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In diesem kurzen Artikel wollen wir - in aller Kürze und Eindeutigkeit - herausarbeiten, was man unter dem Begriff des Philosophen versteht, welche Eigenschaften diesen auszeichnen und wie man ihn von dem abgrenzen kann, was man gemeinhin als philosophischen Arbeiter bezeichnet. An dieser Stelle sei versichert, dass ich nicht die Absicht hege, den Wert philosophischer Arbeiter zu mindern. Dennoch sollten von nun an die Unterschiede zwischen diesen beiden Begriffen nie wieder aus den Augen verloren werden. Zuallererst muss ein Philosoph eine sozial engagierte Person sein. Man kann nicht Philosoph und gleichzeitig für die Bedürfnisse der Zeit taub sein - egal wie schwierig oder unattraktiv die sich gegenwärtigen Umstände für das Engagement gestalten. 'Ein Philosoph muss wie ein Bankier sein - er muss die Dinge klar und ohne Illusionen sehen' , sagte grob Stendhal und zitierte dabei mehrmals Nietzsche. Dieser Gedanke ist außergewöhnlich und wichtig, denn ohne diese Eigenschaften der "Bank", sollte sich niemand als Philosoph bezeichnen. Daher muss dies die "differentia specifica" zwischen Philosoph und philosophischem Arbeiter beachtet werden. Ein Philosoph kann natürlich ein Philosophieexperte sein (und ist es auch oft). Er kann auch ein Doktor der philosophischen Wissenschaften sein und er kann an einer Fakultät unterrichten und eine hoch angesehene Position einnehmen. Wenn diese Person sich jedoch in ihrem Schaffen in keinster Weise durch zeitgeistkritische Texte oder Aktivitäten auszeichnet, kann diese Person kein wirklich Philosoph sein. Nur wer diese Anforderungen erfüllt, kann mit dem Prädikat des Philosophischen Arbeiters versehen werden. In meinen Korrespondenzen, die ich mit weltberühmten Professoren wie Sepp Gumbrecht (Stanford University) oder Noam Chomsky geführt habe, wurde ich in meinen Ansichten bestätigt, dass man sich nicht als Philosoph bezeichnen kann, wenn man Angst davor hat zu sagen, was gesagt werden sollte. Natürlich können philosophische Arbeiter auch Philosophen sein, wenn sie offiziell als Professoren für Philosophie an Schulen oder Hochschulen tätig sind und gleichzeitig aktiv über die markanten Probleme ihrer Zeit (innerhalb der Mikro-oder-Makrogemeinschaft) schreiben oder sprechen. Persönlich habe ich bereits mehrere kritische Artikel in der Tagespresse oder auf verschiedenen Internetportalen veröffentlicht und, selbstverständlich, widme ich meine Arbeit sehr oft ausschließlich akademischen Texten, aber ein Philosoph im wahrsten Sinne des Wortes muss zumindest gelegentlich auf Fehlentwicklungen innerhalb der Gesellschaft, des Bildungssystemes oder der Kultur hinweisen. Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass natürlich auch ein Philosoph mit rein akademischen Ansätzen einen Beitrag zum philosophischen Diskurs seiner Zeit leisten kann. Es ist schön, an der Fakultät über Plato, Kant, Hegel oder Sartre und die durch "das Selbstbewusstsein" verursachten Problem zu sprechen. Wenn wir jedoch noch über diesen Zustand hinauswachsen, können wir einen hervorragenden Experten für Philosophie und einen hervorragenden philosophischen Arbeiter bewundern. Um ein wahrhaftiger Philosoph zu sein, müssen wir uns mit unserer Zeit auseinandersetzen.
Daher, hier am Ende, vergessen wir nicht was Karl Marx hat gesagt. Kurzlich, er sagt -
"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern"
- und das ist der Unterschied. Das ist die Essenz.