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Durch diese Hohle Gasse muss er kommen
Die Hohle Gasse als überregionale Sehenswürdigkeit wird im Heimatmuseum in ihrem Zusammenhang zur Tell-Geschichte dargestellt. In diesem künstlich gebauten Hohlweg zwischen Küssnacht und Immensee soll Wilhelm Tell 1307 den habsburgischen Landvorgt Hermann Gessler erschossen haben. In Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell sagt Tell (IV, 3): „Durch diese hohle Gasse muss er kommen. Es führt kein andrer Weg nach Küssnacht.“
Der Verbindungsweg zwischen Vierwaldstättersee und Zugersee mied sumpfiges Gelände und hielt sich an den Fuss der Rigi. Füsse, Hufe und Räder sowie abfliessendes Regenwasser schnitten den Weg allmählich in den bewaldeten Hügelkamm ein, vor allem südwestwärts gegen Küssnacht. Durch die Eröffnung des Gotthardpasses um 1220 erhielt dieser Weg als Teil der Land-Wasser-Strasse Zürich-Horgen-Zug-Immensee-Küssnacht-Flüelen- Gotthard und umgekehrt internationale Bedeutung.
Nach den Hungerjahren 1816/17 bauten die Kantone von Basel bis Chiasso die Gotthardstrasse aus. Man verbreiterte die Hohle Gasse. Die Eröffnung der Gotthardbahn 1882 machte die Hohle Gasse für Küssnacht zur Bahnhofstrasse nach der Station Immensee. Die schmalste Stelle mass damals 2,1 m, einige Jahrzehnte später, nach dem Aufkommen der Autos, 3,8 m. Das genügte natürlich für zwei sich kreuzende Fahrzeuge nicht, so dass sich aufdrängte, entweder die Hohle Gasse zu zerstören oder zu umfahren.
Sammelaktion der Schweizerischen Schuljugend
Da half die schweizerische Schuljugend. Wie sie 1859 das Rütli vor Hotelspekulanten gerettet hatte, trugen die Schulkinder je 20 Rappen zusammen, wofür sie eine Erinnerungspostkarte erhielten. Die Sammlung ergab 102'910 Franken und half mit, 1935/37 die Umfahrungsstrasse zu bauen und den Hohlweg in den alten Zustand zurück zu versetzen.
Als Treuhänderin der schweizerischen Schuljugend verwaltet die "Schweizerische Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse" die historische Stätte.
Unter den ungezählten Hohlwegen der Erde ist dieser wohl der berühmteste, weil hier der Tell den Landvogt Gessler erschossen haben soll, wie uns zuerst der Chronist im Weissen Buch von Sarnen berichtet. Zum Gedenken wurde ein "Heilig Hüsli", später eine Kapelle gebaut. Die heutige Tellskapelle stammt von 1638, die anderen zwei Tellskapellen stehen im Kanton Uri, eine in Bürglen, dem Wohnort Tells, die andere am Urnersee, wo Tell aus dem Schiff des Vogtes sprang. Unter dem Vordach der Küssnachter Tellskapelle finden wir das Gemälde "Gesslers Tod", im Innern "Tells Tod bei der Rettung eines Kindes aus dem Schächenbach", beide von Kunstmaler Hans Bachmann. Das Altarbild, die Heiligen Nothelfer darsstellend, stammt vom berühmten Alpenmaler Kaspar Wolf von Muri. Nach dem Gang durch die mystische Hohle Gasse winkt im 80 Meter weit weg gelegenen Ristorante "Hohle Gasse" eine wohltuende Labung. Autos und Busse haben genügend Parkmöglichkeiten.