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<h2>SubmittedText<h2><p>Das Jubiläum «175 Jahre Bundesverfassung» ist ein bedeutender Anlass für unser Land. Doch der Festakt im Bundeshaus – von den Institutionen für die Institutionen ausgerichtet – fiel eher fragwürdig aus.</p><p>Ich frage den Bundesrat:&nbsp;</p><ul><li>Ist es angemessen, das Tessin musikalisch mit dem italienischen Lied «Sebben che siamo donne» zu repräsentieren, das ein Gesang der Mondine (Reisarbeiterinnen) aus dem frühen 20. Jahrhundert ist und als «erstes proletarisches Frauenlied» gilt und somit eine klare örtliche, politische und geschlechtsspezifische Konnotation hat? Welchen Zusammenhang haben die italienischen Mondine der ersten Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit dem 175-Jahre-Jubiläum der Bundesverfassung? Hat der Bundesrat das Gefühl, dass es im Tessin Reisfelder und Mondine gibt? Hat der Bundesrat das Gefühl, dass es keine Tessiner Lieder gibt? Hat der Bundesrat das Gefühl, das Tessin sei dasselbe wie die italienische Linke?&nbsp;</li><li>Ist es angemessen, Witze über den «Kanton Liechtenstein» zu machen, wenn ein Botschafter aus Liechtenstein anwesend ist?</li><li>Ist es angemessen, die Westschweizerinnen und Westschweizer als Trunkenbolde darzustellen, die nur an den Aperitif denken?</li><li>Ist es angemessen, den Text des Schweizer Psalms in einer «Kabarett-Version» zu verhunzen? Ist die Bundesverfassung ein Kabarett?</li><li>Meint der Bundesrat nicht, eine sachlichere und kürzere Feier wäre den Umständen besser angemessen gewesen?</li><li>Wie viel hat diese Veranstaltung das Parlament und den Bundesrat gekostet?</li></ul><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1.&nbsp; Die Musikauswahl für den Festakt erfolgte aufgrund musikalischer und künstlerischer Kriterien. Wichtig war, dass alle Landessprachen auch musikalisch vertreten waren sowie die stilistische Vielfalt und die Vertretung der verschiedenen Geschlechter und Altersgruppen. Hauptsächliches Ziel des musikalischen Rahmens war es, das Publikum zu unterhalten. Inhaltlich war es an den Behördenvertreterinnen und Behördenvertreter und den weiteren Rednern, das Verfassungsjubiläum zu thematisieren, historische Betrachtungen zu machen und Akzente zu setzen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>2./3. Die Moderation des Festakts erfolgte durch ein Komikerduo. Damit sollte bewusst auch eine humoristische, nicht immer ernstzunehmende Note integriert werden, die auch als solche für alle erkennbar war.</p><p>&nbsp;</p><p>4.&nbsp; Der Original-Text des Schweizer Psalms nimmt keinen Bezug auf die Bundesverfassung. Im Rahmen des Festakts wurde der Schweizer Psalm bei einer künstlerischen Darbietung mit einem anderen Text unterlegt. Damit wurde die Verfassung nicht lächerlich gemacht.</p><p>&nbsp;</p><p>5.&nbsp; Die erste Bundesverfassung von 1848 ist ein zentrales Ereignis in der Schweizer Geschichte, welches auch entsprechend gewürdigt werden soll. Die Dauer der Feier war von den Ratspräsidenten genehmigt und im Sessionsprogramm von den Büros angekündigt worden.</p><p>&nbsp;</p><p>6.&nbsp; Die Gesamtkosten für den Festakt im Nationalratssaal und die anschliessend servierten Erfrischungen beliefen sich auf rund Fr. 75'000.—.</p>