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Die Pläne von Jacky Delapierre
Als Direktor des Leichtathletikmeetings Athletissima gehört Jacky Delapierre in Lausanne zweifellos zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des Sports. Als Mann mit festen Überzeugungen und soliden Freundschaften hat er Lausanne auf die Bühne der weltweiten Leichtathletik gehievt.
Der einzige Unterschied zwischen einem Verrückten und mir besteht darin, dass ich nicht verrückt bin. Dieser Ausspruch von Salvador Dali passt perfekt zur Persönlichkeit von Jacky Delapierre, des „Mister Leichtathletik“ von Lausanne. Als er beschloss, 1977 im Stade de Coubertin ein Leichtathletikmeeting zu veranstalten, glaubten nur wenige Leute an sein Projekt. „Man behandelte mich wie einen Verrückten“, erzählt er mit dem Lächeln eines Mannes, der weiss, dass er schon damals recht hatte. Ein Mann glaubte jedoch an seine Idee: Juan Antonio Samaranch, der damalige Präsident des IOK. „Er hat mich immer unterstützt“, betont Jacky Delapierre. Am 8. Juli 1977 fand im Coubertin-Stadion das erste Leichtathletikmeeting mit verschiedenen Olympiasiegern statt. An jenem Abend ging über Lausanne ein sintflutartiger Regen nieder, der die Durchführung der Veranstaltung stark beeinträchtigte. Doch die Athleten erklären sich bereit, im August unter besseren Bedingungen nochmals anzutreten. So reihte sich die Athletissima rasch in den Reigen der bedeutenden Meetings ein. Im Alter von nur 25 Jahren führte Jacky Delapierre sein Vorhaben zum Erfolg.
„Showcase Lausanne Ausland hat Athletissima von unschätzbarem Wert in den Augen der Stadt, die bei Bewusstsein ist“
Ein Patron der alten Schule
Rund 30 Austragungen später hat Jacky Delapierre seine Vorgehensweise nicht geändert. Die Welt der Leichtathletik ist professioneller geworden, das Doping hat sich institutionalisiert, und die Gagen der Athletinnen und Athleten sind explodiert, doch Jacky Delapierre ist der Gleiche geblieben. Als Meetingdirektor der alten Schule bevorzugt er den direkten menschlichen Kontakt und besucht die Sportlerinnen und Sportler, um sie persönlich zur Teilnahme am Meeting in Lausanne zu bewegen. „Usain Bolt kommt in diesem Jahr wieder nach Lausanne, und ich kann Ihnen versichern, dass das nicht eine Frage des Geldes ist. Nachdem er den Wettkampfkalender gesehen hatte, sagte er, er wolle in Lausanne dabei sein, obwohl kurz vor und nach dem 7. Juli andere Meetings veranstaltet werden. Wir haben ihn im Jahr 2002 entdeckt. Seither ist er auf der Pontaise bereits vier weitere Male gelaufen.“ Doch Jacky Delapierre denkt nicht nur an Bolt. Die Stars sorgen zwar für hohe Zuschauerzahlen, doch um eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, muss man während des ganzen Jahres arbeiten.
Das Losungswort lautet Zuverlässigkeit
Der Mann, der seit über 30 Jahren an der Spitze des Organisationskomitees steht, setzt auf treue Freundschaften. „Es trifft zu, dass mehrere Mitglieder des Organisationskomitees seit Beginn dabei sind. Und jene, die austreten, tun dies wegen einer anderen beruflichen Ausrichtung.“ Die Athletissima ist für Lausanne eine Art Schaufenster gegenüber dem Ausland und daher für die Stadt von unschätzbar hohem Wert. „Die Stadt Lausanne ist sich dessen durchaus bewusst“, stellt Jacky Delapierre klar.
Jacky Delapierre ist ein draufgängerischer Mann der Tat, der sich auch gut in Delaterre umbenennen könnte: „Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie und fühle mich als sehr bodenständiger Mensch. Man sollte nie vergessen, woher man kommt und dabei den menschlichen Beziehungen Priorität einräumen.“ In Lausanne trinkt er gerne ein Glas im Grütli. Ausserdem mag er es, am Samstagmorgen zwischen den Marktständen auf der Place de la Riponne zu schlendern. Mit 56 Jahren denkt Jacky Delapierre, der sich seine Leidenschaft über die Jahre erhalten hat, weiterhin an die Zukunft. An seine eigene Zukunft und selbstverständlich auch an die Zukunft seiner Stadt.
Jean-Frédéric Debétaz
Service des sports
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