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FAQ - Häufig gestellte Fragen
Was wird unter dem Begriff «Kunststoff-Flasche» verstanden?
Unter dem Begriff «Kunststoff-Flasche» versteht man einen Kunststoff-Hohlkörper mit einem Schraubdeckel (ein Deckel kann zugleich auch eine Dosier-, Portionier- oder eine Klappvorrichtung enthalten: z.B. eine Sprühvorrichtung oder eine Düse).
In Kunststoff-Flaschen werden in der Regel flüssige oder pastöse Produkte abgefüllt (z.B. Milch, Rahm, Shampoo, Körperlotion, Putzmittel, Weichspühler oder Augentropfen). Damit grenzt sich eine Kunststoff-Flasche eindeutig von anderen Kunststoff-Hohlkörpern ab (wie z.B. Becher, Schalen, Trays, Tiefziehfolien, Blisterverpackungen oder Einschichtfolien).
Obwohl eine PET-Getränkeflasche auch eine Kunststoff-Flasche ist, gehört sie NICHT in den «Recycling-Sack». Da eine PET-Getränkeflasche aus einem grösseren Anteil recyceltem PET hergestellt wird ("Bottle-to-Bottle") und direkt mit dem Lebensmittel in Kontakt kommt, darf sie nicht mit anderen Materialien zusammen gesammelt werden. Im Lebensmittelbereich (Food-Bereich) herrschen strenge Vorschriften für den Einsatz von Rezyklaten bei der Produktion von Verpackungen - dies vor allem aus Sicht der Verpackungshygiene und Lebensmittelsicherheit.
PET-Getränkeflaschen gehören in das eigene separate Sammelsystem des Vereins PET-Recycling Schweiz PRS.
Was wird unter dem Begriff «Getränkekarton» verstanden?
Getränkekartons sind Verpackungen, in welche flüssige Lebensmittel wie beispielsweise Milch, Fruchtsäfte, Eistee oder Fertigsaucen abgefüllt werden (also nicht nur Getränke). Sie erkennen einen Getränkekarton an seinen typischen Klebestellen und Laschen oder am aufgedruckten Firmenlogo eines Herstellers (die drei häufigsten sind Tetra Pak, SIG Combibloc und Elopak).
Ein Getränkekarton ist ein Verbundstoff und besteht im Durchschnitt zu 75 % aus Kartonfasern (Cellulose), 21 % aus Polyethylen (als Folie, Deckel oder beim Übergang zwischen Deckel und Kartonbestandteilen) und 4 % aus Aluminium (Folie). Eine Aluminiumfolie wird aber nicht bei allen Getränkekartons als Sperrschicht eingesetzt.
Weshalb können, ausser Kunststoff-Flaschen, keine weiteren Kunststoffverpackungen oder sogar Altkarton mit dem «Recycling-Sack» zurückgegeben und gesammelt werden?
Andere Kunststoffverpackungen, welche nicht über den Begriff «Kunststoff-Flasche» definiert sind, werden oft aus verschiedenen Materialien hergestellt. Dabei werden Folien aus unterschiedlichen Kunststoffarten (und allenfalls weiteren Materialien) mit Hilfe von Druck, Hitze und/oder Klebemittel zusammengefügt. Diese Mehrschicht, auch Verbund genannt, lässt sich mit keinem breit anwendbaren Recyclingverfahren wieder auftrennen. Sie können somit für den Moment nur thermisch verwertet (verbrannt) werden. Sie gehören also nach wie vor in den Kehricht und NICHT in den «Recycling-Sack».
Im Zusammenhang mit Verbundmaterialien sind Getränkekartons eine Ausnahme und dürfen bzw. sollen auch mit dem «Recycling-Sack» gesammelt werden. Diese Verpackungen können gut aufbereitet und der Verwertung zugeführt werden! Sehen Sie dazu die detaillierten Informationen unter Recycling-Prozess, Prozesse 8/9 und 9/9.
Für Altkarton gibt es bereits gut eingeführte Gemeindesammlungen und auch bewährte Recyclingprozesse in verschiedenen Schweizer Karton-/Papierfabriken. Normaler Altkarton hat also nichts im «Recycling-Sack» verloren. Schauen Sie im Abfallkalender Ihrer Gemeinde nach.
Warum können die Kunststoff-Flaschen in der Migros oder im Coop gratis abgegeben werden und beim «Recycling-Sack» muss man dafür bezahlen?
Der Detailhandel, z.B. Migros und Coop, erbringt bei der Sammlung der Kunststoff-Flaschen Eigenleistungen, die von niemand anderem zusätzlich bezahlt werden müssen (Einrichten der Rückgabestellen, Handling in den Filialen, Rücktransporte von den Filialen in die Betriebszentralen, das Verdichten auf den eigenen Ballenpressen etc.). Gemeinden können solche Dienstleistungen nicht oder nur in begrenztem Umfang selber und kostenlos anbieten. Mit dem Preis für den «Recycling-Sack» werden sämtliche Prozessschritte, von der Sammlung bis zur Sortierung, finanziell abgegolten. Selbst eine Sammelstelle erhält eine Gutschrift, damit der eigene Aufwand zu einem gewissen Teil gedeckt ist.
Zudem bietet der «Recycling-Sack» eine wertvolle Zusatzleistung, nämlich die Sammlung und das Recycling von Getränkekartons!
Warum kostet die Sammlung mit dem «Recycling-Sack» (Sackgebühr), während die Rückgabe anderer ähnlicher Verpackungen (z.B. PET-Getränkeflaschen, Aluminiumdosen oder Glas) gratis ist?
Auch bei PET-Getränkeflaschen, Aluminiumdosen oder Glas ist die Sammlung und das Recycling für den Konsumenten nicht kostenlos. Hier erfolgt die Bezahlung an das Recycling bereits beim Kauf des Produktes. Ein entsprechender Beitrag oder eine Gebühr ist schon im Kaufpreis enthalten (Begriffe: vorgezogener Recyclingbeitrag VRB, vorgezogene Recyclinggebühr vRG, vorgezogene Entsorgungsgebühr VEG; siehe auch im Glossar).
Bei den Sammelfraktionen des «Recycling-Sacks», also Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons, sind solche Beiträge oder Gebühren im Kaufpreis noch nicht enthalten. Deshalb muss beim «Recycling-Sack» die Finanzierung des gesamten Sammel- und Recyclingsystems über eine Sackgebühr erfolgen.
Die Gebühr für den «Recycling-Sack» muss doch günstiger sein als die normale Kehrichtsackgebühr!
Nein, das geht leider nicht!
Diese Forderung hören wir immer wieder von Gemeinden, die eine tiefe Kehrichtsackgebühr haben, sei es durch die Mitfinanzierung aus einer Grundgebühr oder aufgrund einer vollen Abfallkasse. Wie aber dem Faktenblatt zur Finanzierung des Sammelsystems «Recycling-Sack» entnommen werden kann (weitere Informationen auch unter Finanzierung des Systems), ist die sehr knapp kalkulierte «Recycling-Sack»-Gebühr von CHF 1.60 pro 35L-Sack (inkl. MWST) absolut notwendig, damit sämtliche Sammel- und Logistik-Dienstleistungen auch wirklich marktkonform vergütet werden können. Hätte der Verein nicht diese Einnahmen aus dem «Recycling-Sack»-Verkauf, könnten die notwendigen Dienstleistungen auch nicht mehr sichergestellt werden.
Für die Bevölkerung ist eine tiefere «Recycling-Sack»-Gebühr nur möglich, wenn eine Gemeinde den «Recycling-Sack» freiwillig subventioniert und den Abgabepreis entsprechend individuell tiefer ansetzt.
Der Preisüberwacher hat auf seiner Homepage die Abfallgebühren für die rund 300 einwohnerreichsten Schweizer Gemeinden (mehr als 5'000 Einwohner) erfasst. Über ein Suchfeld können Sie die Informationen zu Ihrer Gemeinde abrufen.
Als Ergebnis erhalten Sie dann für drei ausgewählte standardisierte Haushaltstypen den Durchschnittspreis, welcher in Ihrer Gemeinde pro 35L-Sack Hauskehricht in Rechnung gestellt wird. Dieser Preis enthält die fixen Gebühren (Grundgebühren zur Finanzierung der Separatsammlungen) und die konsumabhängigen Abfallgebühren (Sackgebühr).
Bei einem Verkaufspreis (Richtpreis exkl. MWST) an die Bevölkerung von CHF 1.59 pro 35L-«Recycling-Sack» (entspricht CHF 1.70 inkl. MWST) wird ersichtlich, dass sich die «Recycling-Sack»-Gebühr im unteren Bereich der durchschnittlichen Kehrichtsackgebühren befindet!
Wieso ist der Sackpreis für den 35 Liter-Sack variabel?
Vom Verein IG Recycling-Sack wird ein Richtpreis von Fr. 1.70 für einen 35 Liter-Sack vorgeschlagen. Die Verkaufsstelle kann jedoch frei entscheiden, wie hoch der Verkaufspreis sein soll. Der Preis hängt auch von den lokalen oder regionalen Gegebenheiten ab, z.B. ob es in der Gemeinde eine Abfallgrundgebühr gibt oder nicht, oder ob die Gemeinde die Sammlung aus der bestehenden Abfallrechnung finanziell unterstützen kann.
Wieso ist auf den Kunststoff-Flaschen und Getränkekartons das Kehrichtsack-Symbol, obwohl sie für den «Recycling-Sack» bestimmt sind?
Da sich in der Schweiz das System des «Recycling-Sacks» erst im Aufbau befindet und noch nicht flächendeckend eingesetzt wird, kann das für den «Recycling-Sack» spezifische Symbol (Piktogramm) noch nicht auf die Verpackung gedruckt werden.