Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03488.jsonl.gz/170

Bei der chronisch myeloischen Leukämie gerät die Vermehrung der weissen Blutkörperchen (Leukozyten), die der Abwehr dienen, ausser Kontrolle. In den meisten Fällen ist ein Defekt in den Chromosomen mit einem Austausch von Bruchstücken zwischen dem Chromosom 9 und 22 die Ursache dafür. Lange Zeit verursacht dieser Defekt in der Regel nur geringe oder gar keine Symptome, bis die Krankheit fortschreitet und lebensbedrohlich werden kann.
Häufig wird die chronisch myeloische Leukämie per Zufall bei einer Blutuntersuchung entdeckt. Weitere differenzierte Blutuntersuchungen und molekulargenetische Tests bestätigen die Diagnose. Wird die Therapie frühzeitig eingeleitet, kann die Krankheit zwar nicht geheilt, aber über viele Jahre kontrolliert werden, sodass Patienten praktisch ein normales Leben führen können.
Neue Medikamente haben die Prognose der CML in den letzten Jahren stark verbessert. Die Stammzelltransplantation / Knochenmarktransplantation ermöglicht grundsätzlich eine Heilung, die Risiken sind aber beträchtlich.
Chronische myeloische Leukämie CML- Was ist das?
Leukämien sind Erkrankungen der Blutbildung im Knochenmark. Bei allen Arten von Leukämien liegt eine Störung der blutbildenden Stammzelle vor.
Diese Störung führt zur Vermehrung funktionsuntüchtiger weisser Blutkörperchen (Leukozyten) im Knochenmark und auch in anderen Organen. Folge: Die Bildung der anderen Blutzellen im Knochenmark wird verringert, das heisst, es werden nicht mehr genügend normale weisse Blutkörperchen (Leukozyten), rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) gebildet. Je nach dem, welche Zellgruppen von der Blutbildungsstörung am meisten betroffen sind, spricht man von einer myeloischen oder einer lymphatischen Leukämie.
Die chronisch myeloische Leukämie wird mit CML abgekürzt. Durch meist nicht bekannte Auslöser kommt es in der blutbildenden Stammzelle im Knochenmark zu einer Veränderung der Gene in den Chromosomen. Bei der CML betrifft diese Störung vor allem die myeloische Zellreihe, was bedeutet, dass sich die Krankheit vor allem durch eine starke Vermehrung von Granulozyten, einer Unterart von weissen Blutkörperchen, äussert (siehe Abbildung). Die Krankheit kann längere Zeit unbemerkt bleiben, bis der Verdacht bei einer Routine-Blutuntersuchung auftaucht. Später nimmt die Vermehrung der nicht richtig funktionierenden weissen Blutzellen und ihrer Vorstufen so stark zu, dass die normale Blutbildung und damit lebenswichtige Funktionen wie Infektabwehr, Sauerstofftransport und Blutstillung beeinträchtigt werden.
Häufigkeit und Altersverteilung
Die CML ist eine relativ seltene, bis vor einigen Jahren sehr schwer therapierbare, lebensbedrohliche Erkrankung. 1-2 von 100'000 Personen sind davon betroffen. Von allen Leukämien ist die CML mit einem Anteil von 15-20% die zweithäufigste Leukämieform. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung beträgt ungefähr 55 Jahre. In jüngerem Alter ist die Erkrankung selten; der Anteil der Betroffenen unter 20 Jahren beträgt lediglich 10%. Männer sind ungefähr eineinhalbmal so häufig betroffen wie Frauen.
Im Folgenden finden Sie weitere wichtige Informationen zu Ursache, Symptomen, Diagnose und Therapie der CML. Sie erfahren, wie Sie selbst die Behandlung optimal unterstützen können und wie wichtig die Nachsorge ist. Im Forum haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Lesern auszutauschen.