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Argentinien gewinnt erstmals seit 1993 die Copa America. Im Final in Rio de Janeiro setzt sich die «Albiceleste» gegen Brasilien 1:0 durch. Für Lionel Messi ist es mit 34 Jahren der erste grosse Titel mit der Nationalmannschaft.
Endlich! Nach vier verlorenen Finals hat es Lionel Messi geschafft. Ausgerechnet gegen den Erzrivalen Brasilien im legendären Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro gelang es dem sechsfachen Weltfussballer des Jahres, die letzte Lücke in seinem Palmarès zu schliessen und sich den ersten grossen Titel mit Argentinien zu sichern.
2008 an den Olympischen Spielen in Peking hatte Messi mit seinem Heimatland Gold gewonnen, an den grossen Turnieren scheiterte er mit der «Albiceleste» aber regelmässig und spätestens im Final. 2007, 2015 und 2016 zog Argentinien im Endspiel der Copa America ebenso den Kürzeren wie 2014 im WM-Final gegen Deutschland, der ebenfalls im Maracanã stattfand.
Während Messi auf Klubebene Titel an Titel reihte – mit dem FC Barcelona gewann Messi vier Champions-League- und zehn Meistertitel –, wollte es mit der Nationalmannschaft nie klappen. Mal hiess es, er sei ein Fremdkörper und könne sich mit den anderen Stars im Team nicht arrangieren, mal hiess es, er nehme zu viel Einfluss auf den Trainer, mal gab er den temporären Rücktritt bekannt. Nun beseitigte der zusammen mit Cristiano Ronaldo beste Fussballer seiner Generation diesen Makel.
Mit vier Toren und fünf Assists war Messi, dessen Vertrag bei Barcelona ausgelaufen ist, der beste Skorer des Turniers. Die entscheidende Figur im Final war allerdings ein anderer: Angel Di Maria von Paris Saint-Germain. Der Mittelfeldspieler enteilte in der 22. Minute der brasilianischen Abwehr und bezwang nach einem herrlichen Steilpass von Rodrigo de Paul Torhüter Ederson mit einem Heber.
Da Brasilien mit Superstar Neymar ausser einem Offsidetor von Richarlison nicht viel entgegenzusetzen hatte, reichte diese eine Aktion, um die argentinische Durststrecke zu beenden. Für Argentinien war es der erste Titel seit 1993 an dem seit 1916 ausgetragenen Turnier, der 15. insgesamt, womit es zu Rekordsieger Uruguay aufschloss. Brasilien verlor erstmals seit 1995 wieder einen Final, die letzten fünf erreichten Endspiele hatte der Rekord-Weltmeister jeweils gewonnen.
Im Gegensatz zu allen anderen Partien der Copa America, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie vor leeren Rängen ausgetragen wurden, fand der Final im Maracanã vor Zuschauern statt. Die Stadtverwaltung von Rio de Janeiro hatte die Genehmigung erteilt, ein paar Tausend Fans zuzulassen.
Wie viel Messi der Titel bedeutet ist schwer in Worte zu fassen – deshalb lassen wir an dieser Stelle die Bilder sprechen.
(zap/sda)