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Sprachbilder und Bildsprachenvon Katja Zellweger Paul Klee war nicht nur Maler, sondern auch belesener Wortakrobat, Poet und Inspirator für die Philosophie. Die neue Ausstellung «Dichter und Denker» im Zentrum Paul Klee beleuchtet in drei Phasen diesen Aspekt.
«Leider konnte ich der Versuchung, die Szenerie dieses grandiosen Theaters zu übernehmen, nicht widerstehen. [Die Radierung] misslang vollständig.» So beschreibt Klee seinen Versuch von 1903, eine Komödie von Aristophanes darzustellen. Die neue Ausstellung «Sollte alles denn gewusst sein? Paul Klee. Dichter und Denker» macht die Bibliothek Klees als Leselounge (Design: Beat Frank) zugänglich. Da stehen Nietzsches «Also sprach Zarathustra» und Schopenhauer neben Schriften von Kandinsky, Rudolf Steiner, Hebbel und Goethe. Laut dem Kurator Michael Baumgartner las Klee sowohl Goethes Farben- und Naturlehre als auch Werke wie «Faust». «Voltaire war eindeutig sein Lieblingsphilosoph und Satiriker», sagt Baumgartner.
Wie Kinder taufen
Lektüre, Lektürekommentare und eine durch das Lesen inspirierte und poetisierte Kunst sind zentral bei Paul Klee. So bieten Bildtitel wie «Ein Dichter geht schwanger», «Eigenwille einer Brille» oder «Anfang eines Gedichts» Sprachspiele und Sprachwitz. Baumgartner beschreibt Klees intuitiven Schaffensprozess so: «Klee fand die Titel erst im Prozess des Zeichnens und Malens. Sie fielen ihm gleichsam zu und er sprach dabei von der ‹Taufe seiner Kinder›».
Die Ausstellung im Zentrum Paul Klee hat neben Klees Lektüre und tiefsinnig-lustvoller Sprachaffinität zwei weitere Schwerpunkte: In einem zweiten Block werden Literaturillustrationen Klees zu Voltaires «Candide» und chinesischen Gedichten ausgestellt. Der dritte Teil thematisiert in Kooperation mit dem philosophischen Institut der Universität Bern die Klee-Rezeption in der Philosophie. Wie Baumgartner erklärt, habe Klees Auseinandersetzung mit Bild- und Sprachzeichen insbesondere auf die französischen Strukturalisten, aber auch auf Heidegger, Foucault, Adorno und Benjamin gewirkt.