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Alles nur geträumt
Regelmässig erreichen uns Geschichten, Texte und Zuschriften unserer Leserinnen und Leser. Diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Heute: ein Traum von Georg Segessenmann.
Ich träumte, dass ich vor dem riesigen Himmelstor stünde und dass mein ehemaliger oberster Chef im gleichen Moment wie ich ankäme und warten würde. Da öffnete Petrus das Tor, beäugte uns wohlgefällig und sagte: «Tretet ein. Ihr könnt gleich zum Anpassen er himmlischen Gewänder gehen.»
Ich aber nahm Petrus zur Seite und flüsterte: «Hör mal Petrus, der da, der war fast mein ganzes Leben lang mein Boss. Immer stand er über mir. Wäre es nicht ein Akt der himmlischen Gerechtigkeit, mich nun ein paar Ewigkeiten lang höher stehen zu lassen?» Petrus runzelte die Stirn und antwortete: «Gewiss kann ich das arrangieren. Sag hinten, sie sollen dir ein Paar Zoccholi geben mit einer dicken Holzsohle, deinem Boss aber nur ein paar Turnschuhe. Dann bist du ja schon höher als er!»
«Danke Petrus», sagte ich. «Da gäbe es aber noch ein anderes kleines Problem: Mein Chef hat unten ein paar Millionen zur Verfügung gehabt, ich aber war immer ein armer Schlucker.» Petrus runzelte seine Stirn noch krauser. Dann nahm er mich bei der Hand, führte mich zu einem Fenster, öffnete es und sagte: «Schau mal nach unten.»
Er drückte auf einen Knopf und die Erde näherte sich mit ungeheurer Geschwindigkeit. Dann drückte er auf einen weiteren Knopf und zoomte damit auf eine Villa. Nun sah ich durch die Mauern, dass sich dort ein paar Leute um irgendetwas stritten. «Warum streiten sich die Leute denn?», fragte ich. «Die streiten sich um die Millionen deines Chefs, die du soeben erwähntest.»
«Oh, das kann bei mir nun wirklich nicht passieren!», lachte ich und klatschte in die Hände. «Könntest du auch auf mein Haus zoomen?», bettelte ich. Petrus lächelte und drückte wieder auf einen Knopf. Nun sah ich zu meinem Erstaunen, dass sich in meinem Hause meine Leute auch stritten. «Warum streiten sich denn meine Leute?“» fragte ich entsetzt. «Ich habe doch nichts hinterlassen, um das man sich streiten könnte!» Petrus grinste. Dann sagte er mit einem gemeinen Augenzwinkern: «Die streiten sich nur darum, wer deine Restbücher – du weisst ja, deine Romane, hihihi! – entsorgen muss!»
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