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Donnerstag, 29. Dezember 2016
Am Vormittag lernten wir auf einem geführten Rundgang die malerische Altstadt von Aix-en-Provence kennen: Schöne Paläste aus dem 17. Jahrhundert, enge Gassen in der Altstadt, daneben der Flanierboulevard Cours Mirabeau und schmucke Kirchen. Danach konnten wir noch das ehemalige Atelier des berühmten Malers Cézanne besichtigen, welcher den grössten Teil seines Lebens in Aix-en-Provence verbracht hatte. Den Nachmittag und den Abend hatten wir zur freien Verfügung.
Führung durch Aix-en-Provence
Die Altstadt
Unser Hotel Aquabella liegt direkt am Rande der Altstadt. Deshalb konnte die lokale Reiseführern direkt am Hotel in Empfang nehmen. Anne-Marie führte unsere deutschsprachige Gruppe. Zuerst zeigte sie uns typische Statuen von Heiligen, welche an vielen Hausecken noch vorhanden sind, da hier die Französische Revolution nicht so radikal aufgeräumt hat. Danach machte sie uns noch auf die fast durchwegs übliche zweisprachige Beschriftung der Strassen aufmerksam. Die provenzalische Sprache Provençal, welches Ähnlichkeiten mit dem katalanischen aufweist, wird noch ab und zu gesprochen wird und es sind auch Anstrengungen vorhanden, diese wieder zu beleben.
Cours Mirabeau und Quartier Mazarin
Bald waren wir auf dem breiten verkehrsfreien Boulevard Cours Mirabeau angelangt. Diese Platanenallee wurde im 17. Jahrhundert an Stelle der alten Stadtmauer erstellt. Südlich davon wurde dann das Quartier Mazarin erbaut, das im Gegensatz zur Altstadt schachbrettartig geplant wurde und in dem viele barocke Wohnsitze der Amtsadligen und Parlamentarier gebaut wurden. Deshalb ist es auffällig, dass am Cours Mirabeau an der Südseite vor allem die Prachtspaläste der Banken mit eindrücklichen Fassaden stehen, an der Nordseite hingegen Duzende von Bistros und Cafés, aber auch kleine Läden. Im Quartier Mazarin befindet sich auch die Museen Musée Granet und Hôtel de Caumont und der bekannte Delfin-Brunnen sowie die Schule Collège Bourbon (heute Lycée Mignet), wo der Maler Paul Cézanne mit dem späteren Romancier Émile Zola Freundschaft schloss.
Bei der anschliessenden Durchquerung der verwinkelten Aldstadt nördlich des Cours Mirabeau waren wir so sehr mit dem Fotografieren des farbenprächtigen Blumenmarkts beschäftigt, dass wir plötzlich den Anschluss an unserer Gruppe verloren. Auch das Absuchen der anschliessenden Gässchen nützte nichts – sie waren wie vom Erdboden verschwunden! Wir wussten aber, dass anschliessend ein Besuch des Atelier von Cézanne geplant war, welches etwas ausserhalb der Altstadt auf einen Anhöhe liegt. Dank unseres Stadtplans fanden wir diese Sehenswürdigkeit aber ohne Probleme und wartetet dort auf das Eintreffen unserer Gruppe. Auch sie hatte uns vermisst und nach uns Ausschau gehalten. Sie war dann aber die Kathedrale besichtigen gegangen, so dass wir sie nicht gesehen hatten.
Atelier Cézanne
Dieses kleine Häuschen in einem nunmehr etwas verwilderten Garten liess sich Cézanne 1902 ein paar hundert Meter nördlich der Stadt bauen. Im ersten Stockwerk befand sich sein geräumiges Maleratelier, ausgerüstet mit einem grossen Fenster gegen Norden. Ausgestellt sin zahlreiche Utensilien und Modelle, welche Cézanne für seine Bilder benützt hatte. Auf einem Bildschirm wurden Bilder des Malers gezeigt, und man konnte die Vorlagen dazu im Raum finden. Hier hatte der Maler auch eine herrliche Aussicht über die Stadt. In der Zwischenzeit verdecken die hohen Bäume des Parks und die neuen Häuser die Sicht auf die Altstadt.
Freier Nachmittag und Abend
Nun konnten wir den freien Nachmittag geniessen:
Wir besuchten die am Vormittag verpasste Kathedrale St-Sauveur, welche vom 12. bis zum 17. Jahrhundert in verschiedenen Baustilen gebaut wurde. Dann flanierten wir durch die Gässchen mit den zahlreichen Läden, welche Artikel aus der Provence verkaufen. Darunter sind auch viele Süssigkeiten wie Nougat, Gelée-Früchte oder eben auch Calissons, ein Bisquit in der Form eines Schiffchens, mit Mandeln und kandierten Melonen und Orangen, eine Spezialität aus Aix-de-Provence.
Anschliessend besuchten wir das Museum Hôtel de Caumont in einem 2013 renovierten Palast aus dem 18. Jahrhundert. Wir konnten einige schön eingerichtete Zimmer besichtigen, und ein halbstündiger Film zeigte das Leben von Paul Cézanne, Im ersten Stock finden jeweils Wechselausstellungen statt – momentan wurde das Leben von Marilyn Monroe in Ton und Bild präsentiert.
Inzwischen war es schon recht dunkel geworden. Da die Temperaturen recht moderat waren und die Restaurants und Bars überall auch im Freien Tische aufgestellt hatten, genossen wir den Apéro ebenfalls draussen, wo dank den Wärmestrahlern der Aufenthalt einigermassen erträglich war. Für das anschliessende Nachtessen – übrigens das einzige, für welches wir selbst besorgt sein mussten – zogen wir uns aber in einen geheizten Wintergarten zurück.