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Bryan Loren veröffentlichte 1984 sein Debut-Album. Zu komponieren begann er aber bereis mit 12 Jahren, und unterschrieb 17-jährig seinen ersten Musikvertrag. Auf den meisten seiner Produktionen spielt Bryan Loren sämtliche Instrumente selbst. Er arbeitete für Künstler wie Vesta Williams, Barry White, Regina Belle, Phyllis Hyman oder Stephanie Mills. In den Jahren 1997 und 1998 beauftragte ihn Michael Jackson, für sein Label MJJ Productions einige Tracks fertig zu stellen: Bryan Loren schrieb und produzierte für Michaels ältere Schwester Rebbie Jackson.
Für Michael Jackson arbeitete Bryan Loren zuvor um das Jahr 1990. Loren und Jacksonkomponierten über 20 Songs für Dangerous, von denen aber keiner aufs Album kam. Einer davon, Superfly Sister, wurde 1997 auf Blood On The Dancefloor veröffentlicht.
Anfangs der 90er Jahre stellte Michael Jackson den Magiern Siegried und Roy - als Dankeschön für deren Mitarbeit an seinen Konzertshows - den Song Mind Is The Magic für ihre Show zur Verfügung . Das mit Bryan Loren komponierte Lied war später auf dem nur in Deutschland erhältlichen Siegried und Roy Album Dreams + Illusions zu finden.
Im Jahr 1992 veröffentlichte Bryan Loren den Song To Satisfy You mit Michael Jackson im Background auf seinem solo-Album Music From The New World. Aufgrund Label-Problemen erschien das Album allerdings nur in Japan.
Michael Jackson sang ebenfalls die Background Vocals auf Do The Bartman. Bryan Loren und Michael Jackson komponierten Do the Bartman für die Simpsons-Serie (Album: Simpson`s Sings The Blues). Michael Jackson wurde allerdings in den Credits des Songs nicht erwähnt, da er von seinem Label aus nicht an der Serie mitarbeiten durfte. Erst 1998 bestätigte der Simpsons Macher Matt Groening Michael`s Mitarbeit an diesem Track.
Michael Jackson schrieb für die Simpsons Serie auch den Song Happy Birthday Lisa, der in der Simpsons-Folge “Stark Raving Dad” verwendet wurde. In der Serie sprach Michael Jackson, unter dem Pseudonym “John Jay Smith”, die Stimme eines Geisteskranken, der sich für Michael Jackson hält. Den Song Happy Birthday Lisa sang ein Imitator. Sony untersagte Jackson, für die Serie zu arbeiten. So wurde als Komponist des Stückes auch das Pseudonym “W. A. Mozart” angegeben (Album: Songs In The Key Of Springfield). Sony Music hatte 1991 CBS Records aufgekauft, bei dessen Label Epic Michael Jackson unter Vertrag stand. Im Internet kursiert nun aber auch die Version mit Michael Jackson`s Stimme. Das Copyright des vom Imitator gesungenen Songs gehört Mijac Music, dem Songverlag im Besitz von Michael Jackson. (er enthält die meisten seiner Songs)
Im Jahr 2007 tauchte eine der unveröffentlichten Dangerous Kollaborationen von Loren und Jackson im Internet auf: Work That Body. Ein weitere Kollaboration sei Men In Black
Das Black + White Magazin interviewte Bryan Loren Ende der 90er Jahre über die Zusammenarbeit mit Michael Jackson. Wie haben Sie Michaels Bekanntschaft gemacht? Loren: Michael hat das erste Album von Shanice angehört und fand einige Passagen darauf interessant. (Bryan Loren produzierte das Album). Er hat darauf John Barnes, einen anderen Musiker, mit dem er damals arbeitete, darum gebeten, mit mir in Kontakt zu treten. Michael hat mich dann angerufen... Ich war sehr überrascht, seine Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören, ich hatte nicht damit gerechnet. Aber alles hat zusammengepasst: wir haben uns kurze Zeit später getroffen. Unser erstes Gespräch drehte sich um unsere Musikgeschmäcker. Wir haben darüber gesprochen, was wir mögen, was angesagt war, wo unsere Berührungspunkte liegen... Wir haben nicht sofort über die Möglichkeit gesprochen, Songs zu produzieren. Wann hat ihre Zusammenarbeit angefangen? 1989, er hatte gerade angefangen, an “Dangerous” zu arbeiten. Kurz nach unserem ersten Treffen haben wir eine Kollaboration ins Auge gefasst. Danach ist alles sehr schnell gegangen. An wie vielen Stücken haben Sie und Michael zusammen gearbeitet? Wir haben ca. 20 bis 25 Titel zusammen aufgenommen. Auch wenn keines der Stücke auf dem Album erschien, wäre es sicherlich nicht gelogen zu behaupten, dass mein Einfluss auf “Dangerous” Spuren hinterlassen hat. Sämtliche Songs der Platte spiegeln unsere Zusammenarbeit wieder. Werden diese Songs eines Tages zur Veröffentlichung kommen? Davon wäre ich natürlich begeistert. Einer der Titel, “Superfly Sister”, ist auf “Blood On The Dancefloor - History In The Mix” veröffentlicht worden. Ursprünglich war dieser Titel für “Dangerous” vorgesehen. Könnten die Songs, die sie mit Michael zusammen komponiert haben, eines Tages von anderen Künstlern interpretiert werden? Schwer zu sagen. Interessanterweise unterscheiden sich diese Songs von dem, was Michael üblicherweise macht. Ich glaube, dass er sie deshalb nicht veröffentlicht hat. Er war sich nicht ganz sicher, wie das Publikum darauf reagieren würde. Es gab grundsätzliche Unterschiede. Die Titel sind pure “Michael Jackson”-Produkte und sehr funky, vielleicht sogar zu funky für die damalige Zeit. Michaels Stil ist einzigartig, so, dass alle von ihm selbst komponierten Titel nur dann Erfolg haben, wenn sie auch von ihm selbst interpretiert werden. Ist die heutige Version von Superfly Sister mit der damaligen identisch? Damals haben wir den Song nicht bis ins letzte Detail fertiggestellt, er musste noch gemixt und arrangiert werden. Für das Album “Blood On The Dancefloor” habe ich nur hinzugefügt, was 1989/90 fehlte: Klavierpassagen und ein Gitarrensolo. Sogar der Platz fürs Gitarrensolo war damals bereits eingeplant. Damals fehlte es uns nur an der nötigen Zeit. Haben Sie den Sound verändert bzw. aufgefrischt? Nein, gar nicht! Die endgültige Plattenversion ist mit der von damals identisch. Wir haben nur ein Gitarrensolo und ein oder zwei Klavierpassagen hinzugefügt. Michael hat einige kurze Passagen neu gesungen und mehrere Ad Libs vorgenommen (Improvisationen am Ende des Songs), aber nichts wirklich Wichtiges. Warum hat Michael Ihrer Ansicht nach diesen Song für das Album ausgewählt? Ehrlich gesagt glaube ich, dass er diesen Titel aus Zeitgründen ausgewählt hat. Wir hatten sehr wenig Zeit, um die Songs für das Album fertigzustellen. Wir hatten noch andere Titel, wir hätten allerdings Zeit gebraucht, um sie fertigzustellen. Das war allerdings nicht möglich. Michael arbeitete gleichzeitig an anderen Songs für das Album. Da “Superfly Sister” der Song war, der den geringsten Zeitaufwand benötigte, musste ich nur noch einige Arrangements hinzufügen und den Song mixen. Was denken Sie von “Superfly Sister” im Vergleich zu den anderen Songs, die sie mit Michael usammen aufgenommen haben? Superfly Sister ist immer einer meiner Lieblingssongs gewesen. Ursprünglich wollte er ein anderes Stück auf seine Platte aufnehmen. Das in Frage kommende Stück war allerdings noch nicht einmal aufgenommen, es handelte sich einfach nur um eine Idee, die wir im Kopf hatten. Bei dem Song handelte es sich um “Seven Digits”. Ich habe sogar angefangen, an dem Song zu arbeiten. Als Michael mich anrief, hatte ich mit der Instrumentation des Songs begonnen. Schliesslich haben wir den Titel dann aber doch aufgegeben, weil Michael nicht die Zeit hatte, die Gesangspassagen dafür aufzunehmen. Er hat gleichzeitig an anderen Songs gearbeitet. Wohre kommt der Titel “Superfly Sister” Ich habe ihn gefunden. In der Umgangssprache bedeutet “fly” soviel wie toll, und wenn ein Mädel “super fly” ist, dann ist sie wirklich supertoll! Sie haben “Superfly Sister” mit Michael koproduziert. Wer hat was gemacht? Anfangs habe ich Michael ein Band mit der Basisidee des Songs gegeben. Von dem Band ausgehend haben wir die Melodie zusammen komponiert. Den Text hingegen hat Michael allein komponiert. Der Text von Superfly Sister ist ziemlich gewagt. Wie erklären Sie sich das? Ehrlich gesagt, weiss ich das nicht genau! Ich weiss nicht, wo Michael seine Ideen schöpft. Ich habe ihm ein Band mit dem Song gegeben, er hat es einige Tage oder Wochen lang behalten und als wir uns wiedergesehen haben, hatte er bereits den Text für den Song geschrieben. Wir haben den Text unverändert übernommen. Wie ist Superfly Sister in den USA angekommen? Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass das amerikanische Publikum diesen Song wirklich gehört hat! (Lachen) Wir haben von einem Titel “Satisfy You” gehört, den sie mit Michael aufgenommen haben. Letztendlich ist der Song dann aber doch von einem anderen Sänger interpretiert worden. Von wem? Ich habe “Satisfy You” tatsächlich für Michael geschrieben, aber Michael mochte den Song nicht. Er hat trotzdem die Backgroundvocals für den Song aufgenommen. In der Folge habe ich beschlossen, diesen Song für mein eigenes Album zu verwenden, das 1992 bei Arista erscheinen sollte. Ich wollte selbst auf dem Song singen und Michael in den Backgroundvocals. Das Album ist aus verschiedenen Gründen jedoch nie auf den Markt gekommen. Schliesslich habe ich Satisfy You Damion Hill angeboten. Wir haben folglich den Titel für sein Album produziert und Michaels Stimme aus den Backgroundvocals herausgenommen. Auf der endgültigen Version des Titels sing Chanté Moore die Backgroundvocals. Sie haben ebenfalls an der Musik der “Simpsons” mitgearbeitet und den Song Do The Bartman komponiert und produziert. Matt Groening, Erfinder der Zeichentrickserie, hat kürzlich Gerüchte bestätigt, denen zufolge Michael Jackson auf dem Titel gesungen hätte... Das stimmt. Michael und ich haben die Backgroundvocals des Songs gesungen. Wir haben sie zusammen aufgenommen. Ich erinnere mich daran, wie wir uns beide zusammen im Studio in zwei unterschiedlichen Aufnahmekabinen befunden haben. Trotz gegenteiliger Gerüchte versichere ich ihnen, dass unsere Stimmen nicht durch irgendwelche Tricks verfälscht wurden, es handelt sich um unsere wirklichen Stimmen. Als der Song erschien, kursierten Gerüchte, denen zufolge Michael auf dem Stück sang. Ich erinnere mich an eine amüsante Geschichte: alle glaubten, dass Michael die Refrainvariante “move your body if you got the notion...” gesungen hätte. Allerdings ist das die einzige Passage des Songs, die Michael nicht singt! Das liegt daran, dass ich diese Passage allein aufgenommen habe, es handelt sich also um meine Stimme: Komisch, nicht wahr?! Kürzlich haben sie drei Songs für Rebbie Jacksons letztes Album bearbeitet... Ich habe tatsächlich fünf Stücke mit ihr aufgenommen, zwei sind letztendlich auf dem Album erschienen. Ich habe diese beiden Titel komponiert, aber auch noch einen anderen produziert, den ich jedoch nicht geschrieben habe. Michael hat mir dieses Projekt vorgeschlagen. Er hat mich angerufen und mir gesagt, dass er mit seiner Schwester einen Vertrag bei MJJ Music unterschrieben habe; er wollte, dass ich die Songs ihres neuen Albums bearbeite. Ich habe daraufhin Rebbie Jackson getroffen und mit ihr über die musikalische Richtung ihres Albums gesprochen. Schliesslich habe ich einige Titel für das Album komponiert, sie gefielen ihr, und wir haben sie aufgenommen. Haben sie gemeinsame Projekte mit Michael? Ich würde gerne an seinem neuen Album mitwirken! Sollte er genauso denken, würde mich das freuen. Allerdings haben wir dieses Thema bisher noch nicht angeschnitten...
Interview: Black + White - Los Angeles - 22. April 1998