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Jahresbericht 2016
Ein grosses DANKE an alle, die bei unseren Aktionen mithelfen, daran teilnehmen und uns unterstützen. Wir wünschen euch ein gutes 2017 und hoffen, euch auch im nächsten Semester wieder mit uns zu haben!
5. April – Citizenfour Filmvorführung
Am 25. September hat das Schweizer Volk über das neue Nachrichtendienstgesetz abgestimmt. Wir wollten im Vorfeld dieser Referendumsabstimmung Mitstudenten sowie andere Interessierte auf das Thema aufmerksam machen und organisierten deshalb im April einen Themenabend zu dieser äusserst umstrittenen Thematik. Es wurde zunächst der oscarprämierte Film „Citizienfour“ von Laura Poitras gezeigt, eine packende Dokumentation über den amerikanischen Whistleblower Edward Snowden und die durch ihn aufgedeckte Überwa- chungsaffäre. Danach stellte sich Patrik Walder, Kampagnenexperte von Amnesty International Schweiz, für Fragen zur Situation in der Schweiz zur Verfügung. Das Publikum zeigte so grosses Interesse, dass wir die Fragerunde irgendwann abbrechen mussten, da uns noch ein kleiner Apéro erwartete. Es war ein durchaus gelungener und gut besuchter Anlass, der viele Fragen rund um die Problematik der staatlichen Überwachung behandeln konnte.
20. Mai – Urgent Action
Am 20. Mai 2016 organisierten wir eine Urgent Action im Haupteingang der Universität Zürich. Die Urgent Action ist ein sehr effizientes Mittel von Amnesty International, um auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen und sie einzudämmen. Sobald eine solche Verletzung bekannt wird, können weltweit 100'000 Personen aktiviert werden, die durch das Schreiben von E-Mails, Faxe und Briefe die verantwortlichen Behörden unter Druck setzen. Diesmal ging es einerseits um die 27-jährige Belén, die in Argentinien eine Fehlgeburt erlitten hatte und dafür in Haft genommen wurde, und andererseits um Abdul Basit, einen Pakistani, der aufgrund von prekären Haftbedingungen gelähmt ist und dessen Hinrichtung drei Mal verschoben wurde, ohne dass das Urteil aufgehoben wurde. Die Urgent Action war ein voller Erfolg! Wir haben etwas mehr als 200 Briefe abgeschickt und am 16. August 2016 entschied der oberste Gerichtshof der nordargentinischen Provinz Tucumàn, dass es keine ausreichenden Gründe für die anhaltende Untersuchungshaft von Belén gebe. Sie wurde daraufhin zwei Tage später aus dem Gefängnis entlassen.
27. Mai – Benefizkonzert
Nach einer intensiven Vorbereitungsphase organisierte die Amnesty Hochschulgruppe Zürich am 27. Mai 2016 ihr erstes Benefizkonzert: Das Konzert fand abends in der Mellowbar Wollishofen statt und gab die Bühne frei für drei überraschend unterschiedliche Bands (Mr. Leader und Orchestra, Gion Stump and the Lighthouse Project und The Wonkers), die das angereiste Publikum mit bester Musik und einer überzeugenden Show unterhielten. Nebst den musikalischen Darbietungen gab es an der Bar allerhand feine Häppchen sowie professionell zubereitete Drinks zu geniessen. Der Erlös des Benefizkonzerts ging an die Organisation "Offener Hörsaal für Zürich" – ein Projekt, das von einem ähnlichen Vorhaben an der Universität Basel inspiriert wurde und Flüchtlingen mit akademischem Hintergrund oder Interesse an einer akademischen Ausbildung den Zugang zur Universität u.a. finanziell erleichtern soll. Zum Projekt gehört auch, dass sie in der Zeit durch eine/n studentische/n Mentor/in begleitet werden. Es wurden 1136 CHF gespendet, welche allesamt in das Projekt fliessen: dieses startet an der Universität Zürich im Frühlingssemester 2017 – etwa 40 Flüchtlinge werden als GasthörerInnen die Möglichkeit haben, Vorlesungen zu besuchen.
26. Oktober – Kuchenverkauf + Urgent Action
Aufgrund der immer noch anhaltenden Flüchtlingskrise haben wir beim Haupteingang der Universität Zürich einen Kuchenverkauf organisiert. Es sind 1100 CHF gespendet worden, welche vollständig der Organisation Safe Assist Outreach zugute kamen. Diese Organisation führt in Griechenland mehrere Projekte zur Verbesserung der Situation der Flüchtlinge. Gleichzeitig haben wir eine Urgent Action für den syrischen Flüchtling Noori organisiert, der auf der Grundlage der Vereinbarung zwischen der Türkei und der EU in die Türkei abgeschoben werden sollte. Da Amnesty International der Ansicht ist, die Türkei sei für Flüchtlinge kein sicherer Drittstaat, wurde eine Urgent Action gestartet, um auf die griechischen Behörden Druck auszuüben, Noori nicht abzuschieben.
13. November – Besuch im Asylzentrum Lilienberg
Beim Besuch im Asylzentrum Lilienberg entschieden wir uns dafür, mit den Jugendlichen Kerzen zu dekorieren. Die Idee war, dass die Jugendliche die selbst geschmückten Kerzen am bevorstehenden Weihnachtsmarkt verkaufen können. Am Anfang waren die Jugendlichen ein bisschen zurückhaltend, doch schnell fanden sie Freude daran, dass jeder seine eigene Kerze dekorieren konnte wodurch das Eis gebrochen wurde. In dieser angenehmen Atmosphäre war es einfach, sich zu öffnen und ein Gespräch zu finden. Sowohl die Jugendlichen aus dem Asylzentrum als auch die Besucher der Amnesty Gruppe stammen aus verschiedenen Ländern aus der ganzen Welt. Man konnte sich dadurch bestens über die unterschiedlichen Kulturen und Essen austauschen: Es kamen gute und interessante Gespräche zustande. Mit Schoggi und Brötli, begleitet durch afghanische Musik, lernte man sich besser kennen und sprach bereits über das nächste Treffen.
27. November – Besuch im Asylzentrum Lilienberg
Zwei Wochen später besuchten wir das Asylzentrum kurz vor Adventsbeginn erneut. Wie im letzten Jahr wollten wir den Flüchtlingen eine Schweizer Tradition in der Vorweihnachtszeit näherbringen: das Guetzle. Zusammen mit den Jugendlichen haben wir Mailänderli, Brunsli und Zimtsterne ausgestochen, dekoriert und gebacken. Es waren alle vom Guetzlibacken begeistert – nicht zuletzt, weil wir die Guetzli zum Zvieri geniessen konnten.
1. Dezember - Vortrag über die Pressefreiheit in der Türkei
Am 1. Dezember 2016 organisierten wir einen öffentlichen Vortrag über die Pressefreiheit in der Türkei. Die Pressefreiheit in der Türkei stand schon vor dem Putschversuch im Sommer 2016 unter enormem Beschuss – seitdem geht die türkische Regierung noch massiver gegen Journalisten und Medien vor. Als Gastreferent wurde Yusuf Yesilöz eingeladen, ein Schweizer Schriftsteller und Filmemacher mit kurdischen Wurzeln, der in Form einer Lesung einen kritischen Blick auf die Thematik geworfen hat. Das Publikum hat sich in der anschliessenden Diskussionsrunde aktiv beteiligt und spannende Fragen gestellt. Abgerundet wurde der Abend mit einem türkischen Apéro.
9. Dezember: Briefmarathon für den Tag der Menschenrechte
Amnesty International organisiert jedes Jahr um den Tag der Menschenrechte einen Briefmarathon: Auch wir waren wieder mit dabei! Bei einem Briefmarathon schreiben zahllose Menschen auf der ganzen Welt Hunderttausende von Briefen für Gewissensgefangene und Personen, die aufgrund ihres Engagements für die Menschenrechte in Gefahr sind. Diese Briefe werden anschliessend an die Regierung, die Staatsanwälte usw. des jeweiligen Landes geschickt in der Hoffnung, damit genügend Druck auszulösen, damit sich an der Situation der Betroffenen etwas ändert.
Dieses Jahr haben wir für folgende Fälle insgesamt 360 Briefe verschickt:
- für den Ägyptischen Journalisten Shawkan, der seit drei Jahren in Haft ist, weil er die Repression des Aufstandes während des Arabischen Frühlings fotografiert hat
- für die Rechte der Albinos in Malawi: Teile der Bevölkerung glauben, dass die Körper von Albinos magische Kräfte haben. Aus diesem Grund werden sie diskriminiert und verfolgt
- für die Indigene Bevölkerung in Kanada: deren Lebensgrundlage wird von einem riesigen Staudammprojekt bedroht.
14. Dezember: Guetzliverkauf zusammen mit Terre des Hommes Schweiz
Zusammen mit Terre des Hommes haben wir im Dezember einen Guetzliverkauf beim Haupteingang der Uni Zürich organisiert. Terre des Hommes ist das führende Schweizer Kinderhilfswerk, welches das Leben von Millionen bedürftiger Kinder verbessert. Seit über einem halben Jahrhundert engagiert sich die Stiftung für Kinder in Not und setzt sich für die Einhaltung der Kinderrechte ein. Es wurden 1100 CHF gesammelt: Der gesamte Erlös wurde an Terre des Hommes gespendet.