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Der zweite Platz in der Qualifikation hatte die Erwartungen im Vorfeld an Giulia Steingruber in unerwartete Höhen geschraubt, auch wenn die Ostschweizerin selbst das Resultat aus dem Vorkampf relativierte. Auch mehreren ihrer direkten Konkurrentinnen waren in der Qualifikation Fehler unterlaufen.
Im Final vermochten sich in erster Linie Larisa Iordache (Rum), die WM-Zweite von 2014, und die Chinesin Shang Chunsong, aber auch Gabrielle Douglas zu steigern. Vor allem Iordache, die in der Qualifikation sinnbildlich für die historische Schlappe der Rumäninnen gestanden hatte, vermochte sich zu rehabilitieren und holte Bronze.
Steingruber konnte sich im Final nicht steigern. Der Traum von ihrer ersten WM-Medaille platzte am Schwebebalken, als sie gleich zu Beginn ihrer Übung beim gestreckten Rückwärtssalto stürzte. Auch in der Qualifikation hatte die Ostschweizerin das Gerät verlassen müssen, in Anbetracht der Stärke der Konkurrenz konnte sie dieses Malheur im Final aber nicht mehr wettmachen.
Am Ende verpasste sie in der ausverkauften Hydro Arena das Podest und damit den Eintrag in die Geschichtsbücher um knapp zwei Punkte. Auch ohne ihr Missgeschick am Schwebebalken wäre die Medaille allerdings ausser Reichweite gewesen. Ariella Kaeslin bleibt mit dem Gewinn der Silbermedaille am Sprung 2009 die einzige STV-Athletin, die jemals an Weltmeisterschaften den Sprung auf das Podest schaffte. Steingruber muss nach insgesamt sieben EM-Medaillen und viermal Edelmetall an den Europa-Spielen in Baku weiterhin auf ihre erste Medaille an Weltmeisterschaften warten.
(SI)