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Regenfälle und Überschwemmungen im Frühjahr 2016
Regenzeiten und Trockenzeiten
Somalia liegt innerhalb des Verschiebungsbereichs der Innertropischen Konvergenzzone ITKZ. In den meisten Gebieten in Somalia gibt es daher zwei Regenzeiten. Somalia liegt in einer Klimazone, in welcher das Zusammenspiel von Regenzeit und Trockenzeit grosse Auswirkungen auf die Grundversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln hat.
Die Regenzeit, welche in Somalia mit «Gu» bezeichnet wird, findet in der Regel von April bis Juni statt. Von Oktober bis Dezember verschiebt sich die ITKZ südwärts. In dieser Zeit treten in Somalia in der Regel kurze Regenfälle auf. Diese Regenzeit heisst «Deyr».
Nach dem Ende von «El Niño» der grosse Regen
Somalia erlebten 2015 die stärksten Auswirkungen des Klimaphänomens «El Niño» seit Beginn der Aufzeichnungen. Über Monate hinweg beeinträchtigte eine starke Dürreperiode die Menschen in diesem Land.
Im April 2016 setzten in Südostäthiopien und in Nordsomalia heftige Regenfälle ein. Nach den Niederschlägen begann sich die Vegetationsdecke in diesen Regionen zu erholen. Die vom Februar bis April 2016 in Afar und Somaliland sowie im südöstlichen Äthiopien gemessenen Regenmengen waren doppelt so gross wie der langjährige Durchschnitt.
Die sintflutartige Regenfälle am Oberlauf und teilweise am Mittellauf der beiden Flüsse Juba und Shabelle führten zu ausgedehnten Überschwemmungen in flussnahen Gebieten der beiden Flüsse in Somalia. Beide Flüsse entspringen in Äthiopien, wo im April zahlreiche heftigen Gewitter mit starken Regenschauern niedergingen. Bereits in der zweiten Häfte des Monats April begannen die Flusspegel in Somalia zu steigen. Anfangs Mai 2016 traten die beiden Flüsse an zahlreichen Stellen über die Ufer.
Mai 2016: Dammbrüche an den Flüssen Juba und Shabelle
Das Somalia Water and Land Information Management project (SWALIM)der FAO überwacht die Flussläufe in Somalia. In der ersten Woche im Mai 2016 registrierten die Messstationen von SWALIM vor allem entlang des Flusses Shabelle steigende Pegelstände, welche Anlass zur Besorgnis gaben.
Am 9. Mai 2016 zogen heftige Gewitter über Somalia. Die starken Regenfälle führten in Puntland und in der Region Bari im Distrikt Bali Dhiddin zu Zerstörungen an Gebäuden und anderem Eigentum. In Eyl in der Region Nugaal wurden rekordhohe Niederschläge von 75 mmin 24 Stunden gemessen. Die Wetterprognosen stimmten nicht zuversichtlich. Die Flusspegel von Juba und Shabelle stiegen weiter an.
Ende Mai 2016 traten die Flüsse Juba und Shabelle über die Ufer und überschwemmten weite Landstriche.
SWALIM kontrolliert die Flusssysteme mit Satellitenaufnahmen
SWALIM überprüft routinemässig die Flussläufe von Juba und Shabelle vor Beginn der Deyr-Regenzeit (Beginn: Mitte Oktober) und der Gu-Regenzeit (Beginn: April - Mai). SWALIM nutzt für die Überprüfung Satellitendaten und hochauflösende Satellitenbilder.
Die Überprüfung vom 17. September 2016 ergab 7 noch nicht geschlossene Bruchstellen am Flusslauf des Flusses Shabelle. Im Februar 2016 waren es noch 19. Beim Fluss Juba entdeckten die SWALIM-Leute auf den Luftbildern insgesamt 63 lecke Stellen. Im Februar 2016 waren es „nur“ 23 solche Stellen.Viele andere Punkte wurden als Gefahrenstellen identifiziert, wo Hochwasser leicht zu Dammbrüchen führen könnte.
Die Kontrolle im September 2016 hat gezeigt, dass die Mai-Hochwasser vor allem entlang des Jubaflusses zu vielen Dammbrüchen geführt haben.