Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03544.jsonl.gz/742

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bildet die Schilddrüse mehr Hormone, als der Körper benötigt. Dies führt zu einer Überversorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen, die ihrerseits die Stoffwechselvorgänge ankurbeln.
Die Schilddrüse, deren Gestalt einem Schmetterling ähnelt, sitzt unterhalb des Kehlkopfs. Das Organ bildet die beiden Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Schilddrüsenhormone greifen in alle Stoffwechselvorgänge des Körpers ein. Entsprechend verursacht eine Schilddrüsenüberfunktion viele unterschiedliche Symptome. Zu den allgemeinen Anzeichen einer Hyperthyreose zählen:
Daneben wirkt sich eine Schilddrüsenüberfunktion auf einzelne Organsysteme wie etwa das Herz-Kreislauf-System aus. Denn Schilddrüsenhormone machen den Körper für die Wirkung von Stresshormonen (z.B. Adrenalin, Noradrenalin) empfindlich und führen so zu einer Beschleunigung des Herz-Kreislauf-Systems.
Die Schilddrüsenüberfunktion ist ein Symptom verschiedener anderer Erkrankungen. Die häufigsten Ursachen für eine Überfunktion der Schilddrüse sind:
Um eine Hyperthyreose zu diagnostizieren, bestimmt der Arzt die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut und führt eine Szintigraphie durch. Ausserdem kann er nach bestimmten Antikörpern suchen, die für eine Autoimmunerkrankung und die basedowsche Krankheit sprechen.
Die bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzte Behandlung zielt darauf ab, die Bildung von Schilddrüsenhormonen durch Medikamente zu hemmen. Gängige Wirkstoffe sind zum Beispiel Thiamazol und Carbimazol. Ausserdem kann zur Hyperthyreose-Therapie eine Schilddrüsenoperation oder eine Radiojodtherapie zum Einsatz kommen, um funktionsfähiges Schilddrüsengewebe zu entfernen und so die Hormonproduktion zu verringern. Bleibt nach der Operation oder Radiojodtherapie zu wenig Schilddrüsengewebe übrig, dann kann eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) die Folge sein. In diesem Fall ist es notwendig, die fehlenden Hormone zu ersetzen (Hormonersatztherapie).
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine Funktionsstörung der Schilddrüse: Die Schilddrüse bildet zu viele Schilddrüsenhormone, was zu einer Überversorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen führt, die ihrerseits die Stoffwechselvorgänge beschleunigen.
Die Schilddrüse (Thyroidea) erinnert in ihrer Form an einen Schmetterling und befindet sich unterhalb des Kehlkopfs. In der Fachsprache bezeichnet man dieses Organ auch als Glandula thyroidea (lat. glandula = Drüse und thyreos = Türstein, Schild). Der Begriff Hyperthyreose für die Schilddrüsenüberfunktion setzt sich aus der griechischen Vorsilbe hyper (= über) und der medizinischen Kurzbezeichnung der Schilddrüse (Thyroidea) zusammen.
Die Schilddrüsenüberfunktion ist keine eigenständige Erkrankung der Schilddrüse. Sie ist vielmehr ein Symptom verschiedener anderer Erkrankungen: Vor allem der Morbus Basedow und die Schilddrüsenautonomie sind oft für eine Hyperthyreose verantwortlich.
Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) findet sich mit grösserer Häufigkeit bei Frauen als bei Männern: Von Morbus Basedow, der häufigsten Ursache für die Überfunktion der Schilddrüse, sind Frauen fünfmal häufiger betroffen als Männer (Verhältnis 5:1). Jährlich tritt Morbus Basedow etwa bei 40 von 100.000 Menschen auf, ein Drittel der Betroffenen ist jünger als 35 Jahre. Auch die Schilddrüsenautonomie, ein weiterer häufiger Auslöser der Schilddrüsenüberfunktion, findet sich bei Frauen öfter als bei Männern; das Verhältnis beträgt hier 4:1. Die Schilddrüsenautonomie kommt vor allem bei älteren Menschen vor.
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann viele verschiedene Erkrankungen als Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören der Morbus Basedow und die Schilddrüsenautonomie.
Am häufigsten hat eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ihre Ursachen in der Autoimmunerkrankung namens Morbus Basedow (bzw. basedowsche Krankheit). Diese Erkrankung ist nach dem Amtsarzt der Stadt Merseburg – Karl A. von Basedow – benannt, der sie im Jahr 1840 erstmals beschrieb. Etwa zwei Drittel der Fälle eines Morbus Basedow entwickeln sich nach dem 35. Lebensjahr, Frauen sind etwa fünfmal häufiger von der basedowschen Krankheit betroffen als Männer.
Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich die Wirkung des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe. Die Ursachen hierfür sind unbekannt. Neben einer erblich bedingten Veranlagung gelten Virusinfektionen sowie äussere Faktoren (Umwelteinflüsse) als mögliche Auslöser. Im Fall des Morbus Basedow aktivieren dann Antikörper fälschlicherweise die Hormonproduktion im Schilddrüsengewebe: Ein gegen körpereigene Antigene gerichteter Antikörper (sog. Autoantikörper) ahmt die Wirkung des schilddrüsenstimulierenden Hormons (Thyreoidea-stimulierendes Hormon, TSH) nach. Die Autoantikörper heissen TRAK (TSH-Rezeptora utoantikörper). Als Folge bildet die Schilddrüse eine unkontrolliert grosse Menge an Schilddrüsenhormonen – es kommt zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Da solche autoimmunen Vorgänge die basedowsche Krankheit auslösen, heisst sie fachsprachlich auch immunogene Hyperthyreose oder Immunhyperthyreose.
Neben der Schilddrüsenüberfunktion ist der Morbus Basedow in manchen Fällen durch einen hervortretenden Augapfel (Exophthalmus, endokrine Orbitopathie), eine vergrösserte Schilddrüse ( Struma) sowie Herzrasen gekennzeichnet. Diese drei Symptome bezeichnet man auch als Merseburger Trias. Allerdings kann die basedowsche Krankheit auch ohne eine Vergrösserung der Schilddrüse und ohne die Veränderungen an den Augen auftreten.
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) hat ihre Ursachen oft in einer sogenannten Schilddrüsenautonomie. Unter "Autonomie" versteht man in diesem Zusammenhang, dass die Schilddrüse unabhängig von äusseren Einflüssen nach ihren eigenen Gesetzen funktioniert. Im Fall der Schilddrüsenautonomie bedeutet dies, dass sich die bedarfsgerechte Hormonbildung von der Kontrolle durch die übergeordneten Zentren im Gehirn – Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) – entkoppelt.
Die Schilddrüsenautonomie hat ihre Ursachen in der Regel in einem Jodmangel. Von der Autonomie können die gesamte Schilddrüse oder aber nur bestimmte Bereiche betroffen sein. Einen solchen Bereich bezeichnet man als autonomes Adenom. Abhängig von der Menge des autonomen Schilddrüsengewebes kann die Schilddrüsenfunktion bei einer Schilddrüsenautonomie normal oder nur leicht gesteigert sein; es kann aber auch eine ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion vorliegen.
Nur selten steckt hinter einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) weder ein Morbus Basedow noch eine Schilddrüsenautonomie, sondern eine andere Erkrankung. Seltene Ursachen für eine Unterfunktion der Schilddrüse sind zum Beispiel Schilddrüsenentzündungen sowie hormonbildende Tumoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Die Folge ist unter anderem ein Überschuss an schilddrüsenstimulierendem Hormon (thyreoideastimulierendes Hormon, TSH).
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann auch durch die Anwendung von Substanzen entstehen, die Jod enthalten (z.B. Medikamente oder Röntgenkontrastmittel). Nicht zu vergessen ist die Hyperthyreosis factitia – eine Schilddrüsenüberfunktion, deren Ursachen in zu grossen Mengen eingenommene Schilddrüsenhormone sind. Diese Form der Hyperthyreose ist in dem Sinne "selbst gemacht".
Die bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auftretenden Symptome sind Ausdruck dafür, dass der Stoffwechsel des Körpers durch die Überversorgung mit Schilddrüsenhormonen allgemein beschleunigt ist. Ausserdem steigt bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Empfindlichkeit des Organismus gegenüber den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin.
Welche Symptome im Einzelfall bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, hängt auch vom jeweiligen Auslöser der Funktionsstörung ab (z.B. Morbus Basedow). Zu den allgemeinen Anzeichen einer Hyperthyreose gehören:
Dass die Schilddrüsenüberfunktion auf das Herz-Kreislauf-System wirkt, zeigt sich durch folgende Symptome:
Durch ihre Wirkung auf das Zentralnervensystem (ZNS = Gehirn und Rückenmark) verursacht die Schilddrüsenüberfunktion ausserdem folgende Symptome:
Durch den beschleunigten Stoffwechsel kann es bei der Schilddrüsenüberfunktion zusätzlich zu Durchfall kommen. Bei Frauen sind weitere Hyperthyreose-Symptome in Form von Zyklusstörungen möglich. Die Schilddrüsen sind durch eine Überfunktion nicht zwangsläufig vergrössert, es kann aber eine Struma vorliegen.
Ein Hervortreten des Augapfels (Exophtalmus), umgangssprachlich auch als Glubschauge, Glotzauge oder Glanzauge bezeichnet, tritt in der Regel nur bei einer durch Morbus Basedow verursachten Schilddrüsenüberfunktion auf und ist Anzeichen für eine Erkrankung der Augenhöhle (endokrine Orbitopathie). Die Ausprägung dieses Symptoms sagt jedoch nichts über den Grad der Hyperthyreose aus. Menschen, die einen Morbus Basedow haben und rauchen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, dass ihr Augapfel hervortritt.
In manchen Fällen verursacht ein Morbus Basedow neben der Schilddrüsenüberfunktion drei klassische Symptome, die man zusammen auch als Merseburger Trias bezeichnet: Herzrasen, Exophthalmus und Struma.
Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) erfolgt die Diagnose anhand der Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut. Um eine Schilddrüsenüberfunktion auszuschliessen, genügt es, einen durchschnittlichen Wert des schilddrüsenstimulierenden Hormons (thyreoideastimulierendes Hormon, TSH) nachzuweisen. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse müsste das TSH erniedrigt sein.
Ein Überangebot an Schilddrüsenhormonen allein lässt jedoch noch keine Rückschlüsse auf die eigentliche Ursache für die Schilddrüsenüberfunktion zu: Eine Überfunktion der Schilddrüse kann auf verschiedene Erkrankungen zurückzuführen sein, deren Diagnose weitere Untersuchungen nötig macht. Am häufigsten ist die Schilddrüsenüberfunktion Anzeichen für einen Morbus Basedow oder für eine Schilddrüsenautonomie:
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, die Symptome zu verbessern. Dies kann durch Medikamente, eine Operation oder eine Radiojodtherapie (d.h. durch Zuführung von radioaktivem Jod) geschehen.
Ob bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) eine medikamentöse Therapie geeignet ist und welche Medikamente zum Einsatz kommen, hängt vor allem von der Ursache der Überfunktion ab:
Verursacht ein Morbus Basedow Ihre Schilddrüsenüberfunktion, erhalten Sie zur Therapie vor allem sogenannte Thyreostatika (Thiamazol und Carbimazol). Diese Medikamente wirken nur gegen die Symptome der Hyperthyreose, indem sie die Bildung der Schilddrüsenhormone hemmen. Bei Morbus Basedow ist es am besten, sich etwa ein Jahr lang mit Thyreostatika behandeln zu lassen, da innerhalb der ersten Monate häufig Rückfälle auftreten. Kommt es nach einigen Jahren zu einem Rückfall (Rezidiv), ist es ratsam, eine Operation oder eine Radiojodtherapie in Erwägung zu ziehen.
Wenn Ihre Schilddrüsenüberfunktion auf eine Schilddrüsenautonomie zurückzuführen ist, sind Thyreostatika für Ihre Behandlung jedoch nicht geeignet: Thyreostatika hemmen zwar auch bei der Schilddrüsenautonomie die Hormonproduktion, nach Absetzten der Medikamente besteht die Autonomie allerdings unverändert fort. Für eine dauerhaft wirksame Therapie müssten Sie die Mittel also immer weiter einnehmen. Thyreostatika sind allerdings nicht nebenwirkungsfrei: Bei ihrer Einnahme können allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen und Übelkeit auftreten; in sehr seltenen Fällen können die Blutbildung und die Leberfunktion schwer gestört sein. Daher fällt die Wahl der Behandlung bei einer Hyperthyreose durch Schilddrüsenautonomie oftmals von vornherein auf eine Operation oder eine Radiojodtherapie: So lässt sich eine lebenslange Einnahme der Medikamente vermeiden.
Wenn die Empfindlichkeit Ihres Organismus gegenüber den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin durch die Schilddrüsenüberfunktion gesteigert ist, können Sie zur Therapie weitere Medikamente erhalten: In dem Fall helfen Beta-Blocker wie zum Beispiel Propanolol.
In bestimmten Fällen kann bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) eine operative Therapie erfolgen: Die Operation kommt zum Beispiel dann für Sie infrage,
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion zielt die operative Behandlung darauf ab, genau so viel von dem funktionsfähigen Schilddrüsengewebe zu entfernen, dass der verbleibende Rest nicht mehr ausreicht, um den Körper mit Schilddrüsenhormonen zu überschwemmen. Wenn Sie eine Schilddrüsenautonomie haben und die Autonomie nur einen bestimmten Bereich der Schilddrüse betrifft (autonomes Adenom), entfernt der Operateur nur diesen Bereich. Eine insgesamt vergrösserte Schilddrüse entfernt der Operateur nahezu vollständig (subtotal). Bleibt nach der Operation nicht mehr genügend Schilddrüsengewebe übrig, um den Körper ausreichend mit Hormonen zu versorgen, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese kann man jedoch ohne Probleme mit einer Hormonersatztherapie mit dem Wirkstoff L-Thyroxin behandeln.
Die operative Hyperthyreose-Therapie birgt wie jede Operation gewisse Risiken in sich: So kann es zum Beispiel im Anschluss an die Operation einer Schilddrüsenüberfunktion zu Nachblutungen kommen. Die meisten Schilddrüsenoperationen haben jedoch keine bleibenden Folgen. Nur in zwei bis drei Prozent aller Fälle treten dauerhafte und schwerwiegende Komplikationen auf: Wenn der Operateur zum Beispiel den Stimmbandnerv verletzt, hat dies Heiserkeit und eine schwache Stimme zur Folge. Und wenn der Operateur versehentlich die Nebenschilddrüsen mitentfernt, kann es zu einem Mangel an Kalzium im Blut mit Muskelkrämpfen (Tetanie) kommen, der sich aber durch Medikamente behandeln lässt. Es ist daher im Einzelfall sorgfältig abzuwägen, ob eine Operation zur Therapie der Schilddrüsenüberfunktion erforderlich ist.
Wenn Ihre Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) eine operative Therapie sinnvoll macht, Sie es aber strikt ablehnen, sich operieren zu lassen, oder eine Operation bei Ihnen zu riskant wäre, kann eine Radiojodtherapie weiterhelfen.
Die bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzte Radiojodtherapie ist eine Strahlenbehandlung der Schilddrüse. Hierzu nehmen Sie ein radioaktives Jodisotop – Jod 131 – ein. Das radioaktive Jod wirkt gezielt auf das Schilddrüsengewebe und mindert so die Schilddrüsenüberfunktion, während die Strahlenbelastung anderer Organe verschwindend gering ist.
Von der Radiojodtherapie zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion ist sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit abzuraten. Ein Zusammenhang zwischen dieser Form der Hyperthyreose-Therapie und Krebserkrankungen ist bisher nicht bekannt.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) hängen Verlauf und Prognose vor allem davon ab, wodurch die Funktionsstörung der Schilddrüse bedingt ist:
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein: Eine mögliche Komplikation aller Schilddrüsenüberfunktionen (unabhängig von deren Ursache) ist die sogenannte thyreotoxische Krise – eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Schilddrüsenüberfunktion. Sie kann infolge einer unzureichenden Behandlung entstehen. Auch zusätzliche Belastungen, wie zum Beispiel Zweiterkrankungen, schwere Infektionen, Unfälle oder Narkosen können Auslöser einer thyreotoxischen Krise sein. Am häufigsten tritt die thyreotoxische Krise aber nach der Verabreichung von Jod (z.B. in Röntgenkontrastmitteln) auf, wenn eine unbekannte Schilddrüsenüberfunktion besteht.
Anzeichen für eine thyreotoxische Krise sind beispielsweise hohes Fieber, beschleunigter Puls (Tachykardie), Unruhe, Erbrechen und Durchfall. Bleibt die Verschlimmerung der Schilddrüsenüberfunktion unbehandelt, kommt es im weiteren Verlauf zu Bewusstseinsstörungen und Verwirrtheit. Diese Komplikationen bedeuten eine lebensbedrohlichen Notfallsituation – die Betroffenen benötigen intensivmedizinische Hilfe. Die Sterblichkeit in der thyreotoxischen Krise beträgt bis zu 50 Prozent.
Weitere mögliche Komplikationen einer Schilddrüsenüberfunktion sind eine plötzliche Minderdurchblutung (Ischämie) des Gehirns und dadurch bedingte Schlaganfälle. Schon junge Erwachsene mit Hyperthyreose haben ein um 44 Prozent höheres Risiko, im Verlauf der Funktionsstörung ihrer Schilddrüse einen Schlaganfall zu bekommen als Menschen, deren Schilddrüse normal funktioniert.
Einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) können Sie nur begrenzt vorbeugen, da diese Funktionsstörung der Schilddrüse oft durch Erkrankungen bedingt ist, deren Entstehung Sie nicht beeinflussen können.
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann aber auch andere – äussere – Ursachen haben, die sich durchaus vermeiden lassen: Eine Hyperthyreose kann zum Beispiel die Folge einer Überdosierung von Schilddrüsenhormonen oder der Anwendung jodhaltiger Substanzen (wie z.B. Medikamente oder Röntgenkontrastmittel) sein. Solchen Schilddrüsenüberfunktionen durch von aussen zugeführte Substanzen kann man vorbeugen, indem Sie die jeweiligen Substanzen nur in der vorgeschriebenen Dosis einnehmen beziehungsweise indem Ärzte sie nur sorgfältig verabreichen. Vor der Verordnung jodhaltiger Substanzen oder vor einer Operation ist es daher ratsam, immer die Schilddrüsenfunktion zu untersuchen.
Und bei einer schon bestehenden Schilddrüsenüberfunktion kann die angemessene Behandlung einer lebensbedrohlichen Verschlimmerung der Funktionsstörung (sog. thyreotoxische Krise) vorbeugen.
«Gesundheit! Danke.»
Kann man Sprachen im Schlaf lernen?