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Johann Christoph wird am 12. Januar 1729 als Sohn des Johann Bartholomäus von Bergen und seiner Ehefrau Martha Helena in St. Leonhard bei Nürnberg getauft. Sein Vater ist Bildhauer und im Nürnberger Vorort Himpfelshof wohnhaft. Die Namensform deutet auf eine Herkunft aus Bergen bei Neuburg an der Donau. Wie seine Brüder[1] erlernt auch Johann Christoph das Bildhauer- und Stuckateurhandwerk. 1756 heiratet er in Bamberg Elisabeth Eva Magdalena Mutschele, Tochter aus einer bekannten Bamberger Bildhauerfamilie. Er arbeitet in diesem Jahr, zusammen mit seinem älteren Bruder Johann Jakob Berg, bereits für die Skulpturen an der Fassade der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Hier ist wahrscheinlich auch sein jüngerer Bruder Johann Michael tätig. Die Empfehlung zu diesem grossen Auftrag stammt vermutlich von der Familie seiner Frau. Der Schwager Bonaventura Joseph Mutschele bezeichnet ihn jedenfalls in einem Schreiben als «sculpteur trés renomé».
Von 1757 bis 1770 sind mehrere Taufen von Kindern Bergs in Nürnberg und Bamberg verzeichnet. Der 1770 geborene Bonaventura Joseph Berg ist ein Patenkind des gleichnamigen Schwagers und gelangt später durch seine Arbeiten als Stein- und Holzbildhauer für die Abtei Amorbach zu Ansehen. Anfang der 1770er-Jahre verlässt Berg seine Ehefrau und zieht als Hofschreiner und Hofbildhauer an den Ansbacher Hof des Markgrafen Alexander. Hier hat er bereits 1763 als Zierbildhauer gearbeitet und erlangt nun auch das Bürgerrecht. Er arbeitet von 1771–1775 an der Innenausstattung der Residenz. Obwohl seine Bamberger Ehefrau noch lebt, heiratet er 1774 in Ansbach eine Witwe mit zwei Kindern. Die Aufträge des Hofes nehmen aber immer mehr ab. 1779 kann er noch die schadhaften Bildhauerarbeiten der Residenz-Hauptfassade reparieren, als letzte Arbeit sind um 1788–1790 die Vasen über den Pfeilern des Hofgartentors vermerkt. Dann wird er mangels genügender Arbeit als Hofbildhauer entlassen. Am 1. Juli 1807 verstirbt er mit 78 Jahren in Ansbach. Nur dank dem frühen Hauptwerk in Vierzehnheiligen ist sein Wirken der Nachwelt erhalten.
Pius Bieri 2010
Benutzte Literatur:
Machilek, Margarita: Die Aussenskulpturen der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und ihr ikonographisches Programm, in: Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.) Arbeitsheft 49, München 1990.
|Johann Christoph Berg (1729–1807)|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land|
|12. Januar 1729||Nürnberg||Bayern D|
|Land 18.Jh.||Bistum 18.Jh.|
|Reichsstadt Nürnberg||Bamberg|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land|
|1. Juli 1807||Ansbach||Bayern D|
|Land 18. Jh.||Bistum 18. Jh.|
|Markgrafschaft Ansbach||Würzburg|
|Kurzbiografie|
|Der aus einer Nürnberger Bildhauerfamilie stammende Johann Christoph Berg erhalt als junger Bildhauer den Auftrag für die umfangreichen Arbeiten an der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Empfehlungen aus der Bamberger Verwandtschaft seiner Ehefrau verhelfen zu dieser Arbeit. Anschlussaufträge im Maingebiet fehlen offensichtlich, denn ab 1763 ist er bereits für den Ansbacher Hof tätig. Hier nimmt er nach dem Verlassen seiner Bamberger Ehefrau 1770 Wohnsitz und arbeitet vor allem an der Innenausstattung der Residenz, wo er als Zierbildhauer vermerkt ist. Die abnehmende Auftragslage am Ansbacher Hof macht ihm im Alter zu schaffen. Sein Nachruhm gründet ausschliesslich auf seiner Arbeit in Vierzehnheiligen.|