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Allgemeines
In der Schweiz liegen einige der europaweit am stärksten durch Hagel gefährdeten Zonen. Am Alpenrand vom Kanton Bern bis in die Ostschweiz ist die Gefahr am grössten. Hier muss die Bevölkerung im Durchschnitt einmal pro Jahr mit Schäden durch 1 Zentimeter grosse Eiskörner rechnen. Weitere Gefahrenzonen sind das westliche Berner Oberland, das Südtessin, die Region Genfersee sowie der zentrale und östliche Jura.
Im Rahmen des Online-Tools Zurich Naturgefahren-Radar (zurich.ch/naturgefahren) beauftragte die Zurich Versicherungs-Gesellschaft die Firma Meteotest, die Hageldaten für die Schweiz aufzubereiten, basierend auf den neusten Datenreihen.
Der Zurich Naturgefahren-Radar wurde in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren und Geologen von GEOTEST AG entwickelt.
Interpretation der Gefährdung durch Hagel
Die Interpretation der Gefährdung durch Hagel in der Schweiz macht mit einer räumlichen Auflösung von 1 km x 1 km Aussagen zur maximalen Hagelkorngrösse bei einer Wiederkehrperiode von 50 Jahren. Dies bedeutet, dass an einem beliebigen Gebäudestandort mindestens einmal in 50 Jahren mit Hagelkörnern der in der Standortanalyse angegebenen Grösse zu rechnen ist.
Datengrundlagen und Methodik
Es wurden Datensätze der Zeitperiode 1999 bis 2018 ausgewertet. Folgende drei Datensätze wurden dabei verwendet:
Aus dem Datensatz 1 mit den Radarbildern mit Vertikalschnitten, lässt sich die Wolkenhöhe ableiten und mit der Nullgradgrenze auf die maximale Korngrösse schliessen. Der Datensatz 2 umfasst 20 Jahre an Radarbildern, mit welchen an Hand der Niederschlagsintensität von 100 mm/h (55 dBZ) die Korngrössen abgeschätzt wurde. Der Datensatz 3 beinhaltet 500 dokumentierte Bodenbeobachtungen von Korngrösse, Ort und Zeit seit 2011. Diese Quelle liefert wichtige Informationen zur Kalibration der aus den Datensätzen 1 und 2 abgeleiteten Korngrössen.
Innerhalb eines Hagelereignisses machen die grössten Korngrössen einen kleinen Anteil im niedrigen Prozentbereich aus. Deshalb kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass bei einer Beobachtung immer das grösste Korn gefunden und rapportiert wird. Trotzdem konnte ein Zusammenhang aus Beobachtung und Radarbildinformationen der Wolkenhöhe für die Berechnung der maximalen Hagelkorngrössen abgeleitet werden.
Die räumliche Verteilung der maximalen Korngrösse wie auch die Grössenordnung der Werte sind gut vergleichbar mit den Resultaten von Nisi (2016)[1], womit die vorliegende Hagelkarte als realistisch eingestuft werden kann.
Als Resultate entstanden fünf Karten mit der Häufigkeit für verschiedene Korngrössen von 0 bis 5 cm (Anzahl Tage pro km2 und Jahr mit der entsprechenden Korngrösse). Daraus wurde die Interpretation der Gefährdung durch Hagel in der Schweiz für die Wiederkehrperiode von 50 Jahren kompiliert, weil deren Aussage in der Logik vergleichbar ist mit den Gefahrenhinweiskarten von anderen Naturgefahrenprozessen.
Disclaimer
© Meteotest AG, Fabrikstrasse 14, 3012 Bern, 2018
[1] Nisi, Luca et al., 2016: Spatial and temporal distribution of hailstorms in the Alpine region: a long-term, high resolution, radar-based analysis, Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society