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Glarus
|Steinart||Konglomerat|
|Fundort||Glarus, Lynth|
|Farbe||rot|
|Kollektion||zu den Glarner Steinen|
Entstehung
Vier Gesteinsgruppen bauen die Glarner Alpen auf. Es sind das kristalline Grundgebirge (älter als 300 Mio Jahre, nur im Tödigebiet sichtbar), der Verrucano (280-250 Mio J.), die Kalke und Schiefer des Mesozoikums (210-70 Mio J.) und die Gesteine des älteren Tertiärs (60-35 Mio J.), von diesen vor allem der Flysch.
Vor etwa 300 Mio Jahren, gegen Ende des Karbons, wurde das ganze Gebiet der künftigen Alpen durch die variskische (oder herzynische) Faltung umgeprägt. Es entstand ein Gebirge aus Graniten, Gneisen und Glimmernschiefern; gleich nach der Entstehung dieses Gebietes setzte kräftige Erosion ein, und der Schutt sammelte sich in Senken an. Das Klima war warm und feucht, so dass eine reiche Flora von Schachtelhalmen, Farnen und Bärlapp-Bäumen gedeihen und sich Kohlenlager bilden konnten. Die klimatischen Verhältnisse waren vielleicht ähnlich wie heute am Mississippidelta in den USA. Ablagerungen mit pflanzlichen Fossilresten kann man am Bifertengrätli beim
Tödi finden. Zu jener Zeit brachen ebenfalls zahlreiche Vulkane aus.
Etwas später, im Perm (280-250), bildete sich eine etwa 50 km breite, von Südwesten gegen Nordosten ziehende Binnensenke, in der sich bis zu 1600 m kontinentale Sedimente und Laven des Verrucano anhäuften. Der Name stammt von Castello della Verruca bei Pisa und ist eigentlich irreführend, da jene Gesteine andersartig und viel jünger sind; schon vor über 100 Jahren hatte dies Oswald Heer, der Pfarrerssohn aus Matt, der zum führenden Kenner der fossilen Pflanzen und Insekten wurde, klar erkannt und statt dessen den Namen Sernifit (nach dem Sernf) vorgeschlagen. Diese Bezeichnung hatte sich aber in der Folge nicht durchgesetzt. Der Verrucano des Glarnerlandes besteht hauptsächlich aus einer Grundmasse von Ton und Feinsand sowie aus schlecht gerundeten Geröllen, meist von einigen Millimetern bis einigen Zentimetern Grösse. Unter den Geröllen herrschen vulkanische Gesteine vor; Granite sind selten und Gneise nur ausnahmsweise vertreten. Auffallend ist das Vorkommen von Trümmern ganz unterschiedlicher Grösse im selben Stück. Solche Gesteine bilden sich heute in ziemlich trockenem, warmem Klima wie heute in Nordafrika, wo plötzliche Regengüsse den angesammelten Schutt in
einer breiartigen Masse mitschwemmen und in Schuttfächern ablagern können.
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