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General Motors – Konzernumbau und der Wandel zu Zukunftstechnologien
General Motors ist ein weltweit operierender US-Automobilkonzern. Die ursprüngliche General Motors Corporation wurde am 16. September 1908 gegründet. Jahr für Jahr erwarb das Unternehmen weitere Automobilmarken wie Buick, Oldmobile, Cadillac, Pontiac, Chevrolet oder auch Opel hinzu. Der Automobilhersteller war der erste Konzern in der US-Wirtschaftsgeschichte, der einen jährlichen Umsatz von 1 Mrd. US-Dollar überschritt. In den Achtziger Jahren beschäftigte General Motors (kurz: GM) über 650.000 Mitarbeiter. Hohe Verluste von 38,7 Mrd. US-Dollar im Geschäftsjahr 2007 und eine Verschuldung von über 185 Mrd. US-Dollar waren der Anfang vom Ende. Dann erledigten die weltweite Finanzkrise und der weltwirtschaftliche Abschwung den Rest und GM rutschte endgültig in den Bankrott.
Neuanfang als General Motors Company 2009
Nach dem Verlassen des Gläubigerschutzes (Chapter 11) unternahm GM im Juli 2009 einen Neustart. Der US-Autobauer – und zugleich ehemalige Konzernmutter von Opel – wurde mit einer horrend teuren Sanierung auf Staatskosten gerettet. Die Pleite von GM war eine der größten Insolvenzen in der US-Wirtschaftsgeschichte. Die neue General Motors wurde am 10. Juli 2009 offiziell gegründet. Aus der ehemaligen General Motors Corporation wurde die General Motors Company.
Unter dem Konzerndach werden unter anderem die Marken Chevrolet, Buick, GMC, Cadillac, Holden und SGMV, ein Joint-Venture aus SAIC Motor, Liuzhou Wuling Motors und GM China gebündelt. Zudem gehören 18 weitere Marken und Geschäftsbereiche zum GM-Konzern, zum Beispiel GM Financial, Cruise oder Maven, eine Car Sharing- und Mobilitätslösung aus dem Hause GM. Die General Motors Company hat ihren Sitz in Detroit im US-Bundesstaat Michigan und wird von CEO Mary T. Barra geleitet.
Der Blick in die Zukunft – GM stärkt Cruise – möglicher Börsengang?
Der Konzernbereich Autonomes Fahren hat innerhalb von GM besondere Bedeutung. Die Konzernleitung berief den seit langen mit CEO Barra vertrauensvoll zusammenarbeitenden Dan Ammann auf die Position des CEO von Cruise – jenem Bereich von General Motors, der sich mit Zukunftstechnologien wie dem autonomen Fahren beschäftigt. Im Jahr 2016 blätterte GM rund 1 Mrd. US-Dollar für das Unternehmen aus San Francisco hin. Seitdem wuchs Cruise von einem 40-Mann-Startup zu einem Konzern mit über 1.000 Mitarbeitern heran und hat seinen Wert deutlich vervielfacht. Möglicherweise bietet sich ein Börsengang von Cruise an. Dann könnte auch die Aktie von GM wieder Fahrt aufnehmen.
Kosteneinsparungen, Verschlankungen und Stellenabbau sind nie populär
Schlagzeilen bewegen Aktien und Aktien bewegen Schlagzeilen. Jüngst geriet der GM-Konzern auch durch den US-Präsidenten unter Beschuss. Trump ist verärgert, weil der GM-Konzern vor allem in den USA Produktionsstandorte schließen und Mitarbeiter entlassen will. Das steht im Gegensatz zu Trumps dezidierter America-First-Strategie. So werden dann Drohungen geäußert, man solle alle Subventionen zurückzahlen und die staatlichen Rettungsgelder aus den Zeiten der GM-Pleite gleich mit. Zielführend für GM und seine gesamte Belegschaft ist diese Art von Wirtschafts- und Twitter-Politik sicher nicht. Im Gegenteil, eine Umsetzung der Forderungen würde die garantierte nochmalige Pleite mit Massenentlassungen bedeuten.
Kosteneinsparungen, Verschlankungen und auch Stellenabbau sind jedoch betriebswirtschaftlich vonnöten, denn so werden die Weichen für die absehbare Zukunft des Konzerns gestellt. Schließlich legt die Konzernzentrale in Detroit den Fokus auf die neuen Felder mit höheren Wachstumsraten und auf Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren und Elektromobilität. Das Geschäft mit SUVs und Pickups, die horrend viel Sprit verbrauchen, wird fortgeführt. Es bekommt lediglich einen anderen Stellenwert innerhalb der Konzernausrichtung. Mit seinen Plänen in Sachen Stellenabbau und Standortschließungen hat GM schon einmal Ford überrumpelt, denn in der US-Automobilindustrie drängen sich Schritte für einen Umbau und einem Wechsel von konventionell angetriebenen Fahrzeugen hin zur Elektromobilität nahezu auf. Der Zahn der Zeit nagt an den US-Automobilherstellern genauso wie an allen anderen Automobilherstellern. Neben neuen Antriebssystemen wird sich General Motors auch damit auseinandersetzen müssen, wie Mobilität in den USA und darüber hinaus gestaltet werden und mit der Handschrift von GM versehen werden kann. Dies wird die hauptsächliche Herausforderung für die alteingesessene US-Automobilindustrie.
Details zur Gereral Motors Aktie
Die neue General Motors Company vollzog ihr Börsendebüt am 17. November 2010. Die im S&P 100 und S&P 500 einbezogenen Aktien können via NewYork Stock Exchange NYSE (Symbol: GM) gehandelt werden. Insgesamt sind 1,41 Mrd. Aktien ausstehend. Der größte Aktionär ist der UAW Retiree Medical Benefits Trust mit einem Anteil von 7,10 Prozent. Auf den weiteren Plätzen finden sich die Vanguard Group, die 6,20 Prozent der Aktien hält, sowie BlackRock mit einem Anteil von 5,5 Prozent. In den letzten fünf Jahren verlor die Aktie rund 5 Prozent an Wert, während zum Beispiel der S&P 100 im Vergleichszeitraum eine Performance von rund 51 Prozent aufwies. Die Wertpapiere sind somit ein deutlicher Underperformer. Der Markt bewertet den Konzern zum Zeitpunkt dieser Analyse via NYSE mit 51,56 Mrd. USD. Die Aktien kosteten via NYSE in den letzten 52 Wochen 45,52 USD im Hoch und 30,56 USD im Tief.
Aktuelle Analysen
Insgesamt finden sich seit Anfang des Jahres 15 Analysen mit einer Kurszielangabe. Das höchste Kursziel stammt von Citigroup, Bank of America Merrill Lynch sowie Barclays, die jeweils am 6. November, 12. September und am 21. Januar 2018 ein Kursziel in Höhe von 60,00 US-Dollar auswiesen. Das niedrigste Kursziel publizierten Buckingham und Berenberg am 2. Juli und 3. Oktober 2018 mit jeweils 34,00 US-Dollar. Das Durchschnittskursziel liegt bei 46,40 US-Dollar. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Schlusskurs von 36,76 US-Dollar an der NYSE aus dem Handel.
Langfristige Chartanalyse der General Motors Aktie
Beim Blick auf das Chartbild der letzten fünf Handelsjahre von General Motors fällt auf, dass sich kein nennenswerter Trend entwickelte. Somit hatten langfristig angedachte Handlungen kaum eine Chance auf Gewinne. Lediglich die Jahre 2016 und 2017 verliefen in einem halbwegs akzeptablen Aufwärtstrend, der 2018 jedoch annähernd rückabgewickelt wurde. War man jedoch etwas kurzfristiger unterwegs und legte den Zielfokus auf Bewegungen, die sich innerhalb weniger Wochen entwickeln konnten, waren interessante Gewinne möglich.
Jetzt stellt sich die Frage, ob es durch die unattraktiven Bewegungen der Vergangenheit überhaupt sinnvoll ist, den Wert in Zukunft längerfristig zu handeln. Gegebenenfalls wäre es ratsam, den Fokus auf kurzfristigere Bewegungen zu richten. So wäre es aus aktueller Sicht denkbar, dass sich oberhalb von 37,00 USD weitere leichte Aufwärtsbewegungen anschließen könnten und 40,00 USD und 42,00 USD angelaufen werden könnten. Rutscht die Aktie jedoch erneut unter 37,00 USD, wären Ziele wie 34,75 USD und 33,00 USD als Verkaufsziele durchaus realistische Zieloptionen.
Aktienrückkaufprogramm ausgeweitet
In den letzten Jahren erwarb der Konzern bis dato 302 Mio. eigener Aktien im Wert von 10,609 Mrd. US-Dollar. Der Konzern ist autorisiert, Aktien im Wert von insgesamt bis zu 14,0 Mrd. US-Dollar zurückzukaufen. Das Aktienrückkaufprogramm startete ursprünglich 2015 mit einem Volumen von 5,0 Mrd. US-Dollar und wurde seitdem mehrfach ausgeweitet.
Fundamentaldaten GM 2017
Bei der General Motors Company wird jeweils zum 31.12. gemäß US-GAAP in US-Dollar (USD) bilanziert. Im Geschäftsjahr 2017 ging der Umsatz im Vergleich zu den Vorjahren etwas zurück. Lag er 2016 noch bei 149,184 Mrd. USD, sank er 2017 auf 145,588 Mrd. USD. Im Vergleich zu 2016 mit 9,962 Mrd. USD konnte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2017 auf 10,016 Mrd. USD erhöht werden. Wurde 2016 noch ein Jahresüberschuss von 9,427 Mrd. USD publiziert, mag der Jahresverlust 2017 mit 3,864 Mrd. USD heftig wirken, doch diese hohe Differenz geht zum größten Teil auf das Konto der US-Steuerreform. Das Ergebnis je Aktie lag auf vollverwässerter Basis bei 0,22 EUR. Für das Geschäftsjahr 2017 wurde je Quartal eine Dividende von 0,38 USD ausgewiesen – also insgesamt eine Dividende in Höhe von 1,52 EUR je Aktie. Die Ausschüttungssumme lag damit bei 2,2 Mrd. USD. Die Gesellschaft wies für 2017 liquide Mittel in Höhe von 15,512 Mrd. USD aus. Das wirtschaftliche Eigenkapital lag bei 35,001 Mrd. USD, das gezeichnete Kapital bei 14,0 Mio. USD und die Gesamtverbindlichkeiten wurden mit 176,282 Mrd. USD angegeben. Die Bilanzsumme lag bei 212,482 Mrd. USD. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 180.000 Mitarbeiter.
Bilanzprognosen für 2018 und 2019
In den kommen Jahren könnte die Umsatzentwicklung gemäß der Prognose eher stagnieren. So wäre für das Geschäftsjahr 2018 von einem Umsatz in Höhe von 145,34 Mrd. USD auszugehen, 2019 wären 145,99 Mrd. USD erreichbar. Die Konsensschätzungen gehen von einem EBIT von 10,96 Mrd. USD im Jahr 2018 und 10,11 Mrd. USD im Jahr 2019 aus. Der Gewinn je Aktie wäre für 2018 bei 6,24 USD und für 2019 bei 5,92 USD anzunehmen. Die Dividende könnte für 2018 und 2019 stabil bei 1,52 USD je Anteilsschein gehalten werden. Der Nettogeldbestand von GM könnte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2018 bei 3,88 Mrd. USD einpendeln, 2019 wäre sogar ein Nettogeldbestand von 5,17 Mrd. USD möglich.
Termine
Die General Motors Company. wird voraussichtlich am 5. Februar 2019 das Quartalsergebnis für das vierte Quartal 2018 veröffentlichen.