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Am 22. August 2020 wird dem Richard Wagner Museum eine Bibel aus dem Jahr 1870 überreicht, die Richard Wagner eigenhändig signierte.
Das Richard Wagner Museum bekommt am 22. August 2020 eine Bibel mit original Handschrift von Richard Wagner und kunstvollen Illustrationen des berühmten Franzosen Gustav Doré geschenkt. Ein Zürcher Galerist stiftet sie dem Museum.
Wagner erwarb diese kostspielige Bibel 1870 bei «Franz Josef Schiffmann’s Buchhandlung und Antiquariat in Luzern», wie der Einband verrät. Vermutlich befand sich diese Buchhandlung dazumal in der Krongasse.
Warum kaufte der Atheist Richard Wagner eine Bibel?
Richard Wagner lebte seit 1866 in Luzern, im Landhaus Tribschen am See. Seine Geliebte Cosima von Bülow, geb. Liszt, schenkte ihm 1869 das dritte uneheliche Kind. Dieser Sohn sollte den Namen «Wagner» tragen. Allerdings war das nur möglich durch die Heirat seiner Eltern.
Am 25. August 1870, vor 150 Jahren, fand in der reformierten Gemeinde der Matthäuskirche die Trauung von Cosima und Richard Wagner statt. Pfarrer Johann Heinrich Tschudi hat die Eheschliessung vollzogen.
Cosima musste sich vorher von ihrem Mann Hans von Bülow scheiden lassen und als Katholikin zum Protestantismus übertreten. Ihrem Sohn zu Liebe hat sie dies auf sich genommen. Pfarrer Tschudi hat sich dabei kooperativ gezeigt und es zugelassen, dass das Kind mit einer Verzögerung von über einem Jahr am 4. September 1870 getauft und registriert und damit als Wagner-Sohn anerkannt wurde.
Richard Wagner hat mit dieser Bibel seine Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht und sie mit folgender Widmung dem Pfarrer geschenkt:
Herrn Pfarrer Tschudi
Dem geehrten Freunde
zur Erinnerung an die dankbar von uns empfangenen Spenden Seines geistlichen Segens
von
Richard und Cosima Wagner Tribschen
25. Juli und 4. Sept.
1870»
Von Sonntag, 23. August, bis Ende September 2020 ist diese Bibel mit der handschriftlichen Widmung Richard Wagners im Museum ausgestellt.
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