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Wie viel ist zu viel?
Menschen reagieren unterschiedlich auf Alkohol. Einige entwickeln schon bei geringen Alkoholmengen Probleme, andere erst bei regelmässigem hohem Konsum. Wenn folgende Faustregeln beachtet werden, gilt der Konsum als risikoarm.
Gesunde erwachsene Frauen :1-2 Standardgetränke pro Tag; bei besonderen Gelegenheiten max. 4 Standardgetränke
Gesunde erwachsene Männer: 2-3 Standardgetränke pro Tag; bei besonderen Gelegenheiten max. 5 Standardgetränke
Alle: mind. 2 alkoholfreie Tage pro Woche
Jüngere und ältere Menschen: Der Körper von jungen als auch älteren Menschen reagiert empfindlicher auf Alkohol.
- Jugendliche bis 16 Jahre verzichten auf Alkohol. Bis sie erwachsen sind, sollten sie wenig und selten Alkohol trinken.
- Im Alter nimmt der Wasseranteil im Körper ab. Damit wird der Alkohol auf weniger Flüssigkeit verteilt, der Blutalkoholgehalt steigt und somit auch die Wirkung der alkoholischen Getränke.
Personen, die Medikamente einnehmen sollten Alkohol nur sehr zurückhaltend trinken. Medikamente stehen oft in einer Wechselwirkung mit Alkohol - das gilt auch bei rezeptfreien Medikamenten. Nehmen Sie regelmässig Medikamente ein, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, wann wie viel Alkohol ok ist.
In speziellen Situationen raten wir, ganz auf Alkohol zu verzichten: Bei der Arbeit, im Strassenverkehr, beim Sport oder während einer Schwangerschaft.
Standardgetränk
Ein Standardgetränk beinhaltet ca. 12 Gramm reinen Alkohol.
Dies entspricht 1 dl Wein, 3 dl Bier oder 4 cl Schnaps.
Probleme im Zusammenhang mit Alkohol treten nicht erst mit einer Abhängigkeit auf. Wenn mehr Alkohol getrunken wird, als oben in den Faustregeln beschrieben, sprechen wir von einem "problematischen" oder "risikoreichen" Alkoholkonsum. Der Übergang vom risikoarmen zum problematischen Konsum ist schleichend und wird oft nicht bemerkt. Anzeichen können sein:
- Der Alkoholkonsum nimmt zu viel Platz im Alltag ein.
- Man denkt öfters über Alkohol nach.
- Man denkt an das nächste Glas und wann man wieder trinken wird.
- Die Lust oder das Verlangen nach Alkohol nehmen zu.
Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn Sie häufig in bestimmten Situationen oder aus bestimmten Gründen Alkohol trinken. Beispielsweise wegen Sorgen oder Problemen, vor beruflichen Herausforderungen, zur Entspannung oder zum Einschlafen.
Übermässiger Alkoholkonsum kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Zu Beginn ist das nicht unbedingt spürbar. Mehr zu den Folgen des Alkoholkonsums finden Sie hier.
Es gibt keine bestimmte Trinkmenge, ab der jemand abhängig ist. Menschen reagieren unterschiedlich auf Alkohol. Manche trinken vergleichsweise wenig und entwickeln eine Abhängigkeit, andere werden trotz höherer Mengen länger nicht abhängig.
Die Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die von Fachpersonen diagnostiziert wird. Anzeichen einer Abhängigkeit sind:
- nicht mehr auf Alkohol verzichten können,
- den Konsum nicht mehr kontrollieren können,
- steigende Konsummenge (Toleranzbildung),
- Entzugssymptome beim Absetzen oder Reduzieren des Konsums,
- Vernachlässigung anderer Interessen,
- Weitertrinken trotz schädlicher Folgen.
Alkohol kann körperlich und psychisch abhängig machen. Im Falle einer körperlichen Abhängigkeit kommt es bei einem Konsumstopp oder bei einer Konsumreduktion zu körperlichen Entzugserscheinungen. Dabei kann es zu schweren medizinischen Komplikationen kommen. Es ist deshalb wichtig, einen Entzug von einer Fachperson begleiten zu lassen. Der körperliche Entzug ist oft schwer, er ist jedoch schon nach einigen Tagen vorbei. Die Überwindung der psychischen Abhängigkeit hingegen beschäftigt Betroffene meist viel länger. Nach dem körperlichen Entzug nehmen daher viele Menschen die Unterstützung einer Fachperson in Anspruch.
Vom "Rauschtrinken" spricht man, wenn über kurze Zeit viel Alkohol getrunken wird. Bei erwachsenen Frauen sind das mehr als 4, bei erwachsenen Männern mehr als 5 Standardgetränke während einer Trinkgelegenheit.
Der Wunsch und die Suche nach Rauschzuständen ist so alt wie die Menschheit selbst. Es ist jedoch wichtig zu überlegen, wie viel ein Rausch "kosten" darf - und wie dieser möglichst risikoarm gestaltet werden kann.
Zu den häufigsten Auswirkungen des Rauschtrinkens gehören
- Übermut und Euphorie
- Verlust von Hemmungen
- Kontrollverlust
- Konzentrationsstörungen
- Aggression oder Rückzug
- Übelkeit
- Beeinträchtigung von Sprache und Motorik.
- bei sehr hohem Konsum: Ohnmacht, Koma und letztlich Atemlähmung, Herzversagen oder Kreislaufstillsand
Entsprechend sind die möglichen Folgen des Rauschtrinkens Unfälle, Gewalt oder ungewollter Sex.