Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/811

Ein Uno-Bericht zum Dammbruch in Brasilien lässt noch mehr Kritik an den Betreibergesellschaften BHP Biliton und Vale aufkommen. Die Aktien der Firmen gehen auf Talfahrt.
Die Untersuchung eines Dammbruchs mit Todesfällen in Brasilien durch die Vereinten Nationen hat ergeben, dass die freigesetzten Abfallstoffe toxisch sind. Zudem seien die Schritte, welche die australisch-britische BHP Billiton und die brasilianische Vale unternommen hätten, um Schaden zu vermeiden, unzureichend.
Das Gemeinschaftsunternehmen der beiden Konzerne, Samarco Mineracao, erklärte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit von Menschen. Die Aktien von BHP gaben in Sydney am Donnerstag um 3,7 Prozent nach. Im Londoner Handel notierten BHP um 10:33 Uhr MEZ 2,8 Prozent niedriger. Vale verloren am Mittwoch in Sao Paulo 2,7 Prozent.
Grösstes Bergbauunglück Brasiliens
Es gebe Belege, dass die 50 Millionen Tonnen Eisenerzabfall, die beim Dammbruch am 5. November freigesetzt wurden, hohe Werte von Schwermetallen und anderen giftigen Chemikalien enthielten, hiess es in einer Mitteilung des Büros des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Samarco erklärte in einer Mitteilung, das Unternehmen respektiere zwar die Meinung der Vereinten Nationen, habe aber alle Massnahmen ergriffen.
Das Unglück wurde als grösste Bergbaukatastrophe in der Geschichte Brasiliens bezeichnet. Etwa 20 Personen sind entweder ums Leben gekommen oder werden noch vermisst, nachdem der Dammbruch eine Schlammlawine auslöste, die sich in ein Dorf ergoss. Der Unfall verstärkt den Druck auf BHP und Vale, die bereits mit dem Rohstoffpreisverfall und fallenden Aktienkursen zu kämpfen haben. Die Reaktion wird ein Test für die CEOs von BHP und Vale, Andrew Mackenzie und Murilo Ferreira, sein; beide hatten den Unglücksort besucht und erklärt, sie seien über die Verwüstungen entsetzt.
Normaler Boden
BHP teilte am Donnerstag mit, der Abraum aus dem Samarco- Fundão-Damm enthalte Lehm und Schlamm, sei chemisch stabil und verhalte sich in der Umwelt wie normaler Boden. Das Unternehmen gab darüberhinaus die Mitteilung von Samarco wider. Laut Mitteilung per E-Mail hat das Unternehmen öffentliche Kommentare zur Zusammensetzung des Abraums zur Kenntnis genommen, es erwähnte aber nicht die Vereinten Nationen. Das Vale-Büro in Singapur verwies Anfragen an Vertreter in Brasilien.
«Die Schritte, die BHP, Vale und die brasilianische Regierung unternommen haben, um Schaden abzuwenden, waren eindeutig unzureichend», erklärten John Knox, UN- Sonderberichterstatter für Menschenrechte und Umwelt, und Baskut Tuncak, UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte und gefährliche Substanzen.
(bloomberg/mbü)