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The Firm war die erste Verfilmung eines John Grisham Romans und zog eine ganze Reihe weiterer nach sich, im gleichen Jahr The Pelican Brief, ein Jahr später The Client, weiter ging es mit A Time to Kill, The Chamber, Runaway Jury ehe es mit Mickey und Christmas at the Cranks Mitte der 2000er ruhiger wurde. Mit Tom Cruise (nach 10 Jahren mit vielen Erfolgen an den Kinokassen einer der ganz heissen Stars Hollywoods und kurz zuvor mit A Few Good Menund Far and Away in aller Munde), Gene Hackman, Hal Holbrook und Ed Harris besetzt, ausserdem Jeanne Tripplehorn (Basic Instinct, Waterworld, danach ging’s abwärts…) in der Rolle als des Anwalts Frau. Einst war gar Meryl Streep für die Hackman Rolle vorgesehen, doch aufgrund von Grishams Einspruch und dem Wirbel der Fans, die gegen einen solch krassen Eingriff in den Stoff protestierten, besann man sich wieder auf den männlichen Part – interessanterweise sollte Hackman später zwei weitere Rollen in Grisham Filmen spielen (Chamber, Runaway Jury).
Der junge Jurist Mitch McDeere wird von einer prestigeträchtigen Anwaltsfirma mit blendenden Karriereaussichten, Verdienstmöglichkeiten, einem flotten Mercedes und einem hübschen Häuschen nach Memphis gelockt. Als zwei Teilhaber tot aufgefunden werden und das FBI Mitch als Informant anheuern will, gerät das Leben der jungen Familie komplett aus den Fugen. Mitch deckt noch Ungereimtheiten in der Firma auf und tappt auf den Caymans selber in eine Falle, die ihn erpressbar macht.
Dave Grusin und Sydney Pollack arbeiteten vor The Firm bei bereits sieben Filmen äusserst erfolgreich zusammen (Tootsie, Three Days of the Condoretc.). Nachdem John Barry mit Out of Africa einen Oscar holte, folgte nun eine weitere Kooperation zwischen Pollack und dem Komponisten und Jazzmusiker. Pollack wusste zuerst nicht in welche Richtung die Art der Musik führen sollte, war sich aber sicher: Es sollte keiner der „üblichen Thrillerscores“ werden. Die Idee, den gesamten Score nur vom Klavier intonieren zu lassen, schien Pollack zwar kühn, gleichzeitig wusste er, dass nur Dave Grusin dafür in Frage kommen konnte. Dem wird Grusin hier gerecht, die Musik zu The Firm wird bis auf einige wirkungsvolle Klangeffekte, die ebenfalls mit und vom Piano erklingen, ausschliesslich auf dem Klavier gespielt. Dem Studio kam das zunächst „spanisch“ vor, die Zweifel schliesslich wurden bei der Vorpremiere eines besseren belehrt und zeigte sich begeistert.
Erst nach dem finalen Mix mit Toneffekten und Dialogen war Grusin selber überzeugt, dass der Klavierscore funktionieren würde. Bis zu diesem Zeitpunkt war er sich dessen nie ganz sicher und bereitete sich darauf vor gewisse Teile doch noch mit Orchester einzuspielen.
„The Firm – Main Title“ startet mit einem Bluesfeeling, den ganzen Score bestimmend, über einer Sequenz, die Mitch beim Sport und über seinen Bewerbungen brütend zeigt. Für die Beziehung von Mitch und dessen Frau Abby schrieb Grusin ein leichtfüssiges Thema (ähnlich seiner Arbeiten abseits vom Filmzirkus), das sich im Verlauf des Films finsterer und pessimistischer zeigt, ebenso wie sich der Umgang der beiden zueinander wandelt. In „Mud Island Chase“ verwendet Grusin das Klavier auf diverse Arten: die Saiten anschlagend oder streichend, das Holz das Klaviers perkussiv verwendend – womit auch gleich aus der Welt geschafft sei, Grusin hätte den Score nur am Klavier sitzend und ohne zusätzliche Aufnahmen getätigt, was freilich, kennt man den Score, nicht möglich gewesen wäre – trotzdem stand es damals 1993 zur Debatte.
Ein Track wie „Confession Blues“ für E-Orgel und (elektronische) Rhythmusbesetzung sollte nur als Hintergrundmusik in einem Restaurant dienen, doch wurde das Stück durch ein anderes ersetzt. Auffallend ist „Mud Island Chase“ mit seinen betonten Rhythmen und hölzernen Sounds, die Grusin wiederum dem Piano entnommen hat. Der zwei Jahre zuvor erschiene JFK hat dafür wohl als Vorlage herhalten müssen.
Über den ganzen Score variiert Grusin seine Themen und Motive (Mitch, Mitch & Abby, Mitchs Bruder Ray, auch die Firma selber wird musikalisch untermalt) und trotz der Beschränkung auf das Klavier ist die Musik stets in Bewegung und besticht als abwechslungsreiche, spezielle Filmmusik mit dem ganz typischen, unverkennbaren Dave Grusin Flair.
CD 2 enthält den Inhalt der damals veröffentlichten GRP Records CD, allerdings enthielt diese nur gerade 17 Minuten Score und diverse Stücke, die als source music dienten. Und so präsentiert La-La Land Records auf der ersten CD 65 Minuten Score (die Bewertung bezieht sich auf diese), von denen der Grossteil zuvor abseits des Films noch nie veröffentlicht wurden, ausserdem sind auf Disc 2 acht Bonus Tracks enthalten. Abgerundet wird das Album mit unterhaltsamen Liner Notes von Jeff Bond.