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Wolfsmonitoring 2018 - Zehn Wölfe identifiziert
Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hat für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 28. Februar 2019 eine Bilanz des Wolfsmonitorings erstellt. Im besagten Zeitraum wurden auf dem gesamten Kantonsgebiet zehn Wölfe formell identifiziert, darunter fünf bisher unbekannte Tiere M88, M89, F40, F41 und F43. In dem für die Bilanz berücksichtigten Zeitraum konnte keine Reproduktion festgestellt werden.
Während des Wolfsmonitorings 2018 hat die DJFW 392 Wolfsereignisse (Feststellungen, Fotos, Spurenaufnahmen, gemeldete Direktbeobachtungen, Risse) bearbeitet. Die bereits bekannten Individuen wurden mehrfach festgestellt: M59, M73 und F24 in der Augstbordregion und im Mittelwallis (linksufrig) sowie M82 und F28 im Goms. Neue bisher unbekannte Individuen wurden im Kanton entdeckt und identifiziert: M89 im Goms, F41 im Val d’Entremont sowie M88, F40 und F43 (formell identifiziert Ende Dezember 2018) im Chablais.
Von November 2018 bis Februar 2019 wurde in der Region Mäschler (Agarn) – Pfyn (Leuk) – Beauregard (Siders) mehrfach eine Gruppe von drei bis vier Wölfen festgestellt, welche offensichtlich als soziale Einheit gemeinsam unterwegs sind und Nahrung beschaffen. Diese Gruppe stellt gemäss der im Konzept Wolf Schweiz enthaltenen Definition ein Rudel dar. Aufgrund der Fotofallenbilder in Verbindung mit den DNA-Analysen darf davon ausgegangen werden, dass sich die Gruppe zumindest aus den Individuen M59, M73 und F24 zusammensetzt.
Seit Jahresende und bis in den Februar wurde die Präsenz von mindestens zwei Wölfen im Chablais / Val d’Illiez festgestellt, dies mehrfach in der Region zwischen Vionnaz und Collombey-Muraz. In der Region zwischen Sembrancher und Bourg-Saint-Pierre im Val d’Entremont wurden im selben Zeitraum ebenfalls zwei Wölfe festgestellt.
Verhalten gegenüber dem Menschen
Die DJFW beurteilt das Wolfsverhalten anhand der im Konzept Wolf Schweiz vorgesehenen Kriterien. Die zwischen dem 1. Januar 2018 und 28. Februar 2019 gemachten Feststellungen zeigten ein normales Verhalten (Wolf entfernt sich bei Annäherung des Menschen) und es wurden keine Tiere beobachtet, die problematische Verhaltensmuster aufzeigten. Die Ereignisse des letzten Wochenendes in Leuk-Susten (Wolfspräsenz und Attacken) werden zurzeit untersucht.
Einfluss auf die Wildbestände
Bei den Wildtieren wurden in den verschiedenen Regionen vor allem Rot- und Rehwild sowie in einzelnen Regionen Gämsen gerissen. Die Risszahlen sind nicht signifikant (44), da ein Grossteil des gerissenen Wildes im Winter in den nicht zugänglichen Gebieten unentdeckt bleibt, Jungtiere während der Setzzeit komplett genutzt oder die Kadaver von anderen Aasfressern verwertet werden und damit nicht erfassbar sind. Die Wildhüter konnten jedoch wie schon im Vorjahr in verschiedenen Gebieten ungewöhnliche Verschiebungen des Schalenwilds und das Nachfolgen des Grossraubwilds feststellen. Dies kann sich auf die Schutzfunktion der Banngebiete, aber auch auf die Jagdresultate negativ auswirken. Der tatsächliche Einfluss der Wolfspräsenz wird in jenen Gebieten spürbar, in denen diese permanent ist. Eine zuverlässige Beurteilung wird erst mittelfristig möglich sein.
Schäden an Nutztieren
Verglichen mit dem Vorjahr (61 gerissene Nutztiere) nahmen die Schäden massiv zu. So wurden im letzten Jahr 296 Nutztiere von Wölfen gerissen. Die im Jahr 2018 ausbezahlte Entschädigungssumme beläuft sich auf 126'080.90 Franken. Von dieser Schadenssumme übernimmt der Bund 80 Prozent.
Personalaufwand (DJFW und Dienststelle für Landwirtschaft)
Im letzten Jahr wendeten die Wildhüter im Zusammenhang mit dem Wolf insgesamt 3800 Arbeitsstunden auf. Hinzu kommen die Stunden der Direktion sowie der im Büro tätigen spezialisierten Mitarbeiter für Information, Monitoring und Entschädigungsverfahren im Umfang von mehr als 800 Arbeitsstunden.
Die kantonale Herdenschutzberatung berät und unterstützt die Landwirte in der herausfordernden Situation mit Grossraubtieren. 2018 wurden 114 spezifische Beratungen auf Alpen und Heimbetrieben durchgeführt. Die Beratungen umfassten die Koordination, die technische Hilfestellung vor Ort und die lösungsorientierte Einführung von zumutbaren mittel- und langfristigen Massnahmen auf den jeweiligen Heim- und Alpbetrieben. Der Arbeitsaufwand der Herdenschutzberatung beläuft sich für 2018 auf ungefähr 2100 Arbeitsstunden.
Schutz der Nutztiere 2019
Aufgrund der vorgenannt dargelegten Situation rät der Kanton den Nutztierhaltern, in den aufgeführten Regionen mit bestätigter und nunmehr permanenter Wolfspräsenz keine Nutztiere ohne die zumutbaren Schutzmassnahmen auf den Weiden oder Alpen zu halten. Die Herdenschutzfachstelle des Kantons steht für entsprechende Analysen der verschiedenen Situationen zur Verfügung und bietet die diesbezügliche Beratung und Unterstützung an.