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Bencic «mental nicht auf dem Platz»
Riesenenttäuschung für Belinda Bencic: Die als Nummer 9 gesetzte Ostschweizerin scheitert in Wimbledon schon in der 1. Runde. Dafür steht Viktorija Golubic wie vor zwei Jahren in der 3. Runde.
Bencic, die erklärte Rasenliebhaberin und Juniorensiegerin von 2013, war mit grosser Vorfreude ins Turnier gestiegen und erlebte einen kleinen Albtraum. Die 24-Jährige ist beim 3:6, 3:6 gegen die Slowenin Kaja Juvan, nur die Nummer 102 der Welt, praktisch chancenlos und danach ziemlich ratlos.
Keine Erklärung
«Ich war mental wie nicht auf dem Platz», stellt Bencic tief enttäuscht fest. «Ich verpasste den Start und dachte dann zu viel nach.» Tatsächlich startet Bencic miserabel in die Partie und liegt im ersten Satz bereits 0:5 im Rückstand, ehe sie wenigstens ein bisschen ins Spiel findet. Der zweite Durchgang ist bis zum 3:3 ausgeglichen, ehe die von A bis Z stark aufspielende, vier Jahre jüngere Slowenin die letzten drei Games und nach 79 Minuten die Partie für sich entscheidet.
«Sorry, ich weiss es auch nicht», antwortet Bencic auf die Frage nach den Gründen für die Enttäuschung. Besonders ärgerlich: Die Auslosung für Bencic war günstig. In der 2. Runde wartet die französische Qualifikantin Clara Burel (WTA 143) auf Juvan. Bencic plant nach ein paar Tagen Pause, Mitte Juli beim Hartplatz-Turnier in Prag anzutreten und dann zu den Olympischen Spielen nach Tokio zu reisen.
Keine Überraschung ist die Niederlage von Jil Teichmann (WTA 55) in der 1. Runde. Die Linkshänderin verliert gegen die sieben Positionen schlechter klassierte Italienerin Camila Giorgi klar 2:6, 2:6. Die 23-jährige Seeländerin ist in Wimbledon erst zum zweiten Mal am Start, gewann noch nie einen Match und plagte sich in diesem Jahr mit einer Reihe von Verletzungen herum. Sie verzichtet deshalb auf Olympia und spielt im Juli in Hamburg, Lausanne und Palermo auf Sand.
Golubic souverän in die 3. Runde
Den Tag aus Sicht der Schweizer Frauen rettet schliesslich am Abend Viktorija Golubic (WTA 66). Sie entging bisher den Regenverschiebungen weitgehend und steht nach einem überzeugenden 6:2, 6:0-Sieg in nur 65 Minuten gegen die 18 Plätze höher eingestufte Amerikanerin Danielle Collins wie vor zwei Jahren in der 3. Runde.
Im zweiten Satz muss sich Collins einen Verband am Knie anlegen lassen, doch die 28-jährige Zürcherin dominierte mit ihrem variablen Spiel schon zuvor klar. Ihre Chancen auf den erstmaligen Achtelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier stehen durchaus gut. Ihre nächste Gegnerin ist am Freitag nicht Sofia Kenin (WTA 6), sondern Madison Brengle (WTA 82). In der vergangenen Woche in Eastbourne gewann Golubic gegen die Amerikanerin 6:0 im dritten Satz.