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Giacomo Casanova bricht 1756 aus den Bleikammern Venedigs aus und flüchtet durch ganz Europa. Dabei lebt er seine sexuellen Fantasien und Obsessionen aus, doch die dekadente Gesellschaft lässt ihn zum tragikomischen Helden werden.
Casanova, der grösste Liebhaber überhaupt, wird in Fellinis Version zur traurigsten Figur aller Zeiten: ein verwitterter Geck, der sich auf Frauen ebenso wenig versteht wie auf die Liebe.
«Mit einem Hauch von trauervoller Feierlichkeit und Eleganz versehen, verlässt dieser Film den Realismus zugunsten eines stilisierten romantischen Pessimismus (…). Die visuelle Kühnheit und pure Fantasie jeder einzelnen Einstellung lassen den Film zu einem elegischen Abschied von einer Ära des italienischen Kinos werden und Donald Sutherlands Darbietung ist das verblüffendste Beispiel von Schauspielkunst seit Marlon Brandos in Last Tango in Paris.» (Scott Meek, Time Out Film Guide)
«Casanova ersetzt die filmische Erzählung durch eine Folge grosser Bilder, aber Sutherland lässt sich von all dem Zauber nicht erdrücken. Die Gliederpuppe, mit der ihn Fellini auf dem Set allein lässt, als alle Frauengeschichten zu Ende erzählt sind, ist vielleicht das aufregendste Requisit, das je für einen Kostümfilm erdacht wurde. Sie ist die Totengöttin des Erotischen, und Sutherland dreht mit ihr seinen letzten Tanz, bis die Lüste und die Lüster der Epoche gelöscht sind.» (Andreas Kilb, FAZ, 29.11.2005)
Il Casanova di Federico Fellini ist auch Bestandteil der Reihe Sélection Lumière.
Drehbuch: Federico Fellini, Bernardino Zapponi, frei nach den Memoiren von Giacomo Casanova
Kamera: Giuseppe Rotunno
Musik: Nino Rota
Schnitt: Ruggero Mastroianni
Mit: Donald Sutherland (Giacomo Casanova), Margareth Clementi (Maddalena), Chesty Morgan (Barberina), Tina Aumont (Enrichetta), Claretta Algranti (Marcolina), Clarissa Roll (Annamaria), Olimpia Carlisi (Isabella), Daniel Emilfork (Du Bois), Marie Marquet (Casanovas Mutter)
154 Min., Farbe, Digital HD, I/f