Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/1878

- Fifa-Präsident Gianni Infantino will offenbar sämtliche wichtigen Rechte des Weltfussballverbandes für 25 Milliarden Dollar an eine private Investorengruppe verkaufen.
- Noch haben die Landesverbände und Kontinentalverbände nicht auf die neusten Enthüllungen der «Süddeutschen Zeitung» und des «Tagesanzeigers» reagiert.
- Doch Widerstand scheint programmiert.
Für Mark Pieth, den ehemaligen Vorsitzenden der unabhängigen Kommission für Good Governance bei der Fifa, ist klar: Einen Ausverkauf der Fifa-Rechte würden die Verbände nicht einfach so hinnehmen: «Wenn es tatsächlich so ist, dass die Fifa praktisch hinter ihrem Rücken verkauft werden sollte, werden sie schon noch aufwachen.»
Auch der SFV weiss davon
Offensichtlich wurde auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) von den wahren Absichten Infantinos überrascht. Auf Anfrage heisst es, man habe noch zu wenig gesicherte Informationen aus erster Hand für eine Stellungnahme. Der Verband habe am Freitag um Klärung beim Weltfussballverband angefragt.
Wiederwahl steht bevor
Im kommenden Jahr will sich der Walliser für eine zweite Amtszeit wählen lassen. Vor allem in Nordamerika und Europa dürften die Reaktionen auf seine Pläne harsch ausfallen.
Entsprechend wird sich Infantino nach den Worten von Pieth seine Unterstützer anderswo suchen müssen: «Die Frage ob er wiedergewählt wird, hängt im Wesentlichen davon ab, ob ihm die über 50 afrikanischen Stimmen nach wie vor gewiss sind.
Tognoni: Viele würden für mehr Geld alles machen
Eine Wiederwahl Infantinos hält ein anderer Experte, Guido Tognoni, durchaus für realistisch. Bis 2003 Mitglied des Fifa-Direktoriums, verweist darauf, dass der 25-Milliardendeal für viele nationalen Verbände ein attraktiver Köder ist: «Nicht zu unterschätzen ist, dass es in Afrika, Mittel- und Südamerika viele Verbände gibt, die für mehr Geld alles machen würden.»
Es könnte also durchaus sein, dass Infantino selbst dann wiedergewählt wird, wenn er seinen Plan in die Tat umsetzt. Also die Auslagerung sämtlicher relevanten Fernseh-, Marketing- und Digitalrechte aus der Fifa – einschliesslich der Rechte an den Weltmeisterschaften. Eine neue Firma unter Beteiligung der Fifa und privater Investoren würde die Rechte künftig verwalten – mit Infantino an der Spitze des Verwaltungsrats notabene.