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Grundlagen
Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung bezweckt die Förderung eines gesunden Lebensstils (Verhaltensprävention) wie auch von gesundheitsrelevanten Lebensbedingungen (Verhältnisprävention). Gesundheitsförderung orientiert sich nicht an bestimmten Krankheiten, die es zu vermeiden gilt. Sie ist vielmehr auf die allgemeine Verbesserung von Gesundheit und die Gesundheit bestimmenden Faktoren - die sogenannten "Gesundheits-Determinanten" - ausgerichtet.
Prävention
Prävention bedeutet Verhütung und Früherfassung von Krankheit, Invalidität und vorzeitigem Tod. Der Begriff geht von der Krankheit oder Verletzung aus und versucht, deren Ursachen zu verstehen und die ursächlichen Faktoren auszuschalten.
Es gibt zahlreiche Themen, Programme und Initiativen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Zentrale nationale Themen sind verschiedene Suchtformen (Alkohol, Tabak, illegale Drogen, Glücksspiel), Sexualität, Ernährung und Bewegung sowie psychische Gesundheit.
Aufgaben
Gesundheitsförderung und Prävention richten sich an Gemeinden, Schulen, Betriebe, Familien und Freizeit. Die kantonale Abteilung für Gesundheitsversorgung ist eine Dienstleistungs-, Vernetzungs-, Koordinations- und Kommunikationsstelle. Sie unterstützt die Departementsvorsteherin, bereitet Regierungs- und Kantonsratsgeschäfte vor, bearbeitet Vernehmlassungsgeschäfte und plant verschiedene Projekte.
Weitere Aufgabenbereiche:
- Festlegen von Schwerpunktthemen
- Erarbeiten und Umsetzen einer Mehrjahresplanung
- Zusammenarbeit, Koordination und Vernetzung mit kantonalen und ausserkantonalen Institutionen im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention
- Zusammenarbeit mit Gemeinden, privaten Akteuren und Organisationen
- Projektleitungen und Projektbegleitungen (Institutionen, Fachpersonen und Gemeinden)
- Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation, Information
- Erarbeiten von Konzepten
- Evaluierung von Projekten und Sicherung der Qualität
- Begutachtung und Prüfung von Projekt- und Unterstützungsanträgen
Gesundheitsbefragung 2012/2017
Die Schweizerische Gesundheitsbefragung wird alle fünf Jahre bei einer repräsentativen Anzahl Schweizerinnen und Schweizern ab 15 Jahren durchgeführt. Für die Erhebung 2012 wurde die Zahl der befragten Personen im Kanton Schwyz auf 574 aufgestockt, sodass auch für unseren Kanton verlässliche und vergleichbare Zahlen vorliegen. In der Broschüre "Gesundheit im Kanton Schwyz" sind die wesentlichen Ergebnisse kurz und verständlich dargestellt. 2017 wurde die neuste Befragung durchgeführt. Die ausgewerteten Zahlen werden voraussichtlich 2019 zur Verfügung stehen.
Erfreulicherweise fühlen sich 90.5% der Schwyzerinnen und Schwyzer gesund oder sogar sehr gesund. In der Deutschschweiz trifft dies nur auf 85% der Personen zu. Seit 2007 hat sich zudem der Anteil an aktiven oder teilaktiven Personen von 87% auf 92% erhöht, ebenso der Anteil der Nichtraucher (von 69% auf 72%). Stellte 2007 der Alkoholkonsum noch bei 5% der Befragten ein mittleres bis hohes Gesundheitsrisiko dar, so liegt dieser Wert bei der jüngsten Befragung bei 2.5% (CH 4.8%). Befürchteten 2007 noch 15.7% der Erwerbstätigen einen Verlust des Arbeitsplatzes, waren dies 2012 nur noch 9.9% (CH 12.3%).
Eine ungünstige Entwicklung zeigt die Befragung bei der psychischen Gesundheit und dem Körpergewicht auf. Seit 2007 hat sich der Anteil Personen mit depressiven Symptomen von 15% auf 24% und der Anteil an Personen mit Übergewicht von 39% auf 47% (CH 42%) erhöht. Insbesondere der Anteil an übergewichtigen Männern ist mit 61% besorgniserregend hoch. Der Anteil an Rauchern ist mit 28% nach wie vor hoch, jedoch auf dem gleichen Niveau wie auf der gesamtschweizerischen Ebene.
Das AGS berücksichtigt die Ergebnisse dieser Befragung bei der Planung seiner Massnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention.
Konzept Psychische Gesundheit im Kanton Schwyz 2010-2020
Die Zahl psychiatrisch bedingter Hospitalisationen steigt auch im Kanton Schwyz. Der Kanton Schwyz hat daher ein Konzept zur Förderung und Erhaltung der psychischen Gesundheit erarbeitet, das seit 2010 fortlaufend umgesetzt wird. Das Konzept finden Sie unter den Dokumenten.
Meldebefugnis gemäss Art. 3c Betäubungsmittelgesetz
Der seit dem 1. Juli 2011 geltende Artikel 3c des Betäubungsmittelgesetzes dient der Früherkennung und Frühintervention bei suchtbedingten Störungen, dies mit spezieller Berücksichtigung der Kinder und Jugendlichen. Amtsstellen und Fachleute im Erziehungs-, Sozial-, Gesundheits-, Justiz- und Polizeiwesen haben die Befugnis, den vom Kanton bezeichneten Stellen Kinder und Jugendliche zu melden, bei denen suchtbedingte Störungen festgestellt oder vermutet werden.
Der Regierungsrat des Kantons Schwyz hat die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) Schwyz, sowie die Ambulante Psychiatrie und Psychotherapie (APP) Schwyz als Meldestellen bezeichnet.
Das Instrument der Meldebefugnis erlaubt es, Kinder und Jugendliche in Bezug auf ihre Gefährdung im Umgang mit Suchtmitteln abzuklären, ohne bereits die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bemühen zu müssen. Die Suchtfachpersonen der Meldestellen leiten nach erfolgter Abklärung, wenn notwendig, die geeigneten Massnahmen ein.
Details zu Artikel 3c BetmG sowie ein Vorgehensschema finden Sie unter den Dokumenten.
Im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention gibt es zahlreiche private und staatliche Akteure:
Staatliche Organe der Gesundheitsförderung und Prävention
National tätige Organisationen
Kantonale Koordinationsorgane
Für den Kanton mit Leistungsvereinbarung tätige Anbieter
- Gesundheit Schwyz - Fachstelle für Gesundheitsförderung und Prävention der APP
- Netzwerk "Gesunde Schulen im Kanton Schwyz"
- Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) [PDF, 628 KB]
- Gesundheitsgesetz des Kantons Schwyz (GesG)
- Gesundheitsverordnung des Kantons Schwyz (GesV)
- Meldebefugnis gemäss Art. 3c Betäubungsmittelgesetz
- Vorgehensschema für eine Meldung gemäss Art. 3c BetmG
- Formular Meldebefugnis Art. 3c BetmG
- Gesundheit im Kanton Schwyz (Gesundheitsbefragung 2012)
- Gesamtkonzept Gesundheitsförderung und Prävention
- Kurzversion Gesamtkonzept Gesundheitsförderung und Prävention
- Konzept Psychische Gesundheit im Kanton Schwyz
- Kurzfassung Konzept Psychische Gesundheit im Kanton Schwyz