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Was ist eine Depression?
Bei einer Depression leiden die Betroffene unter deutlicher Antriebminderung: Sie haben auffallend weniger Energie als sonst, können Aufgaben, die sie sonst problemlos erledigen, kaum noch bewältigen, ermüden schnell, und erholen sich manchmal auch nach ausreichendem Schlaf nicht. Häufig ist die Stimmung über Tage hinweg gedrückt und erhellt sich selten oder gar nicht. Die Fähigkeit zu Freude und das Interesse nehmen stark ab, sowie auch die Konzentrationsfähigkeit. Manche Betroffene spüren Traurigkeit, bei anderen werden die Gefühle weniger spürbar und eine quälende Gleichgültigkeit oder eine innere Leere nehmen ihren Platz ein. Schuldgefühle und Zweifel am eigenen Selbstwert treten auf, die Zukunft erscheint negativ und manchmal breitet sich Hoffnungslosigkeit und Todeswunschgedanken aus. Häufig werden Depressionen von körperlichen Symptomen begleitet: Schlafstörungen, verminderter oder gesteigerter Appetit, Muskelverspannungen, erhöhte Schmerzempfindung, manche Leute sind innerlich angespannt und unruhig und tigern umher ohne dabei ihre Aufgaben produktiv erledigen zu können. Viele ziehen sich sozial zurück, pflegen fast keine Kontakte zu anderen Menschen mehr.
Chronischer oder rezidivierender Verlauf der Depression
In der Regel verschwindet eine leichte Depression innert drei Monaten spontan. Ist der Schweregrad höher, kann eine Depression sehr gut behandelt werden. Doch bei circa einem Drittel der Menschen, die sich wegen Depression in Behandlung begeben, hat die Depression einen chronischen oder rezidivierenden (sich wiederholenden) Verlauf, das heisst, sie dauert bereits mindestens zwei Jahren lang oder verschwindet zwar für eine Weile, taucht jedoch immer wieder auf. Eine spezielle Form der chronischen Depression ist die Dysthymie, bei der die Betroffenen kein Vollbild der Depression, jedoch hartnäckige, lang anhaltende depressive Symptome in abgeschwächter Form zeigen.
Bei Menschen, die unter einem chronischen oder rezidivierenden Verlauf leiden, kommen als Folge der Depression häufig weitere Beeinträchtigungen hinzu: Das soziale und berufliche Leben wird häufig eingeschränkt, manchmal erleben die Betroffenen ihr Leben als Qual und verlieren, nach lauter frustrierenden Erfahrungen, die Hoffnung auf Änderung und Therapieerfolg.
Die Behandlung von chronischer und rezidivierender Depression
In der Vergangenheit galt diese Störung als schwer zu behandeln bzw. als therapieresistent. Einige Methoden, die bei der Akutdepression sehr erfolgreich eingesetzt werden (z.B. Kognitive Verhaltenstherapie, Interpersonelle Therapie, Pharmakotherapie) erzielen nicht denselben Erfolg bei Menschen, die unter chronischem oder rezidivierendem Verlauf der Störung leiden. Seit einigen Jahren beweist sich eine neue Methode Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapie (CBASP) als sehr wirksam bei der Behandlung von Menschen mit chronischer oder rezidivierender Depression. Manchmal erzielt die Kombination mit Antidepressiva (z.B. SSRI) die besten Ergebnisse.
Was ist CBASP?
CBASP ist ein therapeutischer Ansatz, der speziell für die Behandlung chronischer und rezidivierender Depression von Prof. James McCullough über Jahrzehnte entwickelt wurde und seit dem Jahr 2000 als ein evidenzbasiertes Verfahren für die Behandlung dieser Störung gilt. Der Ansatz geht davon aus, dass die Interaktion Person x Umwelt der aufrechterhaltende Faktor der Depression darstellt und setzt deshalb direkt dort an. CBASP integriert kognitive, behaviorale, psychodynamische und interpersonelle Strategien. Die Therapie berücksichtigt die Lebensgeschichte der Betroffene, bietet neue Sichtweise über die Geschehnisse im Leben der Patienten sowie ein intensives Training neuer Verhaltensweisen und eine speziell gestaltete Therapiebeziehung.
Weitere Information finden Sie unter http://www.cbasp-network.org
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