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U1.2.b Fliessgewässerqualität

Tatsächliche Entwicklung
|Seit 2001||Seit 2015|
|Der Anteil der Messpunkte mit den Ausprägungen „sehr gut“ und „gut“ im Verhältnis zur Gesamtzahl der Messpunkte hat sowohl langfristig als auch kurzfristig zugenommen.|
Aussagekraft
Sauberes Wasser ist eines der zentralen Elemente unseres Lebens. Die Gewässerqualität zeigt den Grad der Belastung, welche durch zivilisatorische Tätigkeit (wie z.B. Landwirtschaft oder Siedlungsentwässerung) verursacht wird. Sie ist ein Indikator, wie sorgfältig wir mit dieser Lebensgrundlage umgehen.
Kommentar
Im Jahr 2017 war die Qualität der Fliessgewässer vergleichbar mit dem Vorjahr. 78 % der Bäche und Flüsse zeigten eine gute und sehr gute Wasserqualität. Im Jahr 2016 waren es 80 %. Ursache der geringfügigen Abnahme waren die tiefen Temperaturen im Februar und März 2017. Als Folge war bei einer Abwasserreinigungsanlage die Reinigungsleistung ungenügend. Erschwerend kommt hinzu, dass die ARA an ihre Kapazitätsgrenze stösst, wobei ein entsprechendes Erweiterungsprojekt bereits in Planung ist.
Die in den letzten Jahren konsequente Überprüfung der Hofplatzentwässerung auf Landwirtschaftsbetrieben sowie die Anstrengungen in der Siedlungsentwässerung mittels Genereller Entwässerungsplanung (GEP) wirken sich positiv auf die Wasserqualität aus.
Auch in der längerfristigen Betrachtung seit 2001 hat sich der Indikator verbessert. Zu Beginn der Messungen im Jahr 2001 hatten rund 15 % der untersuchten Fliessgewässer eine unbefriedigende oder schlechte Wasserqualität aufgewiesen. In den letzten Jahren betrug ihr Anteil lediglich noch rund 5 %. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist der in den vergangenen Jahren stetig zunehmende Anteil an Bächen mit einer sehr guten Wasserqualität.
Zwischen 2008 und 2015 pendelte der Anteil der Fliessgewässer mit einer guten und sehr guten Wasserqualität zwischen 58 und 67 %. Die geringfügigen Schwankungen von Jahr zu Jahr werden durch meteorologische Bedingungen verursacht. In trockenen Jahren sind Fliessgewässer einer deutlich kleineren diffusen Belastung ausgesetzt (d. h. Belastungen, deren Quelle man örtlich nicht eindeutig zuordnen kann) als in Jahren mit erhöhtem Niederschlag.
Definition
Grundlage des Indikators bildet die Beurteilung der Wasserqualität der Thurgauer Fliessgewässer anhand chemischer und/oder biologischer Untersuchungen. Die Beurteilung der Gewässerqualität erfolgt mittels einer Klassifizierung der Fliessgewässer in fünf Kategorien: sehr gut, gut, mässig, unbefriedigend und schlecht. Der Beurteilung liegt das Modulstufenkonzept für Fliessgewässer des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zugrunde.
Der Indikator drückt den Anteil der Messpunkte mit den Ausprägungen "sehr gut" und "gut" im Verhältnis zur Gesamtzahl der Messpunkte aus.
Für die Erhebung der Daten wurde der Thurgau in drei Einzugsgebiete aufgeteilt: Bodensee, Thur und Murg (Hinterthurgau). Pro Jahr wird ein Einzugsgebiet untersucht, das ergibt eine Untersuchung alle drei Jahre in jedem Einzugsgebiet. Der Indikator basiert jeweils auf dem fortlaufenden Mittelwert über drei Jahre (Beispiel: Der Wert des Indikators 2015 basiert auf dem Mittelwert von 2013 bis 2015). Damit sind stets alle drei Einzugsgebiete im Indikator enthalten.
Grenzen der Aussagekraft
Die Aussage bezieht sich auf eine Stelle im Gewässer. Sie gibt nur bedingt Auskunft über die Wasserqualität des gleichen Gewässers an einer anderen Stelle.
Die Wasserqualität ist zum Teil gewissen Schwankungen unterworfen. Sie wird u.a. auch durch meteorologische Bedingungen beeinflusst wie Trockenheit (die zu tiefen Wasserständen führt) oder Starkniederschlag (der zu grossen Abschwemmungen in die Gewässer führt).
Verwandte Indikatoren
Weitere Informationen
Amt für Umwelt Kanton Thurgau
Abteilung Gewässerqualität und -nutzung
Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Modulstufenkonzept für Fliessgewässer