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Gewichtszunahme durch Antidepressiva
In der Schweiz ist jede vierte bis fünfte Person irgendwann in ihrem Leben mit der Einnahme von Antidepressiva konfrontiert. Psychische Erkrankungen zeigen sich in sehr unterschiedlichen Ausprägungen und auch ihre Therapie ist sehr individuell. Idealerweise besteht eine Therapie aus einer Psychotherapie und schliesst, falls nötig Medikamente ein. Lebensstil-Anpassungen ergänzen die Therapie.
Antidepressiva haben - wie alle Medikamente - Nebenwirkungen. Eine mögliche Nebenwirkung, die sich bei einigen Antidepressiva zeigt, ist die unerwünschte Gewichtszunahme. Vor allem sedierende, das heisst beruhigende, Antidepressiva haben häufig diese Wirkung. Sie fördern einen passiven Lebensstil, was zu Bewegungsmangel und einem verminderten Energiebedarf führen kann. Das Sättigungsgefühl kann verzögert sein. Gewisse Medikamente entspannen das vegetative Nervensystem und steigern somit den Appetit. Es gibt aber auch Antidepressiva, die eine Antriebssteigerung auslösen. Das heisst, der Betroffene wird aktiver. Hinzu kommt, dass der Appetit vermindert wird und das resultiert dann in einem Gewichtsverlust.
Sobald Medikamente in der Psychotherapie zum Einsatz kommen, kann es kompliziert werden. Häufig reicht ein einzelnes Medikament nicht aus. Der Therapeut verschreibt dann mehrere Medikamente gleichzeitig, die aufeinander abgestimmt sind. Das ist kein leichtes Unterfangen, denn Antidepressiva neigen dazu, dass sie sich gegenseitig beeinflussen. Das kann bedeuten, dass sie sich gegenseitig verstärken oder hemmen. Dies wiederum kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Therapeut genau weiss, welche Medikamente Sie einnehmen. Auch solche, die nichts mit der Therapie zu tun haben. Es gibt sogar gewisse Lebensmittel, wie Grapefruit, Broccoli oder Rosenkohl, die die Wirkung von Antidepressiva verstärken oder hemmen können. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Therapeuten darauf an, auf was Sie achten müssen.
Wenn Sie unerwünscht an Gewicht zulegen, dann sprechen Sie das Thema ebenfalls an. Eventuell ist es möglich, durch geschicktes Kombinieren verschiedener Medikamente, die Effekte zu mindern, die zu einer Gewichtszunahme führen. Es kann aber auch aufgrund der Komplexität sein, dass dem nicht so ist. Dann können Sie sich Hilfe bei einer Ernährungsberatung suchen. Hier finden Sie dipl. ErnährungsberaterInnen in Ihrer Region, die via Ihrer Grundversicherung der Krankenkasse abrechnen können. Denken Sie daran, Psychopharmaka können zwar Nebenwirkungen haben, aber sie sind im Alltag auch eine grosse Hilfe.