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Ein Film von Enrique Ros
Dokumentarfilm von Enrique Ros
Schweiz 2018 | 85 Minuten | Sprachen Deutsch, Dialekt, Spanisch
Untertitel Deutsch, Französisch, Englisch
RUDOLF HÄSLER – Odisea de una vida ist ein Film über einen Schweizer Maler aus Interlaken, den kaum jemand kennt, der es aber verdient, ins kollektive Gedächtnis unseres Landes zurückgerufen zu werden. Rudolf Häsler reist 1958 nach Kuba. Dort heiratet er, engagiert sich für die Revolution und bekleidet in der danach geschaffenen Regierung einen hohen Posten. Neben Che Guevara ist er der zweithöchste Ausländer im ersten Kabinett Fidel Castros. Dann fällt er einer internen Säuberung zum Opfer, entkommt in einem summarischen Prozess nur knapp der Todesstrafe und reist 1969 mit seiner Familie nach Franco-Spanien aus. In Sant Cugat, in der Nähe von Barcelona, lässt sich der Vielbegabte – er malt, musiziert und schreibt Prosatexte – mit seiner Familie nieder und lebt bis zu seinem Tod 1999 in einer grossen Jugendstilvilla mit Garten.
In Spanien betrachtet man seine Malerei als Wegbereiterin des Neuen Realismus. Heute sind seine Frau María Dolores Soler und die vier Nachkommen immer noch in der Villa wohnhaft. Rodolfo, Alejandro, Juan Carlos (Hansi) und Ana – unterdessen alle über 50-jährig – widmen sich alle ihren eigenen künstlerischen Karrieren. Jedes Familienmitglied lebt und arbeitet in einem anderen Teil des Hauses.
Wir lernen die Bewohner und das Leben dieser speziellen Künstlerkolonie kennen. Damit geht die Rekonstruktion der spektakulären Biographie Rudolf Häslers einher. Sie fördert eine aussergewöhnliche und kontroverse Figur zu Tage, einen bemerkenswerten Nonkonformisten, der es nicht verdient, vergessen zu gehen. Dieses «Opfer des kalten Krieges» (als das er auch schon bezeichnet wurde), dieser «Schweizer Alpensohn» (als den er sich selber bezeichnete), wird so in seiner Vielschichtigkeit dargestellt.
Während der Dreharbeiten entdeckt ein Schweizer Kunsthändler die Gemälde Häslers in Spanien. Er will den in der Schweiz fast unbekannten Maler «lancieren» und ihm Ausstellungen in seiner Heimat und der ganzen Welt widmen. Wir begleiten den Versuch, den verstorbenen Maler in der Kunstszene zu etablieren. Das Unternehmen wird in mancherlei Hinsicht zu einer Entdeckungsreise. Auch für das Publikum.