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Teilprojekt: Schätze aus kleinen Sammlungen
Januar 2013
Status: Laufend
Finanziert durch: swissuniversities
Beschreibung des Teilprojekts: Der grösste Teil der Handschriften der Schweiz befinden sich in grösseren Sammlungen, vor allem in öffentlichen und kirchlichen Institutionen. Leicht wird dabei vergessen, dass einige der wichtigsten Quellen, die die Identität der Schweiz bestimmen, in Sammlungen liegen, die nur wenige Handschriften aufbewahren. e-codices hat sich zum Auftrag gemacht, diese bedeutenden Schätze aus kleinen Sammlungen, die im Original häufig der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, digital zu erschliessen.
Alle Bibliotheken und Sammlungen
Die um 1700 entstandene Papierhandschrift nennt im Titel Kaiser Leopold (I., reg. 1658-1705). Die Identität des als Verfasser genannten Giovanni Baptista Coene aus Passau bleibt im Dunkeln, über ihn liegen keine weiteren Informationen vor. – Die Namen von Metallen und anderen Stoffen, mit denen Coene Experimene anstellt, sind im Text nicht ausgeschrieben, sondern durch alchemistische Symbole dargestellt (Planetenzeichen etc.). Da sie in grosser Zahl vorkommen, ist der Text nicht ohne weiteres les- und verstehbar. Auf die Verwurzelung des Manuskripts in der Alchemie verweist auch, dass sich Coene auf Paracelsus (1493/94-1541) bezieht, z.B. im kurzen letzten Kapitel mit der Überschrift „Che cosa il Balsamo Samech di Paracelso“ (S. 101-102), und das „Testamentum“ nennt (S. 99-100), als dessen Verfasser Coene noch Raimundus Lullus (1232/33-1315/16) angibt, das heute aber zu den pseudo-lullischen Schriften gerechnet wird. – Innerhalb der Kapitel sind die einzelnen Absätze durchnummeriert, im letzten Viertel der Handschrift scheint diese Nummerierung erst nachträglich hinzugefügt worden zu sein (S. 81-102). Zum Ende der Handschrift ist die Paginierung offensichtlich fehlerhaft (anstelle von S. 70 ff. muss es richtig heissen S. 97 ff.). – Die Handschrift wurde 1952 in Italien erworben.
Online seit: 08.10.2015
Der Verfasser der Handschrift nennt sich eingangs selbst (S. 3): Wok Pniowsky von Eulenberg (tsch. Vok Pňovský ze Sovince) stammte aus dem mährischen Adelsgeschlecht von Eulenberg (tsch. ze Sovince), dessen Wappen in der Handschrift abgebildet ist (S. 130). Wok ist 1499-1531 nachweisbar, er bekleidete 1518-1525 das Amt des Oberstlandrichters von Mähren. Im Jahr 1526 hat er mit dem vorliegenden Manuskript ein frühes Probierbuch verfasst, in dem Verfahren zur Analyse und Weiterverarbeitung verschiedener Erze und Metalle behandelt werden. Der erste Teil der Handschrift gliedert sich in 40 Kapitel (S. 4-130), im zweiten Teil sind die Abschnitte nicht nummeriert (S. 133-420). Angebunden ist ein später (17. Jh. ?) entstandenes Inhaltsverzeichnis (S. 429-444), das kurze Zusammenfassungen der Kapitel bietet. Die Probierkunst besass für die Praxis des frühneuzeitlichen Bergbaus und Hüttenwesens grosse Bedeutung. In der Nähe der Eulenburg (tsch. hrad Sovinec), dem Stammsitz des Geschlechts in Nordmähren, engagierte sich Wok selbst im Bergbau auf Edelmetalle (Papajík 2005, S. 198-200). In Woks Person fielen demnach der Montanunternehmer und der Probierer zusammen. Die Handschrift gehörte vor 1924 zum Bestand der Bibliothek des Gymnasialmuseums (tsch. Knihovna gymnazijního muzea) in Troppau (tsch. Opava), einer Vorgängerinstitution der heutigen Bibliothek des Schlesischen Landesmuseums (tsch. Knihovna Slezského zemského muzea). Seit 1924 gilt die Handschrift als verschollen. Nach einem verheerenden Brand im Frühjahr 1945, dem auch alle Akzessionsjournale zum Opfer gefallen sind, gibt es in der Museumsbibliothek heute keinerlei Unterlagen zur Handschrift mehr (Auskunft vom 16.07.2015). Den aktuellen Kenntnisstand der tschechischen Forschung fasst David Papajík zusammen: "Vok beschäftigte sich auch mit theoretischen Aspekten des Bergbaus. Im Jahre 1526 verfasste er darüber ein umfangreiches, 420 Seiten umfassendes deutschsprachiges Werk, das zwar bis in die jüngste Vergangenheit erhalten geblieben und in der Bibliothek des Museums von Opava aufbewahrt worden, aber schon 1924 verschollen war. Wir kennen lediglich eine Beschreibung aus dem Jahr 1881, die Josef Zukal angefertigt hat. [...]. Es ist ungemein schade, dass sich dieses einzigartige Dokument der damaligen Auffassungen des Bergbaus nicht bis in die Gegenwart erhalten hat" (Papajík 2005, S. 200). Die erwähnte Beschreibung von 1881 bietet zusätzlich folgende Informationen: «Ms. chart. sec. XVI. Kl. Oct. kunstlos in schwarzes Leder geheftet, 420 Seiten [...]. Die Gegend von Eulenberg hatte im 15. und 16. Jahrhundert einen schwunghaften Bergbau; dem praktischen Bedürfniss [sic!] verdankt also das vorliegende Werk seine Entstehung. Es ist zweifelsohne Wok’s Originalmanuscript und gewährt einen interessanten Einblick in den [d]amaligen Stand der Metallurgie. Der beigefügte Index stammt von einer andern Hand aus viel späterer Zeit; dieser Umstand sowie die starke Abnützung zeigen, dass das Buch lange gebraucht worden ist» (Zukal 1881, S. 15 f.). Die Handschrift wurde 1955 in New York erworben.
Online seit: 17.03.2016
Der grossformatige Manuskriptband (die Übersetzung des Titels aus dem Russischen lautet „Projekt einer Brücke über den Fluss Newa zur Bequemlichkeit der Durchfahrt der Schiffe zu jeder Zeit, 1802“) stellt ein Brückenbauprojekt über die Newa in St. Petersburg vor. Nach dem Titelblatt mit einer dekorativen Umrahmung in grauer Lavierung (fol. 2) und dem Inhaltsverzeichnis (fol. 3) folgen zwölf Tafeln mit aquarellierten Zeichnungen, die das Projekt im Überblick und in Details vorstellen. Sieben Abbildungen sind doppelseitig, eine davon hat ein ausklappbares Blatt. Alle Texte in der Handschrift sind russisch und in kyrillischer Schrift. – Die Brücke wurde von Charles Baird (1766–1843) projektiert, einem aus Schottland stammenden Ingenieur, der in St. Petersburg einen Giesserei-, Maschinenbau- und Werftbetrieb aufgebaut hatte und 1805/06 in dessen Nähe eine gusseiserne Brücke errichtete. Das vorliegende Brückenprojekt sieht hingegen eine Kombination aus Schwimm- und Zugbrücke vor: Die auf Pontons ruhende Schwimmbrücke gabelt sich im Fluss in zwei Arme, welche in der Nähe des eines Ufers in zwei Zugbrücken münden (fol. 4a-5), so dass die Überquerung der Brücke auch während der Durchfahrt eines Schiffes möglich ist. Weitere Tafeln zeigen z.B. den in Pfeilern verborgenen Zugmechanismus (fol. 14a, 16, 17) und eines der im Flussbett der Newa verankerten, bootsähnlichen Pontons (fol. 20a-21). – Die Handschrift wurde 1978 in Kopenhagen erworben.
Online seit: 08.10.2015
Die Handschrift enthält die vollständigen Satzungen der Gemeinde Sils i.E. von 1591, 1601, 1606, 1617, 1621 und 1626. Die Korrekturen und Zusätze der Satzungen des Jahres 1596 wurden in den Satzungen des Jahres 1591, diejenigen des Jahres 1611 in den Satzungen von 1606 integriert, diejenigen der Jahre 1631 und 1636 auf eigene Blätter in den Satzungen von 1626 nachgetragen. Nach den Satzungen steht jeweils eine Schätzungsliste. Die Handschrift enthält zudem die Jahresabrechnungen der Gemeinde von 1606-1651 sowie weitere Beschlüsse der Gemeindeversammlung.
Online seit: 22.03.2018
Die Vorlage, Vadians Kleinere Chronik der Äbte (1544-46) (VadSlg Ms. 44), wurde auf Heinrich Bullingers und Johannes Stumpfs Anstoss verfasst; sie wollten Vadians Kenntnisse der St. Galler Geschichte für die unter Stumpfs Namen erscheinende Eidgenössische Chronik (1547/48) nutzen. Die Chronik enthält drei Teile: der erste Teil handelt von Gallus, der zweite ist eine Geschichte von Kloster und Stadt St. Gallen; der dritte Teil gibt eine historisch-topographische Beschreibung von der Stadt St. Gallen und dem Bodensee. Wolfgang Fechter stellte 1549 zwei Kopien davon her. Die Illustrationen stammen von Caspar Hagenbuch.
Online seit: 14.12.2018
Diese bis heute beinahe unbekannte Handschrift enthält ein Epistolar mit ambrosianischem Ritus. Es war 1342 vom Priester Giacomo de Parazo für eine dem Hl. Fermo geweihten, nicht identifizierten Kirche in Auftrag gegeben worden. Die Handschrift ist wahrscheinlich im 15./16. Jahrhundert in die ambrosianische Gegend von Tesserete (Kanton Tessin) gelangt, wo es auseinandergenommen und neu eingebunden wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm eine Testamentkopie von zweifelhafter Authentizität hinzugefügt, 1078 von Contessa aus der Stadt Mailand zugunsten der Kirche S. Stefano in Tesserete verfasst. Im 17. Jahrhundert war die Handschrift im Besitz der Notarenfamilie Verdoni, seit dem 20. Jahrhundert wird sie in der Pfarrei von Tesserete aufbewahrt. Auf der Anfangsseite wird in einer illuminierten Initiale der Heilige Ambrosius dargestellt, der Schutzpatron der Diözese von Mailand.
Online seit: 14.12.2017
Dieses martirologio-inventario (ein Jahrzeitbuch, gefolgt von einem Verzeichnis der Besitztümer) der Kirche von S. Stefano von Torre im Bleniotal im Tessin wurde 1568 auf Wunsch der vicini (Mitglieder der Körperschaft) von Torre und Grumo verfasst, um die ältere Version zu ersetzen. Es enthält die Liste der annuali, das heisst der jährlichen Feierlichkeiten zum Todestag der Verstorbenen der Kirche, das Verzeichnis der mobilen und immobilen Güter der Kirche, der monacharia und der luminaria, also des Bedarfs zur Beleuchtung der Kirche. Zu Beginn der Handschrift befindet sich eine Aquarell-Zeichnung mit der Darstellung des Kirchenpatrons, des Heiligen Stephan.
Online seit: 13.12.2013
Dieses martirologio-inventario (ein Jahrzeitbuch, gefolgt von einem Verzeichnis der Besitztümer) der Kirche von S. Stefano von Torre im Bleniotal im Tessin wurde 1639 auf Wunsch der vicini (Mitglieder der Körperschaft) von Torre und Grumo verfasst, um das Exemplar von 1569 zu ersetzen, welches nicht auf dem neuesten Stand war. Es enthält eine Beschreibung der alten Kirche von S. Stefano vor ihrer Rekonstruktion in der Barockzeit, das Verzeichnis des Mobiliars, der liturgischen Gewänder und der Goldschmiedearbeiten des Kirchenschatzes, die Liste der annuali, das heisst der jährlichen Feierlichkeiten zum Todestag der Verstorbenen der Kirche und die Einkünfte der Kirche. Am Anfang der Handschrift befindet sich eine zum Teil vergoldete Zeichnung, die den Kirchenpatron, den Heiligen Stephan, darstellt.
Online seit: 13.12.2013
Es handelt sich um zwei gut erhaltene Fragmente eines Psalterium iuxta Hebraeos, welche vermutlich im 10. Jahrhundert nach der Vorlage von Cod. Sang. 19 im Kloster St. Gallen geschrieben wurden. Die beiden Fragmente wurden 1963 aus einer Botentasche herausgelöst und werden im Gemeindearchiv Urnäsch (Appenzell Ausserrhoden) aufbewahrt.
Online seit: 08.10.2015
Eine Sammlung deutscher Gebete, vermutlich für einen Laien-Patron abgeschrieben (ca. 1500-1520).
Online seit: 26.04.2007
Die Abschrift wurde gemäss Kolophon am Ende des Johannes-Evangeliums von Ibrāhīm ibn Būluṣ ibn Dāwūd al-Ḥalabī in Kairo vollendet, geschrieben in klarer Nasḫī-Schrift. Die Illustrationen sind vom Aleppiner Illustrator und Ikonenmaler Ğirğis ibn Ḥanāniyā und stellen die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie 43 Szenen aus dem Leben Jesu dar. Der arabische Titel "Dies ist das heilige und reine Evangelium, das glänzende und strahlende Licht" wird am Ende des Johannes-Evangeliums genannt. Der Codex wurde durch die Pandeli Familie als Dauerleihgabe der Stiftsbibliothek St. Gallen übergeben.
Online seit: 03.11.2009
Liturgische Handschrift (Sharaknots oder Sharakan), welche die Sammlung der mehr als tausend, in acht Gruppen verteilten Hymnen enthält, die in der armenischen Kirche verwendet werden. Viele dieser Hymnen wurden von bedeutenden Persönlichkeiten der armenischen Kirche verfasst, während andere eine frühe Übersetzung von heiligen Hymnen des frühen Christentums sind. Die Texte enthalten die armenische Khaz-Notation. Die Handschrift ist vom Schreiber Simeon im Jahre 1662 in der Stadt Brnakot, in der Provinz Siounik, geschrieben worden, einem wichtigen Zentrum für die Herstellung liturgischer Handschriften im südlichen Armenien. Die Buchausstattung besteht aus 8 Kopfstücken, 120 ornamentalen und zoomorphen Initialen sowie zahlreichen einfachen roten Initialen. Die Handschrift weist den ursprünglichen Maroquin-Einband mit Blindstempelung auf.
Online seit: 04.07.2012
Liturgische Handschrift (Sharaknots), die vom Kopisten Awetis im Jahr 1647 (1096 nach dem armenischen Kalender) in Awendants, Khizan in der Provinz Van geschrieben wurde. Sie enthält 11 grosse Miniaturen und 28 Randillustrationen, die vom Maler Yovanes Gharietsi ausgeführt und signiert wurden. Er war einer der faszinierendsten Künstler der späten Schule von Vaspurakan. Die Handschrift gehört zu bestimmten, in der Region des Vansees hergestellten Hymnarien, die für private Auftraggeber erstellt wurden und deren Merkmale die prächtigen Farben und die Flechtbandornamente sind. Die Handschrift weist die armenische Khaz-Notation auf. Der Text enthält die Sammlung der in der armenischen Kirche gebräuchlichen Hymnen, in der gleichen Reihenfolge wie im Hymnarium, das in der ersten Edition in Amsterdam im Jahre 1664 gedruckt wurde. Drei weitere Hymnarien dieser Art, welche aus der Zusammenarbeit der beiden Künstler hervorgingen, sind bekannt: zwei in Jerusalem und eines in Jerewan. Am Anfang und am Ende wurden zwei Pergamentblätter mit eingebunden, die einen Teil des Proprium de Sanctis aus einem lateinischen Breviar des 13./14. Jahrhunderts enthalten.
Online seit: 23.04.2013
Dieser Band überliefert eine Sammlung von 213 Akten aus den Jahren 1324 bis 1327, abgeschrieben von neun Notaren in einer winzigen, sehr sorgfältigen Kursivschrift. Die Sammlung umfasst die Dokumentation der Rechte der Castropola de Sergi, der Herren von Pula (Kroatien), über ihre Besitztümer in der Gegend von Pula, in Istrien und in Venedig. Die notariellen Urkunden sind gemäss der Stadt oder dem Ort in dem sich der Besitz befand aufgeteilt; der Name des Ortes ist am oberen Rand des ersten Blattes des Abschnittes notiert; jeder Abschnitt enthält eine detaillierte Liste der Grundbesitze und der dazugehörigen Nebengebäude, zusammen mit ihrer genauen Lokalisierung.
Online seit: 20.12.2016
Sephardische Bibel auf Hebräisch, hergestellt in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Spanien, wahrscheinlich in Kastilien. Die Handschrift wird mit masoretischen Listen begonnen und abgeschlossen (ff. IIr-IXv und 463v bis 466v), die, von illuminierten Bordüren eingerahmt, „Teppichseiten“ bilden. Der biblische Text, auf eine oder zwei Spalten kopiert, wird von der kleinen und der grossen Masora begleitet (Regeln der rabbinischen Tradition zur Lesung und Vokalisation der Heiligen Schrift), die in winzigen Buchstaben in den Rändern und in den Spaltenzwischenräumen geschrieben wurden. Diese mikrographischen Elemente werden zum Teil in den unteren Rändern der Blätter belebt (ca. 70 Mal), oder auf allen vier Richtungen der Blätter (z.B. ff. 42r-43r, 461v-463r), wo sie grossartige geometrische Figuren und Flechtwerke bilden. Die ersten biblischen Bücher werden durch in gebräuntem Gold auf rosa und blauen Hintergrundfeldern ausgeführten und von weissen Ranken durchzogenen Überschriften eingeleitet (f. 1v/Gn, 33v/Ex, 59v/Nb, 77v/Dt, 102v/Js, 125v/Jg). Gemäss eines Besitzereintrages (f. 467v), datiert auf 1367 (?), war diese hebräische Bibel wahrscheinlich im Besitz von David ha-Cohen Coutinho, Mitglied einer Familie portugiesischer Marranos. Im 15. Jahrhundert gehörte sie Moses Abulafia, bis sie von seiner Witwe verkauft wurde, wie es der an den Beginn des Buches platzierte Kaufvertrag zeigt, datiert und signiert 1526 in Thessaloniki (f. Ir). Im 16. Jahrhundert befand sich die Bibel in den Händen des Talmudisten und Rabbiner Abraham di Boton aus Thessaloniki (f. 467v). Danach ist seine Präsenz im 19. Jahrhundert in der Synagoge Zaradel in Alexandria attestiert (R. Gottheil, „Some Hebrew Manuscripts in Cairo“ in: Jewish Quarterly Review 17, 1905, S. 648). Nachdem die Bibel in den Kunsthandel aufgenommen wurde, ist sie seit 1996 Teil einer Privatsammlung.
Online seit: 14.12.2017
Vermögen der Einwohner der Gemeinden Bergün, Filisur, Latsch und Stuls, vom damaligen Notarius Publicus, Cancellarius und späteren Landammann und dann Pfarrer Tumesch Zeuth aufgelistet und etwa alle 10 Jahre erneuert, zuerst in Deutsch, gegen Schluss auch Romanisch. Bedeutung nicht klar belegt, möglicherweise ursprünglich als Grundlage zur Finanzierung des Loskaufs vom Bischof von Chur 1537, später auch als Schlüssel zur Verteilung der Einkünfte der Gemeinden, u.a. aus den Veltlinerämtern, Pensionen, Waren- und Wegzoll usw. Älteste heute bekannte Handschrift von Bergün. Besitzer ist Werner Dübendorfer von Eglisau. Das Buch mit der Fortsetzung, wahrscheinlich bis 1799, ist verschollen.
Online seit: 14.12.2017
Das Pergamentfragment des Champion des Dames von Martin le Franc (Buch I, V. 3901-V. 4062 + Buch II, V. 4313-V. 4470) stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Text entspricht demjenigen der Edition Deschaux (1999). Die sorgfältig auf zwei Spalten kopierten Strophen werden jeweils abwechslungsweise durch rote und blaue Initialen sowie durch Feldbuchstaben eingeleitet. Das Buch II beginnt mit einer auf Goldgrund verzierten Initiale, die durch den Gebrauch des Fragmentes während des 17. Jahrhunderts als Einband eines Grundbuches stark abgenutzt ist. Das Grundbuch befand sich im Besitz von Jaques Etienne Clavel, Mitherrscher von Marsens, Ropraz und Brenles (fol. 2r).
Online seit: 14.12.2018
Stundenbuch nach dem liturgischen Gebrauch Roms auf Lateinisch, mit Kalender auf Französisch, mit einer Auswahl von in Paris verehrten Heiligen. Es enthält 17, um 1408/10 in Paris realisierte Miniaturen aus dem künstlerischen Umkreis des Boucicaut-Meisters, einem der einflussreichsten Illuminatoren des frühen 15. Jhs. An der Dekoration haben auch der Mazarin-Meister und der Pseudo-Jacquemart mitgearbeitet, der zu der älteren Künstlergeneration gehörte und dessen Mitarbeit in den berühmten Stundenbüchern des Duc de Berry zu erkennen ist. Das David-Bild wurde auf ein eingefügtes Doppelblatt gemalt; es kann einem Nachfolger des Malers des Johann Ohnefurcht-Breviers zugeschrieben werden.
Online seit: 20.12.2012
Stundenbuch auf Lateinisch und Französisch, das in Paris im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts geschrieben, aber erst um 1490 in Paris oder vielleicht in Tours von verschiedenen Künstlern, die sich die Arbeit teilten, illuminiert worden ist. Zwei Miniaturen, der Schmuck des Kalenders und des Toten-Offiziums, sind Werke eines Künstlers aus dem Umfeld des Maître François, ein enger Mitarbeiter des Meisters des Jacques de Besançon. In einer Stadtvedute von Paris erweist er Notre-Dame seine Verehrung (f. 93r). Die leuchtenden Farben und die monumentalen Formen der anderen Miniaturen zeugen vom Einfluss von Jean Bourdichon von Tours. Dieser kann vermutlich als verantwortlich für den Meister der Chronique Scandaleuse angesehen werden, der bei der Arbeit an dieser Handschrift noch unter der Anleitung von Jean Bourdichon arbeitete.
Online seit: 20.12.2012
Stundenbuch nach dem Gebrauch Roms mit Kalender auf Französisch. Die Miniaturen sind umgeben von Bordüren, die mit Pflanzen besetzt sind und mit einer grossen botanischen Präzision ausgeführt wurden. Es handelt sich um ein vollständig erhaltenes Beispiel aus der Spätzeit des französischen Stundenbuchs, das von einem wichtigen Meister dieser Schlussphase der französischen Buchmalerei illuminiert wurde, der vom Meister der Claude de France beeinflusst und seit kurzem als Meister des Lallemant-Boethius erkannt worden ist. In den kleinen Bildern der Bordüren versucht er sich mit Jean Bourdichon zu messen, der die realistischen Blumenbordüren im Randdekor in den Grandes Heures der Anne de Bretagne und in anderen Hauptwerken eingeführt hat, zudem orientiert sich der Meister des Lallemant-Boethius an der flämischen Buchmalerei seiner Zeit. Auf f. 1r ist der Name von Agnès le Dieu, der Besitzerin des Codex im Jahre 1605, zu lesen.
Online seit: 20.12.2012