Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/98695

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Möglichkeiten zu überprüfen, wie man mit konkreten Massnahmen die Vertretung von Personen mit Migrationshintergrund in der Verwaltung verbessern kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat sich in seinen Antworten auf die Motion Lumengo 08.3598 und auf das Postulat der frünen Fraktion 08.3815 bereits ausführlich zu dieser Frage geäussert.</p><p>Er ist sich bewusst, dass der Bundesverwaltung als grosse öffentliche Arbeitgeberin eine Vorbildfunktion zukommt. Als Arbeitgeberin ist die Bundesverwaltung darauf angewiesen, offene Stellen mit der am besten geeigneten Person zu besetzen. Die von der Bundesverwaltung ausgeschriebenen Stellen stehen daher grundsätzlich allen Nationalitäten offen. Von diesem Grundsatz sind lediglich jene Funktionen ausgenommen, für die von Gesetzes wegen die schweizerische Nationalität vorgeschrieben ist. Vorausgesetzt bleibt in jedem Falle die Erfüllung des Anforderungsprofils.</p><p>In der Bundespersonalverordnung steht, dass die Bundesverwaltung verpflichtet ist, offene Stellen diskriminierungsfrei in Bezug auf Sprache, Geschlecht, Alter oder Nationalität öffentlich auszuschreiben und der am besten geeigneten Person unabhängig von deren Alter, Geschlecht und Herkunft die Stelle zu vergeben. Zudem werden sämtliche Stellen in den drei Landessprachen im Internet publiziert; die Stellenausschreibungen sind somit allen Interessierten unabhängig von Zeit und Ort zugänglich.</p><p>In der Bundesverwaltung waren - abgesehen vom Lokalpersonal in den ausländischen Vertretungen des EDA - im Jahre 2008 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus rund 110 verschiedenen Nationen angestellt. Der Ausländerinnen- und Ausländeranteil in der Bundesverwaltung - ohne lokales EDA-Personal - nahm in den vergangenen Jahren um etwa 40 Prozent zu (von 2,9 Prozent im Jahr 2002 auf 4,1 Prozent im Jahr 2008). Allerdings weist der Bund im Vergleich zum Privatsektor einen relativ geringen Ausländerinnen- und Ausländeranteil auf, was jedoch vor allem historische Gründe hat. Zu erwähnen ist ferner, dass die Lockerung der gesetzlichen Bestimmungen über die Staatsangehörigkeit noch nicht lange zurückliegt, da das neue Bundespersonalgesetz erst 2002 in Kraft trat.</p><p>Die Bundesverwaltung, die gegenüber der Konkurrenz anderer öffentlicher und privater Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt bestehen muss, wird in Zukunft auf die ausländischen Arbeitskräfte angewiesen sein, um ihre Aufgaben als Service public erfüllen zu können. </p><p>Abschliessend lässt sich sagen, dass die in den letzten Jahren festgestellte erfreuliche Entwicklung den Beweis liefert, dass das gesetzliche Dispositiv sowie die im Bereich des Bundespersonals getroffenen Massnahmen optimal sind und vorderhand kein Bedarf nach Neuerungen besteht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.