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Im Papiliorama in Kerzers ist zum ersten Mal ein junger Krabbenwaschbär auf die Welt gekommen. Das schreibt das Papiliorama in einer Mitteilung. Krabbenwaschbären seien einiges kleiner und zierlicher als ihre nordamerikanischen Verwandten und hätten zudem ein kürzeres Fell. Sie lebten in der Nähe von Gewässern, seien nachtaktiv und ernähren sich laut Mitteilung von Fischen, Fröschen, Krebsen und Krabben, die sie mit ihren Vorderpfoten fangen. Krabbenwaschbären seien zudem aussergewöhnlich gute Schwimmer.
In europäischen Zoos selten
In freier Wildbahn sind die anpassungsfähigen Tiere noch nicht gefährdet und häufig anzutreffen, weiss Papiliorama-Direktor Caspar Bijleveld. Dies im Gegensatz zur Zoohaltung: Europaweit halten laut der Mitteilung aktuell nur zwei Zoos Krabbenwaschbären. Im Papiliorama lebt seit einigen Jahren ein Paar. Weitere drei Tiere seien in einem Zoo in den Niederlanden zu Hause, sagt Bijleveld auf Anfrage. Zudem seien Geburten bei dieser Tierart in der Gefangenschaft relativ selten. «So betrachtet ist diese Geburt nicht einfach nur schön, sondern auch ein wesentlicher Zuchterfolg.»
Dass die Population der Krabbenwaschbären in Europa so klein ist, lasse auch Zweifel an deren Zukunft aufkommen, so Bijleveld. Wenn diese Population ausgebaut werden soll, müsse man eine Blutauffrischung ins Auge fassen. In Zoos in Nord- und Südamerika seien die Tiere zahlreich.
Dass nur wenige Zoos Waschbären halten, habe auch mit der rechtlichen Situation zu tun. Weil sein nordamerikanischer Verwandter, der Waschbär, als invasive Art gilt, hat die Europäische Union die Haltung von Waschbären in Zoos verboten. Das sei aber paradox, da ein Waschbär einfacher in ein Zoogebiet eindringen, als aus einem Gehege ausbrechen könne, wendet Bijleveld ein. Auf der anderen Seite würde das Verbot der Haltung des gemeinen Waschbären allenfalls die Zahl der Krabbenwaschbären erhöhen.