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Zutaten für eine Wasserhose
Kurz gesagt: Eine Wasserhose ist nichts anderes als ein kleiner Tornado über dem Wasser. Damit ein solcher Rüssel entsteht, braucht es drei Zutaten:
- Kalte Luft in der Höhe
- eine warme Wasseroberfläche (z.B. See oder Meer)
- Winde, die in unterschiedliche Richtungen wehen
Ist die Luft in der Höhe kalt und der Boden relativ warm, spricht man von einer instabilen oder labilen Atmosphäre. Je grösser der Temperaturunterschied vom Boden zur Höhe – also je instabiler die Atmosphäre – desto schneller steigt warme Luft auf und kondensiert. Zieht eine Schauer- oder Gewitterwolke über ein warmes Gewässer, saugt sie weitere Luft von unten an. Sind die Gewässer genügend warm, wird die darüberliegende Luft stark angefeuchtet.
Nun ist es fast angerichtet, es fehlt noch der Wind. Wenn der Wind aus unterschiedlichen Richtungen weht, beginnt die aufsteigende Luft wie ein Schlauch zu rotieren. Wird der Schlauch in die Höhe gezogen, zieht er sich zusammen und rotiert schneller. Das ist ähnlich wie der Pirouetten-Effekt bei einer Eiskunstläuferin: Zieht sie ihre Arme ein, dreht sie sich schneller. Kondensiert die Luft in unserem schnell drehenden und aufsteigendem Schlauch, entsteht eine sichtbare Wasserhose. Das ganze noch mit Bildern:
Wasserhosen am Samstag?
Über dem Zürichsee und Bodensee stehen am Samstagvormittag die Chancen am besten. In der Höhe fliesst am Morgen kalte Luft über die Schweiz. Auf 2000 Meter sinkt die Temperatur auf rund -2 Grad. Gleichzeitig sind die Seen noch warm. Das Wasser an der Oberfläche des Boden- und Zürichsees ist zwischen 18 und 20 Grad warm. Zu guter Letzt treffen in den frühen Morgenstunden über beiden Seen Winde zusammen. Das Menu für Wasserhosen wäre angerichtet.
Mögliche Gründe, weshalb man keine Wasserhose beobachtet:
- Gewitterwolke oder Regenwand, die die Sicht nehmen
- Dunkelheit am Morgen
- Zutaten treten nicht miteinander auf und keine Wasserhose entsteht