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Es ist bekannt, dass sich das sogenannte JC-Polyomavirus (JCPyV) verändern und bei abwehrgeschwächten Patienten über die Blut-Hirnschranke ins zentrale Nervensystem eindringen kann. Dort führt eine Infektion mit dem JC-Polyomavirus nach anfänglich schweren Bewegungs- und kognitiven Störungen oftmals zu einer tödlichen Hirninfektion, der sogenannten progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML), für die es derzeit keine Behandlung gibt.
Dr. Jelčić und Dr. Combaluzier fanden heraus, dass Patienten, die eine PML entwickeln, eine ineffiziente Antikörpererkennung dieser PML-assoziierten JC-Polyomavirus Varianten aufweisen. Jedoch bilden bestimmte Patienten, welche sich wieder von der PML erholen und das JC-Virus aus dem Gehirn eliminieren, ein breites Spektrum an Antikörpern gegen diese Varianten des JC-Polyomavirus.
Dem Forscherteam gelang es, von diesen Patienten spezifische menschliche monoklonale Antikörper nachzubilden, welche eine neutralisierende Wirkung aufweisen und die Varianten dieses PML-assoziierten JC-Polyomavirus erkennen können. Die Entdeckung dieser Antikörper stellt einen bahnbrechenden Befund in der Entwicklung einer möglichen Therapie dieser schweren viralen Hirninfektion dar und ermöglichte darüber hinaus wichtige Einblicke über die menschliche Immunantwort gegenüber dem JC-Polyomavirus.
Die Preisverleihung fand am 26. Januar 2017 in Zürich statt.
Broadly neutralizing human monoclonal JC polyomavirus VP1-specific antibodies as candidate therapeutics for progressive multifocal leukoencephalopathy. Ivan Jelčić*, Benoit Combaluzier*, Ilijas Jelčić, Wolfgang Faigle, Luzia Senn, Brenda J. Reinhart, Luisa Ströh, Roger M. Nitsch, Thilo Stehle, Mireia Sospedra, Jan Grimm and Roland Martin. Science Translational Medicine, 2015 September 23; 7(306): 306ra150.
*These authors contributed equally to this work.
Dr. rer. nat. Ivan Jelčić, Postdoktorand an der
Klinik
für Neurologie des UniversitätsSpitals Zürich
Der Pfizer Forschungspreis wird seit 1992 jährlich vergeben und ist einer der bedeutendsten Medizin-Forschungspreise der Schweiz. Er wird jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verliehen, die an Schweizer Forschungsinstituten oder Spitälern herausragende und zukunftsweisende Beiträge im Bereich Grundlagenforschung oder klinische Forschung erbracht haben. Der Preis wird in sechs medizinischen Fachbereichen verliehen. Pro Bereich können jeweils eine Arbeit der Grundlagenforschung und eine der klinischen Forschung prämiert werden. Das Preisgeld beträgt 15'000.- Schweizer Franken pro Prämierung.
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