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Abhijit ist der Gründer von Project DEFY, das unterversorgten Gemeinschaften die Möglichkeit gibt, sich selbst eine Ausbildung zu verschaffen durch Selbstlernräume namens Nooks. Er ist der Meinung, dass Bildung wieder in die Hände der Lernenden gelegt werden sollte und dass sie selbst entscheiden sollten, was, wann und wie sie lernen.
Schulbildung ist nicht wichtig!
Seit Jahrhunderten wird der Schulbildung der Status des höchsten Gutes zuerkannt. Sie hat die wohltätigste Aufgabe der Menschheit – unsere Kinder zu erziehen, um die Welt weiterzuführen. Es ist unbestreitbar, dass Kinder zur Zukunft der Gesellschaft, der Menschheit und des Planeten heranwachsen. Doch welche Parameter setzen wir für uns selbst und für die Erziehung? Welchen Maßstab wollen wir anlegen, um zu beurteilen, ob das moderne Bildungssystem wert ist, als wichtigste Errungenschaft der Menschheit angesehen zu werden.
Die moderne Schulbildung ist ein einfaches Produkt. Ja, sogar ein Werkzeug der industriellen Revolution in Europa. Die Schulen wurden mit dem eigentlich einfachen Ziel geschaffen, Kindern Fertigkeiten zu geben damit sie sich in einen industriellen Rahmen einfuegen konnten. Es ging um nichts anderes als um Brutstätten für zukünftige Fabrikarbeiter. In ihrem Bestreben, eigensinnige und unterwürfige Arbeitskräfte zu schaffen, unterdrückten sie die menschliche Neugier, die Leidenschaft und die natürliche Auswahl einer Vielzahl von Rollen und Fähigkeiten.
Dieses Märchen setzt sich im 21.Jahrhundert fort. Als veraltetes und unnötiges Produkt findet das Schulmodell moderne Worte, um den gleichen alten Stoff des industriellen Diktats in Unterricht zu verpacken. Es fängt nun an, glorreiche Worte wie “Kind zentrierte Erziehung” (Child centered Learning) zu verwenden, weigert sich aber bereitwillig, das Kind zu befragen. Das heutige Schulsystem nutzt “Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts”, konzentriert sich aber dennoch auf Werte des 18. Jahrhunderts. Nämlich sich 20 Jahre lang auf einen Job vorzubereiten, bis man mit dem Hintern auf einem warmen Firmensitz landet. Es bekennt sich zu einem bereichernden Lernen, das es Kindern ermöglicht, zu verantwortungsbewussten Erwachsenen heranzuwachsen. Trotzdem schafft es, den Kindern, während des Bildungsprozesses, keinerlei Wahlmöglichkeit zuzulassen. Es will, dass Kinder die Welt verändern, gleichzeitig stellt es sich die Kinder aber als kleines Rädchen in der großen Maschinerie vor, die wir Gesellschaft nennen.
Was wird in der Schule eigentlich gelehrt?
– Fächer? Wissenschaft, Mathe, Geschichte? Nein. Das lernt man besser außerhalb der Schule.
– Fertigkeiten? Unzählige Berichte belegen das Gegenteil. Schulen vermitteln keine Fähigkeiten.
– Menschlichkeit? Kollaboration? Nein. Schulen lehren Wettbewerb und
Misstrauen und die Einstellung, dass man wachsen kann, während andere
verlieren oder leiden.
– Schulen lehren Kinder, wie man Prüfungen schreibt. Wie man
Anweisungen befolgt. Wie man seine Antworten versteckt, damit andere
nicht von seinem Wissen profitieren.
– Die Schulen bringen den Kindern bei, dass es für sie in Ordnung
ist, heute und in den nächsten 20 Jahren zu leiden, damit sie endlich
frei und glücklich leben können. Dabei lernen die Schueler vorallem
unglücklich zu sein und was es bedeutet, geknechtet zu werden.
Warum halten wir immer noch an diesem System fest, das völlig losgelöst von den modernen Erwartungen an Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und Empathie ist?
Die Antwort ist ANGST. Unsere Angst, dieses Mammutsystem loszulassen, existiert seit wir unsere Augen geöffnet haben. Das Bildungssystem hat die Angst verstärkt durch Diejenigen, die durch das gleiche System geschleust wurden. Schliesslich waren wir alle Studenten.