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Reihenhäuser Ottostrasse
Innenraum (Küche)
Reihenhäuser Ottostrasse
Innenraum (Wohnen)
Reihenhäuser Ottostrasse
Adresse
6330 Cham
ZG
Architektur
Auf den ersten Blick ist man versucht zu glauben, es könnte sich bei der Reihenhauszeile Ottostrasse um eine Aufstockung des Bestands halten. Helmut Goldmann nimmt mit seinem Entwurf Elemente einer typischen Verdichtung eines Ortskerns auf. Er bewahrte die Charakteristik des kleinen Quartiers und kreierte dennoch einen modernen Wohnraum.
Chronologie
Die Reihenhäuser Ottostrasse wurden 1995 nach einem Entwurf von Helmut Goldmann errichtet und im selben Jahr als «Gute Bauwerke 1991–1995» vom Kanton Zug prämiert.
Lage
Die Ottostrasse ist Teil eines ehemaligen Gewerbe- und Arbeiterquartiers am östlichen Rand des Chamer Ortszentrums. Die heute einzige noch kiesbelegte Strasse in Cham verlangsamt den Verkehr und schafft Aufenthaltsqualität. Das Quartier mit kleinmassstäblichen, vorwiegend in den 1930er- und 1940er-Jahren errichteten Bauten wird von der Ottostrasse erschlossen. Die Reihenhauszeile grenzt unmittelbar an die Ottostrasse, der schmale Freibereich auf der Rückseite ist in vier Gartenhöfe unterteilt. Im Osten grenzt die Parzelle an das Schulhaus Städtli, im Norden führt die Johannisstrasse in das Ortszentrum und im Süden mündet die Ottostrasse in die stark frequentierte Zugerstrasse.
Beschreibung
Die vier Reihenhäuser sind Ost-West-orientiert. Die Basis bildet ein zweigeschossiger Quader, darauf ist ein zurückversetzter Dachgeschossbau platziert, dessen Satteldach der umgebenden Bebauung Rechnung trägt. Mit dieser differenzierten Unterteilung entspricht die Reihenhauszeile der kleinkörnigen Struktur des ehemaligen Arbeiterquartiers. Die Reihenhäuser sind mit Eternit verschindelt, das Format und der graue Farbton variieren vom Quader zum Dachaufsatz. Jeweils zwei Hauseinheiten werden von zurückversetzten, in die Fassadenebene eingeschnittenen Eingangsbereichen erschlossen. Akzentuiert wird die Strassenfront zudem von vier, bis auf mittig platzierten kleinen Öffnungsflügeln, mit Glasbausteinen geschlossenen Fensteröffnungen. Die Gartenseiten sind im Erdgeschoss vollverglast, im Obergeschoss bilden liegende Fensterformate ein Band. Das zurückversetzte Dachgeschoss öffnet sich zu den Dachterrassen.
Die Grundfläche der Reihenhäuser ist klein, wurde aber raffiniert ausgenutzt. Das Erdgeschoss ist etwas erhöht, um Distanz vom unmittelbar angrenzenden Strassenraum zu erhalten. Als zentraler Ort sind hier die Küche, sowie der Ess- und Wohnbereich zusammengefasst. Die einläufige Treppe führt in die Obergeschosse, sowie in das jeweilige Kellergeschoss. Die Materialisierung im Inneren ist schlicht, aber akzentuiert und zeigt Sichtbetonoberflächen und holzsichtige Einbauten.
Literatur
Bauforum Zug (Hg.). Zuger Bautenführer. Ausgewählte Objekte 1902–2012. Zug. 2013. S. 260–263. – Staub, Herbert; De Berti, Angelo; Villiger, August P.; Saner, Mario. Auszeichnung guter Bauwerke 1991–1995. Zug. 1996. S. 16–17.