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Föhn meldet sich zurück
Der April ist ja bekanntlich DER Föhnmonat. Und dies gilt in diesem Jahr besonders. Nach einer kurzen Abwesenheit hat sich heute wieder eine Föhnlage eingestellt. Zuerst nur zaghaft, am Abend dann immer stärker, gewann der Föhn zunehmend an Kraft. In einigen Föhntälern bescherte er sogar wieder sommerliche Temperaturen.
Am Morgen näherte sich die okkludierte Front eines Tiefs über den Niederlanden knapp der Schweiz an. Die an der Front entlang ziehenden Schauerzellen streiften gerade noch den Jura sowie die Nordwestschweiz und brachten zwischen 0 und 2 mm Niederschlag. Mit der einsetzenden Entwicklung eines Tiefs über Spanien wurde die Front im Tagesverlauf aber wieder von der Schweiz weggedrängt. Ansonsten war die Wetterlage heute Samstag geprägt von einer südwestlichen Höhenströmung auf der Vorderseite einer langgestreckten Tiefdruckzone von den Britischen Inseln bis zur Iberischen Halbinsel. So baute sich in den Alpen im Laufe des Tages eine Föhnlage auf.
In den Alpentälern aufkommender Föhn
Die Druckdifferenz zwischen der Alpensüd- und nordseite gibt einen guten Hinweis auf den Föhn. Sie lag am frühen Morgen bei 0 hPa, also ausgeglichenem Druck. Im Laufe des Tages stieg sie jedoch stetig an und erreichte am Abend 3.5 hPa. Zusammen mit den Südwestwinden in der Höhe waren die Voraussetzungen für den Föhneinsatz in den Alpentälern gegeben. Allerdings setzte sich der Föhn nicht sogleich in allen Regionen durch. Am Nachmittag wehte er meist nur in den oberen Alpentälern. Im Rheintal bewegte sich die Föhnfront zwischen Chur und Bad Ragaz hin und her. Im Urnerland beschränkte sich der Föhn zunächst nur auf das Oberland. Erst am Abend stiess er weiter das Reusstal hinunter und erreichte den Urnersee. In Göschenen fiel am frühen Abend gar kurzzeitig etwas Regen, der vom Tessin her hinübergreifte, in den Föhn, so dass die Temperatur um ca. 5 Grad zurückging und die Luftfeuchtigkeit zunahm.
Und auch im anderen bekannten Föhntal, im Haslital im Berner Oberland, zeigte der Föhn noch anfängliche Anlaufschwierigkeiten, bevor er sich bis Meiringen und am Abend sogar bis Brienz durchsetzte.
Im Tessin zum Teil viel Sonne
Bläst der Südföhn, so erwartet man auf der Alpensüdseite im Allgemeinen mindestens bedeckte, wenn nicht gar regnerische Verhältnisse. Diese simple Faustregel konnte heute nicht bestätigt werden. Meist bewölkt war es heute nur im Nordtessin. Im Mitteltessin schien die Sonne immerhin 2 bis 4 Stunden, im Südtessin sogar 5 bis 7 Stunden. Da die Luft, die von Südwesten her die Alpen anströmte labil war, entstanden nach Mittag auf der Alpensüdseite rasch grössere Quellwolken, und der Wetterbeobachter vom Flughafen Lugano-Agno meldete sogenannte Towering Cumulus, also auftürmende Quellwolken. Einzelne dieser Wolken entluden sich vor allem in der Region Maggiatal als Gewitter.
Temperaturen von über 20 Grad
In der ganzen Schweiz stiegen die Temperarturen in den Niederungen auf Werte zwischen 20 und 24 Grad. In einzelnen Föhnregionen konnte sogar wieder ein Sommertag mit einer Maximumtemperatur von mindestens 25 Grad verzeichnet werden, so zum Beispiel in Sion mit 26.5 Grad, in Bad Ragaz mit 26.2 Grad oder in Chur mit 25.3 Grad.