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Die USA retten den Finanzsektor, nicht die Wirtschaft
Bevor wir die USA und alternative Reaktionen auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus einander gegenüberstellen, möchte ich einen Schritt in der Zeit zurückgehen, um zu zeigen, wie die Pandemie ein tief liegendes Problem geoffenbart hat. Wir sehen, welche Folgen es hat, wenn sich die westlichen Gesellschaften durch ihre gläubigerorientierte Rechtsphilosophie in eine Schuldenecke drängen. Die neoliberale regierungsfeindliche (oder genauer gesagt antidemokratische) Ideologie hat die soziale Planung und die Staatsmacht im „Markt“ zentralisiert, das heißt konkret im Finanzmarkt an der Wall Street und in anderen Finanzzentren.
Die Frage ist, wer verliert, wenn Beschäftigung und Geschäftstätigkeit unterbrochen werden. Werden es Gläubiger und Vermieter am oberen Ende der wirtschaftlichen Skala sein, oder Schuldner und Mieter am unteren Ende? Diese uralte Konfrontation darüber, wie mit den unbezahlten Mieten, Hypotheken und dem sonstigen Schuldendienst umzugehen ist, steht im Mittelpunkt der heutigen Viruspandemie, da große und kleine Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, Restaurants und Geschäfte in Zahlungsrückstand geraten sind und Unternehmen und Haushalte hinterlassen haben – zusammen mit ihren Angestellten, die kein Lohneinkommen haben, um diese monatlich anfallenden Belastungen zu bezahlen.
Dies ist ein uraltes Problem. Es wurde im alten Nahen Osten einfach dadurch gelöst, dass diese Schulden und Mietkosten gestrichen wurden. Doch der Westen, der noch immer durch das Erbe des Römischen Reiches geprägt ist, hat sich der massiven Arbeitslosigkeit, den Unternehmensschließungen und den daraus resultierenden Zahlungsrückständen für diese grundlegenden Lebens- und Geschäftskosten ausgesetzt.
Die westliche Zivilisation unterscheidet sich von ihren nahöstlichen Vorgängern….