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12/2021 Bei grossem Blutverlust ist schnelle Hilfe das A und O, denn die Situation kann schnell lebensbedrohlich werden.
Ein gesunder Mensch hat je nach Körpergrösse und Gewicht 4 bis 6 Liter Blut, was in etwa 6 bis 8 Prozent seines Körpergewichts entspricht. Unser Blut übernimmt lebensnotwendige Funktionen, unter anderem den Transport von Nährstoffen und Sauerstoff. Jeder Mensch kann einen gewissen Blutverlust gut ausgleichen, ohne dass schwere Schäden auftreten. Kommt es jedoch aufgrund von beispielsweise schweren Unfällen, Verletzungen, Operationen oder inneren Blutungen zu einem grossen Blutverlust von mehr als 1,5 Litern, kann der Körper die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Kreislauf und Stoffwechsel drohen zu versagen. Der Körper stellt auf einen Notfallmodus um, der als Schock bezeichnet wird. Schnelle Hilfe ist das A und O, denn die Situation kann schnell lebensbedrohlich werden.
Der Körper versucht zunächst, den Blutverlust zu kompensieren. Durch die Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin werden die kleinen Arterien und Venen verengt, um den Blutdruck möglichst aufrechtzuerhalten. Dies hat jedoch zur Folge, dass nur noch die Durchblutung von Gehirn, Herz, Leber und Nieren gewährleistet wird. Kann die Blutung nicht gestoppt werden, werden weitere Organe von der Blutzirkulation ausgeschlossen – akute Lebensgefahr droht. Mit fortschreitendem
Blutverlust kann es zu folgenden Symptomen kommen: Unruhe, Angst, Blässe, zittern, frieren, Schüttelfrost, Kaltschweissigkeit, flache Atmung, Beschleunigung des Herzschlags (Tachykardie), Bewusstseinsstörung bis zur Bewusstlosigkeit.
Stoppen Sie die Blutung oder dämmen Sie sie zumindest ein. Dafür muss umgehend umgehend Druck auf die Wunde ausgeübt werden, am besten mit einer keimfreien Wundauflage. Die blutende Person sollte sich sofort hinsetzen oder hinlegen und bei offensichtlichen Schocksymptomen die Beine hochlagern. Alarmieren Sie telefonisch die Rettung: 144.
Im Spital wird die blutende Wunde zunächst unter lokaler Betäubung gesäubert, desinfiziert und anschliessend genau untersucht. Sind tiefer liegende Strukturen wie Gefässe, Sehnen, Muskeln etc. verletzt, geschieht die weitere Wundversorgung im Operationssaal. Unkompliziertere Wunden werden je nach Körperstelle mit Einzelknopfnähten, Klammern oder Gewebskleber direkt auf der Notfallstation geschlossen und anschliessend fachgerecht verbunden. Falls nötig, wird der Tetanus-Impfschutz aufgefrischt. Die Nachbetreuung inkl. Faden- bzw. Klammerentfernung erfolgt in der Regel durch den Hausarzt.
– Verbände in verschiedenen Grössen. Um kleinere Schnitte und Kratzer zu verbinden.
– Dreieckiger Verband. Um Verletzungen einzuwickeln und eine Armschlinge zu binden.
– Elastische Bandage. Um Handgelenke, Knöchel, Knie oder Ellbogen zu verbinden.
– Verbandmull gerollt. Um grössere Schnitte und Wunden zu versorgen.
– Klebeband/Verbandverschlüsse. Um den Verbandmull zu befestigen.
– Scharfe Schere mit abgerundeten Enden. Um Klebeband, Mull oder Kleidung zu schneiden.
– Wundspray. Um die Wunde zu desinfizieren.
– Pinzette. Um kleine Splitter und Objekte aus der Wunde zu entfernen.
Wickeln Sie eine elastische Binde einmal über die Blutung. Nehmen Sie mehrere Mullbinden (oder ein mehrfach gefaltetes Tuch) und legen Sie diese als Druckkörper auf die verletzte Stelle. Wickeln Sie anschliessend die restliche Mullbinde fest darum. Blutet es durch den Druckverband hindurch, legen Sie eventuell einen zweiten darüber oder drücken Sie mit festem Fingerdruck darauf. Wenn Sie einen Fremdkörper in der Wunde erkennen können, ziehen Sie diesen nicht heraus! Lagern Sie die verletzte Region, zum Beispiel den Arm, hoch, bis die Rettungskräfte eintreffen.
– Alle Wunden, die stark oder anhaltend bluten, sollten von einer Ärztin, einem Arzt versorgt werden. Das Gleiche gilt für stark verschmutzte Wunden sowie grosse Schnitt-, Biss-, Brand- und Platzwunden.
– Bei frischen Verletzungen an Tetanus-Impfschutz (Wundstarrkrampf) denken. Sollten Sie das Spital selbstständig aufsuchen, bringen Sie Ihren Impfausweis mit.