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Alpwirtschaft
Eine Definition
Die folgenden Texte wurden aus der Reihe "zBärg" vom Weber Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Was sind eigentlich «die Alpen»? (aus "Wege zum Alpkäse", Z'Bärg, Band 1)
Die Alpen sind ein grosses Gebirge, das sich von der Côte d’Azur bis an den Balkan erstreckt. Sie sind aber auch die schneebedeckten Gipfel, die nach Süden unseren Horizont begrenzen. Und drittens sind «Alpen» wirtschaftliche Einheiten in den Sömmerungsgebieten, welche Alpwirtschaft betreiben und für die Berglandwirtschaft eine grosse Bedeutung haben.
Alpen oder besser Alpbetriebe sind zeitweise bewirtschaftete und bewohnte Gebiete und Gebäude in den oberen Zonen des landwirtschaftlich nutzbaren Gebietes. Es sind Betriebe, die in der Sömmerungszone liegen. Alpen sind seit Generationen genau umschriebene Geländeteile, die streng organisiert sind. Sie werden zu bestimmten Zeiten im Frühsommer bestossen und im Herbst wieder entladen. Sie sind meist für eine bestimmte Zahl von Tieren resp. «Füssen» «geseyt», d.h. zur Sömmerung freigegeben, damit sie weder über- noch unternutzt werden. Diese Nachhaltigkeit hat eine sehr lange Tradition und wird von Genossenschaften wie privaten Alpeigentümern beachtet. Korporationsalpen sind häufig in kleinere Einheiten unterteilt, die aber oft nicht ausgezäunt sind. Hingegen sind diese kleineren Einheiten oder Sennten an die entsprechenden Alp- oder Sennhütten gebunden, die vielfach in Privateigentum stehen. Das Vieh der verschiedenen Senntenbewirtschafter weidet manchmal kreuz und quer durcheinander; für das Melken wird es aber von seinen Betreuern separiert, und die Milch der zugehörigen Tiere wird in diesem Senntum verarbeitet, häufig zu schmackhaftem Alpkäse (aus Kuhmilch), aber auch zu anderen Produkten, wie Alpmutschli, Ziger, Ziegenkäse, Alpbutter oder der berühmten «Gebsenidle».
Da die grossen Korporationsalpen oft mehrere hundert Meter in die Höhe reichen, sind sie zudem in Stafel unterteilt, d.h. Teilgebiete, die gestafelt besetzt werden: die untersten schon früh im Sommer, die obersten erst im Hochsommer, und das Ganze gegen den Herbst zu wieder nach unten. Die Frühlings- resp. Herbstweiden, die als Vorweiden, Voralpen oder Vorsassen, manchmal auch Allmenden bezeichnet und vor der eigentlichen Alpfahrt genutzt werden, sind von den Alpen getrennt und rechtlich ganz anders organisiert. Sie werden nur dort in Betracht gezogen, wo sie eher den Charakter eines Unterstafels haben. In einigen Fällen hat auch ein Nutzungswandel stattgefunden. Dies führt dazu, dass die Begriffe «Allmend» oder «Vorsass» heute auch in den Namen von eigentlichen Alpen vorkommen.
Mettlenalp mit Blick auf das Schilthorn. Foto: Rahel Mazenauer, JRT AG.