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<h2>SubmittedText<h2><p>Nachhaltigkeit im Finanzbereich wird immer wichtiger, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Laut der Bundesverwaltung ist diese Entwicklung eine Chance für den Schweizer Finanzplatz. Nachhaltige Finanzanlagen haben stark an Bedeutung gewonnen, sowohl in der Vermögensverwaltung und der Anlageberatung als auch bei Pensionskassen und Versicherungen. So haben sich in der Schweiz nachhaltige Finanzanlagen von 141,7 Milliarden Franken im Jahr 2015 auf über 1163 Milliarden Franken im Jahr 2019 vervielfacht. Die klassische Ausbildung der Führungskräfte sowie der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Finanzbranche beinhaltet derzeit aber keine Auseinandersetzung mit den Risiken des Klimawandels oder der nachhaltigen Entwicklung im weiteren Sinne. Es scheint deshalb ein Widerspruch zwischen den erklärten Absichten der Bundesverwaltung in diesem Bereich und den tatsächlichen Gegebenheiten in der Branche zu bestehen.</p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>- Welche Ausbildungen im Bereich nachhaltige Entwicklung gibt es heute in der Finanzbranche? Und an den Fachhochschulen der Branche (z. B. die Faculté des hautes études commerciales oder die Haute école de gestion)?</p><p>- Beabsichtigt der Bundesrat, die Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Risiken des Klimawandels und Umweltrisiken in Zusammenhang mit Investitionen und Krediten in der Finanzbranche auszuweiten?</p><p>- Ist im Lehrplan der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Finanzbranche eine Prüfung über nachhaltige Entwicklung vorgesehen?</p><p>- Gedenkt der Bundesrat, eine Vereinbarung mit der Branche zu erarbeiten, damit die Thematik der nachhaltigen Finanzen innerhalb des Ausbildungssystems etabliert werden kann?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Schweizer Finanzplatz bietet auf allen Bildungsstufen ein grosses Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Er kann zudem auf anerkannte Forschungsinstitute zählen. Die Organisationen der Arbeitswelt und die Unternehmen selber haben grosses Interesse an qualifizierten Fachkräften, die sich mit den neusten Entwicklungen auskennen und entsprechend handeln. Vor diesem Hintergrund werden seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Branche vermehrt Forschungsprojekte und praxisorientierte Weiterbildungen im Bereich Sustainable Finance durchgeführt.</p><p>Verschiedene Institutionen wie das Ausbildungszentrum für Finanzfachleute, Swiss Sustainable Finance oder das Institut Supérieur de Formation Bancaire (ISFB) bieten Weiterbildungen in den Bereichen Nachhaltigkeit oder nachhaltige Finanzanlagen an. Zudem organisieren verschiedene Finanzinstitute interne Weiterbildungskurse zu Sustainable Finance, um neue Marktchancen nutzen zu können. Auf Ebene der Hochschulen hat swissuniversities 2020 das Netzwerk Nachhaltigkeit geschaffen, welches die Verantwortlichen für nachhaltige Entwicklung aller Hochschulen vereint und Best Practices fördern und verbreiten soll. Die jüngsten Berichte des WWF ("Nachhaltige Entwicklung in den Wirtschaftswissenschaften 2020" und "Studienratgeber Wirtschaftswissenschaften 2020") beschreiben den aktuellen Stand in den wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungen an Schweizer Hochschulen und führen bestehende Studiengänge detailliert aus. So ist beispielsweise aus der Partnerschaft zwischen der Universität Zürich (Institute for Studies in Banking and Finance) und Sustainable Finance Geneva ein Programm in Sustainable Finance an der Universität Genf entstanden.</p><p>2./4. Der Bundesrat sieht in der nachhaltigen Finanzwirtschaft einen Vorteil für die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes. Er hat deshalb Massnahmen ergriffen, um die notwendigen Rahmenbedingungen für den Finanzsektor bereitzustellen. So hat er am 24. Juni 2020 den Bericht "Nachhaltigkeit im Finanzsektor Schweiz" und Richtlinien zum Thema nachhaltige Finanzen verabschiedet. Zu den geplanten Massnahmen gehört die Stärkung der Aus- und Weiterbildung im Bereich Umwelt/Nachhaltigkeit in den Finanzinstituten. Die Schweizerische Bankiervereinigung, Asset Management Association Switzerland, der Schweizerische Versicherungsverband und Swiss Sustainable Finance unterstützen die Absicht des Bundesrats, optimale Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigeren Finanzplatz Schweiz zu schaffen. Darüber hinaus haben das Bundsamt für Umwelt und Swiss Sustainable Finance kürzlich unter dem Titel "Nachhaltigkeit in der Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich in der Schweiz" eine Studie zur Integration der Nachhaltigkeit in Finanzstudiengänge veröffentlicht. Diese empfiehlt unter anderem, Sustainable Finance systematisch in die Zertifizierung von Kundenberatenden aufzunehmen.</p><p>3. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Berufes Kauffrau/Kaufmann EFZ hat die Schweizerische Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen, welche nebst der Schweizerischen Bankiervereinigung und dem Berufsbildungsverband der Versicherungswirtschaft sämtliche betroffenen Branchen vereint, das Projekt "Kaufleute 2022" lanciert. In den Bildungsplänen, die derzeit revidiert werden, geht es auch um Fragen der Nachhaltigkeit im Banken- und Finanzsektor. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) verfolgt den Prozess und wird nach Abschluss der Vernehmlassung über die Revision der Bildungsverordnung entscheiden. Das SBFI unterstützt die nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung, wie die Ende 2020 veröffentlichte "Orientierungshilfe Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung" zeigt. Auch in der höheren Berufsbildung werden die Aspekte der Nachhaltigkeit bei der Erarbeitung des Qualifikationsprofils behandelt. Es ist dabei im Interesse der Organisationen der Arbeitswelt als Trägerschaften, ihre Bildungsangebote auf die Bedürfnisse des Sektors und künftige Trends auszurichten und fortlaufend anzupassen.</p>  Antwort des Bundesrates.