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Im Höllenschacht, einer Höhle in der Bödmeren, fanden Höhlenforscher Knochen eines uralten Schafes. Diese wurden vom hochgehenden Höhlenbach nach einem ungewöhnlich heftigen Hochwasser freigespült.
Das Unwetter vom 12. Juli 2010, das dazu führte, dass das Muotatal vorübergehend von der Aussenwelt abgeschnitten war, hat auch in den Höhlen Spuren hinterlassen. Da die gewaltigen Wassermassen im Karstgebiet unterirdisch abfliessen, kam es in vielen Höhlen zu ungewöhnlich grossen Überschwemmungen. Das Hochwasser hat den Bereich um das Eingangstor des Höllenschachtes – das sich etwa 80 m vom eigentlichen Eingang entfernt befindet – überschwemmt und unterspült und legte dabei Knochen frei, die immerhin fast 1000 Jahre in der Höhle lagen.
Alte Schafrasse gefunden
Die Knochen aus dem Höllenschacht sind sehr klein und deshalb aufschlussreich. Eine Datierung war sinnvoll, zumal in der Gegend (Schluchbüel) alte alpine Wüstungen (ehemalige Siedlungsplätze) vorkommen. Zudem weisst die Grösse der Knochen unmissverständlich darauf hin, dass es sich um eine alte, kleinwüchsige Schafrasse handelt.
Ältestes Haustier auf der Bödmeren
Die Grösse der Knochen entspricht derjenigen eines Schafes, das aus der Zeit um 200 v. Chr. stammt und in einer Höhle der Hinter Silberen gefunden wurde. Aufgrund dieser Tatsache und weil aus dem Gebiet der Bödmeren noch kein Schaf datiert wurde, ist dieser Fund von Bedeutung. Die Höhle liegt in der Nähe der Alp Wolfsbüel, zu der auch die Wüstung Schluchbüel gehört. Bei diesem abgegangnen Siedlungsplatz handelt es sich um die älteste datierte Wüstung im Muotatal. Sie war um 1185–1285 n. Chr. noch in Betrieb. Aus der Umgebung sind aber auch Feuerstellen aus dieser Zeit bekannt, die auf menschliche Tätigkeiten schliessen lassen.
Lohnende Datierung
Das Resultat der 14C-Datierung an der ETH Zürich bestätigt die Vermutungen. Aufgrund der Altersanalyse lebte das Tier um 950–1050 n. Chr. und dürfte wohl in Zusammenhang mit der nahegelegenen Wüstung im Schluchbüel gebracht werden.
Zuchterfolg in 1000 Jahren
Tatsache ist, dass die Knochen des Schafes von der Grösse her identisch mit demjenigen des Silberenschafes sind, das immerhin 1200 Jahre früher lebte. Somit kann keine erkennbare Grössenzunahme dieser Haustiere während 1200 Jahren festgestellt werden. Die Knochen heutigerTiere sind bedeutend grösser, aber auch die Massivität der Knochen hat zugenommen, was auf grössere und auch schwerere Tiere hinweist. Ein Zuchterfolg seit dem Mittelalter ist also unschwer zu erkennen.
Bote der Urschweiz
Autor
Bote der Urschweiz
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- Dies & Das
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