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2016 war ein Jahr dramatischer politischer Veränderungen – angefangen mit der Amtsenthebung von Dilma Rousseff in Brasilien, der Wahl des selbst ernannten "The Punisher" Rodrigo Duterte auf den Philippinen bis hin zur EU-Austrittsentscheidung Grossbritanniens. Und schlussendlich der Wahl eines Mannes ohne jegliche politische Erfahrung zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Viel wichtiger für Anleger sind jedoch nach Meinung von Jupiters Fondsmanager Ross Teverson die langfristigen Investmentchancen in Schwellenländer-Aktien, die sich aus einer Kombination aus attraktiven Bewertungen, fortlaufenden strukturellen Veränderungen und sich verbessernden Fundamentaldaten von Unternehmen ergeben. Gelegentlich kann eine zu starke Konzentration auf politische Entwicklungen diese Chancen verdecken.
Nach Auffassung von Jupiter AM besteht kein Mangel an Aktien aus Frontier Markets und Schwellenländern, die 2017 und in den Jahren danach ein erhebliches Gewinnwachstum erzielen könnten. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Titel ist so gross, dass sie in ihrer Strategie um ihre Position konkurrieren müssen – ein Zeichen für die Attraktivität von Aktien aus Schwellenländern mit Blick auf das neue Jahr.
Brasilien: Petrobras-Skandal öffnete die Augen
Dennoch sind einige Anmerkungen zu den politischen Entwicklungen und Auswirkungen auf Kapitalanlagen in Schwellenländern angebracht. In Brasilien öffnete der Petrobras-Skandal, der den Hintergrund für die Amtsenthebung von Dilma Rousseff bildete, dem Volk die Augen für das Ausmass der Korruption in ihrem Land. Zudem sollte die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft ihre Befugnisse endlich wirksam einsetzt, auf lange Sicht als positiv betrachtet werden. Kurzfristige politische Unwägbarkeiten in Brasilien könnten sich letztendlich positiv auf die Staatsführung ausführen und einige der langfristigen Risiken für Anleger verringern. Was den Brexit anbelangt, haben das Ergebnis des Referendums und die darauf folgende Schwäche des britischen Pfunds daran erinnert, dass Schwellenländer kein Monopol für politisches Risiko besitzen. Sie weisen in mehrfacher Hinsicht andere Risiken als Industriestaaten auf. Ross Teverson hält es für zentral, Kapitalanlagen mit unterschiedlichen Risiken für die Portfoliodiversifizierung einzusetzen.
Wichtiger als politische oder makroökonomische Entwicklungen ist allerdings das Niveau der Bewertungen von Schwellenländer-Aktien. Diese Bewertungen bleiben im Vergleich zur historischen Wertentwicklung und zu den Industriestaaten attraktiv, sogar nach der Erholung der Tiefständen im ersten Quartal 2016. Ausserdem sind viele Anleger in dieser Anlageklasse untergewichtet. Betrachtet man diese Faktoren gemeinsam, besteht ein Potenzial für erhebliche Kapitalflüsse in Schwellenländer und für einen Aufwärtstrend bei Aktien. Hierfür müsste die Zuversicht der Anleger in die Zukunft noch weiter wachsen.
Was aber könnte hierzu veranlassen? Teverson ist überzeugt, dass es eine Reihe von Unternehmen aus Schwellenländern gibt, die von den laufenden strukturellen Veränderungen auf eine Weise und in einem Umfang profitieren können, die bzw. der nur in weniger reifen Volkswirtschaften möglich ist. Hierzu gehören die günstigere demografische Entwicklung in vielen Schwellenländern, die steigende Marktdurchdringung von Gütern oder Dienstleistungen und leicht zu erzielende Produktivitätsgewinne aus Kapitalanlagen in Technologien und Infrastruktur. Das Problem in den vergangenen Jahren war die Tatsache, dass die Gewinne in dieser Anlageklasse trotz der geschilderten positiven langfristigen Veränderungen als Ganzes enttäuschend waren. Aber das ändert sich jetzt. Das letzte Jahr dürfte sich als das erste Jahr seit 2013 erweisen, in dem Aktien aus Schwellenländern im Jahresvergleich einen steigenden Gesamtgewinn je Aktie erzielen und dieser Trend der Gewinnsteigerung wird wohl auch 2017 anhalten.