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Es gibt Situationen, die kann man nicht treffend beschreiben, weil das Wort dafür nicht existiert – zumindest nicht auf Deutsch. Beim Versuch einen Sachverhalt zu erklären redet man sich den Mund fusselig, während in anderen Sprachen ein einziges Wort genügen würde.
So vielseitig wie die Kulturen selbst, so vielseitig sind auch die in den Sprachen verwendeten spezifischen Ausdrücke. So gelten beispielsweise die deutschen Wörter Waldeinsamkeit, Torschlusspanik oder Schadenfreude als unübersetzbar. Letzteres wurde teilweise gar in den englischen Sprachgebrauch übernommen, wobei dies definitiv nicht die richtige Aussprache ist.
Mitten in der Schlagfertigkeitskrise
Wie würden Sie in einem Wort den Ring beschreiben, welchen ein von Kondenswasser feuchtes Glas auf dem Tisch hinterlässt? Sie können es nicht, ausser Sie sind des Italienischen mächtig. Da gibt es in gewissen Regionen nämlich das Wort «Culaccino», den passenden Ausdruck für ebendiesen «Vom-Glas-stammenden-auf-dem-Tisch-sichtbaren-Wasser-Ring».
Etwas überraschendes hat der Ausdruck «L’esprit d’escalier». Er ist klar erkennbar französischer Herkunft, wird jedoch im Englischen verwendet. Wörtlich übersetzt bedeutet er soviel wie Geist oder Sinn der Treppe. Der Ausdruck steht für das Gefühl, wenn jemandem bei einem Gespräch die passende Antwort erst in den Sinn kommt, wenn es schon zu spät ist. Der deutsche Journalist Benjamin von Stuckrad-Barre hat das Wort Schlagfertigkeitskrise als deutsche Version vorgeschlagen – sie hat sich nicht durchgesetzt.
Noch interessanter ist der Blick auf etwas exotischere Sprachen. Die Ungarn haben für die Angewohnheit, ein Hemd, aber keine Hose oder Unterhose zu tragen, das Wort donaldkacsázás kreiert. Es stammt von Comic-Held Donald Duck ab, der ebenfalls gerne unten ohne herumläuft.
Shaqiri bald im Duden?
Da Wortneuschöpfungen hiesige Linguisten vor scheinbar unüberwindbare Probleme stellen, werden Wörter oftmals direkt von anderen Sprachen übernommen – hauptsächlich Anglizismen.
So ist die «Bromance» auch im deutschen Sprachraum – vor allem etwas jüngeren Zeitgenossen – ein Begriff. Es ist ein Kofferwort aus «Brother» und «Romance» und steht für eine besonders innige, asexuelle Form der Männerfreundschaft, die beinahe schon pärchenhafte Züge annimmt.
Im Gegensatz zum Deutschen bilden die Schweden ihre Wörter selbst: Angelehnt an Fussball-Superstar Zlatan Ibrahimović haben sie den Ausdruck «zlatanieren», was soviel heisst wie «stark dominieren», in ihren Duden aufgenommen. Als Schweizer Pendant schlage ich «shaqirig» für besonders klein und kräftig vor.
Wer noch nicht genug hat, dem sei ein Blick auf betterthanenglish.com empfohlen, da werden beinahe täglich neue, unübersetzbare Wörter eingetragen. Welches ist Ihr Favorit?
Bild: Flickr (BY-SA 2.0)