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Die Vjose hat ihre Quelle in Nordgriechenland – Albanien durchfliesst sie vom Süden bis zu ihrer Mündung ins Adriatische Meer nördlich von Vlora. Die Vjosa ist einer der grössten und längsten noch naturbelassenen Flüsse Europas. Sie passiert schöne Berglandschaften und hat tiefe Schluchten geformt. In der Region des Vjosatals gibt es nebst der eindrücklichen Natur noch viel Kultur zu sehen: Monumente von der Antike bis in die Gegenwart.
Vjosatal
Bis zum Austritt in die Küstenebene nördlich von Vlora verläuft die Vjosa in einem schönen Tal, zum Teil von hohen Bergen umgeben. Im südlichen Bereich nach der griechischen Grenze liegt die Region von Përmet – ein abgeschiedenes Gebiet rund um das Städtchen Përmet mit Kulturdenkmälern und Nationalpark.
Östlich von Tepelena passiert der Fluss die Tiefe Këlcyra-Schlucht. Tepelena ist ein kleines Städtchen, das vor 300 Jahren zu den bedeutendsten der Region zählte. Hier trifft der Fluss auf die wichtige Nord-Süd-Verbindung nach Gjirokastra. Die Strasse nach Mittelalbanien folgt zum Teil der Vjosa im Tal, zum Teil windet sie sich durchs Hügelland, wo wir in der Mallakastra hoch über dem Fluss auf eine der schönsten antiken Ruinenstätte Albaniens treffen.
Die Vjosa ist zum Zankapfel zwischen Naturschützern und Bauherren geworden. Es gibt diverse Pläne, am Fluss Kraftwerke zu bauen. Diese würde aber eine unberührte Landschaft zerstören, weshalb Naturschutzorganisationen sich dagegen wehren. Sie kämpfen um den Erhalt eines der letzten grossen Flüsse Europas, der noch über einen natürliches, unverbautes Flussbett verfügt und wo Tiere sich ungestört bewegen können.
Tepelena
Das kleine Städtchen ist der zentrale Ort im mittleren Vjosatal: Hier gabelt sich die Strasse: Geradeaus geht es nach Gjirokastra, eine Abzweigung führt weiter der Vjosa entlang nach Përmet. Tepelena ist bekannt für sein Mineralwasser, seine Burg und Ali Pascha (1741–1822), den Despoten aus einem Nachbardorf, der von den Türken geköpft wurde. Ein Denkmal, das an ihn erinnert, findet sich am südlichen Ortseingang.
Hoch über der Vjosa liess Ali Pascha eine Burg errichten, die den Verkehr im Tal kontrollierte. Die grossen Mauern und ein paar Türme sind noch heute zu sehen – der prunkvolle Palast, von dem der englische Dichter Lord Byron berichtet hatte, ist jedoch verschwunden. Die alte Substanz der Burganlange ist in einem eher schlechten Zustand. Hübsch anzusehen ist eine wacklige Hängebrücke über den Fluss, die unter Ali Pascha errichtet wurde.
Etwas südlich von Tepelena liegt die Wasserabfüllanlage. Nur wenige hundert Meter weiter in Richtung Gjirokastra liegt der Rastplatz »Ujë i ftohtë«, wo zahlreiche Quellen entspringen. Unter den Bäumen lässt sich dank der Frische des kühlen Wassers gut pausieren.
Tepelena wird in der Regel nicht für Übernachtungen ausgewählt. Die Stadt bietet nur wenig für Touristen.
Von Tepelena führt hingegen eine kleine Strasse nach Südwesten ins Kurvelesh, eine unberührte Region mit wilder Berglandschaft und einigen kleinen Dörfern. In vielen Dörfern mit alten Steinhäusern gibt es Gästezimmer zu mieten. Besucher der Region kommen wegen der Natur: Das Kurvelesh eignet sich mit seinen Schluchten, Karstbergen und Wasserfällen sowie Wäldern gut für Trekking. Auf Mehrtagstouren kann man sogar bis zur Küste an der Albanischen Riviera wandern. Eindrücklich ist auch der Aquaedukt aus Ali Paschas Zeiten beim Dorf Bënça.
Këlcyra und Schlucht
Etwas südlich von Tepelena zweigt die Strasse nach Përmet ab. Zuerst wird der Drino überquert, dann auf einer schmalen Brücke aus den 30er Jahren die Vjosa (das albanischsprachige Schild sagt, dass nicht mehrere Fahrzeuge gleichzeitig die Brücke passieren dürfen). Danach geht es dann langsam in die Këlcyra-Schlucht (albanisch »Gryka e Këlcyrës«). Die Vjosa hat sich hier einen tiefen Einschnitt gegraben durch zwei hohe Bergketten, die in Nord-Süd-Richtung verlaufend das Bild Südalbaniens mitprägen (siehe auch Bild weiter oben).
Die Schlucht ist eine einsame Gegend, in der plötzlich eine weitere Wasserabfüllanlage auftaucht. Daneben liegt ein modernes Kloster. Nur wenig weiter führt eine schmale Eisenbrücke über den Fluss, der hier tief eingeschnitten zwischen den Felsen fliesst. Auf der anderen Seite liegen zwei Restaurants – ein sehr beliebter Rastplatz: Einige starke Bäche fliessen durch die Anlage und fallen in hübschen Kaskaden in die Vjosa. Gerade an heissen Tagen ein sehr angenehmer Ort.
Ein paar Kilometer weiter erreicht man das Ende der Schlucht und die Kleinstadt Këlcyra. Hier haben schon die Römer gegen die Makedonier gekämpft, als sie den Balkan eroberten. Über dem Ort liegt eine Festung aus osmanischer Zeit, mit der der Weg durch die Schlucht kontrolliert wurde. Die Aussicht ist schön, die Ruinen sind aber nicht die Mühen des Aufstiegs wert.
Përmet
Bei Këlcyra hat man die Region von Përmet erreicht. Bis zum Kreishauptort sind es noch knapp 20 Kilometer. Die Strasse ist weiterhin eher schmal und in bescheidenem Zustand, aber lässt sich gut befahren. Man passiert zuerst den bewaldeten Park und kommt dann zu einer Brücke, die über die Vjosa in die Stadt führt. Unweit der Brücke, etwas südlich des Hauptplatzes befindet sich die Touristeninformation.
Përmet hat nicht mehr allzuviel historische Substanz: Der Ort wurde im Zweiten Weltkrieg wiederholt zerstört, da die Partisanen in der Region recht aktiv waren. Die Provinzstadt strahlt eine angenehme Gemütlichkeit aus – es geht ruhig zu und her, man trifft sich abends am Hauptplatz, und die Landschaft mit Vjosa in einer kleinen Schlucht und den steilen Bergen Dhëmbel und Nemërçka ist eindrücklich.
Stadtbesichtigung
Startpunkt ist wohl der Hauptplatz. In der Parkanlage mit dem kommunistischen Denkmal («Lapidari«) kann man zur Vjosa hinunterblicken und die zahlreichen Rosen geniessen. Man nennt Përmet auch die Rosenstadt.
Auffallend ist der Felsen »Gur i Qytet« (»Stadtfelsen«), der nördlich der Innenstadt rund 30 Meter hoch als grosser Klotz am Vjosa-Ufer herausragt. Auf der Rückseite führt eine eiserne Treppe hoch. Schwindelfreiheit und viel Vertrauen in das wacklige Konstrukt braucht es schon, um da hochzusteigen. Oben hat man eine schöne Aussicht über die Stadt. Ein paar Mauerreste weisen darauf hin, dass die Türken hier einen Wachtposten eingerichtet hatten. Der Weg zur Treppe führt auf der Strasse bergseitig am Felsen vorbei, durchs Gelände des Gymnasiums und um die Sporthalle.
Südlich des Hauptplatzes verfügt Përmet noch über etwas alte Bausubstanz. Hier ist auch das örtliche Museum, und hinter dem Kino liegen noch zwei alte Kirchen versteckt zwischen den Häusern. Shën Koll (Niklauskirche, 1750) ist ein ansehnlicher Bau, während Shën e Premtja ohne Turm schon fast etwas zerdrückt aussieht. Sie stammt aus dem Jahr 1776. Den Zutritt für die Kirchen sollte man sich bei der Touristeninformation besorgen.
Përmet eignet sich gut als Ausgangspunkt für Erkundigungen in der Umgebung. Es gibt zahlreiche Dörfer, kleine Kirchen, Tekken und viel Natur. Im Folgenden eine Auswahl von Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.
Nützlich: VisitPermet.org
Leusa
Eine hübsche kurze Wanderung führt von Përmet aus den Berg hoch zum Dorf Leusa mit seiner alten Kirche. Zugegeben, die Kirche wurde erst 1812 fertiggestellt und ist somit nicht sooo alt, aber der Ausflug doch sehr schön. Man erfährt respektive erläuft selber, wie schnell man in Albanien die Moderne hinter sich lassen kann – und damit sei auch gesagt, dass der Weg entgegen allfälliger anderslautiger Aussagen nicht fürs Auto tauglich ist (ausser vielleicht für Offroad-Enthusiasten, die vor gar nichts zurückschrecken). Die Wanderung zum Dorf Leusa hoch dauert rund 45 Minuten – der Weg beginnt in der südlichsten Ecke von Përmet, wo man gut das Auto stehen lassen kann. Die Kirche liegt zwischen hohen Bäumen hinter einer Mauer, die die ganze Anlage umgibt. Den riesigen, schmideisernen Schlüssel organisiert man sich am besten bei der Touristeninformation in Përmet. Oder man fragt beim ersten Haus am Weg, der beim Tor zum Kirchof hochgeht.
Eine ähnliche Wanderung führt nach Lipa, nordwestlich von Përmet. Die Kirche (18. Jahrhundert) dort ist historisch weniger bedeutsam, dafür ist das Dorf etwas schmuckvoller. Man könnte die beiden Dörfer auch kombinieren: In Përmet kurz nach dem Gymansium immer steil den Berg hoch, zuerst durch »Neu-Lipa« und weiter bis nach »Alt-Lipa«, wo am Eingang die kleine Kapelle wartet. Wem die Aussicht noch nicht gut genug ist, steigt noch steiler bis zum Kreuz am Berg hoch. Von dort führt der Weg noch etwas weiter zu einer neuen Einsiedlerkapelle in einer Schlucht. Zurück in Lipa geht es nach Süden bis Leusa. Im Abstieg nach Përmet kann man wiederum die Aussicht übers Vjosatal geniessen.
Marienkirche von Kosina
Auf halbem Weg nach Këlcyra, rund sieben Kilometer nördlich von Përmet, liegt das Dorf Kosina. Hier findet sich eine byzantinische Kirche aus (plus-minus) dem 15. Jahrhundert. Das Innere dieser Kirche ist nicht besonders ausgestattet, aber der Bau mit reichem Schmuck an der Fassade ist sehenswert. Schon von der Hauptstrasse kann man die Kreuzkuppelkirche sehen – es ist dann nur noch ein kurzer Abstecher.
Nationalpark Bredhi i Hotovës-Dangell
Der Nationalpark auf der Ostseite der Vjosa umfasst ein sehr grosses Gebiet, das recht abgelgen, wenig bevölkert und reich bewaldet ist. Im Zentrum stehen grosse Tannenwälder. Erschlossen wird das Gebiet über eine Strasse, die nicht ganz zehn Kilometer nördlich von Përmet abgeht. Der Nationalpark bietet Besuchern nicht allzu viel – ausser man hat Spass an endlosen Schotterpisten oder wilden Berglandschaften. Bei der Nationalparkverwaltung mit Picknickplatz gibt es auch Angaben zu Wandermöglichkeiten. Es stehen mehrere markierte Touren zur Auswahl, die Aussicht, Schluchten oder Kirchenruinen, aber in jedem Fall viele Tannenbäume bieten. Ziel der meisten Besucher ist das Dorf Frashër, das vor allem für die von hier stammenden drei »Nationaldichter« mit dem gleichen Namen bekannt ist. Ein kleines Museum widmet sich der Geschichte des Orts und seiner Bewohner. Ausserdem gibt es noch eine alte Bektaschi-Tekke.
Das Gebiet des Nationalparks kann nur mit Allradfahrzeugen erkundet werden. Von Përmet nach Frashër sind es rund 35 Kilometer. Es gibt auch eine Zufahrt aus Norden über Çorovoda und von Süden durch die Lengarica-Schlucht bei Petran. Diese Routen sind aber lang und eher in noch schlechterem Zustand und nur bei trockenen Verhältnissen einigermassen gut passierbar.
Eine gut erreichbare Sehenswürdigkeit des Nationalparks liegt ganz im Süden des Schutzgebiets bei Bënja – die Lengarica-Schlucht mit Thermalquellen, die im Folgenden separat beschrieben werden.
Bënja: Thermalquellen, osmanische Brücke und Schlucht
Bënja ist ein kleines Dorf in den Bergen südöstlich von Përmet. Auch hier findet sich eine Marienkirche, für ein Mal eher mit wuchtigen Steinmauern. Berühmt sind aber vor allem die Thermalquellen, die osmanische Steinbogenbrücke über die Lengarica und die Schlucht, die dieser Fluss gegraben hat, alles gleich nebeneinander unterhalb des Dorfes etwas weiter in den Bergen.
Die Brücke »Ura e Kadiut« gibt ein hübsches Motiv ab vor der Kulisse der sie umgebenden Berge. Auf der gleichen Seite sind am Hang etwas weiter oben noch Höhlen zu entdecken, die schon in prähistorischer Zeit bewohnt wurden. Rund um die Brücke – vor allem am linken Flussufer – gibt es mehrere Thermalquellen, die zum Teil in Becken gefasst werden. Hier lässt sich schön planschen. Es ist alles ganz natürlich und keinerlei Infrastruktur ausser einem sehr einfachen Café. Zum Umziehen muss man also in die Büsche, ausser man hat die Badehose schon morgens montiert.
Hinter der Brücke beginnt die Schlucht der Lengarica. Im Sommer, wenn der Fluss nicht allzu viel Wasser führt und dieses angenehm warm ist, kann man diese gut zu Fuss und schwimmend erkunden. Der Fluss hat hier eine sehr schmale Klamm gebildet, die sich bis zu 100 Meter tief ins Gestein gefressen hat und zum Teil nur drei Meter breit ist. Bis zum östlichen Ende sind es rund vier Kilometer. Einige Abenteurer sind hier auch schon mit Kanus durchgefahren. Noch nicht ganz absehbar ist, wie sich das Wasserkraftwerk auswirkt, das hier von einer österreichischen Firma gebaut wird.
Dieser interessante Ort ist bequem über asphaltierte Strassen zu erreichen. Von Përmet rund sechs Kilometer auf der Landstrasse am östlichen Ufer nach Süden und kurz vor dem Ort Petran links abbiegen und dem Verlauf der neuen Strasse nochmals rund sechs Kilometer folgen bis zur Betonbrücke über die Lengarica. Gleich davor rechts abbiegen und bis zur grossen Parkfläche vorfahren. Die Zufahrt zum Dorf Bënja ist weniger gut und geht ein paar hundert Meter früher in einer scharfen Rechtskurve links ab und den Berg hoch. Wer kein eigenes Transportmittel hat, muss wohl einige Kilometer zu Fuss laufen ab Petran.
Byllis
Byllis gehört zu den eindrücklichsten antiken Stätten Albaniens. Recht gross und sehr schön gelegen – nicht im, sondern hoch überm Vjosatal. Die illyrisch-römische Siedlung war eine grosse, bedeutende Stadt, die auf einem Hügel thront, der oben eine grosse, flache Ebene bietet. Byllis wurde im 4. Jahrhundert vor Christus als illyrische Stadt gegründet. Ab 229 v. Chr. stieg der römische Einfluss. In frühchristlicher Zeit wurde Byllis Bischofsitz. Im 6. Jahrhundert wurde der Ort von einfallenden Slawen zerstört.
Der Besucher kann umfangsreiche Ausgrabungen besichtigen und hat die Anlage meist fast ganz für sich allein. Hier zahlt sich aus, dass nur wenige Touristen nach Albanien reisen.
Der Archäologiepark bietet umfangreiche Ausgrabungen. Die Stadtmauern sind über viele Kilometer verfolgbar. Es wurden zahlreiche Gebäude ausgegraben, darunter mehrere frühchristliche Kirchen und Teile des Marktplatzes. Ganz im Süden der Stadt liegt das Theater, von wo aus man einen grossartigen Ausblick ins Vjosatal hat. Die Mosaike sind zeitweise zum Schutz mit Sand zugedeckt, aber immer wieder sind Säulen, Steinarbeiten und auch grosse Amphoren zu sehen. Ein Restaurant bietet die Möglichkeit, sich während der Besichtigung zu erfrischen. Die Anlage ist montags eventuell für Besucher geschlossen.
Die Anfahrt erfolgt von der alten Strasse nach Tepelena, die über Ballsh und durch die Hügel der Mallakastra führt. In einer Kurve auf der Passhöhe drei Kilometer südlich von Ballsh geht rechts eine kleine, asphaltierte Strasse ab. Dieser folgt man ca. fünf Kilometer bis ins Dorf Hekal. Im Dorfzentrum scharf links den Hügel hoch und nach 400 Metern rechts ab hoch zum Archäologiepark. Die alte Strasse Tepelena–Ballsh ist streckenweise leider in schlechtem Zustand. Die Zufahrt aus dem Vjosatal ist leider noch nicht fertig asphaltiert. Ein kleiner Weg geht 26 Kilometer ab dem Beginn der Schnellstrasse SH4 bei Levan resp. 45 Kilometer ab Tepelena von der Neubaustrecke ab und windet sich dann den Hügel nach Hekal hoch – aber wohl nur for 4×4-Fahrzeuge. Ab Ballsh fahren sicherlich Minibusse nach Hekal – aber wohl eher zur falschen Zeit. Insofern müsste man wohl auf Mitfahrgelegenheit hoffen ab Passhöhe und zurück (mit ein paar Lek zu entschädigen) oder ein Taxi nehmen.
Drei Kilometer südlich von Byllis befindet sich noch eine weitere, recht ähnliche antike Stätte auf einem Hügel: Nikaia. Beim Abzweiger nach Byllis einfach noch drei Kilometer weiter bis zum Dorf Klos. Die Ausgrabungen sind hier nicht ganz so spektakulär, und die Vorgängerstadt war kleiner. Es gibt aber wiederum ein Theater und auch ein kleines Museum (vermutlich nicht zugänglich).
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Verkehr
Anreise
-
Auto – Das Vjosatal liegt an der Nord-Süd-Achse von Mittealbanien über Fier nach Gjirokastra und zur griechischen Grenze. Früher führte die Strasse in engen Kurven, auf einem schlechten Asphaltband und mit viel Hoch-und-Runter durch die Hügel der Mallakastra (via Ballsh). Seit 2012 führt ein gutes Stück durchs Vjosatal – nur noch 23 Kilometer von der Grenze zwischen dem Qark Fier und dem Qark Gjirokastra verlaufen auf der alten Strasse. Diese neue Route fehlt noch auf vielen Karten.
Von Norden kommend fährt man jetzt in Fier durch weiter nach Vlora (die Umfahrung Fier ist noch im Bau) und biegt 10 Kilometer später nach dem Ort Levan auf die neue Schnellstrasse ab.
Von Süden aus Griechenland kommend kann man entweder den Grenzübergang Kakavia nordwestlich von Ioannina nehmen und auf guter Schnellstrasse über Gjirokastra nach Tepelena fahren. Alternativ steht der kleine Grenzübergang »Tre Urat« westlich von Konitsa zur Verfügung. Die 35 Kilometer von dort bis Përmet fahren sich mehrheitlich recht gut trotz der schmalen Strasse – einige Kilometer winden sich aber durch die Hügel.
Für die Strasse von Korça (Osten) siehe unter Weiterreise.
Die Verbindung von Berat nach Këlcyra (zwischen Tepelena und Përmet) ist äusserst schlecht. Die Strecke ist mehrheitlich unasphaltiert, seit dem letzten Weltkrieg kaum mehr ausgebessert worden und in vielen Karten viel zu gut markiert. Nur für Offroad-Fahrzeuge bei trockenen Verhältnissen zu empfehlen. Eher noch schlechter steht es um die Verbindung von Çorovoda.
Die Anfahrt nach Byllis ist oben beschrieben – aktuell nach wie vor über die alte Strasse via Ballsh.
- Busse – Nach Përmet fahren von Tirana aus regelmässig Busse. Für Tepelena muss man einen Bus nach Përmet oder Gjirokastra/Saranda nehmen. Abfahrtsort ist im Busdepot für den Süden (Rruga Kavajës 500 Meter über den inneren Ring folgen, dann links). Am späten Nachmittag dürften sich keine Busse mehr finden, die so weit fahren.
Von Saranda aus fahren die Busse nach Tirana durch Tepelena durch. Von Gjirokastra und Tepelena sowie Korça gibt es Verbindungen nach Përmet.
Es gibt auch Busse vom Grenzübergang »Tre Urat« (selten) nach Përmet und aus Griechenland direkt bis Përmet und Tepelena.
Weiterreise
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Auto – Die meisten Nebenstrassen sind in einem schlechten Zustand – Spielplatz für 4×4-Fahrer, wobei damit zu rechnen ist, dass Hangrutsche oder Nässe die Pisten unpassierbar machen respektive dass die Natur sich den Weg zurückerobert hat. Es werden aber immer wieder mal neue Dorfzufahrten asphaltiert.
Die Fahrt von Përmet über Leskovik und Erseka nach Korça ist sehr schön. Man braucht aber mehrere Stunden, geht es doch auf schmaler Strasse durchs Bergland – über lange Strecke verläuft die Strasse auf 1000 Meter und höher. Bei Çarshova sollte man das Vjosatal verlassen und die nördliche Strasse nach Leskovik nehmen. Die direkte Verbindung vom Grenzübergang »Tre Urat« nach Leskovik war 2014 im Bau und stellenweise kaum passierbar – Offroad-Fahrzeug nötig. Leskovik hat eine alte Kirche. Rund zehn Kilometer nach Leskovik gibt es ein hübsches Restaurant mit Fischzucht und Übernachtungsmöglichkeit: »Farma Sotira«. Dort werden auch Reit- und Wandertouren angeboten. In Borova kurz vor Erseka wird in einem grossen Friedhof der Opfer eines Wehrmachtsverbrechens gedacht (siehe Korça).
- Busse & Sammeltaxis – Es gibt Busse ab Përmet nach Tirana (morgens, mittags), zur Grenze respektive nach Griechenland, nach Korça und Gjirokastra.
Die umliegenden Dörfer sind jeweils per Furgon von den lokalen Zentren (Përmet, Këlcyra, Tepelena, Ballsh) zu erreichen.
In Tepelena halten die durchfahrenden Busse und Sammeltaxis an der Durchgangsstrasse beim Ali-Pascha-Denkmal.
In Përmet halten die Minibusse in die Dörfer in der Strasse gleich südlich vom Hauptplatz. Die Busse zu entfernten Zielen starten zum Teil auf der anderen Seite des Flussufers.
Essen & Schlafen
Im ganzen Vjosatal finden sich immer wieder Restaurants am Strassenrand. Zum Teil bieten sie auch Zimmer an. Es empfiehlt sich, in Përmet oder etwas weiter weg, zum Beispiel in Gjirokastra, zu nächtigen. Es gibt in Përmet mehrere Hotels direkt am Hauptplatz und etwas ausserhalb des Stadtzentrums das »Hotel Ramizi« in der zweiten Querstrasse hinterm Stadtfelsen.
Einkaufen
Vor allem die Region von Përmet ist bekannt für ihre kulinarischen Produkte. Hierzu zählen Wein, Schnaps und vor allem Früchte, oft auch eingemacht. Es gibt rund um Përmet diverse Weinkellereien und Betriebe, die lokale Produkte anbieten.
Freizeit & Kultur
Das kleine Städtchen Përmet hat ein recht reiches kulturelles Angebot. Im lokalen Kulturhaus werden immer wieder Veranstaltungen durchgeführt. Am Wochenende herrscht abends auch auf dem Haupltplatz reges Treiben – von einem Nachtleben kann aber noch nicht wirklich die Rede sein.
Die Gegend eignet sich – auch ausserhalb des Nationalparks – gut für Wanderungen und andere Outdoor-Aktivitäten wie Mountain-Bike-Fahren, Schwimmen in der Vjosa etc. Ganz ambitionierte Berggänger können von Përmet aus via Leusa den Gebirgszug über der Stadt erklimmen: Bis zum Pass sind es rund 1250 Höhenmeter, bis zum Gipfel des Dhëmbel (2050 m) nochmals fast 600 Höhenmeter. Die Nemërçka wird nicht von Osten begangen.
Wetter
Das Klima in Südalbanien ist meist recht mild respektive heiss im Sommer. Es gilt aber zu bedenken, dass im südlicheren Bereich sehr hohe Berge das Vjosatal umgeben. Auch wenn der Talboden unter 300 Meter liegt, kann es im Winter doch empfindlich kühl werden. Und gerade auf der Strecke nach Korça kommt man auch bald in Gebiete, die regelmässig schneebedeckt sind.