Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03638.jsonl.gz/2387

Tėvas
Marat Sargsyan
Litauen, 60 min
Vidas Zenonas Antonovas hat einen eigenen Platz in der Geschichte der interessantesten Kriminellen der Sowjetunion. Der Mann, besser bekannt als « Vater der Mafia », hat unter anderem dem Staat eine Million Rubel gestohlen, ein Flugzeug mit Passagieren entführt und zwanzig Jahre im Gefängnis verbracht. Der 71-Jährige lebt inzwischen im Kreise seiner aus zehn Kindern, zwei Neffen und einem Neugeborenen bestehenden Familie in einer Bruchbude auf dem Land. Er ist nur noch von einem Gedanken besessen: Den Rekord der Zeugungsfähigkeit brechen, indem er in diesem Alter weiterhin Kinder in die Welt setzt. Dieses Porträt eines Mannes und seiner Familie, das durch ungeheuer heitere Szenen - etwa die Nachstellung seiner Festnahme durch die russische Polizei, in der die Kinder die Rolle der « Bösen » übernehmen - die « entomologische » Perspektive umgeht, die eine solche Situation auslösen könnte. Der Film entwickelt sich zu einer liebevollen, amüsierten Reflexion über die Unvorhersehbarkeit des Lebens. Mit Archivbildern, die Einblick in die Geschichte des Protagonisten geben, zeigt Tevas die Wandlung eines Ganoven, der, Zeit und Schicksal trotzend, seinen unersättlichen Lebensdrang auslebt.