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Freisamer
Herkunft
Freisamer ist eine Neuzüchtung aus Silvaner und Ruländer (Grauburgunder/Pinot Gris). Sie wurde 1916 von Karl Müller am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg im Breisgau gezüchtet. Das Zuchztiel war eine pilzresistente Alternative zur früher sehr ertragslabilen Grauburgunder zu schaffen. Der erste Name war Freiburger, der dann im Jahre 1958 in Freisamer geändert wurde. Der zweite Name leitet sich von Freiburg und dem die Stadt durchfließenden kleinen Fluss Dreisam ab.
Heute konnte sich die Grauburgunder, dem die Freisamer im Geschmack mehr ähnelt als dem Silvaner, weitgehend gegen die Freisamer durchsetzen. Ermöglicht wurde diese Tendenz durch eine Klonselektion von ertragsstabilen Graubugundervarianten. Die Freisamer wird heute nur noch in wenigen Betrieben zur Erweiterung des Weinangebots angebaut
Verbreitung
Kleinere Flächen sind in Baden, Württemberg, in der Pfalz, an der Nahe und in verschiedenen Schweizer Kantonen zu finden. Im freiburgischen Weinbaugebiet Mont Vully wird die Freisamer noch heute Freiburger genannt.
Eigenschaften
In sehr geringen Jahren kommt die dritte und vierte Traube nicht voll zur Ausreife und verleihen dem Wein dann einen leichten Holzton. Die Freisamer kann auf allen Böden angebaut werden und gilt als ertragssicher. Da der Austrieb aber mittelfrüh ist, gehört sie zu den maifrostgefährdeten Sorten.
Ampelographische Sortenmerkmale
In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:
Die Triebspitze ist offen. Sie ist dicht weißwollig, fast filzig behaart mit leicht rötlichem Anflug. Die gelblichen Jungblätter sind ebenfalls stark behaart.
Die mittelgroßen Blätter sind meist drei- bis fünflappig und nur schwach gebuchtet. Die Stielbucht ist V-förmig bis geschlossen. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist weich und blasig. Die Struktur der Blasen ist kreisförmig um den Stielansatz angeordnet.
Die zylinderförmige Traube ist klein und dichtbeerig. Die länglichen Beeren sind klein bis mittelgroß und von grün-gelblicher Farbe. Die Schale der Beere ist dick. Das Aroma der Beere ist fast neutral.
Weintyp
Der Wein ist geschmacksneutral, extraktreich, hat Fülle und Rasse.
Synonyme
Freiburger, Zuchtnummer FR.21-5, Freiburg 25-1