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„Eine Krankheit, die über die Ernährung behandelt werden kann, sollte nicht mit anderen Mitteln therapiert werden“, lautet ein berühmter Ausspruch von Maimonides. Es ist ein uraltes Prinzip, das auch zum Ayurveda gehört. Von ihm spricht sogar die Purana „Srimad Bhagavata“ im sechsten Gesang. Dem zivilisierten Menschen unserer Zeit sind die Wissenschaft und die Kunst des Essens abhanden gekommen. Seine Essgewohnheiten sind nicht förderlich und noch nicht einmal gesund.
Die meisten Krankheiten entstehen aus mangelndem Wissen im Hinblick auf die Nahrungsaufnahme, den Arbeits- und den Schlafrhythmus. Arbeit, Essen und Schlaf bilden das grundlegende Dreieck, das sich aus den methodischen Tätigkeiten des Menschen entwickeln muss. Unkluge, überlange Arbeitszeiten, unregelmäßiger Schlaf und Unachtsamkeit im Zusammenhang mit der Ernährung sind in der modernen Welt zu Hauptursachen von Krankheiten geworden.
Ein Workaholic zu sein, ist keine Tugend, sondern genauso schlimm wie Maßlosigkeit beim Essen und unregelmäßiges Schlafen. Der moderne Mensch entfernt sich von den natürlichen Rhythmen und wird infolgedessen krank. Daher sollte jeder dazu erzogen werden, seine Rhythmen in Bezug auf Arbeit, Essen und Ruhe zu überprüfen und zu überdenken.
Gesunde Ernährung allein reicht nicht aus, wenn nicht auch die anderen Rhythmen stimmen. Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen Arbeit, Essen und Ruhe entwickeln. Und wir brauchen einen Tagesrhythmus, einen Wochenrhythmus, einen Zwei-Wochen-Rhythmus, einen Monatsrhythmus und einen Vierteljahresrhythmus. Die Menschheit ist daran gewöhnt, in einer Woche von sieben Tagen einen Tag frei zu haben. An diesem allwöchentlichen freien Tag sind die Menschen von ihrer regulären Arbeit befreit. Genauso sollte es auch jede Woche eine Auszeit von der regelmäßigen Nahrungsaufnahme geben. Im Altertum waren die Inder vom allwöchentlichen Fasten überzeugt, um das Verdauungssystem zu entlasten. Sie legten einen Tag fest, an dem sie auf Nahrung verzichteten und nur klares Wasser zu sich nahmen. Das ist mit einer wöchentlichen Wartung des Autos vergleichbar. Wasser reinigt und verjüngt das System für die darauffolgende Woche. Dieses Fasten war nicht mit der Religion verbunden. Dem Ayurveda zufolge wird das Körpersystem gereinigt, wenn man jede Woche einen Tag fastet und nur klares Wasser trinkt. Einmal im Monat verzichtete man auch auf den Schlaf, um einen neuen Rhythmus und die neue Körperchemie zu fördern, und dies geschah immer einen Tag vor dem Neumond.
Auf diese Weise spricht der Ayurveda von einer periodischen Unterbrechung der Rhythmen zugunsten eines Neuanfangs, unter der Voraussetzung, dass die Rhythmen vorher festgelegt werden. Im Yoga weist auch der Seher Patanjali darauf hin, dass man sich wöchentlich von allen Aktivitäten lösen sollte, um einen Neuanfang zu ermöglichen.
Diese Dimensionen müssen in Bezug auf ihre Wirksamkeit und die hinter ihnen verborgene Wissenschaft studiert werden. Sie sollten von den Ärzten auf vernünftige Weise wieder eingeführt werden, um eine bessere Gesundheit zu fördern.
Warum sollten Medikamente eingesetzt werden, wenn mithilfe der Ernährung Krankheiten geheilt werden können? Eine leichte Korrektur der Essensrhythmen könnte das gesundheitliche Gleichgewicht wiederherstellen. Jeder Mensch ist von sich aus einzigartig. Deshalb sollte jeder dazu angeleitet werden, eine zu ihm passende Ernährung zu finden. In Ernährungsfragen kann man nichts verallgemeinern und als Maßstab festlegen. Indem man den eigenen Körper über einen kurzen Zeitraum im Hinblick darauf beobachtet, was für ihn förderlich und was ungeeignet ist, kann man innerhalb der allgemeinen Esskultur seine eigene, individuelle Ernährungsform finden. Jedes Mal, wenn der Körper ein Symptom des Unwohlseins zeigt, signalisiert er uns, dass etwas mit unserer Ernährung und anderen Rhythmen nicht stimmt. Dies müssen wir selbst oder mithilfe eines Arztes herausfinden. Es ist unvernünftig, den Körper einfach mit Medikamenten zu behandeln, wenn es nicht notwendig ist. Dies kann als Sünde im Bereich der Gesundheit und Heilung angesehen werden.