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Fragen und Antworten
1. Wer ist Opportunity International Deutschland/ Schweiz?
2. In welchen Ländern ist Opportunity International tätig?
3. Wie wird Opportunity International Schweiz finanziert?
4. Was bedeutet "Soziale Mikrofinanz"?
5. Was ist der Unterschied zwischen Sozialer Mikrofinanz und Almosen?
6. Was ist die "Trustbank-Methode"?
7. Was ist ein "Loan-Officer"?
8. Was sind typische Kleinunternehmen?
9. Wie oft erhalten die Klienten einen Kredit?
10. Wie hoch ist die Rückzahlungsquote?
11. Warum verlangt Opportunity International Zinsen?
12. Was bedeutet ganzheitliche Transformation?
13. Warum werden überwiegend Frauen mit Mikrokrediten gefördert?
14. Welchen Menschen helfe ich mit meiner Spende?
15. Kann ich meine Spende steuerlich absetzen?
16. Wieviel von meiner Spende kommt tatsächlich im Bestimmungsland an?
17. Wozu überhaupt spenden, wenn doch Zinsen eingenommen werden?
18. Welche Gewähr habe ich dafür, dass Opportunity International und die Partnerorganisationen das tun, was sie versprechen?
19. Kann eine kleine Spende von CHF 10 bis CHF 50 auch schon etwas bewirken?
20. Wie kann ich helfen?
Opportunity International Deutschland ist eine gemeinnützige Stiftung deutschen Rechts. Die als gemeinnützig anerkannte Stiftung Opportunity International Schweiz ist Teil von Opportunity International Deutschland. Opportunity International Deutschland ist Mitglied im Opportunity International Netzwerk, eine der weltweit führenden Organisationen im Bereich Mikrofinanzierung.
Der englische Name "Opportunity" bedeutet "Chance" oder "Gelegenheit". Und das ist genau das, was wir unseren Klienten bieten: Eine faire Chance, ihr Leben nachhaltig zu verändern. Opportunity International bedient zurzeit rund 2,5 Millionen Kreditnehmer weltweit. Mehr Infos...
Opportunity International ist derzeit in 20 Ländern weltweit tätig:
Afrika: Ghana, Kenia, Malawi, Mosambik, Ruanda, Südafrika, Tansania, Uganda
Asien: China, Indien, Indonesien, Philippinen
Lateinamerika: Dominikanische Republik, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua
Osteuropa: Mazedonien, Rumänien, Serbien
Opportunity International Schweiz finanziert sich als gemeinnützige Stiftung durch private Spenden.
Soziale Mikrofinanz ist mehr als nur die reine Kreditvergabe. Dies sind Mikrokredite, Sparkonten, Versicherungen und Schulungen für die Ärmsten der Armen, die aufgrund fehlender Sicherheiten keinen Zugang zu gewöhnlichen Krediten haben. Damit erhalten sie die Möglichkeit, sich eine eigene Existenz aufzubauen und ein Kleinstunternehmen zu gründen, sowie sich gegen Ernteschäden und andere Risiken abzusichern und Ersparnisse anzulegen. Um einen besonders nachhaltigen Effekt zu erzielen, werden die Kreditnehmer gleichzeitig sowohl in Unternehmensführung und Buchhaltung als auch in Themen der allgemeinen Lebensführung wie Gesundheit, Familienplanung oder Aids-Prävention geschult.
Durch Almosen entsteht eine entwürdigende Abhängigkeit der Armen, die es ihnen unmöglich macht, sich aus eigener Kraft aus ihrer Lage zu befreien und die zu einer Passivität der Almosenempfänger führt. Das Konzept der Sozialen Mikrofinanz beruht auf einer Begegnung auf Augenhöhe, um die Würde der Armen zu erhalten. Sie fördert das Eigenpotential der Klienten und bietet eine Möglichkeit der Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Menschen langfristig und nachhaltig ihre Armut überwinden können. 97 Prozent der vergebenen Kredite werden zurückgezahlt. Das Geld verbleibt im Empfängerland und wird neu vergeben. Dadurch entsteht ein Multiplikator-Effekt, das heisst durch einen Kredit kann nicht nur einmal, sondern vielfach geholfen werden.
Bei einem Kredit einer regulären Bank bürgt der Schuldner mit einer Sicherheit. Doch arme Menschen haben nichts, mit dem sie dafür bürgen könnten. Für einen Kredit von Opportunity International sind keine materiellen Sicherheiten notwendig. Die Klienten schliessen sich zu einer Gruppe von 15 bis 30 Kreditnehmern zusammen und bürgen füreinander. Diese Gruppe nennt sich "Trustbank", was auf deutsch Vertrauensbank bedeutet. Die Trustbank-Mitglieder unterstützen einander in ihrer Geschäftsidee. Bei regelmässigen Treffen zahlen sie ihren Kredit in Raten zurück und erhalten auch Schulungen zu Themen wie Unternehmensführung und Gesundheit. Mehr Infos...
Ein Loan Officer ist ein Kreditbetreuer. Er betreut die Kreditnehmer vor Ort, sammelt die wöchentlichen Rückzahlungsraten ein und hilft den Klienten bei eventuellen Problemen. Kreditbetreuer müssen Banker, Manager, Unternehmensberater, Coach, Sozialarbeiter und Seelsorger in einer Person sein. Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Mikrofinanzierung. Ein Loan Officer betreut durchschnittlich 250 Klienten. Mehr Infos...
Ein typisches Kleinunternehmen zeichnet sich zum Beispiel durch die Produktion und den Verkauf von Lebensmitteln, Kleidungsstücken, Spielzeug, Werkzeug oder Schmuck in kleinen Ständen auf der Strasse oder in einfachen Bretterbuden aus. Es können aber auch Dienstleister und Handwerker wie Schuhputzer, Schneider, Schuster, Tischler, Coiffeure oder Kleinbauern und Fischer sein. Zunehmend gibt es auch mehr und mehr Bildungsunternehmer, die private Kindergärten und Schulen für benachteiligte Kinder in den Slumgebieten gründen, so genannte „Microschools". Tätigkeiten aus dem informellen Sektor können durch einen Kleinkredit formalisiert und ausgebaut werden.
Lesen Sie dazu auch die Erfahrungsberichte unserer Kreditnehmer unter "Projekte": In die jeweiligen Länder klicken und den dazu gehörigen Link "Klientengeschichten" anklicken...
Prinzipiell können unsere Klienten so lange Kredite von uns erhalten, bis sie bei einer regulären Bank einen normalen Kredit aufnehmen können. Allerdings erhalten sie zunächst nur einen sehr kleinen Kredit. Nur wenn sie mit diesem verantwortungsvoll umgehen und ihn vollständig und ohne Probleme zurückzahlen können, qualifizieren sie sich für einen weiteren Kreditzyklus. Die folgenden Kredite können dann auch grössere Beträge umfassen. Bei sehr leistungsfähigen Kreditnehmern besteht ausserdem die Möglichkeit, einen höheren Individualkredit zu vergeben.
Die Rückzahlungsquote liegt bei über 97 Prozent. Die Anzahl der säumigen Zahler ist also erstaunlich niedrig. Ein Grund dafür ist die von Opportunity International angewandte Trustbank-Methode. Die meisten Kreditnehmer sind ausserdem daran interessiert, sich für einen weiteren Kreditzyklus zu qualifizieren. Natürlich wählt Opportunity International seine Klienten sehr gewissenhaft aus und schult sie zusätzlich. Den Kreditnehmern ist klar, dass sie hier eine vielleicht einmalige Chance haben, dem Teufelskreis der Armut zu entrinnen.
Aus drei Gründen verlangen wir Zinsen von unseren Kreditnehmern:
1. Um die laufenden Kosten unserer Projekte zu decken: Wir bieten nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch intensive Betreuung und Schulungen an, die sehr kostenintensiv sind.
2. Um die Menschen in die Lage zu versetzen, auch unter normalen Marktbedingungen finanziell unabhängig zu sein und Kredite aufnehmen zu können.
3. Um eine Verzerrung des lokalen Marktes zu verhindern. Wir erheben marktübliche Zinsen, um das lokale Finanzwesen nicht zu untergraben. Deswegen passen wir die Zinsen an die nationalen Verhältnisse an.
Ganzheitliche Transformation bedeutet eine Wandlung im Leben des Kreditnehmers. Mit einem Kleinkredit von Opportunity International haben die Kreditnehmer die Möglichkeit, sich selbstständig aus der Armut zu befreien. Mit ihrem kleinen Unternehmen schaffen sie sich eine sichere Einkommensquelle. Damit verbessert sich der allgemeine Lebensstandard, wie zum Beispiel Unterkunft, Ernährung, medizinische Versorgung, sowie der soziale Stand. Durch die Schulungen wird zusätzlich Bildung gefördert. Dies führt wiederum zu einer Verbesserung von Ernährung, Hygiene, der Erweiterung des Wissensschatzes und somit höheren Einkommensmöglichkeiten. Durch den Auf- bzw. Ausbau der Kleinunternehmen entstehen neue Arbeitsplätze. Auch das Warenangebot wird ausgeweitet. So verbessern die Klienten nicht nur ihr eigenes Leben und das ihrer Familien, sondern tragen oft auch massgeblich zu einer positiven Entwicklung ihrer Dorfgemeinschaften bei.
Frauen sind im Allgemeinen bedeutend ärmer als Männer. Dabei spielen gerade sie eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Entwicklung der Sozialstruktur. Frauen investieren eher als Männer in das Wohlergehen und die Zukunft ihrer Familie, vor allem in jene ihrer Kinder. Sie sind durchschnittlich für sechs weitere Familienmitglieder verantwortlich. Dadurch werden mit einem Kredit gleichzeitig viele Menschen erreicht. Finanzielle Unabhängigkeit stärkt die Rolle der Frau. Sie erhält Respekt und ihr Selbstbewusstsein wird gesteigert. Der Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht es, eigene Entscheidungen zu treffen und einen sicheren, nachhaltigen Weg aus der Armut zu finden. Frauen sind ausserdem zuverlässiger, was die Rückzahlung betrifft. Mehr Infos...
Sie helfen den ärmsten der unternehmerisch tätigen Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Osteuropa. Sie wollen entweder ein schon vorhandenes, kleines Unternehmen erweitern oder erstmalig eine Geschäftsidee realisieren, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religionszugehörigkeit. Aber auch diejenigen, die nicht in der Lage sind, ein Kleinunternehmen zu führen, erreichen wir oft mit unserem Hilfsangebot. Denn jeder Kreditnehmer, den wir unterstützen, versorgt durchschnittlich noch sechs weitere Familienmitglieder. So profitieren auch Kinder, alte und kranke Menschen von der Hilfe. Dabei setzen wir an der „Graswurzel-Ebene" an, das heisst, dass wir die Ursachen der Armut bekämpfen, nicht nur ihre Folgen.
Ja. Spenden an gemeinnützige und mildtätige Stiftungen sind bis zu 20 Prozent des Jahreseinkommens steuerlich absetzbar. Eine Spendenquittung stellen wir Ihnen unaufgefordert zu Beginn des jeweils folgenden Jahres zu.
Die Zinseinnahmen decken zwar nach einiger Zeit die Ausgaben der Kreditvergabe, dennoch entstehen erst einmal hohe Kosten für die Grundlage unserer Arbeit: Partnerorganisationen, die vor Ort arbeiten, müssen aufgebaut, Büromieten und Mitarbeiter müssen bezahlt, Schulungen und die Betreuung der Kreditnehmer müssen finanziert werden. Durch unseren verantwortungsvollen Umgang mit den Spendengeldern und das Niedrighalten der Kosten ist es zwar so, dass sich die gesamte Organisation nach ca. 3 - 5 Jahren selbst tragen kann, aber es sind noch lange nicht alle Armen erreicht. Aus diesem Grund sind wir auf Ihre Spende angewiesen.
Als anerkannte gemeinnützige Stiftung unterliegen wir den gesetzlichen Regelungen. Opportunity International Deutschland wurde mit dem deutschen DZI-Spendensiegel ausgezeichnet, das die Einhaltung bestimmter Kriterien und Leitlinien sicherstellt. Dazu zählen zum Beispiel die nachprüfbar satzungsgemässe Verwendung der Spendengelder und eine transparente, nachvollziehbare Rechnungslegung. Auch die EU ist Unterstützer unserer Projekte. Dies spricht für die Einhaltung strenger Richtlinien und den vorschriftsmässigen Einsatz der Spendengelder. Für eine eindeutige Transparenz lesen Sie hier unseren Jahresbericht 2011. Zudem haben Sie als Spender die Möglichkeit, sich bei einem unserer Insight-Trips vor Ort von dem korrekten Einsatz der Spenden zu überzeugen.
Auch unsere Partnerorganisationen müssen sich an genaue Richtlinien halten und werden von einem Gremium überprüft, das sich aus anerkannten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kirche zusammensetzt. Zudem haben sie sich verpflichtet, in regelmässigen Berichten die Projektfortschritte und die Verwendung der Spendengelder detailliert darzulegen.
Ja, natürlich! Auch kleine Beträge helfen uns bei der Armutsbekämpfung. Wir sind für jede Spende dankbar!
Es gibt viele Möglichkeiten für Sie, uns zu unterstützen. Sie können unsere Arbeit direkt durch eine Spende oder eine Zustiftung unterstützen. Indirekt können Sie helfen, indem Sie unsere Arbeit bekannter machen, zum Beispiel durch die Organisation von themenbezogenen Veranstaltungen. Mehr Infos...