Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03300.jsonl.gz/735

Modellierung
Grundüberlegung
Daten (aber auch andere Dinge) auf eine geeignete Art zu beschreiben, hat mindestens den positiven Effekt, dass damit die Gedanken präzisiert werden. Von besonderem Nutzen werden Modelle aber dann, wenn sie dazu genutzt werden können, dass sich generische Programme dank der Modellinformation anwendungsgerecht verhalten. Das Modell enthält gewissermassen die Parameter für das generische Programm (insbesondere für dessen Funktionalität), ohne die Details zu kennen. Das Modell muss deswegen auch nicht auf das konkrete Programm ausgerichtet sein. Im Gegenteil: Ein systemneutrales Modell hat den Vorteil, dass es (meist nach einer automatischen, systemspezifischen Umsetzung) durch verschiedene Programme verwendet werden kann. In dieser Form wird das Modell dann häufig (vor allem bei Datenbanken) Schema genannt.
Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Ausdruckskraft des Beschreibungsmittels (formale Sprache, Metamodell, etc.). Können die Bedeutungen, die man sich vorstellt, ausgedrückt werden? Und: Werden sie vom generischen System verstaden und wunschgemäss umgesetzt?
Datenmodelle (in UML und INTERLIS)
Mit Datenmodellen will man die Struktur von Daten beschreiben. Man kann sich dabei folgende Vorteile erhoffen:
- Mit der präzisen Definition der Datenstruktur dokumentieren die Fachleute der Anwendung, was sie vom System erwarten.
- Aus dem Datenmodell ergibt sich eine präzise Definition einer Schnittstelle, über welche die Daten vom System eingelesen und ausgegeben werden. Damit können Daten verlustfrei zwischen verschiedenen Systemen ausgetauscht werden.
- Damit ergibt sich insbesondere ein langfristig brauchbarer Backup.
- Mit der Erstellung eines generischen Checkers kann überprüft werden, ob die Daten tatsächlich dem Modell entsprechen.
- Mit einer geeigneten Umsetzung des Modells kann das Schema einer Datenbank erzeugt werden.
- Mit einer geeigneten Umsetzung des Modells kann ein über die Datenhaltung hinausgehendes System konfigueriert werden.
Beschreibungsmittel
Das entscheidende Kriterium für die Tauglichkeit von Beschreibungsmitteln ist - wie bereits erwähnt - ihre Ausdruckskraft. Dabei darf nicht übersehen werden, dass alle Ausdruckskraft nichts nützt, wenn sie von denen nicht verstanden und entsprechend genutzt wird, welche die Modelle erstellen.
Demgegenüber wird die Eleganz der Modellierungswerkzeuge meist überschätzt. Darum gehört die Frage, ob man Datenmodelle mit UML, INTERLIS, GML häufig eher in den Bereich der Religionskriege als zur technischen Diskussion. Jedenfalls liegen die Probleme von UML/INTERLIS kaum im häufig diskutierten Bereich der internationalen Verbreitung sondern anderswo.
Probleme
Mit UML/INTERLIS können recht umfangreiche und vielfältige Datenmodelle beschreiben werden. Wer aber dann erwartet, dass sich daraus automatische Anwendungsprogramme ergeben wird häufig enttäuscht.
Dies liegt vor allem daran, dass mit der Auflistung von Klassen (mit ihren Attributen) und Beziehungen zu wenig ausgesagt ist, welche Bedeutung an diese Definitionen geknüpft sind. Während mit den Klassen und ihren Attributen mehr oder weniger intuitiv einige vernünftige Vorstellungen verbunden sind (z.B. die Darstellung eines Objektes in Formular, die Darstellung von Objektmengen in Listen, die kartografische Darstellung gemäss der Lage im Projektionssystem) ist dies vor allem bei den beziehungen viel heikler.
Es ist offensichtlich: Eigentlich müsste man dafür INTERLIS 2 noch verbessern. Es ist aber auch verständlich, dass eine solche Überarbeitung - abgesehen vom Zeitaufwand - bei den meisten Leuten kaum auf Gegenliebe stossen würde.
Statt die Sprache zu verbessern, bietet sich aber eine andere Möglichkeit an: Die Basismodelle enthalten grundlegende, abstrakte Elemente (inkl. einer groben funktionelen Vorstellung). Entsprechend diesen Grundelementen können generische Programme erstellt werden, welche diese Vorstellungen möglichst benützergerecht implementieren.
Die Anwendungsmodelle bauen dann auf diesen Basismodellen auf. Sie verwenden dabei nicht mehr den vollen Umfang von INTERLIS 2 sondern beschränken sich auf die Verwendung der Grundelemente der Basismodelle. So können die Anwendungsmodelle die nötigen Informationen liefern, damit die generischen Programme ihre Funktionalität gemäss den Anwendungsvorstellungen anbieten können, ohne dass dafür erneut Programmierungsarbeiten anfallen müssen.
Datenmodelle als Folge des Geoinformationsgesetzes
Als Folge des Geoinformationsgesetzes (GeoIG) müssen in der nächsten Zeit viele Modelle entwickelt werden, welche die Struktur der Geodaten im öffentlichen Bereich und ihre Darstellung beschreiben. Angesichts der Bedeutung dieses Anliegens engagiert sich Adasys hier besonders und bietet dafür ein ganzes Paket von Leistungen an.