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Der US-Bundesstaat Florida hat wegen des nahenden Hurrikan «Dorian» den Notstand ausgerufen. Gouverneur Ron DeSantis erklärte am Mittwoch, damit solle sichergestellt werden, dass Florida auf die Ankunft des Wirbelsturms vorbereitet sei.
Die Bewohner der Ostküste Floridas sollten den Verlauf des Hurrikan genau verfolgen. Ausserdem sollten alle Menschen in dem Bundesstaat Lebensmittel, Wasser und Medikamente für sieben Tage bereithalten. Der Notstand gilt für alle Landkreise, die auf dem Pfad des Wirbelsturms liegen.
US-Meteorologen gehen davon aus, dass «Dorian» in den kommenden Tagen über dem warmen Atlantik weiter an Stärke gewinnen und dann am Wochenende als «gewaltiger Hurrikan» Florida erreichen könnte. Ein genauer Pfad des Hurrikans lässt sich aber nicht vorhersagen.
Hurrikan «Dorian» hat Puerto Rico weitgehend verschont. Auf der zu den USA gehörenden Karibikinsel gab es am Mittwoch heftige Regenfälle und starke Winde. Ein 80-Jähriger starb, als eine Windböe die Leiter umriss, mit der der Mann für Reparaturen auf das Dach seines Hauses klettern wollte.
«Dorian» war am Mittwoch zu einem Hurrikan der Stärke eins auf einer Skala bis fünf hochgestuft worden. Der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern zieht inzwischen weiter in Richtung des US-Bundesstaates Florida, wo «Dorian» am Wochenende erwartet wird.
Puerto Rico war 2017 von Hurrikan «Maria» verwüstet worden. Dabei kamen Schätzungen zufolge 3000 Menschen ums Leben.
US-Präsident Donald Trump fuhr kurz vor der erwarteten Ankunft von «Dorian» in Puerto Rico eine verbale Generalattacke gegen Politiker des US-Aussenterritoriums. Puerto Rico sei «einer der korruptesten Orte der Erde», schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die dortigen Politiker seien «entweder inkompetent oder korrupt».
Trump beschwerte sich, dass Milliarden von Dollar aus den Hilfen für Puerto Rico nach «Maria» an «betrügerische Politiker» geflossen seien. Der frühere Gouverneur des Territoriums, Ricardo Rosselló, war Anfang August unter dem Druck von Strassenprotesten zurückgetreten. Ihm wurde unter anderem Korruption im Zusammenhang mit Hilfsgeldern nach «Maria» vorgeworfen.
Harte Kritik gab es aber nicht nur am Krisenmanagement von Rosselló nach dem Hurrikan, sondern auch an dem von Trump. Bei einem Besuch des Territoriums im September 2017 bezeichnete der Präsident die Zahl der dortigen Todesopfer als vergleichsweise minimal.
Der Hilfe für die damals ungefähr zeitgleich vom Wirbelsturm «Harvey» heimgesuchten US-Bundesstaaten Texas und Louisiana hatte Trump dagegen hohe Priorität eingeräumt. Trump-Kritiker stellten einen Zusammenhang mit der Tatsache her, dass die Bürger von Puerto Rico nicht zur Teilnahme an US-Präsidentschaftswahlen berechtigt sind. (ohe/mim/sda/afp)