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Die US-Regierung wirft Russland vor, die Sicherheit von Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben. «Wir verurteilen Russlands rücksichtslosen Test», teilte US-Aussenminister Antony Blinken am Montagabend (Ortszeit) mit. Mit dem Beschuss eines russischen Satelliten sei Weltraumschrott entstanden, «der das Leben von Astronauten, die Integrität der Internationalen Raumstation und die Interessen aller Nationen gefährdet».
Das Weltraumkommando (Space Command) der US-Streitkräfte teilte mit, der Test vom Montag habe bislang mehr als 1500 nachverfolgbare Trümmerteile in der erdnahen Umlaufbahn produziert. Vermutlich würden diese letztlich in Hunderttausende kleinere Trümmer zerfallen und «über Jahre und möglicherweise Jahrzehnte in der Umlaufbahn verbleiben». Dies bedeute «ein erhebliches Risiko für die Besatzung der Internationalen Raumstation und andere bemannte Raumfahrtaktivitäten sowie für die Satelliten mehrerer Länder».
«Russland hat gezeigt, dass es die Sicherheit, den Schutz, die Stabilität und die langfristige Nachhaltigkeit des Weltraums für alle Nationen bewusst missachtet», kritisierte US-General James Dickinson. «Russland entwickelt und setzt Fähigkeiten ein, um den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten und Partnern den Zugang zum Weltraum und dessen Nutzung aktiv zu verweigern.»
Russland wies die Vorwürfe zurück. «Diese Aussagen entsprechen nicht der Wirklichkeit», sagte Juri Schwytkin, Vize-Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, am Dienstag der Agentur Interfax. Der Fantasie des US-Aussenministeriums sei keine Grenze gesetzt. «Wir haben uns immer gegen die Militarisierung des Weltraums ausgesprochen», sagte der Abgeordnete.
Wegen einer möglichen Kollision mit Weltraumschrott war die ISS am Montag zweimal kurzzeitig geräumt worden. Der Kosmonaut Pjotr Dubrow sagte der russischen Staatsagentur Tass zufolge, die sieben Raumfahrer hätten sich in beiden Fällen in zwei an der Station angedockten Raumschiffen in Sicherheit gebracht. Der deutsche Astronaut Matthias Maurer wechselte laut der Europäischen Weltraumorganisation Esa in die «Crew Dragon», mit der der Saarländer erst am Freitag vergangener Woche den Aussenposten der Menschheit erreicht hatte. Im Falle eines Zusammenstosses hätte die Besatzung so schnell zur Erde zurückfliegen können. (saw/sda/dpa)