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Dieser Artikel beruht auf der Analyse privater Telephongespräche, die männliche und weibliche Kadermitglieder in Paris und Umgebung während der Arbeit geführt haben 1995), und untersucht die Überschneidungen der familialen und der beruflichen Bereiche sowie ihre gegenseitigen Einflüsse, deren Zusammenhänge noch wenig erforscht sind.
Als Kommunikationsmittel erlaubt das Telephon, soziale Beziehungen über Distanz zu pflegen, unterstützt jedoch auch deren Abbau, weil dadurch Familienbesuche ersetzt werden können, die angesichts der knappen Zeit und der grossen Distanzen generell bereits im Rückgang begriffen sind.
Die Verbreitung des Telephons in den Privathaushalten hat Männern und
Frauen zwar nach und nach dieselben Nutzungskompetenzen ermöglicht, die Verwendungsweisen unterscheiden sich aber aufgrund der geschlechtsspezifischen Aufgabenteilung nach wie vor. Am Arbeitsplatz wird das Telephon nicht nur verwendet, um geschäftlichen Belangen nachzugehen, sondern auch zu persönlichen vertraulichen und familialen) Zwecken. Für die Frauen, die das Familienleben organisieren, ist das Telephon ein unverzichtbares Werkzeug, um aus der Ferne Haushalt und Familie unter Dach und Fach zu bekommen: Die Anrufe, die sie am Arbeitsplatz machen oder dort erhalten, hängen in erster Linie mit Familienpflichten zusammen, die nicht einfach verschwinden, wenn sie die Schwelle zum Büro überschritten haben. Aus diesem Grund neigen sie dazu, Geschäftswelt und Familie nicht voneinander getrennt zu sehen. Ihre Telephongespräche vereinen so Funktionales und Relationales und scheinen am Arbeitsort weniger der Entspannung als der Organisation zu dienen. Im Gegensatz dazu zielen die Männer, auch wenn ihnen das Telephon zu persönlichen Zwecken dient, eher auf die Pflege vertrauter Beziehungen. Das Telephongespräch wird als Erholung in der Arbeitssphäre erlebt, die der Mann klarer als die Frau von der Privatsphäre zu trennen neigt. Obwohl im Verhalten der Männer einige Veränderungen zu beobachten sind, die im Zusammenhang mit ihrer wachsenden Einbindung in die Organisation des Familienlebens stehen, scheint sich also das traditionelle Modell der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung zu bestätigen.
Die « Familie » wird so zum Mittel, berufliche Zwänge umgehen zu können, sozusagen eine « List » die erlaubt, die Arbeit von Zeit zu Zeit zu unterbrechen und ein gewisses Vergnügen zu empfinden, im Büro zu sein. Das Telephon unterstützt als verbindendes Element also die Belebung der Familienbande und die Rentabilität des Unternehmens, das den Angestellten einen gewissen Spielraum an Autonomie gewährt.
(Übersetzung: Marietta Meier)