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Kann der Exodus der Hugenotten zwischen 1680 und 1710, Folge der Aufhebung des Edikts von Nantes, unter dem Blickwinkel des Transnationalismus betrachtet werden? Ist dies ungeachtet der Tatsache, dass der Nationalstaat noch nicht existierte beziehungsweise erst in Entstehung begriffen war, möglich?
Der Beitrag gibt auf der Basis einer sozialen und nicht politischen Definition des Konzepts des Transnationalismus Antworten auf diese Frage. Dies erfolgt unter Beachtung von drei unterschiedlichen Erscheinungen dieser Migration:
Erstens ihrer Zerstreuung, zweitens der Aufrechterhaltung der Beziehungen zwischen den MigrantInnen und ihrer Herkunftsgesellschaft und drittens der Übermittlung der hugenottischen Erinnerung insbesondere in Form von biographischen Berichten. Auf Grund von zahlreichen Aspekten, welche die Forschung auf Grund eines neu erwachten Interesses an den Hugenotten ans Licht gebracht hat, ist heute die Tendenz feststellbar, in diesem Kontext den Begriff der «Zuflucht» durch denjenigen der «Diaspora» zu ersetzen. Während die erste Bezeichnung auf die Rehabilitation der protestantischen Minderheit in Frankreich verwies, zeugt die zweite vom Interesse der Forschenden an einem globaleren Zugang. Dieser trennt die MigrantInnen vom Dualismus zwischen dem Herkunfts- und dem Empfängerland und deutet, zugleich neue Forschungswege anbietend, deren vielfältige Zugehörigkeiten an.
(Übersetzung: Bettina Zeugin)