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Leimsieder/in
Die Leimsieder[1] stellten aus Knochen, Häuten sowie Fischschuppen und aus Abfällen der Gerberei, Schlächterei und Abdeckerei ein Bindemittel für Papier, Pappe, Leder, Holz und dergleichen her. Das dabei gewonnene Leimgut wurde unter mässiger Hitze solange gekocht, bis die im Knochen enthaltenen Kollagene gelöst wurden. Konnte zudem eine zumeist mit einer halben Eierschale entnommene Probe nach einigen Minuten die gewünschte Konsistenz erreichen, so wurde die heisse Leimbrühe in einer dafür geeigneten Form[2] eingegossen und mittels Alaunzufuhr vor Fäulnis geschützt.
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Obschon die Herstellungsverfahren des Leims im Laufe der Zeit weiterentwickelt wurden, verdeutlicht die Redensart „langsam wie ein Leimsieder“ den einst langwierigen Herstellungsprozess in diesem Zusammenhang. Von den verschiedenen Leimarten und deren Herstellung ist auch in der griechisch-römischen Antike in diversen Dichtungen die Rede.
Grabungen von verleimten Möbelstücken und Wandgemälden bestätigen, die Verwendung des Leims bereits im Alten Ägypten.
In der Gegenwart werden zwar überwiegend Kunststoff-Dispersionsleime eingesetzt, dennoch kommen einzelne Gewerken, wie beispielsweise der Musikinstrumentenbau, nicht ohne Leim aus tierischen Abfällen (Glutinleim) aus.
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.
[2] einer mit Bleiblech ausgelegter Kübel oder Bottich (vgl. Palla, 2010, S. 139)
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 138-139.
www.wikipedia.de → Glutinleim,
https://de.wikipedia.org/wiki/Glutinleim, abgerufen am 27.06.2017.
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