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Auch in der zweiten Novemberwoche fiel anhaltend Niederschlag, der besonders im Westen ergiebig war. Während zunächst Schnee bis in mittlere Lagen fiel, stieg die Schneefallgrenze am Montag in hohe Lagen, am Dienstag im Westen teils bis gegen 2800 m. Mit der Erwärmung und dem teils intensiven Regen war die Lawinengefahr im Westen verbreitet «gross» (Stufe 4). Besonders am Montag und Dienstag gingen vermehrt trockene und nasse Lawinen nieder. Mit der Abkühlung nahm die Lawinenaktivität am Mittwoch deutlich ab.
Nach dem letzten AvaBlog am 6. November gab es vom 8. bis am 9. November eine Niederschlagspause. Am Donnerstag, 9. November setzte gegen Abend im Westen und Süden wieder Niederschlag ein. Während dieser Berichtswoche fiel jeden Tag Niederschlag, begleitet von teils starkem bis stürmischem Westwind. Am wenigsten Niederschlag fiel in dieser Woche im Süden und es war dort besonders am Samstag, 11., am Montag, 13. Und am Mittwoch, 15. November recht sonnig.
Von Donnerstag- bis Sonntagnachmittag fielen oberhalb von rund 2000 m am Nördlichen Alpenkamm vom Chablais bis ins Lötschental sowie im westlichsten Unterwallis 50 bis 80 cm, in den übrigen Gebieten des Alpennordhangs und des Wallis verbreitet 15 bis 30 cm Schnee. In Nordbünden, im Tessin, in den südlichen Vispertälern und im südlichen Simplongebiet fielen 10 bis 20 cm, in Mittelbünden und im Engadin wenige Zentimeter Schnee. Die Schneefallgrenze sank zunächst von 1400 m auf rund 1000 m, am Sonntag stieg sie im Tagesverlauf auf rund 2000 m (Abbildung 1). Der Wind blies meist mässig bis stark aus Südwest bis West und verfrachtete den Neuschnee vor allem in der Höhe.
Am Montag und Dienstag fiel im Westen und Norden erneut intensiver Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag am Montag vorerst bei rund 2000 m, stieg in der Nacht auf Dienstag verbreitet auf etwa 2500 m und lag am Dienstag tagsüber bei 2800 m.
Die grossen Niederschlagsmengen fielen somit nur im Hochgebirge vollständig in Form von Schnee. Dort wurden sie mit dem zeitweise stürmischen Westwind stark verfrachtet, so dass der Neuschnee kaum irgendwo gemessen oder beobachtet werden konnte.
Der Südwest- bis Westwind blies am 13. und 14. November im Westen und Norden in der Höhe teils stark bis stürmisch.
Mit dem Regen schmolz ein Grossteil der Schneedecke in mittleren Lagen ab. Auch in hohen Lagen verringerten sich die Schneehöhen mit dem Regen vor allem im Westen und Norden um 10 bis 30 cm.
Am Mittwoch, 15. November stiegen die Schneehöhen aber wieder an, bei sinkender Schneefallgrenze und gebietsweise 10 bis 20 cm Neuschnee (Abbildung 4).
Zu Beginn dieser Berichtswoche (9. bis 12. November) war die Lawinenaktivität klein. In den schneereichen Gebieten im Westen wurden einige Gleitschneelawinen verzeichnet, in der Höhe waren Triebschneeansammlungen teils auslösbar (vgl. Bildstrecke am Anfang vom Blog). Ab dem 12. November stieg die Lawinenaktivität an. Vorerst waren trockene Lawinen, insbesondere Triebschnee die Hauptgefahr. Am 12. November wurde eine Person am Pilatus von einer Lawine erfasst und mitgerissen, blieb aber unverletzt (siehe Lawinenunfälle).
Am 13. und 14. November stieg die Lawinengefahr mit intensivem Niederschlag markant an. Im Westen wurde verbreitet grosse Lawinengefahr (Stufe 4) prognostiziert. Es wurden grosse, vereinzelt sehr grosse Lawinenabgänge gemeldet, einzelne Lawinen stiessen bis ins Grüne vor (Abbildung 5). Während die Lawinen am 13. November in der Höhe teils noch als grosse trockene Lawinen anbrachen (siehe Lawine im Valle de la Sionne, VS, Bildstrecke) und in den nassen Schnee in mittlere Lagen vorstiessen, waren am 14. November fast nur noch nasse Lawinen zu verzeichnen.
Aufgrund der Lawinenaktivität war die grosse Lawinengefahr am 13. und 14. November in den meisten Gebieten bestätigt. Insgesamt wurden vereinzelt sehr grosse Lawinen verzeichnet, allerdings wurden keine ausserordentlichen Ausmasse bekannt, dementsprechend wurden bisher auch noch keine Schäden gemeldet.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.