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Der Schweizer Arbeitsmarkt zeichnet sich aus durch eine hohe Stabilität, einen grossen Anteil Teilzeitarbeitender und eine niedrige Arbeitslosenquote. Über ein Viertel der Arbeitnehmenden sind Personen ausländischer Nationalitäten.
Arbeitsmarkt
Der Schweizer Arbeitsmarkt ist bekannt für seine hohe Stabilität. Die Gesamtarbeitsverträge zwischen den Arbeitnehmerorganisationen und den Arbeitgebern regeln die Arbeitsbedingungen zahlreicher Branchen. Streiks sind ausserordentlich selten und im internationalen Vergleich gilt der Schweizer Arbeitsmarkt als flexibel.
Zusammensetzung des Arbeitsmarktes
In der Schweiz sind 4,5 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren erwerbstätig. Ein Viertel der Beschäftigten übt intellektuelle und wissenschaftliche Berufe aus. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen in der Schweiz sind Frauen. Sie arbeiten, meist aus familiären Gründen, grösstenteils in einem reduzierten Pensum: 2022 arbeiteten 57 % der Frauen Teilzeit; nur gerade 16 % der Männer waren teilzeitangestellt. Ausländische Arbeitskräfte spielen in der Schweiz eine wichtige Rolle: Sie machen einen Anteil von über einem Viertel der Arbeitnehmenden auf dem Schweizer Arbeitsmarkt aus. Die Beschäftigten in der Schweiz legen Wert auf kontinuierliche Weiterbildung und werden dabei grösstenteils von ihren Arbeitgebern unterstützt. 2021 bildete sich jeder zweite Arbeitnehmende weiter.
Gehälter und Arbeitszeiten
Der mittlere Bruttolohn betrug im Jahr 2020 bei einem vollen Arbeitspensum 6665 Franken pro Monat. Die 10 % der Arbeitnehmenden mit den tiefsten Löhnen verdienten weniger als 4382 Franken brutto pro Monat, während die am besten bezahlten 10 % der Arbeitnehmenden über 11 996 Franken brutto pro Monat erhielten. Es gibt in der Schweiz keinen vom Staat festgelegten Mindestlohn.
Das Durchschnittsgehalt in der Privatwirtschaft lag 2020 bei 6361 Franken brutto pro Monat und im öffentlichen Sektor bei 8012 Franken brutto pro Monat. Es gibt zudem grosse Unterschiede zwischen den Branchen. Besonders hoch sind die Gehälter in Branchen mit hoher Wertschöpfung wie die Informationstechnologie (9206 Franken brutto pro Monat), Pharma (10 040 Franken brutto pro Monat) oder Banken (10 211 Franken brutto pro Monat). Zu den Branchen mit Gehältern unter dem Landesdurchschnitt gehören der Detailhandel (4997 Franken brutto pro Monat), das Gastgewerbe (4479 Franken brutto pro Monat), die Beherbergung (4488 Franken brutto pro Monat) und die persönlichen Dienstleistungen (4211 Franken brutto pro Monat).
Zu den üblichen vertraglichen Arbeitskonditionen gehören in der Schweiz eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 bis 42 Stunden und jährlich 4 bis 5 Wochen Ferien.
Zwischen 1973 und 2003 hat sich die vertragliche Arbeitszeit der Vollzeitarbeitnehmenden konstant verringert: Sie ist in diesen 30 Jahren von 45,1 Arbeitsstunden auf 41,7 Arbeitsstunden pro Woche gesunken und blieb seither stabil.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote der Schweiz gehört zu den niedrigsten in ganz Europa: Im Jahr 2022 betrug sie 2,2 %. Unter Ausländerinnen und Ausländern hingegen betrug die Arbeitslosigkeit 3,8 %. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen ist tiefer als die durchschnittliche Arbeitslosenquote, wobei diese Altersgruppe besonders stark von konjunkturellen Schwankungen betroffen ist.
Einige Branchen sind saisonalen Schwankungen ausgesetzt: Besonders ausgeprägt sind diese im Baugewerbe, auf welches rund 10 % aller Arbeitslosen fallen. Die höchste Arbeitslosenquote haben die Westschweizer Kantone Genf, Jura und Waadt. Am tiefsten ist die Arbeitslosenquote in der Zentralschweiz (Appenzell Innerrhoden, Obwalden, Nidwalden und Uri).