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Die St. Moritzer Musikgesellschaft war gewissermassen von Anfang an ein Kind des Fremdenverkehrs, und somit auch bald einmal über die Landesgrenze hinaus bekannt. So wurde sie z.B. in der englischen Presse lobend erwähnt, als sie im Hotel KuIm zur Ehrung der starken englischen Kolonie die Krönungsfeier von King Georg VII massgebend verschönerte. Der auf den berühmten Heilquellen basierende weltweite Bekanntheitsgrad von St. Moritz erfuhr um die Jahrhundertwende durch den Wintersport eine gewaltige Steigerung.
Ein ganz besonderes Ereignis für die Musikgesellschaft war die Winterolympiade 1928. Der Verein hatte die schwere Aufgabe, bei der Eröffnungs- und Schlusszeremonie mitzuwirken und bei den Siegerehrungen die entsprechenden Nationalhymnen zu spielen. Dr. Jules Robbi setzte sich wieder eifrig für die MG ein und besorgte alle Nationalhymnen der beteiligten Nationen für Blasmusik. Geübt wurden natürlich vor allem die Hymnen der bekannten Favoriten. Da waren die Norweger, Finnen und Schweden in den Nordischen Disziplinen (Alpine gab es noch nicht), im Eishockey die Kanadier. Im Eiskunstlauf war mit Amerika, England oder Oesterreich zu rechnen. Niemand hätte das gedacht, aber im Paarlauf siegte überraschend das französische Paar. Und so geschah das Debakel. Heftiges Schneetreiben herrschte bei der Siegerehrung im Kulm-Eisstadion. Kaum hatte der Dirigent Arthur Caflisch den Einsatz zum Spiel der „Marseillaise“ gegeben, als ein hoher Funktionär herbeieilte und dem Dirigenten zurief: „Plus vite !“ Irritiert versuchte der Dirigent ein schnelleres Tempo zu taktieren. Die einen versuchten zu folgen, andere verharrten im Anfangstempo. Das Zusammenspiel fiel auseinander und die Hymne musste abgebrochen werden. Noch viele Jahre geisterte dieser Zwischenfall durch die Gemüter der Bevölkerung, blieb Stammtischgespräch unter den Musikanten bis Jahre über die zweite Olympiade von 1948 hinaus.
Inzwischen aber brachte die MG 1934 die erste Weltmeisterschaft über die Runde, und 1974 die Zweite. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der MG St. Moritz, verbunden mit einem grossartigen Festumzug zur Eröffnung des Heilbades am 3.14. Juli 1976 konnte man einem Bericht in der Engadiner Post folgenden Satz entnehmen: ,,Eine unschlagbare Besonderheit darf die MG St. Moritz ihr eigen nennen: dies ist die einzige Musik auf der Welt, die an zwei Olympiaden und an zwei Weltmeisterschaften gespielt hat.“ 2003 wird die dritte WM dazukommen.