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Das Nachbeben in Nepal hat das Spital der Schweizer Alpinistin Nicole Niquille zum Einsturz gebracht. Patienten müssen nun in der Kantine versorgt werden und im Freien schlafen.
Nach dem gewaltigen Nachbeben in Nepal vom Dienstag ist das Spital der Schweizer Alpinistin Nicole Niquille in Lukla vollständig zerstört. Das Krankenhaus am Fusse des Himalaya war bereits beim verheerenden Erdbeben vom 25. April beschädigt worden. Doch jetzt sind auch die verbliebenen Pflegeräume ruiniert.
«Es gab zwei Beben gestern, eines um 9.20 Uhr und das andere eine halbe Stunde später», sagte Nicole Niquille am Mittwoch der Nachrichtenagentur SDA. «Das erste liess einen Teil der intakten Mauern einstürzen, das zweite tat den Rest.»
Patienten schlafen im Freien
«Am Telefon sagte mir der Wächter: 'Es gibt kein Spital mehr.'» Die Gründerin der Klinik, die in der Romandie für ihr Engagement bekannt ist, bestätigte damit entsprechende Berichte der Westschweizer Zeitungen «Tribune de Genève» und «24 Heures».
Überwältigt von den jüngsten Ereignissen schildert die Freiburgerin aus Charmey die Lage vor Ort: «Seit dem 25. April konnten die Patienten nicht mehr im Innern schlafen. Doch es gab immerhin noch einen Operationssaal, sowie Räume für die Geburtshilfe, das Labor und die Radiologie.»
Versorgung in der Kantine
Aber das alles ist jetzt zerstört. In Betrieb bleibt eine Notfallstation mit zwei Ärzten, einem Nepalesen und dem Schweizer Vincent Luisier. Diese versorgen die Patienten in der Kantine, das einzige Gebäude, das allen Erdstössen standgehalten hat.
«Wir haben die verletzten Kinder einer Schule in Chaurikharka aufgenommen, die ebenfalls von einer Schweizer Organisation unterstützt wird», erklärt Niquille. Dieses Dorf ist nur wenige Kilometer von Lukla entfernt.
«Wir werden Geld finden»
Ihr Mann Marco Vuadens und zwei Bauleiter waren gerade in Nepal angekommen, um nach dem Beben vor drei Wochen mit dem Wiederaufbau des Spitals zu beginnen. «Nun werden sich die Pläne ändern, ich kann jedoch noch nichts Konkretes über die Fortsetzung der Bauarbeiten sagen», sagte die Präsidentin des Stiftungsrats des Spitals.
«Trotz allem haben wir Glück», sagt Niquille. «Wir haben Unterstützung aus der Schweiz und wir werden Geld für den Wiederaufbau finden.» Das 2005 eingeweihte Spital in Lukla nimmt normalerweise mehr als 900 Patienten pro Monat auf.
(sda/tno/me)