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Eine an der ETH durchgeführte Studie zum Ernährungsverhalten in der Schweiz (Hartmann et al., 2013, Public Health Nutrition) untersuchte bei rund 6189 Schweizern den Zusammenhang zwischen Snack-Häufigkeit, Soziodemographie (Geschlecht, Alter), Body-Mass-Index (BMI) und Essverhalten. Die Befragten gaben an, wie oft sie verschiedene Lebensmittel zu sich nahmen. Ebenso wurden die Teilnehmenden befragt, wie oft pro Tag sie Hauptmahlzeiten und Snacks (Essen zwischen den Hauptmahlzeiten) zu sich nahmen. Weiter gaben die Teilnehmenden an, wie oft sie vor dem Fernseher assen. Zudem wurden sie befragt, wie viel Gedanken sie sich über gesundes Essverhalten machten, und wie viel Sport sie betreiben.
Grosser Geschlechterunterschied: Männer essen mehr Fleisch und Fertigprodukte aber weniger Snacks, Früchte und Gemüse als Frauen
Ein Vergleich bezüglich des Essverhaltens zwischen Männern und Frauen zeigte auf, dass Frauen im Durchschnitt 7 Snacks pro Woche zu sich nehmen – Männer essen wöchentlich durchschnittlich „nur“ 5 Snacks. Frauen haben hingegen ein höheres Bewusstsein für gesundes Essen und entscheiden sich auch häufiger für gesunde Lebensmittel: Sie konsumieren mehr Früchte und Gemüse als Männer, nehmen aber weniger häufig Fleisch, Fertigprodukte und zuckerhaltige Getränke zu sich. Ein anderer Geschlechterunterschied zeigte sich in der Häufigkeit ganzer Mahlzeiten: Männer liessen viel häufiger als Frauen Mahlzeiten aus – oftmals das Frühstück.
Snacks sind keine Ursache von Übergewicht
Die Snacks-Häufigkeit, also das Essen zwischen den ganzen Mahlzeiten, ist mit dem Konsum von Früchten, aber auch mit dem Konsum von Süssigkeiten, fetthaltigem Essen, und Chips assoziiert. Ebenfalls schauten diejenigen, die viel Snacks zu sich nahmen, häufiger beim Essen fern. Einen wichtigen Einfluss auf das Einnehmen von Snacks hat das Alter: Je älter die Befragten waren, desto weniger Snacks nahmen sie ein. Im Gegensatz zum Alter hing der BMI nicht mit der Snacks-Häufigkeit zusammen: Die Forscher stellen daher fest, dass häufiges Konsumieren von Snacks daher keine klare Ursache von Übergewicht ist. Ebenfalls treiben häufige Snack-Esser nicht weniger Sport als andere und machen sich auch nicht weniger Gedanken über gesundes Essen.
Die Studie zeigt also klar auf: Das Essen von Snacks hängt nicht mit Übergewicht zusammen. Es ist also nicht das Essen von Snacks zwischendurch, das eine Rolle für Übergewicht spielt. Das Essen von Snacks kann genauso gut das Einnehmen von Früchten oder Nüssen bedeuten, was wiederum in die Kategorie gesunden Essens gehört. Über die Frage, welches Essen nun gesund ist und welches eher nicht, gibt unsere Informationssammlung gesunde Ernährung Auskunft.
Verfasserin: Emilou Noser
Quellen
Hartmann, C., Siegrist, M. & van der Horst, K. (2013). Snack frequency: associations with healthy and unhealthy food choices. Public Health Nutrition, 16, 1487-1496