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Ein Therapieheim für invalide Kinder
In diesen Häusern werden milieugeschädigte oder invalide Kinder aufgenommen, die von verschiedenen Organisationen und Pfarreien geschickt werden. Die orthodoxe Organisation «Glaube und Licht» beispielsweise, kommt regelmäßig in dieses Zentrum, um hier mit ihren Kindern zwei bis drei Therapie-Wochen zu verbringen. Auch die Schwestern von Mutter Teresa, die in ganz Russland viele Häuser betreuen, kommen regelmässig mit invaliden Kindern aus Moskau nach Jaropolzy.
Für die zumeist invaliden Kinder, die nach Jaropolzy kommen, ist die ländliche Umgebung sehr wichtig, weil es in Moskau kaum naturrnahe Erholungsräume gibt. Unsere beiden Häuser liegen inmitten von unberührter Natur, wo die Kinder gefahrlos und unbeschwert mit ihren Therapeuten arbeiten und mit ihren Eltern, die oft mitkommen, wertvolle Zeit verbringen können.
Soziale Auffangsstation im Winter
Die Organisation «Arche», welche sich um sozial verwahrloste Menschen in Moskau kümmert, möchte während der Wintermonate ein besonderes Projekt einrichten. Die abgelegene, ländliche Umgebung von Jaropolzy bietet ideale Verhältnisse für eine therapeutische Auffangstation, in der Menschen nach schweren Schicksalsschlägen während einer gewissen Zeit in einer begleiteten Wohnsituation betreut werden können. Bspw. nach einer Scheidung, bei Verschuldung, Arbeits- und Wohnungsverlust, nach Krankheit oder Unfall oder nach einer psychiatrischen Behandlung. Der Aufenthalt in Jaropolzy soll diese Menschen vor Verarmung, Verwahrlosung, Isolation und Verzweiflung schützen. Ziel ist es, diesen Menschen einen Halt und neue Orientierungsmöglichkeiten zu vermitteln. Dieses Projekt wird in den Herbst- und Wintermonaten stattfinden, damit die Häuser im Sommer für die Kinder- und Jugendgruppen frei sind.
Ein Bauernbetrieb zur Selbstversorgung
Ab April 2010 soll das Zentrum um einen kleinen Bauernbetrieb ergänzt werden. Ein Mitarbeiter aus Deutschland, der bereits seit zwanzig Jahren mit seiner Familie in Russland lebt, wird diesen Bauernbetrieb führen. Er wird aus 40–50 Schafen bestehen, einigen Kühen, Schweinen, Gänsen, Enten, Hühner und Kaninchen. Auch Hunde und Katzen, sowie Pferde sind als Therapieunterstützung für die Kinder vorgesehen. Der Bauernhof ist als Ergänzung des therapheutischen Wohnheims konzipiert, damit die Kinder nicht nur mit der Natur, sondern auch zur Tierwelt Kontakt haben.
In unserem Haus in Gagarina, wo wir ebenfalls eine kleine Farm betreiben, haben wir damit die besten Erfahrungen gemacht. Die Jugendlichen haben dadurch nicht nur die Möglichkeit, aktiv im Betrieb mitzuarbeiten, wo sie etwas fürs Leben lernen können, sondern der Bauernbetrieb wird auch Milch, Käse und Fleisch liefern, und damit einen wichtigen Beitrag zur Selbstversorgung und zum Unterhalt der Wohngemeinschaft leisten.