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Brünnen liegt am westlichen Stadtrand von Bern, welcher durch die städtebauliche Entwicklung der Nachkriegszeit geprägt ist. Das Grundmuster des Ortes richtet sich auf die öffentlichen Räume aus, in denen klar definierte urbane Strassen, Platz- und Grünanlagen, sowie eine in der Regel viergeschossige, frontbildende Überbauung festgelegt wurden. Die Bebauungsstruktur ist orthogonal aufgebaut. Der Planungsperimeter war bestimmt von Höhenbeschränkungen, maximaler Baudichte, einem dichten Netz von Baulinien und einer gleichmässig nach Norden abfallenden Topographie. Das Ziel des Projektes bestand darin, mit der möglichen Bausubstanz, die über die grosse Fläche zu planen war, einen gefassten Raum zu erzeugen. Unkonventionelle Wohnungen sollten klar eine Abkehr vom gängigen Bild des Geschosswohnungsbaus formulieren.
Mit dem Verzicht auf eine starke Frontbildung nach aussen, die Aufteilung des Volumens auf zwei kompakte, Ost-West orientierte Zeilen und die den Hof stärkende Orientierung der Balkone nach innen, wurde diesem Ziel Folge geleistet. Jede Zeile hat eine eigene Grundrisstypologie. Die nach Norden abfallende Topographie wird im Innenraum aufgegriffen und bestimmt nun charakteristisch die Wohnqualität. Das West-Gebäude, mit den nach Osten orientierten Balkonen, ist charakterisiert durch seine diagonal verknüpften, gebäudetiefen Wohn-Essräume. Die Überhöhe aller Räume, mit einer Höhe von 2.85 m, ist ein klarer Bruch mit dem sonst eingeschränkten Muster der Geschosswohnung. Das Ost-Gebäude, gliedert sich in drei Schichten. Die Ruheräume orientieren sich nach Osten und der Tagbereich mit Balkon öffnet sich nach Westen zum Hof. Er ist durch einen Höhenversprung innerhalb des Raumes zoniert in Wohnzimmer und Küchen-/Essbereich. Geschossübergreifend verschachtelt, ergibt sich entsprechend je nach Etage entweder ein leicht durch eine Bodenstufe versetzter oder ein überhoher Wohnraum.
Da die Hausfassade in Bezug zur Strasse wie auch zum Hof eine jeweils unterschiedliche atmosphärisch, wie auch räumliche Funktion innehat, wurde auf das beidseitige Abbilden der innenräumlichen Komplexität in der Fassadengliederung verzichtet und stattdessen zwischen Hof- und Strassenseite unterschieden.