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Ein Shinkansen bis nach Sapporo
Am 26. März 2016 wurde der Hokkaido-Shinkansen feierlich in Betrieb genommen. Der Bau dieser 550 Milliarden Yen teuren Strecke war eine technische Meisterleistung. Symbolisch und politisch war diese Verbindung ebenso bedeutend: Die japanische Nordinsel wurde damit als dritte der vier Hauptinseln des Landes ans Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen.
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Die Grundlage für diese herausfordernde Strecke wurde mit dem 53,85 Kilometer langen Seikan-Tunnel gelegt, der seit 1988 die Nordinsel mit der grössten japanischen Hauptinsel Honshu verbindet. Spektakulär an diesem Bau ist, dass ein 23,3 Kilometer langer Abschnitt unter dem Meer hindurchführt.
Die Verlängerung nach Sapporo
Die Eröffnung 2016 war lediglich der erste Schritt. Noch ist die Hokkaido-Shinkansen-Strecke unvollendet. Ihre Fahrt endet beim Bahnhof Shin-Hakodate-Hokuto am Südzipfel der grossen Nordinsel. Es wird jedoch fleissig weitergebaut. Denn die Strecke wird derzeit um 211,5 Kilometer verlängert. Bis nach Sapporo, der Hauptstadt der Nordinsel, wird sie reichen. Der Weg dorthin wird über die Bahnhöfe Shin-Yakumo, Oshamamabe, Kutchan und Shin-Otaru führen (siehe Karte unten).
Der Bau dieser Strecke ist aufgrund der Geografie enorm anspruchsvoll. So ist die Region zwischen Hakodate und Sapporo von einer weitläufigen Bergwelt geprägt. Dies hat zur Folge, dass 160,2 Kilometer dieser Strecke aus Tunnelbauten bestehen wird. Dies entspricht 76 Prozent der gesamten Verlängerung. Gleich drei Tunnel werden über 18 Kilometer lang sein. Der Oshima-Tunnel wird sogar eine Gesamtlänge von 32 Kilometern erreichen und bis 2024 fertiggestellt sein.
Das zuständige Bauunternehmen JRTT hat am 24. August 2022 einen kleinen Einblick in diese Arbeiten unter der Erde veröffentlicht. In einem Video auf Twitter sieht man, wie eine Tunnelsprengung vorgenommen wird, um sich durch das Gestein zu kämpfen. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis ins Jahr 2030 andauern.
Die Fahrzeiten
Die Fahrzeit von Tokio bis nach Shin-Hakodate-Hokuto beträgt heute 3 Stunden 57 Minuten, wobei die Fahrt mit dem Anschlusszug in die Hafenstadt Hakodate weitere 15 Minuten in Anspruch nimmt. Wird die Verlängerung einmal vollendet sein, wird die Vision von einer direkten Shinkansen-Fahrt von Tokio bis nach Sapporo Realität. Noch nimmt diese Fahrt mit Umsteigen auf einen Expresszug und Wartezeiten etwas mehr als 8 Stunden in Anspruch. Mit dem Shinkansen der heutigen Generation, der Baureihe E5, würde sich diese Fahrzeit auf 5 Stunden verkürzen. Jedoch sollen der Shinkansen der Zukunft, bauliche Anpassungen auf der Strecke und neu erlaubte Höchstgeschwindigkeiten dazu beitragen, dass diese Strecke zwischen Tokio und Sapporo in 4 Stunden 30 Minuten bewältigt werden kann (Asienspiegel berichtete). Theoretisch wären dereinst sogar 4 Stunden möglich (Asienspiegel berichtete).
Um überhaupt konkurrenzfähig zu werden, ist diese Verkürzung der Fahrzeiten für die Betreiber von essenzieller Bedeutung. Denn selbst auf der Strecke zwischen Tokio und dem knapp 700 Kilometer entfernten Hakodate besitzt die Flugbranche trotz der bestehenden Shinkansen-Verbindung noch immer einen dominierenden Marktanteil von 67 Prozent (Asienspiegel berichtete).
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