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Seit geraumer Zeit halte ich Kontakt zu Nadine Heuberger, der Chief Program Development Officer bei Rochester-Bern Executive Programs. Sie ist seit längerem über meine Pläne, mich im Bereich Leadership und/oder General Management weiterzubilden, informiert. Ursprünglich hatte ich geplant, den CAS-Kurs im Juni 2023 zu beginnen. Doch dann wurde ich zum zweiten Mal schwanger und entschied, meine Pläne vorerst auf Eis zu legen.
Trotzdem blieb der Kontakt zu Nadine bestehen, und sie ermutigte mich, Optionen zu prüfen, um später in den laufenden Kurs einzusteigen. Ihre Ratschläge lauteten: kontinuierlich dranzubleiben, Schritt für Schritt vorzugehen und spontane Entscheidungen zu treffen.
Das erste Modul fand im Juni 2023 statt, zu dieser Zeit hatte meine Ärztin mir dringend geraten, mich zu schonen, und ich trug bereits einen deutlichen Babybauch. Daher erschien mir ein Einstieg zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll.
Ich behielt die Möglichkeit im Hinterkopf, beim zweiten Modul einzusteigen, wollte jedoch zunächst sehen, wie es meinem Baby und mir nach der Geburt gehen würde.
Viele Gedanken beschäftigten mich: Konnte ich das wirklich so kurz nach der Geburt schaffen? Ein Neugeborenes, ein älteres Kind, das im August in den Kindergarten startete, und eine völlig neue Familienorganisation? Wie sollte ich das Stillen des Neugeborenen bewerkstelligen und wie würde es mir körperlich ergehen? Konnte ich mich trotz Schlafmangels auf den Unterricht konzentrieren und persönlich davon profitieren? Würde ich das Gelernte später im Berufsleben anwenden können, auch wenn ich etwa acht Monate lang eine „Familienpause“ einlegte?
Ich erlebte eine problemlose Geburt, wodurch ich mich körperlich schnell wieder fit fühlte. Das Stillen des Babys klappte glücklicherweise von Anfang an reibungslos, und meine Tochter entwickelte sich prächtig.
Mitte Juli, etwa zwei Wochen vor Beginn des zweiten Moduls des CAS-Programms „Leadership & Inclusion,“ entschied ich mich, einzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt war meine Kleine gerade einmal 2,5 Wochen alt. Eine innere Stimme sagte mir: „Wenn nicht jetzt, wann dann? Es ist einen Versuch wert.“
Meine Mutter und mein Mann versicherten mir ihre Unterstützung, und so meldete ich mich definitiv an. Auch meine ältere Tochter konnte sich gut damit abfinden, dass sie den Kindergartenbeginn allein meisterte, während Mama wieder zur „Schule“ ging.
Damit mein voll gestilltes Baby während meiner Weiterbildung nicht hungern musste, bot meine Mutter an, mit uns nach Bern zu reisen. Während des Unterrichts würde sie sich um das Baby kümmern und es mir zum Stillen bringen. Rochester-Bern hat einen zusätzlichen Raum für uns reserviert, und die Universität Bern verfügte über FamilienzimmerEs gäbe sogar die Möglichkeit der Kinderbetreuung für ältere Kinder. In der Zwischenzeit kümmerte sich mein Mann zu Hause um unsere ältere Tochter.
Wir reisten am Vorabend des ersten Moduls nach Bern und mieteten eine Airbnb-Unterkunft. Es wäre zu stressig gewesen, am frühen Morgen von unserem Zuhause in der Nähe von Basel nach Bern zur Uni zu reisen. Auf diese Weise konnten wir uns auch sammeln und orientieren, bevor es losging. Ich war ein wenig nervös, ob alles wie geplant funktionieren würde.
Rochester Bern, vertreten durch Nadine Heuberger, sowie der Dozent Marco Furtner, Professor für Leadership & Entrepreneurship an der Universität Liechtenstein, die Gastredner/-innen und die anderen Teilnehmenden, nahmen uns herzlich auf. Wir waren positiv überrascht, wie freundlich und unkompliziert wir integriert wurden. Meine Mutter konnte sogar teilweise im Unterrichtsraum sein, wenn die Kleine schlief. So nahmen indirekt drei Generationen meiner Familie teil.
Wir erfuhren und lernten viel über Themen wie die „Big Five-Dimensionen“, „Selbstführung“, „Resilienz und Achtsamkeit“ sowie „effiziente Selbstorganisation“. Darüber hinaus erlebten wir spannende Gastvorträge zu Themen wie „Resilienz“ von Markus Reveney und Nadja Wertmüller sowie „Inklusion und Vielfaltsförderung im Schweizer Arbeitsmarkt“.
Eines meiner persönlichen Highlights war die Gelegenheit, den Ausführungen des Schweizer Extrembergsteigers Dani Arnold zu den Parallelen zwischen seinem Sport und Führung zu folgen.
Mein Einstieg in das CAS-Programm „Leadership & Inclusion“ verlief rundum erfolgreich. Mit unserer Teilnahme unterstützen wir zudem aktiv das Thema der Diversität. Ein herzliches Dankeschön an die Rochester Bern, Nadine Heuberger, meine Mutter und meinen Mann, dass sie dies zusammen mit mir möglich machen. Ich freue mich bereits und bin gespannt auf das nächste Modul mit dem Schwerpunkt „Diversität und Inklusion fördern: Individuelle Chancengleichheit“.
Übrigens, ich bin weder eine Multitaskerin, Workaholic noch eine Superfrau, die alles miteinander vereinbaren kann. Nach der Geburt meiner ersten Tochter hätte ich mir ein solches Vorhaben nicht zugetraut. Die Nächte waren zu kurz, und der Übergang von Freiheit zu ständiger Verantwortung und 24-Stunden-Präsenz war zu einschneidend. Diesmal habe ich neben günstigen Rahmenbedingungen, einem breiten Unterstützungssystem, vorhandene Erfahrungen als Mutter und einer positiven Grundeinstellung auch viel Glück und Gelassenheit auf meiner Seite. Daher freue ich mich, diesen Weg weiterzugehen!