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Du bist im Alltagsstress des Medizinstudiums, und die Frage Heiraten taucht auf. Liegt das jetzt drin? Kannst du dir eine Ehe zeitlich und finanziell leisten?
Meine Frau Nicole und ich haben uns in meiner Assistenzzeit getroffen und wir haben dann geheiratet.[1] Da ich die Erfahrung während der Studienzeit nicht habe, habe ich Rebekka interviewt und hier zusammengefasst. Sie hat im Medizinstudium geheiratet und ist jetzt Assistenzärztin im ersten Jahr auf der Inneren Medizin.
Ihr Ehemann hat sie im Campus live in einer Kleingruppe kennengelernt. Er war Student der Theologie. Sie haben sich vier Jahre Zeit zum Kennenlernen gegeben. Ihr Ehemann war während Studentenzeit zum Teil in einer Gemeinde angestellt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt:
- Eher gegen Ende des Studiums. Rebekka hat im Wahlstudienjahr geheiratet.
- Gut ist es, dies genau zu planen.
- Schlussendlich habe es dann gut gepasst.
Wie ist es mit den Finanzen:
- Das Ziel war es, dass sie und ihr Ehepartner den Weg in die Ehe selbst finanzieren. Sie wollten nicht von den Eltern abhängig sein.
- Da ihr Ehemann auch Student war, hatte die Finanzierung einen Einfluss auf den Zeitpunkt, wann sie heiraten, gehabt.
- Im Wahlstudienjahr gibt es immerhin einen kleinen Verdienst.
- Gut ist es, einen beweglich verfügbaren Nebenverdienst zu haben. Rebekka war als Pflegeassistentin tätig. Die Station und das Spital kannte sie schon, was vieles einfach machte (für Rebekka wie auch für das Spital).
- Eine enorme Entlastung war es, dass die Eltern die Ausbildungskosten trugen. Obwohl dies eine Pflicht wäre, ist dies in keiner Weise selbstverständlich. Dies setzte Rebekka frei, um mehr lernen zu können.
Was sind mögliche Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen:
- Wenn der Partner nicht das gleiche studiert oder macht:
- Bei Nichtmediziner muss ein Verständnis geweckt werden; zum Beispiel:
- In der Medizin, vor allem im Praktikum, gibt es lange Arbeitsstunden («früh weg, spät nach Hause»); man hat sich dann lange nicht gesehen
- In der Medizin gibt es spezielle Arbeitszeiten: Spätdienst, Wochenenddienst, Pikett usw.; man sieht sich zum Teil nur unregelmässig.
- Was hilft da:
- Die gemeinsame Zeit geniessen. So sagt Rebekka: «Ich habe die Zeit zusammen so genossen!».
- Zeit zusammen planen:
- Wann zu Hause;
- Freunde besuchen;
- Zusammen draussen wandern.
- Wenn der Ehemann für mich gekocht hat 😊.
- (Ergänzung vom Verfasser: Wohnort dort wählen, wo einer/eine tätig ist, damit nur eine Person reisen muss.)
- Bei Nichtmediziner muss ein Verständnis geweckt werden; zum Beispiel:
- In der Ehe geht man eine WG (Wohngemeinschaft) ein:
- Wer putzt was?
- Es war zum Beispiel eine Weile nicht klar, wer das Bad putzt…. 😉.
- Manchmal wurde auch erst dann geputzt, wenn wir Besuch erwarteten.
- Wer kocht wann?
- Wer kauft was ein?
- Wer macht die Wäsche?
- Manchmal mussten wir je nach Kapazität zuteilen.
- Wer putzt was?
- Wie ist es mit Kindern haben?
- Rebekka hat ein wenig eine Ahnung bezüglich des «normalen» Werdeganges eines Arztes, da ihr Vater Internist ist;
- Im A-Jahr ist es einfacher, Teilzeit zu arbeiten; d.h.
- In den ersten 2-3 Jahren 100% Prozent arbeiten (meist B-Jahr), also noch keine Kinder haben.
- Da Rebekka und ihr Ehemann noch im Studium waren, war es für beide klar, dass es noch nicht Zeit wäre für Kinder.
- Es besteht für die nahe Zukunft ein Kinderwunsch. Wenn schon früher ein Kind gezeugt würde, dann würden sie sich damit arrangieren.
- Pflege der Beziehungen mit Freunden von beiden
- Die Zeit mit den Freunden muss man sich gut einplanen und nicht dem Zufall überlassen, sonst kommen diese Beziehungen zu kurz.
Zusammengefasst, was wären wichtige Tipps und Erkenntnisse aus der Sicht von Rebekka:
- Eher am Schluss vom Studium heiraten;
- Dissertation ist kaum möglich;
- WG und Tätigkeit im Nebenverdienst ist sehr viel und anstrengend; du musst dich dessen bewusst sein;
- Nimm dir nach der Hochzeit unbedingt den Montag frei 😊!
Flitterwochen hätten wir nachgeholt, wenn Corona uns bis heute nicht gebremst hätte. «Wir machen dann Flitterwochen, wenn die Kinder unabhängig sind…. 😉».
Hast du Fragen, Kommentare oder Tipps, schreibe dies entweder unten im Kommentar oder per E-Mail an mich (gerne leite ich Fragen auch an Rebekka weiter, wenn du möchtest).
[1] Würde ein Blog oder Podcast oder … für Assistenzärzte und Assistenzärztinnen entstehen, würde ich dort einen Beitrag dazu schreiben, wie wir es gemacht haben. Hilfst du mit eine solche Plattform aufzubauen? Melde dich bei mir…