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Besonders lohnenswert ist das öffentliche Testament dann, wenn der Erblasser nicht lesen und/oder schreiben kann. Diese Situation tritt gehäuft auf, wenn der Erblasser sehr alt oder schwer krank ist. Es gibt die Möglichkeit ein eigenes Testament zu verfassen (alleine oder mit Anwalt für Erbrecht) und beurkunden zu lassen oder das Testament vom Notar aufschreiben zu lassen. Letzteres ist erfahrungsgemäß deutlich zeit- und kostenintensiver.
Vorteil des öffentlichen Testaments
Der Vorteil eines öffentlichen Testament ist, dass dieses beurkundet wurde. Aber was bedeutet das? Zum Zeitpunkt der Unterschrift sind der Notar oder Urkundsbeamte und zwei weitere Zeugen anwesend. Diese bestätigen, dass bei der Unterzeichnung Testierfähigkeit seitens des Erblassers vorliegt. Die Testierfähigkeit ergibt sich aus der Volljährigkeit und Urteilsfähigkeit des Erblassers. Urteilsfähig ist er, wenn er in der Lage ist, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Fehlt die Testierfähigkeit, so kann kein Testament errichtet werden.
Hintergrund ist, dass es möglich ist, das Testament anzufechten, sollten nach dem Tod Zweifel an der Testierfähigkeit des Erblassers bestehen. Diese ist rückwirkend schwer zu beweisen und somit kann es bei einer Anfechtung eines eigenhändigen Testaments zu erheblichen Erbstreitigkeiten zwischen den Erben kommen. Dementsprechend ist die Rechtssicherheit eines öffentlichen Testaments in der Praxis höher, obwohl eigenhändiges Testament und öffentliches / notarielles Testament vor dem Gesetz auf einer Stufe stehen.
Ist der Inhalt des Testaments “öffentlich”?
Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass der Inhalt des Testaments öffentlich wird – könnte man meinen, wenn man “öffentliches Testament” hört. Dem ist nicht so. Der Inhalt des Testaments ist in der Praxis meist lediglich dem Erblasser selbst und dem beurkundenden Notar bekannt. Selbst die anwesenden Zeugen haben kein Recht darauf zu erfahren, was genau im Testament verfügt wird. Der Erblasser muss sich dahingehend nicht rechtfertigen oder erklären und das Testament bleibt wirksam, sofern gegen keine gesetzlichen Vorschriften verstoßen wird (z.B. Nichtbeachtung des Pflichtteils, Sittenwidrigkeit usw.). Der Inhalt des öffentlichen Testaments wird erst im Todesfall / Erbfall den betreffenden Erben eröffnet.