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Die Kaffee-Kooperative Caficultores de Salgar in Kolumbien
Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte
Qualität und Produktivität:
Dank der Fairtrade-Prämie haben 558 Bauern gelernt, ihre Entpulpungsmaschine (wird verwendet um das Fruchtfleisch von den Kaffeebohnen zu trennen) zu revidieren und zu kalibrieren. Beim Entpulpen können sie nun bessere Qualität erzeugen, was zu einem höheren Einkommen führt.
Ein Teil der Prämie wurde für Agronomen investiert, welche die Bauern in guten Landwirtschaftspraktiken, Verarbeitung und Trocknung von Kaffee sowie Registerführung schulen. Einige Mitglieder werden zu Entpulpungsmaschinen-Mechanikern ausgebildet. Diese unterstützen die Kooperativen-Mitglieder bei komplizierteren Reparaturen.
Bildung:
Um den Bildungsstandard zu erhöhen, investiert die Kooperative einen Teil der Fairtrade-Prämie in Stipendien für Jugendliche, damit diese an einer Universität studieren können. Die Transportkosten zu den Universitäten werden ebenfalls mit Hilfe von Prämien-Geldern finanziert.
Sicherheit und Arbeitsbedingungen:
Die Kooperative hat zudem entschieden, mit dem Kauf von Schutzbekleidung für die Ausbringung von Agrochemikalien die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zusätzlich wurden mit einem Teil der Kooperativen-Mitglieder Schulungen durchgeführt, welche den sicheren Umgang mit Pestiziden (Aufbewahrung, Anwendung, Reinigung, Sicherheitsvorschriften, verbotene Substanzen) gewährleisten.
Salgar - die KaffeeregionSalgar ist eine Kleinstadt Südwestern der Region Antioquia in der kolumbianischen Zona Cafétera (Kaffeezone), etwas weniger als 100 km südwestlich von Medellín entfernt. Die Stadt hat etwa 17.500 Einwohner und liegt in den mittleren Höhengebieten der kolumbianischen Anden. Zur Kooperative gehören außerdem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus den Ortschaften Urrao, Caicedo, Ánza, Betulia, Altamira und Concordia.
Die KooperativeDie Cooperativa de Caficultores de Salgar vereint ungefähr 2500 aktiv produzierende Mitglieder, davon rund 2150 Männer und etwa 360 Frauen. Auf über 393.400 Hektar Anbaufläche werden jährlich rund 21.000 Tonnen Kaffee - das entspricht mehr als einer halben Millionen Säcke - für den Export produziert.
Im Juli 1965 mit 34 Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern gegründet, ist die Kooperative stetig gewachsen und hat ihre Kaffeequalität immer wieder verbessert. Schließlich folgte in den 1990er Jahren die Zertifizierung durch Fairtrade. Die Kooperative ist ein Vorbild für Nachhaltigkeit im Kaffeeanbau und hat sich in Kolumbien durch einige gewonnene Preise profiliert. 2018 wurde etwa der "Café El Plateado" bei der Second Cup Competition Coffee Brands zum besten Kaffee gekürt. Die Kaffeekirschen gedeihen hoch oben in den kolumbianischen Anden. Neun Monate nach der ersten Blüte beginnt auf 1.400 bis 2.000 Metern Höhe die Ernte auf den Kaffeefeldern. Anschließend werden die reifen Kaffeekirschen gewaschen und getrocknet, bevor sie exportiert werden.
Mehrwert für Mitarbeiter*innenUnter ihrem Motto: "Generado valor para el Asociado", übersetzt "Mehrwert für Mitarbeiter*innen", engagiert sich die Kooperative für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder. Dank der Fairtrade-Prämie werden technische Ausrüstung und das Know-how der Kaffeeproduktion stetig verbessert. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern können neue Geräte und Maschinen anschaffen und sich im Umgang mit diesen schulen lassen. Ein Teil der Prämie wurde etwa in spezielle Schulungen investiert, welche die Bäuerinnen und Bauern in guten Landwirtschaftspraktiken, Verarbeitung und Trocknung von Kaffee sowie Registerführung ausbilden, jährlich werden außerdem einige Mitglieder als Mechaniker*innen ausgebildet. Diese unterstützen die Kooperativen-Mitglieder bei komplizierteren Reparaturen.
Der Einsatz der Fairtrade-PrämieUm den Bildungsstandard zu erhöhen, investiert die Kooperative einen Teil der Fairtrade-Prämie in Stipendien für Jugendliche, damit diese an einer Universität studieren können. Die Transportkosten zu den Universitäten werden ebenfalls mit Hilfe von Prämien-Geldern finanziert. Die Kooperative hat zudem entschieden, mit dem Kauf von Schutzbekleidung für die Ausbringung von Agrochemikalien die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zusätzlich wurden mit einem Teil der Kooperativen-Mitglieder Schulungen durchgeführt, welche den sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (Aufbewahrung, Anwendung, Reinigung, Sicherheitsvorschriften, verbotene Substanzen) gewährleisten.
Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.
Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.
Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.
Rechte stärken, Lebensalltag verbessern
Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.
Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.
Prämie und politische Teilhabe
Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.
Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.
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