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DER SCHWEIZER PÄDAGOGE, SÄNGER, MUSIKER UND AUTOR ERNST WALDEMAR WEBER IST GESTORBEN
05.09.2023 Ernst Waldemar Weber (Bild), der 1922 geborene Lehrer, Sänger mit Lehr- und Konzertdiplom, der Chorleiter, Dirigent, Organist, Stimmbildner und Sprecherzieher, der Buchautor, Essayist und Bildungspolitiker, ist am 25. August 2023 gestorben, wie "Der Bund" schreibt. Er hatte in Muri bei Bern gelebt.
Bild: Ernst Waldemar Weber - Foto: © www.journal-b.ch
Sein Lebensthema war die Verbesserung des Schulsystems mit Musik
Er schrieb mehrere Bücher, darunter "Schafft die Hauptfächer ab!" und "Die vergessene Intelligenz. Die Musik im Kreis der menschlichen Anlagen". Auch die "Bodenfrage" hat Weber über Jahrzehnte beschäftigt. Der Boden, so Webers Überzeugung, sollte der Allgemeinheit gehören, und an diese müsste Zins für die Nutzung bezahlt werden. Im Buch "Der Vulkan Ungleichheit" listet er Fakten und Zahlen auf, um zu belegen, dass das gesellschaftliche und wirtschaftliche System "an der Wurzel ungerecht" sei. (…)
Sein Lebensthema war die Verbesserung des Schulsystems mit Musik. So war er eine treibende Kraft beim Zustandekommen des Artikels zur Musikerziehung in der Bundesverfassung.
(lex)
"Bessere Bildung mit mehr Musik"
Nach einem sechsjährigen Pilotversuch mit erweitertem Musikunterricht in Muri bei Bern war er von 1988 bis 1992 Koordinator in "seinem" Projekt des Nationalfonds "Bessere Bildung mit mehr Musik" mit 50 Versuchsklassen. Als Mitbegründer und langjähriger Sekretär der Schweizer Konferenz Schulmusik SKSM und der Koordination Musikerziehung Schweiz KMS lancierte er 'Jugend+Musik' und das gleichnamige Musikfest; auch war er wesentlich beteiligt am Zustandekommen des Artikels zur Musikerziehung in der neuen Bundesverfassung. Im Jahr 2000 initiierte er die Gründung des Vereins Eltern-Kind-Singen, den er bis 2007 leitete.
Einer, der sich traut
Ich bin beeindruckt von Webers Klarsicht und Mut. Von seinem nicht nachlassenden Engagement, das der Name seines Eigenverlags "ceterum censeo" gut trifft. Ernst Waldemar Weber drückt sich nicht mit der Ausrede "ich bin nur ein Laie". Er hat es im hohen Alter auf sich genommen, Fakten zusammen zu tragen, um uns die Augen zu öffnen.
Und er lässt es dabei nicht bewenden, sondern traut sich, Verbesserungsvorschläge zu machen, kleine und grosse, unmittelbar umsetzbare und langwierig zu erdauernde. Er scheut sich nicht, eine Utopie zu schildern. Was es für den Aufbruch dorthin braucht, ist letztlich die demütige Erkenntnis, dass es auf jede und jeden ankommt, und der Mut, dieser Erkenntnis zu folgen.
Christoph Reichenau, 28.10.2014
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Bild: Ernst Waldemar Weber - Foto: © Haus am Gern, https://www.hausamgern.ch/fremdersender/extra/antenne/sites/ernstwaldemarweber.html
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Nachtrag vom 06.09.2023