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Quasar S5 0014+81
Objektbeschreibung
Bei S5 0014+81 handelt es sich um ein der hellsten bekannten Blazare, einer hochenergetischen Unterklasse von Quasaren, aktiven galaktischen Kernen, deren gebündelter, relativistischer Teilchenjet zufällig in Richtung Erde zeigen. Die Muttergalaxie ist eine grosse, elliptische Starburst-Galaxie mit einer Magnitude von 24.
Dieser Quasar hat eine totale Leuchtkraft von 1041 Watt, was einer absoluten Magnitude von -31.5 entspricht, bzw. der 3 x 1014 fachen Leuchtkraft der Sonne. Befände er sich in einer Entfernung von 280 Lichtjahren zur Erde, würden wir pro Quadratmeter gleich viel Energie empfangen wie von der Sonne — obwohl er Faktor 18 Millionen mal weiter weg wäre.
Aufgrund seiner immensen Entfernung von 12.1 Milliarden Lichtjahren kann der Quasar nur mittels Spektroskopie beobachtet werden. Es wird geschätzt, dass das dafür verantwortliche supermassive Schwarze Loch jährlich 4000 Sonnenmassen an Materie verschlingt. Er ist eine sehr starke Strahlungsquelle von Gamma-, Röntgen- bis zu Radiowellen.
Die Bezeichnung S5 0014+81 leitet sich vom "Fifth Survey of Strong Radio Sources" ab. Die Ziffernfolge «0014+81» entsprehcen den Äquatorial-Koordinaten in der B1950.0 Epoche: Rektaszension 00h 14m, Deklination +81°. Eine andere gebräuchliche Bezeichnung ist 6C 001403+811827 vom "Sixth Cambridge Survey of Radio Sources" mit den entsprechend genaueren B1950.0 Äquatorial-Koordinaten. [145, 167]
Weitere Infos bei CDS: S5 0014+813
|Bezeichnungen||S5 0014+813, 6C 001403+811827|
|RA / Dec (J2000.0)||00h 17m08.5s / +81° 35' 08"|
|Objekttyp||QSO|
|Radialgeschwindigkeit||>30'000 km/s|
|Rotverschiebung z||3.366000|
|Helligkeit||16.5 mag|
Auffindkarten
Auf der Suche nach sehr weit entfernten Objekten - etwa am "Rande des Universums" liegend oder besser in der ersten Stunden den Entstehung unseres Alls - findet man im Sternbild Cepheus einen Quasar. In grösseren Amateurteleskopen sollte der Quasar QSO S5 0014+81 mit einer Helligkeit von nur 16.5 mag visuell sichtbar sein. [192]
Visuelle Beobachtung
350 mm Öffnung: Mit einem Dobson von 14" oder 350 mm Objektivdurchmesser befindet man sich an der Instrumentengrenze, eine grössere Öffnung ist mit Bestimmtheit hilfreich. Es dauerte dann auch ca. 1.5 Stunden bis ich meinen mehrfachen kurzen Quasar-Sichtungen Glauben schenkte. Mit hohen Vergrösserungen versuchte ich einen möglichst guten und tiefschwarzen Himmelshintergrund zu bekommen. Das Objekt zeigte sich dann auch vereinzelt für Bruchteile von Sekunden. Jedenfalls stand noch eine Bestätigung des Quasars in einem grösseren Instrument aus.
400 mm Öffnung: Diese Bestätigung gelang mit einem 16" bzw. 400 mm grossen Ninja-Dobson. Auch mit einem solchen Instrument war der Quasar eine echte Herausforderung. Er zeigte sich öfter als im 14-Zöller, jeweils kurz aufblitzend. Indirektes Sehen und eine gute Atmung halfen. Im 16-Zöller war die Wahrnehmung des Quasars klarer und eindeutiger. Gegenseitig versicherten wir uns die Sichtung des Quasars. Fast euphorisch gingen wir zur Beobachtung von einfacheren und näher liegenden Objekten über.