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Wettbewerb Lausanne-Dorigny: «Leben im Kollektiv»
Rast Architekten gewinnen den Projektwettbewerb für das Dorigny-Quartier im Westen Lausannes. Rudolf Rast beantwortet unsere drei Fragen.
Rast Architekten aus Bern gewinnen den städtebaulichen Projektwettbewerb für das Dorigny-Quartier im Westen Lausannes. Rudolf Rast beantwortet unsere drei Fragen.
1. Was ist die «Erfindung» am Siegerprojekt ?
Wie es das Wort bereits sagt, steht es für «er-finden». «Er» steht für uns, das heisst die Verfasser des Wettbewerbes, und «finden» steht für das Leben im Kollektiv - für den gemeinsamen Ort des Zusammenlebens. Im klassischen Quartier bedeutet dies: hohe bauliche Dichte bei gleichzeitig starker Durchmischung. Ein Fächer urbaner Funktionen, die das individuelle und gemeinsame Leben zu einer hohen Erlebnisdichte steigern. Negativ ausgedrückt: Nicht in Monokulturen, wie das heute zum Standard geworden ist, zum Beispiel in Einfamilienhausquartieren oder in verdichteten Wohnblöcken, die keine andere Nutzungen zulassen. Oder in reinen Bürolandschaften, die wiederum als Monokulturen veröden. Oder in isolierten Einkaufszentren auf der Grünen Wiese. Positiv ausgedrückt: Die «Er-findung» bei «En Dorigny» liegt in der bunten Durchmischung von Wohnen, Arbeiten, Einkauf, Kita, Schulen, Restaurants, Bars, Spiel-, Sport- und Erholungsflächen. Alles am gleichen Ort, im gleichen Quartier. Und selbstverständlich erschlossen durch den öffentlichen Verkehr der Stadt mittels Bus und Metrostation.
2. Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Die Morphologie übernimmt den Massstab der grossen Nachbarquartiere Bourdonette 1 und 2, die als reine Wohnquartiere gebaut sind. Ein neuer übergeordneter Grünzug dient als Verlängerung des bestehenden Waldes, der dereinst bis zum See weitergeführt werden soll. Der offene Landschaftszug dient als Abgrenzung zu den bestehenden Quartieren und verhindert, dass die einzelnen Grossüberbauungen zu einem Agglomerationsbrei verkommen. Das übergeordnete Grün wird zu einer Parklandschaft ausgestaltet, in der Erholungszonen, Spiel-, Sport- und Wasserflächen liegen. Somit kommt der Grünfläche nicht nur die Rolle der Siedlungsgliederung zu. Die Erholungsflächen werden zum Bindeglied, zum gemeinsamem Ort der Begegnung der angrenzenden Quartiere. Dadurch bewahren die Wohninseln ihre Erkennbarkeit mit eigener Identität.
3. Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Alles auf einen Nenner zu bringen! Die soziale Durchmischung, die Orientierung im Quartier, die Belebung der Aussenräume, den Standortvorteil Fernsicht, die Besonnung, den Strassenlärm, den Anlieferverkehr für Einkaufszentrum und Showrooms und die Verpflichtung zu aufwendigerer Bauweise infolge der mehrschichtigen Nutzungsüberlagerung.
Erweiterung des Quartier Dorigny, Lausanne-West
Städtebaulicher Projektwettbewerb mit 10 Teilnehmenden für die Gemeinde Chavannes-près-
Renens.
– 1. Rang: Rast Architekten, Bern
– 2. Rang: Nicolas Reymond, Paris
– 3. Rang: Valérie Hoffmeyer, Landschaftsarchitekt, Genf
– 4. Rang: Lopes & Périnet-Marquet Architekten, Genf
– 5. Rang: Envar, Nyon