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Jan Hevelke (1611-1687) oder Johannes Hevelius war eine vielseitige faszinierende Persönlichkeit: Eine spannende Mischung aus Wissenschaftler und Geschäftsmann, aus prominentem Bürger und Vogelzüchter; also eine Mischung aus hanseatischem Bürger und europäischem Wissenschaftler.
In der Danziger Gesellschaft des 17. Jahrhunderts war Hevelius ein hochangesehener Bürger. Als erfolgreicher Brauereibesitzer verkehrte er in den reichen bürgerlichen Kreisen und äusserte sich als Ratsherr auch zu politischen Themen. Wenig bekannt ist allerdings bis heute, dass er eine exotische Leidenschaft hatte: Er war ein passionierter Papageienzüchter.
Sein überragendes Interesse galt jedoch …, der Astronomie.
Tafel H: Cetus. Diversae novae stellae facies
Im kulturellen und wissenschaftlichen barocken Ambiente des 17. Jahrhunderts imponierte der berühmte Danziger Gelehrte durch seine astronomischen Werke, als Gründer der ersten europäischen modernen Sternwarte (1657) und nicht zuletzt als Begründer der Kartographie des Mondes.
Er verkehrte in den gelehrten Zirkeln Europas, kannte John Wallis, Athanasius Kircher, Marin Mersenne, P. Gassendi und Ismael Boulliau; mit den beiden Letzteren blieb er lange Zeit in brieflichem Kontakt. Als Mäzene unterstützten ihn die Könige Ludwig XVI und Jan III Sobieski. Die Krönung seines wissenschaftlichen Schaffens war seine Mitgliedschaft in der Royal Society in London ab 1664.
[links] Tafel F: Mercurius in Sole observatus ; [rechts] Tafel G: Venus in Sole observata
Eines des wichtigsten Werke von Hevelius, Mercurius in Sole Visus Gedani (…) vervollständigt eine lange Reihe astronomischer Werke, die er zwischen den Jahren 1647 und 1690 in Danzig veröffentlicht hat. Hierbei hat er das Jahr 1661 ganz dem Planeten Merkur gewidmet; er verfolgte den Merkurtransit im Angesicht der Sonne und fasste seine Beobachtungen in diesem Werk zusammen. Im folgenden Jahr wurde das Buch in Simon Reinigers Buchdruckerei auf Kosten des Autors gedruckt. Das Werk ist nicht nur berühmt wegen seiner Beobachtungen des Merkurtransits, sondern auch durch die damit verbundene Erstveröffentlichung eines Werkes des englischen Astronomen Jeremia Horrocks (1619-1641). Dessen unbekanntes und vergessenes Werk Venus in Sole (…) hat Hevelius annotiert und als Supplement zu seinem eigenen Opus erstmals publiziert. Es ist nicht nur die erste Publikation von Venus in Sole (…), sondern die erste Veröffentlichung eines Textes von Horrocks überhaupt.
Bibliographie:
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H. Lambrecht: Leben, Welt und Werk in: Johannes Hevelius, Machinae coelestis. [Faksimile]. Leipzig: Zentralantiquariat, 1969.
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Johannes Hevelius and his catalogs of Stars. The Millionth- Volume Acquisition the J. Reuben Clark Jr., Library. Provo: Brigham Young University Press, 1971.
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Johannes Wünsch: Die Auswertung der Sonnen- und Mondbeobachtungen des Danziger Astronomen Johannes Hevelius. Dissertation. München: Frank, 1986.
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Peter Oliver Loew: Danzig. Biographie einer Stadt. München: C. H. Beck, 2011.