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Kathrin ist intelligent, attraktiv und steht immer im Mittelpunkt. Aber sie führt ein Doppelleben. Gegen aussen sieht man nur die perfekte junge Frau, die erfolgreich ist und von allen gemocht wird. Heimlich lebt sie aber im ständigen Kampf mit sich selbst, denkt den ganzen Tag nur ans Essen. Sie hat panische Angst zuzunehmen, stopft aber trotzdem alles in sich hinein, wenn sie alleine ist. Durch dieses Doppelleben fühlt sie sich sehr einsam.
Begonnen hat das Ganze, als sie 12 oder 13 Jahre alt war und ihre Mutter scheinbar harmlose Bemerkungen machte, dass sie langsam ein bisschen auf ihre Figur achten müsse. Sie begann weniger zu essen, spielte praktisch täglich Tennis und ging danach manchmal auch noch joggen. Wenn sie alleine war, verlor sie die Kontrolle und stopfte alles in sich hinein, was sie im Kühlschrank fand. Nach dem Essen ging sie jeweils auf die Toilette und kotzte. Manchmal schmerzte ihr der Hals von der Magensäure, die sie miterbrach.
Keiner bemerkte die Krankheit, weil sie log und weil niemand so genau wissen wollte, was mit ihr los war. Vor kurzem ist sie in einer Frauenzeitschrift zufälligerweise auf einen Artikel über Bulimie gestossen. Da hat es bei ihr „klick“ gemacht. Sie hat ihren ganzen Mut zusammen genommen und eine Beratungsstelle angerufen. Der erste Schritt ist getan und sie ist sehr froh darüber.