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Binge-Eating-Störung (Binge Eating Disorder, BED)
Die Binge-Eating-Störung, die von Essattacken mit Kontrollverlust gekennzeichnet ist, zählt neben der Bulimie und der Anorexie zu den drei häufigsten Essstörungen. Schweizweit leiden rund 2,4 Prozent der Frauen und 0,7 Prozent der Männer an der Binge Eating Disorder.
Binge-Eating-Störung – Ursachen und Symptome
Patienten mit Binge-Eating-Störung leiden unter regelmässigen Essanfällen, bei denen grosse Nahrungsmengen in einem abgegrenzten Zeitraum aufgenommen werden. Dieses gestörte Essverhalten tritt in Verbindung mit Kontrollverlust und einem Gefühl der Ohnmacht. Zum Teil besteht neben den Essanfällen eine kontinuierliche, über den Tag verteilte unkontrollierte Nahrungsaufnahme. Im Gegensatz zu anderen Essstörungen unternehmen Betroffene jedoch keine gegensteuernden Massnahmen wie Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln oder übermässige körperliche Bewegung. Häufig kommt es deshalb durch das Binge-Eating zur Gewichtszunahme und in der Folge zu unregelmässigem oder gezügeltem Essverhalten. Bezüglich des Essverhaltens besteht ein hoher Leidensdruck. Auch das gesteigerte Körpergewicht und die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper sorgen für eine Belastung der Psyche, die sich unter anderem in Form von Depressionen oder depressiven Verstimmungen zeigen kann. Auch ist bei Menschen mit dieser Form der Essstörung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere körperliche Folgen erhöht.
Mögliche Ursachen der Binge-Eating-Störung sind vielfältig. Häufig scheint das übermässige Essen für Betroffene ein Ersatz für unerfüllte Bedürfnisse oder eine Strategie im Umgang mit negativen Gefühlen zu sein. Auch anhaltende Belastungssituationen, frühere Diäten, ein geringes Selbstwertgefühl, aber auch in der Kindheit erlerntes Ess- und Ernährungsverhalten sowie genetische Einflüsse stellen Risikofaktoren für die Diagnose Binge Eating Disorder dar.
Behandlung der Binge-Eating-Störung
Die Therapie der Binge-Eating-Störung im Rahmen einer stationären Behandlung zielt einerseits auf die Normalisierung des Essverhaltens sowie eine nachhaltige Gewichtsreduktion ab. Das Binge-Eating soll vermindert werden, zudem gilt es das Übergewicht und die körperlichen Folgen zu betrachten. Andererseits fokussiert sich die Therapie auf die psychotherapeutische Bearbeitung der psychischen Probleme. Wie auch bei anderen Essstörungen wie Anorexie (Magersucht) oder Bulimie (Ess-Brech-Sucht) spielen auch bei der Binge Eating Disorder sowohl körperliche als auch psychische Faktoren eine zentrale Rolle. Im Behandlungskonzept der Privatklinik Aadorf spiegeln sich diese beiden Aspekte wieder.
Die Psychotherapie von Menschen mit Binge-Eating-Störung verbindet verschiedene integrative und methodenübergreifende Therapiebausteine. Diese enthalten sowohl verhaltenstherapeutische als auch systemische und tiefenpsychologische Anteilen. Diese vielschichtige Form der Therapie ermöglicht es den Betroffenen, die Essstörung gezielt anzugehen, zu einem normalen Essverhalten zurückzukehren und die Lebensqualität positiv zu beeinflussen. Die therapeutische Bearbeitung der psychischen Probleme, die sich hinter der Essstörung verbergen, kann auf vielerlei Art geschehen. Möglichkeiten sind Einzelpsychotherapien, Gruppenpsychotherapien, Bezugspersonenpflege sowie psychoedukative Gruppen, aber auch körperorientierte Verfahren sowie Ergo- und Gestaltungstherapie.
Die Privatklinik Aadorf setzt beim Thema Essstörungen auf eine ausgeprägte Spezialisierung, eine fokussierte Behandlung und eine individuelle Psychotherapie, die den ganzheitlichen Charakter einer solchen Erkrankung berücksichtigt. Betroffene von Binge-Eating oder anderen Formen der Essstörung finden während des stationären Aufenthalts in der Klinik einen sicheren und vertrauensvollen Rahmen, um die Essstörung und die damit zusammenhängenden Hintergründe, Symptome und Folgen nachhaltig zu behandeln.