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Palmöl steht weiterhin im Fokus, denn es ist heute das meist verwendete Pflanzenöl der Welt. Gebraucht wird es für Lebensmittel, Hygieneartikel, Kosmetika, Tierfutter und Agro-Treibstoff.
„Tatsächlich findet sich in über 50% aller Produkte, die in einem durchschnittlichen Supermarkt verkauft werden, Palmöl.“ (Global2000)
Flächenverbrauch in Asien
Wirft man einen Blick auf die Nachfrageentwicklung des Palmölrohstoffs, wird ersichtlich, dass die globale Nachfrage in den letzten Jahrzehnten konstant gewachsen ist. Auf weltweiter Skala lässt sich ein Anstieg von 6 Millionen Hektar in 1990 bis 17 Millionen Hektar in 2012 verzeichnen. Laut des Fachblattes «Environmental Research Letters» ist Europa dabei der grösste Palmölkonsument. Indonesien und Malaysia gelten als die zwei Hauptanbauländer des beliebten Rohstoffes. In derselben Zeitspanne stieg die Anbaufläche in den beiden Ländern von 3,5 Millionen Hektar auf über 13,1 Millionen Hektar an.
Ökologische Konsequenzen
Die Berichte bezüglich ökologischer, sozialer und ethischer Missstände kursieren rund um die Welt. Es wird geschätzt, dass in Indonesien 63% der oben genannten Flächenexpansion auf Kosten artenreicher Regenwälder stattgefunden hat. Dabei lagen rund 30% der Regenwälder auf Torfmoorböden, die zuerst gerodet und dann trocken gelegt wurden. Dadurch konnte die über Jahrtausende lang gelagerte und konservierte Biomasse aus dem Boden entgasen, was die globale CO2- und CH4-Bilanz (Methan) erheblich verschlechterte. Palmölplantagen haben damit den höchsten CO2-Fussabdruck pro Fläche von allen global relevanten landwirtschaftlichen Produkten, da sie die natürlichen Kreisläufe entkoppeln. Des Weiteren hat Palmöl fatale Folgen hinsichtlich der Biodiversität, denn durch jeden Flächenschwund verkleinert sich der natürliche Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten, etwa des Orang-Utans oder des Sumatra Tigers. Zunehmende Konkurrenz- und Invasionsbedingungen treten auf.
Soziale und ethische Konsequenzen
Die in Indonesien und Malaysia lebenden Menschen gehören zu den Verlierern der Palmölplantagen. Einerseits jene, die unter miserablen Bedingungen auf den Plantagen arbeiten, aber auch die Menschen, deren Land zur Produktion von Ölpalmen enteignet wurde. Zusätzlich gibt es Abhängigkeiten und lokale Produktionskonkurrenz. Ökologische Konsequenzen, wie fehlender Erosionsschutz durch den Rückhalteverlust des intakten Bodens, resultieren direkt aus dem Fehlen der Wälder.
Es lässt sich festhalten, dass Palmölkonsum zu einer unerwünschten Flächenumnutzung, sowie ökologisch gesehen zu irreversiblen Konsequenzen geführt hat. Wie aber soll es weitergehen? Gibt es überhaupt genug Flächen um den globalen, ansteigenden Hunger nach Pflanzenöl zu stillen? Denn mit einseitiger Schelte ist es nicht getan. Soviel Schlechtes sich der Ölpalme nachsagen lässt, ist ihr doch zugute zu halten, dass sie ergiebiger und anspruchsloser ist als so viele andere Ölpflanzen. Ein Ersatz, der dann Klima und Umwelt nicht ebenso oder noch stärker gefährdet, ist bislang nicht gefunden. Es muss deshalb darum gehen, die Palmöl-Produktion so nachhaltig wie möglich zu gestalten.