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DIE SCHULE AFA IN MANAUS, BRASILIEN
Die Hauptaktivität des Vereins ist in den Statuten festgelegt. Es ist die finanzielle Unterstützung der kleinen, gleichnamigen Schule in einem armen Stadtviertel von Manaus, Brasilien. Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas und zählt etwas weniger als zwei Millionen Einwohner. Die Stadt war früher eines der Hauptzentren des brasilianischen Kautschukgeschäfts. 1967 wurde Manaus zur Freihandelszone deklariert, was viele Unternehmen in die Stadt lockte und mit ihnen Massen von Industriearbeitern, welche sich in den Armenvierteln rund um den Kern der Stadt ansiedelten.
Die AFA befindet sich in einem der ärmsten Bairros (Stadtteile) von Manaus namens Zumbi II. Der Bairro kämpft mit Armut, Kriminalität, Drogenhandel und mangelnder Familienplanung. Ein öffentliches Erziehungswesen existiert zwar, doch das Bildungsniveau ist tief. Es sind nicht genügend Schulplätze vorhanden, die Klassen sind zu gross und den schwierigen sozialen Umständen der Kinder wird keine Rechnung getragen. Fast alle der Kinder leiden unter fehlenden Familienstrukturen. Viele besitzen unzählige Geschwister und Halbgeschwister, kennen die Eltern oder einen Elternteil nicht oder wohnen bei den Grosseltern oder anderen Verwandten. Zudem sind Hunger und gewalttätige Übergriffe auch von Seiten der Eltern oder anderen Verwandten keine Seltenheit. Márcia da Con ceição Paiva und Maria Pereira de Souza Lisboa, zwei Bewohnerinnen dieses Stadtteils, haben sich dieser Kinder angenommen und im Jahr 2006 die AFA gegründet.
Das Ziel der AFA ist es, den Kindern von Zumbi II durch gezielten Nachhilfeunterricht eine bessere Schulbildung zu ermöglichen. Gleichzeitig wird versucht, die betroffenen Familien miteinzubeziehen. In den ersten Jahren wurden die Kinder in einem Vorraum von Marias Haus unterrichtet. Im Jahr 2011 konnte durch die Unterstützung einer französischen Hilfsorganisation ein kleines Haus in der gleichen Strasse gebaut werden. Das Schulhaus hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und besitzt aktuell vier Klassenzimmer, eine grosse Dachterrasse, ein Lese- und Spielzimmer, eine Computerecke, eine Küche, ein Zimmer für die Verwaltung, ein Nähzimmer, sieben Toiletten sowie zwei Duschen.
Das Engagement der AFA geht in verschiedener Hinsicht über den Unterricht der Kinder hinaus. Die AFA bringt den Kindern das Lesen und Schreiben bei und behandelt sie mit Wertschätzung und Respekt. Diese liebevolle Betreuung ist wichtig für die Entwicklung der Kinder, die vielfach kaum elterliche Zuneigung erhalten und oftmals aufgrund indigener Abstammung oder Armut einen schwierigen Stand in der Gesellschaft einnehmen. Von grosser Bedeutung ist auch der regelmässige Kontakt mit der ganzen Familie. Familienbesuche gehören zur täglichen Arbeit. Nur auf diese Weise kennen sie die Hintergründe und die familiären Gegebenheiten der Kinder, welche diese oftmals belasten und den Lernprozess erschweren. Bei Familienbesuchen wird selten nur über die AFA gesprochen. Maria und die Lehrerinnen sind angesehene Personen in der Gemeinschaft und ihre Ratschläge werden sehr geschätzt. Dieser enge Kontakt mit den Familien leistet wichtige lokale Sozialarbeit.
Um die Kinder ausserhalb des Unterrichts von der Strasse und somit von Drogen und Kriminalität fernzuhalten, organisiert die AFA auch Freizeitaktivitäten. Die Kinder können an Tanzstunden oder Chorproben teilnehmen oder sich in die Lese- und Spielecke zurückziehen.
Die Unterstützung dieser mutigen und engagierten Frauen lohnt sich vielfach, bringt sie doch so manche schöne und wertvolle Momente in das Leben dieser vernachlässigten Kinder und Familien.
Der vollständige Jahresbericht 2018 kann als PDF-Datei heruntergeladen werden