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Langnau:
Der Verein Dorfbild Langnau lud zum Vortrag mit Lokalhistoriker Hans Minder. Er referierte über den Bärenplatz, welcher lange Zeit Dreh- und Angelpunkt des Dorfes war.
Hans Minder gab einen lebendigen Einblick in die Geschichte des Platzes. Über jedes Gebäude hatte er etwas zu berichteten. Ein Plan von 1880 zeigt den Bärenplatz als alten Marktplatz mit Kanälen, in dessen Mitte sich die Chramlaube befand. Sie bestand von 1519 bis 1900 und wurde rege genutzt. Auf ihren zwei Stockwerken und rundherum auf dem Kopfsteinpflaster fanden Märkte statt, die sonst eigentlich den Städten vorbehalten waren.
Vor 1798 war Langnau der drittgrösste Ort im Kanton Bern, grösser als Thun und Burgdorf. Dementsprechend waren viele Leute eingebürgert, darunter auch wohlhabende wie der deutsche E. F. Sänger. Langnau wäre noch heute der grösste Ort, wenn jeder Bürger in seinem Heimatort wohnen müsste, gab Minder zu bedenken.
Die Kirche war vor 1525 katholisch und dem Heiligen Martin geweiht. Bevor das Neuhaus, respektive der Bärenstock, 1820 vom Bärenwirt Probst gebaut wurde, stand dort ein Sigristenhaus. Die obere Wirtschaft, 1717 erstmals urkundlich als «Bären» erwähnt, war Tagungsort des Niedergerichts. Ein altes Foto zeigt den «Söilimärit» direkt davor. In grossen Körben wurden die Schweine feilgeboten, durften jedoch nur zu zweit erstanden werden. Über das Chüechlihus berichtete die «Wochen-Zeitung» vor kurzem ausführlich.
An der Oberstrasse 2 stand vor 1650 bereits ein Haus. 1835 bauten die Gebrüder Röthlisberger das jetzige Wohn- und Geschäftshaus. 1853 verkauften sie es dem Kaufmann Friedrich Sänger, der dort eine Handweberei betrieb. Das imposanteste Gebäude war der «Löwen» mit zwei Kegelbahnen und einem Raum zum Metzgen. 1891 wurde die untere Wirtschaft als schöner Riegbau neu erbaut.
Im sogenannten neuen Chüechlihus von 1675 befand sich kein Kleidergeschäft wie heute, sondern das Kaffeehaus Gerber. Später zog die Zuckerbäckerei Bertram ein. «Nachdem 1900 die Chramlaube wegen Platzmangel abgerissen wurde, standen mitten auf der heutigen Kreuzung ein Brunnen und ein Baum», erzählte Hans Minder.