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Um die Auswirkungen auf Klima und Umwelt zu reduzieren, müssten der Verbrauch der Gesellschaft gesenkt und mehr öffentliche Arbeitsplätze in den Bereichen Forschung und Klimaanpassung geschaffen werden, sagt Dorota Retelska.Dieser Inhalt wurde am 18. August 2020 - 09:00 publiziert
Wohlstand und Wachstum
Der Konsum wohlhabender Haushalte ist weltweit die Hauptursache für Kohlenstoff-Emissionen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie von Forschenden an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. In die Kategorie wohlhabender Haushalte fallen die meisten Europäerinnen und Europäer.
Wie allgemein bekannt ist, würde eine Verringerung des Konsums um 40-90% in den reichen Ländern eine ähnliche Verringerung des Bruttoinland-Produkts (BIP) bewirken. Dies wiederum würde zu einer Kaskade von Konkursen und Arbeitslosigkeit führen.
Da die Produktivität ständig steigt und wir immer mehr produzieren, müssen wir immer mehr konsumieren, weil sonst Arbeitslosigkeit droht. Der Konsum steigt im Allgemeinen mit der Produktivität. Die Autorinnen und Autoren der Studie erwähnen auch den Einfluss der Werbung in diesem Zusammenhang.
Gegenwärtig ist das Einkommen innerhalb der Gesellschaft einer der Hauptfaktoren für das Wohlbefinden, während der Konsumwettstreit das allgemeine Wohlbefinden der gesamten Gesellschaft nicht erhöht.
Das Kaufverhalten und die Freizeitaktivitäten der Reichen erzeugen die Sehnsüchte der Armen. Der Wettlauf um Effizienz führt auch zum Kauf von Autos und Computern. Schliesslich unterstützen die Staaten taumelnde Unternehmen, um Arbeitsplätze zu retten.
Leider sind die Auswirkungen auf die Umwelt enorm und sehr gefährlich. Zudem zeigte die Coronavirus-Epidemie, dass sich unser Konsumverhalten bei Gefahr sofort ändert. Dies wird auch in Zukunft häufig der Fall sein.
Die Autorinnen und Autoren des Artikels konzentrieren sich auf Veränderungen im individuellen Verhalten und fordern die Gesellschaft auf, nachzudenken und Lösungen vorzuschlagen.
Wirksame Lösungen
Ich sehe drei Möglichkeiten, diese Spirale von Verbrauch und Umweltverschmutzung umzukehren. Eine davon bestünde darin, die Grösse der Wohnungen pro Person zu regulieren. Dadurch würde die Anzahl der pro Haushalt erworbenen Gegenstände etwas eingeschränkt und die Betonierung ganzer Länder vermieden. Der Bau sollte streng begrenzt werden.
Es sollten viele öffentliche Arbeitsplätze geschaffen werden, mindestens die Hälfte davon in Bereichen, die von Handel und Werbung unabhängig sind. Wir sollten nicht den Zusammenbruch riskieren, weil die Auto- oder Bekleidungsverkäufe zurückgehen. Es ist wirklich besser, öffentliche Arbeitsplätze zu schaffen, als umweltverschmutzende Sektoren zu unterstützen. Sie könnten viele Aspekte des gesellschaftlichen Lebens verbessern.
Arbeitsplätze im Klimabereich gibt es so gut wie keine, weder in der Forschung noch in der Klimaanpassung. Dabei ist es die grösste Gefahr des Jahrhunderts. Es wäre eine Vielzahl von Jobs erforderlich: Bei der Vorhersage des Klimawandels, bei der Erforschung von Lösungen, bei der Kohlenstoffbindung in der Vegetation, bei der Entwicklung von Lösungen in der Land- und Forstwirtschaft, im Gartenbau, bei der Verbesserung der Produktions- und Transportketten, bei der Kreislaufwirtschaft und bei der Anpassung an Katastrophen.
Es sollte ein Departement für Umweltsicherheit geschaffen werden, das dafür sorgen würde, dass unsere Lebensbedingungen auf der Erde erhalten bleiben. Wir haben sie gestört, wir müssen sie wiederherstellen. Wir müssen erkennen, dass Luft, Wasser, Boden und Wälder für die öffentliche Sicherheit von wesentlicher Bedeutung sind.
Eine ökologische Wirtschaft kann auch mit vielen Wellness- und Freizeitjobs funktionieren. Der Staat könnte Berufsleute in Sport, Musik und Theater beschäftigen und den Bürgerinnen und Bürgern kostenlose Kurse, Massagen und Shows anbieten, die unsere Lebensqualität verbessern würden.
Die auf den Markt gebrachten Gegenstände sollten sehr strenge Qualitätskriterien erfüllen, die Werbung sollte verschwinden, und der Hersteller sollte für die Reparatur des verkauften Gegenstands verantwortlich sein und so dessen Qualität sicherstellen.
Dieser Artikel wurde erstmals am 19. Juli 2020 auf Dorota Retelskas Blog "Le climat aujourd'hui et demain" veröffentlicht.
Dorota Retelska
ist Doktorin der Wissenschaften an der Universität Lausanne und Autorin von "L'Antarctique-Ouest dans le vide", einem Buch über den Anstieg des Meeresspiegels, das 2017 veröffentlicht wurde.
Sie ist in mehreren Klimaschutz-Organisationen aktiv, darunter die Climate Association Geneva, Greenpeace, TACA und das Collectif Climat 2020.End of insertion
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