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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Die Ausbildung zum Beruf des Fotografen soll reorganisiert und die Grundbildung auf der Sekundarstufe II (Lehre) möglicherweise abgeschafft werden. An ihre Stelle soll einzig eine Ausbildung auf der Tertiärstufe treten, die mit einem Fachausweis oder Diplom abgeschlossen wird. Was hält der Bundesrat von diesem Projekt, namentlich von der Abschaffung dieser Lehre?</p><p>2. Muss nicht angenommen werden, dass eine solche bedauerliche Befreiung bestimmter Berufsbranchen von ihrer Ausbildungspflicht einen Nachahmungseffekt auch in anderen Branchen auslösen würde, die darin einen Weg sehen könnten, um ihre Ausbildungspflicht zu umgehen?</p><p>3. Tragen die Umbaupläne dem möglichen, schon bestehenden oder zu schaffenden Angebot an Lehrstellen in Lehrbetrieben oder Lehrwerkstätten (Ausbildungen zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis, EFZ) sowie der daran anschliessenden höheren Fachschule genügend Rechnung?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund setzt sich gemeinsam mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt für ein ausreichendes Angebot in der Berufsbildung ein. Ziel ist es einerseits, dass die Lernenden nach dem Abschluss einen Anschluss haben. Andererseits sind die Bildungsangebote so auszugestalten, dass die Unternehmungen auch in Zukunft ein Interesse haben auszubilden.</p><p>Bis anhin konnten Jugendliche nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehre als Fotografin bzw. Fotograf beginnen. Der Verband Schweizer Berufsfotografen (SBf) hat in den letzten Monaten seine berufliche Grundbildung einer eingehenden Analyse unterzogen. Neu soll nach Ansicht des SBf die Ausbildung auf Tertiärstufe in Form einer höheren Fachprüfung positioniert werden. Grund dafür ist, dass immer weniger Betriebe bereit sind auszubilden, da Abgängerinnen und Abgänger der obligatorischen Schule den heutigen Ausbildungsanforderungen der Branche nicht mehr entsprechen. Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahren markant geändert: Der technologische Wandel und die Komplexität der Dienstleistungserbringung erfordern gemäss dem SBf eine Ausbildung auf Tertiärstufe.</p><p>Diese Entwicklungen zeigen sich in der Anzahl neuer Lehrverhältnisse. Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik wurden im Jahr 2004 gesamtschweizerisch noch lediglich etwa 50 neue Lehrverhältnisse abgeschlossen. Davon wurden rund 30 Lehrverhältnisse im Rahmen vollschulischer Angebote im Kanton Waadt registriert. Das Durchschnittsalter der Lernenden beim Schuleintritt liegt dort bei über 21 Jahren.</p><p>Berufsbildung ist ein dynamischer Prozess. Dabei gilt es immer wieder im Einzelfall sorgfältig abzuwägen zwischen dem Festhalten an Bestehendem und der Ausrichtung auf Neues. Insgesamt muss es auch in Zukunft gelingen, eine für die Lernenden und die Unternehmungen attraktive Berufsbildung zu gestalten.</p><p>1. In der Berufsbildung nehmen Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt unterschiedliche Aufgaben wahr. Letztere sind für die Entwicklung der Bildungsangebote, die Definition der Bildungsinhalte, die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen und die Vermittlung der Berufsqualifikationen zuständig. Diese Zuteilung bewährt sich: Die Organisationen der Arbeitswelt können am besten die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt abschätzen. Sie kennen zudem aus erster Hand die Bedürfnisse der Branche und die Erwartungen gegenüber zukünftigen Berufsleuten. Auch wissen sie, auf welcher Stufe Bildungsangebote zu positionieren sind. Der Bundesrat ist deshalb der Ansicht, dass auch im Fotografiebereich an dieser eingespielten Aufgabenzuteilung festzuhalten ist.</p><p>2. Die Berufsbildung reflektiert die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt: Die einzelnen Bildungsangebote werden permanent mit den Anforderungen in der Berufswelt und den Bedürfnissen der Branchen abgeglichen. Modernisierte oder komplett neue Bildungsangebote sind die Folge wie z. B. die Lancierung zweijähriger beruflicher Grundbildungen mit Berufsattest im Gastronomie- und Hotelleriebereich oder die Einführung der neuen Ausbildung zu Fachangestellten Gesundheit. Diese fortwährende Anpassung der Bildungsangebote führt dazu, dass sich Ausbilden auch in Zukunft für die Unternehmungen lohnt und sie entsprechend Ausbildungsplätze bereitstellen.</p><p>3. Berufsreformen können von einer Organisation der Arbeitswelt nicht im Alleingang durchgeführt werden. Das Berufsbildungsgesetz definiert bereits in Artikel 1 den Grundsatz der Verbundpartnerschaft. Bund und Kantone haben auf verschiedenen Ebenen Möglichkeiten, ihre Interessen einzubringen und Einfluss zu nehmen.</p><p>Die Neupositionierung eines Bildungsangebotes auf der Tertiärstufe hat nicht zwingend zur Folge, dass Ressourcen an Bildungsinstitutionen dahinfallen. Im Fotografiebereich bietet sich beispielsweise die Möglichkeit, inskünftig Vorbereitungskurse auf die höhere Fachprüfung anzubieten.</p>  Antwort des Bundesrates.