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Schlafmohn - pavot
Papaver somniferum L. (Solanaceae)

Mohn
Schlafmohn wurde schon in
der Antike als Schlafmittel geschätzt. Die aus dem getrockneten Milchsaft
der Mohnkapsel gewonnenen Produkte wie Morphin werden heute als
Schmerzmittel (Morphium, Codein), aber auch als Rauschmittel (Opium)
genutzt. Der Schlafmohn ist aber eine vielseitige Kulturpflanze, die
in zahlreichen Ländern, allerdings unter staatlicher Aufsicht, (auch)
legal kultiviert wird.
Früher waren die Europäer
Drogenlieferanten. Vor allem England führte deshalb zwei "Opiumkriege"
gegen das Kaiserreich China der Qing-Dynastie: Der erste Opiumkrieg
dauerte von 1839 - 1842 und der zweite mit Beteiligung Frankreichs von
1856 - 1860. China wehrte sich gegen den Opiumhandel der Engländer. Opium
wurde schlussendlich mit britischer Waffengewalt legalisiert und Christen
bekamen sogar das Recht, die chinesische Bevölkerung zu missionieren.
Mohnsamen sind ein
Gewürz, das jedermann kennt, und kein Opium enthält. Das ist aber
offensichtlich nicht überall bekannt. Vor einigen Jahren wurde der
Geschäftsführer eines Mövenpick-Hotels in Ägypten verhaftet, weil er für
die Brötchen seiner Gäste Mohnsamen importiert hatte...
Der Schlafmohn sollte
nicht mit dem bei uns heimischen, rotprächtigen Klatschmohn verwechselt
werden. Schlafmohn stammt aus dem westlichen Mittelmeergebiet und wurde
bereits vor 6000 Jahren angebaut.
Mohn in der Küche
Die knusprig, reifen
Samen des Schlafmohns schmecken wie Nüsse. Möchten Sie das Aroma
verstärken, empfehlen wir ein leichtes Anrösten vor dem Gebrauch.
Mohn eignet sich für
Blätterteiggebäck, Brot und Brötchen, Currygerichte, Mohnnudeln und als
"Dekoration" bei Salaten.
Weniger bekannt ist das
Mohnöl, das aus den Samen gepresst wird. Das Öl hat einen hohen Gehalt an
Linolsäure und dient ausser als Speiseöl auch zur Herstellung hochwertiger
Malerfarben.
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