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Gemäss der Evolutionstheorie sollten Hybride zwischen verschiedenen Arten sowie Organismen mit klonaler oder halbklonaler Fortpflanzung einen Selektionsnachteil haben gegenüber echten und sich geschlechtlich fortpflanzenden Arten. Und doch sind einige solcher angeblich benachteiligten Taxa geographisch weit verbreitet, haben grosse Populationen und existieren seit mehr als 200'000 Generationen. Was sind die Ursachen für diesen unerwarteten ökologischen und evolutionären Erfolg? Um diese Frage zu beantworten, untersuchen wir Genetik, Ökologie und Verhalten des halbklonalen europäischen Teichfrosches (Pelophylax esculentus), der ursprünglich durch Hybridisierung zwischen dem Kleinen Wasserfrosch (P. lessonae) und dem Seefrosch (P. ridibundus) entstanden ist. Unsere Untersuchungen an diesem sehr speziellen Modellsystem sollen zum Verständnis verschiedener allgemeiner biologischer Themen beitragen. Dazu gehören die Dynamik von eng gekoppelten Systemen (z.B. von Parasit-Wirt-Beziehungen), die Stabilität von Hybridzonen, Artbildung, Konflikte zwischen Männchen und Weibchen sowie die Frage: Wie beeinflussen Verhaltensstrategien der Individuen die Zusammensetzung und Dynamik von Populationen und ökologischen Lebensgemeinschaften?
Forschungsthemen:
- Mechanismen, welche die Grösse, Zusammensetzung und Dynamik von reinen Hybridpopulationen beeinflussen sowie von Populationen, in denen der Hybrid gemeinsam mit seinen Elternarten vorkommt
- Wege zur Entstehung und Erhaltung von Polyploidie in verschiedenen Regionen des Verbreitungsgebietes
- Evolutionäres Potenzial von (halb)klonalen Taxa für Artbildung