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Männliches Geschlecht: Differenzierung der akzessorischen Geschlechtsdrüsen
Die akzessorischen Geschlechtsdrüsen haben zwei epitheliale Ursprungsgewebe. Sie stammen entweder vom Epithel mesodermalen Ursprungs des Ductus mesonephricus (Wolff) oder vom Epithel endodermalen Ursprungs des Sinus urogenitalis ab.
Die Vesiculae seminales differenzieren sich im Laufe der 12. Woche aus einer Ausstülpung des Ductus deferens, kurz vor seiner Einmündung in der hinteren Wand des Sinus urogenitalis (künftige Pars prostatica der Urethra). Sie sind also mesodermalen Ursprungs.
Diese paarigen Drüsen produzieren ein visköses Fruktose-reiches Sekret, das für die Spermien als Energiequelle dient. Der Teil des Ductus mesonephricus, der zwischen der Mündungsstelle der Vesicula seminalis und der Pars prostatica der Urethra liegt, heisst Ductus ejaculatorius. Zwischen den beiden Einmündungsstellen der Ductus ejaculatorii mündet der Utriculus prostaticus (Überbleibsel des Ductus paramesonephricus). Diese Stelle heisst Colliculus seminalis.
Die Prostata entwickelt sich als eine Ausstülpung der dorsalen Wand der Pars prostatica der Urethra im Laufe der 12. Woche. Das Drüsenepithel der Prostata entwickelt sich also von Zellen endodermalen Ursprungs, während sich das Stroma und die glatte Muskulatur von Zellen mesoblastischen Ursprungs unter dem induzierenden Einfluss von DHT (siehe: hormonelle Faktoren der Geschlechtsdifferenzierung) entwickeln. Die Drüse wird ab der 15. Woche aktiv und umhüllt die beiden Ductus ejaculatorii und den Utriculus prostaticus sowie die Pars prostatica der Urethra.
Im Laufe der 12. Woche und parallel zur Entwicklung der Prostata bilden sich die Glandulae bulbourethrales (Cowper Drüsen) und urethrales (Littre Drüsen) ausgehend von paarigen endodermalen Ausstülpungen der Pars spongiosa der Urethra, die auf die Pars prostatica und membranacea folgt. Schliesslich wird die Samenflüssigkeit durch Sekrete aus der Vesicula seminalis, der Prostata, der Glandulae bulbourethrales und der Glandulae urethrales angereichert.