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Diversität in einem Unternehmen ruht auf einer integrativen Einstellungspolitik. Doch welche konkreten Massnahmen können Arbeitgeber treffen, damit jedes Profil seinen Platz findet? Die Groupe Mutuel arbeitet mit verschiedenen Organisationen zusammen, um den Zugang zur Arbeitswelt so vielen Personen wie möglich zu eröffnen und zu vereinfachen.
Sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber ist es von Vorteil, die Vielfalt im Unternehmen durch die Bildung sich ergänzender Teams zu unterstützen. Innovative, kreative Überlegungen, Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls zum Unternehmen oder die Schaffung eines Arbeitsklimas, indem sich alle verstanden fühlen, sind nur einige der Vorteile einer integrativen Einstellungspolitik mit dem Ziel der Gleichbehandlung und Chancengleichheit.
Auf dem Papier sind die Absichten zwar lobenswert, doch die Theorie in die Praxis umzusetzen erfordert einen starken Willen zur Integration durch konkrete Massnahmen der Unternehmen. In diesem Sinn arbeitet die Groupe Mutuel mit verschiedenen Organisationen zusammen, um allen Menschen den Einstieg in ein Unternehmen zu ermöglichen, wieder in die Arbeitswelt zurückzukehren oder sich beruflich neu zu orientieren.
Die Groupe Mutuel ist im Jahr 2021 eine Partnerschaft mit ORIF (Organisation romande d'intégration et de formation professionnelle – Westschweizer Organisation für berufliche Integration und Ausbildung) eingegangen, die integrationsbedürftige oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen orientiert, ausbildet und integriert. Diese Zusammenarbeit bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, zweimal pro Jahr eine junge Person für ein achtwöchiges Praktikum einzustellen. Eine Handvoll Jugendliche hat diese Möglichkeit bereits genutzt. Die Groupe Mutuel stellt auch Lernende ein, die von der Invalidenversicherung (IV) unterstützt werden, und bietet Personen, die sich in einer beruflichen Wiedereingliederung befinden, Praktika an. Die im Bereich der beruflichen Eingliederung und Wiedereingliederung tätige Stiftung IPT und das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH sind ebenfalls Organisationen, mit denen die Groupe Mutuel zusammenarbeitet. Im Rahmen dieser Partnerschaften konnte die Groupe Mutuel rund zehn Praktikumsplätze mit einer durchschnittlichen Dauer von einem Monat anbieten. Einige dieser Praktika wurden danach in befristete Arbeitsverträge umgewandelt.
Treffen mit Evan und Philippe, einem starken Duo
Vor einigen Wochen schritt Evan Genolet zum ersten Mal durch die Pforten der Groupe Mutuel. Der junge Mann, der kommenden August seinen 18. Geburtstag feiert, lebt mit einer Beeinträchtigung. Er ist Teil der Jugendlichen, die ein achtwöchiges Praktikum in unserem Unternehmen absolvieren. Unter der Führung von Philippe Chambovey, Leiter Wartung bei der Groupe Mutuel, konnte Evan erste Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln und sich mit einigen Aufgaben des Tätigkeitsgebiets des Unterhalts vertraut machen. Von Reinigungs- und Wartungsarbeiten bis hin zur Bedienung eines riesigen Papierschredders – die beiden Männer sind an allen Fronten tätig und durchkämmen in rasantem Tempo die Untergeschosse des Unternehmens.
Jeden Donnerstagvormittag verlässt Evan während zwei Stunden die CSSP (Sonderklasse für Praktika) der EPASC in Martigny (Ecole Professionnelle Artisanat et Service Communautaire – zu Deutsch etwa: Berufsschule Handwerk und Gemeinschaftsdienst) und sorgt mit seinem Begleiter für Ordnung in den Gängen des Unternehmens. «Wir sind Schatten. Er ist mein Schatten, und manchmal bin ich seiner, denn er hat einen zackigen Gang drauf», witzelt Philippe. «Ich halte für ihn Aufgaben bereit, die wir versuchen, alle zwei Wochen zu wiederholen, damit die Arbeit abwechslungsreich bleibt, er aber trotzdem die erworbenen Kenntnisse festigen kann. Das ist gut, denn so eignet er sich Automatismen an, wodurch ich ihm etwas mehr Freiraum lassen kann», fährt er fort.
Evan, der erfolgreicher Schwimmer ist – er wurde dieses Jahr mit einem Sportpreis der Stadt Martigny ausgezeichnet –, gewinnt jeden Tag ein bisschen mehr an Selbstständigkeit unter dem gutmütigen Blick von Philippe, mit dem der junge Mann eine tolle Verbindung aufgebaut hat. «Er ist eine Person, die immer gute Laune hat, immer am Lächeln ist. Diese Zusammenarbeit ist für ihn und für mich sehr bereichernd und auch für die Angestellten, die er bei der Groupe Mutuel antrifft», erklärt Philippe, der auch EFZ-Kurse für Fachpersonen Betriebsunterhalt an der Berufsschule Martigny leitet. «Er geniert sich nicht, mit den Leuten in den Büros zu plaudern, er ist sehr kontaktfreudig und aufgestellt», sagt er abschliessend.
Schon bald verlässt Evan die Groupe Mutuel und macht sich auf zu neuen Abenteuern. Er geht zum CFJA (Centre de formation pour jeunes adultes – Ausbildungszentrum für junge Erwachsene), das dem FOVAHM (Fondation valaisanne en faveur des personnes handicapées mentales – Walliser Stiftung für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen) untersteht und ihn zu einem Beruf orientieren wird. Vielleicht zu einer Karriere in der Küche, einer der Lieblingsbeschäftigungen des Teenagers.