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Die Berge stellten in den Anfangsjahren der Fliegerei eine besondere Herausforderung dar, und auch heute noch sind die speziellen Bedingungen im Gebirge zu beachten
Die erste Traversierung der Alpen in einem Flugzeug gelang 1910, aber sie endete mit dem Tod des mutigen Peruaners
Geo Chavez.
Der erste Flug der Gebrüder Wright im Dezember 1903 fand in den Sanddünen von Kitty Hawk statt weit weg von allen Gebirgen. Bis sich das Fliegen verbreitete, vergingen noch einige Jahre. In der Schweiz zogen erstmals 1909 grosse Veranstaltungen mit der neuen Erfindung Aeroplan Heerscharen von Leuten an. Vom Fliegen in den Bergen sprach kaum jemand, bis am 19. Juli 1910 anlässlich der Flugwoche in Reims ein Komitee einen Preis von 100000 Lire aussetzte für einen Wettflug über die Alpen bis nach Mailand. 70000 Lire sollte der Erste erhalten, der spätestens 24 Stunden nach dem Start in Mailand eintraf, 20000 der Zweite und 10000 der Dritte. Zwischenlandungen waren erlaubt. Von den acht angemeldeten Piloten reiste nur die Hälfte zum Startort Brig und nur zwei montierten auch ihre Maschinen: Der deutsch-amerikanische Pilot Charles Weymann seinen Farman-Doppeldecker und der Peruaner Geo Chavez seinen Blériot XI-Eindecker.
Wetterpech
Treibende Kraft hinter dem ganzen
Unternehmen waren die Italiener. Sie planten eine Flugwoche in Mailand und erkannten bald, dass ein gelungener Rekordflug erstklassige Werbung für das Unternehmen wäre. Entsprechend selbstsicher traten sie auf. Bereits am 22. Juli traf eine Promotorengruppe in Brig ein, um mit den Behörden die ersten Kontakte zu knüpfen. Sie stiess in der kleinen Stadt auf offene Ohren, obwohl die ganze Veranstaltung eine Belastung der Startgemeinde bedeutete. Unter anderem musste sie einen teuren Hangar für die erwarteten Flugmaschinen bauen, es wurde eine Telefonleitung von Brig nach Gondo verlangt und im ganzen Simplongebiet mussten Signalposten eingerichtet werden. Andere Auflagen, wie freier Zutritt zum Startgelände nur für die italienische Presse und die Mitglieder des italienischen Touringklubs und Aviatikvereins verursachten Missstimmung im Wallis.
Gerangel um den Starttermin
Im letzten Moment wurde festgestellt, dass der 18. September der Eidgenössische Buss- und Bettag war, ein Start also verboten war. Das Briger Komitee erreichte schliesslich, dass trotzdem ab 12.00 Uhr gestartet werden durfte. Unter Protest stimmten die Mailänder dem Kompromiss zu sie hätten die Startzeit auf 6 Uhr früh festlegen wollen. Am 17. Und 18. September strömte die Bevölkerung aus nah und fern nach Brig. Den überfüllten Zügen entstieg gross und klein, um einmal einen fliegenden Menschen zu sehen. Statt andachtsvoller Bettagsstimmung herrschte erwartungsvolle Spannung. Einen Menschen über Fels, Schnee und Eis schweben zu sehen das war eine Sensation.