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hinter ihm sich befand; Silene vespertins rosenroth. Auf den Blüthen vou 8«K«sntKu8 pinngtus unterschied sies") sogar die weißen und gelben Fleckchen. — Die zahlreichsten Versuche machte ich auch hier mit Frl. Zinkel; sie sah eine Menge Blumen leuchten und war fast immer im Stande, im Finster« der Dunkelkammer die Farbe derselben anzugeben; so sah sie l."') l'Kunderßis sursntisos, eine gelbe Blume, goldgelb leuchten und erkannte in der Mitte schwarze Flecken. Sipsnses csrneg, eine rosenrothe Blume, erkannte sie für rosenroth.
Nim,« elegsns, orange orange.
LssopKors 5pe«., außen roth, innen gelb .... außen roth, in»
nen gelb.
fies"') erkannte sogar die rothcn Läppchen der gelben innern Blumenblätter an Letzterer.
Ich habe vielleicht der Beispiele zu viele aufgezählt. Wenn ich nur ein Einziges hätte selbst sehen und mich mit eigenen Sinnen von den Thatsachen hätte überzeugen können, würde ich nicht für nothig erachtet haben, hundert« fach die Versuche zu wiederholen. In der Wissenschaft soll aber alles auf „bewiesene Wirklichkeiten" gegründet werden. Nun eine solche durch Dutzende von Beobachtungen bewiesene Wirklichkeit ist es, daß sensitive Personen in der absoluten Finsterniß die Farben der Blumen gesehen, be» stimmt und unfehlbar unterschieden haben.
Uebrigens wird das Erschauen der Blumenfarben den Sensitiven un» gleich schwerer, als die bloße Erkennung ihres Lichtes. Frl. Zinkel s"') sah die Blumen im Finstern meist schon auf Entfernung von mehreren Schritten als leuchtend, aber nicht ebenso leicht erkannte sie die wirkliche Tagesfarbe. Um diese mit Sicherheit angeben zu können, mußte sie sich ihnm bis auf Spannenlänge nähern und sie dann fest und unverwandt anschauen, bis ihr die Farbe mit Sicherheit klar ward.
H. 2408. Die Blätter der Pflanzen und das Laub der Bäume leuchtet ebenfalls, wie die Blumenblätter, die Blumenstiele, die Schäfte, aber sie leuchten schwächer, als die Blüthentheile. Frl. Zinkel^") sah an einem likoctoilsuclron ponticum die grünen Blätter leuchten und zwar Heller »6 basiri, dunkler sä spicem; ebenso bei ^slüstemoll lanceolstus und am Laub von Pelargonien s'") war die Leuchte am deutlichsten gegen die Anheftung der Blätter hin und verlor sich abnehmend gegen die Spitze bis zum endlichen Verschwinden. Sie s'") sah ferner Blätter von kucksis eoccmes sammt Blatt- und Blumenstielen leuchten; aber das Laub war alles weit dunkler, als die Blumentheile, zum Theil sah sie es nur grau oder schwärzlich, und nur selten vermochte sie mit einiger Sicherheit die grüne Farbe derselbm als solche zu erkennen. — Frau Fenzl ^) sah die Blätter von lFesveris aebrivs im Finstern deutlich mit ihren Flecken. — Frl. Glaser s") sah überall im Finstern das Laub der ihr vorgezeigten Töpfe, aber niemals grün, fondern immer wie schwarz; so wenigstens gab sie es auf jede Frage an. Aber schon oft war ich in diesen Untersuchungen darauf gestoßen, daß grünes Licht, namentlich im odischen Spektrum erzeugt, für schwarz ange» sehen wurde, es war also hier damit in Uebereinstimmung, daß Laub für schwarz gehalten wurde, es war die Wirkung des dunkelgrünen odischen Lichtes. — Frl. Atzmannsdorfer sah an einer DsKIia piansts die Blätter kaum noch leuchten, ausgenommen d'c l.! t ?l'cvst<".i, d?n Bl^üM' knospen nächsten, »och unausgewachsenen, die noch nicht das tiefe Dunkelgrün aller unter ihnen stehenden und älteren Blätter erreicht hatten. Das Dahlienblatt ist ei» gefiedertes Blatt mit zwei Paaren gegenständiger Blättcheu «um impsri; das letzte oberste Blätterpaar aber ist nicht gefiedert, sondern jedes ein einfaches Blatt und diese sind es, welche die Blunienknospe halb einschloßen, aber hier weit leuchtender gefunden wurden, als alle andern. Auch sie waren von der Spitze abwärts bis zur Basis zunehmend leuchtend; diese Spitze war schon grün, weiter abwärts mischte sich gclb ein, und unten war die Basis fast gelb im Schatten eines Zimmers aufgewachsen; gerade hier uun war auch die Leuchte am stärksten.
K. SWS. An dieser Pflanze hob Frl. Atzmannsdorfer s"') noch hervor, dag auch der beblätterte Stengel leuchtete, aber in ungleicher Vertheilung, Sein oberstes Jnternodium fand sie am stärksten leuchtend; das zweite abwärts schon schwächer, das dritte noch matter; das vierte war kaum wahrzunehmen; das fünfte sah sie nicht mehr, es erschien für ihre Sehkraft licht» los. Diese oberen Abtheilungen des Stengels sind aber gerade die, welche noch im Wachsthum begriffen sind, sich noch verlängern, saftig durchscheinend aussehen und Entwicklungsthätigkeit besitzen.
Also wie im Blnmenblattc, wie im Laube, so auch in den Abtheilungen des Stengels findet Odcntwicklung vorzugsweise da Statt, wo die organische Entwicklung in der stärksten Thätigkeit steht. Da ist es dann Zellvergröße» >'ung, Zellentheilung, Zellinhaltsbildung, Zcllwandverdickung, Erzeugung von Chlorophyll, Gummi, Amylum, Eiweiß, Oelen, Zucker, Raphidcn u. f. w., Entwicklung von Gefäßbündcln, was alles unendlichen Stoffwechsel und den geschäftigsten Chemismus mit sich führt. In schöner Uebercinstimmung mit den Gesetzen der Physiologie ist dann hier die größte Entwicklung von Od und Odlicht.
ß. 2410. Nächst Odgluth und Odflamme, in welche sich starklcuchtende Pflanzen kleiden, geben sie auch Odrauch aus. Dieß beobachtete am meisten Frl. Atzmannsdorfer in einer Zeit, da sie in hoher Sensitivität sich bei mir im Hause befand. Eine kräftige Kocks» tslcsts, die ich ihr Nachts ins Zimmer gegeben, sah sie von den Blättern leuchtenden Rauch ausgeben, ver nach oben strömte. Da diese Pflanze gerade blühte, so war das Blumen« licht so stark, daß es den Odrauch der Blätter schlug und sie ihn daher nur mit Mühe sah. Sonst sah sie s"). alle Pflanzen reichlichen Rauch von sich geben, der bei längerer Andauer ganze Zimmer fällte. Ein Oleandcrstrauch, den ich ihr l") über Nacht ins Zimmer tragen ließ, erfüllte ihr auf diese Weise ihr ganzes Schlafgemach mit feinleuchtendem Odranche. Eine» M »mlus csro'mslis, eine 6ore«psi5 dicolor und eine Lsssis goribuo^s fand sie alle vom Laube aus stark rauchend. Eine mannsgroßc Vuc«« zlorios» ließ ich ihr ebenfalls ins Schlafzimmer bringen, damit sie sie Nachts betrachte" konnte. Dcr Odrauch verbreitete sich aber so stark im Zimmer, daß es
ihr wie mit Nebel erfüllt vorkam. — Einmal, in einer warmen Sommer' nacht nach frischem Regen, begab sich etwas ähnliches Bemerkcnswerthcs, Das Schloß Reifcnberg nämlich, mein Landhaus, ist so gebaut, daß eS hinten dicht an einen Wald stößt, dessen Bäume schon meine Vorgänger sorgfältig schonen ließen. Sie breiten ihre Aeste bisweilen bis auf die Dachungen dcr hintern Gebäude aus und der, Glockenturm ist in Buchenund Eicheuäste halb eingehüllt. Frl. Atzmannsdorfer ließ ihre Fenster, die gegen diesen Wald mündeten, offen. Als sie schlafen gegangen, war sie verwundert, bald nach Erlöschung des Kerzenlichtes das Zimnier voll Nauch zu sehen. Sie stand vom Bette auf und fand auch die benachbarten Zimmer so. Da der Rauch nicht brenzlich roch, so wußte sie nicht sogleich, was sie davon zu denken hätte, bis sie die Aehnlichkeit desselben mit jenem Rauche gewahr ward, welchen Blumenlaub in ihrem Zimmer erzeugt hatte. Nun erst erklärte sich der Vorfall. Die Bäume des WaldeS hatten eine solche Masse Odrauch entwickelt, daß sie ihr die Zimmer damit erfüllten, die sie bewohnte. Die ganze Natur ist also beständig erfüllt von diesem Odrauche, schwächer bei kalter Witterung, stärker bei warmer, besonders feuchter Witterung, wenn die Natnr und die Baumbelaubung recht im Triebe sich befindet. Der Grund hievon liegt offenbar in dem Athmungsgeschäfte der Spaltöffnungen der Blätter, in dem Chemismus, der da vorgeht und in den odisch geladenen Aushauchungcn des Laubes, ganz analog den Ergebnissen der Luiigenauehauchungen der Thiere, die wir sogleich zu betrachten Gelegenheit finden werden. In diesen bis jetzt unbekannt gebliebenen Verhältnissen müssen wichtige diätetische Umstände liegen, wie wir sie noch gar nicht ahnen, die aber hier in die Augen springen.
tz. 2411. Auch die Früchte, wenigstens die Obstfrüchte, fand Frl. Atzmannsdorfer leuchtend. Aprikosen, Melonen, Ananas, Orangen, Mirabellen, zeigte ich ihr in der Dunkelkammer, Sie fand sie alle leuchtend. Ich ließ sie untersuchen, ob das Licht dem Fleische oder dem Kerne zukomme. Sie fand, daß es das Fleisch war, welches leuchtete. Der Grund wird dann ohne Zweifel im Nachreifen liegen, in dem fortdauernden Stoffwechsel in dem Fleische der Früchte nach dem Abnehmen vom Baume.
§. 2412. Wurzeln prüfte ich mit Frl. Zinket s'«'). Ich hatte eine l^spssriä communis zu andern Zwecken in einen, Topfe aufgezogen. Die ganze ihr zu Gebote gestandene Erde hatte sie mit ihren unzähligen Zasern zu einem dichten Filze zusammengezogen. Herausgenommen sah sie den ganzen Wurzelbau leuchten. Das Licht desselben war Heller, als das von Laub und Stengel, aber schwächer, als das der Blumen. Leuchtendere Knötchen an den Endspitzen der Wnrzelzäserchen nahm sie nicht wahr, vielleicht war ihr Sehvermögen nicht scharf genug. Ich brachte ihr dann nach einander folgende Pflanzen mit Wurzeln: klantgßo medis, ?Is»tsg« Isnceolstg, Veronics OKsmaeclri», 1'rilolium repeus, ^leclieggo sslcsts, 1'ropseolum msjus u. A. An allen sah sie die Wurzeln leuchten und immer Heller als Blätter und Stengel. Gräscrwurzeln aber konnte sie nicht leuchtend erkennen; ich zeigte ihr, was ich gerade vorfand, Hlelics nutsns, ^lopecuru« geniculstu», ?e8tuca Uuitsns, PKIeum prstense, Stips pennst«, von allen diesen Wurzeln gewahrte sie nichts, wohl auch nur wegen Schwäche ihres Lichtes.
H. 2413. Die Leuchtkraft der Pflanzen, wenigstens der Blumen, steigt und fallt mit ihrer Lebenskraft. Eine schöne Dahlie brachte ich der Frl. Atzmannsdorfcr ins Dunkle. Sie fand sie prachtvoll leuchtend. Die stärkste Leuchte war aber nicht a» den Randblumen zu sehen, sondern vom äußern Kreise »ach den inneren zunehmend lichter, bei den innersten Scheibenblumchen soll sie am lichtesten gewesen sey». Als ich die Blume, die im Topfe stand, am Tage wieder betrachtete, fand ich die zwei ersten Reihen der Randblümchen schon welk. Sie waren also, als ich sie ins Finstere brachte, bereits in starken! Sinken ihrer Lebenskraft begriffen, die ganze Blume außen schon kraftlos und nur gegen die Mitte hin noch frisch belebt. Daher kam es dann, daß die Sensitive die Blume ungleich leuchtend fand, von außen, wo schon das Verblühen begann, blässer, nach innen, wo die LebensIhätigkcit noch in voller Propulsion wirkte, lichter. — Ebendieselbe i^") hatte sich ein andermal eine Handvoll Blunien aus dem nahen Walde geholt und sie zu Haufe ins Wasser gestellt. Es waren meist Primeln, Orobus vernus, einige OrcKis psilens, Uepstios vodilis, Sehlis biloli« und andere Erstlinge des Wiener Frühlings. In der ersten Nacht sah sie den ganzen Strauß schön leuchtend. In der zweiten Nacht leuchtete er noch immer, aber viel schwächer; in der dritten nur noch trübe, und in der vierten sah sie ihn gar nicht mehr. — Frl. Sophie Pauer l,") sah frischgepflückte Bluinen im Wasser alle leuchten, einen Blumenstrauß aber, der über Nacht in einem Glase Wasser gestanden hatte, sah sie nicht niehr licht. Freilich ist ihre Sehkraft bei weiten» schwächer als die der Frl. Atzmannsdorfer.
tz. 2414, Aehnliches wurde mir von Früchten mitgetheilt. Frl. Reichel und Atzmannsdorfer^") schilderten mir zu verschiedenen Zeiten Obstbäume, an welchen sie bei Nacht vorbeigekommen. Den Anblick eines mit Früchten beladenen Kirschcnbaumes oder Zwetschgenbaumes schilderten mir beide als nnbefchreiblich schön. Jede Frucht leuchtet für sich in Odgluth und beleuchtet die sie zunächst umgebenden Blätter, während das übrige Laub dunkel bleibt. Dieselbe Schönheit bietet ein früchtebehangener Birnen-, Apfel-, Vogelbeerbäum dar. Wenn dann das Obst gepflückt und ins Haus gebracht wird, so leuchtet es zwar noch fort, aber jeden Tag matter und am Ende dunkel. Dieß macht denn die Beobachtung, daß frischgepflücktes Obst vom Baume weg den Sensitiven ungleich schmackhafter ist, wie ich oben (K. 1471) gezeig