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Stellwerksplan Stand 17. Juni 1947
Obwohl sehr klein, weist die Anlage von Chambésy ein paar Besonderheiten auf:
Wieso diese merkwürdige Anordnung gewählt wurde, ist nicht klar. Die vorhandenen Reserveplätze am Stellwerk lassen vermuten, dass der Einbau von Weichen vorgesehen war. Die Anlage hätte dann in etwa so ausgesehen wie jene in Veytaux-Chillon.
Grundsätzlich wäre auch denkbar, dass Signal D der Sicherung der Reisenden diente. Das scheint hier aber nicht der Fall zu sein. In Gleis 2 gibt es einen Aussenperron und zwischen den beiden Gleisen einen Metallzaun. Reisende, die in Gleis 2 ein - oder ausgestiegen sind, mussten Gleis 1 nicht überschreiten. Der Zugang zum Perron Gleis 2 erfolge über den Holzübergang vor dem AG oder über die Strassenüberführung (P.S. = "Passage supérieur")
Ein zusätzlicher Blockabschnitt ist mit den beiden Signalen ebenfalls nicht entstanden, da für Signale D und B nur eine Taste vorhanden ist. Es konnte erst zurückgeblockt werden, nachdem ein Zug an Signal B vorbeigefahren war und dieses in Haltestellung gebracht wurde
Dank des schönen Blumenschmucks hat es auch Chambésy auf die Titelseite des SBB-Nachrichtenblatts geschaft. Im Hintergrund ist das schwach das geöffnete Signal C erkennbar
Ausschnitt aus dem gleichen SBB-Nachrichtenblatt 8/1935, diesmal in der deutschen Version. Am rechten Bildrand ist das Stellwerk mit dem Felderblock erkennbar. Es steht unter dem Vordach im Freien, eine Stellwerkskabine gibt es nicht.
Sammlung S. Niklaus
Plan aus dem Jahr 1950: Das mechanische Stellwerk wurde durch ein Schalterwerk Integra ersetzt. Die Signalanordnung mit Ein/Ausfahrsignalen in der einen Richtung und einem Blocksignal in der anderen wurde beibehalten. Das Einfahrsignal D hat sogar ein Hilfssignal. Reserveplätze für Weichen gibt es aber keine mehr. Seite Genève gibt es bereits einen automatischen Block, die Streckengleise sind durchgehend isoliert.
Stellwerk von links nach rechts:
Nächste Ausbaustufe Stand 1966: Automatischer Block Genève - Versoix - Coppet, aber noch kein Wechselbetrieb. Chambésy ist nur noch Haltestelle. Es ist zwar noch ein Bedienpult vorhanden, dieses wird aber normalerweise von Genève aus ferngesteuert. Auf dem Plan ist noch die ehemalige Haltestelle Pregny eingezeichnet. Nach Aufhebung der ortsbedienten Barriere 1967 wurde auch die Haltestelle aufgehoben
Plan aus dem Jahr 1996. Spurwechselstelle Vengeron, zentralisiert im Domino 67 von Versoix. Chambésy ist endgültig nur noch eine Haltestelle.
Chronik Chambésy (bzw. Versoix – Genève):
1858 (25.06): Eröffnung Abschnitt Versoix – Genève
1868: Doppelspur Gland – Genève
1893: Felderblock Nyon - Genère
1912: Bruchsal J, Mischung zwischen Blockstation und Bahnhof
1925 (22.12): Elektrifizierung Renens - Genève
1950 (14.09): Schalterwerk ISAG (5-Feldrig), weiterhin Mischung zwischen Blockstation und Bahnhof; automatischer Block Chambésy – Genève
1966 (25.11): Rückbau Schalterwerk. Neuer automatischer Block Coppet – Versoix – Genève (mit Gleisstromkreisen) und Fernsteuerung ab Genf.
1970 (01.01): Haltestelle unbesetzt
1986 (21.04): neue Domino 67-Anlage in Versoix, mit neuen zentralisierten Blockstellen Genthod, Bellevue und Pregny, sowie Spurwechselstelle
Vengeron bei Chambésy. Alle Signale und Weichen sind in Versoix zentralisiert.
2004 (18.06): 3. Gleis Versoix – Genève. Ein Gleis ist für den Regionalverkehr vorgesehen und die zwei anderen für den Fern- und Güterverkehr. Die
Haltestellen besitzen nur noch eine einzige Perronkante am Regionalgleis. In Creux-de-Genthod wird eine neue Kreuzungsstation für die
Regionalzüge gebaut (zentralisiert im Domino 67 von Versoix).
2017 (24.09): Chambésy wird neu ein Kreuzungsbahnhof für den Regionalverkehr (im Hinblick auf den ¼-Stundentakt Coppet – Genève und die
Eröffnung der neuen Linien Genève – Annemasse. Die neue Station ist im Domino 67 von Versoix zentralisiert und umfasst die
Spurwechselstelle von Vengeron sowie ein Kreuzungsgleis.
Alle nicht anders gekennzeichneten Pläne und Fotos sowie die Chronik aus der Sammlung O. Wileczelek
Weitere Angaben von U. Dikenmann