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Am 29. September 2022 hat MHI bekanntgegeben, dass die konzeptuelle Auslegung des fortgeschrittenen Leichtwasserreaktors SRZ-1200 abgeschlossen sei. Man beabsichtige nun auf Basis dieser Arbeiten mit der Grundauslegung (Basic Design) fortzufahren. «Diese Bemühungen werden sicherstellen, dass neue innovative Nukleartechnologien für eine stabile Energieversorgung Japans zur Verfügung stehen», so MHI. Man wolle den neuen Reaktor «so früh wie möglich auf den Markt bringen», was voraussichtlich Mitte der 2030er-Jahre sein dürfte. Dass ein neuer Reaktor in Entwicklung ist, hat der Industriekonzern bereits am 29. Oktober 2021 und 12. Mai 2022 anlässlich der Präsentation des 2021 Medium-Term Business Plans durchblicken lassen.
MHI unterstrich dass Sicherheit bei der Entwicklung des neuen Reaktors Priorität hat und wies darauf hin, dass alle beteiligten Unternehmen grosse Erfahrung im Nuklearbereich und mit Druckwasserreaktoren mitbringen: «MHI war am Bau und an der Wartung aller 24 Druckwasserreaktoren in Japan beteiligt und hat die Bemühungen um die Wiederinbetriebnahme und den sicheren Betrieb der bestehenden Kernkraftwerke geleitet.» Die weiteren Projektpartner sind die Energieversorger Hokkaido Electric Power Co., Inc., The Kansai Electric Power Co., Inc., Shikoku Electric Power Co., Inc. und Kyushu Electric Power Co., Inc, die Druckwasserreaktoren betreiben.
Einzelheiten zum neuen Reaktor
Der SRZ-1200 ist ein fortgeschrittener Leichtwasserreaktor der 1200-MWe-Klasse in der Auslegung als Druckwasserreaktor. Als Lehren aus dem Reaktorunfall von Fukushima hat Japan seine Sicherheitsstandards verbessert und die Anforderungen verschärft. MHI stelle bei der Reaktorentwicklung sicher, dass «die behördlichen Anforderungen an die ‹verbesserten Sicherheitseinrichtungen› und die ‹Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen und die Sicherung gegen Terrorismus und unvorhergesehene Ereignisse› erfüllt werden».
«Zu diesen Sicherheitsmechanismen gehören unter anderem eine fortgeschrittene Auslegung des Druckspeichers und Systeme, die die Wahrscheinlichkeit einer Freisetzung von Radioaktivität bei einem Störfall wirksam verringern», gab MHI bekannt. Im Mai 2022 liess das Unternehmen durchblicken, dass der SRZ-1200 mit einem Radiation Leak Prevention System und einem Kernfänger ausgestattet werden soll. Letzterer sorgt dafür, dass bei einer Kernschmelze das flüssige Kernmaterial innerhalb des Kernreaktors aufgefangen wird und nicht den Untergrund und das Grundwasser kontaminiert. Auch Ereignissen mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit habe man Rechnung getragen, um die Sicherheit der Anlage und der Bevölkerung zu gewährleisten. Durch die Summe an Entwicklungen sei der Reaktor wirtschaftlich zu betreiben, sei zuverlässig und könne das «höchste Sicherheitsniveau der Welt» erreichen, so MHI.
«Die Auslegung des SRZ-1200 soll zudem die betriebliche Flexibilität erhöhen, was effektiv eine verbesserte Bereitstellung von elektrischer Energie in Kombination mit fluktuierenden Stromquellen wie erneuerbaren Energien ermöglichen wird», verkündete MHI. Auch der Einsatz des Reaktors zur Wasserstoffproduktion werde untersucht.
Sicherheit, Nachhaltigkeit und ein wichtiger Beitrag zu Netto-Null
MHI hat erklärt, was hinter der Abkürzung SRZ-1200 steckt: S stehe für höchste Sicherheit und Nachhaltigkeit, R für Resilienz und somit einen widerstandsfähigen Leichtwasserreaktor. Z habe in Japan die Bedeutung eines ultimativen Typs – der etwas zur Gesellschaft durch geringe CO2-Emissionen beitrage – und 1200 stehe für die elektrische Leistung. Neben dem SRZ-1200 verfolgt das Unternehmen auch Projekte zu schnellen Reaktoren sowie gasgekühlten Hochtemperaturreaktoren und vor allem zu einem 300-MW-SMR mit vollständig passiven Sicherheitssystemen.