Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/2706

Ein Standort wird in den Kataster der belasteten Standorte eingetragen, wenn er nachgewiesene Belastungen aufweist, oder wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht. Die meisten Standorte sind wegen der Vermutung der hohen Wahrscheinlichkeit im Kataster der belasteten Standorte (KbS).
abschliessende Beurteilung eines Standortes
Es gibt genau drei abschliessende Beurteilungen eines Standortes im Kataster der belasteten Standorte:
- Der Standort ist belastet und sanierungsbedürftig.
- Der Standort ist belastet und überwachungsbedürftig.
- Der Standort ist belastet, aber weder sanierungs- noch überwachungsbedürftig.
Die Bewertung „untersuchungsbedürftig“ ist keine abschliessende Standortbeurteilung. Im Gegenteil: mit der „Untersuchung“ soll die Beurteilung erst möglich gemacht werden.
Was heisst Untersuchungsbedarf für einen Standort
Wenn ein Standort im Kataster der belasteten Standorte nachweislich Belastungen aufweist (d.h. es gab schon technische Abklärungen), dann gibt es zwei Möglichkeiten:
- Er ist so gut untersucht, dass er abschliessend beurteilt werden kann. Dazu wurden in aller Regel eine seriöse Historische Untersuchung und eine Technische Untersuchung durchgeführt.
- Er ist zwar bereits untersucht, aber nicht so gut, dass die Behörde die Beurteilung machen kann. Zum Beispiel haben Porenluftmessungen gezeigt, dass Chlorkohlenwasserstoffe (CKW) vorliegen, es gibt aber keine weiteren Informationen. Oder es wurde nur ein Teil des Areals untersucht und saniert. Es könnte auch der Fall sein, dass z.B. in einem Galvanik-Betrieb Chrom- und Kupfer-Belastungen gefunden, aber CKW nicht untersucht wurden.
Sehr viele Standorte sind allerdings rein aufgrund eines Verdachtes auf Belastungen im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Das kann allein aufgrund der Branchenzugehörigkeit des Standortinhabers geschehen oder aufgrund einer Selbstdeklaration. In diesen Fällen wird der Untersuchungsbedarf angegeben Dieser richtet sich nach dem Schadstoffpotenzial und nach der Schutzgutsituation. Mögliche Fälle sind hier:
- Belasteter Standort ohne Untersuchungsbedarf (Schadstoffpotenzial tief und/oder Schutzgut nicht hochrelevant). Beispiel: stillgelegte Tankstelle oder kleinere mechanische Werkstatt im üB oder auch Au
- Belasteter Standort mit Untersuchungsbedarf (bei Zustandsänderung). Beispielsweise wenn CKW verwendet wurden, kommt es fast immer zum Untersuchungsbedarf. Oder bei Chromat im Au etc.
- Belasteter Standort mit prioritärem Untersuchungsbedarf (d.h. innerhalb 3 Jahren…). Beispielsweise CKW als Hauptedukt und Lage im Au oder S. Oder GW-Abstand kleiner als 2 m.
Für diese Beurteilung bzw. die Kriterien dazu sind die Kantone verantwortlich. Ein Betrieb im Kataster der belasteten Standorte im Kanton SG kann eine andere Beurteilung haben als ein Betrieb im Kanton ZH oder TG.
Was verlangt die Behörde bei einem Untersuchungsbedarf
Hier geht es um die Feststellung der abschliessenden Beurteilung, also ob ein Sanierungsbedarf oder Überwachungsbedarf besteht. Also geht es um altlastenrechtliche Untersuchungen. Damit sitzt die Behörde mit im Boot, denn sie muss ein Pflichtenheft bekommen und es genehmigen oder abändern.
Ganz streng genommen braucht die Behörde eine Grundwasseruntersuchung, um die Sanierungs-/Überwachungsbedürftigkeit zu beurteilen. Meist ist eine andere Untersuchung aber pragmatischer und zielführender (meist sind es dann Kombinationen…). Falls es zu Ausfallkosten kommen kann (Verursacher pleite, etc.), wird die Behörde sehr genau schauen, was alles untersucht wird, was alles gefordert wurde, und was VASA-abgeltungsberechtigt ist. Deswegen will die Behörde bei einem Untersuchungsbedarf mit im Boot sitzen.
Was verlangt die Behörde bei einem belasteten Standort ohne Untersuchungsbedarf
In aller Regel eine Standortabklärung. Das ist keine altlastenrechtliche Untersuchung, ist manchmal aber auch gar nicht so weit davon entfernt. Meistens ist es aber eine reine, auf das Bauprojekt bezogene Untersuchung. Hier redet die Behörde nicht so viel mit bzgl. Untersuchungsprogramm, sie schaut einfach, dass es nicht überrissen ist oder wichtiges fehlt. Selten kommt es hier zu Grundwasseruntersuchungen. Wesentlicher ist, dass der Umgang mit den Abfällen stimmt, deswegen braucht es ein Sanierungs- oder ein Rückbau-/Entsorgungskonzept. Manchmal verwischt die Trennung zwischen altlastenrechtlicher Untersuchung und Standortabklärung. Oft wird auch während der Arbeiten die Strategie geändert. Vielleicht, weil unerwartetes zum Vorschein kommt, oder vielleicht, weil das Sanierungsziel geändert wurde.
Was verlangt die Behörde für eine Löschung aus dem KbS
Für eine Löschung aus dem Kataster der belasteten Standorte verlangt die Behörde U-Qualität am Standort. D.h. eine Totaldekontamination. Dann braucht es auch meist keine Grundwasseruntersuchungen.
Es kann aber auch leicht davon abgewichen werden: wenn man zeigt, dass noch Belastungen verbleiben, diese aber als Bagatellfall gelten können. Oder dass sie sich ohnehin im Abbau befinden. Oder dass man die Quelle entfernt hat und letzte Reste noch langsam ins Grundwasser wandern (bestimmte Konzentrationswerte aber nie wieder erreicht werden können). Beispiel CKW: Herde sind entfernt, aber Spürchen sind noch verblieben und werden die nächsten 10 Jahre ins Grundwasser migrieren. Dann wird die Behörde vielleicht noch ein Grundwassermonitoring verfügen und dann in 10 Jahren den Standort löschen, oder sie sagt jetzt schon, dass der Standort trotz geringer Restbelastungen entlassen werden kann.