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Wann war nochmals das Swissair Grounding? Oder wann reinigten Strafgefangene letztmals die Strassen von Bern? Bei Anno Domini musst du das nicht wissen! Entscheidend ist nur, in welcher Reihenfolge diese Ereignisse abliefen. Ein unterhaltsames Kartenspiel über Geschichte!
Ein neues Spiel auszuprobieren, ist wie ein Geschenk auszupacken: Man weiss nie, was einem erwartet. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, stellen wir von spielezar.ch jede Woche ein Gesellschaftsspiel ausführlich vor. Diese Woche: «Anno Domini»
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Spielablauf
Anno Domini ist kinderleicht und dennoch nicht für Kinder geeignet. Zu Beginn erhält jeder Spieler 9 kleine Kärtchen auf die Hand. Auf der Vorderseite steht ein Ereignis. Die Rückseite ist für alle Spieler tabu, da sie die Jahreszahl verrät.
Zu Beginn deckt man ein Ereignis vom Nachziehstapel auf. Der Startspieler wählt nun eines seiner neun Kärtchen aus und legt es entweder rechts oder links vom ersten Kärtchen ab. Rechts, wenn er glaubt, dass sein Ereignis später stattfand. Ein Beispiel:
- Die erste Karte: «Zum letzten Mal wird in Bern ein Mann gevierteilt».
- Ich habe keine Ahnung, wann das war. Liegt (hoffentlich) einige Jahrhunderte zurück.
- Ich suche mir ein Ereignis, dass bestimmt jünger ist und lege es rechts ab: «Seppe Hügi schiesst fünf Tore zum 6:2 gegen Frankreich».
Nun ist der nächste Spieler an der Reihe. Er hat zwei Möglichkeiten. Entweder glaubt er seinem Vorgänger, dass die ganze Kette chronologisch stimmt oder er zweifelt es an. Im ersten Fall sucht er sich ein Kärtchen aus und legt es an die richtige Stelle. Ein Beispiel:
- Er glaubt mir und legt eine eigene Karte ab.
- Er platziert «Der Internationale Automobilclub ruft zum Boykott der Schweiz auf» zwischen den gevierteilten Mann und Seppe Hügi.
Der nächste Akteur kann jetzt wieder eine Karte ablegen. So wird die Kette immer länger und die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers steigt. Nehmen wir an der aktive Spieler legt keine zusätzliche Karte, sondern zweifelt die Kette an.
Enthält die Kette tatsächlich einen Fehler - nicht alle Karten sind chronologisch eingeordnet worden - muss der vorherige Spieler drei neue Karten nachziehen. Waren die Ereignisse allerdings in der richtigen Reihenfolge, zieht der Zweifler zwei neue Karten nach. Das Beispiel oben war übrigens korrekt.
Spielende
Anno Domini endet, sobald ein Spieler alle seine Karten losgeworden ist. Dieser Geschichtsfreak hat gewonnen! Gelernt haben aber alle etwas :)
Beurteilung
Anno Domini ist ein lockeres und unterhaltsames Kartenspiel. Die Regeln sind sehr einfach. Die Mischung aus Wissen, Glück und Bluff konnte mich überzeugen. Anno Domini vom Fata Morgana Verlag gibt es übrigens zu unzähligen Themengebieten. Diese Themen lassen sich toll miteinander kombinieren:
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Wir haben am 1. August nach einem lockeren Spiel für die Familie gesucht. Da hat sich die Ausgabe zur «Schweiz» offenbart. Es hat uns richtig Spass gemacht und wir zockten gleich mehrere Durchgänge durch.
Keine Sorge. Man muss hier wirklich keine genauen Jahreszahlen runterrattern können. Dafür gibt es die Schule... Ein gewisses Interesse bzw. Wissen für geschichtliche Ereignisse sollte man aber schon mitbringen, damit Anno Domini Spass macht. Für Kinder unter 12 Jahren ist Anno Domini kaum zu empfehlen.
Spielcharakter

Komplexität
1
|Anno Domini nimmst du hervor und drei Minuten später kennen alle die Regeln.|

Glücksfaktor
2.5
|Manchmal legt man das Kärtchen eher zufällig an die richtige Stelle. Manchmal ist der nachziehende Spieler auch viel zu gutgläubig.|

Strategie
2.5
|Strategie ist nicht wirklich gefragt, aber etwas Wissen hilft schon weiter. Zudem kann man auch bluffen, wenn man die Karte überzeugend platziert.|

Kommunikation
3
|Anno Domini ist ein interaktives Spiel. Nachdem man die Ereignisse überprüft hat, werden rege Gespräche geführt und zuweilen reibt man sich auch verwundert die Augen.|

Hektik
1
|Anno Domini enthält keine hektischen Elemente.|
Fazit
Anno Domini ist ein lockeres Spiel über Geschichte für Gelegenheitsspieler. Das Kartenspiel verzückt mit vielen spannende Fakten und sorgt laufend für überraschte Gesichter. Wer mit Jahreszahlen nicht komplett auf Kriegsfuss steht, sollte es durchaus mal ausprobieren!