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Wenn wir eine neue Fremdsprache lernen, gehen wir intuitiv davon aus, dass sie ähnlich funktionieren wird wie unsere Erstsprache. Beim Sprachenlernen wenden wir darum Fertigkeiten und Mechanismen an, die wir bereits kennen. Je älter ein Lernender ist, desto mehr solche Fertigkeiten wendet er an, da er auf seine Erfahrungen zurückgreifen kann.
Eine grosse Verstehenshilfe leisten das bereits vorhandene Weltwissen und die Erfahrungen mit Sprachen. Wir versuchen Parallelen und Unterschiede zu erkennen. Wenn Ähnlichkeiten in der Aussprache, Wortform oder im Satzbau erkannt werden (z. B. Deutsch – Englisch), wird uns das Lernen erleichtert, da wir „nur“ umstrukturieren müssen. Bei ganz anderen Sprachen (z.B. Chinesisch) müssen wir uns ganz neu orientieren. Dadurch wird das Sprachenlernen aufwendiger, besonders zu Beginn.
Da vertraute Formen und Inhalte schneller verarbeitet werden können als unbekannte, lassen sich Ähnlichkeiten und Vertrautes schneller erfassen, abspeichern und einordnen. Englisch z. B. ist eine Mischsprache: Sie enthält Wörter mit romanischem, germanischem und griechischem Ursprung. Aus diesem Grund ist sie für viele Menschen rascher zu erlernen, da eben auch verwandte Wörter das Sprachenlernen erleichtern.
Bei der falschen Herleitung spricht man von so genannten „falschen Freunden“ oder von Interferenz. Übertragungen sind eigentlich kreative Mittel, um sich in einer schwierigen Situation zu helfen:
- Hilfe, ich weiss das englische Wort nicht! – Ich versuche darum, meine Erstsprachkenntnisse in Anspruch zu nehmen, um mich verständigen und somit meine lexikalische Lücke überbrücken zu können. Oft funktioniert es!
Es gibt dabei drei Typen von Übertragungen:
Aus diesen Ausführungen können wir festhalten, dass auch das Vorwissen, die Erstsprache, das Fremdsprachenlernen beeinflussen kann. Es ist jedoch nur ein Faktor von vielen.