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Blut-Stammzellen können nach der Geburt ohne Risiko für Mutter und Kind aus der Nabelschnur gewonnen werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie in einer Nabelschnurbank zu lagern.
Auch das Blut aus der Nabelschnur Neugeborener enthält Blut-Stammzellen. Die Entnahme von Nabelschnurblut ist schmerzfrei und ohne Risiken für Mutter und Kind. Das Nabelschnurblut wird nach der Entnahme tiefgefroren und kann langfristig in so genannten Nabelschnurblutbanken eingelagert werden. Es gibt zwei Möglichkeiten der Lagerung:
- Einlagerung in öffentlichen Banken: Blut-Stammzellen, die in öffentlichen Nabelschnurblutbanken eingelagert werden, stehen weltweit kranken Personen zur Verfügung. Die spendenden Eltern bzw. das Kind haben selbst kein exklusives Anrecht auf die Blut-Stammzellen. Die Spende und Einlagerung in eine öffentliche Bank ist kostenlos. Die Blutspende SRK führt auf ihrer Website die Geburtsspitäler auf, die die Möglichkeit einer Einlagerung in eine öffentliche Bank anbieten.
- Einlagerung in privaten Banken: Statt in einer öffentlichen Nabelschnurbank können Eltern das Nabelschnurblut ihres Neugeborenen kostenpflichtig in privaten Nabelschnurblutbanken einlagern lassen, für den Fall einer späteren Erkrankung des Kindes oder eines Familienmitglieds. Zu beachten ist, dass diese Art der Lagerung über einen privaten Vertrag zwischen der Nabelschnurblutbank und den Eltern geregelt wird. Es empfiehlt sich daher unter anderem zu prüfen, ob eine Firma ein Konzept dafür hat, was bei einer allfälligen Geschäftsauflösung mit dem gelagerten Nabelschnurblut geschieht.
Experten schätzen die Wahrscheinlichkeit als sehr gering ein, dass privat eingelagerte Blut-Stammzellen jemals Verwendung finden. Zudem ist es möglich, dass das gelagerte Nabelschnurblut zu wenig Blut-Stammzellen enthält, um eine Transplantation zu ermöglichen. Anders liegt der Fall bei Blut-Stammzellen, die in öffentlichen Banken gelagert werden. Weil sie weltweit zur Verfügung stehen, ist eine globale Solidarität über das Netzwerk der öffentlichen Nabelschnurblutbanken möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Blut-Stammzellen jemandem helfen können, ist grösser als bei der privaten Lagerung. Medizinisch gesehen sind öffentliche Banken daher der sinnvollste Weg, Blut-Stammzellen zu lagern.
Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Lagerung finden Sie in den folgenden Empfehlungen des Europarates, die auf Englisch und Französisch zur Verfügung stehen:
Verschiedene Anforderungen an Nabelschnurblutbanken
Für Institutionen, die in der Schweiz Blut-Stammzellen aus Nabelschnurblut lagern, gelten spezifische Melde- und Bewilligungspflichten sowie Anforderungen an die Qualität der Blut-Stammzellen wie auch an die Sicherheit der Lagerung. Diese sind im Transplantationsgesetz festgelegt. Je nachdem für wen die eingelagerten Blut-Stammzellen bestimmt sind, gelten andere Regeln. Sollen gelagerte Blut-Stammzellen später ausschliesslich für das spendende Kind verwendet werden (autogene Transplantation), dann ist Swissmedic die zuständige Behörde. Die Firma muss Swissmedic vorgängig melden, dass sie Blut-Stammzellen zur autogenen Transplantation lagern will. Sollen die Blut-Stammzellen auch anderen Personen als Therapie zur Verfügung stehen (allogene Transplantation), dann braucht die lagernde Institution für die Lagerung eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit.
Neben der Lagerung unterstehen noch weitere Tätigkeiten mit Nabelschnurblut spezifischen Melde- und Bewilligungspflichten gegenüber den genannten Behörden (z.B. die Ein- und Ausfuhr). Eine Übersicht der Melde- und Bewilligungspflichten betreffend den Umgang mit Nabelschnurblut finden Sie im folgenden Dokument:
Letzte Änderung 27.11.2019