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21.07.2021 21:24:37

Bern (awp/sda) - Beim Bodenabfertiger Swissport haben sich Geschäftsführung und Angestellte auf einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geeinigt. Es handle sich um einen "Krisen-GAV", teilten die Gewerkschaften Avenir Syndicat und die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) am Mittwochabend mit.
Ein vorheriger Vorschlag der Geschäftsleitung war im Februar von den Mitarbeitern abgelehnt worden.
In einer gemeinsamen Mitteilung teilten die beiden Gewerkschaften mit, dass das Personal an einer Versammlung dem GAV zugestimmt habe. In einer separaten Mitteilung teilte Swissport mit, dass der Vorschlag von 87 Prozent des anwesenden Personals angenommen worden sei.
Jamshid Pouranpir, Gewerkschaftssekretär bei der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (SSP) betonte indes auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Versammlung habe dafür gestimmt, "aber weitere Beratungen sind im Gange".
Die Vereinbarung gilt für neun Monate, also rückwirkend vom 1. Juni 2021 bis zum 28. Februar 2022. Sie soll es den Sozialpartnern ermöglichen, bereits im Oktober 2021 an den Verhandlungstisch zurückzukehren und sich auf einen längerfristigen GAV zu einigen.
Swissport sieht in der Vereinbarung "eine gute Basis" für die Zusammenarbeit und die Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen langfristigen GAV.
Es stellt nach Angaben der Gewerkschaften unter anderem Vergütungen wieder her, die aus den Einzelverträgen von Swissport gestrichen wurden, legt Ausgleichsmassnahmen für das Personal fest und beseitigt Regelungen, die die Mitarbeiter benachteiligten.
Am vergangenen Mittwoch fand am Flughafen Genf einer von den Gewerkschaften organisierter Arbeitsniederlegung statt, von dem rund 30 Flüge betroffen waren. Die Gewerkschaften sind der Meinung, dass diese Aktion das Swissport-Management gezwungen hat, dem Personal einen neuen Vorschlag zu machen.
Anfang des Jahres hatten die Gewerkschaften aufgedeckt, dass die 1200 Mitarbeiter von Swissport in Genf einen neuen Arbeitsvertrag mit deutlich schlechteren Konditionen erhalten haben. Nach Ansicht der Sozialpartner nutzt das Management des Flughafendienstleisters das Vertragsvakuum aus, um neue, schlechtere Beschäftigungsmassnahmen durchzusetzen.
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