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24. Mai : Internationaler Tag
Am 24.Mai 2022 wird der Internationale Tag gegen Belästigung und für Inklusion in der Arbeitswelt eingeführt. Dieser Vorschlag für einen internationalen Tag entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen Rezalliance, vertreten durch Joelle Payom, und StrukturELLE, vertreten durch Maya Dougoud.
24.Mai 2022
Internationaler Tag gegen Belästigung und für Inklusion in der Arbeitswelt
Über
Thematik
Belästigung wird definiert als ein willentlicher Verstoss gegen die von der Rechtsordnung auferlegte Pflicht[2], eine Form von Gewalt[3], die darauf abzielt, eine oder mehrere Personen zu destabilisieren, zu untergraben, zu isolieren, an den Rand zu drängen oder sogar auszugrenzen. Belästigung ist eine Form von Machtmissbrauch einer Machtposition und kann sich in physischer und/oder psychischer Gewalt äussern. Belästigung tritt in drei Formen auf: moralisch[4], sexuell[5] und umweltbedingt. Als belästigend gelten insbesondere die 45 Handlungen[6], die den Tatbestand des Mobbing erfüllen, zu denen noch sexuelle Belästigung und Diskriminierung hinzukommen.
Mobbing wirkt sich auf die gesamte Arbeitswelt aus: auf die Personal- und Finanzressourcen, Menschen und Strukturen. Insgesamt berichtet ein Drittel der Erwerbstätigen über belästigendes Verhalten im letzten Jahr. Über das gesamte Arbeitsleben hinweg ist es die Hälfte. Die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten sind immens und erfordern eine internationale Betrachtung, eine sorgfältige Herangehensweise und ein bereichsübergreifendes Management von Vorfällen.
Auszeichnung
Spezifikation
Der Internationale Tag gegen Belästigung und für Inklusion in der Arbeitswelt richtet sich an alle Hierarchieebenen und Kompetenzausprägungen.
Obwohl auch andere Tage die Themen Arbeit, Belästigung und Inklusion ansprechen, gibt es keinen Tag, der diese Themen auf direkte, transversale und chronische langfristige Weise behandelt.
Der internationale Tag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beispielsweise legt den Schwerpunkt auf die körperliche Sicherheit, während der Null-Diskriminierungstag den Schwerpunkt auf Diskriminierungen legt, ohne dabei die Arbeitswelt in den Blick zu nehmen. Der Equal-Pay-Day, ein Tag mit einem nationalen Geltungsbereich, befasst sich mit den wirtschaftlichen Folgen eines Teilaspekts des Problems.
Die Problematik ist systemisch und, das Thema ausreichend dokumentiert. So wird z.B. in Bezug auf die Abwägung der Herausforderungen und Verpflichtungen Folgendes aufgezeigt:
- die Tatsache, dass eine integrative Arbeitswelt durch ethnische und kulturelle Vielfalt im Führungsteam um 36 % rentabler ist;
- die Tatsache, dass eine integrativere Arbeitswelt mit mehr Frauen in Führungsteams um 25% rentabler ist.
Es fehlt jedoch an Wertschätzung der Inklusion und einer inklusiven Perspektive auf das Thema. Die Intervention gegen Gewalt in der Arbeitswelt wird nicht in einer Wechselwirkung von Ursache und Wirkung gehandhabt. Aus diesem Grund hebt sich der Tag gegen Belästigung und für Inklusion in der Arbeitswelt durch seine Besonderheit von anderen ab.
Organisationen
Initiantinnen
Dieser internationale Tag wird von Rezalliance und StrukturELLE mitgestaltet, auf Initiative von Joëlle Payom in Zusammenarbeit mit Maya Dougoud.
Rezalliance ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Genf, die sich zum Ziel gesetzt hat, Belästigung und Diskriminierung in allen Formen einzudämmen und die Inklusion am Arbeitsplatz zu stärken, um die Integrität der Arbeitnehmer/innen zu schützen und alle demografischen und kognitiven Unterschiede zu respektieren. Rezalliance ist ein Ökosystem aus multidisziplinären Experten, die durch ihre koordinierten Aktionen eine systemische Antwort auf ein systemisches Problem geben.
Joëlle Payom, Gründerin und Vorsitzende von Rezalliance. Referentin und Beraterin für psychosoziales Risikomanagement und Reputation
StrukturELLE ist eine gemeinnützige Organisation, mit Sitz in Fribourg, die aus einem Verein, einer Stiftung und einem akademischen Institut besteht und sich für die Unterstützung und Gewährleistung von guter Regierungsführung, Integrität, Gleichheit und Objektivität in Entscheidungsprozessen einsetzt. StrukturELLE setzt sich für Fortschritte in der Funktionsweise von Strukturen und für die Implementierung klarer, transparenter und objektiver Verfahren ein, die für das Vertrauen der Gesellschaft in öffentliche und private Institutionen und deren Funktionsfähigkeit unabdingbar sind.
Maya Dougoud, Assoziierte Professorin HSW-FR, HES-SO, Gründerin und Kopräsidentin von StrukturELLE
Kooperationen
Beteiligungen
Indem wir den 24. Mai, einen Tag gegen Belästigung und für Inklusion in der Arbeitswelt, in die internationale Agenda aufnehmen, fordern wir alle Akteurinnen und Akteure auf, nicht nur das Ausmass der Problematik zu bedenken, sondern sich auch im Hinblick auf inklusive, multifaktorielle, multilaterale, vernetzte, interdisziplinäre und sektorübergreifende Lösungen zu organisieren.
« Um alle Formen der Belästigung am Arbeitsplatz zu bekämpfen und die Inklusion aufzuwerten, muss so schnell wie möglich, aber so langsam wie nötig gehandelt werden.»
Rezalliance und StrukturELLE
« Gemeinsam für integrative und leistungsstarke Organisationen handeln »
Joelle Payom
« Ein Handeln auferlegen, das über das Ausdrücken einer Absicht hinausgeht »
Maya Dougoud
Mit der engagierten Unterstützung von:
Micheline Calmy-Rey, ehemalige Bundespräsidentin der Schweiz, 2007 und 2011, Mitglied des Schweizerischen Bundesrates von 2003 bis 2011
Unterstützungen
Zitate
Mit der aktiven Teilnahme von:
Hochschule für Wirtschaft Fribourg (HSW-FR, HES-SO)
Philippe Pozzo di Borgo, Schriftsteller, dessen Geschichte den preisgekrönten Film "The Intouchables" inspiriert hat
Olivier Sandoz, stellvertretender Direktor der Fédération des Entreprises Romandes, Genf
Rokhaya Diallo, Journalistin, Fernseh- und Radiomoderatorin, Regisseurin und Schriftstellerin
Roxane Sheybani, Präsidentin der Menschenrechtskommission - Genfer Anwaltskammer
Kim Smouter, Director at European Network Against Racism
« La réalité de la nature humaine est que nous sommes vulnérables. Le bon sens nous amène à respecter l’autre, parce que nous avons besoin de l’autre. La vie n’existe que dans la relation à l’autre» Philippe Pozzo Di Borgo
« Il faut absolument tout mettre en œuvre pour lutter contre toutes formes de discrimination et de harcèlement au sein des entreprises et de la société en général. C’est une mission noble et essentielle. » Olivier Sandoz
« Une journée commune au cours de laquelle on réfléchirait sur les implications du harcèlement dans le cadre professionnel » Rokhaya Diallo
« Tant que les politiques ne considèreront pas qu’il revient à l’Etat de surveiller d’une part et de sanctionner d’autre part, les entreprises qui pratiquent le harcèlement et les discriminations, on ne parviendra jamais à une solution » Roxane Sheybani
«There is an economic cost to exclusion for the society, it is important to have a day which puts the focus on these issues, to become more aware about the complexity, the expression and the prevalence of these issues » Kim Smouter
Bundesrat engagiert sich für eine Arbeitswelt frei von Gewalt und Belästigung[7]
Bern, 18.05.2022 - Der Bundesrat hat am 18. Mai 2022 eine Botschaft zur Ratifizierung des Übereinkommens Nr. 190 der Internationalen Arbeitsorganisation von 2019 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt verabschiedet. Das Übereinkommen enthält die erste international vereinbarte Definition von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt. Es schafft die Rahmenbedingungen, um sich weltweit kohärenter und solidarischer für menschenwürdige Arbeit zu engagieren.
Mit der Ratifizierung des Übereinkommens bekräftigt die Schweiz die Notwendigkeit, das Recht jeder Person auf eine Arbeitswelt ohne Gewalt und Belästigung zu respektieren, zu fördern und zu verwirklichen. Das Übereinkommen sieht ein gesetzliches Verbot von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt vor, sowie Massnahmen zur Prävention und Unterstützungs- und Abhilfemassnahmen für Opfer.
Das Übereinkommen Nr. 190 wurde anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Internationalen Arbeitsorganisation zusammen mit der Jahrhunderterklärung für die Zukunft der Arbeit 2019 verabschiedet. Die beiden Instrumente stellen einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Mandats und der Tätigkeit der Internationalen Arbeitsorganisation in der Förderung menschenwürdigen Arbeit weltweit dar. Der Bundesrat hat der Bundesversammlung einen Bericht zur Jahrhunderterklärung vorgelegt.
Unterstützungen
Mit der aktiven Unterstützung von*:
Fondation Foyer Handicap Suisse
La Fer Genève (Fédération des Entreprises Romandes)
100 women in finance (internationaler Verein)
500 Women Scientists Schweiz (regionaler Verein einer Internationalen Organisation)
European Network Against Racism (ENAR)
Mexican Products GMBH (Vertriebsgesellschaft für authentische mexikanische Produkte)
Gakomo SA and Gakomo Africa (Vertriebsgesellschaft für authentische afrikanische Produkte)
Network Gay Leadership
SWONET (Swiss Women Network)
«16 Tage gegen Gewalt an Frauen»
cfd – die feministische Friedensorganisation
BPW SWITZERLAND (Business & Professional Women)
SSD Analyse et Développement Sàrl (Santé, Social et Diversités)
Swiss ladies drive GmbH
League of Leading Ladies (Sandra-Stella Triebl)
ALBA (Avocates à la Barre)
männer.ch (Dachverband der progressiven Schweizer Männer- und Väterorganisationen)
Väternetzwerk Schweiz (Netzwerk für Diversität, Inklusion und Vereinbarkeit von Familie und Beruf)
Speakture GmbH
EQality by Zita Küng
UNIA
WBASNY (Women’s Bar Association of the State of New York)
Institute for African Women in Law
VPOD/SSP (Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), Syndicat suisse des services publics (SSP), Sindacato svizzero dei servizi pubblici e sociosanitari (VPOD), Sindicat svizzer dals servetschs publics (SSP)
Kontakte
Weiteres
Für weitere Informationen:
Joelle Payom, <email-pii>, 078 750 65 47 (Fr/En)
Maya Dougoud, <email-pii>, 079 781 27 58 (Fr/De/En)
SAVE THE DATE
24. Mai 2023
den ganzen Tag
Erste Durchführung des internationalen Tages
in Genf
[1] Journée internationale contre le harcèlement et pour l’inclusion dans le monde du travail (Fr)
International day against harassment and for inclusion in the world of work (En)
Internationaler Tag gegen Belästigung und für Inklusion in der Arbeitswelt (De)
[2] TERCIER Pierre (1984), Le nouveau droit de la personnalité, Zurich, Schultess Poligraphischer Verlag, 330 p.1984, n. 1879
[3] Harcèlement sexuel, harcèlement psychologique (mobbing) et harcèlement de rue, Guide Social Romand
[4] LEYMANN Heinz (1993), Mobbing, Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann, Hamburg, Reinbeck, 133 p.
[5] Risque et ampleur du harcèlement sexuel sur le lieu de travail Une enquête représentative en Suisse alémanique et en Suisse romande Berne, 2008
[6] DEVAUD-PLEDRAN Marie (2011), Le harcèlement dans les relations de travail Etude pluridisciplinaire de la question du harcèlement suivie d’une étude comparée entre le droit suisse et quelques législations étrangères, disponible sous le lien suivant : www.unine.ch/files/live/sites/cert/files/ouvrages/Deveaud-Pledran_these.pdf
[7] https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-88864.html