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Kaffee ist das meistgetrunkene Getränk der Welt. Vor allem in den westlichen Ländern, den typischen Kaffeeimporteuren, wird Kaffee seit Dekaden in hohen Mengen konsumiert. Die Nachfrage steigt aber auch in den Produktionsländern selber kontinuierlich an – seit längerem in Lateinamerika und immer stärker in den asiatischen Ländern.
SchweizerInnen trinken im internationalen Vergleich nicht nur qualitativ sehr hochwertigen Kaffee, sie trinken auch sehr viel davon. Rund acht Kilo Rohkaffee werden in der Schweiz jährlich pro Kopf konsumiert, das entspricht rund drei Tassen täglich. Nur die skandinavischen Länder liegen im weltweiten Vergleich was den Kaffeekonsum angeht, vor der Schweiz.
So wie die konsumierten Mengen von Land zu Land variieren, so unterschiedlich sind auch die Zubereitungsarten. Der Favorit der SchweizerInnen ist der landestypische Café Crème – er macht einen Drittel aller Bestellungen in Schweizer Cafés und Restaurants aus. So wird auch der Preis pro Tasse in der Schweiz anhand des Café Crèmes berechnet – durchschnittlich zahlen SchweizerInnen demnach 4.24 Franken pro Tasse Kaffee (s. SRF: 02.09.2017).
In den umliegenden Ländern gehören Zubereitungsarten, wie wir sie in der Schweiz kennen, ebenfalls zum Alltag. Milchkaffee, Espresso oder Lungo sind die gängigen Spezialitäten, die in Mitteleuropa konsumiert werden. Deutliche Unterschiede können in der Art der Röstung ausgemacht werden. In Frankreich, aber auch in Spanien oder Portugal sind Kaffeebohnen meist pechschwarz und somit deutlich dunkler als die europäische Norm. Dies liegt an einem Röstverfahren der rohen Bohnen zusammen mit zwanzig Prozent Zucker, welche die Bohnen hitzebeständiger machen.
Kaffeekonsum in den Produktionsländern
In den Produktionsländern Lateinamerikas wird Kaffee seit Generationen gleich zubereitet. Wir würden die Zubereitungsart als Filterkaffee bezeichnen – jedoch wird nicht der bei uns übliche Papierfilter, geschweige denn eine Filterkaffeemaschine verwendet. In Costa Rica wird beispielsweise ein Apparat namens „Chorreador“ verwendet. Ein Gestell aus Holz mit einem um einen Ring gespannten Stoffsieb. Der so zubereitete Kaffee landet direkt in der Tasse. Diese Zubereitungsart ist schnell und einfach und wird auch in Brasilien oder Kolumbien so zubereitet. Getrunken wird der Kaffee in der Regel schwarz mit viel Zucker. Was die Qualität des Kaffees anbelangt, unterscheidet sie sich oft von den erstklassigen Bohnen, die in nördlichen Ländern verwendet werden. Da die Ware von hoher Qualität für den Export bestimmt ist, bleibt in den Produktionsländern zu einem grossen Teil der minderwertige Kaffee zurück.
Auch in Vietnam, dem zweitgrössten Kaffeeproduzenten der Welt, wird Kaffee mit einem Filter zubereitet. Dort ist er allerdings nicht aus Stoff, sondern aus Edelstahl und wird direkt auf die Tasse gelegt. Auch die Vietnamesen mögen ihren Kaffee süss – er wird traditionell mit gezuckerter Kondensmilch serviert.
Kaffeetrinken als Ereignis
In Ländern wie Kolumbien dient der Kaffee nicht nur als Wachmacher, sondern hat vielmehr eine soziale Funktion. Der Kaffee ist eine Einladung an Freunde, ein Grund für ein geselliges Zusammensein oder ein Zeichen der Gastfreundschaft.
Eine ganze Zeremonie wird dem Kaffeetrinken in Äthiopien, dem Mutterland des Kaffees, gewidmet. Dreimal am Tag wird der Kaffee in einer aufwendigen Zeremonie zubereitet und dient als wichtiges gesellschaftliches Ereignis in einer Gemeinschaft.
Die grünen Bohnen werden von Frauen zuerst über dem Feuer geröstet und anschliessend in einem Mörser gemahlen. Der gemahlene Kaffee kommt anschliessen in eine Tonkanne, die „Jebana“, die mit Wasser aufgefüllt direkt ins Feuer gestellt. Der Kaffee wird dreimal aufgekocht, bevor er mit viel Zucker in kleinen Tassen serviert wird. Ausgeschenkt wird er an alle Anwesenden – von kleinen Kindern bis Dorfältesten. Der Kaffee wird während der Zeremonie mehrere Male zubereitet, mindestens drei Runden Kaffee werden ausgeschenkt.
Geschmacklich um Welten entfernt von unserem Café Crème ist der Kaffee, wie er in arabischen Ländern getrunken wird. Der dort getrunkene „Qahwa“ wird aus nur sehr leicht gerösteten Bohnen zubereitet und der daraus gebrühte Kaffee weist eine gelbliche Farbe auf. Das Kaffeepulver wird mit Wasser in einer Kanne aufgekocht. Zudem werden gemahlene oder ganze Kardamomkapseln hinzugefügt, welche die helle Farbe nochmals unterstreichen. Serviert wird der Kaffee entweder mit Zucker, oder ohne, dafür mit reichlich Süssigkeiten dazu.