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Die Pleite von Thomas Cook in Grossbritannien und die Aufnahme von Notgeschäftsmassnahmen in den restlichen Märkten hat natürlich auch im Flugbereich riesige Konsequenzen. Das Fluggeschäft von Thomas Cook besteht aus vier Gesellschaften mit Sitzen in Grossbritannien, Deutschland, Dänemark und Spanien; insgesamt sind in den vier Konzernfluggesellschaften 116 Flugzeuge am Start, welche von 40 verschiedenen Leasinggesellschaften geliehen sind.
Die grösste Airline ist die deutsche Condor mit 53 Flugzeugen: 21 A320, 1 A330, 16 B767 und 15 B757 - mit einem Durchschnittsalter von 17,4 Jahren. Diese Flugzeuge sind derzeit auch nicht gegroundet: Condor Flüge werden weiterhin planmässig durchgeführt, wie die Airline auf ihrer Website festhält. Die deutsche Ferienfluggesellschaft ist seit vielen Jahren profitabel und bringt aktuell jährlich über acht Millionen Gäste zu über 100 Zielen weltweit. Allerdings ist auch Condor noch nicht über den Berg: Um Liquiditätsengpässe bei Condor zu verhindern, wurde ein staatlich verbürgter Überbrückungskredit beantragt. Dieser wird derzeit von der deutschen Bundesregierung geprüft. Ob das reicht, um Unsicherheiten rund um den Condor-Betrieb angesichts der Pleite der Muttergesellschaft zu zerstreuen, muss sich noch zeigen.
Aktuell sind rund 140'000 deutsche Touristen mit Thomas Cook unterwegs. Allein 21'000 sollten heute und morgen in den Ferien verreisen. Was noch möglich ist (mit Condor) und wer stehen bleibt, ist derzeit noch unklar.
Was passiert mit der Flotte?
Die weiteren Konzernfluggesellschaften sind am Boden. Thomas Cook Airlines UK besitzt 45 Flugzeuge (38 A320, wovon 35 A321-200 sind, und 7 A330-300) mit einem Durchschnittsalter von 11,6 Jahren. Die 2017 gegründete spanische Thomas Cook Airlines Balearics verfügt ihrerseits über 6 Airbus A320-200 mit einem Durchschnittsalter von 17,6 Jahren. Die in Dänemark angesiedelte Thomas Cook Airlines Scandinavia wiederum betreibt 12 Flugzeuge (8 A321-200 mit einem Durchschnittsalter von 7,7 Jahren und 4 ältere A330). Im letzten Berichtsjahr war auch Thomas Cook Airlines Scandinavia profitabel.
Das Durchschnittsalter der Flugzeuge ist insofern relevant, als dies natürlich bei allfälligen Weiterverkäufen bzw. aufgrund der bestehenden Leasingkonditionen eine finanzielle Rolle spielt. Bereits im Februar dieses Jahr liess Thomas Cook wissen, dass man sich vom Fluggeschäft trennen wolle.
Inzwischen sind Mitteilungen aus Grossbritannien durchgesickert, wonach keiner der rund 150'000 gestrandeten britischen Touristen in die Tasche greifen muss, um nach Hause zu kommen. Wer eine Pauschalreise gebucht hatte, ist ohnehin über ATOL (das britische Kundengeldabsicherungs-System) abgesichert. Allerdings sollen auch Passagiere, welche einen Nur-Flug mit Thomas Cook Airlines gebucht haben, das Geld vom Staat erstattet erhalten. Das britische Transportministerium habe dies laut übereinstimmenden Medienberichten zumindest für die kommenden zwei Wochen garantiert - wer einen Rückflug in über zwei Wochen hat, geht ebenso leer aus wie jener Passagier, der am Tag vor der Pleite in Heathrow vom «Guardian» interviewt wurde und erklärte, er habe aus eigener Tasche bereits einen separaten Rückflug mit Easyjet gebucht, falls Thomas Cook Airlines gegroundet werde...