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Im jüngeren soziologischen und philosophischen Diskurs ist die Bedeutung der „Moderne“ umkämpft, und nicht wenige verkünden seit einiger Zeit deren Ende. Die Autoren schreiben jedoch gegen die „Rostmoderne“ an, indem sie eine neue Soziologie der Freiheit, Gleichheit und Sicherheit entwerfen. Sie klären damit einen von der Theorie der Moderne bisher arg vernachlässigten Aspekt sozialer Entwicklung, der ebenso geschichtswirksam gewesen ist, wie er zukunftsträchtig scheint. Seit über zwei Jahrhunderten nämlich prägt der „Geist des Demokratismus“, in dem die drei genannten Werte gebündelt sind, das Handeln der Menschen, und zwar mittlerweile in sämtlichen Lebensbereichen. Die Autoren zeichnen darum differenziert die Grundzüge der drei Werte nach und entwickeln ein theoretisches Modell, das zweierlei begreifen lassen soll: den Prozess der sozialen Verwirklichung der Werte sowie deren tatsächliche „Verwirklichtheit“ in bezug auf Kultur, Gesellschaft und Persönlichkeit. Sorgfältig wird hierfür rekonstruiert, wie Max Weber die Wertverwirklichung als Zusammenspiel von Ideen und Interessen begreift. Aus diesem Zusammenspiel ergeben sich reale (Un-)Gleichheiten, (Un-)Freiheiten und (Un-)Sicherheiten als strukturierte und strukturierende Lebenslagen, Lebenschancen und Lebensrisiken. Das Ende einer so verstandenen Modernisierung lässt indes auf sich warten.
Zweitgutachten.