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Geschichte
Die Festschrift zum 75-jährigen Bestehen (1919 bis 1994) des Ski-Club Münster – ein wahrer Fundus die bewegte Geschichte rund um die heutige Galmihornhütte zu ergründen.
Quelle: Auszugsweise aus der Festschrift 75 Jahre Ski-Club Münster aus dem Jahre 1994 und mit freundlichem Einverständnis durch den Präsidenten/Vorstand des Ski-Club Münster.
1919
Die langen und schneereichen Winter, die grandiosen Berge und die Freude am Skisport veranlassten einige initiative Münstiger, sich zu gemeinsamen Aktivitäten im Skisport und Tourenwesen zusammen zu schliessen. Sie wollten sich mit gemeinsamen Touren auf die umliegenden Gipfel, in gemeinsamer Förderung und Ausübung des Skifahrens und in Freund- und Wettrennen zusammen finden. Um diese Interessen gemeinsam zu ordnen, beschlossen sie den Ski-Club Münster ins Leben zu rufen. Die Gründungsversammlung fand im Winter 1919 statt. In den ersten Statuten ist zu lesen:
„Der Ski-Club Münster ist gehalten, seinen Mitgliedern Unterhaltung zu bieten; durch Wett- und Freundschaftsrennen und mit gemeinsamen Touren – wer nicht Skifahrer ist, kann nicht aufgenommen werden!“
1932/1933
Da am 20. Dezember 1932 im Dorf noch kein Schnee lag, versuchte man das Clubrennen in einer den Verhältnissen angepassten Form durch zu führen. Man entschloss sich zu einer Stafette. Heute würde man wohl eher Triathlon sagen. Jeder Läufer hatte eine Abfahrt auf Skiern mit Start auf Alpjen, den weiteren Abstieg zu Fuss und eine abschliessende Schussfahrt mit dem Velo ins Ziel beim Hotel Post zu bewältigen.
Im Jahre 1933 startete man ein weiteres Abfahrtsrennen auf Alpjen und gewann dabei die Überzeugung, dass oberhalb der Waldgrenze ideale Bedingungen für Skirennen anzutreffen sind. Weil die Rennen auf Alpjen recht erfolgreich waren, kam schnell der Gedanke, auf Alpjen bzw. der Salzgäbi eine Skihütte zu erstellen. Nach einem weiteren Rennen im Jahre 1934 festigte sich der Gedanke einer Hütte auf der Salzgäbi bis man zum Schluss kam – „Wir brauchen eine Skihütte auf Alpjen!“
1932/1933
13. Juni 1934
Mit dem Ziel den Rennern auf Alpjen ein Unterkunft zu bieten, fasste man an der Versammlung vom 13. Juni 1934 den Entschluss auf der Salzgäbi eine Hütte zu bauen. Ein FO-Bahningenieur übernahm die Planung und legte die Kapazität auf 60 Schlafplätze aus.
Der Boden auf Alpjen und das Bauholz wurden von der Gemeinde Münster gratis überlassen. Sämtliches Baumaterial wurde mit Eseln von Münster hoch bis zur extra errichteten Transportbahn und von dort zur Baustelle geseilt. Am 15. September 1934 war die Hütte im Rohbau fertig – im Protokollbuch ist zu lesen: „Den ganzen Sommer hindurch wurde gearbeitet, Mann um Mann stellte sich für volle sechs Tage Arbeit gratis zur Verfügung und nun steht sie da, mit dem stolzen Namen Galmihornhütte“.
1935 - 1937
Die Jahre 1935 – 1937 waren geprägt vom Gedanken, die Schulden der Hütte möglichst rasch abzuzahlen. So wurden Faltprospekte der neuen Hütte in die ganze Schweiz verschickt und in der Zeitschrift „Die Alpen“ wurde ein vierseitiger Bericht abgedruckt – alles in der Hoffnung viele Freunde für die neue Hütte gewinnen zu können.
Im März 1935 fand die erste Austragung des später weit herum bekannten Rennens „Firenhornderby“ statt. Der Start erfolgte bei der Hütte – in horrendem Tempo ging es für die Rennläufer über den offenen Hang hinunter um anschliessend quer durch den Wald zum Zielschuss bei Münster zu gelangen. Am Abend fand ein Trachtenumzug durchs Dorf statt. Auf Hornschlitten, mit Trompeten und Posaunen wurde den Rennern und den Zuschauern ein Gaudi bereitet.
Das „Firenhornderby“ wurde in den folgenden Jahren noch viele Male abgehalten, bis das Skimaterial so schnell wurde, dass die Abfahrt durch den Wald zu gefährlich wurde.
1935 - 1937
8. Januar 1985
Im Sommer 1984 feierte man das 50-jährige Jubiläum des Hüttenbaus mit einem Fest, das für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.
Diese Euphorie wurde in der Nacht vom 8. Januar 1985 ein jähes Ende bereitet! Wie ein Blitz aus heiterem Himmel schlug die Nachricht ein – die Galmihornhütte brennt!
Zwei Jugendliche stiegen am Abend zur Hütte auf. Die grimmige Kälte um die -20 Grad veranlasste sie, im Ofen tüchtig einzuheizen. So kam es, dass die Hütte Feuer fing. Trotz der Löschversuche der beiden, nahm das Unheil seinen Lauf. Als die Beiden im Dorf Alarm schlugen, stand die Hütte schon lichterloh in Flammen. Auch die herbeigerufene Air-Zermatt konnte nichts mehr ausrichten.
Tags darauf bot sich ein trauriges Bild – bloss noch die Grundmauern und darüber das zusammen geschmolzene Blechdach blieben übrig.
1985
Die jährliche Generalversammlung von 1985 stand ganz im Zeichen des durch den Brand erlittenen Verlustes. Das Hauptinteresse galt ganz dem Traktandum „Hütte“. Einhellig war man der Auffassung, die Hütte nach Möglichkeit wieder aufzubauen. Man entschied sich einstimmig für den Wiederaufbau im alten Stil. Am selben Abend wählte man bereits ein Baukomitee und sämtliche anwesenden Mitglieder erklärten sich bereit, für den Wiederaufbau 40 Fronstunden zu leisten.
Erste Priorität wurde der Beschaffung der finanziellen Mitteln gesetzt. So entschloss man sich, eine grossangelegte Sammelaktion zu starten. An alle Haushaltungen im Obergoms wurden Bettelbriefe versandt und in den Restaurants des Dorfes Spendenkassen aufgestellt. Auch Freunde und Bekannte in der ganzen Schweiz wurden um einen Beitrag angegangen. Ein grosses Lotto und das Dorffest Münster von 1986 – 40 % des Erlöses ging an den Wiederaufbau der Galmihornhütte – waren weiter dafür verantwortlich, dass der grösste Teil der Baukosten abgedeckt werden konnte.
1985
1985 / 1986
Aus drei vorliegenden Bauprojekten wurde dem Wiederaufbau mit ursprünglichem Aussehen, einzig in der Höhe wurde für zusätzlichen Raum etwas zugeschlagen, den Vorzug gegeben. In der Offertephase war nicht unwichtig, dass möglichst viel Arbeit von den Mitgliedern im Frondienst geleistet werden konnte. Die Offerten für die zu vergebenden Arbeiten wurden von der Generalversammlung genehmigt und so konnte der Wiederaufbau schon bald angegangen werden.
Zuerst mussten die Überreste der alten Hütte beseitigt und das Fundament erneuert werden. Die Arbeiten an der Mauer gingen zügig voran, am 17. September 1985 konnte bereits mit dem Aufwanden begonnen werden. Helikopter der Schweizer Armee haben gratis rund 50 Tonnen Holz auf Alpjen geflogen. Am darauf folgenden Samstag wurde unter Rekordbeteiligung das Dach gedeckt. Der Innenausbau schritt gut voran und so konnte die Hütte im Winter von den Mitgliedern bereits benutzt werden. Im Frühsommer 1986 wurden die Aussenarbeiten fortgesetzt. Man musste sich mächtig sputen – war doch die Einweihungsfeier bereits auf den 17. August 1986 festgelegt worden.
17. August 1986
Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Galmihornhütte am 17. August 1986 in einer schlichten Feier eingeweiht. Zur Heiligen Messe fanden sich die Mitglieder des Ski-Club Münster, die Dorfbevölkerung und viele Freunde der Galmihornhütte in Scharen ein.
Die vielen Glückwünsche liessen dabei die Sorgen, Ängste und all die Mühen seit jener schicksalshaften Nacht vergessen. Geeint durch 4’754 Fronstunden wurden weitere Aufgaben im Verein angegangen.
17. August 1986