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Das ginge auch etwas prägnanter
Normalerweise schreibe ich an dieser Stelle über mich oder über böse Menschen. Diese Woche will ich eine Ausnahme machen. Ich wurde nämlich Zeuge einer hochemotionalen Szene, die mich tief bewegt und elektrisiert hat. Es geht um einen TV- und Radio-Moderator (Sven, 47) und seinen Freund (Michi, 26).
Die beiden haben an einer Tanzshow teilgenommen. Sven hat Michi vor laufender Kamera einen Heiratsantrag gemacht und der ging so: «Was mir wirklich wichtig ist, dass wir es beide gut haben und … fuck … und, egal, wie das hier rauskommt. Hier haben es alle gut gemacht heute Abend. Das Resultat von heute Abend spielt keine Rolle. Aber mir spielt es eine Rolle, mit wem ich mein Leben verbringen will … ähä … und das bist du. Und ich hoffe, du willst das auch und ich will auch dein Mann werden und du meiner.»
Ich habe mir den Text mehrmals wiederholt, bis ich ihn auswendig beherrschte. Am Sonntagmorgen habe ich meine Frau um sechs Uhr geweckt und ihr diese Liebeszeilen vorgetragen. Ich will am Text nicht herummäkeln. Er ist wirklich gut.
Nur der erste Teil des Antrages gefällt mir überhaupt nicht. Er ist zu schwammig formuliert und erinnert mich an die Spice-Girls-Dichterinnen: «Yo, I’ll tell you what I want, what I really really want. So tell me what you want, what you really really want.» Und statt des ordinären «fuck» hätte das viel zu selten verwendete «sapperlot» eine noch grössere Wirkung erzielt. Auch Svens Erwähnung, dass die anderen ebenfalls gut waren, wird in Heiratsanträgen normalerweise nicht erwähnt. Ebenso sollte man den Begriff «Resultat» unterlassen. Das hört sich zu sehr nach einem ordinären Fussballmatch an.
Müsste ich Michi, 26, einen Antrag machen, würde ich die ersten drei Sätze wahrscheinlich komplett streichen und gleich so einsteigen: «Mir spielt es eine Rolle, mit wem ich mein Leben verbringen will … ähä … und das bist du.» Oder etwas prägnanter: «Ich will … ähä … mein Leben mit dir verbringen.»
Ich glaube, dass man sogar den Schlusssatz etwas kürzen kann: «Ich will auch dein Mann werden und du meiner.» Mindestens drei Wörter sind hier überflüssig. Etwas gestrafft, käme der Satz viel luftiger daher: «Du bist mîn, ich bin dîn.»
Nun erhebe ich das Glas und wünsche dem Paar alles Liebe und Gute.