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(Terra tripolitana, frz. u. engl.
tripoli, ital. tripolo), ein meistens gelblichgraues, auch aschgraues, bräunliches, rotbraunes
oder geflecktes lockeres Mineral, das, gepulvert, ein bekanntes Poliermittel abgibt. Es kommt in verschiednen
Ländern und Gegenden auf Lagern mit Thon und mit Quarzsand vor, ferner nesterweise in verschiednen Sandsteinen. Er besteht
der Hauptmasse nach aus Kieselsäure, welche kleine Beimengungen von Thon, Eisenoxyd und Wasser enthalten kann. In vielen Fällen
hat sich der T. als ein Haufwerk der Kieselpanzer von vorweltlichen Infusorien erwiesen.
T. findet sich in verschiednen Abänderungen in Deutschland, Frankreich und der Levante. Von der Stadt Tripoli in Syrien
hat er seinen Namen. Der, sonst häufiger als jetzt, zu uns kommende levantische heißt gewöhnlich venetianischer. Bei uns
findet sich das Material im sächsischen Erzgebirge, in Böhmen, in Tirol etc.
Französischer T. kommt aus der Auvergne und Bretagne und ist schwarz von Farbe, doch gibt es auch französischen weiß,
rot und gelbgemengten, sowie ganz roten; eine feine und leichte graue Varietät liefert auch England unter dem Namen englische
Erde. Die gewöhnlich käuflichen Putzpulver bestehen jedoch nicht immer aus wirklichem T., sondern
aus Mergel, Bimsstein u. dgl. Für den Gebrauch muß der
T. geschlemmt werden; er kommt auch gewöhnlich schon geschlemmt im Handel vor.
Das Pulver dient zum Putzen und Polieren von Metallwaren, Spiegeln, Edelsteinen, zuweilen auch zu Gußformen für kleine Metallsachen.
Zur Kopierung von geschnittenen Steinen in gefärbtem Glas dient allgemein T., und zwar ist dazu feiner französischer oder
levantischer, oder beide im Gemisch erforderlich. Die Masse eignet sich dazu besonders wegen ihrer Unschmelzbarkeit im Feuer
und weil sie vermöge ihres etwas fettigen Wesens sehr scharfe Abdrücke annimmt.
Sie darf für den Zweck nicht geschlemmt, sondern nur gerieben und gebeutelt werden. Das Pulver wird
mit etwas Wasser zu einem Teig geknetet, dieser in einen kleinen Tiegel gedrückt, etwas trocknes Pulver aufgegeben und der
abzuformende Stein fest eingedrückt. Ist die Masse trocken geworden, so bringt man den Tiegel in einen kleinen Glühofen,
bedeckt mit einem passenden Stückchen farbigen Glases und erhitzt, bis das Glas Funken wirft, zum Zeichen, daß es erweicht
ist. In diesem Moment drückt man
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das Glas rasch mit einem Eisenstab in die vertiefte Form ein. - T., roh und geschlemmt, zollfrei.