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Mitten in der Jugendrevolte wurde in Zürich 1980 die Rote Fabrik als alternatives Kulturzentrum eröffnet. Dieses Buch blickt zurück auf die Vorgeschichte und spannt den Bogen bis zur heutigen Zürcher Alternativkultur. Es begann mit Widerstand und endete mit der Etablierung eines neuen Kulturverständnisses, zu dessen Symbol die Rote Fabrik wurde.
Die Beiträge – u. a. von Stephan Pörtner, Michael Hiltbrunner und Esther Banz – setzen sich kritisch mit der Gegenwart und dem betrieblichen Selbstverständnis auseinander und erzählen Geschichten von vor und hinter den Kulissen. Erstmals wurden für dieses Buch die Archivschätze gehoben und unzählige Dokumente und Fotos gesichtet und eingeordnet.
Bestände zum Thema im Sozialarchiv:
- Archiv Bild + Ton: Videoarchiv «Stadt in Bewegung»
- Sachdokumentation, Broschüren/Flugschriften: Alternativkultur, alternative Kulturbetriebe in der Schweiz
- Sachdokumentation, Zeitungsausschnitte: Kulturpolitik in der Schweiz
Silke Plate: Widerstand mit Briefmarken. Die polnische Oppositionsbewegung und ihre Unabhängige Post in den 1980er Jahren. Paderborn, 2021
Nach der Verhängung des Kriegsrechts in der Volksrepublik Polen im Dezember 1981 sah sich die breite Oppositionsbewegung – geprägt durch die nunmehr verbotene Unabhängige Selbstverwaltete Gewerkschaft Solidarność – gezwungen, ihre Aktivitäten in den Untergrund zu verlegen. Daraufhin entwickelte sich ein unabhängiger Publikationsumlauf ausserhalb der staatlichen Zensur, der sogenannte «Zweite Umlauf». Dazu gehörten nicht nur Texte in illegal erschienenen Büchern und Untergrundzeitschriften; auch nachgeahmte «Untergrund»-Briefmarken und Poststempel wurden veröffentlicht, die jedoch keine Frankaturfunktion hatten.
Die Autorin zeigt in ihrer Dissertation, wie die Grafiker/innen der Unabhängigen Post in Form von visuellen Kurzbotschaften Themen des oppositionellen kulturellen Gedächtnisses verbildlichten, die der Standortbestimmung der Oppositionsbewegung dienten. Der Erlös aus dem Verkauf der Untergrundbriefmarken floss weitestgehend in die Unterstützung oppositioneller Aktivitäten zurück. Zudem trugen sie als Sammelobjekt zur Bestätigung einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten bei.
1921 führte die Zürcher Kunstgesellschaft erstmals einen Maskenball durch, der sich in den folgenden Jahren zu einem Höhepunkt der Zürcher Ballsaison entwickelte. Im ersten Jahr fand er noch im Kunsthaus statt, danach in einem der führenden Hotels und unter dem Namen «Kunsthaus-Maskenball im Baur au Lac». Das Besondere daran war die künstlerische Note, die sich von der Einladung über die Plakate in der Stadt bis hin zur Dekoration des Hotels, den Menükarten, Kostümen und Masken zog. Die rauschenden Bälle entsprachen dem Zeitgeist nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. 1932 fand der festliche Taumel mit dem letzten Kunsthaus-Maskenball ein Ende.
Die Autorin hat sich auf Spurensuche begeben und das attraktive Material des Anlasses gesichtet, hat Plakate, Menükarten, Fotografien und vieles mehr ausgegraben. Auf eine kurze Einführung zum Hintergrund folgt ein ausführlicher Bildteil mit Erklärungen, die durch die vielfältigen Dokumente zum Ball führen.