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Das Alte Testament enthält viele Lektionen, die für uns heute nützlich sind. Dazu gehört auch die Anweisung in 5. Mose 22,1-3 über die Rückgabe von Tieren, die einem anderen verloren gegangen waren:
«Du sollst nicht das Rind deines Bruders oder sein Kleinvieh irregehen sehen und dich ihnen entziehen; du sollst sie deinem Bruder jedenfalls zurückbringen. Wenn aber dein Bruder nicht nahe bei dir ist oder du ihn nicht kennst, so sollst du sie in dein Haus aufnehmen, dass sie bei dir seien, bis dein Bruder sie sucht; dann gib sie ihm zurück. Und ebenso sollst du mit seinem Esel tun.»
Diese Stelle lehrt uns, dass wir ein gottgemässes Interesse an unserem Bruder haben sollen. Wenn eines der erwähnten Tiere sich verirrt hat, und wir entdecken es, was ist dann zu tun? Es dem Eigentümer – deinem Bruder – zurückgeben! Anstatt ihm wegen seiner allfälligen Nachlässigkeit Vorwürfe zu machen und ihn womöglich noch zu tadeln, gibt sein Verlust uns die Möglichkeit, ihm zu dienen und ihm Christus vorzustellen.
Vom Ochsen (oder Rind) heisst es: «Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden» (1. Kor 9,9). Diese Tiere brauchte man also zum Dreschen. Wenn mein Bruder die Fähigkeit und Kraft verloren hat, das Korn zu dreschen, dann kommt er nicht mehr zu seiner geistlichen Nahrung. Die Folge wird sein, dass er innerlich bald unterernährt ist. Welch ein Verlust!
Ihm das irregegangene Rind zurückzugeben, bedeutet, ihn zu ermuntern, sich doch mit der Hilfe des Herrn wieder vermehrt mit dem Wort Gottes zu beschäftigen, es wieder regelmässig zu lesen, über das Gelesene nachzudenken und sich in die Bibel zu vertiefen.
Wovon redet das verloren gegangene Kleinvieh? Die Schrift ist voll von Beispielen, in denen diese Tiere – Schafe oder Ziegen – als Opfer erwähnt werden. «Siehe, das Lamm Gottes!» (Joh 1,29). Wenn der Israelit kein Schaf oder Lamm mehr hatte, dann konnte er weder das Passah feiern noch dem Herrn ein Opfer darbringen.
Wenn heute ein Bruder die Wertschätzung am Herrn Jesus und seinem Opfer verloren hat, wenn Er ihm nicht mehr das bedeutet, was Er ihm früher gewesen ist, dann ist er auch nicht mehr fähig, Gott anzubeten und Ihm ein geistliches Schlachtopfer darzubringen. Lasst uns ihm das «verlorene Kleinvieh» zurückbringen, indem wir ihm den Herrn Jesus und seine unendlich grosse Liebe vorstellen, in welcher Er ans Kreuz gegangen ist, dort unsäglich gelitten hat und dann für uns gestorben ist.
Auch ein Esel kann sich verirren und dem Besitzer verloren gehen. Solche Tiere werden gebraucht, um Lasten zu tragen und zu transportieren. Wie mancher Christ geht seinen Weg und seufzt unter einer schweren Last. Und doch könnte er damit zum Herrn Jesus gehen und bei Ihm Ruhe finden. Hat Er nicht gesagt: «Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben» (Mt 11,28)?
Wir wollen unseren Bruder auf den Herrn hinweisen, damit dieser ihn von seiner schweren Sorgenlast befreie.
Vielleicht haben wir bis jetzt nur den Verlust beim Bruder festgestellt, aber noch gar nicht gemerkt, dass wir aufgefordert sind, ihm das Verlorene zurückzubringen. Dann wollen wir es mit der Hilfe des Herrn nachholen.
Und wenn du deinen Bruder im Augenblick in geistlicher Hinsicht nicht erreichen kannst, dann warte. Nimm das Verirrte «in dein Haus auf», indem du z.B. für ihn und das, was er verloren hat, betest, «bis dein Bruder sie sucht». «Dann gib sie ihm zurück», indem du ihm Christus vorstellst und ihn auf diese wunderbare Person hinweist.