Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03395.jsonl.gz/26

Archiv
Die Sonne ist untergegengen. Die Stadt liegt in der Abenddämmerung. Freitag Abend. Es ist angenehm warm. Die Passanten drängen, schubsen, eilen vorbei. Wohin gehen sie? Ins vorgewärmte Wohnzimmer zum vorgewärmten Fernseher? In die Bars? Ins Bordell?
Bild: Semuelbo / PD
Sie gehen weiter und ich schaue zu. In mir schreit es auf. Wieso bemerken die nicht einmal, wie schön dieser Spätsommerabend sein könnte.
Stellt euch vor, wir stünden am Vorabend des Weltuntergangs. Ihr müsstet plötzlich bemerken, was ihr verpasst habt in vierzig Jahren entfremdender Arbeit. Kennt ihr keine anderen Wertvorstellungen als Villen, Mercedes, Yachten...
Keine höhere Moral als schleimen, kriechen, bücken, lügen, profitieren... Ich sitze da und schaue zu. Ich bemerke, wie sich mein Gesicht zu einem krankhaften Lächeln verzieht. Ich stehe auf und drücke ab.