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Von Friedrichshafen nach Meersburg
Die Fotos wurden aufgenommen am 5. August 2012.
Erste Etappe ist die Fahrt mit der Fähre von Romanshorn nach Friedrichshafen. - Der Fährbetrieb für Autos wurde 1929 gestartet. Schon viel früher - 1869 - wurde ein Trajekt-Betrieb aufgenommen. Auf Initiative der NOB (Schweizerische Nordostbahn) wurden auf Schiffen ganze Eisenbahnzüge zwischen den beiden Häfen transportiert. Nach einem Unterbruch (2. Weltkrieg) wurde der Betrieb 1948 (Bahn) bzw. 1955 (Autos) wieder aufgenommen. Der Trajektverkehr wurde 1976 eingestellt.
Friedrichshafen (über 60'000 Einw.) entstand erst 1811. Früher hiess der Ort hier Buchhorn, eine kleine Reichsstadt, die umbenannt wurde nach dem damaligen württembergischen König Friedrich I.. Hier entstand ein Freihafen, wichtig war der Handelsverkehr in die Schweiz. Das ehemalige Kloster Hofen wurde zum Schloss umgebaut und diente den Königen als Sommerresidenz. Noch heute ist die Schlosskirche mit ihren zwei 55 Meter hoher Türmen mit Zwiebeldächern das Wahrzeichen der Stadt.
Vor der Schlossmauer führt eine Uferpromenade vorbei. Sie wird begrenzt durch einen Steg mit gusseisernem Geländer (gebaut Ende 19. Jh.), von dem aus man einen wunderbaeren Blick auf das Schloss und den See mit den Alpen im Hintergrund geniesst.
Friedrichshafen wurde berühmt wegen der Zeppeline. Das erste dieser riesigen Starrluftschiffe hob 1900 ab (LZ1, 128 m lang). 1937 endete vorerst die Zeit der Grossluftschiffe, als in Lakehurst (N.Y.) die "Hindenburg" (245 m lang) bei der Landung in Brand geriet und abstürzte. - 1993 hob der erste Zeppelin NT ("Neue Technlogie") ab. Rundflüge kann man ab dem Flughafen Friedrichshafen machen. - Ein Besuch lohnt sich auch im Zeppelinmuseum (am Hafen).
Der Weg führt über Fischbach (mit grossen Freibad) weiter nach Immenstaad. Auffallen ist der Gegensatz zum schweizerischen Ufer: Hier sind viele Uferabschnitte unverbaut und öffentlich zugänglich, auch für Badende und andere Wassersportler*innen.
Immenstaad liegt etwa 9 km westlich von Friedrichshafen. In seiner Umgebung gibt es diverse Natur- und Landschaftsschutzgebiete. - Hier wurde 1984 das Wrack eines mittelalterlichen Schiffs entdeckt, aus der Zeit um 1340. Es ist der älteste Schiffsfunde im Bodensee (abgesehen von Einbäumen) und kann im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz besichtigt werden.
Im Hafen Immenstaad ist der Nachbau einer Lädine beheimatet, der einstigen Segellastschiffe auf dem Bodensee. Ihr Name ist "St. Jodok"; sie wird für Ausflugsfahrten benutzt, kann aber auch gemietet werden.
Auf dem Weg nach Hagnau passiert man u.a. das von Rebbergen umgebene Schloss Kirchberg. Die längste Zeit war war es ein Gutshof des Klosters Salem und Nebenwohnsitz von dessen Äbten. Heute befinden sich darin Eigentumswohnungen. - Hagnau liegt inmitten grosser Weinanbaugebiete (ca. 150 Hektar Rebland).
Zwischen Hagnau und Meersburg liegt die Deutsche Kriegsgräberstätte Meersburg-Lerchenberg. Man erreicht dieses "Ehrenmal" über einen Höhenweg. Die Panorama-Sicht von hier aus ist fantastisch: Bodensee, Berggipfel von Vorarlberg und der Schweiz, Blick bis nach Konstanz, zur Insel Mainau und das nahe Meersburg.
Von Meersburg geht es mit der Fähre - die Fähren verkehren seit 1918 - zurück nach Konstanz. Der gesamte Fussmarsch war ca. 19 Kilometer lang. Eine wirklich lohnende Etappe auf dem Weg rund um den See!