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Bühnenbildstudie zur h-Moll Messe von Bach
|Jahr||2005|
|Art||Studie - Bühnenbild|
|Auftraggeber||MAS Szenografie|
|Leistungsumfang||Konzept, Realisation|
Hintergrund
Dieses Projekt wurde als Übung im Rahmen des Szenografie-Studiums durchgeführt. Die Aufgabe bestand darin, ein Bühnenbild für Tänzer zur h-Moll Messe von Bach zu entwickeln.
Bühne
In der freien Natur am Ufer eines natürlichen kleinen Sees steht ein Turm mit quadratischer Grundflüche (5mx5m) und einer Höhe von ca. 17m. Die Zuschauer gruppieren sich frei um den See, die Tänzer befinden sich im Turm, dessen Hülle transparent, opak oder auch Projektionsfläche sein kann. Die Bühne in der freien Natur ist reizvoll, weil der Mensch den “himmlischen Gewalten” unterworfen ist und sich diese wiederum in akustischer, visueller oder physischer Weise mit der Musik und dem Tanz vermischen. Der Turm und der See bilden ein Gegensatzpaar: der See ist natürlich (von Gott geschaffen, organische Form), der Turm dagegen künstlich (von Menschen erbaut, geometrische Form). Der See ist eine horizontale Fläche auf der Erde, welche den Himmel widerspiegelt. Der gegen oben offene Turm stellt eine vertikale Verbindung zwischen Himmel und Erde - zwischen Mensch und Gott - dar. Der Turm kann auch als Symbol gelesen werden, als Kirchturm zum Beispiel oder als Gefängnisturm.
Kyrie
Das Kyrie beginnt mit einem Aufschrei um die Gnade und das Erbarmen Gottes (Kyrie eleison). Der Mensch strebt nach Erlösung von seiner Schuld. Die Musik ist tragend nach oben strebend, vergleichbar mit einer gotischen Kathedrale. So geschieht es denn auch, dass die Tänzer zwischen Himmel und Erde schweben. Das Licht im ersten Teil (Chor) ist eher dunkel, rötlich und bodennah. Die Tänzer schweben knapp über dem Boden und richten ihre Gestik nach oben. Sie streben nach oben nach Erlösung. Sie wollen das schwere und schwierige Erdendasein gegen die Leichtigkeit nach dem Tod eintauschen. Noch stehen sie aber ganz am Anfang. Im zweiten Teil (Duett) ist der ganze Turm erleuchtet, alles wirkt heller und optimistischer. Man sieht Gestalten, die engelsgleich und scheinbar mühelos schweben und dabei langsam aber stetig an Höhe gewinnen. Es gibt aber auch Gestalten, die für ihre Erlösung kämpfen müssen oder sogar scheitern. sie bewegen sich mit sichtbarer Anstrengung und werden in ihrem “Aufstieg” immer wieder zurückgeworfen. Im dritten Teil (Chor) findet man die erste Zahlensymbolik von Bach. Es wird mit sich gegenseitig überlagernden Projektionen auf die Turmwände gearbeitet, die z. B. aussen am Turm hochsteigen oder dem Turm nur einen Farb-Schimmer geben. Die Tänzer sind dahinter schemenhaft zu erkennen. Sie befinden sich auf unterschiedlichen Höhen im Turm. Die einen haben die Erlösung beinahe schon erreicht, während andere noch kämpfen oder am Boden des Turms verzweifelt aufgeben.