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Masterarbeit ZHAW von Vera Staub (2022): Neurophysiologische Aspekte von Vigilanz bei Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.
Vera Staub hat sich sehr selbständig mit dem komplexen und in der Literatur in sehr unterschiedlicher Weise gehandhabten und verstandenen Thema der Vigilanz auseinandergesetzt. Im Theorieteil werden die wesentlichen für die Forschungsfragen relevanten Elemente und Theorien (ADHS, Geschlechtsunterschiede, Vigilanz) aufgegriffen und differenziert dargestellt. Während ADHS und auch die Geschlechtsunterschiede in der Literatur häufig diskutiert werden, stützt sich Vera Staub in der Definition der Vigilanz auf die konzeptuelle Vorarbeit der GTSG (siehe Pershin, 2022). Als Datensatz verwendet Staub die Daten aus der CH-ADHS Studie von 2013-2017, ca. 200 Erwachsene mit gut diagnostizierter ADHS.
Vera Staub, Psychologie Studentin an der ZHAW.
Masterarbeit 2022
Das wesentliche Ergebnis der Arbeit zeigt sich im Unterschied des Ressourcen-Zugriffs über die Testzeit: Während erwachsene Frauen einen eher zu starken Zugriff auf die Ressourcen zeigen und sich dabei häufig überfordern, greifen die Männer deutlich vermindert auf die Ressourcen zu, was mit geringerer Zielorientierung und verminderter Energetisierung einher geht.
Wie lässt sich das erklären? Eine allgemeine Erklärung ist schwierig. Diese muss eher im Einzelfall angegangen und untersucht werden. Allerdings ist die Idee, dass Frauen in der Evolution sich verstärkt um die Kinder und Ernährung kümmern mussten und damit permanent auf Draht sind und die Männer auf der Jagd und als Hirten eine stärker beobachtende Rolle einnahmen und sich damit das epigenetische Programm unterschiedlich entwickelte, interessant.
Mit einer häufig erhöhten Sensitivität bei Frauen mit ADHS und verstärkten inneren Aktivierung entsteht Stress, welcher in Ängste, Phobien, Schlaflosigkeit mündet, während bei Männern der verminderte Ressourcenverbrauch auch als Teil eines dysfunktionalen Ressourcenmanagements mit geringerer Steuerung und Kontrolle verstanden werden kann.
Weitere Forschung ist dringend notwendig, um die Unterschiede im Einzelfall besser zu verstehen. Dadurch lassen sich die Diagnosen auf der Funktionsebene besser spezifizieren und damit einhergehend die Behandlung verbessern.
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