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Wetternews: Schweden – innerhalb weniger Wochen von Sommer zu Winter
In einigen Gebieten Schwedens wurden die höchsten Temperaturen dieses Jahr erst im September gemessen.
Danach wurde es aber von Norden her deutlich kälter und seit Oktober herrschen winterliche Bedingungen mit Temperaturen deutlich unter der jahreszeitlichen Norm.
September: Sommerhitze und dann erster Schneefall in Lappland
Nach einem Sommer, der durch wechselhaftes, eher kühles und regnerisches Wetter gekennzeichnet war, weitete sich der Hochdruckeinfluss von Mitteleuropa nach Norden aus und lenkte atlantische Tiefdruckgebiete und kältere Luft in höhere Breitengrade ab. In der Region Skåne ganz im Süden Schwedens verzeichnete der September mit einer Abweichung von 3.5 Grad die höchste Durchschnittstemperatur seit Beginn der Messungen. An einigen Orten wurde erst im September die höchste Temperatur des Jahres gemessen, wobei die Werte in den ersten zehn Tagen des Monats auch in Lappland 25 Grad erreichten.
Der erste markante Kaltlufteinbruch der Herbstsaison erfasste die nördlichen Regionen am 19. September. In der lappländischen Stadt Kiruna waren am 9. September noch 21 Grad verzeichnet worden, am 19. September wurde dann mit 38 cm die größte je in Schweden im September registrierte 24 Stunden-Neuschneemenge gemessen. Mit danach wieder rasch ansteigenden Temperaturen schmolz diese Schneedecke aber bis zum 26. September wieder weg.
Winterlicher Oktober
Der Oktober war in weiten Teilen Schwedens kälter als im langjährigen Durchschnitt. Die Abweichung war im ganzen Land negativ, mit Ausnahme des äussersten Südens, wo der Monat etwas milder als normal war. Vor allem in den nördlichen Regionen Schwedens und Finnlands herrschen seit Anfang Oktober winterliche Bedingungen mit einer kompakten Schneedecke und einer für die Jahreszeit markanten Kälte.
Kalter Oktober, insbesondere im Norden
In den nördlichen Regionen (Norrland) lag die durchschnittliche Oktobertemperatur etwa 3 bis 4, lokal bis zu 5 Grad, unter dem Durchschnitt des Zeitraums 1991-2020 und es wurde der kälteste Oktober seit 1992 verzeichnet.
Interessant ist, dass die Abweichung von der Norm sehr ähnlich ist, unabhängig davon ob man mit der durchschnittlichen Oktobertemperatur der Klimaperiode 1991-2020 oder mit jener von 1961-1990 vergleicht (siehe Abbildung 2). Dies lässt sich damit erklären, dass der Oktober in Schweden ein Monat ist, der bisher weniger vom Klimawandel betroffen war als andere Jahreszeiten.
In Schwedisch Lappland wurden in der dritten Oktoberdekade verbreitet Temperaturen unter -20 Grad gemessen. In Nikkaluokta, einem Dorf in den Hügeln im Nordwesten Lapplands, wurden am 30. Oktober -25.7 Grad gemessen. Dies ist die niedrigste Temperatur, die in Schweden im Oktober seit 2006 gemessen wurde.
Schnee und Kälte auch im November
Das winterliche Wetter setzte sich in der ersten Novemberhälfte fort und brachte einen weiteren Temperaturrückgang und einige Schneefälle mit sich.
Am 12. November gab es mit einer aktiven Störung in Mittelschweden kräftige Schneefälle. An einigen Orten in den Provinzen Jämtland und Dalarna wurden neue Rekorde für die Gesamtschneemenge im November aufgestellt: In Marby am Ufer des Storsjön Sees in der Nähe der Stadt Östersund zum Beispiel war die Schneedecke 69 cm mächtig. Zu bemerken ist, dass die Messreihe hier erst 1987 beginnt. Der bisherige Höchstwert von 50 cm stammt aus dem Jahr 1992.
Bitterkalt
In der ersten Novemberhälfte wurde es noch kälter. In der Nacht auf Dienstag, den 14. November, wurden in Nikkaluokta -32.5 Grad gemessen. Auch an anderen Orten in Schwedisch Lappland wurden vielfach Werte von unter -30 °C gemessen. Anders als man meinen könnte, handelt es sich dabei jedoch nicht um aussergewöhnliche Temperaturen für den November: In Schweden wurde die tiefste Novembertemperatur am 24.11.1890 mit beeindruckenden -41 °C gemessen, ein Wert, der der tiefsten jemals in der Schweiz an einem bewohnten Ort gemessenen Temperatur ähnelt: -41.8 Grad am 12. Januar 1987 in La Brévine (NE).
Eis an der Ostseeküste
Die frühe und anhaltend kalte Witterung begünstigte bereits am 23. Oktober die Bildung einer Eisschicht entlang der Nordküste des Bottnischen Meerbusens. Das Auftreten von Eis in der Ostsee im Oktober ist ein Phänomen, das in den letzten Jahrzehnten immer seltener geworden ist. Tatsächlich ist es seit 1990 nur noch dreimal aufgetreten.
In der Zwischenzeit hat die Dicke des Eises an den nördlichsten Küsten der Ostsee bereits 10 bis 20 cm erreicht und erstreckt sich über einige Dutzend Kilometer von der Küste ins Meer hinaus.
Informationen entnommen und adaptiert aus Artikeln des schwedischen Wetterdienstes: www.smhi.se
Quelle: Bundesamt für Meteorologie MeteoSchweiz / Schweden: Innerhalb weniger Wochen von Sommer zu Winter – MeteoSchweiz (admin.ch)
Titelbild: Britt Ellénius, www.svt.se