Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/2133

Erst die von der J. R. Geigy in den 1950er-Jahren auf den Markt gebrachten synthetischen Mottengifte garantierten bei Wollgeweben einen dauernden Schutz vor Insektenfrass. Zusammen mit dieser Neuerung begann sich bei Settelen die Überzeugung durchzusetzen, dass trockener Hausrat, der in einen wirklich trockenen Raum eingebracht wird, nie zu «müffeln» beginnt. Was lag da näher, als Möbel in grossen, genormten Mehrwegkisten zu lagern? Personalknappheit und die laufende Perfektionierung der Flurfördermittel (Hubstapler, Palettwagen) veranlassten Settelen Mitte der 1960er-Jahre, mit der Palettierung des Möbellagers Ernst zu machen. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurden in eigener Regie im Spätherbst 1969 die ersten 60 Möbellagercontainer hergestellt. Bereits bis zum Jahresende belegten zehn Kunden die neuen Container. Obwohl Settelen als erste Firma der Schweiz und unseres Wissens als zweite Firma Europas dieses neue Möbellagersystem propagierte, stiess sie damit bei ihrer Kundschaft spontan auf einhellige Zustimmung. Bahnbrechend war, dass das Eigentum des Kunden an seinem Domizil und unter seiner Aufsicht inventarisiert und in den Container verpackt wurde. Dieser blieb bis zur Rücklieferung verschlossen. Mit dem Containerlagersystem warb Settelen seinen Berufskollegen - eigentlich ungewollt - Kunden ab. Dies führte dazu, dass, trotz wesentlich höherer Nutzungsziffer, der Raum wieder knapp zu werden drohte. In der Folge der Erdölkrise (1973/74), die für das Transport- und Garagengewerbe eine arge Zäsur bedeutete, entliess Settelen keine Mitarbeiter, sondern nutzte deren frühere Berufsausbildung. Man riss das Kabinenlager heraus und reorganisierte die Gebäude so, dass durchgehende, grosse Lagerflächen entstanden. 1975 war die Reorganisation abgeschlossen. Das 70-jährige, grundsolide Gebäude bot nun Raum für gut 500 Lagercontainer.