Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03158.jsonl.gz/1760

75 Prozent der auf dem Markt befindlichen synthetischen Stoffe werden verbrannt oder landen auf der Mülldeponie. In Dänemark wird eine Technologie erforscht, um die verschiedenen Fasern in Kleidungsstücken zu trennen, sodass sie verarbeitet und wiederverwendet werden können.
Naldo Tanner
Eine der am häufigsten verwendeten und kostengünstigsten Materialien in der Fast-Fashion-Industrie ist Elastan. Gemischt mit Baumwolle, Wolle oder Nylon, macht es den Stoff dehnbar und entsprechend figurbetonend. Die meisten Kleidungsstücke im Angebot enthalten deshalb Elastan – bis hin zu Jeans. Im Jahr 2021 gab der britische Fernsehsender BBC eine Studie über die Umweltauswirkungen von Billigkleidung in Auftrag, aus der hervorging, dass von 10 000 untersuchten Produkten genau die Hälfte aus Acryl, Polyester, Nylon und Elastan bestand, allesamt Materialien mit langen Entsorgungszeiten, deren Verarbeitung für die Unternehmen wirtschaftlich unvorteilhaft ist.
Der wissenschaftliche Name für Elastan lautet Polyurethan, das wie andere synthetische Materialien schwer zu recyceln ist. Tatsächlich werden weltweit 75 Prozent der Stoffe mit Elastan verbrannt oder auf Mülldeponien entsorgt. Eine neue Studie der Universität Aarhus in Dänemark legt nun den Grundstein für eine nützliche Technologie zum Recycling von Altkleidern, um die verschiedenen Fasern in der Kleidung zu trennen, damit sie verarbeitet und wiederverwendet werden können.
Steffan Kvist Kristensen vom Interdisziplinären Zentrum für Nanowissenschaften an der Universität Aarhus berichtet von Laborversuchen, in denen eine vollständige Beseitigung von Elastan aus Nylongewebe erreicht worden sei. Bei Baumwolle sei man aber noch nicht so weit. Die Schwierigkeit liegt offenbar in der Trennung der Fäden innerhalb der gewebten Materialien, die mit chemischen Verfahren recycelt werden können. Denn bei der Herstellung von Kleidung werden die Hauptfasern, wie Nylon oder Baumwolle, um Elastanfasern gewickelt. Durch Erhitzen der Kleidung und Zugabe eines bestimmten Alkohols brechen die Bindungen des Elastans, woraufhin sich die Materialien trennen.