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iPhones und iPads zeichnen kontinuierlich Standortdaten auf und leiten diese an Apple weiter. "Enthüllung" allerdings nicht ganz neu.
Trotz den gerade veröffentlichten Rekordzahlen
", die der ehemalige Apple-Angestellte Warden veröffentlichte, lassen sich die Lokalisierungsdaten auf jedem Mac-Computer, der für die Synchronisation von iPhone und iPad eingerichtet wurde, auch visuell darstellen.
Die Datei consolidated.db, in welcher die Aufenthaltsorte des Handys in exakten Breiten- und Längengraden zusammen mit einem Zeitstempel protokolliert werden, befindet sich in unverschlüsselter Form als SQlite-Datenbankdatei auf dem iPhone. Wird das iPhone mittels iTunes auf einem PC oder Mac synchronisiert, legt die Backupfunktion auch eine Kopie der Datenbank auf dem Computer ab. Dies ist bei allen Geräten mit Betriebssystem iOS ab Version 4 beziehungsweise 3.2 (iPad) der Fall.
Seit Mai 2009 (kaum) bekannt
Allerdings: So bahnbrechend neu, wie die gestrige "Enthüllung" nun von vielen Medien verkauft wird, ist diese gar nicht. Erste Hinweise darauf, dass Apple Lokalisierungsdaten sammeln könnte, gab es nämlich spätestens im Mai 2009, als Apple im "End User Software License Agreement" des iPhone 3GS einen Passus einfügte, der über das Sammeln von Lokalisierungsdaten informierte. In der Antwort auf eine Anfrage
, dass die Entdeckung der Datensammlung alles andere als neu ist. Er habe bereits im November vergangenen Jahres an der "Paraben Forensics Innovation Conference" auf die Existenz der Datenbank hingewiesen.
Standortdaten werden an Apple übermittelt
Gemäss Apples Antwort an die US-Senatoren werden die gesammelten Daten tatsächlich an den Konzern übermittelt. So heisst es darin etwa, dass Apple schnell und präzise feststellen müsse, wo sich ein Gerät befindet, um entsprechende ortsbezogene Dienste anbieten zu können. Dafür betreibe der Konzern eine "sichere Datenbank", in welcher Informationen über Standorte von Mobilfunkantennen und WLAN-Zugängen gespeichert würden. Die Informationen in der Datenbank seien aber lediglich für Apple zugänglich und würden keine persönlichen Daten enthalten. Die Daten würden zusammen mit den GPS-Daten an Apple gesandt, sobald ein Nutzer aktuelle ortsbezogene Dienste nutze oder automatisch, "in einigen Fällen", um die Datenbank mit lokalen Ortsdaten zu pflegen. In beiden Fällen würden die Daten anonym übertragen.
So oder so: Nicht zu vergessen ist, dass auch Telekommunikationskonzerne wie Swisscom, Sunrise oder Orange über die entsprechenden Bewegungsprofile ihrer Mobilfunkkunden verfügen. Allerdings sind die Daten in diesem Fall in (hoffentlich) gut gesicherten IT-Systemen verwahrt und nicht anderen Personen zugänglich. (Thomas Brühwiler)