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Das Wichtigste in Kürze
- Der ESC 2023 soll wegen des Krieges nicht in der Ukraine stattfinden.
- Der ukrainische Kulturminister fordert nun eine Rücknahme des Beschlusses.
- «Wir erfüllen alle Bedingungen», sagte Kulturminister Oleksandr Tkatschenko am Freitag.
«Die Ukraine ist mit der Art der von der Europäischen Rundfunkunion getroffenen Entscheidung nicht einverstanden». Das erklärte Kulturminister Oleksandr Tkatschenko am Freitag. «Wir fordern weitere Verhandlungen zur Austragung des Eurovision-2023 in der Ukraine.»
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hatte zuvor angekündigt, den Wettbewerb wegen des russischen Angriffskrieges nicht im diesjährigen ESC-Siegerland Ukraine auszutragen. Stattdessen werde geprüft, ob das zweitplatzierte Grossbritannien als Gastgeberland einspringen könne.
«Wir erfüllen Bestimmungen»
«Wir fordern, diese Entscheidung zu ändern», erklärte Tkatschenko. «Denn wir glauben, dass wir alle Verpflichtungen, die wir eingegangen sind, erfüllen können». Sein Land habe bislang «alle Bedingungen erfüllt» und «Antworten und Garantien zu den Sicherheitsstandards» gegeben. Es könne daher die nächste Ausgabe des Wettbewerbs ausrichten.
Sollte der ESC 2023 in Kiew stattfinden?
Die EBU hatte erklärt, gemeinsam mit der ukrainischen Rundfunkanstalt UA und Experten eine umfassende Bewertung und Machbarkeitsstudie vorgenommen zu haben. «In Anbetracht der aktuellen Umstände» sei die UA nicht in der Lage, die für die Ausrichtung und Organisation des ESC notwendigen «Sicherheits- und Betriebsgarantien» zu erfüllen.
Die EBU verwies insbesondere auf die nötige Planungssicherheit. «Der Eurovision Song Contest ist eine der komplexesten Fernsehproduktionen weltweit, an der tausende Menschen mitarbeiten und teilnehmen». Deshalb seien normalerweise zwölf Monate an Vorbereitungszeit notwendig.
Ukraine gewann ESC in Turin
Russland war Ende Februar in der Ukraine einmarschiert. Seitdem sind zehntausende Menschen getötet und ganze Städte zu grossen Teilen zerstört worden. Etwa 20 Prozent des ukrainischen Territoriums sind derzeit von der russischen Armee besetzt. Viele andere Gebiete werden fast täglich von russischen Raketenangriffen getroffen.
Dank einer überragenden Unterstützung durch das Publikum hatte die ukrainische Gruppe Kalush Orchestra Mitte Mai mit ihrem Song «Stefania» den Sieg im ESC-Finale davongetragen. Auf dem zweiten Platz landete der Brite Sam Ryder, der Favorit der Jurys.