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Zu den Merkmalen der demokratischen Gesellschaft gehört die Möglichkeit, sich frei zu Interessengruppen zusammenschliessen zu können. Die Bedeutung dieser Assoziationen ist nun von der Forschung neu entdeckt worden. Die Ursprünge führen über die reiche Vereinskultur des 19. Jahrhunderts zu den Sozietäten des Aufklärungszeitalters. Damals entstanden überall in Europa neuartige private Vereinigungen, in denen fortschrittliche Männer - vereinzelt auch Frauen! -ausserhalb der staatlichen und kirchlichen Institutionen ihre Interessen und das Allgemeinwohl diskutierten und förderten. Die Zwecke dieser Gesellschaften widerspiegeln die aufklärerische Reform im 18. Jahrhundert: die Ausbreitung von Wissenschaft und Bildung, die Erziehung zur bürgerlichen Moral, die Steigerung der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion, die Verbesserung der Sozialfürsorge, vaterländisches wie weltbürgerliches Bewusstsein.
Das Buch dokumentiert die Vielfalt der Sozietätsbewegung auf dem Gebiet der Alten Eidgenossenschaft vor 1798. Jede Gesellschaft wird aufgrund des aktuellen Forschungsstandes monographisch dargestellt. Quellen- und Literaturangaben ermöglichen weiterführende Studien zu diesem bedeutsamen Phänomen in der Sozialgeschichte des 18. Jahrhunderts.