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Mittel, welche den Menschen zur Verfügung stehen, um ihr Leben zu bewältigen und ihre Ziele zu erreichen. In ressourcenorientierter Gesundheitsförderung werden darunter vorab personale (physisch und psychisch), soziale und materielle Ressourcen verstanden. Ressourcen können – genau wie Belastungen – in einer Person selber (interne Ressourcen) oder im Umfeld der Person (externe Ressourcen) liegen (vgl. Blaser & Amstad 2016a).
Im Projektmanagement bezieht sich der Ressourcenbegriff auf die finanziellen, personellen und materiellen Mittel.
Körperliche, psychische, soziale oder physikalisch-materielle Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Krankheit, einer Verletzung oder eines schlechten Gesundheitszustandes erhöhen (vgl. Weber et al. 2016a).
Konzept (von Aaron Antonovsky), welches sich mit der Entstehung, Entwicklung und Förderung von Gesundheit beschäftigt. Es fokussiert auf Ressourcen und Schutzfaktoren bzw. darauf, was Menschen gesund erhält, obwohl sie Risiken und Belastungen ausgesetzt sind. (vgl. Habermann-Horstmeier 2017, 139 sowie Gesundheitsförderung Schweiz 2019, 5)
⇢ in Abgrenzung zu Pathogenese.
Körperliche, psychische, soziale oder physikalisch-materielle Faktoren, die als gesundheitsfördernde und krankheitsverhindernde Einflussfaktoren den Einfluss der Risikofaktoren beschränken und so das Auftreten einer Krankheit unwahrscheinlicher machen (z. B. ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung, ausreichende Erholung, unterstützendes soziales Netzwerk) (vgl. Weber et al. 2016a).
⇢ In Abgrenzung zu Ressourcen, welche sich direkt auf die Gesundheit auswirken können.
Eine Evaluation, die von Personen durchgeführt wird, die an der Intervention selber beteiligt sind (vgl. Gollner et al. 2018). Selbstevaluationen orientieren sich grundsätzlich an denselben Prinzipien wie Fremdevaluationen.
⇢ in Abgrenzung zur Fremdevaluation
Selbstmanagement ist ein Aspekt der Gesundheitskompetenz. Bei Vorliegen einer chronischen Krankheit oder Sucht bezeichnet Selbstmanagement auch einen dynamischen Prozess, welcher die Fähigkeiten eines Individuums umfasst, adäquat und aktiv mit den Symptomen, körperlichen und psychosozialen Auswirkungen, Behandlungen der chronischen Krankheit oder Sucht umzugehen und seinen Lebensstil entsprechend anzupassen. (BAG und GELIKO 2018, 20)
Selbstwirksamkeit beschreibt die subjektive Überzeugung, gewünschte Handlungen aufgrund eigener Kompetenzen erfolgreich bewältigen zu können. (vgl. Brinkmann 2014 zit. In Abderhalden et Jüngling 2019).
Abgegrenztes sozial-räumliches System, in dem Menschen leben, lernen, arbeiten etc. (z. B. Betrieb, Schule, Kranken-/Pflegeheim, Gemeinde/Quartier, Familie, Verein) und das sich auf deren Gesundheit auswirkt.
Der Settingansatz ist eine Kernstrategie der Gesundheitsförderung, in welchem es im Wesentlichen darum geht, die Akteure in den Settings dabei zu unterstützen, ihre eigene Lebenswelt gesundheitsförderlich zu gestalten. Der Settingansatz trägt dem Umstand Rechnung, dass Gesundheit im Alltag entsteht, also da, wo die Leute leben, lernen, spielen, arbeiten, altern etc. Er kombiniert verhaltens- und verhältnisorientierte Massnahmen.
⇢ In Abgrenzung zu rein verhaltensorientierten Interventionen (in Settings).
Ziele, die 'Spezifisch', 'Messbar', 'Anspruchsvoll', 'Realistisch' und 'Terminiert' sind (vgl. Kolip 2019).
Der Soll-Wert beschreibt ein quantitatives Anspruchsniveau für einen Indikator Der Soll-Wert legt fest, welcher Wert für eine Zielerreichung erforderlich ist. Der Ist-Wert ist der aktuelle Wert.
⇢ Vgl. auch Indikator.
Soziale Teilhabe bezieht sich auf die Integration von Menschen in soziale Netzwerke von Familien, Freundinnen und Freunden sowie in die Gemeinschaften, in denen sie leben, und in die Gesellschaft als Ganzes. (vgl. UNECE 2010, 3)
Soziale Unterstützung beschreibt das Vermitteln von praktischer Hilfe, emotionaler Unterstützung, Wertschätzung oder den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen zwei oder mehr Personen. (vgl. Bachmann 2014, zit in Blaser et al. 2016a, 18)
siehe Anspruchsgruppen
Die Steuergruppe setzt sich in der Regel aus Vertreterinnen und Vertretern der Auftraggeberschaft und der Geldgebenden zusammen und ist das oberste Entscheidungsgremium eines Projekts oder Programms. In der Steuergruppe werden die strategischen Entscheide gefasst und in der Regel die grobe Ausrichtung, Konzepte, Budget, wichtige Personalentscheide etc. verabschiedet.
⇢ In Abgrenzung zur Begleitgruppe.
Konzeptionelle Grundlage, welche beschreibt, wie Organisationen bzw. Unternehmen insgesamt vorgehen wollen, um ihre langfristigen Ziele zu erreichen.
Im Rahmen des Projektmanagements beschreiben Strategien die übergeordneten Interventionsansätze und dienen als Rahmen für die Definition und Bündelung von Massnahmen.
Ausdruck eines Ungleichgewichts zwischen den Anforderungen der (Arbeits-)Umwelt und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten. Dieses Ungleichgewicht kann negative Emotionen erzeugen, als subjektiv unangenehmer Spannungszustand erlebt werden und krank machen. (Vgl. Zapf & Semmer 2004, zit. in Igic et al. 2014a)
Auf den Organismus wirkende Faktoren, die mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu Stress führen (Zeitdruck, soziale Belastungen etc.) (Zapf & Semmer 2004, zit. in Igic et al. 2014a). Da sich die Bedeutungen der Begriffe «Stressor» und «Belastung» im Kontext des Betrieblichen Gesundheitsmanagements weitgehend decken, werden sie im BGM synonym verwendet.
Rahmenbedingungen, die in den gesellschaftlichen Strukturen (politisch, ökonomisch, kulturell, organisationsstrukturell etc.) angelegt sind oder das natürliche und materielle Umfeld betreffen (geografisch, klimatisch, infrastrukturell etc.).
Qualität der für eine Intervention erforderlichen Rahmenbedingungen (z. B. politisch, gesetzlich), institutionellen Voraussetzungen und Ressourcen (z. B. konzeptionell, personell, finanziell, infrastrukturell).
⇢ In Abgrenzung zur Prozessqualität und Ergebnisqualität.
Aufbereitung, Verbreitung und Nutzung von Erkenntnissen, Erfahrungen und Evaluationsergebnissen aus einer Intervention.
Dauerhafte Überführung von Projekten, Programmen oder Massnahmen in bestehende Policies, Strukturen oder Angebote. Es kann unterschieden werden zwischen Verankerungen auf folgenden Ebenen:
Menschliches Handeln (Verhalten) und Lebensbedingungen (Verhältnisse) hängen eng zusammen und beeinflussen sich wechselseitig. Der Verhaltensansatz richtet sich an das Individuum und soll gesundheitsrelevante Kompetenzen und Einstellungen sowie den gesundheitsrelevanten Lebensstil von Individuen und Gruppen direkt beeinflussen. Der Verhältnisansatz will demgegenüber mittels Veränderung von ökologischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und materiellen Umweltbedingungen indirekt die Gesundheit von Menschen fördern und Krankheiten verhindern. Idealerweise werden verhaltens- und verhältnisorientierte Ansätze kombiniert. (vgl. Weber et al. 2016a, 127)
Aufbau und Pflege von Kontakten über die Grenzen von Bereichen, Disziplinen, Hierarchiestufen, Organisationen und Projekten hinweg. Der Zweck von Vernetzung ist die Nutzung von Synergien durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen, gegenseitiges Lernen, die Koordination von Angeboten und die Etablierung von Zusammenarbeiten.
Eine Versorgungskette bezeichnet die sich ergänzenden Prozesse und Angebote, welche die Versorgung der Bevölkerung mit bestimmten Gütern oder Dienstleistungen gewährleisten. Versorgungsketten im Gesundheitsbereich umfassen alle sich ergänzenden Versorgungsleistungen zu einer spezifischen Krankheit, von der Prävention und Früherkennung über die Diagnostik, Selbstsorge/Selbsthilfe, ambulante und stationäre Behandlung, Therapie und Pflege bis hin zur Nachsorge.
Eine Vision umfasst Vorstellungen über erwünschte Zustände und beschreibt den idealen Sollzustand in einer längerfristigen Perspektive, also über die Dauer eines Projekts oder Programms hinaus. Eine gute Vision ist einfach und klar, sie motiviert die Beteiligten, trotz potenziell unterschiedlicher Interessen gemeinsam auf dasselbe Fernziel hin zu arbeiten und einen Beitrag dazu zu leisten.
Vulnerabilität bedeutet ganz allgemein Verletzlichkeit oder Verwundbarkeit (vgl. Von Unger 2018). Gesundheitliche Vulnerabilität bezeichnet eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, Behinderungen, Verletzungen oder frühzeitigen Tod infolge einer Häufung von Risikofaktoren und eines Defizits an Schutzfaktoren (Weber et al. 2016a, 128). Das Konzept der Vulnerabilität wird kritisch diskutiert: Die Zuschreibung von Verletzlichkeit zu bestimmten Bevölkerungsgruppen oder Individuen und ein Fokus auf Defizite sind problematisch.
Ausmass, in welchem eine Intervention erwiesenermassen Wirkungen (Outcome) erreicht, die in ihren Zielen (Wirkungszielen) vorgegeben sind (vgl. Univation Eval-Wiki; Kurz & Kubek 2018).
⇢ In Abgrenzung zur Wirtschaftlichkeit / Effizienz
Durch eine gesundheitsförderliche Intervention hervorgerufene Veränderungen von Wissen, Einstellung, Kompetenzen oder Verhalten bei der Zielgruppe, Veränderungen von Verhältnissen (Strukturen) in Settings oder Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene (vgl. Fässler & Studer, 2018, 6).
⇢ In Abgrenzung zu nicht-intendierten (positiven oder negativen) Nebenwirkungen.
Aktivitäten und Mechanismen, welche der systematischen Planung, Überprüfung und Optimierung der Wirkungen von Interventionen, Strategien oder Organisationen dienen.
Vereinfachte Beschreibung oder grafische Darstellung von idealerweise theoretisch oder empirisch begründeten Ursache-Wirkungszusammenhängen von Interventionen. In Wirkungsmodellen werden in der Regel Inputs (Ressourcen), Umsetzung (Aktivitäten/Massnahmen), Outputs (erbrachte Leistungen, Produkte, Angebote), Outcomes (Wirkungen/Reaktionen) und Impacts (übergeordnete Gesamtwirkungen) in Beziehung zueinander dargestellt.
⇢ Siehe interaktives Wirkungsmodell: https://www.quint-essenz.ch/de/outcome_models
Ein Wirkungsziel gibt an, was mit einer Intervention in einem Setting oder bei einer Zielgruppe bewirkt werden soll (vgl. Outcome).
⇢ In Abgrenzung zu Leistungsziel (vgl. Output)
Verhältnis zwischen den erbrachten Ergebnissen (Output und Outcome) und den dafür eingesetzten Mitteln (Input). Eine Intervention ist dann wirtschaftlich, wenn die Mittel möglichst sparsam in Leistungen und Wirkungen umgewandelt werden. (Vgl. BAG 2017b; OECD zit. in ZEWO, o.J.)
⇢ In Abgrenzung zur Wirksamkeit / Effektivität
Systematische Pflege, zielgerichtete Erweiterung und produktive Nutzung des in einer Organisation vorhandenen Wissens.
Verfahren, mit dessen Hilfe nachgewiesen wird, dass eine Organisation bzw. eine Organisationseinheit definierte Anforderungen erfüllt. Das Verfahren wird in der Regel von einer unabhängigen Stelle durchgeführt, die bei positiver Beurteilung eine (meist) zeitlich befristete Bescheinigung (Zertifikat) erteilt. (vgl. BfGA 2019)
Erwünschter Zustand, der durch eine Intervention bis zu einem festgelegten Zeitpunkt erreicht werden soll.
Bevölkerungsgruppe oder Anspruchsgruppe eines Settings, auf welche sich die Ziele einer Intervention beziehen.
Zielklassen sind Kategorien von Zielen. Sie dienen dazu, Ziele thematisch, geographisch, nach Zielgruppen oder Strategien zu ordnen.