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Ein Jahr durchgehalten und vom Erfolg gekrönt: das "Mambo Café" bei der Tramhaltestelle Quellenstrasse im Zürcher Kreis 5 feiert am Samstag, 13. Dezember mit einer Party sein einjähriges Bestehen.
Schwarzweiss gestreifte "Zebrawände", andere Wandteile und die Decke sind in Gelb gehalten; dazwischen kassettenartige, von roten Konturen eingerahmte blaue Rechtecksflächen: Buntheit umgibt einen im "Mambo Café". An den Wänden hängen überdies zahlreiche Fotos von Jazzmusikern wie Benny Goodman, Sängerinnen und Sängern von Ella Fitzgerald bis Frank Sinatra, Bluesern wie B.B. King. Dazwischen auch mal eine Ansicht der Brooklyn Bridge und grosse hologrammartige Leuchtbilder diverser Instrumentalisten. Die Atmosphäre verströmt angenehme Wärme, ist aber keinesfalls plüschig.
Der grosse rechtwinklige Raum hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Aus dem an sich sehr erfolgreichen und stark von der hiesigen dominikanischen Community frequentierten "Caramba"-Club, der infolge des Heimwehs der Wirtin vor einigen Jahren die Pforten schliessen musste, wurde das "Thai Thai", welches nach einer Übergangszeit als dubioser Progressiv-Club zum Erfolgsmodell "Mambo Café" mutierte.
Jazz, Blues, Latino und mehr
Freitag, gegen Mitternacht. Auf der Eckbühne legt der Pianist/Keyboarder mit einem Clave los, welchen das Quintett um den Venezolaner Roberto Marcano aufgreift und mit Verve in einen knackigen Son Montuno hinein pusht. Latino-Nächte steigen im "Mambo Café" meist an Wochenenden und zwar vor allem unten im Soussol, wo man durch einen kurvigen Gang in einen Raum gelangt, der - man merkt es ihm immer noch an - einst eine Kegelbahn war. Hier finden Freitag- und Samstagnacht Latino-Discos statt. Oben absolvieren Marcano und sein Quintett, in welches sich später von hinten überraschend ein Trompeter einschleicht, professionell und druckvoll ihr Repertoire. Ein offensichtlich mit allen Salsa-Wassern gewaschenes Paar tanzt gekonnt, später gesellen sich auch andere Tänzerinnen und Tänzer dazu.
Das Ganze erinnert vom Konzept her ein bisschen an die britische Pubrock-Szene, obschon dort eine ganz andere Musik gespielt wird, aber auch an gewisse Lokalitäten in New York. Der 42jährige Maurizio Briguglio ist Mastermind hinter dem "Mambo Café". Mambo ist ein diffuser Begriff, der zuerst und im engeren Sinn auf einen von Pérez Prado, Orestes Lopez und Arsenio Rodríguez etwa gleichzeitig erfundenen, relativ wilden kubanischen Musikstil der späten 50er- und frühen 60er-Jahre angewandt wurde. Der Begriff deckt heute verschiedene Musiken ab, die Dominikaner beispielsweise nennen ihren rüden und schnellen Merengue de Calle "Mambo".
"Mambo Café gibt es fast in jedem Land", sinniert Maurizio, "der Begriff steht einfach für einen heissen In-Schuppen. Mambo ist für mich schlicht ein Begriff für Bewegung, für einen Mix aus Latino, ein wenig New York sowie Jazz und Blues." Briguglio, der auch jeweils donnerstags die erfolgreichen "Salsamania"-Nächte im X-Tra betreut und früher eine Salsaschule betrieb, wollte im "Mambo Café" einen atmosphärischen Mix aus New York und Italien schaffen, was ihm auch gelungen ist. Das Konzept, das jeden Abend Live-Auftritte von Musikern unterschiedlicher Stilrichtungen vorsieht, stammt von ihm; am Lokal ist aber auch eine "Mambo Gastro AG" beteiligt. Am Mittwoch, als sich salsa.ch mit Maurizio unterhielt, trat später eine Band auf, die samt Einsatz einer Geige den Swing der 30er-Jahre pflegt. "An Wochenenden brodelt es hier, unter der Woche finden eher ruhige Konzerte statt", erklärt Briguglio.
Und noch etwas: das "Mambo Café" bietet täglich rund drei Menüs an, wobei die Küche vom Trend her als Mediterran eingestuft werden kann. Auch das läuft exzellent, denn mittags ist das Lokal stets gut besucht. Ein ausgesprochener Erfolgs-Mix!
Mambo Café BIRTHDAY PARTY
Sa. 13.12.2014, 20h
Mambo Café
Limmatstrasse 195
8005 Zürich
http://www.mambocafe.ch