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Das Baubüro der Geb Br 12 war für die Projektierung der Sperrstelle zuständig. Zur Sperrung des ca. 1.5 km breiten Übergangs zwischen Trin und Flims plante man
eine zweiteilige Sperre. Im nördlichen Abschnitt konnte das Engnis bei Porclis mit einem relativ kurzen Geländepanzerhindernis unterhalb des Felskopf Crap Bargatzi
gesperrt werden. Dass erste Konzept sah vor, als Hauptwerk eine MG Kaverne darüber auszubrechen. Im weiteren Verlauf kam eine weitere MG Kaverne im Felskopf von Crap
Ping dazu. Die beiden identischen Anlagen waren unterirdisch über ein Stollen- und Treppensystem - mit über 200 Stufen - verbunden. Die Versorgung erfolgte über eine
Seilbahn, welche die 150 Höhenmeter von der Strasse zum Werkeingang von Crap Bargatzi überwand. Beide Werke waren mit je 2 MG und einem Lmg zur Nahverteidigung
ausgerüstet. Dazu kamen je eine eigene Notstromgruppe und Filterraum, Wasserreservoir, eine Unterkunftskaverne für 15 Mann, Waschraum, Toilette und eine Kochnische.
Ein zusätzlich projektierter Werkstand mit einer Pz BK und Beobachter wurde nicht realisiert. Bei der Strasse sollten drei MG Stände und ein Panzerabwehrbunker
gebaut werden.
Pläne von
A7762
A7765
A7766
A7767
A7768
T4071
[ Friends only ]
Die Ebene bei Laseaz wollte man durch ein langgezogenes Panzerhindernis in Form von doppelreihigen BBB-Höckern blockieren. Flankiert wurde die Sperre durch drei Bunker,
wovon zwei mit Panzerabwehrwaffen ausgerüstet waren. Zur Nahverteidigung durch Infanterie waren Unterstandskavernen geplant. Da die beiden Abschnitte durch einen dicht
bewaldeten Hügel voneinander getrennt sind, musste dieser durch mobile Infanterie verteidigt werden. Weil die Ebene bei Laseaz für Luftlandungen geeignet war, mussten
die Bunker hier so platziert werden, dass sie mit ihren Waffen nicht nur vor und auf die Sperre wirken können, sondern ebenso auch auf die gesamte Ebene dahinter.
Pläne von
A7769
A7770
A7771
T4070
[ Friends only ]
Artillerieunterstützung konnte auf die Sperrstelle nur durch mobile Artillerie gegeben werden. Diese war aber im Gebirge nur spärlich vorhanden. Die Sperrstelle lag jedoch
knapp noch im Wirkungsbereich der Panzertürme von Furggels. Da Furggels aber Teil der Festung Sargans war, wäre es schwer und kompliziert gewesen, zeitgerechte
Feuerunterstützung für eine andere "fremde" Brigade anzufordern.
Dem Baubüro Geb Br 12 oblag auch Ausschreibung, Arbeitsvergabe und Bauleitung aller Sperren, Bunker und Kavernen. Dazu holte sie ab August 1941 Offerten für die geplanten
Objekte ein. Der erste Bauvertrag konnte Ende September 1941 für die MG Kavernen von Crap Bargatzi und Ping abgeschlossen werden. Der Bau startete umgehend. Nicht alle
Projekte wurden im ersten Anlauf genehmigt, so dass die Offerte- und Bauvergabe-Phase bis Ende November 1941 andauerte. Ende 1941 waren 7 Werke im Bau. Der Bau der
Geländepanzerhindernisse und des Panzerabwehrbunkers A7766 waren für 1942 geplant.
Verzögerungen gab es wegen Lieferengpässen bei den Schartentöpfen. Trotzdem konnten die sechs im Bau befindlichen Bunker bis zum Frühjahr 1942 im Rohbau fertiggestellt
werden. Anschliessend erfolgte bis zum Spätherbst der Einbau der Waffen, Gasschutz-Installationen und Möbel. Am längsten ging der Bau der MG Kavernen und Stollen von Crap
Bargatzi und Ping, die bis 1944 andauerten. Deren Abnahme erfolgte erst im Herbst 1944. Im April und Mai 1942 erfolgte die Bauvergabe an den Sperranlagen und A7766. Im
Juni 1942 fand eine Begehung durch die Geb Br 12 bei den Werken statt. Dabei wurden zahlreiche Korrekturen und Ergänzungen an den Bauten und Einrichtungen angeordnet.
Im Laufe des Jahres 1942 und Anfang 1943 waren die meisten Arbeiten abgeschlossen. Trotzdem gab es im Sommer 1943 noch zwei gewichtige Mankos. Erstens war das langgezogene
GPH in der Ebene bei Laseaz immer noch im Bau. Viel schwerer wog jedoch, dass der Korps Inf Of bei seiner Besichtigung der Sperrstelle im Juni 1943 feststellen musste,
dass sämtliche schweren Panzerabwehr-Waffen wie Ik und Pz Bk noch fehlten! Bis Ende 1943 wurden diese beiden Mankos behoben und die Sperrstelle konnte endlich auch
ihren Panzerabwehr-Auftrag erfüllen. Dies allerdings erst zu einem Zeitpunkt, als die deutsche Wehrmacht im Osten bereits geschlagen war und sich auf dem Rückzug befand.
Im Sommer 1944 tarnten die HD-Tarn Det 1 GR und 3 SG alle Werke.
Im Februar 1944 erlässt der Kdt der Geb Br 12 neue Befehle für den Abwehrkampf in Graubünden. Die so genannte Kampfgruppe Vorderrhein, mit den beiden Geb Füs Bat 91 und 92,
sollte einen Vorstoss aus Osten in den Raum Flims - Ilanz verhindern und dazu die befestigte Stellung bei Trin halten. Unterstützt werden sie dabei auch durch die Brigade
Artillerie. Die Mot Geb Kan Abt 25 und 28 hatten Stellung im Valsertal zu beziehen und u. a. Feuer zu Gunsten der Kampfgruppe Vorderrhein zu leisten.
Am 8. Mai 1945 schwiegen die Waffen in Europa. Die Wehrmacht hatte kapituliert und die Schweiz war vom Krieg verschont worden. Im Nachgang zum Krieg bewehrte die Geb Br 12
ihre Sperrstellen und stellte im Juli 1945 den Antrag, dass die Werke bei Trin auch in Friedenszeiten bestückt bleiben sollen, da sie die Kernzone der Brigade sicherten.
Somit blieben die Werke weiterhin aktiv und wechselten nach dem Krieg zu neu geschaffenen Grenz Brigade 12. Dabei machten die Werke den üblichen Lebenszyklus von Schweizer
Bunkern durch. Bis Ende der 1950-er Jahre waren die IK durch 9 cm Pak ersetzt worden und in der Mitte der 1970-er Jahren ersetzte man die MG11 durch MG51. Obwohl die Ebene von Laseaz
zu Luftlandungen geradezu einlud, verzichtete man im Kalten Krieg darauf, hier das Dispositiv mit Unterständen und Kugelbunkern zu verstärken.
Einzig das Manko der fehlenden Artillerie korrigierte man in den 1980-er Jahren. So erhielt die Sperrstelle Trin im Hinterland einen Festungsminenwerfer. Dieser feuerte aber
genau ein einziges Mal. Nach der ersten Schussabgabe waren in der Umgebung eine grosse Anzahl Fensterscheiben zerbrochen, welche ersetzt werden mussten.
Im Juli 1987 erteilt das Bundesamt für Genie und Festung den Auftrag, die Sperrstelle taktisch / technisch zu bewerten. Ab diesem Zeitpunkt begann man dann, die Werke
welche man als überflüssig betrachtete, teilweise auszuräumen.
Mit der Auflösung der Grenz Brigade 12 und der Einführung der Armee 95 kam das Ende für die Sperrstelle. Crap Bargatzi wurde komplett leer geräumt und auch das Mobiliar
verschwand aus praktisch allen Werken. Einzig Crap Ping und A7766 blieben ausgerüstet. Die Seilbahn hinauf zu Crap Bargatzi musste Anfang 2000 dem Neubau eines Werkhofs weichen
und wurde auch abgebrochen - für den sich damals erst noch neu gründenden Festungsverein eine schwere Hypothek.
2007 übernahm die Gemeinde Trin ihre Festungswerke und seit 2008 kümmert sich der Festungsverein Sperre Trin
um die Werke. Wir danken an dieser Stelle dem Verein für die gewährte Unterstützung und Gastfreundschaft.