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Europäische Forste und transregionale Verflechtung. Akklimatisierungsversuche, Wissenszirkulation und die Nachhaltigkeitsidee des 18. und 19. Jahrhunderts
Forstliche Nachhaltigkeit gilt als konservierendes Konzept, das angesichts von erhöhtem und verändertem Bedarf seit dem beginnenden 18. Jahrhundert auf den Erhalt der Holzressourcen durch Aufforstung und geordnete (idealiter immerwährende) Reproduktion des Waldbestandes setzte. Kritische Forschung hat den politischen Charakter von Nachhaltigkeit (zur Staatsbildung, zur Legitimierung kolonialer Herrschaft, in der Privilegierung bestimmter Nutzungsformen und Nutzer*innengruppen), die Etablierung einer modernen Eigentumsordnung (Privatwald, Staatswald, Kommunalwald) oder die ökologischen Folgen von Verdichtung, Umforstung (oft in gleichaltrige Nadelwaldkulturen) sowie Trennung von Feld und Wald herausgearbeitet. Forstliche Nachhaltigkeit wird in der historischen Forschung entsprechend als eine auf bestimmte abgrenzte Räume bezogene Idee und Praxis begriffen: von einzelnen Forstrevieren, für die Einrichtungswerke erstellt werden, zu ganzen Territorien für die eine nachhaltige Forstwirtschaft konstatiert werden kann. Ausser Acht gerät dabei leicht das Moment der räumlichen Verflechtung, dass sich aus imperialen bzw. globalen Holzhandelsnetzwerken, aus Praktiken des Wissenstransfers und aus dem Transfer von Pflanzenarten einschliesslich Akklimationsversuchen ergibt. Mein Beitrag spürten den Verbindungen zwischen den konservierenden und den expansiven, transregionalen Aspekten forstlicher Nachhaltigkeit nach. Ich frage, ist die Vorstellung von Nachhaltigkeit als konservierendem räumlich begrenztem und begrenzendem Prinzip haltbar?