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Die Wende oder nur eine Atempause? Wahrscheinlich erst eine Atempause. Ein tapferes Ambri hatte die Kloten Flyers an den Rand einer Niederlage gebracht ehe es 2:3 verlor.
Als Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat, sagte er den berühmten Satz: «Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.»
Wir können diese grossen Worte auf die aktuelle Situation der Kloten Flyers übertragen: «Ein erster Sieg in 50 Qualifikationsspielen ist ein kleiner Schritt Richtung Meistertitel. Aber ein riesiger Sprung für eine Mannschaft, das bisher alle Spiele verloren hat.»
Der erste Sieg der laufenden Meisterschaft kann sogar der Auftakt zu einer kleinen Siegesserie sein: Am Mittwoch dürfen die Klotener im Cup gegen Dübendorf (1. Liga) antreten. Der zweite Vollerfolg hintereinander ist programmiert. Auch wenn Dübendorf am Samstag beim 11:1 gegen Arosa in Bestform spielte.
So riesig die Erleichterung bei Kloten, so klein ist dieser erste Sieg in einem Pflichtspiel seit dem 8. April 2014 (im Playoff-Halbfinale gegen Fribourg).
Ambri war, wie sich zeigen sollte, der perfekte Gegner. Wenn wir nämlich eine nur mässig am nationalen Eishockey-Geschehen interessierte Testperson mit den Namen Benjamin Chavaillaz, Jesse Zgraggen, Patrick Sidler, Marc Grieder, Julien Bonnet oder Adrian Trunz konfrontiert und dazu gesagt hätten, es bestehe ein Zusammenhang mit der Leventina – dann wäre die Antwort wohl gewesen, dies seien wahrscheinlich die Mitglieder einer Alpgenossenschaft im oberen Val Bedretto. Tatsächlich handelt es sich um die Mitglieder einer namenlosen Verteidigung.
Nach den Ausfällen des Kanadiers Ryan O’Byrne und des Routiniers Reto Kobach reiste Ambri mit nur drei Ausländern und dem letzten defensiven Aufgebot nach Kloten. Weil Torhüter Sandro Zurkirchen Wundertaten vollbrachte, weil sich die namenlosen Abwehrspieler gut organisierten und weil die Kloten Flyers über weite Strecken konzeptlos vorwärts stürmten, führte Ambri bis zur 49. Minute 2:1.
Nach wie vor hat Kloten die schwächste Offensive der Liga (13 Tore – Davos hat als offensive Nummer 1 schon 32 Mal getroffen). Torhüter Martin Gerber verhinderte einen wahrscheinlich vorentscheidenden dritten Gegentreffer. Mit Fangquoten von 93,33 % (beim 1:2 n.V. in Biel) und 92,59 % gegen Ambri war er jetzt zweimal hintereinander Klotens bester und wichtigster Einzelspieler.
Dies mag zeigen, auf welch dünnem Eis die Kloten Flyers letztlich bei ihrem ersten Saisonsieg immer noch standen. Aber für den Tabellenletzten gilt erst einmal: Ein Sieg ist ein Sieg und der Rest ist egal.