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Realitäts-Orientierungstraining (ROT)
Das Realitäts-Orientierungstraining (ROT) ist ein verhaltenstherapeutischer Ansatz, der 1958 von J. Folsom, später unter Mitarbeit von L.R. Taulbee, in den USA entwickelt wurde.
Nach Folsom verfolgt das ROT das primäre Ziel, die Gedächtnisleistung bei Menschen mit Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Orientierungsschwierigkeiten zu steigern und die zeitliche, örtliche und personelle Orientierung zu verbessern. Ausserdem soll die Identität erhalten bleiben, und die Selbstständigkeit, das Wohlbefinden und die soziale Kompetenz sollen gefördert werden. Erwähnenswert ist auch die mit der Anwendung des ROT angestrebte Steigerung der Arbeitszufriedenheit des Personals, welche zu den Zielsetzungen des ursprünglichen Konzepts gehört.
Allerdings werden diese Programme in Form der Realitäts-Orientierung zunehmend kritisch betrachtet. Eine korrigierende und erziehende Art der Anwendung scheint wenig zur Lebensqualität beizutragen und das Selbstwertgefühl der Menschen mit Demenzerkrankung eher zu schmälern und zu diskreditieren. Dennoch wird immer wieder über positive Effekte der Realitätsorientierung bei Menschen mit leichter bis mittlerer Demenz berichtet.
Das von Folsom entwickelte Konzept wird in seiner ursprünglichen Form nicht mehr angewendet. Es lassen sich aber Teilaspekte daraus in unterschiedlichen, später entwickelten Betreuungskonzepten, z.B. in der Milieutherapie, wiederfinden.
Weiterführende Literatur
Stuhlmann, W. (2011). Demenz braucht Bindung. Wie man Biographiearbeit in der Altenpflege einsetzt (2. Aufl.). München.