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Heilfasten
Die Schulmedizin nimmt das Heilfasten nach wie vor nicht besonders ernst und ignoriert in den meisten Fällen die zahlreichen gut dokumentierten Erfolge des vorübergehenden Nichtessens. Folglich wird das Heilfasten im Bereich der klinischen Medizin nur selten empfohlen.
Eine Ausnahme stellen rheumatische Erkrankungen, insbesondere die rheumatoide Arthritis dar. Die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung des Fastens führt bei Rheuma zu einer derartigen Symptomverbesserung, dass es nicht einmal die Schulmedizin schafft, hier die Augen zu verschliessen.
Auch bei Schmerzerkrankungen aller Art, bei Bluthochdruck und beginnendem Diabetes mellitus wird das Heilfasten von manchen Fastenärzten und ganzheitlichen Kliniken als erprobte Therapieform angeboten.
Bei vielen anderen Krankheiten jedoch und so auch bei Krebs wurde das Heilfasten aus schulmedizinischer Sicht bislang als absolut kontraindiziert betrachtet – was sich bald ändern könnte.
Schon im Jahr 2012 hat eine Studie der Arbeitsgruppe um Dr. Valter Longo, Professor für Gerontologie und biologische Wissenschaften an der University of Southern California, in Medizinerkreisen für grossen Wirbel gesorgt.
Das Forscherteam entdeckte, dass sich das Fasten auf Krebspatienten äusserst positiv auswirken kann. Das Tumorwachstum verlangsamte sich und die Gefahr einer Metastasierung konnte mithilfe des Fastens um 75 Prozent verringert werden.
Überdies zeigte sich in Longos Studien, dass die Kombination aus Heilfasten und Chemotherapie effektiver ist als die alleinige Behandlung mit einer Chemotherapie.
Die Versuche wurden im Zusammenhang mit verschiedensten Krebsarten durchgeführt, darunter Brustkrebs, Eierstockkrebs und Gehirntumore. Fünf der acht getesteten Krebsarten reagierten sogar allein auf das Fasten, also ohne dass eine Chemotherapie durchgeführt wurde.
Dr. Longo zerstreut somit auch die Bedenken in Bezug auf Fastenkuren und erklärt, dass es keinerlei Hinweise auf eine mögliche Gefährlichkeit des Fastens gäbe. Stattdessen lägen überzeugende Beweise dafür vor, dass das Fasten äusserst vorteilhaft sei. Allenfalls könne es zu einer vorübergehenden Schwäche oder kurzfristigen Erhöhung der Leberwerte kommen.
Anhand seiner Studien konnte Dr. Longo auch erste Hinweise darauf geben, warum sich das Fasten bei Krebspatienten derart positiv auswirkt: Gesunde Zellen fallen beim fastentypischen Nährstoffmangel in einen "Energiespar-Modus". Dieser Umschalt-Prozess wird bei Krebszellen jedoch durch deren Krebsgene (auch Onkogene genannt) verhindert.
Die Krebsgene sind u. a. für das ungebremste Tumorwachstum verantwortlich. Eine Krebszelle kann daher bei Nährstoffmangel nicht in den Ruhezustand wechseln, so wie das gesunde Zellen tun. Sie ist auf grenzenloses Wachstum programmiert.
Krebszellen werden beim Fasten stattdessen immer aktiver und versuchen verzweifelt, die im Blut vorhandenen Nährstoffmängel zu kompensieren, was schliesslich zum Tod der Krebszelle führt, wie Dr. Longo berichtet.
Ausgedehntes Fasten schütze überdies nicht nur vor Schäden am Immunsystem – so die Forscher – sondern leite auch die rasche Regeneration des Immunsystems in die Wege.
Die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) gelten als die Wächter des Immunsystems. Sie haben mitunter die Aufgabe, Tumorzellen zu bekämpfen. Bei Krebspatienten ist der Wert der Leukozyten häufig zu niedrig, oft ausgelöst durch die Strahlentherapie oder Antikrebs-Medikamente. Das Immunsystem ist somit sehr geschwächt.
Eine klinische Studie mit Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhielten, zeigte, dass eine längere Fastenperiode die Regeneration des Immunsystems initiiert, indem verstärkt Stammzellen zur neuen Leukozytenbildung aktiviert werden.
Darüber hinaus reduziert Fasten den Proteinkinase-A-Spiegel. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das mit einem erhöhten Krebsrisiko und mit verstärktem Tumorwachstum in Verbindung steht.
Selbstverständlich gibt es ganz unterschiedliche Fastenmethoden, hier soll es nur um Varianten gehen, bei denen nicht gegessen, also nur getrunken wird.
So kann man beispielsweise allein bei Wasser und Heilerde fasten. Auch Saftfasten ist möglich (idealerweise mit grünen Säften (und nur selten Obstsäfte)) oder das Fasten mit Tee, Säften und Gemüsebrühe.
Zusätzlich variiert die Fastendauer. Man kann einen Tag fasten (ab 16 Stunden), drei Tage, eine Woche oder sogar 30 bis 40 Tage lang.
Bei Krebs könnte man beispielsweise mindestens ein Mal pro Monat, oder am besten immer für drei Tage vor der Chemo-Infusion mit grünen Säften nach der unten beschriebene Methode fasten.
Grüne Säfte sind
Ergänzt werden können die Säfte mit Chlorella-, Spirulina- oder auch Moringa-Pulver oder passenden Nahrungsergänzungsmitteln mit krebshemmender Wirkung, wie z. B. Curcuma oder Sulforaphan aus Brokkoli oder hochkonzentriert in Brokkolisamen (beides zu beziehen in meiner Praxis).
Bei der Integration des Heilfastens in die Krebstherapie ist entscheidend, dass Krebspatienten nicht auf eigene Faust mit dem Fasten beginnen, sondern dies in Zusammenarbeit mit einem Fastenleiter tun (z. B. auch Fastenarzt oder Heilpraktiker).
Wenn nun bereits eine stark ausgeprägte körperliche Schwäche und/oder eine Gewichtsabnahme vorliegen, was bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen der Fall sein kann, sollten nur sehr kurze Fastenphasen angewandt werden.
Es ist also sehr wichtig, dass jede ganzheitliche oder komplementäre Krebstherapie ganz individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt wird und man keinen festgelegten Programmen folgt.
Das derzeit klinisch angewandte Prinzip der Krebstherapie wird durch die Entfernung oder Zerstörung von Krebszellen bestimmt. Es stehen demnach drei Wege offen: Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Dieses Therapieprinzip regiert nun bereits seit vielen Jahrzehnten die Onkologie. Zweifelsohne konnten durch die Weiterentwicklung der Operationstechniken und die Verbesserung der Strahlen- und Chemotherapie die Erfolgsraten sicher auch verbessert werden.
Nichtsdestotrotz bleibt die Sterberate durch Krebs in etwa gleich hoch. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei manchen Krebsformen eine Verbesserung erzielt werden konnte, bei vielen anderen die Sterberate aber zugenommen hat. Nach wie vor sterben zwei Drittel der Krebspatienten an ihrer Erkrankung (oder den Therapienebenwirkungen?), so dass es längst an der Zeit wäre, Betroffenen alternative Heilmethoden wie das Heilfasten anzubieten.
Denn eines ist sicher: Es genügt nicht, Tumorzellen zu zerstören und zu entfernen, wenn das Immunsystem des Organismus und nicht zuletzt die Seele des Menschen unberücksichtigt bleiben.