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Der Internationale Währungsfonds IWF hat gestern seine Wachstums Prognosen für die Jahre 2020 und 2021 publiziert. Für interessierte Leser findet sich hier der original Blog Beitrag des IWF.
Aus heutiger Sicht wenig überraschend, sind die vom IWF erwarteten Auswirkungen auf die globale Wirtschaftsleistung wesentlich gravierender als jene der Finanzkrise 2008/2009. Der IWF erwartet, dass die globale reale Wirtschaftsleistung (globales GDP), approximiert durch Addition der nationalen Bruttosozialprodukte, im Jahr 2020 um 3% schrumpft und sich dann anschliessend in 2021 vom tieferen Niveau aus, um 5.8 % wieder erholt.
Vor Ausbruch der Corona Krise war die Erwartung, dass die Weltwirtschaft in beiden Jahren 2020 und 2021 real um je etwa 3 % wachsen würden. Wie man leicht nachrechnet, führt die Corona Krise also über 2 Jahre kumuliert zu einem Verlust an Wirtschaftsleistung von 3.4 % des globalen GDP von 2019 (3.4 %= 106 % - 102.6 % ). Legt man als Basis eine globale Wirtschaftsleistung von ca. 90 Billionen USD für 2019 zugrunde, dann ergibt dies über 2 Jahre kumuliert eine wirtschaftliche Auswirkung (Kosten) der Corona Pandemie von ca. 3 Billionen USD. Das ist etwas mehr als die in USD ausgedrückte Wirtschaftsleistung Frankreichs für das Jahr 2019.
Der IWF gibt eine viel höhere Zahl von 9 Billionen USD an, für die über 2020 und 2021 kumulierten wirtschaftlichen Kosten der Pandemie. Diese Zahl scheint aber nicht zum angegebenen Wachstumsszenario (-3 % in 2020 und +5.8 % in 2021) zu korrespondieren und beziffert vermutlich die Kosten in einem pessimistischeren Szenario oder macht über die Addition des Output Gaps für beide Jahre ein Doppelzählung. Leider konnten wir in der Publikation des IWF keinen Kommentar zur Berechnung der Zahl von 9 Billionen USD zu finden. Auch für die Schweiz stellt der IWF eine Wachstumsprognose für 2020 und 2021. Die Rezession in der Schweiz für 2020 wird mit einer Schrumpfung von etwa -5% im realen BIP quantifiziert und die Erholung in 2021 bei etwa +4 % geschätzt. Damit wäre die Schweiz etwas weniger negativ betroffen als die Nachbarstaaten. Auch die anderen Industrienationen in der EU und die USA werden gemässe IMF Schrumpfungen ihrer Wirtschaftsleistung in 2020 im Bereich von 5% bis 9% hinnehmen müssen. Indien und China als Beispiele unter den wenigen Ländern mit positivem Wachstum in 2020 werden, gemäss IWF Prognose, mit etwa 1.9 %, respektive 1.2 % wachsen.
In der Bankenkrise und der dadurch ausgelösten globalen Wirtschaftskrise 2008/2009 gab es 2009 keine Schrumpfung der Weltwirtschaft als Ganzes, sondern lediglich eine Stagnation. Nur in der Grossen Depression der 1930er Jahre fiel die Wirtschaftsleistung in einem einzelnen Jahr noch stärker, etwa um 10 %.Auch der IWF betont in seiner Prognose, dass die Annahme einer Überwindung des Lockdowns im zweiten Halbjahr aus heutiger Sicht unsicher bleibt. Somit sind Prognosen im aktuellen Umfeld als besonders unsicher zu betrachten. Selbst das eher optimistische Szenario einer in wenigen Wochen beginnenden Normalisierung stellt bereits eine historische Herausforderung dar. Entsprechend stellt auch der IWF eine Kreditfazilität von 1 Billion USD zur Verfügung, welche vor allem die schwächeren Volkswirtschaften durch Kredite unterstützen soll.
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Am heutigen Mittwoch eröffnen die weltweiten Aktienmärkte negativ. Die europäischen Aktienmärkte sind etwa 2% im Minus. Der Schweizer SMI Index ist etwa 1% negativ. Für die US-Aktienmärkte wird heute ebenfalls eine Eröffnung im Minus erwartet. US-Aktien verlieren seit Jahresanfang je nach Index (Dow Jones / Standard % Poors 500) aktuell etwa 12% bis 16%, europäische Aktien etwa 24%, Schweizer Aktien etwa 11% und chinesische Aktien (CSI 300 Index) etwa 7% (alle Zahlen per 15.4.20 ca. 13:00, Markbewegungen seit Jahresanfang in CHF bewertet).
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