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Am Mittwochmorgen um 07:30 Uhr setzten wir uns in unser Auto/4×4/Campervan/Buschtaxi, wir suchen noch nach einem kürzeren Namen, und fuhren los. Unseren ersten Halt machten wir bei der Autogarage ARB, bei welchen wir die Box für die zweite Batterie kauften. Die 12 Volt Steckdose bei der Batteriebox war defekt. Die Leute bei ARB waren wie immer sehr freundlich, sie ersetzten die Steckdose durch eine hochwertigere und wir genossen in der Zwischenzeit einen leckeren Nespresso Kaffee :-)
Kurz nach 09:00 Uhr starteten wir dann offiziell unseren Roadtrip. Unsere Route führte uns südlich von Melbourne, zur bekannten „Great Ocean Road“. Das Wetter war wechselhaft, hätte jedoch um diese Jahreszeit auch schlechter sein können. Für Australien gibt es keine perfekte Reisezeit, da das Land so gross ist. Wenn man keine 12 Monate Zeit hat, muss man sich damit abfinden, dass es zwischenzeitlich zu heiss, zu kalt oder zu regnerisch ist.
Von „Melbourne“ aus fuhren wir zuerst eine Stunde auf dem Freeway nach „Geelong“, wo wir noch etwas Lebensmittel einkauften. Dann ging es unmittelbar weiter nach „Torquay“, dem offiziellen Start der „Great Ocean Road“. Bevor wir „Torquay“ jedoch erreichten, hielten wir beim 66 Meter hohen Split-Point Leuchtturm und genossen die Aussicht dort.
Die „Great Ocean Road“ ist eine 243km lange Strassen die entlang der australischen Südküste verläuft. Sie gilt als eine der bekanntesten „Scenic Routes“ bei Touristen in Australien. Jährlich besuchen zirka 7 Millionen Leute diese Region und bis 2030 sollen es knapp 10 Millionen jährlich sein. Die Strasse wurde 1919 von rund 3000 heimgekehrten Soldaten nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gebaut. Zum einen Diente der Bau als Arbeitsbeschaffungsmassnahme, zum anderen war es auch eine Errichtung eines Kriegsdenkmales zum Gedenken an die im Krieg gefallenen Kameraden.
Dann endlich kam die Durchfahrt zur bekannten Strasse. Leider hatte sich das Wetter verschlechtert und wir vermuteten, dass es bald zu regnen beginnt. Da die Aussichten für den nächsten Tag besser waren, entschieden wir uns, beim nächsten Campingplatz zu übernachten. Der Campingplatz war so gut wie leer, wir sahen nur ein anderes Fahrzeug. Zum ersten Mal stellten wir unser Dachzelt auf. Wir benötigten etwas länger und irgendwie sah die Konstruktion etwas komisch aus, uns fehlten definitiv einige Stangen, um das Zelt zu spannen. Zeit zum Suchen hatten wir nicht, denn es begann zu regnen. Der Boden unter unseren Füssen wurde Schlammig und irgendwie war es nicht der Start in unser Campingleben, welchen wir uns erhofften. Zum Abendessen kochten wir uns Spaghetti mit Pesto Sauce, zum Anfang etwas Einfaches, dachten wir uns.
Wir gingen früh ins Bett. Die erste Nacht in unserem Dachzelt war jedoch nicht so wie gewünscht. An einigen Stellen wurde es feucht. Einerseits lag das bestimmt daran, dass das Aussenzelt nicht richtig montiert war und andererseits sollten wir das Zelt vielleicht imprägnieren. Nachdem alles trocken war, wir gefrühstückt hatten, packten wir zusammen und fuhren weiter. Das Wetter war deutlich besser als am Vortag. Die „Great Ocean Road“ erinnerte uns an „Hawaii“, als wir die „Road to Hanna“ fuhren. Nach jeder Kurve eröffnete sich eine weitere spektakuläre Sicht. Unterwegs hielten wir immer wieder einmal an, sei es um die Küste, Koalabären, ein lustiges Strassenschild oder eine Sehenswürdigkeit anzuschauen und zu fotografieren.
Nach zwei Stunden Fahrt bogen wir links ab, denn unweit entfernt befindet sich der bedeutendste Leuchtturm von Australien, das „Cape-Otway Lighthouse. Der Turm ist 91 Meter hoch und wurde 1848 am westlichen Eingang der Bass-Strasse errichtet, nachdem einige Schiffe an der nahegelegenen „Kings Island“ zerschellten. Das Licht lotse die Kapitäne in die sichere Richtung, weg von der „Kings Island“. Der Leuchtturm war von 1848 bis 1994 in Betrieb und dient heute nur noch als Touristenattraktion.
Wir besichtigten das Areal und den Leuchtturm, welchen wir besteigen durften. Die Aussicht oben auf dem Turm war gigantisch! Der Turmwart demonstrierte und erklärte uns, wie der Leuchtturm funktioniert, eigentlich ganz simpel. Eine 1000 Watt Glühbirne und einige Spiegel auf einem kleinen Karussell, dass war’s :-)
Die Fahrt ging weiter. Neben der tollen Aussicht auf das Meer, sahen wir auch einige tolle Häuser. Zum Teil waren die Häuser einfach schön, protzig oder beneidenswert, aber einige davon waren auch sehr ausgefallen und ideenreich. Nun hielten wir immer wieder, denn im zweiten Abschnitt der „Great Ocean Road“ gibt es viele bekannte Orte. Einer der wohl bekanntesten sind die „Twelve Apostles“. Die „Twelve Apostles“ sind acht bis zu 60 Meter hohe, im Meer stehende Felsen aus Kalkstein. Sie sind angeblich nach „Uluru“ (Ayers Rock) die meistfotografierte Touristenattraktion Australiens. Bis 2005 waren es noch neun Felsen. Am 03. Juli des besagten Jahres stürzte ein 50 Meter hoher Fels aufgrund des natürlichen Erosionsprozesses an der Basis des Felsens in sich zusammen. Aus geologischer Sicht gesehen, sind diese Felsformationen nur eine Erscheinung von kurzer Dauer. Wir genossen es sehr dort zu sein. Für Sara war es eigentlich bereits das zweite Mal, doch da sie erst einige Monate alt war, kann sie sich logischerweise nicht mehr daran erinnern.
Weiter ging es zum „Loch Ard George“. Diese Bucht zeigt sehr eindrücklich wie der Erosionsprozess seinen Weg schafft. Nachdem eher kurzen Stopp fuhren wir weiter zu „The Arch“, einem Fels mit einem Tunnel in der Mitte. Den letzten bedeutenden Stopp verrichteten wir bei der „London Bridge“ oder seit dem Kollaps 1990 nur noch „London Arch“ genannt. Bis dahin war diese Formation ein Doppelbogen, welcher von der Küste her erreichbar war.
Schon bald verliessen wir die Küstenstrasse und somit endete auch die „Great Ocean Road“. Wir fuhren noch einmal etwa eine Stunde bis zu einem Campingplatz. Hier hatte es etwas mehr Leute, aber man merkt schon, dass momentan Nebensaison ist. Nachdem wir nun die fehlenden Stangen gefunden hatten, konnten wir unser Dachzelt richtig aufbauen. Es sah bereits viel besser aus. Damit es trocken im Zelt bleibt, kauften wir zwei Dosen Imprägnationsspray und besprühten das Zelt so gut es ging. Wir freuten uns auf unsere zweite Nacht in unserem Zelt, doch daraus wurde nichts. Aus dem nichts kam ein heftiger Windstoss, welcher uns die Heringe aus dem Boden riss und das halbe Zelt zusammen klappte. Eigentlich war das nicht wirklich schlimm, denn die Heringe hätten sofort wieder im Boden gesteckt, jedoch zog ein Gewitter auf und wenn es blitzt, sollte man nicht im Dachzelt schlafen. Also klappten wir wieder alles zusammen und verlegten unser Bett auf den Fahrer- und Beifahrersitz. Was für eine Enttäuschung!
Bilder: Great Ocean Road