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Frauenfeld – Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat die strategische Revitalisierungsplanung von Gewässern genehmigt. Diese geht nun zur Stellungnahme an das Bundesamt für Umwelt. Mit der Gewässerrevitalisierung sollen die natürlichen Funktionen von Gewässern wieder hergestellt werden. Vorgesehen ist dafür ein Zeithorizont von 80 Jahren.
Das Gewässerschutzgesetz verlangt von den Kantonen die Revitalisierung von Gewässern sowie eine entsprechende strategische Planung und einen Zeitplan für die Umsetzung. Als Revitalisierung werden alle Massnahmen verstanden, mit denen eine Landschaft, die durch menschlichen Einfluss verändert worden ist, ökologisch aufgewertet wird. Mit baulichen Massnahmen sollen die natürlichen Funktionen von verbauten, korrigierten, überdeckten oder eingedolten oberirdischen Gewässer wieder hergestellt werden. Dabei sollen diejenigen Revitalisierungen vorrangig umgesetzt werden, die den grössten Nutzen für Natur und Landschaft im Verhältnis zum Aufwand bringen.
Aufgrund dieser Vorgaben wurde der Bericht «Strategische Revitalisierungsplanung Kanton Thurgau» erarbeitet. Darin heisst es, dass von den 1930 Kilometern Fliessgewässer im Kanton Thurgau 180 Kilometer einen grossen und 470 Kilometer einen mittleren Nutzen für Natur und Landschaft im Verhältnis zum voraussichtlichen Aufwand aufweisen. Diese sollen in den kommenden 80 Jahren revitalisiert werden. In den kommenden 20 Jahren sollen gemäss Bericht 47 Kilometer Gewässer in schlechtem Zustand revitalisiert werden.
Die Priorisierung der Revitalisierungen erfolgt nicht für jedes Gewässer einzeln sondern nach Einzugsgebieten. Folgende Einzugsgebiete wurden als prioritär festgelegt: Geisslibach plus, Seebach, Chemmenbach, Giessen und Lützelmurg. Die Thur als grösstes Fliessgewässer im Thurgau hat bezüglich Revitalisierung einen hohen Stellenwert, wird bei den Planungen in den Einzugsgebieten aber nicht einbezogen, da mit dem Thurrichtprojekt bereits eine Planung vorliegt. Im Jahr 2013 wurden bereits acht Projekte als prioritär eingestuft. An diesen Gewässerabschnitten soll festgehalten werden und sie sollen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden schnellstmöglich umgesetzt werden. Es sind dies die folgende Bäche: Agerstenbach, Chemmenbach, Dürrmühlibach, Hegibach, Iibtobelbach, Seebach und Lützelmurg.
Nach der Kenntnisnahme der Planung durch den Regierungsrat wird diese nun beim Bundesamt für Umwelt eingereicht. Sobald das Bundesamt deren Rechtskonformität bestätigt hat, werden die weiteren Planungsarbeiten in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen und den Gemeinden in Angriff genommen. Zusammen mit den Gemeinden werden die Planung für die Gewässerabschnitte, die revitalisiert werden sollen, bereinigt und die zeitlichen Prioritäten innerhalb der Einzugsgebiete festgelegt. In einem nächsten Schritt sollen auch die Kosten ermittelt werden. Diese erfolgen mit der «integralen Einzugsgebietsplanung Fliessgewässer». Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden wird die Finanzierung in der Planung erarbeitet. Für die Planung von konkreten Projekten sowie für die bauliche Umsetzung gewährt der Bund Abgeltungen als globale Beiträge. Diese liegen zwischen 35 und 80 Prozent der anrechenbaren Kosten.