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Siehe auch > Putin macht die Nordfront zum 5. Militärbezirk
- Russland misst mit der Krim 17’075’800 Quadratkilometer. Die russische Föderation ist mit Abstand der flächengrösste Staat der Welt und umfasst von Königsberg bis zum Pazifik zehn Zeitzonen.
- Mit nur acht Einwohnern pro Quadratkilometer mutet die Bevölkerungsdichte sehr dünn an (zum Vergleich die Schweiz trotz des Alpenraums: 215 Einwohner pro Quadratkilometer).
Enorme Bedeutung der Militärbezirke
- Um Russlands Weiten zu verteidigen, kommt den nunmehr fünf Militärbezirken tragende Bedeutung zu. 2010 erhielten alle den Rang “strategisches Operativkommando.” (Strategisch und operativ ist in diesem Kontext laut russischen Quellen kein Widerspruch, weil die mittlerweile fünf Befehlshaber in ihren strategischen Distrikten die operative Führung wahrnähmen).
- Strukturelle Veränderungen kommen eher selten vor. Bekannt sind die Verschmelzung der Bezirke Wolga, Ural und Sibirien zum Militärbezirk Zentrum (wird auch mit “Mitte” übersetzt) oder die Fusion der Distrikte St. Petersburg und Moskau zum Militärbezirk West.
Neu fünf Bezirke inklusive Nord
- Militärbezirk West, HQ St. Peetersburg
- Militärbezirk Süd, HQ Rostow
- Militärbezirk Zentrum, HQ Jekaterinburg (früher Swerdlowsk)
- Militärbezirk Ost, HQ Chabarowsk
- Militärbezirk Nord, HQ Severomorsk, bedeutender Stützpunkt auch für U-Boote, Region Murmansk)
“Multioperationell” – Beispiel West
Alle Militärbezirke sind Teilstreitkräfte übergreifend strukturier, wofür der Begriff “Multioperationell” gebraucht. Als Beispiel die der Militärbezirk West. Er wurde in Putins zwei Jahrzehnten stark aufgewertet. Obwohl er per 1. Januar 2021 die Nordflotte an den neuen Distrikt Nord abtritt, bildet er nach wie vor eine redoutable Streitmacht an der NATO-Ostflanke:
- Starke Heerestruppen mit drei Armee-Befehlshabern
- Baltische Flotte inklusive Seefliegerei, Marine-Infanterie, Küsten-Artillerie und Raketentruppe
- Starke LW-Komponente
- Ausgeprägt starke, offensive Spezialtruppen mit einer Speznaz-Brigade und drei Luftlandedivisionen, inklusive die 76. Division in Pskow 150 km vom Baltikum entfernt
Markante Aufwertung auch im Süden
Im Zeichen der Kaukasuskriege und der Krim-Annexion wertete der Generalstab am Ufer der Moskwa auch den Süden erheblich auf. Mit HQ am Don befehligt der Militärbezirk Süd:
- Heer mit drei Armee-Befehlshabern
- Drei Speznaz-Brigaden, 1 Speznaz-Regiment
- Schwarzmeer-Flotte mit HQ Sewastopol (Krim), inklusive Seefliegerei, Marine-Infanterie, Küsten-Artillerie und Raketentruppe
- Flotte Kaspisches Meer, inklusive Seefliegerei und Raketenwaffe (Marschflugkörper)
- Starke LW-Komponente
- 1 Luftlandedivision, 1 Luftstrumbrigade (beide offensiv)
Offensiv/Defensiv?
- Gespräche mit russischen Offizieren münden oft in die Diskussion: Ist die Russische (bis 1991 die Rote) Armee offensiv oder defensiv angelegt?
- Russen erklären überzeugt: “Unsere Streitkräfte erfüllen primär den Auftrag, unser weites Territorium zu verteidigen.”
- Aber die einmalig starken, angriffigen Spezialtruppen, die acht Speznaz-Brigaden und die 45’000 Mann Luftlandetruppen mit je zwei kampfstarken Luftlande- und Luftsturmdivisionen?
- Dann ist oft die klassische Antwort zu hören: “Unser Land ist so weitläufig, dass wir schlagkräftige Verbände sofort über mehrere Zeitzonen hinweg an neue Fronten verlegen können.” Alle Militärbezirke (auch Süd!) trainierten das im bisher vierjährigen Manöverzyklus intensiv. Der Distrikt Zentrum habe chinesischen Generalen Dislokationen über 4’000 km hinweg vorgeführt.
- Wie die Krim, das Donbass und Syrien belegen, ist Präsident Putin jedoch jederzeit bereit, seine Elite auch offensiv einzusetzen.