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Seit Tee in die europäische Geschichte eingeführt wurde, wurde er über zwei Orten verbereitet: in der Öffentlichkeit – Teehaus oder Teegarten; in der privaten Sphäre – Zu Hause.
Zwischen 1660-1720 sind unzählige Kaffeehäuser entstanden, wo nicht nur Kaffee ausschankte, sondern auch Tee. Solche Kaffeehäuser waren Schauplätze von gesellschaftlichen Ereignisse und Treffpunkte der politischen und wirtschaftlichen Elite. Sie verloren immer mehr ihre Wichtigkeit im Lauf des 18. Jahrhunderts, während Tee immer mehr ihre Bedeutung gewann. Tee wurde zunehmend im öffentlichen Garten und Park ausgeschenkt, wo die ganze Familie ihre Freizeit verbracht. Vauxhall, Ranelagh, Marylebone, Cuper´s etc. waren beliebte Ausflugsziele der englischen bürgerlichen Familie. Sie konnten dort spazieren, wo die Natur, die von urbanen Bevölkerung nach der Industrie-Revolution zunehmend vermisst wurde, nachgebildet wurde und kulturelle Ereignisse stattfanden. Tee trinken mit der Familie und Freunde und die Umgebung „gelüscht“ zuschauen waren das „Wellness Programm“ der damaligen bürgerlichen Familie. Frauen waren willkommend, ebenfalls Kinder. Dieses Phönomen war neuartig, denn Frauen und Kinder nicht erlaubt waren im Kaffeehaus. Der Schauplatz der weiblichen Präsenz – Tee ermöglichte die geschlechtliche Komunikation in der Öffentlichkeit, was früher nicht stattfand. Das Beisammensein der Familie stellte sich der Öffentlichkeit zur Schau. Sehen und gesehen werden. Wer ist glücklicher, welche Familie haben best erzogene Kinder, waren die Beobachtung und Gsprächsthemen beim Teetasse.
Die Kombination von Tee und Garten war nicht kulturell vorbehalten. Tee spägte nicht nur die japanische Gartenarchitektur, sondern auch die europäische. Kew Garten ist ein bekanntes Beispiel von Chinoserie!
1717 erkannte Thomas Twinning die Macht der Weiblichkeit. Er verwandelte sein Kaffeehaus zu einem Teehaus „The Golden Lyon“. Sein Teehaus wurde Treffpunkt von Damen, die sich an dem öffentlichen Leben beteiligen wollten und bewußt, sich zur Schau zu stellen. Elegante behagliche feine Atmosphäre, in der Damen sich austauschen, klatschen (Klatsch hat einen moralischen Aspekt) und entspannen konnten. Wenn die ganze Familie unterwegs waren, wäre das Teehaus der Ort gewesen, wo alle zugänglich waren. Ein männlicher Kaffeehaus oder Pubs waren keine Konkurrenz gegen Tee in einer Gesellschaft, in der das familiäre Leben (bürgerliche Werte) noch im Vordergrund stand.
Bevor der Tee in Europa ankam, war die Auswahl an Getränke für eine Gastgeberin beschränkt. Alkoholische Getränke boten die einzigen Möglichkeiten an. Man könnte sich vorstellen, wie so eine Party nach vielen Alkoholkonsum aussah… Katharina Bragnanza erkannte die neue Möglichkeit, eine kultivierte, stilvolle und geschmacksvolle Atmosphöre für alle zu schaffen – mit Tee. Herzogin Anna (1788-1861) entwickelte leidenschaftliche Tee-Rituale, um ihre Gäste in eine sorgfreie Welt voller Eleganz, Schönheit und Stil einzuführen. Es war Frauen, die Akzente des gesellschaftlichen Lebens gaben, die ihre Macht von der privaten Sphäre in die Öffentlichkeit eingedrungen haben. Die weibliche Raffinesse definierte, was kultiviert sein könnte, was abartig aussehen sollte. Sie organisierten Teepartys, in den sich beiden Geschlechter traffen und amüsierten. Gleichzeitig war es eine bewußte Demostration von Macht und Reichtum. Eine Finger zu viel an dem Henkel der Teetasse verriet schon den Herkunft des Teetrinkers. Die Frage und Antwort auf die Gastgeberin sagten bereits das Habitus eines Gastes.
Die weibliche Hand, die eine Teekanne innehat, gleicht eine Waffe in der Hand zu besitzen. Eine Aussage eines englischen männlichen Anthropologe Alan Macfarlane.