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Die Liebe hat das Nachsehen. - StockSnap (CC0 Public Domain)
Unvorstellbar und unanständig war es im Jahr 1960 für einen Rocksänger, das Wort Sex in seinen Texten explizit zu erwähnen. 50 Jahre später ist die sexuelle Befreiung der Popmusik schon längst abgeschlossen, wie nun auch eine Studie von Fracl beweist. Das Wort "Liebe" ist hingegen in den Charts auf dem Rückzug. Devise lautet stets "Sex sells" Noch ist es so, dass es noch immer mehr Songs gibt, die sich mit Liebe als mit Sex beschäftigen. Jedoch geht der Trend in Richtung "Sex sells". Seit 1960 schnellte das Wort Sex in den Musik-Charts von fast null auf über 1'500 Erwähnungen. Auf der anderen Seite gab es einen Rückgang des Wortes "Liebe" in den Musikplatzierungen. Die Experten analysierten die Texte jedes einzelnen Songs in den Billboard Hot 100 von 1960 bis 2014 und zählten dabei die Wörter "Love" und "Sex" beziehungsweise Wörter, die das Wort enthalten - wie "beloved" oder "sexy". Anschließend multiplizierten die Forscher die erhobenen Zahlen dann mit der Wochenanzahl, die Songs in den Charts verbracht haben. 1988 war das Jahr, in dem das Wort "Liebe" am öftesten in den Charts vertreten war. Über 25'000 Mal trällerten Sänger und Sängerinnen den Terminus in ihren Liedern und damit den Billboard Charts. "Sex" erreichte seinen vorübergehenden Höhepunkt im Jahr 2009 mit rund 1'500 Erwähnungen. Von James Brown bis Bruno Mars Die Künstler mit den meisten Songs in den Charts, die das Wort "Sex" beinhalteten, waren in den 1960er-Jahren Tom Jones und James Brown. In den 1970er-Jahren konnte Brown die führende Rolle unter den Künstlern, die ihre sexuellen Triebe mit Songs wie "Sex Machine" oder "Sexy, Sexy, Sex" nicht verheimlichen wollen, bestätigen. In den 1980er-Jahren waren es Künstler wie Billy Joel, Marvin Gaye oder Salt-N-Pepa, die ihre sexuelle Gedanken in Songs artikulierten. Die Künstler, die heute "Sex" erfolgreich in ihren Lyrics verwenden, sind unter anderem Weltstars wie Bruno Mars, Black Eyed Peas oder Nicki Minaj. Interessanterweise sucht man Madonna, eine der wichtigsten Künstlerinnen für die sexuelle Befreiung der Popmusik, in den "Sex-Chartlisten" vergeblich. Sie taucht hingegen in der Liste jener Künstler auf, die das Wort "Liebe" am häufigsten verwendeten.
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