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Das Appenzeller Bauernhaus
Ein Appenzeller Bauernhaus setzt sich aus Wohnhaus und Stallscheune zusammen, welche in unterschiedlicher Beziehung zueinander stehen. Grundsätzlich ist zwischen Getrenntbauweise und Vielzweckbauweise zu unterscheiden.
Chrüüzgibelhuus
Als Appenzellerhaus schlechthin gilt das Kreuzfirsthaus. Das Wohnhaus in Giebelstellung und die traufbetonte Stallscheune sind so vereint, dass die Firste beider Bauteile im rechten Winkel zueinander stehen. Vom 18. bis ins 20. Jahrhundert wurden die Bauernhäuser fast ausschliesslich als Kreuzfirstbauten errichtet.
s'Huus zücht s'Gade noe
Haus und Gaden mit gleicher Firstrichtung
Beim Gadenhaus stehen Haus und Stall hintereinander, mit gleicher Firstausrichtung. Man kennt dafür die bildhafte Bezeichnung s Huus zücht s Gade noo. Gadenhäuser entstanden häufig aufgrund der Geländeexposition und der Topografie. Nach Osten orientierte Gadenhäuser an Nordhängen geniessen die Morgensonne und die Aussicht ins Tal. Sie kommen gehäuft in Innerrhoden sowie im Vorderland vor, wo sie oft gegen das Rheintal ausgerichtet sind.
Häädehuus
Heidenhaus mit Traufseitigem Dach gegen die Vorderfront. Unter «Heidenhaus» (Häädehuus) wird im Appenzellerland ein Tätschdachhaus mit Trauffront verstanden, das heisst ein Wohnhaus mit flachgeneigtem Dach und traufseitiger Hausfront. Die Dachtraufe verläuft parallel zur Haupt- oder Stubenfront. Da üblicherweise die Giebelseite als Hauptfront ausgezeichnet ist, fällt das Heidenhaus in der Hauslandschaft als Besonderheit auf.
Quelle:
Text: Die Bauernhäuser beider Appenzell
ISBN: 3-85882-387-2
Bilder:Albert Manser Bauernmaler in Appenzell