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Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Pflege Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine relativ seltene Erkrankung. Sie betrifft in der Schweiz rund 3,2 Prozent aller Krebsarten, ist in Europa jedoch die fünfthäufigste Krebstodesursache. Eine Früherkennung ist nach wie vor schwierig.
Die Bauchspeicheldrüse produziert einerseits Verdauungssäfte, die sie in den Zwölffingerdarm abgibt, anderseits das Hormon Insulin, welches den Zuckerhaushalt reguliert. «Die Prognose von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist deutlich besser, wenn er in einem frühen Stadium diagnostiziert wird», betont Ueli Güller, Leiter der Gastrointestinalen Onkologie am Kantonsspital St. Gallen. «Allerdings ist eine Früherkennung – anders als beim Dickdarm- oder Brustkrebs – aufgrund fehlender Screening-Tests schwierig.
Zudem manifestiert sich der Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht mit typischen Beschwerden.» Wird der Krebs zu spät entdeckt, hat er oft bereits Ableger (Metastasen) in anderen Organen gebildet – insbesondere in der Leber, Lunge und auf dem Bauchfell. In fortgeschrittenen Stadien ist eine Operation in der Regel nicht mehr möglich. Insgesamt ist die Diagnose Pankreaskarzinom mit einer sehr ungünstigen Überlebensrate vergesellschaftet.
In der Nähe des Gallengangs
Die klassischen Symptome wie Gelbsucht und Oberbauch- oder Rückenschmerzen treten meist erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Weitere Symptome wie zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen können auftreten, wenn sich der Krebs auf benachbarte Organe wie Magen, Leber oder Darm ausbreitet. «Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist ein äusserst aggressiver Tumor und entsteht bei rund drei Vierteln aller Patienten im Pankreaskopf in der Nähe des Hauptgallengangs», erläutert Güller.
Der Krebs betrifft in über 90 Prozent der Fälle den exokrinen Teil der Drüse, der Verdauungsenzyme produziert. Man spricht dann vom exokrinen Pankreaskarzinom. Weitaus seltener geht der Krebs von hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse aus und wird als neuroendokriner Pankreastumor bezeichnet, welcher eine deutlich bessere Prognose hat.
Diagnose und Behandlung
Der Bauchspeicheldrüsenkrebs tritt in der Regel im höheren Lebensalter auf, insbesondere in der 7. und 8. Lebensdekade, kann jedoch auch bei jüngeren Patienten vorkommen. Betroffen sind etwa gleich häufig Männer wie Frauen. Die genauen Ursachen sind bisher nicht ausreichend bekannt. Als gesichert gilt, dass bestimmte Faktoren das Risiko für eine Erkrankung erhöhen.
Dazu zählen etwa Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum. Auch Fettleibigkeit kann eine Rolle spielen. Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs können mehrere Untersuchungsmethoden (zum Beispiel Computertomographie, Ultraschall oder MRI) genutzt werden, um die Diagnose zu stellen. Im Rahmen der anschliessenden Therapie kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage, die teilweise miteinander kombiniert werden. Dazu gehören unter anderem die Operation und eine Chemotherapie, in wenigen Fällen auch kombiniert mit einer Strahlentherapie.
«Die chirurgische Entfernung ist die einzige Behandlung, die eine Chance auf Heilung verspricht», betont Ueli Güller. Da das aggressive Karzinom aber oft erst spät diagnostiziert wird, ist der Tumor bei rund zwei Dritteln aller Patienten bereits inoperabel. Beim metastasierten Pankreaskarzinom ist die Prognose nach wie vor sehr schlecht. Die adjuvante Chemotherapie nach kompletter Resektion verlängert aber das Überleben und vermindert die Rückfallrate.
Zudem gibt es neue Kombinations-Chemotherapien (Zweier- und Dreierkombinationen), die in der metastasierten Situation das Überleben verbessern und auch die Lebensqualität erhalten. «Ein Durchbruch in naher Zukunft ist aber leider nicht in Sicht», fasst Güller zusammen.