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Das Luftschloss
Der Architekt Fredy Iseli hat einen Traum: Er möchte ein Hotel bauen, dass wie ein Zeppelin aussieht. Interessanter als die abstruse Idee ist allerdings das Baumaterial hinter der Kulissenarchitektur.
Der Architekt Fredy Iseli hat einen Traum: Er möchte ein Hotel bauen, dass wie ein Zeppelin aussieht. Als Vorlage dient ihm das legendäre, 236 Meter lange Luftschiff LZ127, das 1928 abhob. Das Replikat wird allerdings auf Stützen fest verankert auf der Erde ruhen. Auch sonst hat das Projekt wenig zu tun mit einem Zeppelin. Die Hülle besteht aus Glas und gewohnt wird im Ballon, wo sonst das Gas einströmt. Der Architekt möchte irgendwo am Bodensee landen und sieht sein Projekt als Attraktion für die Expo 2027. Allerdings ist vieles noch in der Schwebe. Ein Grundstück fehlt genauso wie in Investor, der das 200 Millionen Franken Projekt stemmt. Interessanter als die abstruse Transformation vom Zeppelin zum Haus ist ohnehin die Konstruktion hinter der Kulissenarchitektur. Iseli will auf eine Leichtbauweise setzen, die er zusammen mit ETH-Professor Mario Fontana entwickelt hat. Waben aus Altpapier werden mit anderen Materialien zu einem Verbundwerkstoff verklebt. Der Architekt liess die Konstruktion unter dem Namen «Betonwabe» patentieren und plant derzeit ein Musterhaus, das er nächstes Jahr fertigstellen will. Das Material hat einen kleinen ökologischen Fussabdruck und könnte laut Iseli Stahlbeton an vielen Stellen überflüssig machen. Aus architektonischer Sicht bleibt also zu hoffen, dass die Betonwaben abheben, der Zeppelin aber am Boden bleibt.