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Von Belo Horizonte 93 km in östlicher Richtung liegt dieser kleine unbekannte Ort, eher ein Dorf, das wie so viele andere, seine Gründung der Zeit des Goldbooms verdankt – am 29. August 1704 – durch den Bandeirante „Manoel Bittencourt da Câmara“. Der Ort kann mit einigen interessanten kolonialen Gebäuden beeindrucken und den von Sklaven angelegten, kopfsteingepflasterten Gassen dazwischen.
Angelockt durch den schnellen Reichtum aus dem Flussbett des „Rio Piracicaba“, der hier vorbeifliesst, gründeten die ersten Goldwäscher die Siedlung „São João do Presídio do Morro Grande“ – an einem kleinen Bächlein in der Nähe, dem „Córrego São Miguel“, entdeckte man sogar Diamanten im Bachbett.
Damit waren es fünf Fundstätten, in denen die Männer von Sonnenaufgang bis zum Einfall der Nacht die Erde durchsiebten und auswuschen.
Lange nach dem Gold- und Diamantenfieber, im Jahr 1943, emanzipierte sich „Morro Grande“ und erhielt den Namen „Barão de Cocais“ – ein Titel, den die portugiesische Krone jenem Oberleutnant und Patron der fünf Minen dereinst verliehen hatte. Sein bürgerlicher Name war „José Feliciano Pinto Coelho da Cunha“.
Ausser den Ruinen der „Gongo Soco“-Mine, dem „Cemitério dos Inglêses“ (englischen Friedhof), der „Igreja Nossa Senhora do Perpétuo Socorra“ (der ältesten Kirche im Distrikt), dem historischen Stadtkern mit seinen Kolonialgebäuden, schmalen Gassen und antiken „Fazendas“, ist der kleine Ort Eingangstor zu einer ganz besonderen Sehenswürdigkeit – dem „Parque Natural do Caraça“:
Zwischen seinen verschiedenen Berggipfeln, die über 2.000 Meter hoch sind, seinen Wasserfällen und weissandigen Flussstränden, liegt mitten im 11.233 Hektar grossen Park die Wiege der brasilianischen Kultur – die „Hochschule von Caraça“ – innerhalb eines klösterlichen Gebäudekomplexes.