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One Penny Black - die erste Briefmarke der Welt - hat Geburtstag
Die Einführung der ersten Briefmarke 1840 in Grossbritannien im Rahmen einer umfassenden Postreform ist eng verbunden mit dem Namen von Rowland Hill.
Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts waren in Grossbritannien, dem damals industriell und politisch führenden Staat, standen grosse gesellschaftliche Reformen an. Fortschrittlich gesinnte Menschen befassten sich mit Fragestellungen, die der Modernisierung in allen Bereichen des öffentlichen Lebens gewidmet waren. Darunter fiel auch das das veraltete, komplizierte und teure Portosystem der britischen Post. Bis zur Reform des Postsystems wurde das vom Empfänger zu bezahlende Porto kompliziert nach Entfernung und Gewicht berechnet.
Zwar gab es bereits von 1680-82 in London eine privat organisierte Penny-Post von William Dockwra für den Transport von vorausbezahlten Sendungen, doch wurden diese nur innerhalb weniger Quartiere befördert. 1682 wurde die Dockwra-Post als illegal erklärt, weil sie das königliche Postmonopol brach. Der Staat übernahm die Penny-Post und führte sie weiter bis 1794. 1794 wurde die Penny-Post reformiert und 1801 wurde das Porto von 1 Penny auf 2 Penny erhöht.
Das Inland Porto wurde pro Briefblatt (Faltbrief) und Distanz erhoben. So kostete ein Blatt 1638 auf eine Distanz bis 80 Meilen versandt 2 Penny. Zwei oder drei Blätter kosteten den doppelten oder dreifachen Betrag. Ab vier Blättern kann das Gewicht in Unzen zur Anwendung. 1838 wurden zum gleichen Betrag Briefe nur noch 8 Meilen weit befördert.
Ein vom britischen Unterhaus berufenes Komitee unter Robert Wallace und Rowland Hill schlug ein einheitliches Porto vor, das vom Gewicht, aber nicht mehr von der Distanz abhängig war. Nach einer probehalber eingeführten einheitlichen Taxe von 4d für ½ Unze auf dem 5. Dezember 1839 konnte auf Grund des gestiegenen Briefverkehrs das Porto auf den 10. Januar 1840 auf 1 Penny für einen vom Absender frankierten Brief bis ½ Unze gesenkt werden.
Um das günstige Portosystem zweckmässig umsetzen zu können, musste man einen Weg finden, das Porto zu erheben denn es war vorauszusehen, dass bei so günstigen Portosätzen der Postverkehr sich bedeutend erhöhen würde. Es würde unmöglich werden, für jeden einzelnen Brief das Porto in barem Geld zu erheben. Hill schlug vor, dass das Porto bei Aufgabe der Briefe entweder in barem Geld oder durch gestempelte Briefbogen und Couverts erhoben werden solle. Beide Methoden wurden aber aus den oben dargelegten Gründen für praktisch nicht durchführbar gehalten. Das Zustandekommen der ganzen Hill Postreform von Hill stand in Frage. Ein Ausweg musste gefunden werden.
Als im Parlament in der Mitte des Jahres 1839 die Penny-Porto-Vorlage behandelt wurde und diese dem Untergang nahe war, weil man keine zweckmässige Methode finden konnte , wie das Porto ohne grosse Belästigung des Publikums zu erheben wäre, wurde die Vorlage dadurch gerettet, dass Robert Wallace im Unterhaus und Lord Ashburton im Oberhaus die aufklebbare Marke von James Chalmers zur Sprache brachten.
Rowland Hill übernahm die Idee Chalmers, ohne diesen zu erwähnen und es wurde ein Wettbewerb für die Gestaltung eines gestempelten Couverts und eines Frankierungszeichen ausgeschrieben.
Den ersten der ausgesetzten beiden Preise von 200 Pfd. erhielt Mulready für sein Couvert, den 2ten von 100 Pfd. Cheverton, der einen weiblichen Kopf von höchster Schönheit als Muster für den Markenentwurf eingereicht hatte. Insgesamt sollen gegen 2‘600 Entwürfe eingegangen sein.
Als Motiv hatte Hill den Kopf der jungen Königin Victoria nach der City-Medaille von William Wyon ausgewählt. Für die Wahl des Kopfmotivs sprach neben anderen Gründen vor allem die Tatsache, dass das Portrait eines Menschen als besonders fälschungssicher erachtet wurde. Zudem wurden Rahmen und Hintergrund der Marke mit einem komplizierten, maschinell erstellten Linienmuster versehen, welches ebenfalls Fälschungen erschweren sollte. Der Stecher Henry Corbould führte die Gravur des Motivs aus. Nach zahlreichen Essays und Probedrücken begann am 15. April 1840 die Druckerei Perkins, Bacon and Petch mit dem Druck der Marken. Der Bogen umfasste 20 Reihen zu 12 Marken, also 240 Marken pro Bogen. Diese Anordnung gründete sich im alten englischen Währungssystem: 12 Penny = 1 Schilling, 20 Schilling = 1 Pfund Sterling.
Die erste Platte war aber zu wenig gehärtet, so dass sich bald Abnützungserscheinungen bemerkbar machten und die Platte umfangreich repariert werden musste. Die Originalplatte wird als Platte 1a und die reparierte Platte vom 8. Juni 1840 als 1b in den Katalogen geführt. Insgesamt wurden für die Herstellung der Penny Black 11 Druckplatten verwendet. Diese wurden nach dem Ende ihrer Druckfähigkeit jeweils zerstört, die letzte am 15. Januar 1842. Insgesamt wurden von der Penny Black 68‘808‘000 Exemplare hergestellt. Von diesen sind zirka 10% noch erhalten.
Neben den Briefmarken produzierte man auch noch eine Ganzsache. Die Mulready- Couverts missfielen infolge ihres romantisierenden Motivs und führten zu beissendem Spott und zahlreichen Karikaturen. Das Publikum wollte sie nicht kaufen und die Vorräte wurden vernichtet mussten.
Die Marken wurden auf den 1. Mai an die Poststellen verteilt für die Verwendung ab dem 6. Mai 1840, der Geburtsstunde der Briefmarke.
Wenn auch der Postverkehr infolge der Einführung des günstigen Portosystems einen gewaltigen Aufschwung nahm, so war das finanzielle Resultat vorerst durchaus kein gutes. Der Überschuss dieses Jahres bezifferte sich jedoch nur auf rund 500000 gegen 1500000 Pfund Sterling im Vorjahre, wobei sich die Anzahl der Briefe verdreifacht hatte. Die Postbehörde glaubte anfangs, dass das neue System den Ausfall niemals decken werde. Dies erwies sich jedoch in der Folge als falsch, denn in den Jahre 1850/51 wurde die alte Brutto-Einnahme erreicht und im Jahre 1863 war das Gleiche der Fall bezüglich der früheren Reineinnahme. Diese Steigerung ist aber nicht allein der neuen Portotaxe zuzuschreiben, sondern es wirkte vieles dazu mit wie zum Beispiel die Verbesserung und Erweiterung der Postanlagen, die Beschleunigung in der Beförderung, die Zunahme der Bevölkerung, der wachsende Wohlstand, die Entwicklung des Handels, der Industrie und der Eisenbahnanlagen.
One Penny Black - die erste Briefmarke der Welt - hat Geburtstag
Die Einführung der ersten Briefmarke 1840 in Grossbritannien im Rahmen einer umfassenden Postreform ist eng verbunden mit dem Namen von Rowland Hill. Die Marken wurden auf den 1. Mai an die Poststellen verteilt für die Verwendung ab dem 6. Mai 1840, der Geburtsstunde der Briefmarke.
» Hier lesen sie mehr über Geschichte und Entstehung der ersten Briefmarke.