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Geschichte und Brauchtum
Die Entwicklung der Bahnen
Die Geschichte des Karussells
Der englische Reisende Peter Mundy war der Erste, der von einem Karussell berichtete. In seinem Tagebuch schrieb er im Jahr 1620 über eine von Menschenkraft angetriebene Kuriosität mit acht Sitzen und zeichnete dazu eine Skizze. Gesehen hatte er das Ding in Philippopolis (Bulgarien). «Es besteht aus einem grossen Wagenrad,
an dessen Aussenseite kleine Sitze befestigt sind, worauf die Kinder ihren Platz einnehmen. Dann wird das Rad in Bewegung versetzt und kreist in horizontaler Richtung herum.» An der Herbstmesse gab es die ersten Karussells um 1800. Zuerst wurden sie von Pferden oder Menschen angetrieben, ab etwa 1870 mit Dampf und ab den 1930er-Jahren mit Strom.
Seit den 1850er-Jahren spielt auf vielen Karussells eine Orgel, um die Leute darauf aufmerksam zu machen. In welche Richtung dreht ein Karussell eigentlich? Kommt auf die Herkunft an. In den frühen Karussells ritten die Kinder ausschliesslich auf Pferden. Und weil ein Reiter sein Pferd von der linken Seite her besteigt, damit er Schwert oder Lanze in der rechten Hand halten kann, sollte die linke Seite aussen sein. Also dreht es sich im Uhrzeigersinn. Das war und ist auch heute noch so in Grossbritannien. Bei deutschen Karussells ist es gleich umgekehrt. Der Grund: Im 18. Jahrhundert wurden Trainingskarussells entwickelt, um zu üben, mit der Lanze kleine Ringe aufzuspiessen. Und zwar auf einem hölzernen Pferd, das an einem Drehkreuz montiert war. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind und die Waffe rechts halten, drehten und drehen die Karussells noch heute gegen den Uhrzeigersinn.
Die Geschichte der Achterbahn
Die ersten Versuche einer Achterbahn erfolgten im 17. Jahrhundert in Russland. Die Leute bauten Rampen aus Holz und bedeckten sie mit Schnee und Eis. So konnte man die künstlichen Berge runterrutschen. 1804 gab es einen solchen russischen Berg auch in Paris. Aber nicht für lange. Wegen der vielen Unfälle wurde er bald wieder stillgelegt. In der Folge entwickelten die Franzosen Bahnen mit Schienen. 1817 entstanden in Paris die beiden Anlagen «Les Montagnes Russes» und «Promenades Aériennes» mit einer Höhe von 30 Metern und einer wellenförmigen Abfahrt.
Die ersten Achterbahnen waren geboren. Von Frankreich aus verbreiteten sich die Bahnen in ganz Europa. Ende des 19. Jahrhunderts gab es erste Achterbahnen mit Loopings. Weil diese aber so eng waren, zogen sich viele Besucher Verletzungen der Halswirbelsäule, also Schleudertraumen, zu. Die erste moderne Achterbahn mit Looping bauten 1976 die USA mithilfe des deutschen Konstrukteurs Werner Stengel. Viele der Achterbahnen in Europa konstruierte die Karussellfabrik Heinrich Mack in Waldkirch im Breisgau. Die erste entstand 1921 für die Schausteller Siebold & Herhaus in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Henrich Weidauer. Er war es dann auch, der die Achterbahn nach Basel brachte.