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Identifikation
Signatur:
Ar 126
Entstehungszeitraum / Laufzeit:
1912-1958
Umfang:
0.8 m
Kontext
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Alis Guggenheim wird in Lengnau AG geboren als drittes von sieben Kindern des Viehhändlers Moses Guggenheim. Nach der Übersiedlung der Eltern nach Zürich macht A.G. eine Lehre als Modistin. 1916 eröffnet sie einen kleinen Modesalon. In dieser Zeit lernt sie den russischen Studenten und Revolutionär Mischa Berson kennen. Mit ihm fährt sie 1919 nach der Sowjetunion. 1920 kehrt sie mit der einmonatigen Tochter Ruth in die Schweiz zurück und eröffnet wieder einen Modesalon. Nach langen inneren Kämpfen verkauft sie ihr Geschäft und wird freischaffende Malerin und Bildhauerin. Als Autodidaktin, Jüdin und Kommunistin hat sie ein sorgenerfülltes Leben. 1942 zieht sie nach Muzzano TI. Hier lebte Alis Guggenheim zurückgezogener als in Zürich, wo sie einen grossen Bekanntenkreis hatte, zu dem unter vielen anderen der Graphiker Carl Meffert, die Maler Richard Paul Lohse und Max Bill, der Schriftsteller Albert Ehrismann, der Zürcher Arzt Hans Rotter, die Psychoanalytiker Goldy und Paul Parin-Mathé, der Politiker Jules Humbert-Droz und der Kunsthistoriker Max Raphael gehörten. Dennoch liessen die Kontaktfreudigkeit und das Interesse von Alis Guggenheim an den Menschen und ihren Schicksalen auch im Tessin rasch einen neuen Freundeskreis entstehen. Partner für politische Diskussionen fand Alis Guggenheim im Schriftstellerehepaar Lisa Tetzner und Kurt Kläber. Bis zu ihrem Tod blieb auch die Freundschaft mit Walter Bringolf und dem Architekten Hannes Meyer wichtig. Vor allem aber waren die Tochter Ruth Guggenheim und deren Freunde in Muzzano gern gesehene Gäste. In den 1950er Jahren fand Alis Guggenheim endlich auch die Anerkennung einer breiteren Öffentlichkeit. 1954 erhielt sie den Kunstpreis des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes "in Anerkennung und Dankbarkeit für erfolgreiches Schaffen". Ein halbes Jahr später fand ihre erste grosse Einzelausstellung in Zürich statt. Im Sommer 1958 erkrankte Alis Guggenheim. Sie begab sich in Zürich in ärztliche Behandlung. Am 2. September 1958 starb Alis Guggenheim im Zürcher Kantonsspital. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof in Lengnau beerdigt.
Übernahmemodalitäten
Die Akten gelangten 1993 aus dem Besitz von Ruth Guggenheim ins Schweizerische Sozialarchiv; mehrere kleinere Nachlieferungen (Fotodokumente, Briefe).
Inhalt und innere Ordnung
Form und Inhalt
Der Nachlass Alis Guggenheim umfasst Autobiographisches [u.a. Tagebücher 1912–1925], Unterlagen zur Person, Korrespondenz (u.a. mit Mischa Berson, Igildo Biesell, Ernst Dietze, Karl Geiser, Kurt Kläber, Emil Klöti, Emil Landolt, Mentona Moser, Emil Oprecht, Paul Richter, Georg Schmidt, Otto Schneid, Hellmuth Simons, Minna Tobler-Christinger, Erich Weinert) sowie zahlreiche Fotodokumente. Ferner ist im Nachlass Alis Guggenheim ein umfangreiches Manuskript von Mischa (Moses) Berson über die Geschichte der Gleichstellung der Juden in der Schweiz vorhanden.
Bewertung und Kassation
Es wurden keine Kassationen vorgenommen.
Neuzugänge
Es werden keine Neuzugänge erwartet.
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache
Sachverwandte Unterlagen
Veröffentlichungen
Verzeichnungskontrolle
Informationen der Bearbeiter*in
Die Verzeichnung erfolgte 1993 durch Karl Lang.