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The volumes published in the series Beiträge zur Altertumskunde comprise monographs, collective volumes, editions, translations and commentaries on various topics from the fields of Greek and Latin Philology, Ancient History, Archeology, Ancient Philosophy as well as Classical Reception Studies. The series thus offers indispensable research tools for a wide range of disciplines related to Ancient Studies.
Das Corpus Hippocraticum enthielt in der Antike eine (heute verlorene) chirurgische Schrift mit dem Titel Über lebensgefährliche Verletzungen und Geschoßextraktion, welche Erotian, der Hippokratesglossator der Nerozeit, ebenso wie Galen noch kannten. In der vorliegenden Arbeit werden sämtliche sekundär überlieferte Fragmente und Testimonien (hierunter ein bislang noch nicht beschriebenes) übersichtlich zusammengestellt und im Kontext der inhaltsverwandten antiken Überlieferung diskutiert. Textstellen bei Celsus, Galen und Paulus Aegineta, die das verlorene Werk mutmaßlich rezipieren, werden von philologischer wie von medizinischer Seite intertextuell analysiert. Diese Textpassagen erlauben in Zusammenschau mit den Testimonien und Fragmenten eine annähernde inhaltliche Rekonstruktion der verlorenen Corpusschrift, in der unter anderem Anweisungen zur Anlage einer Bauchnaht gegeben wurden. Insgesamt ist festzustellen, daß sich hippokratische Chirurgie, anders als bislang angenommen, nicht allein auf das Gebiet der Orthopädie beschränkte, sondern gleichfalls die Therapie schwerwiegender Weichteil-, Bauch- und Organverletzungen, mithin das ganze damalige Spektrum nicht-elektiver Chirurgie (Notfallchirurgie) umfaßte.
Autorentext
Mathias Witt, Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Contrary to a widely held belief, Hippocratic surgery did not just cover orthopaedics, it also included therapy for serious injuries to soft tissue. This was generally forgotten, since Hippocrates' central text on the matter was lost in the Early Middle Ages. The work presented here attempts to reconstruct the lost text from quotes and references in ancient authors, and so provides an insight into a forgotten chapter of the earliest medical literature in the West.