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Das Testverfahren hat sich wissenschaftlich, zur Erfassung motorischer Kompetenzen im Kindes- und Jugendalter, sowie als Bestandteil klinischer Untersuchungen in der Pädiatrie und bei anderen Fachpersonen etabliert. Durch die Normdaten aus den Jahren 1995/96 konnte bisher festgestellt werden, ob sich ein Kind motorisch normal entwickelt, Defizite aufweist oder zu den motorisch begabten Kindern zählt.
Soziokulturelle Veränderungen und eine zunehmende Technologisierung tragen vermutlich dazu bei, dass sich die motorischen Fähigkeiten von Kindern verändert haben. Während sich die grobmotorischen Leistungen aufgrund einer abnehmenden körperlichen Aktivität und vermehrt sitzenden Tätigkeiten im Alltag womöglich verschlechtert haben, könnten sich die feinmotorischen Fähigkeiten durch den häufigen Gebrauch von neuen technischen, manuell bedienbaren Geräten wie Smartphone verbessert haben. Folglich müssen die Normdaten der ZNM überdacht und überarbeitet werden. Andernfalls wäre die Testbatterie langfristig nicht mehr gewissenhaft genug, um Kinder mit motorischen Auffälligkeiten verlässlich zu ermitteln. Doch das ist für die Praxis von grosser Bedeutung, da eine präzise Bestimmung möglicher kindlicher Auffälligkeiten die Möglichkeit gibt, entsprechende Therapie- und Fördermassnahmen frühzeitig wahrzunehmen. Das gilt sowohl für begabte Kinder als auch für Kinder mit Defiziten.
Deshalb wurde die ZNM überarbeitet. Im Rahmen einer Querschnittsstudie wurden von 2015 bis 2017 über 600 normal entwickelte Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 20 Jahren mit der neuen ZNM untersucht. Die Untersuchungen fanden in Kindertagesstätten, Kindergärten und Regel- oder Berufsschulen der Stadt Zürich statt.
Mithilfe der Daten aus der Studie wurde ein neu überarbeiteter und neu normierter Motoriktest, die Zürcher Neuromotorik-2 (ZNM-2), herausgegeben. Einige Verbesserungen wurden durch die Überarbeitung erzielt, wie etwa eine höhere Test-Reliabilität sowie stabilere Testblockkomponenten, z. Bsp. in der Feinmotorik. Die ZNM-2 misst nun bereits Kinder ab 3 Jahren.
Die Analyse der Daten aus den 90er-Jahren im Vergleich zu denen der heutigen Zeit steht noch aus und wird Aufschluss darüber geben, ob sich die motorische Leistungsfähigkeit tatsächlich über die Jahre verändert hat, in welchem Ausmass und in welchen Bereichen der Motorik, z. Bsp. Feinmotorik vs. Grobmotorik.
Projektstatus und Laufzeit
Abgeschlossen (2015-2017)
Kollaborationen
Institute of Social and Preventive Medicine (ISPM), University Hospital, Lausanne (Prof. Dr. Valentin Rousson, MSc Aziz Chaouch)
Schulärztlicher Dienst der Stadt Zürich (MSc ETH Sabrina Edler)
Akademie. Für das Kind. Giedion Risch