Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/80302

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Mangel an Pflegefachpersonal ist mittlerweile weitherum erkannt, besonders in hochspezialisierten Domänen. Seit 2002 bietet die HES-S2 einen Westschweizer Studiengang für Pflegewissenschaften an. Alle sechs Hochschulen in der Romandie haben neue Studienprogramme eingesetzt, die den Anforderungen der Bologna-Reform entsprechen. Im Herbst 2007 starteten die Bologna-konformen Studiengänge der HES-S2-Fachhochschulen zum zweiten Mal und waren wiederum ausgebucht. Die ersten Bachelordiplome werden demnächst vergeben. Seit 25 Jahren besitzen in der Romandie 90 Prozent der jungen Erwachsenen, die sich für eine Ausbildung zur Krankenpflegerin oder zum Krankenpfleger entscheiden, einen Maturitätsausweis (50 Prozent Fachmaturität DMS/FMS, 40 Prozent gymnasiale Maturität).</p><p>Diese Art von Fachhochschulausbildung entspricht analogen Ausbildungen, die in anderen europäischen Ländern und in Kanada bereits existieren. Sie wird auch von den Spitälern und vom Verband Schweizer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte in seinen Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung des Bedarfes an Pflegefachpersonal begrüsst. Ausländische Pflegefachpersonen, die den Personalmangel an Schweizer Spitälern kompensieren, verfügen also bereits über eine solche Fachhochschulausbildung.</p><p>Ich fordere, dass die Fachhochschulausbildung im Bereich der Pflegewissenschaften endlich vollumfänglich anerkannt und nicht unter dem Vorwand der schweizweiten Harmonisierung immer wieder infrage gestellt wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat weiss um den Personalmangel in der Pflege und die hohe Bedeutung, die einer qualitativ guten Pflege zukommt. Rund ein Drittel des für die Sicherung der Gesundheitsversorgung unseres Landes benötigten Personals wird heute im Ausland rekrutiert. Er ist deshalb überzeugt, dass ein ausreichendes Ausbildungsangebot auf beiden Bildungsstufen (höhere Fachschule/Fachhochschule) erforderlich ist, um eine effiziente Gesundheitsversorgung sicherzustellen.</p><p>Die Ausbildung in der Pflege auf Fachhochschulstufe ist unbestritten. Sie steht im Einklang mit der zunehmenden Komplexität einer optimalen Pflege. Der Bundesrat ist sich der unterschiedlichen Traditionen in den verschiedenen Kultur- und Sprachregionen in der Schweiz bewusst. Es ist nicht das Ziel, das Ausbildungsangebot in der Pflege schweizweit zu vereinheitlichen. Vielmehr soll die Vielfalt des Angebotes auf den verschiedenen Ausbildungsstufen möglich bleiben.</p><p>Der Bund ist in der Berufsbildung seit dem 1. Januar 2004 und bei den Fachhochschulen seit dem 5. Oktober 2005 zuständig für die Regelung der Ausbildungen der Gesundheitsberufe. Er erachtet es als seine Aufgabe, namentlich auch in der Pflege, auf der Stufe höhere Fachschule und Fachhochschule gemeinsam mit den Fachhochschulen, der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdASanté) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) für gesamtschweizerisch einheitliche Rahmenbedingungen zu sorgen.</p><p>Auf der Stufe höhere Fachschule ist seit dem 1. Januar 2008 der von der OdASanté und der Schweizerischen Konferenz Pflegebildungen im Tertiärbereich erstellte Rahmenlehrplan für die dipl. Pflegefachfrau HF bzw. den dipl. Pflegefachmann HF in Kraft. Auf der Fachhochschulstufe fehlen dagegen verbindliche gesamtschweizerisch gültige Anforderungen in der Pflege und damit auch eine Differenzierung der Abschlusskompetenzen zu jenen der höheren Fachschulen. Für eine effiziente Gesundheitsversorgung, namentlich die interprofessionelle Zusammenarbeit im Pflegebereich in Abstimmung mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts, aber auch für die berufliche Mobilität der Pflegefachleute und die Einordnung und Anerkennung von ausländischen Abschlüssen ist es unabdingbar, dass die Anforderungen auch auf der Fachhochschulstufe gesamtschweizerisch definiert sind. Diese Beurteilung teilt auch der Schweizerische Fachhochschulrat der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren. Das BBT hat sich deshalb in enger Zusammenarbeit mit der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz, der OdASanté und der GDK die Klärung der Abschlusskompetenzen auf Stufe Fachhochschule zum Ziel gesetzt. Die HES-SO ist dabei adäquat in das Projekt eingebunden. Ziel ist es, bis Anfang 2009 einen wesentlichen Teil der Arbeiten abgeschlossen zu haben.</p>  Antwort des Bundesrates.