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Jahre sind vergangen, seit die Schweizerische Notenbank im Juni 1907 ihre Tätigkeit aufnahm. Damit ist die Zentralbank der Schweiz älter als das 1913 gegründete Federal Reserve System der USA, sie entstand aber deutlich später als Zentralbanken in Frankreich, Deutschland oder England. Immer wieder liest man, Zentralbanken seien ein Garant für Stabilität – die Schweizer Bankengeschichte lässt auch eine andere Lesart zu: Schon seit den 1820er Jahren gaben bisweilen über 30 Banken im Wettbewerb miteinander Noten aus und unterlagen dabei je nach Kanton keiner oder nur einer schwachen bankenspezifischen Regulierung. Private Banken wie die «Bank in Zürich» und kantonale oder städtische Banken wie die Depositokasse der Stadt Bern und die Kantonalbank von Bern emittierten ab 1850 zwar im gesamten Bundesstaat ausschliesslich auf Schweizer Franken lautende Banknoten. Als Emittenten waren sie den Haltern der Noten bei Vorlage jedoch individuell zur Herausgabe entsprechender Mengen an Gold oder Silber verpflichtet. Die Konvertierbarkeit in Edelmetalle disziplinierte die Banken, im Zuge von Kreditgeschäften nicht zu viele der von ihnen unterzeichneten Noten in Umlauf zu bringen. Ein 1881 verabschiedetes Bundesgesetz enthielt erstmals weitreichende bankenspezifische Regulierungen und kann als Endpunkt des «Free-Bankings» in der Schweiz betrachtet werden – gleichwohl gaben Banken weiterhin im Wettbewerb miteinander Noten aus.
Bis ins Jahr 1907 gingen nur zwei Schweizer Banken pleite, zwei weitere Institute erlebten «Bank Runs», aber nie mussten Halter von Banknoten Verluste hinnehmen. Verlässlichkeit, Stabilität und Sicherheit sind also im Schweizer Bankwesen alles andere als neue Erfindungen – und mit der Gründung einer Zentralbank haben sie auch nicht zwingend zu tun.