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Die einträglichsten Arbeiten auf dem Bauernhof waren lange den Männern vorbehalten. Die Hühnerhaltung zählte meist nicht dazu. Vom Hausherrn vernachlässigt, waren die Hühner jedoch äusserst wichtig für die Bäuerin. Der Eierverkauf war vielfach die einzige Geldquelle, über die sie frei verfügen konnte. So erinnert sich die 1904 geborene Anni Kopp-Dietrich aus dem Senseland, das Eiergeld habe für ihre Mutter Elisabeth «für alles Mögliche zu reichen» gehabt. Benötigte die Mutter dringend Geld, musste Anni einer «vermögenden» Frau jeweils ein Huhn oder einen Hahn verkaufen.
Landfrauen organisieren sich
Sei es weil sie 1914 in die Armee eingezogen wurden oder in der Industrie arbeiteten – nicht selten waren Männer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf den Höfen abwesend. Dies eröffnete den Bäuerinnen neue Gestaltungsmöglichkeiten: auch im Hinblick auf den Eierverkauf. Zentral war dabei ihr Zusammenschluss in «Landfrauen-Verbänden», Den «Landfrauen» gelang es, den Verkauf der Eier auf den Märkten erfolgreich selber zu organisieren und Zwischenhändler auszuschalten. Nicht ohne Stolz berichtete die Landfrauenzeitung 1931, es komme vor, dass «eine Kleinbäuerin aus ihrem Hühnerstall mehr lösen» könne «als ihr Mann aus dem Kuhstall».