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Ihren Ursprung hat die japanische Kunst des Anordnens von Blumen, Zweigen und Gräsern im chinesischen Buddhismus. Priester stellten in den Tempeln als Opfergaben Blüten, Knospen und Blätter des Lotus auf. Der Lotus war eine heilige Pflanze, ein Symbol für die Reinheit, für Buddha. Für das Blumenopfer (jap. kuge) wurden hohe und enghalsige Gefässe verwendet, und die Pflanzen standen aufrecht.
Im 6. Jahrhundert pflegte Japan einen regen politischen und kulturellen Austausch mit China. Auf diese Weise kam Japan mit dem Buddhismus in Berührung. Bis dahin war das Land vom Shintoismus geprägt gewesen, der ursprünglichen Religion der Japaner. Unter Regentschaft von Kronprinz Shotoku verbreitete sich der Buddhismus sehr rasch auf der Insel; im Jahre 594 wurde er sogar zur Staatsreligion erhoben. Mit dem Buddhismus gelangte auch der Ritus des Blumenopfers ins Land. Es wird überliefert, dass Ono-no-Imoko, ein aus China heimgekehrter Gesandter, diesen Brauch in Japan einführte. Er liess sich später als Mönch in einer Hütte am Teich (jap. ike-no-bo) in der Nähe des Rokkakudo-Tempels in Kyoto nieder, wo er seine Schüler in der Blumenzeremonie unterwies. Die heute noch bestehende Ikenobo-Schule wird in der 45. Generation von Ikenobo Sen’ei, einem direkten Nachkommen des Ono-no-Imoko, geleitet.
Es vergingen aber noch fast tausend Jahre, bis sich das Anordnen von Blumen aus seinem ausschliesslich religiösen Zusammenhang befreite. Seit dem 15. Jahrhundert stellte man die Blumenarrangements nicht nur zu kultischen Zwecken in Tempeln, sondern auch bei feierlichen Anlässen in Adelshäusern auf. Und in den Palästen und Residenzen der Fürsten fanden Blumenwettbewerbe und Ausstellungen statt. Das Ikebana, einstmals Blumenopfer, entwickelte sich zur Blumenkunst. Das Zentrum dieser Kunst blieb der Rokkakudo-Tempel in Kyoto, wo Senkei Ikenobo um 1450 die erste Ikebanaschule im eigentlichen Sinn gründete.