Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03130.jsonl.gz/242

Ab dem 11. Jh. Untertanengebiet Savoyens, 1254-1475 savoy. Kastlanei, 1475-1798 eine solche unter der Herrschaft der Landschaft Wallis, seit 1815 Bezirk. Die Gf. von Savoyen übernahmen im 11. Jh. an Stelle der Abtei Saint-Maurice die Verwaltung des Gebietes. Durch das Wirken ihrer Viztume bildete sich allmählich die spätere Kastlanei heraus. Diese umfasste den Marktflecken C., Vétroz und Sensine, Daillon, Premploz, Erde und Aven am rechten sowie Nendaz mit seinen Dörfern Fey, Haute-Nendaz, Brignon, Clèbe, Verrey, Baar und Aproz am linken Rhoneufer. 1254 machte Peter II. von Savoyen C. zu einer der acht Kastlaneien der Vogtei Chablais. Der Flecken C. war Sitz des Vizedominats, eines Erblehens in der Hand der Adligen von C., die 1257 von der Fam. von Turn abgelöst wurden. Der Viztum übte die hohe und mittlere Gerichtsbarkeit im Mai und Oktober aus, der Kastlan in den übrigen Monaten. Weil Anton von Turn des Mordes am Bf. von Sitten, Witschard Tavel, beschuldigt wurde, zerstörten Truppen aus den Walliser Zenden 1375 die Burg der Viztume. Deren Befugnisse gingen daraufhin an den Kastlan über. Zu dem im 13. Jh. entstandenen Meiertum Daillon, einem Lehen des Viztums und Afterlehen des Grafen, gehörten die vier Bergdörfer Daillon, Aven, Erde und Premploz. 1446 wurde das Amt von den Bewohnern des Meiertums gekauft. Nach der Schaffung der Kastlanei liess Peter von Savoyen in dem bereits befestigten Flecken einen Burgturm errichten. Diese Feste spielte in den Kriegen zwischen den Anhängern des Bischofs von Sitten und denen des Grafen, die das ganze 14. Jh. andauerten, eine wichtige Rolle. 1475 wurde sie von den Truppen der Landschaft Wallis bei der Eroberung des Unterwallis zerstört. Die neuen Herrscher liessen die Kastlanei als Verwaltungseinheit bestehen; sie war bis 1798 in die Landvogtei Saint-Maurice eingegliedert. 1815 entstand der Bez. C. durch Zusammenschluss der Gebiete der früheren Kastlanei sowie der Gem. Ardon und Chamoson.
Literatur
– J. Tamini et al., Essai d'histoire du district de C., 1933
– C., mon pays, 1979
Autorin/Autor: Maurice Terrettaz / EM