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Die Spieler
Das wohl berühmteste Kartenspiel der Provence ist eine Filmszene, gedreht in der „Bar de la Marine“ in Marseille, nach „Marius“ der Romantrilogie von Marcel Pagnol. Da spielen César du Escartefitue gegen M. Brun und Panisse. Sie betrügen einander so beharrlich und plump, dass am Ende alle beleidigt sind: „Oh Panisse, tu me fends le cœur” gehört zu den bekanntesten Sätzen dieser Szene. Auch gern zitiert wird: „Wenn man nicht mal mit seinen Freunden schummeln kann, dann lohnt’s sich doch gar nicht mehr, Karten zu spielen“. Tatsächlich spielt man in der Provence oft und überall: zu Hause, im Café, am Strand, im Zug…
Hier ein Filmausschnitt mit dem berühmten Kartenspiel (man beachte die Sprache - kein Französisch à la académie française!). Wir erfahren auch, dass es in der französisch-Marine grosse Hahnenkämpfe gibt. Auch Fanny taucht auf, die später als Szene hier noch beschrieben wird.
Man spielt um zu gewinnen, greift gerne auf alle Taktiken zurück, erlaubte und unerlaubte, dabei setzt man im entscheidenden Moment ein „Pokerface“ auf, man versucht, unauffällig dem Mitspieler in die Karten zu schauen oder ihn mit Bemerkungen und Gesten abzulenken.
Es ist besonders interessant, dass ein Spielkarten in Frankreich zum ersten Mal in der Provence schriftlich erwähnt wurden und zwar im 14. Jahrhundert, als einem Händler verboten wurde, „Nahipi“
zu spielen. Dabei handelte es sich um das venezianische Spiel „der sieben Familien“, das als Vorläufer des Tarots gilt. Die ältesten Marseiller Tartospiele (18. Jh.) entstanden in Avignon, wo die
Kartenhersteller lange Zeit Steuerfreiheit genossen. Das Marseiller Tarot ist heute noch Vorbild für die in der Provence üblichen Kartenspiele.
Eines der beliebtesten Kartenspiele der Provence ist auch das „Carreau“, welches sich an den Regeln von Pétanque orientiert und das berühmte „Carreau“ im Boule imitiert.