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Unwetter im Rückblick
Teils über 200 Liter Regen
Bilanz der Flut im Alpenraum
Um den 22. August 2005 hat es im Zusammenhang mit einerVb-Wetterlageim gesamten Alpenraum und in Südbayern flutartige Regenfälle gegeben. DieNiederschlagsmengelag vielerorts deutlich über 100 Liter, teilweise sogarüber 200 Literpro Quadratmeter binnen zwei bis drei Tagen. Von den Unwettern betroffen waren zunächst die Schweiz,dann auch weite Teile Österreichs und Südbayerns. Die Flut im Alpenraum und in den unmittelbarangrenzenden Landesteilen war mit dem Pfingsthochwasser 1999 und mit dem dramatischen Donau-Hochwasserim August 2002 vergleichbar. Regional erreichten die Pegel historische Höchststände.
Zahlreiche Straßen in der Schweiz, in Südbayern und in Österreich waren überflutet.Bundesstraßen mussten vielfach großräumig, Autobahnabschnitte teilweise gesperrt werden.Außer Hochwasser hat es vor allem in gebirgigen Regionen beträchtliche Zerstörungen an Brückenund Verkehrswegen durch Schlamm- und Gerölllawinen ("Murenabgänge") gegeben. In der Schweiz waren so vieleVerkehrswege unterbrochen, wie seit Jahren nicht mehr. Reichlich Treibholz verhinderte nicht nur an denNebenflüssen südlich der Donau sondern beispielsweise auch am Bodensee und am Thuner See das Abfließendes Hochwassers.
Die verbreiteten Starkregenfälle im Alpenraum am 22. und am 23. August 2005 standen mit einemTief namens "Norbert"im Zusammenhang. Es zog nur langsam von Norditalien über den Osten Österreichs und Tschechien inRichtung Polen nach Norden("Vb-Wetterlage").Dadurch kam es westlich des Tiefdruckkerns infolge einer starken Nordanströmung zu intensivenund langanhaltenden Niederschlägen.Sie wurden vornehmlich nördlich des Alpenhauptkammes im Luv der Gebirgskämme durch einenStaueffekt zusätzlich verstärkt. Außerdem verschlimmert haben die Hochwassersituationeinerseits heftige Regengüsse am vorangegangen Wochenende, andererseits der insgesamtniederschlagsreiche Sommer 2005.
Das gesamte Schadensausmaß der bis um den 25. August 2005 vielerorts äußerstangespannten Hochwasserlage kann an dieser Stelle nicht ausführlich und lückenlosbeschrieben werden. Zum Beispiel waren Garmisch-Partenkirchen und Engelberg (Zentralschweiz)vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Die Deutsche Bahn meldete Schädenin zweistelliger Millionenhöhe. In mindestens zwölf Landkreisen und kreisfreien StädtenSüdbayerns bestand Katastrophenalarm. In Kehlheim, wo Donau und Altmühl zusammenfließen,waren Straßen wegen Überflutungen nicht befahrbar.
An der Isar, wo die Pegelstände teilweise 50 bis 70 Zentimeter über dem Pfingsthochwasser1999 lagen, waren 15.000 Hilfskräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerkund Bundeswehr im Dauereinsatz. Über 700.000 Sandsäcke wurden verbaut. Auf der ebenfallsvom Hochwasser betroffenen Mangfall im Landkreis Rosenheim kam ein 28 Jahre alter Mann ums Leben.Er war mit einem Schlauchboot auf dem Fluss gefahren und dabei gekentert. Auch der Ort Eschenlohe,rund zwölf Kilometer nördlich von Garmisch-Partenkirchen gelegen, stand zu großenTeilen unter Wasser, so dass mindestens 18 Menschen mit Booten aus ihren Häusern evakuiert werden mussten.