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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Tarifgestaltung im öffentlichen Verkehr wird für die Reisenden immer undurchsichtiger und willkürlicher. Mit Spar- und Aktionsbilletten wird versucht, die Passagierströme neu zu lenken. </p><p>Ich ersuche den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen: </p><p>1. Wie beurteilt er die Entwicklung der Fahrpreisgestaltung im öffentlichen Verkehr? </p><p>2. Fahrgäste, welche ihre Billette nicht über den elektronischen Weg beziehen können oder wollen, werden von den Sparangeboten ausgeschlossen. Was wird gegen diese Ungleichbehandlung unternommen? </p><p>3. Wie soll gewährleistet werden, dass die Fahrgäste, welche durch das ohnehin komplexe Tarifgestaltungs-Konstrukt im Nah- und Fernverkehr sowie bei den regionalen Verkehrsunternehmen gefordert sind, den Überblick behalten können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Tarifbildung liegt gemäss Artikel 15 des Personenbeförderungsgesetzes vom 20. März 2009 (PBG) bei den Transportunternehmen. Der Bund ist über das Bundesamt für Verkehr über die Arbeiten in den Gremien des direkten Verkehrs sowie der Tarifverbünde informiert, verfügt jedoch über kein Stimmrecht.</p><p>Zur Preisentwicklung im öffentlichen Verkehr hat der Bundesrat in Erfüllung des Postulates Bieri 10.3713 mit dem am 27. März 2013 verabschiedeten Bericht "Grundlagen der Preisdifferenzierung im öffentlichen Verkehr" festgehalten, dass die koordinierten Arbeiten der Transportunternehmungen in die richtige Richtung gehen: "Die Systeme werden modernisiert, der freie Zugang und somit der Direkte Verkehr werden beibehalten und sogar ausgebaut. Dem Kunden werden neue Nutzungsmöglichkeiten geboten." Der öffentliche Verkehr weitet das Angebot der Sparbillette künftig markant aus. Damit sollen die Nachfragespitzen gedämpft und soll die Auslastung der Fahrzeuge und der Infrastruktur geglättet werden.</p><p>2. Der elektronische Zugang zu den verbilligten Billetten ist heute angesichts der zunehmenden Internetkompetenz der Bevölkerung und der grossen Verbreitung des Internets praktisch für alle möglich. Aktuelle Zahlen der SBB zeigen, dass die Umsätze beim Verkauf von E-Tickets bei den über 60-Jährigen am stärksten ansteigen. Zudem sind die Sparbillette ab Mitte November 2014 neu auch auf Smartphones (SBB Mobile) erhältlich. Für Kunden, die keinen Zugang zu Internet oder Smartphones haben, stehen an den grösseren Bahnhöfen PC-Stationen bereit, über die die Sparbillette ebenfalls erhältlich sind.</p><p>Das Prinzip der Chancengleichheit ist auch zentral für die Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz. Der Aktionsplan "E-Inclusion - Informations- und Kommunikationstechnologien für eine integrative Gesellschaft" dient der Umsetzung dieser Strategie. Er hat zum Ziel, Massnahmen und Projekte zu ergreifen, um den chancengleichen Zugang zu den Informations- und Kommunikationstechnolgien (IKT), zu digitalen Inhalten und Dienstleistungen sowie deren Nutzung durch alle zu fördern.</p><p>3. Die Transportunternehmen sind sich der Bedeutung der Transparenz und Klarheit bewusst. So hat ein Projekt der Branche die Harmonisierung der Angebote des direkten Verkehrs und der Tarifverbünde zum Ziel. Der direkte Verkehr und die Tarifverbünde sind punktuell miteinander verknüpft mit sogenannten City-Tickets. Laufend werden weitere Destinationen für das City-Ticket aufgenommen. Dies ermöglicht es der Kundschaft, ein Billett zu erwerben, das neben der Reise von A nach B wahlweise sämtliche Verkehrsmittel (mit einer integrierten Tageskarte) in der Stadtzone am Start und/oder am Ziel der Reise beinhaltet. Damit wird sichergestellt, dass die Reisenden das richtige Ticket haben, egal ob sie mit einem Zug des Fernverkehrs, des regionalen Personenverkehrs oder des Nahverkehrs reisen.</p><p>Die Unternehmungen des öffentlichen Verkehrs verfolgen diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiter. So wurde bereits im Jahr 2013 die Zahl der Destinationen für das City-Ticket stark ausgeweitet, sodass heute nicht nur für Städte, sondern für fast alle grösseren Ortschaften "Tür zu Tür"-Tickets angeboten werden. Der Vertrieb dieser Billette wird im Zuge der Modernisierung der Verkaufskanäle laufend verbessert. Ziel ist dabei immer, den Zugang zum öffentlichen Verkehr so einfach und kundenfreundlich wie möglich auszugestalten. Damit schafft die ÖV-Branche die Grundlage, um zukünftig massgeschneiderte Fahrausweise anbieten zu können.</p><p>Die ÖV-Branche prüft die Einführung weiterer kundenfreundlicher Angebote und beabsichtigt, im Jahre 2015 ein Generalabonnement für den Abend in einem Pilotprojekt zu testen.</p>  Antwort des Bundesrates.