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30.08.2017 Sarajevo
Am Morgen früh (aber wesentlich später als gestern) laufe ich zur Altstadt, der Bascarsija. Endlich ist einmal schönes Wetter. Die Sonne scheint. Ich laufe an der Gazi Husrev Beg Moschee (1530/31) vorbei zum Sebilj Brunnen, davor stehen zwei weitere Moscheen, deren Namen ich leider nicht herausfinden kann. Ich laufe etwas kreuz und quer durch die Bascarsija und komme bei einer militärischen Zeremonie beim Friedhof vorbei. Ein paar Moscheen in den Wohnviertel am steilen Hang sind ganz aus Holz gebaut, inklusive den Minaretten! Ich besuche nun die „Alte Kirche der Erzengel Michael und Gabriel“, eine orthodoxe Kirche, deren Fundamente auf das 6. Jahrhundert zurückgehen. Danach komme ich ins Quartier des Gazi Husrev-Beg Waqf (Waqf=islamische Stiftung). Ich besuche erst die Gazi Husrev-Beg Madrassa, die heute ein Museum ist – einmal mehr mit viel zu viel Text und viel zu wenigen Exponaten. Danach besuche ich die Gazi Husrev-Beg Moschee, die innen eher schlicht ist. Im Hof steht der überdachte Sadrvan Brunnen und die Türbe von Gazi Husrev-Beg sowie von Gazi Murat-Beg. Direkt vor dem Eingang steht die älteste öffentliche Toilette von Sarajevo, angeblich für die Bauarbeiter der Moschee erstellt (1530). Dem Miljacka Fluss entlang laufe ich zum Rathaus, das im Morgenlicht strahlt, danach auf den Berg hinauf und hinten wieder herunter, um eine gute Sicht auf die Bentbasa zu haben. Es geht zurück zur Bascarsija, wo ich am Gazi Husrev-Beg Hamam vorbeikomme. Nun laufe ich wieder dem Miljacka-Fluss entlang und gelange zum Mejdan Park, in dessen Mitte ein orientalisch aussehender Musikpavillon steht. Etwas weiter steht die Obnova Bakr-babine dzamije (Moschee), daneben die Atmejdan Ausgrabungen. Unweit des Trg Oslobodenja Alija Izetbegovic finde ich die orthodoxe Kirche der Gottesmutter, die natürlich Eintritt verlangen, obwohl das Innere es kaum wert ist. Dafür kann man die katholische Kathedrale (1889) kostenlos besuchen. Papst Johannes Paul II war am 12. April 1997 hier auf Besuch. Nun laufe ich zurück zur Bascarsija, wo ich einen lächerlich billigen Riesen-Hamburger esse. Durch das Gazi Husrev-Bey Bezistan, heute ein Touristenmarkt, laufe ich durch und gelange schliesslich zur Markthalle aus der Austro-Ungarischen Zeit (1895). An der ewigen Flamme unweit meines Hostels (für die Gefallenen des zweiten Weltkriegs) vorbei komme ich zur Nationalbank von Bosnien und dann zur Ali Pascha Moschee. Noch einmal laufe ich zum Miljacka Fluss, wo ein zerschossenes Gebäude meine Aufmerksamkeit erregt hat. Gegenüber der stark befahrenen Strasse liegt der olympische Komplex Skenderija, heute offenbar ein Kulturzentrum. Nun bin ich etwas müde und die Füsse schmerzen, weshalb ich im Park Mirze Davora Mittagspause mache. Dann laufe ich wieder Richtung Museum. Ich komme an einem monumentalen Kunstwerk vorbei, sowie am Trg Karla Parzika an der Josefskirche, und komme zum ehemaligen Holiday Inn, heute einfach Holiday Hotel. Gegenüber liegt mein Ziel, das nun endlich wiedereröffnete National Museum von Bosnia und Herzegowina (1913). Die Ausstellung wirkt gar nicht wie neu gemacht, sondern als wenn sie noch aus der Tito-Zeit stammen würde. Thematisiert wird die griechische Zeit (Illyrien) und die römische Zeit. Interessant sind die Wasserleitungen aus Ton, die ich hier zum ersten Mal vollständig sehe. Oben gibt es Exponate aus der christlichen Zeit bis zur Islamisierung und sogar ein paar schmiedeiserne Kanonen aus dem 14. Jhdt. und den Thron von Königin Helen von Bosnien (1395-1398). Hinter dem Museum liegt der ziemlich verwahrloste botanische Garten mit einer Anzahl Stecaks, zu seiner Linken ist das ethnografische Museum, das Modelle von Mühlen sowie periodengerecht eingerichtete Zimmer aus der osmanischen Zeit zeigt. Gegenüber dem archäologischen Museum liegt das naturhistorische Museum. Hier wurde garantiert in den letzten 30 Jahren nicht mehr viel umgestellt. Es gibt ausgestopfte Tiere, aufgespiesste Käfer, Steine, Jagdtrophäen aus Afrika. Beim Zurücklaufen sehe ich immer wieder Häuser mit Einschüssen, zum Beispiel die Poliklinik. Dafür werden jetzt überall moderne Hochhäuser gebaut. Ein Gebäude aus der Tito-Zeit ist in gelb-grün gestrichen. Ich kaufe mir etwas zu Essen im Konzum und kehre ins Hostel zurück.