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Nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH)
Das ist eine Erkrankung der Leber, die durch eine Fettansammlung in der Leberzelle (Hepatozyten) und eine entzündliche Reaktion gekennzeichnet ist. NASH ist eine der häufigsten Lebererkrankungen weltweit und wird aufgrund der globalen Adipositas-Epidemie immer häufiger diagnostiziert. Die Krankheit betrifft Menschen, die keine nennenswerten Mengen an Alkohol konsumieren, aber häufig an einer Fettleber (Steatose) leiden.
Ursachen von NASH
Die genauen Ursachen von NASH sind noch nicht vollständig verstanden. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination von Faktoren, einschließlich genetischer Veranlagung, Ernährung und Lebensstil, eine wichtige Rolle spielen. Menschen, die an Diabetes oder dem metabolischen Syndrom leiden, haben ein höheres Risiko, NASH zu entwickeln. Auch ein Zusammenhang mit dem Bakterium Helicobacter pylori wurde in einigen Studien beobachtet.
Die Pathophysiologie von NASH ist vielfältig und beinhaltet eine komplexe Interaktion von metabolischen, entzündlichen und oxidativen Prozessen. Fett, das in der Leberzelle gespeichert ist, kann durch eine Reihe von Mechanismen, einschließlich oxidativem Stress und Entzündungen, Schäden an den Leberzellen verursachen. Diese Schäden können dazu führen, dass die Leberzellen absterben und durch Bindegewebe ersetzt werden, was als Leberfibrose bezeichnet wird. Fortschreitende Leberfibrose kann zu einer Leberzirrhose führen, einer schweren Lebererkrankung, die das Risiko von Leberkrebs und Leberversagen erhöht.
Epidemiologie von NASH
NASH betrifft weltweit Millionen von Menschen und wird aufgrund des Anstiegs der Adipositas-Epidemie immer häufiger diagnostiziert. Die Krankheit betrifft etwa 2-5% der Bevölkerung in den USA und Europa, wobei Männer und Frauen gleichermassen betroffen sind. NASH tritt häufiger bei Menschen auf, die älter als 40 Jahre sind, aber es wurden auch Fälle bei jüngeren Menschen diagnostiziert.
Der neue Begriff „MALD“
Ein neuer Begriff, der in der Forschung und Diskussion über NASH zunehmend verwendet wird, ist „Metabolically Associated Liver Disease“ (MALD). Dieser Begriff bezieht sich auf eine Gruppe von Lebererkrankungen, die mit Stoffwechselerkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck assoziiert sind. MALD soll eine umfassendere Bezeichnung für Lebererkrankungen sein, die mit Stoffwechselerkrankungen in Verbindung gebracht werden.
Zusammenhang mit Diabetes und metabolischem Syndrom
Menschen, die an Diabetes oder dem metabolischen Syndrom leiden, haben ein höheres Risiko, NASH zu entwickeln. Menschen, die an Diabetes oder dem metabolischen Syndrom leiden, haben ein höheres Risiko, NASH zu entwickeln. Das metabolische Syndrom ist eine Gruppe von Stoffwechselstörungen, die gemeinsam das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes erhöhen. Die Diagnose des metabolischen Syndroms wird gestellt, wenn eine Person mindestens drei der folgenden fünf Merkmale aufweist: abdominale Adipositas, erhöhter Blutdruck, erhöhte Nüchternblutzuckerwerte, hohe Triglyceridspiegel und niedrige HDL-Cholesterinwerte.
Zusammenhang mit Helicobacter pylori
Es gibt Hinweise darauf, dass eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori mit einem höheren Risiko für NASH in Verbindung gebracht werden kann. Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigte, dass Menschen mit NASH eine höhere Prävalenz von H. pylori-Infektionen hatten als Menschen ohne NASH. Es wird angenommen, dass die Entzündung, die durch die Infektion mit H. pylori verursacht wird, dazu beitragen kann, die Entwicklung von NASH zu fördern.
Therapie von NASH
Es gibt derzeit keine spezifische medikamentöse Therapie für NASH. Die Behandlung konzentriert sich daher auf Lebensstilmodifikationen und die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Diabetes und Fettleibigkeit. Es gibt jedoch einige Medikamente, die zur Behandlung von NASH untersucht werden, darunter Vitamin E, Pioglitazon und Pentoxifyllin.
Lebensstilmodifikationen
Eine wichtige Komponente der NASH-Therapie ist die Änderung des Lebensstils, insbesondere die Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität. Eine Gewichtsabnahme von 7-10% des Körpergewichts kann dazu beitragen, die Fettansammlung in der Leber zu reduzieren und die Leberfunktion zu verbessern. Eine regelmäßige körperliche Aktivität kann ebenfalls helfen, die Lebergesundheit zu verbessern und das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes und Herzkrankheiten zu reduzieren.
Vitamin E
Vitamin E ist ein Antioxidans, das in einigen Studien gezeigt hat, dass es die Lebergesundheit bei NASH-Patienten verbessern kann. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte, dass die Einnahme von Vitamin E bei Patienten mit NASH zu einer Verbesserung der Leberenzyme und einer Verringerung der Leberfibrose führte.
Pioglitazon
Pioglitazon ist ein Medikament, das zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wird und in einigen Studien gezeigt hat, dass es auch bei der Behandlung von NASH wirksam sein kann. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte, dass die Einnahme von Pioglitazon bei NASH-Patienten zu einer signifikanten Verbesserung der Leberfibrose führte.
Obeticholsäure
Obeticholsäure ist ein Medikament, das zur Behandlung von primärer biliärer Cholangitis (PBC), einer Autoimmunerkrankung, die die Gallengänge betrifft, zugelassen ist. Es hat auch gezeigt, dass es bei der Behandlung von NASH-Patienten wirksam sein kann, indem es die Lebersteatose und Entzündung verringert und die Insulinresistenz verbessert. Eine Studie aus dem Jahr 2019 hat gezeigt, dass Obeticholsäure auch bei Patienten mit NASH und fortgeschrittener Leberfibrose (Stadium F3) wirksam sein kann. Die Studie ergab, dass die Behandlung mit Obeticholsäure zu einer signifikanten Verringerung der Leberfibrose und einer Verbesserung der Leberfunktion führte.
Hochgradige Fibrose kann zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Leberkrebs führen. Die Entwicklung von Leberkrebs ist ein ernstes Problem bei Patienten mit NASH und fortgeschrittener Leberfibrose. Es gibt Hinweise darauf, dass bei diesen Patienten auch andere Faktoren wie Diabetes, Alter, Geschlecht, Fettlebererkrankung, Rauchen und Alkoholkonsum das Risiko für Leberkrebs erhöhen können.
Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2022 hat gezeigt, dass bei Patienten mit fortgeschrittener Leberfibrose aufgrund von NASH das Risiko für die Entwicklung von Leberkrebs signifikant erhöht ist. Die Studie ergab auch, dass bei diesen Patienten eine engmaschige Überwachung und frühzeitige Behandlung von Leberkrebs erforderlich ist, um das Überleben zu verbessern.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Obeticholsäure bei der Behandlung von NASH-Patienten wirksam sein kann, insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener Leberfibrose. Eine enge Überwachung und frühzeitige Behandlung von Leberkrebs ist bei Patienten mit fortgeschrittener Leberfibrose aufgrund von NASH von entscheidender Bedeutung, um das Überleben zu verbessern. Weitere Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit von Obeticholsäure bei der Behandlung von NASH und Leberkrebs zu bestätigen.
Leitlinien zur Behandlung von NASH
Trotz der vielen Forschungsergebnisse gibt es derzeit keine klaren Leitlinien für die Behandlung von NASH. Die European Association for the Study of the Liver (EASL) und die American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) haben jedoch kürzlich Empfehlungen für die Diagnose und Überwachung von NASH veröffentlicht. Es wird jedoch betont, dass weitere Studien erforderlich sind, um die optimale Behandlung von NASH zu bestimmen.
Fazit
Nicht-alkoholische Steatohepatitis ist eine schwerwiegende Erkrankung, die aufgrund der steigenden Fälle von Adipositas, Diabetes und metabolischem Syndrom zu einer Epidemie geworden ist. Es gibt derzeit keine spezifische medikamentöse Therapie für NASH, die Behandlung konzentriert sich daher auf Lebensstilmodifikationen und die Behandlung von Begleiterkrankungen. Vitamin E, Pioglitazon und Pentoxifyllin werden derzeit untersucht, um ihre Wirksamkeit bei der Behandlung von NASH zu bestimmen. Die neue MALD-Technologie hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt, aber weitere Studien sind erforderlich, um ihre Wirksamkeit zu bestätigen. Es ist wichtig, dass die Betroffenen ihr Lebensstil ändern, um das Risiko für NASH und andere Begleiterkrankungen zu reduzieren.
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Empfohlene Literatur auf Englisch