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- Harnwegserkrankungen
- Arthritis
- Carpaltunnel-Syndrom
- Störungen des Verdauungsapparates
- Osteoporose der unteren Extremitäten
- Herzerkrankungen
- Kraftverlust
- Dekubitus
Erhöhtes Blasenkrebsrisiko
PatientInnen mit Querschnittlähmungen urinieren wenn möglich mittels des sog. "Klopfens". Ist dies nicht möglich, so erfolgt die Blasenentleerung mit einer regelmässigen Selbstkatheterisierung. Ist auch die Selbstkatheterisierung nicht möglich, so wird in der Regel ein Dauerkatheter gelegt. PatientInnen mit Katheter leiden allerdings überdurchschnittlich häufig an Blaseninfekten. Dies erhöht das Risiko eines Blasenkrebses nach einzelnen Studien um das drei- bis vierfache.
Arthritis etc.
Arthritis tritt im Alter ohnehin gehäuft und bei PatientInnen mit Querschnittlähmungen noch häufiger auf. Wer täglich seinen Rollstuhl bewegen muss, ist auf eine funktionierende Arm- und Schultermuskulatur angewiesen. Arthritische Schmerzen führen deshalb bald dazu, dass der Rollstuhl nicht mehr selbst bewegt werden kann und fremde Hilfe nötig ist. Nebst arthritischen Erkrankungen leiden PatientInnen mit Querschnittlähmungen auf Grund der starken Belastung des Schultergürtels auch vermehrt an Verletzungen der Schultermuskulatur (v.a. an der sog. Rotatorenmanschette). Auch dadurch ist häufig fremde Hilfe erforderlich.
Carpal-Tunnel-Syndrom
Das sog. Carpal-Tunnel-Syndrom ist eine Einengung eines Nervs im Bereich der Handwurzel. Die typischen Symptome sind Taubheitsgefühle, Kribbeln und Einschlafen vor allem der Zeig-, Mittel und Ringfinger. Manchmal kommen auch brennende Schmerzen hinzu. Das Syndrom ist auch in der Normalbevölkerung verbreitet, tritt aber bei PatientInnen mit Querschnittlähmungen auf Grund der langjährigen starken Belastung bei der Bedienung des Rollstuhls gehäuft auf. Da der Rollstuhl nicht mehr selbst bedient werden kann, ist Hilfe erforderlich.
Stuhlregulation
Durch die Veränderung der Darmtätigkeit im Alter wird die Stuhlregulation immer schwieriger. Durch mangelnde körperliche Bewegung und Darmregulationsstörungen sind PatientInnen mit Paraplegie und Tetraplegie anfällig auf Verstopfung im Alter. Im manchen Fällen muss ein künstlicher Darmausgang gelegt werden.
Osteoporose
Untersuchungen der NASA bei Astronauten haben gezeigt, dass die Beine täglich vier Stunden belastet werden müssen, um einen Abbau der Knochendichte zu verhindern. Durch die verminderte Belastung der Beine findet bei Paraplegikern und Tetraplegikerinnen ein massiver Knochenabbau statt. Dieser Prozess wird durch altersbedingte Osteoporose zusätzlich verstärkt, die Anfälligkeit auf Frakturen erhöht sich massiv. Frauen sind, da von Osteoporose ohnehin häufiger betroffen als Männer, besonders gefährdet.
Herz-Kreislauferkrankungen
Die Gefahr, im Alter an einem Herz/Kreislaufleiden zu erkranken, ist bei Paraplegikern und Tetraplegikerinnen durch die mangelnde Bewegung stark erhöht. Bei Lähmungen über einem gewissen Niveau werden zudem die ersten Anzeichen einer Angina Pectoris nicht wahrgenommen.
Muskelabbau
Jeder Mensch erlebt einen Muskelabbau im Alter, die Kräfte lassen nach. Ein gesunder alter Mensch kann das lange kompensieren und die Selbständigkeit erhalten. Bei einer Querschittlähmung braucht es viel Kraft in den Armen, um sich selbst vom Bett in den Rollstuhl zu hieven. Ist das nicht mehr möglich, steigt die Pflegebedürftigkeit rapide. Oft übernehmen die Lebenspartner von Paraplegikern und Tetraplegikerinnen einen grossen Teil der Betreuung, was mit deren zunehmendem Alter aber auch nicht unbeschränkt geht.
Dekubitis
Gealterte Haut ist anfälliger auf Druckstellen und Bildung von Ulzera (Geschwüren). Sitzen im Rollstuhl begünstigt im hohen Mass die Bildung von Dekubiti (Wundliegen). Eine sorgfältige Hautpflege ist bei Paraplegie und Tetraplegie von grosser Bedeutung. Im Alter kann sie meist nicht mehr selbständig ausgeführt werden.
Schadenersatz richtig bemessen
All diesen Umständen muss vor allem bei der Erledigung von Haftpflichtfällen Rechnung getragen werden. Die Pflegekosten von Paraplegikern und Tetraplegikern werden im Alter mit Sicherheit massiv höher ausfallen, was bei der Bemessung des Schadenersatzes zu berücksichtigen ist.
Auf Grund der Schwierigkeit der Berechnung des Schadenersatzes (Erwerbsausfall, Haushaltschaden, Pflegeschaden, Betreuungsschaden, ungedeckte Gesundheitskosten, Genugtuung bzw. Schmerzensgeld) empfiehlt sich für Paraplegiker und Tetraplegiker in Haftpflichtfällen der Beizug einer spezialisierten Rechtsanwältin bzw. eines spezialisierten Rechtsanwalt.
Mehr zu Para- und Tetraplegie:
www.rahuber.ch/Paraplegie-Tetraplegie.html
Quellen:
Spinal Cord Injury Information Network:
A Closer Look at Aging
Getting Older with SCI
What Women Need to Know About Aging with SCI
Spinal Cord Injury Facts and Figures at a Glance 2012
Artikel 2005, Links aktualisiert 18.09.2012