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Carroccio
(ital., spr. -rótscho, mittellat. Carrocium), der mittelalterliche Fahnenwagen der italienischen Städte, auf welchen deren Banner mit in die Schlacht geführt wurde, und der gewissermaßen als Hauptquartier galt, von wo alle Befehle und Signale ausgingen. Als Mailand [* 2] mit Kaiser Konrad II. und dessen Anhängern 1037 in der Lombardei kriegte, ersann der Mailänder Erzbischof Aribert dieses Mittel, um die Streitenden zu verdoppelter Tapferkeit anzuspornen.
Der
Carroccio war ein großer, vierräderiger, rot gefärbter
Wagen, der von 2-4
Stieren gezogen wurde. Auf der Mitte desselben war
ein rot bemalter Baumstamm errichtet mit einem goldenen Apfel an der
Spitze, an welchem die Stadtfahne wie ein großes
Segel
befestigt war. Eine Anzahl bewährter
Streiter und ein
Priester bildeten das
Geleit. So stellte der
Carroccio gleichsam
das
Palladium der Stadt vor, und sein Verlust galt für eine unauslöschliche Schmach. So ging z. B.
der mailändische
Carroccio 1162 bei der
Übergabe der Stadt an
Friedrich I. und 1237 in der
Schlacht von
Cortenuova verloren.
Vgl. Jähns, Geschichte des Kriegswesens (Berl. 1880).