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* 17.07.1899 in Schwenningen (Württemberg, D)
– † 17.06.1979 in Arlesheim
Beruf: Schriftsteller, Redakteur, Lehrer, Dozent
Voller Name: Hans Erhard Lauer
Konfession: römisch-katholisch
Sohn des Karl Wilhelm Lauer (Uhrenfabrikant). Heirat mit Martha von Stefanovic.
Hans Erhard Lauer kam in Schwenningen als mittlerer von drei Brüdern zur Welt. 1909 zog er mit seiner Familie nach Aesch. Lauer besuchte das Gymnasium in Basel und erlangte 1917 seine Matura. Während seiner Gymnasialzeit wollte er Dirigent und Komponist werden. Nachdem er 1916 einen öffentlichen Vortrag Rudolf Steiners gehört hatte, begann sich Lauer mit der Anthroposophie auseinanderzusetzen und pflegte persönlichen Kontakt mit Steiner. Er besuchte Einführungskurse zur Anthroposophie bei Michael Bauer und lernte Elisabeth Vreede kennen. 1917 nahm Lauer sein Studium der Philosophie in Basel auf, musste dieses aber unterbrechen, um in Deutschland Kriegsdienst zu leisten. 1918 zog die Familie nach Stuttgart und Lauer setzte sein Studium der Philosophie, Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität Tübingen fort. Er engagierte sich in einer anthroposophischen Studentengruppe und lud Rudolf Steiner zu einem Vortrag nach Tübingen ein. Dies wurde von der Universität nicht gebilligt, weshalb er an die Universität Heidelberg wechselte, wo er bei Heinrich Rickert und Karl Jaspers studierte. Seine Dissertation über den Schweizer Philosophen Ignaz Paul Vitalis Troxler wurde von Jaspers zurückgewiesen, in Wien, wohin er 1922 gezogen war, wurde sie schliesslich angenommen. 1920 leitete Lauer den ersten Hochschulkurs am provisorisch eröffneten Goetheanum in Dornach und besuchte den ersten anthroposophischen Kongress in Stuttgart, wo er auch den anthroposophischen Hochschulbund leitete. In Wien widmete er sich wieder vermehrt dem Klavierspiel und der Komposition. Er bereitete mit Graf Ludwig Polzer-Hoditz den anthroposophischen Grossanlass «West-Ost. Zweiter internationaler Kongress der anthroposophischen Bewegung zur Verständigung westlicher und östlicher Weltgegensätzlichkeit» vor, der am 12. Juni 1922 in Wien stattfand. Lauer arbeitete danach als Autor für die von Polzer-Hoditz gegründeten Zeitschriften «Anthroposophie, Österreichischer Bote von Menschengeist zu Menschengeist» und «Österreichische Blätter für freies Geistesleben». Hier lernte er seine Ehefrau kennen, die Pianistin Marta von Stefanovic. Lauer wurde Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft Österreich und war 1935 deren Präsident. Nach dem Einmarsch Hitlers 1938 wurde die Anthroposophische Gesellschaft Österreich auf Betreiben Lauers hin aufgelöst, um ein bevorstehendes Verbot zu verhindern. Nach einem Aufenthalt in Jugoslawien kehrte er in die Schweiz zurück und liess sich 1939 in Dornach nieder. Von 1939 bis 1964 arbeitete Lauer als Waldorflehrer. In dem nach Steiners Tod ausgebrochenen Streit um dessen Nachlass stellte er sich auf die Seite von Marie Steiner. Es kam zum Bruch mit der Leitung des Goetheanums und Lauer musste seine Lehrtätigkeit in Basel einstellen. Er widmete sich fortan Steiners Nachlassverwaltung im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe und war von 1952 bis 1964 Waldorflehrer in Zürich. Zudem redigierte Lauer die Zeitschriften «Mitteilungen aus der anthroposophischen Bewegung», später «Blätter für Anthroposophie» beziehungsweise «Mensch und Welt», die 1970 mit «Die Drei» aus Deutschland zusammengeführt wurden. Daneben hielt Lauer Vorträge, später auch wieder im Goetheanum und im Pädagogischen Seminar. Hans Erhard Lauer starb 1979 während eines Vortrags an einem Herzschlag.
Autorin: Manuela Nipp
Die Krisis in der Wissenschaft und die Anthroposophie. Stuttgart 1921.
Rudolf Steiners Lebenswerk. Basel 1926.
Die Entwicklung der Musik im Wandel der Tonsysteme. Dresden 1935.
Die Wiedergeburt der Erkenntnis. Freiburg im Breisgau 1946.
Goethes Faust im Lichte der Gegenwart. Basel 1949.
Klassik, Romantik und die Gegenwartsaufgaben des deutschen Geistes. Basel 1950.
Der menschliche Lebenslauf. Freiburg im Breisgau 1952.
Die dreifache Bedeutung des Christus-Ereignisses in der Darstellung Rudolf Steiners. Stuttgart 1964.
Die Anthroposophie und die Zukunft des Christentums. Stuttgart 1966.
Weltenwort und Menschensprache. Dornach 1972.
Aggression und Repression im individuellen und sozialen Bereich. Achberg 1973.
Memorandum zu einer Neugestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft. Dornach 1975.
Ein Leben im Frühlicht des Geistes. Freiburg im Breisgau 1977. (Autobiografischer Text)
Bärtschi, Christian: Lauer, Hans Erhard. In: Historisches Lexikon der Schweiz. URL: www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D43960.php, Zugriff: 06.05.2014.
Dollfuss, Andreas: Lauer, Hans Erhard. In: Website Forschungsstelle Kulturimpuls, Biographien Dokumentation. URL: biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=361, Zugriff: 06.05.2014.
Herbert, F. et al.: In memoriam Hans Erhard Lauer. Ein Leben als Zeugnis und Aufruf. Freiburg 1982.