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Papst ernennt 13 neue Kardinäle
Papst Franziskus wird am 28. November 13 Geistliche in den Kardinalsstand erheben. Das kündigte er am 25. Oktober auf dem Petersplatz an. Die Gesamtzahl aller Kardinäle wird dann 232 betragen. Neun der Kandidaten sind jünger als 80 und bringen damit die Zahl der papstwahlberechtigten Kardinäle auf 128. Von den 13 Nominierten stammen sieben aus Europa (Italien oder Malta), je zwei aus Asien und Lateinamerika und je einer aus Afrika und den USA. Die Namen der neuen Kardinäle:
Mario Grech (63), seit 2005 Bischof in Malta, ist seit Mitte September Generalsekretär der Bischofssynode und somit für die Organisation von Bischofsversammlungen verantwortlich. Schon im Herbst 2019 war Grech in die Durchführung der Amazonas-Synode eingebunden.
Marcello Semeraro (73), seit 2004 Bischof von Albano bei Rom, hat erst am 15. Oktober den Posten des Präfekts der Heiligsprechungskongregation von dem überraschend zurückgetretenen Kardinal Giovanni Angelo Becciu übernommen. Semeraro ist ausserdem Sekretär im Kardinalsrat für die Kurienreform.
Antoine Kambanda (61), seit 2018 Erzbischof von Kigali (Ruanda). Bis auf einen Bruder wurde seine gesamte Familie beim Völkermord in Ruanda 1994 getötet. Er selbst war nach dem Studium in Rom Mitte der 90er-Jahre Leiter der Caritas in Kigali. Zufälligerweise befindet sich der ruandische Erzbischof und zukünftige Kardinal Kambanda vom 26. bis 29. Oktober in der Schweiz und wird hier die Bischöfe Felix Gmür von Basel, Jean-Marie Lovey von Sitten und Alain de Raemy, Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg, treffen und die Abtei St-Maurice besuchen. Laut einer Mitteilung der Schweizer Bischofskonferenz dient Kambandas Besuch unter anderem der Vorbereitung eines bevorstehenden Besuchs der Schweizer Bischöfe in Ruanda.
Wilton Gregory (72), seit 2019 Erzbischof der US-amerikanischen Hauptstadt Washington. Er ist der erste Afroamerikaner in diesem Amt und auch im Kardinalskollegium.
Jose Fuerte Advincula (68), seit 2012 Erzbischof von Capiz im Zentrum der Philippinen. Innerhalb der philippinischen Bischofskonferenz engagiert sich Advincula seit Jahren für die Rechte der Indigenen.
Celestino Aos Braco (75), Kapuziner und seit 2019 Erzbischof von Santiago de Chile, wo er sich nach dem Rücktritt seiner beiden Vorgänger wegen Vorwürfen der Vertuschung von sexuellen Übergriffen um die Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit der chilenischen Kirche bemüht.
Cornelius Sim (69), seit 2004 erster Bischof von Brunei. Der aus dem Sultanat Brunei stammende und in Schottland ausgebildete Erdölingenieur machte zunächst Karriere beim Shell-Konzern, bevor er in den USA ein Theologiestudium begann und 1989 zum Priester geweiht wurde.
Augusto Lojudice (56), seit 2019 Erzbischof von Siena. Als Sekretär der Kommission für Migration der Italienischen Bischofskonferenz nahm er wiederholt gegen die gewaltsame Räumung von Roma-Camps oder die Vertreibung von Migranten Stellung.
Mauro Gambetti (55), der jüngste Kardinalsanwärter auf der Liste des Papstes, ist seit 2013 Kustos des Konvents von Assisi, des Mutterklosters der Gemeinschaft der Franziskaner.
Felipe Arizmendi Esquivel (80), bis zu seiner Emeritierung 2017 Bischof von San Cristobal de las Casas, machte sich immer wieder zum Sprachrohr für die Belange von Indigenen und erreichte, dass Papst Franziskus 2016 bei seinem Besuch in Mexiko das aztekische Nahuatl zur Liturgiesprache erklärte.
Silvano Tomasi (80), ein aus Norditalien stammender Scalabrini-Missionar, Migrationsfachmann und vatikanischer Diplomat, war unter anderem von 2003 bis 2016 Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf.
Raniero Cantalamessa (86), Kapuziner, doktorierte an der Universität Freiburg/Schweiz und ist seit 1980 Prediger des päpstlichen Hauses.
Enrico Feroci (80), langjähriger Pfarrer in verschiedenen Pfarreien des Bistums Rom und ehemaliger Direktor des römischen Caritas-Verbandes.
kath.ch