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geb. --.--.----
Brivudin beeinflusst Fluorouracil, Kombinationen
Kombination vermeiden
Risiko
Erhöhtes Risiko für Knochenmarkstoxizität
Mechanismus
Brivudin hemmt durch seinen Hauptmetaboliten Bromovinyluracil (BVU) die Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD) irreversibel. Das Enzym DPD reguliert den Abbau u.a. von 5-Fluorouracil (5-FU). Die Hemmung von DPD führt somit zu einer Akkumulation und verstärkten Toxizität von 5-FU. Die Resorptionsrate von topisch appliziertem 5-FU wird mit <0,1% bis 6% angegeben. Bei grossflächiger Anwendung und beim Auftragen auf geschädigte Haut kann diese jedoch ansteigen: der Hersteller von 5%-iger 5-FU-Crème gibt an, dass sich die Resorptionsrate von 2.4-6% auf bis zu 60% erhöhen kann. Angaben zu erhöhter Resorption bei Anwendung auf geschädigter Haut finden sich auch in der Literatur [Streit M, 2014].
Effekt
Es existieren einige Fallberichte zu systemischen unerwünschten Wirkungen nach topischer FU-Anwendung, die auf eine mögliche relevante systemische Resorption hinweisen. Fast alle Fallberichte finden sich zur Anwendung von 2-5%igem FU . Nach Applikation von 0.5%igen FU zur Warzenbehandlung ist ein Fall von Melanonychia beschrieben , wie auch nach systemischer Anwendung von FU bekannt. Brivudin bewirkt eine Akkumulation von resorbiertem Fluorouracil (5-FU) (bis zu 5-15-fache Erhöhung der 5-FU Konzentrationen ). Dies kann - in Abhängigkeit der 5-FU-Konzentrationen - mit einer massiv erhöhten Toxizität einhergehen (Myelotoxizität, Mucositis, Hand-Fuss-Syndrom) . In der Literatur ist der Todesfall einer Patientin, die Capecitabin (ein Prodrug von 5-FU, orale Applikation) zusammen mit Brivudin einnahm, beschrieben . Bei gesunden Erwachsenen ist in etwa 18 Tagen nach Therapiestopp von Brivudin (Brivudin 125 mg 1 x täglich für 7 Tage) die volle Funktionstüchtigkeit der DPD wiederhergestellt .
Empfehlung
Gemäss Schweizer Fachinformation ist neben der parentralen Gabe auch die topische Applikation von 5-FU in Kombination mit Brivudin absolut kontraindiziert. Das Interaktionsrisiko ist unter der lokalen Anwendung von 5-FU im Vergleich zur systemischen Anwendung als deutlich geringer einzuschätzen. Angesichts der potentiellen Schwere der Interaktion (Myelotoxizität) und der zur Verfügung stehenden Therapiealternativen zur Behandlung von Herpes zoster (z.B. Aciclovir/Valaciclovir) ist von der Kombination von Brivudin und topischen FU-Präparaten abzuraten. Zwischen einer Behandlung mit Brivudin und dem Beginn einer Therapie mit 5-Fluorouracil-haltigen Medikamenten muss ein zeitlicher Abstand von mindestens 4 Wochen eingehalten werden.
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.