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Geophysikalische Prospektion 2016 (25.-27.04.2016)
Die auf dem Luftbild und - je nach nach Lichtverhältnissen auch vom Boden aus - gut erkennbaren Gelände-Anomalien in der unmittelbaren Umgebung der Kapelle St. Gilles bewogen uns, Christian Hübner (GGH Solutions in Geosciences, Freiburg i. Br.) mit der geophysikalischen Untersuchung des fraglichen Areals zu beauftragen.
Dabei wurden - nicht ganz unerwartet - die Fundamentmauern der vor 1132 errichteten und 1632 von den Schweden zerstörten Kirche St. Julien entdeckt. Die im Bereich der Kapelle beobachten Mauerschuttkonzentrationen stammen wahrscheinlich ebenfalls von der Kirche St. Julien. Die anderen Mauerzüge vor der Kapelle St. Gilles könnten zu einer frühmittelalterlichen Vorgängerkirche und/oder zu römischen Gebäuden (Tempel? villa rustica?) gehören.
Am Ostrand des in etwa West-Ost verlaufenden Sporns zeichneten sich im geophysikalischen Befund zudem der Grundriss eines rund 6 x 8 m grossen gemauerten Gebäudes sowie eine kreisförmige Struktur unbekannter Funktion und Zeitstellung ab (Sodbrunnen? Zisterne? Kultschacht?).
Bei den kleineren Anomalien im Umfeld der Kapelle St. Gilles dürfte es sich wohl um mittelalterliche und frühneuzeitliche Bestattungen aus der Zeit vor 1632 handeln. Dafür sprechen einerseits die Archivquellen - bei der Kirche St. Julien handelte es sich um die Pfarrkirche des 1632 zerstörten und in der Folge abgegangenen Dorfes Courtemblin - andererseits auch Funde von menschlichen Skelettresten beim Ausheben eines (auch auf dem DOM-Modell erkennbaren) Schützengrabens anlässlich der Grenzbesetzung im Jahr 1914: „Des soldat, qui creusaient des tranchées à proximité [de la chapelle] ont trouvés des crânes“.
Auf der Colline de Paplemont wurden zudem geolektrische Tomogramme erstellt, welche wichtige Hinweise zur Oberflächengestalt des anstehenden Kalksteinfelsens sowie zur Mächtigkeit der darauf liegenden Sedimente lieferten.