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Die Ankündigung eins Unterbruchs der Gerichtsverhandlung zum Tötungsdelikt Adeline vor Genfer Kriminalgericht sorgt für Unmut. Für die Angehörigen des Opfers ist der Schritt schwierig zu ertragen. Sie wollen nicht mehr am Donnerstag aussagen.
Die Familie werde aussagen, wenn der Prozess fortgesetzt werde, sagte ihr Anwalt Simon Ntah. Er akzeptierte die Entscheidung des Gerichts, ein drittes Gutachten einzuholen.
Auch der Genfer Generalstaatsanwalt Olivier Jornot kann mit der Entscheidung des Gerichts leben. Er betonte aber ebenfalls, dass mit dem Entscheid die Trauer bei den Angehörigen verstärkt werde, wenn man ihnen sage, dass sie in sechs Monaten erneut antreten sollen.
Auch wenn ihn die langen Ausführungen der französischen Gutachter zuweilen genervt hätten, seien deren Schlussfolgerungen dennoch klar gewesen. «Es gibt keine Behandlung, sie haben es gesagt», sagte Jornot.
Die Verteidigung stellt sich gegen die Einholung eines dritten Gutachtens. Das verletze das Beschleunigungsgebot, wonach Strafverfahren unverzüglich an die Hand genommen und ohne unbegründete Verzögerungen zum Abschluss geführt werden müssten.
Fortsetzung unklar
Der Verteidiger Yann Arnold schlug dem Gericht eine Ergänzung des Gutachtens vor. Die Voten sorgten für Verwirrung, wie es mit dem Prozess nun weitergeht. Die Gerichtspräsidentin zog sich mit den sechs Richtern zurück, um das weitere Vorgehen zu beraten.
Sie hatte am Morgen gesagt, dass einer der beiden französischen Experten das Dossier zum Fall erst an dem Tag erhalten habe, an dem er den Angeklagten befragte.
Nach Ansicht des Gerichts könnten ihm damit gewisse Elemente entgangen sein, die seine Einschätzung möglicherweise beeinflusst hätten. Das Gericht gibt nun ein drittes Gutachten in Auftrag, das erneut von einer Gruppe erstellt werden soll. (sda)