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Winterthur. 1984 ereignete sich in
Bhopal/Indien in der Pestizidfabrik des US-Konzerns Union Carbide
die grösste Chemiekatastrophe der Geschichte. Etwa 20’000 Menschen
sind bis jetzt an den Folgen gestorben und täglich werden es mehr.
Über 150’000 leiden noch heute unter schweren Gesundheitsproblemen.
Union Carbide (heute Dow Chemical) hat Bhopal verlassen, ohne das
hochgradig verseucht Fabrikgelände aufzuräumen. Die Menschen müssen
in einer vergifteten Umwelt leben und stark belastetes Wasser
trinken. Die Überlebenden der Katastrophe erhielten von den
Verursachern nie ausreichende medizinische Versorgung oder eine
angemessene Entschädigung. Dow Chemical, Rechtsnachfolgerin von
Union Carbide und grösster Chemiemulti der Welt, fühlt sich für
Bhopal nicht verantwortlich.
Der in Pakistan geborene Fotograf Raghu Rai, Mitglied der
renommierten Fotoagentur Magnum in Paris, kam wenige Stunden nach
der Chemiekatastrophe in Bhopal an. Er sah all die Toten, all die
Schwerverletzten und realisierte, dass hier etwas bislang
Unvorstellbares geschehen war. «Was ich damals sah, hat mein Leben
verändert», sagt Raghu Rai. «Tausende von Menschen starben, mehr
als am 11. September beim Anschlag auf das World Trade Center.
Damals schwor ich, der Welt zu zeigen was passiert, wenn
Unternehmen für ihre Handlungen nicht zur Verantwortung gezogen
werden».
Der 1942 in Pakistan geborene und heute in Delhi arbeitende
Raghu Rai ist einer der bedeutendsten Fotografen Indiens. Er ist
nicht nur Magnum-Mitglied, sondern er gehört auch der Jury der
World Press Photo Foundation an und ist Autor von zahlreichen
Büchern. Seine Aufnahmen und Fotoessays erschienen in bedeutenden
Zeitschriften und sind seit 1971 in der Bibliothèque Nationale in
Paris vertreten. Raghu Rais Fotografien waren unter anderem in
Ausstellungen in Hamburg, Prag, New York, Paris und Tokio zu sehen.
1993 wurde er in den USA «Fotograf des Jahres».
Die Wanderausstellung «Exposure – Porträt eines Verbrechens»,
die schon in Delhi und am Erdgipfel in Johannesburg gezeigt wurde,
ist vom 4.10. bis 15.11.2002 in der Coalmine Galerie in Winterthur
zu sehen. Die Ausstellung markiert den Auftakt der
Greenpeace-Kampagne «Gerechtigkeit für Bhopal» und gegen Dow
Chemical mit Europa-Hauptsitz bei Zürich. Durch die Fusion mit
Union Carbide hat der weltgrösste Chemiekonzern nicht nur die
Vermögenswerte von Union Carbide übernommen, sondern auch deren
Verantwortung für die unerfüllten Schadenersatzforderungen und das
andauernde unermessliche Leiden in Bhopal. Greenpeace und die
Organisationen der Überlebenden der Katastrophe fordern von
Dow:
- Die vollständige Sanierung des verseuchten Fabrikgeländes in
Bhopal
- Medizinische und finanzielle Wiedergutmachung für die
Überlebenden der Katastrophe
- Garantierte medizinische Langzeitversorgung und sauberes
Trinkwasser für alle Betroffenen
DOW! Clean up Bhopal NOW!
Kontakt:
Greenpeace Chemiekampagne, Matthias Wüthrich 01 / 447 41 31
Greenpeace Medienabteilung 01 / 447 41 11