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Ein Jubiläum steht bevor: Am Wochenende beginnt die 25. Saison der Major League Soccer. Mit einem Schweizer Coach, mit einem 35-fachen Schweizer Nationalspieler und vor allem erstmals mit Inter Miami, dem Team, das David Beckham gehört.
Der 34-jährige Genfer geht als Captain des FC Dallas in seine dritte Saison in der MLS. Kaum zu glauben, aber der Verteidiger, der seine Klubs früher oft im Jahres-Rhythmus wechselt, ist sesshaft geworden. Vergangene Saison scheiterten die Texaner in der ersten Playoff-Runde am späteren Meister Seattle.
Der Goalie spielte in der U15-Nati gemeinsam mit Ziegler und Tranquillo Barnetta, doch dann wanderte die Familie des St.Galler Rheintalers in die USA aus. Seit 2017 ist er US-Staatsbürger. Via High School und College kämpfte sich Frei in die Major League Soccer, wo er von 2009 bis 2013 im Tor Torontos stand und seither die Nummer 1 der Seattle Sounders ist. 2016 und 2019 gewann der Goalie, der sich in seiner Freizeit als Künstler betätigt, den Meistertitel.
Für den Walliser ist es eine Rückkehr in die Heimat seiner Ehefrau Laura: Wicky war 2008 zum Abschluss seiner Spielerkarriere bei den Chivas USA in Los Angeles engagiert. Als Trainer stieg er 2017 beim FC Basel überraschend vom U21-Coach zum Super-League-Trainer auf, ein gutes Jahr später wurde er entlassen. Wicky war sieben Monate arbeitslos, ehe er im vergangenen Frühling U17-Nationaltrainer der USA wurde. Nun ist er Cheftrainer von Chicago Fire. Kein Zufall, denn …
… dort ist neu der ehemalige Basler Sportchef Georg Heitz am Drücker, man kennt sich also. «Er ist technisch und taktisch sehr gut, ebenso kommunikativ», sagt Heitz über Wicky. Er habe ihn geholt, weil Wicky «unbedingt in die MLS wollte. Ich wollte keinen, der den Job nur macht, weil er nichts Besseres hat.» Heitz hat in Chicago für drei Jahre unterschrieben und soll nach dem Umzug ins Soldier Field Stadium, das 61'000 Zuschauer fasst, dafür sorgen, dass dieses gefüllt wird.
Der frühere GC- und YB-Verteidiger spielte zwei Jahre für Orlando City und vergangene Saison in Vancouver. Nun ist der zweifache Schweizer Nationalspieler ohne Klub, Sutter scheint die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben zu haben. Anfang Monat twitterte er, dass er auf einen Anruf Orlandos warte:
Das Transferfenster ist bis am 5. Mai offen.
Zlatan Ibrahimovic, Wayne Rooney und Bastian Schweinsteiger spielen nicht mehr in der MLS – viel Prominenz, die nun fehlt. Die Liga selber stellt die ihrer Meinung nach 50 besten Spieler gleich selber vor. Stefan Frei schafft es auf Platz 34, drei Ränge hinter dem portugiesischen Europameister Nani (Orlando City).
Das sind die Top Ten:
Hast du schon mal von Fabian Herbers gehört? Der deutsche Angreifer ist einer von Wickys Spielern in Chicago. In der Heimat spielte der 25-Jährige in der Oberliga vor 200 Zuschauern, mittlerweile stürmt er in der MLS und ist Kultfigur des populären Podcasts «Gemischtes Hack» geworden.
Herbers ging 2013 nach dem Abitur in die USA, als er sich entschied, nicht mehr auf die Karte Profifussball zu setzen. Stattdessen erhielt er ein Stipendium an einem College, studierte – und schaffte es über diesen Umweg doch noch in den bezahlten Sport.
Sein erstes MLS-Spiel von Beginn an bestritt er im Yankee Stadium in New York – ein Ereignis, das ihm geblieben ist: «Als ich im Tunnel gewartet habe, um raus auf den Platz zu laufen, habe ich nach links geguckt und da stand auf einmal Andrea Pirlo neben mir. Für mich ist er eine absolute Legende, den ich nur von der AC Milan, Juventus oder Italiens Nationalteam kannte. In dem Moment dachte ich nur: Wow, schon krass.»
Wer weiss, ob vielleicht auch ein Schweizer eine solche Tellerwäscher-Geschichte erleben wird. Laut Transfermarkt sind aktuell zehn junge Schweizer Fussballer, teils mit Erfahrung in Challenge League und Promotion League, an einem US-College engagiert.
Einerseits die Hymne, die vor jeder Partie gespielt werden wird. Niemand anders als der Deutsche Hans Zimmer hat sie komponiert, der für seine Filmmusik schon mit dem Oscar, dem Grammy oder dem Golden Globe ausgezeichnet wurde.
Zwei Teams sind neu dabei. Mit Nashville SC und Inter Miami steigt die Anzahl Mannschaften auf 26. Bei Nashville ist allenfalls der deutsche Mittelfeldspieler Hany Mukhtar ein Begriff, der via Hertha, Benfica, Salzburg und Bröndby in den USA landete.
Inter Miami trumpft mit dem grösstmöglichen Namen auf: David Beckham. Der 44-jährige Engländer, der als Spieler zwei Mal Meister mit L.A. Galaxy wurde, kehrt als Teambesitzer in die MLS zurück. Beckham ist Mitbesitzer der Equipe aus der Floridas Metropole, dessen Star der 26-jährige Rodolfo Pizarro ist. Der mexikanische Spielmacher hat einen Marktwert von 10 Millionen Euro. «Das war wohl die schwierigste Sache, die ich jemals gemacht habe», sagte Beckham über den Aufbau eines Teams von Null auf, «aber es war auch die, die sich am meisten gelohnt hat.»
Die Liga ist in eine Eastern und eine Western Conference mit jeweils 13 Teams eingeteilt.
Jedes Team bestreitet in der Regular Season 34 Partien: 24 Spiele innerhalb der Conference (gegen jedes andere Team ein Heim- und ein Auswärtsspiel) und 10 Spiele gegen Mannschaften der anderen Conference. Nach der Aufstockung der MLS um zwei Teams ist es erstmals der Fall, dass nicht jedes Team gegen jedes andere spielen wird.
Die Conference-Sieger erhalten in der ersten Playoff-Runde ein Freilos, die Teams auf den Plätzen 2 bis 7 schaffen es ebenfalls in die Playoffs. Diese werden im Cup-Modus ausgetragen: Über das Weiterkommen entscheidet jeweils ein einziges Spiel.
Der Streamingdienst DAZN überträgt die Partien aus Nordamerika. Am Sonntag beispielsweise ab 21.15 Uhr den ersten Auftritt von Raphael Wicky mit Chicago Fire gegen den Titelverteidiger Seattle Sounders.
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