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Der genaue Ursprung des seit dem 14. Jahrhundert bekannten Familiennamens Sterren (auch Sterro, lateinisch Stellae, de Stellae) liegt noch im Dunkeln. Der heutige Forschungsstand weist eindeutig St. Niklaus (alter Name: Chouson) als ältesten Wohnsitz der Sterren auf. Gemäss Walliser Wappenbuch (1946) sollen die Sterren ein Zweig der alten St. Niklauser Familie de Chouson sein. Beweise für diese Behauptung liegen jedoch nicht vor.
Die älteste Erwähnung des Namens Sterren stammt aus dem Jahr 1392, wo ein Johann Sterren aus der Pfarrei Visp als Zeuge beim Friedensvertrag mit Savoyen genannt wird. Bereits im folgenden Jahrhundert liessen sich Zweige der Familie Sterren an anderen Orten des Wallis nieder. In St. Niklaus, dem ältesten Wohnsitz der Familie, konnten sich die Sterren bis ins 18. Jahrhundert in ehrenvoller Stellung halten. Sie besassen Anteile am dortigen Meiertum und waren nachweislich 1545 im Besitz eines Wohnturmes. Dieser Sterrigo Turm wird später noch 1687 und 1751 erwähnt.
Als Stammsitz der Familie diente während Jahrhunderten der Weiler Ennet der Brücke, wo auch die Mühle des Müllers Martin Sterren stand. Zu welchem Zeitpunkt er das Burgerrecht von Visp erwarb, ist nicht bekannt. Im Jahr 1571 erscheint Martin bereits als Vize-Burgermeister. Das Amt eines Burgermeisters haben später noch fünf weitere Mitglieder der Familie bekleidet. Mit Johann Bartholomäus Sterren (1672-1721) Burgermeister von Visp und Kastlan des Freigerichts Baltschieder-Gründen, liess sich ein Zweig um 1700 auch in Peckenried bei Niedergesteln nieder, wo die Familie ein Gasthaus führte.
In Visp erlosch das Burgergeschlecht Sterren im Jahr 1819 mit dem Tod des 80 jährigen Joseph Ignatz Sterren.
Die Familie Sterren im Wallis
St. Niklaus
In St. Niklaus, dem ältesten Wohnsitz der Familie, konnten sich die Sterren bis ins 18. Jahrhundert in ehrenvoller Stellung halten. Sie besassen Anteile am dortigen Meiertum und waren nachweislich 1545 im Besitz eines Wohnturmes. Dieser Sterrigo Turm wird später noch 1687 und 1751 erwähnt. Aus dieser Familie stammen mehrere Landratsboten und Grosskastläne von Visp. Bereits 1499 erscheint Hans Sterren als Bote des Zenden Visp zum Landrat; ebenso Simon im Jahr 1511. Anton, Bote für Visp 1510, vertrat seinen Zenden 1529 bei der Verurteilung Georg Supersaxos.
Jakob Sterren, Meier von St. Niklaus, war 1572 bereits verstorben. Sein gleichnamiger Sohn, Jakob, war ebenfalls Meier und auch Bote von Visp in den Jahren 1604 und 1605. Ein anderer Anton Sterren, Meier von St. Niklaus und Zendenfenner von Visp, war 1559-1561 Landvogt von Monthey. Er wurde 1570 in das Burgerrecht von Visp aufgenommen und starb 1584 an der Pest.
Der bekannteste Vertreter der Familie Sterren aus St. Niklaus war der Priester Walter Sterren (†1527). Er studierte in Köln und erwarb dort die Würde eines Magisters "liberalium artium" (Doktor und Professor), schrieb Bücher über Rechtswissenschaft, war Notar und Sekretär des Bischofs und Kardinals Mathäus Schiner und so einer seiner engsten Parteigänger. 1510 ging er für den Kardinal zu Papst Julius (II.), 1521 war er im Gefolge des Kardinals auf dem Reichstag zu Worms. In den Jahren 1511-1524 versah Walter das Amt des Domedekan von Sitten, war auch Chorherr und Probst von St. Johann in Konstanz und seit 1524 Domherr von Sitten. Die Familie Sterren in St. Niklaus verbreitete sich auch nach Grächen, Herbriggen, Täsch, Randa und anderen Orten des Vispertals. Alle diese Linien starben im 18. und 19. Jahrhundert aus.
Stalden
P. Sigismund Furrer nennt im “Hauskalender für das Jahr 1847“ den Turm in den Hofen bei Stalden als Wohnsitz der Herren Stella oder Sterren für die Zeit um 1300. Diese Angabe ist falsch und beruht auf einer Verwechslung mit der Familie de Staldun. Die späteren Geschichtsschreiber haben diesen Irrtum leider übernommen, so dass noch heute die weit verbreitete Meinung gilt, die Familie Sterren stamme aus Stalden. Der alte Wohnsitz der Sterren war jedoch immer schon St. Niklaus, wo die Familie auch einen Turm besass.
Visp
Früh schon haben sich Zweige der Familie Sterren aus St. Niklaus im politisch wichtigeren Hauptort Visp niedergelassen. Johann Sterren aus Visp, der 1392 als Zeuge beim Friedensvertrag mit Savoyen erwähnt wird, haben wir bereits genannt. Theodul Sterren, Notar und Burger von Visp, handelte 1453 als Vertreter der Gemeinde und des Zendens Visp. Ein Zweig der Familie von Visp liess sich im 15. Jahrhundert auch in Sitten nieder. Im 16. Jahrhundert waren die Sterren in Visp bereits sehr zahlreich vertreten. Der Müller Martin Sterren, erstmals 1545 als Ausrufer von Visp erwähnt, ist der Stammvater eines während 300 Jahren bestehenden Burgergeschlechts. Die 1857 ausgestorbene Familie brachte mehrere Burgermeister, Ammänner von Geren, Kastläne von Baltschieder-Gründen sowie Grosskastläne von Visp hervor.
Sitten
Seit dem 15. Jahrhundert erscheinen Mitglieder der Familie Sterren auch in Sitten. Stephan Sterren, Burger von Visp, war 1457 in Sitten wohnhaft und erwarb dort vor 1475 das Burgerrecht. Vermutlich dessen Sohn war Anton Sterren, 1471 Kastlan von Sitten, der 1478 sein Haus an der rue de Conthey an Bischof Walter Supersaxo verkaufte. Ein anderer Zweig erhielt mit Heinzmann Sterren am 9. April 1504 das Burgerrecht von Sitten. Nikolaus Sterren, Burgermeister von Sitten, war 1551-1553 Landvogt von Monthey. Die Familie Sterren von Sitten starb im 17. Jahrhundert aus.
Albenried
In der kleinen, heute untergegangenen Gemeinde Albenried lebten um 1600 Anton Sterren und sein gleichnamiger Sohn, Anton. Dieser Anton Senior ist wahrscheinlich identisch mit dem 1581 als Einwohner von Visp erwähnten Anton, der 1587 auch als Bruder des Visper Burgers Martin Sterren erwähnt wird. Der ebenfalls in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts genannte Hiltprant Sterren im Ryed, Besitzer eines Gutes in Baltschieder, gehörte wohl der gleichen Familie an. Im 18. Jahrhunder lebten bereits keine Sterren mehr in Albenried.
Baltschieder
In Baltschieder tritt die Familie seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts auf. Thomas Sterren, der älteste bekannte Stammvater dieses Zweiges, war 1581 bereits verstorben. Er hatte nachweislich zwei Kinder, Elsa Sterren, Gattin des Peter Kreuzers aus Baltschieder, und Peter Sterren. Des letzteren Sohn, Peter (II.) Sterren, war verheiratet mit Catharina Im Massolter aus Baltschieder. Ihre Tochter Elisabeth starb unverheiratet im Jahr 1668 als (vermutlich) letzte dieses Zweiges.
Gründen und Ausserberg
Seit Beginn des 18. Jahrhunderts werden die ersten Sterren in Gründen (heute Ausserberg) genannt. Ihre genaue Herkunft bleibt ebenfalls noch zu erforschen. Vielleicht war diese Familie ein Zweig der Sterren aus Baltschieder?
Agarn-Leuk
In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts liess sich mit Jakob (II.) Sterren, Sohn des Jakob (I.) Sterren im Biffig und der Maria Zurkirchen aus St. Niklaus, ein Zweig der Sterren auch im Zenden Leuk nieder. Die Familie wohnte zuerst in Agarn und zog später auf das Gebiet der Gemeinde Leuk. Diese Linie scheint noch im 18. Jahrhundert ausgestorben zu sein.
Eischoll
Der älteste bekannte Stammvater der Familie Sterren von Eischoll heisst Anton Sterren, der im Jahr 1654 als Gewaltshaber der Gemeinde Ried (Eischoll) handelt. Seine genaue Herkunft kann mangels Urkunden nicht eindeutig bestimmt werden. Es weist aber einiges darauf hin, dass er aus einem in der Gegend von Visp (Albenried?) niedergelassenen Zweig stammt.
Anton Sterrens 1657 im Weiler Zube bei Eischoll erbautes Haus steht heute noch. Die Inschrift in der Stube nennt uns auch den Namen seiner Gattin: Anna Biner. Neben seinem Haus liess Sterren auch eine kleine Kapelle errichten, die der hl. Barbara geweiht war. Der Altar, auf dem neben der hl. Barara auch die Muttergottes sowie der hl. Nikolaus und der Hl. Wendelin zu sehen sind, befindet sich heute in der Wallfahrtskapelle im Thel bei Leuk. Der Weiler Zube war während den nächsten 250 Jahren Stammsitz der Eischler Sterren.