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Zur Prodeco Gruppe gehört der Kohlehafen in Santa Marta, die Calenturitas-Mine (La Loma) und drei verschiedene Minen in La Jagua (Kolumbien). Beide Minenstandorte befinden sich im Departement Cesar im Norden Kolumbiens und sind im Besitz von Glencore. Auf dem Gebiet des Dorfes La Jagua betreibt Glencore drei Kohleminen (Carbones de la Jagua, CMU-Hierbabuena, Carbones del Tesoro). Der Rohstoff-Multi bezahlt dort zwar Abgaben, aber er nützt die schwachen staatlichen Strukturen gnadenlos zu seinen Gunsten aus. Die Bevölkerung leidet gesundheitlich unter dem Kohleabbau und Arbeitsplätze bringt er ihr nur wenige. Glencore erfüllt auch seine Umweltauflagen nur mangelhaft und ist mit Renaturierungen enorm im Rückstand. Schicht für Schicht wird in den Minen die Erde mit Explosionen aufgelockert und bis zu 200 Meter tief abgetragen. Flüsse, die zuvor die umliegenden Dörfer mit Trinkwasser versorgten, sind unterbrochen. Das Wasser wird in den Minen zur Säuberung der Kohle benutzt. Ungefiltert fliesst es anschliessend in die Bäche zurück und verseucht das Weideland. Vor den Minen warten Hunderte Lastwagen, um die Kohle zum 180 Kilometer entfernten Hafen zu fahren. Weder ihre Lastflächen, noch die Kohledeponien sind abgedeckt, und der Kohlestaub belastet die Luft. Er verursacht nachweislich Atemwegserkrankungen bei der Bevölkerung. Zwischen 2006 und 2008 stand die Gewerkschaft Sintramienergética mit Glencore in einem Arbeitskonflikt. In den Minen und im Kohlehafen von Santa Marta entliessen Glencores Tochterfirmen gezielt gewerkschaftlich organisierte Arbeiter. Im Hafen waren die Verhandlungen über die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags zwei Jahre blockiert. Eskaliert ist der Konflikt vor allem in den Minen von La Jagua. Dort war es der Gewerkschaft Sintramienergética im Jahre 2006 gelungen, Minenarbeiter der Temporärfirmen Operadores Mineros del Cesar (OMC) und Consorcio Minero Unido (CMU) zu organisieren. Diese beiden Temporärfirmen betrieben die Minen im Auftrag von Glencore. OMC und CMU schlossen mit den Arbeitern jeweils Verträge für maximal ein Jahr ab. Die Verträge wurden zwar jeweils erneuert, doch waren die Arbeiter dabei nicht vor willkürlichen Vertragsänderungen geschützt. OMC entliess daher zwischen 2006 und 2007 rund 350 Arbeiter. Höhepunkt war die Massenentlassung von 117 Arbeitern im August 2007, wonach die Gewerkschaft bei OMC zerschlagen war. Gleichzeitig beendete Glencore die Zusammenarbeit mit OMC, angeblich wegen mangelnder Rentabilität. Daraufhin blockierten die Entlassenen und ihre Familien die Mineneinfahrten über mehrere Tage und forderten nicht nur die Wiedereinstellung, sondern auch die Direktanstellung bei Glencore. Auch hier scheute sich Glencore nicht davor, für die Räumung der Blockade auf die Bereitschaftspolizei (ESMAD) zurückzugreifen, die bekanntlich vor nichts zurückschreckt. Nach äusserst schwierigen und zähen Verhandlungen konnte in letzter Minute, nur wenige Stunden vor Streikbeginn, am 14. Juli 2008 mit Glencore ein Abkommen erreicht werden und ein neuer Gesamtarbeitsvertrag zwischen der Gewerkschaft Sintramienergética und Glencore für zwei weitere Jahre (2008 bis 2010) unterzeichnet werden. Der neue Gesamtarbeitsvertrag galt aber nur für die Mine Carbones de la Jagua, nicht jedoch für CMU-Hierbabuena und Carbones del Tesoro, da Sintramienergética dort nach den Entlassungen bei OMC keine Mitglieder mehr hat. Dieselbe Szene wiederholte sich im Juni/Juli 2010, wobei die Gewerkschaft jedoch nach zweimonatiger erfolgloser Verhandlung am 17. Juni 2010 zum Streik aufrief. Auch dieser wurde von der Bereitschaftspolizei (ESMAD) brutal niedergeschlagen. Nach der gewaltsamen Räumung kam es am 26. Juli 2010 zu einer Einigung zwischen der Gewerkschaft Sintramienergética und Carbones de La Jagua. Obwohl längst nicht alle Verhandlungspunkte durchgebracht werden konnten, zeigte sich die Gewerkschaft zufrieden: es konnten einige wirtschaftliche Punkte durchgesetzt werden, bezüglich Lohnerhöhung, Jahresendprämien, Bildungszuschüssen. Vor allem aber konnte verhindert werden, dass der Gegenvorschlag von Glencore bezüglich einer Reduktion des Gesamtarbeitsvertrages durchgekommen ist.