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Visperthal,
französisch
Vallée de la Viêge (Kt. Wallis,
Bez. Visp).
795 m
(Stalden)- 660 m
(Visp). Als
Visperthal (im engern Sinn) bezeichnet
man den von der vereinigten
Visp durchflossenen, 7 km langen untersten Thalabschnitt (von
Stalden bis zum
Rhonethal)
des ganzen Systemes der Visperthäler, während die grossen Quellthäler als Nikolai- und
Saasthal besonders unterschieden
werden. Nach ihrem Austritt aus der
Schlucht, in welcher sich
Matter- und
Saaservisp vereinigen und über der das Dorf
Stalden
mit seinem kühn in die Lüfte ragenden Kirchturm thront, erreicht die
Visp den Thalboden von Ackersand
zwischen zwei breit ausladenden Berghängen, deren linksseitiger bis zum
Rücken mit dem Bönigersee (2145 m) und deren rechtsseitiger
bis zum aussichtsreichen
Gebidem (2328 m) ansteigt.
Von der Kirchterrasse Saint Martin in Visp gesehen, bietet dieser Thalabschnitt ein wunderbares Bild. Während der im Hintergrund kühn und trotzig aufstrebende Balfrin den Thalausschnitt füllt, sieht man am Gehänge vor dem in Sonne getauchten Dorf Visperterminen die Weinberge von Staldenried und die Heidenreben kleben, die bis in eine Höhe von 1200 m hinaufgehen und damit als höchst gelegenes Rebgelände von Europa gelten. Links vom Fluss erscheinen die Weinreben von Neubrücke über der malerischen Häusergruppe dieses Namens und diejenigen von Im Eich, die bis zu den die Hochterrassen von Zeneggen tragenden Felsen hinaufklettern.
Während sich die linke Thalseite durch eine Folge von felsigen Steilabstürzen auszeichnet, auf deren Rücken südostwärts exponierte Terrassenflächen mit zahlreichen Weilern sich ausbreiten und bis ins Ginanzthal hinübergreifende Waldungen stehen, steigt das rechtsseitige Gehänge in gleichmässig anmutigem Schwung an und trägt die von gestuften Feldern und Gärten umrahmten zahlreichen Häusergruppen, Häuser und Hütten der umfangreichen Gemeinde Viperterminen, die vom Altwald und dem wasserscheidenden Rücken gegen das Nanzthal hin beherrscht erscheinen.
Das ganze Gebiet verteilt sich auf fünf Gemeinden: Visp umfasst die Schwelle und den Ausgang des Thales, Visperterminen und Zeneggen die beidseitigen Höhen, Stalden den linksseitigen Hintergrund bis unter die Brücke und die Häuser von «Neubrücke» hinaus und Staldenried endlich den rechtsseitigen Hintergrund nordwärts bis zum Breiterbach. Das Thal trägt viel Wald und eignet sich neben dem Weinbau noch zu allen möglichen Arten landwirtschaftlicher Benutzung.
Der trockene Boden des östl. Thalgehänges wird durch zahlreiche Wasserkanäle (Bisses) befruchtet, die sowohl von den benachbarten Wildbächen auszweigen als auch aus dem Hintergrund des Nanzthales bis hierher geführt sind. So findet man u. a. namentlich zahlreiche Obstbäume, von denen der Nussbaum bis Stalden hinauf gedeiht. Das Elektrizitätswerk im Ackersand, dem ein von der Saaservisp abgeleiteter Kanal die nötige Wasserkraft liefert, gibt der Kalziumkarbidfabrik der Société de la Lonza in Visp die nötige elektrische Energie ab. Für näheres vergl. den Art. Visp.