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Ich habe schon immer geahnt, dass Flamatt das Stiefkind des Sensebezirks und des Kantons Freiburg ist. Im «Freiburger Haus» am Winzerfest in Vevey habe ich diese Empfindung bestätigt gefunden. Auf dem grossen Gemälde, das den Kanton an zwei Hauswänden darstellt, hört der Kanton tatsächlich bei Heitenried, Tafers und Schmitten auf. Das Sense-Unterland fehlt. Da Wünnewil-Flamatt nicht vorkommt, wurde das wirtschaftliche Flamatter Schwergewicht Scout 24 kurzerhand unter dem Standort Schmitten aufgeführt.
Liegt möglicherweise in dieser Stiefkind-Rolle von Flamatt auch der Grund dafür, dass der Kanton offenbar meint, diesem Dorf weiterhin eine unmögliche Verkehrssituation zumuten zu können? Mit der weltberühmten Autobahnbrücke, die über das Dorf gebaut worden ist, haben wir uns abgefunden. Aber damit, dass durch unser Dorf jeden Morgen und Abend eine Blechlawine schleicht und tagsüber schwere Lastwagen donnern, finden wir uns nicht ab. Eine zusätzliche Autobahnausfahrt zwischen Flamatt und Düdingen würde meines Erachtens unsere Verkehrssituation verbessern. Aber dazu fehlt, wie es scheint, der politische Wille. Müssen sich die Flamatterinnen und Flamatter zuerst auf der Strasse Gehör verschaffen, um vom Kanton Freiburg wahrgenommen zu werden?
Ich lebe gerne in der spannenden Gemeinde Wünnewil-Flamatt am Rand des Kantons Freiburg. Aber es stört mich, dass es manchmal lebensgefährlich ist, in Flamatt mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs zu sein.
«Der Kanton meint offenbar, diesem Dorf weiterhin eine unmögliche Verkehrssituation zumuten zu können.»