Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03139.jsonl.gz/2600

Unser Besuch bei Kamay Krafts
In den Philippinen leben rund 20 Millionen Menschen in Slums, gegen 2 Millionen alleine im Grossraum Manila.[1] Der Grossraum Manila (auch Metro Manila genannt), besteht dabei aus 16 Städten mit rund 12 Millionen Einwohner.[2] Um den Missständen der armen Bevölkerungsschicht etwas entgegenzuwirken, wurden verschiedene Projekte / Kooperativen / etc. gestartet.
Wir haben im April 2014 die Kooperative Kamay Krafts (bedeutet so viel wie Handgemacht) besucht und dabei einen eindrücklichen Einblick in verschiedene Slum-Regionen erhalten.Das Büro von Kamay Krafts, welches auch als Lager dient, wird seit Jahren von Venus geleitet bzw. koordiniert. Hier werden Bestellungen entgegengenommen, an die Arbeiterinnen weitergeleitet, die fertiggestellten Produkte kontrolliert, gelagert, verpackt und an die Kunden versandt. Während unseres Aufenthalts haben wir uns hier auch über verschiedene Schwierigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten sowie über neue Produkte unterhalten, welche eventuell das Sortiment ergänzen könnten.
Michael, Venus & Rebekka
Da die Arbeiterinnen, welche die Produkte für KK herstellen in verschiedenen Ortschaften (Städten) leben, führte uns unser Besuch quer durch Metro Manila, wobei wir ständig von Kathrin[3] begleitet wurden.
Venus, Kathrin & Rebekka
Fast alle Arbeiterinnen holen das benötigte Grundmaterial im Büro ab, stellen die Produkte zuhause her und bringen die fertigen Produkte anschliessend wieder zurück ins Büro. Aus diesem Grund fanden alle unsere Besuche, ausser demjenigen im Büro, bei den Arbeiterinnen zuhause in den Slums statt.
An einem Morgen fuhren wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Jeepney)[4] nach Bagong Silang und nach dem Mittagessen nach Payatas. An beiden Orten besuchten wir verschiedene Arbeiterinnen. Sie erzählten uns von ihrer familiären Situation sowie den Lebensumständen, in denen sie sich befinden. Dabei zeigten sie uns auch, wie sie das Grundmaterial, in diesem Fall Etiketten von Shampoo-Flaschen, verarbeiten und daraus Etuis und Taschen entstehen. Da den Frauen dort aktuell (noch) keine Nähmaschinen zur Verfügung stehen, sind alle dort hergestellten Produkte komplett von Hand gemacht.
An einem anderen Tag waren wir wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln[4] unterwegs, wobei wir dieses Mal nach Cogeo fuhren. Dort besuchten wir wiederum Familien, welche an der Produktion mithelfen. In Cogeo leben einige Frauen, die eigene Nähmaschinen besitzen. Entsprechend werden hier Produkte hergestellt, die von Hand nicht genäht werden könnten. Hier scheinen zwar auf den ersten Blick etwas bessere Umstände zu herrschen, wobei die Familien ebenfalls auf das (Zusatz-) Einkommen von KK angewiesen sind.
Die Familien und deren Umstände sind so unterschiedlich, wie die Gegenden, welche wir besucht haben. Alle haben sie jedoch gemeinsam, dass sie froh sind dank Kamay Krafts sowie den Abnehmern der Produkte ein Einkommen generieren zu können, welches ihre Situation ein wenig verbessert.
Alles in Allem war es eine anstrengende aber eindrückliche Reise, die sich auf jeden Fall gelohnt hat.
Wir wurden von allen Personen herzlich empfangen. Sie freuten und bedankten sich, dass wir extra so weit gereist sind, um sie zu besuchen und dass wir sie mit dem Verkauf ihrer Produkte unterstützen.
An dieser Stelle möchten wir uns bei Ihnen, unserer geschätzten Kundschaft, bedanken, ohne die wir diese Menschen nicht unterstützen könnten! Jedes gekaufte Produkt hat einen kleinen, aber direkten Einfluss auf das Leben dieser Familien!
Für druViva,
Rebekka & Michael
Anmerkungen & Quellen:
[3] Kathrin ist Schweizerin, lebt jedoch seit vielen Jahren auf den Philippinen. Sie spricht fliessend Tagalog und kennt KK aus ihrer Arbeit. Sie hat uns auf unseren Ausflügen begleitet, uns einen Einblick in die Kultur gegeben und viele Gespräche übersetzt.
[4] Die Verkehrssituation in Manila unterscheidet sich in einigen Punkten von der uns geläufigen. Das Verkehrschaos ist wohl eines der schlimmsten weltweit, besonders in den frühen Abendstunden. Man sollte immer genug Zeit einrechnen, da es nicht unüblich ist, statt 15 Minuten, 90 Minuten für eine kurze Strecke aufzuwenden.