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Krampfadern, auch Varizen genannt, sind knotig-erweiterte oberflächliche Venen. Eine weit verbreitete Funktionsstörung. Die Behandlung bzw. Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Funktionsstörung. Es wird entschieden, ob die Behandlung über einen «narbenfreien» Eingriff oder mittels Operation erfolgt. Eine oftmals eingesetzte Methode ist die Laserbehandlung mit modernstem Verfahren.
Krampfadern - eine Zivilisationskrankheit
Venen sind die Gefässe im Körper, die das sauerstoffarme Blut wieder einsammeln und zum Herzen zurücktransportieren. Dabei helfen die Venenklappen, die sich wie kleine Ventile schliessen und verhindern, dass das Blut in Richtung Fuss zurückfliesst. Funktionieren diese Klappen nicht mehr, so fliesst das Blut in den Venen zurück, sammelt sich in diesen und führt zu einer knotigen Erweiterung und Schlängelung.
Krampfadern werden in ca. 70% vererbt. Weitere Ursachen sind Schwangerschaften, Wärme (z.B. bei einem Koch) oder langes und regelmässiges Stehen. Auch als Folge von Thrombose, also eines Gerinnsels in den tiefen Beinvenen, können Krampfadern entstehen, die oberflächlich ausserhalb der Muskulatur verlaufen. Ca. 30% der erwachsenen Bevölkerung haben behandlungsbedürftige Krampfadern.
Krampfadern entstehen langsam über Jahre, zunächst meist unentdeckt. Auch bei vorliegenden Krampfadern kommt es erst nach vielen Jahren zu ernsthaften Komplikationen, wie zum Beispiel einem offenen Bein (Ulcus cruris).
Sichtbar werden Krampfadern häufig als erstes am Unterschenkel, da sie am Oberschenkel in der Regel in einer grösseren Fettschicht eingebettet sind. Die häufigsten Symptome sind ein Schweregefühl, Juckreiz oder Schwellneigung der Beine. Diese Symptome sind unspezifisch. Häufig werden den Krampfadern auch Symptome zugeordnet, die andere Ursachen haben (z.B. Skeletterkrankung und Arthrose).
Bei Beschwerden mit entsprechendem Leidensdruck ist es ratsam, zu intervenieren und sich in der Sprechstunde individuell beraten zu lassen. Wird keine optimale Therapie vorgenommen, kann es zu Folgeschäden bzw. zum Verlust von noch gesunden Venen kommen. Die Krampfaderentwicklung schreitet fort, sodass einer stark verzögerten Behandlung weitere gesunde Venen verloren gehen und der Eingriff grösser wird.
Zur Vorbereitung der Eingriffe gehört eine gründliche Untersuchung. Mit Hilfe von erweiterten Ultraschalluntersuchungen und Funktionstests wird die Venenstörung genau erfasst. So kann die geeignete Behandlungsmethode festgelegt werden.
Unter Ultraschallkontrolle wird über eine Punktion eine Radiofrequenz- oder Lasersonde in die erweiterte Stammvene eingebracht und diese durch Hitze verschlossen. Die Vene zieht sich im behandelnden Abschnitt zusammen. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für die Stammvene des Oberschenkels bis unter das Knie und wird häufig mit anderen Verfahren kombiniert.
Das Prinzip der Sklerotherapie besteht darin, dass eine Lösung (Sklerosierungslösung) oder ein Schaum in die Krampfader injiziert wird, was eine örtliche Entzündung hervorruft. Dies führt zu einer Zerstörung der Krampfader. Kleinere Venen und Besenreiser werden klassischerweise mittels Verödung behandelt. Aber auch Rezidive von Stammvenen können mittels Schaumsklerosierung erfolgreich und risikoarm behandelt werden. Die Sklerosierung hat auch Bedeutung im Zusammenhang mit der Behandlung des Ulcus cruris.
Bei der Phlebektomie, auch Häkchenmethode genannt, werden die erkrankten Venen über kleine Hautschnitte mit einem Häkchen gefasst und herausgezogen. Die Phlebektomie kommt bei kleineren Krampfadern zum Einsatz und wird häufig mit dem Venenstripping kombiniert.
Bei einer Operation wird ein Zugang zur Einmündung der Krampfader entweder in der Leiste oder in der Kniekehle gemacht und die erkrankten Anteile werden entfernt. Dabei können auch Seitenäste problemlos entfernt werden. Beim sogenannten Strippen wird die Krampfader an einen Draht angebunden und herausgezogen oder vereist und entfernt. Diese Methode wird dann eingesetzt, wenn eine minimalinvasive Behandlung nicht möglich ist.
Besenreiser, gerade wenn sie sehr klein sind, werden heutzutage idealerweise mittels Laser behandelt. Die Haut wird vorweg etwas gekühlt, dann erfolgt die Laserbehandlung der Besenreiser unter entsprechenden Schutzmassnahmen von Patient und Arzt. Ein Kühlen der Haut hinterher sowie eine Applikation einer Lotion sind abschliessend die Regel.