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Zusammen sind sie 2'900'000'000'000 US-Dollar wert, zusammen erzielten sie 2016 einen Umsatz von 555 Milliarden Dollar – und zusammen strichen sie 94 Milliarden Gewinn ein. Die Big Five der westlichen Tech-Branche müssen nicht darben.
Reich und erfolgreich sind sie allesamt, und doch unterscheiden sich die fünf Tech-Giganten grundlegend in der Art, wie sie ihre Milliarden verdienen.
Apple ist und bleibt primär ein Hardware-Konzern und erzielt 63% seines Gewinns mit dem iPhone. Je rund 10% steuern iPad, Mac und diverse Dienste wie App Store, iTunes oder Apple Music bei. Andere Produkte wie Kopfhörer, Apple Watch oder Apple TV machen zusammen gerade mal 5% aus.
Das iPhone bleibt trotz stagnierenden Verkäufen beliebt und daher Apples Cashcow. Das Sorgenkind heisst iPad, das sich längst nicht mehr so gut verkauft wie noch vor drei Jahren. Nebst immer neuen iPhone-Modellen ist kein Produkt in Sicht, mit dem man den beispielhaften Erfolg des Apple-Handys demnächst wiederholen könnte.
Googles Mutterkonzern Alphabet erzielt 88% seines Gewinns mit Online-Werbung. Personalisierte Anzeigen in der Google-Suche und Videowerbung auf YouTube füllen die Kassen. 11% des Gewinns steuern der Google Play Store (Apps, Games, Filme, Musik etc.) und Hardware wie das Pixel-Smartphone oder die in den USA beliebten Chromebooks bei.
Alphabet besitzt nebst Google diverse andere Firmen, die in Bereichen wie selbstfahrende Autos, Forschung oder Biotechnologie tätig sind. All diese Tochterfirmen steuern nur 1% zum Konzerngewinn bei und können Ausfälle bei der Online-Werbung in nächster Zeit keinesfalls kompensieren.
Microsoft ist breit aufgestellt, aber nach wie vor primär eine Softwarefirma: Office wird nun im Abo-Modell an Firmen und Private vermietet und steuert mit 28% am meisten zum Gewinn bei. Danach folgen Windows-Server und Microsofts boomender Cloud-Dienst Azure (22%), Xbox (11%), Windows (9%), Werbung, Bing (7%) und die Surface-Laptops mit 5%.
Weitere 18% entfallen auf diverse Dienste und Produkte. Auch Lizenzzahlungen von anderen Firmen für Patente, an denen Microsoft die Rechte hält, dürften in diese Kategorie fallen. Microsoft hat das lukrative Smartphone-Geschäft verschlafen, kann dies aber mit Lizenzeinnahmen für Software und dem schnell wachsenden Cloud-Geschäft teils kompensieren.
Amazon macht 72% des Profits mit seinem Online-Warenhaus. Weitere 18% steuert die Medien-Sparte bei, zu der etwa der Streaming-Dienst Amazon Video gehört. Weitere 9% kommen von Amazons florierenden Web Services, sprich der Amazon-Cloud. Erst 1% entfällt auf das schnell wachsende Geschäft mit Online-Werbung. Amazon mischt nun auch bei der Online-Werbung mit und greift so Google und Facebook in deren Kerngeschäft an.
Ungemach droht aus China: Online-Händler wie Aliexpress und Co. unterbieten Amazons Preise locker und liefern ihre Produkte auch in den Westen.
Facebook bleibt auch nach der Übernahme von Instagram, WhatsApp und der Virtual-Reality-Firma Oculus eine reine Online-Werbefirma. 97% der extrem schnell wachsenden Gewinne entfallen auf Werbeeinnahmen.
Mark Zuckerberg sitzt mit Facebook, Instagram und WhatsApp schon jetzt auf einem Geldhaufen – und dabei hat Facebook erst gerade begonnen, unsere Daten zu Geld zu machen. Das Problem: Sollten die Nutzer dereinst genug von Status-Updates und Foodporn haben, fehlt Facebook eine alternative Einnahmequelle.
Wie die folgende Tabelle zeigt, ist Facebook im Vergleich zu den anderen Tech-Giganten (noch) ein Umsatz-Zwerg. Dafür ist Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk quasi eine Gelddruckmaschine mit einer Marge, die jede Bank neidisch macht. Weder Apple noch Alphabet oder Microsoft erzielen gemessen am Umsatz auch nur annähernd so viel Gewinn.
Das Gegenteil von Facebook verkörpert Amazon: Das Online-Warenhaus ist ein Umsatz-Monster, das lange mit Absicht fast keinen Gewinn abwarf, um Steuern zu vermeiden. Während Apple, Alphabet, Microsoft und Facebook Jahr für Jahr Milliarden scheffeln und die Gewinne mit «kreativen» Tricks in Steueroasen umleiten, hat Amazon-Boss Jeff Bezos primär das Umsatzwachstum vor Augen. Der Konzern soll möglichst schnell expandieren und in allen Geschäftsbereichen die Nummer eins werden, beziehungsweise Marktführer bleiben. Ganz nach dem Motto: Gewinne kann man auch noch später einfahren.
Software ist nicht mehr die Cashcow, die sie einst war. Wie aus der nächsten Tabelle ersichtlich wird, erzielen die Big Five zusammen 36% des kumulierten Umsatzes mit Hardware wie iPhone, iPad, Mac, Xbox oder Surface.
Über alle fünf Konzerne betrachtet trägt Hardware deutlich mehr zum Umsatz bei als Online-Handel, Werbung, Software und Cloud-Dienste. Dies ist sicher mit ein Grund, warum Microsoft mit dem Surface und Google mit dem Pixel-Smartphone in Apples Kerngeschäft drängen.
Umgekehrt ist insbesondere Firmen-Software wie Office 365, die Microsoft im Abo-Modell lizenziert, eine stabile und langfristige Einnahmequelle.
Cloud-Dienste tragen zwar erst 6% zum Gesamtumsatz aller fünf Konzerne bei, sind zusammen mit Online-Werbung (20%) aber die schnellst wachsende Kategorie. Amazon ist nicht nur das grösste Online-Warenhaus ausserhalb Chinas, sondern auch vor Microsoft der führende Cloud-Anbieter.
Noch teilen Google und Facebook den Online-Werbemarkt quasi unter sich auf und verdienen damit weit mehr als Amazon und Microsoft mit der Cloud. Mittel- und langfristig könnten die Cloud-Einnahmen die Online-Werbung aber überflügeln und Amazon und Microsoft über Jahrzehnte weitere Milliarden in die Kasse spülen. Denn: Ein Unternehmen, das sich für einen Cloud-Anbieter entschieden hat, dürfte ihm für viele Jahre die Treue halten.
Hinweis: Ursprünglich stand in diesem Artikel fälschlicherweise, dass die fünf Konzerne gemeinsam einen Börsenwert von fast drei Trillionen Franken haben. Effektiv sind es drei Billionen.