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SERPAJ (Servicio de Paz y Justicia / Dienst für Frieden und Gerechtigkeit) ist ein lateinamerikanisches Netzwerk von Gruppen und Aktivitäten, die den Aufbau einer Kultur des Friedens zum Ziel haben. „Der Theorie und Praxis der aktiven Gewaltfreiheit verpflichtet, sollen soziale Gerechtigkeit, religiöser Fatalismus und politischer Konformismus überwunden werden”, wie es in der Grundsatzerklärung von SERPAJ-LA (Lateinamerika) „Peace is a fruit of Justice” heisst.
In insgesamt 13 Ländern Lateinamerikas arbeiten – in erster Linie Freiwillige – gemäss diesen Grundsätzen in verschieden gearteten Projekten. Gleichzeitig sind alle Ländergruppen an kontinentalen Kampagnen beteiligt. Die Arbeit der Gesamtorganisation von SERPAJ ist unter www.serpajamericalatina.org dokumentiert. Das kontinentale Koordinationsbüro befindet sich in San José (Costa Rica) und wird seit 2003 von Gustavo Cabrera geleitet.
Eine Reihe international bekannter Persönlichkeiten, unter ihnen Adolfo Perez Esquivel, Hildegard Goss-Mayr, Kardinal Evaristo Arns, Monsenor Samuel Ruiz bilden im internationalen Ehrenkommitee eine Gewähr für die inhaltliche Ausrichtung von SERPAJ.
SERPAJ hat beratenden Status im Rat für ökonomische und soziale Entwicklung der UNO (ECOSOC) und in der UNESCO. In diesem Kontext sind auch operative Aufgaben von SERPAJ übernommen worden.
SERPAJ – LA ist mit einer Vielzahl von friedenspolitischen und kirchlichen Organisationen verknüpft. So vor allem mit dem Internationalen Versöhnungsbund (IFOR), dessen Interessen SERPAJ in Lateinamerika mit vertritt. Kirchliche Organisationen sowie einige Solidaritätsgruppen, unter ihnen auch unsere Schweizerische Gruppe „Solidarität mit SERPAJ”, unterstützen in Europa und den USA die Aktivitäten von SERPAJ- LA.
Zur Geschichte von SERPAJ
Ein erster Impuls für die Entstehung des Netzwerkes war 1962 die Begegnung von Hildegard und Jean Goss-Mayr (IFOR/Forum für Friedenserziehung) mit dem kolumbianischen Priester und Revolutionär Camillo Torres. Die folgenden Konsultationen von befreiungstheologisch orientierten ChristInnen und der Gewaltfreiheit verpflichteten politischen Basisbewegungen 1966 in Montevideo und 1971 in Alajuela (Costa Rica) führten 1974 in Medellin zur Bildung des Netzwerkes von SERPAJ. In den darauf folgenden konfliktreichen Jahren der Militärdiktaturen mit ihren Folterungen und masslosen Menschenrechtsverletzungen bewährte sich das Netzwerk unter seinem ersten Koordinator Adolfo Perez Esquivel in zahlreichen Facetten des gewaltfreien Kampfes und Widerstandes. Die Jahre von 1974 bis 1989 waren von einer intensiven Präsenz von SERPAJ als Gegenbewegung der Basisbevölkerung zu den militärischen Doktrinen der nationalen Sicherheit und einer mit diesen Staatsideologien verbundenen Kirche getragen. Für seinen mutigen, von Gefängnisaufenthalten begleiteten, Kampf in dieser Zeit erhielt Adolfo P.Esquivel 1980 den Friedensnobelpreis und dem Netzwerk wurde durch die Anerkennung der UNO weltweit ein politisches Gewicht zugebilligt. In den 1990iger Jahren war es in erster Linie das, auch von den demokratischen Regierungen weitergeführte, neoliberale Wirtschaftssystem, verbunden mit einem weitgehenden Zusammenbrechen des sozialen Gefüges, das die Aktivitäten und Zielsetzungen der SERPAJ – AktivistInnen bestimmte. In den letzten Jahren wurde, ausgelöst durch den zunehmenden Hunger der multinationalen Konzerne nach Energie und anderen Ressourcen, auch vermehrt der Kampf für umweltbezogene und nachhaltige Entwicklungen aufgenommen.
„Solidarität mit SERPAJ” – die Unterstützungsarbeit in der Schweiz
Ausgelöst durch das Engagement von IFOR hat sich im Forum für Friedenserziehung ab 1974 eine Gruppe gebildet mit dem Ziel, Solidaritätsarbeit mit SERPAJ zu leisten. Schwerpunktgebiet war Zentralamerika, wobei speziell die Arbeit von SERPAJ-Panama unterstützt wurde. Auch in Deutschland, Oesterreich, Schweden und den USA entstanden Unterstützungsgruppen. Neben personellem Austausch und finanzieller Unterstützung sind vereinzelt auch solidarische Aktionen durchgeführt worden. Willi Kobe und Margrit Besmer haben Anfang der 80iger Jahre der Solidaritätsarbeit eine neue Struktur gegeben, die in der Folge von Peter Gessler, Walter Ebnöter und Pius Süess bis 2005 übernommen wurde. Nach einem einjährigen Stillstand haben wir die SERPAJ – Tätigkeit wieder aufgenommen und die neu entstandene Gruppe wurde ab 2008 dem Forum für Friedenserziehung (Internationer Versöhnungsbund-Schweizer Zweig) angegliedert. Als neuen Schwerpunkt der Unterstützung wählten wir das Strassenkinderprojekt OkupaKalle in Buenos Aires aus, ab 2009 sind das Koordinationsbüro in San José, Costa Rica und die zentralamerikanischen Projekte unsere Hauptverbindungen. Gute Kontakte pflegen wir zum SERPAJ Team in Oesterreich und zur mission 21 in Basel, die das SERPAJ – Netzwerk mitunterstützt.
Kontakt
Mardy Güdel, <email-pii> Tel. 032 435 70 64
Wolfgang Krobath, <email-pii> Tel. 043 300 26 56
HansPeter Rennhard, <email-pii> Tel 056 610 05 10
Ueli Wildberger , <email-pii> Tel.044 242 20 59
Unterstützung/Spenden
Wir freuen uns, wenn sich InteressentInnen unserer Gruppe anschliessen. Gerne vermitteln wir auch direkte Kontakte zu Projekten von SERPAJ-AL, etwa für Praktikaaufenthalte oder Besuche. Wenn Sie SERPAJ finanziell unterstützen wollen, dann haben wir ein Spendenkonto eingerichtet:
Raiffeisenbank Oberembrach-Bassersdorf, SERPAJ, <iban-pii>. Die eingegangenen Beträge werden in Abständen von etwa 6 Monaten weiter überwiesen. Verantwortlich dafür und für Anfragen bereit ist HansPeter Rennhard. Vielen Dank für alle Beiträge und Spenden