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Als der Trump-Kim-Gipfel vor einigen Wochen in Singapur stattfand, wurde die Sicherheit auf der ganzen Insel erhöht. Einer der Gründe, warum Singapur als Gastgeber gewählt wurde, ist sein Ruf als sicherer und stabiler Standort. Das Land investiert in Hightech-Werkzeuge, um seine Sicherheitsbeamten zu unterstützen. So nutzt die Regierung beispielsweise Virtual Reality, um Terroranschläge zu simulieren, und untersucht, wie künstliche Intelligenz sie dabei unterstützen kann, schnelle Entscheidungen zu treffen.
Virtuelle Teambildung
Im Januar begann das Polizei-Team in Singapur mit Augmented Reality und Virtual Reality, um Terroranschläge, Messerstechereien und andere Szenarien zu simulieren und Kommandanten in „teambasierten Entscheidungen“ zu schulen, sagt Ng Yeow Boon, der technische Leiter des Innenministeriums. „Man spürt, dass man sich in einer realen Situation befindet und muss handeln“, erklärt er. Diese simulierten Trainingsübungen finden im neu gestarteten Home Team Simulation Centre statt.
Die Ausbildung der Sicherheitskräfte geht weg von der „skills-based simulation“ – wie z.B. wie man eine Waffe schießt, ein Boot steuert oder ein Radar liest – hin zu realistischeren und komplexeren Simulationen mit einer First-Person-Sicht, sagt Ng. In der virtuellen Welt gibt es keine Grenzen.
Ein brennender Öltanker – das kann man nicht simulieren.
In diesen Trainingseinheiten entfalten sich gefährliche Szenarien auf dem Bildschirm, die so aussehen, als würden sie auf einer echten Straße in Singapur passieren. Bis zu 20 Offiziere in einer Schein-Kommandozentrale geben Anweisungen für diejenigen, die vor Ort sind. Jede virtuelle Übung hat eine zusätzliche Ebene der Komplexität: Trainer können Störungen und Szenarioänderungen einführen, um Unvorhersehbarkeiten zu erzeugen und die Entscheidungsfähigkeiten von Offizieren unter Stress zu testen.
Polizisten der Zukunft
Singapur plant, einen Teil der Polizeiarbeit zu automatisieren, um mit einem Mangel an Arbeitskräften für öffentliche Sicherheitsaufgaben fertig zu werden. Das Land plant, die künstliche Intelligenz „in einer viel bedeutenderen Weise“, zusammen mit der Gesichtserkennung, zu nutzen, um die Fähigkeiten der Offiziere zu verbessern und die begrenzten Ressourcen zu optimieren, kündigte der Innenminister des Landes im vergangenen Jahr an.
Technologien wie diese können ein großer Vorteil in der Arbeit der Offiziere sein, sagt Ng. Zum Beispiel kann die Videoanalyse ihnen helfen, CCTV-Material zu interpretieren, um „aufkommende Ereignisse“ zu erkennen, sagt er.
Ein Kampf, ein Aufstand, eine Person in Not – wir sollten in der Lage sein, das zu erkennen.
Bei Mega-Events wie der Nationalfeiertagsparade können sich die Sicherheitskräfte besser mit Krankenhäusern und unterstützenden Agenturen abstimmen. „Informationen werden fast sofort empfangen und weitergegeben, wenn es in der Vergangenheit wahrscheinlich eine Verzögerung gab“, erklärt Ng. „Du benutzt tatsächlich eine gemeinsame Architektur – genau wie wir alle auf Whatsapp.“
Informationen werden fast sofort empfangen und weitergegeben.
In ähnlicher Weise können Agenturen, Beamte und Einsatzkräfte Sensoren gemeinsam nutzen, was eine bessere Zusammenarbeit ermöglicht. „Verschiedene Ämter können unterschiedliche Sensoren haben, die alle in der Lage sind, ein „gemeinsames Lagebild“ zu vervollständigen, was eine bessere Entscheidungsfindung ermöglicht“, sagt Ng.
Das Ministerium erforscht auch Drohnen, um Vorfälle wie Brände zu bewältigen oder Großereignisse zu sichern, fügt er hinzu. Die Zivilschutztruppe von Singapur nutzte sie beispielsweise bei einem Brand in einer Müllentsorgungsanlage im vergangenen Februar, um Hotspots zu lokalisieren, die die Feuerwehrleute am Boden nicht sehen konnten.
Neue Dynamik
Während das Innenministeriumin diese Technologien investiert, muss es klare Vorteile für die Beamten und ihre tägliche Arbeit geben, sagt Ng. „Wir wenden weiterhin Technologie auf Schmerzpunkte an und konzentrieren uns nicht nur auf etwas, das sehr weiträumig ist und nur sehr wenig mit Polizisten an der Front zu tun hat“, sagt er.
In Zukunft könnte die prädiktive Polizei den Beamten helfen, Erkenntnisse aus historischen Mustern zu gewinnen, fügt er hinzu. Sie werden in der Lage sein, „trending hotspots“ herauszufinden, an denen Sie vielleicht mehr Aufmerksamkeit als sonst schenken wollen“, erklärt Ng. Dies erhöht nicht nur die Effektivität eines einzelnen Beamten, sondern hilft auch, die begrenzten Ressourcen der Polizei zu optimieren.
Auch die Teamdynamik und -prozesse ändern sich, da die Offiziere jetzt in kleinen und wendigen Teams arbeiten und nicht mehr in einem großen. „Die Beamten sind mobiler und vernetzter. Sie brauchen nicht einen Anführer und zwanzig Männer wie ein Zug“, betont Ng.
Die Vision vom Innenministerium ist es, jeden einzelnen Mitarbeiter zu stärken und ihn mit Werkzeugen auszustatten, die ihm helfen, intelligenter und sicherer zu arbeiten, glaubt Ng. „Technologie in den Händen sehr kreativer Mitarbeiter kann die Organisation verändern“, sagt er.
Vor einigen Wochen war Singapur auf der internationalen Bühne, und die Welt wurde Zeuge der Geschichte. Beim lang ersehnten Hochrisiko-Treffen zwischen den USA und Nordkorea haben die Verantwortlichen für die öffentliche Sicherheit in Singapur für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Unterstützt von Virtual Reality.