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Unter den Toten ist der 47-jährige Chefredakteur von «Charlie Hebdo». Er war Herausgeber, Chefredakteur und Chefzeichner in Personalunion. Zwei seiner bekanntesten Charaktere waren «Maurice» und «Patapon» eine antikapitalistische Katze und ihre Hunde-Freund.
Charbonnier stand seit längerem unter Polizeischutz, nachdem die Redaktion bereits 2011 Opfer eines Brandanschlags wurde. Der Satiriker stand auf einer Fahndungsliste der al-Kaida.
Im Editorial zu einer 2012 erschienenen Ausgabe von Charlie Hebdo mit Mohammed-Karikaturen schrieb er: «Zeichne einen lustigen Mohammed, und du stirbst. (...) Die Freiheit, uns ohne Zurückhaltung über alles lustig zu machen, gibt uns bereits das Gesetz. Die systematische Gewalt der Extremisten gibt sie uns erst recht.»
Jean Cabut mit dem Pseudonym «Cabu» war einer der bekanntesten Zeichner des Magazins. Die beliebteste Figur des 76-Jährigen war «Mon Beauf», ein vulgärer, sexistischer und rassistischer Franzose im Jogginganzug.
Politiker sowie Religionsvertreter bekamen bei Cabut ihr Fett weg. 2006 entwarf Cabut die Zeichnung eines weinenden Mohammeds, die das Cover der Ausgabe zierte.
Auch der 58-jährige Autor und Karikaturist Bernard Verlhac verstarb beim gestrigen Attentat. Er arbeitete unter dem Pseudonym «Tignous». Sein beliebtestes Satire-Ziel war der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.
Die beliebteste Schöpfung des Karikaturisten Georges Wolinski war die Comic-Figur «Paulette», bekannt für ihre Sexabenteuer und Missgeschicke. Seine Arbeiten erschienen ebenfalls in der Zeitung «Liberation», «Paris March» und «L'Écho».
Der 80-Jährige wurde 1934 als Sohn eines Juden und einer Franko-Italienerin in Tunesien geboren. Er hinterlässt seine Frau Maryse Wolinski eine Journalistin und prominente Schriftstellerin. Wolinski zeichnete seit mehr als 50 Jahren für das «Charlie Hebdo».
Ein weiteres Opfer ist der 68-Jährige Bernard Maris. Der Journalist und Ökonomie-Professor arbeitete für mehrere Publikationen und benutzte das Pseudonym «Oncle Bernard». Er gehörte zu den Mitgründern, die das Magazin 1992 «wiedererweckten».
Auch der 73-jährige Karikaturist und Autor Philippe Honoré lies sein Leben bei der Arbeit. Er zeichnete regelmässig für das «Charlie Hebdo». Gemäss der französischen Tageszeitung «Le Monde» publizierte er bereits im Alter von 16 Jahren seine ersten Zeichnungen. Er war seit der Wiedererscheinung des Magazins im Jahre 1992 mit an Bord.
Mustapha Ourrad war Korrektor beim «Charlie Hebdo». Zuvor war er lange bei dem Magazin «Viva». Er wurde in Algerien geboren. Im Alter von 20 Jahren kam er als Waisenkind nach Frankreich.
Gemäss «Le Monde» wurde er für seine Korrektor-Qualitäten sowie für seinen Sinn für Selbstironie geschätzt.
Die Psychoanalystin und Kolumnistin Elsa Cayat ist das einzige weibliche Opfer des Attentats. Für «Charlie Hebdo» schrieb sie eine wöchentliche Kolumne mit dem Titel «Divan» und verfasste mehrere Essays.
Der ehemalige Generalstabschef des Bürgermeisters von Clermont-Ferrand war nur zu Besuch auf der Redaktion. Er brachte dem Magazin Zeichnungen zurück, de er für die letzte Carnet de Voyage-Biennale ausgeliehen hatte. Er war der Gründer der Biennale.
Auch der 42-jährige Service-Mitarbeiter Frédéric Boisseau fiel den Attentätern zum Opfer. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt er sich an der Rezeption des Gebäudes auf. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
Franck Brinsolaro war der Leibwächter des «Charlie Hebdo»-Chefredakteurs Stéphane Charbonnier. Seit Jahren betätigte er sich als Leibwächter von VIP's. Auch er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
Ahmed Merabet patroullierte im 11. Arrondissement, als die Angreifer in das Gebäude eindrangen. Er wurde nach dem Angriff von den Terroristen auf der Strasse erschossen. (rar)
Die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» hebt eine Karikatur des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan auf die Titelseite ihrer neuen Ausgabe. Die Zeichnung hat laut einer Twittermitteilung vom Dienstag den Titel «Erdogan – privat ist er sehr lustig» und zeigt den Präsidenten in einem Sessel sitzend, während er einer Frau den Schleier lüftet.