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Dominique Strauss-Kahn ist am Donnerstag offiziell angeklagt worden. Ihm wird unter anderem versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Dennoch wird er gegen eine Millionen-Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Zuvor hatte er seinen Rücktritt als IWF-Chef erklärt.
Die Aufgabe des Amtes als Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfülle ihn "mit grosser Traurigkeit", heisst es in Strauss-Kahns Rücktrittschreiben. Der 62-Jährige hatte den Posten dreieinhalb Jahre inne. Er wolle den IWF schützen und seine Kraft dafür verwenden, seine Unschuld zu beweisen, schrieb Strauss-Kahn.
Alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe wies er zurück. Strauss-Kahn soll in einem New Yorker Hotel versucht haben, ein Zimmermädchen zum Sex zu zwingen. Seit Montag sass er in Untersuchungshaft.
Am Donnerstag wurde Strauss-Kahn formell angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft nach einer Entscheidung der Grand Jury mitteilte. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklagen in sechs Punkten gefordert. Die Verlesung der Anklageschrift wurde für den 6. Juni festgesetzt.
Millionen-Kaution
Dennoch kommt der Franzose unter strengsten Auflagen und gegen eine Kaution in Höhe von einer Million Dollar aus der Untersuchungshaft frei, wie ein Gericht in New York entschied. Der 62-jährige wird demnach unter Hausarrest gestellt.
Eine Sicherheitsfirma wird damit beauftragt, jeden Schritt Strauss-Kahns zu überwachen. Die bewaffneten Sicherheitsleute sollen über jeden Besuch und jede Bewegung Protokoll führen.
Alle Reisedokumente, Strauss-Kahn hat zwei Reisepässe, werden einbehalten. Der Richter machte deutlich, dass der Politiker beim geringsten Verstoss wieder ins Gefängnis gehe.
Sein Anwalt William Taylor hatte zuvor bei einer Anhörung versichert, sein Mandant werde bei einer Freilassung aus U-Haft nicht aus dem Land fliehen.
Zu der Verhandlung waren auch Strauss-Kahns Frau und seine Tochter gekommen. Die Frau wirkte tief betroffen, die Tochter stützte sie. Die Frau des Beschuldigten war am Montag nach New York gereist, im Gepäck Bankgarantien für die Million Dollar. Strauss-Kahn selbst sah müde aus. Er lächelte Frau und Tochter zu, als er sich setzte.
SDA-ATS