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Erste Hinweise auf einen Vorläufer des späteren Walliser Raclettes stammen aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert. Die von Historikern in Walliser Quellen vom Ende des Mittelalters identifizierten Käsesorten sind als Frühformen des Walliser Raclettes zu sehen. 1291 berichten mittelalterliche Klosterhandschriften aus den Kantonen Obwalden und Nidwalden von einem Bratchäs als einer besonders nahrhaften Speise der Alphirten. Die ältesten noch erhaltenen Dokumente, die Käseschmelzen im Wallis beschreiben, gehen auf das Jahr 1574 zurück (Wikipedia). Die Geschichte, dass das Raclette bei einem Brand einer Käserei rein zufällig 'erfunden' wurde, ist somit eine reine Sage. Das nachfolgende Raclette ist die Version aus den 1970er Jahren und entspricht auch heute noch weitgehend den Empfehlungen der Sortenorganisation "Raclette du Valais AOP".
Zutaten für 4 Personen
- 1.2 kg Raclettekäse in Scheiben - 800 g kleine geschwellte Kartoffeln - Cornichons oder Essiggurken (beliebig) - Silberzwiebeln (beliebig) - Paprika - Muskatnuss - Schwarzer Pfeffer frisch ab der Mühle - Raclette-Würzmischung von McCormick (alternativ) - Zwiebelringe (fakultativ) - Knoblauch, gescheibelt (fakultativ)
Zubereitung
- Das Walliser Raclette wird zuhause meist auf einem Raclette-Réchaud zubereitet. Heute werden diese meist elektrisch betrieben. Es gibt aber auch solche mit Brennpastenbetrieb. Solche Réchauds haben eine etwas längere Aufheizzeit, doch sobald die Betriebstemperatur erreicht ist, sind sie gleichwertig. Vor 40 Jahren gab es solche Raclette-Réchauds meist mit Platz für 4 Schälchen, grössere habe ich nie gesehen. Damals benützte man noch Brennsprit, dessen Handhabung allerdings minimale Fachkenntnisse erforderte. Solche Raclette-Réchauds werden heute, soweit sie noch überlebt haben, grundsätzlich mit der ungefährlichen Brennpaste betrieben. Ihr Vorteil ist der, dass es kein Kabel gibt, über welches man stolpern kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sie ohne den Raclette-Aufsatz auch für Fondues aller Art einsetzen konnte. Sie sind platzsparend und werden heute nur noch in kleinen Haushalten benützt.
- Es ist darauf zu achten, dass der Käse nicht zu stark und zu lange erhitzt wird.
- Die heissen Kartoffeln in einem Körbchen zugedeckt auf den Tisch stellen. In gleicher Weise werden die Cornichons, Salzgurken und Silberzwiebeln in Schälchen auf den Tisch gestellt, sodass sich jeder bedienen kann. Zwiebeln und Knoblauch sollten, falls man sie wünscht, nur geschält, aber noch nicht vorgeschnitten werden.
- Jeder legt eine Käsescheibe auf das Schälchen und würzt diese. Sobald der Käse geschmolzen ist, schabt man ihn vom Schälchen in seinen Teller und isst ihn mit Messer und Gabel. Dazu isst man die geschwellten Kartoffeln, die Silberzwiebeln und die Cornichons.
Weitere Beilagen
Einige Liebhaber belegen die Käsescheiben noch mit Zwiebelringen oder Knoblauchscheiben. Und andere mögen als Beilage auch noch Walliser Trockenfleisch und Rohschinken. Das alles geht noch unter der Bezeichnung Walliser Raclette.
En Guete!
Ergänzende Bemerkungen:
1. Zum Walliser Raclette passt ein guter Walliser Fendant.
2. Weitergehende Änderungen am Rezept sind nicht nötig, sonst wäre es ja kein Walliser Raclette mehr.
3. Für die Zubereitung dieses Raclettes eignen sich auch einige weitere Gommer Käse, doch erfordert der Einkauf gute Käsekenntnisse. Sie sind daher eher dem Liebhaber vorbehalten.
Quellen: - Zubereitung gemäss Vorschlag der Sortenorganisation Raclette du Valais AOP - eigene Ergänzungen