Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03139.jsonl.gz/977

Die Quote der wirtschaftlichen Sozialhilfe (WSH) ist der Hauptindikator der Sozialhilfeempfängerstatistik. Sie entspricht dem Anteil Personen der gesamten ständigen Wohnbevölkerung, die im Erhebungsjahr eine finanzielle Sozialhilfeleistung erhalten haben.
Neben der Sozialhilfequote liefert die Sozialhilfeempfängerstatistik zahlreiche weitere Indikatoren: soziodemografische Merkmale der unterstützten Personen, Haushaltsstruktur, Bildungsniveau, Stellung auf dem Arbeitsmarkt und finanzielle Sozialhilfeleistungen.
Sozialhilfequote: geografische Verteilung
Im Jahr 2017 betrug die Sozialhilfequote in der Schweiz 3,3%. Dies entspricht rund 278 345 Personen, die finanzielle Sozialhilfeleistungen bezogen.
Die kantonalen Unterschiede bei der Sozialhilfequote sind einerseits auf die Bevölkerungsstruktur und das Wirtschaftsgeflecht der Region und andererseits auf die bestehenden kantonalen, der wirtschaftlichen Sozialhilfe vorgelagerten Sozialleistungen zurückzuführen.
Risikogruppen in der Sozialhilfe
Bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Ausländerinnen und Ausländer, geschiedene Personen oder Personen ohne nachobligatorische Ausbildung haben ein höheres Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu werden. Die Sozialhilfequote ist zudem in städtischen Gebieten höher und steigt mit zunehmender Gemeindegrösse an.
Das Bildungsniveau der Sozialhifebeziehenden spielt bei der Sozialhilfeabhängigkeit eine wesentliche Rolle. Personen ohne Berufsbildung sind in der Sozialhilfe übervertreten. Während sie in der ständigen Wohnbevölkerung 17,1% ausmachen, sind es bei den Sozialhilfebeziehenden 46,7%. Ihr Anteil ist somit bei den Sozialhilfebeziehenden rund dreimal höher als in der ständigen Wohnbevölkerung.
Verläufe in der Sozialhilfe
Das BFS hat die Biografien der Sozialhilfebeziehende eingehend untersucht. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich von Anfang 2006 bis Ende 2011. Alle Neueintritte des Jahres 2006 wurden während 60 Monaten beobachtet und je nach Bezugsdauer einem Verlaufstyp zugeordnet. Die verschiedenen Verlaufstypen wurden nach kurzen bzw. langen Sozialhilfebezügen eingeteilt. Allfällige Wiedereintritte in die Sozialhilfe wurden in den Analysen ebenfalls berücksichtigt.
Kurzzeitbeziehende: Sozialhilfebezug während 1 bis 12 Monaten ohne Unterbruch von mehr als sechs Monaten (38,5% der Sozialhilfebeziehenden)
Langzeitbeziehende:
Sozialhilfebezug während 13 bis 36 Monaten ohne Unterbruch von mehr als sechs Monaten (18,1% der Sozialhilfebeziehenden)
Sozialhilfebezug während 37 bis 60 Monaten ohne Unterbruch von mehr als sechs Monaten (6,4% der Sozialhilfebeziehenden)
Dauerbeziehende: Sozialhilfebezug während 37 bis 60 Monaten ohne Unterbruch von mehr als sechs Monaten (10,0% der Sozialhilfebeziehenden)
Wiedereintretende: Sozialhilfebezug mit einem oder mehreren Unterbrüchen von mehr als sechs Monaten (26,9% der Sozialhilfebeziehenden)
Junge Erwachsene (18- bis 25-Jährige) gehören häufiger zu den Wiedereintretenden.
Kurzzeitbeziehende sind unter älteren Personen ab 65 Jahren am stärksten vertreten (49,7% gegenüber 38,5% im Durchschnitt).
Unter den 46- bis 55-jährigen Personen sind überdurchschnittlich viele Dauerbeziehende zu finden. Personen, die kurz vor dem Pensionsalter stehen (56- bis 64-Jährige), werden weniger häufig dauerhaft unterstützt (7,0%).
Eine abgeschlossene nachobligatorische Ausbildung senkt nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Abhängigkeit von der Sozialhilfe, sondern reduziert auch das Risiko, überhaupt Sozialhilfe beziehen zu müssen.
Die antragstellenden Personen ohne nachobligatorische Ausbildung gehören häufiger zu den Dauerbeziehenden und den Wiedereintretenden.