Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/119357

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Bereich der Lohnabzüge für die Altersvorsorge eine Gewichtsverlagerung von der zweiten hin zur ersten Säule zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die erste und die zweite Säule ergänzen sich: Die erste Säule wird nach dem Umlageverfahren finanziert. In der Regel werden die erhobenen Beiträge der erwerbstätigen Versicherten direkt an die Leistungsbezüger umverteilt. Dieses System hat den Vorteil, dass es nur in geringem Masse von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängig ist. Eine ungünstige demografische und/oder wirtschaftliche Entwicklung kann das System hingegen beeinträchtigen. Die zweite Säule wird nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert. Das nötige Guthaben für die Auszahlung der Leistungen wird während der Erwerbstätigkeit der Versicherten gebildet. Bei Finanzkrisen kann das finanzielle Gleichgewicht der zweiten Säule gefährdet sein, hingegen sind die Auswirkungen der demografischen und/oder wirtschaftlichen Entwicklung geringer als bei der ersten Säule. In Kombination mit der ersten Säule sollte die zweite Säule den Versicherten gewährleisten, den früheren Lebensstandard angemessen erhalten zu können.</p><p>Nach Ansicht des Bundesrates ist bei der Altersvorsorge und insbesondere bei der ersten und zweiten Säule eine Gesamtbetrachtung erforderlich, bei der das gegenseitige Verhältnis der beiden Säulen überprüft wird. Der Bundesrat ist in diesem Sinne auch bereit, eine Erhöhung der Lohnbeiträge an die erste Säule und eine Senkung der Beiträge an die zweite Säule zu prüfen. Er wird dies im Rahmen des Berichts über die Zukunft der 2. Säule tun, welcher dem Parlament unterbreitet wird. Der Bericht erläutert die künftigen Herausforderungen der zweiten Säule und zeigt mögliche Lösungsansätze auf. Gegenwärtig ist der Entwurf des Berichts bei den interessierten Kreisen in der Anhörung. Er wird nach der Anhörung im Sinne des Postulats ergänzt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.