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Projekte Gesundheit
Inhaltlich widmet sich die Forschung gegenwärtig speziell dem Thema Ernährung, zu welchem 2019 das erste Forschungsfeld etabliert wurde.
Messung und Optimierung der Eisenbioverfügbarkeit in nachhaltig produzierten, insektenbasierten Nahrungsmitteln: Abschätzung des Ernährungspotentials als alternative, nahrungsmittelbasierte Eisenquelle für Menschen (Sust-iron-able)
Angesichts der zunehmenden Weltbevölkerung ist es wichtig, praktikable ökologische Alternativen für Nahrungsmittel wie Fleisch und Fisch zu entwickeln.
In vielen Gesellschaften sind tierische Produkte (insbesondere Muskelfleisch) jedoch eine Hauptquelle für gut absorbierbares Eisen, während Eisenmangel sowohl in einkommensstarken wie auch einkommensschwachen Ländern häufig ist. In Zusammenarbeit mit dem Labor für Humanernährung der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat dieses Projekt zum Ziel, die Eisenabsorption aus verschiedenen Insektenspezies zu untersuchen und insektenbasierte Nahrungsmittel zu entwickeln, die einen substantiellen Beitrag zur menschlichen Eisenversorgung aus Nahrungsmitteln leisten können. Das Projekt wird durch das World Food System Center der ETH Zürich, Coop Forschungsprogramm finanziert.
Kontakt: Diego Moretti
Dauer: April 2019 – März 2021
Optimierung des Eisensupplementierungsregimes während der Schwangerschaft: Maximierung der Absorption und Minimierung der gastrointestinalen Nebeneffekte
Orale Eisensupplementierung ist die Hauptstütze der Therapie des Eisenmangels.
Die Bioverfügbarkeit von Eisensupplementen ist im Allgemeinen jedoch tief, weshalb hohe Dosen verabreicht werden. Dies erhöht das Risiko gastrointestinaler Nebeneffekte, und deshalb oft ineffektiver Therapien. Ein Regime an alternierenden Tagen (also ein Supplement alle zwei Tage eingenommen) führen zu einer höheren Absorption bei jungen, nicht-schwangeren Frauen in kurzzeitigen und langzeitigen Studien.
Diese Studie hat zum Ziel, die Eisenabsorption bei schwangeren Frauen zu untersuchen und zu optimieren, und die Nebeneffekte durch ein Regime an alternierenden Tagen mit Hilfe einer neuartigen App zu erheben, welche in Zusammenarbeit mit dem FFHS Laboratory for Web Science (LWS) entwickelt wird. Das neue Tool wird in einem RCT bei schwangeren Frauen eingesetzt, der in Zusammenarbeit mit dem Labor für Humanernährung der ETH Zürich und dem Institute of Nutrition an der Universität Mahidol in Thailand umgesetzt wird.
Dieses Projekt wird durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert.
Kontakt: Diego Moretti
Dauer: April 2019 – März 2022
WHO Gesundheitsökonomisches Bewertungstool (HEAT) fürs zu-Fuss-Gehen und Velofahren
Das gesundheitsökonomische Bewertungstool (HEAT) ist ein Online-Tool, welches für Transportplaner entwickelt wurde, um eine ökonomische Bewertung der Gesundheitseffekte durch zu-Fuss-Gehen oder Velofahren zu ermöglichen.
Die erste Version des HEAT wurde 2007 vorgestellt. Die aktuelle Version 4.0 wurde im Oktober 2017 lanciert und berücksichtigt nun auch die Effekte durch Luftbelastung, Unfälle und CO2-Emissionen. Das HEAT ist eines der am meisten verwendeten Tools für gesundheitsökonomische Bewertungen von Fussgänger- oder Veloprojekten. Eine Untersuchung fand 2015 über 40'000 Seitenaufrufe, 14 Berichte von Regierungen und 28 wissenschaftliche Publikationen, welche HEAT verwendeten. Dieses laufende, unbefristete Projekt wird durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Regionalbüro Europa, geleitet. Dr. Sonja Kahlmeier ist Projektkoordinatorin, in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team von Projektmitarbeitenden.
Kontakt: Sonja Kahlmeier
Dauer: unbefristet
Link: www.euro.who.int/HEAT
(allenfalls) Deutsche Version Benutzerhandbuch)
Policy Evaluation Network (PEN)
Das Policy Evaluations-Netwerk (PEN) wurde als Teil des European Joint Programming Initiative on a Healthy Diet for a Healthy Life (JPI HDHL) lanciert. Es hat die Vision, Europa Tools zur Verfügung zu stellen, um Policies zu identifizieren, evaluieren und miteinander zu vergleichen, die sich mit Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung oder inaktivem Lebensstil befassen. 28 Forschungsinstitute aus 7 Europäischen Ländern haben ihre Expertise zur Verfügung gestellt, um das PEN Netzwerk zu gründen.
PEN wird den Inhalt, die Umsetzung und die Wirkungen von lebensstilbezogenen Policies in ganz Europa untersuchen. Es wird auf dem vorhandenen Wissen der Forschungsprojekte DEDIPAC (Determinants of Diet and Physical Activity) und INFORMAS (International Network for Food and Obesity/ non-communicable diseases Research, Monitoring and Action Support) aufbauen. Durch sieben verknüpfte Arbeitspakete wird PEN einen Überblick über «beste» öffentliche Policies geben, welche die grösste Wahrscheinlichkeit haben Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder inaktiven Lebensstil nachhaltig zu reduzieren. PEN wird die ersten Schritte hin zu einem Europäischen Policy Monitoring und Beobachtungssystems machen und das Verständnis über angemessene Studienansätze und Methoden für die Quantifizierung von Policywirkungen verbessern. Es wird zum Verständnis beitragen, wie transnationale erfolgreiche Policyumsetzung in unterschiedlichen kulturellen, demographischen und sozioökonomischen Settings erreicht werden kann, mit einem besonderen Fokus auf vulnerable Bevölkerungsgruppen.
Kontakt: Sonja Kahlmeier
Dauer: February 2019 – January 2021