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An Lungenkrebs – auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt – erkranken jährlich in der Schweiz rund 3700 Menschen. Ungefähr 90 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen sind oder waren Raucher. Aus diesem Grund zählt beim Lungenkrebs Rauchen zu den Hauptrisikofaktoren.
Bei Krebs entarten bestimmte Zellen des Körpers und vermehren sich unkontrolliert. Sie bilden eine Geschwulst, die Mediziner auch als bösartigen Tumor bezeichnen. Bei Lungenkrebs geht die Zellveränderung hauptsächlich von den Schleimhautzellen der Bronchien aus.
Häufig entdecken Ärzte Lungenkrebs bei einer Röntgenuntersuchung, die aus einem anderen Grund erfolgte. Frühe Anzeichen für Lungenkrebs können Symptome wie anhaltender Husten und Atemnot sein – diese treten allerdings auch bei anderen und harmloseren Erkrankungen auf. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es bei Betroffenen mit Bronchialkarzinom zu blutigem Auswurf und Gewichtsverlust.
Mediziner unterscheiden grob zwei Arten von Lungenkrebs: Das kleinzellige und das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom. Die Unterteilung ist wichtig für die Wahl der Therapieverfahren.
Der Begriff nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom fasst verschiedene Formen von Lungenkrebs zusammen. Diese Tumoren wachsen relativ langsam und überwiegend in begrenzten Bereichen der Lunge. Sie bilden langsamer Metastasen (Tochtergeschwulste). Die operative Entfernung der Krebsgeschwulst ist das vorrangige Ziel der Therapie.
Das kleinzellige Bronchialkarzinom ist seltener, allerdings wesentlich aggressiver und bei der Diagnose dieser Form des Lungekrebs stellen Mediziner häufig bereits Metastasen in anderen Organen fest. Das kleinzellige Bronchialkarzinom ist besonders «empfindlich» gegenüber einer Chemotherapie und auch gegenüber einer Strahlentherapie, weswegen diese Verfahren vorwiegend zum Einsatz kommen.
Die Prognose ist bei Lungenkrebs insgesamt ungünstig. Die Lebenserwartung hängt bei einem Lungenkarzinom vor allem von der Art des Tumors (kleinzelliges oder nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom) und dem Stadium ab. Bei frühen Stadien von Lungenkrebs überleben 40 bis 50 Prozent der Betroffenen die ersten fünf Jahre.
Lungenkrebs – auch Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom genannt – ist ein bösartiger Tumor der Lunge. Ein Bronchialkarzinom entwickelt sich aus den Zellen der Atemwege, den Bronchien. Die Zellen entarten und vermehren sich unkontrolliert. Sie sehen anders aus als normale Zellen der Bronchien, teilen sich schneller und zerstören durch ihr rasches Wachstum das gesunde Gewebe.
Mediziner unterscheiden vereinfacht zwei Arten von Lungenkrebs: das kleinzellige Bronchialkarzinom und das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom. Beide Formen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Wachstums, der Behandlung und der Prognose.
Nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome: Diese Form des Lungenkrebs wächst langsamer und bildet langsamer Metastasen als kleinzellige Bronchialkarzinome. Die Heilungschancen und Lebenserwartung sind deshalb beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom besser. Sie können in verschiedenen Bereichen der Lunge entstehen. Je nachdem, welcher Zelltyp hauptsächlich in dem Lungenkarzinom vorkommt, können die nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinome weiter unterteilt werden:
Kleinzellige Bronchialkarzinome stellen Ärzte bei etwa 15 Prozent aller Lungenkrebs-Betroffenen fest. Diese Form des Lungenkarzinoms wächst schneller, ist sehr aggressiv und bildet relativ früh Metastasen (Tochtergeschwulste) – deswegen ist die Prognose schlechter als bei den nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen. Bei etwa 80 Prozent der Personen mit einem kleinzelligen Lungenkarzinom entdecken Mediziner bei der Erstdiagnose bereits Metastasen in anderen Geweben.
Lungenkrebs – auch Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom genannt – ist in der Schweiz bei Männern die zweithäufigste, bei Frauen die dritthäufigste Krebsart. Jährlich erkranken hierzulande rund 3700 Menschen an Lungenkrebs. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 68 bis 69 Jahren.
Bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) und seinen Ursachen gehen Mediziner von einem Mehrstufenkonzept aus:
Dieses Stufenkonzept sieht bei Lungenkrebs die Ursachen in den vielfältigen Wechselwirkungen einzelner Risikofaktoren.
Es existiert eine Reihe giftiger Substanzen, welche die Bronchialkarzinom-Entstehung begünstigen. Der Hauptrisikofaktor ist dabei ohne Zweifel das Rauchen: Ungefähr 90 Prozent aller Bronchialkarzinom-Patienten sind oder waren Raucher.
Wer also das Rauchen aufgibt, kann das Risiko für Lungenkrebs deutlich senken: Denn die Wahrscheinlichkeit für einen Raucher, an Lungenkrebs zu erkranken, ist im Vergleich zu Nichtrauchern mindestens um das 10-Fache erhöht. Wer bereits im Jugendalter mit dem Rauchen beginnt, hat sogar ein bis zu 30-fach erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Passivrauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko um den Faktor 1,3 bis 2.
Etwa fünf Prozent aller Lungenkrebs-Erkrankungen werden durch krebserregende Stoffe (Karzinogene) ausgelöst, mit denen die Betroffenen während ihrer Arbeit Kontakt hatten. Vor allem der Arbeitsstoff Asbest steht hier im Mittelpunkt: Er ist in dieser Gruppe für die allermeisten Krebsfälle (über 90 Prozent) verantwortlich.
Folgende Stoffgruppen gelten ausserdem als krebserregend:
Lungennarben, die als Folge von Entzündungen oder Verletzungen entstanden sind, bergen ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko. Auch erbliche Vorbelastung kann die Gefahr für Lungenkrebs erhöhen: Wenn ein Elternteil an einem Bronchialkarzinom erkrankt ist, steigt das Risiko der Kinder um das Zwei- bis Dreifache.
Bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) können Symptome wie Husten, Atembeschwerden und Brustschmerzen erste Anzeichen der Erkrankung sein. Im fortgeschrittenen Stadium verlieren die Betroffenen häufig innerhalb kurzer Zeit viel Körpergewicht und haben – zum Teil blutigen – Auswurf. Ausserdem fällt ihnen das Atmen schwer und es kann Fieber auftreten.
Diese frühen Lungenkrebs-Anzeichen sind aber keinesfalls typisch für eine Tumorerkrankung und können ebenso bei einer normalen Erkältung auftreten. Daher wird ein Bronchialkarzinom oft erst relativ spät entdeckt. Scheinbar harmlose Erkältungen mit Husten, die länger als drei Wochen anhalten, sollte daher ein Lungenfacharzt untersuchen. Je früher Lungenkrebs behandelt wird, desto besser sind auch die Heilungschancen. Vor allem Raucher über 40 Jahre sollten deshalb die ersten möglichen Lungenkrebs-Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Ist der Lungenkrebs weiter fortgeschritten, können sich Metastasen (Tochtergeschwulste) bilden. Vor allem das kleinzellige Bronchialkarzinom bildet oft Metastasen. Am häufigsten treten Lebermetastasen, Gehirn-, Nebennieren- und Skelettmetastasen auf. Bei Tochtergeschwulsten im zentralen Nervensystem wie dem Gehirn kann es zu Nervenschädigungen kommen. Die Betroffenen mit Lungenkrebs entwickeln dann Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder Lähmungen. Ausserdem schütten einige der Tumoren Hormone ins Blut aus und beeinflussen dadurch den natürlichen Hormonhaushalt (sog. paraneoplastische Syndrome).
Bei Verdacht auf Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ergibt sich die erste Diagnose aus bildgebenden Untersuchungen wie Röntgenuntersuchungen oder einer Computertomographie (CT) der Lunge – besonders wenn der Patient gleichzeitig über Symptome wie Husten, blutigen Auswurf, Atemnot oder auch Fieber und Gewichtsverlust klagt. Ausserdem führt der Arzt bei Verdacht auf ein Bronchialkarzinom eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) zur Diagnose durch.
Für eine weiterführende Diagnose und die spätere Behandlung veranlassen Mediziner in der Regel folgende Untersuchungen:
Ob es sich bei dem Tumor um einen kleinzelligen oder nicht-kleinzelligen Lungenkrebs handelt, stellen Mediziner über eine Lungenbiopsie fest. Hierzu erfolgt eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie): Der Arzt dringt dabei mit einem Schlauch, an dessen Ende eine Kamera sitzt, bis zu den Bronchien vor und entnimmt mit einer kleinen Zange eine Probe (Biopsie) von dem Tumorgewebe. Diese untersucht anschliessend der Pathologe unter dem Mikroskop (sog. Histologie, Zytologie).
Anhand der mikroskopischen Untersuchung des Tumorgewebes gewinnt der Arzt Hinweise auf die Aggressivität und die Wachstumsgeschwindigkeit des Bronchialkarzinoms und kann die genaue Tumorart bestimmen. Bei diesem sogenannten Grading werden die Tumoren in verschiedene Gruppen eingeteilt:
In welchem Stadium sich der Lungenkrebs befindet, stellen Mediziner anhand der TNM-Klassifikation dar:
Besteht der Lungenkrebs aus einem kleinen Tumor (T1 und T2) ohne Lymphknotenbefall (N0) und ohne Tochtergeschwulste (M0) haben die Betroffenen eine günstigere Prognose – und bei geeigneter Therapie oft eine höhere Lebenserwartung.
Bei Lungenkrebs – auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt – hängt die Therapie vom Stadium der Erkrankung und von der Art des Tumors ab. Der Grund: Kleinzellige und nicht-kleinzellige Tumoren der Lunge sprechen unterschiedlich auf die verschiedenen Therapieverfahren an – besonders auf die Chemotherapie.
Gelingt es, ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom bei einer Operation vollständig zu entfernen, bestehen bei dieser Form von Lungenkrebs gute Heilungschancen. Eine Operation ist möglich, solange keine Tochtergeschwulste (Metastasen) vorliegen.
Sind die Lymphknoten in der Umgebung befallen oder ist der Tumor in benachbartes Gewebe eingewachsen, kann nach der Operation eine Bestrahlung sinnvoll sein. Liegen Fernmetastasen oder besonders grosse Tumoren vor, erhalten die Betroffenen neben der Strahlentherapie in bestimmten Fällen zusätzlich eine Chemotherapie.
In manchen Fällen erhalten Betroffene mit einem Bronchialkarzinom zunächst eine Chemotherapie oder eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie (sog. Radiochemotherapie). Der Tumor wird dadurch oft kleiner und kann anschliessend in einer Operation besser entfernt werden. Bei diesem Vorgehen sprechen Mediziner von einer neoadjuvanten Therapie.
Hat das Bronchialkarzinom bereits gestreut – sind also Tochtergeschwulste vorhanden – besteht die Lungenkrebs-Therapie meist aus einer Chemotherapie, teilweise in Kombination mit einer Bestrahlung.
Betroffene, die an einem kleinzelligen Bronchialkarzinom erkrankt sind, werden in der Regel nicht operiert. Denn zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hat ihr Tumor in 80 Prozent der Fälle bereits Fernmetastasen gebildet.
Das kleinzellige Bronchialkarzinom ist ein Lungenkrebs, der besonders empfindlich auf eine Chemotherapie reagiert. Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden, heissen Zytostatika. Es sind Zellgifte, die besonders schnell wachsende Zellen – wie Krebszellen – in ihrem Wachstum stoppen können. Der Vorteil der Chemotherapie liegt beim kleinzelligen Bronchialkarzinom unter anderem darin, dass auch die Krebszellen in den Fernmetastasen mitbehandelt werden.
Meistens ergänzt eine Bestrahlung beim kleinzelligen Bronchialkarzinom die Lungenkrebs-Therapie. Die Strahlentherapie kann mit einer Chemotherapie kombiniert werden und Lungenbeschwerden aufgrund des Tumors oder der Lymphknotenmetastasen lindern. Die Bestrahlung kann bei der Lungenkrebs-Therapie der Chemotherapie zum Beispiel nachfolgen.
Die Bestrahlung hat auch zum Ziel, möglichen Hirnmetastasen vorzubeugen – hierzu wird der Kopf bestrahlt. Diese Behandlung führen Mediziner auch dann durch, wenn bislang keine Hinweise auf Hirnmetastasen bestehen.
Ergänzend zu diesen Massnahmen kann beim kleinzelligen Bronchialkarzinom eine Operation dann sinnvoll sein, wenn der Tumor nur sehr klein ist – also bereits früh entdeckt wurde. Dies ist bei dieser Form von Lungenkrebs aber nur selten der Fall.
Bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist die Lebenserwartung insgesamt eher gering – allerdings hängen Verlauf und Prognose auch von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem:
Bei Lungenkrebs sind die Lebenserwartung und die Heilungschancen bei frühen Stadien am besten: Nach 5 Jahren leben noch 40 bis 50 Prozent der Betroffenen mit Bronchialkarzinom. Bei späteren Lungenkrebs-Stadien sinkt die Lebenserwartung allerdings.
Bei einem kleinzelligen Bronchialkarzinom ist die Prognose ungünstig – bei dieser Form von Lungenkrebs sind die Heilungschancen gering und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt im Bereich von etwa drei bis fünf Monaten. Doch auch in diesen Fällen gibt es noch Heilungschancen: In etwa fünf Prozent der Fälle verschwindet der Tumor nach einer Chemotherapie und einer Bestrahlung.
Regelmässige Nachsorgeuntersuchungen dienen dazu, ein Wiederauftreten des Lungenkrebses (sog. Rezidiv) rechtzeitig zu erkennen und eventuelle Folgen der Strahlen- oder Chemotherapie zu behandeln. Neben der körperlichen Untersuchung und der Blutuntersuchung röntgt der Arzt hierbei auch die Lunge. In manchen Fällen können auch weitere Untersuchungen wie eine erneute Spiegelung der Lunge (Bronchoskopie), eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie zur Tumornachsorge bei Lungenkrebs sinnvoll sein.
Die Kontrolluntersuchungen finden in den ersten zwei Jahren nach Abschluss der Behandlung alle drei Monate statt, ab dem dritten Jahr halbjährlich. Liegt die Lungenkrebs-Therapie bereits 5 Jahre zurück, sind nur noch jährliche Nachsorge-Termine notwendig.
Für viele Menschen mit Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) besteht nach der Operation die Möglichkeit, Rehabilitationsmassnahmen in Anspruch zu nehmen. Die entsprechenden Massnahmen sollten allerdings nur in Kliniken erfolgen, die auf Tumorerkrankungen spezialisiert sind. Die Betroffenen erhalten während ihres Aufenthalts Hilfe dabei, ihre körperliche und psychische Lebensqualität zu verbessern und wieder ins Berufsleben zurückzukehren.
Rauchen ist die häufigste Ursache von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) – Lungenkrebs lässt sich deshalb am effektivsten durch Nichtrauchen vorbeugen.
Auch in fortgeschrittenem Alter und nach vielen Jahren des Rauchens lohnt sich das Aufhören noch. Nicht zuletzt wirkt sich der Rauchstopp auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und senkt das Risiko für viele andere Krebsarten.