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Satire-Blick
Bob, der Verweigerer
Ich hatte eine Grosstante, die mir jedes Jahr zu Weihnachten ungefragt hässliche, selbst gestrickte Socken schenkte. Und sich dann bei meiner Mutter beklagte, meine Dankeskarte käme nicht von Herzen. Etwa so verhält sich die Nobelpreis-Jury, weil Bob Dylan bis heute nicht auf den Literaturnobelpreis reagiert hat. Dylan war für mich bisher so ähnlich wie Jesus. Wahrscheinlich ein okayer Typ, aber seine Fans nerven. Sein jetziges Verhalten macht ihn für mich aber sehr sympathisch: Er verweigert das, was alle von ihm erwarten und führt den Nobelpreis, die Medien und die Kritiker vor. Vielleicht hat er auch Besseres zu tun oder denkt sich: «Wenn der fleissige Drohnenkrieger und Guantanamo-Schliessungs-Absichtserklärer Barack Obama den Friedensnobelpreis gewinnt, kann der Preis nicht so wichtig sein.» Bob ist eben kein Snob, der sich von der schwedischen Akademie gebauchpinselt fühlt, sondern ein Star für alle. Und sogar Gölä hat deine Hörbücher, ähhh, gelesen.