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Niderviller(?), 1. Viertel 19. Jh.
Claude F. Lanfrey
Porzellan, Aufglasur- und Goldmalerei
Kannen H. 11cm
Inv. 1923.354.
Wir unterscheiden zwischen Kinder-, Puppen- und Puppenhaus-Services. Kleinformatige Ausgaben von Keramik-Services werden gewöhnlich in allgemeinen Spielzeugmonographien abgehandelt. Untersuchungen über die Zuschreibung und Funktion innerhalb des Angebots von Manufakturen bestehen allenfalls für die englischen, die nach 1800 Kindergeschirr mit "erzieherisch wertvollen" Motiven in Umdruckdekor schmückten. Etliche Beispiele können auch als spielerische Nebenprodukte der Geschirrdreher gewertet werden, so etwa Kleingeschirr der Fayencemanufaktur Durlach. Als Sortiment hingegen, in Puppengrösse, sollten sie eine Vorstellung des wirklichen Angebots liefern, hatten also Modell- und Werbecharakter und konnten später als Spielzeug verwendet werden. Gegen die Wende zum 20. Jahrhundert erscheinen auch reine Puppengeschirr-Sortimente mit kindgemässen Motiven. In der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Puppenservices beliebte Prämien für gesammelte Bons oder Marken, die beim Einkauf bestimmter Produkte abgegeben wurden. Das hier abgebildete Porzellan-Service ist wohl eine Einzelanfertigung auf Bestellung.