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Inhalt
Haben Sie sich schon einmal gewünscht, nach Neuseeland auszuwandern?
Die Mutter der Autorin - hier dargestellt von Hannah, welche dann aber irgendwann einen anderen Lebensweg einschlägt - hat es getan, damals, als die Welt noch nicht ganz rund war. Oder, wie sie es selbst bezeichnete, damals, als Neuseeland nicht auf der anderen Seite der Welt lag, sondern hinter dem Mond.
Die Grossmutter der Autorin hat die Briefe, die ihre Tochter, welche Mitte 1960er Jahre in eben dieses Land hinter dem Mond auswanderte, nach Hause geschrieben hat, aufbewahrt. Sie erzählen von der langen Überfahrt (ja, mit dem Schiff!) und der Begegnung mit dem unbekannten Auswanderungsland. Mit der Figur der Hannah zeichnet die Autorin den Lebensweg einer jungen Auswanderin nach, geschickt werden dabei die leicht bearbeiteten Originalbriefe mit der Geschichte um ein geheimes Projekt über die Ausbeutung von Bodenschätzen in einem Naturschutzgebiet verwoben.
Esme, die Nichte von Hannah, möchte das spurlose Verschwinden ihrer Tante aufklären. Sie reist nach Neuseeland, im Reisegepäck die Brief von Hannah, welche diese vor ihrem Untertauchen nach Hause gesandt hat. Dort angekommen, trifft sie auf Emma und Joseph, die einem Umweltsünder auf der Fährte sind, der die vielfältigen Bodenschätze Neuseelands ausgerechnet in einem Nationalpark abbauen möchte. Die Regierung wäre nicht abgeneigt, damit den Staatshaushalt sanieren zu können, meint er. Warum gerade Hannah ihnen helfen kann und was die verhärmte Biologie-Professorin Martha Bishop mit der ganzen Sache zu tun hat, erfahren Sie im vorliegenden Buch.
Die in sich abgeschlossene Fortsetzung des Romans "Engel im Garten".
Wer die Geschichte um Hannahs Auswanderung anhand der Original-Briefe, die sie nach Hause gesandt hat, lesen möchte - samt Fotos von der Reise und der ersten Zeit in Neuseeland - der wird auf der Website www.ninetymiles.ch fündig: Durch den Panama-Canal.
Hintergrund und Idee der Geschichte:
- Wissen Sie, dass in der Realität tatsächlich Pläne der momentanen Neuseeländischen Regierung bestehen, in den berühmten Nationalparks Bodenschätze abzubauen? Namentlich genannt worden sind der Papamoa Nationalpark und geschützte Gebiete auf der Coromandel Peninsula (dort wurde in der Vergangenheit viel Gold abgebaut, aber es hat noch immer Goldreserven, und um an diese heranzukommen, würde man nicht wie früher kleine Höhlen in die Berge graben, sondern im Tagbau fördern, was eine bare Verwüstung des lieblichen Landschaftsbildes zur Folge hätte).
- Die im Roman verwendeten Briefe existieren in meiner Familie tatsächlich (Durch den Panama-Canal), sie erfuhren nur eine leichte Bearbeitung, die Namen der Personen wurden selbstverständlich verändert, doch der Stil und der Inhalt belassen. Vor einigen Jahren hat mir meine Grossmutter mütterlicherseits die Briefe gegeben, die sie all die Jahre aufgehoben hatte, sie sind fast vollständig erhalten. Wie die Weltanschauung und das Weltwissen einer interessierten, neugierigen jungen Frau in den 1960er Jahren aussah, wird gut ersichtlich - und birgt viele Aha-Effekte für die Leserschaft. Auch der Alltag lässt sich erahnen, hüben, wie drüben.
Eine solche Auswanderung in ein Land, das man noch nie gesehen hatte und von dem man kaum etwas wusste, war ein grosses Wagnis, meist war es für immer, man sah die seinen oft viele, viele Jahre nicht mehr wieder. Da blieb nur der gute, alte Brief (Telefon war noch nicht so weit in den Alltag hineingedrungen, ausserdem kostete ein Ferngespräch ein Vermögen). Auch die (Schiffs-) Reise selbst, die auch damals noch mehrere Wochen dauerte, war voller Abenteuer - wer kann schon von sich sagen, dass sie/er schon einmal durch den grossartigen Panama-Kanal gefahren ist? Die Briefe sind Zeitzeugen, vielleicht unspektakulär, aber nichts desto trotz sehr informativ, und ich bin froh, dass sie uns erhalten geblieben sind, sie sind ein kleiner Schatz.