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Es ist das Schicksal der Söhne erfolgreicher Musiker, dass deren Namen ein Leben lang an ihnen haftet. Eddie Taylor Jr.s Vater gehörte noch zur Generation der Bluesmusiker, die vom Delta nach Chicago auswanderten. Dort hatte er Erfolg und wurde ein Teil der Chicagoer Bluesszene während deren Blütezeit in den Fünfzigern. Sein ältester Sohn und sein Stiefsohn waren Blues Schlagzeuger, seine Tochter Bluessängerin, aber der 1972 geborene Eddie Taylor Jr. hatte zunächst mit Blues nichts am Hut, sondern rappte und war als DJ unterwegs.
Erst nach dem Tod seines Vaters 1985 erlernte er das Gitarrenspiel, mühsam merkwürdigerweise und ohne Unterstützung seiner Familie. Er entwickelte seinen eigenen Stil, der in der Tradition des klassischen Chicago Blues fusst, ohne dessen Klischees zu repetieren. Er repräsentierte das junge Chicago. Er hat sieben Alben veröffentlicht, alles unter dem Label Wolf Records. Zusammen mit Billy Flynn, Kim Wilson, Barrelhouse Chuck, Hubert Sumlin spielte er den kompletten Soundtrack zu «Cadillac Records». Anfangs des Jahrtausends hatte er grosse, gesundheitliche Probleme, i deren Folge ihm sein Bruder eine Niere spendete, musste jedoch immer wieder zur Dialyse. Nun ist er, kurz vor seinem 47ten Geburtstag, am 8. März 2019 an Herzversagen gestorben.