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Unterabteilung des Staatsgebiets, welche einer gewissen Behörde unterstellt ist. So spricht man z. B.
von dem Jurisdiktionsbezirk eines
Gerichts, von dem
Amtsbezirk einer Verwaltungsbehörde u. dgl.
Zum
Zweck der innern
Verwaltung insbesondere sind verschiedene
Staaten in Bezirke eingeteilt, während in andern
Staaten dafür
die offizielle Bezeichnung
»Kreis«
[* 2] besteht. Die bayrischen
Kreise
[* 3] (Regierungsbezirke) dagegen bezeichnen die
Provinzen des
Landes.
Sie zerfallen in Verwaltungsdistrikte, welche Bezirksämtern unterstellt sind. In
Sachsen
[* 4] bildet jede
Amtshauptmannschaft einen Bezirksverband, dessen kommunale Gesamtinteressen durch die Bezirksversammlung vertreten werden,
welch letztere wiederum den
Bezirksausschuß wählt. Ebenso bestehen in
Baden
[* 5] Bezirke mit Bezirksämtern, in
Weimar
[* 6] mit Bezirksdirektoren,
während die Vertretung der entsprechenden Kommunalverbände dem Bezirksrat, resp. dem Bezirksausschuß
obliegt. In
Preußen
[* 7] zerfallen dieProvinzen in Regierungsbezirke mit Bezirksregierungen, für welche ein
Bezirksrat die gemeinsamen kommunalen
Interessen vertritt.
Für jeden Regierungsbezirk und für den
Berliner
[* 8]
Stadtkreis besteht ein Bezirksverwaltungsgericht (s.
Verwaltung). In militärischer
Hinsicht wird das deutsche Reichsgebiet in 17 Armeekorpsbezirke eingeteilt. Jeder Armeekorpsbezirk bildet einen besondern
Ersatzbezirk; das Großherzogtum
Hessen
[* 9] bildet einen Ersatzbezirk für sich. Jeder Ersatzbezirk zerfällt
in vier, das Großherzogtum
Hessen in zwei Infanteriebrigadebezirke. Jeder Infanteriebrigadebezirk besteht aus den Bezirken
der zugehörigen Landwehrbataillone. An der
Spitze derMilitärverwaltung des Landwehrbataillons steht das
Bezirkskommando mit
dem Bezirkskommandeur und mit dem nötigen
Personal und Unterpersonal, insbesondere den Bezirksfeldwebeln. Die Landwehrbataillonsbezirke
zerfallen in Aushebungsbezirke (in der
Regel den
Kreisen entsprechend) und diese letztern nötigen Falls
in Musterungsbezirke.
in wörtlicher Bedeutung das von einer Kreislinie Umschlossene, ein bestimmtes Gebiet, z. B.
Stadtbezirk, Jagdbezirk. Bei der polit. Einteilung desStaates wird der Ausdruck Bezirk mehrfach für ein bestimmtes Verwaltungs-
oder Gerichtsgebiet gebraucht.
Während in der jetzigen Deutschen Gerichtsverfassung das Wort Bezirk eine technische Bedeutung
nicht mehr hat, ist dasselbe die eigentliche Bezeichnung für die mittlern Verwaltungseinheiten in fast
allen StaatenDeutschlands.
[* 10] – In Preußen wurde die heutige Organisation der Bezirk (Regierungsbezirke) durch die Steinsche Gesetzgebung
von 1808 geschaffen: an die Stelle der Kriegs- und Domänenkammern traten die heutigen Bezirksregierungen.
Auch bei den territorialen Neuerwerbungen der spätern Zeit wurde diese Einrichtung überall durchgeführt,
so daß sie heute in der ganzen Monarchie besteht; die Zahl der Bezirk beträgt 35. Ursprünglich waren die Regierungen
kollegial organisiert und in mehrere (zuletzt drei) Abteilungen gegliedert, welche in der Hauptsache als selbständige Behörden
arbeiteten. Das Verhältnis besteht jetzt noch für die zweite, die Kirchen- und Schul-, sowie die dritte,
die Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten; dagegen ist für die erste, die Polizeiabteilung, die Kollegialverfassung
aufgehoben und durch das Präfektursystem ersetzt worden, wonach hier der Regierungspräsident allein entscheidet, und auch
die Aufhebung der zweiten Abteilung ist beabsichtigt.
Eine kommunale Organisation der Bezirk, wie der Kreise und Provinzen besteht in Preußen nicht. (Rechtsquellen:
Verordnung vom Gesetz vom (S. auch Bezirksausschuß.)
– In Sachsen entspricht der Bezirk (Amtshauptmannschaft) dem preuß. Kreise, sowohl als Staatsverwaltungs- wie
als Kommunalbezirk; derselbe ist eine Schöpfung der neuesten Zeit unter den Kreishauptmannschaften und wird verwaltet durch
besoldete Staatsbeamte, die Amtshauptleute, welchen Bezirksversammlungen und Bezirksausschüsse als Selbstverwaltungsorgane
zur Seite stehen. In Württemberg
[* 11] besteht eine analoge Einrichtung in den Oberamtsbezirken, in Bayern
[* 12] und Baden in den Bezirksämtern;
diese Organisationen dienen aber lediglich der Staatsverwaltung, ohne daß Selbstverwaltungselemente beteiligt
wären. Dagegen sind die drei elsaß-lothringischen Bezirk (Oberelsaß, Unterelsaß, Lothringen) mehr den preuß. Regierungsbezirken
verwandt, unterscheiden sich jedoch von diesen durch die gewählten Bezirkstage, welche auf dem Gesetz vom 28. Pluviose Ⅷ.
beruhen und eine ziemlich ausgedehnte Kompetenz (besonders in finanziellen und Steuersachen) neben dem
Bezirkspräsidenten des Staates haben.
In militärischer Hinsicht wird das Gebiet des DeutschenReichs in 19 Armeekorpsbezirke eingeteilt (s. Deutsches Heerwesen);
jeder Armeekorpsbezirk bildet einen besondern Ersatzbezirk, das Großherzogtum Hessen einen für sich. Jeder Ersatzbezirk
zerfällt in 4, das Großherzogtum Hessen in 2 Brigadebezirke; jeder der letztern besteht aus 4‒6 Landwehrbezirken,
früher Landwehr-Bataillonsbezirke genannt. Diese sind in Rücksicht auf die Ersatzangelegenheiten in Aushebungsbezirke eingeteilt,
deren Umfang und Größe von der Einteilung in Civilverwaltungbezirke abhängt. In denStaaten mit Kreiseinteilung bildet in der
Regel jeder Kreis einen Aushebungsbezirk, in den andern Staaten werden die Aushebungsbezirke dergestalt gebildet, daß sie
in der Regel nicht weniger als 30000 und nicht mehr als 70000 E. umfassen. Jedem Landwehrbezirke ist
ein Stabsoffizier als Bezirkscommandeur (s. d.) vorgesetzt.
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