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Was Sie noch nicht über Tibet wussten
Tibet, das ist für viele Westler ein Mysterium und ein Sehnsuchtsort. Das Land, das seit 1950 von China beansprucht wird, bietet atemberaubende Kulissen, Spiritualität und einen besonderen Brei.
Das Gebiet
Was ist Tibet? Für die Chinesen ein Stück China, für viele Tibeter ein besetztes Territorium. De facto war Tibet seit 1913 unabhängig, mit eigener Armee, Regierung, Währung, Hymne, Flagge – bis zur Invasion durch die Volksbefreiungsarmee 1950/51. Tibet ist heute eine sogenannte Autonome Region in China, das historische Tibet war größer. Die Tibeter leben unter der repressiven Herrschaft Pekings, oft kommt es zu Unruhen. Der Dalai Lama, geistliches Oberhaupt der Tibeter, floh 1959 nach Indien, wo seither auch Tibets Exilregierung residiert – unter Verwendung der tibetischen Flagge, die in China verboten ist.
Der Brei
Das tibetische Nationalgericht Tsampa ist kein exotisches Festmahl, sondern ein geschmacksneutraler Brei, den die Tibeter zum Frühstück aus Getreide, Wasser und etwas Zucker anrühren. Er soll ihnen Kraft geben auf der Hochebene – wo die Temperaturen im Winter nicht selten auf minus 50 Grad fallen und im Sommer kaum über den Gefrierpunkt steigen. Hergestellt wird das Tsampa-Mehl aus Gerste, die gewaschen, geröstet und zwischen dicken Mahlsteinen zerrieben wird. Eine kleine Notration des Mehls tragen Tibeter oft in einem kleinen Lederbeutel am Gürtel bei sich.
Das Zitat
"Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist" – Ausspruch des Dalai Lama (geboren 1935). Das geistliche Oberhaupt der Tibeter handelt auch gegenüber China nach dieser Devise: Man mag zwar klein sein (so wie sein Volk), kann aber trotzdem stark sein (und sich gegen die chinesische Bevormundung wehren). Im Rahmen der bisher erfolglosen Suche nach einer Lösung des Konflikts hat er sich mittlerweile gegen eine Unabhängigkeit Tibets ausgesprochen, fordert aber größere Autonomie. Peking unterstellt dem Dalai Lama weiterhin Separatismus.
Die Zahl
999 Räume zählt der Potala auf dem Hügel Marpori mitten in der Hauptstadt Lhasa. Der Palast gilt als prächtigstes Bauwerk Tibets, seit 1994 zählt er zum Unesco- Weltkulturerbe. Im Inneren können Besucher jede Menge Buddhafiguren bestaunen – liegende, stehende, sitzende. Sie gehen auf den indischen Fürstensohn Siddhartha Gautama zurück, der als Gründer der buddhistischen Lehre verehrt wird. Um Götter handelt es sich bei den Buddhas aber nicht, sondern um Menschen, die Erleuchtung erlangt haben.