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Trotz vielfältiger Bemühungen wurde das hieroglpyhische Schriftsystem der Mayas von den Gelehrten bis in das späte 20.Jahrhundert nur teilweise entziffert. Ein Grund dafür war das geringe verfügbare Textmaterial. Und es gab keine bilingualen Texte wie im Fall des Rosettasteins (der die Entziffereung der ägyptische Hieroglyphne ermöglicht hat). Nur wenige originale Mayatexte aus der Zeit vor der spanischen Eroberung in der Mitte des 16.Jahrhunderts haben überlebt. Allerdings gibt es vielfältiges Material, das in die Säulen und den Mauern der zeremoniellen Zentren wie Tikal, Palenque und Bonampak eingraviert wurde (im heutigen Mexico und Guatemala).
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Der Maya Kalender Einführung Maya Kalender
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Mehr als 40 Jahre (von Anfang 1930 bis über 1970 hinaus) wurde die Entzifferung der Mayaschrift durch die falsche Annahme aufgehalten (verteidigt durch Sir J. Eric Thompson), dass die Glyphen Ideen repräsentieren sollten. Unter dieser Annahme wird bei der Übersetzung eines Satzes der Mayaschrift ein Verknüpfung von Ideen erforderlich, damit sich eine sinnvolle Formulierung ergeben kann.
Die korrekte Vorgehensweise zur Entzifferung der Mayaschrift bestand nämlich darin, die Schrift als die geschriebene Aufzeichnung einer gesprochenen Sprache zu behandeln. Dies wurde in den 50ziger Jahren durch den russische Linguisten Yuri V. Knorosov entdeckt. Nach dem Tod von Thompson im Jahr 1975 wurde diese Vorgehensweise von amerikanischen Linguisten übernommen und es zeigten sich exzellente Fortschritte im Hinblick auf eine vollständige Entzifferung, obwohl die Arbeit noch immer nicht beendet ist.
In zwei Dingen wurde die geschriebene Mayasprache schon im 19.Jahrhundert recht gut verstanden: das Zahlensystem und die von den Mayas verwendeten Kalendersysteme.
Im Gegensatz zu unserem dezimalen Zahlensystem, das auf der Basiszahl 10 beruht, benutzten die Mayas ein Zwanzigersystem. In ihrer Zahlenschrift wird die Einheit 5 durch einen Balken und die Einheit 1 durch einen Punkt repräsentiert. Die Zahlen von 1 bis 19 sind im Zahlensystem der Mayas durch eine Kombination von Punkten und Balken ausgedrückt.
Z.B. wird die Zahl 19 durch drei Balken und 4 Punkte bezeichnet. Die Zahlen 1 bis 19 besitzen also, ebenso wie die Null, bildhafte Glyphen.
Für Zahlen größer als 19 integrierten die Mayas das Punkt-Strich-System in ein Stellenwertsystem. Die Mayakalender-Software macht keinen expliziten Gebrauch von der numerischen Schrift der Mayas. Deshalb wird hier nicht weiter darauf eingangen. Für interessierte Leser wird auf die zahlreiche Literatur zu diesem Thema verwiesen, z.B. auf die lesenswerten Einführungen von S.Morley [3] und Ifrah [28] (s. Bibliographie am Ende dieser Dokumentation).
Drei überlieferte Mayatexte, die aus der Zeit vor den Spaniern in unsere Zeit hinüber gerettet wurden, sind nach den Städten benannt, in denen sie aufbewahrt werden. Es sind dies der Kodex Dresden, der Kodex Madrid und der Kodex Paris (siehe Maya Codices). Manchmal wird der Leser auch auf andere, weniger bekannte Textquellen verwiesen, z.B. auf die Chroniken von Oxkutzcab, erwähnt von Thompson [70] und auch Bricker & Bricker [14]. Wie in Kapitel 3 weiter ausgeführt wird, existieren geringfügige Unterschiede im Gebrauch der Kalendersysteme zwischen den verschiedenen Kodices.
Weitergehende und gute Einführungen in die Methoden der Mayas zur Berechnung von Daten in ihren verschiedenen Kalendersystemen finden sich in den Werken von Aveni [1], Aveni [5] und Ifrah [28].
Stand: 2003-08-17 CE
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