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Aus Südafrika stammt der 1992 geborene Cellist, Komponist und Performer Abel Selaocoe, der seine erste musikalische Ausbildung in einem Outreach-Programm des Townships von Soweto erhielt. Sein Studium absolvierte er am Royal Northern College im britischen Manchester, wo er 2018 sein Diplom erhielt. Von Anfang an standen spar-
tenübergreifende Projekte im Zentrum seines Interesses. Selaocoe bewegt sich zwischen vielen Genres und Stilrichtungen: Er verbindet Klassik mit Jazz, Weltmusik und Improvisation, koppelt westliche und afrikanische Traditionen. Dabei beschränkt er sich nicht allein auf das Cellospiel, sondern tritt auch mit Gesang und Body-Percussion hervor und präsentiert regelmässig eigene Werke. 2016 gründete Abel Selaocoe das Trio Chesaba, das sich der Musik des afrikanischen Kontinents widmet. Eng arbeitet er mit dem Manchester Collective zusammen, mit dem er das Programm Sirocco kreierte. Zu seinen weiteren künstlerischen Partner*innen zählen Bernhard Schimpelsberger, Tim Garland, Seckou Keita, Giovanni Sollima, Famoudou Don Moye und Gwilym Simcock. 2021 gab er sein Solodebut bei den BBC Proms, wo er mit dem BBC National Orchestra of Wales, dem Trio Chesaba und dem Ensemble Gnawa London um Simo Lagnawi den Abend «Africa Meets Europe» gestaltete. Auch mit der Britten Sinfonia und dem Saint Paul Chamber Orchestra hat er bereits konzertiert. Im Sommer 2022 war er auf Schloss Elmau, bei den Musiktagen in Hitzacker, im Amsterdamer Concertgebouw und in der Hamburger Elbphilharmonie zu erleben; 2022/23 ist er artist-in-residence am Londoner Southbank Centre. Am 23. September erscheint seine erste Solo-CD. Abel Selaocoe ist es ein grosses Anliegen, den Horizont der klassischen Musik zu erweitern und ein diverseres Publikum zu erreichen. 2021 wurde er zum «Power Up Music Creator» der PRS Foundation ernannt, einer Initiative gegen Rassismus; ausserdem erhielt er für sein kompositorisches Schaffen den Paul-Hamlyn-Preis.
August 2022