Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03411.jsonl.gz/2

Robert Mader (1847 - 1936)
Steinbockvater, Pionier der Wiederansiedlung des Steinbockes in der Schweiz.
Robert Mader ist in der Siedung Burg unterhalb Pfäfers aufgewachsen. Als späterer Wirt im Hotel Walhalla in St. Gallen, war er einer der Hauptinitianten der Wiederansiedlung des Steinbockes in der Schweiz. Er war der eigentliche "Beschaffer" der ersten Steinböcke der Wiederansiedlung in der Schweiz. Die Steinböcke waren Ende des 19. Jahrhunderts im gesamten Alpenraum, seit 1850 auch in der Schweiz, ausgestorben. Lediglich im Aostatal gab es noch ca. 50 Stück. Diese gehörten dem italienischen König der aber partout keine herausgeben oder verkaufen wollte. Schliesslich gelang es, mit Hilfe von Wilddieben einige Tiere zu entwenden und in die Schweiz zu schmuggeln. 1906 reiste der St. Galler Hotelier Robert Mader nach Martigny und nahm dort von einem Schmuggler eine Kiste mit zwei Steinbockkitzen aus dem königlichen Jagdrevier am Gran Paradiso in Italien in Empfang. Mader bezahlte im Auftrag der St. Galler Wildpark-Commission die damals horrende Summe von 1600 Franken. Es waren noch weitere Schmuggelaktionen nötig, weil die italienischen Könige sich weigerten, der Schweiz Tiere zu überlassen. Die Tiere wurden vorerst im Tierpark Peter und Paul in St. Gallen angesiedelt. 1911 wurden die ersten 5 Steinböcke im Jagdbanngebiet graue Hörner, zwischen Weisstannental und dem Taminatal, ausgewildert. Heute leben wieder rund 15 000 Steinböcke in den Schweizer Alpen. Der Steinbock ist die erste und grösste Erfolgsgeschichte einer Wiederansiedelung in der Schweiz.
Theophil Nigg (1880 - 1957)
Entdecker und Ausgräber der prähistorischen Höhle Drachenloch (2427 m.ü.M.) im Taminatal.
Theophil Nigg, aufgewachsen in Pfäfers, arbeitete als Lehrer in Vättis. Später war er auch Gemeindeammann in Pfäfers. Er führte im Drachenloch ob Vättis in den Jahren 1917-1923 archäologische Grabungen durch. Er fand dabei Holzkohlenreste (ca. 50'000 v.Chr) und unnatürlich arrangierte Knochen von Höhlenbären. Die Funde sind heute im Drachenlochmuseum in Vättis zu sehen. Das Drachenloch gilt als höchstgelegene prähistorische Höhle Europas.
Theophil Nigg erforschte aber auch die ehemaligen Siedlungen der freien Walser im Calfeisental. Er veröffentlichte verschiedene Publikationen über das Kloster Pfäfers, das Strassenwesen in der Pol. Gemeinde Pfäfers, über die Existenzgrundlagen der Pol. Gemeinde, Eiszeit und erste Spuren menschlicher Kultur im Sargandserland, Geschichte der Kirchgemeinde Vättis, St. Martin in Calfeisen.
Toni Nigg (1908 - 2000)
Als Sohn von Theophil Nigg und Drachenlochmitausgräber gestaltete er das Drachenlochmuseum in Vättis.
Toni Nigg war Zeichenlehrer in Chur. Er setzte die Forschungen fort und veröffentlichte die Höhlentagebücher seines Vaters, in welchen die mühsamen Grabungsarbeiten beschrieben sind. Toni Nigg war auch an der Gestaltung des Drachenlochmuseums beteiligt.
Flavian Egger (1802 - 1891)
Flavian Egger aufgewachsen in Pfäfers, war der letzte äbtische Badedirektor im Bad Pfäfers.
Flavian Egger verfasste verschiedene Schriften: Urkunden und Aktensammlung der Gemeinde Ragaz, Die freien Walser die ersten deutschen Bewohner Rätiens, Die Herrschaft Gräplang, Die Herrschaft Freudenberg. 1825 erstellte er eine Karte der ehemaligen Herrschaft Pfäfers.
Anton Egger (1890 - 1973)
Tristelitöni Volksmusiker
Anton Egger, wohnhaft auf dem St. Margrethenberg war ein beliebter, weitherum bekannter Volksmusiker. Mit seiner Klarinette spielte er als Kapellmeister in der nach ihm benannten Thöny Musik und in der Kapelle Echo Tamina. Nebenbei war der Tristeltöni Wirt im Restaurant Tristeli auf dem Berg.
Flavian Bislin (1830 –1890)
Advokat und Politiker
Flavian Bislin war ein sehr erfolgreicher Advokat und Politiker. Er kam 1868 in den Grossen Rat von St. Gallen und 1871 in den Regierungsrat (Seckelmeister). Bereits 1873 trat er aus diesem zurück. Er blieb im Grossen Rat bis 1882. Flavian Bislin war ein engagierter Politiker für die Schwachen. Er kandidierte 1886 für den Ständerat in Bern. Verschiedene Kommentare im Tagblatt der Stadt St. Gallen sind Zeugen seiner Gradlinigkeit mit Ecken und Oesen. Flavian Bislin publizierte (oft zusammen mit Kollegen) einige Bücher den Kanton Appenzell Ausserrhoden betreffend.
Sein Sohn Eugen August Emil *1870 +1939 ist nach Kanada ausgewandert und siedelte sich später in Argentinien an. Dort gibt es Bislin-Nachkommen in Santa Fé.