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"Leçons de Ténèbres" von François Couperin – Französischer Barock.
In der Barockzeit wurden die Theater und Konzertsäle als Zeichen der Busse geschlossen. Die Komponisten fanden ihren Ausdruck daher ausschliesslich in der geistlichen Musik. Die Leçons de Ténèbres sind Partituren, die für die Messen der letzten drei Tage der Karwoche, die die Fastenzeit vor Ostern abschliesst, komponiert wurden. Die den Klageliedern Jeremias entnommenen Texte handeln von der Einsamkeit Jesu vor der Kreuzigung. Die von Couperin zu diesem Thema komponierte aufwühlende Musik wurde gemäss dem Ritual der Messe nach Einbruch der Dunkelheit gespielt.
Am Ende jedes Stückes wurde eine Kerze gelöscht, ein Symbol für die allmähliche Abkehr von Christus durch seine Jünger. Nachdem die Kirche in völlige Dunkelheit getaucht war, erklang das durch Mark und Bein gehende und die göttliche Vergebung erflehende Miserere. Das Ensemble Le Poème Harmonique rekonstruierte dieses spektakuläre Zeremoniell bereits zur Musik von Charpentier, Lalande und Cavalieri und wird auch das Werk von Couperin zu einem einmaligen Erlebnis gestalten.
Vincent Dumestre, Leitung und Theorbe
Claire Lefilliâtre, Léa Trommenschlager, Sopran
Anaïs Bertrand, Mezzosopran
Sylvia Abramowicz, Gambe
Camille Delaforge, Orgel und Cembalo