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Legislaturindikator: Frühzeitige Schulabgänger/innen nach Migrationsstatus
Auszug aus dem Legislaturziel 10: Wichtige Aspekte für die soziale Kohäsion sind u. a. das Verständnis der verschiedenen Generationen füreinander, [sowie] die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich der Integration von in der Schweiz wohnhaften Ausländerinnen und Ausländern […].
Bedeutung des Indikators: Um den Lebensunterhalt selbständig bestreiten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, ist eine Erwerbsarbeit eine zentrale Voraussetzung. Die Integration in den Arbeitsmarkt wird durch eine fundierte Bildung begünstigt. Der Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II trägt massgeblich zur Risikominimierung auf dem Arbeitsmarkt bei. Jugendliche, die ihre Ausbildung frühzeitig abbrechen, stellen eine potentielle Risikogruppe dar, da prekäre Erwerbsarbeit oder Arbeitslosigkeit die Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft erschweren.
Der Anteil frühzeitiger Schulabgängerinnen und Schulabgänger nach Migrationsstatus zeigt, wie viele der 18- bis 24-Jährigen gemessen an der gesamten gleichaltrigen Bevölkerung über keinen nachobligatorischen Abschluss verfügen und an keiner Aus- oder Weiterbildung teilnehmen.
Quantifizierbares Ziel: Der Anteil der frühzeitigen Schulabgängerinnen und -abgänger mit Migrationshintergrund nimmt ab.
Kommentar
Bei der 18- bis 24-jährigen Wohnbevölkerung unterscheidet sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an den frühzeitigen Schulabgängerinnen und Schulabgänger (d.h. ohne postobligatorischen Abschluss) von jenem der Personen ohne Migrationshintergrund. 2018 haben 2,8% der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund das Bildungssystem frühzeitig verlassen, bei jenen mit Migrationshintergrund belief sich dieser Anteil auf 10%. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Quote der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund wie auch jene der Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht signifikant verändert.
Wird anstatt des Migrationshintergrunds die Nationalität betrachtet, zeigt sich, dass der Anteil der ausländischen Jugendlichen, welche zu den frühzeitigen Schulabgängerinnen und Schulabgängern zählen, seit 2013 keine signifikante Veränderung erfahren hat. Der Anteil der schweizerischen Jugendlichen, die das Bildungssystem frühzeitig verlassen, hat sich im gleichen Zeitraum ebenfalls nicht signifikant verändert. 2018 brachen 3,3% der schweizerischen Jugendlichen und 13,7% der ausländischen Jugendlichen ihre Ausbildungskarriere frühzeitig ab.
Ein möglicher Grund, weshalb ausländische Jugendliche häufiger ohne postobligatorischen Abschluss das Bildungssystem verlassen, können Schwierigkeiten beim Übergang von der obligatorischen Schule in die Sekundarstufe II sein. Ausländische Lernende beginnen weniger häufig als Schweizer Lernende direkt nach der obligatorischen Schule eine zertifizierte Ausbildung. Zudem müssen verglichen mit Schweizern mehr als doppelt so viele von ihnen eine Übergangsausbildung in Anspruch nehmen.
Personen ohne postobligatorischen Abschluss wiesen 2018 mit 8,4% eine höhere Erwerbslosenquote auf als Personen mit einem Abschluss der Sekundarstufe II (4,7%) oder einem Tertiärabschluss (3,5%). Die Erwerbslosenquote für das Total der ständigen Wohnbevölkerung lag bei 4,7%.