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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Siebtes Buch
8. Bisheriges Ergebnis. Überblick über die weitere Darlegung.
Das war von mir nur kurz nachzuweisen, nicht etwa aus Streben nach Vollständigkeit, sondern nur aus Vorsicht. Zuerst, um erkennbar zu machen, daß bei den Irrlehrern alles unsicher und voller Irrtum sei, indem sie durch ihre wechselseitige Zwietracht für uns von Nutzen sind. Dann aber, damit nicht irgend jemand von der neuzeitlichen Irrlehre mich auf einen Irrtum festlegen soll, entweder einer Lehre von zwei Göttern oder anderseits der Lehre eines einzigen und vereinzelten Gottes, wenn ich mich ihren jetzigen Lästerlehren entgegenwerfe und die Göttlichkeit von Gott-Vater und [S. 340] Gott-Sohn lehre; wenn ich weiterhin behaupte, daß dem Vater und dem Sohn, in ihrem Sein der Göttlichkeit nicht unterschieden, die Einheit des Namens und Wesens (als Gott) zukomme; besonders dann, wenn man in der Lehre von Gott dem Vater und dem Sohn nicht die (zahlenmäßige) Einheit findet und auch bei dem Aufweis des gleichen Wesens eine Verschiedenheit von Göttern nicht zu Recht besteht.
Weil nun im vorigen Buch nach Maßgabe der Evangelien denen die Erwiderung gegeben wurde, die es abstreiten, daß der Sohn von Gott her durch eine wirkliche Geburt sein Dasein (als Sohn) habe, so bleibt noch der Nachweis notwendig, daß derselbe, der auf Grund seines Ursprunges seinem Wesen nach Sohn Gottes ist, auch in Wahrheit durch sein Wesen Gott sei. So aber, daß unsere Lehre weder zu einem ganz vereinzelten noch zu einem verdoppelten Gott zu ihrem Verderben abirre; denn sie will weder die Einheit Gottes als eines einzigen lehren, noch auch die Nicht-einheit als eine Nicht-einzigkeit bekennen.