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Rubrik: Surprise
Requiem zum "Vergnügen"

Published: 03.11.2005 06:02
Modified: 16.11.2005 14:58

(cm (mailto:<email-pii>) /red) Sein Requiem sei zu keinem bestimmten Zweck entstanden, sondern zum Vergnügen. Das antwortete jeweils der Komponist Gabriel Fauré (1845-1924) auf die Frage nach der Entstehungsgeschichte des Werkes. Dieses wird nun vom Contrapunto Chor, einem gemischter Chor aus Zürich-Enge, bei dem zahlreiche Studierende, Mitarbeitende und Ehemalige der ETH mitsingen, zusammen mit den Solisten Simon Estes und Isabel Witschi interpretiert (1) . Für das Konzert am Sonntag, 20. November 2005, in der reformierten Kirche Enge verlost "ETH Life" 2 mal 2 Freikarten im Wert von 40 Franken.
Faurés Requiem ist melodiös und weniger traurig-schmerzhaft angelegt als andere Totenmessen. Fauré selbst wollte mit seinem Werk “das Glücksgefühl jenseits des Grabes” vertonen. Das Werk hat eine komplizierte und lange Geschichte: Fauré komponierte sein Requiem 1887-88 als Gegenstück zu den bombastischen Totenmessen von Berlioz und Verdi. Faurés Urfassung von 1888 bestand aus einem kleinen Kammerorchester ohne Violinen oder Holzblasinstrumente – der Komponist färbte sein Werk in den dunkleren Tönen von Bratschen und Celli. 1893 ergänzte Fauré sein Requiem mit zwei Solonummern für Bass-Bariton und erhöhte die Instrumentierung um Hörner und Posaunen sowie um eine Solo-Violine. Auf Wunsch seines Verlags legte Faurés Schüler Roger-Ducasse zudem die 1900 publizierte, symphonisch orchestrierte Fassung vor, die im 20. Jahrhundert beliebt wurde. 1983 rekonstruierte John Rutter die ursprüngliche Version von 1893, die ihm Faurés Vision eines meditativen und minimal-orchestrierten Werkes am besten zu entsprechen schien, gleichzeitig aber die zwei Bass-Nummern und die wichtigen Hörner-Posaunen-Effekte berücksichtigte. In dieser Fassung wird der Contrapunto Chor das Werk zur Aufführung bringen.
Am Konzert bieten die Musiker zudem Höhepunkte aus Felix-Mendelssohns Oratorium “Elias” dar sowie melodiöse Chor-Orchesterwerke von Gabriel Fauré und John Rutter. Begleitet werden die Contrapunto-SängerInnen durch das Symphonische Orchester Zürich. Die musikalische Leitung liegt bei Beat Dähler, dem Dirigenten des Chores.Contrapunto Chor
Das erste grössere Konzert des Contrapunto Chors erfolgte 1988 mit der schweizerischen Erstaufführung der Creation, einer rockigen Schöpfungskantate aus den USA. 1993 übernahm Beat Dähler den Dirigierstab - seither liegt die Spezialität in der Interpretation klassischer englischer Werke des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Schaffen in diesem Bereich hat zur Aufnahme der beiden CDs English Part Songs (2000) und English Christmas Carols (2002) im Radiostudio Zürich geführt.Simon Estes
Der aus Centerville, Iowa, stammende Simon Estes studierte an der Universität von Iowa und der Juilliard School of Music in New York. Er debütierte 1965 an der Deutschen Oper Berlin und hat seitdem an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt gesungen, unter anderem an der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera New York, der Grand Opéra de Paris oder an den Bayreuther Festspielen. Simon Estes lehrt an der Iowa State University in Ames, Iowa, dem Wartburg College in Waverly, Iowa, sowie der Boston University in Boston, Massachusetts.Isabel Witschi
Isabel Witschi, Sopran, erhielt ihre sängerische Ausbildung bei Maria Stader und am Internationalen Opernstudio in Zürich. Sie sang verschiedene Hauptrollen am Theater Biel/Solothurn (u.a. Mimi in Puccinis La Bohème) und interpretierte u.a. verschiedene Partien an der Oper Zürich, bei der Opera Factory Zürich und an den Opernfestspielen von Avenches (Anna in Verdis Nabucco).
Wer Interesse an einem "vergnüglichen" Requiem hat, kann bei ETH Life für das Konzert vom 20. November Freikarten gewinnen, falls er folgende Frage richtig beantwortet: In welcher Kirche führte Fauré 1888 erstmals fünf Stücke des Requiems auf?
Die Gewinnerin oder der Gewinner müssen am Mittwoch, 16. November telefonisch oder per Mail erreichbar sein (bitte Telefonnummer, idealerweise Handynummer angeben).Konzertprogramm
Contrapunto Chor – Isabel Witschi (Sopran) – Simon Estes (Bass-Bariton) – Symphonisches Orchester Zürich – Karin Halter (Orgel) – Beat Dähler (Leitung)Konzertdaten
Footnotes: