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Winnetou - 1. Teil (1963)
Winnetou - 1. Teil (1963)
Oder: Tütenrauchen als Friedensangebot
Der Stamm der Mescalero-Apachen lebt in Frieden in ihren Gebieten und hat gelernt, mit dem weissen Mann aus Washington in Frieden zu leben. Doch nicht alle Weissen halten sich an diese Abmachungen und stören die Idylle. So will der Bandit Santer (Mario Adorf) die Bahnlinie der Great Western Railroad mitten durch das Indianergebiet bauen, um dadurch eine Menge Profit ein zu sacken.
Ein Mann, der sich zu "Old Shatterhand" (Lex Barker) entwickeln wird, ist Vermessungsingenieur und riecht den Braten. Allerdings (natürlich) zu spät. Der friedliebende Häuptling Winnetou (Pierre Brice) wird gefangen genommen und den mit Santer im Bündnis stehenden Todfeinden der Apachen, die Kiowa, ausgeliefert. Doch ausgerechnet Old Shatterhand befreit den jungen Häuptling. Jedoch nicht ohne im eine Kette ab zu reissen, die ihn später als Retter des Indianers identifiziert.
Natürlich schafft es Winnetou zurück zu seinem Stamm und ebenso natürlich wird das Kriegsbeil ausgegraben. Die armen Bahnarbeiter sollen dafür büssen, was geschehen ist und im Zweikampf verletzt Winnetou Old Shatterhand so schwer, dass dieser tagelang mit dem Tod kämpft. Nach seiner Genesung soll der Weisse am Marterpfahl sterben. Jedoch gibt ihm Winnetou eine Überlebenschance. Wenn er es schafft, in einem durchbohrten Kanu den Fluss hinauf zu paddeln und als erster einen Treffpunkt zu erreichen, bevor ihn ein Krieger der Apachen tötet, dann soll er frei sein.
Der Rest ist Geschichte, jedoch noch nicht das Ende aller Abenteuer.
DVD-Rating
1963 kehrte Winnetou in die Kinos zurück, nachdem er ein Jahr zuvor schon den Schatz im Silbersee gefunden hatte und man bemerkte, dass diese klassischen Westerngeschichten von Karl May enormen Anklang beim Publikum finden. Also machte man sich ein weiteres Mal auf die Socken in die (ehemals) jugoslawischen Berge, trommelte den internationalen Cast zusammen und produzierte die Reihe über den mit grosser Wahrscheinlichkeit bekanntesten Indianer unserer Breitengraden.
Winnetou machte nicht nur Pierre Brice endgültig zum Star, sondern bescherte dem Filmschönling Lex Barker ein weiteres Standbein, um sich nach Krimis, Piratenfilmen und Dschungelabenteuern in einem neuen Genre zu beweisen. Angereichert wurden die Rollen durch deutsche Bösewichte wie den jungen Mario Adorf und Sidekicks wie "wenn ich mich nicht irre"-Sam Hawkins, der von Ralf Wolter personifiziert wurde und immer dann einen schlechten Spruch brachte, wenn es am unnötigsten war.
Der Film ist natürlich ein Klassiker aus der Jugend eines Jeden. Alle kennen den verständnisvollsten Indianer der Neuzeit. Jeder weiss, was die "Silberbüchse" ist und dass Winnetou natürlich mit seinem weissen Freund (ohne Angst vor HIV) Blutsbruderschaft schliesst. Von da an gehts allen bösen Westerngaunern an den Kragen, die versoffenen Indianer werden bekehrt und wenn sich die beiden Brüder nach langer Trennung wieder sehen, dann wartet man darauf, dass sie sich in die Arme fallen. Was natürlich nie geschieht, sondern die beiden begrüssen sich mit einem coolen Händedruck (indem sie sich gegenseitig an die Handgelenke fassen), der auf den Schulhöfen alter Tage natürlich auch praktiziert wurde.
Fazit: Alt, stereotypisch und extrem vorhersehbar. So kennen wir die Filme über Winnetou und so lieben wir sie auch. Da ist das Blut extrem rot, die Gewehre rauchen häufig und die Bardamen schwärmen wunderbar vom "stattlichen Herrn", der sich als Old Shatterhand zu erkennen gibt. Ein Film für Nostalgiker und endlich auf DVD erhältlich für alle die, welche den Häuptling auch mal im Original hören wollen.
Die ganze Geschichte des Apachen-Häuptlings kommt in einer 3-DVD-Box, wovon Winnetou und die erste Fortsetzung "nur" mit jeder Menge Trailern ausgestattet ist. Die schönen und interessanten Extras sind alle auf der letzten Disc, dem ultimativen Finale. Mehr über die Bonusfeatures gibts dort.
OutNow.CH:
28.05.2006 / muri
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