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Politisches Departement
der
Schweizerischen Eidgenossenschaft
Hochgeachteter Herr,
Mit bestem Dank beeile ich mich, Ihnen den Brief von H v. Gonzenbach zurückzusenden. Den Wortlaut der vom Gotthard comite betreffend die Erwerbung der Montcenis Maschinen abgegebenen Erklärung besaßen wir in der Copie des bekannten Briefes an Grattoni.
Bezüglich der in Deutschland zu machenden Vorlage scheinen uns die Sachen so zu liegen. Weder Baden noch Würtemberg werden mehr als selbstständige Mitcontrahenten auftreten. Das deutsche Reichscanzleramt wird sich mit Baden über dessen Quote verständigen, wie es sich mit andern deutschen Subventionirenden zu verständigen hat, an die Stelle des norddeutschen Bundesgesetzes über den Beitritt zum | Gotthardvertrag wird, wie dieß Delbrück in seiner Antwort auf die Interpellation Elben unzweideutig in Aussicht gestellt hat, – ein deutsches Reichsgesetz treten nun an die Stelle der Uebereinkunft vom 20t Juni 1870 eine neue Uebereinkunft zwischen Italien, der Schweiz u. dem Deutschen Reiche, in welcher Letzteres für die sämmtlichen 20 deutschen Millionen einsteht, deren vertragsmäßige Rechte und Interessen im Bau und Betrieb der Gotthardbahn ausschließlich von dem deutschen Reichscanzleramte vertreten werden.
Von dieser Auffassung ausgehend halten wir es für vollständig genügend und der neuen Sachlage entsprechend, wenn unsererseits die Anfrage an das Reichscanzleramt gestellt und von ihm beantwortet wird.
Ich habe in diesem Sinne Herrn Hammer geschrieben und ihn überhaupt, durch Uebermittlung einer Copie des italienischen Vorschlags, Orietirung über das in Gang gesetzte Verfahren , Anweisung, jetzt schon eine Audienz sich zu sichern etc., in die Lage gesetzt, ohne Zeitverlust in Berlin handeln zu können. |
Wenn, wie wir annehmen, unsere Auffassung über das Verhältniß zu Baden u. Würtemberg in Berlin getheilt wird, so sollte der Bundesrath im Falle sein, nächsten Donnerstag oder Freitag die italienische Anfrage beantworten zu können.
Spricht Graf Brassier in Florenz im Sinne von Instructionen seiner Regierung, (vide beiliegenden Bericht von H. v. Gonzenbach, der mir erst am Tage unserer Conferenz zugekommen ist) so wird Hammer weder ausweichenden Bescheid noch ausdrückliche Antwort erhalten.
Mit der Bitte, mir den Brief von H. v. Gonzenbach, nach gemachtem Gebrauche gefälligst wieder zukommen zu lassen, verharre mit vorzügl. Hochachtung
Ihr Ergbener
Schenk.
Bern, d. 20 Mai 1871.
2 Beilagen.