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Japan: Ikata-3-Betrieb gestoppt
Nach dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi im 11. März 2011 mussten alle japanischen Einheiten vom Netz. Die Kernkraftwerkseinheit Ikata-3 (PWR, 846 MW) wurde nach Erfüllen aller vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen am 12. August 2016 wieder angefahren. Sie nahm am 8. September 2016 den kommerziellen Betrieb wieder auf.
Vier Anwohner von Matsuyama und Hiroshima reichten am 11. März 2016 – auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi – beim Bezirksbericht von Hiroshima eine Petition zur vorläufigen Abschaltung von Ikata-3 ein. Nach Ansicht der Antragssteller habe die Shikoku Electric die Stärke eines Erdbebens unterschätzt, das die Anlage treffen könnte. Am 30. März 2017 kam das Bezirksgericht jedoch zum Schluss, das Unternehmen habe zuverlässige Methoden zur Berechnung der Erdbebenbewegungen am Standort angewendet. Es gab der Klage deshalb nicht statt. Im April wandten sich die Kläger ans Obergericht in Hiroshima. Dieses hob jetzt den Entscheid auf und verfügte die Abschaltung von Ikata-3. Die Anordnung ist bis Ende September 2018 wirksam. Die ist das erste Mal, dass ein Obergericht einen Entscheid über Reaktor-Wiederinbetriebnahmen eines erstinstanzlichen Gerichts aufhebt. Ähnliche Klagen sind in anderen Gerichten in den nahegelegenen Matsuyama, Yamaguchi und Oita hängig.
Die Shikoku Electric zeigte sich «sehr enttäuscht» über den Entscheid. Sie werde «zeitnah» Rekurs einlegen.
Von den 42 betriebsfähigen Einheiten Japans haben bisher fünf das verschärfte japanische Wiederinbetriebnahme-Verfahren erfolgreich abgeschlossen und den Betrieb wieder aufgenommen. Es sind dies: Sendai-1 und -3, Ikata-3 sowie Takahama-3 und 4. Bei weiteren 19 Blöcken sind Anträge eingereicht worden.