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Schwellenländer: Ambivalente Rohstoffpreise
Die Schwellenländer sind über realwirtschaftliche Kanäle geringfügig mit Russland und der Ukraine verknüpft. Die grosse Ausnahme bildet hierbei Osteuropa mit Ungarn, Polen und Tschechien. Diese Staaten exportieren nicht nur Güter im Umfang von rund 2 bis 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Russland und in die Ukraine, sondern beziehen auch grosse Mengen russischer Energieträger. Zudem bestehen finanzielle Verknüpfungen.
Die Schwellenländer sind von einem weiteren Preisanstieg aufgrund höherer Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise viel stärker betroffen. Zwar sind rund die Hälfte des von der Zürcher Kantonalbank berücksichtigten Schwellenländeruniversums Netto-Rohstoffexporteure, doch drei Viertel sind auf Energieeinfuhren angewiesen.
Der zusätzliche Preisdruck zwingt die Zentralbanken zu vermehrten Zinsschritten, da die Teuerung in den meisten Volkswirtschaften ohnehin schon weit über der Zielinflation notiert. Höhere Zinsen, tiefere Realeinkommen sowie eine geringere Exportnachfrage werden das Wachstum entsprechend belasten.
Im Basisszenario beziffert das CIO-Office der Zürcher Kantonalbank die Wachstumseinbussen auf 0,8 Prozentpunkte und den Inflationsanstieg auf 1,3 Prozentpunkte. Das aggregierte Jahreswachstum wird mit 3,9 Prozent aber immer noch in etwa auf Vorpandemieniveau ausfallen.
Zudem rechnen die Experten der Zürcher Kantonalbank lediglich in Russland mit einer Rezession, die aufgrund der bisher erlassenen Sanktionen ausgeprägt ausfallen wird.
China hingegen wird vom Konflikt realwirtschaftlich wenig tangiert. Russland und die Ukraine sind als Absatzmarkt für chinesische Güter relativ unbedeutend, und die Einfuhren belaufen sich auf weniger als 1 Prozent des chinesischen Bruttoinlandprodukts.
Höhere Rohstoffpreise werden zwar auch in China zu einer höheren Inflation führen. Eine moderate Lockerung der Geld- und Fiskalpolitik zur Abfederung der immobilienmarktinduzierten Wachstumsverlangsamung bleibt aber möglich.