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„Wie geht es mit Ihren Schmerzen?!“, dies ist häufig eine der ersten Fragen, die der Patient von seinem Physiotherapeuten oder Arzt gestellt bekommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Patient immer depressiver wird, wenn er über seine Schmerzen reden muss. Es kann anders!
„Wie geht es mit Ihren Schmerzen?“. Eigentlich ist es eine einfache und banale Einstiegsfrage. Für mich hat sie einen negativen Beigeschmack, denn der Patient wird sofort mit dem Begriff Schmerz konfrontiert. Man könnte die Frage auch anders stellen. Was hältst du von der Frage: „Geht es Ihnen heute besser?“ Man will mit dem Patienten in Kontakt treten, will ihn ansprechen. Doch welche Art der Frage ist förderlicher für die Behandlung? Beide Fragen meinen fast dasselbe, doch ein grosser Unterschied ist spürbar. Verstehst du, was ich meine?
Während einer Behandlung sollte man möglichst die negativen Begriffe weglassen. Positive Begriffe oder eine positive Fragestellung bringen uns viel weiter.
Ein anderes Beispiel aus meiner Tätigkeit: „Beginn mal mit deinem verletzten Bein!“ Warum sagt man nicht ganz einfach nur: „Fang mit deinem linken Bein an“. Die Aufforderung ist etwas anders, das Resultat jedoch nicht.
Ich mache zwei weitere Beispiele. Anstatt zu sagen: „Hast du Probleme, wenn du dich bücken musst?“ kann ich fragen: „Wie weit kannst du dich bücken?“ Ich mache eine Empfehlung und sage: „Sei vorsichtig, wenn du dich nach rechts drehst!“ Was hältst du von der Frage: „Probiere mal so weit wie möglich nach rechts zu drehen!„ Was spornt dich mehr an? Denke darüber nach!
Wenn der Patient ein Training absolviert hat, dann kann der Rehatrainer positiv erwähnen, dass sein Patient die fordernde Übung Kniebeugen mit 20 Kilogramm Zusatzgewicht in 3 Serien zu 15 Wiederholungen absolviert hat. Vielleicht wäre es für den Patienten viel motivierender zu erwähnen, dass er innerhalb von 5 Minuten 900 Kilogramm Gewicht gestemmt hat (3x15x20 Kg)!
Wie toll das ist! Der Patient merkt, dass seine Muskulatur eine beträchtliche Leistung vollbracht hat. Zudem nimmt er wahr, dass sein Rücken kräftiger ist, als er vielleicht gemeint hat. Spürst du, was ich damit sagen will? Es ist wichtig, die Patienten positiv zu motivieren, dies soll in Wort und Tat geschehen.
Ich führe noch einige Aussagen auf, welche du regelmässig beim Therapeuten oder Arzt hörst.
„Sie stehen schräg! Sie haben eine schlechte Körperhaltung!“
Dazu muss ich sagen, dass ich in meinen 25 Jahren als Therapeut noch nie einen Patienten gesehen habe, der eine ideale Körperhaltung hat so wie sie in einem Anatomiebuch beschrieben wird.
„Ihre Knochen sind die eines 90-Jährigen!“
Der Arzt schaut die Röntgenbilder oder ein MRI an und sieht, dass der Rücken stark abgenutzt ist. Was bringt es, wenn er sagen wird: „Ihre Knochen sehen aus wie die eines 90-Jährigen?“ Das bringt weder dem Therapeuten noch dem Patienten etwas. Zudem macht diese Aussage den Patienten unsicher und keineswegs glücklich. Es geht darum, das Problem zu beschreiben um herauszufinden, wie der Patient zu einer besseren Lebensqualität kommt und mit welchen Übungen er seinen Rücken stärken kann, damit es im Alltag wieder besser wird.
„Ihr Rücken ist instabil!“
Diese Aussage hilft niemandem. Wir stellen uns die Frage, ab wann wir von einem instabilen Rücken sprechen können. Wenn wir Schmerzen haben? Wenn der Patient nicht aufrecht stehen kann? Ich finde, dass ich als Therapeut sagen kann: „Fangen wir mit dem Krafttraining an und du wirst bald einmal ein viel besseres Körpergefühl bekommen! Machen wir uns auf den Weg!“
„Das war falsch, was der Therapeut gemacht hat!“
Auch da steht die Frage im Raum: Was ist falsch und was ist gut? Wenn der Patient bedeutend mehr Schmerzen hat nach einer Behandlung, dann ist es für den Therapeuten wichtig, seine Behandlung anzupassen. Es braucht sehr viel Feingefühl, wie weit es dem Patienten zumutbar ist, seine eigenen Grenzen zu sprengen. Es darf nicht zu einer Überforderung/Überanstrengung kommen. Wenn der Therapeut nichts ändert, dann ist dies sicher nicht die richtige Methode. Es kann aber auch sein, dass der Therapeut eine andere Behandlungsmethode bevorzugt oder es halt anders macht als sein Vorgänger. Dies braucht nicht unbedingt falsch zu sein.
Bist du selber Therapeut oder Arzt, dann wirst du merken, dass deine Patienten anders reagieren, wenn du mit einer positiven Fragestellung beginnst. Lassen wir die negativen Bemerkungen auf der Seite!
Ich wünsche dir viele positive Gedanken und motivierende Aussagen!
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