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Der Beginn des Freiheitskampfes der Niederlande gegen die spanische Herrschaft im 16. Jahrhundert bildet den geschichtlichen Hintergrund von Johann Wolfgang Goethes 'Egmont', ein "Trauerspiel in fünf Aufzügen". Aufgrund seiner langen Entstehungszeit (Beginn der Arbeit 1774, Uraufführung 1789) enthält das "lang vertrödelte Stück" (Goethe) Elemente aus verschiedenen Schaffensperioden Goethes: vom Sturm und Drang bis zur frühen Klassik. Graf Egmont, einer der drei niederländischen Statthalter, erscheint mit seiner grossherzigen, milden und vertrauenserweckenden Art als der geborene Volksführer und bildet den Gegenpol zum spanischen Herzog von Alba, der den Gesetzen der Staatsautorität folgt. Mit einer List führt er den aufgeklärten Adligen Egmont mit seinem unbändigen Freiheitswillen, seinem Idealismus und seinen Visionen ins Verderben.
Mit Anmerkungen von Hans Wagner und Ausführungen "Zur Entstehung von Goethes 'Egmont'"
Portrait
Johann Wolfgang Goethe (seit 1782: von; 28. 8. 1749 Frankfurt a. M. – 22. 3. 1832 Weimar) hat als Lyriker, Prosa-Autor und Dramatiker Epoche machende Werke des Sturm und Drang und der Klassik mit europaweiter Wirkung verfasst. Von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar für den Weimar Hof verpflichtet, wo er u. a. für das Theater zuständig war, prägte er in der Zusammenarbeit mit Schiller besonders die Epoche der Weimarer Klassik. Goethes Interessen erstreckten sich auch auf unterschiedlichste Wissenschaften, zu denen er umfangreiche Schriften beitrug.