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Nach Moab überqueren wir auf der #46 in Bedrock die Grenze zu Colorado und übernachten im abenteuerlichen Naturita, das einer Geisterstadt ähnelt. Mit viel Schwung geht’s am anderen Tag weiter, über den 3500 Meter hohen Ophir Pass am amerikanischen Matterhorn vorbei, das den Namen zu Recht trägt, nach Dolores. Ein paar Tage später stehen wir auf einem bewaldeten Tafelberg, dem Mesa Verde, der einem grün bedeckten Tisch ähnelt, dessen grünes Tischtuch die Fläche mit kantigen Bügelfalten in kleinere Mesas unterteilt. Auf diesen liessen sich vor ca. 1500 Jahren Stämme der nomadische Anasazi in Erdgrubenhäuser nieder und betrieben Trockenlandwirtschaft, durch die sie ohne künstliche Bewässerung Mais, Bohnen und Kürbisse anbauten. Mit wachsender Population verliessen sie ihre Erdwohnungen und bauten sich neuen Wohnraum in überhängende Felsnischen der Canyonwände, also sozusagen in die Tischtuchfalten. Nur über lange Hängeleitern waren ihre Häuser unter den Felsüberhängen erreichbar und boten somit guten Schutz gegen äussere Feinde an. Ob sie komfortable waren? Wir fühlten uns ein bisschen arg eingeengt in diesen Ruinen, kalt und unwirtlich erschienen uns die Räume und beschwerlich der Zugang. Nicht vorzustellen, wie diese Leute alles Essen, Baumaterial und die wenigen Artikel die sie zum Leben benutzten in diese Felsenhäuser brachten. Schutz vor Eindringlinge spielte offenbar eine wichtige Rolle.
Wiederentdeckt wurde diese atemberaubende Architektur 1888 von zwei Cowboys auf der Suche nach ihren entwichenen Rindern. Über 600 Felsbehausungen wurden gefunden und es konnte rekonstruiert werden, dass alle Behausungen in den Felsnischen um das Jahr 1200 gebaut und 1300 verlassen wurden, die Gründe dafür liegen jedoch im Dunkeln. Eventuelle Gründe könnte eine anhaltende Trockenheit mit Bodenerosion (Klimawandel), soziale Veränderungen einer schnell wachsenden Bevölkerung sein, die die Bewohner zur Abwanderung zwang.