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Tarasp verdankt seine Berühmtheit als Heilbad den seit dem 16. Jahrhundert bekannten und von den Leuten der Gegend benutzten
kalten Mineralquellen verschiedener Art, die heute von Kranken und Erholungsbedürftigen aus allen Weltteilen aufgesucht werden.
Vortreffliche Uebergangsstation nach und von höher gelegenen Kurorten. Verhältnismässig mildes Klima.
Grosses Kurhaus links vom Inn. Hotels und Pensionen in Vulpera. Die Quellen zerfallen in 2 Gruppen:
1) stark saure und leicht salinische alkalinische Natronquellen, von denen die Luzius- und Emeritaquelle zu Trinkkuren,
die weniger stark mineralische neue Ursusquelle zu Badekuren verwendet werden;
2) vier Eisensäuerlinge. Die Luziusquelle (1200 m) enthält in 1000 Teilen Wasser: 12,8 gr feste Bestandteile, wovon 2,2
gr schwefelsaures Natron;
4,3 gr doppeltkohlensaures Natron;
3,9 gr Chlornatrium und 0,02 gr doppeltkohlensaures Eisenoxydul;
ferner 1608 cm3 freie Kohlensäure.
Ihre Temperatur beträgt 5,0° C. Die Tarasper Quellen sind von vorzüglicher Wirkung
bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, Stoffwechselkrankheiten, Ernährungsstörungen etc. Die auf weitschauendem Hügel
stehende Burg Tarasp ist zerfallen und wird nur noch von einem Wärter bewohnt. Hier hausten bis gegen das Ende des 12. Jahrhunderts
die frommen Ritter von Tarasp, die auch in benachbarten Thalschaften Güter besassen. Eberhard von Tarasp stiftete 1095 in
Schuls ein Benediktinerkloster, das 1146 nach Marienberg im tirolischen Vintschgau verlegt wurde.
Nach dem Aussterben des Geschlechtes war das SchlossTarasp lange Zeit ein Zankapfel zwischen dem Bischof von Chur und den Grafen
von Tirol. Schliesslich blieben Schloss und HerrschaftTarasp dem Hause Oesterreich, und zwar bis zum Wiener
Frieden von 1815, durch den sie dem Kanton Graubünden
zugesprochen wurden. Diesem Verhältnis ist es auch hauptsächlich zuzuschreiben,
dass die Gemeinde katholischer Konfession geblieben ist.
Die von alters her nach Schuls kirchgenössigen Tarasper hatten sich
zwar schon frühzeitig der Reformation zugewandt, wurden aber von den österreichischen Fürsten gezwungen, zur römischen
Kirche zurückzukehren. Am Fuss des Schlosshügels liegt malerisch neben einem klaren blauen See der HofFontana mit der Pfarrkirche,
einem 1734 gestifteten Kapuzinerhospiz und einem Hause barmherziger Schwestern. Reste einer ehemaligen Letzi(clusa). 1150:
villa Traspensis; 1160: Traspes; 1301: Darasp. Vergl. Lechner, Ernst. Graubünden.
Chur 1903.