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Ein Gespräch oder eine Befragung, kurz: Ein Interview, ist eine mögliche Quelle für eine wissenschaftliche Arbeit. Du bekommst von einem Experten einen Sachverhalt erklärt, auch Meinungen oder andere Informationen. In deiner Bachelor- oder Masterarbeit kannst du das Interview zitieren. Hier erfährst du, wie du wissenschaftlich korrekt das Interview zitieren kannst.
Inhaltsverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Es kommt darauf an, ob du das Interview selbst geführt hast oder ob es bereits in einem anderen Medium veröffentlicht wurde. Während du bei einem bereits veröffentlichten Interview die von dir genutzte Quelle im Literaturverzeichnis angibst, verweist du auf ein persönlich geführtes Interview im Text, im Literaturverzeichnis bleibt es jedoch ohne Eintrag.
Im Literaturverzeichnis erscheint das Interview nur dann, wenn es bereits in einer Zeitschrift, einem Buch oder einem anderen Medium erschienen ist. Diese Quelle führst du im Literaturverzeichnis auf.
Wenn du eine Aussage oder eine Passage aus einem Gespräch zitieren möchtest, solltest du sie im Text mit dem Hinweis „persönliche Kommunikation“ versehen, da das Gespräch für andere Menschen nicht zugänglich ist.
In der Regel wird bei einem Interview auch der Name desjenigen genannt, der das Interview gegeben hat. Nutzt du in deiner wissenschaftlichen Arbeit Interviews für qualitative Forschung, werden die interviewten Personen oft anonymisiert und können daher nicht namentlich genannt werden. Statt dessen kannst du die einzelnen Interviews auch nummerieren.
Du kannst das Interview als transkribierten Text im Anhang an deine Bachelor- oder Masterarbeit einfügen. Dann kannst du in der Arbeit selbst darauf verweisen.
Definition: Interview zitieren
Jedes Interview ist eine Befragung: Du stellt einem Experten Fragen und dieser gibt dir Antworten darauf. Willst du diese in deiner wissenschaftlichen Arbeit verwenden, musst du das Interview zitieren, und zwar korrekt.
Interview zitieren: Arten von Interviews
Welche Arten von Interviews gibt es?
Interviews kannst du nach der Anzahl der Interviewten als Einzel- oder Gruppeninterview führen. Andere Arten von Interviews richten sich nach den von dir vorgegebenen Formen:
- Bei einem standardisierten Interview formulierst du alle Fragen aus und legst die Reihenfolge schriftlich fest. Damit kannst du einzelne Interviews leichter miteinander vergleichen.
- Führst du ein strukturiertes Interview, hast du dir zuvor eine Reihe an Fragen überlegt, mit der du dein Thema und Ziel erreichen kannst, bestimmst aber selbst deren Reihenfolge und kannst auch zusätzliche Fragen stellen.
- Ein freies, unstrukturiertes Interview gibt zwar das Thema und das Ziel vor, jedoch keine Fragen. Du hast bei dieser Art des Interviews größtmöglichen Einfluss auf deren Formulierung und Reihenfolge.
Geht es darum, wie du in deiner Arbeit das Interview zitieren musst, hast du zwei Möglichkeiten: Hast du das Interview selbst geführt, verweist du im Text direkt darauf. Das persönlich geführte Interview bekommt ebenso wie persönliche Kommunikation keinen Eintrag im Literaturverzeichnis. Du kannst das Interview als Transskript im Anhang deiner Arbeit aufführen. Ist das Interview bereits veröffentlicht, zitierst du es wie jede andere Quelle und führst diese im Literaturverzeichnis auf.
Eigenes Interview zitieren
Führst du das Interview selbst, kannst du es transkribieren und als Anhang deiner wissenschaftlichen Arbeit beifügen. Das gilt vor allem, wenn du qualitative Forschung betreibst und dazu Interviews führst. Persönliche Kommunikation wie Gespräche, E-Mails oder Briefe kannst du ebenfalls nutzen und als Interview zitieren und als Anhang beifügen. Auf diese verweist du im Text, gibst sie jedoch nicht im Literaturverzeichnis an.
Hast du das von dir geführte Interview schriftlich verfasst und führst es im Anhang deiner wissenschaftlichen Arbeit auf, kannst du dich in deinen Ausführungen einfach darauf beziehen. Damit diese schriftlichen Aufzeichnungen von den Prüfern und Lesern einfach zugeordnet werden können, nummerierst du die schriftlichen Notate und ordnest ihnen eine Überschrift zu. Musst du mehr als ein Interview zitieren, kannst du Unterpunkte nutzen. Beispiel:
So war es… (Hauser, Kaspar, persönliches Interview, Ansbach, 28. 12. 2019, siehe Anhang 1).
Veröffentlichtes Interview zitieren
Wurde das von dir zitierte Interview bereits in einem anderen Medium veröffentlicht, beispielsweise einem Buch, einer Fachzeitschrift, einer Zeitung, aber auch in einem Podcast, gibst du das Medium im Literaturverzeichnis an. Dabei ist der Autor der Interviewer und somit der Verfasser. Vollständig ist deine Quellenangabe, wenn du im Text auf diese verweist und sie im Literaturverzeichnis aufführst.
„Auf diese Sicht der Dinge kann man sich einigen.“ (Schmidt, 2020, S. 15)
Anonymes Interview zitieren
Willst du aus einem anonymen Interview zitieren, kannst du keinen Namen im Text nennen. Du kannst statt dessen die einzelnen Teilnehmer des Interviews nummerieren und damit dann korrekt das Interview zitieren.
Es zeigte sich, dass … (Teilnehmer 16, persönliche Kommunikation, 24. 12. 2019)
Interview zitieren und in den Anhang setzen
Hast du eines oder mehrere Interviews persönlich geführt und diese mit Hilfe eines Diktiergerätes aufgenommen, werden die dort gespeicherten Texte transkribiert, bevor du aus dem Interview zitieren kannst. Das heißt, sie werden schriftlich festgehalten. Nur dann kannst du korrekt aus dem Interview zitieren. Das gleiche gilt, wenn du dir Notizen zu einem Telefonat machst. Auch ein Austausch von E-Mails oder Briefen kann als sogenannte persönliche Kommunikation genutzt und du kannst diese wie ein Interview zitieren.
Nutzt du Transkripte der Interviews und weitere persönliche Kommunikationen für deine wissenschaftliche Arbeit, gehören diese in den Anhang. Damit diese einwandfrei zugeordnet werden können, werden sie kategorisiert und durchnummeriert. Dann kannst du im Text selbst korrekt und zweifelsfrei auf den entsprechenden Anhang verweisen. Wenn du aus einem solchen Interview zitieren willst, gehört das nur in den Anhang, aber nicht in das Literaturverzeichnis.
Persönliche Kommunikation zitieren
Falls du kein Interview mit einem Diktiergerät aufgenommen, sondern nur ein persönliches Gespräch geführt hast, kannst du den Inhalt eines solchen Gespräches als sogenanntes Gedächtnisprotokoll festhalten. Du kannst laut der APA Zitation selbst dann aus einer solchen persönlichen Kommunikation zitieren, wenn du sie nicht im Anhang der wissenschaftlichen Arbeit aufgeführt hast. Damit deine Leser – und schließlich auch deine Prüfer – trotzdem die Argumente nachprüfen können, wenn sie wollen, solltest du dieses Protokoll im Anhang deiner Arbeit aufführen.
Angabe im Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis werden nur die Quellen aufgeführt, in denen ein Interview bereits veröffentlicht wurde. Das kann eine Fachzeitschrift sein, aber auch ein Buch oder ein anderer Artikel. Willst du ein selbst geführtes Interview zitieren, verweist du auf den transkribierten Text im Anhang. Möchtest du korrekt ein Interview zitieren, das in einer Zeitschrift zu finden ist, kommt nach der Angabe des Autorennamens auch der abgekürzte Name der Zeitschrift mit dem Erscheinungsjahr und der Seite, beginnend mit der ersten Seite des zitierten Interviews.
Richtig ein Interview zitieren ist gar nicht so schwer. Du solltest jedes Interview zitieren – und nicht einfach den Verweis darauf unterlassen. Falls du vergisst, das Interview zu zitieren, setzt du dich schlimmstenfalls dem Plagiatsvorwurf aus. Findet ein Prüfer oder ein Leser die nicht gekennzeichnete Stelle, kann es sein, dass – je nach Schwere des Vorwurfs – die ganze Arbeit in Frage gestellt wird.