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Der Thronanwärter Heinrich IV, der selber protestantisch erzogen worden war und lange erfolgreich die Hugenotten gegen die katholische Liga geführt hatte, konvertierte schliesslich zum Katholizismus, da ein König in Frankreich katholisch zu sein hatte. Als König war ihm an einer Befriedung dieser beiden Konfessionen und damit des Landes sehr gelegen.
Und so unterzeichnete er heute vor 419 Jahren das Edikt von Nantes. Es gewährte den Protestanten Gewissensfreiheit und freie Religionsausübung in der Öffentlichkeit – mit Ausnahme von Paris und den Städten mit Bischofssitz. Adlige, die in ihren Schlössern Kapellen besassen, durften nichtöffentliche Gottesdienste nach protestantischem Ritus darin ausüben. Zudem durften die Hugenotten neue Kirchen erbauen. Gleichzeitig wurde aber festgehalten, dass der Katholizismus in Frankreich Staatsreligion sei. Diese und andere Bestimmungen brachten Ruhe und Frieden ins Land. Hinzu kommt, dass es Heinrich IV. zusammen mit seinem geschickten Finanzminister Herzog von Sully gelungen ist, Frankreich auch wirtschaftlich wieder auf Vordermann zu bringen.
Das Edikt von Nantes würde heutigen Erwartungen an die Religionsfreiheit nicht mehr genügen. Aber immerhin bescherte es dem Land eine lange Phase des inneren Friedens. Und Friede ist allemal besser Krieg.