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UMTS erzeugt Brechreiz
Die schädliche Wirkung von Mobilfunkstrahlung ist umstritten. Zumindest bei den bis heute üblichen GSM- und GPRS-Geräten konnte bisher ausser einer leichten Erwärmung des Ohrbereichs durch die Mikrowellen-Strahlung nichts Schlüssiges beobachtet werden. Bei UMTS scheint dies aber anders zu sein. Der Mobilfunk der dritten Generation erreicht nicht nur höhere Datentransferraten, er scheint auch eindeutige Auswirkungen auf das Wohlbefinden zu haben.
Laut einer Untersuchung des staatlichen niederländischen Forschungsinstituts TNO ruft die Strahlung einer UMTS-Basisstation im Gegensatz zu einer GSM-Sendeanlage nämlich Kopfschmerzen und Übelkeit hervor. Die Studie wurde als Doppel-Blindtest durchgeführt, indem keiner der Probanden wusste, ob, und wenn ja, welcher Strahlung er ausgesetzt war.
Die Ursache für die Reaktion ist unklar. Mobilfunk operiert im Mikrowellenbereich. Im Gegensatz zu GSM, das in den Bändern um 900 und 1800/1900 MHz operiert, funkt UMTS aber bei 2100 MHz. Dieser Bereich liegt nahe am Bereich um die 2450 MHz, der in Mikrowellenöfen Wassermoleküle zur Erwärmung anregt.
Interessanterweise hat die Funkstrahlung aber auch durchaus positive Effekte. So zeigten die Versuchspersonen sowohl bei Bestrahlung durch eine UMTS- wie auch durch eine GSM-Antenne erhöhte kognitive Leistungen. Sie waren wacher, ihr Erinnerungsvermögen erhöht und die Antworten auf Fragen kamen schneller.
Trotzdem, die Studie der Holländer enthält einige Sprengkraft. Zumindest die Gegner von Mobilfunkantennen werden sich über die zusätzlichen Argumente zu ihren Gunsten freuen. Kein Wunder also, wenn die Regierung jetzt erst einmal abwiegelt. Zusätzliche Forschung sei nötig, um die biologischen Ursachen und die Langzeitfolgen zu untersuchen, lässt der zuständige Gesundheitsminister verlauten.