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Familien, Haushaltsformen
Paarhaushalte ohne Kinder werden zahlreicher
Seit dem Jahr 2000 gibt es im Kanton Thurgau deutlich mehr Haushalte, in denen Paare ohne Kinder leben. Im Jahr 2000 gab es 25'400 Paarhaushalte ohne Kinder, im Mittel der Jahre 2010/2012 waren es 33'900. Paarhaushalte mit Kindern nahmen ebenfalls zu, ihr Wachstum blieb jedoch unterdurchschnittlich (2000: 30'600 Paarhaushalte mit Kindern ; 2010/2012: 32'700 Paarhaushalte mit Kindern ).
Der Zuwachs bei den Paarhaushalten ohne Kinder ist unter anderem auf die demografische Alterung zurückzuführen. In mehr als jedem dritten Zweipersonenhaushalt, in dem ein verheiratetes Paar zusammenlebt, sind beide Ehepartner im Pensionsalter, bei weiteren 13 % ist es einer der Ehepartner. Da Seniorinnen und Senioren die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe sind, schlägt sich dies auch im Wandel der Haushaltsstrukturen nieder.
In welcher Haushaltsform Thurgauerinnen und Thurgauer wohnen, hängt stark vom Lebensabschnitt ab. 18- bis 24-Jährige wohnen mehrheitlich im Haushalt der Eltern. 25- bis 29-Jährige haben viele verschiedene Lebensformen. 30- bis 49-Jährige wohnen in den meisten Fällen mit ihrem Partner und dem gemeinsamen Nachwuchs zusammen. Anschliessend folgt ein Lebensabschnitt, in dem man entweder nach wie vor mit Kind(ern) im Haushalt lebt oder diese schon ausgezogen sind. 60- bis 79-Jährige wohnen überwiegend in einem Paarhaushalt. Wenn der Partner altersbedingt in ein Pflegeheim zieht oder verstirbt, wird aus dem Paarhaushalt oft ein Einpersonenhaushalt.
"Klassische" Familien überwiegen
Im Kanton Thurgau leben in 34'700 Familienhaushalten Eltern mit Kindern unter 25 Jahren. Am häufigsten wachsen Thurgauer Kinder in "klassischen" Familienverhältnissen auf, d. h., ihre Eltern sind verheiratet und sie leben in einer sogenannten "Erstfamilie" (2010/2012: 27'900 Haushalte). In nur fünf von hundert Erstfamilien leben die Eltern ohne Trauschein zusammen (2'300 Haushalte). In 13 % der Familienhaushalte (4'400 Haushalte) wohnen alleinerziehende Mütter und Väter mit Kind(ern) unter 25 Jahren. Familien, die nach einer Scheidung, Trennung oder Verwitwung durch Wiederverheiratung oder Bindung mit einem neuen Partner entstehen, werden als Fortsetzungsfamilie oder Patchworkfamilie bezeichnet. Etwa 2'400 Haushalte gehören im Thurgau dieser Kategorie an. Dies sind 7 % der Familienhaushalte mit Kindern unter 25 Jahren.
Oft sind beide Eltern erwerbstätig
In Thurgauer Paarhaushalten mit einem oder mehreren Kindern sind heutzutage meistens beide Eltern erwerbstätig, allerdings in unterschiedlichen Pensen. In der Regel arbeitet der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit. Sind die Kinder noch klein (unter 7 Jahren) verzichtet ein Drittel der Frauen ganz auf eine Erwerbstätigkeit, ein weiteres Drittel arbeitet in einem Teilzeitpensum von unter 50 %.
Mehr unverheiratete Paare
Insgesamt gibt es - neben 55'500 Ehepaaren - rund 9'900 unverheiratete Paare, die in einem gemeinsamen Haushalt leben. Dies sind 9 % aller Haushalte. Im Jahr 1980 hatte es erst 1'100 Konsensualpaare gegeben (2 % der Haushalte). Die Mehrheit der Konsensualpaare lebt ohne ein Kind im Haushalt (76 %). Vor zwei Jahrzehnten waren noch etwas mehr unverheiratete Paare kinderlos gewesen (80 %).
Haushalte (Anzahl und Grössenstruktur)
Publikation, Daten und weitere Informationen
Publikation
Ausführliche Resultate können der Statistischen Mitteilung Nr. 4/2016 entnommen werden.
Haushalte, Familien und Wohnen im Kanton Thurgau
Tabellen
Ebene Kanton Thurgau und Schweiz, Jahresdaten
Privathaushalte nach Haushaltstyp, 2013-2016
Ebene Kanton, gepoolte Daten (2010/2012)
Privathaushalte nach Haushaltstyp aggregiert
Privathaushalte nach Haushaltstyp detailliert
Einfamilienhaushalte mit Kind(ern)
Einfamilienhaushalte mit Kindern nach Anzahl Kinder
Paarhaushalte mit Kindern nach Erwerbstätigkeit der Partner
Ebene Kanton, Bezirke und Gemeinden, gepoolte Daten (2010/2012)
Privathaushalte nach Gemeinden und Haushaltstyp
Datenquelle: Bundesamt für Statistik, Strukturerhebungen
Erhebungen und Begriffe
Die Daten zu den Privathaushalten stammen seit 2010 einerseits aus der registergestützten Erhebung des Bundesamtes für Statistik (STATPOP) und andererseits aus der Strukturerhebung - einer Stichprobenerhebung. Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden können sich aus diesen beiden Quellen unterschiedliche Zahlen ergeben. STATPOP ist die Referenzquelle für die Anzahl und die Grösse der Haushalte, während die Strukturerhebung eine Typologisierung der Haushalte unter Berücksichtigung der familiären Beziehungen erlaubt.
Ergebnisse aus Stichproben sind mit gewissen Unschärfen behaftet. Wie gross der Unschärfebereich ist, wird durch das Vertrauensintervall angezeigt. Dieses gibt den Bereich an, in dem sich der wahre Wert für die Gesamtbevölkerung mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit befindet. Indem Stichproben aus mehreren Jahren zusammengelegt ("gepoolt") werden, kann der Unschärfebereich verkleinert werden. Zudem ermöglicht das Zusammenlegen von Stichproben, abhängig von der Fragestellung, Auswertungen für kleinere Gruppen oder Regionen (Ebene Gemeinden) zu erstellen.
Die meisten der hier präsentierten Ergebnisse stammen aus den gepoolten Daten der Jahre 2010, 2011 und 2012. Sie sind als Mittelwert dieser Jahre zu interpretieren.
Weitere Informationen zu den einzelnen Erhebungen finden Sie unter Bevölkerung (Erhebungen).
Begriffserklärungen und Definitionen finden Sie im Glossar.