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Interpersonale Dynamik in Arbeitsbeziehungen bei Menschen mit psychischen Auffälligkeiten
Eine explorative Untersuchung der beruflichen Exklusion aus Sicht der Betroffenen
Bei Menschen mit psychischen Auffälligkeiten besteht ein erhöhtes Risiko, aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu werden. Dies wird durch den Anstieg der IV-Renten aufgrund psychischer Probleme gegenüber anderen Ursachen deutlich. Forschungsberichte weisen darauf hin, dass die problematische zwischenmenschliche Dynamik am Arbeitsplatz als erstes erkennbar ist und als Früherkennungsmerkmal für präventive Interventionsstrategien dienen kann. In der vorliegenden Arbeit wird die interpersonale Dynamik am Arbeitsplatz auf ihre exklusionsförderliche Wirkung hin untersucht. Den Ausgangspunkt der qualitativen Forschung bilden Theorien zum Thema Inklusion/Exklusion, soziale Konflikte und Probleme und Modelle zur Definition psychischer Gesundheit bzw. Krankheit sowie umfassende Forschungsergebnisse zum Thema psychische Krankheit und Integration in Arbeit. In einer explorativen Untersuchung wurden Betroffene retrospektiv auf ihre Erfahrungen mit interpersonalen Prozessen in Arbeitsbeziehungen, typischen Verläufen, die zu Exklusion führen, und inklusionsförderlichem Verhalten befragt. Die Ergebnisse der Analyse des Fachdiskurses im Vergleich zu den erhobenen Daten machen sichtbar, dass sich Parallelen im Verhalten zwischen den Mitarbeitenden und Vorgesetzten und den Betroffenen zeigen. Die Probleme werden eher ignoriert, Involvierte tendieren zum Kontaktabbruch und Rückzug oder bauen Leistungsdruck auf. Die Konzepte der Stigmatisierung und Selbststigmatisierung kristallisieren sich als zentrale Problemdimensionen in interpersonalen Prozessen heraus. Wenn es in der Folge darum geht, Exklusionprozesse nachhaltig zu verhindern, zeigen sich Massnahmen als besonders wertvoll, welche auf die Entstigmatisierung zielen und sich in gleichen Teilen auf die Unterstützung Betroffener, sowie deren Arbeitsumfeld richten.