Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03200.jsonl.gz/1153

Vor fast vier Jahren ereignete sich eine der grössten Umweltkatastrophen der Welt, als die Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko explodierte. Etwa 580’000 Millionen Liter Öl liefen daraufhin ins Meer aus. Dieses Öl belastet noch heute die Ökosysteme der Region, wie die ETH Lausanne (EPFL) berichtet. Zusammen mit Forschern der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) und der Wasserforschungsanstalt Eawag haben sie Resultate einer Untersuchung von Ölresten im Fachjournal Environmental Science & Technology veröffentlicht.
Wenn Öl bei einem Unfall austritt, verdunstet mit der Zeit ein gewisser Teil, ein anderer Teil wird von Mikroorganismen abgebaut. Schwerer abbaubare Stoffe bilden Klumpen und sammeln sich entweder am Meeresboden oder an Stränden. Diese können von Tieren aufgenommen werden. Es ist bekannt, dass gewisse Ölbestandteile bei Tieren zum Beispiel Stress, Sterilität, oder Schäden am Immunsystem bewirken können. Seit dem Unfall wurden daher auch mehr tote und fehlgebildete Meerestiere beobachtet, und auch die Fangzahlen sind stark gesunken.
Die Forscher hatten für ihre Studie acht Ölklumpen an Stränden gesammelt und die Zusammensetzung analysiert. Denn um zu verstehen, welche Langzeiteffekte die Ölreste haben werden, ist es wichtig zu wissen, um was für Stoffe es sich überhaupt handelt. Die untersuchten Proben bestanden zu 66 Prozent aus sauerstoffhaltigen, zu 26 Prozent aus gesättigten und zu 7 Prozent aus aromatischen Kohlenwasserstoffen. Und obwohl bekannt ist, dass alle diese drei Gruppen Tiere schädigen können, ist noch nicht bekannt, in welchem Masse genau dies der Fall ist, schreibt die EPFL. Trotzdem gibt es weiterhin 223 Ölplattformen im Golf von Mexiko und die Ölreste des Unfalls werden noch längere Zeit dort verbleiben.
Bild: NASA/GSFC, MODIS Rapid Response [Public domain], via Wikimedia Commons