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UNESCO stuft CH-Mundarten als schutzbedürftig ein
(unesco)
Alle zwei Wochen stirbt eine Sprache – mit allem, was sie an Kultur, Wissen und Weltwahrnehmung mit sich trägt. Diese Warnung der Unesco meldet Martin Ebel im «Tages-Anzeiger». Entnommen ist sie der jüngsten Ausgabe des «Atlas oft he World’s Languages in Danger». Darin sind 2474 Sprachen aufgelistet, davon 230 bereits verschwundene.
Indianeridiome besonders gefährdet
In Europa etwa gibt es keine Sprecher des Karelischen oder des Dalmatischen mehr. Hoch gefährdet sind auch das Gottscheerische (in Slowenien), das Gagausische (in Südrumänien) oder das Korfu-Italkische (auch Judenitalienisch genannt). Das bedeutet: Es gibt nur noch wenige, meist sehr alte Sprecher dieser Sprachen.
Manche Länder stemmen sich gegen das vermeintlich Unausweichliche: So ist der letzte Sprecher des Livländischen 2009 gestorben. Dennoch versucht man in Lettland, die Sprachkompetenz in Schulen und Familien wenigstens als Zweitsprache zu erhalten. Ähnliches ist aus England (Cornish, Manx) zu vermelden. Die am meisten bedrohten Sprachen finden sich in Nord- und Südamerika (Indianeridiome) und in Afrika.
Schweizerdeutsch ist schutzbedürftig
Und die Schweiz? Dort gilt laut Unesco-Atlas das Rätoromanische als «definitely endangered», als endgültig gefährdet. Überraschend taucht auch «Alemannic» auf, also das Schweizerdeutsche: eingestuft als «vulnerable», schutzbedürftig. Das bedeutet laut Definition, dass Kinder es wohl noch sprechen, aber nicht bei allen Gelegenheiten.
Ob das schon ein Grund zum Warnruf ist?