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Armeeausbildungszentrum
Innenraum (Aufenthaltsraum)
Armeeausbildungszentrum
Innenraum (Lichthof)
Armeeausbildungszentrum
Innenraum (Treppe)
Armeeausbildungszentrum
Adresse
6005 Luzern
LU
Architektur
Der Neubau von Enzmann Fischer suggeriert eine «Black Box», öffnet sich jedoch in vielschichtiger Weise nach Aussen und verbindet Natur und Innenraum. Der Bau ist ein früher Vertreter der kubischen Formensprache, die seit den ausgehenden 1990er-Jahren zunehmend die Schweizer Architektur dominiert.
Chronologie
In den Jahren 1996 bis 1999 wurde das Armeeareal in Luzern umgestaltet. Roman Lüscher, Franz Bucher und Sibylle Theiler sanierten und modernisierten die 1935 errichtete Kaserne von Armin Meili. Gleichzeitig wurde 1994 ein Wettbewerb zum Bau des Armeeausbildungszentrums (AAL) ausgeschrieben. Der Entwurf des Zürcher Architekturbüros Enzmann Fischer wurde prämiert, Evelyn Enzmann, Christine Enzmann Guiliani und Philipp Fischer realisierten das Projekt zwischen 1997 und 1999.
Lage
Das AAL liegt im Süden der Meili-Kaserne am Rand der Luzerner Allmend. Die Erschliessung ist zur Kaserne nach Osten beziehungsweise zum Murmattweg hin ausgerichtet. Von dort aus erreicht man auch die nach Horw führende Hauptstrasse, die Messehalle Allmend und das Fussballstadion. Die Parkmöglichkeiten befinden sich auf der Nordseite des AAL, direkt angrenzend liegt der Eichwald. Der Freibereich des solitären Baukomplexes ist mit Bäumen bepflanzt und von einem Spazierweg durchzogen.
Beschreibung
Das AAL ist ein kompakter, fünfgeschossiger Kubus. Es ist auf einem Plateau situiert, das über eine grosszügige Treppenanlage erschlossen und mit verschiedene Granitplattenbelägen zoniert wird. Im Süden ist eine Terrasse angeordnet, die von einem Wasserbecken abgeschlossen wird. Die Gebäudehülle des AAL besteht aus einem schwarzen Strukturglas, welches seine Farbe je nach Lichteinfall verändert. Ein feines Gitterraster aus Baubronze gliedert die Fassaden gleichmässig in ein hochrechteckiges Raster. Die Gliederung zoomt die markante Fensterteilung der benachbarten Meili-Kaserne ins Monumentale und schafft somit ein verbindendes Element. Die beiden überhohen Hauptgeschosse, die das Restaurant, den Eingangsbereich und das Foyer beinhalten, umfassen vier, die Obergeschosse je zwei Bänder. Dementsprechend differieren auch die Höhen der regelmässig angeordneten Fenster, die sich nach aussen drehen lassen und so den Kubus akzentuieren. Das Hauptportal des AAL ist mit einer Sichtbetonrahmung gefasst – auch hier finden sich Parallelen zum Meili-Bau. Ein markantes Gestaltelement findet sich an jeder Fassade des AAL als geschossübergreifende Fensterfassung wieder: Die Panoramafenster auf der Nord- und Südseite belichten das Foyer, das Panoramafenster an der Westfassade die Erschliessung der oberen Geschosse.
Der Bau wird durch einen langen Korridor gegliedert, der sich im Erdgeschoss zum Restaurant hin öffnet und so den Eingangsbereich erweitert. Über der zentralen Erschliessung öffnet sich ein Lichthof der sich über die weiteren Stockwerke erstreckt. In den oberen drei Stockwerken ermöglichen Galerien Blickbeziehungen über die Geschosse hinweg. Die Materialisierung erfolgt fast ausschliesslich in lasiertem Sichtbeton und formt eine kühle, homogene Atmosphäre.
Literatur
Wirz, Heinz (Hg.). Enzmann + Fischer (De aedibus 20). Luzern 2007, S.12–21. – Daum, Matthias. Im Schatten von Jean Nouvels Schwebedach, in: NZZ-online 21.5.2007. – Gmür, Otti. Häuser, Dörfer, Städte. Architekturführer Luzern. Luzern 2006, S. 423. – Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern (Hg.), Auszeichnung guter Bauten im Kanton Luzern 1999–2004, Luzern 2006, S. 56–59. – Gmür, Otti. Architekturführer Luzern. Spaziergänge durch Raum und Zeit. Luzern 2003, S. 200. – Seger, Cordula. Raumskulptur für Offiziere: Luzern: eine Kaserne – nicht nur für Soldaten, in: Hochparterre 13/2000, S. 42–44. – Hochbauamt des Kantons Luzern (Hg.). Baubroschüre. Luzern 1999. – Bürkle, Christoph. Ein Bau für die Armee in Luzern von Enzmann & Fischer. Hybride Räume, in: NZZ 3.12.1999.