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Bern–Neuchâtel
|Kürzel||BN|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1901-07-01|
|Mutiert||Ab 1997-01-01 Bern–Lötschberg–Simplon|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1901 eröffnete BN war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Bis zu ihrer Betriebsaufnahme führte die schnellste Schienenverbindung von Bern nach Neuenburg über Biel. Zusätzlich zur eigenen Linie besorgte die BN ausserdem den Fahrdienst der Sensetalbahn (STB).
Die zunächst überwiegend auf den Personenverkehr ausgerichtete BN hatte trotz beachtlicher Betriebsüberschüsse etliche finanzielle Schwierigkeiten. Dividenden konnte sie im beobachteten Zeitraum nie ausschütten. Die Gewinne aus dem Transportgeschäft reichten bis 1910 nicht aus, die Zinsen vollumfänglich zu bezahlen. Entsprechend nahmen die Passivsaldi und die schwebenden Schulden zu. 1907 konnte die BN schwebende Schulden in eine vergleichsweise günstige Hypothekaranleihe mit – je nach Ertragslage – variablem Zinssatz von 3 bis 4 Prozent umwandeln, wobei der Zinsdienst für diese 1.28 Mio. Franken erst ab 1910 fällig wurde – und offensichtlich nicht zur Zahlung kam, da die Höhe der ausgerichteten Anleihezinsen unverändert blieb. Dank steigender Erträge entspannte sich jedoch die Lage der BN zusehends, ein Trend, der auch in den ersten Kriegsjahren anhielt. 1916 erwirtschaftete die BN mit einem Überschuss von 422'000 Franken das bislang beste Betriebsergebnis, doch Ungemach nahte nun von der Kostenseite. Der Betriebsaufwand vergrösserte sich explosiv, wobei die Materialkosten aufgrund der Kohlenverteuerung eine wesentliche Rolle spielten. 1920 schrieb die BN mit einem Fehlbetrag von 253'000 Franken erstmals rote Betriebszahlen, die schwebenden Schulden stiegen auf über 2 Mio. Franken.
Von diesem Rückschlag, der sich in ähnlichem Ausmass 1921 fortsetzte, erholte sich die BN in den Folgejahren nicht mehr wirklich, zumal mit der nun als dringlich erachteten Elektrifikation neue Investitionen anstanden. 1923 erfolgte auf der kleinen Teilstrecke Bümpliz–Holligen, 1928 schliesslich auf der ganzen Linie die Elektrifikation (Wechselstrom) der BN. Gleichzeitig musste 1928 ihre Bilanz durch eine Verminderung des Aktienkapitalwerts und durch den Zuschuss neuer Fremdgelder bereinigt werden.
1997 wurde die BN in die reorganisierte BSL-Gruppe (Bern–Lötschberg–Simplon) integriert.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: