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Warum lassen sich Zähne/Blinddärme/Gallen sowas immer kurz vor'm Urlaub einfallen?!
Der denkbar ungünstigste Zustand - weder tot noch lebendig. Er ist schon im Hospiz, sagte Tossi. Ich fragte, ob er Sterbehilfe leiste. Er antwortete:
"Manche sagen so, manche sagen so" ^^
Jetzt kann ich nur hoffen, dass das Zähnchen sich beruhigt und eine Woche Pause macht, bevor es Anfang Februar in die zweite Runde geht im Kampf um (oder mit?) den Zahn. Denn blaues Gesicht und dicke Backe nach einer Wurzelspitzenresektion hatte ich eigentlich nicht unter den Vorsätzen für's neue Jahr...
Bei Tossi trafen wir meine Cousine Claudi, deren Tochter Emily nur ein paar Monate älter ist als Nona. Es gefiel dem Fräulein Müller gar nicht, dass Emily nicht dabei war und so konnte sie sich nur mit iPhone-Fotos vertrösten. Unter den Fotos war auch ein Ultraschallbild. Ich erklärte Fiona später, dass Emily einen Bruder bekommt und dass in Claudis Bauch ein Baby drin ist. Nona zeigte auf ihren eigenen Bauch, strahlte und verkündete stolz: "Bei mir sind Mäuschen drin!!" Als wenn man sich aussuchen könnte, mit was man schwanger werden will. Ich nehm' einen Hund! Ich will lieber 'ne Katze. Aaach, langweilig, bei mir sollen Schildkröten rein ^^
Letzte Nacht fing Nona aus bisher unbekannten Gründen an zu quengeln. Ich wankte schlaftrunken in's Kinderzimmer, fand sie sitzend im Bett und fragte, was passiert ist. Sie legte sich sofort wieder hin, zog sich die Decke bis an's Kinn und sagte leise: "Mama soll Fiona gucken". Ich versprach ihr, dass ich "Fiona gucken" würde und blieb neben ihrem Bett sitzen. Sekunden später öffnete sie die Augen und sagte vorwurfsvoll: "...und streicheln!" Weitere Sekunden später war sie wieder eingeschlafen und ich konnte zurück in mein warmes Bett. Das unangenehmste Aufwachen ist ja nicht das mitten in der Nacht, nein. Nicht um 2, nicht um 3, nicht um 4. Ist alles kein Problem, die Nacht ist ja noch lang. Aber wenn der Wecker auf 6:50 Uhr gestellt ist, und Fiona um 6:32 Uhr eine Flasche trinken will, fühle ich mich wie gerädert. Zum nochmal Einschlafen zu spät, zum gleich Aufstehen zu früh. Argh!
Als ich sie dann morgens geweckt habe, guckte sie mich mit großen Augen an und sagte streng: "Mama! Geh zum Bäcker." Was habe ich gelacht. Bei uns wird nie zum Bäcker gegangen, höchstens mal am Wochenende und dann auch nicht Mama, sondern Papa.
Gestern ist endlich unser Tröstifant angekommen! Der ist so toll und riesengroß!
Eignet sich ideal als Nackenkissen (siehe Foto rechts) oder auch als normales Kissen und wurde diese Nacht auch direkt "beschlafen". Nach dem Aufstehen fragte ich, ob sie auf dem Trösti geschlafen hat, da antwortete Nona: "Ja, ich hab' den schon getröstet!" So süß!
Bestellt habe ich ihn bei Melanie, die neben den Tröstifanten noch viele andere schöne Dinge in ihrem Shop hat. Die Monsterpullover haben es mir ja angetan. Was für eine coole Idee! Schaut mal rein, sie freut sich bestimmt.
Heute Nachmittag waren wir nochmal im "Friedrichpalast", wie Nona ihn nennt, um erneut die Geschichte von der Schneekönigin zu hören und zu sehen. Nona hat es sich sehr gewünscht und da das junge Ensemble mit der aktuellen Kinderrevue nur noch bis Ende Januar zu sehen ist, sind wir kurzerhand noch mal hingegangen. Schon nach ihrem ersten Theaterbesuch war sie hin und weg, sagte beim Rausgehen: "Ich möchte noch mal in's Theater!" und freute sich jetzt umso mehr. Sie überrascht mich immer wieder, wenn sie zwar nicht die komplette Geschichte, aber einzelne Szenen genau beschreiben kann und weiß, was da passiert ist: "Dann sind die alle weiß geworden, von der Sneekönigin! Natürlich!"
Gestern Abend ist mir noch ein Buch eingefallen, was den Rahmen des Blogparaden-Posts aber dann wirklich gesprengt hätte. Dazu heute noch kurz:
im Geburtsvorbereitungskurs bestand die erste Aufgabe nach der Vorstellungsrunde darin, Stichwort-Kärtchen aus Körben an eine Tafel zu hängen. Es sollten nicht alle Karten hängen, sondern in erster Linie die mit den Begriffen, die uns werdende Mamas zu dem Zeitpunkt interessierten. Es standen Wörter drauf wie "PDA" (das hing als erstes!), "Hausgeburt" (das hätte ich wieder in den Korb gelegt...aber gut), "Atemtechniken", "Stillen" und anderer Hebammenkram. "Unser" Exemplar war eine ziemliche Öko-Amme, die - wie sich später rausstellte - der große Theoretiker ist, denn sie selbst hat keine Kinder. Um den Wehenschmerz zu simulieren, mussten wir Dickbäuche uns lang auf die Seite legen und einen Tennisball unter den Oberschenkel zwischen Hüfte und Knie platzieren. Der vorher auf den Arm abgestützte Körper wurde dann langsam "auf den Ball" runter gelassen. Während selbiger sich unermüdlich in die krampfadergeplagten Schenkelchen bohrte, durften wir den Schmerz veratmen. Direkt danach hatten auch die mitgebrachten Männer mal kurzzeitig "Tennis-Wehen". Die Frauen stöhnten schon nach kurzer Zeit und entfernten den Ball (ja, wenn es unter der Geburt so einfach wäre!), wohingegen die Männer Zähne und Arschbacken zusammen kniffen und auch ohne Atmen eine Superfigur machten. Konnte sich ja nun schließlich keiner die Blöße geben, dass der Mist tatsächlich weh tut, wenn 8 weibliche und 8 intrauterine Augenpaare auf sie gerichtet waren ^^ Das Namentanzen, was ich nur aus Witzen über Waldorfschulen kenne, war auch eine eher fragwürdige Technik zur Vorbereitung auf die Geburt. Passanten, die beim Vorbeigehen nur flüchtig durch's Fenster geguckt haben, müssen gedacht haben, da tanzen die Weight Watchers einen Anmach-Samba (Tanz mal einen i-Punkt!). Aber zurück zu den Begriff-Kärtchen vom Anfang. Auf einer Karte stand "Frederick". Keiner konnte sich was darunter vorstellen und so blieb die Karte im Körbchen, bis die Hebamme sie zu unseren Interessenkarten pinnte und erzählte, was es damit auf sich hat.
Die Geschichte von Frederick (Leo Lionni) ist die Geschichte einer kleinen Maus, die nicht wie die anderen Feldmäuse Essensvorräte für den bevorstehenden Winter sammelt, sondern sich auf den ersten Blick nur faul die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Später im Winter, als alle Vorräte aufgebraucht und die Mäuse frierend am Ende ihrer Kräfte sind, packt Frederick seine gesammelten Vorräte aus und wärmt damit sich und die Herzen seiner Mäusefreunde: mit Sonnenstrahlen, Farben, Wörtern, Gedichten und Träumen, die er im Sommer "eingefangen" hat.
Diese Geschichte sollte uns helfen, in den Wehenpausen neue Kraft zu schöpfen und alles Schmerzhafte auszuhalten mit der Hoffnung auf die nächste Pause zum Erholen. Denkste! Ich hatte keine Pausen, das ging zack zack und dann war sie da.
Egal, berührt hat mich die Geschichte trotzdem und ich habe etwas für mich mitgenommen von Frederick.
Ich versuche auch jetzt im Alltag, besondere Momente, Gefühle, Bilder oder Ereignisse zu "konservieren" und auf der Kopf-Speicherplatte abzulegen, um sie bei Gelegenheit abzurufen. Das klappt immer öfter ziemlich gut, ist alles eine Frage der Übung :)
Weshalb ich das schreibe? Weil ich mich genau an den 3.Januar des letzten Jahres erinnere, den letzten Tag unseres Über-Silvester-Urlaubs in Ägypten, an dem Stephan und ich auf vierrädrigen Quads in der Weite der Wüste dem Meer und der Sonne am Horizont entgegen fuhren. Dieses Gefühl - frei, glücklich, entspannt, warm und zufrieden - wollte ich behalten und das ist mir gelungen! Ein grauer, nasser, trauriger Wintertag kann mir gar nichts, denn ich bin nicht in meinem Auto an der Ampel und warte auf Grün, sondern fahre mit Arabertuch um den Kopf und Sand in den Augen im T-Shirt durch die Wüste. So! Probiert es aus, das klappt!