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(Yemen, d. h. rechte Seite), das von der Kaaba (in Mekka) aus rechts oder südlich gelegene
Land, die Südwestecke der Halbinsel Arabien oder der Landstrich zwischen Hedschas, Nedschd, Hadramaut und dem RotenMeere.
Es bildet jetzt ein türk. Wilajet mit etwa 200000 qkm und 750000 E. Die Herrschaft ist aber
vielfach nur eine nominelle. J. ist fast durchweg Hochland. Die größten Höhen liegen westlich Sana,
am Abfall zur Küste. Der Südwesten trägt hier fast die höchsten Berge der Halbinsel überhaupt.
Die Bewässerung ist besser als in vielen andern TeilenArabiens, die Küstenebene ist sehr heiß; auch das Innere erreicht Temperaturen
wie der ägypt. Sudan. Im Innern fallen reichliche tropische Sommerregen; gegen Norden
[* 2] wird das Land trockner.
Hauptort ist Sana, Haupthafen Hodeida. J. war das älteste der arab. Königreiche. Die Abkömmlinge von Kahtan und Himjar sollen 2500 Jahre
über die südl. Hälfte Arabiens unmittelbar, und mittelbar über die nördl. Hälfte geherrscht haben. (S. Himjariten.) Die
Geschichte dieser Könige ist auf Stein- und Metalltafeln eingegraben, von denen eine große Zahl im Britischen
Museum aufbewahrt werden. In neuester Zeit hat das Museum in Berlin
[* 3] eine große Sammlung Inschriften, die E. Glaser (s. d.)
gefunden hatte, erworben.
Der wichtigste himjaritische Staat war der von Saba, mit der Hauptstadt Mariaba, jetzt Marib. Die Alten nannten
dies Gebiet das Glückliche Arabien (lat. Arabia felix), vielleicht weil es in seinem Handel mit Weihrauch, Myrrhen, Zimmet
und andern Kostbarkeiten die Quelle
[* 4] üppigen Reichtums
besaß. J. wurde 529 n. Chr. durch die Abessinier (Axumiten), 574 (oder
603) von den Persern und 1517 von den Türken erobert. Doch 1630 trieb der Häuptling Khasun die Türken
wieder aus, denen nur einige Küstenplätze verblieben, und 1761 fand KarstensNiebuhr hier den Imam von Sana als Herrscher
über 30 Provinzen. Am nahmen die Türken wieder das Land. Die Kunde J.s, namentlich des Binnenlandes, wurde in neuerer
Zeit besonders durch die ReisenWallins und die auf Befehl der Ostindischen Compagnie durch Saunders, Grieve
und Carter veranstaltete Küstenaufnahme gefördert sowie durch Wrede, Maltzan, Jos. Halévy, E. Glaser u. a.