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Detail
BÜCHI, Ernst "Ernie"
* Bern, 02.05.1927, † Zürich, 26.02.2001; Männerstimme; Schlagzeug, Kontrabass, Gitarre, Klavier
Ernie Büchi ist eines der grossen Originale des Schweizer Jazz, "ein Leben lang ein 'Verrückter', ein unheimlich vergifteter Jazzfan. Er konnte überhaupt nicht Bass spielen, und er zupfte daran rum wie ein Berserker. Sein Spiel klang wie ein Dauerbrumm, der unheimlich swingte . darauf fielen viele herein! Erst viel später spielte er dann auch Schlagzeug, wo es weniger auffiel, dass er musiktheoretisch keine Ahnung hatte." (George Gruntz).
16-jährig beginnt er eine kaufmännische Lehre und etwa gleichzeitig spielt er erste Jamsessions als Gitarrist, Bassist oder Schlagzeuger. Sein Swing und seine Begeisterung wirken ansteckend, 1947 spielt er bereits als Ersatz für den Bassisten Gus Meyer bei Mac Strittmatter. 1948 ist er Mitbegründer des Jazz Club Bern. 1949 spielt er bei Napoleon Cattaneo, 1950 im Atlantis Basel mit Don Gais. Dort lernt er auch George Gruntz kennen und wird sein Mentor in Sachen Jazzgeschichte. Von da an spielt er an unzähligen Jamsessions und (oft aushilfsweise) in Gruppen wie den New Sounds Erlenbach, den Harlems, den Continentals, dann als Pianist für Jazzballett-Kurse von Daniel Spoerri, als Bassist unter dem Namen William "Crazy" Miller, tritt als Komiker auf etc.
1965 tritt er als Schallplattenverkäufer und Jazzspezialist bei Jelmoli in Zürich ein, 1969 wechselt er zu Musik Hug, wo er bis zur Pensionierung 1992 bleibt. Natürlich ist er weiter aktiv, gründet den Monday Date Jazz Circle Zürich, dann 1977 Ernie's Private Jazz Club Zürich. Er organisiert Konzerte, fotografiert (unterstützt von seiner Gattin Madeleine) trotz seiner starken Sehbehinderung, gibt ein paar Jahre lang ein Heft namens "Ernie's Jazz News" heraus und tritt bei jeder Gelegenheit mit einem seiner Instrumente oder als Scatsänger auf.
Die Zürcher Jazzszene ist ärmer ohne den Jazzfan Büchi!
[Bruno Spoerri]