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Beckenbodenschwäche
Unzureichende Stabilität im Beckenboden
Die Muskeln des Beckenbodens ermöglichen es einem Menschen, Gegenstände zu heben und zu tragen, ohne dabei Harn oder Stuhl zu verlieren. Auch unter Belastung ist er also in der Lage, Urin und Stuhl zurückzuhalten, um ihn dann erst später zum gewünschten Zeitpunkt auszuscheiden.
Der Beckenboden fungiert somit als Verschluss des Beckens nach unten, sowie als Stütze der inneren Organe.
Als Beckenbodenschwäche wird die Lockerung und Dehnung des Halteapparates der – insbesondere weiblichen – Beckenorgane bezeichnet. Im weiblichen Becken sind eine Reihe von Organen in enger Nachbarschaft zueinander und zur Blase gelegen: Vorn direkt hinter dem Schambein die Harnblase und die Harnröhre, in der Mitte Gebärmutter und Scheide und hinten in Richtung Kreuzbein gelegen der Enddarm. Alle diese Organe sind mit den Beckenknochen und auch untereinander durch Muskelzüge und Haltebänder verbunden.
Der Beckenboden hält Blase, Gebärmutter und Darm
Schwacher Beckenboden – die Symptome
Ein schwaches Becken zieht bei Betroffenen gleich eine ganze Serie von Beschwerden nach sich. Dazu zählen typischerweise:
- Schmerzen im Unterleib
- Dranginkontinenz
- Belastungsinkontinenz (ehemals Stressinkontinenz genannt)
- Scheiden- respektive Gebärmuttersenkung, schlimmstenfalls mit Vorfall der Organe vor den Scheideneingang
- Stuhlinkontinenz
- Blasensenkung
- Enddarmsenkung
- Senkung des sonstigen Darms
Um Symptomen wie der Inkontinenz entgegenzuwirken, steht uns ein breites Instrumentarium an Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Beckenbodenschwäche verursacht vielfältige Beschwerden
Wer die Hauptbetroffenen einer Beckenbodenschwäche sind
Von einer Schwächung des Beckenbodens können grundsätzlich Männer, Frauen und Kinder betroffen sein. Unter den Erwachsenen trifft es häufig Frauen. Statistisch betrachtet leidet ungefähr jede zehnte Frau im Laufe ihres Lebens unter einer Beckenbodenschwäche, die mit einer Senkung der Beckenorgane – Darm, Blase und Scheide – einhergeht.
Daneben finden sich grundsätzlich auch Männer unter den Betroffenen, insbesondere nach Operationen an der Prostata oder am Enddarm. Auch Kinder können, vor allem bei im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen, an einem schwachen Beckenboden leiden.
Schwangerschaft und Geburt beeinflussen die Stabilität des Beckenbodens
Wie es zu einer Beckenbodenschwäche kommt
Die Ursache für eine Beckenbodenschwäche bei Frauen liegt in der starken Beanspruchung der aus Bindegewebe bestehenden Haltebänder im Laufe des Lebens, insbesondere während einer Schwangerschaft und der Geburt. Während einer Schwangerschaft nimmt die Gebärmutter deutlich an Größe und Gewicht zu, ihre Haltebänder werden dadurch sehr beansprucht und gedehnt. Hier besteht durchaus das Risiko, das eines oder mehrerer Bänder abreissen.
Auch während einer Geburt können die Muskelzüge und Haltebänder von Blase, Scheide und Gebärmutter gelockert oder gar abgerissen werden und zu einer Beckenbodenschwäche führen. Bei Frauen mit einer Bindegewebsschwäche kann es aber auch ohne eine Geburt durch die alltägliche Beanspruchung über die Jahrzehnte zu einer Lockerung und Dehnung des Halteapparates und damit zu einer Blasensenkung kommen.
Nach den Wechseljahren kann sich, möglicherweise begünstigt durch hormonelle Faktoren und eine Gewichtszunahme, eine Senkung von Blase, Gebärmutter oder Enddarm bemerkbar machen.
Bei Männern kann es nach einer Operation der Prostata (häufig nach der vollständigen Entfernung bei Prostatakrebs, seltener nach einer Operation bei gutartiger Vergrösserung der Prostata) zu einer Schwäche des Beckenbodens, insbesondere des Harnröhrenschliessmuskels kommen. Grund dafür ist eine Verletzung von zum Beckenboden führenden Nervenbahnen.
Wie unsere Behandlung einer Beckenbodenschwäche entgegenwirkt
Abhängig von der Ausprägung der Beschwerden haben wir unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung einer Beckenbodenschwäche zur Hand. Das Behandlungsspektrum reicht grundsätzlich von gezielter Physiotherapie über medikamentöse Therapieverfahren bis hin zu operative Methoden, wie der DaVinci Operation.
Bei uns können Sie ganz gezielt Übungen durchführen, die auf eine Stärkung der Beckenbodenmuskulatur abzielen. Unsere Beckenbodentherapie setzt auf Nachhaltigkeit:
- Lernen Sie in Schritt eins des Beckenbodentrainings – durchgeführt unter Anleitung – die Muskulatur des Beckenbodens ganz gezielt anzusteuern.
- Erhöhen Sie durch Beckenbodengymnastik sowohl Stärke als auch Ausdauer Ihrer Beckenboden-Muskeln. Das ganze funktioniert für unterschiedliche Positionen des Körpers.
- Das in der Beckenbodentherapie erlernte Training ist zuhause wiederholbar. Den darauf ausgerichteten Trainingsplan erstellen wir Ihnen.
Biofeedback ist eine effiziente Ergänzung zum klassischen Beckenbodentraining
- Kann eine Patientin selbst den Beckenboden nicht anspannen oder nur unzureichend ansteuern, demonstrieren wir ihr mittels elektronischer Sonde, wie sich An- und Entspannung des Beckenbodens anfühlen.
- Die Muskulatur des Beckenbodens lässt sich ausserdem Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) anregen und aufbauen. Die entsprechenden Trainingspläne richten wir individuell auf Sie aus. Diese funktionelle Stimulation des Beckenbodens rundet für viele Patienten das klassischen Beckenbodentraining ideal ab, sodass sie fit für den Alltag werden.
- Mit dem Biofeedback steht uns ergänzend ein bildgebendes Verfahren zur Verfügung, das Trainings-Fortschritte, ebenso wie Korrekturbedarf bei den Übungen visualisiert.
In einigen ausgeprägten Fällen kann es vorkommen, dass konservative Behandlungen die Beschwerden nicht ausreichend lindern oder beheben können. Dann können verschiedene operative Verfahren zum Einsatz kommen. Der Operateur entscheidet individuell nach Lage der Organe, welches Verfahren genutzt wird. Während bei einigen Senkungen die vordere oder hinteren Scheidenwand gerafft oder an der Gebärmutter im Becken befestigt werden kann, ist in anderen Fällen der Eingriff über einen Bauchschnitt sinnvoll. Je nach Schweregrad der Senkung kann das roboterassistierte DaVinci Operation durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren steuert der Operateur über eine Steuerkonsole den Arm eines Roboters im Körperinneren des Patienten, so dass eine sehr exakte und präzise Handlungen möglich sind. Das Da Vinci Operationssystem kombiniert die Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie mit „High-Definition“ 3D Visualisierungstechniken und hat sowohl für den Patienten als auch für den Operateur gravierende Vorteile, so dass es mittlerweile weltweit genutzt und längst praktizierte Realität ist.
Welche Lebensbereiche ein schwacher Beckenboden beeinträchtigt
Übergewicht, chronische körperliche Überlastung, Fehlhaltung, Operationen im kleinen Becken und mitunter Medikamentengabe können den Beckenboden bei Frauen und Männern schwächen.
Mit dem Beckenboden zusammenhängende Beschwerden stellen einen erheblichen Einschnitt in den ganz gewöhnlichen Alltag dar und mindern in verschiedenen Bereichen die Lebensqualität. Dazu zählt auch das Sexualleben. Bei einem vollauf gesunden Menschen ist der Beckenboden in einer Entspannungsphase beim:
- Ausscheiden von Harn
- Stuhlgang
- Geschlechtsverkehr (Frau)
- Erektion (Mann)
Beim Erreichen eines sexuellen Höhepunkts dagegen pulsiert der Beckenboden, was bedeutet, dass sich An- und Entspannung in rascher Folge abwechseln. Ein schwacher Beckenboden jedoch schränkt dies ein und mindert somit das Lustempfinden, was zu einer Belastung für eine Partnerschaft werden kann.
Kompetenz für Sie in allen Aspekten der Beckenbodenschwäche
In der Urogynäkologie unseres KontinenzZentrums erfolgt das Beckenbodentraining unter Anleitung von erfahrenen Beckenboden-Therapeutinnen, sodass wir Krankheitsbildern, wie der Beckenbodensenkung wirksam begegnen. Von der Erstellung der ersten Diagnose über das Beratungsgespräch bis zur Überwindung des Leidens sind Sie bei uns in den besten und kompetentesten Händen.
Kontaktieren Sie uns für ein Beratungsgespräch, wir informieren Sie gerne über Ihre individuellen Abklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten. Nutzen Sie dafür gerne unsere Online Terminvereinbarung oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter Tel. +41 44 387 29 10.