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Diabetes mellitus Typ 2
Ständig Durst trotz häufigen Trinkens? Das weist auf eine Zuckerkrankheit hin. Bei diesem sogenannten Diabetes mellitus handelt es sich um eine Stoffwechsel-Erkrankung, die zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt.
Es gibt verschiedenen Formen: Bei einem Diabetes Typ 1 wird das Hormon Insulin nicht mehr produziert, das die Bauchspeicheldrüse als Reaktion auf einen Blutzuckeranstieg ausschüttet. Bei Diabetes Typ 2 kommt es zwar noch zu einer Ausschüttung, aber nicht mehr in optimaler Menge und Wirkungskraft. Eine weitere Form ist der Gestationsdiabetes, der erstmals während einer Schwangerschaft auftritt.
In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über den Einfluss der Ernährung auf den Blutzuckerspiegel und über die Therapie bei Diabetes Typ 2.
Ernährung bei Diabetes Typ 2
Kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen. Bei einer eingeschränkten Insulinproduktion und -wirkung ist es deshalb wichtig, auf die Mahlzeitenverteilung sowie die zugeführte Kohlenhydratmenge und -art zu achten. Dabei gelten folgende Empfehlungen:
- Mahlzeitenverteilung: Drei regelmässige Hauptmahlzeiten pro Tag; Zwischenmahlzeiten nach individuellem Bedarf einplanen.
- Kohlenhydratmenge: Bei jeder Hauptmahlzeit ein Drittel des Tellers. Die zwei anderen Drittel zu gleichen Teilen in Form von Gemüse/Salat und proteinhaltigen Nahrungsmitteln (siehe Tellermodell).
- Flüssigkeitszufuhr: 1 bis 2 Liter ungesüsste Getränken pro Tag, keine Süssgetränke und Fruchtsäfte (auch nicht selbst gepresste).
- Süssigkeiten: Eine kleine Portion pro Tag als Dessert kann eingeplant werden.
- Bewegung: Einmal täglich eine genügend lange, körperliche Aktivität gehört zu einem gesunden Lebensstil und hat einen positiven Einfluss auf den Blutzucker. Mit 10'000 Schritten pro Tag sind Sie gut unterwegs.
Der ideale Teller
Individuelle Therapie-Empfehlung
Lässt sich der Blutzuckerspiegel durch eine Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und regelmässige körperliche Aktivität nicht in den gewünschten Bereich bringen, muss eine medikamentöse Therapie evaluiert werden. Diese sollte durch ein interdisziplinäres Team stattfinden, das aus verschieden Fachspezialisten besteht. Am Stadtspital Zürich betreuen Ärztinnen und Ärzte, Diabetesberaterinnen und -berater sowie Ernährungsberaterinnen und -berater die Betroffenen individuell und ganzheitlich.
«Einen Diabetes mellitus hat man ein Leben lang, 24 Stunden am Tag. Um die Menschen mit Diabetes gemäss ihren individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten sowie den medizinischen Anforderungen optimal zu unterstützen, ist es wichtig, dass alle Berufsgruppen ihre jeweilige Expertise einbringen, um es den Betroffenen zu ermöglichen, ein glückliches Leben mit Diabetes zu führen.»
Anna Minder, Leitende Ärztin Endokrinologie, Diabetologie, Porphyrie
«Kompetenzen und ausführliche Kenntnisse in Zusammenhang mit Diabetes sind sowohl bei der Ernährungsberatung, wie auch bei der Diabetes-Fachpflege eminent wichtig. Im Mittelpunkt sollen der Patient und die Patientin mit Diabetes stehen. Gemeinsam kann die Situation der Betroffenen umfassender wahrgenommen und die Behandlung den Bedürfnissen angepasst werden - Teilweise in gemeinsamen Beratungen (Ernährungsberatung und Diabetesberatung).»
Kathrin Hablützel, Ernährungsberaterin und Cornelia Müller, Diabetesberaterin