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Aktualisiert am 02. November 2023
Narben können aus verschiedenen Gründen entstehen, sei es durch Unfälle, chirurgische Eingriffe oder Hauterkrankungen. Sie können sowohl physisch als auch emotional belastend sein und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Erscheinungsbild von Narben verbessern können.
Eine Narbe ist das sichtbare Zeichen einer Wundheilung der Haut aufgrund einer Verletzung. Wenn die Haut oder das Gewebe des Körpers verletzt wird, beginnt der Körper sofort mit der Reparatur des beschädigten Bereichs. Im Laufe der Zeit bilden sich an der Stelle der Verletzung neue Zellen und neues Gewebe, das man als Narbe bezeichnet. Narben tragen dazu bei, die Wunde zu verschließen und die Haut zu schützen.
Viele Verletzungen verheilen problemlos und nach dem Abheilen sind Narben kaum zu erkennen. Bei größeren Verletzungen können sich jedoch Narben bilden, die verschiedene Beschwerden zeigen:
Kosmetische Beeinträchtigung, wenn in sichtbaren Körperregionen
Verhärtung oder Verdickung der Haut an der Stelle der Narbe
Verfärbung der Haut, wie zum Beispiel Rötung oder Dunkelfärbung
Juckreiz oder Brennen an der Stelle der Narbe
Empfindlichkeit oder Schmerzen bei Berührung oder Bewegung
Taubheit in Narbenbereich und in umliegenden Regionen
Einschränkungen in der Beweglichkeit oder Funktion von Körperbereichen, die von der Narbe betroffen sind
Langfristige Wetterfühligkeit mit Brennen, Jucken oder Ziehen der Narbe bei Wetterwechsel
Die Ursache für Narben ist in der Regel eine Verletzung oder ein Trauma, das die Haut oder das Gewebe des Körpers beschädigt hat. Das kann eine Schnittwunde, ein tiefer Kratzer, eine Verbrennung, ein chirurgischer Eingriff oder eine andere Art von Verletzung sein. Wenn eine solche Verletzung auftritt, setzt der Körper eine Heilungsreaktion in Gang, um das beschädigte Gewebe zu reparieren und zu regenerieren. Häufige Ursache für Narben sind:
Narben durch operative Eingriffe
Verletzungen durch Unfälle
Hauterkrankungen wie Akne
Narben durch Verbrennungen
Piercings und Tattoos
Aufkratzen oder Entzündung von kleineren Wundstellen
Wenn die Haut oder das Gewebe des Körpers verletzt wird, setzt der Körper eine Heilungsreaktionen in Gang, um das beschädigte Gewebe zu reparieren und zu regenerieren. In den ersten Tagen und Wochen nach der Verletzung produzieren spezielle Zellen im Körper, die Fibroblasten genannt werden, Kollagen und andere Proteine. Dadurch verschließt sich die Wunde mit neuen Zellen. Narben können in Farbe, Textur und Größe variieren und sind oft dicker und weniger flexibel als normales Hautgewebe. Sichtbare Hautveränderungen durch das neue Gewebe entstehen, wenn tiefere Hautschichten verletzt werden.
Narbengewebe ist nicht in der Lage, alle Schichten der Haut vollständig wiederherzustellen. Während des Heilungsprozesses kann die Epidermis (die oberste Schicht der Haut) oft vollständig oder teilweise wiederhergestellt werden. Aber sie kann dünner sein oder eine andere Textur als die umgebende Haut haben. Die Dermis, die mittlere Schicht der Haut, kann durch Narbenbildung auch beeinträchtigt werden. Typisch ist eine ungleichmäßige Verteilung von Kollagenfasern, was zu einer sichtbaren Narbe führen kann. In der Unterhaut ist die Narbenbildung weniger ausgeprägt und weniger sichtbar als in den oberen Schichten. Narbengewebe enthält keine Schweiß- oder Talgdrüsen und ebenso keine Pigmentierung.
Es gibt vier Typen von Narben, die nach ihrem Aussehen beziehungsweise Heilungsprozess unterteilt werden:
Gesunde Narbenbildung: Eine gesunde Narbe durchläuft einen natürlichen Heilungsprozess. Dadurch verblasst sie wodurch im Laufe der Zeit allmählich und wird unauffällig. Der Wundbereich ist nach abheilen nicht schmerzhaft und zeigt keine Rötung, Schwellung oder andere Anzeichen von Entzündungen.
Hypertrophe Narben: Bei dieser Form hat sich zu viel Narbengewebe gebildet. Hypertrophe Narben bilden Erhebungen und Verdickungen, die sich auf den ursprünglichen Wundbereich beschränken. Diese Form der Narben juckt häufig und tritt meist bei Verbrennungen und an Gelenken auf.
Keloidnarben: Auch bei Keloiden bilden sich Erhebungen und Verdickungen, sogar über den eigentlichen Wundbereich hinaus. Die Narben können sich röten, jucken oder schmerzen und sind druckempfindlich. Auch nach längerer Zeit können noch Wucherungen zu beobachten sein.
Atrophe Narben: Der Körper hat zu wenige Narbengewebe produziert, so dass die Narbe nicht vollständig ausgefüllt wird. Dadurch bildet sich eine Einbuchtung oder eine Vertiefung. Dies kann beispielsweise bei Akne oder Verbrennungen auftreten.
Kontrakturen: Narbenkontrakturen können durch die Schrumpfung von Narbengewebe verursacht werden. Dadurch wird das umgebende Gewebe zusammengezogen. Infolgedessen können Beweglichkeit und Funktion des betroffenen Körperteils eingeschränkt sein. Zu den häufigen Ursachen für Narbenkontrakturen gehören Verbrennungen, Verätzungen, Schnitte, Wunden, Piercings und Operationen.
Die Narbe juckt, das ist ein gutes Zeichen für die Heilung. Für den Aufbau der neuen Struktur der Haut, müssen verschiedene Gewebezellen gebildet werden. Die Bildung der Hautschichten wird durch Botenstoffe unter anderem Histamin gesteuert. Dieses Gewebshormon sorgt dafür, dass die Haut juckt. Tritt der Juckreiz besonders stark oder in Verbindung mit Schmerzen auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann potenzielle Nebenwirkungen durch Infektionen ausschließen oder behandeln.
Oft wird von Wetterfühligkeit bei Narben gesprochen. Juckreiz und leichte Schmerzen können auch bei alten Narben nach vielen Jahren auftreten. Die Patienten bemerken dies häufig bei Wetterveränderungen insbesondere vor Regen oder Kälte. Dieser Effekt ist jedoch sehr individuell. Die genaue Ursache ist bisher nicht geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass die Ursachen geänderte verlaufende Nervenbahnen oder Kollagenfasern sind.
Die Behandlung von Narben hängt stark von der Ursache, der Größe und dem Verlauf ab. Besonders bei guter und zeitiger Wundpflege bestehen gute Aussichten für flache, helle Narben.
Die erste Versorgung der Narben übernimmt der behandelnde Arzt oder ein Dermatologe. Wenn die Narbe geschlossen ist oder die Fäden gezogen sind, sollten die Patienten die Nachsorge übernehmen. Hierzu gehören:
Feuchtigkeitscremes: Spezielle Feuchtigkeitscreme oder Narbencreme hilft, um die Haut um die Narbe herum geschmeidig zu halten und das Erscheinungsbild der Narbe zu verbessern. Besonders geeignet sind silikonhaltige Cremes, die die Feuchtigkeit erhalten.
Massage: Eine sanfte Massage mit den Fingern oder einem Massageroller fördert die Durchblutung des Narbengewebes. Dadurch wird Kollagen abgebaut und das Gewebe wird weicher.
Kein Kratzen: Auch wenn die frische Narbe juckt, sollte Kratzen vermieden werden.
Wasser vermeiden: Langes Baden oder Duschen und übermäßige Feuchtigkeit in der Umgebung der Wunde können zum Aufweichen des Gewebes führen. Dadurch sich kann das Risiko einer Infektion erhöhen.
UV-Schutz: Eine neue Narbe ist empfindlich und kann durch Sonneneinstrahlung beschädigt werden. Am besten wird die Narbe bedeckt oder mit einem hohen Sonnenschutz eingecremt.
Bequeme Kleidung: Enge Kleidung oder andere Gegenstände, die Druck oder Reibung auf die Narbe ausüben können, sollten vermieden werden. Diese Belastungen können das Wachstum von Narbengewebe beeinflussen.
Bei individuellen Problemen oder Fragen zur Narbenbehandlung, sollte der behandelnde Arzt oder ein Dermatologe angesprochen werden. Diese können helfen, die beste Pflege für Ihre spezifische Narbe zu bestimmen.
Es gibt verschiedene Methoden, um Narben zu entfernen. Welches Verfahren angewendet wird, hängt von der Art und Ausprägung der Narbe ab. Bei leichten Veränderungen können einfach Methoden wie Peelings helfen. Für stärkere Auffälligkeiten sind folgende Verfahren gängig:
Chirurgische Entfernung: Bei dieser Methode wird die Narbe chirurgisch entfernt und die Haut an der Stelle der Narbe wird neu vernäht. Dies kann bei tieferen Narben erforderlich sein, die das umliegende Gewebe beeinträchtigen oder die Funktion der betroffenen Stelle einschränken.
Narben lasern: Laserbehandlungen helfen, indem sie das Narbengewebe abtragen oder die Kollagenproduktion anregen. Dies kann dazu beitragen, das Erscheinungsbild der Narbe zu verbessern und sie weniger sichtbar zu machen.
Injektion von Steroiden: Steroid-Injektionen können bei der Behandlung von hypertrophen und keloiden Narben helfen. Die Injektion von Steroiden in die Narbe kann dazu beitragen, Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren und das Narbengewebe weicher und flacher zu machen.
Dermabrasion: Bei der Dermabrasion wird die Oberflächenschicht der Haut abgetragen, um die Narbe zu glätten und das Erscheinungsbild der Narbe zu verbessern.
Besonders störend empfinden viele Menschen Narben im Gesicht, wie Läsionen durch Pickelnarben. Hierbei handelt es sich meist um die atrophe Form, die nach innen eingefallene Hautstellen zeigt. Für die Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die je nach Ausprägung genutzt werden. Bei leichten Pickelnarben im Gesicht kann mithilfe von chemischen Peelings, Fruchtsäurepeelings oder Mikrodermabrasion die Hautoberfläche leicht abgeschliffen werden. Bestehen größere Unebenheiten helfen Kältetherapie, Unterspritzen oder Lasertherapie, um die Pickelnarben zu entfernen.
In der Regel verheilen die Narben von Tattoos ohne weitere Komplikationen. Wird das Tattoo jedoch zu tief gestochen oder soll es entfernt werden, eignet sich eine Laserbehandlung. Dabei werden die Pigmente des Tattoos zerstört und die Hautzellen stimulieren, um das Tattoo allmählich aufzulösen. Das Verfahren kann jedoch schmerzhaft sein und erfordert mehrere Sitzungen. Es besteht auch das Risiko von Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Narbenbildung.
Narben von Brustoperationen können für Frauen belastend sein. Besonders schwer wiegt häufig die Mastektomie, wenn die Brust in großen Teilen oder vollständig entfernt werden muss. Bei dieser Operation werden Komplikationen bei der Narbe durch die richtige Schnittführung vermieden. Narben im Brustbereich heilen besser ab als an anderen Körperstellen. Zusätzlich wird durch die anschließende Versorgung der Wunde durch den Arzt und später den Patienten selbst in den meisten Fällen die Bildung von Vertiefungen oder Verhärtungen vermeiden. Sollten dennoch Probleme mit der Narbe auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Eingesunkenes (atroph) oder hervorstehendes (hypertroph) Narbengewebe kann mit einem Laser korrigiert werden. Am meisten wird der Erbium-YAG-Laser eingesetzt. Bei diesem werden kurze Impulse mit Laserlicht auf die Narbe gesendet. Dies führt zur Erwärmung und anschließender Zerstörung des oberflächlichen Narbengewebes. Dadurch wird die Narbe bereits nach einer Behandlung deutlich glatter. Eine Lasertherapie kann bei Akne, Dehnungsstreifen und Operationsnarben wie beim Kaiserschnitt angewendet werden. Durch die Behandlung mit dem Laser können bei Verbrennungsnarben Schmerzen und Bewegungseinschränkungen deutlich reduziert werden.
Hamamelis, auch bekannt als Zaubernuss, kann gegen den Juckreiz helfen. Hamamelis-Extrakte enthalten adstringierende Wirkstoffe und Gerbstoffe, die die Wunden zusammenziehen. Dadurch wird der Juckreiz reduziert. Zusätzlich enthaltene Tannine und Flavonoide, mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften, fördern die Heilung und reduzieren Entzündungen. Durch Hamamelis wird die Feuchtigkeit der Haut deutlich erhöht und ein Austrocknen der Narbe verhindert. Angewendet werden kühle Umschläge mit Hamamelis-Extrakt oder Wundcremes.
Neben Hamamelis können weitere Hausmittel bei der Pflege und Heilung von Narben unterstützen. Diese sollten jedoch nur bei geschlossenen Narben ohne Ausfluss angewendet werden. Besonders wirksam sind:
Kühlen: Das Auflegen einer kalten Kompresse oder Eisbeutels auf die betroffene Stelle kann helfen, Juckreiz und Schmerzen zu lindern.
Ringelblumensalbe: Ringelblumen enthalten eine Reihe heilender Stoffe wie Triterpensaponine vor und ätherisches Öl. Diese beruhigen die Haut und unterstützen den Heilungsprozess.
Kamille: Kamille wirkt entzündungshemmend und fördert die Heilung der Haut. Ein Kamillentee-Aufguss wird als Umschlag auf die betroffene Stelle aufgetragen.
Öle: Das Einmassieren von Ölen in die Narbe kann dazu beitragen, die Haut zu beruhigen und den Juckreiz zu lindern. Hierfür sind Olivenöl oder Kokosöl geeignet
Bei Hausmitteln sollte auf eine gute Verträglichkeit und allergische Reaktionen geachtet werden.