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29. Mai 2001
An der dritten Generalversammlung der Swisscom AG vom 29. Mai 2001 im Zürcher Hallenstadion nahmen 1´429 Aktionärinnen und Aktionäre teil, die 72,11 Prozent der Aktienstimmen vertraten. Die Zahl aller Swisscom-Aktionäre ist innert zwei Jahren von 51´445 auf 82´821 bis Mitte Mai 2001 gestiegen.
Die an der Generalversammlung anwesenden Aktionäre genehmigten den Jahresbericht, die Konzernrechnung sowie die Jahresrechnung 2000 und folgten dem Antrag des Verwaltungsrates, die Dividende auf CHF 11 pro Aktie festzusetzen. Die Dividende wird am 1. Juni 2001 nach Abzug der Verrechnungssteuer von 35% ausbezahlt. Zusätzlich wurde von der Versammlung eine Nennwertreduktion von CHF 8 pro Aktie beschlossen. Diese Rückzahlung an die Aktionäre wird im zweiten Halbjahr 2001 erfolgen. Die Versammlung erteilte den Mitgliedern von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung für das Geschäftsjahr 2000 Entlastung. PricewaterhouseCoopers AG wurde für ein weiteres Jahr als Revisionsstelle und Konzernrechnungsprüferin gewählt.
Die Versammlung genehmigte Statutenänderungen zur Reduktion der Amtsdauer der Swisscom-Verwaltungsräte von vier auf zwei Jahre sowie eine verkürzte maximale Amtsdauer von bisher 12 auf 8 Jahre. Die neuen Bestimmungen stellen laut dem Präsidenten des Swisscom-Verwaltungsrates, Markus Rauh, eine sukzessive Erneuerung des Gremiums unter gleichzeitiger Wahrung der nötigen Kontinuität sicher. Mit den verkürzten Amtsdauern werde auch die Dynamik der Märkte reflektiert. Wiedergewählt wurden von der Versammlung Markus Rauh als Präsident und sieben weitere bisherige Mitglieder des Verwaltungsrates. Bereits früher hat der Bundesrat Felix Rosenberg als Bundesvertreter für weitere zwei Jahre in den Swisscom-Verwaltungsrat abgeordnet.
Swisscom kann gemäss Verwaltungsratspräsident Markus Rauh auf ein solides und erfolgreiches Geschäftsjahr 2000 zurückblicken. Es bekräftigte in seiner Rede die Forderung nach mehr strategisch-unternehmerischen Handlungsspielraum für Swisscom: "Das Telekommunikationsunternehmungsgesetz (TUG), das eine Mehrheit des Bundes an Swisscom vorschreibt, erweist sich als Hemmschuh. Es gibt keine plausiblen wirtschaftlichen Gründe anzunehmen, dass ausgerechnet der attraktive Telekommunikationsmarkt langfristig national fragmentiert bleiben soll. Es geht auch nicht um einen allfälligen Verkauf von Swisscom, sondern um eine nachhaltige Wertsteigerung des Unternehmens mit möglichen Allianzen und Kooperationen. Ohne weitgehende Allianzen und Kooperationsfähigkeit besteht für Swisscom die Gefahr einer Marginalisierung."
Zufrieden zeigte sich Markus Rauh mit der Vorlage des Bundesrates für eine entsprechende Verfassungsänderung, die im Januar 2001 in die politische Vernehmlassung geschickt wurde: "Mit der in der Vorlage des Bundesrates vorgesehenen schrittweisen Überführung von Swisscom in eine vollständig privatrechtliche Aktiengesellschaft nach Obligationenrecht würde das Unternehmen den nötigen Handlungsspielraum erhalten und das TUG hätte seine Aufgabe als Übergangsgesetz erfüllt."
Markus Rauh wies in seinen Ausführungen u.a. auf die grossen Schwierigkeiten beim Bau der Mobilfunknetze in der Schweiz hin: "Obwohl die Verordnung des Bundes über die nicht-ionisierende Strahlung NIS zum Schutz der Bevölkerung erlassen wurde, hat die Verordnung seit Inkrafttreten im Februar 2000 in der Bevölkerung eine zunehmende Verunsicherung ausgelöst. Denn seitens der Behörden wurde es verpasst, klare Ausführungsbestimmungen zu erlassen: Die unvollständigen gesetzlichen Grundlagen haben in der Zwischenzeit dazu geführt, dass Gemeinden als Bauvollzugsbehörden eigene Lösungen suchen mussten."
Rauh wandte sich entschieden gegen eine weitere Verschärfung der bestehenden NIS-Bestimmungen, wie sie von den Behörden im Marz 2001 präsentiert wurden. In der Schweiz müssten die Mobilfunkbetreiber bereits heute die europaweit strengsten Kriterien in Bezug auf die Strahlung erfüllen. "Werden die geltenden NIS-Bestimmungen weiter verschärft, so müssen Kunden aufgrund von Versorgungslücken und Kapazitätsengpässen in dichtbesiedelten Gebieten Qualitätseinbussen in Kauf nehmen. Schon heute werden hängige Baugesuche für Mobilfunkantennen als Folge der Verunsicherung nicht weiterbehandelt, was den zusätzlichen Aufbau des neuen UMTS-Netzes verzögern, wenn nicht sogar weitgehend verhindern könnte." Rauh plädierte für die rasche Einsetzung einer Arbeitsgruppe: "Swisscom bietet Hand für eine konsensorientierte Lösung, sofern sie den Interessen der Bevölkerung und auch des Wirtschaftsstandortes Schweiz Rechnung tragen."
Zürich, 29. Mai 2001