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| Gerontius (geschrieben um 440) - Das Leben der heiligen Melania (Vita Melaniae)

40.
Nachdem ihre Frömmigkeit reiche Nahrung gefunden hatte, kehrten die Seligen nach Jerusalem zurück und dienten unermüdlich und mit allem Eifer unserem Herrn Jesu Christo, doch erkrankten beide durch das ungünstige Wetter. Die Selige fand auf dem Ölberg ihre Zelle, die ihre heilige Mutter hatte bauen lassen, fertig vor und schloss sich darein nach dem Tage der heiligen Erscheinung des Herrn, sass daselbst in Sack und Asche ohne mit jemand zu sprechen, ausgenommen ihre hochheilige Mutter und ihren geistlichen Bruder und sogar mit diesen nur an bestimmten Tagen. Auch wurde sie besucht von ihrer Base, der heiligen Jungfrau Paula,1 die von der Heiligen den Weg aller Gebote Gottes gelehrt und von Eitelkeit und Stolz des römischen Lebens zu tiefer Demut geführt worden war. Die Selige liess sich nur von einer Jungfrau bedienen: diese hat uns oft beteuert: "Wenn wir um die Zeit der heiligen Ostern, da die Selige nun endlich die ganz unglaublich enge Zelle verliess, den Busssack, worauf sie geschlafen hatte, zu schütteln begannen, da fielen grosse Würmer heraus." So kasteite sich die Selige während vierzehn Jahren.
1: Deutlicher gesagt: Kusine; sie war bedeutend jünger als Melania. Es handelt sich um die jüngere Paula, die Enkelin der bekannten gleichnamigen Freundin des Kirchenlehrers Hieronymus.