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Geheimratsecken & Co.
Haarausfall bei Männern: Ursachen & Formen
In den meisten Fällen steckt eine erbliche Veranlagung dahinter, wenn Männern die Haare vermehrt ausgehen. Typisch ist, dass sich dann Geheimratsecken und eine sogenannte „Scheitelglatze“ bilden – oft schon in jungen Jahren. Erfahren Sie hier mehr über die Ursachen und verschiedenen Formen des Haarausfalls.
Erblich bedingter Haarausfall bei Männern
Eine erbliche Veranlagung ist die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern. Sie führt dazu, dass die Haarfollikel überempfindlich auf männliche Geschlechtshormone (Androgene) reagieren und verfrüht ausfallen. Deshalb wird diese Form des Haarausfalls auch als androgenetische Alopezie bezeichnet, was so viel wie „Haarausfall durch männliche Geschlechtshormone“ bedeutet.
Im Gegensatz zum sogenannten diffusen Haarausfall, bei dem die Haare gleichmässig über den Kopf verteilt ausgehen, lichten sich die Haare beim erblich bedingten Haarausfall zunächst an ganz bestimmten Stellen, die sich bei Männern und Frauen unterscheiden.
Typisches Muster des genetisch bedingten Haarausfalls bei Männern:
- Haarausfall am Haaransatz über den Schläfen: Es bilden sich zunächst Geheimratsecken, die sich immer weiter nach hinten ausdehnen und zu einer Stirnglatze zusammenfliessen können.
- Haarausfall am Oberkopf: Es entsteht eine Tonsur, umgangssprachlich auch Scheitelglatze oder „Platte“ genannt.
Abb.: Typisches Muster des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern
Mit der Zeit breiten sich die kahlen Stellen aus und gehen ineinander über, bis nur noch ein Haarkranz am Hinterkopf übrig bleibt.
Die ersten Anzeichen treten häufig schon im Teenageralter auf, spätestens am Ende der Pubertät um das 20. Lebensjahr herum.
Haarausfall: Weitere Ursachen und Formen
Neben einer genetischen Veranlagung können auch viele weitere Einflüsse zu einem vermehrten Haarverlust führen. Dazu zählen neben einem Nährstoffmangel auch verschiedene Erkrankungen und Medikamente.
Diffuser Haarausfall
- Typisches Anzeichen: Die Haare fallen am ganzen Kopf gleichmässig aus.
- Mögliche Ursachen: Verschiedenste Auslöser kommen infrage, so z. B.:
- Nährstoffmangel (insbesondere Eisenmangel bei jungen Männern im Wachstum oder bei intensivem Sport).
- Fehlernährung (z. B. bei strengen Diäten).
- Bestimmte Erkrankungen wie z. B. Gürtelrose, Syphilis, Diabetes mellitus, Störungen der Schilddrüsenfunktion und hohe Blutfettwerte.
- Medikamente (z. B. Zytostatika, die zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden; Antidepressiva; Heparin).
- Stress und ein hoher Zigarettenkonsum können Haarausfall ebenfalls begünstigen oder verstärken.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
- Typische Anzeichen: Runde, kahle Stellen auf dem Kopf, die meist ganz plötzlich auftreten. Manchmal ist auch die Körperbehaarung (z. B. Augenbrauen, Schamhaare) betroffen. Bei Männern können die kahlen Stellen auch im Bart auftreten.
- Ursachen: Diese Form des Haarausfall wird durch eine Entzündung der Haarfollikel ausgelöst. Man geht davon aus, dass eine Autoimmunerkrankung zugrunde liegt, bei der eine Fehlreaktion des Immunsystems dazu führt, dass die Haare nach diesem auffälligen Muster ausgehen. Genetische Faktoren scheinen dabei eine Rolle zu spielen. Als Triggerfaktoren wirken zum Beispiel psychische Belastungen, Infektionen, Allergien oder Medikamente.
Haarausfall bei Männern: Tipps
Ursachen abklären
In den meisten Fällen ist eine familiäre Veranlagung daran schuld, wenn bei Männern im besten Alter bereits Geheimratsecken und Scheitelglatze zu Tage treten. Denn die häufigste Form des Haarausfalls ist erblich bedingt – bis zu 80 Prozent der Männer sind betroffen. Statt mit Tarnungsmanövern wie Basecaps, Mützen & Co. wertvolle Zeit zu verlieren, sollten Sie das Problem besser aktiv angehen.
Gut zu wissen: Auch mechanische Belastung, zum Beispiel durch das ständige Tragen einer Kopfbedeckung, kann Haarausfall begünstigen.
Haarwuchsmittel Minoxidil
Wenn der Haarausfall – wie so oft – auf eine Veranlagung zurückgeht, wird eine lokale Behandlung mit dem Wirkstoff Minoxidil empfohlen. Dabei handelt es sich um das derzeit einzige äusserlich angewendete Mittel, dessen Wirksamkeit bei erblich bedingtem Haarausfall anerkannt ist. Entsprechende Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und werden zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen. Auf diese Weise lässt sich der Haarwuchs fördern und der Haarverlust stoppen.
Die richtige Pflege fürs Haar
Wenn die Haare trocken sind, brechen sie leicht. Geeignete Spülungen und Kuren versorgen die Haare mit der nötigen Feuchtigkeit. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Friseur beraten – er kann Ihnen Produkte empfehlen, die speziell für Ihre Haarstruktur geeignet sind. Auch wichtig: Die Haare nicht in nassem Zustand bürsten, denn dann sind sie besonders empfindlich.
Falls Sie Ihre Haare föhnen, stellen Sie unbedingt die niedrigste Temperatur ein – denn zu heisses Föhnen strapaziert die Haare und trocknet sie zusätzlich aus.
Geschickt kaschieren
Mit einigen rein kosmetischen Tricks lassen sich lichte Stellen etwas kaschieren. Die richtige Frisur ist dabei nicht zu unterschätzen: Sie kann nämlich dafür sorgen, dass kleinere „Problemzonen“ nicht so sehr ins Auge stechen. Lassen Sie sich dazu am besten vom Profi beraten. Sogenanntes „Streuhaar“ kann ebenfalls beim Schummeln helfen. Die pulverartigen Produkte bestehen in der Regel aus Baumwolle oder Keratin und sind in verschiedenen Farbnuancen erhältlich. Sie werden auf die ausgedünnten Stellen geschüttet und sollen das noch vorhandene Resthaar voller wirken lassen. Damit das Ganze möglichst natürlich wirkt, ist es wichtig, die richtige „Haarfarbe“ zu wählen. Diese optische Täuschung ist allerdings nicht von Dauer und wird beim Haarewaschen weggespült.
Rauchen vermeiden
Die Veranlagung für Haarausfall ist erblich. Wer die Gene in sich trägt und zusätzlich raucht, verliert die Haare aber offenbar noch schneller. Ein Grund mehr, die Finger vom Glimmstängel zu lassen. Die genauen Zusammenhänge zwischen dem Tabakkonsum und Haarausfall sind noch nicht vollständig erforscht. Man geht jedoch davon aus, dass eine verminderte Durchblutung und toxische Wirkungen auf den Haarfollikel eine Rolle spielen.
Gut zu wissen: Auch Stress, Fehlernährung und starkes Übergewicht können Haarausfall begünstigen. Achten Sie daher auf eine insgesamt gesunde Lebensweise.
Wann zum Arzt?
Haarausfall kann mitunter auch auf ein gesundheitliches Problem hinweisen. So können zum Beispiel ein Nährstoffmangel, eine Störung der Schilddrüsenfunktion oder eine Fettstoffwechselstörung dazu führen, dass vermehrt Haare ausgehen. Im Zweifel sollten Sie frühzeitig einen Arzt zurate ziehen, um die möglichen Ursachen abklären zu lassen. Das gilt auch, wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Medikament, das Sie einnehmen, den Haarausfall auslösen könnte.
Haarausfall: Häufige Fragen
Wieviel Haarausfall ist normal?
Als grober Richtwert gilt, dass ein Verlust von bis zu 100 Haaren am Tag normal ist. Wie viele Haare täglich ausfallen, ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich und mitunter auch von der Jahreszeit abhängig. Ob tatsächlich ein verstärkter Haarverlust vorliegt, kann nur ein Dermatologe feststellen. Ausschlaggebend ist, ob die Bilanz zwischen ausfallenden und nachwachsenden Haaren zu einer Ausdünnung der Haarpracht führt, die über das für das Alter normale Mass hinausgeht.
Was löst Haarausfall aus?
Es gibt verschiedenste Auslöser die dazu führen können, dass die Haare vermehrt ausgehen. Besonders häufig ist der anlagebedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt. Bei Betroffenen reagieren die Haarfollikel überempfindlich auf männliche Geschlechtshormone (Androgene) und fallen an bestimmten Stellen aus. Darüber hinaus können zahlreiche weitere Einflüsse Haarausfall auslösen. Dazu zählen hormonelle Veränderungen bei Frauen nach der Geburt eines Kindes, ein Nährstoffmangel, verschiedene Erkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente.
Was ist die Ursache für Haarausfall bei Frauen?
Viele Frauen bemerken beim Ansetzen oder Absetzen der Anti-Baby-Pille, dass sie vermehrt Haare verlieren. In der Regel verschwindet das Problem von selbst, wenn der Körper sich auf die neue hormonelle Situation eingestellt hat. Auch nach der Geburt eines Kindes oder nach den Wechseljahren klagen viele Frauen über einen vermehrten Haarverlust. Weitere mögliche Ursachen sind neben einer entsprechenden Veranlagung (erblich bedingter Haarausfall, sog. androgenetische Alopezie) und bestimmten Erkrankungen zum Beispiel auch ein Nährstoffmangel oder ein zu strenger Zopf.
Wachsen die Haare wieder nach?
Das kommt auf die Ursache des Haarausfalls an. Viele frischgebackene Mütter bemerken nach der Geburt und in der Stillzeit, dass ihnen vermehrt die Haare ausgehen. Sobald sich die hormonelle Situation wieder eingependelt hat, normalisiert sich in der Regel auch das Haarwachstum wieder. Ist ein Nährstoffmangel der Auslöser, wachsen die Haare in der Regel ebenfalls nach, wenn der Mangel behoben ist. Ist jedoch – wie so häufig – eine erbliche Veranlagung die Ursache für den Haarausfall, wachsen die Haare nicht mehr (von allein) nach. Um den Haarausfall zu stoppen und den Haarwuchs anzuregen, ist dann eine geeignete Behandlung erforderlich.
Was hilft am besten gegen Haarausfall?
Das hängt von der jeweiligen Ursache ab. Ist der Haarausfall die Folge einer Grunderkrankung (z. B. Störung der Schilddrüsenfunktion) sollte diese zunächst behandelt werden. Liegt ein Nährstoffmangel zugrunde, muss dieser ausgeglichen werden. Die häufigste Form des Haarausfalls ist allerdings erblich bedingt – in diesem Fall werden medizinische Shampoos bzw. Haarwasser empfohlen. Eine Behandlung mit rezeptpflichtigen Tabletten gegen Haarausfall kann bei Männern erwogen werden. Allerdings müssen die mitunter schwerwiegenden Nebenwirkungen beachtet werden.
Welches Shampoo ist gut gegen Haarausfall?
Bislang sind keine Haarshampoos bekannt, die gut gegen Haarausfall sind. Ärzte empfehlen bei erblich bedingtem Haarausfall medizinische Lösungen mit dem Wirkstoff Minoxidil, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Es gibt spezielle Mittel für Männer und Frauen.
Welche Tabletten helfen am besten gegen Haarausfall?
Bei erblich bedingtem Haarausfall kann der Arzt auch Tabletten verordnen. Da allerdings schwere Nebenwirkungen wie Depressionen, Libidoverlust und Erektionsstörungen auftreten können, müssen Risiken und Nutzen gemeinsam mit dem Arzt genau abgewogen werden.
Hätten Sie's gewusst
Jeder Mensch hat normalerweise etwa 80 000 bis 120 000 Kopfhaare.
Im Schnitt wachsen die Haare etwa einen Zentimeter pro Monat.
Ob ausgefallene Haare wieder nachwachsen, hängt von der Ursache des Haarausfalls ab.
Die häufigste Form des Haarausfalls ist erblich bedingt. Der Fachbegriff lautet „androgenetische Alopezie“. Bis zu 80 % der Männer und 42 % der Frauen sind betroffen. Mehr erfahren
Bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall bilden sich Geheimratsecken und eine runde „Scheitelglatze“ am Oberkopf. Mehr erfahren
Bei Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall dünnen sich die Haare entlang des Mittelscheitels aus. Mehr erfahren
Mechanische Belastungen wie etwa das ständige Tragen eines strengen Pferdeschwanzes, eines Kopftuchs oder eines Basecaps können Haarausfall hervorrufen.
Manche Menschen klagen vor allem im Frühjahr oder Herbst über vermehrten Haarausfall (saisonaler Haarausfall). Dieses harmlose Phänomen ist mit dem „Fellwechsel“ bei Tieren vergleichbar und kein Grund zur Sorge, da sich der Haarverlust von selbst wieder reguliert.
Von einem diffusen Haarausfall sprechen Ärzte, wenn die Haare am ganzen Kopf gleichmässig ausgehen. Als Ursachen kommen zum Beispiel hormonelle Veränderungen, ein Nährstoffmangel oder Stress infrage.
Der kreisrunde Haarausfall geht auf eine Störung des Immunsystems zurück.