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Gesunde Augen
Eisenmangel: Symptome an den Augen
Augenringe unter den Augen? Augenbrennen? Klingt Dir das irgendwie vertraut? Diese Anzeichen können auf einen zu niedrigen Eisengehalt im Blut, aber auch schon auf eine Eisenmangelanämie hinweisen. Schauen wir uns daher einmal die Ursachen, Wirkungen und ggf. Behandlungsmöglichkeiten für einen Eisenmangel an.
Was ist Eisen?
Das Spurenelement Eisen ist lebensnotwendig. Als das wichtigste Element zur Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin ist es unter anderem für den Sauerstofftransport im menschlichen Körpers verantwortlich. Die Sauerstoffmoleküle binden an die Eisenmoleküle im Blutfarbstoff Hämoglobin an und können somit von den roten Blutkörperchen überall hin transportiert werden. Ist das Eisen dann schließlich in das Blut aufgenommen, so wird es auf seinen Transporter, dem Transferrin, geladen. Das Transferrin ist ein Protein, das in der Leber geformt wird und den Transport von Eisen im menschlichen Körper übernimmt.
So sorgt Transferrin dafür, dass das Eisen im Körper an die entsprechenden Stellen transportiert wird, wo man es braucht:
- ans Knochenmark zur Herstellung der roten Blutkörperchen
- zur Muskulatur, um den Sauerstoff zu speichern
- zu den für die Energiegewinnung wichtigen Enzymen in den Zellen
- zu den Enzymen im Hirn, die für die Produktion von Botenstoffen für die Reizübertragung durch die Nerven wichtig sind
- an die Leber, die Milz und die Abwehrzellen des Immunsystems zur Auffüllung der Eisenspeicher
- schließlich zu jeder Körperzelle, da diese Eisen für ihre Funktionen benötigen.
Ein Mangel an Eisen ist deshalb gleichbedeutend mit einem Mangel an Sauerstoff, unter anderem für das menschliche Gehirn. Das Eisen trägt also nicht nur zur gesunden Bildung von Hämoglobin und roten Blutkörperchen bei, sondern auch zur regulären Beförderung von Sauerstoff im menschlichen Körper. Der Eisen-, Ferritin- und Transferrinwert ist weitgehend abhängig von dem Alter, dem Geschlecht und der Ernährungsweise, und bei Frauen auch von dem Rhythmus des Menstruationszyklus.
Wie kommt es zu einem Eisenmangel?
Eine der häufigsten Ursachen für eine Anämie ist Eisenmangel. Wenn der Körper zu wenig Eisen aufnimmt, kommt es zu einer Eisenmangelanämie. Die Körperzellen erhalten dann nicht mehr genügend Sauerstoff und können daher nicht mehr richtig funktionieren.
Die häufigste Ursache in Europa ist der chronische Blutverlust. Weitere mögliche Ursachen sind eine zu geringe Eisenzufuhr mit der täglichen Nahrung. Eine unzureichende Eisenzufuhr mit der Nahrung kann beispielsweise durch eine zu fleischlose oder einseitige Ernährung entstehen. Besonders häufig sind Babys, Kleinkinder, Vegetarier, Menschen mit Ernährungsstörungen und Alkoholkranke betroffen.
Ein Internist stellt den Eisenmangel oder die Anämie (Blutarmut) durch eine Blutuntersuchung fest. Es gibt unterschiedliche Laborwerte, die gemessen werden können, um den Eisenhaushalt im menschlichen Körper zu bestimmen:
Ferritinwert: Das Ferritin ist ein umfangreiches Eiweißmolekül, das in der Lage ist, Eisen zu speichern. Es kommt vor allem im Knochenmark, in der Leber und in der Milz vor. Ungefähr ein Fünftel des im Körper vorliegenden Eisens ist in Ferritin gelagert. Der Ferritin-Wert, der im Labor aus dem Blut ermittelt wird, erlaubt eine verlässliche Aussage über die im Körper vorhandene Eisenmenge und über den Füllungszustand der Eisenspeicher.
Hämoglobinwert: Die Hb-Konzentration gibt die Menge des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) im Blut an. Wenn der Hämoglobinwert zu niedrig ist, bezeichnet man dies als Anämie. Das Serumferritin ist der wichtigste Laborwert als Maß für den Füllungszustand der Eisenspeicher. Mit diesem Wert kann der Arzt feststellen, ob die Eisenspeicher voll, reduziert oder gar leer sind. Ist der Wert zu niedrig, liegt ein Eisenmangel vor.
Transferrinsättigung: Ferritin wird für den Transport von Eisen aus der Zelle benötigt und für den Transport von Eisen aus den Zellen verwendet. Die Transferrinsättigung gibt an, wie stark diese Transportproteine mit Eisen belastet sind. Eine zu geringe Transferrinsättigung heißt, dass zu wenig Eisen für den Körper vorhanden ist.
Die Symptome eines Eisenmangels an den Augen
Steht dem Körper nicht ausreichend Eisen zur Verfügung, kann er nicht genügend Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff, bilden. Dies schränkt die Produktion roter Blutkörperchen erheblich ein und verursacht eine Eisenmangelanämie. Dadurch wird weniger Sauerstoff durch das Blut transportiert, und der Körper ist unterversorgt.
Wie alle anderen Organe werden auch die Augen über das Blut mit Sauerstoff versorgt. Kommt es zu Engpässen in der Bildung, ist es möglich, dass die Augen nicht mehr ausreichend mit dem Vitalstoff versorgt werden. Wird der Eisenbedarf nicht ausreichend über die Ernährung gedeckt, äussern sich die Beschwerden unter anderen an den Augen:
- Störungen des Sehvermögens
- Entstehung von Augenringen unter den Augen
- brennende oder schmerzende Augen
Zu den bekanntesten Symptomen eines Eisenmangels zählen dunkle Augenringe. Sie entstehen häufig nach chirurgischen Eingriffen oder sogar nach einer Entbindung, wenn Frauen besonders viel Blut verloren haben. Wenn dunkle Augenringe unabhängig von Operationen und Entbindungen auftreten, ist der Körper möglicherweise nicht in der Lage, seinen Eisenbedarf ausreichend zu decken.
Falls du dunkle Ringe unter den Augen entdeckst, solltest du sie auf keinen Fall einfach ignorieren. Es ist vielmehr ratsam, die Blutwerte von einem Facharzt überprüfen zu lassen, um zu sehen, ob etwas nicht in Ordnung ist oder ein Defizit besteht. Er kann eine verlässliche Diagnose stellen, die Gründe für den Mangel und die Symptome herausfinden und bei Bedarf eine sinnvolle Behandlung der Eisenmangelanämie zur Behandlung vorschlagen.
An den Augen kann eine Eisenmangelanämie anfangs ein brennendes Empfinden in den Augen verursachen. Das Augenbrennen kann jedoch verschiedene Ursachen haben und auch nur die Folge von Müdigkeit sein. Schmerzhafte Augen sind eine ähnliche Erscheinung. Erschöpfung und längeres Starren auf den Computerbildschirm führen häufig zu Schmerzen im Augenbereich. Eine Diagnose durch einen Augenarzt wird zeigen, ob tatsächlich ein Eisenmangel die Ursache für solche Schmerzen ist.
Weitere Symptome bei Eisenmangel
Eine unzureichende Eisenzufuhr verursacht die folgenden typischen Symptome:
- Haarausfall
- brüchige Nägel
- Konzentrationsprobleme
- Kurzatmigkeit
Das Haar ist spröde und brüchig. Bei zunehmendem Eisenmangel kann später auch die Haarwurzel in Mitleidenschaft gezogen werden. Haarausfall und brüchige Nägel sind ein verbreitetes Phänomen.
Wird das Gehirn mit zu wenig Eisen versorgt, zeigen sich die typischen Symptome eines Eisenmangels: Zu allgemeiner Müdigkeit und Erschöpfung können auch geistige Leistungsstörungen wie Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen hinzutreten.
Wenn der Eisengehalt zu niedrig ist, erreicht weniger Sauerstoff die verschiedenen Teile des Körpers. Bei niedrigem Sauerstoffgehalt im Körper tritt Kurzatmigkeit auf, gleichgültig wie kräftig geatmet wird.Die Kurzatmigkeit tritt auch in normalen, überschaubaren Situationen auf, etwa beim Treppensteigen. Ein kurzer Spaziergang oder das Tragen kleiner Gegenstände können Kurzatmigkeit verursachen.
Ursachen von Eisenmangel
Zu einem Eisenmangel kann es dann kommen, wenn dem Körper Eisen verloren geht, über einen längeren Zeitraum zu wenig Eisen aufgenommen wird oder der individuelle Eisenbedarf des Körpers zunimmt. Die häufigsten Ursachen für einen Eisenmangel sind eine ungenügende Zufuhr oder ein vermehrter Verlust von Eisen. Deutliche Eisenverluste treten bei grösseren Blutverlusten auf.
Ernährung und Sport
Für eine gesunde und ausgewogene vegane Ernährung ist es oft nicht damit getan, einfach nur Fleisch und Wurst auszulassen. Fleischprodukte sind die wichtigsten Lieferanten von Eiweiss, Kalzium, Zink, Vitamin B12, Vitamin D, essentiellen Fettsäuren und insbesondere Eisen. Das ist für den Körper lebenswichtig und wird hauptsächlich für den Sauerstofftransport in die Körperzellen, aber auch für viele andere Körperfunktionen benötigt.
Vegetarische Ernährung und auch striktere Ernährungsformen ohne Tierprodukte liefern nicht zwangsläufig weniger Eisen als eine abwechslungsreiche Ernährung. So nehmen viele Veganer und Vegetarier mit einer ausgewogenen Ernährung mengenmässig eine relativ hohe Eisenzufuhr über Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Blattgemüse und inzwischen auch angereicherte Lebensmittel auf.
Die Tatsache, dass Mangelerscheinungen bei diesen Ernährungsformen öfter vorkommt, ist nicht so sehr auf die Menge des mit der Nahrung zugeführten Eisens zurückzuführen, sondern vielmehr auf seine Qualität, das heisst auf seine organische Verwertbarkeit für den Körper. Das zugeführte Eisen kann nämlich bei einer rein pflanzlichen Ernährung viel schwieriger resorbiert werden. Ist die Eisenzufuhr wegen der schlechten Biowertigkeit zu niedrig, muss der Körper auf seine eigenen Eisenspeicher zugreifen. Diese werden nach und nach geleert und es kann sich fast schon unbemerkt eine Eisenmangelanämie (Blutarmut) entwickeln. Die Gefahr eines solchen Eisenmangels ist somit besonders gross.
Auch das Risiko, einen tatsächlichen Eisenmangel zu bekommen, ist bei Sportlern höher als bei Nicht-Sportlern. Viele Leistungssportler haben einen sehr kohlenhydratreichen Speiseplan mit kaum Fleisch, aber dafür viel Teigwaren, wie zum Beispiel Nudeln.
Blutverlust
Eisenmangel wird in 80 % der Fälle durch einen Blutverlust verursacht. Darunter fallen zum einen die typische Regelblutung bei Frauen, aber auch Blutungen, die durch eine gynäkologische Erkrankung hervorgerufen werden, wie Tumore, Myome oder Zysten, und zu einem erhöhten Eisenbedarf führen.
Eine andere häufige Ursache ist eine Blutung aus dem Verdauungstrakt, beispielsweise aufgrund von Hämorrhoiden, Tumoren, Magengeschwüren, Entzündungen (Gastritis).
Aber auch Blutungen an anderen Körperstellen können zu einem Eisenmangel führen. Blutspenden und ein Blutverlust nach einer grösseren Operation zählen ebenfalls zu den häufigsten Ursachen für den Eisenmangel.
Krankheiten und Medikamente
Der Eisenhaushalt wird beeinflusst von Krankheiten und Arzneimitteln, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Chronische Blutungen aufgrund von einem Magengeschwür können sich mit Eisenmangel äussern.
Patienten mit Darmerkrankungen wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) sollten lebenslang eine streng glutenfreie Diät einhalten, damit ihr Darm seine gesunde Form wieder aufbauen und erhalten kann. Nur so kann eine wirksame Verdauung und Aufnahme der zugeführten Lebensmittel – vor allem im Dünndarm – erfolgen. Bis zu diesem Zeitpunkt führt die Unverträglichkeit zu einer erheblichen Schädigung der Dünndarmschleimhaut, wodurch die Verdauungsfunktion und die Aufnahme von Nährstoffen und Spurenelementen beeinträchtigt werden. Eine gleichzeitige Einnahme von Eisen und Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmern NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac, Novaminsulfon,Metamizol) verstärkt die Schäden an der Magen-Darm-Schleimhaut.
Schwangerschaft
Eine Entbindung ist mit einem hohen Blutverlust einhergehend, und ein Blutverlust bedeutet Eisenverlust. Da eine Schwangerschaft die Eisenspeicher der Mutter sehr stark belastet, führt vor allem die Entbindung zu einem erhöhten Eisenbedarf und das Risiko für eine Eisenmangelanämie ist grösser.
Aber auch Stillende benötigen mehr Eisen: Für die Wundheilung, die Milch während der Stillzeit und die Blutbildung. Bei 20 statt 15 Milligramm pro Tag ist der Bedarf somit immer noch erhöht.
Hohes Alter
Im hohen Alter kann ein Eisenmangel durch eine fehlerhafte Ernährung entstehen. Viele ältere Menschen ernähren sich relativ nährstoffarm und vermeiden vor allem Fleisch – häufig aufgrund von Kauschwierigkeiten. Damit steht das gut aufzunehmende, sogenannte zweiwertige Häm-Eisen für viele alte Menschen nicht in einer ausreichenden Menge zur Verfügung.
Zudem werden im hohen Alter viele wichtige Nährstoffe wie zum Beispiel Eisen schlechter vom Körper verwertet, was ebenfalls zu einer Eisenmangelanämie führen kann. Vermutlich liegen hier die Ursachen in physiologischen Veränderungen im Magen-Darm-Trakt. Durch diese Kombination aus einseitiger Ernährung und schlechter Nahrungsaufnahme wird die Eisenaufnahme deutlich reduziert. Es überrascht daher nicht, dass bei 15 % aller älteren Menschen mit Blutarmut ein Eisenmangel durch unzureichende oder zu einseitige Ernährung verantwortlich ist.
Behandlungsmöglichkeiten bei Eisenmangel
Zur Behandlung von Eisenmangel wird in den meisten Fällen eine eisenhaltige Ernährung empfohlen. Eine abwechslungsreiche Ernährung enthält in der Regel genug Eisen, um den Tagesbedarf zu decken. Insbesondere Fisch, Nüssen und Fleisch enthalten viel Eisen. Auch Vegetarier sollten darauf achten, eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel in ihren Speiseplan aufzunehmen.
Zur Verbesserung der Eisenaufnahme werden außerdem eisenhaltige Medikamente, d. h. Eisentabletten, sowie Vitamin C verschrieben. Es handelt sich dabei meist um rezeptfreie Eisenpräparate, die ein zweiwertiges Eisen enthalten.
Ansprechpartner bei Verdacht auf Eisenmangel ist der Hausarzt oder ein Internist – ein Facharzt für Innere Medizin. Dieser kann den Eisenmangel diagnostizieren, die entsprechende Ursache abklären und die Mangelerscheinung entsprechend behandeln.
Eisenmangel vorbeugen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen täglichen Eisenbedarf von 10 Milligramm. Von Eisenmangel sind Frauen besonders häufig betroffen. Während der Periode kann sehr viel Eisen verloren gehen. Dann sorgen 15 Milligramm Eisen pro Tag für einen entsprechenden Ausgleich.
Es ist grundsätzlich wichtig, eine gute Eisenversorgung durch die normale Nahrung zu erreichen. Die wichtigsten Eisenquellen sind rotes Fleisch und Fisch, die in ausreichender Menge zugeführt werden sollten. Rinderschinken zum Beispiel hat einen hohen Eisengehalt: 100 Gramm decken den Tagesbedarf.
Wenn du dich vegetarisch ernährst, sind Hülsenfrüchte eine gute Eisenquelle: weisse Bohnen, Linsen, Sojabohnen und Kichererbsen haben jeweils zwischen sechs und neun Milligramm Eisen pro 100 Gramm. Eisen aus pflanzlicher Nahrung wie Hülsenfrüchten oder Haferflocken kann der Körper allerdings nicht annähernd so gut aufnehmen wie das aus tierischen Produkten.
Einige Nahrungsmittel, wie z. B. Kaffee und Fertiggerichte, hemmen die Aufnahme von Eisen, wohingegen andere die Aufnahme fördern. Achte beim Essen auf diese Wechselwirkungen. So hemmen z. B. Milchprodukte die Eisenaufnahme im Darm, weil sie viel Kalzium enthalten. Aber auch Kaffee, schwarzer Tee und Rotwein beeinträchtigen die Eisenaufnahme aus der Nahrung. Das liegt daran, dass die in ihnen enthaltenen Antioxidantien, die sonst sehr gesundheitsfördernd sind, das Eisen an sich binden, wodurch es vom Darm nicht mehr aufgenommen werden kann. Selbst in guten pflanzlichen Eisenquellen wie Spinat, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sind gewisse Stoffe enthalten, die die Aufnahme hemmen. Doch zum Glück gibt es auch Stoffe, die das Gegenteil tun. Vitamin C etwa stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern begünstigt auch die Eisenaufnahme über die Nahrung.
Zur Vorbeugung von Eisenmangel zählt auch, dass man sich, wenn man zur Risikogruppe für Eisenmangel gehört, einer regelmässigen Blutuntersuchung unterzieht. Auf diese Weise können sowohl das aktuelle Blutbild als auch die Ferritin-Werte analysiert werden und es lässt sich feststellen, ob zu wenig Eisen vorhanden ist. Dabei wird auch geprüft, wie hoch die Hämoglobin-Konzentration im Blut ist.