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Was ist ADHS? Oder was ist ADS, POS, ADD, HKS...?
Der Verein Elpos, setzt sich intensiv mit hyperaktiven, POS und ADS- Kindern auseinander , und organisiert Weiterbildungsveranstaltungen zu erzieherischen Themen, die für alle Eltern geeignet sind. Kontaktstellen gibt es in der ganzen Schweiz. Fordern Sie entsprechende Unterlagen an.
Vom Verein Elpos Bern, Postfach 235 , 3047 Bremgarten, Tel. 031 / 305 52 55
haben wir freundlicherweise nachstehenden Text erhalten.
Siehe auch www.elposbern.ch und die Bücherliste am Ende des Textes.
Nachstehend einige Begriffsdefinitionen:
- ADHS= Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung
- ADS = Aufmerksamkeitsdefizit-Störung mit Hyperaktivität; " Zappelphilipp" mit Hypoaktivität; "Träumer"
- ADD = Attention Deficit Disorder, (international verwendeter Begriff)
- AD(H)D = Attention Deficit (Hyperactivity) Disorder
- HKS = Hyperkinetisches Syndrom / Hyperkinetische Störung
- MBD = Minimal Brain Damage / Minimal Brain Dysfunktion
POS steht für Psycho-Organisches Syndrom und ist die schweizerische Bezeichnung für diese neurobiologische Funktionsstörung, welche die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen im Gehirn beeinträchtigt. Zum POS gehören zusätzliche motorische Schwierigkeiten. POS ist die Diagnose, welche im Zusammenhang mit der Invalidenversicherung benötigt wird.
Im deutschsprachigen Raum begegnet man fast ausschliesslich der Bezeichnung ADS oder ADHS. Dazu kommen auch andere Bezeichnungen, welche ähnliche Problemkreise umschreiben.
Kinder mit besonderen Bedürfnissen
Oder auch Hyperaktive Kinder, Hyperaktivitätsstörung, Zappelphilipp-Syndrom leichte oder minimale Hirnfunktionsstörung, Cerebrale Dysfunktion, Wahrnehmungsstörungen, Teilleistungsstörungen, Verzögerte Hirnreifung.
Wissenswertes über ADHS und POS
Kinder sind selbstverständlich wilder, ungestümer, impulsiver und unkonzentrierter als Erwachsene.
Abwarten ist eine Fähigkeit, welche ein Kind erst erlernen muss. Auch die Selbstbeherrschung und die Aufmerksamkeitsspanne entwickelt jedes Kind in seinem eigenen Tempo.
Kinder, die durch ihr Verhalten immer wieder negativ auffallen, gab es schon immer. Früher unterstellte man diesen Kindern einen schlechten Charakter oder böse Absicht. Heutige Erkenntnisse zeigen, dass in vielen Fällen die Ursache des gestörten Verhaltens eine angeborene neurobiologische Entwicklungsstörung der Selbstbeherrschung ist. Diese Kinder haben Probleme mit der Aufmerksamkeit, der Impulskontrolle und der Aktivitätssteuerung. Das Pendel der Aktivitätssteuerung kann auf beide Seiten hin ausschlagen. Ein Kind kann überaktiv oder verträumt sein. Gemeinsam ist aber beiden Kindergruppen, das die betroffenen Kinder kaum die Fähigkeit besitzen ihr kurzfristiges Handeln zukünftigen Zielen und Konsequenzen unterzuordnen und anzupassen. Sie können die Zukunftsperspektive nicht in ihr Handeln einfliessen lassen und gestalten ihre unmittelbaren Reaktionen auf momentane Situationen nicht altersentsprechend. Deshalb wird oft von einer Reifeverzögerung gesprochen.
Durch sein auffälliges Verhalten bringt das Kind sich und seine Familie immer wieder in sehr unangenehme Situationen. Nicht selten gestalten sich auch die sozialen Kontakte ausserhalb der Familie äusserst schwierig, und stellen für Eltern und Geschwister eine enorme Belastung dar. Es ist aber zu betonen, dass ADHS-Kinder in einer Zweierbeziehung mit einem Erwachsenen oft völlig problemlos sein können.
Symptombeschreibung:
Eltern und Bezugspersonen schildern oft folgende Beobachtungen:
- Das Kind ist ständig unruhig.
- Das Kind ist oft in Auseinandersetzungen verwickelt.
- Das Kind kann sich nicht konzentrieren, es lässt sich leicht ablenken.
- Das Kind reagiert sehr impulsiv.
- Das Kind kann schlecht verlieren.
- Das Kind kann kaum warten, bis es an die Reihe kommt und schwatzt dauernd dazwischen.
- Das Kind ignoriert Grenzen.
- Das Kind passt kaum auf.
- Das Kind braucht extrem viel Zeit und viele Ermahnungen für seine Hausaufgaben.
- Das Kind verliert und vergisst andauernd Sachen.
- Das Kind kann einfach nicht zuhören.
- Das Kind beendet selten angefangene Dinge, es springt von einer Tätigkeit zur andern.
- Das Kind träumt häufig.
- Das Kind kann nicht selbständig und unbeaufsichtigt arbeiten.
- Das Kind verliert sich in der Zeit.
ADS-Kinder sind nicht dumm, faul oder böse - Vorwürfe, die sie immer wieder zu hören bekommen.
Eine ADHS drückt sich in ganz unterschiedlichen Symptomen aus. Jedes ADHS-Kind ist wiederum anders, einerseits, weil sowieso jeder Mensch in seiner Art einmalig ist, und andererseits, weil verschiedene Hirnstrukturen in unterschiedlichem Ausmass betroffen sind. Glücklicherweise sind bei einem ADHS-Kind selten alle aufgeführten Störungen zu beobachten. Trotzdem, wie ein roter Faden ziehen sich die Probleme - mehr oder weniger ausgeprägt - durch das Leben eines betroffenen Kindes.
Im Vorschulalter fallen vor allem die Hyperaktivität und die Impulsivität auf. Die Aufmerksamkeitsstörung wird oft erst in der Schulzeit zu einem Problem und führt in vielen Fällen zu Schulversagen. Dies wohl bemerkt bei normaler Intelligenz.
Wie häufig kommt die Störung vor?
5 - 10 % der Kinder sind in einem Ausmass betroffen, dass ihre persönliche und schulische Entwicklung gefährdet ist, d.h. pro Schulklasse im Schnitt 1 - 2 Kinder. Sie kommen mit sich selbst nicht zurecht und leiden unter der Ablehnung durch die Umwelt, vor allem durch ihre Kameraden. Trotz grosser Anstrengung und gutem Willen erleben sie immer wieder Misserfolge sowohl bei ihren Leistungen wie auch im Zusammenleben mit anderen Kindern. Frustration, Minderwertigkeitsgefühle, Mutlosigkeit, Resignation, Aggressionen oder Depressionen, die sogenannten sekundären Symptome, sind die Folge. Diese Kinder und ihre Familien stehen unter einem enormen Leidensdruck, und auch andere Bezugspersonen, wie z.B. Lehrpersonen, stossen an ihre Grenzen.
Therapiemöglichkeiten
Es ist sehr wichtig, dass ein ADHS-Kind möglichst früh erkannt wird, und dadurch das notwendige Verständnis und wirkungsvolle Hilfe erhält.
An erster Stelle steht immer die Information über die ADHS, seine Auswirkungen und die zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten. Wichtig ist es auch, erfahrene Fachleute zu finden.
Die Therapiepalette reicht von der medikamentöse Behandlung und Verhaltenstherapien über Psychomotorik, Ergotherapie, Heilpädagogischer Unterstützung und Diäten bis zur Homöopathie, Akupunktur, Neurofeedback und Kinesiologie um nur die geläufigsten zu nennen. Natürlich bestehen zusätzlich unzählige Therapieangebote.
Die Therapien sollen immer kritisch hinterfragt, sorgfältig ausgewählt und individuell auf das betroffene Kind abgestimmt werden. Ausschlaggebend für die Wahl der Therapieform sind:
- Der Leidensdruck
- Der Schweregrad der Symptomatik
- Das Alter des Kindes
- Akzeptanz der Therapieform von Eltern und Kind
- Regionale Angebote
Was Sie selbst tun können:
- Informieren Sie sich ausführlich über die Thematik und mögliche Hilfen.
- Alle Erwachsenen sind verpflichtet, bewusst Sorge zur kindlichen Psyche zu tragen.
- Kinder brauchen Schutz, Vertrauen und Annerkennung.
- Kinder, welche mit sehr häufiger Kritik leben müssen, lernen zu verzweifeln.
- Äs isch eifach, die Guete gärn z‘ha, -aber die andere heis nötiger!
- Sprechen Sie das Kind immer mit Namen an, berühren Sie es eventuell.
- Geben Sie ihm kurze und klare Anweisungen und fragen Sie nach, ob das Kind den Auftrag verstanden hat.
- Geben Sie ihm nur eine Anweisung auf einmal.
- Begleiten Sie das Kind bei der Ausführung oder kontrollieren Sie diese nachträglich.
- Geben Sie ihm sofort Rückmeldungen.
- Versuchen Sie liebevoll, aber stur zu sein. Stellen Sie Regeln auf und seien Sie auf deren Einhaltung bedacht. (nein ist nein!).
- Sehen Sie über Kleinigkeiten hinweg.
- Loben Sie das Kind täglich mehrmals. Auch für „ Kleinigkeiten“. (Balsam für die Seele).
- Versuchen Sie das Kind mit Anreizen zu motivieren.
- Setzen Sie wirksame Konsequenzen ein.
- Beanstanden Sie nur das Verhalten des Kindes, stellen Sie nicht das Kind als Person in Frage.
- Versuchen Sie ein gutes Vorbild zu sein.
- Tolerieren Sie seinen Bewegungsdrang.
- Schaffen Sie ein ruhiges Umfeld mit Struktur (keine Reizüberflutung, wenig Überraschungen).
- Nutzen Sie Rituale um Strukturen zu schaffen.
- Ermutigen Sie das Kind immer wieder.
- Nehmen Sie sein Verhalten nicht persönlich.
Nun zu den positiven Seiten.: Glücklicherweise haben ADHS-Kinder nicht nur belastende, sondern auch viele erfreuliche Eigenschaften. Oft sind sie ausserordentlich begeisterungsfähig und lebensbejahend . Sie sind selten nachtragend. Gezwungen, ihre Defizite zu kompensieren, werden sie zu originellen Problemlösern, die ihre Umgebung mit kreativen Ideen und Strategien überraschen.
ADHS- Kinder sind: sensibel, vertrauensvoll, anhänglich, spontan, originell. Oftmals haben sie einseitige, grosse Begabungen und Interessen, welche sie mit grosser Hartnäckigkeit verfolgen.
Was Ihnen ELPOS bieten kann:
Unser Beratungstelefon: Rufen Sie an,
|wenn Sie||Ihr Kind abklären lassen möchten und nicht wissen, wohin Sie sich wenden sollen.|
|wenn Sie||Auskünfte über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten

(und Adressen dazu) möchten.
|wenn Sie||Literatur zum Thema POS/ADS oder zu einem bestimmten Problem suchen.

Wir führen eigene Dokumentationen für Eltern, Kindergärtner/innen und
Lehrer/innen, sowie über Medikamente und vieles mehr.
|wenn Sie||Eine geeignete( Privat) Schule suchen.|
|wenn||das Verständnis für Ihr POS/ADS-Kind in der Schule und/oder in Ihrer

persönlichen Umgebung fehlt.
|wenn||Durch das POS/ADS-Kind in der Familie Schwierigkeiten auftreten.|
|wenn Sie||unser Jahresprogramm wünschen, oder wenn Sie Mitglied werden möchten.|
|wenn Sie||Eine Informationsveranstaltung an der Schule, im Kindergarten oder in der Spielgruppe zum Thema POS/ADS durchführen möchten.|
|wenn Sie

|Kontakt zu andern Eltern mit einem POS/ ADS-Kind suchen , können wir Ihnen an folgenden Orten Gesprächsgruppen anbieten:

Freiburg, Kerzers, Bern, Biel, Burgdorf, Langnau, Thun, Meiringen, Oberwallis und Langenthal
Die Lobby für POS/ADS- Kinder und ihre Angehörigen in der Region.
Siehe auch www.elposbern.ch
Empfohlenen Buchtitel:
|Das hyperaktive Baby und Kleinkind Cordula Neuhaus (2003)

Symptome deuten – Lösungen finden
Hyperaktive Kinder sind meist von Geburt an ganz anders als andere Babys – und können ihre unvorbereiteten Eltern zur Verzweiflung treiben. Mit diesem Ratgeber wird ihnen erstmals Hilfe geboten.

23.90
|Das hyperaktive Kind und seine Probleme Cordula Neuhaus (1999)

Dieser Ratgeber erklärt und beschreibt die Aufmerksamkeitsstörung, mit und ohne Hyperaktivität im Kindesalter. Zusätzlich beinhaltet es viele Tipps und Anregungen.

23.90
|Hyperaktive Jugendliche und ihre Probleme Cordula Neuhaus (2000)

Aus grosser praktischer Erfahrung, therapeutischer Tätigkeit und wissenschaftlicher Forschung ist dieser Ratgeber entstanden. Das Buch ist eine unersetzliche Hilfe für die betroffenen Jugendlichen, ihre Eltern und alle anderen Beteiligten.

29.00
|Zusatzschrift für KindergärtnerInnen

Oft erkennt die Kindergärtnerin als erste das ungewöhnliche Verhalten eines Kindes (Informationen und Handlungsansätze).Erhältlich zur Basisinformation

05.00
|Zusatzschrift für Lehrpersonen

Einer informierten Lehrperson fällt der Umgang mit dem POS-Kind leichter. Es werden Wege zur schulischen Bewältigung und Integration aufgezeigt . Erhältlich zur Basisinformation

05.00
|Basisinformationen für Interessierte und Betroffene

Für alle, welche das POS-Kind besser verstehen möchten (u.a. Informationen über Therapien, Hintergründe und Praktisches)

15.00

ADHS/POS und Medikamente
Eine umfassende Information über die medikamentöse Behandlung. Pro und Contra Beiträge.

10.00
|Das A-D-S – Buch (Aufmerksamkeits- Defizit Syndrom) E . Aust-Claus und P.-M. Hammer (1999)

Neue Konzentrationshilfen für Zappelphilippe und Träumer. Dieses Buch zeigt, wie Sie als Eltern, LehrerInnen und TherapeutInnen ADS-Kindern helfen können, ihr Leben erfolgreich zu meistern.

35.50

Wackelpeter & Trotzkopf M anfred Döpfner, Stephanie Schürmann, Gerd Lehmkuhl (Aufl. 99)
Elternleitfaden mit praktischen Anwendungsbeispielen, Arbeitsblättern und Memokarten. Nur eine kurze Beschreibung der Symptome, dafür wird dem Thema „Was kann man tun?“ viel Platz eingeräumt

36.80
|Ratgeber hyperkinetische Störungen Manfred Döpfner, Jan Fröhlich, Gerd Lehmkuhl (2000)

Bietet Betroffenen, Eltern und Lehrern zahlreiche Informationen über Ursachen, Verlauf und verschiedene Behandlungsmethoden

09.80

Medikamente und ADS M.Huss (2002)
Gezielt einsetzen –umfassend begleiten –planvoll absetzen

23.90
|ADS – Unkonzentriert, verträumt, zu langsam und viele Fehler im Diktat

Hilfen für das hypoaktive Kind. Helga Simchen (2001)
Dieses Buch gibt praktische Hinweise, wie Eltern und Lehrer mit diesen Kindern umgehen sollten.

28.70