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Kulturelles Kapital, Bildung und die Selbstbeschreibung des Erziehungssystems : Gesellschaftstheoretische Impulse für eine Selbst-kritische Bildungssoziologie
Der Beitrag geht davon aus, dass die Bildungssoziologie innerhalb der Bildungsforschung durch gesellschaftstheoretische Impulse stärker profiliert werden kann. In Abgrenzung zu einem etablierten Konzept, der Theorie des kulturellen Kapitals (Pierre Bourdieu), wird die These von Bildung als Selbstbeschreibungsformel des Erziehungssystems (Niklas Luhmann) vorgestellt. Der Begriff der Bildung wird, anders als in der Kapitaltheorie, nicht durch einen soziologischen Begriff ersetzt. Er wird vielmehr im Konzept der Selbstbeschreibungsformel generalisiert. Dies erlaubt die Analyse seiner kommunikativen Funktionen und den Vergleich mit den Selbstbeschreibungsformeln anderer Funktionssysteme (zum Beispiel Kapital oder Staat). Diese Konzeption ermöglicht unter anderem eine Neubestimmung des Verhältnisses von soziologischer Analyse und Kritik des Bildungssystems. Die Analyse kann die Notwendigkeit von Einheitsbeschreibungen des Erziehungssystems mit vollziehen und zugleich die Idealisierungen hinterfragen, die im Rahmen solcher Einheitsbeschreibungen anfallen. Das Konzept der Selbstbeschreibung erlaubt, Bildungskritik und Gesellschaftskritik präziser zu unterscheiden als bislang geschehen.