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religiösen Malerei und brachte in dessen strengem Stil für kleinere bayrische Kirchen manche Altarbilder von edler Auffassung
und ansprechendem Kolorit, die aber in weitern Kunstkreisen wenig bekannt wurden; auch eine Reihe von Wandgemälden für
das bayrische Nationalmuseum aus der kirchlichen und Profangeschichte, einen Cyklus von Darstellungen aus dem Neuen Testament
für eine Kirche im Regierungsbezirk Posen und den Karton zu einem Wandgemälde in der Mariahilfkapelle am Gasteig zu München.
Friedrich, Kupferstecher, geb. zu Nürnberg, bildete sich anfangs unter dem Kupferstecher
Ernst Dertinger in Stuttgart (gest. 1866), besuchte dann die dortige Kunstschule unter Bernh.
Neher und in spätern Jahren die Kunstschule in Nürnberg unter Aug. v.
Kreling und
Jäger.
Seine Hauptwerke sind: die Beweinung Christi, nach van Dyck (in der Ägidienkirche zu Nürnberg);
alte
Frau einen Levkojenstock begießend, nach Ger. Dou (im
Belvedere zu Wien), sowie Apfelschälerin, nach Terburg (ebendaselbst).
Julius, Bildhauer, geb. 1824 zu Berlin, bezog mit 14 Jahren
die dortige Akademie, lernte fünf Jahre lang unter dem jüngern Wichmann und Ferd. Aug.
Fischer und arbeitete später als
Gehülfe von
Wredow und
Rauch. Viel Glück machte sein erstes größeres Werk, eine in Zink gegossene Schäfergruppe im sogen.
Sicilianischen Garten bei Potsdam (1850), worauf dann zwei kolossale Gruppen von
Najaden und Seelöwen,
eine Marmorstatue der
Muse Klio (1855) und ein Grabdenkmal des Geheimen Kabinettsrats Illaire folgten.
Nachdem er 1850 die große goldne Medaille der Berliner Akademie erhalten, machte er später auf Staatskosten eine Studienreise
nach Italien und wurde nach seiner Rückkehr mit vielfachen dekorativen Bildwerken,Genre- und allegorischen
Figuren beauftragt, z. B.:
Jäger,
Fischer, Schnitterin, die Monate und die Jahreszeiten. Von den Länder- und Städtefiguren
an der Berliner Börse schuf er die Länder England und Amerika, sodann einen heil. Hubertus als
Patron der Jagd, einen Apollino mit
einem Schwan als Blumenaufsatz, Friedensgenius mit dem Löwen (kaiserliches Palais)
und die anatomischen Figuren eines Hundes und eines Tigers. Eine seiner bedeutendsten Arbeiten der letzten
Jahre waren nach dem Entwurf seines Lehrers
Fischer die zwei kolossalen Marmorgruppen: Preußen und Hannover auf dem Belle-Allianceplatz.
Bei der Konkurrenz für ein Jahn-Denkmal machte er einen geistvollen Entwurf, der leider zu großen Umfang hatte.
Wilhelm, Elfenbeinbildhauer, geb. 1826 zu Wien, war anfangs Kunstdrechsler, besuchte
dann eine Modellierschule und war 1847-53 Schüler der dortigen Akademie, wo er sich namentlich unter Kähßmann ausbildete.
Von 1851 an verfertigte er eine große Anzahl von Porträtbüsten in Elfenbein, durch die er sich einen bedeutenden Namen
machte, z. B. die des Feldmarschalls Radetzky, des
KaisersFranz Joseph, der Kaiserin Elisabeth, der Erzherzogin
Sophie u. a. 1857 besuchte er Venedig, 1861 Paris, wo er die Büste Napoleons III. ausführte,
und 1864 England, wo er die des Prinzen Albert schuf. Seine besten Arbeiten sind die Büste des
KaisersFranz I. (1864) und
die 1868 in Petersburg von ihm angefertigte Büste des
Kaisers Nikolaus in halber Lebensgröße.
(spr. fríhmän), 1) Florence, amerikan.
Bildhauerin, geb. 1836 zu Boston, empfing ihren ersten Unterricht in der Skulptur von Richard
Greenough, dem jüngern Bruder des bekannten Bildhauers Horatio G. (gest. 1852). 1861 zog sie
nach Italien, bildete sich ein Jahr in Florenz unter Hiram
Powers (gest. 1873) aus und gründete dann
ein Atelier in Rom, wo sie seitdem arbeitet. Unter ihren sehr poetischen, oft originellen Schöpfungen der Idealplastik nennen
wir: eine Büste des
Engels Sandalphon (nach
Longfellows Gedicht), ein schlafendes Kind,
Relief der sieben Wochentage, Kammgesims
mit einer Darstellung aus der Sage vom Julfest und die Statue der kleinen Thekla mit dem verwirrten Strang
(aus dem Buch «Die Familie Schönberg-Cotta», Kap.
38).
2) JamesE., amerikan. Genremaler,
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geboren in Neuschottland, trat schon in früher Jugend in die Schule der Nationalakademie zu New York, malte dort eine Zeitlang
und lebte dann viele Jahre in Rom, von wo aus er, wenigstens bis 1868, Bilder in New York ausstellte. Zu seinen besten, bekanntesten
Bildern gehören: die sehr charaktervollen, trefflich ausgeführten Bettler, ein Blumenmädchen, Savoyardenknabe
in London und der schlechte Schuh. In England gab er ein Buch, betitelt: «Italienische
Skizzenmappe», heraus.
(spr. frehmjäh), Emmanuel, franz. Bildhauer,
geb. 1824 zu Paris, Schüler seines Oheims Rude, widmete sich anfangs ausschließlich der Tierplastik,
studierte deren Anatomie, führte mehrere anatomische Studien aus und debütierte 1843 mit einer Gazelle,
worauf dann in den nächsten Jahren ein Dromedar (in Wachs), mehrere Hunde- und Katzengruppen, ein Fuchs, ein verwundeter
Bär, ein besonders meisterhafter verwundeter Jagdhund (im Luxembourg) u. a. folgten. Um die
Mitte der 50er Jahre wandte er sich auch zu menschlichen Figuren und brachte einen Karabinier, einen
Artilleristen zu Pferd, einen Voltigeur, einen Kentauren, einen gallischen Reiter (Bronze), aber auch hin und wieder noch
Tierfiguren.
Ein von vielen getadeltes Werk ist die kleine Reiterstatue der Jungfrau von Orléans (errichtet 1874) auf dem Rivoliplatz
in Paris. Dazu später noch ein sehr gelobter Mann aus der Steinzeit, ein Minstrel des 15. Jahrhunderts
(Statuette in versilberter Bronze), ein Jäger mit einem Gorilla, eine Hofdame aus dem 16. Jahrhundert und 1878 eine Marmorstatue
des heil. Gregor von Tours für die Kirche Ste. Geneviève. 1860 wurde
er Ritter und 1878 Offizier der Ehrenlegion.
(spr. frenntsch),Daniel Chester, amerikan. Bildhauer, geb. 1850 zu
Exeter (New Hampshire), widmete sich den Kunststudien unter Rimmer in Boston, arbeitete eine Zeitlang in New York unter dem
Bildhauer Ward und von 1875-76 unterThomasBall in Florenz. Nachdem er dann eine Zeitlang wieder in den Vereinigten Staaten
gelebt hatte, ließ er sich in Florenz nieder. Eins
seiner Hauptwerke ist der bronzene «minuteman», ein Jüngling, von seiner Feldarbeit zum Kriegsdienst gerufen (1875); ferner die
Maikönigin (Marmor), der Tagesanbruch (Relief), die kolossale Gruppe: Friede und Krieg (im Zollhaus zu St. Louis) und das
Erwachen des Endymion.
(spr. frähr), 1) Charles Théodore, franz.
Maler des ethnographischen Genres, geb. zu Paris, wo er sich unter Cogniet und Roqueplan der
Malerei widmete. Sein erstes Bild war 1834 eine Ansicht von Straßburg. 1836 reiste er nach Algerien, wohnte 1837 der Einnahme
von Konstantine bei, durchwanderte die Wüste und besuchte dann das Innere der Provinz Oran, Griechenland, Konstantinopel,
Kleinasien, Syrien und Ägypten, begleitete 1869 die Kaiserin Eugenie bei ihrer Fahrt auf dem Nil und
führte in ihrem Auftrag eine Reihe von Aquarellen von den Hauptpunkten dieser Fahrt aus.
Zuletzt ließ er sich in Kairo nieder. Seine Bilder, teils in Öl, teils in Wasserfarben, schildern in höchst interessanter
Weise Natur und Leben der dortigen Gegenden. Zu den besten derselben gehören, abgesehen von den noch
vor jene Reisen fallenden Landschaften aus Frankreich, die in Konstantine 1840-48 entstandenen, z. B.:
die Judenstraße, die Vorstadt Bab a Zounn, der Bazar von Janina, Markt in Konstantine, ferner der Ruheplatz der Araber (1850),
Moschee in Beirut, Straße in Konstantinopel, Bazar in Damaskus, Harem in Kairo, das Café Mohammed daselbst
(1859), das Innere eines Hofs zu Tantah in Ägypten, Fest bei einem Ulema in Konstantinopel (1861), Ruinen von Karnak (1862),
das Café von Galata (1867), der Samum, Karawane in Mekka, und aus den letzten Jahren: Halt einer Karawane
bei Kairo, Abend in Oberägypten, Insel Philä in Nubien, die Chalifengräber in Kairo (1876)
und die 1878 ausgestellten: der Nil bei Abend, die Wüste und der Mittag.
2) Pierre Edouard, franz. Genremaler, Bruder des vorigen, geb. zu
Paris, kam mit 17 Jahren in das Atelier von Delaroche und wurde Schüler der École des beaux-arts. Sehr
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bald nach seinem Debüt 1843 kam er zu bedeutendem Ruf. Seine Bilder, meistens aus dem Leben der niedern Stände und insbesondere
der Kinderwelt, zeigen eine feine Beobachtungsgabe; bald schildert er die Kinder bei ihrem fröhlichen oder ausgelassenen
Spiel, bald emsig bei ihrer Arbeit. Er hat ein treffliches Helldunkel des Kolorits, aber oft eine nachlässige
Zeichnung und flüchtige Ausführung. Unter den durch Stich oder Lithographie sehr verbreiteten und beliebten nennen wir
nur als die ältern: den kleinen Gourmand und die kleinen Neugierigen (1843), den Tausendkünstler (1844), die Henne mit
den goldnen Eiern (1846), die kleine Lieferantin (1855), Ausgang aus dem Bade, die Sonntagstoilette (1856),
das Gebet, die kleine Köchin (1858), das Schneeballwerfen (1861), Mädchen in einer Nähschule zu Ecouen (1866), und aus
den letzten zehn Jahren: die Glitschbahn, eine Vorstellung, Gang zur Schule u. a. Nachdem er
mehrere Medaillen erhalten, wurde er 1855 Ritter der Ehrenlegion. Er lebt gegenwärtig in Ecouen. - Sein
Sohn Charles, geboren zu Paris, Schüler seines Vaters und Coutures, malt landschaftliche Genrebilder, z. B.
die Erbsenernte am Morgen (1874), vor dem Regen (1875), der Schnee (1876).
Georg Christian, dän. Bildhauer, geb. zu
Altona, wurde Schüler seines Oheims, des BildhauersHerm. Ernst F. (gest. 1840), besuchte die Akademie
in Kopenhagen, wo er 1845 Hektors Abschied schuf, der ihm die goldne Medaille eintrug. Nachdem er dann mehrere Modelle Thorwaldsens
ausgeführt hatte, hielt er sich zu wiederholten Malen mehrere Jahre in Rom auf, das letztemal 1864 und 1865, und schuf dort
seine meisten und besten Werke, fast alle aus der Genreskulptur, z. B.
der Bocciaspieler, Aktäon von den Hunden verfolgt, eine junge Spinnerin, Kastagnettenschlägerin u. a.
Er ist Mitglied der Akademie in Kopenhagen.
Wilhelm Friedrich, Tiermaler, geb. zu Karlsruhe, erlernte die Anfangsgründe der Kunst
unter dem Historienmaler Koopmann, bildete sich aber nachher als Autodidakt weiter. Nachdem er eigentümlicher
Verhältnisse
wegen der Kunst über 20 Jahre lang hatte entsagen müssen, begann er erst 1870 die Ausübung derselben und
machte zu diesem Zweck auch Studienreisen nach Holland, dem Schwarzwald und Tirol. Zu den besten seiner bis jetzt gemalten
Bilder gehören: eine Herde am Unnutz im nördlichen Tirol (Privatbesitz in Paris), Viehweide bei Bremerhafen
und Herde am Bach.
Konrad, Pferde- und Soldatenmaler, geb. zu Stettin, wurde in Berlin
Schüler von Steffeck und widmete sich, wie dieser, mit besonderm Glück dem Reiterbild in kleinerm Maßstab und dem militärischen
Genre, machte dagegen in größern Einzelfiguren vermöge einer allzu bunten und mühsamen Technik weniger
Glück. So sind seine kleinen Reitergruppen, z. B. Prinz Karl von Preußen mit seiner Begleitung
vor Paris (1872), Ritt des Prinzen Karl zur Parforcejagd (1876), Gruppe
von Garde du Corps-Offizieren (1878), sehr lebendig und naturwahr.
Ebenso sehr gelingt ihm die Darstellung edler Rassepferde. Trefflich war auf der akademischen Ausstellung 1879 ein
lebensgroßes männliches Porträt. In seinen militärischen Genrebildern, die fast alle den Krieg von 1870/71 behandeln,
fixiert er mit großer Wahrheit und Anschaulichkeit Momente, die als Erinnerung für die Besteller von besonderm Wert sind;
z. B.: Prinz Hohenlohe bei Clamart vor Paris, Ankunft des Prinzen Friedrich Karl auf dem Schlachtfeld
von Vionville, Übergabe von Metz (1877) etc.
J. (Anmerkung des Editors: Joachim), ein norwegischer, außerhalb seines Landes wenig bekannt gewordener Landschaftsmaler,
geb. 1810 zu Christiania, bildete sich 1832 und 1833 auf der Akademie zu Kopenhagen und dann in
Dresden und München aus. Seine Landschaften, für die er sehr malerische Motive aus der Natur seiner
Heimat zu wählen weiß, haben meistens einen milden, friedlichen, bisweilen etwas romantischen Charakter und sprechen sehr
zum Gemüt. Die bemerkenswertesten derselben sind die sechs norwegischen im Speisesaal des Lustschlosses Oskarshall bei Christiania,
andre in der dortigen Nationalgallerie.
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Friedrich, Genremaler, geb. zu Kohljanowitz in Böhmen, bezog die Akademie zu Wien und bildete
sich namentlich unter Waldmüller (gest. 1865) als dessen talentvollster Schüler aus. Er bereiste 1850 Italien,
besuchte auch Düsseldorf und Paris und trat 1852 nicht ohne Erfolg mit dem Historienbild: Tod Tassos in
lebensgroßen Figuren auf. Nach einigen Versuchen im historischen Genre trieb ihn sein gesunder Realismus zu dem seinem Talent
völlig angemessenen eigentlichen Genre, zum häuslichen und socialen Kleinleben, worin er glänzenden Erfolg hatte.
Durch Waldmüller noch in der ältern Wiener Schule wurzelnd, schildert er mit energischem Pinsel, oft in behaglichem Humor,
bisweilen allerdings auch mit der altwienerisch-sentimentalen Gemütlichkeit, aber stets drastisch und charakteristisch die
Freuden und Leiden des WienerVolks. Die bedeutendsten der überaus zahlreichen Bilder aus den letzten 20 Jahren sind: beim
Juwelier, Kirchweihfest in Mariabrunn, Adoption eines Kindes, Ergreifung des Brandstifters auf frischer That (Hauptbild aus
dem Jahr 1864), die Feierstunde (1865) und die weitern Lebensbilder aus dem Leihhaus (Gallerie Koburg),
dem Lotteriewesen, der Zechstube und dem Handwerkeratelier, dem Polizeilokal, dem Volksprater etc.
Ein besonders liebevolles Studium widmete er dem gemütlichen Familienkreis der Kriegspensionäre und Invaliden, z. B.
der neue Kamerad (Akademie in Wien), der Zither spielende Invalide, willkommen in der Veteranenstube u.
dgl.; überall zeigt er eine klare, objektive Anschauung, eine scharfe, oft derbe
Charakteristik und sorgfältige technische Durchführung des Einzelnen.
Gotthelf Louis Emil, Kupferstecher, geb. zu Dresden als Sohn eines Blumenmalers, widmete
sich anfangs der Landschaftsmalerei unter Ludw.
Richter, wandte sich aber dann unter Thäter dem Kupferstich zu, brachte seit 1855 eine Reihe von
trefflichen, malerisch ausgeführten Blättern und zeichnete auch viel auf Holz. Zu seinen besten Blättern gehören: der
Sängerkrieg
auf der Wartburg im Jahr 1207, nach M. v. Schwind;
Ernestine, Genremalerin, geb. zu Danzig, genoß den ersten Kunstunterricht
in Düsseldorf bei Frau Marie Wiegmann, wurde dann Schülerin von Jordan und Wilh. Sohn. Studienreisen
machte sie nur in Holstein, Bayern und Masuren, besuchte aber zu wiederholten Malen auch Holland, Belgien, England und Italien,
die ihr Anregung zu neuen Bildern verliehen. Mit Vorliebe schildert sie das Leben der Masuren, Polen und Juden,
mit großer Innigkeit des Gefühls, manchmal heiter, oft auch etwas melancholisch in der Stimmung. Zu ihren bedeutendsten
Werken gehören: Rast im Wald (polnische Flößer), Klosterschule, polnische Landpost, Schulkinder über einen See fahrend,
anbetende Flissen, polnische Insurgenten in einem Keller, Liebespaar im Boot, alte Kirche in Masuren, Kinder in Rom zur
Zeit des Karnevals, Freitagsabend im Judenviertel zu Amsterdam und jüdische Lumpensammler in Masuren.
1) Alfred Downing, engl. Genremaler, geb. 1822 zu
Bristol, kam mit 18 Jahren nach London und machte seine Studien im Britischen Museum und in der königl.
Akademie. Wie sein Bruder (s. unten), stellte er seit 1844 regelmäßig in der
Gallerie der Aquarelle seine Scenen aus dem britischen und irischen Volksleben aus, die zwar sorgfältig ausgeführt und
von pikanter Beleuchtung, aber etwas manieriert sind; z. B.: die Hütte des Wilddiebs (1844),
irische Galanterie, die irische Mutter, die Abfahrt des Fischers. Später griff er auch zu italienischen Ansichten und
italienischem Volksleben.
2) George Arthur, engl. Landschaftsmaler in Aquarell, geb. 1813 zu
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Bristol, Bruder des vorigen, widmete sich zunächst in seiner Vaterstadt der Kunst und ließ sich 1840 in London nieder,
wo er in Aquarell Landschaften aus den schottischen Hochlanden und aus Wales von korrekter Zeichnung und kräftigem Kolorit
ausstellt, z. B. in der Ausstellung von 1877 zwölf Bilder von den Inseln Skye
und Sarku.
Heinr. Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 1831 zu Altenbruch im Herzogtum Bremen, begann seine künstlerische
Laufbahn als Autodidakt in der Porträtmalerei und ging 1858 nach Düsseldorf, wo er sich vier Jahre lang unter Gude in der
Landschaftsmalerei ausbildete. Dann bereiste er England, Tirol, die Schweiz und namentlich die Harzgegenden,
die in der Landschaft viele Jahre hindurch seine eigentliche Domäne waren, welche er in einer großen Reihe sehr gut komponierter
Stimmungslandschaften beherrschte, mit treuer Wiedergabe des Gebirgscharakters, manche andre auch aus Tirol. Später wandte
er sich mehr zu Bildern von der englischen Küste, in denen er sich auch in der Malerei des Wassers sehr
geschickt beweist, z. B. Abend an der englischen Küste.
(spr. frĭth), William Power, einer der besten und populärsten Genremaler Englands,
geb. 1819 zu Studley bei Ripon (Yorkshire), kam 1835 auf die Akademie in London und wurde Schüler
von Saß, bei dem er drei Jahre lang zeichnen und komponieren lernte. Zuerst nahm er seine Stoffe aus
englischen Dichtern und Romanschriftstellern, unter denen schon sein erstes, Othello und Desdemona (1840), sehr gelobt wurde;
bald nachher Malvolio vor der Gräfin Olivia, Abschied Leicesters von Amy Robsart (1841), Skizze aus Sternes «Empfindsamer
Reise» und aus Goldsmiths «Landprediger von Wakefield» (1842),
und in den nächsten Jahren Bilder aus Dickens und wiederum aus Shakespeare und dem «Landprediger
von Wakefield»; 1845 der Dorfpfarrer, infolge dessen er Genosse der Akademie wurde. Ebenso nachher Scenen aus Molières
«Bourgeoisgentilhomme», aus «Don Quichotte», und 1852 die
Bilder: das Kind beim Abendgebet und Pope und Lady Montagu, infolge
deren er Mitglied der Akademie wurde.
Von 1855 an wandte er sich mehr zur Darstellung des englischen Lebens der höhern und der niedern Stände.
Dahin gehören z. B. das Seebad von Ramsgate und vor allem das berühmte Derbyrennen in Epsom,
das 1858 bei seinem Erscheinen förmlich belagert wurde; ebenso die umfangreiche Eisenbahnstation (1861),
die für die Königin gemalte Vermählung des Prinzen von Wales mit der Prinzessin Alexandra von Dänemark in der St. Georgskapelle
zu Windsor (1863), König Karls II. letzter Sonntag (1867), vor dem Mittagessen in Boswells Wohnung in Bond Street und zahlreiche
andre, unter denen wir nur, als in den letzten Jahren entstanden (1878), eine
Reihenfolge von fünf Bildern, betitelt: der Weg zum Verderben, nennen. Seine Bilder haben im allgemeinen eine große Wahrheit
des Ausdrucks und der Charakteristik, lassen aber in der Komposition des Ganzen, in der Sauberkeit der Ausführung und in
der Beleuchtung manches zu wünschen übrig. F. ist Ehrenmitglied der Akademie in Wien (1869), Mitglied
der Akademien in Brüssel (1871) und Stockholm (1873).
Melchior, Landschaftsmaler, geb. 1826 zu Wien, besuchte auf der dortigen Akademie
nur die Zeichenschule, bildete sich aber im Malen als Autodidakt aus und erhielt dennoch den Kaiserpreis. Später machte
er größere Studienreisen nicht nur in Tirol und Steiermark, wo er eine Menge interessanter Studien
sammelte, sondern auch nach dem Orient, nach Italien, Paris und den Kunststädten Deutschlands. Seine Gebirgs- und Waldlandschaften
haben meistens eine große Naturwahrheit und eine feine Empfindung, so z. B.: Dorfbrand nach
einem Gewitter, die treffliche Gewitterlandschaft mit den auf dem Heimweg begriffenen holzbeladenen Landleuten
und dem Ehepaar, das unter einem Holzschuppen das Unwetter abwarten will (1874), ebenso die Partie
am Langbathsee im Salzkammergut (1875) und Dorfbrand (1877).
August, Landschaftsmaler, geb. 1843 zu Oberramstatt bei Darmstadt, widmete sich
anfangs dem Forstwesen,
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folgte dann aber seiner Neigung zur Kunst, wurde Schüler von Seeger in Darmstadt und besuchte die Kunstschule in Karlsruhe
sowie die Akademie in München.
Die Früchte seiner Studienreisen in den Rheingegenden und in den Hochgebirgen Bayerns waren
manche recht anmutige, oft allzu detaillierte und fein ausgeführte Öl- und Aquarellbilder. F. lebt
in Darmstadt.
1) Margarete Auguste, Genremalerin, geboren auf dem Rittergut Dreileben (Regierungsbezirk
Magdeburg), erhielt ihren ersten künstlerischen Unterricht in Bremen und ging 1873 nach München, wo sie zunächst ein halbes
Jahr unter Grützner lernte und nach einer Unterbrechung von 1½ Jahren Schülerin von Liezen-Mayer wurde,
der sie ebenso sehr förderte wie A. v. Kotzebue und Alexander Wagner. In ihren Genrebildern, unter denen: in der Fremde (Savoyardenknabe
in Lebensgröße) das bedeutendste ist, sowie in ihren Porträten führt sie einen kräftigen, männlichen Pinsel. 1880 zog
sie nach Stuttgart.
2) Heinr. Ed. Max, Modelleur und Bildhauer, geb. zu Fehrbellin, war anfangs
bei einem Bildhauer in der Lehre, arbeitete dann in Berlin als Gehülfe von August Fischer und Wilhelm Wolff und war mehrere
Jahre Schüler der dortigen Akademie. Außer mehreren Porträtbüsten und kleinern Gruppen lieferte er Modelle für Kunstindustrie,
namentlich für Silber und Bronze, ließ sie unter seiner Leitung in Metall ausführen und errichtete
eine große Bronzewarenfabrik, in welcher nur seine künstlerischen Erzeugnisse vervielfältigt werden, z. B.
neuerdings ein prächtiger Triton in Bronze. Der bedeutende Aufschwung der Kunstindustrie in Berlin gestattet ihm ein freieres
Entfalten der künstlerischen Seite derselben.
Otto, Landschaftsmaler, geb. 1840 zu Solothurn,
war anfangs Schüler von J. G. (Anmerkung
des Editors: Johann Gottfried) Steffan in München und besuchte dann 1864 und 1865 die Akademie in Düsseldorf.
Seine Bilder
sind meistens baumreiche Hügellandschaften aus Bayern oder auch Gebirgslandschaften aus der Schweiz, von
gediegener Auffassung
und trefflichem Baumschlag, aber nicht immer glücklicher Farbe.
Lorens, dän. Historienmaler und Illustrator,
geb. zu Kopenhagen, lernte dort das Zeichnen unter Rörbye, das Modellieren unter Bissen und arbeitete hierauf unter
Hetsch und Eckersberg. Seine ersten Arbeiten waren mit der Feder gezeichnete Tierstücke (Hirsche in einem Part) und Kompositionen
aus der altnordischen Geschichte. 1840 ging er nach München, von wo er Tirol bereiste, und 1842 nach
Dresden, wo er Schüler Bendemanns war. Nach einem Besuch in der Heimat (1845) begab er sich nach Rom, wo er fünf Jahre blieb
und unter andern Bildern die Familie eines Waldgottes malte (Gallerie in Kopenhagen).
Von da ging er nach Paris, malte unter Couture, lebte dann wieder in seiner Heimat, 1856-57 in Flensburg,
wo er für den Saal des Oberappellationsgerichts Waldemar II. als Stifter des jütischen Rechts und Friedrich IV. empfängt
die Huldigung der Schleswiger malte. Nach einem abermaligen Aufenthalt in Paris bis 1873 ließ er sich in seiner Heimat nieder.
Bedeutender als die genannten Bilder sind seine zahlreichen Illustrationen, die ihm einen weit verbreiteten Ruf verschafften,
z. B. zu Fabricius' «Geschichte Dänemarks»,
zu des Apulejus «Amor und Psyche», zum «Vaterunser»,
zu Andersens «Abenteuern», zu den Liedern der Königin Dagmar, zu Öhlenschlägers
«Gaukelspiel» u. a. Er lieferte auch zahlreiche
Radierungen zu den «Göttern des Nordens». 1857 wurde
er Ritter des Danebrogordens und 1877 Mitglied der Akademie in Kopenhagen.
(spr. frománg), Eugène, franz. Holzschneider,
geb. zu Sens (Yonne), kam schon in früher Jugend nach Paris, wo er den ersten Unterricht
in der Nationalzeichenschule erhielt und Schüler von Tauxier wurde. Nachdem er sodann für mehrere Journale
Holzschnitte geliefert hatte, ging er nach London, um sich dort in seiner Kunst weiter auszubilden, und fand reichliche Beschäftigung
nach englischen Zeichnungen. Nach Paris zurückgekehrt, arbeitete er
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