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Die Seeschlacht bei den Midway-Inseln brachte 1942 die Wende im Krieg zwischen den USA und Japan. Die US-Streitkräfte brachten der japanischen Flotte eine vernichtende Niederlage bei. Vier japanische Flugzeugträger sanken.
Den Sieg erkauften sich die Amerikaner mit hohen Verlusten. Das Schlachtengemälde, die Wucht der historischen Beglaubigung, die Wende aus unerwarteter Lage: Dieses Rezept machten sich schon mehrere Regisseure zunutze, die den Stoff verfilmten.
Was will uns also Roland Emmerich neues zeigen? Der Film kommt im nächsten Jahr in die europäischen Mainstream-Kinos.
Meister für globale Katastrophen
Dort regiert er als ein König der Abteilung «bigger, stronger, faster». Seit dem Action-Gemetzel «Universal Soldier» von 1992 hat Roland Emmerich die Budgets vergrössert und den Blick auf globale Untergangsszenarien geweitet.
Er schickte Verheerungen in Form einer Riesenechse («Godzilla», 1998) oder einer Eiszeit («The Day after Tomorrow», 2004) über den Erdball. In «Independence Day» (1996) schossen Aliens unsere Welt- Metropolen zu Schutt – um sich am Ende mit einem handelsüblichen Laptop austricksen zu lassen.
Der Kniff dabei immer wieder: Mit Mut und Beherztheit kann der Einzelne das Unmögliche schaffen. Vielleicht erzählt Roland Emmerich damit auch seine eigene Geschichte.
Ein Hochschulfilm für eine Million D-Mark
Welche Chancen hat denn ein Stuttgarter Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film, sich in Hollywood durchzusetzen? Und über Jahrzehnte Filme zu produzieren, die weltweit für Schlagzeilen sorgen? Emmerich hat von Beginn weg den steilen Weg aufwärts gewählt: Für seinen Abschlussfilm («Das Arche Noah Prinzip») trieb er eine Million D-Mark auf. Üblicherweise kosteten solche Hochschulfilme 20’000 DM.
Bei den Amerikanern hat er sich für seinen Aufstieg mit Heldenepen wie «The Patriot» (2000) oder «White House Down» (2013) bedankt. Emmerich ist in Hollywood aber ein Europäer geblieben. In seinen Filmen. gibt er die Schuld an den Katastrophen nicht immer einfach einer feindlichen Macht. Meist findet sich irgendwo der kritische Hinweis, dass der Gegner unserer Zivilisation in uns selber steckt: Im eigenen Umweltverhalten etwa – oder in der Rüstungsindustrie im Weissen Haus.
Roland Emmerich spricht ab 18:40 Uhr im Talk vom 31. Dezember 2019 über seine Filme, seine nächsten Projekte, aber auch über seine Homosexualität und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump.