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Unsere Datenblätter geben in der gleichen Spalte entweder die Glasübergangstemperatur oder die Schmelztemperatur an.
Verlust der Stabilität: Die Glasübergangstemperatur bei amorphen Kunststoffen und die Schmelztemperatur bei kristallinen Kunststoffen beziehen sich auf jeweils andere physikalische Vorgänge. In der Praxis haben sie jedoch für den Einsatzfall die gleiche Konsequenz: Bei diesen Temperaturen verliert der Kunststoff seine Stabilität und er wird plastisch verformbar.
Messverfahren: Ein einfaches Messverfahren besteht darin, dass eine Probe in ein kleines Glasröhrchen gesteckt und schrittweise erwärmt wird, bis die Kunststoffprobe sich durch die geringe Last des Glasröhrchens verformt.
Dynamische Differenzkalorimetrie. Ein genaueres Messverfahren stellt die Dynamische Differenzkalorimetrie (DDK, DSC) dar. Gemessen wird der Wärmefluss, also die vom Werkstoff aufgenommene Wärmemenge während des Aufheizens. Während bei kristallinen Werkstoffen ein Schmelzpunkt ermittelt werden kann, liegt bei amorphen Kunststoffen kein definierter Punkt vor. Amorphe Kunststoff zeigen einen charakteristischen Temperaturbereich, in dem sich die Beweglichkeit der Moleküle signifikant verändert, welches zu einem Effekt führt, der einem Schmelzen ähnelt (siehe einfaches Messverfahren mit Glasröhrchen). Dieser Bereich bildet sich auch in der Darstellungskurve des Ergebnisses der DSC-Analyse ab. Die Kurve zeigt zwar kein Peak (es gibt also keine Schmelzwärme) aber es ist ein deutlicher Knick im Wärmefluss erkennbar.
Amorphe Thermoplaste haben keinen Schmelzpunkt. Sie gehen in einem bestimmten Temperaturbereich von der harten in eine flexible Phase über, gekennzeichnet ist dieser Bereich dadurch, dass die Molekülketten beweglich werden, ohne dass sich der Kunststoff direkt verflüssigt, dies geschieht erst bei weiter steigender Temperatur.
Teilkristalline Thermoplaste haben ebenfalls eine Glasübergangstemperatur, diese betrifft jedoch nur die amorphen Bereiche. Meist liegt die Glasübergangstemperatur unterhalb des Schmelzpunktes, so dass zwischen diesen beiden Temperaturen eine harte und eine flexible Phase gleichzeitig existieren. Kennzeichnend für diese Werkstoffe ist ein duktiles mechanisches Verhalten.