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Stadtteil 6 – Im Westen von Bern
Bümpliz, auf Karten als «Kopf von Bern» im Westen des Stadtzentrums zu erkennen, war früh besiedelt und bis Ende des 19. Jahrhunderts landwirtschaftlich geprägt. Die zwei Bahnlinien, die 1860 im Südosten und 1901 im Norden eröffnet wurden, trugen zur Entwicklung des Dorfes stark bei und machten Bümpliz zu einem attraktiven Standort für Industrie- und Gewerbebetriebe. Durch den schnellen und andauernden Bevölkerungsanstieg häuften sich vor allem finanzielle Probleme, so dass Bümpliz 1919 die Eigenständigkeit aufgeben und sich in die Stadt Bern eingemeinden musste. Dies wirkte sich zunächst positiv aus, da die finanzielle Not beseitigt werden konnte. Man konnte wieder in Schulhäuser investieren, das Strassennetz wurde ausgebaut und neue Wohnquartiere entstanden.
Schon früh wurde das strukturierte Bauen in Bümpliz-Bethlehem vernachlässigt und durch die Wohnungsnot während und nach dem Zweiten Weltkrieg noch verstärkt. So ist der Stadtteil auch heute noch von einer patchworkartigen Anordnung unabhängiger Siedlungen charakterisiert. Die architektonische Vielfalt ist in der Schweiz kaum anderswo so ausgeprägt. Auch der Bauboom in den sechziger und siebziger Jahren änderte daran nichts. Im Gegenteil: durch die isolierten, in sich einheitlichen Grossüberbauungen wurde Bümpliz-Bethlehem endgültig zu einer Vorstadt mit heterogenem Charakter ohne klar zu erkennendes Zentrum.
Bümpliz-Bethlehem war Mitte der Achtzigerjahre im Grunde fertig gebaut. Die Struktur der Siedlungsfläche bot kaum noch Möglichkeiten, grosse städtebauliche Veränderungen durchzuführen. So wurde die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität im Quartier zur planerischen Hauptaufgabe, insbesondere in den mittlerweile unbeliebten Hochhausüberbauungen. Dies ist heute teilweise sehr gut gelungen, doch auch in den nächsten Jahrzehnten wird die Aufwertung des Stadtteils eine zentrale Rolle spielen.
Quelle: Siedlungsentwicklung in Bümpliz-Bethlehem, Projektarbeit Basisjahr D-BAUG 2012, ETH Zürich, IKG