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Krankheitserreger und Übertragung
Das Lassa-Virus gehört zur Familie der Arenaviridae und zur Gattung der Mammarenaviren.
Das Lassa-Fieber ist eine Zoonose (von Tier zu Mensch übertragbare Krankheit). Die natürlichen Wirte des Lassa-Virus sind Nagetiere, insbesondere die Natal-Vielzitzenmaus (Mastomys natalensis), die in Afrika in Wohnhäusern vorkommt und das Virus über Kot und Urin ausscheidet. Die Menschen stecken sich über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser an und können die Krankheit durch Blut, Speichel, Urin, Stuhl, Erbrochenes oder andere Körperflüssigkeiten direkt an andere Menschen weitergeben. Eine Infektion durch kontaminierte Gegenstände ist möglich, aber es gibt keine Hinweise auf eine Tröpfchenübertragung.
Krankheitsbild
Bei 40 bis 80 Prozent der infizierten Personen treten keine Symptome auf. Die Inkubationszeit dauert in der Regel 6 bis 21 Tage. Manche Patientinnen und Patienten zeigen grippeähnliche Symptome wie Rachen- und Augenreizungen, Husten, Erbrechen und Durchfall. Manchmal kann die Infektion einen schweren Verlauf nehmen, verschiedene Organe schädigen (z.B. Leber, Milz, Nieren) und mit Blutungen einhergehen (deshalb wird sie als «hämorrhagisches Fieber» bezeichnet). Ribavirin scheint zu wirken, insbesondere zu Beginn der Krankheit, aber die Behandlung bleibt vor allem symptomatisch. Schwere Auswirkungen kann die Krankheit in der späten Schwangerschaft (3. Trimester) haben, mit tödlichem Verlauf für die Mutter oder Verlust des Kindes.
Die Gesamtletalität (Sterblichkeitsrate) liegt bei rund 1 Prozent, kann aber bei hospitalisierten Patientinnen und Patienten 15 Prozent erreichen.
Geografische Verbreitung und Häufigkeit
Das Lassa-Virus kommt vor allem in den Ländern Westafrikas vor. Obwohl es sich um eine seltene Krankheit handelt, hat das Fieber epidemisches Potenzial, denn in Westafrika kommt es zu schätzungsweise 100'000 bis 300'000 Infektionen pro Jahr mit rund 5'000 Todesfällen.
Gesundheits- und Laborpersonal sowie Familienmitglieder gehören zu den Risikogruppen, insbesondere wenn sie die Erkrankten pflegen und dabei in direkten Kontakt mit ihren Körperflüssigkeiten kommen. Dasselbe gilt für die Mitarbeitenden von Organisationen (z.B. IKRK, Ärzte ohne Grenzen), die in einem Epidemiengebiet im Einsatz sind.
In der Schweiz wurde bisher erst ein Krankheitsfall verzeichnet (Reiserückkehrer, 2003).
Prävention
Allgemeine Hygienemassnahmen sowie die Aufbewahrung von Lebensmitteln ausserhalb der Reichweite von Nagetieren verringern das Infektionsrisiko in den betroffenen Regionen.
In der Schweiz ist das Risiko einer Ansteckung äusserst gering. Derzeit gibt es in der Schweiz keinen zugelassenen Impfstoff.
Im Epidemiefall pflegt das BAG einen regelmässigen Kontakt mit seinen internationalen Partnern, damit die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden können. Je nach Situation meldet das BAG der WHO Fälle gemäss den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV, 2005).