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Er konnte sich die Nominierung als Präsidentschaftskandidat doch nicht kaufen: Mike Bloomberg scheidet aus dem Rennen der Demokraten aus – doch sein Geld wird weiter eine zentrale Rolle spielen.
Das war wohl die schlechteste Investition des Geschäftsmanns Michael Bloomberg: In nur drei Monaten gab er 500 Millionen Dollar seines Vermögens aus, um am « Super Tuesday » in den demokratischen Vorwahlen zu triumphieren – und heraus sprang ein einziger mickriger Sieg: im US-Aussengebiet Amerikanisch-Samoa. Am Mittwoch dann zog er die Konsequenzen: Bloomberg scheidet aus dem Rennen aus.
In fast jedem Bundesstaat enttäuschte der Multimilliardär, der mit der Macht des Geldes die Regeln der US-Vorwahlen aushebeln wollte. Drei Monate, 500 Millionen Dollar – und kein einziger Sieg, der zählt.
Über den 78-jährigen Medienmogul bricht nun eine Menge Schadenfreude herein. Für die Begriffe vieler Demokraten wollte er sich die Nominierung einfach kaufen. Bloomberg schaltete mehr Werbung als die gesamte Konkurrenz, er zahlte bessere Löhne, bei seinen Wahlkampfauftritten gab es Schnittchen.
Doch neben der Werbefigur Bloomberg gab es auch den real existierenden Kandidaten – der für Teile der Wählerschaft wegen Rassismus- und Sexismusvorwürfen unwählbar war und der in den beiden TV-Debatten, in denen er im Februar auftrat, Angriffe nicht souverän parierte.
Allein in Minnesota gab Bloomberg 13 Millionen Dollar für Werbung aus – und holte mit 62'000 Stimmen einen Anteil von gerade einmal 8.3 Prozent. Das macht 220 Dollar pro Wählerstimme.
Der frühere New Yorker Bürgermeister hatte eine unkonventionelle Strategie verfolgt: Er setzte die frühen Vorwahlstaaten aus und wollte am «Super Tuesday» die Konkurrenz mit einem Schlag überholen. Dabei setzte er auf die Südstaaten und darauf, die dortigen schwarzen Wähler zu überzeugen, in erster Linie mit dem Argument, er habe die finanziellen Mittel, Donald Trump zu schlagen. Doch das ging nicht auf.
Und doch werden Bloombergs Geld und wohl auch Teile von Bloombergs Strategie im Rennen bleiben. Der Medienmogul, dessen Vermögen auf gut 60 Milliarden Dollar geschätzt wird, hatte bereits zuvor angekündigt, er würde auch andere Demokraten unterstützen, wenn diese sich die Nominierung der Partei sichern.
Am Mittwoch wurde er konkret. Er kündigte an, Joe Biden habe die besten Chancen, Trump zu besiegen, deshalb werde er nun ihn unterstützen. Und wenn Bloomberg von Unterstützung spricht, meint er das vor allem im finanziellen Sinn.
Biden zeigte umgehend offen dafür. Er liess twittern, es gehe bei der Wahl darum, Donald Trump zu schlagen. «Und mit Deiner Hilfe schaffen wir das.» Für Biden, der nun in einen giftigen Zweikampf mit Bernie Sanders startet , wäre Bloombergs Hilfe ein gewaltiger Vorteil.
Dieser hatte seinem Heer an Wahlkämpfern – auch das anders als die Konkurrenz – Verträge bis zum Wahltag im November gegeben. Es ist denkbar, dass er einen Teil von ihnen nun für Biden arbeiten lassen wird.
Bloomberg hatte gestandene Profis versammelt, die vor allem im Internet-Wahlkampf Standards setzten: Während die Fernsehspots Bloomberg positiv dastehen liessen, zeigten die Clips auf Facebook heftige Attacken gegen Donald Trump. Dabei zeigte Bloomberg eine Bereitschaft zur Schamlosigkeit, die ihn von den Konkurrenten abhob .
Das ist wichtig, weil nur Bloomberg mit Trump beim Einsatz der Wahlwerbung auf Facebook und Co. mithalten konnte. Das Wahlkampfteam des Präsidenten ist dabei führend, während es insbesondere Bidens Mannschaft dort an Knowhow und Mitteln mangelt. Es ist also gut möglich, dass auch nach Bloombergs Ausstieg seine Millionen eine zentrale Rolle im US-Wahlkampf spielen.
Verwendete Quellen: