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Das Wichtigste in Kürze
- Das Hilfswerk möchte, dass die Erteilung von Visa für Afghanen erleichtert wird.
- In Afghanistan herrsche nach wie vor eine chaotische und unsichere Situation.
Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH appelliert an den Bundesrat, Afghaninnen und Afghanen in der Schweiz zumindest die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Zudem solle die Schweiz die Erteilung von Visa aus humanitären Gründen und zur Familienzusammenführung erleichtern.
Die Delegiertenversammlung des SAH hat am Donnerstag in Bern weiter beschlossen, den Bundesrat aufzufordern, unverzüglich ein erhebliches Kontingent bedrohter Afghaninnen und Afghanen über sichere Fluchtwege aufzunehmen.
Zudem solle eine beträchtliche Zahl zusätzlicher Resettlement-Kontingente für besonders verletzliche Geflüchtete wie Frauen, Kinder und Familien vorbereitet werden, schrieb das das SAH am Donnerstag in einer Mitteilung.
Drei Monate nach der Machtübernahme durch die Taliban herrsche in Afghanistan nach wie vor eine chaotische und unsichere Situation, schrieb das SAH. Äusserst dramatisch stelle sich die Lage in Bezug auf die Sicherheit und die Achtung der Menschenrechte dar.
Drohender Bürgerkrieg und verschärfte Lebensmittelkrise
Mit der Zunahme von Angriffen durch den selbsternannten Islamischen Staat Chorasan, drohe das Land in einen neuen Bürgerkrieg abzugleiten. Und die seit Jahren bestehende Nahrungsmittelkrise sei durch den Machtantritt der Taliban noch verschärft worden. Sie betreffe nach Angaben der FAO rund 22,8 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Angesichts dieser dramatischen Situation sei der Widerstand der westlichen Regierungen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan nicht länger hinnehmbar, so das SAH.
Der Bundesrat beschränkte sich laut SAH bisher darauf, die Aufnahme von etwas mehr als 200 afghanischen Staatsangehörigen anzukündigen, die in der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit gearbeitet haben. Er habe jedoch - ausser der humanitären Hilfe - alle anderen Massnahmen verweigert, die zur Bewältigung der tiefen humanitären, sozialen und wirtschaftlichen Krise in Afghanistan beitragen könnten. Aus Sicht des SAH kann und muss noch mehr getan werden.