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Berner Studie: Homöopathie beruht auf einem Placebo-Effekt
Die Homöopathie wurde im Juni 2005 aus der Grundversicherung gestrichen. Diese Entscheidung von Bundesrat Pascal Couchepin beruht unter anderem auf einer vieldiskutierten Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie, die am 26. August in «The Lancet» publiziert wurde. Sie zeigt, dass die Wirkung der Homöopathie mit einem Placebo-Effekt vereinbar ist.
Eine spezifische Wirkung homöopathischer Mittel lässt sich nicht belegen: zu diesem Schluss kommt ein Team um Prof. Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (ISPM). Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hatten die Forscher in einer grossangelegten Meta-Analyse Studien von homöopathischen und konventionellen Medikamenten verglichen. Dabei wurden 110 bisher publizierte placebokontrollierte Studien von homöopathischen Mitteln 110 Studien von konventionellen Medikamenten gegenübergestellt.
Diese wiesen eine ähnliche Versuchsanordnung auf und wurden aus einer Vielzahl zufällig ausgesucht. Die untersuchten Studien behandelten unterschiedlichste medizinische Bereiche von Atembeschwerden bis zur Anästhesie. Die Forscher analysierten die Resultate der Behandlungen in Studien mit geringer Probandenzahl von minderer Qualität und in grossangelegten Studien von hoher Qualität. In beiden Gruppen wurden in den qualitativ schlechteren Studien den Medikamenten eine bessere Wirksamkeit attestiert als in qualitativ hochstehenden Studien. Sobald sich die Untersuchung aber auf qualitativ hochstehende Studien beschränkte, liessen sich keine Belege mehr für eine spezifische Wirkung der Homöopathie finden. In diesen Studien gab es keinen Unterschied zwischen Placebo und homöopathischen Medikamenten, während die konventionellen Medikamente auch in diesen Studien eine Wirkung zeigten.
«Je sorgfältiger und qualitativ besser eine homöopathische Studie war, desto weniger konnte die Wirksamkeit der Homöopathie nachgewiesen werden», stellt Egger fest. Somit seien die klinischen Behandlungsresultate der Homöopathie am ehesten auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen. Als Erklärung denkbar sind laut Egger sogenannte Kontext-Effekte, etwa der gemeinsame, starke Glaube von Therapeut und Patient an die Wirksamkeit der verschriebenen Mittel, der unterstützend und heilend wirken kann.
Vergleichende Studie placebogestützter Studien der Homöopathie und konventionellen Medizin
Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) wurde am ISPM Bern von November 2002 – Ende 2004 in einer grossangelegten Meta-Analyse die Wirksamkeit von Homöopathie und konventioneller Medizin evaluiert. Für die Untersuchung wurden zwei Datenbanken angelegt: eine über placebokontrollierte Studien zur Homöopathie und eine weitere über ähnliche Studien in der konventionellen Medizin. Verglichen wurden Studien beider Gruppen nach der Art ihrer Publikation, der Sprache der Veröffentlichung, der angewandten Methodologie und Versuchsanordnung.
26.08.2005