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| Liturgien, Griechische - Das achte Buch der Apostolischen Konstitutionen

A. Charismen und Kirchendienste
3. Einsetzung und Weihe der Bischöfe.
IV. Wir gleichzeitig anwesende zwölf Apostel des Herrn tragen euch in Gegenwart des Gefäßes der Auserwählung, unseres Mitapostels Paulus, des Bischofs Jakobus, der übrigen Priester und der sieben Diakone über die ganze Gestaltung der Kirche folgende göttliche Vorschriften auf. Als erster sage ich, Petrus, daß, wie wir im vorausgehenden alle miteinander verordnet haben, als Bischof ein Mann geweiht werde, der in allen Stücken tadellos und vom ganzen Volke gewählt ist. Wenn er genannt ist und Anerkennung findet, soll sich am Sonntage das Volk mit dem Presbyterium und den anwesenden Bischöfen versammeln, der Vorsteher der übrigen soll das Presbyterium und das Volk fragen, ob er derjenige ist, den sie zum Führer verlangen. Wenn sie zustimmen, soll er noch fragen, ob er von allen dieser großen und glänzenden Gewalt als würdig bezeugt werde, ob von ihm die Religionspflichten gegen Gott gut erfüllt und das gegen die Menschen Gebührende beobachtet worden ist, ob sein Hauswesen gut verwaltet und seine Lebensführung tadellos sei. Wenn nun alle der Wahrheit gemäß und nicht aus Voreingenommenheit bezeugt haben, daß er ein solcher Mann sei, so soll man gleichsam vor Gott dem Richter und vor Christus, natürlich auch unter Gegenwart des Heiligen Geistes, aller heiligen und dienenden Engel, zum drittenmal wiederum fragen, ob er in Wahrheit des Dienstes würdig sei, [S. 30] ,,damit jedes Wort auf dem Munde von zwei oder drei Zeugen beruhe“1. Wenn jene zum drittenmal zustimmen, daß er würdig sei, sollen alle zum Zeichen der Zustimmung aufgefordert und, nachdem sie es gegeben, bereitwilligst erhört werden. Wenn Stillschweigen eingetreten ist, stellt sich der erste der Bischöfe zugleich mit zwei andern in die Nähe des Altares, während die übrigen Bischöfe und die Priester stillschweigend mitbeten, die Diakonen das geöffnete Evangelium über das Haupt des Weihekandidaten halten, dann bete er zu Gott:
V. Seiender, Geliebter, Herr, allmächtiger Gott, allein Unerschaffener und Unbeherrschter, allzeit Seiender und vor den Ewigkeiten Bestehender, in allem Bedürfnisloser und alle Ursache und Zeugung Überragender, allein Wahrer, allein Weiser, von Natur aus Unsichtbarer, dessen Erkenntnis anfangslos ist, allein Guter und Unvergleichlicher, der alles weiß, bevor es geschieht2, Erkenner der verborgenen Dinge, Unnahbarer, Unbeherrschter. Gott und Vater deines eingeborenen Sohnes, unseres Gottes und Heilandes, Schöpfer des All durch seine Vermittlung, Vorsorger, Besorger, Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der in der Höhe wohnt und auf das Niedrige schaut3. Du hast durch die Ankunft Deines Christus im Fleische unter Zeugenschaft des Heiligen Geistes durch Deine Apostel und uns durch Deine Gnade hier stehende Bischöfe Kirchengesetze gegeben, Du hast von Anfang an zur Leitung Deines Volkes Priester vorgesehen, zuerst Abel, dann Seth, Enos, Enoch, Noe, Melchisedech und Job. Du hast Abraham auf den Leuchter gestellt und die übrigen Patriarchen mit Deinen treuen Dienern Moses, Aaron, Eleazar und Phinees; aus ihnen hast Du Fürsten und Priester auserwählt im Zelte des Zeugnisses, Du hast Samuel zum Priester und Propheten gewählt, Du hast Dein Heiligtum nicht ohne Diener gelassen; genehm gehalten hast Du jene, unter welchen Du verherrlicht werden wolltest. Gieße Du selbst jetzt durch die [S. 31] Vermittlung Deines Christus aus die Kraft Deines fürstlichen Geistes, der Deinem geliebten Sohn Jesus Christus dient, den er nach Deinem Ratschlusse den heiligen Aposteln Deiner, des ewigen Gottes, geschenkt hat.
Verleihe in Deinem Namen, herzenskundiger Gott, diesem Deinem Diener, den Du zum Bischofe auserwählt hast, Deine heilige Herde zu weiden und Dir Hohepriesterdienste zu leisten, tadellos Tag und Nacht zu dienen und Dein Antlitz zu versöhnen und so die Zahl der Geretteten zu sammeln und Dir die Gaben Deiner heiligen Kirche darzubringen. Gib ihm, allmächtiger Herr, durch Deinen Christus die Teilnahme am Heiligen Geiste, daß er die Macht habe nach Deinem Auftrage, die Sünden nachzulassen, nach Deinem Auftrage die Stellen zu vergeben4 und mit Deiner Erlaubnis, die Du den Aposteln gegeben hast, jedes Band zu lösen, in Sanftmut und mit reinem Herzen Dir zu gefallen, ununterbrochen, ohne Schuld und Tadel Dir das reine und unblutige Opfer darzubringen, das Du durch Christus angeordnet hast, das Geheimnis des neuen Bundes zum Dufte des Wohlgeruches durch Deinen heiligen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn und Gott, durch den Dir Ruhm, Ehre und Anbetung sei im Heiligen Geiste, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Wenn er dieses gebetet hat, sollen die übrigen Priester antworten: Amen, und mit ihnen das ganze Volk.
Nach dem Gebete soll einer der Bischöfe das Opfer in die Hände des Geweihten legen und mit Tagesanbruch soll er von den übrigen Bischöfen auf den ihn auszeichnenden Thron gesetzt werden, nachdem ihm alle den Kuß im Herrn gegeben haben.
1: Matth. 18, 16.
2: Dan. 13, 42.
3: Ps. 112, 5 u. 6 [hebr. Ps. 113, 5 u. 6].
4: Der Text διδόναι κλήρους [didonai klērous]. Funk weist auf die Stufen und Ordnungen des Klerus hin, möchte aber auch wegen des Zusammenhanges an die den Büßern eingeräumten Plätze denken: in der klassischen Sprache bedeutet κλῆρος [ klēros] Los.