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Der Fischadler war früher in der Schweiz heimisch, ist nun aber seit etwa 100 Jahren ausgestorben. Daher wäre es an der Zeit, diesen wieder anzusiedeln. Der Verein „Nos oiseaux“ wartet bereits auf eine Zustimmung des Bundesamtes für Umwelt, um den Fischadler in der Romandie wieder fliegen zu lassen.
Der Fischadler war früher ein verbreiteter Vogel, wurde aber durch Bejagung, Vergiftung und das Zerstören der Nester stark dezimiert. Im Jahr 1911 brütete das letzte Paar in der Schweiz, seit 1915 wurden keine Fischadler mehr beobachtet. Ansonsten ist die Adlerart weit verbreitet, sie kommt auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vor.
Der Verein „Nos oiseaux“ plant nun die Auswilderung von Fischadlern. Denn um selbständig einzuwandern, sind die nächsten Populationen in Deutschland und Frankreich zu weit entfernt. Da Fischadler zum Nisten in die Gebiete zurückkehren, in welchen sie ihre ersten Jahre verbrachten, nützt auch das reine Anbringen von künstlichen Nestern nicht viel. Nos oiseaux plant, etwa 20 Jungvögel inder Westschweiz auszusetzen. Geeignete Brutgebiete wären laut einer Studie der ZHAW aus dem Jahr 2009 ausreichend vorhanden.
Im Hinblick auf die gestiegenen Bestandszahlen und -dichten des Fischadlers in Frankreich und Deutschland ist der SVS/BirdLife Schweiz jedoch der Meinung, dass vor einer Ansiedlung zuerst die mögliche natürliche Rückkehr der Art genauer untersucht werden müsste. „Denn eine natürliche Wiederbesiedlung wäre besser für die Zukunft des Fischadlers in der Schweiz als die Aufzucht und Umsiedlung von Jungvögeln aus deutschen Bruten“, so der SVS.
Die Wiederansiedlung des Fischadlers könnte auch bei Fischern auf Kritik stossen, wenn diese einen Konflikt mit den Vögeln befürchten. Allerdings jagt der Fischadler nur an der Wasseroberfläche, und eine Konkurrenz wird so schnell nicht auftreten. In anderen Ländern wurde der Fischadler bereits mit Erfolg wieder ausgesetzt, vielleicht können wir die schönen Vögel also auch in der Schweiz bald wieder in freier Wildbahn beobachten.
Bild: NASA [Public domain], via Wikimedia Commons