Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03512.jsonl.gz/629

Seit 1985 lässt der Skulpteur Maximilian Verhas Werke in Bronze entstehen, die er als Rollkörper bezeichnet. Durch leichtes Anstossen auf einer glatten Fläche können Verhas’ abstrakte Plastiken in Bewegung gebracht werden. Sie rollen in einem bestimmten, vom Künstler kalkulierten Rhythmus über ihre konvex oder konkav gebogenen Laufkanten und öffnen sich in der Drehung den Betrachtenden von allen Seiten. Verhas’ bildhauerisches Schaffen bricht mit dem traditionellen Charakter einer Skulptur: Sie wandelt sich von einem passiven und statischen Objekt zu einem handlungstragenden Element. Die den Skulpturen innewohnende Möglichkeit der örtlichen Veränderung und die damit verbundene allseitige Ansichtigkeit bestimmten deren ästhetischen Wert. Aufgrund der kontinuierlichen Varianten des Blickwinkels wird die Wahrnehmung der Rezipierenden angeregt und die eingeschränkte Erfassbarkeit von skulpturalen Werken überwunden.
Der 1960 in Essen geborene Maximilian Verhas studierte zunächst Malerei sowie Grafik und figürliche Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, danach abstrakte Stahlplastik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Nach Studienaufenthalten in Canterbury/Grossbritannien am College of Art und in New York, schloss er 1990 als Meisterschüler von David Evison sein Studium mit Auszeichnung. Verhas’ Rollkörper sind regelmässig in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen und befinden sich in privaten sowie öffentlichen Sammlungen wie dem Landesmuseum Schleswig-Holstein oder der Privatsammlung Bucerius in Hamburg. Verhas lebt und arbeitet in Berlin.