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Anfangs Juni 2020 wurde in New South Wales, Australien ein Fall von Hendra bei einem 17-jährigen ungeimpften Vollblutpferd gemeldet. Das Pferd zeigte initial einen reduzierten Allgemeinzustand und Dyspnoe und musste kurz darauf euthanasiert werden. Dies ist der erste Hendra-Fall in NSW in diesem Jahr. Die Infektion mit dem Hendra Virus ist eine Zoonose. Weitere Informationen zur Krankheit finden Sie hier und hier.
Juli 2020
Im Mai und Juni 2020 gab es in Europa mehrere Fälle von Equiner Infektiöser Anämie (EIA):
Im Mai 2020 wurden via das Krankheitsmeldesystem der EU (ADNS Animal Disease Notification System) je ein Ausbruch von EIA aus Bulgarien, Frankreich und Rumänien gemeldet (siehe auch Radar Bulletin Mai 2020). Der Ausbruch in Bulgarien wurde nahe der Grenze zu Rumänien registriert. In Teilen Rumäniens ist EIA endemisch. Der Import von Equiden aus Rumänien in die Schweiz ist verboten. Die Schweiz ist frei von EIA. Der letzte Fall wurde im Juni 2017 bei einem Polopferd im Kanton Aargau diagnostiziert, welches sehr wahrscheinlich via eine unsachgemässe Infusion durch Laien infiziert wurde (siehe Newsletter Meldung 2017, Newsletter September 2017). Im Juni gab es je eine Meldung von EIA aus Deutschland (Hessen) und Ungarn.
Juni 2020
Auszug aus dem Radar-Bulletin des BLV vom Mai 2020:
Seit dem letzten Radar Bulletin April 2020 (siehe auch Equinella Newsletter vom April 2020) meldete Thailand 5 weitere Ausbrüche von AHS. Seit Beginn des Geschehens im März 2020 sind über 500 Pferde an der Krankheit gestorben. Insgesamt 10 Provinzen, haupt-sächlich in der Zentralregion des Landes, sind vom Ausbruch betroffen. Die Massnahmen zur Eindämmung von AHS, u.a. Einrichtung von Überwachungs- und Bekämpfungszonen, Quarantäne, Verbringungsbeschränkungen, Desinfektion und Schutz vor Stechmücken, wurden unmittelbar umgesetzt. Im Rahmen einer Impfkampagne werden gegenwärtig alle Pferde im Umkreis von 50 km zu den Ausbrüchen gegen AHS geimpft. Die Veterinärbehörde des Landes hat einen Aktionsplan zur Kontrolle, Überwachung und Prävention der AHS erstellt, mit dem Ziel, dass Thailand bis 2023 seinen OIE-Freiheitsstatus zurückerhält.
Es handelt sich beim aktuellen Geschehen um das erstmalige Auftreten von AHS-1 ausserhalb von Afrika. AHS kommt mit 9 Serotypen in den südlich der Sahara gelegenen Teilen Afrikas endemisch vor.
Die Untersuchungen zur Eintragsquelle dauern an. Laut dem thailändischen Departement für Nationalparks hatte eine lokale Firma wiederholt Zebras aus Afrika für den Weiterexport nach China importiert. Aufgrund einer Gesetzeslücke waren für den legalen Import von Zebras nach Thailand bisher weder Bluttests noch eine Quarantäne nötig. Diese Gesetzeslücke wurde zwischenzeitlich geschlossen. Zebras, sowie Esel und Maultiere zeigen im Gegensatz zum Pferd, wo die Krankheit oft tödlich verläuft, häufig keine oder nur leichte Symptome. Die Übertragung von Equide zu Equide erfolgt über Mücken. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.
Auszug aus dem Radar Bulletin des BLV vom Juni 2020
Seit dem letzten Radar Bulletin Mai 2020 meldete Thailand keine weiteren Ausbrüche von AHS.
Juni 2020