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Indiens Luftwaffenchef Norman Browne hält nicht viel von der einheimischen Industrie. Deshalb drängt er seinen Verteidigungsminister, weiter kräftig in der Schweiz bei Pilatus einzukaufen.
Ein fünseitiger Brief von Indiens Luftwaffenchef Norman Anil Kumar Browne an Verteidigungsminister Arackaparambil Kurien Antony sorgt bei der einheimischen Rüstungslobby für rote Köpfe. Darin fordert Browne unverblümt 106 weitere PC-7 Mark II Trainingsflugzeuge der Stanser Flugzeugwerke - dies zu den bereits georderten 75 Flugzeugen im Wert von 640 Millionen Dollar.
Affront für einheimische Industrie
Mit seinem Brief, der detailliert die finanziellen Nachteile einer inländischen Lösung auflistet, stösst Luftwaffenchef Browne die eigene Rüstungsindustrie vor den Kopf. Die halbstaatliche Hindustan Aeronautics Ltd (HAL) wirbt seit langer Zeit um diesen Auftrag und verspricht, dem Staat ein viel besseres Angebot als die Schweizer unterbreiten zu können.
Die einheimische Presse hinterfragt die Aktion von Luftwaffenschef Browne. So macht der «Business Standard» darauf aufmerksam, dass Pilatus nur für die nächsten 38 Flieger einen fixen Preis mit den Indern abgemacht habe, die restlichen 68 PC-7 aber neu verhandelt würden. Auch die Unterhaltskosten seien nicht absehbar, meint das Blatt.
Massive Probleme
Schlecht für die einheimische Konkurrenz HAL ist, dass die Firma in der Vergangenheit mehrmals mit grossen Ankündigungen glänzte, danach aber mehrfach mit Verspätungen und massiven Produktemängeln aufwartete.
Hinzu kommt, dass Indiens Verteidigungsministerium in einem Entscheid von 2010 festhielt, dass weitere PC-7 gekauft würden, falls der Konkurrenz-Prototyp von HAL nicht flog, bis der erste Pilatus in Indien angekommen sei.
Heute sind laut «Business Standard» bereits 14 PC-7 in Indien im Einsatz. Am 8. Juli begann die indische Luftwaffe mit der Ausbildung der ersten Piloten am Pilatus-Flieger.