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VgT-Dokumentation
Hummer, Langusten, Krebse
Hummer haben eine lange Kindheit und werden, wenn sie nicht vorher gefangen werden, bis zu hundert Jahre alt. Sie gebrauchen komplizierte Signale, um ihr soziales Beziehungsnetz zu erforschen und zu etablieren. Sie flirten mit ihren Fühlern. Ihre Schwangerschaft dauert neun Monate. Einige sind Rechtshänder, andere Linkshänder. Sie wandern gerne und weit, über 150 km pro Jahr. Ihre Verständigung ist hochentwickelt.
Boykottieren Sie Hummer-Restuarants!
Hummer gehören zu der biologischen Klasse der höheren Krebse. Sie sind ca 30 cm lang und haben zwei Scheren:
Hummer werden nach dem Fang nicht getötet, sondern müssen – um frisch zu bleiben – den Konsumenten lebend erreichen. Sie werden vor allem in den Sommermonaten im Atlantik vor den Küsten Kanadas gefangen. Um während des ganzen Jahres – so auch bei der Silvester-Fresserei – stets frische Hummer zur Verfügung zu haben, werden sie unter grauenhaften Bedingungen lebend in speziellen Hälteranlagen gehalten. Das sind kleine, schubladenartige Fächer, in denen die Tiere einzeln mit zusammengebundenen Scheren liegen und mit Wasser berieselt werden. In diesen kleinen Schubladen können sie sich nicht bewegen:
So werden sie monatelang gelagert und dann in enge Kisten gepresst um die Welt transportiert. In Gourmet-Küchen werden sie lebendig zerschnitten oder ganz in kochendes Wasser geworfen. Es wird berichtet, dass der Pfannendeckel niedergedrückt werden muss, damit die Hummer nicht aus dem kochenden Wasser springen können.
Bei kühlen Lagertemperaturen litten die Tiere weniger, wird gern behauptet. Ebenso beliebt ist die Behauptung, Hummer und andere Krebse seien sofort tot, wenn sie schliesslich in siedendes Wasser gegeben werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen aber: Hummer, Langusten und andere Zehnfusskrebse empfinden Schmerz, und zwar auch in kühler Umgebung. Die lange und enge Gefangenschaft bedeutet für sie Dauerstress und Qualen. In siedendem Wasser ist ein Hummer je nach Grösse erst nach 15 Sekunden bis 7 Minuten tot. Kalt aufsetzen und dann zum Sieden bringen macht die Qualen nicht geringer. Das Tiefgefrieren von Hummern vor dem Kochen ist ebenfalls keine schmerzlose Methode; die Betäubung tritt nur langsam ein. Selbst das Zerschneiden der Nervenzentren wird von Wissenschaftern als untaugliche Methode beurteilt: Sie verlangt viel Wissen und Können, und in der Praxis dauert es zu lange, bis der Krebs unter Schmerzen endlich bewusstlos ist.
Diese grauenhafte Tierquälerei dient einzig dazu, dass ein paar dekadente Geldsäcke mit dieser besonderen „Delikatesse“ aufschneiden können. Und darüber berichtet die Botox-Moderatorin in der Silvestertagesschau nicht etwa kritisch, sondern bewundernd.
"Die Hummer hatten wir zu meinen Zeiten schon im Kassensturz. Gewisse Änderungen brauchen mehr als eine Generation...", Urs P Gasche, Mitbegründer der Sendung "Kassensturz" (Quelle: fair-fish Februar 2009)
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Leiden für die Feinschmecker, saldo 7. April 2012