Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/348

Nachdem wir uns 1996 als „landed immigrants“ im Okanagan Valley niedergelassen hatten, telefonierte ich einem Informationsbüro in Kelowna. Auf meine Frage hin, was hier im Tal in Sachen Kultur so laufe, fragte eine freundliche Männerstimme zurück: „You mean agriculture?“ „No: culture.“ „Culture? That’s a good one!“ Heute würde mich wohl die gleiche Stelle stolz über das vielfältige kulturelle Angebot informieren, über die vielen Konzerte, Theaterproduktionen und Kunstausstellungen.
Am vergangenen Samstag besuchten wir in Penticton ein Konzert des Okanagan Symphonie Orchesters. Die Leiterin und Dirigentin Rosemary Thomson führte durch ein spannendes Programm, bei dem Edvard Griegs „Peer Gynt Suite“ eingebettet war in eine Folge zeitgenössischer Kompositionen, zu denen ich hier auch Albert Roussels „Le festin de l’araignée“ zähle.
Star des Abends war die Komponistin und Cellistin Cris Derksen.
Von der Seite ihres Vaters her ist sie Cree. Ihre Mutter stammt aus einer streng mennonitischen Siedlerfamilie.
Als wir das Cleland Community Theatre verliessen, war der Parkplatz verschneit. Zum Glück hatten wir vorsorglicherweise in der Nähe ein Motel-Zimmer reserviert. Als wir am Morgen aus dem Motel traten, stand unser Auto frisch verschneit unter einem strahlend blauen Himmel, der zu einem Spaziergang auf dem „Lungolago“ einlud. (Alle Fotos: Marianne Hutterli)
Der Uferweg führt vom Sicamous-Raddampfer – heute ein Museum – zur Penticton Art Gallery. Er ist von Skulpturen gesäumt. Die Freilicht-Ausstellung wurde im Mai 2022 eingerichtet und wird noch bis Ende April zu sehen sein.
Nicht nur dieser sehnsüchtig auf den See hinausblickende Hund wurde verschneit, …
…sondern auch die am Ufer spielenden Kinder, die, in Bronze gegossen, seit Jahren, ihren festen Spielplatz haben.
Als wir etwas später noch einmal einen Blick auf sie warfen, hatte die Sonne sie vom Schnee befreit.