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Frage
Unser Kater (8) hat seit ein paar Monaten eine starke Zahnfleischentzündung. Immer wieder verweigert er das Fressen, fängt an zu schreien und sich am Maul zu putzen oder rennt davon. Die Zähne sind offensichtlich noch sehr gut und intakt, sodass unser Tierarzt sie nicht herausreissen möchte. Bis jetzt bekommt der Kater alle paar Wochen eine Cortisonspritze. Das hilft wieder eine Weile, die Entzündung zu dämpfen. Gibt es keine Alternativen oder Heilungsmöglichkeiten?
Das sagt Dr. Thomas Schneiter
Dr. Thomas Schneiter ist Spezialtierarzt FVH in der Tierklinik Sonnenhof in Derendingen SO
Wenn Katzen beim Fressen plötzlich aufschreien, den Kopf schütteln und vom Futter weglaufen, dann haben sie Schmerzen im Maul. Diese kommen meistens von den Zähnen, vom Zahnfleisch oder vom Hals. Sie schreiben, Ihr Kater habe seit ein paar Monaten eine Zahnfleischentzündung. Die Gründe für eine solche Entzündung sind bei jungen und alten Katzen unterschiedlich. Junge Katzen mit Zahnfleischproblemen kommen zumeist aus Haushalten, die mehrere Katzen halten. Wo viele Katzen auf engem Raum zusammenleben, gibt es viele Viren und Bakterien. Sie sind es, die die Entzündung im Maul verursachen, vor allem im Bereich der Zähne. Mit der Zeit entwickelt sich eine übermässige Reaktion des Immunsystems, die die Entzündung noch verstärkt. Die Katzen stinken aus dem Maul, wollen fressen und es geht nicht, weil sie Schmerzen haben. Leider werden die Probleme im Verlauf ihres Lebens immer schlimmer. Eine Behandlungsvariante ist die frühzeitige, lange dauernde Verabreichung eines speziellen Antibiotikums. Zum Teil kann die Entzündung so abheilen.
Eine andere Möglichkeit ist die Verabreichung eines Medikaments, das die Abwehr der Maulschleimhaut stärkt und so vor einer Infektion schützt. Cortison sollte wenn möglich nicht angewendet werden. Wenn es während langer Zeit gebraucht wird, kann es die Abwehr im Maul schwächen. Bringen die genannten Therapien keinen Erfolg, bleibt nur noch die radikale Extraktion der Zähne. Das ist aufwendig, verhindert aber eine weitere Zahnfleischentzündung nachhaltig. Die Tiere können ohne Zähne problemlos essen und haben keine Schmerzen mehr.
Haben ältere Katzen Zahnfleischprobleme, sind die Gründe oft eine ungenügenden Nierenfunktion oder viel Zahnstein. Zur Verhinderung der Zahnsteinbildung kann der Tierhalter viel beitrabeitragen: Qualitativ gutes Futter hilft, dass die Bildung von Zahnstein verhindert oder zumindest verlangsamt wird. Der Besitzer kann die Zähne regelmässig mit einem Baumwolltüchlein abreiben. Plaque, der Vorläufer von Zahnstein, ist weich und kann abgerieben werden. Wenn Zahnstein bereits gebildet wurde, hilft nur noch eine Entfernung unter Narkose beim Tierarzt. Faule Zähne können auch gleich entfernt werden. Leider gibt es für die Behandlung von Entzündungen im Maul keine Universalbehandlung; es braucht individuelle Therapien. Wichtig ist, dass das Grundproblem erkannt wird, damit dem Tier geholfen werden kann. Chronische Schmerzen im Maul sind zermürbend für die Katze und müssen auf jeden Fall behoben werden.
Sie haben Fragen?
Unsere Expertin S. Weilenmann antwortet!
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