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«Ich denke nicht, dass es ein grosses Geheimnis ist. Morgen werde ich ein Treffen mit dem US-Verteidigungsminister (Lloyd Austin) und mit Aussenminister (Antony) Blinken haben», sagte Selenskyj am Samstag bei einer Pressekonferenz in einer U-Bahn-Station in Kiew. Er hoffe, dass auch US-Präsident Joe Biden – «sobald es die Sicherheitssituation zulasse» – nach Kiew komme.
Nachrichten zu Waffenlieferungen verbessert
Mit Austin und Blinken werde er über die «Liste der notwendigen Waffen und über die Geschwindigkeit ihrer Lieferung» reden. In der vergangenen Woche hätten sich die Nachrichten zu Waffenlieferungen verbessert, meinte Selenskyj. Ein Sprecher des US-Aussenministeriums wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem laut Selenskyj geplanten Besuch äussern. Eine Anfrage beim US-Verteidigungsministerium dazu blieb am Samstag zunächst unbeantwortet.
Besuche eines US-Aussen- oder Verteidigungsministers in einem Krisen- oder Kriegsgebiet werden von der US-Regierung wegen der hohen Sicherheitsanforderungen zuvor meist geheim gehalten. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, hatte noch am Montag gesagt, falls ein Regierungsmitglied in die Ukraine reisen sollte, würde dies aus Sicherheitsgründen erst nach der Ankunft mitgeteilt werden. Rufen nach einem Besuch Bidens erteilte sie eine Absage. Die US-Regierung konzentriere sich darauf, dem Land militärische Ausrüstung zukommen zu lassen, sagte Psaki. Biden hatte Ende März Polen besucht und sich im Osten des Landes auch mit ukrainischen Flüchtlingen getroffen.
Austin wird am Dienstag erwartet
Es war zunächst nicht klar, wie Austin und Blinken nach Kiew reisen und wie lange sie dort bleiben würden. Austin wird am Dienstag zu einer von der US-Regierung ausgerichteten Ukraine-Konferenz auf dem US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz erwartet.
Russland hat vor zwei Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Die US-Regierung hatte vor wenigen Tagen zusätzliche Waffenlieferungen im Wert von 800 Millionen US-Dollar angekündigt, um der Ukraine zu helfen, die befürchtete Grossoffensive Russlands im Osten der Ukraine abzuwehren. Mit dem neuen Paket soll das ukrainische Militär unter anderem Dutzende Haubitzen und 144 000 dazu passende Artilleriegeschosse bekommen. Die USA haben der Ukraine seit Beginn des Kriegs mit der neuen Zusage bereits Waffen im Wert von mehr als 3,3 Milliarden US-Dollar versprochen oder bereits geliefert.