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GEOMAUD 1991 und 1996
GEOMAUD – Geoscientific Expedition to Dronning Maud Land 1990-91 und 1995-96
1990/91 : Im Herbst 1990 reist die “ letzte Antarktisexpedition der DDR “ (die Deutsche Einheit ist inzwischen vollzogen) in die Antarktis. Es sind zwei Expeditionsgruppen, dabei ist eine Biologengruppe Diese wird in dieser Saison 1990-91 auf King George Island Benthosforschung betreiben. Auf der „Georg Forster“-Station wird voraussichtlich ein letztes Mal überwintert. Ein Expeditionsumschlag der Akademie der Wissenschaften und ein runder Cachet weisen auf das geodätische Forschungsprogramm „GEOMAUD“ 1990-91 hin, welches von der DDR-Station in der Schirmacher-Oase aus betrieben wird.
1995/96 : Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe organisierte in der Saison 1995/96 die GeoMaud-Expedition zur geowissenschaftlichen Erforschung des zentralen Königin- Maud-Landes zwischen 16°und 6°0st. Die Forschungsarbeiten dienten der Klärung von folgenden Hauptfragen der Grundlagenforschung :
- Vorhandensein von 1000 Millionen Jahren alten Deformationsstrukturen, die von der amerikanischen SWEA T -Hypothese (Direkte Beziehungen von Nordamerika und Antarktika vor etwa 500 Millionen Jahren) vermutet werden;
- Natur der Aktivierungsereignisse vor 500 Millionen Jahren (Deformation eingeschlossen oder nur thermische Aufheizung) und Kinematik des Aufbrechens von Gondwana vor 170 Millionen Jahren und die nachfolgende Hebungsgeschichte, die mit der Entwicklung im marinen Bereich im Zusammenhang gesehen werden muss.
Damit wird ein Programm in Angriff genommen, das von ostdeutscher Seite Ende der 80er Jahre begonnen worden war. An der Expedition nahmen 42 Personen teil, darunter vor allem Geologen und Geophysiker, aber auch ein Geomorphologe und Isotopenforscher. Die internationale Kooperation ist durch die Teilnahme von zwei italienischen und einem russischen Wissenschaftler gegeben. Die Expedition begann am 10.November 1995 in Kapstadt mit dem Ablegen des Eisbrechers „POLAR QUEEN”. Wegen der zu erwartenden schwierigen Eisverhältnisse muss damit gerechnet werden, dass die Eiskante zu diesem frühen Zeitpunkt nicht erreicht wird. Damit erweitert sich der Materialtransport erheblich, der vorwiegend durch die vier australischen Hubschrauber übernommen werden muss. Der notwendige Treibstoff wurde von russischen Überwinterern von der Station Novolasarevskaja bereits im Oktober in die Schirmacher-Oase transportiert.
Logistisch war die Expedition folgendermassen geplant: Das Hauptcamp, fast ausschliesslich aus Zelten bestehend, wird im östlichen Zipfel der Schirmacher-Oase nahe der Forster-Sommerstation aufgeschlagen, von hier aus wurde die geophysikalische Hubschrauberbefliegung (Aeromagnetik, Gravimetrie, Eisdickenbestimmung) vorgenommen. Ein weiteres grösseres Camp wurde in den Dallman-Bergen ca. 1 00 km südwestlich der Schirmacher -Oase angelegt. Von hier aus sollen die geologischen Forschungen vorgenommen werden, die sich sowohl auf das erwähnte Geologencamp als auch auf drei kleine Satellitencamps stützen werden. Das Expeditionsgebiet soll von Westen her bearbeitet werden, um am Schluss der Expedition im Gebiet des Wolthatmassives zu arbeiten, welches notfalls auch mit Kettenfahrzeugen zu erreichen ist. Ausserdem führten zwei 2-Mann-Trupps reflexionsseismische Messungen auf dem Schelfeis bzw. für Wärmestrommessungen durch. Vom 18.Dezember 1995 an sind für vier Wochen die beiden Forschungsflugzeuge des AWI im Untersuchungsgebiet stationiert. Sie werden auch für Aufgaben von “GeoMaud” eingesetzt: Luftbildbefliegung und aeromagnetische Befliegung des Gebietes vor dem Schelfeis zum Anschluss an die seegeophysikalischen Forschungen, die von den beiden Schiffen “POLAR QUEEN” und .AKADEMIK NEMCHINOV’ (Russland) in enger Kooperation mit dem AWI in der Woche vom 17.bis zum 24.Januar 1996 geplant sind. Hauptuntersuchungsmethode ist hier die Seismik, wo ein Reflektionsprofil über den vorgelagerten Astrid-Rücken bis in die Schirmacher-Oase registriert werden soll. Die Forschungsarbeiten der Expedition dauerten bis Anfang März 1996.Die Abreise aus der Antarktis ist für den 10.März vorgesehen. Kapstadt soll am 19.März 1996 erreicht werden.
Blinde Passagiere auf der „POLAR QUEEN“: Im Dezember 1995 hatten sich zwei schwarze Südafrikaner als blinde Passagiere auf das norwegische Schiff geschlichen. Sie wunderten sich, dass es immer kälter wurde und sie statt im ersehnten Europa in der Antarktis landeten.