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zuk Mauern
Der Meeresboden vor Carnac dürfte einige Überraschungen bereit halten, etwa einen Einbaum, der für den Transport von Gütern diente, darunter dem Baumaterial für Dolmen. Oder war der Mensch von seiner Denkleistung her gesehen zu mehr fähig als dem Bau eines Einbaums? Etwa eines Flosses, das sich zum Transport von massigen, schweren Steinbrocken besser eignete als ein einfaches Schalenboot? Heute darf man die Fähigkeiten des damaligen Menschen nicht überschätzen, auch wenn er bereits Ungeheures leistete. Oder werden dessen Fähigkeiten unterschätzt?
Der Hinkelstein von Men-en-Hroeg stand für irgendetwas. Seine erste Bedeutung dürfte gewesen sein – und dies in einfache Worte gepackt: Hier haben Menschen einen gigantischen Steinbrocken aufgerichtet und aus eigener Kraft die Flachlage des Fisches und des Todes überwunden. Setzte der Urmensch sich und seiner eigenen Leistung stolz ein Denkmal? Sich selber als einem Wesen, das sich in die Senkrechte hob, aufrecht geht? Der Menhir also ein Zeichen erster schöpferischer Kraft, ein Kunstwerk, das nicht wie ein flach liegender Stein tot über dem Boden liegt, sondern dreist aus dem Boden ragt und Bewunderung auslöste?
Wird diese Überlegung weiter geknüpft, darf geschlossen werden, so ein kühner, nicht beweisbarer Gedanke von heute, dass der Urmensch den ersten Menhir aufrichtete, um das Zeichen des liegenden Steines des Todes und der einfachen Nahrungsaufnahme des Fisches zu parieren. Der erste Menhir wird nicht von besonderer Grösse gewesen sein. Es wird sich um einen einfachen, länglichen, in seinen Längen und Seitenmassen leicht überdimensionierten Stein gehandelt haben, der jedoch durch seine Form auffiel und dazu anregte, ihn quasi auf die Beine zu stellen. Den riesigen Menhir mit dem heutigen Namen Men-en-Hroeg aufzurichten, bedeutete mehr Leistung als ein Grab mit einem Stein abzudecken. Was der Mensch damals mit dem Aufrichten dieser Säule vollbrachte, ist mehr als ein Tier zu leisten vermag.
Kein Tier deckte zudem seinesgleichen, das stirbt, mit einem Stein oder richtet zu seinen Ehren einen Stein auf. Wir wissen heute nicht, inwieweit der Mensch vor 6000 Jahren im heutigen Sinn dachte, wie weit seine Fähigkeiten, logisch zu überlegen, zu kombinieren, entwickelt waren, inwieweit er Kunstverstand besass, Berechnungen anstellte.