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11 Mai 2013 09:56 - 11 Mai 2013 10:00#255 von Susanne Zobl-Ruh
Hallo Bach-Freunde
In der NZZ vom 5.3.13 hat Thomas Schacher die Einspielung einer Frühfassung der h-Moll Messe besprochen (s. Anhang. Wer hat die Aufnahme gehört und was meint er dazu? Carlos Mena, Altus, ist ja kein Unbekannter.Ob die BWV 232 Nummer dazu noch richtig ist?
pdf des NZZ-Artikels folgt
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Letzte Änderung: 11 Mai 2013 10:00 von Susanne Zobl-Ruh.
Deine Schlussbemerkung lässt ja einiges erahnen! Du willst damit sagen, dass die h-Moll Messe in dieser Interpretation kaum wiederzuerkennen ist? Die Aufnahme kenne ich noch nicht, aber Du machst mich neugierig!
Bach-Interpretenkenner wundern sich nicht:
Beim Bestellen der besprochenen CD von Pichon(erschienen 21.9.2012) bin ich auf eine Aufnahme des Altmeisters Harnoncourt gestossen: Concentus musicus Wien, Egmond, Max van, Equiluz, Kurt, Hansmann, Rotraud, Harnoncourt, Nikolaus, Iiyama, Emiko, Watts, Helen, Wiener Sängerknaben, Bach, Johann Sebastian - Messe (1733)erschienen 24.7.2009!
Wer die Wahl hat...
Ich habe eine allgemeine Frage zur Aufführungspraxis der h- Moll Messe.
Viele Aufführungen und Einspielungen sind in deutscher Aussprache.
Jetzt habe ich von der Auffassung gehört, die h- Moll Messe sei vermutlich von italienischen
Musikern uraufgeführt worden, daher in italienischer Aussprache ("anjus däi", "vänit"..)
Welche Aufnahmen in welcher Aussprache sind Ihnen bekannt?
Von einer Erstaufführung durch italienische Musiker habe ich nirgends etwas gefunden. Interessant. Woher ist diese Vermutung?
Blankenburg (Einführung in Bach h-Moll Messe) erwähnt, dass Zelter in Berlin 1812 das ganze Werk vermutlich nicht öffentlich musiziert hat. C.Ph.E.Bach 1786 das Credo. J.S.Bach hat selber nie eine Gesamtaufführung gehört. Da war sicher "deutsches" Latein zu hören, was nach Langenscheidt/Wikipedia etc. heisst, dass gn artikuliert ng wird plus n, also lateinisch angnus, kurze Vokale offen, lange Vokale geschlossen und Diphthonge wie ei gelten als lang, also äi resp. Dèi. Konzertante Aufführungen von Messen, nicht nur Bachs, durch französisch, italienisch etc. sprechende Interpreten werden häufig diesen Sprachen angeglichen (frz. Ấgnüs. In Aufnahmen bemühen sich die Meisten dt. Latein oder das gängige kath. Messelatein zu verwenden, das viele geschlossene Vokale kennt (Déi nicht Dèi. Der künstlerische Leiter bestimmt oft, wie ausgesprochen werden soll, dies meine Erfahrung.
Habe heute mal mit meinem Nachbarn, em. Professor an der Hochschule für Musik und Theater, Hamburg über das interessante Thema gesprochen. Er meint, daß es ja wohl darauf ankommt, wie Bach Latein gesprochen hat. Bekanntermaßen besuchte er die Lateinschule in Ohrdruf. Komponiert wurde die h-Moll-Messe in Leipzig, wo Bach vermutlich den dort herrschenden sächsischen Tonfall angenommen hatte. Wie Latein auf sächsisch klingt, konnte er allerdings auch nicht sagen. Die heutigen Thomaner singen "deutsches" Latein. Wie es zu Bachs Zeiten klang, kann man nur vermuten.