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Electro, Zürich
– AMIRE - «Turning Point»
(VÖ: 20.03.2009 NLV Music/Musikvertrieb)
Grosse Geschichten beginnen unspektakulär. Sie nehmen ihren Lauf an unscheinbaren...Biographie lesen
Biographie
AMIRE - «Turning Point»
(VÖ: 20.03.2009 NLV Music/Musikvertrieb)
Grosse Geschichten beginnen unspektakulär. Sie nehmen ihren Lauf an unscheinbaren Orten, an denen man mitunter achtlos vorbeigeht. So wie in der Geschichte von Amire, die eines Tages an die Tür eines nahegelegenen Aufnahmestudios klopft. Der diensthabende Toningenieur öffnet die Porte und fragt, was denn anliege. «Ich habe viel Zeit», sagt die junge Frau. «Und ich würde gerne mal meine Stimme hören.» Der Toningenieur hört eine innere Stimme, und die sagt: «Da könnte ja jede kommen...» Also vertröstet er die Anklopfende auf unbestimmte Zeit und vergisst den Vorfall. Doch Amire bleibt hartnäckig und schaut immer mal wieder im Studio vorbei, bis sich der Mann am Mischpult schliesslich einen Ruck gibt, ihr ein Mikrofon hinstellt und sagt: «Okay, dann sing mal einen Song.»
Das lässt sich Amire natürlich nicht zweimal sagen, stülpt sich den Kopfhörer über und stimmt das Stück ihrer Wahl an: Alicia Keys' Hit «Fallin'». Erste Strophe ... Zweite Strophe ... Zwischenteil. Der Song wird immer eindringlicher, und längst sitzt der Studio-Profi mit offenem Mund in seinem gepolsterten Drehstuhl. «Lovin' you, what?» - die letzte Zeile verklingt, der Raum ist erfüllt von Stille und Erstaunen. Diese Stimme! Dieser Ausdruck! Diese Eindringlichkeit! Amire streift den Kopfhörer ab und schaut den staunenden Tontechniker an, der sich seinerseits kurz räuspert, eine Zigarette anzündet und aufgewühlt nach Worten sucht. Er findet sie schliesslich, und einer intensiven Zusammenarbeit steht fortan nichts mehr im Weg.
An diesem Punkt kommt Nunzio La Vecchia ins Spiel. Er entschliesst sich, sie bei seiner NLV Music GmbH unter Vertrag zu nehmen und das Projekt zu finanzieren.
Rund neun Monate nehmen die Arbeiten am Album «Turning Point» in Anspruch. Amire komponiert zuhause an ihrem kleinen Keyboard, bringt diese Songfragmente anschliessend ins Studio, wo dann gemeinsam arrangiert und produziert wird. Toningenieur Jeannot Steck, der in der Vergangenheit auch schon für Lee «Scratch» Perry, Michael von der Heide oder Marc Sway am Mischpult sass, programmiert die Sequencer, greift in die schwarzen und elfenbeinfarbenen Klaviertasten und feilt an den Sounds. Und er holt eine bewährte Crew von Gastmusikern, die im Soundcheck-Studio bis weit nach Anbruch der Dunkelheit musiziert. Darunter sind Gitarrist Jean-Pierre von Dach (Gigi Moto), Bassist Luca Leombruni (Natacha, Sina, Vera Kaa), Saxophonist Philippe Chrètien (Philipp Fankhauser, Minus 8), die Pianisten Alex Wilson (Courtney Pine) und Michael Dolmetsch (Lilly Martin, Richard Köchli) sowie Schlagzeuger Geo Ioannidis (Dead End Cowboys, Contrast Family).
Peter Schmidt, Mix (Rosenstolz, BAP, Reamonn), und Grammy Award-Gewinnerin Darcy Proper, Mastering (Kylie Minogue, Herbert Grönemeyer), polieren Amires Songs, bis diese erhaben funkeln, sanft perlen und geschmeidig fliessen. Die Sängerin selbst - die übrigens Janis Joplin, Faithless und Dido als prägende Einflüsse zu Protokoll gibt - hält mit ihrer facettenreichen Stimme die ganze Produktion zusammen und singt sich über die komplette Spieldauer eines beeindruckend intensiven Albums das aus dem Leib, was hinter jeder unspektakulär grossen Geschichte steckt: Soul.