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Das Governorat Musandam ist eine Exklave des Sultanats Oman, welche auf dem Festland von den Vereinigten Arabischen Emiraten vollständig umgeben ist. Die spezielle Lage von Musandam innerhalb des Sultanats hat geschichtliche Gründe. Die Kolonialmacht Grossbritannien hat mit Omanischer Unterstützung die untereinander verfeindeten Arabischen Emirate befriedet und zu einem Protektorat zusammengeschlossen.
Nach dem Zusammenschluss zogen sich die Briten 1968 aus der Arabischen Halbinsel zurück.
1971 und 1972 bildeten die 7 Emirate eine Föderation, den Staatenbund der Vereinigten Arabischen Emirate. Seit jener Zeit ist das Verhältnis zwischen Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten etwas getrübt. Erst vor wenigen Jahren haben sich die beiden Länder nach zähen Verhandlungen vertraglich über den Grenzverlauf durch das Wüstengebiet an der Nordgrenze Omans geeinigt.
Oman grenzt im Nordwesten, Westen, Südwesten und im Süden an die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Norden und Nordosten hat Musandam eine gemeinsame Seegrenze mit dem Iran. Zwischen Musandam (Sultanat Oman) und dem Iran liegt die 60 km breite Strasse von Hormuz, welche bis 60 m tief ist.
Durch die Strasse von Hormuz werden 90% der Rohöltransporte aus der Golfregion abgewickelt. Die strategische wichtige Fahrrinne für die Öltanker und Frachtschiffe liegt vollständig auf dem Staatsgebiet des Sultanats Oman. Zwischen Musandam und den vorgelagerten iranischen Inseln besteht ein reger, meist nicht ganz legaler Handelsverkehr. Handelswaren wie Konsumgüter werden mit Schnellbooten über die Grenze transportiert. Die meisten dieser Waren werden entgegen den Vorschriften nicht mit Zollgebühren belastet.
Im Governorat Musandam leben rund 30'000 Menschen, davon ca. 20'000 in Khasab und etwa 5'500 in der Region Dibba al Bay'ah. Kleinere Ortschaften wie Lima oder Kumzar sind nur auf dem Seeweg erreichbar. Kumzar ist am nördlichsten gelegene Stadt von Oman. In der Stadt, welche von Khasab aus mit einer Dhau (einem typischen omanischen Segelboot) in ca. 2 Stunden erreicht werden kann, leben gegen 3'000 Menschen. Das iranische Festland liegt lediglich 50 km entfernt.
Khasab ist das administrative Zentrum von Musandam. Khasab hat sich zu einem Touristenzentrum entwickelt. In den letzten Jahren sind in und um Khasab zahlreiche Hotels entstanden. Besonderen Ansprüchen vermögen die beiden von Omran (Oman's Tourism Development Company) betriebenen Hotels «Atana Khasab» und «Atana Musandam» zu genügen.
Das Hotel «Atana Khasab», welches ehemals von der Hotelkette «Golden Tulip» betrieben wurde, lieg tan der Küste zwischen Qida (Qadah) und Khasab am Eingang zum Khor Qida.
Das im April 2014 eröffnete «Atana Musandam» liegt auf der Halbinsel Musandam. In der Nähe von Dibba Al Bay'ah im Süden von Musandam liegen das «Golden Tulip Resort Dibba» (gegenwärtiger Betriebszustand bitte abfragen) und das «Six Senses Hideaway Zighy Bay Resort». Das «Hideaway Resort» gehört der gehobeneren Preisklasse an.
Das Fort Khasab ist eine Festung an der Bucht von Khasab, welcheim 17. Jahrhundert von den Portugiesen zur Kontrolle des regionalen Schiffsverkehr gebaut wurde. Das Fort wurde 1989 renoviert. Im Fort Khasab wurde eine sehenswerte Ausstellung über die Geschichte von Musandam und seinen maritimen Lebensraum eingerichtet.
Auf Musandam gibt es wenige Strassen. Die Schönheiten der Halbinsel mit ihrer einzigartigen Fjordlandschaft (Khor = Fjord) kann am besten vom Meer aus bewundert werden.
Musandam hat eine rund 600 km lange Küstenlinie und wird auch als «Norwegen Arabiens» bezeichnet.
Der Khor Nadj ist der einzige Fjord, welcher auch mit dem Auto auf einer Piste erreichbar ist.
Musandam verdankt seine atemberaubende Gebirgslandschaft einer tektonischen Besonderheit. Musandam liegt am Nordrand der Arabischen Platte, welche nach Norden gegen die Eurasische Platte stösst. In der Überschiebungszone haben sich entlang der Küste Gebirge wie das Hajar-Gebirge gebildet. Musandam wird vom al-Gharbi al-Hajar , dem Westlichen Hajar, durchzogen. Die dunkelfarbigen Gesteine (Semail Ophioliten) stammen aus der Tiefsee.
Eine gut ausgebaute Strasse führt vom Grenzübergang Dara (Emirat Ras Al Khaimah) zur Hauptstadt des Governorats, Khasab , und weiter durch das Wadi Khasab nach Sal Ala'a.
Für die Ausreise aus den Vereinigten Arabischen Emiraten müssen sich Touristen beim Checkpoint Al Dara einen Ausreisestempel und ein Visum für die Einreise in das Sultanat Oman beschaffen. Touristen, welche mit einem Mietauto einreisen, benötigen einen Versicherungsnachweis für Oman der Mietwagenfirma und eine beglaubigte Kopie des Fahrzeugausweises. Bei der Ausreise aus dem Sultanat muss das Fahrzeug wieder bei den Zollbehörden der V.A.E. deklariert werden.
Eine ungeteerte, für mit einem Vierradantrieb versehenen Motorfahrzeug befahrbare Gebirgsstrasse führt in vielen Serpentinen zum Jebel Harim, einem 2'087 m hohen Berg. Die Gebirgstrasse führt weiter hinunter nach Dibba al Bay'ah. Dieser Teil der Strasse ist in einem weniger guten Zustand und wird von Touristen eher nicht befahren. Ein Streckenabschnitt führt durch militärisches Speergebiet, deren Einfahrt durch Checkposten kontrolliert wird. Die Durchfahrt ist in der Regel nur für Staatsbürger aus den GCC-Vertragsstaaten (GCC = Golf Cooperation Council) möglich. Oman betreib auf den Gebirgshöhen ein wichtiges militärisches Luftraumüberwachungssystem. Die Fahrstrecke von Khasab über die Passstrasse nach Dibba misst 110 km. Dibba kann auch auf dem Landweg auf einer gut ausgebauten Strasse entlang der Küste und über die Inlandstrasse bei Ras Al Khaimah erreicht werden.
Dibba al Bay'ah (Oman) ist von Dibba Al Hisn (Emirat Sarjah) her auf einer guten Strasse erreichbar. Für die Zufahrt nach Dibba al Bay'ah benötigen Touristen keinen Ausreisestempel der V.A.E.-Zollbehörden und kein Einreisevisum für Oman.
Khasab und Dibba al Bay'ah werden von den National Ferries Company NFC mit Hochgeschwindigkeit-Fährschiffen im Linienverkehr angelaufen. Die Schiffe fahren teilweise mit einer Geschwindigkeit von über 100 km/h. Das 2008 in Dienst gestellte Hochgeschwindigkeit-Fährschiff «HSC Hormuz» ist 65 m lang und kann 200 Passagiere und 56 Motorfahrzeuge aufnehmen.
Der Fährdienst auf der Route Shinas - Khasab - Shinas wird durch die Fährschiffe «HSC Sawqrah» (52 m lang, 100 Passagiere und 22 PKWs, Schwesterschiff der «HSC Hormuz») und HSC Hormuz ausgeführt. Die Fahrzeit beträgt 4 Stunden. Die Strecke Shinas - Maskat bedient MWASALAT mit einem Bus.
Zwischen Khasab und Lima verkehrt die «HSC Hormuz». Fahrzeit: 2 Stunden
Der aktuelle Fahrplan der Fährverbindungen um die Halbinsel Musandam kann bei nationalen Fährgesellschaft MWASALAT abgefragt werden.
Die National Ferries Company NFC (MWSALAT) transportiert pro Jahr Tausende von Passagieren und Motorfahrzeugen. Die jährlichen Zuwachsraten des Unternehmens sind beträchtlich. Die Schiffe der NFC werden von Einheimischen und Touristen rege benutzt.
Khasab besitzt einen Flugplatz, welcher von Omanair regelmässig angeflogen wird.