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Die Kapelle, die unter anderem dem Eisstadion St. Leonhard den Namen gegeben hat, ist einem Heiligen gewidmet, der im fünften Jahrhundert im Gebiet Frankreichs lebte. Er hatte das Recht, Gefangene zu erlösen. Als er mit seinen Gebeten erreichte, dass eine Königin bei einer schweren Geburt nicht starb und einen gesunden Knaben zur Welt brachte, wurde St. Leonhard auch zur Anlaufstelle für Wöchnerinnen. Er gilt aber auch als Patron und Fürsprecher für das Vieh, insbesondere für Pferde.
Die Kapelle gehörte denn auch lange Zeit der Kooperative der Metzger. 1467 wurde sie erstmals erwähnt. Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie aber zur Ruine – wie auch andere Kapellen zu dieser Zeit. Am 3. Februar 1594 erliessen die Ratsherren den Aufruf, die Kapellen seien wieder instand zu setzen; sonst könnten Fremde angesichts der Ruinen an der Gläubigkeit der Freiburger Katholiken zweifeln.
Er baut ein Zimmer an
Die Metzger bauten die Kapelle 1597 neu und grösser wieder auf. 1685 wurde eine Sakristei angebaut; dann wurden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts nur Unterhaltsarbeiten vorgenommen. Ende des 19. Jahrhunderts – mit der Trennung von Staat und Kirche – löste sich die Kooperative der Metzger auf. Domherr Etienne Perroulaz verhinderte, dass die Kapelle abgerissen wurde, und kaufte sie den Metzgern ab. Er baute ob der Sakristei ein Zimmer ein und liess einen neuen, grösseren Glockenturm – mit zwei Glocken statt nur einer – erstellen. Der Domherr wohnte bis zu seinem Tod 1878 in der Kapelle und wurde auch dort beigesetzt. Das Bethaus ging an seine Familie über.
Danach unterhielten verschiedene Personen die Kapelle. Mit der Zeit jedoch zerfiel sie, die Stadt und die Strasse kamen immer näher. njb