Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03310.jsonl.gz/1371

HILDEGARD WEBER-LIPSI
Schweizer Malerin der École de Paris
«....lichte, lebensfrohe Landschaftsabstraktionen in der kultivierten Koloristik der école de Paris aus den späten sechzger Jahren....» Frankfurter Allgem. Zeitung 1.3.89
Ausgewählte Ausstellungen:
- Salon d’automne, Grand Palais, Paris
- Weltfachausstellung 1937, Paris
- Salon des Realités Nouvelles, Paris
- Galerie Palette, Zürich
- Galerie Appel & Fertsch, Frankfurt
- Galerie Konoha, Tokyo
- Galerie Rippstein, Basel
- La Galerie, Paris
Geboren 1901, in Wädenswil am Zürichsee, zeichnete Hildegard Weber in der Gymnasialzeit Karikaturen ihrer Lehrer, Situationskomiken usw. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn 1922 bei dem impressionistischen Maler Willy Hummel in Zürich. Von ihrem Talent überzeugt, empfahl ihr Hummel schon am zweiten Tag, Ölbilder zu malen.
«weitere Jahre 1923–2000»
Im Alter von 23 Jahren durfte Hildegard ein Buch illustrieren: Eduard Mörike «Das Märchen vom starken Mann», Verlag Gebrüder Fretz AG. Sie befasste sich damals auch mit Kleinplastik.
1924 studierte Hildegard Weber an der Kunstakademie Karlsruhe, wo ihre respektablen Werke von den Lehrern der neuen Sachlichkeit herumgezeigt wurden. Im schwelenden Unbehagen über den keimenden Nationalsozialismus reiste Hildegard nach London und suchte das Atelier von Raymond Coxon auf. Bald zog sie weiter nach Paris, wo sie auf Morice Lipsi, anlässlich seiner Einzelausstellung in der Galerie d'Art Contemporain aufmerksam wurde. Sie nahm bei ihm 1927 –1928 Zeichenunterricht. 1929 nahm sie am Salon d’Automne in Paris teil.
Bald zogen Morice und Hildegard von der Künstlerkolonie, La Ruche, in ein Atelier, rue de Vanves. Als die Geburt der ersten Tochter bevorstand, zog das Ehepaar, inzwischen verheiratet, in einen alten Bauernhof in Chevilly-Larue (banlieue sud), wo Morice und Hildegard bis zu ihrem Lebensende ihre Ateliers hatten, unterbrochen durch den Exodus im zweiten Weltkrieg, als Morice 1940 in die Charente fliehen musste.
Hildegard sah sich gezwungen, sich von ihm zu trennen, um mit den Kindern in der Schweiz aufgenommen zu werden. Nach dem Krieg ging es dann hin und her mit dem Schwerpunkt Küsnacht für Hildegard und Paris (Chevilly-Larue) für Morice.
Hildegard Weber-Lipsi nahm u.A. regelmässig am Salon des Réalités Nouvelles teil und stellte ihre Bilder auch in Galerien in Frankreich, Deutschland, Israel, Japan und in der Schweiz aus. Während 28 Jahren waren ihre Werke im Musée Lipsi in der Haute-Saône, in Rosey ausgestellt.
Zahlreiche Werke fanden den Weg in Privatsammlungen in Frankreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Japan und anderen Ländern.
Der Künstlerdialog zwischen zwei Menschen mit völlig verschiedenem Temperament und verschiedener Herkunft dauerte von 1927 bis zum Lebensende von Morice Lipsi, 1986.
Nach Morice Lipsis Tod entstanden noch hunderte von Arbeiten: Ölbilder, Zeichnungen und Aquarellen. 2000 verstarb Hildegard Weber – Lipsi, 2 Monate vor ihrem hundertsten Geburtstag, in Goldbach – Küsnacht.
Nun sind ihre Werke als Teil der Sammlung Lipsi in Hinwil, Hadlikon zu sehen. Gezeigt wird die Farbenpracht unzähliger Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen, aber auch ganz speziell diejenige der Stabpuppen von 1937.