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Bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit werden verengte Herzkrankgefässe oftmals mit einem Katheter erweitert und mit einem Metallröhrchen (Stent) gestützt. Diese Operation verbessert die Blutzirkulation, was einen Herzinfarkt verhindern kann. Nach der Operation besteht aber wegen des Stent das Risiko eines Blutgerinnsels, das den Blutfluss behindert. Deshalb erhalten Patientinnen und Patienten einen Blutverdünner, der das Zusammenkleben von Blutplättchen beim Stent verhindert. Blutverdünner werden üblicherweise über eine Dauer von 6 bis 12 Monaten oder auch über einen längeren Zeitraum verschrieben.
Diese Zusammenfassung eines kanadischen HTA-Berichts vergleicht die beiden Behandlungsansätze bezüglich Wirksamkeit und Kosten.
Die Studienergebnisse basierten auf hochwertigen Daten und zeigten, dass bei der verlängerten Therapie über 12 Monate hinaus das Risiko eines Herzinfarkts sowie einer Thrombose beim Stent geringer war. Dafür war das Risiko für Blutungen bei der erweiterten Therapie höher. Insgesamt gab es keine deutlichen Unterschiede zwischen den beiden Therapieansätzen hinsichtlich des Sterberisikos, eines Schlaganfalls oder anderer schwerwiegender unerwünschter Ereignisse. Den grössten Nutzen der verlängerten Therapie hatten Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder an akuten Herzproblemen litten.
Der Bericht kommt zum Schluss, dass Personen mit koronarer Herzkrankheit von einer Verlängerung der blutverdünnenden Therapie über 12 Monate hinaus profitieren, da das Risiko für einen Herzinfarkt oder eine erneute Verengung der Gefässe gesenkt wird. Aus ökonomischer Sicht zeigt der Bericht trotz der etwas unsicheren Datenlage einen kleinen zusätzlichen Nutzen bei der verlängerten Therapie, speziell auch in präventiver Hinsicht. Für eine Beurteilung des ökonomischen Nutzens müssen in der Schweiz Folgestudien durchgeführt werden.