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Bei einigen Meeresstrudelwürmer ist die Signalfärbung todernst gemeint, so zum Beispiel bei Pseudoceros concineus und Planocera tentaculata, bei welchen die Toxine Staurosporin und Tetrodotoxin nachgewiesen wurden.
Staurosporin gehört zu einer Gruppe von Alkaloiden, welche für hochwirksame Antibiotika und starke Insektizide bekannt sind. Es führt zu nicht-selektivem Zelltod. Das gleiche Toxin wurde nicht nur in Pseudoceros concineus nachgewiesen, sondern auch in eine der vom Wurm bevorzugten Seescheiden. Ob der Wurm das Toxin selber produzieren kann ist noch unklar. Es wird allerdings vermutet, dass der Wurm erst nach dem Fressen der bestimmten Seescheide giftig wird. Die Forschung hofft übrigens Staurosporin's Wirkungsweise genug zu verstehen, um es zur gezielten Therapie gegen Krebs einsetzen zu können. Bisherige Versuche scheinen es aber nicht erfolgreich genug für einen Einsatz, aber immer noch spannend genug für die Forschung zu machen.
Befasst man sich etwas mit den giftigen Unterwassertieren, ist Tetrodotoxin aufgrund seines relativ breiten Vorkommens in sehr unterschiedlichen Tieren bald ein alter Bekannter. Es ist ein hochwirksames und tödliches Nervengift, das den Körper relativ rasch durch Paralyse (einzelne Körperteile, ganzer Körper und schliesslich Atemlähmung) zum Erliegen bringt. Tetrodotoxin ist meist als das Gift des Kugelfisches bekannt, konnte aber bereits in Blauring-Kraken, einigen Krebsen, Schnecken und sogar Seesternen nachgewiesen werden. Auch hier zeigt sich die Forschung interessiert: In geringen Dosen wirkt Tetrodotoxin schmerzlindernd und könnte so eine Einsatzmöglichkeit in der Krebsbehandlung finden. Auch spannend ist bei Tetrodotoxin, dass es als Gegengift zu Batrachotoxin zum Einsatz kommt, das krampfverursachende Gift der südamerikanischen Pfeilgiftfrösche. Batrachotoxin (ca. zehnmal stärker als Tetrodotoxin und das hochwirksamste in seiner Gift-Gruppe) wurde wiederum auch auf dem Gefieder einiger Vogelarten in Neuguinea nachgewiesen, was auf der anderen Seite der Welt von den Pfeilgiftfröschen liegt. Weder Frosch noch Vogel kann Batrachotoxin selber produzieren, die Quelle scheint eher bei einer Gattung Käfer zu liegen, die in beiden Verbreitungsgebieten des Giftes vorkommen. Bleibt nur die Frage, wie das Gegengift in den Fisch, Wurm, Seestern oder Kraken kommt.