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Ausland
Zwischenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) werden in Mol und Dessel betrieben. Dessel besitzt zudem ein Zwischenlager für hochaktive Abfälle (HAA). Verbrauchte Brennelemente (BE) werden in Doel und Tihange zwischengelagert. Ein oberirdisches Endlager für SMA ist in Dessel in Vorbereitung.
Für SMA ist in Dessel ein oberirdisches Lager in Vorbereitung. 2006 hat die belgische Regierung dem Bau des Lagers zugestimmt. Die nationale Organisation für radioaktive Abfälle (Ondraf, Organisme national des déchets radioacitfs et des matières fissiles enrichies) hat das Bewilligungsgesuch für den Bau und Betrieb eines Lagers Anfang 2013 eingereicht. Das Lager wird voraussichtlich 2020 in Betrieb gehen.
Einen Bericht über die grundsätzliche Machbarkeit der geologischen Lagerung von HAA in Tongestein (Boom-Tone) hat die Ondraf 2001 vorgelegt. Ende 2011 hat sie einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen eingereicht. Nun soll die Regierung die Entsorgungsstrategie festlegen.
Die Boom-Tone werden seit 1973 untersucht, seit 1984 in einem Felslabor in Mol.
Die radioaktiven Abfälle werden in zentralen Zwischenlagern in Ahaus, Gorleben und Lubmin zwischengelagert. Für verbrauchte Brennelementen gibt es zudem dezentrale Zwischenlager an den Kernkraftwerksstandorten. Letztendlich sollen die radioaktiven Abfälle in geologische Tiefenlager verbracht werden. Anfang 2014 wurde das Auswahlverfahren für mögliche Standorte für geologische Tiefenlager neu gestartet.
Deutschland verfügt über drei zentrale Zwischenlager: Ahaus (für verbrauchte Brennelemente, in Betrieb seit 1992), Gorleben (schwach- und mittelaktive Abfälle seit 1983, hochaktive Abfälle und verbrauchte Brennelemente seit 1995) und Zwischenlager Nord bei Lubmin (schwach- und mittelaktive Abfälle sowie verbrauchte Brennelemente seit 1999). Dezentrale Zwischenlager für verbrauchte Brennelemente gibt es zudem bei den Kernkraftwerksstandorten.
Anfang 2014 wurde das Standortauswahlverfahren für geologische Tiefenlager neu organisiert. In diesem Zusammenhang wurde ein neues Bundesamt für kerntechnische Entsorgung (BfkEG) aufgebaut, welches das Standortauswahlverfahren für hochaktive Abfälle (HAA) führt und reguliert. Für die schwach- und mittelakiven Abfälle (SMA) laufen in Deutschland mehrere Endlagerprojekte.
Von 1971 bis 1998 wurden SMA im stillgelegten Salzbergwerk Morsleben eingelagert. Das Lager wurde in den letzten Jahren verfüllt, die Stilllegung für die Anlage ist beantragt und das Genehmigungsverfahren im Gange.
Zwischen 1967 und 1978 wurden im ehemaligen Salzbergwerk Asse Versuchseinlagerungen für SMA vorgenommen. Seit 2009 prüft das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mögliche Stilllegungsoptionen für die Anlage, wobei die Rückholung als vorzugswürdig erachtet wurde.
Für ein geologisches Lager für Abfälle mit geringer Wärmeentwicklung (SMA) im ehemaligen Eisenerzbergwerk Konrad liegt die Baubewilligung des niedersächsischen Umweltministeriums vor. Nach der Entscheidung des Bundes im Jahr 2007, die Schachtanlage Konrad als Endlager für radioaktive Abfälle einzurichten, sind die Arbeiten zur Umrüstung aufgenommen worden. Ob das Endlager wie zuletzt geplant 2022 seinen Betrieb aufnehmen kann, ist ungewiss.
Der Salzstock Gorleben steht als mögliches Endlager für HAA zur Diskussion. 1986 wurde mit dem Bau eines Bergwerkes begonnen, um die Eignung des Salzstockes zu erkunden. Die Untersuchungsarbeiten wurden jedoch mit Inkrafttreten des neuen Standortauswahlgesetzes im Juli 2013 beendet. Bis Mitte 2016 wird die neue Endlagerkommission «Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe» Vorschläge und Kriterien für ein neues Standortauswahlverfahren erarbeiten.
An den beiden Kernkraftwerksstandorten Olkiluoto und Loviisa sind zwei geologische Lager für schwach-und mittelaktive Abfälle (SMA) sowie ein Nasslager für verbrauchte Brennelemente (BE) in Betrieb. Im Felslabor Onkalo auf der Halbinsel Olkiluoto laufen geologische Untersuchungen. Hier sollen in Zukunft hochaktive Abfälle (HAA) wie verbrauchte Brennelemente sowie langlebige mittelaktive Abfälle (LMA) eingelagert werden.
An den beiden Kernkraftwerksstandorten Olkiluoto und Loviisa gibt es Nasslager für BE.
SMA werden seit 1992 in einem geologischen Lager für Betriebsabfälle in Olkiluoto gelagert. Die Lagerkavernen befinden sich 100 Meter unter der Erdoberfläche im Kristallingestein. Auch in Loviisa gibt es seit 1998 110 Meter unter der Erdoberfläche ein SMA-Lager, ebenfalls im Kristallingestein.
Die Pläne für ein geologisches Lager LMA und BE in Olkiluoto wurden 2001 vom Parlament genehmigt. Die Bauarbeiten für das standortspezifische Felslabor Onkalo starteten 2004. Seitdem untersucht Posiva (Organisation für die Entsorgung radioaktiver Abfälle und Eigentümerin zweier Elektrizitätsgesellschaften) den Standort und gewinnt wichtige Informationen zur Geologie und zu den optimalen Ausbruchs- und Lagerungstechniken. Die Baubewilligung für das geologische Tiefenlager für verbrauchte Brennelemente wurde Posiva im November 2015 erteilt; 2020 soll das Betriebsbewilligungsgesuch eingereicht werden. Das geologische Lager könnte ab ca. 2022 seinen Betrieb aufnehmen.
Die radioaktiven Abfälle werden in mehreren oberirdischen Zwischenlagern gelagert. Für kurzlebige schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) existieren bereits zwei oberflächennahe Lager. Für hochaktive Abfälle (HAA) ist ein geologisches Tiefenlager geplant.
Für kurzlebige SMA existieren zwei oberflächennahe Lager. Von 1969 bis 1994 wurden kurzlebige SMA im Centre de la Manche eingelagert. Das Centre de l'Aube ist seit 1992 in Betrieb. Für sehr schwach radioaktive Abfälle ist seit 2003 in Morvilliers ein Lager in Betrieb. Ein Lager für langlebige SMA ist in Planung.
Für HAA ist ein geologisches Tiefenlager geplant. Die Andra (Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs) betreibt in Bure ein Felslabor in Tongestein. Der potenzielle Lagerstandort befindet sich im gleichen Gebiet in einem Abstand von mehreren Kilometern vom Felslabor und wird gegenwärtig erkundet. Es ist geplant, 2015 das Baubewilligungsgesuch für das Tiefenlager einzureichen. 2025 soll der Pilotbetrieb und zwischen 2030 und 2035 der offizielle Betrieb aufgenommen werden.
Schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) werden in Sellafield sowie an über 30 weiteren Standorten oberirdisch zwischengelagert. In Sellafield befindet sich zudem das Lager für hochaktive Abfälle (HAA) und verbrauchte Brennelemente (BE). Mitte 2014 wurde eine angepasste Strategie zur Suche nach Standorten für geologische Tiefenlager verabschiedet.
SMA werden beispielsweise seit 1957 in Dounreay und 1959 in Drigg oberflächennah gelagert. Die Regierung hat 2007 die Strategie zur Entsorgung der SMA verabschiedet.
Die definitive Entsorgung von HAA und verbrauchten BE soll in geologischen Lagern erfolgen. Die Entsorgungsstrategie hat die Regierung 2008 festgelegt. Das Standortwahlverfahren basiert auf freiwilligen Bewerbungen potenzieller Standortgemeinden und ist im Gang. Mitte 2014 hat die Regierung eine angepasste Strategie zur Standortsuche verabschiedet und bestätigt, dass sie an geologischen Tiefenlagern festhält.
In Borssele werden schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) zwischengelagert. Hochaktive Abfälle (HAA) werden langfristig für zirka 100 Jahre bei Vlissingen zwischengelagert.
HAA werden seit 2003 langfristig für zirka 100 Jahre im Zwischenlager HABOG (Hoogradioactief Afval Behandelings Gebouw) bei Vlissingen oberirdisch gelagert. Durch dieses Vorgehen sollen die Rückholbarkeit gewährleistet und genügend finanzielle Mittel für die Durchführung eines Entsorgungsplans sichergestellt werden. Zurzeit führt die COVRA (Centrale organisatie voor radioactief afvall) ein Forschungs- und Demonstrationsprogramm in möglichen Wirtgesteinen, den Salz- und Tonablagerungen, durch.
Schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) werden an den Kernkraftwerksstandorten Barsebäck, Ringhals und Oskarshamn sowie beim Studsvik Research Center zwischengelagert. In Oskarshamn gibt es zudem ein unterirdisches Nasslager für verbrauchte Brennelemente (BE). Beim Kernkraftwerksstandort Forsmark ist ein geologisches SMA-Lager in Betrieb. Ein geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle (HAA) in Forsmark ist in Planung. Zur Untersuchung des kristallinen Untergrunds dient das Felslabor Äspö.
SMA werden an Kernkraftwerksstandorten in Barsebäck, Ringhals sowie Oskarshamn und beim Studsvik Research Center zwischengelagert.
Für BE existiert seit 1985 ein zentrales unterirdisches Nasslager am Kernkraftwerksstandort Oskarshamn (CLAB-Zwischenlager). Eine Erweiterung dieser Anlage wurde 2008 abgeschlossen.
Seit 1988 ist am Kernkraftwerksstandort Forsmark ein SMA-Lager in Kristallingestein in Betrieb. Die SKB (Svensk Kärnbränslehantering AB), die schwedische Organisation für die Entsorgung radioaktiver Abfälle, plant eine Erweiterung dieses Lagers. Das entsprechende Bewilligungsgesuch soll 2014 eingereicht werden. Für 2022 ist die Aufnahme des Betriebs geplant.
Im Hinblick auf ein geologisches Tiefenlager für BE wurden von 2002 bis 2007 umfangreiche Standortuntersuchungen im Kristallingestein in Oskarshamn und Forsmark durchgeführt. Die SKB hat 2009 den Standort Forsmark vorgeschlagen. 2011 hat sie das entsprechende Bewilligungsgesuch eingereicht. Der Betrieb könnte um das Jahr 2026 herum beginnen.
Im Felslabor Äspö bei Oskarshamn wird seit 1995 der kristalline Untergrund untersucht. Zudem betreibt Schweden in Oskarshamn ein «Canister Laboratory», in dem Methoden zum Verschliessen und Testen von Abfallbehältern entwickelt werden. Eine Konditionierungsanlage für BE (Einschluss in Kupferbehälter) ist in Planung. Im Jahr 2006 wurde ein entsprechendes Baubewilligungsgesuch eingereicht.
Die radioaktiven Abfälle werden an den Standorten der Kernkraftwerke zwischengelagert. Für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) existiert ein oberirdisches Endlager. Ein zentrales Zwischenlager in Villar de Cañas wird 2018 den Betrieb aufnehmen.
SMA werden seit 1992 im oberirdischen Endlager El Cabril gelagert. Am gleichen Ort ist seit 2008 ein Lager für sehr schwachaktive Abfälle in Betrieb.
Der Schwerpunkt der Planung der Lager für radioaktive Abfälle lag bis anhin auf den zentralen Zwischenlagern. Ein neues Programm für «Geologische Tiefenlagerung» wurde 2014 gestartet. Das Standortauswahlverfahren soll 2017 starten. Der Betrieb soll 2068 aufgenommen werden. Standortunabhängige Sicherheitsberichte für geologische Lager für hochaktive Abfälle (HAA) in Granit und Tongestein liegen vor.
Die radioaktiven Abfälle werden an verschiedenen Orten zwischengelagert. In Rokkasho beispielsweise existiert ein Zwischenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA), hochaktive Abfälle (HAA) und verbrauchte Brennelemente (BE). In Rokkasho-mura gibt es ein oberirdisches Endlager für SMA-Abfälle.
Für SMA- und HAA-Abfälle existiert seit 1992 ein Zwischenlager in Rokkasha, in das seit 1999 auch BE eingelagert werden. BE werden ausserdem an den Reaktorstandorten zwischengelagert. In Mutsu befindet sich gegenwärtig ein BE-Zwischenlager mit grösserer Kapazität in Bau. Verschiedene Forschungsorganisationen betreiben eigene SMA-Zwischenlager, beim Forschungszentrum der JAEA (Japan Atomic Energy Agency) in Tokai werden auch HAA zwischengelagert. Für Abfälle aus Fukushima werden Optionen evaluiert.
In Rokkasho-mura gibt es seit 1992 ein oberirdisches SMA-Endlager. Die Planung eines Lagers rund 100 m unter der Erdoberfläche für Stilllegungsabfälle ist im Gang. Weiter hat die Regierung 2008 die JAEA beauftragt, ein oberirdisches Lager für Abfälle aus Medizin und Forschung zu planen und zu realisieren. Das Standortauswahlverfahren ist dazu in Entwicklung.
Für HAA plant die NUMO (Nuclear Waste Management Organization of Japan) ein geologisches Lager. Die Standortwahl sollte bis 2025 erfolgen, die Betriebsaufnahme ist für 2035 geplant.
Im ehemaligen Eisen- und Kupferbergwerk Kamaishi und im Uranbergwerk Tono betrieb die JAEA von 1988 bis 1998 respektive von 1986 bis 2003 Felslabors im Granitgestein. Zurzeit bauen sie zusätzliche Felslabors in Horonobe im Sedimentgestein und in Mizunami im Kristallingestein.
Die radioaktiven Abfälle werden im zentralen Zwischenlager und an Kernkraftwerkstandorten zwischengelagert. Ein Endlager für Altlasten aus der Radium- und Uran-Aufbereitung ist in der Umsetzungsphase. Das Standortauswahlverfahren für ein geologisches Lager für hochaktive Abfälle (HAA) läuft.
Schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) werden im zentralen Zwischenlager (Western Low and Intermediate Level Waste Management Facility, WWMF, Bruce Site) und an Kernkraftwerksstandorten zwischengelagert. Verbrauchte Brennelemente (BE) werden ebenfalls an Kernkraftwerksstandorten zwischengelagert.
Für SMA ist in Kincardine ein geologisches Lager geplant. Das zugehörige Bewilligungsverfahren hat 2005 begonnen. Der Betrieb könnte 2020 aufgenommen werden. Altlasten aus der Radium- und Uran-Aufarbeitung sollen in Port Hope in einem oberflächennahen Lager untergebracht werden. Die dafür nötige Bewilligung hat die Aufsichtsbehörde CNSC (Canadian Nuclear Safety Commisson) 2009 erteilt. Die Umsetzungsphase hat 2012 begonnen.
Für HAA soll langfristig auch ein geologisches Lager gebaut werden. Das Standortauswahlverfahren hat 2010 begonnen. Das Verfahren basiert auf freiwilligen Bewerbungen von Standortgemeinden. Ende 2013 waren noch 15 Gemeinden beteiligt. Die ersten Machbarkeitsstudien sind bereits abgeschlossen. Intensive Feldarbeiten sind zurzeit in 4 Gemeinden geplant.
Von 1990 bis 2001 wurde bei Lac du Bonnet ein Felslabor betrieben. Dieses wird zurzeit verschlossen.
An mehreren Kernkraftwerksstandorten existieren dezentrale Zwischenlager. Für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) gibt es mehrere oberflächennahe Endlager. Für militärische Transuran-Abfälle existiert bereits ein geologisches Lager.
In Hanford WA betreibt das DOE (Department of Energy) mehrere Zwischenlager für SMA und LMA. Zudem gibt es in 33 Staaten dezentrale Zwischenlager an 72 Kernkraftwerk-Standorten. Im Rahmen einer neuen Entsorgungsstrategie ist eine neue, zentrale Anlage geplant, die 2025 in Betrieb gehen soll.
Für SMA betreibt das DOE fünf staatliche Lager. Weiter gibt es insgesamt acht nicht-staatliche oberflächennahe Lager, wovon vier bereits geschlossen wurden.
Für hochaktive Abfälle (HAA) stand mit dem Yucca Mountain ein vom Kongress bewilligter Standort in Tuffgestein zur Verfügung. Die Regierung möchte diese Option aber nicht weiterverfolgen und hat eine Kommission (Blue Ribbon Commission on America`s Nuclear Future) damit beauftragt, mögliche Entsorgungsalternativen zu untersuchen. Die Kommission hat ihren Schlussbericht Anfang 2012 veröffentlicht. Sie bezeichnet die geologische Tiefenlagerung als beste Vorgehensweise aus wissenschaftlicher Sicht. Eine Arbeitsgruppe prüft nun die weiteren Schritte.
In Carlsbad, New Mexico betreibt das DOE das Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) seit 1999. Dieses ist ein Lager für militärische Transuran-Abfälle. Der Verschluss des WIPP ist für 2030 vorgesehen.