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Für dieses aussergewöhnliche Projekt mussten Lösungen erfunden werden
Olivier Galletti: Die tatsächlichen Kosten lagen mit 9,8 Millionen Franken im Budget.
Die Herausforderung bestand darin, einen Körper von mehr als 5000 Kubikmeter in einem dichten und steilen felsigen Gelände unterzubringen. Wie lautete das ursprüngliche Konzept für den Bau eines solchen Gebäudes in einem begrenzten Rahmen, ohne das ursprüngliche historische Gebäude zu beeinträchtigen und ohne die laufenden akademischen Aktivitäten zu unterbrechen?
Claude Matter: Neben der Installation des Geländes ist die Behandlung der Aussenakustik wichtig, um den Lärm der Maschinen zu begrenzen und Schulklassen nicht zu stören.
O. G.: Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Projektträgern, dem Bauingenieur, dem Geotechniker, den Architekten und dem Akustiker war bemerkenswert.
C. M.: Sie vertrauten uns, weil wir bereits zusammengearbeitet hatten, also kannten sie unseren Respekt vor der Arbeit.
Die Arbeiten mussten während des Betriebs der Fachhochschule durchgeführt werden, sodass die Gebäude nicht betroffen waren. Was wussten Sie über den Bau des Untergeschosses, und welche Untersuchungen waren notwendig, bevor Sie sich für das Bauvorhaben entschieden haben?
C. M.: In meiner kleinen Skizze hatte ich gezeigt, dass bereits ein kleines Volumen im Keller gebaut wurde. Es schien sehr einfach zu sein: Das Gebäude war bereits gebaut, sodass es nur die Untermauerung des kleinen Nebengebäudes geben würde. Aber wir erkannten die schlechte Qualität der Molasse – sie war gerissen und heterogen. Der Anbau musste ausgehoben werden.
O. G.: Es war eine Herausforderung für den Geotechniker, stets mit dem Laptop in Bereitschaft, falls sich das Gebäude bewegt!
C. M.: Es gibt keinen vergleichbaren Fall. Also mussten wir Lösungen erfinden.
Der Aushub auf engstem Raum stellte besondere Anforderungen. Wie haben Sie dieses Problem gelöst, und wie lange hat es gedauert?
C. M.: Der Aushub dauerte sechs Monate. Dieser Ort im Stadtzentrum, in der Nähe des Krankenhauses, ist ein Ort, der immer dichter wird, sonst könnten wir dem Publikum nichts bieten.
O. G.: Und das Bildungsgebäude wird erweitert, indem es kein grosses Auditorium gab.
Die Verbindung zwischen dem historischen Teil und dem Neubau musste hergestellt werden. Wie haben Sie ihn aus architektonischer Sicht behandelt?
O. G.: Die Gebäude der damaligen Zeit waren extrem mineralisch, sodass wir im neuen Gebäude auch einige Arten von Terrazzo vorgeschlagen haben.
C. M.: Diese Gebäude waren mineralisch, denn 1890 gab es Stein und Holz. Wir haben sehr einfach gebaut. Wir wollten es auch sehr einfach machen, weil wir unter der Erde sind und um auf das bestehende Gebäude reagieren zu können.
O. G.: Wir bewegen uns auf eine sehr natürliche Weise vom Alten zum Neuen.
Claude Matter
Mit diesem unterirdischen Projekt – Treppen und Auditorien – ist ein echtes Kunstwerk entstanden: Wurde das auch anerkannt? Haben Sie irgendwelche Preise gewonnen?
C. M.: Um Preise zu gewinnen, müssen Sie das Projekt einreichen. Die Schönheit dieses Projekts liegt im Inneren – und es ist keine Architektur, kein Code, keine Mode aus dem Jahr 2019.
Das Tageslicht gelangt nur durch den Eingang auf Hofebene in das Treppenhaus. Welche Beleuchtung haben Sie für die Auditorien verwendet?
O. G.: Wir haben indirektes Licht mit einer direkten Ergänzung auf den Tischen der Schüler zum Notieren verwendet.
C. M.: Natürliches Licht ist nicht wirklich ein Problem. Auch heute noch lehren wir mit einer Projektion.
O. G.: Die Atmosphäre verstärkt die Konzentration, die für ein Publikum notwendig ist.
Der Beton war eine grosse Herausforderung für die Akustiker, die sich schliesslich für gebogene Betonplatten und schallabsorbierende Beläge entschieden. Das ist sicherlich kein gewöhnliches Design. War dieses Know-how in der Schweiz bekannt, oder mussten Sie auf internationale Erfahrung zurückgreifen?
C. M.: Unser Akustiker ist wirklich bemerkenswert. Es ist interessant, dass er von den anderen Akustikern nicht anerkannt wird.
O. G.: Seine Ergebnisse sind anerkannt, aber niemand versteht, wie er es macht. Es werden nicht nur vorläufige mathematische Grundlagen verwendet, was für den Bauherren beunruhigend sein kann. Wir müssen ihm vertrauen.
C. M.: Sehr interessant ist, dass unser Akustiker auch Kirchen beobachtet hat. Er sucht auch in der traditionellen Architektur nach Lösungen. Diese «Dosen», die er hier als Akustikelemente eingesetzt hat, sind eine Neuinterpretation der akustischen Amphoren.
C. M.: Die Referenten können hierbei auf Mikrofone verzichten.
O. G.: Er hat einen wissenschaftlichen Ansatz, der sich mit seiner Erfahrung mischt.
Ein solches unterirdisches Bauwerk muss vor Wassereinbrüchen, seismischen Bewegungen und geothermischen Temperaturunterschieden geschützt werden. Welche Massnahmen haben Sie getroffen?
O. G.: Die Temperatur ist sehr konstant.
C. M.: Bei 250 Leuten wird es vielmehr erhitzt, man muss es abkühlen und kaum noch heizen.
O. G.: Das Problem ist das Wasser, das aus dem Fels kommt. Also gelangt das Wasser durch Pumpen nach oben. Da das Gestein sichtbar ist, erfolgt immer eine visuelle Kontrolle der Funktionsfähigkeit dieser Pumpen.