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Die höheren Produktionskosten und weitere Wettbewerbsnachteile ergeben sich zum Teil aus den Strukturen in der europäischen Landwirtschaft. Zu nennen sind insbesondere die kleinen Betriebe und die allgemeinen Standortbedingungen der Landwirtschaft wie deren Eingebundenheit in einen ländlichen Raum, dörfliche Strukturen, enge Straßen und gewachsene Fluren. Dies führt zu einer Begrenzung der Grösse der einsetzbaren Maschinen und damit zu höheren Kosten. Weitere Wettbewerbsnachteile sind das höhere Einkommens-, Lohn- und Sozialniveau in Europa sowie die verschiedenen europäischen Währungen gegenüber der Leitwährung für den Agrar-Welthandel, dem Dollar.
Kostennachteile der europäischen Landwirtschaft ergeben sich auch aus erhöhten Umweltauflagen, insbesondere bei Vorleistungen und Anlagen. Direkte ökologische Leistungen der Landwirtschaft werden durch gesonderte Beihilfen im Rahmen von Programmen für eine umweltgerechte Landwirtschaft abgegolten. In Österreich fand das diesbezügliche Programm (ÖPUL) eine relativ hohe Akzeptanz. Rund 90 % der Landwirte nahmen daran teil. Diese Zahl ist im Vergleich zu andern europäischen Ländern ungewöhnlich hoch.
Weltmarktpreise für EU-Produkte
Ende 1995 waren in der EU die Marktordnungen für Ackerbaukulturen (Getreide, Eiweißpflanzen, Ölsaaten, Hanf, Flachs, Baumwolle, Reis, Trockenfutter, Sämereien, Stärke) umgestellt. Die Preise für die entsprechenden Produkte lagen damit in der Nähe der Weltmarktpreise. Den Landwirten werden Einkommensbeihilfen ausbezahlt. In Bereichen, in denen die europäische Landwirtschaft produktionstechnisch wettbewerbsfähig ist (Blumen, gewisse Obst- und Gemüsesorten), sind keine Beihilfen mehr vorgesehen. Für bestimmte Obst- und Gemüsearten und -sorten sowie für Wein ist ein Interventionssystem zur Sicherung eines Mindestpreises vorgesehen.