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Peter Karpf
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Sadhana Vinyasa Yoga mit Peter Karpf
Schon als Kind machte ich meine erste Bekanntschaft mit Yoga, da
mein Vater ein paar Yogabücher besass und selber praktizierte.
Während eines einjährigen Studienaufenthaltes in Südfrankreich,
begann ich im Jahre 1978 selber täglich Yoga zu üben. Mein ganzes
Wissen darüber hatte ich mir aus den wenigen Yogabüchern, die es zu
dieser Zeit gab, angeeignet. Während mehrerer Jahre machte ich
täglich eine Serie von Stellungen, die ich im Laufe der Zeit durch
Varianten und zusätzliche Übungen ergänzte.
Mein Ziel, Yoga unter der Anleitung eines Meisters in Indien kennen
zu lernen, realisierte sich in den Jahren 1986/87, als ich eine
ausgedehnte Reise durch Indien machte und an verschiedenen Orten
Yogaschulen besuchte. Ich hatte das grosse Glück, einen Monat in
Bangalore in der Yogashala von Sri S. Sundaram – einem Weggefährten
von Swami Sivananda, T. Krishnamacharya, Sri Yogendra und weiteren
bekannten Yogameistern des letzten Jahrhunderts – verbringen zu
dürfen und unterrichtet zu werden.
Sri S. Sundaram
Nach meiner Rückkehr in die Schweiz blieb ich in engem Kontakt mit
meinem Lehrer und begann, nach seiner Methode zu unterrichten. Drei
Jahre später kehrte ich wieder nach Bangalore zurück, wo ich während
eines halben Jahres meine Ausbildung als Yogalehrer und Yogatherapeut
bei S. Sundaram und dessen Enkel Vishwanathan beendete und mit einer
Diplomprüfung abschloss.
Sri S. Sundaram mit 89 Jahren in Mayurasana
Nach dem Tod meines Lehrers – er verstarb 1994 im Alter von 93
Jahren – begann ich vermehrt, mich mit anderen Yogarichtungen
auseinander zu setzen. Zwischen 1991 und 1997 verbrachte ich jedes
Jahr ein bis zwei Monate in Indien, wo ich mich die meiste Zeit in
Rishikesh aufhielt. Ich studierte hauptsächlich Iyengar Yoga bei
Rudra Dev vom Yoga Study Centre und begann zusätzlich Ashtanga
Vinyasa Yoga nach K. Pattabhi Jois zu praktizieren.
Rudra Dev
Auch meine bisher letzte Indienreise führte mich im Frühjahr 2004
nach Rishikesh, wo ich einen Weiterbildungskurs in Iyengar-Yoga bei
Usha Devi und Barbara Boris im Patanjala Yoga Kendra besuchte.
Nachdem ich mehrere Jahre im kleinen privaten Rahmen Unterricht
erteilt hatte, eröffnete ich Anfang 1994 meine eigene Yogaschule in Solothurn,
so ich hauptberuflich arbeite.
Sadhana Yoga
Die philosophische Grundlage bilden – wie bei jeder
traditionellen Yogarichtung – die Yoga Sutras von Patanjali. In den
Sutras wird der achtstufige Pfad des Yoga – Ashtanga Yoga genannt
– beschrieben.
Die ersten beiden Stufen – yama und niyama – beschreiben die
ethische Grundhaltung und die persönliche Disziplin. Als dritte und
vierte Stufe folgen die Körperstellungen (asanas) und die
Atemtechniken (pranayama), gefolgt von der Sinnesbeherrschung
(pratyahara), der Konzentration (dharana) und der Meditation
(dhyana). Die achte und zugleich höchste Stufe bildet samadhi, das
Erlangen des höchsten Bewusstseins.
Patanjali
„Eine Unze Praxis ist mehr Wert, als eine Tonne Theorie.“ (Swami Sivananda)
Getreu diesem Motto nehmen die theoretischen und philosophischen
Aspekte des Yoga im Rahmen meines Unterrichtes nur einen geringen
Raum ein. Vielmehr versuchen wir, die grundlegenden Prinzipien des
Ashtanga-Yogas in den praktischen Teil einfliessen zu lassen. So ist
es zum Beispiel nicht erforderlich, eine bestimmte Sitzposition zum
Meditieren einzunehmen. Ein meditativer Zustand sollte auch beim
Ausführen aller anderen Körperstellungen erfahren werden.
Mein Yogastil basiert hauptsächlich auf den beiden Methoden von
B.K.S. Iyengar und K. Pattabhi Jois, wird aber durch verschiedene Elemente und
Einflüsse aus anderen Stilrichtungen ergänzt. Im Iyengar Yoga wird
grosser Wert auf die präzise Ausführung der Yogaübungen gelegt.
Ausserdem werden Hilfsmittel wie Gurte, Holzklötze, Stühle etc.
verwendet, um das Einnehmen der Stellungen zu erleichtern. Im
Ashtanga Vinyasa Yoga von K. Pattabhi Jois werden die einzelnen
Übungen fliessend miteinander verbunden.
Bharadvajasana
Erweitert werden diese beiden Methoden durch Einflüsse von anderen
klassischen Yogameistern, damit ein möglichst breites Spektrum von
Übungen angeboten werden kann. Während in einzelnen Stunden
hauptsächlich kraftvolle, dynamische Übungen ausgeführt werden, kann
eine Lektion auch viele statische Stellungen, die längere Zeit
unbeweglich eingenommen werden, beinhalten. In den meisten Fällen
werden auch beide oben erwähnten Aspekte der Yogapraxis innerhalb
einer Übungseinheit vorkommen.
Jede Lektion wird mit einer längeren Entspannung beendet.
Die Ziele dieses Unterrichts sind verschiedener Natur. Durch das
Verbinden von Bewegung und Atmung (vinyasa) wird die Aufmerksamkeit
ununterbrochen auf den Übungsablauf gerichtet, was in hohem Masse die
Konzentration fördert. Dynamische, schweisstreibende Serien von
Körperstellungen erzeugen Hitze und machen die Muskulatur kräftig und
geschmeideig. Gleichzeitig eliminieren sie Giftstoffe aus dem Körper,
reinigen die Gewebe und verbessern die Blutzirkulation und die
Funktion der Organe.
Statische Übungen werden während mehrerer Minuten möglichst
unbeweglich ein-genommen. Diese Art der Ausführung der Yogastellungen
hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die subtilen Energiebahnen des
Körpers. Im Gegensatz zu den dynamischen Übungen, die hauptsächlich
auf den physischen Körper wirken, beeinflussen die statischen
Stellungen vor allem den Energiekörper und das Nervensystem.
Es ist absolut unumgänglich, dass in einer ausgeglichenen
Yogapraxis beide Aspekte – also Dynamik und Statik – berücksichtigt
werden. Nur die Kombination dieser beiden Elemente lässt uns die
gesamte Wirkung des Yoga erfahren. Eine regelmässige Praxis hilft
uns, körperliche Gesundheit zu erlangen und zu innerer Zufriedenheit
und Harmonie zu finden.
„Jedes Individuum ist einzigartig.“ T. Krishnamacharya
Entsprechend dieses Grundsatzes eines der grössten Yogis der
Neuzeit, muss Yogaunterricht immer auf die persönlichen
Voraussetzungen, Fähigkeiten und Eigenheiten der Praktizierenden
Rücksicht nehmen. Für die Teilnahme an meinen Kursen sind deshalb
keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich.
OM SHANTI