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Dieser Artikel wurde ursprünglich am 12. Mai 2007 erstellt. Nach über 2 Jahren hat sich einiges um die Lockheed Martin F-22 Raptor gewandelt. Wie ein Leser richtig beim Lockheed Martin F-35 Lightening II bemerkte, waren mit der Zeit Zahlen und Angaben veraltet. Dies machte eine korrigierte bzw. erweiterte Version des Artikels notwendig.
Die Lookhead Martin F-22 Raptor gehört zur fünften Generation von Kampfjets und ist darüber hinaus derzeit weltweit das einzige Kampfflugzeug dieser Generation, das bereits operationell im Einsatz steht. Kampfjets der fünften Generation zeichnen sich durch fortschrittliche Stealthfähigkeit, einer hochmoderne Avionik und insbesondere durch eine vollständige Integration des Kampfjets in eine netzwerkzentrierte Kriegsführung aus. Durch leistungsfähigere Berechnung der Aussenhülle bei der Planung der F-22 und Absorption anstatt Streuung von Radarstrahlung (RAM) sind die Flugeigenschaften trotz Stealth mit einem konventionellen Jäger vergleichbar (ganz im Gegensatz zur Northrop Grumman B-2 Spirit). Zur Ausnutzung der vollen Stealthfähigkeit müssen die Waffen der F-22 im Innern verstaut werden, was die Anzahl der mitgeführten Waffen beschränkt. Sie verfügt bloss über 3 interne Waffenschächte (eine grosser mittlerer und 2 kleinere seitliche) in denen gleichzeitig sechs AIM-120 AMRAAM Mittelstreckenlenkwaffen in komprimierter Bauweise (compressed carriage) im mittleren Waffenschacht und je eine AIM-9 Sidewinder Kurzstreckenlenkwaffe in den beiden Seitenschächten mitgetragen werden können. Vier der Mittelstreckenlenkwaffen können durch zwei JDAM-Bomben mittleren Durchmessers (GBU-32; max. 459kg) oder acht Bomben kleineren Durchmessers ersetzt werden. (Quelle: “Factsheet: F-22 RAPTOR“, Air Combat Command, Public Affairs Office, März 2009). Bei eingebüsster Stealthfähigkeit kann der F-22 extern noch zusätzlich für 2,268 kg Waffen oder zwei Aussentanks mit je rund 2,270 Liter Fassungsvermögen angehängt werden. Als Boardkanone verfügt der F-22 über eine 20-mm-Gatlingkanone vom Typ M61A2, welche über 480 Schuss Munition verfügt (entspricht ca. 5 Sekunden Dauerfeuer). Die Mündung der Waffe ist während des Marschfluges durch eine Klappe verschlossen, um den Radarquerschnitt der Maschine nicht zu vergrössern. Auch wenn die präzisen Angaben klassifiziert sind, lassen Berechnungen darauf schliessen, dass der Radarquerschnitt der F-22 unter vollen Stealth-Konditionen etwa dem einer Stahlmurmel entspricht (Quelle: David A. Fulghum, “F-22 Raptor To Make Paris Air Show Debut“, Aviation Week, 04.02.2009).
Bei Fünft-Generation Kampfflugzeugen ist die Anzahl der mitgeführten Waffen jedoch eher zweitrangig, weil in einer netzwerkzentrierten Kriegsführung die eingesetzten Waffen irgendwo land- oder seegestützt sein können und das Kampfflugzeug selber nur als Sensor zur Zielerfassung und anschliessender Zielauswertung eingesetzt werden kann (vgl. Robbin F. Laird, “A 21st-century Concept of Air and Military Operations“, Defense Horizons, Nr 66, März 2009). Darüber hinaus verfügt der F-22 eine hohe Wendigkeit und Supercruisefähigkeiten.
Ursprünglich wurde die F-22 in den 1980er im Rahmen des Advanced Tactical Fighter Programs (ATF) als Ersatz für den seit 1976 im Einsatz befindliche McDonnell Douglas F-15 Eagle konzipiert. Als das ATF-Programm 1991 endete und Lookhead Martin die Zusage bekam, ging man noch von einem Auftragsvolumen von rund 650 F-22 Kampfflugzeugen aus. Der Jungfernflug der F-22 fand am 7. September 1997 statt und seit dem 15. Dezember 2005 ist die F-22 offiziell einsatzfähig. Der erste Übersee-Flug fand Ende Februar 2007 nach Okinawa statt, nachdem rund zwei Wochen vorher unerwartete Softwareprobleme in der Navigationssoftware beim Überflug der Datumsgrenze 12 F-22 der 27th Fighter Squadron zum Rückflug nach Hawaii zwangen (vgl.: David Axe, “Raptors Break Axe’s Heart“, War is boring, 13.02.2007). Am 22. November 2007 kam die F-22 das erste Mal “scharf” zum Einsatz, als sie zwei russische Tu-95MS “Bear-H” Bomber über Alaska abfing und ausserhalb US-amerikanisches Territorium eskortierten (Quelle: “Raptors Perform First Intercept of Russian Bombers“, airforce-magazine.com, 14.12.2007). Ab Ende 2011 wird US Air Force über 187 F-22 verfügen können. Gemäss US-Verteidigungsminister Robert Gates ist nach der Beschaffung der 187 F-22 jedoch Schluss, denn man wolle sich anschliessend auf die Beschaffung der Lockheed Martin F-35 Lightening II konzentrieren (vgl. Wolf Shalal-Esa, Andrea Shalal-Esa und Dave Zimmerman, “Gates says Lockheed F-35 fighter a major priority“, Reuters, 16.09.09). Die lange Entwicklungszeit, die kleine Stückzahl und das Exportverbot machen die F-22 mit Stückkosten von 142,6 Millionen US-Dollar Fly-Away-Kosten zum teuersten Jagdflugzeug aller Zeiten (nicht zum teuersten Kampfflugzeug, das war die Northrop Grumman B-2 Spirit). Japan und Australien haben mehrfach Interesse am Kauf von F-22 Kampfflugzeugen geäussert. Zur Zeit ist jedoch nicht sicher, ob der US-Senat das F-22 Exportverbot in absehbarer Zeit aufheben wird (vgl.: “Senate panel seeks end to F-22 export ban“, Reuters, 10.09.2009).
Und hier die Flugzeugdaten im Überblick (wenn nichts angegeben, stammen die Daten aus: “Factsheet: F-22 RAPTOR“, Air Combat Command, Public Affairs Office, März 2009):
|Kenngrösse||Daten|
|Typ:||Luftüberlegenheitsjäger / Mehrzweckkampfflugzeug|
|Länge:||18,9 m|
|Flügelspannweite:||13,6 m|
|Höhe:||5,1 m|
|Leermasse:||19.700 kg|
|max. Abflugmasse:||38.000 kg|
|g-Limits:||-3/+7.9 g (Quelle: Mark Ayton, “F-22 Raptor”, Air Forces Monthly, August 2008, S 75, zitiert auf Wikipedia)|
|Interner Treibstofftank:||8,200 kg|
|Marschgeschwindigkeit:||Mach 1,82 ohne Nachbrenner (Quelle: Jay Miller, “Lockheed Martin F/A-22 Raptor”, Midland Publishing, 2005, ISBN 185780158X, S. 102, zitiert auf Wikipedia).|
|Höchstgeschwindigkeit:||Mach 2,25 bzw. 2,410 km/h auf 19.812 m ü M (Quelle: Jay Miller, “Lockheed Martin F/A-22 Raptor”, Midland Publishing, 2005, ISBN 185780158X, S. 102, zitiert auf Wikipedia).|
|Dienstgipfelhöhe:||über 15.000 m (genaue Angaben sind klassifiziert)|
|Reichweite:||über 2.900 km (mit zwei externen Treibstofftanks)|
|Besatzung:||1 Pilot|
|Triebwerk:||zwei Turbofans P&W F119-100 mit je 156 kN|
|Stückpreis (fly-away):||142,6 Mio. US-Dollar,6 Mio. US-Dollar (Stand 2009)|
Nächste Woche folgt die überarbeitete Version des Artikels über die Lockheed Martin F-35 Lightening II.