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<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bedürfnis nach einer Reform der Forschungsanstalt für die Land- und Ernährungswirtschaft ist gegeben. Die landwirtschaftliche Forschung der Schweiz muss effizient und leistungsfähig sein. Es überrascht aber zu vernehmen, dass die ersten Massnahmen Forscherinnen und Forscher mit viel Erfahrung und grossem Fachwissen getroffen haben. Die Kommunikation rund um die Reorganisation von Agroscope lässt auch darauf schliessen, dass sich die Forschung in der Schweiz internationaler ausrichten sollte. Die Landwirtschaft sieht sich immer stärker mit der Öffnung der Märkte konfrontiert, landwirtschaftliche Produkte müssen sich daher auf dem Markt immer stärker abheben. Vor diesem Hintergrund stellen wir dem Bundesrat die folgenden aufgeführten Fragen:</p><p>1. Kann Agroscope mit der neuen Struktur auch in Zukunft wichtige Dienstleistungen erbringen und weiterentwickeln, die für die spezifischen Produktionsbedürfnisse des schweizerischen Markts von hoher Bedeutung sind?</p><p>2. Wie sieht der Bundesrat insbesondere im Bereich des Anbaus von Pflanzen die Entwicklung von Sorten, die in der Schweiz gut gedeihen, wenig Zusatzmittel benötigen und den Erwartungen der verarbeitenden Industrie und der Konsumentinnen und Konsumenten gerecht werden? </p><p>3. Wie gedenkt der Bundesrat die Forschung im Bereich der Futtermittelproduktion weiterhin zu unterstützen, und zwar in Bezug auf eine nachhaltige Produktion von hochwertigem Grünfutter, auf effiziente und den lokalen Gegebenheiten angepasste Weidebewirtschaftungssysteme sowie auf wirtschaftliche Futterkonservierungsmethoden?</p><p>4. Was ist vorgesehen, um die Entwicklung einer Gentechnologie zu ermöglichen, die das Inverkehrbringen von Produkten erlaubt, die sich durch ihre hohe Qualität von anderen Produkten abheben? </p><p>5. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass einer der Schwerpunkte der landwirtschaftlichen Forschung sich um eine Produktion drehen sollte, die weniger von externen Konzentraten abhängig ist?</p><p>6. Müsste Agroscope nicht eher Produzentinnen und Produzenten unterstützen, die sich durch die Herstellung von innovativen Produkten auf den internationalen Märkten abheben möchten, anstatt sich den Zwängen einer internationalen Ausrichtung zu unterwerfen?</p><p>7. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung durch die Erforschung von Technologien und Methoden, die eine höhere Sicherheit gewährleisten, eine prioritäre Aufgabe der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt sein sollte?</p><p>8. Die Lebensmittelsicherheit und der Konsumentenschutz sind die Voraussetzungen für den Erfolg bei der Herstellung von Schweizer Produkten. Sollte Agroscope nicht vom Bund beauftragt werden, Probleme im Bereich der Lebensmittelsicherheit durch die Entwicklung adäquater Kontrollmethoden zu antizipieren? Beispiele dafür sind der Histamin-Nachweis im Rohmilchkäse oder die Entwicklung von Bakterienkulturen, die helfen, die missbräuchliche Verwendung von geschützten Bezeichnungen wie Tête de Moine AOP oder Emmentaler AOP aufzudecken.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Neuaufstellung von Agroscope per 1. Januar 2017 setzt einerseits die Sparvorgaben des Bundesrates um, welche vor dem Hintergrund der drohenden Budgetdefizite beschlossen wurden, andererseits ist sie eine Antwort auf Defizite und Kritiken, welche auch nach der Reorganisation per 1. Januar 2014 immer wieder festgestellt und geäussert wurden.</p><p>Die Fragen werden wie folgt beantwortet:</p><p>1. Die neue Organisationsstruktur erlaubt es Agroscope, schneller und direkter als bisher auf die spezifischen Anliegen und Herausforderungen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft einzugehen. Die neuen Kompetenzzentren erleichtern den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Praxis. Die neuen strategischen Forschungsbereiche konzentrieren sich auf eine wissenschaftlich fundierte, national und international anerkannte anwendungsorientierte Forschung. Zuständigkeiten, Aufgaben und Anforderungen sind klarer und die Entscheidungswege kürzer als heute. Detaillierte Ausführungen finden sich im Zwischenbericht zur Neuaufstellung Agroscope (<a href="http://www.agroscope.admin.ch/08608/index.html?lang=de">http://www.agroscope.admin.ch/08608/index.html?lang=de</a>).</p><p>2.-5. Das Bundesamt für Landwirtschaft erarbeitete zusammen mit Agroscope, ETH, Fibl, privaten Züchtern und den relevanten Akteuren in der Wertschöpfungskette die Strategie Pflanzenzüchtung 2050. Damit werden erstmals Vorgaben für die öffentlich-rechtlich finanzierte Pflanzenzüchtung in der Schweiz offiziell kommuniziert. Die Strategie richtet sich an einer nachhaltigen und multifunktionalen Landwirtschaft aus. Im Zentrum steht die Züchtung ressourceneffizienter, das heisst resistenter, nährstoffeffizienter und an die lokalen Gegebenheiten angepasster Sorten.</p><p>Die Umsetzung der Strategie Pflanzenzüchtung 2050 erfolgt anhand eines priorisierten Massnahmenplans. Dieser konkretisiert die in der Strategie genannten Handlungsschwerpunkte und soll spätestens Mitte 2017 vorliegen.</p><p>Agroscope wird sich mit seinem Arbeitsprogramm 2018-2021 auf 17 strategische Forschungsfelder konzentrieren. Eines dieser Forschungsfelder wird sich explizit der Bereitstellung leistungsfähiger, ressourceneffizienter und an die Marktbedürfnisse angepasster Kulturpflanzen widmen, ein anderes wird sich mit der Optimierung der Ökosystemleistungen, insbesondere der Milch- und Fleischproduktion aus Graslandsystemen, befassen. Innerhalb dieser Arbeiten wird man sich auch mit dem Anliegen einer Fütterung mit weniger Kraftfutter auseinandersetzen. Ebenfalls im Fokus steht die Erarbeitung neuer, verbesserter Zuchtprogramme zur Erzeugung effizienterer und robusterer Tiere für eine standortangepasste Nutztierhaltung und -produktion. Grundlage hierfür sind angepasste Reproduktionstechnologien sowie die Erhaltung der genetischen Diversität von lokalen und internationalen Rassen.</p><p>6. Die primäre Aufgabe der anwendungsorientierten Forschung von Agroscope ist es, auf nationaler Ebene Wirkung zu erzielen. Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft durch Differenzierung ist eine der strategischen Prioritäten von Agroscope für die Periode 2018-2021.</p><p>Die Wirkung der Agroscope-Forschung kann über internationale Vernetzung und Zusammenarbeiten erhöht werden. Sie ermöglicht nicht nur den direkten Zugang zu neuem, auch für die Schweiz interessantem und nützlichem Erkenntnis- und Handlungswissen, sondern steigert die wissenschaftliche Reputation von Agroscope und erhöht damit die Chancen für Fördermittel zur Ausweitung der eigenen Möglichkeiten.</p><p>7./8. Das Arbeitsprogramm 2018-2021 räumt der Qualitätssicherung eine strategische Bedeutung zu. Die Forschungsprogramme nehmen sich des Themas "Sichere Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse" mit Schwerpunkt mikrobielle Risiken und Antibiotikaresistenz an. Im Rahmen des Leistungsauftrages 2018-2021 werden weiter die in der Frage erwähnten Aspekte Kontrollmethoden und Schutz vor Missbrauch unter dem Titel "Qualität, Differenzierung, Innovation und Minimierung von Food Loss bei gewerblich hergestellten Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten" bearbeitet.</p>  Antwort des Bundesrates.