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Student works on Hong Kong
Hong Kong befindet sich in einem Prozess der Neuorientierung. Mit der Übergabe an China verändert sich Hong Kong von einer westlichen Exklave zu einem von China kontrollierten Handelszentrum. Als Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs im Pearl River Delta fällt Hong Kong dabei die Rolle zu, als Tor zu einer der am stärksten wachsenden Regionen der Welt zu fungieren. Bildlich gesprochen schaut die Stadt denn auch nicht mehr primär aufs weite Meer hinaus, sondern - um 180 Grad gedreht - aufs chinesische Festland. Die ausschliesslich globale Ausrichtung der Stadt wird um einen starken regionalen Bezug ergänzt.
Die regionale Vernetzung geschieht über die noch immer existierende Grenze zu China hinweg. Die Grenzsituation hat sich dadurch jedoch grundlegend verändert. Während früher die Bewegungen über die Grenze sehr gering und einseitig waren, findet heute ein reger Austausch statt. Es stehen sich nicht mehr zwei Länder gegenüber, sondern eine „Special Economic Zone“ der Volksrepublik China und eine viel unabhängigere „Special Administation Region“, die ebenfalls zu China gehört. Und so ist denn auch das Verhältnis an der Grenze ein ungleiches: Über die Macht, zu bestimmen, wie durchlässig oder dicht die Grenze ist, verfügt ausschliesslich Peking, nicht Hong Kong – wir sprechen von einer asymmetrischen Grenzsituation.
Diese neue Konstellation hat unmittelbare Folgen für die Wirtschaft von Hong Kong. Die Produktion verlagert sich ins Pearl River Delta, Hong Kong wird tertiarisiert. Die Volksrepublik China wächst inzwischen viel stärker (9.1 %) als Hong Kong (4%). Die drastische Verlangsamung des Wachstums kommt in der subjektiven Wahrnehmung der legendären Wirtschaftsmetropole einem Stillstand, wenn nicht einem Rückschritt gleich - Hong Kongs Wirtschaft erfährt eine Konsolidierung.
Die Fragen, die wir uns im Rahmen dieses Semesters stellen, verfolgen das Ziel, die Neuorientierung und Transformation Hong Kongs in ihrem Wesen zu erfassen und im Sinne einer Momentaufnahme zur Darstellung zu bringen. Konkret werden wir uns mit fünf Themenbereichen beschäftigen:
1. Infrastructure
2. Surface
3. Border
4. Housing
5. Production