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Edward H. Tarr (15.06.1936 – 24.03.2020)
Die Schola Cantorum Basiliensis und die Musik-Akademie Basel verliert mit Edward H. Tarr einen ihrer profiliertesten Musiker und früheren Dozenten. Edward Tarr war Trompeter aus Leidenschaft und erhielt seine Ausbildung in seinem Heimatland, am renommierten Oberlin College in den USA. Sein Interesse am älteren Repertoire führte ihn bereits 1959 zum Studium der Musikwissenschaft zu Leo Schrade an die Universität Basel, von wo aus er Verbindungen zur Musik-Akademie Basel knüpfte, unter deren Dach die SCB gerade gezogen war. 1970-2001 führte er als Pionier auf seinem Instrument eine Klasse für historische Trompeten an der SCB, aus der Generationen von Spielern hervorgingen. Gleichzeitig unterrichtete er auch am «Konservatorium» (1974-2001) und machte die Musik-Akademie Basel damit zu einem Zentrum des (historischen) Trompetenspiels. Nach seiner Pensionierung in Basel setzte er 2001 die Unterrichtstätigkeit in Karlsruhe fort.
Zu seinen Studenten zählen einige der wichtigsten VertreterInnen des Instruments, die sich bei ihm eine Grundausbildung oder den letzten Schliff sowie den Zugang zur Naturtrompete holten. Erwähnenswert ist auch seine Beschäftigung mit dem Zink, die den Boden bereitete für Spezialisten wie Bruce Dickey, der ebenfalls zu seinen Studenten zählte. In der Zusammenarbeit mit Instrumentenbauern wie den Firmen Meinl & Lauber (Geretsried), Egger in Basel und Yamaha trieb er den Nachbau historischer und neuzeitlicher Trompetenmodelle entscheidend voran. Mit zahlreichen Artikeln, Büchern und Notenausgaben hat er die Geschichte und das Repertoire für die Trompete vom 16. bis ins 19. Jahrhundert massiv erweitert. 1985-2004 war er Gründungsdirektor des Trompetenmuseums in Bad Säckingen (Baden). Nicht zuletzt war er über Jahrzehnte ein profilierter Konzertmusiker als Solist und in Ensembles. Die Aufzählung seiner Aktivitäten macht seine Bedeutung für die internationale Trompetenszene überdeutlich.
Nach seiner aktiven Zeit als Dozent amtierte er an der SCB bis in die jüngste Vergangenheit als Experte in Prüfungskommissionen. Ed war ein Kollege, mit dem fachliche Diskussionen ebenso gut zu führen waren, wie Unterhaltungen über Kunst und Politik. Sein Humor und seine stets positive Einstellung gegenüber allen Fährnissen und Genüssen des Lebens machten ihn zu einem anregenden Gegenüber. Mit seiner Frau, der Organistin und Psychotherapeutin Irmtraud Tarr, war er in seinem Domizil in Rheinfelden (Baden) ein liebenswürdiger Gastgeber. Er hat für sein Instrument, die Trompete, für die Musik-Akademie Basel und insbesondere für die Schola Cantorum Basiliensis Ausserordentliches geleistet. Wir werden ihn als Kollegen, Lehrer, Wissenschaftler, Musiker und Freund in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten.