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Journalist, Moderator, Kommunikationsberater, Sachbuch-Autor und Fotograf
Von Kurt Meyer
Wer kennt ihn noch? Sicher alle Schülerinnen und Schüler, die mit ihm zur Schule gegangen sind. Sicher aber auch alle Lehrerinnen undLehrer, die ihn unterrichtet haben. Zu diesen Lehrern gehöre auch ich. Er hat zwar bei mir nur den Turnunterricht besucht, doch in einem Schulhaus und in einem Dorf wie Netstal sind auffällige Schüler schnell bekannt.
Aufgefallen ist Patrick der Lehrerschaft durch seine Begabung, seine Fantasie und seine Liebenswürdigkeit. Da er in der Schule wahrscheinlich etwas unterfordert war, spielte er in seiner Freizeit seine Begabung aus. Er schrieb eine Schülerzeitung, in der man Interviews und Geschichten lesen konnte. Da er auch ein guter Zeichner war, erfand er mit seiner blühenden Fantasie Comics-Geschichten, die vor allem von den Kindern geschätzt wurden, denen das Lesen etwas Mühe bereitete. Anfänglich druckte er sein Heftli im Büro des Gemeindeschreibers, weil sein Grossvater als Gemeinde-weibel im Gemeindehaus wohnte. Doch bald einmal hatte er von dem Verkauf seiner Zeitung so viel Geld beisammen, dass er sich einen eigenen Umdrucker kaufen konnte. Nun richtete er sich im Keller seines Wohnhauses seinen Zeitungsverlag ein. Er war nun Journalist, Lektor, Grafiker, Typograph, Drucker, Herausgeber und Verkäufer einer Zeitung. Längst war er über die Gemeindegrenze hinaus bekannt. Dies zeigte sich an der Kantonsschule in Glarus, wo er sofort eine zentrale Stellung in der Klasse einnahm und bei manchen witzigen Streichen federführend war. Auch bei der damaligen Zeitung "Glarner Nachrichten" hatte man Freude an seinen Beiträgen im Jugendforum und an seinen Reportagen im Lokalteil.
Ungern verliess er 1983 den Kanton Glarus Richtung Wallis, wo er in Brig das Gymnasium besuchte und daneben für die Zeitung "Walliser Bote" schrieb und fotografierte und beim "Radio Matterhorn“ in Zermatt moderierte. Dank seiner Sprachbegabung war er im Wallis schnell kein "Grüezi" mehr. "Grüezini“ nennen die Walliser nämlich alle übrigen Schweizer, die statt "Guten Tag" "Grüezi" sagen. Ein einheimischer Sprachkenner attestierte Patrick sogar, dass er ein fehlerfreies "Walliserdiitsch" spreche. Im Glarnerland, wo ein Teil seiner Familie immer noch lebt, redet er aber Glarnerdeutsch wie wir.
Während seiner Studienzeit schrieb er als freier Journalist für die Sonntagszeitung und den Blick. Er gehörte auch zum Gründungsteam des Oberwalliser Lokalsenders "Radio Rottu", wo er zwei Jahre lang als Moderator und Redaktor tätig war.
Bisher kannte man ihn im Glarnerland und im Wallis, schweizweit bekannt wurde er, als er zum Schweizer Fernsehen in Zürich wechselte. Dort verlief seine Karriere steil. Anfänglich arbeitete er beim Tagesfernsehen und stiess dann 1994 zum Team, das die Informationssendung "Schweiz aktuell" gestaltete. Vier Jahre lang war er Moderator dieser Sendung und löste 1999 in der Politsendung "Arena" Filippo Leutenegger als Moderator und Redaktionsleiter ab. Nun kannte ihn die ganze Schweiz, da er aber in den Sendungen stets Walliserdeutsch sprach, ging vergessen, dass er eigentlich aus dem Glarnerland stammte. Vielen Leuten moderierte Patrick die "Arena" zu moderat, zu ausgleichend und zu stark auf Konsens ausgerichtet. So entsprach die Sendung "Quer" von Röbi Koller viel eher seinem Wesen. Hier konnte er den Leuten eine Freude machen und musste nicht darauf achten, dass sich politische Gegner möglichst oft und heftig in die Haare gerieten. Von 2002 bis im März 2007, als er beschloss, das Fernsehen zu verlassen, war er beliebter Moderator der Sendung. Darum erhielt er im gleichen Jahr den Tele-Publikumspreis als "Beliebtester Fernsehmoderator der Schweiz". "Quer“ wurde mit
seinem Weggang eingestellt.
Seit 2007 ist Patrick Inhaber der Firma "Patrick Rohr Kommunikation GmbH" mit Sitz in Zürich. In dieser ist er so vielseitig tätig, dass es zu weit ginge, wenn man alles aufzählen würde. Kurz gesagt bietet er mit seinem Team Medientrainings und Rhetorikkurse an, macht Fernseh- und Videoproduktionen und ist als Referent und Moderator auf vielen Bühnen in der ganzen Deutschschweiz zu Gast.
Nach der Ausbildung zum Fotografen an der "Fotoacademie“ in Amsterdam, seinem Zweitwohnsitz, ist seine neue – alte! – Leidenschaft das Fotografieren. Dabei bereist er alle für ihn interessanten Länder der Welt und berichtet in Zeitungen und für Entwicklungsorganisationen wie Helvetas in Wort und Bild über seine Erlebnisse und Eindrücke.