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Die älteste historische Nachricht von einer Verehrung der als
Aphrodite ist, daß 217
v. Chr. nach der
Schlacht am Trasimenischen
See auf Geheiß der
Sibyllinischen Bücher der Venus vom
BergEryx (s. d.) in
Sizilien ein
Tempel
[* 7] gelobt und auf dem
Kapitol erbaut
wurde. Neben den mannigfachen dem griechischen Aphroditekultus entsprechenden
Formen der Verehrung, die sie genoß, hat eine
besondere Bedeutung die als Venus genetrix, d. h. als Stammmutter des römischenVolkes durch ihren Sohn
Äneas.
Diese Bahn durchläuft in 224,70079 Tagen oder 224 Tagen 16 Stunden 49 Minuten 9 Sekunden, sie legt also in der
Sekunde durchschnittlich 4,7 geogr. Meilen zurück. Der Erde kommt sie zur Zeit ihrer untern Konjunktion näher als irgend ein
andrer Planet, nämlich bis auf 5½ Mill. Meilen, während sie in der obern Konjunktion 34½ Mill. Meilen
von ihr entfernt ist. Die größte Helligkeit zeigt Venus nicht zu der Zeit, wenn sie uns ihre vollständig beleuchtete
Scheibe zukehrt, weil sie dann am weitesten von uns entfernt ist, auch nicht in ihrer größten Erdnähe (in der untern Konjunktion),
weil sie uns hier ihre dunkle Seite zukehrt, sondern dann, wenn sie vor und nach der untern Konjunktion
etwa 40° von der Sonne absteht.
Die Masse der Venus beträgt 0,787 von der der Erde(1/412150 der Sonnenmasse), die mittlere Dichte 0,806 von der der Erde oder
4,5 von der des Wassers; die Schwerkraft ist daher auf der Oberfläche der Venus 0,8 von der
auf der Erde, und die Fallbeschleunigung beträgt dort 7,8 m. Eine Abplattung ist bei der Venus nicht wahrgenommen worden. Aus
der Beobachtung einiger matter Flecke auf der Scheibe des Planeten, namentlich aber aus der regelmäßigen Wiederkehr einer Abstumpfung
des südlichen Horns der Lichtgestalt hat de Vico in Rom 1839-42 die Rotationsdauer zu 23 Stund. 21 Min. 21,93
Sek. bestimmt, ziemlich genau übereinstimmend mit dem ältern ResultatSchröters: 23 Stund. 21 Min. 19 Sek. Für die Anwesenheit
einer Atmosphäre auf der Venus sprechen mehrere Umstände.
Namentlich machen das nebelartige Aussehen der bereits erwähnten Flecke und die auffallende Abnahme des
Lichts nach der Lichtgrenze hin es wahrscheinlich, daß Venus von einer Atmosphäre umhüllt ist, in welcher eine sehr dichte
und dicke Schicht von Kondensationsprodukten schwebt. Das Spektrum der Venus stimmt fast vollständig mit dem der Sonne überein
und zeigt nicht die breiten Absorptionsbanden, welche den Spektren der obern Planeten eigen sind; nach
Vogel und Lohse rührt dies wahrscheinlich daher, daß das Sonnenlicht nicht tief in die Atmosphäre der Venus eindringt, sondern
größtenteils an der Wolkenschicht derselben reflektiert wird.
Auch die Thatsache, daß in der untern Konjunktion, wenn sie uns ihre dunkle Seite zukehrt, von einem zarten leuchtenden Ring
umgeben erscheint, spricht für die Anwesenheit einer
Atmosphäre. Nach Messungen Lymans beträgt die
Horizontalrefraktion derselben 44½', ein Viertel mehr als die der Erdatmosphäre. Die von Schröter in seinen »Aphroditographischen
Fragmenten« (1796) erwähnten Berge auf der Venus, die bis 5,8 geogr. MeilenHöhe erreichen sollen, hat kein späterer Beobachter
wiedergefunden.
Eigentümlich und bis jetzt noch nicht genügend erklärt ist das zuerst 1712 von Derham bemerkte aschfarbene
Licht,
[* 23] welches die unerleuchtete Seite der Venus bisweilen aussendet. Klein hat 1871 auf die Möglichkeit der Beleuchtung
[* 24] des Planeten
durch einen Mond hingewiesen. Einen solchen wollte allerdings schon 1645 Fontana in Neapel
[* 25] beobachtet haben, und von
Dom. Cassini (1762 und 1786), Short (1740) u. a. existieren ebenfalls vermeintliche Beobachtungen des Venusmondes, für welchen
Lambert 11 Tage 5 Stunden Umlaufszeit berechnet hat.
Neuere Beobachter seit 1764 haben denselben indessen nicht gesehen. (Vgl. Schorr, Der Venusmond, Braunschw.
1875; Stroobant in den »Astronomischen Nachrichten«, Bd. 118, Nr.
2809.) Wie bei dem Merkur, so findet auch bei der Venus, wenn ihre untere Konjunktion in der Nähe eines Knotens
ihrer Bahn stattfindet, ein sogen. Durchgang durch die Sonne statt, wobei der Planet in Gestalt einer kleinen schwarzen Scheibe
von O. nach W. über die Sonne zieht. Zum erstenmal wurde ein solcher Durchgang beobachtet in England von
Horrox und Crabtree die nächsten Durchgänge fallen auf