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Zulässigkeit der Widerklage bei verschiedenen Verfahrensarten
Art. 224 ZPO, Art. 243 ZPO, Art. 247 ZPO
Im ordentlichen Verfahren ist eine Widerklage, die einzig aufgrund ihres Streitwertes im vereinfachten Verfahren zu beurteilen wäre, zuzulassen, sofern eine Konnexität zur Hauptklage besteht.
Entscheid KGer Wallis vom 9. September 2015, ZWR 2016 147
Laut Kantonsgericht Wallis ist im ordentlichen Verfahren eine Widerklage (Art. 224 ZPO) auch dann zuzulassen, wenn sie einzig aufgrund ihres Streitwertes im vereinfachten Verfahren zu beurteilen wäre, jedenfalls wenn zwischen Klage und Widerklage eine Konnexität gegeben ist. Das Gericht begründet dies damit, dass eine Behandlung von Ansprüchen im vereinfachten Verfahren mit Ausnahme der Streitigkeiten gemäss Art. 243 ZPO nicht durch deren Natur, sondern deren wirtschaftliche Tragweite gerechtfertigt sei. Es widerspreche der ratio legis, die Widerklage nicht zuzulassen, obschon der Widerkläger freiwillig auf das vereinfachte Verfahren verzichte und dem Hauptkläger durch die Behandlung der Widerklage im ordentlichen Verfahren keine kompliziertere Verfahrensart aufgezwungen werde. Das Schutzbedürfnis des Klägers entfalle in diesem Fall und es wäre prozessökonomisch unsinnig, die Widerklage nicht zuzulassen. Dies jedenfalls dann, wenn zwischen Klage und Widerklage eine Konnexität bestehe (E. 2.3).