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Er verwies darauf, dass in keinem Land gegen Sprachen angekämpft werde. Für Lettland sei besonders wichtig, aus der Mehrsprachigkeit Vorteile zu ziehen, weil die frühere Sowjetrepublik rohstoffarm sei.
„Da wir aus unserem Boden nichts Billiges gewinnen können, das dann teuer verkauft werden kann, müssen wir die Sprachen benutzen, die wir können: Lettisch, Russisch, Deutsch und Englisch“, äußerte der Politiker, der von 2011 bis 2015 Staatspräsident Lettlands war.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991 haben sich Millionen Russen über Nacht im Ausland wiedergefunden. In den unabhängig gewordenen baltischen Staaten wurde hunderttausenden Menschen, überwiegend Russen, die Einbürgerung verweigert. Die „Nichtbürger“ wurden der wichtigsten Bürgerrechte wie des Stimmrechts beraubt und Dutzenden Beschränkungen und Verboten ausgesetzt.
Von den knapp zwei Millionen Menschen, die gegenwärtig in Lettland leben, sind rund 40 Prozent russischsprachig, wobei das Lettische die einzige Amtssprache ist. Das Parlament des baltischen EU-Staates hatte im März 2018 ein Gesetz verabschiedet, das Sprachen der nationalen Minderheiten bis September 2021 aus den Schulen verdrängen soll. Die Reform löste Proteste der Russischsprachigen aus.
leo/ae