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Kolumbien beheimatet über sechzig verschiedene Sprachen und ist somit eine Region mit einer relativ hohen sprachlichen Vielfalt. Bedauerlicherweise sind bis zum heutigen Tag nur wenige dieser Sprachen umfassend erforscht und beschrieben worden. Zudem ist ein Grossteil der Minderheitensprachen Kolumbiens durch die stetige Ausbreitung des Spanischen vom Aussterben bedroht. Die Dokumentation der sprachlichen Vielfalt in dieser Region ist daher ein dringliches Anliegen der deskriptiven Sprachwissenschaft.
Im Rahmen des Projekts soll die Grammatik der Sprache Kogi wissenschaftlich untersucht werden. Das Kogi gehört der Familie der Chibcha-Sprachen an und wird in der Gegend der Sierra Nevada de Santa Marta, einer Gebirgskette im Norden Kolumbiens, von rund 9'000 Menschen gesprochen.
Das Ziel des Projekts ist die umfassende grammatische Beschreibung des Kogi unter besonderer Berücksichtigung seines komplexen Verbsystems. Die grammatische Beschreibung leistet einen Beitrag zum Wissen über die mannigfaltigen Strukturen der Sprachen dieser Welt. Davon können insbesondere die sprachwissenschaftliche Forschung, die auf Daten von wenig erforschten Sprachen basiert (Sprachtypologie), als auch die historische Sprachforschung profitieren.
Die Daten, auf denen diese Untersuchung basiert, werden während Forschungsaufenthalten in Kolumbien in Zusammenarbeit mit MuttersprachlerInnen des Kogi gesammelt. Die Datenerhebung erfolgt mittels gängiger Methoden der linguistischen Feldforschung, welche Interviews und das Aufnehmen von Alltagssprache beinhalten. Die Sammlung der primären Daten wird schliesslich in einem öffentlich zugänglichen Archiv hinterlegt und bildet somit eine wertvolle Ressource für andere SprachwissenschaftlerInnen sowie Forschende anderer Disziplinen.