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Die Wirbelsäulenübung in Streckung ohne Geräte als Heimprogramm in 4 Phasen
Wir empfehlen eine kurze Erwärmung vor dem Dehnprogramm vor der Ausführung der Selbstanwendungen im Heimprogramm. Benützen Sie ein Trampolin, Hometrainer, Ruderergometer etc. und belasten Sie sich vor dem Dehnprogramm für ca. 15 -20 Minuten bis Sie leicht ins Schwitzen kommen. Mit den Bewegungen mit kleiner Amplitude im Endbereich der Bewegung, dehnen Sie die Kapseln der entsprechenden Gelenke. Bei den Übungen wird immer die aktuell maximale mögliche Beweglichkeit angestrebt. Als Zeichen des Erreichen`s der maximalen Endbeweglichkeit (ROM) werden Sie einen intensiven, nozizeptiven dehnungsbedingten Schmerz verspüren. Dieser Schmerz ist positiv und notwendig um den körpereigenen Schmerz-Hemm-Mechanismus zu aktivieren und die Bewegungsamplitude zu vergrössern. Verinnerlichen Sie sich bitte, dass der durch die Übungen ausgelöste Schmerz gewollt ist und ihren Schmerzhemm-Mechanismus in Gang setzt, sodass ihre anfänglichen Schmerzen vom eigenen Körper runtergeschaltet werden.
Sie sollten diese Übung als Heimprogramm mit mehreren Wiederholungen an den Bewegungsumfang mit dem intensiven Dehnschmerz heranarbeiten. Der intensive Dehnschmerz ist zur Aktivierung der körpereigenen Schmerzhemmung notwendig. Führen Sie die maximal dehnschmerzbedingten aktiven Bewegungsausschläge mit einer sehr hohen Anstrengung durch. Mit dem gleichen Anstrengungsgrad führen Sie auch die isometrischen Kontraktionen in der Phase 3 durch.
Wir empfehlen diese Kapseldehnungs-Übungen zusammen mit unseren Therapeuten im Therapiecenter als Therapieeinheit zu erlernen. Diese Übungen werden auch während der Selbstanwendungen generell mit der Atemtechnik kombiniert. Atmen Sie langsam und tief mit einer Frequenz von ca. 6/Min. Das entspricht in etwa einer 6-sekündigen Inspirationsphase und einer 8-sekündigen Expirationsphase. Jede der 4 Ausführungsphasen wird über 6 Atemzyklen ausgeführt oder dauert ca. 60 Sekunden.
Medizinische Abklärungen:
Sie sollten Ihre Schmerzen bei Ihrem Hausarzt vorher abgeklärt haben damit Frakturen, Tumore etc. medizinisch ausgeschlossen sind. Diagnosen wie Arthrose, Spinalkanalstenosen, Prolapse, Bandscheibenvorfälle, unspezifische Schmerzursachen etc. sind mit unserer Therapiemethode sehr gut behandelbar.
Unsere Empfehlung: Behandlungen in Regulative Schmerztherapie in unserem Therapiecenter oder Therapeuten welche durch uns ausgebildet wurden
Wir empfehlen bei grossen Schmerzen am Bewegungsapparat unbedingt vor den Dehnübungen die manuelle Schmerztherapie (Periostmassage) durchführen zu lassen. Nach der Periostmassage führt der Therapeut die Faszienmassage durch oder kombiniert beide manuellen Techniken. Im Anschluss werden die Gelenkkapseln auf der Therapieliege gedehnt. Nach diesen Behandlungen werden Sie sich viel leichter in Ihrem Körper fühlen, deutlich weniger oder keine Schmerzen mehr haben und bereit sein, die Dehnübungen auf der Matte mit einem "guten Gefühl" durchzuführen.
Wir zeigen Ihnen zunächst die Dehnübung in Streckung mit therapeutischer Hilfe wie die Übung in unserem Therapiecenter durchgeführt wird. Sie führen diese Übung ohne die Zuhilfenahme des Therapeuten daheim auf einer Therapiematte durch. Diese Übungen können Sie auch in unserer Gruppengymnastik "Painlessmotion" im Therapiecenter Axel Daase erlernen.
Die passiven und aktiven Kapseldehnungen der Gelenkkette ohne Geräte werden jeweils in 4 Phasen auf der Therapieliege oder Therapiematte in Bauchlage, Rückenlage oder in Seitenlage durchgeführt. Jede Phase dauert 60 Sekunden oder 6 Atemzüge. Die Dehnungen erfolgen in den Hauptbewegungsrichtungen Extension, Flexion und Rotation.
Phase 1 Dehnung der Wirbelsäule – Extension (Abb.1)
Patient in Bauchlage auf der Therapieliege
Der Therapeut sitzt oder steht neben der Therapieliege.
- Der Patient wird aufgefordert ruhig und tief «in den Brustkorb und Bauch»
zu atmen.
- Die Hände des Patienten werden schulterbreit, eine Handlänge vor den Schultern positioniert.
- Der Patient wird aufgefordert unter Zuhilfenahme seiner Arme, den Oberkörper aktiv in die Wirbelsäulenstreckung aufzurichten.
- Der Kopf ist rekliniert und die Augen sind nach oben gerichtet.
- Der Therapeut setzt zur Unterstützung am Rücken taktile Reize, um die maximale Extensionshaltung der Wirbelsäule zu unterstützen.
- Die Einnahme der maximalen Extension wird vom Therapeuten unterstützt durch einen ventralen Druck auf das Sternum.
- Der Therapeut führt beginnend mit der Ausatmung eine dann in allen 4 Phasen eine immerwährende dosierte an- und abschwellend Vibration am Brustbein und Rücken aus.
- Gleichzeitig erfolgt jeweils in der Ausatemphase passiv eine maximale Extension in der Wirbelsäule, die durch eine Schmerzempfindung von VAS 7-8/10 begrenzt wird.
- Während der jeweils folgenden Einatmung soll der Dehnungsreiz konstant erhalten bleiben.
- Der Dehnungsreiz, die passive Extension, wird mit jeder folgenden Ausatmung, während der ca. 60 Sekunden oder 6 Atemzüge entweder beibehalten oder je nach Verträglichkeit weiter verstärkt.
Abb. 1: Das Bild zeigt die Wirbelsäulen-Dehnbehandlung in Extension der Phase 1 aus der Bauchlage auf der Therapieliege. Der Therapeut ist seitlich stehend und setzt mit seiner linken Hand taktile Reize am Rücken und mit der rechten Hand unterstützt der Therapeut die passive Dehnung in Extension. Aus dieser Ausgangslage erfolgen die vibrierende Reizsetzungen nach dorsal in die maximale Extension in der Wirbelsäule.
Phase 2 Dehnung der Wirbelsäule – Extension (Abb.2)
Patient weiter in Bauchlage
- Der Atemmodus wird beibehalten.
- Die Grifftechnik bleibt unverändert.
- Während der Aus- und Einatmung werden weiterhin die an- und abschwellenden Vibrationen ausgeführt.
- Die Wirbelsäule ist in der maximalen Extension positioniert.
- Der Patient wird aufgefordert, während der Einatmung mit einem Anstrengungsempfinden von Borg-RPE 16-17 aktiv Muskelaktivitäten gegen die passive Extension auszuführen. Zur Entwicklung einer möglichst maximalen aktiven (isometrischen) Spannung wird der Patient verbal stimuliert.
- Mit dem Ende der Einatmung stoppt die isometrische Kontraktion. Mit der Relaxation in der folgenden Ausatemphase und unter fortgeführten Vibrationsreizen erfolgt eine maximal Nachdehnung in die Extension.
Abb. 2.: Das Bild zeigt die Wirbelsäulen-Dehnbehandlung in Extension der Phase 2 aus der Bauchlage auf der Therapieliege. Während der Einatmung erfolgt aktive Muskelkraft gegen die passive Extension, indem die Patientin mit beiden Beinen auf die Therapieliege, sowie mit Ihrem Brustbein Gegenkraft gegen die Hand des Therapeuten erzeugt. In der Ausatmungsphase erfolgt die Nachdehnung mit manuell an- und abschwellenden Vibrationen.
Phase 3 Dehnung der Wirbelsäule – Extension (Abb.3)
Patient weiter in Bauchlage
- Der Atemmodus und Vibrationen werden beibehalten.
- Mit der linken Daumenkuppe werden während der gesamten Phase 3 Periostreize am Interventionspunkt des M. iliocostalis lumborum am Os ilium appliziert.
- Die Kontraktionen während der Einatmung gegen die Extension erfolgen wie in der Phase 2.
- Während der Ausatmung wird die passive Nachdehnung zusätzlich durch Kontraktionen in die Extension assistiert.
Abb. 3.: Während der Ausführungen der Phase 2 setzt der Therapeut mit seiner linken Daumenkuppe in der Phase 3 zusätzlich intensive Periostreize am Interventionspunkt des M. iliocostalis lumborum am Os ilium. Während der passiven Nachdehnung unterstützt die Patientin zusätzlich durch Kontraktionen in die Extension.
Phase 4 Dehnung der Wirbelsäule – Extension (Abb.4)
Patient weiter in Bauchlage auf der Therapiematte
- Die Bewegungsfolgen der Phasen 1 – 3 in die Extension werden aktiv in die maximale ROM-Position geführt und die Nachdehnung wird assistiv unterstützt.
- Zusätzlich zur aktiven und unterstützten maximalen Extension wird eine Flexion ausgeführt. In der Einatmung bewegt der Patient seinen Körper aktiv, assistiv unterstützt durch den Therapeuten, in die maximale Extension. In der Ausatmungsphase führt der Patient seinen Körper aktiv in die Flexionsposition (Päckchensitz). Der Therapeut unterstützt die Flexionsbewegung durch Setzung von taktilen Reizen in die Bewegungsrichtung. Insgesamt bewegt der Patient in den 6 Atemzyklen pro Minute 6x in die Extension und 6x in die Flexion.
Abb. 4: Das linke Bild zeigt die vom Therapeuten assistiv unterstützte aktive Bewegung der Patientin während der Einatmung in die Wirbelsäulen-Extension auf der Therapiematte. Das rechte Bild zeigt die aktive Bewegung der Patientin während Ihrer Ausatmung in die Wirbelsäulen-Flexion.