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Der legendäre deutsche Abenteurer ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das gab Nehbergs Verein «Target» am Abend des 1. April bekannt. «Rüdiger Nehberg ist tot. Wir trauern», steht in grossen Buchstaben auf der Website.
Lange bevor Bear Grylls mit seinen Survival-Skills im Fernsehen für Furore sorgte, ging Nehberg da hin, wo es wirklich weh tat. Ihm war keine Herausforderung zu gross, auch wenn sie noch so beängstigend, brutal anstrengend oder ekelerregend erschien.
Er überquerte den Atlantik auf einem Baumstamm und kämpfte sich monatelang allein durch Regenwald und Wüste. Den Survival-Pionier auf seine Überlebenskünste zu reduzieren, würde ihm aber nie und nimmer gerecht. Nehberg war ein Menschenfreund, ein Wohltäter, der sich für die Schwächsten und Ärmsten auf der Welt einsetzte. Und er schätzte die Klimaaktivistin Greta Thunberg sehr.
Mit seiner Frau Annette Weber kämpfte er für bedrohte Völker, wie die Yanomami in Südamerika. Und über ihre 2000 gegründete Menschenrechtsorganisation Target gegen weibliche Genitalverstümmelung, die er er als den grössten und längsten Bürgerkrieg der Menschheit bezeichnete. Sogar eine Fatwa erreichte er bei einem islamischen Gelehrten und liess diese in arabischen Ländern gedruckt verteilen.
In den 1980ern war Nehberg einem grossen TV-Publikum bekannt geworden, als er sich zu Fuss quer durch Deutschland durchschlug und sich dabei von überfahrenen Eichhörnchen und anderen unappetitlichen Funden ernährte.
Nehberg war ein Autodidakt, der gelernte Konditormeister, der ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitenden führte, brachte sich alles selber bei, was man zum Überleben in freier Wildbahn und abseits jeglicher Zivilisation brauchte.
Den Anfang machte er mit Survival-Büchern, die er sich in den USA kaufte. Doch habe er schnell realisiert, dass die Autoren alle voneinander abgeschrieben hatten. Und so fing er an, die wichtigsten Dinge alle selber auszuprobieren. Wie zum Beispiel das Eintauchen in gefrorene Seen.
Bei srf.ch gibt es Ausschnitte der Sendung «‹Eins zu Eins› –Steinzeit Survival».
Eines der letzten grossen Interviews gab er im Januar dieses Jahres einem Schweizer Journalisten. Als ihn dieser fragte, wie er aus dem Leben scheiden wolle, sagte er:
Die wohl grösste Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg dürfte den 84-jährigen Abenteurer hart getroffen haben. Seine für den März geplanten Vorträge musste er wegen der Bedrohung durch Covid-19 absagen. Wie er letztendlich gestorben ist, muss die Öffentlichkeit nicht erfahren.
Am 6. April erscheint sein neues und letztes Buch. Der passende Titel: «Dem Mut ist keine Gefahr gewachsen».
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