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Kolloidales Silber (lat. Argentum Colloidale) gilt mit Recht als eines der vielseitigsten Arzneimittel überhaupt. Viele Heilpraktiker halten Silberwasser, so die ursprüngliche Bezeichnung, für die sicherste und effektivste Medizin der Welt. Die Substanz tötet innerhalb von höchstens sechs Minuten nach der Einnahme 650 verschiedene Krankheitserreger, ohne lebensnotwendige Bakterien anzugreifen.
Bei kolloidalem Silber handelt es sich um ein heterogenes Gemisch aus reinem Silber und mineralfreiem Wasser. Die Teilchen im Kolloidsilber haben eine Grösse von 1 bis 10 Nanometern (nm) und sind positiv geladen. Je nach Konzentration (gemessen in ppm → „parts per million“) enthält ein Liter zwischen 3 und 50 Milligramm Silber. Je kleiner die Partikel sind, desto leichter gelingt es ihnen, in schädliche Viren oder Bakterien einzudringen und diese zu zerstören.
Wirkungsweise
Im Unterschied zu Antibiotika, die lebensnotwendige Stoffwechselvorgänge und die Vermehrung schädlicher Zellen blockieren, wirkt kolloidales Silber auf dreifache Weise. Einerseits werden die Enzyme und die Erbsubstanz der Eindringlinge zerstört, zum anderen machen die Silberpartikel die Zellmembrane durchlässig und führen so eine Austrocknung der Zellen herbei.
Einzellige Krankheitserreger können gegen ionisiertes Silber keine Abwehrmechanismen entwickeln. Berichten von Anwendern zufolge sind sogar hochresistente Erreger nicht imstande, den Kontakt mit kolloidalem Silber zu überleben. In Afrika und anderen Erdregionen wurde ionisiertes Silberwasser erfolgreich gegen aggressive Viren wie Hanta und Ebola eingesetzt.
Dosierung und Anwendungshinweise
Bei akuten Beschwerden wird empfohlen, zweimal täglich (z.b. morgens und abends) zu den Mahlzeiten einen Teelöffel Silberwasser zu trinken. Bei einer Silberkur oder leichten Beschwerden genügt ein Teelöffel am Tag. Die Dosis kann aber durchaus erhöht werden, ohne dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.
Vor der Anwendung sollte kolloidales Silber stets geschüttelt werden, damit sich die Partikel gut verteilen können. Die Einnahme erfolgt in der Regel unverdünnt. Ausgenommen sind Behandlungen des Dickdarms (z.B. bei einer Dysbakterie): In solchen Fällen sollte das kolloidale Silber mit einer grossen Menge Wasser eingenommen werden.
Das Silberkolloid sollte etwa eine Minute unter der Zunge verbleiben, bevor es geschluckt wird. Um eine Entladung der positiv geladenen Silberpartikel zu verhindern, sollte am besten ein Plastik- oder ein Holzlöffel verwendet werden.
Lagerung
Silberwasser darf niemals in der Nähe elektromagnetischer Felder (z.B. neben einem Fernseher) aufbewahrt werden. Zur Aufbewahrung empfiehlt sich ein lichtgeschützter und kühler Ort. Der Kühlschrank ist hierfür jedoch nicht geeignet, da die elektrische Ladung dort einem besonders starken Störfeld ausgesetzt ist.
Die Haltbarkeit von kolloidalem Silber liegt bei etwa sechs Monaten, sofern die Flasche verschlossen ist. Nach dem Öffnen sollte die Flüssigkeit innerhalb von drei Monaten aufgebraucht werden. Achtung: Das Silberwasser darf keinesfalls mit Metall in Berührung gebracht werden, da sich die positive elektrische Ladung sonst entlädt.
Nebenwirkungen
Trotz seiner antibiotischen Eigenschaften verursacht kolloidales Silber keinerlei Nebenwirkungen – egal, ob es oral oder intravenös verabreicht wird. Wie bei vielen anderen Therapieformen in der Naturheilkunde kann es zu einer kurzzeitigen Erstverschlimmerung kommen. Ist dies der Fall, wird auf die Einnahme von Silberwasser so lange verzichtet, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind.
Bei der Anwendung sehr grosser Mengen kann eine sogenannte Argyrie (eine bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhaut) auftreten, die durch Ablagerungen entsteht. Bei langfristiger Verabreichung höherer Dosen besteht ausserdem die Möglichkeit, dass gutartige Darmbakterien mit abgetötet werden. Bei Dickdarmbehandlungen wird deshalb empfohlen, begleitend physiologische Darmbakterien und Joghurt zu verzehren.
Kolloidales Silber: Anwendungsgebiete
Die Anwendungsgebiete von kolloidalem Silber sind derart umfangreich, dass hier nur eine kurze Auswahl der wichtigsten Indikationen aufgeführt werden kann. Beispiele für den innerlichen Gebrauch von ionisiertem Silberwasser sind:
- Allergien
- Augenentzündungen
- Bakteriell bedingte Entzündungen
- Candida Albicans
- Chronische Müdigkeit
- Durchfall
- Erkältungen und grippale Infekte
- Gastritis
- Halsschmerzen
- Nebenhöhlenentzündungen
- Virale Infekte
Darüber hinaus kann kolloidales Silber auch zum Ausleiten von Amalgam und anderen toxischen Substanzen verwendet werden. Bei Erkrankungen des Rachenraums kann mit Silberwasser gegurgelt und der Mund damit ausgespült werden. Zur rektalen und vaginalen Anwendung ist kolloidales Silber ebenfalls bestens geeignet.
Äusserlich eignet sich kolloidales Silber unter anderem zur Behandlung folgender Krankheitsbilder:
- Ekzeme
- Fusspilz
- Hautirritationen und -ausschläge
- Herpes
- Neurodermitis
- Psoriasis (Schuppenflechte)
- Schlecht heilende Wunden
Als Notfallmittel bei Insektenstichen, Verbrennungen, Sonnenbränden und Entzündungen findet Kolloidsilber ebenfalls Verwendung. Offene Wunden und empfindliche Hautbereiche sollten bei der Behandlung möglichst nicht berührt, sondern besser mit Silberwasser besprüht werden.
Die Silberkonzentration hängt von der Schwere des Krankheitsbildes ab. Zur Vorbeugung von Neurodermitis genügt in der Regel eine Konzentration von 5 bis 15 ppm, bei akuten Entzündungen mit offenen Stellen sollten es mindestens 25 ppm sein.
Anwendung bei Tieren
Wie bei Menschen kann kolloidales Silber auch bei Tieren äusserlich und innerlich angewandt werden. Tierhalter berichten von Behandlungserfolgen unter anderem bei Blasenentzündungen, Durchfall, Infektionen im Mundraum sowie bei der Versorgung von Wunden, die durch das Besprühen mit ionisiertem Silber schneller abheilen. Darüber hinaus kann kolloidales Silber dazu eingesetzt werden, Haustierdecken und -kissen keimfrei zu halten und von Parasiten zu befreien. Vor der Anwendung sollte allerdings stets ein Tierarzt konsultiert werden.
Wissenschaftliche Rezeption der kolloidalen Silbertherapie
Auf verschiedenen Internetplattformen (unter anderem bei Wikipedia) wird betont, dass die medizinische Wirksamkeit von kolloidalem Silber bisher nicht erwiesen sei. Es existieren jedoch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, die zu einem anderen Schluss kommen.
Einer der bekanntesten Artikel zu diesem Thema („Our Mightiest Germ Fighter“) erschien im März 1978 im US-amerikanischen Magazin „Science Digest“. Darin ist zu lesen, dass kolloidales Silber bei einer Konzentration von 5 ppm jedes bekannte Bakterium innerhalb von Minuten eliminiert. Selbst bei hohen Konzentrationen, so der Autor Jim Powell, gebe es keine Nebenwirkungen.
Im Jahr 1985 veröffentlichte Dr. Robert Becker, ein amerikanischer Orthopäde und Spezialist für Elektrotherapie, ein wegweisendes Buch über die Verwendung von Silberelektroden zur Knochenregeneration. Im Rahmen einer Untersuchung fand er heraus, dass Silberionen die Zellteilung unterbrechen. Seine Forschungsergebnisse wurden von zahlreichen Medizinern aufgegriffen und führten unter anderem dazu, dass die Silbertechnologie fortan in der trockenen Wundheilung eingesetzt wurde.
Im Laufe der 90er-Jahre wurden in den USA weitere Forschungsprojekte durchgeführt. Dr. Margret Bayer vom Fox Chase Cancer Center in Philadelphia wies in einer der Studien nach, dass die Lyme-Borreliose unter Laborbedingungen durch kolloidales Silber gestoppt oder zumindest signifikant verlangsamt werden kann.