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Thonerde
(Aluminiumoxyd, Alaunerde; lat. alumina). Diesen Namen führt die Sauerstoffverbindung des Aluminiummetalls, das Aluminiumsesquioxyd; es kommt auch schon unverbunden in der Natur vor als Korund, Rubin, Saphir und Schmirgel, viel häufiger aber in Verbindung mit Säuren, so mit Schwefelsäure, Phosphorsäure, namentlich aber mit Kieselsäure.
Kieselsaure T. ist ein Bestandteil zahlreicher Mineralien, z. B. der
Feldspate, Glimmerarten,
Granaten. Bei der Verwitterung
derjenigen Gebirgsarten, die solche
Thonerdesilikatmineralien enthalten, entsteht unter Aufnahme und Bindung von Wasser stets
Thon, d. i. wasserhaltige kieselsaure T. Das unverbundene Aluminiumoxyd bildet nur in Form
der obengenannten Mineralien einen Handelsartikel, künstlich dargestellt kommt es im Handel nicht vor,
wohl aber seine Verbindung mit Wasser, das
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Thonerdehydrat (Aluminiumoxydhydrat, alumina hydrata). Dasselbe wird jetzt im großen Maßstabe aus Kryolith dargestellt und
hauptsächlich zur Gewinnung von schwefelsaurer T. verwendet. Für den pharmazeutischen Gebrauch stellt man das
Thonerdehydrat
durch Fällen einer Alaunlösung mit kohlensaurem Natron dar; der hierbei entstehende weiße gallertartige Niederschlag wird
nach dem Auswaschen mit Wasser wieder in Salzsäure gelöst und in der Siedehitze mit Ammoniak ausgefällt,
gewaschen und getrocknet; es ist ein weißes, in Wasser unlösliches Pulver.
Von den künstlich dargestellten
Thonerdesalzen bilden die essigsaure und schwefelsaure T., sowie der Alaun Handelsartikel.
Als schwache Basis kann sich die T. aber auch mit Alkalien verbinden und spielt diesen gegenüber die
Rolle einer Säure. Ein solches
Thonerdepräparat, ebenfalls Handelsware, ist das Thonerdenatron oder Natronaluminat, eine
Lösung von T. in Ätznatronlauge, welche sowohl in flüssiger Form, wie zur Trockne eingedampft als weiße Masse in den
Handel kommt.
Aus dieser alkalischen Verbindung kann natürlich die T. nur durch vorsichtigen Zusatz einer Säure gefällt
werden. Man verwendet das Präparat in Druckerei und Färberei jetzt häufig an Stelle von Alaun oder schwefelsaurer T. in
bestimmten Fällen, ebenso zu Lackfarben, als Bestandteil von Seifen, die es weiß und schwer macht, und in der Glasindustrie
zur Darstellung von Milchglas (Halbporzellan), wofür sich dasselbe besser eignet als der Kryolith selbst,
welcher durch seinen Fluorgehalt die Glashäfen zu stark angreift. - Natürliche
Thonerde- und Alaunerde ist zollfrei. Künstliche
T., Alaun, essigsaure und schwefelsaure T.,
Thonerdehydrat und Thonerdenatron gem. Tarif im Anh.
Nr. 5 e.