Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03196.jsonl.gz/2401

Die ökologischen und tierschützerischen Vorschriften sind in den vergangenen 20 Jahren ständig verschärft worden. So muss zum Beispiel den Milchkühen Zugang zum Freien gewährt werden und die Liegeplätze müssen eine gewisse Grösse aufweisen. Kälber dürfen nicht mehr angebunden werden und Schweine dürfen nicht mehr auf Vollspaltenböden gehalten werden.
Laufend werden neue Anpassungen vorgenommen: So ist in der Schweiz seit 2009 die betäubungslose Kastration bei Ferkeln verboten. Im Bereich der Rindviehhaltung müssen ab 2013 alle Kälber Zugang zu rohfaserreichem Futter wie Heu, Gras oder Maiswürfel haben.
Im Pflanzenbau sind chemische Mittel eingeschränkt oder gar nicht mehr erlaubt, Monokulturen mussten durch eine geregelte Fruchtfolge ersetzt werden und ein Teil der bewirtschafteten Fläche muss extensiviert werden. Für die Bauern bedeuteten diese Richtungsänderung bei den Vorschriften Mehrkosten und Mehrarbeit.
In der gleichen Zeitspanne sind die Produzentenpreise markant zurückgegangen. Erhielt ein Bauer im Jahr 1993 für einen Liter Milch noch mehr als einen Franken, so waren es im Jahr 2006 gerade noch um die 70 Rappen und im Jahr 2011 durchschnittlich knapp 62 Rappen.
Die Wünsche und Vorstellungen der Bauern und der Naturschützer beziehungsweise der Tierschützer gehen oftmals auseinander. Hier geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen zu finden. Um die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen zu können, erhalten die Landwirte für spezifische Projetke, wie besonders tierfreundliche Haltung (BTS) oder besonders ökologische Bewirtschaftungsweisen, Direktzahlungen vom Bund.