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Schweizerische
Gesellschaft für Strahlenbiologie und Medizinische
Physik
|Arnold von Arx (23.12.1919 - 11.09.2004)|
|Ehrenmitglieder
der SGSMP

Arnold von Arx wuchs in Olten auf. Die Kantonsschule besuchte er in Solothurn, wo er die Maturität Typ B (Latein und Englisch) mit 71 von 72 Punkten glanzvoll bestand. An der Abteilung Mathematik und Physik an der ETH Zürich studierte er experimentelle Physik. Seine Lehrer waren u.a. die Professoren Paul Scherrer, Wolfgang Pauli und Gregor Wentzel. 1943 erhielt er das Physik-Diplom und führte anschliessend bis 1949 bei Prof. Scherrer wissenschaftliche Arbeiten durch. Als Hobby studierte er nebenbei Jurisprudenz an der Universität Zürich.

Ende 1949 trat Dr. von Arx in die Betatronabteilung der Firma Brown Boveri in Baden ein, als rechte Hand des Beschleunigerpioniers Rolf Wideröe (1902 – 1996, ebenfalls Ehrenmitglied der SGSMP, dessen Nachruf im SGSMP-Bulletin vom Dezember 1996 A. von Arx verfasste.). Dr. von Arx half mit bei der Fertigstellung des 31-MeV-Betatrons, das erstmals 1951 in der Strahlentherapie des Kantonsspitals Zürich bei Prof. Schinz in Betrieb genommen wurde. Bis zur Pensionierung im Jahre 1982 blieb Dr. von Arx der Firma BBC (später ABB) treu. Seine Karriere führte ihn über die Funktion des Entwicklungschefs bis zum Leiter für Anlagen in der Strahlentherapie, zuerst für die gesamte Technik und dann zusätzlich auch für den Verkauf. Neben dem Betatron (Asklepitron) 35 und 45 wurden auch Linearbeschleuniger entwickelt, produziert und verkauft. Nach seiner Pensionierung stand Dr. von Arx der Firma noch während fünf Jahren als Konsulent zur Verfügung. Sein Name taucht im Zusammenhang mit der Betatron-Entwicklung immer wieder auf (so z.B. im Buch "The Infancy of Particle Accelerators" von P. Waloschek, 1994), zusammen mit so berühmten Wissenschaftern wie Prof. R. Wideröe, Dr. M. Sempert, Prof. J.P. Blaser usw. Er trug wesentlich zum Erfolg der medizinischen Beschleuniger über viele Jahre bei.
Dr. von Arx engagierte sich auch im Ruhestand - den es für ihn eigentlich nicht gab - weiterhin mit grosser Aktivität für die Fortschritte auf dem Gebiet der Strahlentherapie und verwandter Gebiete. Bis zu seinem 80. Geburtstag nahm er an den Sitzungen des SEV (Schweiz. Elektrotechnischer Verein, heutige Verband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik) teil. Als deren Vertreter wirkte er auch bis 1999 in internationalen Normengremien mit (IEC, Techn. Komitee 62 C). Darüber berichtete er oft in SGSMP-Bulletins und an SGSMP-Sitzungen.
Dr. von Arx war bis vor wenigen Jahren ein treuer und aktiver Teilnehmer an den SGSMP-Veranstaltungen. Als ältestes und sicher erfahrendstes Mitglied in vielen Arbeitsgruppen war er stets aufgeschlossen gegenüber Neuerungen und interessiert an den Gesellschaftsaktivitäten. Man hatte den Eindruck, dass er sich wohlfühlte in den wissenschaftlichen Diskussionen mit seinen zumeist jüngeren Kollegen. Er bereicherte die Sitzungen mit seinem grossen Erfahrungsschatz und seinem Wissen. Neuen Erkenntnissen wollte er als typischer Physiker auf den Grund gehen und sie verstehen. So war er auch ein häufiger Besucher von Bibliotheken und pflegte einen regen Briefwechsel. Während vieler Jahre war er auch ein interessierter Zuhörer und engagierter Diskussionsteilnehmer an den Seminarien der Radiologischen Physik in Basel. Er konnte uns auch für die Durchführung von Messungen motivieren, die ihm wichtig und interessant schienen. Stark war auch sein Engagement in zahlreichen Arbeitsgruppen der SGSMP, insbesondere auch bei der Erstellung von verschiedenen Empfehlungen. Seine Mitarbeit erstreckte sich über ein breites Spektrum, von der Dosimetrie über die Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik bis zur Röntgentherapie. Von ihm stammt im wesentlichen auch die zur Zeit noch gültige "Verordnung über den Strahlenschutz bei medizinischen Elektronenbeschleuniger-Anlagen" (Eidg. Departement des Innern, 1980), in der erstmals in der Schweiz der Medizin-Physiker beim Betrieb eines medizinischen Beschleunigers behördlich gefordert wurde. Für seine langjährige Förderung unserer Gesellschaft und seinen aktiven Einsatz in verschiedenen Fachgremien wurde Dr. von Arx an der Jubiläumstagung 1989 der SGSMP zum Ehrenmitglied ernannt.
Arnold von Arx ein ausserordentlich aktives und treues Mitglied sowie einen liebenswerten Kollegen verloren.
J. Roth, Basel
(Für diverse Angaben und das Bild bedanke ich mich bei Frau S. von Arx Schmid in Sarnen, der Tochter von Dr. A. von Arx.)
Quelle: SGSMP-Bulletin vom Dezember 2004.
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Wolf Seelentag betreut, letzte Bearbeitung: 20 Dezember 2004.

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