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Porto Alegre (der fröhliche Hafen) oder die Metropole der Gaúchos – wie sie auch genannt wird, verfügt gemäss einer UNO-Studie über die beste Lebensqualität der Grossstädte in Lateinamerika.
Gründung: 23. August 1808
Lage: 10 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 1.488.252 (Stand 2020)
Grösse/km2: 497 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 2.837,52 Einw./km2
Regenzeit: unterschiedlich je nach Jahreszeit
Eine Metropole mittlerer Grösse – wenigstens für Brasilien – liegt am linken Ufer des Rio Guaíba – an der Stelle, an der er in die riesige Lagoa dos Patos mündet – und ist umgeben von zirka vierzig Hügeln. Porto Alegre – der “lustige Hafen” – unterscheidet sich von allen anderen Städten Brasiliens durch seine Lebensqualität. Hier ist das Klima subtropisch feucht, und die vier Jahreszeiten sind deutlich ausgeprägt. Die Stadt bekam im Bericht der UNO von 1998 die beste Beurteilung für “Human Devellopment” (HDI), unter den brasilianischen Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern – und sie steht an fünfter Stelle der von Ausländern meistbesuchten brasilianischen Städte. Ihr Gesundheitswesen und ihre Infrastruktur entsprechen den Städten der Ersten Welt – die Verkehrsverhältnisse können als Modell-Beispiel bezeichnet werden.
Die Stadt besitzt den grössten Flusshafen des Landes, mit tiefen Kanälen und mehr als 6 km Kai-Länge. Dieser (lustige) Hafen ist einer der modernsten Brasiliens – fertigt Seeschiffe bis zu 7.000 Bruttoregister-Tonnen, mit einem Tiefgang bis 4.87 Metern, ab – sie müssen von der offenen See, über die Stadt Rio Grande, noch 275 Kilometer nach Norden, durch die Lagoa dos Patos fahren, um die Hauptstadt zu erreichen.
Porto Alegre besitzt das grösste Netz öffentlicher Kindergärten und eine selektive Müllverarbeitung, ebenfalls ein Modellbeispiel für Brasilien. Die Bevölkerung setzt sich aus 25 verschiedenen Ethnien zusammen, unter ihnen Italiener, Deutsche, Portugiesen, Syrier, Libanesen, Juden, Japaner, Afrikaner, Chinesen, Polen, Russen, Belgier und Schweden. Porto Alegre ist auch die Hauptstadt des MERCOSUL, der bedeutendsten Wirtschaftsgemeinschaft Südamerikas.
Die Hauptstadt der Gaúchos – wie sie auch genannt wird, hat ganz unterschiedliche Stadtteile. In ihrem Zentrum befinden sich die alten Hotels und bedeutendsten historischen Gebäude. Der Nobelstadtteil Moinhos de Vento steht für die meisten guten Restaurants. In der Nordzone befindet sich das neue Kommerz-Zentrum, mit zahlreichen Hotels und Flats rund um die Avenida Carlos Gomes. Im Süden breiten sich die Bars der Boheme aus, in der so genannten Cidade Baixa, die beiden Fussball-Stadien der Vereine Grêmio und Internacional, der Park von Itapuã und der Yachthafen.
Porto Alegre ist eine jener erstaunlichen Grossstädte Brasiliens, von denen man im Ausland wenig weiss, und die den Besucher dann mit ihren ungeahnten Dimensionen überraschen. Sie zeigen den erstaunlichen wirtschaftlichen Aufschwung Brasiliens deutlicher als Rio oder São Paulo, die ja als Weltstädte hinlänglich bekannt sind. Als Belohnung für ihre Mühe, mit der sie Porto Alegre zur grössten Industrie- und Handelsstadt des Südens gemacht haben, gönnen sich die Einwohner vielfältige Feste. Die sind das netteste in Porto Alegre, denn die Stadt selbst hat nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten – aber ihre reizvolle Umgebung wiegt dies bei weitem wieder auf.
Berühmt sind neben den Churrascos (gegrilltes Rindfleisch) auch die Weine, die vor allem die italienischen Nachfahren im Hinterland anbauen – und die Weinregion ist ein besonders lohnendes Ausflugsziel: Auf 700 bis 900 Metern über dem Meer wachsen hier die verschiedensten Rebsorten um die Orte Farroupilha, Garibaldi, Bento Gonçalves und Caxias do Sul. Die Orte Gramado, Canela und Novo Hamburgo erinnern an romantische europäische Dorfidylle.
Wenn Sie Rio Grande do Sul und Porto Alegre besuchen, so denken Sie daran, dass sich das Wetter von Jahreszeit zu Jahreszeit stark ändern kann: Im Sommer kann es sehr heiss werden – über 40 Grad – während man im Winter mit Sicherheit eine dicke Jacke braucht. Es ist bekannt, dass man in Porto Alegre die schönsten Sonnenuntergänge Brasiliens erlebt – zum Beispiel am Rio Guaíba, dem meistbewunderten Postkartenmotiv der Stadt.
Der beliebteste Treffpunkt der Stadt: ist die Rua da Praia – eine Fussgängerzone im Zentrum, die ab 16.00 Uhr gerammelt voll von Gaúchos ist. Hier befinden sich auch die besten Geschäfte der Stadt.
Eine Happy Hour in einem Café des Casa da Cultura Mario Quintana, mit Recht auf einen der schönsten Sonnenuntergänge über einer herrlichen Landschaft. Von der Kuppel des antiken Hotels kann man die Inseln des Rio Guaíba und den Hafenkai sehen. Das Gebäude bietet ausserdem 14 verschiedene kulturell genutzte Räumlichkeiten, unter ihnen das Musik-Museum, Kinos, Bibliotheken und Ausstellungen Bildender Kunst. Ein Ort, wo man den ganzen Tag mit Schauen verbringen kann.
(Rua dos Andradas, 736 – Zentrum)
Die Terasse der Usina do Gasômetro bietet ebenfalls einen phänomenalen Blick des Sonnenuntergangs-Schauspiels auf dem Rio Guaíba. Der Ort hat ausserdem Büchereien, Cafés, Kinos und kulturelle Räume. Er ist ein beliebter Treffpunkt der Bevölkerung zu einem Schwatz mit Chimarrão, zwischen Dienstag und Sonntag.
(Avenida Pres. João Goulart, 551)
Von 1869, mitten im Zentrum, ist ein demokratischer Ort, an dem die Bürger sich treffen, um die verschiedensten Einkäufe zu tätigen. Da gibt es Fisch, Fleisch, Käse, Wurst und andere Lebensmittel, Gewürze, Haushaltsartikel und sogar religiöse Utensilien – egal, ob man Katholik ist oder Macumbeiro! Besonders empfehlenswert zu probieren: die vielen hausgemachten Eiscremes des Ladens Nº 40 – seit einem halben Jahrhundert nach geheimen Rezepten hergestellt! Oder einen exzellent eingeschenkten Schoppen Bier beim Naval und die kulinarischen Spezialitäten vom Gambrinus – mit mehr als 130 Jahren Geschichte!!
(Largo Glênio Peres)
Die beste Art den Rio Guaíba und das Delta des Rio Jacuí kennen zu lernen, sind Spazierfahrten mit den Schiffen Cisne Branco – er startet am Zentral-Portal des Hafenkais – oder mit der Noiva do Caí – die startet an der Usina do Gasômetro. Es gibt Tag- und Nacht-Fahrten. Ausserdem kann man mit verschiedenen Seglern und Schonern die verschiedensten Ausflugsturns vereinbaren.
In der Südzone der Stadt, ist Grünanlage und Naturschutzgebiet, mit 40% seiner Fläche zur Nutzung durch die Öffentlichkeit. Vom Kamm des Hügels hat man einen besonders reizvollen Blick über den Rio Guaíba und das Stadtzentrum – die Vegetation ist sehenswert. Das Sekretariat für Naturschutz (SMAM) stellt auch Flur-Polizisten zur Begleitung zur Verfügung (Tel. (51) 3382-1556).
Eine interessante Stelle um die Gaúchos zu beobachten, ist der Farroupilha-Park: Er ist zentral gelegen, und wenn sie Lust auf ein wenig Gymnastik haben, können Sie dort ein Fahrrad mieten. Sonntagvormittags findet in einer Ecke des Parks ein Markt statt – der Brique da Redenção – auf dem Antiquitäten und schönes Kunsthandwerk sowie Lederarbeiten angeboten werden. Viele Strassenmusikanten lockern die Szene auf – zum Beispiel mit dem Akkordeon, dem typischen Instrument der Gaúchos.
(Zwischen Avenida Osvaldo Aranha und Avenida João Pessoa – Stadtteil Farroupilha)
Für diejenigen, welche die traditionellen Sitten und Gebräuche der Gaúchos kennen lernen wollen, bietet die Stadt viele Etablissements, wo der berühmte Churrasco serviert wird, einige präsentieren dazu auch Musik und folkloristische Tänze. Ausserdem sind Besucher stets willkommen in den zahlreichen Centros de Tradições Gaúchas (CTG), die nicht nur in der Hauptstadt sondern übers ganze Land verstreut sind.
In der Avenida Goethe findet der Besucher die verschiedensten Bars und Clubs für eine beschwingte Nacht in Porto Alegre. Und in der Rua Fernando Gomes, die man auch Calçada da Fama (Trottoir des Ruhms) nennt, sind die Bars und Restaurants ein bisschen exklusiver und Treffpunkt vieler beautyful people!
Dieser Park liegt gleich in derselben Strasse, mit einer Fläche von 115.000 m2, hat er seinen Namen von den zahlreichen Windmühlen innerhalb seines Terrains. Hier gibt es eine Rollschuh-Piste, Sportplätze, Laufpiste, Kinderbuch-Bibliothek, einen See und eine Kopie einer azorianischen Windmühle. Der Park befindet sich in einer der nobelsten Gegenden der Stadt.
(Avenida Goethe – Stadtteil Moinhos de Vento)
Der Stadtteil Cidade Baixa, mit seinen zahlreichen Bars und Cafés erinnert an die Bohemie der fünfziger Jahre. Viele Besucher finden das “Village” besonders reizvoll.
Viele Leute wissen nicht, dass Porto Alegre viele Inseln besitzt. Die Fischer der Ilha da Pintada bieten für Naturliebhaber, nur Sonntags, denn dann müssen sie nicht arbeiten, einen besonderen Ausflug per Boot an und anschliessend ein typisches Mittagessen, bestehend aus Peixe-na-taquara (Fisch nach ihrer Art).
Interessierte können sich anmelden unter (51) 3211-6284.
Die umliegenden Vororte sind zum Teil sehr reizvoll:
Ipanema zum Beispiel, am Ufer des Guaíba-Flusses, hat eine schöne Auswahl guter Bars und Restaurants. Von hier aus geniesst man ebenfalls die spektakulären Sonnenuntergänge über dem Fluss.
Wer sich für ein detaillierteres Kulturprogramm interessiert, für den hat Porto Alegre verschiedene Optionen: das Teatro São Pedro, die Sala de Cinema Gastal (im Gasometer), das Casa da Cultura Mario Quintana, das Centro Municipal de Cultura und verschiedene thematische Museen und Pinakotheken.
Das Historische Zentrum der Stadt kann man in nur zwei Stunden kennen lernen. Die entsprechenden historischen Routen, Praça da Matriz und Praça da Alfândega, kann man beim Porto Alegre Turismo, im Escritório Municipal, jeden Samstag, Sonntag und an Feiertagen, um 15 Uhr, gratis mitmachen! Unter den sehenswerten historischen Gebäuden sind folgende Empfehlungen:
Dieser Palast ist eine Konstruktion aus dem Jahr 1890, mit französischen Steinen, im Stil Louis XVI. Am Eingang zwei Statuen, die eine symbolisiert die Landwirtschaft, die andere die Industrie. Inneneinrichtung mit Möbeln in französischem Stil, die von Strafgefangenen gezimmert worden sind. Gemälde, welche die Geschichte des Staates Rio Grande do Sul darstellen – unter ihnen auch eins mit der Geschichte des Negrinho do Pastoreio, aus der Gaúcho-Folklore. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz seit 1986.
(Praça Marechal Deodoro)
Das alte Gebäude der Post, Correios e Telégrafos, von 1910 ist sehenswert – sie nennen den Baustil “Germanischer Barrock” – es hat zwei assimetrische Türme mit Bronze-Kuppeln, die an Helme der preussischen Garde erinnern. Innen die Statue des Atlas, aus der griechischen Mythologie, der die Welt auf seinen Schultern trägt. Steht seit 1981 unter Denkmalschutz.
(Praça da Alfândega)
Ist eine Konstruktion von 1874, in romantischem französischem Baustil, mit Art-Noveau-Elementen und einer demontierbaren englischen Stahl-Struktur. War ursprünglich ein traditionelles Restaurant im Zentrum von Porto Alegre, frequentiert von der Haute Volée, später von Bohemiens und Intellektuellen. 1998 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Nach einer detaillierten Restaurierung wurde es 1999 wiedereröffnet – als Schul-Restaurant des SENAC, spezialisiert in der Gaúcho-Küche – Leuchter und Original-Wandfliesen sind bis heute erhalten, und in ihm finden sich die letzten antiken Portrait-Fotografen der Stadt.
(Praça XV de Novembro – Zentrum)
Eingeweiht im Jahr 1858, gebaut in portugiesischem Barock. Innen mit Samt und Gold ausgelegt – der Zuschauerraum als hufeisenförmiges Halbrund – soll die beste Akustik aller südamerikanischer Theater haben. Bietet die verschiedenartigsten Theaterstücke, Tanz und Musik-Aufführungen. Unter Denkmalschutz seit 1984. (Praça Marechal Deodoro – Zentrum)
Ist das Denkmal des “Lasso-Werfers”, des Gaúchos der Pampa, offizielles Symbol von Rio Grande do Sul und der Stadt Porto Alegre. Eine riesige Macho-Skulptur aus Bronze von 1954, die von auf einem zwei Meter hohen Podest aus Granit emporragt. Wenn Sie sich den anschauen, fallen Ihnen wieder alle Macho-Geschichten von den Gaúchos ein.
(Praça do Bombeador – Nordeingang von Porto Alegre)
Dies ist das älteste Gotteshaus der Stadt, wurde zwischen 1807 bis 1878 gebaut, mit barocken und Rokoko-Elementen. Drei Skulpturen an ihrer Fassade repräsentieren die Hoffnung, das Mitleid und den Glauben. Ihr Interieur beherbergt sieben Szenen aus der Passions-Geschichte, von 1871. Unter Denkmalschutz seit 1938. Weiterhin enthalten sind zwei Bildnisse der Nossa Senhora das Dores – eine von 1820 – mit dem Gesicht aus Porzellan – die andere aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, mit Schwert und Diadem aus Silber. Ausserdem Skulpturen des São Francisco aus Italien und die des Sagrado Coração de Maria, aus Spanien.
(Rua dos Andradas – Zentrum)
Ist ein Naturschutzgebiet innerhalb des Deltas des Rio Jacuí – gegründet 1976, mit einer Fläche von 17.245 ha. Es erfasst die Distrikte von Porto Alegre, Canoas, Guaíba und Triunfo. Es ist ein ökologisches Sanktuarium, erfasst sämtliche Inseln in der Mündung des Flusses, mit einer artenreichen Tier- und Vogelwelt. Man erlebt sie am besten per Bootsfahrt.
(Zuständig ist die Fundação Zoobotânica, Tel. (51) 336-3281)