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In den USA ist ein gesunder Teenager gestorben, nachdem er in kurzer Zeit grosse Mengen Koffein trank. Wie gefährlich sind Kaffee und Energydrinks? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Ein 16-Jähriger ist im US-Bundesstaat South Carolina an den Folgen einer Überdosis Koffein gestorben. Der Teenager brach im Unterricht in der Stadt Chapin zusammen, nachdem er innerhalb von zwei Stunden drei koffeinhaltige Getränke zu sich genommen hatte.
Dabei habe es sich um einen Milchkaffee, eine Zitronenlimonade mit hohem Koffeingehalt und einen Energy-Drink gehandelt, wie der Nachrichtensender CNN am Dienstag (Ortszeit) den Gerichtsmediziner des Bezirks Richland, Gary Watts, zitierte. Die grosse Menge an Koffein in so kurzer Zeit habe mit hoher Wahrscheinlichkeit Herzrhythmusstörungen ausgelöst, an denen der 16-Jährige am 26. April gestorben sei.
Bei Herzrhythmusstörungen pumpt das Herz nicht mehr regelmässig und befördert kein Blut mehr in den Kreislauf. Darunter leiden das Gehirn und die Organe. Der Junge sei gesund gewesen und habe weder Alkohol noch Drogen konsumiert, erklärte Watts. Eine Herzschwäche sei nicht diagnostiziert worden.
Koffein wirkt ähnlich wie das Stresshormon Adrenalin: Es lässt das Herz schneller schlagen und erhöht den Blutdruck. Bei sehr grossen Mengen beginnt das Herz zu rasen, kann aus dem Takt geraten und im schlimmsten Fall stehenbleiben.
Folgend die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Gefahren der Alltagsdroge.
Es gibt tatsächlich immer wieder Todesfälle durch Koffein, angesichts des weit verbreiteten Konsums sind sie jedoch extrem selten. Betroffen sind im Unterschied zum aktuellen Fall meist Menschen, die an Vorerkrankungen wie einem unentdeckten Herzfehler leiden. In den meisten Fällen sind ausserdem nicht Getränke, sondern konzentrierte Präparate wie Koffeintabletten oder -pulver der Grund.
Im Spätsommer 2010 etwa starb ein 23-jähriger Brite, nachdem er auf einer Party zwei Löffel konzentriertes Koffeinpulver eingenommen und mit einem Energydrink heruntergespült hatte. Im November 2006 starb ein 19 Jahre alter US-Schüler nach dem Schlucken von zwei bis drei Gramm Koffein in Form von Wachhaltepillen.
Wer Sport treibt, – darunter kann auch das Tanzen in der Disco fallen – belastet sein Herz-Kreislauf-System, das kann die Nebenwirkungen des Koffeins verstärken. Im Zusammenhang mit Alkohol ist eher das Problem, dass das Koffein die Wirkung des Alkohols weniger spürbar macht – was zu übermässigem Trinken verleiten kann.
Damit sein Herz stehen bleibt, muss ein gesunder Erwachsener theoretisch mehr als 170 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht konsumieren, schreibt die US-Arzneimittelbehörde FDA. Bei einer 60 Kilo wiegenden Frau entspräche das rund 23 Litern Filterkaffee oder 32 Litern Red Bull. Eine Menge, die eigentlich unmöglich zu konsumieren ist.
Dass der Körper des ansonsten gesunden Jugendlichen so drastisch auf das Koffein reagierte, lag vor allem an der kurzen Zeit, in der er den Stoff konsumierte. Nach der grossen Flasche koffeinhaltiger Zitronenlimonade und dem Caffè Latte habe der Energydrink schliesslich die Herzrhythmusstörungen ausgelöst, erklärte der Gerichtsmediziner.
Gesunde Erwachsene können über den Tag verteilt bis zu 400 Milligramm Koffein zu sich nehmen, sagt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA. Diese Menge Koffein steckt zum Beispiel ...
Wer normalerweise kein Koffein konsumiert, wird schon bei geringeren Mengen Nebenwirkungen spüren.
Auch Konzentrationen, die weit unter der tödlichen Überdosis liegen, können unangenehme Folgen haben: Das Herz rast und schlägt unregelmässig, man wird zittrig, nervös und ängstlich, fröstelt oder schwitzt. Manchmal kommen noch Übelkeit, Erbrechen und Schwindel dazu, selten und bei hohen Überdosen Krampfanfälle. Einschlafen ist über Stunden unmöglich.
Wie empfindlich jemand auf Koffein reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich. Bei manchen beginnen die Nebenwirkungen schon nach einer Tasse starken Kaffees. In der Regel treten sie spätestens ab einem Gramm Koffein auf.
Ja, der Körper gewöhnt sich bei regelmässigem Konsum an die Substanz. Trinken Betroffene weniger Kaffee und Cola, reagiert der Körper mit Entzugskopfschmerzen. Das Gute: Wer vom Kaffee loskommen will, muss sich nicht endlos plagen. Nach ein paar Tagen hat sich der Körper an die fehlende Droge gewöhnt und rebelliert nicht mehr.
Schwangere sollten am Tag nicht mehr als 200 Milligramm Koffein konsumieren. In zu grosser Menge bremst die Substanz das Wachstum des Ungeborenen. Auch Menschen mit Herzproblemen müssen beim Koffein vorsichtiger sein: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Betroffenen, ganz auf Energydrinks zu verzichten. Auch bei Lebererkrankungen ist Vorsicht geboten. Ebenfalls als besonders empfindlich gelten ältere Menschen, Epileptiker und Kinder.
(irb/pat/wbr)