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Mit diesem Slogan wirbt ein Online-Reiseportal für die Planung von Hochzeitsreisen.
Mit dem «Deutschen Wörterbuch» (DWB) haben Jacob und Wilhelm Grimm im Jahr 1838 begonnen, erst 1961 konnte das Werk mit 33 Bänden abgeschlossen werden.
Im DWB von 1852 suchte ich aus gegebenem Anlass nach dem Wort „Hochzeitsreise“ und bekam die Antwort: „Keine passenden Stichwörter gefunden“. Ich wollte wissen ob das stimmt, was ich im Internet dazu fand: dass nämlich „die Idee «Hochzeitsreise» erst Ende des 18. Jahrhunderts entstand und zwar für die aristokratische und wohlhabende Gesellschaft in Grossbritannien. Sinn und Zweck der Reise war, die Verwandten in der näheren Umgebung zu besuchen.
Auf Hochzeitsreise waren:
W. H. Fox Talbot, geboren 1800 in der Grafschaft Dorset. Er erfand das „Negativ- Positiv- Verfahren“, – begründete also die moderne Photographie, heiratete 1832 Constance Mundy. Sie hatte, notierte er, “the disposition of an angel“, da sie eineinhalb Jahre lang ohne Murren auf die versprochene Hochzeitsreise wartete. Die beiden waren rund vier Monate unterwegs, reisten von Dover aus über Frankreich in die Schweiz, von da aus nach Italien und fanden eine Unterkunft am Comersee.“ (Deutsche Biographie)
Leonhard Usteri kam im Jahr 1741 in Zürich zur Welt, studierte Theologie und wurde Jahre später als Professor an das Collegium Humanitas gewählt. Er gründete 1773 in Zürich die erste Töchterschule. Usteri heiratete im Jahr 1764 Otilia von Muralt. „Die Hochzeitsreise ging in die Westschweiz, nach Motiers, zu seinem Freund Jean Jacques Rousseau. (Deutsche Biographie)
Fjodor M. Dostojewski kam 1862 nach Deutschland, wohnte u.a.in Wiesbaden und Baden-Baden, reiste weiter in die Schweiz und nach Norditalien. Ein Jahr später, hoch verschuldet, heiratet er Anna Grigorjewa Snitkina. Die Hochzeitsreise ging zuerst nach Berlin, Frankfurt, Heidelberg und Karlsruhe, dann nach Genf und Vevey. In dieser Zeit schrieb Dostojewski zwei seiner berühmten Romane.
Im deutschsprachigen Raum stammen die ersten literarischen und autobiographischen Dokumente über Hochzeitsreisen erst aus dem späten 19. Jahrhundert.
Es lässt sich nicht mehr eindeutig datieren, wann Theodor Fontane mit seinem Roman «Effi Briest» zu schreiben begann. Man vermutet, etwa ab 1890. Fontane erzählt hier von der 17jährigen Effi, die von dem doppelt so alten Baron von Instetten geheiratet wird. Auf der anschliessenden Hochzeitsreise erfährt die lebensfrohe Effi, dass ihr der pedantisch-korrekte Ehemann nicht die Liebe geben kann, nach der sie sich sehnte.
Weil ich per mail gefragt wurde, wie es denn weiter ging mit dem Ehepaar Karl Marx und Jenny Marx geb. von Westphalen… Nun, „die zivile als auch die kirchliche Trauung fanden im Juni 1843 in Kreuznach statt… Von das aus führte sie Ihre Hochzeitsreise auf die Burg Ebernburg, ca. 6 km von Kreuznach entfernt. – Die Burg bot einst zahlreichen Reformatoren und Humanisten Schutz und Sicherheit). Über Bingen/Rhein kam man dann nach Baden-Baden.“ (H. Monz in „Landeskundliche Blätter“, Trier 1991 Heft 4).
Im Gegensatz zu Jenny und Karl verliefen die Hochzeitsreisen zum Beispiel von Hermann Hesse oder von Karl Barth nicht so harmonisch und beglückend. Von Hermann Hesse wird erzählt, dass er im Jahr 1926 seine ihm angetraute Ehefrau Ninon allein auf Hochzeitsreise schickte. Nach Rom. Hesse soll angeblich während dieser Zeit in Baden gekurt haben.
Schon auf der Hochzeitsreise nach Italien kam es zu ersten Zwistigkeiten zwischen Karl Barth und Nelly Barth geborene Hoffmann. Karl Barth, der protestantische Theologe, hatte nach einem kurzen Vikariat im Berner Jura Nelly kennen gelernt. Sie heirateten im März 1913 in der Nydeggkirche zu Bern… „Die erste Ehenacht empfand sie als widerlich.“ (E.Busch)
Das Reisen wurde im europäischen Raum erst weit in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts populär.
Nach Auskunft einer ausgebildeten „Hochzeitsberaterin“ ist eine Hochzeitsreise nur dann eine Hochzeitsreise, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach der standesamtlichen Trauung stattfindet. Einer Studie zufolge machen Zweidrittel der Paare ihre Hochzeitsreise tatsächlich innerhalb von 4 Wochen nach der Trauung.
Eine Bank, die sich u. a. auf ‚Urlaubskredite’ für Brautpaare spezialisiert hat, veröffentlichte das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage «Hochzeit 2014». Danach finden 66 % der Paare die Hochzeitsreise unverzichtbar.
Im Internet gibt ein Reisebüro bekannt, dass der Anteil der Fernreisen bei ca. 80% liegt. Nur 20 % bleiben im Lande oder in Europa.
Gaben früher Brautpaare für eine Hochzeitsreise bis zu 3000 € aus, so sind es heute zwischen 4000 € und 5000 €, erklärte eine Expertin in Sachen Flitterwochen.