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Ein Parteitag in Göteborg sprach sich am Donnerstag mit einem einstimmigen «Ja!» für die 54-Jährige aus. Sie tritt die Nachfolge von Regierungschef Stefan Löfven an der Parteispitze an. Andersson könnte jetzt als erste Frau in der schwedischen Geschichte Ministerpräsidentin werden, sobald Löfven nach dem Parteitag seinen Rücktritt vom obersten politischen Amt des Landes einreicht.
Dass die Ministerin neue Regierungschefin wird, ist jedoch alles andere als ausgemachte Sache. Damit sie Löfven auch in dem Amt beerben kann, ist notwendig, dass sie nach dessen erwartetem Rücktritt eine Abstimmung im Parlament übersteht. Dabei würde ihr reichen, dass sich keine Parlamentsmehrheit gegen sie ausspricht.
Dazu benötigen ihre Sozialdemokraten und die mitregierenden Grünen allerdings die Stimmen der Linken und des Zentrums - und diese beiden Parteien haben für eine solche Unterstützung bereits Forderungen gestellt. Sie werde mit den Parteien, die sie unterstützen könnten, Gespräche führen, sagte Andersson dazu kurz nach ihrer Wahl auf einer Pressekonferenz.
Wann Löfven genau seinen Rücktritt bei Parlamentspräsident Andreas Norlén einreicht, hat er bis zuletzt offen gelassen. Während des Parteitages hatte er lediglich gesagt, dass er in der Hinsicht bis Ende der Woche Bescheid geben werde.
In ihrer Dankesrede sagte Andersson zu anhaltendem Applaus ihrer Parteifreunde: «Ich empfinde grosse Demut vor der Aufgabe, aber vor allem bin ich enorm motiviert, unsere grosse und stolze Partei zu führen.»
Der Schritt an der Parteispitze kommt nicht überraschend. Löfven, seit 2012 Partei- und seit 2014 Regierungschef, hatte im August angekündigt, das Amt des Parteivorsitzenden und im Anschluss auch den Ministerpräsidentenposten abgeben zu wollen. Nach sieben Jahren an der Spitze der Regierung und einer längeren Zeit der komplizierten Mehrheitsverhältnisse im schwedischen Reichstag wollte er seine Nachfolgerin damit rechtzeitig in eine Lage bringen, sich vor der nächsten Parlamentswahl im September 2022 positionieren zu können.
Alle 26 Bezirksverbände der Sozialdemokraten hatten sich daraufhin für Andersson als Löfven-Nachfolgerin ausgesprochen. Darauf wurde sie Ende September vom Wahlausschuss der Partei als neue Vorsitzende vorgeschlagen. «Magdalena Andersson weiss, wie es ist, sagt, wie es ist, und tut, was erforderlich ist», sagte die Ausschussleiterin Elvy Söderström damals.
Andersson ist seit 2014 Finanzministerin in Löfvens rot-grüner Minderheitsregierung. Die Sozialdemokratin stammt aus Uppsala nördlich von Stockholm und ist ausgebildete Ökonomin. Sie ist mit einem Universitätsprofessor verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.