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Island erklärt Gletscher für tot
Vergleich: Das Bild zeigt eine Satellitenaufnahme des Okjökull aus dem Jahr 1986 (links) und eine aus 2019 (rechts). Bild: dpa
Opfer der Erderwärmung: Island hat erstmals einen Gletscher offiziell für "tot" erklärt. Die Eismassen auf dem 700 Jahre alten Okjökull sind stark abgeschmolzen. Wo früher eine dicke Eisschicht den Vulkan bedeckte, liegt heute nur noch Geröll.
Bei der Abschiedszeremonie am Sonntag wurde eine Gedenktafel enthüllt: "Ein Brief an die Zukunft", steht darauf. Die Tafel soll nicht nur an den Gletscher erinnern, sondern vor allem auch eine Warnung sein: "In den nächsten 200 Jahren ist zu erwarten, dass alle unsere wichtigsten Gletscher den gleichen Weg gehen", steht weiter auf der Tafel.
Der Okjökull hatte bereits 2014 seinen Status als Gletscher verloren. Mit nur noch 15 Metern Eisdicke ist er zu leicht geworden, um sich vorwärts zu schieben. Um als Gletscher zu gelten, muss das Eis 40 bis 50 Meter dick sein und sich unter seinem Eigengewicht bewegen.