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Seit vielen Jahren musizieren die beiden Schwestern Angela und Roswitha Killian zusammen in der Besetzung Viola/Klavier und haben in ganz Europa viele Konzerte gegeben. Es erklingen die «erlebten Glocken» von Bohuslav Martinů, empfindsam schwingende Brahms Melodien sowie die frühe Viola Sonate des Bündner Komponisten Paul Juon.
Konzert-Programm
Bohuslav Martinů (1890-1959) Variationen über ein Slowakisches Thema
Thema: Poco Andante rubato
Variationen:
1. Moderato
2. Poco Allegro
3. Moderato
4. Scherzo, Allegretto. Poco Andante
5. Allegro
Johannes Brahms (1833-1897) Sonate f-moll Op. 120/1
Allegro appassionato
Andante un poco Adagio
Allegretto grazioso
Vivace
Paul Juon (1872-1940) Sonate D-Dur op. 15
Moderato
Adagio assai e molto cantabile
Allegro moderato
Programmnotiz zum Konzert in Sent
Die Variationen über ein slowakisches Thema von Bohuslav Martinů (ursprünglich für Cello ) waren das letzte Werk des Komponisten wenige Wochen vor seinem Tod im August 1959 im schweizerischen Liestal. „Diese allerletzten Seiten von Martinůs Kammermusik sind durchdrungen von einer intensiven nostalgischen Sehnsucht nach der Heimat.“ Martinů ist auf einem Kirchturm in Polička, einer ostböhmischen (heute tschechischen) Stadt, aufgewachsen. Die Eindrücke aus der Kindheit, der Wahrnehmung der Welt und des Lebens aus der Höhe wie auch die Glocken direkt unter ihm, haben ihn zeitlebens begleitet.
Auch die Brahms Sonate f-moll ist ein Spätwerk. Ursprünglich als Klarinettensonate komponiert, hat Brahms auch eine Fassung für Viola und Klavier auf Anregung des Geigers Joseph Joachim herausgegeben, da diese beiden Instrumente die gleiche Stimmlage aufweisen. Von einem sehr melancholischen 1. Satz in f-moll entwickelt sich das Werk über einen elegischen 2. Satz und das Allegretto nach Ländlerart zu dem Finale in F-Dur in Form eines übermütigen, humorvollen Rondos.
Die Sonate in D-Dur für Bratsche und Klavier von Paul Juon offenbart seine Kompositionsart der meisterhaften Integration der Instrumente, Sensibilität für musikalische Farben und einen unfehlbaren Sinn für Form und Proportionen, weswegen Juon oft als „russischer Brahms“ bezeichnet wird. „Juons Stil ist eine interessante Mischung aus Russisch und Deutsch, wobei das Material fast immer slawischen Charakter hat , während die Behandlung gründlich deutsch ist und sich oft zu Brahms neigt.“
Paul Juon hat Bündner Vorfahren, die nach Moskau ausgewandert waren. Er studierte am Moskauer Konservatorium Violine und Komposition und war ab 1906 Professor an der Hochschule für Musik in Berlin. Seinen Lebensabend verbrachte er in Vevey.
Das Killian Duo - Roswitha und Angela Killian
Das Killian Duo gilt seit Jahren als Garant für anspruchsvolle Kammermusik. Seine melodisch ausdrucksvolle Gestaltung, die Intensität der rhythmischen Artikulation und der weite Atem der Phrasierungskunst wurden häufig hervorgehoben. Die beiden Schwestern sind besonders durch die eindringliche Interpretation der Brahms Sonaten bekannt geworden. In dem kongenialen Zusammenspiel des Killian Duos tritt die besondere Verbundenheit der beiden Schwestern mit der kammermusikalischen Klangwelt der romantischen Viola-Literatur zutage
Portrait
Die beiden Schwestern Roswitha und Angela Killian konzertieren als Killian Duo schon seit langer Zeit, sie sind auf besondere Art miteinander verbunden. Man kennt sie als Musikerinnen für anspruchsvolle Kammermusik. Ihre ausdrucksvolle melodische Gestaltung, die Intensität der rhythmischen Artikulation und der weite Atem der Phrasierungskunst wurden vielfach von dem Publikum hervorgehoben und beeindruckten immer wieder in Werken verschiedener Programme. Der volltönig warme Klang der Viola – noch immer eine Rarität im kammermusikalischen Konzertleben – vermag sich sowohl in die strahlende Höhe der Violinlage aufzuschwingen als auch in die tiefen Lagen des Cellos vorzudringen. Nicht von ungefähr nannte Bach die Violastimme das Herz der Musik. Die Literatur für Viola und Klavier ist weniger bekannt und hat doch viele Komponisten zu Meisterwerken angeregt.
Das Killian Duo mit seinem breitgefächerten Repertoire stellt sich der Aufgabe, diese Werke zum Erklingen zu bringen und ist besonders durch seine eindringliche Interpretation der Brahms Sonaten bekannt geworden.
Roswitha Killian – Viola
Angela Killian – Klavier
Kontakt Killian Duo:
Roswitha Killian, Holtkamp 16, D 22589 Hamburg, Tel. +49/40/870 11 00 <email-pii>
Angela Killian, Grellingerstr. 4, CH 4142 Münchenstein, Tel. +41/61/331 19 43 <email-pii>
Pressestimmen
Intimes Genre.
Selten hört man Kammermusik mit soviel inniger Zwiesprache wie auch sinfonischer Ausstrahlung, wie sie die Geschwister Roswitha Killian (Viola) und Angela Killian (Klavier) am Mittwochabend im vollbesetzten Schmieden-Zunftsaal zu Gehör brachten ... Ihr Basler Debutkonzert bestach durch kongenial gereifte, aus Seelentiefen schöpfende Klangmodellierung, wobei technisches Rüstzeug wohl brillierte – aber nie als triumphalistische Manie.
Von furios bis triumphal
Mit seinem Konzert im Saal am Großmoordamm hinterließ das Duo nachhaltigen Eindruck ... Roswitha Killian bewältigte nicht nur excellent die beweglichen Mittelteile des Finales der Schubert Arpeggione-Sonate; sie interpretierte das ganze Werk überragend ausdrucksvoll, mit gewaltiger dynamischer Spannweite, geradezu majestätisch ... Wunderbar die melodische Gestaltung des Duos, geistvoll auch im Piano. Furios gelang der Schluß der Brahms’schen Es-Dur Sonate, triumphal derjenige der f-moll Sonate.
Ins Herz der Musik getroffen
Eine exquisite Vortragsfolge boten die Geschwister nun erstmals auch im Rittersaal des Plöner Schlosses. ... Ton und Klang beider Instrumente blühten auf, Emotionen, die von der Viola vorangetrieben wurden, breiteten sich aus. Heitere Gelöstheit, Unbeschwertheit, Optimismus, das „Glück“ in der Musik kamen zu ihrem Recht.
Ein bestens eingespieltes Team
... junge Meisterinnen ihrer Instrumente, die durch ihr stilreines Spiel, ihre geistige und musikalische Übereinstimmung, aber auch ihre makellose Technik aufhorchen ließen. Mit vielen klanglichen Facetten aufwartend, kostete das Duo die aufbrausende Leidenschaft des ersten Satzes mit einem kraftvollen Klavierpart mitreißend aus, kontrastreich ließ es das von der Bratsche getragene, melodiös-zarte Andante folgen. Duftig und locker tanzte das Allegretto grazioso daher, von beiden Instrumenten virtuos musiziert, machte das Vivace den jubelnden Abschluss. ... Es gab begeisterten Beifall für ein Konzert der Sonderklasse.
Facettenreiches Duo-Spiel
...ein Programm, wie es spannungs- und facettenreicher nicht sein könnte. Johannes Brahms gab den beiden Musikerinnen schließlich die Gelegenheit, ihre virtuosen Seiten auszuspielen, aber auch ihr Gespür für motivisch-thematische Zusammenhänge und den charakteristischen Tonfall jedes einzelnen Satzes zu beweisen.
Repertoire (Auszug)
- Franz Schubert Arpeggione-Sonate
- Robert Schumann Märchenbilder op. 113, Adagio und Allegro op. 70,
- Fantasiestücke op. 73
- Johannes Brahms Sonate f-moll op. 120/1, Sonate Es-Dur op. 120/2
- Paul Juon Bratschensonaten op. 15 und 82a
- Ludwig van Beethoven 7 Variationen über „Bei Männern welche Liebe fühlen“ aus W.A. Mozarts Zauberflöte
- Paul Hindemith Fantasiesonate op. 11/4, Meditation
- Johann N. Hummel Sonate Es-Dur
- Dmitri Schostakowitsch Sonate op. 147
- Max Bruch Kol nidrei
- Rebecca Clarke Sonate (1919)
- Ernest Bloch Suite (1919)
- Edvard Grieg Sonate a-moll
- Alexander Glazunov Elegy
- Zoltan Kodaly Adagio
- Bohuslav Martinu Slowakische Variationen (Transkription R. Killian) Sonate Nr. 1
- Anton Rubinstein Sonate f-moll, Nocturne
- Henri Vieuxtemps Sonate op. 36
Vitae
Roswitha Killian studierte Viola bei Serge Collot in Paris und Hirofumi Fukai in Hamburg. Es folgten Meisterkurse bei Wolfram Christ, Fjodor Druschinin, Hatto Beyerle, Hariolf Schlichtig und bei Mitgliedern des Amadeus-Quartettes Norbert Brainin, Sigmund Nissel und Martin Lovet in London.
Roswitha Killian hat umfangreiche Orchester - sowie ausgedehnte Konzerterfahrung in der gesamten Kammermusikliteratur als engagierte Bratschistin in zahlreichen Ensembles. Seit 2005 ist Roswitha Killian Bratschistin des Nathan Quartett Hamburg. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Konzert-Tätigkeit ist die Darbietung der Solosuiten von J. S. Bach. Regelmäßige Konzertreisen im Killian-Duo Viola/Klavier. Durch die CD-Einspielung (2012) der beiden Bratschensonaten von Paul Juon zusammen mit Fumiko Shiraga wurden zwei nahezu unbekannte Werke zugänglich gemacht.
Die pädagogische Tätigkeit mit Studenten und Schülern sowie Amateuren hat Roswitha Killian reiche Erfahrung gebracht, sie veranstaltet seit 2001 zahlreiche Kammermusikkurse in Deutschland und in der Schweiz.
Angela Killian hat sich als gefragte Kammermusikerin, Liedbegleiterin und Korrepetitorin von Chören einen Namen gemacht. Sie studierte bei S. Todorovic, bei M. Meschlumov am P. I. Tschaikowskij Konservatorium Moskau und an der Musik Akademie in Basel bei L. Gyimesi (Klavier), G. Wyss (Liedbegleitung und Kammermusik) und I. Monighetti (Kammermusik). Sie erhielt den Studienpreis der Kiefer- Hablitzel / Göhner Stiftung.
Wichtige musikalische Impulse erhielt sie auf Meisterkursen von J. und K. Polyzoides, an den Spivakov Festivals bei E. Anjaparidse und bei V. Feltsmann und A. Slobodanik am Piano Summer an der State University von New York.
Solistische Erfahrungen: 2. Klavierkonzert von Beethoven und Rachmaninov’s 2. Konzert unter der Leitung von S. Todorovic in Basel, in Hamburg als Pianistin bei Beethovens Phantasie für Klavier, Chor und Orchester. Regelmäßig konzertierte sie im Killian Duo (Besetzung Viola - Klavier). Weitere Kammermusik-Partner waren: Christoph und Gotthard Killian, Ada Meinich, D. Ashkenazy, B. Haag, R. Hächler, F. Pestalozzi, I. Paegle u.a.
Angela Killian ist eine gefragte Pädagogin im Raum Basel. An vielen Kammermusikkursen gibt sie mit ihrer Schwester Roswitha Killian ihre Erfahrungen an Schüler, Studenten, Berufsmusiker und Amateure weiter.