Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03469.jsonl.gz/2488

Bernhard, Bildhauer, geb. 6. Mai 1813 zu Nürnberg als Sohn eines Webers, erlernte das Handwerk eines Klempners,
ging dann auf die Wanderschaft und bildete, zurückgekehrt, sein angebornes künstlerisches Talent durch
das Studium altdeutscher Bildwerke seiner Vaterstadt aus. Er wurde sodann Silberarbeiter und begab sich nach 1840 auf die
Einladung Rauchs in dessen Atelier nach Berlin, wo er die Antike kennen lernte. Im J. 1846 gründete er ein eignes Atelier, in
welchem ihn zunächst Büsten und Porträtmedaillons beschäftigten.
In der allmählichen Entwickelung seines Stils wußte er die Innerlichkeit der germanischen Bildnerkunst mit klassischer Formenschönheit
zu verschmelzen. Deswegen war er besonders hervorragend in Werken religiösen Inhalts, von denen sich vorzügliche zu Mohrin
in der Neumark und zu Neiße befinden, und in Grabdenkmälern. Sein Arndtdenkmal in Bonn und sein Universitätsdenkmal
in Greifswald (die Vertreter der vier Fakultäten) beweisen, daß er auch den monumentalen Stil beherrschte. Die Zahl seiner
plastischen Porträte beläuft sich auf etwa 200. Er starb 25. Dez. 1882 in Berlin.
Johann Bernhard, Bildhauer, geb. 6. Mai 1813 zu Nürnberg als Sohn eines Webermeisters,
mußte trotz einer künstlerischen Anlagen das Klempnerhandwerk treiben (1827-40) und übte ich in seinen
Mußestunden stets im
mehr
Zeichnen und Schnitzen. Darin wurde er so geschickt, daß er zu Nürnberg in eine Silberplattierfabrik trat, wo er Gefäßformen
bildete und bereits viele künstlerische Modelle lieferte. Diese Arbeiten und besonders eine Nachbildung der berühmten betenden
Madonna fesselten 1840 die Aufmerksamkeit Rauchs, der nach Nürnberg gekommen war und ihm den Eintritt
in sein Atelier anbot. So kam er nach Berlin, wo er zwar anfangs infolge seiner bisherigen mittelalterlichen Anschauungen
in der Plastik große Schwierigkeiten fand, sich aber doch das Verständnis der Körperformen und der Gewandung nach den
Grundsätzen der Antike so bald aneignete, daß er eine Kopie der Rauchschen Statue der Königin Luise
machen und sich bei der dekorativen Ausschmückung des Museums beteiligen konnte. 1842 kehrte er auf eine Zeitlang nach Nürnberg
zurück und schuf für eine Kirche in Dinkelsbühl die kolossale Halbfigur eines Christus in Hautrelief, die noch viel von
der altdeutschen Härte der Formen zeigte.
Ganz anders eine treffliche Statuette der Schauspielerin Rachel (1850) und mehrere dann folgende Medaillonporträte.
Ebenso frei von jenem mittelalterlichen Stil sind: die Sandsteinfiguren für die Schloßkirche in Sagan, namentlich ein Kruzifix
daselbst, eine Büste der Herzogin von Sagan, ein herrlicher Auferstehungsengel für das Familiengrab des Grafen von Pourtalès
und eine Kolossalstatue Isaak Newtons im Nationalmuseum zu Pest. Nachdem er dann noch die Figuren am Denkmal
der Universität Greifswald und zwei Standbilder für die Universität in Königsberg ausgeführt hatte, schuf er sein edelstes
Werk, die Erzstatue Arndts in Bonn (1865), die das Charakteristische der biedern Persönlichkeit mit dem idealen Ausdruck
meisterhaft verbindet. Ebenso trefflich ist eine Marmorstatue der Penelope in Elberfeld und neuerdings
mehrere Grabmonumente von edler, tiefer Empfindung. Er ist Ritter des Roten Adlerordens vierter Klasse und des österreichischen
Franz-Josephsordens.
Bernh., Bildhauer, geb. 6. Mai 1813 zu Nürnberg, besuchte die Nürnberger Kunstschule und trat 1840 in Rauchs
Atelier in Berlin. Seine ersten Werke, ein kolossaler Christus in Halbrelief für die neue Kirche zu Dinkelsbühl (1842), eine
Maria mit dem Kinde, lehnten sich noch an die altdeutsche Weise an. Neuern Anforderungen wurde er gerecht in der Statuette der
Schauspielerin Rachel (1850; Pfaueninsel bei Potsdam), in den Porträtmedaillons von Humboldt, Rauch, Cornelius
und Kaulbach (1854 - 51) und in zahlreichen Büsten, sowie in dem Denkmal, das die Universität Greifswald zu ihrer vierten Säkularfeier 1856 errichten
ließ.
Für die Königsberger Universität arbeitete Afinger die Statuen der Wissenschaften. Ferner schuf er 1865 die Statue Arndts zu Bonn;
für eine Villa bei Elberfeld die Marmorstatue der Penelope und für den Invalidenkirchhof in Berlin ein
Grabmal mit der
Figur einer trauernden Frau (1869), das Dahlmannsche Grabmal und die schönen Brunnen auf dem Kirchhofe zu
Bonn. Erst 1873 besuchte er Italien, 1874 wurde er zum Mitgliede der Berliner Akademie der Künste sowie zum
Professor ernannt und starb am 25. Dez. 1882 in Berlin.