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Finanzierungsmöglichkeiten
Eine neue Firma verfügt oft nur über sehr begrenzte Ressourcen. Es bedarf daher oft einer Finanzierung durch Externe. Hier zeigen wir Ihnen die besten Finanzierungsmöglichkeiten kurz vor und nach der Firmengründung.
Grundsätzlich kann Kapital über vier Wege aufgenommen werden. Im Folgenden erklären wir Ihnen jeden dieser Wege genauer.
Eigenkapital
Eigenkapital stellt die klassische Finanzierungsmöglichkeit bei Firmengründungen dar. Wenn sich ein Unternehmen über Eigenkapital finanziert, stellt ein Investor (als Aktionär oder Gesellschafter) dem Unternehmen Kapital zur Verfügung. Im Gegenzug erhält dieser Investor Anteile am entsprechenden Unternehmen und wird damit zum Miteigentümer. Als Miteigentümer hat der Investor Informationsrechte, welche die allgemeine Geschäftsentwicklung betreffen. Betriebsgeheimnisse müssen hingegen an einen solchen Investor nicht weitergegeben werden. Darüber hinaus hat jeder Miteigentümer Mitbestimmungsrechte. Diese Mitbestimmungsrechte werden in den Statuten festgelegt.
Der Investor profitiert wie bei einem normalen Aktieninvestment auf zwei Wegen, zum einen über mögliche Dividendenausschüttungen und zum anderen über einen Anstieg des Eigenkapital-Wertes. Ersteres führt zu einem direkten Cash-Zufluss an den Investor. Zweiteres lässt den Wert des Unternehmensanteils steigen. Sollte der Investor daher eines Tages seine Beteiligung verkaufen, würde er einen Gewinn gegenüber seinem Einstandspreis erzielen.
Eigenkapitalgeber haften maximal bis zu der Höhe ihres zugesagten Eigenkapitals. Darüber hinaus müssen Eigenkapitalgeber berücksichtigen, dass sie im Fall eines Konkurses des Unternehmens nur jenes Kapital erhalten, das noch übrig ist, nachdem alle anderen Gläubiger bedient wurden. In der Praxis bedeutet dies oft bei jungen Unternehmen, dass die Eigenkapitalgeber in einem Konkursfall einen Totalverlust erleiden.
Bezugsquellen für Eigenkapital sind für junge Unternehmen die sogenannten 3F: Friends, Family and Fools. Familie und Freunde sind oft die ersten Finanzierungsquellen für junge Unternehmen. Dadurch, dass sie den/die Gründer kennen, haben sie den Vorteil, dass sie das Potenzial des Managements besser abschätzen können.
Fremdkapital
Fremdkapital stellt eine weitere Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen dar. Fremdkapital wird oft durch Banken zur Verfügung gestellt. Es ist allerdings auch möglich, dass Privatpersonen einer Firma ein Darlehen zur Verfügung stellen. Fremdkapitalgeber haben eine Forderung in Höhe der vergebenen Mittel gegenüber dem Unternehmen. Sie werden allerdings nicht Miteigentümer des Unternehmens. Im Kreditvertrag können jedoch bestimmte Sicherheiten festgelegt werden, die dem Fremdkapitalgeber bei Zahlungsschwierigkeiten zustehen. Ebenso können bestimmte Informationspflichten des Kreditnehmers beschrieben werden.
Der Fremdkapitalgeber erhält für das zur Verfügung gestellte Kapital Zinsen. Die Rückzahlung des geliehenen Kapitals kann individuell festgelegt werden, entweder gestaffelt über die Laufzeit des Kredites oder aber am Ende.
Fremdkapitalgeber können im Fall einer Insolvenz maximal das geliehene Kapital verlieren. Eine darüber hinaus gehende Verlustbeteiligung ist nicht möglich. Im Konkursfall werden Fremdkapitalgeber i.d.R. mit dem Kapital aus der Insolvenzmasse bedient, nachdem die Ansprüche von Mitarbeitern und Lieferanten gedeckt wurden.
Für junge Unternehmen ist die Fremdkapitalfinanzierung durch Banken i.d.R. sehr schwierig. Zum einen ist die zukünftige Geschäftsentwicklung sehr unsicher und damit auch die Fähigkeit das Darlehen zurück zu zahlen. Und zum anderen verfügen junge Unternehmen über keine oder nur sehr wenige Sicherheiten, die hinterlegt werden könnten.
Business Angels und Venture Capitalists
Business Angels und Venture Capitalists sind Personen/Institutionen die Unternehmen in einer frühen Phase Eigenkapital zur Verfügung stellen. Es handelt sich daher um Eigenkapitalgeber mit Rechten und Pflichten, wie sie oben bereits beschrieben wurden. Allerdings stellen solche Business Angels/Venture Capitalists nicht nur Kapital zur Verfügung, sondern auch wertvolles Know-How und sie beraten die Gründer aktiv.
Bei Business Angels handelt es sich oft um ehemalige erfolgreiche Gründer, die in der Vergangenheit selbst ein Unternehmen erfolgreich aufgebaut und anschliessend verkauft haben. Mit den Erlösen aus dem Verkauf beteiligen sie sich nun an diversen Start-Ups. Business Angels bringen sich daher gerne in ein neues Start-Up mit (wertvollen) Ratschlägen ein.
Venture Capitalists sind Business Angels sehr ähnlich. Allerdings handelt es sich hier nicht um Einzelpersonen, sondern Firmen oder Fondsgesellschaften, die sich auf Investitionen in Start-Ups spezialisiert haben. Sie stellen Gründern Eigenkapital ebenso wie ein intensives Coaching während der nachfolgenden Wachstumsphasen zur Verfügung. Venture Capitalists suchen ihre Investitionsobjekte nach einem stark institutionalisierten Verfahren aus. I.d.R. sind Venture Capitalists an Start-Ups aus der Technologie oder Internetbranche interessiert.
Teilnahme an Jungunternehmerpreisen
Die Teilnahme an Jungunternehmerpreisen stellt eine weitere Möglichkeit zur Kapitalaufnahme dar. Im Rahmen von Wettbewerben können Neugründer i.d.R. ihre Geschäftsidee und ihren Businessplan einer Expertenjury präsentieren. Die Gewinner werden bei grösseren Wettbewerben mit relativ hohem Startkapital ausgestattet, welches meistens an keine speziellen Bedingungen geknüpft ist, d.h. es muss nicht zurückgezahlt. Entscheidend für den Erfolg bei solchen Wettbewerben s eine originelle Idee und ein überzeugender Auftritt.
Eine sehr gute Übersicht mit den zurzeit ausgeschriebenen Gründerwettbewerben stellt die Homepage: www.jungunternehmerpreise.ch dar.