Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03400.jsonl.gz/407

Pflästerer/in
Nach einer dreijährigen Ausbildung nehmen Pflästerer[1] Gestaltungen an diversen Flächen (z.B. Wege, Plätzte, Gärten) mit Pflastersteinen vor. Sie sind zudem auch für die Aushebung von Gräben, die Verlegung von Leitungen, die Einsetzungen von Schächten und Randsteinen sowie die Ausführung diverser kleiner Betonierarbeiten zuständig. Dabei setzen sie sowohl Geräte und Maschinen als auch Handwerkzeuge ein, wie z.B. die Setzlatte und den Richthammer. Mit der Setzlatte prüfen sie die Ebenheit und die Neigung der zu bepflasternden Fläche und mit der Hilfe des Richthammers werden die Pflastersteine bei Bedarf zurechtgehauen. Für all diese Arbeiten sind neben ausreichender Körperkraft und Ausdauer auch handwerkliches Geschick sowie ein ausgeprägter Sinn für Gestaltung erforderlich.
mehr lesen
Ähnliche Voraussetzungen waren bereits im Mittelalter von Nöten, als im Auftrag von Adel und Geistlichkeit und unter Anleitung von wanderden Werkmeistern Burgen, Schlösser, Kirchen und Steinwege gebaut bzw. gepflastert wurden. In diesem Zusammenhang bildete sich in der Schweiz fortwährend ein qualifiziertes und wanderndes Handwerk, wie jenes der Maurer und der Steinmetze. Zwischen Steinmetzen, Steinhauern und Maurern wurde allerdings vielfach nicht unterschieden. Das Steinbaugewerbe wurde im deutschsprachigen Raum häufig unter der Berufsbezeichnung „Steinhauer und Maurer“ geführt. Schon damals gab es auch das nachgeordnete Hilfsgewerbe der Pflasterer, die damals auf einem Schemel (einem niedrigen einbeinigen Pflästerstuhl) sitzend mit viel Ausdauer und Sorgfalt die mittelalterlichen Steinwege pflasterten.
Im Zuge der Städtegründung im Hoch- und Spätmittelalter folgte alsbald die Organisation der Bauhandwerker in Zünften und Bruderschaften. Zum Steinbaugewerbe kamen weitere Hilfsgewerbe dazu, wie z.B. jenes der Steinbrecher. Neben dem zünftig organisierten Bauhandwerk entwickelte sich allmählich auch ein gewinnorientiertes Unternehmertum, welches immer noch Bestand hat und zu der auch der Verkehrswegbau gehört. Zum Berufsfeld des Verkehrswegbaus gehören heute neben dem Handwerk des Pflästers noch jenes der Strassenbauer, der Grundbauer, der Gleisbauer und der Industrie-/Unterlagsbodenbauer.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Pflästerin.
Artikel als PDF
Literatur
Griessinger Andreas: Mauer, Dachdecker und Zimmerleute, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 146-153.
Stiewe Heinrich: Zimmerleute, Steinmetze, Mauer und Co., in: Sauer Christine (Hg.): Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 159-172.
Lüthi Christian: Baugewerbe, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 30.07.2018.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Pflästerer/Pflästerin, abgerufen am 14.01.2019.
Ähnliche Berufe