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Am «Grand Final» der WM-Serie in Rotterdam misst sich die Olympiasiegerin von 2012 und Olympia-Zweite von 2016 erstmals seit den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit der Weltelite. Der Vergleich dient der 35-jährigen Zürcher Unterländerin als Standortbestimmung für die Ausrichtung des Wintertrainings im Hinblick auf die nächste Saison.
Im Mai gebar Spirig Tochter Malea. Auch wenn Spirig laut eigenem Empfinden «noch weit von einer Olympia-Form entfernt» ist, scheint angesichts der Eindrücke aus den ersten Testwettkämpfen eine Top-Ten-Klassierung auch dann realistisch, wenn Spirig nicht mit der Spitzengruppe aus dem Wasser kommen sollte.
Zuletzt imponierte Spirig an einem Triathlon über die olympische Distanz in Locarno vor knapp zwei Wochen mit einer Leistung im Bereich der Männer-Podestplätze. Den letzten Schliff holte sie sich in einem kurzen Trainingslager auf Lanzarote unter ihrem langjährigen Trainer Brett Sutton.
Natürlich sagte Spirig, dass auf WM-Level entscheidend sei, welche Schwimm-Gruppe man erwische. Wenn man zu spät aus dem Wasser komme, könne man den Unterschlupf in einer harmonierenden Rad-Spitzengruppe verpassen beziehungsweise den Rückstand auf die Top-Positionen auch auf der abschliessenden 10-km-Laufstrecke kaum mehr wettmachen. Nationaltrainer Steffen Grosse betonte deshalb: «Wenn Nicola früh aus dem Wasser kommt, ist sie zu vielem fähig.»
Dasselbe trifft auch auf Jolanda Annen zu. Die 25-jährige Urnerin hat sich vor allem auf der Sprint-Distanz mit dem Gewinn von EM-Silber sowie wiederholten Top-5-Klassierungen in der WM-Serie (ebenfalls über Sprintdistanz) in die Weltelite vorgearbeitet.
Nach einer gezielten Vorbereitung auf den Saisonabschluss will die letztjährige Olympia-Teilnehmerin und aktuelle WM-Gesamt-Zehnte am «Grand Final» beweisen, dass sie auch auf der etwas längeren olympischen Distanz wie in Rotterdam mit den Weltbesten mitzuhalten vermag. Mit einem Sieg am Abschlussrennen der deutschen Triathlon-Bundesliga auf Rügen am letzten Samstag, demonstrierte auch Annen zuletzt ihre Formstärke.
Favoritin in Rotterdam und für den WM-Titelgewinn ist Titelverteidigerin Flora Duffy aus Bermuda, die das Feld von 48 gemeldeten Athletinnen anführt.
Bei den Männern, bei denen der spanische Titelverteidiger Mario Mola das WM-Ranking anführt, ist als einziger Schweizer der letztjährige EM-Dritte und Olympiateilnehmer Andrea Salvisberg gemeldet, da die Romands Adrien Briffod und Sylvain Fridelance im U23-WM-Rennen der Männer vom Freitag antreten.
Briffod sorgte in der laufenden Saison mit Rang 7 in Yokohama für das Schweizer Top-Saisonresultat in der Elite-WM-Serie der Männer und gilt daher als Medaillenanwärter in diesem Nachwuchsrennen. Sylvain Fridelance ist zudem aktueller EM-Zweiter bei der U23.
(SDA)