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© Vladek Zumr
Petra Klingler im Finale der Olympischen Kombination auf Rang 6 WM Innsbruck 2018
Mit dem Kombinationsfinale im Olympischen Format ging am Sonntag, 16. September 2018 die zehntägige Sportkletter-Weltmeisterschaft in Innsbruck zu Ende. Dank hervorragenden Leistungen in den drei Einzeldisziplinen Lead, Bouldern und Speed war Petra Klingler im erstmals ausgetragenen Finale der Olympischen Kombination mit dabei und wurde Sechste.
Ein hochkarätiges Teilnehmerinnenfeld traf sich am Sonntagvormittag in der Olympiaworld von Innsbruck zum Testlauf des zukünftigen Olympischen Formates, welches aus allen drei Disziplinen des Sportkletterns besteht. Nacheinander galt es, im Speed möglichst schnell die 15m hoch zu klettern, im Bouldern vier Probleme zu lösen und abschliessend im Lead in einer Route möglichst hoch zu klettern. Die sechs Athletinnen mussten sich im Verlaufe der WM für diesen begehrten Schlussevent qualifizieren. Am heutigen letzten Wettkampftag galt es, nochmals sämtliche Kräfte zu mobilisieren und die verschiedensten Blessuren zu ignorieren.
Speed, Bouldern, Lead
Im Speed gelangte Petra Klingler bis ins kleine Finale, in welchem um den 3. Platz geklettert wurde. Wie bereits in der ersten Runde, profitierte sie dort von einem Fehlstart ihrer Konkurrentin, woraus der 3. Platz resultierte. In Führung ging die Koreanerin Sa Sol, welche als letzte Teilnehmerin die Qualifikation für das Kombifinale gerade noch geschafft hatte.
Im Boulder-Wettkampf, der nur wenige Minuten nach dem Speed startete, blieben die sechs Athletinnen mit Ausnahme der Slowenin Janja Garnbret, die als Einzige alle vier Boulder toppte, nahe beisammen. Petra Klingler schaffte es, die Boulder 1 und 3 zu knacken und scheiterte nur ganz knapp an den beiden anderen Problemen. Der 5. Rang in der Disziplin Bouldern und der 4. Zwischenrang in der Kombination waren das Resultat.
In der abschliessenden Lead-Route kämpften alle Teilnehmerinnen mit ihren schwindenen Kräften. Alle erreichten aber noch eine gute Höhe und die Österreicherin Jessica Pilz sowie Janja Garnbret schafften sogar ein laut bejubeltes Top. Petra Klingler erreichte die fünfbeste Höhe und schloss damit den äusserst spannenden Wettkampf, in welchem sich die Rangpositionen ständig veränderten, auf Platz 6 ab.
Als Siegerin konnte sich die Boulder-Weltmeisterin Janja Garnbret die zweite Goldmedaille sichern. Sa Sol gewann überraschend Silber. Jessica Pilz entzückte das Heimpublikum nach der Goldmedaille im Lead ein weiteres Mal mit dem 3. Schlussrang und dem Gewinn von Bronze.
Bei insgesamt 76 Starterinnen belegten Anne-Sophie Koller Platz 28 und Andrea Kümin Platz 40 in der Kombinationswertung.
Bei den Herren glänzte Sascha Lehmann mit einem hervorragenden 9. Schlussrang. Dimitri Vogt wurde 30 unter insgesamt 87 Teilnehmern.
WM-Bilanz aus Schweizer Sicht
Nach zehn intensiven Wettkampftagen fällt die Bilanz des SAC Swiss Climbing Teams durchaus positiv aus. Sämtliche selektionierte Athletinnen und Athleten bestätigten ihre Fortschritte, nicht nur in ihrer Paradedisziplin. Mehrfach wurden auch persönliche Bestleistungen erzielt. Im Hinblick auf Tokyo 2020 zeigte sich, dass sich die verschiedenen Massnahmen vor allem während des letzten Jahres auszahlten und ein Mithalten mit der Weltspitze in der Kombination aller drei Disziplinen durchaus möglich und der eingeschlagene Weg der richtige ist. Wichtiges Element ist dabei zweifellos das neue nationale Leistungszentrum in Biel, wo die Athleten in weit höheren Trainingsfrequenzen gefordert und gefördert werden können.
Mit den drei Finalteilnahmen von Sascha Lehmann im Leadklettern und Petra Klingler im Bouldern und der Kombination erreichte die Schweiz auch die entsprechende Präsenz an den hervorragend inszentierten und von einem grossen Publikum besuchten Finaltagen.