Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03418.jsonl.gz/1056

Am frühen Samstagmorgen machten sich die sensler Ringerinnen und Ringer auf den Weg ins Aargau, dort richtete die RS Freiamt die diesjährigen Titelkämpfe im Freistil aus.
Lars Berger war der einzige sensler Kadett und trat in der Kategorie bis 47kg an. Nach einem Freilos in der ersten Runde verlor er seinen ersten Kampf 4:16 technisch überhöht. Im zweiten Kampf
gelang ihm ein besserer Start und er vermochte mehrmals die Angriffe seines Gegners zu kontern und am Boden selbst zu Punkten. Beim Stand von 8:0, also kurz vor einem eigenen vorzeitigen Sieg,
welchen es ab einer Differenz von 10 Punkten gibt, legte ihn sein Gegner aber auf die Schultern und Lars musste eine bitter Niederlage einstecken. Im letzten Match um die Diplomränge 5+6
gestaltete sich der Kampf offen. Lars rang deutlich offensiver als noch in den Kämpfen zuvor, doch waren die Attacken oft nicht gut genug vorbereitet und kamen so nicht durch und er musste sich
nach voller Kampfdauer geschlagen geben.
Bei den Frauen lieferte Svenja Jungo bis 50kg einen souveränen Start ab. Ihre ersten beiden Kämpfe gewann sie klar und ohne eigenen Punktverlust vorzeitig. Auch im Finale lag sie bereits deutlich in Führung, als ihr plötzlich einige Unaufmerksamkeiten und unsaubere Angriffe noch einmal ein enges Match bescherten. Am Ende stand aber dennoch ein Sieg, wenn auch knapp, zu Buche und sie kann sich erneut amtierende schweizer Meisterin nennen.
Eveline Lötscher war die zweite Frau in den Reihen der Sensler. Sie trat bis 65kg gegen ihre Schwester Miriam an. Da sie nur zu zweit in ihrer Kategorie waren, entschied das Wettkampfbüro beide zweimal gegeneinander antreten zu lassen. Eveline war die angriffigere Ringerin, doch ihre Schwester konnte die nicht ganz sauberen Attacken zu Meist abwehren und zwei mal knapp als Siegerin die Matte verlassen, somit wurde Eveline Vizemeisterin.
Die Männer starteten mit Ronan Feyer und Daniel Cottin in der Klasse bis 65kg an. Beide starteten mit einer Niederlage. Ronan gegen Nationalkaderathlet und Lokalmatador Nino Leutert, nachdem er nach einem Überwurf in der Bodenlage seinen Arm nicht mehr lösen konnte und einige Rollen abgeben musste, bis ihn sein Gegner ausgepunktet hatte. Daniel kam nicht richtig zu seinem sonst sehr offensiven Ringstil und musste sich nach 6 Minuten geschlagen geben, da er selbst nur einen Wertungspunkt erzieht hatte. Die beiden nächsten Kämpfe liefen deutlich besser. Ronan punktete 2x seine Kontrahent aus. Daniel siegte in einem spannenden Kampf knapp mit 12:9 und im nächsten per Schultersieg. Somit traten beide in der vierten Runde gegeneinander an. Ronan konnte diesen Kampf klar für sich entscheiden und somit war das Turnier für Daniel zu Ende. Ronan kämpfte jedoch noch um die Chance auf eine Medaille. Gegen den an diesem Tag stark auftretenden Wesal Akbari aus Einsiedeln, der seine beiden bisherigen Siege mittels technischer Überlegenheit für sich entschieden hatte, stelle Trainer Armin Gugler seinen Athleten auf einen engen Kampf ein, der ihm alles abverlangen sollte. Doch Ronan belehrte seinen Coach eines besseren. Nur knapp 30 Sekunden benötigte er um nach einem Feuerwerk von Angriffen als frühzeitiger Sieger die Matte verlassen zu können und somit im kleinen Finale stand. Dieses hatte man sich dann auch enger erhofft. Doch der lange Kampftag und das Gewicht machen zeigten beim konditionell normalerweise so starken Sensler Spuren und ihm gelang kein Zugriff zum Kampf. Kurz vor Ende der Kampfzeit musste er die Dominanz seines Gegners anerkennen und die Niederlage akzeptieren und sich mit dem dennoch sehr guten vierten Platz begnügen.
Bis 70kg bekam es Melvin Feyer nach einem Schultersieg im ersten Kampf und grossem Fight in der zweiten Runde, in der er sich nach Rückstand dank einer schönen 4er-Wertung noch knapp mit 7:5 durchsetzen konnte, wieder einmal mit Randy Vock aus Freiamt zu tun. Wie bereits vor einigen Wochen an der Meisterschaft im griechisch-römischen Stil war der ehemalige Nationalkaderathlet auch diesmal leider eine Nummer zu groß für Melvin und er musste sich frühzeitig geschlagen geben. Doch die Antwort auf diese Niederlage folgte direkt im nächsten Kampf. Um den Einzug ins kleine Finale perfekt zu machen schulterte er erneut seinen Gegner und rang somit um die Bronzemedaille. Gegen Nati A Ringer Lars Neyer aus Einsiedeln legte Melvin eine grandiose erste Halbzeit hin und führte mit 8:0, doch unerklärlicherweise ließ er in der zweiten Hälfte von seinem abgeklärten und kontrollierten Ringstil ab und riskierte viel zu unsaubere Aktionen, die sein Gegner prompt ausnutzte und sich eine 14:10 Führung sicherte. Melvins erste Medaille bei den Aktiven war zum Greifen nah, doch diese bittere Niederlage wird ihn mit Sicherheit weiter dazu motivieren an sich zu arbeiten und im nächsten Jahr erneut anzugreifen.
In der Gewichtsklasse bis 75kg trat mit Jonas Schwaller der nächste Sensler an. Nach einem souveränen Auftaktsieg gelang ihn den folgenden Kämpfen leider keine Revanche. Sowohl gegen Estaban Tschaner als auch Lars Epp hatte Jonas in den vergangenen Wochen an der Aktiven bzw. Junioren SM im Greco bereits verloren, auch heute im freien Stil musste er sich diesen Gegnern geschlagen geben und das Turnier somit vorzeitig beenden.
Michael Nydegger bekam es im Schwergewicht mit Dauerrivale Dominik Streiff aus Tuggen zu tun. In den vergangen Jahren waren diese Kämpfe in der Liga so gut wie vorprogrammiert, oft mit Spannung bis zur letzten Sekunde, so auch heute. Da sich beide Athleten sehr gut kennen, war das Kampfgeschehen sehr taktisch geprägt und Michu ging durch eine Passivitätszeit mit einem 0:1 Rückstand in die Pause, da normalerweise in der zweiten Kampfhälfte der noch nicht ermahnte Ringer diese Passivität zugesprochen bekommt, rechnete man sich auf Seiten der Sensler aber noch gute Chancen aus. Unverständlicherweise kam es aber anders und Michu wurde zum zweiten mal verwarnt, was ihm einen Rückstand von 2 Punkten bescherte. Er versuchte in den letzten Kampfsekunden nochmal alles und ihm gelang tatsächlich das Ankippen seines Gegners, jedoch war da die Kampfzeit schon abgelaufen und somit zählten die Punkte nicht und er musste sich geschlagen geben. Im zweiten Kampf gelang es Michael einige Male die Angriffe seines Gegners abzufangen und selbst zu punkten und somit qualifizierte auch er, als dritter Sensler des Tages, für das kleine Finale. Gegen den Schattdorfer Christoph Waser, der knapp 40kg mehr auf die Waage gebracht hatte, stand ihm ein im wahrsten Sinne des Wortes schwerer Gegner gegenüber. Nach anfänglichem Abtasten gelangen Michu einige Punkte, doch plötzlich zog sein Gegner eine Schleuder, die für den Sensler fast die Schulterniederlage bedeutete, doch Michu kämpfte sich aus der gefährlichen Lage und wandte die Niederlage ab. Es entstand ein offener Schlagabtausch, beide Athleten versuchten Griff um Griff, so dass am Ende eines spektakulären Kampfes ein im Schwergewicht untypisch hohes Ergebnis von 15:8 stand und Michu nach den beiden Schweizermeistertiteln der vergangen Jahre sich dieses Jahr die Bronzemedaille umhängen lassen durfte
Mit einem kompletten Medaillensatz und 3 Diplomen können die Sensler zufrieden sein, auch wenn sogar noch etwas mehr drin gelegen wäre.