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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Hubert Frömelt und Michel Guisolan:
Topographische Aufnahme des Kantons Thurgau von Johann Jakob Sulzberger, 1830 bis 1838
Cartographica Helvetica 17 (1998) 3–17
Zusammenfassung:
1830 wurde der Strasseninspektor Johann Jakob Sulzberger (1802–1855) mit der Vermessung des ganzen Kantons Thurgau beauftragt. Dies bildete gleichzeitig den Beginn der kantonalen topographischen Aufnahmen der Schweiz. Sulzberger entschied sich, in Anlehnung an sein Vorbild Cassini, für seine Karte den Massstab 1:21 600 zu verwenden.
Der Inhalt der Messtischblätter wurde in der Folge vertragsgemäss in zwei Einzelblättern im Kupferstich publiziert: 1837 die Übersichtskarte 1:150 000 und 1838/1839 die Kantonskarte 1:80 000.
Auf Anweisung von Guillaume Henri Dufour, dem Leiter des Topographischen Bureaus in Genf, mussten die Aufnahmeblätter des unüblichen Massstabes 1:21 600 wegen in den offiziellen Massstab 1:25 000 umgezeichnet werden (Originalzeichnungen: Kartensammlung des Bundesamtes für Landestopographie). Diese wiederum wurden für den nachfolgenden Kupferstich in den Endmassstab 1:100 000 verkleinert. Es ist äusserst interessant, die Thurgauer Kantonskarte 1:80 000 und die Topographische Karte der Schweiz 1:100 000 (Blatt IV) miteinander zu vergleichen, weil beide Karten von den gleichen Kupferstechern zur ungefähr gleichen Zeit geschaffen wurden. In der Kantonskarte wird das Gelände mit so genannten Böschungsschraffen dargestellt, während in der Dufourkarte Schattenschraffen mit einer Beleuchtung aus Nordwesten verwendet wurden. Die wenigen, barometrisch bestimmten Höhenangaben haben scheinbar einige Probleme verursacht. Weil sie weder auf den zwei zuletzt erwähnten Karten noch auf den Messtischblättern identisch sind, müssen sie während verschiedenen Malen gemessen worden sein. Wie damals üblich erfolgte die Höhenmessung in Fuss.
Von den Messtischblättern 1:25 000 entstand zusätzlich noch eine zweite Serie (Originalzeichnungen: Staatsarchiv des Kantons Thurgau), auf denen in roter Frabe bereits die Linienführung der zukünftigen Eisenbahn Zürich–St. Gallen dargestellt ist. Sulzbergers Werk ist in mancher Hinsicht als Pionierleistung für die folgenden kantonalen Vermessungen einzustufen.
Bibliographische Anmerkung