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Vor etwa 100 Jahren waren Steinadler in der Schweiz fast ausgerottet. Erst 1926 wurden sie in der Schweiz unter Schutz gestellt. Seither gibt es wieder mehr von ihnen. Das kann sich aber schnell ändern, denn der König der Lüfte ist empfindlich auf Störungen.
Steinadler leben vor allem im Gebirge. Sie haben ein riesiges Revier – es ist etwa so gross wie 14000 Fussballplätze.
Im Sommer jagt der Adler in den Alpen vor allem Murmeltiere. Er frisst auch Rotfüchse, Hasen, Vögel, junge Rehe und Gämsen. Wenn er ein Tier erwischt, tötet er es mit seinen messerscharfen Klauen.
Im Winter, wenn die Murmeltiere Winterschlaf halten, folgt der Steinadler den Beutetieren, die weniger hoch oben in den Alpen leben. In ihrem Nest oder in der Nähe sammeln die Steinadler tote Tiere. So haben sie genug Nahrung, wenn sie mal weniger Beute finden.
Steinadlerpaare bleiben ihr Leben lang zusammen und teilen sich ein Revier. Im Februar ist Paarungs- und Balzzeit. «Balzen» nennt man das Verhalten von Tieren, bevor sie sich paaren. Steinadler balzen auf dem Boden und in der Luft. Auf dem Boden umkreist das Männchen das Weibchen mit steifen Hüpfern. In der Luft machen die beiden spektakuläre Flugshows.
Das Nest der Adler nennt man «Horst». Meist liegen Adlerhorste gut versteckt in Felsnischen, manchmal auf mächtigen alten Bäumen. Adlerhorste können riesig sein; über drei Meter hoch und bis zu 1.30 Meter breit.
Mit dem Schnabel oder den Krallen trägt das Adlerpaar Farn und kleine Zweige in seinen Horst und polstert ihn mit Gras oder Flechten. Ende März legt das Weibchen das erste Ei, etwa drei Tage später das zweite. Meistens sitzt das Weibchen auf den Eiern. Hin und wieder übernimmt das Männchen das Brüten, damit das Weibchen jagen kann.
Nach etwa 45 Tagen schlüpft der erste junge Adler aus dem Ei, wenige Tage später der zweite. Manchmal tötet aber das ältere das jüngere oder drängt es vom Futter weg, sodass es verhungert. Den flauschig-weissen jungen Adlern wachsen mit der Zeit dunkelbraune Federn. Mit etwa zweieinhalb Monaten lernen die Jungen fliegen.
Steinadler teilen sich ihren Lebensraum mit vielen anderen Tieren. Wissenschaftler schätzen, dass in den Alpen mehr als 30 000 Tier- und 13 000 Pflanzenarten zuhause sind: von winzigen Käfern bis hin zu Luchsen und Wölfen.
Die meisten Tiere leben an verschiedenen Orten. Sie nutzen Wiesen, Wälder, Gewässer Steinmauern und Hecken, um nach Futter zu suchen, um sich zu paaren oder um zu schlafen. Oft legen die Tiere von einem Ort zum anderen lange Strecken zurück. Dazu brauchen sie Natursteinmauern oder Waldstreifen, in denen sie sich unterwegs verstecken können.
Wenn es immer mehr Strassen, Häuser, Skilifte und Pisten in den Alpen gibt, können die Tiere nicht mehr problemlos von einem Ort zum nächsten gelangen. Sie sind ausserdem durch den Lärm gestört und haben immer weniger Platz.
Die Leute vom WWF aus verschiedenen Ländern arbeiten eng mit anderen Umweltschutzorganisationen zusammen. Sie alle kämpfen dafür, dass uns die Alpen mit ihren Tieren und Pflanzen erhalten bleiben. Gemeinsam bestimmen die Organisationen, in welchen Gebieten es besonders viele schützenswerte Tier- und Pflanzenarten gibt. Dann setzen sie sich bei der Regierung für ein Gesetz ein, um das Gebiet zu schützen.
Ausserdem hilft der WWF, sogenannte Korridore zu schaffen. Das sind Verbindungen zwischen den verschiedenen Orten, wo die Tiere leben. So können sie zum Beispiel wieder in ein anderes Gebiet gelangen, um sich zu paaren.