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Die Höhepunkte Perus: Titicacasee, Machu Picchu
August 2007
Colaboración
Ein Wort, das bei Zöllnern, Polizisten und anderen Beamten in Bolivien sowie Peru sehr verbreitet ist und bei Touristen entsprechend oft angewandt wird.
Eigentlich ist damit Schmiergeld zahlen auf etwas humanere Art ausgedrückt, gemeint. Fragt man, für was das Geld verwendet wird, sind die Antworten sehr erfinderisch: für Brücken- & Strassen- Reinigung, abblätternder Putz am Bürogebäude usw. Dabei fliesst die Kohle direkt in die Taschen der korrupten Beamten.
Wir haben bisher noch nie bezahlt. Meistens reicht der Hinweis, dass man sehr gerne bezahle, aber nur gegen Quittung.
Der Chef der Einreisebehörde in Peru wollte es aber noch ein wenig genauer wissen. In Erwartung einer Zahlung nahm er mich alleine in sein Büro und fing wieder von der Colaboración an. Anstatt Geld zu geben, klopfte ich ihm recht kräftig auf die Schulter und sagte, Amigo ich freue mich auf dein Land, gab ihm die Hand ohne Geld darin. Er war etwas erstaunt und wir konnten kollegial auseinander gehen.
Gefriergetrocknete Kartoffeln: Chuño
Die Gefriertrocknung von Kartoffeln wird zur Entgiftung des Lebensmittels und für eine lange Lagerungszeit angewandt. Die Kartoffeln werden im Hochland von Peru und Bolivien nachts über längere Zeit dem Frost bei etwa minus zehn Grad ausgesetzt und tagsüber mit Stroh abgedeckt. Nach einiger Zeit werden sie gewässert, gereinigt und erneut gefroren. Danach sind sie über 10 Jahre haltbar. Vor Gebrauch werden sie dann wieder in Wasser eingelegt.
Titicacasee
Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden; der westliche Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche zu Bolivien. Der Titicacasee ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3'810m über dem Meer. Einige Einheimische behaupten sogar, er wäre bodenlos. Mehr als 25 Flüsse fließen in den Titicacasee. Es gibt eine Vielzahl großer und kleiner Inseln, von denen einige Relikte der Inka-Kultur beherbergen.
Zu einer der Attraktionen des Titicacasees gehören die 42 schwimmenden Inseln der Uros. Ursprünglich begannen die Uros schwimmende Inseln zu bauen, um sich vor den kriegerischen Inkas zu schützen oder zu verbergen. Die Inseln bestehen aus kreuzweise angebrachten Lagen ausTotora-Schilf. Immer wenn ein Angriff drohte, wurde die Verankerung gelöst und die Uros zogen sich mit den Inseln auf den See zurück. Das Totora-Schilf ist eine wichtige Lebensgrundlage. Die Boote für den Fischfang und die Matten für den Bau der einfachen Hütten bestehen daraus. Auch in der Ernährung spielt es eine Rolle. Die Uros sind sehr stolz auf ihre traditionelle Lebensweise und lehnen es teilweise strikt ab, auf das Festland überzusiedeln. Allerdings haben sie den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt und erlauben heute Besuchern die nachgiebig, schwankenden Inseln zu besuchen. Die Ursprünglichkeit muss leider zuweilen der Anbiederung an Touristen weichen.
Stock-Car-Rennen
Die Fahrweise der Bolivianer und Peruaner ist sehr offensiv. Da sind Römer oder Kairoaner völlige Waisenknaben. Jeder fährt wie und wohin er will. Die meisten Autos haben weder funktionierende Lichter, noch Spiegel oder Blinker. Wozu auch? Wer zuerst möglichst laut hupt, hat Vorfahrt. Und wer bremst, verliert. Im Normalfall nehmen sie den Fuss so gut wie nie vom Gas. Weder für Tiere noch für Fussgänger und für andere Autos schon gar nicht.
Ein Taxifahrer erklärte uns, dass in Peru der rollende Verkehr grundsätzlich immer Vorfahrt hat. Fussgänger müssen warten oder gut trainierte Sprinter sein.
Für uns ist die ganze Sache dank Robustos imponierender Grösse und seinem lauten Schiffshorn nur halb so wild. Mit meinem inzwischen angepassten Fahrstil in südamerikanischen Grossstädten müsste ich in Europa bei einer Fahrprüfung sicher nach 7 1/2 Minuten umkehren. Aber mehrheitlich macht's trotzdem Spass.
Gebratenes Meerschwein „Cuy"
Meerschweinchen werden in der Andenregion in Peru, Bolivien, Ecuador, Kolumbien und außerdem in Japan gegessen. In Peru werden bis zu 65 Millionen Meerschweinchen im Jahr verzehrt. Sie stellen eine wichtige Proteinquelle dar und werden als Masttiere gehalten. Im Gegensatz zu einem normalen Hausmeerschweinchen, das mit einem Jahr ausgewachsen ist und dann ca. 1.5 kg wiegt, erreicht ein Cuy dieses Gewicht bereits im Alter von vier Monaten. Das Endgewicht eines Cuy liegt bei 2-4 kg, die Körperlänge bei 22-35cm.
Das Meerschwein wird ausgenommen und im Ganzen zubereitet, ähnlich wie ein Huhn. Das Fleisch wird zunächst mit Gewürzen eingerieben, wobei Cayennepfeffer eine wichtige Rolle spielt. Man lässt es einige Stunden Geschmack annehmen, dann wird es in der Pfanne oder im Ofen gebraten. Das Cuy wird häufig mit Kartoffeln und einer Salsa criolla serviert. Es ist üblich, das ganze Tier inklusive Kopf auf dem Teller anzurichten. In Peru hat jede Andenregion eigene Rezepte für die Zubereitung von Meerschweinen. In Cusco wird es ähnlich wie ein Spanferkel dunkelbraun gegrillt. Die Cuys werden auch beim traditionellen peruanischen Hochzeitsmahl serviert.
Mit Walter und Marion (www.katonworldtour.com) trafen wir uns zum Cuy-Essen. Das Fleisch war hervorragend zubereitet. Auf Empfehlung des Kellners assen wir die Fleischstücke von Hand. Ähnlich wie Kaninchen, haben die Cuy's relativ feine Knochen. Es hat ausgezeichnet geschmeckt.
Machu Picchu
ist eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inka, die in 2'360m auf einer Bergspitze der Anden über dem Urubambatal in 75km Entfernung von Cusco liegt. Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen in Südamerika. Täglich besuchen durchschnittlich etwa 3'000 Personen die Sehenswürdigkeit. Nächstes Jahr möchten die Interessierten sogar 5'000 Touris täglich raufschleusen, dafür den Zutritt aber zeitlich limitieren.
Wir fühlen uns in solchen Menschenmassen nicht mehr wohl und haben auf den Besuch dieser Sensation verzichtet. Als würdigen Ersatz haben und werden wir einige abseits gelegene Inkaruinen besuchen, welche weniger Menschenmassen anlocken, aber ebenso einen guten Eindruck über die Anlagen der Inkas vermittelten.
Fahrzeug-Haftpflichtversicherung für Peru
Unsere Haftpflichtversicherung gilt nur für die Mercosur-Staaten und damit ist Peru ausgeschlossen.
Bei der Einreise an der Grenze sprang uns kein Versicherungsbüro an. Wir fuhren bis Puno, wo wir uns einen halben Tag bemühten, ein Büro für den Abschluss einer Versicherung für unseren Robusto zu finden. Ein hoffnungsloses Unterfangen. Wir vertagten die Sache bis nach Cusco.
Die erste Versicherungsmaklerin in Cusco war nicht in Stimmung und verwies uns an ein nächstes Büro 300m weiter die Strasse runter. Dort wurden wir wie immer nett empfangen. Als es zur Sache ging, wollte die junge Dame uns wieder abwimmeln. Wir erklärten ihr das Gesetz in Peru, dass eine Haftpflicht vorgeschrieben sei und wir gerne eine Police abschliessen möchten. Sollte dies nicht möglich sein, erwarten wir eine schriftliche Bestätigung, dass wir hier in diesem Büro für den Abschluss einer Police anwesend waren, aber abgewiesen worden seien.
Sie entschied sich nach Rücksprache mit ihrem Chef für die erste Variante. Plötzlich ging alles rasend schnell. Wir hatten innert 10 Minuten eine computergedruckte Police für ein „Camioneta rural" (landwirtschaftlichen Lieferwagen) sowie einen Aufkleber für die Windschutzscheibe. Das Ganze kostete für ein volles Jahr 45USD. Für uns ein kleiner, lohnenswerter Betrag, da wir in dieser Zeit sicher nochmals nach Peru einreisen werden.
Wasserhahn
Wir sitzen gemütlich in einer Konditorei, schlürfen Cappucino und geniessen den Eisbecher. Edy geht mal schnell auf's WC. Plötzlich stürzt er voll bespritzt mit Wasser, Hosengürtel und Hosenladen offen aus dem stillen Örtchen. Mucho aqua, el tubo esta roto, informiert Edy die überraschten Angestellten. Tatsächlich sehen wir bereits Wasser unter der Toilettentür durchfliessen.
Bei der Betätigung der Klospülung ist das ganze, aus der Wand kommende Rohr, komplett abgebrochen. Welche Aufregung für die Mannschaft, bis der Abstellhahn gefunden und die ganze Überschwemmung wieder aufgeputzt war.
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