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Nach bestandener Berufsmaturität besteht die Möglichkeit, eine ergänzende Prüfung, die Passerelle, zu absolvieren. Was genau darunter zu verstehen ist, zeigt dieser Artikel auf.
Die Passerelle ermöglicht Personen mit einer Berufsmaturität eine Prüfung zu absolvieren, welche den Zugang zu Schweizer Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen ermöglicht. Die Passerelle stellt eine Ergänzungsprüfung zur Berufsmaturität dar. Sie wird von der Schweizerischen Maturitätskommission angeboten und vom Staatssekretariat für Forschung und Bildung organisiert. In drei Sprachregionen wird die Prüfung je zweimal jährlich im Rahmen der ordentlichen Sessionen der Maturitätsprüfungen durchgeführt.
Wer die Passerelle besteht, kann zwar an Schweizer Universitäten studieren, verfügt aber über kein gymnasiales Maturitätszeugnis. Bezüglich eines Studiums im Ausland kann die Passerelle zu Schwierigkeiten führen. Im Ausland erhalten Passerelleabsolventen nur an den Universitäten Zugang, die den Abschluss freiwillig anerkennen.
Auf die Prüfung vorbereiten kann man sich individuell, sprich im Selbststudium. Es besteht aber auch die Möglichkeit, einen zwei Semester dauernden Kurs zur Vorbereitung zu besuchen. Die Vorbereitungskurse werden an verschiedenen Schulen wie Gymnasien, Berufsschulen oder Privatschulen angeboten. Auf berufsberatung.ch befindet sich eine Übersicht des Angebots. Der Vorbereitungskurs kann je nach Schule sowohl Vollzeit als auch Teilzeit absolviert werden. Die Kosten variieren je nach Schule, die Preisspanne geht von 2000 Franken bis hin zu 20’000 Franken. Hier sind also Recherche und Preisvergleiche angesagt.
An der Passerelle Prüfung werden folgende Schulfächer geprüft: die erste Landessprache, eine zweite Landessprache (in der Deutschschweiz folglich Französisch) oder Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften (Teilbereiche Chemie, Physik und Biologie) und Geisteswissenschaften (Teilbereiche Geschichte und Geographie). Natur-und Geisteswissenschaften werden nur schriftlich geprüft, alle anderen Fächer sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form.
In der ersten Landessprache werden unter anderem die Sprachqualität, die Fähigkeit einen literarischen Text zu verstehen sowie vertiefte Kenntnisse von drei bis vier literarischen Werken geprüft. Während der schriftlichen Prüfung wird ein Aufsatz verfasst, die mündliche Prüfung besteht aus einer Literaturanalyse. Die schriftliche Englischprüfung prüft die Kenntnisse der Texterklärung, mündlich wird während fünfzehn Minuten ein literarisches Werk besprochen. Die schriftliche Prüfung in Naturwissenschaften dauert vier Stunden und prüft die Teilbereiche Chemie, Physik und Biologie. Geisteswissenschaften werden ebenfalls während vier Stunden geprüft.
Alle Personen, die über eine Berufsmaturität verfügen, dürfen an der Prüfung teilnehmen. Aber Achtung, die Anmeldefristen enden jeweils zweimal jährlich, Anfang Dezember und Mitte Juni. Die Anmeldefrist für die Vorbereitungskurse hingegen unterscheidet sich von Schule zu Schule. Die Prüfung vor den Experten der Schweizerischen Maturitätskommission kann als Gesamtprüfung abgelegt werden oder als Teilprüfung. Wer sich für Teilprüfungen entscheidet, der hat in einer ersten Prüfung die Kenntnisse in Geisteswissenschaften sowie Naturwissenschaften unter Beweis zu stellen. In einer zweiten Prüfung werden anschliessend die sprachlichen Fähigkeiten sowie Mathematik geprüft. Wer die Prüfung nicht besteht, hat einen zweiten Prüfungsversuch.
Ab Sommer 2020 kommen neue Richtlinien des Bundesamtes für Forschung und Bildung zum Zuge. Als wesentliche Neuerung der Richtlinien gelten die neue Voraussetzung von Kenntnissen der dreidimensionalen Vektorgeometrie sowie die Änderung, dass anerkannte Vorbereitungsschulen mit hausinterner Prüfung die Literatur für die sprachlichen Prüfungen fortan selbst auswählen dürfen. Auf der Webseite des sbfis befinden sich neben den neuen Richtlinien auch alte Prüfungen zur Prüfungsvorbereitung sowie die Liste aller anerkannten Vorbereitungsschulen.
Wer sich im Kanton Zürich an einer öffentlichen Schule auf die Passerelle vorbereiten will, kann die Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene, KME, besuchen. Weiter bieten verschiedene Privatschulen die Vorbereitungsprüfung an, etwa Akad oder die Minervaschulen. Neben dem Präsenzunterricht von zwölf bis fünfundzwanzig Lektionen pro Woche ist mit einem Selbststudium von bis zu fünfunddreissig Stunden pro Woche zu rechnen.
Der Vorbereitungskurs an der Akad ermöglicht neben der Vorbereitung eine Arbeitstätigkeit von vierzig bis sechzig Prozent. Wer die Akad in Zürich besucht, kann die Prüfung vor bereits vertrauten Experten des Akad Colleges absolvieren. In Bern jedoch findet die Prüfung vor der Maturitätskommission statt. An der akad gibt es zwei Varianten des Vorbereitungkurses. Die erste Variante, Passerelle plus genannt, setzt einen hohen Anteil an Selbststudium und zwei Präsenztage während zwei Semestern voraus. Der Variante Passerelle mit Vorkurs hingegen geht ein Vorkurs mit Selbststudium von zwei bis drei Monaten hervor. Hier findet der Präsenzunterricht nur einen Tag pro Woche beziehungsweise zwei Abende pro Woche statt. Der Schulstoff wird während den Präsenztagen regelmässig geprüft. Zudem finden gegen Ende des ersten Semesters Promotionsprüfungen statt. Die Kurspreise sind nicht ohne: Wer zwei Tage Präsenzunterricht pro Woche besucht, hat um die 18’500 Franken zu bezahlen. Die eintägige Variante kostet um die 13’000 Franken.
Die Vorbereitung an der öffentlichen Schule, der Kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene, ist eine kostenfreie beziehungsweise preiswerte Alternative. Die Schule steht laut eigenen Angaben nur motivierten und leistungswilligen Personen zur Verfügung. An einem Aufnahmegespräch, das massgebend für die Zulassung ist, werden die bisherigen Leistungen und die Motivation besprochen. An der KME ist der Unterricht nur Vollzeit möglich. Die Hälfte des Unterrichtsstoffs wird von den Schülerinnen und Schülern im Selbststudium erarbeitet. Im Unterschied zu den Privatschulen gibt es keine Zwischenprüfungen. Wer seit mindestens zwei Jahren seinen Steuer-und Wohnsitz im Kanton Zürich hat, für den ist die Schule kostenfrei. Für ausserkantonale Schülerinnen und Schüler beträgt das Schulgeld zwischen 17’000 und 20’000 Franken. Weiter haben alle Schülerinnen und Schüler ein Pauschale von 900 Franken zu bezahlen, die unter anderem Lehrmittel sowie Kopien abdeckt. Für den Schulbeginn im August kann man sich jeweils bis Ende März anmelden. Neben den Grundlagenfächern können Studierende ein Schwerpunktfach und ein Ergänzungsfach auswählen. Da das KME eine vom Bund anerkannte Vorbereitungsschule ist, kann die Prüfung vor Ort absolviert werden.
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