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Bei den in ›Gedankenfuge‹ vorgelegten Texten handelt es sich um Zeugnisse eines work in progress: um die Typoskripte (in sich) abgeschlossener Stoffe sowie sämtlicher von Dürrenmatt für mögliche Folgebände der ›Stoffe‹ geplanten und von ihm zwischen 1987 und Ende 1990 mehrfach erweiterten und überarbeiteten Essays und Erzählungen aus dem Nachlaß. Außerdem: ›Der Pensionierte‹, Fragment eines Kriminalromans.
Bei den in ›Gedankenfuge‹ vorgelegten Texten handelt es sich um Zeugnisse eines ›work in progress‹: um die Typoskripte (in sich) abgeschlossener Stoffe sowie sämtlicher von Dürrenmatt für mögliche Folgebände der ›Stoffe‹ geplanten und von ihm zwischen 1987 und Ende 1990 mehrfach erweiterten und überarbeiteten Essays und Erzählungen aus dem Nachlass. Abgedruckt sind die Reinschriften der jeweiligen letzten Fassung. Friedrich Dürrenmatt: »Der Versuch, die Geschichte meiner ungeschriebenen Stoffe zu schreiben, zwang mich, die Geschichte einiger meiner geschriebenen Stoffe zu rekonstruieren. Indem ich meine alten Fabeln aufgriff, griff ich mich selber auf, allzu sehr bin ich mit meinen Stoffen verwoben und in sie eingesponnen. Mein Irrtum, mein Schreiben sei dem gewachsen. Allzu leichtfertig ließ ich mich auf ein Unternehmen ein, dessen Ende nicht abzusehen war. Es ging mir wie mit dem Turmbau zu Babel, den ich einmal plante und begann: Ich musste ihn abbrechen, um mich von ihm zu befreien. Was blieb, sind meine Trümmer.«
»›Der Pensionierte‹ wirft neues Licht auf den Fall Dürrenmatt. Der Kommissär i. R., Gottlieb Höchstettler, geht ›unerledigten Fällen‹ nach – just wie Dürrenmatt, der damals unerledigte Texte aufgriff, Pannen-Inventur machte, seine Karriere für beendet hielt. Eine Parallelaktion von abgründigem Witz. Und ein Beleg für die Dürrenmatt-These, daß man in schwerer Zeit am besten ›Kunst da tut, wo niemand sie vermutet‹, etwa im Krimi. Ziel: ›Die Literatur muß so leicht sein, daß sie auf der Waage der heutigen Literaturkritik nichts mehr wiegt. Nur so wird sie wieder gewichtig.‹«Der Spiegel
»Dürrenmatts labyrinthische Werkstatt liegt offen da, man erkennt, daß da einer am Werk war, unter dessen Händen Physik und Philosophie, Erd- und Menschengeschichte zu Bildern und Visionen eines Welttheaters auswuchsen. Denkprozesse setzen sich um in szenisch vorzustellende Vorgänge. Es beleben sich Schauplätze mit handelnden Figuren. Ein Universum wird ausgeschritten, ein kolossales Welttheater ist im Gang, kein abgeschlossener Zusammenhang, sondern ein Prozeß, der auf Fortführung angelegt war, als sein Autor und Regisseur abberufen wurde.«Neue Zürcher Zeitung
»Es gibt Pretiosen in diesem kleinen Diogenes-Band, die es zu entdecken gilt: zum Beispiel Dürrenmatts ›Versuch‹, eine ›Geschichte der 'Urzeitmenschen' in der preußischen Kleinsatrapie Poetien im Jahre 2000 oder 2001‹ oder Nachdenkliches über das Theater und zur ›Dramaturgie der Vorstellungskraft‹. Die hier versammelten Texte zeigen einmal mehr, wie weit Dürrenmatt unserer Zeit vorauszudenken imstande war.«Rheinischer Merkur