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Dabei zeigt die Evaluation eine aufgrund der Erfahrungen in Luzern zu erwartende Erhöhung der Betreuungsplätze (+676 Plätze auf 2384 Plätze in der ganzen Stadt (Stand Juni 15)) und damit verbunden eine erhöhte Zufriedenheit mit dem Angebot, sowohl von Seiten der Eltern als auch der Kita. Diese Zufriedenheitssteigerung führen die AutorInnen der Studie primär auf die Reduktion der Wartezeit und Wartelisten zurück. Der Ausbau ist in Bern verbunden mit einem vergrösserten jährlichen Subventionsvolumen. Die Befragungen der Evaluation zeigen jedoch, dass weiterhin ein Unterangebot und unpassende Angebote bestehen, da 7% der Eltern angeben, dass sie sich einen Betreuungsplatz für ihr Kind gewünscht hätten, aber keinen passenden gefunden hätten.
Durch die Koppelung der Betreuungsgutscheine an den Beschäftigungsgrad beider Eltern (nur wenn sie zusammen 140% arbeiten, können sie einen 40%-Platz mit subventionierten Tarifen erhalten) ist die Anzahl Kinder, die 4,5 oder 5 Tage betreut werden, gesunken. Die durchschnittliche Betreuungsdauer sinkt deshalb und die Mehrheit der Kinder wird 2,5 bis 3 Tage betreut. Zudem zeigen sich deutlich häufigere Anpassungen des Betreuungspensums, da Veränderungen im Arbeitspensum der Eltern rascher abgebildet werden als im früheren Modell, das dieses Kriterium für die Subventionierung nicht kannte.
Die von einem Teil der Befürworter der Betreuungsgutscheine erwartete Differenzierung des Angebotes ("Spezialisierung" der Kita auf Sprache, Natur etc., um im Wettbewerb mit einem klaren Profil zu punkten) tritt wie bereits in Luzern auch in Bern nicht wirklich ein. Die StudienautorInnen führen dies unter anderem auf die Finanzen zurück: Solche Spezialisierungen - und das "Ausprobieren" solcher - kosten Geld, das viele Trägerschaften nicht haben – umso mehr als die Einführung der Gutscheine bereits viele Ressourcen in Anspruch genommen haben.
Vehement kritisieren die StudienautorInnen den festgelegten Höchsttarif von CHF 110.85, der zu knapp bemessen sei. Dies führe dazu, dass Innovationen verhindert werden und verschiedene Anbieter über nicht-subventionierte Angebote die subventionierten Angebote querfinanzieren und so ein eigentlich zweigeteilter Markt für Familien mit und ohne Subventionen entsteht.
Ein Beitrag zu den Resultaten der Studie findet sich ab Seite 49 im CHSS 2/2016 – der Zeitschrift des Bundesamtes für Sozialversicherungen.