Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03270.jsonl.gz/1909

geb. --.--.----
Ondansetron und Itraconazol beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Risiko für ventrikuläre Arrhythmien
Mechanismus
Der Metabolismus von Ondansetron erfolgt über CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2. In Kombination mit Azol-Amtimykotika könnte es durch CYP3A4-Hemmung zu einer erhöhten Exposition von Ondansetron kommen. Da der Metabolismus aber über mehrere Wege erfolgen kann, wird allenfalls ein geringerer Konzentrationsanstieg erwartet. Azole und Ondansetron können jeweils die QT-Zeit im EKG verlängern. Es kann zu additiven Effekten kommen.
Effekt
Gemäss Schweizer Fachinformation ist die Kombination von Fluconazol/Posaconazol und Ondansetron kontraindiziert. Vor allem nach intravenöser Verabreichung von Ondansetron wurde selten eine Verlängerung des QT-Intervalls beobachtet [Charbit B, 2008]. Da die QT-Verlängerung von Ondansetron dosisabhängig ist [Zuo P, 2014], ist unter Hemmung der Metabolisierung mit möglicherweise erhöhter Exposition mit einem verstärkten Effekt zu rechnen. Für Voriconazol wurden einige wenige Fälle von Torsades de pointes beschrieben [Philips JA, 2007][Alkan Y, 2004]. Auch für Itraconazol, Posaconazol und Fluconazol sind QT-Verlängerungen beschrieben [Iribarren C, 2013][Moton A, 2009]. Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich potentiell das Risiko für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand.
Empfehlung
Die Kombination sollte vermieden werden. Ist eine gleichzeitige Gabe unumgänglich, sind regelmässige EKG-Kontrollen der QT-Zeit notwendig. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ondansetron i.v. appliziert oder in höherer Dosierung eingesetzt werden soll (dosisabhängiger Effekt). Die Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium und Magnesium) sowie die Nierenfunktion sollten überwacht werden. Kommt es unter der Therapie zu einem Anstieg der QTc-Zeit auf über 500ms oder um 60ms im Vergleich zur Baseline, sollte eine Therapieumstellung vorgenommen werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018