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(DBS = Deep Brain Stimulation)
Die tiefe Hirnstimulation ist eine Behandlung, welche gezielt die Funktion in einem bestimmten Teil des Gehirns verändert.
Dazu muss man wissen, dass die vielen Nervenzellen im Gehirn mittels zwei verschiedenen Wegen miteinander kommunizieren: chemisch und elektrisch. Während die Behandlung mit Medikamenten primär den chemischen Übertragungsweg im Gehirn beeinflusst, wirkt die tiefe Hirnstimulation gezielt auf die elektrischen Regelkreisläufe.
Vereinfacht kann man sich vorstellen, dass in einer Erkrankung wie beispielsweise der Parkinson-Erkrankung ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Gruppen von Nervenzellen besteht, welches den Beschwerden zugrunde liegt. Zellen, die elektrisch überaktiv sind, werden mit feinen Elektroden angesteuert, und elektrische Impulse in diesem kleinen Gebiet im Gehirn führen dazu, dass solche Zellen in ihrer Funktion moduliert und gebremst werden können, was insgesamt zu einer Normalisierung der Regelkreisläufe und somit der Beschwerden führt.
Die Abbildung zeigt, wie dies schematisch aussieht:
In beide Hirnhälfte wird sorgfältig eine Elektrode implantiert, welche an ihrer Spitze mit elektrischen Impulsen die Funktion in diesem kleinen Gebiet verändert. Die Elektroden sind mit unter der Haut verlaufenden und etwas flexiblen Kabeln mit dem sogenannten Stimulator, dem Schrittmacher verbunden. Dieses kleine Kästchen, welches aus einem von aussen ansteuerbaren Computer und aus eine Batterie besteht, wird ebenfalls unter der Haut implantiert, meistens im Brust- oder im Bauchbereich.
Die Stimulation kann in vielerlei Hinsicht von aussen angepasst werden, damit individuell ein optimales Resultat erreicht werden kann. Bei Bedarf kann das Gerät ausgeschaltet werden. Wir sprechen daher von einem reversiblen Eingriff, da die Einlage der Elektroden keine bleibenden Schäden im Gehirn verursacht und der Effekt der elektrischen Stimulation rückgängig gemacht werden kann.
Weiterlesen: Bei wem kommt die DBS zu Einsatz?