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Skifahren
Inhaltsverzeichnis
Vor dem Bau der Skilifte
Schon in den Dreissigerjahren war das Gelände auf dem Birt ein beliebter Platz zum Skifahren. Die grosse Wiese westlich des damaligen Gasthauses Birt erwies sich als ideal. Einerseits existierte eine Sprungschanze mit hölzernem, hohem Anlaufturm zuoberst auf dem Ballenplatz. Anderseits war die Wiese vom Waldrand bis gegen das hintere Birt ein gutes Übungsfeld, die Waldschneise ab dem Ballenplatz, öfters Kanonenrohr genannt, war für viele eine Mutprobe. Schon vor dem zweiten Weltkrieg wurde der Skihang abends mit einem grossen Scheinwerfer beleuchtet bis die Kriegsverdunkelung dem Licht ein Ende setzte. Zudem war das Gasthaus Birt zum Aufwärmen nah und dank Saal auch für Skichilbi geeignet und beliebt.
Nach dem Krieg wurden dann wieder zusätzliche Scheinwerfer montiert und ermöglichten ein reges Skifahren für „Städter“ und Einheimische auch nachts.
Etwas später wurde gar auch eine abendliche Abfahrt über Hohenwiesen bis Loch, schwach beleuchtet mit etwa einem Dutzend alter Strassenlampen, möglich. Ein Pendelzug der TB (Triebwagen mit Skianhängewagen) vom Rank bis Vögelinsegghöhe erlaubte mehrmalige Abfahrten, sogar abends von 19.00-22.00 verkehrte der Pendelzug im Viertelstundentakt, eine Abendkarte kostete 3 Franken. Beim Rank und auf der Vögelinsegghöhe waren Ausweichstellen, dies erlaubte Fahrten fast ohne Rücksicht auf den ach so dünnen Fahrplan.
Die Beleuchtungen wurden stets von der Bahn, resp. deren Elektroabteilung eingerichtet. Mit der Errichtung des Skiliftes Rose-Birt wurde dann diese Attraktionen eingestellt.
Schanze auf dem Birt
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Schanze als eine der ersten der Ostschweiz eingerichtet ("mehr als mannshoch"). Die Anlage gehörte dem Skiklub des Kantonsschulvereins Trogen. 1931 wurde sie ausgebaut und mit einem Anlaufturm ausgestattet. Das damalige Eröffnungsspringen mit einem Schanzenrekord von "ungefähr 35 Metern" war auch eines der am prominentesten besetzten, nahm doch der nachmalige Schweizer Meister von 1938, Willi Paterlini, daran teil.Die Schanze wurde wegen des immensen Aufwandes zur Benutzung selten eingerichtet, sie diente hauptsächlich Übungszwecken und wurde höchstens für lokale Wettkämpfe benutzt. Sprungweiten um 30 m waren möglich, der Auslauf (im Tiefschnee) war sehr lang. Für Buben war schon der Auslauf ab Schanzentisch eine Herausforderung, meistens mit einem „Köpfler“ oder einer „Badewanne“ im Finale!
Heute ist von der Schneise im Wald nichts mehr zu sehen, Anlaufturm und Schanze bis auf zwei, drei überwachsene Eisenstangen demontiert und mit Jungwald bewachsen. Ältere erkennen vielleicht noch den Platz mit der Böschung.
Skilft Vögelinsegg
Der Bau des Skilifts im Jahre 1958, eine private Initiative von Landwirt Hans Rohner, brachte eine Verlagerung der Piste gegen die „Rose“ mit stark verbesserter Beleuchtung, was schweizweit, ja sogar europaweit ein Novum und lange Zeit ein einzigartiger Hit war. Heute, 50 Jahre später, existiert alles immer noch, betrieben durch die Genossenschaft "Skilift Vögelinsegg"
Skilift Almenweg
Vom Almenweg gegen die Neppenegg entstand bereits 1954 ebenfalls aus Privatinitiative ein weiterer Skilift, ein sogenannter Tellerlift. Für etliche Jahre hatte die Schweizer Skischule St.Gallen dort anfangs Januar ein beliebtes Übungsgelände. Ende der 1960-er Jahre war allerdings Schluss, grössere Investitionen und das Parkplatzproblem verhinderten eine Weiterführung.
Blattenlift
Hans Rüsch, Hohrüti, mochte sich mit dem Rückschritt nicht abfinden und richtete 1972 in der Blatten einen Trainingslift ein. Ein idealer Platz, der bald besonders für Familien recht beliebt wurde. Mit grossem Idealismus wird seit 1992 von Heinz und Silvia Vetsch diese Tradition weitergeführt.
Sportbahn Trogenerbahn
Vor dem Krieg wurde, vor allem im Herbst und Winter, an den weissgrauen Motorwagen der TB Tafeln angebracht. Darauf stand mit grossen Lettern „Vögelinsegg (ev. auch Hohe Buche oder Gäbris) nebelfrei. Somit war für uns klar, dass die Stadt im Nebel lag und für die St.Galler eine Einladung zu sonnigen Höhen aufzubrechen. Nach Kriegsbeginn sind dann diese Hinweise verschwunden, genauso wie alle Ortstafeln, Ortsanschriften und Wegweiser, angeblich aus Gründen der Neutralität, oder besser gesagt, um Spionen die Orientierung zu erschweren. An allen Wagen für Passagiere prangte nämlich oben am Dach die Anschrift: St.Gallen-Speicher-Trogen
Vor allem an Wochenenden führte die TB, teilweise mit Extrazügen, umgebaute Skiwagen mit. Die Fahrgäste mussten ihre Skis in entsprechende Fächer der Haltestellen stellen. (Vögelinsegg, Speicher, Bendlehn, Trogen) Lange Kolonnen der Sportler marschierten dann in die Höhen. Pisten nach heutigem Muster gab es keine, die Abfahrtensstrecken waren aber gut erkennbar, wurden doch in den vielen Zäunen grosse Lücken geöffnet. Beliebte Abfahrten waren: Gäbris-Kriegersmühle-Höhe Buche; Hohe Buche-Pfauen-Waldegg-St. Georgen; Birt-Loch-Kapf-Stadtsäge St.Gallen; usw. Oft waren Fahrten bis in die Stadt möglich!
Notiert nach Erinnerungen von Erich Zellweger