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Veranstaltungen - 03.10.2017 - 00:00
3. Oktober 2017. Die hohen Investitionskosten, die es braucht, um Olympische Sommer- oder Winterspiele durchzuführen, sind in jüngster Zeit vor allem in europäischen Staaten regelmässig auf Kritik gestossen. In der Schweiz zum Beispiel sind mehrere Winter-Olympia-Projekte an der Urne gescheitert. Keine Überraschung denn auch, dass die jüngsten Vergaben für Olympische Winterspiele alle an Destinationen gingen, die nicht klassische Wintersport-Orte sind: Sotschi (2014), Pyeongchang in Südkorea (2018) und Peking (2022).
Die «Olympische Agenda 2020»
«Ich bin der festen Überzeugung, dass wir 2026 in ein traditionelles Wintersport-Land zurückkehren werden», sagte Thomas Bach. Helfen soll dabei vor allem das neue Verfahren, mit dem Austragungsorte von Olympischen Spielen ermittelt werden. Städte und Regionen sollen nicht mehr alleine, sondern von Beginn an in enger Zusammenarbeit mit dem IOC ihre Kandidaturen entwickeln. Paris und Los Angeles, wo die Sommerspiele 2024 bzw. 2028 stattfinden, seien beste Beispiele, wie dieser neue Ansatz bereits sehr gut funktioniere.
«In Paris 2024 und Los Angeles 2028 wird eine Rekordzahl von bereits vorhandenen und temporären Sportstätten genutzt», sagte Thomas Bach. Dies entspreche genau dem Gedanken der «Olympischen Agenda 2020». So bleibe das Investitionsbudget für die Veranstalter überschaubar, während das operative Budget ja ohnehin Gewinn abwerfe. «Wir wollen keine weissen Elefanten», sagte der IOC-Präsident – also Sportstätten, die den Austragungsorten später als nutzlose und bisweilen kostspielige Immobilien zurückbleiben.
Die Agenda 2020 des IOC beinhaltet umfassende Ziele in Nachhaltigkeit und Fairplay, wie Thomas Bach ausführte. So sollen zum Beispiel die Emissionen rund um Olympische Spiele deutlich verringert werden. Und Fairplay soll nicht nur im sportlichen Wettbewerb gelten, sondern auch in Good Governance der olympischen Bewegung – von Finanzen bis Ethik.
Von Moskau bis Pyeongchang
Thomas Bach gewann 1976 in Montreal Mannschafts-Gold mit dem deutschen Florett-Team. Bereits rund um den Boykott der Olympischen Sommerspiele von 1980 in Moskau (gegen den er sich erfolglos wehrte) war er stark sportpolitisch engagiert. 1991 wurde Bach ins IOC mit Sitz in Lausanne gewählt, seit 2013 ist er dessen Präsident. Im Gespräch mit SRF-Sportmoderator Matthias Hüppi äusserte er sich auch zu seinem sportlichen und sportpolitischen Werdegang, zu noch ungeklärten Nachwehen der Spiele in Rio 2016 (vor allem Fragen zu Vergabe und jetzt ungenutzter Infrastruktur) und Sotschi 2014 (vor allem Fragen zu Doping) oder wie das IOC mit den Spannungen auf der koreanischen Halbinsel mit Blick auf die Winterspiele von Februar 2018 in Pyeongchang umgeht («Wir beobachten die Situation aufmerksam, im Moment herrscht aber keine unmittelbare Bedrohungslage»).
Bach besuchte die HSG auf Einladung des Unisports St.Gallen, dessen Leiter Leonz Eder in den Gesprächsabend im Audimax einführte. Die nächste öffentliche Podiumsdiskussion mit sportlichem Inhalt findet am 19. Oktober 2017 (18.45 Uhr, Audimax) statt. Dann werden Spieler Tranquillo Barnetta und Präsident Stefan Hernandez des FC St.Gallen zu Gast sein.