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Die mexikanische Regierung teilte am Freitag (Ortszeit) mit, eine Zählung zusammen mit dem Wissenschaftlernetzwerk CIRVA von September bis Dezember vergangenen Jahres habe ergeben, dass es nur noch rund 60 Exemplare der Meeressäuger gebe.
Die Umweltschutzorganisation WWF erklärte, seit Januar seien wahrscheinlich noch 20 weitere Kalifornische Schweinswale, auch Vaquitas genannt, in Fischernetzen verendet. “Der Vaquita steht am Rande der Ausrottung”, warnte der WWF.
Der Bestand ging in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 90 Prozent zurück. 2012 waren es noch etwa 200 Exemplare in dem kleinen Meeresgebiet im Westen Mexikos, 2014 bereits weniger als hundert.
Zu ihrem Schutz weitete der mexikanische Staatschef Enrique Peña Nieto im April 2015 das Schutzgebiet für die Vaquitas auf eine Fläche von 13’000 Quadratkilometern aus.
Er untersagte die Verwendung sogenannter Stellnetze im Lebensraum der rund anderthalb Meter kleinen Wale für zwei Jahre und sandte ein Patrouilleschiff der Marine, ein Dutzend Schnellboote und zwei Flugzeuge aus, um das Verbot zu überwachen.
Nach Angaben von Mitgliedern der Marine werden aber weiterhin täglich Stellnetze entdeckt. Bedroht werden die kalifornischen Schweinswale insbesondere durch den Fang einer Fischart namens Totoaba.
Dieser Fisch wird illegal wegen seiner Schwimmblase gefangen, die in getrockneter Form vor allem in China auf dem Schwarzmarkt verkauft wird. Vaquitas landen oft als Beifang in den Netzen der Totoaba-Fischer.
Nach Angaben der US-Behörden erzielt eine Schwimmblase des Totoaba in Mexiko einen Preis zwischen 1500 und 1800 Dollar, in den USA sind es demnach 5000 Dollar und in Asien sogar zwischen 10’000 und 20’000 Dollar.
Zu einer Suppe verarbeitet soll die Schwimmblase eine Reihe von Leiden kurieren wie etwa Arthritis und Schwangerschaftsbeschwerden. Ausserdem soll das Gebräu wegen seines hohen Kollagen-Gehalts die Haut aufpolstern.
Der WWF rief daher ausser den Regierungen Mexikos und der USA auch die chinesische Führung auf, den Schmuggel von Totoaba-Schwimmblasen gemeinsam zu stoppen. “Wenn der Vaquita ausgerottet wird, tragen diese drei Länder die Verantwortung dafür”, erklärte die Umweltgruppe. Es sei immer noch möglich, die Walart zu retten, “aber das ist eindeutig die letzte Chance”.
(SDA)