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Mit der Eröffnung der steilsten Zahnradbahn der Welt von Alpnachstad zum Pilatus erlebte die bahntechnische Eroberung der Alpen am 4. Juni 1889 einen neuen Höhepunkt. Sie löste eine wahre Bergbahn-Euphorie aus, die in der Schweiz bis 1914 zur Realisierung von fast zwanzig neuen Bergbahnen führte.
In Erwartung grosser Touristenströme begann man 1887 auf dem Gipfel mit dem Bau des Hotels Pilatus Kulm, das 1890 eröffnet wurde. Es ergänzte das seit 1860 bestehende Hotel Bellevue, das mit der Erstellung des Obwaldner Touristenwegs Alpnachstad-Pilatus in Betrieb genommen worden war. Die Bergbahnen erfreuten sich bei den Touristen grosser Beliebtheit. Zusammen mit Eisenbahn und Dampfschiff rückten sie die Berggipfel näher an die städtischen Zentren und machten sie auch in Tagesausflügen erreichbar. Doch regte sich ab 1900 in der Heimatschutzbewegung auch erster Widerstand gegen die Bergbahneuphorie.
In Obwalden hat die Landwirtschaft noch heute eine grössere Bedeutung als in der übrigen Schweiz. Ihre Blütezeit erlebten die Obwaldner Bauern und Viehhändler jedoch vom 16. bis 19. Jahrhundert, als sie Vieh und Käse in grosser Zahl in die aufstrebenden Metropolen Oberitaliens exportieren konnten.
Die überregionale Nachfrage nach Innerschweizer Vieh und Käse bewirkte eine Abkehr von der Selbstversorgerwirtschaft des Mittelalters, wo in Obwalden nebst der Haltung von Schafen und Ziegen auch Getreide angebaut wurde. Der Ausbau der Alp- und Milchwirtschaft verdrängte im 16. Jahrhundert den Getreideanbau vollständig. Das auf den Obwaldner Alpen gesömmerte Vieh wurde im Herbst über Brünig- oder Jochpass, Grimsel- und Griesspass ins Eschental und von dort in die Lombardei getrieben. Denselben Weg nahm der zuerst vom Kloster Engelberg produzierte Hartkäse, der heute unter dem Namen Sbrinz bekannt ist.