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Viszeralonkologisches Zentrum
LUKS Luzern
LUKS Luzern
Die Bauchspeicheldrüse produziert verschiedene Verdauungssäfte sowie das Insulin, welches zur Regulation des Zuckerstoffwechsels benötigt wird. Die Bauchspeicheldrüse wiegt im Normalzustand etwa 120 Gramm und liegt versteckt hinter dem Magen. Sie besteht aus dem Kopf-, Körper- und Schwanzbereich. Bösartige Bauchspeicheldrüsentumoren treten sehr häufig im Kopfbereich auf und führen durch Verschluss des Gallengangs zu einer Gelbsucht. Schmerzlose Gelbverfärbung der Augen und Haut sowie häufig Gewichtsverlust sind die typischen Leitsymptome.
Die Standardabklärungen sind in der Regel ein CT (Computertomografie) und eine Spiegelung der Gallenwege beziehungsweise des Bauchspeicheldrüsengangs. Weitere Abklärungen sind in der Regel nicht nötig.
Handelt es sich um einen Tumor, der auf die Drüse beschränkt ist, nicht in die grossen Blutgefässe eingewachsen ist und keine Ableger in Leber oder anderen Organen aufweist, wird die Operation geplant. Da es sich um einen relativ belastenden Eingriff handelt, werden die Patientinnen und Patienten vom Chirurgen und Narkosearzt auch betreffend Operationsrisiko und Allgemeinzustand abgeklärt. Die Operation ist die einzige Behandlung, die eine gewisse Chance auf Heilung verspricht. Je nach Tumorstadium oder Lymphdrüsenbefall und Art des Krebses muss nach der Operation noch eine Chemotherapie, allenfalls in Kombination mit einer Bestrahlung, angeschlossen werden.
Leider kann die Operation nicht bei allen Patienten durchgeführt werden, da es sich bei der Erstdiagnose häufig bereits um ein weit fortgeschrittenes Leiden handelt.
Ist der Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse lokalisiert, müssen neben dem Tumor mit dem angrenzenden Bauchspeicheldrüsengewebe auch die Gallenblase, ein Teil des Gallenganges und der Zwölffingerdarm (sogenannte magenausgangerhaltende Operation) mitentfernt werden. Je nach Lage des Tumors muss allenfalls auch noch ein Teil des Magens mitentfernt werden (klassische Whipple Operation). Die Rekonstruktion (Wiederherstellung nach Tumorentfernung) ist relativ aufwendig. Es müssen drei neue Verbindungen (Anastomosen) zwischen Dünndarm, Gallengang, dem Rest der Bauchspeicheldrüse und dem Magen angelegt werden.
Ist der Tumor hingegen im Schwanzbereich der Bauchspeicheldrüse lokalisiert, ist hier die sogenannte «Pankreaslinksresektion» die Operation der Wahl. Dies umfasst die Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkörpers und Schwanzes zusammen mit den umgebenden Lymphknoten und der Milz.
Eine mögliche Komplikation ist ein Leck im Bereich der Naht zwischen Bauchspeicheldrüsenrest und dem Dünndarm. Weitere mögliche Komplikationen betreffen Nachblutungen, verzögerte Magenentleerung und allgemeine Komplikationen wie Lungenprobleme, Infektionen und Thrombosen.