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Hildegard von Bingen (1098 - 1179) - Mystikerin, Heilkundige, Politikerin, Komponistin: Eine der grossen Frauengestalten der europäischen Geschichte stellte dieses Projekt ins Zentrum des Programms.
Zur Aufführung gelangte eine Auswahl der Hymnus-Vertonungen von Hildegard - eine trotz gregorianischer Askese farbige, teils fast ekstatische Musik. Die Tablater erweiterten das Hildegard-Universum um Exkursionen in die frühe Mehr- und Vielstimmigkeit mit 12- beziehungsweise 24-stimmigen Werken von Robert Wylkynson und Josquin Desprez.
Rund ein Jahrhundert weiter führten die dreistimmige Messe für Mannerchor von William Byrd und die "Piae cantiones" für Frauenchor.
Den Abschluss machte Polyphonie der Renaissance mit doppelchörigen Marienmotetten von Tomás Luis de Victoria und dem "Dialogo de Chori d'Angeli" von Giovanni Croce, einem raumszenisch gedachten Madrigal für zehn Stimmen.
Instrumental begleitet und umspielt wurde der Chor vom Ensemble La Traditora mit Maria Ferré (Laute) und Amélie Chemin (Gambe), zwei ausgewiesenen Alte-Musik-Spezialistinnen.
Geistlich spannte das Programm einen Bogen vom Messetext bis zu den visionaren Schauen der Hildegard, vom Wunder der Geburt bis zum jüngsten Gericht.
Und immer wieder flogen Engel durch die Partituren dieses feuerflammenden und meditativen Projekts.