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MS: Bestechung?
Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2007/20
17'000 Exemplare des Classmate PC von Intel hatte Nigeria bestellt, und alle sollten sie mit Mandriva-Linux bestückt werden - das war die ursprüngliche Abmachung, die Mandriva mit grosser Freude publik machte. Die Freude währte aber nur kurz: Bloss zwei Tage später hatte die nigerianische Regierung offenbar ihre Meinung geändert, will zwar für Mandriva wie vereinbart zahlen, die Software aber nun nachträglich durch Windows ersetzen. Dies machte Mandriva-Chef François Bancilhon in einem offenen Brief an die Adresse von Microsoft bekannt, in dem er den Software-Riesen aus Redmond ziemlich offen der Bestechung bezichtigte.
Microsoft konterte umgehend mit einer Erklärung, wonach man kein rechtswidriges Verhalten erkennen könne, sich stets an geltende internationale und lokale Geschäfte halte und seinen Kunden generell die Wahl lasse, welche Software die Anforderungen am besten erfülle. Stutzig macht allerdings der Hinweis auf die engen Beziehungen, die man zur nigerianischen Regierung unterhalte und auch beibehalten wolle.
Wie auch immer, für Mandriva ist die Geschichte ein bedeutender Rückschlag im Kampf um Marktanteile bei den Schüler-Notebooks, die künftig millionenfach in Entwicklungs- und Schwellenländer geliefert werden sollen und zu denen neben Intels Classmate PC auch die Geräte des Projekts «One Laptop per Child» (OLPC) oder der Asus Eee-PC gehören.