Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/2053

Im dritten Quartal 2017 stieg der Zukauf von Gold durch Zentralbanken weltweit um 25 % * gegenüber dem dritten Quartal 2016. In drei Monaten wurden 111 Tonnen in die Weltreserven aufgenommen. Allein die russische Zentralbank hat in diesem Quartal 63 Tonnen gekauft! Nebst Russland fallen auch die Türkei und Kasachstan durch massive Goldkäufe zwischen Juli und September 2017 auf. Weitere Länder, die in den vergangenen drei Monaten erhebliche Mengen an Goldreserven erworben haben, sind Katar, Kirgisistan, Indonesien und die Mongolei.
Russlands Goldreserven betrugen Ende des dritten Quartals 2017 1‘778,9 Tonnen – ein Rekord seit dem Zusammenbruch der UdSSR. Die russischen Reserven machen heute 17 % der globalen Goldreserven der Zentralbanken aus. Wie ist dieses Interesse Russlands zu erklären? Zum einen ist es eine Tradition aus der Zeit der Zaren, die das Gold zur Stärkung der nationalen Währung aufbewahrten. So besass am Vorabend des Ersten Weltkrieges 1914 das Russische Reich die größten Goldreserven der Welt. Zum anderen scheint die Präsidentschaft von Donald Trump die russische Regierung zu ermutigen, noch stärker auf das Edelmetall zu setzen. Im Falle einer neuen Krise, die zum Einfrieren von Vermögenswerten führen würde, würden diese Reserven Russland einen gewissen Spielraum bei der Aufwertung seiner Landeswährung ermöglichen.
* Quelle: World Gold Council Quartalsbericht (WGC)
ATCBG/EYS/ATC