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1849
Die schweizerische Post: Wie alles begann
Der neu geschaffene Bundesstaat vereinheitlicht – und verbessert – das Postwesen. Die eidgenössische Post löst die kantonalen Postverwaltungen ab. Von nun an ist sie zuständig für den Transport von Briefen, Paketen, Personen und Geldsendungen.
Inhaltsbereich
1848 wird der Bundesstaat geschaffen. Die Gründung der eidgenössischen Post ist eng damit verknüpft. Denn Post, Zollverwaltung und Telegrafenwesen werden vereinheitlicht. Die zentrale Postverwaltung löst die kantonalen Postverwaltungen ab, darunter beispielsweise die Berner Fischer-Post, die im 17. Jahrhundert ein grosses Postnetz aufgebaut hatte. 1840 teilten sich 17 Postorganisationen das Gebiet der Schweiz, was den Posttransport langsam und teuer machte.
1849 ist also das Gründungsjahr der eidgenössischen Post. Im Bundesgesetz über die Organisation der Postverwaltung wird die Post in elf Postkreise mit je eigener Direktion eingeteilt. Im Prinzip hat sie zwei Aufgaben: Sie transportiert verschlossene Sendungen aller Art bis 5 Kilogramm und befördert Personen per Postkutsche.
1850 wird eine schweizweit gültige Briefmarke als Zahlungsmittel für Briefe eingeführt. Die Gewinne der Post gehen weiterhin an die Kantone. Erst nach der Verfassungsrevision von 1874 fliesst der Ertrag in die Bundeskasse.
Die Post repräsentiert mit ihren Poststellen, Postkutschen und Postboten als anfänglich einzige Institution landesweit den neuen Staat – und stärkt das Vertrauen in die zentrale Verwaltung.
Wie sieht die Post um 1850 konkret aus?
- Nachrichten können lediglich via Fussboten oder Postkutschen ausgetauscht werden. Je nach Zielort müssen die Sendungen mehrmals von einem Postkutschenkurs auf den andern umgeladen werden.
- Der Personentransport ist der wichtigste Betriebszweig der Post.
- 1849 gibt es 1500 Poststellen; dieses Netz wird in der Folge beträchtlich ausgebaut. 1912 sind es über 4000 Poststellen.
- Die Post ist eine der grössten Arbeitgeberinnen der Schweiz. 1850 startet sie mit 2803 Mitarbeitern. Ein «Pöstler» ist ein Beamter des Bundes. Wer Postbeamter werden will, muss zunächst eine Bürgschaft leisten. Nicht alle haben das nötige Geld dazu. Deshalb gründet das Postpersonal 1883 eine Genossenschaft für die gegenseitige Bürgschaft.
- Die Post befördert 15 Millionen Sendungen. Das entspricht etwa sechs Briefpostsendungen pro Einwohner
- Postsendungen werden in weiten Teilen der Schweiz relativ schnell zugestellt. Möglich machen dies bis zu sechs Zustellungen pro Tag und die Sonntagszustellung, die erst 1924 wegfällt.
- Ein normaler Brief kostet 15 Rappen. 1900 beträgt der Preis – gemessen an der Kaufkraft – nur noch 20 Prozent desjenigen von 1850.
Quellen:
Karl Kronig: «Post», in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.01.2011. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014057/2011-01-20Target not accessible
Walter Knobel, Schweizerische Post (Hg.): Gelb bewegt. Die Schweizerische Post ab 1960, Bern 2011.