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Der musikalische Protest gegen das Apartheid-Regime begann früh. Hendrik Frensch Verwoerd, der Architekt der Rassentrennungspolitik und Premierminister Südafrikas, erhielt schon in den 1960er-Jahren eine Warnung: «Ndodemnyama», Link öffnet in einem neuen Fenster – mit dem Untertitel «Pass auf, Verwoerd» (übersetzt).
Musik gegen das Unrecht
Gesungen wurde das Lied von Miriam Makeba, der international bekanntesten Sängerin des Landes. Eine Frau, die ihren Kampf gegen das Unrecht in der Heimat vom Exil aus führte – gemeinsam mit dem berühmten Jazztrompeter Hugh Masekela.
Bis sich an der unmenschlichen Praxis der Apartheid etwas änderte, vergingen Jahrzehnte. Die populäre Musik des Westens spielte dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Protestsongs in der Hitparade
Der Brite Peter Gabriel, einer der ersten westlichen Rockmusiker, der sich für afrikanische Musik interessierte, besang 1980 in seinem eindringlichen «Biko» , Link öffnet in einem neuen Fensterden Tod des Anti-Apartheid-Aktivisten Steven Biko in einem südafrikanischen Gefängnis.
In Südafrika wurde der Song verboten. In England kam er in die Hitparade und via Plattenspieler in die Schlafzimmer unzähliger Fans der Welt. Für viele war dies der Einstieg in die Bewusstseinsfindung in Sachen Apartheid.
Dokumentation «Der Klang der Freiheit»
Die kriegerische «La Marseillaise», das entschlossene «Bella Ciao» oder das eindringliche «Free Nelson Mandela» sind als Hymnen der Hoffnung und des Widerstands in die Geschichte eingegangen. Die zweiteilige Dokumentation «Der Klang der Freiheit» spannt den Bogen über zwei Jahrhunderte, in denen Lieder den Lauf der Welt prägten. Teil 1 ist hier online. Teil 2 wird am 30.06.2019 um 11:55 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt und ist danach online.
Immer häufiger wurde gegen das Unrecht der Rassentrennung an der Südspitze des afrikanischen Kontinents protestiert. Ein Anti-Apartheid-Konzert in London führte zur eigentlichen Hymne der Bewegung: «Free Nelson Mandela», Link öffnet in einem neuen Fenster.
Eine Hymne für Mandela
Nelson Mandela war zu jenem Zeitpunkt seit zwei Jahrzehnten im Gefängnis. Der Verfechter der Rechte der schwarzen Mehrheit in Südafrika war anfangs der 1960er-Jahre mit fadenscheinigen Begründungen inhaftiert worden. Im Ausland wurde er zur Symbolfigur.
Jerry Dammers war der Kopf der «Specials», einer der ersten gemischtrassigen Bands. Dammers wusste wenig über Mandela, aber was er hörte, gab ihm die Idee für einen Song. Dieser führte im Wesentlichen sein eigenes Engagement in Grossbritannien fort.
«Free Nelson Mandela» war ein offensichtlicher Hit – ein lebensbejahendes Stück Musik, das direkt zum Mitsingen und Mittanzen animierte. Weltweit wurde die Message gehört, die der südafrikanischen Regierung nicht gefallen konnte: Lasst Nelson Mandela frei.
Umstrittener Meilenstein
Auf «Free Nelson Mandela» folgten noch weitere Stücke, die Südafrika in Visier nahmen. Little Steven, ehemals Bruce Springsteens rechte Hand, liess eine Vielzahl von Superstars antreten, um seine Single «Sun City», Link öffnet in einem neuen Fenster aufzunehmen. Diese richtete sich gegen die westlichen Musiker, die eine Einladung annahmen, Konzerte im Luxusressort zu geben.
Umstrittener war Paul Simons hervorragendes Album «Graceland», auf dem der New Yorker Musiker mit südafrikanischen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeitete – und mit denen er hinterher die Welt bereiste. Damit habe er, so befanden viele Aktivisten, den kulturellen Boycott gegenüber Südafrika unterlaufen.
Andererseits fand die Tournee, bei der Miriam Makeba und Hugh Masekela teilnahmen, riesige Aufmerksamkeit – und damit auch die Probleme Südafrikas.
Die Message wurde gehört
1989 gaben die Simple Minds aus Schottland 1989 ein Stück namens «Mandela Day», Link öffnet in einem neuen Fenster heraus, das die Hoffnung unterstützte, Mandela würde bald freigelassen.
Im Februar 1990 war es dann soweit, Mandela verliess das Gefängnis, die Apartheid war aufgehoben. Und die populäre Musik hatte ihren Anteil daran.