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Beim Mai-LiK vom 18. Mai war Musik das Thema. Marianne offerierte zur Feier des Tages eine Flasche "funambule" (aus dem Hause von Gérald et Patricia Besse SA, Martigny), merci beaucoup!
Victor von Bülow: Loriots Opernführer (Marianne)
Marianne las zu einigen der beschriebenen Opern Textausschnitte, die uns sehr erheiterten. Er benutzt ein Sprache, die wir verstehen und wählt eine Sichtweise, die genügend Abstand hat, um es kritisch und humorvoll zu kommentieren.
Bob Dylan: Bob Dylan Chronicles (Barbara)
Es ist das erste Werk einer beabsichtigten Trilogie (B.D. hat allerdings den Jahrgang 1941, er sollte sich ein wenig sputen!). Aufgewachsen in Minnesota als Robert Allen Zimmerman (Wikipedia: Seine Eltern waren Nachfahren deutsch-ukrainisch-jüdischer Immigranten, die 1905 aus Odessa in die Vereinigten Staaten übergesiedelt waren), wagt als 19jähriger den Sprung nach New York, lernt die "Regeln" des Musikerüberlebens im Big Apple kennen; dazu noch als Folkmusiker, was gerade nicht gefragt war anfangs der Sechziger. 1961 spielte er in einem Vorprogramm eines Konzertes von John Lee Hooker. Er lernt nebenbei auch Bücher kennen und verschlingt sie incl. der Philosophie und Politik. Zusammen mit Joan Baez nahm er 1963 am "March on Washington" teil! Ab Mitte der Sechziger ist er mit Rockmusik eine Berühmtheit (LP Bringing It All Back Home). Er verweigert sich der Protestbewegung. Als Einwohner von Woodstock solidarisiert er sich gegen das Woodstock-Festival (August 1969) und nimmt daran nicht teil. Das Buch ist spannend geschrieben, enthält sehr viele Namen von Musikern, die nicht jedermann geläufig sind.
Astrid Schmeda: Quasi una fantasia (Esther)
Die junge deutsche Autorin lässt eine zeitgenössische Pianistin von Fanny Mendelssohn ihr Tagebuch lesen (L.M: Mir ist die Funktion dieser Mittelsperson nicht klar geworden...). F.M. wuchs in einer angesehenen Familie des Berliner Bürgertums auf. Der Bruder wurde musikalisch gefördert. Sie durfte spielen und dirigieren, aber nicht komponieren. Sie heiratete Wilhelm, einen Maler und zog mit ihm nach Rom. Hier konnte sich F.M. entfalten. Zurück in Berlin unterbreitete sie ihrem Bruder Felix Kompositionen und bat ihn um sein Placet, das er dann auch gab. Mit 42 hatte sie einen Schlaganfall am Piano, ein Jahr später übrigens auch der Bruder. Ihr Sohn Sebastian wurde Landwirt.
L.M: "Quasi una fantasia" ist eine Bezeichnung, die Beethoven mit seiner Klaviersonate Nr. 14 (1801) einführte. Sie besagt, dass eine Satzfolge zB. in einer Sonate nicht dem gebräuchlichen Stil entspricht. F.M. überschrieb in "Das Jahr in Italien - 12 Charakterstücke für Klavier" den ersten Satz "Januar" mit der Bezeichnung "Adagio quasi una fantasia".
Herbert Rosendorfer: Der Meister (Susi)
Zwei Exstudenten treffen sich in Venedig, ein Musiker und ein Jurist, und unterhalten sich über Musik auf hohem Niveau. Einer schrieb "meisterlich" für ein Musikerlexikon und erfindet dabei eine Figur, auf die eine Studentin aufmerksam wird und bei ihm nachfragt, was den "Erfinder" veranlasst, seine Figur weiter zu entwickeln incl. neuer Kompositionen... Susi stellte ein Werk vor, das sie einerseits faszinierte, andererseits abhielt vom zu Ende lesen (Sie schaffte 30 von 97 resp. 160 Seiten auf dem eReader). Sie war sehr angetan vom umtriebigen und vielseitigen Autor, der sich in den beiden Romanfiguren selbst darstellte. Susi empfiehlt den Anwesenden, dieses Buch zu lesen ("Ich hatte Carlone dort kennengelernt, wo ich eigentlich nichts zu suchen hatte: im Musikwissenschaftlichen Institut..." Man lernt viel über Musikwissenschaft wie über die juristische Nomenclatura ;-)))
Selma Lagerlöf: Der Hochzeitsmarsch (Ruth)
Ruth liest eine Kurzgeschichte vor, was für schwierige Auseinadersetzungen in früherer Zeit bei der Musikgruppe eines Hochzeitszuges stattfanden incl. zerstörter Geige, bis sich alles in Minne auflöste. (L.M: Heute stopft sich einfach jeder seine eigene "Musik" in die Ohren...)
G. F. Händel: Hallelujah (Lukas)
Lukas liess erst das Hallelujah aus dem Messiah ab iPad laufen und fragte die Runde, wie sie sich den Komponisten dieses berühmten Werkes vorstellten. Darauf las er Stellen aus Romain Rollands Werk "Musikalische Reise in die Vergangenheit" zu G. F. Händel vor. Dass er ein humorvoller Choleriker mit einem unbändigen bis krankhaften Schaffensdrang war, überraschte sehr. Als Beispiel diene diese Reminiszenz: "Selbst wenn er zornig wird, fühlt man, daß er im Grunde lacht. So als er die cholerische Cuzzoni, die sich weigert, eine Arie zu singen, um die Taille faßt, zum Fenster schleppt und ihr droht, sie auf die Straße zu werfen, indem er gravitätisch sagt: »Oh! Madame, je sçais bien, que vous etes une veritabie Diablesse; mais je vous ferai scavoir, moi, que je suis Beelzebub, le chef des Diables!«"
Die nächsten Themen:
Im Juni ist es die Natur, zu Hause bei Ruth in Endingen, die wir real und literarisch besuchen.
Nach den Sommerferien gehts im August um Motorräder und im September ist 2009 das Stichwort.