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Musicking?
Die Bedeutung dieses Worts musste ich zuerst nachschlagen. Ich las es ganz zu Beginn des zweiten Buchs von Mark J. Butler «Playing with something that runs», das ich nach «Unlocking the groove» in Angriff nahm. Musicking wäre doch eine fantastische Adresse für die Website zum Musizieren, die ich gerade einrichte. Die URL musicking.ch war zum Glück noch verfügbar.
Der von Christopher Small geprägte Begriff verlangt eine Erklärung. Sie ist in Smalls Buch Musicking: The meanings of performing and listening (Wesleyan University Press, 1998) zu finden. Was ist die Bedeutung von Musik? Was Rolle spielt die Musik im Leben der Menschen? Das seien die falschen Fragen, findet Small: «There is no such thing as music.» Musik sei kein Ding, sondern eine Aktivität der Menschen.
Small kritisiert die Engführung des Begriffs Musik (oder to music) auf musikalische Werke und deren Aufführung (performance). Dieses Verständnis berücksichtige weder den Entstehungsprozess komponierter oder im Augenblick entstehender improvisierter Musik noch deren Wirkung auf die Mitspielenden und Zuhörenden.
Es sei doch schade, auf diesen nützlichen konzeptuellen Begriff zu verzichten, fand Small, obschon das Wort musicking in keinem Wörterbuch zu finden sei. Ein Gerundium des seiner Meinung nach vernachlässigten Verbs «to music», wofür er grössere Ambitionen habe und deshalb die folgende Definition (a.a.O., Seite 8) vorschlug:
To music is to take part, in any capacity, in a musical performance, whether by performing, by listening, be rehearsing or practicing, by providing material for performance (what is called composing) or dancing.
Die soziologische Betrachtungsweise, dass spielen, vorstellen, zuhören, üben, proben, komponieren oder tanzen nicht nicht nur isolierte Prozesse sondern Teil der menschlichen Aktivität des Musicking seien, überzeugt. Ich erlaube mir, den Begriff zu verwendenden, weil auf dieser Website und den damit verbundenen Blogs meine Erfahrungen mit Musik nicht nur aus der Froschperspektive dargestellt werden sollen.