Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03352.jsonl.gz/664

Bulle–Romont
|Kürzel||BR|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1868-07-01|
|Mutiert||Ab 1942-01-01 Gruyère–Fribourg–Morat|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1868 eröffnete BR gehörte einer Aktiengesellschaft und verband als Zweiglinie den Hauptort des Bezirks Gruyère, Bulle, mit der Strecke Bern–Lausanne. Den Betrieb besorgte die Suisse Occidentale (SO) bzw. später die Jura–Simplon-Bahn (JS). Die BR verfügte über kein eigenes Rollmaterial. Daten über dessen Leistungen, erbracht von der SO, wurden in der Statistik anfangs nicht gesondert ausgeschieden (missing data). Nach der Verstaatlichung der JS 1903 übernahmen die SBB den Betrieb. Der Kanton Freiburg unterstützte die BR mit einer rückzahlbaren Subvention von 750'000 Franken (in den frühen Statistiken wurde dieser Beitrag als à fonds perdu bezeichnet, was treffender ist, da eine Rückzahlung nicht stattfand).
Die hauptsächlich auf den Güterverkehr ausgerichtete BR war lange Zeit defizitär. Die in der Statistik ab 1877 ausgewiesenen Anleihezinsen – und mutmasslich auch diejenigen davor, doch ist dies in der Statistik nicht dokumentiert – wurden nicht beglichen, sondern den Gläubigern nur gutgeschrieben. Entsprechend türmten sich die Passivsaldo-Vorträge und die schwebenden Schulden der BR auf. 1894 musste die Bilanz der BR saniert werden, indem ein von der Statistik nicht näher genannter Gläubiger auf Zinsen in der Höhe von 263'400 Franken verzichtete. Zugleich wurde ein Teil der schwebenden Schulden in Anleihen umgewandelt sowie der Satz der geschuldeten Restzinsen von 6 auf 4 Prozent gesenkt.
Dank der umfassenden Sanierung von 1894 (in der Datenbank unter anderem als «Betriebssubvention» erfasst) verbesserte sich die Finanzlage der BR entscheidend und nachhaltig. Gutgeschriebene Zinsen früherer Jahre konnten schrittweise nachbezahlt, Reserven angelegt und Schulden (Anleihen) abgebaut werden. Gleichzeitig richtete die BR ab 1895 sogar alljährlich eine Aktiendividende aus. Selbst der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 beeinträchtigte die stabilen Finanzen der BR nicht – im Gegenteil. Zwar wurden die Reserven grosszügig in Anspruch genommen, doch vor allem die Erträge aus dem Gütergeschäft schnellten gleichzeitig hoch (unter anderem dank der Schokoladenfabrik «Cailler» in Broc).
Mit der Eröffnung der Linien Bulle¬–Montbovon und Bulle–Châtel-St-Denis (beide 1904) erhielt die BR Anschluss an die Tourismuszonen am Genfersee und im Berner Oberland. Auf den 1. Januar 1942 wurde die BR in die neu gegründete Gruyère–Fribourg–Morat-Bahn (GFM) integriert.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: