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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Drittes Buch
17. Kapitel: Was auf Jesus herabstieg, war der Hl. Geist
1.
Selbstverständlich hätten die Apostel sagen können, Christus sei auf Jesus hinabgestiegen, oder jener obere Erlöser auf den von der Heilsordnung, oder jener unsichtbare in den von dem Demiurgen — aber sie haben nichts Derartiges weder gewußt noch gesagt. Hätten sie es aber gewußt, dann hätten sie es gewiß auch gesagt, und was war, das sagten sie auch, daß nämlich der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabgestiegen sei, jener Geist, von dem Isaias gesagt hat: „Und auf ihm wird ruhen der Geist Gottes“1 , wie wir bereits erwähnt haben. Und wiederum: „Der Geist des Herrn ist über mir, weil er mich gesalbt hat“2 ; jener Geist, von welchem der Herr sagt: „Denn nicht ihr seid es, die ihr redet, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet“3 . Und indem er wiederum seinen Jüngern die Macht der Wiedergeburt für Gott verleiht, sagte er ihnen: „Gehet und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“4 . Denn diesen in den jüngsten Tagen über seine Knechte und Mägde auszugießen, damit sie prophezeien sollten, das hatte er durch die Propheten versprochen. Daher stieg dieser auch auf den Sohn Gottes, der zum Menschensohn geworden war, hinab und gewöhnte sich bei ihm, im Menschengeschlechte zu wohnen und in den Menschen zu ruhen und Wohnung zu nehmen im Geschöpfe Gottes, indem er in ihnen den Willen des Vaters vollzog und sie aus dem Alten zur Neuheit Christi erneuerte.
1: Jes. 11,2
2: Ebd. 61,1
3: Mt 10,20
4: Ebd. 28,19