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2002
Der Streit
2002
Der Streit
Wer brachte zuerst die Untreue in die Welt – die Frau oder der Mann? Um diese Frage ein für alle mal zu klären, präsentiert ein Prinz seiner Geliebten ein Experiment.
Beschreibung
Vier neugeborene Kinder wurden genau vor achtzehn Jahren voneinander getrennt und fern der Zivilisation unter der Obhut eines Dienerpaares aufgezogen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo man beobachten möchte, wie die beiden Mädchen und die zwei Jungen reagieren, wenn sie erstmals aufeinander treffen. Mit der Erfahrung eines Gegenübers beginnen auch für sie die ersten Eitelkeiten und Eifersüchteleien, die schließlich in Intrigen, Untreue und Verrat enden. Der Prinz und seine Geliebte müssen erkennen, dass sich Frau und Mann in puncto Untreue nichts vorzuwerfen haben.
Zum Autor
Pierre-Carlet de Chamblain de Marivaux
1688 – 1763
Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux wurde 1688 in Paris geboren. Sein Vater war der Beamte Nicolas Carlet, der wenig später Münzdirektor in Riom wird. Seine Mutter Marie Anne bleibt zunächst mit den Kindern in Paris. Die Jugendjahre ab 12 verlebt er dann doch in Rom, wo er sein erstes Stück und einen ersten Roman verfasst. Mit 22 kommt er zurück nach Paris und schreibt sich für das Jurastudium ein.
Beschreibung
1718 investiert er sein eigenes Geld sowie das seiner 1717 geheirateten Frau in Aktien der Compagnie de l'Occident, eine Bank- und Handelsgesellschaft. Als 1720 die spekulativ überbewerteten Aktien der Compagnie in den Keller gehen, sind auch Marivaux, seine Frau und seine 1718 geborene Tochter über Nacht arme Leute. Er macht sein Jura-Examen, beginnt dann aber doch keine Anwaltskarriere, sondern schreibt Theaterstücke, mit denen er relativ rasch Erfolg hat. Seine Spezialität ist die Situation des unvermerkten und ungewollten Sich-Verliebens zweier Partner, und zwar insbesondere solcher, die zunächst durch Standesgrenzen getrennt zu sein scheinen, sich jedoch als passend erweisen (z.B. La Surprise de l'amour, 1722; La double inconstance, 1723; Le Prince travesti, 1723; Le Jeu de l'amour et du hasard, 1730).
Daneben behandelt er aufklärerische Themen, so z.B. in L'Ile des esclaves (1725), wo er zeigt, wie zufällig und ungerecht in der Kastengesellschaft der Zeit die Diener- und die Herrenrollen verteilt sind; oder in L'Ile de la Raison, wo er sehr vernünftige «Wilde» mit sich als sehr unvernünftig und vorurteilsvoll erweisenden Europäern konfrontiert. Neben Theaterstücken und Romanen verfasst Marivaux Feuilletons: Lettres sur les habitants de Paris (1717/18), Le Spectateur français (1721-24), L'indigent philosophe (1726) und Le Cabinet du philosophe (1734). 1742 wird er Mitglied der Académie Française.
Am 12. Februar 1763 stirbt Marivaux in Paris.