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Der Umwandlungssatz bestimmt die Rente
Die Höhe der Altersrente hängt vom Umwandlungssatz ab, mit dem das vorhandene Pensionskassenguthaben multipliziert wird.
Der im Pensionskassengesetz (BVG) vorgeschriebene Mindest-Umwandlungssatz beträgt zurzeit für 65-jährige Männer und 64-jährige Frauen 6,8 Prozent. Pro 100'000 Franken obligatorisches Altersguthaben resultiert bei diesem Umwandlungssatz eine Rente von 6800 Franken pro Jahr.
Der gesetzliche Umwandlungssatz gilt nur für den obligatorischen Teil des Altersguthabens, im persönlichen Pensionskassenausweis häufig als "Altersguthaben gemäss BVG" bezeichnet. Die meisten Versicherten haben auch ein überobligatorisches Altersguthaben, weil ihre Pensionskasse höhere als nur die obligatorischen Leistungen erbringt. Auch freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse zählen in der Regel zum überobligatorischen Guthaben.
Den Umwandlungssatz für überobligatorische Guthaben können die Pensionskassen selber festlegen. Oft ist er deutlich niedriger als der Satz für das Obligatorium. Bei einer Reihe von Pensionskassen beträgt er zwischen 5 und 5,5 Prozent, bei manchen ist er sogar noch tiefer.
Pensionskassen, die mehr als nur die gesetzlichen Leistungen versichern, können statt separaten Umwandlungssätzen für das obligatorische und das überobligatorische Guthaben auch einen sogenannt "umhüllenden Umwandlungssatz" vorsehen, der dann für das gesamte Altersguthaben gilt. Er ist in der Regel tiefer als der gesetzliche Satz von 6,8 Prozent. Die Höhe der Rente muss in so einem Fall aber mindestens der gesetzlichen Rente entsprechen, die sich aus dem obligatorischen Guthaben ergibt.
Warum die Umwandlungssätze sinken
Entscheidend für die Höhe des Umwandlungssatzes sind zwei Dinge: Erstens die statistische Lebenserwartung der Versicherten bei der Pensionierung. Für diese Zeit muss das vorhandene Alterskapital reichen. Und zweitens die zu erwartende Rendite auf dem Kapital. Denn die Pensionskasse zahlt das Geld nur nach und nach aus und legt den Rest solange wie möglich an.
Bei der Einführung des BVG im Jahr 1985 betrug der gesetzliche Umwandlungssatz für Männer und Frauen 7,2 Prozent. Seither ist die Lebenserwartung sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen deutlich gestiegen. Und auch die Zinsen liegen deutlich tiefer als damals. Zwar wurde der gesetzliche Umwandlungssatz im Rahmen der 1. BVG-Revision von 2006 bis 2014 schrittweise auf 6,8 Prozent gesenkt. Bei der aktuellen Lebenserwartung müssten die Pensionskassen aber durchschnittlich mehr als 4,5 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaften, damit die Rechnung bei einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent langfristig aufgeht. Festverzinste Anlagen werfen schon seit längerer Zeit viel weniger ab.
Eine deutliche Senkung des gesetzlichen Umwandlungssatzes scheint daher unausweichlich. 2017 lehnten die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Reformprojekt "Altersvorsorge 2020" allerdings an der Urne ab, das eine Senkung des Umwandlungssatzes auf 6 Prozent vorsah. Doch auch der nächste Reformvorschlag dürfte wieder eine Senkung des Umwandlungssatzes beinhalten.
Die überobligatorischen und umhüllenden Umwandlungssätze haben die meisten Pensionskassen in den letzten Jahren bereits deutlich gesenkt, teils auf unter 5 Prozent. Pensionskassen, die ihren Umwandlungssatz zu lange nicht an die steigende Lebenserwartung und die tiefen Zinsen angepasst haben, müssen ihn umso schneller und drastischer senken.
Was die Senkungen für künftige Rentnerinnen und Rentner bedeuten können, zeigt folgendes Beispiel: Im Vorsorgeausweis eines 58-jährigen Mannes steht, dass er mit 65 Jahren voraussichtlich 650'000 Franken in seiner Pensionskasse angespart haben wird. Würde dieses Guthaben mit dem heutigen Umwandlungssatz der Pensionskasse von 6,4 Prozent in eine Rente umgewandelt, bekäme er 3467 Franken pro Monat.
Doch die Pensionskasse muss ihren Umwandlungssatz in den kommenden Jahren schrittweise auf 5,2 Prozent senken. Die Rente des Mannes schrumpft dadurch auf 2817 Franken. Das ist eine Einbusse von 650 Franken – und zwar Monat für Monat.
Zu hohe Umwandlungssätze: Die Zeche zahlen die Erwerbstätigen
Ist der Umwandlungssatz zu hoch, reicht das Altersguthaben eines Pensionierten nicht aus, um damit alle seine Renten zu zahlen. Das führt schon seit einigen Jahren zu einer unerwünschten Umverteilung des Vermögens von Erwerbstätigen zu Rentnern und von überobligatorischen zu obligatorischen Guthaben. Betroffen davon sind vor allem gut verdienende Angestellte, deren überobligatorisches Guthaben das obligatorische in der Regel deutlich übersteigt.
Der Bundesrat schätzt, dass jedes Jahr rund 600 Millionen Franken nötig sind, um die wegen der gestiegenen Lebenserwartung und tiefen Zinsen zurzeit zu hohen Rentengarantien der Pensionierten zu finanzieren. Diese Kosten tragen die erwerbstätigen Versicherten allein: Sie müssen Abstriche bei der Verzinsung ihrer überobligatorischen Guthaben in Kauf nehmen.