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Trotz des Allmendkompromisses
von 1804 schwelte der Streit um die Nutzung der Allmend weiter. Wie auch an vielen anderen Orten mehrten sich in Oberägeri die Stimmen, welche die Allmend ganz zu Eigentum verteilen wollten, da eigenes Land besser und intensiver bewirtschaftet werde als solches, das man nur auf Zeit nutzen könne. Zudem wuchs wegen des Bevölkerungswachstums der Druck auf die Allmenden.
Eine Mehrheit der Oberägerer beschloss deshalb 1843, die gemeinsame Bewirtschaftung der Allmend aufzuheben und darüber hinaus einen grossen Teil als Eigentum zu verteilen. Damit löste sie einen erbitterten, gewalttätigen Streit aus. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob eine Mehrheit berechtigt sei, über das gemeinsame Eigentum zu entscheiden, oder ob es dazu Einstimmigkeit braucht. Schliesslich gelangte der Konflikt vor die kantonalen Behörden, die der Minderheit Recht gaben und den Teilungsbeschluss aufhoben. Die Oberägerer fanden einen Ausweg, indem sie grosse Teile der Allmend auf lange Frist zur individuellen Nutzung verteilten.
Damit war die allgemeine Viehweide auf der Allmend aufgehoben. Noch in den 1830er Jahren hatten weit über 1000 Tiere, meistens Rindvieh, gemeinsam auf den Allmenden geweidet. Damit verschwand eine alte Tradition, die mit viel Brauchtum wie dem gemeinsamen Viehauftrieb im Frühling oder dem abendlichen Alpsegen des Eremiten auf Sankt Jost
verbunden war. Bild:
Übersichtsplan der Allmend Oberägeri, 1845. Das wegen der Allmendverteilung erstellte Planwerk ist das erste, das einen genaueren Überblick über die Oberägerer Allmend vermittelt.