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Die «Todesfuge» ist das wohl bekannteste deutschsprachige Gedicht des 20. Jahrhunderts. Nicht zuletzt, weil es zum ersten Mal das Grauen in den Konzentrationslagern in Worte fasste. Lange hat man Paul Celan als den Dichter gelesen, der Auschwitz sprachlich und ästhetisch etwas entgegenzusetzen hatte. Was macht die starke Wirkungsmacht der «Todesfuge» aus? Und warum sagte sich Celan Ende der 1950er Jahre von der Ästhetik der «Todesfuge» los und wurde zu einem «Dichter der grauen Sprache»? Der Literaturkritiker und Celan-Kenner Helmut Böttiger im Gespräch.