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Waffenplatz Winterthur
Winterthur war lange Zeit Garnisonstadt und beherbergte erst die Kavallerie- und später die Radfahrerschulen. Der langdiskutierte Aus- bzw. Neubau der Gebäulichkeiten fand dann aber nicht statt, sondern Winterthur verlor ab 1971 (Verlegung der Radfahrerschule weg von Winterthur) bis 2005 (Schliessung des Zeughauses) kontinuierlich an militärischer Ausbildungsbedeutung.
Bereits 1849 wurde Winterthur zum Waffenplatz erkürt, sie wurde also zur Garnisonsstadt. Die Kavallerie zog bis 1900 in die Kasernen an der Technikumstrasse (Kaserne I) und Zeughausstrasse (Kaserne II) ein. 1894 wurde das Zeughaus mit ersten Gebäulichkeiten in Betrieb genommen. Ständiger Radfahrer-Waffenplatz wurde Winterthur von 1926 bis 1971. Mit dem Bezug von neuen Kasernenanlagen in Drognens FR wurden die Radfahrerschulen 1971 dorthin verlegt.
96 Rekrutenschulen wurden durchgeführt. Dazwischen, von 1926 bis 1929, diente der Waffenplatz Winterthur auch verschiedensten militärischen Kursen und Schulen. Auch Wärmestuben und Volksküche und, nach dem ersten Weltkrieg, Notwohnungen fanden Aufnahme unter dem Dach der Kaserne I. Seit den 1930er-Jahren wurde über einen Neubau der militärischen Bauten gesprochen. Drei Projekte wurden ausgearbeitet.
Der Teuchelweiher-Platz war früher ein viel genutzter Freiraum. Als Zirkusplatz, Chilbiplatz, Parkplatz, Sammelplatz für das Militär und für vieles mehr hat dieses Areal gedient. Heute steht das Feuerwehr-Gebäude an diesem zentralen Ort.
Auf dem Postkarten-Foto sieht man im Vordergrund eine Besammlung einer Radfahrer-Rekruten-Einheit. Dahinter ist die Kaserne 2, heute MZA Mehrzweckanlage, als Militärunterkunft zu erkennen. Am rechten Bildrand, damals eingehagt, liegt das Wachterareal.
Am 22. November 1942 bewilligten die Stimmberechtigten einen Kredit für einen Kasernenneubau im Talgut. Der Bau wurde nie in Angriff genommen und schliesslich war das Raumprogramm nicht mehr zeitgemäss. Im Herbst 1952 wurde ein neues Projekt vorgestellt. Es hätte im Ohrbühl zu stehen kommen sollen. Auch über diese Pläne wurde so lange diskutiert, bis auch dieses Ansinnen überholt war. Ein drittes Bauvorhaben, Erstellungskosten 25,5 Mio. Franken wurde 1963 vorgestellt. Es kam aber schliesslich ganz anders. Noch im selben Jahr, anlässlich einer Besprechung am 11. Juni 1963 stellte Bundesrat Paul Chaudet, Vorsteher des damaligen EMD, die Weichen anders. Anstatt Ersatz der nicht mehr zweckmässigen Räumlichkeiten stand die Aufhebung des Waffenplatzes Winterthur im Vordergrund. Nach dem Wegzug der ständigen Rekrutenausbildung 1971 wurden in Winterthur unterschiedlichste Provisorien und Übergangsausbildungsplätze stationiert. Auch militärische Kurse aller Art sind ständige Gäste in den verbliebenen Räumlichkeiten der MZA an der Zeughausstrasse. Die militärische Bedeutung Winterthurs reduziert sich aber trotzdem weiter. Am 30. November 2005 wurde das Zeughaus geschlossen und zehn Arbeitsplätze gingen damit verloren. Das Kurswesen in der MZA blieb, mindestens vorläufig, erhalten.