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Verwaltungsgebäude Eternit
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Verwaltungsgebäude Eternit
Adresse
8867 Niederurnen
GL
Architektur
Weitere Bauphasen
Das Verwaltungsgebäude der Firma Eternit ist ein aussergewöhnlicher Firmensitz mit einer avantgardistischen Ausstellungsfläche. Das Architekturbüro Haefeli Moser Steiger hat mit der feinen Staffelung der Geschosse in Kombination mit der Dachgestaltung und dem Kontrast von Riegel und Turm in Niederurnen ein Gebäude geschaffen, dass in eigenwilliger und überraschender Weise Elemente der Nachkriegsmoderne arrangiert.
Chronologie
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Firma Eternit realisierten die Zürcher Architekten Haefeli Moser Steiger 1955 einen neuen Verwaltungsbau. 1964 wurde der bestehende Bürotrakt von den Architekten um mehr als das Doppelte erweitert. Elisabeth und Martin Boesch setzten das Bauwerk 2003 sensibel instand.
Lage
Das Areal der Firma Eternit liegt südlich von Niederurnen und wird über die Eternitstrasse erschlossen. Der seit der Erweiterung über die Strasse hinweg reichende Baukörper markiert das Tor zum Firmengelände und ist von grossen, alten Laubbäumen umgeben. Der östliche Teil des Verwaltungsgebäudes umfasst den Haupteingang und den Ausstellungsbereich, der westliche Teil dient als Bürotrakt.
Beschreibung
Die ursprüngliche Entwurfsidee bestand darin, zwei gleich grosse Baukörper mit unterschiedlicher Ausrichtung zu schaffen: Haefeli Moser Steiger konzipierten ein stehendes Volumen mit vertikaler Durchfensterung, das als Eingangs- und Ausstellungstrakt fungiert und ein liegendes Volumen mit horizontalen Bandfenstern als Verwaltungsgebäude. Die beiden differierenden Baukörper wurden um 45 Grad abgedreht aneinandergefügt – der Eingangsbereich wurde damit gleichzeitig signifikant herausgehoben. An der Materialisierung und der Gestaltung wurde bei der Erweiterung festgehalten, jedoch dominiert nun das liegende Volumen durch seine Länge. Einzig das ebenfalls abgedreht eingestellte, neue Treppenhaus im Westen der Eternistrasse nimmt als vertikales Element die kontrastierende Formensprache des ersten Bauabschnitts auf.
Das Verwaltungsgebäude ist viergeschossig und mit einem flachen Schieferwalmdach gedeckt. Das oberste Geschoss beherbergte ursprünglich ein Atelier. Es gründet auf einer weit auskragenden Deckenplatte und ist zurückversetzt: Von Nahem wirkt das Gebäude dadurch flach gedeckt. Sämtliche Fassaden des Verwaltungsbaus sind umlaufend mit Bandfenstern versehen. Die mit kleinwelligen Eternitplatten umkleideten Brüstungen sind pro Geschoss um 25 Zentimeter nach aussen versetzt. Die blauen Holzfenster sind aussen angeschlagen und setzten einen Farbakzent gegenüber den naturbelassenden Faserzementplatten. Als Sonnenschutz dienen weisse Storen. Dem Verwaltungstrakt liegen ein quadratisches Grundrissraster und eine Mittelgangerschliessung zugrunde. Gang und Büro sind mit Wandelementen und Einbaumöbeln abgetrennt. Oberlichter werten den Gang auf.
Der aufragende Ausstellungstrakt weist einen sechseckigen Grundriss auf und wird von einem ausgestellten Satteldach abgeschlossen. Der Baukörper ist flächig mit kleinwelligen Eternitplatten umhüllt, lediglich auf der Nordostseite sind drei vertikale Fensterbänder über die gesamte Gebäudehöhe eingeschnitten. Auch das aufgefaltete Giebeldreieck ist verglast, was das Dach schwebend wirken lässt. Das Erdgeschoss wird über eine schräg zum Verwaltungstrakt verlaufende Freitreppe erschlossen, die ein auffällig gerüstartiges Vordach mit aufragendem Firmennamen überspannt. Um die Wahrnehmung der ausgestellten Produkte nicht zu beeinflussen, wurde bei der Materialwahl im Inneren des Ausstellungstrakts bewusst auf den Baustoff Eternit verzichtet. Es dominieren weiss verputzte Wände und eine dunkle Betondecke. Die Zwischendecken werden von vier durchgehenden Stahlrohrstützen getragen und sind mit blauen Linoleum belegt.
Literatur