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Als frankobelgische Comics werden Comics bezeichnet, die aus den französischsprachigen Ländern in Europa stammen. Die meisten frankobelgischen Comics entstehen in Frankreich und Belgien, einige haben ihren Ursprung aber auch in Luxemburg und der Schweiz.
Frankobelgische Comics wurden von dem Stil US-amerikanischer Superheldencomics beeinflusst und haben sich vor allem durch in Frankreich und Belgien veröffentlichte Comicmagazine weiterentwickelt.
Bekannte Comicmagazine waren
das Spirou Magazin, welches ursprünglich den Namen Journal de Spirou trug und seit 1938 in Belgien erscheint. Anfangs wurden im Spirou Magazin vor allem übersetzte US-amerikanische Comics veröffentlicht, aber auch belgische Zeichner hatten hier die Möglichkeit, ihre Werke zu publizieren. Seit den 1950er-Jahren werden im Spirou Magazin hauptsächlich Eigenproduktionen abgedruckt.
das in Belgien von 1946 bis 1989 erschienene Tintin, das vor allem dem Comiczeichner Hergé eine Plattform für seinen Comic Tim und Struppi bot, aber auch andere Comics sowie Reportagen veröffentlichte.
das von 1959 bis 1989 in Frankreich erschienene Pilote, das ein Magazin für Jugendliche war und neben Comics auch kulturelle und technische Reportagen sowie Geschichten veröffentlichte.
Entstehung von frankobelgischen Comics
In Belgien und Frankreich wurden Comics anfangs nicht als längere Geschichten veröffentlicht, sondern vor allem in Zeitschriften und Zeitungen als Karikaturen oder humoristische Comicstrips, die in sich abgeschlossen waren. Der französische Zeichner Alain Saint-Organ schuf 1925 den ersten französischen Comic. Sein Werk trug den Titel Zig und Puce und wurde wöchentlich in der Zeitung Le Dimanche Illustré fortgesetzt. Der erste belgische Comic war Tim und Struppi von Hergé.
Während der Besetzungszeit von Frankreich und Belgien durch Deutschland war es fast ausgeschlossen, amerikanische Comics zu importieren, sodass viele in Magazinen erschienene Comics ausschließlich von französischen und belgischen Zeichnern produziert wurden.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die frankobelgischen Comics schon eine große Fangemeinde aufgebaut und die meisten Verlage entschieden sich dazu, die Serien in den Comicmagazinen weiterzuführen.
Nicht nur Jugendliche und Kinder, auch Erwachsene begannen sich in den 1960er-Jahren mehr für Comics zu interessieren. Für diese Zielgruppe wurden zu dieser Zeit viele neue Comicserien erschaffen.
Ab den 1980er-Jahren interessierten sich immer weniger Jugendliche für Comics, sodass viele bis dahin erschienene Comicmagazine eingestellt wurden und von den einflussreichsten frankobelgischen Comicmagazinen nur noch Spirou, das bis heute regelmäßig erscheint, übrig geblieben ist. Allerdings erfreuen sich frankobelgische Comics weiterhin großer Beliebtheit, es werden nach wie vor Comicserien produziert und in Comicalben veröffentlicht.