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|Quelle||www.wikipedia.org|
|Inhalt||Paul Dinichert (1878-1954)¸ schweizerischer Diplomat¸ mit seiner Ehefrau 1932 bei der Ankunft als neuer Botschafter in Berlin. Quelle : Französische Nationalbibliothek¸ Robert Sennecke (1885-1940).|
|Quelle||Sammlung Rolf Ramseier|
|Art||signierte Karte¸ 6x9.5cm|
|Inhalt||Mit montiertem zeitgenössischem Zeitungsbild. Dazu kleiner Zeitungsartikel aus Deutschland : "Dinichert¸ Schweizer Gesandter für Skandinavien. Der Bundesrat ernannte den bisherigen Schweizerischen Gesandten in Berlin¸ Paul Dinichert¸ zum Gesandten für Schweden und Norwegen mit Sitz in Stockholm."|
Schweizer Diplomat, Gesandter in Berlin 1932-1938
4.8.1878 Muntelier, 14.2.1954 Genf, kath., von Murten und Muntelier. Sohn des Constant. Berthe Rivoire, Tochter des Emile, Notars in Genf. D. studierte in Freiburg, Neuenburg und Paris, 1898 Diplom der Ecole libre de sciences politiques in Paris. Ab 1899 war er als Diplomat in London, Paris und Buenos Aires (1915-16, Minister ab 1915) tätig. Ab 1920 leitete er in Bern im Polit. Departement (heute EDA) die Abteilung für die Vertretung fremder Interessen und die Internierung, dann die Abteilung für Auswärtiges. Er arbeitete eng mit dem Leiter des Departements, Giuseppe Motta, zusammen. 1932-38 war D. Schweizer Minister in Berlin, wo er zur Persona non grata wurde. Ab 1933 stiess seine Berichterstattung über das nationalsozialist. Regime auf scharfe Kritik. D. wurde von Hans Frölicher abgelöst und bis zu seiner Pensionierung 1946 nach Stockholm versetzt. Ab 1921 Direktionsmitglied des Schweiz. Roten Kreuzes, wurde D. 1946 Leiter von dessen Kinderhilfswerk.
Paul Dinichert, der Nazigegner
Dinichert, ein drahtiger und leistungsstarker Mann, galt seinerzeit als Spitzendiplomat. Ehe ihn der Bundesrat zum Gesandten in Berlin ernannte, amtete er jahrelang als Chef der Abteilung für Äusseres. Das war die ranghöchste Beamtenposition im Departement, sie entspricht heute etwa dem Staatssekretär. Dinichert besass als engster Mitarbeiter das volle Vertrauen von Bundesrat Motta. Deshalb entsandte ihn dieser auf den wichtigsten und mit Abstand schwierigsten Auslandsposten.
Dinichert war ein entschiedener Gegner der Nazis. Das war in Bern bekannt, und es dauerte nicht lange, bis auch ganz Berlin es wusste. Die Folgen davon blieben nicht aus. In Regierungskreisen schnitt man ihn, wo man nur konnte. Er wurde bloss von untergeordneten Beamten empfangen. Bald kamen in der Schweiz Klagen auf, aus der Politik, aus der Wirtschaft, auch aus der Presse. Was nütze ein Diplomat in Berlin, der zu den Machthabern keinen Zugang habe, beschwerte man sich. Und die Kritiker verlangten, der Bundesrat müsse den Missionschef auswechseln. Unbeabsichtigt spielten sie den Nazis in die Hände. Denn diese wollten den aufmüpfigen Gesandten nur zu gern loswerden. Diesem Druck von innen und von aussen konnte der Bundesrat 1938 nicht mehr standhalten. Im Hinblick auf wichtige Wirtschaftsverhandlungen musste Dinichert seinen Platz räumen. Und der Bundesrat wollte ihn mit einem Mann ersetzen, von dem man annehmen durfte, dass er mit den tonangebenden Kreisen in Berlin umzugehen wisse. Diesem Profil entsprach Hans Frölicher. Natürlich spielten bei der Ablösung auch andere Gründe mit. Dinichert wies unübersehbare persönliche Unzulänglichkeiten auf. Namentlich hatte er sich mit zwei prominenten Zeitungskorrespondenten verkracht. Und sein misstrauischer Charakter kam ihm auch in die Quere. Aber Tatsache bleibt, dass das Szenario so verlief, wie es das politische Skript der Nazis vorsah. Der damalige Chefredaktor der NZZ, Willy Bretscher, der die Ablösung Dinicherts auf der Frontseite gefordert hatte, soll denn auch später gesagt haben, nachträglich bereue er es, sich an der Kampagne gegen Dinichert beteiligt zu haben.
Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Paul Dinichert aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Marc Perrenoud / EB. Version : 27.04.2004. Und dem Artikel "Die «mission impossible» der beiden Schweizer Gesandten im Nazireich" in der Neue Zürcher Zeitung vom 19.09.2012. Autor Paul Widmer.