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Konzept | Um die beiden neuen Häuser in Schwarzenberg zu verorten wurden für deren Konzeption zwei Referenzen beigezogen.
Als erste Referenz dient der Architekt Oskar Burri. 1913 in Malters geboren baute er im Schwarzenberg zahlreiche Gebäude, welche sich mit dem Ort auseinandersetzen und die Tradition der bestehenden Bauernhäuser aufnehmen.
Diese Bauernhäuser bilden die zweite Referenz. Der klassische Grundriss mit Vorderhaus, Mittelgang und Hinterhaus findet sich auch in den beiden Neubauten wieder. Zur besseren Belichtung und Aktivierung des Mittelganges, wurde in den beiden Kammerschichten jeweils die mittlere Kammer weggelassen. So entsteht ein Kreuzgrundriss welcher neun gleich grosse Felder aufspannt. Die vier Zimmer an den jeweiligen Gebäudeecken können beliebig bespielt werden, was eine grösstmögliche Flexibilität für den Bewohner erlaubt.
Struktur | Das Untergeschoss aus Beton beinhaltet Kellerräume, Garagenplätze und den Technikraum. Um den Aushub auf ein Minimum zu reduzieren, wird nur ein Teil des Gebäudes unterkellert.
Die Betonwanne im Erdgeschoss schützt den Holzbau vor dem Erdreich. Die Aussenwände werden mit zwei Schichten Holzpur à je 21cm errichtet, welche durch Holzstützen an den Gebäudeecken gehalten werden. So entsteht eine moderne Interpretation einer traditionellen Bohlen-Ständer-Konstruktion. Eine weitere Wertschätzung der vorgefundenen Bautradition.
Vier Stützen und Unterzüge aus lokalem Fichtenholz bilden die Primärstruktur im Innenraum. Die Zimmerwände sind nichttragend. Diese werden als modulare Möbel ausgestaltet. So entsteht ein sehr bescheidenes und kompaktes Haus, welches sich an das bestehende Försterhaus anlehnt.
Ein massiver Ofen bildet das Zentrum des Gebäudes und erinnert an den Stubenofen in den Luzerner Bauernhäusern. Ein Element welches auch bei den Bauten von Oskar Burri zentrale Bedeutung hat. Das Obergeschoss gleicht dem Erdgeschoss. Es steht nun aber nicht mehr im Hang weshalb auf die westseitige Betonwanne verzichtet werden kann.
Lauben erschliessen die beiden Wohnungen im Aussenraum – eine schmale Laube das Erdgeschoss, eine breitere Laube das Obergeschoss.
Aufgrund der Einbettung der Häuser in die bestehende Topografie kann man sowohl vom Erdgeschoss wie auch vom Obergeschoss direkt ins Freie gelangen.
Das Dachgeschoss befindet sich ausserhalb des Dämmperimeters und wird entsprechend nicht ausgebaut. Eine Bretterschalung schliesst den Raum gegen aussen ab. Zwei grosse Tore ermöglichen es den Dachraum als Lager zu nutzen. Es besteht keine direkte Verbindung zwischen den Wohnungen und dem Dachgeschoss.
Heizanlage | Die beiden Neubauten, das Försterhaus und zwei Nachbarshäuser werden durch eine Fernheizung mit Wärme versorgt. Für diese fünf Gebäude wird eine zentrale Schnitzelheizung hinter dem Försterhaus erstellt. Die Heizung wird mit Holzschnitzel aus dem Wald der Forstwirtschaftlichen Familienstiftung von Moos bestückt.
Materialisierung | Die Gemeinde Schwarzenberg besteht zu 48% aus Waldfläche. Dieser nachwachsende lokale Rohstoff muss für neue Bauaufgaben genutzt werden. Die Aussenwände der beiden Gebäude werden im System Holzpur der Zimmerei Küng in Alpnach erstellt. Dabei handelt es sich um eine Wandkonstruktion, welche weder Leim noch Metall enthält. Holzbretter werden mit Holzdübel zu Wänden zusammengefügt. So wird ein behagliches Wohnklima erreicht und es kann auf unnötige Technik verzichtet werden. Dadurch wird das jahrhundertealte Holzbauwissen der Häuser in der Umgebung neu interpretiert.
Der Betonsockel schützt wo nötig das Holz vor dem Erdreich. Abgeschlossen wird das Haus durch ein auskragendes Steildach. Das Vordach wird gegen den First schräg angezogen. Somit verbessert sich der konstruktive Holzschutz und es handelt sich dabei gleichzeitig um eine Hommage an Oskar Burri bei dessen Bauten man dieses Detail ebenfalls vorfindet. Das Dach wird mit Holzbrettern eingedeckt. Durch ihre Überlappung wird ähnlich einer Schindelfassade eine dichte Hülle geschaffen.
Umgebung | Die beiden Neubauten passen sich dem gewachsenen Terrain an. So wird der Eingriff ins Landschaftsbild möglichst klein gehalten und die ortsprägende Endmoräne bleibt bestehen. Vor dem Försterhaus wird ein gemeinsamer Aussenparkplatz erstellt. Ein Höhenweg ermöglicht es den Bewohnern des zweiten Obergeschosses stufenlos in ihre Wohnung zu gelangen. Zwischen den Neubauten verbindet ein mäandrierender Weg den neuen Höhenweg mit der Strasse. Die Wege sowie der Parkplatz werden in Rundkies ausgeführt. Dazwischen wird wieder eine Blumenwiese angesät damit die Landschaft um die Gebäude fliesst und diese so einbindet. Eine einheimische Bepflanzung um die Gebäude bietet zudem Schatten und Privatsphäre.