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Koo und Poleo
Koo und Poleo
5000
Christentum
noch nichts
Die meisten Menschen dieser Volksgruppen leben an der Wetterküste von Guadalcanal. Das Gebiet ist sehr abgelegen und nur mit dem Boot über die raue See zu erreichen. Es ist ein ziemlich «vergessener» Ort, und so fühlen sich die Menschen oft auch: vergessen und vernachlässigt. Sie haben wirtschaftlich zu kämpfen, da sie keine Produkte herstellen, die eine ausreichende Einkommensquelle darstellen. Wenn sie ihre Erzeugnisse auf dem Markt in der Hauptstadt verkaufen können, verschlingt der teure Transport dorthin einen grossen Teil der Einnahmen.
Die Menschen leben vom Ertrag ihres eigenen Gartens und manche erhalten Hilfe von Verwandten, die in der Hauptstadt leben und etwas verdienen. Einige sind als Lehrer in der Schule im Sprachgebiet angestellt, andere ziehen in die Hauptstadt, um Arbeit zu suchen.
Vor der Christianisierung der Salomoninseln im 19. Jahrhundert war die Religion auf den Inseln von der Einhaltung bestimmter Tabus, von Ahnenverehrung sowie dem Glauben an Geister geprägt. Durch bestimmte Rituale wie z. B. die Opferung von Schweinen versuchte man, diese gnädig zu stimmen.
Heute gehören ca. 97 % der Bevölkerung einer der vielen christlichen Denominationen an, die auf den Inseln vertreten sind.
Die Koo und die Poleo haben aufgrund ihrer geographischen Abgeschiedenheit keinen Zugang zu vielen Annehmlichkeiten einer entwickelten Infrastruktur. Häufig sehen sie ihre eigenen Sprachen als minderwertig an, was ihr geringes Selbstwertgefühl verstärkt. Eine gesunde Entwicklung erfordert daher zwingend das Einbeziehen der Muttersprache. Bisher wurde kein einziger Bibelteil ins Koo oder ins Poleo, noch in eine verwandte Sprache übersetzt. Es gibt zwar eine Bibel in Salomonen-Pidgin, aber die Menschen schätzen diese nicht wirklich, weil Pidjin in ihren Augen eine Sprache ist, die man nur spricht.
Alphabetisierung
Alle Koo- und Poleo-Sprecher sollen die Möglichkeit haben, in ihrer Sprache Lesen und Schreiben zu lernen. Deshalb werden mit Hilfe der lokalen Kirchen in verschiedenen Dörfern Lehrer ausgebildet. Diese führen nach Abschluss der Ausbildung die geplanten Alphabetisierungskurse in ihren Dörfern durch. Die Literacy Association Solomon Islands (LASI) beaufsichtigt das Alphabetisierungsprogramm.
Übersetzung
Die angehenden Übersetzer sind in der Ausbildung von IBM (Island Bible Ministries). IBM ist eine von Salomonern geführte Organisation, die nebst anderen Kursen auch eine hervorragende Grundausbildung für Bibelübersetzer anbietet. Im Februar 2021 haben vier angehende Übersetzer mit dieser Ausbildung begonnen.
Vertreter verschiedener lokaler Kirchen haben ein Übersetzungskomitee gebildet. Dieses Komitee hat die Aufsicht über die Bibelübersetzung in die beiden Sprachen.
Ruth Marty ist von Wycliffe Schweiz entsandt und arbeitet als Übersetzungs- und technische Beraterin.