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Von Campeche fuhren wir am Samstag um 11 Uhr mit dem ADO Bus weiter nach Palenque. Palenque liegt im Bundesstaat “Chiapas”, welches als die ärmste Region in Mexiko gilt. Nach Fahrplan dauert die Strecke ungefähr fünf Stunden. Da wir aber bereits mit 30 Minuten Verspätung los fuhren und der Fahrer noch eine zusätzliche Mittagspause einlegte, kamen wir mit einer Stunde Verspätung an. Die Landschaft ins Landesinnere unterscheidet sich zur derjenigen auf der Halbinsel Yucatan. Hier gibt es Flüsse, Bäche und Berge.
In Palenque wollten wir in “El Panchan” übernachten. Dieses Örtchen liegt zwischen der Ortschaft Palenque und den Maya Ruinen, mitten im Jungle und ist vor allem bei Backpackern sehr bekannt. Hier gibt es verschiedene Cabanas und Zimmer zu Mieten. Einige Tage zuvor, versuchten wir eine Vermieterin zu erreichen, um einen Raum zu reservieren, leider erfolglos. Somit fuhren wir auf gut Glück dahin. In „Palenque“ angekommen, standen wir mit unseren Rucksäcken am Strassenrand, als gleich das erste Collectivo anhielt. Collectivos sind kleine Busse, welche immer die gleiche Strecke abfahren und deutlich günstiger sind als Taxis. Man muss dem Fahrer nur sagen wo man auf dieser Strecke aussteigen möchte. Unser Gepäck landete auf dem Dach des Kleinbusses und wir fuhren mit ein paar Einheimischen die Strasse nach “El Panchan”. Es war bereits dunkel und wir watschelten in den dunkeln Jungle zu den Cabanas. Glücklicherweise hatte Margarita noch ein Zimmer für zwei Nächte für uns frei :-) El Panchan ist nicht wirklich ein Dorf. Es besteht aus drei verschiedenen Cabana Anlagen, einen mexikanischen Restaurant, einigen pseudo Bars und Ständen von Tourenveranstaltern. Alles war im Junglestyle. Im Restaurant gab es Livemusik, gutes und günstiges Essen. In unseren Augen ist “El Panchan” der Treffpunkt der Hippies, hängengebliebenen Travellers und einigen Leuten, die wirklich meinen das Dreadlocks (Rastas) cool sind. Obwohl überall angeschrieben ist, das Drogen untersagt sind, ist THC ein Bestandteil der „Frischluft“, auch der Konsum von Pilzen und allem anderen was High macht, ist hier normal. An den Geruch von Marihuana haben wir uns hier in Mexiko schon gewöhnt und es überrascht, wenn es am Abend einmal nicht überall danach riecht.
Wir genossen das leckere Abendessen im „Don Mucho“, die tolle Atmosphäre im Jungle und die Musik bevor wir schlafen gingen. Am morgen früh wurden wir von den Brüllaffen geweckt :-) Ein tolles Geräusch das sich anhört wir die Dinosaurier aus dem Film „Jurassic Park“. Später erfuhren wir, dass dieser Vergleich überhaupt nicht abwägig war, denn für den Film wurden tatsächlich diese Geräusche hier aufgenommen. Am nächsten Morgen fuhren wir 10 Pesos pro Person mit einem Collectivo zu den berühmten Ruinen von Palenque, welche keine 10 Minuten mehr entfernt waren. Obwohl wir bereits um 8.30 Uhr da standen war bereits sehr viel los! Wir hätten niemals gedacht, dass es so viele Touristen hier hat, schon gar nicht um diese Uhrzeit. Da wir heute mal etwas mehr über die Ruinen erfahren wollten, leisteten wir uns einen Guide, der so etwas wie Englisch sprach :-) Er führte uns etwa 1.5 Stunden durch die Ruinen und erklärte uns, für was die Mayas die verschiedenen Gebäude brauchten. Danach liefen wir für uns alleine noch eine Stunde herrum. Die Ruinen von Palenque waren genial. Uns begeisterte vor allem, dass die ganze Stadt mitten im Jungle liegt und man einige Gebäude betreten konnten. Der Guide erklärte uns wo die Toiletten, die Küche und die Schlafzimmer waren. Uns beeindruckte jedoch noch viel mehr, dass erst 5% der ganzen Maya Stadt zugänglich ist, der Rest ist noch immer Jungle vergraben! Die Mayas waren sehr beeindruckend, leider würde es zu viel Zeit benötigen um alles niederzuschreiben was wir bisher erfahren haben :-P
Mit dem Collectivo fuhren wir zurück nach “El Panchan”, hier hatten wir uns um 12.00 Uhr mit Gabriel verabredet. Gabriel wurde uns von den Holländischen Mädels aus Cancun wärmstens empfohlen. Gabriel bietet vierstündige Touren durch den Jungle an und führt einem zu Plätzen, welche man alleine niemals finden würde. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und waren um 12.00 startklar. Wir waren eine Fünfergruppe, ein Paar aus England in unserem Alter, wir und Gabriel. Er führte im Jungle zuerst zu einem Wasserfall, hier sollten wir uns mit Lehm eincremen und es trocken lassen. “Das hält jung” meinte er. Natürlich machten wir mit, es war so witzig. Die natürliche Gesichtsmaske konnte man unter dem Wasserfall wieder abspülen.
Die Wanderung führte durch den Jungle an weiteren wunderschönen Wasserfällen und Höhlen vorbei. Durch eine dieser „Caves“ krochen wir auch hindurch. Wir spielten Tarzan mit den Lianen und lauschten den Brüllaffen und den Tucans, kamen an verborgenen Maya Tempeln vorbei und kletterten Wasserfälle hinauf, einiges davon Barfuss versteht sich. Es war einfach super und wir hatten viel Spass! :-) Gabriel erklärte uns auch die Pflanzen, deren antiseptische Wirkung und was wirklich geschieht, wenn der Kalender der Mayas am 20.12.12 „zu Ende“ geht. Nur das wir es an dieser Stelle auch nochmals festgehalten haben: Die Welt wird zu 99,999% nicht untergehen! Die Mayas prophezeiten lediglich, dass eine neue Ära beginnt und ein Umdenken stattfinden wird.
Kurz vor dem Eindunkeln waren wir zurück und wir verabredeten uns mit den beiden Engländern zum Abendessen. Ein toller Abend ging zu Ende, wir durften wieder zwischen der vielen Jungle Geräuschen einschlafen und freuten uns auf das Erwachen mit den Brüllaffen :-)
Bilder: Palenque