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Homöopathie bei akutem Durchfall von Kindern: Eine Metaanalyse von drei randomisierten, kontrollierten Studien zeigt ein positives Ergebnis für die Homöopathie!
In dieser Studie aus dem Jahr 2003 hat Jennifer Jacobs und ihre Mit-Autoren drei von ihr zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen durchgeführte randomisierte, kontrollierte Studien untersucht. In dieser Meta-Analyse wurden drei doppelblinde klinische Studien mit akutem Durchfall bei 242 Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren analysiert.
Wie allgemein bekannt ist, gehört Durchfall mit zu den wichtigsten Ursachen für Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern. Gemäss aktuellen Zahlen der Unicef sterben jährlich weltweit rund eine halbe Million Kinder an akutem Durchfall. In drei Studien untersuchten die Autorinnen und Autoren zwischen 1990 und 1994 den Nutzen einer individualisierten homöopathischen Behandlung bei Kindern mit Durchfall in Nicaragua und Nepal. Zusätzlich zur homöopathischen Behandlung erhielten die Kinder eine orale Rehydrierung.
In den drei Studien wurden insgesamt 242 Kinder einbezogen, die seit 7 Tagen in der Studie in Nicaragua und seit 5 Tagen in der Studie in Nepal drei oder mehr ungeformte Stühle pro Tag hatten. Patienten und Patientinnen, die in den letzten 24 bis 48 Stunden Medikamente gegen Durchfall erhalten hatten, sowie solche, bei denen eine Hospitalisierung und intravenöse Rehydrierung notwendig war, wurden von der Studie ausgeschlossen. Die Patientinnen erhielten das individuell ausgewählte homöopathische Mittel in der Potenz C30 aufgelöst in einem Wasser-Alkohol-Gemisch. Das homöopathische Mittel sollte entweder jeweils nach jedem ungeformten Stuhlgang für maximal 5 Tage eingenommen werden oder in der ersten Studie in Nicaragua drei Mal täglich für maximal 3 Tage. Gemessen wurde die Dauer des Durchfalls, definiert als Anzahl Tage bis es an zwei aufeinanderfolgenden Tagen weniger als 3 ungeformte Stühle pro Tag gab, sowie die durchschnittliche Anzahl von Stühlen pro Tag.
Ergebnisse: Die kombinierte Analyse, d.h. die zusammenfassende Analyse aller drei Studien zeigte eine Durchfalldauer in der Homöopathie-Gruppe von 3.1 Tagen im Vergleich zu 3.8 Tagen in der Placebo-Gruppe. Die Anzahl Stühle pro Tag lag in der Homöopathie-Gruppe bei 2.7, in der Placebo-Gruppe bei 3.4. Beide Ergebnisse waren mit P=0.008 sowie 0.004 signifikant [1]. Aus Tabelle 1 wird ersichtlich, dass sich die Ergebnisse der beiden Gruppen in der ersten Studie in Nicaragua, 1990, mit verhältnismässig wenig Teilnehmenden noch nicht signifikant voneinander unterschieden. In der zweiten Studie in Nicaragua war die Dauer des Durchfalls in der Homöopathie-Gruppe signifikant kürzer. Bei der Anzahl Stühle gab es keinen signifikanten Unterschied. In der 3. Studie in Nepal war die Abweichung bei der Dauer des Durchfalls zwischen den beiden Gruppen knapp nicht signifikant, die Anzahl Stühle in der Homöopathie-Gruppe war signifikant kürzer. Die Tabelle zeigt zudem, dass die Durchfall-Dauer und die Anzahl Stühle pro Tag in der Gruppe, die Homöopathie erhielt, in allen drei Studien geringer waren als in der Placebo-Gruppe, auch wenn nicht alle Ergebnisse signifikant waren. Erst die kombinierte Analyse der einzelnen Patienten und Patientinnen aus allen drei Studien zeigte einen signifikanten, d.h. deutlichen Unterschied.
|Variable||Hoomöopathie-Gruppe||Placebo-Gruppe||P-Wert|
|Nicaragua, 1990||(16 Teilnehmende)||(17 Teilnehmende)|
|Durchfall-Dauer||2.4 ± 1.7||3.0 ± 1.6||0.28|
|Anzahl Stühle/Tag||2.8 ± 1.8||3.5 ± 1.4||0.57|
|Nicaragua, 1991||(40 Teilnehmende)||(41 Teilnehmende)|
|Durchfall-Dauer||3.0 ± 1.9||3.8 ± 1.7||0.04*|
|Anzahl Stühle/Tag||2.2 ± 1.7||2.9 ± 2.0||0.07|
|Nepal||(64 Teilnehmende)||(52 Teilnehmende)|
|Durchfall-Dauer||3.5 ± 2.0||4.2 ± 1.9||0.06|
|Anzahl Stühle/Tag||3.0 ± 2.2||3.7 ± 2.0||0.03*|
|Kombination aller drei Studien||(120 Teilnehmende)||(110 Teilnehmende)|
|Durchfall-Dauer||3.1 ± 2.0||3.8 ± 1.9||0.008*|
|Anzahl Stühle/Tag||2.7 ± 2.0||3.4 ± 2.0||0.004*|
Tabelle 1: Ergebnisse (Mittelwert ± Standardabweichung) aus allen drei Studien zu akutem Durchfall sowie eine kombinierte Analyse mit allen Kindern, die das Follow-up nach 5 Tagen beendet haben. (Die Tabelle stammt aus dem Artikel und wurde von uns übersetzt und erläutert.)
Diese Ergebnisse bestätigen, dass eine individualisierte homöopathische Behandlung die Dauer einer akuten Diarrhoe bei Kindern verringern kann. Sie sollte deshalb gemäss den Autorinnen und Autoren als Ergänzung zur oralen Rehydrierung in Betracht gezogen werden.
Jacobs J, Jonas WB, Jiménez-Pérez M, Crothers D. Homeopathy for childhood diarrhea: combined results and metaanalysis from three randomized, controlled clinical trials. Pediatr Infect Dis J. 2003 Mar;22(3):229-34.
[1] Statistische Signifikanz, P-Wert: Die statistische Signifikanz (P-Wert) sagt aus, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass der gemessene Unterschied dem Zufall entspringt. Bei einem P-Wert kleiner als 0.05 geht man in der Regel davon aus, dass der Unterschied zwischen den Gruppen signifikant ist. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit kleiner als 5% ist, dass der gemessene Unterschied zwischen den zwei Vergleichsgruppen (z.B. 5% weniger Durchfall in der Gruppe 1 als in der Gruppe 2) nur auf Zufall beruht.