Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/2567

das Silberland
Der Tango
Der Tango wurde in La Boca, dem Hafenviertel von Buenos Aires, geboren. Ihm wird nachgesagt, er sei getanzte Leidenschaft, Sinnlichkeit und Erotik und er steigere diese Emotionen fast bis ins Unerträgliche und Melancholische.
Die fordernde Sinnlichkeit liegt im Wesen des Tangos. Durch die gestreckte Körperhaltung werden die Tangotänzer Statuen gleich und bekommen eine unnahbare Eleganz verliehen. Es ist ein Wechselspiel von Anziehung und Distanz, die den Tango charakterisiert.
Die Töne des Bandeneon gehören zum Tango wie die Sentimentalität zur Melchancholie.. Dieses Instrument wurde von Matrosen nach Buenos Aires gebracht.
Die Lieder der Matrosen gaben ihre enttäuschten Hoffnungen dem Leben und den Frauen gegenüber wider; sie besangen ihre Armut. Die Matrosen kamen aus Candombe, Afrika, Andalusien und Süd-Italien. Die Melodien dieser Länder vereinigten sich mit dem Milonga der Gauchos.
Einen grossen Einfluss übte auch die Habañera aus Kuba aus. Das waren die Lieder der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen.
Die Sprache des Tangos entstand in den Bordellen und Kaschemmen, den Matrosenkneipen. Lunfardo hiess die Sprache des Millieus. Der Tango passte nicht in die höhere argentinische Gesellschaft. Gesellschaftsfähig wurde er erst in den Salons von Paris. Danach kam er verwandelt zurück nach Argentinien.
Wenn man von Tango spricht, denkt man an Carlos Gardel. Er ist der Inbegriff des Porteños.
Carlos Gardel wurde 1890 in Frankreich geboren und kam im Alter von drei Jahren nach Buenos Aires. Seine Kindheit verbrachte er in der Nähe des Grossmarktes von Abasto. Er begann zu singen: zunächst nur, um die Nachbarn zu unterhalten, danach berufsmässig.
Carlos Gardel trat zunächst im Duett mit José Razzano auf, dann, ab 1917 als Solist. Seine Erfolge feierte er zunächst in Europa, besonders in Frankreich und Spanien, erst danach in Argentinien und anderen Ländern Lateinamerikas. Er wurde die Nachtigall der Pampa genannt. Das besondere an seinen Liedern waren das Gefühl für Rythmus, das Gardel ihnen gab.
Zur Legende wurde Carlos Gardel durch seinen frühen Tod im Jahr 1935. Er kam bei einem Flugzeugabsturz in Kolumbien ums Leben. Gardel wurde auf dem Friedhof von La Chacarita begraben. Dort erinnert eine lebensgrosse Statue an seinem Grab an seine aussergewöhnliches Leben. Man findet dort immer frische Blumen und oftmals sogar eine brennende Zigarette zwischen den Fingern der linken Hand.
Ein weiterer grosser Interpret des Tango war Astor Piazolla. Er brachte den Tango mit dem Jazz oder der Kammermusik zusammen und befreite die Texte von dem schweren Seelenschmerz. Anklage und Empörung, wie zu Anfang, wurden ihr Inhalt. Also ein Tango mit ganz neuen Interpretationen.
Tanguérias – Tango Clubs und Tango Cafés in Buenos Aires
La Ventana, Balcarce 431, Tel. 43310217 www.la-ventana.com.ar – touristisch, gut
Michelangelo, Av. Belgrano 271, Tel. 43282646 www.tangoshow.com – ehemaliges Kloster
Bar Sur, Estados Unidos 299, Tel. 43626086 www.bar-sur.com.ar – klein aber fein
El Querandí, Perú 302, Tel. 51991777 www.querandi.com.ar – lecker
Café Tortini, Av. de Mayo 825, Tel. 43424328 www.cafetortoni.com.ar – Kaffeehausstil
Foro Gandhi, Av. Corrientes 1743, Tel. 43710370 – junge Musiker, zeitgenössisch
Casablanca, Balcarce 668, Tel. 43314621 – folkloristisch
Club del Vino, Cabrera 4737, Tel. 48330048 – authentisch, viele Einheimische
El Chino, Beazley 3566, Tel. 49110215 – melancholischer Ur-Tango
El Víejo Almacén, Av. Independencia 313, Tel. 43077388 – klassisch
Argentinien
Argentinien ist eine Republik im Süden Südamerikas. Es ist der achtgrösste Staat der Erde und der zweitgrösste des Kontinents; im Hinblick auf die Einwohnerzahl nimmt es dort den dritten Rang ein. Wegen seiner grossen Nord-Süd-Ausdehnung hat das Land Anteil an zahlreichen Klima- und Vegetationszonen. Der Name kommt vom lateinischen Wort für Silber – argentum– und liefert einen Hinweis darauf, welche Schätze die Eroberer auf seinem Territorium zu finden glaubten. Bis zu seiner Unabhängigkeit 1816 war es Teil des spanischen Kolonialreiches.
Die Hauptstadt des Landes, Buenos Aires, ist Zentrum eines der grössten Ballungsräume auf dem amerikanischen Kontinent und wird als eines seiner grössten Kulturzentren angesehen, in dem unter anderem der Tango seinen Ursprung hat. Daneben sind weite Teile des Landes, insbesondere der trockene Süden, nur sehr dünn besiedelt.
Politisch handelt es sich bei Argentinien um eine präsidiale Bundesrepublik, in der die einzelnen Gliedstaaten, Provinzen genannt, weitreichende Kompetenzen innehaben.
Wirtschaftlich wird es traditionell von der Landwirtschaft bestimmt und international oft zu den Schwellenländern ] gezählt, von der EU und der UNO aber zu den Industriestaaten gerechnet. Es hat nach Chile in Südamerika das zweithöchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (Kaufkraftparität), jedoch auch einen grossen Einkommensunterschied zwischen dem reichen und dem armen Bevölkerungsteil.
Natur
Argentinien hat eine Fläche von etwa 2,8 Millionen Quadratkilometern. Die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 3.694 km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle circa 1.423 km. Es grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, und im Nordosten an Brasilien und Uruguay.
Grenze mit Länge
Bolivien 742 km
Brasilien 1.132 km
Chile 5.308 km
Paraguay 1.699 km
Uruguay 495 km
insgesamt* 25.728 km
* inklusive Küstenlinie
Das gesamte westliche Grenzgebiet ist Gebirgsland der Anden, der längsten kontinentalen Gebirgskette der Erde.
Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer heissen Trockensavanne eingenommen.
Östlich davon schliesst sich entlang des Río Paraná das Hügelland der Provinz Misiones an. Dort befinden sich am Dreiländereck Argentinien–Paraguay–Brasilien die Wasserfälle von Iguazú, die zu den grössten der Erde zählen.
Südlich davon, zwischen den grossen Strömen Río Paraná und Río Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia.
Am Río de la Plata, dem gemeinsamem Mündungstrichter dieser beiden Ströme, befindet sich die Stadt Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens. Hier konzentriert sich auch etwa ein Drittel der Einwohner des Landes.
Westlich und südlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der grösste Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich grosse Weizenfelder und Weideflächen fürRinder, deren Fleisch immer noch zu den Hauptexportgütern Argentiniens gehört.
Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentralen Argentinien die Gebirgszüge der Sierras Pampeanas. Diese Mittelgebirge erreichen Höhen von 2.800 m in den Sierras de Córdoba und bis zu 6.250 m in der Sierra de Famatina in La Rioja.
Das im Süden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden geprägt und hat ein sehr raues Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der Fläche des Landes ausmacht, ist sehr dünn besiedelt. Der tiefste Punkt des Landes und Gesamtamerikas ist die Laguna del Carbón mit 105 m unter dem Meeresspiegel. Sie befindet sich zwischen Puerto San Julián und Comandante Luis Piedra Buena in der Provinz Santa Cruz.
Ein etwa 60 km langer Abschnitt der Grenze zu Chile, der sich im Südpatagonischen Eisfeld befindet, ist nicht als klar gezogene Grenze markiert, sondern wird von einer zwischen den beiden Staaten vereinbarten besonderen Zone eingenommen.
Gebirge und Berge
In den argentinischen Anden gibt es eine Vielzahl sehr hoher Berge über 6.000 m Höhe. Hierunter befinden sich auch der höchste Berg des amerikanischen Kontinents, der Aconcagua mit 6.962 m Höhe und die beiden höchsten Vulkane der Erde, der Ojos del Salado mit 6.880 m und der Monte Pissis mit 6.795 m. In den Südanden sind die Höhen der Berge geringer, aber dennoch sind viele wegen des feuchtkalten Klimas mit Schnee bedeckt. Auch in den Sierras Pampeanas werden teilweise sehr grosse Höhen gemessen: Die Sierra de Famatina in der Provinz La Rioja erreicht ebenfalls über 6.000 m. Die Höhen dieses Gebirgskomplexes fallen jedoch nach Osten hin ab, in den Sierras de Córdoba werden nur noch maximal 2.800 Meter erreicht.
Die nördlichen Patagoniden (Mesetas Patagoniens) weisen im Südosten von Mendoza immerhin noch 4.700 m Höhe auf, ihre Höhe wird nach Südosten hin immer geringer. In den anderen Gebieten Argentiniens erreichen die Berge nur in Ausnahmefällen über 1.000 m Höhe. Darunter fallen die Sierras Australes Bonaerenses (Sierra de la Ventana und Sierra de Tandil) an der Atlantikküste und das Hügel- und Bergland von Misiones.
Flüsse und Seen
Der Río de la Plata mit dem Grossraum Buenos Aires rechts unten
Argentiniens Hydrologie wird von den Zuflüssen des Río de la Plata dominiert. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 5.200.000 km². Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zuflüsse des Río de la Plata sind der Río Paraná und der Río Uruguay. Im Norden an der Grenze zu Brasilien befindet sich der Iguazú-Nationalpark. Darin der Fluss Iguazú mit den Iguazú-Wasserfällen, welche dreimal so gross wie die Niagarafälle sind. Das zweitgrösste Einzugsgebiet hat der Río Colorado in Nordpatagonien, dessen grösster Zufluss, der Río Salado del Oeste, einen Grossteil Westargentiniens entwässert, wobei jedoch ein Grossteil seines Wasservolumens wegen des trockenen Klimas bereits auf dem Weg verdunstet oder in Sumpfgebieten versickert.
Lago Argentino und Perito-Moreno-Gletscher
Argentinien weist zwei grössere Seengebiete auf. Das umfangreichste liegt am Fuss der Südanden, wo sich eine lange Kette von Schmelzwasserseen von der Provinz Neuquén bis nach Feuerland erstreckt. Daneben finden sich in der westlichen zentralen Pampa und im südlichen Chaco zahlreiche Flachlandseen, die teilweise nur wenige Meter tief und oft salzhaltig sind. Der Flachlandsee Laguna Mar Chiquita mit 5.770 km² in der Provinz Córdoba sowie die Andenseen Lago Argentino (1.415 km²) und Lago Viedma (1.088 km²) liegen im Nationalpark Los Glaciares, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito Moreno.
Inseln
Argentinien hat trotz seiner lang gestreckten Küstenlinie nur wenige Inseln. Die grösste ist die zum Archipel Feuerland gehörende Isla Grande de Tierra del Fuego mit 47.020 km², die sich Argentinien (Provinz Tierra del Fuego, 21.591 km²) und Chile (25.429 km²) teilen. Das einzige weitere Inselgebiet von Bedeutung ist der Süden der Provinz Buenos Aires, wo sich in den Buchten Bahía Blanca und Bahía Anegada zwei ausgedehnte Wattenmeere befinden. Die Inseln dort sind flach und mit Ausnahme der Isla Jabalí, auf der der Badeort San Blas liegt, unbewohnt. Grösste Insel ist die Isla Trinidad mit 207 km². Des Weiteren gibt es vor der patagonischen Küste einige kleinere Felseninseln.
Vegetations- und Klimazonen
Argentinien hat wegen seiner grossen Nord-Süd-Ausdehnung, die nur noch von Chile und Brasilien sowie den USA (durch Miteinbezug von Alaska) übertroffen wird, eine grosse Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen. So befindet sich der äusserste Norden an der Grenze zu den Tropen, während der äusserste Süden subpolares Klima aufweist.
Allgemeines zum Klima
Das Klima Argentiniens wird von mehreren Faktoren bestimmt.
Besonders von Bedeutung sind die verschiedenen Winde, da das Relief des Landes wegen des Fehlens markanter Gebirgszüge im zentralen und östlichen Teil eine schnelle Ausbreitung der Luftmassen zulässt. Selbst im äussersten Norden kommt es bei nahezu tropischem Klima deshalb im Winter häufig zu Kälteeinbrüchen, teilweise mit Frost.
Während im subtropischen Norden Ostwinde vorherrschen, wehen sie im Süden von Westen her. Dies hat Folgen für die Verteilung der Niederschläge: während im Norden, im Osten, sowie an den Osthängen der Mittelgebirge die höchsten Werte gemessen werden, ist es im Süden und im Westen deutlich feuchter als im Osten. Dort ist der Bewölkungsgrad auf der chilenischen Westseite der Anden so hoch, dass die Osthänge noch beträchtliche Niederschlagsmengen aufweisen, was auch an den relativ niedrigen Höhen der Anden in dieser Gegend liegt.
Bedeutende Winde sind folgende:
der Pampero, ein trockener Südwestwind, der polare Luftmassen bis über die argentinische Nordgrenze bringen kann. Er führt zunächst zu heftigen Gewittern, danach meist zu trocken-sonnigem, aber kühlem Hochdruckwetter.
die Sudestada, ein Südostwind aus dem Bereich des Südatlantiks. Er sorgt für starke, langandauernde Niederschläge im Osten Argentiniens, insbesondere in der Pampa-Region.
der Zonda, ein dem Föhn vergleichbarer Fallwind, der von den Anden her weht und dem Westen Argentiniens im Winter und Frühling eine sehr plötzliche trocken-heisse Witterung beschert. Wegen dieses Windes kann es in der gesamten Nordwesthälfte Argentiniens bis 40°C im Winterhalbjahr werden.
der Norte, ein schwülheisser Nordostwind, der besonders im Chaco für langandauernde Hitzeperioden selbst im Winter sorgt.
Die Entfernung der jeweiligen Landesteile zum Atlantik hat Auswirkungen auf die Temperaturextreme. So liegen die Temperaturen in Ostargentinien zwischen kältesten und wärmsten Monat nur 10 °C-13 °C auseinander (z. B. Mar del Plata 10°C, Buenos Aires: 13 °C), während dieser Wert nach Westen hin immer weiter ansteigt (San Carlos de Bariloche 16 °C, Mendoza 18°C). Ausnahme von dieser Regel ist der Nordwesten wegen des tropischen Einflusses, der die Temperaturextreme im Winter dämpft.
Geringer ist der Einfluss des Atlantiks auf die Niederschläge. Nur in der Pampa-Region und im Nordosten haben wegen der vorherrschenden Ostwinde atlantiknahe Gebiete signifikant höhere Niederschlagsraten als atlantikferne Gebiete. In Patagonien ist der Unterschied äusserst gering.
Puna und Hochtäler
Die Puna, der südliche Teil des Altiplano, ist eine steppen- bis wüstenhafte Hochebene auf 3.500-4.000 m ü.d.M.. Höhe, die von niedrigen Sträuchern, Gräsern und Kakteen bewachsen ist. Das Plateau wird von einigen Einschnitten durchbrochen, den Hochtälern, wie z.B. der Quebrada de Humahuaca, die sich zur nächsten Vegetationszone, den subtropischen Nebelwäldern, herunterziehen. Man findet die Puna in den Provinzen Jujuy, Salta und Catamarca.
Das Klima der Puna ist den sogenannten Kalttropen zuzurechnen: Der Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen ist höher als der jahreszeitlich bedingte Temperaturunterschied. Das Temperaturmittel im Sommer liegt bei 15°-20°C, im Winter bei 7°-12°C. Die Niederschläge (80-300 mm im Jahr) fallen fast ausschliesslich im Sommer.
Subtropische Nebel- und Regenwälder
Diese Vegetationszone schliesst östlich an die Puna-Region an. Es handelt sich um einen artenreichen Regenwald, der sich an den Osthängen der letzten Ausläufer der Anden zwischen der Grenze zu Bolivien im Norden und dem Nordosten der Provinz Catamarca im Süden entlangzieht.
Man unterscheidet zwischen den durch Abholzung fast verschwundenen Regenwäldern (im Tal) und den noch feuchteren Nebelwäldern (am Berghang).
Das Klima ist feucht (800-1200 mm Niederschlag) mit einer ausgeprägten Regenzeit im Sommer, die Winter sind dagegen deutlich trockener. Da in diesen Breiten Ostwinde vorherrschen, stauen sich die Wolken in den Osthängen der Anden und Voranden und regnen sich dort ab, was zur Bildung dieser Vegetationszone führte. Die Temperaturen liegen je nach Höhenlage um 21°-28°C im Sommer und um 12°-18°C im Winter.
Die Ebene des Gran Chaco
Östlich der subtropischen Regenwälder schliesst die Zone des Gran Chaco an, eine Ebene mit Savannen- und Trockenwaldlandschaft. Der argentinische Teil dieser Ebene, insbesondere der Süden, hat ein milderes Klima mit geringeren Temperaturextremen als der paraguayische Teil und wird deshalb im grossen Stil landwirtschaftlich genutzt. Man findet die Chaco-Landschaft in den Provinzen Salta, Formosa, Chaco, Santiago del Estero, sowie in Santa Fe und Córdoba, wo er fast unmerklich in die Pampa-Ebene übergeht.
Das Klima des Chaco ist subtropisch (im Norden beinahe tropisch) und im Westen wintertrocken, im Sommer fallen beträchtliche Niederschläge (500-1100 mm von West nach Ost). Ausgeglichener ist das Klima im Osten des Chaco, nahe dem Río Paraná, wo man Regen zu allen Jahreszeiten findet. Die Temperaturen liegen um 24°-29°C im Sommer und um 12°-20°C im Winter, damit ist die Region die wärmste Argentiniens. Der Hitzepol Südamerikas befindet sich im Osten der Provinz Salta in Rivadavia (48°C).
Die subtropischen Regenwälder von Misiones
In der Provinz Misiones findet man eine eigene Vegetationszone, den immerfeuchten subtropischen Regenwald (selva misionera). Er unterscheidet sich vom Regenwald im Nordwesten dadurch, dass er mehr Niederschläge und diese nahezu gleichviel in allen Jahreszeiten erhält, wodurch seine Artenvielfalt noch grösser ist.
Das Klima ist sehr feucht (Niederschlag 1500-2200 mm/Jahr) und subtropisch, die Temperaturen liegen im Sommer bei 24°-26°C, im Winter bei 15°-18°C.
Die Sierras Pampeanas
Die Sierras Pampeanas liegen im Nordwesten des zentralen Argentinien, in den Provinzen Catamarca, La Rioja, San Juan, Córdoba und San Luis. Ihre Vegetation, der Monte Serrano weist in den tiefen Lagen Ähnlichkeiten mit der des Chaco (Trockenwälder, Dornsavannen) auf. In den Höhenlagen gibt es aber auch Grasebenen, die sogenannten pampas serranas, mit einem sehr rauen, windigen Klima.
Das Klima in den Sierras Pampeanas ist relativ trocken (Niederschläge ca. 250 bis 750 mm im Jahr von West nach Ost), es gibt jedoch eine ausgeprägte Regenzeit im Sommerhalbjahr. Die Temperaturen liegen im Sommer in den Tälern bei 23°-28°C, in den Höhenlagen bei 18°-24°C, im Winter in den Tälern bei 9°-15°C, in den Höhenlagen bei 5°-11°C.
Die ariden Anden und das Andenvorland des Cuyo
Diese Vegetationszone fällt geografisch mit den südlichen Zentralanden in den Provinzen Catamarca, La Rioja, San Juan und Mendoza zusammen. Sie zeichnet sich durch ein trockenes Klima und eine wüsten- bis steppenhafte Vegetation aus. Typische Landschaft ist ähnlich wie in den Sierras Pampeanas der Monte, eine Strauchsteppe, in der Dorngewächse vorherrschen.
Das Klima ist warmgemässigt. Im Sommer liegen die Temperaturen bei 21°-27° in den Tälern und bei 17°-23°C in den Höhenlagen, während sie im Winter bei 7°-12°C bzw. 2°-8°C liegen. Die Niederschlagsmenge liegt bei 150-300 mm im Jahr. Im Andenvorland fällt mehr Regen im Sommer als im Winter, während in den Anden selbst, besonders nahe der chilenischen Grenze, Winterniederschläge, z.T. als Schnee, überwiegen.
Mesopotamien
Diese Vegetationszone erstreckt sich über die Provinzen Corrientes und Entre Ríos. Sie unterscheidet sich vom nahegelegenen Chaco durch ihre höhere Feuchtigkeit, die Sümpfe (insbesondere die Esteros del Iberá im Zentrum von Corrientes, eines der grössten Sumpfgebiete der Welt) und Graslandschaften entstehen liess. Der Übergang zur Pampa einerseits und zum subtropischen Urwald von Misiones andererseits ist fliessend. Die Region wird intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Das Klima ist subtropisch. Im Sommer liegen die Temperaturen bei 23°-28°C, im Winter bei 11°-17°C. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 900 und 1500 mm im Jahr, wobei der Nordosten am meisten Regen empfängt.
Die feuchte Pampa
Die feuchte Pampa erstreckt sich vom Südosten der Provinz Córdoba über den Süden von Santa Fe bis in die östlichen zwei Drittel der Provinz Buenos Aires herein. Sie war ursprünglich ein steppenhaftes, fast baumloses Grasland, wird aber heute fast überall intensiv landwirtschaftlich genutzt, wodurch von der ursprünglichen Landschaft nur noch wenig erhalten ist. Selbst die ursprünglich wirkenden Viehweiden sind durch weitverbreitete Aussaat von Futterpflanzen bei weitem nicht mehr im Originalzustand.
Das Klima der Zone ist warmgemässigt und feucht. Im Sommer liegen die Temperaturen zwischen 19° und 25°C, im Winter zwischen 7° und 12°C, dabei werden die höchsten Werte im Nordwesten gemessen. Die Niederschlagsrate liegt zwischen 700 und 1200 mm, der Regen fällt zu allen Jahreszeiten.
Die trockene Pampa
Die trockene Pampa schliesst westlich an die feuchte Pampa und südlich an die Sierras Pampeanas an. Sie ist im Gegensatz zur feuchten Pampa eine Busch- und Trockenwaldlandschaft mit Monte und häufigen Salzwüsten und hat ein deutlich kontinentaleres, windigeres und trockeneres Klima. Man findet diese Landschaft im äussersten Süden der Provinz Córdoba, im südlichen San Luis, in der Provinz La Pampa und im Südosten der Provinz Mendoza.
Die Temperaturen liegen im Sommer zwischen 19° und 26°C, im Winter zwischen 4° und 10°C. Die Niederschlagsmenge liegt bei 250-700 mm im Jahr, wobei im Sommer etwas mehr Regen fällt als im Winter.
Die Patagonischen Anden
Die patagonischen Anden schliessen südlich an die Ariden Anden an. Man findet sie in den Provinzen Neuquén, Río Negro, Chubut und Santa Cruz. Sie unterscheiden sich von diesen darin, dass sie fast durchgängig bewaldet sind und ein sehr feuchtes, gemässigtes Klima aufweisen. Dies liegt am Westwindklima dieser Zone, das Niederschläge von der chilenischen Seite der Anden über die Kordillere bringt.
Die Temperaturen liegen in den Tälern im Sommer bei 15°-22°C, in den Höhenlagen bei 10°-18°C. Im Winter werden 2° bis 6°C bzw. -2° bis 3°C erreicht. Die Niederschläge liegen bei 600-3000 mm im Jahr, wobei die höchsten Werte nahe der chilenischen Grenze erreicht werden.
Der patagonische Monte
Der Patagonische Monte ist eine niedrige Buschwaldlandschaft, die südlich an die trockene Pampa anschliesst und ähnlich wie in anderen Monte-Gebieten von vor allem Dornsträuchern und Hartgräsern bewachsen wird. Man findet sie im Süden der Provinz Buenos Aires sowie im Osten von Neuquén, Río Negro und Chubut.
Das Gebiet hat ein gemässigtes, trockenes und windiges Steppenklima mit 150 bis 400 mm Niederschlag im Jahr, wobei hier der Winter feuchter als der Sommer ist. Der Wind weht am stärksten im Frühling und Frühsommer und nimmt dann an Stärke kontinuierlich bis in den Winter ab. Die Temperaturen liegen im Sommer bei 18°-24°C, im Winter bei 6°-10°C.
Die patagonische Steppe
Die patagonische Steppe schliesst südlich und westlich an die patagonische Monte-Landschaft an, man findet sie in den Provinzen Chubut und Santa Cruz sowie im Norden der Provinz Tierra del Fuego (Insel Feuerland). Im Gegensatz zu dieser findet man hier nur trockene Gräser, jedoch kaum Büsche oder Bäume, weshalb geografisch eine Unterscheidung zwischen beiden Zonen gemacht wird.
Das Klima des Gebietes ist kühlgemässigt und trocken. Im Sommer liegt die Temperatur bei 12°-20°C, im Winter bei 2°-7°C. Schneefall ist relativ selten. Die Niederschlagsmenge im Jahr liegt bei 150 mm im Norden und 400 mm im Süden.
Die feuerländische Moor- und Parklandschaft
Im Süden der Provinz Tierra del Fuego (Insel Feuerland und Isla de los Estados) gibt es eine eigene Vegetationszone, die deutlich feuchter als der steppenhafte Norden der Insel ist. Man findet hier dichte feuchte Wälder und Moorlandschaften.
Das Klima ist kaltgemässigt und ozeanisch. Im Sommer liegen die Temperaturen bei 8°-12°C, im Winter bei -2° bis +2°C. Die Niederschlagsmenge liegt bei 300-700 mm, es gibt Regen zu allen Jahreszeiten.
Wichtige Städte
Die meisten wichtigen Städte Argentiniens liegen auf einer sehr früh besiedelten Achse zwischen Buenos Aires und Nordwestargentinien, was der früher wichtigen Handelsroute nach Lima in Peru entspricht.
Buenos Aires, dessen Ballungsraum etwa 12 Millionen Einwohner umfasst, ist als Hauptstadt die wichtigste Stadt Argentiniens. Es ist umgeben von einer Reihe von selbstständigen Vorstädten, die zum Teil reine Schlafstädte sind, zum Teil aber auch selbst über Produktionsstätten verfügen. Buenos Aires dominiert die nationale Wirtschaft und Medienlandschaft, so dass Argentinien trotz seiner föderalen Struktur oft ein zentralistisch organisiertes Land genannt wird.
Der Ballungsraum Córdoba, mit 1,4 Millionen Einwohnern der zweitgrösste des Landes, verfügt über grössere Produktionsstätten und beherbergt die älteste Universität des Landes, welche gleichzeitig eine der wichtigsten ist. Die Stadt ist Zentrum der Automobilindustrie und wird oft als „Hauptstadt des Binnenlandes“ bezeichnet.
Der Ballungsraum Rosario in der Provinz Santa Fe (1,3 Millionen Einwohner) besitzt den zweitbedeutendste Hafen des Landes. Er hat ebenfalls eine bedeutende Universität und ist ein weiteres Zentrum der Automobil- und Metallindustrie. Hier befindet sich auch der grösste Getreidemarkt Argentiniens, auf dem die Preise für das ganze Land festgesetzt werden.
Der Ballungsraum Mendoza (967.000 Einwohner) ist vor allem für seinen Wein- und Obstanbau bekannt, dient aber auch als Brückenkopf für den Handel mit Santiago de Chile. Bemerkenswert an der Stadt ist, dass alle Grünanlagen künstlich bewässert werden, man bezeichnet sie oft als eine der am gelungensten urbanisierten Oasenstädte der Welt.
Der Ballungsraum San Miguel de Tucumán (820.000 Ew.) ist die Geburtsstätte der Unabhängigkeit und wurde durch die intensive Landwirtschaft, insbesondere den Zuckerrohranbau, wirtschaftlich und kulturell bedeutsam, hat aber seit den 1950er Jahren wegen der Krise in diesem Wirtschaftssektor an Wichtigkeit verloren und Tucumán ist heute eine der Städte mit der grössten Armutsrate des Landes. Ein Teil der Arbeitskraft ist allerdings von der relativ neuen Industrie absorbiert worden. Die Universitäten in dieser Stadt haben überregionale Bedeutung und werden zum Beispiel von Studenten aus Bolivien besucht.
Der Ballungsraum La Plata (729.000 Einwohner), gehört zum äusseren Einzugsgebiet von Buenos Aires. La Plata ist die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires und ist sowohl Verwaltungs- als auch Industriezentrum (vor allem Erdölraffinerien). Die Stadt hat ebenfalls eine bedeutende Universität.
Der Ballungsraum Mar del Plata (626.000 Einwohner) ist der bedeutendste Badeort an der Atlantikküste der Provinz Buenos Aires und gleichzeitig ein wichtiges Zentrum der Fischerei. Die Stadt beherbergt im Sommer bis zu 3 Millionen Touristen.
Salta (502.000 Einwohner), Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, ist eine wichtige Industrie- und Handelsstadt im Nordwesten Argentiniens; nebenbei ist auch der Tourismus von Bedeutung, da die Stadt das besterhalteste koloniale Zentrum des Landes aufweist.
Santa Fe (Agglomeration: 488.000 Einwohner) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz am Río Paraná und neben ihrer administrativen Bedeutung eine wichtige Industrie- und Hafenstadt.
Der Ballungsraum San Juan hat 411.000 Einwohner. San Juan ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Westargentinien und ist das Zentrum eines weiten von der Landwirtschaft und Agro-Industrie geprägten Gebiets, der Oase des Valle de Tulum.
Gebirge
Argentinien wird von mehreren Gebirgszügen durchquert, die das Land meist in Nord-Süd-Richtung durchkreuzen. Sie werden hier von Nord nach Süd und von West nach Ost aufgelistet.
Anden
Das auffälligste Gebirge Argentiniens sind die Anden an der Westgrenze des Landes. Sie erreichen in Argentinien mit 6.959 m (Aconcagua) ihre grösste Höhe.
Man unterscheidet in den argentinischen Anden folgende Gebirgszüge:
die Ausläufer der Zentralanden im Nordwesten Argentiniens (Provinzen Jujuy, Salta und Catamarca), die weiter im Norden etwa bis Peru denselben Charakter aufweisen. Sie sind in einen Hauptkamm (Kordillere) im Westen, an der Grenze zu Chile, und eine etwas niedrigere Präkordillere (etwa an einer Linie zwischen La Quiaca in Jujuy und Tinogasta in Catamarca) gegliedert. Dazwischen liegt die Hochebene der Puna auf 3000-3500 m Höhe sowie drei Hochtäler. Insbesondere der Hauptkamm wird von sehr hohen Vulkanen wie dem Monte Pissis (6.882 m) und dem Ojos del Salado (6.880 m) geprägt.
die südlichen Zentralanden in den zentralen Westprovinzen Argentiniens (Catamarca, La Rioja, San Juan und Mendoza). Sie bestehen aus drei nur wenig auseinanderliegenden, kaum zu unterscheidenden Hauptkämmen (Cordillera Principal, Cordillera Frontal und Precordillera), die fast ausschliesslich aus Faltungsbergen bestehen. Hier liegt mit dem Aconcagua der höchste Berg Argentiniens.
die Patagonischen Anden in Neuquén, Río Negro, Chubut und Santa Cruz. Sie sind durchgehend niedriger als die Zentralanden und eine Mischung aus Vulkanen und Faltungsprodukten. Höchste Erhebungen sind der Monte Tronador in Río Negro und der Cerro Fitz Roy in Santa Cruz. Charakteristisch sind die vielen Seen am Fuss der Berge, der grösste von ihnen ist der Lago Argentino (Argentino-See).
Subandine Sierren
Die Subandinen Sierren bilden eine fast homogene, nur durch zwei grössere Einschnitte (Valle de Jujuy und Valle de Lerma in Salta) unterbrochene Bergkette, die östlich der Zentralanden Nordwestargentiniens parallel zu diesen verläuft. Sie reichen von der nordöstlichen Provinz Salta über den Westen Tucumáns bis hin in den extremen Norden der Provinz Catamarca. Ihre höchsten Höhen erreicht die Bergkette im Süden, wo sie in die Sierras Pampeanas übergeht. Höchste Erhebung ist der Nevado del Candado (5.450 m).
Sierras Pampeanas
Die Sierras Pampeanas schliessen südöstlich an die Subandinen Sierren an. Es handelt sich um mehrere, teils weit voneinander entfernte Bergketten in Nord-Süd-Richtung mit ähnlichen Charakteristika. Während die Westhänge dieser Sierren schroff abfallen, sind die Osthänge flacher und von zahlreichen Tälern und Schluchten durchdrungen. Zu den Sierras Pampeanas gehören mehrere Sierren im Osten der Provinzen Catamarca, La Rioja, San Juan und Mendoza sowie im Westen von Córdoba, San Luis und Santiago del Estero. Dabei sind die westlichen Sierras generell höher als die weiter östlich gelegenen und gehen nahezu übergangslos in die Anden über, sie sind jedoch geologisch gesehen vollkommen anders aufgebaut. Höchste Erhebung ist der Cerro Famatina mit 6.250 m.
Sierras Australes Bonaerenses
Zwar werden die Sierra de la Ventana und die Sierra de Tandil in der Provinz Buenos Aires in einigen Publikationen auch als Sierras Pampeanas bezeichnet, dies liegt jedoch daran, dass sie in der Landschaft der Pampa liegen, nicht an Gemeinsamkeiten mit den oben genannten Sierren. Es handelt sich um isolierte, von Ebenen umgebene, relativ niedrige Mittelgebirge mit nur geringer Ausdehnung. Die höchste Erhebung ist der Cerro La Ventana in der Sierra de la Ventana mit 1.200 m.
Sierra Lihuel Calel
Die Sierra Lihuel Calel ist eine isolierte Bergkette im Zentrum der Provinz La Pampa, die weder zu den Sierras Pampeanas noch zu den patagonischen Meseta-Landschaften gehört. Sie verläuft im Gegensatz zu den meisten anderen Sierren in Ost-West-Richtung. Ihre maximale Höhe liegt bei nur 499 m.
Patagoniden
Die Mesetas Patagoniens (Patagoniden) sind Gebirgszüge mit schroff abfallenden Hängen, aber keinen ausgeprägten Gipfeln. Stattdessen findet man bei den höchsten Erhebungen Hochebenen, es handelt sich also um ein Schichtstufenland. Sie bedecken den gesamten zentralen Bereich von Neuquén, Río Negro, Chubut und Santa Cruz und gehen im Westen in die Anden über. Im Osten ist die höchste Erhebung der Cerro Corona auf der Meseta de Somuncurá mit 1.674 m. Charakteristisch sind temporäre Seen und Salzseen sowie wadiartige Trockenflüsse.