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Guadalajara liegt auf der Strecke zwischen Mazatlán und Mexiko City. Sebastian hat ein sympathisches, kleines Hotel gebucht, das in einem lebendigen, gepflegten und hippen Viertel liegt. Wir müssen in dieser Stadt eine Pause einlegen, weil unser Landy Maurice einen Service braucht und es hier eine der wenigen Garagen für Landrover gibt. Wir staunen nicht schlecht über die Sauberkeit, die schicken Autos und die riesigen Einkaufszentren, die über mehrere Stockwerke mit Luxusartikeln gefüllt sind.
Wir schlendern durch die Gassen, wo es interessante Wandbilder zu bewundern gibt, besuchen im Zentrum die Kathedrale, essen feine Croissants und besuchen das Instituto Cultural Cabañas. Dort sehen wir uns die riesigen Wand- und Deckengemälde von José Clemente Orozco an, der mit Diego Riviera und David Alfaro Siquieros zu den drei berühmtesten Muralisten zählt. Die Arbeiten, die er zwischen 1938 und 1939 geschaffen hat, gefallen mir nicht. Seine Werke stellen Szenen aus der präkolumbianischen Zeit vermischt mit den gewalttätigen Ereignissen der Eroberung durch die Spanier und stellt Männer so dar, dass sie mich an Maschinen erinnern. Er malte vor allem mit Rot und Schwarz, was das Dramatische passend unterstreicht. Auch die Murals von ihm im Palacio de Gobernico stellen dramatische Geschehnisse dar. Er stellt die Unabhängigkeit Mexikos dar, im Mittelpunkt der kämpferische Rebell Miguel Hidalgo, der erfolgreich für die Abschaffung der Sklaverei kämpfte.
Im gleichen Gebäude gibt es eine erfrischende Ausstellung von indigenen Künstlern des Wixārika Volkes. Ihre Kunst nennt sich Huichol-Kunst. Die Bilder sind entweder mit dem Pinsel gemalt oder es gibt Arbeiten, die mit farbigen Fäden beklebt sind. Die Bilder zeigen vor allem Muster, Landschaften, Tiere, Pflanzen und Figuren, die sich ineinander verschachteln oder auch grafisch dargestellt werden. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, jedes Objekt hat eine tiefere Bedeutung. Ich habe gelesen, dass das Wixãra-Volk einen Kaktus, Pelote genannt, konsumiert, der eine psychoaktive und halluzinogene Wirkung hat. Durch den Verzehr wird ihre visuelle Wahrnehmung in besonderer Weise beeinflusst.
Unbedingt zu erwähnen sind die Verkehrsampeln in dieser Stadt. Wir haben uns sehr amüsiert und ein Video davon gemacht. Es leitet an, dass man gegen Ende der grünen Phase wirklich beeilen solltest. Die Stadtregierung bewilligt jeden Sonntag, seit bereits über zehn Jahren, dass einige Strassen von 8 bis 14 Uhr für den Verkehr gesperrt sind. Das heisst, die Strasse gehört den Menschen und den Hunden, um Sport zu treiben oder einfach Spass zu haben. In Mexiko City gibt’s dieses sonntägliche Ereignis auch und Sybille schrieb auf Instagram, dass wir auch in Kolumbien in diesen Genuss kommen werden.