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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
23. Kapitel: Das blutflüssige Weib
2.
Doch nicht bei diesem Weibe allein ist angegeben, wie viele Jahre sie krank war, welche Jahre denn gerade zu ihrem Luftgebilde passen sollen, sondern es wurde auch ein Weib geheilt, das achtzehn Jahre krank war, von welcher der Herr sagt: „Diese Tochter Abrahams aber, die Satan achtzehn Jahre gebunden hielt, sollte am Sabbate nicht gelöst werden?“1 War also jenes Weib ein Abbild des zwölften Äonen, dann muß diese das Abbild des achtzehnten Äonen sein. Doch so viele gibt es nicht, sonst müßte ihre Haupt- und Urachtheit den leidenden Äonen hinzugezählt werden. Und da noch einer geheilt wurde, der achtunddreißig Jahre krank war2 , so müßten sie auch noch einen achtunddreißigsten leidenden Äonen haben. Wenn nämlich alle Handlungen des Heilandes ein Abbild von den Vorgängen im Pleroma sein sollen, dann muß man auch dabei bleiben. Sie können nun weder die nach achtzehn Jahren noch den nach achtunddreißig Jahren Geheilten ihrer Dichtung anpassen. Unklug und ungereimt ist es aber, zu sagen, daß der Heiland in einigen Fällen das Abbild gewahrt und in anderen nicht gewahrt habe. Also besteht zwischen dem Abbild des Weibes und den Vorgängen bei den Äonen bewiesenermaßen keine Ähnlichkeit.
1: Lk. 13,16
2: Joh. 5,5