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Einen Tag nach dem Rücktritt von Südafrikas Präsident Jacob Zuma ist dessen bisheriger Stellvertreter Cyril Ramaphosa zum neuen Staatschef gewählt worden.
Da es im Parlament keinen Gegenkandidaten gab, gilt Ramaphosa ohne Abstimmung als gewählt, wie der Präsident des südafrikanischen Verfassungsgerichts, Mogoeng Mogoeng, erklärte.
Er leitete am Donnerstag die Sitzung des Parlaments in Kapstadt. Nach der Wahl brachen im Parlament Applaus und Gesang aus. Eine kleinere Oppositionspartei hatte das Plenum vor der Abstimmung aus Protest verlassen.
Ramaphosa, der als Unternehmer ein Millionenvermögen angehäuft hat, steht im Ruf, ein pragmatischer Managertyp zu sein. Auf Ramaphosa warten grosse Herausforderungen: Als Präsident wird er Südafrika mit seinen rund 55 Millionen Einwohnern wieder auf Kurs bringen müssen. Südafrika ist der am meisten entwickelte Staat des Kontinents, doch die Kluft zwischen Arm und Reich, eine Arbeitslosenquote von fast 28 Prozent und zahlreiche Korruptionsenthüllungen haben für grosse Unzufriedenheit gesorgt.
Zuma hatte am Mittwochabend unter dem Druck der Regierungspartei ANC nach rund neun Jahren an der Macht seinen Rücktritt erklärt. Damit kam der von Korruptionsskandalen belastete Präsident einem für Donnerstag geplanten Misstrauensvotum im Parlament zuvor. Der 75-jährige Zuma sagte am Mittwochabend in Pretoria, er sei stolz darauf, für den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) gegen "Jahrhunderte andauernde Brutalität der weissen Minderheit" gekämpft zu haben.
Zum in der Kritik
Zumas Präsidentschaft wurde jedoch seit geraumer Zeit überschattet von Vorwürfen, er habe einer Unternehmerfamilie Geschäfte zugeschustert und ihnen unzulässig Einfluss auf die Politik gewährt - bis hin zur Ernennung von Ministern und Managern staatlicher Unternehmen. Trotz schwerer Vorwürfe der unabhängigen Antikorruptionsbehörde wurde Zuma bisher nicht angeklagt. Der Staatschef bestreitet alle Vorwürfe.
Ramaphosa war seit 2014 Vizepräsident. Er schaffte es jedoch, nicht von Zumas Skandalen belastet zu werden. Er war lange Jahre Anti-Apartheid-Aktivist und stieg in den 1980er Jahren zum wichtigsten Gewerkschaftsführer des Landes auf. Nach dem Ende der Apartheid galt er als Kronprinz von ANC-Chef Nelson Mandela, der 1994 Südafrikas erster demokratisch gewählter Präsident wurde. Als Mandela ihn bei der Nachfolge überging, zog sich Ramaphosa 1997 weitestgehend aus der Politik zurück.