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Der Familienname Guhl ist in der Schweiz in der Region Basel, Schwyz, Thurgau, Waadt und in Zürich verbreitet. Guhl leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort «gul» ab, das Eber, oder männliches Tier im Allgemeinen, bezeichnet.
Körpergrösse wird namensebend
Im Schweizerdeutschen bezeichnet Gul heute zwei Dinge - einen Gaul (grosses Pferd) oder einen Hahn. Viele Familienamen sind aus Beinamen entstanden. Beinamen wurde meist dann vergeben, wenn es in einer Dorfgemeinschaft nötig wurde, eine bestimmte Person genauer zu identifizieren. Dazu wurde auf ein besonders hervortretendes Merkmal der zu benennenden Person zurückgegriffen. Etwa körperliche oder äusserliche Merkmale wie etwa die Körpergrösse (Familiennamen Klein, Lang, Gross, Schmal, Dürr) oder die Haarfarbe (Familiennamen Weiss, Rot, Schwarz, Siebenhaar).
Nebst dem Aussehen sind es auch die geistigen und charakterliche Eigenschaften, die einer Person zum Namen verholfen haben können. Streitsüchtige Menschen wurden etwa Streit, Zanker oder Grimm genannt. Positive Eigenschaften eines Menschen mündeten in Namen wie Froh, Freude, Frisch oderFröhlicher.
Grosse träge Person
Gemäss dem Schweizerdeutschen Wörterbuch Idiotikon wird unter «Gul» auch ein Übername für eine grosse und träge Person aufgeführt. In diesem Fall hat eine grosse und träge Person der heutigen Familien namens Guhl zum Namen verholfen. Nun schreibt mir jedoch eine Familie Guhl, dass in ihrem Familienwappen ein Hahn abgebildet ist. In diesem Fall hilft das Wappen in der Namendeutung weiter. Hier hat nicht der Gaul, sondern der Hahn der Familie den Namen gegeben. Dem Federvieh werden stolze und streitlustige Eigenschaften nachgesagt. In diesem Fall geht der Name auf einem Übernamen zurück, der einst einer stolzen und streitlustigen Person gegeben wurde.
Beatrice Hofmann-Wiggenhauser
Beatrice Hofmann-Wiggenhauser, aus Allschwil, ist Journalistin und Sprachwissenschaftlerin. Sie studierte Germanistik und Medienwissenschaften an den Universitäten Basel und Zürich und schrieb eine Dissertation zum Namengebrauch als immaterielles Kulturerbe. Zurzeit arbeitet sie an der Universität Basel in der Forschungsstelle Solothurnisches Orts- und Flurnamenbuch als Namenforscherin. Wenn sie nicht das Archiv nach historischen Namen durchstöbert, trifft man sie auf den solothurnischen Feldern und Äckern auf der Suche nach neuen Flurnamen.
Was bedeutet Ihr Name?
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