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Isabella Antoinette Rickenbacher weiss, was es heisst ganz unten zu sein. Vor zwei Jahren wurde Sie von einem Burnout und Depressionen heimgesucht. Eine Eingebung im Schlaf half ihr darüber hinweg.
Isabella Antoinette Rickenbacher durfte als Jugendliche in Lachen SZ eine Lehre als Damenschneiderin absolvieren. Ihrer Mutter war es wichtig, dass die Tochter etwas lernen konnte. Nach dem Lehrabschluss orientierte sich Isabella Antoinette jedoch neu und ging in die Handelsschule. Das Schneidern blieb lange Zeit eine Freizeitbeschäftigung.
Im Jahr 2009 kam die Wende. Nach einem Burnout und Depressionen verlor sie die Arbeitsstelle. Von den Personen, welche dieses Schicksal erleiden kehrt ein Drittel zurück in den Beruf, ein Drittel macht etwas anderes und die restlichen können sich nicht mehr selber auffangen. Es folgten über 200 erfolglose Bewerbungen. Etwa zur gleichen Zeit erkrankte ihr Lebenspartner. Nun stellte sich die Frage: Was konnte Isabella Antoinette tun, um von zu Hause aus zu arbeiten zu können, um in der Nähe des Lebenspartners zu sein, um ihr eigener Chef zu sein sowie bei den Tieren und im eigenen Haus sein konnte.
Kreative Idee
Eines Nachts kam ihr die Idee, wieder mit nähen anzufangen. Sie wollte aber nicht einfach irgendetwas nähen. Es sollte etwas Besonderes sein. Da ihr der Edelweiss- und Ethno-Stoff schon immer gefiel und sie ihn mit Heimat und Natur verband, entschied sie sich, damit etwas zu machen. Als erstes entstand ein Lätzli aus Edelweissstoff.
Die erste Investition für die neue Tätigkeit war der Kauf von 20 Metern Stoff. Wichtig ist für die 57-jährige vor allem, dass die Stoffe, die sie bezieht aus der Schweiz oder dem Europäischen Raum stammen. Einkäufe aus Drittweltländern kommen für sie nicht in Frage. Anstelle von Prozenten an Kunden spendet Sie lieber an wohltätige Institutionen. Isabella Antoinette möchte den Armen und denen, welchen es weniger gut geht, etwas zurückgeben, da es ihr auch einmal nicht gut ging und sie den Weg aufwärts wieder gefunden hat. Die ersten selber entworfenen Produkte kamen bei Bekannten, Freunden und Kunden sehr gut an. Sie wurde motiviert, weiter am eingeschlagenen Weg zu arbeiten und neue Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände zu entwerfen. So entstanden Hemden, Blusen, Mieder, Jacken, Shirts, Taschen usw.
Es wurde im Weiler Bliggenswil in Bauma ZH den ganzen Tag gearbeitet und neue Artikel wurden produziert. Irgendwie mussten diese auch zum Verkauf angeboten und den Kunden präsentiert werden. Somit wurde ein erstes Mal die Messe beef.ch besucht. Dieser Messebesuch darf als voller Erfolg, als «der Durchbruch» bezeichnet werden. Die Besuchenden zeigten reges Interesse an Ihren Kleidern. Eine erste Firma wurde eingekleidet. Nebst Leuten mit bäuerlichem Hintergrund fanden auch Ärzte, Akademiker und Musiker gefallen an ihren Kleidungsstücken.
Firmengründung
Nun stand die Firmengründung an. Das Ganze erschien bald professionell unter dem Namen «Tösstal-Design». Es entstanden Visitenkarten und ein Onlineshop (www.toesstaldesign.ch). Einige Artikel wurden patentiert. Es wurden mehr Messen und Märkte besucht z.B. die Zürich Oberlandmesse, beef.ch, die Forstmesse usw. Zudem ist es möglich, nach telefonischer Vereinbarung persönlichin Bauma vorbei zu schauen, Artikel anzuprobieren und direkt einzukaufen. Inzwischen können zirka 300 Produkte bezogen werden, die Auswahl wurde auf Schmuck und Hosengurten erweitert. Etwa 50 Artikel werden selber hergestellt und ungefähr 100 wurden selber entworfen. Da es nicht mehr möglich ist, alles selber zu nähen, arbeitet Frau Rickenbacher mit erstklassigen Nähereien zusammen. Einige Produkte werden auch eingekauft oder von Drittpersonen hergestellt. Neue Ideen entstehen meist aus Gesprächen mit Kunden, Prototypen werden mehrmals besprochen und abgeändert. Die Buchhaltung und Verwaltung erledigt Isabella Antoinette Rickenbacher zusammen mit ihrem Lebenspartner. Das Haus dient als Verkaufsladen, Café und Lager gleichzeitig.
Für die selbstständig Erwerbende ist diese neue Art von Arbeit ideal, es steigert die Lebensqualität und sie ist flexibler. Der Lohn mag wohl etwas weniger sein als in einem Angestelltenverhältnis auf dem Büro, aber ihre Zufriedenheit könnte nicht besser sein. Der Spruch: «Wenn eine Türe zugeht, geht wieder eine auf», wurde zu einem Leitsatz von Isabella Antoinette Rickenbacher.