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(Latreille, 1804)
- DE: Braune Strandschrecke
- FR: L' Aïolope automnale | L' Oedipode automnale
- IT: Aiolopo autunnale
- Syn.: Gryllus prasinus Thunberg, 1815 | Acridium vittatum Brullé, 1840
Morphologie
Die Grundfarbe von Aiolopus strepens ist recht variabel. Die meisten Tiere haben einen bräunlichen bis gräulichen Farbton mit unterschiedlich dunkler Fleckung. Auch grüne Bereiche sind vor allem bei weiblichen Tieren manchmal eingemischt. Aiolopus strepens ist robuster als die ähnliche Aiolopus thalassinus. Die kräftigen Hinterbeine wirken keulenartig und sind 3-3,5x so lang wie breit. Die Breite der Hinterschenkel entspricht in etwa der Breite der Flügel. Unterhalb der Knie sind die Hinterschienen hell, gegen die Füsse rötlich bis leuchtend rot. Die Flügel überragen die Hinterknie rund um deren halbe Länge. Über die Flügel verlaufen zwei helle Querbänder, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Die Hinterflügel sind glasig, an der Spitze leicht gebräunt und an der Basis oft mit einem dezenten, blaugrünen Farbhauch versehen.
Gesang
Aiolopus strepens verhält sich ähnlich wie Aiolopus thalassinus. Vor einem Paarungsversuch erzeugen die Männchen leise, schwirrende Laute. Bei der Werbung heben die Männchen die Hinterschenkel oder strecken ein Knie, wobei ein „tick“-Laut erzeugt werden kann. Bei Kontakten mit Artgenossen können beide Geschlechter mit den Hinterfüssen auf den Boden klopfen, gelegentlich kommen ruckartige Bewegungen mit den Hinterbeinen dazu. Dabei werden Trommelwirbel mit 2 bis 75 Anschlägen erzeugt. Mehrere solcher Wirbel können unmittelbar aufeinander folgen.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Aiolopus strepens beschränkt sich weitestgehend auf die südliche Hälfte Europas. Dabei kommt sie von Spanien bis an die Schwarzmeerküste vor. Die nördlichsten Vorkommen befinden sich auf einer Linie von Lausanne bis Nantes. In der Schweiz kommt Aiolopus strepens im Südtessin sowie im Genferseebecken vor. Die Art kann bis in Höhen von 1400 m beobachtet werden.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Die meisten ausgewachsenen Individuen von Aiolopus strepens findet man im Spätsommer ab Juli und August. Vor allem in Südeuropa können ausgewachsene Tiere überwintern und sind dort noch bis im Frühsommer anzutreffen.
Aiolopus strepens ist ein ausgesprochen guter Flieger. Die Tiere können nicht nur grössere Distanzen zurücklegen, sondern auch gezielt einen Grasstängel in der Vegetation ansteuern.
Lebensraum
Aiolopus strepens besiedelt sowohl feuchte als auch trockene Standorte und ist wenig wählerisch in Bezug auf den Lebensraum. Man findet sie an trockenen Böschungen, in Wiesen, an feuchten Flussufern, in Brombeerhecken, auf Schotterflächen, in Steinbrüchen, Salzlacken und im Ödland. Die Lebensräume sind stets gut besonnt. Die Art kann auch auf intensiven, abgefressenen Weideflächen mit Vertritt gefunden werden.
Gefährdung & Schutz
Aiolopus strepens gilt in der Schweiz als nicht gefährdet. Aufgrund der hohen Mobilität und der breiten Palette an besiedelten Lebensräumen sind für diese Art keine speziellen Schutzmassnahmen nötig. Bei lokalen Vorkommen ist die Erhaltung der natürlichen Lebensräume erstrebenswert.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: NE (Nicht beurteilt)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Aiolopus strepens ist nicht immer einfach vom sehr ähnlichen Aiolopus thalassinus zu unterscheiden. Aiolopus thalassinus verfügt über wesentlich schlankere Hinterbeine, die 4-4,5x so lang wie breit sind, schmalere Flügel und allgemein wirkt die Art zierlicher. Für Verwechslungen sorgt auch Epacromius tergestinus. Epacromius tergestinus fehlen die für die Aiolopus-Arten typischen hellen Querbänder auf den Flügeln, zudem sind die Hinterschienen weisslich bis bläulich. Epacromius tergestinus hat dreieckige Scheitelgrübchen. Auf den ersten Blick kann Aiolopus strepens auch mit Acrotylus patruelis verwechselt werden. Dieser unterscheidet sich allerdings deutlich durch das eingeschnürte Halsschild und die starke Behaarung.