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Nach der Einmündung des von S. kommenden Bärschwilerbaches treten die Berge etwas zurück; in 362 m, 1200 m sw. Laufen, nimmt die eben nach NNO. abbiegende Birs von links die 28 km lange Lützel aus dem Lützelthale auf, und das Thal schliesst sich neuerdings.
Erst bei Laufen bleiben die Berge beträchtlich nach S. zurück, das Thal weitet sich, und der Birs fliessen von rechts der Wahlenbach und bei Zwingen in 344 m die 17 km lange Lüssel oder Lüsslein zu. In einem letzten, 2 km unterhalb Zwingen in 338 m beginnenden Engpass windet sich die Birs in ö. Laufe gegen Grellingen (328 m), wo plötzlich das Landschaftsbild sich ändert und auf den der Sonne zugewendeten Hügeln des linken Flussufers die Weinrebe zum erstenmale auftritt.
Bei Grellingen treibt die Birs die zahlreichen hiesigen industriellen Betriebe, nimmt von S. den Ibach und Seebach auf und windet sich in der Folge als nun wirklich bedeutender Fluss durch ein von wenig bedeutenden und allmählig sich abstufenden Höhen begrenztes Thal. Da und dort treten noch vereinzelte Felsköpfe zum Flusse vor, die meist noch mächtige Ueberreste von zahlreichen mittelalterlichen Burgen tragen. Bei Angenstein (309 m) verlässt die Birs endgültig den Kanton Bern, bildet bis Dornachbrugg (294 m) die Grenze zwischen Baselland und Solothurn und von St. Jakob an diejenige zwischen Baselland und Baselstadt.
Sie empfängt bei Aesch ihren letzten nennenswerten Zufluss, den Klusbach, und durchquert dann den Tafeljura in einer das Plateau von Gemsen von dem tiefer gelegenen Bruderholz scheidenden Rinne. Das Thal weitet sich zur Ebene und behält diesen Charakter bis zur Mündung der Birs in den Rhein bei. Das breite, seichte und geschiebeerfüllte Bett des Flusses zwischen Angenstein und Rhein ist völlig korrigiert, der Fluss kann nicht mehr über seine Ufer treten und wird an zahlreichen Stellen von Fabrikkanälen abgezapft. Die Mündung der Birs (259 m) in den Rhein endlich liegt ö. der Stadt Basel, zwischen der Eisenbahnbrücke und Birsfelden.
Betrachten wir noch den Birslauf in seinem Ganzen, so sehen wir, dass er von seinem Ursprung bis zu seiner Einmündung in die Rheinebene mindestens acht Antiklinalen des Kettenjura durchschneidet, die aus jurassischen Gesteinen gebildet und in ihren tiefsten Entblössungen oft bis zur Trias hinunter durchfressen sind. Zahlreiche Geologen sind heute der Ansicht, dass diese Querdurchbrüche ihre Entstehung nicht dem blossen Zufalle verdanken, sondern dass sie an tektonisch besonders hiezu geeigneten Stellen erfolgten und dass die Arbeit der Erosion zugleich mit dem Beginne der Jurafaltungen einsetzte, während der ganzen Dauer derselben ihr Werk fortführte und die immer schärfer sich ausbildenden Falten vorweg wieder anschnitt und modellierte.
Das ganze Becken der Birs lässt sich in fünf, wohl von einander unterschiedene Teile trennen: 1. Das Längsthal von Pierre-Pertuis bis Court mit einer mittleren Höhe von 700 m;
wenig fruchtbar, aber mit arbeitsamer Bevölkerung französischer Zunge, der Uhrenmacherei und Holzhandel zu bedeutendem Wohlstande verhelfen;
2. das Querthal von Court bis Courrendlin mit den malerischsten Schluchten im schweizerischen Kettenjura;
Fels, hie und da mit Wald bestanden, Kulturland um Münster und Roche;
französisch sprechende Bevölkerung, mit eingewandertem deutschem Element, in Münster (Moutier), Roche und Courrendlin, überwiegend deutschsprechende Bevölkerung in Choindez, dessen Eisenhütten u. Giessereien zahlreiche Arbeiter aus der deutschen Schweiz angezogen haben;
bedeutende industrielle Thätigkeit: blühende Uhrenmacherei in Münster;
Glashütte, Ziegelei, grosse Sägemühle u. Holzhandel in Roche;
ausserordentlich bedeutende Eisengiesserei in Choindez;
Backstein- u. Kunststeinfabriken;
3. die Ebene von Delsberg, fruchtbar, mit Getreidebau;
415 m mittlere Höhe;
Eisenwerk u. Hochofen in Les Rondez;
überall Uhrenindustrie;
Bevölkerung französisch sprechend;
4. die Strecke von Soyhières bis Angenstein, bald Quer-, bald Längsthal;
zahlreiche kurze und enge Thalkessel, mit Ausnahme der Umgebung von Laufen wenig fruchtbar;
mittlere Höhe 305 m. Bevölkerung deutsch, sehr rege industrielle Thätigkeit: Fabrikation von hydraulischem Kalk, Zement, Backsteinen, Ziegeln;
Sägen, Kornmühlen, ausgedehnte Brüche von ausgezeichnetem Baustein in den Kalkfelsen von Laufen, wichtige Papier- und Seidenfabrik in ¶