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|Das Dorf, seine Einwohner und seine Geschichte

Wie viele andere Dörfer im Bündner Oberland ist auch Ruschein erstmals im Jahr 765 urkundlich erwähnt und zwar im Testament des Churer Bischofs Tello. In Ruschein (Rucene) wird ein Hof mit Herrenhaus, ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden und Gütern genannt. Bischof Tello vermachte verschiedene Besitztümer dem Kloster Disentis, unter anderem auch die vorerwähnten Liegenschaften in Ruschein.
Ruschein war Jahrhunderte lang ein Bauerndorf. Einige Dokumente im Gemeindearchiv erzählen vom Gemeinschaftsleben. Die wichtigste Gemeindeversammlung fand jeweils an einem Werktag-Vormittag im März statt (Calondamars). Da wurden die Gemeindefunktionäre (ufficials da vischnaunca) gewählt.
Grosse Bedeutung hatte früher die Bewirtschaftung des Waldes, der Wiesen, der Weiden und der Alpen. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Arbeiten wurden in Frondienst erledigt. In den Gemeindesatzungen gab es Angaben über den Beginn dieser Arbeiten und über die Strafe für jene, die zu spät oder überhaupt nicht erschienen.
Gemäss den Aussagen in den Gemeindebüchern von Ruschein gab es um 1830/1840 Bären, Wölfe und Luchse in der Region Surselva. Mehrere Einträge halten fest, dass für erlegte Tiere Taxen bezahlt wurden.
Im Jahre 1803, als der Kanton Graubünden Mitglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde, zählte Ruschein 225 Einwohner. Im Jahre 1900 waren es 276, 1983 waren es 345 und heute zählt man 359 Einwohner. Die Anzahl der Bauernbetriebe hat sich verringert. 1906 waren es 45, 1983 noch 14 und heue sind es noch ......
Chronik 765 - 2007
Dies und das aus der Dorfchronik
765 Die erste Dokumentation von Rucene (Ruschein) findet man im Testament von Bischof Tello von Chur.
831 Erste Erwähnung einer Kirche in Ruschein im karolingischen Urbar des Klosters Pfäfers.
1314 ca. Tod des Minnesängers Heinrich II., des letzten männlichen Nachfolgers von Frauenberg
1491 Das Kloster Pfäfers überlässt alle Rechte in Ruschein dem Kloster Disentis.
1493-1496 Bau der gotischen Kirche durch Andreas Bühler.
1629 Am 22. September wird fast das ganze Dorf von einer Feuersbrunst zerstört.
1795 Eine neue Gemeindeverfassung wird angenommen. Erarbeitet wurde diese vom Mitglied des Gemeindevorstandes Gieri von Toggenburg.
1824 erteile der Pfarrer Gion Giusep Stiefenhofer aus Disentis den ersten öffentlichen Schulunterricht in Ruschein. Er war bis 1848 Pfarrer in Ruschein und begann sein Lese-Unterricht für die Erwachsenen in der Kirche, jeweils Sonntag-Nachmittag nach den Vespern.
1850 Das erste Postbüro wird eröffnet.
1857 Die Gemeinde baut die Sägerei "Dado Mulin"
1861 wurde mitten im Dorf eine neue und grosse Schule gebaut. Die Kosten übernahm die Jungfrau Anna Lucrezia von Toggenburg.
1900 Die alte Kirche, die stark zerfallen ist, wird (mit Ausnahme des Chors und des Kirchturms) abgebaut. Es wird eine neue errichtet.
1905 Eröffnung des Postverbindung Ruschein - Glion mit einem Pferdefuhrwerk.
1907 Am 28. Dezember wird das Dorf mit elektrischer Enegie versorgt (20 Abonnenten)
1910 Neue Wasserfassung mit Reservoir, Hydranten und Brunnen.
1911 Das erste Telefon wird in der Ustria Sulegl installiert.
1925 Zum ersten Mal fährt ein Auto bis Ruschein.
1939 Am 9. November um 23.00 Uhr bricht ein Feuer mitten im Dorf aus. Das Schulhaus, die Kapelle S. Antonius, 2 Häuser und 6 Ställe werden ein Raub der Flammen. 27 Personen sind Obdachlos.
1941 Wird das neue Schulhaus gebaut (Gemeindehaus).
1965 Restauration der Kirche S. Gieri. Ausgrabungen auf dem Baugrund und auf dem Hügel "Plontabuora". Es wurden eine Nadel, Tonscherben und Mauerreste aus der Bronzezeit gefunden.
1983 Bau der Mehrzweckhalle Crestas
1994-1995 Neubau des Schulhauses mit Kindergarten
2005 Casanova Corina, geb. 04.01.1956, von Ruschein wird als Vizekanzlerin gewählt
2006 Mattias Menzli, geb. 11.7.1985 , von Ruschein, wir Schweizermeister bei den Snowboard-Schweizermei-sterschaften in der Halfpipe und Vice-Schweizermeister in der Disziplin Big Air.
2007 Cadruvi Urs, Bürger von Ruschein, wird als neuer Generalsekretär der Lia Rumantscha gewählt.
2007 1. Augustfeier mit Präsentation des "Cudischet da Ruschein" Als Festredner konnte die Gemeinde Ruschein, Urs Cadruvi, Generalsekretär der Lia Rumantscha, gewinnen. Referat
2007 12. Dezember: Vizekanzlerin Casanova Corina, geb. 04.01.1956, von Ruschein, wird mit einem Glanzresultat zur Bundeskanzlerin gewählt.
Feier mit "unserer" Bundeskanzlerin Corina Casanova
Am 18. Oktober 2008 hat die Gemeinde Ruschein ein Fest zu Ehren der Bundeskanzlerin Corina Casanova in der Brugruine Frundsberg auf Plontabuora ausgerichtet. Anwesende Gäste: Corina Casanova, Bundeskanzlerin; Stefan Engler, Regierungspräsident des Kantons Graubünden; Theo Maissen, Ständerat; Mitglieder der Stiftung Ruina da Frundsberg; Gemendefunktionäre. Das Fest wurde vom gemischten Chor Ruschein feierlich umrahmt.
Bundeskanzlerin Corina Casanova, Gemeindepräsident Leo Capaul, Regierungspräsident des Kt. GR Stefan Engler
Chronik ab 2008
Quellen:
"Ruschein, fatgs ord l'historia" von Cadruvi Luzi, Octopus Verlag
Archiv der Gemeinde Ruschein
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