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Thea, Pepper, Mario und Anna
Thesen zum Einsatz von humanoiden Assistenzrobotern in Alters- und Pflegeheimen - eine absehbare Umwälzung
Die Gerontologie legt Wert auf eine positive Sichtweise des Alterns und sieht den Erhalt der Selbstständigkeit als ihr Ziel. Technologie, die die Autonomie von älteren Menschen unterstützt, kann hierbei eine wichtige Rolle spielen. Eine Herausforderung besteht darin, zu bestimmen wie lange und in welcher Weise ein Computer-System, das selbst lernt, die Selbstständigkeit einer Person fördern kann. Eine Maschine, die das Verhalten, die Bewegungen, die Gestik und Mimik sowie die Äusserungen einer Person analysiert und darauf basierend eigenständig handelt, stellt hierbei eine mögliche Lösung dar.
Es gibt einige allgemeine Ideen, die oft in Bezug auf die Verwendung von humanoiden Assistenzrobotern in Altersheimen diskutiert werden. Zum Beispiel können humanoide Roboter ältere Menschen bei alltäglichen Aktivitäten unterstützen und ihnen dabei helfen, Unfälle zu vermeiden. Oder sie unterstützen ältere Menschen dabei, ihre körperliche und geistige Gesundheit zu verbessern, indem sie ihnen beispielsweise beim Spazierengehen oder bei körperlichen Übungen helfen. Humanoide Roboter können aber auch dabei unterstützen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, indem sie beispielsweise als Gesprächspartner fungieren; oder sie helfen, selbstständiger zu leben, indem sie ihnen beim Kochen oder beim Anziehen helfen. Ferner können Assistenzroboter die Kosten für die Pflege älterer Menschen reduzieren, indem sie die Notwendigkeit für menschliche Pflegekräfte verringern, oder sie können die Effizienz der Pflege älterer Menschen erhöhen, indem sie beispielsweise mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Sie können die Zufriedenheit älterer Menschen erhöhen, indem sie ihnen dabei helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern und ihnen das Gefühl geben, mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben.
Grosse Auswahl
Es gibt eine zunehmende Anzahl privater und globalisierter Anbieter auf dem Markt. Die rasante Entwicklung digitaler Technologien ermöglicht es, in Bereiche vorzudringen, die früher als geschützte Territorien der Alters- und Pflegeheime angesehen wurden. Von der Pflege und Betreuung bis hin zum Zahlungsverkehr, junge Technologieanbieter fordern die etablierten Unternehmen heraus, indem sie einfach zu verstehende, orts- und zeitunabhängige Dienstleistungen anbieten, die bequem in Anspruch genommen werden können. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach kassen- und privatfinanzierten Gesundheits- und Versorgungsangeboten.
Startups, Investoren und Händler bereiten sich auf den Wandel eines lukrativen Marktes vor. Die Sozial- und Gesundheitsbranche sieht in der zunehmenden Verwendung von Robotern und KI-Technologien eine Chance, aber auch Herausforderungen. Um sich darauf vorzubereiten, sollten sich die führenden Branchenverbände mit Startups und Anbietern von Roboter- und KI-Dienstleistungen vernetzen, um Trends frühzeitig zu erkennen und sich auf die Herausforderungen vorzubereiten, die ihre Mitglieder in Zukunft betreffen werden.
Assistenzroboter setzen sich durch
Serviceroboter-Technologien bieten das Potenzial, die Bedienung von handelsüblichen Pflegehilfsmitteln in Bezug auf Effizienz und Ergonomie zu verbessern und Pflegekräfte dadurch zu entlasten. Dies kann dazu beitragen, die Zeit von Pflegekräften für eigentliche pflegerische Tätigkeiten zu erhöhen und gleichzeitig Gesundheitsschäden zu vermeiden, um die Arbeit in der Pflege attraktiver zu gestalten. Wenn sie richtig eingesetzt werden, sollten diese Technologien jeder Person individuell helfen, Defizite auszugleichen und Kompetenzen zu stärken und gleichzeitig das Personal zu entlasten, insbesondere in Zeiten von Pandemien. Beispielsweise könnten Roboter in Eingangsbereichen von Pflegeheimen Besuchern die Hygienemassnahmen erklären und deren Körpertemperatur messen. Es ist auch denkbar, dass ein Roboter, der sich im Haus bewegt, die Bewohner immer wieder daran erinnert, den gebotenen Abstand einzuhalten.
Zuverlässige Roboter
Fahrende Roboter in Pflegeeinrichtungen werden in Zukunft über Funktionen wie Abstandshalte- und Parkierassistenten verfügen, ähnlich wie es bei modernen Autos bereits der Fall ist. Der humanoide Roboter Pepper trifft man zunehmend in öffentlichen Bereichen wie Museen, Hotels oder Einkaufszentren, er begrüsst Besucher und unterstützt alte Menschen, oder hilft Studierenden beim Lernen.
Sharing-Modelle
Alters- und Pflegeheime sollten flexibel bleiben, indem sie statt einen eigenen Roboter zu kaufen, einen mieten, möglicherweise monatsweise oder quartalsweise. Neue Anbieter bieten übersichtliche Pauschalangebote mit Monatsmieten an. Andere kaufen einen Roboter, nutzen ihn aber nicht dauerhaft und vermieten ihn stattdessen. Es werden Plattformen entstehen, auf denen Roboter-Besitzer ihre Roboter vermieten können. Ein wichtiges Argument für Vermieter ist, dass sie alle Haftungs- und Versicherungsfragen unkompliziert delegieren können. Im Endeffekt könnten vermehrt Flottenanbieter statt Privatpersonen Roboter besitzen. Zusammen mit dem wachsenden Trend der Robotik könnte sich das Massengeschäft mit Robotern in ein B2B-Geschäft verwandeln.
Aufbau einer Datenbasis
Die Interaktion mit Menschen ist komplex und sehr individuell. Es stellt sich als Herausforderung heraus, Roboter möglichst realistisch nachzubilden. Selbstlernende Roboter oder Sprachassistenten müssen trainiert werden. Nebst generischem Input (wie z.B. Sprachregeln, Spracherkennung) greifen sie auch auf Daten zu, die wir alle, oft ohne es zu wissen, in den Sozialen Medien oder beim Telefonieren generieren, bei Google-Anfragen, mit Fitness-Apps oder Dating-Portalen. Leistungsfähige Computer suchen in diesen riesigen Datenmengen nach Mustern, Regelmässigkeiten und statistischen Zusammenhängen. Sie werden von Algorithmen unterstützt, die die Daten dann nach bestimmten Kriterien auswerten. Dabei treten dieselben Probleme mit Cyberrisiken auf wie in anderen Bereichen. Da die Anzahl der vernetzten Roboter und damit das Schadenpotenzial rasch zunehmen, ist es für die Roboter-Besitzer wichtig, die Hersteller und deren Software-Lieferkette eng zu begleiten.
Datenschutz
Es sind die Hersteller von Robotik-Software, die die Verantwortung tragen, die Daten ihrer Kunden zu schützen. Bisher gehörten die Daten von Alters- und Pflegeheimen und deren Klienten, ausschliesslich den Personen, deren Daten erhoben wurden. Diese Daten werden durch Anwendungen wie Patientenverwaltung, Personalverwaltung, Arbeitsplanung, Finanzbuchhaltung oder Überwachungsfunktionen generiert und systematisch gesammelt und gespeichert. Diese Daten dienen hauptsächlich internen Auswertungen zur Unterstützung von Prozessen (Statistiken, Pläne usw.) und können auch mit externen Institutionen wie Krankenhäusern oder Arztpraxen ausgetauscht werden (z.B. Patientendossiers, Untersuchungsberichte). Schliesslich ist auch die Zurverfügungstellung bestimmter Daten an Dritte zur Auswertung (Forschungszwecke, Drittanbieter) denkbar.
Damit humanoide Assistenzroboter breiter akzeptiert werden, müssen sie
relevante Kriterien erfüllen. Sie sollten in der Lage sein, menschenähnliche
Fähigkeiten wie Bewegung, Sprache und Kommunikation zuverlässig auszuführen,
für den Einsatz in der Praxis kosteneffektiv sein, von der Gesellschaft als
nützlich und unterstützend angesehen werden, und es muss eine klare und
adäquate Regulierung geben, die die Sicherheit, Datenschutz und Zuverlässigkeit
der humanoiden Roboter gewährleistet. Der rasante technische Fortschritt
erfordert politische Richtlinien, juristische Regelungen und die Klärung
ethischer Fragen.
Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Wir sind gerne für Sie da. Kontakt