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Überraschend schwanger – was tun?
Du bist überraschend schwanger geworden und musst entscheiden, wie du damit umgehen willst. Das Gute ist: Du hast eine Wahl. Und die sollst du in jedem Fall selbst treffen können. Damit dir das gelingt und du mit deiner Entscheidung gut leben kannst, musst du deine Möglichkeiten kennen und für dich einige Fragen klären.
Du bist ungeplant schwanger geworden, sei es innerhalb einer Beziehung oder bei einem One-Night-Stand. (Wenn als Opfer sexueller Gewalt, siehe bitte Notfallbox.) Das kann starke Gefühle auslösen, auch ganz widersprüchliche. Lass jetzt die Zeit nicht einfach verstreichen, sondern versuche, zu einer Entscheidung zu kommen. Überlege dir so ruhig wie möglich, ob die Umstände so sind, dass du bereit bist, für ein Kind zu sorgen, oder eher nicht.
Bist du in einer Notlage?
Wenn du Opfer sexueller Gewalt wurdest, wende dich so rasch wie möglich an 147.
Deine Möglichkeiten
- In den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft (seit Beginn der letzten Menstruation) kannst du dich frei für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.
- Ab der dreizehnten Woche ist ein Schwangerschaftsabbruch nur noch möglich, wenn aus ärztlicher Sicht eine schwerwiegende körperliche oder seelische Notlage vorliegt.
- Wenn du noch nicht 16 bist, musst du dich bei einer anerkannten Beratungsstelle beraten lassen, wenn du einen Abbruch in Betracht ziehst. Es ist von Vorteil, wenn du mit deinen Eltern sprechen kannst, ihre Zustimmung ist aber nicht notwendig.
Wie entscheiden?
Redest du gerne mit einer Freundin, mit deiner Mutter, mit einer Fachperson?
Den meisten hilft eine Mischung aus Gesprächen und Zeit für sich, um zu einer Entscheidung zu kommen.
Spürst du am besten, was du möchtest, wenn du spazieren gehst oder darüber schreibst? Überlege, was für dich gut ist. Nicht alle Menschen brauchen das Gleiche, um eine Entscheidung zu treffen. Aber fast allen hilft eine Mischung aus Gesprächen und Zeit für sich.
Mit wem reden?
Such dir jemanden, der oder die niemanden verurteilt und dir nicht ihre Meinung aufschwatzt. Nebst einer guten Freundin oder Bekannten ist es hilfreich, mit einer Fachperson zu sprechen. Am besten ist es, wenn jemand dir Fragen stellt. So kannst du darüber nachdenken, wie sich welcher Weg mit seinen Auswirkungen für dich anfühlt. Beziehe den Vater des Kindes in die Entscheidung mit ein, wenn es möglich ist, ohne dass du unter Druck gerätst.
Mögliche Fragen zum Nachdenken
- Wer trägt meine Entscheidung mit? Was bedeutet das für mich?
- Ist es mein Wunsch, Mutter zu werden? Möchte der Mann Vater werden?
- Ist es zwar mein Wunsch, aber ein ungünstiger Zeitpunkt?
- Kann ich den Bedürfnissen eines Kindes mehrheitlich gerecht werden (Zuwendung, Zeit, Gelassenheit, Geld)?
- Kann ich meine Ausbildung abschliessen / meinen Beruf ausüben?
- Welcher Weg hat welche Auswirkungen auf meine Selbstständigkeit / Abhängigkeit?
- Wie sieht mein Beziehungsnetz aus? Habe ich Unterstützung vom Vater des Kindes, von Freunden, von der Familie?
- Habe ich ethisch-moralische Bedenken?
Du musst die Antworten nicht begründen können. Es reicht, wenn du merkst, in welche Richtung dein Bauchgefühl geht.
Dich nicht unter Druck setzen lassen
Wenn jemand Druck auf dich ausübt oder sich überfürsorglich um dich kümmern will, empfehlen wir dir dringend eine Beratung auf einer Familienplanungsstelle. Adressen findest du in unserem Beratungsstellenverzeichnis unter dem Punkt «Spezialisierte Beratung» -> «Schwangerschaft und Verhütung». Am Ende entscheidest du.
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