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Bilder prägen unsere Welt. Seien es Reklame, Zeitschriften oder — Fresken aus einer längst vergessenen Zeit. Sie haben ihre Sprache, ohne zu sprechen. Oft braucht es nur den Schlüssel, um ihre Bildsprache zu entschlüsseln. Bei der Reklame sind es zum Beispiel psychologische Elemente. Für Fresken aus der nomanischen Zeit können es die vier Naturelemente sein, die die Bilder zum Leben erwecken um aus ihnen die grossartigsten Geschichten zu vernehmen.
Schwarzfigurige Vase mit Darstellung
einer Schusterszene in einer
Werkstatt. 6. Jahrhundert v. Chr.
Einige Fresken aus der alten etruskischen Zeit, beheimatet in der heutigen Toscana, faszinierten mich sehr. Nicht nur die Dynamik der Figuren im sakralen Tanz und der weite, geistige Blick, sondern auch ihre Schuhe die fest um ihre Knöchel gebunden waren.
So begannen die Studien ums Schuhwerke. Für die aus dem 4. bis 6. Jahrhundert vor Christus stammenden etruskischen Fresken muss die künstlerische Darstellung durchdrungen werden um zu erfassen, wie ein etruskischer Schuh aufgebaut war. So kann man den speziellen Bindungsmechanismus der Schnürsenkel sowie die Sohlenschichten entdecken. Die besondere Eigenschaft des etruskischen Kampfstiefels war, dass man ihn nicht verlieren konnte, wenn zum Beispiel im Kampfe der Schnürsenkel riss.
Die restliche Schnürung löste sich nur durch geschicktes Nachziehen von Hand.
Um herauszufinden wie das Sohlenleder mit dem Oberleder vernäht war, hätte es uns in den Nord-Osten Persiens geführt; das heutige Syrien-Irak. Die Etrusker kamen einst aus diesem Mittelmeerraum und bevölkerten die Maccia; ein dichtes Waldgebiet, welches sich von Rom aus nach Norden erstreckte. Die heutige Toscana und Lazio-Gegend. Das matriarchalische Volk, regiert von Priesterinnen, stiess mit dem sich neu entwickelnden Bewusstsein des römischen Menschen zusammen, einem Patriarchat, welches Besitz, Land und Rechte regelte.
Das etruskische Zeitalter war besiegelt.
Ich suchte unter den Römerschuhen und fand den Aufbau des etruskischen Schuhs, jedoch nicht die Modellart. Es könnte sein, dass das einst sehr beliebte Schuhwerk, sowie anderes etruskisches Kulturgut vom sich ausdehnenden römischen Volk, nicht übernommen werde durfte. Die Etrusker werden noch heute in Italien als «I lupi» (Wölfe) bezeichnet, was im weiteren Sinne Waldmenschen bedeutet. Wir sollten uns bewusst sein, dass Romulus und Remus von einer Wölfin genährt wurden und dies der Beginn des römischen Imperiums war.
Auf den Fresken der carolinischen sowie der romanischen Zeit, 7. bis 10. Jahrhundert,
ist der Aufbau eines Schuhs nur zu erahnen. Da bei diesen Fresken nicht die Ausschmückung der Gestalten und Bauwerke im Vordergrund steht, sondern wie sie im Gesamtwerk der Bildkomposition platziert sind. Wir sind also auf Funde aus dieser Zeit angewiesen.
Das Schuhwerk von Königen und Priestern entsprach eher den heutigen Pantoffeln. Sie bestanden aus Seide mit kostbaren Perlen bestickt und mit dünnen Lederstreifen verstärkt.
Es gab Modelle, die über dem Rist bis zur Schuhspitze geknöpft waren. Das einfache Volk trug Schuhe aus Bast und Ziegenleder.
Der damalige Mensch versuchte seine Blösse nicht zu zeigen und verhüllte seine Füsse eher mit Lumpen, als barfüssig zu sein.
Die Menschen waren viel kleiner und leichter als wir heute (ca. 1,50 m). So hatten sie entsprechend auch kleinere Füsse. In Museen kann der Eindruck entstehen, man stünde vor Funden von Kinderschuhen; obwohl es auch diese gibt wie im archeologischen Museum Konstanz: «Funde aus dem 15. Jahrhundert»
Das Schuhwerk aus dem Spätmittelalter hatte Sohlen aus Rindsleder, ca. 5,5 mm dick und war «wendegenäht». Das Oberleder war noch etwas dünner. Auch zeigen die Funde, dass jeder Lederrest für die Schuhe verwendet wurde, so dass ein Stiefelschaft oft ein rechtes Stückwerk war.
Der Schuh im Mittelalter schützte die Füsse vor Infektionen. Da die Städte voll von Unrat waren, zogen sie sich die Trippen (Holzzoggel) über den Lederschuh, um ihn sauber zu halten und weniger abzunutzen. Es ist anzunehmen, dass die Lebensdauer eines solchen Schuhs für unsere Begriffe sehr kurz war. Nach ca. 2 bis 3 Monaten konnte man den Schuh zum Flickschuster geben, um sich eine neue Sohle aufnähen zu lassen.
Das Zeitgefühl des damaligen Menschen war wohl ein anderes, wenn man bedenkt, dass der Mensch in einem Jahr so viele Eindrücke hatte wie wir an einem Tag.
Mit dem Gewicht und der Körpergrösse des heutigen Menschen wäre ein Schuh mit der damaligen Lederdicke oder aus Seide gearbeitet, in Kürze zerschlissen.
Um den heutigen Bedürfnissen gerecht zu werden, habe ich den historischen Schuh unseren Verhältnissen angeglichen. Das Oberleder (Ziege / Rind) ist etwas dicker,
eine Brandsohle kann bei Wendegenähten Schuhen nachträglich eingepasst werden.
Das Sohlenleder ist 2 bis 3 mm dick; die Fersenkappe ist gehärtet um einen besseren Halt zu erzielen. Alle Nähte sind nach historischem Vorbild gearbeitet. Bei Bedarf kann eine 1,2 mm Gummilaufsohle aufgeklebt werden für einen rutschfesten Gang auf nassem Strassenpflaster oder auf Wiesen. Auch genagelte Sohlen sind möglich.
Wir stellen gerne authentische Schuhe her, sind jedoch offen für individuelle Wünsche.