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4. November 1992: Zwei Wochen nach dem 2:2-Remis zuhause muss der FC Sion erneut gegen Porto ran. Die Walliser brauchen einen Sieg oder ein Remis mit mindestens drei Toren, um den portugiesischen Favoriten auszuschalten. Eine Halbzeit lang kann der FC Sion gut mithalten, danach haben sie keine Chance mehr.
Der FC Sion wird 1992 Schweizer Meister und darf daher in der UEFA Champions League teilnehmen, die im selben Jahr den Wettbewerb «Europapokal der Landesmeister» ablöst. Die Rekordanzahl von 36 Vereinen, welche dabei jeweils Landesmeister sind, nimmt beim wichtigsten europäischen Klubwettbewerb teil.
Um in die Gruppenphase zu kommen, muss der Schweizer Vertreter zuerst zwei K.o.-Runden überstehen. In der ersten Runde wird mit dem ukrainischen Vertreter Tawrija Simferopol mit dem Gesamtskore von 7:2 kurzen Prozess gemacht.
Danach wartet mit dem renommierten FC Porto ein wesentlich grösserer Brocken auf die Walliser. Am 21. Oktober trifft das Team von Trainer Jean-Paul Brigger im Tourbillion auf den Favoriten. Nach einer torlosen ersten Halbzeit bezwingen die Sittener David Orlando (54.) und Roberto Assis (59.) Porto-Goalie Vitor Baia gleich zweimal innert fünf Minuten und gehen 2:0 in Führung.
Doch den Gästen gelingt kurz vor Spielende ein noch schnellerer Doppelschlag: Jose Semedo (78.) und Fernando Couto (81.) markieren für den FC Porto den verdienten 2:2-Ausgleich.
Zwei Wochen nach dem Remis müssen die Walliser erneut gegen Porto ran. Am Mittwoch, 4. November sind im Antas-Stadion 40'000 Zuschauer anwesend, was für den portugiesischen Grossklub eher ein spärlicher Aufmarsch ist. Die Fans des FC Porto warten vielmehr auf die Begegnung des Sonntags, wenn der Erzrivale Benfica Lissabon zu Besuch sein wird.
Sion braucht also im Rückspiel einen Sieg oder ein Remis mit mindestens drei Toren, um den Favoriten auszuschalten. Eine Halbzeit lang hält der FC Sion zumindest resultatmässig gut mit und geht mit einem 0:0 in die Pause.
In der zweiten Halbzeit brechen bei den Wallisern jedoch alle Dämme, als die Portugiesen den ersten Treffer durch Jorge Costa (54.) markieren können. Domingos (55.), Kostadinov (63.) und Magalhaes (87.) stellen den verdienten 4:0-Erfolg sicher. Die NZZ schreibt nach dem Spiel im Matchbericht vernichtend: «Ein Torhüter, dessen Autorität kaum für den Fünfmeterraum reicht; ein Libero, der die Mittellinie nur auf dem Weg in die Kabine überquert, Mittelfeldspieler ohne Selbstvertrauen, Stürmer ohne Eigendynamik ...»
Einzig Roberto Assis, der ältere Bruder von Ronaldinho, genügt dem internationalen Niveau. Als Alleinunterhalter in der Sittener Offensive konnte der Brasilianer die klare Niederlage aber nicht verhindern. Der FC Porto, der nie an seine Leistungsgrenze gehen musste, war die erwartet zu hohe Hürde für den Schweizer Meister.
Mit dem Out verpassten es die Walliser auch, in der Gruppenphase gegen die grosse AC Milan spielen zu können. Der spätere Finalist darf sich zu dieser Zeit mit namhaften Spielern wie Franco Baresi , Paolo Maldini, Frank Rijkaard oder Marco van Basten schmücken.
Immerhin ein Trostpflaster gab es für Sion-Spieler Tulio, der gegen Porto insgesamt 117 Minuten auf dem Platz stand. Der Stürmer belegte am Schluss in der Torschützentabelle den 6. Platz mit 4 Treffern. Die hat der Brasilianer jedoch nicht gegen Porto geschossen, sondern in der Runde zuvor gegen Tawrija Simferopol.