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Am 18. Mai 1931 erblickte Germaine als viertes von fünf Kindern des Henri und der Josephine Berset-Baudet in La Corbaz das Licht der Welt. Wegen einer schweren Krankheit der Mutter kam sie im Alter von neun Jahren zur Pflegefamilie Kröpfli, ebenfalls in La Corbaz, wo sie gut umsorgt wurde und tüchtig Hand anlegte.
In La Corbaz absolvierte sie die Schulzeit. Sie war immer eine gute und lerneifrige Schülerin. Als Germaine 17 Jahre alt war, verstarb ihre Mutter. Ein Jahr später nahm sie eine Stelle als Köchin in einer Metzgerei im «Hochzytergässli» in Freiburg an. Am Maimarkt 1952 lernte sie beim Tanz ihren zukünftigen Gatten Josef Bouquet kennen.
Verständigungsprobleme – Germaines Muttersprache war Französisch – waren kein Hinderungsgrund für die junge Liebe. Am 21. Februar 1955 gaben sie sich das Ja-Wort und versprachen, immer füreinander zu sorgen. Germaine zog nach St. Ursen und arbeitete von nun an im Betrieb der Schwiegereltern mit. Sie wurden Eltern von drei Kindern.
Die Übernahme des Betriebes durch ihren Gatten verlangte von den beiden noch grösseren Einsatz.
Später waren die Grosskinder ihr grösster Stolz und sie verwöhnte diese, wann immer sie nur konnte.
Mit der Übernahme des elterlichen Betriebes durch Sohn Willy 1987, wurde der Alltag für Germaine und Josef etwas ruhiger. Beide halfen zwar immer noch mit, hatten jedoch mehr Zeit für Ausflüge, Reisen oder gemütliche Jass-Nachmittage mit Verwandten und Bekannten.
Um Blumen kümmerte sich Germaine sehr gerne und bei jeder Gelegenheit bereitete sie köstliche Brezeln zu. Sie war mit ihrer grosszügigen und hilfsbereiten Art immer zur Stelle; so nahm sie auch die Pflege ihrer Schwiegermutter mit grosser Selbstverständlichkeit auf sich.
In den Neunzigerjahren musste sie sich operieren lassen. Grössere Komplikationen verzögerten den Heilungsprozess und sie konnte sich von dieser Operation nie mehr ganz vollständig erholen. Sie wurde zusehends vergesslicher und vor fünf Jahren wurde Demenz diagnostiziert.
Die Goldene Hochzeit im Jahre 2005 war für Germaine und Josef ein grosses Ereignis. Sie genossen diese in vollen Zügen und feierten mit der ganzen Familie.
Langsam brauchte Germaine im Alltag immer mehr Unterstützung. Ihr Gatte, nahe Angehörige – vor allem Tochter Rita und Schwiegertochter Margrit – sowie Ursula Ulrich und Irène Jungo pflegten und betreuten sie, damit sie ihren Lebensabend im trauten Heim verbringen konnte.
Am 24. Juni unternahmen Germaine und Josef mit den Senioren von St. Ursen noch einen Ausflug. Sechs Tage später erlitt sie einen Hirnschlag und musste ins Spital eingewiesen werden, wo sie am 22. Juli in den frühen Morgenstunden im Beisein ihrer Familie von ihren Leiden erlöst wurde. Ihre Familie wird sie nie vergessen. Eing.