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P. Ignaz (Jakob) Stadelmann von Mörschwil
Geburtsjahr: 1659 |
Todesjahr: 1721
Professbuch:
Band B, Nr. 215
Kapitel:
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92.
P. Ignaz (Jakob) Stadelmann von Mörschwil
Professjahr: 1678
Professbuchtext:
P. Ignaz (Jakob) Stadelmann von Mörschwil. Geboren 1659. Profeß 22. September 1678. Priester 18. September, Primiz 29. September 1683.
Noch als Frater ging er den 11. September 1680 mit P. Meinrad zu einer Disputation nach Fischingen. Den 2. Juni 1684 mußte er mit P. Franz nach Wettingen, um dort bei der Prozession am Sonntag innerhalb der Fronleinamsoktav als Trompeter auszuhelfen. Den 3. Oktober 1686 «hat unser H. P. Ignatius ein schön lustig Comedi Schauspihl oder Action exhibirt. P. Ignatius hart darmitt meritiert. das er mit seinen Trompetten Discipulis nacher Rheinauw, dahin er auch begehrt worden, zu einer Erquikung und Recreation spatzieren können»244
. Am 8. Juli 1687 war er bei der berühmten Fahrt auf den Diethelm245
, Den 14. und 28. September 1687 führte er anläßlich der Engelweihfeierlichkeiten das Feuerwerk aus; dafür durfte er den 6. Oktober nach Bellenz und von dort nach Mailand und Genua, wo sie den aus Einsiedeln stammenden Uhrenmacher Peter Kälin trafen. Auf dem Heimwege ging er nach Engelberg, um dort einige Fratres im Trompeten zu unterrichten, so daß er erst den 4. März 1688 zurückkam. Von Engelberg aus war er mit P. Ambros nach Altdorf gerufen worden, um dort beim «Großen Gebet» als Musikus mitzuwirken. Den 20. Juli 1688 mußte er nach Fischingen, um dort das Feuerwerk auf die Abtsbenediktion vorzubereiten. Am 12. Oktober d. J. ging er nach Mariastein, «einen jungen Fratres in den Trompetten zu instruiren».
Das Feuerwerk vom 14. September 1687 beschreibt uns Dietrich also: «Zuerst war auf der Vordem Bühne eine Scena muta, der Tod des hl. Meinrad und die Engelweihe vorstellend; Christus stimmte das Gloria an und gab nach dessen Absingen den Segen, worauf «das obere Theatrum» (welche eintzig für das Feuerwerk zugericht worden) durch das Gewulk in das Aug gestellt: Dorten war von Lichtern repraesentirt das Mutter Gottes Bild mit dem Mond under den Füssen, in einem hellen Schein, darby umbher die Wappen der H. Cantonen; auch Hertzogen in Peyern, H. Nuncij, Ihrer Fürstl. Gn. zu St. Gallen, Ihrer Fürstl. Gn. zu Einsidlen, und darob (nemblich ob dem Mueter Gottes Bild), ein Adler. Zu beyden Seiten ausserthalb stunden zwey Pyramiden, darinnen Nomina Jesus und Maria, deren Sternen bis in den Spitz repräsentiert gewesen. Underzwüschen das Wort: Vivat in Zweyen Ohrten von Feur, auch zu oberst der Name Maria auch von Feuer zu sehen gewesen. Dis so in das Aug gestellte Feur Theatrum fieng alsobald Feuer zu geben von allerhand Kunst - Feur - Wasser - Sternen und Liecht Kuglen, mit vilem Klöpfen, stehenden und liegenden Feuern. Under dessen Hesse sich ein feuriger Drach aus dem Wald hervor, der gantz feurig mit einem langen nach sich gelassenen Funken Feur, gar lustig hinunder geschossen, und mit einem grossen Knall verbrunnen. Neben vilen anderen delectablen Sachen und einer grossen Anzahl Ragetten, die unser Feuerwerker über 2000 gewesen zu seyn versichert.» Das ganze Schauspiel währte fast eine halbe Stunde246
. - Anders beschaffen war das Feuerwerk vom 28. September. «Zum Feurwerk, das gleich under dem Wald by der Höhe gegen St. Benedict gehalten worden, seynd Ihr Fürstl. Gn. und H. Praelat von L. Fr. im Stein in Mozett unnd Rochet aufgezogen, alle andern unsere Herren theils in Floccis, theils in Tischkutten, theils im gemeinem Scapulari mitgegangen, dessen zwar niemand sonderbar geachtet, weilen es finster ware, schon gegen halb 7 Uhr, praecedente cruce et Accolythis. Das Feuerwerk hatte anietzo in seiner Facciada die Figur des Hochhl. Althar Sacraments, oben her in der Mitte zwei päpstl. Röm. Schlüssel, und Cron, liebendem ein österreichischen Adler. Zu beyden Seiten waren die Wappen der Eydtgenissischen Ohrten, zu äusserst Ihrer Fürstl. Gn. Insignia zu einer, und H. Praelaten im Stein zur andern Seite, darob der Lothringische Leuw und dargegen hinüber der Venetianische Leuw, alles schön erleuchtet. Zu Oberst die Namen Jesus und Maria mit Feur gemacht, ausserthalb 2 Piramiden, darauf 2 brinnende Kugel, die sehr hell und lang geleuchtet. Underzwüschen flogen ein unzählbare Menge allerhand kleiner und grosser Ragetten haufenweis hinaus, auch vil der Sternen Kugeln aus Mörsern geschossen, welche alles trefflich wohl ausgefallen. Daneben wider anderes Geschütz von aufrechten und ligenden Canonen, item Spreng-Kugeln, Vasen und dergleichen eine grosse Anzahl. Daneben fliegte hinüber ein grosser feuriger Drach, der mit lustigem Feur und Gereusch sich in die Tiefen gestürzt, dorten mit guter Operation und vilem Klöpfen auch ausgespeuten Ragetten zersprungen. Und zu beiden Seiten fechteten 2 feurige Mannen mit einander, welches alles ein lustiges Zusehen gemacht. War, die Wahrheit zu bekennen, dis ein Feuer Werk, das ein Ehr darby gewesen und ausländische Herren, so anderwerts nammhafte Feurwerk gesehen, ausgesagt, sie dergleichen nichts gesehen haben.» Auch diesmal währte der Spektakel eine halbe Stunde247
.
Den 3. Januar 1690 mußte P. Ignaz wieder nach Engelberg, um dort Unterricht im Trompeten zu erteilen. Im Auftrage des dortigen Abtes kam er am 14. Januar nach Einsiedeln, um sich bei Abt Augustin Rat zu holen in einem Streit, den Engelberg mit Samen hatte, worauf P. Dekan mit nach Sarnen und Engelberg ging. Von Engelberg kam P. Ignaz den 11. März zurück. Am folgenden 2. Juni ging er mit P. Joachim wieder hin, um bei der Primiz des P. Joachim Albini, des spätem Abtes, zu predigen. Am 10. September 1690 führte er anläßlich der Aufrichtung der Bruderschaft de mercede redemptionis captivorum in Galgenen «ein feines Actiönlin» auf, «welches er mit sonderem Ruhm exhihiert». Es waren neben ihm noch fünf Patres und zwei Scholaren dort. Mit P. Dekan und P. Sebastian mußte er am 19. Oktober d. J. nach Rheinau zu den dortigen Translationsfeierlichkeiten. Daneben erscheint er öfters als Prediger, so 1691, den 17. Juni, in Lachen, den 19. November in Mörschwil, 1692, den 18. März, in Galgenen und den 23. Juni in Yberg. Ende Juli 1691 mußte er zu Landeshauptmann Freuler in Näfels wegen dem Münsterlinger Handel. Den 19. November 1691 ging er nach Fischingen zu einer Disputation und am 7. März 1692 nach Engelberg als Prediger. Auf Bitten des Abtes von Engelberg mußte er auch am 21. April 1692 mit P. Peter zur Äbtissinwahl nach Sarnen. Den 24. Juni 1692 wurde er Mitglied der Fünf -Wunden - Bruderschaft in Konstanz. Am 12. November 1694 wurde er Kapellmeister. Am 11. Juni 1695 ging er zuerst nach Pfäffikon zur Primiz des Georg Walder, dann in den Thurgau und von dort nach Mörschwil zur Primiz seines Bruders Notker als Prediger. Auch er wurde am 29. August 1695 mit andern zum Feldprediger für den damals drohenden Krieg ernannt. Den 10. Oktober 1695 ging er nach Zug, um seinen kranken Bruder zu besuchen, der dort Kapuzinernovize war; zu dessen Profeß ging er den 10. April 1696 als Prediger wieder dorthin. Am 15. Oktober mußte er gesundheitshalber nach St. Gerold; er war aber jedenfalls nicht lange dort, sondern wirkte daheim wieder als Professor der Rhetorik und auch der Theologie. Den 16. Januar 1699 wurde er mit Pater Mauritius als «Wächter» für den Chor bestellt. Mit P. Kolumban ging er den 26. Juli 1699 nach Pfäfers ins Bad. Den 22. Dezember 1699 suchte er in Rapperswil den Provinzial der Kapuziner auf, um seinem jüngern Bruder den Eintritt in den Kapuzinerorden zu erwirken. Der andere Bruder, der bereits in diesem Orden war, feierte am 15. Oktober 1700 in Mörschwil seine Primiz, wobei P. Ignaz predigte. Den 31. Dezember 1700 mußte er nach Altdorf, um dort am Namen Jesufest zu predigen; mit ihm gingen die Patres Ildefons, Ignaz und Martin, die bei der Feier ebenfalls mitwirken mußten. 1701, den 24. April, mußte er bei der Einführung der Armenseelenbruderschaft in Eschenbach das Feuerwerk für das Fegfeuer besorgen; dabei fing der Salpeter Feuer und alles flog in die Luft. Seit dem 14. April 1700 war er Vizearchivar, im Sommer des folgenden Jahres wurde er Archivar; doch bekleidete er dieses Amt (neben der Kapellmeisterei) nur anderthalb Monate, da er am 16. August 1701 nach Lüders geschickt wurde, um dort Französisch zu lernen. Später wurde er daselbst Professor; er weilte am 4. Mai 1705 noch daselbst, doch kam er im nächsten Jahre heim. Von 1706-10 war er Direktor der Stiftsdruckerei. Den 10. April 1708 ging er als solcher nach Fischingen, um mit dem dortigen Prälaten wegen dem Druck des Directoriums und eines Büchleins zu verhandeln. Am 5. Juli 1709 wurde er Brüderinstruktor und am 10. April 1711 Pfarrer in Eschenz, wo er bis im Mai 1713 amtete. Bereits 1714 erscheint er als Statthalter in Freudenfels; als solcher versah er vom 2. Juni 1714 bis Februar 1715 nochmals die Pfarrei Eschenz. Er starb den 5. August 1721 in Freudenfels an Wassersucht. «Vir fuit admodum ergregius»248
. Er war auch Präses der Rosenkranzbruderschaft und Registratur miraculorum.
Schriften:
a) Gedruckte:
1. Unser Liebe Frau zu Einsidlen. Das ist Kurtze Chronica Oder Geschicht-Buch Von dem Ursprung der Uhralten, Weltberühmbten, und von dem Herrn Christo Selbsten geweyhten Unser Lieben Frauen Capellen zu Einsidlen. Auch dero dem H. Apostol. Stuhl ohnmittelbahr angehörigen, und dess H. Römischen Reichs Gefürster Stifft und Gotts-Hauses, St. Benedicten Ordens in dem Schwytzerland. - Authore R. P. Conrado Hunger, Capitulare und Notario daselbsten. Hernacher auff ein neues übersehen, und mit mehr als 200 schönen, jüngsthin beschehenen Wunderwerken gemehrt. Erstlich durch R. P. Gregorium Hüsser. Anjetzo aber durch R. P. Ignatium Stadelmann, beyde Capitulares daselbsten. Cum facultate Superiorum. Einsidlen, durch Joh. Heinrich Ebersbach 1700. 8 °. 570 Seiten. - Stiftsarchiv Einsiedeln A.FB 56.
2. Dreyfache Cron, oder Kurtze in 3 Theil verfasste Chronica etc. Gedruckt in dem Fürstlichen Gottshauss Einisdlen. Durch Adam Rupert Schädler. Anno 1718. 8 °.
Erster Theil. Von dem Leben dess heiligen Martyrers und Einsidlischen Patronen Meinradi, Von Erbauung der H. Capellen, Auch vom Leben dess hl. Bennonis, andern Einsidlers allhie. S. 1-49.
Andere Theil. Von Erbauung dess Gottshauses, Göttlicher Weyhung der hl. Capellen, Wie auch Päbst- und Keyserlichen Befreyungen, und Succesion der Einsidlischen Prälaten. Seite 51-176.
Dritter Theil. Von den Wunderwerken, So bey Anruffung U. L. Frauen zu Einsidlen geschehen. S. 179-604.
3. Dreyfacher Ehrenkrantz St. Meinradi, Das ist Einsidlische in drey Theil verfasste Chronik etc. Gedruckt in dem Fürstl. Gotteshauss Einsidlen, Durch Meinrad Eberlen, anno 1728. 8 °. Eintheilung wie oben. 1. Theil 1-70. 2. Theil 71 146. 3. Theil 1-392.
4. Dreyfacher Ehrenkrantz St. Meinradi, Das ist Einsidlische in drey Theil verfasste Cronik etc. Gedruckt in dem Fürstlichen Stift Einsidlen, durch Meinrad Eberlin, anno 1739. 8 °. Eintheilung wie oben. 1. Theil 1-70. 2. Theil 71 bis 145. 3. Theil 147-635.
Nota: Alle diese 4 Ausgaben stammen von der Chronik des P. Conrad Hunger anno 1654, welch letztere von P. Gregor Hüsser 1674, und diese wieder von P. Ignaz Stadelmann anno 1700 und 1718, und endlich von Andern 1728 und 1739 etwas erweitert und vermehrt herauskamen.
b) Ungedruckte:
1. Comoedie auf die Einführung der Bruderschaft B. V. M. de Mercede in Galgenen. 9. Sept. 1690. «Geschichtsfreund», Bd. XVII, S. 130.
2. 1709, 6. Oct. Spiel auf den Rosenkranzsonntag: Geschichte von Abimelech, den ein Waib zu Tode schmettert. «Geschichtsfreund», Bd. XXVII, S. 114.