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Sanicula aqua
ZENTRALE BEGRIFFE
Sein Hauptproblem besteht darin, dass er Dinge nicht vollenden kann. Dies zeigt sich u.a. in den unbeständigen Absichten, er springt von einer Arbeit zur nächsten, vergisst Einzelheiten, kann seinen Verstand nicht gebrauchen und hat Furcht vor der Arbeit. Beim Versuch, etwas zu vollenden, wird er sehr leicht abgelenkt und gestört: von bevorstehendem Unheil, von jeder kleinsten Sorge, der kleinsten Erschütterung, jeder Berührung, von Räubern und Landstreichern. Es ist ihm, als ob er blindlings herumtappe, er fürchtet daher besonders die Dunkelheit. Er hat das Gefühl, als ob es nur noch abwärts gehe. Die anderen erlebt er als lieblos. Er hat das Gefühl, dass niemand ihn liebt. Er kann die Handlungen anderer nicht mehr verstehen.
Fokus der inneren Aufmerksamkeit
Die Aufmerksamkeit von Sanicula aqua richtet sich auf den Weg, den etwas benötigt, um vollendet zu werden. Er bemerkt vor allem die Probleme, Hindernisse und Schwierigkeiten, die auf diesem Weg warten. Da er die anderen benötigt, um zu einem Abschluss zu gelangen, erscheint ihm die Abhängigkeit von anderen besonders auffällig und problematisch.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
Hauptthemen
Sein Hauptproblem besteht darin, dass er Dinge nicht vollenden kann. Dies zeigt sich u.a. in den unbeständigen Absichten, er springt von einer Arbeit zur nächsten, vergisst Einzelheiten, kann seinen Verstand nicht gebrauchen und hat Furcht vor der Arbeit. Beim Versuch, etwas zu vollenden, wird er sehr leicht abgelenkt und gestört: von bevorstehendem Unheil, von jeder kleinsten Sorge, der kleinsten Erschütterung, jeder Berührung, von Räubern und Landstreichern. Es ist ihm, als ob er blindlings herumtappe, er fürchtet daher besonders die Dunkelheit. Er hat das Gefühl, als ob es nur noch abwärts gehe. Die anderen erlebt er als lieblos. Er hat das Gefühl, dass niemand ihn liebt. Er kann die Handlungen anderer nicht mehr verstehen.
1. Unbeständige Absichten
Depression; Verstand wandert von einem Gegenstand zum nächsten, sogar in der Unterhaltung.
Wechselt ständig die Tätigkeit.
Mangel an Energie mit unbeständigen Absichten; springt von einer Arbeit zur nächsten, ohne jemals etwas zu beenden.
Die Gedanken schweifen ab beim Versuch, den Verstand zu gebrauchen.
Kann nicht bei einer Sache bleiben.
Ruheloses Verlangen, von einer Stelle zur anderen zu gehen, starke Abneigung gegen Dunkelheit.
Ständige Veränderung der Symptome.
2. Verstand
Furcht, den Verstand zu verlieren.
Gefühl, als würden die Augen in den Kopf zurückgedrückt werden. Schlimmer im warmen, geschlossenen Zimmer; bei Gebrauch des Verstandes. Besser in frischer Luft.
Die Gedanken schweifen ab beim Versuch, den Verstand zu gebrauchen.
Kann nicht bei einer Sache bleiben.
Kopfschmerzen verschlimmert durch Lesen.
3. Einzelheiten
Vergisst gewöhnlich Einzelheiten von Dingen, mit denen er unlängst beschäftigt war.
4. Arbeit
Fürchtet sich vor der Arbeit wegen Schwäche und Erschöpfung.
Springt von einer Arbeit zur nächsten, ohne jemals etwas zu beenden.
5. Kopf
Gefühl, als sei der Kopf offen und der Wind weht hindurch. Manchmal Einhüllen des Kopfes, sogar im Sommer, um ihn vor Wind zu schützen.
Gefühl wie von kaltem Stoff um das Gehirn. Kopfhaut fühlt sich an wie vom hinteren und vorderen Teil zum Scheitel zusammengezogen, gerunzelt, verursacht Verlangen, die Augenbrauen zu heben und den Kopf zurückzulehnen; schlimmer gegen Mittag, besser abends; schlimmer bei Bewegung, Vorbeugen des Kopfes, Lärm, Erschütterung, Stolpern; besser Ruhe, Hinlegen, Schlaf.
6. Abwärtsbewegung des Fahrstuhles
Verursacht ein Gefühl, als ob alles unter ihr nachgibt und die Schädeldecke wegfliegt.
7. Gesichtsschmerz rechte Seite in Oberkiefer und Zähnen,
erstreckt sich zur Schläfe, schlimmer durch kalte oder heisse Getränke und den leisesten Wind an Kopf oder Gesicht.
8. Bevorstehendes Unheil
Furcht vor bevorstehendem Unheil.
Verschiedene Depressionen mit einem Gefühl von bevorstehendem Unheil.
9. Allerkleinste Sorgen
Tiefe Depression; empfindet, dass niemand sie liebt, jeder hasst sie, will mit niemandem etwas zu tun haben, allerkleinste Sorgen sind unerträglich.
10. Die geringste Erschütterung
Die Erregbarkeit der Nerven ist übersteigert, allgemeine und örtliche Unverträglichkeit der geringsten Erschütterung.
11. Räuber
Träume von Räubern, kann nicht schlafen, bis das ganze Haus abgesucht ist.
12. Mord und Reue
Träume von Mord und Reue.
13. Landstreicher
Sie weckt ihren Gefährten, damit er im Zimmer nach einem Landstreicher sucht, er steht auf, sucht unter dem Bett nach ihm.
14. Eine weisse Wolke vor den Augen
Gefühl, als ob eine weisse Wolke vor den Augen vorbeischwebt, mit Sehverlust und Schwäche.
15. Als ob die Augen in den Kopf zurückgedrückt würden
Dumpfer Kopfschmerz vorne mit scharfen, schiessendem Schmerz vom rechten Hinterkopf zur rechten Stirn und Auge. Endet mit der Empfindung, dass das Auge für einen Moment gepackt und zurückgedrückt würde.
Dumpfer Schmerz in der Stirn und über den Augen; Gefühl, als würden die Augen in den Kopf zurückgedrückt werden; schlimmer bei Gebrauch des Verstandes.
16. Dunkelheit
Ruheloses Verlangen, von einer Stelle zur anderen zu gehen, starke Abneigung gegen Dunkelheit.
Grosse Angst vor der Dunkelheit.
Gefühl wie seekrank nach einem Ausritt im Dunkeln.
17. Verlangen, hinter sich zu sehen
Beständiges, unwiderstehliches Verlangen, hinter sich zu sehen.
Schmerz des Rückens, schlimmer durch Bewegen der Schultern oder Heben der Arme, kann die Arme nicht auf den Kopf oder hinter den Körper legen.
Scharfer Schmerz durch die leiseste Drehung; muss sich steif halten und zum Umsehen den ganzen Körper drehen. Neigt den Kopf nach vorne, um den Schmerz im Nacken zu mildern.
Kinder sind widerspenstig, eigensinnig, werden zornig und werfen sich zurück.
18. Sie wird von niemandem geliebt
Tiefe Depression; empfindet, dass niemand sie liebt, jeder hasst sie, will mit niemandem etwas zu tun haben. Allerkleinste Sorgen sind unerträglich.
19. Die Handlungen anderer
Missversteht Handlungen anderer.
Regt sich leicht auf über eine kleine Äusserung oder Handlung.
20. Liegen auf etwas Hartem
Der Junge, so dünn wie er war, wollte auf etwas Hartem liegen.
Möchte auf etwas Hartem liegen. Grosse schmerzhafte Empfindlichkeit.
Empfindungen morgens bei Erwachen, als hätte man auf einem harten Brett gelegen.
21. Reizbarkeit
Nervöse Reizbarkeit. Regt sich leicht auf über eine kleine Äusserung oder Handlung.
Zorn bei Kindern.
22. Widerspenstigkeit und Eigensinn
Kinder sind widerspenstig, eigensinnig, werden zornig und werfen sich zurück.
23. Schwäche und Auszehrung
Mangel an Energie mit unbeständigen Absichten, springt von einer Arbeit zur anderen, führt nichts zu Ende.
Schwindel (...) mit Übelkeit, muss den Kopf irgendwo anlehnen, um nicht umzufallen.
Nacken so schwach und abgemagert, dass das Kind den Kopf nicht hochhalten kann.
Schwaches, müdes, wie zerbrochenes Gefühl in der Lumbalregion (...)
Fürchtet sich vor gewohnter Arbeit wegen Schwäche und Erschöpfung, mit unwiderstehlichem Verlangen sich hinzulegen.
24. Bewegung
Beim Gehen wird er blind und verwirrt, muss still stehen, bis es vorbeigeht.
Herr F. hatte Neuralgien im Steissbein, Kreuzbein und Lendenbereich, schlimmer durch jede Bewegung, Umdrehen im Bett, Aufstehen von einem Stuhl und Bücken, besser, wenn er sich ruhig verhielt.
Kind kann mit 16 Monaten noch nicht alleine gehen oder stehen.
25. Beine
Beine des Kindes abgemagert.
Müdes, dumpfes, schweres Gefühl in den unteren Extremitäten mit der Neigung, die Lage zu wechseln, keine Lage ist angenehm.
Prickelnde Empfindung in dem einen oder anderen Bein wie elektrischer Strom, endet mit einem Ruck, nur beim ersten Zubettgehen.
Wunde, zerschlagene Empfindung an der Vorderseite des rechten Oberschenkels, schlimmer durch leichten Druck.
Mehrere Symptome mit der Empfindung von Wundheit, Zerschlagenheit, Verstauchung und Müdigkeit.
26. Verdauung
Nach grosser Anstrengung schlüpft der Stuhl, der fast herausgebracht war, zurück.
Sogar weicher Stuhl wird nur mit grosser Mühe entleert.
Umfangreiche Entleerung kleiner, trockener, grauer Bälle, müssen mit den Fingern herausgeholt werden, damit das Sphinkter nicht reisst.
Starker Schmerz im Perineum beim Stuhl, als wolle es zerreissen. Das ganze Perineum ist wund und brennt einige Stunden lang nach dem Stuhlgang.
Stuhl fühlt sich an wie voll von gezackten Teilchen, sehr schmerzhaft, zerreisst den Anus und verursacht Wundheit und Bluten.
Stuhl riecht wie vergammelter Käse oder Limburger Käse.
Drängen durch Blähungsabgang, muss die Beine übereinanderschlagen, um zu verhindern, dass Stuhl abgeht.
Viereckiger Stuhl, wie mit einem Messer abgeschnitten.
Gefühl eines Klumpens im Magen.
Wundheit im ganzen Magen, empfindlich gegen Druck und Erschütterung, kann nicht lachen, ohne Magen und Eingeweide festzuhalten, schlimmer, wenn der Magen leer ist.
Kind möchte ständig gestillt werden, magert dennoch ab.
Kind verlangt nach Fleisch, fettem Speck usw., das verschlimmert.
Verlangen nach Salz.
Kann stundenlang nach einer Mahlzeit kein Essen zu sich nehmen.
Speisen werden sauer und ranzig, mit brennendem Verlangen nach Wasser, das nur kurze Zeit bessert, dann verschlimmert.
Fühlt sich furchtbar vollgestopft nach einer Mahlzeit.
Kind erbricht Milch, die wie Schmierkäse aussieht. Schläft nach dem Erbrechen ein.
27. Knochennähte und Fontanellen
Vorzeitiger Verschluss von Knochennähten und Fontanellen.
28. Furunkel, die nicht reifen
Kleine Furunkel auf dem Rücken, die nicht reifen.
29. Kinder sehen alt aus
30. Feuchtkalte Klebrigkeit
Empfindung von Kälte im Lumbal- und Sakralbereich, als wäre da ein kaltes Tuch.
Füsse kalt und klebrig. Der Fussschweiss erscheint sowohl zwischen den Zehen, wundmachend, als auch auf den Fusssohlen, als sei man in kaltes Wasser getreten.
Als hätte er feuchtkalte Strümpfe an.
Kind schwitzt reichlich am Hinterkopf und Nacken im Schlaf, das Kopfkissen wird rundherum nass.
Kälteempfindung in der Kehle, als würde da ein Stück Eis hingehalten.
Hände so kalt, als fasse man Eis an.
Wenn man die Hände gegeneinander legt, schwitzen sie, bis sie tropfen.
31. Geruch
Absonderungen riechen wie vergammelter oder Limburger Käse, wie nach Fischlake.
32. Wie verbrüht
Brennen der Fusssohlen, muss sie entblössen oder an eine kühle Stelle tun.
Herr C. klagt darüber, dass sich sein Gaumen wie verbrüht anfühle, wenn er etwas Warmes in den Mund nahm, besonders heisse Getränke.
Zungenbrennen, muss sie zum Kühlen herausstrecken.
33. Wundheit
Bei fast allen Organen finden sich Empfindungen der Wundheit, ebenso an den Gliedmassen, die sich wund und zerschlagen anfühlen, Knochen, Muskeln, Haut und Schleimhaut wie wund. Selbst der Schweiss an den Füssen ist wundmachend.
34. Als sei der Rücken in zwei Teilen
Empfindung, als sei der Rücken in zwei Teilen.
Rücken wird schwach und müde durch Gehen im Schnee.
35. Als ob die Lumbalwirbel aneinander vorbeigleiten
Empfindung in der unteren Lumbalregion, dass die Wirbel aneinander vorbeigleiten, besonders empfunden beim Schaukeln im Stuhl.
36. Gefühl einer Last auf der Lunge
Plötzlicher Anfall des schrecklichen Gefühls einer Last auf der Lunge; für einige Augenblicke scheint es, als ob sie zerspringt, nach und nach gefolgt von einer tiefen seelischen Depression.
37. Fremdkörpergefühl
Erstickungsgefühl im Hals wie von einem Brotkrümel.
Kälteempfindung in der Kehle, als würde ein Stück Eis hingehalten.
Stuhl voll von gezackten Teilen.
Gefühl als würde ein harter Gegenstand, ähnlich einem Bleistift, zwischen Blase und Nieren hin und hergetrieben; vergeht langsam gute fünfzehn Minuten nach dem Wasserlassen.
38. Vor - und Zurückbeugen
Verschiedene Symptome werden gebessert bzw. verschlimmert durch Vor- und Zurückbeugen des Kopfes.
Sanicula hat grosse Probleme beim Vollenden einer Angelegenheit. Er sieht nur die Probleme, die ihn vom Weg abbringen können, fürchtet jede Unterbrechung, jedes Abschweifen. Gleichzeitig kann er nicht bei einer Sache bleiben, springt von einem zum anderen. Selbst bei einer Unterhaltung hat er Mühe, dabei zu bleiben. Er missversteht daher, was die anderen tun und fühlt sich abgelehnt.
Egotrophie
Er zeigt, dass er keiner Entwicklung bedarf. Er ist bereits vollkommen und benötigt keinen anderen mehr.
Egolyse
Er ist verzweifelt und deprimiert, weil er akzeptiert, dass er sich nicht weiter entwickeln kann. Er ist sozusagen überreif: er ist alt, stinkt wie ein alter Käse, ist ausgezehrt und erschöpft, von allen abgeschrieben. Er will mit niemandem etwas zu tun haben.
Alterolyse
Die anderen hindern ihn auf seinem Weg zur Vollkommenheit. Er kann sie nicht verstehen. Er sieht in ihnen nur Hindernisse auf seinem Weg, und alles was sie tun, regt ihn auf.
Es geht um die Autonomie, bzw. um den Weg zur Vollkommenheit. Problem ist die Entwicklung, bzw. die Reifung.
Transzendenter Wert
Gott ist ohne sich entwickeln zu müssen von vornherein vollkommen, und seine Vollkommenheit besteht in sich selbst, d.h. sie ist primär und unabhängig. Sanicula neidet Gott die autonome, nicht verursachte Vollkommenheit.
Menschliche Daseinsbedingung
Der Mensch muss sich entwickeln, um zur Vollkommenheit zu gelangen. Aber er kann diese nur in relativer und partieller Weise erreichen und ist dabei auf die Teilhabe an der höchsten Vollkommenheit, d.h. auf Gott angewiesen. Abgelehnt werden die dem Menschen mögliche Vollkommenheit und deren Bedingungen: die Reifung bzw. Entwicklung und die Abhängigkeit dieser Entwicklung von den anderen, d.h. von Gott, bzw. dem anderen Menschen. Es besteht eine Weigerung zu reifen, sich zu entwickeln, voranzuschreiten.
Kerne
Schuld
Ablehnung, eine relative menschliche Vollkommenheit zu erreichen und dabei auch noch von anderen abhängig zu sein.
Verlust
Er kann Dinge nicht zu Ende bringen, keine Angelegenheiten vollenden, keine Arbeit abschliessen. Er verliert das Verständnis für andere und deren Handlungen. Er hat das Gefühl, von allen abgelehnt zu werden.
Strafe
Alles bedroht seinen Versuch, etwas zu vollenden. Überall lauert Unheil. Die geringste Erschütterung und die kleinste Sorge bringen ihn von der Bahn ab, d.h. sie lenken ihn ab und verhindern damit die Vollendung seiner Angelegenheiten.
Der Kopf ist wie offen und der Wind weht hindurch. (Thema 5)
Analoge Begriffe zu offen sind frei, unbestimmt. Sanicula möchte sich nicht auf Einzelheiten (Thema 3) einlassen müssen, um eine Entwicklung zur Vollendung zu erreichen. Er vergisst sie und bleibt im offenen, unbestimmten Bereich. Er möchte von dort direkt zur Vollkommenheit gelangen. Daher erfährt er jetzt diese Offenheit als Strafe. Der Wind weht etwas hinweg und gefährdet dadurch die Stabilität, die das Ziel einer Entwicklung darstellt.
Landstreicher (Thema 12)
Ein Landstreicher ist jemand, der die persönliche Entwicklung durch Erwerb von Kultur ablehnt.
Blindheit beim Gehen (Thema 13)
Sanicula lehnt ab, sich auf den Weg der Reifung und Entwicklung zu begeben. Strafe ist die Blindheit, er kann den Weg nicht mehr sehen und ihn daher auch nicht finden. Hierzu gehören auch Thema 24, Bewegung und Thema 25, Beine.
Beständiges Verlangen, nach hinten zu sehen (Thema 16)
Dies betrifft sowohl das Sehen, d.h. den richtigen Weg sehen, als auch die Sorge, den falschen Weg zu nehmen oder auf seinem Weg gestört zu werden.
Vorzeitiger Verschluss der Knochennähte (Thema 27)
Dies ist ein egotrophes Symptom. Beendigung der Entwicklung, da sie nicht mehr benötigt wird, die Vollkommenheit ist bereits erreicht. Weitere Entwicklungsprobleme zeigen sich im Thema 26: Die "Entwicklung", das Ende des Stuhls ist nicht möglich, er kann nicht ausgeschieden werden, zieht sich wieder zurück, man muss sogar mechanisch nachhelfen.
Auch die Entwicklung des Kindes ist verzögert, es will dauernd an der Mutterbrust trinken und nimmt trotzdem ab.
Kleine Furunkel auf dem Rücken reifen nicht.
Wenn jemand sich nicht entwickeln und nicht bewegen will wird er "überreif". Es ist das Bild von überreifem, vergammeltem Käse, der fürchterlich stinkt, ebenso wie die Fischlake (Thema 31). Auch das alt aussehende Kind (Thema 29) gehört zu diesem Themenbereich.
Von vielen Homöopathen wurden Sanicula-Patienten als schmutzig beschrieben. Der allgemeine Eindruck von Schmutzigkeit hat ebenfalls mit dieser Überreife zu tun.
Die Probleme und Ängste, vom Weg und damit vom Ziel der Entwicklung abzukommen, zeigen sich in folgenden Themen:
Unheil (Thema 6 ), kleinste Sorgen (7), geringste Erschütterung (8), Berührung (9), Räuber (10), Mord und Reue (11), Landstreicher (12), Dunkelheit (15), Abwärtsbewegung (18), die Handlungen anderer (19). All dies sind Ereignisse, die seinen Weg bedrohen können.
Der Zwang, eine Entwicklung machen, d.h. sich auf die Welt mit all ihren Einzelheiten einlassen zu müssen, wird als sehr hart erlebt. Dies zeigt sich u.a. im Gefühl der Wundheit und Verbrühung (Thema 33), an der "Stuhlentwicklung" (Thema 26), welche von Wundheitsgefühl im Darmausgang wie von gezackten Teilchen im Stuhl begleitet ist, an den Fremdkörpergefühlen (Thema 37) und dem Gefühl einer Last auf der Lunge (Thema 36).
Die egotrophe Abwehrhaltung findet sich im Thema 20. Man möchte auf etwas Hartem liegen und negiert damit, dass irgendwelche äusseren Dinge Eindruck auf einen machen können. Sie berühren mich nicht, können mich daher auch nicht ablenken.
Gefühl als würden die Augen in den Kopf zurückgedrängt (Thema 15)
Zurückgedrängt wird sozusagen das Überspringenwollen der Entwicklung. Das Auge, das schon die Vollkommenheit sehen will, wird zurückgedrückt.
Als sei der Rücken in zwei Teile geteilt (Thema 34)
Der Rücken wird oft als Symbol des Weges zwischen Erde und Himmel betrachtet. Dieser Weg ist unterbrochen, d.h. der Weg zur Vollkommenheit ist blockiert. Vgl. Thema 35.
Viereckiger Stuhl Thema (26)
Das Viereck ist ein Symbol der Vollkommenheit und Stabilität.
Zincum metallicum
Zincum metallicum hat ein teilweise ähnliches Leiden. Es fürchtet den Verlust der Macht und der Fähigkeit, irgendeine Angelegenheit vollenden zu können. Der Hintergrund ist bei Zincum metallicum jedoch ein anderer. Es neidet Gott seine reine Macht im Handeln, seine Möglichkeit, auf die anderen aktiv handelnd einwirken zu können. Es will sich nur aus sich selbst heraus bewegen und lehnt damit die menschliche Möglichkeit ab, ein Ziel zu erreichen. Es findet den Grund für seine Bewegung nicht im anderen Menschen, es lässt sich nicht von ihm anziehen. Neben dem Gefühl, Dinge nicht zu Ende bringen zu können, besteht vor allem die Furcht, lebendig eingesperrt zu sein. Es reagiert sehr empfindlich auf jede Einschränkung. Daneben fürchtet es, beurteilt zu werden, es fühlt sich sofort verurteilt.
Sanicula beneidet Gott um seine von vornherein bestehende Vollkommenheit. Beim
Unvermögen, Dinge nicht zu Ende bringen zu können, steht bei Sanicula die Sprunghaftigkeit, das Abschweifen, das Abgelenktwerden, das Nicht-im-Auge-behalten-können eines Zieles im Vordergrund.
Bei Zincum liegt der Schwerpunkt auf der fehlenden Kraft und Macht, etwas durchsetzen, bzw. es zu Ende führen zu können.
QUELLEN
Autor: Stefan Preis, Materia Medica Homoeopathica – revidiert nach Dr. Alfonso Masi-Elizalde
Clarke, John H., Die Heilung von Tumoren durch Arzneimittel mit besonderem Hinweis auf die Krebsnosoden und Sanicula aqua, München 1991
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