Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03606.jsonl.gz/1913

Ein chronischer Mittelohrerguss behindert die widerstandslose Schallübertragung vom Trommelfell auf das Innenohr. Bei Kindern steht diese Erkrankung meist im Zusammenhang mit vergrösserten Mandeln. In Lokalanästhesie oder Narkose wird ein mikroskopischer Schnitt am Trommelfell angebracht, durch das der Paukenerguss abgesaugt werden kann. Bei chronischer Erkrankung wird ein Paukenröhrchen ins Trommelfell eingelegt um die Belüftung des Ohres für die folgenden Monate zu gewährleisten (Paukendrainage).
Chronische Trommelfellperforationen führen zu chronischen Entzündungen des Mittelohres sowie des angrenzenden knöchernen Warzenfortsatzes. Dadurch wird das Hörvermögen teilweise bleibend geschädigt. In Narkose werden kleinere Trommelfellperforationen durch den Gehörgang unter mikroskopischer Kontrolle verschlossen. Ist auch der knöcherne Warzenfortsatz durch die Entzündung verändert wird die so genannte Mastoidektomie durchgeführt. Dabei wird der Knochen hinter dem Ohr durch einen versteckten Schnitt eröffnet und gesäubert.
Das so genannte Cholesteatom ist eine aggressive Form der Mittelohrentzündung welche sämtliche Ohrstrukturen zerstören kann. Die operative Entfernung in Narkose ist in den allermeisten Fällen notwendig. In der gleichen Sitzung wird versucht die bereits zerstörten Mittelohrstrukturen zur Hörverbesserung wieder aufzubauen.
Ist die mechanische Schallübertragung vom Trommelfell auf das Innenohr verhindert wird die Ossikuloplastik angewendet. Je nach Situation kann durch Rekonstruktion der so genannten Schallleitungskette mittels körpereigener Implantate oder Fremdprothesen die Hörfähigkeit wieder verbessert werden.