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Pfarrkirche St. Agatha
Geschichtliches
Wann in Zeiningen das erste Gotteshaus errichtet wurde, ist nicht bekannt. Während des dreissigjährigen Krieges hatte Zeiningen, wie das ganze damals noch österreichische Fricktal, viel zu leiden.
Ein Bericht aus dem Jahre 1634 gibt in lateinischer Sprache Aufschluss, dass die Kirche zerstört, der Turm mit der Sakristei verbrannt und die Glocken ausgebrannt waren und der Hochaltar ganz demoliert war. Das Pfarrhaus war teilweise zerstört und die Friedhofmauer ruiniert.
Mit Kriegsende kamen 1648 auch für Zeiningen wieder ruhigere Zeiten. Die Gläubigen bemühten sich, Dorf und Kirche wieder instand zu stellen. In einem ebenfalls in Latein verfassten Bericht des Jahres 1692 steht, dass die heilige Agatha die Patronin der Kirche ist. St. Agatha gilt auch als Schutzpatronin der Feuerwehren und ebenso als Schutzpatronin der Malteser, der Armen und Hirtinnen und der Stadt Catania auf Sizilien.
Diverse Berichte zeigen uns, dass schon vor nahezu drei Jahrhunderten Gotteshaus und Gottesdienst wohlgeordnet waren. Einzelne Gegenstände sind uns bis heute erhalten geblieben, nämlich die zwei Messkelche in vergoldetem Silber und der Zinnkelch. Letzterer findet noch Verwendung zur Weinspendung am Johannestag. Das Kreuz dürfte das spätmittelalterliche stilgerecht erneuerte Kruzifix sein, das jeweils am Karfreitag enthüllt wird.
Der Kirchenraum war damals bedeutend kleiner als das heutige Gotteshaus. Der Turm stand in der Mitte der Ostseite und barg in seinem untersten Teil den Chorraum mit dem Hochalter.
Der alte Turm blieb stehen bis zu Renovation von 1930, wo er dem Erweiterungsbau weichen musste.
Jahre später folgten weitere Renovationen, zum Beispiel 1966 unter anderem eine dringende Dachrenovation an Kirche und Pfarrhaus.
Eine weitere Überholung beinhaltete die Sanierung der Aussenfassade der Kirche, sowie eine umfassende Innenreinigung. Diese Arbeiten wurden im Dezember 2021 beendet.
Orgel
Wann die erste Orgel in unserer Kirche erstellt wurde, kann leider nicht festgestellt werden, doch aus dem Protokoll der Kirchgemeinde ist ersichtlich, dass es wohl um 1871 sein musste.
Laut Herrn Orgelbauer Albiez aus Waldshut wurde die Orgel untersucht und er kam zu folgendem Antrag:
“Die Orgel ist nicht gerade ein vorzügliches Werk, kann aber doch eine ziemlich gut Orgel werden, wenn an derselben einige Ergänzungen angebracht werden.
Eine Reparatur ist aber unumgänglich notwendig. Von 13 Registern ist kein einziges mehr in Ordnung, eines ist total unbrauchbar. Viele Tasten geben keinen Ton mehr an und die ganze Orgel ist verstimmt und unharmonisch, dass es rein unmöglich ist den Gesang gehörig zu Leiten. Herr Orgelbauer Albiez, der auch die Orgel in Möhlin gemacht hat und die besten Empfehlungen hat, würde das Werk nach Bedürfnis reparieren und dann gut stimmen. Die Kosten hierfür wurden auf ungefähr Fr. 600.00 angegeben. Die 500 alten Franken, die früher schon für die Orgel bestimmt waren, würden also hinreichen, um die so notwendige Reparatur zu vollenden.”
Die Kirchenpflege stellte in diesem Sinne Antrag und die Versammlung stimmte diskussionslos zu.
Im Mai 1922 schloss die Kirchgemeinde einen Vertrag ab mit der Firma Th. Kuhn, Orgelbau, Männedorf. Diese lieferte eine neue Orgel mit 11 klingenden Registern. Was von der alten Orgel noch brauchbar war, wurde verwendet und das Werk wurde so gestaltet, dass eine spätere Erweiterung möglich blieb. Am 12. November 1922 konnte dann die neue Orgel eingeweiht werden.
Dieses Instrument wurde 1930 abmontiert, nach Erstellung des erweiterten Kirchenraumes wieder eingebaut und mit fünf neuen Registern versehen.
Bei der Planung der Kirchenrenovation stellte sich erneut die Orgelfrage. Etliche Holzpfeifen litten unter Wurmbefall. Die vorhandenen, noch gesunden Teile stammten aus verschiedenen Bauzeiten und konnten bei einem zweckmässigen Umbau nicht restlos Verwendung finden. Zudem passte der bisherige Orgelprospekt nicht mehr in eine stilgerecht renovierte Barockkirche.
Der Musikdirektor Egon Schwarb aus Wettingen, gab an der Kirchgemeinde vom 19. Mai 1972 Aufschluss und beantragte den Bau einer neuen Orgel. Dieser Vorschlag fand die Zustimmung der Kirchgemeinde.
Die Kirchenpflege und die Baukommission beschliessen die Firma Metzler, Orgelbau Dietikon um eine Offerte zu ersuchen. Das Gehäuse wird vom Orgelbauer passend zum Stil der Kirche gezeichnet und ausgeführt.
Die Orgelabnahme und Orgelweihe fand am Sonntag, den 9. November 1975 statt.