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Die Freiburger Städte gehören zu den dynamischsten der Schweiz. Wie aus der jüngsten Ausgabe der neu erschienenen Statistik der Schweizer Städte 2014 hervorgeht, findet das stärkste städtische Wachstum nebst dem Grossraum Genf (Grand-Saconnex und Plan-les-Ouates) und Zürich (Bassersdorf und Schlieren) im Kanton Freiburg und insbesondere in Villars-sur-Glâne statt. In den letzten zehn Jahren ist Villars-sur-Glâne um einen Drittel auf 12 000 Einwohner gewachsen und so überhaupt zur Stadt geworden. Ein grosses Wachstum erfuhr auch Bulle; die 73 Prozent Wachstum sind aber zu einem grossen Teil auf die Fusion mit La-Tour-de-Trême zurückzuführen. Die Stadt Freiburg hat ein durchschnittliches Wachstum von einem Prozent jährlich und liegt so im schweizerischen Mittel.
Gesamtschweizerisch halten sich das Wachstum an Einwohnern und Wohnungen ungefähr die Waage. Der Leerwohnungsbestand ist national 2012 im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 0,96 Prozent angestiegen. Anders in den 162 Schweizer Städten: Die Zahl der Städte mit einem Leerwohnungsbestand von 0,5 Prozent und weniger hat um fünf auf 73 zugenommen. So knapp war der Wohnraum in den Städten letztmals vor zehn Jahren, heisst es in der Publikation des Schweizerischen Städteverbandes.
Bulle wie Basel und Genf
Aus der Statistik lässt sich erkennen, dass in der Stadt Freiburg mit einer Leerwohnungsziffer von 1,11 Prozent für Wohnungssuchende angenehme Zustände herrschen. Doch in Bulle (0,31) und Villars-sur-Glâne (0,34) ist der Wohnraum schon knapp. Die beiden Städte liegen auf dem gleichen Niveau wie Bern, Basel oder Genf.
Im Begleittext zu dieser Statistik stellt der Schweizerische Städteverband fest, dass zwar einer Mehrheit der Schweizer Bevölkerung guter und auch bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht, sich die Situation für Wohnungssuchende mit bescheidenem Einkommen in einigen Regionen aber erschwert habe.
Einen Grund dafür sieht die Publikation in der Zuwanderung der letzten Jahre, dies sei aber bei weitem nicht der einzige Faktor der verschärften Lage. Die grosse Nachfrage sei auch auf die wachsenden Ansprüche der Bevölkerung zurückzuführen. Durch das Altern der Bevölkerung, die gestiegenen Scheidungsraten und individuellere Lebensformen ist ein Anstieg an Einzelhaushalten festzustellen.
In den Schweizer Grossstädten werden schon 47 Prozent aller Wohnungen von nur einer Person bewohnt. In den Agglomerationen Bulle und Freiburg sind je ein Drittel aller Wohnungen Einpersonen-Haushalte.
Marcel Godel, Dienstchef beim kantonalen Wohnungsamt, verfolgt diese Entwicklung, erachtet sie aber noch nicht als alarmierend. Der Leerwohnungsbestand betrage übers gesamte Kantonsgebiet rund 0,6 Prozent. «Bei 1,5 Prozent funktioniert der Wohnungsmarkt gut», sagt er. «Wenn die Ziffer tiefer liegt, heisst das noch nicht, dass man nichts findet. Man findet vielleicht einfach nicht die Wohnung, die man sich wünscht.» Die Zunahme der Einpersonen-Haushalte führt er darauf zurück, dass Personen nach einer Trennung ihre bisherige Wohnung gerne behalten, obwohl sie einer ganzen Familie Platz böte.
Wie Marcel Godel sagt, führt das kantonale Wohnungsamt gerade eine grössere Studie durch, in welcher der Bedarf an Wohnungen über die nächsten 20 Jahre für den Kanton Freiburg eruiert wird. Die Studie werde wohl Ende Jahr präsentiert, und aufgrund dieser wird das Wohnungsamt Vorschläge ausarbeiten. Einen Vorschlag formuliert er schon jetzt: «Das Wohnen muss in den kantonalen Richtplan aufgenommen werden. Dort fehlt es nämlich bisher.»
Murten: Städtische Verhältnisse
A ls Stadt gilt in der Schweiz eine Gemeinde mit mehr als 10 000 Einwohnern. Eine Stadt ist auch Murten, das wie Appenzell, Arosa oder Nidau nicht städtische Grösse hat. Mit 6450 Einwohnern, flottem Wachstum und geplanten Fusionen ist Murten auf dem Weg zur 10 000er-Marke. Der Leerwohnungsbestand von 0,22 ist fast auf dem Niveau von Zürich. Hingegen hat Murten nur 0,3 Prozent Gebäude mit sechs oder mehr Stockwerken. In Genf sind es 65 Prozent. uh