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Osteoporose (im Volksmund Knochenschwund) bedeutet eine verringerte Knochenmasse und eine poröse Knochenstruktur; die Knochen werden schwächer und sie brechen leichter. Jede dritte bis vierte Frau über 50 Jahre erkrankt an einer Osteoporose und etwa die Hälfte von ihnen wird innerhalb von vier Jahren nach Diagnosestellung einen Knochenbruch (Fraktur) erleben.
Was verursacht den Knochenschwund?
Der bedeutendste Risikofaktor für eine Osteoporose ist der Östrogenmangel nach der Menopause. Für die Festigkeit der Knochen sind Östrogene sehr wichtig, denn sie hemmen die Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten). Ausserdem fördern sie die Kalziumaufnahme über den Magen-Darm-Trakt und die Kalziumrückresorption in der Niere, stimulieren die Ausschüttung von Kalzitonin und steigern die Durchblutung des Knochens. Sinkt der Östrogenspiegel, verringert sich die Knochenmasse um bis zu 40%.
Hinzu kommt das Alter, der Lebensstil (Rauchen, Alkohol), eine Mangel- und Fehlernährung (Unterversorgung mit Kalzium und Vitamin D), Umweltfaktoren und Krankheiten (Rheuma, Diabetes mellitus), die zu einem vermehrten Knochensubstanzverlust führen. Nicht zuletzt gibt es viele Medikamente, die auf den Knochenstoffwechsel einwirken (Kortison, Antidepressiva, Antiepileptika, Schilddrüsenpräparate, Tamoxifen).
Als Osteoporose-gefährdet gelten alle Frauen mit Untergewicht (BMI
Knochenbrüche
Liegt eine Osteoporose vor, braucht es oft keinen äusseren Einfluss für einen Knochenbruch. Bereits das Heben einer Tasche oder starkes Husten können hierfür ausreichen. Am häufigsten kommen Frakturen an den Wirbelkörpern, Hüften (Oberschenkelknochen, Oberschenkelhals), am Oberarm oder an den Handgelenken vor.
Besteht der Verdacht auf einen osteoporosebedingten Knochenbruch, empfiehlt sich immer eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule, um besonders gefährdete Wirbelkörper zu entdecken.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose der Osteoporose stellt man mittels Messung der Knochendichte mit speziellem Röntgenverfahren oder mit quantitativer Computertomographie, evtl. auch durch eine Ultraschalluntersuchung. Verschiedene Blutwerte können ebenfalls auf eine Osteoporose hinweisen.
Kann man als Frau einem Knochenschwund vorbeugen?
Einfache Massnahmen sind:
Regelmässige körperliche Aktivität (Spazieren, Fahrradfahren, Wandern …). Der natürliche Verlust an Knochenmasse wird gebremst und die gekräftigte Muskulatur schützt den Knochenapparat vor Verletzungen
Ausgeglichene Ernährung mit genügender Eiweisszufuhr
Kalzium (1200–1500 mg/Tag): Die wichtigsten Kalziumquellen sind Milch und Milchprodukte, v.a. Buttermilch und Käse, kalziumreiches Mineralwasser.
Vitamin D (mind. 800 IE/Tag): Enthalten v.a. in Pilzen, Spinat, Lachs, Forelle, Thunfisch und Hering.
Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum
Hormonersatztherapie
Dass eine Hormonersatztherapie den Knochenverlust verhindern kann, ist vielfach bewiesen. Bereits in den 80er Jahren konnte in einer Studie nachgewiesen werden, dass die Knochendichte durch Östrogenersatz (plus Gelbkörperhormon bei vorhandener Gebärmutter) sowohl an der Wirbelsäule als auch am Schenkelhals zunimmt. Später zeigte dann die grosse WHI-Studie auch, dass das Knochenbruchrisiko an allen Schwachstellen des Skeletts (Wirbelsäule, Vorderarm, Schenkelhals) deutlich gesenkt wird. Dies gilt sowohl für Hormontabletten als auch für Hormonpräparate, welche über die Haut aufgenommen werden (Gel, Creme, Pflaster).
Andere Behandlungsmöglichkeiten
Für Frauen nach der Menopause, die bis zu diesem Zeitpunkt keine Hormonersatztherapie erhielten, gibt es inzwischen Therapiealternativen zur Hormonersatz-Therapie, wobei diese allerdings nur spezifisch vor Osteoporose schützen. Dies sind insbesondere Bisphosphonate (Aledronat, Ibadronat, Risedronat, Zoledronat), selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMS, z.B. Raloxifen und Bazedoxifen) und Strontium-Ranelat, spezielle Antikörper-Präparate (RANK-Ligand-Inhibitoren wie Denosumab). Zusätzlich steht eine Behandlung mit einem den Knochen wiederaufbauenden Medikament, dem Parathormon, zur Verfügung.
Die sogenannten Phytoöstrogene sind Pflanzenstoffe, deren Molekülstruktur den menschlichen Östrogenen ähnelt. Es ist aber noch nicht ausreichend erwiesen, ob sie einer Osteoporose wirksam vorbeugen können.