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Was macht Bulimie eigentlich mit dem Körper und wie komme ich aus der Bulimie raus? Erfahren Sie mehr über die Essstörung Bulimia nervosa, die Diagnose, Ursachen und mögliche Symptome wie Heisshungerattacken.
Was ist Bulimie? Bulimie, auch bekannt als Bulimia nervosa, Bulimarexie oder Ess-Brechsucht, ist eine Essstörung. Es handelt sich um ein komplexes psychisches Leiden, das mit Selbstwertproblemen einhergeht. Bulimie zeichnet sich durch wiederholte Heisshungerattacken aus, gefolgt von verschiedenen Massnahmen zur Vermeidung einer Gewichtszunahme.
Personen, die an Bulimie leiden, sind in der Regel normal- oder übergewichtig. Menschen mit Magersucht werden dagegen im Laufe der Zeit meist untergewichtig. Beide Essstörungen haben jedoch den gleichen Grundmechanismus: die permanente Beschäftigung mit dem eigenen Körpergewicht und der eigenen Figur.
Und was ist der Unterschied zwischen Bulimie und Binge-Eating? Wie die Bulimie ist auch das Binge-Eating durch Essanfälle gekennzeichnet. Auf diese Heisshungerattacken folgen jedoch keine Massnahmen zur Gewichtsreduzierung.
Bei Bulimie zeigen sich verschiedene Symptome. Da Betroffene üblicherweise versuchen, ihre Essstörung zu verbergen, sind die Anzeichen nicht immer offensichtlich. Zu den häufigsten Symptomen – unabhängig vom Bulimie-Typ – gehören:
Menschen mit Bulimie-Symptomen versuchen zudem wiederholt, durch unangemessenes kompensatorisches Verhalten, eine Gewichtszunahme zu verhindern:
Wie oft Betroffene erbrechen, ist sehr individuell. Charakteristisch für eine Bulimie ist jedoch, dass Betroffene die kompensatorischen Massnahmen mindestens einmal wöchentlich über einen Zeitraum von drei Monaten ausführen. Gleiches gilt für die Heisshungerattacken.
Bulimie tritt meist im späten Jugendalter, also noch in der Pubertät, oder im frühen Erwachsenenalter auf. Doch Bulimie kann auch Kinder betreffen.
Als Elternteil sollten Sie daher wachsam sein und mögliche Anzeichen ernst nehmen. Beachten Sie, dass sich das Essverhalten gerade im Kindesalter phasenweise ändern kann. So kann es sein, dass Ihr Kind manche Nahrungsmittel nicht mehr essen möchte oder weniger isst als seine Altersgenossen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.
Stellen Sie jedoch fest, dass Ihr Kind regelmässig Mahlzeiten auslässt oder andere Symptome zeigt, sollten Sie aufmerksam werden – und zwar unabhängig vom Alter Ihres Kindes. Sprechen Sie bei Unsicherheiten unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Bei Bulimie sind die Ursachen nicht eindeutig auszumachen. Sie umfassen unter anderem Persönlichkeits-, Umwelt- und genetische Aspekte, die ineinandergreifen und das Risiko für diese Essstörung erhöhen.
Die Diagnose einer Essstörung nimmt gewöhnlicherweise eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut vor. Der erste Schritt ist ein Gespräch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Sie oder er nimmt anhand Ihrer Angaben eine Einschätzung vor und leitet Sie anschliessend an eine spezialisierte Ärztin oder einen Psychotherapeuten weiter. Dort wird die Diagnose gestellt. Dabei werden konkrete Fragen zu Ihren psychischen Beschwerden gestellt. Häufig gehen Essstörungen mit anderen Erkrankungen einher, zum Beispiel mit einer Angststörung.
Bei Bulimie erfolgt die Behandlung im Rahmen einer Psychotherapie. Eine häufig angewandte Therapieform ist die Verhaltenstherapie. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen, gesunde Essgewohnheiten zu entwickeln und ein positives Selbstbild zu fördern.
Bei Bulimie wird die Therapie in der Regel noch durch eine ärztlich begleitete körperliche Regeneration ergänzt. Auch Ansätze, die die Körperwahrnehmung trainieren, können Betroffene sinnvoll unterstützen. Beispiele hierfür sind Psychomotorik, Ergotherapie, Meditation, Theater, Musiktherapie sowie Methoden zur Entspannung und Achtsamkeit.
In etwa 50% der Fälle kann Bulimie durch eine Behandlung geheilt werden. Bei einigen Betroffenen kommt es jedoch zu einer chronischen Bulimie oder nur zu einer leichten Besserung des Krankheitsbildes. Grundsätzlich gilt: Je früher die Diagnose der Essstörung erfolgt, desto besser sind die Behandlungsaussichten. Bedenken Sie, dass es im Laufe der Behandlung auch zu Rückfällen kommen kann. Bulimie zu bekämpfen, erfordert Geduld.
Schwangere Frauen mit Bulimie stehen vor einer besonderen Herausforderung. Sind Sie von Bulimie betroffen, kann Sie die übliche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft emotional belasten. Hinzu kommt der Drang, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Trotz dieses Konflikts müssen Sie nicht nur Ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Ihres ungeborenen Kindes berücksichtigen. Diese Phase erfordert eine sorgfältige ärztliche Betreuung und psychotherapeutische Unterstützung.
Bulimie kann verschiedene Folgen für den Körper und die Psyche haben:
Die Folgen von Bulimie sind also vielschichtig. Sie erfordern – wie die Essstörung selbst – eine psychotherapeutische und medizinische Behandlung.
Zeigen Sie oder Ihr Kind Symptome einer Bulimie, wenden Sie sich unbedingt an eine Ärztin oder einen Arzt. Sie oder er wird die notwendigen Schritte zur Behandlung dieser Erkrankung einleiten.
Die Expertin stand dem Redaktionsteam bei diesem Artikel beratend zur Seite. Audrey Lörtscher (Psychologin FSP) arbeitet in der Helsana-Gesundheitsberatung. Sie unterstützt Kundinnen und Kunden bei Fragen zu Prävention und psychischer Gesundheit.
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