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Die Diagnose mesenteriale Venenthrombose (MVT) kann gestellt werden, wenn ein Blutgerinnsel in der Vena mesenterica superior oder Vena mesenterica inferior detektiert wird. Diese Venen drainieren praktische den gesamten Intestinaltrakt, die obere Mesenterialvene sämtliche Abschnitte vom Jejunum bis zum Colon transversum, die untere Mesenterialvene das Colon descendens und den Enddarm. In schweren Fällen kann aus einer MVT eine lebensbedrohliche intestinale Ischämie resultieren. Die Behandlung erfolgt entweder als perkutane Thrombolyse oder chirurgische Thrombektomie. Für die akute MVT beträgt die Mortalität etwa 30%.
Je nach Grad der Obstruktion des venösen Abflusses kann eine MVT zu einer signifikanten Reduktion der Durchblutung des zugehörigen Darmabschnittes führen. Nur dann wird die MVT symptomatisch. Eine geringgradige Verminderung der Drainage provoziert meist keinerlei Symptome und wird manchmal zufällig entdeckt, wenn eine Computer- oder Magnetresonanztomographie des Abdomens realisiert wird [1].
Wie bereits angedeutet, resultieren Beschwerden im Zusammenhang mit einer MVT aus einer intestinalen Ischämie. Betroffene klagen zumeist über abdominelle Schmerzen, die nur schlecht zu lokalisieren sind. Bei fulminantem Verlauf sind die Schmerzen sehr intensiv [2] und es kommt bald zu einer deutlichen Reduktion des Allgemeinbefindens, der Symptome einer Sepsis folgen können: hohes Fieber, Tachykardie, Tachypnoe, Übelkeit und Erbrechen, und schließlich Bewusstseinstrübungen, Blutdruckabfall und Schock.
Darüber hinaus und bei chronischem Verlauf sind spezifische Symptome nicht zu erwarten. Falls eine allgemeine Neigung zur Thrombenbildung besteht, treten eventuell weitere Symptome auf, die sich aus dem Verschluss anderer Gefäße ergeben.
Eine Prädisposition zur MVT kann sich aus systemischen Pathologien ergeben, die mit einer Thrombophilie einhergehen. Dazu zählen hereditäre und erworbene Konditionen wie ein Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel und angeborener Antithrombin-III-Mangel, aber auch eine Leberinsuffizienz, myeloproliferative Erkrankung, die Einnahme oraler Verhütungsmittel [3] oder eine Schwangerschaft. Häufiger tritt die MVT allerdings im Zusammenhang mit lokalen Prozessen auf. So besteht bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen und jenen, die sich einer Abdominalchirurgie unterzogen oder ein Trauma erlitten haben, ein erhöhtes Risiko auf diese Form der Thrombose. Weiterhin ist das Budd-Chiari als Risikofaktor für die MVT zu nennen [4]. Entsprechend ist in der Anamnese nach einer möglichen Vorbelastung zu fragen.
Zur Bestätigung der Diagnose muss der Thrombus in der Mesenterialvene dargestellt werden. Methode der Wahl ist diesbezüglich die Computertomographie [5]. Ist trotz starken Verdachts in nativen Aufnahmen eine MVT nicht zu erkennen, kann mit Kontrastmittel intravenös appliziert werden. So sollte sich ein Füllungsdefekt gut visualisieren lassen. In den Aufnahmen ist zudem auf den Zustand des abhängigen Darmabschnittes zu achten. Dieses Vorhaben kann erleichtert werden, indem der Kontrast weiter erhöht wird, etwa über einen Kontrastmitteleinlauf. Ein solches Vorgehen bietet sich an, wenn die von der Vena mesenterica inferior drainierten, distalen Darmbereiche beurteilt werden sollen. Die ischämische Darmwand ist oft verdickt, aber eine normale Wandstärke schließt eine Minderversorgung mit Blut und eine venöse Stase nicht aus. Die Präsenz von Gas in der Darmwand weist auf eine Nekrose hin, die das Eindringen von gasbildenden Bakterien in die sonst impermeablen Wandschichten ermöglicht. In solchen Fällen lassen sich zuweilen auch in den Mesenterialvenen oder der Pfortader Gasbläschen erkennen. Die frühzeitige Diagnose der intestinalen Ischämie ist essenziell für das Überleben des Patienten [6].