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Kann ein spezifischer Pflegeplan für Patienten mit milder bis moderater Alzheimererkrankung die Abnahme der Funktionsfähigkeit reduzieren?
Mitarbeitende des evimed Journal Clubs gingen der Frage nach, ob ein spezifischer Pflegeplan für Patienten mit milder bis moderater Alzheimererkrankung die Abnahme der Funktionsfähigkeit reduzieren kann.
Hintergrund:
Verschiedene Gruppierungen befürworten das standardisierte Management von Alzheimerpatienten und haben entsprechende evidenzbasierte Richtlinien veröffentlicht. Dabei soll betreffend Themen wie der Evaluation von Verhaltensstörungen, Unterstützung der Psyche und physischer Gesundheit von Betreuungspersonen und der Evaluation medikamentöser Therapien ein einheitliches Vorgehen gewährleistet werden. Ebenso betreffend regelmässiger Follow-ups werden Empfehlungen ausgesprochen. Bisher wurden aber noch keine Untersuchungen zur Effektivität solcher standardisierter Pflegepläne durchgeführt.
Ergebnis:
Die Autoren schliessen aus den Ergebnissen, dass es in dieser Studie keinen Unterschied bezüglich Abnahme der Funktionsfähigkeit, Aufnahme in einer Institution und Mortalität bei Alzheimerpatienten mit oder ohne richtlinienkonforme Pflegebetreuung gab.
Die Abnahme der Funktionsfähigkeit in der Interventionsgruppe entsprach in etwa den Raten der Placebogruppen anderer Studien
Im Jahr 2004 wurde durch die französische Regierung ein zweiter Aktionsplan für Alzheimerpatienten ausgerufen, in dem der Aufbau von Memory Kliniken und regelmässigen Follow-ups von Patienten empfohlen wurde. Tatsächlich hatten in der Folge viele der Kontrollgruppenpatienten regelmässig Erhebungen zum Gesundheitszustand. Durch den in die Länge gezogenen Studienablauf könnten somit mögliche Unterschiede zwischen den Gruppen verwischt worden sein.
Ausserdem konnte nicht erhoben werden, inwieweit die empfohlenen Managementstrategien wirklich mit den Patienten umgesetzt wurden.