Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03523.jsonl.gz/16

E-Mail-Adresse für den Newsletter
Die erste und zweite unveränderte Auflage der "archivalischen Quellen" erschienen im Jahr 1994, die dritte überarbeitete und erweiterte Auflage im Jahr 2003 und bereits ein Jahr später folgte die vierte durchgesehene Auflage. Das scheint auf ein großes Interesse an diesem Thema hinzudeuten. Der vorliegende Band wendet sich an die Benutzer der archivalischen Quellen, will aber auch Historikern und Archivaren zur Weiterbildung dienen. Das Ziel der Herausgeber, so formulieren sie es im Vorwort zur ersten Ausgabe, ist es, "handhabbares Wissen zur unmittelbaren Arbeit an beziehungsweise mit den archivalischen Quellen zu vermitteln". An erster Stelle steht dabei, dem Archivbenutzer zum kritischen Verständnis und zur Interpretation der Quellen zu verhelfen, damit er "Tendenzen, Doppeldeutigkeiten und Widersprüche, Manipulationen, Entstellungen und Fälschungen als solche erkennen lernt."
Das Werk gliedert sich in zwei Teile. Der quellenkundliche Teil beinhaltet detaillierte Einzelbetrachtungen über schriftliche Quellen (Urkunden, Amtsbücher, Akten, Briefe und Selbstzeugnisse), Karten und Pläne, Bilder und die modernen Quellengattungen, neue Medien und Massenmedien. Gerade den letzten Beitrag hätte man sich deutlich ausführlicher gewünscht, da mit dem Problem der Archivierung von modernen Quellengattungen
(beispielsweise VHS-Kassetten, CDs, DVDs, CD-ROM, DAT oder Netzpublikationen) mittlerweile sämtliche Archive weltweit betroffen sein dürften.
Der zweite Teil widmet sich den, an Universitäten oftmals vernachlässigten, Hilfswissenschaften. Einzelbeiträge befassen sich mit Schriftträger und Schreibmaterial, Schrift, Anreden und Titel, Datierung, Namen, Abstammung und Verwandtschaft, Siegel, Wappen, Orden und Ehrenzeichen, Münzen, Maß, Zahl und Gewicht.
Alle Einzelbeiträge des vorliegenden Bandes spannen einen Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart, so wird beispielsweise im Kapitel "Schriftträger und Schreibmaterial" die Entwicklung der Beschreibstoffe vom Papyrus über das Pergament hin zum Papier skizziert.
Am Ende des Bandes findet sich eine aktualisierte Auswahlbibliographie, deren Aufbau an den einzelnen Beiträgen orientiert ist. Ein Register für die Sichtwortsuche ist vorhanden.
Allen Beiträge läßt sich mühelos und gewinnbringend auch ohne allzu große Vorkenntnisse folgen. Dieses Werk ist besonders Geschichtsstudenten und -studentinnen unbedingt schon im Grundstudium zu empfehlen.