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Watkin's Tower: London auf Gustave Eiffels Spuren
Wo heute in London das Wembley Stadion steht, wollte man einst dem Eiffelturm Konkurrenz machen: mit dem 350 Meter hohen Watkin's Tower. Die Vorschläge für die Megakonstruktionen waren teils abenteuerlich und manche erinnerten stark an Gustave Eiffels Werk.
Die Vorlage des Siegerprojekts ist unverkennbar: der Eiffelturm.
Am 31. März 1889 war es so weit: Der Eiffelturm wurde eröffnet. Wenig später kletterte der britische Kronprinz und spätere Edward VII auf den über 324 Meter hohen Stahlbau und verewigte sich im Gästebuch. Allerdings zog der Turm damals nicht nur Millionen von Schaulustigen in den Bann, sondern sorgte auch für eine regelrechte Turmbau-Euphorie. Dies galt vor allem für England: Kaum war Gustave Eiffels Werk in Betrieb, lockte der Blackpool Tower im gleichnamigen Badeort Besucher an. Allerdings war er mit einer Höhe von rund 158 Metern im Vergleich zu seinem französischen Bruder recht klein.
Derweil plante man in London Grösseres: Sir William Watkin, Abgeordneter des Unterhauses und Vorsitzender der Bahngesellschaft, wollte im Wembley Park eine 350 Meter hohe Konstruktion errichten. Allerdings war seinen fulminanten Plänen wenig Erfolg beschieden. Nachdem die Bauarbeiten 1891 aufgenommen worden waren, gerieten sie ins Stocken und scheiterten schliesslich an fehlendem Geld und baulichen Herausforderungen. So wurde der gerade Mal 47 Meter hohe Stahlstumpf 1907 rückgebaut.
Ob damit der Nachwelt etwas vorenthalten worden ist? Die Architekten Stewart, MacLaren und Dunn hatten sich bei ihrem Entwurf an den Eiffelturm gehalten und damit den Architekturwettbewerb für den Watkin's Tower gewonnen. Andere Beiträge waren abenteuerlicher: Einer der Teilnehmer schlug ein spitzes Gebilde vor, aufwelches man mit einer kleinen Eisenbahn hinauf gelangte. Ein anderer fand die Inspiration für sein Werk in Bäumen und stattete es mit kleinen Ästen aus.
Die Besucher dieses Turmes sollten nicht mit einem Lift, sondern mit einer kleinen Eisenbahn ganz nach oben gelangen.
Die Inspiration hierfür lieferten Bäume: was an Antennen erinnert, sind eigentlich Äste...
Exotik war ein grosses Thema. Dieses Werk dürfte seine Vorlage in Indien haben.
In der Kugel auf der Spitze des Turmes sollten auf mehreren Stockwerken Restaurants, Ausstellungsräume, Läden und eine Konzerthalle untergebracht werden.
Im Vergleich zu den übrigen Vorschlägen erscheint dieser Turm relativ wuchtig. Zudem setzten seine Schöpfer beim Baumaterial auf Granit statt auf Eisen.
Auch bei diesem Projekt fanden die Ingenieure die Inspiration im Reich der Bäume - zumindest was den Namen des Turms "Upas Tree of Java" betrifft. Beim Upasbaum handelt sich um einen giftigen Baum, der vor allem in den Tropen vorkommt.
Im Sockel dieses Turms sollten Tennisplätze untergebracht werden.