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Die Blätter der Stevia-Pflanze werden von den Ureinwohnern in Paraguay und Brasilien seit Jahrhunderten zum Süssen von Getränken und Speisen verwendet und die Pflanze wird sogar in der lokalen Heilkunde verwendet. In der Schweiz wurde erstmals 2008 vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Genehmigung erteilt, ein mit Stevia gesüsstes Getränk zu verkaufen (Stevia kann man z.B hier kaufen). Seitdem hat auch hier der Siegeszug dieses kalorienfreien und natürlichen Süssstoffes begonnen.
Wofür wird Stevia verwendet?
Die häufigste moderne Verwendung von Stevia ist als Süssstoff. Stevia wird dabei entweder pur als Pulver oder zuckerähnliches Granulat verkauft und angewendet, oder kleine Tablette geliefert, die z.B. direkt zum Süssen eines Getränks verwendet wird. Auch Mischprodukte aus herkömmlichem Zucker und Stevia werden angeboten und bei der Zubereitung von Speisen und Getränken eingesetzt. Der besondere Vorteil hier ist, dass dieses sogenannte Steviasucroseprodukt genau wie traditioneller Zucker angewendet werden kann, jedoch oft nur die Hälfte Kalorien hat. In Schokolade und Marmelade wird seit einigen Jahren ebenfalls bei einigen Marken auf Stevia zurückgegriffen. Solche Produkte haben einen deutlich höheren Preis, ihr Kalorienwert ist jedoch nur ca. ein Drittel niedriger als herkömmliche Vergleichsprodukte. Der Grund hierfür ist die gesetzliche Bestimmung, das maximal 30 % des Zuckers durch Stevia ersetzt werden dürfen. Für Gebäck inkl. Kekse hat Stevia bis heute von der EU-Kommission keine Zulassung als Süssmittel erhalten und wird daher in diesen Produktgruppen nicht verwendet. Ähnlich verhält es sich im Getränkebereich. Hier gibt es zwar zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten und Stevia wird in Südamerika seit Jahrhunderten für Getränke verwendet, jedoch gibt es in Europa und den USA Zulassungsbeschränkungen, die nur einen teilweisen Ersatz des klassischen Zuckers zulassen. Neben der Wirkung als Süssmittel hat Stevia auch nachgewiesene Wirkungen als Blutdruck- und Blutzuckersenker.
Kontroversen um Stevia
Die neue Forschung zum Thema Stevia kam Mitte der 1980er Jahren zu dem Ergebnis, dass ein Stoffwechselprodukt von Stevia als Wechselwirkung mit anderen Stoffen unter bestimmten Bedingungen erbgutverändernd wirken könnte. Diese Forschungsergebnisse wurden zwar schnell durch intensivere Forschung widerlegt, jedoch wurde Stevia deshalb lange mit zahlreichen Verboten und Auflagen bedacht, welche zum Teil bis in die Gegenwart reichen und dem kalorienfreien Honigkraut einen schlechten Ruf einbrachten.