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Ausstellung vom 17. Mai bis 27. Juli 2008
Vernissage: Samstag, 17. Mai, 18 Uhr
Fritz Pauli (1891-1968) gehört zur Kunstrichtung des Expressionismus, bei der das subjektive Erleben Massstab des künstlerischen Schaffens ist, und zu einer Generation von Schweizer Künstlern, die wie keine vor ihr nationale Grenzen sprengte. Den Schwerpunkt bilden das druckgrafische Werk, Entwurfszeichnungen sowie wichtige Ölbilder des Künstlers.
Paul Freiburghaus: Fritz Pauli. Katalog des graphischen Werkes, Verlag Galerie Kornfeld, Bern 1982. Der Katalog liegt während der Ausstellung zum ermässigten Preis
von Fr. 125.- auf.
Fritz Pauli (*1891 in Bern, † 1968 in Cavigliano) «gehört zu einer Künstlergeneration, der das subjektive
Erleben Massstab des künstlerischen Schaffens ist, und die wie keine andere Generation von Schweizer
Künstlern vor ihr nationale Grenzen sprengte.» (1) Er war einer der wenigen Expressionisten, welche die
Schweiz hervorgebracht hat. Im Unterschied zu den sich in Künstlergruppen wie „Rot-Blau“ und dem
späteren „Modernen Bund“ zusammenfindenden Malern, die sich intensiv mit dem Werk des seit 1924 in
Davos lebenden deutschen Vorbilds Ludwig Kirchner auseinandersetzten, war Pauli eher ein Einzelgänger.
Wenn sein Name meist in einem Atemzug mit denjenigen von Ignaz Epper und Johannes Robert Schürch
genannt wird, so weil sich alle drei nachbarschaftlich im Tessin, um Locarno, niederliessen, wo sie obwohl
gelegentlich voneinander beeinflusst eigene Wege gingen – und zeitweise freundschaftlich miteinander
verbunden waren.
Nach einer Flachmalerlehre besuchte Pauli in seiner Heimatstadt Bern schon früh, u.a. von Albert Welti
gefördert, die Kunstakademie in München. Dort machte er die Bekanntschaft seiner späteren Frau Jenny
Bruppacher, die sich in Deutschland zur Textilzeichnerin ausbilden liess und auch, bis zur Geburt ihres
ersten Kindes, künstlerisch tätig war. In der Zeit nach seiner Rückkehr aus München bis zur definitiven
Ansiedlung im Tessiner Dorf Cavigliano in den 30er Jahren, wo sich unter Paulis Regie fast organisch aus
einem ärmlichen Rebhaus ein mehrhäusiges Anwesen entwickelt hat, lebte das Paar an zahlreichen Orten:
Basel, Südfrankreich, Zürich, Wallis, Tessin, Davos, Bern, Paris, Amden, meist jeweils in Kontakt mit
gleichgesinnten Künstlerkollegen.
In seiner wohl fruchtbarsten Schaffensphase von 1920 bis um 1925 dominiert die Druckgraphik; mit den
primär in heftiger Kaltnadeltechnik gefertigten Blättern fand Pauli schnell ausserordentliche Beachtung
beim dem aktuellen Expressionismus geneigten Publikum. Aber es finden sich aus dieser Zeit auch
Entwurfszeichnungen sowie erste Tafelbilder des Künstlers.
Es sind kraftvolle, sehr individuell inszenierte und auf den Punkt gebrachte Porträts von befreundeten
Zeitgenossen und Förderern (wie dem sozialistischen Schriftsteller Jakob Bührer, den Brüdern Brüschweiler
oder Dr. Wartmann) sowie Bilder von der sich um ihn formierenden Familie. (2) Denn nebst den mystisch
religiösen und landschaftlichen Themen spielen in Paulis Bildwelt in zunehmendem Masse Elemente seiner
persönlichen Lebensumstände eine wesentliche Rolle. Wie kein anderer Maler befasste er sich mit der
Darstellung des eigenen Familienlebens.
Zu Paulis Spätwerk gehören auch bedeutende, für Kirchen und öffentliche Bauten entworfene und
ausgeführte Wandbilder, in Bern, in Oftringen (Kirchenfenster) und in Zug. Diesen Bereich jedoch lässt die
Oltner Ausstellung unberücksichtigt.
(1) Roman Kurzmeyer im Vorwort zu seiner Monographie: Fritz Pauli. Maler und Radierer, Verlag
Stroemfeld / Roter Stern, erschienen anlässlich der letzten grossen Ausstellung, die dem Künstler 1994 im Kunsthaus Zug und anschliessend in der Civica Galleria d’arte, Bellinzona gewidmet wurde. Diese Publikation ist vergriffen.
(2) Paul Freiburghaus: Fritz Pauli. Katalog des graphischen Werkes, Verlag Galerie Kornfeld, Bern 1982.
Liegt während der Ausstellung zum ermässigten Preis von Fr. 125.- auf.
Fritz Pauli: Der Maler (J.R. Schürch). 1934.
Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
Bundesamt für Kultur, Bern.