Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03134.jsonl.gz/2340

Viele Menschen haben derzeit Schwierigkeiten, sich genug von anderen Menschen abzugrenzen, besonders während der Pandemiezeit, wo wir viel mehr und intensiver mit den Menschen in unserem Haushalt zusammenleben. Wo wir sonst einige Katalysatoren und Abwechslung in unserem Alltag haben, sei dies auf der Arbeit, in unserem eigenen Freundeskreis oder bei unseren eigenen Terminen, wir sind selten so viel mit unseren Nächsten ununterbrochen zusammen gewesen wie gerade jetzt.
Sich mit seinen Mitmenschen zu konkurrieren ist evolutionär und soziologisch bedingt und ist in uns allen vorhanden. Das Verlangen, sich selber zu konkurrieren ist ein persönliches Anliegen und daher viel komplexer. Seine früheren Erfolge zu überbieten - um sich selbst zu beweisen, dass man als erwachsenes Individuum eine Entwicklung durchgemacht hat – kann motivieren, neue Höhepunkte im Leben und langersehnte Ziele zu erreichen. Man kann seine vergangenen Errungenschaften als Fundierung benützen, um selbstbewusster neue und unbekannte Dinge anzugehen. Wenn man sich aber in einen Konkurrenzkampf mit seinem früheren Selbst begibt, kann das ein Ergebnis eines niedrigen Selbstwerts sein. Bestimmt das Bedürfnis, sich gegenüber anderen zu beweisen und profilieren zu müssen, dann können sich sogar die grössten Erfolge als entmutigend anfühlen.
Die meisten Menschen wachsen nicht damit auf, viel über ihre Emotionen zu lernen; diese zu deuten, zu verstehen oder wie mit diesen umgegangen werden kann. Dies bedeutet, dass es viele Leute gibt, die zwar über normale Niveaus an akademischer oder sozialer Intelligenz verfügen, aber eine niedrige emotionale Intelligenz besitzen.