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Neuraltherapie nach Huneke 134
Die Neuraltherapie ist ein therapeutisches und diagnostisches Verfahren, bei dem lokal wirksame Betäubungsmittel gespritzt werden, um akute und chronische Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern oder zu heilen.
Im Jahr 1905 wurde mit Procain das erste synthetische Lokalanästhetikum entwickelt; es kam unter dem Namen Novocain auf den Markt. Zwanzig Jahre später unterlief dem Arzt Ferdinand Huneke (1891-1966) ein ärztlicher Kunstfehler, der als Geburtsstunde der Neuraltherapie angesehen wird. Er injizierte seiner Migräne-geplagten Schwester ein Procain-haltiges Medikament versehentlich in eine Vene statt in einen Muskel. Unmittelbar darauf verschwanden die Migräneschmerzen völlig überraschend. Daraus entstand die sogenannte Heilanästhesie als Therapiemethode. 1940 entdeckte Ferdinand Huneke dann das „Sekundenphänomen“: Er unterspritzte eine alte Unterschenkelnarbe einer Patientin mit Procain, wodurch die Frau schlagartig von ihren chronischen Schulterbeschwerden befreit wurde. Aus dieser Beobachtung leitete Huneke die Erkenntnis ab, dass Krankheiten durch sogenannte Störfelder ausgelöst und unterhalten werden können. Derartige Störfelder können zum Beispiel chronisch vereiterte Nasennebenhöhlen oder Mandeln sowie Narben sein.
Basierend auf diesen und ähnlichen Forschungen durch andere Wissenschaftler wurde unter der Bezeichnung Neuraltherapie eine neue Behandlungsmethode entwickelt, bei der Lokalanästhetika zur Behandlung von Beschwerden gespritzt werden. Die Neuraltherapie gehört mittlerweile zu den am häufigsten eingesetzten Naturheilverfahren, die auch Ärzte mit einer Zusatzausbildung in Komplementärmedizin anwenden.
Obwohl die Heilerfolge der Neuraltherapie unbestritten sind, ist über den zugrunde liegenden Wirkmechanismus erst wenig bekannt. Die Wirkung der Neuraltherapie beruht nicht nur auf dem pharmakologischen Effekt der Lokalanästhetika, die unter anderem Schmerzen stillen, Entzündungen entgegen wirken, entkrampfen und Fieber senken. Vielmehr erklärt man das Wirkprinzip der Neuraltherapie mit einer Normalisierung von gestörten Regulationskreisen. Um einen Heilerfolg zu erreichen, muss in jedem Fall der Schmerzzyklus „Schmerz – Verspannung – Minderdurchblutung – Schmerz“ unterbrochen werden.
Quelle: EMR Schweiz
Notwendige Ausbildungsdauer in Std. für die Krankenkassenanerkennung in der Schweiz:
Methodenausbildung: 150
Schulmedizinische Ausbildung: Arzt FMH
EMR-Methode Nr. 134