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Prof. Dr. John Peter French
Ehrenpromotion 2022 der Philosophischen Fakultät
Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Prof. Dr. John Peter French. Sie würdigt damit die bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen eines der einflussreichsten Begründer der forensischen Phonetik sowie seine Beiträge zur Aufklärung unzähliger krimineller Handlungen weltweit auf Grundlage der akustischen und auditiven Analysen der menschlichen Stimme.
Prof. John Peter French – Peter French genannt – wuchs im County Durham, Grossbritannien, auf und studierte Linguistik, Phonetik und englische Philologie an den Universitäten Leeds und Manchester, bevor er 1982 sein Doktorat in Konversationsanalyse an der Universität Bristol ablegte. Neben diversen Gastprofessuren ist er heute Ordentlicher Professor an der Universität York. Seit seinem Post-Doktorat beschäftigt sich Peter French intensiv mit der Verwendung von Sprache als belastbarem Beweismaterial in forensischen Ermittlungsverfahren. Hier spezialisierte er sich auf sprechsprachliche (phonetische) Merkmale und gilt heute als einer der international einflussreichsten Begründer der Forensischen Phonetik.
Seit den 1980er Jahren bringt Peter French Spezialistinnen und Spezialisten aus der ganzen Welt zusammen, insbesondere durch die Gründung der International Association for Forensic Phonetics and Acoustics (IAFPA), im Rahmen derer French auch die erste einschlägige Zeitschrift im Bereich der forensischen Phonetik – das International Journal of Speech, Language and the Law - etablierte. Seine Publikationen und praktischen Arbeiten sind wegweisend und beeinflussten Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Seine Firma, die «JPFrench Associates», ist derzeit das weltweit grösste und älteste Unternehmen für forensisch phonetische Begutachtungen und Audioanalysen. Neben der Präsidentschaft der IAFPA berät Peter French die internationale kriminalpolizeiliche Organisation, INTERPOL, sowie die britische Regierung in forensischen Regulierungsfragen und allgemeinen Anliegen zur forensischen Sprachanalyse.
Zusätzlich zu seinen wegweisenden Publikationen hat Peter French weltweit über 6000 Fälle bearbeitet. Einschlägige Beispiele sind die Auswertung von sprachlichem Beweismaterial zum Boipatong Massaker in Südafrika, zum UN-Kriegstribunal gegen Slobodan Milošević, zu zahlreichen jugoslawischen Generälen am internationalen Gerichtshof in Den Haag oder zu Authentifizierungsfragen von Al-Quaida Zugehörigkeiten. French setzt sich auch pro bono ein, zum Beispiel für das ChinaTribunal, einem unabhängigen Gerichtsverfahren gegen China in Fällen erzwungener Organspende.
Peter French setzt sich aktiv für die forensische Phonetik in Zürich ein. Er ist Mitbegründer des Centre for Forensic Phonetics and Acoustics (CFPA) am Institut für Computerlinguistik der UZH und kollaboriert mit dem CFPA und dessen Zusammenarbeit mit dem Forensischen Institut Zürich (eine Organisation der Kantons- und Stadtpolizei) in der Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden, in der Gutachtenerstellung und der Forschung. Somit profitiert die UZH und der Standort Zürich von Frenchs internationaler Erfahrung im strategischen Ausbau forensisch phonetischer Infrastruktur.