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Publiziert: 11 Januar 2015
Darf's römisch sein oder doch lieber ambrosianisch? Im Tessin bieten sich zwei verschiedene Fastnachtsriten an. Deshalb bringt uns die närrische Zeit fast durch den ganzen Februar. Und nicht nur Könige wissen dann nicht, wo ihnen der Kopf steht.
Wenn die eine endet, beginnt die andere Fastnacht im Tessin. Der römische Ritus beginnt früher und endet später. Und das nur, weil der Sonntag als Busstag nicht mitgezählt wird. Der ambrosianische Ritus folgt anderen Gesetzen. Die Legende will, dass der Heilige Ambrosius, der Bischof von Mailand, sich gerade auf einer Pilgertour befunden und deshalb seine Schäfchen gebeten habe, doch auf seine Rückkehr zu warten. Aber vielleicht fussen die beiden zeitverschobenen Karnevale auf einem Machtspielchen zwischen Mailand und Rom, wer weiss?
Jedenfalls beginnt einer der grössten, der Rabadan von Bellinzona, am 12. Februar und endet am 17. Tag des gleichen Monats. Der Kinderumzug findet am Freitagnachmittag statt. Am Samstag sind dann die Guggenmusik-Gruppen aufgefordert. Und am Sonntag, den 15. Februar ist der Maskenumzug geplant. In Lugano beginnt der Karneval bereits am 11. Februar und dauert bis zum 16. Februar. Zum Auftakt besuchen Königin und König Ul Sbroja die städtischen Alterspflegeheime. In Chiasso feiert die Republik Nebiopoli ohne König vom 12. bis zum 17. Februar mit vielen Neuigkeiten.
In Biasca dauern die Fastnachtsferien vom 14. Februar bis zum 22. Februar. In diesem Zeitrahmen findet dort das närrische Treiben statt. In Capriasca oder besser gesagt in Tesserete sorgt der Piratenkapitän Or Penagin mit seiner Schiffsbesatzung für Durcheinander und Unruhe während der Zeit vom 19. Februar bis zum 21. Februar. Nicht minder wild und ambrosianisch zeigt sich der König Pitoc während dem Karneval von Brissago um Mitte bis Ende Februar. Um nicht alle kleinen, lokalen Anlässe zu vergessen, welche für die Dorfbevölkerung ein Ausscheren aus dem Alltag bringen sollen.