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Fundraising-Geschichte(n)
Schweizer Bevölkerung spendet dem Land sein erstes Militär-Flugzeug
Heute verfügt die Schweizer bekanntlich über die beste Armee der Welt oder sie ist jedenfalls gemäss Verteidigungsminister auf dem Weg zu diesem Spitzenplatz. Nicht immer aber war die Führung unseres zuständigen Ministeriums so kompetent wie in diesen Tagen. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs z.B. kannte unser Land so etwas wie eine Luftwaffe noch nicht.
Eine Fundraising-Kampagne musste den Anstoss bringen. Die Schweizerische Offiziersgesellschaft kam zur Erkenntnis, dass „das Flugzeug zu einer unterbehrlichen Waffe geworden“ war und ein Heer ohne solche sich „in ausgesprochenem Nachteil“ befinde. Sie lancierte deshalb am 1. Januar 1913 mit dieser Begründung die „Nationalsammlung für die Militäraviatik“ und richtete einen „Appell an die Opferwilligkeit des Schweizervolkes“.
Mit Flugtagen, Kollekten und Sonderverkäufen kamen über 1,7 Millionen Franken auf einem Konto der Nationalbank zusammen; das wären heute etwa 53 Millionen Franken. Das reichte bis 1916 für den Kauf von 17 Flugzeugen und 14 Reservemotoren.
Das Thema ist nach der Ablehnung eines Kredits für Kampfflugzeuge wieder aktuell; heute wäre z.B. eine Crowdfunding-Kampagne für ein neues Objekt durchaus denkbar. Allerdings wäre mit einem vergleichbaren Sammelergebnis wie 2013-16 heute nicht einmal ein halbes Kampfflugzeug zu erwerben. Die Preise für Militärsysteme sind gestiegen. Hier trifft die Regel, dass ständig immer mehr Rechnerleistung (was ist ein Flugzeug anderes als ein fliegender Rechner) für weniger Geld zu haben ist, nicht zu. (NZZ, 10.9.13: „Eine milde Gabe für die Luftwaffe“). Fotos und Video: http://www.bar.admin.ch/dokumentation/00445/01624/01791/index.html?lang=de
Andreas Cueni, Januar 2015