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Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1992 von Peter Ziegler
DAS STEINHAUERGESCHÄFT VON JOHANNES FRICK
Am 28. November 1842 verkaufte Johannes Hauser an der Hinteren Lände zu Wädenswil dem aus Schönenberg stammenden Steinmetz Johannes Frick-Brupbacher (1811-1878) ein Schopf- und Kellergebäude unterhalb der Liegenschaft «Hoffnung» im Dorf Wädenswil1. Dazu gehörte nebst etwas Grund und Boden auch ein Achtel Anteil an der «Hintere Lände» genannten Seehaabe und am oberen Teil des dortigen Ablegeplatzes. Der Kaufantritt erfolgte am 1. Mai 1843. Gegen Jahresende begann Frick in Wädenswil, wo damals viele Neubauten erstellt wurden, auf eigene Rechnung Steinmetzarbeiten auszuführen. Die Anfänge waren hart, war doch Frick bei weitem nicht der einzige Steinhauer auf dem Platz Wädenswil. Die Steinhauer Blattmann, Gasser und Rheiner waren unter anderem seine Konkurrenten. Doch dank seinem Können und Einsatz konnte Frick sein Geschäft bald ausweiten und bleibend etablieren. 1847 gestaltete der Steinmetzmeister den 1842 erworbenen Schopf – die einstige Sust der Hinteren Lände (heute Liegenschaft Trubengass 4/6 zwischen den Häusern «Zur Traube» und «Hoffnung») – zu Wohnzwecken um.
Das Gebiet bei der Hinteren Lände auf dem Zehntenplan des Wädenswiler Geometers Rudolf Diezinger, 1830. Ausschnitt zwischen Freihof (links oben) und Sagenrain (rechts oben). In den See vorstossend die Parzellen 270/271 mit dem Haus «Seerose», links davon die Hintere Lände.
Wichtiger als das Gebäude an der Stapfeten, der heutigen Trubengass, war für den jungen Unternehmer das Nutzungsrecht an der Haabe und am dabei gelegenen Ablageplatz. Hier konnte er seine Steine und Platten ein- und ausladen, hier seinen Werkplatz einrichten und vor dem Jahre 1848 auch eine Steinhauerhütte aufstellen.
Zielstrebig erwarb Johannes Frick von seinen Nachbarn zunächst weitere Gerechtigkeiten an Haabe und Platz: Am 10. Januar 1848 kaufte er den Anteil des Metzgers Jakob Abegg an der Hinteren Lände (wohnhaft im Haus «Zur Traube»), am 26. Mai 1848 jenen von Johannes Hauser, am 4. Dezember von den Erben Brupbacher im oberen Teil des heutigen Hauses «Seerose» einen weiteren Viertel2. Damit dürften sich die gesamte Haabe und der ganze Ablegeplatz im Besitz des Steinhauers befunden haben. Lediglich Servituten waren noch einzuhalten: Die früheren Eigentümer behielten sich nämlich das Recht vor, an der Haabe, auch hintere Schifflände genannt, für den Eigenbedarf weiterhin Güter umzuschlagen. Einen wichtigen Schritt in die Zukunft machte Steinmetz Frick im Jahre 1853. Am 3. Februar kaufte er einen seinem Schifflände- und Ablegeplatz unmittelbar benachbarten Hausteil mit drei Wohnungen, der bisher Gottfried Meier gehört hatte3: die untere Hälfte der heutigen Liegenschaft «Seerose», Seestrasse 144, mit Garten bis zum Seeufer. Knapp 14 Tage nach diesem Kauf veräusserte Frick sein seinerzeit vor allem wegen der Haabanteile erworbenes Gebäude unterhalb der «Hoffnung» und konzentrierte sich dann auf den Ausbau seines Geschäfts an der Hinteren Lände4.
Die Hintere Lände lag südöstlich der heutigen Liegenschaft «Seerose» Richtung jetzigem Parkplatz Weinrebe, zwischen Seestrasse und See. Sie bestand bis zum Bau der linksufrigen Eisenbahnlinie. 1874/75 musste das Hafenareal im Uferbereich an die Nordostbahngesellschaft abgetreten werden. Diese kaufte die alten Rechte los und liess das Gebiet für den Geleisebau auffüllen. «Infolge des Bahnbaus hat das Eigentum den Charakter einer Haabe verloren», vermerkte der Landschreiber damals im Grundprotokoll5.
1853 stand dies aber noch in ferner Zukunft. Damals erfreute sich Johannes Frick am Besitz seiner 60 bis 80 Fuss langen Hinteren Lände, die im folgenden Jahr umschrieben wird als «ein Werkplatz mit einer Seehaabe dabei, zirka 4000 Quadratfuss gross, und eine Werkstatt Assekuranz-Nummer 842 darin, am See an der Hinteren Lände»6.
1858 stellte Frick bei der Direktion der Öffentlichen Arbeiten in Zürich das Gesuch, seine 36 Schuh lange und 25 Schuh breite Steinmetzhütte auf der Landanlage bei der Hinteren Lände um 12 Schuh zu verbreitern. Dies wurde ihm bewilligt, da die Baute ziemlich weit von der Seestrasse entfernt sei7.
Am 15. Dezember 1861 wurde Steinhauer Johannes Frick mit seiner Familie ins Gemeindebürgerrecht von Wädenswil aufgenommen8. Seine Familie: das waren die Ehefrau Anna Katharina geborene Brupbacher, die Töchter Emilie (1845) und Elisa (1849) sowie die Söhne Johannes (1853), Jakob (1860) und Eduard (1861).
Als Johannes Frick, der sich jetzt nicht mehr als Steinmetz, sondern als Baumeister bezeichnete, am 30. Mai 1871 bei Heinrich Schätti von Stäfa ein Darlehen aufnahm9, stellte er als Sicherheit rund 11 300 Quadratfuss Ausgelände ob der Reblaube, mit einem noch nicht assekurierten Wohnhaus darin, und einem Zwölftel Anteil an der Haabe beim «Jakobshof» samt Ablegeplatz. Dieser kurz zuvor getätigte Kauf war wohl aus zweierlei Überlegungen erfolgt: Zum einen verfügte nun Johannes Frick für sein Geschäft im Hafen beim «Alten Engel» über eine zweite Landestelle – allerdings nur bis zum Erwerb aller Landanteile durch die Politische Gemeinde im Jahre 187310 –, und zum andern konnte er auf dem Grundstück ob der Reblaube ein Wohnhaus bauen. Es handelte sich dabei um die Liegenschaft «Zur Blume», Reblaubenweg 4, die sich später im Eigentum seines jüngsten Sohnes, des Sparkassaverwalters Eduard Frick-Rusterholz, befand und 1980 für den Neubau der Post abgebrochen wurde.
RUDOLF KELLERSBERGER TRITT INS GESCHÄFT EIN
Ein wichtiges Dokument für die Firmengeschichte des heutigen Baugeschäfts Kellersberger AG stellt ein Lehrbrief vom 1. April 1864 dar. Darin bestätigt Johannes Frick einem Rudolf Kellersberger von Baden im Kanton Aargau, dass dieser bei ihm vom 1. April 1861 an als Steinhauer- Lehrling gearbeitet habe11.
Werkplatz des Baugeschäfts von Emil Kellersberger-Willi südöstlich des Hauses «Seerose» an der Seestrasse. Aufnahme um 1920. Im Hintergrund der Materialschopf (vgl. S. 106). 1928 wurde das Baugeschäft an diesem Standort aufgegeben und in die Liegenschaft Seestrasse 233 verlegt.
«Während dieser Zeit erwarb er sich sowohl durch Treue und Redlichkeit als auch durch Fleiss und Geschicklichkeit meine völlige Zufriedenheit, so dass ich von ganzem Herzen wünsche, mein Zeugnis möge ihm in seinem ferneren Fortkommen behülflich sein. Ich kann deshalb nicht umhin, obbedachtem Rudolf Kellersberger jedermann, insbesondere aber den geehrten Herren Steinmetzmeistern, angelegentlichst zu empfehlen.»
Dass nicht nur der Lehrmeister, sondern auch dessen älteste Tochter Emilie den jungen Rudolf Kellersberger ins Herz geschlossen hat, geht aus einem Kaufbrief vom 27. Oktober 1877 hervor, gemäss welchem Johannes Frick seinem Schwiegersohn Rudolf Kellersberger (1844–1893) folgende Liegenschaften verkauft hat: ein halbes Wohnhaus, der untere Teil («Seerose»), eine Werkstätte mit Magazin, mit Hofraum, Garten und Platz dabei, alles zirka 9 Aren messend, einen Gerüstschopf nebst Garten, Ausgelände und Platz dabei, alles zirka 9 Aren messend, ferner ein
Wohnhaus samt Hofraum und Garten dabei, zusammen mit einem Grundflächeninhalt von zirka 10 Aren und 16 Quadratmetern, ob der «Reblaube» liegend (Haus Zur Blume). Die Handänderung erfolgte auf Martini 1877; der Kaufpreis betrug 40000 Franken. Ausserdem gewährte Rudolf Kellersberger seinen Schwiegereltern Frick zinsfrei ein lebenslängliches Wohnrecht im Haus bei der Hinteren Lände12.
DIE FIRMA «FRICK & KELLERSBERGER»
Bereits am 10. November 1877 veräusserte Rudolf Kellersberger die Hälfte des Anteils an all seinen Liegenschaften an seinen Schwager, den Baumeister Jean (Johannes) Frick-Reichling (1853–1882), um die Summe von 20 000 Franken. Und am 23. November 1877 verkaufte er sein Wohnhaus «Zur Blume» ob der «Reblaube» wieder dem Schwiegervater Johannes Frick 13.
In der Folge existierte die Bauunternehmung unter der Firmenbezeichnung «Frick & Kellersberger» weiter. Schon am 30. Mai 1882 starb aber der Teilhaber Johannes Frick Sohn und hinterliess nebst seiner nach Obermeilen gezogenen Witwe Maria Magdalena Frick-Reichling nur das zweijährige Töchterchen Meta. Gemäss einem kurz zuvor, am 25. Mai 1882, getroffenen Erbvertrag gingen nun sämtliche Liegenschaften und das Geschäft wieder an Rudolf Kellersberger über14.
Eine vom Wädenswiler Landschreiber Johann Nägeli unterschriebene Eigentums-Zufertigung vom 8. Dezember 1891 bezeugt, dass Rudolf Kellersberger eine 1877 von seinem Schwiegervater angelegte Landanlage im See im Ausmass von 3 Aren und 30 Quadratmetern für den Bau eines Materialschopfs erweitert hat15.
Am 21. Februar 1893 starb Rudolf Kellersherger-Frick im Alter von nicht ganz 50 Jahren. Damit das in Wädenswil angesehene Baugeschäft weitergeführt werden konnte, ging die Witwe Emilie Kellersberger-Frick (1845–1899) mit dem Maurerpolier Abraham Zimmermann von Schwändi/Glarus einen Vertrag ein. 1894 schlossen sich die beiden – zunächst für ein Jahr – zur neuen Kollektivgesellschaft «Kellersberger & Zimmermann» zusammen und führten Baugeschäft und Baumaterialienhandlung fortan auf gemeinschaftliche Rechnung und Gefahr16.
Der in den 1870er Jahren von der Firma Frick & Kellersberger erbaute Materialschopf zwischen SBB-Linie und Seeufer gegenüber dem Haus «Seerose», abgebrochen 1924.
Im April 1899 verheiratete sich Abraham Zimmermann mit Emilie Kellersberger, der ältesten Tochter seiner Geschäftspartnerin. Nach dem Tod von Zimmermanns Schwiegermutter am 9. September 1899 trat Emil Kellersberger (1877–1947) nach mehreren Ausbildungsjahren als Baumeister ins elterliche Baugeschäft ein. 1903 verheiratete er sich mit Pauline Willi, der Tochter des Wädenswiler Lehrers Hans Caspar Willi-Hochstrasser.
Von der Blüte jener Jahre zeugt der am 26. Juli 1901 getätigte Kaufvertrag mit dem Kaufmann Bugen Theiler-Billeter über zwei Wohnhäuser mit Umschwung beim Bahnhof Wädenswil. Die beiden Altbauten wurden im Sommer 1903 abgetragen, und an deren Platz erstellte die Firma «Kellersberger & Zimmermann» den seeseitigen Teil des Wohn- und Geschäftshauses «Merkur»17.
UNTER EMIL KELLERSBERGER-WILLI
Gemäss Eigentums-Zufertigung des Notariats Wädenswil vom 6. Oktober 1903 ging die Bauunternehmung «Kellersberger & Zimmermann» mit sämtlichen Liegenschaften in den alleinigen Besitz von Emil Kellersberger über18 Vorbehalten blieben einzig noch Abraham Zimmermanns Miteigentumsrechte an der Liegenschaft «Merkur» und an einem Bauplatz an der Oberdorfstrasse. Während mehr als vierzig Jahren bestimmte nun Emil Kellersberger-Willi die Geschicke des Unternehmens, das er durch die Jahre des Ersten Weltkrieges und der nachfolgenden Krisenzeit zu bringen hatte. Es war eine schwere Etappe, die ans Mark ging und für das traditionsreiche Baugeschäft nicht ohne Spuren blieb.
Das 1928 von Baumeister Emil Kellersberger-Willi erworbene Wohnhaus mit Umschwung an der Seestrasse 233 zwischen Seeferen und Gwad. Luftaufnahme um 1964.
Der Ausbau der Bundesbahn auf Doppelspur in den Jahren 1924/25 und die Korrektion der Seestrasse in den Jahren 1926/27 schränkten das Werkareal des Baugeschäfts Kellersberger bei der Liegenschaft «Seerose» erheblich ein. Dies veranlasste Emil Kellersberger, von der «Hinteren Lände», wo die Firma seit deren Gründung im Jahre 1842/43 ansässig gewesen war, Abschied zu nehmen. 1928 kaufte der Baumeister das hundertjährige Wohnhaus samt Umschwung an der Seestrasse 233, zwischen Seeferen und Gwad, und verlegte seine Bauunternehmung an den heutigen Standort19.
«KELLERSBERGER & CO.»
Nachdem Emil Kellersberger-Willi seinen beiden Söhnen Emil Kellersberger-Herdener (1905–1973) und Werner Kellersberger-Poletti (1916–1988) eine sorgfältige Berufsausbildung als Bau- bzw. Maurermeister hatte angedeihen lassen, konnte er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, zum hundertjährigen Bestehen der Firma, am 15. Februar 1944 getrost die Leitung der nun in «Kellersberger & Co.» umbenannten Bauunternehmung übertragen. Die auf den Krieg folgenden Jahre allgemeiner Hochkonjunktur brachten eine erfreuliche Konsolidierung und Erstarkung. Dank tüchtigem Mitarbeiterstab und gezieltem Einsatz technischer Errungenschaften gelang es, die traditionsreiche Wädenswiler Baufirma weiterzuentwickeln und mit den gesteigerten Ansprüchen an das Bauen Schritt zu halten20.
Bis 1968 war der diplomierte Baumeister Emil Kellersberger-Herdener unbeschränkt haftender Gesellschafter. Auf Beginn dieses Jubiläumsjahres – die Firma bestand nun seit 125 Jahren – wurde der Kreis der verantwortlichen Geschäftsleitung durch tüchtige Kräfte erweitert: Emil Kellersberger blieb weiterhin einzeln zeichnungsberechtigt, während dipl. Maurermeister Werner Kellersberger, Ingenieur-Techniker HTL Rolf Kellersberger und Kaufmann Rudolf Ott Kollektivprokura erhielten.
Werkgelände der Bauunternehmung Kellersberger zwischen Seestrasse und SBB-Linie in der Seeferen. Aufnahme um 1938.
BAUUNTERNEHMUNG «KELLERSBERGER AG»
Nach dem Emil Kellersberger-Herdener im Jahre 1973 gestorben war, kam es 1975 zur Gründung der Bauunternehmung «Kellersberger AG», die Werner Kellersberger und sein Neffe Rolf Kellersberger gemeinsam leiteten. Seit dem Austritt von Werner Kellersberger im Jahre 1980 teilten sich bis 1986 Rolf Kellersberger und Isidor Stirnimann in die Geschäftsleitung. Dann liess sich Rolf Kellersberger hier durch Buchhalter Paul Schärer ersetzen. Er blieb indessen Präsident des Verwaltungsrates. Der Sohn Thomas Kellersberger arbeitet nach abgeschlossener Maurerlehre und Bauführerschule zur Zeit in einer Zürcher Grossfirma. Er steht gewissermassen in den Startlöchern für den Eintritt in die Geschäftsleitung der traditionsreichen Kellersberger AG21.
Neben den traditionellen Gebieten Hochbau (Neubauten, Umbauten, Renovationen) und Tiefbau (Strassenbau, Kanalisationen, Eisenbetonarbeiten) begann die Kellersberger AG 1977 mit dem Aufbau der neuen Geschäftszweige Gerüstbau und Fassaden-Aussenisolationen. Dank laufender Schulung verfügt die Bauunternehmung heute über genügend ausgebildetes und erfahrenes Personal und über viel Know-how, was der Firma auf diesen beiden Gebieten zu einer führenden Stellung in der Region verhilft. Für die Aussenrestaurierung der reformierten Kirche Wädenswil (ohne Turm) im Jahre 1983 konnte die Kellersberger AG 14 000 Quadratmeter Stahlrohrgerüst stellen. Auch die Restaurierung des Chors der Klosterkirche Einsiedeln erfolgte von Gerüsten der Wädenswiler Firma aus. Seit 1984 ist – mit positivem Trend – eine der Kundenabteilung eingegliederte Gipserabteilung im Aufbau.
HOCH- UND TIEFBAUTEN
Auf dem Gebiet Hochbau hat die Kellersberger AG in den vergangenen zehn Jahren in Wädenswil und in der Au unter anderem die folgenden grösseren Aufträge ausgeführt: Überbauung Seeblick an der Zugerstrasse, Terrassensiedlung Pfannenstilstrasse, BASF, Ausflugsrestaurant Schönegg, Umbau des Regionalspitals Wädenswil, Anbau des Riegelhauses Türgass 10, Primarschulhaus Steinacher, Einfamilienhäuser am Meierhofrain und an der Tiefenhofstrasse, Altersheim Frohmatt (in ARGE Frohmatt), An- und Umbau des Lagergebäudes der OWG, Schreinereineubau Diener in der Au, Gewerbebau Rietliau AG (in ARGE), Lagergebäude Bettio im Industriegebiet Moosacher, Bürohaus Steinacher (in ARGE), Trafostation Gerberacher, je ein Vierfamilienhaus im Seeblick Au und an der Forstbergstrasse, Küchenanbau am Restaurant Schönegg...
Aus dem Bereich Tiefbau sind als Beispiele zu erwähnen: die Zufahrtstrasse zur Überbauung Seeblick, die Rötibodenstrasse, die Wasserleitung in der Tiefenhofstrasse, der Einlenker Glärnischstrasse, die Kanalisationen Muslistrasse, Seefahrt und Meierhofweg sowie die Werkleitungen in der Eintrachtstrasse...
GUTE UND SCHLECHTERE ZEITEN
Die Geschäftsberichte der 1980er und der beginnenden 1990er Jahre registrieren für die Kellersberger AG verschiedene Schwankungen auf dem Baumarkt sowie Umorganisationen und Neuanschaffungen. 1980 herrschte noch Vollbeschäftigung, 1981 liess lediglich der Arbeitsvorrat für die kalte Winterzeit etwas zu wünschen übrig. 1982 trug das schöne Wetter dazu bei, dass bis Weihnachten unter sehr guten Verhältnissen gearbeitet werden konnte. 1984 ging der Umsatz in der Tiefbauabteilung drastisch zurück, und das Geschäftsjahr 1985 zählte zu den schlechteren in der Geschichte der Kellersberger AG. Auch das Geschäftsergebnis für 1986 blieb – wegen «Hochkonjunktur zu Tiefstpreisen» – unter den Erwartungen zurück. Neue Führungsentscheide, die Beteiligung an Arbeitsgemeinschaften und eine Betriebsanalyse wiesen 1988 einen verheissungsvollen Weg in die Zukunft. Erstmals seit vielen Jahren kam es 1989 in der Region und damit auch für die Kellersberger AG wieder zu einer gesunden Baukonjunktur. Vor allem der gewerbliche Bau war für die Firma von grosser Bedeutung. Der Wohnungsbau lief am Rande mit; die Kundenabteilung verzeichnete eine gute Auslastung, ebenso der Gerüst- und der Fassadenbau. Vorsichtiger Aufbau prägte die auf Sparflamme gehaltene Tiefbauabteilung. Weniger ermutigend beginnt der Geschäftsbericht 1991: «Der Einbruch im Baugewerbe ist Tatsache geworden. Aus einer weichen Landung der abflachenden Baukonjunktur ist eine Rezession geworden ... Die Steigerung des Umsatzes war nur in der Fassadenabteilung, in der Kundenabteilung und minimal im Gerüstbau möglich. Im Hochbau mussten wir einen massiven, im Tiefbau einen geringen Umsatzrückgang hinnehmen. Industrie- und Gewerbebau fehlten ganz.
Umbau des Hauses Alte Kanzlei, Zugerstrasse 28 in Wädenswil, durch die Firma Kellersberger AG.
NEUERUNGEN
Umorganisationen und Neuinvestitionen waren seit Ende der 1970er Jahre unumgänglich. 1980 wurde die Kundenabteilung in den Werkhof integriert, und 1981 beschloss der Verwaltungsrat den Anschluss des Rechnungswesens an das EDV-Baurechnungswesen AWIDA. Seit 1985 steht ein eigenes EDV-System zur Verfügung, mit dem man im Rechnungswesen auch Quartalsabschlüsse erstellt.
Die seit 1980 getätigten Investitionen waren ebenfalls erheblich: Unter anderem wurden 1981 ein Auto-Steckkran und ein Selbstaufsteller-Kran sowie 1200 Quadratmeter Schalung angeschafft. 1982 kaufte die Kellersberger AG den vorerst gemieteten Wolf-Kran 45 Meter, einen Kleinlastwagen und 20 000 Quadratmeter Stahlrohrgerüste. Ins Jahr 1990 fielen unter anderem der Kauf eines M6R-Baggers und eines Wechsellader-Kipplastwagens. Der Ausbau der Funkanlage und die Ausrüstung der Bauführer mit Autotelefon halfen die Kommunikation in der Führungsebene verbessern.
Innenrestaurierung der Klosterkirche Einsiedeln. Die Wädenswiler Bauunternehmung Kellersberger AG stellte hiefür die Stahlrohrgerüste.
AUSBLICK
Im kommenden Jahr wird die Kellersberger AG das Jubiläum ihres 150jährigen Bestehens feiern. Sie darf dann – trotz wohl immer noch harten Zeiten für die Baubranche – mit Genugtuung und Freude auf viel Geleistetes zurückblicken. Zum Rückblick und Marschhalt wird sich der Ausblick in die Zukunft gesellen. Die Pläne für einen neuen, geräumigen Werkhof auf dem Landstreifen zwischen Seestrasse und Bahntrassee sind schon sehr weit gediehen; die Baubewilligung ist bereits erteilt: Die Kellersberger AG baut nicht nur für die Zukunft anderer, sondern auch für die eigene Weiterentwicklung!