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Gestern veröffentlichte die NZZ einen Artikel von Marc Engelhardt unter dem Titel „Wie DDT in Uganda den Biolandbau gefährdet“. Eingangs wird die Situation einer Biobäuerin geschildert: „Auf dem Hof, der Lilian Etimes Haus umgibt, stehen vereinzelt noch ein paar Baumwollpflanzen. Die geöffneten Kapseln, aus denen die weissen, flauschigen Haare hervorquellen, liegen unbeachtet auf dem Boden. Seit ihr Haus vor drei Jahren mit DDT besprüht worden ist, kann die ugandische Bäuerin ihre einst so begehrte Bio-Baumwolle nicht mehr verkaufen“. Kein anderer afrikanischer Staat bewirtschaftet mehr Land nach ökologischen Kriterien als Uganda. Klassische Produkte im Biofachhandel aus Uganda sind Babybananen und Ananas.
Dier Erkenntnisse über die Wirkungen und v.a. Langzeitschäden von DDT waren massgeblich beteiligt an der Entwicklung eines ökologischeren Denkens bei uns. (Siehe dazu die Dokumentationen des Bundesamts für Umwelt.) Das Denken der 50-er und 60-er Jahre bei uns wurde damals effinzient in die Entwicklungsländer exportiert. Kurzfristige Effekte und Erfolge von DDT verdrängen dort nachhaltigere Ansätze im Kampf gegen Malaria. Noch können Biobauern Widerstand leisten – allerdings auch, weil Sprühprogramme ausgesetzt werden mussten, weil die Mücken resistent gegen DDT geworden sind. Die Einstellung staatlicher Funktionäre spricht aber nicht für eine Zukunft des Bioanbaus: „Myers Lugemwa, der in Ugandas Gesundheitsministerium für die Malaria-Bekämpfung zuständig ist, erklärt denn auch, er könne die Aufregung gar nicht verstehen. 'Der Ertrag von konventionell bewirtschafteten Farmen ist anderthalbmal höher als auf biologischen Farmen - wenn ich Bauer wäre, würde ich meine Pflanzen spritzen und mehr Geld verdienen als vorher.'“ (NZZ)
An der derzeit stattfindenden internationalen Konferenz der Stockholm-Konvention in Genf suchen Staaten nach Alternativen zum Insektizid DDT.