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Toro
Toro: Charakterweine mit grosser Tradition
Das 10‘000 Einwohner-Städtchen Toro thront auf einem Felsplateau hoch über dem Douro-Fluss und den sanft gewellten Rebgärten, in denen hauptsächlich die Sorte Tempranillo wächst, die hier Tinta de Toro genannt wird. Schon im Hochmittelalter waren die Weine aus Toro begehrt. Das Kapital dieser vergleichsweise kleinen, rund 6‘000 Hektar umfassenden Region sind heute die grossen Bestände an alten Reben, die überaus kräftige, gut strukturierte Weine ergeben.
Eine intakte Stadtmauer, zehn Kirchen und fünf Klöster: Toro gilt als Inbegriff einer kastilischen Stadt und königlich ist sie dazu: Ferdinand III. wurde hier im Jahr 1230 zum König ernannt. Schon damals war sie auch eine Weinstadt. Denn bereits in der vorrömischen Zeit soll hier Wein angebaut worden sein. Auch Christoph Kolumbus soll die Toro-Weine so geschätzt haben, dass er sie auf seiner ersten Entdeckungsreise mitführte. Die Bedeutung von Toro als Weinproduktions- und Handelsplatz nahm erst in der Zeit der Franco-Diktatur ab, weil damals der Getreideanbau favorisiert wurde. Noch in den 70er Jahren galten die Toro-Weine als überaus alkoholreich, Gewächse mit 16 Volumenprozent waren keine Seltenheit.
Weniger Alkohol, mehr Eleganz
Es war der Winzer Manuel Fariña, der in den 80er Jahren das Zeitalter der neuen Toroweine einläutete. Er brach mit der jahrhundertalten Regel, wonach die Ernte nicht vor dem 12. Oktober beginnen durfte, las seine Trauben früher und vergärte sie bei kühleren Temperaturen. Investoren aus dem In- und Ausland entwickelten die Ideen von Farña weiter. So entstanden Weine, die auf raffinierte Weise Kraft und Eleganz in sich vereinen. Durch den Erfolg dieser neuen Toro-Weine wuchs die Rebfläche in den letzten 30 Jahre wieder auf 5‘700 Hektar. Rund 50 Kellereien füllen heute Weine ab, die Durchschnittsqualität ist hoch.
Kalkhaltige Böden
Die Rebberge liegen grösstenteils südlich des Douro-Flusses zwischen den Städten Zamora im Westen und Valladolid im Osten auf einer Höhe zwischen 600 und 750 Meter über Meer. Es dominieren braune Kalkböden mit hohem Sandanteil. In den Toplagen finden sich auch Flussablagerungen mit Kies. Das Klima ist kontinental geprägt mit kalten Wintern und nicht ganz so heissen Sommern wie in der nahegelegenen Ribera del Duero. Die Niederschlagsmengen sind mit rund 350 Millimeter pro Jahr und Quadratmeter gering.
Topweine aus wurzelechten Reben
Viele Topweine stammen heute von alten, oft über 80jährigen Reben, die ungepfropft, also mit ihren Originalwurzen, wachsen. Gute rote Toro-Weine zeigen Aromen von Brombeeren und Kirschen. Im Gaumen sind sie überaus kraftvoll, fleischig und würzig, und Dank der guten Säurewerte auch ausgewogen.