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1 + 1 = 1,5 (bitte auf 2 aufrunden)
Oracle gibt in der umstrittenen Frage, wie Software-Lizenzen beim Einsatz auf Multicore-Systemen zu bezahlen sind ein bisschen nach. Aber nur ein bisschen.
Bisher hat sich Oracle auf den Standpunkt gestellt, ein Prozessor mit zwei Kernen sei gleich zu behandeln, wie ein System mit zwei Prozessoren. Die Lizenzpreise für Infrastruktur-Software wie Datenbanken oder ERP-Systeme werden oft nach der Anzahl von Prozessoren berechnet, auf denen die Produkte eingesetzt werden.
Nun hat Oracle ein neues Preisschema eingeführt, wie 'Computer Reseller News' am Dienstag-Abend schon enthüllte. Besitzt ein Rechner Prozessoren mit mehreren Kernen, so wird neu ein Kern als 0,75 Prozessoren gewertet. Ein Computer mit einem 11-Kern-Prozessor (der "Cell-Chip" von IBM hat beispielsweise 9 Kerne), würde also eine 8,25-Prozessoren-Lizenz erfordern. Allerdings muss man dann gemäss Oracle auf die nächste ganze Zahl aufrunden.
Im Gegensatz dazu hat Microsoft vor längerem angekündigt, Multicore-Prozessoren als einen einzigen zu werten. IBM tut das selbe bei den Prozessoren von Intel und AMD, berechnet aber Software für Highend Multicore-Systeme aus der eigenen Küche, pro Kern.
Die Frage bleibt, wie lange Oracle dem Druck der Kunden und Partner, z.B. Hardware-Hersteller wie Sun, noch stand halten kann. Der neue Kompromissvorschlag von Oracle scheint uns noch nicht in Stein gemeisselt zu sein. (Christoph Hugenschmidt)