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Bibel-Handschriften setzen sich aus verschiedenen Büchern (griechisch Biblia) zusammen: den Texten der jüdischen Heiligen Schrift (dem Tanach) und den Texten ihrer christlichen Erweiterung. In der christlichen Überlieferung werden die beiden Teile als Altes Testament und Neues Testament bezeichnet. Zum Alten Testament gehören unter anderem die fünf Bücher Mose, die beiden Bücher Samuel, die zwei Bücher der Könige, die Psalmen und die Bücher der Propheten. Das Neue Testament besteht aus den vier Evangelien, der Apostelgeschichte, den Apostelbriefen und der Offenbarung des Johannes. Der mittelalterliche Standardtext der Bibel ist die auf Hieronymus zurückgehende Vulgata, eine lateinische Übersetzung der hebräischen und griechischen Urtexte.
Vollbibeln waren lange Zeit sehr teure, extrem grosse und schwer zu handhabende Bücher. Obwohl ein Gebrauch im Rahmen der privaten Schriftlektüre durch Mönche und Nonnen denkbar ist, dürfte es sich oft um Repräsentationsobjekte klösterlicher Gemeinschaften gehandelt haben. Dies gilt besonders für die grossformatigen romanischen Riesenbibeln des 11. bis 13. Jahrhunderts (Bibel von Sant-Benigne, Lambeth-Bibel). Im 13. Jahrhundert wurde in Paris ein neuer Typ der kompakten Studienbibel aus dünnem Pergament und in kleiner Schrift entwickelt, die seriell produziert wurde und für den Gebrauch an den Universitäten bestimmt war.
Die Bebilderung von Vollbibeln konzentriert sich auf die Anfänge der einzelnen Bücher. Wichtigstes Bildelement, und in den romanischen Riesenbibeln wie den gotischen Studienbibeln oft das einzige, sind historisierte Initialen (Bibel von Saint-Benigne, Lambeth-Bibel). Umfangreichere Kompositionen finden sich in Frontispizen, mit denen die karolingischen Bibeln aus dem Kloster Tours (Bibel von Moutier-Grandval), aber auch einige Riesenbibeln des 12. Jahrhunderts (Lambeth-Bibel) ausgestattet sind.