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Die ED bezeichnet die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen bzw. für den Geschlechtsverkehr ausreichend aufrechtzuerhalten über eine Dauer von 3 Monaten oder mehr. Gelegentlich auftretende Erektionsstörungen sind nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Wenn die Episoden jedoch ein ständiges Problem sind, können sie Stress verursachen, das Selbstvertrauen beeinträchtigen und zu Beziehungsproblemen beitragen. Schwierigkeit, eine adäquate Erektion zu erreichen, kann auch ein Zeichen für eine ernste zugrundeliegende Gefässerkrankung sein, welche eine medizinische Abklärung erfordert.
Rund die Hälfte der Männer zwischen 40 und 70 Jahre berichten über Erektionsprobleme unterschiedlicher Intensität (USA).[1] Studien zeigen, dass es einen starken Zusammenhang mit dem Alter gibt, und ED kann ein Warnzeichen für sich entwickelnde Grunderkrankungen sein. Potenzstörungen haben eine Prävalenz von 55% bei behandelten Hypertonikern, 60% bei behandelten Diabetikern und 78% bei behandelten KHK (Koronare Herzkrankheiten) -Patienten.[2] In der Schweiz stellt ED der häufigste Beratungsanlass unter den sexuellen Störungen dar.
Die Erektion ist ein koordiniertes Zusammenspiel von Hormonen, Blutgefässen und Nervensignalen. Durch Stimulation der Geschlechtsorgane oder sexuelle Reize erweitern sich die Arterien, die den Schwellkörper versorgen. Der Druckaufbau lässt diesen anschwellen und dadurch werden die Venen lokal vorübergehend gedrosselt, so dass das Blut nicht mehr abfliesst und der Penis sich versteift. Diese komplexe Wechselwirkung kann in verschiedenen Phasen des Erektionsprozesses beeinträchtigt sein.
Organische Auslöser stellen die Hauptursachen von ED dar und umfassen meistens Gefässkrankheiten, Nervenstörungen und hormonelle Störungen. In rund 20% der Fälle, liegt die Ursache hingegen an psychischen Auslösern wie Stress, Depression, Psychose oder Versagensängste. Bei jüngeren Männern kommt es häufig vor, dass der Auslöser der Potenzstörung rein psychologisch ist, während mit zunehmendem Alter eher körperliche Ursachen ins Spiel kommen. Da Körper und Geist jedoch sich stark gegenseitig beeinflussen, sind Mischformen auch möglich. Ein leichter körperlicher Auslöser, der die sexuelle Reaktion verlangsamt, kann Angst auslösen und zu einer erektilen Dysfunktion führen oder diese verschlimmern.
Schliesslich können auch einige Medikamente vorübergehende ED verursachen.
Krankheiten der Blutgefässe
Die Krankheiten der Blutgefässe sind häufig mit Potenzstörungen assoziiert. Atherosklerose (Verengung und Verhärtung der Blutgefässe durch Einlagerung von Cholesterin und anderen Fetten in den Gefässwänden) kann die Blutversorgung der Beine reduzieren und häufig werden auch die Arterien zum Penis teilweise blockiert, wodurch der Blutfluss verringert wird. Die folgenden Risikofaktoren können die Gesundheit der Blutgefässe beeinträchtigen:
Nervenstörungen
Wenn die Fasern, die den Penis innervieren, beschädigt sind, kann ED auftreten. Da diese Nerven entlang der Prostata verlaufen, können Operationen an der Prostata (z. B. bei Krebs oder einer vergrösserten Prostata) oder eine Prostatitis (Prostataentzündung) zu ED führen. Diabetes mellitus trägt nicht nur zur Atherosklerose bei, sondern kann dazu auch schädigende Auswirkungen auf die Nerven haben (diabetische Neuropathie).
Zu den selteneren Nervenerkrankungen, die zur erektilen Impotenz führen können, gehören:
Auch ein anhaltender Druck auf die Nerven im Gesäss- und Genitalbereich, wie bei Radfahren für lange Zeit, kann vorübergehend eine ED auslösen.
Testosteronmangel aufgrund von Hypogonadismus kann sich auf der Libido und deshalb auf das Erreichen einer zufriedenstellenden Erektion auswirken. Das Phänomen des Absinkens des Testosteronwertes im Alter ist eine natürliche Erscheinung und, wie die daraus resultierenden Symptome, manifestiert sich allmählich.
Starke Ungleichgewichte der Schilddrüsenhormone (Hyper- und Hypothyreose) sind weitere Ursachen, die zu dieser Kategorie gehören.
Das Gehirn spielt eine entscheidende Rolle bei der Auslösung der Reihe von psychischen Ereignissen, die zu eine Erektion führen. Psychische Ursachen können deshalb den Prozess beeinträchtigen, selbst wenn die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind.
Wiederkehrende Episoden von ED bei jungen Männern mit einem plötzlichen Beginn und keiner erkennbaren körperlichen Auslöser können auf eine psychische Ursache hinweisen. Dieser Verdacht wird unterstützt durch die Fluktuationen und Situationsabhängigkeit der Störung (Partnerkontakt versus Masturbation) und das Fortbestehen von nächtlichen Spontanerektionen.
Durch Depression, Partnerschaftskonflikte oder Insuffizienzgefühle können verschiedene Angstbeschwerden ausgelöst werden: Versagensangst, Leistungsdruck, erhöhte Anspannung und Selbstbeobachtung führen zu einem Teufelskreis und die daraus resultierenden ED-Episoden abermals diese negativen Gedanken weiter verstärken.
Stress im Beruf oder im Privatleben, Überforderung oder ein reduziertes Selbstwertgefühl können die Psyche ebenfalls stark belasten.
Eine Schwächung der Erektionskraft ist während der Behandlung mit verschiedenen Arzneimitteln möglich. Diese Nebenwirkung kann in den Packungsbeilagen der folgenden Medikamente gelistet sein:
Alkohol und Drogen wie Kokain und Amphetamine können ebenfalls zu eine ED beitragen.
Ziel der Massnahmen ist es, die den Störungen zugrunde liegenden Faktoren zu behandeln.
Änderungen des Lebensstils und der Gewohnheiten können meist eigenständig eingeleitet werden (es sei denn, der Arzt hat etwas anderes empfohlen) und wirken sich sowohl auf die ED als auch auf die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden positiv aus.
ED hat auch einen starken Einfluss auf das gemeinsame Leben des Paares. Ein offenes Gespräch mit dem Partner wird dabei helfen, zwischenmenschliche Konflikte zu lösen und die Angstgefühle zu verringern.
Bei Verdacht einer medikamenteninduzierten-ED, sollte der behandelnde Arzt darüber informiert werden, damit ein anderes Präparat in Betracht gezogen werden kann. Episoden im zeitlichen Zusammenhang mit dem Beginn einer neuen Therapie oder der Umstellung auf ein neues Medikament können besonders wichtig für die Erkennung der Korrelation sein. Auf keinen Fall sollte jedoch die Therapie eigenständig abgebrochen werden.
Eine mögliche Beteiligung des kardiovaskulären Systems, insbesondere durch Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Atherosklerose, muss durch den Arzt abgeklärt werden, um mögliche schwerere Verläufe wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorzeitig vorzubeugen. Ebenso sollte das Vorhandensein eines erhöhten Blutzuckerspiegels untersucht werden, da dies zur Entwicklung von Gefässkrankheiten und Neuropathien (Nervenschäden) beiträgt.
Psychiatrische Störungen wie Depression und Psychosen benötigen auch tendenziell eine medizinische Abklärung und im Fall von persönlichen Konflikten oder Spannungen mit dem Partner ist eine psychologische Sexualtherapie (eventuell sogar als Paar zusammen) empfohlen.
Die effektive Behandlung der Grunderkrankung kann sich häufig ebenfalls positiv auf die Potenz auswirken.
Orale medikamentöse Behandlung der ED
Ist keine Kausaltherapie der erektilen Dysfunktion möglich, bzw. es wird mit dem Arzt als angemessen beurteilt, eine spezifische Behandlung zur Verbesserung der Potenz zu beginnen, dann stellen die orale Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDH5-H) den vom Patienten bevorzugten Therapieweg dar.
Der physiologische Mechanismus, der für die Erektion des Penis verantwortlich ist, beinhaltet die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) in den Schwellkörpern während der sexuellen Stimulation. Die daraus resultierende Zunahme der cGMP-Produktion, ein Botenstoff der als Regulator dient, bewirkt eine Entspannung der glatten Muskulatur und damit eine lokale Erweiterung der Blutgefässe.
PDE5 ist das Enzym, das für den Abbau von cGMP verantwortlich ist. Seine Hemmung durch PDE5-H ermöglicht daher die Akkumulation des Botenstoffs in den Gefässen des Schwellkörpers, der die Erektion aufrechterhält.
Ein gutes Ansprechen auf PDE5-H weist darauf hin, dass die Blutgefässe intakt sind und diese Medikamente erweisen sich je nach Wirkstoff bei rund 80% der Männer als wirksam. Bleibt eine Ansprache an der Therapie nach mindestens 6 Versuchen aus, kann der Wechsel auf einen anderen PDE-5-Hemmer oder auf weiteren therapeutischen Optionen mit dem Arzt besprochen werden.
Da die Wirkung von PDE5-H auf der Erweiterung der Blutgefässe beruht, ist in Situationen, in denen eine kritische Blutdrucksenkung erreicht werden kann, Vorsicht geboten:
Absolute Kontraindikationen für die Verwendung von PDE5-H stellen eine begleitende Therapie mit Nitraten und NO-Donatoren sowie die Anwendung von sogenannten «Poppers» (Amylnitrit) oder Guanylatzyklase-Stimulatoren (Enzym zuständig für die Biosynthese von cGMP) dar. Es besteht ein beträchtliches Risiko für einen massiven Blutdruckabfall und Kreislaufzusammenbruch.
Dabei gelten auch Männern, denen von sexueller Aktivität abzuraten ist (z.B. schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz).
Mehrere Studien haben festgestellt, dass die gleichzeitige Behandlung mit PDE5-H und Antihypertensiva Medikamente keinen relevanten Einfluss auf die Blutdrucksenkende Wirkung verursacht und ebenso wurde keine Wechselwirkung mit der gerinnungszeitverlängernden Wirkung von Acetylsalicylsäure beobachtet.
Die Nebenwirkungen der einzelnen Präparate sind vergleichbar und entsprechen hauptsächlich
Kopfschmerzen, Hitzewallungen («Flush»), verstopfte Nase und Verdauungsstörungen. Im Fall einer Überdosierung oder bei Vorliegen von prädisponierenden Faktoren (z.B. anatomischen Penismissbildungen), können PDE5-H zu einer über Stunden anhaltenden Dauererektion (Priapismus) führen. Erektionen, die länger als 4 Stunden andauern, müssen notfallmässig vom Arzt behandelt werden, um die Gefahr einer irreparablen Schädigung des Penisgewebes zu vermeiden.
Medikamente sind keine harmlosen Konsumgüter; in der Schweiz sind die Qualitätsmassstäbe und Qualitätsprüfungen entsprechend hoch angesetzt, um den Schutz der Patienten zu gewährleisten.
2019 stellten erektionsfördernde Mittel mehr als 90% der beschlagnahmten Sendungen dar. Die meisten dieser Medikamente sind gefälscht und weisen schwere Qualitätsmängel auf. Die enthaltenen Wirkstoffe sind oft inkorrekt dosiert (zu hoch oder zu niedrig), falsch, nicht deklariert, ungereinigt oder gar nicht vorhanden. Geliefert werden diese manchmal auch ohne Packung und Packungsbeilagen, die wichtige Informationen für den Patienten enthalten. Indien und Osteuropa sind die Herkunft von 70% dieser illegalen Importe und hinter den Anbietern stecken meist grössere kriminelle Organisationen.
Neben der oralen medikamentösen Therapie stehen weitere Optionen zur Verfügung
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