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Das Capitole in Lausanne steht gleich für mehrere Superlative in der Schweiz: Es ist das grösste Kino, das noch in Betrieb ist; 1959 wurde hier die erste Panoramaleinwand installiert und es wird als einziges Kino auch künftig das 70-mm-Format anbieten, eines der ursprünglichen analogen Cinemascope-Formate. Darauf verwiesen - nicht ohne Stolz - am Mittwoch gegenüber den Medien Lausannes Stadtpräsident Grégoire Junod und Frédéric Maire, Direktor des Schweizerischen Filmarchivs Cinémathèque suisse.
Erbaut wurde dieser ehrwürdige Filmtempel 1928 vom Architekten Charles Thévenaz. 2010 hat die Stadt Lausanne das Capitole gekauft und seine Verwaltung der Cinémathèque suisse anvertraut. Seither lädt die Institution hierher zu grossen Premieren und weiteren Veranstaltungen.
Seit Februar 2021 wird das Capitole renoviert und erweitert. Für Filmvorführungen soll es künftig einen grossen und einen kleinen Saal geben; vorgesehen sind zudem eine Café-Bar und eine Mediathek. Der kleine Saal wird für die Vorführung von 35-mm-, 16-mm- und digitalen Filmen ausgestattet sein.
Mit den Bauarbeiten wurde das Architekturbüro architecum beauftragt. Für den kleinen Saal mit künftig 150 Plätzen hat es unter den historischen grossen Saal gegraben. Aus Sicherheitsgründen wurde die Zahl der Sitzplätze von 869 im Jahr 2010 auf 750 verkleinert.
Flair der 1920er Jahre
Der von der Berner Architektin Marion Zahnd geführte Gang über die Baustelle kommt einer Zeitreise gleich: seit den 1920er Jahren bis in die 1950er-Jahre wurde am Capitole nur wenig verändert. Gebaut für den Stummfilm mit Orchestergraben, wurde dieser später entfernt und die Breitleinwand eingebaut.
Auch jetzt, mit den aktuellen Arbeiten, soll das Flair der 1920-er Jahre erhalten bleiben. an der Aussenfassade mit dem beleuchteten «Capitole»-Schild, als auch in der Innengestaltung. So werden im grossen Saal die alten Sitze, die 2020 verkauft wurden, ersetzt; und mit einem neuen Teppich, der nun mit der himmelblauen Decke korrespondiert, erhält er sein ursprüngliches Blau zurück. Eine technische Neuerung ist die neue Leinwand.
Für die Bauarbeiten waren ursprünglich 18 Millionen Franken budgetiert; nun belaufen sich die Kosten auf 21,6 Millionen Franken, wie Stadtpräsident Junod sagte. Eine Million steuert der Bund bei, zwei Millionen der Kanton Waadt und fünf Millionen die Stadt Lausanne. Den überwiegenden Rest der Summe haben Privatpersonen gespendet.