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Im Oberlauf ist der Birsig naturnah. Danach fliesst er kanalisiert und schlussendlich eingedolt durch Basel in den Rhein. Zur Vernetzung müssen weitere Abschnitte revitalisiert und Seitenbäche ausgedolt werden.
Einzugsgebiet
Der Birsig, im obersten Teil auch Biederthalbach genannt, entspringt südwestlich von Burg im Leimental. Bei Biederthal verlässt er dann die Schweiz für ein kurzes Stück. Auf französischem Gebiet vereinigt er sich mit dem Boersengraben. Anschliessend durchfliesst er das Gemeindegebiet von Rodersdorf (Kanton Solothurn). Danach durchquert er mäandrierend wieder französisches Gebiet. Oberhalb Biel-Benken erreicht er wieder schweizer Boden. Von Biel-Benken bis Oberwil hat der Birsig noch ein natürliches Erscheinungsbild. Danach fliesst er meist kanalisiert mit verbauten Böschungen, oft auch mit verbauter Sohle durch die Gemeinden Oberwil, Bottmingen und Binningen (Kanton Baselland). Im Stadtgebiet von Basel ist der Birsig beinahe vollständig eingedolt. Unterhalb der Mittleren Brücke fliesst er in den Rhein. Als grössere Seitengewässer münden in Therwil der Schliefbach und in Oberwil der Marchbach in den Birsig. Die Gesamtlänge des Birsigs von oberhalb Burg bis in den Rhein beträgt 22,4 km. Das gesamte Einzugsgebiet bis zum Rhein umfasst rund 89 km².
Wirtschaftliche Bedeutung und Nutzung
Während im südwestlichen Teil des Einzugsgebietes Landwirtschaft vorherrscht, konzentrieren sich Industrie und Gewerbe auf die stadtnahen Regionen im nördlichen Teil. Der fruchtbare, lehmige Boden begünstigt eine intensive Landwirtschaft mit Gemüse- und Getreideanbau. Die dichte Besiedlung und die intensiven menschlichen Aktivitäten im unteren Leimental beeinträchtigen das ursprünglich schöne, vielgestaltige Landschaftsbild stark. Das Einzugsgebiet des Birsig ist einem erheblichen Nutzungsdruck ausgesetzt.
Gewässerstruktur und Ufervegetation
Der Birsig dient vor allem der Entwässerung des Siedlungsgebietes. Die Sohle und der Böschungsfuss sind meist verbaut. Wechselwirkungen zwischen Umland und Gewässer existieren praktisch nicht. Im Stadtgebiet von Basel ist der Birsig beinahe vollständig eingedolt. Die vielen künstlichen Abstürze schränken die Längsvernetzung stark ein. Die Uferbreite ist mit wenigen Ausnahmen ungenügend. d.h. das Gewässer verfügt über zu wenig Raum. Der Pflanzenbewuchs gilt auch im Siedlungsraum mit angrenzenden Gärten als weitgehend gewässergerecht. Im Siedlungsraum verlaufen die Seitengewässer oft eingedolt und münden mit einem Absturz in den Birsig. Somit ist die Vernetzung der Fliessgewässer im Siedlungsgebiet nicht mehr vorhanden.
Fischfauna
Der Oberlauf des Birsig oberhalb Rodersdorf gehört zur Forellenregion. Aufgrund des geringen Gefälles ist der gesamte Mittel- und Unterlauf der Äschenregion zuzuordnen.
In Marchbach und Birsig wurden zwischen 2002 und 2018 insgesamt 9 Fischarten nachgewiesen. Neben den verbreiteten Arten Alet, Bachforelle, Regenbogenforelle, Elritze, Groppe, Gründling und Bachschmerle wurden auch der Strömer und das Bachneunauge belegt. Im Birsig fehlten jedoch die für ein Äschengewässer charakteristischen Arten Äsche, Barbe und Schneider.
Revitalisierungsvorhaben
Im Siedlungsraum sind die Möglichkeiten bezüglich Revitalisierung sehr eingeschränkt. Eine revitalisierte Gewässersohle bietet aber schon wesentlich mehr Lebensraum für Kleinlebewesen in einem Bach (Nahrungsgrundlage für die Fische). Würden die zahlreichen Abstürze im Birsig durch grobe Steinblöcke in der Art einer Blockrampe ersetzt, könnten Gewässerorganismen diese Hindernisse passieren. Für eine Vernetzung mit dem Umland müssten die eingedolten Seitenbäche ausgedolt werden. Gemäss Massnahmenplan des Wasserbaukonzeptes des Kantons Baselland bzw. der Strategischen Revitalisierungsplanung ist auf einer Länge von ca. 1.4 km bachabwärts des Schlosses Bottmingen die Revitalisierung der Gewässersohle vorgesehen. Eine ca. 500 m lange Strecke des Birsig oberhalb des Schlosses Bottmingen wurde bereits revitalisiert, auf einer Länge von weiteren 500 m bachaufwärts ist eine Revitalisierung geplant. Auf der Höhe von Oberwil soll die Gewässersohle revitalisiert und bachaufwärts bis Biel-Benken das gesamte Gewässer revitalisiert werden.
Tobias Walter, 2022