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Stephen King wurde 1947 in Portland, Maine, geboren, ist heute 65 Jahre alt und fing schon in Jugendjahren mit dem Schreiben an.
Als Kind wiederfuhr ihm ein traumatisches Erlebnis: Ein guter Freund geriet unter den Zug. Auf dieses Erlebnis könnte man die “dunklen Ideen” von Kings Büchern zurückführen, so Kritiker. Seinen ersten Roman, «Carrie«, veröffentlichte er 1974 mit 27 Jahren und das letzte von Kings Werken, “Joyland”, ist dieses Jahr erschienen. “Das Leben und das Schreiben” wurde im Jahr 2000 veröffentlicht und sein sarkastischer Humor und die Reichweite der vielfältigen Details macht das Buch zu einer wahren Fundgrube für alle, “die mehr über den König des Horror-Genres erfahren wollen”, wie es auf der Buchrückseite geschrieben steht.
“Leben und Schreiben sind eins”
Das Buch bringt dem Leser das Handwerk des Schreibens näher: Mit einigen wenigen, jedoch äusserst klug gewählten Übungen, fordert King den Leser dazu auf, selber das bessere Schreiben auszuprobieren. Eine Übung lautet zum Beispiel, eine Kurzgeschichte mithilfe des Gelernten zu verfassen, was uns wieder zum “besseren Schreiben” zurückführt. Darunter versteht King grösstenteils die Beherrschung der Grammatik. Keine Adverbien, richtige Kommasetzung und natürlich Rechtschreibung sind nur einige Punkte, über die sich King in seinem Buch äussert. Dazu erklärt uns King, als einer der kommerziell erfolgreichsten, jedoch auch meist kritisiertesten Schriftsteller, dass es kein Rezept gibt, um gut zu schreiben. Der einzige Weg, der dorthin führe, sei viel schreiben und lesen. Zwei essentielle Dinge, denn: “Übung macht den Meister”.
Gebisse in der Wäsche
Der “Leben-Teil” erzählt von Kings Zeit vor dem Durchbruch, als er noch ein eher ärmliches Leben führte. Doch selbst dies, was manchen Leser erschrecken mag, beschreibt King so locker und selbstironisch, wie man es nur selten liest. Zum Beispiel arbeitete King lange Zeit in einer Wäscherei, welche ihre Dienstleistungen auch Spitälern anbot. Manchmal fand King in den von Blut verdreckten Laken ganze Gebisse, gelegentlich auch Ratten, selbst Knochen gelangten in die Laken und in Kings Hände. An einigen Tagen hatte er jedoch Glück und fand etwas Geld in der Wäsche, welches sofort gespart wurde. Denn King, seine Frau Tabitha und die drei Kinder Owen, Joe und Naomi King verbrachten lange Zeit ihres Lebens in einem gemieteten Bungalow, bis Stephen 1974 schliesslich der Durchbruch mit “Carrie” gelang. Dieses Werk erzielte mit 400’000 Dollar für die Taschenbuchrechte, bezahlt von “New American Library”, eine Rekordsumme. Danach ging es mit Stephen Kings Karriere steil bergauf.
Am Ende des Buches listet King ausserdem, neben seinen Büchern, Werke auf, die ihn inspiriert oder anderweitig beeinflusst haben, unter anderem auch “Harry Potter” oder Bücher seiner Frau Tabitha King.
Glück im Unglück
Der letzte Teil in “Das Leben und das Schreiben”, eine Fortsetzung des ersten Leben-Teils, wurde von King nach seinem schweren Autounfall geschrieben. Pech für ihn, Glück für uns, denn er hätte diese “Konfession”, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung das Buch beschrieb, nicht ohne seinen Unfall geschrieben. Ohne dieses einschneidende Erlebnis wäre “Das Leben und das Schreiben” als eines seiner unvollendeten Bücher in einer Schublade gelandet und diese hilfreiche Fundgrube für alle Schreibinteressierten hätte seinen Weg in die Bücherregale nie gefunden, was sehr schade wäre.