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Herrliches Lichtspiel! Erbleichen muss der Tropen glühende Blumenpracht, erbleichen das Funkeln der Edelsteine neben dem wunderbaren, seltsamen Tanz, in dem sich die rätselhaften Kräfte der Natur tummeln mit Licht und Farben in der langen Winternacht der Polargegenden. Herrliches Lichtspiel!
Sophus Tromholt, 1885
Ein Naturschauspiel der besonderen Art kann im hohen Norden Europas beobachtet werden. Das Nordlicht, auch bekannt als Polarlicht oder Aurora Borealis, ist eine Lichterscheinung, welche die Menschheit seit Tausenden von Jahren in den Bann zieht und fasziniert.
Götter, Geister und Walküren
Die frühesten Berichte über Polarlichter sind über 2000 Jahre alt. Verschiedene Kulturen im Norden Amerikas, Europas und Asiens sahen in ihnen Aktivitäten von Göttern und Geistern, sowohl in Form von Kämpfen oder Tänzen, aber auch als Mitteilungen an die Menschen.
Die Wikinger sahen in den Polarlichtern das Zeichen, dass irgendwo auf der Welt eine grosse Schlacht geschlagen worden war. Nach ihrer Vorstellung ritten die Walküren nach jedem Gefecht über den Himmel und wählten die Helden aus, die fortan an Odins Tafel speisen sollten. Dabei spiegelte sich das Licht des Mondes auf ihren schimmernden Rüstungen und das Nordlicht entstand.
Entstehung von Nordlichtern
Das Nordlicht ist eine Leuchterscheinung, die beim Auftreffen geladener Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre in den Polargebieten der Erde hervorgerufen wird. Polarlichter sind vorwiegend nördlich des 60° Breitengrades zu beobachten. Mit einem Nordlicht ist meist nach einer auffälligen Sonneneruption zu rechnen, und zwar 24–36 Stunden nach dem solaren Ereignis.
Diese Zeit benötigen die Partikel, um die Erde zu erreichen, geomagnetische Störungen auszulösen und in der höheren Atmosphäre die Leuchtprozesse anzuregen. Für die kommende Wintersaison meldet die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA die stärksten Nordlicht-Aktivitäten seit 50 Jahren.
Farbenfrohes Lichtspektakel
Polarlichter können verschiedene Farben und Formen haben. Grünes Licht entsteht durch Sauerstoffatome, die in gut 100 km Höhe zum Leuchten angeregt werden, für rotes Licht sind Sauerstoffatome in etwa 200 km Höhe zuständig. Angeregte Stickstoffatome senden violettes bis blaues Licht aus.
Zur Anregung von Stickstoffatomen sind jedoch sehr hohe Energien notwendig und so lassen sich diese Farben nur bei starken Sonnenwinden beobachten. Es treten immer wechselnde Formen auf, mal ein über dem Horizont liegender weisslicher Bogen, mal emporschiessende Strahlen, mal isolierte Flächen oder Flecken, die in unterschiedlichen Farben auftreten können.
Wie macht man gute Fotos vom Nordlicht?
Wenn Sie Bilder vom Nordlicht machen wollen, müssen Sie ein paar Dinge beachten, um gute Resultate zu erzielen. Denken Sie an warme Kleidung, man braucht mitunter viel Geduld.
- Verwenden Sie eine digitale Spiegelreflexkamera mit ferngesteuertem Auslöser.
- Benutzen Sie ein Stativ.
- Denken Sie an geladene (Ersatz-)Batterien.
- Schalten Sie den Blitz und alle automatischen Einstellungen aus.
- Wählen Sie einen ISO-Wert zwischen 100 und 400.
- Stellen Sie das Objektiv auf manuellen Fokus und wählen Sie «unendlich».
- Stellen Sie eine lange Verschlusszeit ein, am besten 30 Sekunden oder mehr.
- Blendenöffnung von f/2,8 oder kleiner.
- Verwenden Sie möglichst ein Weitwinkelobjektiv, je lichtstärker desto besser.
- Haben Sie Geduld!
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Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel oder haben Sie das Nordlicht auch schon fotografiert?
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