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Rafael Nadal wendet eine Niederlage in extremis ab. Nick Kyrgios, der umstrittene «Bad Boy» des Tennis, steht erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinals. Und Simona Halep bekräftigte ihre Rolle als Topfavoritin. Das lief heute in Wimbledon:
Ähnlich wie am Tag zuvor Novak Djokovic befreit sich auch Rafael Nadal aus einer schwierigen Situation. Der als Nummer 2 gesetzte Spanier gewinnt im Wimbledon-Viertelfinal gegen den Weltranglisten-14. Taylor Fritz 3:6, 7:5, 3:6, 7:5, 7:6 (10:4) und trifft nun auf Nick Kyrgios (ATP 40).
Damit hat Nadal nach seinen Siegen am Australian Open und in Paris immer noch die Chance auf den seit 1969 nicht mehr gesehenen Kalender-Grand-Slam. Einiges spricht allerdings auch dagegen: Der Sieg könnte für Nadal zu einem hohen Preis kommen. Mitte des zweiten Satzes schien er sich am Bauchmuskel verletzt zu haben, jedenfalls schlug er ab dann nur mit reduzierter Geschwindigkeit auf. Der 36-jährige Mallorquiner stellte aber einmal mehr seine Kämpferqualitäten unter Beweis.
Einen etwas ruhigeren Abend mit weniger Drama verpasste Nadal allenfalls im ersten Satz, als er einen Blitzstart mit einer 2:0- und 3:1-Führung nicht nützen konnte. Auch im fünften Satz führte er mit einem Break 4:3, musste dann aber bei 4:5 und 5:6 bei eigenem Aufschlag die Niederlage abwenden.
Der 24-jährige Amerikaner Fritz ist einer der Aufsteiger des Jahres. Er besiegte Nadal im Final des Masters-1000-Turniers in Indian Wells, auch da war der Spanier allerdings durch eine (wie sich später herausstellte) gebrochene Rippe arg handicapiert. Am Ende fehlten Fritz in seinem ersten Grand-Slam-Viertelfinal überhaupt aber auch etwas die Erfahrung und Kaltblütigkeit.
Das entscheidende Match-Tiebreak bei 6:6 im fünften Satz dominierte Nadal nach gut Viereinviertel Stunden mit 10:4 deutlich.
In Wimbledon setzte sich der Australier ziemlich souverän 6:4, 6:3, 7:6 (7:5) in drei Sätzen gegen den Chilenen Cristian Garin durch.
Die Weltnummer 40 hatte gegen den fünf Positionen schlechter klassierten Südamerikaner vor allem beim Aufschlag Vorteile und agierte - für seine Verhältnisse - ruhig und konzentriert. Seine ersten beiden Major-Viertelfinals hatte er vor acht Jahren in Wimbledon (gegen Milos Raonic) und vor sieben Jahren am Australian Open (gegen Andy Murray) verloren. Nun winkt ihm sogar der Einzug in den Final. Dafür müsste er am Freitag den als Nummer 2 gesetzten Rafael Nadal oder den Weltranglisten-14. Taylor Fritz bezwingen.
Simona Halep bekräftigte ihre Rolle als Topfavoritin auf den Wimbledon-Titel bei den Frauen. Die 30-jährige Rumänin bleib mit 6:2, 6:4 auch im Viertelfinal gegen die Amerikanerin Amanda Anisimova (WTA 25) ohne Satzverlust. Die nur noch auf Platz 18 des WTA-Rankings klassierte Halep ist mit ihren Titeln 2018 in Paris und ein Jahr später in Wimbledon die einzige im Frauenfeld verbliebene Grand-Slam-Siegerin.
Im Halbfinal trifft sie auf Jelena Rybakina (WTA 23), die sich in drei Sätzen gegen die Australierin Ajla Tomljanovic (WTA 44) durchsetzte. Für die gebürtige Russin, die erst seit 2018 für Kasachstan antritt, ist es der erste grosse Halbfinal. In der anderen Tableauhälfte trifft die Weltnummer 2 Ons Jabeur auf die überraschende Deutsche Tatjana Maria (WTA 103).
(yam/abu/sda)
Man hätte es ahnen müssen. An einem Tag, an dem der Fleisch gewordene Chancentod Demba Touré zwei Tore erzielt, da kann alles passieren. Alles.