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Trotz der idealen Bedingungen im Letzigrund konnten die beiden Überfliegerinnen in diesem Leichtathletik-Jahr am ersten von zwei Diamond-League-Finals den Kräfteverschleiss der lange dauernden Saison nicht kaschieren. Harrison startete über 100 m Hürden zwar wie gewohnt schnell aus den Blöcken, wirkte danach aber nicht mehr so explosiv wie in den Rennen letzte Woche bei ihren Siegen in Lausanne und Paris. In 12,63 Sekunden siegte Harrison dennoch souverän vor der Britin Cindy Ofili (12,70) und ihrer Landsfrau Dawn Harper-Nelson (12,73).
Grosses Saisonziel früh verpasst
An den US-Trials im Juli klassierte sich Harrison nur im 6. Rang, wodurch sie die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und damit eine fast sichere Medaille – die amerikanischen Hürdensprinterinnen gewannen in Rio Gold, Silber und Bronze – verpasste. Harrison haderte nicht mit dem Schicksal. Sie müsse lernen, mit solchen Drucksituationen umzugehen, sagte sich die 1,63 m grosse Läuferin und lief sich nach dieser Enttäuschung im Rahmen der Diamond League ins Rampenlicht.
Ihr Meisterstück lieferte die herausragende Technikerin am Meeting in London Ende Juli ab, als sie den 28 Jahre alten Weltrekord um eine Hundertstelsekunde auf 12,20 Sekunden senkte. Insgesamt lief Harrison acht Mal in diesem Jahr unter 12,50 Sekunden. Nur die Olympiasiegerin Brianna Rollins schaffte es 2016 ebenfalls, diese Marke zu knacken – allerdings nur dreimal.
«Ich wollte unbedingt das Diamond Race gewinnen und bin froh, dass ich es geschafft habe», sagte Harrison nach ihrem sechsten Sieg im sechsten Diamond-League-Rennen, womit sie ihre Saison erfolgreich zum Abschluss brachte. In Zukunft gedenkt Harrison sowohl über 100 m Hürden als auch über 400 m Hürden anzutreten. «Ich habe dies bereits im College getan», so die 23-Jährige, die als Adoptivkind in Tennessee als eines von elf Geschwistern aufwuchs und die Australierin Sally Pearson als eines ihrer Vorbilder nennt.
Weiterer Sieg von Ruth Jebet
Wie Harrison feierte auch Ruth Jebet über 3000 m Steeple einen souveränen Sieg. Die 19-jährige gebürtige Kenianerin, die seit 2013 für Bahrain startet, blieb in 9:07,00 Sekunden allerdings deutlich über ihrem am letzten Samstag in Paris gelaufenen Weltrekord (8:52,78). Das Duell gegen Hyvin Kiyeng aus Kenia entschied Jebet wie bereits an den Olympischen Spielen in Rio klar für sich und sicherte sich damit den Sieg im Diamond Race.
(sda)