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Henri Chammartin war einer der erfolgreichsten Dressurreiter und krönte seine Karriere an den Olympischen Spielen 1964 in Tokio, als er auf seinem legendären Pferd Woermann den Olympiasieg errang. Am Montag ist er in Bern gestorben.
Chammartin hat an vier Olympischen Spielen mit der Schweizer Dressurmannschaft zweimal die Silber- und zweimal die Bronzemedaille gewonnen. Insgesamt nahm er an fünf Olympischen Spielen teil. 1963 und 1965 war Chammartin zweimal hintereinander Europameister geworden. Seine internationale Karriere als Dressurreiter beendete er nach den Olympischen Spielen 1968 in Mexico.
Der am 30. Juli 1918 in Chavannes-sous-Orsonnens als zweitjüngstes von zehn Kindern geborene Chammartin brachte durch seine Jugendjahre auf dem elterlichen Bauernhof alle Voraussetzungen zu einem tüchtigen Reiter mit. Nach der Absolvierung der Feldartillerie-Rekrutenschule fand er eine Beschäftigung als Bereiter-Aspirant in der Regie-Anstalt Thun, wo er den Grundstein für seine erfolgreiche Reiter-Karriere legte. 1949 wechselte er zur Eidg. Militärpferdeanstalt (EMPFA) in Bern, wo er bis zu seiner Pensionierung als Bereiter tätig war.
Danach konnte er sein lang ersehntes Hobby verwirklichen: Er zog mit seiner Gattin in ein Bauernhaus im Kanton Freiburg und hielt dort Schafe und andere Kleintiere. Gelegentlich erteilte er noch Reitunterricht. Wichtig waren ihm auch die zahlreichen Familienfeste sowie die Pflege der Kameradschaft mit ehemaligen Dragonern, Bereitern und Freunden. Und dabei spielte die Musik immer eine zentrale Rolle. Er wäre eigentlich lieber Sänger als Reiter geworden. Mit dem Männerchor «Les Croque Notes» gewann er seinerzeit den Grand Prix Brunnenhof von Radio DRS.
Vor neun Jahren war Henri Chammartin wieder nach Bern gezogen, vor zwei Jahren wechselte er in ein Seniorenheim, wo sein erfülltes Leben nun zu Ende ging.
Im Alter von 76 Jahren – 30 Jahre nach dem Gewinn der Olympia-Goldmedaille – setzte er sich zum letzen Mal auf ein Pferd und führte mit einer seiner Reitschülerinnen ein «Pas de Deux» vor.
Ein in Beruf und Sport erfülltes Leben hat seinen Abschluss gefunden. Henri Chammartin war ein Ausnahmesportler mit Talent und Ehrgeiz, aber auch eine Persönlichkeit, die mit Überzeugung ursprüngliche Werte verkörpert hat: Zuverlässigkeit, Kameradschaft und Fairplay.
Als der damalige IOC-Präsident Lord Killanin 1976 ein Buch über die Geschichte der Olympischen Spiele herausgab, brauchte er über acht Seiten für das damalige Hauptthema der Olympischen Spiele: die...
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