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Die Schweizerin schien sogar auf nationalem Rekordkurs. Doch auf der Zielgerade wurde Büchel durchgereicht. Gleichwohl resultierte in 1:59,48 Sekunden eine toller Wert.
«Nach 700 Metern war die Luft draussen, ging gar nichts mehr», erklärte die EM-Vierte von Amsterdam. Es gelte, die richtige Dosierung zu finden. Immerhin blieb Büchel zum vierten Mal in diesem Jahr und zum achten Mal insgesamt unter zwei Minuten. Sie hatte sich allerdings eine bessere Zeit erhofft.
Hinter Kariem Husseins Leistungsvermögen stand ein Fragezeichen. Der 27-jährige Thurgauer leidet seit Mitte Juni an einer Fussverletzung; an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro war bereits nach dem Vorlauf Schluss. Dennoch nahm Hussein an der Stätte seiner grössten Erfolge volles Risiko – 2014 war er im Letzigrund Europameister geworden und im vergangenen Jahr sorgte er für den ersten Schweizer Sieg bei Weltklasse Zürich seit dem Triumph von André Bucher 2001. Bis fast zur letzten Hürde führte der EM-Dritte von Amsterdam das Rennen gar an, ehe er beim letzten Hindernis viel Schwung verlor und sich mit dem 5. Platz begnügen musste. Mit 49,21 Sekunden verpasste er sein Ziel, unter 49 Sekunden zu bleiben. Dies gelang ihm in dieser Saison nur zweimal.
Nun gönnt er sich Ferien in den USA, wo er als Trauzeuge eines guten Freundes amten wird. Ab Mitte September geht es mit dem Medizinstudium weiter. Nach den zahlreichen Praktika wird er wieder öfters Vorlesungen besuchen. Hussein freut sich auf einen geregelten Tagesablauf.
Lea Sprunger kam im Letzigrund erneut nicht wunschgemäss auf Touren. Die Romande, die Amsterdam die EM-Bronze über 400 m Hürden gewonnen und danach an den Olympischen Spielen enttäuscht hatte, bleib dank eines starkes Finishs doch noch unter 56 Sekunden (55,71). Sprunger konnte somit eine tolle Saison, die mit einer persönlichen Bestmarke von 54,92 Sekunden, der EM-Bronze sowie dem Schweizer Rekord über 200 m hervorragend begonnen hatte, nicht durchziehen.
Mit Mujinga Kambundji ging eine weitere Bronze-Frau von Amsterdam an den Start. Die Schweizerin trat über 200 m an. In dieser Disziplin hatte die Bernerin in der Vorbereitung weniger investiert als über die 100 m. Kambundji vermochte nicht ganz durchzuziehen. Mit 23,00 Sekunden resultierte gleichwohl eine akzeptable Zeit.
Die Schweizer Sprintstaffel der Frauen belegte in 43,38 Sekunden den 4. Platz; das Podest verpassten Ajla del Ponte, Sarah Atcho, Ellen Sprunger und Salomé Kora um 35 Hundertstel. Anfang Juli hatte das Quartett in Amsterdam mit 42,87 Sekunden einen Schweizer Rekord erzielt. Für Ellen Sprunger war es das letzte Wettkampf mit der Staffel. Beim zweiten Schweizer Team, das in 44,90 Sekunden Sechste wurde, lief Marisa Lavanchy ihr letztes Rennen der Karriere.
(SDA)