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Sicherheitskontrollen nach ADR-Kapitel 1.10
Sicherheitskontrollen sind so durchzuführen, dass die Art der möglichen Sicherheitsrisiken – in diesem Fall Diebstahl oder Missbrauch – berücksichtigt wird. Bei festgestellten Lücken und Mängeln sind Methoden zu entwickeln, welche die erkannten Risiken eliminieren oder minimieren. Auch haben die mit dem Transport gefährlicher Güter befassten Unternehmen und Fahrzeugbesatzungen entsprechende Sicherheitspläne zu entwickeln, zu denen die Mitarbeiter zu schulen sind. Jedes Mitglied einer Fahrzeugbesatzung muss seine Verantwortlichkeiten und Pflichten bezüglich der Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen kennen.
Punkt 1.10.3: Bestimmungen für besonders gefährliche Güter
Es gibt gefährliche Güter, die für terroristische Angriffe missbraucht werden könnten (Gefahrgüter sogenannter “hoher Konsequenz”). Für diese gelten besonders strenge Sicherungsvorschriften, welche die Besatzungen kennen müssen. Diese Güter werden in der Tabelle 1.10.5. aufgelistet. Es gehören unter anderem dazu:
- explosive Stoffe
- desensibilisierte Sprengstoffe
- bestimmte Chemikalien wie Perchlorate, reines Ammoniumnitrat und Düngemittel mit Ammoniumnitratanteilen, Ammoniumnitratemulsionen, – suspensionen oder -gele
- radioaktives Material
- toxische und infektiöse Substanzen
- ätzende Chemikalien
Sicherheitspläne
Ein ADR-Sicherheitsplan muss mehrere Elemente umfassen. Zunächst einmal sind die spezifischen Zuständigkeiten für einzelne Sicherheitsbereiche an qualifizierte, zuverlässige und kompetente Personen zu vergeben. Diese müssen eine angemessene Befugnis für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben erhalten. Die Aufzeichnungen über die transportierten gefährlichen Güter und ihre Zuordnung zu Gefahrenklassen müssen vollständig sein. Laufende Operationen sind ständig zu überprüfen. Hierbei hat eine fortgesetzte Bewertung der Sicherheitsrisiken während der Fahrt und der Stopps zu erfolgen. Getrennte Risikobereiche sind
- der Transport im Fahrzeug,
- die Aufbewahrung im stehenden Fahrzeug (Container oder Tank),
- die Umladung und die Zwischenlagerung vor einer Umladung (sogenannte intermodale Übertragung) sowie
- die mögliche Lagerung zwischen den genannten Einheiten.
Massnahmen, welche zur Verringerung von Sicherheitsrisiken ergriffen werden, sind klar zu benennen. Die Verantwortlichen müssen über ihre Pflichten belehrt und entsprechend ausgebildet werden. Als Antwort auf erhöhte Bedrohungsbedingungen sind neue Sicherheitsrichtlinien zu formulieren. Betriebspraktiken wie die Auswahl von Strecken haben sich nach den bekannten Risiken zu richten. So ist die Nähe zu einer für Risiken anfälligen Infrastruktur nach Möglichkeit zu meiden. Transportbetriebe müssen aktuelle und wirksame Verfahren für ihr Reporting entwickeln, das unter anderem die Verletzungen von Sicherheitsvorschriften und Sicherheitsvorfälle erfassen soll. Für die Prüfung von Sicherheitsverfahren und -plänen muss es spezifizierte Verfahren geben. Alle sicherheitsrelevanten Informationen müssen für die gesamte Transportstrecke einschliesslich aller Zwischenlager vorliegen. Es dürfen allerdings nur die mit dem Transport unmittelbar befassten Mitarbeiter vollständig über den Sicherheitsplan informiert werden. Andererseits sollen der Absender des Gefahrguts, der Beförderer und der Empfänger miteinander gut kooperieren und Bedrohungsinformationen sowohl untereinander als auch mit den Behörden austauschen, um geeignete Sicherheitsmassnahmen anwenden zu können.
Verhinderung des Fahrzeugdiebstahls
Fahrzeuge sind mit GPS-Tracking zu versehen und gegen Diebstahl zu sichern, wobei diese Sicherung die Einleitung von Notfallmassnahmen nicht behindern darf.
Was besagt das ADR im Ganzen?
Die insgesamt sehr umfänglichen Vorschriften zum grenzüberschreitenden Verkehr haben sich in der schweizerischen Gesetzgebung niedergeschlagen, die hierzu die SDR-Verordnung (Beförderung gefährlicher Güter) und die Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GGBV) erlassen hat. Das bedeutet, dass Transporteure gefährlicher Güter einen Gefahrgutbeauftragten benennen müssen, der auch extern gestellt werden kann. Wir bieten diese Dienstleistung an. Die Erlasse werden entsprechend der technischen und auch politisch-gesellschaftlichen Entwicklung (zum Beispiel erhöhte Terrorismusgefahr) ständig angepasst. Das ADR-Abkommen, das die verschiedensten Bereiche regelt, wurde erstmals am 30.09.1957 in Genf formuliert, federführend war die UNECE (United Nations-Economic Commission for Europe). Erst 1968 erlangten die ADR-Richtlinien Rechtskraft. Inzwischen gehören dem Abkommen alle EU-Staaten und auch die Schweiz an, daneben auch Staaten ausserhalb der EU. Geregelt werden die Einstufung von Transportgütern als Gefahrgut, deren Kennzeichnung, der Bau und die Prüfung von Behältern aller Art, die Pflicht für Fahrer, einen Gefahrgutführerschein zu besitzen sowie die Ausbildung aller am Transport Beteiligten auf dem jeweils jüngsten Stand. Das ADR-Abkommen enthält mehrere Teile, zentral sind Dokumentationen, die Klärung von Sicherheitspflichten, die Unterweisung von beteiligten Personen, die Kennzeichnung und die technische Ausrüstung der Transporteure. Die sehr umfangreichen ADR-Vorschriften muss ein Gefahrgutbeauftragter kennen. Im Rahmen unserer Gefahrgutberatung informieren wir Sie hierzu. Relevant und als Kenntnis unerlässlich ist beispielsweise die Kennzeichnungspflicht. Es gibt Etiketten für Gefahrgut, ohne die Sie mit diesen Stoffen nicht losfahren dürfen. Auch zur nötigen Schutzausrüstung erfahren Sie alles während unserer Gefahrgutberatung.