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Im Fahrzeugausweis steht der Jahrgang 1955. Aber Hans-Rudolf Lüthi weiss, dass sein Jeep CJ3B bereits im Sommer 1954 fabriziert wurde. «Ich habe die Chassis-Nummer im Internet eingegeben und alle nötigen Angaben gefunden.»
Drei Gänge, 2,2 Liter Hubraum, ein Geländeantrieb und ein nicht synchronisiertes Getriebe, bei dem es zum Schalten einen Schub Zwischengas braucht: Dies zeichnet Lüthis Jeep aus.
In Grolley im Dienst
Es sei ein Nachkriegsmodell aus dem Bestand der Schweizer Armee, so Lüthi. Der Jeep war als Dienstfahrzeug stets im Armeefahrzeugpark in Grolley stationiert gewesen. Lüthi selber habe im Hilfsdienst der Schweizer Armee dieses Jeep-Modell auch gefahren, so der heute 75-Jährige. Seinen eigenen Jeep schaffte er aber erst viel später, 1984, an. «Ich habe ihn privat gekauft», sagt er. Der vormalige Besitzer sei gestorben, und dessen Frau habe den Jeep dann verkaufen wollen. 4500 Franken hat er damals für das Fahrzeug bezahlt. Und dann noch viel darin investiert? «Oh, Jesses Gott, ja», sagt er. «Das kann man gar nicht bezahlen.» Als gelernter Automechaniker legte Lüthi selber Hand an und schweisste einige Bleche an, um die Karosserie zu verstärken. Und dann liess er den Jeep auch neu bemalen. Im charakteristischen Militär-Grün und mit einem weissen Stern, der auf den amerikanischen Hersteller hinweist.
Bei 120 schüttelt der Jeep
Lüthis Jeep gilt als Oldtimer. Das bedeutet, dass er ihn bloss alle sechs Jahre prüfen lassen muss, dass er aber auch nicht mehr als 3000 Kilometer im Jahr damit fahren darf. Doch so viel fährt er auch nicht, sagt Lüthi, höchstens 1000 Kilometer im Jahr. Und er fährt ihn auch entsprechend schonend. «Ich fahre höchstens 70 Stundenkilometer», sagt der pensionierte Lastwagen-Chauffeur aus Cordast. «120 würde der Jeep wohl schon schaffen, aber das schüttelt dann viel zu stark.» So hält er auch den Treibstoffverbrauch in Grenzen: 15 Liter auf 100 Kilometer seien das Minimum; wenn man den Jeep etwas «jagen» würde, verbrauchte er wohl 25 Liter.
Keine Gurten
Wenn Lüthi den Jeep aus der Garage nimmt, bleibt das Verdeck meistens unten. Vorne hat es zwei Plätze und hinten eine Rückbank für zwei Personen. Gurten hat es keine, ebenso wenig ein Tagfahrlicht. Andere Automobilisten würden deswegen oft lichthupen, aber als Oldtimer geniesst der Jeep mit Baujahr 1954 halt einige Privilegien.
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