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«Sie haben mich bereits zweimal gesehen, würden Sie sagen, dass ich eine Behinderung habe?», fragt der junge Mann. Dieser Austausch ist etwas formeller als der vorangehende. Dennoch gibt es auch hier Raum für überraschende Momente, etwa als die Bundesrätin ihren Gesprächspartner fragt, ob er schon daran gedacht habe, sich für ein politisches Amt aufstellen zu lassen. Am Ende des Drehs posieren wir für ein Selfie.
Dann hängt Olivier Marti noch ein Gespräch mit einem Journalisten von Le Temps an. «Uns ausdrücken zu können und unsere Bedürfnisse auszusprechen, das ist eine Tür, die sich geöffnet hat», erklärt er der Tageszeitung die insieme-Kampagne #IchWähle.
Uns ausdrücken zu können und unsere Bedürfnisse auszusprechen, das ist eine Tür, die sich geöffnet hatOlivier Marti, Protagonist der #IchWähle Kampagne
Auf Olivier Marti folgt Sabrina Gaetani, die an einem geschützten Arbeitsplatz im Kanton Solothurn arbeitet, für ein Gespräch mit der Bundesrätin. Als diese sie nach ihrem Lohn fragt, antwortet Sabrina Gaetani auf Berndeutsch: «Etwa 4 Franken in der Stunde. Die Löhne an geschützten Arbeitsplätzen sind extrem tief.»
Den Gesprächsmarathon beschliessen am späten Nachmittag Suad Dahir Ahmed aus Zürich und der Bündner Nationalratspräsident Martin Candinas, der im März die erste Behindertensession initiiert hat. Die junge Frau erklärt ihm, dass sie sich gerne für ihre Anliegen in der Politik einsetzen würde und fragt ihn, wie sie das am besten angehen solle. Er rät ihr, damit auf Gemeindeebene anzufangen und bietet dann an, extra für sie eine kurze Führung durchs Bundeshaus zu machen, was sie begeistert annimmt.
Insgesamt haben sich sechs Personen mit einer kognitiven Beeinträchtigung mit ebenso vielen Personen aus der Politik fast eine Stunde lang unterhalten. Die «besten» Teile dieser Gespräche werden anschliessend ausgewählt und ab Mitte September auf den Social Media verbreitet.