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Geschichte
Der lateinische Name Cimicifuga wird abgeleitet von cimex, was «Wanze» bedeutet, und von fugo, was «Flucht» heisst und von fugare, «in die Flucht schlagen, vertreiben», stammt.
Dieser Name sowie die deutsche Bezeichnung Wanzenkraut nehmen Bezug auf den abstossenden Geruch der Blütenstände, der die Blattwanzen vertreiben soll.
Der Artname racemosa heisst «traubenartig». Die Bezeichnungen «Silberkerze» oder «Traubensilberkerze» sind künstlich gebildete Namen für diese und andere bei uns als Zierpflanzen gezogene Arten der Gattung Cimicifuga.
Die Cimicifuga-Wurzel ist eine alte Arzneidroge der Indianer Kanadas, Wisconsins und Missouris, die sie gegen die Folgen von Schlangenbissen und zur Geburtserleichterung gebrauchten, worauf die amerikanischen Volksnamen «snakeroot» und «squawroot» deuten.
Im 19. Jahrhundert galt das Wanzenkraut als eine Art Wundermittel zur Behandlung von Lungenschwindsucht, fieberhaftem Rheumatismus und Chorea (Veitstanz).
Es geriet in der Schulmedizin bald in Vergessenheit. Über die Prüfung des homöopathischen Arzneimittelbildes erhielt es seinen Ruf als wichtiges Mittel bei Frauenleiden.
Botanische Merkmale
Aus dem geringelten, kräftigen Rhizom entwickelt sich die bis zu 2 m hohe, krautige Pflanze. Sie besitzt grosse, langgestielte, dreifach geteilte und grob gesägte Blätter.
Der Blütenstand bildet eine lange, schlanke, zusammengesetzte Traube mit unangenehm riechenden, weissen, vierblättrigen Blüten.
Im Herbst bilden sich die etwa 5 mm langen, dickovalen, ledrigen Balgkapseln mit zahlreichen braunen, flachen Samen.
Die Blütezeit ist im Juli.
Vorkommen
Das Wanzenkraut ist im östlichen Teil des nordamerikanischen Kontinents beheimatet und gedeiht in lichten Wäldern, Hecken und Waldlichtungen an feuchten oder trockenen Standorten.
In Europa heimische Verwandte sind Actaea spicata, das «Christophskraut», und nur in Osteuropa Cimicifuga europaea, das «Stinkende Wanzenkraut».
Verarbeitung
A.Vogel verwendet die Urtinktur aus dem im Herbst ausgegrabenen, frischen Wurzelstock mit anhängenden Wurzeln aus Wildsammlungen. Die homöopathischen Dilutionen werden durch Handverschüttelung hergestellt.