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|Ideenwettbewerb:||2011|
|Veranstalterin:||Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik der Stadt Bern|
|In Zusammenarbeit mit:||Reinhardpartner, Architekten und Planer AG|
Das Quartier Veielihubel ist geprägt durch freistehende Gebäude in eingefassten Gärten. Diese kleinteilige und differenzierte Körnung der Quartierstruktur wird mit dem Projekt paso doble aufgenommen.
Die Parzelle an der Zwyssigstrasse schliesst das Geviert zwischen Friedensstrasse und Hubelmattstrasse ab. Sie ist mit ihrer Längsseite optimal nach Südwesten gerichtet und profitiert von der räumlichen Weite gegenüber der Schule. Bewusst werden zwei unterschiedlich grosse Volumen vorgeschlagen. Damit kann eine räumlich spannungsvolle Komposition aufgebaut werden, die über die gemeinsame Aussenraumgestaltung zusammengehalten wird. Das ungleiche Paar tanzt so seinen paso doble im Interesse des Ganzen und gibt dem Ort seine eigene Identität.
Die Gestaltung des Freiraums orientiert sich an der Typologie der umliegenden Gärten des Quartiers. Eine Sockelmauer mit Staketenzaun und geschnittener Hecke umfasst die Parzelle. Die Erschliessung der beiden Gebäude erfolgt über einen durchlaufenden Weg am nordöstlichen Rand des Gevierts. Dieser definiert den gemeinschaftlichen Aussenraum der Bebauung und dient zugleich als Spiel- und Aufenthaltsfläche. Blütensträucher und zwei mittelkronige Hochstammbäume markieren und fassen den Übergang zu den umlaufenden Strassen. Eine Baum- und Strauchgruppe im Bereich der bestehenden Fichte im Nachbargarten gliedert den offenen Raum des Zugangs- und Aufenthaltsbereichs, ohne die Aussicht der rückwärtigen Liegenschaften zu verstellen. Die südwestlich gelegenen Gärten dienen der privaten Nutzung der Parterrewohnungen. Eine freiwachsende Hecke aus Blütensträuchern unterteilt den Raum zwischen den beiden Gebäuden. Erdgeschossbündige Holzdecks mit daran anschliessenden Wegen und Plätzen ermöglichen den Aufenthalt im Freien. Zwei schirmförmig geschnittene, schattenspendende Bäume im Bereich der Sitzplätze, eine lineare Pflanzfläche mit Blütenstauden, Gräsern und Kleingehölzen längs der Einfassungshecke sowie weitere Sträucher und mittelkronige Bäume an den Ecken der Gebäude geben dem schmalen Gartenraum einen identitätsstiftenden Charakter.
Zwei Gebäude, beide mit kompakten Volumen und optimal ausgerichteten, grossen Fensterflächen mit dreifach Isolierverglasungen schaffen gute Voraussetzungen für den Standard Minergie-P. Die Anforderung an die Kompaktheit ist mit einer Gebäudehüllzahl (Ath/AE) von rund 1,5 unter den engen baurechtlichen Möglichkeiten gut erfüllt. Sowohl das Einfamilienhaus wie auch das Mehrfamilienhaus eignen sich gut für eine Holzbauweise und können so die ökologischen Vorteile dieser Konstruktionsart nutzen. Zudem ermöglicht diese Konstruktion einen hohen Vorfertigungsgrad und damit einen rationellen Baufortschritt. Die Fundationen resp. das Untergeschoss werden mit Recyclingbeton erstellt. Die Fassaden beider Gebäude sind als gut gedämmte Holzelemente konstruiert und werden mit vorgehängten SilikatPutzplatten verkleidet. Neben den tragenden Fassaden sind im Innern nur wenige Zimmerwände tragend ausgebildet. Diese einfache Tragstruktur kommt mit Spannweiten von unter 5 m aus. Die restlichen, nichttragenden Wände, erlauben eine Flexibilität des Innenausbaus. Die Konstruktion der Aussenwände in Holz mit davorstehenden Balkonen ermöglichen eine nahezu wärmebrückenfreie Gebäudehülle mit optimierten Konstruktionsstärken. Die Südwestfront kann dank schmalem Balkon vom Passivgewinn der Wintersonne profitieren und zugleich den sommerlichen Sonnenschutz gewährleisten. Die Fensterflächen weisen aufgrund der Ausrichtung eine positive Energiebilanz auf.