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Der Angeklagte wirkte vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland chaotisch. In seinen Aussagen widersprach er sich oft, wirklich präzise wurde er selten. Der mutmassliche «Feuerteufel von Sargans» soll sieben Mal in Sargans Feuer gelegt und ausserdem Versicherungsbetrug begangen haben. Die Staatsanwaltschaft forderte eine zehnjährige Freiheitsstrafe. Danach soll der Deutsche aus der Schweiz ausgewiesen und mit einem zehnjährigen Einreiseverbot belegt werden. Die Verteidigung des Mannes fordert einen Freispruch und eine Genugtuung von 71'000 Franken.
Wie der Mann vor Gericht ausführte, sei er privat verschuldet, er gehe halt «viel und gerne in den Ausgang». Er lebte auf Pump, auch den Anwalt kann er nur dank eines Darlehens eines Bekannten bezahlen. Es sei «eine Menge Geld, das ich schulde», sagte er vor Gericht.
Der Verteidiger fordert einen Freispruch aus Mangel an Beweisen. Es gebe nur Indizien, diese würden aber nicht die Täterschaft seines Mandaten beweisen. Es gelte «im Zweifel für den Angeklagten».
Immer wieder Brände bei der Werkstatt
Der 35-Jährige arbeitete selbständig als Schreiner in einem ehemaligen Fabrikareal in Sargans. Im Februar 2016 schloss der Mann eine Feuerversicherung ab. Nur wenige Monate später brannte es mehrmals in Sargans. Fünfmal auf dem Fabrikgelände, wo die Werkstatt des Schreiners lag. Weitere Brände wurden in einem Unterstand und einer Scheune gelegt. Die Schäden summierten sich auf fast eine halbe Million Franken.
Versicherungsbetrug
Bereits einen Tag nach dem ersten Feuer in der Werkstatt, im Juli 2016, brannte es erneut im Betrieb. Kurze Zeit später reichte der Mann seiner Versicherung eine Schadensanzeige mit Liste im Wert von rund 167'000 Franken ein. Die Versicherung hat noch nicht bezahlt, sie wollte erst den Ausgang des Verfahrens abwarten.
Ende August brannte es wieder in der Werkstatt. Die Feuerwehr musste mit einem Grossaufgebot einrücken. Danach blieb es bis in den Herbst ruhig.
Erst Anfang November brannte es wieder. Hinter einem Pub ging ein Unterstand in Flammen auf. Der Schaden betrug rund 140'000 Franken. Einige Tage später brannte eine Scheune, der Schaden war klein, ein Anwohner entdeckte das Feuer früh genug.
Festnahme direkt nach Brand
Zwei Tage später brannte ein Schuppen auf dem Areal der Werkstatt des Beschuldigten. Die Feuerwehr war rasch vor Ort und konnte den Schaden gering halten. Ende November brannte es wieder auf dem ehemaligen Fabrikareal. Wenige Minuten später wurde der Schreiner festgenommen und sass seither in Untersuchungshaft.
Die Ermittler hatten den 35-Jährigen schon früher im Visier: Er wurde mehrere Wochen überwacht, seine Wohnung wurde durchsucht. Anfang November wurde er ein erstes Mal festgenommen, musste aber wieder freigelassen werden, da die Haftgründe noch nicht ausreichten.
Das Urteil des Gerichtes Werdenberg-Sarganserland wird schriftlich eröffnet.