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Archiv für den Monat Juni 2013
Marilyn Monroe
† 5. Augst 1962
Medikamente: Pentobarbital und Chloralhydrat (Schlafmittel)
Sex Symbol und Schauspielerin Norma Jeane Mortenson wurde mit 36 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles am frühen Morgen des 5. August tot aufgefunden. Der Toxikologische Bericht zeigte hohe Dosen von 2 Schlafmitteln in ihrem Blut: Pentobarbital und Chloralhydrat. Wahrscheinlich war es Selbstmord, aber eine Menge Leute glauben es war eine unbeabsichtigte Überdosierung oder gar Mord.
Jim Hendrix
† 18. September 1970
Medikamente: Secobarbital (Schlafmittel)
Der einflussreiche Amerikanische Gitarrist, 27 wurde tot im Londoner Hotelzimmer seiner Freundin aufgefunden – andere Berichte sprechen davon, dass er erst auf dem Weg ins Spital in der Ambulanz gestorben ist. Die Todesursache laut Bericht der Polizei: Ersticken am eigenen Erbrochenem nachdem er zuviel Schlafmittel eingenommen hat: die 18fache der empfohlenen Dosierung von Vesparax – einem Kombinationsmittel, das es inzwischen nicht mehr gibt. Die Tabletten gehörten Hendrix’s Freundin, mit der er die Nacht verbracht hat. Wahrscheinlich war es eine unbeabsichtigte Überdosierung, andere denken, es war Selbstmord.
Bruce Lee
† 20. Juli 1973
Medikament: Equagesic – ein kombiniertes Schmerzmittel
Der ikonische Kampfsport-Künstler und Filmemacher starb in Hong Kong im Alter von 32 an einer Hirnschwellung. Verursacht wurde sie durch eine (wahrscheinlich allergische) Reaktion auf das rezeptpflichtige Schmerzmittel Equagesic, welches Aspirin mit einem Muskelrelaxans (Meprobamat) kombinierte. Er bekam die Tablette von einer befreundeten Schauspielerin, als er sich über Kopfschmerzen beklagte. Er hatte früher im selben Jahr bereits eine Episode mit einer Hirnschwellung, die Ursache dort konnte jedoch nicht ermittelt werden. Auch diskutiert wird, ob Cannabis dabei eine Rolle gespielt hat.
Howard Hughes
† 5. April 1976
Medikamente: Codein (Schmerzmittel), Phenacetin (Schmerzmittel a.H.)
Der Businessmagnat und Flugpionier starb mit 70 an Bord eines Flugzeuges auf dem Weg ins Spital. Weil er aufgrund seiner Eigenheiten und wahrscheinlich seines Medikamentengebrauchs fast unerkenntlich war (abgemagert, mit sehr langen Fingernägeln und Haaren, da er am Ende jegliche Berührung durch andere scheute) musste er durch seine Fingerabdrücke identifiziert werden. Die Autopsie gab Nierenversagen als Todesursache an. Ausserdem hatte er sehr hohe Codeinwerte im Blut – das er sich wegen seiner Schmerzen direkt in die Muskeln spritzte, wobei gelegentlich Nadeln abbrachen. Das Phenacetin – auch ein Schmerzmittel – könnte für seine Nierenprobleme verantwortlich gewesen sein.
Elvis Presley
† 16. August 1977
Medikamente: gleich 14 verschieden, darunter Codein und Methoqualon (Schmerz- und Beruhigungsmittel)
Die offizielle Todesursache des Königs des Rock’n Roll (42) war Herzrhythmusstörung – aber es ist allgemein angenommen, dass die Medikamente zu seinen Herzproblemen zumindest beigetragen haben. Obwohl anfänglich der Gerichtsmediziner in Aussagen vor der Presse Medikamente als Todesursache ausgeschlossen hat, wurde später gefunden, dass dem Sänger zwischen 5000 bis 10’000 Tabletten allein in den 8 Monaten vor seinem Tod verschrieben wurden. Schon vorher hatte er Probleme mit Überdosierung von Demerol und anderem. Sein Arzt Dr. George C. Nichopoulos erklärte später die Einstellung von Presley gegenüber rezeptpflichtigen Medikamenten: „Er hatte das Gefühl, dass er, indem er (Pillen) von einem Arzt bekam, kein gewöhnlicher Drogensüchtiger war, der irgendetwas von der Strasse einnahm.“
Keith Moon
† 7. September 1978
Medikamente: Clomethiazole (Beruhigungsmittel)
Der „the who“ Drummer starb in der Wohnung eines Freundes in London mit 32 an einer wahrscheinlich unbeabsichtigten Überdosierung von Clomethiazol, einem Medikament, das er gebraucht hat, um seine Entzugssymptome zu dämpfen – er war dabei etwas gegen seinen Alkoholismus zu tun. Aber das Beruhigungsmittel ist (ironischerweise) selber stark abhängig machend und bei der Untersuchung wurde die 10fache der empfohlenen täglichen Dosis in seinem Blut gefunden. Tatsächlich hat er 32 Tabletten aufs Mal genommen – die maximale Tagesdosis sind 3.
Margaux Hemingway
† 1. Juli 1996
Medikament: Phenobarbital (Beruhigungsmittel und Antiepileptikum)
Die 42 jährige Schauspielerin und Model wurde in ihrem Santa Monica Apartment in Kalifornien gefunden. Gestorben an einer Überdosis Phenobarbital. Ein Selbstmord nur einen Tag vor dem 35jährigen Jahrestag des Selbstmordes ihres Grossvaters Ernest Hemingway.
Chris Penn
† 24. Januar 2006
Medikament: Promethazin (Anthihistamin) und Codein (Hustenmittel)
Schauspieler Chris Penn (40), Bruder von Sean Penn wurde tot in seinem Heim in Santa Monica, Kalifornien gefunden. Gestorben ist er an Cardiomyopathie (einer Herzkrankheit) wahrscheinlich verschlimmert durch das Codein und Promethazin das er genommen hat. Übergewicht und ein vergrössertes Herz spielte dabei auch eine Rolle genauso wie ein übermässiger Medikamentengebrauch in der Vergangenheit.
Anna Nicole Smith
† 8. Februar 2007
Medikamente: Elf Medikamente darunter Chloralhydrat (Schlafmittel) und verschiedenste Beruhigungsmittel: Clonazepam, Lorazepam, Oxazepam, Diazepam
Das umstrittene Modell war 39 als man sie tot in einem Hotel in Florida fand. Nach der Autopsie befand man, dass die Todesursache versehentliche Vergiftung durch die Kombination verschiedener Medikamente war – obwohl das Chloralhydrat spezifisch als die toxische Dosis aufgeführt wurde. Nur 5 Monate vor ihrem Tot starb ihr 20jähriger Sohn Daniel an der Kombination der Medikamente Sertralin (Antidepressivum), Escitalopram (Antidepressivum) und Methadon (Schmerzmittel und Ersatz).
Bemerkenswert ist noch, dass obwohl alle Medikamente vom selben Arzt (Dr. Eroshevich) verschrieben worden waren, waren sie nicht alle für Anna Nicole Smith. 8 der 11 Medikamente wurden für ihren damaligen Partner Howard K. Stern verschrieben, 1 für Alex Katz (ein Kollege) und eines für die Ärztin selber, die auch eine Freundin von Frau Smith war.
Heath Ledger
† 6. Februar 2008
Medikamente: sechs verschiedene: Schmerzmittel Oxycodon und Hydrocodon, Schlafmittel Temazepam und Beruhigungsmittel Diazepam, Alprazolam und Doxylamin und Topamax, ein Antiepileptikum
Der bekannte australische Schauspieler und Regisseur starb unerwartet im Alter von 28 in seinem Apartment in New York. Bei der Untersuchung wurde gefunden, dass es sich wahrscheinlich um eine unbeabsichtigte Überdosierung handelte verursacht durch den Missbrauch von verschiedensten rezeptpflichtigen Medikamenten. Wo er die Medikamente her hatte konnte nicht eruiert werden. Wahrscheinlich nicht von „seinen“ Ärzten.
Michael Jackson
† 25. Juni 2009
Medikamente: Benzodiazepine, Propofol (Anästhetikum)
Der bekannte Sänger starb in seinem Bett in einem gemieteten Haus in Los Angeles an Herzversagen nach Medikamentengabe, die er wegen seinen Schlafproblemen bekam. Sein behandelnder persönlicher Arzt wurde wegen Totschlag angeklagt. Propofol ist ein Mittel, das vor Operationen zum betäuben gegeben wird und ist nicht als normales Schlafmittel in Gebrauch.
Nicht in meiner Liste sind diejenigen, die wegen Alkohol und illegaler Drogen gestorben sind. Ansonsten gäbe es noch einige mehr. Quelle:
Ziemlich gut sichtbar an der Liste ist (meiner Meinung nach), dass man die Medikamente wirklich missbrauchen muss, damit derart drastisches passiert. Trotzdem sind einige der erwähnten Wirkstoffe nicht mehr im Handel – weil man auf der Suche nach „sichereren“ Sachen ist. Aber im Endeffekt ist es egal, ob es legale oder illegale Drogen sind. Überdosierung aka „zuviel nehmen“ ist bei allem schlecht.
Das war so ziemlich die einzigen Gedanken, zu denen ich am morgen früh fähig war, als ich die Maus entdeckte – und sie mich.
Erst mal allgemeines Erstarren … dann entschwand sie (mich in heisser Verfolgungsjagd) hinter dem Regal.
Mist!
Ich weiss schon, wo die wahrscheinlich herkommt … im Keller hat man schon welche gesehen. Ein Grund dort kein Lager zu haben.
Ich habe dann abends eine Falle aufgestellt. Eine, die die Maus lebend fängt (irgendwo sind sie ja noch süss).
Tagsüber war sie anständig und blieb unsichtbar. Und nach 3 Nächten hatten wir sie dann.
Frau Späth ist eine alte Frau, die ihre Zeit hauptsächlich zuhause in der Wohnung verbringt, weil sie nicht mehr sehr mobil ist. Sie hat Hilfe von der Hauspflege (die Spitex), aber offensichtlich ein bisschen Probleme damit ihr Gewicht zu halten – was bei ihr nicht nur wie bei anderen älteren Personen an nicht ausreichender Ernährung liegt, sondern auch an einer chronischen Darmerkrankung. Sie geht zwar nicht mehr sehr häufig nach draussen, aber sie hat ja noch das Telefon.
Frau Späth: "Die Spitex hat mir gesagt, ich soll mir vom Arzt Fresubin aufschreiben lassen, weil ich nicht zunehme."
Pharmama: "Das bekommen sie auch ohne Rezept. Sie brauchen also etwas hochkalorisches?"
Frau Späth: "Ja, am liebsten mit Bananengeschmack. Aber wenn es der Arzt nicht verschreibt … übernimmt das dann die Krankenkasse?"
Pharmama: "Der Arzt kann das schon aufschreiben, aber … ich glaube die Kasse übernimmt das auch dann nicht. Moment … (schaue im Computer nach) … ja. Die sind bei mir alle drin als LPPV also nicht gelistet. Die Kasse wird das nicht einfach so zahlen."
Frau Späth: "Aber … die Spitex hat gesagt, ich soll das nehmen. Zahlen sie es dann nicht?"
Pharmama: "Nein. Sie haben höchstens eine Chance, wenn der Arzt selber der Kasse einen Antrag stellt. Ich bräuchte aber die Bestätigung schriftlich, wenn sie eine bekommen…. " (schlechte Erfahrungen, sorry)-
Frau Späth: "Dann könnten Sie den Arzt fragen?"
Pharmama: "Nein, das sollten Sie selber tun. Er will Sie sicher noch anschauen oder etwas fragen."
Frau Späth: "Ich frage die Spitex."
Pharmama: "Dass die den Arzt fragen? Es geht sicher schneller, wenn sie das selber machen."
Frau Späth: "Nein, nicht den Arzt. Dass die die Krankenkasse anfragen. Immerhin haben sie es mir empfohlen."
Pharmama: "Das bringt nichts. Der Arzt muss das machen."
Frau Späth: "Aber ich mag nicht mehr zu meinem alten Arzt gehen."
Ah, da liegt der Hase begraben.
Pharmama: "Okay – aber … dann sind sie sicher auf der Suche nach einem neuen Arzt?"
Frau Späth: "Ja, ich habe auch schon einen Termin – nächsten Dienstag."
Pharmama: "Das ist doch gut? Dann können Sie ihn gleich fragen, ob er Ihnen die Flüssignahrung aufschreibt und wegen der Übernahme bei der Krankenkasse anfragt."
Frau Späth: "Aber — ich will ihn damit nicht gleich beim ersten Besuch belästigen!" (Bittend) "Könnten Sie nicht bei meinem alten Arzt anfragen?"
Pharmama: "Nein, das müssten schon Sie selber machen … ausserdem: finden Sie das nicht etwas frech ihn zu fragen, wenn Sie doch wissen, dass Sie nicht mehr zu dem gehen wollen?"
Frau Späth: "Ah … ja … so. Dann frage ich doch besser den neuen Arzt."
Pharmama: "Ja, das ist eine gute Idee."
Frau Späth: "Ich möchte aber jetzt schon versuchen, ob ich das vertrage, könnte ich bei ihnen eine Flasche bestellen?"
Pharmama: "Natürlich, die bekommt man ja auch ohne Rezept. Sie müssen sie einfach bezahlen, bis sie ein Rezept vom Arzt und eine Kostenübernahme-Bestätigung von der Kasse haben."
Zusammen suchen wir etwas heraus.
….
Sie bekommt es und ich stelle die nächsten Wochen fest, dass sie immer wieder mehrere Flaschen bestellt … und auch selber bezahlt.
Schliesslich finde ich am Morgen bei Arbeitsbeginn einen Zettel auf dem Schreibtisch: „Frau Späth lässt fragen, wann wir jetzt beim Arzt anfragen wegen der Krankenkasse übernahme vom Fresubin.“
Hmmpf.
Also telefonieren wir ihr noch einmal.
Worauf sich obiges Gespräch fast noch einmal gleich wiederholt …
Der Patient fragte gerade uns, ob WIR sicher wären, wie er sein Seroquel nimmt.
Also: NICHT was auf der Packung steht (auf dem Dosierungsetikett), sondern, was er WIRKLICH nimmt …
???
Eigentlich … gibt es das bei uns in der Schweiz nicht. Aber – es gibt Ausnahmen. So wie im Moment das Cosopt S. Die (rezeptpflichtigen) Augentropfen gegen hohen Augeninnendruck waren seit Monaten immer wieder mal nicht lieferbar, was doof ist für uns und schlecht für die Patienten, die die Einzeldosen nehmen müssen, weil sie zum Beispiel das Konservierungsmittel nicht vertragen und das Fläschchen nicht nehmen können.
Nach Monaten also bekommen wir wieder Cosopt S – und zwar offenbar Packungen aus Amerika. Mit Extra Aufkleber, dass die schweizerische Heilmittelkontrolle da eine Ausnahme gemacht hat – und externem Informationsschreiben samt Packungsbeilage dazu in (natürlich) den 3 Landessprachen.
Vertrauenserweckend.
Für deutsche Patienten / Apotheken ist das nichts spezielles, aber für mich schon. Das ist die erste Packung, die ich so sehe.
Das wollte ich Euch nicht vorenthalten.
Oder vielleicht doch nicht.
Pharmama: "Wie ist der Geburtstag von ihrem Sohn?"
Vater mit Rezept für das Kind auf dem kein Geburtstag steht.:
"Oh, Moment bitte – ich muss rasch meiner Frau anrufen und fragen."
Ich selber habe es nicht so mit den homöopathischen Mitteln, aber sie werden ziemlich häufig verlangt und wir haben auch einige Ärzte, die das gerne auf- und ver-schreiben.
Mal abgesehen von der Wirksamkeit der Mittel habe ich aber noch ein anderes Problem: ich muss sie, speziell spezifisches, häufig bestellen. Das kann ich – dauert aber 2-3 Tage. Leider manchmal auch länger.
Das ist ausgesprochen ungeschickt, wenn es für etwas eingesetzt wird, wo man es gleich bräuchte. Lässt sich aber kaum verhindern. Ich kann wirklich nicht jedes Mittelchen an Lager haben. Manches davon brauche ich nur ein Mal in 10 Jahren …
Letzthin gerade.
Auf dem Rezept am späten Freitag abend für ein hustendes Kleinkind – 3 bis 4 Monate alt: Globuli und eine Salbe zum einreiben auf die Brust.
Die Globuli habe ich sogar hier – Belladonna D6, wohl genommen gegen Fieber. Die Salbe allerdings … Schon klar, Pulmex Baby und anderes mit ätherischen Ölen darf ich wegen Bronchospasmus-Gefahr erst ab 6 Monaten geben. Bei der Salbe steht das ziemlich sicher nicht drauf oder drin (homöopathische Sachen und anthroposophische Mittel haben meist keine Packungsbeilagen). Allerdings scheint die Salbe dem Namen nach Thymianöl zu enthalten … Viel.
Pharmama: "Zuerst muss ich noch bei der Ärztin nachfragen, wieviel Prozent die Salbe denn haben sollte – aufgeschrieben hat sie nämlich 40% … was mir wahnsinnig hoch vorkommt … und es so nicht gibt."
Natürlich war die Ärztin am Freitag abend nicht mehr in der Praxis. Ich informiere also die Mutter: "Sie ist nicht mehr erreichbar, das muss ich am Montag abklären – dann kann ich es auch gleich bestellen, jetzt hat die Firma auch schon geschlossen."
Montag morgen. Die Ärztin meint: „Dann nehmen sie halt 10% – ich wusste nicht, wie es die genau gibt, da habe ich einfach etwas aufgeschrieben.“
Die Mutter telefonisch informiert, Salbe nach ihrem okay bestellt. Sie meint: "Ja, bestellen Sie es, wir brauchen das wohl noch eine Zeitlang, das Kind hustet immer noch ziemlich fest."
Pharmama: "Wie sieht es mit Fieber aus?"
Mutter: "Ja, mit den Fieberzäpfchen geht es runter, kommt aber wieder. Und sie ist ziemlich schwach. Sie will nicht trinken."
Als ich das höre, rate ich ihr an, nochmals zum Arzt zu gehen.
Die Salbe kommt am Mittwoch nachmittag – Mutter angerufen, damit sie weiss, dass die jetzt hier ist.
Sagt die Mutter: „Jetzt brauchen wir sie nicht mehr. Ich habe nach ihrem Anruf am Montag versucht einen Termin mit der Ärztin zu machen, die meinte sie könne uns erst am Dienstag mittag einplanen. Dienstag morgen ging es so schlecht, dass ich mit ihm ins Spital bin. Das Kind hat eine üble Lungenentzündung und liegt im Spital.“
Oh Weh.
Ich kann ihren vorwurfsvollen Ton ja verstehen – sie hat da ziemlich was durchgemacht – allerdings bin ich überzeugt, dass die Salbe zum einreiben das auch nicht verhindert hätte. Auch nicht, wenn sie schon am Freitag da gewesen wäre.
Das ist zwar jetzt ein Extremfall, aber nicht wirklich eine Ausnahme. Mir fällt auf, dass wir Bestellungen für spezielle homöopathische Sachen oft am Freitag abend bekommen. Murphys Law halt.
Ich hatte noch etwas Alaun übrig – ich habe die aus den farbigen Lösungen ausgefallenen Kristalle abfiltriert, noch einmal gelöst und gedacht, ich kann ja versuchen, die Kristalle statt in Eiern auf einem Pfeifenputzer wachsen zu lassen – und wenn ich schon dabei bin – das Kristallwachstum zu filmen. Auf dem iphone habe ich eine nette App dafür, die nennt sich Zeitrafferkamera HD.
Das ist dabei herausgekommen:
Und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen.
Übrigens: 3 Stunden nur. Das ging ziemlich schnell !
Ein Bastelprojekt für etwas grössere Kinder.
Das braucht es:
- Eier am besten weisse.
- Alaun – (Alumen oder Aluminiumkaliumsulfat) ca. 200g (gibt’s in der Apotheke)
- Wasser – ca. 500ml
- Lebensmittelfarbe nach Belieben (oder Eierfarbe von Ostern) (gibt’s in der Apotheke)
- Diverse Gefässe
- etwas Leim (NICHT auswaschbarer)
Vorgehen:
- Eier ausblasen (und den Inhalt als Omelett verarbeiten 🙂 ) und waschen.
- Eier vorsichtig halbieren – meiner Meinung nach der schwierigste Schritt von allem, aber es muss ja nicht perfekt sein.
- Eier innen mit Leim auspinseln und etwas Kalialaun in jedes Ei streuen, damit die Innenseite bedeckt ist.
- 24 Stunden warten
- In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, vom Herd nehmen und das Alaun zugeben. Rühren und rühren bis ALLES gelöst ist. Eventuell etwas Wasser nachschütten. Es müssen alle Kristalle gelöst sein und die Lösung so konzentriert wie möglich.
- Lösung auf verschiedene Gefässe aufteilen (z.Bsp. 3 Marmeladegläser), es sollte genug darin sein, dass die Eier gut bedeckt sind.
- Lebensmittelfarbe zugeben – genug viel. Ca. 15 Tropfen pro Glas
- Eier hineingeben, wenn die Lösung etwas abgekühlt ist (nach ca. 20 Minuten).
- Dann heisst es warten und hoffen.
Und nach etwa 12 Stunden sieht es so aus, wenn man die Eier (am besten vorsichtig mit Handschuhen) aus der Lösung nimmt und sie abtrocknen lässt:
Die Lösung kann übrigens noch einmal verwendet werden. Man kann die Farbe ändern, indem man noch etwas Lebensmittelfarbe hineingibt – Und Junior gleichzeitig etwas über die Farbenlehre beibringen: Rot und Blau gibt – Violett. Gelb und Blau gibt – Grün, Gelb und Rot gibt – Orange.
Die Kristalle, die sich am Boden abgesetzt haben, gehen beim Erwärmen in der Mikrowelle wieder in Lösung (plus Rühren!), dann kann man noch einen zweiten Schub machen.
Interessant auch, wie unterschiedlich sie werden, je nachdem, wie schön man sie innen ausgepulvert hat (oder noch den Rand erwischt: sie das Blaue) und wie die Kristalle gewachsen sind: langsam und zusammen und klein oder schnell und einzeln und gross.
In der Vorlage hatte es Bilder, wo die Kristalle selber farbig waren – und nicht nur die Eier. Um das zu erreichen, braucht man aber wohl pulverförmige Eierfarbe – die flüssige Lebensmittelfarbe reicht dafür nicht. Wenn man das nimmt, sollte man die Farbe vor dem Lösen der Alaun-Kristalle hineingeben, denn wenn man es nachher macht, fallen die Kristalle aus – ein Effekt, den ich schon beim Zugeben der Lebensmittelfarbe beobachten konnte, einfach in kleinerem Rahmen. Aber mir und Junior gefallen sie auch so sehr. Und es war spannend, da zuzuschauen!
Mehr Basteln:
… oder so.
Darauf bin ich letztens gestossen. Das ist jetzt meine Lieblings-Packungsbeilage 🙂
Ist das nicht beruhigend? Kann man sicher brauchen, wenn man neu entdeckt hat, dass der Kleine Läuse hat. Zum Glück diesmal nicht bei uns …
Kann man das lesen? Da steht Unter „Wie ist … anzuwenden?“
Zuallererst: Keine Panik!
Bei der Apotheke handelt es sich um die Löwen Apotheke, Freiburg im Breisgau. Es handelt sich dabei sicherlich nicht um die schönste Apotheke Freiburgs, aber mit Sicherheit um die Bekannteste! Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bertholdsbrunnen, dem zentralsten Punkt der Innenstadt, wo sich alle Straßenbahnlinien kreuzen. Es liegt also nahe sich am Bertholdsbrunnen zu treffen, wenn man sich in der Innenstadt verabredet. Nun ist das Areal um den Bertholdsbrunnen aber weitläufig und meistens voll mit Menschen. Man kann also gut aneinander vorbei laufen, verabredet man keinen spezifischeren Treffpunkt.
Irgendwann hat es sich dann etabliert sich an der Löwen Apotheke, kurz (und natürlich cool auf Englisch ausgesprochen) LA, zu treffen. Warum ausgerechnet die Apotheke und kein anderes Geschäft? Ich weiß es ehrlich nicht.
Ich möchte aber behaupten, dass jeder Freiburger unter 30 und wahrscheinlich die meisten Eltern von Kindern in diesem Alter wissen was gemeint ist, wenn es heißt „Treffpunkt an der LA“.
Eine Apotheke als In-Treffpunkt einer Stadt. Das müsste doch dein Apothekerinnen-Herz höher schlagen lassen, oder?
Das tut es 🙂
Patient: "Ich brauche mein Gabastatin vom Dauerrezept."
Pharmama: "Meinen Sie Gabapentin oder Simvastatin? Ich sehe beides bei ihnen im Dossier."
Ja, Medikamentennamen sind schwierig. Und wenn ich mir die Namen der neusten anschaue – das wird nicht einfacher: Onglyza? Kadclya? Xelijanz? Hört sich nach ausserirdischen Bösewichten an.
Aber auch die klassischen machen Probleme. Wie die:
Amotrampolin – Amitryptyline
Aldente – Albuterol
Metaform – Metformin
Metamorfin- Metformin
Vipaparu – Vicks Vaporub
Tramdanol – Tramadol
Der 10 jährige Junge bekommt Fenistil Tabletten gegen seine „übliche Pollenallergie“ verschrieben. Das ist O-Ton der Mutter, die das Rezept einlösen kommt.
Ein Dauerrezept – ich sehe, er hat es in den letzten Jahren schon öfters gehabt.
Jetzt – ich sehe nicht ein, warum ein 10 jähriges Kind müde in der Schule sitzen sollte, darum ergreife ich die Gelegenheit seine Mutter zu fragen: „Hat er denn schon etwas anderes versucht?“
Mutter: „Nein. Das ist immer dasselbe, wie er es als Kind bekommen hat.“
Pharmama: „Ich frage nur, weil es inzwischen anderes gibt – das nicht so müde macht.“
Mutter: „Das … wäre gar nicht so schlecht. Er hängt im Sommer wirklich mehr herum am Tag.“
Am Schluss rief ich den Arzt an und änderte das Rezept auf etwas, das nicht so müde machen sollte.
Die Mutter kam nach ein paar Tagen zurück, um sich zu bedanken: die Tabletten haben super geholfen ohne die (für sie) normalen Nebenwirkungen. Er wird die in Zukunft weiter benutzen.
Das ist Erfolg für mich.