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4. Kindesanerkennung durch den Vater
Kindesanerkennung in der Schweiz
Sind Sie der biologische Vater Ihres Kindes und mit der Kindsmutter nicht verheiratet, so können Sie Ihr Kind anerkennen. Besteht jedoch bereits ein Kindesverhältnis zu einem anderen Mann, ist die Kindesanerkennung nicht möglich.
Ein Kind, das vor Ablauf von 300 Tagen nach dem Tod des Ehemannes der Mutter geboren wird, kann erst anerkannt werden, nachdem das von Gesetzes wegen geltende Kindesverhältnis zum verstorbenen Ehemann der Mutter gerichtlich aufgehoben worden ist.
Ein adoptiertes Kind kann nicht anerkannt werden.
Als biologischer Vater Ihres Kindes können Sie dieses zu einem beliebigen Zeitpunkt, insbesondere auch bereits vor der Geburt, anerkennen, stets unter dem Vorbehalt, dass nicht bereits ein Kindesverhältnis zwischen dem Kind und einem anderen Mann besteht.
Erhält die Vormundschaftsbehörde Kenntnis von der Geburt eines Kindes unverheirateter Eltern, bestellt sie dem Kind einen Beistand, der für die Feststellung des Kindesverhältnisses zum Vater und die Wahrung des Unterhaltsanspruches des Kindes zu sorgen hat. Anerkennen Sie Ihr Kind bereits vorgeburtlich und schliessen Sie zudem einen Unterhaltsvertrag mit der Mutter des Kindes ab, können Sie in der Regel verhindern, dass die zuständige Vormundschaftsbehörde Ihrem Kind ein Beistand bestellt.
Heiratet die Mutter zwischen dem Zeitpunkt der Kindesanerkennung und der Geburt des Kindes einen anderen Mann, wird die Kindesanerkennung hinfällig, da der Ehemann der Mutter von Gesetzes wegen als Vater des Kindes gilt.
Sie können die Anerkennung Ihres Kindes auf dem Zivilstandsamt vornehmen.
Wenn Sie Schweizer Bürger sind und in der Schweiz Wohnsitz haben, können Sie die Anerkennung bei jedem Zivilstandsamt erklären.
Wenn Sie nicht Schweizer Bürger sind oder im Ausland leben, ist die Anerkennung beim Zivilstandsamt am Geburtsort oder am gewöhnlichen Aufenthaltsort Ihres Kindes, am Wohnsitz oder am Heimatort seiner Mutter oder, sofern Sie Schweizer Bürger sind, an Ihrem eigenen Heimatort möglich.
Sie erscheinen persönlich auf dem Zivilstandsamt, geben die benötigten Dokumente ab (siehe FAQ 4.4), erklären mündlich, dass Sie der Vater Ihres Kindes sind und unterzeichnen die Anerkennungserklärung. Es empfiehlt sich, mit dem Zivilstandsamt vorgängig einen Termin zu vereinbaren.
Damit es die Kindesanerkennung vornehmen kann, benötigt das Zivilstandsamt die aktuellen Personenstandsdaten der Mutter, des Vaters und, für den Fall, dass das Kind im Zeitpunkt der Anerkennung bereits zur Welt gekommen ist, des Kindes.
Schweizer Bürger
Personenstandsdaten der betroffenen Personen, die bereits im Personenstandsregister erfasst sind, müssen nicht mit Dokumenten nachgewiesen werden. Das für die Kindesanerkennung zuständige Zivilstandsamt informiert Sie diesbezüglich. Der Vater des Kindes muss jedoch stets eine Wohnsitzbescheinigung beibringen und einen gültigen Identitätsausweis vorweisen.
Sind Sie unmündig oder entmündigt und wollen Ihr Kind anerkennen, ist die Zustimmung Ihrer Eltern oder Ihres Vormundes notwendig.
Bei den beizubringenden Zivilstandsdokumenten sollte es sich grundsätzlich um Originale handeln, die nicht älter als sechs Monate sind.
Ausländische Staatsangehörige
Personenstandsdaten der betroffenen Personen, die bereits im Personenstandsregister erfasst sind, müssen nicht mit Dokumenten nachgewiesen werden. Besitzt eine der betroffenen Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit und sind ihre Personenstandsdaten noch nicht im Personenstandsregister erfasst, so hat sie alle notwendigen Dokumente im Hinblick auf ihre Aufnahme in das Personenstandsregister beizubringen. Das für die Kindesanerkennung zuständige Zivilstandsamt informiert Sie diesbezüglich.
Der Vater des Kindes muss zudem stets eine Wohnsitzbescheinigung beibringen und einen gültigen Identitätsausweis vorweisen.
Sind Sie unmündig oder entmündigt und wollen Ihr Kind anerkennen, ist die Zustimmung Ihrer Eltern oder Ihres Vormundes notwendig.
Bei den beizubringenden Zivilstandsdokumenten sollte es sich grundsätzlich um Originale handeln, die nicht älter als sechs Monate sind. Ausländische Dokumente müssen in der Regel beglaubigt und, sofern sie nicht in einer schweizerischen Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch) abgefasst sind, übersetzt werden. Die Schweizer Vertretung im Staat, welcher diese Dokumente ausstellt, informiert Sie diesbezüglich.
4.5 Was muss ich unternehmen, damit die in der Schweiz erfolgte Anerkennung meines Kindes im Ausland anerkannt wird?
Die in der Schweiz erfolgte Kindesanerkennung wird von den schweizerischen Zivilstandsbehörden in der Regel nicht an ausländische Behörden gemeldet, Ausnahmen bestehen jedoch in Bezug auf Deutschland, Österreich und Italien. Zwischen diesen Ländern und der Schweiz bestehen entsprechende bilaterale Abkommen. Der ausländische Vater, der sein Kind in der Schweiz anerkannt hat, muss dies den Behörden seines Heimatstaates deshalb grundsätzlich selber melden. Er hat sich diesbezüglich an die zuständige ausländische Vertretung in der Schweiz wenden.
4.6 Ich bin Ausländerin und mein Heimatstaat verlangt von mir, dass ich mein in der Schweiz geborenes Kind anerkenne. Wohin muss ich mich wenden?
In der Regel reicht es zur Begründung des Kindesverhältnisses aus, dass Sie als Mutter auf der schweizerischen Geburtsurkunde aufgeführt sind. Verlangt Ihr Heimatrecht eine Kindesanerkennung durch die Mutter, können Sie diese auf der ausländischen Vertretung Ihres Heimatstaates in der Schweiz vornehmen. Bitte wenden Sie sich für zusätzliche Auskünfte an diese Behörde.
Kindesanerkennung im Ausland
Bitte wenden Sie sich direkt an die für die Entgegennahme der Anerkennungserklärung zuständigen ausländischen Behörden (Zivilstandsamt, Gemeindeverwaltung etc.) oder an die ausländische Vertretung des entsprechenden Staates in der Schweiz. Einzig diese ausländischen Behörden können Sie verbindlich informieren.
4.8 Was muss ich unternehmen, damit die im Ausland erfolgte Anerkennung meines Kindes in der Schweiz anerkannt wird?
Haben Sie Ihr Kind im Ausland, am Ort seines gewöhnlichen Aufenthaltes, in seinem Heimatstaat, im Wohnsitz- oder Heimatstaat seiner Mutter oder in Ihrem Wohnsitz- oder Heimatstaat anerkannt, so wird die Kindesanerkennung in der Schweiz grundsätzlich anerkannt. Dies bedingt jedoch, dass durch die im Ausland erfolgte Kindesanerkennung ein Kindesverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Kind begründet wurde.
Die im Ausland erfolgte Kindesanerkennung wird den schweizerischen Behörden von den ausländischen Zivilstandsbehörden in der Regel nicht gemeldet. Ausnahmen bestehen in Bezug auf Deutschland, Österreich und Italien. Zwischen diesen Ländern und der Schweiz bestehen entsprechende bilaterale Abkommen.
Schweizerische Staatsangehörige sowie Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz, deren Personenstandsdaten im Personenstandsregister figurieren, melden die Kindesanerkennung der zuständigen Schweizer Vertretung im Ausland und reichen bei dieser Behörde die Anerkennungsurkunde im Original ein. Sind die Personenstandsdaten des Vaters, der Mutter oder des Kindes noch nicht im Personenstandsregister erfasst, sind weitere Dokumente einzureichen. Die Schweizer Vertretung im Ausland übersetzt und beglaubigt diese Dokumente und übermittelt sie anschliessend kostenlos in die Schweiz. Ausnahmsweise kann die Meldung auch bei der kantonalen Aufsichtsbehörde im Zivilstandswesen erfolgen, welche die Dokumente bei Bedarf an die zuständige Schweizer Vertretung im Ausland zwecks Übersetzung und Beglaubigung schickt (gebührenpflichtig).
4.9 Es besteht keine Möglichkeit, mein Kind in meinem ausländischen Heimatstaat bzw. an meinem ausländischen Aufenthaltsort anzuerkennen. Was kann ich unternehmen, um das Kindesverhältnis zu meinem Kind dennoch herzustellen?
Ist die Anerkennung Ihres Kindes im Ausland nicht möglich und ist eine Reise in die Schweiz nicht möglich oder nicht zumutbar, so können Sie die Erklärung betreffend die Anerkennung der Vaterschaft ausnahmsweise bei der zuständigen Schweizer Vertretung im Ausland abgeben, welche die persönliche Erklärung stellvertretend für das schweizerische Zivilstandsamt entgegen nimmt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die für Ihren Wohnort zuständige Schweizer Vertretung.
Wirkungen der Kindesanerkennung
Als Folge der Kindesanerkennung sind Sie ab Geburt der rechtliche Vater Ihres Kindes, mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten, unabhängig davon, ob Sie Ihr Kind vor oder erst nach der Geburt anerkannt haben. Bei einer Mehrlingsgeburt bezieht sich Ihre Anerkennung auf alle Kinder.
Sind Sie mit der Mutter Ihres Kindes nicht verheiratet, hat diese grundsätzlich die alleinige elterliche Sorge. Zusammen mit der Mutter können Sie jedoch bei der Vormundschaftsbehörde am Wohnsitz des Kindes die gemeinsame elterliche Sorge für Ihr Kind beantragen. Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an diese Behörde.
Besitzt Ihr Kind ausschliesslich das Schweizer Bürgerrecht und wohnt es in der Schweiz, hat die Kindesanerkennung keine Auswirkungen auf seinen Namen. Es erhält den Namen, den die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt führt.
Besitzt Ihr Kind mehrere Staatsangehörigkeiten oder lebt es im Ausland, kann die Kindesanerkennung unter Umständen Auswirkungen auf seinen Namen haben. In Bezug auf die Möglichkeiten der Namensführung Ihres Kindes informieren Sie sich bitte bei dem für die Entgegennahme der Kindesanerkennung zuständigen Zivilstandsamt.
4.12 Welche Wirkungen hat die Kindesanerkennung auf die Staatsangehörigkeit und das Kantons- und Gemeindebürgerrecht meines Kindes?
Ist Ihr Kind nach dem 31. Dezember 2005 von einer ausländischen Mutter geboren worden, erwirbt es durch die Anerkennung durch Sie das Schweizer Bürgerrecht und Ihr Kantons- und Gemeindebürgerrecht.
Für Kinder einer ausländischen Mutter und eines schweizerischen Vaters, die vor dem 1. Januar 2006 geboren worden sind, kann um erleichterte Einbürgerung ersucht werden. Wenden Sie sich diesfalls an das Bundesamt für Migration.
Das Kind einer Schweizerin ist von Geburt an Schweizer Bürgerin oder Bürger. Die Kindsanerkennung durch einen Schweizer Vater hat diesfalls keinen Einfluss auf das Kantons- und Gemeindebürgerrecht des Kindes.
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nach oben Letzte Änderung 23.10.2019