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INPOSTA 2016 Näfels, 22. – 24. April 2016
Im Vorfeld der vom 22. bis 24. April 2016 in Näfels stattfindenden Ausstellung wurde ich von verschiedenen Philatelisten darauf angesprochen, was denn nun die Postgeschichte beinhalte? Hier lohnt es sich, kurz auf die Geschichte der Philatelie zurückzuschauen.
Bis zur NABA 1934 in Zürich wurden praktisch nur lose Marken gezeigt. Briefe waren eher die Ausnahme. Nach und nach wurden dann auch die zuerst belächelten thematischen Exponate als eigene Klasse akzeptiert. Mit der Erkenntnis, dass auch vorphilatelistische Belege sammel- und ausstellungswürdig sind, war dann der Durchbruch für die Postgeschichte geschaffen.
Man findet viele verschiedene Definitionen für den Ausdruck Postgeschichte. Für Aussteller, welche erfolgreich sein möchten, empfiehlt es sich aber, sich an die Richtlinien für die Bewertung von Exponaten der Postgeschichte der FIP zu halten, welche hier in deutscher Übersetzung aufgeführt sind:
A. Postgeschichtliche Exponate beinhalten philatelistisches Material, das befördert wurde und in Verbindung gebracht werden kann mit amtlichen, lokalen oder privaten Postanstalten. Diese Exponate heben im Allgemeinen Beförderungswege, Posttarife, Stempel, Gebrauchsweisen und andere postalische Aspekte hervor, wie z. B. Dienstleistungen, Aufgaben und Tätigkeiten in Hinsicht auf die geschichtliche Entwicklung der Postdienste.
B. Marcophilie (Stempel) Exponate zeigen eine Klassifizierung und/oder Studie von Poststempeln, die von amtlichen, lokalen oder privaten Postanstalten auf Briefen, Marken und anderen postalischen Dokumenten abgeschlagen wurden.
C. Exponate mit historischen, sozialen und speziellen Studien, die die Postgeschichte in einem erweiterten Sinn unter-suchen und dabei die Wechselwirkung zwischen Kommerz und Gesellschaft in Bezug auf das Postwesen aufzeigen.
Als Illustration habe ich hier einen Beleg abgebildet, welcher je nach Sammlungsschwerpunkt in allen drei Kategorien Platz finden würde. Der Brief wurde am 14. Juni 1851 von Basel nach Schinznach Bad gesandt. Da der Empfänger bereits abgereist war, erfolgte die Nachsendung nach Genf. Für die Nachsendung erfolgte eine Taxierung mit 8 Kreuzern, welche dann in Genf in 30 Centimes umgewandelt wurde.
Damit passt er bestens in eine Tarifsammlung. Mit dem Taxzahlstempel kann er auch in einer entsprechenden Stempelsammlung Platz finden. Und wenn sich jemand die Mühe macht, eine Studie zur Währungsreform vom 1.1.1852 zusammenzustellen, wäre er in der Kategorie C zu finden.
Wenn Sie mehr zum Thema Postgeschichte erfahren möchten, so kommen Sie doch einfach nach Näfels an die INPOSTA 2016. Diese Ausstellung ist der Postgeschichte gewidmet.
Claude Montandon
INPOSTA 2016
22. bis 24. April 2016
Lintharena SGU, 8752 Näfels
Internationale Postgeschichte-Ausstellung mit grosser Briefmarken- und Münzenbörse.
Öffnungszeiten:
Freitag, 22. April 2016 10 bis 17 Uhr
Samstag, 23. April 2016 10 bis 17 Uhr
Sonntag, 24. April 2016 10 bis 16 Uhr