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Flache Pässe und tiefe Schluchten: Die Topografie der Täler rund um die Viamala hat die Gegend schon früh zu einer vielbegangenen Transitroute gemacht. Das hat sich bis heute nicht geändert.
Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Transit durch das Erfahrungsreich Viamala. Frühe Zeugnisse wie die Felszeichnungen von Carschenna oder die Siedlung Cresta in Cazis beweisen, dass schon vor Jahrtausenden Menschen durch diese Gegend gegangen sind.
In römischer Zeit war der Splügenpass ein wichtiger Korridor für den Transport von Waren und Truppen von Süden nach Norden und umgekehrt. Davon zeugt etwa die Tabula Peutingeriana, die Abschrift einer römischen Verkehrskarte, die einen Weg zwischen Chiavenna und Chur aufführt. In der Region sind zudem zahlreiche Fundstätten wie etwa die Kulthöhle von Zillis belegt.
Einen starken Schub erhielt das Transitwesen durch den Ausbau des Weges durch die Viamala-Schlucht in den Jahren nach 1473. In diesem Jahr schlossen sich die Säumer von Thusis, Cazis und Masein zu einer Portengenossenschaft zusammen .
Diese bestand bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Doch der Ausbau der Passstrassen über den Splügen- und San-Bernardino-Pass führte zu einem starken Anstieg des Warenverkehrs durch Furgeons, wovon vor allem die in den Städten ansässigen Transportunternehmer profitierten.
Der Bau der Commercialstrassen über die beiden Pässe hatte grosse Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. So entstand eine frühe Form des Tourismus in der Region.
Einen massiven Einbruch der Waren- und Personenströme bewirkte die Eröffnung des Gotthard-Tunnels 1882. Der Verkehr durch die Region Viamala brach zusammen.
Erst die Eröffnung des San-Bernardino-Tunnels 1967 brachte die Region zurück auf die internationale Landkarte. Heute ist der San Bernardino der zweitwichtigste Alpenübergang der Schweiz.