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Naturgefahren
3. Rhonekorrektion: Verminderung der Überflutungsgefahr in den Talböden
Die meisten der historisch gewachsenen Ortschaften befinden sich ausserhalb des Überschwemmungsbereich und unterhalb von Schutzwäldern am nördlichen Rand der Talebene. Lediglich die ehemalige Gemeinden Unterwassern und das zu Obergesteln gehörende Dorfteil Gerendorf liegen auf der Südseite der Rhone. Beide Siedlungen gehören heute zur Gemeinde Obergoms. Bei Ulrichen, Obergesteln, Reckingen und Gluringen befinden sich grössere Siedlungsflächen auf der Südseite der Rhone, welche teilweise erst während den vergangenen Jahrhunderten entstanden sind. Entlang des Rhoneufers werden zahlreiche Flächen für touristische Aktivitäten wie Camping, Rafting usw. genutzt.
Die Überschwemmungsgefahr am Oberlauf der der Rhone wurde durch Schutzbauwerke vermindert. Der Kanton Wallis plant, mit einer Ausweitung des Rhonelaufs zwischen Blitzingen und Oberwald (3. Rhonekorrektion, allgemeines Projekt) das durch die Folgen des Klimawandels erhöhte Überflutungsrisiko weiter zu senken.
3. Rhonekorrektion R3
Die aktuelle Gefahrenlage bedroht einen Grossteil der Rhoneebene. Über 100'000 Personen leben oder arbeiten in diesem Gebiet. Das Schadenpotenzial wird auf 10 Milliarden Franken geschätzt. Die heutige Rhone vermag die Hochwasser nicht abzuleiten. Die3. Rhonekorrektion R3 ist notwendig, um die Investitionen in der Ebene zu schützen und weitere zu ermöglichen.
Schutz vor Lawinen
Grosse Waldfläche wurden an den nach Süden ausgerichteten Sonnenhängen für die Bewirtschaftung der Alpen gerodet. Zu beiden Seiten der Rhone wurden daher zum Schutz der Siedlungen und Verkehrswege hoch oben an der Trogschulter der Täler stattliche Lawinenverbauungen errichtet. Trotzdem kommt immer wieder vor, dass Lawinen durch unbewaldete Abflussrinnen oder Seitentäler bis hinunter in die Talsohlen donnern und dort meistens die Strassenverbindungen unterbrechen.
Im Kanton Wallis entstanden allein seit 2000 einige tausend Lawinenverbauungen. Im letzten Jahrzehnt wurden einige von ihnen mit Sonnekollektoren bestückt.
Auf der südlichen Talseite ist der Schutzwald noch dichter bewachsen und weniger stark ausgelichtet wie auf der Nordseite. Der Wald hindert die Lawinen an vielen Stellen bis in die Talsohlen vorzustossen. Die Gefahrenstellen befinden sich bei den Einmündungen von Seitentälern, deren Bergbäche sich nicht so stark in Talflanken eingegraben haben. In diesen Couloirs können die Schneemassen dank des starken Gefälles Geschwindigkeit aufnehmen und bis in die Talebene vordringen. Bei den Ausgängen dieser Täler besteht nach Starkniederschlägen auch eine erhöhte Überschwemmungsgefahr.
Energieversorgung
Im Obergoms im Kanton Wallis nutzen zahlreiche Wasserkraftwerke das Schmelzwasser der immer noch zahlreichen Gletscher entlang der Grenze zu den Kantonen Bern, Uri und Tessin. Ein bemerkenswerter Aspekt ist die Tatsache, dass eine Teil des Wassers aus dem Ägental, welches zur Gemeinde Obergoms gehört, durch ein ausgedehntes Leitungssystem in den Lago Maggiore geleitet wird (siehe: Wasserkraftwerkskette vom Griessee (Wallis) in den Lago Maggiore (Tessin)). Für diese Wassernutzung zahlen die beteiligten Kraftwerke Wasserzinsen in die Gemeindekasse von Obergoms.
Wasserzinsen sind für die Bergkantone und vor allem viele Berggemeinden eine wichtige Finanzquelle.
Das Volumen der gezahlten Wasserzinsen hat sich im Zeitraum 2007-2015 um fast 40% erhöht. Die meisten Zahlungen haben dabei die Kantone Wallis und Graubünden erhalten. Die Höhe der gezahlten Wasserzinsen ist in den letzten 10 Jahren von CHF 405m auf CHF 557m angestiegen, was die Erhöhung des Wasserzinsniveaus im Zeitraum wiedergibt. Von der Einnahme an Wasserzinsen profitiert vor allem der Kanton Wallis, wohin in den Geschäftsjahren 2007 bis 2015 insgesamt rund CHF 1,2 Mrd. gezahlt wurden. Der Kanton Graubünden hat im gleichen Zeitraum insgesamt von rund CHF 1,0 Mrd. profitiert.
Neben den Wasserzinsen leisten auch Steuereinnahmen und Konzessionsgebühren für Sondernutzung (für Gemeinwesen), Entschädigungen für Überfahrts-, Weg-, Baurechte, Leitungsdienstbarkeiten, Militärübungen usw. einen wesentlichen Beitrag in die Kassen der Landeigner wie Gemeinden, Korporationen und Privateigentümer. (Quelle: ForschungsberichtNELAK)
Kraftwerk Gere
Für den Bau des Kraftwerks Gere, ein Projekt der Kraftwerke Obergoms AG (KWOG), erteilte der Walliser Staatsrat am 19. Dezember 2016 die Baubewilligung. An der KWOG sind die Gemeinde Obergoms, das Elektrizitätswerk Obergoms AG, die EnAlpin AG und die Gemeinde Goms beteiligt. Das Kraftwerk Gere wird jährlich Energie für rund 5'000 Haushaltungen erzeugen. Im September 2017 konnte mit den Arbeiten am Kraftwerk Gere begonnen werden. Mit der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerkes wird im Sommer 2020 gerechnet.
Die KWOG hat bisher das Kraftwerk Ulrichen (Inbetriebnahme 2014) und das Kraftwerk Niderbach (Inbetriebnahme 2016) gebaut.
Hydro Exploitation betreibt dasKraftwerk Altstafel der Aegina Kraftwerke AG und den Griesstausee. Die KW Aegina A.G. ist berechtigt, jährlich im Durchschnitt 37 Mio. m3Wasser, d.h. ungefähr die Hälfte des Gesamtabflusses aus dem Ägenetalzu fassen, in den eigenen Anlagen zu verarbeiten und sodann zur weiteren Nutzung in die Anlagen der Maggia Kraftwerke AGüberzuleiten.