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Wirtschaft
Die Auswirkungen eines allfälligen Unglücks in der Arktis wird nicht Gazprom zu spüren bekommen sondern die russischen Steuerzahler - zusammen mit dem Rest der Welt.
Gazprom setzt ihren Wettlauf nach Öl in der Arktis fort und missachtet dabei international anerkannte Best Practice Standards für Bohrungen in eisigem Gewässer. Zudem konnte Gazprom bis heute nicht glaubhaft darlegen, ausreichend auf die Konsequenzen eines derartigen Öllecks reagieren zu können. Trotzdem wurde bereits 1 Million Barrel Öl auf der arktischen Bohrplattform gefördert.
Die unverantwortlichen Geschäftspraktiken des Unternehmens haben schon zu einer beträchtlichen Anzahl Öllecks bei kontinentalen Bohrungen geführt. Experten schätzen, dass Gazprom für einen Grossteil der 30 Millionen Barrel Öl verantwortlich ist, die jedes Jahr in Russland auslaufen. Diese Menge entspricht sechs Deepwater-Horizon-Katastrophen. Deshalb ist es umso schockierender, dass sich die Firma um weitere Förderlizenzen in der Arktis bemüht.
Gazprom, das gegenwärtig grösste Gasunternehmen der Welt, ist ein mächtiger Player, der kaum je Respekt für Mensch und Umwelt zeigt. Das Unternehmen ist mehrheitlich im Besitz des russischen Staates und nutzt seine engen Verbindungen zum Zentrum der Macht sowie seinen grossen Einfluss auf PolitikerInnen, um grosszügige Steuererleichterungen zu erhalten. Für die Konsequenzen eines allfälligen Unglücks in der Arktis wird nicht Gazprom zur Kasse gebeten. Die Auswirkungen bekommen die russischen Steuerzahler zu spüren – zusammen mit dem Rest der Welt.