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Seliger ist es, die Nymphen zu beschreiben, als zu beschreiben die Orden, seliger ist, den Ursprung der Riesen zu beschreiben, als zu beschreiben höfisches Ritual, seliger ist, Melusina zu beschreiben, als zu beschreiben Reiterei oder Artillerie, seliger zu beschreiben die Bergleutlein unter der Erde, als zu beschreiben Fechtkunst und Frauendienst.
Paracelsus, Liber de Nymphis, übertragen von Gunhild Pörksen, S. 9 und 10.
Im Liber de Nymphis beschreibt Paracelsus die Elementargeister, welche im Feuer, in der Erde, im Wasser und in der Luft leben. Zu Beginn stellt er jedoch gleich den Menschen selber in den Mittelpunkt, und er hebt hervor, dass das Licht des Menschen mehr ist, als das Licht der Natur. Er beschreibt jenes als «das Licht, durch das der Mensch übernatürliche Dinge erfährt, lernt und ergründet». Damit betont er die grosse Bedeutung des Bewusstseins und dessen Möglichkeiten, die Natur zu ergründen. Er ruft dazu auf, die Wesen in den Elementen, aber auch Riesen und Zwerge ernst zu nehmen, und er verbindet solche Beschäftigung mit dem Willen Gottes.
Paracelsus, mit richtigem Namen Theophrastus von Hohenheim, wirkte als Arzt und Alchemist im Spätmittelalter. Er war zeitlebens auf Wanderschaft und hielt sich kaum jemals länger als sechs Monate am selben Ort auf. Er verfasste unzählige medizinische, philosophische, astrologische und theologische Schriften, welche grösstenteils posthum gedruckt worden sind. Das Liber de Nymphis schrieb er vier Jahre vor seinem Tod. Es ist eine kurze Schrift des Paracelsus, doch sie übt eine grosse Faszination aus bis in die heutige Zeit.
Im Vortrag werde ich versuchen, Verbindungen aufzuzeigen zur Psychologie C.G. Jungs. Im Vorwort zu seinem Aufsatz über Paracelsus als geistige Erscheinung in Studien über alchemistische Vorstellungen, GW 13, S. 125, schreibt Jung, dass in der vom alchemistischen Denken geprägten Philosophie des Paracelsus zukunftsträchtige Ansätze liegen. – Wir gehen auf Spurensuche nach diesen Ansätzen durch die psychologische Deutung der Symbole und mythologischer Motive.
Und nun sollt ihr euch nicht wundern über das, was unseren Augen unglaublich scheint, denn alle Dinge sind möglich bei Gott, der alles für uns geschaffen hat – nicht nach unseren Gedanken und Begriffen, sondern weit über unsere Gedanken und Begriffe hinaus!
Paracelsus, Liber de Nymphis, übertragen von Gunhild Pörksen, S. 29.
Eintritt: Fr. 20, Studenten Fr. 15 .
Für Mitglieder und statutarische Gäste frei.