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Astrazeneca hatte das Gesuch im Oktober 2020 bei dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic eingereicht, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Seither seien sie in engem Kontakt mit der Behörde gestanden und hätten «kontinuierlich die angeforderten Studienergebnisse» geliefert.
Swissmedic seinerseits hatte wiederholt betont, dass die Daten für eine Zulassung noch nicht ausreichten. Trotz der frühen Eingabe des Astrazeneca-Gesuchs liess Swissmedic denn auch zuerst die Impfstoffe der Firmen Pfizer/Biontech, Moderna und Johnson&Johnson zu. Mit dem Rückzug von Astrazeneca seien in der Schweiz nun keine Gesuche mehr hängig, teilte Swissmedic mit.
Seltene Nebenwirkungen
Astrazeneca hatte den Impfstoff in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens hat er in 80 Ländern auf sechs Kontinenten eine Zulassung erhalten. Mehr als 1,7 Milliarden Dosen seien zur Lieferung freigegeben worden.
Seltene schwerwiegende Nebenwirkungen hatten jedoch dazu geführt, dass einige europäische Länder den Impfstoff temporär oder dauerhaft aus ihren Programmen nahmen oder diesen ausschliesslich für ältere Menschen empfahlen.
Astrazeneca selber schreibt, dass die seltene Bluterkrankung, eine Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom, extrem selten aufgetreten sei, nämlich lediglich bei 8,1 Personen pro Millionen nach der ersten Dosis und bei 2,3 Personen pro Million nach der zweiten Dosis.
An Covax weitergegeben
Der Bund hatte ursprünglich 5,3 Millionen Astrazeneca-Impfdosen bestellt. Unter anderem wegen der fehlenden Zulassung entschied der Bundesrat dann aber bereits Ende Juni, dass vier Millionen der Dosen an die internationale Hilfsinitiative Covax gehen sollen. 440'000 Dosen wurden im Oktober an fünf Entwicklungsländer geliefert.
Anders als die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat von Astrazeneca nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Dessen Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen.
Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig.