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Japanisch ist offenbar gar nicht schwer: «Nach der Arbeit zur Verabredung im Grünen», lautet der Titel. Doch in Japan beklagt man den rapiden Verfall der Sprache. Verballhornte Lehnwörter aus europäischen Sprachen gelten als «cool», verderben aber die gesittete Hochsprache. Um die Orthografie machen sich Japaner recht wenig Sorgen - ihre Schriftsprache ist ohnehin zu kompliziert, um sie richtig zu beherrschen. Drei «Alphabete» sind zu erlernen, auseinander zu halten und stilgerecht zu kombinieren […]. Historisch betrachtet mangelt es nicht an Versuchen, dieses verwirrende Sprachsystem zu vereinfachen oder das Westliche wieder zurückzudrängen. Dafür hätte man aber in einer Reform wenigstens die Zahl der chinesischen Kanji-Zeichen auf ein leichter beherrschbares Mass reduzieren müssen - die Gelehrten fanden jedoch nie zu einer gemeinsamen Basis. […] Das Tokioter Bildungsministerium beklagt Vokabulararmut, unkorrekte Aussprache, grobe Wortwahl, Erstarrung in Formeln und verbale Hülsen. Angesichts dieser vernichtenden Bilanz wäre Japan wohl dringend reif für eine radikale Sprachreform.
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Köhler, Angela
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