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FCI-Standart Nr. 89/ D 03.06.1997
PODENCO IBICENCO
Ursprung: Spanien (Balearen)
Datum der Publikation des Gültigen Originalstandarts: 26.05.1982
Uebersetzung: Dr. J.-M. Paschoud und Frau Binder-Gresly
Verwendung: Der Podenco Ibicenco wird hauptsächlich zur Kaninchenjagt ohne Gewehr, bei Tag und bei Nacht verwendet. Dank seines überaus feinen Geruchsinnes, dessen er sich zusammen mit dem Gehör mehr bedient als der Sicht, spürt und jagt er auch an sehr dicht bewachsenen Stellen die Kaninchen mit Leichtigkeit auf. Flink und schlau wie er ist, fängt er seine Beute rasch, besonders wenn er zusammen mit anderen Hunden jagt. Wenn ein Hund eine Beute anzeigt, umringen ihn alle anderen Hunde in einem gewissen Abstand und stehen auf der Lauer; sie bellen nur dann, wenn sie die Beute stehen oder hören und wenn sie diese umzingelt haben. Beim Anzeigen und beim Einfangen der Beute wedeln alle Hunde heftig, lassen aber leicht von der Anzeigeposition ab. Der Podenco Ibicenco wird auch zur Jagt auf Hasen und Grosswild eingesetzt. Er apportiert die Beute gut. Von gewissen Ausnahmen abgesehen, werden für die Zusammensetzung der Meute nur Hündinnen verwendet mit höchstens einem Rüden, da letztere beim Jagen nicht zusammenarbeiten und streitsüchtig sind. Wenn eine Meute einige Tausend Kaninchen eingefangen hat, kann es eigentümlicherweise vorkommen, dass einige Hunde derselben Meute nicht mehr jagen wollen, bevor ihnen nicht eine längere Ruhepause gewährt wird. Auf dieses Phänomen bezieht sich der spanische Ausdruck “enconillarse” (sich zur Ruhe legen).
Klassifikation FCI:
Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 7 Urtyphunde zur jagtlichen Verwndung
Ohne Arbeitsprüfung
Kurzer Geschichtlicher Abriss: Diese Rasse stammt aus den Baleareninseln Majorka, Ibiza, Minorka und Formentera, wo sie unter dem ursprünglichen Namen “Ca Eivissec” bekannt ist. Sie ist auch in Katalonien, um Valencia, im Roussillon und in der Provence stark verbreite, wo sie die Namen Mallorquí, Xarnelo, Mayorquais, Charnegue, Chanegui und Balearen-Hund trägt. Wahrscheinlich sind diese Hunde durch die Phönizier, die Karthaginienser und eventuell auch durch die Römer aud diese Insel gebracht worden. Es handelt sich um einen typischen primitiven und robusten Vertreter einer der ältesten noch erhaltenen Rassen. Abbildungen dieser Hunde finden sich in Gräbern von Pharaonen und auf Museumsgegenständen, womit die Existenz dieser Rasse bereits im Jahre 3400v.Chr. nachgewiesen ist.
Wichtige Masserhältnisse: Der Abstand von der Spitze des Fangs bis zu den Augen entspricht demjenigen von den Augen bis zum Hinterhauptbein.
Kopf: Gesamthaft betrachtet hat der lange schmalle Kopf die Form eines nahe an seiner Basis abgeschnittenen Kegels; ausgesprochen trocken, eher klein im Verhältnis zum Körper.
Oberkopf:
Schädel: Lang, flach (dolichocephal), Hinterhauptsbeinhöcker vorstehend
Stirne: schmall und flach
Stop: wenig ausgeprägt
Gesichtsschädel:
Nase: Nasenschwamm fleischfarben; Nasenlöcher offen; Nasenrücken leicht gewölpt.
Fang: Nasenrücken und Nase über den Unterkiefer hinausragend; schmall, lang und entsprechend der Farbe des Haarkleides fleischfarben.
Lefzen: Dünn, eng anliegend, fleischfarben.
Zähne: Perfekter Gebissschluss, Scherengebiss; weiss, regelmässig angeordnet.
Augen: Schräg, klein, von einer hellen Bernsteinfarbe, die an die Farbe einer Karamelle erinnert; die Bernsteinfarbe kann entsprechend der Farbe des Haarkleides mehr oder weniger intensiv sein. Ohne sehr edel zu wirken, verrät der Blick Intelligenz, aber auch Aengstlichkeit und Misstrauen.
Ohren: Immer steif; sehr beweglich; nach vorne, seitlich horizontal oder nach hinten gerichtet, aufrecht getragen wenn der Hund erregt ist; das Zentrum des Ohransatzes befindet sich auf der Höhe der Augen; die Form ist die eines verlängerten Rhomboids, welches in einem Drittel seiner langen Diagonale abgeschnitten ist. Sie sind fein, ohne Behaarung an der Innen- seite der Ohrmuschel; von mittlerer nicht übertriebener Grösse.
Hals: Sehr trocken, sowohl in seinem oberen wie in seinem unteren Teil. Seine Länge beträgt ein viertel der länge des Körpers; leicht muskulös. Die Haut ist straff, glatt und ohne Wamme. Normalerweise ist das Haar im Bereich des Ansatzes am Körper länger und dichter; dies ist besonders auffällig bei der glatthaarigen Varietät.
Körper: Gesamthaft betrachtet ist der Körper symmetrisch, leicht konvex und von mittleren ebenmässigen Proportionen, kompakt und etwas länger als hoch, ohne dass diese Differenz exakt festgelegt wäre.
Widerrist: Gut abgestzt, hoch, trocken und lang. Rücken: Gerade, lang und biegsam. Die Muskulatur ist stark, jedoch flach. Lende: Gewölbt, von mittlerer Breite, kräftig und fest.
Kruppe: Stark, abfallend, mit sichtbarem Knochenbau; sie verfügt über eine sehr kräftige und harte Muskulatur.
Brust: Tief, schmal und lang; sie reicht aber nicht bis zu den Ellenbogen. Die Vorbrust ist spitz und stark vorstehend. Die Rippen sind flach.
Bauch: Aufgezogen, aber nicht zu stark.
Rute: Tief angesetzt, gegen das Rutenende hin rundum einige etwas längere und gröbere, ährenartige abstehende Haare aufweisend; lang. Wenn man die Rute zwischen den Beinen durchzieht, soll sie bis zur Wirbelsäule reichen; etwas dicker am Ansatz, sich allmählich zur Spitze hin verjüngend. In der Ruhe ist sie natürlich hängend; in der Bewegung wird sie mehr oder weniger eng gebogen sichelförmig getragen; es wird vorgezogen, wenn sie nicht aufrecht oder über- trieben eingerollt über dem Rücken getragen wird.
Vorderhand: Senkrecht, symmetrisch; von vorne gesehen ist die Stellung der Vorderläufe sehr eng; insgesammt stämmig, mit langen Gliedmassen, die den Eindruck eines schlanken, flinken jedoch kräftigen Tieres vermitteln.
Schulterblätter: Schräg, kräftig, frei beweglich.
Oberarm: Sehr lang, gerade, stark und sehr eng gestellt.
Ellenbogen: Breit und vom Körper gut abgesetzt, parallel zur Medianebene des Körpers, niemals lose.
Unterarme: Sie werden gegen die Vorderfusswurzel zu breit.
Vordermittelfuss: Kräftig, fest, breit und schön aufrecht.
Hinterhand: Senkrecht, mit langen, starken, flachen und trockenen Muskeln.
Sprunggelenk: Gut gewinkelt, breit, tief angesetzt, gut senkrecht und weder nach aussen noch nacu innen gedreht.
Pfoten: Nahezu Hasenpfoten; Zehen lang und eng aneinander; Zehenzwischräume gut behaart; Nägel sehr kräftig und normalerweise von weisse Farbe entsprechend der Farbe des Haarkleides; Fussballen sehr hart.
Gangart: Die bevorzugte Gangart ist ein schwebender Trab; der Galopp ist sehr schnell und vermittelt den Eindruck einer grossen Behendigkeit.
Haut: Straff, am Körper anliegend; sie ist rötlich pigmentiert, kann aber dort, wo das Haarkleid anders gefärbt ist, verschiedenfarbig sein.
Haarkleid: Beschaffenheit des Haares: Glatthaar, Rauhhaar oder Langhaar. Das Glatthaar soll nicht seidig, jedoch kräftig und glänzend sein. Das Rauhhaar soll hart und sehr dicht sein; etwas kürzer auf dem Kopf und an den Ohren, etwas länger an der Hinterseite der Keulen und an der Unterseite der Rute; ein Bart ist sehr geschätzt. Das Langhaar ist weicher und soll mindestens eine Länge von 5cm aufweisen; der Kopf ist sehr dicht behaart. Farbe des Haare: Vorgezogen wird weiss und rot, oder einfarbig weiss oder rot; falbfarbene Hunde sind zugelassen, sofern es sich um ausserordentlich gute Exemplare handelt, wobei jedoch bei Glatthaar diese Farbe überhaupt nicht zulässig ist.
Grösse:
Rüden : 66-72cm
Hündinnen : 60-67cm
Ohne übertriebene Strenge darf man Hunde, die dem Standartmass nahekommen, akzeptieren, sofern diese gut proportioniert sind und ästhetisch aussehen.
Schwere Fehler:
- Kopf kurz und breit
- Stop stark ausgeprägt
- Fehlen eines Prämolaren (PM)
- Hängeohren - Rippenkorb gewölbt
- Ellenbogen nach aussen gedreht
- Kuhhessige Sprunggelenke
- Nach aussen gedrehte Pfoten
- Kreuzen der Pfoten und der Sprunggelenke in der Bewegung
Ausschliessende Fehler:
- Schädel in Form einer Treppe
- (Ebene des Schädels im Vergleich zu Nasenrücken zu hoch)
- Nasenschwamm: braune Pigmentierung oder schwarze Flecken
- Jeder andere Gebisschluss als ein Scherengebiss
- Augenlider und Leftzen: rot-braun
- Anzeichen einer Kreuzung mit einem Galgo oder anderen Windhunden,
- das heisst:
- Gefaltene Ohren
- Dunkle Augen
- Kruppe breit
- Vorbrust wenig ausgeprägt
- Vorderläufe weit auseinander
- Oberschenkel rundlich und breit, mit sichtbar vorstehenden Venen
N.B.
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.