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Die Morgans waren lange Zeit die mächtigste Bankiersfamilie der USA (etwa von 1870 bis 1980). Der US-Amerikaner Junius Spencer Morgan (1813-1890) gründete „JS Morgan & Co.“. Sie ist der Vorgänger der heutigen „JPMorgan Chase“, die bis heute die grösste US-Bank ist. 1935 gründete Henry Sturgis Morgan (1900-1982) die Investmentbank „Morgan Stanley“, die in den letzten Jahren stets zu den 5 grössten Investmentbanken der Welt gehörte. Heute ist die Familie offiziell nicht mehr an diesen Banken beteiligt und arbeitet auch nicht für sie. Einige Nachkommen sind aber immer noch als Finanziers tätig und gründeten ein eigenes kleines Investmenthaus in New York, das unter dem Namen „Morgan Joseph“ firmiert.
Der Finanzier JP Morgan (1837-1913) gehörte zu den Gründern von General Electric. Das Unternehmen ist heute der grösste Mischkonzern der Welt und ist auch in der Rüstungsindustrie tätig. General Electric unterhielt in den 1930er engen geschäftlichen Kontakt zu Nazi-Deutschland (Quelle).
JP Morgan gehörte auch zu den Mitgründern von U.S. Steel, der damals einer der grössten Stahlkonzerne der Welt war und heute noch der zweitgrösste Stahlproduzent der USA ist (stand 2018). Der Vorgänger von U.S. Steel gehörte Andrew Carnegie, der ihn an Morgan verkaufte. Durch den Verkauf wurde Carnegie zum reichsten Mann der Welt.
JP Morgan war noch mit zahlreichen anderen US-Grossunternehmen verbunden. Mehr dazu auf Wiki.
JP Morgan war auch der Besitzer der untergegangenen Titanic. Er und sein Sohn waren Mitglied im Jekyll Island Club. Der nicht mehr existierende Club bestand aus Millionären wie Rockefeller, Vanderbilt und Lamont. Der Club spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der US-Zentralbank FED und JP Morgan nahm dabei eine führende Rolle ein.
Die Morgans gehörten zu den Hauptgründern der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), welche Deutschland in dieser Zeit mit Krediten versorgte und zudem am Goldraub der Nazis beteiligt war. Die BIZ gilt als Zentralbank aller Zentralbanken und ist dementsprechend auch sehr mächtig.
Die Bank der Morgan Familie gehörte 1921 zu den Hauptgründern des Council on Foreign Relations (CFR), einer der mächtigste Think Tanks der Welt. Die Banken JP Morgan Chase und Morgan Stanley gehören aktuell immer noch zu den wichtigsten Förderer des CFR (Quelle).
Die Morgans verkehrten in mehreren elitären Clubs:
- Der Union Club in New York, der seit 1836 besteht. Zu den Mitgliedern gehörten auch Rockefeller, Astor, Vanderbilt, Hamilton, Hearst und Churchill. Aber auch Angehörige der niederländischen Kolonialfamilien Stuyvesant und Schuyler waren Mitglied, die bereits seit dem 17. Jahrhundert zur Elite der heutigen USA gehörten.
- Der Knickerbocker Club. Ebenfalls ein New Yorker Club, der seit 1871 besteht. Bemerkenswerte Mitglieder waren Rockefeller, Agnelli, Roosevelt, Mellon, Astor, David-Weill, Livingston und Vanderbilt sowie Angehörige des europäischen Hochadels.
- Der Union League Club. Ebenfalls ein New Yorker Club, der seit 1863 besteht. Bemerkenswerte Mitglieder waren Bush, Rockefeller, Roosevelt und Seligman.
- The New York Yacht Club. Ein New Yorker Yacht Club der seit 1844 besteht. Bemerkenswerte Mitglieder waren Rockefeller, Roosevelt, DuPont, Astor, Vanderbilt, Gould und Bloomberg.
- JP Morgan gehörte 1891 zu den Mitgründern des Metropolitan Club in New York und war dessen erster Präsident. Zu den Mitgründer gehörten auch die Familien Roosevelt, Vanderbilt und Lorillard.
JP Morgan war Vizepräsident der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk, das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Seine beiden Enkel Henry Sturgis Morgan (1900-1982) und Junius Spencer Morgan III. (1892-1960) gehörten zum Exekutivkomitee der Pilgrims Society. Sein Sohn J. P. Morgan Jr. (1867-1943) war ebenfalls Mitglied der Gesellschaft.
Als die Morgans im Finanzwesen tätig wurden, unterhielten sie von Anfang an engen Kontakt zur britischen Elite. Ihre Bank war ursprünglich eine Londoner Bank. Sie wurde 1851 von George Peabody in London als „George Peabody & Co.“ gegründet. Der Bankier George Peabody stammte aus den USA und war in London sesshaft geworden, das damals noch das Finanzzentrum der Welt war. Peabody wurde zum führenden Bankier für britisch-amerikanische Geschäfte und war sehr angesehen im Londoner Bankenviertel. 1854 trat Junius Spencer Morgan der Bank bei. 1864 übernahm er die Bank nach dem Peabody in den Ruhestand ging und benannte sie in „JS Morgan & Co.“ um.
Daraufhin wurde die US-amerikanische Bankiersfamilie Drexel der wichtigste Partner von Morgan. Sie führten die Bank gemeinsam, bis 1895 Drexel in den Ruhestand ging. Die Drexel Familie heiratete dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den britischen Adel und mindestens zwei Familienmitglieder waren später der Pilgrims Society beigetreten.
Ab dem Jahr 1910 war der britische Baron Edward Grenfell ein enger Geschäftspartner der Morgans. Zusammen gründeten sie in London „Morgan Grenfell“, die eine führende Investmentbank wurde und seit 1990 zur Deutschen Bank gehört. Baron Edward Grenfell war auch 35 Jahre lang Direktor der Bank of England (die britische Zentralbank). Die Grenfell Familie brachte mehrere Bankiers hervor, heiratete in den britischen Adel, erhielt selbst Adelstitel und war in der Pilgrims Society vertreten.
Erwähnenswerte Heiraten
Juliet Pierpont Morgan (1870-1952) heiratete William Pierson Hamilton. Dieser war ein Urenkel von Alexander Hamilton, der zu den Gründervätern der USA gehörte. Alexander Hamilton war der Gründer der ersten Zentralbank der USA und gilt allgemein als Gründer des nationalen Finanzsystems der USA. Er war Freimaurer und stammte aus dem schottischen Hamilton Clan, der traditionell mit der Freimaurerei verbunden ist und zu den mächtigsten britischen Adelsfamilien gehört. Durch die Heirat entstand der Familienzweig Morgan Hamilton.
Helen Morgan Hamilton (1896-1985) heiratete in zweiter Ehe Warren Randolph Burgess. Dieser war Bankier und US-Diplomat. Er arbeitete für die FED (heutige US-Zentralbank) und war Vorsitzender der Citibank, eine der grössten US-Banken. Er war Präsident der „American Bankers Association“, eine der einflussreichsten Finanz-Lobbyorganisationen der USA. Er diente zudem als US-Botschafter bei der NATO und nahm am Bilderberg-Treffen teil.
Pierpont Morgan Hamilton (1898-1982), der Generaloffizier des US-Militärs war, heiratete die Tochter des Bankiers Clinton Ledyard Blair. Dieser war Direktor mehrerer Eisenbahnunternehmen und leitete „Blair & Co“, die Bank der Blair Familie. Die Blair Bank war an Fusionen von Ölfirmen der Rockefeller Familie beteiligt. Blairs Grossvater war der Eisenbahn-Industrielle John Insley Blair, der zu den reichsten Männer des 19. Jahrhunderts gehörte. Die Blair Bank arbeitete eng mit der Gould Familie zusammen, die eine führende Rolle in der damals sehr wichtigen Eisenbahnindustrie einnahm, mehrere Bankiers hervorbrachte und in den britischen Adel heiratete. Edwin Gould kannte ziemlich sicher JP Morgan, da er wie dieser zum Jekyll Island Club gehörte und Mitglied der Pilgrims Society war.
Mehrere Morgans haben sich auch direkt in den Adel eingeheiratet. Einige der Nachfahren von Junius Spencer Morgan tragen heute selbst britische Adelstitel wie z.B. Baron Richard Carew Pole (*1938). Eine Nachfahrin hatte in die adlige Bankiersfamilie Baring geheiratet, welche im 19. Jahrhundert zu den reichsten Familien der Welt gehörte. Auch der ehemalige BP-Chef Baron John Baring (*1928) trägt etwas Blut der Morgans in sich. Junius Spencer Morgan ist einer seiner Ur-Ur-Grossväter mütterlicherseits.
Zu den frühen Vorfahren der Morgan Familie gehört Thomas Hooker (1586-1647). Hooker war ein puritanischer Kolonialführer, der die englische Kolonie Connecticut in Nordamerika gründete. Seine Nachfahren gehörten seither zur nordamerikanischen Elite. Zu seinen Nachfahren gehörten unter anderem die elitäre US-Familie Burr sowie der US-Präsident William Howard Taft und William Huntington Russell (der Gründer von Skull and Bones).