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Unter Autismus versteht man ein übermässig starkes "auf sich selbst bezogen sein", das sich in einem weiten Spektrum von Verhaltensweisen und Einstellungen zeigen kann. Menschen mit autistischen Zügen haben zum Beispiel Schwierigkeiten, sich in andere Menschen einzufühlen oder mit ihnen in einen befriedigenden sozialen Austausch zu treten, so dass sie Kontakte mit diesen eher vermeiden. Der Ausdruck "Autismus" wurde vom Schweizer Psychiater Eugen Bleuler 1911 in seinem grundlegenden Werk über die Schizophrenien in die Medizin eingeführt und rund 30 Jahre später von Leo Kanner, einem amerikanischen Kinderpsychiater österreichischer Herkunft, und Hans Asperger, einem österreichischen Kinderarzt, in einer weitgehend neuen Bedeutung verwendet.
Im engeren Sinn bezeichnet Autismus heute eine schwere angeborene Störung der Wahrnehmung und der Informationsverarbeitung. Diese äussert sich als Schwierigkeit oder Unmöglichkeit, mit anderen Menschen in einen sozialen Austausch zu treten, insbesondere mimisch, gestisch und sprachlich zu kommunizieren, sowie in stereotypen und ritualisierten Verhaltensweisen.
Menschen mit einer autistischen Störung nehmen ihre Umwelt "anders” wahr. Oft orientieren sie sich an Details und haben Mühe, eine Situation ganzheitlich und sinnvoll zu erfassen. Sie zeigen einen unmodulierten Blickkontakt, das heisst sie vermeiden Blickkontakt ganz oder starren ihr Gegenüber an, und können die Gefühlslage ihres Gegenübers aus dessen Gesichtszügen kaum erkennen. Oft zu beobachten ist auch eine veränderte Empfindlichkeit für Sinneseindrücke (z.B.Geräusche, Licht, Geruch, Geschmack oder Berührungen). Menschen mit Autismus fällt es schwer, die sozialen Regeln der Welt um sie herum zu verstehen.