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Chassot AG
HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!
Injektionslösung
ATCvet-Code: QN01
ZusammensetzungKetaminum (ut K. hydrochloridum) 50 mg, Conserv.: Benzethonii Chloridum, Excipiens ad solutionem pro 1 ml
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
ZielspeziesHund, Katze, Wildtiere, Kaninchen, Nager, Echsen, Vögel
Eigenschaften / WirkungenNarketan 5 enthält das klinisch bewährte Allgemeinanästhetikum Ketamin, das zum Einsatz bei sämtlichen Tierarten geeignet ist. Die durch Ketamin hervorgerufene Bewusstseinsänderung unterscheidet sich weitgehend von der Wirkung der Barbiturate und führt nicht zu einer allgemeinen Dämpfung aller zentralnervösen Strukturen, sondern nur zu einzelnen Komponenten der bis anhin bekannten Narkose. Es erzeugt eine Hypnose (Amnesie) sowie eine Empfindungslosigkeit (Anästhesie im engeren Sinne) und führt zu einer ausgeprägten Aufhebung der Schmerzempfindung (Analgesie). Es bewirkt als Monoanästhetikum nicht selten einen Zustand der motorischen Starre mit Uebererregbarkeit, die als Katatonie bezeichnet wird. Der durch Ketamin hervorgerufene Zustand des Tieres wird als "dissoziative Anästhesie" bezeichnet. Die für die Narkose notwendige Relaxation der Skelettmuskulatur lässt sich durch Ketamin nicht erzielen, auch nicht durch Steigerung der Dosen. Motorische Erregungen gehören zum normalen Wirkungsbild von Ketamin und entsprechen dem besonderen Wirkungsmechanismus des Anästhetikums. Die Muskelrelaxation muss je nach Tierart durch Kombination mit anderen Substanzen komplettiert werden.
Ketamin hat keine Wirkung auf das periphere vegetative Nervensystem und ist auf Atmung und Magen-Darm-Tätigkeit weitgehend indifferent. Am Kreislaufsystem entsteht eine leichte Stimulation: Zunahme der Herzfrequenz und des Herzschlagvolumens sowie des Blutdruckes ohne Aenderung des peripheren Gefässwiderstandes. Die bei einigen Tieren (vor allem Katzen) auftretende Salivation kann durch Atropin vermindert werden.
Ketamin hat eine ausserordentlich grosse therapeutische Breite. Hohe Dosen führen dabei nicht unbedingt zu einer Vertiefung der Anästhesie, sondern eher zu einer Verlängerung, die auch durch Nachinjektion erzielt werden kann. Narketan 5 kann mit allen Anästhetika, Neuroleptika, Tranquilizern und Inhalationsnarkotika kombiniert werden. Die unerwünschten Nebenwirkungen (motorische Erregung) lassen sich dadurch weitgehend vermeiden. Gleichzeitig wird die Anästhesie verbessert, bzw. die Wirkung verlängert.
IndikationenKurznarkosen bei allen Tierarten, besonders bei allen Säugetieren, für diagnostische und therapeutische Eingriffe. Infolge der schonenden Wirkung ist es auch zur Anästhesie von Risikopatienten sowie zur Narkoseeinleitung im Schock geeignet.
Dosierung / AnwendungDie individuelle Reaktion auf Narketan 5 kann wie bei jedem Allgemeinanästhetikum unterschiedlich sein. Die Dosierung sollte demnach dem einzelnen Patienten individuell angepasst werden. Durch Nachinjektion lässt sich die Wirkung verlängern.
Die Applikation erfolgt intramuskulär oder intravenös.
HundMonoanästhesie
Narketan 5 kann beim Hund zur Vertiefung einer Sedation oder einer Neuroleptanalgesie, provoziert durch verschiedenste Substanzen oder Kombination, verwendet werden. Zur Verhinderung einer Salivation ist eine Atropinisierung (0,05 mg/kg KGW) indiziert. Eine Verstärkung und Verlängerung der Anästhesie durch Nachinjektion von Narketan 5 (nach Wirkung) ist möglich.
Kombinationsmöglichkeiten:
Narketan 5 lässt sich auch zur Bekämpfung des Hechelns während der Einleitungsphase einer Inhalationsnarkose verwenden.
KatzeMonoanästhesie
Obwohl bei der Katze auch eine Monoanästhesie mit Narketan 5 möglich ist, lassen sich unerwüschte Nebenwirkungen durch Kombinationen mit anderen Substanzen, z.B. Acepromazin oder Xylazin, weitgehend verhindern. Zur Verhinderung einer Salivation ist eine Atropinisierung (0,05 mg/kg KGW) indiziert.
Kombinationsmöglichkeiten:
Wildtiere0,1-2 ml/kg KGW (5-100 mg/kg) je nach Art i.m.
HeimtiereKleine Nager
Vögel0,3-0,8 ml/kg KGW (= 15-40 mg/kg) je nach Art i.m.
Narketan 5 ist zur Anästhesie von fast allen Wildtieren, Heimtieren und Vögeln geeignet. Zur Reduktion des Injektionsvolumens sowie zur Verhinderung ketaminbedingter Nebenwirkungen wird die Kombination Xylazin/Narketan (Hellabrunner Mischung) empfohlen. Sie besteht aus 125 mg Xylazin (Trockensubstanz) gelöst in 1 ml 10%iger Ketaminlösung (Narketan 10).
Unerwünschte Wirkungen
UeberdosierungWie bei allen potenten Anästhetika muss immer bei absoluter und relativer Überdosierung mit einem Atemstillstand gerechnet werden.
AbsetzfristenEssbares Gewebe: 1 Tag.
WechselwirkungenChloramphenicol verlängert die Aufwachzeit. Pestizide und Insektizide können eine Abschwächung der Ketamin-Wirkung bedingen.
Sonstige HinweiseNarketan 5 ist ein stark wirkendes Anästhetikum, das nach den Regeln der Anästhesie zu verabreichen ist. Die bei den verschiedenen Tierarten unterschiedlichen Vorsichtsmassnahmen sind zu befolgen.
Für Grosstiere steht die 10%ige Injektionslösung Narketan 10 à 50 ml und 5 × 10 ml zur Verfügung. Ketamin kann embryotoxisch sein.
Medikamente zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren.
Packungen5 Stechampullen zu 10 ml
Zulassung erloschen am: 28.02.2000
Abgabekategorie: B
HerstellerChassot AG, Belp-Bern
Swissmedic Nr. 47'190
Informationsstand: 09/1995
Dieser Text ist behördlich genehmigt.