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Dies geht aus dem Bericht "Energy Outlook 2000" des EIA hervor. Die starke wirtschaftliche Erholung Ostasiens sowie ein unerwartet rasches Wachstum in den Ländern, die aus der früheren Sowjetunion hervorgegangen sind, auf der einen Seite und der ins Gewicht fallende Anstieg der Erdölpreise auf der anderen Seite haben die EIA veranlasst, ihre früheren mittelfristigen Voraussagen differenziert zu überarbeiten. Die hohen Ölnotierungen sind mit ein Grund für den wirtschaftlichen Aufschwung Russlands und haben die Erholung in Ostasien nicht wesentlich gebremst. Die EIA geht jetzt von einem erheblichen Verbrauchsanstieg in Osteuropa und einem weiterhin starken Wachstum in den Entwicklungsländern aus, während die Energienachfrage in den Industrieländern nur wenig ansteigen wird.
In den Berechnungen als grossen Unsicherheitsfaktor bezeichnet die EIA die Frage, ob die Industrieländer tatsächlich wirksame Massnahmen treffen werden, um die im Rahmen der Kyoto-Vereinbarung zur Minderung der Treibhausgasemissionen eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten. Werden die Kyoto-Verpflichtungen ausgesetzt, rechnet die EIA mit einem Anstieg der globalen Kohlenstoff-Emissionsgleichwerte von 6,2 Mrd. t im Jahr 1997 auf 10 Mrd. t im Jahr 2020. Kommen die Verpflichtungen zum Tragen, wären es laut der EIA 2020 weltweit "nur 9 Mrd. t".
Die Ölnachfrage wird gemäss der EIA bei einem mittleren Jahreswachstum von 1,9% bis 2020 rund 113 Mio. Barrel täglich erreichen. Entsprechend müsste die weltweite Tagesproduktionskapazität um 40 Mio. Barrel angehoben werden. Ein noch stärkeres Wachstum sieht die EIA beim Erdgas voraus: Der heutige Marktanteil des Erdgases von 22% dürfte bis 2020 auf 29% ansteigen.
Unsicher sind für die EIA die Aussichten der Kernenergie. Obschon die weltweite Stromnachfrage jährlich um 2,5% wachsen dürfte, sei es nicht klar, ob die Kernenergie bei der Deckung weiterhin eine bedeutende Rolle spielen könne. In den kommenden Jahren sei wegen des Zubaus vor allem in Ostasien noch mit einem Kapazitätsanstieg zu rechnen. Er werde aber nicht ausreichen, um den relativen Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung zu halten. Für die Zeit nach 2010 sieht die EIA sogar einen absoluten Rückgang der Kernkraftwerkskapazität voraus, wenn es in den Industrieländern nicht zu einer politischen Neubeurteilung dieser Energieform komme. Trotz des Drucks durch die Kyoto-Vereinbarung rechnet die EIA bis 2020 auch für die erneuerbaren Energien nur mit einem bescheidenen Wachstum.
Quelle
P.B. nach DOE/EIA-Unterlagen, März 2000