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Wann begann die politische Laufbahn von Pedro Sánchez? Mit 21 Jahren. Damals trat er kurz nach der spanischen Parlamentswahl vom Juni 1993 der Sozialistischen Partei bei. Daraufhin arbeitete er mitunter für die deutschstämmige Abgeordnete der Sozialisten, Bárbara Dührkop, im Europäischen Parlament. Zudem leitete er während der Amtszeit des Spaniers Carlos Westendorp y Cabeza als Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien und Herzegowina 1999 dessen Büro. Von 2000 bis 2004 wirkte Sánchez als Wirtschaftsberater im Exekutivsekretariat für Bildung der Sozialistischen Partei.
Wann wurde Sánchez Parlamentarier? Erst im Jahre 2009 - und das, obwohl er sich 2008 im Wahlkreis Madrid erfolglos um einen Sitz im Parlament beworben hatte. Der 46-Jährige rückte dann aber doch noch ein Jahr später für den geschassten Wirtschafts- und Finanzminister Pedro Solbes Mira nach. 2011 kandidierte Sánchez bei den vorgezogenen Parlamentswahlen erneut – und scheiterte wiederum. Sánchez blieb aber geduldig und wurde dafür belohnt: 2013 rutschte er für eine ausgeschiedene Abgeordnete in den Kongress nach. Ein Jahr später führte die Partei erstmals eine Urwahl durch. Dabei sprachen sich die Parteimitglieder zu 48,7 Prozent für den ehrgeizigen Politiker als neuen Generalsekretär aus. Auf einem ausserordentlichen Parteikongress wenige Monate später wurde das Votum per Akklamation bestätigt. Im September desselben Jahres übernahm Sánchez auch noch den Vorsitz der sozialistischen Fraktion im Kongress – nachdem ein Parteikollege sein Mandat niedergelegt hatte.
Wollte Sánchez schon einmal spanischer Ministerpräsident werden? Ja, und zwar im Jahre 2016. Damals ging er als Spitzenkandidat für die Parlamentswahl im Dezember 2015 ins Rennen und war somit der Herausforderer von Amtsinhaber Mariano Rajoy. Das Resultat: Sánchez scheiterte krachend. Im Oktober 2016 trat der Sozialist nach gut zwei Jahren als Parteichef zurück, nachdem er sich monatelang geweigert hatte, in einer politischen Pattsituation eine neue Amtszeit von Ministerpräsident Rajoy zu tolerieren. Das politische Comeback gelang Sánchez im vergangenen Jahr, als er erneut Vorsitzender der Sozialistischen Partei wurde.
Welche politische Haltung vertritt Sánchez in der Katalonien-Frage? Der 46-Jährige Sánchez spricht sich gegen eine Loslösung Kataloniens von Spanien aus. Gleichzeitig deutet der Sozialist derzeit Zugeständnisse und Dialogbereitschaft an. Solche Töne hat Barcelona schon lange nicht mehr gehört. Was Sánchez mit seinen Andeutungen genau meint, ist jedoch unklar.
Welche Ausbildung bringt Sánchez mit? Er schloss die Sekundarschule am staatlichen Instituto Ramiro de Maeztu in Madrid ab. Dort lernte er unter anderem die spätere spanische Königin Letizia kennen. Danach studierte Sánchez Wirtschaftswissenschaften an der Universidad Complutense de Madrid. Anschliessend erwarb er den Master-Titel in Politischer Ökonomie der Europäischen Union an der französischsprachigen Université libre de Bruxelles, in wirtschaftlicher und monetärer europäischer Integration am Instituto Universitario de Investigación Ortega y Gasset in Madrid sowie in Öffentlicher Führung am Instituto de Estudios Superiores de la Empresa (IESE) der Universidad de Novarra. Ab 2008 wirkte Sánchez als Dozent für Wirtschaftsstruktur und Geschichte des ökonomischen Denkens an der privaten Universität Camilo José Cela in Madrid, wo er 2012 den Doktor in Wirtschaftswissenschaften erlangte. Später lehrte er dort globale und spanische Wirtschaftsstrukturen.
Aus welchem Hause stammt Sánchez? Seine Mutter Magdalena Pérez-Castejón war bei der öffentlichen Sozialversicherung angestellt, sein Vater arbeitete als Angestellter im Finanzsektor, als Unternehmer und als langjähriges Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens im Landwirtschaftsministerium. Mittlerweile ist Sánchez verheiratet und hat zwei Töchter.