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Pope of Greenwich Village ist ein Gangster/Mafiafilm mit Mickey Rourke, der hier, vergleicht man ihn mit dem x-fach operierten Rourke heutiger Tag, erstaunlich frisch (und gesund) wirkt. Nebst Rourke agiert Daryl Hannah, die im selben Jahr einen Riesenhit als verführerische Meerjungfrau an der Seite von Tom Hanks in Splash hatte. Geraldine Page; M. Emmet Walsh und Eric Roberts sind in weiteren Rollen zu sehen.
Dave Grusin hatte zur Zeit als er The Pope of Greenwich Villagevertonte gerade Erfolge mit den Oscar nominierten On Golden Pound(1981) und Tootsie (1982) hinter sich, keiner der beiden, auch nicht der 1985 folgende The Goonies, klingt heute allerdings so „veraltet“ wie der Pope. Und so, es sei mal vorweggenommen, kann diese CD eigentlich auch nur dem absoluten Grusin Fan empfohlen werden.
Die Mischung aus Mitte 80er Sound (und Synthesizern), manchmal romantisierendem Orchestereinsatz, und ein Hauptthema, das nicht unbedingt in die Ohren geht, all das trägt nicht zu einem sonderlich erbaulichen Anhören bei.
Die CD ist in zwei Teile aufgeteilt, zuerst der Scoreteil, danach source music von Bekanntheiten wie Johnny Mercer, Hammerstein, Rodgers, arrangiert und eingespielt unter der Leitung von Dave Grusin. Wem nach noch mehr Mitte 80er Sound gelüstet, dem ist zum Ende der Scheibe ausserdem mit Aerobic und Breakdance Musik von Grusin geholfen.
Der Score beginnt mit „Theme from The Pope of Greenwich Village“, angestimmt von einer Trompete, die etwas film noir feeling versprüht, allerdings kommen alsbald schon die Simmons Drums zum Einsatz, ein krasser Gegensatz zum jazzigen, schwermütigen Stil der Trompete. Besser wirkt da schon das kurze Stück „Pigeons“. Ganz schön hip mit geslaptem Bass, Schlagzeug, Sax und E-Gitarre ist „Hustle Montage“ ausgefallen, während „Chinatown“ nur einen leisen Hauch von China in New York versprüht, ansonsten ist dies ein eher launischer Track für Keyboards und EVI (Electronic Valve Instrument). Den positiven Grusintouch versprühen ganz deutlich „Summon’s Dance und „Country Inn“. „Summon’s Dance“ ist das musikalische Äquivalent für die irischstämmigen Cops. Die hier verwendete Melodie ist in weiteren Tracks wie „Barney See Cops“ und oder „Couple of Gentlemen“ zu hören.
Zum ersten Mal mehr vom Orchester (allen voran die Streicher) ist im 7 Minuten dauernden „The Caper“ zu hören, in dem Spannung dominiert und Grusin sein Hauptthema immer mal wieder erklingen lässt, mal von der Trompete, mal vom EVI gespielt. Im Vergleich mit den anderen Tracks, die alle um die Minutengrenze pendeln, ist „The Caper“ schon fast monumental ausgefallen. Die hier zu hörenden auffälligen, klopfenden Synthierhythmen setzt Grusin fortan auch in anderen Suspensestücken ein. Das Liebesthema ist am gelungensten ausgeführt von Klavier und Streichern in „Goodbye Diane“ und im wundervollen „They Took my Thumb“ (Solo-Trompete).
Dave Grusin hat durchaus bessere Arbeiten abgeliefert, die eine Veröffentlichung auf CD mehr verdient hätten als dieser Score. Heaven Can Wait oder Bobby Deerfield kommen einem beispielsweise in den Sinn. Für den Grusin Sammler aber wird auch Pope of Greenwich Village seinen Wert haben, wenn auch nicht unbedingt als gelungenes und oft wiederholtes Hörerlebnis. Das gute Booklet mit ausführlichen Notizen von Daniel Schweiger soll hiernoch erwähnt sein.
THE POPE OF GREENWICH VILLAGE Dave Grusin Quartet Records QRSCE040 60:49 Min. / 38 Tracks Limitiert auf 1000 Stk.