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Wie berichtet, werde ich auch noch die Bremsscheibe(n) an meinem E-Bike erneuern. Da die Bestellung noch nicht eingetroffen ist, liegen die alten Beläge noch auf meinem Schreibtisch und ich spiele ständig mit ihnen herum.
Drehe sie zwischen den Fingern hin und her, betrachte sie von allen Seiten und aus allen Winkeln, und rätsle noch an der auffallenden metallischen «Spur» auf dem in Fahrtrichtung linken Belag herum. Die Theorie mit dem Fremdkörper zwischen Scheibe und Belag überzeugt mich selbst nicht so recht.
Wenn ein Fremdkörper diese Spur verursacht hätte, hätte auf der einlaufenden Seite (im obigen Foto links) die Spur von der Eintrittskante des Bremsbelags ausgehen müssen. Tut sie aber nicht.
Und dann fiel mir auf, daß der Beginn der Spur ziemlich genau gleich weit von der Eintrittskante entfernt beginnt, wie das Ende der Spur vor der Austrittskante (rechts) aufhört.
Weiterhin war mir aufgefallen, daß die Spur links breit anfängt, sich in der Mitte zu einem kaum wahrnehmbaren Stricht verjüngt, und gegen Austritt (rechts) wieder (nahezu) auf die anfängliche Breite erweitert.
Diese auffällige Symmetrie liess die Umrisse einer Theorie in mir reifen. Daß dieser Belag am inneren Durchmesser mit einer Reststärke von 0.4 mm sichtbar stärker abgefahren war als am Aussendurchmesser mit etwa 0.8 mm, war dann das I-Tüpfelchen.
Also ab an die Werkbank, und mittels Dremel weiteres Material im Bereich des Belags abgetragen. Und sauber! zum Vorschein kam ein metallischer Aufbau der nach aussen hin als vollkommen plan erscheinenden Bremsbelag-Trägerplatte:
Offensichtlich hatte ich den Bremsbelag lokal sogar bis auf eine Rest»stärke» von unter Null abgefahren, und so bereits die innere Verdickung der Trägerplatte angekratzt.
Die obige Galerie zeigt von links oben nach rechts unten unterschiedliche Verschleisszustände. Diese ergeben sich, speziell in der unteren Zeile, aus dem Umstand, daß meine Beläge am Innendurchmesser mit einer Reststärke von 0.4 mm deutlich stärker abgenutzt waren als am Aussendurchmesser mit einer Reststärke von 0.8 mm. Dadurch wurde der innere Rand des Bremsbelagträgerplattenaufbaus als erstes angeschliffen. Bei einem (hypothetischen) Verschleissbild wie unten rechts erwarte ich bereits deutlich veränderte Bremsgeräusche.
Man kann nun noch darüber spekulieren, welchem Zweck dieser innere Aufbau der Bremsbelagträgerplatte dient. Folgende Ziele erscheinen mir plausibel:
- Neben der stoffschlüssigen Verklebung soll der Bremsbelag auch formschlüssig gegen Abscherung auf der Bremsbelagträgerplatte fixiert werden.
- Die Hitze der Bremsscheibe soll durch den schlecht wärmeleitenden organischen Belag schneller in die sehr gut wärmeleitende Leichtmetall-Trägerplatte mit ihren Kühlrippen gelangen.