Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03202.jsonl.gz/1479

|NEWS - Meldungen|
06.01.2002 USA
US-Forscher haben Schweine mit ausgeschaltetem Gen geklont - rekordverdächtige "Erfolgsquote" von weniger als 0.1%
Forscher an der Universität von Missouri haben genetisch veränderte Schweine geklont. Sie schalteten ein Gen aus, das bei einer Transplantation auf den Menschen für eine hyperakute Immunabwehr verantwortlich ist. Damit ist das Problem der Xenotransplantation noch nicht gelöst, denn erst in einem weiteren Schritt wollen die Forscher via Zucht oder Nukleustransfer das Gen völlig eliminieren. Die Forscher hoffen, damit das Problem der hyperakuten Immunabwehr lösen zu können und versprechen sich zudem eine Vermeidung von langfristigen Abstossungsproblemen. Weiterhin ungelöst bleibt das Problem der Übertragung von Retroviren, die beim Schwein sich nicht negativ auswirken, aber für die Organempfänger noch nicht absehbaren Folgen haben könnten.
Die Erfolgsmeldung werden sich zwei Forscherteams teilen müssen. Ein weiteres Team einer US-Tochterfirma von PPL-Therapeutics vermeldete die Geburt von fünf geklonten weiblichen Ferkeln.
Die Forscher der Universität Missouri berichteten von insgesamt sieben weiblichen Ferkeln, die bei drei verschiedenen Würfen geboren wurden. Drei Ferkel starben kurz nach der Geburt. Gemäss der Vorpublikation in Siencexpress wurden ingesamt 3104 Embryonen bei 28 Transfers auf Leihmuttertiere übertragen.
Kommentar: Pro Tier wurden durchschnittlich 111 Embryonen (Minimum 47, Maximum 152) transferiert. Trotzdem beträgt die "Erfolgsquote" miserable 0.13%. Diese Zahl bezieht sich allerdings nicht auf die ingesamt erzeugten Embryonen, sondern nur auf die übertragenen. In Wirklichkeit müssen noch weit mehr Embryonen erzeugt worden sein. Bei einer anderen Publikation über geklonte Schweine waren lediglich 28% der erzeugten Embryonen überhaupt übertragbar (vergleichende Zahlen siehe). Überträgt man dies Werte, so hätten die Forscher der Universität Missouri ca. 11'000 Embryonen rekonstruieren müssen. Die tatsächliche "Erfolgsquote" würde nur noch 0.04% betragen! Diese Zahlen belegen, dass die Klonforscher ihre Technik keineswegs im Griff haben, sondern deren "Erfolge" auf einer Fleissarbeit beruhen, die in ihrem Ausmass schon bald pathologische Züge annimmt.
Vorpublikation: Lai L., Kolber D., Park K.W., Cheong H.T., Greenstein J.L., Im G.S., Samuel M., Bonk A., Rieke A., Day B.N., Murphy C.N., Carter D.B., Hawley R.H., Parther R.S., Production of alpha-1,3-Galactosyltransferase Knockout Pigs by Nuclear Transfer Cloning: Sciencexpress 3. Jan. 2002.
Young Emma, Knock-out pig clones advance transplant hopes. New Scientist Online News. 3. Jan. 2002.
Second batch of knock-out pig clones. New Scientist Online News. 3. Jan. 2002.