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Haarausfall nach der Geburt
Wallendes, gesundes Haar ist ein Zeichen von Weiblichkeit. Folglich können Haarbüschel in der Bürste oder im Kamm auch für Schreckmomente sorgen. Dass der Haarausfall ganz häufig durch das weibliche Hormon Östrogen bedingt wird (durch Schwankungen oder durch einen Mangel).
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Haarverlust. Was ist das eigentlich?
Um verstehen zu können, wann von Haarverlust die Rede sein kann, können die folgenden Zahlen bei der ersten Annäherung helfen: Auf dem Durchschnittskopf befinden sich 75.000 bis 125.000 Haare, heisst es. Dabei haben blonde Menschen die meisten Haare (150.000), rothaarige Menschen haben hingegen nur 90.000 Haare auf dem Kopf. Dazwischen liegen Brünette mit 110.000 Haaren im Schnitt und schwarzhaarige Menschen mit durchschnittlich 100.000 Haaren.
Wenn von dieser üppigen Haarpracht 100 Haare am Tag „verloren“ gehen, ist das ganz normal und noch lange kein Haarausfall. Verliert ein Mensch über einen längeren Zeitraum hinweg mehr als 100 Haare am Tag, dann kann es hilfreich sein, einen Arzt zu kontaktieren.
Unterschieden wird in diese unterschiedlichen Formen von Haarausfall:
Haarausfall weist unterschiedliche Formen auf. Experten nach zu urteilen, liegt meistens die Ursache in erblich bedingtem Haarverlust (ca. 90% des Haarausfalls bei Frauen). Weiterhin gibt es noch den kreisrunden und den diffusen Haarausfall bei Frauen.
- Der erblich bedingte Haarausfall ist meist genetisch oder hormonell bedingt. Sichtbar wird diese Form des Haarausfalls durch die umgangssprachlich als Geheimratsecken benannten lichteren Stellen an den Schläfen. Bei Frauen gehen Haare vornehmlich an der Schädelmitte aus. Der wissenschaftliche Fachbegriff für diesen Haarausfall heisst androgenetische Alopezie. Der Grund für den Haarausfall ist die Ruhephase des Haares, die deutlich ausgeprägter ist als die Wachstumsphase.
- Gehen die Haare in kreisrunden Flecken hat, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um den sogenannten kreisrunden Haarausfall handelt, der als Alopecia areata in der Fachliteratur beschrieben wird. Diesem kreisrunden Haarausfall liegt eine Autoimmunerkrankung zugrunde.
- Von einem diffusen Haarausfall ist die Rede, wenn die Haare an unterschiedlichen Stellen ausgehen, ohne dass sich dahinter ein Muster erkennen lässt. Grund für den diffusen Haarausfall sind Krankheiten und Medikamente, Essstörungen und Mangelernährung sowie Stoffwechselerkrankungen der Veränderungen im Hormonhaushalt.
Auch strenge Frisuren und Mangelerscheinungen können Haarausfall bedingen
Während diese Fälle von Haarausfall auf Gene, Hormone oder Krankheiten zurückzuführen sind, kann auch das individuelle Verhalten für Haarausfall sorgen. Traktionsalopezie heisst der Haarausfall, der durch zu feste Frisuren ausgelöst werden kann. Damit werden praktische Pferdeschwänze und Zöpfe sowie Haarspangen und Extensions zur echten Gefahr der Haarpracht. Auch enge Mützen, beispielsweise wie Schwimmerinnen sie tragen, und Sporthelme können die Haarfolikel schädigen. Erste Vorboten einer Traktionsalopezie sind der Haaransatz, der sich zurückbildet, Pickel, Geschwüre und Rötungen auf der Haut sowie ein breiterer Haarscheitel.
Neben der schicken Hochsteckfrisur, die sich negativ auf die Haarpracht auswirken kann, können auch die Essgewohnheiten schlecht für die Haarpracht sein bzw. die Haare nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Häufig wird im Rahmen eines Bluttests deutlich, dass der Körper an einem Mangel an Vitamin H/B7 (besser bekannt als Biotin), an Vitamin B12, an Vitamin A (besser bekannt als Retinol) sowie an einem Mangel an den Vitaminen E und D sowie an Eisen leidet.
Das Östrogen lässt sie wachsen, ein Mangel lässt sie ausfallen
Verantwortlich für die gesunde Haarpracht einer Frau können die Hormone sein. Um genauer zu sein geht es um das weibliche Geschlechtshormon namens Östrogen. Mit 20, 30 und 40 Jahren sorgt das Östrogen für eine wallende Mähne und eine satte Haarpracht. Ab der Menopause (ab 50 Jahren) sowie in der Postmenophase (ab 60 Jahren) flacht der Östrogenspiegel im weiblichen Körper ab. Das niedrige Hormonlevel sorgt dann für hormonell bedingten Haarausfall. Ist der Östrogenspiegel auf einem gesunden Level, stimuliert das weibliche Geschlechtsorgan das Wachstum der Haarwurzeln.
Damit zählt der Lebenszyklus einer gesunden Frau zu den Gründen für einen hormonell bedingten Haarausfall. Vier von zehn Frauen kämpfen in den Wechseljahren mit erblich bedingtem Haarausfall, weil der Östrogenspiegel sinkt und sich stattdessen männliche Geschlechtshormone an die Haarwurzeln hängen, die nicht dieselbe Wachstumswirkung haben wie Östrogene, sondern die Haarwurzel schwächen und letztlich zum Haarausfall führen.
Doch auch lange vor der Menopause, können hormonelle Schwankungen für Haarausfall sorgen.
- Wer die Anti-Baby-Pille absetzt, reduziert damit auch den Östrogengehalt im Körper, der eine Schwangerschaft verhindert. Ein niedrigerer Östrogenspiegel führt dann – zumindest in der Übergangsphase bis der natürliche Hormonspiegel sich wieder eingependelt hat – zu fettiger Haut, Pickeln und Haarverlust. Nicht immer verbessern sich Haut- und Haarqualität nach einer Weile wieder.
- Der frische Teint und das wallende, glänzende Haar in der Schwangerschaft sorgen für den perfekten Look der Schwangeren. Dafür ist der höhere Östrogenspiegel verantwortlich. Kommt es während der Schwangerschaft zu Haarausfall, kann dafür ein Nährstoffmangel (meist ein Eisenmangel) verantwortlich sein. Nach der Entbindung sinkt der Östrogenspiegel rasch, was ebenfalls einen Haarausfall zur Folge haben könnte. Auch nach der Schwangerschaft kann der Hormonspiegel derart aus den Fugen geraten, dass die Haare ausgehen.
Um den Haarausfall stoppen zu können, ist es wichtig, die Gründe für die Haarbüschel in der Bürste zu kennen. Nur so können anschliessend entsprechende Therapieformen eingeleitet werden. © pixabay.com - slavoljubovski (CC0 Public Domain)
Gründe eruieren und Behandlungen ausloten
Treffen Schwankungen im Hormonhaushalt auf eine strenge Hochsteckfrisur und einen eklatanten Vitaminmangel, können die Haare sichtbar ausgehen. Häufig steigt mit dem Blick auf die Haarmassen, die vom Kopf verschwinden, der Stresspegel noch weiter – und der Druck auf die Psyche wächst. Ein Teufelskreis beginnt.
Zunächst muss eruiert werden, ob die Hormone der Grund für den Haarausfall sind. Eine Blutuntersuchung kann zeigen, ob ein durcheinander geratener Hormonspiegel der Grund für den Haarausfall ist oder etwa eine Blutarmut. Kann der hormonell bedingte Haarausfall ausgeschlossen werden, kann per Haut-Biopsie eine Entzündung oder Infektion ausgeschlossen werden. Auch der Zupftest, ein Phototrichogramm oder ein Trichoscan (bei beiden Methoden handelt es sich um Detailbeobachtungen der Kopfhaut unter dem Mikroskop) können dabei helfen, das Wachstumsverhalten der Haare zu analysieren. Auch die Untersuchung des Haarschafts unter dem Mikroskop ist hierfür eine gängige Methode.
Die passende Therapieform kann höchst unterschiedlich ausfallen, wie ein Blick auf mögliche Methoden zeigt:
- Hausmittel: Der erste Schritt zur Behandlung von Haarausfall ist meist vergleichsweise sacht und natürlich. Hierunter fallen etwa Massagen der Kopfhaut, die Anwendung von speziellen Haarspülungen sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.
- Hormonbehandlung: Bei jeglicher Form von hormonell bedingtem Haarausfall wird im Gespräch mit dem Frauenarzt eruiert, welches Hormonpräparat möglicherweise das Geeignete sein könnte.
- Regenerierung: Wird eine Therapie angestrebt, gelten sogenannte bio-regenerative Therapien aktuell als sehr effektiv. Infrage käme in diesem Zusammenhang beispielsweise eine Eigenbluttherapie, bei der das eigene Blut erst entnommen, mit Wachstumsfaktoren aufbereitet und anschliessend wieder injiziert wird. Auch das Injizieren von Spurenelemente und Vitaminen oder gar Stammzellen ist denkbar.
Hat eine Therapieform angeschlagen, stoppt das in der Regel den Haarausfall. Um lichte Stellen wieder aufzufüllen, ist eine Haartransplantation ein denkbarer Weg.
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