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Erste Hirsebreifahrten
1455
Eine Freischar aus mehreren Orten, voran Zürich befreiten Strassburger Handelsleute, die vom Grafen Allwig von Sulz in Eglisau gefangen gehalten wurden.
1456 – Die erste Hirsebreifahrt
Diese kriegerische Tat war wohl der Anlass, dass die Zürcher ein Jahr später 1456 an einem Freischiessen, das Strassburg ausgeschrieben hatte, teilnahmen. Zum ersten Mal wagten junge Zünfter der Schiffleuten und Schützen der Stadt den Versuch, in einem Tag von Zürich nach Strassburg zu fahren.
Heinrich Bullinger, der Nachfolger Zwinglis, berichtet in seiner Chronik über diese erste Hirsebreifahrt.
1476
Zwanzig Jahre später gab Herzog Karl der Kühne den Eidgenossen und Strassburgern Gelegenheit, in den Burgunderkriegen einmal mehr die treu geübte Freundschaft mit gegenseitiger Waffenhilfe zu beweisen. Die berühmte Schweizerchronik von Diebold Schilling räumt gerade Strassburg mit seinem Hilfsheer einen ehrenvollen Platz ein.
1499
Gegen Ende des Jahrhunderts wurde das alte freundschaftliche Verhältnis durch den Ausbruch des Schwabenkrieges gestört. Im Gegensatz zu Basel und Mühlhausen, die beide treu zu den Eidgenossen hielten, kämpfte Strassburg auf Seite des schwäbischen Bundes. Dem Zürcher Heinrich Rahn gelang es, das strassburgische Stadtbanner zu erobern. Kaiser Maximilian anerkannte die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft vom Reiche; in den Friedensschluss wurde auch Strassburg mit einbezogen.
1504
Die Schützen "am Platz" führten im Auftrage der Zürcher Regierung das erste internationale Armbrust- und Büchsenschiessen mit 451 Teilnehmern durch, an dem auch eine Delegation aus Strassburg teilnahm.
1537
Als die Verfolgungen, denen die Hugenotten in Frankreich ausgesetzt waren, einen immer grösseren Massstab annahmen, vereinigten sich Strassburger und Eidgenossen, um eine Deputation an Franz I. abgehen zu lassen, die sich für die Rechte der Glaubensgenossen verwenden sollte (24. Februar 1537).
1576 – Die zweite Hirsebreifahrt nach 120 Jahren
Die bekannte Episode der 2. Zürcher Hirsebreifahrt, eine Wiederholung dessen, was schon vor hundert und zwanzig Jahren einmal geschehen war, brachte neuerdings den Beweis, dass Strassburg nicht zu weit von der Eidgenossenschaft entfernt liege, um im Notfall auf die Hilfe der Nachbarn an der Limmat rechnen zu können. Strassburg ehrte die "Zürcher Argonauten" mit seltenen Geschenken und diese überliessen den Breitopf und die Ruder, worin sie ihre Namen eingeschnitzt hatten, der Stadt zum ewigen Andenken. Der festliche Anlass wurde zu der meist besprochenen und besungenen Begebenheit des ausgehenden Mittelalters in der Eidgenossenschaft.