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Jurassierin Elisa Shua Dusapin erhält National Book Award
Die 29-jährige Absolventin des Bieler Literaturinstituts ist die erste Schweizerin, die diesen Preis erhält, wie der Verlag Editions Zoé am Donnerstag gegenüber Keystone-SDA erklärte. Der mit 10'000 Dollar dotierte Preis ist einer der wichtigsten in der angelsächsischen Welt.
Die amerikanische Jury schrieb über das in sechs Sprachen übersetzte Buch: "Ein nüchterner Roman, der die Verwerfungen kultureller, intimer oder nationaler Identitäten erforscht. Die elegante Übersetzung von Aneesa Abbas Higgins sublimiert die Sprache von Elisa Shua Dusapin". Die Jury wählte das Buch aus 154 zeitgenössischen Romanen, die in 27 verschiedenen Sprachen erschienen sind.
"Ein Winter in Sokcho" wird derzeit von Regisseur Koya Kamura verfilmt. Das bereits im Theater gezeigte, aber wegen der Pandemie blockierte Stück nach dem Roman wird nächstes Jahr wieder auf den Westschweizer Bühnen zu sehen sein.
Der 2016 im Verlag Zoé erschienene und seither schon mehrfach ausgezeichnete Roman spielt in Sokcho, einer kleinen südkoreanischen Hafenstadt unweit der Grenze zu Nordkorea. Die Ich-Erzählerin, ein junges Mädchen, das in einer kleinen Pension arbeitet, teilt ihr Leben mit ihrer Mutter, einer Fischhändlerin, und ihrem Freund, einem Model. Die Ankunft eines französischen Comic-Autors in der Pension bringt ihren eintönigen Alltag durcheinander.
Elisa Shua Dusapin ist die Tochter eines französischen Vaters und einer südkoreanischen Mutter. Sie wuchs zwischen Paris, Seoul und dem jurassischen Porrentruy auf. Im Verlag Zoé veröffentlichte sie ausserdem "Les Billes du Pachinko" (2018) und "Vladivostok Circus" (2020).
Der seit 1950 verliehene National Book Award ging unter anderem schon an Philip Roth, John Irving oder Louise Erdrich. Seine Kategorie "Übersetzte Literatur" würdigte Übersetzungen von Autoren wie Italo Calvino, Yasunari Kawabata oder Octavio Paz.