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SHBS-Mitglied Max Schnellmann hat sich zum 80. Geburtstag der Hermes Baby mit dem Marchanzeiger unterhalten (Marchanzeiger vom 5. August 2015).
Finden Sie anbei den Artikel im Marchanzeiger:
Hier die volle Version von Max, mit herzlichem Dank, diesen hier zur Verfügung gestellt zu haben:
„Max Schnellmann zum Thema:
Zum 80. Geburtstag der Hermes-Baby Schreibmaschine
Bereits im Jahre 1914 befasste sich die Firma Paillard SA, Fabrik für Feinmechanik in Yverdon (eine frühere Uhrenmanufaktur gegr. 1814) mit dem Studium zur Fabrikation von Schreibmaschinen. Diese Herstellung wurde jedoch durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges verzögert. Die ersten Modelle der Hermes-Schreibmaschine kamen im Jahre 1924 als Büromaschinen auf den Markt. Und als im Jahre 1932 der Mailänder Giuseppe Prezioso engagiert wurde, befasste sich die Firma auch mit der Herstellung von Kleinschreibmaschinen, u.a. der Hermes 2000, allerdings nur mit mässigem Erfolg, da im Markt bereits viele weltbekannte Anbieter vorhanden waren. Der Gedanke, eine neue Maschine zu konstruieren, die noch kleiner, leichter und billiger sein sollte, führte dann im Jahre 1935, nach den meisten Quellen durch Prezioso zur Konstruktion dieses Modells. Es stellte sich schnell heraus, dass auch der Name Hermes BABY gut vermarktet werden konnte.
Die neue Schreibmaschine wog nur 3,5 kg, war 28 x 28 cm gross und nur 4 cm hoch. Ein raffinierter Stahlkoffer mit Druckknopfschluss ermöglichte sogar die Schreibmaschine in einem Aktenkoffer zu versorgen. Die Maschine hatte Normaltastatur, d.h. war mit 42 Bakelittasten, d.h. 84 Schriftzeichen ausgerüstet, hatte ein 10 m langes Farbband und alle notwendigen Bedienungsmöglichkeiten. Beim 1. Modell diente der linke Walzendrehkopf noch als Zeilenschalter, wurde dann durch den einmaligen zusammenlegbaren Zeilenschalthebel ergänzt.
Die Baby führte schnell, auch zum Exportschlager, und die Schweiz wurde somit hinter USA und Deutschland zu einem grossen Exportland für Schreibmaschinen. Die Firma Paillard beschäftigte 1937 bereits 1000 Mitarbeiter. Die Herstellung dieser Kleinmaschine erfolgte im Werk des Stammhauses Ste. Croix, und kostete bei der Markteinführung Fr. 160.–. Sie wurde schnell zur weltweit beliebtesten, tragbaren Schreibmaschine. Selbstverständlich wurde das Modell stets weiterentwickelt, bekam auch farbliche Ergänzungen, und später in den 1970er Jahren auch den Tragekoffer aus Plastik und den Typenhebelentwirrer.
Insgesamt ist dieses Modell über 1 Million mal fabriziert worden. Sie wurde auch in Deutschland hergestellt und unter verschied. Lizenzen weltweit nachgebaut. Die Baby wurde auch zum Lieblingskind verschiedener Autoren wie John Steinbeck usw. und Max Frisch verewigte sie in seinem Roman „homo faber“.
Lachen, 31. Juli 2015“
Im Schaukasten seiner früheren Papeterie hat Max folgendes schönes Schaufenster zu Ehren der Hermes Baby gestaltet: