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Lässt sich der Würdebegriff sinnvoll auf nichtmenschliche Tiere anwenden?
Dissertationsprojekt von Bettina Huber
Befürworter und Gegner verschiedenster Positionen greifen in moralischen Debatten immer wieder auf den Begriff der Würde zurück. Da stellen sich zwei Fragen: Was wird unter «Würde» verstanden? Und welche Entitäten fallen unter den Würdebegriff?
In meinem Dissertationsprojekt setze ich mich in einem ersten Schritt mit dem Begriff der Würde auseinander und komme zum Schluss, dass wir Würde nicht als Wert, Status oder Fähigkeit, sondern vielmehr als Haltung verstehen sollten. Dabei orientiere ich mich an Eva Weber-Guskars Verständnis von Würde (Weber-Guskar 2016). Damit ein Subjekt über Würde als Haltung verfügen kann, müssen bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein: Einerseits muss ein Subjekt selbst bestimmte Fähigkeiten haben und andererseits darf das Subjekt nicht daran gehindert werden, diese Fähigkeiten auszuüben. Nach meinen Verständnis muss ein Subjekt Emotionen, Wünsche und Überzeugungen ausbilden sowie Handlungen ausführen können und es muss zu sich selbst in ein Verhältnis treten können. Indem ein Subjekt über diese Fähigkeiten verfügt und diese auch ausüben kann, ist es in der Lage, ein Selbstbild zu entwickeln. Würde als Haltung zu haben besteht nun darin, mit dem eigenen Selbstbild in Übereinstimmung zu leben.
In einem weiteren Schritt untersuche ich, ob dieses Verständnis von Würde auch auf nichtmenschliche Tiere anwendbar ist. Aufgrund dessen, dass bestimmte Individuen die oben aufgeführten Fähigkeiten besitzen, plädiere ich dafür, dass der Begriff der Würde als Haltung auch auf einige nichtmenschliche Tiere angewendet werden sollte. Am Beispiel im Zoo lebender Delfine zeige ich, inwiefern der hier entwickelte Würdebegriff einen Beitrag in moralischen Debatten leisten kann: Die Forderung nach einem Leben in Würde vermag Aspekte zu beleuchten, die mithilfe anderer moralischer Prinzipien nicht sichtbar gemacht werden können.