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2011 wurde die Region Fukushima in Japan durch ein Erdbeben, einen Tsunami und eine nukleare Katastrophe zerstört. Sechs Jahre später haben die Anwohner_innen längst damit begonnen, ihre Leben wieder aufzubauen und produzieren die wunderbare japanische Baumwolle, die wir verwenden, um unsere Knot Wraps Koi und Mixed Fruit zu produzieren.
Das Erdbeben in Ostjapan und seine verheerenden Folgen machten die Bewirtschaftung des Landes rund um Fukushima so gut wie unmöglich. Der Tsunami und die nukleare Katastrophe hinterliessen ihre Spuren im Boden und reicherten ihn mit grossen Mengen Salz an, wodurch es sehr schwer wurde, traditionelle Nahrungsmittel anzubauen. Baumwolle hingegen hat damit keine Probleme und wächst auch auf salzreichen Böden hervorragend.
Das aus mehreren Unternehmen bestehende Netzwerk Otento Sun erkannte dies früh und machte es zu ihrer Aufgabe, Baumwolle auf verlassenem Ackerland anzubauen, um so den Bauern die Möglichkeit zu geben, wieder etwas zu verdienen und in ihren Alltag zurückzukehren. Die Baumwolle namens Bicchu Brown, die rund um Fukushima angebaut wird, ist eine in Japan heimische Art. Die Qualität und Sicherheit der Baumwolle sind über jeden Zweifel erhaben. Jede Ernte aus Fukushima wird strengen Strahlungstests unterzogen und nur solche Erzeugnisse, die unterhalb des erlaubten Strahlungswertes liegen, dürfen verkauft werden. Dieses Jahr findet die fünfte Baumwollernte statt.
Doch beim Anbau der Baumwolle geht es für die Bauern von Fukushima um weit mehr als eine Bewältigung der Katastrophe. Die Bauern und Mitglieder von Otento Sun sind gewillt, die lange Tradition der japanischen Bicchu Brown Baumwolle weiterzuführen und darüber hinaus den weitverbreiteten Gebrauch von Pestiziden in der Baumwollproduktion einzudämmen.
Emiko Yoshida, Direktor von Otento Sun, sagt dazu: „Baumwolle zählt zu den Erzeugnissen, die am schädlichsten zur Umwelt sind. Gleichzeitig wird sie wie kaum etwas anderes in unserem Alltag vielseitig eingesetzt.“
Wenn du darüber nachdenkst, bemerkst du, dass Baumwolle überall ist – in der Kleidung, die wir tragen, in den Decken, unter denen wir schlafen, oder in den Taschen, mit denen wir Einkäufe transportieren. Obwohl wir täglich mit Baumwolle in Berührung kommen, wissen die meisten Menschen nur sehr wenig über deren Produktion.
Baumwolle zählt zu den schmutzigsten Erzeugnissen auf unserem Planeten, was insbesondere an dem hohen Einsatz von Pestiziden während Anbau und Weiterverarbeitung liegt. Otento Sun baut nicht nur Baumwolle rund um Fukushima an, sondern beweist auch, dass der Anbau nicht zwingend den Einsatz von Pestiziden erfordert. Dazu wird biologische, nicht-genmanipulierte einheimischer Samenverwendet, mit dem man sehr sichere, qualitativ hochwertige Baumwolle erzeugt.
Die Bicchu Brown Baumwolle, die von Otento Sun verwendet wird, wurde bereits im Heian Zeitalter (794-1185) in Japan angebaut. Im Gegensatz zu westlichen Baumwollarten ist diese – wie der Name bereits verrät – braun. Die japanischen Baumwoll-Fasern sind darüber hinaus sehr kurz, was dazu führt, dass sie länger gewebt werden müssen als weisse Baumwolle. Sie ist schwerer zu spindeln und es erfordert handwerkliches Geschick, um aus ihr robuste, widerstandsfähige Stoffe und Fäden herzustellen. Daher mischt Otento Sun die braune japanische Baumwolle mit westlicher weisser und kreiert so wunderschöne, weiche, cremefarbene Fäden. Die traditionelle Baumwolle hilft nicht nur dabei, Land und Leben der Menschen in Fukushima wieder fruchtbar zu machen, sondern verbessert die Qualität der Baumwollproduktion in ganz Japan.
Ausserdem wurden Gemeinschaften dazu ermutigt, zusammen zu arbeiten und Beziehungen untereinander aufzubauen. Die Regeneration ist noch immer nicht abgeschlossen, aber Projekte wie Otento Sun ermöglichen es den Menschen, sich selber und ihren Familien eine sichere und fröhliche Zukunft zu erschaffen.
Emiko Yoshida ist optimistisch: „Wir hoffen, dass unsere Bio-Baumwolle auf der ganzen Welt verwendet wird. Unsere gesamte Motivation dient der Rekonstruktion und Regeneration von Fukushima. Wir gehen zwar nur kleine, erste Schritte, aber wir sind der Überzeugung, dass wir alle gemeinsam unser Vorhaben realisieren können, wenn wir unseren Alltag ein wenig verändern. Es kann mit unseren zwei Furoshiki beginnen.“
Die Sicherheit der Kund_innen und der verwendeten Materialien ist uns sehr wichtig. Seit dem Kraftwerkunglück in Fukushima und gemäss der EU-Verordnung Nr. 351/2011 müssen alle Lebensmittel, die aus Japan in die EU importiert werden, Kriterien erfüllen, die das Radionuklidniveau betreffen. Wir verwenden den gleichen Ansatz für die Baumwolle, die in unseren Furoshikis verwendet wurde. Bei den in Grossbritannien getesteten Proben wurde gemäss dem Labor Limit of Detection (LOD) keine Strahlung festgestellt.