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10/01/2015
Gilles Aubry: Fieldrecordings, Electronics,
Robert Millis: 78"RPM Records, Phonograph
“Jewel of the Ear” public preview.
Die Aufbewahrung von Klängen ist ein Produkt der euro-amerikanischen Gesellschaft im späten 19. Jahrhundert. Hier verbreitete sich eine ganze Welle von neuartigen Konservierungsmaßnahmen: Einbalsamierung, Gedenkstätten, Archive, Konservenbüchsen und nicht zuletzt der Phonograph. Der Export solcher Technologien in die Kolonien ließ gegensätzliche Denkweisen aufeinander prallen. In Indien beispielsweise traf das Prinzip der Fixierung auf eine Philosophie der stetigen Erneuerung durch den Kreislauf von Geburt und Tod. Dieses Geschichtsverständnis spiegelt sich auch in der klassischen Musik Indiens, deren improvisatorische Strukturen ausschließlich mündlich weitergegeben wurden. Dennoch versuchten die Briten ab 1902, indische Musik aufzuzeichnen und zu vermarkten. In der Folge begann die indische Musiktradition immer konstantere Formen anzunehmen.
Diesen Prozess hinterfragen Gilles Aubry und Robert Millis in ihrer Performance "Jewel of the Ear". Schellackplatten mit traditioneller indischer Musik treffen auf Feldaufnahmen von Verbrennungszeremonien im Manikarnika-Tempel von Varanasi. Der Name des Tempels steht dabei Pate für den Titel des Hörstückes: "Juwel des Ohrs".
Gilles Aubry ist ein Schweizer Klangkünstler und Musiker. Seit 2002 lebt er in Berlin. 2010 schloss er sein Masterstudium in Sound Studies an der Universität der Künste in Berlin ab. Seine künstlerische Praxis basiert auf einem auditiven Zugang zur Realität auf Grund von Recherchearbeiten in Bezug auf kulturelle und historische Aspekte der Klangproduktion und -rezeption. 2011 war Aubry Gastkünstler im Global Prayers Projekt. Die daraus entstandene Installationen Pluie de Feu und The Laman Encounter wurden in der NGBK Galerie in Berlin präsentiert. Sein Film ohne Bilder "Notes via a Soundscape of Bollywood" wurde 2013 im Haus der elektronischen Künste in Basel gezeigt. Aktuell arbeitet er mit dem Archiv marokkanischer traditioneller Musik von Paul Bowles. Er präsentierte seine Arbeiten bei der "5th Marrakech Biennale of Contemporary Arts" und dem "International Documentary Festival" (FID) 2014 in Marseille.
Robert Millis wurde 1966 in New York geboren. Er lebt als Musiker, Klangkünstler und Filmemacher in Seattle. Millis ist Gründungsmitglied des Experimentalmusikduos "Climax Golden Twins". Besondere Aufmerksamkeit widmet er dem Sammeln von Schellackplatten, die er in Klanginstallationen und Kompositionen einsetzt. 2012 und 2013 forschte er als Senior Fulbright Research Scholar über indische Musik und Klangkunst in Indien.
CRATER COLLECTIVE & ALFREDO COSTA MONTEIRO
3QUINOX
Adriana Vila Guevara: 16mm projectors
Luís Macias: 16 mm projectors
Alfredo Costa Monteiro: electro-acoustics
Crater Collective ist ein audiovisuelles Projekt der beiden Experimentalfilmer (Adriana Vila und Luis Macias) aus Spanien, mit dem hervorragenden interdisziplinären portugiesischen Musiker Alfredo Costa Monteiro, gemeinsam liefern 3QUINOX Live-Performances mit 16mm Filmen, geschleiften Bildern, erzeugen eine hypothetische Wahrnehmung, leuchtend, flackernd, gespenstisch und hypnotisch aus verschiedenen Lichtintensitäten und Schallschwingungen. Visuelle wie akustische Bilder erzeugen eine audiovisuelle Erfahrung voller leben, zum geniessen und eintauchen, anleihen von strukturellem Kino trifft auf Elektroakkustik und bildet eine spannende, einzigartige vermischung zwischen Kino und Musik.
ALFREDO COSTA MONTEIRO: http://www.costamonteiro.net
CRATER COLLECTIVE: http://cratercollective.com/