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50 Gründe warum ich ein Homöopath bin
„Die homöopathische Behandlung oder fünfzig Gründe warum ich ein Homöopath bin“
Dieses mein liebstes Buch/Büchlein über die Homöopathie wurde vor über 100 Jahren von Dr. James Compton Burnett (1840-1901) geschrieben und ist heute noch genauso interessant und aktuell wie 1896. An den Erfolgen der Homöopathie hat sich im letzten Jahrhundert nichts geändert. Leider sind auch die Argumente der Skeptiker, warum die Homöopathie nichts tauge, noch dieselben geblieben. Da können selbst Wissenschaftler von Rang und Namen experimentell nachweisen, dass homöopathische Potenzen wirksam sind – solche Studien werden kaum veröffentlicht oder dann ignoriert. (siehe auch meine Beiträge - „Medizin oder Mogelpackung“ und „Homöopathische Forschung und was in der Presse darüber zu erfahren ist“).
Dr. Burnett war gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein bekannter und berühmter homöopathischer Arzt in London. Das hatte einiges zu bedeuten, denn die Homöopathie war damals in England – wie ja auch anderswo – eine medizinisch und gesellschaftlich verachtete Sache und wenn man zu einem Homöopathen ging, dann hatte das etwas „Anrüchiges“ an sich. Burnett selbst schrieb einmal: „Der gesellschaftliche Wert der Chirurgie bedeutet Titel und Ruhm, der gesellschaftliche Wert der Homöopathie bedeutet Verleumdung und Verachtung.“ Trotzdem hat er sich durch viele brillante Heilungen einen Namen gemacht, und seine Praxis in London war von gross und klein, von arm und reich stark frequentiert. Selbst manche politische oder gesellschaftliche Grösse bekannte sich seinetwegen – oder seiner Mitstreiter R.T. Cooper, J.H. Clarke, Th. Skinner wegen – heimlich oder öffentlich zur Homöopathie.
Warum geht es in diesem Buch:
Ein bekannter Londoner Parlamentarier, der der Homöopathie gegenüber positiv eingestellt war, hatte einen Neffen, der gerade seinen medizinischen Doktor erworben hatte und in London eine Praxis eröffnen wollte. Diesen Neffen hätte er gerne der Homöopathie näher gebracht und er gedachte dies dadurch zu fördern, dass er ihn bei einem Dinner mit Burnett zusammenbrachte. Doch das Vorhaben endete mit einer Katastrophe: Der junge Doktor nannte Burnett einen „Quacksalber“, was zur Folge hatte, dass Burnett das Haus im Zorn verliess. Doch nachdem sich die Wogen etwas geglättet hatten, sah Burnett dies als eine Herausforderung an und vereinbarte mit dem jungen Mann, dass er ihm brieflich fünfzig Gründe nennen würde, warum er ein Homöopath sei. Das war etwa 1888.
Später gab er diesen Briefwechsel – allerdings nur die von ihm geschriebenen Briefe – als Büchlein heraus. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Burnett beschreibt die Homöopathie wie er sie betrieb in allen Facetten, doch der junge Mann blieb bei seiner Meinung, er sei nicht einmal dazu zu bewegen gewesen ein Arzneimittelbild zu lesen. Für heutige Homöopathen ist es ein Déjà-vu, unglaublich, dass wir immer noch gegen die gleichen Argumente anrennen. Die starke Persönlichkeit von Burnett, sein Humor und auch seine Liebenswürdigkeit machen dieses Buch für mich einmalig. Ich lese immer wieder gerne darin und es tröstet mich über viele fruchtlose Diskussionen hinweg. Es scheint, dass sich die Homöopathie und ihre Freunde noch ein bisschen gedulden müssen aber es müssen nicht unbedingt weiter 100 Jahre vergehen.
Hier noch ein Auszug aus dem Buch „ Burnetts 2. Grund warum er Homöopath wurde“:
Als ich ein Junge war, hatte ich auf der linken Seite eine Rippenfellentzündung, und mit der Hilfe eines Dorf-Apothekers und eines halben Fasses von Mixturen starb ich beinahe, jedoch nicht ganz. Von dieser Zeit an hatte ich ein dumpfes, schweres Gefühl in meiner Seite, weswegen ich viele berühmte Ärzte in verschiedenen Teilen Europas konsultierte, aber keiner konnte mir helfen. Alle stimmten darin überein, dass es sich um eine alte Verwachsung zwischen den visceralen und costalen Lagern der Pleura handle, aber keiner meiner vielen berühmten Berater konnte es heilen. Und doch war mein Glaube an sie so gross, dass er Berge versetzt hätte. Aber der Glaube als Heilmittel half nichts.
Nachdem sich die orthodoxe Medizin als nicht hilfreich erwies, ging ich zu den Hydropathen (die damals „Quacksalber“ genannt wurden) und hatte es heiss und kalt und lang; aber sie konnten mir auch nicht helfen. Packungen kalt oder das Gegenteil; kalte Kompressen monatelang getragen; Schlafen in nassen Laken; kein Ende der Schwitzerei, türkisch und russisch – all das lies meine alte pleuritische Beschwerde in dem Zustand, in dem sie immer schon war.
Dann kam die Trauben-Kur; dann die Brot-und-Wein-Kur, aber sie taten auch nichts Besseres. Weder Diät noch Klimawechsel halfen mir.
Jedoch, als ich studierte, was die besonderen Leute, genannt Homöopathen, über ihre Bryonia alba und ihre Beziehung zu den serösen Häuten zu sagen haben, da – was tat ich da? da beschimpfte ich sie und nannte sie Quacksalber? Nein! Ich kaufte mir etwas Bryonia alba und nahm sie ein, wie sie es empfehlen, und innerhalb von 14 Tagen war meine Seite in Ordnung und hat mir seither nie wieder Beschwerden gemacht.
Das, mein Freund, ist mein zweiter Grund, warum ich ein Homöopath bin und wenn ich einmal aufhören sollte, dem lieben alten Hahnemann für seine Bryonia dankbar zu sein, dann sollen meine alten Pleurabeschwerden wieder kommen und mich an die Wahrheit seiner Lehrer erinnern.
(aus „Die homöopathische Behandlung oder fünfzig Gründe warum ich ein Homöopath bin“ von J. Compton Burnett)