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Basler Verkehrs-Betriebe (BVB)
Ce 4/4 401 «Dante Schuggi» (später 450/400) (1915–1972)

Der als Ce 4/4 401 abgelieferte Motorwagen ist wohl das populärste Tram in Basel. Die in Personalkreisen entstandene Bezeichnung «Dante Schuggi» (Tante Julie) ist längst zum Allgemeingut geworden.
Die alte Tante hat eine überaus bewegte Geschichte hinter sich: Der Vierachser mit passendem Anhänger wurde im Hinblick auf den Bau einer Überland-Strassenbahnlinie von Basel über Muttenz und Pratteln nach Liestal bei der SIG bestellt. Noch vor dem Ersten Weltkrieg erbaut, wurde der Versuchszug an der Landesausstellung 1914 in Bern präsentiert.
Der Ce 4/4 401 wies einen Niederflureinstieg auf, hatte mit braunem Leder gepolsterte Sitze, Raucher- und Nichtraucherabteile und einen eleganten Scherenpantograph. Als weitere technische Neuerungen erwähnenswert sind Druckluftbremse, Übergangstüren und vom Fahrgastabteil abgetrennte Führerstände. Die Inbetriebsetzung erfolgte am 6. Mai 1915.
Das genietete Untergestell massiver Bauart trug den Wagenkasten und ruhte unter Zwischenschaltung von Blattfedern auf den beiden zweiachsigen Drehgestellen. Die Längsträger der Drehgestelle waren mittels Schraubenfedern unterhalb der Kugellagerachsbüchsen aufgehängt. Jedes Rad wurde mit einem Bremsklotz abgebremst. Das Bremsgestänge war an der Aussenseite der Drehgestelle angebracht, wodurch dessen Einregulierung und Revision sehr erleichert wurden. Die Handbremse wirkte jeweils nur auf ein Drehgestell. Zwischen den Rädern lagen die Schienenbremsmagnete. Die Tatzlagermotoren BBC GTM 3 mit kugelgelagerten Ankern lagen ausserhalb der Radsätze. Nur so konnte der kurze Radsatzabstand von lediglich 1'400 mm realisiert werden.
Die anfänglich luxuriöse Jugendstil-Inneneinrichtung wich um 1920 einer profanen Holzbestuhlung, der elegante Pantograph wurde 1916 bis 1935 durch einen üblichen Lyrabügel ersetzt.
Der erste Abschnitt der geplanten Strasenbahnlinie nach Liestal wurde erst 1921 eröffnet. So kam der Prototyp nach seiner Inbetriebnahme auf die Linie 11. Dieser Linie blieb das Fahrzeug bis zur Ausmusterung treu. Lediglich 1949, als die Schlaufe in Allschwil erweitert worden war, verkehrten die grossen Motorwagen 301 bis 303 sowie die «Dante Schuggi» kurzzeitig auf der Linie 9.
Der ab 1929 als Ce 4/4 450 und ab 1947 als Ce 4/4 400 bezeichnete Motorwagen erlitt während seiner langen Laufbahn einige, teils spektakuläre Unfälle: Am 15. Oktober 1933 krachte er beim Heiligholz frontal mit dem Wagen 71 (später 301) zusammen. Am 19. März 1941 erlitt er beim Depot Dreispitz eine weitere schwere Frontalkollision mit dem Be 2/3 3 der Birseckbahn AG. Am 19. April 1955 kollidierte er beim Denkmal heftig mit einem Lastwagenzug. Am 2. November 1988 fuhr er beim Hechtliacker einem Kurszug auf, was dem mitfahrenden Hochzeitspaar einen Spitalaufenthalt bescherte.
Der Unfall vom April 1955 bildete den Anlass für eine gründliche Modernisierung. Diese umfasste auch den Umbau zum Einrichtungswagen. In diesem Zustand blieb die «Dante Schuggi» bis zu ihrer Ausrangierung am 31. Oktober 1972. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Laufleistung beachtliche 3'469'735 Kilometer!
Der Tramclub Basel konnte den markanten Vierachser vor dem Abbruch retten und remisierte ihn in der Abstellanlage Eglisee. Nach einer gründlichen Restaurierung erfolgte 1985 die Wiederinbetriebnahme als Restauranttram.