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South Georgia
Es lässt sich nicht eindeutig feststellen, wer nun der Entdecker dieser Insel war, die Angaben der alten Seefahrer waren oft mehrdeutig. 1675 soll sie der spanische Kapitän de la Roche , 1756 der ebenfalls spanische Seefahrer D.Guyot gesichtet haben, aber erst Kapitän Cook hat eine genaue Aufnahme der Insel durchgeführt. In der Folgezeit wurde sie von fast jeder Expedition besucht, welche in diesen Gewässern weilte (Shackleton, Wilhelm Filchner, usw.) Südgeorgien war auch Schauplatz der Robbenschlächterei und diente ab 1904 als Walfangstation.
Das Innere der Insel ist wildes Bergland, der höchste Berg ist mit 2804m der Mt.Paget. Die Gebirgswelt kann als hochalpin bezeichnet werden, die Gletscher enden in den Fjorden der Küste und die Schneegrenze liegt bei 600m. Die Südwestküste ist ungegliedert, die Nordostküste dagegen reich mit Fjorden durchsetzt.
Der wärmste Monat ist der Februar mit +5.2°, der kälteste der Juli mit -2.2°. Der Niederschlag ist sehr hoch und fällt meist in Form von Schnee, so dass die Westküste das ganze Jahr eine Schneedecke hat. Die Fjorde sind klimatisch begünstigt, weil Föhnwinde die Schneedecke zum Abschmelzen bringen können. Das ganze Jahr hat es eine starke Bewölkung und auch Nebel ist sehr häufig. Stürme treten oft auf, besonders im Frühjahr.
Die Vegetation beschränkt sich auf die Ufer der kleinen Wasserläufe und einigen Mooren. Besonders die Tussock-Polster sind typisch, daneben gibt es einige Blütenpflanzen, Farne, Moose und Flechten. Nur eine Blütenpflanze ist endemisch, die andern wurden im Laufe der Jahre eingeschleppt. Bei den Moosen und Flechten gibt es allerdings viele endemische Arten.
Die Vogelwelt umfasst mit Ausnahme der rein antarktischen Pinguinarten alle Vogelgattungen die im Südpolargebiet heimisch sind. Endemisch sind eine Entenart (Anas georgica) und ein Strandläufer (Antus antarcticus). See-Elefanten sind die einzige Robbenart, die früher zahlreich vertretene Pelzrobbe wurde durch den Robbenschlag zwischen 1780 und 1810 vernichtet. 1911 brachte Larsen einige Rentiere auf die Insel, 1935 war die Herde bereits auf 800 Tiere angewachsen und wieder 25 Jahre später waren es bereits über 3000 Tiere. Auch hier hat der Mensch Ratten und Kaninchen eingeschleppt.
Die Walfangstation Grytviken wurde 1904 von Larsen gegründet, hatte 1925 1337 Einwohner (3 Frauen) und 1946 wegen Abnahme des Walfangs noch 360 Einwohner (7 Frauen). Grytviken liegt an einer kleinen Hafen, dem besten Südgeorgiens und hat eine Tiefe von 10 m. Gegen Stürme ist der Hafen sicher, gegen Fallwinde schützt nur ausreichende Verankerung. Der Gezeitenhub beträgt 1m.
Politisch wurde die Inseln 1908 den Falkland Island Dependencies einverleibt, dies wurde von Argentinien nie anerkannt. Um Südgeorgien liegen einige Felseilande so u.a. im NW Bird, wo sich zeitweise Ornithologen aufhalten.
Auf Bird-Island befindet sich auch eine Wetterstation.
South Georgia hat eine Fläche von 4143km², mit den umliegenden Inseln gar 4180km².
Die grössten davon sind Bird-Island und Willis und liegen im äussersten Westen, sowie Annenkov Island und Pickersgill Islands im Südosten.
Zu Südgeorgien gehören auch noch zwei von der Insel weit entfernte Felsen: die Shag Rocks und die Clerke Rocks.
Kirche in Grytviken : Die kleine weisse Holzkirche kam 1913 nach Grytviken. Ursprünglich hatte sie in dem norwegischen Ort Strammen gestanden, wo man sie abgebaut und nach Südgeorgien transportiert hatte. Der erste Pastor in Grytviken war Kristen Loken, der die Kirche Weihnachten 1913 nicht nur einweihte, sondern auch gleichzeitig die erste Taufe vornahm. Insgesamt sind in der Kirche 13 Geburten und drei Hochzeiten registriert worden, aber es gab auch zahlreiche Beerdigungen. Allein 9 Männer starben 1912, nachdem durch ein Schiff Typhus eingeschleppt worden war. In der Kirche wurden auch die Trauergottesdienste für Carl Anton Larsen und Ernest Shackleton, der 1922 in Grytviken gestorben war, abgehalten. Der letzte Pastor in Grytviken war Sverre Eika, der sich bei den WalHingern nicht nur als eindringlicher Prediger, sondern auch als guter Fussballspieler einen Namen machte.
Friedhof: Einige hundert Meter von der Station entfernt liegt der mit einem weissen Holzzaun eingefasste Friedhof von Grytviken, auf dem auch Ernest Shackleton seine letzte Ruhestätte fand. Er starb 1922 an Bord der Quest an Herzversagen in Grytviken. Auf Wunsch seiner Frau wurde er dort auch begraben. Das jüngste Grab auf dem Friedhof ist das des argentinischen Matrosen Felix Artuso.
Etwas oberhalb der Anlage steht ein weisses Kreuz, das an Walter Slossarcyk, den dritten Offizier von Filchners Expeditionsschiff Deutschland erinnert, der 1911 unter ungeklärten Umständen bei einem Bootsunglück ums Leben kam.