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Juli
09
Ich persönlich benutze zwar lieber den Begriff LIBERTÄR, statt LIBERAL, weil heute unter dem Deckmantel des Liberalismus auch Staatsbefürworter zu finden sind. Doch nach meiner Meinung gibt es in einem Staatsgefüge keine Freiheit, kein Eigentum, weil die Abwesenheit jeglicher Gewalt und jedes Zwanges nur Freiheit generiert. In einem Staat gibt es im Minimum das Gewaltmonopol, sodass eine Freiheit immer mit Einschränkungen verbunden ist. Doch lesen Sie selbst, was Jürgen Fritz dazu sagt.
"Wenn der Liberalismus die Demokratie fordere, so unter der Voraussetzung, dass sie mit Begrenzungen und Sicherungen ausgestattet wird, die dafür sorgen, dass der Liberalismus nicht von der Demokratie verschlungen werde, schrieb Wilhelm Röpke vor 85 Jahren. Genau das sollte in den nächsten zwölf Jahren geschehen. Die freie Gesellschaft muss mithin wehrhaft sein gegen ihre Feinde, welche die freie Gesellschaft bedrohen und zu zerstören trachten. Doch was genau ist die Leitidee des Liberalismus und auf welchen drei Standbeinen ruht er, wenn er sich auch im Sturm bewähren soll?
Freiheit des Individuums als Kerngedanke
Leitziel des Liberalismus ist: die Freiheit des Individuums – vornehmlich gegenüber staatlicher Regierungsgewalt. Er richtet sich gegen Staatsgläubigkeit, gegen Kollektivismus (völlige Unterordnung der Interessen des Individuums unter die der Gruppe), gegen Willkür und gegen den Missbrauch von Macht respektive Herrschaft. Auch wenn der Ausdruck Liberalismus erst 1812 in Spanien geprägt wurde, liegen seine Wurzeln in der Aufklärung, etwa ab 1650.
Im Zentrum des Liberalismus steht also das Individuum und sein Wohlergehen. Die individuelle Freiheit der Person ist nach liberaler Überzeugung die Grundnorm einer jeden menschlichen Gesellschaft, auf die hin der Staat seine politische wie wirtschaftliche Ordnung ausrichten sollte. Freiheit meint hier zunächst vor allem die Abwesenheit jeglicher Gewalt und jedes Zwangs, insbesondere von staatlicher Seite.