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Obschon Turm und Schiff beide im 17. Jahrhundert und im Abstand von nur fünfzig Jahren entstanden sind, erscheinen sie stilistisch nicht einheitlich: Während der stattliche viergeschossige Turm noch im spätgotischen Stil erbaut wurde, ist das chorlose Kirchenschiff bereits frühbarock.
Möglicherweise wurde das Schiff von Baumeister Abraham Dünz I (1630–1688) entworfen, der auch die nahe gelegene und fast zeitgleich entstandene Kirche Gränichen gebaut hat. Hier wie dort handelt es sich um einen typisch protestantischen, hugenottisch beeinflussten Kirchenbau einer langgestreckten rechteckigen Saalkirche.
Dem einfachen Grundriss der Lenzburger Stadtkirche entspricht das schlichte Äussere: Die Mauerflächen sind glatt verputzt, davon heben sich die sichtbaren grauen Hausteinpartien ab: der vorstehende, gefaste Sockel, die vier Eckstrebepfeiler, die sich nach oben verjüngen und durch eine profilierte Platte abgedeckt werden; die rundbogigen Fenster im Schiff und die ebenfalls rundbogigen Eingänge, die an den Langseiten der Kirche angebracht und mit würfelförmig erhabenen Schluss- und Kämpfersteinen versehen sind.
Die südliche Seitenfassade mit den sich nach oben verjüngenden Eckstrebepfeilern und den Pultdächern über den drei Eingängen
Der stattliche, im Grundriss leicht schiefwinklige spätgotische Käsbissenturm, der quer zum Schiff steht, erstreckt sich über vier Geschosse, die jeweils mit einem Gurtgesims abschliessen. Das darüber liegende Geschoss ist jeweils leicht nach innen versetzt. Die schmalen Schlitzfenster werden von sichtbar gelassenen, teilweise gefasten grauen Gewänden umrahmt. Der rundbogige Turmeingang befindet sich auf der Südseite des Turmes.
Das Glockengeschoss zeigt in alle vier Himmelsrichtungen Spitzbogenfenster, deren zwei Lanzetten kleeblattförmig auslaufen, während im Masswerk Herz- und Fischblatt zu erkennen sind.
Die beiden Zifferblätter auf der Nord- und Südseite sind in den spitzwinkligen Giebeldreiecken untergebracht.
Die leichte Verjüngung des Turmes nach oben ist in dieser Teilansicht gut zu erkennen.
Vor der Kirche (Nordseite) befindet sich ein Labyrinth und ein nach ökologischen Gesichtspunkten angelegter Duftgarten mit «Insektenhotel».