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Danone erlebt permanente Frustration in China und trübe Aussichten aufgrund erfolgloser Rechtsstreitigkeiten
Peking (ots/PRNewswire) -
Der chinesische Getränkeriese Wahaha Group Co., Ltd. erklärt am 28. August, dass die Gerichte in Xinxiang in der chinesischen Provinz Henan und in Shenyang, in der Provinz Liaoning die Wettbewerbsklage der französischen Danone Group gegen Zong Qinghou, Chairman der Wahaha Group, abgewiesen und Wahaha zum Gewinner erklärt haben.
Im vergangenen April versuchte die Danone Gruppe eine feindliche Übernahme von Wahaha mit einem Gesamtbetrag von 4 Milliarden RMB. Wahaha betrachtete dies als nicht akzeptabel, wodurch es zum Konflikt kam. Gegen Ende 2007 war die Danone-Wahaha-Fede nunmehr schliesslich zu einem offiziellen Rechtsstreit geworden. Die Danone Gruppe hat die Wahaha Gruppe sowie deren Kooperativepartner in Frankreich, Italien, den USA, in Schweden, auf den britischen Jungferninseln, auf Amerkanisch-Samoa sowie auf dem chinesischen Festland verklagt.
Die in Xinxiang in der Provinz Henan sowie in Shenyang, in der Provinz Liaoning verhandelten Fälle sind nur zwei einer Reihe von Rechstsstreitigkeiten zwischen Danone und Wahaha. In seiner Klageschrift beschuldigt die Danone Group Wahaha und Zong Qinghou, den Chairman der Wahaha Gruppe, die Macht als Direktor missbraucht und insgeheim vier nicht-Joint-Venture-Unternehmen zur Fertigung von Produkten, die mit den durch Danone-Wahaha Joint-Venture-Unternehmen gefertigten Unternehmen konkurrieren, gegründet zu haben sowie der illegalen Nutzung der Marke Wahaha. Danone betrachtet ein derartiges Handeln als Bruch der Nichtkonkurrenzklausel. Infolgedessen verlangte Danone eine rechtmässige Entschädigung und zwang Zong Qinghou, von seinen Ämtern in den vier nicht-Joint-Venture-Unternehmen, deren illegaler Gründung er angeklagt ist, zurückzutreten.
Nach der Verhandlung entschied das Gericht, dass es keine Möglichkeit der Pflichtverletzung gab, da Wahaha faktisch weder über eine Produktion noch einen Betrieb verfügt. Darüber hinaus wurden die nicht-Joint-Venture-Unternehmen auf Anfrage der Danone Gruppe im Rahmen der "Suche nach Lieferfirmen zur Produktverarbeitung für die Joint-Venture-Unternehmen" gegründet. Diese nicht-Joint-Venture-Unternehmen liefern somit vielmehr einen bedeutenden Beitrag zu den Joint-Venture-Unternehmen und schädigen sie nicht. Ausserdem existierten die vier nicht-Joint-Venture-Unternehmen bereits vor der Kooperation zwischen Wahaha und der Danone Gruppe, sodass sie nicht "insgeheim ohne jegliche Befugnis gegründet wurden". Nach dem Unternehmensrecht der Volksrepublik China haben Zong Qinghou und Wahaha weder die Konkurrenzklausel verletzt noch Danone Verluste eingebracht. Somit lehnte das Gericht die Forderung Danones ab und entschied in diesem Fall gegen Danone.
Von den Fällen zwischen der Wahaha und der Danone Gruppe um die gegenseitige Beschuldigung des Konkurrenzklauselbruchs waren bereits drei zugunsten Wahahas entschieden worden. Darüber hinaus ist die Gegenklage von Wahaha, die Danone des Bruchs der Konkurrenzklausel beschuldigt, in Yichang in der Provinz Hubei noch im Gange. Laut Qian Weiqing, dem Rechtsanwalt, der Wahaha für Dacheng Law Offices vertritt, wird dieser Fall höchstwahrscheinlich ebenfalls im Sinne Wahahas entschieden.
Die acht verwandten Schiedsgerichtsverfahren werden vor dem Arbitration Institute der Stockholm Chamber of Commerce (Schiedsgericht der Stockholmer Handelskammer) verhandelt. Laut Informationen von Mitte Juli hat das Schiedsgericht zwei von drei zeitweiligen Anfragen der Danone Gruppe abgewiesen. Das Schiedsgericht stimmte aber zu, dass es Wahaha anweisen werde, der Danone Gruppe den Zugang zu allen Joint-Venture-Unternehmen zu gewähren, nachdem Danone garantiert hatte, dann Entschädigung zu leisten, wenn den Joint-Venture-Unternehmen Verluste entstünden. Zugleich verlor Danone auch seine Fälle in Italien und Frankreich. Bis dato sind alle Rechtsstreitigkeiten zwischen Wahaha und Danone zugunsten Wahahas entschieden worden.
Seit seinem Eintritt in den chinesischen Markt Ende der 1980er Jahre hat Danone sehr viel in China investiert und Fabriken gebaut und die Produktion verbessert, da es China als einen äusserst wichtigen Markt für seine Entwicklungsstrategie betrachtet.
Laut dem unter "yidaba.com" veröffentlichten Artikel "Data on Acquisitions and Control of Chinese Enterprises by Foreign Invested Companies" ("Datenerfassung und Kontrolle chinesischer Unternehmen durch fremdfinanzierte Unternehmen") hat Danone in den vergangenen 20 Jahren Aktien vieler der Top Ten Getränkehersteller in China gekauft: 51% der Aktien der 39 zur Wahaha Gruppe gehörenden Unternehmen, 98% der Robust Gruppe, 50% der Shanghai Maling Aquarius Co., Ltd., 54,2% der Shenzhen Yili Mineral Water Company und 22,18% der China Huiyuan Gruppe. Zudem erwarb das Unternehmen 50% von Mengniu und 20,01% von Brightdairy. Diese Unternehmen sind selbst ernannte Marktführer ihrer Branchen und besitzen alle eigene, in China wohl bekannte Marken.
Indes ist die Performance Danones in China alles andere als zufriedenstellend. Danone kaufte Robust im Jahr 2000, das damals zweitgrösste Unternehmen in der chinesischen Getränkeindustrie. Im Jahre 1999 erreichte der Umsatz von Robust 2 Mrd. RMB. Nach der Übernahme entliess Danone die ursprüngliche Unternehmensführung und dirigierte Robust direkt. Jedoch erlebte Robust, da die neue Unternehmensleitung weder mit dem chinesischen Getränkemarkt vertraut war noch die erforderlichen flexiblen Taktikten beherrschte, einen kontinuierlichen Rückgang. Die Tee- und Milchprodukte des Unternehmens verschwanden fast vom Markt und das Fasswasser, das den nationalen Markt anführte, nahm kontinuierlich ab. Zwischen 2005 und 2006 betrug der Verlust 150 Mio. RMB, was zu Massenentlassungen führte.
Auch nach der Übernahme der Kontrolle der Shanghai Aquarius Co., Ltd., erzwang Danone eine Änderung im Board of Directors. Da Danone einen Stimmrechtsvorteil gegenüber seinen chinesischen Pendants hatte, besass Danone das Recht zur Berufung der General Managers. Von diesem Zeitpunkt an ging auch die Performance der Shanghai Aquarius Co., Ltd. zurück. Sie besass zwischen 2001 und 2003 einen Marktanteil von über 50% im Fasswassermarkt in Schanghai und erzielte ein operatives Ergebnis von 158 Mio. RMB und 165 Mio. RMB sowie einen Nettogewinn von 3,88 Mio. RMB bis 11,62 Mio. RMB. Nach der Übernahme des Unternehmens durch Danone begann das operative Ergebnis zu fallen und der Marktanteil des Unternehmens nahm in Schanghai kontinuierlich ab.
Nachdem die Böswilligkeit zwischen Danone und Wahaha bekannt gemacht worden war, folgten ihr zahlreiche Kommentare in der Presse. Die meisten davon brachten Zweifel an der Unternehmensleitung von Danone und die Unzufriedenheit hinsichtlich der feindlichen Übernahme zum Ausdruck. Laut H&J Vanguard, einem in Peking ansässigen Beratungsunternehmen war Danone während der Kooperation mit Wahaha nicht bereit, sein Investment auf die Joint-Venture-Unternehmen auszuweiten. Wahaha musste demnach nicht-Joint-Venture-Unternehmen gründen, um den Produktionsbedarf gemäss dem Plan von Danone zu erfüllen. Danone verhielt sich hinsichtlich der Entwicklung neuer Produkte vorsichtig, was zu permanenten Konflikten zwischen beiden Seiten führte.
H&J Vanguard nannte auch ein Beispiel. Die chinesische Führung schlug dem Vorstand (Board of Directors) 1998 vor, dass Cola-Produkte in China eine glänzende Zukunft hätten, was einer langfristigen Marktuntersuchung zu entnehmen war und dass die Joint-Venture-Unternehmen Cola-Produkte entwickeln sollten. Indes lehnte Danone dies strikt ab, da man der Überzeugung war, es sei für die Joint-Venture-Unternehmen nicht zu schaffen, mit Coca-Cola und Pepsi über Cola-Produkte zu konkurrieren. Danach musste die chinesische Führung unabhängig in eines seiner Joint-Venture-Unternehmen investieren, um eine Produktionsanlage für kohlensäurehaltige Getränke zu bauen und Feichang Cola zu produzieren. Es dauerte hernach nicht lange, bis Feichang Cola die Marktkontrolle in städtischen und ländlichen Gebieten in China übernahm.
Die Finanzsparte von sina.com veröffentlichte einmal eine Serie von Artikeln, die zeigten, dass Danone mit den Bedingungen in China nicht vertraut ist und dass das Unternehmen zu stolz auf seine Managementebene ist und dass genau dieses Management einen Fehler nach dem anderen machte. Diese führten schliesslich dazu, dass die Performance permanent rückläufig war. Im Vergleich zu Danone wächst Wahaha und entwickelt sich permanent unter der effizienten chinesischen Unternehmensführung weiter. Am Ende des Geschäftsjahres 2006 bot Danone unerwarteterweise eine feindliche Übernahme von 51% der Anteile der Tochterunternehmen von Wahaha an, die nicht Teil der Kooperation mit Danone sind, zu einem Preis von 4 Mrd. RMB an, was unter dem Wert des Reinvermögens liegt. Aber Danones Übernahmewunsch wurde von den Mitarbeitern, Distributoren und Zulieferern von Wahaha bekämpft. Der Artikel fährt mit der Feststellung fort, dass Danone nicht nur sehr teure PR- und Überwachungsunternehmen zur 24-Stunden-Überwachung engagierte, um sein Ziel zu erreichen, sondern verbreitete auch unwahre Informationen über die Medien, um Wahaha und Zong Qinghou anzugreifen, was Millionen von Menschen dazu bewegte, zugunsten Wahahas aufzustehen.
Wie in einem am 5. Juli 2007 unter http://www.ce.cn veröffentlichten Artikel mit dem Titel "The Process of Danone Engaging Many Agencies to Track Zong Qinghou" festgestellt wird, hat Danone nach dem Scheitern des Plans zur feindlichen Übernahme viele Agenturen, etwa British G4S Risk Management Solutions, Boss & Young Patent & Trademark Attorneys in Peking, beauftragt, rund um die Uhr Zong Qinghou und Wahaha zu verfolgen, zu überwachen, Fotos zu machen und Videos zu filmen.
Eine Umfrage der grössten chinesische Portalwebsite sina.com zeigte, dass 463.310 Menschen, somit 85,6% der abgegebenen Stimmen, für die Unterstützung von Zong Qinghou, Chairman der Wahaha Gruppe stimmten. Zudem stimmten 397.813 Menschen, somit 73,04% der Umfrageteilnehmer für einen Rückzug Danones. Laut einem unter www.foodqs.com veröffentlichten Artikel mit dem Titel "Danone Expects Quick Quit with Scarce Hope", hat Danone seine Sammelklagen gegen Wahaha verloren und es droht dem Unternehmen ein kompletter Fehlschlag. Ende 2007 kündigte Danone seine Verträge mit seinem langjährigen Kooperativpartner Brightdairy. Dies wurde als Komplettgegenangriff chinesischer Unternehmen gegen Danone wahrgenommen. Mit der Veröffentlichung des Antimonopolgesetzes im August dieses Jahres musste Danone mit einer Reihe von Problemen rechnen, einschliesslich einer möglichen Anklage, ein Industriemonopol zu haben.
Laut einem Bericht in der französischen Presse sucht die Unternehmensleitung von Danone nach einem anständigen Weg, Wahaha loszuwerden und das versinnbildlicht, dass Danone fast sicher selbst auf dem chinesischen Markt auf Wahaha verzichtet.
Hintergrund:
Im Jahre 1996 unterzeichneten das französische Unternehmen Danone Group, Hong Kong Peregrine Investments Holdings Limited und Wahaha Group einen Kooperationsvertrag, nach dem 5 Joint-Ventures gemeinsam gegründet wurden. Von diesen hält Danone 41% der Aktien und Hong Kong Peregrine 10%. Nach der Finanzkrise in Asien musste Hong Kong Peregrine Insolvenz anmelden und die 10% seiner Aktien wurden von Danone übernommen, was Danone 51% der Anteile der Joint Ventures verschaffte. Da Danone zu Beginn der Kooperation nicht mit den 5 Unternehmen der Wahaha Group kooperierte, gab es sowohl Joint-Venture- als auch nicht-Joint-Venture-Unternehmen innerhalb der Wahaha Gruppe. Im April 2007 forderte Danone die Übernahme von 51% der Aktien an Wahahas 5 nicht-Joint-Venture-Unternehmen zum Preis von 4 Mrd. RMB, was von der Wahaha Group abgelehnt wurde. Obschon dies von vielerlei Leuten, darunter auch vom heutigen französischen Staatspräsidenten, Nicolas Sarkozy, vermittelt wurde, gab es derart viele Divergenzen, dass die Verhandlungen abgebrochen wurden. Anschliessend veranlasste Danone über 30 Klagen gegen Wahaha wegen Vertragsbruchs bzw. der illegalen Verwendung der Marke Wahaha in Ländern wie Frankreich, Italien, den USA und China und klagte somit Wahaha Group weltweit an. Bis heute wurden alle Fälle gegen Danone entschieden, sowohl in China, als auch ausserhalb.
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