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Treib–Seelisberg
|Kürzel||TSB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1916-05-30|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1916 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte (Drehstrom; ab 1967 Gleichstrom) TSB war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Mit dem Bau beauftragte man die Bell Maschinenfabrik AG Kriens. Es handelte sich um die einzige Standseilbahn in der Schweiz, die in den Kriegsjahren nach 1914 den Betrieb aufnahm. Weitere Neueröffnungen gab es erst ab 1921 wieder. Das Dorf Seelisberg in der Nähe des Rütli war ein beliebter, aussichtsreicher Luftkurort mit mehreren Hotels, darunter etwas ausserhalb des Dorfes das «Grand Hotel Sonnenberg» mit 260 Betten. Das am Vierwaldstättersee gelegene Treib war mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur per Dampfschiff erreichbar. Die TSB verkehrte nicht ganzjährig. 60 der insgesamt 120 angebotenen Plätze pro Wagen waren Stehplätze. Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 2.4 Metern pro Sekunde gehörte die TSB zu den schnellsten Standseilbahnen des Landes.
Angesichts der schwierigen äusseren Umstände präsentierte sich der Finanzhaushalt der TSB überraschend solide. Die Betriebserträge waren trotz der kriegsbedingten Tourismuskrise stets im positiven Bereich und reichten aus, die Zinsen zu bedienen. Passivsaldi musste die TSB keine vortragen. Die schwebenden Schulden bewegten sich mit rund 18'000 Franken in einem vertretbaren Rahmen. Eine finanzielle Reserve hatte die TSB ausserdem insofern, als das einbezahlte Anlagekapital deutlich höher war als die Baukosten. Was die TSB mit diesen überschüssigen Geldern bezweckte, ging aus der Statistik nicht hervor.
Die Baukosten der zweischienigen, nahezu ausschliesslich auf Dämmen und in Einschnitten erstellten TSB lagen mit 363'100 Franken pro Bahnkilometer auf einem vergleichsmässig tiefen Niveau. Grösster Kostenfaktor war der Unterbau, der gut 44 Prozent des Gesamtaufwands ausmachte.