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Ingenbohl
(Kt. und Bez. Schwyz). 445 m. Gem. und Pfarrdorf, am linken Ufer des Lehwassers und der Muota, an der Strasse Schwyz-Brunnen und 300 m nö. der Station Brunnen der Gotthardbahn. Telephon; in Brunnen Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit Brunnen, Feld, Schönenbuch, Ober und Unter Urmiberg 306 Häuser, 3070 Ew. (wovon 141 Reformierte); Dorf: 41 Häuser, 743 Ew. Eigene Kirchgemeinde seit 1618. Fremdenindustrie. Gasthöfe u. Pensionen. Obst- und Gemüsebau.
Kloster und Mutterhaus des Schweizer Ordens der Theodosianerinnen. Dieser Orden wurde vom Kapuziner Theodosius Florentini
in Planaterra (Graubünden)
1845 gestiftet. Er verfolgt den Zweck der Kranken- und Waisenpflege und erfreut sich seit seiner Gründung
eines grossen
Rufes, so dass seine Schwestern, auch «Schwestern vom h.
Kreuz» genannt, in fast allen Kantonen der
Schweiz gastliche Aufnahme gefunden haben 1855 liess sich der Orden in
Ingenbohl
nieder; sein Kloster ward 1870-74 vergrössert. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurden zur Pflege der Verwundeten
von verschiedenen Staaten Deutschlands Schwestern des Ordens gerufen, denen dann nach dem Friedensschluss der deutsche Kaiser
neben einem eigenhändigen Brief das allgemeine Ehrenzeichen zukommen liess. Heute zählt der Orden Tausende von Schwestern,
die in Hunderten von Anstalten (Waisenhäusern, Spitälern, Gefängnissen, Privatkrankenhäusern etc.) in der
Schweiz, in
Deutschland, Oesterreich, Italien etc. tätig sind.
Die prachtvolle
Dorfkirche
^[Supplement: Klosterkirche] zum h.
Kreuz wurde 1878 erbaut und 1880 geweiht. Waisenhaus.
Die Gemeinde
Ingenbohl hat sich in den letztvergangenen Jahren ausserordentlich entwickelt, und neben dem Wachstum der Bevölkerung
(1888: 2273 Ew.) haben auch Industrie und Handel stetig an Bedeutung zugenommen. Zahlreiche neue Bauten tragen zur Verschönerung
der Ortschaft bei, und ausgezeichnete
Strassen erleichtern den Verkehr nach allen Richtungen.
Lagerhäuser der Gotthardbahn. Schon im 12. Jahrhundert sicherten die Schwyzer ihr Gebiet gegen einen Ueberfall vom Vierwaldstättersee her durch Pfahlreihen vor Brunnen, eine Mauer und einen Turm. In Brunnen vereinigten sich die Urschweizer am Tage vor der Schlacht am Morgarten, um die Hilfe des h. Leonhard zu erflehen. Hier tagten in den Anfängen der Eidgenossenschaft die Männer des Gebirges, und hier ward auch am der ewige Bund zwischen den Waldstätten zum drittenmal erneuert und in einem in deutscher Sprache abgefassten Bundesbrief festgelegt. Auch später noch fanden hier oft die Tagsatzungen der katholischen Kantone statt. Stark mitgenommen wurde die Gemeinde durch die kriegerischen Ereignisse von 1799. Lieblingsaufenthalt von König Ludwig II. von Baiern und des polnischen Kardinales Ledochowski († 1902), des obersten Leiters ¶
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der katholischen Heidenmission. 1387: Ingenbol, wo bol einen Hügel von abgerundeter Form bezeichnet.