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Kaum zu glauben: Angeblich soll mal jemand eine Masterarbeit in zwei – oder sagen wir grosszügig: wenigen – Wochen hingelegt haben. Ohne viel empirische Vorüberlegungen habe ich ein paar abgeschlossenen Arbeiten ausgezählt und eine einfache Rechnung angestellt: Wie lange würde es dauern, diese Arbeiten zu tippen, wenn man ohne Unterbruch und Formulierungsbremse 90 Anschläge pro Minute hinbekäme? (Nur so nebenbei: Beim Eintrittstest für die Handelsmittelschule muss man 1000 Anschläge in 10 Minuten schaffen und darf nicht mehr als 6 Fehler machen …)
Bei einem halben Dutzend willkürlich ausgewählten Masterarbeiten (ohne Anhang und Drumherum) komme ich dabei auf Abtipp-Zeiten von durchschnittlich 50 Stunden. Wenn man den ganzen Text schon ausformuliert im Kopf hat und wie beim Diktat nur in die Tasten hauen muss, sind das immer noch 6 volle Arbeitstage. Ich nehme an, die anderen 6 Tage braucht man dann lediglich noch für das Gestalten, Redigieren und Ausdrucken.
Es könnte vielleicht klappen. Fragt sich bloss, wie der ausformulierte Text in den Kopf kommt und ob man für die Recherche, das Lesen und Auswerten von Fachliteratur sowie das Strukturieren und Durchargumentieren des Textes wirklich keine Zeit braucht …
Daniel Ammann