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Der Tessiner Roberto Frigerio war auf und neben dem Platz für den FC Basel 1893 ein Gewinn: Bei den Teamkollegen sehr beliebt, schoss er für Rotblau über 100 Tore. Nun ist er 84-jährig gestorben.
Der Tessiner Roberto Frigerio war auf und neben dem Platz für den FC Basel 1893 ein Gewinn: Bei den Teamkollegen sehr beliebt, schoss er für Rotblau über 100 Tore. Nun ist er 84-jährig gestorben.
Es mag wie eine Plattitüde klingen, wenn jemand sein Talent in die Wiege gelegt erhält, aber bei Roberto Frigerio war das wirklich der Fall: Sein Vater Alessandro gehörte zum Kader des Schweizer Nationalteams, das 1938 an der WM in Frankreich Grossdeutschland in einem denkwürdigen Spiel mit 4:2 besiegte. «Mucho» wurde schon der Vater genannt, denselben Übernamen «erbte» auch Roberto Frigerio und zwar zu Recht: Er schoss in seiner langen Karriere tatsächlich viele Tore – das erste bereits im Alter von 16 Jahren in seinem allerersten Spiel im Dress von Chiasso und das ausgerechnet gegen den FC Basel vor 4’500 Zuschauern auf dem Landhof.
Mag sein, dass die Basler von da an ein besonderes Augenmerk auf den Spieler legten, der als klassischer Mittelstürmer der gegnerischen Verteidigung oft arg zusetzte. Jedenfalls verpflichtete ihn Rotblau bereits in den fünfziger Jahren für zwei Saisons, bevor er sein Glück in der Romandie suchte und es dort auch fand: Für La Chaux-de-Fonds und Lausanne schoss er ebenfalls «mucho», also eine Menge Tore; für Lausanne traf er in einer Partie gar fünfmal!
Bereits 1963 kehrte er jedoch zum FC Basel zurück und kam damit in den Genuss der Weltreise, die einen Monat dauerte, die Mannschaft durch drei Kontinente führte und 19 (!) Flüge beinhaltete. FCB-Captain Bruno Michaud erzählte später, dass es Frigerio in den Grossstädten «kaum fertigbrachte, an einem Laden vorbeizugehen, ohne etwas zu kaufen». In Hongkong schickten die Teamkollegen den Tessiner mit umgerechnet 3.50 Franken los, um zu schauen, mit wie vielen Bananen er zurückkehren würde. Es waren dann zwölf Kilo. In Basel soll er es gewesen sein, so heisst es, der den FCB mit dem Kleinbasler Restaurant Ceresio bekannt machte: Dieses wurde zum Stammlokal der Basler Mannschaft.
Doch nicht nur neben, sondern auch auf dem Rasen drückte Roberto Frigerio dem FCB seinen Stempel auf: In der Saison 1966/67, in welcher der Club das Double gewann, war er mit 16 Toren der treffsicherste Spieler des Teams. Insgesamt traf er für Rotblau bis zu seinem Abgang 1968 in 185 offiziellen Spielen nicht weniger als 103-mal – Platz 10 in der ewigen Rangliste der besten FCB-Torschützen. Sein Teamkollege Helmut Hauser bezeichnet ihn als «Superstürmer, mit dem man wunderbar zusammenspielen konnte». Karli Odermatt erinnert sich an Frigerio als kopfballstarken, echten Mittelstürmer mit einem knallharten Schuss. «Und wir waren immer ein wenig neidisch auf ihn, denn keiner sah besser aus als Roberto», sagt er mit einem Lächeln.
Der Zufall wollte es, dass Odermatt just an Ostern durch besondere Umstände eine Platte von 1967 in den Händen hielt. Titel: «Mocking-Bird». Der Sänger auf diesem Tonträger: Roberto Frigerio. Odermatt: «Singen konnte er auch noch.»
Am Ostersonntag, den 9. April ist Roberto Frigerio im Alter von 84 Jahren gestorben. Der FC Basel wird ihn gebührend in Erinnerung behalten und spricht den Hinterbliebenen sein tiefstes Beileid aus.
Text: Andreas W. Schmid