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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der fünfte Tag. Siebte und achte Homilie. (Gen 1,20-23)
IV. Kapitel. Das Wasser das Element der Fische. Was die Luft für die übrigen lebenden Wesen, ist das Wasser für die Fische. Lungenund Kiemenatmung.
10.
Ein wie guter Mutterschoß aber das Wasser ist, das schließ auch aus Folgendem: Du, o Mensch, hast Enterbung der Kinder durch die Eltern, Verstoßung derselben, Haß und Mißgunst gelehrt: so lerne, wie innige Bande Eltern und Kinder verknüpfen sollen! Es können die Fische nicht ohne das Wasser leben, lassen sich nicht von der Verbindung mit ihrem Mutterelement trennen, nicht der Wartung ihrer Amme entreißen und sterben naturgemäß auf der Stelle, sobald sie davon getrennt werden. Sie fristen nämlich ihr Leben nicht wie alle sonstigen Wesen durch Luftatmung; sie bedürfen des natürlichen Einund Ausatmens nicht, sonst könnten sie ja nicht ständig ohne Luft zu schöpfen unter Wasser leben. Was für uns die Luft ist, das ist für sie das Wasser. Wie für uns die Luft, so ist für sie das Wasser das wesentliche Lebenselement. Wird uns die Luftzufuhr abgeschnitten, geht uns sogleich das Leben aus, weil wir nicht die geringste Zeit des Lebensodems entbehren können. So vermögen auch die Fische, wenn man sie aus dem Wasser nimmt, ohne ihr Lebenselement nicht zu existieren.