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Der Staatsrat ist bereit, die kostenlose Abgabe von Hygieneprodukten in Schulen, öffentlichen Einrichtungen und Sportanlagen zu prüfen. In einer Machbarkeitsstudie will er die Umsetzung genauer unter die Lupe nehmen.
Wer morgens aus dem Haus geht, muss sich dabei nicht noch Toilettenpapier für den Tag in die Tasche stecken. Ähnlich sollten auch Frauen sich während ihrer Menstruation auf frei zugängliche Hygieneprodukte verlassen können.
Diese Meinung äussert der Staatsrat in seiner Antwort auf ein Postulat der Grossrätinnen Anne Favre-Morand (SP, Riaz) und Martine Fagherazzi (SP, Ecuvillens), das von 16 weiteren Grossratsmitgliedern unterzeichnet wurde. Sie fordern darin kostenlose Hygieneprodukte in Schulen, öffentlichen Einrichtungen und Sportanlagen. Der Staatsrat empfiehlt, das Postulat für erheblich zu erklären, und ist bereit, einen Bericht in Form einer Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, der die Umsetzungsmodalitäten festhalten soll.
Im Vorstoss hatten die Grossrätinnen auch gefordert, sich mit der Kommunikation zu dieser Frage zu beschäftigen und die Gemeinden zu einem ähnlichen Vorgehen zu ermutigen.
Armutsgefährdete betroffen
Wie der Staatsrat schreibt, seien rund zehn Prozent der Freiburger Bevölkerung oder etwas mehr als 25’000 Personen durch Armut gefährdet. Armutsgefährdet zu sein bedeute, mit dem Minimum auszukommen und unvorhergesehene Ausgaben nicht bewältigen zu können. Studien aus anderen Ländern zeigten, dass sich viele Frauen auch keine Hygieneprodukte leisten könnten und diese deshalb oft selbst anfertigten. Das könne gesundheitliche Probleme verursachen, so der Staatsrat. Sei kein angemessener Hygieneschutz möglich, gingen viele Frauen nach Hause und riskierten dadurch einen Schulabbruch oder eine Kündigung, schreibt er weiter.
Auch Kommunikation nötig
Eine einfache Lösung sei, wie von den Grossrätinnen vorgeschlagen, das kostenlose Bereitstellen von Hygieneprodukten in den Toiletten von Bildungsstätten, öffentlichen Einrichtungen und Sportanlagen, meint auch der Staatsrat. Das könnte vor allem für armutsbetroffene Frauen eine Lösung sein. Auch ist der Staatsrat der Meinung, dass verstärkte Kommunikation und Prävention in diesem Bereich angezeigt seien. Das Tabu rund um dieses Thema solle gebrochen und über diesen natürlichen Prozess frei geredet werden.
Indem der Staatsrat einem Bericht zustimmt, will er auch die Anzahl betroffener Standorte, die Kosten, das bereitgestellte Material, die Kommunikationsstrategie und die Verstärkung der Präventionsmassnahmen prüfen. Fast alle kantonalen Direktionen sollen sich am Bericht beteiligen, da öffentliche Einrichtungen, Sportanlagen und Schulen betroffen seien. Die Studie des Staatsrats werde aber einzig Standorte des Staates Freiburg und nicht der Gemeinden berücksichtigen.