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Datierung
1931/1969
Objektmasse
59.2 x 100.5 x 100.5 cm
Technik/Material
Kunstharzfarbe auf Holz
Nennung
Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung aus: Das Progressive Museum Basel
Inv.-Nr.
SK05020
Tischmodell
Die Arbeiten des deutschen Malers, Architekten und Grafikers Erich Buchholz (1891, Bydgoszcz, PL (damals Bromberg, DE) – 1972, Berlin, DE) sind abstrakte Kompositionen auf der Basis geometrischer Formen, die in verschiedenen Winkeln aufeinandertreffen. Buchholz zielte auf eine homogene, aus gleichrangigen Elementen gefügte Flächenordnung, womit ihm eine für die konkrete Kunst charakteristische Bildform gelang.
In den 1920er-Jahren experimentierte Erich Buchholz mit Zeichnungen und Holzschnitten, deren geschnittene Stöcke er farbig fasste und als Reliefbilder ausstellte, nicht aber zum Drucken verwendete. Das dreifarbige, aus geometrischen Figuren komponierte Holzrelief von 1922/1958 erinnert in seiner räumlichen Wirkung an die Proun-Bilder El Lissitzkys. Nach 1922 gab Erich Buchholz die Malerei auf und wandte sich der Architektur, Werbegrafik und Produktgestaltung zu. Zugleich liess er vereinzelt dadaistische Elemente in sein Werk einfliessen. Seine ohnehin raumgreifend konzipierte Kunst überführte Buchholz konsequent in Architekturentwürfe. So stattete er sein Berliner Atelier am Herkulesufer programmatisch als Raumkunstwerk aus; er entwarf Bauten in Schalenschichtung und entwickelte sein «Buchholz-Ei» als ein eiförmiges Wohnhaus. Obwohl mit Konstruktivismus, Suprematismus, Expressionismus, Dadaismus und dem Bauhausdenken vertraut, schloss sich Buchholz keiner dieser Gruppierungen an. Vielmehr bezog er mit eigenen Texten Stellung zu seinem künstlerischen Schaffen. Die Schriften «Die Idee ist der Todfeind des Lebens» von 1922 und «An meinem Fall scheitert die offizielle Kunstgeschichte» von 1969 nehmen Bezug auf die Kunst der 1920er-Jahre mit den damals typischen theoretischen Erörterungen einer zeitgemässen, lebensnahen Kunstgestaltung. Buchholz’ Konklusion «Es gibt nichts, das nicht in einer Realität – übertragen – seinen Ausgang hat, und es gibt keine Realität, die nicht – übertragen – Bild oder Gleichnis wird» konnte er erst ab 1945 in seiner abstrakten Kunst um- und fortsetzen, da er während der Zeit des NS-Regimes mit einem Mal- und Ausstellungsverbot belegt war.
Dominique von Burg