Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/143869

<h2>SubmittedText<h2><p>In der Vergangenheit war das Faxgerät ein nützliches Instrument, um Informationen zu übermitteln. In den letzten Jahren sind diese Geräte jedoch in den allermeisten Bereichen durch die elektronische Post abgelöst worden oder sollen abgelöst werden. So hat z. B. die Stadt Bern kürzlich im Rahmen eines (finanziellen) Sparprogramms das Ziel einer "faxfreien Verwaltung" definiert.</p><p>In der Bundesverwaltung sind immer noch zahlreiche Faxnummern vorhanden. So sind im Online-Staatskalender zurzeit 893 Telefax-Einträge verzeichnet. Es ist zu vermuten, dass hinter diesen Nummern Faxgeräte stehen, die Tag und Nacht eingeschaltet sind, 365 Tage im Jahr, und dies Jahr für Jahr. Vermutlich könnten die allermeisten dieser Geräte eingespart und könnte somit auch ein Beitrag ans Stromsparen geleistet werden.</p><p>Der Bundesrat wird deshalb gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Auf wie viele Faxgeräte könnte ganz verzichtet werden?</p><p>2. In welchen Fällen liessen sich technische Lösungen finden, bei denen eingehende Sendungen auf eine Mailadresse umgeleitet und ausgehende Sendungen mittels Multifunktionsgeräten gescannt werden?</p><p>3. In welchen Fällen soll am Faxgerät festgehalten werden? Aus welchen Gründen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es ist richtig, dass durch die elektronische Post (E-Mail) und durch Infax, einen Dienst aus der Marktleistung Managed Value Added Messaging Services (VAMS) des BIT, Fernkopierer (Faxgeräte) reduziert werden können. Das Infax-Konzept ist ein Dienst, der es ermöglicht, ein eingehendes Faxdokument auf eine vordefinierte E-Mail-Adresse weiterzuleiten. Dadurch entfällt der Bedarf nach einem Faxgerät.</p><p>Fernkopierer (Faxgeräte) gehören aber nicht der Vergangenheit an, sondern haben weiterhin an bestimmten Einsatzorten ihre Berechtigung und bringen auch gewisse Vorteile mit sich. In der Bundesverwaltung sind gemäss BIT insgesamt 2409 Fernkopierer am Telefonnetz angeschlossen. Aufgrund der nach wie vor vorhandenen Nachfrage nach Fernkopierern bietet das BBL-Bürotechnik-Sortiment zwei nachhaltige Fernkopierer (Betrieb mit Recyclingpapier und Stromverbrauch im Stand-by-Modus 1,5 Watt pro Stunde) an.</p><p>Die Fernkopierer werden hauptsächlich in Aussenstandorten wie Zollstellen, Auslandterritorien, Verfahrenszentren, Flughäfen und militärischen Standorten eingesetzt.</p><p>Mit Fernkopierern werden in erster Linie Ausweise, Personaldossiers, Gerichtsakten, medizinische Befunde, vertrauliche Dokumente, Frachtdokumente usw., die nur in Papierform vorliegen, schnell, unkompliziert und in einem Arbeitsgang gesendet und empfangen.</p><p>Die technischen Voraussetzungen zur elektronischen Übermittlung mit Multifunktionsgeräten (MFG) und Infax sind grundsätzlich gegeben. Gemäss Beschluss des Ausschusses Informatiksicherheit (A-IS) Nr. 66.10 vom 6. Juni 2007 dürfen MFG aufgrund des erhöhten Schutzbedarfs nicht an das öffentliche Telefonnetz angeschlossen werden.</p><p>1. Es liegt in der Verantwortung der Departemente, die Übermittlungsmittel optimal einzusetzen und den Dienst Infax zu nutzen und umzusetzen. Das BBL hat beispielsweise eine Ersatzlösung für Fernkopierer (Umleiten auf Mailboxen mittels Infax) bereits umgesetzt, sodass hinter über 30 Telefaxrufnummern physisch nur noch zwei Fernkopierer stehen.</p><p>2. Die technischen Voraussetzungen mit MFG und Infax sind gegeben und können überall dort umgesetzt werden, wo die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist.</p><p>3. An Faxgeräten festgehalten wird an allen "Aussenstandorten" mit operativen Logistikprozessen, die eine sofortige Verfügbarkeit von Papierdokumenten verlangen, sowie im Datenverkehr mit Publikum ohne Anbindung an einen PC-Arbeitsplatz.</p>  Antwort des Bundesrates.