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In Mount Isa im sonnigen Queensland in Australien betreibt Glencore, mit Sitz in Baar, eine der wohl grössten Minen für bestimmte Metalle, hauptsächlich aber für Kupfer- und Zink-Blei-Erze (Bild). Der Abbau dieser Metalle ist nicht unproblematisch. Durch die Verhüttung und die Lagerung des Abraums und der Schlacke gelangen Schwermetalle in Böden, Trinkwasser und via Staub in die Luft – und von dort in die Menschen. Im Jahr 2008 identifizierte eine Studie, dass die Blutwerte für Blei über den WHO-Richtlinien lagen. Bei etwa 11 Prozent der Kinder aus der Stadt Mount Isa wurden 10 Mikrogramm/Deziliter gemessen. Eine Konzentration von 5 Mikrogramm/Deziliter und mehr gilt als gesundheitlich bedenklich.
Nicht nur die Minen sind schuld
Universitätsforscher haben bestätigt, dass die Minen von Glencore (damals noch Xstrata) die wahrscheinlichste Quelle der Verschmutzung sind. Etwa gelangt vom Black Star Open Cut Blei in die Luft. Verschiedene Investoren haben den Dialog mit Glencore gestartet und Massnahmen zur Verbesserung gefordert. Glencore hat detaillierte Studien über die Kontamination eingeleitet und ein Programm zur Behebung gestartet.
Im Verlauf der Abklärungen wurde deutlich, dass nicht allein den Minen die Schuld zukommt. Die Berichte kommen zum Schluss, dass auch natürliche Vorkommen von metallhaltigen Gesteinen in und um die Stadt herum eine Quelle sind.
«Leben mit Blei» mehr als nur Richtschnur und Hilfsmittel
Glencore ist in einen konstruktiven Dialog mit Investoren getreten und hat eine Reihe von praktischen Lösungen in Bezug auf die Unternehmenstätigkeit, aber auch auf die Bevölkerung vor Ort vorgenommen. So wurde die Initiative «Leben mit Blei» gestartet, ein Schulungsprogramm, welches Hygienepraktiken insbesondere in Bezug auf Kinder fördert. Einige der darin enthaltenen Empfehlungen liegen ausserhalb des Aufgabenbereichs der Minen. So werden etwa für Wohnungen und Häuser harte Böden statt Teppiche empfohlen, um Staubansammlungen zu vermeiden. Weiter wurde eine App eingeführt, welche über die aktuellen Wetterbedingungen und die daraus resultierende Belastung informiert. Bei ungünstigen Bedingungen wird die Tätigkeit teilweise eingeschränkt, um die Luftbelastung während diesen Phasen zu minimieren. Seit dieser breit abgestützten Sensibilisierungskampagne hat sich der Gesundheitszustand in Mount Isa deutlich verbessert.
Die BVK untersucht halbjährlich alle Firmen, an welchen sie finanziell beteiligt ist, auf systematische und schwere Verletzungen von in der Schweiz akzeptierten Normen und Werte. Werden solche Verletzungen identifiziert, startet die BVK zusammen mit anderen Investoren und externen Dienstleistern wie dem Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK-ASIR) einen Dialog mit dem entsprechenden Unternehmen. Ziel des Dialogs ist es, das Unternehmen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Damit nutzt die BVK das investierte Kapital, um die gesellschaftliche, soziale und ökonomische Verantwortung wahrzunehmen.