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Das frisch in die deutsche Sprache übersetzte Buch “Liebe deinen Körper” ist bei mir eingetroffen. Es empfiehlt sich, zuerst die 10-seitige Einleitung und dann das erste Kapitel sorgfältig zu lesen.
Ein auffallendes Merkmal der säkularen Zweiteilung von Geist und Körper ist die anscheinende Aufwertung des Körpers. Pearcey schreibt:
Ist es wahr, dass die westliche Kultur den Körper abwertet? Legen nicht viele geradezu lächerlich viel Wert auf das Äussere und die Fitness? Denken wir an die weit verbreitete Obsession mit Diäten, Sport, Bodybuilding, Kosmetik, plastischer Chirurgie, Botox, Anti-Aging…
Aber vom Körper besessen zu sein, bedeutet nicht, dass wir ihn annehmen. … ‘Die kulturelle Praxis drückt Abneigung gegen den Körper aus.’ … Eine Obsession mit Training, Bodybuilding und Diäten offenbart eine Denkweise ähnlich der eines Autobesitzers, der einen Luxuswagen poliert und aufmotzt. Er wird als Werkzeug behandelt, das benutzt und kontrolliert wird, statt um seiner selbst willen geschätzt zu werden. Damit machen wir den Körper zum Objekt, zu einem erobernden Teil der Natur. … ‘Das Training, die Traffung, das Abnehmen und die Modellierung des Körpers (…) fördern eine feindliche Beziehung zu ihm.’ Diese Praktiken drücken den Willen aus, den Körper zu erobern und zu unterwerfen und letztlich von seinen Zwängen befreit zu werden.Nancy Pearcey. Liebe deinen Körper. betanien: Augustdorf, 2019. 47-48