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Den Handwerken, die auf der Safranzunft dienen sollten, wurden seit dem 16. Jahrhundert auch die Seifensieder beigezählt. In diesem Sinn führt noch das Zunftverzeichnis zu Safran von 1600 die Seifensieder auf. Trotzdem scheint das Gewerbe keinem eigentlichen Zunftzwang unterworfen, sondern frei gewesen zu sein, wie das «Lichterziehen», d.h. die Herstellung von Kerzen, die jahrhundertelang von den Metzgern als Nebenberuf betrieben wurde. Die Zahl der safranzünftigen Seifensieder ist denn auch eine geringe. Es sind nur spärliche Notizen, die uns einzelne Seifensieder näher bringen, wie den 1541 aus München hergezogenen Hans Schrel, der sich als Bürger wegen seines losen Mundwerkes schlecht anliess; höhnte er doch 1547, wenn die geborenen Baseler und Eidgenossen gesotten und gebraten wären, so wollten er und andere Schwaben und Bayern sie in einem Schlaftrunk fressen. Er musste zur Strafe bei offenen Türen vor beiden Räten, gemeiner Bürgerschaft Abbitte tun, er habe die Unwahrheit geredet, er wüsste nichts von den Bürgern als Ehre, Liebes und Gutes.
Ueber Art und Weise des Geschäftsbetriebes wirft ein im Zunftbuch niedergelegtes Protokoll ein interessantes Streiflicht. Am 4. Juni 1668 wurde vor dem Vorgesetztenbott als Gerichtsstand gegen den Schneider Benedikt Coppet und David Herman die Seifensieder verhandelt. Coppet war mit Herman, der 1647 bei seiner Zunftaufnahme versprochen hatte, nur mit Pariser Kurzwaren zu handeln, ein Kompagniegeschäft auf sechs Jahre zur Fabrikation von Seife eingegangen. Zu dem Betrieb schoss Herman tausend Gulden Kapital dar. «Weilen Coppet die Wissenschaft habe, Seife zu machen, Herman aber nicht», sollte vom Gewinn jedwederm der halbe Teil gebühren. Bei vorzeitiger Auflösung der Geschäftsgemeinschaft sollte der Austretende seinem Partner 50 Reichstaler erstatten. Nachdem Coppet den Betrieb geleitet hatte und Herman in die Geschäftsgeheimnisse eingewiht war, fing dieser allerlei Dispute an und schaffte Coppet ab unter dem Vorwand, er habe die Seife verderbt und verstehe das Handwewrk nicht. Coppet verlangte nun vom Zunftvorstand, ihn bei dem Vertrag zu schützen «sintemalen die Seife Kaufmannsgut und kein Verlust sondern Gewinn dabei sei». Coppets Forderung wurde in vollen Umfang geschützt und Herman entging nur in Rücksicht seiner vielen Kinder strengerer Bestrafung.
Dass Seife ein lohnender Verkaufsartikel war, geht aus den vielfachen Reklamationen der Spezierer wegen unerlaubter Konkurrenz hervor. Im Jahre 1679 beklagten sie sich schwer über den «Alamode Gremper neben dem Schwanen», der Oele und Seife vertrieb. In diesem Alamodegremper haben wir wohl Basels ersten Parfumeur zu erblicken. Vier Jahre später erging ein geharnischtes Beschwerdeschreiben der gesamten Speziererschaft wegen Eingriffen der Gremper zweier Apotheker und etlicher junger Kaufleute, die in ihren Gewölben Seife en détail verkauften. Letztmals wurde 1729 bei der grossen Auseinandersetzung der Spezierer mit den zu Gartnern zünftigen Grempern diesen der Seifeverkauf strikte abgesprochen.