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Indien
Handicap International (HI) startete das erste Projekt in Indien im Jahr 1988. Damals leistete HI technische Unterstützung für ein lokales Rehabilitationszentrum in Pondicherry, Südindien. Nach einer Soforthilfemassnahme nach dem Erdbeben in Gujarat im Jahr 2001 baute die Organisation eine dauerhafte Struktur in Indien auf.
Ein kleines Mädchen mit Prothese - HI Indien | © D. Van Ophalvens / Handicap International
Laufende Aktivitäten
HI ist Teil der IFRA (INDIAN FORUM ON REHABILITATION FOR ALL), einem informellen Netzwerk, das versucht, Einfluss auf die indische Regierung zu nehmen, um die Qualität der Rehabilitationsdienste im Land zu verbessern.
HI engagiert sich im Bereich der Katastrophenvorsorge und verfügt über technisches Fachwissen in Bezug auf Verfahren und Instrumenten zur Integration von Menschen mit Behinderungen. In den Einsatzgebieten arbeitet HI mit den Landesregierungen, lokalen und internationalen nichtstaatlichen Organisationen und Organisationen von Menschen mit Behinderung zusammen.
Derzeit arbeitet HI an der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung in der Privatwirtschaft (Technische Hilfe für MICHELIN). HI unterstützt die Organisationen IDEA und SAKSHAM bei einer Studie, die darauf abzielt, die Wünsche von Menschen mit Behinderung im Alter von 15 bis 40 Jahren in Bezug auf ihre Berufswahl, ihre Einkommensvorstellungen und ihren bevorzugten Arbeitsort zu ergründen.
Hintergrund
Indien zählt zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Dennoch steht das Land weiterhin vor sozioökonomischen Herausforderungen. Laut der Weltbank wird Indien als Land mit niedrigem mittlerem Einkommen eingestuft. Dementsprechend lebt 21,9 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze – der weltweit grösste Anteil armer Menschen in einem Land (wobei eine überarbeitete Methodik zur Messung der Armut angewandt wurde, was auf die grosse Bevölkerungszahl des Landes zurückzuführen ist).
In Indien gibt es zahlreiche Formen von Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung, vor allem gegenüber Frauen, Menschen aus den untersten Kasten, aus anderen Kulturen und aus isolierten ländlichen Gebieten. Menschen mit Behinderung sind vielfältigen Formen der Diskriminierung ausgesetzt und sind schlecht über die verfügbaren Sozialsysteme informiert. Frauen werden unterbewertet und erfahren Ungerechtigkeit, insbesondere beim Zugang zu Dienstleistungen und zum Arbeitsmarkt.
Zudem ist das Land in hohem Maße Naturkatastrophen wie Dürren, Zyklonen, Überschwemmungen und Erdrutschen ausgesetzt.
Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 4
Eröffnungsdatum des Programms: 1988