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Industrie- und Gewerbelärm
Eine systematische, flächendeckende Lärmsanierung für Industrie- und Gewerbelärm ist nicht vorgesehen. Eine Lärmbeurteilung wird in der Regel im Baubewilligungsverfahren durchgeführt oder wenn vermutet wird, dass die Belastungsgrenzwerte überschritten sind. Oftmals wird diese Abklärung auch bei einer Lärmklage aus der Nachbarschaft angeordnet.
Hierbei hat der Betrieb als Lärmverursacher nachzuweisen, dass er die Belastungsgrenzwerte einhält.
Messungen, Berechnungen, Zuschläge, Abzüge
Eine solche Lärmbeurteilung nach Anhang 6 der LSV besteht aus Messungen oder Berechnungen oder beidem. Dabei werden Zuschläge (Pegelkorrekturen) auf den Lärmpegel gemacht, welche dem Mass der Störung Rechnung tragen. So wird zum Beispiel das Geräusch einer Stanzmaschine oder bei Material-Kippvorgängen mit hohen kurzzeitigen Pegelspitzen (Impulshaltigkeit) als besonders störend erachtet und ein Zuschlag von 4 bis 6 dB auf den Messwert hinzugerechnet. Bei einem tonhaltigen Geräusch, wenn also einzelne Tonfrequenzen gut heraushörbar sind (zum Beispiel das Heulen eines Lüfters oder das Brummen eines Transformers) ist ein Zuschlag für die Tonhaltigkeit von 4 bis 6 dB vorgesehen. Daneben ist aber auch ein Abzug auf den Lärmpegel zu berücksichtigen, wenn dieser nicht den ganzen Tag bzw. die ganze Nacht anhält.
Der Lärmpegel am Empfangspunkt (Immissionspegel) ist der über die Messdauer gemittelte Schalldruckpegel (Leq) in dB(A). Dieser Wert ergibt zusammen mit den oben erwähnten Zuschlägen und Abzügen (Korrekturfaktoren) den Beurteilungspegel (Lr) für den jeweiligen Empfangspunkt. Dieser Wert muss dann kleiner oder gleich dem am Empfangspunkt geltenden Belastungsgrenzwert (Grafik 1) sein.
Grafik 1: Die Lärmbelastung durch einen Betrieb setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen.
Überschreitungen, Massnahmen, Unterschreitung, Vorsorge
Bei einer Überschreitung dieses Grenzwertes sind Lärmschutzmassnahmen zu treffen.
Aber auch bei Einhaltung des Belastungsgrenzwertes ist zu prüfen, ob nicht im Rahmen der Vorsorge gemäss Art. 11 USG Massnahmen getroffen werden müssen, die eine Lärmreduktion bewirken. Bei einer Unterschreitung des Belastungsgrenzwertes von rund 5 dB kann davon ausgegangen werden, dass das Vorsorgeprinzip erfüllt ist.
Massnahmen zur Lärmreduktion sind möglichst an der Lärmquelle, also am Ort der Entstehung zu treffen. Wo dies nicht möglich ist, können zum Beispiel Lärmschutzwände aufgestellt werden oder die Lärmreduktion wird mit organisatorischen Massnahmen wie Änderung der Betriebsabläufe oder Einschränkung der Betriebszeiten erreicht.