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Bauen im 21.Jahrhundert
Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Grundsätzlich bedeutet Nachhaltigkeit ein System so zu nutzen, dass es sich selbst regenerieren kann und in seinen wesentlichen Eigenschaften dauerhaft erhalten bleibt.
Die Baubranche kann einen nicht unerheblichen Beitrag leisten, denn nach Angaben der Europäischen Kommission entfallen auf den Bau, die Nutzung, Renovierung und den Abriss von Gebäuden 40 % des Energieverbrauches in der EU.
Wer nachhaltig bauen will, sollte sich Gedanken machen, wie der Energiebedarf und der Verbrauch von Betriebsmitteln gesenkt werden können. Welche Baustoffe und Bauteile sind wiederverwertbar? Wie kann ich Transportkosten (Menschen, Maschinen, Bauteile) zum Bau und später zur Entsorgung minimieren? Können die verwendeten Materialien gefahrlos dem natürlichen Stoffkreislauf zugeführt werden? Welche Möglichkeiten einer späteren Nutzung bestehen? Wird die Natur grösstmöglich geschont und wird flächensparend gebaut? Fragen, die den Zeitgeist widerspiegeln und nicht immer einfach zu beantworten sind.
Während Gebäude im Vergleich zu anderen CO2-Erzeugern eine hohe Nutzungsdauer aufweisen, müssen die Überlegungen zur Nachhaltigkeit früh in den Planungsprozess einfliessen. Die graue Energie, d. h. die Primärenergie, die notwendig ist, um ein Produkt herzustellen, rechtfertigt im Falle eines Gebäudes spätere Sanierungen und Renovationen. Die Wahl von regionalen Materialien minimiert die graue Energie und unterstützt die Wirtschaft vor Ort.
Wussten Sie, dass der Begriff Nachhaltigkeit ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammt? Er wurde durch die im frühen 18. Jahrhundert herrschende Holznot geprägt. Bereits im späten Mittelalter sank der Waldbestand aufgrund des Bergbaus, was die Forstwirtschaft auf den Plan rief, die der unkontrollierten Ausbeutung der Wälder Einhalt gebot. Die Verwendung des Begriffes der Nachhaltigkeit wird Carl von Carlowitz (1645–1714) zugeschrieben, der als Oberberghauptmann in Kursachsen wirkte. Dies ist deshalb passend und spannend, weil der Rohstoff Holz heute für eine nachhaltige Bauweise steht.
Nachhaltig deshalb, weil Holz ohne zusätzliche Energie heranwächst, auf 1m3 eine Tonne CO2 bindet und in der Nähe verfügbar ist. Die modulare Bauweise, insbesondere die vorgefertigten Holzbauteile schaffen einen Zeitvorteil gegenüber dem Massivbau. Am Immobilien-Forum der St.Galler Kantonalbank wurde zudem mit den Vorurteilen gegenüber dem Bauen mit Holz bezüglich Brand, Schall, Erdbeben und Kosten aufgeräumt, aber sehen Sie selbst: Zur Aufzeichnung des Immobilienforums 2022.
Ökologisch, ökonomisch und auch ästhetisch spricht vieles für nachhaltiges Bauen mit Holz. So betont Urs Frei, Präsident der Baugenossenschaft Zurlinden, am Immobilienforum, dass Holzbauten nebst deutlich tieferen Nebenkosten dank guter Wärmedämmung Behaglichkeit und Ambiente in einer ihnen eigenen Qualität mit sich bringen. Der knarrende Charme alter Bauernhäuser, der mit einer gewissen Entsagungsästhetik einherging, wird abgelöst von durchdachten Lösungen, die Ökologie atemberaubend attraktiv und aufregend gestalten. Hören Sie hierzu die Ausführungen von Jutta Glanzmann Gut, Lignum Holzwirtschaft Schweiz.