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Mit dem Entscheid von Ende August, die Schweizer Einheit der Credit Suisse vollständig in die UBS zu integrieren, ist für die beiden Pensionskassen der Grossbanken eine wichtige Weichenstellung erfolgt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Pensionskassen zusammengeführt werden, steigt.
Auf der Website der Pensionskasse der Credit Suisse werden regelmässig Updates zur Zukunft der Pensionskasse publiziert. In der neusten Version ist erstmals von einer «möglichen Liquidation der PK CS» die Rede. Gemäss Insidern liegt wie in anderen Bereichen auch bei den Pensionskassen die Federführung bei der UBS.
Die PKs von UBS und CS gehören zu den grössten Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz. Die CS-PK weist per Ende 2022 eine Bilanzsumme von 17,4 Milliarden Franken auf. Sie zählt über 18'000 aktive Versicherte und rund 11'000 Rentnerinnen und Rentner. Noch grösser ist die Pensionskasse der UBS mit einer Bilanzsumme von 27,8 Milliarden Franken per Ende 2022 und über 20'000 aktiven Versicherten und rund 16'000 Rentnern. Zusammen bringen die Vorsorgewerke also rund 45 Milliarden Franken auf die Waage.
Die CS/UBS-Pensionskasse wäre zusammen grösser als die Migros-Pensionskasse, die rund 30 Milliarden Franken für 80’000 Versicherte verwaltet. Die Publica des Bundespersonals hat knapp 110’000 Versicherte und eine Bilanzsumme von 39 Milliarden Franken.
Keine Verwässerung
Im Falle einer Liquidation der CS-PK könnten sich die beiden Pensionskassen auf einen gemeinsamen Vorsorgeplan einigen. Dabei würden die Bilanzen zusammengeführt und eine gemeinsame Anlagestrategie definiert. Wichtige Elemente wie der Umwandlungssatz und der technische Zinssatz müssten angeglichen werden.
Klar ist, dass die Versicherten bei einer Liquidation nicht schlechter gestellt werden dürfen. So ist auch auf der Homepage der CS-PK zu lesen, dass «grundsätzlich keine sogenannte Verwässerung stattfinden darf, also keine finanziellen Mittel ausserhalb des jetzigen Versichertenkreises verwendet werden dürfen». Bei der Fusion der Pensionskassen der SBG und des SBV im Jahr 1997 wurden die Überschüsse von den beiden Pensionskassen vor der Fusion einmalig separat an die jeweiligen Mitarbeitenden der beiden Banken ausbezahlt.
Beide Kassen weisen per Ende 2022 einen hohen ökonomischen Deckungsgrad von 130 Prozent auf. Die Pensionskasse CS weist per Ende 2022 einen technischen Deckungsgrad von 128,7 Prozent aus. Der technische Zinssatz lag bei 1,58 Prozent. Die Pensionskasse der UBS hat per Ende 2022 einen technischen Deckungsgrad von 119 Prozent bei einem tiefen technischen Zinssatz von 0,5 Prozent.
Verschwinden die 1e-Vorsorgepläne?
Die beiden Vorsorgegiganten sind sehr unterschiedlich. Die Pensionskasse CS hat vor einigen Jahren sogenannte 1e-Vorsorgepläne eingeführt. Diese erlauben es den Arbeitnehmenden, auf versicherten Lohnteilen über 132'300 Franken selbst zu bestimmen, wie ihr Vorsorgeguthaben angelegt wird. Sie tragen dabei auch die Risiken, was den Arbeitgeber entlastet. Die UBS PK kennt solche Pläne nicht.
Falls die CS PK liquidiert wird und die UBS diese Vorsorgepläne nicht übernimmt, könnte dies für einige Versicherte möglicherweise bedeuten, dass sie Verluste auf den Guthaben in den 1e-Plänen realisieren müssen.
Eine andere Möglichkeit wäre, dass bei einer allfälligen Liquidation beide Vorsorgepläne parallel weitergeführt werden. Dies würde zwar die Administration erschweren, angesichts der Grösse der Kasse wäre der Mehraufwand aber wohl vertretbar. Eine Sprecherin der Credit Suisse teilte auf Anfrage mit, dass es noch zu früh sei, um zu sagen, ob die CS-Pensionskasse liquidiert werde oder nicht.