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Bei den Brunner handelt es sich um ein alteingesessenes Glarner Geschlecht, von dem Glieder in der Reformationszeit eine grosse Rolle spielten und andere im 19.Jahrhundert zur Industrialisierung des Landes beitrugen. Vermutlich sind schon der im Jahre 189 erwähnte Walter von Brunnen und der 1372 als Bürge für die Bezahlung der Abgaben an Säckingen überlieferte Uli von Brunnen der Familie zuzurechnen, wobei letzterer mit dem 1388 bei der Schlacht von Näfels gefallenen gleichen Namensträger vielleicht identisch ist. 1465 erwähnt der Chronist Maad einen Hans von Glarus, und im Zürcher Glückshafenrodel von 1504 sind nicht weniger als 29 Träger dieses Namens, Frauen und Kinder inklusive, eingetragen. Als Herkunft der Familie dürfte am ehesten Glarus in Frage kommen.
In der Reformationszeit soll es zu einer konfessionellen Spaltung der Glarner Familie gekommen sein. Die Brüder Fridolin und Philipp waren Vorkämpfer des neuen Glaubens. Die katholische Linie erlosch in Glarus im 17. Jahrhundert, lebte aber in einem in Solothurn eingebürgerten Zweig fort. Einige der reformierten Brunner trugen im 19. Jahrhundert wesentlich zur Industrialisierung bei: Hans Peter (1777-1822) gründete 1812 in Glarus eine Textildruckerei, die sein Bruder Heinrich auf Yasmak-Stoffe (Gesichtsschleier) umstellte und zu einer der bedeutendsten des Landes erweiterte. Sie bestand als Firma J. de H. Brunner bis 1904. Kaspar (1811-70) war als Druckfabrikant in Messina. Eine weitere Stiftung errichtete der als Grosskaufmann in Galatz und Wien tätig gewesene Jacques Jean Gabriel (1834 – 1899); diese diente für die Ausbildung von Knaben vor allem in technischen und kaufmännischen Berufen. Ein bleibendes Andenken schuf sich Enkel Dr. iur. Kurt Heinrich (1888-1957), der das von seinem Vater erstandene heutige Brunnerhaus im Sand (erbaut 1811 von Seckelmeister Kosmus Zweifel) auf Grund einer durch seine Witwe noch weiter dotierten Stiftung dem Kanton Glarus zu Repräsentationszwecken schenkte. Brunner von Glarus waren schliesslich als Hoteliers und Offiziere bekannt geworden. Brunner tauchen dann auch in anderen Gemeinden auf. Ob der 1566 das Landrecht erwerbende Hans, genannt Wächter sowie der 1598 erwähnte Heiri Wächter genannt Brunner, der in Mitlödi Tagwenmann wurde, etwas mit den Glarner Brunner zu tun hatten, ist fraglich. Dagegen gehen in andere Gemeinden festgestellte Träger dieses Namens auf den reformierten Glarner Stamm zurück. Ausgestorben ist 1820 die durch Läufer Peter in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gegründete Linie in Werdenberg. Ebenso erloschen ist die seit 1800 in Holland festgestellte Familie. Dagegen ist die von Peter 1615 geschaffene Netstaler Linie noch existent. Dieser selber diente als Ratsherr und Neunerrichter, und auch Nachkommen bekleideten das eine oder andere Gemeindeamt. Sie betätigten sich als Handwerker und Händler, gehörten aber immer zu den kleineren Bürgergeschlechtern.