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25 Sekunden zu früh fuhr ein Zug der Biwako-Linie vom Bahnhof Notogawa am Morgen des 11. Mai 2018 ab. Es war 7:11:35 Uhr. Der Zugführer hatte die Türen bereits kurz zuvor schliessen lassen. Er bemerkte zwar, dass es noch zu früh war. Weil er aber keine Passagiere auf dem Bahnsteig sehen konnte, gab er das OK für die Abfahrt, wie die Asahi Shimbun berichtete. Tatsächlich aber verpassten einige Passagiere im Bahnhof Notogawa dadurch den Zug. Einer beklagte sich schliesslich beim Personal, das sich für den Vorfall entschuldigte.
Man beliess es nicht dabei. Bahnbetreiber JR West veröffentlichte noch am selben Tag eine offizielle Pressemitteilung, in man den Vorfall noch einmal ausführlich beschrieb und sich entschuldigte. Man werde das Personal nochmals über die Regeln bei der Abfahrt unterrichten und dementsprechend einüben.
Verspätungen und Verfrühungen werden protokolliert
In Japan hat ein Zug pünktlich zu sein. Verspätungen aber auch Verfrühungen werden pflichtgemäss protokolliert. Zu einem ähnlichen Fall kam es in Tokio im vergangenen November (Asienspiegel berichtete). Gerade in den Morgenstunden zählt jede Sekunde. Die Pendler verlassen sich auf den zuverlässigen Dienst der Bahn, damit sie auch pünktlich zur Arbeit kommen. Auch der Zug vom 11. Mai war bis zum letzten Platz gefüllt. 1200 Passagiere waren in der 12-Wagen-Komposition.
Pendler, die wegen irgendwelcher Vorfälle im Zusammenhang mit der Bahn zu spät zur Arbeit kommen, erhalten eine sogenannten «Bescheinigung für die Verspätung» (siehe Foto) von der Bahn ausgehändigt, die sie dem Arbeitgeber als Beweis vorlegen können.