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Der erste Pandemieplan für die Schweiz, der in den neunziger Jahren ausgearbeitet wurde, hat Pflichtlager für Masken und Schutzanzüge vorgesehen. Daran erinnert Robert Steffen, der den Plan mit entwickelt hat, in einem Zeitungsinterview.
Steffen leitete in den neunziger Jahren im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) die Arbeitsgruppe, die den ersten Pandemieplan erstellte. "Materielle Fragen haben wir damals ganz intensiv diskutiert", sagte er im am Mittwoch in Tamedia-Zeitungen veröffentlichten Interview.
Bei den Masken und Schutzanzügen seien im Pandemieplan Pflichtlager vorgesehen gewesen. "Offenbar wurde dies nachfolgend zum Teil vernachlässigt", sagte er, angesprochen auf die derzeit fehlende oder zu knapp verfügbare Schutzausrüstung.
"Vieles, was jetzt umgesetzt wird, haben wir bereits damals ausgearbeitet", sagte Steffen. Ein zentrales Anliegen sei gewesen, auf eine "föderalistische Kakophonie" zu verzichten und dem Bund die Führung zu überlassen, sagte Steffen.
So sei es jetzt im Epidemiengesetz geregelt. Im Gesundheitssystem habe die Bereitstellung von Pflegestationen für Intensivtherapien und Isolierung Priorität erhalten. Das bedeute einen Verzicht auf Wahloperationen und allenfalls einen Rückgriff auf Spezialkliniken, Zelte und Messehallen für die Behandlung von Infizierten.
"Extrem wichtig" sei in einer Krisensituation ein Austausch zwischen Medien und Experten, sagte Steffen. "Aktuell läuft es diesbezüglich zum Glück recht gut." Die Medien und auch die politischen Parteien folgten im Wesentlichen dem Empfehlungen des Bundesrates und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).
Steffen unterstützt das Vorgehen des Bundesrates gegen die Verbreitung von Sars-CoV-2. Wäre die Landesregierung viel schneller und restriktiver vorgegangen, hätte es in der Bevölkerung und seitens der Ärzteschaft Protest gehagelt, sagte er. "Das wäre riskant gewesen."