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Das Aeschenhaus liegt an der Achse vom Bahnhof SBB in Richtung Nordosten, am Aeschenplatz, einer der wichtigsten Basler Geschäftsadressen. Der von Bräuning & Dürig entworfene Bau stammt von 1966. Die Originalpläne sowie -photographien zeigen eine Fassade mit Cristallina-Marmor-verkleideten Betonstützen, die über dem sechsten Vollgeschoss durch ein horizontales Band abgeschlossen war. Die Ausfachungen zwischen den Stützen bestanden aus einem drei- bis vierachsigen Fensterband aus Aluminiumfenstern mit Storen sowie dunkelgrau emaillierten Gläsern vor massiven Brüstungen aus Elementbau.
Die Renovation mit Kastenfenstern knüpft an die Proportion, die Materialität und Details der Originalfassade an, integriert den Sonnen- und Lärmschutz und beantwortet Fragen der Klimatisierung des Gebäudes neu. Die Doppelfassade besteht aus einem mit Aluminium gerahmten Fensterband und einer dazwischenliegenden, leicht rückversetzten hinterspritzten rahmenlosen Brüstungsverglasung aussen, sowie öffenbaren Metallfenstern innen, die über einer auf 72cm heruntergesetzten massiven Brüstung liegen. Die neuen Lamellenstoren befinden sich oberhalb der Kastenfenster auf Höhe der Betondecken und werden durch die Prallverglasung aussen abgedeckt.
Die Stahlbetonkonstruktion des Gebäudes umfasst in den Obergeschossen filigrane Rippendecken, die auf Trägern und Stützen entlang den Fassaden und den Kernwänden aufliegen und einen offenen Raum oder Einzel- und Doppelzellen überspannen. Vom zweiten Obergeschoss bis ganz oben liegen die Büros, die Empfangsräume, die Bibliothek und die Terrasse der Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard. Durch den neuen Lichthof, der sich durch die oberen Stockwerke erstreckt, wurde anrechenbare Fläche frei, die ein um ein Geschoss höher versetztes Attikageschoss erlaubte. Durch die Aufstockung erreicht das Aeschenhaus die Geschossigkeit des 1955 von Hermann Baur entworfenen und von Suter + Suter ausgeführten Bank-und Geschäftshauses nebenan am Aeschenplatz 3. Das filigrane Dach der Attika betont die neu gewonnene Höhe.
Auf die Arkade dieses Nachbarbaus bezieht sich auch das neue Vordach im Erdgeschoss. Weit über den Bürgerstieg auskragend, schützt es die Wartenden der Bushaltestelle am Aeschenplatz beim Ein- und Aussteigen vor Sonne und Regen. Das Erdgeschoss, das erste Obergeschoss und das unterste Tresorgeschoss ist der Migrosbank gewidmet. Der repräsentative Haupteingang und Kundenbereich der Bank öffnet sich zum Aeschengraben und zum Aeschenplatz.
Datum: 2017-2020
Bauherr: Credit Suisse Anlagestiftung RES Commercial, Zürich / Kellerhals Carrard Anwälte, Basel
Nutzer: Kellerhals Carrard, Basel, Migrosbank, Basel
Ort: Aeschenvorstadt 72, Henric Petri - Strasse 35, Basel
Geschossfläche GF (SIA 416): Oberirdisch: 3'994 m2, Unterirdisch 2'468 m2, Gesamt 6'462 m2
Gebäudeabmessungen: Länge: 41.50 m, Tiefe: 37.50 m, Höhe: 33.50 m
Programm: Büros, Kundenbereich, Terrasse, Tiefgarage
Generalplaner: Steiner AG, Basel
Fassadenplaner: Emmer Pfenninger Partner, Münchenstein
Fassadenbauer: Aepli Metallbau, Gossau
Tragwerk: Schnetzer Puskas, Basel
HLK und Planungskoordination HLKSE: Stokar + Partner, Basel
Sanitär: Gruneko, Basel
Elektro: Schäfer Partner, Lenzburg
Brandschutz: Berger Consulting, Basel
Licht: Reflexion, Zürich
Möblierung: Anwaltskanzlei Stilobjekte, Lörrach