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Etwa 16 Prozent der Landesfläche Brasiliens sind von der Wüstenbildung bedroht. Der internationale Tag zum Kampf gegen die Verwüstung ist in dem südamerikanischen Land deshalb von besonderer Bedeutung. Vor allem Nordosten Brasiliens gibt es etliche Projekte, mit denen ein Fortschreiten des ariden Ödlandes aufgehalten werden soll.
Betroffen sind in Brasilien insgesamt 140 Millionen Hektar, eine Fläche, die beinahe viermal so groß ist wie Landesfläche Deutschlands. Vor allem der Nordosten Brasiliens ist von semiariden Verhältnissen geprägt.
Im Bundesstaat Pernambuco herrscht bereits seit über vier Jahren eine extreme Dürre. Beinahe 70 Prozent der 185 Munizipe mussten deshalb den Notstand erklären. Aber auch in den im Südosten gelegenen Bundesstaaten Minas Gerais und Espírito Santo gibt es semiaride Regionen.
Die Verwüstung ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern bringt ebenso soziale Probleme mit sich. So konzentriert sich die Armut Brasiliens vor allem in den semiariden Regionen des Nordostens. Nach Angaben des brasilianischen Umweltministeriums leben etwa 32 Millionen Menschen in den trockenen Regionen des Landes.
Die Desertifikation wird in Brasilien von verschiedenen Faktoren beschleunigt, an denen der Mensch maßgeblich beteiligt ist. Dazu gehört der achtlose Umgang mit den Naturressourcen und vor allem den Wäldern der trockenen Regionen. Einen Beitrag leistet ebenso die extensive Viehwirtschaft ohne entsprechende Pflegepläne der Weideflächen und Herden.
Gleichzeitig gibt es etliche Projekte, mit denen der Verwüstung entgegen gewirkt werden soll. Aktionsprogramme von 23 Initiativen sind nun am Welttag zum Kampf gegen die Verwüstung am Freitag (17.) ausgezeichnet worden.
Sie beschränken sich keineswegs nur auf eine nachhaltige Landnutzung und die Wiederaufforstung. So wurden auch Projekte mit der Prämie ausgezeichnet, bei denen eine sozial-ökologische Entwicklung im Vordergrund steht.
Präsentiert wurde ebenso eine Veröffentlichung des Zentrums für strategische Studien (Centro de Gestão de Estudos Estratégicos). Nach dieser ist Brasilien in der Lage, die degradierten Flächen zu renaturieren. Das Land besitze sowohl Wissen als auch Technologien zur Restauration der degradierten Ökosysteme, heißt es in der Studie.