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Die Unterordnung der öffentlichen Verwaltung unter die Staatsmacht erzeugt eine grundlegende Spannung zwischen der Tendenz der Verwaltung, staatliche Politik am besten langfristig zu planen, und den politischen Ämtern, die ihre Träger dazu drängen, unmittelbar sichtbare und politisch verwertbare Projekte zu realisieren. Die Schaffung einer Dienststelle für Langzeitplanung 1974 in der Stadt Genf stellt in der Romandie den einzigartigen Fall einer spektakulären Umkehrung dieser Spannung dar. Bis anfangs der 1980er-Jahre war die Stadt Genf dank einem komplexen aus den USA stammenden Verfahren, dem Planning-Programming-Budgeting System (PPBS), mit einem aparten administrativen Tool und dem Auftrag ausgestattet, Langzeitentwicklungen abzuschätzen, um zukünftige Investitionen zu planen. Die grosse Herausforderung der Genfer wie anderer Behör-den damals bestand vor allem darin zu entscheiden, welche öffentlichen Investitionen das Wachs-tum erforderte: Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Sportplätze etc. Die Stadt war reich, die Investiti-onsmöglichkeiten zahlreich. Zu Beginn der 1970er-Jahre hat der Gemeinderat mehrere Motionen verabschiedet, welche die Entwicklung der Langzeitplanung förderten. Diese wiederum beflügelte den Unternehmungsgeist einer Handvoll Chefbeamter. Innert kurzer Zeit hat die Dienstelle für Langzeitplanung einen umfangreichen Bericht, eine Synthese mehrerer prospektiver Studien, pu-bliziert. Diese Dynamik klang jedoch ab und die Dienststelle, obschon nie geschlossen, verlor ihr Personal. In den mageren Jahren wurde das aufwendige und komplexe Verfahren des PPBS nicht mehr gebraucht.
Erschienen in: traverse 2011/2, S. 127