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Swiss Rowing hat sich deren drei zum Ziel gesetzt plus den Gewinn von mindestens einer Medaille.
Die Schweizer treten mit zehn Booten an. Medaillenchancen dürfen sich vor allem der Zweier ohne mit Roman Röösli und Andrin Gulich, der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Raphaël Ahumada und Jan Schäuble sowie Andri Struzina im nicht-olympischen Leichtgewichts-Einer ausrechnen.
Der 29-jährige Röösli ist der Erfahrenste im Schweizer Team. Der Luzerner strebt in einer dritten Bootsklasse seine dritte Teilnahme an Olympischen Spielen an. 2016 in Rio de Janeiro startete er im Doppelvierer (7.), vor zwei Jahren in Tokio im Doppelzweier (5.). Danach studierte er in Oxford, ehe er Mitte des vergangenen Jahres ins Nationalkader zurückkehrte - mit dem Ziel, sich in Paris den Traum einer Olympia-Medaille zu erfüllen.
Im Selektionsprozess kristallisierte sich die Kombination mit Andrin Gulich im Zweier ohne heraus, die auch in den Wettkämpfen ihr Potenzial unterstrich. An den drei Weltcup-Regatten standen die beiden stets auf dem Podest (1./2./3.), zudem gewannen sie den EM-Titel. Der Quotenplatz für Paris sollte nur eine Formsache sein, da in Belgrad in dieser Kategorie die ersten elf einen solchen erhalten.
Röösli und der sechs Jahre jüngere Gulich harmonieren auch ausserhalb des Boots ausgezeichnet. «Er ist ein sehr humorvoller Mensch. Das tut mir gut», sagt Röösli im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zudem führen die beiden sehr gute Diskussionen über politische Themen. «Es passt», so Röösli.
Ahumada/Schäuble noch stärker
Der 22-jährige Ahumada und der 23-jährige Schäuble triumphierten im Weltcup zweimal und sicherten sich ebenfalls EM-Gold. Sie wollen nun in Serbiens Hauptstadt das Verpasste nachholen; an der letztjährigen WM fehlten 1,57 Sekunden zu einer Medaille. «Es war wichtig für uns, eine gute Saison zu haben. Das half für den Winter», sagte Schäuble.
Der 4. WM-Rang ist insofern hoch einzuschätzen, als sich Schäuble im Winter zuvor eine Auszeit gönnte. Zudem ruderte in den drei Weltcup-Regatten 2022 stets eine andere Kombination, da Struzina ebenfalls ein valabler Kandidat für den Leichtgewichts-Doppelzweier ist. Für Schäuble waren die Wechsel allerdings positiv, «so konnten wir uns als Team vorwärtsbringen und pushen».
In diesem Jahr setzte Cheftrainer Ian Wright stets auf Ahumada und Schäuble, die beide an Power zugelegt haben. Um einen Quotenplatz zu holen, müssen die beiden Schweizer mindestens den 7. Platz belegen. 27 Boote sind in der einzigen olympischen Bootsklasse bei den Leichtgewichten gemeldet. Nach den Zielen gefragt, antwortete Schäuble: «Wir wollen schon eine Medaille. Es geht uns aber mehr um den Prozess.»
Struzina entschied zuletzt im Leichtgewichts-Einer den Weltcup-Final in Luzern zu seinen Gunsten. Vor einem Jahr schaffte er problemlos den Einzug in den WM-Final, in dem er dann kenterte. Diesmal soll es mit einem Podestplatz klappen.
Erstaunliche Janzen
Auch im Einer sieht es trotz des Rücktritts von Jeannine Gmelin dank Aurelia-Maxima Janzen viel versprechend aus. Die erst 19-jährige Bernerin musste sich an der EM nur der Niederländerin Karolien Florijn geschlagen geben. Zudem wurde sie in der U23-Kategorie sowohl Europa- als auch Weltmeisterin. Im Skiff werden in Belgrad neun Olympia-Quotenplätze vergeben.
Beim Doppelvierer der Frauen in der Besetzung Célia Dupré, Pascale Walker, Lisa Lötscher und Fabienne Schweizer käme das Verpassen eines Olympia-Quotenplatzes einer grossen Enttäuschung gleich - sieben der 13 gemeldeten Boote erhalten einen Startplatz. Das Quartett liess zuletzt mit dem 3. Platz in Luzern die Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen aus China hinter sich.
So ist es sehr wahrscheinlich, dass das Mindestziel von Swiss Rowing bezüglich Paris erreicht wird, zumal alle Schweizer Boote in einer olympischen Kategorie in Belgrad auf einen Quotenplatz hoffen dürfen. Die letzten Olympia-Tickets - zwei pro Bootklasse - werden im kommenden Mai in Luzern vergeben.