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Die Zeitschrift für Phytotherapie (Nr. 6 / 2019) hat einen informativen Artikel veröffentlicht mit dem Titel «Tee – Eine sinnvolle phytotherapeutische Darreichungsform». Der Autor Dr. Bruno Frank geht dabei auf vielfältige Aspekte der Therapie mit Arzneitees ein und berichtet dabei auch über eigene Untersuchungsergebnisse, zum Beispiel zur Übergangsquote der Inhaltsstoffe bei der Zubereitung von Johanniskrauttee:
«Macht man einen Tee aus Johanniskraut mit 5 min Extraktionszeit und regelmäßigem Bewegen des Teebeutels im Wasser, so beträgt die Übergangsquote der Gesamthypericine 11 %, davon hauptsächlich Pseudohypericin. Im Teeaufguss betrug das Verhältnis von Pseudohypericin zu Hypericin aufgrund der größeren Lipophilie von Hypericin 5:1, in der verwendeten Ausgangsdroge 1,5:1. Johanniskraut-Flavonoide haben eine Übergangsquote von ca. 50 % (Gesamtflavonoide [mit HPLC quantifiziert], Einzelflavonoide teils abweichend). Hyperforine konnten aufgrund ihrer großen Instabilität in der Wärme und / oder ihrer sehr großen Lipophilie auch bei Zusatz von Ascorbinsäure während der Extraktion nicht im Teegetränk gefunden werden.»
Kommentar & Ergänzung:
Die Übergangsquote sagt aus, wieviel von einem Inhaltsstoff aus dem Teekraut nach der Teezubereitung im fertigen Teegetränk vorliegt und damit in den Mund und den Magen-Darm-Trakt des Patienten gelangt. Die Übergangsquote kann zwischen 0 und 100% liegen.
Interessant an der zitierten Mitteilung ist meiner Ansicht nach, dass der Autor im Johanniskrauttee kein Hyperforin gefunden hat.
Hyperforin gilt als Wirkstoff im Johanniskraut, es ist aber auch verantwortlich für die bekannten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Hyperforin bewirkt in der Leber eine Aktivitätssteigerung bestimmter Enzyme, die gewisse Medikamente abbauen. Dadurch kann sich die Wirkung dieser Medikamente abschwächen. Bekannt sind solche Wechselwirkungen (Interkationen) zum Beispiel mit Immunsuppressiva, HIV-Medikamenten, einigen Zytostatika und Vitamin-K-Antagonisten, Digoxin, Methadonund hormonalen Kontrazeptiva («Pille»).
Bei hyperforinarmen Johanniskrautpräparaten soll das Risiko derartiger Interaktionen daher geringer sein. Nimmt man die zitierten Ergebnisse zur Kenntnis, wird das wohl auch auf den Johanniskrauttee zutreffen.
Allerdings bleibt offen, ob sich diese Resultate verallgemeinern lassen.
Siehe auch:
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