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Schweizer Geschichte
Knabenschiessen
Knabenschiessen
Schiessende Knaben haben in Zürich Tradition. Bereits im ausgehenden Mittelalter sollen bewaffnete Halbwüchsige ein Thema gewesen sein. Ein Mandat von 1503 gestattete unmündigen Schützen, an Sonntagen vor den sieben Stadttoren auf eine aus Lehm gefertigte Scheibe zu zielen. Vor 343 Jahren wurde dann zum ersten Mal festlich geschossen. Das erste Knabenschiessen von 1656 ging aus dem militärischen Vorunterricht hervor. Das Schützenfest bildete den Abschluss von Exerzitien, die den Zürcher Schulbuben, Handwerkslehrlingen und Studenten während ihrer „Hundstageferien“ erteilt wurden.
Das Schiessen wurde beim Schützenhaus am Platz abgehalten, auf dem Gelände, wo heute der Hauptbahnhof steht. Ab 1848 fanden die Feste in der neuen Schiessstätte der Schützengesellschaft im Sihlhölzli statt, bevor sie 1898 ins Albisgüetli verlegt wurden. Seit 1991 sind auch Mädchen am Knabenschiessen zugelassen (Schützenköniginnen gab es 1997, 2004, 2011, 2012, 2014 und 2015).
Ein paar Buden und Stände
Vor hundert Jahren wurde zum ersten Mal die Knabenschiessen-Chilbi aufgebaut. Damals gab es ein paar Reitschulen, einige Buden und Stände – mehr nicht. Zum Trost, dass die Mädchen nicht teilnehmen durften, wurde ihnen am Montagvormittag auf den Reitschulen und an den Marktbuden freier Eintritt gewährt. Historische Fotos jedoch beweisen: Am Knabenschiessen war die Chilbi schon damals ein Publikumsmagnet.
(Quelle: Tages-Anzeiger)