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Grundlage: L’Osservatore Romano vom 29. Juli 2016, Nr. 30/31, S. 6 und 7
Nachträge: Stand Juni 2019
Papst Franziskus
Jorge Mario Bergoglio, gewählt am 13. März 2013 zum Papst, Argentinier. Er ist:
- Bischof von Rom
- Statthalter Jesu Christi
- Nachfolger des Apostelfürsten
- Oberhaupt der Gesamtkirche
- Primas von Italien
- Erzbischof und Metropolit der Kirchenprovinz Rom
- Souverän des Staates der Vatikanstadt
- Diener der Diener Gottes (→PP; Pastor Pastorum)
(HK, S. 69: Es gibt kein zuverlässiges Zeugnis dafür, dass Petrus der Kirche von Rom je als Oberhaupt oder „Episkopos“ vorstand. Er war Sprecher von Jesu Jüngerkreis, aber alles andere als ein „Apostelfürst“.)
→Petrusgrab
Staatsekretariat
Staatssekretär ab 15.10.2013; Kardinal Pietro Parolin, *17.01.1955, Schiavon/Provinz Vicenza, Italiener)
Erste Sektion:
Abteilung für allgemeine Angelegenheiten mit dem Substituten als Vorsteher und rechte Hand des Papstes
Für interne Fragen und Probleme der Universalkirche zuständig. Sie sorgt für die Koordinierung der verschiedenen Stellen der Kurie und arbeitet mit 8 Abteilungen, nach Sprachen gegliedert: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch (Arbeitssprache der Kurie), Latein, Portugiesisch, Polnisch, Spanisch.
Zweite Sektion:
Abteilung für die Beziehungen zu den Staaten mit dem Sekretär als Vorsteher
Sie hat die Aufgabe, alle Angelegenheiten zu verfolgen, die die bilateralen Beziehungen zwischen der Kirche und den verschiedenen Ländern der Welt betreffen sowie auch die multilateralen Beziehungen.
Sie ist nicht in Abteilungen gegliedert. Vielmehr sind den einzelnen Mitarbeitern die Angelegenheiten bestimmter Länder (Länderbüros) anvertraut. Die Sektion verfolgt die politischen Probleme, insbesondere Konkordatsangelegenheiten.
Die 9 Kongregationen (siehe auch: →Kongregationen)
(auch: Dikasterium/Dikasterien oder Ministerium/Ministerien genannt)
Vorsteher: Präfekt (ein Kardinal). Die Kongregationen sind Regierungsorgane.
Sitz:
→Startseite, Vatikan, Erweiterte Themen: Papstbote (Adressen
Piazza Pius XII.), Stand Juli 2016:
- K. für die Glaubenslehre
angeschlossen ist die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“
- K. für die Orientalischen Kirchen
angeschlossen die Sonderkommission für Liturgie
- K. für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
- K. für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse:
- K. für die Bischöfe:
angeschlossen die Päpstliche Kommission für Lateinamerika
- K. für die Evangelisierung der Völker
angeschlossen das Komitee für die Päpstlichen Missionswerke
- K. für den Klerus (Ausnahmen: Missionsländer und Ostkirchen),
angeschlossen der Internationale Rat für die Katechese
- K. für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens
- K. für das Katholische Bildungswesen (für die Seminare und Studieneinrichtungen)
Die 11 Päpstlichen Räte (siehe auch: →Räte)
Vorsteher: Präsident. Die Räte haben fördernde Funktionen. Auch Dikasterien genannt.
- PR für die Laien, Familie und Leben
- PR zur Förderung der Einheit der Christen
angeschlossen die Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum
- PR für Gerechtigkeit und Frieden
- PR „Cor Unum“ (Koordination kath. Hilfsorganisationen)
- PR der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs
- PR für die Pastoral im Krankendienst
- PR für die Interpretation von Gesetzestexten
- PR für den Interreligiösen Dialog,
angeschlossen die Kommission für die Beziehungen mit dem Islam
- PR für die Kultur
- PR zur Förderung der Neuevangelisierung
angeschlossen ist der Internationale Rat für die Katechese
- PR für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen
Für den aufgelösten Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel steht heute das Kommunikationssekretariat (unter ‚Institutionen des Heiligen Stuhles) mit folgenden Abteilungen: Vatikanisches Fernsehzentrum (CTV), Radio Vatikan, L’Osservatore Romano, Vatikanische Verlagsbuchhandlung U(LEV), Presseamt des Hl. Stuhles, Vatikanische Druckerei, Vatikanischer Fotoservice, Vatikanischer Internet-Dienst.
Präfekt: Msgr. Dario Edoardo Viganò
Die 3 Päpstlichen Kommissionen und Komitees
Vorsteher: Präsident
Diese 3 Kommissionen und Komitees wurden jetzt dem Kommunikationssekretariat des Hl. Stuhles (2 vatikanische Sekretariate) zugeordnet (2016).
Die 2 vatikanischen Sekretariate
- Wirtschaftssekretariat mit Wirtschaftsrat als finanzielle Aufsichtsbehörde AIF
- Dikasterium für Kommunikation
Die 3 Gerichtshöfe des Heiligen Stuhles
→siehe „Gerichte Hl. Stuhl“
- Apostolische Pönitentiarie (Vorsteher: Grosspönitentiar)
- Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
- Gericht der Römischen Rota (Vorsteher: Dekan)
Die 3 Ämter
- Apostolische Kammer: Camerlengo, Generalauditor für das Konklave, Generalsekretär des Governatorats des Staates der Vatikanstadt;
die Apostolische Kammer hat unter dem Camerlengo (Kämmerer) der Heiligen Römischen Kirche in der Zeit zwischen dem Ende eines Pontifikates und dem Konklave wichtige Verwaltungs- und Leitungsaufgaben. Die Kammer hat zudem die Aufgabe, Organisations- und Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Papstrücktritt, den folgenden Generalkongregationen und dem Konklave zu klären, das zwischen dem 15. und 20. Tag (oder früher nach Absprache in der Generalkongregation) nach Beginn der Sedisvakanz eröffnet wird.
Vize-Camerlengo:
- Verwaltung der Güter des Apostolischen Stuhls
- Governatorat des Staates der Vatikanstadt
3 besondere Einrichtungen
- Präfektur des Päpstlichen Hauses
- Amt für die liturgischen Feiern des Papstes (11.10.21: Diego G. Ravelli, Z'meister)
- Sekretariat der Bischofssynode
9 Institutionen des Heiligen Stuhles
- Dombauhütte von St. Peter
- Päpstlicher Wohltätigkeitsdienst
- Schweizergarde
- Vatikanisches Geheimarchiv
- Vatikanische Apostolische Bibliothek
- Wirtschaftssekretariat
- Päpstliche Bibelkommission
- Internationale Theologenkommission
- Päpstliches Komitee für die Internationalen Eucharistischen Kongresse (Erzbischof Piero Marini, früher Zeremonienmeister)
- Präsident der Päpstlichen Diplomatenakademie
- Dekan des Kardinalskollegiums
Ab 18. Januar 2020; Kardinal Giovanni Re. Zum Vizedekan: Kardinal Leonardo Sandri
Staat der Vatikanstadt SCV
- Präsident der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt und Präsident des Governatorats des Staates der Vatikanstadt: Kardinal Giuseppe Bertello (*01.10.1942, Italiener), ab 01.10.2011.
Seit 1. Oktober 2021: Kardinal Fernando Vérgez Alzaga LC
- Generalsekretär des Governatorats des Staates der Vatikanstadt
→ Anticamera (Die namentlichen Besetzungen der Ämter
einschliesslich die Besuche beim Papst mit Datum)
(Im Nachfolgenden erscheinen die Beschreibungen aus der Sicht des Betrachters)
Beschreibung des Staatswappens: Staat der Vatikanstadt
Matthäus-Evangelium 16, Verse 18 bis 19:
„Du bist Petrus, auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmelreiches Schlüssel geben …“
HK, S. 69: Der Christus-Glaube des Petrus und nicht irgendein Nachfolger soll nach der Matthäus-Tradition der „Fels“, das ständige Fundament der Kirche, sein und bleiben (Mt 16,18).
Vers 19: (Ableitung der zwei Schlüssel, gold (gelb) und silber (weiss), sinnbildlich Petrus zugeschrieben. „Alles, was Du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein und alles, was Du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein.“
Die Schlüssel werden am Kreuzungspunkt durch eine rote Kordel gehalten. Die beiden Enden der Kordel, die aus den Schlüsselköpfen hängen, sind am Ende mit einer Quaste geziert.
Roter Hintergrund
Im Mittelalter war Rot die traditionelle päpstliche Farbe und wurde bis 1808 für die höchste Instanz dargestellt.
Nur zwei Unterschiede zum Staatswappen:
Die beiden Kordel-Enden hängen vom Schnittpunkt der Schlüssel gemeinsam hinunter und der Hintergrund ist weiss.
3-stufige Tiara mit 2 Bändern (vittae) mit je 3 lateinischen Kreuzen zwischen den Schlüsselbärten.
Der eigentlich rechte weisse Schlüssel muss (meistens) durch eine Kontrastfarbe vom weissen Hintergrund abgehoben werden. – Es existiert noch ein stilisiertes Emblem, das auch als recht zu gelten hat.
→Startseite, Heraldik I bis III
(quadratisch)
Grundgesetz vom 26.11.2000, Art. 20:
Die Fahne des Vatikanstaates besteht aus zwei senkrecht gestellten Feldern, ein am Fahnenmast hängendes gelbes Feld und ein weisses, das die Tiara mit den Schlüsseln darstellt.
1808 verschmolz Napoleon das päpstliche Heer mit dem seinen; daher benötigte Papst Pius VII. neue Farben: gelb und weiss, die Farben der Schlüssel Petri.
Die heutige Flagge war bis 1929 die persönliche Flagge des Papstes. Nach Errichtung des Staates der Vatikanstadt wurde sie die Flagge dieses Staates.
Papst Franziskus hat beschlossen, sein bisheriges Wappen, das er bereits seit seiner Bischofsweihe führt und das sich durch unkomplizierte Einfachheit auszeichnet, in seinen Grundzügen weitgehend unverändert beizubehalten:
Der blaue Wappenschild ist umgeben von den Symbolen der Papstwürde, identisch mit denen, die auch der Vorgänger, Benedikt XVI., gewählt hatte, nämlich die Mitra zwischen den beiden „dekussierten“ ("kreuzweisse gegenständig") Schlüsseln, von denen einer silbern (links) und einer golden ist und die von einer roten Kordel zusammengehalten wird. Die kurzen, roten Bänder (vittae) mit je einem goldigen, griechischen Kreuz heben sich nach links und rechts des Wappens ab. Der obere Teil des Hauptfeldes wird eingenommen vom Emblem des Ordens des Papstes, der Gesellschaft Jesu: einer strahlenden (goldenen) Sonne, aus der Flammen züngeln, vervollständigt durch das in roten Lettern geschriebene Christusmonogramm IHS (Iesum Habemus Socium; Wir haben Jesus als Gefährten). Die untere Wappenhälfte wird von einem achtzackigen Stern und einer Narde (Narde ist die Bezeichnung für verschieden duftende Pflanzen) mit einigen Blüten eingenommen. Der Stern symbolisiert, der antiken heraldischen Tradition gemäss, die Jungfrau Maria, Mutter Christi und der Kirche; die Nardenblüte hingegen deutet auf den hl. Joseph hin, den Schutzpatron der Universalkirche. In der ikonographischen (Erklärung von Bildinhalten) Tradition Spaniens wird der hl. Joseph in der Tat mit einem Nardenzweig in der Hand dargestellt. Mit der Aufnahme dieser Symbole in sein Wappenschild wollte der Papst seine besondere Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria und des hl. Josephs zum Ausdruck bringen. – Das H von IHS wird von einem roten Kreuz überragt und unter dem IHS liegen drei schwarze Nägel. Sie sollen die von den Jesuiten bei der Profess abgelegten Gelübde, nämlich Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam darstellen.
Zum ersten Mal in einem Papstwappen steht ein Wahlspruch unter dem Wappen: MISERANDO ATQUE ELIGENDO, wörtlich „mit Erbarmen und Erwählen“ (sah Christus ihn an). Die Worte stammen von einer Predigt des Beda Venerabilis und kommentieren die Erwählung des Zöllners Matthäus zum Apostel (Mt 9,9-13). Je nach Perspektive kann der Spruch zweifach gedeutet werden: aus der Sicht des Hirten der Niedrigen in Christi Nachfolge als „mit barmherzigem und erwählendem Blick“ oder, aus der Sicht des niedrigen und doch erwählten Dieners Christi, wie Matthäus, etwa als „durch Erbarmen erwählt“. (Siehe das Bild von Caravaggio „Erwählung des Zöllners Matthäus“ in der Kirche San Luigi dei Francesi, Rom. Siehe nachstehend).
Matthäus' Berufung, gemalt von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1599-1600).
Benedikt XVI. wählte Symbole, die sich bereits in seinem erzbischöflichen Wappen finden.
Korbinian ist der Diözesanpatron von München Freising (aus dem Stadtwappen Freisings). Korbinians Packesel wurde auf einer Reise nach Rom durch einen Bären gerissen. Dieser erhielt den Packsattel, um die Lasten nach Rom zu bringen.
Der nach links blickende gekrönte Mohr war seit 1316 festes Element im Wappen des Fürstbistums Freising
Sie ist eine Anspielung auf eine Legende über den Lieblingstheologen des Papstes, den Heiligen Augustinus. Als „Pilgermuschel“ weist das Symbol auf einen zentralen Begriff des Zweiten Vatikanischen Konzils, das „pilgernde Gottes Volk“ hin, als dessen Hirte sich Papst Benedikt versteht.
Eine Überraschung: Papst Benedikt liess die Tiara durch eine einfache Mitra ersetzen. Die drei Querstreifen symbolisieren die Aufgaben des Papstes: lehren, lenken und heiligen (auch: Priester-, Hirten- und Lehrgewalt). Neu ist auch das erzbischöfliche Pallium, das der Papst bei der Feier der Amtsübernahme umgelegt bekam.
Papstwappen geschaffen durch Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo (Heraldiker). Der Entwurf wird nicht von allen Fachleuten gutgeheissen.
→O, Erweiterte Themen: Organigramm Vatikan
→Kongregationen
→Räte