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- In Italien sind sieben Personen an den Folgen des Coronavirus gestorben.
- Zuvor wurde von einem zusätzlichen Todesopfer berichtet. Die italienischen Behörden haben den Tod einer krebskranken Frau durch das Virus aber später dementiert.
- Die Opfer in Italien waren im höheren Alter und hatten teilweise anderweitige gesundheitliche Probleme.
Von den insgesamt sieben Todesopfern stammten sechs aus der Lombardei und eines aus dem Veneto. Die Menschen waren zwischen 62 und 88 Jahre alt. Laut den Behörden hatten alle Opfer Vorerkrankungen.
Meldungen über den Tod einer krebskranken Frau, die positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wurden vom Spital in Brescia in der Lombardei später dementiert.
Die Zahl der Infektionsnachweise in Italien stieg trotz drastischer Massnahmen auf rund 230. Mehr als 25 Menschen liegen auf der Intensivstation, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli in Rom. Am Vorabend waren es noch rund 150 gemeldete Infizierte gewesen.
Mehrere Gemeinden abgesperrt
Italien ist binnen kurzer Zeit zum grössten Infektionsherd des neuartigen Virus in Europa geworden. Die meisten Infektionen wurden in der norditalienischen Region Lombardei gemeldet. Ausserdem sind Venetien, das Piemont, die Emilia-Romagna sowie Trentino-Südtirol und Friaul-Julisch Venetien betroffen.
Die italienische Regierung hat drastische Massnahmen gegen das Virus ergriffen. Elf Ortschaften, zehn in der Lombardei und eine in Venetien, wurden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wurde abgebrochen, Fussballspiele und andere Grossveranstaltungen wurden abgesagt.
Mehrere Geisterspiele beschlossen
Nachdem am Sonntag bereits vier Serie-A-Spiele nicht ausgetragen wurden, da alle Sportveranstaltungen in der Lombardei und Venetien abgesagt wurden, müssen weitere Begegnungen verschoben werden.
Das am Freitag angesetzte Udine-Florenz-Spiel wird ausgesetzt, da die Region Friaul Julisch Venetien, zu der die Stadt Udine gehört, vorbeugend diese Woche Sportveranstaltungen abgesagt hat.
Mehrere Spiele der Serie A, darunter aller Voraussicht nach das für Sonntagabend angesetzte Duell zwischen Tabellenführer Juventus Turin und dem Dritten Inter Mailand, werden mit Zustimmung der Regierung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.
Auch die Europa-League-Partie zwischen Inter und dem bulgarischen Meister Ludogorez Rasgrad am Donnerstag wird zum Geisterspiel. Das Champions-League-Spiel zwischen dem SSC Neapel und dem FC Barcelona am Dienstagabend ist dagegen nicht gefährdet.
Schulen und Universitäten in allen betroffenen Regionen bleiben vorerst geschlossen. In Mailand, der Hauptstadt der Lombardei, waren am Montag auch das berühmte Opernhaus Scala und der Dom geschlossen.
Suche nach «Patient Zero»
Sorge bereitete den Behörden insbesondere, dass es seit Bekanntwerden der ersten Infektionen am Freitag bis Sonntag nicht gelang, die Ansteckungen bis zu einer Ausgangsperson zurückzuverfolgen.
Sogenannter «Patient Zero» ist unbekannt
Noch gibt es keine Erklärung dafür, wieso sich das Virus in Italien so überraschend schnell ausgebreitet hat. Denn das Problem ist: In keiner der betroffenen Regionen kann eine Infektionskette zurückverfolgt werden. Man kennt denjenigen oder diejenige nicht, der oder die das Virus als erster oder erste verbreitet hat, den sogenannten «Patient Zero».
Die Eingrenzung ist deshalb schwierig. Im Moment ist auch noch nicht absehbar, wie lange der Ausnahmezustand in den betroffenen Gemeinden gilt. Das Einzige, was derzeit einigermassen klar ist: Die meisten Infizierten überstehen ihre Erkrankung. Gefährdet sind vor allem jene, die auch bei einer normalen Grippe besonders gefährdet sind. (batf)
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides kündigte an, dass wegen des Coronavirus am Dienstag eine Mission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Italien besuchen werde.
Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat für Dienstag ein Krisentreffen mit seinen Kollegen aus den Nachbarländern einberufen. Auch der Schweizer Bundesrat Alain Berset hat seine Teilnahme zugesagt.
Das Coronavirus breitet sich derweil in immer mehr Ländern aus. So sind unter anderem am Montagnachmittag erste Infektionen in Kuwait, Bahrain, Afghanistan, Irak und Oman bekannt geworden.
In China steigt die Zahl der Toten stark, am Montag berichtete die Gesundheitskommission von neuen 150 Todesfällen. Inzwischen sind mehr als 79'500 Infektionen und rund 2650 Todesfälle erfasst, vor allem in der Provinz Hubei in Zentralchina.
WHO: Keine Pandemie
Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Epidemie ihren Höhepunkt in ihrem Ursprungsort und der am schwersten betroffenen Millionenstadt Wuhan nun überschritten. Die Risiken würden abnehmen, sagte der Leiter der Expertengruppe der WHO, die am Montag China besucht hat. So könne die Ausbreitung des Virus noch gestoppt werden.
Zahlen aus Italien, dem Iran und Südkorea seien zwar sehr beunruhigend. Nach WHO-Einschätzung handle es sich dennoch nicht um eine Pandemie, sondern um Epidemien in einzelnen Ländern. Es gebe bislang keine Pandemie, also keine Verbreitung des neuen Virus auf der ganzen Welt.