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Als Verfassung bezeichne ich eine als gültig durchgesetzte Beschreibung der politischen Verhältnisse in einem Staat.
Eine typische Verfassung beschreibt die Rechtsform des Staates und fungiert als allgemeinstes Gesetz.
In Deutschland wird mit dem Ausdruck Grundgesetz daraufhingewiesen, dass "demokratische Verfassungen eigentlich einer Mehrheitszustimmung bedürfen und nicht von "oben" oder von "aussen" in Kraft gesetzt werden können. Das ist natürlich Fiktion, die Verfassung beschreibt ja insbesondere die Art ihrer Entstehung.
Vergleiche dazu Ferdinand Lassalle: Ueber Verfassungswesen.
Synonyme: Konstitution, Satzung
Material der Baustelle
Politik-Grundlagen
siehe auch: Währung
ein kleines Projekt
[Wikipedia]
[aus Rechtskunde]
[noch verarbeiten]
[Französische Verfassung von 1793]
[wp]
"Kaum eine der vielen Errungenschaften moderner Zivilisation ist so sehr das Ergebnis absichtlicher Planung wie die Verfassungen, mit denen sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts die modernen Staaten ausstatten. Wie kann man in Kenntnis dieses Sachverhalts von Evolution sprechen? Evolution wird doch durchweg als "blind" beschrieben, jedenfalls als eine Änderung von Strukturen, die nicht im Hinblick auf ein Ziel erfolgt, sondern sich aus der Verarbeitung von Zufallsanstößen ergibt. Man mag zugestehen, daß in der soziokulturellen Evolution Intentionen der Akteure eine Rolle spielen; aber wenn es sich überhaupt um Evolution handelt, dann müssen sie die Rolle des Zufalls spielen. Und es mag sein, daß Akteure sich durch rationale Kriterien leiten lassen, aber wenn es sich überhaupt um Evolution handelt, Iäßt dies keinen Rückschluß auf die Rationalität des Gesamtresultats zu. Juristen werden Verfassungen eher als Gegenstand planmäßiger Gestaltung ansehen, auch wenn sie heute gerne zugeben, daß dies nicht ein einmaliger Vorgang sein kann, sondern durch Interpretation und gegebenenfalls durch Verfassungsänderung nachgeplant werden muß. Für Soziologen liegt es näher, das Moment absichtsvoller Gestaltung nicht so hoch zu veranschlagen, es eher mit einer gewissen Nachsicht als Machbarkeitsillusion zu behandeln, und das führt dann zu einer evolutionstheoretischen Begrifflichkeit.
Planung oder Evolution - man kann sich eine Entscheidung zwischen diesen Alternativen erleichtern, wenn man zunächst einmal fragt, was denn neu war an den Konzepten, die man in der Rechtsform einer Verfassung zu verwirklichen versucht hat. ..."
Einleitende Sätze aus: Luhmann, N. (1990) Verfassung als evolutionäre Errungenschaft