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der
Barme und dem Gipfel der
Arpille einen kleinen Thalboden und tritt nun unterhalb des Weilers
Le Trétien (oder Le
Triquent)
allmählig in die immer grossartiger sich gestaltende Mündungsschlucht ein, an deren oberm Eingang von links her in 710 m
noch der aus dem
Val d'Emaney kommende wasserreiche,
Triège mündet. Von diesem Punkt an rauscht der
Wildbach
bis zu seinem Eintritt in die berühmten
Gorges du Trient auf eine Strecke von nahezu 4 km durch den Engpass zwischen den
Steilabfällen der
Forêt Brûlée
(Jeur Bourlâye) zur
Rechten und den senkrechten
Wänden zur Linken, die die üppig grüne
Terrasse vonSalvan tragen. Es folgen die zwischen 200-350 m hohen Felswänden eingeschnittenen
Gorges du Trient,
die eine Länge von 1,5 km haben und sich auf das Dorf
Vernayaz öffnen, von wo der Trient in raschem
Lauf derRhone zueilt,
um sich 4 km nö.
Vernayaz mit ihr zu vereinigen. Einzugsgebiet des Trient oberhalb der Mündung der
Eau Noire:
32,075 km2; gesamtes Einzugsgebiet: 155,77 km2. Davon entfallen 31,7% auf Fels und
Schutt, 21% auf
Wald, 10%
auf Eis und
Firn und 37,3% auf Kulturland. Die minimale Wassermenge beträgt 0,65 m3 per Sekunde. Vom Austritt aus der Mündungsschlucht
bis zur
Rhone ist der Trient kanalisiert und der industriellen Tätigkeit dienstbar gemacht. 1298: Trions.
Den Besuch des Massives erleichtern die Klub- und Schirmhütten von Orny (2692 m) und Saleinaz (2694 m), sowie die Cabane Dupuis
(3110 m), nach welchen man von Orsières oder von Praz de Fort im Val Ferret her gelangt. Für alle Einzelheiten
verweisen wir auf: Kurz, Louis, et Eug. Colomb. La partie suisse de la chaîne duMont Blanc; itinéraire du champ d'excursionsdu C. A. S. pour 1900/1901.Neuchâtel 1900.
Das Trientmassiv bildet geologisch nichts anderes als das NO.-Ende des Mont Blanc-Massives und dessen schweizerischen Abschnitt.
Strenggenommen, gehört bloss diejenige Bergmasse zum Trientmassiv, die sich zwischen dem Thal von Champex,
dem Col de la Forclaz, der Combe deMartigny, dem Val Ferret und der Landesgrenze ausbreitet und von welcher sich der Trientgletscher
mit dem Trientfluss zur Rhone entwässert. Als letzte kristalline Ausläufer nach NO. muss man aber auch noch den Mont
Catogne mit dem Mont Chemin zum Massiv rechnen.
Man unterscheidet im Trientmassiv folgende Gesteinszonen: An die O.-Flanke lehnt sich zunächst eine vom Col Ferret im SO.
bis ins Rhonethal hinausziehende Jurakalkzone, die auf dolomitischem Triaskalk sitzt und deren Schichten nach O. oder OSO.
einfallen und so eine Neigung des Massives nach dieser Richtung hin verraten. Dann folgt eine senkrecht
aufgerichtete Zone von kristallinen Schiefern, die von zahllosen Granitporphyr- und Hornblendegängen durchschwärmt sind.
Diese am Col Ferret eng zusammengepresste Zone verbreitert sich nordwärts immer mehr und ist im Mont Catogne am breitesten.
Die Hauptmasse des Trientmassives besteht aber aus Protogin, einem granitischen Gestein von meist heller
Farbe, das die Tendenz zur Absonderung in mächtigen Bänken zeigt und daher auch Bankgranit genannt wird. Die grobkörnige
Textur und die Struktur dieses Protogines gehen aus dem Anblick der zentralen und höchsten Gipfel (Pointe d'Orny, Aiguille d'Argentière,
Aiguille duTour) deutlich hervor.
Die Randpartien sind infolge des Druckes oft schiefrig ausgebildet. Der Protogin umschliesst zahlreiche
Gänge von Aplit. Aus diesem Protogin besteht das ganze Zentralgebiet des Trientmassives von der Aiguille duTour bis zum untern
Ende des Saleinazgletschers hinab. An der NW.-Flanke tritt dann eine neue Zone von Schiefern und schiefrigen Gneisen auf,
die weit breiter ist als die entsprechende im O. Sie beginnt am Glacier des Grands und geht über die
Lys jenseits des Trientgletschers, um längs dem Vallon de la Guraz zu ziehen und bei Le Crettet über Le Borgeau auszukeilen.
Die Schichten stehen senkrecht oder liegen auch leicht über. Daraus folgt, dass die Fächerstruktur
des Mont Blanc-Massives im Trientgebiet nicht mehr scharf ausgeprägt erscheint und am Mont Chemin, dem letzten Ausläufer
des Mont Catogne, trotz der gleichen Felsarten überhaupt nicht mehr zu erkennen ist, indem hier Protogin und Schiefer einfach
miteinander wechsellagern. Die beiden seitlichen Glimmerschiefer-
und Gneiszonen zeigen das Bestreben nach
Vereinigung.
Die Glimmerschiefer der NW.-Zone sind im allgemeinen grau und werden stellenweise durch körnige Gneise und mikrogranitische
Gesteine unterbrochen. Endlich folgt dem NW.-Rand des Massives zwischen dem Col de Balme und Martinach ein Streifen von schiefrigem
Kalk und triadischen Dolomiten, der es vom Massiv der Arpille trennt. Dieses letztere muss als eine Verzweigung
des Massives der AiguillesRouges aufgefasst werden, mit dem seine Gesteine weit grössere Verwandtschaft zeigen als mit denen
des Mont Blanc-Massives.