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Blitze – ein Naturphänomen mit Gefahrenpotenzial
Blitz und Donner sind faszinierende Naturphänomene, vor denen man sich allerdings auch in Acht nehmen sollte.
Zahlen und Fakten über Blitze
Wussten Sie, dass...
- ...jeder dritte Feuerschaden durch einen Blitzeinschlag verursacht wird?
- ...ein Blitz bis zu 200’000 Ampere Stromstärke erreichen kann?
- ...ein Blitz beim Einschlag bis zu 30’000 Grad Celsius heiss ist?
- ...der Blitz in der Schweiz pro Jahr rund 200’000 Mal einschlägt?
- ...im Kanton Bern rund 3,5 Millionen Franken Gebäudeschäden durch Blitzeinschlag entstehen?
Was ist ein Blitz und wie entsteht er?
In der modernen Blitzforschung wird ein Blitz als Ausgleich zwischen unterschiedlichen elektrostatischen Ladungen innerhalb von Wolken (Wolkenblitz) oder zwischen dem unteren Teil einer Wolke und der Erdoberfläche (Erdblitz) definiert. Die unterschiedlichen Ladungen entstehen durch Reibung der Wassermoleküle bei der Bildung von Wolken oder Regentropfen.
Woher wissen wir, wie ein Blitz entsteht?
Der Forscher (und spätere US-Politiker) Benjamin Franklin stellte mit einem gefährlichen Experiment die Hypothese auf, dass bei aufziehenden Gewitterwolken elektrische Spannungen entstehen. Er liess 1752 einen Drachen mit einer Metallschüssel an der nassen Drachenschnur in eine Gewitterwolke steigen. Sobald das Metall in die Nähe des Bodens kam, sprühten Funken.
Stimmt es, dass Blitze niemals zweimal am selben Ort einschlagen?
Nein. Blitze können durchaus mehrmals am gleichen Ort einschlagen.
Stimmt es, dass Blitze immer am höchsten Punkt einschlagen?
Diese Annahme ist falsch. Blitze schlagen auch in der Nähe von Bäumen oder Hochspannungsleitungen ein. Je nachdem aus welcher Richtung die Gewitterwolke kommt, sucht sich der Blitz das erstbeste Objekt – egal ob daneben noch etwas Höheres steht. Auch Gewässer in der Nähe schützen nicht.
Stimmt es, dass Blitzschutzsysteme Blitze anziehen?
Nein, diese Annahme ist falsch. Blitzschutzsysteme ziehen Blitze nicht an, sondern leiten diese kontrolliert ab.
Warum donnert es?
Durch den extremen Temperaturanstieg nach einem Blitz dehnt sich die Luft mit Überschallgeschwindigkeit aus. Die Schallmauer wird durchbrochen und eine Druckwelle aus verdichteten Luftmolekülen breitet sich aus, was als lautes Donnern wahrnehmbar ist.
Der persönliche Schutz
Ein Blitzeinschlag bei Menschen oder Tieren kann Verbrennungen, Herzkammerflimmern oder Bewusstlosigkeit verursachen, was im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.
Um überhaupt einschätzen zu können, ob eine Gefahr droht, beachten Sie Folgendes:
- Ein Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe ist nur möglich, wenn weniger als drei Sekunden zwischen Blitz und Donner liegen und seit dem letzten Blitz weniger als 30 Minuten vergangen sind. Nach dieser halben Stunde ist die Bedrohung vorüber.
Befinden Sie sich in einem Gefahrenbereich, beachten Sie folgende Punkte:
- Meiden Sie offenes Gelände, Berge, Hügel, einzelne Bäume oder Waldränder.
- Meiden Sie den Aufenthalt auf oder in Gewässern und Pools.
- Suchen Sie im geschlossenen Auto Schutz. Die Metallkarosserie schützt sie als «Faradayscher Käfig» und leitet den Blitz kontrolliert ab. Parkieren Sie Velos und Motorräder in sicherer Distanz.
- Suchen Sie nach Möglichkeit eine Vertiefung auf. Stellen Sie die Füsse nahe zusammen, gehen Sie in die Hocke, halten Sie die Arme am Körper und ziehen Sie den Kopf ein.
- Halten Sie von grösseren Objekten (Sonnenschirmen Geländer, Zäune, Masten etc.) mindestens drei Meter Abstand.