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Die Rechtsquellen von Stein am Rhein von der Ersterwähnung bis zur Reformation
Bearbeiter:
Roman Sigg, lic. phil. I
Stadtarchiv Stein am Rhein
Rathausplatz 1
8260 Stein am Rhein
E-Mail
Website (Staatsarchiv Schaffhausen)
Kurzbeschrieb des Projekts:
Die Kleinstadt Stein am Rhein verfügt über eine wechselvolle Geschichte, die sich in den Geschichtsquellen spiegelt. Ihre Stadtwerdung geht zurück auf die Ansiedlung des Kloster St. Georgen durch Kaiser Heinrich II. und die Schenkung des Klosters an das Bistum Bamberg im Jahr 1007. Die Stadt entwickelte sich neben dem Kloster an dieser verkehrsgünstigen Lage.
Die Kastvogtei über das Kloster ging an die Freiherren von Klingen bzw. an die Linie von Hohenklingen. Diese verkaufen und verpfänden Teile ihrer Herrschaftsrechte an die Herzöge von Habsburg und später an die Herren von Klingenberg.
Dazu entwickelte sich die wirtschaftliche und politische Autonomie der Stadt Stein am Rhein und sie wurde verschiedentlich in Auseinandersetzungen mit Kloster und Vögten hineingezogen.
Mit dem Kauf sämtlicher Herrschaftsrechte von den Herren von Klingenberg 1457 wurde Stein am Rhein de facto reichsfrei. Ab 1459 war die Stadt mit Zürich und Schaffhausen in einem Bündnis verbunden und näherte sich damit der Eidgenossenschaft an. 1484 erneuerte Stein das Bündnis mit Zürich unter schlechteren Bedingungen. Es wurde, sehr lose, ein Teil des Zürcher Stadtstaats.
1460 eroberten die Eidgenossen den Thurgau und erwarben damit die Hochgerichtsbarkeit über die südlich des Rheins gelegenen Teile von Stein am Rhein (Vorderbrugg). Dies führte zu verschiedenen Auseinandersetzungen zwischen Stein und den Eidgenossen über die Abgrenzung der Rechte.
Mit der Reformation und Aufhebung des Klosters St. Georgen wurde die Situation weiter kompliziert. Stein am Rhein hatte zwar von den Klingenbergern die Kastvogtei über das Kloster übernommen. Das Kloster seinerseits hatte mit der Stadt Zürich einen Burgrechtsvertrag abgeschlossen, sodass Zürich die Verwaltung über die ehemaligen Klosterbesitzungen übernahm.
Die Quellen zur wechselvollen Geschichte von Stein am Rhein finden sich einerseits im Stadtarchiv Stein am Rhein, aber auch in den Staatsarchiven von Zürich und Schaffhausen. Dazu kommen Quellen in ausländischen Archiven (Bistumsarchiv Bamberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, Stadtarchive von Konstanz, Ulm etc.).
Projektrelevante Publikationen:
- Fischerei und Weintransport im mittelalterlichen Recht. Vortrag beim Historischen Verein behandelt Themen aus Roman Siggs Rechtsquellenedition «Stein am Rhein», in: Bote vom Untersee und Rhein vom 29. November 2022.
- Als «Freitrunk» noch erlaubt war, in: Steiner Anzeiger vom 29. November 2022.
- Im Dienste der stolzen Vergangenheit (Ursula Junker), in: Schaffhauser Nachrichten vom 12. Februar 2022.
- Vertiefter Blick ins Archiv: Roman Sigg betreut seit nunmehr rund zehn Jahren das Stadtarchiv Stein am Rhein, in: Bote vom Untersee vom 12. Februar 2022.