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Die Bezeichnung Pragmatismus steht für eine philosophische Lehre, in welcher Konzepte der Pragmatik invertiert verallgemeinert werden. Dabei geht der urspüngliche Sinn der Pragmatik verloren. C. Peirce, der diese Komplikationen erkannte, bezeichnete seinen eigenen Pragmatismus als Pragmatizismus. C. Morris hat in Anlehnung an C. Peirce eine Semiotik entwickelt, in welcher der Pragmatismus wieder auf die Pragmatik konkretisiert wird.
Als Pragmatismus bezeichne ich - einer Konvention folgend - eine philosophische Tradition, in welcher das praktische Handeln - das dort im Ausdruck Pragma gemeint ist - in dem Sinne über die theoretische Vernunft gestellt wird, als jede Theorie aus einer Praxis abgeleitet angenommen wird.
Pragmatismus wurde von C. Peirce im Kontext einer Zeichentheorie (Semiose) als Alternative zum Ansatz von F. de Saussure und als behavioristische Alternative zur "introspektiven Schulpsychologie" entwickelt. (C. Morris)
In der Philosophie wird Pragmatismus als Nützlichkeitstheorie kritisiert, auch weil er Dewey's Instrumentalismus und Bridgmans Operationalismus aufgenommen hat. Neuen Schwung erhielt der Pragmatismus durch W. Quine, der Begriffe in Anschauungen verordnet, die sich nicht verifizieren lassen, sondern einer jeweiligen Praxis geschuldet sind. Vor allem R. Rorty hat in Kontext des linguistic turn die Funktion der Sprache betrachtet und so die "pragmatische Philosophie" geöffnet.
Die Aufsatzreihe von C. Peirce (1877/78) gilt als Geburtsstunde des Pragmatismus bezeichnet:
The Fixation of Belief (1877), How to Make Our Ideas Clear (1878), The Doctrine of Chances (1878), The Probability of Induction (1878), The Order of Nature (1878), Deduction, Induction, and Hypothesis (1878)
Ich beziehe mich ausschliesslich auf die von C. Morris verwendete Unterscheidung zwischen Semantik und Pragmatik, die oft einer begrifflich chaotischen Linguistik zugerechnet wird.
In seinem semiotischen Dreieck hat C. Morris die Differenz zwischen Semantik und Pragmatik anschaulich dargestellt.