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Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Westen einen regelrechten Asien-Boom. Kleider und Wohngegenstände aus China und Japan waren sehr beliebt. Die Textilindustrie in St. Gallen reagierte schnell auf diesen Trend und stellte Stoffe mit asiatischen Mustern her.
Auch altbekannte Sujets wurden angepasst. So wurden die sonst eher steifen und kurzen Blütenblätter des Edelweisses plötzlich länglicher und schwungvoller. In der Ausstellung gibt es sogar ein Stück, in welchem Edelweisse mit chinesischen Glücks-Wolken verbunden wurden.
Auch japanische Exporteure profitierten von dem Asien-Trend im Westen. Sie lieferten jedoch nicht die gleiche Ware nach Europa, wie sie beispielsweise in Japan verkauften, sondern speziell hergestellte Produkte. Diese waren an den Geschmack der Käuferinnen und Käufer im Westen gerichtet, also darauf, was diese für typisch asiatisch hielten.
In Japan nahm zudem die Nachfrage nach Stoffen aus der Schweiz zu. Schweizer Fabrikanten stellen bis heute spezielle «Japankollektionen» her. Jedoch sind auch diese an die Klischees der Käufer angepasst. Schweizerinnen und Schweizer empfinden die Muster und Stoffe oft nicht als typisch schweizerisch.