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Bevor die Kartause Ittingen zum Veranstaltungsort von Tagungen und Konzerten wurde, war sie 700 Jahre lang Kloster und rund 100 Jahre lang privater Gutsbetrieb. Bekanntester Eigentümer war der Kartäuserorden.
1152 bestätigte Papst Eugen III. die Gründung eines Augustinerklosters durch vier Mitglieder der Adelsfamilie von Ittingen. 1461 verkauften die Augustiner das völlig verarmte Kloster an den Kartäuserorden.
Diese sind ein Orden, dessen Mitglieder als "Einsiedler in Gemeinschaft leben", wie es die frühere Kuratorin des Historischen Museums des Kantons Thurgau, Margrith Früh, formulierte.
15 kleine Häuser
Das bedeutet, dass die geweihten Ordensmitglieder den grössten Teil ihrer Zeit allein in einem kleinen Zellenbau samt Gärtchen verbringen. Diese Zellen sind an den grossen Kreuzgang des Klosters angebaut - in der Kartause Ittingen sind es 15 solcher Zellen.
Diese charakteristischen kleinen Häuschen prägen den Klosterbau zusammen mit der Kirche und dem Gutsbetrieb, der - früher wie heute - der Selbstversorgung dient. Die Kartäuser blieben bis 1848 in Ittingen, als die Klöster im Thurgau aufgelöst wurden.
Landwirtschaftsgut
1865 verkaufte der Kanton Thurgau den Klosterbau an Viktor Fehr aus St. Gallen, der ihn als vorbildlichen Gutsbetrieb und Wohnhaus führte. Nach seinem Tod 1938 überstiegen die Kosten für die Bauerhaltung nach und nach die Möglichkeiten der Familie Fehr.
Die Bauten litten und die Gefahr bestand, dass sie völlig zerfallen würden. 1977 verkaufte die Familie Fehr die Kartause an die Stiftung
swissinfo und Agenturen