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Teilnahme des Kantons Appenzell Ausserrhoden am Bundesprogramm 2013 - 2017
Die Leitung des Programms obliegt dem Staatssekretariat für Migration (SEM) in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG). Appenzell Ausserrhoden beteiligt sich mit dem Netzwerk gegen Zwangsheirat ZARtwerk in der Phase I (2013-2014) und Phase II (2015-2017) am Bundesprogramm, das aufgrund des neuen gesetzlichen Rahmens ins Leben gerufen wurde. Die Problematik der Zwangssituationen für Frauen und Männer im Zusammenhang mit Partnerschaft, Heirat oder Scheidung ist kein Massenphänomen, aber es sind auch keine Einzelfälle, wie die Erfahrungen im Kanton zeigen. Mit Hilfe des ausserrhodischen Netzwerks mit rund 15 Fachpersonen, können Betroffene wie auch Kontaktpersonen (Lehrkräfte, Freunde etc.) zielgerichtet zugewiesen oder beraten werden.
In der Schweiz sind in den Jahren 2012 und 2013 schätzungsweise 1400 Personen unter Zwang oder Gewalt seitens ihrer Angehörigen zur Heirat, zur Beendigung einer Liebesbeziehung oder zum Verzicht auf eine Scheidung gedrängt worden, wie eine aktuelle Studie der Universität Neuenburg aufzeigt. Die Untersuchungen machen deutlich, dass Zwang insbesondere in zwei unterschiedlichen Situationen einer Beziehung auftauchen kann: Im Vorfeld der Verheiratung oder innerhalb einer Ehe. Im ersten Fall stehen junge Menschen unter Druck, eine Ehe zu schliessen, die sie nicht möchten, oder auf einen Partner zu verzichten, den sie eigentlich lieben. Zum zweiten Fall zählen all jene Ehesituationen, in denen Frauen und Männer in konflikthaften oder gewalttätigen Beziehungen ausharren, die sie – gezwungen durch die Familienehre oder durch einschränkende Aufenthaltsbewilligungen – nicht ohne weiteres verlassen können.