Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03631.jsonl.gz/836

Die Löwenburg befindet sich auf einem 3 km2 großen Plateau am Südufer der Lucelle. Die prähistorische Bedeutung der Fundstelle liegt in einem Mergel-Kalkstein-Aufschluss aus dem Kimmeridgium, der einen Feuerstein von guter Qualität enthält und von mehreren menschlichen Gruppen genutzt wurde.
Die älteste Besiedlung ist die Station Neumühlefeld 3, die in das Mittelpaläolithikum datiert wird und mehrere hundert Feuersteinartefakte lieferte. Das Material lässt sich einem Moustérien zuordnen, das durch eine umfangreiche Levallois-Bearbeitung gekennzeichnet ist, in der zahlreiche Schaber vorkommen (siehe nebenstehende Tafel).
Das Vorhandensein zahlreicher Artefakte mit einer Retusche auf der Unterseite veranlasste die Autoren dazu, diese Serie mit der sogenannten Ferrassie-Gruppe des östlichen Typs in Verbindung zu bringen. Das geringe Verhältnis von Werkzeugen zu Nukleus (weniger als zwei zu eins) ist ein Hinweis auf den "Export" eines erheblichen Teils der gewonnenen Produkte. Es wurde vorgeschlagen, diese Fundstelle auf ein Alter von etwa 50.000 Jahren zu datieren.
Einige Jahrtausende später kamen neue Menschengruppen, um den örtlichen Feuerstein zu nutzen. Zeugen finden sich in zwei Konzentrationen von mehr als 5000 Artefakten (die Fundstellen Ziegelacker und Niederfeld 2), die aufgrund der zahlreichen Nukleusfunde als Schleifereien interpretiert werden.
Die Entdeckung von Spitzen mit gebogenem Rücken sowie von Schabern und Meißeln ermöglicht es, diese Serien einer epipaläolithischen Tradition zuzuordnen (Azilien des Jura, obige Tafel), die auf das 12. bis 11. Jahrtausend v. Chr. datiert wird. Eine strenge Auswahl der qualitativ sehr guten Abschläge wurde durch Tests (Zerteilen einiger Splitter) getroffen, die es ermöglichten, die für den Schliff ungeeigneten Blöcke auszuschließen.
Die letzte prähistorische Besiedlung der Stätte wird auf das Mittelneolithikum im 4. Jahrtausend v. Chr. datiert. Der Abbau von Feuerstein wird "industriell" mit der Eröffnung einer richtigen Mine an der Böschung.
Ruinen der mittelalterlichen Burg mit den Überresten des Bergfrieds aus dem 13. Ruinen der mittelalterlichen Burg mit insbesondere den Resten des Bergfrieds aus dem 13.
Die Besiedlung wird im 10. Jh. mit dem Bau einer Holzburg wieder aufgenommen. Die ersten steinernen Elemente stammen erst aus dem späten 12. Ein hoher Wohnturm und ein kleiner Bergfried wurden in der Mitte des folgenden Jahrhunderts hinzugefügt. Die feudale Burg wurde aufgegeben, als das Gebiet 1526 von der Abtei von Lucelle erworben wurde. Diese ließ ab 1585 einen befestigten Betrieb errichten, der aus einem Wohngebäude, einer Kapelle, einem Zugangsturm und landwirtschaftlichen Flächen bestand.