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Newsletter 40
April 2013
Diese Ausgabe enthält folgende Themen:
- Kolumne: Zum 100. Geburtstag von Ettore Cella (1913-2004)
- Einheitliche email-Adresse für die Website
Zum 100. Geburtstag von Ettore Cella (1913-2004)
eos. Sein Name bleibt für viele verbunden mit Theater und Film; im jüngeren Schweizer Film hauptsächlich mit Rollen alter Männer, denen er etwas Kauziges gepaart mit wunderbar liebenswürdiger Menschlichkeit verlieh.
Aber er war weit mehr: In jungen und mittleren Jahren aktiv am Zürcher Schauspielhaus, bei vielen Radio-Hörspielen dabei, bald auch Regisseur und immer wieder Übersetzer italienischer Literatur, da war er gefragt und präsent und natürlich weit herum bekannt. Eine besondere Nähe hatte er zu Luigi Pirandello; mit den Übertragungen seiner Dramen öffnete er diesem Autor die deutschsprachigen Bühnen. Und dafür erhielt er später den Premio Pirandello.
Am Schauspielhaus lernte Cella den Kollegen Karl Meier / Rolf kennen und so auch dessen KREIS.
1951 zog der damals 21jährige Richard Lenggenhager bei Ettore ein und blieb sein Lebenspartner bis zum Tod, 53 Jahre lang. Öffentlich sprachen die beiden darüber nie, sie verbargen sich aber auch nicht. Gradlinigkeit war das Merkmal bei allem, was sie taten.
Jedes neue Kreis-Heft schob Karl Meier dem Kollegen zu, aber Abonnent werden wollte dieser nicht. Dennoch, er verfolgte alle KREIS-Aktivitäten mit Aufmerksamkeit und Anteilnahme. So lieh er seine Stimme auch den Stab-Puppen von Fred Schneckenburger, mit denen dieser Kreis-Abonnent höchst erfolgreich quer durch die Schweiz und halb Europa zog.
Ettore Cella war sozusagen ein enfant d'amour, wie die Franzosen so schön sagen. Sein Vater Enrico, ein glühender Jungsozialist, kam aus Italien nach Zurigo und wurde 1905 Mitgründer der Società Cooperativa Italiana mit dem angeschlossenen Ristorante Cooperativo.
Dieses Restaurant begann Cella zu führen. Es war eine Tiefpreis-Küche für Arbeiter, sowohl Italiener wie Schweizer. Und zur Belegschaft gehörte auch die schöne "Mamma" Erminia Dezza.
Da funkte es, Enrico und sie zogen in "wilder Ehe" zusammen und ein paar Jahre später lag der Sohn Ettore in seinem Bettchen. Dem Jungen fügten sie die Kombination der beiden Familiennamen hinzu: Cella-Dezza.
Zur selben Zeit gab es wichtigen Besuch im Cooperativo. Es kam der (damalige) Sozialist Benito Mussolini. Doch gut zehn Jahre später entwickelte sich das "Coopi" zum Zentrum der antifaschistischen Bewegung der Schweiz. Der kleine aufgeweckte Ettore hörte vieles mit und das prägte ihn nachhaltig.
So sagte er später selbst Bertolt Brecht direkt ins Gesicht, was er von Diktatoren halte, auch von kommunistischen.
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