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Durch den Klimawandel schmilzt der Permafrost und dadurch geht an den Küsten wertvolles Land verloren, oder es versumpft. Mit der Erwärmung des Erdklimas sind wir nicht nur mit der Freisetzung von Treibhausgasen wie Methan konfrontiert, sondern es entsteht auch durch das Freisetzen von Radon eine unsichtbare heimtückische Bedrohung. Dieses krebserregende, farb- und geruchlose Gas entsteht durch den radioaktiven Zerfall von natürlichem Uran in Böden und Gesteinen. Radon wird mit Lungenkrebs in Verbindung gebracht.
Der Permafrost, der den Boden in der Arktis das ganze Jahr über gefroren hält, verhindert, dass verschiedene Gase in die Atmosphäre gelangen. Das bekannteste davon ist Methan, ein starkes Treibhausgas, das beim Auftauen des Permafrosts freigesetzt und dadurch den Klimawandel beschleunigt. Dadurch geht der ‘Schutzdeckel’ gegen aufsteigende Gase verloren und so wird auch Radon freigesetzt.
Bekannt ist, dass Radon in Gebäude eindringen kann und so ein erhebliches Risiko für Lungenkrebs darstellt. In Grossbritannien werden jährlich etwa 1’000 Todesfälle durch Lungenkrebs auf Radon zurückgeführt. In den USA fordert Radon jedes Jahr 21’000 Todesopfer und ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Ein kürzlich in Earth-Science Reviews veröffentlichter Artikel wirft ein Schlaglicht auf das bedeutende, aber noch wenig erforschte Problem der Radonmigration in Permafrost-Regionen und unterstreicht die dringende Notwendigkeit umfassenderer Studien angesichts des Klimawandels.
Radon zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs
Paul Glover, Professor und Studienautor: „Rauchen erhöht auch die durch Radon verursachten Lungenkrebsraten um etwa das 26-fache, und Rauchen ist in arktischen Gemeinden bis zu 4,4-mal häufiger verbreitet. Folglich könnte eine unerwartete Radonwolke ein gefährliches Gesundheitsrisiko darstellen, wenn sie nicht erkannt wird.“
Um die Gefahren einzuschätzen, die mit zunehmendem Auftauen des Permafrosts verbunden sein könnten, modellierten Paul Glover und seine Kollegen die Radonproduktion und wie das Gas durch Boden, Permafrost und Gebäude strömen könnte.
Das Modell bestätigte, dass Permafrost als Barriere fungiert, aber letztendlich auch die Konzentration des darunter eingeschlossenen Radons um das bis zu zwölffache erhöht. Es zeigte sich auch, dass das Auftauen des Permafrosts bei Gebäuden mit Kellern zu einem dramatischen und langanhaltenden Anstieg der Radonkonzentration im Vergleich zu den Hintergrundwerten führen könnte.
„Wenn der Permafrost stabil wäre, gäbe es keinen Grund zur Sorge. Es ist jedoch mittlerweile allgemein bekannt, dass der Klimawandel zu einem erheblichen Auftauen des Permafrosts führt, wobei bis 2050 ein Permafrost-Verlust von 42 Prozent in der arktischen zirkumpolaren Permafrost-Region erwartet wird“, sagte Glover.
Heiner Kubny, PolarJournal