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Bevor ein Verein gegründet wird und nach dem Gesetz existieren kann, müssen Vereinsregeln, die Statuten, erarbeitet werden. Sie müssen in schriftlicher Form vorliegen. Es empfiehlt sich, die Vorbereitungsgruppe zu beauftragen, eine Vorlage zu erstellen. Die Gruppe kann sich dabei an den Regeln anderer Elternvereine HSK orientieren.
Statuten müssen klar und unmissverständlich sein. Sie beschreiben den Zweck des Vereins, legen fest, welche Organe der Verein hat, wie er sich organisiert und finanziert. Die Statuten sollten aber nicht alles bis ins kleinste Detail festschreiben. Die Statuten müssen in einer Schweizer Amtssprache verfasst werden, üblicherweise sind die Gründungsdokumente in Elternvereinen HSK auch in der Sprache des Vereins gehalten.
HIER das Beispiel von Statuten eines Elternvereins HSK
Musterstatuten finden sich auch unter www.vitaminb.ch.
Name
Damit der Verein sich erkennbar von anderen unterscheidet, muss er beim Namen genannt werden können. Die Namenswahl ist völlig frei, darf jedoch nicht täuschen und muss sich eindeutig von anderen Organisationen unterscheiden.
Sitz
Jeder Verein braucht einen Sitz. Der Sitz liegt immer in einer politischen Gemeinde, die frei gewählt werden kann. Der Sitz kann ein gemietetes Lokal, eine Privatadresse oder auch ein Postfach sein. Sollte es zu Rechtsstreitigkeiten kommen, so sind diejenigen Gerichte zuständig, an dessen Ort sich der Sitz des Vereins befindet. Der Kanton, in dem der Verein seinen Sitz hat, ist auch für die Steuern zuständig.
Mitglieder
In den Statuten wird festgehalten, wer Mitglied des Vereins werden kann und welche Rechte und Pflichten die Mitglieder haben. Grundsätzlich haben in einem Verein alle Mitglieder die gleichen Rechte und Pflichten. Wird von dieser Regel abgewichen, muss dies in den Statuten festgehalten werden. Gibt es zum Beispiel unterschiedliche Mitgliederkategorien, wie Aktiv-, Passiv-, Kollektiv-, Ehren-, Gönnermitglied, so werden sie in den Statuten explizit aufgeführt, ebenso werden unterschiedliche Mitgliederbeiträge genannt.
Wenn in den Statuten nicht anders geregelt, werden neue Mitglieder von der Mitgliederversammlung (MV) aufgenommen. Soll ein Mitglied ausgeschlossen werden, weil es sich nicht an die gemeinsamen Regelungen gehalten hat, so entscheidet ebenfalls die MV darüber. Aufnahme und Ausschluss können aber auch an den Vorstand delegiert und die Statuten entsprechend formuliert werden.
In den Statuten des Vereins können die Mitglieder das Aufnahmeprozedere festlegen: Ein Elternteil stellt einen schriftlichen Antrag auf Aufnahme in den Verein. Da kein Verein verpflichtet ist, eine Kandidatin oder einen Kandidaten als Mitglied aufzunehmen, kann im Vorfeld geklärt werden, ob Bedenken gegen die Aufnahme bestehen. Der Vorstand nimmt den Antrag entgegen und legt ihn der MV vor, die dann über seine Annahme entscheidet. Oftmals kommen interessierte Eltern auch direkt an die MV und beantragen persönlich ihre Aufnahme. Dann muss die MV entscheiden, ob sie auf den Antrag eintreten will.
Die Elternvereine HSK können das Unterrichtsangebot für die Kinder auch an eine automatische Mitgliedschaft der Eltern koppeln, das entspricht einer gängigen Praxis. Dabei muss genau festgelegt werden, ab wann die Mitgliedschaft gilt und bis wann sie dauert, damit jederzeit klar ist, wer Vereinsmitglied ist. Damit entfällt das erwähnte Aufnahmeprozedere. Die Eltern müssen aber darauf hingewiesen werden, dass das Unterrichtsangebot und die Vereinsmitgliedschaft gekoppelt sind. Es ist auch möglich, jeweils nur einen Elternteil automatisch aufzunehmen. Wenn Mitglieder eines Vereins automatisch aufgenommen werden, ist eine Bedingung für die Steuerbefreiung des Vereins aber nicht erfüllt (Infos dazu finden Sie HIER).
Ein neuer Beitritt muss protokolliert und ins Mitgliederverzeichnis aufgenommen werden. Sofern ein Mitgliedsbeitrag vorgesehen ist, muss jedes Mitglied, so auch das neue, diesen entrichten.
Sowohl natürliche (z.B. Eltern, Lehrpersonen, weitere Interessierte) als auch juristische Personen (z.B. andere Vereine, Institutionen) können Mitglieder werden. Da der Verein eine demokratische Organisationsform ist, behandelt er alle Mitglieder gleich. Oft gibt es aber verschiedene Mitgliederkategorien, die in den Statuten festgehalten und sachlich begründet sein müssen.
Jedes Vereinsmitglied hat ein gesetzlich verankertes Stimmrecht. Es muss mithelfen, den Vereinszweck zu erfüllen, und alles unterlassen, was dem Verein schadet. Verhält sich ein Mitglied vereinsschädigend, so kann es durch Vereinsbeschluss ausgeschlossen werden. In den Statuten können dafür präzise Ausschlussgründe benannt werden. Sofern die Statuten nichts anderes vorsehen, kann der Eintritt in einen Verein jederzeit erfolgen. Das Mitglied hat zwingend das Recht, aus dem Verein auszutreten. Ein Austritt muss unter Berücksichtigung einer halbjährigen Frist auf das Ende eines Vereins- oder Kalenderjahres erfolgen. Der Verein kann diese Frist in den Statuten verkürzen, nicht aber verlängern.