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Schulhaus St. Josef
Adresse
6436 Muotathal
SZ
Architektur
Kunst am Bau
Das Schulhaus St. Josef verdeutlicht die gemässigt moderne Handschrift des vor allem durch Sakralbauten in der Zwischenkriegszeit bekannt gewordenen Joseph Steiners – es ist ein Spätwerk des zur Bauzeit bereits über 70jährigen Architekten. Der Schulhausbau gehört zu den wichtigsten Bauaufgaben einer Gemeinde, entsprechend selbstbewusst thront der Muotathaler Baukörper über der Talsohle.
Chronologie
Das Schulhaus St. Josef wurde in den Jahren 1951 bis 1955 vom Schwyzer Architekten Joseph Steiner geplant und realisiert. Grund für den Bau war die Verlagerung der Mädchenschule aus der nahen Klosteranlage in ein eigenes Gebäude. Das Schulhaus beherbergt heute vier Primarschulklassen und einen Kindergarten. Der Bau hat sich weitestgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten, lediglich der Eingangsbereich wurde mit einer überwölbten, stählernen Vordachkonstruktion erweitert.
Lage
Das Schulhaus befindet sich oberhalb des Dorfes Muotathal inmitten landwirtschaftlich genutzter Flächen auf der sonnigen Hangseite, oberhalb des Franziskanerinnenklosters St. Josef. Dazwischen liegt die wenig befahrene Strasse Obä Hindärä. Im Osten befindet sich das Altersheim Buobenmatt. Das Schulhaus und das Altersheim Buobenmatt werden über eine Stichstrasse erschlossen.
Beschreibung
Der dreigeschossige Baukörper ist mit einem Satteldach gedeckt, das parallel zum Hang verläuft. Auf der Nordseite ist ein Erschliessungskern als Zwerchhaus angefügt, das mit einem Walmdach schliesst. Der zugehörige grosszügige Pausenplatz umrundet das Gebäude nach Süden und bildet eine Terrasse im ansteigenden Gelände. Das Schulhaus hebt sich somit markant vom Terrain ab. Der Putzbau ist in einfachen Rastern gestaltet. Das Eingangsgeschoss ist als Sockel leicht hervorgehoben und mit halbrund schliessenden Fenstern versehen. Die drei Klassenzimmer pro Obergeschoss zeichnen sich an der Südfassade durch eine jeweils etwas enger gesetzte Gruppe von drei Fenstern ab. Die Ostfassade ist mit Fenstern gerastert, das Giebelfeld birgt wiederum eine Dreier-Fensterfolge. Auf der Westfassade dominiert das Wandgemälde des Heiligen Josef vom Dekorationsmaler Werner E. Müller. Ebenso wie an dem angrenzenden Teil der Nordfassade dominieren hier kleine Fensterformate, die die Erschliessung und die Nebenräume markieren. Das Treppenhaus ist an der Giebelseite des Zwerchhauses mit einem überhohen, halbrund schliessenden Glasbausteinfenster versehen. Der ebenfalls mit einem Rundbogenfenster überspannte Haupteingang führt von Osten direkt in den Erschliessungskern. Er ist mit einer auskragenden Betonplatte auf der Höhe des zweiten Obergeschosses geschützt. Später angefügt wurde eine Metallkonstruktion mit einem gewölbten Glasdach, die allerdings die Fassadengliederung des Steiner-Gebäudes ignoriert. Die Hauptgeschosse sind gleich aufgebaut, die (Klassen-)Räume werden über einen an der Nordfassade entlangführenden Gang erschlossen.