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Vom "Hungerast" spricht man, wenn die Glykogen-Vorräte während des Trainings erschöpft sind. Schwindel, Orientierungslosigkeit, "kalter Schweiss" sowie ein starke Leistungseinbruch können die Symptome sein. Es gibt Berichte von Radsportlern, die absteigen und sich auf den Boden legen mussten, weil sie befürchteten ohnmächtig zu werden.
Ein solcher Zustand kann natürlich sehr gefährlich werden. Zudem verspürt der/die Athletin ein sehr starkes Bedürfniss nach Essen, meist nach Süssem.
Unterscheiden muss man den "Hungerast" von der "sekundären Hypoglykämie". Diese Form der Unterzuckerung tritt auf, wenn der Körper aufgrund einer hohen Zufuhr von Zucker mit einem hohen Insulinausstoss antwortet. Dies fährt den Blutzuckerspiegel "in den Keller".
Wie oben schon beschrieben, ist ein Mangel an Glukose der Grund für den Hungerast. Ursache kann also schlicht die fehlende Aufnahme von Kohlenhydraten in Kombination mit einem langen und intensiven Training sein. Möglich ist auch, dass vor dem Training das Essen "vergessen" wurde, was häufig bei Berufstätigen in arbeitsintensiven Phasen und Stress vorkommen kann.
Ein Weiterer Grund kann eine Magen-Darm-Erkrankung sein, die den/die Athletin "heimgesucht" hat. Daher ist es wichtig in solch einem Fall nach der Genesung zuerst für ein bis zwei Tage die Nahrungsaufnahme zu normalisieren und nur leichte Trainings zu absolvieren, um die entleerten Speicher wieder zu füllen.
Erfahrungsgemäss werden vor allem Radsportler in den ersten warmen Tagen des Jahres Opfer des Hungerasts, wenn sich die Sportler durch die guten Bedingungen zu "Höchstleistungen" hinreissen lassen. Dieser abrupte Anstieg von Intensität und Umfang führt dann zur Entleerung der Speicher.
- Genug Nahrung mitführen. "Ein Riegel pro Stunde +1". Auch ein "Notgel" in der Satteltasche ist ratsam.
- "Nüchterntraining" mit geringen Intensitäten absolvieren und auf kurzen Distanzen Erfahrungen sammeln, bevor es intensiviert wird.
- Eine Stunde vor dem Training eine kleine Mahlzeit einnehmen, zu der auch Kohlenhydrate gehören. Auf zuckerreiche Nahrungsmittel sollte allerdings verzichtet werden.
- Weniger gut trainierte Sportler sollten auf einen Kohlenhydratanteil von ca. 60% achten und auf stark gezuckerte Speisen verzichten.
Wenn es einen doch erwischt, anhalten, essen, pausieren und auf Nahrungssuche gehen. U.U. bleibt nichts anderes übrig, als an der nächsten Tür zu klingeln, die Situation zu erklären und um etwas Zuckerhaltiges zu fragen.
Low-Carb und Nüchtertraining können unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein (dazu in einem späteren Beitrag mehr). Jedem Ausdauersportler muss jedoch klar sein, dass eine einseitige Ernährung auch negaive Auswirkung hat. Kohlenhydrate spielen auch in der Verwertung von Proteinen eine entscheidende Rolle. Wer den Kohlenhydratanteil stark reduziert, muss im Training die Intensitäten beschränken, da mit steigender Leistung auch der Anteil der Kohlenhydrate an der Energiebereitstellung steigt. Auch spielt die Leistungsfähigkeit des/der jeweiligen Athlet/in eine entscheidende Rolle. Was im Sommer funktioniert, kann im Frühling, wenn der Stoffwechsel noch nicht genug trainiert wurde, schief gehen.