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Netflix und Sony Pictures Entertainment haben eine mehrjährige Partnerschaft abgeschlossen, die User*innen freuen dürfte. Der neue Deal besagt, dass Netflix ab 2022 für Filme von Sony das Erstbieterrecht für die Streaming-Auswertung hat. Konkret heisst das: Bringt Sony einen neuen Film in die Kinos, darf Netflix vor allen anderen Streaming-Diensten ein Angebot abgeben, um den Film als Stream zeigen zu dürfen. Erst, wenn Sony das Angebot ablehnt, dürfen andere Streaming-Anbieter ebenfalls ein Angebot abgeben.
Für Netflix-User*innen sind das gute Nachrichten, denn Sony hat einige spannende Franchises im Programm. Nebst Men in Black, Jumanji und Ghostbusters sind es natürlich die Marvel-Filme, die für Netflix interessant sind. Sony hält die Rechte an Spider-Man und allen Charakteren, die in dessen Comicuniversum vorkommen. Nach dem Erfolgreichen Spider-Man-Reboot mit Tom Holland hat Sony 2018 mit Venom sein eigenes Marvel-Universum gestartet. Entgegen dem MCU wird sich Sonys Franchise allerdings auf Marvel-Bösewichte konzentrieren. 2020 hätte mit Morbius bereits der zweite Film folgen sollen. Wegen der Coronapandemie wurde dieser allerdings auf Anfang 2022 verschoben. In der Schweiz wird der Film am 20. Februar 2022 starten.
Sony ohne eigenen Streaming-Dienst
Mit dem neuen Deal dürfte feststehen, dass Sony in absehbarer Zeit keinen eigenen Streaming-Dienst mehr plant. Damit ist es das einzige der fünf Major-Studios aus Hollywood, das keinen hauseigenen Streaming-Dienst betreibt. Ironischerweise war Sony aber eines der ersten Studios, das ab 2006 einen eigenen Streaming-Service betrieb. Damals übernahm man einen Netflix-Konkurrenten namens Grouper und brachte ihn 2007 unter dem neuen Namen Crackle an den Start.
Nach und nach wurde der Service ausgebaut und der Dienst unter anderem auf Sony-Fernsehern und neuen PlayStation-Konsolen verfügbar gemacht. Irgendwie schien Sony mit Crackle aber nicht auf Touren zu kommen und so entschloss man sich 2018 einen Teil der Aktienanteile zu verkaufen. Ein Jahr später stiess Sony dann auch noch alle verbliebenen Anteile ab. Gleichzeitig brachten die konkurrierenden Studios Disney (Disney+), Warner Bros. (HBO Max), Universal (Peacock) und Paramount (Paramount+) alle ihre eigenen Streaming-Dienste auf den Weg.
Wie sinnvoll Sonys Weg ist, lässt sich schwer sagen. Zumindest dürfte dieser Deal dem Studio, dass ebenfalls massiv unter der Coronakrise leidet, kurzfristig einen schönen Betrag einbringen. Bereits zuvor hatte Netflix einen ähnlichen Deal mit Sony Pictures Animation abgeschlossen und sich den potenziellen Animationshit Die Mitchells gegen die Maschinen gesichert (und glücklicherweise den bisherigen unsäglichen deutschen Titel „Connected – Familie verbindet“ geändert). Der Film erscheint am 30. April auf der Plattform.