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Astronomische Gesellschaft Baden
5400 Baden / Schweiz
|Historisches

einzelne Veranstaltungen

Die Anfänge
Über die Anfänge der Astronomischen Gesellschaft Baden (AGB) wissen wir nur wenig. Sie wurde wohl in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gegründet. Die Gesellschaft, welche nicht Mitglied der Schweizerischen Astronomische Gesellschaft (SAG) war, bestand aus ca. 8 Mitgliedern, welche auf der Allmend Baden (etwa beim heutigen Restaurant Belvédère) eine kleine Sternwarte mit einem Refraktor (Kometensucher) besassen. Der BBC-Ingenieur Alfred Lienhard aus Ennetbaden leitete diese AGB. Wie Lienhard in einem Brief von 1943 an Eduard Bazzi, dem Sekretär der SAG, erwähnt, verkaufte die Stadt Baden noch während der Kriegszeit das Gelände, auf welchem die AGB-Sternwarte stand. Dies führte dann etwa in der Mitte oder gegen Ende der 40er Jahre zur Auflösung der AGB. Die Instrumente wurden an Robert A. Näf in Meilen (Sternenhimmelverfasser) verkauft.
1950 - 1959
Anlässlich eines Film-Vortrags von Hans Rohr (Generalsekretär der SAG, Schaffhausen) über das 5m-Teleskop von Mt. Palomar/USA am 8. Dezember 1950 hat der Badener Marcel A. Matthey die Wiedergründung der AGB angeregt. In einem Rundschreiben lud er Interessierte zur konstituierenden Versammlung ein am 20. März 1951 im Rest. Badenerhof in Baden. Dort wurde die Wiedergründung der AGB von den erschienenen sieben Gründungsmitgliedern beschlossen und Marcel A. Matthey zum ersten Präsidenten gewählt. Mittels Vereinsabenden mit Vorträgen oder Kursen, sowie mit Ausflügen und Reisen zu astronomisch interessanten Orten wollte man mit der AGB Interessierte begeistern. Ein im Anschluss an die konstituierende Versammlung gezeigter Diavortrag von Marcel A. Matthey über den letzten Ausbruch des Ätna sollte Sinnbild für die Kraft und Energie der neuen AGB sein. Die Gesellschaft trat sogleich der SAG bei, was im ORION von 1951 entsprechend gewürdigt wurde:
Matthey blieb der AGB aber nicht lange erhalten, denn er wanderte am 17. Januar 1952 nach London aus. Der damalige Vizepräsident Ernst Reusser nahm dann die Zügel in die Hand, und er wurde an der GV vom 10. Juni 1952 zum neuen Präsidenten gewählt. Er war gelernter Buchhalter und betrieb an der Badstrasse 31 in Baden ein Geschäft, wo er Nähmaschinen verkaufte und reparierte. Auch betrieb er eine eigene Wetterstation, deren Messungen er über viele Jahrzehnte im Badener Tagblatt und später in der Aargauer Zeitung in monatlichen Mitteilungen festhielt. Unter seiner Führung begann sich die AGB zu gestalten.
Wie aus dem Veranstaltungskalender der 50er Jahre zu entnehmen ist, sind uns die Aktivitäten der ersten AGB-Jahre nur sehr mangelhaft überliefert. Es gab periodische Zuammenkünfte, und 1952 wurde an mehreren Vereinsabenden die Handhabung der Schweizerische Sirius-Sternkarte erklärt, und Im folgenden Jahr besuchte man das Sonnenobservatorium in Arosa, dessen Besichtigung unter kundiger Leitung von Prof. Max Waldmeier von der ETH Zürich stand. Eine Reise zur Sternwarte von Jakob Lienhard in Innertkirchen war für August 1953 geplant und im Badener Tagblatt ausgeschrieben. Ob diese Reise zu Jakob Lienhard, der als erster Schweizer eine Schmidt-Kamera baute, auch durchgeführt wurde, ist jedoch ungewiss.
Da zu jener Zeit das Angebot von käuflichen Fernrohren klein und für die meisten Leute nicht bezahlbar war, kam unter den Hobby-Astronomen in der Schweiz und darüber hinaus das Bedürfnis auf, Fernrohre selbst zu bauen. Vielerorts wurden entsprechende Kurse organisiert. Unter anderem hat sich da der Schaffhauser SAG-Sekretär Hans Rohr überall für den Fernrohr-Selbstbau eingesetzt, und er hat 1949 diesbezüglich sein berühmtes Buch "Fernrohr für jedermann" in seiner ersten Auflage herausgegeben. Es ist erwähnenswert, dass Hans Rohr gelernter Confiseur war, was doch zeigt, dass das Interesse an Astronomie nicht notwendigerweise ein Hochschulstudium bedarf. In den Jahren 1954 und 1955 wurde von der AGB ein Spiegelschleiferkurs unter der Führung von Jakob Fischer durchgeführt, an dem ca. 8 Leute aktiv teilnahmen. Ernst Reusser hat dazu im Schaufenster seines Nähmaschinenladens viel Propaganda gemacht und so zum Gelingen dieses Kurses wesentlich beigetragen. Hans Rohr, der einige Vorträge bei der AGB hielt, interessierte sich sehr für den Spiegelschleifkurs und hat bei einem Besuch dieses Kurses viele wertvolle Anregungen und Ideen einfliessen lassen.
Im Jahre 1957 erlebte die AGB mit dem Pieps von Sputnik 1 den Aufbruch in ein neues Zeitalter, dessen gewaltige Auswirkungen auf die Astronomie zu jenem Zeitpunkt nicht absehbar war.
1957 und 1958 wurden weitere Sternkarten-Lesekurse von Franz Zehnder (AGB) durchgeführt. An den Vereinsabenden wurden teils externe Referenten eingeladen, und teils hielten AGB-Mitglieder selbst Vorträge über astronomische und auch nichtastronomische Themen. Im Jahre 1958 wurde eine Reise veranstaltet ans Landestopografische Institut in Bern und zur Universitäts-Sternwarte Zimmerwald, und ein Jahr später ans Observatoire de Neuchâtel.
Aufgrund des Erfolgs des Spiegelschleifkurses vor einigen Jahren wurde im Herbst 1958 ein weiterer Spiegelschleifkurs organisiert, der sich dann zu einem mehrjährigen Instrumenten-Baukurs ausweitete, welche die AGB weitherum bekannt machte bezüglich ihrer Kompetenz im Instrumentenbau. Auf Anregung von Hans Rohr entwarf der Ingenieur Herwin Ziegler eine parallaktische Montierung, welche mit vernünftigem Aufwand in Serien hergestellt werden konnte. Die beiden BBC-Werkmeister Albert Schnopp und Heinrich Forster realisierten darauf die Serienproduktion dieser Montierung, welche als Badener-Montierung bekannt wurde. Die Montierungsbau-Gruppe der AGB fand hierzu Unterschlupf in einer Militärbaracke in Birmenstorf, wo sie sich mit ausgedienten Werkzeugen der BBC der Produktion der Badener Montierung widmete. Mehrere Serien von je etwa 25 Stück wurden hergestellt. Die Aluminiumgussteile wurden von der Leichtmetallgiesserei Neuenhof gefertigt. Die Konstruktion entstand durch den Enthusiasmus von an Astronomie interessierten Ingenieuren und Technikern, welche ihr Wissen und ihre Kompetenz in dieses Werk einfliessen liessen. Die Badener Montierung wurde zur Legende unter Amateurastronomen in der ganzen Schweiz und bildet e in Paradebeispiel für eine gut durchdachte, sauber und kompetent ausgeführte, technisch hochstehende parallaktische Fernrohrmontierung mit Motorantrieb. Nebst Newton- und Cassegrain-Teleskope wurden an diesem Instrumentenbaukurs u.a. auch Schiefspiegler-Teleskope, Maksutov-Kameras, Transistoren und lichtelektrische Photometer hergestellt. Helmut Eggeling baute auch eine Tieftemperatur-Kamera.
Insgesamt sieben Vorträge standen 1959 im Programm. Speziell erwähnen wollen wir denjenigen von Prof. Paul Wild, dem Vorsteher des astronomischen Instituts der Uni Bern. Er sprach über die Erkenntnisse aus den Aufnahmen des 5m-Teleskops auf dem Mt. Palomar/USA, welche in jener Zeit einen Quantensprung für die Astronomie darstellten. Einen wunderschönen und würdigen Abschluss dieser erfolgreichen Fünfzigerjahre der AGB bildete der Vortrag von Ernst Reusser (AGB), welcher seine eigenen Fotos von der Sonnenfinsternis von 1959 auf den Kanarischen Inseln präsentierte.
1960 - 1969
Die Reise von Ernst Reusser auf die Kanarischen Inseln zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis 1959 bescherte ihm ein Titelblatt in der Orion-Zeitschrift Nr. 67 von 1960.
Der Bekanntheitsgrad der AGB lockte nebst vielen einheimischen Neumitgliedern auch etliche Mitglieder aus dem Ausland an. Von den bis zu elf ausländischen Mitgliedern aus Deutschland oder der Tschechoslowakei dürfte der berühmteste darunter wohl Anton Kutter aus Biberach/BRD gewesen sein. Sein Kutter-Schiefspiegler-System fand international viel Anklang, und seine Sternwarte erschien im Dezember 1958 als Titelbild von Sky&Telescope. Anton Kutter ist auch das erste AGB-Mitglied, welches einen Eintrag im Wikipedia-Lexikon besitzt.
1961 wurde Walter Bohnenblust zum neuen Präsidenten gewählt. Wie sein Vorgänger war er gelernter Buchhalter, aber er war eher ein Manager als ein Teleskop-Bauer. Dies zeigte sich im selben Jahr, als die AGB die Astro-Amateur-Tagung in Baden organisierte, wo Bohnenblust dem Organisationkomitee vorstand. Dieser Grossanlass am 7. und 8. Oktober fand im ABB-Gemeinschaftshaus Martinsberg in Baden statt. Über 400 Teilnehmer kamen an diese Tagung. Renommierte Referenten hielten Vorträge über astronomische Themen. Eine Ausstellung zeigte über 50 Fernrohre aller Grössen aus Selbstbau, darunter natürlich auch solche mit Badener-Montierung, und viele astronomische Geräte rund um das Fernrohr wie Maksutov- und Schmidt-Kameras rundeten die erfolgreiche Ausstellung ab.
Eine Reise zu den Sternwarten Binningen und Metzerlen von der Universität Basel sorgte für eine interessante und gesellige Veranstaltung.
Eine Fülle von Vorträgen von externen und internen Referenten (siehe Liste rechts) begeisterten in diesem Jahrzehnt die Zuhörer an den regelmässigen Vereinsabenden.
1962 begann ein weiteres grosses Kapitel der AGB, nämlich der Bau einer Sternwarte. Ein Initiativkomitee suchte ein geeignetes Gelände und fand ein solches auf dem Cheisacher in Sulz (AG). Drei Jahre Später wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, und man begann mit dem Bau, der in Fronarbeit von AGB-Mitgliedern durchgeführt wurde. 1966 konnten bereits erste Beobachtungen gemacht werden mit dem 50 cm Newton-Cassegrain Teleskop (f=2.5m), welches Eugen Aeppli in Südafrika baute und nach seiner Rückkehr in die Schweiz im Cheisacher aufgestellt wurde. Später, im Jahre 1983 wurde dann eine neue Optik im Fernrohr eingebaut und die Brennweite auf 5m erweitert.
1962 besuchte die AGB das Astronomische Institut der Uni Basel unter der Führung des Institutsmitarbeiters Emil Krušpán, welches sich sehr für die AGB einsetzte und auch viele Vorträge bei der AGB hielt. Ein Jahr später unternahm man eine Reise zu Anton Kutter nach Biberach/BRD, welcher, wie schon erwähnt, wegen seines Kutter-Schiefspieglers weltbekannt war und in Biberach eine eigene Sternwarte betrieb.
1964 fand die Schweizerische Landesaustellung EXPO 64 in Lausanne statt. Im Rahmen des Instrumentenbaukurses der AGB wollte man natürlich dabei sein und fertigte ein Luxus-Fernrohr mit Badener-Montierung an, welches an der EXPO 64 viel Interesse fand.
Der Erfolg der Astro-Amateur-Tagung von 1961 ermunterte die AGB, diese Tagung 1965 nochmals in Baden zu organisieren. So fand diese am 2. und 3. Oktober 1965 wiederumg im ABB-Gemeinschaftshaus Martinsberg statt. Wiederumg hielten qualifizierte Referenten von extern und von der AGB interessante Vorträge über astronomische Themen, auch gab es eine Ausstellung mit über 50 astronomischen Geräten, und an einem Fotowettbewerb gewann Helmut Eggeling mit den Aufnahmen des Orion-Nebels mittels seiner selbst gebauten Tieftemperaturkamera den ersten Preis. Diese Fotos wurden später durch die Publikation in Orion Nr. 95-96 (1966) S.81 als auch in Sky&Telescope (Dec. 1967) S. 400 weltberühmt. Viel Erfolg hatte auch der Film von Herwin Ziegler über die Kunststoffklebe-Technik im Gerätebau. Für die über 600 Teilnehmer war diese Tagung eine überaus lehrreiche und interessante Veranstaltung, und es war auch ein Ort der Begegnung von Gleichgesinnten, wo man neue Kontakte knüpfen und alte auffrischen konnte.
Wir wollen auch erwähnen, dass 1966 das AGB-Mitglied Erwin Wiedemann für ein Jahr SAG-Präsident war. Er machte sich nicht nur für die SAG verdient, sondern schrieb als Orion-Redaktor auch eine Fülle von Artikeln über Optik.
1970 - 1979
In den folgenden Jahren waren die Mitglieder mit dem Instrumentenbaukurs und dem Ausbau der Sternwarte Cheisacher beschäftigt. Da der Ausbau und Unterhalt der Sternwarte zeit- und kostenintensiv war, und die Handhabung der Instrumente einer gewissen Grundkenntnis und Einarbeit bedurfte, kam der Wunsch auf, die Sternwarte solchen zur Verfügung zu stellen, welche bereit waren, die nötigen zeitlichen und finanziellen Anforderungen mitzutragen. Deshalb gründeten 1978 acht AGB-Mitglieder die Vereinigung Sternwarte Cheisacher und betrieben diese Sternwarte als eigener Verein, zu dem sich bald weitere Interessierte hinzugesellten. So kam es, dass einige entweder nur der AGB oder nur der Vereinigung Sternwarte Cheisacher, oder beiden Vereinen angehörten. Durch die regelmässigen öffentlichen Beobachtungen, welche von der Sternwarte nun durchgeführt wurden, haben aber alle immer wieder die Chance, im Cheisacher vorbeizukommen.
Mit Reisen hielt man sich in dieser Zeit eher etwas zurück, aber 1970 besuchte man das Planetarium Luzern, wo man sich einen Film über das Astronautentraining anschaute.
Insgesamt 44 Vorträge wurden in diesen siebziger Jahre angeboten. Bekannte Professoren wie Max Schürer und Paul Wild (beide Uni Bern), Gustav Andreas Tammann (Uni Basel) und Mieczyslav Taube (ETH Zürich) hielten mehrmals Vorträge bei der AGB, aber auch andere externe und AGB-interne Referenten standen mit ihren Vorträgen den Professoren nicht nach. Speziell erwähnen wollen wir auch Lou Zinsstag (Basel), welche mit ihrem Vortrag über UFO-Sichtungen und Erlebnisberichten etwa 80 Zuhörer anlocken konnte, soviel wie noch nie an einer Abendveranstaltung der AGB, und es dürfte wohl noch viele Jahrzehnte dauern, bis die AGB sich einer solchen Zuhörerschaft wieder erfreuen kann.
1980 - 1989
Die erste Reise dieses Jahrzehnts führte, wie schon vor zehn Jahren, ins Planetarium von Luzern. Das Vereinsleben in diesen achziger Jahren gestaltete sich ähnlich wie früher durch viele hoch stehende Vorträge, insgesamt 52 an der Zahl, deren Referenten und Titel rechts aufgelistet sind.
1982 wurde Friedrich Reufer neuer AGB-Präsident. Er war Lehrer und nutzte diese Fähigkeit auch, um mit Kursen und Vorträgen die Astronomie jedermann verständlich zu machen. Als Pianist, der öffentlich Konzerte gab, hatten die AGB-Mitglieder auch hin und da Gelegenheit, die künstlerische Seite von ihm kennenzulernen.
Im Vereinsprogramm wurden wieder vermehrt Ausflüge organisiert. So besuchte man die Sternwarten Arosa (1983), Uitikon und Bülach (1984) sowie die Sternwarte Hubelmatt in Luzern (1987). Eine mehrtägige Reise wurde 1989 zur Firma Lichtenknecker Optics in Hasselt (Belgien) duchgeführt mit einen Abstecher zum Radioteleskop Effelsberg in der Eifel/BRD. Ein Jahr später unternahm man gemeinsam eine Reise an die Fachmesse für Amateur-Astronomen in Laupheim bei Ulm/BRD.
1990 - 1999
1990 wurde die SAG-Generalvesammlung von der AGB organisiert, welche am 19. und 20. Mai im Hotel Du Parc in Baden durchgeführt wurde. Nebst diversen Vorträgen gab es auch einen Flohmarkt mit astronomischen Geräten und Zubehör. Auch wurden diverse Planetarien- und sonstige Astronomie-Programme auf Computern vorgeführt, war es doch die Zeit, wo solche Programme für den privaten Gebrauch erhältlich und erschwinglich wurden.
Noch im selben Jahr gab es einen neuen Präsidenten. Hans Bieri leitete von nun an die Geschicke der AGB. Als Pfarrer und Philosoph brachte er ein wenig eine neue Anschauungsweise der Astronomie in den Verein. Man wurde etwas vermehrt aufmerksam auf Leute wie Galilei und Newton, welche die Astronomie wesentlich beeinflussten.
Der Veranstaltungskalender der AGB war in diesem Jahrzehnt wie schon immer reich gefüllt mit insgesamt 40 interessanten Vorträgen aus allen möglichen Gebieten der Astronomie und teils auch von nichtastronomischen Themen.
Um den Instrumenten-Selbstbau wieder zu beleben, startete Herwin Ziegler 1992 im Rahmen der SAG die Aktion Yolo. Yolo ist der Name für die Art von Schiefspiegler, wie sie Arthur S. Leonard in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt hat. Bald bildete sich ein erstes Team mit Teilnehmer aus allen Landesgegenden, welche nebst dem Spiegelschleifen auch die entsprechenden Instrumente bauten. Der Erfolg sprach sich weit herum, sodass 1997 ein weiteres Yolo-Team seine Arbeit aufnahm und deren Mitglieder erfolgreich und mit viel Eifer ihre Instrumente bauten.
1994 bereicherte ein Besuch der Firma Schott in Mainz/BRD, welche unter anderem Spezialgläser für optische Instrumente herstellt, das Angebot der AGB.
1995 wurde Jean-Marc Schweizer neuer Präsident. Als Elektroingenieur war er im Business tätig und beruflich weltgereist. Er besass eine eigene kleine Sternwarte, und seine diesbezüglichen Fähigkeiten gab er später als Demonstrator in der AVA-Sternwarte Schafmatt anderen Interessierten weiter.
Im selben Jahr fand ein Besuch des Erdbebendienstes an der ETH Zürich auf dem Programm, der gemeinsam mit der Vereinigung Sternwarte Cheisacher durchgeführt wurde. Auf reges Interesse fand auch der Besuch bei Hans Nigg (1996), der seine Fernrohre, seine sehr umfangreiche Wetterstation und sein ausgeklügeltes Heizsystem mit Wärmepumpe demonstrierte. Ein Samichlausbummel auf dem Planetenweg der Astronomischen Vereinigung Aarau (AVA) rundete das Jahr 1998 ab.
Die AGB veröffentlichte 1997 erstmals eine eigene Website mit der Adresse http://baden.astronomie.ch, und schloss sich damit dem Trend der Zeit mit der Welt in der eigenen Wohnstube sinnvollerweise an.
Als astronomisches Grossereignis kündigte sich 1999 eine Sonnenfinsternis an, deren Totalität für uns Badener im Bereich von wenigen Autostunden stattfand. Eine mehrtägige Reise ins süddeutsche Donauwörth/BRD wurde veranstaltet. Doch wie es noch manchem in Europa widerfuhr, zogen kurz vor der Totalität Wolken über den Himmel, und anstatt einer Sonnenfinsternis gab es leider nur noch eine Finsternis zu sehen.
2000 - 2009
Den ersten Jahrtausendwechsel in der Geschichte der AGB hat diese problemlos überstanden. Auch in dieser neuen Ära zeigte man sich offen gegenüber weniger astronomichen Ereignissen, wie z.B. Dinosaurier, und ein Besuch des Sauriermuseums im Jahre 2000 in Aathal fand grossen Anklang.
Überhaupt fanden bei der AGB die Ausflüge und Besuche immer mehr Anklang, und alljährlich stand nun diesbezüglich etwas im Programm. 2001 fand eine 4-tätige Reise statt zum Radioteleskop Effelsberg, zur Sternwarte Hoher List bei Daun in der Eifel/BRD und nach Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx. Die Reise wurde von Karl-Heinz Kappert von der Astronomischen Vereinigung Aarau (AVA) organisiert und stand auch der AGB offen, und diverse AGB-Mitglieder nahmen daran teil. Ein Jahr später gings zur Jurasternwarte Grenchenberg. Es gibt wohl wenige Tage im Jahr, wo es auf dem Grenchenberg mehr gegnet als an jenem Besuchstag, aber es war trotzdem sehr eindrücklich, was dort geboten wird. Die Sonnenbeobachtungsstation in Bleien bei Gränichen wurde 2003 besucht, und im darauf folgenden Jahr reiste man ein weiteres mal nach 1959 zum Observatoire de Neuchâtel.
Im Jahr 2001 haben sich ein paar Leute zusammengefunden, welche sich zum Ziel gesetzt haben, mit dem 50cm Teleskop auf dem Cheisacher den Pluto zu beobachten. Mit viel Liebe, Aufwand und entsprechenden Aufsuchkarten gelang es dann auch, den Pluto, welcher sich als kleines Lichtpünktchen zeigte, zu erkennen.
Das Jahr 2003 versprach für Astronomen etwas ganz feines, nämlich der Merkurtransit am 7. Mai. Zu diesem Anlass stellten Hans Brücker und Viktor Heldner von der AGB zwei geeignete Fernrohre auf der Baldegg Baden auf. Dieser öffentliche Anlass fand bei idealem Wetter reichlich Anklang. Das folgende Jahr doppelte gleich nach mit dem Venustransit am 8. Juni 2004. Auch hier organisierte die AGB auf der Baldegg ein öffentliches Beobachtungsfest, bei dem Jung und Alt aus der Umgebung dich dieses seltene Ereignis anschauten, und auch das Fernsehen Tele M1 filmte diesen geselligen Anlass der AGB, der bei idealem Wetter stattfand.
Im Jahre 2005 wurde Markus Furger zum neuen Präsidenten gewählt. Als Atmosphären-Physiker beschäftigt er sich schon von berufswegen mit astronomieverwandten Problemen, und als begeisteter Astrofotograf hat er, wie auf unserer Astro-Foto-Site zu sehen ist, viele spektakuläre Astro-Fotos geschossen.
Das Jahr 2005 ging in die Geschichte ein als das Einsteinjahr. Es war einerseits der 50. Todestag von Albert Einstein, und anderseits der hundertste Geburtstag seiner fünf Publikationen über den photoelektrischen Effekt, die Bestimmung der absoluten Atomgrösse, die Erklärung der Brownschen Bewegung, das Relativitätsprinzip von Raum und Zeit, und über die Spezielle Relativitätstheorie. Diesem Ereignis trug die AGB Rechnung, indem sie eine Reise nach Bern an die Einsteinausstellung durchführte. Auch sprach Einstein an einer AGB-Veranstaltung einmal direkt zu uns, zumindest in Form einer historischen Tonaufnahme, welche uns ein Jahr später bei einem Vortrag von Prof. M.C.E. Huber präsentiert wurde.
Im folgenden Jahr zog eine Schar von AGB-Mitgliedern auf die Insel Mainau und anschliessend zu Sternwarte und Planetarium Kreuzlingen, wo ihr eigens ein interessanter Film vorgeführt wurde. Noch im selben Jahr fand die Internationale Astronomiemesse AME 2006 in Schwenningen/BRD statt, welche von einigen AGB-Mitgliedern mit Interesse besucht wurde. Diese Veranstaltung wurde in den folgenden Jahren regelmässig von unseren Mitgliedern besucht.
Anfangs 2007 wurde wieder ein neuer Präsident gewählt. Jean-Pierre Bolengo leitete fortan die Geschicke der AGB. Beruflich beschäftigt er sich als Selbständig-Erwerbender mit Computernetzwerken und diesbezüglichen Schulungen. Als astronomiebegeisterter unterhält er auch eine Website http://astro.bolengo.ch, unter der man viele interessante Astronomie-Anwendungen ausprobieren kann.
Mit der Astronomischen Vereinigung Aarau (AVA) pflegte die AGB in letzter Zeit vermehrt Kontakte, indem man gemeinsame Veranstaltungen durchführte, die einen und anderen kennen sich ein wenig, und so kam es, dass Jean-Marc Schweizer sich als Demonstrator in der AVA-Sternwarte Schafmatt betätigt. Schon seit Jahren versuchte er, einen Demonstrationsabend mit der AGB durchzuführen, aber das Wetter ist in dieser Region halt nicht wie bei der Europäischen Südsternwarte auf dem Cerro Paranal in Chile. Doch nach diversen Versuchen klappte es doch einmal, dass die AGB auf der Schafmatt den Sternenhimmel über Aarau erkunden konnte.
Zu erwähnen sind im Jahre 2007 auch die von Erich Deiss durchgeführten Recherchen über die Geschichte der AGB, deren Resultate in einem Vortrag von ihm präsentiert und auf der AGB-Website zusammengestellt sind.
Der Jahresausflug 2007 ans CERN in Genf stiess auf aussergewöhnlich viel Interesse, war es doch noch die allerletzte Gelegenheit, den Large Hadron Collider LHC in seinem Inneren zu sehen, bevor er kurz darauf in Betrieb genommen wurde. Weniger erfolgreich gestaltete sich dann der Ausflug im folgenden Jahr nach Falera, der wetterbedingt abgesagt werden musste. Als Trost blieb der kleine Abendausflug an die ETH Zürich, wo wir alte Drucke von Apian, Kepler, Galilei, Newton und anderen sahen. Die Reise 2009 führte dann ins Verkehrsmuseum, wo wir eine interessante Meteoritenausstellung und das Planetarium besuchten.
Seit 2006 führte die AGB etwa einmal jährlich einen Computer-Workshop durch, wobei wir zu Gast sein durften beim Aargauischen Computer Club Brugg (ACCB). Dabei wurden astronomische Kostbarkeiten am Internet gezeigt, wo jeder Teilnehmner jeweils direkt online an einem Bildschirm herumhantieren konnte.
Im Herbst 2009 besuchte die AGB die private Wetterstation von Xaver Willi in Ehrendingen. Er zeichnet die Wetterdaten seit Jahrzehnten auf, und allmonatlich erscheint in der Aargauer Zeitung ein Bericht über seine Messdaten. Xaver Willi übernahm 1998 die Betreuung dieser Zeitungsrubrik von unserem früherer Präsidenten Ernst Reusser, welcher ebenfalls über Jahrzehnte die Wetterdaten gemessen hatte.
Natürlich trafen wir uns im vergangenen Jahrzehnt etwa einmal im Monat zu unseren Veranstaltungen, wo wir u.a. vielen interessanten Vorträgen von internen und externen Referenten beiwohnten, deren Themen unter dem Link "vergangene Veranstaltungen" nachzulesen sind.
2010 - heute
Die jährlichen Ausflüge fanden immer guten Anklang, und manch einer nutzte dabei die Gelegenheit, auch seinem Anhang die AGB-Mitglieder und die Astronomie etwas näher zu bringen. Ein Höhepunkt war denn auch die zweitägige Reise zum Max Planck Institut für Extraterrestrische Physik in Garching und ins Deutsche Museum in München. An dieser Reise, welche zum Anlass des 60-jährigen Bestehens der AGB durchgeführt wurde, nahmen über 20 Personen Teil, und es war in astronomischer und gesellschaftlicher Hinsicht ein voller Erfolg. Auch die monatlichen AGB-Veranstaltungen, die vorwiegend von eigenen Mitgliedern gestaltet werden, erfreuten sich jeweils grosser Beliebtheit.
Im Jahre 2015 trat Jean-Pierre Bolengo nach achtjähriger Präsidentschaft zurück, und Erich Deiss wurde sein Nachfolger.

@ Astronomische Gesellschaft Baden