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Der zunehmende Verkehr belastet den Schweizer Wald mit Stickstoff und anderen Luftschadstoffen. Diese belasten den Wald entweder direkt aus der Luft oder indirekt durch Ablagerungen im Boden. Auch die Landwirtschaft trägt zur Stickstoffproblematik bei, unter Anderem mit dem Einsatz von Düngern.
Mit dem Klimawandel und den damit einhergehenden langsamen und kontinuierlichen Veränderungen dürften extreme Wetterereignisse wie beispielsweise heftige Stürme und Hitzesommer künftig zunehmen.
Rodungen sind in der Schweiz im Interesse der Walderhaltung grundsätzlich verboten; es können jedoch Ausnahmebewilligungen erteilt werden, wenn wichtige Gründe vorliegen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen. Beispiele dafür sind der Strassen- und Eisenbahnbau, Deponien und Abbauvorhaben. Wird eine Rodung bewilligt, muss die gerodete Fläche grundsätzlich mit Ersatzaufforstungen ersetzt werden.
Auf 95% der Waldflächen ist der Stickstoffeintrag aus der Luft zu hoch. Stickstoff lässt den Waldboden versauern und führt zu einer unausgewogenen Versorgung der Bäume mit Nährstoffen.
Im Sommer greift zusätzlich hochkonzentriertes Ozon die Blattzellen an.
Höhere Temperaturen und weniger Niederschläge im Sommerhalbjahr verbunden mit mehr Niederschlägen im Winterhalbjahr haben direkte Auswirkungen auf die Wälder. Während Dürreperioden ist die Gefahr von Waldbränden insbesondere in den Alpen und auf der Alpensüdseite erhöht. Mit der Klimaänderung kann sich die Brandgefahr regional ändern und ausweiten.
Ein ungünstiger Bestandesaufbau bezüglich Naturnähe der Baumarten und vertikaler Strukturierung, extreme Witterungseinflüsse oder neu eingeschleppte Insektenarten können das Risiko für einen Schädlingsbefall im Wald erhöhen. Der Borkenkäfer kann sich beispielsweise in Sturmschadengebieten schnell ausbreiten.
Eine übermässige Erholungsnutzung in Agglomerationsräumen sowie in Tourismusgebieten kann Auswirkungen auf die Waldverjüngung und damit auf einen nachhaltigen Waldaufbau haben sowie das Verhalten des Wildes beeinträchtigen.
Die Schweiz ist mit 1.3 Millionen Hektaren Wald zu rund einem Drittel bewaldet.
Zwischen 1995 und 2006 hat die Fläche um 4.9% zugenommen. Sie nimmt zu, da sich der Wald nicht mehr genutzte Landwirtschafts- und Alpflächen im Alpenraum und auf der Alpensüdseite zurückerobert. Nur 2% der Waldflächenzunahme werden mit der Aufforstung von Nichtwaldareal begründet. Im stark besiedelten Mittelland bleibt der Druck auf die Waldfläche hoch.
Bereits bestehen Modellierungen, wie sich die Waldgrenze mit der Klimaveränderung nach oben verschieben wird, was ebenfalls zu einer Zunahme der Waldfläche führen wird.
Während der Holzvorrat auf der Alpensüdseite um fast 20% angestiegen ist, hat er im Mittelland um rund 7% abgenommen. In den Jahren 1995 bis 2006 hat der Zuwachs 9,7 Mio. m3 betragen. Gleichzeitig belief sich die Summe aus Nutzungen und abgestorbenen Bäumen auf 9,1 Mio. m3.
Aus Langzeituntersuchungen ist bekannt, dass sich die Nährstoffversorgung der Bäume verschlechtert. Die Bäume sind dadurch gestresst. Das macht sie anfälliger gegenüber Krankheiten und meteorologischen Extremereignissen. Dies zeigt sich beispielsweise an der Kronenverlichtung, die nach 1998 leicht zugenommen hat. Die heftigen Stürme «Vivian» (1990) und «Lothar» (1999) führten teils zu flächenweisen Windfällen und Windbrüchen. Auch der Hitzesommer 2003 schwächte viele Bäume stark. Schäden durch Schadinsekten, vor allem durch Borkenkäfer, waren die Folge.
Der Wald ist für die Artenvielfalt von grösster Bedeutung. Fast die Hälfte der in der Schweiz vorkommenden Tiere und Pflanzen sind auf ihn angewiesen, das sind ungefähr 20'000 Arten. Wenn auf eine ausgewogene und naturnahe Baumartenverteilung geachtet wird, zeigen sich positive Auswirkungen sowohl auf die Biodiversität als auch auf die Stabilität der Wälder.
Trotz des guten Gesamtbildes hat der Schweizer Wald auch ökologische Defizite. Es gibt gebietsweise zu wenig Totholz, das Tausende von Arten als Lebensgrundlage benötigen.
Der unerwünschte Nährstoffeintrag über die Luft führt dazu, dass die Bäume schneller in die Höhe wachsen, ohne dass sich entsprechend tiefe Wurzeln bilden. Dies reduziert die Stabilität der Wälder.
Die Belastung durch Ozon führt zu Blatt- und Nadelschäden im Wald. Belastete Wälder können ihre Funktion als Filter für das Grundwasser teilweise nur noch ungenügend erfüllen.
Vielerorts bietet die Waldstruktur nicht optimale Bedingungen für die Erhaltung der Biodiversität.
Der Klimawandel wirkt sich auf die Wälder als Ökosysteme und auf das Wachstum der einzelnen Baumarten aus: Die Waldgesellschaften verändern sich, die Waldgrenze verschiebt sich in höhere Lagen. Zwar können sich Wälder und Baumarten über Generationen an veränderte Bedingungen anpassen, diese Fähigkeit gerät aber durch die Geschwindigkeit, mit der der Klimawandel erfolgt, stark unter Druck.
Die Zunahme der Waldfläche kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben, die vor allem lokal und regional ins Gewicht fallen. Sie führt zusammen mit der Ausscheidung der landwirtschaftlichen Nutzflächen (LWN) beispielsweise dazu, dass Kulturlandschaften, die wir als besonders schön empfinden - wie die Wytweiden im Jura - verschwinden.
Anderseits können grössere Waldflächen auch mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen, was dem Treibhauseffekt entgegenwirkt. Wälder sind Senken für Kohlenstoff und enthalten 4-5 mal soviel Kohlenstoff wie die Atmosphäre über unserem Land.
Zunehmende Waldflächen im Gebirge können zu einer Erhöhung der Schutzleistungen gegen Naturgefahren beitragen.
Die wichtigste flächenmässige Schutzmassnahme für den Wald ist das gesetzlich festgeschriebene Rodungsverbot.
Waldentwicklungspläne der Kantone sollen gewährleisten, dass die Nachhaltigkeit in der Bewirtschaftung des Waldes garantiert ist.
Die Vergabe von Zertifikaten (FSC-Label, auf nationaler Ebene das Q-Label) durch internationale Labelorganisationen für umwelt- und sozialverträglich produziertes Holz tragen zum Schutz des Waldes bei.
In Waldreservaten wird die Biodiversität geschützt. In der Schweiz gibt es 800 Waldreservate, die 3,5% der Gesamtwaldfläche entsprechen. Bis 2030 streben Bund und Kantone mindestens 10% an. In diesen Waldreservaten ist die Holznutzung entsprechend der Schutzziele stark eingeschränkt oder untersagt.
Massnahmen zum Schutz der Luft wie Vorschriften über den Schadstoff-Ausstoss von Heizungen, industriellen Anlagen, Motorfahrzeugen, und solche über die Qualität von Brenn- und Heizstoffen tragen zur Erhaltung der Waldgesundheit bei. Um den Waldzustand zu stabilisieren, sollten die Stickoxid- und Ammoniak-Emissionen an ihren Quellen mit entsprechenden gesetzlichen Vorgaben und ihrer Umsetzung vermindert werden.
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