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Berichterstattung über die Geldpolitik 1998
1. Ankündigung einer unveränderten Geldpolitik
Ende 1997 hatte die Nationalbank die Fortführung ihrer grosszügigen Geldpolitik angekündigt. Sie erwartete, dass sich die kurzfristigen Zinssätze auf dem tiefen Niveau von weniger als 2% bewegen würden. Das Geldangebot sollte an die Zunahme der Nachfrage angepasst werden, wobei die Nationalbank mit einem realen Wirtschaftswachstum von 2% und einer Teuerungsrate von 1% rechnete.
2. Berücksichtigung der Konjunktur und des Wechselkurses
Die Konjunktur im Jahre 1998 entsprach trotz der Verschlechterung der internationalen Wirtschaftslage weitgehend den Erwartungen der Nationalbank, und die Teuerung wurde nur geringfügig überschätzt. Im Laufe des Jahres verschlechterte sich allerdings die Stimmung vor allem im Exportsektor, und die mittelfristigen Wachstumsprognosen wurden im In- und Ausland nach unten korrigiert. Als der Franken an den Devisenmärkten zunächst im Februar und dann im September und Oktober unter Aufwertungsdruck geriet, reagierte die Nationalbank flexibel und hielt den Geldmarkt flüssig.
3. Stark schwankende Giroguthaben
Die Giroguthaben, welche die Geschäftsbanken bei der Nationalbank halten, nahmen gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Innerhalb des Jahres wiesen sie zudem grosse Schwankungen auf. Darin widerspiegelte sich die zeitweise starke Ausdehnung der Liquidität, mit der die Nationalbank einer übermässigen Aufwertung des Schweizer Frankens entgegenwirkte. Die Fusion von Bankverein und Bankgesellschaft zur UBS AG sowie die Schaffung des Repo-Marktes in der Schweiz beeinflussten das Liquiditätsverhalten der Banken ebenfalls. Ferner wirkten sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten auf die Nachfrage nach Giroguthaben aus, indem vereinzelte Banken ihre liquiden Mittel bei der Nationalbank vorübergehend massiv aufstockten.
4. Zunahme der Notenbankgeldmenge
Die Ausdehnung der Giroguthaben führte dazu, dass die saisonbereinigte Notenbankgeldmenge stärker als erwartet zunahm. Sie wuchs zwischen dem vierten Quartal 1997 und dem vierten Quartal 1998 um 5,2%. Damit übertraf sie den mittelfristigen Zielpfad um 7,9%. Wegen der in den Vorjahren festgestellten Verschiebung der Notennachfrage sowie der von verschiedenen Banken vollzogenen Umschichtung ihrer Kassenliquidität von Post- zu Giroguthaben geht die Nationalbank weiterhin davon aus, dass der Abstand zum mittelfristigen Zielpfad den Expansionsgrad der Geldpolitik überzeichnet.
5. Schwaches Wachstum der Geldmenge M3
Die Geldmenge M3, welche die Nationalbank in den vergangenen beiden Jahren vermehrt als Indikator herangezogen hatte, wuchs im Jahre 1998 nur schwach. Darin widerspiegelte sich das anhaltend geringe Wachstum der Bankkredite. Im vierten Quartal übertraf M3 den entsprechenden Vorjahresstand um 0,9%.