Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03186.jsonl.gz/1090

Für Emmi Schmid-Schubiger, Trainerin der Weininger Kunstturnerinnen, sind es 50 Jahre her als sie an einer Weltmeisterschaft turnen durfte. Ihrer Geschichte als Turnerin und Kämpferin für den Frauensport, wurde ein grosser Bericht in der Limmattaler Zeitung gewidmet.
Die Kunstturnerinnenriege wurde 1969 von Emmi Schmid-Schubiger gegründet und besteht zurzeit aus ca. 15 Mitgliedern.
Das KuTu-Weiningen ist als eigenständiger Verein gleichzeitig eine Unterabteilung des TV-Weiningen und wird in das Vereinsleben des Stammvereins einbezogen.
Gründung des Fan-Club 1998.
Seit 2002 besteht mit den Kunstturnerinnen aus Otelfingen eine Trainingsgemeinschaft.
37 Jahre Frauenkunstturnen in Weiningen
Ich stellte mich an einem Dienstag Abend im April 1967 um 19 Uhr am Eingang der Schlüechti-Turnhalle hin und wartete darauf, mit einem Verantwortlichen zu reden, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe für mich, in der Schlüechti-Halle zu trainieren. Der damalige Oberturner war einverstanden. Ich bekam in der Halle eine Ecke für den Barren und Balken. Ich konnte zum Glück mit meinem Dienstags-Training schon um 17.30 Uhr in Weiningen beginnen. Am Montag und Mittwoch trainierte ich in Zürich. Freitags, Samstags und Sonntags Morgen war Training in Magglingen. Ich stand ja voll in der Vorbereitung für die Europameisterschaften im Mai, und ich wollte mein Bestes geben. Ein Jahr später, 1968, standen die Olympischen Sommerspiele in Mexiko noch auf meinem Programm. Das war damals eines meiner grössten Ziele. Leider wurden keine Kunstturnerirmen vom Verband aus nominiert. Gaby Theintz und ich standen plötzlich ohne ein sportliches Ziel da.
Ja, das war damals sehr, sehr hart für mich. Zum Glück hatte ich da noch die Verbindung zur Kölner Turnerschaft v. 1843, wo mir die Möglichkeit gegeben wurde, mit der Mannschaft Städte-Wettkämpfe zu bestreiten. Diese Wettkämpfe fanden in Deutschland, Belgien, Holland, Oesterreich und Luxemburg statt. Das war eine sehr schöne Zeit für mich. So musste ich nicht von einem Tag auf den anderen aufhören; und so kam es dann auch, dass ich länger als geplant in der Schlüechti-Halle trainierte.
Im Herbst 1968 gab es dann ein seltsames Ereignis. Während meines Trainings gab es immer mehr neugierige Zuschauerinnen. Nach einem Training liess ich die Mädchen auch in die Halle herein. Schon nach kurzer Zeit fanden sich jeweils 15 bis 20 ein und wollten in meine Fussstapfen treten. Na ja, so gab es ein nahtloser Uebergang von der Spitzenturnerin zur Trainerin.
Geräteturnen
Ja, das kam folgendermassen zustande: Im Frauen-Kunstturnen gab es immer grössere Veränderungen. Auch ich machte mir Gedanken über meine Riege. Ich wusste auch, dass die eine oder andere Turnerin keine Chance mehr hatte im Kunstturnen. Vom Jahre 1972 an wurden Wettkämpfe im Geräteturnen vom Schweizerischen Turnverband ins Leben gerufen.
7 Jahre später entschlossen wir uns, auch in Weiningen das Geräteturnen einzuführen. Von da an musste ich keiner Turnerin mehr das Kunstturnen abraten. Elsbeth Lehmann Haug übernahm von diesem Zeitpunkt an als Leiterin des Geräteturnens die Verantwortung. Wir trainierten gemeinsam in der gleichen Halle bis zum Jahre 1988. Gemeinsame Auftritte gabs jedoch nur noch am Chränzli bis 1994.
So konnte ich zielstrebig sportartspezifisch arbeiten. In der Folge stellten sich schnell gute Leistungen in der ganzen Riege ein.