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Rony Altermatt hat dieses Jahr den Hot Rod-Event in Pendine Sands in England besucht und uns freundlicherweise den Bericht und die Bilder zugestellt.
Ich war dieses Jahr in Pendine Sands in England an einer Veranstaltung mit Hot Rod’s. Die Hot Rod-Entwicklung weltweit ist heute anders anzusehen als vor einigen Jahrzehnten. So fährt zum Beispiel auch der Duke of Richmond (besser bekannt als Earl of March aus Goodwood) einen Hot Rod. Auch in der Schweiz ist das Interesse an den Autos nicht nur barttragenden und Tätovierten vorenthalten, nein, mancher der sich auch einen Aston Martin leisten könnte, schaut heute einem Hod Rod hinterher. In den USA war es Daytona Beach, in England Pendine Sands im südlichen Wales. Genauer in Carmarthenshire. Man kennt es von den Rekordversuchen mit Rennwagen in den 1920er Jahren. Sir Malcom Campbell fuhr dort auf einer Strecke von 11 Kilometer 1924 einen Rekord von 235 km/h.
Zum 6. Mal organisierte der VHRA (Vintage Hot Rod Assocoation) vom 30. Juni bis zum 1. Juli 2018 genau dort die ein Rennen auf der 7 Meilen langen Küste für vor allem Klassische Amerikanische Autos aus den 1930er und 40er Jahren. Das Ziel der heute teilnehmenden Fahrer ist mit ihren Fahrzeugen in den 100 mph Elite Club aufgenommen zu werden der bis jetzt 62 Mitglieder zählt. Entstanden ist diese Hot Rod Kultur nach dem zweiten Weltkrieg, als Soldaten und Jugendliche ihre Ford Modell A und Modell T für Rennen umgebaut haben. Das Ziel des Veranstalters ist, so nahe wie möglich an diese Zeit heranzukommen. Interessant ist, dass eine Dame das Rennen mit einer karierten Ziel Flagge startet, ein Retro Rennen auf Sand. Eigentlich müsste man hier mit einer Leica mit Kodak Film Bilder machen um das Geschehen zeitgemäss einzufangen, aber trotzdem lieber mit einer modernen Kamera, als gar keine Bilder. Das Rennen kann erst um 11.30 beginnen, weil dann der Sand trocken genug ist um befahren werden zu können. Dann hat man 5 bis 6 Stunden Zeit um ohne Unterbruch Rennen zu fahren. Die Veranstaltung hat eine Auszeichnung bekommen, 2013/14 und 15 waren sie Gewinner des International Historic Motoring Award of the Year.
Um hier fahren zu dürfen muss man Mitglied der VHRA Vintage Hot Rod Association sein und einen Hot Rod oder Custom Car vor 1949 mitbringen. Gefahren wird in 36 verschiedenen Klassen. Das Ziel, den Rekord von 127.80mph von 2017 zu brechen und den Titel King oft he Beach zu gewinnen, ist nicht einfach. Noch viel schwieriger ist es, als Nichtmitglied zu Tickets zu kommen, der Event ist vor Veröffentlichung des Datums hoffnungslos ausverkauft. Der Event kostet mit dem Auto und Fahrer nur 47.50 Pfund. Man kann auch mehrere Fahrer pro Auto anmelden, ein zusätzlicher Fahrer kostet 27.50 Pfund. Was mir gefällt, das Preisgeld gehört dann dem Besitzer des Autos, nicht dem Fahrer. Dann gibt es noch Fahrerlager-Tickets für 17.50 Pfund, aber auch die sind genauso ausverkauft.
Das Auto muss dem Reglement der VHRA entsprechen. Ein Helm und Schutzkleider sind vorgeschrieben so wie Sicherheitsgurt und Feuerlöscher. Über 120 Meilen ist sogar ein Überrollbügel vorgeschrieben. Am Freitag wird eine Wagenabnahme gemacht, die Stewarts kontrollieren die Wagen wirklich, es wird nicht bloss hingeschaut. Gestartet wird grundsätzlich in zwei Klassen, V für Vintage mit Motoren vor 1954 und L für Late für Motoren ab 1954. Dann wird fein unterteilt in 4,6,8 und mehr Zylinder, Blower und Supercharger sowie Turbo, Flathead und dann noch alle Karosserieformen.
Zuschauer ausserhalb der Abschrankung, dazu gehören wir, können kostenlos zuschauen. Einen Presseausweis habe ich nicht, wobei der vermutlich auch nichts gebracht hätte, weil auch die strikte limitiert sind. Also bleibt mir nichts anderes übrig als einfach so Bilder zu machen von den Autos, beim Versammeln am Morgen, der Fahrt zum Vorstart und am Rennen. Das Wetter meinte es vor allem am Samstag zu gut mit uns. Normalerweise kann gefahren werden bis der Sand von der Flut wieder zu feucht wird, dieses Jahr war der um 16.30 so trocken, dass ein sicheres Befahren unmöglich wurde. Ein noch nie dagewesenes Phänomen seit 1920. Noch etwas zu den 100 Meilen. Der Widerstand im Sand kann in etwa mit 20% berechnet werden. Bringt ein Hot Rod also auf der Strasse 120 MPH auf den Tacho, reicht das für die 100 mph auf dem Sand. 127.8 Meilen entsprechen als immerhin 205 km/h. 8 neue Mitglieder zählt nun der 100 mph Club, mit 118 mph reichte es dieses Jahr nicht für einen neuen Rekord.
Ein cooler Event, so ganz anders als alles andere das man kennt. Alle Detailinfos gibt es direkt auf der Website des VHRA.