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Nach längerer Krankheit starb anfangs letzter Woche Ferrari-Designer Sergio Pininfarina im Alter von 85 Jahren. Er hinterlässt seine Frau Giorgia, Tochter Lorenza, Sohn Paolo – und zahlreiche automobile Schätze.
«Ein Ausnahmetalent, dessen Name unauslöschlich mit der Geschichte und dem Erfolg unseres Unternehmens verbunden ist», würdigt Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo den diese Woche verstorbenen Sergio Pininfarina. «Sergio war international einer der wichtigsten Botschafter des ‚made in italy’ – ein Mann, der unserem Land Glaubwüdigkeit und Glanz verlieh», so Montezemolo.
Der am 8. September 1926 in Turin geborene Sergio Farina war aber nicht nur ein begnadeter Designer sondern auch ein engagierter Politiker. So gehörte er von 1979 bis 1988 dem europäischen Parlament an und wurde 2005 vom damaligen italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi wegen seiner Verdienste um die italienische Wirtschaft zum Senator auf Lebenszeit ernannt.
Doch einen Namen machte sich Pininfarina, der 1950 sein Maschinenbaustudium abgeschlossen und in die Designwerkstätte seines Vaters Battista «Pinin» Farina eingetreten war, vor allem als Ferrari-Designer. Schon als junger Stylist schuf er spektakuläre Sportwagen wie etwa den Ferrari-Rennwagen 375 MM (Mille Miglia). Von diesem baute er 1954 im Auftrag von Filmregisseur Roberto Rossellini ein Unikat für dessen Gattin, die Schauspielerin Ingrid Bergman – und im selben Jahr eine zusätzliche Cabriovariante für den König von Belgien.
Im Juni 1961 liess Sergio Farina seinen Familiennamen per Dekret in Pininfarina ändern. Im Firmenwappen wurde aber weiterhin das «F» von Farina geführt – welches künftig noch viele Modelle von Ferrari, aber auch Marken wie Fiat, Alfa, Lancia, Peugeot oder Bentley zieren sollte. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Sergio 1966 als Präsident die stetig gewachsene Designwerkstatt und schuf nur zwei Jahre später einen weiteren Klassiker in der Sportwagengeschichte – den bildschönen Ferrari 365 GTB/4 «Daytona».
Von 1969 bis 2011 sass Pininfarina im Aufsichtsrat von Ferrari und schuf während dieser Periode weitere, aufsehenerregende Kreationen wie etwa den Ferrari Testarossa (1984), den Ferrari F40 (1987), den F50 (1995) und zuletzt den Ferrari Enzo (2002). Vor sechs Jahren zog sich Pininfarina dann endgültig aus der Unternehmensführung zurück, behielt aber den Titel eines Ehrenpräsidenten.