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Die Fakten
Die Ziele
Ziel des Projekts ist, die landwirtschaftliche Produktion in Niger zu verbessern. Im Detail zielt das Programm darauf ab, (i) den Verlust der Bodenfruchtbarkeit zu verlangsamen, (ii) die Anpassungsfähigkeit gemeinschaftlicher landwirtschaftlicher Kleinbauern- und Kleinbäuerinnen-Organisationen an den Klimawandel zu stärken und (iii) die Fähigkeit zivilgesellschaftlicher Organisationen zu stärken, sich für die Anpassung an den Klimawandel einzusetzen.
Dieses Projekt wird durch den Programmbeitrag der DEZA mitfinanziert.
«Wasser ist Leben. Aber hier ist Wasser mehr als Leben», sagt Issoufou Abdou Djibo. Der Leiter der Abteilung Ernährungssouveränität bei SWISSAID Niger, weiss, was das blaue Gold für die Menschen bedeutet, die er im Rahmen seiner Projekte besucht. Das Wasser bestimmt den Rhythmus des Lebens in den Dörfern, der Frauen, der Kinder und aller Menschen, die von Ackerbau oder Viehzucht leben. «Dafür riskieren sie jeden Tag ihr Leben. Und nicht einmal, um das Wasser zu trinken, sondern um ihre Felder zu bewässern und ihr Vieh zu füttern.»
Einflussreicher als Öl
«Früher war die Hauptstadt vom Niger Zinder, weil es dort viel Öl gibt. Aber es gibt keinerlei Wasserquellen. Deshalb wurde die Hauptstadt nach Niamey verlegt, wo der Grundwasserspiegel aufgefüllt ist. Das zeigt, wie wichtig Wasser ist. Viel wichtiger als Öl» erklärt Issoufou voller Überzeugung. Dieser Wettlauf um Wasser ist nicht neu. Im Niger haben die Frauen der Fulbe-Ethnie schon immer gesungen: «Die Interessen bestimmen den Weg. Die Interessen sind die Ressourcen, und die Ressource ist das Wasser.»
Niamey befindet sich im Westen des Landes, in einer Region, in der es Flüsse und Bäche im Überfluss gibt. In dieser Region befinden sich die meisten der von SWISSAID Niger unterstützten Gemeinden, wie Soucoucoutane, Tillabéry, N’gonga oder auch Harikanassou.
«Es wird alles getan, um Wasser zu sparen. Das gefällt mir bei SWISSAID. Die landwirtschaftlichen Aktivitäten sind umweltfreundlich, die agrarökologische Produktion benötigt wenig Wasser und verursacht keine Bodenverunreinigungen. Den Bäuerinnen und Bauern wird beigebracht, nur so viel zu verbrauchen, wie ihre Felder benötigen. Wir zählen die Anzahl der Giesskannen, die für jede Pflanze benötigt werden», erklärt Issoufou.
Optimale Nutzung der Ressourcen
Wasser wäre also vorhanden, ist aber nicht leicht zugänglich. Die Niederschlagsmengen haben in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Es regnet zwar intensiver, aber unregelmässiger. Das trockene Land und der versandete Fluss nehmen starke Gewitterniederschläge nur schwer auf. Die daraus resultierenden Überschwemmungen verursachen 70% der Naturkatastrophen im Zusammenhang mit Wasser. Ausserdem trocknen die Brunnen schneller aus. «Wenn es früher geregnet hat, hatten wir Reserven für vier bis sechs Monate, während es heute nur noch für einen Monat reicht», berichtet Issoufou. Wobei ein Brunnen wirklich für alles benutzt wird: zum Wäschewaschen, Geschirrspülen, für die Körperpflege, zum Kochen, Trinken, aber auch zur Bewässerung der Felder und zum Tränken der Tiere. Unter diesen Bedingungen kann der Mangel an Wasser schnell zu Spannungen führen.
Ziel der SWISSAID-Projekte – zum Teil von der DEZA finanziell unterstützt – ist es, Bauernfamilien dabei zu unterstützen, den immer schwieriger werdenden klimatischen Bedingungen zu trotzen. Diese Widerstandsfähigkeit wird hauptsächlich durch das Wassermanagement erreicht.
Veraltete Brunnen
Neben der optimalen Nutzung der Ressourcen zielen die Projekte auch auf den Schutz der Bevölkerung vor Unfällen und Krankheiten ab. «Dieser gefährliche, veraltete Brunnen war unsere einzige Wasserfassung. Mangels Alternativmöglichkeiten mussten wir uns mit ihm begnügen», erinnert sich Chéfou Manomi. Der 39-jährige Landwirt lebt in der Gemeinde Soucoucoutane. Dank den Einnahmen aus der Produktion und dem Verkauf von weissen Zwiebeln können er und seine beiden Frauen ihre zehn Kinder ernähren. Die in die Jahre gekommene Infrastruktur und das Versiegen der Brunnen haben jedoch die Produktionsstätten von «El Soucoucoutane» gefährdet.
Die Partner vor Ort sind dafür verantwortlich, die Brunnen mit nachhaltigeren Technologien zu sanieren, ihren Zugang zu sichern und die Wasserentnahme zu erleichtern. Durch die Sanierung der Brunnen in dieser Region konnte die Zwiebelproduktion am Leben erhalten und die Ernährungssicherheit für die Bewohnerinnen und Bewohner gewährleistet werden.
«Dieser gefährliche, veraltete Brunnen war unsere einzige Wasserfassung. Mangels Alternativmöglichkeiten mussten wir uns mit ihm begnügen», erinnert sich Chéfou Manomi. Der 39-jährige Landwirt lebt in der Gemeinde Soucoucoutane. Durch die Sanierung der Brunnen in dieser Region konnte die Zwiebelproduktion am Leben erhalten und die Ernährungssicherheit für die Bewohnerinnen und Bewohner gewährleistet werden.
Ein Anfang und ein Ende
Im Sinne der Nachhaltigkeit, die im Mittelpunkt der Arbeit von SWISSAID steht, erhalten die Begünstigten alle Werkzeuge in die Hand, um sich langfristig und nachhaltig selbst zu helfen. «Ein Projekt ist wie ein Wort, es hat einen Anfang und ein Ende», sinniert Issoufou. Aber auch hier müssen die Bedingungen gut durchdacht sein. Wasser ist zu einem Wirtschaftsfaktor geworden.
«Man setzt an diesen Brunnen sogenannte Lenkungsausschüsse ein, aber damit gibt man tatsächlich einigen eine gewisse Macht, was zu Ungleichheiten führt. Ich bin Ausschüssen begegnet, die 15 CFA-Francs für einen Kanister Wasser verlangen. Für einen Nigrer ist das ein enormer Kostenpunkt», erinnert er sich. SWISSAID Niger ist sich dieser Problematik bewusst und achtet darauf, dass die Lenkungsausschüsse nur das Minimum an Mitgliederbeiträgen verlangen, damit alle Zugang zu Wasser haben. Auch müssen die Budgets transparent gemacht werden. So werden die Brunnen, wenn sie einmal etabliert sind, unabhängig und nachhaltig bewirtschaftet.
Sauberes Wasser für alle Menschen
Vor Ort
Wasser – manchmal heilig, oft begehrt – ist ein sensibles Thema. Wasser ist eine Ressource, die von vielen Menschen aus unterschiedlichen Welten geteilt werden muss. Die Umsetzung unserer Projekte muss daher von Menschen überwacht werden, die die Lage vor Ort, die lokale Kultur und die Dialekte kennen.
Das Bewusstsein für die Wassernutzung wird durch Dorfentwicklungskomitees geschärft, die sich aus der lokalen Bevölkerung zusammensetzen. Es sind diese Komitees, die nach erfolgter Schulung in den Grundtechniken ihr Wissen an die Bäuerinnen und Bauern weitergeben. Das schafft Vertrauen und besseres Lernen bei den Zielgruppen. Zusätzlich sorgen auf Gender oder Agrarökologie spezialisierte SWISSAID-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, sogenannte «Gender focal points», für ein enges Monitoring, indem sie die verschiedenen Standorte regelmässig aufsuchen. Die Dörfer sind mit der seit vielen Jahren präsenten Stiftung bestens vertraut. Die verschiedenen lokalen Mittelspersonen sind gut integriert, und die Sensibilisierungsarbeit wird von den Dörfern akzeptiert.
Auch die Begünstigten tragen das Wissen weiter. Wechselseitige Besuche zwischen Bauernverbänden helfen, die besten Praktiken auszutauschen. Es werden auch Veranstaltungen oder Tage der offenen Tür organisiert, damit andere Gemeinden von dem erworbenen Wissen profitieren können.