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GUTENBURG – ORTSTEIL SEIT 01.01.2007
Der zu Madiswil gehörende Ortsteil Gutenburg wurde erstmals 1277 als Guotenberg urkundlich erwähnt und war bis Ende des Jahres 2006 eine eigenständige Gemeinde. Auf Grund verschiedener Überlegungen, vor allem aber aus Mangel an Behördenmitgliedern, entschloss sich die Einwohnergemeinde Gutenburg mit Madiswil zusammenzuschliessen. Gutenburg war flächenmässig mit rund 59 Hektaren die kleinste Gemeinde im Kanton Bern. Sie zählte 120 Einwohner.
Die Ursprünge gehen in die Zeit der Kelten zurück. Es wird vermutet, dass dieses Volk auf dem Turmhubel bereits eine heilige Stätte unter den Eichenbäumen errichtet hatte. Seine geschichtlich bedeutungsvollste Zeit hatte Gutenburg im 13. und 14. Jahrhundert, als die Freiherren von Utzingen auf der Gutenburg weilten. Um das Jahr 1300 wurde die Burg von Solothurnern belagert und der damalige Ritter Rudolf Ortolf hatte Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit dem Kloster St. Urban. Im Jahre 1370 kauften die Herzöge von Österreich-Habsburg die Herrschaft Gutenburg und übergaben sie Freiherr Walter von Grünenberg als Ersatz für einen Erbanspruch. Sein Enkel, der arg verschuldet war, verkaufte 1431 die Burg der Stadt Burgdorf. Damit endete die Herrschaft Gutenburg. Burgdorf liess die Gutenburg zerfallen. 1662 war die Burg bereits eine Ruine. 1799 stand der mächtige, aus Tuffsteinen gebaute Viereckturm, wenn auch als Ruine, noch in voller Höhe. Im Jahre 1800 verkauften die Burgdorfer die Steine der Gutenburg den Bauern von Kleindietwil, die sie zum Bau einer Mühle verwendeten. Heute ist das Verteidigungssystem des Burggrabens und der Wälle nur noch andeutungsweise vorhanden.
Über Gutenburg und seine Geschichte hat Fritz Junker im Dezember 1987 eine Schrift herausgegeben. Diese ist bei der Gemeindeverwaltung Madiswil deponiert und kann von Interessierten kostenlos bezogen werden.