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Markus Wieser ist nicht nur
Stimmführer des Bratschenregisters (auch Violaregister genannt), sondern auch einer der Mitbegründer des 21st
Century Symphony Orchestras. Er sitzt zusammen mit den Stimmführern der 1. und
2. Violine und der Violoncelli an vorderster Front und damit in unmittelbarer
Nähe des Dirigenten.
Die Musik umspielte Wieser bereits in der Kinderwiege. Er erlernte das Geigenspiel zunächst bei seinem Vater Gerhard Wieser, bevor ihn die berühmte Violonistin Aida Stucki in Winterthur, welche auch Anne-Sophie Mutter unterrichtete, unter ihre Fittiche nahm. Nach dem Erarbeiten des Solistendiploms wurde ihm das begehrte Migros-Stipendium zugesprochen, welches Wieser weitere Studien im Ausland ermöglichte. Schon während des Studiums wurde er Mitglied des Collegium Musicum Zürich (CMZ) unter der Leitung des CMZ-Orchesterbegründers und legendären Musikmäzens Paul Sacher. Wiesers Engagement fürs Spielen zeitgenössischer Kammermusik brachte ihm den Migros-Kammermusik-Preis ein. Von 1999 bis 2009 war er Solobratschist der Festival Strings Lucerne. Mit dieser Formation reiste er während zahlreichen Tourneen um den Planeten und spielte zahlreiche CDs ein.
1998 lernte er Ludwig Wicki
kennen. Die beiden merkten bald, dass sie die Faszination für die Film- und
Programmmusik teilten. Zusammen mit weiteren Musikerkollegen – wobei Wieser die
Streicher und Wicki die Bläser zusammentrommelten – begründeten sie 1999 das 21st
Century Symphony Orchestra (21CO). Seither ist das 21CO auch für Wieser zu einer grossen Herzensangelegenheit geworden,
für welche er gar sein Engagement bei den Festival Strings aufgab.
Markus Wieser ist ausserdem Konzertmeister des 21st Century Salon Orchestra, der Kleinformation des 21CO, und er spielt im Ensemble Montaigne, den Chamber Soloists Lucerne und ist Solobratschist des Collegium Musicum Luzern. Er unterrichtet an der Musikschule Luzern und der Hochschule Luzern-Musik (HSLU).
3 Fragen - 3 Antworten
Du warst nicht nur an der Gründung des 21CO beteiligt, sondern hast gar den klangvollen Namen des Orchesters beigesteuert. Wie bist Du auf den Namen gekommen?
Den Namen habe ich frei vom Namen der legendären Filmschmiede «20th
Century Fox» abgeleitet. Damit soll die Filmthematik – das Kredo des 21st Century Symphony Orchestra – betnont werden. Vom «20th
Century» zum «21th
Century» habe ich gewechselt, um den Glauben an die Zukunft unseres Konzepts zu unterstreichen.
Wie unterscheidet sich das Spiel von Filmmusik gegenüber Deinen anderen Arbeiten?
Die Filmmusik verlangt nach einer sehr grossen und anhaltenden Aufmerksamkeit. Aufgrund ihrer Funktion ist sie meist sehr dynamisch und enthält schnelle, abrupte Takt-, Rhythmik- und Metrik-Wechsel. Sie ist stilistisch unendlich variabel: von romantisch und melodienverliebt bis extrem atonal. Man lernt viel, was die Filmmusik zu einer dankbaren Literatur macht.
Was reizt Dich an der Filmmusik?
Abgesehen von der enormen Stil-Vielfalt macht die Filmmusik einen interessanten und wertvollen Brückenschlag zwischen der Klassik und der zeitgenössischen Musik. Das macht sie für ein breites Publikum attraktiv. Die Filmmusik ist oftmals herausfordernd und schreckt als moderne Musik vor Atonalitäten nicht zurück – der Hörer meist schon. Doch im Zusammenhang mit dem Filmbild werden solche fast avantgardistische Züge in der Musik vom Hörer und Zuschauer leichter akzeptiert. Darin sehe ich viel Potenzial.