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Seiner Hand folgend, bewegt sich Otto Zitko gleitend durch den Raum. Die vier Meter lange Teleskopstange, die als verlängerter Arm seines Körpers dient, zeichnet geduldig durch den weissen Raum und hinterlässt die lineare Spur des farbgetränkten Rollers.
Neue Linien folgen den Bestehenden, bewegen sich auf eigenen Wegen und hinterlassen assoziativ zur Kirchenarchitektur geschlossene Formen. Querlinien durchbrechen den Rhythmus bestehender Strukturen. Jeder neue Strich verdichtet die Zeichnung, bis sich das Raumgefüge aufzulösen scheint und in einer Fläche resultiert. Geballte Linien definieren den Raum neu.
Zitkos gezeichneten Bewegungen folgend, vernehmen wir seine Referenzen zu den sakralen Symbolen, die in Form von Stuckaturen organisch den Wänden entlang zur Decke der Kapelle St. Josef empor zu wachsen scheinen. Fasziniert von den dargestellten Figuren, Blumen, Muscheln, Ranken und Füllhörnern nimmt er diese in seine Arbeit auf und interpretiert Themen wie «die Verkündung» oder «die Empfängnis» mittels seiner Handschrift neu. Die bestehende architektonische Gliederung der Kapelle in Schiff, Altar und Chor als weiblichen Torso begreifend, bezeichnet der Künstler die riesige Zeichnung als seine bisher grösste Ode an den weiblichen Körper.