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Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
Alexander Schimpf, Klavier
Yannis Pouspourikas, Leitung
PROGRAMM
Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur, op. 73
Sergei Prokofieff
Sinfonie Nr. 1 D-Dur, op. 25 «Symphonie classique»
Sergei Prokofieff
Leutnant Kishe op. 60
Als Beethoven im Jahr 1809 sein fünftes Klavierkonzert schrieb, war er von Kriegslärm umgeben. Napoleon Bonaparte stand mit seinen Truppen vor Wien. Das wirkte sich in vielerlei Hinsicht auf die Arbeit des Komponisten aus. Das Werk stellt die Weiterentwicklung von Beethovens ersten vier Klavierkonzerten dar und zeigt den Weg zum sinfonischen Klavierkonzertstil, wie ihn später beispielsweise Johannes Brahms prägte. Die Tonart Es-Dur wurde von Beethoven öfters benutzt, um Heldentum musikalisch darzustellen. So stehen auch die dritte Sinfonie, die Eroica-Variationen und vier Klaviersonaten in dieser Tonart.
Sergei Prokofieff hat die Musik Haydns bereits auf dem Konservatorium schätzen gelernt. 1916, lange bevor der Begriff «Neoklassizismus» in aller Munde war, beschloss er, eine Sinfonie im Haydn‘schen Stil zu komponieren. Das Ergebnis ist tatsächlich eine Sinfonie, die fast wie Haydn klingt – aber eben nur fast. Überall baut Prokofieff kleine Fussangeln ein, plötzliche harmonische Wendungen, falsche Schlüsse, irreguläre Rhythmen. Immer, wenn der Hörer sich
auf sicherem Terrain fühlt, wird er auf liebenswürdige Weise aufs Glatteis geführt. Mit moderner Musik hat das Stück nicht viel zu tun. Prokofieff betitelte das Werk «Symphonie classique» — «in der Absicht», wie er sagte, «die Philister zu ärgern, und ausserdem in der heimlichen Hoffnung, letzten Endes zu gewinnen, wenn sich die Sinfonie als wirklich ‹klassisch› erweisen sollte.» Diese Hoffnung hat sich erfüllt: Die «Symphonie classique» ist eines der beliebtesten Werke des 20. Jahrhunderts.
Die Suite «Leutnant Kishe» komponierte Prokofieff ursprünglich als Musik zu dem gleichnamigen Film von Juri Nikolajewitsch Tynjanow und richtete sie wenig später, im Jahr 1934, als Suite für den Konzertsaal ein. Der Film ist eine Satire auf die Zarenzeit, die sich aber unschwer auch auf die Zeit des Stalinismus übertragen liess.
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