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Der Anal- oder Perianalabszess ist eine eitrige Infektion, welche von den Schleimhautdrüsen des Enddarms ausgeht. Er besteht aus einem Eiterherd im Bindegewebe des Beckenbodens. Die griechische Bezeichnung „peri-„ beschreibt die Lage neben der Afteröffnung.
After, Darmausgang. Adjektiv: anal.
Adjektiv, den After betreffend.
Eiterherd, der gegen das umliegende Gewebe abgegrenzt ist. Ein solcher Herd entsteht infolge einer Infektion mit eiterbildenden Bakterien und Einschmelzung von Gewebe. Abszesse können sich in jedem Körpergewebe bilden.
Pathologischer (krankhafter) Verbindungsgang zwischen inneren Organen oder von einem inneren Organ (Darm, Blase, Niere) zur Körperoberfläche. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen „fistula“, was Röhre oder Pfeife bedeutet.
Die Infektion entsteht, wenn Schleimdrüsen im Enddarm mit Stuhlpartikeln und Sekret verstopft sind, worauf es zur lokalen Vermehrung von Bakterien und zum Einschmelzen von Gewebe kommt. Seltener gelangen Darmbakterien durch kleine Verletzungen der Haut am After ins umgebende Gewebe. Begünstigend sind Hämorrhoiden, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Durchfalltendenz, erhöhte Spannung der Schliessmuskulatur, analerotische Praktiken, eine Schwäche der Infektabwehr etwa bei Diabetes mellitus und AIDS. Im Einzelfall ist der Auslöser oft nicht festzustellen.
Vorbeugend gegen Analerkrankungen wirken:
Die Behandlung ist dringlich – schon wegen des Schmerzes – und besteht in der operativen Eröffnung des Abszesses in Kurznarkose, worauf der Eiter abfliesst, die Gewebsspannung nachlässt und der Schmerz rasch abklingt. Die Abszesshöhle wird offen gelassen und verschliesst sich allmählich von innen. Dies wirkt dem Entstehen einer Analfistel entgegen, verhindert sie aber nicht in jedem Fall.