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Gentleman! Ein Wort, dass heute sehr inflationär gebraucht wird. Jeder hat irgend ein Gentlemen’s Agreement und das Publikum wird mit Ladies and Gentlemen angesprochen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Doch was mach den Gentleman eigentlich aus? Wann wird aus einem Mann ein Gentleman?
Früher musste man einer höheren Gesellschaftsschicht angehören. Es gibt immer noch einzelne Stimmen, die meinen, um ein richtiger Gentleman zu sein, braucht man einen Adelstitel. Dass Wohlstand und Reichtum jedoch heutzutage nicht mehr viel mit dem modernen Gentleman zu tun hat, ist in den meisten Kreisen mittlerweile akzeptiert. Doch was macht den modernen Gentleman aus, wenn man es nicht mehr einfach mit der gesellschaftlichen Stellung definieren kann? Meiner Meinung nach sind es drei Dinge, die es braucht, um einer von ihnen zu sein. Die Hygiene, Höflichkeit und Respekt, sowie Stil. Mit diesem Grundrüstzeug steht dir dein Weg zum Gentleman definitv offen!
Hygiene
Die Hygiene steht an erster Stelle, wenn du ein Gentleman werden willst. Plane jeden Morgen etwas mehr Zeit dafür ein. Eine regelmässige Dusche oder ein regelmässiges Bad ist sicher eine der Hauptkomponenten, um ein Gentleman zu werden. Du kannst allen anderen Anforderungen an einen Gentleman gerecht werden. Wenn du in diesem Punkt durchfällst, wirst du es nie schaffen, ein Gentleman zu werden.
Das ein Deodorant wie auch ein passender nicht allzu aufdringlicher Duft verwendet werden soll, ist hoffentlich selbstverständlich. Es ist nicht ratsam, sich von Kopf bis Fuss einzusprühen. Ein Mittelmass ist gefragt. Denn wer weiss, vielleicht gefällt dein Duft nicht jeder Frau. In diesem Falle ist es sicherlich angenehmer, wenn dein Duft nicht zu sehr von deiner Persönlichkeit ablenkt.
Gleich verhält es sich übrigens auch mit Haargel. Wenn du dieses etwas sparsamer verwendest, ist es sicherlich von Vorteil. Zum einen kann es ebenfalls stark riechen, zum anderen wird es steinhart, was dein Haar steif wirken lässt. Setzte auf einen guten Haarschnitt und Frisiere deine Haare, bevor du in den Tag startest. Wenn sein Haar nicht von Natur aus in die richtige Richtung fällt, unterstütze mit etwas Haarlack oder -wachs. Trage einen Kamm bei dir, um während des Tages (wenn du ungestört bist), dein Haar zu kämmen und wieder in die richtige Position zu bringen.
Rasieren solltest du dich übrigens ebenfalls täglich. Ausser du trägst einen gepflegten Bart. Aber ungepflegte Bartstoppeln oder ein Dreitagebart ist eines Gentlemans nicht würdig. Ebenfalls zur Pflege der Gesichtsbehaarung gehört, dass du deine herausstehenden Nasenhaare trimmst.
Auch gepflegte Hände und saubere Fingernägel gehören zum Gentleman. Maniküre ist kein Frauenkram. Einzelne Kosmetikerinnen führen Angebote für Männer. Sein kein Weichei und getraue dich, zur Kosmetikerin zu gehen. So tust du dir und deinen Händen regelmässig etwas Gutes.
Wichtig ist, dass du dich um deinen Körper kümmerst. Egal ob du das Haus für die Arbeit, fürs Freunde treffen oder zum Sporttreiben verlässt, achte darauf, dass du sauber und ordentlich aussiehst.
Höflichkeit und Respekt
Ein Gentleman respektiert seine Mitmenschen. Er akzeptiert jeden und behandelt alle gleich. Dass man die Leute im näheren Umfeld zuvorkommend und mit Respekt behandelt ist das eine. Aber dass du dich einen Gentleman nennen darfst, solltest du auch die Menschen gut behandeln, die dir im Leben nichts zurückgeben können. Es ist keine Frage der Gesellschaftsschicht. Natürlich wird vorausgesetzt, dass auch du von der anderen Person mit Respekt behandelt wirst. Denn du musst dir sicherlich nicht alles gefallen lassen. Grundsätzlich kann man aber sagen: «Verlasse deine Mitmenschen besser, als du sie gefunden hast.»
Es ist wichtig, dass du Gespräche führen kannst. Denn das ist ein Zeichen für Klasse und Reife. Und diese beiden Aspekte gehören nun mal zum Gentleman. Fluche nicht und wähle deine Worte mit Bedacht. Sprich nicht vulgär. Solltest du aus alter Gewohnheit ausnahmsweise Fluchen, entschuldige dich sogleich dafür und versuche, dich in Zukunft zu bessern. Um dir das Fluchen abzugewöhnen, konzentriere dich auf die Situationen, in denen du früher oft geflucht hast, beispielsweise beim Autofahren, und versuche besonders dann darauf zu achten, dich wie ein Gentleman zu benehmen.
Konzentriere dich darauf, deinem Gesprächspartner Fragen über seine Interessen, Hobbys und Pläne zu stellen. Natürlich nicht nur, damit die Fragen gestellt sind. Du solltest dich tatsächlich für dein Gegenüber interessieren. Mehr noch, als für dich selbst. Vermeide jedoch in der Kennenlernphase problematische Themen wie Politik oder Religion und versuche, neutral zu bleiben, wenn sich das Gespräch trotzdem in diese Richtung bewegt. Versuche Themen zu finden, wo sich eure Meinungen und Interessen decken. Achte dabei immer auch, mit wem du sprichst. Was für einen aus einfachen Verhältnissen stammenden Arbeiter witzig sein kann, ist für einen abgehobenen, sich überschätzenden Millionärssohn vielleicht unangenehm.
Grüsse Leute, die dir über den Weg laufen. Wenn du sie kennst, auch wenn es nur ein kurzes Vorstellen an der Party eines Freundes war, frage, wie es ihnen geht. Ein kurzes Gespräch kann auch bleibende Eindrücke hinterlassen. Denn wer weiss, bei welcher Gelegenheit ihr euch das nächste Mal seht.
In der Öffentlichkeit Furzen, zu laut Reden, sich aggressiv verhalten, Rülpsen oder sich stark betrinken solltest du definitiv unterlassen. Sonst ist dein Weg zum Gentleman hier zu Ende. Falls du auf diese Dinge verzichten kannst, lese weiter und erfahre, wie du dich Stilvoll kleiden kannst.
Stil
Viele meinen, das Stil das Einzige ist, was einen Gentleman ausmacht. Wenn du aber die Hygiene und die Höflichkeit vergisst, kannst du noch so gut angezogen sein. Ein Gentleman wirst du dadurch garantiert nicht.
Angemessene Kleidung ist für deinen Wandel zum Gentleman unerlässlich. Du solltest dich stets gepflegt und der Situation angepasst kleiden. Dabei gilt: «Besser overdressed als underdressed»
Neonfarbene T-Shirts, Baggy-Pants und Motiv-Pullover gehören bestimmt nicht in den Kleiderschrank eines Gentlemans. Versuche, deine Garderobe mit Hemden, Anzügen und Chinos auszustatten. Natürlich darf auch eine gepflegte, gutsitzende Jeans dabei sein. Eine solche lässt sich mit einem Hemd und einem sportlichen Sakko wunderbar zu einem Freizeitoutfit kombinieren. Achte darauf, dass deine Anzüge passen und lasse sie wenn nötig von einem erfahrenen Schneider abändern. Ein Anzug muss nicht zwingend teuer sein. Ich persönlich störe mich jedoch an minderwertiger Stoffqualität. Das Gefühl beim Anfassen des Stoffs verrät in Sekundenschnelle so einiges über den Tragekomfort. Daher würde ich wohl nie einen passenden Anzug für CHF 500.00 finden. Wenn du dich darin aber wohl fühlst, lasse dich nicht beirren.
Zum Anzug oder dem sportlich-eleganten Outfit gehören niemals Turnschuhe. Trage Turnschuhe um Sport zu treiben. Aber setzte für den Alltag bitte immer auf elegante Leder- oder Stoffschuhe. Bereits mit zwei Paar Schuhen, einem Schwarzen und einem Braunen, kannst du die meisten Outfits kombinieren. Je mehr verschiedene Modelle und Farben, desto mehr Spielraum hast du.
Trage einen Gurt. Immer! Bei diesem Thema hast du keinen Ermessensspielraum. Der Gurt gehört zu jedem Outfit. Zudem sollte er zu den Schuhen passen. Zu schwarzen Schuhen ein Schwarzer Gurt, zu braunen Schuhen ein brauner Gurt.
Sehr interessant ist die Accessoire-Vielfalt, die sich einem Mann bietet. Mit wenigen Handgriffen lässt sich so aus einem langweiligen Standart-Outfit ein regelrechter Hingucker machen. Experimentiere mit Einstecktüchern, farbigen Socken, Fliegen oder Krawatten. Sei individuell und zeige den Menschen in deiner Umgebung, dass du nicht langweilig bist. Achte dabei jedoch stets darauf, dass die einzelnen Elemente zusammenpassen und den Umständen angepasst sind.
Die drei Grundlagen, um ein Gentleman zu werden, kennst du nun. Es brauch aber noch viel mehr. Und das gilt es zum Teil auch selbst herauszufinden. Interessiere dich für alle möglichen Dinge, sei stets informiert über alles Mögliche und sei offen für neues. Denn Gentleman sein heisst nicht, sich auf die Vergangenheit zu berufen, sondern sich vielmehr um die Zukunft zu kümmern.