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Was ist ein EEG?
Die Nervenzellen des Gehirns sind ständig untereinander in Kontakt, wobei es zum Aufbau von Spannungsunterschieden kommt. Mit einem EEG (Elektroenzephalogramm) wird die Aktivität von Nervenzellverbänden im Gehirn gemessen und graphisch aufgezeichnet. Die Spannungsschwankungen werden mit Elektroden, die an der äusseren Kopfhaut nach einem festgelegten Muster angebracht werden.
Die Grundaktivität eines normalen EEG reicht in allen Altersstufen vom Beta- bis Deltabereich. Anhand bestimmter Merkmale wie zum Beispiel Frequenz (Angabe in Hertz), Amplitude (Ausschlag), zeitliches Verhalten und dem Auftreten von bestimmten Mustern können normale elektrische Hirnaktivität oder krankhafte Veränderungen erkannt werden.
Wann wird ein EEG abgeleitet?
EEG-Ableitungen werden vor allem eingesetzt, um eine erhöhte Anfallsbereitschaft bei Verdacht auf Epilepsie darzustellen. Nach Synkopen (plötzliche Bewusstlosigkeit) oder bei Verdacht auf Hirnabbauprozesse kann ein EEG zur Diagnose beitragen. Auch bei Hirntumoren oder Gefässmissbildungen oder nach einem Schlaganfall ist das EEG verändert. Aber auch bei anderen Erkrankungen wie bestimmten Hirnreifungsstörungen, Gehirnentzündungen oder Stoffwechselstörungen oder Demenzen kann ein EEG hilfreiche Informationen liefern. Bei Schlafstörungen kann ein Schlaf-EEG zur Abklärung beitragen (Somnographie). Darüber hinaus ist es von grosser Bedeutung zur Beurteilung von Patienten im Koma, z.B. auf der Intensivstation.
Wie erfolgt die EEG-Ableitung?
Der Patient sitzt während der EEG-Ableitung ruhig und entspannt mit geschlossenen Augen in einem bequemen Sessel. An genau vorgegebenen Stellen werden Kontaktgel und Elektroden auf der Kopfhaut so platziert, dass die Hirnaktivität aufgezeichnet werden kann. Gegebenenfalls wird der Patient gebeten, die Augen zu öffnen und zu schliessen oder tief und kräftig zu atmen (Hyperventilation), auch kann ein Blitzlicht (Stroboskop) zur Aktivierung des Gehirnes angewandt werden.
Die Untersuchung selber dauert etwa 20 Minuten, mit Vor- und Nachbereitung 45 bis 60 Minuten.
Hinweis: In einzelnen Fällen kann es hilfreich sein, dass die Patienten während des EEGs besonders müde sind. Das bedeutet, dass Sie in der Nacht vor der EEG-Aufnahme nicht schlafen dürfen (Schlafentzug). Am nächsten Tag erfolgt dann das EEG. Patienten, die das betrifft, werden jeweils vorher genau informiert.
Welche Nebenwirkungen hat ein EEG?
Ein EEG ist schmerzfrei und ungefährlich, es wird kein Strom zugeführt. Zudem werden Sie während der gesamten Untersuchung von einer spezialisierten Fachkraft betreut.
Das Kontaktgel, das beim Anbringen der Elektroden verwendet wird, kann in getrocknetem Zustand weissliche Rückstände hinterlassen. Diese lassen sich nach der Untersuchung durch Kämmen oder Haarewaschen leicht wieder entfernen.
Auswertung des EEG
Das EEG kann direkt nach der Untersuchung von einem darauf spezialisierten Neurologen ausgewertet werden. Je nachdem, welche Symptome den Patienten zum Neurologen geführt haben, beurteilt er die Kurven im Hinblick auf die klinische Fragestellung. Dabei achtet er insbesondere auf umschriebene Veränderungen und ob es Zeichen einer erhöhten Anfallsbereitschaft z.B. bei Epilepsie gibt. Er beurteilt den Kurvenverlauf und sucht nach Auffälligkeiten. Der Befund kann dann direkt mit dem Patienten besprochen werden.