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Seit Monaten verbreitet sich das Coronavirus auf der ganzen Welt. Wann genau das Virus Europa erreicht hat, ist allerdings nicht ganz klar. Die ersten Fälle gab es offiziell erst im Januar – allerdings gibt es Anzeichen, dass das Virus schon im vergangenen Herbst nach Europa gelangt sein könnte.
So berichtet der italienische Fechter Matteo Tagliariol, dass bereits bei den Militärweltspielen im Oktober in Wuhan einige Athleten an einem Virus gelitten hätten. «Viele Leute sind damals erkrankt», erklärt der Olympiasieger von 2008 gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA. «Nach einigen Tagen bekam dann auch ich einen starken Husten.» Der Arzt habe ihm dann mitgeteilt, dass viele andere ebenfalls an diesem Virus litten.
Die Militärweltspiele fanden vom 18. bis zum 27. Oktober 2019 in Wuhan statt. Im Dezember wurde dann in China der erste Infektionsfall offiziell gemeldet. Allerdings gibt es Spekulationen, das Coronavirus habe sich bereits zuvor verbreitet.
Nach seiner Heimreise seien die Symptome dann noch stärker geworden, sagt Tagliariol: «Eine gute Woche nach meiner Rückkehr ging es mir dann sehr schlecht. Ich hatte ziemlich hohes Fieber, das etwa drei Wochen lang nicht unter 37,5 Grad gesunken ist.»
Auch das Antibiotikum, welches er von seinem Arzt verschrieben bekam, habe nicht geholfen, so Tagliariol weiter. Erst drei Wochen später sei er wieder gesund geworden, dafür seien dann sein zweijähriger Sohn Leo und später auch seine Frau erkrankt.
Als dann Monate später über das Coronavirus berichtet wurde, erkannte Tagliariol die Symptome: «Ich bin kein Arzt und kenne mich nicht aus, aber ich habe gedacht, dass ich dieses Virus gehabt hatte. Es schien mir sehr ähnlich. Ich hatte auch Atemprobleme, ich habe zwar Asthma, doch meinen letzten Anfall hatte ich mit 18 Jahren. In den 19 Jahren danach nie mehr.»
Ob es tatsächlich das Coronavirus war, wisse er noch nicht, so Tagliariol gegenüber dem Corriere della Sera. Noch hat sich der Fechter nicht testen lassen. Dies wolle er nachholen, allerdings erst dann, wenn sich die allgemeine Situation etwas beruhigt hat.
Laut der französischen Zeitung L'Equipe haben sich auch die Fünfkämpfer Elodie Clouvel und Valentin Belaud wahrscheinlich bei den Spielen in Wuhan infiziert. (dab)