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Die Glencore-Mine Antapaccay verseucht einen Landstrich in Peru
Neue Umweltstudien beweisen, dass die Glencore-Mine Antapaccay in Peru Luft, Wasser und Böden vergiftet. Seit Jahren wehrt sich die Bevölkerung gegen die gesundheitsschädliche Verschmutzung und gegen Versuche, sie gegen ihren Willen zu vertreiben.
In der Provinz Espinar, auf 4100 Metern über Meer in den peruanischen Anden, betreibt Glencore seit 2013 eine gigantische Kupfer-Mine. Für die rund 60’000 Bewohner:innen der Provinz, von denen die meisten zu den indigenen Gemeinschaften der Quechua und K’ana gehören, hat die Mine dramatische Auswirkungen.
Massive Verschmutzung
Über die letzten Jahre sind zahlreiche Studien erschienen, die gezeigt haben, dass das Trinkwasser der Bevölkerung und die Böden mit Schwermetallen wie Quecksilber, Arsen und Blei verunreinigt sind. Aus medizinischer Sicht ist eindeutig belegt, dass diese Metalle für den Menschen sehr gesundheitsschädigend sind. Die Bewohner:innen der Region leiden denn auch unter zahlreichen gesundheitlichen Problemen wie zum Beispiel Kopf- und Magenschmerzen, Durchfall, Atemprobleme und Husten, sowie Harn- und Nierenproblemen. Sie machen die Mine zudem für Krebserkrankungen in der Region verantwortlich.
Doch Glencore hat stets abgestritten, dass die Minen-Aktivität etwas mit der Verschmutzung zu tun hat. Stattdessen hat der Konzern behauptet, die erwähnten Schwermetalle kämen in der Region natürlich in diesem Ausmass vor – aufgrund der geologischen Gegebenheiten des Gebiets.
Eine neue Investigativ-Recherche der peruanischen Organisation CooperAcción zeigt, dass bisher unveröffentlichte Umweltstudien der peruanischen Umweltbehörde nun eindeutig beweisen, dass die Glencore-Mine für die Verschmutzung verantwortlich ist: Die Luft ist mit schwermetallhaltigem Feinstaub belastet, der auf die Minenaktivität zurückgeführt werden kann. Das Wasser ist durch Metalle verschmutzt, weil kontaminiertes Wasser aus den Minendeponien in umliegende Bäche abfliesst oder im Boden versickert. Und auch die Qualität der Böden rund um die Mine hat sich aufgrund von Ablagerungen mit hohen Kupfer- und anderen Schwermetallkonzentrationen gemäss Studie «erheblich verschlechtert».
Die Folgen der Verschmutzung werden nicht nur bei den vielen gesundheitlichen Problemen der Bevölkerung sichtbar: Die Studien zeigen auch, dass die Mine massive Auswirkungen auf Flora und Fauna hat: Wasserorganismen leiden unter der Belastung, die Artenvielfalt hat abgenommen. Auch in Eidechsen, Vögeln, Pflanzen und verschiedenen Nutztieren konnten erhöhte Werte von Schwermetallen wie Kupfer, Mangan und Arsen nachgewiesen werden. In gewissen Zonen ist die Metall-Belastung so hoch, dass diese gemäss Studie nicht für die Weidenutzung geeignet sind. Das deckt sich mit den Erfahrungen der lokalen Bevölkerung, die erzählt, dass ihre Tiere sterben, wenn sie Wasser aus dem Fluss trinken oder immer wieder Fehlgeburten erleiden.
Das Land, auf dem die heutige Mine steht, wird seit Jahrhunderten von den indigenen Bevölkerungsgruppen der Quechua und K’ana bewohnt. Doch seit Jahrzehnten gibt es Konflikte, weil für den Bau und Ausbau der Mine die Rechte der indigenen Bevölkerung verletzt wurden. Gemäss internationalen Standards haben indigene Gemeinschaften nämlich das Recht, dass sie konsultiert werden müssen, wenn ihr Land und ihre Ressourcen von Dritten genutzt werden sollen, um ihre freie, informierte und vorherige Zustimmung zu geben oder ein Projekt abzulehnen.
Doch Glencore scheint das egal zu sein: So zeigt eine neue Studie von Oxfam beispielsweise, wie Glencore für ein aktuelles, umstrittenes Ausbauprojekt der Antapaccay-Mine versucht, den Konsultationsprozess zu schwächen und zu umgehen. So hat es Glencore wiederholt versäumt, die Gemeinden transparent zu informieren. Zudem fühlen sich die Bewohner unter Druck gesetzt, ihr Land zu verkaufen und einigen wurden Stellen und andere Arten von wirtschaftlichen Vorteilen angeboten, um sie zur Zustimmung zu bewegen.
Bereits 2019 zeigte Videomaterial eines peruanischen Journalisten, wie Glencore-Sicherheitsmitarbeiter indigene Frauen mit Steinen bewarfen. Und 2018 versuchten rund 40 Polizisten und Glencore-Mitarbeiter indigene Familien zu vertreiben. Viele der Anwohner:innen wurden verletzt, als sie sich wehrten.
Wir fordern von Glencore, die weitere Vergiftung der Region umgehend zu stoppen und die massiven Altlasten zu sanieren. Zudem muss Glencore die Rechte der indigenen Völker endlich respektieren. Unterschreibe dazu hier unseren Protest-Brief an den Glencore CEO Gary Nagle!
Das Beispiel zeigt auch einmal mehr eindrücklich, warum es endlich auch in der Schweiz ein griffiges Konzernverantwortungsgesetz braucht: Wenn Konzerne wie Glencore einen ganzen Landstrich vergiften und indigene Bäuerinnen vertreiben, dann sollen sie auch dafür geradestehen müssen.
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