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Vom Wehrgraben über den Fabrikkanal zur Fussgängerpromenade: Im Schanzengraben lässt sich Zürcher Stadt- und Stilgeschichte erwandern.
Rund 1.5 km lang ist die Fussgängerpromenade entlang des Schanzengrabens mitten durch die Zürcher City, welche am See beginnt und bei der Gessnerbrücke kurz vor dem Hauptbahnhof endet. Einst Teil der barocken Befestigungsanlage, erbaut zwischen 1642 und 1672, blieb der Schanzengraben als zweiter Seeabfluss auch nach der Schanzenschleifung 1833 bestehen. Der obere Teil ist durch ein Wehr auf Seeniveau gestaut und für Boote befahrbar. Der untere Teil hat den Charakter eines Fliessgewässers. Schon seit den frühen 1950er-Jahren war die Erschliessung des Flussraumes für Fussgänger im Gespräch. Die Umsetzung erfolgte in zwei Etappen, die zwei unterschiedliche Stilepochen zeigen: Die obere Schanzengrabenpromenade vom See bis zum alten botanischen Garten entstand 1973/75 nach Plänen des Architekten Benedikt Huber als moderner, funktionaler Beton-Steg im Stil der Nachkriegsmoderne entlang der City-Bauten. Unterhalb des Wehrs, tief eingeschnitten in das Terrain, verläuft die naturnah gestaltet Promenade, welche Walter Frischknecht 1982/84 im Stil der Naturgartenbewegung anlegte. Die zwei Etappen unterscheiden sich nicht nur gestalterisch, sondern auch atmosphärisch: geschäftig und städtisch umschlossen zeigt sich der obere, entschleunigt und beschaulich der untere Promenadenabschnitt. Aufgrund der städtebaulichen und gestalterischen Bedeutung ist die Schanzengrabenpromenade heute ein Schutzobjekt von kommunaler Bedeutung.