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Urs Kolly, Paralympics-Sieger von Sydney 2000 und Athen 2004, erzielte mit 4118 Punkten persönliche Saisonbestleistung. Während der laufenden Saison litt der Freiburger immer wieder unter Verletzungen und Entzündungen beim Bein-/Prothesen-Übergang.
Zudem fand er aus beruflichen Gründen (Übernahme einer Käserei) weniger Zeit für das Training. «Ich war tief unten. Die Medaille entschädigt mich für vieles. Entscheidend ist schliesslich nicht der Rang, sondern die Leistung. Ich wollte nach Gold in Sydney und Athen beweisen, dass ich mit 40 Jahren noch mitzuhalten vermag», so Kolly.
«Im Training brachte ich nichts auf die Reihe»
Der siebenfache Paralympics-Sieger aus Tafers startete mit einer Weite von 6,30 m in seiner Spezialdisziplin Weitsprung. Danach folgten 12,25 m im Kugelstossen, 12,60 Sekunden über 100 m, 40,15 m mit dem Diskus und 1:00,29 über 400 m. Mit Ausnahme der 400 m sprach Kolly von einem Wettkampf, der seine Erwartungen übertroffen hat. «Im Training brachte ich nichts auf die Reihe. Ich fürchtete, als ehemaliger Sieger weit abgeschlagen nach Hause fahren zu müssen. Diese Vorstellung hat mich zuletzt stark belastet», sagte Kolly. Er profitierte auch vom Pech anderer Athleten, die den Wettkampf nach drei Fehlversuchen im Weitsprung und Diskuswerfen aufgeben mussten.
Gold sicherte sich der Amerikaner Jeremy Campbell mit neuem Weltrekord (4662) vor seinem Landsmann Jeff Skiba (4274). Die bisherige Bestmarke (4447) hielt Urs Kolly in Athen. «Ich habe das Niveau während der letzten Jahre weitgehend halten können. Die heutige Punktzahl hätte damals ebenfalls für Bronze gereicht, aber das Niveau ist gestiegen», bemerkte Kolly. Der Europarekordhalter im Weitsprung (6,68 m) startet noch im Speerwerfen und (als Titelverteidiger) im Weitsprung.
Pia Schmid ebenfalls Dritte
Die 39-jährige Tetraplegikerin Pia Schmid (39,95) fuhr im Rollstuhlrennen über 200 m hinter Michelle Stilwell (Ka/36,18) und Tomomi Yamaki (Jap/37,44) dank einem perfekten Start Bronze heraus. «Die ersten beiden Plätze lagen aufgrund der Saisonresultate ausser Reichweite», so Schmid. Für die als Biomedizinische Analytikerin im Paraplegikerzentrum Nottwil tätige Pia Schmid, die in Athen Silber über 200 m gewonnen hatte, ist die kürzere Sprintstrecke die Hauptdisziplin.
Im 5000-m-Rennen der Männer kassierte Marcel Hug (Pfyn/Luzern) als Vierter eine Niederlage. Er richtete seine Taktik auf den Australier Kurt Fearnley aus und blieb immer direkt hinter ihm, doch der 27-jährige Thailänder Prawat Wahoram war deutlich stärker. «Ich wollte aus dem Windschatten heraus angreifen, doch das Tempo war nicht hoch genug, um aussen an den Führenden vorbeizukommen. In einem andern Rennen kann die Taktik aufgehen. Der vierte Rang ist enttäuschend», stellte der in Luzern lebenden Thurgauer fest.
Die am Montag über 5000 m gestürzte Edith Hunkeler (Dagmersellen) unterzog sich im 400-m-Halbfinal einem ersten Test erfolgreich und erreichte den Final als Vierte über die Zeit.
Hendry scheitert im Vorlauf
Der sehbehinderte Düdinger Lukas Hendry ist im Rennen über 200 m nach dem Vorlauf ausgeschieden. Si/fs