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Wenn über die Medien gesprochen wird, wirft meist jemand den Ausdruck "der vierten Gewalt" ins Gespräch, und dies oft in verschwörerischer Weise. Man spricht von der Medienlobby und von der Behauptung, dass eine vom Staat unterstützte Presse eine vom Staat kontrollierte und damit undemokratische Presse sei. Eine Kritik, die dann impliziert, dass ausschließlich privat finanzierte Medien folglich unabhängiger wären? Vergleichen wir das mit unseren französischen Nachbarn. Am 16. November 2021 titelte Le Monde "Comment Vincent Bolloré mobilise son empire médiatique pour peser sur la présidentielle" (Wie Vincent Bolloré sein Medienimperium mobilisiert, um auf die Präsidentschaftswahl Einfluss zu nehmen). Zur Erinnerung: Der Milliardär steht an der Spitze von Canal+, C8, CNews sowie 45 Verlagshäusern. Er hat auch den Zeitschriftenkonzern Prisma aufgekauft, der gerade dabei ist, die Lagardère-Medien Europe 1, Paris-Match und Le Journal du Dimanche zu schlucken. Die Gefahr ist hier natürlich, dass eine Privatperson die öffentliche Meinung in eine Richtung lenkt, die ihren Geschäften entgegenkommt, in diesem Fall über die Unterstützung von Éric Zemmour. Eine private Presse ist eine Presse ohne Leitplanken. Qualitätsjournalismus muss bezahlt werden, Medienvielfalt wird geschätzt, denn nur die Vielfalt ermöglicht zuverlässige Informationen. Eine Information zu verlieren bedeutet, kollektive Intelligenz zu verlieren. Mit den Jungen Grünliberalen FR unterstütze ich daher das Massnahmenpaket zugunsten der Medien, jedoch mit dem Bedauern, dass es nicht mehr Mittel für den digitalen Übergang bereitstellt, der zweifellos die Presse von morgen darstellt.
LEONARDO GOMEZ MARIACA
CO-PRÄSIDENT DER JUNGEN GRÜNLIBERALEN FREIBURG