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forlaufend
Bestandteile, wie Schleim, Eiweiß, Chlorophyll, abgeschieden worden sind. Bei der Bereitung des Auszugs muß mit möglichst wenig Flüssigkeit eine möglichst konzentrierte Lösung dargestellt und die vegetabilische Substanz doch vollständig erschöpft werden (vgl. Auslaugen). Die auf irgend eine Weise gewonnenen Extraktbrühen müssen bei einer den Siedepunkt des Wassers nicht erreichenden Temperatur möglichst schnell eingedampft werden, damit von den flüchtigen Bestandteilen nichts verloren gehe und die Extraktivstoffe durch die Einwirkung der Luft sowenig wie möglich verändert werden.
Aus denselben bildet sich nämlich besonders in höherer Temperatur leicht ein unlösliches Oxydationsprodukt (Extraktabsatz, Apothema), welches die Lösungen der Extrakte trübt. Von den alkoholischen und ätherischen Auszügen destilliert man den Alkohol und Äther ab, der zu demselben Zweck (aber nicht zu jedem andern) wieder verwendbar ist. Die gemischten, kolierten oder filtrierten Auszüge werden (eventuell nach der Destillation) [* 2] im Wasserbad unter beständigem Rühren (mit Rührapparaten) auf die Hälfte eingedampft, dann zum Absetzen zwei Tage beiseite gestellt und nach dem Dekantieren weiter verdampft.
Sehr empfehlenswert sind Verdampfapparate mit Luftverdünnung, weil in ihnen die schädliche Einwirkung der Luft auf die Extraktbrühen fast vollständig vermieden und ein Verdampfen bei niederer Temperatur ermöglicht wird. Man kann sie ohne Luftpumpe [* 3] konstruieren, indem man den retortenförmigen Verdampfapparat mit einer großen, eiförmigen Vorlage luftdicht verbindet, die in einem Kühlfaß steht. Nach dem Erwärmen auf etwa 60° sperrt man durch einen Hahn [* 4] die Verbindung zwischen Verdampfapparat und Vorlage, verdrängt aus letzterer die Luft durch Wasserdampf, verschließt sie dann wieder luftdicht, setzt sie mit dem Verdampfapparat in Verbindung und wiederholt dies Verfahren.
Heizt man dann den Verdampfapparat mit Dampf [* 5] und kühlt die Vorlage gut, so tritt bei 55° rapide Verdampfung ein; bei Anwendung einer Luftpumpe reicht man mit Heizung [* 6] auf 40°. Zur Darstellung von Extrakten aus frischen narkotischen Vegetabilien wäscht man diese schnell ab, zerkleinert sie mit dem Stampfmesser, zerstößt sie dann im Mörser zu Brei, verdünnt diesen mit 5 Proz. Wasser, preßt aus, mischt den Preßkuchen abermals mit 5 Proz. Wasser, preßt wieder, erhitzt die Flüssigkeit bis 80°, koliert, verdampft bis auf den zehnten Teil vom Gewicht des Vegetabils, mischt den Rückstand mit dem gleichen Gewicht Alkohol, gießt nach 24 Stunden vom Bodensatz ab, preßt letztern aus und verdampft die filtrierten Flüssigkeiten.
Die trocknen Extrakte werden durch starkes Eindampfen und Austrocknen der in kleine Flocken zerzupften Masse bei 35-40° erhalten. Die trocknen narkotischen Extrakte läßt die Pharmacopoea germanica unter Zusatz von Süßholzwurzelpulver bereiten, wobei dann zwei Teile des trocknen Extrakts einem Teil Extrakt von Musdicke entsprechen. Das Pulver wird erst zugesetzt, wenn der Auszug bis zur Extraktkonsistenz verdampft ist, und die völlige Austrocknung geschieht dann in einem mäßig erwärmten Raum.
Diese Präparate sind nur wenig hygroskopisch und bewahren in verschlossenen Gefäßen ihre Pulverform sehr lange. Extrakte finden namentlich als Arzneimittel in großer Zahl Verwendung, doch werden auch aus Farbhölzern und Gerbmaterialien [* 7] Extrakte für die Technik dargestellt; ebenso hat man Gewürzextrakte (lösliche Gewürze), Kaffeeextrakt und das Fleischextrakt als fast einziges Präparat aus tierischen Substanzen dargestellt. Im Handel führen aber auch bisweilen die nicht eingedampften spirituosen Auszüge den Namen der in diesem Fall gleichbedeutend ist mit Tinkturen.