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Er studierte theoretische Physik an der ETH Zürich, trat danach in den diplomatischen Dienst ein und arbeitete in Bern, Moskau und New York, bevor ihn der damalige Aussenminister Flavio Cotti zum persönlichen Mitarbeiter ernannte. 2002 wurde Walter Thurnherr (56) Generalsekretär im Aussendepartement, ein Jahr später wechselte er mit Bundesrat Joseph Deiss vom Aussen- ins Wirtschaftsdepartement, 2011 dann mit Bundesrätin Doris Leuthard ins Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. 2016 wählte das Parlament den CVP-Mann zum Bundeskanzler.Nicht wenige bezeichnen ihn als achten Bundesrat, er selbst sieht sich «eher als obersten Beamten». Er habe etwas Einfluss, könne vermitteln oder steuern. Und Vorschläge machen.
Als Stabschef der Regierung ist er unter anderem verantwortlich für die Organisation der Abstimmungen – von der Vorprüfung einer Volksinitiative über die Kontrolle der Unterschriftenzahl bis hin zur Redaktion des Abstimmungsbüchleins. Thurnherr ist auch der Promotor des Projekts «Vote électronique». Nach über 300 Versuchen wollte er die elektronische Stimmabgabe als dritten ordentlichen Stimmkanal etablieren. Doch nach dem Rückzug des Genfer E-Voting-Systems und den offensichtlich gewordenen Mängeln der Post-Variante hat der Bundesrat die Pläne gestoppt und Thurnherrs Bundeskanzlei beauftragt, bis Ende 2020 gemeinsam mit den Kantonen ein Konzept für einen neuen Versuchsbetrieb zu erarbeiten. Thurnherr, der in seiner Freizeit Bücher über komplexe physikalische und mathematische Fragen liest, ist auch Beirat beim interdisziplinären Think-Tank W.I.R.E.
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