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In seiner um ein Jahr verschobenen Antrittsvorlesung als ausserordentlicher Professor für theologische Ethik an der Universität Zürich ging Michael Coors der Frage nach, welche Relevanz Machtbeziehungen für die Ethik haben.
Er kritisierte ein Verständnis von Ethik, das die Machtdimension aus den ethischen Begründungsdiskursen ausklammert. Die Hoffnung auf ein «Jenseits der Macht» charakterisierte er im Anschluss an Augustins de civitate Dei als christlich-religiöse Hoffnung, die gerade nicht durch Menschen hergestellt werden könne. In Aufnahme postkolonialer Kritiken (Ch. W. Mills; G. Ch. Spivak) und theologischer Denktraditionen (Augustin) sprach Coors sich für einen machtsensibleren ethischen Liberalismus aus, der die eigene Machtposition stets kritisch mitbedenkt und berücksichtigt, dass in ethischen Begründungsdiskursen immer auch Menschen exkludiert werden.