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Technisches Forum Sicherheit
Frage 42: Methodik der Bewertung von Grossräumen, Wirtsgesteinen, Bereichen und geologischen Standortgebieten
Die Bewertung von Grossräumen, Wirtsgesteinen, Bereichen und geologischen Standortgebieten durch die NAGRA erfolgte gemäss Sachplan qualitativ, auf einer vierstufigen Skala (sehr geeignet – weniger geeignet).
Um auf der Stufe der Indikatoren sowie auf jener der Kriterien eine einfache Aggregation zu ermöglichen, wurden den vier Bewertungsstufen Zahlen zugeordnet. Auch bestimmte zahlenmässige Zwischenstufen wurden verwendet. Die Bewertung (Aggregation) erfolgt dann jeweils durch einfache Mittelwertbildung.
Die Zuordnung der Zahlen 1 bis 4 zu den Bewertungsstufen „ungünstig“ bis „sehr günstig“ ist methodisch unproblematisch; ebenso die Benutzung von Zwischenstufen, wenn nicht vergessen wird, dass es sich dabei um Ordnungszahlen handelt.
Eine arithmetische Mittelwertbildung aus Ordnungszahlen erscheint dagegen als problematisch. Eine Skala mit Ordnungszahlen erlaubt lediglich Aussagen über die Rangfolge von Merkmalen. Zudem kann Mittelwertbildung zu einer Kompensation von schlechten und guten Merkmalen führen. (Allerdings nicht bei einer „ungenügenden“ Bewertung; in diesem Falle wird die entsprechende Variante ausgeschlossen.)
Problematisch ist zusätzlich die Kombination von Eigenschaften, die qualitativ grundlegend unterschiedlich sind. Die „Zuverlässigkeit der geologischen Aussagen“ etwa sagt etwas über die Genauigkeit, mit der die Bewertung der „Eigenschaften des WG/EG“ und der „Langzeitsicherheit“ vorgenommen werden kann, liegt also auf einer anderen Betrachtungsebene.
- Bestehen bei dem angewandten Verfahren somit nicht grundlegende methodische Probleme?
- Wäre es nicht besser angemessen gewesen, die Indikatoren beziehungsweise Kriterien lediglich verbal-argumentativ gegeneinander abzuwägen und so die Vor- und Nachteile der verschiedenen Alternativen herauszuarbeiten (auch wenn dabei u. U. im Endergebnis eine grössere Zahl von Standortgebieten ausgewählt worden wäre)?