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Der Marktplatz gehört zu einem der potenziell schönsten Plätze von Basel. Trotz der erst kürzlich erfolgten Sanierung der Pflästerung in der Mitte des Platzes wird das Potenzial dieses Platzes als Visitenkarte unserer Stadt jedoch eindeutig noch zu wenig genutzt. Der Platz fällt auf durch die ihn umgebende Strasse, die durch hunderte Marktfahrzeuge malträtierten Trottoirränder, provisorische Rampen und gerade an schönen Wochenenden auch durch zu schmale Trottoirs, was sich in Konflikten zwischen Flanierenden und Velofahrenden auf der Strassenfahrbahn äussert. Obwohl eine Begegnungszone signalisiert ist, führt die Strassengestaltung zu Missinterpretationen der Vortrittsregeln. Das Optimierungspotenzial scheint offensichtlich.
Aktuell und noch bis Ende 2023 wird die Freie Strasse etappenweise bis hin zum Marktplatz im Einklang mit dem Gestaltungskonzept Innenstadt umgestaltet. Im Januar 2022 hat der Grosse Rat zusätzlich die notwendigen finanziellen Mittel zur Projektierung der Neuorganisation und Umgestaltung des Bereichs Schifflände/Marktplatz gesprochen (21.0270). Diese umfasst auch den behindertengerechten Umbau der Tramhaltestelle Marktplatz. Während diese bereits Ende 2023 umgebaut sein soll, ist eine Umgestaltung des Marktplatzes als solches «frühestens ab 2027» vorgesehen.
Die Anzugstellenden betrachten dies als unhaltbaren Zustand. Der Grosse Rat hat bereits zwei Mal gegen den Willen des Regierungsrates den Anzug «Weg mit den Trottoirs» (Anzug von Wartburg, 16.5355) stehen gelassen, der eine rasche und nachhaltige Entfernung der Trottoirs in der Innenstadt fordert. In einem weiteren Vorstoss (Schriftliche Anfrage Urgese, 21.5323) wurde gefordert, vermehrt Platz für Boulevard-Restauration zur Verfügung zu stellen.
Die Anzugstellenden bitten den Regierungsrat deshalb zu prüfen und zu berichten:
- ob die anstehende Umgestaltung des Marktplatzes vorgezogen und in Einklang mit der Umgestaltung der Freien Strasse gebracht werden kann,
- wie dabei die heute bestehenden Trottoirs aufgehoben und der Marktplatz als eine ebene Fläche gestaltet werden kann,
- wie dadurch eine verstärkte Nutzung durch anliegende Boulevard-Restaurants ermöglicht werden kann,
- ob Potenzial für zusätzliche Begrünung besteht und wie weitere hitzemindernde Massnahmen umgesetzt werden können,
- wie bei der Umgestaltung ein verbessertes Miteinander von Fussgängern und Velofahrenden gewährleistet werden kann, z.B. mit einer klar signalisierten Veloführung (Bodenmarkierung, Farbe etc.)
- inwiefern zur Kompensation der wegfallenden Trottoirs eine taktil-visuelle Wegführung für Sehbehinderte und Blinde angebracht werden kann,
- wie bei der Umgestaltung die Anliegen der betroffenen Gewerbebetriebe (Anlieferungen, Marktfahrer etc.) angemessen berücksichtigt werden kann.
Luca Urgese (57), Christian von Wartburg (33)