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von
Hans Lenzi
14. März 2019
09:00
Der jüdischstämmige Wiener Stefan Zweig hat unzählige Werke verfasst, zum Beispiel Biografien, Novellen, Erzählungen, Dramen, Romane und anderes mehr. Er war zu seiner Zeit einer der meistgelesen Autoren, und sein Schaffen wurde in viele Sprachen übersetzt. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus erfuhr das ein abruptes Ende. «Die Welt von Gestern – Erinnerungen eines Europäers» erschien posthum, 1944, nachdem Zweig – 1881 geboren – mit seiner zweiten Frau 1942 in Brasilien den Freitod wählte: Zu sehr fühlte sich der hochsensible Schriftsteller von der damaligen Weltenlage bedroht.
«Die Welt von Gestern» beschreibt jene Gelöstheit und Heiterkeit, wie sie damals in Wien und in Österreich vorherrschten, also vor dem ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit. Der im Grossbürgertum aufgewachsene, kultivierte und gebildete Intellektuelle erklärt seine Schulzeit, die vielen Kontakte zu Künstlern und Gebildeten. Ihm ist aber weniger an Enthüllungen über sich selbst gelegen, sondern er schreibt auf, was in wesentlichen Zügen jene Ära geprägt hat: Ein interessantes Buch mit vielen guten Beobachtungen. Zweig war im besten Sinne ein Weltbürger, viel gereist, vielsprachig, breit vernetzt. Die letzten Jahre verbrachte er aus verständlichen Gründen im Ausland.
Über den Autor
Stefan Zweig (*1881 in Wien, gestorben 1942 in Brasilien) studierte Germanistik und Romanistik und promovierte 1904 mit einer Arbeit über «Die Ursprünge des zeitgenössischen Frankreich» in Wien. 1940 erhielt er die britische Staatsbürgerschaft. Aber bald verliess er London aus Furcht, als «feindlicher Ausländer» interniert werden zu können. 1941 siedelte er nach Brasilien über.