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Die Tennessee Valley Authority (TVA) ist ein Staatsunternehmen und Energieversorger in den USA, der unter anderem mehrere konventionelle Kernreaktoren betreibt. Um sich auf die Energiezukunft mit Netto-Null-Kohlenstoffemissionen vorzubereiten, evaluiert das Unternehmen mehrere Technologie wie Kohlenstoffabscheidung, innovative Energiespeicher und auch die fortschrittliche Kernkraft.
Jeff Lyash, Präsident und Vorstandsvorsitzender von TVA, äussert sich zu den Bestrebungen: «Das Erreichen einer kohlenstofffreien Energiezukunft ist eine gemeinsame vorrangige Aufgabe, und TVA entwickelt ein vielfältiges Portfolio sauberer Energiequellen – wie fortgeschrittene Nukleartechnologien –, die zur Bewältigung dieser Herausforderung beitragen werden.»
Finanzielles Risiko beim Evaluieren neuer Nukleartechnologien beschränken
Gemäss Faktenblatt «TVA’s New Nuclear Program» will TVA bis zu USD 200 Mio. investieren, «um Optionen für fortschrittliche Reaktor-Technologien zu untersuchen, die in Zukunft auf dem firmeneigenen Clinch-River-Gelände und an anderen potenziellen Standorten eingesetzt werden könnten, um den zukünftigen Systemanforderungen des Unternehmens Rechnung zu tragen».
TVA betont, dass das Nuklearprogramm ein klar durchdachter, systematischer «Fahrplan» zum Erkunden fortgeschrittener Nukleartechnologien und potenzieller Standorte sei», und es enthalte somit auch eine Risikostrategie. Um die finanziellen und technischen Risiken zu verteilen – die es bei der Entwicklung neuer, innovativer Lösungen gebe – koordiniere das Programm auch die Zusammenarbeit von TVA mit anderen Versorgungsunternehmen, Regierungsbehörden, Forschungseinrichtungen und Organisationen im Bereich fortschrittlicher Nukleartechnologien.
Zudem seien auch Entscheidungskriterien vorhanden, die es TVA ermögliche, sich von Plänen oder Projekten zurückzuziehen, wenn diese nicht mehr durchführbar seien oder nicht im besten Interesse der Region liegen würden, so TVA. Dennoch gibt sich Lyash optimistisch: «Die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie wird es der TVA ermöglichen, bei der Entwicklung innovativer, kosteneffizienter Technologien schneller voranzukommen.»
Antrag zur Baugenehmigung für Leichtwasser-SMR auf Clinch-River-Gelände
Als eine der ersten Aufgaben will TVA bei der Nuclear Regulatory Commission (NRC) einen Antrag auf eine kombinierte Bau- und Betriebsbewilligung (Combined License, COL) stellen. Dies für einen SMR auf dem firmeneigenen Clinch-River-Gelände in der Nähe von Oak Ridge, im amerikanischen Bundesstaat Tennessee. Im Dezember 2019 hat Clinch River als bisher einziger Standort von der NRC eine frühzeitige Standortbewilligung (Early Site Permit, ESP) für einen SMR erhalten, mit der das Bewilligungsverfahren beschleunigt werden kann.
Lyash liess durchblicken, dass ein Leichtwasser-SMR am erfolgversprechendsten ist: «Wir werden zwar weiterhin alle verschiedenen vorgeschlagenen SMR-Konzepte unterstützen und prüfen, sind aber der Ansicht, dass Konzepte für Leichtwasser-SMRs – die eng mit der aktuellen Generation der grossen TVA-Kernkraftwerke verwandt sind – ausgereifter und näher an einer kommerziellen Nutzung innerhalb des nächsten Jahrzehnts sind.» Man sei mit dem Reaktorhersteller GE Hitachi bereits im Gespräch, um deren Konzept des Leichtwasser-SMR BWRX-300 zu unterstützen. Dies helfe TVA dabei, eine zukünftige Entscheidung über einen möglichen Einsatz zu treffen. Aktuell sei aber noch kein endgültiger Entscheid zur SMR-Auslegung getroffen.
Quelle
B.G. nach TVA, Medienmitteilung, 10. Februar 2022 und nach NRC, Medienmitteilung, 17. Dezember 2019
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