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In der Schweiz kennt man den Valentinstag als einen Tag, an dem man seinen Lieblingsmensch mit Blumen, Schokolade, Champagner und co. beschenkt oder sich zusammen einen schönen Tag macht. Dabei wird oftmals ein wenig Geld ausgegeben. Zu viel, wie manche meinen. Doch woher kommt dieser Brauch? Und wie feiern andere Kulturen den Tag? Begleite uns auf einer Reise in die Vergangenheit – und zu anderen Kontinenten.
Warum feiert man den Valentinstag?
Erstmals wurde der Valentinstag 469 n. Chr. gefeiert. Das Fest, ausgerufen durch den Papst Gelasius, diente dazu, den heiligen Valentinus von Rom zu ehren. Dieser hatte verbotenerweise im 3. Jahrhundert Soldaten getraut – selbst, nachdem ihm sein Kaiser Claudius II dies nochmals explizit verboten hatte. Daraufhin (und aufgrund seiner Hingabe zur christlichen Religion) wurde er 269 hingerichtet.
Im 5. Jahrhundert verstand man den Valentinstag jedoch noch nicht als ein Fest der Liebe. Dies geschah erstmals im 14. Jahrhundert in einer Zeit, in der die höfische Liebe zelebriert wurde. Dennoch dauerte es schlussendlich bis zum 18. Jahrhundert, dass sich Liebende in England gegenseitig Liebesbriefe – sogenannte “Valentines” –, Schokolade und Blumen schenkten. Mitte des 19. Jahrhunderts schliesslich folgte die erste Massenproduktion von Valentinstagskarten in den USA.
Der Valentinstag dient zu Ehren des heiligen Valentinus von Rom, dem Schutzpatron der Liebe sowie der glücklichen Ehe.
Zwei Legenden schliessen auf die Verbindung des Valentinstags mit unserem Gebrauch heute: Einer Legende nach soll Valentinus einen Brief an die Tochter seines Aufsehers im Gefängnis mit “Dein Valentin” unterzeichnet haben. Eine andere Legende besagt, dass Valentinus den frisch von ihm Vermählten Blumen aus seinem eigenen Garten geschenkt haben soll.
Zwar ist der Valentinstag kein Feiertag in der Schweiz, doch in der lutherischen und römischen Kirche gilt er durch die Assoziation mit dem heiligen Valentinus noch heute als Festtag.
Wie wird der Valentinstag in anderen Kulturen gefeiert?
Der Valentinstag wird weltweit allgemein mit Liebe assoziiert. Von Liebesschlössern in Italien über aus Holz geschnitzte “Love Spoons” in Wales zum “San Trifon Zartan”, dem “Tag der Winzer”, in Bulgarien, an dem Liebende mit regionalem Wein auf ihre Liebe anstossen.
Dennoch gibt es von Land zu Land kleinere bis grössere Unterschiede. Hier möchten wir euch ein paar wenige Bräuche näher vorstellen.
Der Valentinstag in Japan
Der Valentinstag hat seinen Weg über die USA nach Japan gefunden und wird seit den 1930er Jahren gefeiert. Was zunächst an ansässige Ausländer gerichtet war, fand über die Jahre mehr und mehr Zuspruch auch innerhalb der japanischen Bevölkerung. So wird der Tag seit den 1970er Jahren jährlich gefeiert.
In Japan gibt es heute drei Arten von Schokolade, welche zum Valentinstag verschenkt wird:
- honmei choko (本命チョコ, “Favoriten-Schokolade”): wird den (männlichen) Liebsten oder dem Schwarm als Liebeszeichen geschenkt. Sie ist oftmals selbstgemacht und aufwändig dekoriert.
- tomo choko (友チョコ, “Freundschafts-Schokolade”): wird engen Freunden gegeben. Hierbei kann es sich auch um Gebäck und andere Süssigkeiten handeln.
- giri choko (義理チョコ, “Pflicht-Schokolade”): richtet sich an Mitarbeiter, Vorgesetzte und Bekannte
Hier geht’s zu einem Rezept für honmei choko (Englisch, mit vielen Bildern).
Interessanterweise sollen die Männer im Gegenzug einen Monat später, zum White Day am 14. März, den Frauen ein Gegengeschenk aus weisser Schokolade machen. Heute kommt es aber auch vermehrt vor, dass sich Männer gleich am 14. Februar mit einer gyaku choko (逆チョコ, “Gegenschokolade“) revanchieren.
Psst: Wenn du sie nicht selbst machen willst, kannst du Valentinstagspralinés auch ganz einfach hier erwerben.
Der Valentinstag in Brasilien
Da der Valentinstag zur Zeit des grossen Karnevals in Brasilien stattfindet, findet er nicht grosse Anerkennung. Stattdessen feiern die Brasilianer am 12. Juni den “Dia dos Namorados” (“Tag der Liebenden”). Auch hier werden Blumen, Schokolade und Karten ausgetauscht.
Am Dia dos Namorados wird allerdings nicht der heilige Valentinus, sondern Antonius von Padua geehrt. (Sein offizieller Gedenktag ist ein Tag später, am 13. Juni.) Dieser ist unter anderem für seine Unterstützung von Liebenden bekannt und wird daher als Schutzpatron der Hochzeit und Verkupplung von Paaren angesehen.
Der Valentinstag in Griechenland
Auch die Griechen feiern den Valentinstag nicht per se. Allerdings gedenken sie der Liebe durch die Verehrung von Heiligen.
Einerseits gehen sie am 3. Juli in die Kirche, um Hyazinth von Caesarea (auch bekannt als Agios Yakinthos), dem Schutzheiligen der Liebenden, zu gedenken. Sein Schicksal gleicht dem heiligen Valentinus, welcher aufgrund seiner christlichen Hingabe verstorben ist.
Andererseits ehren sie am 13. Februar das Heiligenpaar Priscilla und Aquila. Die beiden wanderten mit dem heiligen St. Paul umher und werden unter anderem als Schutzpatrone der Liebe und Ehe angesehen.
Der Valentinstag in den Philippinen
Apropos Hochzeit: Die Philippinen nehmen den Valentinstag zum Anlass, Massenhochzeiten durchzuführen. Dabei geben sich bis zu mehrere Tausend Menschen zusammen das Jawort. An diesem Tag, dessen Kosten von der Regierung übernommen werden, werden Blumen und gelegentlich auch Ringe ausgetauscht.
Der Valentinstag in Dänemark
Seit den 90er Jahren schenkt man sich in Dänemark Schneeglöckchen und Süssigkeiten zum Valentinstag. Männer verfassen für die Frauen oftmals ein Gedicht. Das Spezielle daran: Der “Scherzbrief” (“Gaekkebrev”), welcher oftmals die Form eines Scherenschnitts annimmt, erhält keinen Absender. An seiner Stelle werden Punkte für jeden Buchstaben des Namens des Verfassers hinterlegt. Errät die Frau den Absender, erhält sie der Tradition nach einen Kuss von diesem.
Mach’ dein eigenes Gaekkebrev: How to make a “gækkebrev”!
Der Valentinstag in Afrika
In Ghana nennt sich der Valentinstag “Tag der Schokolade”. Er dient aber nicht etwa den Liebenden, sondern der Ankurbelung der Wirtschaft. Denn Ghana ist eines der grössten Exporteure von Kakao (lies’ hier mehr zum fairen Anbau von Kakao in Ghana). Dennoch finden an diesem Tag (musikalische) Veranstaltungen statt; in Restaurants findet man oftmals spezielle Themen-Menus.
Etwas romantischer verläuft der Tag in Südafrika. Hier feiert man den Valentinstag, indem man weisse und rote Kleidung trägt. Diese sollen für Reinheit und Liebe stehen.
Fazit
Ja, am Valentinstag wird viel konsumiert. In Ghana dient der Tag wirklich offiziell dazu, die Wirtschaft zu fördern. Doch unterm Strich geht es doch vor allem darum, Zeit mit seinen Lieblingsmenschen zu verbringen, wenn man das möchte. Dabei kann jede Person selbst entscheiden, wie viel – und ob überhaupt – Geld fliessen soll.
Wie stehst du zum Valentinstag? Ist er für dich nur ein weiterer Tag im Jahr oder nimmst du dir etwas Zeit für romantische Hingaben? Lass’ es uns in den Kommentaren wissen!