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08.02.2018
Die Auswahl der besten Schmierstoffe für ein Schiff ist wichtig, vor allem, wenn das Schiff in extremen Klimazonen rund um den Globus verkehrt. Dies ist besonders aktuell, seit der Polarcode im Januar dieses Jahres in den arktischen Regionen in Kraft getreten ist.
Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) ist besorgt über die Sicherheit von Schiffen, insbesondere von Kreuzfahrtschiffen, die in den Polarregionen fahren, wo sie auf Gefahren wie Eis, Abgelegenheit und schwere und sich schnell ändernde Wetterbedingungen stossen. Die IMO räumt vielen Fragen im Zusammenhang mit Sicherheit und Umweltverschmutzung in diesen Regionen Priorität ein. Der Polar Code befasst sich speziell mit der Sicherheit des Lebens auf See (Safety Of Life At Sea, SOLAS) und mehreren schiffsbedingten Verschmutzungsursachen wie Abwasser, Müll, Chemikalien und Öl. Das Einleiten von Öl oder ölhaltigen Gemischen in das Meer von jedem Schiff aus ist verboten.
Gemäss den Empfehlungen des Polar Codes sollten Schiffseigner die Verwendung umweltfreundlicher Schmierstoffe in Betracht ziehen. Darin heisst es auch, dass kalte Temperaturen die Wirksamkeit zahlreicher Komponenten des Schiffes, einschliesslich Decksmaschinen und Notausrüstungen, beeinträchtigen können.
Zu den Grundölen von Schmierstoffen, die allgemein als umweltfreundlich anerkannt sind - oder Environmentally Acceptable Lubricants (EALs) - gehören Triglyceride auf Pflanzenbasis, die gemeinhin als Pflanzenöle bezeichnet werden; Polyalkylenglykole (Polyglykole); Polyalphaolefine (PAOs) oder synthetische Kohlenwasserstoffe (synthetische Mineralöle) und entweder vollständig gesättigte oder ungesättigte synthetische Ester.
Kritische Teile des Antriebs, der Lenkung, der Stabilität und der Deckausrüstung von Kreuzfahrtschiffen und RoPax-Schiffen verlassen sich auf die Leistung von EALs, wenn sie in ökologisch sensiblen Gewässern fahren. Aber wie entscheiden sie, welche Grundölsorte sie wählen?
Zuverlässigkeit und Langlebigkeit sind das Ergebnis der "partnerschaftlichen" Zusammenarbeit von Grundöl und Additiven, daher sollten sich die Betreiber mit den allgemeinen Leistungsmerkmalen der Grundöle befassen. Triglyceride sind bei niedrigen und hohen Temperaturen schlecht, während Polyglykole bei niedrigen Temperaturen gut funktionieren können, aber ihre Hygroskopie wirft Fragen nach der Toxizität und der Korrosion von Metallen auf. Da Polyglykole nicht mit Mineralölen verträglich sind, sind sie zudem teuer in mineralölgeschmierte Systeme umzuwandeln. PAOs funktionieren gut bei niedrigen Temperaturen, benötigen aber Viskositätsverbesserer, um Schmierstoffe mit höherer Viskosität, wie z.B. Getriebeöle, bereitzustellen. Diese Schmierstoffe können unter den Bedingungen der Scherung in der Anlage abgebaut werden.
Dadurch bleiben sowohl ungesättigte als auch gesättigte Ester übrig. Ungesättigte Ester sind anfällig für thermische Oxidation, was zu Polymerisation und Viskositätserhöhung führt. Darüber hinaus erfordern ungesättigte Ester (und PAOs) eine häufige Viskositätsüberwachung und bieten eine relativ kurze Lebensdauer, so dass sie im Vergleich zu den stabileren und leistungsfähigeren vollgesättigten Estern hohe Lebenszykluskosten haben.
Das Grundöl muss außerdem eine gute Löslichkeit des Additivs aufweisen. Unter arktischen Bedingungen weisen bestimmte Basisschmierstoffe eine schlechte Löslichkeit der Additive auf, was zur Trennung (Kristallisation) von Additiven führt und die Leistung der Anlage beeinträchtigt, was zu einem Ausfall der Ausrüstung führen kann. Vollständig gesättigter Ester hat eine ausgezeichnete Löslichkeit der Additive.
Der Schmierstoff für die Ausrüstung eines Fahrgastschiffbetreibers ist eine Anlagegut - er sollte sie mit Bedacht ausgewählt und gepflegt werden.
Quelle: Cruise and Ferry, Herbst 2017
Autor: Phil Cumberlidge, Business Development Manager of PANOLIN GREENMARINE
Bild: Simon Maennling
Übersetzung: PANOLIN