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Ribot
(spr. -boh), Alexandre Félix Joseph, franz. Politiker, geb. zu St. Omer (Depart. Pas-de-Calais), studierte Jurisprudenz in Paris [* 2] und wurde daselbst Advokat. Unter dem Justizminister Dufaure wurde er 1875 Direktor der Kriminal- und Gnadensachen im Justizministerium, dann Generalsekretär und Staatsrat im außerordentlichen Dienst. 1877 trat er in den Advokatenstand zurück. Er wurde 1878 in die Deputiertenkammer gewählt, nahm seinen Sitz im linken Centrum und zeichnete sich durch seine scharfe Beredsamkeit aus. 1881 wurde sein Mandat erneuert, und R.s Einfluß in der Kammer wuchs. Als nach Tirards Rücktritt, das starke Ministerium Freycinet-Constans sich bildete, übernahm er darin das Portefeuille des Äußern, das er auch in dem Ministerium Loubet (Febr. 1892) sowie in dem von ihm selbst gebildeten Kabinett beibehielt. Schon sah er sich wegen der aus Anlaß des Panamaskandals gegen verschiedene Mitglieder seines Kabinetts gerichteten Angriffe gezwungen, dasselbe umzugestalten; er selbst übernahm in dem «purifizierten» Kabinett das Innere, trat aber mit diesem zurück. Bei den Neuwahlen Aug. 1893 erhielt er wieder ein Mandat für die Deputiertenkammer. Nach Casimir-Periers Rücktritt (Jan. 1895) übertrug ihm der neue Präsident Faure von neuem die Bildung eines Kabinetts, in dem er 27. Jan. neben dem Vorsitz das Finanzministerium übernahm.