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Kurz vor dem Referendum bietet die britische Regierung Schottland mehr Geld für den Haushalt an. Unterstützungen im Sozialsystem und Bildung werden der Bevölkerung zugesichert, wenn sie «Nein» sagen.
Zwei Tage vor der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands hat die britische Regierung mit weiteren Zugeständnissen für einen Verbleib im Vereinigten Königreich geworben. So soll das höhere Niveau staatlicher Ausgaben in Schottland beispielsweise für Soziales und Bildung garantiert werden. Ausserdem verspricht die Regierung in London, dass die Schotten die Kontrolle über die Ausgaben im Gesundheitswesen behalten.
Das Sozialsystem und die Zukunft des Gesundheitswesens sind Kernthemen, an denen die Befürworter der Unabhängigkeit ihre Kampagne festgemacht haben. Sie werfen der Regierung in London vor, Schottland seit Jahrzehnten zu vernachlässigen. Von den Einnahmen durch das vor Schottland geförderte Erdöl würde eher die britische Regierung profitieren als Schottland.
Schottland soll bleiben
Eine vom früheren Labour-Ministerpräsidenten Gordon Brown initiierte Übereinkunft der Vorsitzenden der drei grossen Parteien sieht nun vor, dass das höhere Niveau staatlicher Ausgaben in Schottland beibehalten werden kann. «Die Menschen wollen sehen, dass sich etwas verändert», heisst es in der Übereinkunft, die am Dienstag in der schottischen Zeitung «Daily Record» veröffentlicht wurde.
Sie trägt die Unterschriften von Premierminister David Cameron, Labour-Chef Ed Miliband und dem Vorsitzenden der Liberaldemokraten, Nick Clegg. Ein Nein zur Unabhängigkeit würde dazu führen, dass Veränderungen schneller, sicherer und besser würden als bei einer Abspaltung, erklären sie darin.
Cameron warnt eindringlich
Der in Schottland geborene Brown spielt eine führende Rolle bei den Bemühungen, die Schotten zum Verbleiben im Königreich zu bewegen. Cameron hatte seine Landsleute im Norden am Montag bei seinem letzten Besuch vor der Abstimmung gewarnt, eine Trennung würde schmerzhaft und unumkehrbar sein. Bei früheren Besuchen hatte er zugesagt, bei einem Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich mit den Schotten über mehr Eigenständigkeit zu verhandeln. Mit Zugeständnissen an die Schotten riskiert Cameron allerdings Unzufriedenheit in England, Wales und Nordirland, die ähnliche Garantien nicht erhalten.
(reuters/lur/me)