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Emissionen aus der galenischen Produktion (GalPro) von Arzneimitteln können zu Konzentrationsspitzen von Wirkstoffen in Kläranlagenausflüssen führen. Im Fokus standen bisher vor allem Betriebe, welche Wirkstoffe synthetisieren. Über Stoffeinträge aus sogenannten galenischen Betrieben (d.h. Betriebe, die Wirkstoffe beispielsweise zu Tabletten oder Salben weiterverarbeiten) ist hingegen sehr wenig bekannt. Deshalb führen das BAFU, der VSA und die Eawag in Zusammenarbeit mit Betrieben, ARA und kantonalen Behörden sowie den Branchenverbänden ECO SWISS und scienceindustries das Projekt GalPro durch. Das Ziel ist ein schweizweiter Überblick zu Wirkstoffeinträgen in die Gewässer durch das gereinigte Abwasser aus solchen galenischen Betrieben.
Zurzeit werden verschiedene Massnahmen zur Verringerung der Stoffeinträge in die Gewässer überprüft und umgesetzt. Der Bundesrat veröffentlichte im Juni 2017 den Bericht «Massnahmen an der Quelle zur Reduktion von Mikroverunreinigungen». Darin schlägt er eine Verstärkung der Massnahmen an der Quelle vor, um den Eintrag von Mikroverunreinigungen in die Gewässer weiter zu verringern. Dies betrifft auch Stoffeinträge aus Industrie- und Gewerbebetrieben.
Eine Vorstudie an zwei ARA zeigte, dass Wirkstoffemissionen von galenischen Betrieben bis zu 300-fache Konzentrationsanstiege verursachen konnten. Im Auftrag des BAFU wird nun das Projekt GalPro durchgeführt mit dem Ziel, die Ergebnisse dieser Vorstudie auf ihre schweizweite Repräsentativität zu überprüfen, einen Überblick zu Stoffeinträgen aus galenischen Pharmabetrieben zu erlangen und den beteiligten Betrieben eine Optimierung ihres Abwassermanagements zu erleichtern.
Das Projekt wird in drei Phasen im Zeitraum 2020-2024 durchgeführt. In einer ersten Phase wurden repräsentative Galenik-Betriebe der Schweiz ausgewählt. In einer zweiten Phase werden die verarbeiteten Wirkstoffe in Zu- und Ausläufen der jeweiligen ARA, welche diese Abwässer behandeln, gemessen. Für eine erfolgreiche Durchführung des Projekts wird eng mit den Betrieben, den zuständigen kantonalen Behörden und der jeweiligen ARA zusammengearbeitet. Um die Dynamik der pulsartigen Einträge aus den Betrieben in ARA Ausläufen besser zu erfassen, wurde die erste Messkampagne mit dem MS2Field durchgeführt, was eine hohe zeitliche Auflösung der Messdaten ermöglichte. Weitere Kläranlagen werden anhand von 24-Stunden Mischproben untersucht. Die dritte Phase dient zur Datenanalyse und Bewertung der Resultate. Die Ergebnisse werden von der Eawag und dem VSA in einem Abschlussbericht zusammengefasst. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fliessen ein in VSA-Dokumente (Leitfäden und Merkblätter) zur Harmonisierung des Schweizweiten Vollzugs in dieser Branche (u.a. zum Stand der Technik).