Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03584.jsonl.gz/2408

Irene Dische, geboren 1952. Sie studierte in Harvard. Von Hans Magnus Enzensberger entdeckt, veröffentlichte Irene Dische 1989 ihr literarisches Debüt, den Erzählungsband «Fromme Lügen», der von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. Es folgten zahlreiche Romane und Erzählungsbände.
Die amerikanisch-deutsche Autorin legt mit «Die militante Madonna» einen brisanten Roman vor: Er spielt im 18. Jahrhundert und handelt vom Chevalier d’Éon, der etliche Jahre seines Lebens als Frau zubrachte. Diese schillernde Figur spricht im Roman als Ich-Erzähler in unser 21. Jahrhundert hinein: Ihr meint, sagt er sinngemäss, Phänomene wie Transgender seien etwas Neues, dabei habe es das nicht nur schon im 18. Jahrhundert gegeben, sondern sei damals auch freier damit umgegangen worden.
«In meiner Zeit und in meinen Kreisen sprachen wir, wie es uns gefiel, in den obersten Gesellschaftsschichten, am kultiviertesten Hof der Welt kleideten sich die Männer wie Frauen und die Frauen wie Männer, und niemand regte sich über solche Kinkerlitzchen auf.»
Kurzlesung
Lesung und Gespräch