Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03096.jsonl.gz/1221

Lorem ipsum
Tartuffe 2012vv
Stückbeschrieb
Orgon, ein etwas naiver, vermögender Zeitgenosse, ist so begeistert von Tartuffe, dass er ihm Gastrecht in seinem Haus gewährt. Weder seine Ehefrau Elmire, noch sein Schwager oder das vorlaute Dienstmädchen können Orgon zur Vernunft bringen. Er verspricht Tartuffe sogar seine bereits verlobte Tochter zur Frau. Orgons Sohn wird unfreiwillig Zeuge, wie Tartuffe seiner Mutter nachstellt. Beinahe fliegt Tartuffe dabei auf, aber mit seiner unter-würfig-heuchlerischen Art kann er seinen Hals gerade noch aus der Schlinge ziehen. Orgon enterbt seinen vermeintlich verleumderischen Sohn und vermacht Tartuffe Haus und Vermögen. Das ist zuviel für Elmire. Um ihrem verblendeten Mann endlich die Augen zu öffnen, inszeniert sie ein amouröses Treffen mit Tartuffe, der nicht lange Federlesens macht ... In seiner 1664 geschriebenen Komödie geißelt Molière satirisch die Zustände am Hof Ludwigs XIV. Heuchler aller Couleur umschmeicheln den Thron und suchen Zugang zur Macht. Tartuffe wurde zur symbolischen Gestalt jener höfischen Spezies - aber dank der Kunst des Komödienschreibers Molière auch zum Archetypus des bigotten Menschen, der uns zu allen Zeiten begegnet. Es ist jedoch nicht allein die Natur des Heuchlers, die Molière brandmarkt. Die Komödie fragt vor allem nach der Gesellschaft, die die Tartuffes gedeihen lässt. Was ist das für eine Zeit, die falsche Götzen hervorbringt?