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|Lisa Ekdahl

Biographie, Konzert, CDs
Artikel vom 6. Juli 2001
Biografie
1994
wurde Lisa Ekdahl mit 23 Jahren in Schweden mit ihrem Debüt-Album und dem
#1-Hit Vem Vet (Who Knows) auf einen Schlag zum Star. Die Platte verkaufte sich eine halbe Million
Mal.
Lisa erhielt dafür drei schwedische Musikpreise. Sie wurde u.a. als beste Künstlerin
ihres Landes ausgezeichnet. Auch in Dänemark und anderen skandinavischen
Staaten schlug die Platte ein.
Lisa war
übrigens von
einem EMI-Produzenten entdeckt worden. 1996 und 1997 folgten zwei weitere Pop-Alben, allerdings bereits für RCA/BMG:
Med
Kroppen Mot
Jorden und Bortom Det Blå.
Danach wandte sich Ekdahl mit When Did You Leave
Heaven
dem Jazz und der englischen Sprache zu. In Schweden war es 1998 ein erneuter
Hit und in Frankreich kamen neue Fans hinzu. In den USA dagegen wurde die bei RCA Victor erschiene Platte nicht
besonders freundlich aufgenommen. Lisas kindliche Stimme wurde (zurecht) als
für den Jazz ungeeignet eingestuft. Ihr darauffolgendes Album Back To
Earth, erneut mit Jazz-Standards und wie ihr Jazz-Debüt mit dem Peter Nordahl Trio aufgenommen,
erschien 1999. In Frankreich alleine verkaufte sich die Platte über 40,000
mal. Ihre Live-Auftritte in
Grossbritannien bescherten ihr ein positives Feedback, so im Telegraph und im Guardian.
Lisa
Ekdahls
sechstes und neuestes Album, Lisa Ekdahl
sings Salvadore Poe, zeugt von einer künstlerischen wie privaten
Neuorientierung. Auf einem Flug nach Indien lernte sie den Komponisten und Gitarristen
Salvadore Poe kennen und bald auch lieben. Sie heirateten und Lisa zog zu Poe nach New
York.
Wie der Titel
des neuen Albums bereits sagt, singt Lisa darauf ausschliesslich von ihrem Mann geschriebene
Songs. Es ist eine nostalgische Referenz an den Bossa Nova. Für
diese Musik ist ihre fragile und kindliche Stimme wie geschaffen. Das schlägt
sich auch in den Verkaufszahlen nieder. In Frankreich und
Skandinavien
hatte sich die dort zuerst herausgebrachte CD Lisa
Ekdahl Sings Salvadore Poe bis Anfang 2001 bereits über 120,000 mal
verkauft.
Salvadore Poe
wurde in New Jersey geboren. Er brachte sich das Gitarrenspiel selbst bei,
hörte Jimi Hendrix, Bob
Dylan und die Beatles und gründete als Teenager verschiedene Bands. Seine
Eltern hatten eine umfassende Jazz und Bossa Nova-Plattensammlung, die ihn
beeinflusste.
Mit
17 ging Poe ans Berklee
College in Boston, wo er Jazz-Komposition und Gitarre lernte. Chick Corea,
Miles Davis, Keith Jarrett, Weather Report, Pat Metheny und John McLaughlin
waren die Musiker, die ihm nun als Vorbild dienten. An der Wende von den
70er zu den 80er Jahren waren es U2, The Police oder The Cars. Poe betätigte
sich in Rockbands in New York und Boston als Gitarrist und Songschreiber.
In
den 90er Jahren arbeitete Salvadore Poe für Film
und Fernsehen. So schrieb er den Soundtrack für The Basketball Diaries
mit Leonardo di Caprio. Für den Musiksender VH1 komponierte er Musik für die
Sendungen The Rock and Roll Picture Show und The VH1 Fashion
Awards. Für CBS schrieb er Musik zu den Sendungen von den Olympischen
Winterspielen 1998. Auch CNN und die Autorennen in Daytona nahmen seine
Künste in Anspruch.
Danach
nahm Poe eine Auszeit und reiste zur Inspiration und zum Nachdenken nach
Indien. Auf der Reise traf er, wie oben erwähnt, Lisa Ekdahl, die seine Frau
wurde. Die
beiden Musiker entdeckten ihre gemeinsame Liebe für den Bossa Nova und daraus
entstand das vorliegende Album: Lisa Ekdahl Sings
Salvadore Poe.
Konzert im Kaufleuten Zürich, 24.
März 2001
Lisa
Ekdahls Konzert in Zürich stand im Zeichen ihres neuen Albums Lisa
Ekdahl sings Salvadore Poe. Sie wurde von Salvadore Poe an
der Gitarre, Magnus Lindgren an Saxophon und Flöte, Mathias Algotsson am
Klavier, Backa-Hans Eriksson am Bass und Jonas Holgersson am Schlagzeug
begleitet. Nach ihrem Debüt in Zürich 1998
war dies Lisa
Ekdahls zweiter Auftritt in der Limmat-Stadt; diesmal allerdings nicht mehr
vor 60 Personen im intimen Rahmen der Widder Bar, sondern im ausverkauften
Kaufleuten.
Lisa
Ekdahl begann den Abend mit Daybreak, dem ersten Titel auf ihrem neuen
Album. Ihre Stimme war so charmant wie auf der CD, lediglich der Bossa
Nova-Sound ihrer Begleitmusiker war zu Beginn etwas verschwommen.
Mit
I Don't Miss You Anymore fuhr sie etwas jazziger weiter. Magnus
Lindgren am Saxophon sorgte für die nötige Wärme. Mit Sunny Weather
kam das Bossa Nova-Feeling wieder voll zurück.
Since
You've Been Gone brachte eine dramatische Note ins Konzert. Erstaunlich
blieb den ganzen Abend, wie Lisa Ekdahls Gestik in völligem Gegensatz zu
ihrem Gesang stand. Sie wirkte ungelenk und steif, ihr Bossa Nova dagegen
sanft und geschmeidig.
The
Color of You stammte wie alle vorherigen Songs von Lisa Ekdahl sings
Salvadore Poe. Dann setzte sich Lisa auf eine Seite der Bühne und hörte
zu, wie ihre Band fegte. Einmal mehr war Magnus Lindgren am Saxophon der
herausragende Mann. Dann kam Lisa zurück und - in rotes Licht getaucht - bot
mit ihrer schmeichelnden Stimme ein Ballade, die mit den Worten "I will
never be without you" endete.
Ein
Song mit erneut starkem Bossa Nova-Touch, ein Duett mit ihrem Mann Salvadore
Poe, der sie allein an der Gitarre begleitete, sowie I've Never Seen
Anything Like You folgten. Das luftig-leichte
Klavierspiel von Mathias Algotsson
wurde leider zumeist von der Gitarre überdeckt. Vor allem Saxophon und
Gitarre, oft im Wechsel, fegten danach in einem längeren Instrumentalteil,
was das Zeug hielt.
How
Many More Times
begann mit jazzigeren und ruhigeren Klängen von
Mathias Algotsson am
Piano. Dann folgte mit Now or Never ein Song aus ihrem vorigen Album Back
to Earth. Stilistisch hatte die von Billie Holiday her bekannte Nummer mit
dem Bossa Nova natürlich nichts gemein. In gleichem Stil ging es weiter ehe,
nach einer Einlage der Querflöte, nach erst gut einer Stunde, der letzte Song
angekündigt wurde.
In Rivers of Love aus Lisa
Ekdahl sings Salvadore Poe kam der
Schlagzeuger Jonas Holgersson zu seiner ersten grösseren Einlage.
Als
erste Zugabe gab es I Will Be Blessed. Das süss-elegante Stück wurde
vom Publikum enthusiastisch begrüsst. Die sich gewohnt naiv-unschuldig
präsentierende Lisa Ekdahl wurde erneut vom Saxophon am besten unterstützt.
Auf
längeres Insistieren des Publikums hin gab es das einschmeichelnde und
zuckersüsse Only You als zweite Zugabe. Das Volk tobte weiter und so
kam die Band zurück, um zum zweiten Mal
Now
or Never darzubieten. Das Bossa Nova-Repertoire der Band umfasst wohl nur
die 14 Titel der neuen CD. Zum Abschluss gab es die zarte und eingängige
Ballade The Rhythm of Our Hearts, den einzigen neuen Titel, den die
Band noch nicht gespielt hatte, als vierte und letzte Zugabe.
Lisa
Ekdahl
ist keine begnadete Sängerin, doch sie macht das Beste aus ihren
Möglichkeiten. Ihre zerbrechlich-zarte Stimme kommt in den von Salvadore Poe
geschriebenen Bossa Novas glänzend zur Geltung. Für Jazz und die
dazugehörige Improvisationsfähigkeit dagegen scheint die schwedische
Sängerin nicht geschaffen zu sein. Ihre Zukunft dürfte wohl eher im
populären Bereich liegen. Es dürfte allerdings bald schwierig werden, ihre
kindliche Stimme glaubwürdig einzusetzen. Doch bereits mit ihrem Bossa
Nova-Album hat sie Fans und Kritiker positiv überrascht.
Weitere Artikel zu Musik: deutsch
+ English.

Foto Copyright: BMG.
Lisa Ekdahl sings Salvador Poe.
RCA Victor/BMG, 2000. Album bestellen bei Directmedia
Schweiz, Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.co.uk, Amazon.com.
1. Daybreak
2. Rivers of Love
3. Sunny Weather
4. Only You
5. The Color Of You
6. How Many More Times
7. I Will Be Blessed
8. Since You've Been Gone
9. I've Never Seen Anything Like You
10. I Don't Miss You Anymore
11. Nightingale
12. The Rhythm of Our Hearts
13. Sun Rose
14. Of My Conceit
Lisa Ekdahl, Peter Nordahl, Ronnie Gardiner,
Patrik Boman: Back to Earth.
RCA Victor/BMG,
2000. Bestellen bei Directmedia
Schweiz, Amazon.de, Amazon.com, Amazon.fr,
Amazon.co.uk.
Lisa Ekdahl: When Did You Leave Heaven. RCA Victor/BMG, 1997. Bestellen
bei Directmedia
Schweiz, Amazon.de, Amazon.com,
Amazon.co.uk, Amazon.fr.
Bortom Det Bla. RCA/BMG, 1997.
Med Kroppen Mot Jorden. RCA/BMG, 1996.
Lisa Ekdahl: Lisa Ekdahl, 1994.
Ihr Debüt-Album.
Lisa Ekdahl. Foto Copyright: BMG.