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Häufige Fragen
Im Geschäftsbericht von PUBLICA sind sämtliche Mandate und deren Anlagestil aufgeführt. Da die Mandate mehrheitlich indexiert sind oder aber sehr Index-nah investiert werden, sind die Anlagen im Portfolio mit der Zusammensetzung des jeweiligen Indexes nahezu identisch. Die Aktien-Benchmarks sind MSCI Welt ex. Schweiz, der Swiss Market Index und MSCI Schwellenländer. In intransparente Anlagen wie strukturierte Produkte, Hedge-Fonds oder Private Equity investiert PUBLICA nicht.
Für PUBLICA bedeutet Nachhaltigkeit im Wesentlichen die Absicherung bzw. Abfederung der wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod für die Versicherten. Dies immer unter Berücksichtigung der gesetzlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen (Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge BVV2, Mindestzins- und Umwandlungssatz). Grundsätzlich orientiert sich PUBLICA an der von der „Brundtland-Kommission“ formulierten Definition von Nachhaltigkeit.
Der Ansatz heisst „verantwortungsbewusst Investieren“. Er gliedert sich in zwei Bereiche.
Einerseits auf die Wahrnehmung der Aktionärsrechte, welche eine regelmässige Überprüfung der Anlagen anhand objektiver Kriterien sowie den Dialog mit kritischen Unternehmen (Screening und Engagement), sowie die Ausübung der Stimmrechte von in der Schweiz kotierten Firmen umfasst. Die Überprüfung der Anlagen geschieht anhand objektiver Kriterien, die sich auf Schweizer Gesetze und Verordnungen und auf international anerkannte Normen und Verhaltensregeln stützen (normative Grundlagen).
Anderseits wird jährlich eine ESG-Risikoanalyse durchgeführt, um schwer quantifizierbare Risiken zu analysieren, die für das von PUBLICA verwaltete Vermögen spürbare finanzielle Verluste zur Folge haben könnten.
PUBLICA nimmt ihre Verantwortung als Anlegerin aktiv wahr, durch:
- Wahrnehmung der Stimmrechte für Schweizer Unternehmen gemäss Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften VegüV (SR 221.331)
- Dialog mit Unternehmen, welche Aktivitäten ausüben oder Produkte herstellen, die gegen Schweizer Gesetze und Verordnungen oder gegen von der Schweiz ratifizierte internationale Konventionen verstossen
- Ausschluss von Unternehmen, die wiederholt gegen Schweizer Gesetze und Verordnungen und gegen von der Schweiz ratifizierte Konventionen verstossen und bei denen keine Aussicht auf eine positive Veränderung ihres Verhaltens besteht.
- Jährliche ESG-Risikoanalyse zur Einschätzung schwer quantifizierbarer Risiken für das Portfolio
Die Firma „Corporate Governance Agency Switzerland“ unterbreitet ihre Empfehlungen den Mitgliedern des Anlageausschusses. Die Stimmrechte werden gemäss Mehrheitsbeschluss umgesetzt und jeweils im Anschluss an die Generalversammlungen der Unternehmen auf der Webseite von PUBLICA publiziert.
Das gesamte Aktienuniversum von PUBLICA wird von einem externen Partner nach festgelegten Kriterien analysiert und auf halbjährlicher Basis bewertet. Dabei wird auf die Wahl möglichst objektiver Kriterien geachtet. Die problematischen Unternehmen werden genauer untersucht. Auf der Basis der Resultate werden dem Anlageausschuss Handlungsempfehlungen zur Genehmigung vorgelegt.
Die Versicherten und Rentenbeziehenden von PUBLICA können als repräsentative Gruppe der Schweizer Bevölkerung betrachtet werden, deren Wille in Form von politischen Wahlen, Gesetzesinitiativen, Referenden und letztlich in der Bundesverfassung und in weiteren rechtlichen Erlassen sowie in international ratifizierten Konventionen Ausdruck findet.
Die normative Basis zur Festlegung von Nachhaltigkeitskriterien umfasst daher:
- Die Bundesverfassung als Grundstein der in der Schweiz akzeptierten Normen und Werte.
- Die von der Schweiz unterzeichneten internationalen Konventionen, welche durch den UN Global Compact abgebildet werden.
- Die Gesetze und Verordnungen zur Umsetzung internationaler Konventionen und Sanktionen in der Schweiz.
Diese Basis gewährleistet grösstmögliche Objektivität der Kriterien, die für die Analyse und die Bewertung des Aktienuniversums verwendet werden.
Mit den Firmen, die bei der Analyse als problematische Anlagen identifiziert werden, wird ein Dialogprozess in Erwägung gezogen. Im Vergleich zur Ausübung der Stimmrechte ist der Einfluss auf ein Unternehmen durch den direkten Kontakt mit der Unternehmensleitung oder dem Verwaltungsrat nach Einschätzung von PUBLICA grösser.
Generell wird der Dialogprozess nur dann in Gang gesetzt, wenn die Aussicht auf eine positive Veränderung des Verhaltens des Unternehmens ausreichend gross ist.
Mit der Führung der Dialoge werden spezialisierte externe Anbieter beauftragt. Diese bringen das erforderliche Netzwerk und Erfahrung im Führen der Gespräche mit den Unternehmen mit.
Im Falle der von PUBLICA gehaltenen Schweizer Unternehmen nimmt die externe Firma Corporate Governance Agency Switzerland (CGAS) den Dialog für PUBLICA auf. Für internationale Firmen arbeitet PUBLICA mit dem Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen, SVVK-ASIR zusammen.
Firmen, bei denen nach einem Dialogprozess keine Aussichten auf eine positive Veränderung bestehen, oder die aufgrund ihrer primären Geschäftstätigkeit nicht in der Lage sind, auf ihre kontroversen Aktivitäten zu verzichten, werden auf eine Ausschlussliste gesetzt.
Die Liste der Ausschlusskandidaten wird periodisch, mindestens einmal jährlich, überprüft und aktualisiert. Der Entscheid über den Ausschluss eines Unternehmens aus dem Portfolio liegt in der Verantwortung von PUBLICA. Er hängt unter anderem davon ab, ob ein Ausschluss technisch umsetzbar ist oder ob ein Ausschluss zu einer wesentlichen Verschlechterung des Risiko-/Renditeprofils des Gesamtportfolios führen würde. Ein Ausschluss von Firmen aus dem Portfolio kann auch aufgrund der jährlich durchgeführten ESG-Risikoanalyse erfolgen. So wurden nach einer Analyse der möglichen Folgen des Klimawandels und einer möglichen Besteuerung von Kohlestoff-Emittenten alle Kohleproduzenten aus den Aktienportfolios ausgeschlossen.
Nehmen wir ein europäisches Textilunternehmen, das in einem Schwellenland Kleider produziert, die mit Hilfe von Kinderarbeit hergestellt werden. Das Unternehmen wird bei der Überprüfung als kritisch eingestuft, weil Kinderarbeit in der Schweiz gemäss dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes (SR 0.107) verboten ist. Nachdem die Informationen über die Verletzung dieser Norm plausibilisiert und verifiziert worden sind, wird das Unternehmen kontaktiert und auf die Verletzung aufmerksam gemacht. Im Rahmen des Dialogs gelingt es PUBLICA, das Unternehmen von den Anliegen zu überzeugen, worauf dieses wirksame Massahmen zur Verbesserung der Produktionsbedingungen ergreift. Der Prozess ist damit erfolgreich abgeschlossen und die Firma bleibt im Wertschriftenportfolio.
Die Umsetzung des von PUBLICA verfolgten Ansatzes ist mit Aufwand verbunden. Der Hauptzweck des Vereins besteht denn auch darin, den Aufwand der einzelnen Gründungsmitglieder möglichst gering zu halten, indem möglichst viele Aufgaben kollektiv getätigt werden. Eine weitere wichtige Aufgabe des Vereins ist der Wissenstransfer zwischen den Mitgliedern und zwischen dem Verein und anderen grossen Investoren im In- und Ausland.