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Reaktanz Was haltet ihr von der Reaktanz-Theorie? Das würde z.B. auf die Partnerschaft/Beziehung bezogen bedeuten, dass wir Wünsche, Bedürfnisse, Aufforderungen, Erwartungen, usw. nicht erfüllt bekommen, weil wir ein Widerstreben beim anderen hervorrufen, wenn wir eine direkte Aufforderung dazu machen. Ein Beispiel dazu: Fall 1: "Schreiben sie unter gar keinen Umständen an diese Wand " Fall 2: "Schreiben die bitte nicht an diese Wände" Bei einem Test kam heraus, dass siginifikant mehr Menschen sich dem Verbot aus Fall 1 widersetzten. In einem anderen Test konnte nachgewiesen werden, dass ein "Ausparker" sich mehr Zeit lässt und länger für das Ausparken benötigt, wenn ein anderer auf die Autolücke wartet und dabei Ungeduld (zb durch Hupen) äußert. Also eine Art Trotzreaktion. Oder ein Kind, dass den Befehl bekommt "Räum jetzt dein Zimmer auf", die starke Tendenz hat, sich nun erst recht zu weigern. Diese "Reaktanz" kann dann auch auf Beziehungen übertragen werden. Oder auch auf das Kennenlernen - so die Theorie. Das heißt, Verbote oder Druck ausüben bewirkt genau das Gegenteilige von dem, was eigentlich erwünscht ist. Ein Beispiel dazu: Ein eifersüchtiger Partner sagt "Wehe du betrügst mich" oder "Ich hoffe du du gehst mir nicht fremd". Durch das "widerstrebende Moment" in uns Menschen kann es dann dazu kommen, dass der andere tatsächlich (aus Trotz) irgendwann fremd geht. Eine andere Lösung wäre in diesem Fall besser zu sagen "Ich schätze es, wie sehr du mich liebst und dass ich dir immer vertrauen kann" . Letzteres würde eine andere Reaktion zur Folge haben, nämlich, dass der andere entschlossen den Beweis antreten möchte, um das "gute Bild" was der andere von ihm hat, aufrecht zu erhalten. Es gibt hier sicherlich viele weitere Beispiele. Wenn einer von beiden keine Lust auf Sex hat zb, und der andere aber sich so äußert "Ich wünsche mir aber, dass du mit mir schläfst. Wieso möchtest du das nicht? " (oder ähnliches), statt zu sagen "Mir ist das gerade auch nicht so wichtig. Lass uns einfach nur kuscheln oder wie wäre eine Massage. Das ist mit dir immer besonders so schön". Also man das "Widertrebende" auf diese Weise "austrickst". Beim Kennenlernen: Jemand möchte, dass der andere sich meldet. Vielleicht sogar regelmäßig meldet. Er/Sie äußert sich dementsprechend darüber und sagt "mir ist es sehr wichtig, dass man sich regelmäßig meldet" oder "ich bin es gewohnt, dass man sich ab und zu bei mir meldet". Oder "Du könntest ja auch mal anrufen" usw usw usw. Das jedoch häufig genau ins Gegenteilige umschlägt. Also das Gegenüber plötzlich keine Lust mehr hat (widerstrebend) dem Folge zu leisten. Ein grundsätzliches Problem. Da ist die Erwartungshaltung und ein Wunsch, der aber nicht geäußert werden kann/darf, weil das Gegenüber sich sonst unter Druck gesetzt fühlt. Hier auch wieder der besagte Trick (dem anderen das Beste zu unterstellen) "Ich finde du bist so zuverlässig und aufmerksam. Es ist schön, wie du immer wieder die Zeit findest, dich bei mir zu melden. Das weiß ich sehr zu schätzen". Glaubt ihr, dass die Reaktionen (Reaktanz-Theorie) vorhersehbar sind, und dass, wenn man eine "umgekehrte" Botschaft an den anderen versendet, Bedürfnisse und Wünsche erfüllt werden? Funktioniert dieser Trick? Dem anderen einfach stattdessen "das Beste" zu unterstellen. https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktanz_(Psychologie) "Typisch für die Reaktanz ist eine Aufwertung der eliminierten Alternative, d. h. gerade diejenigen Freiheiten, die der Person genommen wurden, werden nun als besonders wichtig erlebt. Die betroffene Handlungsmöglichkeit kann der Person zuvor völlig unwichtig gewesen sein. Im Extremfall hat die Person von dieser Handlungsmöglichkeit vor dem Eintreten der Beschränkung nie Gebrauch gemacht, übt die Handlung aber seit dem Eintreten der Einschränkung aus. Reaktantes Verhalten besteht darin, solche Handlungen nun erst recht auszuführen."