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Joyce Wamaitha Kiarie,
Psychologin von Tdh in Korogocho
„Die Kinder verharren allzu oft in Schweigen“
«Einige Kinder wurden vor ihrer Rettung lange missbraucht. Wir schulen deshalb Lehrpersonen, religiöse Führer und all diejenigen, die mit Kindern zu tun haben, Anzeichen von Missbrauch zu erkennen und dies Tdh und den Behörden zu melden, wie es bei Cary*, 9 Jahre alt, der Fall war. Sie wurde von ihrem Grossvater missbraucht. Während der ersten Therapien weinte sie viel, sie hat sich schliesslich aber geöffnet. Jetzt nimmt sie an Gruppensitzungen teil und macht in ihrem Heilungsprozess Fortschritte.
Die Kinder verharren allzu oft in Schweigen. Ich bin ihre Freundin, ihre Verbündete, die ihnen hilft, wieder klarzukommen. Auch mit Schuldgefühlen, denn sie glauben, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, was ihnen passiert ist. Cary konnte sich mit Zeichnungen ausdrücken, zum Beispiel eines Lebensbaums, der von den Wurzeln bis zur Krone ihre Kindheit darstellt. Das hilft, verdrängte Erinnerungen an die Oberfläche zu holen. Wir verwenden diese Technik auch mit den Eltern. Sie sind sich häufig nicht bewusst, dass sie in der eigenen Kindheit erfahrene Misshandlungen, über die sie niemals sprechen konnten, reproduzieren. In gewisser Weise eine Vergeltung. Wir helfen den Familien, aus diesem Teufelskreis auszubrechen.»
*Der Name wurde zum Schutz des Kindes geändert.