Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/3789

Sie sind hier
Reaktionsfähigkeit - bis ins Alter reaktionsfähig bleiben
Eine gute Reaktion ist nicht nur bei Spielsportarten von Vorteil. Beispielsweise auch im Strassenverkehr oder bei rutschiger Unterlage sind schnelle Handlungen gefordert.
Die Reaktionsfähigkeit beschreibt möglichst schnell und zielgerichtet auf einen Reiz zu reagieren. Je nach Art des Signals und Komplexität der Entscheidungsfindung dauert es normalerweise zwischen 150 bis 1'000 Millisekunden. Bis es zu einer Reaktion kommt, werden verschiedene Prozesse durchlaufen:
1) Aufnahme des Reizes über die Sinne (Rezeptoren)
2) Übertragung ins Gehirn
3) Verarbeitung des Signals (Auslösung eines Befehls)
4) Weiterleitung des Befehls an die Muskulatur
5) Ausführung der Reaktion durch die Muskeln
Welche Faktoren beeinflussen die Reaktionsfähigkeit?
Müdigkeit, Aufmerksamkeit & Schlaf:
# Schlafmangel ist eine der häufigsten Ursachen für Unfälle im Strassenverkehr. Wer ausgeschlafen ist, hat eine bessere Reaktionsfähigkeit, ist aufmerksamer und senkt somit das Unfallrisiko.
Drogen:
# Die Einnahme von Drogen (auch Alkohol) verschlechtert die Sensibilität von Rezeptoren.
Übung (macht den Meister):
# Bei vielen Reaktionsaufgaben gibt es bessere Resultate, wenn man die Übung bereits kennt. Hier gilt das Sprichwort: "Übung macht den Meister."
Alter:
# Mit dem Alter verändert sich die Struktur der Nerven, wodurch die Leitfähigkeit der Nerven und somit die Reaktionszeit beeinträchtigt werden. Inbesondere bei Dual-Tasking-Aufgaben ist der Einfluss des Alters ersichtlich.
Geschlecht:
# Tatsächlich reagieren Knaben und Männer schneller als Mädchen und Frauen.
Intelligenz:
# Insbesondere bei anspruchsvollen Reaktionsaufgaben (z.B. Gemeinschaftsspiele) sind intelligentere Personen im Vorteil.
Letzte Mahlzeit:
# Das Verdauen versetzt den Körper in einen trägen Zustand (Parasympathikus). Die Aufmerksamkeit nimmt in dieser Phase ab.
Koffein:
# Tatsächlich zeigen Studien, dass Koffein die Reaktionsfähigkeit verbessert. Nach ca. 15 Minuten scheint die Wirkung am stärksten zu sein.
Funfacts zur Reaktionsfähigkeit
- Reaktionen unter 100 Millisekunden gelten als Fehlstart.
- Die besten Spitzensprinter reagieren innerhalb von 85 Millisekunden.
- Männer weisen eine bessere Reaktionsfähigkeit als Frauen auf.
- Der Mensch reagiert auf taktile Signale am schnellsten. Auch akustische Reize werden schneller verarbeitet als visuelle Reize.
Testen Sie Ihre Reaktionsfähigkeit selber
Die Versuchsperson legt Daumen und Zeigefinder in Höhe der 0-Zentimeter-Markierung um das Lineal. Daumen und Zeigefinger sind 3 Zentimeter auseinander. Die Handunterkante der Versuchsperson liegt auf einem festen Untergrund, so dass Daumen und Zeigefinger über die Tischplatte hinausragen.
Sobald das Lineal vom Testleiter fallen gelassen wird, soll die Versuchsperson das Lineal so schnell wie möglich festhalten. Wenn sich zu Beginn z.B. die Oberkante des Zeigefingers auf der Höhe der 0 befindet, kann wiederum an der Zeigefinger-Oberkante die Länge der Strecke abgelesen werden, die vom Lineal durchfallen wurde, ehe die Versuchsperson „zupackte“.
Anhand folgender Tabelle kann aus dieser Strecke in Zentimeter die Reaktionszeit bestimmt werden.