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Die meisten von uns geniessen gerne ein kaltes Bier nach Feierabend oder ein Glas Wein mit Freunden. Problematisch wird es erst, wenn es dabei nicht bleibt. So auch mit Cannabis oder Partydrogen – was eventuell als harmloser Spass beginnt, kann schnell in einer Abhängigkeit enden. Das Problem mit Abhängigkeitserkrankungen, auch Suchterkrankung genannt, ist, dass der Übergang eines normalen Konsums zu einer Abhängigkeit schleichend stattfindet. So kann eine Gewohnheit über den Zeitraum mehrerer Monate bis Jahre zu einer Sucht werden. Je nach Substanz kann die Abhängigkeit jedoch auch sehr schnell eintreten.
Symptome einer stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankung
Eine stoffgebundene Abhängigkeitserkrankung liegt dann vor, wenn in den letzten 12 Monaten mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt wurden:
Die betroffene Person verspürt ein starkes, unwiderstehliches Verlangen, eine bestimmte Substanz zu konsumieren.
Die betroffene Person erlebt eine verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf den Beginn, die Dauer und Menge des Konsums.
Es muss immer mehr konsumiert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Es äussern sich Entzugserscheinungen, wenn die betroffene Person die Substanz absetzt.
Die betroffene Person zeigt einen zunehmenden Interessenverlust, und die Substanz sowie deren Konsum gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Die betroffene Person konsumiert die Substanz anhaltend trotz schädlicher sozialer sowie gesundheitlicher Folgen.
Besonderheiten eines Alkoholabhängigkeitssyndroms
Die Alkoholabhängigkeit ist die meistverbreitete stoffgebundene Abhängigkeitserkrankung. Sie ist oft schwierig festzustellen, da der Alkoholkonsum gesellschaftlich akzeptiert ist und der Übergang von Genuss zu Abhängigkeit schleichend stattfindet. Eine Alkoholabhängigkeit tritt oftmals erst nach Jahren des Alkoholkonsums auf.
Folgendes gehört zu den spezifischen Symptome einer Alkoholabhängigkeit: heimliches Trinken, das Verstecken von Alkohol, ein Entzug des Führerscheins aufgrund von alkoholisiertem Fahren, emotionale Ausbrüche sowie körperliche Auseinandersetzungen unter Alkoholeinfluss, finanzielle Schwierigkeiten aufgrund hoher Ausgaben für Alkohol, ein Rückzug von engen Bezugspersonen und Verlagerung der sozialen Kontakte auf Personen, die ebenfalls trinken, sowie körperliche Folgeerkrankungen, z.B. der Leber und Bauchspeicheldrüse.
In einigen Fällen wird die Problematik durch die betroffene Person - teilweise aus Scham oder wegen vermuteten anderen sozialen Konsequenzen - lange verheimlicht.
Besonderheiten einer Abhängigkeit von illegalen Substanzen
Bei Cannabis (Tetrahydrocannabinol, THC) kann es vor allem zu einer psychischen Abhängigkeit kommen. Körperliche Entzugssymptome können nicht festgestellt werden. Die psychische Abhängigkeit zeigt sich darin, die Droge zu brauchen, um entspannen zu können oder sich gut zu fühlen. Im Gegensatz zu Alkoholsucht, ist die Cannabissucht weniger häufig. Dennoch stellt Cannabis schweizweit die am häufigsten konsumierte illegale Droge dar. Zudem kann bei Menschen mit einer vorbestehenden Vulnerabilität, also Anfälligkeit für die Entwicklung von Psychosen, der vermehrte Konsum von Cannabis eine Psychose auslösen.
Konsumiert man Drogen, z.B. beim Feiern, sind diese meist nicht so harmlos, wie es manchmal scheint. Bei Kokain, aber auch bei anderen Substanzen, besteht - je nach Risikofaktoren und Prädisposition - das Risiko, bereits nach wenigen Konsumereignissen eine Abhängigkeit zu entwickeln. Dafür ist die stimmungshebende Wirkung von Kokain von grosser Bedeutung. Sobald die Wirkung des Rausches nachlässt, fällt die betroffene Person in ein Stimmungstief, welches dazu anregt, erneut zu konsumieren. Somit beginnt ein Teufelskreis, der nur schwer aus eigener Kraft zu durchbrechen ist. Es werden immer höhere Dosen benötigt, um in den Rauschzustand versetzt zu werden.
Entzugserscheinungen einer stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankung
Eine Suchterkrankung beeinträchtigt die betroffene Person je nach Substanz psychisch, physisch, wie auch sozial. Zu den körperlichen Symptomen eines Entzuges gehören Schweissausbrüche, Zittern, Unruhe, Frieren, Schlafstörungen, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufstörungen, die in lebensbedrohlichen Zuständen mit schweren Krampfanfällen enden können.
Zu den psychischen Symptomen eines Entzuges gehören Unruhezustände, Angstzustände und depressive Stimmung, welche bis zu Suizidgedanken reichen kann.
Aufgrund der Entzugserscheinungen ist die betroffene Person oft verleitet, die Substanz weiter zu konsumieren.
Diagnose einer stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankung
Um eine stoffgebundene Abhängigkeitserkrankung festzustellen, gibt es verschiedene Abklärungen und Untersuchungen.
Die Krankheitsgeschichte (Anamnese) und die geschilderten Symptome werden betrachtet. Es wird untersucht, ob die Person vermehrt aufgrund unklarer Beschwerden den Arzt aufgesucht, Rezepte für bestimmte Medikamente gefordert oder häufig Unfälle gehabt hat. So kann gegebenenfalls auch eine verleugnete Abhängigkeit aufgedeckt werden.
Substanzanamnese: Bei einer Substanzanamnese wird abgeklärt, welche Substanzen die betroffene Person wie oft und in welchen Mengen konsumiert, ob sie einen Kontrollverlust erlebt, welche Wirkungen sie sich von dem Konsum erhofft, wie lange sie die Substanz schon konsumiert und ob die Person schon einmal probiert hat, damit aufzuhören.
Bei der sozialen Anamnese werden das Verhältnis zu dem sozialen Umfeld, der Arbeit und Freizeitgestaltung, die Finanzen sowie allfällige Straffälligkeiten erhoben.
Körperliche Untersuchung: Es wird untersucht, ob die betroffene Person als Mitverursacher, Begleiter oder Folge der Abhängigkeit an einer körperlichen Krankheit leidet.
Labor: Es können Drogentests durchgeführt werden z.B. mithilfe einer Untersuchung des Urins oder des Bluts. Auch weitere Blutparameter können erhoben werden.
Psychiatrische Abklärung: Eine Abklärung, ob die Abhängigkeitserkrankung mit weiteren psychiatrischen Erkrankungen im Zusammenhang steht, was häufig der Fall ist, z.B. mit einer Depression, Angsterkrankung, Persönlichkeitsstörung, etc.