Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/60794

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Entwurf zur Verordnung über die Zulassung zum Fachhochschulstudium sieht das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement vor, dass die Fachhochschulen für die Zulassung von Inhaberinnen und Inhabern einer Maturität zuständig sind und nicht die Berufsfachschulen oder die Gewerbeschulen. Diese Regelung steht in krassem Gegensatz zur gegenwärtigen Praxis in der Schweiz: Die Ausbildungsergänzungen, die für die Zulassung zu einer höheren Ausbildungsstufe nötig sind, werden normalerweise auf der niedrigeren Ausbildungsstufe festgelegt und bestätigt. </p><p>Deshalb stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>Die Ausführungsverordnung zum Fachhochschulgesetz ist ein Präzedenzfall; gedenkt der Bundesrat, die Grundsätze im Zusammenhang mit den Übergängen zwischen den Stufen und der Zulassung infrage zu stellen?</p><p>Ist sich der Bundesrat bewusst, dass er mit der Übertragung der Zuständigkeit für die Fachhochschulzulassungen an die Fachhochschulen auch ein klares Misstrauen gegenüber den Berufsfachsschulen und den Gewerbeschulen ausdrückt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Anfrage betrifft den Verordnungsentwurf des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes, in welchem die Zulassung von Inhaberinnen und Inhabern mit einer gymnasialen Maturität den Fachhochschulen und nicht den Berufsfach- oder Gewerbeschulen übertragen wird.</p><p>Die Zulassung zu einem Fachhochschulstudium ist in Artikel 5 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 über die Fachhochschulen (FHSG) geregelt. Dieser sieht vor, dass neben der Berufsmaturität die gymnasiale Maturität und eine mindestens einjährige Arbeitswelterfahrung, die berufspraktische und berufstheoretische Kenntnisse in einem der Studienrichtung verwandten Beruf vermittelt, den prüfungsfreien Zugang ermöglicht. Nach Artikel 5 Absatz 3 FHSG ist das Eidgenössische Volkswirtschaftdepartement (EVD) zuständig, die Lernziele der einjährigen Arbeitswelterfahrung in den einzelnen Fachbereichen festzulegen.</p><p>Das EVD hat in der am 5. Oktober 2005 in Kraft getretenen Verordnung des EVD vom 2. September 2005 über die Zulassung zu Fachhochschulstudien (SR 414.715) die Anforderungen an die einjährige Arbeitswelterfahrung festgeschrieben. Dabei wurde festgehalten, dass die Fachhochschulen in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden für einheitliche Anforderungen an die Arbeitswelterfahrung sorgen und diese in Lernzielplänen festlegen. Die Anforderungen sollen sich dabei nach den Lernzielen in den Grundbildungen der einzelnen Fachbereiche richten.</p><p>Das FHSG selbst regelt die Zulassungsbedingungen für gymnasiale Maturandinnen und Maturanden. Die neue Regelung - im Gegensatz zum bisher geltenden Recht - verlangt den Einbezug der Branche (Berufsverbände) und der Lernziele in den Grundbildungen. Der Bundesrat weist zudem darauf hin, dass in der parlamentarischen Beratung betont wurde, dass den Fachhochschulen die Einhaltung der Lernziele obliegen müsse. Die neue Regelung in den Artikeln 3ff. der Verordnung des EVD über die Zulassung zu Fachhochschulstudien trägt diesen Vorgaben Rechnung.</p>  Antwort des Bundesrates.