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Ermächtigung für die Arbeit in der Kirche
Konsolidierte Katechetische Ausbildung
Drei Ausbildungsgänge zur Katechetin und zum Katecheten prägten das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Nach gut 15 Jahren der Pionierphase begann 2001 eine Phase der Konsolidierung. Das Kurskonzept wurde überarbeitet und den veränderten Bedingungen in der Gesellschaft allgemein und in der Bildungslandschaft im Besonderen angepasst.
Marianna Jakob, die seit Ende der 1980er Jahre Mitglied des Dozierendenteams ist, erinnert sich lachend: "Es gab eine Phase mit "bewegten Männern" Ende der 1990er Jahre, in der beinahe die Hälfte der Kursabsolvierenden Männer waren". In der Berichtsperiode dagegen erhielten drei Männer und rund 50 Frauen das Katechetische Diplom.
Ist der katechetische Dienst heute also vorwiegend Frauensache? Daniel Ritschard, Dozent in der Katechetischen Ausbildung seit 2003, bestätigt diesen Eindruck: Bedingt durch die oft nur kleinen Unterrichtspensen in den Kirchgemeinden sei es halt schwierig, als Katechet bzw. Katechetin zum Beispiel ein Familieneinkommen zu verdienen. Also bildeten sich oft Familienfrauen zur Katechetin aus, die nicht allein für den Familienunterhalt verantwortlich und deren Kinder schon grösser seien.
Die Ausbildung selber hat sich in den vergangenen zehn Jahren wenig verändert, das Konzept für die Ausbildung 2001-2004 wurde für die beiden folgenden Ausbildungsgänge lediglich modifiziert angepasst.
Dabei wurden die Veränderungen in der bernischen Bildungslandschaft durchaus wahr- und ernstgenommen. So wurde überlegt, die Zulassungsbedingungen zur Katechetischen Ausbildung zu verschärfen. Dieses Projekt wurde dann aber wieder fallen gelassen, weil der Beruf der Katechetin Frauen und Männern mit einer abgeschlossenen ersten Berufsausbildung offen bleiben sollte. Es ging und geht darum, Menschen von der Basis mit all ihren Erfahrungen und ihrer Motivation, in der Kirche zu arbeiten, für die katechetische Arbeit zu ermächtigen. Katechetin, Katechet - das ist ein Beruf, betont Marianna Jakob, und die Betonung liege auf "seriös ausgebildeten Leuten", die unterrichten. Denn "wenn eine Katechetin, ein Katechet Mist baut, so fällt das auf die Katechetische Ausbildung zurück".
Für die Ausbildung zur Katechetin, zum Katecheten gibt es ausser einem Berufs- oder Mittelschulabschluss keine weiteren Formalitäten. Was es aber braucht ist eine breite Allgemeinbildung, eine Lern- und Lehrbefähigung und eine theologische Offenheit in landeskirchlicher Breite. Das alles wird in einer Eignungsabklärung vor Beginn der Ausbildung abgeklärt.
Eine grosse Änderung hat die Katechetische Ausbildung in den vergangenen Jahren trotz grundsätzlicher Konsolidierung erfahren: 2010 wurde vorgängig zur Ausbildung erstmals ein sogenannter "Vorkurs" angeboten, der für Interessierte ohne Matur verbindlich war. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten die Möglichkeit, ihre Allgemeinbildung im Blick auf ihre künftige katechetische Tätigkeit und auf gymnasialem Niveau zu erweitern und zu vertiefen. In Deutsch, Geschichte, Philosophie und Kunst erarbeiteten sich die Teilnehmenden grundsätzliche Kompetenzen, die sie später in der Katechetischen Ausbildung einsetzen konnten. Der Vorkurs wurde im Auftrag der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn vom Campus Muristalden durchgeführt und stiess auf grosse Begeisterung. Neue Welten seien ihnen eröffnet worden, bilanzierten Kursteilnehmende.
Eine weitere Änderung ergab sich quasi aus der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung: Wurden die Schlussarbeiten der Katechetischen Ausbildung bis 2004 meist von Hand geschrieben, so ist heute der Einsatz von Computern selbstverständlich, ja er wird sowohl von den Dozierenden als auch von den Kursteilnehmenden selber erwartet. Der nächste Schritt wird sein, eine elektronische Lernplattform einzurichten. Ein Projekt, das sich mit RefModula, der neuen, modularisierten Katechetischen Ausbildung ab 2013, nun realisieren lassen wird.
Ganz allgemein sind die Erwartungen der Kursteilnehmenden an die Qualität der Ausbildung deutlich gestiegen, das beobachten Marianna Jakob und Daniel Ritschard übereinstimmend: "Die Ausbildung wird verstanden als Dienstleistung der Kirche". Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selber, aber auch für die Kirchgemeinden, die diese Katechetinnen und Katecheten dann beschäftigen.
Pia Moser