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Langsam kehren die Europäischen Braunbären in die Schweiz zurück. Die Tiere verbringen den Winter meist in einer Höhle. In dieser Ruhezeit trinken und fressen sie nicht. Deshalb legen sie sich im Herbst ein Fettpolster an und schlagen sich den Bauch voll mit Heidelbeeren, Brombeeren, Äpfeln oder anderen Früchten.
Neben dem Europäischen Braunbären gibt es bei den Braunbären noch andere Unterarten. Die bekanntesten sind der Nordamerikanische Grizzlybär und der Kodiakbär. Bei uns in Europa lebt nur der Europäische Braunbär.
Europäische Braunbären leben meist in Berggebieten mit grossen, zusammenhängenden Wäldern. In ihrem Revier muss es genügend Rückzugsgebiete und Winterquartiere geben. Die Winterquartiere können sehr verschieden sein. Die Bären halten ihre Winterruhe in Felshöhlen, selbst gegrabenen Höhlen oder unter Wurzelstöcken.
Damit die Bären genug zu fressen finden, braucht es im Wald viele verschiedene Pflanzen. In der Schweiz ist der Europäische Braunbär vor etwa 100 Jahren ausgestorben. Jetzt kehrt er langsam wieder zurück.
Der Braunbär gehört zu den Fleischfressern, doch er frisst vor allem Pflanzliches. Im Herbst ernährt er sich zum Beispiel von Beeren, Früchten, Nüssen, Eicheln und Kastanien. In dieser Zeit frisst er sich Winterspeck an, um die Winterruhe gut zu überstehen. Nach der Winterruhe im Frühling besteht seine Nahrung aus Wurzeln, Gräsern und Kräutern.
Ab und zu fressen Bären auch tote Tiere, Fische, Insekten und deren Larven. Nur skandinavische und nordamerikanische Bären jagen regelmässig Wildtiere wie Elchkälber oder Karibus.
Europäische Braunbären sind Einzelgänger. Männchen und Weibchen treffen sich meist nur während der Paarungszeit von Mai bis Juli.
Im Winterquartier bringt die Bärin einen bis vier junge Bären zur Welt.
Die Jungen sind bei der Geburt noch blind, wiegen etwa 500 Gramm und sind etwa so gross wie ein Meerschweinchen. Dank der fetthaltigen Muttermilch wachsen sie jedoch schnell.
Im Frühling verlässt die Mutter ihr Winterquartier, und die jungen Bären erkunden neugierig die Umgebung.
Die Bärenmutter zeigt den Jungen während 1 bis 2 Jahren, wie sie sich bei Gefahr, auf der Jagd und während der Nahrungssuche verhalten sollen. Danach müssen die Jungtiere die Mutter verlassen und sich ein eigenes Revier suchen.
Der Lebensraum der Braunbären ist oft zerkleinert. Dörfer, Strassen, Schienen oder Flusskanäle schneiden ihn von anderen Gebieten ab. So können sie nicht zu anderen Braunbären gelangen, um sich zu paaren.
Bären sterben ausserdem in Verkehrsunfällen oder weil Wilderer sie jagen. Oftmals kommt es auch zu Problemen, wenn Bären in der Nähe von Dörfern Nahrung finden. Wenn sie einmal gelernt haben, dass es in der Nähe der Menschen Futter gibt, verlieren manche ihre natürliche Scheu und suchen immer wieder diese Futterquellen auf. Das führt dann oft dazu, dass die Bären abgeschossen werden.
Früher lebten Europäische Braunbären auch in der Schweiz. Die Menschen haben sie aber gezielt gejagt und in vielen Gebieten in Europa ausgerottet. Nun versuchen die Tiere langsam wieder, in die Schweiz zu kommen.
Braunbären können sich nur wieder ansiedeln, wenn die Menschen das akzeptieren. Deshalb informiert der WWF die Bevölkerung über die Braunbären und ihre Lebensweise. Er unterstützt zum Beispiel den Bärenthemenweg im Val Müstair. Dort erfahren die Besucherinnen und Besucher mehr über diese Tiere.
Der WWF setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Schafherden besser geschützt sind. Das geschieht durch Elektrozäune, Herdenschutzhunde oder durch das Projekt «Hirtenhilfe». Dabei helfen Freiwillige den Hirten bei ihrer täglichen Arbeit auf der Alp.
Ausserdem hilft der WWF mit, bärensichere Abfallbehälter zu entwickeln. Sie sollen verhindern, dass Bären sich an die Nahrung von Menschen gewöhnen und so immer wieder in die Dörfer kommen.