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40 Jahre - SRG Aargau-Solothurn
„An einer denkwürdigen Gründungsversammlung wurde im Jahre 1980 in Olten die sechste und jüngste Mitgliedgesellschaft in der Deutschschweiz - die Radio- und Fernsehgesellschaft Aargau-Solothurn - gegründet. Im Vorfeld musste eine Arbeitsgruppe aus den Kantonen Aargau und Solothurn einige Fragen, die es in sich hatten, zu politischen, geographischen und sendetechnischen Themen und Projekten analysieren, besprechen und beantworten und Entscheidungsgrundlagen ausarbeiten.“
Die Aargauer und die Solothurner Regierung beschlossen bereits im Jahre 1977, sich für die Errichtung einer eigenen Mitgliedgesellschaft, im Rahmen der Region DRS, einzusetzen. Man nannte dies damals den „radiophonischen Zusammenschluss AG/SO“. Es wurde der klare Wille kundgetan, dass diese geforderte neue Gesellschaft für eine bessere Abdeckung der Region im Programm DRS und für eine bessere UKW-Versorgung zu sorgen habe. Diesem Entscheid gingen lange, recht schwierige Verhandlungen mit dem Generaldirektor der SRG und der Generaldirektion der PTT voraus.
Im Jahre 1978 nahmen dann die Regionaljournale in den damals bestehenden fünf DRS Regionen ihre Sendetätigkeit auf. Die Region Aargau/Solothurn wurde vorerst aus dem Studio Basel betreut, nachdem dies auch in Stellungnahmen der Regionalkonferenz der Regierungsräte der Nordwestschweiz als im Moment „zweckmässig“ bezeichnet wurde. Basis zu dieser Zweckmässigkeit war ein schon im Jahre 1976 gefasster Beschluss des Regionalvorstandes von Radio DRS, die beiden Kantone Aargau und Solothurn dem Studiogebiet Basel zuzuordnen.
Für die damalige Zusammenarbeit nicht unproblematisch kam nun aber dazu, dass der Kanton Aargau wünschte, durch die Studios Basel und Zürich betreut zu werden, während der Kanton Solothurn sich für eine Bedienung aus einem Studio aussprach. Zusätzlich plädierten dann politische Kräfte im Kanton Solothurn (vorab der Solothurner Stadtammann Fritz Schneider) für den Verbleib des „oberen Kantonsteils“ bei der Radio- und Fernsehgenossenschaft Bern, mit dem Studio Bern als Informationsstandort.
Diese politischen und geographischen Themen, dazu die sendetechnischen Probleme (Abdeckung der ganzen Kantonsgebiete) mussten unbedingt angegangen und gelöst werden, zumal die beiden Kantonsregierungen AG/SO ja die Gründung einer eigenen Mitgliedgesellschaft realisieren wollten.
Zu diesem Zweck wurde am 27.1.1978 eine Arbeitsgruppe, mit Vertretern aus den beiden Kantonen eingesetzt (Dr. Max Egger, Staatschreiber Kanton Solothurn, Walter Fricker, Informationschef Kanton Aargau, Dr. Markus Haefely, Generaldirektor GM Suisse Biel und Franz Hochstrasser, kant. Jugendpsychologe, Aarau, dazu die beiden Korrespondenten Hansjörg Basler AG und Walter Kräuchi SO).
Die zahlreichen Sitzungen fanden im damaligen Motel in Egerkingen statt. Es wurden auch immer wieder Gäste/Berater zur Unterstützung der komplexen Arbeiten beigezogen, so Dr. Othmar Herrsche (damals Radioprogrammdirektor) und Peter Wyss (damals Studioleiter Basel), aber auch Prof. Franz Riklin (damals Rechtsdienst SRG und Dozent Uni Fribourg). Bereits im Juni 1978 lieferte die Arbeitsgruppe ihren Schlussbericht ab, mit u.a. folgenden Anträgen: „Sendefrage eines zukünftigen Regionaljournals AG/SO zufriedenstellend lösen; Begehren für 3 Programmschaffende; Statutenänderung mit Basel-Stadt, Aargau und Solothurn und damit der klare Antrag zur Gründung einer Mitgliedgesellschaft AG/SO“.
Diesen Anträgen stimmten die beiden Kantonsregierungen zu, zumal sich Dr. Max Egger und vor allem Walter Fricker, als die grossen Befürworter und Promotoren für eine neue Mitgliedgesellschaft zeigten und sich dafür einsetzten.
Denn zwischenzeitlich fand auch ein intensiver Briefwechsel statt, zwischen den beiden Kantonsregierungen und dem damaligen Programmdirektor Radio DRS einerseits (Themen: tägliche nicht nur wöchentliche Lokalsendung und vor allem ungenügende Abdeckung des Gebietes AG/SO für Lokalsendungen, trotz neuem Sender Froburg) andererseits aber auch mit Bundesrat Willy Ritschard (Entschlossenheit zur Gründung der Mitgliedgesellschaft und zur Errichtung einer eigenen Programmstelle, verbunden mit der Bitte, diesem Beschluss auch Beachtung zu schenken).
Zitat aus dem Brief vom 9.5.1979, an Bundesrat Willy Ritschard: „Es dürfte kaum eine Region in unserem Land geben, die radiophonisch noch so lückenhaft versorgt wird wie unsere Kantonsgebiete. Dies trifft immerhin einen ansehnlichen Bevölkerungsanteil unseres Landes, nämlich über 600‘000 Einwohner. Der Ausbau des Sendernetzes sollte unverzüglich und intensiv fortgesetzt werden“.
Am 17.1.1980 luden die beiden Kantone die Medien zur Pressekonferenz ins Grossratsgebäude des Kantons Aargau, in Aarau, ein und erläuterten erstmals öffentlich die Idee und den klaren Willen zur Gründung einer „eigenen Mitgliedgesellschaft“ und deren Zweck und Ziel, vor allem auch die Auswirkungen auf die beiden Kantone AG und SO.
Das „Bonmot“ von Walter Fricker, zur absoluten Notwendigkeit dieser Gründung, lautete damals: „Aus ungelegten Eiern schlüpfen keine Hühner!“
Und dann kam der 4. März 1980.
Geplant war es, die eigentliche Gründungsversammlung der neuen Mitgliedgesellschaft im Gemeinderatssaal des Stadthauses Olten abzuhalten. Auf Grund des grossen Interesses - eingeladen wurden alle politischen Parteien, die Landeskirchen, Gewerkschaften, Verbände, Frauenverbände, Jugendorganisationen, Vertretungen aus Sport und Kultur, PTT/SRG, Regionalplanungsgruppen und die Presse - musste die Veranstaltung kurzfristig in den grossen Saal des damaligen Hotels Schweizerhof in Olten, verschoben werden. Schlussendlich waren 374 Teilnehmende vor Ort und die Stimmung im Saal liess nicht nur Gutes erwarten.
Die vorbereitende Arbeitsgruppe hatte der Gründungsversammlung die Wahl eines Vorstandes mit 7 Mitgliedern als Führungsgremium vorgeschlagen. Es herrschte aber im Saal der Tenor, dass dieser Vorschlag nur Politikerinnen und Politiker umfasse (Stichworte: nur 7 Mitglieder, Parteienproporz, Interessenvertretungen etc.). Schlussendlich wählte die Versammlung insgesamt 14 Vorstandsmitglieder (je 7 aus den beiden Kantonen AG und SO) und bestimmte den aargauischen Ständerat Robert Reimann, Wölflinswil, zum ersten Präsidenten und Fritz Schneider, nachmaliger Regierungsrat Kanton Solothurn, zum Vize-Präsidenten.
Sehr lebhafte Auseinandersetzungen gab es auch um die Bereinigung der Statuten. Für eine Beitrittserklärung wurde ein Betrag von 10 Franken beschlossen.
Schliesslich wurde dann die Mitgliedgesellschaft Aargau/Solothurn, als sechste Gesellschaft in der Region DRS, mit 332 zu 32 Stimmen, gegründet.
In den Printmedien war andern Tags zu lesen, dass in Olten eine turbulente, teilweise sogar tumultuöse Versammlung, mit einem Wahldebakel bei den Vorstandswahlen, doch noch zur wichtigen Gründung der Mitgliedgesellschaft Aargau/Solothurn führte.
Trotz „dieses“ ungewöhnlichen Beginns konnte die neue Mitgliedgesellschaft RFGAS sehr schnell und zügig ihre Tätigkeiten aufnehmen. Man konnte bereits am 6.10.1980 die Zahl von 583 Mitgliedern bekanntgeben.
Am 26.5.1981 fand die erste ordentliche Generalversammlung statt (Mitglieder total 778; AG 455; SO 323)
Im Weiteren ging es aber vor allem darum, sehr schnell zu regeln, welches Studio die Betreuung der Lokalsendungen für die Gesellschaft AG/SO gewährleisten sollte. Der Kanton Solothurn erklärte seinen offiziellen Austritt aus der Radio- und Fernsehgenossenschaft Bern. Bundesrat Schlumpf und der damalige PTT Generaldirektor Locher schlugen der neuen Gesellschaft RFGAS vor, als preisgünstigste Lösung, die Lokalsendungen für AG/SO aus dem Studio Basel zu betreuen.
Die klare Absicht von RFGAS war aber schon zu Beginn, eine Programmstelle im eigentlichen Bedienungsbereich zu installieren. Seitens des Kantons Solothurn wurde Olten auf Grund seiner günstigen Lage als Standort in Betracht gezogen.
In konstruktiven Verhandlungen mit den Kantonsregierungen AG/SO wurde sodann Aarau zum neuen Standort bestimmt.
Am 2. Januar 1984 nahm das Regionaljournal im Studio an der Bachstrasse in Aarau, unter Leitung von Peter W. Frey, seinen Betrieb auf. In Solothurn wurde ein Aussenstudio errichtet. Täglich wurden damals zwei Sendungen (12.15-12.20 und 18.03- 18.25) realisiert. Die Programmkommission (Mitglieder aus der Trägerschaft) begann ihre Tätigkeit 1985. Ihre Aufgabe war schon damals, die Sendungen des Regionaljournals AG/SO und die Beträge der ersten TV-Korrespondentin (Eva Caflisch), aus der Sicht des Publikums kritisch zu begleiten.
Im Jahre 1989 zügelte das Regi dann in das neue Studio an der Bahnhofstrasse 88 (vis a vis Bahnhof SBB) in Aarau, wo es heute noch seine erfolgreiche Tätigkeit, zum Wohle einer grossen Zuhörerschaft aus den beiden Kantonen Aargau und Solothurn und weit darüber hinaus, ausübt.
Seit der Gründung der Mitgliedgesellschaft SRG Aargau-Solothurn, am 4. März 1980, sind es nun 40 Jahre her. Die Mitglieder der Gesellschaft, der heutige Vorstand, unter dem Präsidium von Peter Moor und das Team des Regionaljournals, unter Leitung von Maurice Velati, dürfen auf eine erfolgreiche, 40-jährige Geschichte zurückblicken. Auf die Geschichte darf man stolz sein, jetzt leben wir in der Gegenwart und haben die Aufgabe, uns auf eine ebenso erfolgreiche Zukunft, mit all den auf uns zukommenden Herausforderungen, vorzubereiten.
Haben wir keine Angst vor der Zukunft, sie beginnt erst morgen! (Einstein)
Ernst Zingg, Mitglied Vorstand SRG Aargau/Solothurn