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Hallo Anders, willkommen in Biel!
Vor ein paar Tagen fand der NHL-Draft statt. Mit Lias Andersson (an 7. Stelle gezogen) und Erik Brännström (als Nummer 15) wurden zwei Spieler in der 1. Runde gedraftet, die du in deiner Zeit bei HV71 in Schweden betreut hast. Was können die Hockeyfans von diesen zwei Spielern in Zukunft erwarten?
Stand heute werden Lias Andersson und Erik Brännström mindestens eine weitere Saison in Schweden spielen und im Fanion-Team eine Schlüsselrolle im Power- und Boxplay übernehmen. Ich denke, dass der Club (HV71) mit ihnen auch neben dem Eis viel mit individuellen Trainings arbeiten wird, natürlich in Absprache mit den NHL-Teams (New York Rangers und Vegas Golden Knights). Es ist üblich, dass die Clubs mit den NHL-Teams zusammenarbeiten, beide werden am Ende davon profitieren. Ich denke, dass in Zukunft sowohl Erik als auch Lias eine wichtige Rolle für ihre NHL-Clubs einnehmen werden.
Im Rahmen des diesjährigen Drafts wurden drei Schweizer und 27 Schweden gezogen. Wie erklärst du dir diesen grossen Unterschied?
Die Clubs in Schweden arbeiten sehr hart, um eine gute Organisation für ihre Junioren auf die Beine zu stellen. Jedes Jahr verlassen sechs bis zwölf schwedische Spieler die SHL für die NHL, KHL oder auch die NLA. Die Clubs haben ein klares Programm erstellt, das von der Hockeyschule bis zum ersten Team umgesetzt wird. Jeder Junior hat einen individuellen Trainingsplan auf und neben dem Eis.
Die schwedische Juniorenliga ist bekannt dafür, die beste in Europa zu sein. Was sind die grössten Unterschiede zwischen Schweden und der Schweiz?
Die schwedische Juniorenliga ist viel besser als die Schweizer Juniorenliga. Jedes Team kann jeden schlagen und es gibt drei Spiele in einer Woche. Ein weiterer grosser Unterschied ist, dass jedes Team drei Mal täglich trainiert und die Schulen wirklich alles geben, damit die Schüler bzw. Sportler die bestmögliche Ausbildung erhalten. So informieren die Clubs und die Schule bespielsweise die Jugendlichen gemeinsam zu allem was die Ernährung anbelangt.
In den letzten Wochen war in der Schweiz in allen Medien von Nico Hischier zu hören, der im Draft an erster Stelle gezogen wurde. Was können wir von ihm in dieser Saison erwarten?
Ich denke, dass die New Jersey Devils ihm viele Möglichkeiten bieten werden, sich zu präsentieren, und ihm auch eine gute Rolle im Team geben werden, um erfolgreich zu sein. Ich bin sehr glücklich, dass Nico an erster Stelle gezogen wurde, denn das kann vielen Schweizer Junioren die Möglichkeiten aufzeigen, wenn man hart für ein Ziel arbeitet.
Wenn man sich deine Eishockeykarriere anschaut, sieht man, dass du bereits mit 23 Jahren als Coach angefangen hast.
Ich hatte einen Autounfall und musste als Spieler aufhören. Als Trainer läuft es aber sicher besser, als es als Spieler gelaufen wäre... haha!
Du hast in den vergangenen zwei Jahren beim HC Davos die Elite-Junioren gecoacht. Mit welchem Resultat?
Es geht darum, den Spielern, dem Club und der Clubleitung aufzuzeigen, was es braucht um das nächste Level zu erreichen, sowohl auf wie auch neben dem Eis als Organisation. Ich denke, dass die Elite-Junioren von Davos nächstes Jahr als Favoriten in die Meisterschaft gehen werden.
Auf und neben dem Eis gut ausgebildete Spieler sollen in die 1. Mannschaft integriert werden. In Davos läuft es diesbezüglich jetzt gut. In Biel haben wir zurzeit viele interessante Spieler in der Pipeline und wir werden in ein oder zwei Jahren mehr Eigengewächse in der 1. Mannschaft sehen.
Diesen Frühling hast du beim EHCB als Assistenzcoach unterschrieben. Was hat dich zur Unterschrift bewogen und welche Ziele hast du mit dem Club?
Ich habe in Biel unterschrieben, weil es viele gute Leute im Club hat mit guten Werten. Das ist die Voraussetzung für etwas Grosses in der Zukunft...
Vielen Dank für deine Antworten und bis bald in Biel!
Interview: Mirio Woern