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Die Emotionsfokussierte Therapie ist ein wissenschaftlich breit abgestützter Therapieansatz, der die Arbeit mit dem Erleben in den Mittelpunkt stellt. Sie basiert auf den Ergebnissen einer 40-jährigen intensiven Forschungs- und Praxistätigkeit verschiedener Arbeitsgruppen rund um Prof. Leslie Greenberg in Toronto, Kanada.
Die Emotionsfokussierte Therapie entstand aus dem Wunsch nach einem besseren Verständnis der Veränderungsprozesse in der Psychotherapie. Die Analyse und Untersuchung zahlloser Therapiesitzungen und -sequenzen durch die Forschungsgruppe um Prof. Leslie S. Greenberg an der York University in Toronto, Kanada, zeigte, dass Klienten sich verändern, wenn sich ihr emotionales Erleben verändert. Emotionen durch Emotionen zu verändern ist das Ziel und der Fokus der Emotionsfokussierten Therapie.
Schwierigkeiten in der emotionalen Verarbeitung bilden den Nährboden für die Entwicklung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen. Diese sind
- abgespaltene oder blockierte Emotionen, der fehlender Zugang zu ihnen oder die mangelnde Fähigkeit, sie bewusst wahrzunehmen.
- Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation, d.h. das zu intensive Erleben schmerzhafter Emotionen (emotionale Unterregulation) oder der fehlende Zugang zu Emotionen (emotionale Überregulation).
- wiederkehrende schmerzhafte "maladaptive" Emotionen. Das Erleben alter und schmerzhafter Emotionen (z.B. das Gefühl allein zu sein, nicht zu genügen, nicht sicher zu sein), die ihren Ursprung in ungünstigen Lernerfahrungen in der Vergangenheit haben.
- fehlende Einbettung des Erlebten in eine kohärente Erzählung. Die eigenen emotionalen Zustände werden nicht verstanden und können nicht in ein Narrativ (Geschichte, die wir uns über uns selbst erzählen) eingebettet werden.
Die Emotionsfokussierte Therapie hat ihre Wurzeln in der humanistischen Tradition. Sie integriert die Beziehungsgestaltung aus der Personzentrierten Therapie nach Carl Rogers und verbindet diese mit emotionsaktivierenden Interventionen aus der Gestalttherapie nach Fritz Perls. In einem sicheren therapeutischen Rahmen werden belastende Emotionen zugänglich gemacht. Es wird eine Beziehung zu ihnen aufgebaut, sie werden reguliert, verarbeitet und durch adaptive (gesunde) Emotionen verändert.
Die Emotionsfokussierte Therapie ist ein transdiagnostisches Therapieverfahren, mit dem alle psychischen Probleme und Schwierigkeiten behandelt werden können. Zahlreiche empirische Studien haben gezeigt, dass sie sehr wirksam ist und dass der Nutzen noch mehrere Jahre nach der Therapie anhält.
Empirische Belege liegen für folgende Störungsbilder und Settings vor:
- Depressionen
- Generalisierte Angststörungen
- Soziale Phobien
- Essstörungen
- Komplexe Traumafolgestörungen
- Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT-C) bei Partnerschaftsproblemen
- Emotionsfokussiertes Skillstraining (EFST-P) für Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher
- Emotionsfokussierte Therapie für Kinder und Jugendliche (EFT-Y)
- Emotionsfokussierte Gruppentherapie