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Städtebau – Die Stadt in der Stadt
Die Stadt Zürich sah überhaupt keine übergeordnete Planung mit Hochhäusern in Leutschenbach vor. Die Initiative für eine hochverdichtete ehemalige Industrieparzelle mit Türmen ging von den Architekten aus. Die erste Etappe mit dem Doppelhochhaus wurde danach anhand eines diskursiven Verfahrens mit der Stadt entwickelt. Die zweite Etappe mit den zwei kleineren Türmen, dem Stadthaus und dem Platz resultierte aus einem gewonnenen internationalen Wettbewerb. Entstanden ist ein Emsemble, das an die amerikanischen Vorbilder wie etwa das Rockefeller-Center erinnert.
Es ist eine Stadt um einen Platz mit Gassen und Arkaden entstanden. Eine Stadt in der Stadt. Ähnlich wie in den frühen Jahren von New York oder Chicago stand auch das Hochhausensemble wie eine Insel in dem damals sehr fragmentierten Stadtteil. Auf sich selbst bezogen, aber als wegweisende «Landmark» verlieh das Stück Stadt der Zürcher Peripherie eine neue Silhouette mit Kraft und Ausstrahlung. Schon heute und noch mehr in Zukunft, wenn Leutschenbach mit neuen, verdichteten und von Infrastrukturen verbundenen Inseln aufwarten wird, kann man spüren und sehen, wie gross die Impulse aus dem Ensemble gewesen sein müssen.
Städtebauliches Scharnier
Das Hochhausensemble an der Kreuzung Thurgauer- und Hagenholzstrasse unterscheidet sich aber in einer Hinsicht markant von den anderen Inseln: Sie ist nicht nur ein Orientierungspunkt in einer Kette vieler Hochhäuser, sondern gleichsam ein Schwerpunkt mit vier Hochhäusern um einen Platz als Mittelpunkt, der dem ganzen Quartier und darüber hinaus ein Zentrum stellt. Ein städtebauliches Scharnier, von wo wichtige Verkehrslinien ausgehen. Ein wohldefinierter Ruhepol inmitten der teils fehlenden räumlichen und historischen Determinanten der Peripherie.
Diese Identität unterstützt das Ensemble architektonisch, da es durch einen scheinbaren Minimalismus von Form, Fassadenmotiv und Material generiert ist. Die Deklination und subtile Variation der Typologien und deren Eingliederung in eine klassische Ordnung bringt jedoch eine unglaublich starke Gesamtkomposition hervor. Durch die abstrakte und fast neutrale Architektur weist das Ensemble aber auch über sich hinaus und bietet der Stadt an, hier anzusetzen, weiterzubauen und Stadtgeschichte zu schreiben.
Bautafel
Bauherrschaft 1 BVK
Bauherrschaft 2 AXA Leben AG, c/o AXA Investment Managers Schweiz AG
ArchitekturARGE atelier ww und Max Dudler
GeneralunternehmerImplenia Generalunternehmung AG
BauingenieurHenauer Gugler AG
ElektroingenieurSchneider Engineering + Partner AG
HLKKS / MSRL-Ingenieur Gruenberg + Partner AG
Landschaftsarchitekt Planetage GmbH
Fassadenplaner
Stäger + Nägeli