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De toutes fleurs. Vokalmusik des Spätmittelalters und der Frührenaissance
Concert avec répertoire musicale du Moyen-Âge et de la Renaissance dans le cadre de l'Exposition Le Siècle oublié. Fribourg, les années 1300
Wie klang die mehrstimmige geistliche und weltliche Vokalmusik im Mittelalter und während der Epoche der Renaissance, d.h. im 14. und im 15. Jahrhundert in Frankreich in Italien sowie in Bern und Fribourg?
Das Konzert des Ensembles Novocanto bietet eine einmalige und seltene Gelegenheit, diese Musik live zu hören.
Die Initialzündung für das Programm unter dem Motto "De toutes flours" mit Werken dieser zwei Jahrhunderte bildete die aktuelle Ausstellung im Musée d'art et d'histoire MAHF in Fribourg: „Fribourg 1300. Le siècle oublié – Das vergessene Jahrhundert“. Das Museum mit dem historischen Ambiente bietet folglich den idealen Aufführungsort für diese Werke.
Das Konzert nimmt das Publikum auf eine musikalische Zeitreise mit, beginnend mit dem Begründer der neuen Musikepoche der ARS NOVA, Philippe de Vitry (1291-1361) und Guillaume de Machaut (1300-1377), der nicht nur der bedeutendste Komponist, sondern einer der grössten Dichter und Schriftsteller seiner Zeit im französischsprachigen Raum war. Gattungen wie die Motette, die Ballade oder das Rondeau mit lateinischen und französischen Texten standen im 14. Jahrhundert für die Komponisten im Zentrum, während die Messekomposition eher als singulär und periphär bezeichnet werden muss, auch wenn gerade die erste erhaltene und vollständig als Zyklus konzipierte Messe, Machauts "Messe des Nostre Dame" ist. Im 15. Jahrhundert änderte sich das und die Messe avancierte zu einer der tragenden Gattungen geistlicher Musik. Daneben trat auf weltlichem Gebiet auch die Chanson auf den Plan.
Der bedeutendste Komponist des 15. Jahrhunderts und somit der Frührenaissance war Guillaume Dufay (1400-1474). In seiner Grösse und Bedeutung für das 15. Jahrhundert ist er mit jener von Haydn, Mozart oder Beethoven für die Klassik vergleichbar. Wenn auch bei Dufay die Motette schon zum Auslaufmodell gehörte, erreichte sie in seinen Händen künstlerisch und politisch höchste Ausstrahlung. Die Norm dieser isoperiodisch gebauten Motetten war der dreistimmige Satz: zwei eigenständige Oberstimmen (Motetus und Triplum) mit zwei verschiedenen, jedoch aufeinander bezogenen Texten (lateinisch oder französisch) bewegen sich rhythmisch lebhaft über einen in langen Noten ablaufenden, streng strukturierten, normalerweise untextierten Cantus Firmus (Ténor). Im Falle von Dufay trifft das z.B. für die 3-stimmige Motette "Magnam me gentes" zu, die als Geschenk des Hauses Savoyen für die Feierlichkeiten in Bern und Fribourg im Mai 1438 komponiert und im Beisein des Komponisten und der savoyischen Musikkapelle in beiden Städten uraufgeführt wurde. Der politische Anlass dafür bildete die Erneuerung des Bündisvertrages zwischen den Städten Bern und Fribourg mit der Schutzmacht Savoyen, worauf der vermutlich von Dufay stammende Text der Komposition ausdrücklich Bezug nimmt. Ein Meisterwerk dieser Gattung stellt auch Dufays 5-stimmige Motette "Ecclesia militantis" dar, die der Komponist 1431 noch als Mitglied der päpstlichen Kapelle in Rom im Auftrag des künftigen Papstes Eugen IV. zu dessen Papstkrönung komponierte.
Zur Aufführung gelangen weiter Werke von Antoine Busnois (1435-1492), der in Diensten des Burgunderhofes unter dem Herzog Karl den Kühnen stand oder von Johannes Ockeghem (1410-vor 1497), von dem sein "Miserere" - eine Klage über den Tod des Komponistenkollegen Gille Binchois - zu hören sein wird. Mit Jacob Obrecht (1450-1505) und seinem "Salve Regina" endet die musikalische Reise dann an der Schwelle zum 16. Jahrhundert.
Die auf Musik des Mittelalters und der Renaissance spezialisierte Formation des professionellen Gesangsensembles Novocanto unter der Leitung von Willi Derungs hat sich bereits schon in der Vergangenheit mit Musik des Spätmittelalters und der Frühneuzeit auseinander gesetzt, so z.B. auch am Musikfestival Bern 2018.
Die Musikwissenschafterin, Dr. Maria Caceres Pinuel, die derzeit an der Universität Bern habilitiert, wird zu Beginn des Konzertes eine kurze Einführung in Programm und Musik in französischer Sprache halten.
Concert dans le cadre l'Exposition Le siècle oublié. Fribourg, les années 1300 - Musée d'art et d'histoire
Rue de Morat 12
1700 Fribourg
Konzert inkl. Museumseintritt: CHF 25.-
Plätze beschränkt: RESERVATIONEN beim Muesum unter Tel. 026 305 51 40 oder per Mail.
Weitere Infos: www.novocanto.ch
Infos zur laufenden Ausstellung: „Fribourg 1300. Le siècle oublié – Das vergessene Jahrhundert“
Museé d'art et d'histoire Fribourg MAHF
http://www.novocanto.ch
Plätze beschränkt: RESERVATIONEN beim Muesum unter Tel. 026 305 51 40 oder per Mail. Weitere Infos: www.novocanto.ch Infos zur laufenden Ausstellung: „Fribourg 1300. Le siècle oublié – Das vergessene Jahrhundert“ Museé d'art et d'histoire Fribour