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Worum geht es beim fairen Handel
Die Grundidee des fairen Handels ist es, für eine Annäherung zwischen den Produzenten und den Verbrauchern zu sorgen. Dieses Ziel gilt für jede Art von Warenaustausch, vom lokalen Bauern- oder Handwerkermarkt bis zu den weltweiten Handelsbeziehungen. Dies soll erreicht werden, indem der Zwischenhandel so weit wie möglich ausgeschaltet wird, so dass die Waren auf direktem Weg zum Verbraucher gelangen. Den Produzenten soll ein höherer Abnahmepreis gezahlt werden, welcher ihnen eine menschenwürdige Existenz ermöglicht.
Der faire Handel von 1860 bis heute
Es ist schwierig, den fairen Handel bis zu seinen Anfängen zurückzuverfolgen. Das Label "Max Havelaar" verdankt seinen Namen einem Buch aus dem Jahre 1860. Darin prangert der Autor die Ungerechtigkeiten im Kaffeehandel zwischen Indonesien und den Niederlanden an. Hundert Jahre später kam der Direktor von Oxfam - UK auf einer Reise nach Hongkong auf die Idee, Handwerksprodukte chinesischer Flüchtlinge in Oxfam-Läden zu verkaufen. Der erste Artikel war ein ausgestopftes Nadelkissen.
1964 gründete Oxfam die erste alternative Handelsorganisation (ATO -Alternative Trading Organisation).
claro Fair Trade AG
claro Fair Trade AG heisst die Schweizer Organisation des fairen Handels, Mitglied der EFTA (European Fair Trade Assotiation) Sie ist die Hauptlieferantin der Weltläden.
Im Jahr 1997 trat claro unter schwierigen Bedingungen die Nachfolge der OS3 an (Organisation Schweiz 3.Welt).
Die bereits schwellende Krise verschärfte sich zunächst und claro drohte unter einer enormen Schuldenlast zusammenzubrechen. Es brauchte besondere Anstrengungen und grosse Solidarität seitens der Weltläden und enderer Partner, um dieses Szenario abzuwenden. Heute kann man mit vorsichtigen Optimismus in die Zukunft des fair trade - Standorts Schweiz sehen.
die claro - Richtlinien:

bei der Produkteauswahl:

für den Handel bedeutet das:
|soziale Nachhaltigkeit

- dezentrale Produktion
- angepasste Technologie
|Handelsbeziehungen auf der Basis einer sozial nachhaltigen Produktion|
|Umwelt

- Produktion
- Material
- Transportwege
|Handelsbeziehungen auf der Basis einer ökologisch nachhaltigen Produktion|
|faire Bedingungen

- Vorfinanzierung
- faire Preise
- langfristige Abnahmeverträge
- Transparenz
|Handelsbeziehungen, welche für die ProduzentInnen auf die Dauer ökonomisch sinnvoll sind|
Zusammensetzung des Verkaufspreises
|Auch im konventionellen Handel haben nicht nur die Eigentümer und Manager, sondern auch die Arbeitnehmer an der Wertschöpfung teil - hier als Beispiel die Zusammensetzung des Verkaufspreises bei konventionell gehandeltem Kaffee:

Zum Vergleich die Preiszusammensetzung beim deutschen Kaffee - Fairtrader "El Rojito":
Die Kriterien des fairen Handels
Für den Fairen Handel gelten folgende allgemein anerkannte Kriterien:
(a) Der Faire Handel leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, indem er die Grundsätze Solidarität und Gerechtigkeit, Ressourcenschonung und Schutz vor Umweltbelastungen mit den marktwirtschaftlichen Erfolgsfaktoren der Effizienz und Effektivität auf allen Stufen der Wertschöpfungskette fördert und fordert. In diesem Sinne verstehen wir ökologische und wirtschaftliche Aspekte der nachhaltigen Entwicklung als integrierende Bestandteile des Fairen Handels.
(b) Der Faire Handel ist ein Prozess, der bei den Partner/innen im Süden und im Norden positive Entwicklungsimpulse auslöst.
ProduzentInnen - Portraits
Bauernfamilien und Plantagenangestellte in den so genannten Entwicklungsländern leben unter dem Druck des Weltmarktes, der schwankenden Preise und des ausbeuterischen lokalen Zwischenhandels. Die Folgen reichen von Verschuldung über Arbeitslosigkeit bis zu Verelendung. Alternativen zur angestammten Produktion gibt es häufig nur wenige und diese beinhalten leider auch Drogenanbau, Prostitution, Kinderarbeit, Flucht in die Elendsviertel der Grossstädte oder Emigration. Der faire Handel bietet über einer Million Menschen einen Ausweg aus dieser Abwärtsspirale.