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Vögel sind eine sehr gut bekannte Tiergruppe.
Der Hauptfaktor für den Rückgang der Vogelwelt ist der Verlust oder die Verschlechterung der Lebensräume und des damit verbundenen Nahrungsangebots. Laut der neuen Roten Liste der Brutvögel (2021) sind immer noch etwa 40% der Arten gefährdet. Intensive Landwirtschaft, Feuchtbiotope in schlechtem Zustand und zunehmende Störungen setzen den Vögeln weiterhin zu.
Das Amt für Wald und Natur führt zusammen mit Ornithologen verschiedene Programme zur Überwachung und Untersuchung von Populationen durch, um Informationen über den Status verschiedener Arten zu erhalten und gegebenenfalls Schutzmassnahmen zu ergreifen. Außerdem befasst es sich mit der Vermeidung und Bewältigung von Konflikten im Zusammenhang mit Vögeln.
Im Kanton Freiburg sind folgende Arten jagdbar: Stockente, Krickente, Kormoran, Waldschnepfe, verwilderte Haustaube, Ringeltaube, Türkentaube, Kolkrabe, Saatkrähe, Rabenkrähe, Nebelkrähe, Elster.
Waldschnepfe
Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) gehört zu den unauffälligsten Vogelarten der Schweiz. Dank ihres bräunlichen Gefieders bleibt sie auf dem Waldboden oft unbemerkt. Viel häufiger als Ornithologen sind es Pilzsucher, die die Waldschnepfe zufällig entdecken, wenn sie zu ihren Füssen durch deren plötzliches Auffliegen überrascht werden.
Im Kanton Freiburg ist die Waldschnepfe aus allen Wäldern des Mittellands verschwunden. Zu den wahrscheinlichen Gründen dafür gehören Störungen durch Menschen und Hunde und vielleicht auch der Mangel an Regen im Frühling und Sommer, der die Verfügbarkeit ihrer Hauptnahrung, der Regenwürmer, beeinträchtigt.
Im Rahmen eines nationalen Projekts wurden die Bedürfnisse der Waldschnepfe ermittelt, um das Habitat- und Jagdmanagement zu verbessern. Der Schlussbericht ist unter folgendem Link abrufbar: Nationales Waldschnepfenprojekt (cscf.ch)
Die Waldschnepfe ist eine der 50 prioritären Arten, für deren Schutz und Förderung in der Schweiz besondere Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Derzeit darf die Art im Kanton Freiburg vom 15. Oktober bis zum 14. Dezember bejagt werden.
Kormoran
Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) kommt sowohl als Wintergast, als auch als Brutvogel an den großen Freiburger Gewässern vor, insbesondere an den fischreichen Seen. Die Vögel brüten meist in Kolonien in Bäumen oder manchmal auch am Boden. Als ausschließliche Fischfresser ernähren sich die Kormorane von kleinen bis mittelgrossen Fischen. Der Neuenburgersee und der Genfersee beherbergen drei Viertel der Brutpopulation der Schweiz (Quelle: vogelwarte.ch).
Konflikte
Fischer fühlen sich oft durch die von Kormoranen verursachten Schäden belästigt. Für Berufsfischer sind Kormorane ein unerwünschter Begleiter, der mit ihrer Arbeit konkurriert. Sie können Schäden an den Netzen der Fischer und an den Fischen in den Netzen verursachen. Die Meinungen über die möglichen Auswirkungen der Kormorane auf die Fischbestände gehen weit auseinander.
Seit 2020 können ausschliesslich Berufsfischer in den Kantonen Freiburg, Waadt und Neuenburg ein Sonderpatent für die Jagd auf Kormorane erlangen. Der Abschuss ist außerhalb der Schonzeit (1er März bis 31. August) möglich. Jäger dürfen Kormorane vom 15. September bis zum 31. Januar schiessen.
Mehlschwalbe
Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) lebt in ländlichen Gebieten und in der Nähe von Menschen, z.B. auf Bauernhöfen, aber auch in städtischen Gebieten. Die rauen Fassaden von Gebäuden ermöglichen es ihnen, Nester zu bauen. In der Schweiz gibt es insgesamt vier Schwalbenarten. Die Mehlschwalbe wird oft mit der Rauchschwalbe verwechselt, die im gleichen Lebensraum vorkommt. Alle vier Schwalbenarten sind geschützt. Ihre Nester sind während der Brutzeit geschützt.
Konflikte und Hilfsmassnahmen
Ihre Nistplätze sind einem zunehmenden Druck ausgesetzt, z. B. bei der Renovierung von Gebäuden. Die Mehlschwalbe findet immer weniger Nistplätze und die Nester werden oft mutwillig zerstört, da die Schwalben unter ihren Nistplätzen Kot hinterlassen.
Das Anbringen von Kotbrettern unter natürlichen oder künstlichen Nestern kann die durch den Kot verursachte Verunreinigung von Fassaden oder Vorhöfen stark verringern.
Erhaltungsmaßnahmen wie künstliche Nester, Neststützen oder Schlammpfützen erweisen sich als nützlich, wenn es an geeigneten Fassaden oder Nistmaterial mangelt. Der Fortbestand der Populationen hängt jedoch in erster Linie von der Toleranz der Hausbesitzer und -bewohner ab.
Schwalbentürme können sogar in Städten dazu beitragen, den Schwalbenbestand zu erhalten oder sogar zu erhöhen.
Kontakt zum Thema
Ansprechperson: Adrian Aebischer
Amt für Wald und Natur
Sektion Fauna, Jagd und Fischerei
Route du Mont Carmel 5
1762 Givisiez
Tel. 026 305 23 67
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