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Wissenschaftlicher Name: Atlantischer Lachs Salmo salar
Gefährdungsstatus (IUCN): Nicht gefährdet, in der Schweiz seit den 1950er-Jahren ausgestorben.
Unterarten: Keine Angaben
Körpergrösse: 0,9 - 1,2 m (in Einzelfällen bis zu 1,5 m)
Gewicht: bis zu 3 - 3,5 kg
Verbreitung: Atlantik und Ostsee
Ursprünglich waren die Lachse in den Einzugsgebieten von Aare, Reuss, Limmat, Birs, Wiese und Thur heimisch.
Im Kanton Aargau wurden 1915 noch mehr als 1000 Exemplare gefangen. Mit den ersten Kraftwerken am Hochrhein wurde der Aufstieg zu den Laichgebieten verhindert; der Lachs verschwand in den 1960er-Jahren aus der Schweiz. Wie bringen wir die Lachse wieder dazu, den Hochrhein hinaufzusteigen?
Bekanntlich sind auch Wiese, Birs und Ergolz im Raum Basel Laichgewässer für den Lachs. Unterhalb von Basel liegt eine rund 40 km lange Altrheinstrecke, welche als "Filetstück" im geplanten Biotopverbund zwischen Basel und Rotterdam gilt. Sie bildet das potenziell grösste Laichhabitat für den Lachs und andere Langdistanzwanderer entlang des ganzen Rheins. Die Potenziale dieses Rheinabschnittes können aber nur dann voll zur Entfaltung gebracht werden, wenn die Durchgängigkeit gewährleistet wird: d.h. die Mindestwasserführung (Restwassermenge) muss deutlich angehoben und eine ständige Geschiebezufuhr muss zugelassen werden. Die Betreiber von Hochrheinkraftwerken müssten ihre Anlagen mit Umgehungsgewässern oder lachsgängigen Fischaufstiegshilfen ausrüsten und die Kraftwerke müssten mit fischfreundlicheren Turbinentypen ausgestattet werden. Ebenso könnten mit der Strukturierung der Flussläufe die Lebensbedingungen für Jungfische und Kleinfischarten verbessert werden. Eine tiergerechte (für Biber und Fischotter) und landschaftliche Aufwertung der Ufer dürfte auch der Erholungsnutzung dienlich sein.
Ein Forschungsprojekt des BUWAL (siehe BAFU-Bericht) hat gezeigt: Das Problem liegt nicht bei den Fischen. Die unterhalb von Basel ausgesetzten Fische sind in alle drei Rheinzuflüsse bei Basel – Wiese, Birs und Ergolz – eingestiegen. Trotz der Hindernisse ist der Aufstiegstrieb bei den laichbereiten Fischen sehr gross. Sie haben jede vorhandene Möglichkeit zum Aufstieg ausgenutzt.
Ein Anfang wurde an der Birs gemacht: Seit 1995 sind zehn Wanderhindernisse durch Umgehungsgerinne, Fischpässe, Fischlift und Rampen fischgängig umgestaltet worden. Damit entstanden neu 25 km Laich- und Aufwuchsbiotope für den Lachs und andere Rheinwanderfische. An der Wiese zeigt sich leider keine deutliche Verbesserung und an der Ergolz müssen nach wie vor zwei weitere Hochrhein-Kraftwerkstufen überwunden werden. Somit haben auch 17 Jahre nach Beginn des Aktionsprogramms Rhein “Lachs 2000” noch immer keine Wanderlachse den Schweizerischen Rhein und seine Zuflüsse erreicht.
Thomas Huber
Aktuelle Informationen:
Seit Jahren kooperieren die Mitglieder der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins, IKSR, (CH, FR, DE, LU, NL und die Europäische Kommission) mit Österreich, Liechtenstein und der belgischen Region Wallonien sowie Italien zum Wohl des Rheins und aller ihm zufließenden Gewässer. Diese internationale Zusammenarbeit im Rahmen der IKSR begründet sich auf dem Übereinkommen zum Schutz des Rheins.
"Lachs 2020" ist Teil des IKSR-Programms "Rhein 2020" zur nachhaltigen Entwicklung des Rheins und setzt das Programm "Lachs 2000" (siehe Info weiter oben) fort. Die Zusagen der Rheinministerinnen und -minister ihrer im Jahr 2013 beschlossenen Vereinbarung, dass der Lachs bis 2020 wieder bis nach Basel schwimmen kann, werden leider erneut nicht umgesetzt. Denn ein Lachs-Comeback ist nach wie vor in weiter Ferne. Zwar wurden neue Etappenziele vereinbart, diese fallen jedoch sehr vorsichtig aus. Nach dem verpassten Ziel, den Weg nach Basel für die Lachse bis 2020 frei zu machen, muss Frankreich jetzt seinen zugesagten Verpflichtungen nachkommen und die Fischgängigkeit der drei französischen Kraftwerke Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün nun endlich ermöglichen. Das letzte Etappenziel für Frankreich bis 2027 ist noch in ferner Zukunft. Gemäss der Website des WWF-Projektes Lachs-Comeback wäre ein Ziel von 2025 um einiges interessanter und vielversprechender. Sie fordern deshalb: Fluss frei bis Basel bis 2025.
Nora Kaiser-Hungerbühler, Stand 2021
«Lachs Comeback»
Mit dem Projekt «Lachs Comeback» will der WWF der Rückkehr des Lachses in die Schweiz endgültig zum Durchbruch verhelfen. Gemeinsam mit Kraftwerken und Kantonen sollen Lösungen gesucht werden. Damit der Lachs in der Schweiz wieder heimisch werden kann, muss gewährleistet werden, dass
- genügend Laich- und Jungfisch-Lebensräume vorhanden sind (Revitalisierung),
- die Flusssohle mit genügend frischem Kies versorgt wird (Geschiebetrieb),
- die Lachse Wanderhindernisse flussabwärts und flussaufwärts unbeschadet überwinden können (Fischtreppen, Umgehungsgewässer),
- und intakte Lachs-Lebensräume langfristig erhalten bleiben (Schutz).
Der atlantische Lachs (Salmo salar) gehört zu den Fischarten, welche im Süsswasser aufwachsen, ins Meer abwandern und für das Laichgeschäft wieder zurückkehren. Die laichreifen Lachse von achtzig bis hundert Zentimetern steigen Ende Sommer aus dem Meer in die Oberläufe der grossen Flüsse und in ihre Seitengewässer auf, bis sie geeignete Laichplätze vorfinden. Lachse wandern ihrem Geruchsinn folgend zurück in ihr Geburtsgewässer. Nach dem Ablaichen im Winter sterben die meisten Lachse wegen Erschöpfung; nur die Wenigsten erreichen das Meer und kommen zum Ablaichen zurück.
Die Junglachse verbleiben ein bis zwei Jahre im Süsswasser, bevor sie im Frühling Richtung Meer abwandern. Im Salzwasser verbringen sie anschliessend ein bis vier Jahre, bevor sie im Alter von drei bis sechs Jahren als erwachsene Tiere wieder in ihr Geburtsgewässer zurückkehren.
Kraftwerkstufen und Regulierwehre erschweren oder verhindern heute diesen überlebensnotwendigen Wanderzyklus der Lachse. Als Folge ist der Lachs in der Schweiz ausgestorben.