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In 140 Ländern rund um den Globus stehen die Initialen JCB für Baumaschinen. Die beiden populärsten britischen Nachschlagewerke, der Oxford und der Collins English Dictionary, bezeichnen JCB als «die berühmtesten Initialen» auf der Insel. JCB steht für Joseph Cyril Bamford, den vor drei Jahren gestorbenen Gründer des Baumaschinenkonzerns mit 13 Fabriken auf vier Kontinenten, mehr als 4000 Beschäftigten und über zwei Milliarden Franken Umsatz. «The Sunday Times» listet die Bamford-Sippe in den 50 reichsten Familien Grossbritanniens.
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Wem allerdings das Milliardenvermögen zu welchen Teilen gehört, ist seit dem Tod des Entrepreneurs umstritten. Den beiden Söhnen Anthony Paul und Mark Joseph Cyril Bamford aus seiner einzigen, nie geschiedenen Ehe? Jayne Ellis, seiner Lebensgefährtin während 26 gemeinsamen Jahren am Genfersee? Keine leichte Aufgabe für den Schweizer Testamentsvollstrecker Maître Olivier Verrey.
Anspruchsberechtigt sind definitiv Schweizer Steuervögte, denn Mister JCB war 1975 ins Waadtland immigriert und hatte in der Gemeinde Montreux sein privates Hauptquartier eingerichtet. Mit gegen hundert Millionen Franken Erbschaftssteuern rechnen denn auch Kommune und Kanton.
Von seiner Ehefrau Marjorie, schon seit der Firmengründung an Bamfords Seite und mit ihm in Gütergemeinschaft lebend, hatte sich der Patron nie förmlich getrennt. Die Gattin, viele Jahre lang selbst im Verwaltungsrat der JCB-Filiale in Lausanne aktiv, starb im vergangenen Dezember als offizielle Witwe. An den Schalthebeln der JCB Group hantiert schon seit 1975 Stammhalter Anthony Bamford. Mit damals gerade 29 Lebensjahren trat der Junior als Chairman und Managing Director an. Der Sohn machte seither einen fantastischen Job, steigerte zum Beispiel den Jahresprofit von JCB in den ersten zwei Jahrzehnten von sechs Millionen auf über hundert Millionen Pfund. Den Ritterschlag durch Queen Elizabeth II. erhielt Sir Anthony bereits 1990 im Alter von 44 Jahren.
Ausreichend Klimpergeld stand für die Junioren stets zur Verfügung. Anthony Bamford erwarb einen weltweit exzellenten Ruf als Sammler extrem teurer Oldtimer, steuert eine laut «Sunday Times» 70 Millionen Franken teure Jacht oder entspannt sich in eigenen Ferienvillen auf Barbados und in Südfrankreich. Natürlich hat der Konzerngründer seine Nachkommen testamentarisch bedacht, ihnen die Verfügungsgewalt über die Hälfte des Imperiums vermacht. Doch die Sprösslinge sind überzeugt, dass ihr Vater der Familie die absolute Kontrolle über die Familiengesellschaft hinterlassen wollte.
Angeblich soll der Vater mit seinen Söhnen kurz vor seinem Tod in einem Londoner Krankenhaus ein Agreement getroffen haben. Jayne Ellis bestreitet das kategorisch. Juristisch lässt sich Mrs. Ellis von einer erstklassigen Kanzlei vertreten. Ihr Anwalt Stefan Liniger von der Kanzlei Bär & Karrer möchte allerdings wegen der laufenden Verfahren den Streit nicht kommentieren.