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Wer bezahlt einen Sturmschaden am Auto?
Frage: Während des letzten Sturms war mein Auto auf der Strasse im Quartier parkiert. Der Ast einer Eiche brach ab und krachte auf den Wagen. Dabei wurde das Fahrzeugdach beschädigt. Wer bezahlt den Schaden?
Falls Sie für Ihr Auto eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben, übernimmt diese die Reparaturkosten für das Fahrzeugdach. Ist Ihr Wagen teilkaskoversichert, zahlt die Versicherung nur, wenn der Sturm mit einer Geschwindigkeit von mehr als 75 Kilometern pro Stunde (Windstärke 10) gewütet hat.
War dies nicht der Fall, bleiben Sie auf den Kosten sitzen, ausser der abgebrochene Ast war morsch oder altersschwach. Hätte er aus diesem Grund schon lange beseitigt werden sollen, können Sie die Eigentümerin der Strasse - in Ihrem Fall wäre das die Gemeinde - für den Schaden am Fahrzeug belangen. Als sogenannte Werkeigentümerin ist sie für den Unterhalt der Strasse verantwortlich. Dazu gehört auch das Entfernen von Ästen, die die Sicherheit der Strassenbenützer beeinträchtigen könnten.
Wer bezahlt den Schaden am geliehenen Auto?
Frage: Für einen Ausflug in die Berge habe ich einer Kollegin mein Auto geliehen. Es kam mit einer kaputten Heckscheibe zurück: Ein Steinschlag hatte es getroffen. Die Haftpflichtversicherung meiner Kollegin will aber nicht zahlen, weil sie für ein zufälliges Ereignis nicht hafte. Wer muss nun für den Schaden aufkommen?
Für Zufall haftet grundsätzlich der Eigentümer. Hat die Entlehnerin das Auto vereinbarungsgemäss benutzt, kommt die gewöhnliche Verschuldenshaftung zur Anwendung. Das bedeutet, sie kann sich von der Haftung befreien, wenn sie beweist, dass sie am Schaden kein Verschulden trifft. Ein Verschulden liegt vor, wenn sie den Schaden gewollt oder in Kauf genommen hat oder ihn sorgfaltswidrig, das heisst fahrlässig, herbeigeführt hat.
Fahrlässigkeit ist die häufigste Schadensursache. Ob Fahrlässigkeit vorliegt, wird nach einem objektiven Massstab bestimmt: Gefordert wird die Sorgfalt, die eine gewissenhafte Person in der gleichen Lage anwenden würde. Wenn ihre Kollegin zum Beispiel das Auto in einer Steinschlagzone parkiert hätte, so wäre sie für den Schaden verantwortlich. Das blosse Passieren eines Strassenstücks, bei dem vor Steinschlag gewarnt wird, können Sie ihr hingegen nicht vorwerfen. Auch gewissenhafte Automobilistinnen und Automobilisten befahren solche Strecken. Ihre Kollegin muss somit nicht für den Schaden aufkommen.
Nur wenn die Entlehnerin bestimmte Vorschriften verletzt, haftet sie für Zufall: So darf sie die gratis ausgeliehene Sache ausschliesslich zum vereinbarten Zweck benutzen. Wenn nichts abgemacht ist, darf die Sache nur dazu gebraucht werden, wozu sie nach ihrer Beschaffenheit oder nach ihrem Zweck gemacht ist: Mit dem geliehenen Rennvelo darf man also nicht über Wanderwege rasen. Auch darf man die geliehene Sache nicht weiteren Personen überlassen. Handelt die Entlehnerin dem zuwider, haftet sie für den Schaden, selbst wenn er nur zufällig entstehen konnte – es sei denn, sie ist in der Lage nachzuweisen, dass der Schaden auch dann entstanden wäre, wenn sie die Sache korrekt gebraucht oder nicht an Dritte ausgeliehen hätte.
Streng rechtlich gesehen haftet also in Ihrem Fall Ihre Kollegin nicht. Das soll Sie aber nicht daran hindern, an ihre Kollegialität zu appellieren: Wenn Sie schon so grosszügig waren, ihr das Auto gratis zur Verfügung zu stellen, könnte sie sich nun auch mit einem Beitrag an die Reparaturkosten erkenntlich zeigen.
Altes Auto beschädigt - wie viel zahlt Versicherung?
Frage: Mein Auto älteren Jahrgangs wurde bei einem Unfall beschädigt. Die Reparatur kostet 3500 Franken. Die Versicherung des Unfallverursachers meint aber, sie müsse sich nur mit 1000 Franken an den Kosten beteiligen. Ist das korrekt?
Ja. Kostet die Reparatur bei einem alten Wagen mehr, als das Fahrzeug wert ist, so darf sich die Versicherung auf die Entschädigung des Zeitwerts beschränken. Der Zeitwert errechnet sich aus dem Neuwert abzüglich Amortisation. Auch Zustand und Ausrüstung spielen eine Rolle.
Bei alten Autos besteht eine grosse Differenz zwischen Zeit- und Nutzungswert, kann doch ein praktisch wertloses altes Gefährt der Besitzerin noch lange Zeit gute Dienste leisten. Sie haben wirklich Pech, denn mit der Entschädigung können Sie sich keinen gleichwertigen Ersatz leisten.
Falls Sie jedoch mit früheren Reparaturrechnungen belegen, dass das beschädigte Auto in sehr gutem Zustand war, liegt der Zeitwert über den für die Bewertung normalerweise geltenden Eurotax-Richtlinien. Es kann sich also lohnen, nochmals mit der Versicherung zu verhandeln.
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Sich in dem Dschungel von Autoversicherungen zurechtzufinden, ist nicht einfach. Mitglieder von Guider erfahren, welche Versicherungen sich anbieten, ob Teilkasko oder Vollkasko, welche Schäden durch sie gedeckt werden und wann sich eine Zeitwertzusatz- und Parkschadenversicherung wirklich lohnt.
Nach Totalschaden - wer zahlt für den Ersatzwagen?
Frage: Ich hatte einen Verkehrsunfall, war aber nicht schuld. Mein Auto erlitt Totalschaden. Bis das neue geliefert wird, brauche ich einen Ersatzwagen. Zahlt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers?
Nur wenn Sie dringend auf ein Auto angewiesen sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie unbedingt einen Wagen benötigen für den Beruf, wegen familiärer Verpflichtungen oder wegen einer anstehenden Ferienreise – und nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können.
Das müssen Sie gegenüber der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers belegen können. Am besten fragen Sie frühzeitig, welche Unterlagen sie dafür benötigt. Das kann etwa eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers sein, dass Sie für die Arbeit ein privates Fahrzeug brauchen. Wenn Sie diesen sogenannten Notwendigkeitsnachweis erbringen, haben Sie Anspruch auf ein Ersatzfahrzeug in der ungefähren Preisklasse Ihres Wagens.
Die Versicherungen erwarten in der Regel, dass man möglichst rasch wieder ein eigenes Fahrzeug beschafft. Teilen Sie der Versicherung daher auch mit, wie lange Sie auf einen Ersatz angewiesen sind.
Im Idealfall können Sie die Ansprüche über Ihre Kaskoversicherung abwickeln. Diese kann auch Kosten für Ersatzwagen übernehmen, die die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers nicht decken muss. Zum Beispiel, falls Sie den Notwendigkeitsnachweis nicht erbringen können.
Ein Wermutstropfen: Viele Versicherungen sehen eine Haftungslimite für Ersatzwagenkosten vor. Dann müssen sie nur maximal für diesen Betrag einstehen.
Vorteilhaft kann eine Kaskoversicherung auch bei der Entschädigung für den Unfallwagen sein. Je nach Alter des Fahrzeugs und vereinbartem Versicherungsschutz zahlt die Kaskoversicherung mehr aus als den Zeitwert, zu dem die Motorhaftpflichtversicherung des Unfallverursachers verpflichtet ist (sogenannter Zeitwertzusatz). Dann rechnet die Kaskoversicherung direkt mit der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ab. Schauen Sie also auf jeden Fall in Ihrer Police respektive in den allgemeinen Versicherungsbedingungen nach.
Fremdes Auto beschädigt: Minderwert entschädigen?
Frage: Kürzlich beschädigte ich bei einem Unfall ein anderes Auto. Neben der Rückerstattung der Reparaturkosten will dessen Eigentümer nun auch noch eine Minderwertentschädigung. Geht das?
Ja. Bei einer Unfallreparatur hat der Eigentümer je nach Alter des Autos und der Art der Beschädigung Anspruch auf eine Entschädigung für den Minderwert. Dies deshalb, weil ein repariertes Auto als Unfallwagen gilt. Das muss bei einem späteren Verkauf deklariert werden, was den Preis mindert.
Der Minderwert berechnet sich wie folgt: Werden nicht direkt tragende Teile wie zum Beispiel Front- oder Heckbleche beschädigt, sind bis zu drei Prozent des aktuellen Zeitwerts als Minderwert zu bezahlen. Werden hingegen direkt tragende Teile, also Teile der Fahrgastzelle wie etwa die Dachträger, beschädigt, beträgt der Minderwert bis zu zehn Prozent des Zeitwerts.
Ein Tipp: Wenn Sie der geltend gemachten Minderwertentschädigung misstrauen, empfiehlt sich ein Nachfragen bei Ihrer Versicherung, die den Schadensfall behandelt: Sie hat ebenfalls kein Interesse, zu viel zu bezahlen.
Gelegentlich mit fremdem Auto unterwegs: Wie ist man versichert?
Frage: Ich besitze kein Auto, darf aber gelegentlich die Fahrzeuge meines Vaters und meines Onkels ausleihen. Wie bin ich im Falle eines Unfalls versichert?
Sie können bei Ihrer Haftpflichtversicherung eine Zusatzversicherung für die «gelegentliche Benützung fremder Fahrzeuge» abschliessen. Das kostet Sie zwischen 50 und 100 Franken jährlich. Verursachen Sie am ausgeliehenen Auto einen Schaden, übernimmt diesen die Zusatzversicherung. Ist das Auto vollkaskoversichert, übernimmt die Zusatzversicherung Selbstbehalt und Bonusverlust.
Aber Achtung: Der Begriff «gelegentliche Benützung» wird von den Versicherungen sehr streng ausgelegt. Schon eine gewisse regelmässige Nutzung (zum Beispiel «jeden Freitagabend») ist nicht mehr durch die Zusatzversicherung gedeckt. Deshalb ist Vorsicht angebracht! Lassen Sie sich von Ihrer Versicherung schriftlich bestätigen, wie sie den Begriff der «gelegentlichen Nutzung» definiert.
Regelmässig mit fremdem Auto unterwegs: Wie ist man versichert?
Frage: Ich darf an drei Tagen die Woche jeweils das Auto eines Nachbarn benutzen. Wer zahlt eigentlich, wenn ich einen Unfall verursache?
Die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung des Nachbarn übernimmt die Personen- und Sachschäden, die Dritte durch den Unfall erleiden. Die Versicherung kann aber erbrachte Leistungen beim Nachbarn teilweise oder ganz zurückfordern, wenn er ihr nicht mitgeteilt hat, dass Sie sein Fahrzeug so regelmässig benutzen.
Sie müssen den Bonusverlust und den Selbstbehalt des Nachbarn in der Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung übernehmen und auch den Schaden am geliehenen Auto selber bezahlen. Denn Ihre Privathaftpflichtversicherung deckt solche Schäden nur, wenn Sie mit dem fremden Fahrzeug nur «gelegentlich» unterwegs sind. Das ist bei einer Benutzung dreimal pro Woche klar nicht der Fall.
Fahren Sie so regelmässig, sollte der Nachbar besser eine Vollkaskoversicherung abschliessen. Dann wäre zumindest der Schaden am Fahrzeug gedeckt. Sie müssten dann nur noch den Bonusverlust sowie den Selbstbehalt des Nachbarn übernehmen.
Autotausch in den Ferien – wie versichern?
Frage: Wir tauschen mit einer irischen Familie für zwei Wochen Wohnung und Auto. Können die Iren hier in der Schweiz eine Autoversicherung abschliessen?
Ja, das können sie – bloss lohnt sich das für die irische Familie nicht. Denn für Autohaftpflicht und Kasko gibt es in der Schweiz nur Jahresversicherungen. Ausserdem sind die Iren bereits über Ihre Schweizer Autoversicherung gedeckt. Die ist für alle Fahrer gültig, die im Einverständnis des Halters gelegentlich das Auto benützen und im Besitz eines gültigen Führerausweises sind. Klären Sie jedoch bei Ihrer Versicherung ab, ob es noch als gelegentliches Benützen des Autos gilt, wenn die irische Familie mit dem Wagen zwei Wochen lang herumfährt.
Bitten Sie die Gäste, Ihnen vorgängig schriftlich zu bestätigen, dass sie im Schadensfall den Selbstbehalt und einen allfälligen Bonusverlust tragen. Ebenso, dass sie den Schaden tragen, falls die Versicherung aus irgendeinem Grund den Schaden nicht übernimmt oder die Leistungen kürzt. Zudem sollen sie Ihnen Kopien der Führerausweise schicken, damit Sie sehen, ob sie Ihr Auto überhaupt fahren dürfen.
Falls Sie in Irland eine separate Autoversicherung für die Ferien abschliessen, klären Sie ab, welche Schäden gedeckt und welche ausgeschlossen sind.