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Die 24 mm Tankbüchse 41 oder Tb 41 ist wie ihr Vorgänger, das Modell 1938, eine schwere Panzerbüchse, die im Zweiten Weltkrieg in der Schweiz eingesetzt wurde und mit dem Aufkommen von Panzerabwehrwaffen, Hohlladungen verschiessen und in den 1950er Jahren ausgemustert wurde.
Geschichte
Hersteller war die Waffenfabrik Bern W + F, die bis Kriegsende 3581 Tankbüchsen vom Typ 24 mm Tb 41 herstellte. Die Waffe wurde ab Mai 1941 an die Infanterie und die Leichten Truppen abgegeben. Von der Panzerwagenkanone 38 im gleichen Kaliber wurden 30 Stück gebaut.
Der Chefkonstrukteur war Oberst Adolf Furrer, damaliger Direktor der Waffenfabrik Bern, welche der Armeeführung unterstand und bis auf Ausnahmen alle leichten und mittleren Waffen der Schweizer Armee herstellte oder aus fremdfabrizierten Komponenten zusammenbaute. Furrer entwickelte sein Verschlusssystem in den 1920er Jahren. Die erste auf diesem Prinzip hergestellte Waffe war das Lmg 25. Daraufhin wurden alle Seriefeuer- und Selbstladewaffen, von der 9-mm-Maschinenpistole über die 24 mm Tb 41 bis zur 34-mm-Fliegerabwehrkanone, mit Wasser- oder Luftkühlung, nach dem gleichen Verschlussprinzip gebaut.
Technik
Die Tb41 ist ein aufschiessender Rückstosslader mit einem Kniegelenkverschluss System Furrer. Sie ist eine Weiterentwicklung der zuschiessenden 24 mm Pzw-Kan 38, die als Hauptwaffe des Panzerwagen 39 LT-H (Praga) diente und der Pzaw B-K 38, die als Panzerabwehr-Befestigungskanone 38 eingesetzt wurde. Die Änderung auf zuschiessend wurde notwendig, um die Zielgenauigkeit der von Fusstruppen eingesetzten Waffe zu erhöhen. Um den Rückstoss zu vermindern, musste deswegen eine wesentlich grössere Mündungsbremse verwendet werden als beim Vorgänger. Dies erlaubte, die Waffe ab Räderlafette, MG-Lafette und ab Bodenauflage zu schiessen.
An der Laufmündung ist eine Mündungsbremse aufgesetzt die einen Teil der hinter dem Geschoss austretenden Pulvergase seitlich nach hinten ablenkt und dadurch den Rückstoss vermindert. Sie besteht aus einem hülsenförmigen Bremsringhalter, der fünf Bremsringe und drei Blindringe enthält. Durch Austauschen der Ringe kann der zum Nachladen benötigte Rückstoss reguliert werden.
Die Waffe ist mit einem offenen Visier ausgerüstet, Visierbereich bis 1500 m. Zudem kann ein bis 3000 m regulierbares Zielfernrohr aufgesetzt werden, Vergrösserung 1.8 fach, Gesichtsfeld 300 Promille. Das Zielfernrohr wurde nur selten verwendet.
Die Zuführung der Munition erfolgt von rechts aus einem Stangenmagazin mit sechs Schuss, der Auswurf der Hülsen erfolgt nach links. Nach dem letzten Schuss wird das Magazin automatisch ausgestossen.
Transportiert wurde die Waffe auf ihrer Radlafette mit Pneurädern, dabei wurde ein spezieller Munitionswagen verwendet, in dem auch das Geschützzubehör untergebracht worden war. Der Transport konnte sowohl im Handzug als auch angehängt an Fahrräder, Motorfahrräder oder Motorfahrzeuge erfolgen. Mit abgenommenen Rädern war sie als Dreibeinlafette verwendbar. Um das Nachführen gegen bewegte Ziele zu erleichtern, war die Waffe frei schwenkbar. Zusätzlich zur Radlafette konnte auch die Lafette des Mg 11 verwendet werden, dazu musste unter dem Waffengehäuse ein Mg-Support angebracht werden. Wurde die Waffe direkt ab Boden geschossen, so wurde sie mit dem mittleren Teil auf die Deckung gelegt und soweit zurückgezogen, bis der Mg-Support auf einem Widerlager festsass.
Auch für den Vorgänger der Tb 41, der in den Festungen auf Mg-11-Festungslafetten verwendeten Pzaw B-K 38 konnte die gleiche Radlafette verwendet werden mit dem Unterschied allerdings, dass die Räder nicht Pneus, sondern entsprechende Holzreifen trugen. Grund: Gummimangel während der Zweiten Weltkrieges.
Munition
Die Tb 41 und ihre Vorgänger verschossen Panzergranaten (24 mm Pz-G.V.), Geschossform spitz, Geschosskörper gehärtet, Vollgeschoss ohne Sprengladung, mit Leuchtsatz. Gegen leicht gedeckte und ungedeckte Ziele war die Stahlgranate (24 mm St-G.) vorgesehen, Geschossform vorne verjüngt, Momentanzünder, Sprengladung Trotyl, mit Leuchtsatz. Die Uebungsgranate (24 mm U-G.) entspricht der Stahlgranate mit einen Verzögerungszünder sowie einer kleineren Sprengladung zur Markierung des Einschlages. Alle Geschosse sind mit einem Kupferring versehen, dieser führt das Geschoss im Lauf, überträgt den Drall und verhindert das Entweichen von Pulvergasen.