Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03481.jsonl.gz/676

Haben Sie auch schon viel Zeit dafür eingesetzt, ein Produkt wie z.B. einen Staubsauger möglichst günstig zu bekommen? Wenn Sie erfolgreich sind, sparen Sie durch gründliche Recherche vielleicht 50 Franken ein und freuen sich darüber. Treiben Sie diesen Aufwand auch für die Geldanlage? Und geht es da nicht um viel höhere Beträge? Wir geben Ihnen hier eine Übersicht, welche Fragen Sie sich bei der Geldanlage stellen sollten.
Ziele definieren
In der Literatur und einschlägigen Ratgebern ist im Zusammenhang mit der Geldanlage üblicherweise vom «magischen Dreieck» der Geldanlage die Rede: Sicherheit, Rendite, Verfügbarkeit. Sie möchten alle drei? Klar, aber genau hier liegt die Problematik, denn die Ziele des «magischen Dreiecks» beinhalten Konflikte. Sie müssen sich entscheiden: Wie wichtig sind für Sie grosse Sicherheit, hohe Rendite oder schnelle Verfügbarkeit?
Die Definition der Ziele kann nur im Einklang mit einer ehrlichen Beurteilung Ihrer persönlichen Situation erfolgen. Wie gut schlafen Sie noch, wenn Sie 10%/20%/30% Ihres Vermögens durch Kursrückgänge verloren haben? Wann brauchen Sie die Mittel wieder? Wofür? Die Beantwortung dieser Fragen führt Sie zu Ihrer individuellen Risikobereitschaft (Wieviel Risiko will ich eingehen?) und Risikofähigkeit (Wieviel Risiko kann ich eingehen?).
Und dabei hört es noch lange nicht auf. Es gibt weitere Ziele, die Sie mit der Geldanlage anstreben können. Möchten Sie Gutes tun? Möchten Sie Ihr Geld möglichst nachhaltig anlegen? Möchten Sie bestimmte Bereiche der Wirtschaft fördern oder explizit ausschliessen?
Eigene Rolle festlegen
Wenn Sie Ihre Ziele sauber definiert haben, liegt bereits ein gutes Stück Arbeit hinter Ihnen. Als nächstes müssen Sie sich fragen, welche Rolle Sie selber bei der Geldanlage spielen wollen. Wollen Sie entscheiden, in welchen Märkten Sie mit welchen Anlageinstrumenten wieviel investieren? Oder sind Sie bereit, die Entscheide zu delegieren? Diverse Studien zeigen, dass sich Anleger systematisch überschätzen. Ebenso werden die Ergebnisse der eigenen Entscheidungen zu positiv beurteilt, d.h. Gewinne werden den eigenen Fähigkeiten zugeschrieben, während Verluste ignoriert oder einfach ausgesessen werden. Die überwiegende Mehrheit der Anleger würde wohl besser fahren, wenn die Vermögensverwaltung delegiert würde.
Die Delegation von Vermögensverwaltungsentscheiden ist nicht nur für Private Banking Kunden möglich. Auch Kleinanleger können über sogenannte Portfolio- oder Mischfonds von einer gut diversifizierten aktiv gemanagten Vermögensverwaltung profitieren.
Anlagestrategie definieren
Wenn Sie Ihre Ziele inklusive Ihrer Risikobereitschaft und Ihres Anlagehorizontes festgelegt haben und sich über Ihre eigene Rolle im Klaren sind, kann die Anlagestrategie definiert werden. Soll Ihr Geld aktiv und chancenorientiert angelegt werden oder ziehen Sie eine kostengünstige passive Anlagestrategie vor? Sollen Ihre Mittel vor allem in der Schweiz ohne Währungsrisiko angelegt oder sollen sie global diversifiziert werden? Möchten Sie bestimmte Märkte über- oder untergewichten? Wollen Sie in Zeiten von Negativzinsen überhaupt Geld in Obligationen anlegen? Sind Sie an Hedge Funds, Edelmetallen oder Private Equity interessiert? Selbst wenn Sie die Anlageentscheide delegieren, sollten Sie sich zu diesen Fragen ein paar Gedanken machen, um die grobe Richtung vorgeben zu können.
Anbieter auswählen
Wo kriegen Sie gute Anlageempfehlungen? Wer hat in der Vergangenheit gute Renditen erzielt? Ab welchem Anlagebetrag sind Sie bei welchen Anbietern willkommen? Welche Anbieter zahlen ihren Beratern hohe Boni, wenn sie teure oder bankeigene Produkte verkaufen? Wie hoch sind Vermögensverwaltungs-, Depot- und Transaktionsgebühren? Es gibt in der Schweiz 260 Banken und zwischen 2’000 und 3’000 unabhängige Vermögensverwalter. Welche davon passen zu Ihren Bedürfnissen und Vorstellungen?
Fazit
Die Anzahl und die Komplexität der rund um die Geldanlage zu beantwortenden Fragen ist hoch. Wer über ein grosses, fundiertes Wissen im Finanzbereich verfügt, kann diese Fragen durchaus im Alleingang durcharbeiten und zu guten Lösungen gelangen. Eine realistische Selbsteinschätzung ist dabei unentbehrlich. Die überwiegende Mehrheit der Anleger sollte dafür eine Bank oder einen Vermögensverwalter in Anspruch nehmen: Ein guter, seriöser Anbieter führt Sie durch den Prozess und hilft Ihnen dabei, die Fragen richtig und fundiert zu beantworten. Anleger mit einem verfügbaren Vermögen von mindestens CHF 500’000 können für die Auswahl des Anbieters kostenlos auf FinGuide zugreifen. Anleger, die (noch) nicht über dieses Vermögen verfügen, können sich auf Vergleichsplattformen ein erstes Bild über die Anbieter verschaffen.