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Provinzen ausgedehnten Thätigkeit die
Fläche auf 19,556,076
Hektar und die Zahl der Beteiligten auf 1,955,148 gestiegen.
In den
andern deutschen
Staaten wurde meistens zunächst die Aufhebung, resp. Ablösbarkeit der
Servituten unabhängig von der sonstigen
Flurregelung geregelt, und weitere Flurregelungsgesetze ergingen erst später. Die kulturschädlichen
Grundgerechtigkeiten sind überall
teils direkt durch
Gesetze aufgehoben, teils für ablösbar erklärt.
ein größeres
fließendes Gewässer, welches durch die Vereinigung mehrerer
Bäche entsteht und im weitern
Verlauf entweder selbst zum
Strom wird, oder sich in einen
Strom oder
See, nicht selten auch ins offene
Meer (Küstenfluß) ergießt. Die ersten Ursprünge der Flüsse
[* 14] sind
Quellen, bisweilen
Seen. Diese befinden sich an den Abhängen
oder am
Fuß eines
Gebirges, auf dem
Boden von
Seen, in
Sümpfen, auch in der
Ebene, kurz überall da, wo das atmosphärischeWasser
sich hat ansammeln und an die Oberfläche treten können.
Quellen,
Bäche, Flüsse und
Ströme nennt man fließende Landgewässer zum Unterschied von Weihern,
Teichen und
Seen, die man
stehende Landgewässer nennt. Zum
Strom wird der Fluß, wenn er nach der
Aufnahme mehrerer andrer Flüsse eine bedeutende
Breite
[* 15] und Tiefe erlangt und größere Flußschiffe oder
Kähne trägt. In der
Regel führen die Flüsse ihren
Namen aufwärts bis zu derjenigen
Quelle,
[* 16] welche von der Mündung am weitesten entfernt ist; doch sind die Ausnahmen von dieser
Regel zahlreich. So wird der
Inn als Nebenfluß der
Donau betrachtet, obgleich er am Einmündungspunkt einen längernLauf
hinter sich hat und eine größere Wassermenge führt als die
Donau selbst.
Die größern Flüsse oder
Ströme mit ihren gesamten Neben- und Zuflüssen bilden Stromsysteme oder Flußnetze.
Der Landstrich, aus welchem einem Fluß das
Wasser aller
Quellen zugeführt wird, heißt sein Gebiet (Fluß- oder Stromgebiet);
derjenige Teil desselben, welcher die ihm zugehörigen
Quellenin sich faßt, sein Quellenbezirk. Die
Tabelle S. 409 gibt (nach
Wichmann) Stromlänge und Stromgebiet für die bedeutendsten
Ströme der
Erde an, wobei aber betont werden
muß, daß selbst für gut erforschte, in Kulturländern liegende
Ströme die Angaben bedeutend differieren. Nur wenige
Länder
sind in dieser Beziehung so musterhaft durchmessen wie
Württemberg (vgl. Regelmann, Die Stromgebiete
Württembergs, Stuttg.
1884).
Es spielt sich ferner in Süddeutschland eine die mitteleuropäische Wasserscheide durchbrechende Bifurkation
der Donau ab. Zwischen Immendingen und Möhringen in Baden, hart an der württembergischen Grenze, versinkt in zerklüfteten
Jurakalken ein Teil der Donauwasser, in trocknen Jahren das ganze Wasserquantum, um, wie Knop durch Versenken großer Kochsalzmassen
nachgewiesen hat, in 11 km Entfernung und 160 m tiefer als die Quelle der Aa, die dem Bodensee zufließt,
also dem Stromgebiet des Rheins angehört, wieder zu Tage zu treten.
Wie hier ein Teil des Donauwassers unterirdisch versinkt, so verschwinden mitunter die Flüsse auf eine Strecke ihres Laufs,
um gewöhnlich unterhalb in nachweisbarem Zusammenhang mit dem Oberlauf wieder zum Vorschein zu kommen.
Am zahlreichsten treten diese verschwindenden Flüsse im Kalkplateau von Krain
[* 24] auf. Hier hat z. B. die Recca, die bei Duino
mündet, einen unterirdischen Lauf von 38 km Länge. Ähnliche Verhältnisse spielen sich bei mehreren Flüßchen der Schwäbischen Alb
ab. Berühmt ist die sogen. Perte du Rhône bei Bellegarde unterhalb Genf,
[* 25] wo der 68 m breite Strom, im Engpaß
von Lécluse bis auf 5 m zusammengedrängt, sich in einen engen Felsentrichter stürzt und dann etwa 50 m lang in einem von
steilen Höhen eingefaßten und
von Felsblöcken überdeckten Kanal
[* 26] fließt.
Im Oberlauf haben die Flüsse ein bedeutenderes Gefälle als weiter unten; die Uferränder sind meist
hoch und steil, die Flußbetten selbst schmal und oft sehr tief. Eine eigentliche Thalsohle ist noch nicht vorhanden,
und oft stürzt sich der junge Strom als Gießbach (Murre) von Fels zu Fels. Schluchten und Spalten begünstigen den Abfluß der
atmosphärischen Niederschläge; der Zusammenfluß der Quellen und Bäche findet innerhalb der Gebirgsabhänge
statt und ist von der Struktur des Gebirges abhängig. Wo diese Abhängigkeit aufhört, da beginnt der Mittellauf des Flusses
und zwar bei seinem Eintritt in das niedrigere Hügelland, wo die Berge mehr und mehr von den Ufern des Flusses sich entfernen
und die Gewässer desselben ihr Bett
[* 27] frei auszuarbeiten vermögen.
Eine Folge des verringerten Gefälles ist die verminderte Schnelligkeit des Flußlaufs, und diese wieder hat zur Folge, daß
der Fluß nicht mehr den kürzesten Weg wählt, um tiefer herab zu gelangen, sondern in dem nachgebenden, von ihm
selbst und seinen Nebenflüssen angeschwemmten Boden je nach dem größern oder geringern Widerstand, den
er bei seiner Fortbewegung findet, größere oder kleinere Windungen (mäandrische Krümmungen oder Serpentinen) macht, welche
für den Mittellauf charakteristisch sind.
GroßeKrümmungen schneidet der Fluß manchmal später selbst ab, indem er sich im angeschwollenen Zustand durch eine
zwei nahegelegene Stellen seines Laufs trennende LandengeBahn bricht. Auf diese Weise entstehen Sandbänke,
Inseln, Werder und Auen, welche insbesondere für den Mittellauf größerer ozeanischer Ströme charakteristisch sind und an
die Stelle des alten Laufs der Flüsse (Altwasser) treten. Die Technik weiß durch Stromregulierungen, durch Anlage von Kanälen
und Durchstichen, welche die Krümmungen abschneiden, sowie durch Uferbauten dem Flusse sein bestimmtes
Bett anzuweisen und dadurch die Benutzung der Flüsse auch in ihrem Mittellauf für den Verkehr zu erleichtern.
Manchmal finden sich im Mittellauf Einschnürungen des Bettes, infolge deren der breite Strom auf einmal beträchtlich schmäler
wird, so z. B. der Rhein bei Bingen.
[* 28] Wo der Wasserspiegel eines Flusses kaum oder nur noch um weniges höher
liegt als der Meeresspiegel, beginnt sein Unterlauf, der sich oft mannigfach gabelt und verästelt, ehe er sich ins Meer ergießt.
Durch die dem Mittel- und Unterlauf eines Flusses eigentümlichen Windungen wird der Lauf desselben oft bedeutend verlängert,
so daß bei geringer direkter Entfernung der Mündung von der Quelle die ganze Flußlänge doch beträchtlich
ist. Das Verhältnis zwischen jener direkten Distanz und der wirklichen Flußlänge kann als Maß für die größere oder geringere
Entwickelung eines Stroms dienen.
v. Baer glaubte eine Abhängigkeit der Uferbildung der Flüsse von der Rotation der Erde nachweisen zu können.
In der Richtung des Meridians fließende Ströme sollten ein hohes rechtes Ufer und ein niedriges linkes haben, weil nordsüdlich
fließende Gewässer mit einer geringern Rotationsgeschwindigkeit in die südlichern Breiten kommen, deshalb retardierend
gegen das westliche, ihr rechtes Ufer andrücken müssen, das hierdurch erodiert und steil erhalten wird.
Südnördlich fließende kommen mit größerer Rotationsgeschwindigkeit in Breiten, in welchen dieselbe
geringer ist, müßten also voreilend das östliche, wiederum ihr rechtes Ufer vorwiegend erodieren. Auf der südlichen Halbkugel
müßte hiernach bei in der Richtung des Meridians fließenden Flüssen das linke Ufer das steilere, das rechte das flachere
sein. Während sich dieses sogen. Baersche Gesetz bei einer Mehrzahl namentlich russischer Flüsse zu bestätigen
schien, haben sich doch zu viele Ausnahmen auffinden lassen, so daß, wenn überhaupt dieser Faktor mitspricht, sein Einfluß
als ein minimaler im Vergleich zu dem der Bodenbeschaffenheit nicht nachweisbar ist.
Die Wassermenge eines Stroms hängt ab von dem Umfang seines Quellgebiets, von dem
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