Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/1614

Ich habe mich etwas umgesehen und hier sind meine Empfehlungen: Zunächst gibt es die Entdeckung des achtjährigen Quinn Sullivan aus New Bedford in Massachusetts zu berichten. Dieser ist der Sohn eines Schlagzeugers, spielt aber selbst Gitarre. Quinn spielt schon wirklich ansehnlich, er hat ein technisch hohes Niveau, wenn sein Blues vielleicht auch in der Phrasierung manchmal noch etwas hölzern daher kommt.
Das erste Beispiel ist ein Gastauftritt mit niemand Geringerem als Buddy Guy. Wer wurde nicht mal gerne mit Buddy auf der Bühne jammen? Der kleine Quinn hatte die Gelegenheit dazu, und für fast 10 Minuten kann man sich das unter folgender Adresse ansehen:
Weiteres Beispiel gefällig? Der Kleine spielt auch B.B. Kings „The Thrill is Gone" in einer ansprechenden Wah-wah-Version und man hört ihn auch singen. Erwartunsgemäss hat er mit acht noch nicht die Gewaltsstimme, aber trotzdem bleibt es amüsant, diesem Steppke zuzusehen, wie er über die Saiten flitzt.
Eine weitere Perle ist der folgende Fund: Dieser Film bringt eine Homage an Robert Johnson, aber im Gegensatz zu vielen anderen, die einfach Johnsons Lieder im Hintergrund laufen lassen, spielt der Mann hier selbst und singt auch selbst - auf Brasilianisch. Schon mal brasilianischen Blues gehört? Ist wunderschön. Die Sprache perfekt dafür geeignet (der portugiesische Fado ist ja auch die iberische Variante des Blues) und und das Video sehr ansprechend:
Ich lernte auch neue Dinge kennen. So kam 2007 der Film Black Snake Moan mit dem von mir hoch verehrten Samuel L. Jackson heraus, ohne dass ich ihn zur Kenntnis nahm. In dem Film spielt er einen Bluesman und auf Youtube findet sich ein Ausschnitt aus dem Film wie auch Jacksons Performance als Bluesman. Ich würde übrigens sagen, dass er vom Äusserlichen her versucht, den guten Robert Lockwood Jr. nachzuahmen, der dieselbe „Frisur" und denselben Bart trägt wie Jackson in diesem Film:
Wenn ihr Lockwood noch nie gesehen habt, den Jugendfreund von Robert Johnson, dann solltet ihr euch diese Aufnahme des 91-jährigen Meisters ansehen, der auf der 12-saitigen Gitarre „Sweet Home Chicago" noch so spielt, wie Robert Johnson sich das mal gedacht hat, also vor der Neukomponierung durch Elmore James. Die Aufnahme besticht durch ein tolles Bild, der Ton ist leider etwas leise:
Ein nicht näher bestimmbarer "Phil" spielt den klassischen Fingerpicking-Blues „Hesitation Blues" in der Version von Rev. Gary Davis. Die Aufnahme ist instrumental, aber sehr gut gelungen:
Ein weiterer sonst unbekannter Privatmann ist Tommy Nilsen, der auf der folgenden Aufnahme einen „Guitar Boogie" spielt. Sehr virtuos:
George Kamikawa ist ein japanischer Strassenmusiker, der als One-Man-Band erstaunlichen Country Blues spielt. Auf dieser Aufnahme spielt er „Got My Mojo Working"
Ein weiterer japanischer Bluesman: Yukadan (auch als Yuukadan bekannt) aus Osaka spielt mit seiner Band ein schönes Slide-Stück
Und um die Kuriositätensammlung abzuschliessen: Schon mal einen Mann ohne Arme Gitarre spielen gesehen? Vielleicht noch nie. Doch wie tut er das? Ganz einfach: mit den Fuessen:
Wieder zu den Profis. Auch hier gibt es genug Seltenheiten und Leckerbissen zu entdecken. Stevie Ray Vaughan spielt auf dieser Aufnahme aus der MTV-Serie „Unplugged" "Pride and Joy", aber er spielt es eben ohne das angestammte elektrische Instrument auf einer 12-saitigen Akustikgitarre. Sehr sehenswert, vor allem weil es ja kaum akustische Aufnahmen von SRV gibt:
und weil's so schön ist, hier noch "Rude Mood" von Stevie:
Tenorsaxophonist Sims Zoot spielt hier "Castle blues" in einer schwedischen Aufnahme aus dem Jahr 1984. Die Aufnahme ist sehr jazzig, aber wunderbar und der Bass und die Gitarre begleiten vorbildlich. Red Mitchell spielt dabei auch ein sehr schönes Gitarrensolo:
Die unvergleichliche und leider viel zu früh verstorbene Big Mama Thornton singt auf der folgenden Aufnahme „Rock Me Baby" und am Anfang spielt sie selbst Mundharmonika dazu.
Weitere Legenden gefällig? Les Paul spielt einen akustischen Blues, zwischenzeitlich unterstuetzt von Chet Atkins, C.G.P. (steht für „Certified Guitar Player")
Und wer ihn noch nie gesehen hat, sollte sich unbedingt diese wunderbare Aufnahme von Willie Dixon ansehen: In einem rosaroten Anzug, der etwa die ausmasse eines Zirkuszeltes hat, spielt das Schwergewicht aus Vicksburg seine eigene Komposition „The Seventh Son", begleitet von einer All-Star Band:
Erneut Willie Dixon, diesmal begleitet von Pianist Memphis Slim. Die beiden spielen gemeinsm ihre klassische Nummer „I'm Nervous". Himmlisch:
Als letztes der unendlich vielen Beispiele von Bluesaufnahmen sei hier ein Duo mit Schweizer Beteiligung genannt: Oscar Klein und Philadelphia Jerry Ricks spielen den „China Blues" in der Fernsehsendung ZDF Jazz Klub. Die Aufnahme stammt vermutlich aus der Mitte der 1980er Jahre.
Zum Schluss noch etwas zum aktuellen Klatsch. Die Presse ist voll von Berichten über Carla Bruni. Hier spielt sie "Nobody Knows You When You're Down And Out"
Lust auf mehr? Dann nichts wie ab zu