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Das im Jahre 1922 von der Bauabteilung der Basler Strassenbahnen (B.St.B.) beschaffte Vielzweckfahrzeug mit der Bezeichnung Xe 2/2 596 diente ausser für das Schleifen der Schienenköpfe auch zur Beseitigung von Schmutz, der sich in den Rillenschienen ansammelte, sowie zur Schneeräumung im Winter. Für Konstruktion und Bau des Xe 2/2 596 war die Schweizerische Wagonsfabrik Schlieren AG (SWS) verantwortlich. Ein weitgehend baugleiches Fahrzeug, allerdings mit einer elektrischen Ausrüstung der Société Anonyme des Ateliers de Sécheron (SAAS), besassen die Genfer Strassenbahnen.
Entgegen der damals üblichen Bauart bei Personen-Motorwagen war der Xe 2/2 596 nach der Art gedeckter Güterwagen konstruiert. Der Kasten war auf einem massiven Untergestellrahmen aufgebaut. Um genügend Platz für Schienenreinigungs- und Schneeräumungseinrichtungen zu erhalten, war der Wagen sehr hochbeinig ausgeführt und gab so den Blick auf die Tatzlagermotoren und deren Aufhängung frei. Die vollständig geschlossenen Plattformen bestanden aus Holz, beplankt mit Stahlblech. Sie waren über seitliche Einstiege mit Schiebetüren zugänglich. Zwischen den Plattformen befand sich der Maschinenraum, dessen tragende Konstruktion aus vernieteten Stahlprofilen bestand. Der Maschinenraum nahm Schmutz- und Frischwassertank, Wasserpumpe, Staubsauger («Exhaustor») und weitere Hilfsbetriebe auf. Die Seitenwände mit je drei kleinen Fenstern waren für Wartungsarbeiten vollständig demontierbar. Auf dem Dach waren ausser den Anfahr- und Bremswiderständen auch Wagenautomaten, Lyrabügel sowie die Ausblasöffnung des Staubsaugers montiert. Dachreflektoren fehlten anfänglich.
Blick in den Führerstand: Links das Handrad für die Schleifklötze.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. -)
Die Reinigung der Schienenrillen erfolgte durch einfaches Absaugen des Schmutzes. Die zwischen den Achsen liegenden Mündungen des Saugers waren mit Kratzeisen versehen. Diese hatten die Aufgabe, die Rille der Rillenschiene auszukratzen bzw. den dort befindlichen Schmutz aufzulockern, so dass er abgesaugt werden konnte. Mit vollem Behälter wog der Wagen weit über zwanzig Tonnen. Für das Schienenschleifen konnten mittels Handrädern von den Führerständen aus eine Reihe Karborundum-Schleifklötze auf die Schienenköpfe gepresst werden. Unter den Plattformen liessen sich Schneebürsten anbringen. Diese waren mechanisch anhebbar und besassen von den Führeständen aus mittels Pedalen aufklappbare Endflügel. Schneeräumungsfahrten mit dem Xe 2/2 596 fanden – wenn überhaupt – nur auf Vorortsstrecken mit offenem Bahnkörper statt.
1947 erhielt der Wagen die Nummer 2030. Anlässlich einer Revision im Frühjahr 1959 wich die ursprünglich graue Farbgebung dem oxydroten Dienstwagen-Anstrich. Eine weitere Revision im Jahre 1981 wurde dazu benutzt, einen neuen orangen Aussenanstrich (RAL 2008) aufzutragen.
Zwischen 1959 und 1981 präsentierte sich der Xe 2/2 2030 im oxydroten Dienstwagen-Anstrich (Juli 1971, Basel Centralbahnplatz).
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 53.93)
Neue Vorschriften verlangten Magnetschienenbremsen, um den steilen Kohlenberg, die Innere Margarethenstrasse und die Strecke übers Bruderholz befahren zu dürfen. Solche konnten beim Xe 2/2 2030 aufgrund der Reinigungseinrichtungen zwischen den Achsen nicht eingebaut werden. So wurde dem Wagen ab Oktober 1979 immerzu ein eigens konstruierter Bremsanhängewagen X 2250 mitgegeben, der jedoch nur an einem Wagenende mittels neu angebrachter +GF+-Kupplung angehängt werden konnte.
Abgelöst durch den Xe 4/4 2330 konnte der fast 75jährige, intern «Putz-Emmeli» genannte Wagen mitamt seinem Bremsanhänger X 2250 im Juni 1996 an die Städtischen Verkehrsbetriebe Bern (SVB) (heute BERNMOBIL) veräussert werden. Die Berner schienen jedoch mit dem dort als Xe 2/2 504 bezeichneten Veteranen nicht sonderlich glücklich zu sein: Ende Oktober 1996 erfolgte die Ausmusterung und anschliessend der Abbruch.