Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/61915

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Aus- und Weiterbildung des Personals ist zentrale Aufgabe jeder Unternehmung. Das Gleiche gilt für die Bundesverwaltung. Dort erfolgt die Aus- und Weiterbildung zentral im Eidgenössischen Personalamt (EPA). Aufgrund der allgemeinen Sparanstrengungen im Bund wurde das Ausbildungsangebot richtigerweise gestrafft. Trotzdem findet noch immer eine nicht unerhebliche Verschwendung von Steuermitteln in der Personalausbildung des Bundes statt. Es werden Kurse angeboten, welche keinen direkten Mehrwert am Arbeitsplatz schaffen, und es kommt nicht selten zu Kursen, bei welchen die Qualität der Ausbilder zu wünschen übrig lässt oder die Teilnehmenden zur Kursteilnahme quasi verpflichtet werden.</p><p>1. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass Bundesämter ihre Mitarbeiter zur Teilnahme an Ausbildungslehrgängen und Kursen "zwingen", damit dem jeweiligen Amt auch im nächsten Jahr wieder der gleiche Ausbildungskredit zur Verfügung steht?</p><p>2. Wie hoch war die Quote von Kursbesuchern im EPA, welche den Kurs vorzeitig beenden, im Jahr 2004? Wie hat sich diese über die letzten zehn Jahre verändert?</p><p>3. Welche Konsequenzen zieht der Bundesrat aus der Entwicklung der Quote?</p><p>4. Kann der Bundesrat beim aktuellen Ausbildungsangebot gewährleisten, dass ein Ausbildungslehrgang dem Kursbesucher einen direkten Mehrwert für seine ordentliche berufliche Tätigkeit gewährt?</p><p>5. Wie gewährleistet der Bundesrat die Qualität in den Ausbildungslehrgängen und der Ausbildner?</p><p>6. Gibt es Bestrebungen des Bundesrates, die vorhandenen Ausbildungsmittel effizienter einzusetzen und damit mehr Angestellten einen Kursbesuch zu ermöglichen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Interpellanten, dass auch die Aus- und Weiterbildung des Personals eine wichtige Aufgabe darstellt. In der Bundesverwaltung wurden hierfür 2004 rund 40 Millionen Franken aufgewendet. Die zentrale Personalschulung wird vom Eidgenössischen Personalamt (EPA) als Basisangebot mit einem wesentlichen Schwerpunkt in der Kaderausbildung für die gesamte Bundesverwaltung erbracht. Dem EPA standen hierfür 2004 knapp 20 Prozent der gesamten Kreditmittel zur Verfügung. Die übrigen 80 Prozent der Mittel sind dezentral bei den Ämtern eingestellt und werden von ihnen in eigener Verantwortung für individuelle Ausbildungszwecke verwendet. Der zentrale Schulungskredit ist von 1994 bis 2003 mit durchschnittlich rund 6,5 Millionen Franken stabil geblieben und wurde im Rahmen der Entlastungsprogramme um 22 Prozent reduziert. Die dezentral verfügbaren Mittel haben im Gegenzug im gleichen Zeitraum insgesamt zugenommen.</p><p>1. Während über die vom EPA eingesetzten Kreditmittel Auskunft erteilt werden kann, besteht kein bundesweites Bildungscontrolling. Darauf hat die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte in ihrem Résumé vom 23. September 2004 zum Informationsbesuch beim EPA hingewiesen und den Aufbau eines entsprechenden Controllings angeregt. Im Rahmen des geplanten Personalcontrolling-Systems des EPA wurden entsprechende Arbeiten für die gesamte Bundesverwaltung eingeleitet.</p><p>2./3. Bei der zentralen Personalschulung des EPA sind Kursabbrüche selten. Tritt ausnahmsweise ein Fall ein, werden im individuellen Gespräch die Gründe ermittelt. Gegebenenfalls sind die angefallenen Ausbildungskosten durch die betreffende Person zu tragen.</p><p>4. Das Bildungsangebot des EPA richtet sich an der HR-Strategie des Bundes aus und wird jährlich aufgrund einer Bedarfserhebung bei den Ämtern aktualisiert. Es umfasst ausschliesslich Massnahmen der betrieblichen Weiterbildung und steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit den Erfordernissen des Arbeitsplatzes. Der Lerntransfer wird in den Kursen systematisch unterstützt und der Transfererfolg ermittelt.</p><p>5. Das Ausbildungsangebot des EPA unterliegt einem systematischen Qualitätscontrolling. Jeder EPA-Kurs wird evaluiert und von den Teilnehmenden am Ende bewertet. Verbesserungsvorschläge werden vom EPA mit den Referierenden besprochen und eingearbeitet. Treffen die Referierenden die Erwartungen der Kursteilnehmenden nicht, werden sie ausgewechselt.</p><p>6. Die Weiterbildung muss bedarfsgerecht erfolgen und der Lerntransfer am Arbeitsplatz aktiv durch die Vorgesetzten unterstützt werden. Das erwähnte Bildungscontrolling wird über die zweckmässige Verwendung sämtlicher Schulungskredite Auskunft geben.</p>  Antwort des Bundesrates.