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Wie hält es die «Hippokratische Gesellschaft Schweiz» mit der Ethik?
In der Schweiz besteht eine besondere Vereinigung von Ärzten, die sich «Hippokratische Gesellschaft Schweiz» nennt. Auf ihrer Website (abgerufen am 18. Juli 2019) ist einleitend über diese Ärztevereinigung Folgendes zu lesen:
«Die Hippokratische Gesellschaft Schweiz besteht seit 1999 und ist eine gesamtschweizerische Ärztevereinigung. Unsere Gesellschaft befasst sich mit Fragen der ärztlichen Ethik und der medizinischen Ausbildung sowie mit gesundheits- und standespolitischen Themen.»
Wie schon ihr Name lautet, fühlt sich diese Gesellschaft den Ideen des altgriechischen Arztes Hippokrates von Kos (460–370 v. Chr.) verpflichtet.
Auf ihrer Website besteht ein Kapitel «Wichtige Texte». Es erstaunt nicht, dass als Erstes der sogenannte «Eid des Hippokrates» genannt wird. Dieser wird jedoch weltweit seit Jahrzehnten nicht mehr als Grundlage der ärztlichen Tätigkeit betrachtet. Der Weltärztebund hat ihn 1948 durch das «Genfer Gelöbnis» ersetzt.
Dessen ursprünglicher Text ist letztmals von der 68. Generalversammlung des Weltärztebundes in Chicago im Oktober 2017 revidiert worden.
Dies geht jedoch aus der Website dieser Ärztevereinigung nicht hervor; die Fassung, welche dort zu finden ist, entspricht der im September 1994 in Stockholm von der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes genehmigten früheren Revision. Im 21. Jahrhundert gab es bereits 2005 und 2006 redaktionelle Änderungen in diesem bedeutenden Dokument.
Davon erfährt ein Besucher der Website der «Hippokratischen Gesellschaft Schweiz» jedoch nichts. Ihm wird weisgemacht, die Fassung von 1994 sei noch immer in Kraft.
Das dürfte allerdings kein Versehen sein. Im aktuellen «Genfer Gelöbnis» ist nämlich der 1994 darin enthaltene Satz «Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen …» durch den Satz «Ich werde den höchsten Respekt vor menschlichem Leben wahren» ersetzt worden.
Niemand wird dieser Ärztegesellschaft einen Vorwurf machen, dass ihr dies missfällt. Aber die in unserem Lande geläufige Ethik verlangt, dass jedermann, nicht nur Ärzte, gegenüber der Öffentlichkeit keine Täuschungsversuche unternimmt.
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