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Screaming Eagle Winery & Vineyards
Jean Phillips, eine damalige erfolgreiche Immobilienmaklerin, kaufte 1986 den 23 Hektar grossen Weinberg in der Ost Seite von Oakville.
Das Spezielle daran war, dass dieser Rebberg zum grössten Teil mit weissen Traubensorten bepflanzt war. Lediglich 0,4 Hektaren waren mit Cabernet Sauvignon bepflanzt. Die Trauben verkaufte Jean an verschiedene Weingüter im Napa Valley. Robert Mondavi bekräftigte Jean darin, sich selbst einmal als Weinproduzentin zu versuchen.
Im Jahre 1992 war es denn so weit, der erste Jahrgang Screaming Eagle wurde im gemauerten Stall des Rebberges in die Fässer gefüllt. Als Weinmacherin amtete Heidi Peterson. Ganze 7 Barriques konnten produziert werden. Der Wein kam dann 1995 auf den Markt. Man konnte diesen Wein im Don Giovanni oder im damaligen noch existierenden Pinot Blanc Restaurant für ca. 100 $ bestellen.
Robert Parker gab diesem Erstlingswerk 99 Punkte und die Geschichte nahm seinen Lauf.
Im Jahre 1995 wurde der grösste Teil des Rebberges mit den Traubensorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc neu bepflanzt.
Jean Philipps war eine taffe Fanatikerin der Qualität. Mit dem Resultat ihrer Ernte im Jahre 2000 war sie dermassen unzufrieden, dass sie beschloss, diesen Wein nicht abzufüllen.
In diesem Jahr wurde an einer Auktion (für einen guten Zweck und somit von der US Steuer voll absetzbar) eine 6 Liter Flasche Screaming Eagle zum Rekordpreis von 500'000 $ dem Meistbietenden zugeschlagen Für Schlagzeilen war also abermals gesorgt.
Die Weine wurden immer noch auf der Rombauer Winery am Silverado Trail gekeltert. Der Bau eines eigenen Fass Kellers wurde noch nicht ins Auge gefasst und auch nicht das Erstellen einer Produktionsstätte. Jean überlegte sich, ob sie nochmals Geld einschiessen sollte, da auch die Rebberge rekultiviert werden mussten! (Schon wieder, nach bloss 10 Jahren?!) Just in diesem Moment ihrer Überlegungen erreichte anscheinend Jean ein Angebot, das sie, wie sie dies auch öffentlich kundgetan hat, als Immobilienmaklerin nicht ablehnen konnte!
Am 17. März 2006 wurde das Weingut an den Milliardär Stan Kroenke und Charles Banks verkauft.
In einem Brief an die Kunden erklärte Phillips: "Sie werden die alten Strukturen renovieren oder neue bauen und den Weinberg neu bepflanzen. Die neuen Eigentümer haben ambitionierte Pläne, das Weingut klein zu halten, aber die Messlatte für die Qualität höher zu legen".
Für die Erweiterung und Neuauspflanzung der Weingärten wurde der berühmte Weinbergbauer David Abreu als Berater geholt. Annie Favia wurde «Vineyard-Managerin». Andy Erickson wurde als Weinmacher vor Ort eingestellt, und der legendäre Konsulent Michel Rolland aus Bordeaux wurde als Berater hinzugezogen.
Screaming Eagle stand somit ein Dream-Team zur Verfügung, auch eine Kellerei, schlicht und funktionell, wurde errichtet.
Im Jahr 2006 wurden 34 Hektar neu bepflanzt. Die Jahresproduktion reicht von 400 bis 750 Kisten, also zwischen 5.000 und 9.000 750 ml Flaschen.
Für Screaming Eagle bedeutete der Einstieg der zwei Herren einen neuen Impuls, denn nun wurde aus dem charmanten Provisorium eine veritable Winery.
Und es ging entsprechend weiter bergauf mit dem jungen Weingut. Für den Jahrgang 2007 vergab «The Wine Advocate von Parker» wiederum 100 Punkte. Und wer nicht zu den Glücklichen zählte, der über die Mailing-Liste einkaufen konnten, bezahlte nun im Handel pro Flasche bereits einen vierstelligen Dollarbetrag.
Drei Jahre später, im April 2009, verließ Charles Banks Screaming Eagle und überließ Stan Kroenke den alleinigen Besitz. Armand de Maigret ist der Estate Manager.
Neu war auch die Lancierung eines Zweitwein namens «Second Flight», der mit dem Jahrgang 2006 seinen Einstand feierte. Etwas zeitverzögert wurden schliesslich Kisten mit je zwei Flaschen des Zweitweines der Jahrgänge 2006 bis 2009 auf den Markt gebracht. Ab 2014 hiess dieses meist stärker auf Merlot basierende Cuvée nur mehr «The Flight»
2009 stieg Charles Banks aus der Partnerschaft mit Stan Kroenke aus, der seither Alleineigentümer von Screaming Eagle ist.
Mit der neuen Dekade übernahmen der Erickson-Protegé Nick Gislason als Önologe und der in der Champagne geborene Armand de Maigret die Verantwortung für das Weingut, Michel Rolland blieb dem international gefeierten Top-Cabernet ebenfalls treu.
Ebenfalls wird hier seit dem Jahrgang 2011 eine Minimenge Sauvignon Blanc gekeltert.
Der erste offizielle Jahrgang dieses mittelprächtigen Sauvignon Blancs war der 2013er. Selbst Screaming-Eagle-Bewunderer Robert Parker zeigte sich perplex über die absurde Vorstellung von 2500 Dollar pro Flasche «ab Weingut».
Nun gut, die wäre ein Schnäppchen gewesen ! Im Frühjahr 2022 kann man diesen Sauvignon Blanc für Durchschnittlich 5000 CHF an verschiedenen Orten dieser Welt erstehen. Für eine Flasche der aktuellen Jahrgänge des Screaming Eagle Cabernet Sauvignon sind, um die 4000 CHF zu berappen.