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Ferenc Kömives, 1940-1988
Der zunächst hauptsächlich als Fotograf, später sich dann auf die Malerei und Grafik konzentrierende Ferenc Kömives ist im Jahr 1940 in Sopron (deutsch Ödenburg) geboren. Die Kleinstadt, die sich ungefähr 70 km südlich von Wien befindet, hatte turbulente Zeiten hinter sich: 1946 wurden Ungarndeutsche mit aller Härte auch aus Sopron vertrieben, jedoch wurden in diesen Ort auch ungeliebte, künstlerisch und geistig Tätige versetzt, was zu einer wahren Ansammlung von Intellektuellen führte. In diesem Umfeld aufgewachsen, interessierte sich Ferenc Kömives bereits als Kind und Jugendlicher für Zeichnen und Musik.
Der Ungarn-Aufstand 1956, durch welchen sich das Land von der sowjetischen Grossmacht loszusagen versuchte, der aber blutig niedergeschlagen wurde, zwang viele Ungarn zur Flucht, so auch Kömives. Der erst 16-Jährige gelangte in die Schweiz und absolvierte ab 1957 bis 1961 an der Kunstgewerbeschule Zürich sein Studium. Ein Studienaufenthalt von 1962 bis 1967 brachte ihn in die Nähe seiner Heimat, nach Wien. Hier war er erfolgreich als Fotograf tätig und konnte 1964 seine erste Einzelausstellung in der Galerie Nagl in Wien feiern.
Nach seiner Rückkehr lebte er wieder in Zürich und wandte sich vermehrt der Malerei zu, insbesondere verfolgte er die Richtung der amerikanischen expressiv-abstrakten Kunst. Später näherte er sich der Konkreten Kunst an, wenngleich ihn deren Dogmen nie gänzlich überzeugten. Sein grosses Interesse galt einerseits der Mathematik und Geometrie, was der Künstler selbst folgendermassen formulierte: «Mathematik ist der Höhepunkt in der Evolution, sie ist etwas vom Fantastischten, was das menschliche Hirn hervorgebracht hat». Andererseits ermittelte seine eigene Auffassung der Farben und -Zusammenstellung, was beispielsweise in seinen lebendig-leuchtenden und polychromen Kompositionen Ohne Titel von 1982 oder 1985 veranschaulicht wird. Trotz seiner Hingabe für die Geometrie war Kömives aber kein Künstler, der streng rational arbeitete: er bevorzugte einen emotionalen und individuell-subjektiven Entstehungsprozess, sodass aus seinen Werken nicht nur geometrische Muster sprechen, sondern auch Dynamik, Bewegtheit und der starke expressive Ausdruck Raum finden.
Seine erste Einzelausstellung in der Schweiz erfolgte 1984 in der Hannah Feldmann Galerie in Bern. 1988 verstarb der Künstler in Zürich.