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Schulhaus Bodenmatt
Adresse
6162 Entlebuch
LU
Architektur
Der Entwurf ist ein Frühwerk von Hans Zwimpfer, der Kernbau der Schulanlage Bodenmatt ein besonders früher Vertreter des Innerschweizer Sichtbeton-Brutalismus. Die Fassadensanierung stellt einen erheblichen Eingriff dar. Sie veränderte stark den Charakter des Kernbaus, betont jedoch weiterhin dessen skulpturale Durchbildung und schuf eine angenehme Einheitlichkeit im gewachsenen Bauensemble.
Chronologie
Der Bau der Schulanlage Bodenmatt und des zu integrierenden Gemeindehauses in Entlebuch wurde 1959 als beschränkter Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Siegerprojekt von Hans Zwimpfer wurde bis 1961 von Förderer Otto Zwimpfer Architekten umgesetzt. Von 1983 bis 1987 wurde das Gebäude saniert. Dies diente als Ausgangslage der Erweiterungsbauten von Theo Baumeler in den Jahren 1980 bis 1983 und von Bernhard Hofstetter in den Jahren 2002/03: Der Kernbau wurde um zwei Kindergärten, die Gemeindeverwaltung sowie um Hauswirtschaftsräume und ein Abwartswohnhaus ergänzt. Fünf Jahre später stimmen die Entlebucher auch einer Innenrennovation der Schulanlage zu.
Lage
Das Schulhaus Bodenmatt liegt an leichter Hanglage umgeben von Wohn- und Geschäftsgebäuden im Zentrum von Entlebuch. Die Erschliessung erfolgt von Westen, von dem von der Dorfstrasse abzweigenden Marktplatz, die Postadresse der Schulanlage ist am östlich gelegenen Quartier orientiert. Die Gebäude fassen einen Platz und sind durch Pausenplatzflächen auf unterschiedlichen Ebenen, eine unterirdische Erschliessung und eine Passerelle miteinander verbunden. Nördlich der Schulanlage befinden sich zwei Sportfelder und ein Spielplatz, im Osten Laufbahnen.
Beschreibung
Der Kernbau ist dreigeschossig und erhebt sich über einem dreiteiligen, windmühlenförmigen Grundriss. Im Norden grenzt der Turnhallentrakt an, im Süden folgen die Kindergärten. Die Schulzimmer sind auf die drei Flügel verteilt. Das Eingangsgeschoss ist weit zurückgesetzt, es entstehen Kolonnaden und verschiedene grosszügige, gedeckte Freibereiche. Die Schulzimmerkuben sind vom Kern abgesetzt und mit übereck geführten Bandfenstern versehen: hohe Formate belichten die Klassenzimmer, schmale Formate die Erschliessung. Diese Anordnung löst das Bauvolumen auf, die Übereck-Führung bringt eine spannende Asymmetrie. Das Eingangsgeschoss besitzt zeittypische, gestufte Fensterformate, die sich in der Fassung der Freitreppen gestalterisch fortsetzen. Auch die Erweiterungsbauten sind an der Formensprache Hans Zwimpfers orientiert.
Der Kernbau, ursprünglich ein Sichtbetonbaukörper, ist äusserst differenziert aufgelöst und wirkt partiell «schwebend» und leicht. Die Fassadensanierung brachte einen beigen Anstrich sowie eine horizontale Holzlattenverkleidung in Grüntönen.
Literatur