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Der Prototyp erzeugt unter ESS-ähnlichen Bedingungen Neutronen, wenn er mit Protonen aus einem Teilchenbeschleuniger bestrahlt wird. In Jülich werden Protonenpakete mit einer Energie von 1,3 GeV (Milliarden Elektronenvolt) aus dem bestehenden Beschleuniger Cosy verwendet. Im Jessica genannten Zielkörper lösen die Protonen Spallationsreaktionen schwerer Atomkerne wie Quecksilber aus. Dabei werden Neutronen frei.
Neutronen kommen zunehmend zum Einsatz, um den inneren Aufbau der Materie zu analysieren und damit wissenschaftliche Fragenstellungen aus der Physik, den Materialwissenschaften, der Biologie und der Geologie zu lösen. Doch mehr und mehr Forschungsreaktoren, die bisher für solche Untersuchungen Neutronen lieferten, kommen in die Jahre und werden stillgelegt. Um dem sich abzeichnenden Neutronenmangel entgegen zu treten, haben rund ein Dutzend europäische Staaten beschlossen, gemeinsam eine leistungsfähige Neutronenquelle zu bauen, die ESS. Weil sie nach dem effizienten Spallationsprinzip arbeiten wird, entsteht weniger radioaktiver Abfall. Als Standort bietet sich Jülich an. Mit der Inbetriebnahme des Zielkörperprototyps ist ein erster Meilenstein für die ESS gesetzt. Der nächste grosse Schritt ist der Bau eines genügend leistungsfähigen Protonenbeschleunigers.
Quelle
P.B. nach Medienmitteilung des Forschungszentrums Jülich, 26. Oktober 2000