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Altazimut,
aus England zu uns gekommene Bezeichnung für ein Instrument, das zur Messung der Höhe und des Azimuts der Sterne dient und daher Höhen- und Azimutalinstrument genannt wird; Reichenbach [* 2] hat ihm den Namen Universalinstrument gegeben, weil man mit ihm Messungen ausführen kann, zu denen man sonst verschiedene Instrumente, wie Höhenkreis, Theodolit, [* 3] Meridianinstrumente, braucht. Dasselbe besteht aus einem Fernrohr, [* 4] das um eine horizontale Achse im Sinn der Höhe und um eine vertikale Achse in azimutaler Richtung drehbar ist.
Die
Größe dieser Drehungen wird an einem vertikalen oder
Höhenkreis und einem horizontalen oder Azimutalkreis abgelesen.
Die
[* 1]
Fig. 2 auf der Tafel
»Astronomische Instrumente« zeigt den von
Repsold für die
Straßburger
Sternwarte
[* 5] gelieferten
Altazimut. Auf dem in der
[* 1]
Figur sichtbaren kreisrunden
Pfeiler a erhebt sich ein großer gußeiserner
Cylinder b von 84
cm
Durchmesser, der mit drei starken Fußschrauben auf einem eisernen
Ring ruht; die obere Hälfte des
Cylinders c, die in zwei
Lagern eine 9
cm dicke Stahlachse d und das am Ende der
Achse senkrecht dazu stehende
Fernrohr e von 13,3
cm Öffnung und 1,5 m
Brennweite trägt, ist um eine in der Mitte des
Cylinders befindliche, in der
[* 1]
Figur nicht sichtbare vertikale
Achse drehbar, und da das
Fernrohr ebenso wie beim
Meridiankreis
[* 6] in einer zur horizontalen
Achse senkrechten
Ebene drehbar ist, so kann
man es auf jeden beliebigen
Punkt des
Himmels richten.
Hat man mit Hilfe dieser beiden Bewegungen das Fernrohr annähernd auf einen Stern gerichtet, so kann man durch Klemmvorrichtungen das Fernrohr mit dem obern Teil des Cylinders und diesen wieder mit dem untern in feste Verbindung bringen und die genaue Einstellung auf die Mitte des Fadenkreuzes durch Handhaben ausführen, die auf seine Schrauben [* 7] wirken, und von denen die zur Klemmung und zur Bewegung in Höhe dienenden (fg) in der Zeichnung rechts und links herabhängen. Um das Instrument umzulegen, hat man durch Drehung einer der am untern Cylinder sichtbaren Kurbeln h die horizontale Umdrehungsachse des Fernrohrs aus den Lagern zu heben und nach einer halben Umdrehung in horizontaler Richtung wieder in die Lager [* 8] herabzusenken.
Zur Prüfung der Horizontalität der Umdrehungsachse dient ein darauf gesetztes Niveau i, und um eine nicht vollständige Berichtigung desselben unschädlich zu machen, kann es mit Hilfe der kleinen zur Rechten am obern Rande des gußeisernen Cylinders sichtbaren Kurbel [* 9] k von der Achse abgehoben, herumgedreht und wieder gesenkt werden. Die Beobachtung der Luftblase des Niveaus geschieht durch das kleine über der Kurbel befindliche Fernrohr l, durch welches man in einen über dem Niveau schräg gestellten Spiegel [* 10] m blickt.
Die vertikale Drehung des Fernrohrs wird an dem mit der horizontalen Achse fest verbundenen Höhenkreis n und die horizontale Drehung an dem im durchbrochenen obern Cylinder sichtbaren Azimutalkreis o mit Hilfe von Mikroskopen pp', die am obern Cylinder angebracht sind, abgelesen. Die in der [* 1] Figur sichtbaren Mikroskope [* 11] p kommen zur Verwendung, wenn das Instrument aus dieser Lage in die andre umgelegt ist. Der Nadirpunkt des Höhenkreises wird mit dem an einem eisernen Ring um den Pfeiler drehbaren Quecksilberhorizont q bestimmt, und als feste Linie für die Messung der Azimute dienen zwei im Garten [* 12] aufgestellte doppelte Miren, entsprechend den beiden Lagen, in welche das Fernrohr durch das Umlegen gebracht werden kann. Die Beleuchtung [* 13] des Fadenkreuzes im Fernrohr, ferner des Niveaus und sämtlicher Mikroskope liefert die über dem Instrument in dem großen Kessel befindliche Petroleumlampe, die überdies, wenn die beiden Klappen r zur Rechten und zur Linken geöffnet werden, die Miren im Garten erleuchtet. - Fehlt einem kleinern der Horizontalkreis, oder ist derselbe nur grob geteilt und daher zur Messung nicht brauchbar, so ist das Instrument ein Höhenkreis; ist aber nur der Horizontalkreis mit ferner Teilung versehen, so ist es ein Theodolit.
Kleinere transportable Universalinstrumente versieht man häufig mit einem gebrochenen Fernrohr, indem die untere, nach dem Okular hin gelegene Hälfte des Rohrs zugleich die eine Hälfte der horizontalen Drehungsachse bildet; in der Verlängerung [* 14] der obern Hälfte ist lediglich ein Gegengewicht angebracht. An der Brechungsstelle ist ein Prisma [* 15] eingesetzt, welches die vom Objektiv kommenden Strahlen total reflektiert und unter einem rechten Winkel [* 16] ablenkt. Das Okular und das Auge [* 17] des Beobachters befinden sich bei dieser Anordnung immer an derselben Stelle, am Ende der Drehungsachse, was sehr bequem ist, namentlich für Beobachtungen in großen Höhen.