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«Erector» 2011/2012
Sammlung Hesta AG
Courtesy Galerie Eva Presenhuber, Zürich © Oscar Tuazon
«Erector» 2011/2012
Oscar Tuazon ist fast schon besessen vom Prozess des Häuserbaus beziehungsweise des Charakters der Häuslichkeit. Ihn interessiert die Beziehung zwischen Architektur, den einzelnen Bauteilen und dem sozialen Raum, den alle diese Teile verbinden. Grundsätze der Natur und sein Engagement für Nachhaltigkeit sind ebenso entscheidend, wie die Arbeit mit vorgefundenem Material. Seine Skulpturen werden zu Räumen: Wände, Öffnungen, Fenster sind essenzielle Bestandteile. Einige seiner Werke sind Cover-Versionen von Werken verschiedener Minimal-Art-Künstler, die er als Akt der Verkörperung und Bewunderung nachbildet und sich mit seiner eigenen physischen Anstrengung daran abarbeitet. Anstelle von Plänen, Zeichnungen oder Erklärungen bevorzugt es Tuazon, direkt mit den Händen und auch im Team zu arbeiten. Als Grund gibt er an, dass er so zu besseren Lösungen komme. Die in der Eingangshalle ausgestellten Werke ergeben sich aus leicht verfügbaren Materialen, die auffällig modular zusammengebaut sind und deren Beschaffenheit zu ihrer Bestimmung passt.
«Erector» besteht aus fünf unterschiedlich langen, ineinander verschränkten rohen Holzbalken, die zusammen je nach Blickwinkel eine jeweils unterschiedliche Form bilden. Mit jeder Verschiebung des Betrachtungsstandpunkts wird eine ganz neue Form des Werks sichtbar.
«The Carnal Plane» erinnert an eine Leuchte oder an eine Ampel. Die brachiale, fast drei Meter hohe Skulptur besteht aus einem Betontisch, aus dessen Mitte sich drei aneinandergestellte Eisenträger erheben, die mit verkabelten Leuchtstoffröhren versetzt sind und Licht in alle Himmelsrichtungen spenden.
«Walk through Walls» ist eine Arbeit aus einer Serie von doppelwandigen Fenstern. Für den Künstler bedeutet ein Fenster, «die Möglichkeit, durch die Wand zu gehen». Er liess sich bei dieser Arbeit von architektonischen Begebenheiten inspirieren, die er sich über das Studium der Wüstenkommune Drop City in Colorado aneignete. Den leeren Raum zwischen den Glasscheiben füllt er mit diversem Material wie Wellblech, einem Laptop, alten Bedienungsanleitungen, Plänen und Styroporkügelchen.
«I put Food on the Table» erinnert an eine hölzerne Kinderspiellandschaft. Es ist eine bewohnbare Minitreppenlandschaft, eine Höhle mit einer kleinen Plattform, mit Ein- und Ausgängen sowie einer Treppe, die ins Nirgendwo führt. Würde der aus einfachem Holz gebaute Stützpunkt im Freien stehen, würde er wohl im Nu als Behausung gekapert werden.