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Viele Geschichten ranken sich um die Entstehung des Poker Spieles und seiner Varianten, wie wir sie heute kennen. Im 19. Jahrhundert brachten Einwanderer Europäische Varianten des Spieles mit nach Amerika. Als wichtigste Vorläufer werden das deutsche „Poch“ und das französische „ Poque“ angesehen. Der Name „Poker“ tauchte das erste Mal 1836 nachgewiesener Weise auf. Draw Poker mit einem Paket (Deck) zu 52 Karten und der Einführung von Flush und Straight wurde ab Mitte des 19.Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten mit relativ einheitlichem Regelwerk gespielt und ist somit als älteste der heute gängigen Varianten zu betrachten. Der Name dieser Pokerspiele leitet sich von der Möglichkeit ab, Karten weg zu legen und neue zu „ziehen“(engl. to Poker draw). Nicht zu verwechseln mit einem „Draw“ als Ausdruck in der Sprache der Pokerspieler, wenn ein Blatt unvollständig ist und der Spieler auf einen „Draw“ weiter in der Hand bleibt. Z.B.: vier Karten in der Kartenfarbe Herz, mit dem fünften Herz wäre der Flush vollständig. Sprechen wir nun über besonders bekannte Varianten:
Five Card Draw
Während des Amerikanischen Bürgerkrieges erfreute sich die Möglichkeit Karten tauschen zu können immer größerer Beliebtheit. Aus vielen Wild West Filmen sind die Szenen im Saloon in denen Poker gespielt wird nicht wegzudenken. Dabei wurde, wenn von Poker die Rede war, meist von Five Card Draw gesprochen.
Spielablauf
Geben der Karten und erste Wettrunde
Der Geber „Dealer„ wird ausgelost, bzw. im Casino die Position des „fiktiven“ Dealers, da die Karten vom Croupier geteilt werden. Vor Beginn eines Spieles zahlt jeder Spieler den festgelegten Grundeinsatz, das Ante, in den Pot. Dann erhält jeder Spieler fünf Karten einzeln und verdeckt.
Danach folgt die erste Wettrunde:
Der Spieler zur Linken des Gebers setzt die erste Aktion, er darf „sprechen“ das heisst:
- Checken h. keinen Einsatz tätigen oder
- anspielen(bet), d. h. innerhalb der definierten Grenzen (Limits) einen Einsatz in den Pot setzen
Sobald jedoch ein Spieler gesetzt hat, können die folgenden Spieler nur mehr entweder
- mitgehen (callen) und denselben Betrag in den Pot einzahlen, oder
- erhöhen(raise) und einen höheren Einsatz als der vorhergehende Spieler tätigen, oder
- aussteigen(fold auch passen) – und seine Karten verdeckt ablegen
Falls ein oder mehrere Spieler gesetzt haben, wird die Wettrunde solange fortgesetzt, bis alle Spieler entweder
- den Einsatz bezahlt haben oder
- aus dem Spiel ausgestiegen sind.
Gewöhnlich darf in einer Wettrunde maximal dreimal geraist werden.
Kartentausch und zweite Wettrunde
Nach der ersten Wettrunde können nun Karten getauscht werden (Draw). Die Spieler legen die Karten, welche nicht in ihre Hand passen verdeckt ab und erhalten danach die gleiche Anzahl Karten vom Dealer.
Auch die Anzahl der Karten die getauscht werden dürfen, variieren manchmal, üblich ist eine Obergrenze von vier Karten. (tauscht der Spieler vier Karten, werden diese nicht in einem Zug ausgeteilt, z.B.: eine Karte, dann die Draws der anderen Spieler und als abschliessender Draw die drei weiteren Karten)
Danach folgt die zweite Wettrunde:
Der Spieler mit dem letzten bet oder raise setzt die erste Aktion. Die weiteren Aktionen erfolgen analog zur ersten Wettrunde. Falls alle Spieler nach einem bet oder einer Erhöhung aus dem Spiel aussteigen, gewinnt der Spieler der diese Aktion gesetzt hat, den Pot.
Showdown
Sollten nach dem Ende der zweiten Einsatzrunde zwei oder mehr Spieler noch im Spiel sein, folgt der Showdown: die Spieler decken ihre Karten auf und der Dealer stellt den Wert der Hand fest. Der Spieler mit der höchsten Hand gewinnt den Pot. Bei gleichwertigen Händen wird der Pot geteilt (Splitpot). Das Aufdecken der Karten erfolgt in derselben Reihenfolge wie die Aktionen der zweiten Wettrunde.
Manchmal wird Five Card Draw auch mit 53 Karten gespielt. Bei diesen Varianten wird noch ein Joker in das Deck gegeben. Auch wie dieser Joker einzusetzen ist, wird unterschiedlich gehandhabt. z.B: nur zur Vervollständigung eines Straight oder eines Flush. Falls der Joker als beliebige Karte eingesetzt werden kann, sind fünf Gleiche die höchste Kartenkombination und besser als ein Straight Flush.
Triple Draw
Triple Draw ist eine Five Card Stud Variante und wird meist mit fixed limit Strukturen und sehr oft als «Lowball» (die niedrigste Hand gewinnt) gespielt. Anders als bei Five Card Draw gibt es drei Tausch und Wettrunden. Wir stellen Euch zwei bekannte und beliebte Varianten vor:
A-5 Triple Draw
Wert der Hände: Es werden weder Straight noch Flush gewertet. Die Asse sind die niedrigsten Karten. Die niedrigste -also für dieses Spiel beste- Hand ist: A,2,3,4,5.
2-7 Triple Draw
Wert der Hände: Straight und Flush werden gewertet. Die Asse sind immer die höchsten Karten. Daher ist bei 2-7 Triple Draw 2,3,4,5,7 in mindestens zwei unterschiedlichen Farben die beste Kartenkombination. Wird 2-7 Triple Draw mit nur einer Tauschrunde gespielt, dann zumeist als No-Limit Variante. Dieses Spiel ist auch als «Kansas City Lowball» bekannt und war bis vor einigen Jahren bei der WSOP als Turnier mit Rebuys (nochmaliges Einkaufen ins Turnier) ein besonders spektakulärer Event.
Badugi
Badugi wird üblicherweise auch als Triple Draw Variante gespielt. Anders als bei den meisten Pokerarten erhält der Spieler nur vier Karten. Auch Badugi wird als Low Ball gespielt, die ersten Einsätze werden als Blinds gebracht.
Wert der Hände: Es zählen nur Karten unterschiedlicher Farbe und unterschiedlichen Wertes. Hat der Spieler ein Paar in der Hand, wird diese Karte gestrichen, ebenso wie bei gleicher Farbe eine Karte nicht zur Wertung herangezogen wird. Es gewinnt immer die Hand, die aus mehr Karten besteht. Das heisst also, dass A,2,3,4 in vier unterschiedlichen Farben (Pik, Herz, Karo und Kreuz) die beste Badugi Hand ist.
Beispiele:
Hand 1: 8,7,6,3 gegen Hand 2: T,3,2,A beide Hände in vier unterschiedlichen Farben. Hand 1 gewinnt, da die 8 niedriger als die T ist.
Hand 3: Karo 4, Pik 3, Herz Ass, Kreuz Ass gegen Hand 4: Pik Dame, Herz Bube, Kreuz 9,Karo 5
Hand 4 gewinnt, da bei Hand 3 ein Ass gestrichen wird und die Hand somit nur mehr aus drei Karten besteht.
Fazit
Die Draw Poker Varianten sind allgemein sehr Psychologie lastig und setzen viel Erfahrung voraus. Je spezieller die Varianten werden, desto mehr ist darauf zu achten, dass ein Grossteil der Spieler, die dieses Spiel bevorzugen, diese Variante auch sehr gut, kennen und oft spielen. Falls Ihr eine Poker Art gefunden habt, die Euch besondere zusagt, beginnt an Tischen mit geringen Einsätzen.
In den nächsten Blogs mehr über Poker! Nutzt die vielen neuen Spiele auf casino777.ch und bleibt neugierig.