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Die Reuerinnen zu St. Maria Magdalena an den Steinen bildeten auf der Allmend am rechten Birsigufer vor "der Statt Ringmuren" den ersten Frauenkonvent Basels. Papst Gregor IX. sicherte den in weisse Leinen mit schwarzem Obermäntelchen eingekleideten Nonnen bereits 1230 seinen apostolischen Schutz zu. Zwei Jahre danach verhiess er den Besuchern und Wohltätern des Klosters einen täglichen Ablass von 40 Tagen. Nach den Satzungen des Stifters, Rudolf von Worms, hatten die frommen Schwestern "gefallenen Mädchen und fahrenden Weibern" Gelegenheit zur Bekehrung und Busse zu bieten, doch fanden seit 1251 nur noch Kandidatinnen ungetrübten Leumunds Aufnahme.
1291 unterstellte Bischof Peter Reich von Reichenstein die Reuerinnen der Aufsicht der Dominikaner, im Bestreben, die nachlassende Ordenszucht und das innerklösterliche Leben wieder zu festigen. Die Aufsicht wurde aber wenige Jahre später auf Wunsch von Papst Benedikt XI. den Predigern übertragen. In der Einhaltung der Gelübde änderte sich hingegen wenig: Armut, Fastengebote, Stillschweigen, Klausur wurden kaum mehr beachtet. Die Bequemlichkeit hielt Einzug: die groben Wollkleider wurden gegen feine Leinenwäsche ausgetauscht, das harte Strohlager durch das weiche Federbett ersetzt und die Hausarbeit durch Mägde besorgt. Als dann auch der Gottesdienst und das Chorgebet unter der Lockerung der Gebote zu leiden begannen, veranlasste der Rat 1422 eine Reformierung des Konvents. Er rief 13 Nonnen aus dem Kloster Unterlinden bei Colmar herbei, die den guten Ruf des Steinenklosters wieder herstellten und bis zur Auflösung bewahrten.
Wie für viele Kloster üblich, rekrutierten sich auch die Nonnen des Steinenklosters aus Familien des Adels, des Bürgertums und des Handwerks. Durch ihre meist vermögenden Herkunft waren die eintretenden Töchter und Witwen dem Konvent oft eine wertvolle wirtschaftliche Stütze. Von den "frommen Frauen" wurde unter strengster Klausur eine absolut gottgefällige Lebensform erwartet. "Wir vermiden die Angesicht der tötlichen Mönschen", heisst es, und die Schwestern gaben sich hinter den hohen Klostermauern ganz dem Schöpfer hin. Sie widmeten sich der Andacht und dem Gebet, dem Gesang und der Musik, dem Studium religiöser Bücher, aber auch der Anfertigung von Paramenten, dem Handel mit selbst fabriziertem Tuch und der Bebauung des Feldes innerhalb des Klosterbezirks. Der Klosterfriedhof, auf dem auch Bürger aller Schichten ihre letzte Ruhe fanden, rund 150 Jahrzeitstiftungen, von Laien gewinnbare Ablässe und enge verwandtschaftliche Beziehungen schlugen lebendige Bande zwischen den geistlichen Frauen, Behörden und Volk.
Die Reformation brachte das blühende klösterliche Leben an den Steinen jäh zum Stillstand. Aufgrund des Ratsbeschlusses vom 26. September 1525 verliess ein Dutzend Nonnen unter Mitnahme des eingebrachten Gutes das Kloster; die noch verbliebenen Schwestern genossen unter Beachtung der Gelübde bis zu ihrem Lebensende Wohnrechte. Danach hatten die altehrwürdigen Gemäuer als Kloster ausgedient. Wo in klösterlicher Abgeschiedenheit Zucht und Frömmigkeit zur Erlangung ewiger Seligkeit geübt worden war, umfing bald geschäftiges Treiben die Mauern. Das 1666 gegründete Zucht- und Waisenhaus und die Verwaltung und das Archiv der säkularisierten Klöster wurden im weiten Gebäudekomplex untergebracht. Der Chor wurde zum Lagerraum für Salz und Messbuden, der Hof zum Holzplatz eingerichtet worden. Fruchtschütten, Trotte und Weinkeller wurden unbesehen weiter genutzt. Auch fand sich genügend Platz für den Marstall (den Pferdestall der Obrigkeit), den Karrenschopf für den städtischen Wagenpark und eine Reitschule. Und schliesslich wurde ausgangs der 1690er Jahre die auf 100 Mann reduzierte, aus angeworbenen Söldnern formierte Stadtgarnison in der ehemaligen Klosterkirche kaserniert, wobei die "Stänzler" reichlich Gelegenheit fanden, "des nachts nach der Retraite aus der Caserne zu schleichen und die Nacht bei liederlichen Dirnen zuzubringen". Die mitunter recht disziplinlose Mannschaft, die den Wacht-, Polizei- und Feuerwehrdienst in der Stadt zu versehen hatte, verblieb bis zur Auflösung der Standestruppe 1856 in der zur Blömleinkaserne umfunktionierten Klosterkirche. 1868 verfügte der Rat dann den Abbruch von Klosterkirche und Nebengebäuden. Und nach wenigen Jahren war "der höchst beschämende Anblick der Ruinen" durch das imponierende Bild einer neuen Zeit verwischt, als 1872 die Kunsthalle und 1875 das Theater auf dem Standort erbaut wurden (vgl. Das Kulturzentrum).