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Die Hauptaussagen des Entwicklungsmodells lassen sich folgendermassen zusammenfassen (siehe auch Hofer et al. 2009):
Entwicklung beruht auf einer Interaktion zwischen Person und Umwelt. Das heisst, dass die Entwicklung einerseits durch die Aktivitäten der Person, andererseits durch andere Menschen und Geschehnisse (Umwelt) beeinflusst wird.
Interaktionsgeschehen begleitet den Menschen sein ganzes Leben lang. Die Entwicklung von einfacheren zu komplexeren Leistungen bzw. Stufen beruht auf der Ausweitung der daraus gewonnenen (gespürten) Interaktionserfahrung.
Angemessene Informationssuche zu räumlichen Beziehungen von Person und Umwelt (Wo-Informationssuche) und zu Ursache-Wirkungsbeziehungen (Was-Informationssuche) ist zentrale Bedingung für eine unauffällige Entwicklung.
Im Rahmen einer unauffälligen Entwicklung kommt das Kind ab einem gewissen Ausmass an gespürter Interaktionserfahrung zur Auseinandersetzung mit "Geschehnissen" im Alltag. Diese Auseinandersetzung ist für das Lernen und die weitere Entwicklung von grosser Bedeutung.
Die Komplexität einer Situation hat Auswirkungen auf die Organisationsleistungen im Hinblick auf die Wahrnehmung. Das Auftreten von auffälligem Verhalten, das auf eine Wahrnehmungsproblematik hinweist, ist entsprechend situationsabhängig.
So werden verschiedenste Wahrnehmungsprobleme in Bezug zur Gesamtentwicklung gesehen und aus dieser Sicht erklärt – nämlich angeborene wie erworbene Probleme, zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma.
Basierend auf dem Entwicklungsmodell vertritt wahrnehmung.ch eine Therapiemethode, die Menschen mit einer Wahrnehmungsproblematik in der gespürten Informationssuche unterstützt und damit zum Lösen alltäglicher Probleme beiträgt.
wahrnehmung.ch legt grossen Wert darauf, dass die Angehörigen an der Therapie teilnehmen. Die Zusammenarbeit beruht dabei auf einer partnerschaftlichen Beziehung, in welcher Vertrauen wachsen und gepflegt werden soll.
Die Therapiemethode ist in zahlreichen Fällen erfolgreich. Zum Beispiel bei:
- Entwicklungsauffälligen Babys und Kleinkindern
- Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache, der Motorik und bei kombinierten Störungen
- Schulkindern mit Lernschwierigkeiten
- Jugendlichen mit Schwierigkeiten in der beruflichen Eingliederung
- Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, zum Beispiel Autismus, Rett-Syndrom
- Patientinnen und Patienten mit erworbenen cerebralen Schäden, zum Beispiel Schädelhirntrauma oder Schlaganfall
Das Affolter-Modell® wurde in den vergangenen Jahren immer wieder überarbeitet und wird auch heute weiterentwickelt. Es wird an Schulen, Heimen, Therapiestellen und Kliniken erfolgreich angewandt, vor allem in der Schweiz und in Deutschland.
Die Universität von Minnesota (Center for Cognitive Sciences) hat die Gründerin dieses Modells, Dr. Félicie Affolter, für ihre Arbeit mit behinderten Kindern in der ganzen Welt ausgezeichnet.
Das Affolter-Modell® beruht auf 40 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Problemen mit der Wahrnehmung in Zusammenhang u.a. mit erschwertem Spracherwerb, tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (z.B. Autismus), erworbenen Hirnschädigungen und degenerativen Erkrankungen des Nervensystems.
Im Rahmen dieser Arbeit entstand die grundlegende Frage, ob und wie sprachliche und nichtsprachliche Schwierigkeiten dieser Menschen in Beziehung stehen.
Die Forschungsarbeit begann 1970. Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) finanzierte zehn Jahre lang mehrere Querschnittuntersuchungen und ein longitudinales Forschungsprojekt zu Fragen der kindlichen Entwicklung.
Untersucht wurde die Beziehung von sprachlichen und nichtsprachlichen Leistungen. Dabei kristallisierte sich die besondere Bedeutung der Entwicklung von Wahrnehmungsleistungen heraus (siehe Affolter & Bischofberger 2007).
Auf der Basis dieser Analysen war es möglich, allgemeingültige Aussagen sowohl zu gesunder als auch zu gestörter Entwicklung und auffälligem Verhalten zu machen. Daraus wurde ein eigenes Entwicklungsmodell erarbeitet.
Therapeut.
Wie nehmen Sie als Therapeutin oder Therapeut (Logopädie, Psychomotoriktherapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Musiktherapie, Psychologie) eine Wahrnehmungsproblematik wahr? Was können Sie konkret tun?
Altersbetreuung.
Pflegepersonen.
Eltern.
Erzieher.
Sozialpädagoge.
Erwachsener.
Schulbehörde.
Gönner.
Jugendlicher.
Student.
Mütterberatung.
Spitex.
Psychiater.
Lehrperson.
Dienste.
Wie nehmen Sie als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter eines Dienstes (Schulpsychologischer Dienst, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, Heilpädagogischer Dienst) eine Wahrnehmungsproblematik wahr? Was können Sie konkret tun?