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Bereits ein Jahr nach Betriebsbeginn der damals modernsten und leistungsfähigsten Zementfabrik kam es zu einer Fusion. Die «Holderbank» schloss sich 1914 mit der Rheintalischen Cementfabrik Rüti desIndustriellen Ernst Schmidheiny zusammen. Damit begann der Aufstieg der Familie Schmidheiny, die das Schweizer Zementgeschäft über Generationen prägen sollte.
Allerdings mussten die Werke wegen des Ersten Weltkriegs stillgelegt werden. Die meisten Arbeiter wurden in den Militärdienst eingezogen und die Nachfrage nach Baustoffen brach anfangs des Krieges zusammen.
Den Aufschwung brachten nach dem Krieg Exporte nach Frankreich und Italien. 1922 begann Holderbank seine Auslandsexpansion mit dem Bau eines Zementwerkes südlich von Paris. 1929 wurde ein damals hochmodernes Werk im ägyptischen Tourah südlich von Kairo eröffnet. Zuvor hatte Holderbank auch Anteile an Zementfabriken in Belgien und Holland erworben.
Nachdem Ernst Schmidheiny in der Weltwirtschaftskrise fast pleite gegangen wäre, wurde 1930 das Zementgeschäft reorganisiert. Mit der Gründung der Holdings Holderbank Financière Glarus AG (HOFI) und Schweizerische Cement-Industrie-Gesellschaft (SCI) sollte die Fabrikationsgesellschaft von den neuen Aktivitäten im
In- und Ausland getrennt werden.
Söhne übernehmen
Nach dem überraschenden Tod von Ernst Schmidheiny bei einem Flugzeugabsturz 1935 auf dem Sinai übernahmen seine Söhne Ernst jun. und Max das Steuer. Ernst kontrollierte die HOFI, während sich Max auf die anderen Geschäftszweige konzentrierte.
So baute Max das Geschäft im Nahen Osten aus, Ernst begann dagegen noch vor dem Zweiten Weltkrieg nach Südafrika zu expandieren. Das Zementgeschäft in Ägypten und Libanon konnte den Einbruch der Nachfrage in Europa während des Zweiten Weltkriegs zu einem Teil wettmachen.
Ohne diese Diversifikation wäre Holderbank in den Kriegsjahren in arge Schwierigkeiten geraten, da das Schweizer Geschäft auf tönernen Füssen stand. Im Heimmarkt dauerte es 16 Jahre, bis Holderbank wieder den Zementabsatz des Jahres 1931 erreichte.
Boom nach dem Zweiten Weltkrieg
1950 fiel der Entscheid, den Schritt nach Nordamerika zu wagen. Und im Heimmarkt Schweiz boomte nach dem Krieg die Wirtschaft. Der Hausbau kurbelte das Wachstum an. Und die grossen Staumauern und Kraftwerke in der Westschweiz versprachen eine rosige Zukunft für den Zementhersteller.
1958 ging HOFI an die Börsen von Zürich und Basel. Ernst und Max Schmidheiny sicherten sich dabei durch Stimmrechtsaktien weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen. Nach dem Ende des Kraftwerkbooms profitierte Holderbank dann vom Autobahnbau in der Schweiz.
In Ägypten musste das Unternehmen allerdings einen Rückschlag hinnehmen, als Herrscher Gamal Abdel Nasser 1961 die Fabrik in Tourah verstaatlichte.
In den 1960er Jahren begann die Expansion von Holderbank in Lateinamerika, die zu einem steilen Aufstieg des Unternehmens führte. 1970 legten die beiden Schmidheiny-Brüder ihre Zementaktivitäten zusammen. Mit einem Umsatz von 800 Mio. Fr. konnte der weltweit tätige Konzern mit den Grössten der Branche
mithalten.
Den Erdölpreisschock von 1973 und die folgende Rezession überstand Holderbank dank des guten Geschäfts in Libanon und Südafrika ohne grössere Wunden. Ab 1976 ging es wieder aufwärts. In den 1980er-Jahren geriet zwar das Geschäft in Lateinamerika in die Krise, aber der Einstieg in Spanien trug einiges dazu bei, dass
Holderbank 1986 zum grössten Zementkonzern der Welt aufstieg.
Vorstoss nach Asien
1978 hatte mit Thomas Schmidheiny die dritte Generation das Steuer des Unternehmens übernommen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 streckte der Konzern seine Fühler nach Osteuropa, China, Indien und Südostasien aus.
2001 änderte der Konzern seinen Namen in Holcim. Ein Grund war, dass Holderbank im Ausland oft für eine Bank gehalten wurde. Im gleichen Jahr gab Thomas Schmidheiny die Geschäftsleitung ab, ein Jahr später das Verwaltungsratspräsidium.
Unter der Führung von Konzernchef Markus Akermann verdoppelte sich der Umsatz bis 2007 auf den noch gültigen Rekord von 27 Mrd. Franken. Danach setzten Finanz- und Wirtschaftskrise dem Konzern zu. 2013 betrug der Umsatz 19,7 Mrd. Fr. und lag erstmals seit 2006 wieder unter der Marke von 20 Mrd. Franken.
2012 verabschiedete sich Akermann von der Konzernspitze, sein Nachfolger als CEO wurde Bernard Fontana.