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Die starken Regenfälle am Wochenende haben nicht ausgereicht, um die wichtigsten Trinkwasserreservoirs von São Paulo zu füllen. Im Wasserrückhaltesystem Cantareira herrscht nach wie vor Wassermangel. Das Niveau beträgt gerade einmal 15,8 Prozent und ist damit auf den niedrigsten Wasserstand gesunken, seit das System vor 39 Jahren in Betrieb genommen wurde.
Cantareira versorgt mit seinen sechs Reservoirs eine der bevölkerungsreichsten Regionen Brasiliens mit Wasser. Etwa die Hälfte des Großraums der Megametropole São Paulo hängen von ihm ab. Versorgt werden in der Region knapp neun Millionen Menschen und damit mehr als die Schweizer Bevölkerung. Hinzu kommen fünf Millionen Menschen, die in über 70 Städten und Gemeinden im Einzugsgebiet des Reservoirs leben.
Um den Druck auf Cantareira zu verringern, wurde am Montag (10.) bereits die Wasserentnahme von 31.000 Litern pro Sekunde auf 27.900 Liter pro Sekunde gedrosselt. Die Differenz wird aus den Reservoirs Alto Tietê und Guarapiranga geliefert. Allerdings ist auch das Niveau im Alto Tietê mit 38 Prozent bereits niedrig.
Noch will São Paulos Gouverneur Geraldo Alckmin nichts von einer Rationierung wissen. Er setzt darauf, dass die Bevölkerung von sich aus Wasser spart. Um sie dazu zu bewegen, wurde ein Programm ausgerufen, bei dem ein Nachlass von 20 Prozent auf die Wasserrechnung versprochen wird, wenn der monatliche Verbrauch um 30 Prozent sinkt. Mit dieser Maßnahme konnte der Wasserverbrauch immerhin zwischenzeitlich um 2.400 Liter pro Sekunde gesenkt werden. Alckmin geht davon aus, dass sich insgesamt aber bis zu 4.000 Liter Wasser pro Sekunde sparen lassen. Der Parlamentsabgeordnete Guilherme Campos forderte indes eine umfassendere Lösung und verwies auf die Dringlichkeit, auch um Probleme bei der Trinkwasserversorgung während der Fußballweltmeisterschaft zu vermeiden.
Im Gespräch ist bereits zudem der “Regenmacher”. Ein System bei dem unter anderem mit Hilfe von Flugzeugen in die Wolken beispielsweise Salz eingebracht wird, um das Gewicht der Tropfen zu erhöhen und somit ein Abregnen hervorzurufen. Darüber hinaus wird an der Installation von 17 Pumpen gearbeitet, die das Trinkwasser aus einer geringeren Tiefe gewinnen können. Sie sollen bereits in zwei Monaten einsatzbereit sein.
Im Einzugsgebiet des Reservoirs von Cantareira wurde der trockenste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 84 Jahren verzeichnet. Schon im Dezember lag die Niederschlagsmenge mit nur 62 Millimeter im Monat weit unter dem Durchschnitt von 226 mm. Im Januar und Februar sah es ähnlich aus. Gleichzeitig wurden jedoch Temperaturen registriert, die um fünf Prozent über dem Durchschnitt der Vergleichsmonate lagen.