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Jugendliche konsumieren Medikamente häufig im Ausgang in Gruppen von Gleichaltrigen, um neue Erfahrungen zu machen und einen Rausch zu erleben. Insbesondere Schlaf- und Beruhigungsmittel, Hustensirupe, opioidhaltige Schmerzmittel oder Stimulanzien werden dabei konsumiert und oft mit Alkohol oder anderen Substanzen gemischt. Auch Antihistaminika, Abführmittel oder Anabolika werden konsumiert. Da der Konsum sehr gefährlich ist, ist es wichtig, dass Eltern darüber informiert sind.
Von «missbräuchlichem» Medikamentenkonsum wird gesprochen, wenn er ausserhalb des eigentlichen medizinisch-therapeutischen Rahmens erfolgt. Das bedeutet, dass ein Medikament entweder zu einem anderen als dem medizinischen Zweck, zur Selbstmedikation ohne Absprache mit Fachpersonen oder höher dosiert und länger als verschrieben eingenommen wird.
Medikamente werden auch missbräuchlich eingenommen, um z. B. negativen Gefühlen entgegenzuwirken, ein psychisches oder körperliches Unwohlsein zu lindern oder um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Den Zugang zu den Medikamenten erhalten die Jugendlichen entweder zuhause, über den Freundeskreis, über soziale Medien oder auch in Apotheken.
In der Schweiz kommt missbräuchlicher Medikamentenkonsum im Vergleich zum Konsum von Alkohol oder Cannabis zwar wenig vor. 2018 waren es etwas mehr als vier Prozent der 15-Jährigen, welche bereits einmal Medikamente einnahmen, um einen Kick zu erleben. Die Tendenz ist jedoch steigend.
Der Missbrauch von Medikamenten sowie der Mischkonsum bergen verschiedene Gefahren und sind besonders riskant. Sie können zu einer erhöhten Risikobereitschaft, Unfällen, einer Suchtentwicklung und sozialen Problemen führen. Gesundheitliche Folgen zeigen sich vor allem in Form von Herzkreislaufproblemen, welche schliesslich auch zu schwerwiegenden Vorfällen oder gar Todesfällen führen können.
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Die eigene Haltung der Eltern oder Angehörigen gegenüber Medikamenten hat einen grossen Einfluss auf den Umgang von Kindern mit Medikamenten und kann einen missbräuchlichen Medikamentenkonsum vorbeugen. Deshalb sollten Eltern folgende Punkte beachten:
- Medikamente (auch frei zugängliche) als Heilmittel und nicht als harmlose Substanzen betrachten und dies den Kindern auch so vermitteln.
- Dem Kind nur Medikamente geben, wenn ein medizinischer Grund vorliegt.
- Fachpersonen vor der Medikamentenabgabe an Kinder um Rat fragen.
- Dosierung und Verabreichungsdauer beachten.
- Jüngere Kinder nicht unbeaufsichtigt Medikamente einnehmen lassen.
- Mit dem Kind über die Risiken des Medikamentenkonsums und des Mischens von Arzneimitteln mit Alkohol sprechen.
- Zum Konsum psychoaktiver Substanzen generell eine klare Haltung einnehmen.
- Medikamente in der Hausapotheke schwerer erreichbar machen.
- Die therapeutische Einnahme von Medikamenten begleiten.
Wenn Kinder Probleme haben, gibt es verschiedene Anzeichen. Dazu gehören etwa, wenn sich ein Kind zurückzieht, es Schlafstörungen oder keinen Appetit hat, Probleme in der Schule oder Berufslehre hat, oder wenn es sich mit Freunden trifft, welche Medikamente oder andere Substanzen konsumieren. In solchen Fällen ist es wichtig, dass Eltern oder auch Angehörige reagieren.
Am besten sollten Eltern in Ruhe und konzentriert mit dem Kind sprechen und die Beobachtungen und Sorgen ansprechen. Dabei ist es wichtig, dass Eltern klar Stellung beziehen, ohne aber das Kind zu verurteilen.
Auch Fachstellen können Unterstützung anbieten, wenn die Situation für die Eltern nicht mehr zu kontrollieren sein sollte.
Folgende Fachstellen im Kanton Solothurn bieten sowohl Betroffenen als auch Eltern und Angehörigen Unterstützungs- und Beratungsangebote:
PERSPEKTIVE Region Solothurn-Grenchen: Elternworkshops
Suchthilfe Ost, Olten: Beratung für Betroffene und Angehörige
Suchthilfe Ost, Olten: Elternveranstaltung: Substanzkonsum
Weitere Informationen und Angaben zu weiteren Fachstellen finden Eltern und Angehörige in der Broschüre der Sucht Schweiz zum Missbrauch von Medikamenten.
Quellen: