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Die Reform der nationalen Polizei Afghanistans ist ein gutes Beispiel dafür, welche Rolle Frauen beim Aufbau eines Rechtsstaats übernehmen können. Die DEZA unterstützt seit 2003 die Anstellung von Frauen bei den Ordnungskräften, und die Erfahrung zeigt, dass die Anwesenheit von Polizistinnen dazu beiträgt, Gewalt gegen Frauen zu reduzieren und ein Klima von Sicherheit und Frieden zu schaffen.
In vier Jahren 933 Polizistinnen rekrutiert
Mit einem vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) verwalteten Fonds, an dem sich die DEZA beteiligt, wurden zwischen 2010 und 2014 bei der afghanischen Polizei 933 Frauen rekrutiert und ausgebildet. Ende 2014 waren insgesamt 2229 Polizistinnen angestellt. Sie stellen damit noch immer weniger als 2% des nationalen Personalbestands der Polizei, es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.
Um den Polizistinnen die berufliche Integration an der Seite ihrer männlichen Kollegen zu erleichtern, wurden in der afghanischen Polizei Schulungen zur Gleichstellung durchgeführt. Das Innenministerium hat eine Einheit für Geschlechtergleichstellung geschaffen, zudem wurden neue Gesetze zum Schutz der Polizistinnen vor Gewalt durch Arbeitskollegen eingeführt.
Den Ruf der Polizei verbessern
Die stärkere Vertretung der Frauen in der afghanischen Polizei ist eine von mehreren Massnahmen im Rahmen der 2002 initiierten umfassenden Reformen des Polizeisektors in Afghanistan. Diese Reformen, die von verschiedenen Geldgebern unterstützt und von den nationalen afghanischen Behörden umgesetzt werden, sollen Korruption und Straflosigkeit unter der Ordnungskräfte bekämpfen und so den Ruf der Polizei bei der Bevölkerung verbessern.
Mit der Einrichtung eines landesweiten elektronischen Lohnabrechnungssystems für die Polizei ist es gelungen, die Finanzflüsse transparenter zu machen. Ausserdem wurden Sensibilisierungskampagnen zur Rolle der Polizei und transparentere Beschwerdeverfahren entwickelt. Dies fördert die Professionalität und die Integrität der Polizei.
Mehr Frauen in den Kommissariaten
Die schrittweise Neuorganisation der Polizei bewirkt auch, dass diese näher bei der Bevölkerung ist. Die Rekrutierung von Polizistinnen gibt der Polizei nicht nur ein anderes Gesicht, sondern schafft auch die Möglichkeit, Stellen in dezentralen Kommissariaten mit Frauen zu besetzen.
Landesweit wurden innerhalb von Polizeiposten 165 neue Familienstellen geschaffen. Mit der Schaffung dieser Stellen haben die Frauen nicht nur eine offizielle Anlaufstelle, bei der sie der Polizei Fälle von häuslicher Gewalt melden können, sondern sie finden dort auch Zuflucht und Schutz. Als Polizeiposten noch ausschliesslich von Männern geführt wurden, hielt dies Frauen, die Opfer von Gewalt geworden waren, häufig von einer Anzeige ab. Inzwischen hat sich diese Situation grundlegend geändert.
Eine Anzeige ist noch keine Verurteilung. Doch es spricht alles dafür, dass die Straflosigkeit von Gewalttaten und damit auch die Gewalt gegen Frauen allgemein allmählich abnimmt. Die Feminisierung der afghanischen Ordnungskräfte erfolgt somit im Rahmen des breiter gefassten Ziels, den sozialen Zusammenhalt des Landes zu stärken, indem der Gleichstellung der Geschlechter ein besonderer Stellenwert eingeräumt wird. Und indem gefragt wird, was Männer und Frauen gemeinsam zur Friedenssicherung in Afghanistan beitragen können.