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Wirkmechanismus der Gemüse- und Obst-Diät
Die Ernährung des modernen Menschen ist sehr oft weit von der Natur entfernt und ist häufig:
- kalorienreich, proteinreich, fettreich und reich an Kohlenhydraten,
- arm an Ballaststoffen, mit hohem glykämischen Index,
- arm an biologisch aktiven Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe,
- enthält unverträgliche und allergische Inhaltsstoffe.
Die Gemüse- und Obst-Diät ist ein Gegengewicht zu dem aktuellen Ernährungsstill und kennzeichnet sich durch:
- ist kalorienarm, proteinarm, fettarm und arm an Kohlenhydraten,
- enthält viele Ballaststoffe, besteht aus unverarbeitetem Obst und Gemüse mit niedrigem glykämischen Index,
- enthält Zehntausende von bioaktiven Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme, Chlorophyll, Polyphenole, Antioxidantien,
- enthält keine Inhaltsstoffe, die oft schlecht toleriert werden, wie Getreide, Milch, Eier und Hefe.
Ad. 1. Die Gemüse- und Obst-Diät im Vergleich zu der traditionellen Ernährung hat ein fünfmal niedrigeren Kaloriengehalt (sollte 800 Kalorien nicht überschreiten) und fünfmal niedrigere Versorgung mit Eisweiss und Zucker, und zwanzigmal niedrigeren Fettgehalt. Das alles klassifiziert diese Diät als eine Variation des Fastens, Teilfasten genannt. Diese Diät ist nicht nur eine sehr kalorienarme Schlankheits-Therapie, wie beispielsweise Cambridge Diät, sondern sie ist ein Verfahren zur Selbstheilung, die die körpereigene Selbstregulationsmechanismen auslöst. Sie normalisiert alle abweichende Parameter, und die richtige Werte lässt sie unverändert.
Diese erstaunliche "Komplexität" deutet auf eine spontane Wiederherstellung des Gleichgewichts genannt Homöostase auf der untersten regulatorischen Ebene, das heisst auf der Gen-Ebene. Das Ergebnis ist nicht nur das Zurücktreten der Toxämie, die eine Hauptursache von vielen Krankheiten ist, sondern es ist auch möglich, entartetes Gewebe zu regenerieren und das Leben zu verlängern.
In den Genen ist die Gesundheit (das Gleichgewicht im Stoffwechsel) gespeichert. Die Giftstoffe stören dieses Gleichgewicht auf der Gen-Ebene.
Über die Entwicklung einer Krankheit, z.B. der Fettleibigkeit entscheidet einerseits die genetische Veranlagung, anderseits das Ungleichgewicht zwischen der verbrauchten Energie und der verbrannten Energie z.B. im Fall geringer körperlichen Aktivität.
Da die Gemüse- und Obst-Diät den Körper nur begrenzt mit Zucker versorgt, deswegen werden in erster Reihe die in der Leber gespeicherten Zuckerbestände in Form von Glykogen verbraucht. Dann aktiviert der Körper spontan die Glukoseproduktion auf Kosten seines eigenen, oft degenerierten Proteins, was unter dem sogenannten Begriff "interne Ernährung" bekannt ist. Es schaltet sich das Hungerzentrum aus, was bedeutet, dass man während dieser Diät kein Hungergefühl empfindet. Zu diesem Zeitpunkt werden alle Ballastproteinen wie Degenerationen, Narben, Blutgerinnsel, Adhäsionen, Tumoren, etc., in die Glukose umgewandelt, die für Gehirn und Herz notwendig ist.
Ad. 2. Wegen des hohen Gehalts an Ballaststoffen haben Gemüse und Obst einen niedrigen glykämischen Index. Dieser Begriff wurde 1981 von Jenkins eingeführt, um die Geschwindigkeit, mit der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels steigt zu bestimmen. Je mehr Ballaststoffe und weniger Stärke und Zucker, desto niedriger der Index, da die Ballaststoffe die Absorption von Zucker verlangsamen. Auf einer Skala von 100 Grad, beträgt der glykämische Index von Gemüse und Obst 10 - 35 Grad. Diese Diät erhöht nur leicht Glukose und Insulin - das Blutzucker senkende Hormon. Während ein anderes Bauchspeicheldrüsenhormon genannt Glukagon erhöht sich, da seine Aufgabe darin besteht, den Blutzuckerspiegel zu erhöhen - bis in den Normalbereich. Im Fall einer Kaloriensättigung erhöht sich der Blutzucker und Insulin. Die Glukose wird in Reservezucker umgewandelt in Form von Glykogen in der Leber und in das Fett, das sich insbesondere im Bauchbereich ansammelt. Kershaw entdeckte im jähre 2004, dass im Falle der abdominalen Fettleibigkeit, die durch überschüssiges Fett gedehnte Fettzellen Hersteller von zahlreichen Hormonen und Transmittern (genannt Adipokines) werden. Sie wiederum sind für die Entwicklung einer Reihe von Stoffwechselerkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes, hoher Chresterinspiegel, Ödeme, Blutgerinnsel und sogar Krebs verantwortlich. Die Reduktion des viszeralen Fetts durch kalorienarme Gemüse- und Obst-Diät hat eine wichtige Bedeutung in der kausalen Prophylaxe und Behandlung des metabolischen Syndroms, weil sie die Produktion dieser Adipokines hemmen kann.
Ad. 3. Bioaktive Verbindungen in Gemüse und Obst wie Vitamine, Enzyme, Polyphenole, Chlorophyll, etc. sind an fast allen Veränderungen beteiligt, verbessern die Entgiftung, entfernen giftige freie Radikale, alkalisieren positiv. Das in Gemüse und Obst enthaltenes Wasser, wird aufgrund der grossen Menge an Ionen, vollständig in die Zellen eingebaut, was Entwässerung des Organismus verhindert.
Ad. 4. Unter gesundheitlichen Bedingungen wird das Protein im Darm bis auf Aminosäuren verdaut, die in das Blut aufgenommen werden und in die Leber wandern. Im Fall eines "durchsickernden Darm" geraten die unverdauten Fragmente von Proteinen ins Blut, wo sie als fremde Antigene erkannt und durch Antikörper neutralisiert werden.
Diese Komplexe können eine Reihe von nachteiligen Wirkungen verursachen:
- sie sammeln sich auf der Oberfläche von Lymphzellen und beeinträchtigen damit die Funktion des Immunsystems, sie werden ausserdem in den Geweben abgelagert, wodurch Entzündungsreaktionen wie z.B. Migräne entstehen;
- bei Ähnlichkeiten von Lebensmittelantigenen mit eigenem Gewebe können diese Antikörper "kreuzweise" ihre eigene Organe zerstören, was als Autoimmunerkrankungen bekannt ist;
- sie können bioaktive Wirkung haben z.B. niedrigen Blutdruck verursachen;
- sie sind in der Lage ins Gehirn einzudringen, und wegen ihrer Ähnlichkeit zu Morphin können sie als falsches Relais psychiatrische Störungen und Depressionen verursachen oder sogar die Sucht nach Essen auslösen.
In der Studie von Dr. E. Dabrowska beobachtet man wohltuende Wirkung der pflanzlichen Ernährung in der Behandlung von vielen Krankheiten:
- Immunstörungen wie rheumatoide Arthritis, Autoimmun-Hepatitis oder Myositis,
- endokrine Störungen wie z.B. Hashimoto-Erkrankung, Schilddrüsenunterfunktion, hohe Prolaktin,
- neurologische Erkrankungen wie z.B. MS (Multiple Sklerose).
Um unverträgliche Lebensmittel oder Lebensmittelantigene im Blut zu identifizieren, haben wir einen Test für die Nahrungsmittel-Intoleranz Food Detective eingeführt. Dank dieser Studie konnten wir Antikörper gegen unverträgliche Nahrungsmittel erkennen, die als unverdaute Moleküle ins Blut den "durchsickernden Darm" geraten sind. Meistens waren das Antigene vom Gluten, Milch, Eier und Hefe. Die Elimination unverträglicher Nahrungsmittel während der Gemüse-und Obst-Diät gibt bessere klinische und biochemische Ergebnisse. Die dauerhafte Eliminierung der unverträglichen Lebensmittel bedeutet Behandlung von Ursachen, da wir das Wiederauftreten der Krankheit sogar über viele Jahre nicht festgestellt haben. Erneute Konsumation von unverträglichen Nahrungsmittel endete meistens mit einem Rückfall.