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Die Spezialisten des Botschwar-Instituts verwendeten zur Entfernung radioaktiver Verunreinigungen aus Materialien wie Kunststoff, Gummi oder Teflon nicht Lösungsmittel auf Wasserbasis, sondern entwickelten eine Technik, die auf überkritischen flüssigen Lösungsmitteln basiert. Bei hohem Druck verschwindet die Unterscheidung zwischen einer Flüssigkeit und einem Gas, und ohne Oberflächenspannung können die Lösungsmittel tief in das Material eindringen und mehr Kontaminationen entfernen. Als Beispiele nannte das Institut Kohlendioxid und Freone.
«Durch die Verringerung der Kontamination können solche Materialien nun neu klassifiziert und in niedrigere Aktivitätsklassen überführt werden, was ihr Volumen und ihre Entsorgungskosten erheblich reduziert», erklärte Vitali Widanow, leitender Forscher der Abteilung für radiochemische Technologien bei Botschwar.
Ein weiterer Vorteil sei, dass insgesamt weniger Sekundärabfälle aus dem Verfahren anfallen, die entsorgt werden müssen. Durch den Verzicht auf Wasser als Medium für chemische Reaktionen entfalle zudem deren weitere Reinigung und Entsorgung.
Das Botschwar-Institut – benannt nach dem Metallkundler Andrej Anatoljewitsch Botschwar (1902–1984) – ist auch unter den Initialen WNIINM bekannt. Es gehört zu Tvel, der Tochtergesellschaft des russischen Staatskonzerns Rosatom, die Brennstoffe herstellt.
Quelle
M.A. nach Tvel und Botschwar-Institut, Medienmitteilungen, 20. Januar 2022