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Im Jahr 1930 beschloss der Bund, dass die bisherigen Beobachtungsaufgaben der Fliegertruppen durch Kampfaufgaben zu ergänzen seien. Erstmals wurde durch den Beschluss des Parlaments ein Kampfflugzeug gekauft: die Dewoitine D-27 aus Frankreich. Seither sind einige mehr hinzugekommen, wie dir unsere Auflistung zeigt.
Hinweis: Trainer und Experimentalflugzeuge wurden nicht berücksichtigt. Das Jahr gibt immer die Indienststellung der Serienmodelle an.
Die Dewoitine D-27 III kam aus Frankreich und war die Kampfausführung der Dewoitine D-26, mit stärkerem Motor und Bewaffnung. Insgesamt hat die Schweiz 65 Modelle beschafft. Am 29. Juli 1948 wurde sie ausgemustert. Danach wurden die Flugzeuge dem Aero Club Schweiz übergeben. Diese setzten sie als Schleppflugzeuge für ihre Segelflugzeuge ein.
Die K+W C-35 war ein Schweizer Kampfflugzeug, das für die Aufklärung und für Bombenangriffe gedacht war. Entwickelt wurde es ab 1936 von den Eidgenössischen Konstruktionswerkstätten in Thun. Bereits 1937 wurden die ersten Modelle an die Schweizer Flugwaffe ausgeliefert (wie die Fliegertruppe damals noch hiess). Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs galt die C-35 allerdings bereits als technisch veraltet. Trotzdem blieb sie als Teil des Nachtgeschwaders bis 1954 im Einsatz.
Ab Mitte der 1930er-Jahre war die Schweizer Flugwaffe nur mit wenig kriegstauglichem Flugmaterial ausgerüstet. Bundesrat Rudolf Minger, der das Eidgenössische Militärdepartement leitete (heute VBS), drängte daher darauf, moderne Flugzeuge zu kaufen. Setzen wollte man sowohl auf die britische Supermarine Spitfire als auch auf die deutsche Messerschmitt Bf 109. Bekommen hat man nur letztere und so flogen ab 1939 die ersten Bf 109 mit Schweizerkreuz auf dem Heck, die hierzulande aber als Me 109 bezeichnet wurde. 114 Maschinen in verschiedenen Ausführungen kamen zum Einsatz, die letzte ging 1949 in Rente.
Nebst den Me-109, die die Schweiz kaufte, um ihre Flugwaffe aufzurüsten, setzte man auch auf französische Flieger des Typs Morane-Saulnier D-3800. 1937 trat das Flugzeug in der Evaluation unter anderem gegen die deutsche Henkel He 112 an. Am 3. Juni 1938 beschloss der Bundesrat die Beschaffung von 300 D-3800 mit einem Lizenzvertrag zum Bau in der Schweiz. In die Schweizer Flugwaffe wurden die Maschinen aber erst ab 1940 eingegliedert. Zu dieser Zeit galten sie bereits als klar unterklassig. Aus diesem Grund versuchte der Bundesrat noch bis 1943 Spitfires von den Briten zu kaufen.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs konnte die Schweiz keine modernen Flugzeuge mehr beschaffen. Die Briten hatten kein Interesse, ihre Spitfires der Schweiz zu verkaufen. Die Deutschen wiederum fielen als Lieferanten aus, da die Schweizer Flugwaffe mehrere deutsche Flugzeuge, die den Schweizer Luftraum verletzt hatten, abschoss.
1939 startete unter der Projektnummer C-3601 daher die Entwicklung eines eigenen Aufklärungs- und Erdkampfflugzeugs. Auch dieses wurde bei den Eidgenössischen Konstruktionswerkstätten in Thun entwickelt. Gebaut wurde es später in den Flugzeugwerken Emmen. 1942 lieferte man die ersten Modelle unter der Bezeichnung C-36 an die Flugwaffe aus. Insgesamt wurden 142 Stück gebaut und bis 1952 eingesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zeichnete sich bereits ab, dass düsengetriebene Flugzeuge die Zukunft sein würden. Um die Zeit bis zur Beschaffung eines ersten Düsenjets zu überbrücken, bewilligte der Bundesrat einen Kredit von 11,1 Millionen Franken. Damit konnte die Schweizer Flugwaffe 100 gebrauche North American P51 D «Mustang» beschaffen. Diese stammten aus Restbeständen der U.S. Air Force und standen in Deutschland, wo sie von Schweizer Piloten in die Schweiz überflogen werden mussten. Etwas später kamen noch einmal 30 Flugzeuge dazu, die als Ersatzteillager dienten. Die Gebrauchtflugzeuge standen von 1949 bis 1957 im Einsatz.
Im März 1946 erprobten drei Schweizer Piloten in England das einstrahlige Kampfflugzeug DH.100 «Vampire» von De Havilland. Nach weiteren Erprobungen in der Schweiz erfolgte im Mai 1947 der Antrag des Bundesrates an das Parlament zur Beschaffung von 75 Flugzeugen für 64,45 Millionen Franken aus England. Im September 1948 stimmte das Parlament diesem Antrag zu und bewilligte im März 1949 weitere 100 Flugzeuge in Lizenzbau. Noch im selben Jahr wurden die ersten Flugzeuge von der Fliegertruppe übernommen. Der «Vämpi» blieb in der Fliegerstaffel bis 1967 im Einsatz, als Schulungsflugzeug sogar bis 1990.
Gerade als die ersten «Vampire» an die Schweizer Flugwaffe übergeben wurden, startete in England die Erprobung der «Venom». Im April 1951 bewilligte das Parlament den Lizenzbau von 150 Flugzeugen des Typs DH-112 Mk. 1 für einen Verpflichtungskredit von 175 Millionen Franken. Drei Jahre später bewilligte das Parlament weitere 100 «Venom» in der Version Mk. 4. Von 1954 bis 1983 standen 226 DH.112 als Erdkampfflugzeuge im Truppeneinsatz. Damit war die Schweiz 1956 das erste Land der Welt, bei dem alle Fliegerstaffeln (21 Stück) mit modernen Jagdkampfflugzeugen ausgestattet waren.
Noch bevor die ersten «Venoms» an die Flugstaffeln ausgeliefert wurden, testete die Schweizer Flugwaffe bereits ein neues Düsenflugzeug: den Hawker Hunter. Am 17. Oktober 1953 konnte im Rahmen einer Demonstration im Schweizer Luftraum das erste Mal ein Überschallknall hierzulande vernommen werden. Im Januar 1958 bewilligte das Parlament 100 Hunter, nachdem die Eigenentwicklung P-16 storniert worden war. Der Hunter galt damals als das modernste Kampfflugzeug Europas. Noch im selben Jahr wurden die ersten Hunter-Modelle der Truppe übergeben. Später kamen zu den 100 Hunter der ersten Serie nochmals 60 dazu. Der letzte Hunter wurde 1993 ausgemustert.
1961 bewilligte das Parlament 870 Millionen Franken für die Anschaffung von 100 französischen Mirage-III-Kampfflugzeugen. Die Schweiz wollte eine Flotte von hochmodernen Jets, die ihnen während des Kalten Krieges Schutz bieten sollten. Doch die Kosten liefen aus dem Ruder. Unbemerkt hatte die Verwaltung die Beschaffung vorangetrieben und die finanziellen Aspekte sträflich vernachlässigt, was später zur Mirage-Affäre führen sollte.
Der Bundesrat hatte das Parlament stellenweise gezielt in die Irre geführt, was die technische Reife des Flugzeugs und die Kostenfrage betraf. Nach einer Untersuchung zog das Parlament die Notbremse: Von den benötigten 576 Millionen Mehrkosten wurden nur 150 Millionen bewilligt. Am Ende kaufte die Schweiz nur 57 statt 100 Flugzeuge, die für Schweizer Anforderungen angepasst und als Mirage IIIS in Dienst gingen.
«Der ‹Tiger› ist der einzige, der im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten in ausreichender Zahl gekauft werden kann», schrieb die Landesregierung im August 1975 in einem Dokument an die Bundesversammlung. Erst drei Jahre zuvor war die Beschaffung neuer Jets des Typs Corsair A-7 vom Bundesrat aus Spargründen gestoppt worden. In der Öffentlichkeit wurde der F-5 als «Kampfflugzeug des armen Mannes» verspottet.
Auch von politischer Seite gab es Bedenken, da US-Flugzeughersteller Lockheed in einen Skandal verwickelt war und auch Northrop unter Verdacht geriet. Doch eine informelle Untersuchung des Berner Staatsanwalts entkräftete die Bedenken. So stimmte das Parlament schliesslich dem Kauf von 72 Tigern für 1.17 Milliarden Franken zu. Dabei hat die Schweiz erstmals in der Geschichte der Flugzeugbeschaffung die Gegenpartei zu Kompensationsgeschäften verpflichtet.
Im Frühjahr 1992 beschloss das Parlament die Beschaffung von 34 Kampfjets des US-Typs F/A-18 für rund 3.5 Milliarden Franken. Die GSoA lancierte daraufhin eine Initiative, die am 9. Juli 1992 mit 181'707 Stimmen zustande kam. Die Initiative wurde abgelehnt, allerdings waren 42,8 Prozent der Abstimmenden gegen Kampfjets.
1996 wurden die ersten fertigen F/A-18-Jets der inzwischen zur Schweizer Luftwaffe umbenannten Fliegertruppe übergeben. Noch bevor die letzte «Hornet» 1999 an die Fliegerstaffeln ging, stürzte eine erste Maschine 1998 im Wallis ab. Heute sind, nach drei weiteren Abstürzen, noch 30 F/A-18 im Einsatz.