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1976-1978
Ende der Homo-Register
... in Zürich
Spätestens Anfang der 30er-Jahre begann die Zürcher Stadtpolizei damit, einzelne Homosexuelle und deren Vereinigungen in einem besonderen Register aufzulisten. Das geht aus der Antwort auf eine diesbezügliche Anfrage der Basler Polizei von 1934 hervor.1 Doch schon 1914 hatte die Zürcher Polizei Kontrollen mit Namensnennung protokolliert.
Nach den beiden Mordfällen von 1957 in Zürich baute die Stadtpolizei ihr bisheriges Homo-Register in grossem Stil aus, wobei sie den gesetzlichen Rahmen überschritt. Dies allerdings unter dem Druck der homophoben Stimmung in Presse und Öffentlichkeit. Es wurde nach konkreten Aktionen gerufen.
Die neuen Organisationen SOH (Schweizerische Organisation der Homophilen), HAZ (Homosexuelle Arbeitsgruppen Zürich) und HACH (Dachorganisation der Homosexuellen Arbeitsgruppen Schweiz) waren Mitte der 70er-Jahre soweit aufgebaut und gefestigt, dass sie ihr Hauptziel an die Hand nehmen konnten, den Kampf gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Dabei stand die Abschaffung der Homo-Register an oberster Stelle. Sie war die Voraussetzung für alle weiteren Schritte.
Die Telearena war ein Schlüsselerlebnis: Ausbruch aus der Passivität - doch sie zeigte zugleich, dass Wut und Mut nicht ausreichen.
Einfach würde die Abschaffung der Register nicht werden, da waren sich alle einig. Gefragt waren Leute mit Erfahrung, also Leute mit juristischen Kenntnissen, mit Organisationstalent, mit guten Verbindungen. Man brauchte eine Strategie des Vorgehens auf verschiedenen Ebenen - und natürlich mussten alle Gruppierungen zusammenarbeiten.
Etwas war bereits erprobt worden, wenn auch ohne positive Ergebnisse:
- Vorstösse bei der Polizei
Das musste wiederholt werden und war ein erster Punkt der zu befolgenden Strategie. Das Umsetzen der übrigen Punkte ergab sich aus den mit der Polizei gemachten Erfahrungen. Sie hiessen:
- Suche nach Verbündeten (etwa bei politischen Parteien)
- Einbezug der Medien (was das Hinaustreten in die Öffentlichkeit bedeutete, an Pressekonferenzen, am ersten CSD in der Schweiz)
Ernst Ostertag, Mai 2007, ergänzt Juli 2011
Weiterführende Links intern
Quellenverweise
- 1
Kuno Trüeb, Männergeschichten, Basel 1988, Seite 36