Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/84696

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund ist der wichtigste Arbeitgeber der Schweiz. Er ist verpflichtet, bei der Standortwahl der Bundesarbeitsplätze auch regionalpolitische Überlegungen zu berücksichtigen. In den letzten zwanzig Jahren haben zahlreiche Reformen, Umstrukturierungen, Ausgliederungen, Privatisierungen und Aufgabenverschiebungen zu einer Neuverteilung der Bundesarbeitsplätze auf die Regionen in der ganzen Schweiz geführt.</p><p>Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie haben sich die Bundesarbeitsplätze aufgeschlüsselt nach Departementen, den dezentralen Verwaltungseinheiten, den eidgenössischen Gerichten, den ausserparlamentarischen Kommissionen, Organisationen des öffentlichen oder privaten Rechtes, welche mit Verwaltungsaufgaben betraut sind und bei deren dem Bund eine beherrschende Stellung zukommt, sowie den eidgenössischen Ausbildungsstätten in den letzten zwanzig bzw. zehn Jahren zahlenmässig in den verschiedenen Regionen und Kantonen der Schweiz entwickelt?</p><p>2. Mit welchen signifikanten Veränderungen ist in den kommenden Jahren in welchen Bereichen und welchen Regionen und Kantonen zu rechnen?</p><p>3. Welche kompensatorischen Massnahmen sieht der Bundesrat für Regionen und Kantone vor, welche in den letzten zwanzig bzw. zehn Jahren erhebliche Bundesarbeitsplätze im weiteren Sinn einbüssen mussten bzw. in Zukunft einbüssen werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Bundesverwaltung weist einen hohen Dezentralisierungsgrad auf. Lediglich rund ein Drittel der Bundesangestellten arbeitet in der Agglomeration Bern, während rund zwei Drittel der Arbeitsplätze dezentral verteilt sind. An dieser räumlichen Verteilung hat sich grundsätzlich in den letzten Jahren nichts geändert, auch wenn es im Einzelnen eine Reihe von organisatorischen Veränderungen gab (z. B. dezentral organisierte neue Aufgaben des Astra, teilweise Dezentralisierung des Bundesamtes für Polizei und der Bundesanwaltschaft).</p><p>Das VBS muss in diesem Zusammenhang separat betrachtet werden. Die Entwicklung der Stellen richtet sich nach den Abbauvorgaben gemäss neuem Stationierungskonzept, das einvernehmlich mit den betroffenen Kantonen festgelegt wurde. Das VBS wird weiterhin stark dezentralisiert bleiben.</p><p>2. Das Bundesverwaltungsgericht mit 340 Mitarbeitenden, gegenwärtig in Bern angesiedelt, wird seinen Standort in St. Gallen im Jahr 2012 beziehen. Generell gilt, dass bei der Schaffung neuer Verwaltungseinheiten auch die Möglichkeit einer Dezentralisierung geprüft wird. Bei wachstumsbedingten konkreten Unterbringungsmöglichkeiten von bestehenden Verwaltungseinheiten in der Stadt Bern wird neben einer Verlegung in die Agglomeration jeweils auch die Möglichkeit von dezentralen Standorten geprüft. Im konkreten Fall muss ein dezentraler Standort aber betriebswirtschaftlich und betrieblich sinnvoll sein.</p><p>3. In den letzten Jahren gab es insgesamt einen leichten Stellenabbau in der Bundesverwaltung. Weder die zentrale noch die dezentrale Bundesverwaltung waren dabei einseitig betroffen. Von kompensatorischen Massnahmen zugunsten der zentralen oder dezentralen Bundesverwaltung kann daher abgesehen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.