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The Last Frontier – Alaska
Dort, wo sich der amerikanische und der eurasische Kontinent fast berühren, liegt Alaska – der 49. und damit jüngste Bundesstaat der USA. ‚Alaxsxag‘ heisst das Land in der Sprache der Aleuten-Eskimos, das bedeutet so viel wie ‚Land, in dessen Richtung das Meer strömt‘. Das Meer begrenzt Alaska von drei Seiten. Im Norden erstreckt sich das Nordpolarmeer, im Westen liegt die Beringsee und im Süden der Alaska-Golf als Teil des Pazifik. Nur nach Osten hin setzt sich die Landmasse im Nachbarland Kanada fort.
Unvorstellbare Weiten
Alaska sprengt fast die Vorstellungskraft des an enge Räume gewohnten Europäers. Mit über 1,7 Millionen Quadratkilometern ist der Bundesstaat mehr als vierzig mal so gross wie die Schweiz. Dafür leben hier nur gut 700.000 Menschen, davon alleine fast 300.000 im Bereich der Hauptstadt Anchorage. Sie liegt an der Südküste des Staates und ist mehr oder weniger das einzige grosse urbane Zentrum Alaskas. Alle anderen Orte fallen dagegen deutlich ab. Alaska ist damit der flächenmässig grösste und am dünnsten besiedelte US-Staat.
Ein Natur-Abenteuer
Urlaub in Alaska bedeutet pure Natur. In dem menschenleeren Land ist es gut möglich, etliche Tage zu verbringen, ohne einem menschlichen Wesen zu begegnen. Das Flugzeug ist ein gängiges Fortbewegungsmittel, um die riesigen Entfernungen zurückzulegen. Das Strassennetz konzentriert sich vor allem im etwas dichter besiedelten Südosten des Landes. Dennoch ist Alaska für Tourismus erschlossen. Es gibt ein gutes Netz an Unterkünften, Reiserouten, organisierten Reisen und Aktivitäten. Natürlich kommen auch Individualtouristen auf ihre Kosten. Ganz lösen von der Zivilisation muss man sich in Alaska als Tourist also nicht, auch wenn die für das Gebiet häufig verwendete Bezeichnung ‚The Last Frontier‘ – ‚Die letzte Grenze‘ – das nahelegt.
Von Russland gekauft
Ohne Alaska gäbe es wahrscheinlich die Besiedlung des amerikanischen Kontinents nicht. Sie erfolgte als Ureinwohner des heutigen Sibiriens über eine damals noch bestehende Landbrücke einwanderten. Mit dem Ende der Eiszeit hob sich der Meeresspiegel und die Landverbindung riss ab, es entstand die Beringstrasse. Noch eine historische Besonderheit weist Alaska auf. Bis 1867 gehörte das Land zu Russland. Der russische Zar verkaufte das scheinbar wertlose Territorium für wenig mehr als sieben Millionen Dollar an die USA – angesichts der inzwischen entdeckten Bodenschätze ein Spottpreis. 1959 wurde Alaska schliesslich Bundesstaat der Vereinigten Staaten.
Alaska im Überblick
An dieser Stelle kann nur ein grober Überblick über die vielfältigen landschaftlichen Schönheiten Alaskas gegeben werden. Grosse Teile des Bundesstaates gehören zu einer Reihe von Nationalparks, um die weitgehend unberührte Natur zu schützen. Alaska lässt sich grob in fünf Regionen einteilen: Southcentral, Inside Passage, Southwest, Interior und Far North.
Anchorage: das Zentrum
Rund die Hälfte der Alaskaner lebt in der Region Southcentral. Hier liegt Anchorage, eine junge Hauptstadt, die nur auf wenige Jahrzehnte Historie zurückblicken kann. Anchorage ist für Reisende in der Regel das Eingangstor zu Alaska. Wer urbanes Treiben mit Wildnis verbinden will, ist hier richtig. Die Stadt bildet das kulturelle, wirschaftliche und politische Zentrum Alaskas. Die Natur beginnt unmittelbar an der Stadtgrenze. Die nahen Chugach Mountains mit dem Cugach State Park bilden eine eindrucksvolle Kulisse.
Fjorde der Inside Passage
Entlang der Pazifik-Küste zieht sich ein schmaler Landstreifen Alaskas weit nach Süden – die Inside Passage. Das Städtchen Sitka auf Baranof Island war als ‚Neu-Archangelsk‘ einmal die Hauptstadt von Russisch-Amerika. Die tief zerklüftete Küste der Inside Passage mit zahlreichen Inseln, Buchten, Bergen und Gletschern bietet Besuchern eine eindrucksvolle Fjordlandschaft, die sich hinter der Norwegens nicht verstecken muss.
Aleuten und Yukon-Delta
Die Southwest-Region ist eine vielseitige Landschaft. Zu ihr gehören u.a. die Aleuten, eine Inselkette, die bis zum äussersten Ende Russlands reicht. Vulkanlandschaft ist im Katmai National Park auf der Alaska-Halbinsel zu erleben. Ausgesprochen wasserreich mit einer Vielzahl an Flüssen, Flussarmen, Sümpfen und Seen ist das Yukon-Delta ein ideales Terrain für Wildtiere. Hier leben zahllose Wasservögel, aber auch Braunbären, Elche und Wölfe, vom Fischreichtum ganz zu schweigen.
Rund um den Mount McKinley
In der Interior-Region befindet sich der höchste Gipfel Alaskas und überhaupt Nordamerikas, der Mount McKinley (6.168 Meter). Er gehört zur sogenannten Alaska-Kette, einer Hochgebirgskette, die von weiten Tundra-Landschaften umgeben ist. Im Bereich der Alaska-Kette liegen mehrere Nationalparks wie der Denali-Nationalpark, der Lake-Clark-Nationalpark und der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark. Die Interior-Region wird vom Alaska-Highway durchquert, der auch Anchorage passiert. Man kann daher gut mit dem Auto oder Caravan hierher gelangen.
Bis zum Arktischen Meer
Far North hält das, was der Name verspricht. Hier kommt man tatsächlich – schon jenseits des Polarkreises – an die letzte Grenze. Der ultimative Endpunkt ist die Siedlung Barrow, der nördlichste Ort Alaskas und der USA. In der Far-North-Region gibt es weite Täler, sanfte Hügelketten, Seen und Flüsse und typische Tundra-Landschaft. Ein starker Kontrast dazu sind die Sanddünen im Kobuk Valley National Park, die man hier nicht vermuten würde. Jenseits von Barrow liegt nur noch das Arktische Meer. Weiter weg von der Zivilisation geht nicht.
Oberstes Bild: Der Mount McKinley, Alaska (Dave Bezaire & Susi Havens-Bezaire, Wikimedia, CC)