Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/388

Die Gestalt des Hjob ist bekannt; er gilt als der Prototyp des leidenden Menschen, der mit Gott streitet. Auslöser ist eine Wette im Himmel – die später Goethe als Einleitung für seinen Faust übernommen hat – ob Hjob nur glaubt, weil es ihm gut geht oder ob er in schweren Zeiten auch am Glauben festhält.
Es ist das Problem des Tun-Ergehen-Zusammenhangs: «Wer gut ist, dem geht es gut, wer schlecht ist, dem geht es schlecht». Ijob selbst denkt nicht so, streitet aber mit Gott über das Warum seines Leidens.
Die Freunde von Hjob versuchen den Tun-Ergehen-Zusammenhang in die andere Richtung zu lesen: «Dir geht es schlecht, also bis du ein Sünder».
Wichtig für das Verstehen des Hjobs-Buch ist, dass diesen Freunden von Gott nicht Recht gegeben wird (Hjob 42,7), all ihre im Buch lang ausgeführten Argumente also falsch sind.
Auch Hjob bekommt auf seine Frage keine Antwort. Gott zeigt ihm aber, dass er als der Weltenschöpfer viel grösser ist, als es Ijob zu fassen vermag. So kommt auch Hjob für sich zu einer Lösung: «Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut. Darum widerrufe ich und atme auf» (Hjob 42,5-6). In der eigenen tiefen Gotteserfahrung löst sich die Frage auf.