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Eine Mutter liess ihre vierjährige Tochter bei der Nachbarin, während sie einkaufen ging. Die Nachbarin erledigte Haushaltsarbeiten, und das Mädchen spielte draussen mit zwei fünfjährigen Buben. Während des Spiels fiel das Mädchen in den nahe gelegenen Fluss, ertrank fast und erlitt einen schweren Hirnschaden. Seit dem Unfall war es vollständig invalid. Es starb im November 2010. Die Eltern des Mädchens forderten von der Nachbarin eine Genugtuung von 300'000 Franken, weil sie das Mädchen nicht sorgfältig genug beaufsichtigt habe.
Die Bundesrichter wiesen die Klage ab. Sie hielten fest, dass kein Vertrag zustande gekommen sei, sondern die Nachbarin das Mädchen im Sinne einer Gefälligkeit betreut habe. Die Eltern müssten beweisen, dass die Nachbarin ihre – bei Gefälligkeiten verminderte – Sorgfaltspflicht verletzt habe. Dieser Beweis gelinge nicht. Unter den gegebenen Umständen hätten die Kinder nicht alle fünf bis zehn Minuten kontrolliert werden müssen. Normal sei, wenn die Nachbarin sich hie und da vergewissert habe, dass die Kinder sich weiterhin im vertrauten Umfeld aufhielten und mit ungefährlichen Spielen beschäftigt seien.
Bundesgericht, Urteil vom 20. Oktober 2011 (4A_275/2011)