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Ein Hypophysentumor ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Auch wenn der Hypophysentumor aus gutartigen Zellen besteht, heilt er in nicht allen Fällen vollständig aus. Tumore der Hirnanhangdrüse sind sehr selten: Auf 100.000 Personen kommen pro Jahr 1 bis 4 Neuerkrankungen. Sie treten bei Menschen aller Altersgruppen auf.
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Hypophysentumor - Medizinische Experten
Ein Hypophysentumor ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Auch wenn der Hypophysentumor aus gutartigen Zellen besteht, heilt er in nicht allen Fällen vollständig aus. Tumore der Hirnanhangdrüse sind sehr selten: Auf 100.000 Personen kommen pro Jahr 1 bis 4 Neuerkrankungen. Sie treten bei Menschen aller Altersgruppen auf.
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Hypophysentumor - Weitere Informationen
Es gibt verschiedene Arten von Hypophysentumoren. Abgesehen von ihrer Grösse unterscheiden sie sich noch darin, ob sie Hormone produzieren oder nicht und - falls ja - welche das sind.
Die Hypophyse ist eine etwa kirschgrosse Drüse und besteht aus einem Vorder- und einem Hinterlappen. Ihre Aufgabe ist es, Hormone herzustellen und auszuschütten. Lediglich der Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse) ist hormonell aktiv. Die dort entstehenden Tumore bezeichnet man in der Medizin als Hypophysenadenome. Geschwülste des Hinterlappens (Neurohypophyse) kommen nur äusserst selten vor. Sie sind hormonell inaktiv.
Bei H-Adenomen unterscheidet man hormonproduzierende (hormonaktive) und keine Hormone herstellende (hormoninaktive) Adenome. Zirka 70% der Adenome sind hormonell aktiv, verursachen also einen Hormonüberschuss im Körper. Die restlichen 30% bilden entweder Hormone, die sie nicht ausschütten, produzieren überhaupt keine Hormone oder setzen nur eine für den Körper unbedeutende Hormon-Menge frei.
Hypophysenadenome wachsen in der Sella turcica, einer Knochenmulde, die sich in der Nähe der Stelle befindet, wo sich die beiden Sehnerven kreuzen. Obwohl sie gutartig sind, verhalten sich 20% bis 30% von ihnen invasiv: Sie wachsen in die benachbarten Hirngewebe hinein. Dann lassen sie sich nicht mehr restlos entfernen.
Wie entsteht das Hypophysenadenom?
Die genaue Entstehungsursache ist bislang noch nicht geklärt. Mediziner gehen davon aus, dass es bei der Zellvermehrung auch zur Bildung krankhaft veränderter Zellen kommt, die sich dann zu einem Tumor organisieren. Warum das geschieht, ist jedoch noch unklar.
Bei manchen Patienten tritt das H-Adenom im Zusammenhang mit der multiplen endokrinen Neoplasie (MEN-1-Syndrom) auf. Bei ihr handelt es sich um eine vererbbare Drüsen-Erkrankung.
Symptome und Diagnostik von Hypophysentumoren
Die Hypophysentumor-Anzeichen sind davon abhängig, ob die Geschwulst Hormone freisetzt oder nicht und welche Hormone das gegebenenfalls sind. In der Adenohypophyse entstehen vor allem die Hormone Prolaktin (Muttermilch erzeugendes Hormon), Somatotropin (GH, Wachstumshormon), ACTH (adrenocorticotropes Hormon) und TSH (Schilddrüsenhormon). Ist zu viel von dem betreffenden Hormon vorhanden, kann es zur Entstehung von Prolaktinomen, Somatotropinomen, Kortikotropinomen und hyreotropinomen kommen.
- Prolaktinome haben eine Häufigkeit von etwa 30% und bewirken bei Frauen Zyklusstörungen und bei Nicht-Schwangeren Milchfluss aus den Brustdrüsen. Bei Männern kann es zur Ausbildung weiblicher Brüste und Potenzstörungen kommen.
- Somatotropinome sind die zweithäufigsten H-Adenome (20%). Die Patienten haben oft Herz-Kreislauf-Probleme und erhöhte Blutfettwerte.
- Kortikotropinome (5% Häufigkeit) bewirken Störungen des ACTH-Spiegels. Bei einem ACTH-Überschuss kommt es zum Morbus Cushing: Die Patienten entwickeln ein Mondgesicht, Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck.
- Die sehr seltenen Thyreotropinome verursachen eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Schilddrüsenunterfunktion mit Anzeichen wie Gewichtsabnahme und Schwitzen oder Gewichtszunahme und Verstopfung.
Die keine Hormone ausschüttenden oder produzierenden Hypophysentumore verdrängen bei ihrem Wachsen umliegende Hirngewebe und verursachen Symptome wie:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Sehstörungen wie Doppelbilder und verschwommenes Sehen
- Gesichtsfeld-Einschränkungen (Störung des räumlichen Sehvermögens)
- Hormonmangel
- Muskellähmungen
Da das H-Adenom sehr langsam wächst, kommt es oft erst nach vielen Jahren zum Auftreten der ersten Hypophysentumor-Anzeichen.
Der Endokrinologe findet mithilfe der vom Patienten beschriebenen Symptome heraus, an welchen hormonellen Störungen er leidet.
Speichel-, Blut- und Urinuntersuchungen geben noch genauere Auskunft. Dabei stellt man fest, welches Hormon im Übermass vorhanden ist und misst dann seine genaue Konzentration. Erhöhte Werte können beispielsweise auf ein Somatotropinom hindeuten.
Ein Kortikotropinom ist mithilfe des Dexamethason-Tests nachweisbar. Dexomethason ist ein kortikoidhaltiges Medikament, das man oft zur Rückbildung von Hirnschwellungen einsetzt.
Wie wird ein Hypophysentumor behandelt?
Treten bei einem H-Adenom keine Symptome auf, reicht es meist aus, sein Wachstum in regelmässigen Abständen mithilfe bildgebender Technologien zu kontrollieren. Die Behandlung erfolgt erst, wenn es dem Patienten Beschwerden bereitet.
Einige Arten von Hypophysenadenomen erfordern überhaupt keinen operativen Eingriff: Prolaktinome behandelt man beispielsweise ausschliesslich mit Medikamenten.
Die Entfernung von Hypophysentumoren erfolgt per Operation durch einen Facharzt für Neurochirurgie. Invasiv wachsende Adenome lassen sich chirurgisch nicht vollständig beseitigen. Dann muss der Kranke oft sein ganzes Leben lang Hormone einnehmen.
Die Strahlentherapie kommt bei den Tumoren nur sehr selten zum Einsatz - etwa dann, wenn das H-Adenom sehr gross ist und vor der Hypophysenadenom-Operation erst verkleinert werden muss. Bei zu starken hormonellen Störungen therapiert man den Kranken vor dem chirurgischen Eingriff medikamentös.
Mikro-Adenome sind maximal 1 cm gross und werden durch die Nase operiert. Nach der Hypophysenadenom-OP bleibt dann keine sichtbare Narbe am Kopf zurück. Die kleinen Geschwülste sind in 9 von 10 Fällen ohne Gewebereste entfernbar. Bei Makro-Adenomen ist eine Öffnung der Schädeldecke erforderlich.