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Meerschweinchenstall: Vorbereitungen für den Winter
Die südamerikanischen Anden, woher Meerschweinchen ursprünglich stammen, liegen auf bis zu 4000 Metern über Meer. Da kann es durchaus kalt werden und Schnee fallen. Meerschweinchen sind also grundsätzlich auch für kalte Temperaturen gemacht. Die meisten von ihnen sollten im Winter mit einer Aussentemperatur von bis zu -5 Grad zurechtkommen, jedoch nicht alle.
Diese Meerschweinchen können gut draussen überwintern
Meerschweinchen mit kurzem Fell können grundsätzlich sehr gut über den Winter draussen gehalten werden. Wassertropfen sowie Schneeflocken perlen auf ihrem Fell ab, was bei Meerschweinchen mit langen Haaren nicht der Fall ist. Langhaarige Tiere sind wetterempfindlich und können die eigene Körpertemperatur schlechter regulieren als Kurzhaar-Meerschweinchen. Langhaarige-Meerschweinchen müssen daher in einem Gehege gehalten werden, welches weitgehend überdacht ist. Dieses soll sie von mehreren Seiten vor Nässe schützen. Kürzen Sie die Haare von Langhaar-Meerschweinchen so, dass sie den Boden nicht berühren, ansonsten bleiben Schnee oder Nässe im Fell haften und kann dazu führen, dass Ihr Tier friert oder krank wird. Im Winter sollten Meerschweinchen jederzeit die Möglichkeit haben, sich ins Trockene zurückzuziehen.
Nacktmeerschweinchen wie Skinny Pigs oder Baldwin Meerschweinchen dürfen auf keinen Fall überwintert werden. Sie verfügen über keinerlei Behaarung, die sie vor Kälte schützt.
Weiter sollten nur gesunde Meerschweinchen draussen überwintert werden. Kranke und/oder geschwächte Tiere würden die Kälte eventuell nicht überleben und müssen drinnen überwintert werden. Aber auch gesunde Tiere dürfen nur in einem wetterfesten und gut isolierten Stall überwintert werden. Wenn das Trinkwasser der Meerschweinchen im Stall nicht gefriert, ist dieser genügend gut isoliert und/oder der Innenraum des Stalls nicht zu gross, sodass er durch die Körpertemperatur der Meerschweinchen genügend aufgewärmt wird.
Meerschweinchen sind dafür bekannt, dass sie sich in grossen Gruppen wohler fühlen und aktiver sind. Speziell im Winter möchten Meerschweinchen nicht auf ihre Artgenossen verzichten müssen. Die Körperwärme von jedem einzelnen Tier trägt dazu bei, deren Schutzhütte aufzuwärmen. Halten Sie weniger als 4 Meerschweinchen im Garten, dann können diese nur überwintern, wenn sie vor der Kälte genügend geschützt sind, zum Beispiel wenn sich ihr Gehege im Gartenhaus befindet.
Die verschiedenen Arten eines Aussengeheges
Meerschweinchenstall mit oder ohne Aussengehege
Meerschweinchenställe sind mit oder ohne Aussengehege erhältlich. Der Stall schützt die Meerschweinchen vor Witterung und dient als sicheren Rückzugsort. Ein zusätzliches Aussengehege bietet den Tieren zudem die Möglichkeit, sich an der frischen Luft frei zu bewegen. Dabei müssen Sie sich keine Gedanken machen, wie Sie die Verbindung von Stall und Freigehege machen. Also eine Komplettlösung, wenn Sie Ihre Meerschweinchen das ganze Jahr über draussen halten möchten.
Freilaufgehege ohne Stall
Falls Sie bereits stolzer Besitzer eines Meerschweinchenstalls sind, Ihren Lieblingen aber mehr Freilauf bieten möchten, dann gibt es Aussengehege, die mit Ställen kompatibel sind sowie separate und stationäre Freilaufgehege. Diese können beispielsweise neben dem Stall aufgebaut werden, wenn Sie die Meerschweinchen tageweise bei warmem Wetter draussen halten möchten. Mit einem mobilen Freilaufgehege können Sie Ihren Lieblingen jeden Tag frisches Gras bieten. Bei Freilaufgehegen mit Gitterelementen können diese einfach aufgebaut und aneinander befestigt werden. Wichtig ist, dass das Freilaufgehege oben geschlossen und teilweise überdacht ist, um die Tiere vor Katzen, Raubvögeln oder schlechtem Wetter zu schützen.
Volieren mit oder ohne Stall
Bei Volieren denken Sie wahrscheinlich zuerst an Vögel oder Katzen, eventuell an einen Hundezwinger. Diese Gehegeart eignet sich aber auch sehr gut für Kleintiere wie Meerschweinchen. Die meist hohen, komplett umzäunten grossen Gehege bestehen aus einem Metall- oder Holzgestänge, das mit Gittergeflecht ummantelt ist. Volieren bieten Ihnen vor allem bei der Reinigung oder dem Ausmisten einen Vorteil, da Sie diese ohne sich zu bücken betreten können. Ein Stall oder Schutzhaus kann problemlos darin aufgestellt werden, so haben Sie alles in einem Gehege ohne Verbindungsstücke, was das Meerschweinchenheim sicherer gegen Feinde macht.
Egal für welche Art von Aussengehege Sie sich entscheiden, achten Sie darauf, dass die Aussenbereiche einen feinmaschigen Draht besitzen, sodass Ihre Lieblinge nicht nach draussen und Feinde nicht nach drinnen kommen.
Anforderungen an das Gehege im Winter
Das Aussengehege muss zwingend gewisse Grundvoraussetzungen erfüllen, wenn Sie Ihre Meerschweinchen draussen überwintern möchten. Es muss eine tiergerechte Bewegung ermöglichen und daher genügend Platz aufweisen. Gemäss gesetzlichen Vorschriften benötigen 2 Meerschweinchen eine Fläche von mindestens ½ m2. Dies ist allerdings das absolute Minimum. Für jedes zusätzliche Tier sollten 0.2 m2 dazu kommen. Optimal wären mindestens 2m2 Fläche für zwei bis drei Tiere, die auch auf zwei Etagen verteilt werden kann. Weitere Informationen dazu sowie zum Verhalten der Fütterung oder dem Umgang finden Sie im Merkblatt vom Schweizer Tierschutz STS.
Im Winter muss den Meerschweinchen des Weiteren ein Stall/Schutzhaus geboten werden, in welchem sie sich aufwärmen können. Die Wände des Meerschweinchenstalls sollten bestenfalls aus Massivholz sein, das mindestens 1.5cm dick ist. Nur so kann das Innere des Schutzhauses eine höhere Temperatur erreichen und Meerschweinchen vor dem Erfrieren schützen. Auch der Boden des Stalls sollte gut isoliert sein, dazu reicht allerdings eine dicke Strohschicht. Damit das Einstreu eine isolierende Wirkung hat, muss es mindestens 5 bis 10cm hoch sein. Die Decke sowie auch die Seitenwände können mit Styropor gedämmt werden oder doppelschichtig sein.
Der Freilauf, welcher mit dem Stall oder Schutzhaus verbunden ist, sollte zwingend überdacht sein. Nur so sind die Tiere auch im Freien vor Schnee, Regen oder Wind geschützt. Weil Meerschweinchen an den Füssen kein Fell haben, laufen sie nur ungern durch Schnee. Die Überdachung kann eine Planenabdeckung, ein Rollglas, eine Holzverkleidung oder ähnliches sein. Diese muss gut angebracht werden, sodass sie bei starkem Wind nicht weggeblasen wird. ACHTUNG: Im Sommer müssen solche Überdachungen jedoch abmontiert werden, da sich darunter ziemlich schnell Hitze anstauen kann. Als Schattenspender können Sonnenschirme oder weisse Tücher verwendet werden, diese müssen allerdings regelmässig befeuchtet werden.
Damit die Meerschweinchen auch vor nächtlichen Räubern sicher sind, muss das Freigehege sowie der Meerschweinchenstall von aussen zusätzlich gesichert werden. Vor allem Marder sind richtige Meister, ins Innere von Gehegen zu gelangen und Füchse schaffen es immer wieder handelsübliche Ställe zu zerstören. Daher darf das Gitter, die Türen sowie die Decke keine Sicherheitslücken aufweisen. Es empfiehlt sich, einen zusätzlichen Maschendraht um das Gehege zu spannen. Dieser sollte eng anliegen, dick genug (mind. 1.0mm Drahstärke) sowie verzinkt sein. Auch von unten muss das Gehege gesichert werden, damit sich die Räuber nicht von unten hinein graben können. Der Draht sollte daher bestenfalls 30-100cm in den Boden eingegraben werden. Es können auch Platten bis in diese Tiefe versenkt sowie entlang der Gehegeränder verlegt werden.
Weiter gehören Versteckmöglichkeiten wie Röhrentunnel, Wurzeln oder Häuschen, genügend verfügbares Heu sowie mit Futter gefüllte Näpfe und Wassertränke zur Grundausstattung eines Geheges für Meerschweinchen. Nicht zuletzt gibt es speziell für den Winter sogar beheizbare Tränke, damit das Wasser nicht einfriert. Falls Sie so einen verwenden, dann einfach unbedingt darauf achten, dass das Stromkabel sich ausserhalb des Geheges befindet. Ihre Nager könnten es sonst anknabbern, was gefährlich bis lebensgefährlich für Ihre Lieblinge sein kann. Wenn Sie eine nicht-elektrische Lösung bevorzugen, helfen auch Mikrowellen-Wärmekissen vor dem Einfrieren des Wassers. Diese können Sie einfach unter die Näpfe platzieren, damit das Wasser aufgewärmt wird und nicht so schnell gefriert.
Woran Sie merken, dass Ihr Meerschweinchen friert
Bei der Aussenhaltung von Meerschweinchen ist es wichtig, dass Sie als Halter die Tiere gut beobachten, vor allem bezüglich ihres Verhaltens. Meerschweinchen sind bekanntlich sehr aktive Tiere, die es lieben, sich zu bewegen und zu erkunden. Ein gesundes Überwintern ist nur für bewegungsfreudige Meerschweinchen möglich. Nimmt die Aktivität der Tiere während den Wintermonaten immer mehr ab, dann fühlen sie sich in ihrer Umgebung nicht wohl. Somit ist es an Ihnen etwas zu ändern. Eventuell muss eine zusätzliche Isolation im Meerschweinchenstall angebracht werden oder mehr Einstreu in das Schutzhaus gelegt werden. Ebenfalls können Hanfmatten auf dem Stallboden ausgelegt werden, sie halten schön warm und trocken. Bei einem überdachten Aussenbereich mit Schutzhaus sollte schnell klar werden, ob die Meerschweinchen frieren oder nicht. Wenn sich alle Tiere zusammen im Schutzhaus verkriechen, obwohl sie auch nach draussen könnten und sich gegenseitig versuchen Wärme zu geben, dann ist ihnen ganz klar zu kalt.
Meerschweinchen, die zu lange oder zu stark frieren, können daran sterben oder sich erkranken. Sollte sich bei einem Meerschweinchen während des Winters plötzliche Schwäche bemerkbar machen, so sollten Sie es schnellstmöglich in einen frostfreien Raum umquartieren und einen Tierarzt aufsuchen. Die kalten Temperaturen würden den kleinen, bereits erkrankten Körper nur noch weiter belasten. Auch geht es darum, das Tier von seinen «Mitbewohnern» zu separieren, falls es eine akut ansteckende Krankheit hat. Im Warmen wird es sich am besten erholen können und wenn es wieder vollständig genesen ist, kann es problemlos und in kleinen Schritten wieder nach draussen zu seinen Artgenossen gebracht werden. Gerade auch in Zweifelsfällen kontaktieren sie besser immer den Arzt des Tieres.
Wenn Sie von einer Innen- auf eine Aussenhaltung wechseln, sollten Sie dies immer im Frühling machen. So haben die Meerschweinchen genügend Zeit sich an das neue Klima zu gewöhnen und ein entsprechend dickeres Fell für kalte Tage oder Wintermonate aufzubauen. Wird ihnen diese Zeit nicht gegeben, kann es sein, dass sie wegen der Kälte krank werden oder sogar erfrieren.
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Quellen:
- https://meerschweinchen-haltung.com
- https://meerschweinchenwiese.de
- http://www.tierschutz.com
- https://www.blv.admin.ch
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