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Kalorienangaben sind offenbar ein gutes Hilfsmittel, um den Konsum zu steuern. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass die Kalorienangaben nicht grundlos aufgedruckt werden. Denn auf allen Produkten des täglichen Konsums ist heutzutage vermerkt, wie viele Kalorien enthalten sind.
Ob Kalorienangaben das Konsumverhalten nachhaltig beeinflussen ist jedoch nicht bewiesen. Oftmals führen sie nicht zur einer weniger kalorienreichen Ernährung. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass die Angaben oftmals nicht intuitiv verständlich sind. Sprich zu kompliziert. Wer kann sich schon hinter einem Wert von 500 Kalorien etwas Konkretes vorstellen?
Wirkungsvolle Labels mit Kalorienangaben wären jedoch ein willkommenes Hilfsmittel. Studien, die eine Wirkung von Kalorienangaben belegen, sind deshalb ein gefundenes Fressen. Über eine solche Studie berichtete am Wochenende die News-Plattform Vox in einem spannenden Artikel mit dem vielversprechenden Titel „These researchers found a way to make calorie labels that actually work“.
Forscher der John Hopkins Universität und der Columbia Universität untersuchten in Supermärkten in Baltimore den Einfluss von Kalorienangaben auf den Konsum von Süssgetränken. Zusätzlich zur Anzahl Kalorien wurde die Zeit kommuniziert, um rennend oder laufend die angegebene Anzahl an Kalorien zu verbrennen. Dies vor dem Hintergrund, dass damit die reine und wenig aussagekräftige Anzahl an Kalorien mit einem Element verbunden wird, welches fassbarer sowie leichter zu verstehen und interpretieren ist.
Researchers tested one of four randomly posted signs in six Baltimore corner markets to communicate calorie information about sugary beverages to black adolescents to see if it had any effect on purchases, and whether the effect would last after the information was removed. During the intervention, and at different times, calorie information was posted for calories and teaspoons of sugar in a typical SSB, along with how much time running and time walking it would take to burn off the calories in the beverage.
Die Resultate sind eindrücklich!
(American Journal of Public Health)
Die Konsumenten kauften nach der Intervention (30%) deutlich weniger Süssgetränke wie ohne Intervention (44%). Hingegen stieg der Konsum von Wasser oder Fruchtsäften an. Auch grosse Einheiten von Süssgetränken (grösser als 16 Unzen / 0.47 Liter) wurden nach der Intervention weniger oft gekauft (16% versus 27%). Besonders spannend: Der Effekt blieb bestehen. Auch sechs Wochen nach der Entfernung der Labels mit den Kalorienangaben.
In Exit-Interviews gab ein Drittel der Konsumenten an, die Labels bemerkt zu haben. Und davon erwähnten 40%, dass sie ihr Konsumverhalten bewusst geändert haben. Die Forscher kommen zum Schluss, dass Kalorienangaben den Konsum von Süssgetränken senken können. Jedoch nur dann, wenn die Kalorienangaben für die Kunden einfach verständlich sind.