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Hattie leitet dies abduktiv aus seiner über zwanzigjährigen Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen aus der empirischen Forschungsgrundlage und seiner diskursiven Auseinandersetzung mit den Akteuren in Schule und Unterricht ab. Er sieht diese These als konstitutiv für seine im Buch (vielfach nur teilweise explizierten) Theorie (’story‘) des Lehrens und Lernens. In einer persönlichen Kommunikation mit den Übersetzern (25. Juni 2014) führt John Hattie aus: „Es gibt ein starkes Bündel empirischer Belege zur herausragenden Bedeutung der Expertise der Lehrpersonen: in Bezug darauf, wie Lehrpersonen optimal dabei kooperieren können, um Schlüsselthemen des Lehrens und Lernens zu erörtern, um gemeinsame Konzeptionen in Bezug auf Lernzuwachs zu entwickeln und um eine Art kollektiver Wirkfähigkeit (‚efficacy‘) um Lernen zu maximieren.“ Hattie kündigt für seine Neuauflage von Visible Learning (ab 2016) an, Forschungsergebnisse zu diesem Punkt aufzubereiten. Das Übersetzungsteam weist darüber hinaus auf die Effektstärken beiden Faktoren kooperatives vs. kompetitives Lernen sowie kooperatives vs. individuelles Lernen hin, die beide das Lernen von Schülerinnen und Schülern bzw. Studierenden betreffen. Wenn Hatties These gilt, dass Lehrpersonen, die sich als Lernende in Bezug auf ihren Unterricht verstehen besonders wirkfähig sind, (Hattie 2014, S. 80; 97) dann liegt es nahe, die Übertragbarkeit dieser Befunde auf das Lernen von Lehrenden als „reflective practitioner“ (Agyris/Schon 1978) zu prüfen.
Literatur:
Argyris, Chris/Schön, Donald (1978): Organization learning: A theory of Action perspective, Reading/Mass: Addison Wesley.