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Immer wieder blamieren sich Möchtegern-Englischsprecher und -sprecherinnen in der Schweizer Wirtschaftswelt mit typischen Fehlern. Der Sprachlehrer Travis Simlinger, Leiter der Sprachschule Progressive English in Zürich, hat daher eine Liste mit den häufigsten und hartnäckigsten Fehlern im Schweizer Business-Englisch erstellt, welche die «Handelszeitung» hier erstmals präsentiert – inklusive der korrekten Formulierungen.
I invite you
Mit am häufigsten ist nach Simlingers Erfahrung die falsche Verwendung des Satzes «I invite you», wenn man die Rechnung des Geschäftsessens übernimmt. Dieser ist aber so, wie er von vielen Managerinnen und Managern verwendet wird, falsch. «Im Englischen hat das Verb ‹invite› absolut nichts mit bezahlen zu tun», so Simlinger.
Richtig wäre hingegen «It’s on me», «Let me get this», «It’s my treat» und viele weitere Varianten. Wer seine Mitarbeiter zum Essen einladen will, sagt auch nicht «invite», sondern: «Do you want to join me for lunch? It’s on me.»
I will email you until next Friday
In Schweizer Unternehmen werden en masse Eins-zu-eins-Übersetzungsfehler gemacht, erklärt Travis Simlinger. Der korrekte Satz in diesem Fall wäre «I will email you by Friday». «By» hat dabei die Stärke einer Deadline. So sagt man beispielsweise: «The meeting will be finished by 5 p.m.» Eine andere Möglichkeit wäre: «I will email you before Friday.»
Für Englisch-Muttersprachler oder geübte Sprecherinnen und Sprecher bedeutet die sehr verbreitete Form von «I will call you until Friday» nichts anderes, als dass man bis zum Freitag nichts anderes tun wird, als jemanden anzurufen. «Wer das an einem Mittwoch schreibt, meint, dass er zwei Tage am Telefon hängt», so Simlinger. Er empfiehlt dringend, «until» in den erwähnten Sätzen endlich mit «by» oder «before» zu ersetzen.
Dear Mr. Huber, thank you for your response.
Im Englischen beginnt eine E-Mail oder ein Brief immer mit einem Grossbuchstaben. «Auch wenn der Satz auf ein Komma folgt, ist der erste Satz immer ein ganz neuer Satz, es gibt keine Ausnahme von dieser Regel», so Simlinger. Schweizer Managerinnen und Manager sollten sich daher endlich abgewöhnen, den Satz nach der Begrüssung kleingeschrieben fortzusetzen.
Bei einem sehr formellen Brief, vor allem an Amerikaner gerichtet, sollte man einen Doppelpunkt anstatt eines Kommas setzen. Etwa so: Dear Mrs. Smith: Thank you for your response. Optional hingegen ist die Verwendung des Punktes nach «Mr» oder «Mrs». Im britischen Englisch wird dieser nicht verwendet, im amerikanischen schon, beides gilt aber als korrekt. Wichtig ist, dass eine Schreibung im Schriftverkehr konsequent durchgezogen wird.
We see us next week
Dieser Satz ist im Englischen nicht korrekt, auch wenn er in der Schweizer Wirtschaftswelt sehr populär ist. «Einem englischsprachigen Gegenüber fällt so eine Formulierung sofort als ein Fehler auf», so Simlinger – und es wird sofort klar, dass jemand schwere Mängel beim korrekten Gebrauch des Englischen hat. Nicht selten wird dann auch die grundsätzliche Kompetenz in Zweifel gezogen.
Stattdessen sollte «I’ll see you next week», «See you next week», «I look forward to seeing you next week» oder «I look forward to our next meeting» verwendet werden. Wer hingegen alle Mitglieder einer Gruppe meint, darf natürlich «We’ll see us next week» sagen. Nach einer erfolgreichen Terminvereinbarung mit einem Geschäftspartner aber das kumpelhafte «We see us next week» nachzuschieben, ist ein leicht vermeidbares No-Go.
Can you give me some informations?
Für viele schwer zu merken, aber eine unabänderliche Tatsache: Wörter wie «information» oder «advice» haben keine Pluralform. Es heisst also «Thanks for the information». «Wenn jemand von einem Teil der Information sprechen will, nutzt er die Wendung ‹a piece of information›.
Man kann zudem auch auf keinen Fall sagen ‹an information›», so der Sprachlehrer Simlinger. Richtige Verwendungen sind unter anderem auch «I need some information», «The information is strictly confidential», «I like the sound of your offer, but I need some more information».
Ganz ähnlich verhält es sich beim Ratschlag, also dem «advice». Auch hier passieren ständig Fehler: Falsch ist der Satz: «Can you give me some advices?» Richtig ist: «Can I give you a piece of advice?», «She gave me some good advice».
We discussed about last months figures
Wenn Sie diesen Satz in einer Konferenz oder E-Mail fallen gelassen haben, haben Sie sich zweifelsfrei als mieser Englisch-Kenner geoutet. «Im Englischen diskutieren wir nicht ‹über› etwas, also ‹about something›, so Simlinger. Das Verb «discuss» bedeutet per se, dass man über etwas spricht. Man braucht die Präposition «about» also überhaupt nicht. Um es etwas kompliziert zu machen, darf das Nomen «discussion» aber mit «about» ergänzt werden.
Konkret bedeutet das, folgender Satz ist korrekt: «We discussed last month’s figures at the meeting.» Oder: «We had a discussion about last month’s figures at the meeting.» Inkorrekt ist «We discussed about last month’s figures». Nochmal zum Mitschreiben und ganz genau Merken: Auf das Verb «discuss» darf kein «about» folgen, auf das Nomen hingegen schon.
We are five men in the office
Ein häufiger Fehler ist auch dieses Beispiel, wenn man über die Anzahl von Leuten an einem Ort spricht. Der Satz «Wir sind fünf Teilnehmer» wird oft mit «We are...» übersetzt. Dabei kann man einfach das Wort «we» mit «there» ersetzen, und schon ist man sprachlich auf der korrekten Seite. Man sagt etwa «There are five people in the office», wenn man selber nicht im Büro ist, und «There are five of us in the office», wenn man auch selbst im Büro ist.
«Dieser Fehler wird häufig bei Buchungen in Restaurants oder bei Firmenevents gemacht. Auf die Frage ‹How many people is the reservation for?› darf man nicht mit ‹We are eight people› antworten. Sondern mit ‹There are eight of us›, wenn man selber Teil der Gruppe ist.»
I came with the train
Wer beim Zusammentreffen mit Geschäftspartnern «I came with the train» sagt, drückt nichts anderes aus, als dass er den Zug selbst mitgenommen und jetzt dabeihat. Das Gleiche gilt für die nicht korrekten Sätze «I came with the car», «I came with the bus» und so weiter. Richtig ist hingegen «I came with my wife», also wenn man von jemanden begleitet wird.
Die korrekte Version, wenn man über das Transportmittel ins Büro sprechen will, ist etwa «I took the tram», «I caught the tram», «I drove here». «Wer diese einfachen Sätze nutzt, wird einen sehr häufig vorkommenden Fehler vermeiden und kann durch besseres Englisch im Büro- und Geschäftsumfeld glänzen», erklärt Travis Simlinger, der hofft, dass einige Macken des Schweizer Business-Englisch endgültig der Vergangenheit angehören.