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Als Bergsturz bezeichnet man sehr grosse Gesteinsvolumina von einem bis mehreren Millionen m3, die aus einem Felsverband abstürzen. Dabei treten hohe Geschwindigkeiten und starke Wechselwirkungen zwischen den Komponenten auf.
Natürliche Tau- und Gefrierprozesse fördern die physikalische Verwitterung des Gesteins in den Alpen. Dadurch, dass die Alpen ein geologisch junges Gebirge mit markanten hohen Berggipfeln und tief eingeschnittenen Tälern sind, stellen niederstürzende Gesteinsblöcke ein fast alltägliches Ereignis dar. Folgenschwere Bergstürze, welche das Landschaftsbild nachhaltig verändern und die Talbevölkerung bedrohen, kommen zwar relativ selten vor, gehören aber durchaus zu den alpinen Naturgefahren, wie Dokumente aus der Vergangenheit zeigen.
Die Spuren grosser Bergstürze in den Schweizer Alpentälern reichen zurück in prähistorische Zeiten bis zum Ende der letzten Eiszeit: Vor rund 10‘000 Jahren stürzten bei Flims nach dem Rückzug des Rheingletschers rund 11-13 km3 Gesteinsmassen gegen das Rheintal hinunter. Der Flimser Bergsturz gilt als einer der grössten bekannten Bergstürze Europas.
In historischer Zeit ereignete sich in Goldau ein grosser Bergsturz, welcher unter anderem das alte Dorf Goldau unter sich begrub. Die durch die Gesteinsmassen erzeugte Druckwelle löste zudem eine Flutwelle (Tsunami) im nahe gelegenen Lauerzersee aus, deren Brandung am anderen Seeufer auch das Dorf Lauerz in Mitleidenschaft zog.
Ein Bergsturzereignis neuerer Zeit ist jenes, welches sich sich in Randa (VS) im Jahr 1991 zugetragen hat: In zwei Felsabbrüchen im April und Mai rutschten rund 30 Millionen m3 Gestein zu Tal, welche den Fluss Vispa aufstauten und Verkehrslinien unterbrachen.
In der Regel kündigen sich Fels- und Bergstürze schon Tage oder Wochen im Voraus durch zunehmende Stein- und Blockschlagaktivität an. Wenn die Bevölkerung aufmerksam ist und die Behörden benachrichtigt, können in diesen Fällen rechtzeitig geeignete Massnahmen (u.a. Überwachung, Evakuationen) ergriffen werden.