Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/3516

Blättern
Radioaktivitätsmessungen von Lebensmitteln
Das Kantonale Labor Basel-Stadt untersuchte im vergangenen Jahr verschiedene Lebensmittelproben auf Radioaktivität. Bei insgesamt 118 getesteten Proben wurden keine Höchstwertüberschreitungen festgestellt.
Auch mehr als 30 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl kann immer noch radioaktives Cäsium und Strontium in gewissen Lebensmitteln nachgewiesen werden. In diesem Zusammenhang hat das Kantonale Laboratorium mehr als 100 Lebensmittel hauptsächlich aus Osteuropa kontrolliert.
In Zusammenarbeit mit den Zollbehörden wurden 17 Beerenproben und eine Zerealienmischung mit Wildbeeren aus Osteuropa und der Türkei an den Zollstellen erhoben. In acht der untersuchten Proben wurden Spuren von Radiocäsium nachgewiesen. Drei Beerenproben enthielten geringe Mengen an Radiostrontium. Radioaktives Ruthenium konnte in keiner der 18 untersuchten Proben nachgewiesen werden. Sämtliche untersuchten Proben erfüllen den Grenzwert für Radiocäsium. Das Spaltprodukt radioaktives Ruthenium, welches im September 2017 westlich des Urals freigesetzt worden war, konnte in keiner der untersuchten Proben nachgewiesen werden.
In einer gemeinsamen Kampagne der Kantone Basel-Stadt und Jura wurden 39 Proben Honige und Konfitüren untersucht. Erfahrungsgemäss ist Waldhonig stärker belastet als Blütenhonig. Ebenso enthalten Waldbeeren mehr Cäsium als andere Beeren. Dies kann auf die leicht sauren Waldböden zurückgeführt werden. In einem solchen Milieu ist Cäsium mobiler und wird somit für die Pflanzen besser verfügbar. In 19 der 39 Proben konnte Radiocäsium nachgewiesen werden; der Höchstwert wurde jedoch stets eingehalten. Erwartungsgemäss sind Produkte, die Wildbeeren enthalten, etwas höher belastet. Acht Konfitüren mit Wildbeeren und eine Honigprobe enthielten ebenfalls Radiostrontium.
In einer weiteren gemeinsamen Kampagne der Kantone Basel-Stadt und Jura wurden 36 Proben Trockenobst untersucht. Lediglich in vier Proben war Radiocäsium und Spuren von Radiostrontium nachweisbar. Der Höchstwert war bei allen Proben erfüllt. Insgesamt liegt in Trockenobst heute nur noch eine geringe Belastung mit Radioaktivität vor, welche vorwiegend vom Fallout des AKW-Brandes in Tschernobyl stammt. Aufgrund der erfreulichen Resultate sind keine Massnahmen erforderlich.
Müesli und Cerealienmischungen enthalten oft einen nicht unerheblichen Anteil von verschiedensten Nüssen. Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat deshalb 25 Proben auf Radioaktivität untersucht. Radiocäsium war in 13 Proben und Radiostrontium in zehn Proben nachweisbar. Radioaktives Radium konnte ebenfalls in den meisten Proben nachgewiesen werden. Den Höchstwert wies ein Müesli mit Paranüssen auf, die bekanntlich Radium akkumulieren. Die radiologische Untersuchung der Nüsse und Nussmischungen ergaben keine Höchstwertüberschreitungen.