Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/2461

Fettzellen sind Zellen, die Fette speichern können. Sie sind immer im Bindegewebe eingelagert, meistens in der Unterhaut, aber auch im Bauchraum. Fettzellen sind die Energiespeicher des Körpers. Wird über die Nahrung mehr Energie (im Volksmund "Kalorien") zugeführt, als er aktuell benötigt, so wandelt er die Nährstoffe in körpereigene Fette (Lipide) um und speichert diese in den Fettzellen. Dieses Fett dient als Reserve für den Fall, wenn Nahrung knapp wird: Dann wird es in einem umgekehrten Prozess wieder abgebaut (verbrannt) und liefert dem Körper Energie.
Wir funktioniert der Fettstoffwechsel?
Einerseits werden mit der Nahrung pflanzliche Fette aufgenommen, die vom Körper in Fettsäuren zerlegt und, sofern sie nicht sofort verbrannt werden, wieder zu Lipiden zusammengesetzt und in den Fettzellen gespeichert werden – das geschieht bei Nahrungsüberschuss. Andererseits können auch Kohlenhydrate wie Glukose in der Leber in Fette (Triglyceride) umgewandelt werden – und auch das nur dann, wenn ein Überfluss an Kohlenhydraten herrscht. Der Körper kann also bestimmte Fette selber erzeugen. Fett wird bei Energieüberschuss angesetzt, und das selbst wenn die Nahrungszufuhr komplett fettfrei wäre. Fettlose Kost ist aber schon darum ungesund, weil der Körper bestimmte Fettsäuren nicht selber synthetisieren kann, die beim Zellaufbau aber unbedingt gebraucht werden (wie Omega-6- oder Omega-3-Fettsäuren). Solche Fettsäuren werden daher auch essentielle Fettsäuren genannt.
Fette werden vom Körper über die sogenannte Beta-Oxydation verstoffwechselt, wobei Energie freigesetzt wird. Das geschieht sowohl mit den Fettsäuren aus der Nahrung (sofern sie nicht als Reserve abgelegt werden), als auch beim Verbrennen des gespeicherten, körpereigenen Fettes in dem Fall, wenn dem Körper weniger Energie zugeführt wird, als er gerade benötigt und er an die Reserven herangehen muss.
Wie wird der Fettstoffwechsel gelenkt?
Das Fettgewebe verhält sich ähnlich wie ein Organ, denn es kann selbst Hormone und Botenstoffe erzeugen, die den Appetit und damit die Nahrungsaufnahme steuern. Sind die Fettzellen gut gefüllt, so wird Leptin ausgeschüttet, das die Esslust verringert. Umgekehrt wird in der Magenschleimhaut bei sinkendem Füllstand der Fettzellen Ghrelin gebildet, das den Hunger anregt. Das geschieht jedoch unabhängig davon, wie gut die Fettzellen tatsächlich gefüllt sind – Auslöser ist allein die abnehmende Tendenz. Das erklärt z.B. den Heisshunger, der sich bei einer Abmagerungskur einstellt: Der Körper hat zwar durch die Verbrennung der vorhandenen Fettreserven genügend Energie zur Verfügung, über das Ghrelin wird aber trotzdem Alarm geschlagen und dem Gehirn signalisiert, den Fettspeicher wieder aufzufüllen.
Wie wächst das Fettgewebe?
Fettzellen sind eine besondere Art von Zellen, mit einem abgeflachten Zellkern und einer Vakuole. In diese Vakuole können Lipide eingelagert werden. Eine prall gefüllte Fettzelle kann dann bis auf das 200-fache ihrer ursprünglichen Grösse anwachsen. Benachbarte Fettzellen wachsen in dem sie umgebenden Bindegewebe als kleine Tröpfchen zusammen und formen sich zu traubenartigen, grösseren Gebilden. Fettzellen wachsen nicht nur in ihrem Umfang, sondern auch von ihrer Anzahl her. Denn es werden ständig neue gebildet. Und zwar immer dann in besonderem Masse, wenn Nährstoffüberfluss herrscht. Neue Fettzellen wachsen an den Innenwänden der Blutgefässe heran, reifen und lösen sich bei überschüssiger Energie von der Gefässwand ab. Sie werden ins Bindegewebe gespült, wo sie sich neben anderen Fettzellen festsetzen.
Löst die Fettabsaugung das Problem Übergewicht?
Zunächst muss festgehalten werden, dass eine Fettabsaugung
sich nicht zur Reduzierung grosser Fettmassen eignet, denn bei einer Sitzung können maximal 4 kg Körperfett entfernt werden. Liposuction dient vielmehr der Körperformung an ganz bestimmten Körperpartien, an denen eine Gewichtsabnahme durch Diät oder Sport nur unzulänglich greift. Bei Liposuction wird mit einem speziellen Gerät eine feine Kanüle in das Fettgewebe eingeführt, deren mechanischer Einsatz zur Folge hat, dass das Fett aus den Fettzellen austritt und von der vorher ins Gewebe eingespritzten Tumeszenzlösung aufgenommen wird. Die entstehende Emulsion, die Fett sowie Teile des zerstörten Fettgewebes enthält, wird anschliessend abgesaugt. Entfernt wird also sowohl das Fett, als auch ein Teil des Fettgewebes. Fettzellen wachsen aber nach, und zwar genau in den Regionen, in denen sie vorher entfernt wurden. Darum ist Fettabsaugung keine Dauerlösung. Vielmehr muss auch nach einem solchen Eingriff weiterhin darauf geachtet werden, sich mit dem Essen einzuschränken, also gesunde und wenig kalorienreiche Kost zu sich zu nehmen sowie durch genügend Bewegung oder Sport den Energiehaushalt des Körpers in einer guten Balance zu halten.