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Technisch wird dasselbe dargestellt durch Schmelzen von fein gemahlenem Bauxit mit kohlensaurem Natrium
oder durch Glühen von Kryolith mit Kalk. In beiden Fällen läßt sich Natriumaluminat mit Wasser ausziehen,
dessen Lösung beim Einleiten von Kohlensäure einen dichten Niederschlag von Aluminiumoxydhydrat giebt, während kohlensaures Natrium in Lösung
bleibt. BeimTrocknen bildet das Aluminiumoxydhydrat feste harte Stücke oder ein leichtes weißes Pulver, das beim Erhitzen
sein Wasser abgiebt und sich in amorphe Thonerde verwandelt.
Das künstlich dargestellte Hydrat löst sich leicht in Säuren wie in Alkalien, die natürlich vorkommenden Hydrate sind erst
in Säuren löslich, nachdem sie schwach geglüht worden sind. Das Aluminiumoxydhydrat tritt außerdem in zwei
in Wasser löslichen Modifikationen, als dialysierte Thonerde und Metathonerde auf. Man erhält die erstere Modifikation, indem
man eine mit Aluminiumoxydhydrat gesättigte Lösnug von Aluminiumchlorid der Dialyse
[* 2] unterwirft. Dabei diffundiert Salzsäure in das Außenwasser,
während das lösliche Aluminiumoxydhydrat zurückbleibt.
Die Lösung gerinnt sofort beim Erwärmen, sowie bei Zusatz von Säuren oder Alkalisalzen und scheidet
dabei unlösliches Aluminiumoxydhydrat ab. Metathonerde entsteht durch langes Kochen von basischem Aluminiumacetat mit viel Wasser, bis alles
gelöst ist. Beim Verdunsten der Flüssigkeit bleibt dann die Metathonerde als gummiartige, in Wasser leicht lösliche Masse
zurück, deren Lösung beim Kochen gar nicht, durch die meisten Salze nur
schwer, bei Zusatz von Schwefelsäure
[* 3] aber sofort zum Gerinnen gebracht wird. Die Aluminiumoxydhydrat, mit Ausnahme der Metathonerde, binden leicht organische Farbstoffe zu gefärbten
unlöslichen amorphen Massen, den Lackfarben.