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Im barocken Lesesaal der fleissig Studierenden und literarisch Versierten machte man sich sehr schnell unbeliebt. Das musste Gurkenhobel feststellen, als der Aufstartklang seines Computers mit derart vernichtenden Blicken quittiert wurde, dass er erst einmal, anstatt wie geplant das 14. Kapitel seiner Memoiren zu verfassen, zwanzig Minuten wie versteinert dasass. Als er sich endlich an die Arbeit wagte, schloss er aus dem Beben der Mundwinkel seiner Tischnachbarn, dass er die Tastatur nicht mit der grösstmöglichen Sorgfalt bediente. Als sich dann noch der Ventilator seines Laptops geräuschvoll bemerkbar machte, verlor ein Doktorand die Fassung und warf Gurkenhobel kurzerhand durch das geschlossene Fenster.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben. Es ist ebenso wie «Mordgarten» unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich. www.stpoertner.ch