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Wir haben es in der Schule gelernt. Der astronomische Sommer fängt am 21. Juni an. Das ist in diesem Jahr aber völlig falsch. Bereits am Samstagabend, also dem 20. Juni, um 23.43 Uhr stand die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis. Letztmals fiel der astronomische Sommeranfang im Jahre 1896, also vor 124 Jahren auf den 20. Juni.
Der Sommeranfang hat mit dem Schalttag zu tun
Der Grund für diese Verschiebung ist bei der Umlaufbahn der Erde um die Sonne zu suchen. Die Erde umrundet die Sonne in 365 Tagen 5 Stunden 49 Sekunden und ein paar Sekunden. Damit sich Weihnachten nicht irgendwann in den Sommer verschiebt, wird alle 4 Jahre ein Schalttag eingeschoben und damit verschiebt sich der Zeitpunkt des Sommeranfangs wieder um rund 24 Stunden nach vorne. Im 20. Jahrhundert fiel der Sommeranfang meistens auf den 21. Juni, 41 Mal war Sommeranfang sogar erst am 22. Juni, zum letzten Mal 1987.
Mit dem Schalttag gibt es eine Überkorrektur
Durch das Einschieben des Schalttages wird alle 4 Jahre eine Korrektur um 24 Stunden vorgenommen. Das ist aber zu viel: Die richtige Korrektur wäre 23 Stunden und rund 15 Minuten. Entsprechend verschiebt sich der Sommeranfang zwar nur langsam, aber doch konstant nach vorne. Auch dafür braucht es eine Korrektur. Diese findet im Jahr 2100 statt. Dann entfällt der Schalttag, und es gibt während 8 Jahren keinen Schalttag mehr. Das ist doppeltes Pech für alles mit Geburtstag am 29. Februar. Die Folge: Im Jahre 2103 findet der Sommeranfang wieder am 22. Juni statt, und einen Sommeranfang am 20. Juni gibt es für längere Zeit nicht mehr.
In Osteuropa ist erst am Sonntag Sommeranfang
In diesem Jahr gab es noch ein weiteres paradoxes Phänomen. Sommeranfang war nicht in der ganzen EU am gleichen Tag. In Bulgarien, Rumänien, den baltischen Staaten, Finnland, Griechenland und Zypern gehen die Uhren im Vergleich zu Mitteleuropa um eine Stunde voraus. Entsprechend war es in diesen Ländern bereits 00.43 Uhr am Sonntagmorgen, als die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis stand. Dies hatte zur Folge, dass in diesen Ländern der längste Tag auf den Sonntag fiel, während in der Schweiz der Samstag die grösste Tageslänge aufwies mit genau 16 Stunden am Nordrand der Schweiz.