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Filmkritik: Um eine Geschichte zu erzählen, muss man beim Anfang beginnen...
Katie (Katie Featherston) und ihr Freund Micah (Micah Sloat) erlangten im Jahre 2006 tragische Berühmtheit: Aus Faszination für das Paranormale begann Micah, sich und seine Freundin bei alltäglichen Situationen und besonders über Nacht zu filmen. Zu Beginn passierte nichts, doch dann geschahen immer mehr unerklärliche Ereignisse, die Micah zuerst faszinierten, doch bald das Leben der beiden zur Hölle machten. Ein Jahr vor dieser Geschichte hatte Katie einige grosse Schachteln Videos aus der Kindheit ihrer Schwester Kristi (Sprague Grayden) vorbeigebracht, die aber kurz danach bei einem Einbruch gestohlen wurden. Die beiden Frauen werden nie erfahren, dass auf genau diesen Bändern viele Antworten zu finden gewesen wären.
Wir schreiben das Jahr 1988: Katie und Kristi wohnen noch als kleine Kinder bei ihrer Mutter Julie (Lauren Bittner) und deren Freund Dennis (Christopher Nicholas Smith), der sich sein Geld mit Hochzeitsvideos verdient. Eine Tages beschliesst er, mit Julie ein schlüpfriges Fummelfilmchen zu machen. Doch bevor es richtig losgehen kann, werden sie von einem Erdbeben gestört. Als er später den Film wieder anschaut, erkennt er mit Schrecken eine düstere Gestalt auf dem Film. Nach Rücksprache mit seinem Freund verteilt er anschliessend im ganzen Haus Kameras, um nach weiteren Phänomenen zu suchen. Dadurch bemerkt Dennis auch, dass Kristi mit einem unsichtbaren Freund - den sie Toby nennt - zu interagieren scheint und gleichzeitig immer wieder rätselhafte Ereignisse geschehen. Geistert es etwa in ihrem Haus? Ein Alptraum beginnt...
Paranormal Activity kann man in die gleiche "Phänomen"-Kategorie wie einst Saw einordnen: Ein kleiner Independent-Film mit einem Budget von 15'000 US-Dollar lehrte den ganz Grossen das Gruseln und spielte über Umwege kurzerhand 200 Millionen ein. Darauf wurde natürlich die grosse Maschine angeworfen, und nun läuft bereits das zweite Sequel in den Kinos an. Geschichtlich ist es trilogieüblich ein Prequel zu Paranormal Activity und beschäftigt sich mit den Ursprüngen des Terrors.
Diese Ursprünge erkundet der Film primär im Jahre 1988 und arbeitet dabei mit einem ähnlichen Schema und Regelwerk wie das Original: Ein filmwütiger Mann beginnt munter, alles im Haus zu filmen - ob es jetzt nachvollziehbar ist oder nicht -, und was zuerst harmlos beginnt, wird zusehends düsterer. Diesmal bleibt der Film jedoch ziemlich auf Distanz. Denn im Gegensatz zum Original, das ein beinahe intimes Porträt von zwei Menschen war, die sich wirklich mit der Thematik auseinandersetzten und dies auch untersuchten, wirkt der Film diesmal mehr wie "Big Brother", bei dem man sich auch kaum für die Darsteller erwärmt. Die Familienmitglieder rund um die junge Katie bleiben nämlich mehrheitlich nur grob ausgearbeitete Schablonen, und so kommt auch nur bedingt das Feeling auf, mitten in einer Familie und deren Alltag zu sein.
Dies ist letztendlich eines der Hauptprobleme von Paranormal Activity 3: Es wirkt einfach zu distanziert, aufgebraut und fad. Was beim Original noch etwas Neues und Frisches hatte, wirkt hier berechenbar und ausgelutscht. Besonders weil neue Informationen und Erkenntnisse grösstenteils ausbleiben, verlieren die ewigen Nachtaufnahmen, die Menschen beim Schlafen zeigen, auch bald ihren Reiz. Eine straffere Handlung, mehr Hintergründe zu den Ereignissen und vor allem eine Auflösung am Ende hätten dem Ganzen gut getan. Nun ist es primär eine aufgebauschte Version des Originals, bei dem die Schockeffekte natürlich immer noch ihre Wirkung haben und gegen Ende auch einen hohen Spannungsbogen aufbauen. Doch im Gegensatz zu Saw 1-3 wird hier kaum ein Mehrwert geboten, geschweige denn ein grosser Handlungsbogen abgeschlossen.
Fazit: Paranormal Activity 3 setzt zwar geschickt auf die Stärken und die Effekte des Originals, bringt aber ansonsten so wenig Neues auf den Tisch, dass es doch mehr recycelt als weiterentwickelt wirkt. Dies zeigt sich auch bei der Handlung und den Figuren, denn diese folgt zum einen sehr bekannten Bahnen, und zum anderen wirken die Charaktere so dünn, dass man sich kaum mit ihnen anfreundet. Letztendlich bleiben einige intensive Gruselmomente, die ungebrochen gut funktionieren und einen auf Nadeln sitzen lassen, doch im Hinblick auf die The Ring-Saga ist es langsam dringend an der Zeit, das Konzept weiterzuentwickeln und einen neuen Ansatz und Blickwinkel für die Geschichte zu finden. Denn nach dem Dritten Teil hat man dieses Konzept definitiv gesehen.
Ich fand PA3 einen soliden Grusler, der vom Stil und den Schreckmomenten her nahtlos an die beiden Vorgänger anknüpft. Nix Neues? Naja, so viel Auswahl hat man für einen polternden Dämon auch wieder nicht. Oder wollt ihr UFOs sehen? Ich fand gewisse Ereignisse (
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Die Möbel im Wohnzimmer an der Decke
) und den Schluss pretty scary und darum geht es bei dieser Franchise auch. Der Link zu den beiden Mädels ist ausserdem einigermassen clever eingebaut. Anscheinend kriege ich von diesen "Jetzt filme ich mal mein Haus und warte auf Geister"-Filmen nie genug