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Sonderbericht zur globalen Erwärmung von 1,5 Grad
Im sogenannten „Paris-Abkommen“ aus dem Jahr 2015 einigten sich 195 Regierungen der Welt darauf, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad - wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius -gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die zu erwartenden Auswirkungen einer solchen globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius und die dazu nötigen Anstrengungen hat der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der Vereinten Nationen (IPCC) in einem neuen Sonderbericht zusammengefasst. Dieser wurde heute, 8. Oktober 2018 vorgestellt.
Eine Auswahl wichtiger Aussagen aus dem Sonderbericht sind:
- Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius ist möglich, erfordert aber schnelle und weitreichende Transformationen in den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten in Sektoren wie Energie, Landnutzung, Stadt und Infrastruktur sowie Industrie.
- Wenn die Emissionen wie derzeit weiter ansteigen, wird die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zwischen 2030 und 2052 die Marke von 1,5 Grad Celsius übersteigen und damit das angestrebte Langzeitziel des Pariser-Abkommens überschreiten.
- Damit eine Beschränkung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius erreicht werden kann, muss eine schnelle und umfassende Reduktion der menschgemachten CO2-Emissionen auf praktisch null Emissionen um das Jahr 2050 erfolgen.
- Die vom Menschen verursachte globale Erwärmung lag im Jahr 2017 bereits um rund 1,0 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau.
Globale Veränderungen haben auch markante Auswirkungen auf die Schweiz. Am Beispiel der gemessenen Temperatur lässt sich das eindrücklich erklären. In der Schweiz hat die bodennahe Lufttemperatur seit der vorindustriellen Zeit um knapp 2 Grad Celsius zugenommen. Das Jahr 2017 lag rund 2,3 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau (vgl. Abbildung). Was bedeutet das für die Zukunft? Muss mit einer weiteren starken Zunahme der Temperaturen in der Schweiz gerechnet werden? Ist der letzte heisse und trockene Sommer 2018 bald „normal“? Und müssen wir uns auch auf Veränderungen von heftigen Niederschlägen vorbereiten?
Solche und weitere Fragen beantworten die neuen Schweizer Klimaszenarien, welche am 13. November 2018 als Themenschwerpunkt des National Centre for Climate Services (NCCS) der Öffentlichkeit an der ETH Zürich vorgestellt werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Vorträge und Podiumsdiskussion werden zweisprachig auf Deutsch & Französisch durchgeführt. Interessierte können sich noch bis am 6. November 2018 über folgenden Link anmelden: https://ethzurich.eventsair.com/ch2018-klimaszenarien/language/Site/Register
Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz hat den Auftrag, regelmässig Klimaszenarien für die Schweiz zu erarbeiten und bereitzustellen. Während der letzten vier Jahre wurden anhand von neusten Klimamodelldaten in Zusammenarbeit mit ETH Zürich, der Universität Bern und ProClim mögliche Auswirkungen für die Schweiz berechnet. Diese Klimaszenarien liefern eine wichtige faktenbasierte Grundlage zur Untersuchung der Auswirkungen sowie der Anpassung an den Klimawandel.