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Ein Leben nach der Expo
Die «Scène de Meyriez» wird zur Werkhalle der Zimmerei Vial
Nach der Expo.02 wurden alle Bauten der Landesausstellung abgebrochen. Einige davon fanden neue Verwendungszwecke, so auch die offene Veranstaltungshalle «Scène de Meyriez». In Le Mouret werden in der neu aufgebauten Werkhalle High-Tech-Verfahren angewendet.
Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN
«Schon als wir den Zuschlag von der Expo erhielten, nach den Vorstellungen von Jean Novel eine nach allen Seiten offene Veranstaltungshalle zu erstellen, hatten wir die Idee, diese Halle später für unsere Zwecke zu gebrauchen», sagte Jacques Vial an der Pressekonferenz in Le Mouret. Gut geplant ist in diesem Fall doppelt gebaut, sagte sich der Holzbau-Unternehmer, der in seinem Betrieb rund 60 Personen beschäftigt. Seit kurzem arbeitet auch ein Vertreter der dritten Generation, sein Sohn Grégoire Vial, Ingenieur, im Betrieb mit.
Von den Flugzeugflügeln
zum Baustoff Holz
In der Planungsphase der offenen Halle für die Expo machte sich Vial bereits auf die Suche nach einem Standort in Le Mouret für die spätere Werkhalle.
Im April 2002 wurde die Baubewilligung beantragt, im Juli wurde sie erteilt. Nach der Landesausstellung wurde im Dezember 2002 die offene Halle in Murten demontiert und im Februar und März 2003 in Le Mouret neu aufgebaut. Seit dem Sommer 2003 ist darin die neu installierte Sägemaschine in Betrieb. Die Kosten für den Bau betrugen rund zwei Millionen Franken, diejenigen für die Sägemaschine rund eine Million. Durch die Wiederverwertung der Baumaterialien wurden gemäss Vial rund 300 000 Franken eingespart.
Fast auf den Zentimeter genau passt heute die in leuchtendem Gelb gestrichene, 44 Meter lange und 12 Meter hohe Halle ins Gelände. Das Dach musste verstärkt werden, Wände, Verkleidungen und Fenster sind aus wiederverwertetem Material von den Arteplages Merlach und Neuenburg. Im Innern der Halle ist die hochmoderne, vollelektronische Säge installiert, es ist die bisher einzige dieser Art in der Schweiz.
Mit der Roboteranlage können Werkteile aus Holz millimetergenau fabriziert werden. Ursprünglich wurde diese Maschine in Frankreich für die Herstellung von Flugzeugflügeln für den Airbus konstruiert, sie bearbeitete Kunststoff und Stahl. In der Holzbaufirma Vial kommt die computergesteuerte Anlage für fast alles in Frage, was aus Holz konstruiert werden kann.
Wartehäuschen und Dachstock
Drei ausgebildete Zimmerleute, die sich in der Computer-Technologie weitergebildet haben, bedienen die High-Tech-Anlage. Nach Computer-Zeichnungen und Berechnungen wird das Programm gestartet. Danach bestimmt ein Fachmann mittels einer Fernsteuerung den Ablauf. Die Maschine wählt automatisch das richtige Bohr-, Fräse- oder Schneidewerkzeug und bearbeitet die Holzteile.
«Bei uns bedienen die Fachleute aus dem Zimmereigewerbe diese hochkomplexe Maschine; sie wissen schliesslich auch genau, was in der Holzkonstruktion möglich ist», erklärt der Patron.
Die Vielfalt der Anwendung ist faszinierend: Einmal wird ein kompliziert errechneter Dachaufbau fabriziert, danach die Sparren für die neuesten Buswartehäuschen der TPF, anderntags die Dachkonstruktion für die neue Sporthalle der Uni Perolles usw.
Kann diese neue Maschine eventuell auch für die Architekten, die Holz verwenden, inspirierend sein? «Ich hoffe sehr, dass sie sich vermehrt für den Baustoff Holz einsetzen; bei uns wird übrigens ausschliesslich Schweizer Holz verwendet», sagte Jacques Vial.
Vial Charpentes war seit seiner Gründung 1941 nicht nur im privaten Bausektor tätig. Das Gerüst für die Gottéron-Brücke, über 500 Geflügelmastbetriebe für Optigal, Schulhäuser, die Sporthalle Giffers, ein Theaterbau in Genf, die künftige Mehrfach-Turnhalle in Gurmels etc. wurden von Vial mitgestaltet.
Holz-Promotion
Die Firma Vial Charpentes SA wird am «Salon Bois de Bulle» vom 19. bis 21. März präsent sein. An den Tagen der offenen Tür in Le Mouret ist auch das Publikum in die neue Werkhalle eingeladen: am Freitag, 19. März, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 20. März, von 9 bis 18 Uhr.