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Wir verlassen Schenkenzell (365 m) und folgen der kleinen Kinzig.
Bauernhof beim Gallenbächle
Kloster Wittichen
Das Kloster Wittichen wurde 1324 durch die selige Liutgard als Terziarinnenklause gegründet. 1325 bezogen 34 Klarissen das neu errichtete Kloster. 1402 wurde es zur Abtei erhoben. Um 1500 erwarben die Grafen von Fürstenberg die Schirmherrschaft mit Vogteirechten über das Kloster. 1663-1681: Wiederaufbau des Klosters nach einem Brand. 1802 Aufhebung des Klosters durch die Fürsten von Fürstenberg. 1858 Abbruch der Klostergebäude mit Ausnahme der Kirche und des langen Baus.
Im ehemaligen Klosterstall wurde ein Museum eingerichtet (seit 1992). Dieses ist heute ein denkmalgeschütztes, schmuckes Fachwerkhaus.
Der "Lange Bau" wurde bei der Renovierung 1979/80, nachdem es der Fürst durch einen Schenkungsvertrag der Kirchengemeinde überantwortet hatte, zu einer Pfarrerwohnung mit Gemeindesaal umgebaut. Geblieben ist das Pfarrzentrum im unteren Geschoss. Leer stehen im mittleren Geschoss zwei große Wohnungen, die einst vom Pfarrer und seiner Haushälterin beansprucht wurden. Sie werden nicht mehr gebraucht.
Am Altar steht links der Hl. Franz von Assisi und rechts die selige Luitgard von Wittichen mit der Monstranz. Bild durch Anklicken vergrössern.
Das Bild am Grab der Gründerin zeigt sie unter dem Kreuz. Jesus spricht zu ihr (Schriftband): "Luitgard, hier sollst du mir ein Haus bauen."
Im kleinen Bild (lässt sich mit Mausklick vergrössern) ist eine Reliquie der seligen Luitgard zu sehen.
Maria und Jesus, Johannes und Maria Magdalena, erweiterte Pietà in der Klosterkirche
Nach dem Kloster Wittichen (465 m) führt der Jakobsweg weiter bergauf und an diesem Bauernhof vorbei.
Danach geht es im Wald sehr steil auf 805 m bergauf!
Auf der Höhe angelangt, geht es einigermassen eben nach St. Roman.
Teufelsstein
Ein Buntsandsteinklotz von etwa 6m3 Inhalt auf dem Sattel zwischen Allmendhöhe und Weberhöhe (Naturdenkmal).
Um ihn rankt sich folgende Sage: Als das St. Romaner Wallfahrtskirchle erbaut wurde, erboste dies den Teufel derart, dass er den Bau mit einem grossen Stein zusammenwerfen wollte. Da kam der Herrgott vorbei und bezeichnete den Stein mit zwei Kreuzen. Obwohl sich der Teufel, wie noch heute an seinen Fingerabdrücken sichtbar, alle Mühe gab, konnte er den Stein nicht mehr hochheben.
Sankt Roman kommt in Sichtweite.
Das Bergdorf St. Roman ist ein Wallfahrtsort. Dem Kirchenpatron St. Roman wird nachgesagt, heiratswilligen Mädchen beim Finden eines Mannes helfen zu können. So zog es schon immer viele junge und auch ältere Mädchen am 9. August, dem Patrozinium, in die kleine Bergkirche. Sie alle vertrauten auf die Richtigkeit des alten Wallfahrerspruchs: „Suchst Du einen Mann, wallfahr nach St. Roman.“ Die jetzige Kirche wurde 1922 umgebaut und erweitert, der Turm datiert von 1902. Ältestes Bauteil ist ein gotisches Sakramentshäuschen von 1841. An der Kirchendecke sind die Hofzeichen der St. Romaner Bauern angebracht, die beim Bau durch Mitarbeit und Spanndienste geholfen haben. Den theologischen Lexika zufolge gibt es 5-6 Heilige mit dem Namen Romanus. In St. Roman wird der Märtyrer verehrt, der in der Christenverfolgung durch Kaiser Valerian im Jahr 258 in Rom enthauptet wurde. Bilder zeigen Romanus meist als Soldaten mit Lanze und Schild. Dazu trägt er einen Palmwedel als Symbol und ein Schwert als Werkzeug seines Martyriums.
Nach dem Abstieg überqueren wir die Kinzig, gehen auf die andere Talseite und steigen zur Jakobskapelle auf.
Jakobskapelle
Die Jakobskapelle mit dem daneben stehenden Sakristanenhaus liegt im Wald am Hang vor Wolfach. Seit vielen Jahrhunderten ist die Kapelle ein viel besuchter Anziehungspunkt für Wallfahrer. Ein Stationenweg führt hinauf. Am Jakobstag herrscht hier Hochbetrieb. Über die Entstehung des Wallfahrtsorts gibt es eine Legende: Im Spätmittelalter wurde beim Fällen eines Baumes eine Holzstatue entdeckt, die noch heute in der Kirche zu sehen ist. Daraufhin wurde von einem Einsiedler namens Conrad von Kalbs 1433 eine Kapelle an der Fundstelle der Holzstatue errichtet. Um 1540 wurde die Kapelle in den Wirren der Reformation zerstört. Über 100 Jahre hat es gedauert, bis sie 1660 wieder neu errichtet wurde. Die Einweihung fand am Jakobstag 1664 statt.
Das nach den Reformationswirren verschollene alte Gnadenbild wurde bald danach in einem Brunnen wieder entdeckt. Schon im Jahr der Weihe, 1664, entstand eine Bruderschaft zum heiligen Apostel Jakobus. Der Zweck der Bruderschaft war, «für die in Todesnöthen liegenden Brüder und Schwestern» um einen guten Tod zu beten. Schon 1680 hat man die Kapelle abgerissen und durch eine noch grössere ersetzt. Diese wurde 1685 geweiht. Jakobus ist an der Kapelle dreifach dargestellt: auf dem Kreuz der Turmspitze, an der Aussenfassade über einer Art Kanzel über einem rundbogigen Portal, schliesslich in der Mitte des Altars.
Durch den Wald geht es am Jakobusweg bergab nach Wolfach.
Wir erreichen Wolfach. In der Hauptstrasse am Brunnen steht eine Nepomukstatue.
Unsere "Pilgerherberge", der Gasthof Hecht.
Hauptstrasse mit Rathaus
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