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Hochgeachteter Herr Präsident!
Ich beeile mich Ihnen hiemit im Anschluße das telegraphisch angezeigte Schreiben Veladini's über die Ent schließung des Teßinischen Staats rathes betreffend die Lukmanier konceßion zu übermachen. Die Herren haben sich also nicht bewogen gefunden, dem Gotthardtbahnunter nehmen auch nur durch etwelche Verzögerung der Vorlage der Lukmanier konceßion Vorschub zu leisten. Und für ein allfälliges Conceßionsbe gehren für den Gotthardt wird die Deposition einer Caution in Aussicht| gestellt, wenn man sich nicht vor her mit den Camorristen, die jetzt mit dem Lukmanierkomite unter handeln, abfinde! –
In mehrern durch Hrn.
Koller
mir übersandten Briefen des Hrn.
Du Coster wird die Ansicht ausgesprochen, das Comité sollte das italienische Ministerium veranlaßen, mit
Benutzung der ihm ertheilten außerordentlichen Vollmachten eine definitive
Entscheidung in der Alpen
bahnfrage zu treffen, resp. die Genehmigung des Jacinischen Gesetzesentwurfes für den Gotthardt auszusprechen. Unter den der Regierung
ertheilten Vollmachten finde ich auch folgende:
C. 2. Dispos. – «Au moyen d'empècher| l'interruption des travaux d'exploitation des chemins de fer, et d'autres travaux publics principaux, pourvu que les charges de la finance ne soient point augmentés». Hr. Ducoster glaube, daß diese Bestimmung mit etwas gutem Willen auf das Projekt Jacini's anwendbar sei. –
Ich wollte nicht unterlaßen, Ihnen von dieser Idee Kenntniß zu geben, muß aber bekennen, daß ich fast nicht glauben kann, daß das italienische Ministerium sich gegenwärtig irgendwie mit der Alpenbahnfrage zu befaßen geneigt sein dürfte.
Wenn Sie etwa im Verlaufe der bevorstehenden Seßion der Bundesver sammlung eine Sitzung des Gotthardt | ausschußes für nothwendig er achten sollten, stelle ich mich zur Verfügung.
Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeich netster Hochachtung v. Ihrem
freundschaftlich ergebenen
J. Zingg.
Luzern d. 1 Juli 1866.