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Ein Jahrhundert-Erdbeben der Stärke 8,2 hat Millionen Mexikaner im Schlaf überrascht und Dutzenden Menschen das Leben gekostet. Dutzende Häuser stürzten ein.
Das Beben ereignete sich im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe. Rund 50 Millionen Menschen spürten die heftigen Erdstösse, auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt, die rund tausend Kilometer entfernt liegt.
«Es ist das stärkste Erdbeben innerhalb eines Jahrhunderts», sagte Staatspräsident Enrique Peña Nieto. Für die Pazifikregion wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben, aber die zunächst befürchteten über vier Meter hohen Wellen blieben aus.
Das Seismologische Institut des Landes hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt, später wurde diese auf 8,2 gesenkt. Beide Werte wären die bisher stärksten gemessenen Erdbebenwerte in Mexiko.
Nach Angaben der Behörden starben mindestens 58 Menschen. 45 Menschen seien im Bundesstaat Oaxaca ums Leben gekommen, zehn in Chiapas und drei in Tabasco, teilte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, am Freitag mit. Wie Peña Nieto mitteilte, gab es mindestens 200 Verletzte, rund 1800 Soldaten wurden in die Katastrophenregion geschickt. Für ein Beben mit so grosser Stärke waren die Folgen fast noch glimpflich.
Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Spital wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, wie der dortige Gouverneur Arturo Núñez mitteilte.
Am schlimmsten wurde die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen, wo 17 Menschen starben. Dort stürzte auch ein Teil des Rathauses ein.
Es kam zu mindestens 185 Nachbeben, das stärkste mit einer Magnitude von 6,1. Peña Nieto sagte, es seien Nachbeben bis zu einer Stärke von 7,0 möglich. Auch in Guatemala war das Beben stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7.
Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Matías Romero im Bundesstaat Oaxaca ein Hotel ein. Auch aus anderen Städten wurden Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos verbreitet, die von Steinbergen begraben wurden.
In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen, da zunächst mit einem Tsunami gerechnet werden musste. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika.
Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, wurden vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. In vielen Regionen fiel am Freitag der Unterricht in den Schulen aus, um die Gebäude auf Schäden zu überprüfen.
Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. In Mexiko treffen fünf tektonische Platten zusammen, deren Verschiebungen die Beben verursachen.
In Mexiko-Stadt liefen zahlreiche Menschen in Panik auf die Strassen, als sie die Alarmsirenen für die Erdbebenwarnung hörten. «Nicht noch ein Erdbeben!», flehte eine Frau, die in der Hauptstadt betend niederkniete. «Lieber Gott, nein!»
Mexiko war im September 1985 von einem Erdbeben der Stärke 8,1 erschüttert worden. Dabei wurden grosse Teile der Hauptstadt zerstört, mehr als 10'000 Menschen kamen ums Leben. Nach der Naturkatastrophe verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein. (dwi/sda/dpa/afp)