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Die erste offizielle Sitzung des neu gewählten libyschen Parlaments ist auf Montag verschoben worden. Zwar kamen am Samstag in der ostlibyschen Stadt Tobruk rund 160 Abgeordnete wegen der Krise im Land zu einer Sondersitzung zusammen.
Weil aber mehrere Parlamentarier gefehlt hätten, habe es sich nur um ein Vorbereitungstreffen gehandelt, berichteten einheimische Medien am Samstag weiter. Die abwesenden Abgeordneten sollten nun zwei Tage mehr Zeit erhalten, um in die Stadt zu kommen, meldete das Nachrichtenportal «Libya Herald».
Allerdings bahnt sich schon der nächste Konflikt an. Ursprünglich sollte die bisherige libysche Nationalversammlung ihre Macht am kommenden Montag in Tripolis an das neue Parlament übertragen. Wegen der andauernden Kämpfe in der Hauptstadt wurde die erste Sitzung jedoch in das mehrere Hundert Kilometer östlich gelegene Tobruk verlegt.
Der Vorsitzende der Nationalversammlung, Nuri Abu Sahmein, hält jedoch an der formellen Machtübergabe in Tripolis fest. Mehrere Abgeordnete aus der Stadt Misrata beschlossen deshalb, nicht nach Tobruk zu reisen, wie die Nachrichtenseite Al-Wasat berichtete.
Bei der Wahl für das rund 200-köpfige Abgeordnetenhaus Ende Juni waren nur unabhängige Kandidaten und keine Parteilisten erlaubt, um politische Machtkämpfe einzuschränken. Deshalb wird sich erst nach der Bildung von Fraktionen genau zeigen, welche politische Strömung wie stark vertreten ist. (pma/sda/dpa)