Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/135509

<h2>SubmittedText<h2><p>In mehreren Medienberichten und vor allem auch in den Kantonsparlamenten von Zürich, Schwyz und Zug ist die geplante zweijährige Sperrung der Zulaufstrecke zum Gotthard-Basistunnel (GBT) zwischen Zug und Arth-Goldau am Tage der Eröffnung dieses epochalen Bahninfrastruktur-Bauwerkes thematisiert worden.</p><p>Nachfragen beim Bundesamt für Verkehr und bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben ergeben, dass dies tatsächlich zutrifft, dass aber die SBB den Auftrag erhalten haben, Wege für eine Verkürzung der Sperrung zu suchen.</p><p>Da quasi am Tage der Eröffnung des längsten Eisenbahntunnels der Welt (mit Kosten von 10 Milliarden Franken für den GBT) wegen einer Sanierung die zentrale Zulaufstrecke für den Personenverkehr aus Richtung Zürich/Zug auf dem Nord-Abschnitt für volle zwei Jahre gesperrt werden soll, erlaube ich mir folgende Fragen:</p><p>1. Wie ist der aktuelle Planungsstand bezüglich der erwähnten Vollsperrung?</p><p>2. Welche Nachteile erleiden die Passagiere sowohl im Regional- wie im Fernverkehr durch diese Sperrung? Entgehen den SBB als betroffenes Bahnunternehmen dadurch allenfalls gewisse Vorteile?</p><p>3. Wurden alle Möglichkeiten zu einer radikalen Verkürzung der Vollsperrung à fond untersucht? Wenn ja, welches sind die Resultate? Wenn nein, ist der Bundesrat bereit, dafür zu sorgen, dass diese Untersuchungen zeitgerecht gemacht werden?</p><p>4. Wurden insbesondere die für den gleichen Zeitraum geplanten Sanierungsmassnahmen auf dem besagten Streckenabschnitt gesondert untersucht? Besteht eine Möglichkeit, diese noch vor der Eröffnung des GBT zu verwirklichen?</p><p>5. Wie beurteilt der Bundesrat die Wirkung der vorgesehenen zweijährigen Vollsperrung in unseren Nachbarländern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die SBB haben die Vorprojekte für die Unterhaltsarbeiten auf dem Abschnitt Zug-Arth-Goldau und für die Doppelspur Walchwil kürzlich abgeschlossen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Dauer der Totalsperre entlang der Ostseite des Zugersees (Oberwil bis Arth-Goldau) auf 1,5 Jahre reduziert werden kann.</p><p>2. Die Züge müssen in der Zeit der Totalsperre über die Westseite des Zugersees umgeleitet werden. Dies bewirkt eine Verlängerung der Reisezeit aus dem Raum Schwyz/Uri nach Zürich. Trotz der Umleitung reduziert sich die Reisezeit zwischen Zürich und dem Tessin dank dem Gotthard-Basistunnel (GBT) bereits um rund 25 Minuten. Die Reisenden aus dem Raum Basel/Luzern können trotz Totalsperre schon nach der Eröffnung des GBT von der vollen Fahrzeitreduktion profitieren. Zur Erschliessung der Gemeinde Walchwil ist eine Ersatzlösung mit Bussen vorgesehen.</p><p>3. Eine mögliche Kürzung der Totalsperre wurde im Rahmen der Vorprojekte (siehe Ziff. 1) vertieft untersucht. Dabei konnte die Dauer der Sperre von ursprünglich zwei auf 1,5 Jahre reduziert werden. Eine weitere Kürzung hätte zur Folge, dass die Arbeiten in einem 24-Stunden-Betrieb erfolgen müssten, was den Anwohnern nicht zugemutet werden kann. Der Gemeinderat von Walchwil hat sich bereits in diesem Sinne dazu geäussert. Auch mit einem 24-stündigen Baubetrieb wäre eine Verkürzung der Totalsperre auf unter ein Jahr kaum realistisch. Aus Sicht des Bundesrates wurden die bestmöglichen Optimierungen vorgenommen.</p><p>4. Die bestehende Bahntrasse wird von Zug bis Arth-Goldau vollständig erneuert. Die SBB führen an über 50 Objekten Substanzerhaltungsarbeiten durch. Sie bestehen aus Unterhaltsarbeiten am Gleiskörper und bei Kunstbauten, aus Profilerweiterungen sowie aus Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahren. Allein für die Realisierung dieser Massnahmen im Umfang von rund 100 Millionen Franken wäre ebenfalls eine Streckensperrung von mindestens einem Jahr erforderlich. Eine Realisierung dieser Massnahmen noch vor Eröffnung des GBT scheint nicht realistisch, zumal die vor dem Baubeginn erforderlichen Bewilligungsverfahren noch gar nicht eingeleitet sind.</p><p>5. Wie bereits unter Ziffer 2 erwähnt, profitieren Reisende aus dem Raum Basel und dem nördlichen Ausland bereits ab Eröffnung des GBT vom vollen Fahrzeitgewinn. Dies gilt auch für Reisende aus Italien mit Destination Basel/Luzern. Aus Italien verkürzt sich die Reisezeit in Richtung Zürich ebenfalls bereits um rund 25 Minuten. Der internationale Güterverkehr wird unabhängig von der Streckensperrung über Rotkreuz geführt und ist daher von der Streckensperrung nicht direkt betroffen. Die Nachbarländer profitieren somit bereits ab Eröffnung des GBT von verbesserten Angeboten.</p>  Antwort des Bundesrates.