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Auf dem Wenkenhof finden wir das, was für die Gemeinde Riehen charakteristisch ist: hochkarätige Kultur eingebettet in eine herausragende Architektur inmitten eines prächtigen Landschaftsgartens. Riehen beheimatet nicht nur die Fondation Beyeler mit ihrer Kunstsammlung und Ausstellungen von internationaler Bedeutung – in Riehen finden wichtige OpenAir-Festivals, Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen und Kunstausstellungen in den zahlreichen Galerien statt. Und in Riehen werden auch Opern aufgeführt. Die Reithalle im Wenkenhofpark bietet dazu einen magischen und intimen Rahmen. So ist auch die aktuelle Opernproduktion «L'étoile – Das Horoskop des Königs» von Emmanuel Chabrier unter der Leitung von der in Riehen wohnhaften Dirigentin Olga Pavlu Teil einer dreihundertjährigen Tradition von gesellschaftlichen und kulturellen Anlässen auf dem Wenkenhof.
Seit dem frühen Mittelalter war der Wenkenhof oberhalb des Dorfes Riehen ein bäuerlicher Gutsbetrieb. 1714 kaufte Christoph Burckhardt-Merian das Anwesen und vergrösserte es. 1735 erwarb der wohlhabende Handelsherr Johannes Zaeslin das Gelände vor dem Wenkenhof und liess sich dort einen repräsentativen Sommersitz und eine prachtvolle Gartenanlage nach französischen Vorbildern erbauen. 1860 erfolgte der Umbau in ein zweigeschossiges, selbständiges Wohnhaus. Seine heutige Form wurde dem Wenkenhof von den letzten privaten Besitzern, dem Industriellen Alexander Clavel-Respinger und seiner Frau Fanny, verliehen. Clavel war ein Nachfahre des 1838 aus Lyon eingewanderten Seidenfärberei-Industriellen Alexander Clavel, der mit seinem Färberei-Unternehmen den Grundstein für den heutigen Pharma-Giganten Novartis legte.
Alexander Clavel-Respinger entwickelte den Familienbetrieb erfolgreich weiter und erwarb 1917 den Wenkenhof, den er mit gezielten Landkäufen in einer für baselstädtische Verhältnisse geradezu gigantischen Dimension ausbauen liess. Er legte den prächtigen Landschaftspark an und als leidenschaftlicher Reiter liess er sich die Reithalle errichten. Diese verband er durch eine prominente Wegachse mit der begradigten Bettingerstrasse. Die Einfahrt zum Ehrenhof liess er von einem monumentalen Gittertor abschliessen, das zwei in Blei gegossene Hirsche flankieren. Eine Terrasse mit Ausblick weit über die Stadt entstand auf der anderen Strassenseite als letzte Bauetappe.
Zum Freundeskreis des Ehepaars Clavel gehörten bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Künstlerinnen und Künstler und auch namhafte Politiker. Sie alle trafen sich auf dem Wenkenhof.
Im krassen Kontrast zur kulturellen Idylle auf dem St. Chrischona-Berg stand der harte Alltag der Arbeiter in den Färbereibetrieben in Basel. 1919 mündete ihre Protestaktion gegen die tiefen Löhne in den Landesstreik.
Das kinderlose Ehepaar Clavel-Respinger schenkte den Alten Wenkenhof der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, welche die Gebäudegruppe unter Denkmalschutz stellte. Der Landschaftspark und die Reithalle sind heute im Besitz der Gemeinde Riehen und öffentlich zugänglich. Der Neue Wenkenhof mit dem französischen Garten wurde der Alexander-Clavel-Stiftung überlassen.
Was während drei Jahrhunderten nur Privilegierten zugänglich war, steht heute im Dienst der Öffentlichkeit. Der Wenkenhof zieht ein breites Publikum an. Während zwölf Jahren beherbergte die Reithalle die internationale Spezialmesse für Kunst der Antike und der alten Kulturen (Basel Ancient Art Fair). Ein anderes kulturelles Highlight sind die «Wenkenhofgespräche», die alljährlich in der Reithalle Wenkenhof stattfinden.
Die diesjährige Opernproduktion knüpft an frühere Operninszenierungen auf dem Wenkenhof an und könnte sich zu einem Publikumsmagnet entwickeln. Sie wendet sich an ein vielschichtiges Publikum, bleibt aber den Gemeinden Riehen, Bettingen und Basel verpflichtet. Sie bietet eine Plattform für namhafte Kunstschaffende, junge künstlerische Talente und engagierte Laien aus der Region. So dürfen wir auf dem Wenkenhof ein einzigartiges Musikerlebnis an einem einzigartigen Ort geniessen.