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«Sowohl als Grossratsmitglieder wie auch als Bürger des Kantons Wallis verlangen wir Erklärungen», sagten Albert Pitteloud und Blaise Melly am Mittwoch vor den Medien in Sitten. Die beiden SVP-Grossräte kritisierten die Bauarbeiten im 2012 durch zwei Firmen an der Rhone.
Überschwemmungen
Weil sie tiefer baggerten als vom Kanton geplant, habe sich das Fluss- mit dem Grundwasser vermischt. Zudem sei es zu Überschwemmungen gekommen, vor allem auf dem Land von Pitteloud. Der Grossrat ging vor Bundesgericht, welches den Kanton Wallis als Besitzer der Rhone zu Entschädigungszahlungen verurteilte.
Er habe während des Gerichtsverfahrens die Unregelmässigkeiten entdeckt, sagte Pitteloud. Also habe er das gesamte Dossier angefordert. An die Medien gelangte er am Mittwoch erst, nachdem sein eigenes Verfahren abgeschlossen war. Der Kanton Wallis habe ein Expertenbüro mit einer Untersuchung beauftragt. Dieses kam zum Schluss, dass die beiden Bauunternehmungen, welche den Fluss ausbaggerten, verantwortlich für die Schäden sind. Eines der Unternehmen habe seine Verantwortung anerkannt, das andere nicht.
Vorstoss im Grossen Rat
Dieses zweite Unternehmen habe während der Untersuchung das angegebene Gesamtvolumen des ausgebaggerten Kies nach unten korrigiert. In einer Ergänzung habe das Expertenbüro das tiefere Volumen berücksichtigt und die ganze Verantwortung auf das erste Unternehmen abgeschoben. «Es handelt sich klar um ein Gefälligkeitsgutachten», sagte Melly.
Der Kanton Wallis habe dies akzeptiert und die Entschädigungen von vier Millionen Franken dem anderen Bauunternehmen angelastet. Die beiden SVP-Parlamentarier haben im Walliser Grossen Rat eine dringende Interpellation eingereicht, die nächste Woche behandelt werden dürfte. Sie werden zudem eine Motion einreichen, welche eine Untersuchung durch die Geschäftsprüfungskommission verlangt.
Kanton bestreitet Vorwürfe
Der Kanton wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück. «Das Dossier ist sehr komplex und die veröffentlichten Teilelemente sind aus dem Kontext gerissen», sagte Tony Arborino, Direktor des Walliser Amtes für Rhonewasserbau, der Nachrichtenagentur sda.
Der Kanton werde sich die vier Millionen Franken Entschädigung, welche er vorfinanziert habe, erstatten lassen. Man habe alle notwendigen Massnahmen ergriffen, um die Interessen des Staates und der Steuerzahler wahrzunehmen, sagte Arborino. Das Wallis gehe juristisch gegen beide Unternehmungen vor.