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Mit der Kriegserklärung von Frankreich an Preussen und Österreich sah man die Grenze bei Basel ernsthaft gefährdet. Die Eidgenossenschaft genehmigte deshalb zum Grenzschutz Ende Mai 1792 ein Aufgebot von 1300 Mann für Basel. Es trafen Zuzüger aus allen Ständen der Schweiz ein, die in Basel und den umliegenden Dörfern Quartier bezogen. Auch zwei Kontingente aus St. Gallen waren an den Rhein geeilt, wobei hier zwischen Fürstabt St. Gallen und der „Stadt und Republik St, Gallen- unterschieden werden muss. Das städtische Aufgebot St.Gallens zählte 25 Mann.
Unsere Darstellung zeigt einen „Gemeinen des Fussvolks“ der Stadt St. Gallen, der gerade dabei ist, eine Steinschlossmuskete kantonaler Ordonnanz zu laden. Sein Kontingent bereitet sich auf den Abmarsch nach Basel vor, im Hintergrund ist das alte städtische Zeughaus St. Gallens am Bohl zu sehen. Am Dreispitz trägt er einen Federstrauss, der oben rot und unten weiss ist. Der Strauss ist mit der weiss-schwarz-roten Kokarde und einer goldmetallenen Ganse an der Kopfbedeckung befestigt. Details des dunkelblauen Frackes lassen die Zuteilung erkennen.
Dieser Mann trägt goldfarbene Knöpfe, was ihn als Angehörigen der ersten Auszugsfahne (vergleichbar mit einem Bataillon) ausweist. Bei der zweiten Fahne wurden silberfarbene Knöpfe getragen. Es gab damals in der Stadt St. Gallen die beiden Fahnen und eine freiwillige Grenadierkompanie.
Kragen, Epauletten sowie Aufschläge sind rot, die Passepoils (feine Vorstösse entlang gewisser Nähte) weiss. Ebenfalls weiss ist die Weste, weiche unter dem Frack getragen wird, und die Hose. Die schwarzen Tuchgamaschen werden seitlich mit Knöpfen geschlossen und reichen vom Schuh bis hinauf zum Knie. An den weissen Lederbandeliers über den Schultern hängen die Munitionstasche, das Seitengewehr (hier aufgepflanzt) sowie der Säbel.
Roger Rebmann, Basel