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Im stets regen kulturellen Leben der Gemeinde Muri spielte über längere Zeit der Sängerbund eine wichtige Rolle. Nebst der Teilnahme an sängerischen Wettkämpfen erfreute er die Bevölkerung mit Theater-, Konzert- und Operettenaufführungen. Anfangs der Fünfzigerjahre wurden mit dem eigenen Orchester (Musiker aus Muri und Umgebung) in der Klosterkirche jeweils an Auffahrt geistliche Konzerte aufgeführt, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuten. Das brachte eine enorme Mehrbelastung für die Sängerinnen und Sänger mit sich, was schliesslich dazu führte, dass sich eine Gruppe vom angestammten Verein löste, um sich ausschliesslich für Kirchenkonzerte zu engagieren, während sich der Sängerbund der weltlichen Musik widmete. Die schnell wachsende Sängerschar trat nun unter dem Namen Konventchor Muri, Singkonvent Muri und schliesslich Singkonvent Freiamt auf.
Die Klosterkirche mit dem barocken Oktogon bot sich als idealer Raum für geistliche Konzerte geradezu an. So wurden seit 1955 in ununterbrochener Folge die Bettagskonzerte hier aufgeführt. Josef Raeber ist es zu verdanken, dass diese Konzerte Bestand hatten, wirkte er doch bis 1966 als Organisator, Chorsänger und Solist. Nach seinem Wegzug aus Muri fanden sich stets Idealisten, die gemeinsam die Organisation übernahmen, was mit dem grösser werdenden Chor und den wachsenden Zuhörerzahlen immer aufwändiger wurde. Erst 1997 wurde die bis dahin lose Sängerschar aus der näheren und weiteren Umgebung durch die Gründung des Vereins "Singkonvent Freiamt" auf eine rechtliche Basis gestellt und damit die zur Tradition gewordenen und weit über das Freiamt ausstrahlenden Bettagskonzerte gestärkt.
Die Gründung der Rudolf Wartmann-Stiftung, die Schaffung des Kuratoriums zur Förderung des kulturellen Lebens im Aargau und neuere Stiftungen in Muri ermöglichten die Weiterführung der Konzerte. Hervorragende Dirigenten verstanden es, den Laienchor zu einem anspruchsvollen Kammerchor zu entwickeln. Waren es ganz zu Beginn Franz Enderle und Hans Gmür, so prägte von 1958 bis 1988 Markwart Baumgartner die Konzerte, und seit 1989 tragen sie die Handschrift von David D. Schneider. Es ist erfreulich, dass diese beliebten Konzerte mit Werken aus verschiedenen Zeitepochen - trotz vermehrter ähnlicher Angebote am Bettag - das halbe Jahrhundert überdauert haben, und es ist zu hoffen, dass sie auch weiterhin das Konzertleben im Freiamt bereichern.
Hildegard Rey