Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/2388

Studienauftrag pflegeheim heiligkreuz st. gallen 2011
Ausgangslage
Das zu erweiternde Heim liegt im Quartier Heiligkreuz an der Ecke der Langgasse/Lettenstrasse. Prominenter Nachbar ist die evangelische Kirche Heiligkreuz, gebaut in den Jahren 1911 bis 1913 von den Architekten Curjel und Moser. Der Spätjugendstil prägt die äussere Erscheinung des Ensembles Kirche und Pfarrhaus. Vor diesem Ensemble liegt ein Freiraum, ein Park, der heute von den Alterswohnungen gegen Osten begrenzt wird. Die Kirche selber und auch das Pfarrhaus sind behäbige Bauten, die eine starke Ausstrahlung ausüben. Das Pflegeheim mit seinem eigentlich sehr engen Perimeter profitiert von der Weite des Parks und kann den Grünraum als Naherholungsgebiet nutzen.
Das heutige Heim weist parkseitig 4 Vollgeschosse und ein leicht zurückversetztes Attikageschoss auf. Gegen die Langgasse erscheint das Gebäude 5-geschossig. Die Alterswohnungen erscheinen parkseitig 2-geschossig. Der Auftritt von der Langgasse her ist eher geschlossen. Die Hauptfassade richtet sich zum Park.
Massnahmen...
… städtebaulich
Wir möchten das Ensemble in seinen Grundansätzen belassen, seine Ausrichtung und Zugänglichkeit aber eindeutiger machen. Das Zusammenfassen der Fassade zu einem Thema vereinheitlicht die verschiedenen Bauepochen. Nur durch feine Unterschiede lässt sich ablesen, dass das Haus aus bestehenden und neuen Bauteilen gefügt ist. Diese Einheitlichkeit stellt sicher, dass die Kirche ihr Primat behält. Gegen Osten weicht das Gebäude zurück und lässt dem angrenzenden Wohnbau seine Abendsonne. Zum Park hin erscheint das neue Heim als zweifach geknickter, leicht abgewinkelter Bau. Seine Länge ist segmentiert. Der Entwurf setzt ein selbstbewusstes Vis-à-vis zur Kirche. Gegen die Langgasse ist der Baukörper ebenfalls gegliedert und materialmässig wieder zusammengefasst. Der Zugang und somit auch die Adresse heisst "Langgasse". Das Heim wird zu einem Gebäude, das am Stadtleben teilnimmt. Auf der Parkseite zwischengelagert werden Aufenthaltsbereiche wie Terrasse, Dementengarten und Kräutergarten. Sie bilden einen gestalteten Grünbereich zwischen Gebäude und freiem Park.