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Nicht jeder Gast hat die gleichen Motive, ein Cabaret aufzusuchen. Zwei amerikanische Forscher wollten es genauer wissen: Sie kamen zum Schluss, dass sich die Gäste von Striptease-Lokalen in sechs verschiedene Kategorien einteilen lassen.
Es gibt zahlreiche Untersuchungen, wieso Frauen als Striptease-Tänzerinnen arbeiten. Die Soziologen D.J. Erickson und R. Tewksbury versuchen in ihrer Studie "The Gentlemen of the Club: A Typology of Strip Club Patrons" mehr über die meist männlichen Gäste heraus zu finden. Sie interviewten dazu Tänzerinnen, nicht etwa die Kunden.
Die "Einsamen" gehen ins Cabaret für Anerkennung, Begleitung und Gespräche. Die "sozial Impotenten" besuchen Nachtlokale zwar auch wegen der Geselligkeit, es fehlen ihnen aber die Fähigkeiten, mit einer Tänzerin Konversation zu betreiben. Die "Verführer" suchen Ablenkung und Zeitvertreib, sind aber eher auf Flirts aus. Die "aufdringlichen Spanner" sind meist jung und auf der Suche nach voyeuristisch-pornographischen Erfahrungen. Die "distanzierten Voyeure" sind weit weniger aggressiv. Schliesslich gibt es die "Sugar Daddies": Dieser Gästetyp ist in der Regel alt und teuer gekleidet. Mehr als alle anderen erlaubt er sich Intimitäten gegenüber den Tänzerinnen.
Ein Teil der Gäste besucht Striptease-Lokale, um voyeuristische oder pornographische Erfahrungen zu machen. Bei vier der sechs Gästekategorien stehen aber nicht Nacktheit oder sexuelle Erfüllung im Vordergrund. Sie suchen vielmehr die Möglichkeit zu Gesprächen und Aufmerksamkeit.
Weibliche Gäste
In den klassischen erotischen Unterhaltungslokalen sind fast alle Gäste männlich. Wieso aber besuchen Frauen eine Männer-Strip-Show? Die Soziologinnen Montemuro, Bloom und Madell von der Penn State University schreiben in ihrer Arbeit "Ladies Night Out", dass voyeuristische Elemente sehr wohl eine Rolle spielen. Viel wichtiger sei aber das Gruppenerlebnis unter Freundinnen.