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(Kt. Graubünden,
Bez. Plessur).
2378 m. 1,5 km langer
Grat in der Rothorngruppe des Plessurgebirges; bildet
den letzten nö. Ausläufer der Kette
AroserRothorn-Erzhorn-Aelpliseehorn zwischen dem
Welschtobel und
Arosa. Wird von
Arosa
aus besonders wegen seines Reichtums an Edelweiss und anderen seltenen Alpenpflanzen viel besucht, wobei meist der Zugang
vom
Welschtobel her gewählt wird.
Hübscher Ausblick auf
Arosa und Umgebung. Auf dem Schafrücken wurden
einst Schafe gesömmert, und in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts bildete er ein Asyl für bastardiertes Steinwild, das
die Sektion Rätia des S. A. C. hier zu züchten versuchte. Gesteine sind auf der Welschtobelseite
Haupt- und Arlbergdolomit,
welch' letzterer auch die
Spitzen bildet; darunter folgen gegen den
Schwellisee von
Arosa noch einmal Hauptdolomit
und dann Raiblerschichten (obere Rauhwacke),
Serpentin, krystallines Gestein und endlich der Liasschiefer
im Thal.
besteht aus steilen und von Felsbändern eingefassten
Grashalden, die sich unter dem O.-Ende des
Griesgletschers gegen den
Limmernboden hinunterziehen.
Einer alten
Sage nach sollen
diese Rasenhänge einst als Schafweide benutzt worden sein.
Der letzte Hirte soll mit seiner
Herde durch
einen grossen Gletschersturz auf den
Limmernboden hinunter geworfen worden sein, weil er beim Aufstieg auf die Alp einem alten
Weibe, das bei der
Pantenbrücke in die Linthschlucht gefallen war, hohnlachend die Hilfe versagt hatte.
Alpwirtschaft. Unterhalb Schaftelen befindet sich der sog. Schaftelenstutz, eine
steile Felsstufe, die das
Gadmenthal von dem 100 m tiefer gelegenen
Nessenthal trennt.
Eine hier anstehende, bis zu 3 m mächtige
Ader von weissem Marmor wurde früher abgebaut.
Der so gewonnene Marmor soll der Ueberlieferung nach bis
nach Frankreich ausgeführt worden sein, während man ihn heute nur noch zur Herstellung der Grabdenkmäler auf dem Friedhof
von
Gadmen benutzt. Am
Gadmerwasser steht nahe der Mündung des
Triftwassers eine Marmorsäge.
Die obersten 2,3 km sind eine furchtbar wilde, gestufte und trockene
Felsennische, in deren
Hintergrund rechts der Schuttwüste von
Aint ilsLaiets ein einsames Seebecken von
etwa 250 m Länge liegt.
Der Bach des Schaftobels entspringt unterhalb des
Piz Cuolmet (2821 m), des N.-Ausläufers des
Tinzenhorns,
und hat bis zu seiner in Korrektion genommenen Mündung in die
Albula bei einer Länge von 4,5 km ein Gefälle von etwa 295‰.
Gegenüber
Alvaneu Bad stürzt er in prächtigem Fall von einer hohen Felswand herab.
Von der rechten
Thalseite reichen zahlreiche Lawinenzüge ins
Tobel hinab.
Dieses ist vorn und bis über die Mitte hinauf bewaldet und hat
höher oben kleinere Bergwiesen und Alpweiden.
Gesteine des Schaftobels
sind Hauptdolomit und obere Rauhwacke (im
Hintergrund auch Rät und Liaskalk) in den obern Partien, sowie im
Vordergrund Arlberg-
oder Wettersteindolomit, Partnachmergel und alpiner Muschelkalk.
Dadaint und SchalambertDadora
(Piz) (Kt. Graubünden,
Bez. Inn).
3034 und 2681 m. Der hintere und der vordere
Piz Schalambert
oder die «Schellenberge» bilden die nach NW. gerichtete Gebirgskette zwischen
Val d'
Uina,
Val d'Assa, dem
Inn und dem Russenna- und Rassassergrat an der tirolischen Grenze. Mächtige, am N.- und W.-Fuss bewaldete Bergstöcke,
die besonders von
Crusch
(Sent) aus schön zu überblicken sind. Die weite Nische zwischen den beiden Gipfeln füllt zum Teil
der Felsrücken 2587 m der Karte aus.
Auf der
W.-Seite der Kette ziehen sich die wilden
Felsenthäler Glatschéra,
Torta und
Val da
Gliars zum Uinathal hinab; nach
S. (gegen
Uina Dadaint) und N. (die «Fuschna» zwischen den beiden Gipfeln nach
Val d'Assa hin) folgen riesige Schutthalden von 500-800 m Breite und über 1 km Längenausdehnung.
Der hintere Gipfel (Piz Schalambert Dadaint) trägt einen kleinen
Gletscher, der über der berühmten intermittierenden Quelle
(Fontana Chi-staina) von
Val d'Assa liegt und den man z. B. von dem aus dem
Val d'Assa ö. vom
MuntSpadla Bella auf den Russennagrat
führenden
Pfad her gut übersehen kann. Mit der Schmelzwirkung in diesem Gletscherchen steht offenbar
die intermittierende Quelle, deren Temperatur nur wenig über 2 °C beträgt und deren
Steigen im Bassin Dr. Tarnuzzer schon
in den Nachmittagstunden beobachtete, im engsten Zusammenhang.
¶
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Die beiden Schalambert sind zum grössten Teil aus Kalken und Dolomiten der Trias und Kalken und Schiefern des Jura aufgebaut;
ihre Grundlagen gegen den Inn und Val d'Uina hin bilden Verrucano und Gneis. Auf diesen letztern Gesteinen folgen hier alpiner
Muschelkalk, Arlberg- oder Wettersteindolomit, obere Rauhwacke (Raiblerschichten), Hauptdolomit, Steinsbergkalk (Rät
und Lias), dann in umgekehrter Schichtfolge Hauptdolomit und Raiblerschichten, sowie Arlberg- und Muschelkalk, welch' letzterer
die Spitze des Schalambert Dadora bildet.
Grundplan des Baues ist eine grosse liegende Mulde mit eingefaltetem, doppelt gelagertem Steinsberg- oder Liaskalk, und ein
liegender Sattel, auf dem in der Höhe des Piz Schalambert Dadaint der als zweite liegende Mulde aufgefaltete
Liaskalk mit Liasschiefern, Malm und Tithon folgt. Durch diese enorme Faltung erlangten die Schichten der Muschelkalk-Arlbergdolomitgruppe
eine bedeutende vertikale Ausdehnung. Die Steinsberg- oder Liaskalke und -breccien treten hier in einem zweiten Niveau auf.
Starke Zusammenstauchung, Auspressung und Verknetung der Schichten, Diskordanzen, Zerreissungen, Verschiebungen und Versenkungen
begleiten das ausserordentliche Mass der Faltung. Im O. aber folgt - vom Rassasser- und Russennagrat herbewegt - das krystalline
Grundgebirge als mächtige überschiebende Decke, unter deren Stirne die jüngeren Gesteine untertauchen. Der alpine Muschelkalk
(Virgloriakalk) liefert an Versteinerungen Terebrateln, Bivalven und Gastropoden, Krinoidenstiele und Diploporen; im Rät
und Liaskalk liegen massenhaft Pentakriniten, auch Belemniten; die Hornsteine des Tithon enthalten wie
diejenigen des Liaskalkes und des Malm zahllose Radiolarien, und am Piz Schalambert Dadaint hat W. Schiller mit Funden von
Aptychen, Krinoiden und Belemniten die Zone des Aspidoceras acanthicum des Malm zum erstenmale festgestellt.