Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/934

Kapelle Saint Urbain
Die Legende besagt, dass die Eidgenossen hier beteten, bevor sie in den Kampf gegen Karl den Kühnen zogen, den sie 1476 besiegten.
Auf dem Frontispiz der Kapelle steht in Altdeutsch in etwa Folgendes geschrieben: «Hier versammelten sich die Eidgenossen, um zu beten, bevor sie den Herzog von Burgund vor Murten besiegten und vertrieben. Aus diesem Grund wurde diese alte Kapelle, die Sankt Urban gewidmet ist, 1697 wiederaufgebaut. Möge Gott all jenen ewiges Leben schenken, die in dem Kampf am 22. Juni 1476 fielen. Erneuert 1776». In der Nähe von Murten kann man auch den Bois Domingue besuchen, wo Karl der Kühne sein allgemeines Lager aufschlug, um auf die Schweizer zu warten.
Die adrette Kapelle wurde 1464 erstmals erwähnt: Der Rat von Freiburg verfügt, «die Kapelle von Cressier zu überdachen». Das Oratorium wurde repariert, brannte ab, wurde wiederaufgebaut, renoviert und vielen Umbauten unterzogen. Die Arbeiten im Jahr 1844 veränderten seine Form. 1923 wurde ein Türmchen ohne Glocke hinzugefügt. Der Innenraum ist schlicht: ein Altar, ein Gemälde auf Leinwand und eine Holzstatue der Jungfrau mit Kind.
Die Fenster hauchen dem Bauwerk, das an einer alten Strassenkreuzung erbaut wurde, Leben und Moderne ein. Jean-Pierre Demierre hat die Begegnung der Wege Gottes und der Menschen illustriert. Die weissen Halbtöne machen die Landschaft zu einem Teil des Dekors.
Die Kapelle ist dem heiligen Urban gewidmet, Papst und Schutzpatron des Weines, der Winzer und der Böttcher. Die Namenswahl könnte darauf zurückzuführen sein, dass hier früher Wein angebaut wurde.