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Leben mit Diabetes erfordert viel Kraft – insbesondere mental. Die Art und Weise, wie Menschen auf gewisse Umstände reagieren und welche Gefühle sie dabei empfinden, sind sehr unterschiedlich. Gerade die Gefühle in Bezug auf Diabetes-Management im Alltag fallen sehr unterschiedlich aus - Frustration, Schuldgefühle, Wut, Sorge sind verständliche Reaktionen bei jedem, der eine chronische Erkrankung diagnostiziert bekommt.
Es gibt keine «richtigen» oder «falschen» Gefühle und doch gibt es Gefühle, die darauf hindeuten, dass der Diabetes einem zu viel wird:
- Sie ärgern sich über den Diabetes und sind frustriert über die hohen Anforderungen, die das Diabetes-Management an Sie stellt.
- Sie machen sich Sorgen, dass Sie Ihren Diabetes nicht gut genug «managen», sind aber nicht motiviert genug, daran etwas zu ändern.
- Sie vermeiden es, ihre Blutzuckerwerte zu kontrollieren oder zögern Kontrolltermine bei Ihrem Diabetologen/Ihrer Diabetologin heraus.
Darunter versteht man Diabetes-Distress – eine Art diabetesbezogenen emotionalen Dauerstress. Diabetes-Distress ist ein negativer emotionaler Zustand, der mit Gefühlen wie Frustration, Schuld, Scham, Versagen, Selbstzweifel, Angst und Hoffnungslosigkeit im Zusammenhang mit dem Diabetes und dem Diabetes-Management einhergeht. Das heisst aber nicht, dass man diese Gefühle auch in Bezug auf andere Dinge des Lebens hat. Diabetes-Distress ist keine psychische Erkrankung, sondern eine emotionale Belastung, die als Reaktion auf die alltäglichen Herausforderungen im Umgang mit dem Diabetes auftreten kann. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass jede vierte Person mit Typ 1 Diabetes und jede sechste mit Typ 2 Diabetes irgendwann ein höheres Mass an Diabetes-Distress erlebt.
Diabetes-Burnout ist ein relativ neues Konzept: Eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 2020 untersuchte wie Diabetesbetroffene Diabetes-Distress und Diabetes-Burnout empfinden. Es zeigten sich eine Reihe von Ähnlichkeiten zwischen den beiden Zuständen: das Gefühl der Ohnmacht im Umgang mit Diabetes, Frustration und Wut auf den Diabetes und seine Behandlung, sich ausgebrannt oder überfordert zu fühlen. Und trotzdem sahen Betroffene auch Unterschiede zwischen Diabetes-Distress und Diabetes-Burnout: So scheint zusätzlich eine tiefe Erschöpfung charakteristisch für ein Diabetes-Burnout zu sein. Einige aktuelle Studien legen nahe, dass Diabetes-Burnout eine Folge von dauerhaftem Diabetes-Distress sein könnte, doch muss diese Aussage erst noch durch zusätzliche Studien erhärtet werden.
Eine Depression ist im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Belastungszuständen eine psychische Erkrankung, die zwar als Begleiterkrankung bei Menschen mit Diabetes auftreten kann, aber nicht spezifisch mit dem Diabetes oder dem Diabetes-Management zusammenhängt. Eine Depression zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person eine länger anhaltende Phase gedrückter oder hoffnungsloser Stimmung oder ein Gefühl der inneren Leere durchlebt, das mit Lust- und Freudlosigkeit bis hin zu tiefer Verzweiflung einhergehen kann – und zwar über alle Lebensbereiche hinweg.
Haben Sie das Gefühl, dass Sie an Diabetes-Distress oder -Burnout leiden oder fühlen Sie sich depressiv? Sprechen Sie darüber!
Auf der Website www.depressionen.ch sind Anlaufstellen und Hilfsangebote aufgelistet. Die Website wird vom Verein Equilibrum betrieben, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen mit Depressionen zu helfen.