Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/121310

<h2>SubmittedText<h2><p>Die EU-Kommission will wegen der Ehec-Krise die Gemüsebauern mit 150 Millionen Euro Entschädigungen unterstützen, um die Einnahmeausfälle der Bauern zu ersetzen. Auch die Schweizer Gemüseproduzenten haben wegen der Ehec-Epidemie Absatzprobleme. Bei den Gurken z. B. sind die Verkäufe bis auf 20 Prozent der üblichen Mengen zurückgegangen. Die Höhe des Schadens wird von externen Experten ermittelt.</p><p>Sieht der Bundesrat im Kontext der Ehec-Krise für die Schweizer Gemüsebauern Entschädigungszahlungen vor?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bundesbehörden verfolgen die Entwicklung der Situation betreffend die Ehec-Erkrankungen aufmerksam. Derzeit ist die Quelle für den Ehec-Ausbruch in Deutschland noch nicht bekannt. Die Gesundheitsbehörden von Hamburg haben am 26. Mai kommuniziert, dass spanische Salatgurken als mögliche Quelle für den Ehec-Ausbruch in Deutschland identifiziert werden konnten. Dieser Befund konnte in der Folge nicht bestätigt werden. Die Kommunikation führte jedoch zu einem europaweiten Einbruch des Gemüsemarktes, insbesondere des Marktes für Gurken.</p><p>Zu den Fragen einer allfälligen Entschädigung der Schweizer Produzenten hält der Bundesrat Folgendes fest: Bei ausserordentlichen Entwicklungen und unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der Bund finanziell an Massnahmen zur Vermeidung von Preiszusammenbrüchen bei landwirtschaftlichen Produkten beteiligen. Voraussetzung für eine Finanzhilfe ist u. a. eine angemessene Beteiligung der betroffenen Branchenorganisationen. Es ist noch unklar, welche Auswirkungen die Ehec-Fälle in Deutschland und der fälschlicherweise hergestellte Zusammenhang mit spanischen Gurken auf den Schweizer Markt haben.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, auf Anfrage der Branche die Situation auf dem Schweizer Gurkenmarkt zu untersuchen und die Auswirkungen zu eruieren. Falls die wirtschaftlichen Verluste der Produzenten das Unternehmerrisiko übersteigen, wird er eine Finanzhilfe für die betroffenen Betriebe prüfen.</p>