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Federn sind auf der Haut in Reihen angeordnet. So befinden sich Deckfedern in Federfluren, während die Daunenfedern dazwischen in den Federrainen angeordnet sind. Die Federn selbst bestehen hauptsächlich aus Struktureiweissen, sogenannten Keratinen. Sie entstehen aus warzenähnlichen Erhebungen der Oberhaut, den sogenannten Epidermispapillen. Diese sitzen am Grunde der Federbälge. Jeder Federbalg produziert im Laufe eines Hühnerlebens mehrere Generationen von Federn. Ist eine Feder erst einmal fertig entwickelt, kann sie nicht mehr weiter- oder nachwachsen. Sie bleibt als verhorntes lebloses Gebilde in den Federbälgen. Die Papillen sind aber jederzeit in der Lage eine neue Feder zu produzieren. Dies ist jedoch für jeden Vogel eine erhebliche Leistung, denn es werden bei diesem Prozess rund 20- 30 Prozent des gesamten Eiweissgehaltes neu aufgebaut.
Es gibt verschiedene Federtypen
Die Federn lassen sich in drei verschiedene Arten einteilen. Durch die vielen Übergangsformen, ist jedoch eine klare Trennung der verschiedenen Federarten nicht immer gegeben. Die unbestritten auffallendste Feder ist die Deck- oder Konturfeder. Sie bestimmt die Farbenpracht und die äussere Gestalt des Tieres. Ihr Zusammenspiel verläuft ähnlich unserem Reissverschlusssystem. Die Fahne der Feder besteht aus vielen Ästen, die von beiden Seiten des Schaftes abgehen. Jeder Ast trägt proximale und distale Strahlen. Also solche die vom Körper wegzeigen und solche die in Richtung des Körpers zeigen. Die proximalen Strahlen des einen Astes kreuzen die distalen des anderen im spitzen Winkel. Normalerweise tragen diese Strahlen kleine Fortsätze. Diese sehen bei den proximalen Strahlen wie kleine Wimpern aus, auf den distalen sind sie zu Häkchen ausgebildet. Die Häkchen des einen Astes greifen in die Wimpern des anderen Astes ein und halten so die Federfahne zusammen. Das Huhn sorgt beim Putzen zudem dafür, dass es keine offenen Stellen mehr im Gefieder hat. Mit dem Schnabel fährt sie über die Federn und richtet die Strahlen in der gewünschten Richtung aus. Zu den grössten Konturfedern gehören die Schwungfedern An den Flügeln und die Steuerfedern am Schwanz.
Die Daunenfedern schützen das Huhn perfekt vor der Kälte. Mit ihrem kurzen Schaft und den weichen Bogenstrahlen, die sich nicht ineinander verzahnen, weisen die Daunenfedern den einfachsten Aufbau auf. Im Gegensatz zum Wassergeflügel haben Hühner kaum Dunen. Diese Funktion übernehmen die Halbdunen, eine Zwischenform von Dunen und Konturenfedern. Daunenfedern werden aber auch als Isolationsmaterial beim Nestbau verwendet. Die Eiderenten beispielsweise bauen ihre Nester fast ausschliesslich mit besonders feinen Daunenfedern.
Die Fadenfedern weisen einen langen, schlanken und weichen Schaft auf. Sie haben nur wenige Bogenstrahlen an den Spitzen. Sie liegen am Schnabelgrund, an den Auge, den Ohrscheiben und zwischen den Konturfedern. Am Ansatz weisen die Fadenfedern Sinnesrezeptoren auf. Vermutlich geben diese dem Huhn die Meldung, über Bewegungen an den Konturfedern.
Spezielle Federn durch Mutationen
Nicht alle Hühnerrassen verfügen über die oben beschriebenen Federtypen. Betrachtete man ein Seidenhuhn, wirkt sein Gefieder auf den ersten Blick wie ein Fell. Ihren Federn fehlen die Haken- und Bogenstrahlen, was sie flauschig und kuschelig aussehen lässt. Der Schaft ist dünn und weich, die Seitenäste verlängert und die Strahlen weniger zahlreich als bei Konturfedern. Zudem entwickelt sich der Daunenanteil an der Federbasis stärker als üblich. Wie es zu einem solch auffälligen Federkleid kommen konnte, ist man sich in der Fachwelt nicht einig. Die meistvertretene Meinung ist diejenige einer Mutation. Eine weitere besondere Gefiederart weisen die Strupphühner auf. Ihre Federn sind ein- bis zweimal gedreht, wobei die Spitze umgedreht oder eingerollt ist. Dadurch wirkt das Gefieder lockig, oder wie es der Name der Hühnerrasse schon aussagt, struppige.
Einige Hühnerrassen haben am Kopf zusätzliche Federn, die man als Haube bezeichnet. Ihre Struktur ist identisch mit derjenigen der Kopffedern, sie sind lediglich proportional vergrössert. Bei den Hähnen sind die Haubenfedern lang, schmal und zugespitzt. Bei den Hennen sind sie kurz und am oberen Ende leicht abgerundet. Im Gegensatz zum Hahn stehen sie aufrecht, damit eine geschlossene Haube entsteht. Die Grösse und Form der Hauben sind je nach Rasse unterschiedlich. Neben Rassen mit einer Vollhaube wie beispielsweise bei den Houdans, gibt es aber auch Rassen, welche nur einen sogenannten Schopf aufweisen. Zu ihnen gehören die La Flèche oder Altsteirerhühner. Helmartige Haubenfedern, die sich in der Spitze leicht nach vorne neigen, sind bei den Appenzeller Spitzhauben zu sehen. Haubenfedern entstehen durch gesteigerte Wachstumsvorgänge an bestimmten Hautstellen am Kopf. Dabei erhöht sich die Anzahl der Federanlagen und die Kopfhaut verdickt sich. Beim Huhn geschieht dies stirnwärts, bei Gas und Ente eher scheitelwärts.
Aufbau einer Feder
Um den typischen Aufbau einer Feder zu verstehen, nimmt man am besten die Konturenfeder. Der sogenannte Federkiel ist interteilt in dien Federschaft und Federspule. Die Federspule liegt frei, während der Federschaft die flexible Federfahne trägt. Die Federfahne bildet sich aus Federästen und daran ansetzenden Federstrahlen. Die zur Federspitze zeigenden Strahlen werden als Hakenstrahlen bezeichnet. Solche die in die entgegengesetzte Richtung zeigen werden als Bogenstrahlen bezeichnet. Die verschiedenen Form- und Strukturvarianten von Federn, können meist mit der unterschiedlichen Beschaffenheit der Bogen- und Hakenstrahlen in Zusammenhang gebracht werden.