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Im Frühjahr 2008 verbrachten Jan Caspers, Anne König, Vera Tollman und Jan Wenzel einige Tage auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/ Halle. Das Hallenser Thalia-Theater hatte 17 verschiedene Regisseure, Schauspieler, Performer und bildende Künstler eingeladen, im Rahmen des internationalen Theaterfestivals "Theater der Welt" neue Inszenierungsformen im öffentlichen Raum zu erproben. Schon am ersten Tag auf dem Flughafengelände fielen immer wieder Maschinen auf, die auf ihrem Heckflügel einen stilisierten Globus trugen. Bei der Fluggesellschaft handelte es sich um World Airways, ein Unternehmen, das vornehmlich im Auftrag des Pentagon Soldaten befördert. Amerikanische GIs auf dem Flughafen Leipzig/ Halle - dem wirtschaftlichen Leuchtturm Mitteldeutschlands?Bei Recherchen stellten die vier fest, dass der Flughafen Leipzig/ Halle, von der lokalen Öffentlichkeit weit gehend unbemerkt, seit Mai 2006 als Tankstopp für US-Truppentransporte in die Kriegsgebiete im Irak und in Afghanistan genutzt wird. 2008 machten zirka 450.000 Soldaten hier einen Zwischenstopp, um im Transitbereich des streng abgeschirmten Terminal A für einige Stunden die Zeit totzuschlagen. Die Arbeit, die für das Theaterfestival entwickelt wurde, trug den Titel "Was du wissen solltest (Die Zukunft)". Sie bestand aus einer Zeitung und einem 20 Meter langen Fensterbild mit Scherenschnitten. Kurz vor Eröffnung des Theaterfestivals machte die Geschäftsleitung des Flughafens von ihrem Hausrecht Gebrauch und untersagte die Präsentation unserer Arbeit, weil in ihr die militärische Nutzung des Flughafens thematisiert wurde. Ein Gespräch mit Jan Wenzel über die künstlerische Arbeit im Öffentlichen Raum.
Autor: tagesaktuelle redaktion
Radio: corax
Datum: 05.05.2009