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Rechtslage: Steht dem Vater ein Umgangsrecht zu?
Die Frage nach dem Umgangsrecht wird zumeist von den Vätern der Kinder gestellt. Das hat damit zu tun, dass nach der Scheidung ein Elternteil die elterliche Obhut zugesprochen bekommt. Das bedeutet: das gemeinsame Kind lebt die überwiegende Zeit mit diesem Elternteil zusammen. Die elterliche Sorge bleibt unangetastet bestehen.
In den meisten Fällen zieht das Kind nach der Scheidung zur Mutter. Die Ausgangslage für den Vater ist also die Folgende:
- Die Mutter ist Trägerin der alleinigen elterlichen Obhut
- Die Mutter und der Vater sind gleichermassen Träger der elterlichen Sorge
Fraglich ist, inwieweit ein Kontakt zwischen Vater und Kind rechtlich durchsetzbar ist?
Rechtslage: Was sagt das Gesetz?
Tatsächlich hat sich das Recht auf persönlichen Verkehr im Zivilgesetzbuch verankert. Dort ist es in Art. 273 Abs. 1 ZGB zu finden. Hier steht sinngemäss:
«Der Elternteil, welcher nicht über elterliche Sorge oder Obhut verfügt, hat ein Recht auf angemessenen persönlichen Verkehr. Umgekehrt kann auch das Kind diesen Anspruch durchsetzen.»
Der Haken an der Sache: Was ist in diesem Kontext “angemessen”? Dazu gleich mehr! Das Umgangsrecht für den Vater besteht, damit es zu keiner Entfremdung zwischen Vater und Kind kommt. Außerdem hat sich in zahlreichen Studien gezeigt, dass es der Entwicklung des Kindes förderlich ist, wenn ein gesunder Kontakt zu beiden Elternteilen ermöglicht wird. Ein Umgangsrecht des Vaters besteht regelmäßig unter den folgenden Voraussetzungen:
- Zwischen Ihnen (als Vater) und dem Kind liegt ein Kindesverhältnis vor
- Durch Ehe
- Durch Urteil (Vaterschaftsklage)
- Durch Anerkennung
- Adoption
- Sie sind nicht Träger elterlicher Sorge und Obhut (mind. ein Defizit)
Häufigster Fall: Die Mutter hat die alleinige elterliche Obhut (dementsprechend steht Ihnen möglicherweise ein Besuchsrecht zu)
- Das Kind ist nicht mündig (unter 18 Jahre)
- Es liegen keine wichtigen Gründe vor, die das Umgangsrecht einschränken oder ausschliessen