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Merkblatt für die Anwaltsprüfung
(gültig ab 1. Januar 2019)
- Die gesamte Dauer der Anwaltsprüfung erstreckt sich über drei Wochen. Am Montag und Dienstag der ersten Woche finden der erste und zweite Teil der schriftlichen Prüfung statt, für die in der Regel je etwa fünfeinhalb Stunden zur Verfügung stehen. Über das Ergebnis der schriftlichen Prüfung kann das Präsidium spätestens am Mittwochmorgen der dritten Woche orientieren, worauf am Freitag-morgen um 08:00 Uhr die mündliche Prüfung stattfindet.
- Geprüft werden jeweils zwei Kandidatinnen oder Kandidaten nebeneinander. Für die eine Kandidatin / den einen Kandidaten findet die schriftliche Prüfung jeweils am Montagvormittag und Dienstagvormittag statt, für die andere / den anderen am Montagnachmittag und Dienstagnachmittag. Die schriftlichen Prüfungen beginnen je um 07.00 und 13.00 Uhr; sie enden je etwa um 12.30 beziehungsweise 18.30 Uhr. Die Prüfungsarbeiten sind von der Kandidatin / dem Kandidaten in einer PDF-Datei aufzubereiten und auf einen (von der Anwaltskommission zur Verfügung gestellten) Datenträger zu übertragen. Die Kandidatin / der Kandidat erhält danach von der Referentin / dem Referenten eine ausgedruckte Version ihrer / seiner Arbeit.
- Bei der mündlichen Prüfung wechseln sich die beiden Kandidatinnen oder Kandidaten nach jedem der insgesamt fünf Prüfungsblöcke jeweils ab.
- Die schriftliche Prüfung findet entweder im Obergericht in Frauenfeld oder im Verwaltungsgericht in Weinfelden statt; der Prüfungsort kann zwei Wochen vor dem Termin bei der Obergerichtskanzlei angefragt werden. Die Kandidatin oder der Kandidat kann den eigenen PC (ohne Drucker) benutzen. Es ist nicht gestattet, eigene Gesetzestexte, Fachliteratur oder sonstige Unterlagen zur Prüfung mitzubringen; hingegen steht die jeweilige Gerichtsbibliothek zur Benützung zur Verfügung. Bei Verwendung eines PCs dürfen auf der Festplatte keine Programme und Dateien mit juristischem Inhalt enthalten sein; ebenso wenig dürfen externe Speichermedien (Disketten, CDs) eingesetzt werden. Ebenso ist die Benutzung des Internets (inkl. elektronische Kommunikation) untersagt. Entsprechende Stichproben bleiben vorbehalten.
- Die mündliche Prüfung findet einzeln in der Regel im kleinen Saal im Obergerichtsgebäude in Frauenfeld statt. Sie besteht aus fünf Blöcken à etwa 20 Minuten mit Pausen dazwischen und umfasst folgende Einzelgebiete:
- Zivilprozessrecht; Bundesrechtspflege; Schuldbetreibungs- und Konkursrecht;
- Strafrecht; Strafprozessrecht einschliesslich EMRK; Strassenverkehrsrecht;
- Personen-, Familien-, Erb- und Sachenrecht sowie Internationales Privatrecht; kantonales Zivilrecht; Beurkundungs- und Beglaubigungsrecht;
- Bundesstaatsrecht und kantonales Staatsrecht; Bundesverwaltungsrecht und thurgauisches Verwaltungsrecht einschliesslich Enteignungsrecht, Baurecht und Steuerrecht; Grundzüge des Sozialversicherungsrechts;
- Obligationenrecht, Handelsrecht, Wertpapierrecht; Grundzüge des Immaterialgüterrechts, des UWG und des Kartellrechts; Privatversicherungsrecht; Anwaltsrecht.
- Die Kandidatinnen und Kandidaten unterstehen mit Bezug auf Informationen, die ihnen im Rahmen der Prüfungen zukommen, insbesondere bezüglich der im Zusammenhang mit den Prüfungsarbeiten überlassenen Akten, dem Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB.
- Über eine nicht bestandene schriftliche Prüfung wird die Kandidatin / der Kandidat schriftlich oder, wenn gewünscht, mündlich informiert.
- Den Kandidatinnen und Kandidaten steht die Möglichkeit offen, sich vor Beginn der Prüfungsvorbereitung in einem persönlichen Gespräch mit der Präsidentin oder dem Vizepräsidenten der Anwaltskommission über weitere Einzelheiten der Prüfung zu informieren.
- Rückzugs- und Verschiebungsentscheide sind kostenpflichtig (in der Regel Fr. 300.--).