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Hauser Peter, Dr. iur., Rechtsanwalt, *1943
Obwohl er es nicht gerne hört, ist Peter Hauser, Jurist, ein Urwinterthurer, der mit dieser Stadt sehr verbunden ist. Seine Aktivitäten als Anwalt, in der Studentenverbindung Vitodurania und in der Herrenstuben-Gesellschaft haben ihm auch zum Namen eines beredten Mannes mit sozialer Ader verholfen.
Peter Hauser, geboren am 8. Februar 1943, ist in Oberwinterthur aufgewachsen. Nach der Primarschule besuchte er das Gymnasium und gehörte zu jenem Maturjahrgang, der 1962 das Schulhaus «Rychenberg» einweihte. Er ist verheiratet mit einer Tochter des Bildhauers Robert Lienhard (1919-1989), Vater einer Tochter und seit Ende 2006 Grossvater von Zwillingsbuben. Dass er ein Ur-Winterthurer sei, verneint Peter Hauser, denn sein Grossvater Willy Hauser ist erst anno 1892 von Wädenswil zugewandert, um das Winterthurer Gymnasium zu besuchen, das schon damals recht viele auswärtige Schüler hatte. Nach dem Hochschulabschluss gründete dieser 1904 in Winterthur ein Anwaltsbüro. Peter Hauser, der wie der Grossvater in Leipzig und der Vater in Heidelberg einen Teil des Studiums in München absolvieren durfte, führt diese Anwaltskanzlei in dritter Generation, und wie sein Grossvater und Vater fühlt er sich mit Winterthur tief verbunden. «Die Geschicke dieser Stadt liegen mir sehr am Herzen», sagt er. An Winterthur gefallen ihm die Übersichtlichkeit, das Masshalten in entscheidenden Fragen, das vielseitige Kulturangebot und der Umgang der Politiker untereinander, die meistens nach einem Kompromiss suchen, statt Grabenkämpfe auszutragen.
Hauser ist ein Vertreter des traditionellen, wertkonservativen Winterthur. Aus Familientradition wurde er Artillerist und brachte es wie sein Grossvater bis zum Oberst. Anders als der Grossvater, aber wie der Vater, der Anwalt Dr. Willy Arnold Hauser-Filli (1910-2008), war er jedoch nie in einer politischen Behörde. Die politischen Mühlen mahlen ihm zu langsam. Statt dessen ist er Mitglied in etlichen Vereinen, die meist mit Winterthur zu tun haben und von Aussenstehenden als elitär angesehen werden. Dazu gehören etwa die Mittelschulverbindung Vitodurania, deren Altherrenverband er von 1986 bis 1996 präsidierte, der Lions Club Winterthur-Wyland, der Club zur Geduld und die Offiziersgesellschaft Winterthur, deren Präsident er 1978/79 war. «Der Zugang zu diesen Vereinigungen ist zwar nicht jedem offen», gibt Hauser zu, «aber wir fühlen uns nicht als etwas Besseres.» Vehement begegnet er auch der verbreiteten Ansicht, dass diese Clubs einen «Filz» bilden, der sich gegenseitig Aufträge und «Pöstchen» zuhält. «Es geht nicht um direkte geschäftliche Interessen und Beziehungen. Es ist ein Märchen, dass jemand eine bestimmte Stelle nur bekommt, weil er in einer Verbindung oder in einem Serviceclub ist.» Peter Hauser verhehlt aber nicht, dass es von Vorteil ist, viele wichtige Leute in der Stadt zu kennen: «Das ist nicht nur interessant, sondern auch nützlich. Persönliche Kontakte erlauben es mir, schneller an gewisse Informationen zu kommen. Das erleichtert mir die Arbeit.»
Der wichtigste «Posten», den Hauser bekleidete, war der des Stubenmeisters der Herrenstuben-Gesellschaft Winterthur in der Zeit von 1999 bis 2014. Der Stubenmeister sei nämlich genau genommen der höchste Winterthurer, erklärt er mit verschmitztem Lächeln. Bei der Herrenstuben-Gesellschaft handelt es sich um eine Vereinigung aus zünftischen Zeiten, die etwa um 1300 gegründet wurde. Gemäss den noch immer geltenden Statuten von 1892 ist «die Pflege der Kameradschaft zwischen Männern von Bildung, Rang und allgemeinem Einfluss in hiesiger Stadt» das Ziel der Gesellschaft. Die Herrenstube verwaltet eine Fürsorge- und Kunststiftung. Hauser und sein Vorstand bestimmen alljährlich, welche sozialen Institutionen und öffentlich zugänglichen Kunstwerke unterstützt werden sollen. So verhilft die Gesellschaft der finanziell leidenden Stadt bisweilen zu «Kunst am Bau» in einem Schulhaus. Gross an die Glocke hängen mag das Hauser aber nicht. «Tue Gutes und sprich nicht darüber» lautet sein Credo. Überhaupt hat Peter Hauser eine soziale Ader. Obwohl klar bürgerlich orientiert, vertritt er als Anwalt alle Schichten. So kommt es, dass er vor Gericht nicht nur für Leute im Nadelstreifenanzug kämpft, sondern auch Anwalt der Eisenbahnergewerkschaft ist. Hauser ist Anwalt mit Herz und Seele. Ebenso sehr interessiert ihn aber die Geschichte, insbesondere die lokale. Er hatte sich früher vorgenommen, noch Geschichte zu studieren. Daraus wird aber wohl nichts, denn er will den Anwaltsberuf noch ein paar Jahre ausüben und zudem warten mit zunehmenden Alter der Zwillingsenkel verstärkte Grossvaterfreuden und -pflichten.
Als Grundlage zu diesem Text diente ein Zeitungsartikel vom 4.10.2006 von Thomas Lattmann im «Landboten». Der Text wurde für das Glossar durch Peter Hauser angepasst.
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