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Wort-Buffet (22)
Wörter und ihre Geschichten (Rückblick)
Auch diesen Januar gibt es an dieser Stelle den Jahresrückblick auf die Beiträge unserer kleinen Rubriken Das Wort und falsche Freunde drüben bei instagram. Dort erzählen wir jeweils besondere Geschichten zu (vermeintlich) gewöhnlichen Wörtern.
Orange
Eine Orange ist orange
Der Name der Zitrusfrucht aus China hat in vielen (europäischen) Sprachen den gleichen Ursprung. Er ist via Indien (Sanskrit) ins Persische („narang“) und Arabische („narandsch“) ins Spanische gelangt. Von dort fand es seinen Weg ins Französische und vor dort ins Englische und Deutsche.
Der Name der Farbe leitet sich von der Frucht ab.
In einigen Gegenden Deutschlands wird das Wort Apfelsine verwendet. Es bedeutet wie das Niederländische sinaasapel Apfel aus China. Auch auch in den nordischen Sprachen heisst die Frucht appelsin (dänisch, norwegisch) bzw. apelsin (schwedisch) oder appelsina (isländisch).
Das Wort pomarańcza (polnisch) bzw. pomeranč (tschechisch) findet seine Entsprechung in der Pomeranze. Deutsch steht sie als Synonym für die Bitterorange. Das Arabische نارنج „narandsch“ bezeichnet heute ebenfalls die Bitterorange, während die Süssorange برتقال „burtuqal“ heisst, was, wie man hört, von Portugal stammt. Diesen Bezug finden wir auch im Albanischen portokall oder Bulgarischen портокал (portokal).
Die südfranzösische Stadt Orange hiess zur Römerzeit Arausio. Erst mit den Jahrhunderten wandelte sich der Name zum heute verwendeten. Die Stadt und ihr Umland bildeten im Mittelalter ein kleines Fürstentum. Als der letzte Fürst 1530 kinderlos verstarb, kam das Gebiet an Renatus von Châlon aus dem Haus Nassau. Dieses wurde fortan Oranien-Nassau genannt. Auch Renatus verstarb kinderlos und vermachte das Fürstentum seinem Neffen Wilhelm. Als Wilhelm I. bzw. Wilhelm von Oranien ging er in die Geschichte ein: Er führte die Niederlande zu Ihrer Unabhängigkeit von Spanien. Zwar ging das Fürstentum Orange bzw. Oranjen später wieder verloren, der Titel jedoch blieb der Familie erhalten. Auch der heutige König der Niederlanden, Willem-Alexander, trägt den Titel Prinz von Oranien-Nassau.
Orangen werden sind eine der beliebtesten Früchte weltweit und werden dementsprechend überall dort angebaut, wo das Klima dies zulässt. Weltweit grösster Produzent ist Brasilien, gefolgt von Indien und China. In Europa sind Spanien und Italien die Länder, die am meisten Orangen anbauen. Gemäss FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, wurden 2020 weltweit über 75 Millionen Tonnen Orangen geerntet.
Alibi
„Wo waren Sie zur Tatzeit?“, ist wohl die häufigst gestellte Frage in einem Krimi. Für einmal weniger spannend als ein Krimi ist die Herkunft des Worts. Im Deutschen tritt es erstmals 1783 in Erscheinung, in einer juristischen Abhandlung. Das Alibi stammt aus dem Lateinischen, wo esanderswo bedeutet, zugrunde liegt alius: (ein) anderer. Dieses Wort gelangte bereits zuvor,
im 15. Jahrhundert, als alias ins Deutsche.
Die Silbe ali- bzw. eli- findet sich allerdings schon im Althochdeutschen. Sie bedeutet anders, fremd und kam zum Beispiel im Wort ali-sāzzo vor. sāzzo (Sitzender) bedeutet soviel wie Bewohner und ali-sāzzo demnach der Bewohner des anderen – Rheinufers wäre hier noch zu ergänzen und voilà: so erklärt sich der Name der Region Elsass!
Das Wort Alibi wird heute auch in anderem als dem ursprünglichen Sinn benutzt. In Wort-Zusammensetzungen verändert es die Bedeutung des zweiten Worts: Aus ihm wird etwas nutzloses oder nur scheinbares. So ist die Alibi-Übung sinnlos, der Alibi-Kandidat ist nur ein Scheinkandidat.
Des öfteren zu lesen oder hören sind Sätze wie: „Jetzt gibt es keine Alibis mehr.“ Hierbei gemeint ist „Es gibt keine Ausreden.“ Jedenfalls findet sich in Italienisch-Wörterbüchern zu Alibi auch die Übersetzung „Vorwand, Rechtfertigung“. Würde also passen.
In einem Interview mit einem Fussballer las man vor einiger Zeit: „Es zählt nur die Leistung. Ausreden sind ein Alibi.“ 😀 https://www.watson.ch/!346231186
parat
Die Herkunft des Worts ist rasch geklärt: Es stammt vom Lateinischen paratusab,das seinerseits ein Partizip des Verbs parare ist. Paratus hat die Bedeutung bereitstehend, gerüstet, parare (zu)bereiten, rüsten. Auch das Wort parieren, also einen Angriff abwehren, stammt von parare ab.
Fügt man zu parare noch die Vorsilbe ap- hinzu, gelangt man zur Bedeutung ausrüsten, beschaffen. Entsprechend heisst das zugehörige Substantiv apparatus (u.a.) Ausrüstung, Einrichtung. Damit kann zum Beispiel die Gesamtheit der Werkzeuge oder Instrumente eines Handwerkbetriebes oder eines Mediziners gemeint sein. Auch das deutsche Apparat hatte zunächst diese Bedeutung, bevor ab dem 18. Jahrhundert auch ein einzelnes Gerät so benannt wurde.
In zusammengesetzten Wörtern wie Machtapparat oder Bewegungsapparat klingt die ursprüngliche Bedeutung aber nach wie vor mit.
Auch zum Wort bereit gibt es einiges zu erzählen: Es geht zurück auf das Althochdeutsche bireiti mit der Bedeutung gerüstet, fertig. Wahrscheinlich ist es eine Ableitung zum Verb reiten (Althochdeutsch ritan), das ursprünglich reisen, fahren bedeutete. Somit wäre bereit eigentlich fahrbereit, reisefertig. Anzumerken wäre allenfalls, dass reisen und reiten nicht miteinander verwandt sind.
Sinnverwandt zu bereit und parat ist auch gerüstet. Den Satz „wir sind gerüstet“ hört man oft in Zusammenhang mit einem möglichen bevorstehenden Ansturm von Kunden oder Patienten. Das dazugehörige Verb rüsten hat eine militärische Bedeutung: sich bewaffnen, sich bereiten machen (für einen Krieg). Weiter kann rüsten aber auch bereitmachen z.B. für einen Ausflug oder (alle Instrumente) bereitstellen für eine Arbeit heissen. Gemäss Duden ist Gemüse rüsten schweizerisch. Tatsächlich finden sich in Internet-Foren hilfesuchende Deutsche, die das Wort „rüsten“ in Schweizer Rezepten nicht zu deuten wissen 🙂
Kopf
Den obersten bzw. vordersten Teil des Körpers benennen wir heute bevorzugt Kopf. Ein Wort, das wir bereits im Althochdeutschen (als chophbzw.chopf) finden – damals allerdings noch mit der Bedeutung Trinkschale. Im Mittelhochdeutschen kam die Bedeutung Hirnschale (Schädel) hinzu. Während erstere Bedeutung im Deutschen verschwunden ist, hat das Niederländische kop mit „Tasse“ und „Kopf“ beide Bedeutungen behalten.
Und in anderen germanischen Sprachen wiederum ist nur die erste Bedeutung geblieben. Das Englische cup oder das Schwedische kopp sind Beispiele. Wobei das Englische allenfalls auch vom Französischen coupe beeinflusst sein dürfte – das vom Lateinischen cupa (Fass, Bottich) abstammt, das aber seinerseits aus einer Germanischen Sprache dorthin gelangt ist.
Bevor sich Kopf im Deutschen durchsetzten konnte, stand in erster Linie Hauptfür den Körperteil. Es stammt direkt vom Mittelhochdeutschen houbet und Althochdeutschen houbit. Auch dies bedeutete zunächst Gefäss, Schale. Auf dieselbe Wurzel gehendas Englische head und das Schwedische huvud zurück.
Auch die Geschichte des Französischen Wortes für Kopf ist interessant. Das heutige tête (frühere Schreibweise teste) stammtvom Lateinischen testa ab. Dieses wiederum bedeutet u.a. „Schale“. Tête verdrängte die zuvor übliche Bezeichnung chef, die ihrerseits vom Lateinischen caput (Kopf, Haupt) abstammen soll.
Auch bei Salat oder Gemüse wie Kohl oder Blumenkohl spricht man beim essbaren Teil von einem Kopf oder von einem Haupt. Dies wohl wegen deren Kopfgrösse.
Zugrunde liegen könnte den Wörtern (also Haupt und Kopf!) eine nicht schriftlich belegte Wortwurzel, die wie „kaput“ geklungen haben dürfte. Naheliegend ist, dass das Lateinische caput für „Kopf“ darauf zurück geht. Aus caput bzw. dessen Diminutiv capitium entstand via das Italienische capuccio das heutige Kapuze. Auch die Kapuzinermönche (italienisch cappuccini) haben ihren Namen von den Kapuzenmänteln. Das Milch-Kaffee-Getränk Cappuccino schliesslich hat seinen Namen von der Farbe, die an ebendiese Mönchskutten erinnert.
Aus dem Lateinischen capitalis (den Kopf betreffend) stammen die Wörter kapital (ausserordentlich) und Kapital (finanzielles Vermögen) – dessen genauer Weg allerdings nicht exakt nachgezeichnet werden kann. Eine Theorie lautet, dass es via das Italienische capitale mit der Bedeutung Kopfzahl einer Viehherde ins Deutsche gelangt ist.
Karte
Die Herkunft des Wortes lässt sich schriftlich bis auf das Griechische chártēs zurückverfolgen mit der Bedeutung Papyrus, einem Stück Beschreibstoff, hergestellt aus den Fasern der Papyruspflanze. Vermutlich ist das Wort aus dem Ägyptischen ins Griechische eingeführt worden.
Vom Griechischen gelangte das Wort ins Lateinische. Neben der ursprünglichen Bedeutung etablierte sich charta für ein beschriebenes Schriftstück oder ein Blatt Papier. Aus dem mittelalterlichen Latein wurde carta ins Italienische übertragen sowie ins Französische als carte. Von dort gelangte es ins Deutsche, Englische und weitere Sprachen.
Im Deutschen wird auch eine zweidimensionale Darstellung von z.B. Städten, Landschaften oder Kontinenten als Karte bezeichnet. Hingegen benutzen andere Sprachen dafür einen Begriff anderer Herkunft. Das Englische map, das Spanische mapa oder das Italienische mappa gehen auf den (mittelalterlichen) lateinischen Begriff mapa mundi zurück. Mapa bezeichnet ein Tuch, mundisteht für die Welt, die darauf dargestellt ist. Die ersten Karten zeigten oft den Mittelmeerraum mit dem Heiligen Land als wichtigsten Bezugspunkt. Die mapa mundi ging als mappemonde ins Altfranzösische über und von dort ins Englische.
Die Mappe zur Aufbewahrung von Papierdokumenten ist daher für viele Deutsch-Lernende ein falscher Freund. Der Ursprung des Begriffs ist ebenfalls die mapa mundi. Die Tücher, in welche man die wertvollen Karten einwickelte und später die (flachen) Taschen in die man sie steckte, bekamen den Namen Mappe.
Das Wort Karte ist ein typisches Beispiel für Polysemie. Ein Wort also, das unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Im Gegensatz zum Homonym sind diese aber nicht rein zufällig – wie beispielsweise beim Strauss (Vogel/Blumengebinde), sondern sie bestehen beispielsweise aufgrund der Wortherkunft. Viele polyseme Wörter sind entstanden, weil sich der ursprüngliche Ausdruck auf weitere Gegenstände oder Tätigkeiten ausgedehnt hat. So war das Surfen vor der Erfindung des Internets ausschliesslich eine Wassersportart.
Auch das Beispiel Karte zeigt diese Ausdehnung auf Neues. Aufgrund des ähnlichen Aussehens oder des gleichen verwendeten Materials nennen wir auch bedruckte Kartonstücke zum Spielen so oder flache Plastikobjekte, die wir zum Bezahlen verwenden. Auch Visitenkarte, Landkarte oder Speisekarte passen in dieses Schema.
Ein weiterer Unterschied zwischen Homonymie und Polysemie besteht darin, dass Vertreter von letzterer in Wörterbüchern oft unter dem selben Stichwort anzutreffen sind. Tatsächlich finden wir im Duden unter dem Stichwort Karte die verschiedenen Bedeutungen aufgelistet. Strauss und Strauss hingegen sind zwei verschiedenen Stichworte (wobei noch ein Familienname dazukommt).
In der Regel wir auch sofort klar, dass die Bedeutungen eines polysemen Wortes miteinander in Zusammenhang stehen. Wer noch nie den Begriff Lebensmittelkarte gehört haben sollte, dem wird beim Anblick einer solchen unmittelbar klar, warum sie so heisst. Dagegen ist nicht sofort einsichtig, warum „Gericht“ ebenso für eine Speise steht wie für ein Organ der Rechtsprechung.
Geld
Schotter, Zaster, Kohle, Knete: Für kaum ein anderes Wort haben wir mehr Bezeichnungen als für Geld. Weil: Ohne Moos nix los. Moos wie auch Mäuse sind via das Jiddische ins Deutsche gelangt. Dorthin kamen sie aus dem Hebräischen. Das Wort für Münzen ist mâ’ôth, von europäischen Juden „ma-os“ ausgesprochen.
Geld ist verwandt mit den heute noch verwendeten Vergeltung und Entgelt und bedeutete genau das. Althochdeutsch findet man es als gelt mit der Bedeutung Zahlung, Lohn, Vergütung. Noch älter als Althochdeutsch ist Gotisch, dort findet man das Wort als gild (Steuer, Zins).
Zum Substantiv Geld gehört das Verb (ver)gelten, Althochdeutsch geltan und Gotisch fragildan. Die Bedeutung war zurückerstatten, zurückzahlen bzw. opfern. Nicht schriftlich bezeugt sind die Ursprünge. Möglicherweise hat sich die Bedeutung aus dem religiösen (ein Opfer darbringen) und/oder dem rechtlichen Bereich (eine Busse bezahlen) entwickelt.
Zahlreich sind auch Redewendungen und Sprichwörter, wie „Geld wie Heu“ oder „Geld (allein) macht nicht glücklich“. Wer die Anekdote zu „Geld stinkt nicht“ noch nicht kennt, kann sie z.B. hier nachlesen.
Das Englische money stammt vom Lateinischen moneta ab (und kam via das Altfranzösiche monoie auf die Inseln). Moneta war ein Beiname für die Göttin Juno mit der Bedeutung „die Mahnerin“. Sie hatte einen Tempel auf einem der Hügel Roms. Dort (im oder beim Tempel) befand sich eine Münzstätte und Junos Bild war auch auf einigen Münzen zu sehen. So ging ihr Name auf die Bezeichnung für die Münzen über.
Auch das italienische Wort für Geld, soldi, geht auf die Römer zurück: Der Solidus oder Aureus Solidus war eine römisch-byzantinische Goldmünze.
Das Spanische dinero und das Portugiesische dinheiro sowie das Slowenische denar geht auf das Lateinische denarius zurück: eine altrömische Münze aus Silber, Kurzform von „denarius nummus“ mit der Bedeutung „zehn enthaltend“, „zehnfaches“ gemeint waren zehn Asse – das As war eine Münze aus Bronze.
Wie das Wort Pfennig (eine Münze oder Münzeinheit, auch in Deutschland bis 2002 oder als Penny in England) stammen die schwedischen, polnischen und tschechischen Bezeichnungen für Geld (pengar, pieniądze, penize) wohl von einem gemeinsamen germanischen Vorfahren ab – vielleicht aber auch von einem Lateinischen Wort. Hier wären pondus (Pfund) oder pannus (ein Stück Tuch, auch als Tauschmittel eingesetzt) denkbar.
Die lateinische Bezeichnung pecunia schliesslich stammt von pecu bzw. pecus ab. Ein Wort, das ursprünglich: den Viehbestand bezeichnete, gleichzusetzen mit Reichtum der Antike.
Kaninchen
Es ist eines der Worte, die wir praktisch nur im Diminutiv kennen, ein sogenannt verselbständigter Diminutiv. Aber das zugrunde liegende Wort gibt es tatsächlich noch: In der Fachsprache der Kürschner wird noch von Kanin gesprochen, vor allem nachdem ihm das Fell über die Ohren gezogen wurde.
Kanin war noch in Gebrauch im Mittelniederdeutsch – das im Spätmittelalter gesprochen wurde und aus dem u.a. das Plattdeutsch hervorgegangen ist. Luther wählt in seiner Bibelübersetzung dann Kaninchen, was sich schliesslich durchsetzt.
Aber auch auf Schwedisch oder Dänisch heisst das Tier kanin, auf Niederländisch konjin. Im Mittelhochdeutsch finden wir auch künlin oder künglin – was sich in den Schweizer Dialekten z.B. als Chüngel erhalten hat. Entlehnt ist das Wort aus dem Altfranzösischen conin, welches auf das Lateinische cunīculus zurückgeht, mit der Bedeutung Kaninchen, unterirdischer Gang.
Wie es ins Lateinische gelangt ist, kann nicht sicher rekonstruiert werden. Vielleicht haben die Römer das Wort von den Iberern übernommen, als sie das Gebiet des heutigen Spaniens eroberten.
Warum die Römer die iberische Halbinsel Hispania nannten ist eine weitere interessante Geschichte. Sie ist zwar nicht restlos geklärt, aber möglicherweise haben die Römer eine Bezeichnung von den Griechen übernommen, die bereits auf die Phönizier zurückgeht. Letztere bezeichneten die Iberische Halbinsel als „I-Shephanim“, was Land der Klippschliefer bedeuten soll. Der Klippschliefer ist ein Tier und sieht etwa aus wie eine Mischung aus Murmeltier und Riesen-Meerschweinchen (noch so ein verselbständigter Diminutiv). Auf der iberischen Halbinsel gibt es allerdings keine Klippschliefer – die Phönizier hatten ganz einfach das ihnen bisher unbekannte Kaninchen beobachtet.
Als Kaninchen bezeichnet werden verschiedene Arten aus der Familie der Hasen. Welche der Hasenarten „Kaninchen“ genannt werden, hängt von äusseren Merkmalen ab (nicht von der evolutionsbiologischen Verwandtschaft). So leben Kaninchen eher in einem höhlenartigen Bau unter der Erde und verstecken sich dort, wenn ein Fressfeind sich nähert. Währenddessen fliehen Hasen in solchen Situationen mit grosser Geschwindigkeit rennend davon – dank ihren kräftigen Hinterbeinen. Auch kommen Kaninchenjungen blind und als Nesthocker zur Welt, während Hasen als Nestflüchter gelten und bei der Geburt offene Augen und ein Fell haben.