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Die Kommentare zum Abstimmungsausgang bei der Zweitwohnungs-Initiative, auch meine, waren klar: Berg gegen Tal, mit den "Tälern", die sich gegen die "Bergler" durchsetzten. Heute, einen Tag danach, haben wir uns das genauer angesehen. Und kommen zu einem differenzierteren Schluss.
Gemeindedaten zur Zweitwohnungs-Initiative lagen heute morgen in frei verfügbarer Form nicht vor, deshalb haben wir auf die Bezirke geschaut. Zum Beispiel auf den von Schwarzenburg, mit 54 Prozent Ja, auf den von Interlaken, mit 50 Prozent Zustimmung, auf den von Locarno, mit 48 Prozent Bejahung, auf den des Inn oder Maloja mit je 43 Prozent auf der Initiativseite. Ihnen gemeinsam ist, dass sie alle von der Zweitwohnungs-Initiative betroffen sind, aber über dem Mittel dieser Gebiete für das Anliegen stimmten.
Warum?
Eine systematische Analyse aller Bezirke auf schweizerischer Ebene zeigt: Die Polarisierungen, ausgelöst durch die Initiative, die hinter der Betroffenheit liegen, kennen Eigenheiten in der politischen Kultur, der parteipolitischen Struktur und der gesellschaftlichen Entwicklung. Mehr für die Initiative waren Bezirke mit ökologischen Präferenzen, einem Links-Wählendenateil über dem Mittel, das gleiche bei höherer Bildung, und individualisierten Biografien. Man kann es auch so sagen: Es waren die Zentren der Modernisierungsgewinner, die Ja sagten.
Vermehrt gegen die Initiative war man in Gebieten mit überdurchschnittlichen Anteil EinwohnerInnen, die ihre Ausbildung mit der Primarschule abgeschlossen haben, die geschlossen katholisch sind, und wo die CVP stark ist.
Und nun die Pointe. Betrachtet man alle Bezirke, in denen eine Mehrheit der Stimmberechtigten vom neuen Regime betroffen sein wird, wiederholt sich das Gleiche. Die Zentren der Peripherien waren alles andere als geschlossen dagegen. So das vergleichsweise linke Interlaken, das individualisierte Lugano, das tertiarisierte Maloja und der ökologisch ausgerichtete Inn-Bezirk.
Dem stehen die Peripherien der Peripherie gegenüber. Vor allem Herens, ein gesellschaftlich strukturschwaches Gebiete, das die Vorlage massiv ablehnte. Bezirke wie dieser sind die doppelten Verlierer des Wochenendes.
In keines dieser Schemen will übrigens der Bezirk Schwarzenburg passen, insbesondere die Gemeinde Rüschegg. Von der Zweitwohnungsinitiative betroffen, sagten man mehrheitlich Ja - und ist man eine SVP-Hochburg mit allen entsprechenden Insignien.