Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/1428

Magnesium
(Magnium, Talcium, Bittererdemetall, Talkerdemetall); der in der
Magnesia enthaltene metallische Grundstoff,
findet sich in der Natur nie unverbunden (vgl.
Magnesia), sondern immer nur in Verbindung. Man kann dieses Metall durch Einwirkung
des elektrischen Stromes auf geschmolzenes
Chlormagnesium darstellen; seine gegenwärtige Darstellung ist jedoch eine andre
und ähnlich der des
Aluminiums. Es wird entwässertes
Chlormagnesium, gepulverter Flußspat und in Stückchen
geschnittenes
Natrium gemengt und das Gemisch in einen rotglühenden Tiegel eingetragen, wo es vollständig in Fluß kommt.
Das
Natrium verbindet sich dabei mit dem Chlor des
Magnesiums und macht dieses frei, das sich schließlich als ein Regulus
zu unterst im Tiegel vorfindet und zwar als Rohmetall, das durch einen Destillationsprozeß unter Abschluß
der Luft noch gereinigt werden muß.
Das Metall ist silberweiß, glänzend, hart, aber in der Hitze hämmerbar. Sein spezif. Gewicht ist nur 1,743, also nicht die doppelte Schwere des Wassers. Es schmilzt bei abgehaltener Luft bei beginnender Rotglut, und verwandelt sich in der Weißglühhitze in Dampf, der sich in der Luft entzündet und unter Entwicklung des intensivsten Lichtes verbrennt. Das weiße wolkige Verbrennungsprodukt ist auf direktestem Wege entstandene gebrannte Magnesia. In trockner Luft ist das Metall unveränderlich; in feuchter überzieht es sich allmählich mit einer weißen Oxydschicht. Auch in reinem Wasser ist es bei gewöhnlicher Temperatur haltbar, in siedendem aber oxydiert es sich unter Wasserzersetzung und Entwickelung von Wasserstoffgas. Von Säuren wird es rasch aufgelöst.
In die Form von
Drähten und schmalen
Bändern (
Magnesiumband) behufs der Verbrennung bringt man es dadurch, daß man es in
einer cylindrischen stählernen Hohlform bis zum Weichwerden erhitzt und dann mittels eines Stempels
durch die im
Boden der Form befindlichen feinen Löcher hinaustreibt. Ein
Magnesiumdraht läßt sich bekanntlich in jeder
Lichtflamme entzünden; ein solcher von der
Stärke eines Pferdehaares konsumiert sich etwa zu 1 m in der Minute und entwickelt
dabei ein so starkes Licht, wie es 70 auf einen Punkt konzentrierte Paraffinkerzen kaum hervorbringen
könnten. Um eine Beleuchtung von längerer Dauer zu erhalten, ist eine hierfür konstruierte Lampe mit Uhrwerk nötig, bei
welcher der
Draht in dem Maße, wie er verbrennt, von einer Rolle abgewickelt und in die Flamme geschoben wird.
Das Licht ist vollkommen weiß und die damit erleuchteten Gegenstände erscheinen in ihren natürlichen Farben wie am Tage.
Es haben daher auch besonders die Photographen Interesse genommen und einzeln in großen Städten sich darauf eingerichtet,
Porträts bei Nacht aufzunehmen. Wichtiger ist aber dieser Stoff für den Fall, daß es sich um Aufnahmen
in an sich dunkeln Räumen handelt, wie z. B. in alten ägyptischen Grabbauten. Weiter in
betracht kommende Verwendungen des
Magnesiumlichts könnten sein: bei Vergrößerungsmikroskopen statt des Hydrooxygengases
oder elektrischen Lichtes, zu Feuerwerk, Nachtsignalen, auf Leuchttürmen, wenn nicht der hohe Preis des Metalls ein Hindernis
wäre. - Zollfrei.