Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03613.jsonl.gz/3292

In der mitteldeutschen Großstadt Mansfeld wird eine Frau mittleren Alters ermordet aufgefunden. Ihr Körper weist schlimme Verstümmelungen auf, der Schauplatz des Mordes gleicht einem Schlachtfeld. Die beiden polizeilichen Ermittler Claudius Zorn und sein Partner, gemeinhin der dicke Schröder genannt, werden mit den Ermittlungen beauftragt. Zunächst scheinen die Untersuchungen von wenig Erfolg gekrönt und die kaum vorhandenen Spuren führen zu keinem Verdächtigen. Bis plötzlich in Claudius Zorn der Verdacht keimt, dass ihr Vorgesetzter, Staatsanwalt Sauer, so einiges unternimmt, um ihre Ermittlungen zu behindern. Mithilfe von Sauers Sekretärin Hannah sammeln sie Beweise, und plötzlich ergeben sich neue Ansatzpunkte für weitere Ermittlungen...
Stephan Ludwig ist es mit Zorn Tod und Regen gelungen, einen interessanten und geschickt konstruierten Mordfall zu liefern. Viele lose Enden führen nach den Untersuchungen des konträren Ermittlungsteams Claudius Zorn und seinem Kollegen Schröder letztendlich zu einem gemeinsamen Nenner. Was mir am vorliegenden Kriminalroman äußerst gut gefallen hat, ist die Person des dicken Schröders, des eifrigen und klugen Ermittlers an Zorns Seite. Schröder ist der Inbegriff eines Kriminalbeamten, der nicht nur eine außerordentliche Begabung für das Erkennen logischer Zusammenhänge aufweist, sondern zudem durch hohe Intelligenz, einem beinahe fotografischem Gedächtnis und einem guten Gespür für Intuitionen glänzt. Obgleich seine äußere Erscheinung als unscheinbar und eher unattraktiv beschrieben wird und er im Schatten von Claudius Zorn agiert, ist Schröder die sympathische Hauptfigur dieses Buches, die man innerhalb kürzester Zeit aufgrund ihres Einsatzes sogar bewundern muss. Im Gegensatz dazu brachte ich Claudius Zorn keinerlei Sympathie entgegen. Im Gegenteil. Der faule und schlampige Polizist zeichnet sich durch Behäbigkeit und Ignoranz aus, sieht sich als absoluten Mittelpunkt seiner kleinen, beschränkten Welt, ignoriert geflissentlich ihm durch seine Arbeit auferlegte Regeln und Normen, nutzt den Fleiß seines Kollegen Schröders schamlos für seine Zwecke aus und scheint in jeder Hinsicht in seiner Funktion als Ermittlungsbeamter unfähig zu sein. Sein Widerwillen gegenüber jeglicher Art der beruflichen Betätigung wird von Seite zu Seite deutlicher, und im gleichen Maße auch meine Antipathie ihm gegenüber. Abgesehen von Claudius Zorn baut der Autor jedoch auch einige interessante Nebenfiguren in seine Handlung ein, besonders Henning Mahler wird vielschichtig und authentisch gezeichnet. Dieser Kriminalroman lebt jedoch vor allem durch die Präsenz des dicken Schröders, der unerschütterlich seine Ermittlungen führt und dabei Verstand und Intuition einsetzt.
Die in drei Teile gegliederte Handlung dieses Kriminalromans wartet mit einem durchgehenden Spannungsbogen auf, wobei sich die Ereignisse im dritten Teil zuspitzen und es zu einem aufregenden Finale kommt, in dem Zusammenhänge offengelegt, lose Fäden zueinander geführt und Hintergründe erkennbar werden. Der flüssige Schreibstil des Autors bereitete mir gemeinsam mit dem sympathischen Ermittler Schröder großes Lesevergnügen und ich habe gedanklich nur allzu gerne an den Ermittlungen in diesem Mordfall teilgenommen.
FAZIT: Ich habe die Lektüre dieses Buches dermaßen genossen, dass die im Anschluss gedruckte Leseprobe zum 2. Teil dieser Krimireihe gar nicht mehr erforderlich war, um eine Bestellung seines Nachfolgers anzuregen. Ich freue mich bereits auf den nächsten Fall mit dem sympathischen dicken Schröder!
Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?