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Zweifellos, Rudbeckia fulgida var. sullivantii 'Goldsturm' ist eine lang blühende Staude, die sich (meist) gut bewährt. Warum aber muss diese Staude in jedem Vorgarten, jedem Kiesgarten und in fast jeder halböffentlichen Anlage stehen? Dabei gäbe es auch andere gelbe Spätsommer-Blüher - und es dürfen durchaus Rudbeckien sein.
Die Antwort ist einfach (und etwas bösartig): Weil die meisten (Landschafts-)Gärtner nur diese Rudbeckie kennen. Leider. Dabei gäbe es etliche andere Arten und Unterarten, die sich eigneten: die etwas höher wachsende, aber gut standfeste Rudbeckia speciosa oder die R. fulgida var. deamii, die etwas kleinere und weniger orangegelbe Blüten hervorbringt, dafür auch trockenheitsverträglicher ist als 'Goldsturm'. Diese Sorten tragen ihre Blüten konstant auf gleicher Höhe, wie das die bekannte Sorte eben nicht macht. Wenn erhätlich ist auch R. missouriensis sehr hübsch: etwas niedriger, kompakter, aber reichblühend. ist eine ganz hohe Art gefragt ist, kann auch Rudbeckia nitida gepflanzt werden.
Leider sind Solidago-Hybriden (Goldrute) nicht mehr erhältlich (Freisetzungsverbot des Bundes), obwohl es darunter auch einige sterile, langblühende Sorten gäbe. Bis 2016 konnte man als Ersatz Solidaster pflanzen, eine Kreuzung zwischen Solidago und Aster, mit einem rispenartigen Blütenstand, der aus kleinsten Asterblüten besteht, in zitronigem Gelb. Da sich die verwendete Asternart ebenfalls genetisch als Goldrute entpuppte, zählen die Solidaster nun auch zu den Solidago-Hybriden und sind darum auch vom Freisetzungsverbot betroffen. Als Alternative bleibt noch Solidago virgaurea. Die Verbreitung von Solidago canadensis ist bereits weit fortgeschritten (Karte).
Bei den Sonnenaugen (Heliopsis) gibt es auch einige standhafte Sorten, die lange in warmem Gelb blühen (z.T. mit roten Stängeln). Unter den Sonnenbräuten (Helenium) wiederum gibt es früh- und spätblühende Typen in unterschiedlichen Gelb-, Orange- und Rottönen und verschiedenen Höhen. Gelb herrscht auch unter den Mädchenaugen (Coreopsis) vor. Sie blühen lange und sind bewährte, langlebige Bauerngartenstauden.
Nicht zu vergessen auch die Stauden-Sonnenblumen, die meist in die Kategorie der höheren Stauden fallen. Ganz besonders schön und reichblühend ist die Sorte 'Lemon Queen', die schon nach kurzer Standzeit einen üppigen Horst bildet. Es sind aber auch gefüllt blühende Sorten und verschiedene Gelbtöne erhältlich.
Wenn es eine andere Farbe als Gelb sein darf, empfehlen sich die dauerblühenden Kalimeris (Kalimeris incisa), die weiss (blühen bläulich auf) oder hellblau blühen. Als Klassiker bewähren sich auch die Sommerastern (Aster x frikartii) mit langer Blüte bis in den Herbst hinein (Schweizer Züchtungen der Staudengärtnerei Frikart, Stäfa).
Zu all diesen asterartigen Sommerstauden passen Ziergräser: sie geben mit ihren unterschiedlich geformten Horsten den Beeten eine Struktur, haben oft aber auch eine stützende Funktion - sofern sie selber gut stehen. Gut geeignet sind Pennisetum (Federborstengras), Panicum (Rutenhirse), Stipa (Federgras), Miscanthus (Chinaschilf), Molinia (Pfeifengras). Demnächst werden wir einen ausführlichen Artikel über Gräser auf www.garten.ch veröffentlichen.