Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03206.jsonl.gz/158

Am Sonntag, 2. November 2008 fand die 1. Probefahrt der Eb 3/5 5810 "Habersack" von Burgdorf nach Wasen i.E. statt. Beigestellt waren ihr der BRi 5117 und als "Angstlok" die Be 4/4 171. Die Fahrt verlief erfolgreich und zufriedenstellend. Es werden noch kleinere Nacharbeiten nötig sein.
Einige Impressionen der Fahrt sehen Sie hier (Bilder: Urs Gerber)
Die Lokomotive Eb 3/5 Nr. 5810 kam früher bei der SBB zum Einsatz. Nach dem Verkauf war sie bis 1974 bei der MThB im Einsatz. Die Dampflok wird einer Hauptrevision unterzogen.
Für den wachsenden Vorortsverkehr beschafften die SBB in den Jahren 1911 - 1916 eine Serie (Nr. 5801-5834) von 34 Stück Loks des Typs Eb 3/5. Die gute Bewährung der Heissdampf-Zwillingsmaschine der Lokomotiven des Typs B 3/4 1301 - 1369, sowie die von der Lokomotivfabrik Maffei im Jahre 1910 an die Bodensee Toggenburgbahn gelieferten Tenderlokomotiven mit der Achsfolge 1’C’1, haben für die SLM-Eb 3/5 Pate gestanden. Die hintere Laufachse ermöglichte auch bei Rückwärtsfahrt einen ruhigen Lauf, so dass die Loks an den Endbahnhöfen nicht abgedreht werden mussten. Für die zuverlässige Beobachtung der Bremsmanometer bei Rückwärtsfahrt wurden diese auch an der Führerstandsrückseite angebracht. Die übrigen Anzeigen (Geschwindigkeitsmesser, Kesselmanometer) konnten bei Rückwärtsfahrt vom Lokführer über einen Spiegel überwacht werden. Für die Führung der Güterzüge auf der Strecke Bellinzona-Luino mit der Güterzug-Druckluftbremse wurden in den dreissiger Jahren einige Loks dieser Serie, u.a. auch unsere 5810, mit einer zweiten Luftpumpe ausgerüstet.
Nach der Elektrifizierung der letzten SBB-Strecken anfangs der Sechzigerjahre wurde auch die Lok 5810 bei den SBB überzählig und deshalb an die MThB verkauft, wo sie den aus Damploks und Dieseltriebwagen bestehenden Triebfahrzeugpark verstärkte. Nachdem auch die MThB zum elektrischen Betrieb übergegangen war, verblieb die Eb 3/5 Nr. 5810, zusammen mit der Ec 3/5 Nr. 3 als fahrdrahtunabhängige Reserve und für die Führung von Dampfsonderzügen im Bestand der MThB.
1974 wurde die Lok von ihrer Besitzerin zum Verkauf ausgeschrieben. Für Sfr. 30'000.- (Schrottpreis!) kaufte der noch junge und nicht sehr finanzstarke Verein Dampfbahn Bern die Lok. In einer vereinsinternen Sammelaktion wurde das nötige Geld gesammelt, so dass die sonst unvermeidbare Fahrt dieser Lok auf den Schrottplatz verhindert werden konnte.
Während der Saisons 1974 und 1975 konnte die Lok im Sensetal eingesetzt werden. Im Herbst 1975 wurde sie von den SBB für die Führung von Jubiläumszügen im Raum Winterthur gemietet. So quasi als Entschädigung wurden von den Bundesbahnen dafür gratis die Bandagen dieser Lok auf der Unterflurdrehbank in der HW Zürich reprofiliert. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass der allgemeine Zustand der Lok (Siederohre, Rauchrohre, Überhitzerelemente) einen weiteren Betrieb nicht mehr zuliess. Sie wurde deshalb in Fribourg remisiert. Im Jahr 1985 wurde sie ins Dampfdepot Burgdorf des Vereins DBB überführt, wo unverzüglich mit ihrer Demontage und Hauptrevision begonnen wurde.