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Der Volksmund nennt sie auch: mamoeiro-do-mato; mamoeiro-bravo; mamãozinho
Wissenschaftlicher Name: Jacaratia spinosa (Aubl.) A. D.
Botanische Familie: Caricaceae
Herkunft: Brasilien
Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Ein grosser Baum, der eine Höhe von 20 Metern erreichen kann, Stamm und Zweigen sind mit Dornen bedeckt, die Rinde ist faltig. Die Blätter bestehen aus 8 Fingern. Die Blüten sind grünlich, klein, sie erscheinen zwischen September und Oktober.
Die Frucht
Sie hat eine ovale bis runde Form, in reifem Zustand ist sie von gelber bis orangener Färbung. Das Fruchtfleisch ist gelb bis rötlich, je nach Reifegrad – süsslich, mit zahlreichen Kernen. Die Früchte reifen zwischen Januar und März.
Der Anbau
Eine auf fruchtbaren Böden wild wachsende Pflanze. Sie verbreitet sich mittels Samen.
Der Jaracatiá-Baum stammt aus Brasilien, wo er weit verbreitet ist – auf einem Grossteil des nationalen Territoriums. Der Reisende Gabriel Soares de Sousa bemerkte bereits sein Vorkommen in der Mitte des 16. Jahrhunderts – er nannte den Baum “den Eingeborenen Bahias“. Nach Harri Lorenzi kann der Baum in verschiedenen Waldgebieten vorkommen, vom Süden Bahias bis nach Rio Grande do Sul, inklusive in Minas Gerais, Goiás und Mato Grosso do Sul.
Wieder ein interessanter Baum unter den vielen typischen Fruchtbäumen der Cerrado-Region Brasiliens – dort wächst er auf den kalkhaltigen Böden der Wälder und in den die Flussläufe säumenden Galeriewäldern. Vielleicht sollte man besser sagen: er wuchs dort – denn inzwischen, mit der fortschreitenden Dezimierung der originalen Cerrado-Vegetation, findet man den Jaracatiá nur noch auf dem Gelände traditioneller Fazendas der Region, wo man sich um die Erhaltung der nativen Pflanzen und Bäume kümmert.
Die Frucht des Jaracatiá ist interessant. Obwohl sie je nach Region mit unterschiedlichen Namen bedacht wird – wie zum Beispiel “Mamão-nativo-de-árvore“ (Native Baum-Papaya), “Mamão-de-espinho“ (Stachlige Papaya), “Mamão-bravo“ (Wilde Papaya) oder “Mamão-de-veado“ (Hirsch-Papaya) – unterscheidet sie sich doch sehr von der bekannten Papaya-Art durch ihren besonderen, süsslichen Geschmack des Fruchtfleisches.
Zuerst einmal wächst die Jaracatiá auf riesigen Bäumen im Vergleich zu jenen der gewöhnlichen Papaya: Mit einer Höhe zwischen 10 – 20 Metern ist der Jaracatiá-Baum aussergewöhnlich dekorativ, denn seine gesamte Form – ein dicker Stamm, der sich nach oben verjüngt, weit ausgebreitete, dornige Zweige, eine Baumkrone von geringer Dichte mit besonders schönen Blättern und von aussergewöhnlicher Form und Stand – präsentiert ein bizarres, elegantes Design.
Zum zweiten, obgleich von einer gewissen Ähnlichkeit, unterscheiden sich Papaya und Jaracatiá durch die unterschiedliche Beschaffenheit ihres Fruchtfleisches und der entsprechenden Samenkerne.
Wegen der besonderen Konsistenz und der gelatinösen Zusammensetzung ihres Fruchtfleisches eignet sich die Jaracatiá gut für Gelees – im Gegensatz zur Papaya, die man besser für Süssspeisen und Kompotte verwenden kann.
Die Jaracatiá wird besonders von Vögeln und Affen geschätzt – sie kann aber auch vom Menschen frisch vom Baum genossen werden. Im Lexikon von Pio Corrêa gibt es lediglich einen Hinweis bezüglich der Übertreibung des Genusses dieser Frucht: Er weisst auf den purgativen Effekt durch die Milch hin, welche in dieser Frucht enthalten ist, besonders in noch unreifem Zustand – wenn man viel davon isst, wird einem schlecht und man bekommt sogar Fieber.
Er bemerkt ausserdem, dass die Soldaten der von Marechal Rondon befehligten Expeditionen mehrere Male mit den unangenehmen Auswirkungen des Jaracatiá-Genusses Bekanntschaft gemacht hätten. Eine empfehlenswerte Methode, die Frucht ohne Reue zu geniessen, sei ihre gekochte Zubereitung wie Gemüse.
Im brasilianischen Nordosten sind die Menschen daran gewöhnt, sie roh zu essen – sie ritzen ihre Schale ein (so fliesst die Milch ab) und lassen sie dann von einem Tag zum andern stehen.