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Vom 13. September bis zum 23. November zeigt sie verschiedene Ansätze an das Thema eines Nahrungsmittels, welches von vielen Künstlern oft zweckentfremdet wurde.
Die Sonderausstellung MILCH, LAIT, LATTE illustriert das Thema der Milch, ausgehend von einem unergründlichen Werk von Raphy Dallèves mit dem Titel L’homme à l’écuelle (1910) (Mann mit Napf). In einem Innenraum in den Bergen, wie die Fensteransicht auf die verschneiten Berggipfel zu erkennen gibt, tunkt der Mann besinnlich oder melancholisch einen Holzlöffel in eine mit Milch gefüllte Schale. Dem Beispiel eines modernen Josef folgend und die Einsamkeit schätzend, tritt er die Nachfolge der unzähligen kunstgeschichtlichen Darstellungen der Madonna mit Kind an, die typische Repräsentation, in welcher die Milch und ihre ursprüngliche nährende Funktion hervorgehoben wird.
Die Milch taucht in der Gegenwartskunst in innovativen Formen wieder auf, nachdem sich während mehreren Jahrhunderten hauptsächlich häusliche sowie Heiratsdarstellungen damit beschäftigten. Sie wird von verschiedenen Künstlern dargestellt oder zweckentfremdet und wird für ihren symbolischen Inhalt oder als Versuchstoff für die Malerei gebraucht. Von ihrer flüssigen Struktur bis zu ihrer Designverpackung, vom Modell des Melkens, über die verschiedenen Konservierungsverfahren bis hin zur Massenverteilung, haben die Kulturschaffenden des 20. Jahrhunderts unter Anwendung verschiedenster Strategien das Thema des Nahrungsmittel verarbeitet. Einige haben die Erinnerung an den Bol-Sein (Schälchen in Busenform), aus welchem Marie-Antoinette ihre tägliche Milch trank, wieder aufleben lassen, andere haben das Unwissen der Stadtkinder über die Herkunft der Milch ironisiert (Nadja Wüthrich, The Others Milk, 2012). Verschüttet auf dem Boden oder vergossen auf einem Körper, wirkt die Milch einerseits überraschend und wirft anderseits politische Fragen auf. Präsentiert auf delikat ausgehöhltem weissen Marmor, inspiriert sie zu einem besinnlichen Moment (Wolfgang Laib, Milkstone, 1981).
Ausgehend vom L’homme à l’écuelle (1910) von Raphy Dallèves, stellt die Sonderausstellung des Kunstmuseums im Herbst eine Auswahl der Werke vom Milch-Tetrapack bis zum milk splash vor, und inszeniert die Thematik mittels Videoinstallationen, Wandskulpturen, Fotoserien und direkt auf dem Boden plazierten Werken. Die Eröffnung findet im Rahmen der European Heritage Days für das Kulturerbe statt. (Zu Tisch!, 13.-14. September).
Adel Abdessemed, Zen, 2000 © Adel Abdessemed, ADAGP Paris
Praktische Infos
MILCH, LAIT, LATTE
Eine Sonderausstellung im Walliser Kunstmuseum
Vom 13. September bis zum 23. November 2014
Place de la Majorie, 1950 Sitten
Di-So: 11 – 17 Uhr (18 Uhr bis zum 30 September)