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Alle vier Jahre wählen die Katholikinnen und Katholiken im Kanton St.Gallen die Mitglieder der Kirchgemeindebehörden und des Katholischen Kollegiums. Das nächste Mal am 8. September 2019 für die Amtsdauer 2020 bis 2023. Die Mitglieder dieser Gremien entscheiden u.a. darüber, wofür die Kirchensteuern verwendet werden. Das Katholische Kollegium ist das Parlament des Katholischen Konfessionsteils. Das Kollegium wählt an seiner Novembersitzung den Administrationsrat: die siebenköpfige Exekutive, d.h. die Regierung des Konfessionsteils. Auf der Ebene der Kirchgemeinden bilden die Kirchenverwaltungsräte die Exekutiven.
185’000 Wahlberechtigte
Der Katholische Konfessionsteil ist nach den Grundsätzen des demokratischen Rechtsstaates organisiert. Ihm gehören rund 223‘000 Katholikinnen und Katholiken im Kanton St.Gallen an. Wahl- und stimmberechtigt sind alle katholischen Einwohnerinnen und Einwohner ab dem 18. Altersjahr, unabhängig ihrer Staatszugehörigkeit.
Der Konfessionsteil und die Kirchgemeinden erbringen breit gefächerte Leistungen im Dienst der Gesellschaft. Schwerpunkte setzen sie insbesondere in den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales und Seelsorge. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag an das Gemeinwohl.
Die Kirchgemeinden finanzieren ihre örtlichen und regionalen Aufgaben über ihren Anteil an der Kirchensteuer und dem Finanzausgleich des Konfessionsteils. Dieser greift, wenn eine Kirchgemeinde selbst nicht genügend Steuereinnahmen hat, um die wichtigsten kirchlichen Aufgaben zu erfüllen. Knapp 40 % der Gesamtausgaben des Konfessionsteils (CHF 21,5 Mio.) fliessen so an die Kirchgemeinden.
Betriebseinnahmen und Steuern
Der Katholische Konfessionsteil bewirtschaftet die Güter und Immobilien, die den Katholikinnen und Katholiken bei der Aufteilung des Klosterbesitzes der Fürstabtei St.Gallen vor über 200 Jahren zugeteilt wurden. Die erwirtschafteten Einnahmen bilden zusammen mit der Zentralsteuer die finanzielle Basis zur Erfüllung seiner Aufgaben. Zu den Aufgaben des Konfessionsteils gehört der Unterhalt von Gebäuden, die Besoldung des Personals von Bistum und Konfessionsteil, Erwachsenenbildung sowie Jugend-, soziale und wohltätige Arbeit. Der Konfessionsteil betreibt u.a. die Stiftsbibliothek und führt die «flade» (Katholische Kantonssekundarschule). Zugleich leistet er namhafte Beiträge an die Missions- und Entwicklungshilfe im In- und Ausland und arbeitet dabei mit dem Fastenopfer der Schweizer Katholiken, Caritas und anderen Hilfswerken zusammen.
Kirchgemeinden im Überblick
Das Gebiet des Katholischen Konfessionsteils gliedert sich in 97 Kirchgemeinden. Organe einer Kirchgemeinde sind die Bürgerversammlung, der Kirchenverwaltungsrat (KVR) und die Geschäftsprüfungskommission (GPK). Der KVR und die GPK werden nun am 8. September 2019 gewählt. Finden Sie hier Ihre Kirchgemeinde.
Entscheiden Sie mit
Beteiligen Sie sich am Sonntag, 8. September 2019, an den Erneuerungswahlen der Kirchgemeindebehörden und des Katholischen Kollegiums im Kanton St.Gallen. Nehmen Sie Einfluss und entscheiden Sie mit, wer Ihre Stimme vertreten soll.
Warum wählen?
Michael Götte, Gemeindepräsident Tübach
«Ich wähle, weil es wichtig ist, dass sich auch von kirchlicher Seite zukunftsgerichtete Personen engagieren, welche die nötige Weitsicht haben. Mit dem Vertrauen ihrer Wählerinnen und Wähler und zusammen mit anderen Behörden sind sie für eine wohlwollende Entwicklung unserer Gesellschaft verantwortlich.»
Susanne Hartmann, Stadtpräsidentin Wil
«Ich wähle, weil die Kirche eine wichtige Funktion für die Gesellschaft erfüllt. Deshalb muss auch die Gesellschaft entscheiden, welche Menschen die Kirche führen und prägen.»
Maria Pappa, Direktorin Planung und Bau, Stadt St.Gallen
«Ich wähle, weil auch in Kirchgemeinden zentral ist, wer die wichtigen Entscheidungen trifft.»
Michael Pfiffner, Pfarrer, Kanonikus und Dekan, Uznach
«Ich wähle, weil es für mich wichtig ist, die demokratischen Mittel auszuschöpfen, welche die Katholische Kirche in unserem Kanton mit Bistum und Konfessionsteil hat.»
Beni Würth, Ständerat
«Ich wähle, weil ich damit auch in der Kirche mitbestimmen kann, wie meine Steuern eingesetzt werden.»
Hinter den Kulissen
Eine Kirchenverwaltungsratspräsidentin und zwei Präsidenten geben Einblick in ihren Arbeitsalltag:
Kurt Sieber, Rebstein
Der KVR von Rebstein hat neben der Kirche zwei besondere Güter zu verwalten: die Burg, um 1200 erbaut von den Hohenemser Rittern, ist heute das Pfarreiheim von Rebstein. Zum Besitz der Rebsteiner Kirchbürgerschaft gehört, das ist ungewöhnlich, ein eigener Friedhof. KVR-Präsident Kurt Sieber erzählt von grossen Aufgaben, die in den vergangenen Jahren erledigt wurden und von der Hoffnung auf ruhigere Zeiten.
Bruno Good, Mels
«Ich bin katholisch geprägt, die Verbundenheit mit der Kirche, das Christ sein, bedeutet mir viel», sagt Bruno Good. Befragt nach Hauptaufgaben nennt der KVR-Präsident drei Stichworte: Personal, Seelsorgeeinheit und den Unterhalt der vielen Liegenschaften der Kirchgemeinde Mels, die teils unter Denkmalschutz sind.
Sandra Kuster, Schmerikon
Mitgestalten, etwas bewegen, für Kirche und Gesellschaft tätig sein, sind ihre Motivation. Für Sandra Kuster, seit dem Jahr 2013 Präsidentin des Kirchenverwaltungsrates Schmerikon, ist es zudem selbstverständlich, ihren Glauben im Familienalltag und mit der Pfarrei zu leben.