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Bis ca. ins Jahr 2000 soll es nach Auskunft des für den Kiesabbau verantwortlichen Traxführers in der damals noch bescheideneren Kiesgrube Chleigrüt eine Uferschwalbenkolonie gegeben haben. Diese ist dann durch die intensive Nutzung des Gebiets beim Kraftwerk-Neubau verschwunden. Etwa 2007 siedelte sich in einer ca. 1m hohen Sandlinse in der nördlichen Seitenwand wieder eine Uferschwalben-Kolonie mit ca. 50 Brutröhren an. Diese hatte allerdings nicht lange Bestand und wurde im Zuge des fortschreitenden Kiesabbaus zerstört.
2013 wurde auf Initative des Vereins Hotspot eine künstliche Uferschwalbenwand in der Rheinfelder Hard gebaut. Schon kurz nach der Entstehung haben die seltenen Uferschwalben (Riparia riparia) die Sandschüttung besiedelt. 2017 gab es 140 Brutpaare, 2018 waren es etwa 120.
2019, in der komplett erneuerten Wand, konnten etwa 200 Nisthöhlen gezählt werden.
In der gesamten Schweiz wird der Bestand auf ca. 6'000 Tiere geschätzt.
Der NVR setzt sich für den Erhalt und die Erneuerung der Uferschwalbenwand in Rheinfelden ein. Er Ist u.a. dafür besorgt, dass jedes Jahr frühzeitig (als Ersatz für die natürliche Erneuerung an einem Flussufer) die Wand möglichst steil abgestochen wird.
Im Frühjahr 2019 gab es eine böse Überraschung: Beim Abstechen im Februar erwies sich die Wand als instabil und musste daher unerwartet frühzeitig, nach nur sechs Jahren Betriebszeit, vollständig erneuert werden. Dank grosser (organisatorischer, finanzieller und technischer Flexibilität aller Beteiligten (BirdLife CH, NVR und insbesondere des Kies-Spezialisten Ueli Müller) konnte der Neuaufbau innert weniger Wochen erfolgen, so dass die Wand kurz vor Eintreffen der Uferschwalben wieder bereitstand.
Die Schweizerische Vogelwarte beschreibt die Art wie folgt:
Im April und Mai kehren diese kleinsten unserer Schwalben aus ihren Winterquartieren zurück und sammeln sich zunächst an Flüssen und Seen, wo sie über Wasser Mücken jagen. Später suchen sie ihre vorjährigen Nistplätze in Sand- und Kiesgruben auf. Früher nisteten sie auch in Steilufern von Flüssen. Diese Brutplätze sind aber fast ausnahmslos den Flussverbauungen zum Opfer gefallen. Die Uferschwalbenbestände sind starken Schwankungen unterworfen, dabei können Trockenperioden im afrikanischen Winterquartier zu Bestandseinbrüchen im Brutgebiet führen. Intensiver Kiesabbau und die Konzentration des Abbaubetriebs auf wenige Grossgruben bedeuten eine latente Gefahr für die Uferschwalben; bei der Aufgabe des Abbaus werden die Gruben oft aufgeschüttet, damit können innerhalb kurzer Zeit Hunderte von Paaren ihren Brutplatz verlieren. In den noch vorhandenen Kolonien herrscht ein reges Kommen und Gehen. Zuweilen scheinen sie ganz verlassen und nur ein einziger, am weissen Kinn kenntlicher Jungvogel, streckt den Kopf zur Niströhre heraus. Im nächsten Augenblick ist die Luft schon vom Flügelschlag und dem Zwitschern einer Vielzahl von Schwalben erfüllt, die ihren Nesteingängen zufliegen oder an steilen Böschungen festgeklammert sich geschwätzig unterhalten, bis plötzlich der Schwarm wieder davonfliegt. Durch ihr braunes Brustband unterscheidet sich die Uferschwalbe deutlich von der Rauch- und der Mehlschwalbe. Ihr Schwanz ist ausserdem weniger stark gegabelt, und ihr fehlt der weisse Bürzel der Mehlschwalbe. Uferschwalben halten sich kaum am Boden auf. Nur nach der Brutzeit verbringen grosse Gruppen die Nächte im Schilf oder in Weidenpflanzungen, aber nicht lange, denn schon ab der zweiten Julihälfte ziehen die Uferschwalben in ihre afrikanischen Winterquartiere.