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Seit dem "performative turn" geniesst der Präsenzbegriff in den szenischen Künsten, in der Theorie wie auch in der Praxis, ein hohes Ansehen. Eine Aufführung ereignet sich nach Definition im Vollzug einer Handlung, bedingt durch die leibliche Ko-Präsenz von AkteurIn und ZuschauerIn.
Die Verwendung des Präsenzbegriffes geht dabei gemeinhin einher mit der Idee des Unmittelbaren, des Direkten, mit Intensität, Energie und Expressivität. Eine hohe Bühnenpräsenz zu haben ist ein verbreitetes Kompliment für SchauspielerInnen, während Präsenz, als performative Unmittelbarkeit verstanden, im Zuge der Repräsentationskritik zur wichtigen Strategie wird, sich der Problematik der Darstellung zu entziehen.
Will das Theater ein kritischer Ort bleiben, der sich der „Logik des Spektakels“ entzieht, statt sie zu reproduzieren, scheint es dringlich, den Begriff in seiner Dominanz zur Beschreibung, Bewertung und Produktion von Aufführungsereignissen einer kritischen Reflexion zu unterziehen.