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Das Gebiet um das biblische Susa, die so genannte Susiana, ist ein Teil der persischen Provinz Khuzistan, wo sich ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. eine Hochkultur entwickelte. Damals entstanden städtische Siedlungen mit einer durchorganisierten Verwaltung und Handelsbeziehungen zu benachbarten Agglomerationen. Da die Region zum Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes gehörte, d.h. sie war reich an Regen, konnte Ackerbau betrieben werden – die Voraussetzung für eine erfolgreiche Siedlungstätigkeit. Am Fluss Karkhe, der dieses Gebiet durchzieht und der hier bis heute der einzige schiffbare Fluss geblieben ist, wurden zahlreiche Ortschaften gegründet.
Susa wurde etwa 4200 v. Chr. auf einem etwa 10 m hohen Hügel als geplante Siedlung in Terrassenbauweise angelegt, wobei der obere Teil des Hügels mit einem Wall umgeben wurde. Aufgrund von Siegelabrollungen weiss man, dass die Stadt von Anfang an ein Verwaltungssystem hatte. Insgesamt umfasste die Stadt drei Teile: die Akropolis, das Apadana und die Ville royale. Parallel zum benachbarten Mesopotamien, dessen Bevölkerung durch die Zuwanderung fremder Stämme, besonders der Sumerer, stark angewachsen war, entwickelte sich auch in der Susiana eine Art Schriftsystem, das als Vorstufe der Schrift der Sumerer betrachtet wird. Wie in Uruk wurde auch in Susa ein Tontafelarchiv gefunden, wobei aber die darauf eingeritzten Zeichen (Kegel, Kügelchen u.a.) zunächst als unwichtig angesehen wurden, bis man entdeckte, dass es sich dabei um ein Zahlensystem handelte. Zwar gelten die Sumerer als die Erfinder der Schrift, aber Susa kommt mit Sicherheit in Bezug auf die Schriftentwicklung eine Vorreiterrolle zu. Das Reich beziehungsweise die Kultur, die sich hier entwickelte, trägt den Namen Elam/elamisch, ein Begriff, der aus der Bibel stammt. Ebenfalls aus der Bibel ist durch die Erzählung vom Turmbau zu Babel die Konstruktion des für Mesopotamien und Elam typischen Stufenturms, der Zikkurat, überliefert: ein terrassenförmig aufgebauter Turm, auf dessen oberster Plattform vermutlich ein Tempel gestanden hat. In Chogha Zanbil befindet sich die einzige, noch erhaltene (allerdings restaurierte) Zikkurat des Iran.