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über die Wyborada
Die Heilige Wiborada ist Namensgeberin der Frauenbibliothek.
Wiborada
Die Namensgebung "Wyborada" erfolgte durch die geistige Nähe zur Heiligen Wiborada. Sie ist mit dem Heiligen Gallus und dem Heiligen Otmar die dritte Stadtheilige St.Gallens. Wiborada ist zudem die erste weibliche Heilige der Katholischen Kirche; sie wurde bereits 1047, also etwa 120 Jahre nach ihrem gewaltsamen Tod, heilig gesprochen.
Sie lebte etwa von 880 bis 926. Obwohl sie bescheiden und zurückgezogen lebte, wurde sie sehr verehrt und gleichermassen vom Volk wie von den kirchlichen Ständen und Obrigkeiten wegen ihrer Prophezeiungen und weisen Ratschläge zu Rat gezogen. Zugleich war sie Wohltäterin der Armen und eine ernstzunehmende Autorität, der hohes Ansehen zuteil wurde. Auch galt sie als radikal, eigensinnig und selbstbewusst.
Die Heilige Wiborada ist darüber hinaus Patronin der Bibliotheken und Bücher, weil sie auf wundersame Weise, vermutlich durch eine Vorahnung, vom bevorstehenden Überfall der Ungarn auf die Stadt St.Gallen im Jahr 926 unterrichtet war, so dass die Bibliotheksschätze rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. Bei diesem Angriff auf die Stadt verlor sie ihr Leben. Es lag bei der Gründung der Frauenbibliothek also nahe, der klugen und mutigen Frau mittels ihres Namens Ehre zu erweisen.
Desgleichen gibt es einen weiteren gewichtigen Grund: etymologisch stammt Wiborada von Wiberrot, also Weiberrat. Der vormals abschätzige Begriff "Weib" wurde dabei durch die Frauenbewegung rehabilitiert und "Weiberrat" als Ausdruck und Name für eine politisch autonome, basisdemokratische, selbst verwaltete Fraueninstitution eingesetzt.