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«Geh weg, das ist ein Rennen!», rufen die Funktionäre des Marathons in Buenos Aires dem Führenden zu. Dieser versteht die Welt nicht mehr: Denn Mariano Mastromarino ist ganz legal an der Spitze des Rennens – nur dass er eben kein Schwarzer und deshalb offenbar verdächtig ist.
Der Argentinier Mariano Mastromarino musste sich bei seinem Sieg am Marathon von Buenos Aires nicht bloss gegen die sportlichen Gegner durchsetzen. Auch die Funktionäre mussten von der Ernsthaftigkeit seines Unterfangens überzeugt werden.
Als Mastromarino bei Kilometer 37 den kenianischen Leader und Titelverteidiger Julius Karinga überholte, hielten ihn die Streckenposten für einen Eindringling, der sich einen Spass erlaubte. «Geh weg, das ist ein Rennen», schrien ihn die Offiziellen an. Dabei hätten sie ihren Landsmann ruhig kennen dürfen: Der 32-jährige Mastromarino ist seit Jahr und Tag Leichtathlet und holte für Argentinien mehrere Medaillen an Südamerika-Meisterschaften.
Vom Zwischenfall liess sich der einstige 3000-m-Steeple-Spezialist nicht beeinflussen. Mit 2:15:28 Minuten lief er eine neue persönliche Bestzeit.
Zur Ehrenrettung der Funktionäre muss erwähnt werden, dass es nicht der erste Fall gewesen wäre, bei dem ein Läufer in betrügerischer Absicht gehandelt hat. So wurde 2008 der Franzose Franck Delrocq erst als Sieger des Rotterdam-Marathons gefeiert und dann als Hochstapler entlarvt. Er war nur kurze Abschnitte gerannt und bewältigte die meisten der 42,195 km mit dem Velo.
Ein Betrug flog schon beim Marathon der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit auf, 1896 in Athen. Der ursprünglich Drittklassierte Spyridon Belokas wurde beim Sieg seines Landsmanns Spyridon Louis disqualifiziert, weil er einen Teil der Laufstrecke in einer Kutsche absolvierte.