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Ihr Baby in der 6. Woche
Der Embryo hat mit Beginn der 6. SSW eine deutliche C-Form mit einer mittleren Vorwölbung (dem Herzen) und einem Schwanzteil. Er befindet sich jetzt in einem Entwicklungsstadium, in dem besonders deutlich wird, dass der Mensch ein Wirbeltier ist: Das Neuralrohr ist nun geschlossen, rechts und links am Kopfende sind die Augenbläschen erkennbar. Die im Verhältnis zur Körpergrösse dominierende Wirbelsäule erstreckt sich vom Nacken über die flossenähnlichen Armknospen bis hinunter zu der Stelle, wo die Anlagen für die Beine entstehen.
Aus dem mittleren Keimblatt entsteht eine grosse Anzahl von Skelettknospen, aus denen sich nach und nach 33 oder 34 Wirbel bilden. Unterhalb der Halswirbel zeichnen sich zwölf Brustwirbel ab, aus denen bogenförmig die Rippen wachsen. In dem auf diese Weise entstehenden Brustkorb wird später die Lunge sitzen. Zwischen den Wirbeln entsteht ein Zwischenraum, in dem sich später Nervenbündel aus dem Rückenmark finden. Die Nervenfasern ziehen schliesslich ihr fein gesponnenes Netz über den gesamten Körper und ermöglichen es damit dem Gehirn und Rückenmark, ihre Signale zu sämtlichen Muskelzellen des Körpers zu senden und sie zu bestimmten Bewegungen und Kontraktionen aufzufordern. Dieser Mechanismus fängt an zu arbeiten, wenn der Embryo sechs bis sieben Wochen alt ist.
Das Herz ist eine deutliche Vorwölbung und hat schon primitive Vorhöfe und Herzkammern mit einer Scheidewand. Der noch sehr einfache Kreislauf verbindet sich mit dem Chorion, der äusseren Schicht der Plazenta. Zu dieser Zeit ist der "Mutterkuchen" noch viel grösser als der Embryo, wodurch seine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen sichergestellt wird. In der Nabelschnur, die zur Plazenta führt, stellen Blutgefässe die Verbindung zwischen Mutter und Kind her. In der 6. Schwangerschaftswoche, der 4. Woche nach der Befruchtung, sind schon richtige Blutzellen und nicht mehr nur einfache Flüssigkeit in den Blutgefässen.
Das Darmsystem besteht aus einem vorderen, mittleren und hinteren Anteil. Daraus werden neben Dünn- und Dickdarm auch Rachen, Lunge, Speiseröhre und Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, die ableitenden Harnwege und die Harnblase sowie die Schilddrüse entstehen.
Der Kopf wächst jetzt besonders stark und enthält drei primäre Hirnbläschen, die sich immer mehr differenzieren und bei der Geburt voll funktionstüchtig sein werden. Kleine Einstülpungen am Kopf bezeichnen die Stellen, wo sich die Ohren entwickeln, und auch das Innenohr ist schon ausgebildet. Man kann dem Ungeborenen erstmals ins Gesicht schauen: Dort entwickeln sich die Augen; allerdings liegen die Augenhöhlen jetzt noch in der Region der Schläfen, sodass der Kopf des Embryos in dieser Phase ein bisschen an den eines Fischs erinnert. Nase und Mund sind eindeutig zu unterscheiden, das Riechorgan ist als Riechplakode abgelegt. Zwischen der Andeutung einer Mundöffnung und dem Herzsack befinden sich Auswüchse, aus denen sich später der Unterkiefer sowie Gesicht und Hals bilden werden. Winzige Stimmbänder nehmen Form an.
Ihr Kleines hat in dieser Woche seine Grösse mehr als verdoppelt und ist am Ende dieser Woche schon so gross wie eine Blaubeere!