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Schlussworte
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Schlussworte klingen immer etwas blöd, wenn man von einer Lokomotive spricht, die den modernen Eisenbahnverkehr eingeläutet hatte. Trotzdem sind wir am Schluss der Ae 4/4 angelangt und es existiert nur noch eine historische Lokomotive. Die restlichen Maschinen wurden umgebaut, abgebrochen und in ein Museum gestellt. Die täglichen Einsätze der Lokomotive sind jedoch verschwunden und damit endete die Betriebsgeschichte.
Damit sind Schlussworte sicherlich angebracht. Nur, stellt sich immer die Frage, was denn so speziell an einer Lokomotive war, dass sie Schlussworte verdient hat. Bei der Baureihe Ae 4/4 fiel die Wahl jedoch leicht. Wobei hier viel eher gesagt werden muss, was die Lokomotive nicht für Wunder bewirkt hatte. Ein Wunder bei der Eisenbahn, das für uns heute normal ist. Dabei kommen wir jedoch nicht an der Reihe Ae 4/4 vorbei.
Die ersten beiden Lokomotiven entstanden in einer Zeit, wo in Europa mehr die Zerstörung um sich griff, als die Erneuerung.
Zu Erinnerung seit angefügt, dass diese beiden Maschinen in der Zeit abgeliefert wurde, als die alliierten Truppen in der Normandie gelandet sind.
Eine Wende im zweiten Weltkrieg, aber in der Schweiz auch eine Wende beim Bau von Lokomotiven. Ein Wunder, dass das möglich war.
Bevor es jedoch zu dieser
Lokomotive kommen konnte, war da die nur kurz vorher
ausgelieferte
Ae
4/6. Dort erfolgte die Reduktion um eine
Laufachse.
Dabei wurde die
elektrische
Bremse verbessert, die neue
Bremse
mit
Bremsumschalter
für die
Güterzugsbremse
ohne die
R-Bremse
geschaffen. Bereiche die hier eingebaut werden konnten.
Bevor es jedoch zu dieser Lokomotive kommen konnte, war da die nur kurz vorher ausgelieferte Ae 4/6. Dort erfolgte die Reduktion um eine Laufachse. Dabei wurde die elektrische Bremse verbessert, die neue Bremse mit Bremsumschalter für die Güterzugsbremse ohne die R-Bremse geschaffen. Bereiche die hier eingebaut werden konnten.
Mitten im zweiten Weltkrieg hatte sich die BLS daran gemacht, eine Lokomotive zu entwickeln und zu bestellen, die nach komplett neuen Grundsätzen gebaut wurde. Das mit dem Wissen, dass die Rohstoffe in der Schweiz kaum vorhanden waren und es so nicht leicht werden sollte. Leicht werden musste auch die Maschine selber, denn man wünschte 1000 PS pro Achse und nicht pro Triebachse. Laufachsen waren tabu.
Diese Entscheidung zeugt von Weitblick, denn noch konnte niemand wissen, wie lange der Krieg dauern würde. Ja, selbst die Schweiz hätte in dieser Zeit noch angegriffen werden können. Damit wäre die neue Lokomotive abgeliefert worden, wenn die Anlagen zerstört gewesen wären. Die Schweiz und die Anlagen blieben jedoch verschont, so dass der Mut der Direktion der BLS belohnt wurde und man eine Sensation schaffte.
Die Erbauer hatten es nicht leicht. Die Lokomotive durfte nicht schwerer wie 80 Tonnen werden und sie sollte zudem eine hohe Leistung aufweisen. Gerade der Verzicht auf die maximal mögliche Leistung führte zu dieser Lokomotive. Die Rohstoffe und der Personalmangel mussten zudem auch berücksichtigt werden. Wichtige Leute der Planung waren eingezogen worden und man arbeitete mit einem geringen Personalbestand.
Auch jetzt können wir die Baureihe Ae 4/6 herbei ziehen. Dort wurde eine hohe Leistung für den Ersatz der alten Baureihen verlangt. Jedoch auch der Einbau einer Vielfachsteuerung erwartet. Sie konnte jedoch diese noch nicht umsetzen, da ihr die bei der Reihe Ae 4/4 umgesetzten Massnahmen fehlten. Selbst die Zugreihe R sollte möglich sein. Ein Punkt, den aber auch die Ae 4/4, wie die spätere Reihe Ae 6/6, ebenfalls nicht erreichten.
Die mutigen Entscheide der damaligen Zeit ebneten den Weg für die moderne Traktion der Eisenbahn von heute. Der Grundstein für unsere heutige Eisenbahn wurde in vielen Punkten im Jahre 1944 im Berner Oberland durch die BLS gelegt. Das waren die Drehgestelle mit Querkupplung, eine optimale Leistung und vor allem der Verzicht auf Laufachsen. Ergänzt mit dem selbsttragenden Kasten, war die Lokomotive perfekt.
Heute kann man behaupten, dass die Baureihe Ae 4/4 die Grundlokomotive schlechthin war. Dieser Grundsatz gilt dabei nicht nur für die Schweiz, sondern für die Eisenbahnen weltweit. Heute käme niemand mehr auf die Idee, eine elektrische Lokomotive anders zu bauen. 1944 war das noch anders, denn eigentlich wollte man diesen Schritt gar nicht wagen und versuchte die BLS umzustimmen.
Dass dabei die BLS diesen Schritt wagte und nicht die Schweizerischen Bundesbahnen SBB überraschte Kenner von damals wenig, denn die BLS war immer etwas mutiger. Zudem war die Lokomotive der Baureihe Ae 4/4 eine direkte Weiterentwicklung der Industrie und dabei nahm man die Baureihe Ae 4/6 der Staatsbahnen, die nur wenige Jahre alt waren. Die BLS benötigte neue Lokomotiven und bekam die Reihe Ae 4/4.
Diese Hochleistungslokomotiven wurden gegenüber den vorher gelieferten Maschinen um eine Laufachse reduziert und somit bereits deutlich leichter. Das war ein erster Schritt zur Reihe Ae 4/4, aber mit der von den SBB verlangten Leistung war das noch nicht möglich.
Die Erfahrungen der BLS führten schliesslich dazu, dass die Schweizerischen Bundesbahnen SBB nur zwei Jahre später mit der Baureihe Re 4/4 ähnliche Lokomotiven bestellte. Zwar wurde, um die Zulassung zur Zugreihe R zu erreichen, die Leistung massiv reduziert, aber die konstruktiven Merkmale der Reihe Ae 4/6 waren deutlich in der Lokomotive zu erkennen. Die dort zusätzlich eingebaute Vielfachsteuerung war dann der nächste Schritt zur modernen Lokomotive.
Erst die Nachfolgerin dieser Lokomotiven, die Re 4/4 II brachte dann den vollständigen Durchbruch. Mit Drehgestellen, einer Tiefzugvorrichtung und der Vielfachsteuerung war sie die Lokomotive, der die Zukunft gehören sollte. Hier hatten die Schweizerischen Bundesbahnen SBB jedoch die Nase vorne, denn die Reihe Ae 4/4 II der BLS hatte keine Vielfachsteuerung, dazu fehlte in Spiez wiederum der Mut.
Schliesslich endeten diese einzelnen Schritte beim Meisterwerk der schweizerischen Lokomotivbaukunst, der Baureihe Re 6/6, die mit einer Dauerleistung von 10 600 PS ausgerüstet wurde. Diese Leistung konnte man nicht mehr mit vier Triebachsen übertragen, aber die Lösungen bei der Baureihe der Re 6/6 waren einmalig. Hier muss und darf erwähnt werden, dass die Re 6/6 bis heute weltweit die leistungsfähigste Lokomotive mit einem Kasten war.
Laufachsen bei einer Lokomotive kämen schon gar nicht in Frage. Man baut Triebfahrzeuge heute ausschliesslich ohne Laufachsen, etwas, was vor der Baureihe Ae 4/4 grundsätzlich undenkbar war. Zumindest dann, wenn vernünftige Leistungen zu übertragen waren.
Die Anordnung der Drehgestelle mit zwei Achsen hat sich ebenso durchgesetzt. Und es ist genau der Erfolg dieser vierachsigen Lokomotiven zu verdanken, dass in der Schweiz ein neues Nummernschema eingeführt werden musste.
Man ging davon aus, dass in Zukunft nur noch Lokomotiven mit der Achsfolge 4/4 gebaut würden. Das 4/4 hätte kaum mehr eine verbindliche Aussage gemacht und die bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB eingeführten Indexe hätten wohl bis zu XXIIV oder ähnlichem geführt.
Alle modernen Lokomotiven besitzen hohe Leistungen bei vier Achsen. Grenzen sind Heute nur noch durch die Physik gegeben, denn ab einer bestimmten Leistung kann diese nicht mehr mit vier Achsen übertragen werden. So wurden die Baureihen Re 460 und Re 465 mit einer Leistung von bis zu 7 000 kW bereits als Grenzleistungslokomotiven bezeichnet. Mehr war rein durch die vorhandene Haftreibung nicht mehr möglich.
Mehr ist also nicht mehr möglich, so ging man halt, mit der weiteren Technik dazu über, Lokomotiven zu bauen, die in ganz Europa eingesetzt werden können. Diese Maschinen haben jedoch immer noch den grundsätzlichen Aufbau der Reihe Ae 4/4. Sie können einfach über Grenzen hinaus verkehren. Nur machte auch in einem fremden Land eine Drehgestelllokomotive keine grossen Augen mehr, denn diese Lokomotiven gibt es nun wirklich überall.
Dabei darf man eines jedoch nicht vergessen, das alles wurde mitten in Europa gestartet, als andernorts Städte brannten und viel Not herrschte. Mitten in einem Krieg, der rund um das Land tobte, wurde diese Lokomotive gebaut. Eine im europäischen Vergleich kleine Bahn im Berner Oberland legte den Grundstein, mit der Baureihe Ae 4/4. Der ersten laufachslosen Drehgestelllokomotive hoher Leistung.
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