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Foveales Sehen beim Lesen.
Foveales Sehen beim Lesen.
Dieses Bild zeigt die Bildschärfe (acuity) des fovealen Sehens
beim Lesen(während einer Augenfixation).
Die untere Textzeile simuliert die Bildschärfe unter Angabe der prozentuellen
Bildschärfe nach wissenschaftlichen Daten (aus Hunziker, H.-W., (2006). Im Auge des Lesers.)
Als Test fixieren Sie mit einem Auge die Mitte
der Zeile bei der Markierung "Fixation point" und schliessen das andere Auge. Dann versuchen
Sie, die Zeile zu lesen, ohne dabei das Auge zu bewegen.
Das Ergebnis sollte der unteren Zeile ähnlich sein - ausser, dass
Sie nicht den Eindruck haben, der Text sei unscharf. Der Grund: Ihre visuelle
Wahrnehmung ist bereits das Ergebnis umfangreicher "Berechnungen"
Ihres Gehirns. Ihr System "weiss" dass die obere Textzeile nicht
unscharf ist - also können Sie diese nicht als unscharf sehen. Trotzdem können Sie einzelne Buchstaben oder Wörter schlechter erkennen, je weiter diese vom Fixationspunkt entfernt sind.
Während das foveale Sehen wie ein Teleobjektiv funktioniert (also vergrössert),
ist das periphere Sehen eher eine Art Datenkompression. Es erlaubt
Ihren "biologischen Computern" die für Sie bedeutungsvolle
Information aus Ihrem Gesichtsfeld zu finden. In Millisekunden berechnen
sie alle notwendigen Muskelbewegungen, um Ihr foveales System in die richtige
Position zu bringen. Dies geschieht 3 bis 4 mal pro Sekunde. Automatisch
werden dabei die komprimierten Daten Ihres Gesichtsfeldes neu aufbereitet
und der neuen Augenstellung angepasst, damit sich in Ihrer Wahrnehmung
auch nur das bewegt, was sich tatsächlich bewegt.
Für die Uebermittlung der Daten zum Gehirn beansprucht das foveale System rund die Hälfte der Sehnerven, obschon seine Information flächenmässig nur etwa ein Zehntausendstel des ganzen Gesichtsfeldes umfasst.