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Leute, checkt das mal aus:
Was. Zum. Geier?
Die Antwort lautet: «Ferrari 330 GT 2+2 Shooting Brake»
Und was, bitte sehr, soll das genau sein? Nun, als «Shooting Brake» bezeichnet man jene eher seltene Karosserievariante, nämlich die Kombination von GT oder Sportwagen und Kombi. Und dieser Shooting Brake, der am Samstag im Petersen Automotive Museum in Los Angeles versteigert wird, ... nun, dieser ist ein Unikum. Denn dieses Auto wurde nur einmal gebaut.
Aber erst mal von vorne. Der «normale» Ferrari 330 GT 2+2 von 1965 sah wie folgt aus:
Ein GT für den sportlichen Autofahrer, der aber vielleicht schon eine Familie besass (Stichwort Rückbank). Er ist vielleicht am ehesten bekannt dafür, das erste Auto von John Lennon zu sein. Im Februar 1965 nämlich verbreitete sich in London die Nachricht, dass der Beatle gerade seine Fahrprüfung bestanden hatte. Viele Luxusautoverkäufer eilten mit ihren neuesten Sportwagen zu Lennon um ihn als prestigeträchtigen Kunden zu gewinnen. Der örtliche Ferrari-Händler war aber der einzige mit der Weitsicht, ein 2+2-Modell zu bringen, weil er wusste, dass Lennon einen jungen Sohn namens Julian hatte und deshalb mindestens drei Sitze benötigte.
Zurück zu diesem Auto: Mitte der Sechzigerjahre gründeten zwei Amerikaner – Bob Peak und Luigi Chinetti Jr. – ein Unternehmen mit dem Ziel, massgeschneiderte italienische Karosserien im grossen Stil auf dem lukrativen US-Markt zu bringen.
Bob Peak war einer der berühmtesten Illustratoren der Ära, dessen Arbeit auf Covers von «Time Magazine» oder «Sports Illustrated» sowie auf etlichen ikonischen Filmpostern zu bewundern war. Luigi Chinetti Jr. war der Sohn des gleichnamigen berühmten italienisch-amerikanischen Ferrari-Importeurs und wuchs inmitten von Ferraris und Rennfahrern auf. Als Lehrling hatte er die Böden der Werkstatt seines Vaters gefegt und arbeitete sich nach und nach hinauf, bis er als Rennfahrer und Autodesigner bekannt wurde.
Als Vorzeigemodell für ihr Businesskonzept beschlossen Peak und Chinetti Jr. eine radikal umgestylte Shooting-Brake-Version des 1967er Ferrari 330 GT 2+2 zu entwerfen und diese beim legendären italienischen Karosseriebauer Vignale in Handarbeit fertigen zu lassen.
Leider leider kam ihr Business nie richtig in die Gänge. Verschiedene Ferrari-Modelle wurden umgebaut, doch sie blieben alle Einzelstücke. Wie auch dieses Schmuckstück. Und dieses kann sich sehen lassen:
Space-Age nannte man sowas damals. Und in der Tat musste man bis weit in die Siebzigerjahre darauf warten, bis ähnliche Entwürfe umgesetzt wurden.
Der von Hand gebaute Shooting Brake hatte bis auf einen Teil jeder Tür und der Windschutzscheibe keine äusseren Komponenten mit dem Standardfahrzeug gemein.
Die Quad-Scheinwerfer sind dezent hinter Lamellen versteckt. Eine ungewöhnliche Reihe von Lüftungsschlitzen erstreckt sich von den Türmittelachsen bis über das Dach, und das Steilheck besitzt eine Glastüre – vier Jahre früher als die des Volvo 1800ES.
Unter der Motorhaube befindet sich derselbe 4-Liter-V12-Motor wie beim «normalen» 330 GT mit drei Weber-Doppelvergasern, einem 5-Gang-Schaltgetriebe und gut 300 PS bei 6.600 U/min.
Und nun steht das Auto zum Verkauf. Kostenpunkt? Naja, der Zustand darf als perfekt beschrieben werden, haben doch wohlhabende Betreuer über die Jahre viel Geld in den Unterhalt gesteckt (unter anderem zählt Jay Kay von Jamiroquai zu den früheren Besitzern), somit dürfte der Preis eher hoch sein. Sotheby's schätzt einen Verkaufspreis von ...
... wait for it ...
... «550'000 bis 750'000 Dollar».
Wollt ihr mitbieten am 8. Dezember? Los! Hier geht's zur Auktion! 🤣🤣🤣