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Dass die Diskussion über die Rechtschreibreform in den deutschsprachigen Ländern den Blick für weniger zentrale Themen der Weltgeschichte verstellt, ist leicht nachzuvollziehen. Insbesondere die deutschen Dichter und Denker müssen sich in ihrer Tiefsinnigkeit der Rettung der Kinder vor sprachlicher Verwahrlosung naturgemäß aufgewühlter widmen als solchen Nebensächlichkeiten wie dem "Negerklatschen" rechtsradikaler Skins und ähnlicher inhumaner Kinkerlitzchen. […] Zwei Kammern des Parlaments in Prag haben sich nach lebhaften Debatten dazu durchgerungen, unter den Tschechen zehn Jahre nach der "Samtrevolution" einen zweiten tiefgreifenden Umsturz zuzulassen. Sie stellten einen Jahrtausende alten Brauch in Frage: Es geht um die Nachsilbe "-ova" bei weiblichen Nachnamen — vergleichbar dem "-in" für die Namenskennzeichnung von Hofeigentümerinnen in ländlichen Gegenden deutscher Zunge (siehe: "Die Bernauerin"). […] Auch in Tschechien hat also der Berg eine Maus geboren. Aber […] in Prag wird nicht so viel palavert.
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Glauber, Ulrich
Der EU-Sprachendienst erstellte eine Liste von 1500 österreichischen Worten als Handreichung für Dolmetscher.
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