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Die Verteidiger schiessen immer mehr Tore
Das Eishockey befindet sich in einem ständigen Wandel. Während es früher noch eine klare Rollenaufteilung zwischen Verteidigern und Stürmern gab, sind heute praktisch alle Spieler Allrounder. Vor allem bei den Verteidigern macht sich dies bemerkbar.
Der Prototyp eines Verteidigers vor einigen Jahrzehnten war klar: gross und kräftig mit viel Wasserverdrängung. Dabei spielte keine Rolle, ob der Verteidiger mit dem Stock umgehen konnte oder nicht, in den meisten Fällen wohl eher nicht. Sie waren hauptsächlich für das Abräumen gegnerischer Stürmer da.
Heutzutage findet man aber nicht nur grosse Brocken in der Defensive. Es gibt immer mehr kleinere Verteidiger, die jedoch hervorragend mit dem Puck am Stock umgehen können. Beste Beispiele aus der NHL sind Roman Josis Linienpartner Ryan Ellis, Bostons produktivster Verteidiger Torey Krug und der 20-jähriger Youngster Quinn Hughes, die alle nicht über 180 cm gross sind.
Auch in der National League machen sich kleine, spielstarke Verteidiger immer mehr bemerkbar. Allen voran natürlich Dominik Egli, der mittlerweile bei 27 Punkten in dieser Saison steht. Auch ein Ryan Gunderson, Verteidigungsminister bei Fribourg-Gottéron, misst keine 180 cm. Elia Riva ist ein weiterer junger Spieler, der sich trotz seiner geringen Wasserverdrängung einen Platz in der National League erkämpft hat.
Mehr Tore durch Verteidiger
Durch vermehrt spielstarke Verteidiger, die sich in die Offensive integrieren, entstehen logischerweise mehr Tore durch Verteidiger. In dieser Saison stieg der Anteil der durch Verteidiger erzielten Tore um fast drei Prozent auf 18.86 Prozent. In der Saison 2017/18 betrug der Anteil 15.85, in der vergangenen Spielzeit 16.01 Prozent.
Der Prozentwert beim Durchschnitt ist nicht korrekt, da alle anderen Durchschnittswerte abgerundet sind und somit zu einer grossen Abweichung führen. (sihf.ch)
Beim HC Davos nehmen die Verteidiger die grösste Rolle ein: Ein Viertel aller Tore (20) erzielten in der laufenden Spielzeit die Verteidiger. In der Saison 2018/19 waren es knapp 16 Prozent. Über zehn Prozent mehr Anteil an den Toren als in der letzten Saison haben die Verteidiger von Fribourg. Während sie in der vergangenen Saison mit nur 8.06 Prozent noch am Ende der Statistik lagen, liegen sie nun mit 12 Toren und einem prozentualen Anteil von 19.35 über dem Schnitt.
Der einzige Verein, dessen Verteidiger weniger als 15 Prozent der Tore erzielt haben, ist der HC Ambri-Piotta. Mit nur sechs Treffern und einem Anteil von 9.84 Prozent drücken sie den Schnitt deutlich herunter. Ebenfalls noch unter dem Schnitt der letzten zwei Jahre liegen die Rapperswil-Jona Lakers (15.07 %) und die SCL Tigers (15.62 %).
Alle anderen neun Mannschaften haben ihre Verteidiger mehr integriert im Vergleich zum Schnitt der letzten zwei Jahre. Dies hat sicherlich etwas mit der Entwicklung zu tun, dass der durchschnittliche Verteidiger nicht nur «Abräumer» mit viel Wasserverdrängung ist, sondern tatsächlich immer mehr zum Spielgestalter wird, der sich in jedem Einsatz mit offensiven Akzenten in Szene setzt. Kein Wunder sind Verteidiger mit einem guten ersten Pass und einem präzisen Schuss auf dem trockenen Transfermarkt immer mehr gefragt.
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