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Dickdarmkrebs, ein wichtiges Thema
Einführung der Koloskopie
Der Dickdarmkrebs (Kolorektales Karzinom) ist eine häufige Krebsart. 5% der Schweizer erkranken im Verlaufe ihres Lebens daran. Bei Männern ist es die zweithäufigste und bei Frauen die dritthäufigste Krebsart. In der Schweiz erkranken jedes Jahr über 2000 Männer und knapp 2000 Frauen neu an Dickdarmkrebs; etwa die Hälfte der Betroffenen wird daran sterben – 2 bis 3% aller Todesfälle in der Schweiz werden durch Dickdarmkrebs verursacht.
Dickdarmkrebs entwickelt sich in den meisten Fällen aus Dickdarmpolypen. Dies sind pilzartige Gewächse der Dickdarmschleimhaut, die oft weniger als 5 mm gross sind. Diese Polypen können wachsen und Grössen von über 1 cm erreichen. In diesem Stadium können im Polyp bösartige Zellen (Krebszellen) entstehen, die sich unkontrolliert vermehren und schliesslich einen oft blumenkohlartig aussehenden Dickdarmkrebs bilden. Dieser Entwicklungsprozess vom Polypen bis zum Karzinom dauert 5 bis 15 Jahre. Vom Dickdarmkrebs können Krebszellen durch die Darmwand hindurch wachsen und dort über Lymphgefässe in Lymphknoten, oder über die Blutbahn (Pfortader) in die Leber gelangen.
Die verschleppten Krebszellen vermehren sich weiter und bilden Ableger (Metastasen). Im späteren Krankheitsverlauf können weitere Organe befallen werden (Lunge, Gehirn und so weiter). Lokal können grosse Polypen und Krebse im Darm auch zu Passagestörungen führen, im Extremfall zum Darmverschluss.
Risikofaktoren für das Entstehen eines Dickdarmkrebses sind Dickdarmpolypen, Auftreten von Dickdarmkrebs bei nahen Verwandten (ersten Grades) – besonders bei jüngeren Verwandten, chronische Darmentzündungen (vor allem Colitis ulcerousa), Rauchen, hoher Alkoholkonsum, fettreiche und ballastarme Ernährung, regelmässig hoher Fleischkonsum und wenig Gemüse, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Von Dickdarmkrebs sind vorwiegend Patienten in der zweiten Lebenshälfte betroffen. Die Anfälligkeit für Dickdarmkrebs steigt mit zunehmendem Alter an. In etwa 3% handelt es sich um Erbkrankheiten. In diesen Familien sind gehäufte Fälle von Dickdarmkrebs oder Dickdarmpolypen (Familiäre Adenomatöse Polyposis) bekannt, auch bei jüngeren Patienten.
Warnsymptome für das Vorliegen eines Dickdarmkrebses sind Blutabgang mit dem Stuhlgang (was oft zu Eisenmangel führt), unerklärter Gewichtsverlust und plötzliche Änderungen der Stuhlgewohnheiten. Im frühen Stadium verursacht der Dickdarmkrebs aber sehr oft keine Beschwerden. So hat er bei seiner Entdeckung (Diagnosenstellung) bereits in 20% der Fälle über den Darm hinaus in den Körper gestreut (Metastasierung).
Deshalb ist die möglichst frühzeitige Erkennung von Dickdarmpolypen zur Vorbeugung des Dickdarmkrebes von grösster Bedeutung. Die Methode der Wahl ist die Dickdarmspiegelung (Koloskopie). Der Darm wird am Vortag durch Trinken einer speziellen, abführenden Flüssigkeit vollständig entleert. Ein langes, schlauchartiges Instrument (Koloskop, ein Endoskop), das verformbar ist, wird über den Darmausgang eingeführt. Die Spitze des Instrumentes ist lenkbar und mit einer Optik ausgerüstet. So kann der Untersucher das Instrument unter Sicht durch den gesamten Dickdarm bis zur Dünndarmmündung (im Blinddarm) vorschieben.
Bei uns wird ein ganz modernes Instrument mit eingebauter Chip-Kamera in der Spitze verwendet (Videoendoskop). Über einen Arbeitskanal im Instrument können gegebenenfalls Gewebeproben entnommen und kleine Eingriffe durchgeführt werden. Da das Überwinden der Kurven des Dickdarmes (weniger ausgeprägt als am Malojapass…) für den Patienten unangenehm sein kann, wird bei uns nach vorgängiger Absprache mit dem Patienten eine leichte Rauschnarkose durchgeführt, wobei der Patient schläft.
Bei der Koloskopie wird der gesamte Dickdarm eingesehen. Ist der Dickdarm frei von Polypen und Tumoren, ist eine nächste Koloskopie frühestens in 10 Jahren fällig. Finden sich aber Polypen, so werden diese, im Glücksfall sogar kleine beginnende Krebse, direkt entfernt und zur Untersuchung an ein Speziallabor eingeschickt. Je nach Resultat wird eine Kontrollkoloskopie in zwei oder fünf Jahren empfohlen. Wird ein sehr grosser Polyp oder en anderweitiger Tumor (möglicher Dickdarmkrebs) gefunden, werden Gewebeproben (Biopsien) entnommen. Daraus kann im Speziallabor die Diagnose gestellt werden. Das weitere Vorgehen ist dann meistens eine chirurgische Operation. Zur Notwendigkeit und Art von Zusatzbehandlungen (Chemotherapie, Bestrahlung) wird ein zugezogener Onkologe (Krebsspezialist) beraten.
Es hat sich gezeigt, dass nach einmaliger Koloskopie ab dem 50. Lebensjahr das Sterberisiko an Dickdarmkrebs um mindestens 30% gesenkt wird. Die Kosten für vorbeugende Koloskopien bei beschwerdefreien Leuten werden von den Krankenkassen übernommen.
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