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Radio- und Fernsehsendungen
Berichterstattungsqualität und Qualitätswahrnehmung des Publikums Die Grafik zeigt für die Analyse der Berichterstattungsqualität (X-Achse) und die Analyse der Qualitätswahrnehmung (Y-Achse), ob ein Medientitel im Vergleich mit der Gruppe unterdurchschnittliche (–1), durchschnittliche (0) oder überdurchschnittliche (+1) Qualitätswerte erzielt. Bei Titeln, die sich in der Diagonale positionieren, kommen beide Messverfahren zu analogen Befunden. Bei Titeln ausserhalb der Diagonale weichen die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und der Befragung voneinander ab. Punkte oberhalb der Diagonale bedeuten, dass der Medientitel vom befragten Publikum besser bewertet wird. Kommt der Medientitel unterhalb der Diagonale zu liegen, schneidet er in der Inhaltsanalyse besser ab.
Lesebeispiel: Echo der Zeit erreicht sowohl in der Publikumsbefragung wie auch in der inhaltsanalytisch erfassten Berichterstattungsqualität überdurchschnittlich hohe Werte.
Das Echo der Zeit bleibt punkto Medienqualität das Mass der Dinge Die Gruppe «Radio- und Fernsehsendungen» umfasst zehn untersuchte Angebote: Acht SRG-Sendungen, darunter die beiden Newssites srf.ch/news und rts.ch/info, sowie zwei Sendungen aus dem privaten Sektor. Die Qualität der SRG-Sendungen kann als überwiegend positiv bezeichnet werden. An der Spitze fährt das Flaggschiff des Schweizer Radios: die Sendung Echo der Zeit. Befragte nehmen die Sendung sogar noch etwas besser wahr, als die Inhaltsanalyse konstatiert. Die restlichen SRG-Sendungen liegen allesamt sehr nah beieinander. Insbesondere das befragte Publikum macht nur geringfügige Qualitätsunterschiede zwischen diesen Sendungen aus.
Bei der Inhaltsanalyse erweisen sich die beiden Newsportale srf.ch/news und rts.ch/info jedoch als qualitativ etwas schlechter; die beiden Nachrichtensendungen des öffentlichen Radios (Le 12h30 und Rendez-vous) positionieren sich dagegen unmittelbar hinter dem Leuchtturm Echo der Zeit. Auch aufgrund der deutlich geringeren Ressourcen können die beiden privaten TV-Sender nicht mit den SRG-Programmen mithalten. Dabei schneidet das konzessinierte, gebührenunterstützte Léman Bleu in der Inhaltsanalyse, nicht aber bei den Befragten etwas besser ab als das nicht konzessionierte TeleZüri.
|Beurteilungen (N)|
|Qualitätsindex|
|Vertrauensindex|
|Gesamt|
|Experten||Publikum|
|93||2311|
|3.6||3.7|
|3.9||3.9|
|SRG-Titel|
|Experten||Publikum|
|79||1956|
|3.8||3.8|
|4.2||4.0|
|Privatsender|
|Experten||Publikum|
|14||356|
|2.3||3.3|
|2.5||3.5|
Die Skala reicht von 1 (sehr niedrig) bis 5 (sehr hoch)
Schätzen Experten die SRG-Titel besser ein? Es wurden 59 ausgewählte Experten (48 Männer, 11 Frauen) aus Politik und Wirtschaft gefragt, wie sie einzelne Sendungen wahrnehmen. Zu den einzelnen Radio- und Fernsehsendungen haben sie insgesamt 93 Bewertungen abgegeben. Dabei schätzen die Medienexperten die Berichterstattungsqualität der Radio- und Fernsehsendungen als ebenso gut ein wie das Publikum. Auch wenn die Daten nur bedingt aussagekräftig sind, lassen sie doch folgende Vermutung zu: Die Experten schätzen die Qualität der Berichterstattung der SRG-Sendungen etwas besser ein (und jene der Privatsender entsprechend schlechter).
Generelle Entwicklung der Gruppe «Radio- und Fernsehsendungen» Nach wie vor gehören Radio und Fernsehen zu den reichweitenstärksten Mediengattungen in der Schweiz. Übralterung und wegbrechendes Publikum sowie die neuen Möglichkeiten digitaler Verbreitung üben aber zunehmend Druck auf die traditionellen Informationsgefässe im Rundfunk aus. Eine Besonderheit und, wie die aktuelle Kontroverse um die SRG zeigt, zunehmende Herausforderung ist die starke Stellung des gebührenunterstützten öffentlichen Rundfunks. Die in Bezug auf ihre Ressourcen komfortabel ausgestatteten Nachrichtensendungen des öffentlichen Rundfunks bilden nach wie vor die Leuchttürme der Qualität in der Schweizer Rundfunkmedien-Landschaft. In der mehrsprachigen und kleinräumigen Schweiz hat der Privatrundfunk primär lokal-regionale Bedeutung. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind auch Privatfernsehsender, die News anbieten, auf Gebühren angewiesen. In diesem spannungsgeladenen und von grossen Qualitätsunterschieden geprägten Feld operieren Sender mit unterschiedlich starker Regulierung und unterschiedlich vielen Ressourcen. Dabei gilt, dass die zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen und die Existenz eines Leistungsauftrags die Qualität in der Regel positiv beeinflussen. Da ein zentrales Kriterium für die Auswahl der Sendungen die Reichweite ist, ist die SRG mit sechs Rundfunksendungen und zwei Onlineportalen im Vergleich mit privaten Anbietern übervertreten. Dennoch wurde je eine Informationssendung eines nicht konzessionierten (TeleZüri) und eines konzessionierten, gebührenunterstützten Privatfernsehprogramms (Léman Bleu) einbezogen. Es ist geplant, in den künftigen Runden des Medienqualitätsratings das Segment der privaten Rundfunkanbieter auszubauen.