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Eine Geburt ist ein mechanischer Vorgang. Das Kind muss sich im Gebärkanal korrekt einstellen und sich mit Bewegungen durch das Becken arbeiten. Denn nicht nur für das werdende Mami, sondern auch für das ungeborene Kind, ist die Geburt eine herausfordernde Situation.
Das weibliche Becken hat verschiedene Ebenen, mit verschiedenen Formen. Der Beckeneingang eines physiologisch geformten Becken, ist queroval, die Beckenmitte eher rund, und der Beckenausgang längsoval.
Man kann sich vorstellen, dass das Kind wie bei einem Puzzle, den vorangehenden Teil (meist der Kopf), so drehen muss, dass er in den verschiedenen Abschnitten des Beckens passend ist. So besteht die Arbeit des kindlichen Kopfes aus drei Teilen, dem Tiefertreten, dem Drehen und dem Beugen.
Beim nachfolgenden Beschrieb, wird von einem physiologischen Geburtsverlauf ausgegangen.
Beckeneingang: Zu Beginn der Geburt ist der Rücken des Kindes entweder nach links oder rechts ausgerichtet und das Kind begibt sich im queren Durchmesser in den Beckeneingang. Dabei hält es den Kopf weder gestreckt noch gebeugt. Im weiteren Verlauf dreht es den Körper etwas schräger in Richtung Bauchdecke des Mamis. Dieser Zustand ist manchmal schon vor Beginn der Eröffnungswehen der Fall und wurde nur durch die Senkwehen erreicht.
Beckenmitte: Der kindliche Kopf ist nun in der Beckenmitte oder auch Beckenhöhle genannt, angekommen. Dafür hat er sich leicht gedreht und auch das Kinn Richtung Brust gebeugt. Der Kopf ist so gedreht, dass er weder im Queren noch im Geraden ist, sondern schräg. In manchen Fällen haben sich die noch verformbaren Schädeldecken übereinander geschoben um den Umfang des Kopfes zu verkleinern.
Beckenausgang: Der Kopf hat sich längs gedreht und passiert so den Beckenausgang. Das Kind hat das Kinn so stark an die Brust gepresst, dass der Hinterkopf (Hinterhaupt) die Führung übernommen hat. Ist der Kopf auf dem Beckenboden angelangt, muss es die Symphyse ( Schambeinfuge) überwinden um geboren zu werden. Dabei bringt es den Kopf von einer maximalen Beugung in eine maximale Streckung.
Natürlich ist kein Becken genau so wie in der Theorie und auch die Bewegungen des Kindes sehr unterschiedlich. Während der Geburt kann es zu verschiedensten Fehleinstellungen des kindlichen Kopfes kommen, die von der Hebamme durch die vaginale Untersuchung oder durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt werden können. Diese können dann mit Hilfe von verschiedenen Positionen, Beckenlösungen oder auch der Einlage einer PDA, in den meisten Fällen behoben werden. Sind die Massnahmen erfolglos und das Kind tritt im Geburtskanal nicht tiefer entsteht ein Geburtsstillstand und hat meistens einen Kaiserschnitt zur Folge.
Eine nicht ganz so optimale Einstellung des Kindes, haben wir bereits im folgenden Blogbeitrag, zu den Sternguckern, erklärt: https://hebammehoch2.ch/hebammenblog/424/