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Plan
Dank der bestens dokumentierten Ausgrabung von 1891/92 ist es möglich, die ursprüngliche Aufstellung der Hermenköpfe zu rekonstruieren. Meine grafische Darstellung gibt nicht nur die Positionen der einzelnen Figuren wieder, sondern stellt die vorhandenen Hermenpaare nach Wrede1 miteinander in Beziehung.
Gibt die Aufstellung der Porträts Hinweise?
Wredes Versuch der Benennung führt nicht nur zu den fünf Kategorien, sondern auch zu Figuren-Paaren, wie sie in der Tabelle 2 (vgl. Hermenstil) ersichtlich sind. Allerdings ist nicht zu jedem Porträt ein Partner vorhanden, wie das die nachfolgende Grafik (Abbildung 12: Ursprüngliche Aufstellung und Paare) aufzeigt.
Ursprüngliche Aufstellung und Paare bei den Hermenköpfen. Grafik: Lukas Wenger.
Mit der heute vorhandenen Anzahl von Hermenköpfen (70 von vermutlich 112) lässt sich eine Regelässigkeit oder ein Schema ihrer Aufstellung zwar nicht eindeutig wiederlegen. Die Aufstellung der Hermen, wie sie 1891/92 aufgefunden worden war, mutet jedoch durchaus zufällig an. Die Argumente dafür:
- Die Abstände von Partner zu Partner sind völlig uneinheitlich, auch wenn sie zumeist nicht weit auseinander stehen;
- Es gibt nach der Einteilung von Wrede keine Regionen der Römer, Griechen, Germanen, und Porträtfiktionen, sondern die Kategorien sind vermischt;
- Auch andere Kriterien, zum Beispiel die Qualität der Bildhauer-Arbeit, ergeben keinen Hinweis auf eine planmässige Aufstellung, weil auch hier sich die Exemplare verschiedener Güte beliebig abwechseln.
1 Wrede, Henning: Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig. Untersuchung zur Kunsttradition im 4. Jh. n. Chr. und zur allgemeinen Bedeutung des antiken Hermenmals. In: Römisch-germanische Forschungen, Bd. 32. Walter de Gruyter & Co., Berlin, 1972.