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30/11/2020
Vorläufig zum letzten Mal wurden die ATP Finals in der Londoner O2-Arena ausgetragen. Und auch wenn der Event ohne Zuschauer über die Bühne gehen musste, brachte das Abschlussturnier herausragendes Tennis. Bereits in der Gruppenphase gab es packende und dramatische Spiele zu sehen, um die vier Halbfinalisten zu ermitteln.. In den Halbfinals kam es dann zu den Begegnungen zwischen Dominik Thiem und Novak Djokovic, sowie zwischen Daniil Medwedew und Raphael Nadal. Es winkte abermals ein grosses Finale zwischen Djokovic und Nadal...
Doch es sollte anders kommen. Nach zwei hochspannenden Halbfinals setzten sich nicht die beiden Routiniers durch. Es waren Thiem und Medwedew, welche in der entscheidenden Phase kühlen Kopf behielten und ihr bestes Tennis abrufen konnten. Dominic Thiem lag im entscheidenden Tie-Break des 3. Satzes mit 0:4 zurück, konnte dann jedoch 6 Punkte in Serie für sich verbuchen und das Tie-Break letztlich mit 7:5 für sich entscheiden. Medwedew verlor gegen Nadal den Startsatz, konnte den zweiten im Tie-Break knapp für sich entscheiden und war dann im 3. Satz der überlegene Spieler.
Schon seit etlichen Jahren wird von der "next generation" gesprochen, welche das Ruder übernehmen und Djokovic, Nadal und Federer an der Spitze ablösen würde. Doch bei den Grossturnieren zeigte sich dann jeweils ein anderes Bild. Am Schluss des Turniers stemmte jeweils einer der "Big Three" die Trophäe in die Höhe. Die Top-Spieler der "Next Generation" deuteten zwar das Potential immer wieder an, doch es fehlte im mentalen Bereich, um den letzten Schritt zu gehen. Zwar gewann Dominic Thiem kürzlich in New York sein erstes Grand-Slam-Turnier, doch Djokovic wurde disqualifiziert, Nadal und Federer waren gar nicht erst am Start.
Tennisgrössen der Vergangenheit wie John McEnroe und Boris Becker kritisierten gar die Einstellung der jüngeren Spieler. Sie seien zu bequem, zu wenig ambitioniert. Es fehle an Leidenschaft für den Sport, so die Vorwürfe.
Die kommende Saison darf mit grosser Spannung erwartet werden. Haben die jüngeren Spieler wie die beiden Finalisten mental aufgeholt, wie es in den Tagen in London den Anschein hatte oder war es nur eine Momentaufnahme und keine nachhaltige Veränderung?
In einem hochstehenden Finale setzte sich letztlich Daniil Medwedew mit 4:6, 7:6 und 6:4 durch und feierte damit seinen bisher grössten Erfolg.