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in der deutschen und der österreichischen Konkursordnung die
Ausscheidung von Gegenständen, welche
dem
Gemeinschuldner nicht gehören, aus der
Konkursmasse, sei es auf
Grund eines dinglichen oder eines persönlichen
Rechts. Die ausgesonderten Gegenstände werden dem berechtigten Ansprecher durch den Konkursverwalter ausgeantwortet.
Bei offenbarer
Berechtigung erfolgt die Aussonderung ohne vorgängigen
Rechtsstreit zwischen dem Aussonderungsberechtigten und dem Konkursverwalter.
Dieser hat jedoch bei Ansprüchen von mehr als 300 Mk. Wert zuvor die
Genehmigung des
Gläubigerausschusses
einzuholen, auch den
Gemeinschuldner vorher zu benachrichtigen, der die Aussonderung durch das
Gericht untersagen lassen kann.
Vgl. Deutsche
[* 2] Konkursordnung, § 9, 35 ff., 121, 123; Österreichische Konkursordnung, § 26 f.
im Konkursverfahren die Herausgabe derjenigen Gegenstände, welche nicht dem Gemeinschuldner gehören
und deshalb auch nicht einen Bestandteil der Konkursmasse bilden können. Die Deutsche Konkursordnung schreibt in §. 35 vor,
daß die Ansprüche auf Aussonderung, welche nicht bloß auf ein dingliches, sondern auch auf ein persönliches Recht gestützt werden
können, sich nach den außerhalb des Konkursverfahrens geltenden Gesetzen bestimmen, räumt aber in §. 37 den Verkäufern
und Einkaufskommissionären unbedingt das Recht ein, Waren, welche
von einem andern Orte an den Gemeinschuldner abgesendet
und von diesem noch nicht vollständig bezahlt worden sind, zurückzufordern, d. h. deren Aussonderung zu
verlangen.
Dabei wird jedoch vorausgesetzt, daß diese Waren nicht schon vor der Konkurseröffnung an dem Orte der
Ablieferung angekommen und in den Gewahrsam des Gemeinschuldners oder einer andern Person, welche den Gewahrsam für denselben
ausübt, gelangt waren. Ein derartiges Recht, welches in den Gesetzgebungen der meisten handeltreibenden Nationen, namentlich
in England, Frankreich, Spanien,
[* 3] Holland und Belgien
[* 4] Anerkennung gefunden hat und gewöhnlich right of stoppage
in transitu oder droit de suite genannt wird, kennt die Österr.
Konkursordnung. nicht. Vielmehr wird in diesem Gesetzbuch (§§. 26, 27), das den Anspruch auf Aussonderung als Rückforderungsanspruch
bezeichnet, lediglich bestimmt, daß dieser Anspruch nach den allgemeinen Rechtsgrundsätzen zu beurteilen
sei. Die Aussonderungsberechtigten, welche im Gemeinen Recht Vindikanten oder Separatisten ex jure dominii genannt wurden,
haben sich mit ihrem Anspruch an den Konkursverwalter zu wenden, der darüber zu entscheiden hat, ob er die beanspruchte Sache
herausgeben oder es auf einen Prozeß ankommen lassen will. Nach der Deutschen Konkursordnung (§. 121)
bedarf der Verwalter, sofern es sich um einen Wert von mehr als 300 M. handelt, der Genehmigung des Gläubigerausschusses,
wenn er einen Aussonderungsanspruch anerkennen will. Auch soll er in diesem Falle vor derAnerkennung den Gemeinschuldner hören.
Doch wird durch den Mangel der Genehmigung des Gläubigerausschusses oder der Anhörung des Gemeinschuldners
die Gültigkeit der Anerkennung gegenüber dritten Personen nicht berührt (§. 124). Für den Fall, daß der auszusondernde
Gegenstand veräußert worden ist, räumt die Deutsche Konkursordnung (§. 38) den Aussonderungsberechtigten das Recht ein,
soweit die Gegenleistung noch aussteht, Abtretung des Rechts auf dieselbe, andernfalls aber die Gegenleistung insoweit aus
der Masse zu beanspruchen, als sie nach der Konkurseröffnung zu derselben eingezogen worden ist. Nach der Österr. Konkursordnung
kann der Rückfordernde nur in Ansehung der nach der Konkurseröffnung veräußerten Gegenstände das Entgelt von der Masse
oder von dem Dritten fordern, je nachdem dessen Leistung bereits stattgefunden hat oder noch aussteht.
Bezüglich der Aussonderungsansprüche der Ehefrau des Gemeinschuldners schreibt die Deutsche Konkursordnung (§. 37) vor,
daß sie Gegenstände, die sie während der Ehe erworben hat, nur beanspruchen kann, wenn sie beweist, daß dieselben nicht
mit Mitteln des Gemeinschuldners erworben sind.