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Die westafrikanische Ebolaepidemie von 2014–2015 war eine beispiellose medizinische und politische Notlage, die kein sehr schmeichelhaftes Licht auf zahlreiche Aspekte der staatlichen und internationalen Reaktion wirft. Anstatt vernünftiger Planung scheint Angst viele Entscheidungen auf Bevölkerungs- und Führungsebene bestimmt zu haben, wodurch der Nothilfeeinsatz so ungleich ausfiel, wie er beispiellos war: Ganze Bevölkerungsgruppen wurden ausgelöscht, Impfungen wurden im Schnellverfahren getestet, medizinisches Personal starb, ungetestete Arzneimittel wurden auf kontroverse Weise eingesetzt (oder nicht eingesetzt), Mitarbeitende von humanitären Organisationen wurden zur Zwangsisolation nach Hause geschickt und das Militär zu mitunter verstörenden Zwecken aufgeboten.
«Politics of Fear» ist eine dokumentarische Primärquelle über die Erfahrungen der Ebolaepidemie und die Erkenntnisse daraus. Mit elf je einem Thema gewidmeten Kapiteln und vier Zeugenvignetten mit Beiträgen von Autor:innen, die teils Mitglieder von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) sind und alle Forschungszugang zu den MSF-Ebola-Archiven aus Guinea, Sierra Leone und Liberia erhielten, verfolgt das Werk das Ziel, einen unpolitischen Bericht über die bedeutendste Gesundheitskrise des bisherigen 21. Jahrhunderts zu liefern, der, so die Hoffnung, als Wegweiser für die aktuelle Meinungsbildung und künftige Nothilfeeinsätze dienen soll.