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Die Jagd dauerte mehr als einen halben Tag: Vor der Küste Japans hat ein chinesisches U-Boot den Flugzeugträger USS Ronald Reagan verfolgt. Der amerikanische Verteidigungsminister will nun persönlich in der Region Präsenz zeigen.
Die Stimmung im Südchinesischen Meer bleibt angespannt. Einem Medienbericht zufolge soll ein chinesisches U-Boot einen Flugzeugträger der US-Streitkräfte verfolgt haben. «Das war keine kurze Begegnung», zitiert der Nachrichtensender CNN einen Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums.
Demnach soll das Jagd-U-Boot der Kilo-Klasse den Flugzeugträger USS Ronald Reagan mehr als einen halben Tag lang verfolgt haben. Der Vorfall soll sich bereits am 24. Oktober ereignet haben. Von chinesischer Seite gab es bislang keine Bestätigung.
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Provokationen und kleine Zwischenfälle im Südchinesischen Meer gegeben. Die Volksrepublik hatte zuletzt ihre militärische Präsenz in der umstrittenen Region ausgebaut. Das Land beansprucht weite Teile der Region für sich, auch Gebiete vor den Küsten von Nachbarländern.
Chinesische Einheiten hatten Ende vergangenen Jahres begonnen, fünf Inseln der Spratlys durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrössern. Die USA schickten daraufhin einen Zerstörer in die umstrittene Region. Der Ton zwischen Peking und Washington verschärfte sich.
Nach CNN-Angaben betonte der US-Beamte, der aktuelle Vorfall sei keine Bedrohung gewesen. Chinesische U-Boote würden dort immer wieder US-japanische Manöver beobachten. Es habe kein aggressives Verhalten gegeben.
Bei der Inselgruppe handelt es sich um insgesamt rund 150 Felsen, Atolle und Riffe, von denen gerade einmal fünf Quadratkilometer aus dem Wasser ragen. Neben China erheben auch Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei und die Philippinen Anspruch auf sie. Durch das Südchinesische Meer führen wichtige Schifffahrtsrouten, ausserdem werden dort grosse Rohstoffvorkommen vermutet.
Derweil stellen sich die USA demonstrativ an die Seite Malaysias. US-Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte an, an diesem Donnerstag in die umstrittenen Gewässer zu reisen. Er werde gemeinsam mit seinem malaysischen Kollegen Hishammuddin Hussein zum US-Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt fliegen, sagte Carter. Der Flugzeugträger werde die Meeresregion durchqueren. Der Besuch solle deutlich machen, wie wichtig Washington Asien und der Pazifik seien, sagte Carter.
brk/dpa/cma