Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/87028

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in der Schweiz die Erstellung eines periodischen Alters-Surveys zu prüfen. Die regelmässige Berichterstattung über die Lebenssituation der Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist ein strategisch wichtiges Instrument für die Alterspolitik. Sie gibt die notwendigen Hinweise über Befindlichkeit, Handlungskompetenzen, Lebensumstände und Beziehungsnetz der älteren Bevölkerung und Grundlagen für die Fortschrittsmessung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie in der Stellungnahme des Bundesrates zur Motion Leutenegger Oberholzer 08.3614, "Alterspolitik. Aktionsplan zur Umsetzung des Strategieberichts", angeführt, hat der Bundesrat im betreffenden Bericht die Grundzüge einer Strategie für eine schweizerische Alterspolitik definiert.</p><p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass für die Weiterentwicklung dieser Strategie genügend statistische Informationen vorhanden sind oder mit vertretbarem Aufwand beschafft werden können. Die bestehenden Personen- und Haushaltsstatistiken mit den entsprechenden Modulen liefern bereits heute Angaben über wichtige Lebensbereiche der älteren Bevölkerung: wirtschaftliche Lage, Konsum, Lebensbedingungen, Arbeit (auch ehrenamtliche und Haushaltsarbeit), Wohnen, Mobilität und Verkehrsverhalten, Gesundheit und Gesundheitsverhalten sowie Pflegebedarf und -aufwand von Betagten in Altersheimen. In nächster Zukunft wird sich die Datenlage aufgrund der modernisierten Volkszählung, welche mehr und häufiger aktuelles Datenmaterial bereitstellt, wesentlich verbessern. Von den neuen Erhebungen, die in das Gesamtsystem der Personen- und Haushaltsstatistiken integriert werden, sind namentlich das Modul "Übergänge vom Beruf ins Rentenalter" der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (geplant für 2012) und der Familien- und Generationensurvey (geplant für 2013) zu erwähnen.</p><p>Es gilt demnach, die verfügbaren Informationen zusammenzutragen und zu analysieren sowie in möglichst kohärenter und harmonisierter Art und Weise zu gliedern. Der Bundesrat ist bereit, den Aufwand abschätzen zu lassen, den die Ausarbeitung eines periodischen Altersberichts verursachen würde. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die notwendigen Ressourcen nicht vorhanden. Der Bundesrat ist sich allerdings bewusst, dass ein solcher Bericht nicht alle geforderten Elemente der Motion abdeckt. So können gewisse Aspekte wie etwa gesellschaftliche Partizipation und soziale Netzwerke wie auch subjektive Einstellungen kaum berücksichtigt werden. Der geforderte Alters-Survey, der sämtliche Aspekte des Alters ab 40 Jahren umfassend und integrativ abdeckt, wie das z. B. in Deutschland der Fall ist, wäre aber mit erheblichen zusätzlichen finanziellen und personellen Ressourcen verbunden. Angesichts der Finanzlage des Bundes und des Erhebungssystems, das bereits im Rahmen der modernisierten Volkszählung aufzubauen ist, hält der Bundesrat eine zusätzliche Erhebung für nicht angebracht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.