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Investieren, Geld anlegen und Sparen – was Frauen mit Geld machen
Obwohl es meist die Frauen sind, die den Haushalt schmeissen und die alltäglichen familiären Finanzen verwalten, geben die meisten Frauen zu, dass sie die langfristige Finanzplanung ihrem Partner überlassen. Das obwohl fast 50% der Ehen geschieden werden, Frauen statistisch gesehen länger leben und deshalb öfter den Lebensabend ohne ihren Partner verbringen. So manche Frau hat nach dem Tod ihres Ehemanns eine böse finanzielle Überraschung erlebt. Eine Umfrage der UBS aus dem Jahre 2018 zeigte, dass 7 von 10 Frauen die langfristige Finanzplanung ihrem Partner überlassen. Gleichzeitig verwalten 8 von 10 Frauen die alltäglichen Finanzen der Familie.
Frauen sind es sich also gewohnt, kurzfristige Finanzentscheidungen zu treffen, getrauen sich aber nicht, ihre Finanzen langfristig zu planen.
Was machen den Frauen mit ihrem Geld? Entweder übernimmt der Partner die Investitionen oder viele lassen es einfach auf der Bank, wo es gefühlt sicher ist und man kein Risiko eingeht. Faktisch ist es aber so, dass das Geld auf der Bank durch die Inflation und Gebühren (Stichwort Negativzinsen) an Wert verliert.
Macht es bei der Finanzplanung einen Unterschied, eine Frau zu sein?
Getreu dem Motto, dass Frauen alles können, was Männer können, sage ich dazu «Nein»! Es ist jedoch so, dass aufgrund der oben beschriebenen Gründe es für Frauen vielleicht umso wichtiger ist, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern. Frauen fühlen sich vom Marketing der Banken nicht angesprochen und die Materie ist trocken. Viele verschiedene Zahlen müssen angeschaut, abstrakte Finanzprodukte verstanden werden und langfristige Entscheidungen stehen an. In der Studie der UBS geben 81% der Frauen an, dass sie denken, dass ihr Partner mehr Wissen im Finanzbereich hat. Die meisten Frauen denken, dass solche langfristigen Entscheidungen ein hohes Mass an Wissen erfordert. Der letzte Punkt ist sicher wahr, doch woher kommt die Annahme, dass sich Frauen dieses nicht aneignen können und Männer scheinen das automatisch zu haben.
Es ist nicht so, dass das ganze Finanzwissen heute nicht verfügbar wäre. Nachdem ich mich ausgiebig mit dem Thema befasst habe, habe ich festgestellt, dass es in der Schweiz für Frauen immer noch ein grosses Tabu ist, über Finanzen zu sprechen. Wenn man über die Börse und Anlegen spricht, wird man abgetan und belächelt. Das ist unter Männern anders. Diese prahlen mit dem Höchststand der Tesla-Aktie, die sie natürlich gleich zu beginn gekauft hatten und nun für viel Geld verkauft haben. Das ist nur ein Beispiel und die Diskussion kann viel differenzierter sein. Mit dieser Seite möchte ich den Austausch unter Frauen über Finanzen fördern. Deshalb teile ich auch meine Erfahrungen, die guten und die Lehrgelder, die ich bezahlt habe.
Frauen sind die besseren Investoren
Das Frauen tatsächlich kein Interesse an Finanzen haben, stimmt nicht. Es ist eher so, dass es die Finanzbranche bisher nicht geschafft hat, Frauen angemessen anzusprechen. Die Finanzbranche ist männderdominiert und geprägt vom Vokabular aus dem Sport und Krieg. Eine Änderung ist langsam in Sicht: Die grossen Player wie UBS oder Blackrock haben spezielle Abteilungen gegründet, die das Investmentverhalten von Frauen analysieren.
Die Datenplattform Openfolio wertet regelmässig aus, wie amerikanische Anleger mit ihren Investitionen abschneiden. Dabei übertreffen die weiblichen Investoren die männlichen seit Jahren.
Hier sind einige interessante Fakten dazu, wie Frauen investieren:
- Frauen investieren vorsichtiger. Weniger Risikofreude zahlt sich langfristig aus.
- Frauen investieren nachhaltiger. Sei es in grüne Technologien oder über einen längeren Zeitraum, Frauen ist es wichtig, dass sie hinter ihren Anlagen stehen können.
- Frauen rennen weniger dem neusten Trend hinterher. Es ist nicht wichtig, damit angeben zu können, dass man die Apple-Aktie auch hat.
Weitere Unterschiede zu den Finanzen bei Männern sind, dass die Einkommenskurve von Frauen insgesamt flacher verläuft und früher den Höhepunkt erreicht. Frauen legen aufgrund der Familienpause eher eine Karrierepause ein und Leben länger. All diese Dinge sollten bei der Finanzplanung berücksichtigt werden.
Wo soll ich starten?
Der erste Schritt ist getan, du bist hier und suchst nach Informationen. Damit bist du auf einem guten Weg! Ich habe vier Schritte definiert, die ich dir in dieser Reihenfolge nahelege, um einen geordneten Überblick über die Finanzwelt zu erhalten. Die vier Schritte sind:
- Mindset – die richtige Einstellung gegenüber Geld. Hinterfrage deine Gewohnheiten und Glaubenssätze.
- Sparen – Wie spare ich richtig und wohin mit dem Geld?
- Vorsorge – Alles rund um die freiwillige Altersvorsorge und das Alter.
- Investieren –Aktien, ETFs, Gold, Wertpapiere, Börse. Alles zu diesen Schlagwörtern kommt zum Schluss zusammen mit praktischen Tipps, wie du vorgehen kannst.