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Am 6. November 1930 starb in der Psychiatrischen Klinik Waldau bei Bern der Patient Adolf Wölfli (*1864), nachdem er über die Hälfte seines Lebens in dieser Einrichtung verbracht hatte. Als junger Mann war er an Schizophrenie erkrankt, die sich unter anderem in Wahnvorstellungen und versuchter Notzucht mit Minderjährigen geäussert und ein selbständiges Leben in der Gesellschaft unmöglich gemacht hatte. Auch in der "Irrenanstalt" Waldau musste Wölfli immer wieder von anderen Patienten isoliert werden, da er stark halluzinierte und aggressiv auftrat. Gleichzeitig entfaltete er jedoch eine erstaunliche künstlerische Tätigkeit: Er schrieb und dichtete, komponierte Musikstücke und zeichnete unermüdlich, so dass im Laufe seines Lebens ein gigantisches Œuvre entstand, mit dem Wölfli heute einen festen Platz in der Kunst- und Kulturgeschichte der Moderne einnimmt.