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bioRelaxx: HRV in der Wissenschaft
Wenn Sie mehr über das HRV-Biofeedback Training wissen möchten,
dann lesen Sie die nachfolgenden Auszüge aus externen Veröffentlichungen.
Wir haben zu jedem Textauszug die Quelle angegeben und dorthin verlinkt. Besonders auf der Wikipedia-Seite erhalten Sie umfassende Informationen zu dem Thema.
Als Herzfrequenzvariabilität oder Herzratenvariabilität (HRV)
wird die Fähigkeit eines Organismus (Mensch, Säugetier) bezeichnet, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Auch im Ruhezustand treten spontan Veränderungen des zeitlichen Abstandes zwischen zwei Herzschlägen auf.
Über autonome physiologische Regulationswege passt ein gesunder Organismus die Herzschlagrate beständig momentanen Erfordernissen an. Körperliche Beanspruchung oder psychische Belastung hat deswegen bekanntlich in der Regel eine Erhöhung der Herzfrequenz zur Folge, die bei Entlastung und Entspannung normalerweise wieder zurückgeht. Dabei zeigt sich eine höhere Anpassungsfähigkeit an Belastungen in einer größeren Variabilität der Herzfrequenz. Unter chronischer Stressbelastung ist beides dagegen wegen der beständig hohen Anspannung, die dafür typisch ist, mehr oder weniger eingeschränkt und infolgedessen reduziert.
HRV in Stressmedizin und Psychophysiologie
In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedene Biofeedback-Techniken und Geräte entwickelt, um die Variabilität der Herzfrequenz zu messen. Dabei wurde besonderes Gewicht auf die Messung der Koppelung von Herz und Atmung gelegt, um so den Grad der Kohärenz/Synchronisation von Herzrhythmus und Atemfrequenz bestimmen zu können.
Synchronisation und chaotischer Verlauf von Atemrhythmus und Herzfrequenz sind bei diesen Biofeedback-Verfahren bildlich oder akustisch darstellbar. Die Messung des Pulses erfolgt dabei mit Hilfe eines Brustgurtes oder eines Ohrclips, wobei die Daten dabei auf spezielle Weise ausgewertet werden.
Festgestellt wurde, dass bei so komplexen Reaktionen wie Liebe oder Dankbarkeit, die mit der emotionalen Reaktion der Freude verbunden sind, eine messbare Synchronisation der Rhythmen von Herz und Atmung (Respiratorische Sinusarrhythmie) erfolgt. Diese Balance zwischen Atmung und Herzschlag verschwindet jedoch bei Reaktionen wie Hetze (,,Stress“), Ärger oder Angst, die mit vermehrter Ausschüttung von Stresshormonen einhergehen.
Von den USA ausgehend werden in den letzten Jahren zunehmend Forschungen unternommen um festzustellen, inwieweit Kohärenz von Herz und Atmung trainierbar ist, und welche Therapieerfolge mit unterschiedlichen Settings erreicht werden können. Dabei werden Biofeedback-Techniken eingesetzt und in verschiedenen Variationen das emotionale Erleben der Trainees zusätzlich oder alternativ gezielt zu beeinflussen gesucht. Dabei werden spezielle musikalische Kompositionen eingesetzt, Atemtechniken, Achtsamkeitsübungen, Tranceinduktionen oder gelenkte Imaginationen mit Konzentration auf Herz und Atmung in Verbindung mit der Aktivierung besonders positiver, etwa liebevoller Reaktionen.
Das HRV-Biofeedback wird als Coaching-Methode
oder komplementärmedizinische Methode schon länger in der verhaltenstherapeutisch orientierten Psychotherapie genutzt. Nach Studien in den USA sind dadurch Depressionen, Herzerkrankungen, Asthma, Angststörungen und Schlaflosigkeit günstig beeinflussbar. Die Verbesserung der Kohärenz von Atmung und Herz kann auch beim Abbau von Anspannungen helfen, bei der Bewältigung von Stress und Angst, und dazu beitragen, im Alltag gelassener zu reagieren.
HRV-Biofeedback wird seit einiger Zeit erfolgreich in der betrieblichen Gesundheitsförderung eingesetzt. Mitarbeiter können individuell und in kurzer Zeit Entspannungs- und Konzentrationsfähigkeit verbessern. Die autonome Balance, gemessen an der HRV, nimmt zu und das individuelle Stressempfinden sinkt.
HRV-Training, DHEA und Depressionen
Eine Studie aus den USA lässt darauf schließen, dass sich nach einem Training von täglich 30 Minuten über einen Zeitraum von 4 Wochen, der Spiegel des so genannten Jugendhormons DHEA um durchschnittlich 100 Prozent erhöht hatte.
DHEA wird in der Nebennierenrinde hergestellt und enzymatisch zu verschiedenen Hormonen umgebaut. In Untersuchungen war festzustellen, dass DHEA Abläufe im zentralen Nervensystem beeinflussen kann. Es wird vermutet, DHEA könne an Bindungsstellen koppeln, die für bestimmte Botenstoffe der Nerven vorgesehen sind (NMDA-, Sigma- und GABA-Rezeptoren) und deren Konzentration verändern, beispielsweise den Serotonin-Gehalt in bestimmten Hirnarealen erhöhen. Dabei zeichnet sich ein entsprechendes Wirkmuster wie auch bei Medikamenten mit antidepressiver Wirkung ab.
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Herzratenvariabilitäts-Biofeedback
Das gesunde Herz schlägt nicht regelmäßig wie ein Uhrwerk. Der Puls verändert sich, in einem gewissen Rahmen, ständig. Jeder weiß, dass durch kräftige Bewegungen der Puls schneller, durch Ruhe langsamer wird. Es gibt aber auch kleine Veränderungen, die normalerweise unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen, also nicht unmittelbar gespürt werden. Hierzu gehört die Anpassung des Pulses an den Atemrhythmus: Beim Einatmen schlägt das Herz etwas schneller als beim Ausatmen. Diese natürliche Schwankung wird Respiratorische Sinus Arrhythmie (RSA) genannt. Der Grad der RSA heißt Herzratenvariabilität (HRV).
Wie genau diese Rhythmisierung entsteht ist noch nicht bis in das Letzte geklärt. Aber wir wissen, dass sie über sympathische und parasympathische Impulse des vegetativen Nervensystems gesteuert wird. Und daß der Grad der Rhythmisierung über die Barorezeptoren in der Aorta erfolgt. Die Barorezeptoren sind auch für den Blutdruck verantwortlich. Forschungen haben gezeigt, dass körperliche und seelische Gesundheit einhergehen mit einer erhöhten Herzratenvariabilität. Und das gilt auch umgekehrt: Eine erhöhte HRV führt ihrerseits zu vermehrtem körperlichen und seelischen Wohlbefinden. Es ist nun möglich, die HRV über Biofeedback-Therapie zu erhöhen und so bestimmte Symptome zu behandeln und die Gesundheit des Herz- Kreislaufsystems insgesamt zu verbessern.
Wann wird HRV-Biofeedback angewendet?
Die Hauptindikation von HRV-Biofeedback ist die Behandlung stressbedingter funktioneller Störungen. Dazu gehören chronisch erhöhter Blutdruck (essentielle Hypertonie), Erschöpfungszustände oder Herz-Kreislauferkrankungen. Neuere Studien – hier sind vor allem die Ergebnisse der Forschungsgruppe um Prof. Paul Lehrer zu nennen – zeigen, daß HRV-Biofeedback auch bei Depression und Angst sowie asthmatischen Symptomen gute Ergebnisse zeigt. Und nicht zuletzt wird die Methode bei der Steigerung physischer und psychischer Performance mit gutem Erfolg angewendet.
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Biofeedback, nicht zu verwechseln mit Bioresonanztherapie,
ist eine anerkannte wissenschaftliche Methode und ein Lernprozess, bei dem üblicherweise unbewusst ablaufende Körperfunktionen visuell und akustisch bewusst gemacht werden, um die willentliche Kontrolle zu erlernen.
Dabei wird – im Innen – die Selbstregulationsfähigkeit des Trainierenden entwickelt. Im Außen ist es ein wichtiger Schritt der Wahrnehmung von Eigenverantwortlichkeit.
Im Mittelpunkt des HRV-Biofeedback-Trainings steht die Selbstwahrnehmung eines Zustandes innerer Kohärenz oder Geordnetheit durch die Übereinstimmung von Atemrhythmus und Herzrhythmus (Herzbalance) mit positiven Folgen für Blutdruck, Muskelspannung, Gehirnströmen sowie Hormon- und Immunsystem.
Dieser parasympathisch vermittelte Einfluss auf das psycho-neuro-endokrino-immunologische System wird spielerisch wahrnehmbar gemacht.
Dies ermöglicht ein tiefes Verständnis für Reaktionsweisen und Handlungsmuster, die im Alltag zu stressassoziierten Belastungen führen wie Nervosität, Ein- und Durchschlafprobleme, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit, innere Unruhe u.a.m.
Im Lauf eines HRV-Biofeedback-Trainings wird schnell erlernt, Körpervorgänge wahrzunehmen, in die gewünschte Richtung zu beeinflussen und diese Fähigkeit auch jederzeit selbstregulativ im Alltag einzusetzen.