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Das Mountainbiking selbst hat keinen eignen Weltverband, da alle Radsport-Verbände im Union Cycliste Internationale (Internationaler Radsport-Verband) organisiert sind, der als Dachverband fungiert. Das bedeutet, dass auch die Mountainbike-Weltmeisterschaften vom Union Cycliste Internationale ausgerichtet werden. Der Dachverband hat seinen Sitz in Aigle in der Schweiz und seine Vorläufer gehen auf das Jahr 1892 zurück. Formell gegründet wurde der Internationale Radsport-Verband im Jahr 1900, in welchem er auch die ersten offiziellen UCI-Bahn-Weltmeisterschaften ausrichtete.
Die Veranstaltung weiterer wichtiger Radsport-Meisterschaften:
- 1921 – erste UCI-Straßen-Weltmeisterschaft für Amateure
- 1927 – Öffnung der UCI-Straßen-Weltmeisterschaft für Profis
- 1950 – erste Weltmeisterschaften im Querfeldein-Rennen
- 1956 – erste Weltmeisterschaft im Hallenradsport
- 1984 – erste Trial-Weltmeisterschaft
- 1990 – erste offizielle Mountainbike-Weltmeisterschaften
- 1993 – erste BMX-Weltmeisterschaften
Neues Image nach zahlreichen Änderungen
Nach über 100 Jahren Geschichte hatte der Verband Union Cycliste Internationale ein nicht mehr zeitgemäßes Image. Er galt als schwerfällig, bürokratisch und von wenigen europäischen Staaten dominiert. Dies sollte sich im Jahr 2016 radikal ändern. Auf seinem 185. Kongress wurde die Verfassung der UCI reformiert und an neue Gegebenheiten angepasst. Beispielsweise wurde die maximale Amtszeit des Präsidenten auf drei Wahlperioden begrenzt, Delegierte nationaler Verbände müssen demokratisch gewählt sein, die Ethikkommission erhielt mehr Rechte und die Stimmrechte der nichteuropäischen Verbände wurden erhöht. Eine Verbesserung des Images des Verbandes wurde zwar erreicht, neuere Kritik an der UCI legt allerdings nahe, dass der Verband nun die technische Seite des Radsports vernachlässigt und Neuentwicklungen in diesem Bereich durch ein zu starres Regelwerk ausbremst.
Mountainbiking unter dem Dach der Union Cycliste Internationale
Viele Mountainbiker finden es einerseits bedauernswert, dass ihr Sport keinen eigenen Weltverband hat, und kritisieren, dass das Mountainbiking sich zu stark von anderen Radsportarten unterscheidet und somit nicht durch diesen Verband repräsentiert werden sollte. Auf der anderen Seite hat das Mountainbiking natürlich stark davon profitiert, einem gut organisierten internationalen Verband anzugehören, der langjährige Erfahrung mit der Ausrichtung von Weltmeisterschaften und anderer sportlicher Großveranstaltungen hat. Dass die UCI auch den Mountainbike-Weltcup ausrichtet, ist nur ein Beispiel dafür. Mountainbiker können so beispielsweise auch auf die Möglichkeiten der Trainerausbildung der UCI, seiner weltweiten Pressearbeit und die Trainingscenter des Verbandes auf der ganzen Welt zurückgreifen. Auch wäre die relativ schnelle Aufnahme des Mountainbikings ins offizielle Programm der Olympischen Sommerspiele ohne die UCI nicht vorstellbar gewesen. Es lässt sich also sagen, dass bisher beide Seiten davon profitiert haben, dass die Mountainbiker hier organisiert sind, da die UCI von der großen Anzahl jüngerer Mountainbike-Fahrer profitiert, die in den nationalen Vereinen organisiert sind, und auch einen Imagegewinn durch diese populäre Sportart erfährt.