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Georg Friedrich Haas, Concerto grosso Nr. 1 (2014)
Orchesterwerk für großes Sinfonieorchester und Solistenquartett
Das ‚Concerto grosso Nr. 1‘ ist dem Ensemble Hornroh quasi „auf den Leib geschrieben“ und entspricht dem Wunsch des Ensembles, die sogenannte reine Temperierung, also das Musizieren mit in sich reinen Obertonreihen, in konsequenter Weise auch beim Konzertieren mit Ensembles, die sonst nur in der Welt des gleichstufig temperierten Tonsystems zuhause sind, umzusetzen, anzuwenden und einzuführen.
Haas spricht von seinem Werk von einer „Schule des Hörens“!
Die Uraufführung hat 2014 im Rahmen der Reihe Musica Viva in München mit dem Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks unter der Leitung von Susanna Mälkki stattgefunden.
Das Werk entstand im Rahmen einer Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk, Wien Modern, dem Tonhalle-Orchester Zürich und Los Angeles Philharmonic Association. Weitere Aufführungen folgten in der Berliner Philharmonie, zusammen mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter der Leitung von François-Xavier Roth, im Musikverein Wien, zusammen mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Peter Rundel, in der Tonhalle Zürich mit dem Tonhalle Orchester unter der Leitung von Kent Nagano, in Kalifornien mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla und im Sommer 2018 in der Londoner Royal Albert Hall für die BBC Proms mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter der Leitung von Ilan Volkov.
„Die Alphörner werden nicht als Symbole einer folkloristischen Kultur verstanden, sondern als Tongeber einer anderen Intonationswelt (Obertonakkorde), die als Kontrast und als Erweiterung der traditionellen zwölftönigen Stimmung des Symphonieorchesters eingesetzt werden.” (Georg Friedrich Haas)
Haas lässt die Alphörner aber nicht nur die reinen Obertonakkorde spielen, sondern kombiniert ganz bewusst verschiede Obertonreihen. Dadurch ergeben sich exakt definierte Schwebungen, die vom Orchester übernommen werden müssen. Kein geringer Teil der Faszination des Werks geht von diesem hochvirtuosen Wechselspiel aus: concerto grosso eben.
Das Stück dauert ca. 30 Minuten und lässt sich in einer Konzerthälfte hervorragend mit dem Stück Einkreisung von Helena Winkelman verbinden. Dieses Oktett für Alphörner integriert die Hornisten des Orchesters und schafft so eine tiefere Zusammenarbeit zwischen dem Solisten-Quartett und dem Orchester.