Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/69964

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Unterzeichneten bitten den Bundesrat:</p><p>1. Vorkehrungen zu treffen, damit die Option einer Stromtransitleitung durch den Gotthard-Basistunnel im gegebenen knappen Zeitfenster offen bleibt. </p><p>2. Die für die technische Dimensionierung nötigen Prüfungsaufträge zu erteilen.</p><p>3. Eine solche Option im Sachplan Übertragungsleitungen zu berücksichtigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat die Möglichkeit einer Stromtransitleitung durch die Weströhre des Gotthard-Basistunnels (GBT) erneut geprüft.</p><p>Bundesrat Leuenberger hat im Gefolge der Strompanne vom 22. Juni 2005 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, in der die Elektrizitätswerke vertreten sind. Aus den Sitzungen der Arbeitsgruppe Leitungen und Versorgungssicherheit geht klar hervor, dass eine solche Transitleitung kein Element des strategischen Netzes auf der 50-Hz-Ebene darstellt und heute von keiner Seite die Bereitschaft besteht, die nötigen Investitionen zu tätigen. Eine derartige Option für einen unbekannten Dritten offenzuhalten ist wirtschaftlich nicht sinnvoll.</p><p>Was die bauliche Seite betrifft, so wäre der Bau von drei 200-mm-Kabelschutzrohren technisch grundsätzlich möglich. Allerdings besteht ein erheblicher Termindruck. Aufgrund des Arbeitsfortschritts im GBT wäre es zwingend, dass die entsprechenden Mittel rasch zur Verfügung stehen, damit die nötigen Auftragserweiterungen ausgelöst werden könnten. Nach Ausführung des Innenausbaus des Tunnels kann der Kabelkanal nicht mehr bzw. nur mit absolut unverhältnismässigem Aufwand eingebaut werden. Erschwerend ist der Umstand, dass heute noch keine gesicherte Aussage möglich ist, welchen Anforderungen in Bezug auf Spannung und Technologie ein künftiges Kabel genügen müsste. Diese Anforderungen sind jedoch baulich relevant, etwa für die Abstände der Muffenschächte. Ist die Innenschale einbetoniert, sind Muffenschächte nur mit grossem finanziellem Aufwand realisierbar. Die Innenschale müsste entfernt und die Schächte müssen nachträglich ausgesprengt werden.</p><p>Kostenseitig kann der finanzielle Aufwand für die Offenhaltung dieser Option nur mit einem grossen Streumass und basierend auf der Annahme, dass das Vorhaben noch in diesem Jahr bestellt würde, angegeben werden. Dabei sind nicht die effektiven Bauarbeiten kostspielig, sondern die längere Bauzeit und die Beeinträchtigungen des Bauunternehmers hinsichtlich seiner Abläufe, Logistik und Installationen, die auf den Bau des GBT in der bestellten Form ausgerichtet sind. Auf dieser Berechnungsbasis ist mit Rohbaukosten von 250 bis 350 Millionen Franken zu rechnen. Diese Kosten würden bereits ab dem Jahre 2007 bis zur Inbetriebnahme des GBT anfallen. Die technische Ausrüstung (Kabel, Anschlüsse usw.) ist dabei nicht enthalten. Terminlich würden die Auswirkungen dieser Arbeiten den Inbetriebsetzungstermin des GBT um rund eineinhalb bis zweieinhalb Jahre verzögern.</p><p>Betrachtet man all diese Nachteile, ist die Option einer Stromtransitleitung durch den GBT nicht weiterzuverfolgen, zumal diese zurzeit von keinem Unternehmen nachgefragt wird.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.