Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03655.jsonl.gz/1083

Prävalenz bei Menschen mit einer geistigen Behinderung
Über die Häufigkeit von demenziellen Erkrankungen in Verbindung mit einer geistigen Behinderung ist nur wenig bekannt. Angaben zu Prävalenz sowie Inzidenz (Menge der neu auftretenden Fälle zu einem bestimmten Zeitpunkt) beruhen auf Schätzungen, Studien mit begrenzter Teilnehmerzahl und Hochrechnungen aus stichprobenartigen Erhebungen.
Die zum Teil sehr differierenden Ergebnisse beruhen auf unterschiedlichen Vorgehensweisen und Untersuchungsdesigns. Zudem wurden unterschiedliche Auswahlverfahren sowie Kriterien für eine Demenzdiagnose und variierende Klassifikationsmethoden verwendet. So lassen Studien, welche ihre Ergebnisse sowohl auf die Untersuchung von Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer Demenzerkrankung als auch auf die Befragung von Begleitpersonen/Angehörigen sowie auf die Sichtung von schriftlichen Kardexeintragungen stützen, eher verlässliche Rückschlüsse zu. Studien hingegen, die nur Begleitpersonen nach Demenzanzeichen befragten, unterschätzten möglicherweise die Prävalenz von demenziellen Erkrankungen bei dieser Personengruppe. So gibt es Untersuchungen, welche die Prävalenzraten in etwa in der gleichen Höhe wie bei Menschen ohne geistige Behinderung feststellen. Andere Ergebnisse weisen auf ein doppelt bis dreimal so hohes Risiko hin, dies mit dem Hinweis, dass der Alterungsprozess bei Menschen mit einer geistigen Behinderung schneller voranschreitet.
Weiterführende Literatur
Grunwald, K., Kuhn, C., Meyer, T., Voss, A. (2013). Demenz bei Menschen mit kognitiver Behinderung. Eine empirische Bestandesaufnahme. Bad Heilbrunn.