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Injektionslösung für Rinder und Schweine; Antibiotikum für Rinder und Schweine
ATCvet-Code: QJ01FA95
ZusammensetzungGamithromycinum 150 mg, acidum succinicum, Antiox.: 3-mercapto-1,2-propandiolum 1 mg, glyceroli formalum q.s. ad solutionem pro 1 ml.
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenGamithromycin ist ein Azalid aus der Gruppe der halbsynthetischen Makrolidantibiotika, bestehend aus einem 15-C Laktonring mit einem kennzeichnenden alkylierten Stickstoffatom an der Position 7a. Dieser spezielle chemische Aufbau ermöglicht die rasche Aufnahme bei physiologischem pH-Wert und die lange Wirkungsdauer im Zielgewebe Lunge.
Makrolidantibiotika haben sowohl bakteriostatische als auch bakterizide Wirkung, da sie die bakterielle Proteinsynthese unterbrechen, indem sie sich an die ribosomale 50S-Untereinheit binden und somit die Verlängerung der Peptidkette verhindern. In vitro-Daten belegen, dass Gamithromycin bakterizid wirkt. Die antimikrobielle Wirkung von Gamithromycin schliesst als Breitspektrumantibiotikum Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida, Histophilus somni, Actinobacillus pleuropneumoniae, und Haemophilus parasuis ein. Diese pathogenen Keime, ausser Actinobacillus pleuropneumoniae das selten in Schweizer Schweinbestände isoliert wird, sind am häufigsten an den Atemwegserkrankungen beim Rind (BRD) und beim Schwein (SRD) beteiligt.
Die folgenden Minimalen Hemm-Konzentrationen (MHK) und Minimalen bakteriziden Konzentrationen (MBK)-Daten stammen aus repräsentativen Proben von Feldisolaten innerhalb verschiedener geographischer Regionen der EU.
Die MHK90 für europäische Mycoplasma bovis Stämme (Spanien, Frankreich, Ungarn und Grossbritannien, gesammelt zwischen 2010 und 2013) ist > 64 µg/ml (Intervall 1 - > 64 µg/ml, Anzahl Stämme = 156).
Für die Resistenz gegen Makrolidantibiotika, die auch als MLSB-Resistenz bezeichnet wird, da sie Makrolidantibiotika, Lincosamide und Streptogramine in gleicher Weise betrifft, werden drei Mechanismen verantwortlich gemacht. Zu diesen gehören die Veränderung der ribosomalen Bindungsstelle, die Verwendung aktiver Effluxmechanismen und die Produktion inaktivierender Enzyme.
Pharmakokinetik
RinderGamithromycin in einer Dosierung von 6 mg/kg Körpergewicht wurde nach einmaliger subkutaner Injektion in den Halsbereich des Rindes rasch resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen wurden nach 30 bis 60 Minuten erreicht. Die Plasma-Halbwertszeit betrug mehr als 2 Tage.
Das Tierarzneimittel wies bei beiden Geschlechtern eine Bioverfügbarkeit von > 98% auf. Das Verteilungsvolumen im Steady-state betrug 25 l/kg.
In der Lunge wurden maximale Konzentrationen nach weniger als 24 Stunden erreicht bei einem Lunge-Plasma-Verhältnis von > 264. Dies zeigt, dass Gamithromycin rasch ins Zielgewebe der BRD aufgenommen wird.
Aus in vitro-Plasmaprotein-Bindungsstudien geht eine mittlere Konzentration des freien Wirkstoffs von 74% hervor. Die Exkretion des unveränderten Wirkstoffs erfolgte hauptsächlich biliär.
Schweine:Gamithromycin in einer Dosierung von 6 mg/kg Körpergewicht wurde nach einmaliger intramuskulärer Injektion bei Schweinen rasch resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen wurden nach 5 bis 15 Minuten erreicht mit einer langen Plasmahalbwertszeit von etwa 4 Tagen. Die Bioverfügbarkeit von Gamithromycin betrug > 92%. Der Wirkstoff wird rasch ins Zielgewebe für SRD aufgenommen. Die Anreicherung von Gamithromycin in der Lunge wurde durch hohe und gleichbleibende Konzentration im Lungengewebe und der Bronchialflüssigkeit gezeigt, die die Blutplasmakonzentrationen weit überstiegen. Das Verteilungsvolumen im steady-state betrug etwa 39 l/kg.
Aus in-vitro-Plasmaprotein-Bindungsstudien geht eine mittlere Konzentration des freien Wirkstoffs von 77% hervor. Der wichtigste Ausscheidungsweg war die biliäre Exkretion des unveränderten Wirkstoffs.
IndikationenZur Therapie und Metaphylaxe von Atemwegserkrankungen beim Rind (BRD), hervorgerufen durch Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida und Histophilus somni.
Das Auftreten der Erkrankung in der Herde sollte vor Beginn der metaphylaktischen Behandlung nachgewiesen worden sein.
Zur Behandlung von Atemwegserkrankungen beim Schwein (SRD), hervorgerufen durch Actinobacillus pleuropneumoniae, Pasteurella multocida und Haemophilus parasuis.
Zur korrekten Dosierung sollte das Körpergewicht so genau wie möglich bestimmt werden.
Rinder:
Subkutane Injektion. Bei der Behandlung von Rindern über 250 kg Körpergewicht sollte die Dosis so aufgeteilt werden, dass nicht mehr als 10 ml an einer einzelnen Injektionsstelle verabreicht werden.
Schweine:
Intramuskuläre Injektion. Das Injektionsvolumen sollte nicht mehr als 5 ml pro injektionsstelle betragen.
Der Stopfen kann bis zu 60-mal durchstochen werden. Bei Mehrfachentnahme wird empfohlen, ein automatisches Dosiergerät zu verwenden, um übermässiges Anstechen des Stopfens zu vermeiden.
ÜberdosierungIn klinischen Studien wurde die grosse therapeutische Breite der Gamithromycin Injektionslösung bei den Zieltierarten nachgewiesen. In einer Studie erhielten erwachsene Jungrinder und Schweine Gamithromycin in einer Dosis von 6, 18 und 30 mg/kg (Dosierung 1, 3 und 5 mal höher als empfohlen) dreimal wiederholt am Tag 0, 5 und 10 (dreimal häufiger als empfohlen). Die beobachteten Reaktionen an der Injektionsstelle waren dosisabhängig.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Makrolidantibiotika oder einem der sonstigen Bestandteile.
Nicht gleichzeitig mit anderen Makrolidantibiotika oder Lincosamiden anwenden.
Nicht bei laktierenden Kühen anwenden, deren Milch zum menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Bei trächtigen Kühen oder Rindern, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist, nicht innerhalb von 2 Monaten vor dem voraussichtlichen Geburtstermin anwenden.
VorsichtsmassnahmenDie Tiere sind nach der Behandlung gut zu überwachen und der Tierarzt ist rasch zu informieren, falls keine Besserung eintritt. Die Anwendung des Tierarzneimittels sollte unter Berücksichtigung eines Antibiogramms sowie unter Beachtung der offiziellen und lokalen Regelungen bezüglich des Gebrauchs von Antibiotika bei Nutztieren erfolgen.
Untersuchungen von Gamithromycin an Labortieren haben keine Anhaltspunkte für einen gezielten Effekt auf die Entwicklung oder Reproduktionsleistung erbracht.
Die Sicherheit von Gamithromycin während der Trächtigkeit und Laktation des Rindes und des Schweines wurde nicht untersucht. Nur anwenden nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
In klinischen Untersuchungen wurden vorübergehenden Schwellungen an der Injektionsstelle beobachtet. Sehr häufig können bei Rindern sichtbare Schwellungen an der Injektionsstelle auftreten, die gelegentlich für einen Tag leicht schmerzhaft sein können. Diese bilden sich normalerweise innerhalb von 3 bis 14 Tagen zurück, können aber bei manchen Tieren bis zu 35 Tagen nach der Behandlung bestehen bleiben.
Häufig können bei Schweinen geringe bis mittlere Schwellungen an der Injektionsstelle auftreten. Diese lokalen Reaktionen sind vorübergehend und bilden sich gewöhnlich innerhalb von 2 Tagen zurück.
Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermassen definiert:
Rinder: 64 Tage.
Schweine: 16 Tage.
Nicht bei laktierenden Kühen anwenden, deren Milch zum menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Bei trächtigen Kühen oder Rindern, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist, nicht innerhalb von 2 Monaten vor dem voraussichtlichen Geburtstermin anwenden.
WechselwirkungenKreuzresistenzen zu anderen Makrolidantibiotika sind möglich.
Die gleichzeitige Anwendung von Antibiotika mit ähnlichem Wirkmechanismus, wie zum Beispiel andere Makrolide oder Lincosamide, sollte vermieden werden.
Sonstige HinweiseMenschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Makrolidantibiotika sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Gamithromycin kann Irritationen der Augen und/oder Haut verursachen. Deshalb Kontakt mit Haut oder Augen vermeiden. Bei Kontakt mit den Augen sollten diese sofort mit klarem Wasser ausgespült werden. Bei Kontakt mit der Haut sollte die betroffene Stelle sofort mit Wasser abgewaschen werden.
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist sofort ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.
Nach der Anwendung Hände waschen.
Zactran® darf nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "Exp." bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbrauchfrist nach 1. Entnahme: 28 Tage.
Bei 15 - 30°C lagern.
PackungenPackung mit 1 Flasche zu 100 ml oder 250 ml.
Informationsstand: 12/2016
Dieser Text ist behördlich genehmigt.