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Aussicht von Mont-Noble (oberhalb von Nax. Viele Wolken und wenig Schnee während dieser zwei Monaten. (Foto : M.Doctor)
Methode
Die Niederschläge, die Sonnenscheindauer und in geringerem Ausmass auch die Temperatur gehören zu den wichtigsten Wetterparametern für Touristen. Im Winter spielt die Schneehöhe auch eine wichtige Rolle. Für das ganze Wallis wurden diese Parameter für jeden Monat der Wintersaison 2014/15 mit dem dreissigjährigen Mittel 1981-2010 über sechs Messstationen von MeteoSchweiz verglichen. Es handelt sich um Zermatt (1638 m), Visp (640 m), Montana (1508 m), Sitten (482 m), Gross-Sankt-Bernhard (2472 m) und Aigle (381 m). Für die Schneehöhe wurde ein Vergleich mit dem Referenzmittel um die Monatsmitte berechnet. Dieses Mittel stützt sich jeweils und im allgemeinen auf mehr als 30 Jahre. Die 4 verwendeten Stationen vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos sind: Les Ruinettes (2200 m), Planachaux (1870 m), Montana (1590 m) und Zermatt (1600 m). Dies erlaubt es, einen Wetterrückblick für die vergangene Saison im Wallis zu erstellen. Da das Wochenend- (We) und Feiertagwetter sich für den Tourismus besonders wichtig erweist, wurde ein Durchschnitt einzig für diese Tage und für jeden Parameter separat berechnet.
Anleitung zur Grafikinterpretation
Die Abweichungen (in %) der Niederschlagsmenge (blau), der Sonnenscheindauer (gelb) und der Schneehöhe (grau bis blau) zur Norm wurden in einer Grafik zusammengestellt. Wenn die Abweichungen der Niederschlagsmenge (bzw. der Sonnenscheindauer und der Schneehöhe) negativ sind, erweist sich der betrachtete Monat im Vergleich zum langjährigen Mittel als zu trocken (bzw. zu trüb und schneearm). Wenn alle Abweichungen hingegen positiv sind, deutet dies auf einen Niederschlags-, einen Sonnen- sowie einen Schneehöheüberschuss hin. Wenn positive Temperaturabweichungen (in Grad Celsius) aufgetreten sind, weist dies auf wärmeres Wetter als normal hin.
Dezember 2014: Eher herbstlich als winterlich, wenig Sonne
Mit einer Temperaturabweichung von +1.5°C im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt, war der letzte Monat des Jahres 2014 deutlich milder als üblich. Landesweit gemittelt gehört der Dezember 2014 zu den zehn wärmsten Dezembermonaten seit Messbeginn vor ungefähr 150 Jahren (http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/service-und-publikationen/publikationen.subpage.html/de/data/publications/2015/1/klimabulletin-dezember-2014.html ). Es muss jedoch zwischen den Berg- und Tieflagen unterschieden werden: Während die Durchschnittstemperatur in den Tieflagen deutlich zu warm ausfiel (über 2°C in Sitten und in Visp), wurden in den Bergregionen nur geringe Wärmeüberschüsse (unter 2°C auf dem Grossen Sankt Bernhard Pass und in Crans-Montana) gemessen. Dieses Phänomen ist typisch bei tiefdruckbestimmten Wetterlagen, wie sie im Dezember 2014 vorherrschten. Die unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer (Rate von -16%) unterstreicht dieses Phänomen. Somit verhinderte die häufige Bewölkung, dass sich Kaltluftseen entlang des Rhonetals bildeten.
Im Gegensatz dazu war der Dezember 2013 hochdruckbestimmt. Tatsächlich schien die Sonne im letzten Monat vom2013 oft. Ausserdem wurde ein leichtes Wärmedefizite im Rhonetal verzeichnet, während dem in den Bergen ganz mildes Wetter beobachtet wurde (z.B. ein Wärmeüberschuss von über 2 Grad auf dem Grossen Sankt Bernhard). Erwähnenswert ist, dass die Dezembermonate der Jahre 2011 und 2012 besonders durch tiefdruckbestimmte Wetterlagen beeinflusst wurden (noch mehr als 2014), welche Wärmeüberschüsse im Rhonetal und tiefere Temperaturen als üblich in den Bergen verursachten.
Was die Niederschläge vom Dezember 2014 betrifft, fielen diese deutlich defizitär aus, d.h. es regnete oder schneite nur halb so viel wie üblich. Das kann überraschend scheinen, da dieser Monat von tiefdruckbestimmten Wetterlagen dominiert wurde. Eine Erklärung dazu ist, dass die atlantischen Störungen nicht sehr aktiv waren. Mit Ausnahme der ergiebigen Schneefälle vom 27. Dezember brachten sie zwar Wolken aber wenig Niederschlag.
Diese sehr milde und niederschlagsarme Witterung verursachte im Dezember 2014 sehr unterdurchschnittliche Schneehöhen. Das war vor allem der Fall unterhalb von 2000 Metern Höhe, wo die Niederschläge oft nicht in Form von Schnee sondern von Regen fielen. Somit erreichten die Schneehöhen in den Walliser Skiorten, Mitte Dezember, lediglich ein viertel der langjährigen mittleren Schneehöhen. Dieses grosse Schneemanko dauerte bis Weihnachten an. Erst nach den ergiebigen Schneefällen vom 27. Dezember verbesserten sich die Schneebedingungen deutlich und retteten somit die Hochsaisontage der Neujahrswoche. Die Schneehöhen blieben trotzdem leicht defizitär (2/3 der normalen Schneehöhen).
Bemerkenswert ist, dass eine ähnliche Lage im Dezember 2013 vorherrschte, wobei das Schneemanko weniger ausgeprägt als im Dezember 2014 ausfiel, vor allem weil das Wetter im November 2013 niederschlagsreicher und kälter war. Auch im 2013 blieb der Dezember fast ohne Schneefälle bis und mit dem 24. Dezember. Am 25. und 26. Dezember folgten dann ergiebige Schneefälle, welche auch hier den Wintertourismus der Neujahrswoche retteten.
Die Sonnenscheindauer an den Wochenenden und während der Feiertage (20.-31. Dezember) war deutlich länger als im Monatsdurchschnitt (bedeutender Sonnenscheindauerüberschuss statt -defizit). Das kann durch die Schönwetterperiode vom 20. bis und mit 26. Dezember, sowie die ziemlich sonnigen Tage vom 30. und 31. Dezember erklärt werden. Wegen der ergiebigen Schneefälle vom 27. Dezember fielen die Niederschläge weniger defizitär aus als im Monatsdurchschnitt. Die Kälte folgte diesen Schneefällen bis zum Monatsende. Deshalb war der Wärmeüberschuss knapp drei Mal geringer an den Wochenenden und während der Feiertage als im Monatsdurchschnitt. Zum Schluss fielen die Lärchennadeln 2014 erst Anfangs Dezember, d.h. mit 1-3 Wochen Verspätung im Vergleich zum Mittel 1996-2013 (http://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Ungebundene-Seiten/Publikationen/Klimabulletin/doc/klimabulletin_Dezember2014.pdf ).
Januar 2015: Sehr milde erste Monatshälfte, Schneefälle Ende Januar
Der erste Monat des Jahres 2015 fiel milder als üblich aus. Im Wallis wurde ein Wärmeüberschuss von +1.2°C gemessen. Vor allem die ausserordentlich milden Temperaturen der ersten Monatshälfte des Januars hat zu diesem Resultat geführt. Der 10. Januar war der Höhepunkt dieser Wärmeperiode. Die Höchsttemperatur vom 10. Januar 2015 war sogar gleich hoch oder höher als diejenige vom 10. Juli 2014 (14°C sowohl am 10.07.14 als auch am 10.01.15 in Sitten, 9°C am 10.01.15 und 8°C am 10.07.14 in Zermatt). Ab dem 17. Januar schlich immer kältere Luft in die Schweiz, was eine deutlich winterlichere zweite Monatshälfte gewährleistete. (MeteoSchweiz vom 13.02.2015 http://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Klima/Gegenwart/Klima-Berichte/doc/klimabulletin_januar_d.pdf ).
Ähnlich wie im Dezember 2014 waren im Januar 2015 die durchschnittlichen Temperaturüberschüsse höher in den Tieflagen als in den Bergen (z.B. 2.3°C in Visp und nur 0.4°C in Crans-Montana und auf dem Grossen Sankt Bernhard). Die erneut tiefdruckbestimmte Wetterlage -d.h. es entstand kein stabiles Hochdruckgebiet über der Region mehr- waren für dieses Phänomen verantwortlich. Da es meistens bewölkt war, konnten sich kaum Kaltluftseen im Rhonetal bilden. Die Sonnenscheindauer war daher im ganzen Kanton auch defizitär (-27%).
Zu erwähnen ist, dass der Januar 2014 auch sehr tiefdruckbestimmt war. Vor einem Jahr war das Sonnenscheindauerdefizit etwa ähnlich gross wie heuer und die Wärmeüberschüsse erwiesen sich in tieferen Lagen grösser als in den Bergen. Ausserdem fiel die erste Monatshälfte deutlich milder aus als die zweite. Mit einem Wärmeüberschuss von 2.3°C war es vor einem Jahr im Wallis insgesamt noch milder. Mit unterdurchschnittlichem Sonnenschein waren auch der Januar 2013 und2012 tiefdruckwetterbestimmt.
Im Gegensatz zu Dezember 2014 fielen die Niederschlagsmengen überdurchschnittlich aus (+17%), da die Störungen aktiver waren. Es sind vor allem diejenigen vom 3./4. und 26. bis und mit 31. Januar, die zu diesem Niederschlagsüberschuss beitrugen (mehr als die Hälfte der Niederschlagssumme fiel in Sitten während dieser letzten Periode). Die erste Niederschlagszone des 1. Wochenendes des Monats wurde von sehr milder Luft begleitet und hob die Schneefallgrenze bis auf 2300 M. ü M., was den Schnee bis in den mittleren Höhenlagen zum Schmelzen brachte. Dagegen brachten die Störungen des Monatsendes Schnee bis in die tieferen Lagen.
Zieht man nur die letzten Schulferientage (Donnerstag, 1. bis Sonntag 4. Januar) und die Wochenenden des ganzen Monats in Betracht, wurde eine normale Sonnenscheindauer gemessen. Im Durchschnitt, über den ganzen Monat, wurde jedoch ein Defizit verzeichnet. Die wenigen sonnigen Tage waren der 1., 18. und der 25. Januar, welche zur besseren Sonnenbilanz beitrugen. Wenn man andererseits die Niederschläge während der gleichen Periode, also dem Ende der Schulferien und aller Wochenenden, ansieht, waren diese, auf das ganze Wallis bezogen, etwas erhöht. Dieser Überschuss kam unter anderem wegen der starken Niederschläge vom Samstag 3. und Sonntag 4. Januar zu Stande. Trotz dieser Ausnahme war das Wetter grundsätzlich an den freien Tagen freundlicher als an den Werktagen.
Schneehöhen
Aufgrund des niederschlagsarmen Dezembers 2014 und einer sehr milden ersten Januarhälfte 2015 waren Mitte Januar die Schneehöhen deutlich unterdurchschnittlich, d.h. nur auf der Hälfte der üblichen Schneehöhen. Dank deutlich winterlicheren Temperaturen der zweiten Monatshälfte und vor allem der ergiebigen Niederschläge zum Monatsende entsprachen die Schneehöhen zum Monatswechsel dem langjährigen Durchschnitt. Im Unterwallis und in den Berner Alpen waren sie sogar leicht überdurchschnittlich. Tatsächlich fiel vom 29. bis und mit 31. Januar in den Gegenden von Crans-Montana und Ovronnaz 70 cm und in der Region von Champéry sogar 90 cm Neuschnee (http://www.meteosuisse.admin.ch/home/actualite/meteosuisse-blog.subpage.html/fr/data/blogs/2015/1/important-cumul-de-precipitations-sur-72h.html und www.téléovronnaz.ch/, vom 01.02.15 um 8 Uhr).
Bezogen auf den ganzen Monat konnten die Schneebedingungen oberhalb von 2000 M. ü. M. als akzeptabel bezeichnet werden (mit nur einem geringen Schneedefizit), während die Regionen unterhalb von 2000 M. ü. M. unter einem beträchtlichen Schneemangel litten. Die vorherrschenden tiefdruckbestimmten Wetterlagen von November 2014, Dezember 2014 und Januar 2015, die generell milde und feuchte Luft brachten, erklären diese Tatsache. Tatsächlich, mit der Ausnahme der kalten Neujahrswoche, regnete es oft bis 2000 M. ü M. bis Mitte Januar, was Schnee erst oberhalb dieser Höhe brachte.
Zusätzlich zu den Höhenlagen wurden grosse Unterschiede der Schneehöhen je nach Regionen beobachtet. Somit können die mittleren Schneehöhen des Monates Januar 2015 in 4 Zonen klassifiziert werden (http://www.slf.ch/schneeinfo/Archiv/lwdarchiv/2015/hsrel/fr/gif ):
1) Goms und südliches Oberwallis oberhalb von 2000 m
Die Schneehöhen entsprachen dem langjährigen Durchschnitt und waren oberhalb von 2500 M. ü. M. leicht überdurchschnittlich.
Die vorherrschenden Südströmungen der ersten Hälfte von November 2014 erklären diese anständigen Schneehöhen für diese Regionen. Tatsächlich brachten diese Südströmungen oberhalb von 2000 M. ü. M. im Goms, südlichen Wallis und in den Südhängen der Walliser Alpen ergiebige Schneefälle. Zum Beispiel waren die Schneehöhen Mitte November auf dem Simplon Hospiz ausserordentlich hoch (mehr als doppelt so hoch)
2) Übriges Wallis oberhalb von 2000 m, Saastal ab 1800m undObergoms 1700-2000m
Die Schneehöhen erreichten 70 bis 90% des langjährigen Durchschnitts. Im Dezember und während der ersten Januarhälfte brachten die vorherrschenden West- bis Südwest Strömungen Niederschläge, mit Schnee nur in relativ hoch gelegenen Gebieten. Saas-Fee auf 1800 M .ü. M., profitierte noch von den Niederschlägen vom November, was z. B. für Zermatt auf 1600 M. ü. M nicht der Fall war.
3) Nördliches französischsprechendes Wallis und Unterwallis 1500-2000m, Obergoms 1300 - 1700 M. ü. M.
Die Schneehöhen erreichten nur 50-70% des Normwertes.
Zwischen 1500 bis 1800 M. ü. M brachten westliche bis südwestliche Strömungen im Dezember und bis Mitte Januar teils Schnee teils Regen. Im Obergoms, geschützt durch milde Winde, erwies sich die Schneefallgrenze oft tiefer als im übrigen Wallis. In der zweiten Monatshälfte drehten die Höhenwinde auf Nordwest bis Nord und brachten in diesen Gebieten beträchtliche Neuschneemengen. Tatsächlich sind diese Gegenden bei nordwestlichen Strömungen am ersten betroffen. Ausserdem liegt die Schneefallgrenze deutlich tiefer als bei West bis Südwest Strömungen. In Champéry/Planachaux bei 1850 M. ü. M. änderte sich die mittlere Schneehöhe von 50% des langjährigen Normwertes in der ersten Januarhälfte bis 85% der Norm in der zweiten Januarhälfte.
4) Nördliches französischsprechendes Wallis, Unterwallis und Goms unterhalb von 1300 bis 1500 M. ü. M. Übriges Wallis unterhalb von 200 M. ü. M. 1800 M. ü. M. für Saas
Die Schneehöhen erreichten kaum die Hälfte der Norm, teils sogar nur 10% am Monatsanfang. Zu tief gelegen konnten diese Zonen kaum von den Niederschlägen von November profitieren, die oft in Form von Regen fielen. Morgins (bei 1300 M. ü. M.) konnte von den nordwestlichen Strömungen profitieren. Die mittlere Schneehöhe dieses Skiorts änderte sich von 25% im Durchschnitt für die erste Monatshälfte bis 60% in der zweiten Monatshälfte und sogar einem Überschuss amMonatsende.