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Dieses kleine Büchlein birgt zwischen seinen Buchdeckeln die Tragödie unserer Zeit. Es geht dabei um die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa. Lampedusa, die Insel vor Sizilien, ist Schauplatz der Szene. Der Optiker will mit Freunden einen Ausflug aufs Meer unternehmen und ein Wochenende geniessen.
Als er frühmorgens auf dem Boot seinen Kaffee ganz in Ruhe trinken will, wird er von unangenehmen, eindringlichen Geräuschen gestört. Noch viele Male fragt er sich, warum er gerade in diesem Moment neugierig sein musste. Er weckt seine Freunde und kurz danach finden sie Menschen, die im Wasser treiben. Um Hilfe können sie nicht mehr schreien, dafür sind sie zu schwach, nur noch wehklagende, markdurchdringende Töne von sich geben. Ohne zu zögern greift der Optiker nach der Hand, die sich ihm aus dem Nebel entgegenstreckt. In diesem Moment hat sich in seinem Leben etwas verschoben. Er ist vom Zeitgenossen zum aktiv handelnden Zeitzeugen geworden.
Die Autorin Emma-Jane Kirby ist 1970 in Chelmsford/Essex geboren. Sie hat englische Sprache und Literatur studiert und arbeitet seit 2001 als Korrespondentin für die BBC.
Diesen Roman haben Paulina Abzieher und Hans-Christian Oeser aus dem Englischen übersetzt.
Ein historischer Krimi der im Jahr 1860 angesiedelt ist. Das beschriebene Verbrechen führte zur letzten Hinrichtung im Emmental. Diese Hinrichtung erregte grosses Aufsehen. Laut historischer Quellen sollen 12’000-15’000 Menschen Zeugen der Vierfach-Enthauptung gewesen sein. Sogar ein Lehrer hat mit seiner Klasse eine Schulreise zu diesem „Event“ unternommen. Dieser Roman ist sehr sorgfältig recherchiert und mit einem Glossar der gängigsten Mundart-Ausdrücke ergänzt.
Seit Resli Schlatter seine Verwandten vom Hof vertrieben hat, haust er alleine auf dem Schafberg. Er ist ein geiziger, frömmlerischer Sonderling. Ein entfernter Verwandter, Jakob Wyssler, kommt mit seiner Familie auf den Schafberg zur Logis. Jakob ist mausarm und muss Res für die Unterkunft einen völlig überrissenen Preis bezahlen. Vom ersten Tag an verstehen sich die beiden Parteien nicht. Verena stört, dass ihr Mann Jakob sich nie gegen Res wehrt, wenn dieser die Abmachungen nicht einhält. Res handelt immer dreister. Wenn die Wysslers ihre Miete nicht bezahlen können „pfändet“ er ihre Möbel. Schon sehr bald weiss man als Leser, dass diese Geschichte ein schreckliches Ende nehmen wird, aber man weiss nicht wer und wie es passieren wird.
Eine beklemmende Spannung, die mit Auszügen von Prozessprotokollen schier unerträglich wird. Die Geschichte nimmt ihren unheilvollen Lauf und als Leser möchte man ob der allmächtigen Sprachlosigkeit der Protagonisten schreien. Armut und Sprachlosigkeit-ein unheilvolles Gemisch. Trotz vieler positiver Veränderungen in den letzten 150 Jahren bringen auch heute noch Sprachlosigkeit, Vorurteile und Armut, grosse Ungerechtigkeit mit sich, die sich nur schwer überwinden lässt.
Barbara Lutz, die Autorin, ist 1959 in Dornbirn geboren. Sie hat in Wien und Bern Ethnologie studiert und lebt heute in Bern. Sie hat auf verschiedenen Kontinenten in der Entwicklungszusammenarbeit und im Migrationsbereich gearbeitet. Von ihr ist auch der Roman „Russische Freunde“ erschienen.