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Was bedeutet eine 2 Grad wärmere Welt für die Schweiz?
Ende 2015 haben 195 Länder das Pariser Klimaschutz-Abkommen verabschiedet. Es bezweckt, die durchschnittliche globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Was bedeutet eine 2 Grad Celsius wärmere Welt für das Schweizer Klima? Womit muss die Schweiz rechnen, falls das internationale Abkommen nicht in Kraft tritt und die Emissionen weiter ansteigen?
Mitte Dezember 2015 haben Vertreterinnen und Vertreter aus 195 Ländern an der 21. Klimakonferenz in Paris nach jahrelangen Verhandlungen ein für alle Staaten rechtlich bindendes Abkommen verabschiedet. Das Abkommen bezweckt, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, wobei ein maximaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius angestrebt wird. Am 22. April 2016 wurde das Abkommen von 175 Staaten, auch der Schweiz, offiziell unterzeichnet. Für das Inkrafttreten des Abkommens ist die Ratifikation durch 55 Staaten notwendig, welche 55 Prozent der globalen Emissionen verursachen.
2 Grad Celsius weltweit, in der Schweiz bis zu 3.4 Grad Celsius
Angenommen, das Abkommen wirkt und die globale Erwärmung wird auf 2 Grad Celsius begrenzt: Wie verändert sich das Klima in der Schweiz? Betrachten wir hierzu die Abschätzungen zum zukünftigen Ausmass der Erwärmung aus den Schweizer Klimaszenarien CH2011, welche im Jahr 2011 veröffentlicht wurden (Abbildung 1). Das RCP2.6-Szenario (gelber Verlauf) setzt eine starke Reduktion der globalen Treibhausgase voraus, sodass die weltweite Änderung der Mitteltemperatur Ende des 21. Jahrhunderts 2 Grad Celsius nicht übersteigt. Die Änderung der Schweizer Mitteltemperatur liegt mit 2.5 bis 3.4 Grad Celsius deutlich höher (gelbe Box).
Dass sich die Schweizer Temperaturen stärker erwärmen als das globale Mittel ist durch die geographische Lage bedingt, wie wir in einem kürzlich erschienen Blog-Beitrag erläutert haben. Dies gilt unabhängig davon, wie hoch das Ausmass der globalen Erwärmung ist.
Ohne Beschränkung der Treibhausgasemissionen wird es noch wärmer
Was passiert, wenn die Treibhausgasemissionen zukünftig weiter ungebremst ansteigen (violetter Verlauf, A2-Szenario)? In einem solchen Fall wird die Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts gegenüber vor-industriellen Werten für die Schweiz sehr viel stärker ausfallen als im RCP2.6-Szenario: sie beträgt in etwa 4.4 bis 6.6 Grad Celsius (violette Box). Dies sind in etwa 3–5 Grad Celsius höhere Jahresmitteltemperaturen als heute.
Konkrete Auswirkungen: mehr Sommertage, weniger Frosttage
Diese Änderungen bedeuten fürs Mittelland eine Verdoppelung der Anzahl Sommertage von heute 30‒50 auf 60‒100 Sommertage pro Jahr in einem A2-Szenario Ende Jahrhundert (Abbildung 2). Wenn die Treibhausgasemissionen global stark reduziert werden (RCP2.6), dürfte die zukünftige Anzahl mit 50‒70 Sommertagen pro Jahr deutlich tiefer liegen. Für die Frosttage wird gemäss A2-Szenario ein markanter Rückgang erwartet: im Mittelland von heute etwa 80 Frosttagen auf 10‒40 Tage pro Jahr, im Alpenraum bis zu 50 Prozent.
Wärme, Hitze und Trockenheit im Sommer, mehr Niederschlag im Winter
Zusammen mit diesen mittleren Änderungen in der Temperatur werden eine Reihe von weiteren klimatologisch wichtigen Grössen betroffen sein. So ist beispielsweise mit häufigeren, intensiveren und länger anhaltenden Wärmeperioden und sommerlichen Hitzewellen zu rechnen. Gleichzeitig geht man davon aus, dass die Sommer gesamtschweizerisch trockener werden, während im Winter der Niederschlag in gewissen Teilen der Schweiz zunehmen dürfte. Die Veränderungen sind umso stärker ausgeprägt, je stärker sich die Erde global erwärmt.
Ausstoss von Treibhausgasen bestimmt das Klima in der Schweiz
Fassen wir zusammen: das Schweizer Klima wird gegen Ende des 21. Jahrhunderts massgeblich durch den Ausstoss von Treibhausgasen beeinflusst. Internationale Bestrebungen zur Reduktion zukünftiger globaler Emissionen, wie im Pariser Abkommen festgehalten, sind entscheidend, um die zukünftige Klimaänderung auch über der Schweiz zu beschränken. Selbst wenn es gelingt, die globale Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, wird sich das Klima in der Schweiz markant ändern.
Neue Klimaszenarien für die Schweiz werden 2018 veröffentlicht
Damit die verschiedenen Sektoren in der Schweiz sich optimal an ein zukünftig verändertes Klima anpassen können, braucht es auch kleinräumig verlässliche Klimaszenarien. Dadurch lassen sich beispielsweise die lokalen Auswirkungen auf Gletscher, Schnee, Landwirtschaft oder den Wasserhaushalt berechnen. Im Rahmen des National Centre for Climate Services (NCCS) werden momentan die neuen Klimaszenarien CH2018 erarbeitet, welche auf den neuesten Klimamodellsimulationen basieren und explizit Bedürfnisse von Anwendern berücksichtigen. Diese neuen Szenarien werden 2018 veröffentlicht.
Commenti (11)
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Es wird immer wärmer? Dies war schon in Urzeiten so. Nach der Eiszeit wurde es wieder wärmer. Technik gab es noch keine. Mit Durchschnittswerten und Statistiken kann ich auch nichts anfangen. Der letzte Sommer war deutlich wärmer, sogar heiss. (Auf meinem Balkon bis zu 45 Grad) Dies soll ein Grad wärmer sein.
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Im unserer Ausstellung Klimagarten 2085 sind diese Szenarien erlebbar gemacht. http://www.klimagarten.ch
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Wir gehen Richtung Kälte und nicht Richtung Wärme. Bitte hört mal mit Euren Geschichten auf. Die ganzen nächsten 6 Tage ohne eine Minute Sonne für Zürich angegeben und dies mitte Mai!
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Wetter und Klima sind nun mal nicht dasselbe:Auch in einem wärmeren Klima werden wir Tage mit schlechtem Wetter haben. Auch Winter mit Schnee kann es geben, diese werden aber immer seltener. Klimawandel ist keine Religion, Sie müssen nicht daran glauben, damit er existiert.
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Also bitte Herr Sager, Sie müssen schon zwischen Wetter und Klima unterscheiden! Fakt ist, dass das Klima wärmer wird und dies sind nicht " Geschichten" wie sie abwertend schreiben, sondern ganz einfach FAKTEN! Und wenn Sie etwas von Physik verstehen, dann müssen Sie nur folgendes wissen: CO2 , welches in der vorindustriellen Zeit bei 280 ppm betrug auf derzeit 400 ppm angestiegen ist
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Peter Sager hat mit seinen immerwiederkehrenden (Er-)Mahnungen in diesen Kommentaren vollkommen recht. Ich halte mich oft im Gebirge auf und stelle wie er fest, wie die Sommer im Laufe der letzten Jahre immer kälter werden, wie man schon Höhen um 2000 Meter im Hochsommer nur mit Thermojacken und gefütterten Handschuhen aushält und wie man angesichts der Macht der wachsenden Gletscher nur noch flehentlich sein eiserstarrtes Angesicht in das nächste soziale Medium wenden kann um dort mit klammen Fingern einen zurechtweisenden Weckruf an die uneinsichtigen Meteorologen zu tippen. Und die merken's einfach nicht!
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Es gab schon immer warm- und Kaltzeiten, welche sich abgewechselt haben. Und dabei hat auch die CO2-Menge in der Atmosphäre geschwankt (zwischen 180 und 280ppm). Aber 400ppm sind einfach nicht natürlich, daher klar von uns Menschen verursacht.
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Sehr geehrter Herr Sager
Also für mich ist 20 Grad während der Weihnachtszeit nicht Kälte. ;-)
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@ Johan Montal: Wachsenden Gletscher??? Sind Sie sicher Sie reden von die Schweiz? Die Gletscher nehmen stetig ab!
http://www.unifr.ch/news/de/13448/
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Herr Sager. Wenn Sie immer noch der Meinung sind, dass es keine Klimaerwärmung gibt: Fakt ist, wie bereits erwähnte wurde, ist die Konzentration an CO2 in der letzten Zeit deutlich gestiegen und wird auch in Zukunft noch weiter ansteigen. Realistische Ziele wären eine Begrenzung der globalen Mitteltemperatur auf etwa 3.5 Grad. Das 2 Grad Ziel ist mit dem beschlossenen Abkommen bereits unmöglich, da die Auflagen viel zu wenig deutlich sind. Und Ihre Aussage mit dem schlechten Wetter der nächsten Tage hat rein gar nichts mit dem Klima zu tun also überlegen Sie das nächste Mal bitte bevor sie so einen schwachsinnigen Kommentar abgeben.
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Ein erhöhtes CO2 in der Atmosphäre kann auch Folge und nicht Ursache einer Erwärmung des Klimas sein, da nämlich bei höherer Temperatur die Löslichkeit von CO2 in den Ozeanen abnimmt. Phasen mit wärmerem Klima hat es schon immer gegeben. Vor ein paar Jahrhunderten wurde in England Weinbau betrieben - wie hoch waren denn die CO2-Emissionen da? Statt von Klimaerwärmung sollte also korrekter von Klimaschwankungen die Rede sein. Wieviel davon tatsächlich 'vom Menschen gemacht' ist, lässt sich nicht quantifizieren. So sieht es aus. Etwas mehr Objektivität anstatt der ständigen Panikmache wäre wünschenswert.
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