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Geschichte
Bereits vor dem Jahr 1903 wurde der Bau einer Skihütte im Spitzmeilengebiet diskutiert. Der aufkommende Skisport gab den Anlass dazu. Nachstehend ein Ausschnitt aus dem Protokoll der Frühjahrshauptversammlung von 1903:
Schon vor drei Jahren hatte Herr Hch. Spoerry an einer Hauptversammlung ein paar lange,schmale, und an der Spitze aufgebogene Bretter vorgezeigt. Den staunenden Bergkameraden erklärte er, solche Hölzer, Ski genannt, würden in Schweden und Norwegen dazu benützt, um rasch und sicher durch den tiefen und unwegsamen Schnee zu fahren. Er selber möchte die Sache hier auch ausprobieren, und er sei überzeugt davon, dass mit diesen Brettern die Möglichkeit bestehe, sogar im tiefen Winter Bergbesteigungen durchzuführen. Es scheint, dass die Piz Söler am Anfang diesem neuen Fortbewegungsmittel kein grosses Vertrauen entgegenbrachten.Um dem Spott der Mitbürger zu entgehen, wurde das Skifahren in Mondscheinnächten geübt, an Orten, wo sonst im Winter kein Mensch durchkam. Diese verschämten Jünglinge des Skilaufes fanden aber Gefallen an der Sache, weil ihnen dadurch ermöglicht wurde, auch im Winter in ihre sonnigen, leuchtenden Berge zu steigen. - Damit waren in unserer Sektion die ersten Anfänge des Skilaufens gelegt. Zwar äusserte sich der Präsident sehr pessimistisch, wenn er meinte: "Es sind in der Sektion Piz Sol drei Skifahrer, und es werden wahrscheinlich nie mehr werden"......
Einen mächtigen Auftrieb bekam der alpine Skilauf in der Sektion, als der Skiclub Glarus vereint mit der Sektion Tödi des SAC mit dem Wunsch an den Vorstand herantrat, im Gebiet des Spitzmeilen eine Winterschutzhütte SAC zu bauen. Die angelaufenen Diskussionen über die Errichtung einer Hütte gingen weiter. Der anfänglich belächelte Skisport gewann immer mehr an Bedeutung, und in aller Stille leistete der Vorstand wichtige Vorarbeit. Kostenvorschläge wurden erstellt, die SAC-Sektionen über das Vorhaben unterrichtet und um ihre Stellungnahme ersucht.
Mit privater Hilfe konnte die Finanzierung soweit gesichert werden, dass an der ausserordentlichen Hauptversammlung vom 2. August 1903 dem Vorstand der Auftrag erteilt wurde, das C.C. um eine Subvention zu ersuchen. An der denkwürdigen Versammlung in Pontresina wurde der Antrag der Sektion zum Beschluss erhoben. An den Bau der ersten Winterschutzhütte des SAC Piz Sol wurde ein Beitrag von Fr. 3500.00 zugesprochen. Die Ortsgemeinde Flums-Grossberg schenkte der Sektion den Bauplatz. Damit war der Grundstock für die erste Hütte unserer Sektion gelegt.
Wie gut und zielbewusst die Vorarbeiten zum Bau gefördert wurden, zeigt das Tempo der Bauarbeiten. Baubeginn war am 5. Oktober 1903, und trotz 14tägigem Unterbruch wegen Schneefalls war die Hütte mit 24 Schlafplätzen am 20. Dezember 1903 bezugsbereit. Am 26./27. Dezember fand die Einweihung statt, und im Protokoll steht: "Sie wurde nicht nur mit Quellwasser, sondern auch mit viel Knall und Rauch eingeweiht". Die restliche Bauschuld von Fr. 2200.00 wurde durch eine Bürgschaft der Vorstandsmitglieder gedeckt!
Im Laufe der Jahre wurde die Hütte mehrmals erweitert: 1951 Anbau einer Küche, 1960 neue Wasserleitung, 1965 Umbau des Schindeldaches in ein Eternitdach. 1967 ergriff der damalige Hüttenchef Franz Gadient die Initiative für einen umfassenden Umbau, welcher 1971 verwirklicht und am 13. August 1972 eingeweiht wurde. Die Hütte wies nun 56 Schlafplätze mit einem heimeligen Aufenthaltsraum auf. Mit der ganzen Entwicklung der Spitzmeilenhütte war die Familie Spoerry, Flums, eng verbunden, war es doch Heinrich Spoerry, der die Hütte 1903 erstellte.
Bei jedem grösseren Ausbau war jeweils ein Spross der Spoerry-Familie beteiligt, der helfend zum guten Gelingen des Werkes beitrug, so vor allem Max Spoerry, Ehrenmitglied der Sektion.
In der Zeit seit 1972 sind durch die Hüttenwarte bzw. Hüttenchefs nebst dem ordentlichen Unterhalt in eigener Regie immer wieder Verbesserungen vorgenommen worden. Der Einbau einer Blitzschutzanlage drängte sich auf. Um 1990 erfolgte die Sanierung der Quelle mit Angliederung einer Dusche. 1995 wurde der Vorplatz mit Steinplatten belegt und durch Tieferlegung die Druckleitung der Turbine frostsicher gemacht. 1996 erfolgten verschiedene Anpassungsarbeiten im Waschraum inkl. Neuanstrich.
1999 ging ein langersehnter Wunsch des Hüttenwartes bzw. Hüttenchefs in Erfüllung: Zusammen mit der Ortsgemeinde Flums-Grossberg konnte die Erstellung einer Materialseilbahn ab Lauiboden verwirklicht werden. Es handelt sich um eine Pendelbahn mit zwei Kisten, Länge 1100 m, mit einem Masten. Höhendifferenz 430 m, Tragkraft 100 kg pro Kiste, Fahrzeit 7 Minuten. Es wurde sehr viel Gratisarbeit geleistet. Die Kosten betrugen schlussendlich nur Fr. 7560.-. Die Errichtung dieser Materialseilbahn erleichtert das Zubringen der täglichen Bedarfsartikel wesentlich und damit auch die Arbeiten des Hüttenwart-Ehepaares. Im Jahre 2000 erfolgte der Einbau eines neuen Bodens in die Stube, die damit noch heimeliger wurde.
2007 war ein besonderes Jahr in der Geschichte der Spitzmeilenhütte. Am 20. Mai 2007 war die alte Hütte noch in Betrieb. Am 21. Mai landete ein Super-Puma der Armee, ihm entstiegen SAC-Mitglieder, Architekt, Bauleitung, Bauleute und Zivilschützer mit diversem Material. Am Abend waren schon die Aussenhülle und ein Teil des Daches weg. Gleichzeitig entstand nebenan eine Notunterkunft mit zwei Zelten. Trotz des misslichen Wetters - es gab keine Woche, in der es nicht regnete oder schneite - wurde die Hütte nach sechs Monaten Bauzeit fertig gestellt.