Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03101.jsonl.gz/113

Kants kategorischer Imperativ (http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ)
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich
wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Oder auch die goldene Regel, modifiziert nach Gensler:
„Treat others only as you consent to being treated in the
same situation“
Übersetzt in etwa:
Behandle die anderen so, wie du selbst behandelt werden
möchtest, wenn du in derselben Situation wärst.
Sowohl die goldene Regel nach Gensler als auch die Kantsche
Maxime (beide beinhalten Universalisierungsprinzip/ Selbstzweckformel) halte
ich für abstrakte und nebulöse handlungsanleitungen: Sie definieren das Gute
nicht.
„[...] der Wille ist
ein Vermögen, nur dasjenige zu wählen, was die Vernunft unabhängig von der
Neigung als praktisch nothwendig, d.i. als gut, erkennt“
=> woher bitte soll der mensch wissen was gut ist? Nur durch
die persönliche erfahrung des guten an sich selbst UND durch vernunft (Zuschreibung
der Idee des Guten einer guten Handlung).
Der Imperativ setzt voraus, dass alle Menschen wüssten, was
gut für sich und die anderen ist (leider haben wir es in der praxis nicht immer
mit aufgeklärten und mündigen mitmenschen zu tun). Da die Menschen zudem nicht
gleich sind und deshalb unterschiedliche Vorstellungen von „gut“ haben,
betrachte ich seinen KI als untauglich für die Anwendung auf die Allgemeinheit.
Kant verwendet genau dasselbe Argument der subjektiven
Vorstellungen von Glück als Begründung FÜR seine Pflichtethik.
=> ich betrachte seine ethik als „Überforderung für die
Allgemeinheit“ als „leeren Formalismus“ (trotz gegenteiligem Wortlaut im
wikipedia-artikel)
Deshalb ERGÄNZE ich meinen persönlichen ethischen Leitfaden der
KI/ goldene Regel (Gensler) (Pflichtethik) um die 4 Kardinalstugenden inkl. der
3 christlichen Tugenden (Tugendethik).
(dazu die 10 Gebote, ausser Sabbatgebot =>
Auslegungsfrage: was versteht man unter „ruhen“? darf ich am Sabbat nicht arbeiten,
z.B. fürs studium lernen, sport treiben? => lachhaft => siehe Pharisäer)
Und: Falschzeugnisgebot unter bestimmten Umständen okay) (bsp.:
SS-Mann: wo ist der Jude versteckt?...)
PS:
Kant war zweifellos brillant in seinem logischen denken. Aber
war er auch ein liebender, gläubiger Mensch?
Ich weiss es nicht. Ist natürlich ein hoher Anspruch an einen
Sterblichen. Nur Gott und sein Sohn sind vollkommen.
vernunft hört dort auf, wo der glaube beginnt; dies ist besonders
in der frage nach gott, einer absoluten wahrheit von belang. Kant vertrat eine
agnostische position (meiner meinung nach). Im gegensatz zu kierkegaard: er war
theist. enigma sympathisiert natürlich mit letzterem.