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Revitalisierung von Gewässern
Was ist eine Revitalisierung?
Unter einer «Revitalisierung» wird laut Gewässerschutzgesetz (Art.4 Bst. m GSchG) «die Wiederherstellung der natürlichen Funktionen eines verbauten, korrigierten, überdeckten oder eingedolten oberirdischen Gewässers mit baulichen Massnahmen» verstanden. Revitalisierungen sollen die wichtigsten Schlüsselprozesse und -elemente eines Fliessgewässers wiederherstellen und setzen dabei bei den Ursachen einer Beeinträchtigung und nicht bei den Symptomen an. Neben den baulichen Massnahmen besteht auch die Möglichkeit, passiv zu revitalisieren. In diesem Fall wird beispielsweise auf die Instandhaltung von Flussverbauungen verzichtet und der Natur freien Lauf gelassen.
Revitalisierungen werden oft auch Renaturierung, Aufwertung oder Wiederbelebung genannt.
(aus der Broschüre “Revitalisierung von Fliessgewässern”, FIBER – Schweizerische Fischereiberatungsstelle, Eawag Dübendorf)
Engadiner Auen (wo Überschwemmungen erwünscht sind)
Reichhaltig und selten
Auen sind Gehölze, die periodisch überflutet werden. Der biologische Reichtum der Auengebiete übertrifft jenen aller andern Habitate, weil neben Weiden und Erlen so genannte Pioniergesellschaften vorkommen, die sich nach Überschwemmungen ansiedeln und rasch verändern.
Restbiotope!
Von einer ursprünglich ausgedehnten Auenlandschaft sind im Oberengadin, wegen Meliorationen und Kanalisierung, nur noch wenige Reste von Auen vorhanden. Folgende drei Gebiete sind von nationaler Bedeutung:
San Batrumieu (Zuoz, Madulain), Arvins-Isla Glischa (La Punt, Bever), Flaz (Samedan)
Der Inn erhält etwas von seiner Vitalität zurück
Im Rahmen des Jahrhundertbauprojekts „Hochwasserschutz Samedan“ erhielt der Flaz ein neues Bett. Sein Altlauf sowie Abschnitte des Inns wurden revitalisiert. Das bedeutet, dass Dämme abgetragen wurden, um dem Fluss wieder mehr Spielraum zu verschaffen. Auen wurden dadurch streckenweise aufgewertet.
Revitalisierung Inn bei Bever
(aus Revitalisierungsblog innauen.ch von C. & A. Levy, Foto: Peter Rey und Pio Pitsch)
Auch im weiteren Verlauf wird der Inn nach und nach “ausgewildert” wie hier bei Bever.
Das Fedacla-Delta und die Renaturierung des Seeufers Silvaplaner See
Im südwestlichen Bereich des Silvaplaner Sees wurden in einer Zusammenarbeit der Pro Lej da Segl, der Gemeinde Sils und der Vogelwarte Sempach die Kanalisierung der Fedacla im Deltabereich sowie der Seeuferweg südlich davon rückgebaut. Nun hat die Fedacla freien Lauf und kann ihr natürliches Delta zum Wohle der Natur selbst gestalten. Im Bereich des ehemaligen Seeuferweges sorgen die natürlichen Seespiegelschwankungen wieder für zeitweise Überflutungen der Uferbereiche und schaffen so wertvolle Auen.