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Der Name Rockefeller steht für Reichtum, unendlichen, unsäglichen Reichtum!
Der Mann, der Amerika mit Erdöl versorgte…
… wuchs in einfachen Verhältnissen als zweites Kind in einer kinderreichen Familie auf. Seine Mutter Eliza Davison war Baptistin und erzog ihre sechs Kinder streng religiös und hielt sie zur harten Arbeit an.
Der Vater William Avery Rockefeller, war zuerst Holzfäller, dann herumreisender Hausierer und schliesslich Quacksalber, der seine zweifelhaften Kräuter-Medikamente an Leidende oder schwache Bedürftige verkaufte. Er selbst betrachtete sich als Krebsspezialist und stellte sich als Dr. William Levingston vor, der diese Krankheit mit seinen Rohöl enthaltenden Pseudomitteln heilen wollte. Big Bill , wie er auch genannt wurde, liebte die Frauen. Neben seiner Ehe hatte er noch eine zweite Ehe und einige ernsthafte Lebenspartner, was aber von der Rockefeller-Familie vertuscht wurde. Fest steht, dass der Vater für John eigentlich nicht da war. Er kam nur etwa drei Mal pro Jahr nach Hause.
John absolvierte die Volksschule in verschiedenen Städten und danach ein Business-College. Trotz der vielen Ortswechsel konnte er seine Ausbildung beenden und er begann mit sechzehn Jahren als Hilfsbuchhalter bei einer kleinen Handelsfirma. Er zeichnete sich hier besonders durch präzise Wegkosten-Rechnungen aus. Zudem lernte er, mit den Besitzern von Schiffskanälen, Kapitänen und Frachtagenten zu verhandeln.
Rockefeller macht sich selbständig
Mit einem Kredit von heutigen rund 100’000 Dollar machte sich der noch nicht einmal 20-jährige John D. Rockefeller 1859 mit einem Partner als Händler und Spediteur selbständig. Er kaufte und verkaufte alles, was im Hafen von Cleveland zu haben war: Schweinefleisch, Getreide und vieles andere mehr. Die Gewinne stiegen stetig. Der Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges (Sezessionskrieg 1861 – 1865) half ihrem Geschäft, denn die Unionsarmee brauchte Nahrung und Vorräte.
In der selben Zeit begann in den USA der Erdölboom. Edwin Drake fand in Pennsylvania Erdöl und begann diese zu fördern. Rockefeller stieg in das Erdölgeschäft ein. Er fand einen guten Chemiker Samuel Andrews, der es schaffte, das Rohöl in einer Raffinerie-Anlage beinahe restlos zu verwertbaren Fraktionen zu verwerten. Mit Andrews zusammen betrieb Rockefeller ab 1863 eine kleine eigene Ölraffinerie
Als das Kriegsende nahte und die daraus entstandenen Gewinne zurückgingen, wendete sich Rockefeller ganz dem Erdöl zu. Er kaufte dem ehemaligen Partner das Geschäft ab und gründete mit Andrews und seinem Freund Henry Morrison Flagler 1867 die neue Firma Rockefeller, Andrews & Flagler.
Heirat mit Laura Celestia Spelman und Kinder
Noch während der Kriegszeit heiratete Rockefeller 1864 seine ehemalige Schulkameradin Laura Celestia Spelman, die Tochter eines ebenfalls erfolgreichen Kaufmanns aus Cleveland. Die beiden hatten fünf Kinder, von denen eines im Kleinkindalter starb.
- Elizabeth „Bessie“ Rockefeller (1866–1906)
- Alta Rockefeller (1871–1962)
- Alice Rockefeller (1869–1870)
- Edith Rockefeller (1872–1932)
- John D. Rockefeller Jr. (1874–1960)
Der Weg zur Standard Oil Company
Mit skrupellosen Methoden kaufte er sich Dutzende von Raffinerien an und drängte seine Konkurrenten aus dem Geschäft. Mit seiner Grösse war er in der Lage, die Preise zu diktieren und die anderen hielten seinem Preiskampf nicht stand. Diejenigen, die nicht verkaufen wollten, drängte er aus dem Geschäft.
1870 gab er seinem Geschäft den Namen Standard Oil. Er wollte damit sagen, dass er Lampenöl von gleichbleibender Qualität produzierte.
Rockefeller wusste, wie er eine grosse Organisation aufbauen musste. 1882 waren bereits 90% der amerikanischen Raffinerien unter seiner Kontrolle. Weitere Gewinnsteigerung erzielte er, indem er den Eisenbahnen den Preis für den Transport diktierte.
Die Methoden von Standard Oil, die zum Erfolg führten
Besserer Raffinationsprozess
Kerosin wurde durch trennende Destillation aus Rohöl extrahiert und dann durch Zugabe von teurer Schwefelsäure. Standard Oil entwickelte ein Kerosin, das mit nur 20% der von den Konkurrenten verwendeten Schwefelsäure hergestellt werden konnte, was die Produktionskosten erheblich senkte.
Weniger Abfall
Historisch wurden 40% des Rohöls, das nicht Kerosin war, oft von Kerosinraffinerien weggeworfen. Standard Oil extrahierte und verkaufte die anderen Nebenprodukte (z.B. Paraffinwachs und Benzin) an andere Raffinerien dieser Produkte. Darüber hinaus wurde ein Teil des Benzins für den Betrieb von Standard Oil-Anlagen verwendet, wodurch Abfall und Ausgaben für die Kohlekraft reduziert wurden.
Beschaffung von Rohstoffen
Standard Oil beschäftigte seine eigenen Rohöl-Einkäufer, anstatt unabhängige Auftragnehmer wie seine Wettbewerber einzusetzen. Standard Oil baute auch ein umfangreiches Netzwerk von Lagern aus, um bei unerwartet gestiegenen Preisen zusätzliches Öl zu lagern. Weiter betrieb Standard Oil eigene Rohölquellen, um eine konstante und günstige Versorgung sicherzustellen.
Transport
Rohöl wurde traditionell in Holzfässern (barrels) transportiert. Aufgrund der hohen Kosten für Fässer kaufte Standard Oil Waldland und erntete das Holz. Standard Oil war auch Vorreiter bei der Behandlung des Holzes in einem Ofen, um ein Auslaufen zu verhindern. Später sanken die Kosten sogar noch weiter, indem in Tankwagen investiert wurde, die damals eine recht neue Erfindung waren. Schliesslich baute Standard Oil Pipelines, um Rohöl direkt von den Produktionsstätten zu den Raffinerieanlagen zu transportieren.
Senkung der Frachtraten für Kerosin
Standard Oil verhandelte mit den Eisenbahnen niedere Preise für das garantierte Volumen (dies löste die zuvor genannten Probleme, die die Eisenbahnunternehmen hatten, um bei mehreren Raffineriepausen anzuhalten) und damit (oder zumindest in grossem Massstab) ) das Konzept der Mengenrabatte.
1895 war Standard Oil die grösste und profitabelste Firma der Welt und die Familie Rockefeller auf dem Weg, die reichste Familie der Welt.
1897 zog sich John D. Rockefeller aus dem aktiven Geschäft zurück, behielt aber noch den Titel des Präsidenten seines Konzerns bis 1911.
Tarbell deckt das skrupellose Geschäft auf
1902 schrieb die Schriftstellerin und investigative Journalistin Ida M. Tarbell über die Standard Oil (The History of the Standard Oil Company, online verfügbar). Ihr Vater hatte seine Raffinerie in Pennsylvania an den “Rockefeller-Konzern” verloren. Zwischen 1902 und 1904 wurde das ganze Buch artikelweise in einem Magazin veröffentlicht.
Die Amerikaner waren schockiert über die arroganten und menschenverachtenden Methoden des John D. Rockefeller und die Firma Standard Oil Company zum Feindbild der Amerikaner.
Ida Tarbells Artikel führten letztlich zur Bekämpfung der missbräuchlichen Monopolstellung und war mitverantwortlich, dass die Standard Oil in Teile 1911 zerschlagen wurde. Der Prozess, welcher gegen Standard Oil und die Rockefellers geführt wurde, begann 1906 und endete erst fünf Jahre später. Initiiert wurde der ganze Prozess durch Präsident Theodore Roosevelt selber.
Der Prozess setzte dem alten Rockefeller schwer zu und machte ihn krank. Er litt unter einer Drüsenerkrankung und bekam Geschwüre. Seine Haare fielen ihm aus. Er zog sich gänzlich aus der Öffentlichkeit zurück.
Rockefeller der Philantrop
Rockefeller, der im Geld schwamm, gab auch einen Teil davon aus, um Bildung, Gesundheit, Wissenschaft, Landwirtschaft oder Kultur zu unterstützen. Der Baptisten-Pfarrer Frederick Taylor Gates beriet ihn dabei. Gates war der Sekretär der American Baptist Education Society. Über diese finanzierte Rockefeller beispielsweise die Gründung der University of Chicago.
Bereits als er als Hilfsbuchhalter arbeitete und nur wenig Vermögen hatte, spendete er einen Teil seiner Einkünfte.
Mit seinen finanziellen Zuwendungen konnte er jedoch den Schaden nicht eigentlich aufwiegen, welchen seine Menschen verachtenden Geschäftspraktiken in der amerikanischen Bevölkerung ausgelöst hatten. Man sah in ihm das geizige Monster.