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"All men are created equal, unless we decide you are not a man."
Colson Whitehead widmet mit The Underground Railroad einem der traurigsten Kapitel der amerikanischen Geschichte einen Roman. Wir begleiten Cora, die als Sklavin auf einer Baumwollplantage in Georgia lebt, auf ihrer Flucht durch mehrere Bundesstaaten, die sich in Rechtslage und Mentalität der Bevölkerung unterscheiden, Richtung Norden, auf der sie auf unterschiedliche Charaktere - Weggefährt_innen, Fluchthelfer_innen und Sklavenfänger - trifft.
Die Underground Railroad, die im 19. Jahrhundert als informelles Netzwerk Sklav_innen auf der Flucht aus den Südstaaten in Richtung Norden verhalf, wird im Roman physisch als Eisenbahn dargestellt. Es macht Sinn, eine solche Darstellung zu wählen, die Distanzen, die so erschlossen werden können, sind das, wovon der Roman lebt. Gleichzeitig liegt aber hier auch der Aspekt, den ich persönlich als leicht problematisch empfand: Die Grenze, die zwischen Fiktion und historischen Fakten verläuft, ist fließend und ist für Leser_innen, die über wenig oder kein Hintergrundwissen verfügen, nicht wirklich ersichtlich. Insbesondere, weil die Sprache über große Teile sehr nüchtern und distanziert, damit weniger nach Roman als nach Sachbuch klingt, wirken historische Schilderungen dermaßen authentisch, dass ohne kurze Recherche nicht ersichtlich war, was Fakt und was Fiktion ist. Einige Charaktere, die Cora auf dem Weg begleitet haben, blieben enttäuschenderweise gesichtslos, obwohl Whitehead immer wieder Biografien einstreut, die an einigen Stellen zu knapp, an anderen leider zu ausgedehnt vorkamen.
Alles in allem ist The Underground Railroad ein lesenswerter Roman, der mich phasenweise berührt und mehr als einmal zum Nachdenken angeregt hat. Außerdem hat er bei mir das Interesse geweckt, mich weitergehend mit der Thematik zu beschäftigen.