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Kevin Schwinski erhält die Auszeichnung für seine bahnbrechende Arbeiten zur Verbindung zwischen Galaxien und schwarzen Löchern und für den innovativen Einsatz von "Citizen Science" in der Astrophysik.
Schawinski ist seit 2012 Assistenzprofessor am Departement Physik der ETH. Zuvor forschte er an der Universität Oxford (2004–2008) und an der Yale University (2008–2012).
Er hat wichtige Beiträge geleistet zum beobachtungsbasierten Verständnis wie eine Galaxie beeinflusst wird, wenn durch das Wachstum supermassiver schwarzer Löcher im ihrem Zentrum Energie freigesetzt wird. Auch nutzte er die Sternentwicklung, um phänomenologische Modelle der Galaxienentwicklung aufzustellen. Indem er Sterne als "kosmische Uhren" einsetze, konnte er jene Phasen in der Galaxienentwicklung einschränken, während welchen die zentralen schwarzen Löcher als Quasare aktiv werden. Er zeigte, dass während vielen Scheibengalaxien — wie unsere Milchstrasse — ihre Sternbildungsaktivität sehr langsam über Milliarden von Jahren beenden, einige Galaxien die Sternbildung sehr schnell heruntergefahren haben, nämlich dann, wenn ihre Morphologie durch eine Verschmelzung von Galaxien eine elliptischen Form erhalten hat. Die plausibelste Ursache für dieses plötzliche Ende der Sternentstehung ist, dass eine sehr kurze aktive Phase des schwarzen Lochs jenen Gasspeicher zerstört, der als Brennstoff für die Sternentstehung verwendet wird.
Schawinski setzt sich auch stark in der "Citizen Science" ("Bürgerwissenschaft") ein, in Rahmen welcher eine grosse Zahl von Interessierten aus der Öffentlichkeit rekrutieren wird, um sich in der Wissenschaft zu engagieren. Als Mitbegründer des Projekts "Galaxy Zoo" hat er mehrere hunderttausend Bürgerwissenschaftler eingebunden, um beinahe eine Million Galaxien aus dem Sloan Digital Sky Survey zu klassifizieren. Die Entdeckung des berühmten "Hannys Objekts" durch eine niederländische Lehrerin, die am Galaxy Zoo teilnahm, brachte ein nun prototypisches System für Ionisationsechos von Quasaren zum Vorschein. Mittels dieser kann der vergangene energetische Output von zentralen schwarzen Löchern verfolgt werden. Schawinski zeigte, dass solche Echos die Dauer einer typischen Quasar-Phase auf nur ein paar 100'000 Jahre begrenzt.
Seine aktuelle Forschung beschäftigt sich mit der Frage, wie Astrophysiker mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die gewaltigen Datenmengen von Teleskopen analysieren können. Dabei werden die Bürgerwissenschaftler im Rahmen des Projekts space.ml zu Trainern der Maschinen werden, um vereinten Kräften die Forschung voranzutreiben.