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Das Ausbringen von Hofdüngern in die verschiedenen Ackerkulturen sollte geplant und bewusst durchgeführt werden. Dabei sind die wichtigsten Kriterien die Witterung, die Befahrbarkeit des Bodens, die Entwicklung des Pflanzenbestandes sowie das Risiko von Nährstoffverlusten. Eine ausreichende Lagerkapazität für Gülle und Mist erlaubt das gezielte Ausbringen zum optimalen Zeitpunkt. Idealerweise erfolgt der Einsatz in einen wachsenden Pflanzenbestand und in angepassten Gaben. Ist die Befahrbarkeit des Bodens nicht gewährleistet beziehungsweise das Nährstoff-Verlustrisiko aufgrund nicht ganzflächiger Durchwurzelung zu gross, dann sollte der Austrag auf Dauergrünland erfolgen.
Durch die gezielte Wahl des Ausbringzeitpunktes während der Vegetation können Nährstoffverluste reduziert werden; dies ist vorzugsweise im Frühling und Herbst oder bei kühler, feuchter Witterung der Fall (siehe Grafik). Das Ausbringen, insbesondere in wachsende Pflanzenbestände, ermöglicht eine schnelle Aufnahme der Nährstoffe durch Pflanzen, welche diese für die Folgekultur konservieren. Vor allem im Getreidebau und auf Kunstwiesen sowie in Gründüngungsbeständen können Hofdünger flexibel eingesetzt werden. Der Einsatz von Gülle ist bei Mais im Frühsommer und bei Raps im Spätsommer möglich, wobei bei Letzterem verstärkt auf die Tragfähigkeit des Bodens geachtet werden muss.
Beim Ausbringen von Mist und Gülle gelten die kantonalen Vorgaben.
Auf Direktsaatflächen ist das verlustarme Ausbringen eine besondere Herausforderung.
Aufnahmegeschwindigkeit und Ammoniakverluste
Da auf Direktsaatflächen die Hofdünger nicht in einem weiteren Arbeitsschritt eingearbeitet werden, besteht nach dem Ausbringen ein erhöhtes Risiko von Ammoniakverlusten. Mulchschichten auf der Bodenoberfläche verzögern zeitlich die Infiltration der Gülle in den Boden oder den Kontakt von Mist mit dem Boden. Entscheidend für das Ausmass der Ammoniakverluste ist die Zeitdauer, in welcher der Hofdünger nach dem Ausbringen der Luft ausgesetzt ist, also mit Sauerstoff in Kontakt tritt. Daher sollte auf Direktsaatflächen das Ausbringen von Gülle unter die Mulchschicht und die Bodenoberfläche angestrebt werden. Zudem besteht auf Flächen mit schlechter Bodenstruktur, aufgrund grosser Bodenaggregate, reduzierten Gasaustauschs und starken Wasserrückhalts an der Bodenoberfläche, ein erhöhtes Risiko zur Lachgasbildung. Hingegen gibt es auf gut durchlässigen, umgestellten Direktsaatflächen kaum Lachgasbildung und deutlich geringere Nitrat-Auswaschungen sowie kaum Phosphor-Abschwemmungen.
Angepasste Applikationstechnik
Auf Direktsaatflächen ist das verlustarme Ausbringen eine besondere Herausforderung, weil die Injektion der Hofdünger mit einer geringen Bodenbewegung verbunden ist. Mit technischen Lösungen wie dem Gülledrillen oder dem Anlegen von Gülledepots mittels Injektoren wird das Verlustrisiko minimiert. Geringfügig grösser ist das Verlustrisiko mit Schleppschlauchoder Schleppschuhverteilern, welche die Gülle in Streifen bodennah ausbringen.
Bei festen Hofdüngern gibt es beim Ausbringen jedoch keine technischen Lösungen zur Reduktion von N- und P-Verlusten.
Nährstoffkreisläufe schliessen
Der Hofdüngeraustrag stellt in der Tierproduktion mit einem Anteil von 42 Prozent die grösste Quelle der Ammoniakemissionen dar. Zudem geht im konventionellen Ackerbau ein erheblicher Teil der Nährstoffe durch Auswaschung und Abschwemmung verloren, was zu weiteren Effizienzeinbussen und Umweltbelastungen führt. Geeignete Ausbringtechniken und ein schonender Umgang mit der Ressource Boden können zu einer Reduktion von Nährstoffverlusten beitragen und somit zu einer Effizienzsteigerung der Nährstoffeinsätze im Feld führen.