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dieser Beziehung getrost neben jeden andern Kurort stellen und behaupten, nach verschiedenen Richtungen hin Bahnbrechendes geleistet zu haben. Die grossen Sanatorien, Hotels und Pensionen lassen sich den besten des Kontinentes an die Seite stellen, den Anforderungen des Hochgebirgsklimas ist durch zahlreiche praktische Einrichtungen gebührend Rechnung getragen worden, und auch in den kleinern und einfachern Häusern, die für die Aufnahme von Fremden eingerichtet sind, hat man den Ansprüchen der modernen Hygiene volle Rechnung getragen.
Die geradezu riesige Entwicklung, welche der Kurort
Davos in ca. 35 Jahren durchgemacht hat, war allerdings nur möglich
durch das günstige Zusammentreffen der klimatischen Bedingungen und der vereinten Anstrengungen der
Bewohner von
Davos. Das
Landwasser, welches eine Zeit lang die Gegend zu versumpfen drohte, ist auf eine Strecke von 7 km
eingedämmt, ausserordentlich reiche Quellen, die aus den Seitenthälern hergeleitet wurden, versorgen den ganzen Kurort
mit trefflichem
Wasser, ein ausgedehntes Kanalisationsnetz sorgt für Wegschaffung aller Unreinigkeiten, wie
denn auch sonst für Reinlichkeit nach allen Richtungen hin gesorgt ist.
Für die Isolierung etwa auftretender Infektionskrankheiten besteht seit 1896 ein Absonderungshaus. Alle von Tuberkulösen
bewohnten Räume müssen amtlich desinfiziert werden.
Häuser und
Strassen werden elektrisch beleuchtet. In neuerer Zeit sind
in
Davos auch mehrere Sanatorien für unbemittelte Lungenkranke erbaut worden, so zuerst das von der
gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Basel Stadt
für Angehörige dieses Kantons errichtete u. 1896 eröffnete Sanatorium am
Seehorn, dann
im Jahre 1901 das deutsche Sanatorium unterhalb des
Wolfgangs und das niederländische Sanatorium bei
Davos Platz.
Von andern Anstalten in
Davos verdienen besonderer Erwähnung das Schulsanatorium «Fridericianum»,
das alle Schulstufen von der Primarschule bis zum Obergymnasium umfasst, ein Schulsanatorium für Mädchen, das Diakonissenhaus,
in dem schwer Kranke Aufnahme und Pflege finden. Mit dem Diakonissenhaus ist eine Kirche verbunden, in welcher durch einen
besonders angestellten reformierten Geistlichen allsonntäglich Gottesdienst für die Kurgemeinde gehalten wird. Für die
religiösen Bedürfnisse der Einwohner von
Davos wird ausserdem, abgesehen von den fünf Pfarrkirchen
der Landschaft, noch in zwei katholischen Kirchen und in der englischen Kirche gesorgt.
Wie als Kurort, so geniesst
Davos auch als Sportsplatz einen Weltruf; der Wintersport, das Schlitteln, Schlittschuhfahren
und Skilaufen, wird daselbst eifrig gepflegt. Alljährlich finden hier Wettschlitteln und Wettschlittschuhlaufen
statt, zu denen sich Sportsleute aus aller
Welt einfinden. Im Sommer bietet sich in
Davos auch reichliche Gelegenheit zu Bergtouren.
Mit der Entwicklung des Kurortes hat auch die Bevölkerung von
Davos sehr stark zugenommen: Im Jahre 1850 zählte Davos nur 1680 Ew., 1860 deren
1705, 1870 deren 2002, 1880 deren 2865, 1888 deren 3891 und 1900 deren 8089. Von der am ortsanwesenden
Bevölkerung von
Davos von 8334
Seelen waren 2233 in
Davos selbst, 1469 in einer andern Gemeinde des Kantons, 1176 in andern
Schweizerkantonen und 3456 im Ausland geboren;
ihre Heimat in Davos hatten 1387 Personen, in andern Gemeinden des Kantons Graubünden 1710, in andern Schweizerkantonen 1376, im Ausland 3861;
zum Protestantismus bekannten sich 5530, zum Katholizismus 2644 Personen, 112 waren Israeliten und 218 Bekenner einer andern oder keiner Konfession;
der Muttersprache nach waren 6178 deutsch, 273 französisch, 475 italienisch, 479 romanisch, und 939 verteilten sich auf andere Sprachen.
Die Namen der heutigen Kirchgemeinden von Davos eigneten ursprünglich nur der Häusergruppe bei der betreffenden Kirche, nach und nach jedoch wurden sie auf das ganze zu der Kirche gehörende Gebiet ausgedehnt.
So war Davos-Dorf oder Dörfli, wie es bis vor einigen Jahren hiess, ursprünglich eine kleine Häusergruppe bei der Kirche zu St. Theodor; jetzt fallen unter den Begriff Davos-Dorf die zahlreichen Höfe und Ansiedelungen, deren Bewohner zur Kirchgemeinde von St. Theodor gehören, mit Inbegriff auch des Dörfchens Laret, das jenseits des Wolfgang gegen das Prätigau hin liegt. Davos-Dorf liegt in einer Höhe von 1574 m am Fusse des Schiahorns auf der rechten Thalseite, unweit der Einmündung des Flüelathales und des Dischma in das Hauptthal, da wo die Thalsohle der Landschaft die grösste Breite besitzt.
Die kleine Häusergruppe, welche einst das Dörfli bildete, ist heute zu einem sehr stattlichen Dorfe geworden, das weithin gegen Davos-Platz zu sich erstreckt. Davos-Dorf besitzt eine Eisenbahnstation und ein Post-, Telegraphen- und Telephonbureau. Die Davos mit Thusis und Chur verbindende Fahrpost hat hier ihren Ausgangs- und Endpunkt, und hier zweigt die von Davos-Platz nach dem Unterengadin führende Flüelapost ab. In einer Entfernung von cirka 1 km liegt der einen Flächenraum von 0,56 km2 bedeckende Davoser Grosssee, die schönste Zierde der Landschaft am Fusse des schönbewaldeten Seehorns. Auf einer Terrasse am sö. Ufer des Sees erhebt sich das Basler Sanatorium und im N. desselben das Deutsche Sanatorium. Die Bevölkerung von Davos-Dorf beträgt in 144 Häusern 1660 Ew.
Das jenseits des Wolfgang 7 km von Davos Dorf entfernt am Fusse der Totalp liegende Davos-Laret im ¶
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nördlichsten Teile der Landschaft besteht aus 2 kleinen Dörfchen. Ober und Unter Laret (1530 m), in der Mitte zwischen beiden befindet sich die kleine Kirche mit dem Friedhof. Bei Unter Laret liegt der kleine Davoser Schwarzsee oder der Laretersee, in dessen dunkelgrünen Fluten finstere Tannen sich spiegeln. Auch Laret besitzt eine Eisenbahnstation und eine eigene Postablage.
Thalauswärts liegt 2 km von Davos Dorf Davos-Platz, der Hauptort der Landschaft, auf einer Terrasse der rechten Thalseite (1560 m). Hier steht die Hauptkirche zu St. Johann mit ihrem hochragenden Turm, neben derselben das alte Rathaus mit der sehr sehenswerten, altertümlichen Ratsstube, deren kunstvolles Getäfel 1899/1900 stilvoll renoviert worden ist. Die gegen Davos-Dorf hin sich erstreckende Hauptstrasse des Ortes macht durch ihre schönen Gebäude und Verkaufsmagazine einen wahrhaft grossstädtischen Eindruck. Davos-Platz ist der Endpunkt der Eisenbahnlinie Landquart-Davos, hat zwei Postbureaus, ein Telegraphen- und Telephonbureau, ein sehr schönes neues Schulhaus; hier befinden sich das Diakonissenhaus, die beiden katholischen Kirchen, die englische Kirche und, ungefähr 1 km thalabwärts, das Krankenhaus. 359 Häuser, 5852 Ew.
Ganz andere Verhältnisse als Davos-Platz und Davos-Dorf, die den sogenannten Oberschnitt bilden, weisen die den Unterschnitt bildenden Ortschaften der Landschaft auf. Auch hier dienen einzelne Hotels der Fremdenindustrie, aber das Hauptelement der Bevölkerung ist das bäuerliche. Die erste Ortschaft, welche man vom Platz abwärts gehend in einer Entfernung von 7 km erreicht, ist Davos-Frauenkirch (1542 m), das auf einer sanftgeneigten Wiesenfläche auf der rechten Seite der Landschaft liegt; es bildet keine geschlossene Ortschaft. Die zum Schutze gegen Lawinen mit einer sog. Spaltecke versehene Kirche zählt in nächster Nähe nur sehr wenige Häuser, die Ansiedelungen liegen alle sehr zerstreut, jeweilen in der Mitte eines Bauerngutes. Gegenüber Davos-Frauenkirch öffnet sich das Sertig, das schönste der Nebenthäler von Davos. Davos-Frauenkirch besitzt ebenfalls ein Post- und Telegraphenbureau.
4 km weiter thalabwärts liegt auf einer Terrasse auf der rechten Thalseite am Ausgang des Bärenthals Davos-Glaris (1459 m). Unweit davon befindet sich am linken Ufer des Landwassers das Spinabad, dessen Schwefelquelle früher zu Bädern benützt wurde, das heute aber nur noch als Luftkurort besucht wird.
Ungefähr 1 km unterhalb Davos-Glaris zweigt von der Landwasserstrasse die nach Davos-Monstein führende Strasse links ab; derselben folgend erreicht man nach ungefähr 1 Stunde die an einem ganz nach S. gewendeten und gegen den Monsteiner Bach abfallenden Hang in einer Höhe von 1620 m gelegene Ortschaft, die ein ziemlich enggeschlossenes Dörfchen bildet. Während sonst in ganz Davos die Alpen, Weiden und Wälder verteilt und Privateigentum geworden sind, hat Monstein dieselben als Korporationsgut unverteilt gelassen. Monstein hat eine schöne neue Kirche und steht durch tägliche Postfahrten mit dem übrigen Davos in Verbindung. Die ausserordentlich sonnige Lage sichert auch diesem Orte eine Zukunft als Luftkurort.
Bibliographie.
Die Litteratur über Davos ist sehr reichhaltig, besonders in medizinischer und naturwissenschaftlicher Richtung; erwähnt seien hier nur folgende Schriften: Hauri. Die Landschaft Davos. Davos 1890. - Liebermeister. Ueber Lungenschwindsucht und Höhenkurorte. Leipzig 1898. Peters und Hauri. Davos; zur Orientierung für Aerzte und Kranke. Davos 1893. - Führer durch den Kurort Davos; herausgegeben vom Verkehrsverein Davos. 2. Aufl. Davos 1901.