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Lisbeth empfindet eine tiefe Zuneigung zum talentierten Bildhauer Steinbock. Als dieser schließlich ihre Nichte heiratet, macht Lisbeth sich verbissen daran, ihre ganze Familie zu ruinieren.
»›Das Leben besteht aus Leidenschaften‹, schrieb Balzac 1829 - auch dieses Werk ist eine Monographie der Leidenschaft und Besessenheit. Angeblich geliebt von den ihr verhassten Gönnern, die von ihrer Bosheit und ihren Ressentiments nichts wissen wollen, bewerkstelligt die geniale Heuchlerin Lisbeth unwiderstehlich die Destruktion der Familie Hulot.«
»Mit nicht reinerem Pinsel ist ein Engelschor des Fra Angelico gemalt als die Figuren in ›Tante Lisbeth‹. Diesen Farben, den eigentlichen Grundelementen des Seelischen, haftet nichts Trübes an, nichts Kränkelndes, nichts Blasphemisches, nichts Niedriges. Sie sind unverweslich, von keinem bösen Hauch zu kränken. Eine absolute Freudigkeit vibriert in ihnen, die unberührt ist von der Finsternis des Themas, wie die göttliche Freudigkeit der Töne in einer Beethovenschen Symphonie in keinem Moment von der Fruchtbarkeit des musikalischen Ausdruckes verstört werden kann.«Hugo von Hofmannsthal
»Ein grandioses Buch, das ich nicht finster nennen kann, obwohl es fast nur Häßliches, Trauriges und Schreckliches enthält, da es von Feuer, Leben und Weisheit glüht.«Hugo von Hofmannsthal
»Taine übertreibt wohl schwerlich, wenn er sagt, wir besäßen in Balzacs Werk, nach Shakespeare, unseren wichtigsten Dokumentenschatz über die Menschennatur.«Oscar Wilde
»Der Roman markiert, wenige Jahre vor Balzacs Tod, den pessimistischen Tiefpunkt seiner Visionen vom gesellschaftlichen Paris (›un monstre social‹). Das gespenstische Defilee der Gestalten aus den vorrevolutionären 40er Jahren begleitet den Prozeß der moralischen Zerstörung Hulots. Dieser Roman zeigt das ›Pariser Leben‹ im Endstadium einer krankhaften Besessenheit ohne jede geistige Legitimation.«Lexikon der Weltliteratur