Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/270

Vielleicht wird sich etablieren, dass bei jedem neu diagnostizierten Kolonkarzinom familiäre Formen gesucht werden. Koloskopien bei Angehörigen werden jetzt schon oft durchgeführt. Gemäss nachfolgender Studie scheint ein Screening auf ein Lynch Syndrom kosteneffizient zu sein.
Übersetzte Zusammenfassung. Original hier… (Ann Intern Med. 2011 Jul 19;155(2):69-79)
Ladabaum U, Wang G, Terdiman J, et al. Strategies to identify the lynch syndrome among patients with colorectal cancer: a cost-effectiveness analysis. Ann Intern Med. 2011 Jul 19;155(2):69-79
HINTERGRUND: Die Suche nach einem Lynch-Syndrom, einer autosomal dominant vererbten Krebs-Disposition, wurde für alle neu diagnostizierten Kolonkarzinome empfohlen. Dies ist ein Paradigmenwechsel hin zu einer personalisierten Medizin.
ZIEL: Identifizieren der Wirksamkeit und Kosten-Effektivität von Strategien zur Entdeckung des Lynch-Syndroms, im Bezug auf Geschlecht, Alter bei der Screening- und den relativen Auswirkungen für Probanden und Verwandte.
DESIGN: Markov-Modell, das Risiko für Darm-, Endometrium- und Ovarialkarzinom einschliesst.
DATENQUELLEN: Veröffentlichte Literatur. Zielgruppe: Alle Personen mit neu diagnostiziertem Darmkrebs und deren Angehörige. Zeithorizont: Lifetime. Perspektive: Third-Party-Zahler.
INTERVENTIONEN: Strategien basierend auf klinischen Kriterien, Vorhersage-Algorithmen, Tumor-Tests oder Up-Front-Keimbahnmutation Tests, gefolgt von gezieltem Screening und Risiko-Reduzierung durch anschließende Operation. Outcome Messungen: Lebensjahre, Krebserkrankungen und Todesfälle, Kosten und inkrementelles Kosten-Effektivitäts-Verhältnis. Die Ergebnisse der Base-Case-Analyse: Der Nutzen aller Strategien fokussierte hauptsächlich auf Verwandte mit einer Mutation mit dem Lynch-Syndrom, vor allem Frauen. Deren Lebenserwartung könnte um etwa 4 Jahren mit Hysterektomie und Salpingoophorektomie und die Einhaltung der Darmkrebsvorsorge Empfehlungen verbessert werden. Beim gegenwärtigen Ausmass einer Genetischen Testung, Screening, und einer prophylaktischen Operation, reduziert die Strategie Todesfälle durch Darmkrebs um 7% auf 42% und Todesfälle durch Endometrium-und Ovarialkarzinom um 1% auf 6%. Bei den Tumor-Test Strategien, wurde die Immunhistochemie gefolgt von eines BRAF-Mutation Tests bevorzugt, mit einem inkrementellen Kosten-Nutzen-Verhältnis von $ 36 200 pro gewonnenes Lebens-Jahr. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse: Die Zahl der pro Proband getesteten Angehörigen war ein kritischer Faktor für hohe Effizienz und Wirtschaftlichkeit, mit dem erforderlichen Testen von 3 bis 4 Verwandten für die meisten Strategien, um einen Schwellenwert von 50 000 $ pro Lebens-Jahr zu erreichen. Immunhistochemie gefolgt von einem BRAF-Mutation Test, war bevorzugt in 59% der Iterationen in einer Wahrscheinlichkeits Sensitivitätsanalyse bei einer Schwelle von 100 000 USD pro gewonnenem Lebens-Jahr. Screening für das Lynch-Syndrom mit Immunhistochemie gefolgt von einem BRAF-Mutation Test nur bis zum Alter von 70 Jahren führte zu $ 44 000 pro inkrementellem gewonnenem Lebensjahr im Vergleich zu Screening nur bis zum Alter von 60 Jahren, und das Screening ohne obere Altersgrenze mit $ 88 700 pro inkrementellem gewonnenem Lebensjahr verglichen mit Screening nur bis zum Alter von 70 Jahren.
GRENZEN: Andere Arten von Krebs, unsichere Familienstammbäume und genetische Varianten von unbekannter Bedeutung wurden nicht berücksichtigt.
FAZIT: Die weit verbreiteten Kolonkarzinom-Tests, um Familien mit dem Lynch-Syndrom zu identifizieren könnten erhebliche Vorteile zu akzeptablen Kosten bringen, insbesondere für Frauen mit einer Mutation des Lynch-Syndroms, die ein regelmäßiges Screening beginnen und eine Risiko mindernde Operationen erhalten. Die Wirtschaftlichkeit eines solchen Tests ist abhängig von der Compliance für das Screening unter Verwandten mit einem Risiko für die Lynch-Syndrom. Primäre Finanzierung Quelle: National Institutes of Health.