Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03611.jsonl.gz/2896

Tink.ch: Wir haben ein kleines Spiel für euch.
Lukas: Tönt gruselig.
Nein, nein. Wir haben es auch mit den Horrors gemacht und es war ganz gut.
Lukas: Das werden wir ja sehen.
Es geht nämlich so: wir haben Kärtchen auf denen Fragen stehen und… eigentlich macht ihr das Interview selbst.
Lukas: Ok, dann nehme ich mal ein solches Kärtchen. Also Archis, Was ist deine liebste Kindheitserinnerung?
Archis: Hot dogs.
Archis: Wenn du eine Frucht wärst, welche wärst du und wieso?
Lukas: Ich würde eine Kumquat sein.
(allgemeine Verwunderung)
Lukas: Die sind sehr schön. Sie haben lange Blätter. Man kann viele davon essen. Oder auch einfach nur eine. Es ist einfach ein guter Name.
Archis, was fällt dir ein zum Wort “Vergleiche”?
Archis: Sich vom Original inspirieren lassen. Ergibt das irgendeinen Sinn?
Ja, wir denken schon.
Archis: Was ist die beste oder schlechteste Ausrede die du je gebracht hast?
Lukas: Dass ich zu spät zu diesem Interview gekommen bin, weil ich das dringende Bedürfnis verspürt habe, mich massieren zu lassen. Seid ihr jetzt beleidigt?
(zieht nächstes Kärtchen) Hast du irgendwelche Idole, Archis?
Archis: Ja, Jimmy Page, John Bonham. . .
Also Led Zeppelin.
Archis: Ja stimmt, nehmen wir doch gleich die ganze Band. Sonic Youth, Black Sabbath und The Birds. Lukas, welche Erinnerungen verbindest du mit dem Wort “Schule”?
Lukas: Ich hasse die Schule! Aber zuerst fällt mir das Wort “Curry” ein. Ich habe immer wieder Albträume, in denen ich wieder in der Schule bin mit all den Leuten mit denen ich früher zur Schule ging. Schrecklich. Von acht bis fünfzehn war die Schule für mich der reinste Horror. Nachher, von fünfzehn bis zur Uni, war es ganz passabel.
Warst du nicht so populär in der Schule?
Lukas: Nein. Aber ich denke wenn du beliebt bist, magst du die Schule.
(zieht ein Kärtchen) Oh, das ist ne gute Frage. Archis, wie würdest du gerne sterben?
Archis: Einfach dahinscheiden. Keine Gefühle, keine Angst und eventuell ziemlich zugedröhnt.
Lukas: Das geht aber nur, wenn du schon dein ganzes Leben lang die Freuden des Drogenkonsums in Übermassen genossen hast.
Archis: Ja, dann muss ich wohl langsam versuchen mich zu steigern. Lukas, deine nächste Frage lautet: Ist es für dich noch immer wichtig, was deine Eltern von dem, was du machst, denken?
Lukas: Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke es ist schön, wenn du einen gewissen Rückhalt und mentale Unterstützung bekommst. Wisst ihr, die Band wurde genau zu dem Zeitpunkt gegründet, als ich einen super Job ergattert hatte. Zudem dachten meine Eltern und ich, dass meine Freundin schwanger sei. Nicht genau der beste Augenblick sich auf ein risikoreiches Bandprojekt einzulassen. Meine Eltern verstehen die Musik zwar nicht, aber meine Begeisterung dafür spüren sie selbstverständlich. Sie wollen einfach, dass ich mich an dem erfreue, was ich tue. Einmal hatte mir mein Vater freudig mitgeteilt, dass er einen Titel von uns am Radio gehört habe und er ihn mochte. Das bedeutete mir sehr viel.
Machst du dir Sorgen über deine Berühmtheit, Archis?
Archis: Nein, denn ich denke nicht, dass wir berühmt sind. Es ist mir wichtig, dass ich meine Träume verwirklichen kann und meinen persönlichen Anforderungen gerecht werde. Was ist das Wichtigste für dich auf der Bühne?
Lukas: Die Musik ganz offensichtlich. Wenn du ein Album machst, schaust du, dass es perfekt ist. Dass nichts dazwischen kommt. Man geht nicht an Konzerte um das Album eins zu eins abgespielt zu bekommen. Die Leute wollen sehen was die Band in Person zu bieten hat, zu was sie fähig sind. Die Persönlichkeit und Sentimentalität sind entscheidend. Unsere Texte sind sehr sentimental. Wir versuchen das so gut wie möglich zu repräsentieren. Das ist das Wichtigste für mich.
Archis: Lukas, was würdest du tun, wenn du kein Rockstar wärst?
Lukas: Zuerst einmal bin ich ganz sicher kein Rockstar. Ich bin im Herzen immer noch der Verkäufer der ich einmal war. Wie überlebst du ein Festival, Archis?
Archis: Hmm. Mit einem robusten Zelt! Und wenn alles scheisse ist, dann gibt’s nur noch eine Lösung: Trinken! Deswegen: rechnet immer mit dem Schlimmsten und nehmt noch ein Sixpack mehr mit. Lukas, was ist die schlechteste Show die du jemals gesehen hast?
Lukas: (zögert) Also, jeder würde wahrscheinlich sagen, dass ich nicht Recht habe. Aber ltztes Wochenende, am Glastonbury Festival, haben wir einen Auftritt von The Arcade Fire mitverfolgt. Und ich muss sagen, die erste Hälfte war deutlich unter ihrem Potential. Sie standen einfach so herum und kommunizierten nicht wirklich mit den Zuhörern. Die Zusammensetzung so vieler Instrumente und Artisten auf einer Bühne ist aber sonst einmalig, und ich weiss, dass die Band eigentlich genial und zu viel mehr fähig ist. Die letzte Karte ist für dich Archis: Hast du immer an das, was du tust geglaubt?
Archis: Was die Musik angeht, immer. Ansonsten: Nicht immer.