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Der Giroverkehr der heutigen Zeit bildet einen wesentlichen Teil des Zahlungswesens.
Derselbe unterscheidet sich von demjenigen der ältern Girobanken (vgl. Banken, S. 322) dadurch, daß die Guthaben der Bankkunden
nicht mehr lediglich in bar hinterlegten und auch nur in bar aufbewahrten Summen zu bestehen brauchen: Zettel- und Depositenbanken,
so insbesondere die Deutsche
[* 3] Reichsbank, schreiben außer baren Einzahlungen auch diskontierte Wechsel
und Lombarddarlehen auf Girokonto gut.
Die Bank besorgt die Einziehung von Wechseln und Anweisungen sowie die Einkassierung fälliger Forderungen (Rechnungen). Auf Anweisung
des Kunden (Giroanweisung) leistet sie entweder Barzahlung, oder sie schreibt die Summe nur vom Konto desselben ab und demjenigen
eines andern Kunden gut, wobei die heutige Einrichtung der Reichsbank mit ihren Zweiganstalten es gestattet,
Zahlungen an verschiedene Orte durch Ausgleichung zu bewirken, ohne daß eine besondere Geldsendung erforderlich ist.
Die baren Auszahlungen erfolgen auf Grund der Verwendung des früher in Quittungsform, heute in Form einer Anweisung ausgestellten
weißen Checks (s. d.), der auf Namen mit dem Zusatz »oder Überbringer« lautet,
so daß jedem Inhaber gültige Zahlung geleistet werden kann. Soll an Stelle der baren Abhebung die Verrechnung mit der Bank oder
einem Kontoinhaber erfolgen, so ist der Check zu kreuzen, d. h. quer über denselben zu schreiben »nur
zur Verrechnung«, so daß der auf den Inhaber lautende Check weniger leicht von unrechtmäßigen Besitzern
verwertet werden kann. Der rote Check dient überhaupt nur zum Zweck von Übertragungen.
Vgl. Rauchberg, Der Clearing- und Giroverkehr
(Wien
[* 4] 1886).