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Ödeme (Wassereinlagerung)
Fast alle Schwangeren haben abends das Gefühl schwerer Beine. Und etwa 40 % aller Frauen leiden während der letzten Schwangerschaftsmonate an deutlich geschwollenen Fussgelenken, Füssen und Händen. Die Schuhe sind zu eng, der Ring lässt sich nicht mehr vom Finger ziehen. Hierbei handelt es sich um Wassereinlagerungen (Ödeme), die vermutlich durch die Schwangerschaftshormone, durch vermehrt durchlässiges Gewebe und manchmal durch erhöhten Blutdruck verursacht werden. Auch die zusätzliche Flüssigkeitsmenge in Ihrem Kreislauf sowie der grössere Körperumfang, durch den besonders die unteren Gliedmassen belastet werden, tragen zu den Wassereinlagerungen bei. Die Schwellungen treten besonders bei heissem Wetter oder nach längerem Stehen auf, da sich dann die Körperflüssigkeit in den Beinen und Füssen ansammelt.
Schlimmstenfalls können Schwellungen der Hände, Füsse, Fuss- und Handgelenke sowie des Gesichts auch ein Hinweis auf einen chronisch erhöhten Blutdruck, eine Nierenfunktionsstörung und/oder Präeklampsie sein. Auch bei grossflächigen Schwellungen sollten Sie unbedingt mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin oder Ihrer Hebamme sprechen.
Aus diesem Grund ist es ratsam, nicht allzu lange im Sitzen oder Stehen in derselben Position zu verharren. Legen Sie so oft wie möglich die Füsse hoch, und machen Sie regelmässig Übungen, bei denen Sie die Füsse kreisen lassen. Das fördert die Durchblutung und lässt Schwellungen abklingen. Vermeiden Sie es, die Beine übereinander zu schlagen oder längere Zeit mit angewinkelten Beinen zu sitzen, wie zum Beispiel im Flugzeug oder im Auto. Sollten Sie dennoch eine Flugreise unternehmen, sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeitszufuhr, und stehen Sie regelmässig auf, um sich die Beine zu vertreten - mindestens einmal pro Stunde.
Tragen Sie flache Schuhe und Stützstrümpfe oder sogar Kompressionsstrümpfe. In der Apotheke wird man Sie hierzu gut beraten. Ihre Kleidung sollte locker anliegen und auf keinen Fall die Durchblutung der Beine behindern. Einschneidende Kniestrümpfe oder Socken sind tabu.
Essen Sie nach Möglichkeit keine allzu stark gesalzenen Nahrungsmittel. Andererseits ist aber nach heutigen Erkenntnissen von salzarmer Nahrung abzuraten. Entwässernde Massnahmen sind nur kurzfristig anzuwenden und bei fehlender Wirkung auf keinen Fall zu wiederholen: Gemüsesorten wie Lauch, Spargel und Salatgurken oder unter den Obstsorten vor allem Ananas schwemmen aus, auch Reis wirkt entwässernd. Versuchen Sie auch einmal Löwenzahn- oder Brennesseltee.
Häufige Frage zum Thema
Zwei Drittel aller Schwangeren bemerken bei warmem Wetter und abends, dass die Füsse schwerer und die Fesseln dicker sind und manchmal auch unangenehm kribbeln. Viele Frauen kaufen sich in der Schwangerschaft deshalb grössere Schuhe. Nicht nur an den Beinen machen sich nämlich die Wasseransammlungen...vollständige Antwort lesen
Newsticker
Schwere Beine gut gestützt | 07.07.2018
Die Behandlung mit „Stützstrümpfen“ gehört jetzt auch für Schwangere zwischen der 13. SSW und 8 Wochen nach der Geburt zur Grundversorgung (KVG) ohne Kostenbeteiligung, ohne Franchise und Selbstbehalt. Alle Schweizerischen Krankenkassen übernehmen pro Kalenderjahr die Kosten für zwei Paar medizinische Kompressionsstrümpfe der Klasse II und höher bei Vorliegen eines Arztrezepts. Auf das Rezept gehören Ihr Name und die Diagnose (Mutterschaft mit Schwangerschaftswoche vermerken!), sowie Stempel und Unterschrift des Arztes. Weiter wird genau definiert, welcher Strumpf verordnet wird (Strumpf, Kompressionsklasse). Die Wahl von Marke und Farbe sowie allfälligen Hafträndern ist Ihnen frei überlassen. Anziehhilfen werden nicht von der Grundversicherung gedeckt. Viele Zusatzversicherungen übernehmen jedoch einen Kostenanteil. Fragen Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse.
Letzte Aktualisierung : 04-05-16, BH