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Postinor enthält den Wirkstoff Levonorgestrel und ist ein Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung im Notfall, d.h. innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder im Fall des Versagens einer Verhütungsmethode wie z.B.:
• gerissenes oder vergessenes Kondom;
• über die maximal vertretbare Zeitspanne hinaus vergessene Einnahme eines oralen Kontrazeptivums («Pille»);
• ausgestossenes Intrauterinpessar;
• vorzeitige Entfernung oder Verrutschen eines Scheidendiaphragmas oder einer Portiokappe;
• Geschlechtsverkehr während der mutmasslichen fruchtbaren Phase bei Ausübung periodischer Abstinenz (Temperaturmethode);
• Vergewaltigung.
Solche Arzneimittel werden auch als «Pille danach» bezeichnet.
In Studien variierte die Schwangerschaftsrate durch Levonorgestrel 1,5 mg zwischen 1.3% (16 Frauen mit ungewollten Schwangerschaften von insgesamt 1198 Frauen) und 2.2% (35 Frauen mit ungewollten Schwangerschaften von insgesamt 1625 Frauen) in Vergleich mit 8% oder 5.4% ohne Notfallverhütung.
Postinor verhindert den Eisprung. Es kann nicht die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter verhindern. Wenn der Eisprung bereits erfolgt ist, besitzt Postinor daher keine Wirksamkeit mehr.
Postinor ist also kein Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch.
Es ist nicht möglich, im Einzelfall festzustellen, ob der Eisprung bereits stattgefunden hat. Um das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft so weit wie möglich zu reduzieren, kann Postinor daher grundsätzlich eingenommen werden, wenn der Arzt/die Ärztin bzw. der Apotheker/die Apothekerin aufgrund der von Ihnen erhobenen Angaben zu der Ansicht gelangt, dass eine Anwendung angezeigt ist.
Postinor ist ausschliesslich für Notfälle vorgesehen und sollte auf keinen Fall eine regelmässige Verhütungsmethode ersetzen.
Die Abgabe erfolgt ausschliesslich durch den Arzt bzw. die Ärztin oder den Apotheker bzw. die Apothekerin. Vor der Abgabe muss in einem Beratungsgespräch abgeklärt werden, ob das Präparat für Sie geeignet ist. Bei Ausbleiben der Monatsblutung ist eine ärztliche Nachkontrolle erforderlich.
Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.
Die Anwendung von Postinor ersetzt nicht die notwendigen Vorsichtsmassnahmen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen (einschliesslich HIV).
Je mehr Zeit zwischen dem Geschlechtsverkehr und der Einnahme von Postinor vergangen ist, desto kleiner ist die Wirksamkeit von Postinor. Die grösste Wirkung wird bei Einnahme innerhalb von 24 Stunden erzielt. Nach 48 bis 72 Stunden beträgt die Wirksamkeit noch etwa die Hälfte. Die Wirksamkeit bei der Anwendung nach mehr als 72 Stunden ist weiter reduziert.
Da eine Schwangerschaft mit Postinor nicht sicher verhindert werden kann, soll auch nach Einnahme von Postinor möglichst auf die Einnahme von Arzneimitteln verzichtet werden.
Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden bei schweren Leberfunktionsstörungen.
Postinor darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Levonorgestrel oder einem der Hilfsstoffe.
In folgenden Fällen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, bevor Sie Postinor einnehmen, da eine Notfallverhütung für Sie möglicherweise nicht geeignet ist. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Ihnen eine andere Notfallverhütung verschreiben:
•Falls Sie schwanger sind oder denken schwanger zu sein. Dieses Medikament wirkt nicht, falls Sie schon schwanger sind. Falls Sie schon schwanger sind, kann Postinor Ihre Schwangerschaft nicht unterbrechen, Postinor ist also kein Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch. Sie sind möglicherweise schwanger:
-wenn Ihre Regelblutung um mehr als 5 Tage verspätet ist, oder wenn zum erwarteten Zeitpunkt der Regelblutung eine abnorme Blutung auftritt. Im Zweifelsfall muss vor der Einnahme von Postinor eine Schwangerschaft zwingend ausgeschlossen werden.
-wenn Sie bereits vor mehr als 72 Stunden ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten. Die Einnahme von Postinor nach einem zweiten Geschlechtsverkehr hat dann möglicherweise keine empfängnisverhütende Wirkung mehr.
•Wenn Sie eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter (Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft) gehabt haben, da dies das Risiko einer erneuten ektopen Schwangerschaft erhöht. Wenn es bei Ihnen zu einer ektopen Schwangerschaft oder einer Entzündung der Eileiter gekommen ist, wenden Sie sich vor der Einnahme von Postinor unbedingt an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
•Wenn Sie oder Mitglieder Ihrer Familie ein erhöhtes Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel) haben.
•Wenn Sie an einem schweren Malabsorptionssyndrom (z.B. Morbus Crohn) leiden.
Die Notfallverhütung ist nur zur Anwendung in Ausnahmefällen bestimmt.
Von einer wiederholten Einnahme von Postinor innerhalb desselben Menstruationszyklus ist abzuraten.
Postinor darf eine regelmässige Verhütungsmethode nicht ersetzen, da es eine Schwangerschaft nicht immer verhindern kann und da im Falle einer regelmässigen Einnahme das Risiko einer hormonellen Überdosierung und einer Störung des Menstruationszyklus besteht. Die Wirkung von Postinor ist jener von Langzeitverhütungsmethoden unterlegen. Konsultieren Sie Ihren Arzt sobald als möglich, nachdem Sie die Tabletten eingenommen haben, um sich über die Durchführung einer zuverlässigen regelmässigen Verhütung beraten zu lassen.
Die Notfallverhütung sollte so schnell als möglich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr erfolgen. Es gibt einige Hinweise, dass Postinor bei erhöhtem Körpergewicht bzw. höherem Body Mass Index (BMI) weniger wirksam ist, diese Daten sind jedoch begrenzt und nicht eindeutig. Daher wird Postinor für alle Frauen unabhängig von ihrem Gewicht oder BMI empfohlen.
Falls Sie nach der Einnahme von Postinor nochmals ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten (auch während demselben Zyklus) wird Postinor keine empfängnisverhütende Wirkung mehr haben und es besteht wiederum das Risiko einer Schwangerschaft.
Wenn Sie Bedenken hinsichtlich möglicher Probleme haben, die durch die Einnahme eines Notfallverhütungsmittel auftreten können, sollten Sie sich an einen Arzt wenden.
Es ist unwahrscheinlich, dass Postinor die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt. Wenn Sie jedoch Schwindel oder Müdigkeit verspüren, fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Maschine.
Bitte nehmen Sie Postinor erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!
Informieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, falls Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, einschliesslich Arzneimittel und pflanzliche Mittel, die Sie ohne Verschreibung erhalten haben.
Einige Medikamente können die Wirkung von Postinor hemmen. Wenn Sie in den letzten 4 Wochen eines der folgenden Medikamente eingenommen haben, kann Postinor für Sie nicht eine geeignete Verhütung sein und es braucht eine Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker (siehe «Wie verwenden Sie Postinor?»).
•Barbiturate und andere Arzneimittel zur Behandlung einer Epilepsie (z.B. Barbiturate, Phenytoin, Primidon, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat);
•Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose (z.B. Rifabutin, Rifampicin);
•Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion (z.B. Ritonavir, Efavirenz, Nevirapin);
•Arzneimittel zur Behandlung von Pilz-infektionen (z.B. Griseofulvin);
•Pflanzliche Arzneimittel mit dem Inhaltsstoff Johanniskraut (Hypericum perforatum);
•Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck im Lungenkreislauf (z.B. Bosentan);
•Arzneimittel zur Behandlung von ausgeprägter Schläfrigkeit im Zusammenhang mit Narkolepsie (Modafinil).
Sprechen Sie mit Ihrem Apotheker oder Arzt, falls Sie weiteren Rat zu Ihrer korrekten Dosierung brauchen.
Postinor kann auch die Wirkung von anderen Arzneimittel beeinflussen: so die Wirkung von Cyclosporin (ein Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems).
Postinor darf nicht zusammen mit Arzneimitteln angewendet werden, die Ulipristalacetat enthalten.
Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie
▪an anderen Krankheiten leiden,
▪Allergien haben oder
▪andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!
Sie sollten Postinor nicht einnehmen, falls Sie schon schwanger sind. Wenn Sie vor mehr als 72 Stunden ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten und seit Ihrer letzten Regelblutung, könnten Sie schon schwanger sein und Postinor ist nicht wirksam (siehe Rubrik «Wann ist bei der Einnahme von Postinor Vorsicht geboten?»). Wenn Sie nach Einnahme von Postinor trotzdem schwanger werden, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Es gibt keine Hinweise, dass Postinor eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene hat. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin möchte sich jedoch vielleicht vergewissern, dass es sich nicht um eine ektope Schwangerschaft (eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter) handelt. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Sie nach der Einnahme von Postinor starke Unterleibsschmerzen bekommen oder schon einmal eine ektope Schwangerschaft, einen chirurgischen Eingriff an den Eileitern oder eine Beckenentzündung gehabt haben.
Eine sehr kleine Menge der aktiven Substanz von Postinor tritt in die Muttermilch über. Wenn Sie die Tablette unmittelbar nach dem Stillen einnehmen und anschliessend während 8 Stunden nicht stillen, wird die Menge der aktiven Substanz, die Ihr Baby mit dem Stillen aufnimmt, reduziert.
Die Behandlung erfordert die Einnahme von 1 Tablette als Einmaldosis. Die Tablette muss so bald wie möglich - vorzugsweise innerhalb von 12 Stunden – aber nicht später als 72 Stunden (3 Tage) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Verzögern Sie die Einnahme nicht. Die schwangerschaftsverhütende Wirkung ist umso sicherer, je früher die Tablette nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen wird.
Tritt innerhalb von drei Stunden nach Einnahme der Tablette Erbrechen auf, sollten Sie unverzüglich 1 weitere Tablette einnehmen. Dies gilt jedoch nicht, falls Sie bereits (aufgrund von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten) die doppelte Dosis (d.h. 2 Tabletten) eingenommen haben. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.
Die Tablette muss unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen werden.
Wenn Sie schon eine regelmässige Schwangerschaftsverhütung anwenden (Pille, Vaginalring, Verhütungspflaster) setzen Sie diese wie gewohnt fort.
Falls Sie nach Einnahme von Postinor Geschlechtsverkehr haben möchten und keine hormonale Verhütung (Pille) nehmen, sollten Sie Kondome oder Vaginalring mit Spermiziden bis zu Ihrer nächsten Periode benützen.
Falls Sie eines der Arzneimittel einnehmen, das die Wirkung von Postinor hemmt oder falls Sie eines dieser Medikamente innerhalb der letzten 4 Wochen eingenommen haben, kann Postinor ungenügend wirksam sein (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Postinor Vorsicht geboten?»). Ihr Arzt kann Ihnen eine andere (nicht-hormonale) Notfallverhütung d.h. eine Kupferspirale verschreiben. Falls Sie das nicht möchten oder es Ihnen nicht möglich ist, Ihren Arzt oder Ihre Ärztin baldmöglichst zu sehen, kann der Apotheker bzw. die Apothekerin empfehlen, dass Sie eine doppelte Dosis einnehmen.
Wenn zum erwarteten Zeitpunkt der Regel die Regelblutung mehr als 5 Tage ausbleibt oder ungewöhnlich leicht oder ungewöhnlich stark ist, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin sobald als möglich konsultieren, um eine Schwangerschaft auszuschliessen. Dies gilt auch, falls Sie regelmässig eine hormonale Verhütung («Pille», Vaginalring, Verhütungspflaster) anwenden. Wenn Sie nach der Einnahme dieses Arzneimittels trotzdem schwanger werden, sollten Sie sich unbedingt an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin wenden.
Notfallverhütungsmittel wie Postinor sind nur zur Anwendung in Ausnahmefällen bestimmt. Sie eignen sich nicht zur regelmässigen Empfängnisverhütung, da ihre Zuverlässigkeit im Vergleich zu anderen Methoden geringer ist. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über andere, für Sie geeignete Langzeitmethoden der Schwangerschaftsverhütung beraten.
Kinder/Jugendliche: Vor dem Einsetzen der Menstruation ist Postinor bei Kindern nicht indiziert.
Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt oder der Ärztin verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Postinor auftreten:
Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)
• Übelkeit
• Verstärkte Blutungen
• Unregelmässige Blutungen (inkl. Schmierblutungen) bis zur nächsten Periode
• Unterbauchschmerzen
• Spannungsgefühl in der Brust
• Müdigkeit
• Kopfschmerzen
Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)
• Erbrechen (falls sie erbrechen, beachten sie die Anweisungen unter «Wie verwenden Sie Postinor?»)
• Um mehr als 7 Tage verspätete Regelblutung
• Durchfälle
• Schwindel
Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)
• Hautausschläge, Quaddeln, Juckreiz
• Schmerzvolle Regelblutung
Einzelfälle
• Bildung von Blutgerinnseln, welche eine venöse oder arterielle Thrombose verursachen können, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, Anschwellen des Gesichts, der Körperglieder und/oder Rachen (Angioödem)
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Lagerungshinweis
Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren.
Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Weitere Hinweise
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Tablette enthält:
Wirkstoffe
1,5 mg Levonorgestrel
Hilfsstoffe
Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Talk, Magnesiumstearat, Kartoffelstärke, wasserfreies Siliciumdioxid
65082 (Swissmedic).
In Apotheken ohne ärztliche Verschreibung nach persönlicher Fachberatung durch die Apothekerin/den Apotheker erhältlich.
In Packungen zu 1 Tablette.
Gedeon Richter (Schweiz) AG, 6330 Cham.
Diese Packungsbeilage wurde im August 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.