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Biotope von nationaler Bedeutung
Viele ehemals verbreitete Lebensräume existieren nur noch in stark reduzierter Ausdehnung. Um die Vielfalt der Lebensräume und darin vorkommende seltene und bedrohte Arten zu erhalten, sind Auen, Moore, Amphibienlaichgebiete sowie Trockenwiesen und -weiden durch nationale Biotop-Inventare geschützt.
Lebensräume werden von speziellen Arten bewohnt, welche an die dort herrschenden Bedingungen angepasst sind. Verändert sich die Qualität des Standorts, droht der Verlust dieser spezialisierten Arten. Übrig bleiben die weit verbreiteten «Generalisten», und es wandern neue Arten ein. Der ursprüngliche Lebensraum und die damit verbundenen spezifischen Arten verschwinden, Funktionen des Ökosystems gehen verloren.
Breits für den Zeitraum zwischen 2001 (Erhebung 1997-2001) und 2006 (Erhebung 2002-2006) wurde festgestellt, dass fast ein Drittel der Moore trockener, nährstoffreicher und lichtärmer geworden ist. Generell scheinen sich diese negativen Veränderungen weiterhin bis 2017 (Erhebung 2011-2017) fortzusetzen.
Die mittlere Nährstoffzahl nahm vor allem in den Hochmooren weiter zu. Die Ursachen hierfür liegen in der weiterhin aktiven Entwässerung vieler Hochmoore. In trockenen Torfböden wird Torf abgebaut und Nährstoffe freigesetzt, Pflanzen mit einem höheren Nährstoffbedarf siedeln sich an. Darüber hinaus haben die Stickstoffeinträge aus der Luft eine unerwünschte Überdüngung der Sümpfe zur Folge. Bei den Flachmooren wurde keine generelle signifikante Zunahme nachgewiesen. Die TWW-Flächen wurden auch nährstoffreicher.
Bei der Feuchtezahl beobachteten wir in fast allen Moortypen signifikant sinkende Feuchtezahlen. Diese werden also nach wie vor trockener. Im Gegensatz dazu sind TWW-Flächen seit 2006 feuchter geworden (Erhebung 1998-2006), was eine negative Entwicklung für diese Umgebungen darstellt. Ähnliche Verhältnisse gelten für die Lichtzahl die fast überall abnahm und damit auf eine generelle Entwicklung hin zu schattigeren und dichteren Beständen hinweist.
- Verwandte Indikatoren
- Ausgewiesene Gebiete für Biodiversität
Um Vegetationsveränderungen in den Hoch- und Flachmooren, TWW und Auen von nationaler Bedeutung nachweisen zu können, wurden aus den entsprechenden Inventaren gewichtete Zufallsstichproben so gezogen, dass die (biogeografischen) Regionen der Schweiz, die Vegetationstypen, die verschiedenen Grössen der Objekte und die verschiedenen Höhenlagen vertreten sind.
Um bereits nach Abschluss der WBS-Ersterhebung Aussagen zu Veränderungen in Mooren und TWW machen zu können, wurden in der WBS früher erhobene Vegetationsdaten aus vielen der ausgewählten Objekten wiederholt. Bei den Mooren waren dies in 130 der 255 Moorobjekte der Fall (767 Plots in früher erhobenen sogenannten Einheitsflächen der Wirkungskontrolle Moorschutz, davon 539 Einheitsflächen in Flachmooren und 192 in Hochmooren). Bei den TWW wurden 591 sogenannte "Testflächen" (TFA), die bereits im Rahmen der Inventarisierung der TWW erstmals erhoben wurden, wiederholt.
Auf den kartierten Flächen wurde im Feld das Vorkommen von Pflanzenarten sowie deren Deckungsgrad bestimmt. Für jede Art existieren ökologische Zeigerwerte, die angeben, wie stark die Art in ihrem Vorkommen auf bestimmte Umweltbedingungen eingeschränkt ist (Feuchtigkeit, Nährstoffe etc.). Aus den Mittelwerten der ökologischen Zeigerwerte werden die Nährstoffverhältnisse in den jeweiligen Moorobjekten hergeleitet.
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