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Ein Verbot von Waffenexporten stellt viele der klassischen Paradigmen der Verteidigungspolitik in Frage. Am Beispiel von Costa Rica lässt sich jedoch zeigen, dass Aufrüstung keine Sicherheit erzeugt, im Gegenteil.
Costa Rica beschloss in seiner Verfassung von 1949 als erster Staat, auf eigenes Militär zu verzichten und gewann dadurch viel mehr als nur ein reines Gewissen. Costa Rica wird immer wieder als die stabilste Demokratie in Lateinamerika beschrieben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Staaten Mittelamerikas, ist das Land von militärischer Repression, Putschs und gewaltsamen Rebellenbewegungen verschont geblieben. Zudem ist Costa Rica, entgegen der anfänglichen Befürchtungen, durch das Fehlen der Armee nicht anfälliger geworden gegenüber Gewalt und Angriffen aus Nachbarstaaten.
«Moralische Stärke ist zu unserer besten Verteidigung geworden»
Oscar Arias, Friedensnobelpreisträger und Präsident Costa Ricas 1986-1990,erklärte dies in einer bemerkenswerten Rede vor dem «Internationalen Politik-Dialog» 2000 in Bonn folgendermassen: «Durch die Abschaffung der bewaffneten Streitkräfte haben wir eine moralische Stärke gewonnen, die zu unserer besten Verteidigung geworden ist.» Zudem konnte Costa Rica die Haushaltsmittel, die es nicht für Rüstung ausgab, in Bildung und Gesundheitsversorgung investieren.
Heute hat Costa Rica eine Alphabetisierungsrate von 96% und eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren (Quelle: CIA). «Dieser Fortschritt wurde durch die nahezu vollständige Eliminierung der Militärausgaben möglich gemacht», erklärte Arias.
Arias appelliert an die Regierungen der europäischen und amerikanischen Waffenexporteure: "Wenn diese Länder zu recht von sich behaupten wollen, dass sie sich für die Sicherheit der Welt einsetzen, dann müssen sie ihre Definition von Sicherheit ändern. Waffenverkäufe erzeugen keine Sicherheit."
Das 1948 aufgenommene Bild zeigt den costaricanischen Präsidenten Jose Figueres Ferrer, wie er eine Mauer niederreisst. Dies als Symbol für die Abschaffung der Armee.