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Möchtest du wissen wie stark dein Beckenboden ist? Vermutest du vielleicht eine Beckenbodenschwäche? Oder brauchst du mehr Infos über deinen Beckenboden zur richtigen Wahl deiner Menstruationstasse?Es ist wirklich gar nicht so einfach, zu ermitteln, wie stark dein Beckenboden ist. Anders als bei deinem Bizeps, wo man von aussen sieht, wie gross er ist oder wo man testen kann, wieviel Gewicht du heben kannst, kann man deinen Beckenboden und die Kontraktionen von aussen nicht sehen. Es gibt aber trotzdem Tests, die du selber durchführen kannst und die dir zumindest einige Hinweise über deinen Beckenboden liefern. Zudem gibt es für eine Beckenbodenschwäche einige Symptome und Risikofaktoren. Welche das sind, erfährst du hier.
Deine Beckenbodenmuskulatur
Deine Beckenbodenmuskulatur besteht aus unterschiedlichen Schichten und schliesst dein knöchernes Becken nach unten ab. Sie stützt somit deine Gebärmutter, deine Blase und deinen Darm. Vor allem dann, wenn du niest, hüpfst oder schwere Lasten hebst. Deine Beckenbodenmuskulatur verhilft dir zu einer starken Mitte und einer aufrechten Haltung, ist an deiner Balance sowie an deinem sexuellen Lustempfinden beteiligt und trägt auch zu einer reibungslosen Blasen- und Darmentleerung bei. Bei Frauen spielt der Beckenboden zudem eine tragende Rolle bei der Geburt eines Babys.
Mögliche Risikofaktoren für einen schwachen Beckenboden
Es gibt im Leben einer Frau Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für einen schwachen Beckenboden erhöhen können. Je mehr Fragen du mit JA beantworten kannst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du an einer Beckenbodenschwäche leidest.
- Ich hatte eine oder mehrere vaginale Geburten
- Ich bin über 38 Jahre alt
- Ich war einmal oder mehrere Male schwanger
- bei mind. einer Schwangerschaft und Geburt war ich über 38 Jahre alt
- Ich habe nach den Geburt(en) meiner Kinder nur kurz oder gar kein Beckenbodentraining gemacht
- Im Alltag habe ich wenig bis kein Bewusstsein für meinen Beckenboden
- Ich habe oft Schmerzen im unteren Rücken ohne erkennbare Ursache
- Ich leide häufig unter Verstopfung und presse damit verbunden auf der Toilette
- Ich habe eine schlechte Wahrnehmung für meinen Beckenboden
- Ich habe Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Ich mache regelmässig und seit Jahren eine Sportart mit Sprüngen oder harten Schlägen auf die Füsse (Trampolinspringen, Kunstturnen, Volleyball, Tennis, Squash…)
- Ich habe chronischen Husten oder muss aufgrund von Allergien viel Niesen
- Ich muss im Alltag häufig schwer heben und tragen
- Ich bin übergewichtig
- ich habe eine schlechte Körperhaltung
- Ich habe in der Schwangerschaft und/oder einige Wochen nach der Geburt unter ungewolltem Urinverlust gelitten
- Ich hatte Geburtsverletzungen wie Dammriss oder Dammschnitt
- Mein Kind kam mit Hilfe einer Saugglocke oder Zange zur Welt
Sichere Anzeichen für einen schwachen Beckenboden
Wenn du unter ungewolltem Urin- oder Stuhlverlust leidest, z.B. beim Niesen, Hüpfen, Lachen, Rennen, Trampolinspringen (auch wenn dies nur bei voller Blase passiert) leidest du mit grosser Wahrscheinlichkeit an einer Beckenbodenschwäche.
Selbsttest
Es gibt auch die Möglichkeit selber zu testen, wie stark der Beckenboden ist. Diese Tests sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen, denn die Auswertung fällt, vor allem beim hier erstgenannten, nach individuellem Empfinden aus. Vielleicht liefert er dir aber im Zusammenhang mit den Risikofaktoren ein klareres Bild deines Beckenbodens.
Muskelkontraktionen erspüren
Führe dir einen Finger in die Vagina ein und spanne deinen Beckenboden kräftig an. Spürst du, dass sich deine Vagina um deinen Finger schliesst und sich dein Beckenboden etwas nach oben anhebt? Wie stark kannst du die Kontraktion wahrnehmen* und was passiert, wenn du deinen Beckenboden wieder entspannst?
BEIM ANSPANNEN
Ich kann die Kontraktion gar nicht, nur teilweise oder nur leicht wahrnehmen - dein Beckenboden ist vermutlich eher schwach
Ich nehme die Kontraktion gut war, meine Vagina wird deutlich enger und mein Finger wird nach oben gezogen – du hast vermutlich einen mittleren bis gut trainierten Beckenboden
Ich nehme die Kontraktion sehr stark war, meinen Finger kann ich fast nicht mehr aus der Vagina ziehen – du hast vermutlich einen sehr starken , evt. auch verspannten Beckenboden
BEIM ENTSPANNEN
Ich konnte bereits die Kontraktion nicht gut wahrnehmen und spüre jetzt auch beim Entspannen nichts oder nur sehr wenig - dein Beckenboden ist vermutlich eher schwach
Ich kann die Kontraktion spüren, aber nicht lange halten, beim Entspannen spüre ich dann nicht mehr viel oder die Kontraktion lässt sofort nach und mein Beckenboden fällt relativ schnell wieder nach unten - dein Beckenboden ist vermutlich eher schwach
Ich kann die Kontraktion gut spüren, beim Entspannen löst sich die Kontraktion langsam aber vollständig wieder auf - du hast vermutlich einen mittleren bzw. gut oder stark trainierten Beckenboden
Ich kann die Kontraktion gut spüren, beim Entspannen bleibt der Beckenboden aber weiterhin noch etwas angespannt und löst sich nur sehr langsam oder schlecht wieder - dein Beckenboden ist vermutlich verspannt
*Wenn du deinen Beckenboden richtig anspannst, spürst du, dass deine Vagina enger wird und dein Finger mehr in die Vagina reingezogen wird. Wenn es sich eher anfühlt als würde deine Vagina deinen Finger aus der Scheide rausdrücken, dann spannst du deinen Beckenboden nicht an, sondern presst. Regelmässiges Pressen ist für deinen Beckenboden schädlich. Hier erfährst du, wie du eine Beckenbodenmuskulatur richtig anspannst.
urinverlust testen
Stelle dich mit voller Blase breitbeinig über die Toilette oder in der Dusche hin und huste ein paar Mal kräftig. Wenn du dabei Urin verlierst, leidest du höchstwahrscheinlich unter einer Beckenbodenschwäche. Wenn du keinen Urin verlierst, heisst das allerdings noch nicht, dass dein Beckenboden gut trainiert ist. Er kann trotzdem schwach sein, aber verliert noch keinen Urin.
Und was mach ich jetzt mit dem Ergebnis?
Sollest du nun festgestellt haben, dass dein Beckenboden schwach oder einfach nur sehr mittelmässig oder gar verspannt ist oder du bist unsicher, ob du wirklich an einer Beckenbodenschwäche leidest oder wie stark diese ist? Bei einer leichten Beckenbodenschwäche ist einerseits Training angesagt, andererseits ist es für dich wichtig zu wissen, wie du dich im Alltag beckenbodenschonend verhältst. Falls du einen verspannten Beckenboden hast, solltest du Möglichkeiten zum Entspannen deines Beckenbodens finden sowie herausfinden, woher die Verspannungen kommen. Melde dich gerne bei uns, wenn du wissen möchtest, ob in deiner Nähe entsprechende Kurse angeboten werden oder wie du eine Therapeutin findest. Wenn du im Alltag regelmässig Urin verlierst, solltest du unbedingt eine Ärztin aufsuchen, um herauszufinden, ob du "nur" eine Beckenbodenschwäche besteht oder ob eventuell auch andere Ursachen dafür verantwortlich sind. Speziell ausgebildete Physiotherapeutinnen verfügen übrigens über weitere Möglichkeiten, deine Beckenbodenstärke und -funktion zu testen. Diese Untersuchungen verlaufen meist vaginal. Der Weg zur Physiotherapeutin erfolgt über die Ärztin.