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Brennender Krater in Derweze, Turkmenistan
Sie glauben nicht an die Hölle? Dann sollten Sie nach Turkmenistan in Zentralasien reisen – in einen Staat, der früher zur Sowjetunion gehörte. Dort befindet sich in der Wüste Karakum nahe der Ortschaft Derweze das «Tor zur Hölle». Die lokale Bevölkerung nennt es zumindest so. Es handelt sich um einen riesigen Krater, in dem es ständig brennt. Sogar aus dem Weltall soll das Feuer zu sehen sein.
Krater in Derweze
Im «Tor zur Hölle» lodert es mutmasslich seit 50 Jahren. Es ist inzwischen zu einer Touristenattraktion geworden. 2013 liess sich der kanadische Abenteurer George Kourounis in den Krater abseilen – ausgestattet mit einem hitzebeständigen Anzug und einem Atemgerät. Er sprach nachher beeindruckt von einem «Kolosseum des Feuers». «Wo immer du hinschaust, überall gibt es Tausende kleiner Fackeln.» Zudem sei ein Geräusch «wie das Dröhnen eines Düsentriebwerks» zu hören, «ein kraftvolles, zerquetschendes Geräusch von brennendem Gas».
Wahrscheinlich das Resultat einer missglückten Bohrung
Der Krater von Derweze hat einen Durchmesser von fast 70 Meter und ist bis zu 30 Meter tief. Der Grund dafür, dass es in ihm brennt, ist austretendes Methan, also Erdgas. Wie der Krater entstanden ist, und warum sich das Gas entzündet hat – dazu gibt es verschiedene Theorien.
Krater in Derweze
Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass Menschen den Krater erzeugt und später angezündet haben. Anfang der 1970er-Jahre sollen sowjetische Geologen und Ingenieure bei Derweze nach Öl gesucht haben. Sie bohrten allerdings eine riesige Erdgasblase an, und infolge des Eingriffs kam es zum Einsturz.
Nun trat giftiges Gas an die Erdoberfläche, und um die Menschen in den angrenzenden Siedlungen zu schützen, sollen die Verantwortlichen Feuer gelegt haben – in der Meinung, das Gasvorkommen sei bald erschöpft und der Brand erlösche von selber. Doch es brannte immer weiter – bis heute.
Mutmasslich von der Sowjetunion geheimgehalten
Eine andere Erklärung lautet, dass der Krater auf natürliche Weise entstanden ist, und das Gas von selber austritt – so, wie an vielen anderen Orten der Welt. Es ist auch möglich, dass das Feuer nicht gelegt wurde, sondern auf den Einschlag eines Blitzes zurückzuführen ist.
Vielleicht klärt sich das Rätsel um das «Tor zur Hölle», wenn die Behörden dereinst die Archive aus der Sowjetzeit freigeben. Denn wenn der Krater durch misslungene Bohrungen entstanden ist, wäre das wohl von der Sowjetunion geheimgehalten worden.
Aus Sicht des Klimaschutzes ist es jedenfalls von Vorteil, dass das austretende Gas brennt. Denn unverbranntes Methan ist ein etwa 30-fach stärkeres Treibhausgas als CO₂, das bei der Verbrennung entsteht.
Turkmenistan wittert touristische Chancen
Die turkmenische Regierung hat mehrmals angekündigt, den Krater zu löschen und aufzufüllen, um umliegende Gasvorkommen nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Bis heute ist das aber nicht geschehen. Möglicherweise will Turkmenistan das brennende Loch nun erhalten. Denn dieses zieht immer mehr Schaulustige an, und der Staat wittert touristische Chancen.
Wie lange das Feuer im Krater noch brennt, wenn man es nicht löscht, ist völlig unklar. Gemäss Geologen könnte der Brand unter Umständen sogar mehrere Jahrhunderte weitergehen.
Auch Kohlefelder können brennen
So spektakulär das «Tor zu Hölle» wirkt – völlig aussergewöhnlich ist ein solches Feuer nicht. Zum Beispiel brennen in vielen Ländern Kohlefelder, insbesondere in Indien und China. Solche Brände können beim Abbau entstehen, aber auch auf natürliche Art. In Deutschland gab es in den letzten Jahrhunderten immer wieder Kohlebrände, die zum Teil jahrelang loderten. Entzünden kann sich auch Torf in Sümpfen – meist ohne Einwirkung des Menschen.
Kohlebrand in China
Der Teufel hat also eine reiche Auswahl, sollte er nach einem neuen Zuhause Ausschau halten. Der Krater von Derweze käme seinen Ansprüchen sicher sehr entgegen.