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Verdasco spielte gegen Nadal von Anfang an mit viel Selbstvertrauen und holte sich im Tiebreak den ersten Satz. Nadal erholte sich allerdings schnell vom Schock und sicherte sich die Sätze zwei und drei mit 6:4, 6:3.
In der Schlussphase des viertes Satzes deutete alles auf einen sicheren Sieg für Nadal aus: Er führte 6:5 und 30:0 (bei Aufschlag Verdasco), hatte zuvor drei Games hintereinander gewonnen, und Verdasco schien zu schwächeln. Mit vier Punktgewinnen hintereinander rettete sich Verdasco aber ins Tiebreak, anschliessend strotzte er nur noch so vor Selbstvertrauen.
Im Entscheidungssatz gelang Verdasco am Ende alles. Der Aussenseiter reihte einen Gewinnschlag an den anderen und gewann die letzten fünf Games hintereinander. Am Ende bodigte er Nadal nach gut 4 Stunden und 40 Minuten.
Nadal und Verdasco hatten sich auf dem Melbourner Centre Court schon einmal eine Abnützungsschlacht geliefert. 2009 gewann Nadal auf dem Weg zu seinem einzigen Australian-Open-Triumph den Halbfinal gegen Verdasco in fünf Sätzen nach fünf Stunden und 14 Minuten. «Diesmal dauerte es 34 Minuten weniger, dafür gewann diesmal ich» freute sich Verdasco am Ende. «Ich denke nicht, dass ich in den sieben Jahren seither jemals wieder so gut gespielt habe wie heute. Und Rafa hat im fünften Satz nachgelassen.»
Andy Murray gab sich bei seinem Auftaktspiel beim Australian Opening in Melbourne gegen den Deutschen Alexander Zverev keine Blösse. Er siegte in 127 Minuten mit 6:1, 6:2, 6:3. Der Schotte breakte seinen Gegner sechs Mal und liess dem Teenager keine Chance. Er habe es ihm schwer gemacht und sei einer der besten jungen Spieler auf der Tour, zollte Murray ihm aber nach dem Spiel Respekt.
Seine Gedanken hat Murray aber zumindest zum Teil an einem anderen Ort. Seine Frau erwartet zu Hause in Grossbritannien im Februar ihr erstes Kind und nach Medienberichten hat Murray einen Privatjet bereitstehen, falls das Baby sich verfrühen sollte. Darauf angesprochen sagte Murray in Melbourne lachend: «Ich hoffe, dass mein Telefon in der Sporttasche nicht geläutet hat.»
Murray meint es ernst mit einer Rückkehr im Falle eines Falles. Vor dem Australian Open sagte er zu Journalisten, er würde selbst dann die Heimreise antreten, wenn er am nächsten Tag im Final stehen würde. «Mein Kind und meine Frau sind mir wichtiger als ein Tennisspiel», sagte er.
Ebenfalls keine Blösse gab sich Milos Raonic in seinem ersten Spiel. Der Aufschlagsspezialist aus Kanada besiegte den Franzosen Lucas Pouille 6:1, 6:4, 6:4 und steht ebenfalls in der zweiten Runde.
Der zweite Tag beim Australian Open fordert auch bei den Frauen ein prominentes Opfer. Die als Nummer 2 gesetzte Rumänin Simona Halep unterliegt der chinesischen Qualifikantin Zhang Shuai 4:6, 3:6. Für die Asiatin war es der erste Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier im 15. Anlauf. Halep muss damit nach wie vor auf ihren ersten Titel bei einem der vier Major-Turniere warten.
Auch Venus Williams muss bei den Australian Open schon nach der ersten Runde ihre Koffer packen, respektive wird ihren Aufenthalt in Melbourne auf das Anfeuern ihrer Schwester Serena beschränken müssen. Die ältere der Williams-Schwestern verlor ihr Erstrundenspiel gegen die Britin Johanna Konta in 79 Minuten 4:6, 2:6. (zap/sda)