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Allgemeine Informationen über Rehabilitation
Die Rehabilitation wird einem Patienten bei schwerwiegender Krankheit verordnet oder nachdem er sich einer gravierenden Operation unterziehen musste. Die Massnahmen der Rehabilitation helfen Menschen mit Einschränkung, zu ihrer gewohnten Form zurück zu gelangen oder diese aufrecht zu erhalten. Dabei bezieht sich die Rehabilitation sowohl auf den körperlichen, als auch auf den geistigen Zustand und die sozialen Umstände.
Definition der Rehabilitation
Der Begriff „Rehabilitation“ wird vielfältig verwendet und umfasst eine weite Spanne von Leistungen und Massnahmen. Grundsätzlich beinhaltet Rehabilitation die Wiederherstellung des Gesundheitszustandes. Eine Rehabilitation wird nötig, wenn eine Person körperliche Einschränkungen zeigt oder sein Gesundheitszustand gefährdet ist. Gesetzliche Grundlage für die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen bildet das Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX). Demnach dient die Rehabilitation dazu, die „Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken“ (§ 1 SGB IX).
Internationale Grundlage von Gesundheit und Rehabilitation bildet die internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit, das sogenannte ICF-Modell der Weltgesundheitsorganisation. Danach besteht eine umfassende Gesundheit aus den Komponenten Körper, Aktivität und Partizipation (Teilhabe). Auch wird Gesundheit als ein Gesundheits-Krankheits-Kontinuum verstanden: Das blosse Fehlen von Krankheitssymptomen macht einen Menschen noch nicht gesund, doch trotz körperlicher Gebrechen kann sich ein Mensch gesund fühlen.
Wann erhält ein Patient eine Rehabilitation?
Nach schweren Erkrankungen oder massiven Operationen bekommt der betroffene Patient eine Reha verordnet, um seine körperliche und geistige Verfassung wieder zu erlangen. Bei der mehrwöchigen Rehabilitation wird eine Kombination verschiedener Therapiekonzepte angewendet, die bei jeder Krankheit unterschiedlich zusammenwirken. Auf diese Weise werden ein Ausgleich und die Wiederherstellung der geschädigten Körperfunktion ermöglicht.
Bei einer Reha werden verschiedene Therapiekonzepte, beispielsweise Physio-, Ergo- und Logopädie, kombiniert und gezielt an die Bedürfnisse des Patienten angepasst. So ergeben sich für unterschiedliche Krankheiten die unterschiedlichen Rehabilitationen, darunter etwa die internistische, die onkologische, die orthopädische, die neurologische oder die psychosomatische Reha. Auch chronisch Kranke können eine Rehabilitation wahrnehmen und auf diese Weise eine Verbesserung ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu erzielen.
Verschiedene Reha-Massnahmen
Zu den Massnahmen der körperlichen, geistigen und sozialen Rehabilitation zählen alle Therapieansätze, die dem Patienten helfen können, seine ursprüngliche körperliche und geistige Verfassung wiederzuerlangen oder weitestgehend wiederherzustellen. Dazu gehören zum Beispiel die Physiotherapie oder Krankengymnastik sowie die Ergotherapie, die Logopädie und die Hippotherapie. Aber auch moderne Konzepte zur Stressbewältigung oder dem Stressmanagement wie Yoga können zu einer Rehabilitation gehören, darunter insbesondere Massnahmen, die der Patient zur Reha in seinen herkömmlichen Alltag einbauen kann, um neu aufkommenden Krankheitsbeschwerden entgegen zu wirken.
Der Faktor Stress muss heutzutage bei einer Rehabilitation besonders berücksichtigt werden, da der normale Alltag des Patienten stressreicher geworden ist. Der Faktor eines anstrengenden Berufs kann das Krankheitsbild, den Krankheitsverlauf und die Genesung jedes einzelnen Patienten negativ beeinflussen. Aus diesem Grund ist auch das Erlernen einer gelungenen Stressbewältigung und Strategie, um mit Stress umzugehen, ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation. Diese Massnahmen wirken gleichzeitig vorbeugend, um weitere Krankheiten oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes zu bewirken.
Dass eine Rehabilitation genau auf den Patienten, seine Bedürfnisse und die zu Grunde liegende Diagnose zugeschnitten ist, zeigen auch die verschiedenen Rehas, die es in der Medizin gibt. Experten für orthopädische Reha versorgen beispielweise Patienten nach schweren Operationen und dem Einsetzen von künstlichen Gelenken. Experten für neurologische Reha helfen unter anderem Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben oder Einschränkungen der neurologischen Funktionen haben, in ihre herkömmliche Form zurück.
Während bei der orthopädischen Reha beispielsweise die Physiotherapie wichtig ist, um die Muskulatur zu stärken, wird bei der neurologischen Rehabilitation Wert auf Ergotherapie gelegt, um verloren gegangene Funktionen, z.B. nach einem Schlaganfall, wieder zu gewinnen.
Bestandteile einer Rehabilitation
Folgende Leistungen sind Bestandteile einer Rehabilitation:
- Leistungen der medizinischen Rehabilitation
- Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
- Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
- Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen
Sämtliche Rehabilitationsleistungen und -massnahmen stehen unter dem Leitsatz „Reha vor Rente“. Allerdings ist eine erfolgreiche Umsetzung dieses Prinzips mit Hürden verbunden, die gemeistert werden müssen.
Wann ist eine Rehabilitation erfolgreich?
Eine Rehabilitation ist dann erfolgreich, wenn sie sofort, nahtlos, individuell und ganzheitlich ausgerichtet ist. Sofort meint: Die Massnahmen beginnen so früh wie möglich nach Einsetzen der Krankheitssymptome. Die Übergänge zwischen verschiedenen Rehabilitationsmassnahmen sind aufeinander abgestimmt und erfolgen nahtlos ohne Verzögerungen. Der Therapieplan ist individuell auf die Bedürfnisse, Neigungen, Fähigkeiten sowie alltäglichen und arbeitsbezogenen Beanspruchungen des Patienten abgestimmt. Die Rehabilitationsmassnahme bezieht den Patienten ganzheitlich ein, das heisst als Gesamtperson unter physischen, psychischen und sozialen Gesichtspunkten.
Um eine optimale Kommunikation zwischen den jeweiligen Behandlern (bspw. Ärzten, Therapeuten) und dem Patienten zu gewährleisten, ist eine Dokumentation von Rehabilitationsmassnahmen, -verlauf und -ergebnissen unersetzlich. Nur dadurch kann die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert und dem Patienten eine umfassende Betreuung im Sinne der Ganzheitlichkeit ermöglicht werden.
Die therapeutischen Massnahmen richten sich nach den Ressourcen des Patienten und vermeiden die Betonung bestehender Defizite. Eine solche patientenzentrierte Rehabilitation sieht den Betroffenen als handelnden und nicht als behandelten Patienten. Dabei ist der Patient in die Entscheidungs- und Handlungsprozesse aktiv einbezogen. Diese Herangehensweise erhöht die Akzeptanz und Motivation für die Massnahme und fördert damit ihren Erfolg.
Medizinische Spezialisten für Rehabilitation
Experten für Rehabilitation unterstützen Patienten beim Gesundwerden nach schweren Krankheiten und Operationen. So kümmert sich der Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin um die Nachsorge der Behandlung eines Patienten. Die Rehabilitation, auch Rehabilitierung, beschreibt einen Prozess der Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Eine Reha kann in verschiedenen medizinischen Bereichen angewendet werden. So gibt es zum Beispiel die internistische, die onkologische, die orthopädische, die neurologische oder die psychosomatische Reha.