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Psychische Gesundheit von schwangeren und stillenden Frauen in der Schweiz während der ersten Welle der Covid-19 Pandemie
Die Coronapandemie hat jeden in seinem Alltag betroffen. Um die Verbreitung des Virus zu stoppen, wurden erstmals im März 2020 verschiedene Massnahmen wie Schulschliessungen, Quarantäne und die Homeoffice-Pflicht eingeführt. Wie sich diese erste Welle der Covid-19 Pandemie auf schwangere und stillende Frauen in der Schweiz auf die persönlichen Gewohnheiten, die Arbeit und die perinatale Gesundheitsvorsoge ausgewirkt hat, beschäftige sich Lambelet und Kollegen (2021). Die Screening-Fragebögen zu Depressions-und Angstsymptomen und Stress wurden von insgesamt 1467 Frauen ausgefüllt, wobei 170 Frauen (11.6%) Werte erzielten, die auf eine Depression, eine schwere generalisierte Angststörung oder hohen Stress schliessen liessen. Dieser Prozentsatz ist höher als vor der Pandemie. Um eine Erklärung für die verminderte psychische Gesundheit zu finden, identifizierten die Autoren folgende Risikofaktoren: die Einweisung in ein Spital, weniger Gesundheitsvorsoge, Symptome von Covid-19, eine Person mit Covid-19 im gleichen Haushalt, eingeschränkte übliche Aktivitäten, Komorbiditäten und die Arbeit als Hausfrau.
Quelle:
Lambelet, V., Ceulemans, M., Nordeng, H., Favre, G., Horsch, A., Stojanov, M., Winterfeld, UZ., Baud, D., Panchaud, A., & Pmar, L. Impact of the COVID-19 pandemic on Swiss pregnant and breastfeeding women – a cross-sectional study covering the first pandemic wave. (2021). Swiss Medical Weekly, 151(37–38).
Pandemiebedingter Stress während der Schwangerschaft
Die ursprünglich in den USA entwickelte Skala "Pandemiebedingter Stress während der Schwangerschaft" (Pandemic-Related Pregnancy Scale (PREPS)) erfasst Erfahrungen, Gedanken und Sorgen im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie. Die Skala kann in drei Dimensionen eingeteilt werden. Die erste Dimension beinhaltet den Vorbereitungsstress, wobei dies den Stress im Zusammenhang mit der Geburtsvorbereitung oder der postpartum Phase beschreibt (z. B. Sich nicht auf die Geburt vorbereitet fühlen). Die zweite Dimension nannten die Autoren Infektionsstress, den Stress bezogen auf eine mögliche Infektion mit COVID-19 (z.B. Mein Kind könnte an COVID-19 erkranken). Die dritte Dimension, positive Bewertung, beinhaltet mögliche Vorteile einer Schwangerschaft während der Pandemie (z.B. Die Schwangerschaft gibt mir Kraft in dieser Schwierigen Zeit).
In dieser Untersuchung übersetzten die Autoren die Skala in die deutsche Sprache und untersuchten, ob die Struktur der deutschen Version mit der englischen Version übereinstimmt. Weiter berechneten sie Zusammenhänge der Skala mit ähnlichen Faktoren wie Geburtsangst, dem empfundenen Risiko einer Infektion von Nahestehenden, persönlichem Wachstum und Schwangerschaftsstress. Unter Schwangerschaftsstress werden Sorgen um die eigene Gesundheit, die Gesundheit des Kindes, Finanzen, Kosten, und Verantwortung zusammengefasst.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass die deutsche Version der Skala dieselben Dimensionen wie die in der englischen Version aufweist. Aus der Stichprobe der 1364 Frauen bewerteten 16% (219) ihren Vorbereitungsstress als hoch und 12% (168) der Teilnehmerinnen gaben an, einen hohen Infektionsstress zu empfinden. Knapp die Hälfte der Frauen (48%) hatten einen tiefen Wert in der Dimension positive Bewertung. Wie erwartet hatten Frauen mit höheren Werten in den Dimensionen Vorbereitungsstress und Infektionsstress höhere Werte in den Faktoren Geburtsangst, Schwangerschaftsstress und dem empfundenen Risiko einer Infektion einer nahestehenden Person. Frauen, mit einer positiveren Bewertung der Situation zeigten weniger Geburtsangst und hatten mehr das Gefühl persönlich wachsen zu können.
Auf diesen Ergebnissen basierend, schlussfolgerten die Autoren, dass die deutsche Version der Skala ein gutes Messinstrument ist, um das Stresserleben von Schwangeren während der Pandemie zu erfassen.
Quelle:
Schaal, N. K., La Marca-Ghaemmaghami, P., Preis, H., Mahaffey, B., Lobel, M., & Amiel Castro, R. (2021). The German version of the pandemic-related pregnancy stress scale: A validation study. European journal of obstetrics gynecology, and reprodutive biology, 256, 40-45.