Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03599.jsonl.gz/2161

Das Wichtigste in Kürze
- In der Saison 2022/23 kommt es aber nicht nur physisch zu einem Umbau der Wiener Opernwelt: Das Theater an der Wien bekommt nach 16 Jahren einen neuen Chef, und die Volksoper Wien mit der 40-jährigen Niederländerin Lotte de Beer erstmals seit 2007 eine neue Direktorin.
Anders als ihre Vorgänger sind Herheim und de Beer ausgebildete Musiker und Regisseure, die nun erstmals eine Bühne leiten.
«Für uns ist Oper auch von Werten abhängig, sie muss Werte vermitteln» sagte Herheim im Namen seines Teams. Einige Premieren der kommenden Saison würden wegen des Ukraine-Krieges noch relevanter - etwa Mieczyslaw Weinbergs Oper «Der Idiot» aus den 1980er Jahren, die auf dem gleichnamigen Roman von Dostojewski beruht. Eine Stigmatisierung russischer Kunst sei für ihn ausgeschlossen, sagte Herheim: «Umso mehr setzen wir auf dieses Werk».
Seine Saison beginnt am 6. Oktober mit «La Liberazione», eine frühe Barockoper der Starsopranistin und Komponistin Francesca Caccini. Nach dieser Produktion von Ilaria Lanzino präsentiert Herheim mit Janáček's «Das schlaue Füchslein» seine erste Inszenierung als Opernintendant. Ausserdem setzt Herheim wie auch de Beer auf neue Programmschienen, um junges Publikum anzusprechen. So könne man auch wieder Hoffnung bei älteren Besuchern wecken, «die vielleicht beginnen zu zweifeln, ob es überhaupt weitergehen kann mit der Oper».