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Das International Image Interoperability Framework wurde von einem Konsortium entwickelt, um hochauflösenden und zoombaren Digitalisate mit einheitlichen Metadaten zu versehen und so frei zugänglich zu machen. Über die offene API werden Digitalisate nicht mehr in lokalen Applikationen gezeigt, sondern «barrierefrei» geteilt.
Wie funktioniert das genau? Wird ein Digitalisat von einer Institution kuratiert, d.h. zunächst hochauflösend digitalisiert, im Internet auf speziellen Bildservern bereitgestellt und mit den korrekten Metadaten erfasst, bekommt dieses Digitalisat (ein sogenanntes IIIF Manifest) eine URI (Unified Resource Identifier), die immer mit einer JSON Datei endet, dem manifest.json dieses spezifischen Digitalisats.
{scheme}://{server}{/prefix}/{identifier}/info.json http://www.example.org/image-service/abcd1234/info.json
Diese URL kann nun mit einem IIIF Viewer auf dem eigenen Computer aufgerufen werden, und schon kann man sich ein hochaufgelöstes Dokument ansehen oder auch annotieren.
Das besondere dieser Bildserver ist, dass nicht mehr – wie sonst üblich – das ganze Bild auf einmal heruntergeladen wird, sondern immer nur der Ausschnitt, den die User sich gerade ansehen. Bei jeder Aktivität der User wird ein Teil des Bildes aufgerufen und mit der URL wird gleich der Ort des Ausschnitts, die Rotation und die Qualität des Bildausschnitts mitgegeben:
{scheme}://{server}{/prefix}/{identifier}/{region}/{size}/{rotation}/{quality}.{format} http://www.example.org/image-service/abcd1234/full/full/0/default.jpg
Figure 1: Verschiedene Bildausschnitte und dazugehörige Parameter in der URL. Quelle: https://iiif.io/api/image/3.0/
DLF bietet in AdFontes sogar einen eigenen IIIF Viewer als Baustein an, um Digitalisate in die eigenen Kurse einbinden zu können – dies allerdings in der API Version 2.
Lust auf mehr bekommen? In diesem Blogbeitrag wurde nur sehr wenig angeschnitten und technische Aspekte weitgehend ausgelassen. Die ZB bietet dafür im ZB-Lab sehr anschauliche Video-Tutorials für den Einstieg an: https://www.zb.uzh.ch/de/ueber-uns/zb-lab oder direkt in YouTube https://www.youtube.com/playlist?list=PLxDekeBVQtVJeRqoTgsif7fJki2X96O-1
Ein tolles ausführliches Tutorial mit Übungsmaterial findet man hier: https://pieckh.github.io/IIIF-Crashkurs/IIIF-Crashkurs/ und direkt bei IIIF: https://iiif.io/get-started/#end-users
Mehr über die URI Syntax der Bilder oder die Struktur der JSON Dateien hier:
Ein einfach zu benutzender Online-Viewer («Try A Live Demo»): https://projectmirador.org/