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Bei diesem Verfahren wird die Menge von Kohlenstoff C14 in Holz, Knochen oder Stoff ermittelt. Weil C14 mit einer konstanten Rate zerfällt, lässt sich das Alter des Objekts ermitteln. Der Gehalt von CO2 in der Luft schwankt aber, so etwa durch die Emmissionen von Kraftwerken. Die Wissenschaftlerin Heather Graven vom Imperial College in London berichtet, dass die Radiokarbon-Methode zur Altersdatierung ihre Aussagekraft verliere.
Dass der CO2-Gehalt der Luft nicht immer gleich, sondern variabel ist, schmälert die Aussagekraft dieser Methode beträchtlich. Wenn Substanzen heute CO2 aus der Luft aufnehmen, zeigt diese Methode ein fortgeschrittenes Alter an. Diese «künstliche Alterung» führe dazu, dass sich alte von neuen Gegenständen immer schlechter unterscheiden liessen, so die Wissenschaftlerin in einem Beitrag für das Wissenschaftsmagazin «Proceedings of the National Academy of Science». Gemessen an der Radiokarbon-Methode «altere» die Luft pro Jahr um 30 Jahre, schreibt Heather Graven.
Substanzen, die heutzutage das CO2 aus der Luft aufnehmen, enthalten also von Beginn an wenig C14, mithin einen unnatürlich hohen Anteil von C12. Die Folge: Sie sind quasi künstlich gealtert – die Radiokarbon-Methode zeigt fortgeschrittenes Alter. Das Radiokarbon-Alter von Substanzen, die 2050 entstünden, würde jenen ähneln, die tausend Jahre alt sind. 2100 wiesen Stoffe bereits bei ihrer Entstehung ein Radiokarbon-Alter von 2000 Jahren auf – die Methode könnte also nicht mehr unterscheiden, ob ein Holzgegenstand aus dem Alten Rom oder der Gegenwart kommt.
Die Zuverlässigkeit der Radiokarbon-Methode zur Altersdatierung wird nicht nur durch gegenwärtige Emissionen von Kraftwerken gemindert. Vulkanausbrüche verändern den CO2-Gehalt der Luft beträchtlich und begrenzen die Aussagefähigkeit dieser Methode zur Altersdatierung.