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Nationalmuseum.ch, Katrin Brunner, oktober 2020
Im 18. Jahrhundert hatten Strohflechter und Hutmacher in der Schweiz einen schlechten Ruf. Sie seien faul, hiess es. Ein Jahrhundert später entstand aus der Hutmacherei ein florierendes Geschäft.
Vom 16. Jahrhundert an begann die Strohflechterei in der Schweiz zu florieren. Im Tessin, im Aargau, in Obwalden und im zürcherischen Rafzerfeld, um nur einige Regionen zu nennen, stellten viele Familien, aber auch oft sogenannte «Tauner», Taglöhner, die wenig besassen und vom Tagwan, dem Tageslohn lebten, Bordüren für Kleidung, Schmuck oder Strohhüte her. Damit verdienten sie sich einen Zustupf zum kargen Lohn aus der Landwirtschaft. Wie dieses zum Teil filigrane Handwerk in die Schweiz kam, darüber kann nur spekuliert werden. Vermutet wird, dass Schweizer Söldner, welche im 16. Jahrhundert in Norditalien Kriegsdienst taten, die Strohflechtkunst zurück in die Heimat brachten.