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Die US-Wahlen dominieren die Medienagenda, Trump die Wahlberichterstattung
Wie erwartet hat die Berichterstattung über die Präsidentschaftswahlen in den USA im Oktober nochmals stark zugenommen. Die Zahlen dazu sind beeindruckend: Der Tages-Anzeiger beispielsweise, von den analysierten Medien jene Zeitung, die am häufigsten über das Thema berichtet hat, publizierte alleine im Oktober 50 Beiträge über die Wahlen. Über kein anderes Thema hat die Abonnementszeitung auch nur annähernd so intensiv berichtet.
Ob frauenfeindliche Bemerkungen, die mögliche Nicht-Anerkennung des Wahlergebnisses oder sinkende/steigende Umfragewerte: Wie bereits während des gesamten Wahlkampfes wurde Donald Trump auch im Oktober häufiger thematisiert als seine Kontrahentin Hillary Clinton (vgl. Medienanalyse US-Präsidentschaftswahlen). Eindrücklich ist dabei, dass Trump in 37% aller Beiträge über die Wahlen vom Oktober bereits im Titel erwähnt wurde. Clinton wurde nur in 16% der Beiträge im Titel erwähnt, und dies trotz umfassender Berichterstattung über die neusten Erkenntnisse zur E-Mail-Affäre.
Diverse aussenpolitische Brennpunkte
Neben den USA stand im Oktober Syrien stark im Fokus der Schweizer Medien. Sowohl über den IS-Konflikt (Rang 2) als auch über den Bürgerkrieg in Syrien (Rang 4) wurde intensiv berichtet. Insbesondere die Schlachten um Aleppo, Mossul und Rakka gaben wiederholt Anlass zur Berichterstattung.
Mit dem Freihandelsabkommen CETA (Rang 7) und dem Bürgerkrieg in Kolumbien (Rang 10) befinden sich zudem zwei Auslandthemen in den Top 10, welche bis anhin nur wenig Resonanz generierten. Über das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA wurde im Oktober vor allem aufgrund des wallonischen Widerstandes viel berichtet: Das Abkommen drohte zu scheitern, weil der frankofone Landesteil Belgiens die Zustimmung lange Zeit verweigerte. Erst gegen Ende des Monats konnte ein Kompromiss gefunden und das Freihandelsabkommen schliesslich unterzeichnet werden. Die Hängepartie hat bewirkt, dass dem Thema über mehrere Wochen viel Aufmerksamkeit zuteil wurde.
Über den Bürgerkrieg in Kolumbien wurde im Oktober im Kontext des vom Volk abgelehnten Friedensvertrages zwischen der Kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation Farc umfassend berichtet. Dass Präsident Juan Manuel Santos für seine Bemühungen den Friedensnobelpreis erhielt, hat dem Thema zusätzliche Brisanz verliehen. Mit der Flüchtlingskrise in Europa rangiert auf Platz 9 ein weiteres aussenpolitisches Thema in den Top 10 des Monats.
MEI und Atomausstieg
Der Schweizer Politikbetrieb war im Oktober vor allem im Rahmen zweier Themen medial präsent: Durch die Debatte um die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative (Rang 5) und durch die bevorstehende Abstimmung über die Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» (Rang 3).
Die MEI ist wie im Vormonat September in den Top 10 vertreten, da sich mit der Umsetzung der Vorlage nach dem National- nun auch der Ständerat befasst hat. Zudem war die bundesrätliche Ablehnung der Rasa-Initiative, die das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative rückgängig machen möchte, ein Thema in den Medien.
Vor allem im Kontext der bevorstehenden Abstimmung über die Atomausstiegsinitiative der Grünen wurde im Oktober die Schweizer Energiepolitik umfassend debattiert. Dass die Vorlage bereits weit im Voraus der Abstimmung viel Resonanz erzeugt und Platz 3 der Medienagenda belegt, zeigt, dass die Frage zur Zukunft der Atomenergie sehr intensiv geführt wird.
Naturkatastrophen und der Fall Adeline
Das einzige neue Thema in den Top 10 ist der Hurrikan Matthew, der in mehreren Staaten Mittelamerikas und in den USA verheerende Schäden angerichtet hat. Die erneuten Erdbeben in Italien haben ebenfalls viel Medienresonanz erzeugt, rangieren aber knapp ausserhalb der Top 10 (Platz 11).
Komplettiert wird die Rangliste der wichtigsten Medienthemen im Oktober mit der Prozessberichterstattung im Fall Adeline. Dieses Thema wurde vor allem von den französischsprachigen Medien intensiv bewirtschaftet.