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Kinderarbeit gehört zum Alltag in Pakistan, einem Land wo 60 Prozent der Bevölkerung mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen müssen.
Viele Menschen in Pakistan können weder lesen noch schreiben und arbeiten als unqualifizierte TagelöhnerInnen ohne gesichertes Einkommen. Dabei erhalten sie nicht einmal den vorgeschriebenen Mindestlohn. Armut, unzureichende staatliche Strukturen, Naturkatastrophen und bewaffnete Auseinandersetzungen haben die Zahl der KinderarbeiterInnen auf über 12 Millionen ansteigen lassen. Laut UNICEF bleiben 7,3 Millionen Kinder der Schule fern, obwohl die pakistanische Verfassung den obligatorischen und kostenlosen Schulbesuch von 5- bis 14-Jährigen garantiert.
Wo Kinderarbeit keine Ausnahme ist
In den Armenvierteln von Lahore ist Kinderarbeit weit verbreitet. Kinder müssen aus existenzieller Not als billige Arbeitskräfte zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen. Neben schädlichen Arbeitsbedingungen drohen ihnen nicht selten auch Gewalt und sexuelle Übergriffe. Die meisten Kinder beginnen bereits sehr klein unter harten Bedingungen im informellen Sektor zu arbeiten: in kleinen Fabriken, Werkstätten und Textilbetrieben – oder sie verdingen sich als Hausangestellte oder StrassenverkäuferInnen. Bleiben die Kinder der Schule fern, droht ihnen oft das gleiche Schicksal wie ihren Eltern: sie verharren ohne Perspektiven in der Armut.
Solidar setzt sich für den Schutz der Kinder ein
In einem Pilotprojekt fördert Solidar Suisse zusammen mit pakistanischen Partnerorganisationen das Recht auf Bildung, den Schutz der Kinder vor Gewalt und sexuellen Übergriffen sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Eltern, Arbeitgebende und Behörden werden für die Gefahren von Kinderarbeit und die Wichtigkeit des Schulbesuchs sensibilisiert. Ausserdem erhalten 400 arbeitende Kinder Schutz, Therapie und auf ihre Bedürfnisse angepassten Unterricht in zwei Schulen in Lahore. Die Eltern arbeitender Kinder werden unterstützt, den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn einzufordern und bessere Vermarktungsmöglichkeiten für ihre Produkte zu finden, damit sie langfristig ihre Kinder zur Schule statt zur Arbeit schicken können.