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Das Schweizer CO2-Gesetz sah vor, die CO2-Emissionen in den Jahren 2008 bis 2012 gegenüber 1990 gesamthaft um 10% zu reduzieren. Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe sollten um 15% und diejenigen aus fossilen Treibstoffen um 8% vermindert werden. Unter Berücksichtigung des Zukaufs von Emissionsminderungszertifikaten aus dem Ausland wurde das Gesamtziel erreicht, die Reduktion der Brenn- und Treibstoffemissionen jedoch verfehlt. Bei den Brennstoff-Emissionen gelang eine Verminderung von 14, 5% statt 15%, die Treibstoff-Emissionen konnten nur um 6,6% statt um 8% reduziert werden.
Die neue CO2-Statistik des Bundes schätzt den tatsächlichen Treibhausgasausstoss (Kohlendioxid, Methan, Lachgas und verschiedene synthetische Gase) in der Schweiz für 2012 auf rund 52 Millionen Tonnen, was einer Reduktion von nur 2,5 Prozent gegenüber 1990 entspricht. Der Grossteil der Emissionsreduktion wurde demnach nur durch den Kauf von ausländischen Emissionszertifikaten und die Senkenleistung des Waldes erreicht.
Eine positive Bilanz zieht die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW), welche Schweizer Unternehmen bei der CO2-Reduktion unterstützt. Die 2400 Firmen, die von 2008 bis 2012 an dem Programm teilgenommen haben, konnten ihre CO2-Emissionen durchschnittlich um hohe 25% vermindern.
Um im Inland mehr Anreize für die Emissionsverminderung zu schaffen, werden jetzt die CO2-Abgaben erhöht. Die CO2-Abgabe auf Brennstoffe steigt ab 2014 deutlich an. Umgerechnet auf einen Liter Heizöl beträgt der Anstieg von 9,5 auf 16 Rappen und von 7 auf 12 Rappen pro Kubikmeter Erdgas. Durch die hohen Abgaben soll erreicht werden, dass die Schweiz das Kyoto-Ziel erreicht und unabhängiger von fossilen Brennstoffen wird. Der grösste Teil der Erträge geht zurück an die Bevölkerung und die Wirtschaft. Ein Drittel des Geldes wird für energetische Gebäudesanierungen und Investitionen in erneuerbare Energien im Rahmen des Gebäudeprogramms des Bundes eingesetzt.
Die Schweiz könnte bis 2020 ihre CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 40% senken und dank tieferer Energiekosten so erst noch Geld sparen. WWF Schweiz
Es ist bedauerlich, dass die CO2-Emissionen im letzten Jahrzehnt nur wenig gesunken sind, unter anderem weil zu wenig Anreize vorhanden waren. So „haben wir ohne Not ein Jahrzehnt verloren“, betont Patrick Hofstetter von WWF Schweiz. Die erhöhte CO2-Abgabe ist begrüssenswert – und längst überfällig. Bedauernswert ist aber vor allem, dass immer noch keine Abgabe auf Treibstoffe erlassen wird, obwohl gerade dort grosser Handlungsbedarf besteht. Umso mehr, da die Mineralölsteuer seit 1993 nie mehr der Teuerung angepasst wurde.
Weiterführende Infos:
BAFU Medienmitteilung: CO2-Ziel 2012 nicht erreicht: CO2-Abgabe auf Brennstoffe wird 2014 erhöht. 3.Juli 2013