Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03651.jsonl.gz/2819

Aufgeflogen ist der illegale Handel nur durch einen Zufall. Ein deutscher Kunde brachte im Juni 2009 ein HIV-Medikament in die Apotheke zurück, weil einige Tabletten in der Packung fehlten. Darauf leitete der Hersteller Untersuchungen ein. Das Ergebnis: Verpackung und Beipackzettel waren gefälscht. Als echt erwiesen sich die Medikamente.
Dies geht aus einer im März rechtskräftig gewordenen Strafverfügung von Swissmedic hervor. Publik gemacht hatte den Fall die Zeitschrift “Beobachter”.
Der Handel lief stets nach gleichem Muster ab: Der Zürcher Ex-Banker besorgte sich über Mittelsmänner in Südafrika günstige HIV-Medikamente, um sie zu europäischen Preisen weiterzuverkaufen. Abnehmer war ein deutscher Pharmahändler auf der Insel Sylt.
Über eine Million Gewinn
Zunutze machte sich der 76-Jährige dabei das Uno-Programm “Accelerating Access Initiative” zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit Aids. Weil diese sich im südlichen Afrika ausbreitete, verpflichteten sich Ende der 1990er-Jahren mehrere westliche Pharmafirmen, die HIV-Medikamente verbilligt zu verkaufen. Das Geschäft war lukrativ: Gemäss Swissmedic strich der Geschäftsmann rund 900’000 Euro und 140’000 britische Pfund ein.
Unterdessen hat Swissmedic das Geld eingezogen. Wegen Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz wurde der Geschäftsmann zu einer bedingten Geldstrafe von 18’000 Franken und einer Busse von 8’500 Franken verurteilt. Zudem muss er sämtliche Verfahrenskosten tragen.
(SI)