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Das Festival
Das Festival, aus der Bewegung der Filmklubs hervorgegangen, wird im Jahr 1969 aus der Taufe gehoben. Ende der 70er-Jahre erlebt es seine erste Reifezeit. In Nyon ist es möglich gewesen, die osteuropäische Produktion kennenzulernen, wie auch Produktionen aus vielerlei anderen Weltregionen, ohne die einheimischen Arbeiten zu vergessen, welche durch ihre thematischen und ästhetischen Qualitäten herausragen. Und auch die diversen Unabhängigkeitskämpfe haben in Nyon ein Echo ausgelöst: von den Drittweltländern über die sexuelle Befreiung bis zur Frauenemanzipation.
Visions du Réel
Die Entwicklung des Festivals nimmt im Jahr 1995 ihren Fortgang, als eine neue Direktion eingesetzt wird. Die Veranstaltung wird auf den Namen «Visions du Réel» umbenannt und profiliert sich sehr schnell als einer der wichtigsten Treffpunkte des Kinos der Wirklichkeit, und zwar sowohl in der Schweiz als auch auf internationaler Ebene.
Die Festivalpolitik verläuft auf zwei Hauptachsen: einerseits eine Programmgestaltung, welche die Begegnung und den Dialog zwischen allen Formen des Kinos der Wirklichkeit fördert (Experimentalwerke, Essays, Film-Tagebücher, Familienfilme, Grosse Reportagen, historische Untersuchungen, epische oder fragmentarische Erzählungen), und andererseits sind Begegnungsstätten wie die Etats des Lieux und ihre Ateliers, anlässlich derer die grossen Namen des Kinos willkommen geheissen werden (Johan van der Keuken, Robert Kramer, Alexander Sokurov, Robert Frank, Raymond Depardon oder Frederick Wiseman), zu unentbehrlichen Austauschplattformen geworden. Die Séances spéciales wiederum stellen regelmässig einen kohärenten Film-Komplex ins Scheinwerferlicht («Corpus Chisti» und Arte, BücherMenschen und Memoriav, Steps for the Future und Atelier 02, etc.).
Doc Outlook-International Market
Visions du Réel bemüht sich, einem möglichst breiten Publikum das Beste der aktuellen Produktion zu zeigen. Zum Zwecke der Promotion der Filme lädt das Festival aber auch Vertreter der Filmbranche - Sales Agents, Commissioning Editors und Programmeinkäufer, Filmverleiher, Produzenten und unabhängige Regisseure -, nach Nyon ein, um hier während « Brunches », Meetings oder informellen Diskussionen Informationen, Standpunkte oder Projektpläne auszutauschen. Ausserdem stellen die Market Screenings den Vertreibern jedes Jahr rund zweihundert sorgfältig ausgewählte Filme zur Verfügung.