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Scala Schleife (Scala Kurve)
Die Strecke der Berninabahn wurde - wo möglich - nach Kritierien der Aussicht trassiert. So wurde auch die Scala-Kurve gebaut, wo erstmals ein grandioser Blick ins Puschlav möglich war. Mit der Einführung des Winterbetriebs musste die Strecke verlegt werden, weil sich dort die stärksten Schneeverwehungen ablagerten. Längere Zeit noch blieb die Scala-Kurve als (ungesicherter) Kreuzungsmöglichkeit im Sommer erhalten. Heute zeugt nur noch der Bahndamm von der damaligen Trassierung.
Blick auf eine Landeskarte aus dem Jahr 1936: Hier sind noch beiden Streckenverläufe eingezeichnet, die Scala-Schleife wurde noch längere Zeit als sommerliche Kreuzungsmöglichkeit genutzt. Die anschliessende Gallerie ist noch ziemlich kurz.
Interessantes Detail: Der heute nur noch pauschal als Lago Bianco bezeichnete Stausee bestand früher - also vor der Staumauer - aus drei natürlichen Seen, einer davon hiess Lago della Scala.
DEINE UNTERSTÜTZUNG! Leider ist mir bis heute kein historisches Bild mit der Kreuzungssituation der Scala-Schleife mit der direkten Linie begegnet. Das ist sehr erstaunlich, wäre doch das ein pittoreskes Sujet gewesen (mindestens aus bahnhistorischer Sicht). Wer so ein Bild kennt, nehme doch bitte mit mir Kontakt auf, vielen Dank.
Diese winterliche Aufnahme ist in der Scala-Kurve entstanden. Interessant ist, dass die gesamte Trasse komplett eingeschneit ist.
Danke Gion für Deine Präzisierungen: "Die Karte "Schneeschleudermaschine der Berninabahn in Bereitschaft“ ist auf der alten Scala-Schleife aufgenommen, nach dem Bau der neuen Linie. Der Schleuder
arbeitet sich im Frühling durch den alten Schnee des ganzen Winters, an dieser Stelle wurde auch der bekannte Film von 1937 aufgenommen."
Vermutlich die selbe Fotosession. Gut zu sehen auch hier die senkrechte Dampf- und Rauchfahne der Xrot und der Schnee, welcher im hohen Bogen aus der Trasse geschleudert wird.
Gleiche Karte auf der Rückseite. Stolz preist die BB ihre Vorzüge
Von der Schneeräumung an der Scala gibt es etlich Postkarten. Hier eine noch nie gesehene Aufnahme von Albert Steiner.
Es wurde in der 1926 in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift "Der gute Kamerad" abgedruckt.
Sammlung Jeremy Rayner
Gut zu sehen in der Vergrösserung ist die Aufhängung der "doppeldrahtigen" Fahrleitung
Testfahrt mit dem nigelnagelneuen Schneeräumer X 1002, vermutlich in der Scala-Kurve
Auf dieser Aufnahme erkennen wir die erste Scala-Gallerie. Der Standort hat nichts zu tun mit dem späteren und heutigen Schutz, der weiter nördlich steht. Sie steht ungefährt dort, wo sich später die beiden Geleise gekreuzt haben.
Auf einem der Folgebilder sieht man diese Gallerie völlig eingeschneit.
Diese Aufnahme zeigt die eingeschneite Scala-Gallerie am alten Standort (Diagonal von unten links gegen die Bildmitte). Ein Zug verlässt diese gerade in Richtung Alp Grüm und fährt bald in den Scala-Tunnel ein.
Hier ein Ausschnitt aus diesem Streckenabschnitt. Die direkte Linie ist noch nicht realisiert, sonst wären wohl trotz des hohen Schnees Masten zu sehen.
Auf der Suche nach einem Bild der Abzweigung und Unterführung der beiden Linien bin ich beim bekannten Schneeräumungsfilm (1937) der Berninabahn dieser Szene begegnet: Schneeräumung mit einem absenkbaren Schnee- und Spurpflug mit den Schutzfronten für das Bedienungspersonal. Das Geleise nach unten links ist die neuere, direkte Linienführung, jene die in den unteren rechten Bildrand führt, geht zur bekannten Panoramaschleife.
Ich hätte erwartet dass die Weiche ungekehrt konstruiert war: Der abweigende Ast zur Schleife.
So zeigt sich die Situation heute aus der Vogelperspektive. Die Linienführung nach dem Tunnel wurde nach dem Abbau der alten Strecke begradigt. Deutlich sind auch heute noch die Spuren der alten Scala-Schleife zu erkennen.
Blick von Süden auf die Situation heute und die ehemalige Unterführung - heute zugeschüttet. Bis etwa 2009 lag der Brückenträger noch neben den Geleisen.
Danke an Manfred Moeldner für die Fotos
Die Situation beim Nordportal des Scala-Tunnels. Die Linienführung wurde nach dem Abbruch der Brücke gestreckt und das Niveau erhöht
Tipp: In der Ausgabe "Winter 2005" von Semaphor gibt es einen interessanten Hintergrundbericht mit ein paar schönen Bildern der Scala Schleife