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W. Heussermann (2004)
Weder Hercule Poirot noch Sam Spade können ihm das Wasser reichen, Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyles englischer Gentleman-Detektiv trug entscheidend zur weltweiten Popularität der Tabakspfeife bei. Selbst 100 Jahre nach seiner literarischen Geburt ist Holme’s Spitzenplatz in der kriminalistischen Romankultur unbestritten. Im viktorianischen London mit all seinen legendären Clubs, rauchgechwängert und von feinem Whiskeyduft erfüllt, löst der Detektiv Fall um Fall und lässt Scotland Yard recht alt aussehen. Immer begleitet von seinem treuen Freund Dr. Watson, wird er unerwartet mit einer veritablen Familientragödie konfrontiert. Holme’s Bruder landet unsanft im Krankenhaus. Als Regierungsbeamter war Mycroft mit der Suche nach einer gestohlenen Sprengstoffformel betraut, als er einem Bombenattentat zum Opfer fällt.
Da nun Inspector Lestrade von Scotland Yard kein allzu großes Interesse an dem Fall zeigt, ist es mal wieder an Holmes, dafür zu sorgen, dass die Affäre nicht zur Staatskrise ausartet. Es ist überliefert, dass selbstverständlich auch Sir Conan Doyle zum Kreis der noblen Pfeifenraucher zählte.
Nach einem nicht minder berühmten leibhaftigen Pfeifenraucher brauchen wir nicht lange zu suchen.
Pablo Picasso’s Bild aus dem Jahre 1905 - „Junge mit Pfeife“ – wurde dieser Tage für den Rekordpreis von 104 Millionen Dollar versteigert. Ganz unter uns - sozusagen von Pfeife zu Pfeife - hat wohl der gute Pablo gar den Jungen verführt? Zum Pfeifenrauchen natürlich!
Überhaupt stand die Tabakspfeife auch bei Picasso’s Künstlerkollegen hoch im Kurs.
Wir entdecken Vincent van Gogh, Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henry Matisse als leidenschaftliche Genießer der Pfeife. Wie viel mag wohl der Tabakrauch inspirierend zum Gelingen ihrer unvergänglichen Werke beigetragen haben? Lassen sich da Zusammenhänge herstellen?
Entfaltet sich wahre Genialität erst mit den wabernden Rauchschwaden einer Tabakspfeife?
Hätte Albert Einstein je seine grandiose Relativitätstheorie ohne die Inspirationen seiner Tabakspfeifen entwickeln können? Wir wissen es nicht.
Gesichert ist aber die Tatsache, dass ein Spassvogel wie Thomas Gottschalk im Jahre 1985 in Hamburg vom dortigen Tabakforum zum Pfeifenraucher des Jahres gewählt wurde.
Vorangegangen waren 1970 Vico von Bülow alias Loriot und Prof. Dr. Golo Mann 1979. Alt-Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl erhielt den Titel anno 1975.
Vor Redaktionsschluss wurde noch bekannt, dass sich auch Bundesrat Samuel Schmid in der Stille seines Büros und mit Hilfe einer Tabakspfeife staatsmännischem Gedankengut hingibt.
Sogar Micheline … - , aber das ist sicher nur ein Gerücht.
Merke: Pfeifenraucher wissen sich eins mit der Weltelite aus Kunst, Wissenschaft, Kultur und Politik.
That’s what friends are for.
Ihr W. Heussermann