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Das Gebiet des heutigen Bundesstaates Pará hat seit Anfang des 16. Jahrhunderts viele Eindringlinge aus verschiedenen Ländern gesehen. Unter ihnen Engländer, Holländer und Franzosen. Und alle waren sie hinter wertvollen Naturprodukten aus Amazonien her, Samen vom Urucum, vom Guaraná, vom Pfeffer.
Die Portugiesen setzten sich um 1616 in der Amazonasmündung fest – mit der Gründung des Forts „Presépio“ – später nannte man es „Forte Castelo“. Es sicherte die „Baía de Guajara“ und leistete der Stadtgründung von „Belém“ Vorschub. Im Jahr 1621 wird das Territorium der Provinz „Maranhão e Grão-Pará“ angeschlossen, eine Integration mit dem Ziel, die Verteidigungslinie an der Atlantikküste zu verbessern und auch die Kontakte mit der neuen Stadt. Denn die Verbindungen mit der Kolonie-Hauptstadt Salvador, viel weiter im Süden gelegen, gestalteten sich durch widrige Meeresströmungen schwierig. Im 17. Jahrhundert erlebte die „Region „Grão-Pará“ eine sehr hoffnungsvolle Periode, mit guten Ergebnissen beim Anbau und dem Verkauf von Kaffee, Reis, Zuckerrohr, Kakao und Tabak und auch die ersten Rinderfarmen machten gute Gewinne. Dann wurde die Integration „Maranhão und Grão-Pará“ im Jahr 1774 aufgelöst, als der Norden von einer Wirtschaftskrise geschüttelt wurde.
Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging es wieder aufwärts: der „Gummi-Boom des Amazonas brachte der gesamten Nordregion ein enormes Wirtschaftswachstum, von dem Belém als Exporthafen natürlich enorm profitierte. Im Lauf des 19. Jahrhunderts entwickelten sich auch einige Bewegungen in Pará, die gegen Portugal gerichtet waren, besonders der Volksaufstand der „Cabanagem“ von 1835, der blutig unterdrückt wurde, ist erwähnenswert. Durch ihn erreichte die Bevölkerung jedoch schliesslich die Unabhängigkeit der Provinz, mit einer neuen Landesregierung in Belém.
Herkunft des Namens: Pará stammt aus der Tupi-Guarani-Indianersprache und bedeutet „Fluss-Meer“ („Pa‘ ra“). Denn so nannten die dort ansässigen Indianer den rechten Arm des Amazonas, der beim Zusammenfluss mit dem Rio Tocantins anschwillt – so breit, dass man das jenseitige Ufer nicht mehr sehen kann – die riesige Wasserfläche also eher wie ein Meer aussieht. Als die Portugiesen in das Gebiet eindrangen, nannten sie es zuerst „Feliz Luzitânia“ und später „Grão-Pará“(Grosser Fluss), bis es schliesslich nur noch als „Pará“ bezeichnet wurde.