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21.06.2018 14:46:11

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Wasserversorgung
Bis ins späte 19. Jahrhundert hinein besass in Hütten jeder Weiler, jeder Bauernhof, jede Häusergruppe eine eigene Wasserfassung. Man sammelte in Brunnenstuben das dank mächtigen eiszeitlichen Aufschüttungen in der Gegend reichlich vorkommende Quellwasser oder bezog – zum Teil mit Pumpvorrichtungen – Grund- und Sammelwasser aus Sodbrunnen oder Zisternen. Die Hofbeschreibungen der Gemeinde Hütten, 1868 aufgezeichnet durch den Wädenswiler Landschreiber Gottfried Flad, erwähnte einen Sodbrunnen auf Finsterseehalden, einen laufenden Brunnen bei der Scheune im Chneus, einen laufenden Brunnen mit Quellwasser im Rebgarten. Noch heute sind in Hütten verschiedene Sodbrunnen erhalten, so bei der Metzg, im Vorder und Hinter Langmoos, im Bergli und in der Schönau. Besonders sehenswert ist der auf Gemeindekosten restaurierte Schacht, welcher 1973 bei Grabarbeiten an der Hauptstrasse gegenüber der „Krone“ zum Vorschein kam. Ein weiterer Sodbrunnen wurde 1976 anlässlich der Verbreiterung der Staatsstrasse Hütten-Schönenberg im Weiler Segel entdeckt. Der aus Kiesel konstruierte, acht Meter tiefe Sod hatte einen innerrn Durchmesser von 110 Zentimetern. Die östliche der beiden Deckplatten aus Sandstein hatte eine Aussparung für eine Pumpe. Da der Sodbrunnen in die Trottoirzone zu liegen kam, wurde er mit einer Betonplatte abgedeckt, jedoch durch einen Schachtdeckel zugänglich gehalten.
Im Jahre 1883 wurde in Hütten eine private Quellwasser-Versorgungs-Gesellschaft gegründet. Dies liess den zum Mistlibüel-Heimwesen gehörenden Fuchsbrunnen fassen, leitet das Quellwasser in ein 60 Kubikmeter grosses Reservoir auf der Schanz und versorgte von dort aus das Dorf.
Nachdem man immer mehr Häuser an die privater Wasserversorgung angeschlossen hatte, wurde das Trinkwasser in Hütten knapp. Trotz Aufrufen, Wasser zu sparen, musste in den trockenen Sommern 1919 und 1921 zu aussergewöhnlichen Massnahmen gegriffen werden. Die Wasserabgabe wurde von acht Uhr morgens bis sechs Uhr abends gesperrt, Verschwendung bestraft. Wer dem Vorstand Fehlbare anzeigte, konnte mit dessen Verschwiegenheit rechnen.
Der steigende Wasserverbrauch zwang den Vorstand der Quellwasser-Versorgungs-Gesellschaft, unterhalb der Schönau sieben weitere Quellen zu fassen. Eine Pumpanlage ob der Sagi an der Sihl förderte ein zweites, neues Reservoir (400 Kubikmeter) auf der „Schanz“. Seit dem Ausbau konnten auch Schönenberg und Menzingen mit Trinkwasser aus Hüttner Quellen versorgt werden. Gleichzeitig erweiterte man für die Feuerwehr das Hydrantennetz von 1883.
Nach einem ungünstigen Untersuchungsbefund im Reservoir Schanz wurde dort im Jahre 1950 eine Entkeimungsanlage mit Ozon eingebaut. 1960 stand Hütten vor der Entscheidung, ob es – wie Hirzel und Schönenberg – fortan auch Wasser vom Seewasserwerk Hirsacker in Horgen beziehen wolle. Man verzichtete auf einen Beitritt zu diesem Zweckverband, denn die eigene Quellwasserversorgung war ausreichend, ausbaufähig und preisgünstig.
Durch Beschluss der Gemeindeversammlung vom 29. September 1969 ging die Wasserversorgung per 3. Dezember 1970 von der privaten Genossenschaft ins Eigentum der Politischen Gemeinde Hütten über. Diese liess die Anlagen in den Jahren 1982 bis 1985 mit einem Kostenaufwand von 940’000 Franken grundlegend erneuern. Eine elektronische Steuerung in der Betriebswarte beim Schulhaus und eine ferngesteuerte Pump- und Messstation im „Segel“ garantieren hohe Sicherheit und rationelle Betriebe. Im Jahre 1984 wurden in Hütten rund 200'000 Kubikmeter Quelwasser gefasst. Davon verbrauchte man in Hütten 70'000 Kubikmeter, in Schönenberg 120'000 Kubikmeter und in Menzingen 10'000 Kubikmeter.
Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987
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