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Per Anhalter gelangte Agnes in die nächstgrößere Stadt. Sie bettelte den Fahrer an und er gab ihr einen Betrag, der sie beschämte. Mit einer neuen Flasche Baileys betrat sie ein Kino. Der Film handelte von Vampiren und Werwölfen und der Saal war voller Teenager. Nach dem Kino stillte sie in einer Pizzeria ihren Hunger, später setzte sie sich auf eine Bank unter dem Vordach eines hypermodernen Kulturzentrums und betrachtete den nächtlichen See. Ihr Handy ertönte. Der Vater klang versöhnlich und verständnisvoll. Mit schwerer Zunge erklärte sie ihm, wo sie gerade war. Das Gespräch wurde weitschweifig und Agnes so betrunken, dass die immer wieder den Faden verlor.
Agnes betet. Taschenbuch-Ausgabe 2017, S. 164-165
Vom Dom schlug es drei Uhr, als er abbremste. Er stieg ab und stellte das Motorrad auf seinen Ständer. Er warf den Helm über das Brückengeländer und lief zur Autobahnauffahrt zurück. Als er wieder beim ICE-Bahnhof ankam, war alles genau wie vor einer Stunde, außer, dass er jetzt tot war. Von der Autobahn her vernahm er Polizeisirenen. Pünktlich um 05:08 Uhr bestieg er den ICE und kam fünf Stunden später in einer fremden Stadt an. Seine Wodkaflasche war leer und er besorgte sich ein paar Dosen Bier. Er hätte sich gerne ans Ufer gesetzt, aber es regnete. Schließlich fand er ein gutes Plätzchen, er saß auf einer Bank unter dem Vordach eines hypermodernen Kulturzentrums und betrachtete den See und die Berge.
Agnes betet. Taschenbuch-Ausgabe 2017, S. 153
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