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Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) 2016: Armut in der Schweiz Armut ist in der Schweiz meist von kurzer Dauer
Neuchâtel, 10. April 2018 (BFS) - 2016 waren 7,5% der Schweizer Wohnbevölkerung oder rund 615 000 Personen von Einkommensarmut betroffen, darunter 140 000 Erwerbstätige. Während der Grossteil der Armutsbetroffenen nach einem Jahr wieder ein Einkommen oberhalb der Armutsgrenze erzielt, gilt rund 1% der Bevölkerung als dauerhaft arm. Im europäischen Vergleich gehört die Schweiz zu den Ländern mit dem tiefsten Anteil von Langzeitgefährdeten. Dies sind einige Ergebnisse aus der Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) und der neuen Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) zum Thema «Dynamik der Armut in der Schweiz».
In der Schweiz waren im Jahr 2016 rund 615 000 Personen oder 7,5% der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Einkommensarmut betroffen. Die Armutsquote der erwerbstätigen Bevölkerung lag bei 3,8%. Wie in den Vorjahren wurden Personen, die alleine oder in Einelternhaushalten mit minderjährigen Kindern lebten, Personen ohne nachobligatorische Ausbildung und Personen in Haushalten ohne Erwerbstätige besonders häufig als arm eingestuft. Im Vergleich zu den Jahren 2014 (6,7%) und 2015 (7,0%) zeigt die Armutsquote der Gesamtbevölkerung eine steigende Tendenz. Diese bewegt sich jedoch innerhalb des statistischen Schwankungsbereichs.
Rund 1% der Bevölkerung ist dauerhaft armutsbetroffen
Mit den neuen Längsschnittdaten der Erhebung SILC, für die jeweils dieselben Haushalte während vier aufeinanderfolgenden Jahren befragt wurden, konnte erstmals untersucht werden, wie lange einzelne Personen in der Schweiz von Einkommensarmut betroffen sind. Von 2013 bis 2016 wurden 12,3% der Bevölkerung in mindestens einem der vier Jahre als arm eingestuft. Im Lauf von vier Jahren waren somit deutlich mehr Personen armutsbetroffen, als die jährlichen Armutsquoten aufzeigen.
Für die meisten von ihnen war Armut eine vorübergehende Erfahrung: 7,7% der Bevölkerung waren in genau einem der vier Jahre armutsbetroffen, 2,5% in zwei Jahren, 1,2% in drei Jahren und 0,9% in allen vier Jahren. Der grösste Teil der Armutsbetroffenen verfügte somit relativ rasch wieder über ein Einkommen oberhalb der Armutsgrenze.
Anteil langzeitgefährdeter Personen gehört zu tiefsten in Europa
Um die Situation in der Schweiz mit anderen Ländern zu vergleichen, wird die international gebräuchliche Armutsgefährdungsquote verwendet. 2016 lag diese in der Schweiz mit 14,7% weiterhin unter dem Durchschnitt der Europäischen Union von 17,3%. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit dem tiefsten Anteil an langzeitgefährdeten Personen: 4,2% der Bevölkerung waren in vier von vier Jahren gefährdet (europäischer Durchschnitt: 8,1%). Auch in Bezug auf die materielle Versorgung gehört die Schweiz zu den bestplatzierten Ländern Europas: Ihre Quote der materiellen Entbehrung, welche als finanziell bedingter Mangel in drei von neun Lebensbereichen definiert ist, betrug 5,3% (europäischer Durchschnitt: 15,7%).
Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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