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Das Leserad
Entwicklung und Planung eines aussergewöhnlichen Kunstwerks in Stahl, zusammen mit der Künstlerin Veronika Spierenburg. Das nach dem Vorbild von Agostino Ramelli im 1588 entworfene holzige Leserad wurde in Stahl neuinterpretiert und für die Ausstellung ihres Buches im Sitterwerk realisiert.
Formal auf das Minimum reduziert, ist Veronika Spierenburgs Leserad ein Verweis auf den Tessiner Ingenieur Agostino Ramelli (1531 – 1600). Um 1588 zeichnete Ramelli den Plan einer maschinellen Lesehilfe und publizierte diesen mit 194 Konstruktionszeichnungen im Buch «Le diverse et artificiose machine». Die Publikation gilt heute als Klassiker der Ingenieurkunst des 16. Jahrhunderts.
Ramellis Idee war ein mannshohes Doppelrad, das vom Betrachter gedreht werden kann, bis die auf den verschiedenen Tablaren ausgebreiteten Bücher vor ihm zu liegen kommen und er bequem darin lesen kann. Ob Ramellis Lesemaschine je gebaut wurde, ist nicht sicher (www.nb.admin.ch, Schweizerische Nationalbibliothek).
Das feingliederige Metallrad dreht sich durch leichte Handkraft um seine zentrale Achse. Seitlich angeordnete Abstützungen gewährleisten seine Stabilität. Die Büchertablare aus Metall sind mit einem Schwergewicht auf der Rückseite ausgerüstet. Mit Hilfe dieser einfachen aber fein abgestimmten Massnahme, bleibt die Ausrichtung der offen für das Lesen ausgestellten Bücher auch bei ständig sich veränderndem Drehwinkel in gleicher Position.