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Ohne den Einfluss von César Manrique wäre Lanzarote nicht das heutige Lanzarote. In der kargen Lavalandschaft bleibt der Blick auf die vielen Vulkankegel ohne strörrende irgendwas Werbung frei. (Nur Wahlplakate standen kürzlich umher.) Auf vielen Verkehrskreisel stehen Plastiken oder Windspiele. Nur das Arrecife Grand Hotel ist höher als 10 Stockwerke und das höchste Gebäude auf Lanzarote. Es gibt sie schon, die grossen Hotelkomplexe in Playa Blanca, Puerto del Carmen oder Costa Teguise. Ausserhalb diesen 3 Zentren halten sich Bausünden in Grenzen. Lanzarote lebt hauptsächlich vom Tourismus. Es gibt für die rund 400000 ständigen EinwohnerInnen nicht viele Alternativen zum Arbeiten.1919 wurde César Manrique in Arrecife geboren. Wollte erst Architekt werden, wechselte nach 2 Jahren an die Kunstakademie Madrid. Er blieb dort, bis er 1964 für 1 Jahr nach New York zieht. In New York lernte er die nassgeblichen Leute der Avangarde kennen.1966 kehrt er nach Lanzarote zurück. Der Tourismus beginnt sich zu dieser Zeit auf der Insel zu entwickeln. Er fordert eine tragfähig Raum- und Bauplanung, die im Zeichen des Schutzes der Kultur- und Naturerbes von Lanzarote steht. Erstaunlich, er wurde von der Politik ernstergenommen als die Heilversprechen der Baumafia. Dies führte dazu, dass Lanzarote 1993 von der UNSECO zum Biosphärenreservat erklährt wurde. (César Manrique hat dies nicht mehr erlebt, er starb 1992 bei einem Autounfall.)Auf Lanzarote etwickelt er sein ästhetisches Ideensystem, welches er Kunst-Natur/Natur-Kunst nennt. Mit dieser Definiton vertritt er für sich den Begriff der totalen Kunst, bei der sich seine Bilder, Skulpturen und Architektur in ausgewählte Naturräume einbetten und durch seinen Eingriff dem Charakter dieser Naturräume angepasst werden.Mehr zu César Manrique auf César Manrique auf Wikipedia
DadaTux Blog
Wir bleiben noch ungefähr eine Woche auf Lanzarote, dann segeln wir weiter. In unserem „sightseeing“ Rucksack fehlt noch die Playa Blanca sowie ein Restaurantbesuch in Femes im Restaurant Casa Emiliano.
Das Erledigen der alltäglichen Aufgaben sowie diverses Material ersetzen oder verbessern auf der Dada Tux und natürlich unser „gemütliches“ Alltagstempo lassen die Tage im Flug vergehen. Zwischen durch plaudern wir mit verschiedenen Schiffsnachbarn, tauschen Erfahrungen aus, trinken einen Apéro, nehmen Abschied von solchen welche weiter segeln. Einige verlassen das Schiff um über die Festtage in ihre Heimatländer zu reisen.
Nach der Überfahrt von Lagos wird die Dada Tux wieder aufgeräumt. Das dauert einige Tage bis wir und das Schiff in den (Land-Schiff)Alltag finden.Wir machen uns in Arrecife (jetzt Hauptstadt von Lanzarote, vorher war es Teguise) kundig über Einkaufsmöglichkeiten, Schiffausrüstung; wir finden einen guten deutschsprachigen Reiseführer von dieser vulkanischen Insel und einen spanischsprachigen von allen kanarischen Inseln.
... wurde auf unserem Schiffli ein Kuchen gebacken. Helen machte diese leckere Premiere wegen mir.
... sitze ich an diesem Tag mit kurzen Hosen und T-Shirt draussen. Das T-Shirt brauche ich nur, damit ich keinen Sonnenbrand bekomme.
17.11 bis 29.11.2015Wassermacher
Seit Dienstag 17.11. funktioniert unser Wassermacher. Wir freuen uns, dass dieses Thema nach all den „Ungereimtheiten“, auch vielen begangenen Fehlern in den Niederlanden, endlich erledigt ist. Unserer Abreise auf die Kanaren steht somit nichts mehr im Wege.
Unser Standort ist seit drei Wochen Lagos. Gestern sind die Ersatzteile für den Wassermacher angekommen und heute werden sie installiert. Das heisst, wenn alles gut verläuft, Rigg, Segel etc. kontrolliert, eingekauft für die „lange Reise“ von 5-7 Tagen bis nach Lanzarote und der richtige Wind kommt, ziehen wir weiter.Störche
Das Märchen, dass Störche die Kinder bringen habe ich als junges Mädchen geglaubt und mir das jeweils lebhaft vorgestellt. In Balsthal, wo ich aufwuchs gab es jedoch keine Störche und in Altreu, ca. 30 km entfernt, zogen sie im jeweils im Herbst in den Süden. Wie das wohl trotzdem geht?In der Gegend von Lagos hätten, wen dem so wäre, die Störche ein ruhiges „Arbeitsleben“, auch wenn die Geburtenrate in Portugal höher ist als in der Schweiz.Wir sehen viele Störchen und selbstverständlich auch Storchennester. Manchmal scheinen sie sich die Nester streitig zu machen, dann wieder sitzen sie friedlich darin und oft sind auch Junge zu sehen, welche die Schnäbel für Futter aufsperren. Eindrücklich ist ihre „Kommunikation“, ein Klappern mit dem Schnabel in verschiedenen Geschwindigkeiten und so glaube ich zu hören, auch ein wenig unterschiedlich in der Tonlage. Die Beweglichkeit des Halses beeindruckt mich.
Wir legen in Oeiras Marina (Lissabon) am Mittwoch 21.10. kurz nach Mittag ab. Wir wollen die Strecke Oeiras bis Lagos, ca. 120 sm, ohne Zwischenstopp in Sines zurück legen. Die Strecken sind so, dass wir wohl Sines bei Tag erreichen würden Lagos jedoch kaum, vor allem da es auch in Portugal Herbst ist und deutlich rascher dunkler wird. Einen unbekannten Hafen anzusteuern ist für uns bei Tageslicht viel angenehmer und sicherer.Mit gesamt gesehen wiederum wenig Wind fahren wir in die Nacht hinein, im schon fast gewohnten 3 stündlichen Nachtwachmodus. Unser grünes Steuerbordlicht gibt den Geist auf (inzwischen hat Hansueli es wieder in Gang gesetzt) und so sind wir „einäugig“. Dafür leuchtet der Mond direkt vor unserem Bug, das Meer scheint silbern und die Sterne, inkl. Sternschnuppen, begleiten uns. Sternbilder besser erkennen ist fortan auf meiner „to do“, oder besser gesagt auf der Wunschliste. Eine gute halbe Stunde leisten uns, besonders auf Hansueli`s Wache, Delphine Gesellschaft.
Donnerstag Morgen erreichen wir Lagos bei wunderbarem sonnigen Wetter. Eindrücklich die Felsformationen, die nach Pinien riechende Luft. Wir sind in der Algarve angekommen.
Wir lassen die Leinen los in Douro Marina (Porto) und weiter geht`s Richtung Süden. Dieses Jahr, so hören wir von vielen anderen SeglerInnen, welche mehr oder weniger mit uns unterwegs sind, hat es entweder zu viel oder zu wenig Wind. Auch für die Dada Tux gibt es kein „Spezialwetter“ und so fahren wir mehrheitlich unter Motor, ziehen zwischen durch die Leinen für den Parasailor, setzen Gross und Genua um nach kurzer Zeit wieder zu motoren.Unser neues Spiel:
Wer entdeckt die FischerfähnchenEntlang der spanisch portugiesischen Atlantikküste wird sehr viel gefischt. Es sind kleinere und mittlere Schiffe, einige gehen tagsüber, andere in der Nacht auf Fang. Für uns heisst das den Booten und auch den unzähligen Fischerbojen auszuweichen. Diese haben ganz verschiedene Formen: leere Kanister, schwarz, weiss, rot, grüne Fähnchen, einfache weisse Kugeln... Manchmal gibt es Doppelfahnen. Ab und zu fliegt eine davon – das sind mir die liebsten, es ist eine Möwe. Ein System ist für uns jedoch nicht erkennbar. Im Gegenlicht sind sie oft überhaupt nicht zu sehen. Verfängt man sich in einer Leine, so kann das für Fischer und Boot sehr unangenehm werden heisst das doch oft, die Leine zu zerschneiden und den Propeller davon zu säubern. Während meiner Nachtwache verfängt sich eine. Es heisst das Schiff so rasch wie möglich zu stoppen. Hansueli fährt dann eine Zeit lang in die Gegenrichtung um uns zu befreien und siehe da wir kommen ohne Schaden (auch für den Fischer) davon. Unsere Kielform verhindert meist, dass eine Leine in unserern Propeller gelangt.
An der spanisch-portugiesischen Atlantikküste befinden sich eine Reihe wunderschöner Rua`s, fjordähnliche sehr pittoreske Meeresarme, mit Ankerbuchten, Marinas eingebettet in eine wunderschöne Landschaft.Wir fahren also gegen Abend in die Rua de Muros. Es ist gerade Zeit da laufen alle sich in der Rua befindlichen Fischerboote aus. Wir werden umzingelt von ihnen und natürlich weichen wir aus und nicht sie. Gezählt habe ich über dreissig mit ungefähr 6-8 Personen an Bord. Mitten in der Nacht tönen Sirenen, immer wieder. Ich schaue hinaus und entdecke auf einem benachbarten Platz eine Ansammlung von Leuten. „Es wird wohl so eine Art Nachtfeuerwehrübung sein“, berichte ich Hansueli. Anderntags frage ich nach. Es ist so, kommt ein Fischerboot herein und sein Fang ist bereit zum Verkauf, ertönt ein Alarm. So wissen alle (ausser uns), dass jetzt Fisch gekauft werden kann. Dies sei vor allem für die regionalen Grosshändler von Interesse. Am nächsten Morgen beim Auslaufen fahren uns die meisten Fischerboote wieder entgegen.Den ganzen Tag halten wir Ausschau nach Fischerbojen, welche von einer nicht endenden wollenden Menge zu bestehen scheinen. Zum Glück für uns und die Fischer verfängt sich keine im Propeller.Die nächste Rua heisst Rua de Arouso. Obwohl mich dies sehr an Arosa erinnert fahren wir vorbei.
Seit einer Woche sind wir in Douro Marina in Afurada ganz in der Nähe von Porto. Wieder einmal sind Starkwinde angesagt. Ein enges Zeitfenster um weiter südwärts zu segeln wäre Dienstag/Mittwoch gewesen (6.7.10.) gewesen.Am Donnerstag, 8.10. kommt jedoch Brigitte, die jüngste Schwester von Hansueli nach Porto. Sie ist unser erster „Familienbesuch“ auf der DADA TUX. Gemeinsam erkunden wir die Stadt, schlendern mit etwas mulmigem Gefühl (für jede(r) von uns etwas verschieden) über die hohe Fussgänger- und Metrobrücke über den Douro– erbaut von einem Schüler von Eiffel, kosten verschiedene Spezialitäten, besuchen die Buchhandlung welche die Schriftstellerin der Bücher von Harry Potter sehr inspiriert haben soll. Obwohl wir schon einen Portwein gekauft haben, besuchen wir eine Portweinkellerei – Churchill – degustieren drei rote und einen weissen Portwein und informieren uns in einer Führung über die Entstehung, die Jahrgänge, die Kontrollen etc. über diesen „süffigen“ Tropfen.
Wir liegen in der Marina A Coruña in der Zeit vom 20. September 2015 bis zu unserer Weiterfahrt am 30.09.2015.
Der Grund ist: wir warten auf unsere neuen Segel, Genua und Grosssegel, welche am Montag 28.09.2015 nach diversen Schwierigkeiten, ankommen. Wir telefonieren ein paar Mal nach den Niederlanden um endlich die Trecking Nummer zu erhalten, erhalten gleichzeitig die Auskunft, dass das Paket schon abgegeben wurde (Mittwoch 09.30 unterschrieben mit Namen xy). Im nach hinein stellt sich heraus, dass das eine andere Sendung war. Immer wieder werden wir an eine andere Nummer verwiesen, einmal sagen sie, das Paket sei in Madrid, dann wieder es sei zurück gesandt worden, weil die Adresse nicht stimmt und sie uns nicht gefunden haben. Doch endlich finden wir eine Person, die etwas mit der Trecking Nummer anfangen kann und nach etlichen Versuchen, auch über das Sekretariat der Marina, eine Wegbeschreibung ab zu geben, kommen die Segel am Montag gegen 13.00 an.
In der Schweiz kommt es in der Regel bei einer Neueinstellung zu einer Probezeit von drei Monaten, bevor eine Festeinstellung erfolgt. Ziehe ich die Zeit unserer Reise in die Schweiz und Deutschland ab, so ergibt das ziemlich genau drei Monate seit unserem „Leinen los“ in Makkum am 8. Juni 2015.
Mit dem Segelschiff reisen, heisst auch Geduld haben. Manchmal braucht es viel Geduld. Vor allem wenn die nächste Strecke zwischen 3 und 4 Tage dauert. Warten auf ein günstiges Wetterfenster heisst es dann. Wetterfenster wurde an anderen (Warte-)Orten auch schon zum Unwort erklährt. Wers erwähnte oder schrieb, bezahlte eine Runde. So weit sind wir hier in Falmouth noch nicht. Von 3 anderen Segelbooten wiessen wir, dass sie auch auf das Wetterfenster über die (berüchtigte) Biskaya nach La Corunia warten. Vor knapp einer Woche sah es mal so aus, dass es dieses Wochehende möglich währe. jetzt sieht es nach nächstem Donnerstag oder Freitag aus.Cornwall, die Südwestspitze von England, ist schön. Herzzerreissende Schnulzen sind hier angesiedelt, Stichwort Rosamunde Pilcher.Bis heute Nachmittag war es recht angenehm hier. Es regnete bis jetzt nur 1 Mal richtig. Jetzt beginnt es wieder zu regnen, aber unter unserer Kuchenbude (Cockpitzelt) ist es mit 18°, leicht prasselndem Regen und um die 4 - 5 Bf Wind noch angenehm. Wir sind von der Wärme nicht so verwöhnt. Der Barometer fällt kontinuierlich.Vorgestern war ich nochmals auf dem Mast und wechselte die Elektronik der WLAN Antenne aus. (Bis jetzt läuft es noch ...) Wir liegen in einem Bereich der kleinen Marina, wo der WLAN Empfang schlecht ist. Drinnen in unserem Aluboot ging fast gar nichts. Da fehlte mir richtig die Geduld mit diesem Netzwerk. Genügend Motivation für die Masttour, die sich sehr lohnte.Im Moment habe ich keine grosse Baustelle mehr auf unseren Schiffli. Beim Ablegen in Portmouth bemerkten wir, dass das rote Positionslicht im Bugkorb nicht mehr leuchtet. Eine LED Lampe, die nicht so einfach kaputt geht. Wieder einmal hätte ich gedanklich jemanden umbringen können ... Ws gibt eine Art von elektrischen Kabel oder Drähte, die in einer Wohnung ihren Zweck erfüllen, auf einen Boot wegen der Feuchtigkeit und Salzwasser nichts zu suchen haben. Kurzum, jetzt hat es eine neune LED Lampe und die leuchtet wieder.Bei der Ankunft hier in Falmouth sahen wir, dass unsere Genua (Vorsegel) am Achterliek Risse hat. Nicht nur einen, mehrerer. Ein Segelmacher, der mal für Alinghi arbeitete, holte sie zur Reperatur ab. Unsere bestellten neuen Segel wurden noch nicht geliefert. Die Firma vergass uns die Rechnung zu schicken und ohne Bezahlung keine Lieferung. Unsere jetzigen Segel wollen wir als Reserve behalten. (Ich hoffe der Platz zum Stauen, den ich meine, genügt.) Seit Freitag ist auch die Genua wieder gesetzt, von dem her, könnten wir starten. Das Wetterfenster fehlt einfach noch.So verbringen wir die Wartezeit mit geduldig warten, und, und, ....
Nach einem Aufenthalt in der Schweiz und Deutschland (25.08. - 3.09.2015) sind wir zurück in Gosport Marina, wo Dada Tux zwischenzeitlich einen anderen Liegeplatz erhielt. Voll gekotet von Vögel, welche sich täglich pünktlich zwischen 18.30 und 19.00 auf den Schiffsmasten niederlassen, Beeren verspeisen, zwitschern, lassen es sich gut gehen und ...eben. Jedoch erstaunlich was für eine innere Uhr sie besitzen und sie auch verstehend.Einen Tag benötigten wir um Dada Tux wieder auf Vordermann/Frau zu bringen um anderntags weiter Richtung Westen ziehen zu können.Die Gezeiten und dadurch die Strömungsrichtung bestimmen unseren Tagesablauf. Zwei bis drei Knoten Strömung mit oder gegen uns sind schon mit ein zu beziehen. Und dann die „Freude“ wenn Dada Tux 3 Knoten mehr fährt als der Wind hergibt. Natürlich haben wir bei langen Fahrten auch die andere Seite, nämlich Gegenströmung. Für den Moment heisst das für uns um fünf Uhr aufstehen, drei Tage hinter einander. Dabei kommt mir eines meiner Lieblingschansons von Jacques Dutronc „Paris s`éveille, il est cinqu heures“ (veröffentlicht1966!) immer wieder in den Sinn.
Portsmouth – Portland am 5.09.2015Die südenglische Küste gefällt mir sehr gut. Sattes grün, bepflanzte, teils geerntete Felder, Felsen in den verschiedensten Gesteinsformationen ziehen an uns vorbei. Portland Harbor ist ein grosser ehemaliger Militärhafen, was an den Eingangsfords noch deutlich zu sehen ist. Im grossen Vorhafen (über 1,5 sm lang) finden bei unserem Einlaufen gerade Regattas von zwei verschiedenen Jollentypen statt. Wir finden trotzdem einen Weg in die Marina und machen fest, geniessen das Abendessen, eine wunderbar warme Dusche und dann ab ins Bett. (Das letzte Mal waren Bea und Tom dabei. Wir haben ganz fest an euch gedacht und an das stürmische, nasse Wetter).
Am 20.08. überquerten wir den englischen Kanal von Blankenberge bis Dover. Unsere Strömungsberechnung erwies sich als zuverlässig. Wind und Wetter waren uns gut gesinnt, wenn gleich schon ein bisschen „englisch“ (von räumlich bis hart am Wind, etwas Nebel, etwas Regen, etwas Sonnenschein). Die weissen Felsen von Dover sind eindrücklich, auch auf der Fahrt von Dover nach Brighton sind wunderschöne Felsformationen zu sehen; auch weiter westlich, vor allem in der Gegend von Poole, sind sie zu bewundern.Die Marina von Dover empfinde ich als hässlich und unwirtlich (es gibt Pläne für eine Neugestaltung in den nächsten Jahren). Trotzdem blieben wir einen Tag. Bei sommerlichen Temperaturen flanierten wir in der Stadt und genossen Scones und Tee. Die Stadt selbst hat einen Anstrich von „schmudelig“, ungepflegt, viele Menschen erscheinen ärmlich, die Hotelbauten am Strand entlang scheinen schon bessere Zeiten gesehen zu haben. Das erste Mal auf unserer Reise in kurzen Hosen und T-Shirt legten wir die Etappe Dover – Brighton zurück. Der Wind war, selbst für unseren Parasailor, oft zu schwach. Diesen setzten wir wiederholt hinauf und hinunter, das gab etwas Praxis und Abwechslung, nebst ein paar „Turnübungen“, welche wir ab und zu bei ruhiger See ausführen.Seit gestern sind wir nun im Westen. Von Brighton nach Portsmouth überquerten wir den Nullmeridian und werden in nächster Zeit südwestlich reisen. Diese Fahrt hatte es in sich. Es waren zunehmende Winde angesagt, für uns aus achterlicher Richtung. Für uns die besten Strömungsverhältnisse aussuchend legten wir in Brighton kurz nach 08.00 ab, in der Hoffnung die Distanz von ca. 42 sm in rauschender Fahrt zurück zu legen und einen langen gemütlichen Abend vor uns zu haben. Der Wind drehte und wir kreuzten und kreuzten, so dass aus den 42 sm 64 sm wurden und wir dafür 11 1/2 h brauchten. Alle, welche schon ähnliche Situationen erlebt haben, können sicher nachvollziehen wie „lang“ dann eine solche Fahrt werden kann. Der Ort ist in greifbarer Nähe, bei der nächsten Wende jedoch wieder weit entfernt.In Portsmouth herrscht ein reger Schiffsverkehr. So haben wir beim Einlaufen drei grosse Kreuzfahrtschiffe passiert, eines davon die neue Queen Elisabeth (mit Ziel Stavanger, wo wir vor ein paar Wochen waren). Die grösseren Kreuzfahrtschiffe haben eine Länge von über 1000 ft und haben Platz für ein ganzes Dorf (je nach dem 5000 – 7000 Personen). Unsere Dada Tux ist gerade mal 39 ft lang. Da ist man/frau wie ein Zwerg daneben.Das Wahrzeichen von Portsmouth ist der Spinnakertower. Ein schlanker, ästhetisch gebauter Turm. Er ist öffentlich zugänglich, natürlich mit einem Restaurant und einem aus Panzerglas ausgestatteten Boden. Für mich brauchte es etwas Mut darüber zu gehen und bis hinunter auf den Boden zu sehen.Für die kommenden Tage sind Starkwinde aus Westen angesagt, so dass wir es uns in Portsmouth „gemütlich“ machen. Heute (24.08.2015) regnet es nur ein Mal und wir „verkriechen“ uns in unser vorübergehendes Zuhause, haben die Kuchenbude aufgespannt. So haben wir einen „Wintergarten“, welcher unseren „Wohnraum“ in solchen Situationen deutlich vergrössert.Das nächste günstige Wetterfenster werden wir benutzen um weiter Richtung Westen und dann südwärts zu segeln.
Zum zweiten Mal verabschiedeten wir uns von unseren Makkumer Freunden, Gudrun und Bernd (Villa Mar) sowie von der Crew der Blu C, Andreas, Natalie, Emilia und Vincent.
Nach 10 Tagen "Boxenstop" in der Werft bei Kooi in Makkum, legten wir am Samstag 15.08.2015 ab, fuhren ein letztes Mal durchs IJssel- und Markermeer über Amsterdam nach IJmuiden. In Amsterdam startet am Mittwoch die Sail, ein Grossevent alle 5 Jahre. Es werden 44 3 Master aus der ganzen Welt erwartet. Sie fahren alle am Mittwoch von IJmuiden nach Amsterdam. Einige davon haben wir unterwegs gesehen. Das wird für wahrlich eine Augenweide werden.
Der Sommer ist gekommen und so geniessen wir die wärmende Sonne während wir unsere Sachen von einem Ort zum anderen räumen, alles austrocknen, den div. Handwerkern Platz machen und uns über jede Kleinigkeit freuen die wieder geht.Von gestern auf heute verbrachten wir das erste Mal die Nacht aufgehängt im Kran. Für mich ein etwas eigenartiges Gefühl.Nun sind wir wieder im Wasser, immer noch aufgehängt, der Bug in der Luft, das Heck im Wasser. Einerseits zum schauen ob die Ruder nun dicht sind, andererseits muss auch noch das Ventil des Schmutztankes ausgewechselt werden. Zudem leckt die Fusspumpe und wird ebenfalls ersetzt. Die Fachperson des Wassermachers muss nochmals kommen. Beim Testen brannte der Print. Die Heizung ist auswärts in Testung, ebenso das Funkgerät. Wir haben nun das Wochenende vor uns, ohne Handwerker, hoffen, dass das Ventil des Fäkalientank bis dann eingebaut ist und wir auf`s Wasser gehen können und diverse Sachen testen.Bald kommt sicher auch die weitere Reiseplanung so dass wir hoffentlich vor der Kälte in der Wärme sind.Doch immer wieder optimistisch denkend geht es uns prima.
Nicht nur in der Meterologie kennen wir Hoch und Tief`s, auch im „gewöhnlichen“ Leben gibt es diese. Von Thyborøn, unserer letzten Station in Dänemark, segelten wir nach Helgoland auch diesmal hart am Wind, mit Regen, hohen Wellen und gute 6 Bft Helgoland scheint uns nicht allzu gut gesinnt zu sein. Schon das letzte Mal mit Karsten und Jernimo ging es ähnlich zu und her. Die berühmten roten und weissen Felsen wurden trotzdem mit kurzen Blicken gewürdigt. Der Hafen von Helgoland war sehr voll, da alle Schutz vor den angesagten Starkwinden in den nächsten zwei Tagen Schutz suchten. Helgoland ist ein Schutzhafen und „muss“ alle Boote ausnehmen. So lagen wir dann dicht gedrängt zu dritt im Päckchen.Helgoland – Borkum dagegen war schönes Segeln, gute Winde, (fast) sommerliches Wetter. Für die Strecke Borkum – Terschelling waren gute achterliche Winde für unseren Parasailor angesagt und wir bereiteten alles vor. Die Sonne schien, der Wind war weg und so motorten wir fast die gesamte Strecke und ankerten im Wattenmeer. Der fast volle Mond ging auf, die Sterne schienen und die div. Leuchtboyen und Leuchtfeuer schienen und blinkten friedlich nebeneinander her. Eine schöne geruhsame Stimmung. Am Sonntag ging es bei schönstem Sommerwetter nach Makkum. Unzählige Boote aller Art, darunter wie es sich für die Wattensee und das IJsselmeer gehört, sehr viele Plattbodenschiffe. Seit Montag früh sind wir nun, hoffentlich zum letzten Mal, in der Werft. Alle, welche eine Segelyacht haben, kennen das Aus- und Umräumen. Persönlich fällt es mir immer wieder schwer mich dieser Herausforderung zu stellen. So sind z.B. gerade jetzt, wo ich dies schreibe, zwei Fachpersonen an Bord, eine ist der „Wassermacher“, so dass wir künftig aus Salzwasser Süsswasser herstellen können, die andere Person kümmert sich um den Motor.
Freitag Abend, 24. Juli, kamen wir nach gut 100 sm bei guten Windverhältnissen, etwas Sonnenschein, trocken in Thyborøn an. Wir haben uns auf Grund der Wettervorhersage entschlossen in Etappen nach Makkum zu segeln und nicht wie angedacht in einem Schlag. Für Samstag/Sonntag 25./26. waren Starkwinde angesagt mit Regen und so sitze ich heute, Sonntag 26.7. unter der Kuchenbude mit pfeifendem Starkwind rundum.Erzähle ich mehr der Reihe nach sieht das in etwa folgendermassen aus. Mit dem am 14. Juli angekommenen Hans erkundeten wir mit der Dada Tux, mit Bus, Fähre und Mietauto die Ryfylke Gegend. Stavanger, Hjemeland, Nedstrand, Sand, Reilstad zurück nach Stavanger waren unsere Etappen. Eine sehr ansprechende Gegend mit, für mich gefühlten tausenden, Inseln in jeder Grösse und wunderschönen sattgrünen Fjorden. Da die einzelnen Tagesreisen kurz waren, eher schwachwindig, gab uns dies die Möglichkeiten mehr von der Gegend, auch mit dem Feldstecher, zu sehen. Wir entdeckten teilweise sehr grosse Fischzuchten, Steinbrüche, sehr viele Motorboote, jedoch auch einige Male ein paar sich im Wasser tummelnde Kinder. (Wassertemperatur 14 – 15 Grad, Aussentemperatur ca 18 Grad) Wahrlich Nachfolger der Wikinger, diese Norweger!In Sand trafen wir einen deutschen Hafenmeister an. Er lebt seit über 20 Jahren dort, fühlt sich als Norweger und bewirbt sich für den Gemeindepräsidentenposten. Aus dieser Gegend stammen gemäss seinen Aussagen ca. 8 % der gesamten Energie aus Norwegen aus riesigen Wasserkraftwerken. Plötzlich tauchte auf dem Steg ein Hobbyfotograf mit einer Leikakamera auf und fragte ob er die Dada Tux samt Crew fotografieren dürfe. Bei Tee und Kuchen verbrachten wir eine anregende, informationsreiche Zeit.Samstags wollten wir die Gegend mit dem Bus erkunden, etwas ins Landesinnere fahren. Uns war nicht bewusst, dass in dieser Gegend am Samstag kaum ein Bus fährt und so nahmen wir bei regnerischen Wetter den einzigen Bus in die nächste „Stadt“. Die Einwohnerdichte in Norwegen beträgt 13 Einwohner pro km2, so dass ein Ort von gut 1000 Einwohnern schon eine beachtliche Grösse hat. In Suldal, einer Kommune zu welcher die Ortschaft Sand gehört (dort war die Dada Tux 3 Nächte in der Marina lag) beträgt die Dichte 2 Personen pro km2. Tags darauf mieteten wir ein Auto und durchforschten die Gegend. Schmale Passstrassen führten uns auf gut 1000 Meter Höhe durch Schneefelder, norwegische Skigebiete, z.T noch zugefrorenen Bergseen. In der Schweiz entspräche diese Höhe in etwa 2500 Meter in Bezug auf Vegetation.Seit dem 22.7. sind wir wieder zu zweit. Von Stavanger ging es nach Borshavn, etwas 80 sm südostwärts und tags darauf gute 100 sm nach Thyborøn, von wo ich dies schreibe.
Eine Besonderheit sei noch kurz erwähnt. Wir scheinen ungeplant immer wieder an Festivals zu gelangen. Zuerst war es die skandinavisch grösste Beachparty in Kristiansand, dann in Stavanger die Tatoo-Messe und das Food-Festival und nun in Thyborøn (Dänemark) treffen wir auf einen internationalen Marktanlass. Laut den Länderfahnen sind ca. 12 Länder daran beteiligt. Leider war es gestern, Samstag 25. Juli, so windig und regnerisch, dass nur abends in den Hafenkneipen die Livemusik ertönte. Die Zeit der Festivals ist ja sicherlich in Norwegen auf dem Sommerausgerichtet und dieser ist ja nicht all zu lang, selbst die Norweger finden es dieses Jahr wenig sommerlich.Ob wir diese Fähigkeit des Aufspürens von Festivals weiter entwickeln wollen ist eher fraglich.Geschlafen haben wir, nach dem wir die Dada Tux mit einer Zusatzleine „gesichert“ haben, gut.
RTFM, diese Abkürzung kennt vermutlich jede Person die im Bereich Informatik arbeitet. Für alle anderen, read the fucking manual. Nun ja, wenn das Manual auch wirklich ein Manual oder Handbuch ist, einigermassen den aktuellen Auslieferungsstand wiedergibt und eine nachvollziehbare Struktur hat, halte ich mich daran. Ich schreibe überigens nicht von einem fernost Produkt, sondern von einem Original deutschsprachigen 'Handbuch'. Was man nicht machen soll, steht unter Troubleshooting. Das die interne Hilfe nicht betrachtet werden soll, steht gar nirgens und vermutlich vertippte ich mich auch noch, was das Ganze noch verschlechterte. Definitiv musste der Resetknopf oben auf 18m im Mast betätigt werden. Wo der ist, steht nirgns. Kurzum, ich brachte es hin dass sie wieder läuft, aber leider nur für einen Tag. Jetzt startet sie im Minutentakt neu. Frustriert bestellte ich die Antennenelektronik neu.Dass die WLAN Antenne nicht läuft ist verschmerzbar. Ein weiteres Sorgenkind läuft auch nicht mehr. Die Werftarbeiter reparierten schon oft daran. (Ich noch nie ...) Unserer Warmluftheizung läuft nicht mehr, da meine ich nicht unser neuer Dieselofen. Der läuft, er ist einfach zu stark für den kühlen, eher kalten diesjährigen norwegischen Sommer. Nach unserem Testlauf mit den Dieselofen streickt er. Zum Aufstehen am Morgen und Frühstück wären ein paar Grad wärmen in unserem Schiffli sehr angenehm. Vielleicht wird es hier noch Sommer ...In der Region von Stavanger (Ryfylke) gibt es den berümtesten norwegischen Felsen. Den Preikestolen, eine Felskanzel in 604 m Höhe über dem Lysefjord. Direkt mit dem Schiff kann man nicht hin. Der Bergweg geht von der anderen Seite hoch. Wahrlich, es ist ein Bergweg. Wir waren um die Wanderschuhe froh. Der Weg auf den Preikestolen gefiel uns besser, als die Felskanzel selbst.Von Tananger segelten wir, zeitweise mit Dieselunterstützung, nach Tau. War nicht weit, gut 20sm. Beim Zusammenlegen vom Grossegel, gab es eine Riss entlang vom Achterliek. Statt selber flicken suchten wie einen Segelmacher in der Region. (In Norwegen ist Ferienzeit). Nach einigem telefonischen Weiterreichen landeten wir bei Paul, einem Amerikaner, der schon einige Jahre auf seinem Boot hier liebt. In einer Hütte richtete er sich ein Atelier ein. Mir scheint, er machte es gut. Sehr viel besser, als wir es mit unseren reduzierten Kenntnisse und Material hätten machen können.So fuhren wir an nächsten Morgen nach unserem Ausflug auf den Preikestolen nach Stavanger zurück. Mit der Segelreparatur und all dem Anderen was wir sonst noch erledigten, erreichten wir knapp den Bus unm Hans vom Flughafen ab zu holen. Seit 3 Tagen erkundet er mit uns das Ryfylke Gebiet.
Der Sommer ist wieder weg und wir sitzen mit zwei Schichten in der Kuchenbude bei , 14 Grad, Tee und einer leckeren Zwischenverpflegung.Zwischenzeitlich sind wir von Kristiansand am Cap Lindesnes (südlichster Punkt Norwegens) nach Vestre / Austre Seli, einer kleinen hübschen Bucht, umgeben von den typisch norwegischen Ferienhäusern, gesegelt. Der Weg dorthin führte, weitgehend motorend, an kleineren und grösseren Inseln, herausragenden Felsblöcken (mit und ohne Kennzeichnung) an unzähligen idyllischen Orten vorbei. Ein abendlicher Spaziergang rund um die Bucht, sowie eine kleinere Klettertour um eine gute Rundumsicht zu haben rundeten den Abend ab.Am nächsten Tag gings weiter nach Egersund, der Westküste entlang mit kaum einer Insel. Vielleicht zum Glück, denn schon bald umhüllte uns dichter Nebel. Die Sicht betrug kaum 100 Meter. Radar und Nebelhorn wurden eingeschaltet und so „tasteten“ wir uns vor den Eingang von Egersund, vorbei an der vorgelagerten Insel Eigerøya vorbei. Interessant war, dass der Himmel zeitweise blau war, die Sicht vor den Augen jedoch kaum einige Meter. Ein Scheibenwischer für Hansueli`s Brille wäre kein Luxus gewesen. Kaum in der Einfahrt verschwand der Nebel und wir konnten bei blauem Himmel und Sonnenschein in Egersund einlaufen. Am nächsten Tag durchkämmten wir den Ort und die nähere Umgebung. Egersund ist bekannt für seine Schokoladenfabriken.Durch den Nordresundet gings weiter nordwestlich nach Tananger. Der wenige Wand kam direkt von vorne bis einige Seemeilen vor Tananger. Mit raumen Wind und nur mit der Genua segelten wir gemütlich bis kurz vor die Hafenmole. Für die nächsten Tage war schweres Wetter vorausgesagt, 7-8 Bft, in Böen bis 10, so dass wir uns entschlossen in Tananger zu bleiben. Der Hafen füllte sich dann auch zusehends mit schutzsuchendenen Boten. Natürlich kommt auch unsere „Werkstatt“ nicht zu kurz. Unsere WiFi Antenne, zuoberst auf dem Mast, macht keinen richtigen Kontakt und musste auf „Reset“ gestellt werden. Also wurden unsere neuen Maststufen getestet. Hansueli hinauf, hinunter, hinauf, hinunter, 5 Mal ohne Erfolg. So wurde die Antenne am nächsten Tag kurzerhand abmontiert (dies hiess wieder in den Mast klettern) unten mit einem Kabel testen, und dann wieder hinauf zum montieren. Dort oben ist sie nun und funktioniert einwandfrei. Ein Tagesausflug nach Stavanger mit dem Bus, abholen des reservierten Raymarine-Autopilotenkompasses (als Ersatz für den „Besoffenen“), der Besuch des örtlichen sehr interessanten Ölmuseums inklusive gelungene Architektur des Gebäudes, schlendern in der Stadt und ein feines Nachtessen taten uns gut. Heute wurde der Kompass installiert, eingekauft für die nächsten Tage, etwas gefaulenzt und die Vorbereitungen für Morgen getroffen.Der Höhepunkt des Tages, resp. des Abends war die Inbetriebnahme unseres Dickinson Ölofens. So hatten wir im Nu 24 Grad im Schiff. Das gab doch ein sommerliches Gefühl.
Es geht weiter – vorausgesagt sind südliche Winde und wir möchten das Ryfylkegebiet mit all seinen Buchten und Fjorden ca. 2 Wochen lang erkunden.