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Eine internationale Beobachtermission - mit Beteiligung von SWISSAID - hat die Vertreibung von 120 Kleinbauernfamilien im Dorf Nueva Esperanza im Zentrum Kolumbiens vorerst verhindert. Doch der Kampf um das Land, das von Paramilitärs beansprucht wird, geht weiter.
Nueva Esperanza liegt im Bezirk El Garzal, wo seit Jahren ein heftiger Streit um 5000 Hektaren fruchtbaren Landes tobt. 1999 begann die damalige Landreformbehörde INCORA mit der Ausgabe von Landtiteln an Kleinbauern, die seit mindestens zwei Generationen dort lebten. Trotz diesem laufenden Prozess gelang es aber dem Grossgrundbesitzer Manuel Enrique Barreto, Besitztitel über das Staatsland zu erhalten. Barreto wird mit den illegalen paramilitärischen Gruppen in Verbindung gebracht.
Flucht in die Hauptstadt
Ende September 2011 hat ein Bezirksrichter, der mit Barreto familiär und geschäftlich verbunden ist, die Gültigkeit der Titel zu Gunsten von dessen Familie vollumfänglich bestätigt. Zudem haben bewaffnete Gruppen mehrere Familien im Bezirk El Garzal massiv bedroht. Ein Führer der Gemeinschaft musste deshalb Zuflucht in der Hauptstadt Bogota suchen, wo er sich heute noch aufhält.
Da sich Mitte Dezember Hinweise verdichteten, dass der Bezirksrichter die polizeiliche Räumung Nueva Esperanzas plante, organisierten das Friedensförderungsprogramm SUIPPCOL, die Schweizer Botschaft, SWISSAID, die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien sowie verschiedene lokale Organisationen eine Beobachtermission, die sich vor Ort ein Bild der Lage machte und Abklärungen vornahm. Dank der Interventionen bei verschiedenen Behörden und der Berichterstattung über die Mission konnte die Räumung vorerst verhindert werden.
Land für Palmölplantagen
Der Landkonflikt in El Garzal ist typisch für die harten Auseinandersetzungen um die von der neuen Regierung von Präsident Santos beschlossene Rückgabe von Land an im Bürgerkrieg vertriebenen Campesinos. In dieser Region im Zentrum Kolumbiens steht sie oft auch in Zusammenhang mit der Ausbreitung von Palmölplantagen für den Anbau von Agrotreibstoffen, gegen die sich SWISSAID schon seit langem kämpft. SWISSAID wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die Bauernfamilien von El Garzal zu ihrem Recht kommen und auf ihrem Land bleiben können.