Document ID: /entscheidsuche_html/filtered/documents_0432.jsonl.gz/532

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich KK.2020.00050 II. Kammer Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser Sozialversicherungsrichterin Sager Gerichtsschreiber Brühwiler Urteil vom 12. November 2021 in Sachen X.___ Klägerin vertreten durch Rechtsanwalt Urs P. Keller Suffert Neuenschwander & Partner Rotfluhstrasse 91, Postfach, 8702 Zollikon gegen Helsana Zusatzversicherungen AG Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf Beklagte vertreten durch Helsana Versicherungen AG Recht & Compliance Postfach, 8081 Zürich Helsana Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1990, war über ihre Arbeitgeberin Y.___ AG bei der Helsana Zusatzversicherungen AG (nachstehend: Helsana) kranken taggeldversichert ( vgl. Urk. 13/ 7 ; Urk. 13/12 ). Die Arbeitgeberin kündigte am 6. Juni 2018 das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist per 31. Juli 2018 und stellte die Versicherte mit sofortiger Wir kung frei (Urk. 2/ 5 Ziff. 3.3; Urk. 2/ 6). Die Arbeitgeberin meldete am 14. November 2018 eine Arbeitsunfähigkeit der Versich erten von 100 % vom 30. Juli bis 31. August 201 8 (Urk. 1 3 /7). Die Helsana erbrachte im Zeitraum 30. Juli bis 31. August 201 8 Taggeld leis tungen von insgesamt 3 Tagen im Betrag von jeweils Fr. 175.34, total Fr. 526.05 (Urk. 13/35). Mit Schreiben vom 8. (Urk. 13/27) und 15. Februar (Urk. 13/28) sowie 25. März 2019 (Urk. 13/31) verneinte die Helsana eine darüber hinaus gehende L eistungs pflicht, namentlich für eine geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Novem ber 2018. 2. 2.1 Die Versicherte erhob am 1. September (Urk. 1), ergänzt am 29. September 2020 (Urk. 7), Klage gegen die Helsana und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihr ab 31. August 2018 Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16 während 24 Mona ten, insgesamt Fr. 115'491.84, zu bezahlen, basierend auf einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 7 S. 2 Ziff. 1 und S. 3 ). Die Helsana beantragte mit Klageantwort vom 27. November 2020 (Urk. 12) die Abweisung der Klage. 2.2 Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 (Urk. 14) wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, dem Gericht im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme mitzu teilen, falls sie die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung wünschen. Zudem wurde der Klägerin antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgelt liche Rechtsvertretung bewilligt und Rechtsanwal t Urs P. Keller, Zollikon, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt. Nachdem die Parteien sich hierzu nicht äusserten, wurde ein zweiter Schriftenwechsel an geordnet (Urk. 17). Die Klägerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik (vgl. Urk. 19). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversi cherung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Sa tz 2 des Bundesgesetzes vom 26. September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenver si che rungsaufsichtsgesetz, KVAG) dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Sie sind privatrech tlicher Natur (BGE 138 III 2 E. 1.1). Kollektive Krankentaggeld versicherungen werden vom Bundesgericht wie alle weiteren Taggeldversiche rungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicheru ng subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1). 1.2 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Kla gen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche rung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozesso rdnung ZPO, in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt, GSVGer ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4). Die von der Klägerin dargelegte sachliche und örtliche Zuständigkeit des Sozial versicherungsgerichts des Kantons Zürich zur Beurteilung der eingereichten Klage (Urk. 1) wurde von der Beklagten nicht bestritten (vgl. Urk. 12 ). Weitere Ausfüh rungen hierzu erübrigen sich. 1.3 Gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO werden Ansprüche aus einer Zusatzversi che rung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert im ve reinfachten Verfahren nach Art. 243 ff. ZPO beurteilt. Gemäss Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO stellt das Ge richt im Verfahren betreffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozia len Krankenversicherung nach dem KVG den Sachverhalt von Amtes wegen fest. 2. 2.1 Vorab stellt sich die Frage nach der Aktivlegitimation der Klägerin, da die Kläge rin am 9. Januar 2019 eine Abtretungserklärung der Sozialkommission Z.___ hinsichtlich ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder unterzeichnet hat (Urk. 13/18). 2.2 Die Grundlage für eine Abtretung von Forderungen des Hilfesuchenden an die Fürsorgebehörde findet sich in § 19 des kantonalen Sozialhilfegesetzes ( SHG ; in der damals geltenden Fassung). Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine ordentli che Abtretung im Sinne von Art. 164 des Obligationenrechts ( OR; vgl. auch das Sozialhilfe-Behördenhandbu ch des Kantons Zürich, Ziff. 6.2.06.2). Da nach kann ein Gläubiger bzw. H ilfesuchende r bestehende oder künftige vermö gensrechtliche Ansprüche gegenüber Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leis tung an die Fürsorgebehörde abtreten, sowei t eine Abtretung zulässig ist. 2.3 Gemäss Art. 87 VVG steht demjenigen, zu dessen Gunsten eine kollektive Unfall- oder Krankenversicherung abgeschlossen worden ist, mit dem Eintritt des Unfalls oder der Krankheit ein selbständiges Forderungsrecht gegen den Versicherer zu. Dieser Anspruch kann, sobald der Schadensfall eingetreten und der Anspruch somit entstanden ist, von der versicherten Person jemand anderem abgetreten werden (Peter Stein, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatre cht, VVG, Basel 2001, N 1 6 zu Art. 87 VVG ). Auch wenn es sich bei einer privaten Unfall- oder Krankenversicherung um eine Schadensversicherung handelt, richtet sich die Abt retung von Leistungen nach Art. 73 VVG, welcher bei den besonderen Bestimmungen über die Personenversicherung eingeordnet ist (Moritz Kuhn in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 20 zu Art. 73 VVG ; Kuhn in: Basler Kommentar, VVG, Nachführungsband, Basel 2012, ad N 20 zu Art. 73 VVG ). Gemäss Art. 73 Abs. 1 Satz 2 VVG bedarf die Abtretung zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form und der Übergabe der Police sowie der schriftlichen Anzeige an den Versicherer. Am Erfordernis der Übergabe der Police kann bei der Abtretung ein es Forderungsrechts gemäss Art. 87 VVG nicht festge halten werden, weil der Versicherer nach dem Gesetzeswortlaut von Art. 11 Abs. 1 VVG und nach Meinung der Mehrheit der Lehre einzig dem Versi che rungs nehmer und nicht der versicherten Person eine Police auszuhändigen hat ( Hasen böhler, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 10 zu Art. 11 VVG ; vgl. auch Kuhn, VVG-Kommentar, N 27 zu Art. 73 VVG ; vgl. zum Ganzen Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kant ons Zürich KK.2015.00032 vom 8. März 2016 E. 2.3 mit diversen Hinweisen auf weitere kantonale Urteile). 2.4 Am 9. Januar 2019 unterzeichnete die als versicherte Arbeitnehmerin anspruchs berechtigte Klägerin ein Dokument mit dem Titel «Abtretung der Krankentag gelder» (Urk. 13/18). Darin verpflichtete sie sich, gemäss § 19 SHG ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder aus dem Kollektivvertrag Nr. «…» mit Helsana Versicherungen AG in vollem Umfang und bis zum Widerruf an die Sozial kommission Z.___ abzutreten. Ebenfalls wurde um sämtliche Korre spon denz in Kopie an den Sozialdienst Z.___ gebeten. Die Abtretung wurde der Beklagten gleichentags zur Kenntnis gebracht (Urk. 13/20). 2.5 In Anbetracht dessen, dass weder Gesetz noch Vereinbarung noch die Natur des Rechtsverhältnisses der Abtretung entgegenstanden (vgl. vorstehend E. 2. 3 ), dass die Höhe der von der Beklagten auszurichtenden Taggelder im Zeitpunkt der Abtre tungserklärung feststand beziehungsweise die künftigen Taggelder mittels der jeweils attestierten Arbeitsunfähigkeit bestimmbar waren ( Urk. 13/35; vgl. dazu Daniel Girsbeger, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, OR I, N 36 zu Art. 164 OR ) und auc h die Formvorschriften von Art. 73 Abs. 1 VVG eingehalten wurden, indem die Gemeinde Z.___ die Beklagte mit Schrei ben vom 9. Januar 2019 ( Urk. 13/20) über die erfolgte schriftliche Abtretung informierte und ihr die Abtretungserklärung vom 9. Januar 2019 zukommen liess, hat die Klägerin ihre Ansprüche aus der Taggeldversicherung grundsätzlich rechts gültig an die Gemeinde Z.___ abgetreten. Dies lässt die Aktivlegitimation der Klägerin bezüglich eines allfälligen Taggeldanspruches als fraglich erscheinen. 2.6 Angesichts dessen, dass laut § 19 Abs. 1 des SHG in der damals geltenden Fassung die Leistung wirtschaftlicher H ilfe davon abhängig gemacht werden kann, dass der Hilfesuchende bestehende oder künftige vermögensrechtliche Ansprüche ge gen über Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leistungen an die Fürsorge be hörde abtritt, mithin eine Abtretung von Versicherungsansprüchen an die Ge meinde Z.___ nur bis zur Höhe der von dieser geleisteten Sozialhilfe möglich ist, und dass der Betrag der eingeklagten Taggelder die Unterstützungsleistungen der Gemeinde Z.___ übersteigt (vgl. Urk. 2/19), sowie angesichts Art. 25.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten für die Business Salary Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG, wonach die rechtswirksame Abtretung von Leistungen die Zustimmung des Versicherers benötigt (Urk. 13/1), erscheint die Aktivlegitimation der Klägerin nicht von vornherein verneint wer den zu können. Zumal die Beklagte, welcher die Abtretung am 9. Januar 2019 zwar angezeigt worden war (Urk. 13/20), sich damit nicht ausdrücklich einver standen erklärte, die spätere Korrespondenz auch mit der Klägerin direkt führte (vgl. Urk. 13/31, Urk. 13/34) und die Aktivlegitimation der Klägerin auch im vorliegenden Verfahren nicht bestritt. Aufgrund der nach stehenden Erwägungen braucht dies indes nicht näher geprüft zu werden, da selbst bei Bejahung einer Aktivlegitimation der Klägerin von der Beklagten kein e Krankentaggelder im eingeklagten Zeitrahmen geschuldet sind. 3. 3.1 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen An spruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechts hin dernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs be hauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grund regel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt wer den und ist im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der An spruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs an spruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen (z.B. wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver bindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsan spruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Haupt beweis zu e rbringen (BGE 130 III 321 E. 3.1). 3.2 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zunächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) a rbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1). 3.3 Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche rungs vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, genoss der beweispflich tige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der Regel nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend ge machten Versicherungsanspruchs darzutun hatte. Gemäss neuerer Rechtspre chung des Bundesgerichts gilt jedoch das Beweismass der vollen Überzeugung (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 4A_117/2021 vom 31. August 2021 sowie das Urteil 4A_144/2021 vom 13. September 2021). Aller dings kann der Versicherer im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaubwürdigkeit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen erwecken. Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchsberechtigten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahr scheinlich und damit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert (BGE 130 III 321 E. 3.4). 3.4 Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Bewei smittel zulässig: Zeugnis ( lit. a), Urkunde ( lit. b), Augenschein ( lit. c), Gutachten ( lit. d), schriftliche Auskunft ( lit. e) sowie Parteibe fragung und Beweisaussage ( lit. f). Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein numerus clausus der Beweismittel, v or behalten bleiben nach Art. 168 Abs. 2 ZPO lediglich die Bestimmungen über Kinderbelange in familienrechtlichen Ange legenheiten (BGE 141 III 433 E. 2.5.1). Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO lässt einzig vom Gericht eingeholte Gutachten als Be weismittel zu. Privatgutachten sind zwar zulässig, aber nicht als Beweismittel, sondern nur als Parteib ehauptungen (BGE 141 III 433 E. 2.5.2). 3.5 Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes me ist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestrei tung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen – Indi zien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6). 3.6 Auch Berichte von Fachärzten, welche die Taggeldversicherer beraten, sind als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 23. März 2017, E. 3.2 am Ende). 3.7 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten (BGE 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstel lenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der ausstellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizerischen Straf gesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arztzeugnisses aus gegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwelche Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispielsweise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsun fähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unveränderter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis bescheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, ZPO, Kom men tar, Brun ner/Gasser/Schwander, Hrsg., 2. Auflage, Zürich 2016, Rz 9 zu Art. 177 ZPO ; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweize rischen Zivilpro zessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, Rz 13 zu Art. 177 ZPO ). 4. 4.1 Die Klägerin stellte sich zusammengefasst auf den Standpunkt (Urk. 1), sie sei seit dem 17. Oktober 2016 bei der Y.___ AG angestellt gewesen. Nach erfolg t er Kündigung am 6. Juni per 31. Juli 2018 sei sie am 30. Juli 2018 arbeitsunfähig geworden. Damit habe sich die Kündigungsfrist um 90 Tage erstreckt (Art. 336c lit. b OR), zumal die 100% ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende August 2018 und ab 1. Oktober 2018 anerkannt sei. Ebenso bestehe mit überwiegender Wahrschein lichkeit auch im September 2018 zumindest im Rahmen von 25 % eine Arbeits unfähigkeit (S. 3, S. 7). Nach einer Wartefrist von einem Monat sei demnach Krankentaggeld ab dem 31. August 2018 während 730 Tagen, mithin bis 31. August 2020 geschuldet. Bei einem monatlichen AHV-pflichtigen Bruttolohn von Fr. 6'015.20 resultiere ein Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16, insge samt Fr. 115'491.84 (Urk. 7 S. 3). 4.2 Demgegenüber vertrat die Beklagte im Wesentlichen die Ansicht (Urk. 12), es werde bestritten, dass die Klägerin ab dem 30. Juli 2018 arbeitsunfähig gewesen sei, da es einerseits auffällig sei, dass sie just einen Tag vor Eintritt der Kündi gungswirkung erkrankt sein soll te, und andererseits dem ärztlichen Erstbericht zu entnehmen sei, dass – wenn überhaupt – lediglich eine Arbeits platzproblematik bestanden habe. Damit liege keine Arbeitsunfähigkeit infolge K rankheit vor, da eine Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich in Bezug auf die bisherige Arbeitsstelle bestanden habe, nicht jedoch in derselben, angestammten Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber (S. 3). Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Juli 2018 keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähig keit bestanden habe, sei sie für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfälle nicht versichert (S. 4). Selbst wenn ab dem 30. Juli 2018 eine Arbeits unfähigkeit ausgewiesen wäre, hätte u nter Berücksichtigung der Sperrfrist von 90 Tagen das Arbeitsverhältnis am 30. September 2018, mithin im Zeitpunkt, als keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, geendet. Für eine allfällige, ab dem 1. Oktober 2018 eingetretene Arbeitsunfähigkeit hätte demnach keine Versiche rungs deckung bestanden (S. 5). 4.3 Strittig ist die Leistungspflicht der Beklagten ab dem 31. August 2018. 5. 5.1 M it Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom 31. J uli, 10. August und 22. Oktober 20 18 attestierte Dr. med. A.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 30. Juli bis 4. August, vom 6. bis 17. August und vom 17. bis 31. August 2018 (Urk. 2/10 = Urk. 13/2, Urk. 13/3, Urk. 13/5 ). 5.2 Dr. med. univ. B.___ von der Psychiatri schen Klinik C.___ attestierte mit Zeugnis vom 6. November 2018 (Urk. 13/6) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Klägerin für den Monat November 2018. 5.3 Dem ärztlichen Erstbericht von Dr. A.___ zuhanden der Beklagten vom 12. Januar 2019 (Urk. 13/22) ist zu entnehmen, dass die Klägerin erstmalig am 31. Juli 2018 (Ziff. 1) wegen eines Schwangerschaftsverdachts (Ziff. 2) und den psychischen Diagnosen ICD-10 F32.0 (leichte depressive Episode) und ICD-10 F43.0 (akute Belastungsreaktion ) behandelt w orden sei (Ziff. 3). Ebenso nannte der Arzt als (nicht-medizinischen) Grund das Arbeitsumfeld der Klägerin, welches Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Ziff. 7), und hielt fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeitgeber zumutbar und möglich sei (Ziff. 7.2). Die Arbeitswiederaufnahme sei ab 1. September 2018 geplant gewesen (Ziff. 8). 5.4 Dr. med. D.___, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik C.___, berichtete am 29. Januar 2019 dem vertrauensärztlichen Dienst der Beklagten (Urk. 2/13 = Urk. 13/26 ). Er stellte die folgenden Diagnosen (S. 1 Ziff. 1): - m ittelgradige depressive Episode mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit (ICD-10 F32.1); Differentialdiagnose: rezidivierende depressive Störung, gegen wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) - Opiatabhängigkeit mit Substitution, ohne Beikonsum (nach eskalierter Schmerztherapie im Rahmen des Morbus Bechterew), ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Anamnestisch führte er aus, die depressiven Beschwerden mit Exazerbation vor bestehender Schlafstörungen, labilem, gereiztem und klagsame m Affekt und An triebsstörung hätten seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situa tion am Arbeitsplatz (Überforderung, Abwertung durch Arbeitgeber, intrans parente oder fehlende Lohnauszahlung) begonnen. In der Folge sei es zum Arbeits platzverlust, Überforderung mit persönlicher finanzieller Situation, Exazerbation der Depression mit Schuld, Scham, Insuffizienzgefühlen, sozialem Rückzug, massi vem Antriebsmangel und vegetativen Beschwerden gekommen. Im Januar 2019 sei mit antidepressiver Therapie begonnen worden (S. 1 Ziff. 2). Aktuell und bis auf weiteres würden wöchentliche psychiatrisch-psychologische Einzelsitzungen abgehalten. Zusätzlich erhalte die Klägerin administrative Unterstützung durch hausinterne Sozialarbeiter (S. 2 Ziff. 4.1). Subjektiv äussere die Klägerin Befürch tungen bezüglich Wohnungsverlust, dauerhafter Arbeits losigkeit, Trennung vom Partner und Schulden. Ebenso leide sie subjektiv an Überforderung, Kraftlosigkeit und Antriebsmangel ( S. 2 Ziff. 6). Die Klägerin schlafe bis zu 14 Stunden am Tag. Sie könne ihre administrativen und sonstigen Pflichten nur mit Unterstützung erfüllen, könne den Haushalt nicht erledigen. Die Beziehung leide, da das klä ge rische Leiden im Vordergrund stehe. Es bestünden keine Tagesstruktur und massi ve Konflikte mit den Eltern ( S. 2 Ziff. 7). Eine Anpassung der Tätigkeit im Vertrieb von Medizinalprodukten sei nicht notwendig, die bisherige berufliche Tätigkeit könne bei einem anderen Arbeitgeber zugemutet werden ( S. 2 Ziff. 9 und 10). Retrospektiv bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der depressi ven Beschwerden sicher ab Oktober 2018, als sich die Klägerin erstmals in diesem Zustandsbild vorgestellt habe. Anamnestisch hätten die Beschwerden im Septem ber 2018 begonnen, was gut mit der Eskalation mit dem Arbeitgeber zusammen passe, jedoch aufgrund versäumter Visiten nicht habe objektiviert werde können. Verlaufsanamnestisch fänden sich bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden, die jedoch damals (noch) nicht arbeitsrelevant gewesen seien und nicht im Zu sammenhang mit einer Depression, sondern als adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz interpretiert worden seien ( S. 2 f. Ziff. 11). 5.5 Mit Zeugnis vom 19. Februar 2019 (Urk. 13/29) attestierte Dr. D.___ eine seit 1. Oktober 2018 bestehende und noch voraussichtlich für weitere zwei Wochen andauernd e vollständige A rbeitsunfähigkeit, welche von ihm am 1. Oktober 2019 rückwirkend seit 1. Oktober 2018 und für künftig weitere fünf Wochen verlängert wurde (Urk. 2/15 = Urk. 13/41). 5.6 Am 13. November 2019 beantwortete Dr. A.___ Fragen des Rechtsvertreters der Klägerin (Urk. 2/11 = Urk. 13/42). Er nannte als Diagnose eine Reaktion auf schwere, nicht näher bezeichnete Belastung (ICD-10 F43.9) und führte aus, die Klägerin sei am 30. Juli (richtig: 31. Juli) 2019 bei ihm in Konsultation gewesen. Das primäre Symptom sei ein rezidivierendes Erbrechen sowie Durchfall gewesen. Es habe kein somatischer Grund dafür eruiert werden können, sodass das Erbre chen psychosomatisch gewertet worden sei. Schon während der Anamnese sei aber auch zum Vorschein gekommen, dass die Klägerin vom Chef arbeitstech nisch und arbeitszeitlich belastet und trotz guter Arbeit im Verlauf dann freige stellt worden sei. Der Grund habe darauf beruht, dass sie eine Präsentation habe vorbereiten müssen, welche sie tagelang nur drei Stunden habe schlafen lassen. A l s diese dann endlich fertig gestellt gewesen sei, hab sie buchstäblich die Prä sentation verschlafen, was als klares Zeichen einer Überlastung zu werten sei. Des Weiteren h ätt en sie schon damals Ängste aufgrund des Jobverlustes und die da mit verbundenen Einnahmeverluste und der dadurch vorprogrammierte Woh nungs verlust gequält. Es habe sich deshalb eine Reaktion auf schwere Belas tun gen gezeigt, welche sie gehindert habe, zu arbeiten. Im weiteren Verlauf hätten die Belastungssituationen bei bestehender Arbeitsunfähigkeit deutlich zugenom men. 5.7 Mit Zeugnis vom 4. Dezember 2019 (Urk. 2/16 = Urk. 13/43) informierte med. pract. E.___, Assistenzärztin an der Psychiatrischen Klinik C.___, dass sich die Klägerin seit dem 25. November 2019 in stationäre r Behandlung befinde, welche bis voraus sichtlich zum 6. Januar 2020 daure, und attestierte der Klägerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. November bis einschliesslich 15. Dezember 2019. Mit Zeugnis vom 6. Januar 2020 bestätigte der zuständige Arzt der Psychiatrischen Klinik C.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 19. Januar 2020 (Urk. 2/17). 5.8 Dr. A.___ führte am 20. August 2020 gegenüber der Fachstelle Erwachsenen schutz des Bezirks Meilen aus, dass die Klägerin ihn zum ersten Mal am 31. Juli 2018 wegen Schlafstörungen und einer Mobbing-Situation am Arbeitsplatz au f gesucht habe. Die zweite Konsultation am 10. August 2018 sei wegen einer Harnwegsentzündung erfolgt. Jedoch hätten sie auch damals primär über ihre Schlafstörungen und Zukunftsängste nach Arbeitsverlust gesprochen, weshalb er ihr schon damals empfohlen habe, psychologische Unterstützung aufzusuchen (Urk. 2/12). 5.9 Aus dem Arztzeugnis vom 14. September 2020 von Dr. D.___ geht hervor, dass die Klägerin seit dem 21. Mai 2014 in Behandlung st ehe und wegen Krank heit und im Rahmen der stationären beziehungsweise teilstationären Behandlung vom 20. Januar bis inklusive 30. September 2020 vollständig arbeitsunfähig ge wesen sei (Urk. 6). 6. 6.1 Wer aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet, ist für deren Bestehen bewei spflichtig (vgl. vorstehend E. 3.1 f. ). So obliegt der versicherten Person der Beweis für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit. 6.2 Die Beklagte bestreitet eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin infolge Erkrankung ab 30. Juli 2018 beziehungsweise weist auf den fehlenden Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum September 2018 hin (vgl. vorstehend E. 4.2). 6.3 Die Taggeldversicherungen nach VVG sind nicht an die Definition von Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gebunden, sondern können die Arbeitsunfähigkeit grundsätzlic h frei in ihren AVB definieren (Kurt Pärli /Julia Hug, Freiwillige Taggeldversicherung nach KVG und VVG, in: Sabine Steiger- Sackmann /Hans-Jakob Mosimann (Hrsg.), Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 551 N. 15.66 ). In der Praxis verwenden sie oft Formulierungen, welche die Arbeitsunfähigkeitsdefinition von Art. 6 ATSG über nehmen ( Stephan Fuhrer, Kollektive Krankentaggeldversicherung - aktuelle Fra gen, in: Jahrbuch SGHVR 2014 S. 71 und 78 ). Gemäss vorliegender Versicherungspolice hat die Beklagte mit der Arbeitgeberin der Klägerin eine Krankentaggeldversicherung «Business Salary » abgeschlossen (Urk. 13/12; Allgemeine Versicherungsbedingungen, AVB, Urk. 13/1). Die Versi che rungsleistung besteht in der Ausrichtung von Taggeld unter anderem bei krank heitsbedingte r Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 1 AVB). Krankheit ist jede Beein trä ch tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfor dert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3.1 AVB). Arbeitsun fähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Auf gaben bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zu mutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 3.4 AVB). Bei teilweiser Arbei tsunfähigkeit von mindestens 25 % wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeit sunfähigkeit ausgerichtet (Art. 1 2.1 AVB). 6.4 6.4.1 Nach Lage der Akten konsultierte die Klägerin wegen rezidivierend em Erbrechen und Durchfall am 31. Juli 2018 ihren Hausarzt Dr. A.___. Da der Arzt bei anfänglich beste hendem Schwangerschaftsverdacht kein en somatischen Grund eruieren konnte, wertete er die Beschwerden der Klägerin in späteren Stellung nahmen als psychosomatisch und verwies auf eine Überlastungssituation am Arbeitsplatz (vgl. vorstehend E. 5.1, E. 5.3, E. 5.6, E. 5.8 ). Dies steht auch im Ein klang mit der Beurteilung durch Dr. D.___, welcher ebenfalls anfänglich von einer Überforderung und einer Abwertung durch den Arbeitgeber berichtete (vgl. vorstehend E. 5.4). Insbesondere hielt Dr. A.___ in seinem ärztlichen Erstbericht vom 12. Januar 2019 fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeit geber zumutbar und möglich sei und das Arbeitsumfeld der Klägerin Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt habe (vgl. vorstehend E. 5.3). Demzufolge schloss die Beklagte auf eine Arbeitsplatzproblematik, mithin auf keine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit (vgl. vorstehend E. 4.2). 6.4.2 Eine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die Arbeitnehmerin nur in Bezug auf ihre konkrete Stelle an der Arbeit verhindert ist, im Übrigen aber ganz normal einsatzfähig und auch in ihrer privaten Lebensgestaltung (zum Beispiel Freizeit, Hobbys, Mobilität) kaum eingeschränkt ist sowie ein neuer A rbeitgeber aufgrund der die neue Stelle nicht tangierenden Arbeitsverhinderung keinen Anlass hätte, die betroffene Arbeitnehmerin deswegen nicht einzustellen. In diesen Fällen muss gemäss herrschender Lehre der Kündigungsschutz gemäss Art. 336c OR entfallen ( Streiff /von Kaenel, Rudolph, Praxiskommentar zu Art. 319- 462 OR, 7. Aufl., N 8 zu Art. 336c OR ; vgl. auch Brühwiler, Einzelarbeitsvertrag, Kommentar zu den Art. 319-346 OR, 3. Aufl., N 3 zu Art. 336c OR). Solche Konstellationen treten in der Praxis fast immer im Umfeld von psychischen Belastungssituationen am Arbeitsplatz auf (zum Beispiel Konflikt, Mobbing), wo rüber vorliegend sowohl Dr. A.___ als auch Dr. D.___ berichteten. Gemäss den AVB der Beklagten ist Arbeitsunfähigkeit definiert als durch eine Beein träch tigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbere ich zumutbare Arbeit zu leis ten (vgl. vorstehend E. 6.3), womit vorliegend überhaupt fraglich ist, ob die arbeits platzbezogene Arbeitsunfähigkeit bei dieser Definition greift. U nter Berücksich tigung des Umstandes, dass die Klägerin am 6. Juni 2018 die Kündigung erhielt und gleichzeitig von der Arbeit freigestellt wurde (Urk. 2/6), erscheint jedenfalls ihre Erkrankung am zweitletzten Tag der Kündigungsfrist - mithin fast zwei Monate später - aufgrund einer Arbeitsplatzproblematik beziehungsweise Über las tung doch etwas merkwürdig. Auch helfen die Ausführungen der behandeln den Ä rzte nicht weiter, da zumindest Dr. D.___ erst von beginnenden Be schwerden seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situation am Arbeitsplatz berichtet e (vgl. vorstehend E. 5.4) und auch Dr. A.___ auf eine Belastung am Arbeitsplatz hinwies, indes aber die Freistellung erwähnt e und die damit zunehmenden Ängste aufgrund des Jobverlustes, der damit verbundenen fehlenden Einnahmen und des drohenden Wohnungsverlustes medizinisch berück sichtigt e (vgl. vorstehend E. 5.6). Ausserdem nannte Hausarzt Dr. A.___ als primäres Hauptsymptom rezidivierendes Erbrechen und Durchfall (vgl. vorste hend E. 5.6) beziehungsweise einen Schwangerschaftsverdacht (vgl. vorstehend E. 5.3) sowie auch eine Harnwegsentzündung vom August 2018 (vgl. vorstehend E. 5.8). Damit lagen - zu Gunsten der Klägerin - doch auch medizinisch ausgewie sene Einschränkungen vor, die si ch auch in ihrem privaten Lebensbereich ein schränkend auswirkten ( vgl. auch der spätere Hilfebedarf für administrative Pflichten, fehlende Haushaltführung und Tagesstruktur; vorstehend E. 5.4), die nicht ausschliesslich auf eine isoliert betrachtete (nicht zu berücksichtigende) arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit fussten. Wie es sich damit aber genau verhält beziehungsweise ob eine reine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vorgelegen hat, kann vorliegend mit nachstehender Begründung ohnehin offen gelassen werden. 6.5 Die Klägerin erhielt am 6. Juni 2018 die Kündigung per Ende Juli 2018 (Urk. 2/6). Die vertraglich vereinbarte einmonatige Kündigungsfrist (vgl. Urk. 2/5 S. 8 Ziff. 3.3 ) ist ab dem Vertragsende durch Rückwärtsrechnung zu bestimmen (BGE 134 III 354), mithin dauert e die Kündigungsfrist vom 1. bis 31. Juli 2018. Da die Klägerin erst am 30. Juli 2018 erkrankte, war die Kündigung gültig (Art. 336c Abs. 2 OR) und 29 Tage der Kündigungs f rist liefen ab 1. Juli 2018. Die Arbeits unfähigkeitszeugnisse von Dr. A.___ vom 31. Juli und 10. August 2018 (Urk. 13 /2 und Urk. 13/3) wiesen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 30. Juli bis 4. August und vom 6. bis 17. August 2018 aus. Ein weiteres A ttest von Dr. A.___ v om 22. Oktober 2018 (Urk. 13/5) bescheinigte eine Arbeitsun fähigkeit v on 100 % vom 17. August bis 31. Oktober 2018. Dieses wurde jedoch erst Monate nach dem betreffenden beziehungsweise attestierten Zeitraum aus gestellt. Die Glaubwürdigkeit dieses Arztzeugnisses wird dadurch erheblich redu ziert, dass es einige Zeit später rückwirkend und damit nicht echtzeitlich ausge stellt wurde. Gemäss Empfehlungen zur Ausstellung von ärztlichen Zeugnissen der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich sind rückwirkende Zeugnisse nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt, wobei die Rückwirkungsdauer in jedem Fall eine Woche nicht überschreiten sollte (www.aerzte-zh.ch, unter Informationen, dann Merkblätter). Das Zeugnis vom 22. Oktober 2018 entspricht diesen Vorgaben keineswegs, zumal die Arbeitsunfähigkeit für eine längst vergangene Zeitperiode bescheinigt wurde. Aus diesem Grund vermag dieses Zeugnis mangels echtzeit li cher fachärztlicher Bescheinigung nicht den Beweis für eine vorliegende Arbeits unfähigkeit der Klägerin in dieser Zeitperiode zu erbringen. Aus fachärztlicher Sicht attestierte Dr. D.___ erst ab 1. Oktober 2018 eine vollständige Arbeits unfähigkeit (vgl. vorstehend E. 5.5), wobei er darauf hinwies, dass verlaufsanam nestisch bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden bestanden h ätt en, die jedoch damals noch nicht arbeitsrelevant gewesen seien (vgl. vorstehend E. 5.4). Daraus folgt, dass mit echtzeitlich ärztlicher Bescheinigung nur eine lückenlose Arbeitsunfähigkeit der Klägerin bi s 17. August 2018 ausgewiesen war, wobei der 5. August 2018 auf einen Sonntag fiel und demzufolge vom Hausarzt nicht als Kr ankheitstag ausgewiesen wurde. Demzufolge liefen die restliche n zwei fehlen de n Tag e der Kündigungsfrist ab dem 18. August 2018 und somit bis zum 19. August 2018 (Art. 336c Abs. 2 OR). Gemäss Art. 336c Abs. 3 OR erstreckte sich das Arbeitsverhältnis bis Ende August 2018. Zu diesem Zeitpunkt schied auch die Klägerin aus dem versicherten Personenkreis aus (Art. 9.3 lit. a AVB). Da Dr. D.___ nachvollziehbar darlegte, dass die depressiven Beschwerden mögli cher weise im September 2018 begonnen und sicher ab Oktober 2018 zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hätten und zuvor lediglich eine nicht im Zusammenhang mit einer Depression stehende adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz bestanden habe (vgl. vorstehend E. 5.4), und auch aus der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung hervor geht, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung erst ab September 2018 einge treten sei (Urk. 13/24 Ziff. 6.1), lag folglich im Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis keine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vor. Damit erlosch auch der Versicherungsschutz der Beklagten per Ende August 2018 (Art. 9.3 lit. a AVB) mit der Konsequenz, dass für eine später eingetretene Arbeitsunfähigkeit keine Versicherungsdeckung besteht. Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses - wie erwähnt - keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (mehr) bestand und eine solche frühestens ab Oktober 2018 ärztlich überwiegend wahrscheinlich ausge wiesen war (vgl. vorstehend E. 5.4 f.), besteht auch keine Nachleistungspflicht der Beklagten (Art. 9.4 AVB). Ebenso wenig ist die Klägerin für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfalle gemäss Art. 17.2 AVB versichert, zumal auch ein Wechsel in die Einzelversicherung gemäss Art. 11 AVB weder dokumentiert noch von den Parteien erwähnt wurde. Aufgrund der 30-t ägigen Wartefrist (vgl. Urk. 13/12 S. 2) hätte überdies auch kein Anspruch auf ein Taggeld für die ausgewiesenen Kran kentage im Juli und August 2018 bestanden. Diesfalls greift gegebenenfalls der gesetzliche Lohnfort zahlungsanspruch der Klägerin gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin ge stützt auf Art. 324a OR. 6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klägerin den ihr obliegenden Beweis für die von ihr behauptete, ab Ende August 2018 fortbestehende vollständige Arbeit sunfähigkeit nicht erbracht hat. Dies führt zur Abweisung der Klage. 7. 7.1 Das Verfahren ist kostenlos (vgl. Art. 114 lit. e ZPO i.V.m. § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bun desgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1). 7.2 Die Beklagte wurde nicht durch einen externen Anwalt vertreten. Sie hat somit praxisgemäss - mangels eines besonderen Aufwandes (vgl. BGE 110 V 72 E. 7) - keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung ( BGE 133 439 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 4A_3 55/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2). 7.3 Nach § 34 Abs. 3 GSVGer bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Nachdem Rechtsanwalt Urs P. Keller keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach Erm essen festzusetzen (vgl. Urk. 19 Dispositiv-Ziffer 2). In Berücksichtigung der vorstehend genannten Kriterien ist die aus der Gerichts kasse zu erbringende Entschädigung von Rechtsanwalt Urs P. Keller bei Anwen dung des gerichtsü blichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwer t steuer) ermessensweise auf Fr. 2‘6 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert steuer) festzusetzen. Die Klägerin i st auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nach zahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist. Das Gericht erkennt: 1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Der Beklagten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 4. Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Klägerin, Rechtsanwalt Urs P. Keller, Zollikon, wird mit Fr. 2’600.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Klägerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 5. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Urs P. Keller - Helsana Versicherungen AG - Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA sowie an: - Gerichtskasse 6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber Grieder-MartensBrühwiler

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich KK.2020.00050 II. Kammer Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser Sozialversicherungsrichterin Sager Gerichtsschreiber Brühwiler Urteil vom 12. November 2021 in Sachen X.___ Klägerin vertreten durch Rechtsanwalt Urs P. Keller Suffert Neuenschwander & Partner Rotfluhstrasse 91, Postfach, 8702 Zollikon gegen Helsana Zusatzversicherungen AG Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf Beklagte vertreten durch Helsana Versicherungen AG Recht & Compliance Postfach, 8081 Zürich Helsana Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1990, war über ihre Arbeitgeberin Y.___ AG bei der Helsana Zusatzversicherungen AG (nachstehend: Helsana) kranken taggeldversichert ( vgl. Urk. 13/ 7 ; Urk. 13/12 ). Die Arbeitgeberin kündigte am 6. Juni 2018 das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist per 31. Juli 2018 und stellte die Versicherte mit sofortiger Wir kung frei (Urk. 2/ 5 Ziff. 3.3; Urk. 2/ 6). Die Arbeitgeberin meldete am 14. November 2018 eine Arbeitsunfähigkeit der Versich erten von 100 % vom 30. Juli bis 31. August 201 8 (Urk. 1 3 /7). Die Helsana erbrachte im Zeitraum 30. Juli bis 31. August 201 8 Taggeld leis tungen von insgesamt 3 Tagen im Betrag von jeweils Fr. 175.34, total Fr. 526.05 (Urk. 13/35). Mit Schreiben vom 8. (Urk. 13/27) und 15. Februar (Urk. 13/28) sowie 25. März 2019 (Urk. 13/31) verneinte die Helsana eine darüber hinaus gehende L eistungs pflicht, namentlich für eine geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Novem ber 2018. 2. 2.1 Die Versicherte erhob am 1. September (Urk. 1), ergänzt am 29. September 2020 (Urk. 7), Klage gegen die Helsana und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihr ab 31. August 2018 Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16 während 24 Mona ten, insgesamt Fr. 115'491.84, zu bezahlen, basierend auf einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 7 S. 2 Ziff. 1 und S. 3 ). Die Helsana beantragte mit Klageantwort vom 27. November 2020 (Urk. 12) die Abweisung der Klage. 2.2 Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 (Urk. 14) wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, dem Gericht im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme mitzu teilen, falls sie die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung wünschen. Zudem wurde der Klägerin antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgelt liche Rechtsvertretung bewilligt und Rechtsanwal t Urs P. Keller, Zollikon, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt. Nachdem die Parteien sich hierzu nicht äusserten, wurde ein zweiter Schriftenwechsel an geordnet (Urk. 17). Die Klägerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik (vgl. Urk. 19). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversi cherung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Sa tz 2 des Bundesgesetzes vom 26. September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenver si che rungsaufsichtsgesetz, KVAG) dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Sie sind privatrech tlicher Natur (BGE 138 III 2 E. 1.1). Kollektive Krankentaggeld versicherungen werden vom Bundesgericht wie alle weiteren Taggeldversiche rungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicheru ng subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1). 1.2 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Kla gen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche rung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozesso rdnung ZPO, in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt, GSVGer ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4). Die von der Klägerin dargelegte sachliche und örtliche Zuständigkeit des Sozial versicherungsgerichts des Kantons Zürich zur Beurteilung der eingereichten Klage (Urk. 1) wurde von der Beklagten nicht bestritten (vgl. Urk. 12 ). Weitere Ausfüh rungen hierzu erübrigen sich. 1.3 Gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO werden Ansprüche aus einer Zusatzversi che rung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert im ve reinfachten Verfahren nach Art. 243 ff. ZPO beurteilt. Gemäss Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO stellt das Ge richt im Verfahren betreffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozia len Krankenversicherung nach dem KVG den Sachverhalt von Amtes wegen fest. 2. 2.1 Vorab stellt sich die Frage nach der Aktivlegitimation der Klägerin, da die Kläge rin am 9. Januar 2019 eine Abtretungserklärung der Sozialkommission Z.___ hinsichtlich ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder unterzeichnet hat (Urk. 13/18). 2.2 Die Grundlage für eine Abtretung von Forderungen des Hilfesuchenden an die Fürsorgebehörde findet sich in § 19 des kantonalen Sozialhilfegesetzes ( SHG ; in der damals geltenden Fassung). Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine ordentli che Abtretung im Sinne von Art. 164 des Obligationenrechts ( OR; vgl. auch das Sozialhilfe-Behördenhandbu ch des Kantons Zürich, Ziff. 6.2.06.2). Da nach kann ein Gläubiger bzw. H ilfesuchende r bestehende oder künftige vermö gensrechtliche Ansprüche gegenüber Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leis tung an die Fürsorgebehörde abtreten, sowei t eine Abtretung zulässig ist. 2.3 Gemäss Art. 87 VVG steht demjenigen, zu dessen Gunsten eine kollektive Unfall- oder Krankenversicherung abgeschlossen worden ist, mit dem Eintritt des Unfalls oder der Krankheit ein selbständiges Forderungsrecht gegen den Versicherer zu. Dieser Anspruch kann, sobald der Schadensfall eingetreten und der Anspruch somit entstanden ist, von der versicherten Person jemand anderem abgetreten werden (Peter Stein, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatre cht, VVG, Basel 2001, N 1 6 zu Art. 87 VVG ). Auch wenn es sich bei einer privaten Unfall- oder Krankenversicherung um eine Schadensversicherung handelt, richtet sich die Abt retung von Leistungen nach Art. 73 VVG, welcher bei den besonderen Bestimmungen über die Personenversicherung eingeordnet ist (Moritz Kuhn in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 20 zu Art. 73 VVG ; Kuhn in: Basler Kommentar, VVG, Nachführungsband, Basel 2012, ad N 20 zu Art. 73 VVG ). Gemäss Art. 73 Abs. 1 Satz 2 VVG bedarf die Abtretung zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form und der Übergabe der Police sowie der schriftlichen Anzeige an den Versicherer. Am Erfordernis der Übergabe der Police kann bei der Abtretung ein es Forderungsrechts gemäss Art. 87 VVG nicht festge halten werden, weil der Versicherer nach dem Gesetzeswortlaut von Art. 11 Abs. 1 VVG und nach Meinung der Mehrheit der Lehre einzig dem Versi che rungs nehmer und nicht der versicherten Person eine Police auszuhändigen hat ( Hasen böhler, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 10 zu Art. 11 VVG ; vgl. auch Kuhn, VVG-Kommentar, N 27 zu Art. 73 VVG ; vgl. zum Ganzen Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kant ons Zürich KK.2015.00032 vom 8. März 2016 E. 2.3 mit diversen Hinweisen auf weitere kantonale Urteile). 2.4 Am 9. Januar 2019 unterzeichnete die als versicherte Arbeitnehmerin anspruchs berechtigte Klägerin ein Dokument mit dem Titel «Abtretung der Krankentag gelder» (Urk. 13/18). Darin verpflichtete sie sich, gemäss § 19 SHG ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder aus dem Kollektivvertrag Nr. «…» mit Helsana Versicherungen AG in vollem Umfang und bis zum Widerruf an die Sozial kommission Z.___ abzutreten. Ebenfalls wurde um sämtliche Korre spon denz in Kopie an den Sozialdienst Z.___ gebeten. Die Abtretung wurde der Beklagten gleichentags zur Kenntnis gebracht (Urk. 13/20). 2.5 In Anbetracht dessen, dass weder Gesetz noch Vereinbarung noch die Natur des Rechtsverhältnisses der Abtretung entgegenstanden (vgl. vorstehend E. 2. 3 ), dass die Höhe der von der Beklagten auszurichtenden Taggelder im Zeitpunkt der Abtre tungserklärung feststand beziehungsweise die künftigen Taggelder mittels der jeweils attestierten Arbeitsunfähigkeit bestimmbar waren ( Urk. 13/35; vgl. dazu Daniel Girsbeger, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, OR I, N 36 zu Art. 164 OR ) und auc h die Formvorschriften von Art. 73 Abs. 1 VVG eingehalten wurden, indem die Gemeinde Z.___ die Beklagte mit Schrei ben vom 9. Januar 2019 ( Urk. 13/20) über die erfolgte schriftliche Abtretung informierte und ihr die Abtretungserklärung vom 9. Januar 2019 zukommen liess, hat die Klägerin ihre Ansprüche aus der Taggeldversicherung grundsätzlich rechts gültig an die Gemeinde Z.___ abgetreten. Dies lässt die Aktivlegitimation der Klägerin bezüglich eines allfälligen Taggeldanspruches als fraglich erscheinen. 2.6 Angesichts dessen, dass laut § 19 Abs. 1 des SHG in der damals geltenden Fassung die Leistung wirtschaftlicher H ilfe davon abhängig gemacht werden kann, dass der Hilfesuchende bestehende oder künftige vermögensrechtliche Ansprüche ge gen über Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leistungen an die Fürsorge be hörde abtritt, mithin eine Abtretung von Versicherungsansprüchen an die Ge meinde Z.___ nur bis zur Höhe der von dieser geleisteten Sozialhilfe möglich ist, und dass der Betrag der eingeklagten Taggelder die Unterstützungsleistungen der Gemeinde Z.___ übersteigt (vgl. Urk. 2/19), sowie angesichts Art. 25.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten für die Business Salary Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG, wonach die rechtswirksame Abtretung von Leistungen die Zustimmung des Versicherers benötigt (Urk. 13/1), erscheint die Aktivlegitimation der Klägerin nicht von vornherein verneint wer den zu können. Zumal die Beklagte, welcher die Abtretung am 9. Januar 2019 zwar angezeigt worden war (Urk. 13/20), sich damit nicht ausdrücklich einver standen erklärte, die spätere Korrespondenz auch mit der Klägerin direkt führte (vgl. Urk. 13/31, Urk. 13/34) und die Aktivlegitimation der Klägerin auch im vorliegenden Verfahren nicht bestritt. Aufgrund der nach stehenden Erwägungen braucht dies indes nicht näher geprüft zu werden, da selbst bei Bejahung einer Aktivlegitimation der Klägerin von der Beklagten kein e Krankentaggelder im eingeklagten Zeitrahmen geschuldet sind. 3. 3.1 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen An spruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechts hin dernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs be hauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grund regel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt wer den und ist im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der An spruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs an spruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen (z.B. wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver bindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsan spruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Haupt beweis zu e rbringen (BGE 130 III 321 E. 3.1). 3.2 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zunächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) a rbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1). 3.3 Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche rungs vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, genoss der beweispflich tige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der Regel nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend ge machten Versicherungsanspruchs darzutun hatte. Gemäss neuerer Rechtspre chung des Bundesgerichts gilt jedoch das Beweismass der vollen Überzeugung (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 4A_117/2021 vom 31. August 2021 sowie das Urteil 4A_144/2021 vom 13. September 2021). Aller dings kann der Versicherer im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaubwürdigkeit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen erwecken. Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchsberechtigten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahr scheinlich und damit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert (BGE 130 III 321 E. 3.4). 3.4 Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Bewei smittel zulässig: Zeugnis ( lit. a), Urkunde ( lit. b), Augenschein ( lit. c), Gutachten ( lit. d), schriftliche Auskunft ( lit. e) sowie Parteibe fragung und Beweisaussage ( lit. f). Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein numerus clausus der Beweismittel, v or behalten bleiben nach Art. 168 Abs. 2 ZPO lediglich die Bestimmungen über Kinderbelange in familienrechtlichen Ange legenheiten (BGE 141 III 433 E. 2.5.1). Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO lässt einzig vom Gericht eingeholte Gutachten als Be weismittel zu. Privatgutachten sind zwar zulässig, aber nicht als Beweismittel, sondern nur als Parteib ehauptungen (BGE 141 III 433 E. 2.5.2). 3.5 Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes me ist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestrei tung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen – Indi zien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6). 3.6 Auch Berichte von Fachärzten, welche die Taggeldversicherer beraten, sind als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 23. März 2017, E. 3.2 am Ende). 3.7 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten (BGE 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstel lenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der ausstellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizerischen Straf gesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arztzeugnisses aus gegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwelche Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispielsweise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsun fähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unveränderter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis bescheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, ZPO, Kom men tar, Brun ner/Gasser/Schwander, Hrsg., 2. Auflage, Zürich 2016, Rz 9 zu Art. 177 ZPO ; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweize rischen Zivilpro zessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, Rz 13 zu Art. 177 ZPO ). 4. 4.1 Die Klägerin stellte sich zusammengefasst auf den Standpunkt (Urk. 1), sie sei seit dem 17. Oktober 2016 bei der Y.___ AG angestellt gewesen. Nach erfolg t er Kündigung am 6. Juni per 31. Juli 2018 sei sie am 30. Juli 2018 arbeitsunfähig geworden. Damit habe sich die Kündigungsfrist um 90 Tage erstreckt (Art. 336c lit. b OR), zumal die 100% ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende August 2018 und ab 1. Oktober 2018 anerkannt sei. Ebenso bestehe mit überwiegender Wahrschein lichkeit auch im September 2018 zumindest im Rahmen von 25 % eine Arbeits unfähigkeit (S. 3, S. 7). Nach einer Wartefrist von einem Monat sei demnach Krankentaggeld ab dem 31. August 2018 während 730 Tagen, mithin bis 31. August 2020 geschuldet. Bei einem monatlichen AHV-pflichtigen Bruttolohn von Fr. 6'015.20 resultiere ein Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16, insge samt Fr. 115'491.84 (Urk. 7 S. 3). 4.2 Demgegenüber vertrat die Beklagte im Wesentlichen die Ansicht (Urk. 12), es werde bestritten, dass die Klägerin ab dem 30. Juli 2018 arbeitsunfähig gewesen sei, da es einerseits auffällig sei, dass sie just einen Tag vor Eintritt der Kündi gungswirkung erkrankt sein soll te, und andererseits dem ärztlichen Erstbericht zu entnehmen sei, dass – wenn überhaupt – lediglich eine Arbeits platzproblematik bestanden habe. Damit liege keine Arbeitsunfähigkeit infolge K rankheit vor, da eine Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich in Bezug auf die bisherige Arbeitsstelle bestanden habe, nicht jedoch in derselben, angestammten Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber (S. 3). Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Juli 2018 keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähig keit bestanden habe, sei sie für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfälle nicht versichert (S. 4). Selbst wenn ab dem 30. Juli 2018 eine Arbeits unfähigkeit ausgewiesen wäre, hätte u nter Berücksichtigung der Sperrfrist von 90 Tagen das Arbeitsverhältnis am 30. September 2018, mithin im Zeitpunkt, als keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, geendet. Für eine allfällige, ab dem 1. Oktober 2018 eingetretene Arbeitsunfähigkeit hätte demnach keine Versiche rungs deckung bestanden (S. 5). 4.3 Strittig ist die Leistungspflicht der Beklagten ab dem 31. August 2018. 5. 5.1 M it Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom 31. J uli, 10. August und 22. Oktober 20 18 attestierte Dr. med. A.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 30. Juli bis 4. August, vom 6. bis 17. August und vom 17. bis 31. August 2018 (Urk. 2/10 = Urk. 13/2, Urk. 13/3, Urk. 13/5 ). 5.2 Dr. med. univ. B.___ von der Psychiatri schen Klinik C.___ attestierte mit Zeugnis vom 6. November 2018 (Urk. 13/6) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Klägerin für den Monat November 2018. 5.3 Dem ärztlichen Erstbericht von Dr. A.___ zuhanden der Beklagten vom 12. Januar 2019 (Urk. 13/22) ist zu entnehmen, dass die Klägerin erstmalig am 31. Juli 2018 (Ziff. 1) wegen eines Schwangerschaftsverdachts (Ziff. 2) und den psychischen Diagnosen ICD-10 F32.0 (leichte depressive Episode) und ICD-10 F43.0 (akute Belastungsreaktion ) behandelt w orden sei (Ziff. 3). Ebenso nannte der Arzt als (nicht-medizinischen) Grund das Arbeitsumfeld der Klägerin, welches Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Ziff. 7), und hielt fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeitgeber zumutbar und möglich sei (Ziff. 7.2). Die Arbeitswiederaufnahme sei ab 1. September 2018 geplant gewesen (Ziff. 8). 5.4 Dr. med. D.___, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik C.___, berichtete am 29. Januar 2019 dem vertrauensärztlichen Dienst der Beklagten (Urk. 2/13 = Urk. 13/26 ). Er stellte die folgenden Diagnosen (S. 1 Ziff. 1): - m ittelgradige depressive Episode mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit (ICD-10 F32.1); Differentialdiagnose: rezidivierende depressive Störung, gegen wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) - Opiatabhängigkeit mit Substitution, ohne Beikonsum (nach eskalierter Schmerztherapie im Rahmen des Morbus Bechterew), ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Anamnestisch führte er aus, die depressiven Beschwerden mit Exazerbation vor bestehender Schlafstörungen, labilem, gereiztem und klagsame m Affekt und An triebsstörung hätten seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situa tion am Arbeitsplatz (Überforderung, Abwertung durch Arbeitgeber, intrans parente oder fehlende Lohnauszahlung) begonnen. In der Folge sei es zum Arbeits platzverlust, Überforderung mit persönlicher finanzieller Situation, Exazerbation der Depression mit Schuld, Scham, Insuffizienzgefühlen, sozialem Rückzug, massi vem Antriebsmangel und vegetativen Beschwerden gekommen. Im Januar 2019 sei mit antidepressiver Therapie begonnen worden (S. 1 Ziff. 2). Aktuell und bis auf weiteres würden wöchentliche psychiatrisch-psychologische Einzelsitzungen abgehalten. Zusätzlich erhalte die Klägerin administrative Unterstützung durch hausinterne Sozialarbeiter (S. 2 Ziff. 4.1). Subjektiv äussere die Klägerin Befürch tungen bezüglich Wohnungsverlust, dauerhafter Arbeits losigkeit, Trennung vom Partner und Schulden. Ebenso leide sie subjektiv an Überforderung, Kraftlosigkeit und Antriebsmangel ( S. 2 Ziff. 6). Die Klägerin schlafe bis zu 14 Stunden am Tag. Sie könne ihre administrativen und sonstigen Pflichten nur mit Unterstützung erfüllen, könne den Haushalt nicht erledigen. Die Beziehung leide, da das klä ge rische Leiden im Vordergrund stehe. Es bestünden keine Tagesstruktur und massi ve Konflikte mit den Eltern ( S. 2 Ziff. 7). Eine Anpassung der Tätigkeit im Vertrieb von Medizinalprodukten sei nicht notwendig, die bisherige berufliche Tätigkeit könne bei einem anderen Arbeitgeber zugemutet werden ( S. 2 Ziff. 9 und 10). Retrospektiv bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der depressi ven Beschwerden sicher ab Oktober 2018, als sich die Klägerin erstmals in diesem Zustandsbild vorgestellt habe. Anamnestisch hätten die Beschwerden im Septem ber 2018 begonnen, was gut mit der Eskalation mit dem Arbeitgeber zusammen passe, jedoch aufgrund versäumter Visiten nicht habe objektiviert werde können. Verlaufsanamnestisch fänden sich bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden, die jedoch damals (noch) nicht arbeitsrelevant gewesen seien und nicht im Zu sammenhang mit einer Depression, sondern als adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz interpretiert worden seien ( S. 2 f. Ziff. 11). 5.5 Mit Zeugnis vom 19. Februar 2019 (Urk. 13/29) attestierte Dr. D.___ eine seit 1. Oktober 2018 bestehende und noch voraussichtlich für weitere zwei Wochen andauernd e vollständige A rbeitsunfähigkeit, welche von ihm am 1. Oktober 2019 rückwirkend seit 1. Oktober 2018 und für künftig weitere fünf Wochen verlängert wurde (Urk. 2/15 = Urk. 13/41). 5.6 Am 13. November 2019 beantwortete Dr. A.___ Fragen des Rechtsvertreters der Klägerin (Urk. 2/11 = Urk. 13/42). Er nannte als Diagnose eine Reaktion auf schwere, nicht näher bezeichnete Belastung (ICD-10 F43.9) und führte aus, die Klägerin sei am 30. Juli (richtig: 31. Juli) 2019 bei ihm in Konsultation gewesen. Das primäre Symptom sei ein rezidivierendes Erbrechen sowie Durchfall gewesen. Es habe kein somatischer Grund dafür eruiert werden können, sodass das Erbre chen psychosomatisch gewertet worden sei. Schon während der Anamnese sei aber auch zum Vorschein gekommen, dass die Klägerin vom Chef arbeitstech nisch und arbeitszeitlich belastet und trotz guter Arbeit im Verlauf dann freige stellt worden sei. Der Grund habe darauf beruht, dass sie eine Präsentation habe vorbereiten müssen, welche sie tagelang nur drei Stunden habe schlafen lassen. A l s diese dann endlich fertig gestellt gewesen sei, hab sie buchstäblich die Prä sentation verschlafen, was als klares Zeichen einer Überlastung zu werten sei. Des Weiteren h ätt en sie schon damals Ängste aufgrund des Jobverlustes und die da mit verbundenen Einnahmeverluste und der dadurch vorprogrammierte Woh nungs verlust gequält. Es habe sich deshalb eine Reaktion auf schwere Belas tun gen gezeigt, welche sie gehindert habe, zu arbeiten. Im weiteren Verlauf hätten die Belastungssituationen bei bestehender Arbeitsunfähigkeit deutlich zugenom men. 5.7 Mit Zeugnis vom 4. Dezember 2019 (Urk. 2/16 = Urk. 13/43) informierte med. pract. E.___, Assistenzärztin an der Psychiatrischen Klinik C.___, dass sich die Klägerin seit dem 25. November 2019 in stationäre r Behandlung befinde, welche bis voraus sichtlich zum 6. Januar 2020 daure, und attestierte der Klägerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. November bis einschliesslich 15. Dezember 2019. Mit Zeugnis vom 6. Januar 2020 bestätigte der zuständige Arzt der Psychiatrischen Klinik C.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 19. Januar 2020 (Urk. 2/17). 5.8 Dr. A.___ führte am 20. August 2020 gegenüber der Fachstelle Erwachsenen schutz des Bezirks Meilen aus, dass die Klägerin ihn zum ersten Mal am 31. Juli 2018 wegen Schlafstörungen und einer Mobbing-Situation am Arbeitsplatz au f gesucht habe. Die zweite Konsultation am 10. August 2018 sei wegen einer Harnwegsentzündung erfolgt. Jedoch hätten sie auch damals primär über ihre Schlafstörungen und Zukunftsängste nach Arbeitsverlust gesprochen, weshalb er ihr schon damals empfohlen habe, psychologische Unterstützung aufzusuchen (Urk. 2/12). 5.9 Aus dem Arztzeugnis vom 14. September 2020 von Dr. D.___ geht hervor, dass die Klägerin seit dem 21. Mai 2014 in Behandlung st ehe und wegen Krank heit und im Rahmen der stationären beziehungsweise teilstationären Behandlung vom 20. Januar bis inklusive 30. September 2020 vollständig arbeitsunfähig ge wesen sei (Urk. 6). 6. 6.1 Wer aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet, ist für deren Bestehen bewei spflichtig (vgl. vorstehend E. 3.1 f. ). So obliegt der versicherten Person der Beweis für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit. 6.2 Die Beklagte bestreitet eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin infolge Erkrankung ab 30. Juli 2018 beziehungsweise weist auf den fehlenden Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum September 2018 hin (vgl. vorstehend E. 4.2). 6.3 Die Taggeldversicherungen nach VVG sind nicht an die Definition von Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gebunden, sondern können die Arbeitsunfähigkeit grundsätzlic h frei in ihren AVB definieren (Kurt Pärli /Julia Hug, Freiwillige Taggeldversicherung nach KVG und VVG, in: Sabine Steiger- Sackmann /Hans-Jakob Mosimann (Hrsg.), Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 551 N. 15.66 ). In der Praxis verwenden sie oft Formulierungen, welche die Arbeitsunfähigkeitsdefinition von Art. 6 ATSG über nehmen ( Stephan Fuhrer, Kollektive Krankentaggeldversicherung - aktuelle Fra gen, in: Jahrbuch SGHVR 2014 S. 71 und 78 ). Gemäss vorliegender Versicherungspolice hat die Beklagte mit der Arbeitgeberin der Klägerin eine Krankentaggeldversicherung «Business Salary » abgeschlossen (Urk. 13/12; Allgemeine Versicherungsbedingungen, AVB, Urk. 13/1). Die Versi che rungsleistung besteht in der Ausrichtung von Taggeld unter anderem bei krank heitsbedingte r Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 1 AVB). Krankheit ist jede Beein trä ch tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfor dert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3.1 AVB). Arbeitsun fähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Auf gaben bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zu mutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 3.4 AVB). Bei teilweiser Arbei tsunfähigkeit von mindestens 25 % wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeit sunfähigkeit ausgerichtet (Art. 1 2.1 AVB). 6.4 6.4.1 Nach Lage der Akten konsultierte die Klägerin wegen rezidivierend em Erbrechen und Durchfall am 31. Juli 2018 ihren Hausarzt Dr. A.___. Da der Arzt bei anfänglich beste hendem Schwangerschaftsverdacht kein en somatischen Grund eruieren konnte, wertete er die Beschwerden der Klägerin in späteren Stellung nahmen als psychosomatisch und verwies auf eine Überlastungssituation am Arbeitsplatz (vgl. vorstehend E. 5.1, E. 5.3, E. 5.6, E. 5.8 ). Dies steht auch im Ein klang mit der Beurteilung durch Dr. D.___, welcher ebenfalls anfänglich von einer Überforderung und einer Abwertung durch den Arbeitgeber berichtete (vgl. vorstehend E. 5.4). Insbesondere hielt Dr. A.___ in seinem ärztlichen Erstbericht vom 12. Januar 2019 fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeit geber zumutbar und möglich sei und das Arbeitsumfeld der Klägerin Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt habe (vgl. vorstehend E. 5.3). Demzufolge schloss die Beklagte auf eine Arbeitsplatzproblematik, mithin auf keine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit (vgl. vorstehend E. 4.2). 6.4.2 Eine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die Arbeitnehmerin nur in Bezug auf ihre konkrete Stelle an der Arbeit verhindert ist, im Übrigen aber ganz normal einsatzfähig und auch in ihrer privaten Lebensgestaltung (zum Beispiel Freizeit, Hobbys, Mobilität) kaum eingeschränkt ist sowie ein neuer A rbeitgeber aufgrund der die neue Stelle nicht tangierenden Arbeitsverhinderung keinen Anlass hätte, die betroffene Arbeitnehmerin deswegen nicht einzustellen. In diesen Fällen muss gemäss herrschender Lehre der Kündigungsschutz gemäss Art. 336c OR entfallen ( Streiff /von Kaenel, Rudolph, Praxiskommentar zu Art. 319- 462 OR, 7. Aufl., N 8 zu Art. 336c OR ; vgl. auch Brühwiler, Einzelarbeitsvertrag, Kommentar zu den Art. 319-346 OR, 3. Aufl., N 3 zu Art. 336c OR). Solche Konstellationen treten in der Praxis fast immer im Umfeld von psychischen Belastungssituationen am Arbeitsplatz auf (zum Beispiel Konflikt, Mobbing), wo rüber vorliegend sowohl Dr. A.___ als auch Dr. D.___ berichteten. Gemäss den AVB der Beklagten ist Arbeitsunfähigkeit definiert als durch eine Beein träch tigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbere ich zumutbare Arbeit zu leis ten (vgl. vorstehend E. 6.3), womit vorliegend überhaupt fraglich ist, ob die arbeits platzbezogene Arbeitsunfähigkeit bei dieser Definition greift. U nter Berücksich tigung des Umstandes, dass die Klägerin am 6. Juni 2018 die Kündigung erhielt und gleichzeitig von der Arbeit freigestellt wurde (Urk. 2/6), erscheint jedenfalls ihre Erkrankung am zweitletzten Tag der Kündigungsfrist - mithin fast zwei Monate später - aufgrund einer Arbeitsplatzproblematik beziehungsweise Über las tung doch etwas merkwürdig. Auch helfen die Ausführungen der behandeln den Ä rzte nicht weiter, da zumindest Dr. D.___ erst von beginnenden Be schwerden seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situation am Arbeitsplatz berichtet e (vgl. vorstehend E. 5.4) und auch Dr. A.___ auf eine Belastung am Arbeitsplatz hinwies, indes aber die Freistellung erwähnt e und die damit zunehmenden Ängste aufgrund des Jobverlustes, der damit verbundenen fehlenden Einnahmen und des drohenden Wohnungsverlustes medizinisch berück sichtigt e (vgl. vorstehend E. 5.6). Ausserdem nannte Hausarzt Dr. A.___ als primäres Hauptsymptom rezidivierendes Erbrechen und Durchfall (vgl. vorste hend E. 5.6) beziehungsweise einen Schwangerschaftsverdacht (vgl. vorstehend E. 5.3) sowie auch eine Harnwegsentzündung vom August 2018 (vgl. vorstehend E. 5.8). Damit lagen - zu Gunsten der Klägerin - doch auch medizinisch ausgewie sene Einschränkungen vor, die si ch auch in ihrem privaten Lebensbereich ein schränkend auswirkten ( vgl. auch der spätere Hilfebedarf für administrative Pflichten, fehlende Haushaltführung und Tagesstruktur; vorstehend E. 5.4), die nicht ausschliesslich auf eine isoliert betrachtete (nicht zu berücksichtigende) arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit fussten. Wie es sich damit aber genau verhält beziehungsweise ob eine reine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vorgelegen hat, kann vorliegend mit nachstehender Begründung ohnehin offen gelassen werden. 6.5 Die Klägerin erhielt am 6. Juni 2018 die Kündigung per Ende Juli 2018 (Urk. 2/6). Die vertraglich vereinbarte einmonatige Kündigungsfrist (vgl. Urk. 2/5 S. 8 Ziff. 3.3 ) ist ab dem Vertragsende durch Rückwärtsrechnung zu bestimmen (BGE 134 III 354), mithin dauert e die Kündigungsfrist vom 1. bis 31. Juli 2018. Da die Klägerin erst am 30. Juli 2018 erkrankte, war die Kündigung gültig (Art. 336c Abs. 2 OR) und 29 Tage der Kündigungs f rist liefen ab 1. Juli 2018. Die Arbeits unfähigkeitszeugnisse von Dr. A.___ vom 31. Juli und 10. August 2018 (Urk. 13 /2 und Urk. 13/3) wiesen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 30. Juli bis 4. August und vom 6. bis 17. August 2018 aus. Ein weiteres A ttest von Dr. A.___ v om 22. Oktober 2018 (Urk. 13/5) bescheinigte eine Arbeitsun fähigkeit v on 100 % vom 17. August bis 31. Oktober 2018. Dieses wurde jedoch erst Monate nach dem betreffenden beziehungsweise attestierten Zeitraum aus gestellt. Die Glaubwürdigkeit dieses Arztzeugnisses wird dadurch erheblich redu ziert, dass es einige Zeit später rückwirkend und damit nicht echtzeitlich ausge stellt wurde. Gemäss Empfehlungen zur Ausstellung von ärztlichen Zeugnissen der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich sind rückwirkende Zeugnisse nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt, wobei die Rückwirkungsdauer in jedem Fall eine Woche nicht überschreiten sollte (www.aerzte-zh.ch, unter Informationen, dann Merkblätter). Das Zeugnis vom 22. Oktober 2018 entspricht diesen Vorgaben keineswegs, zumal die Arbeitsunfähigkeit für eine längst vergangene Zeitperiode bescheinigt wurde. Aus diesem Grund vermag dieses Zeugnis mangels echtzeit li cher fachärztlicher Bescheinigung nicht den Beweis für eine vorliegende Arbeits unfähigkeit der Klägerin in dieser Zeitperiode zu erbringen. Aus fachärztlicher Sicht attestierte Dr. D.___ erst ab 1. Oktober 2018 eine vollständige Arbeits unfähigkeit (vgl. vorstehend E. 5.5), wobei er darauf hinwies, dass verlaufsanam nestisch bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden bestanden h ätt en, die jedoch damals noch nicht arbeitsrelevant gewesen seien (vgl. vorstehend E. 5.4). Daraus folgt, dass mit echtzeitlich ärztlicher Bescheinigung nur eine lückenlose Arbeitsunfähigkeit der Klägerin bi s 17. August 2018 ausgewiesen war, wobei der 5. August 2018 auf einen Sonntag fiel und demzufolge vom Hausarzt nicht als Kr ankheitstag ausgewiesen wurde. Demzufolge liefen die restliche n zwei fehlen de n Tag e der Kündigungsfrist ab dem 18. August 2018 und somit bis zum 19. August 2018 (Art. 336c Abs. 2 OR). Gemäss Art. 336c Abs. 3 OR erstreckte sich das Arbeitsverhältnis bis Ende August 2018. Zu diesem Zeitpunkt schied auch die Klägerin aus dem versicherten Personenkreis aus (Art. 9.3 lit. a AVB). Da Dr. D.___ nachvollziehbar darlegte, dass die depressiven Beschwerden mögli cher weise im September 2018 begonnen und sicher ab Oktober 2018 zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hätten und zuvor lediglich eine nicht im Zusammenhang mit einer Depression stehende adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz bestanden habe (vgl. vorstehend E. 5.4), und auch aus der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung hervor geht, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung erst ab September 2018 einge treten sei (Urk. 13/24 Ziff. 6.1), lag folglich im Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis keine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vor. Damit erlosch auch der Versicherungsschutz der Beklagten per Ende August 2018 (Art. 9.3 lit. a AVB) mit der Konsequenz, dass für eine später eingetretene Arbeitsunfähigkeit keine Versicherungsdeckung besteht. Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses - wie erwähnt - keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (mehr) bestand und eine solche frühestens ab Oktober 2018 ärztlich überwiegend wahrscheinlich ausge wiesen war (vgl. vorstehend E. 5.4 f.), besteht auch keine Nachleistungspflicht der Beklagten (Art. 9.4 AVB). Ebenso wenig ist die Klägerin für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfalle gemäss Art. 17.2 AVB versichert, zumal auch ein Wechsel in die Einzelversicherung gemäss Art. 11 AVB weder dokumentiert noch von den Parteien erwähnt wurde. Aufgrund der 30-t ägigen Wartefrist (vgl. Urk. 13/12 S. 2) hätte überdies auch kein Anspruch auf ein Taggeld für die ausgewiesenen Kran kentage im Juli und August 2018 bestanden. Diesfalls greift gegebenenfalls der gesetzliche Lohnfort zahlungsanspruch der Klägerin gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin ge stützt auf Art. 324a OR. 6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klägerin den ihr obliegenden Beweis für die von ihr behauptete, ab Ende August 2018 fortbestehende vollständige Arbeit sunfähigkeit nicht erbracht hat. Dies führt zur Abweisung der Klage. 7. 7.1 Das Verfahren ist kostenlos (vgl. Art. 114 lit. e ZPO i.V.m. § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bun desgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1). 7.2 Die Beklagte wurde nicht durch einen externen Anwalt vertreten. Sie hat somit praxisgemäss - mangels eines besonderen Aufwandes (vgl. BGE 110 V 72 E. 7) - keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung ( BGE 133 439 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 4A_3 55/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2). 7.3 Nach § 34 Abs. 3 GSVGer bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Nachdem Rechtsanwalt Urs P. Keller keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach Erm essen festzusetzen (vgl. Urk. 19 Dispositiv-Ziffer 2). In Berücksichtigung der vorstehend genannten Kriterien ist die aus der Gerichts kasse zu erbringende Entschädigung von Rechtsanwalt Urs P. Keller bei Anwen dung des gerichtsü blichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwer t steuer) ermessensweise auf Fr. 2‘6 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert steuer) festzusetzen. Die Klägerin i st auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nach zahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist. Das Gericht erkennt: 1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Der Beklagten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 4. Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Klägerin, Rechtsanwalt Urs P. Keller, Zollikon, wird mit Fr. 2’600.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Klägerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 5. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Urs P. Keller - Helsana Versicherungen AG - Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA sowie an: - Gerichtskasse 6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber Grieder-MartensBrühwiler

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Sozialversicherungsgericht

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

des Kantons Zürich KK.2020.00050 II. Kammer Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser Sozialversicherungsrichterin Sager Gerichtsschreiber Brühwiler Urteil vom 12. November 2021

KK.2020.00050

KK.2020.00050

KK.2020.00050 II. Kammer

II. Kammer

Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser Sozialversicherungsrichterin Sager Gerichtsschreiber Brühwiler

Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser Sozialversicherungsrichterin Sager Gerichtsschreiber Brühwiler

Urteil vom 12. November 2021

Urteil vom 12. November 2021 in Sachen

in Sachen X.___

X.___ Klägerin

Klägerin vertreten durch Rechtsanwalt Urs P. Keller

vertreten durch Rechtsanwalt Urs P. Keller Suffert Neuenschwander & Partner

Suffert Neuenschwander & Partner Rotfluhstrasse 91, Postfach, 8702 Zollikon

Rotfluhstrasse 91, Postfach, 8702 Zollikon gegen

gegen Helsana Zusatzversicherungen AG

Helsana Zusatzversicherungen AG Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf Beklagte

Beklagte vertreten durch Helsana Versicherungen AG

vertreten durch Helsana Versicherungen AG Recht & Compliance

Recht & Compliance Postfach, 8081 Zürich Helsana

Postfach, 8081 Zürich Helsana Sachverhalt:

Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1990, war über ihre Arbeitgeberin Y.___ AG bei der Helsana Zusatzversicherungen AG (nachstehend: Helsana) kranken taggeldversichert ( vgl. Urk. 13/ 7 ; Urk. 13/12 ). Die Arbeitgeberin kündigte am 6. Juni 2018 das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist per 31. Juli 2018 und stellte die Versicherte mit sofortiger Wir kung frei (Urk. 2/ 5 Ziff. 3.3; Urk. 2/ 6).

1. X.___, geboren 1990, war über ihre Arbeitgeberin Y.___ AG bei der Helsana Zusatzversicherungen AG (nachstehend: Helsana) kranken taggeldversichert ( vgl. Urk. 13/ 7 ; Urk. 13/12 ). Die Arbeitgeberin kündigte am 6. Juni 2018 das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist per 31. Juli 2018 und stellte die Versicherte mit sofortiger Wir kung frei (Urk. 2/ 5 Ziff. 3.3; Urk. 2/ 6). Die Arbeitgeberin meldete am 14. November 2018 eine Arbeitsunfähigkeit der Versich erten von 100 % vom 30. Juli bis 31. August 201 8 (Urk. 1 3 /7).

Die Arbeitgeberin meldete am 14. November 2018 eine Arbeitsunfähigkeit der Versich erten von 100 % vom 30. Juli bis 31. August 201 8 (Urk. 1 3 /7). Die Helsana erbrachte im Zeitraum 30. Juli bis 31. August 201 8 Taggeld leis tungen von insgesamt 3 Tagen im Betrag von jeweils Fr. 175.34, total Fr. 526.05 (Urk. 13/35).

Die Helsana erbrachte im Zeitraum 30. Juli bis 31. August 201 8 Taggeld leis tungen von insgesamt 3 Tagen im Betrag von jeweils Fr. 175.34, total Fr. 526.05 (Urk. 13/35). Mit Schreiben vom 8. (Urk. 13/27) und 15. Februar (Urk. 13/28) sowie 25. März 2019 (Urk. 13/31) verneinte die Helsana eine darüber hinaus gehende L eistungs pflicht, namentlich für eine geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Novem ber 2018.

Mit Schreiben vom 8. (Urk. 13/27) und 15. Februar (Urk. 13/28) sowie 25. März 2019 (Urk. 13/31) verneinte die Helsana eine darüber hinaus gehende L eistungs pflicht, namentlich für eine geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Novem ber 2018. 2.

2. 2.1 Die Versicherte erhob am 1. September (Urk. 1), ergänzt am 29. September 2020 (Urk. 7), Klage gegen die Helsana und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihr ab 31. August 2018 Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16 während 24 Mona ten, insgesamt Fr. 115'491.84, zu bezahlen, basierend auf einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 7 S. 2 Ziff. 1 und S. 3 ).

2.1 Die Versicherte erhob am 1. September (Urk. 1), ergänzt am 29. September 2020 (Urk. 7), Klage gegen die Helsana und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihr ab 31. August 2018 Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16 während 24 Mona ten, insgesamt Fr. 115'491.84, zu bezahlen, basierend auf einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 7 S. 2 Ziff. 1 und S. 3 ). Die Helsana beantragte mit Klageantwort vom 27. November 2020 (Urk. 12) die Abweisung der Klage.

Die Helsana beantragte mit Klageantwort vom 27. November 2020 (Urk. 12) die Abweisung der Klage. 2.2 Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 (Urk. 14) wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, dem Gericht im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme mitzu teilen, falls sie die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung wünschen. Zudem wurde der Klägerin antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgelt liche Rechtsvertretung bewilligt und Rechtsanwal t Urs P. Keller, Zollikon, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt. Nachdem die Parteien sich hierzu nicht äusserten, wurde ein zweiter Schriftenwechsel an geordnet (Urk. 17). Die Klägerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik (vgl. Urk. 19).

2.2 Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 (Urk. 14) wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, dem Gericht im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme mitzu teilen, falls sie die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung wünschen. Zudem wurde der Klägerin antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgelt liche Rechtsvertretung bewilligt und Rechtsanwal t Urs P. Keller, Zollikon, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt. Nachdem die Parteien sich hierzu nicht äusserten, wurde ein zweiter Schriftenwechsel an geordnet (Urk. 17). Die Klägerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik (vgl. Urk. 19). Das Gericht zieht in Erwägung:

Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1. 1.1 Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversi cherung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Sa tz 2 des Bundesgesetzes vom 26. September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenver si che rungsaufsichtsgesetz, KVAG) dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Sie sind privatrech tlicher Natur (BGE 138 III 2 E. 1.1). Kollektive Krankentaggeld versicherungen werden vom Bundesgericht wie alle weiteren Taggeldversiche rungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicheru ng subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1).

1.1 Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversi cherung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Sa tz 2 des Bundesgesetzes vom 26. September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenver si che rungsaufsichtsgesetz, KVAG) dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Sie sind privatrech tlicher Natur (BGE 138 III 2 E. 1.1). Kollektive Krankentaggeld versicherungen werden vom Bundesgericht wie alle weiteren Taggeldversiche rungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicheru ng subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1). 1.2 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Kla gen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche rung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozesso rdnung ZPO, in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt, GSVGer ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4).

1.2 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Kla gen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche rung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozesso rdnung ZPO, in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt, GSVGer ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4). Die von der Klägerin dargelegte sachliche und örtliche Zuständigkeit des Sozial versicherungsgerichts des Kantons Zürich zur Beurteilung der eingereichten Klage (Urk. 1) wurde von der Beklagten nicht bestritten (vgl. Urk. 12 ). Weitere Ausfüh rungen hierzu erübrigen sich.

Die von der Klägerin dargelegte sachliche und örtliche Zuständigkeit des Sozial versicherungsgerichts des Kantons Zürich zur Beurteilung der eingereichten Klage (Urk. 1) wurde von der Beklagten nicht bestritten (vgl. Urk. 12 ). Weitere Ausfüh rungen hierzu erübrigen sich. 1.3 Gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO werden Ansprüche aus einer Zusatzversi che rung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert im ve reinfachten Verfahren nach Art. 243 ff. ZPO beurteilt. Gemäss Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO stellt das Ge richt im Verfahren betreffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozia len Krankenversicherung nach dem KVG den Sachverhalt von Amtes wegen fest.

1.3 Gemäss Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO werden Ansprüche aus einer Zusatzversi che rung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert im ve reinfachten Verfahren nach Art. 243 ff. ZPO beurteilt. Gemäss Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO stellt das Ge richt im Verfahren betreffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozia len Krankenversicherung nach dem KVG den Sachverhalt von Amtes wegen fest. 2.

2. 2.1 Vorab stellt sich die Frage nach der Aktivlegitimation der Klägerin, da die Kläge rin am 9. Januar 2019 eine Abtretungserklärung der Sozialkommission Z.___ hinsichtlich ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder unterzeichnet hat (Urk. 13/18).

2.1 Vorab stellt sich die Frage nach der Aktivlegitimation der Klägerin, da die Kläge rin am 9. Januar 2019 eine Abtretungserklärung der Sozialkommission Z.___ hinsichtlich ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder unterzeichnet hat (Urk. 13/18). 2.2 Die Grundlage für eine Abtretung von Forderungen des Hilfesuchenden an die Fürsorgebehörde findet sich in § 19 des kantonalen Sozialhilfegesetzes ( SHG ; in der damals geltenden Fassung). Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine ordentli che Abtretung im Sinne von Art. 164 des Obligationenrechts ( OR; vgl. auch das Sozialhilfe-Behördenhandbu ch des Kantons Zürich, Ziff. 6.2.06.2). Da nach kann ein Gläubiger bzw. H ilfesuchende r bestehende oder künftige vermö gensrechtliche Ansprüche gegenüber Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leis tung an die Fürsorgebehörde abtreten, sowei t eine Abtretung zulässig ist.

2.2 Die Grundlage für eine Abtretung von Forderungen des Hilfesuchenden an die Fürsorgebehörde findet sich in § 19 des kantonalen Sozialhilfegesetzes ( SHG ; in der damals geltenden Fassung). Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine ordentli che Abtretung im Sinne von Art. 164 des Obligationenrechts ( OR; vgl. auch das Sozialhilfe-Behördenhandbu ch des Kantons Zürich, Ziff. 6.2.06.2). Da nach kann ein Gläubiger bzw. H ilfesuchende r bestehende oder künftige vermö gensrechtliche Ansprüche gegenüber Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leis tung an die Fürsorgebehörde abtreten, sowei t eine Abtretung zulässig ist. 2.3 Gemäss Art. 87 VVG steht demjenigen, zu dessen Gunsten eine kollektive Unfall- oder Krankenversicherung abgeschlossen worden ist, mit dem Eintritt des Unfalls oder der Krankheit ein selbständiges Forderungsrecht gegen den Versicherer zu. Dieser Anspruch kann, sobald der Schadensfall eingetreten und der Anspruch somit entstanden ist, von der versicherten Person jemand anderem abgetreten werden (Peter Stein, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatre cht, VVG, Basel 2001, N 1 6 zu Art. 87 VVG ). Auch wenn es sich bei einer privaten Unfall- oder Krankenversicherung um eine Schadensversicherung handelt, richtet sich die Abt retung von Leistungen nach Art. 73 VVG, welcher bei den besonderen Bestimmungen über die Personenversicherung eingeordnet ist (Moritz Kuhn in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 20 zu Art. 73 VVG ; Kuhn in: Basler Kommentar, VVG, Nachführungsband, Basel 2012, ad N 20 zu Art. 73 VVG ). Gemäss Art. 73 Abs. 1 Satz 2 VVG bedarf die Abtretung zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form und der Übergabe der Police sowie der schriftlichen Anzeige an den Versicherer. Am Erfordernis der Übergabe der Police kann bei der Abtretung ein es Forderungsrechts gemäss Art. 87 VVG nicht festge halten werden, weil der Versicherer nach dem Gesetzeswortlaut von Art. 11 Abs. 1 VVG und nach Meinung der Mehrheit der Lehre einzig dem Versi che rungs nehmer und nicht der versicherten Person eine Police auszuhändigen hat ( Hasen böhler, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 10 zu Art. 11 VVG ; vgl. auch Kuhn, VVG-Kommentar, N 27 zu Art. 73 VVG ; vgl. zum Ganzen Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kant ons Zürich KK.2015.00032 vom 8. März 2016 E. 2.3 mit diversen Hinweisen auf weitere kantonale Urteile).

2.3 Gemäss Art. 87 VVG steht demjenigen, zu dessen Gunsten eine kollektive Unfall- oder Krankenversicherung abgeschlossen worden ist, mit dem Eintritt des Unfalls oder der Krankheit ein selbständiges Forderungsrecht gegen den Versicherer zu. Dieser Anspruch kann, sobald der Schadensfall eingetreten und der Anspruch somit entstanden ist, von der versicherten Person jemand anderem abgetreten werden (Peter Stein, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatre cht, VVG, Basel 2001, N 1 6 zu Art. 87 VVG ). Auch wenn es sich bei einer privaten Unfall- oder Krankenversicherung um eine Schadensversicherung handelt, richtet sich die Abt retung von Leistungen nach Art. 73 VVG, welcher bei den besonderen Bestimmungen über die Personenversicherung eingeordnet ist (Moritz Kuhn in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 20 zu Art. 73 VVG ; Kuhn in: Basler Kommentar, VVG, Nachführungsband, Basel 2012, ad N 20 zu Art. 73 VVG ). Gemäss Art. 73 Abs. 1 Satz 2 VVG bedarf die Abtretung zu ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form und der Übergabe der Police sowie der schriftlichen Anzeige an den Versicherer. Am Erfordernis der Übergabe der Police kann bei der Abtretung ein es Forderungsrechts gemäss Art. 87 VVG nicht festge halten werden, weil der Versicherer nach dem Gesetzeswortlaut von Art. 11 Abs. 1 VVG und nach Meinung der Mehrheit der Lehre einzig dem Versi che rungs nehmer und nicht der versicherten Person eine Police auszuhändigen hat ( Hasen böhler, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, VVG, Basel 2001, N 10 zu Art. 11 VVG ; vgl. auch Kuhn, VVG-Kommentar, N 27 zu Art. 73 VVG ; vgl. zum Ganzen Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kant ons Zürich KK.2015.00032 vom 8. März 2016 E. 2.3 mit diversen Hinweisen auf weitere kantonale Urteile). 2.4 Am 9. Januar 2019 unterzeichnete die als versicherte Arbeitnehmerin anspruchs berechtigte Klägerin ein Dokument mit dem Titel «Abtretung der Krankentag gelder» (Urk. 13/18). Darin verpflichtete sie sich, gemäss § 19 SHG ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder aus dem Kollektivvertrag Nr. «…» mit Helsana Versicherungen AG in vollem Umfang und bis zum Widerruf an die Sozial kommission Z.___ abzutreten. Ebenfalls wurde um sämtliche Korre spon denz in Kopie an den Sozialdienst Z.___ gebeten. Die Abtretung wurde der Beklagten gleichentags zur Kenntnis gebracht (Urk. 13/20).

2.4 Am 9. Januar 2019 unterzeichnete die als versicherte Arbeitnehmerin anspruchs berechtigte Klägerin ein Dokument mit dem Titel «Abtretung der Krankentag gelder» (Urk. 13/18). Darin verpflichtete sie sich, gemäss § 19 SHG ihre laufenden und rückwirkenden Krankentaggelder aus dem Kollektivvertrag Nr. «…» mit Helsana Versicherungen AG in vollem Umfang und bis zum Widerruf an die Sozial kommission Z.___ abzutreten. Ebenfalls wurde um sämtliche Korre spon denz in Kopie an den Sozialdienst Z.___ gebeten. Die Abtretung wurde der Beklagten gleichentags zur Kenntnis gebracht (Urk. 13/20). 2.5 In Anbetracht dessen, dass weder Gesetz noch Vereinbarung noch die Natur des Rechtsverhältnisses der Abtretung entgegenstanden (vgl. vorstehend E. 2. 3 ), dass die Höhe der von der Beklagten auszurichtenden Taggelder im Zeitpunkt der Abtre tungserklärung feststand beziehungsweise die künftigen Taggelder mittels der jeweils attestierten Arbeitsunfähigkeit bestimmbar waren ( Urk. 13/35; vgl. dazu Daniel Girsbeger, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, OR I, N 36 zu Art. 164 OR ) und auc h die Formvorschriften von Art. 73 Abs. 1 VVG eingehalten wurden, indem die Gemeinde Z.___ die Beklagte mit Schrei ben vom 9. Januar 2019 ( Urk. 13/20) über die erfolgte schriftliche Abtretung informierte und ihr die Abtretungserklärung vom 9. Januar 2019 zukommen liess, hat die Klägerin ihre Ansprüche aus der Taggeldversicherung grundsätzlich rechts gültig an die Gemeinde Z.___ abgetreten. Dies lässt die Aktivlegitimation der Klägerin bezüglich eines allfälligen Taggeldanspruches als fraglich erscheinen.

2.5 In Anbetracht dessen, dass weder Gesetz noch Vereinbarung noch die Natur des Rechtsverhältnisses der Abtretung entgegenstanden (vgl. vorstehend E. 2. 3 ), dass die Höhe der von der Beklagten auszurichtenden Taggelder im Zeitpunkt der Abtre tungserklärung feststand beziehungsweise die künftigen Taggelder mittels der jeweils attestierten Arbeitsunfähigkeit bestimmbar waren ( Urk. 13/35; vgl. dazu Daniel Girsbeger, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, OR I, N 36 zu Art. 164 OR ) und auc h die Formvorschriften von Art. 73 Abs. 1 VVG eingehalten wurden, indem die Gemeinde Z.___ die Beklagte mit Schrei ben vom 9. Januar 2019 ( Urk. 13/20) über die erfolgte schriftliche Abtretung informierte und ihr die Abtretungserklärung vom 9. Januar 2019 zukommen liess, hat die Klägerin ihre Ansprüche aus der Taggeldversicherung grundsätzlich rechts gültig an die Gemeinde Z.___ abgetreten. Dies lässt die Aktivlegitimation der Klägerin bezüglich eines allfälligen Taggeldanspruches als fraglich erscheinen. 2.6 Angesichts dessen, dass laut § 19 Abs. 1 des SHG in der damals geltenden Fassung die Leistung wirtschaftlicher H ilfe davon abhängig gemacht werden kann, dass der Hilfesuchende bestehende oder künftige vermögensrechtliche Ansprüche ge gen über Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leistungen an die Fürsorge be hörde abtritt, mithin eine Abtretung von Versicherungsansprüchen an die Ge meinde Z.___ nur bis zur Höhe der von dieser geleisteten Sozialhilfe möglich ist, und dass der Betrag der eingeklagten Taggelder die Unterstützungsleistungen der Gemeinde Z.___ übersteigt (vgl. Urk. 2/19), sowie angesichts Art. 25.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten für die Business Salary Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG, wonach die rechtswirksame Abtretung von Leistungen die Zustimmung des Versicherers benötigt (Urk. 13/1), erscheint die Aktivlegitimation der Klägerin nicht von vornherein verneint wer den zu können. Zumal die Beklagte, welcher die Abtretung am 9. Januar 2019 zwar angezeigt worden war (Urk. 13/20), sich damit nicht ausdrücklich einver standen erklärte, die spätere Korrespondenz auch mit der Klägerin direkt führte (vgl. Urk. 13/31, Urk. 13/34) und die Aktivlegitimation der Klägerin auch im vorliegenden Verfahren nicht bestritt.

2.6 Angesichts dessen, dass laut § 19 Abs. 1 des SHG in der damals geltenden Fassung die Leistung wirtschaftlicher H ilfe davon abhängig gemacht werden kann, dass der Hilfesuchende bestehende oder künftige vermögensrechtliche Ansprüche ge gen über Dritten bis zur Höhe der empfangenen Leistungen an die Fürsorge be hörde abtritt, mithin eine Abtretung von Versicherungsansprüchen an die Ge meinde Z.___ nur bis zur Höhe der von dieser geleisteten Sozialhilfe möglich ist, und dass der Betrag der eingeklagten Taggelder die Unterstützungsleistungen der Gemeinde Z.___ übersteigt (vgl. Urk. 2/19), sowie angesichts Art. 25.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten für die Business Salary Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG, wonach die rechtswirksame Abtretung von Leistungen die Zustimmung des Versicherers benötigt (Urk. 13/1), erscheint die Aktivlegitimation der Klägerin nicht von vornherein verneint wer den zu können. Zumal die Beklagte, welcher die Abtretung am 9. Januar 2019 zwar angezeigt worden war (Urk. 13/20), sich damit nicht ausdrücklich einver standen erklärte, die spätere Korrespondenz auch mit der Klägerin direkt führte (vgl. Urk. 13/31, Urk. 13/34) und die Aktivlegitimation der Klägerin auch im vorliegenden Verfahren nicht bestritt. Aufgrund der nach stehenden Erwägungen braucht dies indes nicht näher geprüft zu werden, da selbst bei Bejahung einer Aktivlegitimation der Klägerin von der Beklagten kein e Krankentaggelder im eingeklagten Zeitrahmen geschuldet sind.

Aufgrund der nach stehenden Erwägungen braucht dies indes nicht näher geprüft zu werden, da selbst bei Bejahung einer Aktivlegitimation der Klägerin von der Beklagten kein e Krankentaggelder im eingeklagten Zeitrahmen geschuldet sind. 3.

3. 3.1 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen An spruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechts hin dernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs be hauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grund regel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt wer den und ist im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der An spruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs an spruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen (z.B. wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver bindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsan spruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Haupt beweis zu e rbringen (BGE 130 III 321 E. 3.1).

3.1 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen An spruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechts hin dernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs be hauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grund regel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften verdrängt wer den und ist im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der An spruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs an spruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen (z.B. wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten unver bindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsan spruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Haupt beweis zu e rbringen (BGE 130 III 321 E. 3.1). 3.2 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zunächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) a rbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1).

3.2 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zunächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) a rbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1). 3.3 Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche rungs vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, genoss der beweispflich tige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der Regel nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend ge machten Versicherungsanspruchs darzutun hatte. Gemäss neuerer Rechtspre chung des Bundesgerichts gilt jedoch das Beweismass der vollen Überzeugung (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 4A_117/2021 vom 31. August 2021 sowie das Urteil 4A_144/2021 vom 13. September 2021). Aller dings kann der Versicherer im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaubwürdigkeit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen erwecken. Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchsberechtigten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahr scheinlich und damit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert (BGE 130 III 321 E. 3.4).

3.3 Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche rungs vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, genoss der beweispflich tige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der Regel nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend ge machten Versicherungsanspruchs darzutun hatte. Gemäss neuerer Rechtspre chung des Bundesgerichts gilt jedoch das Beweismass der vollen Überzeugung (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 4A_117/2021 vom 31. August 2021 sowie das Urteil 4A_144/2021 vom 13. September 2021). Aller dings kann der Versicherer im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaubwürdigkeit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen erwecken. Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchsberechtigten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahr scheinlich und damit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert (BGE 130 III 321 E. 3.4). 3.4 Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Bewei smittel zulässig: Zeugnis ( lit. a), Urkunde ( lit. b), Augenschein ( lit. c), Gutachten ( lit. d), schriftliche Auskunft ( lit. e) sowie Parteibe fragung und Beweisaussage ( lit. f). Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein numerus clausus der Beweismittel, v or behalten bleiben nach Art. 168 Abs. 2 ZPO lediglich die Bestimmungen über Kinderbelange in familienrechtlichen Ange legenheiten (BGE 141 III 433 E. 2.5.1). Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO lässt einzig vom Gericht eingeholte Gutachten als Be weismittel zu. Privatgutachten sind zwar zulässig, aber nicht als Beweismittel, sondern nur als Parteib ehauptungen (BGE 141 III 433 E. 2.5.2).

3.4 Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Bewei smittel zulässig: Zeugnis ( lit. a), Urkunde ( lit. b), Augenschein ( lit. c), Gutachten ( lit. d), schriftliche Auskunft ( lit. e) sowie Parteibe fragung und Beweisaussage ( lit. f). Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein numerus clausus der Beweismittel, v or behalten bleiben nach Art. 168 Abs. 2 ZPO lediglich die Bestimmungen über Kinderbelange in familienrechtlichen Ange legenheiten (BGE 141 III 433 E. 2.5.1). Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO lässt einzig vom Gericht eingeholte Gutachten als Be weismittel zu. Privatgutachten sind zwar zulässig, aber nicht als Beweismittel, sondern nur als Parteib ehauptungen (BGE 141 III 433 E. 2.5.2). 3.5 Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes me ist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestrei tung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen – Indi zien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6).

3.5 Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes me ist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestrei tung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen – Indi zien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 141 III 433 E. 2.6). 3.6 Auch Berichte von Fachärzten, welche die Taggeldversicherer beraten, sind als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 23. März 2017, E. 3.2 am Ende).

3.6 Auch Berichte von Fachärzten, welche die Taggeldversicherer beraten, sind als blosse Parteibehauptungen zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 23. März 2017, E. 3.2 am Ende). 3.7 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten (BGE 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstel lenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der ausstellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizerischen Straf gesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arztzeugnisses aus gegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwelche Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispielsweise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsun fähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unveränderter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis bescheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, ZPO, Kom men tar, Brun ner/Gasser/Schwander, Hrsg., 2. Auflage, Zürich 2016, Rz 9 zu Art. 177 ZPO ; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweize rischen Zivilpro zessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, Rz 13 zu Art. 177 ZPO ).

3.7 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten (BGE 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstel lenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der ausstellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizerischen Straf gesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arztzeugnisses aus gegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwelche Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispielsweise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsun fähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unveränderter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis bescheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, ZPO, Kom men tar, Brun ner/Gasser/Schwander, Hrsg., 2. Auflage, Zürich 2016, Rz 9 zu Art. 177 ZPO ; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweize rischen Zivilpro zessordnung, 3. Auflage, Basel 2017, Rz 13 zu Art. 177 ZPO ). 4.

4. 4.1 Die Klägerin stellte sich zusammengefasst auf den Standpunkt (Urk. 1), sie sei seit dem 17. Oktober 2016 bei der Y.___ AG angestellt gewesen. Nach erfolg t er Kündigung am 6. Juni per 31. Juli 2018 sei sie am 30. Juli 2018 arbeitsunfähig geworden. Damit habe sich die Kündigungsfrist um 90 Tage erstreckt (Art. 336c lit. b OR), zumal die 100% ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende August 2018 und ab 1. Oktober 2018 anerkannt sei. Ebenso bestehe mit überwiegender Wahrschein lichkeit auch im September 2018 zumindest im Rahmen von 25 % eine Arbeits unfähigkeit (S. 3, S. 7). Nach einer Wartefrist von einem Monat sei demnach Krankentaggeld ab dem 31. August 2018 während 730 Tagen, mithin bis 31. August 2020 geschuldet. Bei einem monatlichen AHV-pflichtigen Bruttolohn von Fr. 6'015.20 resultiere ein Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16, insge samt Fr. 115'491.84 (Urk. 7 S. 3).

4.1 Die Klägerin stellte sich zusammengefasst auf den Standpunkt (Urk. 1), sie sei seit dem 17. Oktober 2016 bei der Y.___ AG angestellt gewesen. Nach erfolg t er Kündigung am 6. Juni per 31. Juli 2018 sei sie am 30. Juli 2018 arbeitsunfähig geworden. Damit habe sich die Kündigungsfrist um 90 Tage erstreckt (Art. 336c lit. b OR), zumal die 100% ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende August 2018 und ab 1. Oktober 2018 anerkannt sei. Ebenso bestehe mit überwiegender Wahrschein lichkeit auch im September 2018 zumindest im Rahmen von 25 % eine Arbeits unfähigkeit (S. 3, S. 7). Nach einer Wartefrist von einem Monat sei demnach Krankentaggeld ab dem 31. August 2018 während 730 Tagen, mithin bis 31. August 2020 geschuldet. Bei einem monatlichen AHV-pflichtigen Bruttolohn von Fr. 6'015.20 resultiere ein Krankentaggeld von monatlich Fr. 4'812.16, insge samt Fr. 115'491.84 (Urk. 7 S. 3). 4.2 Demgegenüber vertrat die Beklagte im Wesentlichen die Ansicht (Urk. 12), es werde bestritten, dass die Klägerin ab dem 30. Juli 2018 arbeitsunfähig gewesen sei, da es einerseits auffällig sei, dass sie just einen Tag vor Eintritt der Kündi gungswirkung erkrankt sein soll te, und andererseits dem ärztlichen Erstbericht zu entnehmen sei, dass – wenn überhaupt – lediglich eine Arbeits platzproblematik bestanden habe. Damit liege keine Arbeitsunfähigkeit infolge K rankheit vor, da eine Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich in Bezug auf die bisherige Arbeitsstelle bestanden habe, nicht jedoch in derselben, angestammten Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber (S. 3). Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Juli 2018 keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähig keit bestanden habe, sei sie für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfälle nicht versichert (S. 4). Selbst wenn ab dem 30. Juli 2018 eine Arbeits unfähigkeit ausgewiesen wäre, hätte u nter Berücksichtigung der Sperrfrist von 90 Tagen das Arbeitsverhältnis am 30. September 2018, mithin im Zeitpunkt, als keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, geendet. Für eine allfällige, ab dem 1. Oktober 2018 eingetretene Arbeitsunfähigkeit hätte demnach keine Versiche rungs deckung bestanden (S. 5).

4.2 Demgegenüber vertrat die Beklagte im Wesentlichen die Ansicht (Urk. 12), es werde bestritten, dass die Klägerin ab dem 30. Juli 2018 arbeitsunfähig gewesen sei, da es einerseits auffällig sei, dass sie just einen Tag vor Eintritt der Kündi gungswirkung erkrankt sein soll te, und andererseits dem ärztlichen Erstbericht zu entnehmen sei, dass – wenn überhaupt – lediglich eine Arbeits platzproblematik bestanden habe. Damit liege keine Arbeitsunfähigkeit infolge K rankheit vor, da eine Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich in Bezug auf die bisherige Arbeitsstelle bestanden habe, nicht jedoch in derselben, angestammten Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber (S. 3). Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Juli 2018 keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähig keit bestanden habe, sei sie für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfälle nicht versichert (S. 4). Selbst wenn ab dem 30. Juli 2018 eine Arbeits unfähigkeit ausgewiesen wäre, hätte u nter Berücksichtigung der Sperrfrist von 90 Tagen das Arbeitsverhältnis am 30. September 2018, mithin im Zeitpunkt, als keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, geendet. Für eine allfällige, ab dem 1. Oktober 2018 eingetretene Arbeitsunfähigkeit hätte demnach keine Versiche rungs deckung bestanden (S. 5). 4.3 Strittig ist die Leistungspflicht der Beklagten ab dem 31. August 2018.

4.3 Strittig ist die Leistungspflicht der Beklagten ab dem 31. August 2018. 5.

5. 5.1 M it Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom 31. J uli, 10. August und 22. Oktober 20 18 attestierte Dr. med. A.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 30. Juli bis 4. August, vom 6. bis 17. August und vom 17. bis 31. August 2018 (Urk. 2/10 = Urk. 13/2, Urk. 13/3, Urk. 13/5 ).

5.1 M it Arbeitsunfähigkeitszeugnissen vom 31. J uli, 10. August und 22. Oktober 20 18 attestierte Dr. med. A.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 30. Juli bis 4. August, vom 6. bis 17. August und vom 17. bis 31. August 2018 (Urk. 2/10 = Urk. 13/2, Urk. 13/3, Urk. 13/5 ). 5.2 Dr. med. univ. B.___ von der Psychiatri schen Klinik C.___ attestierte mit Zeugnis vom 6. November 2018 (Urk. 13/6) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Klägerin für den Monat November 2018.

5.2 Dr. med. univ. B.___ von der Psychiatri schen Klinik C.___ attestierte mit Zeugnis vom 6. November 2018 (Urk. 13/6) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Klägerin für den Monat November 2018. 5.3 Dem ärztlichen Erstbericht von Dr. A.___ zuhanden der Beklagten vom 12. Januar 2019 (Urk. 13/22) ist zu entnehmen, dass die Klägerin erstmalig am 31. Juli 2018 (Ziff. 1) wegen eines Schwangerschaftsverdachts (Ziff. 2) und den psychischen Diagnosen ICD-10 F32.0 (leichte depressive Episode) und ICD-10 F43.0 (akute Belastungsreaktion ) behandelt w orden sei (Ziff. 3). Ebenso nannte der Arzt als (nicht-medizinischen) Grund das Arbeitsumfeld der Klägerin, welches Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Ziff. 7), und hielt fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeitgeber zumutbar und möglich sei (Ziff. 7.2). Die Arbeitswiederaufnahme sei ab 1. September 2018 geplant gewesen (Ziff. 8).

5.3 Dem ärztlichen Erstbericht von Dr. A.___ zuhanden der Beklagten vom 12. Januar 2019 (Urk. 13/22) ist zu entnehmen, dass die Klägerin erstmalig am 31. Juli 2018 (Ziff. 1) wegen eines Schwangerschaftsverdachts (Ziff. 2) und den psychischen Diagnosen ICD-10 F32.0 (leichte depressive Episode) und ICD-10 F43.0 (akute Belastungsreaktion ) behandelt w orden sei (Ziff. 3). Ebenso nannte der Arzt als (nicht-medizinischen) Grund das Arbeitsumfeld der Klägerin, welches Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Ziff. 7), und hielt fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeitgeber zumutbar und möglich sei (Ziff. 7.2). Die Arbeitswiederaufnahme sei ab 1. September 2018 geplant gewesen (Ziff. 8). 5.4 Dr. med. D.___, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik C.___, berichtete am 29. Januar 2019 dem vertrauensärztlichen Dienst der Beklagten (Urk. 2/13 = Urk. 13/26 ). Er stellte die folgenden Diagnosen (S. 1 Ziff. 1):

5.4 Dr. med. D.___, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik C.___, berichtete am 29. Januar 2019 dem vertrauensärztlichen Dienst der Beklagten (Urk. 2/13 = Urk. 13/26 ). Er stellte die folgenden Diagnosen (S. 1 Ziff. 1): - m ittelgradige depressive Episode mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit (ICD-10 F32.1); Differentialdiagnose: rezidivierende depressive Störung, gegen wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)

m ittelgradige depressive Episode mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit (ICD-10 F32.1); Differentialdiagnose: rezidivierende depressive Störung, gegen wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) - Opiatabhängigkeit mit Substitution, ohne Beikonsum (nach eskalierter Schmerztherapie im Rahmen des Morbus Bechterew), ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit

Opiatabhängigkeit mit Substitution, ohne Beikonsum (nach eskalierter Schmerztherapie im Rahmen des Morbus Bechterew), ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Anamnestisch führte er aus, die depressiven Beschwerden mit Exazerbation vor bestehender Schlafstörungen, labilem, gereiztem und klagsame m Affekt und An triebsstörung hätten seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situa tion am Arbeitsplatz (Überforderung, Abwertung durch Arbeitgeber, intrans parente oder fehlende Lohnauszahlung) begonnen. In der Folge sei es zum Arbeits platzverlust, Überforderung mit persönlicher finanzieller Situation, Exazerbation der Depression mit Schuld, Scham, Insuffizienzgefühlen, sozialem Rückzug, massi vem Antriebsmangel und vegetativen Beschwerden gekommen. Im Januar 2019 sei mit antidepressiver Therapie begonnen worden (S. 1 Ziff. 2). Aktuell und bis auf weiteres würden wöchentliche psychiatrisch-psychologische Einzelsitzungen abgehalten. Zusätzlich erhalte die Klägerin administrative Unterstützung durch hausinterne Sozialarbeiter (S. 2 Ziff. 4.1). Subjektiv äussere die Klägerin Befürch tungen bezüglich Wohnungsverlust, dauerhafter Arbeits losigkeit, Trennung vom Partner und Schulden. Ebenso leide sie subjektiv an Überforderung, Kraftlosigkeit und Antriebsmangel ( S. 2 Ziff. 6). Die Klägerin schlafe bis zu 14 Stunden am Tag. Sie könne ihre administrativen und sonstigen Pflichten nur mit Unterstützung erfüllen, könne den Haushalt nicht erledigen. Die Beziehung leide, da das klä ge rische Leiden im Vordergrund stehe. Es bestünden keine Tagesstruktur und massi ve Konflikte mit den Eltern ( S. 2 Ziff. 7). Eine Anpassung der Tätigkeit im Vertrieb von Medizinalprodukten sei nicht notwendig, die bisherige berufliche Tätigkeit könne bei einem anderen Arbeitgeber zugemutet werden ( S. 2 Ziff. 9 und 10). Retrospektiv bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der depressi ven Beschwerden sicher ab Oktober 2018, als sich die Klägerin erstmals in diesem Zustandsbild vorgestellt habe. Anamnestisch hätten die Beschwerden im Septem ber 2018 begonnen, was gut mit der Eskalation mit dem Arbeitgeber zusammen passe, jedoch aufgrund versäumter Visiten nicht habe objektiviert werde können. Verlaufsanamnestisch fänden sich bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden, die jedoch damals (noch) nicht arbeitsrelevant gewesen seien und nicht im Zu sammenhang mit einer Depression, sondern als adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz interpretiert worden seien ( S. 2 f. Ziff. 11).

Anamnestisch führte er aus, die depressiven Beschwerden mit Exazerbation vor bestehender Schlafstörungen, labilem, gereiztem und klagsame m Affekt und An triebsstörung hätten seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situa tion am Arbeitsplatz (Überforderung, Abwertung durch Arbeitgeber, intrans parente oder fehlende Lohnauszahlung) begonnen. In der Folge sei es zum Arbeits platzverlust, Überforderung mit persönlicher finanzieller Situation, Exazerbation der Depression mit Schuld, Scham, Insuffizienzgefühlen, sozialem Rückzug, massi vem Antriebsmangel und vegetativen Beschwerden gekommen. Im Januar 2019 sei mit antidepressiver Therapie begonnen worden (S. 1 Ziff. 2). Aktuell und bis auf weiteres würden wöchentliche psychiatrisch-psychologische Einzelsitzungen abgehalten. Zusätzlich erhalte die Klägerin administrative Unterstützung durch hausinterne Sozialarbeiter (S. 2 Ziff. 4.1). Subjektiv äussere die Klägerin Befürch tungen bezüglich Wohnungsverlust, dauerhafter Arbeits losigkeit, Trennung vom Partner und Schulden. Ebenso leide sie subjektiv an Überforderung, Kraftlosigkeit und Antriebsmangel ( S. 2 Ziff. 6). Die Klägerin schlafe bis zu 14 Stunden am Tag. Sie könne ihre administrativen und sonstigen Pflichten nur mit Unterstützung erfüllen, könne den Haushalt nicht erledigen. Die Beziehung leide, da das klä ge rische Leiden im Vordergrund stehe. Es bestünden keine Tagesstruktur und massi ve Konflikte mit den Eltern ( S. 2 Ziff. 7). Eine Anpassung der Tätigkeit im Vertrieb von Medizinalprodukten sei nicht notwendig, die bisherige berufliche Tätigkeit könne bei einem anderen Arbeitgeber zugemutet werden ( S. 2 Ziff. 9 und 10). Retrospektiv bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der depressi ven Beschwerden sicher ab Oktober 2018, als sich die Klägerin erstmals in diesem Zustandsbild vorgestellt habe. Anamnestisch hätten die Beschwerden im Septem ber 2018 begonnen, was gut mit der Eskalation mit dem Arbeitgeber zusammen passe, jedoch aufgrund versäumter Visiten nicht habe objektiviert werde können. Verlaufsanamnestisch fänden sich bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden, die jedoch damals (noch) nicht arbeitsrelevant gewesen seien und nicht im Zu sammenhang mit einer Depression, sondern als adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz interpretiert worden seien ( S. 2 f. Ziff. 11). 5.5 Mit Zeugnis vom 19. Februar 2019 (Urk. 13/29) attestierte Dr. D.___ eine seit 1. Oktober 2018 bestehende und noch voraussichtlich für weitere zwei Wochen andauernd e vollständige A rbeitsunfähigkeit, welche von ihm am 1. Oktober 2019 rückwirkend seit 1. Oktober 2018 und für künftig weitere fünf Wochen verlängert wurde (Urk. 2/15 = Urk. 13/41).

5.5 Mit Zeugnis vom 19. Februar 2019 (Urk. 13/29) attestierte Dr. D.___ eine seit 1. Oktober 2018 bestehende und noch voraussichtlich für weitere zwei Wochen andauernd e vollständige A rbeitsunfähigkeit, welche von ihm am 1. Oktober 2019 rückwirkend seit 1. Oktober 2018 und für künftig weitere fünf Wochen verlängert wurde (Urk. 2/15 = Urk. 13/41). 5.6 Am 13. November 2019 beantwortete Dr. A.___ Fragen des Rechtsvertreters der Klägerin (Urk. 2/11 = Urk. 13/42). Er nannte als Diagnose eine Reaktion auf schwere, nicht näher bezeichnete Belastung (ICD-10 F43.9) und führte aus, die Klägerin sei am 30. Juli (richtig: 31. Juli) 2019 bei ihm in Konsultation gewesen. Das primäre Symptom sei ein rezidivierendes Erbrechen sowie Durchfall gewesen. Es habe kein somatischer Grund dafür eruiert werden können, sodass das Erbre chen psychosomatisch gewertet worden sei. Schon während der Anamnese sei aber auch zum Vorschein gekommen, dass die Klägerin vom Chef arbeitstech nisch und arbeitszeitlich belastet und trotz guter Arbeit im Verlauf dann freige stellt worden sei. Der Grund habe darauf beruht, dass sie eine Präsentation habe vorbereiten müssen, welche sie tagelang nur drei Stunden habe schlafen lassen. A l s diese dann endlich fertig gestellt gewesen sei, hab sie buchstäblich die Prä sentation verschlafen, was als klares Zeichen einer Überlastung zu werten sei. Des Weiteren h ätt en sie schon damals Ängste aufgrund des Jobverlustes und die da mit verbundenen Einnahmeverluste und der dadurch vorprogrammierte Woh nungs verlust gequält. Es habe sich deshalb eine Reaktion auf schwere Belas tun gen gezeigt, welche sie gehindert habe, zu arbeiten. Im weiteren Verlauf hätten die Belastungssituationen bei bestehender Arbeitsunfähigkeit deutlich zugenom men.

5.6 Am 13. November 2019 beantwortete Dr. A.___ Fragen des Rechtsvertreters der Klägerin (Urk. 2/11 = Urk. 13/42). Er nannte als Diagnose eine Reaktion auf schwere, nicht näher bezeichnete Belastung (ICD-10 F43.9) und führte aus, die Klägerin sei am 30. Juli (richtig: 31. Juli) 2019 bei ihm in Konsultation gewesen. Das primäre Symptom sei ein rezidivierendes Erbrechen sowie Durchfall gewesen. Es habe kein somatischer Grund dafür eruiert werden können, sodass das Erbre chen psychosomatisch gewertet worden sei. Schon während der Anamnese sei aber auch zum Vorschein gekommen, dass die Klägerin vom Chef arbeitstech nisch und arbeitszeitlich belastet und trotz guter Arbeit im Verlauf dann freige stellt worden sei. Der Grund habe darauf beruht, dass sie eine Präsentation habe vorbereiten müssen, welche sie tagelang nur drei Stunden habe schlafen lassen. A l s diese dann endlich fertig gestellt gewesen sei, hab sie buchstäblich die Prä sentation verschlafen, was als klares Zeichen einer Überlastung zu werten sei. Des Weiteren h ätt en sie schon damals Ängste aufgrund des Jobverlustes und die da mit verbundenen Einnahmeverluste und der dadurch vorprogrammierte Woh nungs verlust gequält. Es habe sich deshalb eine Reaktion auf schwere Belas tun gen gezeigt, welche sie gehindert habe, zu arbeiten. Im weiteren Verlauf hätten die Belastungssituationen bei bestehender Arbeitsunfähigkeit deutlich zugenom men. 5.7 Mit Zeugnis vom 4. Dezember 2019 (Urk. 2/16 = Urk. 13/43) informierte med. pract. E.___, Assistenzärztin an der Psychiatrischen Klinik C.___, dass sich die Klägerin seit dem 25. November 2019 in stationäre r Behandlung befinde, welche bis voraus sichtlich zum 6. Januar 2020 daure, und attestierte der Klägerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. November bis einschliesslich 15. Dezember 2019. Mit Zeugnis vom 6. Januar 2020 bestätigte der zuständige Arzt der Psychiatrischen Klinik C.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 19. Januar 2020 (Urk. 2/17).

5.7 Mit Zeugnis vom 4. Dezember 2019 (Urk. 2/16 = Urk. 13/43) informierte med. pract. E.___, Assistenzärztin an der Psychiatrischen Klinik C.___, dass sich die Klägerin seit dem 25. November 2019 in stationäre r Behandlung befinde, welche bis voraus sichtlich zum 6. Januar 2020 daure, und attestierte der Klägerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. November bis einschliesslich 15. Dezember 2019. Mit Zeugnis vom 6. Januar 2020 bestätigte der zuständige Arzt der Psychiatrischen Klinik C.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 19. Januar 2020 (Urk. 2/17). 5.8 Dr. A.___ führte am 20. August 2020 gegenüber der Fachstelle Erwachsenen schutz des Bezirks Meilen aus, dass die Klägerin ihn zum ersten Mal am 31. Juli 2018 wegen Schlafstörungen und einer Mobbing-Situation am Arbeitsplatz au f gesucht habe. Die zweite Konsultation am 10. August 2018 sei wegen einer Harnwegsentzündung erfolgt. Jedoch hätten sie auch damals primär über ihre Schlafstörungen und Zukunftsängste nach Arbeitsverlust gesprochen, weshalb er ihr schon damals empfohlen habe, psychologische Unterstützung aufzusuchen (Urk. 2/12).

5.8 Dr. A.___ führte am 20. August 2020 gegenüber der Fachstelle Erwachsenen schutz des Bezirks Meilen aus, dass die Klägerin ihn zum ersten Mal am 31. Juli 2018 wegen Schlafstörungen und einer Mobbing-Situation am Arbeitsplatz au f gesucht habe. Die zweite Konsultation am 10. August 2018 sei wegen einer Harnwegsentzündung erfolgt. Jedoch hätten sie auch damals primär über ihre Schlafstörungen und Zukunftsängste nach Arbeitsverlust gesprochen, weshalb er ihr schon damals empfohlen habe, psychologische Unterstützung aufzusuchen (Urk. 2/12). 5.9 Aus dem Arztzeugnis vom 14. September 2020 von Dr. D.___ geht hervor, dass die Klägerin seit dem 21. Mai 2014 in Behandlung st ehe und wegen Krank heit und im Rahmen der stationären beziehungsweise teilstationären Behandlung vom 20. Januar bis inklusive 30. September 2020 vollständig arbeitsunfähig ge wesen sei (Urk. 6).

5.9 Aus dem Arztzeugnis vom 14. September 2020 von Dr. D.___ geht hervor, dass die Klägerin seit dem 21. Mai 2014 in Behandlung st ehe und wegen Krank heit und im Rahmen der stationären beziehungsweise teilstationären Behandlung vom 20. Januar bis inklusive 30. September 2020 vollständig arbeitsunfähig ge wesen sei (Urk. 6). 6.

6. 6.1 Wer aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet, ist für deren Bestehen bewei spflichtig (vgl. vorstehend E. 3.1 f. ). So obliegt der versicherten Person der Beweis für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit.

6.1 Wer aus einer behaupteten Tatsache Rechte ableitet, ist für deren Bestehen bewei spflichtig (vgl. vorstehend E. 3.1 f. ). So obliegt der versicherten Person der Beweis für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit. 6.2 Die Beklagte bestreitet eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin infolge Erkrankung ab 30. Juli 2018 beziehungsweise weist auf den fehlenden Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum September 2018 hin (vgl. vorstehend E. 4.2).

6.2 Die Beklagte bestreitet eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin infolge Erkrankung ab 30. Juli 2018 beziehungsweise weist auf den fehlenden Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum September 2018 hin (vgl. vorstehend E. 4.2). 6.3 Die Taggeldversicherungen nach VVG sind nicht an die Definition von Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gebunden, sondern können die Arbeitsunfähigkeit grundsätzlic h frei in ihren AVB definieren (Kurt Pärli /Julia Hug, Freiwillige Taggeldversicherung nach KVG und VVG, in: Sabine Steiger- Sackmann /Hans-Jakob Mosimann (Hrsg.), Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 551 N. 15.66 ). In der Praxis verwenden sie oft Formulierungen, welche die Arbeitsunfähigkeitsdefinition von Art. 6 ATSG über nehmen ( Stephan Fuhrer, Kollektive Krankentaggeldversicherung - aktuelle Fra gen, in: Jahrbuch SGHVR 2014 S. 71 und 78 ).

6.3 Die Taggeldversicherungen nach VVG sind nicht an die Definition von Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) gebunden, sondern können die Arbeitsunfähigkeit grundsätzlic h frei in ihren AVB definieren (Kurt Pärli /Julia Hug, Freiwillige Taggeldversicherung nach KVG und VVG, in: Sabine Steiger- Sackmann /Hans-Jakob Mosimann (Hrsg.), Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 551 N. 15.66 ). In der Praxis verwenden sie oft Formulierungen, welche die Arbeitsunfähigkeitsdefinition von Art. 6 ATSG über nehmen ( Stephan Fuhrer, Kollektive Krankentaggeldversicherung - aktuelle Fra gen, in: Jahrbuch SGHVR 2014 S. 71 und 78 ). Gemäss vorliegender Versicherungspolice hat die Beklagte mit der Arbeitgeberin der Klägerin eine Krankentaggeldversicherung «Business Salary » abgeschlossen (Urk. 13/12; Allgemeine Versicherungsbedingungen, AVB, Urk. 13/1). Die Versi che rungsleistung besteht in der Ausrichtung von Taggeld unter anderem bei krank heitsbedingte r Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 1 AVB). Krankheit ist jede Beein trä ch tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfor dert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3.1 AVB). Arbeitsun fähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Auf gaben bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zu mutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 3.4 AVB). Bei teilweiser Arbei tsunfähigkeit von mindestens 25 % wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeit sunfähigkeit ausgerichtet (Art. 1 2.1 AVB).

Gemäss vorliegender Versicherungspolice hat die Beklagte mit der Arbeitgeberin der Klägerin eine Krankentaggeldversicherung «Business Salary » abgeschlossen (Urk. 13/12; Allgemeine Versicherungsbedingungen, AVB, Urk. 13/1). Die Versi che rungsleistung besteht in der Ausrichtung von Taggeld unter anderem bei krank heitsbedingte r Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 1 AVB). Krankheit ist jede Beein trä ch tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfor dert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3.1 AVB). Arbeitsun fähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Auf gaben bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zu mutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 3.4 AVB). Bei teilweiser Arbei tsunfähigkeit von mindestens 25 % wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeit sunfähigkeit ausgerichtet (Art. 1 2.1 AVB). 6.4

6.4 6.4.1 Nach Lage der Akten konsultierte die Klägerin wegen rezidivierend em Erbrechen und Durchfall am 31. Juli 2018 ihren Hausarzt Dr. A.___. Da der Arzt bei anfänglich beste hendem Schwangerschaftsverdacht kein en somatischen Grund eruieren konnte, wertete er die Beschwerden der Klägerin in späteren Stellung nahmen als psychosomatisch und verwies auf eine Überlastungssituation am Arbeitsplatz (vgl. vorstehend E. 5.1, E. 5.3, E. 5.6, E. 5.8 ). Dies steht auch im Ein klang mit der Beurteilung durch Dr. D.___, welcher ebenfalls anfänglich von einer Überforderung und einer Abwertung durch den Arbeitgeber berichtete (vgl. vorstehend E. 5.4). Insbesondere hielt Dr. A.___ in seinem ärztlichen Erstbericht vom 12. Januar 2019 fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeit geber zumutbar und möglich sei und das Arbeitsumfeld der Klägerin Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt habe (vgl. vorstehend E. 5.3). Demzufolge schloss die Beklagte auf eine Arbeitsplatzproblematik, mithin auf keine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit (vgl. vorstehend E. 4.2).

6.4.1 Nach Lage der Akten konsultierte die Klägerin wegen rezidivierend em Erbrechen und Durchfall am 31. Juli 2018 ihren Hausarzt Dr. A.___. Da der Arzt bei anfänglich beste hendem Schwangerschaftsverdacht kein en somatischen Grund eruieren konnte, wertete er die Beschwerden der Klägerin in späteren Stellung nahmen als psychosomatisch und verwies auf eine Überlastungssituation am Arbeitsplatz (vgl. vorstehend E. 5.1, E. 5.3, E. 5.6, E. 5.8 ). Dies steht auch im Ein klang mit der Beurteilung durch Dr. D.___, welcher ebenfalls anfänglich von einer Überforderung und einer Abwertung durch den Arbeitgeber berichtete (vgl. vorstehend E. 5.4). Insbesondere hielt Dr. A.___ in seinem ärztlichen Erstbericht vom 12. Januar 2019 fest, dass eine neue Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeit geber zumutbar und möglich sei und das Arbeitsumfeld der Klägerin Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt habe (vgl. vorstehend E. 5.3). Demzufolge schloss die Beklagte auf eine Arbeitsplatzproblematik, mithin auf keine Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit (vgl. vorstehend E. 4.2). 6.4.2 Eine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die Arbeitnehmerin nur in Bezug auf ihre konkrete Stelle an der Arbeit verhindert ist, im Übrigen aber ganz normal einsatzfähig und auch in ihrer privaten Lebensgestaltung (zum Beispiel Freizeit, Hobbys, Mobilität) kaum eingeschränkt ist sowie ein neuer A rbeitgeber aufgrund der die neue Stelle nicht tangierenden Arbeitsverhinderung keinen Anlass hätte, die betroffene Arbeitnehmerin deswegen nicht einzustellen. In diesen Fällen muss gemäss herrschender Lehre der Kündigungsschutz gemäss Art. 336c OR entfallen ( Streiff /von Kaenel, Rudolph, Praxiskommentar zu Art. 319- 462 OR, 7. Aufl., N 8 zu Art. 336c OR ; vgl. auch Brühwiler, Einzelarbeitsvertrag, Kommentar zu den Art. 319-346 OR, 3. Aufl., N 3 zu Art. 336c OR). Solche Konstellationen treten in der Praxis fast immer im Umfeld von psychischen Belastungssituationen am Arbeitsplatz auf (zum Beispiel Konflikt, Mobbing), wo rüber vorliegend sowohl Dr. A.___ als auch Dr. D.___ berichteten. Gemäss den AVB der Beklagten ist Arbeitsunfähigkeit definiert als durch eine Beein träch tigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbere ich zumutbare Arbeit zu leis ten (vgl. vorstehend E. 6.3), womit vorliegend überhaupt fraglich ist, ob die arbeits platzbezogene Arbeitsunfähigkeit bei dieser Definition greift. U nter Berücksich tigung des Umstandes, dass die Klägerin am 6. Juni 2018 die Kündigung erhielt und gleichzeitig von der Arbeit freigestellt wurde (Urk. 2/6), erscheint jedenfalls ihre Erkrankung am zweitletzten Tag der Kündigungsfrist - mithin fast zwei Monate später - aufgrund einer Arbeitsplatzproblematik beziehungsweise Über las tung doch etwas merkwürdig. Auch helfen die Ausführungen der behandeln den Ä rzte nicht weiter, da zumindest Dr. D.___ erst von beginnenden Be schwerden seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situation am Arbeitsplatz berichtet e (vgl. vorstehend E. 5.4) und auch Dr. A.___ auf eine Belastung am Arbeitsplatz hinwies, indes aber die Freistellung erwähnt e und die damit zunehmenden Ängste aufgrund des Jobverlustes, der damit verbundenen fehlenden Einnahmen und des drohenden Wohnungsverlustes medizinisch berück sichtigt e (vgl. vorstehend E. 5.6). Ausserdem nannte Hausarzt Dr. A.___ als primäres Hauptsymptom rezidivierendes Erbrechen und Durchfall (vgl. vorste hend E. 5.6) beziehungsweise einen Schwangerschaftsverdacht (vgl. vorstehend E. 5.3) sowie auch eine Harnwegsentzündung vom August 2018 (vgl. vorstehend E. 5.8). Damit lagen - zu Gunsten der Klägerin - doch auch medizinisch ausgewie sene Einschränkungen vor, die si ch auch in ihrem privaten Lebensbereich ein schränkend auswirkten ( vgl. auch der spätere Hilfebedarf für administrative Pflichten, fehlende Haushaltführung und Tagesstruktur; vorstehend E. 5.4), die nicht ausschliesslich auf eine isoliert betrachtete (nicht zu berücksichtigende) arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit fussten. Wie es sich damit aber genau verhält beziehungsweise ob eine reine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vorgelegen hat, kann vorliegend mit nachstehender Begründung ohnehin offen gelassen werden.

6.4.2 Eine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die Arbeitnehmerin nur in Bezug auf ihre konkrete Stelle an der Arbeit verhindert ist, im Übrigen aber ganz normal einsatzfähig und auch in ihrer privaten Lebensgestaltung (zum Beispiel Freizeit, Hobbys, Mobilität) kaum eingeschränkt ist sowie ein neuer A rbeitgeber aufgrund der die neue Stelle nicht tangierenden Arbeitsverhinderung keinen Anlass hätte, die betroffene Arbeitnehmerin deswegen nicht einzustellen. In diesen Fällen muss gemäss herrschender Lehre der Kündigungsschutz gemäss Art. 336c OR entfallen ( Streiff /von Kaenel, Rudolph, Praxiskommentar zu Art. 319- 462 OR, 7. Aufl., N 8 zu Art. 336c OR ; vgl. auch Brühwiler, Einzelarbeitsvertrag, Kommentar zu den Art. 319-346 OR, 3. Aufl., N 3 zu Art. 336c OR). Solche Konstellationen treten in der Praxis fast immer im Umfeld von psychischen Belastungssituationen am Arbeitsplatz auf (zum Beispiel Konflikt, Mobbing), wo rüber vorliegend sowohl Dr. A.___ als auch Dr. D.___ berichteten. Gemäss den AVB der Beklagten ist Arbeitsunfähigkeit definiert als durch eine Beein träch tigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbere ich zumutbare Arbeit zu leis ten (vgl. vorstehend E. 6.3), womit vorliegend überhaupt fraglich ist, ob die arbeits platzbezogene Arbeitsunfähigkeit bei dieser Definition greift. U nter Berücksich tigung des Umstandes, dass die Klägerin am 6. Juni 2018 die Kündigung erhielt und gleichzeitig von der Arbeit freigestellt wurde (Urk. 2/6), erscheint jedenfalls ihre Erkrankung am zweitletzten Tag der Kündigungsfrist - mithin fast zwei Monate später - aufgrund einer Arbeitsplatzproblematik beziehungsweise Über las tung doch etwas merkwürdig. Auch helfen die Ausführungen der behandeln den Ä rzte nicht weiter, da zumindest Dr. D.___ erst von beginnenden Be schwerden seit zirka September 2018 im Rahmen einer belastenden Situation am Arbeitsplatz berichtet e (vgl. vorstehend E. 5.4) und auch Dr. A.___ auf eine Belastung am Arbeitsplatz hinwies, indes aber die Freistellung erwähnt e und die damit zunehmenden Ängste aufgrund des Jobverlustes, der damit verbundenen fehlenden Einnahmen und des drohenden Wohnungsverlustes medizinisch berück sichtigt e (vgl. vorstehend E. 5.6). Ausserdem nannte Hausarzt Dr. A.___ als primäres Hauptsymptom rezidivierendes Erbrechen und Durchfall (vgl. vorste hend E. 5.6) beziehungsweise einen Schwangerschaftsverdacht (vgl. vorstehend E. 5.3) sowie auch eine Harnwegsentzündung vom August 2018 (vgl. vorstehend E. 5.8). Damit lagen zu Gunsten der Klägerin doch auch medizinisch ausgewie sene Einschränkungen vor, die si ch auch in ihrem privaten Lebensbereich ein schränkend auswirkten ( vgl. auch der spätere Hilfebedarf für administrative Pflichten, fehlende Haushaltführung und Tagesstruktur; vorstehend E. 5.4), die nicht ausschliesslich auf eine isoliert betrachtete (nicht zu berücksichtigende) arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit fussten. Wie es sich damit aber genau verhält beziehungsweise ob eine reine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vorgelegen hat, kann vorliegend mit nachstehender Begründung ohnehin offen gelassen werden. 6.5 Die Klägerin erhielt am 6. Juni 2018 die Kündigung per Ende Juli 2018 (Urk. 2/6). Die vertraglich vereinbarte einmonatige Kündigungsfrist (vgl. Urk. 2/5 S. 8 Ziff. 3.3 ) ist ab dem Vertragsende durch Rückwärtsrechnung zu bestimmen (BGE 134 III 354), mithin dauert e die Kündigungsfrist vom 1. bis 31. Juli 2018. Da die Klägerin erst am 30. Juli 2018 erkrankte, war die Kündigung gültig (Art. 336c Abs. 2 OR) und 29 Tage der Kündigungs f rist liefen ab 1. Juli 2018. Die Arbeits unfähigkeitszeugnisse von Dr. A.___ vom 31. Juli und 10. August 2018 (Urk. 13 /2 und Urk. 13/3) wiesen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 30. Juli bis 4. August und vom 6. bis 17. August 2018 aus. Ein weiteres A ttest von Dr. A.___ v om 22. Oktober 2018 (Urk. 13/5) bescheinigte eine Arbeitsun fähigkeit v on 100 % vom 17. August bis 31. Oktober 2018. Dieses wurde jedoch erst Monate nach dem betreffenden beziehungsweise attestierten Zeitraum aus gestellt. Die Glaubwürdigkeit dieses Arztzeugnisses wird dadurch erheblich redu ziert, dass es einige Zeit später rückwirkend und damit nicht echtzeitlich ausge stellt wurde. Gemäss Empfehlungen zur Ausstellung von ärztlichen Zeugnissen der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich sind rückwirkende Zeugnisse nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt, wobei die Rückwirkungsdauer in jedem Fall eine Woche nicht überschreiten sollte (www.aerzte-zh.ch, unter Informationen, dann Merkblätter). Das Zeugnis vom 22. Oktober 2018 entspricht diesen Vorgaben keineswegs, zumal die Arbeitsunfähigkeit für eine längst vergangene Zeitperiode bescheinigt wurde. Aus diesem Grund vermag dieses Zeugnis mangels echtzeit li cher fachärztlicher Bescheinigung nicht den Beweis für eine vorliegende Arbeits unfähigkeit der Klägerin in dieser Zeitperiode zu erbringen. Aus fachärztlicher Sicht attestierte Dr. D.___ erst ab 1. Oktober 2018 eine vollständige Arbeits unfähigkeit (vgl. vorstehend E. 5.5), wobei er darauf hinwies, dass verlaufsanam nestisch bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden bestanden h ätt en, die jedoch damals noch nicht arbeitsrelevant gewesen seien (vgl. vorstehend E. 5.4). Daraus folgt, dass mit echtzeitlich ärztlicher Bescheinigung nur eine lückenlose Arbeitsunfähigkeit der Klägerin bi s 17. August 2018 ausgewiesen war, wobei der 5. August 2018 auf einen Sonntag fiel und demzufolge vom Hausarzt nicht als Kr ankheitstag ausgewiesen wurde. Demzufolge liefen die restliche n zwei fehlen de n Tag e der Kündigungsfrist ab dem 18. August 2018 und somit bis zum 19. August 2018 (Art. 336c Abs. 2 OR). Gemäss Art. 336c Abs. 3 OR erstreckte sich das Arbeitsverhältnis bis Ende August 2018. Zu diesem Zeitpunkt schied auch die Klägerin aus dem versicherten Personenkreis aus (Art. 9.3 lit. a AVB). Da Dr. D.___ nachvollziehbar darlegte, dass die depressiven Beschwerden mögli cher weise im September 2018 begonnen und sicher ab Oktober 2018 zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hätten und zuvor lediglich eine nicht im Zusammenhang mit einer Depression stehende adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz bestanden habe (vgl. vorstehend E. 5.4), und auch aus der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung hervor geht, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung erst ab September 2018 einge treten sei (Urk. 13/24 Ziff. 6.1), lag folglich im Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis keine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vor. Damit erlosch auch der Versicherungsschutz der Beklagten per Ende August 2018 (Art. 9.3 lit. a AVB) mit der Konsequenz, dass für eine später eingetretene Arbeitsunfähigkeit keine Versicherungsdeckung besteht.

6.5 Die Klägerin erhielt am 6. Juni 2018 die Kündigung per Ende Juli 2018 (Urk. 2/6). Die vertraglich vereinbarte einmonatige Kündigungsfrist (vgl. Urk. 2/5 S. 8 Ziff. 3.3 ) ist ab dem Vertragsende durch Rückwärtsrechnung zu bestimmen (BGE 134 III 354), mithin dauert e die Kündigungsfrist vom 1. bis 31. Juli 2018. Da die Klägerin erst am 30. Juli 2018 erkrankte, war die Kündigung gültig (Art. 336c Abs. 2 OR) und 29 Tage der Kündigungs f rist liefen ab 1. Juli 2018. Die Arbeits unfähigkeitszeugnisse von Dr. A.___ vom 31. Juli und 10. August 2018 (Urk. 13 /2 und Urk. 13/3) wiesen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 30. Juli bis 4. August und vom 6. bis 17. August 2018 aus. Ein weiteres A ttest von Dr. A.___ v om 22. Oktober 2018 (Urk. 13/5) bescheinigte eine Arbeitsun fähigkeit v on 100 % vom 17. August bis 31. Oktober 2018. Dieses wurde jedoch erst Monate nach dem betreffenden beziehungsweise attestierten Zeitraum aus gestellt. Die Glaubwürdigkeit dieses Arztzeugnisses wird dadurch erheblich redu ziert, dass es einige Zeit später rückwirkend und damit nicht echtzeitlich ausge stellt wurde. Gemäss Empfehlungen zur Ausstellung von ärztlichen Zeugnissen der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich sind rückwirkende Zeugnisse nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt, wobei die Rückwirkungsdauer in jedem Fall eine Woche nicht überschreiten sollte (www.aerzte-zh.ch, unter Informationen, dann Merkblätter). Das Zeugnis vom 22. Oktober 2018 entspricht diesen Vorgaben keineswegs, zumal die Arbeitsunfähigkeit für eine längst vergangene Zeitperiode bescheinigt wurde. Aus diesem Grund vermag dieses Zeugnis mangels echtzeit li cher fachärztlicher Bescheinigung nicht den Beweis für eine vorliegende Arbeits unfähigkeit der Klägerin in dieser Zeitperiode zu erbringen. Aus fachärztlicher Sicht attestierte Dr. D.___ erst ab 1. Oktober 2018 eine vollständige Arbeits unfähigkeit (vgl. vorstehend E. 5.5), wobei er darauf hinwies, dass verlaufsanam nestisch bereits im Juli 2018 depressive Beschwerden bestanden h ätt en, die jedoch damals noch nicht arbeitsrelevant gewesen seien (vgl. vorstehend E. 5.4). Daraus folgt, dass mit echtzeitlich ärztlicher Bescheinigung nur eine lückenlose Arbeitsunfähigkeit der Klägerin bi s 17. August 2018 ausgewiesen war, wobei der 5. August 2018 auf einen Sonntag fiel und demzufolge vom Hausarzt nicht als Kr ankheitstag ausgewiesen wurde. Demzufolge liefen die restliche n zwei fehlen de n Tag e der Kündigungsfrist ab dem 18. August 2018 und somit bis zum 19. August 2018 (Art. 336c Abs. 2 OR). Gemäss Art. 336c Abs. 3 OR erstreckte sich das Arbeitsverhältnis bis Ende August 2018. Zu diesem Zeitpunkt schied auch die Klägerin aus dem versicherten Personenkreis aus (Art. 9.3 lit. a AVB). Da Dr. D.___ nachvollziehbar darlegte, dass die depressiven Beschwerden mögli cher weise im September 2018 begonnen und sicher ab Oktober 2018 zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hätten und zuvor lediglich eine nicht im Zusammenhang mit einer Depression stehende adäquate Reaktion auf die Belastungen am Arbeitsplatz bestanden habe (vgl. vorstehend E. 5.4), und auch aus der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung hervor geht, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung erst ab September 2018 einge treten sei (Urk. 13/24 Ziff. 6.1), lag folglich im Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis keine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vor. Damit erlosch auch der Versicherungsschutz der Beklagten per Ende August 2018 (Art. 9.3 lit. a AVB) mit der Konsequenz, dass für eine später eingetretene Arbeitsunfähigkeit keine Versicherungsdeckung besteht. Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses - wie erwähnt - keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (mehr) bestand und eine solche frühestens ab Oktober 2018 ärztlich überwiegend wahrscheinlich ausge wiesen war (vgl. vorstehend E. 5.4 f.), besteht auch keine Nachleistungspflicht der Beklagten (Art. 9.4 AVB). Ebenso wenig ist die Klägerin für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfalle gemäss Art. 17.2 AVB versichert, zumal auch ein Wechsel in die Einzelversicherung gemäss Art. 11 AVB weder dokumentiert noch von den Parteien erwähnt wurde.

Da bei der Klägerin im Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses wie erwähnt keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (mehr) bestand und eine solche frühestens ab Oktober 2018 ärztlich überwiegend wahrscheinlich ausge wiesen war (vgl. vorstehend E. 5.4 f.), besteht auch keine Nachleistungspflicht der Beklagten (Art. 9.4 AVB). Ebenso wenig ist die Klägerin für allfällig später eingetretene Krankheiten und/oder Rückfalle gemäss Art. 17.2 AVB versichert, zumal auch ein Wechsel in die Einzelversicherung gemäss Art. 11 AVB weder dokumentiert noch von den Parteien erwähnt wurde. Aufgrund der 30-t ägigen Wartefrist (vgl. Urk. 13/12 S. 2) hätte überdies auch kein Anspruch auf ein Taggeld für die ausgewiesenen Kran kentage im Juli und August 2018 bestanden. Diesfalls greift gegebenenfalls der gesetzliche Lohnfort zahlungsanspruch der Klägerin gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin ge stützt auf Art. 324a OR.

Aufgrund der 30-t ägigen Wartefrist (vgl. Urk. 13/12 S. 2) hätte überdies auch kein Anspruch auf ein Taggeld für die ausgewiesenen Kran kentage im Juli und August 2018 bestanden. Diesfalls greift gegebenenfalls der gesetzliche Lohnfort zahlungsanspruch der Klägerin gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin ge stützt auf Art. 324a OR. 6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klägerin den ihr obliegenden Beweis für die von ihr behauptete, ab Ende August 2018 fortbestehende vollständige Arbeit sunfähigkeit nicht erbracht hat.

6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klägerin den ihr obliegenden Beweis für die von ihr behauptete, ab Ende August 2018 fortbestehende vollständige Arbeit sunfähigkeit nicht erbracht hat. Dies führt zur Abweisung der Klage.

Dies führt zur Abweisung der Klage. 7.

7. 7.1 Das Verfahren ist kostenlos (vgl. Art. 114 lit. e ZPO i.V.m. § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bun desgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1).

7.1 Das Verfahren ist kostenlos (vgl. Art. 114 lit. e ZPO i.V.m. § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bun desgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1). 7.2 Die Beklagte wurde nicht durch einen externen Anwalt vertreten. Sie hat somit praxisgemäss - mangels eines besonderen Aufwandes (vgl. BGE 110 V 72 E. 7) - keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung ( BGE 133 439 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 4A_3 55/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2).

7.2 Die Beklagte wurde nicht durch einen externen Anwalt vertreten. Sie hat somit praxisgemäss - mangels eines besonderen Aufwandes (vgl. BGE 110 V 72 E. 7) - keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung ( BGE 133 439 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 4A_3 55/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2). 7.3 Nach § 34 Abs. 3 GSVGer bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Nachdem Rechtsanwalt Urs P. Keller keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach Erm essen festzusetzen (vgl. Urk. 19 Dispositiv-Ziffer 2). In Berücksichtigung der vorstehend genannten Kriterien ist die aus der Gerichts kasse zu erbringende Entschädigung von Rechtsanwalt Urs P. Keller bei Anwen dung des gerichtsü blichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwer t steuer) ermessensweise auf Fr. 2‘6 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert steuer) festzusetzen.

7.3 Nach § 34 Abs. 3 GSVGer bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Nachdem Rechtsanwalt Urs P. Keller keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach Erm essen festzusetzen (vgl. Urk. 19 Dispositiv-Ziffer 2). In Berücksichtigung der vorstehend genannten Kriterien ist die aus der Gerichts kasse zu erbringende Entschädigung von Rechtsanwalt Urs P. Keller bei Anwen dung des gerichtsü blichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwer t steuer) ermessensweise auf Fr. 2‘6 00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert steuer) festzusetzen. Die Klägerin i st auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nach zahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.

Die Klägerin i st auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nach zahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist. Das Gericht erkennt:

Das Gericht erkennt: 1. Die Klage wird abgewiesen.

1. Die Klage wird abgewiesen. 2. Das Verfahren ist kostenlos.

2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Der Beklagten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.

3. Der Beklagten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 4. Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Klägerin, Rechtsanwalt Urs P. Keller, Zollikon, wird mit Fr. 2’600.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Klägerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.

4. Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Klägerin, Rechtsanwalt Urs P. Keller, Zollikon, wird mit Fr. 2’600.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die Klägerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen. 5. Zustellung gegen Empfangsschein an:

5. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Urs P. Keller

Rechtsanwalt Urs P. Keller - Helsana Versicherungen AG

Helsana Versicherungen AG - Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA

Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA sowie an:

sowie an: - Gerichtskasse

Gerichtskasse 6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber

Grieder-MartensBrühwiler