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Mehrere Newssender in den USA entschieden sich, die Ausstrahlung von Trumps Rede zu unterbrechen. Eine richtige Entscheidung?
Nina Fargahi
Das Resultat der US-Präsidentschaftswahl stand noch aus, als Donald Trump am Donnerstag im Weissen Haus vor die Presse trat. Doch nach 30 Sekunden unterbrach der US-Sender MSNBC Trumps Rede, in der er sagte, dass man ihm die Wahlen gestohlen hätte. Der Moderator Brian Williams sagte, diese Aussagen seien «nicht in der Realität verankert und gefährlich». Der Moderator von CNBC, Shepard Smith, sagte: «Was der Präsident der Vereinigten Staaten sagt, ist zu grossen Teilen unwahr.» Auch die Sender ABC News und NBC News entschieden sich, die Rede nach einigen Sekunden zu unterbrechen. CNN und Fox News hingegen strahlten die Rede aus, wiesen allerdings im Nachhinein darauf hin, dass es sich bei dieser Rede hauptsächlich um Unwahrheiten handelte.
Wie sind diese Entscheidungen einzuordnen?
Einen Amtsträger bei der Ausübung seiner Amtspflichten zum Schweigen zu bringen, ist aus journalistischer Sicht ein schwerwiegender Schritt. Denn Medien stehen in der Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren. Wenn sich eine Information als falsch erweist, braucht es umgehend eine Richtigstellung. So der journalistische Standard.
Doch besondere Umstände erfordern besondere Massnahmen. Der noch-Präsident Trump war drauf und dran, Lügen zu verbreiten und Unruhe zu stiften. Eine Einordnung der Rede war nicht in Echtzeit möglich, die Behauptungen konnten nicht sofort analysiert und kommentiert werden. Wohl insbesondere vor dem Hintergrund seiner unlängst getätigten Äusserungen, wonach sich seine militanten, rechtsextremen Unterstützer bereit halten sollten, zogen einige Medien die Notbremse. Die Unterbrechung ist somit zu rechtfertigen, da es eine Nothandlung war in einer Situation, in der die politische Situation im Land zu eskalieren drohte. Medien befanden sich in einem Dilemma und haben klar Position bezogen. Dies ist ein Zeichen ihrer Unabhängigkeit.
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