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Hochgeehrter Herr
Zu dem heutigen Telegramm1 habe ich Ihnen noch folgendes zu berichten.
In der heutigen Sitzung2 lag zunächst der Antrag des Departementes des Innern vor der also lautet:
Die contrahirenden Staaten3 verpflichten sich zu gemeinsamer Bethätigung behufs Erstellung einer Eisenbahn welche den Zweck hat Deutschland und Italien durch die Schweiz zu verbinden. Der Antrag hatte den Sinn dass ein solcher Artikel in den Handelsvertrag aufgenommen werden sollte.
Gleich zu Anfang der Discussion erklärte Herr Dubs dass er hiezu nicht stimmen könne | und den Antrag stelle den Art. 12. aus dem Stuttgarter-Protocoll vom Jahr 18654 in seinem ganzen Wortlaut wieder in das Verhandlungsprotocoll zu dem Handelsvertrag aufzunehmen. Ich lege Ihnen das betreffende Blatt5 bei.
Wir bestritten diesen Antrag aus nahe liegenden Gründen und amendirten denselben eventuell dahin es sei nur der erste Satz des Art. 12. beizubehalten und nach dem Worte «anerkennen» sei einzuschalten: «und sich bei der Ausführung desselben zu bethätigen geneigt seien».
In der eventuellen Abstimmung erhielt dieser Antrag 4 Stimmen ( Schenk, Knüsel6, Challet7, Welti). Bei der Hauptabstimmung | wurde der Antrag des Departements durch Stichentscheid8 beseitigt und der amendirte Antrag Dubs durch Stichentscheid angenommen. In beiden Abstimmungen stimmte Hr Challet nicht mit uns. So ist nun factisch vorläufig das erreicht was wir wollten und der Sache wenigstens ein Anstoss gegeben. Auf den Umstand dass die Erklärung nur ins Protokoll fällt und keinen eigenen Vertragsartikel bildet lege ich wenig Gewicht.
Mit Hochschätzung
Ihr ergebenster
E Welti
Bern
22 April 1868.