Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03431.jsonl.gz/2685

Die Geschichte der Socken beginnt schon sehr früh, muss man doch bis in die altassyrische Zeit (1800 v. Chr. – 1350 v. Chr.) zurückblicken um bereits auf strumpfartige Beinkleider zu treffen. Mit den heutigen Strumpfhosen hatten diese Beinkleider nicht viele Gemeinsamkeiten. Sie waren nicht etwa gestrickt sondern aus Tuch genäht. Aus der Pharaonenzeit (1400 v. Chr. – 950 v. Chr.) sind aber bereits rundgestrickte Socken bekannt. Die Römer und andere Völker trugen beim Reiten wollene Socken und aus der griechischen Zeit zeugen Abbildungen auf Vasen davon, dass eng anliegende, strumpfartige Beinkleider bekannt waren.
Vereinzelt erschienen vom 7. Jahrhundert an zwar gestrickte Socken. Doch im 13. Jahrhundert noch waren gestrickte Socken nur in Italien bekannt, während das übrige Europa lediglich die Strümpfe aus Tuchwaren kannte. Henry IV. von England (1367-1413) aber soll ebenfalls gestrickte Wollsocken getragen haben.
Während des 15. Jahrhunderts begann man die wollenen aber auch ledernen Strümpfe zu enganliegenden Strumpfhosen zusammen zu nähen. Besonders beliebt waren Strümpfe und Strumpfhosen aus dem dehnbaren Scharlach, ein kostbares Wollengarn. Das Auftreten mit zwei unterschiedlich gefärbten Strümpfen galt übrigens damals als schick und vornehm. Für ein buntes Straßenbild war also gesorgt. Allmählich entstanden um das 16. Jahrhundert zunächst die genähten dann die gestrickten seidenen Strümpfe. Die Strumpfhosen wurden wieder in Socken und Hose getrennt. Die mit Gold verzierten Seidenstrümpfe der Adeligen wurden durch die Stickereikunst zum kostbaren Accessoire.
Im Jahre 1589 konstruierte der Engländer William Lee den ersten Strumpfwirkstuhl mit dem Socken maschinell flachgestrickt werden konnten. Das war der eigentliche Beginn der Geschichte der gestrickten Socke, auch wenn diese Socken vorerst noch sehr grob waren und nicht mit den feinen seidenen Strümpfen mitzuhalten vermochten. Die bis zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich von Männern getragenen Socken wurden mit dem Auftreten von modischen Strümpfen aber zunehmend auch von der Damenwelt begehrt. Kleideten die Socken fortan auch die Füße und Beine der Frauen, so blieben diese doch weiterhin unsichtbar, da die Röcke weiterhin bis zum Boden reichten. Die weibliche Strumpfmode nahm um 1720 seinen Anfang als der Reifrock aufkam. Die weißen Socken wurden durch Strumpfbänder unterhalb oder oberhalb des Knies gehalten. Als in der Zeit der französischen Revolution die lange Hose Einzug hielt, endete die seit vielen Jahrhunderten dauernde Zeit der Männerstrümpfe, die fortan nicht mehr sichtbar getragen wurden. Ende des 18. Jahrhunderts kamen zwar in höfischen Kreisen nochmals Strumpfhosen mit aufwändigen Stickereien für die Männerwelt auf, doch konnten sich diese nicht mehr für eine neue Mode durchsetzen. Stattdessen übernahm im 19. Jahrhundert die Damenwelt ein bisher der Männerwelt reserviertes Kleidungsstück. Im Jahr 1866 baute der Amerikaner Lamb die erste Strickmaschine, die „brauchbar“ war. Die Tagesproduktion lag bei 10 Paar langen Damenstrümpfen oder 20 Paar Herrensocken.
Begriffe auf dieser Seite: Socken, Herrensocken, Strümpfe, seidene Strümpfe, Strumpfhosen, Damenstrumpfhosen