Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03601.jsonl.gz/864

Es war ein sonniger, frostiger Wintertag, als Joseph R. Biden jr. vor dem Westportal des Capitols den Amtseid ablegte.
Wie vom 2. Amendment der Verfassung vorgeschrieben, trat er am 20. Januar “zur Mittagszeit” zur Inauguration an. Um 11.48 Uhr, zwölf Minuten zu früh, schwor er feierlich, die Verfassung der USA zu bewahren, zu schützen und zu verteidigen. Dann hob er 23-minütigen Rede zur Amtseinsetzung an.
Um 12.01 Uhr, exakt in der Passage, als er die erste Vizepräsidentin pries, war er dann der mächtigste Mann der Welt.
Seine Rede war im Detail nicht programmatisch. Zu 95% war sie ein moralischer, teils religiös gefärbter Appell an das amerikanische Volk: “Dieser Tag ist ein Tag der Hoffnung, ein Triumph der Demokratie, der Willen des Volkes wurde erhört.” Die Aussen- oder gar Sicherheitspolitik blieb marginal. Immerhin nannte der 46. Präsident klar und unmissverständlich unter den Zielen für seine Amtszeit:
- “Wir besiegen den Terror” – wie es Abraham Lincoln 1863 versprochen habe.
- “Die Vereinigten Staaten werden wieder zur führenden Macht in der Welt.”
- Wir sind Nachbarn, nicht Feinde. Wir reparieren unsere Allianzen, nicht durch Macht, sondern durch Vorbild. Wir sind starke und verlässliche Partner für den Frieden.”
Ganz zum Schluss bekannte sich Biden in der traditionellen Formel zu den Streitkräften, die in Gestalt der Nationalgarde das Capitol vor Terroristen schützten: “God protect our forces“.
Trump verliess das Weisse Haus am Morgen
Donald und Melania Trump verliessen das Weisse Haus schon am Morgen. Mit dem Helikopter Marine One flogen sie zur Andrews Air Base, wo der 45. Präsident mit militärischen Ehren verabschiedet wurde. In seiner Ansprache liess Trump offen, wo, wann und wie er zurückkehre. Beim Einsteigen in den Helikopter des USMC reckte er noch einmal die Faust. Von Andrews brachte Air Force One das abtretende Paar nach Florida.
In seiner Rede hob Trump hervor, er sei der erste Präsident seit Menschengedenken, der keinen Krieg vom Zaun gebrochen habe.