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Der Entwurf des tschechischen Kunstflugseglers L-213A stammte aus den späten 1980ern. Ein Prototyp flog 1992. Die Flugerprobung wurde begonnen, aber nie
zu Ende geführt. Bald wurde es wieder still um das Projekt und die Herstellerfirma INTECO verschwand von der Bildfläche.
Heute erinnern nur noch ein alter Prospekt und ein Modell-Kit einer tschechischen Firma an dieses eigentlich recht interessante Flugzeug.
Der L-213A hatte ausser der Metallbauweise nichts mit der Blaník-Familie (L-13, L-23 und L-33) der Firma LET Kunovice zu tun. Wahrscheinlich sollte aber die Typenbezeichnung eine Verwandschaft mit dem bewährten und weltweit verbreiteten Blaník suggerieren.
Über die technischen Details ist nur soviel bekannt, wie in dem ziemlich dürftigen Prospekt steht. Demnach war der L-213A in Ganzmetallbauweise erstellt,
lediglich die Ruderflächen waren stoffbespannt. Die Flächen wurden mit drei Bolzen am Rumpf angeschlossen und das Höhenleitwerk wurde von vorn in die Seitenflosse
eingeschoben. Die Haube konnte zum Öffnen nach rückwärts über den Rumpf gelegt werden. Das Fahrwerk war nach Art des Blaník halb einziehbar, d.h. eingefahren schaute das
Rad teilweise heraus. Als Landehilfen dienten schmale Dreh-Bremsklappen an der Flügelhinterkante. Die gross dimensionierten Querruder erstreckten sich über knapp 60% der
Spannweite.
Zum verwendeten Flügelprofil gibt es keine Angaben und auch die publizierten Leistungsdaten sind lückenhaft. Angesichts einer angegebenen gerinsten Sinkgeschwindigkeit von 1,2 m/s wären hinsichtlich der Gleitflugleistungen sicher keine Wunder zu erwarten. Die angegebene Manövergeschwindigkeit VA = 160 km/h ist sehr restriktiv, verglichen mit z.B. dem Swift.
Über die Gründe für das Scheitern des Projekts kann man nur spekulieren. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass den Entwicklern einfach das Geld ausging.
Aber auch sonst war die Situation Anfang der 1990er alles andere als günstig für die Markteinführung eines völlig neuen Kunstflugseglers.
Die Polen hatten gerade mit dem Swift den absoluten Renner gelandet. Auch hatten die Polen kein völlig neues Flugzeug konstruiert, sondern im Prinzip den seit 25 Jahren bewährten Kobuz 3 neu aufgelegt. Die Tschechen hätten, genau wie die Rumänen mit ihrem IAR 35 oder Peter Celliers mit seinem Celstar, ihrer Konstruktion erst die Kinderkrankheiten austreiben müssen, bevor das Flugzeug eine Absatzchance gehabt hätte. Aber bis dahin wäre der ohnehin enge Markt längst durch den Swift besetzt gewesen.
Technische Daten
|Spannweite||12,57 m|
|Flügelfläche||12,7 m²|
|Länge||7,31 m|
|Leermasse||230 kg|
|Flugmasse||350 kg|
|Manövergeschwindigkeit VA||160 km/h|
|Höchstgeschwindigkeit VNE||350 km/h|
|Lastvielfache||+8,0 / -6,0|
|Mindestgeschwindigkeit||70 km/h|
|geringstes Sinken||1,2 m/s bei 88 km/h|
Stand, 11-2011