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Im März 2006 sollte die Schweizer Luftwaffe ein in Not geratenes Kleinflugzeug sicher auf den Boden bringen. Doch statt zu helfen, erwies sich die Luftwaffe selber als Risiko. Das Büro für Flugunfalluntersuchungen (BFU) bewertet das Abfangmanöver als «schweren Vorfall».
Am 2. März 2006 startet im deutschen Egelsbach ein privates Kleinflugzeug des Typs Piper Seneca bei schlechtem Wetter Richtung Schweiz mit dem Ziel Lugano. Kurze Zeit später ändert der Pilot in Absprache mit der Bodenleitstelle sein Landeziel, neu will der Pilot Locarno anfliegen. 45 Minuten nach dem Start fallen die Batterien und folglich der Funkkontakt sowie der Transponder aus. Das Flugzeug ist auf dem Radar der Luftraumüberwachung nicht mehr sichtbar.
Das Flugzeug fliegt nun ohne genaue Angaben über Höhe und Route in die Schweiz. Es wird für den zivilen Flugverkehr zu einem Sicherheitsrisiko. Deshalb fordert die Schweizer Luftraumüberwachung militärische Hilfe an. Zwei F-5 Tiger Kampfflugzeuge sollen das Flugzeug eskortieren, müssen aber kurze Zeit später mangels Sprit wieder abdrehen.
«Schwerer Vorfall»
Zwei F/A-18-Kampfjets übernehmen nun. Ein F/A-18-Pilot manövriert sich vor die Seneca und versucht, den Piloten zur Landung in Lugano zu zwingen. Der Pilot der Privatmaschine kann sich das Verhalten des Kampfjetpiloten nicht erklären, er hat wegen vereisten Seitenscheiben das militärische Treiben um sich bisher nicht bemerkt. Schliesslich tut er genau das,was er mit der Flugsicherung besprochen hat – er fliegt Locarno an und landet sicher. Laut dem BFU hatten die Militärs nichts von der mit der Luftraumüberwachung abgemachten Änderung des Zielflughafens mitgekriegt. Nur mit viel Glück ist die Situation glimpflich ausgegangen und endete nicht in einer Tragödie.
Das BFU untersuchte das Ereignis und bewertete es in seinem Abschlussbericht als «schweren Vorfall». Die Deutsche Fachzeitschrift «Pilot und Flugzeug» kommt zum vernichtenden Urteil: «Die Aktion zeigt vor allem, wie ungeeignet militärische Kampfflugzeuge für die Wahrnehmung luftpolizeilicher Aufgaben sind.»