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Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) und die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch) haben den Feuersalamander (Salamandra salamandra) zum Lurch des Jahres 2016 ernannt.
Der Feuersalamander gehört in der Schweiz zu den weit verbreiteten Arten, denn er kommt in großen Teilen des Landes nördlich und südlich der Alpen vor. Nördlich der Alpen lebt die Unterart Salamandra salamandra terrestris, während südlich der Alpen im Tessin S. s. salamandra vorkommt. In manchen Landesteilen, etwa dem Jura, sind Larven dieser Art in fast jedem Bach zu finden, während sie in anderen Landesteilen, vor allem im Mittelland, deutlich seltener sind.
Der Feuersalamander besiedelt vor allem die tieferen Lagen. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt bei etwa einer Höhe von 500 m ü. M. Die tiefsten Vorkommen finden sich im Tessin in der Magadino-Ebene auf 200 m ü. M, während sich das höchste bekannte Vorkommen ebenfalls im Tessin auf 1.680 m ü. M. befindet. Entlang der Alpenflüsse dringt der Feuersalamander in der Zentralschweiz und im Tessin jedoch weit in die Alpen ein. In den nördlichen Alpentälern treffen sich die aneinandergrenzenden Verbreitungsgebiete von Feuer- und Alpensalamander (Salamandra atra).
Der wichtigste Lebensraum des Feuersalamanders in der Schweiz sind Wälder, vor allem Buchenwälder. Dort kann er sehr häufig sein, und man kann Larven in nahezu allen fischfreien Bächen finden, sofern eine genügende Anzahl Kolke vorhanden ist. Er ist aber auch häufig in Siedlungen zu finden und kann ebenso in Weinbergen vorkommen (etwa am Genfersee im Lavaux), also in einem Lebensraum mit vereinzelten Gebüschgruppen, aber ohne Bäume. Nördlich der Alpen ist der Feuersalamander strikt nachtaktiv. Adulte Tiere sind meist nur bei Regen zu beobachten. Deswegen wird die Art in Teilen der Schweiz im Volksmund auch „Rägemole“ (= Regenmolch) genannt. Feuersalamander können praktisch das ganze Jahr über beobachtet werden, vielleicht mit Ausnahme des Januars. Südlich der Alpen verhält sich der Feuersalamander anders, denn im Tessin können die Tiere oft auch tagsüber beobachtet werden. Die jahreszeitliche Hauptaktivitätszeit liegt dort in den regenreichen Monaten Oktober, November und Dezember. Vor allem an fischfreien Bächen in Buchen- und anderen Laubwäldern findet man oft zahlreiche Larven.
Der Feuersalamander gilt gemäß der Roten Liste der gefährdeten Amphibien von 2005 als „gefährdet“. Dies deshalb, weil der Feuersalamander während der Feldarbeiten in etwa 20 % der Bäche, in denen er früher vorkam, nicht mehr bestätigt werden konnte. Vermutlich sind zwei Hauptfaktoren für den unerwarteten Rückgang verantwortlich: Neben dem zunehmenden Verkehr auf Waldstraßen ist für Feuersalamander vor allem der Besatz von natürlicherweise fischfreien Bächen mit Fischen ein Problem. Versuche haben gezeigt, dass selbst Brütlinge und Sömmerlinge der Bachforelle die Larven des Feuersalamanders attackieren und zum Beispiel deren Kiemen abfressen. Auch Gewässerverschmutzung dürfte mindestens regional eine Rolle spielen. Zudem wurden in neuerer Zeit beim Feuersalamander ungeklärte Bestandseinbrüche und tote Tiere beobachtet, deren Ursache ein Pathogen zu sein scheint – allerdings konnte keiner der bekannten Erreger (wie die beiden Chytridpilze oder das Ranavirus) bisher nachgewiesen werden.
Der Feuersalamander kann ein für Amphibien vergleichsweise hohes Alter erreichen. Eine Population im Tessin wurde mittels Fang/Wiederfang untersucht und hierbei eine sehr hohe mittlere Überlebenswahrscheinlichkeit von jährlich 86 % geschätzt.
Ausführliche Informationen über den Feuersalamander finden Sie zum kostenlosen Download unter folgenden Links:
Informationsbroschüre (pdf 6.5 MB)
Gedruckte Flyer und Informationsbroschüren hält die DGHT bereit. Diese können über die Geschäftsstelle per Email (<email-pii>) oder telefonisch unter 0049 621 86 25 64 90 angefordert werden.
Verantwortlich: Dr. Axel Kwet (Vizepräsident DGHT) & Dr. Beat Akeret (Präsident DGHT-Schweiz), Dr. Benedikt R. Schmidt (karch) & Dr. Silvia Zumbach (karch) Fachlich unterstützt wird die alljährliche Wahl zum Reptil/Lurch des Jahres von den Kooperationspartnern NABU und BUND sowie von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) und der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch)