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Hochgeachteter Herr & Freund!
Indem ich Ihnen Ihre verehrl. Zuschrift v. 21 dß. sowie auch die Zusendung der 100 Exemplare Ihrer Brochüre, die ich unter die Mitglieder der Bundesversammlung angemessen vertheilen werde, bestens verdanke, bestätige ich die Richtigkeit Ihrer Vermuthung, daß die Adresse des H. Oberst Raschle zu Wattwyl gehört. Ich ersuche Sie in Fortsetzung meiner frühern Mittheilungen 600 deutsche & 300 französische Exemplare an Herrn Nationalrath Henggeler im Bernerhof dahier senden zu wollen. Er hat die erforderlichen Verabredungen getroffen, um sie im Wallis verbreiten zu lassen. Sodann wollen Sie 1200 Exemplare an H. RR. Adam in Liestal gelangen lassen. Sie werden voraussichtlich den 2 dort erscheinenden Zeitungen beigelegt werden. So eben ersucht mich H. Oberst Bontems, ihm 3000 Exemplare unter der Adresse Monsieur le Colonel Bontems, Hôtel du | Grand Pont à Lausanne zuzusenden. Er hat bereits dorthin die erforderlichen Instructionen für den Fall, daß die Brochüren vor ihm – er geht nach dem Nationalrathe in den Großen Rath – anlangen sollten, ertheilt. Diese Brochüren sollen in dem Lager, welches demjenigen des Nouvelliste Vaudois entgegengesetzt ist, verbreitet werden. Ich habe nun lediglich noch das Verzeichniß derjenigen Personen, denen die Brochüre im Ctn. Tessin zugestellt werden soll, einzusenden. Herr Pioda hat mir es trotz meiner Mahnung noch nicht gegeben. Ich hoffe es Morgen zu erhalten.
Der heutige Tag war wieder ein für unser Princip sehr günstiger. Der Ständerath hat einmüthig der Schlußnahme des Nationalrathes betreffend die Differentialtaxen & die Transportreglemente beigestimmt & ferner nahm er unsern Beschluß betr. den Jura industriel an, obgleich eine Minderheit der Commission unter Anführung Eitel's den bekannten Zusatz in unserm Beschlusse heftig bekämpfte. Blumer hat dem Bundesrathe & spe| ziell Stämpfli mit seinem Rückkaufsprojecte sehr derbe Wahrheiten ins Gesicht gesagt. Die Mehrheit betrug 24 gegen 11 Stimmen. Nach der Abstimmung habe Eitel die Verschiebung seiner Motion auf Samstag verlangt.
Ich hoffe wie gestern, daß die Session heute über 8 Tage wird geschlossen werden können, natürlich Unvorhergesehenes vorbehalten.
In freundschaftlicher Hochachtung
ganz Ihr
Dr A Escher
Bern
22 Januar 1863.