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"Ich bin so froh; niemals dachte ich, dass es so gehen würde; mehr froh noch wegen der Frauen im allgemeinen als wegen mir selbst."
Marie Heim-Vögtlin wusste schon als junge Frau genau was sie wollte: Medizin studieren und danach Ärztin werden. Mit 23 Jahren und der nötigen Erlaubnis ihres Vaters nahm sie an der Universität Zürich als erste Schweizer Studentin ihr Studium auf. Damit löste sie nicht nur in ihrer Familie, sondern im ganzen Land einen Sturm der Entrüstung aus. Die Öffentlichkeit war davon überzeugt, dass Frauen körperlich zu schwach waren, um ein Studium zu absolvieren. Mit ihrer Entscheidung zu studieren stellte Heim-Vögtlin das traditionelle Rollenbild der Frau radikal in Frage.
Nach Studienabschluss eröffnete sie ihre eigene Praxis und gab ihren Beruf auch nicht auf, nachdem sie zwei Kinder geboren hatte. Dabei versuchte sie ihrem Umfeld zu beweisen, dass ihre Pflichten als Hausfrau nicht unter ihrem Engagement als Ärztin litten. Von ihrem Mann konnte sie jedoch keine Unterstützung erwarten. Somit war Heim-Vögtlin wohl eine der ersten Frauen, die mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu kämpfen hatten.
Die erste Schweizer Ärztin gehörte keiner feministischen Bewegung an. Doch indem sie für sich selbst das Recht auf Bildung und die Akzeptanz für die Ausübung ihres Berufs erkämpft hatte, erleichterte Marie Heim-Vögtlin auch späteren Generationen von Frauen den Zugang zu Studium und Beruf.