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Die US-Notenbank Fed pumpt derzeit massiv Geld in die Wirtschaft im Bestreben, Amerika aus der Rezession zu führen. Gleichzeitig muss sich die Zentralbank bereits Gedanken über eine mögliche Exitstrategie machen. Sie muss sich der Frage stellen, wie sie ihre Programme rückabwickelt, sobald die Wirtschaft sich wieder erholt.
In der vergangenen Woche kündigte die Notenbank an, weitere 1,15 Billionen Dollar in das Finanzsystem zu pumpen. Das solle über den Kauf von Staatsanleihen sowie die Erweiterung des Ankaufs von Hypothekenschulden geschehen. Doch dieser gewaltige Geldzufluss droht - sofern er nicht rechtzeitig gestoppt wird - die Inflation anzukurbeln, wenn wieder mehr Geld ausgegeben wird und die Arbeitslosenrate sinkt.
Die Hilfe «versiegt» langsam
Notenbankchef Ben Bernanke sagte Regionalbankvertretern in Phoenix vor Kurzem, die Fed-Unterstützung würde «allmählich versiegen», sobald sich Wirtschaft und Häusermarkt erholen. «Wir sind uns vollkommen darüber im Klaren, dass unser Engagement im Kreditmarkt nicht immer und ewig andauern soll», sagte er. «Wir müssen jetzt unterstützen, aber wir brauchen eine Exitstrategie, sodass sich die Märkte erholen und wieder rein privatwirtschaftlich agieren können.»
Ein Teil der Exitstrategie ist bereits in den Fed-Programmen selbst angelegt. Mehr als eine Billion Dollar der Finanzhilfen sind nur für einen Zeitraum von drei Monaten oder weniger bestimmt, zum Beispiel die Liquiditätsprogramme der Fed oder die Währungsswaps mit anderen Notenbanken. Viele Programme der Notenbank sind ausserdem mit Konditionen ausgestattet, die in «normalen» Zeiten unattraktiv für die Märkte sind. Das wird dafür sorgen, dass sich diese Programme einmal ganz von selbst abwickeln. Wenn die Märkte kein Interesse mehr an ihnen haben, wäre das ein Anlass für die Fed, zunächst auch andere Unterstützungsmassnahmen zurückzufahren, bevor sie den Leitzins von seinem derzeitigen Niveau nahe null anhebt.
Einen Ankauf langfristiger Staatsanleihen im Gesamtwert von 300 Mrd Dollar gab es seit den 1960er Jahren nicht mehr. Diese Papiere zum gegebenen Zeitpunkt wieder abzustossen, dürfte nicht schwer sein. Dennoch könnte dies die Märkte durcheinanderbringen und den Anstieg der Kreditkosten beschleunigen. Das Ende des Aufkaufprogramms von Staatsanleihen, wenn sich die Märkte erholen, «könnte zur Mutter aller Bond-Bärenmärkte werden», sagt Anlagestratege Alan Ruskin von RBS Greenwich Capital. Das Ergebnis wäre «ein Beispiel dafür, wie das Abmildern des Abschwungs mit einer Schwächung des Aufschwungs bezahlt werden müsste».
Schwierig abzuwickeln dürften zudem einige Unterstützungsmassnahmen der Notenbank sein, die auf spezifische Sektoren zielen. So hat die Fed verkündet, hypothekenbesicherte Wertpapiere im Gesamtwert von 1,25 Billionen Dollar aufzukaufen - das entspricht etwa der Hälfte des Bedarfs an Hauskrediten 2009 in den USA. Ihr Verkauf, auch Jahre später, dürfte heftigen Widerstand in der Immobilienbranche hervorrufen, die an niedrigen Hypothekenzinsen interessiert ist.
Das Beispiel Japan sollte die USA jedoch auch daran gemahnen, wie riskant es ist, zu weit vorauszuplanen. Während der Marktturbulenzen in den 1990er Jahren griff die japanische Notenbank zu schnell ein, um ein Wiederaufflammen der Inflation zu verhindern, obwohl die Wirtschaft noch schwächelte. Das machte mehrere Rückzüge erforderlich und veranlasste die Verantwortlichen, geld- und steuerpolitische Anreize wieder zu verstärken, nachdem sie diese kurz zurückgefahren hatten.