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Die dritte Musik 1905
1905
findet sich ein neues Gründungsprotokoll, notiert von Lehner Theophil, Lehrer. Mitglieder sind:
Perren Hans Peter
Aufdenblatten Wilhelm
Perren Alex, Hofmurisch
Perren P.L., bei der Brücke
Taugwalder Rudolf
?. Franziskus
Biner Hermann
Aufdenblatten Johann
Julen Gabriel
Lehner Theophil
Dirigent war Julen Andreas
Die neue Musik spielte an kirchlichen und weltlichen Festen. Man kann erfahren, dass alles eher von der «gemütlichen» Seite aus gesehen wurde. Zermatt war drauf und dran ein Kurort zu werden und viele hatten anderes zu tun, als zu musizieren. Zudem plagten finanzielle Schwierigkeiten den Verein. Die alten Instrumente sollten repariert werden. Aus den recht spärlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit ist ein Frachtbrief zu finden. Er stammt von der Firma Hirsbrunner aus dem Jahre 1906. Inhalt der Sendung: Musikinstrumente. Das Paket war per Nachname geschickt worden. Doch das nötige Geld zum Einlösen konnte niemand aufbringen. So beschlossen dann drei Musikanten, nach mehrmaliger Mahnungen von Seiten der Bahn, das Geld von Laveggi, Negoziant zu leihen. Sie liessen darauf folgende Anzeige im Amtsblatt erscheinen:
«Die Mitglieder der Musikgesellschaft «Zermatt»,
die den Einschuss für die Reparatur der Instrumente vom Jahre 1906 noch nicht getätigt
haben, sind ersucht innert 42 Tagen den Betrag dem Komitee zu zahlen, ansonsten darüber
verfügt wird, wie rechtens:
Johann Aufdenblatten, Rudolf Taugwalder und Hans Peter Perren»
Selbst nach der Bekanntmachung im Amtsblatt meldete sich niemand.
Die Musik kaufte später einige dieser Instrumente, die restlichen wurden verschenkt. Als Pater Sarbach Leo in den Vierzigerjahren als Missionar nach Afrika zog, gab man ihm einige dieser Instrumente mit. So kamen die Zermatter Trompeten im heissen Süden wohl zu unverhofften Ehren.
1907
sollen am Hergottstag nur gerade noch drei Musikanten gespielt haben. 1908 war es das kleine Kurorchester des Hotels Seiler, welches anstelle der Dorfmusik am «Herrgotts Tag» (Fronleichnam) gespielt haben soll.
Die vierte Musik 1909
1909
kam es zur Gründung der Musikgesellschaft «Matterhorn»: Am Kirchsängertrunk wurden Stimmen laut, die erklärten, dass man eine Musik vermisse. Auf Vorschlag von Peter Anton Biner, einem begeisterten Sänger, sollten sich Männer aus den Sängerkreisen finden, die bereit sind, eine Musik zu gründen. So entstand an diesem Nachmittag die neue Musikgesellschaft «Matterhorn». Die ersten Lehrer waren Herr Huber von der GGB, Herr Meyer aus Salgesch, Dr. Bayard Otto und Perren Gabriel. Erster Präsident wurde Aufdenblatten Joseph, der spätere Gemeindepräsident. Die Bläser der alten Musik Julen Gabriel, Perren Viktor und Taugwalder Rudolf schlossen sich der neuen an. Aus dem Trinken und Trompetenblasen der guten alten Zeit sollte nun eine ernsthafte Musik werden. Das erste Fest, an welchem die Musikanten teilnahmen, war der Katholikentag in Visp. Die neue Musik entwickelte eine rege Tätigkeit. Im Winter wurde fleissig geübt und geprobt, und dies bei einer fast 100% Beteiligung. Ein ausgezeichneter Klangkörper entwickelte sich, der bei den Musikfesten, die regelmässig besucht wurden, grossen Erfolg hatte. Selbstverständlich gehörte schon damals das Theaterspielen zum Programm der neuen Musik. Da die Zermatter schon damals theaterbegeistert waren und es bis heute geblieben sind, brachte es nette Einnahmen in die Musikkasse. Gespielt wurden «Winkelrieds Tod», «Die schwarze Afra», «Lumpazi Vagabundus» und viele andere Stücke.
1910
wurde die erste Fahne angeschafft. Fender Lauber spendierte 1000 Fr., den Rest
zahlten die Paten Julen Felix und Aufdenblatten Peter.
H.H. Pfarrer Bittel Johann segnete das neue Banner im Chor der Kirche ein. Darauf folgte ein zünftiges Dorffest.
1912
verzeichnet man die Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Sitten. Viele Zermatter zogen mit. Zwei Bergführer in Tracht, mit Pickel und Vollbart begleiteten die Musici und waren so die ersten «Ehrendamen». Beim Einzug wurde mit Applaus nicht gespart.
Die Zermatter engagierten sich auch ausserhalb des eigenen Dofes. So nahm Dr. Bayard als Vertreter der Zermatter Musik bei der Gründungsversammlung des Oberwalliser Musikverbandes am 13. Oktober 1912 teil.
1913
Teilnahme am ersten Verbandfest des Oberwalliser Musikverbandes in Salgesch (18. Mai). Gespielt wurde «Tovatore» von Giuseppe Verdi.
1914
Teilnahme am zweiten Verbandsfest des Oberwalliser Musikverbandes in Visp.
1914 - 1918.
Während des Ersten Weltkrieges bemühte man sich, gerade so viel zu üben, dass man an Fronleichnam auftreten konnte. Ebenfalls trat man bei der Grundsteinlegung der neuen Kirche auf. Es finden sich über diesen Zeitabschnitt kaum Protokolle.
1918
Der Verein nimmt 19 junge Musikanten auf, die unter Perren Gabriel fleissig übten. Es wird erzählt, dass diese Jungen an Fastnacht ihr erstes Konzert gaben, an dem sie zur Belohung zwei Waschkörbe voll «Chruchlini» eingesammelt hatten. So luden sie denn alle Musikanten zum grössten «Chruchlifest» des Jahrhunderts im damaligen Hotel Graven ein.
1920
schenkt Papa Zimmermann der Musik ein Blumenfüllhorn, das andere stammt von Medard Julen, Alfred Perren und dem ersten Chronisten Lehner Paul.
1927
Anschluss an den Kantonalverband. Konzert im Winter mit Theater. Musikfest in Ried-Brig. Fantasie aus der Oper «Robert der Teufel».
1928
Erstes Jahr Wintersport. Die Bahn fährt ganzjährig. Eröffnung des Hotels Viktoria. Die Musik spielt auf dem Eisplatz und bei der Sprungschanze.
1929
Musikfest in Raron, man spielt «Stradella». Ausflug nach Visperterminen. Empfang von Pfarrer Brantschen. Fender Lauber übergibt die Fahne an Furrer Otto. Dirigent wird Gertschen Alois, Vizedirigent Perren Gabriel. Die Musik spielt bei der Einweihung zur Elektrifizierung der Zermatt Bahn.
1930
Mitwirkung an der Oberwalliser Feuerwehrtagung.
1931
Oberwalliser Musikfest in Zermatt: Ouvertüre «Titus», Fantasie aus «Vogelhändler» und «Kaiserwalzer». Die sehr ungünstige Witterung (17. Mai) beeinträchtigt das Fest. Das Ehrenkomitee wurde durch die Herren H.H. Pfarrer Gregor Brantschen, Dr. Hermann Seiler, H.H. Prof. Albert Julen, H.H. Kaplan Gottsponer und Gemeindepräsident J. Aufdenblatten gebildet. Julen Oscar übernimmt Musikfahne.
1932
Musikfest in Visp. Gegen den Willen des OMV zog Zermatt als einziges Oberwalliser Musikcorps ans Kantonale Musikfest in St. Maurice: «Dichter und Bauer», Ouvertüre, und etwas aus der Oper «Martha». 12 neue Musikanten kommen dazu. Zermatt ist nun die grösste Blechmusik im Kanton.
1933
Musikfest in Mörel. Besuch der Postmusik Bern. Empfang am Bahnhof.
1934
Teilnahme am Oberwalliser Musikfest in Naters. Ouvertüre aus «Der Barbier von Sevilla».
1935
Oberwalliser Musikfest in Gampel, Fantasie aus «Rigoletto».
1934 / 36
Die Musik tritt nur an obligatorischen Festen auf.
1937
Beerdigung von Pfarrer Inderbinen. Besuch des Landesbischofs. Unvergessliche Reise nach Pallanza.
1938
Primiz Pater Leo Sarbach. 40 Jahre Gornergratbahn. Beerdigung von Fender Lauber. Oberwalliser Musikfest: Jubel Ouvertüre aus «Barbier von Sevilla».
1939
Teilnahme am Oberwalliser Musikfest in Brig, Besuch der Landi in Zürich. Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.
1939 -1942
nur mässige Tätigkeit, gespielt wird nur bei grossen Verantstaltungen.
1943
17 neue Musikanten. Dirigent und Lehrer Alois Gertschen wird Ehrenmitglied, ebenfalls Gabriel Perren und Heinrich Kronig, sowie Direktor Zimmermann Hans.
1946
Wiederaufnahme der Tätigkeiten nach dem Krieg, Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Brig
1947
Teilnahme am Oberwalliser Musikfest in Stalden, trotz Lebensmittelrationierung wurden alle auf wunderbare Weise satt.
1948
Musikfest in Steg «Othello» von Verdi. Ernennung von Herr Präfekt Gertschen Alois, anlässlich seines 20-jährigen Dirigentenjubiläums zum Ehrenmitglied
1949
Reise nach Isola Bella. Beschluss eine neue Uniform anzuschaffen. 50-jähriges Priesterjubiläum von Kaplan Gottsponer. Gründung des Bezirksmusikverbandes Visp. Die «Matterhorn» ist mit Stalden, Visp, Täsch, Saas Fee, Visperterminen, Grächen und St. Niklaus Gründersektion. Taugwalder Alfons vertritt die Zermatter im ersten Vorstand des Bezirksmusikverbandes Visp als Kassier.
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