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Was bedeutet Mittelstand? (Definition)
Was bedeutet Mittelstand?
Begriffserläuterung: Für den Mittelstand existieren unterschiedliche Interpretationen: In erster Linie bezeichnet der Begriff kleine und mittlere Unternehmen (KMU), wie sie auch im Franchising typisch sind. KMU gelten als „Motor“ der Wirtschaft vor allem in Deutschland. Das Wort Mittelstand hat auch eine gesellschaftliche Bedeutung als Synonym für die Mittelschicht.
Wirtschaftliche Definition des Mittelstands
- Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU)
- Inhaber- oder eigentümergeführte Unternehmen, meist Familienbetriebe
Gesellschaftliche Definition des Mittelstands
Gemeint ist hier die „Mittelschicht“ der Bevölkerung. Historisch wird der Mittelstand als Gesellschaftsschicht oft mit dem Bürgertum (Bourgeoisie) gleichgesetzt, dessen Wurzeln im frühen Industriezeitalter liegen. Das Bürgertum „schob“ sich als neue Gesellschaftsschicht („Geldadel“) zwischen die herrschende Aristokratie und das einfache, im Feudalstaat und Absolutismus unfreie und weitgehend besitzlose Volk. Nach anderen Definitionen entstand eine Mittelschicht bereits in den freien oligarchischen Bürgergesellschaften der mittelalterlichen, sich selbstverwaltenden Städte. Noch bis 2001 im Duden als hauptsächlich ständischer Begriff definiert, wird er in der Schweiz bis heute zumeist in diesem gesellschaftlichen Kontext verwendet (Quelle: Wikipedia).
Die mittelständische Wirtschaft
In Deutschland wird der Mittelstand im Sinne der mittelständischen Betriebe oft als „Motor der Wirtschaft“ bezeichnet. Zum Segment der Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) zählen fast alle Unternehmen in Deutschland. Im Jahr 2016 gab es in Deutschland Laut einer Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung IfM Bonn rund 3,64 Millionen KMU (Quelle: Statista/„Anzahl der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland bis 2016“). Die Statistiken auf den Internetseiten des IfM geben 3,63 Millionen KMU im Jahr 2014 an, was 99,6 Prozent aller deutschen Unternehmen entspricht. Sie stellten 58,5 Prozent aller Arbeitsplätze von sozialversicherungspflichtig Beschäftigen (Recherche-Stand März 2017).
Meist werden mittelständische Unternehmen mit Werten und Eigenschaften wie innovativ, traditionell, inhabergeführt (v.a. Familienbetriebe), nachhaltig, bestandsorientiert und regional verwurzelt gleichgesetzt. Dies sind auch typische Merkmale vieler Franchise-Nehmer-Betriebe.
Mittelständler – vom „Mini“ bis zum Marktführer
Unabhängig von der anfänglichen oder später erreichten Betriebsgröße werden Existenzgründer und oft auch Freiberufler (z.B. Ärzte, Architekten oder Unternehmensberater) dem Mittelstand zugerechnet – nicht zwingend im wirtschaftlichen, aber im gesellschaftlichen Kontext.
Viele mittelständische Unternehmen sind trotz ihrer überschaubaren Größe Weltmarktführer in ihrer Marktnische – sei es die Software-Schmiede für eine bestimmte Anwender-Branche, der Werkzeugmaschinenbauer für spezielle Automotive-Komponenten oder Hersteller von klinischem Verbandszeug, um nur Beispiele zu nennen. Sie sichern sich ihre Marktposition im Allgemeinen eher durch Qualität („Made in Germany/Austria/Switzerland“) und Innovation statt über den Preis.
„The mittelstand“
Da es in anderen Sprachen kaum ein so umfassendes Äquivalent zum Begriff Mittelstand im unternehmerischen Sinn gibt, hat sich „mittelstand“ als Lehnwort bereits im Englischen und Spanischen etabliert.