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Mariella Mehr wäre am 27. Dezember 75 Jahre alt geworden. Der Limmat Verlag hätte ihren Geburtstag gern zum Anlass gemacht, die eindrückliche Rede zu veröffentlichen, welche die Schriftstellerin 1998 an der Universität Basel zur Verleihung der Ehrendoktorwürde gehalten hatte.
Mehr, 1947 in Zürich als Kind jenischer Eltern geboren, war eines von hunderten Opfern des «Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse», das bis 1973 Familien auf Grund der eidgenössischen Version rassenpolitischer Ideologie entzweite, um nachfolgende Generationen «sesshaft» zu machen. Auch Mehr wuchs abwechselnd in Heimen, bei Pflegeeltern und in Erziehungsanstalten auf. Die Qualen und die Folgen dieses lang tabuisierten Kapitels der jüngeren Schweizer Geschichte hat Autorin in zahlreichen Arbeiten dargelegt. In «Von Mäusen und Menschen», ihrer jetzt als Büchlein veröffentlichten Basler Rede, zitiert sie etwa aus einem psychiatrischen Gutachten über sich, das bis heute fassungslos macht. Nun ist aus dem geplanten Geburtstagsgeschenk leider eine posthume Würdigung geworden. (vsv)