Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/1031

Topographische Beschreibung von 1574
3 Bände
Herausgegeben vom Institut für Kulturforschung Graubünden
Zweisprachig Deutsch/Latein
Der aus Susch im Unterengadin gebürtige Ulrich Campell verfasste seine topographische Beschreibung des alpinen Rätien in den Jahren 1570–1574 auf Lateinisch. Der umfangreiche Text gilt längst als Referenzwerk der bündnerischen Landeskunde, blieb aber seinerzeit ungedruckt. Hier wird er nun erstmals ungekürzt nach der Originalhandschrift ediert und integral in deutscher Übersetzung geboten.
Campell schrieb seine «Topographie», während er in Chur als reformierter Prädikant wirkte. Er wollte damit einen Beitrag leisten zu einer allgemeinen Geografie und Geschichte der eidgenössischen und zugewandten Orte – ein Projekt, das gesamthaft nicht zustande kam.
Auf 650 engbeschriebenen Manuskriptseiten entfaltet sich die erste systematische Darstellung der Drei Bünde in vormoderner Zeit. Die Gewichtung der Teile widerspiegelt indessen die Präferenzen des Verfassers. Campells persönlicher Erfahrungsraum – vor allem das Engadin – wird am breitesten geschildert. Für andere Gebiete orientiert sich der Text stärker an den Vorbildern Tschudis (1538) und Stumpfs (1548).
Campell charakterisiert Land und Leute eingehend und in grosser Detailfülle, von der politischen und kirchlichen Organisation über die soziale Gliederung bis zur Wirtschaft und Lebensweise der Bevölkerung. Bezeugt wird dabei auch die zeitgenössische Wahrnehmung der Berglandschaft und der alpinen Natur – in ihrer Nutzbarkeit wie ihrer Bedrohlichkeit.
Die vorliegende Ausgabe enthält eine flüssig zu lesende Übersetzung. Darüber hinaus ermöglichen umfassende Sacherläuterungen einen ungehinderten Textzugang.