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Das Versprechen, mit dem Barack Obama als neuer US-Präsident antritt, heisst «Change». Er will einen Wandel für die grösste Volkswirtschaft der Welt herbeiführen. Doch das Land, das er führt, verändert sich bereits in eine Richtung, die jeden Präsidenten vor eine Herausforderung stellen würde.
Die USA sind auf dem besten Weg, ein Land der «Mehrheit Minderheit» zu werden, in dem weniger als die Hälfte der Bürger Weisse mit europäischen Ursprüngen sein werden. Das wirft Fragen hinsichtlich nationaler Identität und Zusammenhalt auf.
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Gut bezahlte Jobs in der Industrie gehen weiter zurück, wie sie es schon seit Jahrzehnten tun, aber auch hoch bezahlte im Finanzsektor werden wahrscheinlich verschwinden. Unter den am schnellsten wachsenden Altersgruppen sind Amerikaner zwischen 55 und 64. Dieser Anstieg zeigt die wachsende Bürde für Gesundheitsfürsorge und Pensionsleistungen auf. Amerikaner sind ängstlicher, was ihre wirtschaftliche Zukunft betrifft, als sie es in den letzten Jahrzehnten waren.
Grosse Umbrüche gibt es auch auf kulturellem Gebiet. Immer mehr Amerikaner finden ihre Nachrichten und Unterhaltung im Internet. Die meinungsbildende Medienindustrie hat sich gravierend gewandelt. Und während zunehmend mehr US-Bürger einen Collegeabschluss haben, ist ein Bachelor-Grad keine Garantie mehr für höheren Lohn.
Viele der Veränderungen sind positiv, einschliesslich der Aussicht auf bessere Beziehungen zwischen den Rassen und der Abschwächung regionaler Spannungen. Amerikaner sparen mehr - eine Veränderung, die kurzfristig gesehen schmerzhaft sein wird, aber Kapitalreserven aufbauen könnte, mittels derer neue Jobs und Investments geschaffen werden können. Die Rezession könnte, und das erhoffen sich viele, die Kluft zwischen den Reichen und Armen verringern.
Obama verkörpert Veränderung
In gewisser Hinsicht entspricht der Aufstieg von Barack Obama diesen Veränderungen. Als Kind eines kenianischen Vaters und einer weissen Mutter aus Kansas wuchs er in Hawaii und im Ausland auf und verkörpert die Auflösung der Rassengrenzen. Sein Weg ins Weisse Haus ist auch Zeichen der wachsenden Besorgnis über die Wirtschaft. Als er vor zwei Jahren seine Kampagne startete, sprach er davon, die Mittelklasse zu fördern. Als er vor den Menschenmassen am Lincoln Memorial sprach, warnte er vor einer Wirtschaft «in der Krise».
Demografische Veränderungen werden weiterhin die Politik und die Wirtschaft in den USA gestalten. Amerika wird auch älter. Die Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge, von denen die ältesten jetzt 63 sind, wird für einen Präsidenten, der viel Geld ausgeben will, um der Rezession entgegenzuwirken, eine grosse Herausforderung. Sogar vor dem Abschwung war schon prognostiziert worden, dass die Sozialversicherung in den nächsten drei Jahrzehnten Pleite geht, ausser die Regierung leitet in diesem Bereich entscheidende Veränderungen ein.
Laut einer Analyse des International Revenue Service stieg das Einkommen der bestverdienenden 1% der Amerikaner zwischen 2002 und 2006 inflationsbereinigt jährlich um 11%. Die Einkommen der unteren 99% wuchsen dagegen um weniger als 1% pro Jahr. Mit Ausnahme von Rechtsanwälten und Ärzten verdiente jede Bildungsgruppe - einschliesslich Hochschulabsolventen und Leuten mit Promotion - inflationsbereinigt im vergangenen Jahr weniger als noch im Jahr 2000.