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Besessenheit ist ein uraltes kulturübergreifendes Phänomen. Meist waren es Frauen, nicht selten aber auch Kinder und Jugendliche, denen zugeschrieben wurde, daß sie vom Teufel besessen seien.
In der frühen Neuzeit griffen besessene Kinder in die Hexenverfolgungen ein und behaupteten, daß Unholde, die zu benennen sie gerne bereit seien, die bösen Geister in ihren Leib hineingezaubert hätten. Die Erwachsenen bedienten sich dieser Kinder auch als Medien, die die Geister der Verstorbenen sprechen ließen und vermeintliche Botschaften aus der jenseitigen Welt überbrachten. Seit dem 19. Jahrhundert bemühte man sich verstärkt um eine wissenschaftliche Erklärung dieser Erscheinung, die als mittelalterliches Relikt, wie der Fall Anneliese Michel zeigt, nicht vollständig überwunden ist. Das anschaulich geschriebene, auf solider Quellenbasis beruhende Buch schlägt ein neues, bislang wenig bekanntes Kapitel aus der Geschichte der Kindheit auf.