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Niklaus Rüegg - Ovozid 2019
Konstruktion zur Befestigung der Skulptur
Niklaus Rüegg konnte bei «Kunst im öffentlichen Raum» mitmachen, wo eine begrenzte Zeit eine Skulptur auf der Terrasse bei der Hardbrücke platziert werden konnte.
Ihm fiel ein, ein grosses Ei auf diesen Treppenhausturm hinaufzustellen, auf die Kante, so dass es gefährdet aussähe.. «Ovozid» heisst die Skulptur.
Mir war klar, dass ein derart exponiertes Ding leicht durch eine Windsbraut herabgeweht werden könnte – bestenfalls auf ein Auto oder den Linienbus, schlimmstenfalls auf eine Mutter mit Kinderwagen oder auf einen ganzen Kindergartenzug..
Die Konstruktion anzuschrauben oder anders zu befestigen war unmöglich: Anschrauben ging nicht, weil das ein abgedichtetes Dach ist, wo man keine Löcher reinbohren darf – und es gab keine bereits vorhandenen Stahlhalterungen als Befestigungsmöglichkeit.
Also dachte ich mir eine möglichst weitreichende gespreizte Stahlkonstruktion aus, die an ihren Exponenten möglichst schwer belastet werden musste.
Da wir das alles mit einer Leiter hochbugsieren mussten (ein Kran etc. wäre schon wünschenswert gewesen, aber unbezahlbar), musste die Konstruktion zerlegbar sein.
Das Ei bestand aus Styropor mit einer Epoxy-Schicht und einem eingeklebten Stahlrohr, das unten in eine starke Platte überging, welche auf meine Konstruktion passte und mit vier Schrauben verschraubt werden konnte.
Das Ei war nicht so schwer – und die Grösse hatte Niklaus begrenzt, nachdem ihm aufgefallen war, dass es nur wenig grösser nicht mehr durch seine Ateliertür gepasst hätte..
So hingegen passte es sogar in seinen Previa.
Dass Niklaus alte, etwas hart gewordene Gipssäcke als Ballast verwenden wollte, konnte ich ihm ausreden – ich fürchtete, dass ein Regenguss den Gips in eine fest mit dem Treppenhausdach verbundene Platte verwandeln würde: Sehr teuer zu entfernen!
Wir fanden einen sauschweren Gullideckel und ich borgte ihm zudem einige Gussgewichte à 20 kg aus. Der Gullideckel war etwa 60 kg schwer.
Wir schoben ihn über die Leiter an einem Seil hoch, das schafften wir gerade noch.
(Dass wir die ganze Zeit prekär an der Sturzkante am arbeiten waren, merkten wir im Eifer gar nicht.)
Dann stand das Ei einen Monat oben und ich freute mich jedesmal, wenn ich über die Brücke fuhr oder eher: Stand.
Runter kam das Ei dann - wie immer beim Abbauen - weitaus einfacher. Bloss der Gullideckel war wieder eine Last...
Niklaus Rüegg
Niklaus Rüegg http://www.nikla.us/
2019