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Was ist Yin und Yang?
Was ist Yin und Yang?
Das Konzept von Yin und Yang ist die Grundlage der Chinesischen Philosophie. Das ganze Chinesische Denken beruht darauf. Es ist die Basis der Traditionellen Chinesischen Medizin, wozu auch das Qigong gehört und es ist auch das Fundament der Traditionellen Chinesischen Kampfkünste. Dieses Konzept stammt aus dem Daoismus und hat die Chinesische Sichtweise über die Jahrtausende durchdrungen und unterscheidet sich komplett von unserer westlichen absoluten Sichtweise.
Die Chinesische Philosophie bezeichnet das Prinzip der polaren Entsprechungen und Ergänzungen als Yin und Yang. Polarität ist kein Gegensatz oder Widerspruch, sondern Ergänzung und Entsprechung im Sinne zweier verschiedener Aspekte eines grösseren Ganzen. Polarität wird aus der Einheit geboren und schließt den Begriff der Ganzheit ein. Die Pole ergänzen einander und sind darum untrennbar miteinander verbunden.
Das Yin-Yang Symbol (TAIJITU genannt) drückt dies als Bild sehr klar aus. Jedes Teil des Ganzen trägt den anderen Teil als Kern in sich und kann so zum anderen werden, sich wandeln. Der weiße Teil steht für Yang (dynamisch, fortschreitend, hell, kraftvoll, nehmend, trocken, heiss usw.) der schwarze Teil für Yin (bewahrend, erschaffend, beschützend, stabilisierend, gebend, dunkel, weich, feucht, kühl usw.).
Alles ist immer ein Teil eines größeren Ganzen, nichts ist absolut, sondern immer relativ, immer in ständiger Veränderung, in stetem Wandel.
Der Tag ist nicht hell und die Nacht ist nicht dunkel, sondern, im Vergleich zum Tag ist die Nacht dunkler und im Vergleich zur Nacht, ist der Tag heller. Um Mitternacht beginnt bereits der Tag (Yang kommt ins Yin) und um 12 Uhr mittags beginnt bereits die Nacht (Yin kommt ins Yang). Nichts ist ausschliesslich Yin
oder ausschliesslich Yang. Eine Frau, zum Beispiel, ist wegen ihren natürlichen weiblichen Attributen „mehr Yin“ als ein Mann. Es gibt aber auch Männer, die viele Yin-Qualitäten aufweisen und somit im Vergleich zu einem anderen Mann mit ausgeprägten Yang-Qualitäten, viel „yin-iger“ sind.
Alle Phänomene der Welt lassen sich dem Grundprinzip von Yin und Yang zuordnen. Yin und Yang dürfen nie isoliert betrachtet werden, sondern müssen immer im Vergleich zu einander stehen. Denn obwohl sie gegensätzlich sind, sind sie auch voneinander wechselseitig abhängig. Eines kann ohne das andere nicht existieren. Ohne Aktivität gibt es keine Ruhe und ohne Ausdehnung kein Zusammenziehen, usw. Als symbolischer Ausdruck dieses Gesetzes ist im TAIJITU-Zeichen immer der „Kern“ des einen Aspekts im großen Feld des anderen zu finden. Wenn ein Aspekt sein Maximum des Wirkens erreicht hat, beginnt gesetzmäßig der andere (aus dem Kern) zu wachsen.
Yin und Yang stellen die Kraft dar, der wir die Entstehung des Universums zu verdanken haben. Die Kraft, der auch wir unterworfen sind und alles entstehen und vergehen lässt.