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Der am 15.September 1789 in Burlington, New Yersey geborene James Fenimore Cooper hatte ein turbulentes Leben als verkrachter
Student, Offizier auf Handels- und Kriegsschiffen, Kommandant eines Forts am Ontario-See und Rekrutierungsoffizier im Hafen
von New York hinter sich, als er nach dem Verlust des väterlichen Vermögens und der Mitgift seiner Frau Susan de
Lancey nach Jahren als Privatier und Gutsherr 1819 auf die Idee verfiel, mit Büchern Geld zu machen. «Precaution»,
der 1820 anonym publizierte, in England spielende Erstling, imitierte nicht ohne Charme den damals modischen High-Society-Roman,
aber erst mit dem zweiten Buch, «Der Spion», fand er 1821 sein Thema – das Schicksal des charakterstarken Einzelgängers
in einer korrupten Welt – und seinen Schauplatz: das von Amerikanern, Briten und Franzosen, Siedlern und Militärs gleichermassen
umkämpfte, eigentlich den Indianern zustehende Neuland am Rand der Zivilisation.
Dank Natty Bumppo, genannt Lederstrumpf, diesem abenteuerlichen Gentleman der Wildnis, der sich gegen die Auswüchse der Zivilisation stellt und die Rechte der Indianer hochhält, hat Cooper zwischen 1823 und 1841 mit «Pioniere», «Der letzte Mohikaner», «Die Prärie», «Der Pfadfinder» und «Der Wildtöter» Weltruhm erlangt. Und sein kühner Trapper wurde in den USA selbst, aber auch in Europa so sehr der Inbegriff des amerikanischen Pioniers, dass Coopers übriges Werk daneben schon bald verblasste. So gehören – Frucht eines Europa-Aufenthalts 1826-1833 – zu seinen 35 Büchern auch zwei Bände «Sketches of Switzerland» oder der 1832 in Vevey entstandene Roman «Der Scharfrichter von Bern».
Als er am 14.September 1851 in Cooperstown starb, war Cooper ähnlich wie Gotthelf vom Visionär zum Reaktionär geworden. «Das Kardinalübel in unserem Land besteht in der Herrschaft der Mehrheit», stand im 1846 publizierten Roman «The Redskins» zu lesen und schien den kühnen emanzipatorischen Touch Lügen zu strafen, mit dem sein «Lederstrumpf» nicht nur Goethe, sondern auch Schubert begeistert hatte.