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Die Bildung der Standesamtsbezirke und die Bestellung der Standesbeamten und ihrer Stellvertreter ist Sache der höhern Verwaltungsbehörde.
Fällt der Standesamtsbezirk mit dem Gemeindebezirk zusammen, so hat in der Regel der Gemeindevorsteher
die Geschäfte des Standesbeamten wahrzunehmen; doch kann die Gemeindevertretung auch die Anstellung besonderer Standesbeamten
beschließen. Jeder Standesbeamte hat drei Standesregister zu führen, nämlich Geburts-, Heirats- und Sterberegister. Auch
erfolgt durch den Standesbeamten die bürgerliche Eheschließung (s. Zivilehe). Geistliche können als
Standesbeamte nicht fungieren.
Vgl. die Kommentare zu dem deutschen Personenstandsgesetz von Hinschius (2. Aufl., Berl. 1876),
Sicherer (Erlang. 1879), Wohlers (2. Aufl., Berl. 1882) u. a.
Als Verbrechen in Beziehung auf den Personenstand bezeichnet das deutsche Strafgesetzbuch (§ 169, 170) die vorsätzliche Veränderung
oder Unterdrückung des Personenstandes eines andern und die betrügerische Eingehung einer Ehe. In letzterer
Beziehung wird nämlich derjenige, welcher bei Eingehung einer Ehe dem andern Teil ein gesetzliches Ehehindernis arglistig
verschweigt oder den andern Teil zur Eheschließung arglistig mittels einer solchen Täuschung verleitet, welche den Getäuschten
zur Anfechtung der Ehe berechtigt, auf Antrag des letztern mit Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf Jahren
bestraft, vorausgesetzt, daß wegen jener Täuschung die Ehe aufgelöst worden ist.
Die eigentliche Veränderung oder Unterdrückung
des Personenstandes aber, also namentlich die Kindesunterschiebung (s. d.), wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren und, wenn
die Handlung in gewinnsüchtiger Absicht begangen wurde, mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren geahndet.