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Carvedilol und Amiodaron beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhtes Risiko für Bradykardie und Überleitungsstörungen
Mechanismus
Beide Substanzen wirken auf die kardiale Erregungsüberleitung. Carvedilol wird hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert, welches durch Amiodaron gehemmt wird.
Effekt
Bei der Kombination von Amiodaron mit Betablockern kommt es zur gegenseitigen Verstärkung der kardiodepressiven Effekte (u.a. Verlangsamung der AV-Überleitungszeit). Gemäss Schweizer Fachinformation waren bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die gleichzeitig Carvedilol und Amiodaron erhielten, die Talkonzentrationen von R- und S-Carvedilol im Vergleich zu Patienten, die eine Monotherapie mit Carvedilol erhielten, signifikant um das 2,2-Fache erhöht. Das Risiko für eine verstärkte Bradykardie, höhergradige Reizleitungsstörungen (u.a. AV-Blockierungen), Hypotension und negative Inotropie erhöht sich. In einer Analyse zweier grosser Studien fand sich bei gleichzeitiger Anwendung von Betablockern und Amiodaron bei Patienten nach Infarkt allerdings eine verminderte Mortalität [Boutitie F, 1999]. Gemäss Schweizer Fachinformation ist von der gleichzeitigen Verwendung von Amiodaron und Betablockern abzuraten.
Empfehlung
In bestimmten klinischen Fällen überwiegt der Vorteil des Kombinationseinsatzes das Risiko für Reizleitungsstörungen. Falls die Kombination erforderlich ist, sind EKG, Blutdruck und Herzfrequenz sorgfältig zu monitorisieren.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018