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L'Immensità
Regisseur Emanuele Crialese ist für seine grossartigen Filme «Respiro», «Golden Door» und «Terraferma» bekannt.
Nun legt er mit «L’Immensità» seinen bisher persönlichsten Film vor, der eine Familie porträtiert, die in den Konventionen der patriarchalischen Gesellschaft der 1970er Jahre gefangen ist. Penélope Cruz spielt darin eine Mutter, die versucht, den unbefriedigenden und deprimierenden Alltag ihres bürgerlichen Hausfrauendaseins zu überleben. Der Film feierte an den letztjährigen Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Weltpremiere.
L’Immensità – Synopsis
Rom in den 1970er Jahren: Die Familie Borghetti ist gerade in einen der vielen neuen Wohnkomplexe gezogen, die in der italienischen Hauptstadt gebaut wurden. Doch auch das grosse Apartment mit Blick über die ganze Stadt vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass Clara (Penélope Cruz) und Felice (Vincenzo Amato) sich nicht mehr lieben. Clara rettet sich in die besondere Beziehung zu ihren drei Kindern. Gerade zu ihrer ältesten Tochter Adriana (Luana Giuliani) hat sie eine sehr innige Verbindung. Mit viel Fantasie und Leichtigkeit möchte Clara ihren Kindern die Freiheit geben, sich zu entfalten, doch als Adriana anfängt sich in der neuen Nachbarschaft bewusst als Junge vorzustellen, wird das feine Band, das die Familie noch zusammenhält, an einen Punkt gebracht, an dem es zu zerreissen droht. Um der dramatischen Realität zu entfliehen, flüchten Clara und Adriana in ein musikalisches Paralleluniversum, eine Reihe von fantastischen, sehr poppigen Choreografien, in denen sie wie Raffaella Carrà, Adriano Celentano oder Patty Pravo singen und tanzen.
L’Immensità – Stimmen
«Auch wenn Emanuele Crialeses ‹L’Immensità› sehr schwerwiegende und komplizierte Themen wie einen Ehebruch, häusliche Gewalt oder Gender behandelt, hat das Familiendrama in seiner Erzählweise eine angenehm beschwingte Leichtigkeit. Dies ist einerseits der farbenprächtigen visuellen Umsetzung und der heiteren musikalischen Untermalung zu verdanken. Insbesondere aber sind es die lebhaften, leidenschaftlichen und couragierten Performances von Luana Giuliani und Penélope Cruz, welche diesen Film tragen.» – Alien Adri, outnow.ch | «Emanuele Crialese lässt eine gewisse Feinfühligkeit erkennen, mit der er in ‹L’Immensità› eine Familie in ihrem Zerfall beobachtet. Leider verlieren sich zu viele spannende Einzelfacetten im familiären und zeithistorischen Durcheinander, um die eigentlich in ihnen schlummernde Schlagkraft und Tragik entfalten zu können.» – Janick Nolting, filmstarts.de | «Auch wenn ‹L’immensità› vielleicht nicht der stärkste Beitrag in Crialeses Filmografie ist, so erweckt er doch eine wundervoll bejahende Mutter-Sohn-Beziehung zum Leben, die auf der Leinwand Bestand hat. Der Film ist ein Liebesbrief an seine Figuren und ihre realen Gegenstücke. Er ist vor allem ein Zeugnis für die Art von umfassender Liebe und Verwandtschaft, die am Rande entsteht, aber nichtsdestotrotz in ihrer Vorstellung von der Welt umfassend ist.» – Sarah-Tai Black, Los Angeles Times
Kurzrezension von Geri Krebs
Die grosse Penelope Cruz als italienische Mama, die im miefig-patriarchalen Rom der 1970er-Jahre wie eine Löwin ihre drei Kinder gegen einen psychopathischen Gewalttäter von Ehemann verteidigt … Kann so etwas gut gehen? Es geht nicht nur gut, nein, es ist eine wahre Lust, die Frau, die uns unter anderem in mehreren Filmen ihres Landsmannes und seelenverwandten Pedro Almodóvar als grossartige Mutterfigur ans Herz gewachsen ist, einmal in einem ganz anderen Kontext zu erleben. Und mögen auch manche Wendungen in diesem Drama um eine dysfunktionale Familie etwas vorhersehbar sein und mag das Subdrama um die älteste Tochter des Ehepaares, die lieber ein Junge sein möchte, etwas gar zeitgeistig erscheinen: Diese kleinen Schwächen des Drehbuches gleicht Penelope Cruz mit ihrem charmanten «Itañol» mehr als nur aus, und in gewissen Momenten erinnert sie sogar an die vor genau 50 Jahren verstorbene Anna Magnani – dem Inbegriff der italienischen Mama im Kino.