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Das Schloss in 1767 Herrliberger
Wildenstein liegt als einzige erhaltene und bis vor kurzem bewohnte Höhenburg des Baselbiets südlich von Bubendorf in einem Seitental der Hinteren Frenke. Dieses zweigt hier in südlicher Richtung ab und öffnet sich dem Fluebach entlang in zwei kleine Tälchen. Wer von Bubendorf zu Fuss oder mit einem Fahrzeug das Schloss besuchen will, ist davon überrascht, dass sich dieses nicht auf dem Berggrat oder der Kuppe, sondern unterhalb des Siglisbergs auf einem vorspringenden Felssporn erhebt. Nördlich des Schlosses steigt das Gelände und entwickelt sich zu einer Hochebene mit dem durch den Rappenkrieg bekannt gewordenen Rappenfeld, dem Schlossweiher, der Weide, Hecken und Witwald, bzw. Eichenhain. Allseitig von Wald umsäumt, lässt sich das Gelände leicht als ehemaliges Rodungsgebiet erkennen.
Die Burg Wildenstein ist eine Gründung der Eptinger auf fremdem Eigen, auf Grund und Boden des dem Domstift Basel gehörenden Dinghofs von Bubendorf. Der Dinghof war der Mittelpunkt einer Grundherrschaft. Analoge Verhältnisse bei andern Burgen bestätigen, dass die Eptinger für den Wert des unbebauten Bodens einen jährlichen Zins bezahlten und dafür das Recht zur Rodung und Bewirtschaftung erhielten. Die Wertsteigerung durch die Nutzung und Erbauung einer Burg war zinsfrei, doch blieb der Boden ein Erblehen des Domstifts Basel.
Als erster Eptinger nennt sich 1293 Heinrich von Eptingen „von Wildenstein". Unter seinem Sohn Gottfrid erlebte Wildenstein wegen eines Landfriedensbruchs seines Besitzers 1334 eine Erstürmung der Burg durch die Berner und Solothurner. Das Ausmass dieser Beschädigung und jener durch das Erdbeben von 1356 sind nicht bekannt.
Um 1380 verkaufte Gottfrids Sohn Hemann die Burg an die Geschwister Markwart, Götzmann und Elsi von Baden, doch verschenkten diese sie am 15. Juli 1384 dem Deutschritterordenshaus Beuggen, dem Markwart angehörte. Vier Jahre später veräusserte das Ordenshaus die Burg an Petermann Sevogel von Basel. Dieser vergrösserte den Besitz durch zahlreiche Landkäufe in der Umgebung und erwarb den benachbarten Arxhof. Wildenstein blieb im Besitze der Familie Sevogel bis um 1480, kam um 1496 an Johannes Bär von Durlach und wenig später an dessen Sohn Ezechiel Bär. Dieser liess sich als Bürger von Solothurn aufnehmen, stellte die Burg unter Schutz und Schirm dieser Stadt und verlieh ihr dafür das Burg- und Öffnungsrecht. Diesem getarnten Vorstoss Solothurns in die Landgrafschaft Sisgau begegnete die Stadt Basel damit, dass sie um 1500 über ihren Bürger Georg Schönkind die Burg Wildenstein erwarb. Basel zog die zur Burg gehörenden Rechte und Freiheiten an sich und verkaufte sie mit den beiden Höfen Wildenstein und Arx mit der Bedingung, dass sie nicht verpfändet oder verändert, sondern unterhalten und der Stadt Basel geöffnet bleiben musste.
Wildenstein wurde so zu einem Adelssitz mit sehr beschränkten Privilegien. Als solchen kauften ihn 1511 Margarita Lantzmann und ihr Sohn Fridlin Rein, genannt Oltinger, 1522 Junker Balthasar Hiltbrand und 1530 Johann Marx Russinger. 1572 ging Wildenstein an Bernhart Brand, der die Burg „in besseren Bau" brachte. Sein Sohn Theodor Brand liess 1622 eine Quelle fassen, das Wasser in die Burg leiten und „legte die Burg in stattlichen bauw und ehr". Doch bereits 1634 verkaufte Theodor Brands Sohn Bernhard den Wildenstein an Balthasar Graf von Basel, der ihn 1657 an Junker Gustav Adolf Müller von Erdingen abtrat. 1664 ging Wildenstein an Johann Rudolf Schorendorf, der im Schlosse Wein ausschenkte.
Nach dessen Tode erwarb es 1684 Meinrad von Planta von Wildenberg, verheiratet mit Sophie von Rosen. Diese gab nach dem Tode ihres Gatten 1693 den alten Turm als Wohnsitz auf und baute die Ökonomie- und Dienstgebäude an der Nordostecke des Schlosses zu einem Wohnhaus um. Schliesslich verkaufte sie 1710 den Wildenstein an Niklaus Christoph Langhagen, doch ging er bereits 1717 durch Ersteigerung an Peter Werthemann-De Bary. Dieser liess 1724 im unteren Hof eine neue Sennenwohnung erbauen und übergab 1747 den Wildenstein seinem ältesten Sohn Johann. Als dieser 1769 unverheiratet starb, übernahm ihn sein jüngerer Bruder Peter Werthemann-Burckhardt, von dessen Witwe er 1792 durch Erbschaft an Peter Vischer-Sarasin überging.
Offensichtlich hatte die Wittfrau Werthemann nach dem 1781 erfolgten Tode ihres Gatten den Wildenstein kaum noch bewohnt, denn das 1792 erstellte Inventar zeigt, dass sich Gebäude und Umschwung in einem stark vernachlässigten Zustand befanden. Der grosse Wohnturm war völlig leer, hatte weder Türen noch Fenster, und der Plantabau war nur notdürftig möbliert.
So war es Peter Vischers Aufgabe, umfangreiche und kostspielige Instandstellungen der Schlossgebäude, des Lehenhauses, der Scheune und Ställe sowie am näheren Umschwung vorzunehmen. Er errichtete 1812 den Brunnen vor dem Eingangstor des Schlosses und legte einen kleinen Schlossgarten an. Sein Sohn Peter Vischer-Passavant nahm von 1824 bis zu seinem Tode 1851 zahlreiche Verbesserungen der Zufahrtswege, der Ökonomie- und Wohngebäude vor. Nach seinem Tode 1851 übernahm seine Tochter, die verwitwete Frau Maria Burckhardt-Vischer, den Wildenstein, denn ihr Bruder Karl Vischer-Merian hatte auf das Erbe verzichtet. Um den Plantabau gänzlich zu ihrer Verfügung zu haben, liess sie für den Rebmann zwischen Nordturm und Eingangstor 1853 ein Wohnhaus errichten, den Eckturm des Plantabaus und den Nordturm von Christoph Riggenbach in neugotischem Stile umbauen und anstelle der Reben einen grossen Schlosspark anlegen. Nach ihrem Tode 1871 entschloss sich Karl Vischer-Merian dennoch zur Übernahme des Wildensteins.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte unter Karl Vischer-Von der Mühll ein grösserer Umbau des Schlosses nach Plänen des Architekten Fritz Stehlin aus Basel in den Jahren 1902-1904, wodurch es das heutige Aussehen erhielt. Von 1922 bis 1947 befand sich das Schloss im Besitz von Peter Vischer-Burckhardt. Von 1947 - 1990 war der Wildenstein im Besitz von Peter Vischer-Milner-Gibson, der darin seinen Wohnsitz einrichtete. 1995 erwarb der Kanton Basel-Landschaft von seinen Nachkommen den Wildenstein.
Bibliographie