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Parodontitis
Parodontitis ist eine weit verbreitete Erkrankung des Zahnhalteapparates und wird im Volksmund auch als Parodontose oder Zahnbettentzündung bezeichnet. Die Betroffenen leiden unter Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang und letztendlich Zahnverlust. Hauptursache für Parodontitis ist eine krankhafte Mundflora. Sofern sich die Parodontitis um ein Zahnimplantat befindet, wird diese als Periimplantitis bezeichnet.
In diesem Beitrag werden die Begriffe Parodontose und Parodontitis als Synonyme verwendet. Der Begriff Parodontose ist zwar veraltet und umgangssprachlich, wird aber so oft von den Patienten verwendet, dass wir ihn mit in den Text integrieren.
Definitionen Parodontitis & Parodontose
Parodontitis und Parodontose beschreiben dasselbe: Die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontium, Zahnbett).
Der medizinisch korrekte Begriff ist Parodontitis und sollte idealerweise verwendet werden. Der Ausdruck Parodontose hingegen ist veraltet und umgangssprachlich, hat sich aber im Volksmund etabliert und ist sehr weit verbreitet.
Diagnostik und Stadien der Parodontose
Die Diagnostik der Parodontose in der Zahnarztpraxis umfasst die klinische Untersuchung mit Lupenbrille und Sonde und ggf. die Erstellung von Röntgenbildern.
Es gibt aber weitere innovative Untersuchungen, die als Diagnostik und Frühdiagnostik von Parodontitis verwendet werden können. Dazu gehört die Bestimmung des Enzyms ammp8, welches von den Granulozyten, einer Form der Immunzellen, hergestellt wird.
Parodontose kann in Stadien oder Schweregraden eingeteilt werden. Je nach Stadium ergeben sich unterschiedlich starke Symptome.
Leichte Parodontitis im Anfangsstadium
Die leichte Parodontitis zeichnet sich durch eine milde Entzündung des Zahnhalteapparates aus. Das Zahnfleisch ist gerötet und kann bei Berührung oder Zähneputzen leicht bluten. In diesem Stadium kommt es noch nicht zum Knochenabbau um den betroffenen Zähnen.
Moderate Parodontitis
Die Entzündung des Zahnbetts nimmt weiter zu, Zahnfleischtaschen und Knochentaschen um die Zähne bilden sich und Zähne weisen häufig eine leichte Lockerung auf. Patienten beobachten vermehrt einen Zahnfleischrückgang und stellen sich beim Zahnarzt vor.
Fortgeschrittene Parodontitis
Eine fortgeschrittene Parodontitis, oder auch starke Parodontitis genannt, führt zu massiven Entzündungszeichen. Als Folge kommt es zu starkem Zahnfleischrückgang, Zahnlockerung und Knochenabbau mit Knochentaschen um die Zähne. Nicht selten endet dieses Stadium mit einem Zahnverlust. Eine fortgeschrittene Parodontose vollständig zu heilen ist nicht möglich.
Ursachen für Parodontitis bzw. Parodontose
Die Kernursache für die Entstehung von Parodontitis ist eine schlechte Mundflora, mit einer hohen Anzahl von Parodontitis-Bakterien. Diese Bakterien sind sehr aggressiv und haben die Eigenschaft, in die Zahnfleischtaschen vorzudringen und dort das Gewebe, welches den Zahn verankert (Zahnhalteapparat, Zahnbett) abzubauen. Das Immunsystem reagiert mit einer lokalen Entzündung, um die “Angreifer” abzuwehren, wodurch es zu einer Entzündung kommt.
Die krankhaften Keime können aus den Zahnfleischtaschen auch in den Knochen und weiter in das Blut eindringen und systemische Symptome verursachen, wodurch die Gesundheit stark geschädigt werden kann.
Mundflora
Sofern die Mundflora eine hohe Anzahl von Parodontitis-Bakterien beherbergt, ist eine Parodontitis vorprogrammiert. Die Keime lösen die Kollagenfasern auf, welche die Zähne in dem Zahnfach des Kieferknochens verankern. Diese Arten der Bakterien sind alle anaerob und sterben ab, wenn sie mit einer höheren Konzentration von Sauerstoff in Kontakt kommen. Da sich in tiefen Zahnfleischtaschen ein geringer O2-Gehalt und mehr CO2 befindet, ist es nachvollziehbar, warum sie sich problematische Bakterien gern dort verstecken. Um diese Arten der Bakterien zu eliminieren, ist es wichtig, die Mundflora aufzubauen.
Schlechte Mundhygiene
Sofern der Patient eine schlechte Mundhygiene aufweist und die Zahnbeläge nicht entfernt werden, können sich die schädlichen Bakterien stark vermehren und in grosser Zahl vordringen. In den Bakterienbelägen haben die Keime ideale Bedingungen, wodurch die Parodontose weiter zunimmt.
Bei Alpine BioDental legen wir grossen Wert auf einen gesunden Zahnhalteapparat und kombinieren effektiv Dentalhygiene mit der Plasmamedizin. Bei der gezielten Anwendung von Plasma und Ozon werden die Zahnfleischtaschen mit Sauerstoff-Molekülen und -Ionen geflutet. Bereits nach einer Sitzung zeigt sich eine deutliche Besserung des parodontalen Gewebes.
Konkremente und Zahnstein
Die Bakterien, welche in die Zahnfleischtaschen vordringen, lagern sich auch auf dem Zahn an und bilden dort einen Zahnbelag. Dieser Zahnbelag härtet mit der Zeit aus und bildet eine raue Oberfläche, welche den Zahnhalteapparat reizt und die Parodontose verschlimmern kann. Dieser ausgehärtete Zahnbelag wird als Konkremente oder Zahnstein bezeichnet und sollte vorsichtig beim Zahnarzt entfernt werden. Bei der Entfernung ist es wichtig, dass das Gewebe nicht unnötig verletzt wird.
Rauchen
Rauchen erhöht die CO2-Konzentration im Mund und verringert den O2-Gehalt. Folglich werden den ursächlichen Bakterien ideale Lebensbedingungen geschaffen. Es handelt sich um einen zusätzlichen Faktor, welcher auf die Kernursache (Mundflora) einwirkt.
Mangelernährung
Durch eine Mangelernährung wird das Immunsystem aus der Balance gebracht und kann überschiessend reagieren oder geschwächt werden. Als Folge kommt es zu einer nicht angemessenen Abwehr der eindringenden Bakterien. Dadurch können sehr schnelle Verläufe von Parodontitis begünstigt werden.
Auch sorgt Mangelernährung dazu, dass die Struktur des Zahnhalteapparates nicht optimal ist und es folglich zu einer raschen Zerstörung kommt. Das ist z.B. bei Vitamin-C-Mangel (Skorbut) der Fall.
Weitere Faktoren
Verschiedene allgemeine Erkrankungen, wie Diabetes Mellitus, unterschiedliche Chemikalien und Medikamente oder Stress können Parodontose ebenfalls negativ beeinflussen. Sofern jedoch auf eine gute und stabile Mundflora geachtet wird, können diese Einflüsse sehr gut kompensiert werden.
Parodontitis Symptome & Anzeichen
Die Symptome von Parodontitis kann man aufteilen in lokale Symptome, direkt im Bereich der Zähne, und in generalisierte Symptome, welche sich im gesamten Körper bemerkbar machen können. Die lokalen Symptome werden von dem Patienten in der Regel als erstes wahrgenommen.
Die lokalen Symptome und Anzeichen von Parodontitis können sich äussern in Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang, Schmerzen an den Zähnen, Lockerung der Zähne und letztendlich Zahnverlust.
Die systemischen Symptome von Parodontose können sehr vielseitig sein. So wurden Zusammenhänge bei Arteriosklerose, Diabetes Mellitus, Arthritis, Rheuma und Osteoporose festgestellt. Aber auch unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind in den meisten Fällen feststellbar.
Lokale Symptome von Parodontitis
Die lokalen Symptome beschränken sich auf den Zahnhalteapparat (Parodontium), also das Gewebe, welches den Zahn im Kieferknochen verankert. Die Patienten klagen häufig über Schmerzen, die mal stärker und mal weniger stark sein können, da der Zustand von akut (schmerzhaft) zu chronisch (persistierend und weniger schmerzhaft) schwanken kann.
Zahnfleischentzündung
Die Zahnfleischentzündung wird auch als Gingivitis bezeichnet und kommt bei einer Parodontitis fast immer vor. Das Zahnfleisch sieht geschwollen und bläulich-rötlich aus. Bei Berührung oder Zähneputzen fängt es schnell an zu bluten und kann schmerzen.
Zahnfleischbluten
Zahnfleischbluten ist ein klassisches, lokales Symptom, das bei Parodontitis fast immer auftritt. Der Zahnarzt testet es mit einer Sonde. Ein gesundes Zahnfleisch sollte bei einer vorsichtigen Sondierung nicht bluten. Die Patienten merken ein solches Zahnfleischbluten häufig beim Zähneputzen. Das sind oft die ersten Anzeichen einer vorhandenen Parodontitis. In den besonders stark entzündeten und blutenden Bereichen ist häufig ein Bakterienbelag vorhanden, der von den Patienten nicht entfernt worden ist.
Schmerzen bei Parodontitis
Besonders in akuten Phasen einer Parodontitis können Schmerzen an den Zähnen auftreten. Meistens ist die Parodontitis eher chronisch und Schmerzen treten seltener auf.
Bei manchen Patienten kommt es zu einem starken Fortschritt der Parodontitis, sodass die Zähne ausfallen, ohne jedoch dass Schmerzen auftreten.
Knochenverlust und Zahnfleischrückgang
Eine Parodontitis führt dazu, dass der komplette Zahnhalteapparat abgebaut wird. Dieser Abbau wird durch einen Knochenverlust und einen Zahnfleischrückgang deutlich. Den Knochenverlust kann der Zahnarzt sowohl bei einer klinischen Untersuchung als auch im Röntgenbild feststellen. Den Zahnfleischrückgang erkennt man, indem mehr vom Zahn sichtbar ist und sich freiliegende Zahnhälse ausbilden.
Mundgeruch
Mundgeruch kommt nicht nur bei Patienten mit Parodontose vor, sondern kann auch andere Ursachen haben. Jedoch sind Menschen mit einer Parodontitis stärker und häufiger von Mundgeruch betroffen. Daher nehmen wir Mundgeruch ebenfalls in die Liste der lokalen Symptome auf.
Systemische Symptome von Parodontitis
Parodontitis hat auch eine systemische Auswirkung auf den gesamten Körper und kann körperliche Symptome verursachen und die Gesundheit massiv beeinträchtigen. Daher sollte Parodontitis nicht nur behandelt werden, um die Zähne zu erhalten, sondern auch um fit und gesund zu bleiben.
Die systemische Belastung hat zwei Gründe:
- Die schädlichen Parodontalkeime dringen über die entzündeten Zahnfleischtaschen in den Knochen und weiter in den Blutkreislauf vor. Über das Blut können sie sich im gesamten Körper verteilen und unterschiedliche Symptome hervorrufen.
- Die lokale Entzündung und die eingedrungenen Bakterien sorgen dafür, dass das Immunsystem den Körper mit Entzündungsbotenstoffen überflutet. Dadurch werden entzündliche Kaskaden in Gang gebracht, welche sich gegenseitig beeinflussen und unterschiedliche Entzündungskrankheiten hervorrufen können.
Arteriosklerose
In den Blutgefässen versucht das Immunsystem, die eingedrungenen Keime zu bekämpfen, indem diese in Fett und Kalk abgelagert und dadurch unschädlich gemacht werden. So werden vermehrt Plaques in den Gefässen eingelagert, wodurch diese verengt werden. Als Spätfolgen von Arteriosklerose können sich im Verlauf des Lebens Schlaganfall und Herzinfarkt ausbilden.
Diabetes Mellitus
Studien zeigen auch klare Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Diabetes Mellitus. Besonders bei Patienten mit einer fortgeschrittenen bzw. schweren und langanhaltenden Parodontitis sind die Auswirkungen auf die Bauchspeicheldrüse gross.
Arthritis und Rheuma
Arthritis und Rheuma, die entzündlichen Erkrankungen der Gelenke, sind Folge der Entzündungskaskaden und der bakteriellen Invasion. Solange eine Stabilisierung der Parodontitis nicht erreicht ist, bleiben die Symptome häufig bestehen und führen zu einem stetigen Abbau.
Osteoporose
Durch die Dauerentzündung kommt es zu einer Übersäuerung des Körpers. Um die Säuren abzupuffern, fängt der Körper an, Knochengewebe abzubauen, wodurch Mineralstoffe herausgelöst werden. Diese Mineralien haben eine gute Puffereigenschaft und können die Säuren unschädlich machen. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass die Knochenstruktur schwächer wird und sich Osteoporose ausbildet.
Behandlung von Parodontitis bzw. Parodontose
Die Parodontitis Behandlung, welche auch als PA Behandlung bezeichnet wird, sollte sich auf die Ursache der Erkrankung beziehen und folglich die schlechten Parodontitis-Keime beseitigen. So ist die Basis einer erfolgreichen und dauerhaften Parodontose Behandlung: Mundflora aufbauen.
Um die schädlichen Keime zu beseitigen, ist es optimal, Sauerstoff-Verbindungen, wie z.B. Ozon zu verwenden.
Des Weiteren sollten Zahnstein und Konkremente entfernt werden und der Patient sollte eine gute Mundhygiene aufweisen.
Es versteht sich von selbst, dass Rauchen und eine ungünstige Ernährung eingestellt werden sollten.
Sofern rechtzeitig mit einer korrekt durchgeführten Parodontitis Behandlung begonnen wird, ist das Krankheitsbild heilbar und gut therapierbar. Sofern eine Behandlung erst im späten Stadium begonnen wird, kann es sein, dass bleibende Schäden an den Zähnen verbleiben.
Parodontose Hausmittel: Selbst behandeln
Es gibt einige Hausmittel, die bei Parodontose unterstützend helfen können. Es handelt sich dabei lediglich um eine Unterstützung und nicht um eine ursachenspezifische Therapie.
- Natron: Sie können mehrmals täglich mit etwas Natron im Wasser den Mund spülen. Natron kann die Säure im Mund puffern und folglich Bakterien, die Säure produzieren, in Schach halten.
- Ölziehen mit Kokosöl oder Olivenöl: Tägliches Ölziehen kann bei Parodontose eine milde Abhilfe verschaffen.
Da die Hausmittel bei Parodontose lediglich eine symptomatische Linderung bringen können, sollte gemeinsam mit dem Zahnarzt eine ursachenspezifische Therapieplanung durchgeführt werden.
Parodontose vorbeugen
Um Parodontose vorzubeugen, sollten Sie stets auf eine gesunde Mundflora achten, die tägliche Mundhygiene nicht vernachlässigen und sich ausgewogen ernähren.
Zahnpasta und Mundspülungen gegen Parodontose bieten häufig keinen ausreichenden Schutz und können gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe aufweisen.
Die Optimierung der Mundflora kann idealerweise über Sauerstoff und Ozon erfolgen, weil die schlechten Bakterien bei einer hohen Sauerstoffkonzentration absterben. Gern erstellen wir mit Ihnen zusammen ein wirksames Therapiekonzept.
Dr. Rebekka Hueber
Eine Parodontitis kann die Lebensqualität einschränken. Bei Fragen sind unsere Experten gern für Sie da.
Häufige Fragen zur Parodontose
Viele Menschen leiden unter Parodontose und wissen über die Zusammenhänge dieser Erkrankung nicht Bescheid. Wir versuchen Sie bestmöglich darüber zu informieren.
Beide Begriffe beschreiben dasselbe Krankheitsbild: Nämlich die Zahnbettentzündung.
Parodontitis ist der fachlich korrekte Ausdruck. Parodontose hingegen ist der weit verbreitete, ältere und umgangssprachliche Begriff.
Eine korrekt durchgeführte Parodontosebehandlung, welche die Ursache im Blick behält, ist nicht unnötig, sondern sehr wichtig. Bei lang anhaltender Parodontose können die Zähne locker werden und verloren gehen. Mit einer Parodontosebehandlung kann das vermieden werden.
Das ist sehr unterschiedlich und es kommt immer darauf an, wie diese durchgeführt wurde. Bei einer offenen Kürettage, also einer Entfernung der Zahnkonkremente, nach Aufklappung des Zahnfleisches, kann die Heilung mehrere Wochen dauern. Verschiedene zusätzliche Maßnahmen, wie Ozon oder A-PRF können die Heilung signifikant verbessern.
Ja, Parodontose ist ansteckend, weil die Parodontose-Bakterien über den Speichel weitergegeben werden. Folglich sollte eine Parodontosebehandlung immer als Partnerbehandlung erfolgen, da sonst weiterhin eine Ansteckung stattfindet.
Eine chronische Parodontitis kann den Körper schwächen und nachweislich unterschiedliche Auswirkungen hervorrufen.
So steht Parodontitis im Verdacht, folgende Erkrankungen zu begünstigen: Arteriosklerose, Diabetes Mellitus, Arthritis, Rheuma und Osteoporose.
Parodontose kann das Risiko von Frühgeburt mit einem niedrigen Geburtsgewicht erhöhen. Folglich ist es ratsam, dass die Frau vor der Geburt die Ursachen einer Parodontitis behandelt.
Ja, es werden bei allen Personen mit einer Parodontitis auch die entsprechenden Mundbakterien im Blut festgestellt.
Das Zahnfleisch gehört ebenfalls zum Zahnhalteapparat. Folglich ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) eine Art von Parodontitis. Es handelt sich in der Regel um eine milde Form der Parodontitis, welche nur auf das Zahnfleisch beschränkt ist. Die tieferen Schichten, wie der Kieferknochen, sind dabei nicht betroffen.
Eine klassische Parodontitis zeigt fast immer Symptome einer Zahnfleischentzündung.