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Videoüberwachung
Unter Videoüberwachung versteht man Kamerasysteme mit simultaner Bildübertragung oder -speicherung, die den öffentlichen oder privaten Raum überwachen. Die so gewonnenen Bilder können automatisch verarbeitet und/oder wiedergegeben werden. Danach werden sie entweder archiviert oder zerstört. Diese Art der Überwachung dient hauptsächlich der Verkehrskontrolle, der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, der Sicherheit selbst oder der Verfahrenskontrolle.
Das Prinzip, Ereignisse aus Distanz überwachen zu können, wurde während des zweiten Weltkrieges in Deutschland entwickelt. Schon hier standen Sicherheitsgründe im Zentrum: Man wollte ungefährdet den Start der neu entwickelten Raketen beobachten. Die eigentliche Geburtsstunde der Videoüberwachung begann aber mit der industrialisierten Nutzung im zivilen Bereich, bei der ein (Überwachungs)-Operator mehrere Standorte auf einer Bildschirm-Batterie kontrollieren konnte.
In den 1980ern trat der Sicherheitsaspekt in den Vordergrund der Überwachung durch Videokameras: Als Folge der Terroranschläge durch die IRA war das Vereinigte Königreich das erste Land, dass eine breitflächige Überwachung einführte.
Schon bald wurden auch die Vorteile der Videoüberwachung auf Verkehrswegen mit starkem Verkehrsaufkommen klar. Beobachtung statt Überwachung heisst seither die Devise im Strassenverkehr. Mit dieser Strategie kann der stetige Fluss des individuellen motorisierten Verkehrs verbessert werden. Allfällige Störungen wie ausgefallene Signalanlagen, Staus oder Unfälle werden in Echtzeit erkannt und entsprechende Massnahmen können eingeleitet werden.
Einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit im Strassenverkehr leistet eine umfassende Überwachung auch bei Strassentunnels, und zwar von den Einfahrtsportalen über die gesamte Länge der Tunnels. Diese arbeitet üblicherweise ereignisorientiert und entlastet damit das Personal, das die Videoüberwachung betreut. Nach einer Reihe von schweren Unglücksfällen in Alpentunneln wurden komplexe Videoüberwachungssysteme entwickelt, die immer öfters – auch aufgrund gesetzlicher Vorschriften – erfolgreich zur Anwendung kommen. Die Zahl der Unfälle mit Folgeschäden konnte damit deutlich reduziert werden.
Daneben konzentriert sich die Videoüberwachung auch auf den Schutz von Gütern und Personen. Dabei steht die Anwendung in Parkhäusern oder auf Parkplätzen im Vordergrund: Bei der Kriminalprävention kann alleine durch das Wissen um das Vorhandensein von Videoüberwachung eine Straftat verhindert werden.