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Gäbe es mehr Polizischt Wäckerlis auf der Welt, wäre die Welt ein friedlicher und gerechter Ort. Leider ist Polizischt Wäckerli seit 33 Jahren tot. Der für seine Paraderolle berühmte Schaggi Streuli starb am 3. November 1980 im Spital von Bauma. Die Schweiz trauerte, denn wir verloren damals einen unserer beliebtesten Mundartschauspieler der 50er und 60er Jahre.
Schaggi Streuli war nicht sein richtiger Name. Geboren als Emil Kägi hatte er in den ersten 30 Jahren seines Lebens wenig Glück. Als sechstes Kind eines Alkoholikers und zudem noch Scheidungsgoof, hatte es Schaggi Streuli nicht einfach. Danach versuchte er sich erfolglos als Beizer im Tessin und Metzgereiausläufer. Sein einziger Trost, die Schauspielerei. Und wie sich später herausstellen sollte; auch seine Berufung.
Eine erste Anstellung als Schauspieler erhielt er 1936 am Corso-Theater in Zürich. Weitere Auftritte hatte er in den dreissiger und vierziger Jahren im bekannten Cabaret Cornichon in Zürich und an der Volksbühne. Von 1947 bis in die fünfziger Jahre gehörte Streuli als Autor und Schauspieler auch dem Cabaret Féderal an.
Von 1939 an benutzte er den Künstlernamen Schaggi Streuli. Seine erste kleine Rolle in einem Film hatte er 1938 im Schweizer Spielfilm Füsilier Wipf. Er wurde vor allem in seiner Paraderolle des Polizischt Wäckerli aus den gleichnamigen 17-teiligen Radio-Hörspiel (1949/1950) und durch den darauf basierenden Spielfilmen (1955 und 1966) und TV-Serie (1963) bekannt, in dem er als Autor, Regisseur und Schauspieler in einem tätig war.
Weitere in der damaligen Zeit äusserst beliebte Hörspielreihen mit Schaggi Streuli als Autor und Hauptdarsteller waren «Landarzt Dr. Hilfiker» (1952), «Oberstadtgass» (1955) und Familie Heiri Aeppli (1960). Diese waren auch als Bühnenstücke 1950 («Polizischt Wäckerli»), und 1953 («Landarzt Dr. Hilfiker») erfolgreich. Die verschiedenen Radiohörspiele, an denen er als Autor und Schauspieler mitwirkte, waren in den fünfziger Jahren wahre Strassenfeger und oftmals Vorlage für erfolgreiche und populäre Spielfilmen wie «Polizist Wäckerli» und «Oberstadtgass».
Seine letzte grosse Rolle hatte er 1975 im Spielfilm «De Grotzepuur» von Mark M. Lissi. Darin spielte Streuli einen alten Bauern, der mit dem Versuch, mittels Intensivmast das grosse Geld zu machen, tragisch scheitert.
Im Juli 2004 wurde an seinem letzten Wohnort im zürcherischen Tösstal zu seinem Gedenken und im Beisein von Kabarett-Legende Walter Roderer (dessen Förderer Streuli in den fünfziger Jahren gewesen war) der «Schaggi-Streuli-Wanderweg» eingeweiht. Auf verschiedenen Informationstafeln entlang des Wanderweges wird dabei das Leben und Wirken des Schauspielers gewürdigt.
Streuli lebte mit seiner Frau Hedwig lange Jahre auf einem kleinen Bauernhof im Zürcher Oberland in der Nähe von Wila, wo er sich in seiner Freizeit mit seinem Federvieh und Holzarbeiten beschäftigte. Nach kurzer Krankheit starb er dort am 3. November 1980 um 18.15 Uhr im Spital von Bauma.