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RON
DER "KRIEGSHELD"
L. RON HUBBARD UND DIE U.S. NAVY, 1941-50

3.3 Im Geheimdienst der Marine

This officer is not satisfactory for independent duty assignment. He is garrulous and tries to give impressions of his importance. He also seems to think that he has unusual ability in most lines.
- US Naval Attaché to Australia, February 14, 1942
Ein gängiges Thema der Berichte von Scientology über die Kriegsjahre von Hubbard ist seine geheime Tätigkeit für den Office of Naval Intelligence (ONI). Seine Pflichten umfassten offensichtlich "Gegenspionage und die Organisation des Entsatzes für belagerte amerikanische Truppen auf Bataan".1 Die in seinen Akten der US Navy festgehaltene Version ist allerdings beträchtlich bescheidener.
Von Beginn weg wünschte Hubbard, sich dem ONI anzuschliessen. Sein alter Professor an der George Washington Universität verfasste ein Schreiben (zweifelsohne auf Hubbards Veranlassung) um "Mr. Hubbard für eine Einberufung in die Reserve der Marine der Vereinigten Staaten zu empfehlen, zum Dienst im Geheimdienst der Marine". Das bedeutete jedoch keinen geheimen Nachrichtendienst, wie aus den verschiedenen vorhandenen Schriftstücken völlig klar wird. Am 21. April 1942 meldete das Navy Department dem ONI, dass sich "Mr. L. Ron Hubbard beim Navy Yard, Washington, für den Dienst in der Naval Reserve, I-V(S), bewarb, für einen Posten im Public Relations Büro. Die Bezeichnung "I-V(S)" stand für "Intelligence Volunteer (Specialist)" und ist im Register of Commissioned and Warrant Officers of the United States Naval Reserve (31. Juli 1944) gekennzeichnet als "für Spezialaufgaben qualifizierter Nachrichtenoffizier".
Die Art diese "Spezialaufgaben" war von Anfang an klar. Am 4. Juni orientierte der Nachrichtenoffizier des Navy Yard den Kommandanten, dass
der genannte Bewerber anscheinend Qualifikationen besitzt für Aufgaben im Public Relations Bereich oder für den Geheimdienst im Ausland mit besonderem Bezug auf seine Kenntnisse von Ländern im karibischen Raum.
(Quelle: Memo von Cdr. Lucius C. Dunn, 4. Juni 1941)(DOKUMENT A)
Einen Monat später wurde Hubbard zum Leutnant (jg) der Reserve in der Marine der Vereinigten Staaten ernannt. Am 5. Juli 1941, drei Tage nach seiner Ernennung, wurde er der freiwilligen Reserve für Spezialdienste (Informationsaufgaben) zugeteilt. Alles sehr vielversprechend. Hubbard wurde nicht unverzüglich zum Aktivdienst aufgeboten, wurde absolvierte einen Fernkurs um sich mit den Abläufen in der Marine vertraut zu machen. Gleichzeitig hatte er scheinbar, ohne formell irgendwo zugeteilt zu sein, einige Public Relations Arbeiten für die US Navy erledigt.
Hubbard schrieb am 21. Juli an seinen Sponsor, den Kongressabgeordneten Magnuson, bedankte sich für seine Hilfe beim Erhalt einer Ernennung und erwähnte, dass er bereits drei Ideen zur Beschleunigung der Rekrutierung eingereicht habe, alle davon würden verwirklicht. Magnuson antwortete: "freut mich zu hören dass ihre Ernennung durchging. Ich wusste, dass sie in ihrer Arbeit mit Pressebeziehungen der Navy gleich zuhause sein werden". Hubbard liess seinem Brief eine Woche später einen weiteren folgen, in dem er dem Senator erklärte, er habe angeboten, "da die Pressebeziehungen zufriedenstellend vorankamen", jede Woche zwei Artikel für nationale Magazine zu schreiben mit dem Bestreben, dem Publikum die "amerikanischen Matrosen" vorzustellen. Er hatte, wie er sagte, "freie Hand" bekommen "weil dieses Programm etwa dreimal mehr einbringen wird als die Navy bezahlt glaube er dass es nichts als rechtens ist dass er alle obigen Zahlungen und Ausgaben zur Entlastung der Navy zurückgebe. So entwickelt sich alles spielend."
Dies war mehr als optimistisch, wie es sich erwies, da kein einziger Artikel veröffentlicht wurde. Am 22. September wurde er aktiviert und ins Hydrographic Office geschickt "mit der Absicht die Daten von einigen Fotos zu vervollständigen, die er zuvor freiwillig diesem Büro zukommen liess bevor er zum Offizier der Reserve der Marine" - eine Referenz für die Bilder, die er 1940 während einer Yachtkreuzfahrt entlang den Küsten von Britisch Kolumbien und Alaska machte. Er blieb für zwei Wochen dort. Der befehlshabende Offizier beschrieb Hubbards Auftrag wie folgt:
Während dieser Zeit sichtete er die Abzüge von mehreren hundert Fotos und wählte aus ihnen einige Dutzend aus, die für die Navigation von Interesse waren. Diese rahmte er und versah sie mit Anmerkungen. Ebenfalls markierte er auf verschiedenen Karten die Aufnahmepositionen der Bilder.
Er überprüfte auch den Text der Sailing Directions - H.O. Nos. 175 and 176, British Columbia, Vols. I and II - für die die Orte, mit denen er als Resultat seiner früheren Jachtkreuzfahrt in diese Gewässer vertraut war und reichte mehrere Änderungsvorschläge und Erweiterungen ein. Diese Einzelheiten sind alle nur kurz und einige sind bedeutungslos, sind aber in ihrer Gesamtheit ein sehr klarer Beitrag.
(Quelle: Memorandum für den Assistant Hydrographer, 22. Oktober 1941)(DOKUMENT B)
Hubbard bezieht sich selbst in späteren Jahren auf diesen Auftrag, so wurden seine "kurzen" und "bedeutungslosen" Beiträge in seinem Gedächtnis zur Erinnerung, dass "ich die Hydrographic Office Publications für die US Navy neu schrieb".2
Vervollständigt zu haben, was ein ganz gewöhnlicher Auftrag war; dafür wurde Hubbard bis zum 23. November 1941 vom Aktivdienst befreit - im Effekt eine sechswöchige Abwesenheit. Bei der Wiederaufnahme des Aktivdienstes verbrachte er drei Ausbildungswochen im Hauptquartier des Third Naval District in New York. Eine Woche nach dem denkwürdigen Angriff der Japaner auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 wurde Hubbard dem District Intelligence Office des Twelfth Naval District in San Francisco unterstellt. (Später behauptete er, dass er am 7. Dezember von der USS Edsallauf dem von den Japanern besetzten Java abgesetzt wurde, die kurz darauf mit der gesamten Besatzung versenkt wurde; in Wahrheit wurde sie erst am 1. März 1942 versenkt und Java kapitulierte erst am 3. Februar 1942 vor den Japanern.)3).
Hubbard wurde nun in eine der grossen Verschiebungen von Männern und Material einbezogen, die für den 2. Weltkrieg so charakteristisch waren. In den unmittelbar auf Pearl Harbor folgenden Tagen wurden die amerikanischen, britischen und niederländischen Garnisonen im Fernen Osten und westlichen Pazifik durch die Welle auf Welle folgenden Angriffe der Japaner in Konfusion versetzt. In einer Reihe von beunruhigenden Vorstössen im Dezember gewannen die Japaner die Luft- und Marineüberlegenheit im westlichen Pazifik, landeten eine grosse Zahl von Truppen auf den Philippinen, nahmen Guam und Wake ein, überrannten Hong Kong, fielen in Malaya ein und schnitten niederländisch Ostindien entzwei, bedrohten Australien zum ersten Mal in der Geschichte dieses Landes.
Zu Beginn des Krieges mussten die US Militärbehörden in Washington akzeptieren, dass die Philippinen höchstwahrscheinlich verloren waren. Dies bedeutete nicht, dass sie aufgegeben werden mussten; eine Fehlschlag war entschuldbar, Aufgabe nie. Ein von der USS Pensacola, angeführter Konvoi, dringend benötigtes Material transportierend einschliesslich Bombenflugzeuge und zwei Artillerieregimenter, war bereits unterwegs als die Japaner am 7. Dezember bei Pearl Harbor zuschlugen. Der Konvoi wurde nach Brisbane in Australien umgeleitet, wo die Flugzeuge montiert und nach den Philippinen geflogen wurden. Der Rest der Ausrüstung sollte per Schiff nach den Philippinen überbracht werden unter US-australisch-niederländischem Geleitschutz. Präsident Roosevelt ordnete am 15. Dezember an, dass so bald als möglich schnellstens zusätzliche Jäger und Bomber nach den Philippinen verbracht werden. Die Transportschiffe President Polk und President Coolidge wurden nach San Francisco beordert, um Jagdflugzeuge und Munition zu laden und nach Australien zu transportieren. Ihre Ankunft sollte in Australien 230 Flugzeuge stationieren - und, an Bord der Polk, L. Ron Hubbard.
Ursprünglich war vorgesehen, dass sich die Polk und Coolidge mit der sich auf dem Weg nach den Philippinen befindlichen Pensacola mit der sich auf dem Weg nach den Philippinen befindlichen Pensacola Konvois. Er blieb vorläufig dort, um auf ein Schiff nach Manila zu warten und wurde in der Zwischenzeit dem Büro des US Naval Attaché in Australien zugeteilt. Innert wenigen Wochen bekam er Schwierigkeiten mit seinen Vorgesetzten der Navy. Es kam zur Verwechlung über die Route eines Schiffes und die Kopie einer geheimen Depesche geriet auf Abwege. Obwohl Hubbard nicht beschuldigt wurde, griff er zum undiplomatischen Mittel, einen Rapport über den Vorfall zu schreiben der feindselig gegenüber seinen ranghöheren Offizieren war, mit eingeschlossen dem Naval Attaché. (DOKUMENT C)
Scientology verbreitete ein angeblich von US Army Colonel Alexander L. P. Johnson, Kommandant der Base Force von Darwin in Australien geschriebenes Dokument, datiert am 13. Februar 1942. Das Dokument beschreibt Hubbard als "ein intelligenter, einfallsreicher und zuverlässiger Offizier" und empfiehlt, einen früheren Antrag (was dieser auch immer sein mochte) zu bewilligen. Welche Verbindungen konnte Hubbard mit der US Army oder ihrem Aussenposten in Darwin gehabt haben? Die wahrscheinlichste Antwort ist, dass die Verbindung das durch den Pensacola Konvoi nach Australien gebrachte Ausrüstungsmaterial und sein eigenes Schiff President Polk war. (Auf jeden Fall, nichts von der in Brisbane und Darwin entladenen Ausrüstung erreichte je die Philippinen.) Col L. Fletcher Prouty, ein von Scientology als "Experte" beigezogener ehemaliger Offizier der US Air Force, bezieht sich in einem Brief vom November 1985 auf Aufzeichnungen die:
(Hubbard) direkt mit den Aktionen des Langstrecken Aufklärungs- und Patrouillenflugzeugs der Navy, der alten PBY, verbinden und Unternehmen vor der Küste (Australiens). Bei diesen aufgezeichneten Unternehmen stand Hubbard unter dem Kommando des ranghöchsten Offiziers der US Army in Brisbane in Zusammenarbeit mit der Royal Australian Air Force.
(Quelle: Brief von L. Fletcher Prouty an CBS 60 Minutes, 21 November 1985)
Hubbard schien seine Anweisungen etwas überschritten zu haben indem er Befehle des ranghöchsten Offiziers der US Army in Brisbane entgegennahm, vermutlich dem oben zitierten Col Johnson. Dies verursachte offensichtlich einige Spannungen. Im Rapport vom 5. Februar zitiert Hubbard Commander L. D. Causey, dem US Naval Attaché in Australien, der gesagt habe:
Ich schickte heute Morgen eine Mitteilung an das CinC Asiatic die meinen Wunsch festhält, dass ich sie aus Brisbane entfernt haben will, da sie selbst Ärger verursachen. Sie unterstanden nie meinem Befehl und ich betrachte sie als jemand, der nie etwas mit mir zu tun hatte. Falls sie unter Johnson Dienst leisten wollen, dann liegt das an ihnen.
Der Oberbefehlshaber der Asiatischen Flotte bewilligte offensichtlich das Gesuch von Causey. Hubbard wurde unverzüglich aus Australien hinausgeworfen und in Unehre heimgeschickt. Am 14. Februar 1942 sandte Causey eine Erklärung der Umstände an den Kommandanten des 12. Marine Distrikts in Südkalifornien:
Der betreffende Offizier kam mit der SS President Polk nach Brisbane. Er informierte mich, dass er zum Dienst nach Manila abkommandiert war und bat mich um Erlaubnis, die SS President Polk zu verlassen bis ein Schiff auf einer direkteren Route nach seinem Bestimmungsort verfügbar war. Ich erlaubte ihm, in Brisbane auf einen künftigen Transport nach seinem Bestimmungsort zu warten. In dem er sich unbefugterweise Befehlsgewalt anmasste und versuchte, Dienstaufträge durchzuführen, für die ihm die Befähigung fehlte, wurde er zur Quelle ständiger Probleme. Dies wurde ihm durch die Vertreter der U.S Army in Brisbane ermöglicht...
Am 11. Februar 1942 übergab ich ihm die Transportbefehle zuhanden des Kommandooffiziers der USS Chaumont für die Überfahrt in die United States. Nach seiner Ankunft hat er sich für künftige Aufträge beim Kommandanten des 12. Marine Distrikts zu melden. Dieser Offizier ist für selbständige Dienstaufträge nicht geeignet. Er ist geschwätzig und versucht den Eindruck seiner Wichtigkeit zu erwecken. Er scheint auch zu glauben, dass er in den meisten Belangen ungewöhnliche Fähigkeiten hat. Diese Charakterzüge weisen darauf hin, dass er zur befriedigenden Ausführung irgendwelcher Nachrichtendienste eine enge Überwachung benötigt.
(Quelle: Memo des US Naval Attaché in Australien, 14. Februar 1942) (DOKUMENT D)
Drei Tage später telegrafierte der Naval Attaché dem Büro für Naval Personnel um sie zu informieren, dass Hubbard heimgeschickt wurde:
LIEUT. (JG) L.R. HUBBARD IVS USNR IN DIE US ZURÜCKBEORDERT MIT [USS] CHAUMONT UND RAPPORT AN COM 12 [dem 12th Naval District, San Francisco]. ER IST UNGENÜGEND FÜR JEDEN HIER MÖGLICHEN AUFTRAG. ÜBER PRESIDENT COOLIDGE, EIN RAPPORT ABGESCHICKT.(Quelle: Telegramm von US Naval Attaché Australien, 17. Februar 1942) (DOKUMENT E)
Hubbard hatte Glück, dass disziplinarische Massnahmen vermieden wurden; seine Vorgesetzten spielten möglicherweise das Ereignis als ein unglücklicher persönlicher Fehltritt herunter. In einer Depesche vom 22. April 1942 empfahl der Chief Cable Censor in Washington, dass keine disziplinarische Massnahmen als Folge des Berichts aus Melbourne ergriffen werden sollen "da es denkbar ist, dass eine den Fähigkeiten des Betroffenen entsprechende nützliche Beschäftigung im Büro des Cable Censor in New York gefunden werden könnte". Es gab eine kurze Verzögerung, da Hubbard wegen einer Bindehautentzündung für kurze Zeit ins Spital von Vallejo eingeliefert wurde. Später behauptete er, dass er "im [persönlichen] Flugzeug des Sekretärs der Navy aus dem Südpazifik" in die U.S. geflogen wurde und er "der erste [US] aus dem Südpazifik zurückgekehrte Verwundete war", er soll sich einen Knöchel gebrochen haben. 4 Dies wird von keinem der ärztlichen Berichte bestätigt.
Hubbard kam am 1. Mai zurück an die Ostküste. Vier Tage später wurde er aus der Welt des Nachrichtendienstes der Marine verabschiedet, die Bezeichnung seines Grades änderte vom Intelligence Volunteer (Specialist) (I-V(S)) zum Deck Volunteer (Specialist) (D-V(S)), "in Anbetracht der Tatsache, dass das Büro der Cable Censorship, welchem sie zugeteilt sind, nun der Aufsicht des Chief Cable Censor untersteht" und nicht mehr wie zuvor dem Büro des Nachrichtendienstes der Marine. Er war nur gerade für viereinhalb Monate aktiver Geheimdienstoffizier.
Wie vorausgesagt war er für diesen Job im Chief Cable Censor's Investigations Department tatsächlich besser geeignet und er erhielt eine positive Beurteilung (jedoch nur mit durchschnittlichen Noten) von seinem Vorgesetzten, Commander Andrew Cruise:
Seitdem ich über die Beschäftigung dieses Offiziers Bericht erstatte kam er der ernsthaften Erfüllung seiner Dienstpflicht voll nach. Er zeigte ein wachsender Verantwortungssinn und wies eine merkbare Verbesserung seiner Arbeit auf. Obwohl der Zeitraum der Beobachtung kurz war, war seine Arbeit völlig zufriedenstellend.
(Quelle: Bericht über die Eignung von Offizieren, L. Ron Hubbard #113392,
11. Mai 1942 - 24. Juni 1942)
Sein Abstecher in das Investigations Department könnte langfristig bedeutende Auswirkungen gehabt haben. Zwanzig Jahre später gründete Hubbard, wahrscheinlich aufgrund seiner eigenen angeblichen Erfahrungen in der Spionageabwehr, seine eigene Abteilung für den Nachrichtendienst, das Guardian's Office. Seine Spionagekampagnen gegen die US Regierung während den 70ern führte dazu, dass er als "Mitverschwörer" beschuldigt wurde und seine Frau ins Gefängnis kam. Zu der Zeit war Hubbard jedoch offensichtlich nicht zufrieden mit seiner anspruchslosen Arbeit. Auf dem gleichen Rapportformular hielt er fest, als nächsten Dienst den Einsatz als "Sea-Patrol" der "Pazifik (Karibischen) Flotte (Alaska)" vorzuziehen. Er sandte am 10. Juni auch ein Memo an den Chief Censor betreffend "Seeeinsatz, Antrag auf", seine verschiedenen Befähigungen zitierend, über die er zu verfügen glaubte. Er schloss seinen Antrag:
Ich stelle mich hiermit für Patrouillen-Torpedoboote oder allgemeine Patrouillenboote zur Verfügung, insbesondere im karibischen Bereich, dessen Leute, deren Sprache und Gewohnheiten ich kenne und wo ich über Kenntnisse als Lotse verfüge. (DOKUMENT F)
Während er noch im Büro des Chief Cable Censor war, erfolgte in Hubbards Dienstakte der erste einer Reihe von Einträgen über Forderungen von Gläubigern für unbezahlte Rechnungen. Während er sich in Brisbane aufhielt hatte er irgendwie vergessen den geforderten Betrag der Ryders (Employees) Pty. Ltd. an der 233a Adelaide Street, einem Schneidergeschäft, zu bezahlen. Das Verbindungsbüro der US Marine jedoch hatte ihn nicht vergessen und leitete deren Beschwerde an seine gegenwärtige Adresse in New York weiter, wo Hubbard sie am 30. Mai 1942 erhielt. Es war dieselbe Geschichte im Oktober 1942, als Hubbard einen bösen, an seine Vorgesetzten gerichteten Brief der First National Bank von Ketchikan, Alaska, bekam:
Gentlemen,
Wir ersuchen sie in der Annahme, dass ihr Büro uns beim Einziehen eines Schuldscheins in der Höhe von 250 Dollars behilflich sein könnte, unterzeichnet durch den obenerwähnten Offizier der Marine ...
Mr. Hubbard wurde regelmässig und häufig benachrichtigt und er versprach stets, in nächster Zukunft die Sache in Ordnung zu bringen. Wir meinen, dass wir ihm gegenüber sehr entgegenkommend waren, indem wir ihm die Gelegenheit gaben seine Angelegenheit in Ordnung zu bringen, aber in unserem letzten an ihn gerichteten Brief an die Adresse des Explorers Club, anscheinend seine feste Adresse, teilten wir ihm mit, dass wir uns an seine Vorgesetzten wenden müssen. Diese Benachrichtigung war am 10. Juli 1942, seither haben wir nichts von ihm gehört...
Es tut uns leid, diesen Schritt unternehmen zu müssen und es fällt schwer zu glauben, dass er sie in diese Lage versetzen wollte.
(Quelle: Brief der First National Bank von Ketchikan an die US Navy, 20. August 1942) (DOKUMENT G)
Die etwas knauserige Antwort von Hubbard auf dieses Schreiben war, die geschuldeten Zinsen von 15 Dollars zu bezahlen und die Bank zu informieren, dass:
er Grund für das Ausbleiben der Zahlung dieser Rechnung die starke Lohneinbusse ist, die ich bereitwillig auf mich nahm um meinem Vaterland zu dienen. Bis dieser Krieg beendet ist und ich wieder meinen ehemaligen Beruf ausüben kann [dh. als Schriftsteller], kann ich nur kleine und unregelmässige Zahlungen machen.
(Quelle: Brief von Hubbard an die First National Bank in Ketchikan, 28. Oktober 1942)(DOKUMENT G)
In Wahrheit führte Hubbard, wie viele andere Schundliteratur Schreiber in jener Zeit, ein bescheidenes Leben in Billighotels und heruntergekommenen Herbergen; das Schreiben von 'ein Pfennig pro Wort' Romanen war kein erfolgreicher Weg zu Reichtum. Auf seiner Yachtreise von 1940 blieb er und seine Frau für mehrere Monate in Ketchikan stecken nach einem teuren Maschinenschaden. Er musste von der First National Bank 250 Dollars leihen um Versorgung und Reparatur bezahlen zu können; dieses Darlehen war die ursprüngliche Ursache für die Klagen, die er später erhielt.
Es war auch etwa um diese Zeit, als Hubbard eine längere Reihe von Mahnungen und Telegrammen aus Australien über ein "Ausleihen einer Thompson Maschinenpistole" erhielt. Der Briefwechsel darüber dauerte bis Frühjahr 1944 an. Es ist nicht ganz klar auf was sich dies bezog, da nur die Notizen von seinen Vorgesetzten erhalten blieben statt den Originalmitteilungen und seinen Entgegnungen. Eine spekulative, jedoch mögliche Erklärung ist, dass er während seinem Aufenthalt in Brisbane eine Maschinenpistole auslieh um sich mit der Waffe vertraut zu machen, dann aber vergass diese zurückzugeben (ein ziemlich wichtiger Punkt, könnte man annehmen, diese geistesabwesend über den Pazifischen Ozean zu transportieren). Sein von ihm entfremdeter Sohn Ron Jun. behauptete 1982, dass sein Vater die Waffe "gestohlen" hatte bis er gezwungen wurde, sie zurückzugeben, doch dies ist unbewiesen. Was auch immer die Wahrheit war, Jahre später behauptete er:
"Meine Bekannschaft mit Australien geht darauf zurück, dass ich 1941-42 die einzige Flugabwehrbatterie in Australien war ... es war in Brisbane. Dort war ich und eine Thomson Maschinenpistole ... ich glaube das war alles, was dort vorhanden war."
(Quelle: "Ein der australischen Presse gewährtes Interview vom 10. Januar 1963, Saint Hill Manor ... von L. Ron Hubbard")
Im Sommer 1942 war die US Navy voll in die Schlacht auf dem Atlantik verwickelt. Es bestand die dringende Notwendigkeit, einen kritischen Mangel an Schiffen zur Unterseebootsbekämpfung zu beheben, um die Bedrohung durch deutsche U-Boote vor der Ostküste der Vereinigten Staaten zu bekämpfen. Bald nachdem er sein Gesuch für Dienst auf See einreichte empfing er ein Signal, das seines Bitte teilweise entsprach:
LTJG LAFAYETTE R HUBBARD DVS USNR HIERMIT SOFORT NACH NEPONSET MASS ABKOMMANDIERT . . . DIENSTVERPFLICHTUNG UMGEWANDELT VON YP422 AUF GEORGE LAWLEY AND SONS UND ALS CO VON DIESEM SCHIFF WENN VOLL IN DIENST GESETZT.
Neponset, Massachusetts ist ein Vorort von Boston - ziemlich weit weg von der Karibik; aber Hubbard sollte nicht nur sein Patrouillenboot bekommen, er sollte auch sein befehlshabender Offizier werden. Ebenso wurde er voll zum Leutnant befördert. Zum ersten Mal sollte er eigenes Kriegsschiff kommandieren.
Anmerkungen
1 Ron der Poet/Lyriker (1997) - siehe http://www.ronthepoet.org/p_jpg/thewar1.htm
2 Hubbard, "Autobiographische Notizen für Peter Tompkins", 6. Juni 1972.
3 Die USS Edsall operierte im Januar 1942 von Darwin aus, vor ihrem Untergang am 1. März. Dies bedeutet, dass Hubbard u dnd die Edsall zur gleichen Zeit im gleichen Land anwesend waren, trotzdem gibt es keine Beweise, dass er je in ihre Nähe kam.
4 Hubbard, Vortrag 1958, Die Geschichte von Dianetik und Scientology. ( Auszug aus dem Vortrag - RealAudio, 68 Kb)
Quellen
|C. Rapport von L. Ron Hubbard, 5. Februar 1942|

Seite 1

Seite 2

Seite 3

Seite 4

Seite 5
|G. Brief der First National Bank, Ketchikan und Antworten von L. Ron Hubbard: August-November 1942|

Brief

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USN Memo

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Memo von Hubbard