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Die „Aufforderung zum Tanz“ ist in den beiden Kulturen – Argentinien und Schweiz – in mancher Hinsicht sehr unterschiedlich.
In Buenos Aires sitzen in der Regel die Frauen auf einer Seite der Tanzfläche, die Männer auf der andern. Man sitzt oft in kleinen Gruppen, schaut den Tanzenden zu, unterhält sich, – auch über das, was man so sieht. Viele Tangueros und Tangueras kennen sich, wissen wer wie gut tanzt. Ich habe gestaunt darüber, dass die Wahl der Tanzpartnerin/des Partners auf jemanden fällt der in etwa ein gleiches Tanz-Niveau hat wie man selber. Zweitrangig sind Kriterien wie Alter, Schönheit, Klamotten (na ja, ich sage ehrlicherweise „zweitrangig“;-).
Das Können eines Tänzers zu erfassen war für mich ungewohnt, – mich nicht „blenden“ zu lassen von meinen Ansprüchen und seinem Äusseren! Die Unsicherheit über meine eigenen tänzerischen Fähigkeiten kam dazu. Und wirklich schwierig: es zu wagen, meine Wahl selbstbewusst zu äussern. Das heisst in Buenos Aires, über Blicke und Lächeln und Mimik Kontakt aufzunehmen (konkret: klar und einladend … zu flirten) UND damit zu leben, dass meine „Einladung“ nicht erwidert wurde, d.h. der „Erwählte“ meinem Blick, meinem Lächeln, mei…. etc auswich. Ich erinnere mich an die leisen Schamgefühle, wenn ich akzeptieren musste, dass betreffend „passen“ zwei Menschen unterschiedlicher Meinung sein können.
Das wirklich-wirklich Schwierige kam anschliessend: selbstbewusst weiterschauen (im Wortsinn) und der Versuchung widerstehen, mich von einem Mann wählen zu lassen, den ich selber nicht gewählt hätte!