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"Kinder des Waldes" nannte der Dichterphilosoph Ralph Waldo Emerson (1803-1882) einst seine Gedanken, nämlich unmittelbar geboren aus tiefen Einsichten in den Geist und die Seele der Natur. Mit seinen Schriften beförderte Emerson wie kaum ein Zweiter die intellektuelle und künstlerische Eigenständigkeit Amerikas. Diese Ausgabe präsentiert die eindrücklichsten und prägnantesten Auszüge aus seinem breit gefächerten Werk, die der österreichische Schriftsteller und Kulturhistoriker Egon Friedell Anfang des 20. Jahrhunderts zusammengetragen und kongenial übersetzt hat.
Portrait
Ralph W. Emerson, geb. 1803 in Boston, war Philosoph und Dichter. 'Wer ein Mensch sein will, der muss Nonkonformist sein', so die Überzeugung, der er folgte. Er selbst nannte seine Gedanken 'Kinder des Waldes', seine an Montaigne geschulten Essays galten als die intellektuelle Unabhängigkeitserklärung Amerikas. Schon zu Lebzeiten wurde er als Prophet verehrt, sein Tod 1882 von ganz Amerika betrauert. Egon Friedell (bis 1916 Friedmann) wurde am 21. Januar 1878 in Wien geboren. Er studierte Philosophie und Germanistik und promovierte 1904 mit einer Arbeit über 'Novalis als Philosoph'. Als Dramatiker, Kabarettist und Theaterkritiker, als Freund von Peter Altenberg und Alfred Polar gehörte er zu den bestimmenden Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens. Von 1922 bis 1927 war er Schauspieler bei Max Reinhardt in Berlin und Wien, dann freier Schriftsteller. Berühmt machte ihn seine 'Kulturgeschichte der Neuzeit' (3 Bände 1927-1931). Kurz nach dem deutschen Einmarsch in Österreich nahm sich Friedell am 16. März 1938 das Leben.