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Tierische Gifte
Zu den bekanntesten tierischen Giften gehören die Gifte der Schlangen und der Pfeilgiftfrösche.
Das Gift der Pfeilgiftfrösche ist ein Nervengift. Wenn es ins Blut gelangt, löst es Krämpfe und Lähmungen aus und kann innerhalb von 20 Minuten einen Menschen töten. Pfeilgiftfrösche nehmen ihr Gift mit der Nahrung auf, da sie in der Natur giftige Insekten fressen. Werden sie in Gefangenschaft gehalten und mit anderem Futter gefüttert, verlieren sie nach und nach ihre Giftigkeit.
Schlangengift besteht aus Enzymen
Bei den Schlangengiften findet man die unterschiedlichsten Gifte. Es handelt sich dabei jeweils nicht um einen bestimmten Stoff, sondern um ein komplexes Gemisch von verschiedenen Enzymen. Diese Enzyme, sogenannte Hydrolasen, spalten und zerstören dadurch bestimmte Stoffe im Körper. Ihre Wirkung hängt sehr stark von der Menge und dem Enzym ab. Als Symptome können einfache Entzündungen und Schwellungen auftreten. Häufig kommt es aber zu starken Schäden an Blutzellen, Muskel- und Hautzellen oder zu Lähmungen und Krämpfen. Je nach Gift kann dann der Tod durch verschiedene Ursachen eintreten.
Antikörper zur Neutralisierung des Giftes
Um geeignete Gegengifte herzustellen, entnimmt man den Schlangen auf sogenannten Schlangenfarmen in regelmässigen Zeitabständen Gift. Eine kleine, ungefährliche Dosis davon spritzt man Pferden oder anderen Tieren. Aus dem Blut der Tiere isoliert man danach Antikörper, die auch beim Menschen eingesetzt werden können.
Bei Menschen, die stark durch Schlangenbisse gefährdet sind, kann der Arzt auch eine direkte Immunisierung versuchen. Dazu verabreicht er über längere Zeit kleine Dosen des Giftes, was dann zu einer mehr oder minder ausgeprägten Immunität führt wie bei einer Impfung.