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Der Oberste Gerichtshof der USA wies am 19. September die letzten Rechtsmittel und damit den Aufschub der Hinrichtung von Teresa Lewis zurück. Am gleichen Tag lehnte der Gouverneur des Bundesstaates Virginia das Gnadengesuch von Teresa Lewis ab. Er begründete seine Entscheidung folgendermassen: «Es wurden zahlreiche Tests durchgeführt, und keiner der zuständigen medizinischen Fachkräfte vertrat die Meinung, die geistigen Fähigkeiten von Teresa Lewis entsprächen der medizinischen oder gesetzlichen Definition einer geistigen Behinderung». Der Oberste Gerichtshof der USA hat im Jahre 2002 die Hinrichtung geistig behinderter Personen für verfassungswidrig erklärt. Der Gouverneur sah jedoch «keinen zwingenden Grund, eine Strafe aufzuheben, die vom zuständigen Gericht verhängt und von sämtlichen Gerichten höherer Instanzen bestätigt worden ist».
Teresa Lewis wurde am 23. September um 20:55 Uhr in den Hinrichtungsraum gebracht. Um 21:13 wurde sie für tot erklärt. Sie starb als erste Frau seit fast hundert Jahren im Bundesstaat Virginia durch die Todesstrafe.
Am 30. Oktober 2002 haben Matthew Shallenberger und Rodney Fuller Julian Lewis und seinen volljährigen Sohn Charles Lewis in der gemeinsamen Wohnung der beiden erschossen. Am 15. Mai 2003 bekannte sich Teresa Lewis als Tatbeteiligte des Mordes schuldig. Die Staatsanwaltschaft machte geltend, Teresa Lewis habe die unmittelbaren Täter mit Geschenken, Sex und dem Versprechen, das Geld aus der Lebensversicherung mit ihnen zu teilen, zu dem Verbrechen angestiftet. Der Richter sprach Teresa Lewis als «Drahtzieherin» der Morde schuldig und verhängte gegen sie die Todesstrafe. Rodney Fuller und Matthew Shallenberger wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
Vor ihrem Schuldeingeständnis war Teresa Lewis von einem Psychologen untersucht worden, der einen Intelligenzquotienten von 72 ermittelt hatte, was darauf hindeutet, dass ihr geistiges Leistungsvermögen «an der Grenze zur geistigen Behinderung» liegt. Nach ihrer Verurteilung fanden weitere Untersuchungen statt, die zusätzliche Hinweise auf geistige Defizite erbrachten. Ein zweiter vom Staat bestellter Psychologe ermittelte bei Teresa Lewis einen Intelligenzquotienten von 70. Medizinische Sachverständige haben bei ihr eine «abhängige Persönlichkeitsstörung» diagnostiziert und festgestellt, dass sie vor der Tat regelmäßig bis hin zur Abhängigkeit Schmerzmittel eingenommen hat. Diese Erkenntnis begründet weitere Zweifel daran, dass Teresa Lewis als «Drahtzieherin» der Morde angesehen werden kann.
In diesem Jahr sind in den USA 39 Todesurteile vollstreckt worden, drei davon im Bundesstaat Virginia. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen im Jahr 1977 wurden in den USA 1227 Personen hingerichtet, davon 1215 Männer und 12 Frauen. 108 dieser Todesurteile wurden im Bundesstaat Virginia vollstreckt.