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Chronische Schmerzen besser identifizieren
Ein innovativer und an der Clinique Romande de Réadaptation (CRR) entwickelter Forschungsansatz könnte dazu beitragen, dass chronische Schmerzen besser charakterisiert und so besser behandelt werden können.
Bessere Identifikation für eine bessere Behandlung
Weltweit leiden Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Schmerzen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern werden auch mit einem schlechteren Gesundheitszustand und einem höheren Mortalitätsrisiko in Verbindung gebracht. Dass die Ursachen so unterschiedlich sind und Schmerzen sehr subjektiv wahrgenommen werden, macht ihre Behandlung sehr komplex. Mit dem Ziel, die Therapiemöglichkeiten zu verbessern, haben Dr. Bertrand Léger und sein Team am Forschungsinstitut für Rehabilitation (IRR) in Zusammenarbeit mit der EPFL, der Universität Genf und der finanziellen Unterstützung der Loterie Romande und der Walliser Dienststelle für Hochschulwesen die Forschungsarbeit aufgenommen.
MicroRNAs sind kleine Moleküle, die Anfang der 2000er Jahre beschrieben wurden und die eine wichtige Rolle bei der Genregulation spielen. Gewisse microRNAs können als Biomarker im Blut Krankheiten nachweisen. An der Studie, die kürzlich in der amerikanischen Fachzeitschrift PLOS ONE erschienen ist, nahmen über hundert Patientinnen und Patienten teil, die an verschiedenen Arten chronischer Schmerzen leiden. Schmerzen, die durch eine Läsion oder eine Dysfunktion des Nervensystems verursacht werden, bezeichnet man als neuropathische Schmerzen, während Schmerzen, die durch eine übermässige und andauernde Stimulation der Schmerzrezeptoren entsteht, nocizeptive Schmerzen genannt werden. Den Forschern ist es nun gelungen, aufzuzeigen, dass je nach Schmerztyp (neuropathisch oder nocizeptiv) die Menge gewisser microRNAs im Blut variiert.
Diese erfreulichen Erkenntnisse lassen das Potenzial von microRNAs als Diagnosetool für chronische Schmerzen erahnen. Langfristig dürfte diese Erkenntnis die Qualität und Eigenart der Behandlungen verbessern. In weiterführenden Studien möchte man nun herausfinden, ob diese Moleküle eine direkte Rolle beim Mechanismus der Chronifizierung von Schmerzen spielen.
Forschung im Dienste der Rehabilitation
Im Bereich der Rehabilitation ermöglicht das biopsychosoziale Modell eine umfassende Annäherung an den Zustand des Patienten, wobei eine Kombination von biologischen, psychologischen, verhaltensbezogenen und sozialen Faktoren berücksichtigt wird, die die Zukunft des Patienten beeinflussen. Standen in den vergangenen Jahren häufig psychosoziale Aspekte im Vordergrund, gewinnt der biologische Bereich nun dank neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse an Bedeutung. Aufgrund ihres globalen Ansatzes präsentiert sich die Forschungsabteilung der CRR als wichtiger Akteur im Bereich Entwicklung und Verbesserung der Betreuung von Reha-Patienten.