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Königliche Sommerresidenz
Die Villa «Haslihorn» in St. Niklausen hat eine königliche Vergangenheit. Sie wurde 1874 erbaut und diente der belgischen Königsfamilie während Jahrzehnten als Sommerresidenz. 1898 erwarb Prinz Philipp, Graf von Flandern, Bruder des damaligen Königs Leopold II. von Belgien, das an den Vierwaldstättersee angrenzende Anwesen von der Luzerner Familie von Moos. Ab 1934 gehörte das Anwesen seinem Enkel König Leopold III. Nachdem dessen Frau Königin Astrid von Belgien 1935 bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen war, wurde die Liegenschaft 1938 an einen Basler Industriellen verkauft. An den Tod von Königin Astrid erinnert die Astrid-Kapelle in Küssnacht. Mit dem Verkauf der Liegenschaft war die Auflage verbunden, dass das Haus abgerissen werde. Gleichzeitig mit dem Neubau der Villa im Jahr 1938 wurde auch der Park neu gestaltet.
Immer ein Ereignis
Die Anwesenheit der Königsfamilie war in Horw jeweils ein grosses Ereignis. Auch in der Poststelle und im Lebensmittelladen von Kastanienbaum war dies spürbar. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall von Königin Astrid von Belgien trafen Beileidstelegramme aus aller Welt ein und mussten ins königliche Gut «Haslihorn» gebracht werden. Der junge König Leopold III. besuchte während seinen Motorradfahrten den Lebensmittelladen in Kastanienbaum und deckte sich dort mit Zigarren ein.
Die Villa «Haslihorn» ist seit 1938 im Besitz der selben Familie geblieben. Sie gehört heute der Familiengemeinschaft Vischer-Simonius aus Basel.
Franz Hess, ehemaliger Gemeindeschreiber (1970 – 1991)