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Zürich ist eine «intelligente» Stadt. Das zeigt die neuste Rangliste der «Smart Cities» des IMD Lausanne. Dort landet die Limmatstadt auf dem zweiten Platz, ausgewählt aus über 100 Städten auf der ganzen Welt. Nur die südostasiatische Metropole Singapur liegt vor der grössten Schweizer Stadt. Damit nicht genug: Auf dem vierten Platz kommt nochmals eine Schweizer Stadt – Genf.
«Magneten für Investitionen»
Der Index des IMD World Competitiveness Center sei ein «bürgerorientiertes» Ranking, schreibt die Lausanner Talentschmiede. Es soll der Politik aufzeigen, wie sich eine Stadt den Bedürfnissen der Bürger anpassen kann. Beachtet wurde, wie wirtschaftliche und technologische Aspekte mit «menschlichen Dimensionen» in Einklang gebracht werden, heisst es.
Trotzdem bemängelt Lanvin auch eine aktuelle Entwicklung: «Ein erheblicher Teil der Anstrengungen und des Energieverbrauchs von Städten scheinen von den langfristigen Zielen der Bürger getrennt zu sein», sagt Lanvin. Ohne die Unterstützung und das Engagement der Bürger könne eine «intelligente» Stadt aber auf Dauer «nicht nachhaltig agieren».
Kein Einheitsrezept
Die drei führenden Städte Singapur, Zürich und Oslo würden bei den Dienstleistungen für ihre Bürger «sehr gut abschneiden», sagt Lanvin. Bewertet wurde, wie die tatsächliche Auswirkung auf das tägliche Leben der Bewohner ist.
- Singapur leistet gute Arbeit in den Bereichen Sicherheit, Überwachung der Luftqualität und Verkehrsstaus,
- während Zürich für den öffentlichen Verkehr und den Zugang zu medizinischen und kulturellen Dienstleistungen stark ist.
- Die Bürger von Oslo profitieren besonders stark bei den Online-Zugängen und der Velo-Möglichkeiten.
Schwieriger im Ranking haben es Grossstädte wie beispielsweise San Francisco oder London. Sie sind zwar unter den Top 20, aber «Städte mit weniger als 500'000 Einwohner» scheinen einen Vorteil zu haben.
Was heisst überhaupt smart?
Als «smart» definiert das IMD die Bemühungen und Erfolge einer Stadt bei der Einführung intelligenter Technologien zur Verbesserung des Lebens ihrer Bürger. Der Index wurde dann in ein Rating umgewandelt, das eine unabhängige Bewertung der «Intelligenz» einer Stadt ermöglicht.
«Während Bürger auf der ganzen Welt Möglichkeiten zur Schaffung besserer Städte entwickeln, sind sie mit einer Vielzahl von Entscheidungen und Teillösungen für Probleme wie Verkehrsüberlastung, Abfallwirtschaft und Kriminalität konfrontiert», sagt Lanvin. Dabei seien die Sorgen und Wünsche der Bürger je nach Kultur «sehr unterschiedlich».
Chinesische Bürger scheinen durch die Verwendung von personenbezogenen Daten und Gesichtserkennung eine grosses Vertrauen in die lokalen Behörden zu haben. Deshalb fühlen sich die Bewohner von chinesischen Metropolen wie Zuhai, Tianjiin, Chongqing, Shenzhen oder Hangzhou wohler als etwa die Bewohner von Chicago, Denver, New York oder Paris.
Online-Dienste sind gefragt
Die grösste Herausforderung bei «Smart Cities» sei aber, die Diskrepanz zwischen den Prioritäten der Behörden und der Bevölkerung zu schliessen, sagt Lanvin.
Ein Beispiel sind Online-Dienste von Behörden. In vielen Fällen seien sie für die Bürger zwar zugänglich, aber zu schwerfällig oder unzureichend beworben, um eine kritische Masse von Nutzern zu erreichen, schreibt das IMD. «In den meisten Fällen scheinen solche Dienste von oben nach unten initiiert worden zu sein, anstatt auf den Prioritäten der Bürger zu basieren», sagt Lanvin.