Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/2946

Der SVP-Politiker und Einwohnerrat Roland Büchi bittet den Gemeinderat in einer aktuellen Anfrage um eine Stellungnahme zu Fragen rund um die Bevölkerungsentwicklung von Wohlen. Dabei bezieht er sich auf statistische Angaben aus dem ersten Halbjahr 2018. So rechnet er dem Gemeinderat vor, dass die Bevölkerung zwischen Januar und Juli um 260 Personen gewachsen sei. Davon waren 220 Personen ausländischer Herkunft (85%) und 40 Personen schweizerischer Herkunft (15%).
Dann wendet er eine eigene Methode der Hochrechnung an: Für jedes weitere Halbjahr bis 2028 werden jeweils 220 Ausländer und 40 Schweizer hinzugerechnet. Seine Erkenntnis bringt Büchi schliesslich zu folgendem Fazit: Bis ins Jahr 2028 könnten in Wohlen mehr Ausländer als Schweizer leben!
Die von Büchi angewandte Berechnungsmethode macht allerdings stutzig. Der Kanton Aargau erklärt auf Anfrage, dass bei Bevölkerungsprognosen Faktoren wie zum Beispiel Sterblichkeit oder die Anzahl Einbürgerungen berücksichtigt werden müssen. Zudem werden Berechnungen mit Zahlen aus vergangenen Zeiträumen angestellt.
Die Annahme, dass Jahr für Jahr die exakt gleiche Anzahl Ausländer und Schweizer nach Wohlen zieht, ist demnach nicht realistisch. Der Kanton Aargau stellt Prognosen rund um die Bevölkerungsentwicklung zwar nicht auf Ebene einzelner Gemeinden an, hält aber zumindest für den Bezirk Bremgarten fest: Bis im Jahr 2040 wird mit einem Ausländeranteil von rund 27 Prozent an der Bevölkerung des Bezirks gerechnet.