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(Bildquelle: Pixabay)
Die Diskussion mit einem Coachee vor einigen Tagen hat mich dazu angeregt, die folgende Situation und ein paar daraus abgeleitete Gedanken hier mit Ihnen zu teilen.
Die Ausgangssituation war, dass Klaus (Name natürlich geändert) mir berichtete, dass er psychologische Unterstützung in Anspruch nehme, um Tagesthemen in Bezug auf sein familiäres Umfeld zu besprechen und sich jeweils konkrete Handlungsempfehlungen abzuholen.
Handlungsempfehlungen
Diese Erzählungen haben spontan ein paar Fragen in mir ausgelöst:
- Wie sicher ist es, dass die gemeinsam erarbeiteten oder vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen auch bei den beteiligten Personen funktionieren?
- Wer ist dafür verantwortlich, wenn sie nicht funktionieren?
- Wie geht es Klaus damit, wenn sie nicht funktionieren?
- Wie viele operative Themen sind nötig, damit es zu einer nachhaltigen Veränderung in der Beziehung der handelnden Personen kommt?
- Wieviel „Erziehungsversuche“ stecken in den Handlungsempfehlungen?
Ich finde, dass das Abgeben von Handlungsempfehlungen das Thema und vor allem die Verantwortung für das Thema im Außen bzw. im Gegenüber verankert. Wie erfolgreich aber sind Empfehlungen erfahrungsgemäß in diese Richtung?
Also, ich habe jahrelang erfolglos versucht, meiner Frau zu sagen, wie sie das Abendessen auf den Tisch zu bringen hat (bildhaftes Beispiel). Verändert hat etwas in dem Moment, wo ich angefangen habe, mich zu verändern.
Die (vereinfacht) einzig gültige Frage für die Lösung von Klaus` Problemen lautet daher für mich:
„Warum reagierst du in dieser Form so auf das Verhalten deines Gegenübers und was kannst du tun, um deinen Umgang damit zu ändern?“
Alle Tipps, Tricks und Handlungsempfehlungen sind für mich wie Medizin. Sie betäuben zweifelsohne situativ den Schmerz – und zwar solange, bis die Wirkung nachlässt und eine neue Situation für neues Schmerzempfinden sorgt.
Nachhaltiger ist es jedoch, die Ursache des Schmerzes zu lokalisieren und zu eliminieren. Wer aber empfindet den Schmerz, Klaus oder sein Gegenüber? Naja, offensichtlich Klaus, denn er stört sich ja am Verhalten seines Gegenübers.
Wird es dann eine nachhaltige Veränderung geben, wenn sich der Gegenüber anpasst? Solange dieser sich dabei verstellt, sicher nicht. Also ist die nachhaltige Lösung nur bei Klaus zu finden. Vielleicht sind alte und vor allem unbewusste Gummibänder aus der Kindheit dafür verantwortlich, dass Klaus immer wieder an seine Grenzen der Akzeptanz stößt. Ist Klaus damit allein dafür verantwortlich, dass die Beziehung belastet ist? Nein, sicher nicht. Es braucht immer zwei Personen, um eine Beziehung zu leben. Allerdings reicht eine Person, um sie zu verändern.
Was nehmen wir für uns daraus mit: Vorsicht mit Tipps, Tricks und Ratschlägen an Mitmenschen in Bezug auf deren Umfeld, soweit sie (die Ratschläge) sich auf das Umfeld beziehen. Besser sind Fragen an unsere Mitmenschen, die ihnen helfen, sich selbst zu reflektieren.
Braucht es dazu zwingend eine psychologische Ausbildung? Ich glaube, ein empathischer und wertschätzender Umgang mit den uns Anvertrauten ist schon mal eine gute Grundlage.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie als Führungskraft oder Mentor diese Grundlage mitbringen. Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen und Meinung dazu mir per Mail oder über die sozialen Medien mitteilen.
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Hier noch das passende Zitat eines Teilnehmers:
Das Seminar hat mich angeregt, über mich und mein Umfeld nachzudenken. Ich habe gelernt, meine Wirkung auf Menschen zu erhöhen, indem ich auf ihre Wünsche eingehe. Aufgaben werde ich individuell und nicht mehr nach einem einfachen Schema angehen.
David Kottländer, Vertriebsinnendienst der Leonhard Moll GmbH & Co KG
Sie möchten das hier angerissene Thema vertiefen und uns kennenlernen? Sie haben Interesse, vom Kennen ins Können zu kommen? Oder es interessiert Sie meine/unsere Meinung zu einem bestimmten Thema? Geben Sie mir/uns ein paar Stichworte und etwas Zeit und wir nehmen uns dessen in einem der nächsten Blogs gerne an. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.