Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03251.jsonl.gz/255

«La nostalgie n’est plus ce qu’elle était» - «Die Nostalgie ist auch nicht mehr das, was sie einmal war»: So benannte Simone Signoret ihre 1978 erschienene (und auf deutsch dann leider plump als «Ungeteilte Erinnerungen» übersetzte) Autobiografie. Das Züricher Filmpodium versucht sich nun dennoch an einer Rückschau auf das Schaffen einer der prägenden Schauspielerinnen des französischen Kinos insbesondere der 1950er Jahre.
Simone Signoret hat einmal gesagt, dass sie zu jenen Schauspielern gehöre, die «keine Methode» hätten, sondern aus ihrem Erfahrungsschatz schöpften. Da gab es Stoff zuhauf. Statt eines Jurastudiums brachen für die 1921 in Wiesbaden geborene Halbjüdin im besetzten Frankreich schwere Zeiten an. Der katholische Name ihrer Mutter half ihr bei der Suche nach Arbeit, um die Familie zu ernähren. Der Vater mit dem jüdisch-polnischen Familiennamen Kaminker verbrachte die Kriegsjahre im Londoner Exil. Später verkörperte sie wieder und wieder Prostituierte, Leidende, Frauen, die an den Gefühlen und Schicksalsläufen zu zerbrechen drohen.
Einer der ersten grossen Erfolge war Max Ophuls LA RONDE, der heute um 15 Uhr die Reihe im Filmpodium eröffnet. Um 20.45 Uhr folgt dann CASQUE D’OR von Jacques Becker, Signorets Lieblingsfilm im eigenen Werk.
Gefällt dir Filmbulletin? Unser Onlineauftritt ist bis jetzt kostenlos für alle verfügbar. Das ist nicht selbstverständlich. Deine Spende hilft uns, egal ob gross oder klein!