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Es war an einem heissen Sommertag im Jahre 1987: Am späteren Nachmittag machte sich eine starke Gewitterfront aus Süden bereit. Immer stärker transportierte eine Art Fönsturm feuchtschwüle Luft von den Freiburger Voralpen in Richtung Murten. So stemmten sich die Wolkentürme mit noch mehr Energie gegen die Kaltfront aus Nordost. Ab ca 17:00 Uhr entluden sich zwischen Freiburg und Moléson erste Blitze, die Cumulonimbus-Wolken wurden dann gegen 20:00 Uhr immer fetter und höher. Plötzlich krachten Blitze fast gleichzeitig und in schneller Abfolge aus mehreren Wolken gegen den Erdboden.
Mein Vater lud mich für eine Autofahrt zum Vully ein, damit wir das Schauspiel aus erhöhtem Standort geniessen konnten. Ohne lange zu überlegen, packte ich meine Fotoausrüstung - und da es schon bald dunkel wurde - auch das Fotostativ. Auf der Fahrt zwischen Murten und Sugiez sahen wir, dass sich die Frequenz der Blitze noch erhöhte. Ich hoffte nur, dass sich die Gewitterfront nicht über dem Murtensee entladen möge, da wäre mir dann der Aussichtspunkt auf dem Mont Vully zu unsicher gewesen. Am bekannten Parkplatz des Wistenlachers angekommen, stellte ich mein Fotostativ hastig auf und musste es sofort wegen starker Böen fest gegen den Boden pressen.
Nachdem der Drahtauslöser an der Nikon FA befestigt wurde, probierte ich einige Blenden- und Belichtungszeit-Kombinationen aus. Das Objektiv wurde gegen Süden über den Murtensee ausgerichtet. Eine Situation gelang dann tatsächlich recht gut: Es sind nämlich vier Blitze auf einmal zu sehen (auf dem Titelbild zu sehen). Diese Belichtung kam dadurch zustande, indem der Auslöser mittels Draht-Fernauslösung (gegen Verwackler) ungefähr 20 Sekunden lang betätigt wurde.
Vorzeichen für stärkere Gewitter?
In den letzten 10 Jahren fiel mir auf, dass immer kurz vor schweren Niederschlägen oder Gewitterstürmen die Wolken eine charakteristische Form aufwiesen: Mammatus, diese beutelartigen, nach unten hängenden Wolken (siehe Bildstrecke) sind gesättigt mit Wasserdampf: Eine Folge der Klimaerwärmung?
1987 und 10 Jahre nach der ersten Ölkrise (!), hatte sich noch fast niemand Gedanken darüber gemacht, ob der weltweite Ausstoss von Kohlenstoffdioxyd (CO2) womöglich das Klima auf der Erde negativ beeinflusst. Erst recht nicht, ob man was dagegen unternehmen müsse! Heute wissen wir es besser: Klimagase wie CO2, Fluorkohlenwasserstoffe, Methan und Stickstoffmonoxyd und auch Schwefelhexafluorid (Kyoto-Protokoll) in den unteren Schichten der Atmosphäre, bilden eine Art Thermoskannen-Effekt. Diese Gase können das Rückstrahlen der Wärmeenergie (Infrarot) der Sonneneinstrahlung und technischer Prozesse (Abwärme Autos, Kraftwerke, Maschinen) in den Weltraum (sehr kalt) absorbieren und verzögern. Daher sollte es nicht erstaunen, wenn zukünftig vermehrt Starkregen, Gewitterstürme und F1 Tornados (Fujita- Skala) sogar in Mitteleuropa wüten. Wir können nur hoffen, dass unsere Erde nicht zu einem Klasse Y / "Dämon"-Planeten aus der TV-Serie Star Trek verkommt!