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Das 1547 Seiten starke Buch «Infinite Jest» von David Foster Wallace hat Ulrich Blumenbach übersetzt. Jetzt erhält er den Basler Kulturpreis 2016 – nicht nur deswegen, aber auch.
Es ist ein Name, der manch einem wohl nicht geläufig ist: Ulrich Blumenbach erhält den Basler Kulturpreis 2016. Der mit 20’000 Franken dotierte Preis geht damit an einen literarischen Übersetzer, der hauptsächlich still in seiner Kammer am Basler Rheinufer vor sich hin arbeitet – dafür aber höchstes Ansehen geniesst.
Geboren wurde Blumenbach im Januar 1964 in Hannover, Anfang der Nullerjahre übersiedelte er nach Basel, wo er mit Frau und Kindern lebt. Zum Übersetzen kam Blumenbach über die Beschäftigung mit Joyce während seines Anglistik- und Germanistikstudiums in Berlin.
Seit 1993 arbeitet er als Übersetzer aus dem Englischen und Amerikanisch-Englischen in die deutsche Sprache und hat schon Bücher von Jack Kerouac («Unterwegs»), Truman Capote («Wo die Welt anfängt») oder Jonathan Lethem («Der Garten des Dissidenten») übersetzt – «mit Akribie, Entschiedenheit und Kreativität» führe er seine Arbeit aus, wie der Regierungsrat in seiner Mitteilung lobt.
Unendliche Übersetzung
Bekannt gemacht hat ihn aber vor allem die Übersetzung eines Werkes: David Foster Wallaces «Infinite Jest», zu deutsch: «Unendlicher Spass». Beinahe unendlich lange dauerte es auch, das 1547 Seiten starke Buch ins Deutsche zu übertragen – sechs Jahre wendete Blumenbach dafür auf. Und verdiente dabei umgerechnet rund 3 Euro pro Stunde. 2009 kam die deutsche Fassung des Buches auf den Markt.
Diese Übersetzung brachte Blumenbach einige Auszeichnungen ein, darunter den Preis der Leipziger Buchmesse. Dazu gesellt sich nun der Kulturpreis Basel-Stadt.
Dieser geht damit erstmalig an einen literarischen Übersetzer. Mit dieser Auszeichnung werde ein kulturpolitisches Zeichen für die schöpferische Leistung sowie die kulturelle Bedeutung des Übersetzens gesetzt, so der Regierungsrat:
«Literarisches Übersetzen ist eine wenig sichtbare künstlerische Arbeit, bei der es um weit mehr geht, als einen Originaltext in eine andere Sprache zu übertragen. Mit hoher sprachlicher Präzision und Einfühlungsvermögen werden werkgetreu Inhalt und Tonalität eines Textes übermittelt. Eine gute Übersetzung geht so weit, dass auch vermeintlich Falsches übersetzt wird und dabei unter Umständen Sprachschöpfung betrieben werden muss.»
Die Preisverleihung durch den Regierungsrat findet am Montag, 31. Oktober 2016, um 18.15 Uhr im Rathaus statt.
Eine Liste der bisherigen Preisträger finden Sie hier: «Kulturpreisträger seit 1948»