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Nur gerade sieben Länder waren in Lugano mit von der Partie, als man das Siegerlied für den ersten «Concours Eurovision de la Chanson» suchte. Ein Konzept gab es damals nicht wirklich. Umso überraschter war Lys Assia, als sie mit «Refrain» triumphierte. Sie vergass vor lauter Aufregung sogar den Text, als sie das Siegerlied erneut singen durfte.
Bieder war gefragt
Zugegebenermassen war damals alles noch etwas anders beim «Eurovision Song Contest». Alleine schon der Name «Councours Eurovision de la Chanson» klingt irgendwie hölzern und kompliziert. Atemberaubende Kostüme, halsbrecherische Choreographien oder Lichtspektakel waren fehl am Platz. In den 1950-er Jahren kannte man es ja auch nicht anders. Interpretinnen hatten adrett, gepflegt und zurückhaltend aufzutreten.
Ganz im Sinne des Stichworts «Chanson» wurde grossen Wert auf das Lied selber gelegt. Da war es dann auch nicht störend, wenn eine Interpretin wie Lys Assia in ihrem biederen, schwarzen Abendkleid an Ort und Stelle verweilte und ihr «Refrain» trällerte. Ein Lied übrigens, das aus heutiger Sicht klingt, als wäre es aus einem schnulzigen Hollywoodschinken der damaligen Zeit entsprungen.
Refrain nicht wiederholbar
Natürlich machte Lys Assia mit ihrem Evergreen «O mein Papa» ebenso weltweit von sich reden. Für den «Eurovision Song Contest» sollte es indes nicht mehr mit einem Podestplatz reichen. Bereits 1957 startete sie einen nächsten Versuch mit «L'enfant que j'étais». 1958 trat sie erneut an mit «Giorgio» – ein Titel, den ihr der Schweizer Starkomponist Paul Burkhard geschrieben hatte.
Weitere Versuche mit «C'était ma vie» ( 2012) und «All in your head» (2013) scheiterten bereits an der Schweizer Vorausscheidung.
Lys' «Refrain» mag heute etwas altbacken und verstaubt klingen. Den Sieg von damals kann ihr aber niemand mehr nehmen. Sie ist und bleibt die allererste Gewinnerin des «Concours Eurovision de la Chanson» und geht damit in die Geschichtsbücher ein.