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Bild (c): Marita Höckendorf.
In einer Kopenhagener Nacht fragt sich ein deutscher Wissenschaftler, ob die Person, die er in einen Lichtkegel treten sieht, vor und nach diesem Aufscheinen im Licht eigentlich existierte? Ausgehend von dieser und anderen verbürgten Anekdoten aus dem Leben Werner Heisenbergs, den man unschwer als den «Beobachter» identifizieren kann, erzählt diese Novelle zunächst einmal dessen Weg zu einer revolutionären Entdeckung in der modernen Physik: des Bezuges der beobachteten Quanten zu ihrer Beobachtung. Dabei stellt diese Erzählung in bestechender und reizender und zugleich unbedingt zugänglicher Form entscheidende existentielle Fragen neu, wie sie sich dem jungen Physiker, aber auch seinem Alter Ego, dem Geschichtsprofessor Helstedt, stellen. Zwischen Einsamkeit und Sehnsucht, Fieberschüben und Verlustangst begeben sich die zwei Protagonisten auf die Suche nach «Schönheit und Einfachheit» oder aber auch nur dem ruhigen «Glück» eines Nachmittages: Kann sich das Ich trotz der überwältigenden Naturkraft dennoch ins «Licht» retten? Mit dem theoretischen Werk «Blitzgewitter» (2023) ergänzt Christian Haller diese Novelle um eine Geschichte des «Lichts, in das wir uns stellen». Beide neuen Werke kommen am 28. September in dieser Lesung gebührend zur Sprache.
SSoeben gelangte Christian Hallers Novelle auf die Shortlist des Schweizer Buchpreises. Dies ist die letzte einer Vielzahl von Ehrungen (u.a. Werkgaben der Kantone Zürich und Aargau, Schillerpreis 2007), mit dem Christian Hallers Werk ausgezeichnet wurde. Es umfasst Gedicht, Theaterstücke und Prosawerke, darunter die viel beachtete «Trilogie des Erinnerns» (2002-2006) und die dreiteilige Autobiographie, die 2020 mit «Flussabwärts gegen den Strom» abgeschlossen wurde.
In Zusammenarbeit mit der evangelisch-lutherischen Gemeinde Genf.