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Harnoncourt, der im Dezember für die Öffentlichkeit überraschend seinen Rückzug vom Pult erklärt hatte, war Ehrenmitglied des Musikvereins.
Mit Nikolaus Harnoncourts Tod verliert Österreich eines seiner prominentesten Aushängeschildern der heimischen Musikkultur. Sein stechender Blick Richtung Musiker, seine stets ebenso kenntnisreichen wie humorvollen Einführungsworte ins Auditorium und seine bildreiche Sprache, mit der er ganze Bücherregale füllte, werden fehlen.
Geboren wurde Nikolaus Harnoncourt als Johann Nicolaus de la Fontaine und d’Harnoncourt-Unverzagt am 6. Dezember 1929 in Berlin in luxemburgisch-lothringischen Hochadel. Aufgewachsen ist der spätere Musikerneuerer, ein Ururenkel Erzherzog Johanns, allerdings in Graz, wohin seine Familie 1931 zurückgekehrt war.
Von 1945 an erhielt er Cello-Unterricht. 1949 gründete Harnoncourt gemeinsam mit Eduard Melkus, Alfred Altenburger und seiner späteren Frau Alice Hoffelner das Wiener Gamben-Quartett und wandte sich in der Folge der Erforschung von Spielweise und Klang alter Instrumente zu. Drei Jahre später wurde er Cellist der Wiener Symphoniker. Diesen Beruf übte er bis 1969 aus.
1975 startete die langjährige Zusammenarbeit mit dem Amsterdamer Concertgebouw Orchester. 1983 debütierte er am Dirigentenpult der Wiener Symphoniker, 1984 bei den Wiener Philharmonikern, 1987 (mit “Idomeneo”) an der Wiener Staatsoper und 1992 bei den Salzburger Festspielen. Beim 1985 gegründeten steirischen Klassikfestival styriarte fungierte er von Anfang an als Aushängeschild. 2001 und 2003 dirigierte er das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.
(SDA)