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Seit Jahrhunderte wird aus Wasser Energie gewonnen. Die Wassermühle ist wohl die bekannteste Anwendungsmethode. Weniger üblich ist der Einsatz der Schlag- oder Hammermühle. In diesen der Vergangenheit angehörenden Werkstätten wurde das Eisen zur Herstellung von Werkzeugen und Gebrauchsgegenstände bearbeitet. Mit verhältnismässig geringem Gefälle dreht das Rad den Hauptbolzen, auf dem drei Holzzapfen aus hartem Holz strahlenförmig montiert sind. Diese Zapfen berühren in einer rotierenden Bewegung das Ende (Schwanz) des Hammerstiels und heben somit den Hammer an.
Sobald ein Zapfen seinen Lauf auf dem Stiel beendet hat, fallen Stiel und Hammer auf den Amboss. Der Rhythmus der Schläge hängt von der Rotationsgeschwindigkeit des Rades ab, die ihrerseits von der durchlaufenden Wassermenge bestimmt wird. Mit dem Hammer wurden die Gegenstände in eine vorläufige Form gebracht. Die definitive Formgebung erfolgte in einem zweiten Arbeitsgang. Die Hammerschmiede von Aranno wurde 1860 von der Familie Righetti konstruiert. Es ist wohl nicht anzunehmen, dass diese Konstruktion in irgendeinem Zusammenhang mit den Eisenerzminen des Monte Torri steht. Diese Minen wurden zwischen 1823 und 1827, also vor der Errichtung der Hammerschmiede, ausgebeutet. Die Schürfarbeiten wurden zwischen 1862 und 1870 erneut aufgenommen.
Wahrscheinlich gelangte ein Teil des geförderten Materials in die Hammerschmiede von Aranno. Eine offene Frage bleibt allerdings die Qualität des gewonnenen Eisens Sowohl in unseren Tälern als auch in anderen Gegenden, wie zum Beispiel in den Tälern von Bergamo, bestand der Rohstoff für die Schmieden hauptsächlich aus von fliegenden Händlern zusammengetragenen Eisenabfällen, die diese an die Schmiede weiterverkauften.
Fedele Agostoni (1888-1983) war der letzte, der die Hammerschmiede in Aranno betrieb. Bereits Ende der vierziger Jahre war die Tätigkeit stark reduziert. Aber noch immer stelle die Hammerschmiede Sensen, Sicheln, Schaufeln, Spaten und Hacken her. Die Werkzeuge trugen den Familiennamen als Markenzeichen und gelangten auf einen lokalen Markt, von dem uns weitere Angaben fehlen. Es ist nicht auszuschliessen, dass der Verkauf auch über die Messe von San Provino in Agno erfolgte. Zu Beginn der sechziger Jahre wurde in einem Wald des unteren Mendrisiotto eine in einem Baum stechende und stark verrostete Sichel mit der Bezeichnung Agostoni gefunden. Dies weist vielleicht auf einen kleinen Handel hin, der sich weitläufig auch ausserhalb der geografischen Grenzen der Produktionsstätte abwickelte. Am 10. August 1951 fand die Tätigkeit in der Hammerschmiede ein plötzliches Ende. Während der Nacht stiegen die Wasser der Magliasina und des nahen Pirocca-Bächleins in nie gehabte Masse. Die Hammerschmiede wurde überschwemmt und teilweise zerstört. Fedele Agostoni und seine Familie mussten nach Miglieglia flüchten. Im Jahre 1979 wurde die Stiftung "Maglio del Malcantone" (Hammerschmiede des Malcantone) gegründet, die mit der Sammlung von Geldmitteln beabsichtigte, die alte Hammermühle wieder instand zu setzen, um somit an spätere Generationen eine der vielen Spuren der Geschichte unseres Tales weiterzugeben. Der Hammer in Aranno ist zur Zeit der einzige Schwenkhammer in der Schweiz. Es sind daher alle zu seiner Erhaltung eingesetzten Mittel mehr als gerechtfertigt.