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Jedes Jahr am 2. Oktober wird in der Stadt Luzern und anderen katholischen Orten das Fest des St. Leodegar gefeiert. Hintergrund der Feier ist der heilige Leodegar als Schutzpatron von Luzern. Das Fest St. Leodegar gilt auch als Schutzengelfest, wenngleich keine direkte Verbindung zwischen dem Heiligen und dem Glauben an Schutzengel besteht.
Feiertag beruht auf grausamer Geschichte
Auf den ersten Blick besteht kaum ein Zusammenhang zwischen St. Leodegar und Luzern. Der spätere Heilige wurde im Jahr 616 geboren und stammt wahrscheinlich aus der Region rund um die französische Stadt Poitiers. Dort war Leodegar zunächst als Abt tätig. Später wurde er zum Bischof von Autun (oberhalb der heutigen Stadt Lyon) ernannt.
670 hielt er eine Versammlung ab, bei der er das Mönchsleben reformieren wollte. Aufgrund seiner Bemühungen um Kirchenzucht und Reformen in der geistlichen Oberschicht wurde er 675 von König Childerich II. ins Kloster Luxeuil – im heutigen Luxeuil-les-Bains – verbannt, kehrte aber nach der Ermordung des Königs im Jahr 676 zurück nach Autun.
Sein erbittertster Gegner war Ebroin, der damalige Verwalter der ehemaligen Region Neustrien im Norden von Frankreich. Dieser verdächtigte Leodegar, an der Ermordung des Königs teilgenommen zu haben. Daraufhin nahm Ebroin Leodegar gefangen, liess ihn mit einem Bohrer die Augen ausbohren und ihm die Zunge herausreissen. Leodegar predigte trotzdem weiter und weissagte seinen und Ebroins Tod. Daraufhin wurde er in die Normandie verbannt. 677 wurde er als Bischof abgesetzt und später enthauptet. Weil es während seiner Lebzeit als Blinder und Tauber einige Wunder gegeben haben soll, wurde Leodegar heiliggesprochen.
Was hat der heilige Leodegar mit Luzern zu tun?
Die Verehrung, die Leodegar heute zuteilwird, datiert auf sein Todesjahr 677 und verbreitete sich nach und nach von Frankreich bis in die heutige Schweiz. Die französische Abtei Murbach begann nach Leodegars Tod, ihn als einen Heiligen zu verehren. Die einflussreiche Abtei dehnte sich nach und nach aus und erwarb schliesslich auch in der Stadt Luzern ein Benediktinerkloster.
Im Anschluss erweiterte die Abtei ihren Besitz mit dem Kauf der Hofkirche St. Leodegar in der Stadt Luzern. Mit dem Erwerb der Hofkirche übernahm die Stadt Luzern auch den Brauch, dem heiligen Leodegar an seinem Todestag zu gedenken. Gemäss verschiedenen Quellen wurde der Heilige am 2. oder 3. Oktober umgebracht. Seitdem begeht die Stadt das Schutzengelfest zu Ehren von Leodegar jährlich am 2. Oktober.
Keine grösseren Feierlichkeiten an seinem Todestag in Luzern
Wenngleich an St. Leodegar sowohl die Geschäfte als auch die Ämter und Schulen geschlossen sind, finden in der Stadt Luzern ausserhalb der Kirche St. Leodegar keine grösseren Veranstaltungen anlässlich dieses Feiertags statt.
Übrigens: Trotz der grausamen Geschichte rund um seinen Tod hat sich eine Bauernregel für den Todestag von Leodegar etabliert. Diese lautet: «Fällt das Laub auf Leodegar – kommt darauf ein fruchtbar’ Jahr!»