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Streng geheim – eine eigene Schrift erfinden
Vom Nachdenken darüber, wie und warum Schrift erfunden wurde, hin zum Entwickeln einer eigenen, digital nutzbaren Geheimschrift.
Vom Nachdenken darüber, wie und warum Schrift erfunden wurde, hin zum Entwickeln einer eigenen, digital nutzbaren Geheimschrift.
In den Sprachlehrmitteln wird die faszinierende Geschichte der Sprachen und der Erfindung der Schriften thematisiert (z.B. «Die Sprachstarken 4», Kapitel «Geheimschriften»). Die Schüler*innen erfahren, wie Informationen früher ausschliesslich mündlich weitergegeben wurden und damit anfällig für Veränderungen waren. Verschiedene Kulturen entwickelten Schriftsysteme als Mittel zur Kommunikation und zur dauerhaften Aufzeichnung von Informationen und nutzten dazu ursprünglich Bilder und Symbole. Später wurden Buchstaben als abstrakte Zeichen entwickelt, um Laute darzustellen und Wörter zu bilden. Unser Alphabet entstand in der römischen Zeit. Auch andere Völker haben ihre eigenen Alphabete entwickelt, wie das arabische, das kyrillische oder das griechische oder das hebräische. Wer diese Sprachen spricht und versteht, muss den Code dieser Schriftzeichen kennen, um sie lesen und schreiben zu können.
In der hier vorgestellten Lernumgebung entwickeln die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Geheimcode. Mit einem selbst erstellten Font (Schriftdatei) können so Botschaften am digitalen Gerät mit dieser Geheimschrift geschrieben werden.
Einstieg
Die «Sprachstarken 4» bieten im Kapitel «Geheimschriften» einen Sachtext über die Erfindung der Schrift, der als Einstieg oder nach der Begegnung mit verschiedenen Schriftsystemen gelesen und bearbeitet werden kann.
Mit dem Übersetzungstool DeepL können die Schülerinnen und Schüler ein Wort in verschiedene Sprachen übersetzen lassen und so erkunden, wie sich die Zeichen in den verschiedenen Schriftsystemen verändern oder auch ähnlich bleiben (z. B. Sprachen, in denen sich nur einzelne Zeichen verändern: Dänisch, Lettisch, Rumänisch etc. oder Sprachen mit ganz anderen Schriftzeichen: Bulgarisch, Chinesisch, Griechisch, Japanisch oder Koreanisch etc.)
Geheimschriften erfinden und digital nutzen: eigenen Font erstellen, um Botschaften zu verschlüsseln
Es ist möglich, eine eigene individuelle Geheimschrift zu erstellen und diese als digitalen Font zur Verschlüsselung von Nachrichten zu verwenden.
Durch die Verwendung eines Webtools wie Calligraphr können eigene Fonts erstellt werden, so auch eine Geheimschrift. Die technische Umsetzung ist anspruchsvoll und braucht einiges an Zeit. Es lohnt sich daher gerade beim Erstellen der Font-Datei und der Installation auf dem Gerät den Unterricht so zu gestalten, dass die Gruppen individuell unterstützt werden können.
Die Schülerinnen und Schüler werden in 3er-/4er-Gruppen eingeteilt.
Eine Person jeder Gruppe registriert sich mit ihrer E-Mail-Adresse bei Calligraphr. Pro Anmeldung kann eine Schrift kostenlos erstellt werden.
In Calligraphr steht eine Font-Vorlage (Template) zur Verfügung, die ausgedruckt oder gespeichert wird. Die Handhabung der Calligraphr-Seite ist relativ einfach und wird auf der Seite selbst gut erklärt (siehe «Materialien für die Unterrichtsvorbereitung»).
In den Gruppen werden auf der Vorlage die Schriftzeichen gezeichnet, je nach Gerät analog auf der ausgedruckten Vorlage oder direkt mit dem Stift auf dem Gerät. Dabei kann die Geheimschrift so gewählt werden, dass die Formen noch an unsere Alphabetschrift erinnern, es können neue Symbole kreiert werden oder solche, die an bestehende Schriften erinnern. Der Schwierigkeitsgrad beim späteren Entschlüsseln variiert entsprechend.
Die Schriftenvorlage wird in Calligraphr in einen eigenen Font umgewandelt (Anleitung siehe «Materialien für die Unterrichtsvorbereitung»)
Font installieren
Die Geheimschrift wird als Font-Datei (.ttf – True Type Font oder .otf – Open Type Font) heruntergeladen und mit den Gruppenmitgliedern geteilt. Alle Schülerinnen und Schüler einer Gruppe installieren ihren Geheimschriften-Font.
Die Installation eines eigenen Fonts ist auf einem Windows- oder Mac-Computer einfach. Auf dem iPad geschieht die Installation des Fonts über die App iFont, die auf dem iPad installiert werden muss (Alle Anleitungen siehe «Materialien zur Unterrichtsvorbereitung»).
Geheimschriften nutzen – geheime Botschaften übermitteln
Die Geheimschriften werden in den Gruppen zum Schreiben und Entschlüsseln von Nachrichten verwendet. Die Schülerinnen und Schüler anderer Gruppen können versuchen, die Schriften zu entziffern.
Texte, Namen oder andere Wörter in der Geheimschrift können weiter formatiert und zu einem eigentlichen Bild gestaltet werden - ausgestellt macht das weitere Klassen auf das spannende Unterrichtsprojekt aufmerksam!
Wie entstanden die verschiedenen Schriften? Auf welchem Code basieren sie? Bild, Zeichen oder Buchstaben / Laut?
Habt ihr eine Regel für euren Geheimcode genutzt, wenn ja, welche?
Was macht eine Geheimschrift schwierig zum Entschlüsseln?
Was sind erfolgsversprechende Methoden zum Entschlüsseln von Geheimschriften?
Wie sicher ist eure Geheimschrift?
Wem wird der Schlüssel zur Geheimschrift weitergegeben?
Sprachbuch: «Die Sprachstarken 4», Kapitel «Geheimschriften: Die Erfindung der Schrift», Sachtext
Begleitband «Die Sprachstarken 4», Kapitel «Geheimschriften»
Anleitung Calligraphr
Font-Erstellung auf Calligraphr
Anleitung
Schrift installieren auf Mac-Computer
Anleitung
Schrift installieren auf Windows-Computer
Anleitung für Font-Erstellung auf iPad
Anleitung, um auf dem iPad einen Calligraphr-Font zu erstellen und zu installieren (als Word-File, falls Anpassungen nötig sind)
Mit der Cäsar-Scheibe erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie in römischer Zeit geheime Botschaften übermittelt wurden (siehe z. B. «Die Sprachstarken 4», Kapitel «Geheimschriften», Streng geheim). Sie basteln selbst eine Cäsar-Scheibe nach und probieren sie aus. Bastelvorlagen für Cäsar-Scheiben finden sich z. B. in den Druckvorlagen zu den «Sprachstarken 4» oder im Internet.
Digitale Nachrichten werden meist Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Dahinter stehen komplexe Verschlüsselungssysteme. In den «Medien und Informatik»-Lehrmittel finden sich weitere Unterrichtsinhalte zum Thema Verschlüsselung.
Die Ursprungsidee zur Nutzung von Calligraphr stammt von Andreas Bänninger, Primarlehrer im Schulkreis BeLoSe (Kanton Solothurn). Sie wurde von Michael Etterlin und seiner Klasse in Villmergen für das iPad adaptiert und weitergeführt. Die zur Verfügung gestellten Fotos stammen von Pamela Nussbaumer, Klett-Verlag.