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Erfolgskontrolle bei Begrünungen: Fallbeispiel einer Mähgutübertragung auf 1800 m ü.M. bei Zuoz (Engadin, Kanton Graubünden)
Krüsi, B.O.; (2010). Erfolgskontrolle bei Begrünungen: Fallbeispiel einer Mähgutübertragung auf 1800 m ü.M. bei Zuoz (Engadin, Kanton Graubünden). Ingenieurbiologie, 2010, 4. 21-31. Peer reviewed.
Mähgutübertragung gilt seit langem als einfache Möglichkeit, sicher zu stellen, dass bei der Begrünung von baulich veränderten Flächen lokales Samenmaterial zur Anwendung kommt und die lokalen genetischen Ressourcen nicht verfremdet werden. Wie das präsentierte Fallbeispiel zeigt, genügt für eine korrekte Erfolgskontrolle weder die Schätzung des Gesamtdeckungsgrads der Vegetation noch die Berechnung der floristischen Ähnlichkeit von Spender- und Empfängerfläche. Wichtig ist auch wie viele der häufigeren Arten der Spenderwiese sich auf der Empfängerfläche etablieren und halten konnten, oder wie viel die aus der Spenderwiese stammenden Arten zum Deckungsgrad der Vegetation auf der Empfängerfläche beitragen.
Im untersuchten Fallbeispiel bei Zuoz auf rund 1800 m ü. M. war im dritten Sommer nach der Mähgutübertragung der Gesamtdeckungsgrad der Vegetation auf der Empfängerfläche noch deutlich kleiner als auf der Spenderwiese (55 vs. 98%) und die floristische Ähnlichkeit nach Jaccard bzw. van der Maarel zwischen den beiden Flächen war mit 0.45 bzw. 0.32 relativ klein. Von den insgesamt 86 Gefässpflanzenarten, die auf den beiden im Juli 2010 untersuchten Flächen gefunden wurden kamen nur 39, d.h. 45%, auf beiden Flächen vor. Ein deutlich positiveres Bild ergeben die folgenden Indikatoren. Von den 27 Arten auf der Spenderwiese, die im Juli 2010 eine relative Deckung von mehr als 1% hatten, kamen 24, d.h. 89%, auch auf der Empfängerfläche vor und von den 55 Arten, die im Juli 2010 auf der Empfängerfläche gefundenen wurden, trugen die 39 auch auf der Spenderwiese vorhandenen Arten zusammen 80% zur kumulierten Gesamtdeckung bei. In Bezug auf diese beiden Grössen war die Mähgutübertragung ein klarer Erfolg. Folgerungen für die Praxis werden diskutiert.