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Im Jahr 1717 wurde die Kirche St. Michael in Kaisten gebaut. Sie wurde an der Stelle von verschiedenen Vorgängerkirchen gebaut. Der Name St. Michael deutet daraufhin, dass die erste Kirche von Kaisten im 11. Jahrhundert gebaut wurde. Denn die alten Michaelskirchen stammen mehrheitlich aus dieser Zeit. 1443 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt als eine Gründung des Klosters Säckingen. In der Zeit vor 1717 war die Vorgängerkirche so baufällig geworden, dass eine Renovation nicht mehr in Frage kam und damit ein Neubau dringend nötig war. Durch die vielen Kriege, besonders durch die Verwüstungen im Dreissigjährigen Krieg, hatte sie stark gelitten: das Innere war verwüstet, die Mauern teilweise zerbrochen, die Glocken waren vom Turm heruntergeholt. Man hatte nur teilweise ganze Fenster, keine Kirchentreppe, keine Stühle und ein defektes Kirchendach. Erschwert wurde die Situationen noch dadurch, dass auch das Dorf durch die Kriege grösstenteils verwüstet war. Die Gemeindebewohner mussten beim Bau der, im Barockstil gebauten, Kirche in unbezahlten Frondiensten mithelfen: sie mussten das Baumaterial transportieren und als Handwerker und Handlanger beim Bau anpacken. Die Gemeinde erhielt von der Obrigkeit die Erlaubnis, für den Bau Holz vom Wald im Gebiet Gschneit schlagen zu dürfen. An diesen Holzschlag erinnert heute noch der Flurname „Chilerüti“. Gemeinsam getragen wurden die Baukosten durch das Kloster Säckingen, die Gemeinde und Pfarrer Ringler – dessen Wappen an der Empore zu sehen ist. Eine Heizung in der Kirche gab es damals natürlich noch nicht – erstmals wurde 1936 eine Heizung eingebaut. Seit der Erbauung im Jahr 1717 hat die Kirche viele Renovationen und Umgestaltungen erfahren. Es gab Modernisierungen, Seitenaltäre wurden umgestaltet. Es kamen Heiligenfiguren dazu wie der Hl. Fridolin. Heute ist die Kirche ein modernes Gebäude mit historischem Hintergrund. Die technische Ausstattung ist auf dem modernsten Stand.
Diakon Thomas Frey, nach einem Bericht im Fricktaler Bote vom 26.11.1973