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Die letzte Runde der SGM ist gespielt und wir konnten die Saison mit einem 4:2 Sieg beenden. Dazu ist zu sagen, dass bei DSSP 1 gleich 15(!) Spieler fehlten, die entweder an einem Trainingslager in Berlin weilten oder an einem Turin in Krefeld teilnahmen. Nichtsdestotrotz nahm mit Christian Bauer wiederum ein GM am ersten Brett Platz und auch am 2. Brett spielte mit 2042 Elo ein Schwergewicht am 2. Brett. Das war zu viel für unsere zwei ersten Bretter. Mario musste nach gut einer Stunde die Überlegenheit seines Gegners anerkennen, nachdem dieser ihn mit der Rossolimo Variante in der Sizilianischen Verteidigung überrascht hatte. Mario war schon nach dem 3. Zug „Out of Book“ und wurde daraufhin am Damenflügel so richtig zerzaust. Nicht viel besser erging es Claudio, der schon früh einen Bauern verlor und diesen verzweifelt zurückgewinnen versuchte – leider erfolglos. Sein Gegner nutzte seine zahlenmässige Überlegenheit zu einem homorlos erspielten Sieg.
An den Brettern drei bis sechs waren die Gegner einer kleiner als der andere. Der jüngste brachte es auf knapp 10 Jahre. Aber unterschätzen durfte man diese von GM’s geschulten Kids auf keinen Fall. So gingen wir, die wir schon fast Grossvätern von unseren Gegnern sein konnten, sehr konzentriert ans Werk. Mein Gegner (11 Jahre) konnte sich in der Eröffnung sehr gut gegen meinen Aufbau entwickleln, und übte schon bald einen unangenehmen Druck auf mein Zentrum und meinen Damenflügel aus. Ich auf der anderen Seite suchte mein Glück auf dem Königsflügel. Bekanntlich endet das Spiel, wenn der König matt gesetzt wird. So ging es nicht lange, bis mein Gegner zunehmend Zeit verbrauchte, weil ihm meine Mattdrohungen nicht verborgen blieben und er gezwungen war, Zeit in die Verteidigung zu investieren. Er fand aber nicht das richtige Rezept und versuchte mit seinem Springer die Läuferdiagonale b2-h7 zu blockieren. Dies kostete ihm aber einen Bauern. Wenn ich die Stellung intensiver angeschaut hätte, wäre sogar ein Figurengewinn möglich gewesen. So aber war mein Plan, möglichst alles abzutauschen, damit ich den Mehrbauern sicher zum Sieg führen konnte. Mein Gegner wich aber meinen Versuchen, die Dame zu tauschen aus. Nur hatte ich eine perfide Falle gestellt, die seine Schwäche auf der Grundlinie beinhaltete. Er übersah schlichtweg ein (offensichtliches) Damenopfer auf a8 mt Ausnutzung der Grundlinienschwäche: Dame nimmt Turm auf a8, Turm nimmt Dame, der erste Turm gibt Schach d1, Turm nimmt Turm, der zweite Turm nimmt Turm und setzt matt, während die schwarze Dame hilflos zusieht.
Die anderen Knirpse schafften es immerhin bis über die Zeitkontrolle. Es war aber offensichtlich, dass der Verteidigungsmodus in deren kurzen Laufbahn noch wenig geübt werden konnte. Alle verloren nachdem sie den Rückwärtsgang einlegen und sich auf die Verteidigung hätten konzentrieren müssen. Besonders sehenswert war das Endspiel von Thomas Bachmann, der 2 Mehrbauern hatte, aber die Läufer ungleichfarbig waren. Um zu gewinnen musste auf beiden Flügeln ein Freibauer her, das nur unter einem Bauernopfer bewerkstelligt werden konnte, nachdem die Bauern genügend weit nach vorne geschoben wurden. Thomas meisterte dies bravorös. Auch Markus konnte einen Freibauern auf der a-Linie in die Wegschale werfen. Ausserdem bearbeitete er den schwachen Bauern auf c3, was lange ein Motiv war. Nachdem dieser gewonnen wurde, war die Partie entschieden. Die Partie von Franz konnte ich leider nicht gross mitverfolgen. Kurz vor Schluss seiner Partie fragte mich Franz, ob er ein Remis anbieten dürfe. Da wir aber zu diesem Zeitpunkt 0:2 hinten lagen, war meine Antwort klar. Er dankte es mir mit einem Sieg nach wenigen weiteren Zügen.
Hier noch die nackten Zahlen.
DSSP 1 – Tribschen 2 2:4
Brett 1 (s): Mario Bobbià 1798) – Christian Bauer (2611) 0:1
Brett 2 (w): Claudio Caduff (1852) – Moritz Valentin Collin (2042) 0:1
Brett 3 (s): Thomas Bachmann (1911) – Tobias Thommen (1660) 1:0
Brett 4 (w): Hugo Ensmenger (1843) – Tamerlan Bedullayev (1604) 1:0
Brett 5 (s): Markus Eichenberger (1917) – Mischa Domschke (1455) 1:0
Brett 6 (w): Franz Reiser (1696) – Linus Mathis (1434) 1:0
Mit diesem Sieg konnte wir noch einen Sprung auf den 5. Schlussrang machen.
Schlussrangliste: 1. DSSP 10/24, 2. Chess-Flyers 9/24½, 3. Nimzowitsch 2 8/20, 4. Wollishofen 2 7/23½,5. Tribschen 2 7/19½, 6. Réti ZH 3 6/21, 7. Zug 6/20, 8. Letzi ZH 3/17½ (von Mario verdankenswerterweise zur Verfügung gestellt)
Bevor wir dann zum gemütlichen Teil übergingen, machten wir noch einen Abstecher ins Tribschen, wo unsere erste Mannschaft gegen Schwarz-Weiss Bern den dritten Platz zu verteidigen versuchte. Das Ganze begann aber schon ungünstig, musste doch das 3. Brett forfait gegeben werden. Das schmerzt nicht wenig, da gemäss Ordungsbussenreglement ein Forfait an den vorderen Brett mit CHF 200.- geahndet wird. Da es sich hier um die Schlussrunde handelte, kommen aber noch einmal CHF 200.- drauf. Unser Kassier wird sich freuen.
Auch sportlich gesehen gab es mit einem 2.5:5.5 eine Klatsche und ein Abrutschen auf den 4. Schlussrang). Mehr möchte ich dazu nicht sagen, sondern gleich zum gemütlichen Teil übergehen.
Im Militärgarten trafen wir uns dann zum lange angekündigten Saison-Abschlussessen. Von den beiden ersten Mannschaften fanden sich je 5 Spieler ein. Verstärkt wurden wir durch Dani u. Roman, die sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft fast gleich viele Partien spielten. Das Dutzend war somit voll. Eine etwas komische SGM fand somit in einem gebührenden Rahmen seinen Abschluss. Die Küche im Militärgarten wurde ziemlich stark gefordert, da 12 unterschiedliche Menüs serviert werden mussten. Unser Bedienung legte sich mächtig ins Zeug und erfüllte uns fast jeden Wunsch. Nur beim Rivella rot musste sie kapitulieren. Glücklicherweise sind wir keine nachtragenden Menschen und halten uns nicht lange mit solchen Nebensächlichkeiten auf. Schliesslich galt es auch noch die eifrigsten Punktesammler aus den beiden Mannschaften lobend zu erwähnen. Hier tat sich besonders Rambert Bellmann hervor, der unglaubliche fünf Punkte aus sechs Partien holte und das gegen durchwegs starke Gegner. Am ersten Brett liess sich Davide Arcuti solide 3/4 notieren. Beide blieben ungeschlagen. Herzliche Gratulation an die beiden für die tolle Leistung! In der zweiten Mannschaft holte Thomas Bachmann starke 4/5. Auch hier lässt sich der Gegnerschnitt durchaus sehen. Die 4.5/6 des Schreibenden dürfen auch nicht unerwähnt bleiben, nachdem dieser die letzten vier Partien allesamt gewann, allerdings gegen nicht so starke Gegnerschaft. Beide mussten einmal als Verlierer vom Brett gehen.
Zum Schluss bleibt mir doch allen ein Dankeschön auszusprechen, die zu einer insgesamt unter den gegebenen schwierigen Umständen doch erfreulichen Saison beigetragen haben, sehen wir einmal von dem teuren Forfait in der letzten Runde ab. Ein besonderes Dankeschön geht dabei an den Mannschaftsleiter der 1. Mannschaft, Frank Neubert, der die 1. Mannschaft wie immer mit viel Einsatz durch die Saison geführt hat. Er wird bekanntlich in einer Woche mit seiner Familie auf eine ausgedehnte Segeltour in die Ostsee stechen. Dazu wünschen wir ihm natürlich Mast- und Schotbruch! Ein Dank gebührt sicher auch dem Schreibenden, aber das ziemt ja leider nicht. Deshalb lasse ich es hier. An dieser Stelle möchte ich aber auch all jenen danken, die immer wieder eingesprungen sind, wenn sie gebraucht wurden. Eine Mannschaft kann nur Erfolg haben, wenn alle ihren Beitrag leisten, nicht nur die Stammspieler.
Für die nächste Saison hoffe ich natürlich, dass die Umstände wieder einigermassen normal sind (keine Pandemie mehr und, was viel wichtiger ist, Frieden in Russland und dem Rest der Welt) und wir mit neuem Elan in die SGM Saison 2022/23 starten werden.
Vorderhand freuen wir uns aber auf die 1. Runde der SMM, die bereits nächste Woche startet. Ich wünsche allen Spielern dazu viel Erfolg.
Allen eine gute Zeit und schachliche Grüsse
Euer Hugo
Externer Spielleiter u. ML Tribschen 2