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Was für eine unfassbare Geschichte: Der Franzose Paul-Henri De le Rue stürzt am 12. Januar im Boadercross-Weltcup schwer und liegt im Koma. Einen Monat später fehlen ihm wenige Hundertstel auf Bronze in Sotschi.
Am 12. Januar 2014 schienen die Träume von Paul-Henri De le Rue zu platzen. Der Boardercrosser touchiert beim Weltcup in Vallnord-Arcalis (Andorra) kurz nach dem Start einen Konkurrenten und stürzt schwer.
Der Franzose wird per Helikopter sofort ins Spital gebracht und muss dort ins künstliche Koma gesetzt werden. Einige Stunden bleibt das so. Der Traum von Olympia-Gold in Sotschi ist für den Bronze-Gewinner von Turin 2006 in weite Ferne gerückt. 2010 fuhr der heute 29-Jährige nur auf Rang 25. Die Chance für die womöglich letzten Olympischen Spiele scheint geplatzt.
Sein Bruder Xavier – ebenfalls Snowboardprofi, aber nicht für Olympia qualifziert, schreibt am 13. Januar auf Facebook: «Er sieht gar nicht gut aus und sein Zustand ist noch nicht stabil.» Paul-Henri war zu diesem Zeitpunkt wieder bei Bewusstsein. Drei Tage später verlässt er den Spital. Genau ein Monat bleibt bis zum Rennen in Sotschi.
Der Wettlauf mit der Zeit beginnt. «Polo», wie De le Rue genannt wird, sagt gegenüber der AFP: «Als ich wieder bei Bewusstsein war, wollte ich nur eines: Mich so schnell wie möglich erholen, um in Sotschi dabei zu sein.» Er sei seit über zehn Jahren Profi und habe schon viele Stürze und Verletzungen überstanden. Die Wunden im Gesicht verschwinden schnell. Am 22. Januar kommt aus: Paul-Henri De le Rue fährt tatsächlich ans Schwarze Meer.
Auf dem Snowboard stand der Juniorenweltmeister von 2014 bis zu seiner Ankunft in Russland nie mehr. Die Gefahr vor einem weiteren Sturz ist im Boardercross mit fünf weiteren Teilnehmern gross. Doch De le Rue will dabei sein: «Ich bin noch oft müde und mein Kopf schmerzt immer wieder. Aber ich will Olympiasieger werden.»
Tatsächlich stand er heute Morgen am Start. Im Achtelfinal qualifiziert er sich als Dritter (die ersten drei kommen weiter), im Viertel- und Halbfinal wird er zweimal Zweiter: das Finale ist erreicht! Dort liegt der Mann aus den Pyrenäen erst auf Medaillenkurs, wird dann aber noch auf den vierten Rang verdrängt und verpasst Edelmetall hauchdünn. Als Sieger dürfte er sich trotzdem fühlen.