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Freie Landschaft Schweiz hat im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens zum regionalen Richtplan Windenergie Biel-Bienne-Seeland Stellung genommen. Der Verband weist auf die zahlreichen Mängel in der Planung hin. Die starken Veränderungen des Landschaftsbildes rund um den Bielersee sowie die Bedrohung der Biodiversität durch den Bau von Windkraftanlagen mitten im Wald sind ein starkes Argument gegen die geplanten Anlagen. Die geringen Windressourcen in der Region rechtfertigen keine derartigen Beeinträchtigungen der Natur und Landschaft.
Die Windenergie ist in der Energiestrategie 2050 als eines der Mittel aufgeführt, die als Ersatz für die schrittweise auslaufende Atomenergie vorgesehen wären. Indem Windkraft eine bereits CO2-freie Energie durch eine andere ersetzt, leistet die Windenergie also keinen Beitrag zum Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund ist daher eine strenge Interessenabwägung vorzunehmen, welche die Beeinträchtigung der Biodiversität und des Lebensraums der Bevölkerung berücksichtigt, wenn Windkraftanlagen mit einer Höhe von 250 Metern geplant werden, was der doppelten Höhe der Antenne des Chasseral entspricht. Der Vernehmlassungsentwurf versagt bei dieser Interessenabwägung und versucht, Windkraftstandorte durchzusetzen – auf Kosten der Natur und der Bevölkerung.
Für den geplanten prioritären Perimeter mitten im Wald neben der Stadt Biel, auf dem Büttenberg, müssten sehr grosse Waldflächen gerodet werden, was zu einem erheblichen Verlust an Lebensraum für die Tierwelt führen würde. Während die Schweiz eine echte Krise in Bezug auf die Biodiversität durchlebt, ist der Perimeter Büttenberg, der schweizweit prioritäre Arten beherbergt, daher mit der aktuellen Umweltsituation unvereinbar. Er kollidiert auch mit einem Freizeit- und Erholungsgebiet in einer stark urbanisierten Region und würde die Lebensqualität der Bevölkerung erheblich einschränken. Die lärmintensiven Windkraftanlagen wären in einigen hundert Metern Entfernung von Wohnhäusern geplant.
Der zweite prioritäre Standort, am Hagneckkanal, liegt an der Aare und grenzt an den Bielersee, der mit der St. Petersinsel, den Rebhängen und den Weinbaudörfern, der Kirche von Ligerz (ISOS-Standort) und dem Chasseral, der im Bundesinventar der Landschaften aufgeführt ist, ein landschaftliches Aushängeschild des ganzen Landes darstellt. Auch im Hinblick auf die Tourismusstrategie der Stadt Biel und des gesamten Seelands könnte man sich keinen schlechteren Standort vorstellen.
Aufgrund der geringen Windressourcen, der Konflikte mit der Umwelt und der Bevölkerung hat die Windenergie in der Schweiz kaum einen Platz. Diese Feststellung ist umso wichtiger, als die Windkraft, die als Ersatz für die Kernenergie gedacht ist, keinen Beitrag zur Klimakrise leistet und durch die Photovoltaik ersetzt werden könnte, die ein riesiges, weitgehend ungenutztes Potenzial bietet, ohne die Bevölkerung und die Umwelt zu schädigen. Freie Landschaft Schweiz fordert die lokale Bevölkerung in Biel und im Seeland auf, sich gegen diese zerstörerischen Projekte zu organisieren und die Interessen der Natur und der Bevölkerung zu verteidigen. Der Verband umfasst über 40 lokale Vereine im ganzen Land und steht für Unterstützung zur Verfügung.