Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03100.jsonl.gz/719

Durch den im letzten Jahrhundert stark aufgekommenen Tourismus, die bessere Erschliessung und den dadurch grösser gewordenen Wirtschaftsraum verzeichnete das Engadin eine starke Zuwanderung von Menschen, die die rätoromanische Sprache nicht mehr beherrschen. Daher wird neben dem Bündnerromanisch auch Schweizerdeutsch und Italienisch gesprochen. In den Hauptorten des Oberengadins wurde das Romanische stark verdrängt (vgl. St. Moritz und Region). Im Jahr 2000 bezeichneten nur noch 13 % der dortigen Bevölkerung das Rätoromanische als ihre Hauptsprache und 30 % als ihre Alltagssprache. Im Unterengadin ist die Verdrängung des Romanischen weniger stark, aber eine ähnliche Tendenz ist auch für diese Region erkennbar. Das Vallader verfügt im Unterengadin noch über ein geschlosseneres Territorium, im Jahr 2000 war es hier zu 63 % Hauptsprache und zu 79 % Alltagssprache.
Das Engadin wird sprachlich-kulturell oft identifiziert mit dem nur in dieser Region beheimateten Gruss Allegra!
Die Dörfer kennen bis heute die Tradition von Über- und Spottnamen für die jeweilige Siedlung.