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Wie ein Paukenschlag markiert die »Ilias« den Beginn der abendländischen Literatur: als Groß-Epos, das die heute allbekannte Geschichte vom zehnjährigen Kampf um Troja erzählt, indem es doch nur die Handlung von rund 50 Tagen aus dem letzten Kriegsjahr schildert. Schon dieser erzähltechnische Kunstgriff zeigt die kompositorische Meisterleistung, durch die das Werk poetische Maßstäbe für alle Zeiten setzte - und der Name Homers zum Inbegriff des Dichters schlechthin wurde. Die Übersetzung von Roland Hampe liegt in der Versform vor.
Die Ilias gilt als die älteste Dichtung des Abendlandes. Homer verarbeitete
nicht nur eigenes Gedankengut, sondern schöpfte auch aus Überlieferungen
mündlicher Dichtungbis in die kretisch-mykenische Zeit. Dabei stellte er
das Tradierte - einem einheitlichen Plan folgend - in einen gänzlich neuen
Zusammenhang in komplexer Gliederung und Ordnung. Das Epos veranschaulicht
das sittliche Maß halten, die Selbstbeherrschung, als höchste Form menschlichen
Handelns und gibt Hinweise für das richtige Verhalten gegenüber den Göttern.