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- Géraldine Savary steht in den Parlamentswahlen 2019 nicht mehr als Ständerätin zur Verfügung.
- Sie habe die Finanzierung ihres Wahlkampfs in den Jahren 2011 und 2015 durch den Milliardär Frederik Paulsen falsch eingeschätzt. Das teilt die SP-Politikerin aus der Waadt mit.
- Frederik Paulsen ist Eigentümer und Verwaltungsratspräsident des Westschweizer Pharmaunternehmens Ferring.
Die Waadtländer SP-Ständerätin Géraldine Savary und der ehemalige Ständerat Luc Recordon (Grüne) sind bei ihren Wahlkämpfen in den Jahren 2011 und 2015 vom Milliardär Frederik Paulsen finanziell unterstützt worden.
Savary und Recordon hatten vom Präsidenten des Biopharmaunternehmens Ferring in St. Prex (VD) für den Wahlkampf im Jahr 2011 je 4000 Franken und im Jahr 2015 je 5000 Franken erhalten.
Westschweizer Politik in der Vertrauenskrise
Zuletzt gab es mehrere Fälle von unschönen Geldgeschichten in der Westschweiz: Vom Genfer Staatsrat Pierre Maudet über den Waadtländer Staatsrat Pascal Broulis bis hin zu Guillaume Barazzone und seinen Kollegen im Genfer Stadtrat. Alles Zufall – oder herrschen in der Romandie andere Gepflogenheiten? «Es herrschen vielleicht andere Sensibilitäten», sagt Andreas Stüdli, Westschweiz-Korrespondent von SRF.
Die jeweiligen Fälle müssten voneinander unterschieden werden, gibt Stüdli zu Bedenken. In den Fällen Maudet und Barazzone liefen juristische Untersuchungen. «Beim Genfer Stadtrat wiederum muss man sich fragen, ob es bei ihnen ein falsches Verständnis der Macht gibt.» Sicher sei: Die Häufung dieser Reisen, bei denen es um viel Geld gehe, habe der Glaubwürdigkeit der Politiker in der Romandie schwer geschadet.
Diese Zahlungen seien aber auf ein privates Kampagnenkonto der beiden Ständeratskandidaten geflossen, sagte die Generalsekretärin der SP Waadt am vergangenen Donnerstag.
«Freundschaftliche Geste»
Bereits letzte Woche hatte Savary gegenüber dem Westschweizer Radio RTS zugegeben, von Paulsen Geld für einen ihre Wahlkämpfe erhalten zu haben. Es habe sich um eine rein freundschaftliche und keine politische Geste gehandelt, so Savary in der Sendung «Forum».
Savary gab weiter zu, dass ihr Paulsen im Juli 2015 eine Reise nach Spanien geschenkt habe. Auch darüber hatte «24heures» berichtet. Es habe sich dabei um einen Easyjet-Flug, eine Nacht im Hotel und ein Konzert im Wert von 43 Euro gehandelt. Gemäss dem Staatsanwalt handelte es sich dabei aber nicht um eine unberechtigte Vorteilsnahme.