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Woher kommt der Begriff „Methodologie“ und was bedeutet er ursprünglich?
Aus dem griechischen: methodos (nachgehen, verfolgen) logos (Wort, Lehre). Also die Lehre davon, etwas nachzugehen
Wie kann man Methodologien und Methoden unterscheiden? Geben Sie auch Beispiele.
- Methodologien sind allgemeine Verfahrensweisen der wissenschaftlichen Forschung und weitgehend unabhängig vom Forschungsgegenstand. Beispiele sind, quantitative vs. qualitative Forschung, experimentelle vs.korrelative Forschung und Theoriebildung.
- Methoden sind konkrete Verfahrensweisen der Datengewinnung und für bestimmte Forschungsgegenstände konzipiert. Beispiele sind neurowissenschaftliche / physiologische Methoden, Verhaltenserfassung und die Befragung.
Was hat „methodisches“ Vorgehen mit der erkenntnistheoretischen Definition von „Wissen“ zu tun?
- "klassischer Wissensbegriff": Wissen ist wahre, gerechtfertigte Überzeugung
- gerechtfertigt! --> Rechtfertigung über Methoden
- Methoden beinhalten Begründungen für Vorgehen
- Methodisches Vorgehen beinhaltet letztlich eine Menge von Entscheidungen, die kommunizierbar und begründbar sein sollten
- Methodisches Vorgehen ist nicht starr festgelegt (wie z.B. ein Kochrezept), sondern sollte flexibel (aber natürlich nicht willkürlich) sein --> regelmäßige Bewertung der Regeln und des Handelns und Bereitschaft "Schritte rückwärts" zu machen
Inwieweit geht es beim „methodischen“ Vorgehen um Entscheidungen, und welche Freiheitsgrade bestehen dabei? Geben Sie Beispiele
- Methodisches Vorgehen beinhaltet letztlich eine Menge von Entscheidungen, die kommunizierbar und begründbar sein sollten.
- Manche Entscheidungen sind (aus guten Gründen) vorgeschrieben, andere eher frei und sollten nach Abwägung von Vor-/Nachteilen gefällt werden
- vorgeschrieben: alpha Korrektur bei mehreren Test, die dasselbe messen; weil sich durch wiederholtes Testen in derselben Stichprobe der alpha-Fehler erhöht
- frei: welche Analyse verwende ich?
Warum ist methodisches Vorgehen nicht starr festgelegt? Erläutern Sie dies anhand eines selbstgewählten Beispiels.
Eine starre Festlegung könnte zu Erkenntnisverlust führen. Manchmal werden Sachverhalte erst durchein verändertes methodisches Vorgehen entdeckt. Wenn ich während meiner Versuchsdurchführung feststelle, dass es einen großen Unterschied mache, ob ich die Aufmerksamkeit morgens oder abends teste, muss ich mein methodisches Vorgehen variieren um konstante und interpretierbare Ergebnisse zu erhalten.
Skizzieren Sie einen Stufenplan zur Studiendurchführung (12 Stufen).
1.Fragestellung (Problem)
2.(Sach-) Hypothesen
3.Operationalisierung
4.Versuchsplan
5.Kontrolle der Störvariablen
6.Stichprobe
7.Empirische Vorhersage und statistische Hypothese
8.Durchführung
9.Auswertung der Daten
10.Schluss auf die Sachhypothese
11.Diskussion der Ereignisse für Theorie und Praxis
12.Bericht
Nennen Sie fünf allgemeine Möglichkeiten wissenschaftlicher Beobachtung in der Psychologie.
- Test: standardisierte Reize unter standardisierten Bedingungen
- Verhaltensbeobachtung: von Individuen, Gruppen, Entwicklungsverläufen
- Physiologische /neurowissenschaftliche Verfahren (als UV oder AV)
- Verhaltensspurenanalyse (Zeichnungen, Fotos, Tagebuch)
- Befragung (mündlich oder schriftlich)
Sind objektive Methoden immer besser als subjektive? Diskutieren Sie Vor- und Nachteile anhand zweier treffender Beispiele aus der Psychologie.
Grundsätzlich werden objektive Verfahren bevorzugt, weil sie weniger fehleranfällig sind. Bisweilen sind subjektive Verfahren aber valider.
Beispiel: Möchte ich das Erregnungsniveau eines Menschen messen, ist eine physiologische Messmethode für subjektive Fehlurteile nicht anfällig. Die Testung der aktuell empfundenen Angst, kann aber kaum physiologisch gemessen werden, da es darauf ankommt, wie der Mensch die physiologischen Aktivitäten beurteilt.