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Annelie und ich fliegen am 17.11. über Sao Paulo nach Brasilia, wo wir am Flughafen von einem kundigen Reiseführer erwartet werden, der zu Annelies grosser Freude sogar Deutsch spricht.
Die erste Stadtrundfahrt gibt ein eindrückliches Bild von dieser künstlichen Stadt in der Form eines Vogels, an einem Stausee gelegen , die in vier Jahren an einer schlichten Wegkreuzung in der menschenfeindlichen Savanne nach Plänen der beiden Architekten Lucio Costa und Oscar Niemeyer, der 98jährig noch immer tätig ist (!) auf Anordnung von Präsident Kubitschek aus dem Boden gestampft worden ist. Nachstehend werfen wir zuerst einen Blick vom Fernsehturm, bevor wir das Aussenministerium mit seinem Wasservorhang und die Pyramide des Nationaltheaters sehen.
Nachts ist ein Besuch des Stadtzentrums noch atemberaubender, wovon das erste Foto der Kathedrale zeugt. Das zweite Bild zeigt die Engelsfiguren unter der dornenkronenförmigen Kuppel, und schliesslich stehen Annelie und ich vor dem Kongress mit der Kuppel für den Sitzungssaal des Senats, der Salatschüssel für den Plenarsaal der Abgeordnetenkammer und den Zwillingstürmen für ihre Büros.
In der Mitte sehen wir den Palácio da Alvorada, die Residenz des Präsidenten. Das dritte Foto, das wir unten sehen, zeigt die Kirche Dom Bosco, die von allen bedeutenden Gebäuden Brasílias mit der schönsten Innenarchitektur versehen ist. Die “Kirchenmauern” sind von oben bis unten aus nuancenreichen blauen und malvenfarbigen Glasstücken zusammengesetzt. Ein enormer Leuchter aus Bergkristall dient als Gegengewicht zum architektonischen Gefüge.
Genau wie hier in Zürich wird die Weihnachtsdekoration schon spätetens im November angebracht, so dass Annelie vor einem Weihnachtsbaum posieren kann, der uns vor allem wegen der für uns in Brasilien ungewohnten weihnachtlichen Temperaturen deplatziert vorkommt. Zum ersten Mal in meinem Leben stehe ich vor einem Termitenhaufen! Der Fernsehturm befindet sich an der höchstgelegenen Stelle der Avenida Monumental, die das Stadtzentrum durchzieht. Er kann nur bei gutem Wetter bestiegen werden, und wir haben das grosse Glück, noch vor dem sich ankündigenden Regen mit dem kostenlosen Lift nach oben gebracht zu werden.
Die im Jahr 2002 eingeweihte Juscelino Kubitschek-Brücke ist die dritte, die gebaut wurde, um den Stadkern mit dem Südlichen See verbinden zu können. Sie wird als eine der schönsten Brücken der Welt angesehen. Der Wachmann steht vor Präsident Lulas Haus, und wir lassen uns einfach neben ihm fotografieren. Zum Schluss noch einmal ein Bild der Kathedrale mit dem Glockenturm, für die 1968 vier Glocken aus Toledo (Spanien) losgeschickt worden sind, die jedoch nie angekommen sind.
Eigentlich hat es mich vor der Reise gar nicht so sehr nach Brasilia gezogen, sondern eher nach Rio, wohin die Reise am 19.11.2005 weitergeht. Im nachhinein ist der Besuch von Brasilia eines der herausragenden Ereignisse unseres “Brasilien-Abenteuers” gewesen.