Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03475.jsonl.gz/336

Einleitende Notizen
S. 369 Die Psalmenerklärung des hl. Athanasius umfaßt nur 146 Psalmen. Aber auch von diesen ist nicht Alles erklärt, sondern es sind in einzelnen Psalmen ein oder mehrere Verse übergangen. Der vorliegenden deutschen Übersetzung ist der Montfauconische Text zu Grunde gelegt. Zur Orientierung des Lesers ist es notwendig, über die Art und Weise Aufschluß zu geben, wie derselbe in diesem Theile der athanasianischen Schriften hergestellt worden ist. Nicht eine einzige Handschrift hat die Psalmenerklärung des heiligen Athanasius, wie der Montfauconische Text sie bringt, vollständig überliefert, und diejenigen, die das Meiste davon bringen, haben in den sogenannten Catenen wieder die Psalmenerklärungen anderer Väter darunter gemischt, die wieder ausgeschieden werden mußten. Nicht herrscht durchgehends Übereinstimmung bei Angabe der Namen der Kirchenväter, denen die einzelnen Psalmenerklärungen zugeschrieben werden. Wo irgend eine Erklärung, die hier unter dem Namen des Athanasius erscheint, anderswo einem andern Kirchenvater zugeschrieben wird, ist das in der Text- S. 370 ausgabe Montfaucons angemerkt. Die erwähnten Auslassungen rühren wenigstens nicht immer von Athanasius her sondern sind theils durch die Nachlässigkeit der Abschreiber entstanden, theils durch den Verlust einzelner Blätter der Handschriften veranlaßt worden. Letzteres ist z. B, der Fall bei der dritten colbertinischen Handschrift. Für die ersten fünfzig Psalmen bringt der Montfauconische Text auch Beisätze aus einer Catena, die Daniel Barbarus, Patriarch von Aquileja, im Jahre 1569 zu Venedig in lateinischer Sprache herausgab. - Nicht immer erscheint der Montfauconische Text gut geordnet, indem z. B. öfter eine Erklärung eines erst nachfolgenden Verses vorausgeschickt wird, mitunter auch die Erklärung eines vorhergehenden Verses später folgt.
Daß die hier vorliegende Psalmenerklärung im großen Ganzen wirklich den heiligen Athanasius zum Verfasser habe, kann nach dem, was Montfaucon hiefür zum Beweise anführt, kaum bezweifelt werden. Theodoret, ein alexandrinisches Chronikon aus dem siebenten Jahrhundert, Papst Hadrian I, in einem Briefe an Karl den Großen führen einzelne Stellen als der Psalmenerklärung des heiligen Athanasius entnommen an, die mit dem überlieferten Texte übereinstimmen. Auch die Schreibweise und die Gedanken stimmen mit der sonstigen schreibweise und den sonstigen Gedanken des Athanasius überein. Ich habe etliche Mal auf ähnliche Gedanken in den andern in diese Auswahl aufgenommenen Schriften verwiesen.