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| Athanasius (295-373) - Leben des heiligen Antonius (Vita Antonii)

25. Kapitel.
[S. 715] Sie sind listig und bereit, sich in alle möglichen Gestalten zu verändern und zu verwandeln. Oft stellen sie sich, als sängen sie unsichtbar Psalmen und gebrauchen die Worte der Schrift. Wenn wir vorlesen, sagen sie bisweilen wie ein Echo dasselbe, was vorgelesen wurde; wenn wir ruhen, wecken sie uns auf zum Gebet; das tun sie fort und fort, so daß sie uns fast nicht zu schlafen erlauben. Manchmal stellen sie sich auch in Mönchsgestalt dar und geben sich den Anschein, als ob sie wie Fromme redeten; so wollen sie durch das gleiche Aussehen verführen, und dann schleppen sie die von ihnen Getäuschten, wohin sie wollen. Man soll aber nicht auf sie achten, wenn sie auch zum Gebet aufwecken oder wenn sie uns raten, nicht mehr zu essen, oder wenn sie tun, als ob sie uns anklagten und schmähten wegen dessen, worin sie einmal unsere Mitwisser geworden sind. Denn nicht aus Frömmigkeit oder Wahrheitsliebe handeln sie so, sondern um die einfachen Herzen in Verzweiflung zu stürzen, um die Askese als nutzlos hinzustellen, um die Menschen krank zu machen, als ob das Einsiedlerleben mühevoll und sehr schwer sei, um die zu hindern, die ihnen zum Trotz so leben.