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Die Unterstützung von kulturellen Projekten ist der bromer kunst ein grosses Anliegen. In den vergangenen Jahren hat die Galerie verschiedene Künstlermonografien herausgegeben und zahlreiche Ausstellungen veranstaltet. Am 12. November wird ein Dokumentarfilm über den Schweizer Künstler Rudolf Häsler (1927 – 1999) herausgegeben und für den Frühling 2017 plant bromer kunst die Lancierung einer umfassenden Monografie, welche Rudolf Urech-Seon (1876 – 1959), dem ersten abstrakten Schweizer Maler, gewidmet wird.
Nachlassaufarbeitung einer fast vergessenen Künstlerin
Das künstlerische Schaffen von Clara Porges wurde seit 1912 und bis in die frühen 1950er-Jahre an zahlreichen Ausstellungen in London, Wien, München, Leipzig, Dresden, Freiburg im Breisgau, Stuttgart, Bern und Zürich gezeigt. Dennoch gingen die Werke der Künstlerin fast vergessen. Erst 1985 mit der Eingliederung ihrer Werke in die Ausstellung «Das Oberengadin» wurde ihre grosse Bedeutung richtig wahrgenommen und in einem grösseren Kontext von Künstlern, die sich mit dem Engadin auseinandersetzten, betrachtet.
«Die Aquarelle und Ölbilder wirken beinahe als wären sie auf Glas oder Seide gemalt. Denn obwohl die Werke bunt sind, erscheinen sie so, als würde ein Hauch von Wehmut den Bildern einen zusätzlichen persönlichen Ausdruck geben wollen. Gerade in den letzten zwanzig Jahren des Schaffens von Porges, beeinflusst durch den frühen Tod ihres Mannes 1932 und den politischen Veränderungen in ihrem Heimatland Deutschland, wird dies vermehrt deutlich.» (Artikel in der Zeitschrift «kunstart»). Heute verfügt bromer kunst über einen Bestand von über 40 Werken von Clara Porges. Im Herbst 2013 präsentierte die Bromer Kunst die erste grosse Retrospektive mit über 130 Werken von Clara Porges sowie die Edition einer umfassenden Monografie über die Künstlerin. Mit der Retrospektive und der Buchpublikation erfährt Clara Porges zwar eine späte, aber umso bedeutendere Würdigung.
Ein grösseres Projekt der bromer kunst ist die Erstellung einer 500-seitigen Monografie zum ersten abstrakten Schweizer Maler, Rudolf Urech-Seon.
Als die Schweizer Malerei in den 1930er-Jahren die Idylle suchte, schaute er genau hin und suchte in der Natur die geometrische Form: Der spät zur Kunst berufene Seoner Flachmaler und Absolvent der Kunstakademie München, Rudolf Urech (1876–1959). Die ungegenständliche Kunst war damals längst erfunden, doch im Aargau blühte nach wie vor der Spätimpressionismus und für Unbekanntes hatte man kein Verständnis. Urech-Seon hatte somit nur eine Möglichkeit: Seinen Weg allein zu suchen. Er war dabei nicht ein Grossstädter in ländlicher Umgebung, sondern ein Einzelgänger, der die abstrakte Kunst für sich noch einmal erfand; in seinem Atelier-Schopf in Seon.
Der Dokumentarfilm "Coca Castro" über Rudolf Häsler wird bis am 16. Juli in der bromer kunst gezeigt
Im November 2016 erscheinte der Dokumentarfilm «Coca-Castro», welcher das abwechslungsreiche Leben und das einzigartige Schaffen des Künstlers Rudolf Häsler aufzeigt. Politische Ereignisse auf Kuba und die Gedankengänge des Künstlers werden im Film aufgegriffen. Zeitgleich zur Veröffentlichung des Dokumentarfilms findet die Ausstellung in der Bromer Kunst statt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird eine umfassende Publikation zur einmaligen Lebensgeschichte des Künstlers herausgegeben.
Das Leben des Künstlers Rudolf Häsler war - wie sein Schaffen auch - sehr aussergewöhnlich. Rudolf Häsler wurde 1927 in Interlaken geboren und interessierte sich seit seiner Kindheit für unterschiedliche Länder und Kulturen. Kurz nach dem Lehrerseminar fasste er den Entschluss, Künstler zu werden. Nach ausgedehnten Studienreisen durch Europa und Nordafrika liess sich der Berner Oberländer kurzzeitig in Spanien nieder. In Granada lernte er Maria Dolores Soler – eine Kubanerin – kennen. Die beiden verlobten sich und heirateten schliesslich in Kuba. Ursprünglich wollte das Paar zwei Wochen in Kuba verbringen – schlussendlich blieben die beiden über ein Jahrzehnt im karibischen Inselstaat. Häsler wurde kurz nach der Machtübernahme durch Fidel Castro in Kuba Direktor im Nationalinstitut für Kunstgewerbe und gilt bis heute als der höchste ausländische Staatsangestellte nach Che Guevara in Kuba. Rudolf Häsler fiel jedoch bei Fidel Castro in Ungnade und wurde seines Amtes enthoben, weshalb er im Jahr 1969 Kuba mit der ganzen Familie fluchtartig verlassen musste. Ende der 60er-Jahre zog sich der Maler, Grafiker und Zeichner mit seiner Familie nach Spanien zurück und bereiste die Welt. Bekannt wurde Häsler vor allem durch seine realistischen, teilweise auch hyperrealistischen Gemälde. Da Häsler eher zurückgezogen in Spanien lebte und nicht an vielen internationalen, gross angelegten Ausstellungen teilniehm, beschränkt sich seine Bekanntheit auf einen ausgewählten Expertenkreis. Die bromer kunst ist jedoch überzeugt, dass sich diese Tatsache bald ändern wird und Rudolf Häsler seinen verdienten Platz in der internationalen Kunstgeschichte zugesprochen erhält.
Dokumentarfilm über den Schweizer Künstler Rudolf Häsler
«Coca-Castro»
Der Dokumentarfilm «Coca-Castro» beleuchtet das aussergewöhnliche Leben und das eigenständige Kunstschaffen Rudolf Häslers (1927-1999). Ein Film von bromer kunst, Christian Herren und Daniel Bleuer, unter anderem mit Marcus Signer, Irene Godel und Luc Chessex. Der Dokumentarfilm «Coca-Castro» ist bis am 16. Juli 2017 in voller Länge im Auditorium der bromer kunst, im Rahmen der Retrospektivausstellung zu Rudolf Häsler, zu sehen.
Die bromer Kunst setzt sich für die Realisation von künstlerischen Projekten ein, engagiert sich in der Aufarbeitung von Künstlernachlässen und begleitet zeitgenössische Kunstschaffende. Mit dieser Motivation hat sich die bromer kunst unter anderem auch maßgeblich an der Produktion und Herausgabe der Künstlermonografie zu Clara Porges (1879 – 1963) beteiligt und die Lancierung einer umfassenden Monografie zu Rudolf Urech-Seon (1876 – 1959), einem der ersten abstrakten Schweizer Maler, unterstützt. Im Hinblick auf weitere spannende Buchprojekte ist Anfang 2017 die bromer edition ins Leben gerufen worden, welche mit der Herausgabe der Neuauflage von Rudolf Häslers Werk „Kuba - Freiheit oder Terror“ ihr Debut feiert.
Rudolf Häsler – Ein Weltbürger
Die im Juni 2017 in der bromer edition erschienene 476-seitige Künstlermonografie zu Rudolf Häsler stellt den Höhepunkt im Zuge unserer Bemühungen um das bemerkenswerte Oeuvre des aussergewöhnlichen schweizer Künstlers dar.
Am 29. Juli 2017 würde Rudolf Häsler seinen 90. Geburtstag feiern. Das Jubiläum wurde zum Anlass genommen, mit einer reich illustrierten, in Leinen gebundene Monografie umfassende Einblicke in sein ereignisreiches Leben und sein avantgardistisches künstlerisches Schaffen im Realismus zu gewähren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Das Buch „Rudolf Häsler – Ein Weltbürger“ kann zu einem Preis von 58.- zzgl. Versandkosten bei uns gekauft werden.
(Auch im Doppelpack mit dem Buch "Kuba – Freiheit oder Terror" erhältlich).
Kuba – Freiheit oder Terror
Das erstmals 1972 erschienene Buch «Kuba – Freiheit oder Terror: Ein Maler erlebt die Revolution» des Schweizer Künstlers Rudolf Häsler (1927 – 1999) wurde von der bromer edition in einer Neuauflage zweisprachig herausgegeben. Zu diesem Anlass fand, in Zusammenhang mit der «Rudolf Häsler– Retrospektive», eine Lesung statt:
Der charismatische Kunsthistoriker Dr. Friedhelm Häring las aus dem Buch «Kuba – Freiheit oder Terror», in dem Häsler eindrücklich seine Lebens- und Schaffensjahre von 1957 bis 1969 auf dem sozialistischen Inselstaat beschreibt. Mit viel Pathos schildert Häsler seine Anfangszeit auf Kuba, die kubanische Revolution, seine Berufung als kubanischer Direktor für Kunstgewerbe, sein Verhältnis zu Ernesto «Che» Guevara und Fidel Castro, sowie seinen Bruch mit dem Regime.
Das Buch "Kuba – Freiheit oder Terror" kann in Spanisch und/oder Deutsch zu einem Preis von 26.50 CHF zzgl. Versand bei uns gekauft werden.