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Costa, 1855
- DE: Buschgrille
- EN: Hairy Scale-cricket
- FR: Le Grillon des Cistes
- Syn.: Arachnocephalus dalmatinus Saussure, 1877 | Arachnocephalus yersini Saussure, 1877
Morphologie
Arachnocephalus vestitus ist mehr oder weniger einheitlich ocker- bis rotbraun gefärbt. Immer wieder treten auch Tiere mit rötlicher Färbung im Halsschild- und Kopfbereich auf. Besonders die Beine sind lang und hell behaart. Der ganze Körper ist zudem mit einem meist silbrig erscheinenden Schuppenkleid überzogen. Der Kopf ist abgeflacht und weist eine breite, deutlich vorspringende Stirn auf. Der Halsschild ist etwa gleich lang wie breit. Arachnocephalus vestitus ist vollständig flügellos (apter). Die Legeröhre der Weibchen erreicht ca. die halbe Körperlänge, ist gerade oder leicht nach unten gebogen und am Ende lanzettspitzenförmig verdickt. In Ruhelage sind die langen Cerci an der Legeröhre angelegt und verdecken diese häufig.
Gesang
Als vollständig flügellose Art kann Arachnocephalus vestitus keine Gesänge erzeugen. Auch anderweitige Formen der Geräuscherzeugung sind nicht bekannt.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Arachnocephalus vestitus reicht vom südlichsten Küstengebiet Portugals über Zentralspanien und Südfrankreich sowie ganz Italien bis in die Schwarzmeer-Region im Osten. Auf dem Balkan ist Arachnocephalus vestitus hauptsächlich entlang der Küsten bis Griechenland und in die Türkei anzutreffen. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft südlich der Alpen etwa auf der Linie Turin - Mailand - Ljubljana. Von Österreich liegt ein Einzelnachweis aus dem Jahr 1976 aus Niederösterreich vor, wobei es sich um ein verschlepptes Tier handelte. Seither konnte die Art in Österreich nicht mehr nachgewiesen werden. Die Höhenverbreitung reicht bis 1000 m im Gebirge.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Arachnocephalus vestitus können von Juli bis Oktober beobachtet werden.
Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet im Mittelmeerraum teilweise häufig und nur aufgrund der heimlichen Lebensweise selten zu finden. Während des Tages befinden sich die Tiere auf den Blattunterseiten oder im Astwerk von Büschen und Sträuchern. Besonders im Herbst kann man sie beim Sonnen auch auf der Blattoberseite beobachten. Sie reagieren jedoch sehr empfindlich auf Störungen und verschwinden rasch wieder auf der Blattunterseite. Eine gute Nachweismethode für Arachnocephalus vestitus ist der Klopfschirm, oder das nächtliche Ableuchten von Gebüschen.
Lebensraum
Arachnocephalus vestitus ist auf Stauden und Gebüschen in gebüschreichem Grasland, entlang von gut besonnten Hecken und Waldrändern zu finden. Besiedelt werden vorwiegend das Flachland und die Hügelzonen. Nur selten findet man die Art im Gebirge bis gegen 1000 m Höhe.
Gefährdung & Schutz
Über die Ökologie sowie die Gefährdung von Arachnocephalus vestitus ist aufgrund der heimlichen Lebensweise wenig bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Art deutlich individuenreicher und häufiger ist, als es die wenigen Einzelbeobachtungen vermuten lassen. In Europa gilt die Art aufgrund des grossen Verbreitungsgebietes und der Häufigkeit des Lebensraums als nicht gefährdet. Lokal kann die Überführung von extensiven Weidelandschaften durch grossflächiges Entbuschen in maschinell bewirtschaftbare Einheiten die Art verdrängen.
- CH: Abwesend
- DE: Abwesend
- AT: NE (Nicht beurteilt)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Aufgrund des Habitus, der Lebensweise auf Gebüschen, der Flügellosigkeit und des Schuppenkleids ist Arachnocephalus vestitus praktisch unverkennbar. Ähnliche Arten wie Nemobius sylvestris, Pteronemobius-Arten oder andere ähnliche Arten im Mittelmeerraum wie Mogoplistes brunneus oder Pseudomogoplistes-Arten leben alle vollständig auf dem Boden in der Bodenstreu, unter Steinen oder in der Meeresbrandung. An diesen Stellen ist Arachnocephalus vestitus nicht zu finden.