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28 Mai Zu jung zum heiraten
Alle 3 Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Mädchen verheiratet – dies hat sich durch die Auswirkungen von COVID-19 noch deutlich verschlimmert. Kinderheirat zwingt Mädchen die Schule aufzugeben, und sie werden oft schwanger, bevor ihr Körper voll entwickelt ist, wodurch ein Kreislauf der Unterernährung entsteht, der ihnen die Möglichkeit nimmt, ihre eigene Zukunft zu gestalten.
Wenn Mädchen erst später heiraten, eröffnet sich für sie eine neue Welt: Sie haben die Möglichkeit, gebildet und gesund zu sein. Davon profitieren nicht nur sie als Individuen, sondern die Gesellschaft als Ganzes! Gebildete Mädchen nehmen eine aktive Rolle in ihren Gemeinden ein, um sicherzustellen, dass die Rechte anderer Frauen gewahrt werden, und sie bekommen auch gesündere Kinder – was den Kreislauf von Armut und Mangelernährung effektiv unterbricht.
Was wir tun:
1. Wir bilden Mädchen aus, um sie für ihre Rechte zu sensibilisieren und sie zu befähigen, sich für sich selbst und für andere einzusetzen.
2. Wir bilden AnimatorInnen aus (lokale ehrenamtliche LeiterInnen), die in ihren Gemeinden arbeiten und die Menschen über die negativen Folgen von Kinderheirat für Mädchen aufklären.
3. Wir führen Schulungsprogramme durch, um Mädchen mit Verhandlungsgeschick auszustatten, damit sie Gespräche mit ihren Eltern über Kinderheirat führen können.
Sumaiyas Geschichte
Ich lebe seit meiner Kindheit im Haus meiner Großmutter in der Stadt Charghat (Bangladesch). Obwohl ich erst in der achten Klasse bin, habe ich bereits schwierige Zeiten in meinem Leben erlebt. Denn sobald ich die Pubertät erreicht hatte, wollte meine Familie meine Heirat arrangieren. Es war für mich eine schreckliche Vorstellung die Schule zu verlassen und heiraten zu müssen.
Ich wollte nicht heiraten, vor allem weil ich die Risiken und Folgen einer Kinderheirat kannte. Leider war ich nicht in der Lage, die Heirat alleine zu verhindern. Aber Rita Apu, eine Freiwillige des Hunger Projekts, half mir dabei meine Mutter und Großmutter von den negativen Folgen der Heirat zu überzeugen. Sie wies dabei zum Beispiel auf die rechtlichen Aspekte der Kinderheirat in Bangladesch hin. Nachdem sie über die Folgen von Kinderheirat aufgeklärt wurde, hat meine Familie dann zum Glück meine Heirat gestoppt.
Ich bin Rita Apu und dem Hunger Projekt sehr dankbar, denn dank ihnen kann ich mein Leben so führen wie ich es will. Ich kann jetzt meine Ausbildung fortsetzen und möchte Ärztin werden, wenn ich gross bin.