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Frank Schlender, geboren vier Wochen vor dem Mauerbau, aufgewachsen im charmant-rauen Ruhrgebiet, ist gelernter Zeitungsjournalist mit anschliessendem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik. Fast 30 Jahre lang entwickelte und realisierte er neue TV-Sendeformate und lieferte CGI sowie neue Drehbücher. Seit 2009 widmet er sich als Autor nie realisierten Ideen und Stoffen.
Japan, 1543: Der junge Samurai Mitsukoshi Shinji ist seit kurzer Zeit im Dienst von Fürst Takayama Tomoteru, als ihn die Nachricht erreicht, dass sein Lehrmeister, der Holländer Cornelis Vanderveer, verstorben ist und ihm ein Erbe hinterlassen hat, dass Mitsukoshi in einem Kloster in den Bergen Yamatos antreten soll. Er... Japan, 1543: Der junge Samurai Mitsukoshi Shinji ist seit kurzer Zeit im Dienst von Fürst Takayama Tomoteru, als ihn die Nachricht erreicht, dass sein Lehrmeister, der Holländer Cornelis Vanderveer, verstorben ist und ihm ein Erbe hinterlassen hat, dass Mitsukoshi in einem Kloster in den Bergen Yamatos antreten soll. Er erhält die Erlaubnis des Fürsten, sich auf den Weg zu machen. Aber es ist keine ungefährliche Reise, die Mitsukoshi antritt. Immer wieder gerät er in Gefahr. Das Buch liest sich sehr angenehm und flüssig. Die vielen japanischen Ausdrücke sind im Anhang gut erklärt. Zwischen Mitsukoshis Geschichte gibt es immer wieder Einschübe, in denen wir die Weisheiten Vanderveers erfahren. Da seine Eltern arm sind, geben sie Mitsukoshi in die Obhut Vanderveers, denn ein Esser weniger sorgt dafür, dass mehr für die Anderen bleibt. Bei seinem Sensei erhält Mitsukoshi ein vielfältige und gute Ausbildung. Auch wenn er nicht alles versteht, was der Meister ihm erzählt, so behält der Schüler alles in seinem Gedächtnis und es kommt die Zeit, wo er auf sein Wissen zurückgreifen kann. Mitsukoshi ist ein kecker Bursche, ein wenig vorlaut und Angst scheint er auch nicht zu kennen. Mitsukoshi begegnet auf seiner Reise immer wieder einem Ninja, mit dem er sich einen Kampf liefert, oder einer Gruppe japanischer Kampfmönche, die schwer zu durchschauen sind. Dabei hat er eine fatalistische Einstellung. Er weiß, dass Takayama machtgierig und rücksichtslos ist. Doch erst auf seiner Reise durchs Land geht ihm auf, das Takayama wirklich vorhat. Er strebt die Übernahme des Shogunats an. Dabei sind ihm die Handfeuerwaffen, die der portugiesische Mönch Xaverius ins Land gebracht hat, mehr als nützlich, denn die Schwerter der Samurai können dagegen nichts ausrichten. Doch als Mitsukoshi erkennt, was gespielt wird, will er Takayama aufhalten. Kann ihm sein Erbe dabei behilflich sein, das er selbst nicht zu entschlüsseln vermag? Immer wieder ist dem jungen Samurai das Glück hold, denn es gelingt ihm tatsächlich bis vor den Shogun zu kommen. Er Berichtet, was Takayama vorhat und wie weit seine gigantische Truppe bereits vorgerückt ist, und findet sogar Gehör. Mit dem Hofastrologen und Schriftgelehrten Udagawa versucht Mitsukoshi die Schriftrolle von Vanderveer zu entschlüsseln. Die Geschichte ist unterhaltsam und spannend. Jemandem, der sich für japanische Geschichte interessiert, kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Ich stehe dem Buch zwiegespalten gegenüber. Es liest sich durchaus angenehm und spannend, einige Kritikpunkte habe ich aber dennoch. Doch von Anfang an: Man wird sofort mitten in die Geschichte hineingeworfen. Erst nach und nach erfährt man etwas über Mitsukoshis Vergangenheit, seinen ungewöhnlichen Lehrmeister Vanderveer und seine Beweggründe. Mir persönlich... Ich stehe dem Buch zwiegespalten gegenüber. Es liest sich durchaus angenehm und spannend, einige Kritikpunkte habe ich aber dennoch. Doch von Anfang an: Man wird sofort mitten in die Geschichte hineingeworfen. Erst nach und nach erfährt man etwas über Mitsukoshis Vergangenheit, seinen ungewöhnlichen Lehrmeister Vanderveer und seine Beweggründe. Mir persönlich gefällt so ein Aufbau gut, da sich so einige "Geheimnisse" erst im Laufe der Geschichte lösen lassen. Die Handlung ist zudem episodenhaft aufgebaut. Mitsukoshi erlebt zunächst ein Abenteuer nach dem anderen, er trifft Menschen, verlässt diese wieder und trifft neue Menschen. Ab und zu begegnet er bereits bekannten Leuten wieder, aber meistt handelt es sich doch um klar getrennte Abenteuer. Für einen Jugendroman finde ich das in Ordnung, auch wenn man so zu den meisten Personen keine Beziehung herstellen kann, weil sie einfach so schnell wieder weg sind. Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte. Bis auf Mitsukoshi lernt man eigentlich niemanden besser kennen. Und auch Mitsukoshi selbst bleibt mir teilweise ein Rätsel. Seine Gefühle bezüglich einer gewissen Dame kann ich mir nur bedingt erklären und auch ansonsten kann ich manche seiner Aktionen nicht ganz nachvollziehen. Hier wären tiefer gehende Beschreibungen schön gewesen. Auch etwas seltsam fand ich Mitsukoshis Verhalten. Er ist aufmüpfig, frech, rebellisch und zeigt immerzu seine Überlegenheit. Eigentlich passt das zu einem Jugendroman sehr gut (Identifikation der Zielgruppe), aber für einen Samurai im japanischen Mittelalter ist das doch eher ungewöhnlich. Teilweise kann ich mir sein Verhalten noch durch seinen holländischen Lehrmeister erklären. Insgesamt aber halte ich Mitsukoshis Benehmen in einer Gesellschaft, geprägt von Selbstkontrolle, Strenge und einem extremen Ehrbegriff, für sehr unwahrscheinlich. Für noch unwahrscheinlicher halte ich es, dass er damit so oft durchkommt. Positiv überrascht wurde ich vom Sprachstil. Das Buch liest sich angenehm flüssig ohne größere Stolperstellen oder ungewohnte Formulierungen. Der Autor benutzt oft japanische Begriffe, diese werden jedoch im Anhang erklärt. Ich fand diese Besonderheit eigentlich ganz schön, zumal sie zur allgemeinen Stimmung beiträgt. An einigen Stellen wäre weniger jedoch mehr gewesen ... wenn ich bei einer Beschreibung, wie ein Schwert geschmiedet wird, zweimal pro Satz in den Anhang blättern muss, macht das keinen Spaß. Allgemein hat mich das Buch gut unterhalten, es ist aber noch Luft nach oben. Dennoch bin ich mit der Geschichte zufrieden und vergebe 3 Sterne.