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Hochgeschätztes Publikum: Welches ist Ihrer Ansicht nach das berühmteste Gemälde der Welt? Vermutlich werden Sie jetzt sagen: „Die Mona Lisa“. Leonardo da Vincis Meisterwerk ist der Inbegriff der klassischen Malerei, das weltbekannte Lächeln der „Joconde“ haben wir alle schon unzählige Male gesehen.
Als Leonardo da Vinci nach Frankreich übersiedelt, hat er die Mona Lisa im Gepäck. Nach seinem Tod 1519 geht das Bild in den Besitz des französischen Königshauses über und bleibt bis zur Revolution in der königlichen Privatsammlung. Napoleon hat die Mona Lisa eine Zeit lang in seinem Schlafzimmer hängen und übergibt sie dann dem Louvre. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts befassen sich nicht nur Kunstwissenschaftler mit der nun erstmals öffentlich ausgestellten Gioconda, auch Schriftsteller entdecken den Reiz der geheimnisvollen Dame und machen sie zum Prototyp der femme fatale. Was die Mona Lisa endgültig zur Legende macht, ist die Tatsache, dass sie im August 1911… geklaut wird! Jawohl, geklaut, einfach von der Wand weg abtransportiert! Der überraschend einfache Diebstahl löst in Frankreich einen veritablen Skandal aus. Paris trauert wie um eine verstorbene Mitbürgerin; unzählige Menschen pilgern in den Louvre, um die leere Wand zu besichtigen. Umso grösser ist die Begeisterung, als das Gemälde (nachdem man bereits jede Hoffnung aufgegeben hat) zwei Jahre später wieder auftaucht. Der Täter, ein gewisser Vincenzo Peruggia, ist (zur allgemeinen Enttäuschung der Öffentlichkeit) weder ein international gefürchteter Meisterdieb noch ein krankhafter Kunstliebhaber, sondern schlicht und einfach ein typischer Gelegenheitskrimineller… Geschützt und bewacht wie ein Nationalheiligtum, verlässt die Mona Lisa den Louvre nur äusserst selten. Während des Zweiten Weltkriegs versteckt man sie an einem sicheren Ort ausserhalb von Paris. 1962 wird sie nach Amerika ausgeliehen – und dort fast wie ein Staatsoberhaupt empfangen.
Unzählige Male kopiert, imitiert und parodiert – wer sich eingehend mit dieser legendären Kunst-Ikone beschäftigen will, kann Da Vinci und das Geheimnis der Mona Lisa von Donald Sassoon lesen.