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Bödelibahn
|Kürzel||BB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1872-08-12|
|Mutiert||Ab 1900-01-01 Thunersee-Bahn|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1872 eröffnete BB – anfangs in der Statistik auch als «1. Section einer Brünigbahn» bezeichnet – war eine Aktiengesellschaft und verband den Thunersee mit dem Brienzersee (Därligen–Interlaken–Bönigen). Es war bis 1893 respektive bis zur Eröffnung der Thunerseebahn (TSB) eine isolierte Linie ohne Anschluss an andere Bahnen. Die Verbindungen nach Thun und Brienz stellten Dampfschiffe her. Für Trajektboote zum Verlad von Bahnwagen und die dafür nötigen Schifffahrtseinrichtungen auf dem Thunersee investierte die BB bis Ende der 1880er-Jahre gesamthaft rund 250'000 Franken. Die Kombination von Schienen- und Wasserwegen war in der Frühzeit der Bahnen nichts Ungewöhnliches. Mit der Eröffnung der TSB 1893 gab die BB jedoch den Trajektdienst auf.
Den Betrieb der BB besorgte bis 1889 die Jura–Bern–Luzern-Bahn (JBL), danach vorübergehend ein privater Unternehmer, ab 1895 schliesslich die Jura–Simplon-Bahn (JS). Die Strecke Därligen–Interlaken verpachtete die BB 1893 an die Thunerseebahn (TSB). In der Folge nahmen unter anderem die Transportvolumina der BB ab und die «Sonstigen Einnahmen» in Form von Pachtzinsen zu. Finanziell sah es bei der BB von Beginn an allerdings nicht sehr rosig aus, wobei anzufügen ist, dass ihre sich stetig wandelnden Kapitalverhältnisse aus den Angaben der Statistik nicht immer transparent nachvollziehbar waren. Die anfänglich sehr hohen schwebenden Schulden wurden schrittweise in feste Anleihen transformiert. Der Anteil der Fremdgelder am gesamten Anlagekapital war bei der BB ungewöhnlich hoch, was sich entsprechend auf die Zinslast auswirkte. Ob die Zinsdienste angesichts der schwebenden Schulden und der Passivsaldi tatsächlich geleistet wurden, ist zu bezweifeln. 1883 wandelte die BB einen Teil der Anleihen in Aktienkapital um. Ab dem 1. Januar 1889 führte ein Privatunternehmer den Betrieb der BB in Pacht aus. Die Umschichtungen beim Anlagekapital dürften damit zusammenhängen, doch äusserte sich die Statistik dazu nicht näher. 1896 nahm die BB eine Reduktion des Nominalwerts der Stammaktien von 500 auf 50 Franken vor. Die dadurch flüssig gewordenen Mittel von 540'000 Franken setzte sie für Abschreibungen ein. Auf den 1. Januar 1900 erwarb die TSB die BB, worauf diese aus der Statistik verschwand.
In den Betriebseinnahmen und -ausgaben sind anfangs die Ergebnisse der BB-Schifffahrt inbegriffen. Später übertrug die Statistik «Erträge aus Nebengeschäften» in die Gewinn- und Verlustrechnung. Bis 1883 sind zudem die Schifffahrtseinrichtungen ebenfalls in den Baukosten enthalten.