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Wie Weihnachten nach Japan kam
Weihnachten wird heutzutage selbst in Ländern gefeiert, wo das Christentum keine tiefen Wurzeln geschlagen hat. Die Globalisierung und die damit einhergehende Vermarktung weihnachtlicher Geborgenheit macht es möglich. Auch in Japan, wo nicht einmal 1 Prozent Christen leben, hat das heilige Fest seit Jahrzehnten einen festen Platz.
Der 23. Dezember, der Geburtstag des aktuellen Kaisers, ist ein nationaler Feiertag. Heiligabend bietet sich daher auch für die Japaner als ein idealer Tag für ein Fest am Ende des Jahres an. Doch wie genau gelangte dieser christliche Brauch in ein Land von Buddhisten und Shintoisten?
Das Christentum kam Mitte des 16. Jahrhundert durch portugiesische Missionare, darunter Francix Xavier, in die Hafenstadt Nagasaki. Seine schnelle Verbreitung wurde jedoch alsbald durch den Feldherren und Landeseiniger Toyotomi Hideyoshi und später durch die Herrschaft des Tokugawa-Clans, der bis 1868 Japan mit einer Isolationspolitik regierte, unterbunden. Die japanischen Christen wurden gezwungen ihrem Glauben abzuschwören. Lediglich eine kleine Gruppe praktizierte im Versteckten ihre Religion weiter.
Erste Erfahrungen
Erst mit der Öffnung und der Modernisierung des Landes ab 1868 wurde auch die Religionsfreiheit eingeführt. Es war die reiche und gebildete Schicht der Japaner, die Ende des 19. Jahrhunderts erstmals mit der europäischen Weihnachtskultur in Berührung kamen, indem sie in Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien zu Studienzwecken verweilten oder mit Ausländern in Japan verkehrten.
Bereits zu dieser Zeit wussten erste japanische Händler den Weihnachtsbrauch zu kommerziellen Zwecken zu nutzen. Die damals entstehende Presse machte schliesslich die westliche Tradition einem grösseren Publikum bekannt. Mit der Militarisierung des Landes und dem Zweiten Weltkrieg verschwand jedoch Weihnachten aus dem japanischen Alltag. Zu sehr wurde es mit dem Feind in Verbindung gebracht.
Der Kommerz steht im Vordergrund
Erst die amerikanische Besatzung kombiniert mit der Hochwachstumsphase ab den 1960er-Jahren etablierte Weihnachten vollends als feierlichen Tag. Der Kommerz steht dabei im Vordergrund. Einen traditionellen Ablauf für diesen Tag gibt es nicht. So nutzen die jungen Japaner den 24. Dezember für einen romantischen Abend mit dem Partner. Schmucke Restaurants und Hotelzimmer sind zu dieser Zeit restlos ausgebucht. Ähnlich wie der Valentinstag eignet sich Heiligabend auch dazu seine Liebesgefühle zu offenbaren. Eine romantische Einladung für jenen Tag hat in Japan daher eine tiefere Bedeutung.
Familien mit Kindern nutzen die Weihnachtszeit zum gemütlichen familiären Zusammensein. Ein gemeinsames Essen bei Kentucky Fried Chicken gehört für viele zur alljährlich wiederkehrenden Gewohnheit. KFC generiert alleine im Dezember 20 Prozent des Gesamtumsatzes (Asienspiegel berichtete). Es ist ein Brauch, der sich in den 1970ern etabliert hatte. Auch der der Kauf eines Weihnachtskuchens mit Schlagsahne und Erdbeeren beim Konditor gehört ins Programm einer Familie.
Neujahr als wichtigeres Fest
Das Neujahrsfest hingegen ähnelt mehr dem westlichen Konzept einer Weihnachtsfeier. Dann verbringen die allermeisten Japaner einen beschaulichen Abend im Rahmen der Familie, dem gewöhnlich ein Tempel- oder Schreinbesuch folgt.
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