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Mit der 1894 erbauten Ludwigskapelle und dem dahinter liegenden Privatfriedhof hinterliessen die miteinander verwandten Industriellenfamilien Bebié, Kappeler, Zai und Landolt in Turgi ein spezielles Denkmal ihres Wirkens. Als die Brüder Bebié 1825 in Turgi Land kauften, gab es in der Limmatschlaufe hauptsächlich Gestrüpp, einige Jahre später ein Dorf und 1884 bereits eine politische Gemeinde. Die verschiedenen Unternehmen der Bebié und ihrer Nachkommen hatten diesen Prozess erst ermöglicht.
Peter Zai ist die schillerndste Persönlichkeit im Familienverband der Bebié-Nachkommen. Er trat um 1890 in die Fussstapfen seines Schwiegervaters Ludwig Kappeler-Bebié. Erst elektrifizierte er die Beleuchtung seiner Spinnerei, dann plante er in der Schiffmühle ein Zementwerk. Als daraus nichts wurde, gründete er eine elektrotechnische Fabrik. 1901 starb seine Frau Katharina, worauf der erschütterte Zai die Spinnerei als ‘Katharinenstiftung‘ seinen Arbeitern vermachte. Diese sollten 50 Prozent des Reingewinns erhalten. Da die Teilhaber gegen die Aufsehen erregende, aber eigenmächtige Schenkung protestierten, musste Zai sie 1902 rückgängig machen.
Privatfriedhof der Industriellenfamilie Bebié hinter der Ludwigskapelle. An der Rückseite der Kapelle ist eine Tafel mit den Namen der Bestatteten angebracht.
Marmorengel des Zürcher Bildhauers Richard Kissling zu Ehren der 1895 verstorbenen Stifterin der Kapelle. Das Werk ist von hoher Qualität – Kissling war auch Schöpfer des 1895 errichteten Telldenkmals in Altdorf.
Standorte der verschiedenen Unternehmen der Familie Bebié und ihrer Nachkommen:
|1||Spinnereien von 1828 und 1836|
|2||geplante Spinnerei und Weberei in der Unterau (1861 Konzession erteilt, nicht realisiert wegen Krise in der Textilbranche)|
|3||nicht ausgeführter Kraftwerkskanal zu obigem Fabrikprojekt|
|4||Kraftwerk und elektrochemische Fabrik Schiffmühle 1895 – noch 1892 hatte Peter Zai an diesem Ort ein Zementwerk geplant|
|⃘||Standort|
Der 1847 – 1961 von der Bahn benützte, nachher für den Autoverkehr erweiterte Schlossbergtunnel, Aufnahme von 1905.
|1894||Bau der Ludwigskapelle als Stiftung von Matthilde Kappeler zu Ehren ihres Vaters Ludwig Kappeler-Bebié. Architekt ist vermutlich Aloys Otto Droger aus Baden|
|1926 – 1936
||regelmässige katholische Gottesdienste, später wegen Platzmangels im Schulhaus, seit 1959 in der neu gebauten Kirche|
|1934
||Geschenkweiser Übergang der Kapelle an die römisch-katholische Kirchgemeinde Gebenstorf-Turgi|
|1965||Letzte Bestattung|
|1988||Unter Denkmalschutz gestellt|