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Mit der politischen und wirtschaftlichen Öffnung in den 1970er Jahren hat Portugal dem know-how von aussen und sich selber die Türe zu neuen Märkten geöffnet. Es hat sich damit aber auch in Konkurrenz zu andern Weinländern gestellt und muss nun seine Wettbewerbsfähigkeit beweisen. Die Gewichtung der einzelnen Regionen hat sich zugunsten jener Hersteller verschoben, welche das Gespür für die Wünsche und Gewohnheiten des Marktes haben. Einige Regionen haben das besser verstanden als andere – die Nachfrage nach ansprechenden Weinen unter Wahrung der eigenen Identität zu befriedigen, ist die Chance, sich auf den anspruchsvollen Märkten von andern Anbietern abzusetzen.
In einigen Gegenden basiert die Weintradition auf dem Umstand, dass die Rebe als einzige Pflanze den ausserordentlichen Temperaturen standhält. Allgemein profitiert sie aber von einer warmen und verhältnismässig trockenen Umgebung mit viel Sonne, langen Sommern und nicht zu strengen Wintern. Atmung und Fotosynthese der Rebe werden durch Wärme aktiviert, die Temperatur ist essentiell für die ihre Grundfunktionen. Bei hoher Temperatur wird der Reifeprozess beschleunigt, was in gehaltvollen, zucker- und alkoholreichen Weinen resultiert. In den nördlichen oder hochgelegenen Gebieten, bei tieferen Temperaturen, geht die Reifung langsamer und schwieriger voran. Die Weine daraus weisen einen tieferen Alkoholgehalt und dafür markante Säure auf.
Regen ist ein Schlüsselfaktor in der Entwicklung der Rebe, er beeinflusst nicht nur das Erntevolumen, sondern auch die Qualität. Sehr oft stammen die besten Jahrgänge aus Jahren mit heissen, trockenen Sommern. Auch andere meteorologische Erscheinungen beeinflussen die Reblagen. Frost kann im Frühjahr die neuen Triebe schädigen – aber die Rebe erträgt im Winter, wenn sie sich im Ruhestadium befindet, bis -15°C. Wind kann, abhängig von seiner Stärke, Dauer und Feuchtigkeit, ein guter oder ein schlechter Einfluss sein. Allgemein sind moderate, leicht feuchte Winde von Vorteil, während Dunst und Nebel vor allem während der Wachstumsphase einen negativen Einfluss ausüben.
Der Lagename innerhalb einer Appellation ist ein zusätzlicher Begriff, der hilft, den Charakter eines Weines zu definieren. Er ist ein weiterer Hinweis neben den verwendeten Rebsorten, dem Boden und dem Mikroklima. Entscheidend ist dabei auch das Wissen des Winzers, der die Weine pflegt, verarbeitet und ausbaut. Dazu gehören auch scheinbar unbedeutende Dinge wie die Qualität des Kellers oder der Holzfässer – alle diese Umstände formen den Charakter eines Weines mit. Der Name der Lage, aus der die Trauben stammen, darf auf der Etikette vermerkt werden. Auch wenn sich dem Käufer vielleicht nicht erschliesst, was diese Lage von einer anderen unterscheidet, so zeigt sich der Unterschied in den Aromen, der Struktur und in der Handschrift des Weinmachers.
Der Hinweis „Vinhas velhas“ bezieht sich auf einen Wein aus Trauben von alten, manchmal über vierzig- oder fünfzigjährigen Rebstöcken. Das kann sich in der grösseren Komplexität der gewonnenen Weine äussern, in interessanten Aromen und Nuancen – sie sind in der Regel weicher und fruchtiger.