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Obschon nach wie vor keine gezielte Therapie des neuen Coronavirus existiert, werden erste Erfolge in Behandlungen mit bereits bekannten Medikamenten berichtet und verschiedene Wirkstoffe getestet.
- Remdesivir. Ein Medikament mit breitem Spektrum gegen Viren. Ursprünglich wurde es als Medikament gegen Ebola entwickelt, war dagegen aber nicht ausreichend effektiv. Hingegen zeigte dieser Wirkstoff zumindest in Tierstudien vielversprechende Resultate im Einsatz gegen MERS und SARS, zwei andere durch die Gruppe von Coronaviren verursachte Erkrankungen, und in der Petrischale auch gegen SARS-CoV-2. Deshalb wird dieser Wirkstoff aktuell bei Patienten mit COVID-19 weltweit eingesetzt und untersucht, auch in der Schweiz. Leider ist die Verfügbarkeit des Medikaments nicht optimal, was den Einsatz und die Erforschung verzögert.
- Hydroxychloroquin und Chloroquin. Eigentlich zugelassen als Medikament zur Behandlung von Malaria und entzündlichen Autoimmunerkrankungen, besitzen die chemisch eng verwandten Wirkstoffe auch eine Wirkung gegen Viren. Sowohl in der Petrischale als auch bei erkrankten Personen konnte eine gewisse Wirkung gegen SARS-CoV-2 gemessen werden. Kontrovers diskutiert wird aktuell, ob dadurch der Krankheitsverlauf (Komplikationen, Überleben) auch wirklich günstig beeinflusst werden kann. Nichtsdestotrotz wurden die beiden Medikamente aufgrund der bisherigen Studienlage in einigen Ländern (China, USA u. v. m.) offiziell gegen COVID-19 zugelassen resp. empfohlen und werden weiter intensiv untersucht.
- Ibuprofen. Ein bekanntes entzündungshemmendes Schmerzmittel, das zahlreiche Personen zu Hause haben und gelegentlich einnehmen. Hierzu kursierten zuletzt Fake-News, dass in einem vermeintlichen Forschungsergebnis der Technischen Universität Wien durch Ibuprofen sich die Verläufe von COVID-19 verschlimmert hätten. Die WHO riet zwischenzeitlich sogar von einer Ibuprofen-Einnahme ab. Die TU Wien dementierte und stellte klar, dass es sich um Fake-News handle. Auch die WHO zog ihre Empfehlung bald zurück und stellte klar, dass es keine Hinweise auf negative Konsequenzen von Ibuprofen bei COVID-19 gebe.