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Die weisse Rebsorte Grosse Arvine war bis ins 19. Jahrhundert in der Region Martigny und Fully weit verbreitet. Sie ist eine Rebsorte der zweiten Epoche. Vermutlich stammt sie aus dem Wallis und wurde nur dort angebaut. Gemäss Analysen des Rebengenetikers Dr. José Vouillamoz entstand die Grosse Arvine aus einer Kreuzung von Rèze und einer unbekannten Sorte, die heute vermutlich verschwunden ist. Die gleiche Analyse hat eine Verwandtschaft zweiten Grades mit der Arvine ergeben. Bei der Rekonstruktion des genealogischen Baumes, könnte Arvine die Grossmutter der Grosse Arvine sein (Vouillamoz et al. 2007).
Einige Autoren haben in der Vergangenheit über die Grosse Arvine geschrieben: Schiner (1812), Dénériaz (1871), Hopfner (1898). Aebischer (1959) nannte nicht nur den Namen, er präzisierte: «Was die Grande Arvine, oder Grosse Arvine, betrifft, wurde sie bis vor einigen Jahrzehnten noch als Hauptsorte in den Rebbergen der Region Martini kultiviert. Sie begründete das Renomme der Crus von Marque und Coquempey.»
In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die letzten Grosse-Arvine-Reben in Martigny ausgerissen. Im Jahr 2008 hat Olivier Pittet in einem seiner Rebberge vier Stöcke Grosse Arvine gefunden. In Zusammenarbeit mit eine Rebschulist hat er die Pflanzen vermehrt und im Frühling 2010 einen Rebberg damit bepflanzt. 2014 werden die ersten Trauben geerntet und im 2015 kann der Wein dann verkostet werden.
Einst von Martigny bis Fully. Heute nur noch Fully.
Die Blätter sind fünfeckig. Ältere Blätter nehmen eine blau-grüne Farbe an.
Die Trauben, deren Beeren effektiv etwas grösser sind als die der Arvine, neigen sehr oft zur Verrieselung. Dies steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem virologischen Zustand der überlebenden Pflanzen.
Die Grosse Arvine ist eher spätreifend.
Grande Arvine, Arvine Grande, Arvine Gros Grain