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Leni Behrendt nimmt längst den Rang eines Klassikers der Gegenwart ein. Mit grossem Einfühlungsvermögen charakterisiert sie Land und Leute. Über allem steht die Liebe. Leni Behrendt entwickelt Frauenschicksale, wie sie eindrucksvoller nicht gestaltet werden können. Mit kühnem Schwung nahm der Zweisitzer die Kurve, die von der Strasse zu der grossen Tankstelle führte, und fuhr unverweilt durch das grosse Tor in die riesige Garage, die in Boxen aufgeteilt war. Gleich darauf wurde der Schlag geöffnet, eine Dame stieg aus und grüsste freundlich zu dem Mann hin, der eilfertig nahte. "Guten Tag, Borwe, sieht arg aus, mein ›David‹, wie?" "Bei dem Dreckwetter gar kein Wunder, gnädiges Fräulein. Soll aber wieder bald in Glanz erstrahlen, unser Guter. Wird er morgen gebraucht?" "Nein, da kann er genauso faulenzen, wie es Frauchen zu tun gedenkt. Also können Sie sich mit der Verschönerung Zeit lassen." Während sie sprach, liess sie ein Geldstück in der braunen Männerfaust verschwinden, gewissermassen als Privileg für den biederen Alten, der sich neben seiner Rente noch einen Nebenverdienst in der Tankstelle geschaffen hatte. "Denn schönen Dank auch, gnädiges Fräulein." "Bitte, gern geschehen."