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„In der Gemeinde Disentis wurden in den letzten Jahren bei mehreren Bauern überdurchschnittliche Rind-Aborte festgestellt.“ Diese Feststellung ist Teil einer Anfrage an die Bündner Regierung, die nun in einer Antwort erklärt wird. In der eingereichten „Anfrage Berther (Segnas) betreffend Neospora“ wird dargelegt, dass Hundekot auf den Wiesen die Übertragung des Erregers auf Hornvieh ermöglicht.
„Neospora caninum ist ein parasitisch lebender Einzeller, dessen Endwirte Hunde, Wölfe, Dingos und Kojoten sind. Er kommt weltweit vor und ist der Erreger der Neosporose. Der Parasit wurde erstmals 1984 in Norwegen beobachtet. Die Erstbeschreibung als eigene Art erfolgte 1988.“ (Wikipedia)
Wissenschaftler führen zwischen 20 und 40 Prozent aller unklaren Fehlgeburten bei Kühen auf diesen Neospora-Erreger zurück. Man geht davon aus, dass Kühe den Erreger über das Weiden aufnehmen, unabhängig davon, ob die Tiere das frische Gras oder dieses als Heu fressen. Eine Kuh kann den Erreger wiederum über die Plazenta an ihr Kalb weitergeben und dieses infizieren, als einziger natürlicher Infektionsweg von Hornvieh zu Hornvieh. Nicht jedes Tier, das sich infiziert hat, wird auch augenfällig krank.
In den letzten 10 Jahren sind im Kanton Graubünden gemäss Regierung jährlich durchschnittlich etwa 500 Rinderaborte registriert und in einem Labor auf mögliche Infektionen untersucht worden.
„In den letzten vier Jahren wurden 75 Fälle, also 3,8 % der Aborte, mit dem Verdacht auf eine Neosporose-Infektion weitergehend untersucht. Bei durchschnittlich 5 Fällen pro Jahr (1 % der Aborte) konnte der Parasit Neospora caninum festgestellt werden.“ (Kanton Graubünden)
Regionale Unterschiede kann die Regierung nicht feststellen; einzelne Neosporose-Fälle konnten in den Bündner Gemeinden Val Müstair, Disentis/Mustér, Poschiavo, Arosa, Churwalden, Trimmis, Grüsch und Klosters-Serneus festgestellt werden. Die Regierung sieht auch keine Hinweise, dass Hunde von Bauernhöfen oder Herdenschutzhunde die Problematik verschärfen würden.
In den letzten fünf Jahren konnten bei Aborten bei Schafen keine Neosporen nachgewiesen werden, bei Ziegenaborten wurde der Erreger zweimal registriert.
Um die Problematik einzudämmen, ist es wichtig, dass Landwirte die Nachgeburten der Tiere korrekt und sofort entsorgen. Die Nachgeburten dürfen nicht im Freien deponiert und auf keinen Fall an Hunde verfüttert werden. Hundehalter/innen tragen ebenso Verantwortung: Hundekot muss von den Weiden entfernt und korrekt entsorgt werden.
Anfrage Berther (Segnas) betreffend Neospora
Antwort der Regierung Kanton Graubünden
Wikipedia Artikel:
Neospora caninum