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Die meisten Anbieter von Fernmeldediensten transportieren Daten im Internet gleich schnell. Dennoch gibt es Unterschiede: Teilweise werden Personen in der Nutzung des Internet beschränkt, wie eine Studie des Gremiums europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) zur Netzneutralität zeigt. Daneben hat GEREK die Öffentlichkeit zu drei Berichten zur Netzneutralität angehört.
Jens Kaessner, Abteilung Telecomdienste
Die GEREK-Untersuchung zur gegenwärtigen Situation im Bereich der Netzneutralität zeigt die aktuellen Massnahmen zum Management des Transports von Datenverkehr im Internet ("traffic management") auf. Sie basiert auf den Aussagen von 414 grossen Anbietern von Fernmeldediensten in Europa und der Schweiz. Die Mehrheit der Anbieter transportiert allen Datenverkehr gleich, unabhängig von seinem Inhalt. Auf der anderen Seite sind 20 Prozent der Kundinnen und Kunden von mobilem Internet beschränkt im Zugang zu skype oder anderen das Internetprotokoll nutzenden Sprachtelefonieanwendungen (Voice over Internet Protocol, VoIP). In der Nutzung von "peer-to-peer"-Anwendungen eingeschränkt sind 21 Prozent der Festnetzkundschaft und 36 Prozent der mobilen Kundschaft.
Neben der Studie hat GEREK drei Berichte erstellt:
- Der erste enthält Richtlinien zur Messung und Festlegung der Dienstequalität im Internet. Diese basieren auf dem Rahmenbericht zur Dienstequalität von 2011 und geben detaillierte Hinweise dazu, wann und wie die Qualität der Internetzugänge gemessen und wie bei Bedarf eine minimale Qualität des Internetzugangs festgelegt werden kann.
- Der zweite Bericht gibt Hinweise für die Analyse von Differenzierungen beim Datentransport. Er kann Regulatoren eine Richtschnur dazu geben, welche Auswirkungen solche Differenzierungen auf Wettbewerb, Kundeninteressen und Innovation haben können.
- Der dritte Bericht beurteilt den Markt für die Weitergabe von Internet-Datenverkehr zwischen Netzen (sog. "peering und transit" oder "IP Interconnection") im Kontext der Netzneutralität. Er untersucht, wie dieser Markt bisher funktioniert hat, und wie er andere Mitspieler im Internet (zum Beispiel die Anbieter von Inhalten über das Internet) bisher beeinflusst hat. Er kommt zum Schluss, dass der Markt für IP-Interkonnektion bisher gut zu funktionieren scheint.