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Neil Brenner
Main content
Neil Brenner is an American urban theorist. The focus of his writing and teaching is on the theoretical, conceptual and methodological dimensions of urban questions. His work builds upon, and seeks to extend, the fields of critical urban and regional studies, comparative geopolitical economy and radical socio-spatial theory. Major research foci include processes of urban and regional restructuring and uneven spatial development; the generalization of capitalist urbanization; and processes of state spatial restructuring, with particular reference to the remaking of urban, metropolitan and regional governance configurations under contemporary neo-liberalizing capitalism. He is the author of ‘New State Spaces: Urban Governance and the Rescaling of Statehood’ (Oxford University Press, 2004). Brenner is professor of Urban Theory at the Harvard Graduate School of Design and the coordinator of the newly founded Urban Theory Lab GSD. He holds a Ph.D. in Political Science from the University of Chicago, an MA in Geography from UCLA, and a BA in Philosophy from Yale College.
Date of presentation14 Nov, 2013
Further InformationCV Neil Brenner
Review - Überall Urbanität
Bereits die Ankündigung liess erraten, dass es sich bei Neil Brenners Vortrag um etwas Besonderes handeln muss: Ein Nicht-Architekt hält einen mit Architektinnen und Architekten gut gefüllten Saal auf Trab. Departementsvorsteher Hubert Klumpner brachte es zum Abschluss auf den Punkt, indem er von einer «sehr energetischen» Präsentation sprach.
Neil Brenner, Professor für urbane Theorie an der Universität Harvard, wurde vom Departement Architektur (D-ARCH) eingeladen, über seine Theorien und seine Arbeit als Koordinator des neu gegründeten «Urban Theory Lab» zu sprechen. Der US-amerikanische Stadtforscher kann neben einem Doktortitel in Politikwissenschaft auch einen Studienabschluss in Geographie und einen weiteren in Philosophie vorweisen. Er arbeitet regelmässig mit dem ETH-Studio Basel und Christian Schmid, Professor für Soziologie am D-ARCH zusammen.
Gleich zu Beginn zeigt Brenner das Bild einer Landschaft, die beim genaueren Hinsehen von Strassen und Unebenheiten übersät ist. Das Publikum wird aufgeklärt: Es handelt sich um eine vom Ölsandabbau geprägte Landschaft in Kanada. Die eindrückliche Aufnahme ist ausserdem auf dem Cover seines im Dezember erscheinenden Buches «Implosions/Explosions» zu sehen. Neil Brenners Erklärung bildet die Basis seiner polarisierenden Theorie: Er verbindet diese Industrielandschaft, diese grossflächige Umweltzerstörung mit dem Begriff der heutigen Urbanität, gleichgestellt etwa mit der Urbanität eines Gebietes voller Wolkenkratzer wie in Manhattan, Schanghai oder São Paulo. Diese allgegenwärtige Urbanität sei grundlegend für Theoretiker und Planer, die sich mit den Prozessen der Urbanisierung befassen.
Anhand von Thesen über Urbanismus von Theoretikern wie Henri Lefebvre, Manuel Castells und John Friedmann erläutert Brenner seinen Standpunkt. Mit seiner lebhaften Art versucht er, das Publikum trotz starker Theorielastigkeit und wissenschaftlichen Darstellungen abstrakter Zusammenhänge für seine Theorien zu begeistern. Zum Schluss präsentiert er die Arbeiten des «Urban Theory Labs» und nach einer rasanten Vorstellung überrascht er alle mit einem Video mit entspannter Hintergrundmusik und den Stimmen seiner Studenten, die ihre kartografischen Darstellungen von Analysen über extreme «urbane» Gebiete wie zum Beispiel die Antarktis oder der Pazifik vorstellen.
Neil Brenner hat sich ein hohes Ziel gesteckt: Er möchte die ganze Welt auf ihre Urbanität untersuchen. Manch ein Zuschauer fragte sich aber: «Was bedeutet ‹urban› noch, wenn überall alles urban ist?»
Laure Nashed