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Sozialhilfe
In eine existenzielle Notlage geraten, das will niemand, und doch ist man davor nicht geschützt. Gerät eine Person in der Schweiz trotzdem in diese Situation, kann sie Sozialhilfe beantragen. Die Sozialhilfe ist das "letzte Netz" der sozialen Sicherheit. Sie kommt nur dann zum Tragen, wenn keine eigenen Mittel wie Einkommen, Vermögen vorhanden oder Leistungen anderer Sicherungssysteme (z. B. AHV, IV) nicht verfügbar oder ausgeschöpft sind. Die Sozialhilfe wird damit subsidiär zu allen anderen Leistungen ausgerichtet und gewährleistet das in der Verfassung verankerte Recht auf Existenzsicherung.
Die rechtlichen Grundlagen der Sozialhilfe sind im kantonalen Sozialhilfegesetz (SHG) und der Verordnung dazu (SHV) geregelt. Die wirtschaftliche Hilfe wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) bemessen; die in der kantonalen Verordnung als verbindlich verankert sind.
In der Stadt Zürich wird die Sozialhilfe von den Sozialen Diensten erbracht. Die Stadt Zürich ist in fünf Sozialregionen mit je einem Sozialzentrum aufgeteilt: Selnau, Helvetiaplatz, Albisriederhaus, Hönggerstrasse, Dorflinde. In Not geratene Bewohnerinnen und Bewohner können sich an das Sozialzentrum wenden, das für ihre Sozialregion zuständig ist.
Das Sozialdepartement ist immer wieder mit Fragen aus der Bevölkerung zur Sozialhilfe konfrontiert. Die Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQ) zur Sozialhilfe sind im Internet zusammengestellt.
Wirtschaftliche und persönliche Hilfe
In der Sozialhilfe wird zwischen wirtschaftlicher Hilfe und persönlicher Hilfe unterschieden. Mit der wirtschaftlichen Hilfe wird das finanzielle Existenzminimum gewährleistet. Dieses ist so bemessen, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen möglich ist, indem der Grundbedarf auch bescheidene Auslagen für soziale Kontakte umfasst und allenfalls zusätzlich situationsbedingte Leistungen gewährt werden.
In der persönlichen Hilfe steht die berufliche und soziale Integration im Zentrum. Die rasche Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ist bei Personen, die als arbeitsfähig eingestuft werden, das oberste Ziel. Deshalb ist für sie die Teilnahme an Arbeitsintegrationsprogrammen obligatorisch. Darin widerspiegelt sich der Grundgedanke des Schweizerischen Sozialwesens, das Gegenleistungsprinzip: Wer in Not gerät, wird von der Allgemeinheit unterstützt, muss aber alles in seiner Kraft Stehende tun, um seine Notlage zu lindern oder zu beheben.
Aktuelle Zahlen
Die aktuellen Zahlen zur Sozialhilfe werden jeweils im Frühling via Medienmitteilung vorgestellt.
Sozialbehörde
Gemäss kantonalem Sozialhilfegesetz ist die Sozialbehörde, ein Milizgremium, für die Gewährleistung der Sozialhilfe verantwortlich. Seit einer im Jahr 2009 beschlossenen Neuorganisation hat sie die operativen Aufgaben an die Verwaltung delegiert und konzentriert sich auf normativ-strategische Aufgaben. Einzelfälle entscheidet sie nur, wenn Richtlinien fehlen oder besondere Umsicht bei der Auslegung des Ermessensspielraums erforderlich ist. Zudem fungiert sie als Einspracheinstanz gegen Entscheide der Sozialen Dienste.