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Wohnsiedlung KWO
Adresse
3860 Meiringen
BE
Architektur
Mit der Meiringer Wohnsiedlung für die Kraftwerke Oberhasli realisierte Ernst E. Anderegg ein dichtes Ensemble, das er durch gestaffelte Volumina gekonnt auflockerte. Gleichzeitig ist es ein Musterbeispiel für kostengünstiges Bauen. Ausladende Formen und das Dach als fünfte Fassade prägen das Erscheinungsbild. Es sind typische Merkmale im Schaffen des Berner Architekten und verraten den Einfluss von Frank Lloyd Wright, bei dem er in den 1950er-Jahren arbeitete. Im ländlich geprägten Meiringen konnte sich der Reihenhausbau, den Anderegg bereits 1966 mit der Siedlung Klostern in Steffisburg unter Beweis gestellt hatte, allerdings nicht durchsetzen.
Chronologie
Die 1925 gegründeten Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) sind nicht nur ein bedeutender Produzent von Wasserstrom, sondern auch eine wichtige Arbeitgeberin im Berner Oberland. 1971 beauftragten sie den Meiringer Architekten Ernst E. Anderegg mit der Planung einer Wohnsiedlung. Die Anlage mit 19 Wohneinheiten konnte 1972 bezogen werden. 2005/06 wurde sie saniert.
Lage
Die Wohnsiedlung KWO liegt im Osten von Meiringen an der Steinmühlestrasse. Sie umfasst und erschliesst allseitig die Parzelle. Rund hundert Meter nördlich der Siedlung beginnt der Wald, der den Fuss des Haslibergs säumt. Der Alpbach und der Milibach befinden sich in unmittelbarer Nähe, fliessen im Westen an der Siedlung vorbei und münden dann in der südseitigen Aare.
Beschreibung
Die Wohneinheiten bestehen aus zwei separaten Gebäudereihen, die parallel zueinander angeordnet sind. Die südliche Zeile ist dreigeteilt: Der mittig gesetzte, eingeschossige und langrechteckige Baukörper weist einen Durchgang auf. Er wird von je drei gestaffelt angeordneten Reihenhäusern flankiert. Diese zweigeschossigen Wohneinheiten unter versetztem Pultdach und vorgelagerten Gärten im Süden sind zwischen Schotten gespannt. Der südseitige Giebelstreifen ist als Fensterband ausgebildet, die Südfassaden mit Loggia sind ebenfalls verglast. Die Fensterrahmen und das Balkongeländer aus Holz kontrastieren mit den verputzten Mauerflächen. Im Norden liegen die Eingänge. Sie sind mit einem Vordach geschützt, über dem ein grosszügiges Bandfenster platziert ist. Die nördliche Gebäudereihe ist zweigeteilt und nicht gestaffelt, aber leicht versetzt zueinander angeordnet. Identisch sind die Schottenbauweise und die Gestaltung der Südfassaden, doch die Rückseiten variieren: Die westliche Zeile ist mit einem geschlossenen, zweigeschossigen Vorsprung versehen, die östliche Reihe um eingeschossige Windfänge ergänzt. Im Süden des Areals befindet sich die Einfahrt zur unterirdischen Einstellhalle. Sie ist begrünt und die Wiese wird gemeinschaftlich genutzt. Weitere Parkplätze liegen ostseitig davon im Freien.
Literatur
Wolf, Daniel; Von Allmen, Jost. Ernst E. Anderegg. Ausgewählte Bauten in der Region Interlaken-Oberhasli (= Schweizerische Kunstführer). Bern 2011, S. 32–33. – Rucki, Isabelle; Huber, Dorothee (Hg.). Architektenlexikon der Schweiz. Basel 1998, S. 20.