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Unter Adverse Selection (Negativauslese, Gegenauslese oder Antiselektion) bezeichnet man eine Marktsituation, in der die Informationen hinsichtlich der Qualität von Waren asymmetrisch verteilt sind.
Das erste Modell zum Phänomen Adverse Selection wurde im Jahre 1970 von George A. Akerlof erstellt. Am Beispiel des Markts für Gebrauchtwagen konnte er aufzeigen, wie es zur Verdrängung bestimmter Anbieter kommen kann. Dies nannte er Lemons-Problem. Dafür bekam Akerlof im Jahre 2001 zusammen mit Michael Spence und Joseph E. Stiglitz den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Akerlof ging davon aus, dass auf dem Gebrauchtwagenmarkt sowohl gute als auch schlechte Autos („Lemons“) angeboten werden. Die Information über die tatsächliche Qualität der Autos ist jedoch asymmetrisch verteilt. Das bedeutet, nur die Händler kennen die tatsächliche Qualität der Fahrzeuge, während die Käufer nicht zwingend über diese Kenntnisse verfügen. Da der Interessent die Qualitätsunterschiede nicht so leicht erkennt, wird er sich für das günstigere Angebot entscheiden. Das wird wiederum das schlechtere Auto sein. Denn gerade aus diesem Grunde ist der Händler bereit, es günstiger zu verkaufen. So werden meist Fahrzeuge schlechterer Qualität verkauft, denn die höherwertigen kann der Interessent nicht von den schlechteren unterscheiden und ist auch nicht bereit, entsprechend einen höheren Preis zu bezahlen. Auf Grund der Informationsasymmetrie kommt daher ein Handel über bessere Autos zu einer besseren Qualität eher nicht zustande.