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Pionierpflanzen am Eisrand
Säuerling (Oxyria digyna): Die Pflanze die am nächsten beim Gletscher wuchs, war der Säuerling. Er besiedelt dieses Gebiet schon ca. 1 Jahre (18m) nachdem dieses freigelegt wurde.Der Säuerling wächst auf 1600-2900 m.ü.M. auf steinigen kalkarmen Böden. Man findet ihn also vor allem auf Schutthalden und Moränenen. Er benötigt ausserdem wenige Nährstoffe und viel Licht.
Moosartiger Steinbrech (Saxifraga bryoides): Der Moosartiger Steinbrech ist nicht einer der ersten die das neue Gebiet besiedelt, aber schon zwei Jahre nach Gletscherrückzug, konnten wir ihn zahlreich sehen. Er kann 2-6 cm hoch werden. Er besitzt 2-6 mm lange und ein mm breite Rosettenblätter, welche am Rand bewimpert und nach innen gebogen sind. Der Moosartige Steinbrech hat fünf weisse Kronblätter, die in der unteren Hälfte orangegelb gepunktet sind. Er wächst auf 2000-4000 m.ü.M. auf Felsblöcken, Ruhschutt und kalkarmen Böden.
Fleischers Weidenröschen (Epilobium fleischeri): Die Blätter sind lanzettlich, auch auf der Unterseite grün und nicht nach unten umgeschlagen. Es kommt auf kalkarmen, basenreichen Schwemmland, Kiesbänken und Moränen vor. Im Gletschervorfeld war es die häufigste Pflanze. Sonst ist es relativ selten und wächst auf 1000-25000 m.ü.M. Dieses Pflänzchen trafen wir ca. 20 m von der Gletscherzunge entfernt, folglich die zweite, nach dem Säuerling, die das Gletschervorfeld besiedelte.
Bewimperter Steinbrech (Saxifraga aizoides): Dieser Steinbrech wird ca. 5-25 cm hoch. Die Blätter sind fleischig und im Querschnitt halbkreisförmig. Die Kronblätter sind entweder gelb mit orangeroten Punkten oder dunkelorange. Sie sind länglich abgerundet und bis 6 mm lang. Er kommt auf Schutt, Quellfluren, Bachrändern und allgemein auf steinig-feuchten Böden vor. Er wächst zwischen 800-3000 m.ü.M. Die Pflanze war im Gletschervorfeld Morteratsch ziemlich häufig und wir fanden sie erstmals 50 m von der Gletscherzunge entfernt.
Filziger Alpendost (Adenostyles leucophylla): Der Alpendost wird 20-40 cm hoch. Seine Blätter sind nieren- bis herzförmig und unterseits dicht weissfilzig behaart. Die Blüten sind fleischrot. Er wächst auf kalkarmen Böden, v.a. auf Schutthalden und Geröll auf 2200-2900 m.ü.M. Wir entdeckten ihn relativ weit von der Gletscherzunge entfernt. Mit zunehmender Distanz zum Eis wurde er immer häufiger.
Rauer Steinbrech (Saxifraga aspera): Diese Pflanze gehört ebenfalls nicht zu den ersten, die das neue Gebiet besiedelten. Sie war auch nicht häufig anzutreffen. Der Steinbrech wird 8-20 cm hoch. 1-10 Blüten sind am Ende des Stengels angeordnet. Sie sind aussen weisslich und innen gelblich. Der raue Steinbrech wächst auf Felsen, Grobschutt und auf kalkarmen Unterlagen. Er kommt auf 1400-2300 m.ü.M. in Mittel- und Südeuropäischen Gebirgen vor.
Schildampfer (Rumex scutatus): Sie kommt häufig im Vorfeld des Gletschers vor, allerdings eher in grossem Abstand. Sie wird 20-30 cm hoch. Die Blätter sind spiessförmig und werden bis zu 5 cm lang. Sie sind oft bläulich bereift. Sie wächst auf Geröllhalden, Felsschutt und auf trockenen, steinigen Böden. Das Vorkommen beschränkt sich auf 300-2500 m.ü.M.
Einblütiges Hornkraut (Cerastium uniflorum): Es hat grüne Blätter, welche oberhalb der Mitte am breitesten sind. Die Kronblätter sind weiss. Es ist keine häufige Alpenpflanze. Sie kommt auf Geröll, Schuffhängen und steinigen, kalkarmen Böden vor. Es ist eine Ostalpen-Pflanze, welche auf 2000-3400 m.ü.M. wächst, jedoch kommt sie fast nur auf den inneren Gebirgsketten vor. Wir fanden die Pflanze nicht direkt bei der Gletscherzunge.
|Fotos Walter Hauenstein, Juli 2002|