Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/691

In Zusammenarbeit mit dem Architekturforum Solothurn im Glashaus der roviva
Alfred Roth (1903 in Wangen an der Aare geboren) war ein Schweizer Architekt, Designer und Hochschullehrer. Er gilt als wichtiger Vertreter des Neuen Bauens und als engagierter Wortführer der Moderne. Darüber hinaus hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, die Farbkonzepte der Moderne zu systematisieren.
Nach der Matura am Gymnasium in Solothurn entschied er sich aber erst, Maschinenbau zu studieren. Doch bereits nach dem ersten Semester des Studiums wechselte er in den Bereich Architektur. 1926 beendete Roth sein Architekturstudium an der ETH Zürich mit einem Diplom bei Professor Karl Moser. Darauf bewarb er sich am Bauhaus, wurde aber durch die Vermittlung von Prof. Moser von 1927 bis 1928 Mitarbeiter im Pariser Atelier von Le Corbusier und dessen Bruder Pierre Jeanneret.
Er arbeitete bei den beiden in Paris u. a. am Völkerbundpalast-Projekt für Genf und wurde danach Le Corbusiers Bauleiter. Er errichtete in dieser Zeit u. a. die beiden Corbusier-Häuser der Weissenhofsiedlung in Stuttgart. Er wurde auch später noch von Corbusiers Arbeit wesentlich beeinflusst.
1928 realisierte Roth sein erstes
eigenes Gebäude, ein Lagerhaus für die familieneigene
Pferdehaarspinnerei in Wangen an der Aare. Im gleichen Jahr eröffnete er
gemeinsam mit der Architektin Ingrid Wallberg sein eigenes Büro in
Göteborg, kehrte aber zwei
Jahre später in die Schweiz zurück. In Zürich eröffnete er 1932 ein Büro mit seinem Cousin Emil Roth.
Schon früh hatte Alfred Roth den Wunsch Maler zu werden. Der
Malerei ging er später denn auch in seiner Freizeit nach. Dabei
orientierte er sich stark an den Arbeiten des niederländischen Malers
Piet Mondrian, den er auch persönlich kannte. Roth malte nicht nur
selbst, sondern sammelte die Kunst seiner Zeit.
Er betätigte sich auch als Möbeldesigner, entwarf unter anderem 1927 ein Bett sowie 1930 einen Barwagen.
In späteren Jahren war Roth als Dozent tätig. Einerseits als Gastdozent an der Washington-Universität in St. Louis in den USA, 1953 in Harvard und bis 1971 als Ordinarius an der ETH Zürich. Roth war Ehrendoktor der Technischen Universität München und des Istituto Universitario di Architettura (Venedig). Auch im hohen Alter hielt Alfred Roth noch Vorträge an Universitäten und Architekturschulen und betreute ausserdem Architekturstudenten in seinem Haus.
Alfred Roth starb am 20. Oktober 1998 in Zürich.
Die kleine Ausstellung in der Bettwarenfabrik seiner Familie zeigt die Tätigkeit von Alfred Roth, sein Interesse für die Malerei und seine Beziehung zu Le Corbusier. Auf einem Rundgang durch das Städtchen begegnet man zudem den in Wangen an der Aare stehenden Bauten, die aus Roths Feder stammen.
Traumbetten der Schulklassen
Glashaus Roviva
Schönes Design kann inspirieren. So wie sich Architekt Alfred Roth hat inspirieren lassen und 1930 nicht nur den Barwagen AR1 Atelier entworfen hat, sondern auch ein Bett. Noch heute ist das Ebru 455, 1927 für die Weissenhofsiedlung Stuttgart entworfen, ein Klassiker des modernen Möbeldesigns.
Die Schülerinnen und Schüler der Schule und Kindergärten von Wangen an der Aare lassen sich von Roth inspirieren und entwerfen und gestalten in Verbindung mit der Ausstellung zu Alfred Roth ihre ganz eigene Vorstellung eines Traumbetts. Danach stellt jede Klasse ihr Traumbett im Glashaus der roviva aus.
Zu sehen ist eine phantasievolle Vielfalt von kuscheligen Nestern bis zu futuristischen Betten.