Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03216.jsonl.gz/2351

Die Gamperstrasse, zwischen der Feldstrasse und der damaligen (und heute nicht mehr existierenden) Bogenstrasse in Zürich-Aussersihl, ist heute eine Sackgasse. Sie wurde im Jahr 1894 nach einem Anstösser benannt. Im Rahmen der Recherchen für ein elektronisches Strassennamenverzeichnis auf der Basis des letztmals im Jahre 1999 herausgegebenen Strassennamenbuchs, ist das Stadtarchiv zwar auf den Besitzer der 1933 abgetragenen Liegenschaft Gamperstrasse 14 gestossen, der Johannes Gamper geheissen hat. Damals wohnten in der Stadt Zürich drei Personen mit dem Namen Johannes Gamper. Weiteres ist über die Personen nicht bekannt bzw. Nachforschungen mit Hilfe des Grundbuchs würden einen grossen Aufwand bedeuten und zu keinen vertieften Erkenntnissen führen.
Das Stadtarchiv gelangte deshalb mit dem Antrag an die Mitglieder der Strassenbenennungskommission, diese kleine Strasse nachträglich dem berühmten Zürcher Bürger Hans Gamper (1877–1930), zu widmen. Hans Gamper hat sich als Förderer des Sports grosse Verdienste erworben. Er hat sowohl als Aktiver nationale Radrennen als auch Leichtathletikwettbewerbe gewonnen, spielte wettkampfmässig Rugby, Tennis und Golf und war Initiant des ersten Athletischen Sportfests von 1898 in Zürich. Die grössten Verdienste hat sich Hans Gamper jedoch in der Förderung des Fussballs in der Schweiz erworben. Er steht auch für die zahlreichen Schweizer, die durch die Gründung einiger wichtiger europäischen Vereine einen bedeutenden Beitrag zur Förderung des Fussballs in Kontinentaleuropa geleistet haben. Hans Gamper war 1896 sowohl Mitgründer des Fussball-Clubs Zürich als auch des Fussball-Clubs Winterthur. Er war der erste Kapitän des Fussball-Clubs Zürich. 1898 wanderte er nach Barcelona aus, wo sein Onkel seinen Wohnsitz hatte. Neben seiner kaufmännischen Tätigkeit war er Sportkolumnist, arbeitete für zwei schweizerische Zeitungen und half, die Zeitschrift «Los Deportes» zu publizieren. 1899 gründete er den Fussball-Club Barcelona und führte nach seiner aktiven Zeit als Joan Gamper jahrelang den Club als Präsident. Der Verein wurde zur Zeit der Franco-Diktatur zum Symbol der kulturellen Identität Kataloniens und ist heute der weltweit drittgrösste Sportverein. Joan Gamper ist in Barcelona noch heute hoch verehrt und wird im Museum des FC Barcelona ausgiebig gewürdigt.
Hans Gamper hat es unzweifelhaft verdient, mit einem Strassennamen geehrt zu werden. Die Umwidmung der Gamperstrasse hat ausser dem Ersetzen der Strassentafel mit der Ergänzung der Widmung für Hans Gamper keinerlei Konsequenzen. Die Strasse trägt weiterhin die Bezeichnung Gamperstrasse, so dass keine Umadressierungen notwendig sind.