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Es wird stockfinster, du bewegst dich langsam in die Richtung des Gegners und klappst dein Nachtsichtgerät vor deine Augen das mit einem Surren anläuft, nur noch ein sanftes grünes Glühen unterscheidet dich äusserlich von der kalten, undurchschaubaren Finsterkeit….
Oder zumindest träumen das viele Airsoft Spieler/innen, aber was ist dran an den Nachtsichtgeräten (NVG’s) und Wärmebildkameras (FLiR)?
Blutrot anstatt Grün
Um zu verstehen, was Nachtsichtgeräte ausmacht und wo ihre Grenzen sind, sehen wir uns ihre Entwicklung und die dazugehörigen Meilensteine, oder besser gesagt Generationen, an. Das Erste Kapitel bringt uns ins Jahr 1944 nach Deutschland, das Zielgerät 1229, von Truppen auch «Vampir» genannt, ist das weltweit erste Nachtsichtgerät in militärischem Einsatz. Um genau zu sein ist es ein Nachtzielgerät, es besteht aus einem 2,25 kg schweren Spektiv auf dem StG-44, einer Glühlampe mit Infrarot Filter und einem Rucksack Akku der satte 13,5 kg wiegt.
Diese sogenannte Generation 0 Geräte funktionierten nur durch das Infrarotlicht welches von Objekten, Personen usw. zum Spektiv reflektiert wurde, die Auflösung und Reichweite dieser Geräte könnte definitiv als bescheiden kategorisiert werden. Dass die Batterie Technik der 1940er Jahre eine kurze Laufzeit garantierte, ist da fast schon vernachlässigbar.
Es wird modern
Wie bei so viel der während des zweiten Weltkriegs entwickelten Technik, wurden auch Nachtsichtgeräte, dank ihres offensichtlich hohen taktischen Wertes, stetig weiterentwickelt.
Woodstock und Sternlichter
In den 1960er Jahren wurden die verbesserten Geräte der Generation 1 entwickelt und, unter anderem, in Vietnam eingesetzt. Da diese Geräte jetzt ohne Infrarotstrahler auskamen und stattdessen das Infrarot Restlicht von Sternen und des Mondes verwendeten, bekamen sie den Beinamen «Starlight Scopes». Ein externer Rucksack zur Stromversorgung war ebenfalls nicht mehr nötig. Leider waren dies auch schon alle Vorzüge der AN/PVS-1 und AN/PVS-2 «Starlight Scopes». Das Gewicht von 4,6 kg, die maximale Reichweite von 275 m, sowie einer immer noch zu kurze Lebensdauer der Lichtverstärkerröhre von wenigen hundert Stunden, sind nicht gerade überzeugend.
(fast) kompletter Blackout
Mit der Generation 2 waren Geräte verfügbar, welche klein genug waren um als persönliche Ausrüstung getragen zu werden. Das Modell AN/PVS-5 sieht zwar aus wie aus einem B-Movie, brachte aber deutliche Verbesserungen im Bereich Bildschärfe, Lichtstärke und ein stark verringertes Bildrauschen mit. Ebenfalls war es erstmals möglich, diese Geräte während einer fast komplett dunklen Nacht (z.B. ohne Mondlicht) zu nutzen.
Aktuelle Einsichten
Ein deutlicher Sprung in der Evolution stellt die 3. Generation dar, alle zurzeit flächendeckend eingesetzten Nachtsichtgeräte gehören zu dieser Generation. Bekannte und beliebte Geräte wie das AN/PVS-7 und AN/PVS-14 bieten eine deutlich klarere Auflösung im Vergleich zur vorhergehenden Generation, sowie eine Lichtempfindlichkeit die hoch genug ist, um bei mond- und sternenlosen Nächten klare Bilder zu liefern.
Gen 3+ oder doch 4, oder?
Im Grunde genommen sind dies Geräte der Generation 3, welche in einem von zwei Bereichen verändert wurden. Entweder wurden sie mit sogenannten Autogate Netzteilen ausgerüstet, welche erlauben die Nachtsicht Röhren bei wechselnden Lichtverhältnissen schnell anzupassen, um eine Blendung des Nutzers zu verhindern. Oder die sogenannte Ionen Barriere wurde auf ein absolutes Minimum reduziert, um die Lichtempfindlichkeit noch weiter zu erhöhen. Leider führen beide Massnahmen zu einer drastischen Verkürzung der Lebensdauer der Geräte. Neben dem exorbitanten Preis dürfte die Notwendigkeit eine Export/Import Lizenz bei den Amerikanischen und Schweizer Behörden zu beziehen, viele jedoch vom Kauf eines echten GPNVG-18 abhalten.
Science
Fiction FACT
Dank Entwicklung im Bereich Digitaltechnik und der stetigen Verbesserung von CCD Sensoren (Digitalkamera und Smartphone Bildsensoren) sind in der Zwischenzeit Geräte auf dem Markt, welche Vollfarben Nachtsicht bieten mit bis zu 4K Auflösung. Das Geräte bei diversen Militäreinheiten im Gebrauch sind ist durchaus bekannt, wie diese Funktionieren ist aber leider Verschlussache.
Drop it like it’s hot
Nachtsichtgeräte sind großartig und sehr nützlich, aber was wenn man durch Barrieren, dünne Wände oder Gebüsche sehen will bei allen Lichtverhältnissen?
Eines gleich vorweg, wer nicht bereit ist, ein demilitarisiertes Fahrzeug inklusive allem Zubehör, einen alten Polizeihelikopter oder ein Aufklärungsflugzeug mit z.B. einem AN/AAQ-13 Pod zu kaufen, dürfte sehr enttäuscht werden. Die meisten thermischen Kameras lassen sich von einfachen Gegenmassnahmen blenden, starker Regen und Nebel bieten guten Schutz und optisch durchlässiges Glas ist eine fast undurchdringbare Barriere. Dass Personen zwar ausgemacht aber, speziell auf weitere Distanzen, nicht identifizierbar sind, ist auch nicht unproblematisch.
FLIR
Forward Looking Infrared, auch FLIR genannt (FLiR ist auch der Herstellername der meistverbreiteten Geräte) dürfte den meisten ein Begriff sein. Der Begriff selbst bezeichnet aber Sucher, welche an oder in Fluggeräten verbaut sind, meistens zur Überwachung und Aufklärung oder Suche von Personen. Durch den meistens hohen Beobachtungswinkel und die kühlere Luft auf Flughöhe, sind Personen und heisse Objekte (Motoren, Feuer etc.) sogar durch lichte Baumkronen und Gebüsche sichtbar.
Kühl um heiss zu sehen
Thermokameras, welche an militärischen Fahrzeugen, Fluggeräten und von (häufig) Blaulichtorganisationen eingesetzt werden, sind sogenannt «Thermisch Stabilisierte Kameras». Bei diesen wird im Grunde genommen der Sensor mindestens unter Zimmertemperatur gekühlt, was die Kameras offensichtlich eher unhandlich macht. Da der Sensor vor der Verwendung gekühlt werden muss, sind diese Kameras nicht für einen schnellen Schnappschuss gedacht. Dank dieser Kühlung sind Bildauflösung, Reichweite und Klarheit sehr gut. Die Bilddarstellung beschränkt sich allerdings auf Graustufen.
Instabil aber schön farbig
Die deutlich günstigeren, leichteren und einfachen bedienbaren Kameras sind Thermisch nicht stabilisiert bzw. ungekühlt. Die Reichweite und Bildauflösung ist deutlich schlechter als bei stabilisierten Kameras, da Umgebungseinflüsse sowie die von der Kamera selbst abgegebene Wärme einen negative Einfluss haben. Dank der meistens farbigen Darstellung der Wärmesignaturen werden diese Art von Kameras häufig zur Analyse von technischen Installationen oder Gerätschaften auf kürzeren Distanzen eingesetzt. Der enorm tiefere Preis, im Vergleich zu den gekühlten Systemen, der nicht stabilisierten Technologie dürfte für viele ein interessantes Argument darstellen.
Fazit des Autors
Nachtsichgeräte und Wärmebildkameras sind faszinierende Geräte, für den Einsatz im Airsoftsport sind sie aber schlichtweg zu teuer. NVG’s der Generation 1 sind zwar preisgünstig, deren Leistung ist allerdings völlig unzureichend.
Das Nachtzielgeräte (auch genannt NVS, Night Vision Scope) nach schweizer Waffengesetz verboten sind und Wärmebildkameras für den taktischen Einsatz, nur unter einhaltung von Import/Export Restriktionen und erhalt von sonderbewilligungen erhätlich sind, ist eine zuätzliche Hürde.
Bei der Anwendung beider Systeme ist regelmässiges Training und eine längere Gewöhnungszeit nötig, bei beiden Systemen geht die Tiefenwarnehmung und jegliches Distanzgefühl komplett verloren. Die Monochrome Darstellung kann bei einigen Personen Kopfschmerzen hervorrufen und die wenigsten Geräte sind für Brillenträger geeignet.