Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03318.jsonl.gz/1891

Schwere Unfälle
Patienten fachgerecht lagern und vor der Witterung schützen, raschmöglichst Alarm auslösen. Positions-Koordinaten genau ermitteln! Muss der Verletzte verlassen werden, diesen in gesicherter Seitenlage zurücklassen, sofern das Eintreten eines Schockzustandes nicht ausgeschlossen werden kann. Ev. Unfallstelle markieren, um das Auffinden aus der Luft zu erleichtern.
Einfache Verletzungen
Bei den üblichen «leichten» Verletzungen des Bewegungsapparates wie Fuss- oder Kniestauchungen nach Möglichkeit sofort kühlen und hochlagern. Der Wegtransport hat sich nach den lokalen Möglichkeiten zu richten, allenfalls ist eine improvisierte Ruhigstellung notwendig. Bei Prellungen gilt grundsätzlich das gleiche.
Offene Verletzungen bedürfen einer fachkundigen Versorgung möglichst innerhalb von sechs Stunden, um Wundheilstörungen oder gar Infektionen zu verhindern. Wegen der allgemeinen Gefahr von kleinen Hautwunden empfiehlt sich die Kontrolle, ob in den letzten fünf Jahren eine Starrkrampf-Impfung (Tetanus) durchgeführt wurde.
Überlastungsschäden wie Blasenbildung, Sehnenscheidenentzündungen oder Rückenschmerzen durch den Rucksack sind unangenehm, bedürfen aber keiner Sofortmassnahmen. Durch eine gründliche Vorbereitung lassen sie sich in der Regel vermeiden.
Hungerast (Hypoglykaemie)
Ist eine Folge des uebermässigen Absinkens des Blutzuckers. Zeichen sind Konzentrationsschwächen, Stolpern, Zittern, allgemeine Schwäche, kalter Schweiss, Unwohlsein u.a. Sofort anhalten, Traubenzucker, sonstige Süssigkeiten und süsse Getränke verabreichen, warme Kleider anziehen. Unbedingt anhalten bis zur Erholung, dann langsam weiterlaufen. Weiter ernähren, um drohenden Rückfall zu vermeiden!
Bauchkrämpfe
Können durch übermässige Zufuhr von konzentrierten Zuckern auftreten. Eine vielseitige Zwischenverpflegung und ausreichende hypotonische Flüssigkeitszufuhr lassen dies verhindern.
Beinkrämpfe
Sind ein Zeichen der übermässigen Erschöpfung der Muskulatur. Es ist erwiesen, dass diese vermehrt bei Elektrolytmangel auftreten; Kalium und Magnesium spielen eine zentrale Rolle. Mit gewöhnlichen Salztabletten wird aber «nur» Natrium und Chlor zugeführt, was zusätzlich Brechreize auslösen kann. Deshalb bei den Getränken unbedingt auf die Elektrolytzusammensetzung achten. Bei bestehenden Muskelkrämpfen Muskeln vorsichtig passiv dehnen (durch Partner!), nicht liegen bleiben, sondern leicht bewegen.
Blasen
Sind rechtzeitig zu erkennen und vor weiterer mechanischer Reizung zu schützen, insbesondere versuchen zu verhindern, dass sie aufgehen. Blasen am Rand vorsichtig mit einer Nadel punktieren und ausdrücken.
Tape
Kann vor Vertreten schützen, aber nur bei fachgerechter Anwendung. Zu beachten ist eine deutliche Abnahme der Wirksamkeit nach ein bis zwei Stunden, dann wenn auch der Körper ermüdet.