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Schwyzer Volksblatt, Samstag 19.01.2019 / 7. Jahrgang
Von ROLAND LUTZ - 04.02.2014
Der Regierungsrat hat die kantonale Energiestrategie 2013-2020 verabschiedet. Sie zeigt auf, wie der Kanton in seiner Energiepolitik auf die aktuellen Herausforderungen reagiert und wie er die Energieversorgung in den nächsten Jahren nachhaltig, sicher und wirtschaftlich gestalten will. Er verfolgt dabei einen pragmatischen Weg, der sich an der Energiestrategie 2050 des Bundes orientiert. Drei erheblich erklärte Postulate zu Energiethemen und vor allem die Energiestrategie 2050 des Bundes bilden den Auslöser für die kantonale Energiestrategie. Die kantonale Strategie gibt generelle Stossrichtungen zu Versorgung, Produktion und Klimaschutz vor. Sie verzichtet auf die Festlegung von quantitativen Zielen, die über die Bundesstrategie hinausgehen. Es wurde auch ein kürzerer Betrachtungszeitraum gewählt, um die Planungssicherheit zu erhöhen. Damit wird ein pragmatischer energiepolitischer Weg eingeschlagen.
Das erste Massnahmenpaket des Bundes sieht vor, den Energie- und Stromverbrauch zu reduzieren, den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen und die energiebedingten CO2-Emissionen zu senken. Daran orientieren sich auch die wesentlichen energiepolitischen Ziele der kantonalen Energiestrategie:
- Eine sichere, nachhaltige, umweltverträgliche und wirtschaftliche Energieversorgung;
- Eine Energieproduktion, die prioritär auf einheimischen bzw. inländischen Energieträgern beruht;
- Die Energieeffizienz bei Gebäuden, Mobilität und Prozessen wird mit geeigneten Massnahmen erhöht und der Primärverbrauch wird reduziert.
Diese Ziele stehen auch im Einklang mit der kantonalen Strategie Wirtschaft und Wohnen, die ein weiteres Wachstum der Bevölkerungszahl und der Wirtschaft vorsieht. Die damit verbundene zwangsläufige Steigerung des Energieverbrauchs wird aufgefangen, indem die Hälfte des prognostizierten zusätzlichen Bedarfs an elektrischer Energie durch Effizienzgewinne und den Zubau von erneuerbarer Energie abgedeckt wird. Bei der Wärmeerzeugung soll der Anteil an erneuerbaren Energien bis 2020 auf 35% gesteigert werden.
Die in der kantonalen Energiestrategie aufgeführten Massnahmen konzentrieren sich auf Bereiche, in denen eine möglichst grosse Wirkung erzielt werden kann:
- Revision des kantonalen Energiegesetzes;
- Erhöhung der Anforderungen an die Wärmedämmungsvorschriften bei Neubauten und bestehenden Gebäuden;
- Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien zur Deckung des Gebäudeenergieverbrauchs;
- Energieplanung und Sicherung der Energieverteilung durch Abstimmung der Trassen für die Energieversorgung mit der kantonalen Planung;
- Vorbildfunktion bei kantonseigenen Liegenschaften;
- Information und Kommunikation
In den politischen Vorstössen war die Forderung erhoben worden, ein Kantonswerk für die Stromversorgung zu gründen und die Geothermie zu fördern. Beide Punkte wurden nicht in die kantonale Energiestrategie aufgenommen. Für einen zwangsweisen Zusammenschluss der heute im Kanton tätigen Stromproduzenten fehlt die gesetzliche Grundlage; ein freiwilliger Zusammenschluss erscheint unrealistisch. Bei der Erforschung der Möglichkeiten der Geothermie kann der Kanton die Rahmenbedingungen für Investoren verbessern. Direkte Investitionen des Kantons kommen allerdings wegen der zahlreichen Unsicherheiten und des ungewissen Erfolgs nicht in Frage.
Quelle: www.sz.ch
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