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Austernseitling
Pleurotus ostreatus (Jacq.: Fr.) P. Kumm.
Die Fruchtkörper des Austern-Seitlings erscheinen meist in dichten Büscheln am Substrat und haben zunächst einen zungen- bis spatelförmigen, später einen muschel- bis halbkreisförmigen Habitus. Der Stiel ist 1–4 cm lang, 1–3 cm breit und sitzt meist seitlich am Hut an. Er kann auch nur rudimentär ausgebildet sein. Die Oberfläche ist fein filzig, am Grund auch striegelig-zottig strukturiert. Der Hut kann einen Durchmesser von 5–25 cm erreichen. Junge Exemplare besitzen eingerollte Ränder, die im Alter lappig einreissen. Die Huthaut ist glatt, kahl und glänzend, manchmal faserig und trocken. Das Farbspektrum reicht von schiefer- bis schwarzgrau über dunkelbraun bis hin zu olivlich. Die Lamellen an der Unterseite sind weisslich, stehen gedrängt und laufen deutlich am Stiel herab, wobei sie sich maschenartig verästeln. Das reichlich abgegebene Sporenpulver ist weiss. Das Fleisch des Austern-Seitlings ist weiss, selten bräunlich, riecht angenehm und hat jung eine weiche Konsistenz. Im Alter wird es rasch zäh und riecht dann muffig.
Der Austern-Seitling kann mit anderen Seitlings-Arten, insbesondere mit dem bei höheren Temperaturen fruktifizierenden Lungen-Seitling (P. pulmonarius), und dem Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) verwechselt werden.
Der Austernseitling ist ein Saprobiont oder Schwächeparasit hauptsächlich an Laubhölzern, seltener an Nadelholz. Der Pilz besiedelt in der Regel das Stammholz und dickere Äste – an stehenden Bäumen können die Fruchtkörper in mehreren Metern Höhe erscheinen.
Mitteleuropäische Stämme des Austern-Seitlings fruktifizieren erst bei niedrigen Temperaturen, Bresinsky fand heraus, dass als Auslösereiz für ihre Entwicklung Temperaturen von unter 11 °C notwendig sind. Die Fruchtkörper können Frostperioden überdauern und sporulieren auch noch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (nach Bresinsky bis zu −2,8 °C). Entsprechend ist die Art in Mitteleuropa ein „Winterpilz“.
In Kultur wächst der Austern-Seitling auf diversen Substraten wie beispielsweise Stroh, Papier, Kaffeesatz, Fruchtfleisch von Kaffeebohnen und Weizenkörner. Es sind aus Florida stammende Formen, die als cv. „Florida“ bezeichnet werden. Diese Formen sind zur Fruktifikation nicht auf den Kältereiz angewiesen, sie sind heller als die mitteleuropäische Wildform.
Textquelle: Wikipedia