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Ein Drittel aller Menschen, die an Depressionen leiden, reagiert nicht auf die derzeitig verfügbaren Medikamente. Eine Studie der Emory University zeigt, dass eine Resistenz gegenüber Antidepressiva mit erhöhten Entzündungswerten assoziiert ist.
Frühere Studien an Labortieren hatten bereits gezeigt, dass Entzündungen Auswirkungen auf das Gehirn mit sich bringen, die die Wirksamkeit herkömmlicher Antidepressiva unterminieren. Dies ist eine der ersten Studien am Menschen, die diese Ergebnisse bestätigt. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Psychoneuroendocrinology veröffentlicht. [1]
Die Studie untersuchte das Blut von 98 depressiven Patienten, die zu jenem Zeitpunkt keine Medikamente mehr einnahmen, zuvor jedoch verschiedene Antidepressiva erhalten hatten. Bei dem nachträglichen Bluttest zeigte sich, dass diejenigen Patienten, bei denen die medikamentöse Behandlung zwei- oder dreimal erfolglos geblieben war, signifikant erhöhte Werte der Entzündungscytokine TNF, sTNR-R2 und IL-6 aufwiesen. Außerdem lag ihr CRP-Wert höher, was jedoch nur so lange galt, bis Adipositas in die statistische Analyse mit einbezogen wurde, da Adipositas und CRP sehr eng miteinander verknüpft sind.
Wenn ein Patient einen hohen CRP-Wert (CRP > 3mg/l) aufweist, ist es möglich, dass Medikamente, die den Neurotransmitter Dopamin beeinflussen, wirksamer sind als die üblichen Medikamente, die den Neurotransmitter Serotonin beeinflussen, erklärt ein beteiligter Forscher. [2] Weiterhin können Entzündungen oft auch durch Änderungen der Lebensweise wie gesunde Ernährung, Gewichtsabnahme und mehr Bewegung reduziert werden. Darüber hinaus zeigen auch erste Tests mit entzündungshemmenden Medikamenten vielversprechende Ergebnisse. Doch bedarf es noch weitergehender Forschung, um dies eindeutiger zu untermauern.
In den USA leiden etwa 10 % der Erwachsenen an Depressionen. Und weltweit sind Depressionen eine der größten Ursachen für Erwerbsunfähigkeit und Behinderung. Die wichtigste Schlussfolgerung aus dieser Studie besteht nach Ansicht der Forscher möglicherweise darin, dass es für depressive Patienten, die nicht von Medikamenten profitieren, nützlich sein kann, ihren Arzt zu bitten, ihre Entzündungswerte zu messen und die Entzündung – oder ihre Auswirkungen auf das Gehirn – zu behandeln.
[1] Antidepressant treatment resistance is associated with increased inflammatory markers in patients with major depressive disorder, Ebrahim Haroon, Alexander W. Daguanno, Bobbi J. Woolwine, David R. Goldsmith, Wendy M. Baer, Evanthia C. Wommack, Jennifer C. Felger, Andrew H. Miller, Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, Emory University School of Medicine, Atlanta, GA 30322, United States
[2] https://medicalxpress.com/news/2018-06-link-antidepressant-treatment-resistance-inflammation.html