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Er hat sich in seiner Wahlheimat London eingelebt.
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Der Goldacher Philip Andrew Trümpi hat eine Rolle in der grossen britisch-amerikanischen Serie «The Spanish Princess» ergattert. Darin spielt der Ostschweizer den verwöhnten Playboy Prinz Philip. Wieviel von ihm selbst in dieser Rolle steckt und was der grosse Unterschied zu einer Produktion für einen klassischen Film ist, erzählt er im Interview mit FM1Today.
Sein Wirtschaftsstudium abzubrechen, den Job bei der Bank zu künden und nach New York auszuwandern, um Schauspieler zu werden, braucht viel Mut. Den hat der Goldacher Philip Andrew Trümpi vor gut fünf Jahren bewiesen. Und langsam scheint es sich auszuzahlen: Nach der kleinen Rolle im oscarpremierten Queen-Film «Bohemian Rhapsody» spielt er in der Serie «The Spanish Princess» eine grössere Rolle.
«The Spanish Princess» klingt historisch. Worum geht es in der Serie?Die achtteilige Serie basiert auf Philippa Gregorys Bestsellern und handelt von der Geschichte der spanischen Prinzessin Catherine von Aragon und dem später als Tyrann bekannten englischen König Henry VIII. Es ist die Nachfolge-Serie der für die Golden Globes nominierten Produktionen «The White Queen» und «The White Princess». Die Serie wird heiss erwartet, momentan ist sie Top-Pick auf imdb.com.
Ich spiele da meine erste grössere Rolle in der sechsten Episode als Prinz Philip von Castille, dem Schwager der Hauptrolle Catherine of Aragon. Als arroganter und untreuer Prinz bin ich in der Episode für Spass und Drama verantwortlich.
Prinz Philip wurde auch «der Schöne» von Kastilien genannt. Spielst du dich einfach selbst?Herrlich! Gleicher Name und wenn ich seinen epischen Haarschnitt tragen und ein Duckface machen würde, sähe ich ihm vielleicht sogar ähnlich. Zum Glück spiele ich aber nicht mich selbst, das wäre ein zurückhaltender und konfliktscheuer Charakter. Prinz Philip ist das Gegenteil von mir: Ein verwöhnter, arroganter und untreuer Playboy, der vor niemandem Respekt hat und auch mal aggressiv gegenüber seiner Ehefrau, Königin Joanna, ist.
In «Bohemian Rhapsody» warst du nur kurz zu sehen, gehört hat man dich gar nicht. Wirst du in «The Spanish Princess» auch etwas sagen?Hier wird mein Text sicher nicht rausgeschnitten. In der sechsten Episode spiele ich eine grössere Rolle, ich bin ein «Guest-Star» und sorge für viel Aufregung. Gedreht habe ich vier Wochen lang. Das war für mich bis jetzt die längste Zeit auf einem Set.
«Bohemian Rhapsody» war ein Kino-Blockbuster, nun folgt eine grosse Serienproduktion. Ist das der Durchbruch?Ich feiere jede Rolle als einen grossen Durchbruch. Die Konkurrenz ist riesig und ich erhalte so viele Absagen, dass ich jedesmal die Prosecco-Korken knallen lasse, wenn ich eine Rolle ergattere. Nach Bohemian Rhapsody eine grössere Episoden-Rolle zu spielen, ist sicherlich der nächste Schritt in meiner Schauspielkarriere. Darauf muss ich jetzt einfach immer weiter aufbauen, bis es dann mit einem Durchbruch wie einer Hauptrolle in einem grossen Film klappt.Hat dir deine Rolle in «Bohemian Rhapsody» weitergeholfen – hast du die Rolle als Prinz Philip vielleicht deswegen gekriegt?Definitiv, diese Rolle kam durch die neue Agentur, bei der ich dank Auftritten wie in «Bohemian Rhapsody» bin. Die vertritt Oscar-Gewinner wie Benedict Cumberbatch und hat Zugang zu ganz anderen Castings, als ich früher hatte.
Ein müder Philip Trümpi: Die Arbeit am Set kann ganz schön streng sein. (Bild: zVg)
Muss man als Schauspieler beides draufhaben – Filme und Serien. Was ist anders?Absolut, beide Medien gehen Hand in Hand. Der grösste Unterschied ist, dass bei Serien alles schneller gehen muss. Anstatt fünf bis zehn Aufnahmen pro Kameraeinstellung hat man nur Zeit für zwei bis drei Einstellungen. Zudem werden die Skripte gerne während des Drehs geschrieben und umgeschrieben. Es kam öfters vor, dass eine Szene am Vorabend geändert wurde und ich diese in der Nacht neu einstudieren musste. Von der Grösse der Crew habe ich im Vergleich zu «Bohemian Rhapsody» keinen Unterschied gemerkt, es laufen immer noch über hundert Crew-Mitglieder um einen herum und arbeiten fleissig mit. Auch bei den Setdesigns wird nicht gespart. Für «The Spanish Princess» wurden ganze Teile der Westminster Abbey im Studio nachgebaut.
Bei «The Spanish Princess» haben nur Frauen Regie geführt. Wie spürst du das als Schauspieler?The Spanish Princess wurde auch von einer Frau, Emma Frost, geschrieben und die Geschichte wird aus der Sicht von Frauen erzählt. Wenn dann noch eine Frau Regie führt, könnte es nicht besser und authentischer sein. Ich fand das eine echt tolle Erfahrung. Meine Regisseurin Lisa Clarke war extrem ausdauernd, sie stand täglich von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr Abends am Set und hat trotz Stress und riesiger Verantwortung kein einziges Mal die Nerven verloren. Sie hatte immer ein offenes Ohr für ihre Schauspieler und die Crew und kein einziges Mal war ein Ego involviert. Ich könnte das nicht. Wenn ich monatelang nur vier bis fünf Stunden Schlaf bekäme, so viel Verantwortung auf meinen Schultern tragen müsste und es den ganzen Tag noch so laut ist, würde ich durchdrehen. So viel Ausdauer, Einfühlungsvermögen und Fürsorglichkeit kann nur eine Frau mitbringen.
In früheren Interviews hast du gesagt, dass du kein grosser Filmstar sein möchtest. Zum Beispiel, weil man dich überall erkennen könnte. Würdest du im Ernst eine Rolle ablehnen, die dich zu bekannt machen könnte?Es gibt nichts, was mich mehr erfüllt als auf einem Filmset zu stehen. Wenn eine solche Rolle kommen würde, die mir das erlaubt, dann würde ich diese nicht ablehnen. Ich könnte ja dann immer noch wie Prinz Philip mit einem epischen Haarschnitt und einem Duckface durch die Gegend laufen, damit mich niemand erkennt (lacht).
«The Spanish Princess» kann man sich über das Streamingportal «Amazon Prime» anschauen. Philip Andrew Trümpi ist in der sechsten Folge zu sehen. Übrigens: Eine Hauptrolle spielte Philip Andrew Trümpi vor kurzem auch im TVO-Format Mensche i de Ostschwiz.