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Das Haus «Heidi» liegt etwas abseits unterhalb der Hauptstrasse im Osten von Souboz und wurde 1684 errichtet. Das für die damalige Zeit stattliche Bauernhaus wurde wahrscheinlich für einen angesehenen Mann gebaut, wie die Reste der kunstvollen Holzvertäfelung des Hauptschlafzimmers belegen. Das Haus ist in vier senkrecht zum Dachfirst verlaufende Bereiche gegliedert, von denen der östliche als Wohnraum diente, während die anderen für landwirtschaftliche Aktivitäten genutzt wurden. Man betritt das Haus durch den südlichen Vorbau oder durch eine Tür im Osten, die direkt in die Küche führt.
Das Herz des jurassischen Bauernhauses ist die Küche. Sie dient unter anderem als Zugangsraum für die anderen Zimmer. Die Besonderheit der Küche im Haus «Heidi» ist das Gewölbe, das zum Räuchern des Fleisches bestimmt war. Der Rauch der Feuerstelle entwich nicht durch einen traditionellen und hier nicht vorhandenen Kaminschacht, sondern verteilte sich unter dem Gewölbe, bevor er durch einen angelegten Schlitz bis unter das Dach drang und dort zwischen den Dachziegeln verschwand. So diente das Feuer zum Heizen, Kochen und zur Aufbewahrung von Fleisch, das an Stangen im oberen Teil des Gewölbes aufgehängt war.
Ein denkmalgeschütztes, erhaltenswertes Gebäude an zukünftige Generationen weiterzugeben, damit diese seine Qualitäten wahrnehmen können und ihrerseits eine Weiterreichung anstreben werden, ist die grösste Herausforderung bei einer derartigen Restaurierung.
Ein passendes Konzept ist die Grundlage für den Erfolg einer solchen Arbeit, wobei der Bauherr die Hauptrolle spielt. Die Entscheidung, das «Heidi»-Haus als Ferienwohnung zu nutzen und dabei nur die Räume des ehemaligen Wohnhauses zu gebrauchen, erweist sich als optimal für die Erhaltung des gesamten historischen Gebäudes.
Die Böden des alten Gebäudes, das seit über hundert Jahren leer stand, wiesen nur wenige Elemente von handwerklichem oder historischem Wert auf. Daher wurden alle Elektro- und Sanitärinstallationen sowie die Heizung, die von einer Wärmepumpe gespeist wird, in den neu verlegten Boden eingebaut. Die Holzdecken und -wände des Hauses sind auf der Seite der landwirtschaftlichen Nutzung reversibel gedämmt, sodass sie vom Wohnbereich aus sichtbar bleiben.
Der Russ an den Wänden und dem Gewölbe in der Küche wurde nicht entfernt. Der alte Kalkverputz wurde nur teilweise restauriert und beschädigte Holzteile nur bei Bedarf ersetzt: So bewahrt der Innenraum einen Teil des historischen Ambiente, das die Härte des Lebens zur Zeit der Erbauung in diesem kleinen Dorf im Berner Jura auf über 870 Metern Höhe andeutet.
Nathalie Kury
Ort Souboz (Petit-Val), Haut du Village 37
Bauvorhaben Umbau und Restaurierung eines alten Bauernhauses
Schutzstufe Schützenswert, K-Objekt
Bauzeit Restaurierung 2020–2021
Baukosten 600 000 CHF
Bauherrschaft Stiftung Ferien im Baudenkmal
Architektin Nathalie Kury, Architektin GmbH
Quelle Les maisons rurales du canton de Berne, Isabelle Roland, Société suisse des traditions populaires, 2019
Publikationspläne
Maison Heidi, Souboz
Das Haus «Heidi» kann für Ferienaufenthalte gemietet werden.
Weitere Informationen zum Gebäude bei der Stiftung Ferien im Baudenkmal