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Seit Mitte April 2005 können belgische Ärzte in den 250 Apotheken der Multipharma-Kette des Landes Medikamenten-Sets zur aktiven Euthanasie bzw. zur Beihilfe zum Suizid erwerben.
Aktive Euthanasie ist in Belgien seit September 2002 in bestimmten Fällen erlaubt. Bislang wurden Präparate zur gezielten Lebenszeitverkürzung allerdings nur in den Krankenhäusern in grossen Mengen bereit gehalten, was Hausärzten oftmals den Zugang zu diesen Mitteln erschwerte. Mitunter kam es zu langen Wartezeiten für die sterbewilligen Patienten. Bei einer Umfrage hatten zahlreiche belgische Hausärzte angegeben, dass sie nicht wissen, welche Wirkstoffe in welcher Dosierung erforderlich seien. Die in den Apotheken erhältlichen Euthanasie-Kits enthalten Ampullen mit den Wirkstoffen Pentothal (drei Ampullen zu je 20 Milliliter) und Norcuron (zwei Ampullen á zehn Milligramm) sowie ein Schlafmittel und die Instrumente zum korrekten Applizieren der Mittel. In der dazugehörigen Gebrauchsanweisung werden die Ärzte angehalten, die überschüssigen Medikamente wieder bei den Apotheken abzugeben, um Missbrauch zu verhindern. Die Sets kosten 60 Euro und sind innerhalb von 24 Stunden lieferbar.