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Das Gleichstellungsgesetz (GlG) verbietet es, jemanden in der Arbeitswelt aufgrund seines Geschlechts zu diskriminieren.
Als Diskriminierung gilt eine ungleiche Behandlung zwischen einer Frau und einem Mann, die einzig und allein auf dem Geschlecht beruht. Das Gesetz verbietet jegliche Diskriminierung von Arbeitnehmenden aufgrund ihres Geschlechts. Dieses Verbot betrifft auch Ungleichbehandlungen aufgrund des Zivilstands, der familiären Situation oder aufgrund einer Schwangerschaft.
Die Ungleichbehandlung von Frau und Mann ist nur dann verboten, wenn sie nicht durch einen sachlichen, objektiven Grund gerechtfertigt ist. Das Geschlecht allein ist kein solcher sachlich begründeter, objektiver Grund.
Direkte und indirekte Diskriminierung
Des Weiteren wird zwischen direkter und indirekter Diskriminierung unterschieden:
- Die Diskriminierung ist direkt, wenn sie ausdrücklich auf dem Geschlecht oder auf einem geschlechtsspezifischen Kriterium beruht.
- Die Diskriminierung ist indirekt, wenn die Ungleichbehandlung zwar auf den ersten Blick nicht aufgrund des Geschlechts besteht, aber in der Praxis zu einer Benachteiligung des einen Geschlechts gegenüber dem anderen führt.
Das GlG gilt für alle Arbeitnehmenden, die privatrechtlich oder öffentlichrechtlich angestellt sind. Dabei spielt es keine Rolle, welche Form oder Art des Vertrags vorliegt bzw. auf welcher Grundlage oder bei wem sie angestellt sind.
Die Arbeitgebenden sind während der gesamten Arbeitsbeziehung verpflichtet, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu respektieren. Die Pflicht betrifft also die Zeit ab der Stellenausschreibung bis hin zur Kündigung des Arbeitsvertrags.
Unterschiedliche Diskriminierungsarten fallen unter das Gleichstellungsgesetz – angefangen bei der Anstellung über die sexuelle Belästigung bis hin zur Kündigung.
- Anstellungsdiskriminierung
- Diskriminierung bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen
- Diskriminierung bei der Aufgabenzuteilung
- Diskriminierung bei Beförderungen
- Diskriminierung bei der Aus- und Weiterbildung
- Diskriminierung beim Lohn
- Diskriminierende Kündigung
- Sexuelle Belästigung
- Rachekündigung / Kündigungsschutz
Positive Diskriminierung: Das GlG erlaubt die so genannte positive Diskriminierung. So dürfen die Arbeitgebenden angemessene Massnahmen treffen, die ein Geschlecht gegenüber dem anderen bevorzugen, sofern damit die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann vorangetrieben werden kann. Eine Massnahme ist nur dann angemessen, wenn das ausschlaggebende Kriterium die Qualifikation einer Person bleibt. Die Qualifikation muss immer höher gewertet werden als die Geschlechtszugehörigkeit.
Beratungsangebot des Kompetenzzentrums Integration und Gleichstellung (KIG)
Das KIG steht sowohl Arbeitgebenden wie auch Arbeitnehmenden für Auskünfte und Beratungen zur Verfügung. Seit 1. Januar 2020 bietet das KIG Erstberatungen zu Fragen im Zusammenhang mit dem Gleichstellungsgesetz an.
Die Fachspezialistinnen des KIG beraten vertraulich und kostenlos, geben eine Einschätzung der Situation ab, erarbeiten mit der ratsuchenden Person Lösungen und vermitteln Informationen zu möglichen Vorgehensweisen. Sie sensibilisieren für die eigenen Rechte im Rahmen des Gleichstellungsgesetzes und vermitteln bei Bedarf an die passende Beratungs- oder Fachstelle.
Weitere Informationen zum Beratungsangebot finden Sie hier.
Schlichtungsstelle für Klagen nach dem Gleichstellungsgesetz
Schlichtungsstelle in Personalsachen des Kantons St.Gallen
Öffentlich-rechtlich Angestellte müssen das Schlichtungsgesuch an die Schlichtungsstelle für Personalsachen richten. Zu beachten ist, dass sich die Schlichtungsverfahren für öffentlich-rechtlich Angestellte bei Städten oder Gemeinden zum Teil unterscheiden.
Die Informationsbroschüre «Das Gleichstellungsgesetz – Rechte, Vorgehen und Anlaufstellen» enthält allgemeingültige Informationen zum Gleichstellungsgesetz und zeigt kantonale Besonderheiten bei Zuständigkeiten und Verfahren auf. Anhand von praktischen Beispielen erhalten Arbeitnehmende Tipps zum konkreten Vorgehen, wenn sie eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts vermuten. Arbeitgebende erfahren, wie sie Diskriminierungen vermeiden können.
Physische Exemplare können via E-Mail an <email-pii> bezogen werden.
Die Datenbank «Entscheide nach Gleichstellungsgesetz» enthält Verfahren bzw. Fälle aus den Deutschschweizer Kantonen, die auf dem Bundesgesetz für die Gleichstellung von Frau und Mann und/oder auf dem Verfassungsgrundsatz der Lohngleichheit basieren (Art. 8 Abs. 3 Bundesverfassung).
Die Datenbank ist ein gemeinsames Projekt der Deutschschweizer Fachstellen für die Gleichstellung von Frauen und Männern.