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Im Kreolischen heisst die Seychellennuss «Coco de Mer». Ihren Namen hat die Nuss europäischen Seefahrern zu verdanken, die in der frühkolonialen Zeit im Indischen Ozean immer wieder schwimmende Nüsse und Nussschalen sichteten und den Irrglauben entwickelten, es handle sich dabei um eine Art Kokosnuss, die im Meer wächst.
Zur Mystifizierung der Nuss trug indes auch ihre Form bei. Sie sieht aus wie eine zu gross geratene Doppel-Kokosnuss. Die Seeleute sahen in ihr das Abbild eines wohlgeformten weiblichen Beckens. Bald etablierte sich die Idee, die Seychellennuss steigere den Geschlechtstrieb und könne Gift neutralisieren.
Das Angebot war so knapp, dass der Besitz von Seychellennüssen Normalsterblichen in Ostiniden verboten und den Mächtigen vorbehalten wurde. Sowieso: In den 1750er-Jahren wurde eine einzige Frucht für 400 britische Pfund (heutiger Wert: rund 70’000 Pfund) gehandelt – für die meisten Menschen damals und heute unbezahlbar.
Als man 1770 feststellte, dass die «Coco de Mer» nicht unter Wasser wuchs, sondern auf den Seychellen gedieh, begann ein beispiellose Plünderung der dortigen Bestände. Heute, 250 Jahre später, gelten die Meganüsse als bedroht, nur wenige Tausend Bäume gibt es noch im Inselstaat – und die Art ist endemisch, heisst: es gibt sie nirgends sonst auf der Welt.
Für die Einheimischen hat die Seychellenpalme beziehungsweise -nuss bis heute einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert. Die Palmblätter werden für das Dachdecken und Flechtware verwendet, aus dem Holz werden Zäune und Tröge gefertigt und nicht zuletzt werden die Nüsse und Samen an Touristen verkauft.