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Die Wahlen in den
USA
Nach den Wahlen in den Potomac
Staaten
Artikel vom 13. Februar 2008, um 12.40 Rigaer Ortszeit
Die Vorwahlen in Virginia
Bei der Auszählung von 99% der Stimmen im Staat Virginia führt
bei den Demokraten Barack Obama klar mit 64% vor Hillary Clinton mit 35%. Bei
den Republikaner siegte John McCain mit 50%
vor Mike Huckabee mit 41%, Ron Paul mit 5% und dem ausgestiegenen Mitt Romney
mit 3%.
Als Marinestützpunkt und Staat mit
Schiffwerfen ist Virginia traditionell ein Hort für konservative
Verteidigungspolitiker. Die 41% für Huckabee bedeuten,
dass die hier ebenfalls starken christlich-konservativen Wähler erneut John McCain
die Gefolgschaft verweigerten, dem die republikanische Nomination allerdings
nicht mehr zu nehmen ist, da Huckabee fast alle noch zu vergebenden Delegierten
für sich gewinnen müsste, um doch noch das von im viel beschworene Wunder zu
schaffen.
In Virginia hatte Obama die Unterstützung von Gouverneur Tim Kaine, der an
seiner Seite auf Wahlkampftour ging. Laut Wählerbefragungen - die immer nur
Trends wiedergeben, nie genau sind, da die Wahl ja geheim ist - gelang es Obama
in Virginia, sowohl die Frauen wie auch die Demokraten mit tieferem Einkommen
auf seine Seite zu bringen, die ja in der Regel Hillary Clinton zuneigten. Die
Schwarzen wählten zu fast 90% Obama. Hillary Clinton behielt eigentlich nur bei
weissen Wählerinnen die Oberhand.
Die Vorwahlen in Maryland
Im Bundesstaat Maryland steht bei den Demokraten nach der Auszählung von 92% der
Stimmen Barack Obama mit 60% als klarer Sieger vor Hillary Clinton mit 37%
fest. Bei den Republikaner führt John McCain uneinholbar mit 55% vor Mike
Huckabee mit 29% sowie Mitt Romney und Ron Paul mit je 6%.
In Maryland - wie auch in Virginia - punktete Obama vor allem bei den Wählern,
die sich um die Wirtschaft und den Irakkrieg Sorgen machten, während dem Clinton
vor allem bei Demokraten Anklang fand, für die die Gesundheitsversorgung
Priorität hat.
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Die Vorwahlen in der Hauptstadt Washington, District of
Columbia
In der amerikanischen Hauptstadt führt nach der Auszählung von 98% der Stimmen
bei den Demokraten Barack Obama mit 75% vor Hillary Clinton mit mageren 24%. Bei
den Republikaner liegt John McCain mit 68% uneinholbar vor Mike Huckabee mit
17%, Ron Paul mit 8% und dem nicht mehr im Präsidentschaftsrennen liegenden Mitt
Romney mit 6%.
Nach den Chesapeake oder Potomac Primaries
Nach Louisiana, Nebraska, Maine, den Virgin Island und dem Staat Washington hat
Barack Obama nun auch die Vorwahlen in der Hauptstadt Washington, in Maryland
und in Virginia gewonnen, auch als Chesapeake oder Potomac Primaries bekannt.
Auch wenn all diese Resultate den Umfragewerten entsprechen, so erstaunen doch
zum Teil die Margen, mit denen Obama siegte.
In Maryland, Virginia und der Hauptstadt Washington ging es bei den Demokraten
zwar lediglich um 168 Delegierte - bei den Republikanern um 110 - doch für
Hillary Clinton wird die Luft allmählich dünn [hinzugefügt am 13.2.2008 um 17:13
Rigaer Zeit: Bei den Amerikanern herrscht ein furchtbarer Zahlensalat. Bei CNN
liest man zusammengezählt von 103 und 89 „pledged“ Delegierten]. Sie muss die bevölkerungsreichen
Staaten Ohio und Texas gewinnen, wo ihr Umfragen (noch) Siege voraussagen.
Sollte sie dort auch nur knapp unterliegen, könnte der Damm für Obama gebrochen
sein und zudem ihr zugerechnete Superdelegierte zu Obama wechseln. Das
entspräche dem Wählerwillen. Zudem mag Amerika nun einmal Siegertypen. Nächste
Woche in Hawaii und Wisconsin gilt Obama ohnehin als Favorit.
Obama liess in Maryland, Virginia und der Hauptstadt seine finanziellen Muskeln
spielen. Da er laut eigenen Angaben zur Zeit täglich eine Million Dollar an
Wahlkampfspenden einnimmt, während dem Clinton nur auf die Hälfte kommt, dürfte
das Geld zusätzlich für den schwarzen Senator arbeiten.
Die Botschaft von Barack Obama bleibt weiterhin nebulös auf „Hoffnung“ und
„Veränderung“ beschränkt. Hoffentlich gibt es im November kein böses Erwachen.
Viele werden sich allerdings sagen, schlimmer als unter dem Versager George W.
Bush kann es gar nicht kommen.