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Anlässlich der WGR («Working Group on Resettlement») -Vorkonferenz tauschen sich Vertretende von staatlichen Institutionen, NGOs, internationalen Organisationen und Flüchtlingsorganisationen aus. Neben der Vorbereitung der ATCR-Konferenz, die Ende Juni stattfinden wird, beschäftigt sich die WGR mit verschiedenen aktuellen Themen. So werden sich die 200 Teilnehmenden mit der Frage auseinandersetzen, wie Resettlement-Aktivitäten auch in Krisenzeiten wie der aktuellen Pandemie-Situation aufrechterhalten werden können. Ein weiteres Thema wird die Weiterentwicklung der sogenannten «Three-Year Strategy on Resettlement and Complementary Pathways» (2019-2021) sein. Die 3-Jahres-Strategie ist aus dem Globalen Pakt für Flüchtlinge entstanden, der 2018 von der UN-Generalversammlung verabschiedet wurde. Sie hat zum Ziel, die Anzahl der beteiligten Staaten und das Kontingent an verfügbaren Resettlement-Plätzen zu erhöhen und das Angebot von komplementären Zugangswegen für Geflüchtete zu erweitern.
Die WGR wird bis am 2. März dauern. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) war aktiv an der Vorbereitung der WGR beteiligt. So organisierte sie unter anderem Treffen mit Vertretern verschiedener internationaler Nichtregierungsorganisationen, deren Interessen und Anliegen sie in die Vorbereitungskonferenz einbringt. Auch war sie an der Auswahl von Redner*innen und Moderator*innen beteiligt, um insbesondere der Stimme der Geflüchteten genügend Gewicht zu geben. Die SFH wird den dritten Tag der Vorbereitungskonferenz leiten, die Direktorin der SFH, Miriam Behrens, hielt ausserdem am heutigen Eröffnungstag folgende Rede.
Sichere Zugangswege für Flüchtlinge sind im laufenden Jahr eines der Schwerpunktthemen der SFH-Tätigkeit. In einem neuen Positionspapier zeigt sie die besondere Bedeutung von Resettlement und komplementären Zugangswegen für einen international koordinierten und solidarischen Flüchtlingsschutz auf. Dabei plädiert die SFH insbesondere dafür, das Schweizer Engagement beim Resettlement zu verstärken und weiter zu verstetigen. Die Resettlement-Kontingente sollen deutlich erhöht und die Programme geografisch ausgeweitet werden, indem namentlich vermehrte Aufnahmen von Flüchtlingsgruppen aus den Gefahrenregionen entlang der Fluchtrouten vorgesehen werden. Zudem sollten die Schweizer Resettlement-Programme an den konkreten Schutzbedürfnissen in Krisenregionen anknüpfen und die am stärksten gefährdeten Flüchtlingsgruppen priorisieren. Zusätzlich empfiehlt die SFH, weitere sichere Zugangswege nachhaltig auszubauen – etwa durch Erleichterungen bei Familienzusammenführungen und bei der Erteilung humanitärer Visa.
Im Anschluss an die WGR wird die SFH verschiedene weitere Treffen mit NGOs organisieren. Gemeinsam mit diesen werden die gewünschten Agendapunkte für die ATCR definiert und die Bildung von thematischen Arbeitsgruppen besprochen. Daneben hat sich die SFH zum Ziel gesetzt, einen regelmässigen Austausch mit zivilgesellschaflichen Akteuren und NGOs in der Schweiz zu etablieren, welche in der Integration von Resettlement-Flüchtlingen tätig sind. Dies mit dem Ziel, von deren Erfahrungen zu profitieren und diese in die ATCR zu tragen. Die ATCR finden voraussichtlich am 28. und 29. Juni statt.
Zu den ATCR treffen sich seit 1995 Regierungsvertreter*nnen mit Vertreter*nnen von NGOs und internationalen Akteuren unter der Schirmherrschaft des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Die ATCR-Konferenz fördert den Austausch bezüglich Resettlement und seit einigen Jahren auch bezüglich komplementärer Zugangswege und versucht, gemeinsame Ansätze und Ziele voranzubringen. Das Treffen findet jährlich in Genf statt.