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Karate als Mittel der Selbstverteidigung
Karate entstand aus der Notwendigkeit sich selbst zu verteidigen.
Es hat seinen Ursprung auf der Insel Okinawa südlich von Japan, welche sich während Jahrhunderten unter der Herrschaft japanischer Samurai befand. Für die Inselbewohner war dies eine Zeit grosser Unterdrückung, in der es immer wieder zu Zusammenstössen mit den Besatzern kam. Zudem mussten die Einheimischen grosse Einschränkungen in ihrer Freiheit erdulden, u.a. war für sie das Tragen von Waffen verboten.
Es war also nötig, sich im Ernstfall mit blossen Händen gegen einen bewaffneten Gegner verteidigen zu können. Die waffenlosen Künste erlebten dadurch einen enormen Aufschwung und wurden bis zur absolut tödlichen Waffe perfektioniert. Das primäre Ziel der damaligen Praxis der Kampfkünste war es, ein Mittel zu finden das im Notfall über Leben und Tod entscheiden konnte.
Durch die weltweite Verbreitung des Karate als Wettkampfsport, geriet und gerät der ursprüngliche Gedanke des Karate als Mittel der Selbstverteidigung immer mehr in den Hintergrund. Es geht nicht mehr darum seinen Gegner mit einem Schlag zu besiegen, sondern gemäss dem Reglement des jeweiligen Verbandes den siegbringenden Punkt zu holen, unabhängig von der effektiven Wirkung der ausgeführten Technik. Natürlich gibt es dabei grosse Unterschiede in der Auslegung wertbarer Techniken.
Karate als Sport soll nicht per se verurteilt werden, jedoch besteht die Gefahr darin, dass bei einer rein sportlichen Orientierung der Grundgedanke der Selbstverteidigung verloren geht. Im Training sollten beide Punkte berücksichtigt werden, ohne dabei das eine oder andere zu vernachlässigen.
Gleichzeitig darf Karate nicht mit dem Ziel praktiziert werden, anderen zu schaden, sondern sollte ein Mittel zur Verbesserung und Perfektionierung der eigenen Persönlichkeit sein. Durch das jahrelange Training und ständige Verbessern seiner Technik hin zu einer perfekten und in diesem Sinne maximal effizienten Technik, kann diesem Anspruch Rechnung getragen werden.
Werden im Karateunterricht gewisse Prinzipien und Grundregeln berücksichtigt, handelt es sich dabei um eine der wohl effektivsten Methoden der Selbstverteidigung. Aus diesem Grund werden an der Karateschule Thun keine speziellen Kurse dafür angeboten.
Echte Selbstverteidigung - das richtige Verhalten im richtigen Moment, welches nicht zwingend in einer handgreiflichen Auseinandersetzung enden muss - kann nicht in einigen wenigen Übungslektionen erlernt werden, sondern nur in einem Prozess von jahrelangem Training. Nebst körperlichen spielen dabei auch mentale Faktoren eine zentrale Rolle - im Karatetraining werden beide Aspekte gleichermassen berücksichtigt.