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An der elektronisch durchgeführten 24. ordentlichen Generalversammlung des ASIP wurden folgende Personen neu in den Vorstand gewählt: Raymond Alder (Vorsorgestiftung Emmi, Geschäftsführer), Christine Holstein (PK Nest, Mitglied der Geschäftsleitung), Iwan Lanz (PK SBB, Geschäftsführer), Martin Roth (PK Manor, Geschäftsführer), Reto Tarreghetta (LUPK, Geschäftsführer) und Bojana Vukasin (PK Bank J. Safra Sarasin, Geschäftsführerin). Aus dem Vorstand zurückgetreten sind Gertrud Stoller-Laternser, Jacques Antoine Baudraz, Rolf Bolliger und Markus Hübscher.
In einem Bericht über eine Studie von Prof. René Eichenberger schreibt der Nebelspalter: Die Gesundheit der Bauarbeiter verschlechterte sich durch die Einführung eines tieferen Rentenalters im Jahr 2003. Hätte eine Rentenaltererhöhung, wie sie die Jungfreisinnigen fordern, im Umkehrschluss eine positive Auswirkung auf die Gesundheit der Arbeitnehmer? Im Einzelnen wird zu den überraschenden Resultaten der Studie ausgeführt:
In der Studie wurden die Angaben von Bauarbeitern mit den Angaben von Arbeitnehmern aus anderen Berufen verglichen, um festzustellen, wie sich die Gesundheit von Bauarbeitern zu derjenigen der Arbeiter aus anderen Sektoren unterscheidet. Zudem wurden die Angaben von Bauarbeitern die vor und nach der Reform pensioniert wurden, verglichen. Dadurch wollte man die Auswirkungen, die die Reform mit sich brachte, feststellen. Dabei kam heraus: Bei den 56 bis 60-jährigen Bauarbeitern, also jenen die neu kurz vor der Pension standen, stieg die Krankheitsausfallquote nach der Reform um 33 Prozent an.
Konkret heisst das: Nach Einführung des Rentenalters 60 fehlten die 56- bis 60-Jährigen mehr als früher. Die Abwesenheit von mindestens einem Tag pro Woche stieg um einen Drittel – von 3,49 auf 4,64 Prozent. Zudem gaben sie häufiger an, sich gesundheitlich schlecht zu fühlen (11,7 Prozent). Vor Rentenalter 60 waren es nur 7,6 Prozent.
Federer ist laut dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin «Forbes» der bestverdienende Sportler der Welt – noch vor Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Sein Vermögen schätzt das Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz» auf rund 700 Millionen Franken – nach 20 gewonnenen Gross-Turnieren – und stammt zu einem grossen Teil aus lukrativen Werbeverträgen mit Firmen wie die Credit Suisse, Rolex oder Moët & Chandon.
Der vierfache Familienvater vertraut in sportlicher Hinsicht auf ein bewährtes Team – und das ist auch bei seinen Finanzen nicht anders. «Er ist völlig abgesichert und geschütz», sagt ein Schweizer Vermögensverwalter im Gespräch. In der Vergangenheit unterhielt die in Basel ansässige Bank Sarasin (heute: J. Safra Sarasin) eine Geschäftsbeziehung mit der Familie Federer sowie zu ihm selbst. Allerdings ist es nicht klar, ob diese Beziehung noch besteht.
Aon and Willis Towers Watson (NASDAQ: WLTW) announced today that the firms have agreed to terminate their business combination agreement and end litigation with the U.S. Department of Justice (DOJ). The proposed combination was first announced on March 9, 2020.
“Despite regulatory momentum around the world, including the recent approval of our combination by the European Commission, we reached an impasse with the U.S. Department of Justice,” said Aon CEO Greg Case. “The DOJ position overlooks that our complementary businesses operate across broad, competitive areas of the economy. We are confident that the combination would have accelerated our shared ability to innovate on behalf of clients, but the inability to secure an expedited resolution of the litigation brought us to this point.”
Im Berichtsquartal legt der Pensionskassen Index um 6,57 Punkte respektive 3,30% zu; seine Veränderung seit Jahresanfang beträgt damit 6,19%. Per 30. Juni 2021 steht der Index bei 205,78 Punkten, ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000. Der Schwung aus dem ersten Quartal konnte beibehalten werden, die Monate April (+0,69%) und Mai (+0,72%) wurden von einem sehr starken Juni (+1,86%) übertroffen.
Der Hauptanteil an der positiven Entwicklung im zweiten Quartal ist den Aktien (+2,26%) zuzuschreiben. Die Schweizer Aktien haben einen Renditebeitrag von 1,24% und die ausländischen einen Beitrag von 1,02% erzielt. Die Obligationen (inklusive Wandelanleihen) haben das Resultat mit einem Beitrag von 0,11% erhöht. Auch bei den Immobilien ist die Entwicklung mit 0,68% deutlich positiv. Liquidität, alternative Anlagen und sonstige Anlagen waren eher unauffällig, aber dennoch positiv.
Die privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen konnten im zweiten Quartal 2021 ihre Reserven in Prozent der Verpflichtungen um durchschnittlich 3,4 Prozentpunkte auf 23,3 % erhöhen. Aktuell liegen die Wertschwankungsreserven damit über der durchschnittlichen Zielgrösse von 18 %. Mit einem geschätzten Deckungsgrad von 123,3 % erreichen die privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen ein neues Langzeithoch (Abbildung 1). Dies trifft auch auf die öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen zu.
Vorsorgeeinrichtungen nach Deckungsgrad 99,3 % der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen und sämtliche öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung hatten am 30. Juni eine Deckung von über 100 % (Abbildung 2). 85,9 % der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen wiesen sogar einen Deckungsgrad von 115 % oder höher aus.
Die erfassten Vorsorgeeinrichtungen erwirtschafteten im zweiten Quartal 2021 eine geschätzte vermögensgewichtete Rendite von 3,30 %. Sämtliche Anlageklassen, mit Ausnahme von Obligationen CHF und Obligationen Welt, leisteten positive Beiträge zur Rendite (Tabelle 1). Die grössten Renditebeiträge – gemessen am Gewicht im durchschnittlichen Portfolio – stammten von Aktien Schweiz und Aktien Welt. Die Anlageklasse Rohstoffe erzielte unter allen Anlageklassen sowohl im zweiten Quartal als auch für das laufende Jahr insgesamt die höchste Rendite. Grund dafür sind gestiegene Preise für verschiedene Rohstoffe aufgrund ihrer temporären Knappheit.
Im Nebelspalter-Interview mit Prof. René Eichenberger von der Universität Freiburg wird ein “Win- win-win-Modell” zur Frage des Rentenalters entwickelt. Eichenberger macht klar, dass er von den aktuellen Vorschlägen zur Erhöhung nichts hält, auch nicht von der Initiative der Jungen FDP. Deren Zwangsmodell der Rentenaltererhöhung löse das eigentliche Problem nicht. Es gelte, die Arbeit nach Erreichen des Rentenalters finanziell attraktiv zu machen.
«Wenn die Leute länger arbeiten sollen, dann muss man die richtigen Anreize setzen», findet Eichenberger. «Die Alten arbeiten heute nicht länger, weil sie nach Strich und Faden betrogen werden.» Wer weiter arbeite, zahle wegen der Progression unverhältnismässig mehr Steuern – und der Zuschlag auf die Rente lohne sich erst, wenn er älter als 86 Jahre werde. «Das ist doch Quatsch!»
In Eichenbergers Vorschlag könnte jeder sein eigenes Referenzalter für sich festlegen. Wer einen Aufschub zum allgemein geltenden Rentenalter machen würde, hätte schon vorher einen Nachlass bei den Beitragssätzen und nach 65 eine Erleichterung bei den Steuern.
Aber wie geht diese Rechnung für die AHV auf? «Wenn Leute länger arbeiten, dann zahlen sie nicht nur mehr in die AHV, sondern auch mehr Steuern.» Bis jetzt habe dieses Geld der Staat, zum Beispiel bei der Erhöhung des Frauenrentenalters von 62 auf 64, einfach eingesteckt. Dabei gehöre es der AHV.
Auch die AHV
sollte die Dienstleistungen der Anlagestiftungen beanspruchen können, meinen Aline Kratz-Ulmer und Roland Kriemler in einem Artikel der SHZ.
Anlagestiftungen sind kollektive Anlagegefässe für Vorsorgeeinrichtungen, Freizügigkeitseinrichtungen sowie Säule – 3a-Stiftungen und haben somit einen eingeschränkten Anlegerkreis. Neben den Geldern der zweiten Säule können darin auch Gelder von Drittsäuleneinrichtungen angelegt werden. Daraus abgeleitet kann legitimerweise die Frage gestellt werden, ob es nicht auch zulässig sein sollte, Gelder der ersten Säule durch Anlagestiftungen verwalten zu lassen.
Jérôme Cosandey von Avenir Suisse empfiehlt, dass die Pensions-kassen sich finanziell verstärkt an den Aufwendungen für das Case Management beteiligen, nachdem sie von der massiven Zunahme psychischer Erkrankungen aufgrund der Corona-Massnahmen und der absehbaren Zunahme von IV-Leistungen ebenfalls betroffen sind und entsprechend auch von Massnahmen zur Linderung profitieren.
Gemäss der Swiss Corona Stress Study der Universität Basel ist der Anteil von Menschen mit schweren depressiven Symptomen zwischen der ersten und der zweiten Corona-Welle im Jahr 2020 von 3% auf 18% angestiegen. Diese Entwicklung stellt für die IV und damit auch für die von deren Rentenentscheiden abhängigen Pensionskassen eine doppelte Herausforderung dar: einerseits wegen der gestiegenen Rentengesuche, andererseits, weil sich in Krisenzeiten eine Eingliederung der Betroffenen viel schwieriger gestaltet. (…)
Obwohl die Arbeitgeber eigentlich verpflichtet sind, Langzeiterkrankungen ihren Pensionskassen frühzeitig zu melden, sind es oft die Kranken Taggeld-Versicherer, die als erste davon erfahren. Doch für Letztere beschränkt sich die Rendite einer «Investition» in einen Case Manager lediglich auf die Einsparungen, die während der maximalen Leistungsdauer von 730 Tagen möglich sind, während die IV und die Pensionskasse noch während Jahren oder gar Jahrzehnten die Kostenfolgen einer nicht gelungenen Eingliederung zu tragen haben. Obwohl das System in seiner Gesamtheit von einem Case Manager profitieren würde, rechnet sich dessen Einsatz für den KTG-Versicherer oft nicht.
OAK. Die Hochrechnung der OAK BV zur finanziellen Lage der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen zeigt per Ende Juni 2021, dass sich die Deckungssituation der Vorsorgeeinrichtungen in der ersten Jahreshälfte sehr gut entwickelt hat. Der durchschnittliche Deckungsgrad betrug per Ende 2020 trotz pandemiebedingter Unsicherheiten an den Kapitalmärkten 113,5 %. Dieser Positivtrend setzte sich in der ersten Hälfte des Jahres 2021 fort; der durchschnittliche Deckungsgrad stieg per Ende Juni auf 119,9 % an. Kapitalgewichtet befinden sich damit aktuell lediglich 0,6 % der Vorsorgeeinrichtungen in Unterdeckung.
Die durchschnittliche Zielgrösse der Wertschwankungsreserven liegt bei 17,8 % der Vorsorgekapitalien. Per Ende 2020 hatten 30 % der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ihre Zielwertschwankungsreserven vollständig aufgebaut. Per Ende März 2021 stieg dieser Wert auf 42 % an und per Ende Juni 2021 haben zwei Drittel der Vorsorgeeinrichtungen ihre Zielwertschwankungsreserven vollständig geäufnet.
Im derzeitigen Tiefzinsumfeld ist es besonders für Einrichtungen nahe am BVG-Obligatorium schwierig, die gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtungen mittel- und langfristig zu erfüllen. Die aktuellen unrealistischen Vorgaben beim Mindestumwandlungssatz führen neben höheren Anlagerisiken zu einer ungewollten Umverteilung von Aktiven zu Rentenbeziehenden. Die Politik ist des-halb gefordert die nötigen Anpassungen im Gesetz vorzunehmen, damit Vorsorgeeinrichtungen im Rahmen realistischer gesetzlicher Parameter für ihre Versicherten Vorsorgeleistungen produzieren können.
James Mazeau, CFA, Economist, UBS Switzerland AG; Jackie Bauer, CFA, Economist, UBS Switzerland AG, haben einen Artikel zum Thema Investieren nach der Pensionierung verfasst. Er soll bei der Suche nach der besten Strategie gemäss den jeweiligen finanziellen Verhältnissen und der Risikobereitschaft helfen. Das Fazit:
Die Altersvorsorgeplanung ist ein Prozess, bei dem Sie weit nach vorne schauen und die gesamte Ruhestandszeit berücksichtigen müssen, nicht nur die ersten 15 Jahre. Sie erfordert den Umgang mit Unsicherheiten, wie Ihrer eventuellen Lebensdauer und den zukünftigen Lebenshaltungskosten. Wenn Sie sich einen Lebensstandard wünschen, bei dem Sie mehr ausgeben müssen, als Sie einnehmen, können diese unsicheren Elemente möglicherweise Ihre langfristigen Pläne gefährden.
Investieren kann Ihnen helfen, sich den gewünschten Lebensstil zu leisten oder die Weitergabeziele zu maximieren – aber es ist nicht frei von Risiken. Wenn Sie sich Sorgen machen, Ihr Vermögen vor Lebensende aufzubrauchen, sollten Sie die Macht des Investierens in Betracht ziehen. Wer sich mit diesem Thema oder mit Investitionen im Allgemeinen nicht wohl fühlt oder die Strategie finden möchte, die am besten zur individuellen Situation passt, sollte professionellen Rat einholen.
“In der Sonntagsschule der Politik ist «Nachhaltigkeit» ein Modewort. An Werktagen war ein nachhaltiges System bisher zumindest in der Altersvorsorge nicht mehrheitsfähig. Die Subventionen für die Älteren zulasten der Jüngeren sind so gut versteckt, dass sich die Profiteure vorgaukeln können, gar nicht subventioniert zu sein”, schreibt Hansueli Schöchli in der NZZ zur Blockade in der Reform der Altersvorsorge und listet dazu “Sechs Punkte für das Lehrbuch” auf. Diese sind: Vermischung der Umverteilungsströme, Besitzstandwahrung über alles, Subventionen und Drogen, Profis verschleiern, Folgegenerationen interessieren uns eher wenig, Ausreden sind willkommen. Zu Punkt 1, Vermischung der Umverteilungsströme heisst es:
Vermischung von Umverteilungsströmen erschwert Lösungen. Die Altersvorsorge hat vor allem zwei grosse Umverteilungsströme, die im Prinzip systemwidrig sind: von jüngeren zu älteren Generationen und von höheren zu tieferen Einkommen. Tendenz: Je stärker eine Reform die Generationengerechtigkeit wieder herstellen würde (durch Erhöhung des Rentenalters und/oder Senkung der Jahresrenten), desto mehr würde auch die Umverteilung von oben nach unten reduziert.
Darum kämpft die politische Linke am stärksten gegen ein nachhaltiges System. Sie will in erster Linie eine möglichst starke Umverteilung von oben nach unten und akzeptiert die Ungerechtigkeiten zwischen den Generationen als Sekundäreffekt. Gäbe es in der Altersvorsorge gar keine Umverteilung von oben nach unten, wäre Generationengerechtigkeit politisch eher möglich. Selbst dann wäre die Sache aber nicht leicht. Denn Umverteilungen von Jung zu Alt sind für alle Volksparteien politisch attraktiv – wegen des hohen Gewichts der Älteren an der Urne und wegen der naturgemäss relativ geringen Sensibilisierung der Jüngeren für das Thema Altersvorsorge.
Die OAK BV hat die neuen Mitteilungen M – 02/2021 «Übergang vom System der Teilkapitalisierung zum System der Vollkapitalisierung bei Vorsorgeeinrichtungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften» publiziert. Sie klären Fragen in Zusammenhang mit dem Übergang von Vorsorgeeinrichtungen von der Teil- in die Vollkapitalisierung und sorgen für ein einheitliches Vorgehen der Aufsichtsbehörden.
Neue Technologien, das Niedrigzinsumfeld und ein verändertes Kundenverhalten schwächen gewisse Wettbewerbsvorteile traditioneller Banken und führen zum Entstehen von neuen Geschäftsmodellen im Finanzsektor. Marketplace Lenders, die mit Online-Plattformen im Schweizer Fremdkapitalmarkt aktiv sind, sind hierfür ein eindrückliches Beispiel, wie der Marketplace Lending Report zeigt, den die Hochschule Luzern, die Swiss Marketplace Lending Association (SMLA) und die TMF Group dieses Jahr lanciert haben.
Dabei handelt es sich um die erste umfassende Analyse zur Fremdkapital-Finanzierung von Schweizer Unternehmen, öffentlichrechtlichen Körperschaften und Privatpersonen über Plattformen im Internet. Im Gegensatz zu Banken nehmen Marketplace-Lending-Plattformen weder Einlagen entgegen, noch vergeben sie selbst Kredite über die eigene Bilanz. Kreditgeber solcher Finanzierungen sind in der Regel Privatpersonen oder professionelle und institutionelle Investoren wie zum Beispiel Versicherungen, Fonds, Pensionskassen, Banken, oder Family Offices.
Das Gesamtvolumen an Fremdkapital, das im Jahr 2020 über Onlineplattformen verliehen wurde, betrug 15,4 Mrd. CHF. Von 2019 bis 2020 wuchs das Gesamtmarktvolumen (neue Kredite/Anleihen) um 42,5%. Die Volumina und Wachstumszahlen der verschiedenen Segmente von Marketplace Lending unterscheiden sich aber deutlich.
Frank Scheffold, Professor am Physik-Departement der Universität Freiburg und ehemaliges Mitglied des Nationalen Forschungsrats beim Schweizerischen Nationalfonds, hat die Sterblichkeitszahlen im Coronajahr 2020 einer kritischen Analyse unterzogen. Seine Resultate überraschen.
Eine Arbeit der Universität Lausanne, unter der Leitung von Isabella Locatelli, vergleicht die Sterblichkeit in der Schweiz im letzten Jahr mit jener in den Vorjahren. Aus der Studie ergeben sich mehrere interessante Schlussfolgerungen. Erstens ist die Übersterblichkeit etwas geringer als die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 – was darauf hindeutet, dass es in der Schweiz, im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, keine grosse Dunkelziffer an Pandemieopfern gibt.
Bezüglich der standardisierten Sterblichkeit, welche die Veränderungen in der Alters- und Geschlechterverteilung einer Bevölkerung berücksichtigt, stellen die Autoren eine etwas geringere Sterblichkeit im Vergleich zum Grippejahr 2015 fest. Da die Sterblichkeit in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken (und die Lebenserwartung gestiegen) ist, lag sie im Jahr 2020 sogar um sieben Prozent niedriger als im Jahr 2010.
Inwieweit die Covid-19-Todesfälle im Jahr 2020 durch die Corona-Massnahmen begrenzt werden konnten, ist unklar, und die Autoren lassen diese Frage offen. Verglichen mit dem Vorjahr reduzierte sich die Lebenserwartung im Jahr 2020 um knapp acht Monate. Im Vergleich dazu sank die Lebenserwartung durch die Spanische Grippe im Jahre 1918 um fast zehn Jahre bei einer damals ohnehin schon viel geringeren Lebenserwartung von um die Mitte fünfzig. Die Auswirkungen der Spanischen Grippe waren ungleich dramatischer als jene von Covid-19.