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Premierminister John Howard teilte am 16. August 2007 mit, dass Indien, welches das Nonproliferationsabkommen nicht unterzeichnet hat, folgende Voraussetzungen erfüllen müsse, um Uranlieferungen von Australien zu erhalten:
- Abschluss eines Kontrollabkommens (Safeguards Agreement) mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), das die zivilen Kernkraftwerke abdeckt
- Abschluss des Zusatzprotokolls zur Stärkung der Kontrollmechanismen
- Abschluss des bilateralen Nuklearabkommens mit den USA
- Zustimmung der in der Nuclear Suppliers Group (NSG) zusammengeschlossenen 45 Länder
- befriedigende Fortschritte in der Umsetzung der Verpflichtung, bestimmte zivile Kernanlagen auf Dauer unter die Kontrolle der IAEO zu stellen
Der indische Premierminister Manmohan Singh hat sich bereit erklärt Verhandlungen einzuleiten. Uranexporte würden beiden Ländern bedeutende strategische und wirtschaftliche Vorteile verschaffen, räumte Howard ein. Die Exporte der Uranindustrie erzielten jährlich bereits AUD 658 Mio. (CHF 647 Mio.) und Indien sei ein grosser und wachsender Markt. «Indiens Bedarf nach zuverlässigen, sauberen Energiequellen wächst rasch. Indien wird elf neue Reaktoren errichten, was die nukleare Stromerzeugung des Landes verdreifachen wird, und es wird bis 2032 voraussichtlich bis zu 12'000 t Uran pro Jahr benötigen», so Howard. Australien ist derzeit der führende Uranproduzent der Welt.
Im März 2006 hatte der australische Aussenminister Alexander Downer anlässlich der Ankündigung eines amerikanisch-indischen Nuklearabkommens noch festgehalten, dass Australien seine Politik, Uran nur an Länder zu liefern, die dem Nonproliferationsabkommen und dem Zusatzprotokoll beigetreten sind, weiterführen wolle.
Bereits Uranlieferungen nach China
Am 4. Januar 2007 hatten Australien und China das im April 2006 angekündigte Zusammenarbeitsabkommen auf dem Nukleargebiet ratifiziert, das den Uranexport nach China regelt. In einem Interview in Adelaide am 18. August 2007 zeigte sich Howard erstaunt, dass die Oppositionspartei Labor Uranverkäufe nach China erlaubt, nicht aber nach Indien, dem grössten demokratischen Land der Welt. «Dies ist eine ausserordentlich widersprüchliche Ansicht», wenn man die gleichen Kontrollmassnahmen verwirklichen könne.
Quelle
M.A. nach australische Regierung, Medienmitteilung, 16. August, und Doorstop Annoucememt, 18. August 2007
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