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Marie Nicole Lemieux © Denis Rouvre
Gesamt
CHF 440.50
Marie Nicole Lemieux © Denis Rouvre
10.
Apr
Sonntag
18.30
Mendelssohn & Berlioz
Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Marie-Nicole Lemieux
Vom Frühjahr 1830 bis zum Herbst 1831 bereiste Felix Mendelssohn Italien. Dort lernte er auch seinen sechs Jahre älteren französischen Kollegen Hector Berlioz kennen, der gerade den «Prix de Rome» gewonnen hatte und einen Studienaufenthalt in der Ewigen Stadt verbrachte. Die beiden Komponisten freundeten sich rasch an und trafen sich über einige Wochen fast jeden Tag. Sie diskutierten über Kunst und Musik, ritten durch die Campagna, besuchten das Tasso-Grab, besichtigten die Caracalla- Thermen. Bei aller menschlichen Nähe blieb die künstlerische Wertschätzung allerdings etwas einseitig: Berlioz bewunderte Mendelssohns Musik, Mendelssohn aber stand Berlioz’ Klangsprache kritisch gegenüber. Dennoch lud er ihn zwölf Jahre später für Konzerte mit dem Gewandhausorchester nach Leipzig ein und äusserte sich bei dieser Gelegenheit immerhin positiver über die Nuits d’été. Berlioz wiederum nahm als Dirigent Mendelssohns Italienische Sinfonie in sein Repertoire auf, die als Reflex auf die Erlebnisse und Eindrücke der Italien-Reise entstanden war. Wie «italienisch» dieses Werk wirklich ist, das zeigt die Gegenüberstellung mit dem Meister des Brio: mit Gioachino Rossini.
COVID-19: Die Bedingungen für den Zugang zum Festival werden den im nächsten April gültigen (heute noch nicht bekannten) behördlichen Beschlüssen angepasst.
LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA © Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL
Lucerne Festival Orchestra
Im Sommer 2003 schlug die Geburtsstunde des Lucerne Festival Orchestra, das vom italienischen Dirigenten Claudio Abbado und von Festspielintendant Michael Haefliger ins Leben gerufen wurde. Sie knüpften damit an das legendäre «Eliteorchester» an, in dem Arturo Toscanini 1938, im Gründungsjahr des Festivals, gefeierte Virtuosen seiner Zeit zu einem luxuriösen Klangkörper vereinte und mit einem «Concert de Gala» vorstellte. Abbado hatte bis zu seinem Tod im Januar 2014 die Leitung des Lucerne Festival Orchestra inne. Zu seinem Nachfolger wurde 2016 Riccardo Chailly ernannt, der seinen Vertrag mittlerweile bis 2026 verlängert hat. Als Gastdirigenten waren am Pult Andris Nelsons, Bernard Haitink, Yannick Nézet-Séguin und Herbert Blomstedt zu erleben. Das Orchester setzt sich aus international renommierten Solist*innen, Kammermu-siker*innen und Musikprofessor*innen sowie Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala zusammen. Viele der Aufführungen wurden im Fernsehen übertragen und liegen mittlerweile auf DVD oder CD vor; sie wurden mit Preisen wie dem Diapason d’or, dem BBC Music Magazine Award und dem International Classical Music Award ausgezeichnet. Zuletzt erschien 2019 eine Strauss-CD; auf DVD kam 2020 die erste Folge des Rachmaninow-Zyklus unter Chailly heraus, mit dem Dritten Klavierkonzert, gespielt von Denis Matsuev, und der Dritten Sinfonie. Gastspiele führten das Lucerne Festival Orchestra bisher in zahlreiche europäische Musikmetropolen, aber auch nach New York, Tokio, Seoul, Peking, Schanghai und Schenzhen.
Das Lucerne Festival Orchestra ist seit seinen ersten Auftritten im Jahr 2003 alljährlich beim Sommer-Festival zu erleben.
Juli 2021
Weitere Termine
Riccardo Chailly © Teatro alla Scala
Riccardo Chailly
Seit 2016 amtiert Riccardo Chailly als Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra. 1953 in Mailand geboren, studierte er an den Konservatorien von Perugia, Rom und Mailand sowie an der Accademia Musicale Chigiana und begann seine Laufbahn als Assistent von Claudio Abbado an der Mailänder Scala. 1980 wurde Chailly zum Chefdirigenten des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin berufen, 1988 wechselte er in derselben Position zum Royal Concertgebouworkest, dem er sechzehn Jahre lang vorstand. Von 2005 bis Sommer 2016 war Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeister in Leipzig tätig, seit Januar 2015 trägt er als Musikdirektor die Verantwortung an der Mailänder Scala. Chailly dirigiert regelmässig führende europäische Orchester wie die Berliner und die Wiener Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das London Symphony Orchestra und das Orchestre de Paris. In den USA hat er mit dem New York Philharmonic, dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra sowie dem Chicago Symphony Orchestra zusammengearbeitet. Als Operndirigent war er — neben seinen Auftritten an der Scala — auch an der New Yorker Metropolitan Opera, am Londoner Royal Opera House, am Opernhaus Zürich, an der Bayerischen und der Wiener Staatsoper sowie in Chicago und San Francisco zu Gast. Chailly wurde für seine mehr als 150 CDs mit Preisen wie dem Echo Klassik und dem Gramophone Award geehrt. Zuletzt veröffentlichte er Tondichtungen von Strauss mit dem Lucerne Festival Orchestra (2019) und das Album Cherubini Discoveries mit der Filarmonica della Scala (2020). 2015 erschien unter dem Titel Das Geheimnis liegt in der Stille ein Buch mit Gesprächen über die Musik. Riccardo Chailly ist «Grand’Ufficiale della Repubblica Italiana», «Cavaliere di Gran Croce» und Ritter vom Orden des Niederländischen Löwen. 1996 ernannte ihn die Royal Academy of Music in London zum Ehrenmitglied, seit 2011 ist er in Frankreich «Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres».
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 7. September 1988 mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam und Werken von Wagner, Mozart und Tschaikowsky.
Juli 2021Weitere Termine
Konzerteinführung | 17.30 | KKL Luzern, Auditorium
mit Susanne Stähr