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Hans Potthof lernte Hochbautechniker und arbeitete in Architekturbüros. Später gründete er in Zug ein Werbebüro. Prägend war für den Zuger, der innzwischen das zweite f seines Namens gestrichen
hatte, ein Paris-Aufenthalt 1938/39. In seiner Heimatstadt freundete er sich mit dem österreichischen Bildhauer Fritz Wotruba an, der für ihn als Vorbild Richtungsweisend war.
Im Mittelpunkt von Potthofs Malerei standen Landschaften und Alltagsszenen. In schnell hingeworfenen Skizzen liess er den Menschen ganz klein in der Natur stehen. Auf grossformatigen Bildern malte er südliche Landschaften und den Zugersee, er war am Stiermarkt mit Stift und Zeichenblock unterwegs oder porträtierte spontan Menschen in Cafés.
An den Olympischen Spielen in Berlin war er als Kajakfahrer dabei. Den Spitznamen "Johnny" erhielt er, weil er dem Schwimmweltmeister Johnny Weissmüller aufs Haar glich.
Hans Potthof wächst als Sohn eines Textilkaufmanns aus Westfalen und einer Zugerin in Luzern auf. Nach einer abgebrochenen Automechanikerlehre folgt ein kurzer Besuch an der Kunstgewerbeschule Luzern (Kunstschlosser). 1929–1933 Technikum in Winterthur, 1933 Diplom als Hochbautechniker. Bis 1936 Arbeit im Zuger Architekturbüro Peikert. 1936–1938 führt er mit Karl Steichele das Reklamegrafik-Atelier Stepo in Zug. Während eines vier Monate dauernden, prägenden Parisaufenthalts 1938–1939 entdeckt Potthof die Ölmalerei und entscheidet sich, Maler zu werden. Seit 1939 lebt er als freier Maler in Zug.
Ankäufe durch die Eidgenossenschaft und die Kunstmuseen Aarau, Chur, Glarus, Luzern, Winterthur und Zug festigen Potthofs öffentliche Anerkennung. Er wird Mitglied des VSG, des Schweizerischen
Werkbundes und der GSMBA.Seit 1945 häufige Reisen nach Genf, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und England.
Das Erlebnis des Meeres hinterlässt deutliche Spuren in Potthofs Malerei. Es entstehen zahlreiche Skizzenbücher und Aquarelle mit Alltagsszenen. Potthof lebt und arbeitet seit 1944 in einem einfachen 400 jährigen Zuger Bauernhaus, das er im Verlauf der Jahre renoviert hat.
1940 Gründungsmitglied der Vereinigung Freie Zuger Künstler. 1942 Heirat mit Brigit Sohn-Rethel. Freundschaft mit dem 1939–1945 in Zug lebenden österreichischen Bildhauer Fritz Wotruba, der für ihn als Vorbild richtungsweisend wird und ihm die Bekanntschaft mit dem Sammler Oskar Reinhart in Winterthur vermittelt. In der Folge Ankauf mehrerer Bilder durch Reinhart. 1945 Stipendium der Gottfried Keller-Stiftung, Bern. 1946 und 1947 Eidgenössische Kunststipendien. 1954 Heirat mit Martha Schärer. Im Mittelpunkt von Potthofs Malerei stehen die Landschaft und Szenen des Alltags. Dabei interessiert ihn nicht das naturalistische Detail, sondern intuitive Vereinfachung.
Entstehen Zeichnungen und Aquarelle meist spontan vor dem Motiv – Bistro, Markt, Hafen, Strand oder Landschaft –, so malt er die grossformatigen Gemälde oft im Atelier anhand einfacher Skizzen
oder aus der Erinnerung. In den schnell hingeworfenen Skizzen legt Potthof nur die bewegte Kontur fest und belässt der Binnenform ihre Autonomie.
Seine weiten, mit freiem Pinselduktus festgehaltenen Landschaften sind geprägt durch das überwältigende oder erhebende Gefühl, als Mensch ganz klein in der Natur zu stehen. Menschliche Figuren in seinen Landschafts- und Meerbildern sind selten Handlungsträger, sondern dienen als Staffage der Intensivierung der Bildaussage und Komposition.
Der Bildaufbau ist in der Regel ein Dreiklang: Dem Vordergrund folgt der bandartige Mittelgrund, darüber wölbt sich der Himmel. Potthofs Werk ist nur einem geringen Wandel unterworfen. Bei gleichbleibenden Themen wird der Strich der Zeichnung aber freier, und mit der zunehmenden Distanzierung von der impressionistischen Manier gewinnen die Pinselführung an Grosszügigkeit, die Farbflächen an Kraft und Homogenität.
Seine Entwürfe für Kunst am Bau führt er in allen Techniken eigenhändig aus: Sgraffito, Keramik-Mosaik, Metallplastik, Acryl- und Dispersionsmalerei. Werke: Kunsthaus Zug; Winterthur, Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten; Kunstmuseum Winterthur; Zürich, Kunstsammlung des Kantons; Zug, Kunstsammlung des Kantons; Sport, 1948, Sgraffito, Zug, Turnhalle Schützenmatte; Tiere, 1957, Kaseinmalerei, Zug, Schulhaus Gut Hirt; Lebensfreude und Liebe, 1959, Mosaik, Cham, Schulhaus Städtli; Lehrjahre – Wanderjahre, 1959, Keramik-Mosaik, Zug, Gewerbeschulhaus; Lebensalter, 1967, Wandbild, Acryl, Unterägeri, Altersheim Chlösterli; Relief, 1968, Zinkblech, Zug, Hochhaus am Gutschrank; Kraft und Lebensfreude, 1969, Wandbild, Acryl, Zug, Kantonsspital; Komposition, 1970, Wandbild, Acryl, Zug, Loreto-Schulhaus; Wandmalerei, 1986, Acryl, Zug, Zollhaus; Wandmalerei, 1989, Acryl, Cham, landwirtschaftliche Schule.