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Hundetrainer ist kein geschützter Beruf. Jeder kann seine eigene Schule gründen. Nicht nur deshalb, sondern vor allem weil man für seinen Hund verantwortlich ist, sollte man den Trainer genau prüfen, bevor man seine Tipps verinnerlicht. Wieso das so ist und auf was man bei der Auswahl achten sollte, hat das SHM in einem ausführlichen Gespräch mit der langjährigen Hundetrainerin Daniela Schmid analysiert.
Was wollen Sie?
Am Anfang ist es eine Frage der Wertvorstellung, welchen Weg man in der Hundeausbildung geht. Man muss für sich entscheiden, ob man über ein Vertrauensverhältnis oder ein Strafregister arbeitet, denn Lernen basiert immer auf den vier Quadranten der Lerntheorie. Oder anders formuliert: Man lernt durch bestimmte Konsequenzen. Um diese Aussage zu verstehen, muss man sich kurz vor Augen führen, was diese Lerntheorie der vier Quadranten besagt:
- Positive Verstärkung: Etwas Angenehmes wird hinzugefügt (z.B. Leckerli, Spielzeug, Belohnungen aus der Umwelt). Der Hund zeigt das Verhalten in Zukunft öfter, beispielsweise setzt der Hund sich und bekommt dafür sein Spielzeug, ein Leckerli oder etwas anderes, das er toll findet. Die Emotion des Hundes ist Freude.
- Negative Strafe: Etwas Angenehmes wird entfernt (z.B. Aufmerksamkeit). Der Hund zeigt das Verhalten in Zukunft seltener. Ein Beispiel: Der Hund springt an seinem Halter hoch, dieser dreht sich um und geht weg. Die Emotion des Hundes ist Enttäuschung und Frustration.
- Negative Verstärkung: Etwas Unangenehmes wird entfernt (z.B. Druck auf die Hinterhand lässt nach). Der Hund zeigt das Verhalten in Zukunft öfter und schneller. Beispielswiese drückt man so lange auf das Hinterteil des Hundes, bis er sich hinsetzt. Die Emotion des Hundes ist Erleichterung.
- Positive Strafe: Etwas Unangenehmes (Schmerz- oder Schreckreiz) wird hinzugefügt (z.B. Leinenruck, Wasser aus einer Spritzpistole, ein Stoss aus einem Sprühhalsband, Wurf mit einer Rasselkette, ein Zischen, verbunden mit einem Stoss in die Seite). Der Hund zeigt das Verhalten in Zukunft seltener. Die Emotion des Hundes ist Angst/Schmerz.
Emotionen zählen
Lernen geht immer über einen dieser Quadranten. Welche Massnahme man ergreift, entscheidet darüber, welche Emotion man beim Hund auslöst und verändert unser Verhältnis zum Hund. So erklärt Daniela Schmid, Miteignerin und Begründerin der Hundeschule Inpunctohund: «Es geht immer um die Beziehungsqualität. Arbeiten wir über positive Gefühle, stärken wir das Vertrauen und somit die Bindung. Der Hund fühlt sich wohl, ist glücklich, darf er selbst sein und das zeigen. Arbeiten wir hingegen über negative Gefühle, signalisieren wir dem Hund, dass er nicht okay ist und wir sein Empfinden sowie sein Wesen ignorieren.» Weiter führt sie aus: «Wenn wir dem Hund regelmässig signalisieren, dass wir sein Wesen und sein Verhalten nicht schätzen, kann dies für den Hund und den Halter zum Problem werden. (…)
Den vollständigen Beitrag finden Sie im SHM 8/20.