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2) Handelsringe und Imperien in den Fluten
Auf der Suche nach Nahrung und Unterschlupf reisten die Clans regelmässig von Insel zu Insel, sie sammelten Vogel- und Schildkröteneier, schnitten Pandanus-Blätter, fingen in Korallenriffen Fische und sammelten Kokosnüsse. Es entstanden Handelsringe, in denen man Kokosnüsse und Gewobenes tauschte und sich gegenseitig dabei unterstützte, Stürme und Dürren zu überleben.
Handelsringe dienten aber auch politischen und spirituellen Zwecken, Häuptlingen wurde Tribut bezahlt. Auf Yap entstand ein zeremonielles Zentrum der Mächtigen, mit Steinterassen, Plattformen mit Wohnungen, Obstgärten und Feldern für Taro-Anbau. Entlang der Küste von Pohnpei breitete sich das spirituelle und megalithische Zentrum Nan Madol aus. Von hier aus herrschten laut Legende 1000 Adlige der Saudeleur-Dynastie. (S. 24)
Auch Tongatapu, das oft mit Stonehenge verglichen wird, zeugt von alten Zivilisationen.
Die Tonga-Inseln waren ebenfalls Zentrum eines «Imperiums» oder zumindest eines starken Handels- und Tributnetzwerks. Staatsoberhaupt war der Tu’i Tonga, der einem grossen königlichen Hof vorstand. Die Gesellschaft war stark stratifiziert, es gab zeremonielle Begleiter, Kriegsgefangene, Familienangehörige von niedrigem Rang und spezialisierte Handwerker wie Fischer, Schnitzer und Seefahrer. (S. 26) Der Handel, v.a. mit Fidji und Samoa war intensiv. Wie andere ozeanische Netzwerke war der Handel mit politischen Allianzen und Verwandtschaftsbeziehungen verknüpft. Mitglieder der Herrscherfamilien heirateten untereinander, was zu Abhängigkeiten und z.B. auch zum Aufstieg legendärer Herrscherinnen führt. Die bekannteste ist wohl Salamasina, die im späten 15. Jahrhundert alle samoanischen Inseln unter ihrer Herrschaft vereinte und wegen des 40 Jahre währenden Friedens verehrt wird (s. 28).
In Südostasien unterwarf China Korea und Vietnam, die Seidenstrasse florierte. Hinduismus und Buddhismus reisten mit Händlern und Mönchen, die arabische Halbinsel, Indien und Südostasien waren aber auch über das Wasser verbunden.
Der Handel aus den Gewürzinsel war weitgehend von indischen Händlern kontrolliert und auch die malaiischen Königtümer waren weit stärker von Indien als von China beeinflusst.
Mit dem Srivijaya-Imperium, deren dynamisches buddhistisches Zentrum bei Palembang auf Sumatra lag, flossen Buddhismus und Politik zusammen. Die Strasse von Malakka, zentral für die Handelsrouten wurde von hier aus kontrolliert, mit dem Handel ging auch ein Wissenstransfer einher.
Der Borobudur auf Java ist bis heute eindückliches Monument die Srivijaya-Kultur.
Den Mongolen unter Kublai Khan gelang die Invasion Javas nicht (wie sie auch nicht in Japan Fuss fassen konnten), auf Java wurde die Majapahit-Dynastie gegründet. Indonesien führt seinen Staat und seine territorialen Ansprüche bis heute auf das Majapahit-Imperium zurück.
Als Kultur einer Elite verbreitete sich der Islam entlang der Handelsrouten.