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Gegenwärtigkeit
Achtsamkeit bedeutet, mit unserer Aufmerksamkeit ganz da zu sein, wo wir gerade sind - im gegenwärtigen Augenblick. Gewöhnlich sind wir jedoch mit unserer Aufmerksamkeit selten da, wo wir gerade sind. Da unsere Aufmerksamkeit ständig von Gedanken in Beschlag genommen wird, neigen wir dazu, uns in Grübeleien über die Vergangenheit oder der Planung von Zukünftigem zu verlieren. Wir ärgern uns vielleicht immer noch über ein Gespräch, das vor ein paar Tagen stattgefunden hat, bedauern, wie wir uns in einer bestimmten Situation verhalten haben, machen uns Gedanken darüber, weshalb etwas so gelaufen ist, wie es gelaufen ist, machen uns Sorgen über unsere Zukunft, freuen uns auf ein bestimmtes Ereignis oder sind von unseren Vorstellungen über das, was sein wird, derart eingenommen, dass wir Gefahr laufen, den Kontakt zum gegenwärtigen Augenblick zu verlieren. Ob wir an Vergangenem haften oder Zukünftiges vorwegnehmen - wir verpassen dabei leicht, was im gegenwärtigen Moment geschieht, was tatsächlich wahrnehmbar und erfahrbar ist, unseren inneren Zustand, unsere Sinneswahrnehmungen, Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken. Wir verpassen dabei gerade den gegenwärtigen Augenblick in dem sich unser Leben tatsächlich abspielt.
Die folgende Zen-Geschichte veranschaulicht, wie das Grübeln über Vergangenes uns davon abhalten kann, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen: Zwei Mönche waren auf dem Heimweg ins Kloster, als sie das Ufer eines reissenden Flusses erreichten. Dort stand eine junge Frau, die nach einem Weg suchte, um über den Fluss zu gelangen. Ohne lange zu fackeln nahm der eine Mönch sie in die Arme, trug sie über den Fluss und setzte sie am anderen Ufer wieder ab. Sie bedankte sich, und die beiden Mönche setzten ihren Weg fort. Nach einem langen Marsch in Schweigen, als sie fast im Kloster angekommen waren, sagte der Mönch, der den Fluss allein überquert hatte: "Du hast die Frau über den Fluss getragen, aber du weisst doch, dass wir als Mönche das Gelübde abgelegt haben, nie eine Frau zu berühren." Da antwortete der andere Mönch:"Ich habe die Frau am Ufer des Flusses abgesetzt. Trägst du sie denn immer noch?“
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