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Einmal mehr sorgt die Tigermücke in Brasilien für Aufregung. Aufgetaucht ist im Nordosten des Landes ein Fall von Gelbfieber, das ebenso wie Dengue, Chikungunya und Zika von Aedes aegypti übertragen wird. Auch wenn zwei Labors bereits Gelbfieber an einer verstorbenen Patientin bestätigt haben, sprechen die Behörden offiziell noch von einem “Verdachtsfall“.
Anders als in bewaldeten Gebieten hat das Gelbfieber in Brasiliens Städten und Siedlungsgebieten seit 1942 als ausgerottet gegolten. In bewaldeten Gebieten sind zwischen 1980 und 2004 in ganz Brasilien 662 Fälle von Gelbfieber verzeichnet worden, 339 der Erkrankten sind daran gestorben.
Anfang Juli dieses Jahres ist allerdings eine 53-jährige Krankenschwester in der Stadt Natal an der Krankheit verstorben. Zwei unabhängige Labors haben das Gelbfieber als Todesursache bestätigt. Das Gesundheitsministerium ist darüber allerdings erst am 22. Dezember informiert worden. Wie es heißt stehen noch weitere Ermittlungen aus, um den Fall tatsächlich bestätigen zu können.
Nach Angaben von Familienangehörigen der Verstorbenen soll die 53-Jährige vor ihrer Erkrankung nicht in andere Regionen gereist sein. Jetzt wollen die Behörden untersuchen, ob Affen in den Parkanlagen der Stadt oder der Umgebung von Gelbfieber betroffen sind. Gesammelt werden ebenso Mücken, um sie auf den Erreger des Gelbfiebers hin zu untersuchen. Gleichzeitig wird von den Behörden jedoch beschwichtigt. Seit dem Auftreten der Krankheit im Juli, habe es keine weiteren Fälle mehr gegeben.
Um die Verbreitung der Tigermücken einzudämmen, laufend derzeit in Brasilien etliche Aktionen. In einigen Munizipen unterstützt das Militär die Trupps der Gesundheitsämter bei der Ortsbesichtigung in Privathäusern, um dort die Bewohner aufzuklären und mögliche Vermehrungsherde der Mücke zu finden, die in kleinsten stehenden Gewässern ihre Eier ablegt.
Hintergrund dafür ist die stark gestiegene Zahl an Dengue-Erkrankungen, die dieses Jahr über 1,5 Millionen Menschen betroffen hat. Eine steigende Zahl wird ebenso beim Chikungunya und Zika verzeichnet. Der Zika-Virus wird zudem für die gehäuft aufgetretenen Fälle der Mikrozepahlie (Schädeldeformierung) bei Neugeborenen verantwortlich gemacht. In wenigen Wochen ist diese bei knapp 3.000 Babys diagnostiziert worden.
Zumindest gegen das Dengue-Fieber wird es in Brasilien bald einen Schutz geben. Zugelassen wurde vor wenigen Tagen ein Impfstoff, dessen Effektivität mit 66 Prozent angegeben wird. Er soll jedoch die schweren Formen des Dengue-Fiebers, die tödlich verlaufen können, zu 93 Prozent vermeiden helfen. Nach Mexiko und den Philippinen ist Brasilien weltweit das dritte Land, in dem der Impfstoff eines französischen Unternehmens zugelassen wurde.