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TEXT Anja Rubin — FOTOS zVg — 7. November 2019
Sie denken über eine Solaranlage auf Ihrem Dach nach, befürchten aber, Ihr Dach könnte dafür nicht geeignet sein? Keine Sorge: Verschattungen durch einen Kamin, Bäume oder eine Lukarne müssen den Ertrag nicht schmälern. Erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt.
Nicht alle Dachflächen entsprechen dem Ideal für eine Solaranlage. Denn die Herausforderung bei der Planung einer konventionellen Solaranlage liegt darin, dass die einzelnen Module auf dem Dach in Serie verschaltet sind. Dies bringt den Nachteil mit sich, dass die Leistung des gesamten Strangs bestimmt wird durch sein schwächstes Element. Beispiel: Ist am Morgen das Solarfeld auf der Ostseite des Schrägdachs ideal besonnt und bringt sein Maximum an Leistung, mindert das gleichzeitig auf der Schattenseite liegende Feld auf der Westseite die Gesamtleistung der Anlage.
Es gibt verschiedene Faktoren, die die Leistung der Solaranlage mindern können:
- Das Dach hat verschiedene Ausrichtungen
- Das (Schräg-) Dach hat verschiedene Neigungen
- Es sind Verschattungselemente vorhanden wie Lukarnen, Gauben, Bäume oder hohe Nachbargebäude
- Das Dach neigt zur Verschmutzung, beispielsweise durch Laub oder Schnee
- Die einzelnen Module altern ungleichmässig (so genannte Degradation). Das heisst: Während ein Modul nach 10 Jahren noch fast dieselbe Leistung erbringt wie am Anfang, verzeichnet das andere vielleicht einen Leistungsverlust von einigen Prozent
Was kann man nun tun? Welche Lösungen gibt es? Wir haben beim Solarspezialisten nachgefragt:
Holen wir nochmals aus: Wie ist eine Solaranlage technisch eigentlich aufgebaut?
Stefan Schütz: Ein Beispiel: Auf dem Dach sind zwei Solarfelder, eins ostseitig, eins westseitig, installiert. Je ein Feld ist Serie auf den Wechselrichter verschaltet. Der Strom, den die Sonne erzeugt, fliesst in den Wechselrichter und wird dort von Gleich- in Wechselstrom umgewandelt. Im Wechselrichter drin hat es normalerweise zwei Leistungsteile, so genannte MPP-Tracker, die eine separate, voneinander unabhängige Schaltung der Modulfelder ermöglicht.
Was ist jetzt, wenn ich beispielsweise wegen eines Kamins mitten im Dach, der einen Schatten wirft, nicht nur zwei Modulfelder auf dem Dach habe, sondern mehrere?
Schütz: Wenn es bloss drei Modulfelder sind, gibt es heute Wechselrichter auf dem Markt, die drei MPP-Tracker verbaut haben. Über diese Tracker können die drei Felder unabhängig angesteuert werden.
Und wenn es mehr als drei Modulfelder sind?
Schütz: Ja, dann wird es komplex. (lacht) Man könnte nun natürlich einen zusätzlichen Wechselrichter einsetzen. Aber das macht finanziell keinen Sinn, da diese teuer sind. Eine einfache Lösung sind so genannte Optimierer.
Was ist das?
Schütz: Optimierer oder Optimizer sind kleine Kästchen, ca. 15 mal 15 Zentimeter gross, die hinter jedes einzelne Modul auf die Unterkontsruktion montiert werden. Die Geräte überwachen und steuern die Leistung der einzelnen Module. Die Leistungsoptimierer steigern den Energieertrag der Solaranlage.
Damit hat man auf dem Dach ein weiteres technisches Element verbaut, das dem Klima ausgesetzt ist.
Schütz: Das ist schon richtig. Es gibt verschiedene Produkte beispielsweise von Tigo, Solaredge und Huawei. Solaredge gibt auf seinen Optimierer beispielsweise 25 Jahre Herstellergarantie. Die Optimierer sind also sehr robust und widerstandsfähig.
Stefan Schütz ist ursprünglich gelernter Elektroinstallateur und Fachplaner Solartechnik. Er ist «fast seit den Anfängen» der Solartechnik in der Branche tätig, jahrelang als Projektleiter, heute in der Planung und dem Verkauf von Solaranlagen bei EKZ.