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Geschichte
Im Jahr 1871, als internierte Soldaten der Bourbaki-Armee in ihrem unvorstellbar elenden Zustand Empörung und Mitleid in der schweizerischen Bevölkerung hervorriefen, schlossen sich in Malters Frauen zu tatkräftiger Hilfe zusammen. Diese Frauen legten den Grundstein zum heutigen Gemeinnützigen Frauenverein.
Nach dem Elend der Soldaten war es die bittere Not vieler kinderreicher Familien, die das segensreiche Wirken dieser Frauen spüren durften. Lindern von Not durch Verhüten von Not wurde angestrebtes Ziel. Kurse wurden durchgeführt (Gartenbau- und Kochkurse, Näh-, Glätte- und Flickkurse, Kurse für häusliche Krankenpflege sowie Nothilfekurse usw.) und Vorträge organisiert. Krankenpflege, Familienhilfe und Mütterberatung wurden wichtige Betätigungsfelder.
Während des ersten Weltkrieges waren die Gemeinnützigen Frauen besonders aktiv. Sie führten Arbeitsnachmittage durch, an denen Wäsche für die an der Grenze stehenden Wehrmänner von Malters und Schwarzenberg angefertigt wurde. Auch in den Jahren des zweiten Weltkrieges wurden zusammen mit dem Mütterverein Hemden genäht, Socken und vieles mehr gestrickt.
1915 erfolgte die Anstellung einer Krankenschwester und 1930 die Errichtung einer Krankenpflegestation. An letzterer wurde 1943 eine Mütterberatungsstelle angeschlossen. Etwas später wurden, einem grossen Bedürfnis entsprechend, Familienhelferinnen angestellt. 1971 kam dann der Zusammenschluss der Krankenpflegestation des GFM und der Familienhilfestation des Müttervereins zum Verein für Krankenpflege und Familienhilfe zustande.
Mit den Jahren kamen weitere Dienstleistungen dazu, wie Autofahrdienst, Betagtenzusammenkünfte, Altersturnen, Schwangerschaftsturnen, Brockenstube, Kilbimarktstand und Kaffeestube, Fusspflegedienst, Sportartikel- und Kinderkleiderbörse, Ludothek, Verkaufsgeschäft für Wolle und Handarbeiten „Donna“. Auch heute bieten wir spontane finanzielle Direkthilfe in Notfällen an und unterstützen regelmässig verschiedene karitative Institutionen.
Vieles, was der GFM in all den Jahren und Jahrzehnten aufgebaut und angeboten hat, wurde von privaten und staatlichen Organisationen übernommen und weiter ausgebaut. Daraus wird ersichtlich, dass die Aufgaben des GFM einem steten Wechsel unterworfen sind. Die Schwerpunkte des Helfens und Dienens am Mitmenschen ändern sich, aber gemeinnütziger Dienst wird auch in Zukunft kein leeres Wort sein.