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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 7 / 2012) veröffentlichte einen Beitrag zu Heilpflanzen-Anwendungen in der Frauenheilkunde. Im Abschnitt „Seelisches Wohlbefinden“ wurde die Passionsblume vorgestellt:
„Ihren Namen erhielt die anmutige Passionsblume von europäischen Missionaren, die sie im 17. Jahrhundert von Mittelamerika nach Europa importierten und in ihren Blättern Anspielungen an den Leidensweg Christi zu erkennen glaubten. Heute ist die Wirkungsweise der Passionsblume wissenschaftlich gut dokumentiert. Sie stellt bei nervösen Unruhezuständen, die mit Beklemmungs- und Angstgefühlen sowie Ein- und Durchschlafstörungen einhergehen, eine pflanzliche Option ohne Abhängigkeitspotenzial dar. Die Einnahme kann auch Frauen helfen, die ein erhöhtes Risiko für ein »Burnout-Syndrom« aufweisen. Trotz der guten Wirkung ruft die Passionsblume im Allgemeinen keine Übermüdung hervor, weshalb der Einsatz im stressbelasteten, leistungsorientierten Arbeitsalltag durchaus sinnvoll sein kann.“
Kommentar & Ergänzung:
Die Passionsblume ist natürlich keine typische „Frauenpflanze“. Sie eignet sich genauso für Männer.
Die Pflanzengattung der Passionsblumen (Passiflora) umfasst über 530 Arten und gehört zur Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae). Foto auf Wikipedia.
Passionsblumen sind Pflanzen des tropischen Regenwaldes und somit sind die meisten Arten in den tropischen und subtropischen Gebieten von Mittelamerika, Nordamerika und Südamerika heimisch. 20 Passiflora-Arten wachsen auch in Asien, Australien und Neuseeland.
Durch die spanischen Eroberungen gelangten Passiflora-Arten auch nach Europa und sind heute als Zierpflanze hier sehr beliebt. Als Heilpflanze wird Passiflora incarnata verwendet. Sie ist kälteresistent und kann im Freien auch in milderen Gegenden überwintern.
Die Phytotherapie setzt die Passionsblume ein als Passionsblumenkrauttee, Passionsblumentinktur oder Passionsblumenextrakt.
Positive Studienresultate zur Wirksamkeit gibt es nur für Passiflora-Extrakte.
Passionsblumen-Extrakte sind häufig auch Bestandteil von Kombipräparaten. Ein bekanntes Beispiel ist Relaxane = Zeller Entspannungsdragees = Valverde Entspannungsdragees In diesen Präparaten ist Passionsblumen-Extrakt kombiniert mit Extrakten aus Baldrian, Melisse und Pestwurz. Für diese Phytopharmaka liegen positive Studienergebnisse vor. Das heisst: Sie zeigen eine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus. Pflanzliche Beruhigungsmittel haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie kein Abhängigkeitsrisiko mit sich bringen.
Passionsblume kommt auch in homöopathischen Kombipräparaten vor, zum Beispiel in Similasan Beruhigung (Asa foetida D4, Crataegus D4, Lycopus virginicus D3, Passiflora incarnata D4). Hier fehlen Wirksamkeitsnachweise (Homöopathika sind bei den Arzneimittelbehörden generell vom Wirksamkeitsnachweis befreit). Allfällige Wirkungen dürften auf dem Placebo-Effekt basieren.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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