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„Wenn der Schmerz eigenständig wird.“
(Schmerzkreis nach Loeser)
Der chronische Schmerz ist viel komplexer als der akute Schmerz. Beim akuten Schmerz sind nur die ersten beiden Stufen des Schmerzkreises involviert.
Der chronische Schmerz führt hingegen zu körperlichen und psychischen Folgeerscheinungen, wie z.B. zusätzlichen Schmerzen infolge Schon-Fehlhaltungen und muskulären Verspannungen. Infolge schmerzbedingtem Dauerstress kommt es zu Erschöpfung und Depression. Der Mensch beginnt unter seinen Schmerzen zu leiden.
Der chronische Schmerz weitet sich schliesslich zur eigenständigen Schmerzkrankheit aus und beeinträchtigt dadurch, dass das ganze Verhalten dem Schmerz angepasst wird, sämtliche Aspekte des Lebens. Dies führt zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität. Es resultieren familiäre Probleme und soziale Vereinsamung, oft Verlust des Arbeitsplatzes, eventuell gar Invalidität.
Die Behandlung chronischer Schmerzen muss sämtliche Aspekte berücksichtigen. Zusätzlich zur Behandlung der körperlichen Schmerzempfindung z.B. mit interventioneller Schmerztherapie, muss auch eine Behandlung der körperlichen Folgen durch physiotherapeutische, manualtherapeutische oder chiropraktorische Massnahmen erfolgen.
Sehr wichtig ist auch eine unterstützende schmerztherapeutisch orientierte Psychotherapie. Damit kann oft ein Ausweg aus der Depressions-bedingten Vereinsamung und Inaktivität gefunden und einer weiteren Chronifizierung entgegen gewirkt werden.