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Wie hier kürzlich dargelegt wurde, könnte Donald Trump im Herbst tatsächlich die US-Präsidentschaftswahl gewinnen. Die Frage, wen er in sein Kabinett berufen würde, ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen. In Kenntnis seiner Person ist nicht auszuschliessen, dass er einige «interessante» Besetzungen vornehmen wird.
Hier folgt eine Shortlist mit acht Namen, die Trump bereits ihre Unterstützung zugesagt haben und über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügen. Ihr «Endorsement» hilft dem 69-Jährigen im Kampf um Wählerstimmen und ist deshalb auch nicht gratis: Bei einem Sieg wollen diese Leute mit einem Posten in seiner Regierung belohnt werden.
Der pensionierte Neurochirurg und ehemalige Mitbewerber um die Nomination unterstützt seit seinem Ausscheiden Trump – und behauptet, dieser habe ihm dafür einen Posten im Kabinett angeboten. Als Vertreter der schwarzen Minderheit könnte Carson im Präsidentschaftswahlkampf von grossem Nutzen sein – das Gleiche gilt für Marco Rubio hinsichtlich der Latino-Stimmen. Seit seinem Ausscheiden hat sich der Senator aus Florida noch nicht zu diesem Thema geäussert. Möglich, dass zwischen den beiden bereits zu viel Geschirr zerbrochen wurde.
Der ehemalige Bürgermeister von New York arbeitet offenbar bereits eng mit Donald Trump zusammen. Giuliani berät den Kandidaten, mit dem er «eng befreundet» ist, in Wahlkampf-Belangen: «Ich rufe ihn an und sage, ‹Donald, jetzt gehst du zu weit› oder ‹Das war grossartig›. Zwischen den beiden herrsche «Vertrauen und Offenheit» – perfekte Qualifikationen für das Amt des Stabschefs.
Sarah Palin war eine der ersten, die Trump öffentlich ihre Unterstützung zusicherte. Er weiss, dass die ehemalige Gouverneurin von Alaska und Vize-Präsidentschaftskandidatin von 2008 in seinem Wählersegment verbitterter Weisser noch immer über viel Sympathien verfügt. Sie könnte bei einem Wahlsieg zum Beispiel das Aussen- oder Energieministerium beanspruchen: Sie kommt aus Alaska, wo man Russland von blossem Auge sehen kann und wo es bedeutende Ölvorkommen gibt.
Was heute Trump ist, war Herman Cain vor vier Jahren: Kein Politiker, kein Vertreter des Establishments, sondern Geschäftsmann und schriller Kandidat. Der ehemalige CEO von Godfather's Pizza lobt Trump in den höchsten Tönen. Einen gemeinsamen, öffentlichen Auftritt der beiden gibt es zwar noch nicht. Aber Cain als Finanzminister wäre für Trump, der sich Politikern grundsätzlich überlegen fühlt, eine logische Wahl.
Aus kaum einer anderen Ecke des republikanischen Establishments bläst Trump der Wind eisiger entgegen: Verteidigungs-Experten wie John McCain und vor allem Lindsey Graham kritisieren seine anti-muslimischen Aussagen als Gefahr für die nationale Sicherheit. Falls sich kein geeigneter Kandidat für dieses Schlüsselressort findet, könnte Trump den Job in Personalunion selbst übernehmen. Er besuchte die New York Military Academy (NYMA), wo er den «Grad» eines Hauptmanns erreichte. In seinen Augen qualifiziert ihn das durchaus in Fragen der Verteidigung: An der NYMA-Highschool habe er «mehr militärische Ausbildung genossen als viele, die tatsächlich ins Militär gingen», sagte er seinem Biografen.
Chris Christie, Gouverneur von New Jersey und ehemaliger Mitbewerber, hat seine politische Zukunft in die Hände Donald Trumps gelegt. Das ist nicht so kühn, wie es auf den ersten Blick aussieht. Denn in seinem Heimatstaat hat er komplett abgewirtschaftet und somit nichts mehr zu verlieren. Christie war früher Bundesstaatsanwalt, weshalb sich das Amt des Justizministers anbietet.
New Gingrich, der berühmte republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses während der Clinton-Ära, findet in letzter Zeit auffallend schöne Worte für Donald Trump. Nach seinem glänzenden Sieg in Florida verglich er ihn gar mit dem republikanischen Halbgott Ronald Reagan. Gingrich könnte als Innenminister Trumps geplante Massendeportation von illegalen Einwanderern zurückbuchstabieren. Als er sich vor vier Jahren selbst um das höchste Amt im Staat bewarb, warb er für eine «humane» Anwendung der Einwanderungsgesetze.
Donald Trump ist bekanntlich nicht nur im Immobilien-, sondern auch im Showbusiness aktiv. Zwei seiner Bekanntschaften aus diesem Bereich unterstützen seine Kandidatur ebenfalls und kommen daher für Posten – wenn auch unterhalb der Ministerstufe – infrage.
Dennis Rodmann hat eine ziemlich einzigartige Fähigkeit im Rucksack: Er hat einen direkten Draht zum nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un. Sollte Präsident Trump auf Entspannungspolitik gegenüber dem Regime in Pjöngjang setzen, wäre als Emissär kein anderer besser geeignet als der ehemalige Basketballstar.
Ähnlich wie Rodman äussert sich auch dieser Bad Boy aus der US-Sportszene:
«Er sollte Präsident der Vereinigten Staaten werden», sagte der ehemalige Box-Weltmeister im Schwergewicht Ende 2015 in einem Interview. «Wir sollten etwas Neues probieren und Amerika wie eine Firma führen, wo Farbe keine Rolle spielt und derjenige den Job bekommt, der ihn erledigen kann.» Tyson wird dieses Jahr 50, ist aber immer noch gut in Form. Auch oder gerade seinen Bodyguards muss der Präsident blind vertrauen können. Trump richtete in den späten 1980er-Jahren mehrere Kämpfe Tysons in seinen Casinos in Atlantic City aus. 1992 versuchte er erfolglos, Tyson vor einer Gefängnisstrafe zu bewahren, zu der er wegen Vergewaltigung verurteilt worden war.