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„Wunder“ (2017), 109 Min.
Regie: Stephen Chboski nach dem gleichnamigen Roman von Raquel J. Palacio aus dem Jahr 2012
Dieser Film handelt von einer Familie mit einer älteren Tochter Via und dem jüngeren zehnjährigen Jungen Auggie, der wegen eines Gendefekts im Gesicht entstellt ist, jedoch klar denken und fühlen kann. Nach fast 30 Operationen und langjährigem Unterricht durch die Mutter tritt er in eine Klasse ein. Wie erwartet ist es für ihn und viele Mitschüler schwierig, mit dieser Beeinträchtigung umgehen zu können. Der Rektor und einige Mitschüler verhelfen ihm dazu, sich integrieren zu können, teilweise lachen unsichere und eifersüchtige Mitschüler jedoch über ihn. Im Film wird aus verschiedenen Perspektiven veranschaulicht, was die Eltern und die einzelnen Schüler im Schulalltag in dieser Situation beschäftigt und wie die einzelnen gemeinschaftlichen und ablehnenden Reaktionen bei den Kindern verstehbar werden.
Insbesondere wird in dem Film deutlich, wie die notwendige besondere Behandlung dazu führen kann, dass sich der Junge wegen der besonderen Behandlung wie ein verzärteltes Kind fühlt und handelt. So ist er nicht angeleitet worden, sich auch in seine Schwester, seine Eltern und seine Kollegen einzufühlen und mitzugestalten. Der Film stellt ein gutes Dokument dafür dar, wie schwierig es ist, jemandem zu helfen und zu stärken, der besonderer Aufmerksamkeit bedarf oder erhält und dabei mitzuhelfen, dass sich das Selbstwertgefühl um die Freude an anderen und dem Miteinander herum aufbauen kann.
Der Psychologe Fraberger aus Wien, der ohne Arme und Beine geboren wurde erzählte von seinem Vater, der ihm auf seine Vorhaltungen, er könne sich nie am Velofahren erfreuen wie sein Bruder, antwortete: «Du stehst vor dem gleichen Problem wie Dein Bruder und jeder Mensch: Du wirst dann glücklich leben, wenn Du nicht Deine Einschränkungen bedauern musst, sondern wenn Du Dich am Fortschritt anderer so freuen kannst, als ob Du es selbst wärst.»
Tags: Filmbesprechung, lehrreich, sehenswert