Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03482.jsonl.gz/1583

Die Therapie des Schlüsselbeinbruchs kann konservativ (d. h. nicht-operativ) oder operativ erfolgen. Welche Behandlung am besten geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin, der oder die den Bruch auf der Röntgenaufnahme begutachtet hat.
Die nicht-operative Behandlung eignet sich vor allem für geschlossene Brüche im mittleren Drittel. Bei 90% der dortigen Verletzungen sind keine Operationen erforderlich. Trotz der obigen Ausführungen sind jedoch Operationen nötig, wenn es sich um offene Brüche und/oder zusätzlichen Gefässverletzungen handelt. Das Für und Wider eines operativen oder konservativen Vorgehens ist immer zusammen mit der Patientin oder dem Patienten sowie der behandelnden Ärztin oder Arzt zu besprechen. Neben den klaren Argumenten für ein konservatives Vorgehen gibt es viele relative Bedingungen, welche gegeneinander abgewogen werden müssen (z.B. erhebliche Verschiebungen der einzelnen Knochen, Druck auf die Weichteile, Brüche welche ganz nahe beim Schulterblatt liegen, Brüche welche konservativ nicht geheilt sind, sich wiederholende Brüche).
Die konservative Therapie stellt das gebrochene Schlüsselbein ruhig. Das ermöglicht entweder eine Armschlinge oder der sogenannte Rucksackverband: Dafür legt der Arzt oder die Ärztin Ihnen einen Zugverband um beide Schultern. Am Rücken zieht er oder sie ihn straff und befestigt ihn. Dieses Verfahren zieht die Schultern nach hinten, wodurch es die gebrochenen Teile einrichtet und hält. In der ersten Woche soll der Rucksackverband täglich nachgezogen und seine Position regelmässig kontrolliert werden.
Die Heilungsdauer beträgt sechs bis acht Wochen, wobei Sie Rucksackverband oder Schlinge drei bis vier Wochen lang tragen müssen. Im Anschluss daran hilft eine Physiotherapie, die vollständige Beweglichkeit der Schulter wiederherzustellen.
Trotz der obigen Ausführungen sind jedoch Operationen nötig, wenn es sich um offene Brüche und/oder zusätzlichen Gefässverletzungen handelt.
Die Operation des Schlüsselbeinbruchs findet unter Vollnarkose statt. Zuerst bringt der Chirurg oder die Chirurgin den Knochen in seine ursprüngliche Lage zurück. Dabei versorgt er oder sie eventuell verletzte Gefässe. Anschliessend werden die Bruchenden fixiert: Hierzu sind zum Beispiel Metallplatten geeignet, die durch Schrauben den Knochen verbinden (Plattenosteosynthese). Sie werden üblicherweise bei störenden Befunden nach 1 ½ bis 2 Jahre wieder entfernt. Die Platten können jedoch bei beschwerdefreien Patientinnen oder Patienten auch lebenslang im Körper behalten werden.
Nach der Operation erhalten Sie für drei bis vier Tage einen sogenannten Gilchrist-Verband, der Ihren Arm fixiert und so das Schultergelenk ruhigstellt.
Liegt der Schlüsselbeinbruch im äusseren Drittel des Schlüsselbeins, können bei der operativen Therapie auch sogenannte Hakenplatten zum Einsatz kommen, die etwa für die Dauer von sechs bis acht Wochen an Ort und Stelle verbleiben. Solange das Material nach der Operation der Klavikulafraktur noch nicht wieder entfernt ist, dürfen Sie das Schultergelenk nur eingeschränkt bewegen.
Nach der Operation des Schlüsselbeinbruchs müssen Sie mit einer Heilungsdauer von etwa zwölf Wochen rechnen.
Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.
Universitätsspital Zürich
Klinik für Traumatologie
Rämistrasse 100
8091 Zürich