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Die Kapverden – aufregende Inseln mit spannender Geschichte
Die Kapverden haben eine von Entdeckung, Eroberung, Unterwerfung, Niedergang und unabhängiger Wiederauferstehung geprägte Historie. Auf den verschiedenen Inseln und anhand vieler unterschiedlicher Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse wird sie wieder lebendig.
Als Erstes landeten wohl Römer, vielleicht auch Araber und westafrikanische Völker auf den Kapverden an. Später kamen die Portugiesen und mit ihnen die Eroberung der Inselgruppe. Nach einiger Zeit der Kolonialisierung folgten Dürre und der wirtschaftliche Niedergang. Doch das Archipel schaffte es immer wieder aus eigener Kraft, wie Phoenix aus der Asche zu steigen.
Die Geschichte der Kapverden vor der Eroberung
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Kapverden stammen von antiken römischen Gelehrten, Geografen und Seefahrern, die in etwa zur Zeitenwende lebten. Aus diesen Quellen gehen auch die relativ genaue Lage der Inseln sowie die Reisedauer vom Festland und den Kanaren hervor. Jedoch wurden hauptsächlich Lage und Reisezeiten angegeben; dass die Inseln auch von den Römern betreten und erforscht wurden, ist nicht überliefert.
Die erste – aber nicht schriftlich festgehaltene – Entdeckung der Inselgruppe kann allerdings schon deutlich früher stattgefunden haben. Möglich ist, dass Fischer aus dem Gebiet des heutigen Senegals durch Meeresströmungen und von Osten kommende Winde auf die Kapverden getrieben wurden. Eine Legende besagt zudem, dass die Araber schon sehr früh das natürliche Salzvorkommen einer Atlantikinsel westlich von Afrika nutzten.
Die Kapverden unter den Europäern
Der portugiesische Adel fand Mitte des 15. Jahrhunderts nach neuerlicher Entdeckung Interesse an den Kapverden. Die Besiedlung der Inseln ging von der grössten und südlich gelegenen Insel Santiago aus; 1462 wurde hier die Stadt Ribeira Grande, das heutige Cidade Velha, gegründet. Die Stadt sowie die Kapverden selbst waren damals die erste von Europäern ständig besiedelte Region in den Tropen.
Die Kolonie Kap Verde
Schnell wurden die Inseln zur Kolonie Portugalsk, von wo aus reger Handel betrieben wurde. Ausserdem dienten die Inseln als Zwischenstopp für Reisende auf dem Weg nach Südamerika. Bereits im ausgehenden 15. Jahrhundert wurden hier die ersten christlichen Gotteshäuser auf afrikanischem Land und südlich der Sahara gebaut. Trotz widriger Natureinflüsse, ausbrechender Seuchen und Piraten erreichten die Kapverden einen ansehnlichen wirtschaftlichen Status.
Zur Mitte des 18. Jahrhunderts nahm die Desertifikation auf den Inseln zu, da Wälder grossflächig abgeholzt und durch Felder ersetzt wurden. Dürren sorgten für schlechte Bewirtschaftungsverhältnisse – ein Glück für die Sklaven, die aufgrund fehlender Arbeit freigelassen wurden. So nahm die Bevölkerung durch Menschen mit europäischer und auch afrikanischer Abstammung zu. Nur der Salzhandel blühte nach wie vor. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges kam die Wirtschaft auf den Kapverden vollends zum Erliegen.
Kapverden heute
Die Kapverden erklärten im September 1973 ihre Unabhängigkeit, welche ein Jahr später auch von Portugal anerkannt und 1975 ausgerufen wurde. Bis 1981 hielt der Bund mit dem westafrikanischen Staat Guinea-Bissau, der den Kapverden bei deren Streben nach Unabhängigkeit Unterstützung bot. Seit 1981 sind die Kapverden vollständig selbstständig.
Die heute auf den Kapverden gelebte Kultur, die Sie bei einem Besuch des Archipels kennenlernen können, entstand aus der Verbindung afrikanischer und europäischer Einflüsse. So haben sich hier auch typische eigenständige Musikrichtungen und Spielweisen von traditionellen Instrumenten entwickelt.
Sehenswertes auf den Kapverden
Auf der bereits erwähnten Insel Sal gibt es einige historische und moderne Salinen, in denen Salz gewonnen wird. Zudem finden Sie hier den imposanten Vulkankrater „Pedro de Lume“. Neben Sal gilt auch die Insel Boa Vista als sehenswert, auf der sich zwischen Juli und Oktober Meeresschildkröten ansiedeln. Die grösste Insel des Archipels ist Santiago, auf der auch die heutige Hauptstadt Praia liegt. Dort können Sie das 1997 eröffnete Museu Etnográfico da Praia, die 1826 errichtete Kaserne „Quartel Jaime Mota“ mit noch erhaltenen Kanonen und den Hauptplatz der Stadt besichtigen.
Oberstes Bild: Küste von Santo Antão, die Kapverden (© Konstantin Krismer, Wikimedia, GNU)