Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/97055

<h2>SubmittedText<h2><p>In Schweden ist der Mundtabak "Snus" weit verbreitet, da er, anders als in anderen Ländern, frei gehandelt werden kann. Zwar darf auch in der Schweiz zum Eigenkonsum Snus importiert werden, ein inländischer Handel und Vertrieb ist jedoch verboten. Dies ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht optimal.</p><p>Gerade in Schweden konnte beobachtet werden, dass wegen des Snus-Konsums eine Alternative zum Rauchen hergestellt wurde. Daraus resultierte die europaweit klar tiefste Raucherquote, die zwischen 11 Prozent bei den Männern und 14 Prozent bei den Frauen liegt. Unmittelbar damit zusammenhängend ist dabei die niedrigste Quote Schwedens bei Lungenkrebserkrankungen im europäischen Vergleich. </p><p>Trotz dieser positiven Erkenntnisse ergeben sich verschiedene Fragen:</p><p>1. Welche gesundheitlichen Risiken können durch Snus entstehen, und in welchem Verhältnis stehen diese im Vergleich zum Rauchen?</p><p>2. Wie wird das Suchtpotenzial von Snus im Vergleich zum Rauchen eingeschätzt?</p><p>3. Welche Menge Snus wird jährlich importiert, und wer sind die Konsumenten?</p><p>4. Welche rechtlichen Hindernisse stehen einem Handel und Vertrieb in der Schweiz entgegen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Mundtabak Snus enthält eine grosse Zahl von Schadstoffen, darunter krebserzeugende Substanzen. Es ist nachgewiesen, dass Snus Bauchspeicheldrüsenkrebs und Mundkrebs verursacht. Weitere Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall werden dem Gebrauch von Snus zugeschrieben. Aus Sicht des Bundesrates gibt es keine Gründe, welche für eine Zulassung von Snus in der Schweiz sprechen. Neuere Studien aus den USA und aus Südafrika haben gezeigt, dass mehr Konsumenten von Snus auf Zigaretten umsteigen als umgekehrt. Damit erhöht sich die Anzahl der Tabakkonsumierenden und somit die Krankheitslast, die damit einhergeht. Für aufhörwillige Tabakkonsumierende steht schon heute mit den rezeptfreien Nikotinersatzprodukten eine wirksame und sichere Alternative zur Verfügung, deren Suchtpotenzial sehr gering ist.</p><p>2. Das Suchtpotenzial von Snus ist beträchtlich, fast so stark wie dasjenige von Zigaretten.</p><p>3. Im Jahr 2008 wurden etwa 12 Tonnen Snus für den privaten Konsum eingeführt. Die Tendenz ist stark steigend. Darin nicht enthalten sind z. B. fälschlicherweise abgabenfrei abgefertigte Sendungen, welche als Geschenke oder Bücher deklariert sind. Demgegenüber werden jährlich etwa 8000 Tonnen Tabak in Form von Zigaretten verkauft. </p><p>Über die Konsumentinnen und Konsumenten ist wenig bekannt. Laut Umfragen wird Snus von weniger als einem Prozent der Schweizer Bevölkerung konsumiert. Konsumenten sind mehrheitlich Jugendliche und junge Männer; viele unter ihnen sind sportlich tätig.</p><p>4. Die Einfuhr und die Abgabe von Snus sind gemäss Artikel 5 der Tabakverordnung (TabV; SR 817.06) verboten. Weil die Lebensmittelgesetzgebung (Art. 2 Abs. 4 Lit. a LMG) den Eigenkonsum von ihrem Geltungsbereich ausnimmt, dürfen Privatpersonen dieses Produkt für den Eigengebrauch importieren und konsumieren. Eine Zulassung von Snus in der Schweiz würde eine Inkompatibilität mit der EG-Richtlinie 2001/37 darstellen. Das Verbot wurde erlassen, um zu verhindern, dass ein weiteres schädliches Tabakprodukt in der Schweiz Fuss fasst.</p>  Antwort des Bundesrates.