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Haus Rentsch
Adresse
3823 Wengen
BE
Architektur
Rückblickend hat die erzwungene Veränderung des Dachs das Projekt gestärkt, die Räume bereichert. Richard Neutra gelang in Wengen eine sorgfältige Ausgewogenheit zwischen Leichtigkeit und Konstruktion, zwischen der Umgebung, der transparenten Raumwirkung und der Funktionalität. Die Schweiz verfügt über einen Bau von internationaler Bedeutung, über ein Chalet, das kein Chalet ist.
Chronologie
In den 1960er-Jahren bat Fritz Rentsch den in Österreich geborenen, amerikanischen Architekten Richard Neutra um einen Entwurf für ein Wohnhaus. Rentsch hatte bereits ein Vorprojekt im Chaletstil erarbeiten lassen, liess dieses jedoch nach Erhalt der ersten Neutra-Entwürfe 1961 fallen. Das Wohnhaus konnte 1965 bezogen werden.
Lage
Das Haus Rentsch steht im Norden von Wengen an der Ledi in einer spärlich besiedelten Wohn- und Ferienhausgegend, die massgeblich vom Chaletstil geprägt ist. Das Gebäude ist nach Süden ausgerichtet, in Richtung Lauterbrunnental und dem dahinterliegenden, atemberaubenden Bergpanorama.
Beschreibung
Nach Einwänden der Anwohner bezüglich des geplanten Flachdaches interpretierte Neutra das Sujet neu: Der in den Hang eingebettete, zweigeschossige Bau ist mit einem gegenläufig, asymmetrisch gestuften Pultdach versehen. Das obere Hauptgeschoss wird durch diesen Dachaufbau stark überhöht. Nach Süden, zum Tal mit Blick auf das Breithorn und das Jungfraumassiv, sind die Räume bis zum First verglast. Die Etage läuft in einer weit auskragenden, an Leimholzbindern abgehängten Terrasse aus. Um den Ausblick von innen nicht zu beeinträchtigen hat die Terrasse auf der Talseite statt einer vertikalen Brüstung ein horizontales Absturzgitter. Im Erdgeschoss befindet sich ein weiteres Appartement mit Gästezimmern. Ursprünglich hatte das Haus vor der Absturzsicherung auf der Terrasse des Hauptgeschosses, vor dem Wohnraum im Erdgeschoss und über dem Eingang im Winter beheizte »Reflecting Pools«. Diese für Neutras Bauten typischen flachen Wasserbassins spiegeln die Landschaft und reflektieren das Licht der tief stehenden Wintersonne weit in die Wohnräume.
Charakteristisch sind sowohl die starken Materialkontraste von Naturstein, Beton, Stahl, Glas und Holz, wie auch das Wechselspiel aus horizontal und vertikal betonten Elementen: Die Holzlatten der Balkonbrüstungen im Westen und Osten bilden zusammen mit den auskragenden Bindern, der Terrassenplatte und der Traufkante eine starke horizontale Betonung, während die Fensterprofile sowie die Natursteinplatten und Holzelemente der Fassaden die Vertikale betonen.
Literatur