Vorspeise gab es den leckeren gemischten Salat mit Yoghurt-Sauce .... und als Dessert, eine Glace-Portion mit Schlagrahm, die Fredi und ich mit der typischen "Facebook-Like-Daumenstellung" bestellten.
das Wasser lief links und rechts an meinem Wohnwagen vorbei. Es war schauerlich, wie das rotbraune Wasser aus dem Olivenhain durch die Vorzelte lief und alles verschmutzte oder mitschleppte
|Unwetter auf Solaris (2010)|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Es war ein Tag vor der Abreise. Mein Wohnwagen stand bereit zur Abfahrt als Heinz, Edith, der Willy und die Karin die Idee hatten, dass man alle Lebensmittel-Resten aufessen könnte. Gesagt getan. Der Grill wurde angeworfen und es gab ein wunderbares Essen mit viel Bier. Soviel Bier, dass ich am nächsten Tag nicht abfahren konnte, weil sich mein Wohnwagen immer noch um mich drehte.
Seit 2002 habe ich den Wohnwagen nicht mehr nach Hause gezogen, denn ich wohnte wieder in Binningen und hatte dort keinen Abstellplatz. Er überwinterte beim Edo und Danica Sinozic in Zbanday. Dafür bezahlte ich 120 Euro pro Jahr. Zwei Jahre später kaufte ich von Edo einen alten Wohnwagen, den ich als Mat.-Wohnwagen benutzen konnte. In diesem lagerte ich die Küchenschränke, Tablare, Kühl- und Tiefkühler etc. Mein "Wohn-Wohnwagen" sollte nämlich bewohnbar bleiben, sobald ich ankam. Ich wollte nicht zuerst alles ausräumen müssen, bevor ich mich hinlegen und schlafen konnte.
Ab Saison 2015 Habe ich den Wohnwagen zum Kiwi verschoben, der sich ganz in der Nähe des Campingplatzes befindet, weil die 20km lange Fahrt vom Edo zum Campingplatz wegen des überbreiten Schutzdaches von ca. 2.70m Breite grenzfällig war. Es bestand die latente Gefahr, ein eingegenkommendes Fahrzeug wie Lastwagen, Autobus oder anderer Wohnwagen zu streifen.
|Solaris 2013|
(Klick aufs Bild für volle Grösse)
Auf Solaris habe ich viel Sport betrieben. Tennis hatte lange Zeit meine Priorität. Später kam das Rad dazu. Istrien ist ein Rad-Paradies, obwohl die gröseren Strassen wegen des starken Verkehrs und der rücksichtslosen Autofahrer äusserst gefährlich waren. Mit dem Rennrad und dem Mountain-Bike machte ich unzählige Touren und Ausfahrten. Anfänglich alleine, später mit Klaus und Martina.
Mehr über meine Erlebnisse und den Campingplatz Solaris könnt ihr im Kapitel "Camping Solaris Story" nachlesen.
Anfang März 1997 bin ich in Haute Nendaz mit Katja und Reto letztmals richtig Ski gefahren. Mit Claudia fuhr ich am Feb. 2000 auf die Lauchernalp im Lötschental. Es waren meine letzten Ski-Ferien, denn am ersten Ski-Tag verstauchte ich mir meinen rechten Daumen und war anschliessend Spaziergänger. An ein Skifahren war nicht mehr zu denken, denn den Skistock konnte ich mit dem maltraitierten Daumen nicht mehr halten. Am Schluss dieser Ferien habe ich den Rücktritt vom Alpin-Skisport gegeben. Ich denke, es war ein Zeichen des Himmels, nun mit dem Skifahren aufzuhören, bevor es zu einem schwereren Unfall kommen könnte. Zu Hause angekommen habe ich die Skier samt Schuhe dem Lucien (Sohn von Claudia) verschenkt.
In den Jahren darauf versuchte ich es 2x mit Langlauf-Skating-Kursen in Obergesteln (Goms) beim Koni Hallenbarter. Obwohl ich die besten Voraussetzungen für diesen Sport hatte, denn ich beherrschte Schlittschuhlaufen aber auch Inline-Skating, war ich auf Schnee nicht erfolgreich. Ich kam nie ins gleiten und verkrampfte mich zu sehr. Nach 2 Jahren brach ich auch dieses Vorhaben ab. Damit endete meine Liebe zum Wintersport endgültig!

Autobiografie von Max Lehmann

Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen

Zur Homepage

http://www.maxlehmann.ch

Zur Autobiografie

http://www.maxlehmann.ch/memoiren