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- Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Nasser al-Khelaifi in seiner Funktion als Geschäftsführer der Sportrechtefirma BeIN Media Group wegen des Verdachts auf Bestechung.
- Der Geschäftsmann aus Katar und Präsident von Paris Saint-Germain wird der privaten Bestechung, des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Urkundenfälschung im Zusammenhang mit der Vergabe der Übertragungsrechte für die Fussball-WM von 2018 bis 2030 beschuldigt.
- Al-Khelaifi soll den früheren Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke für den Erhalt der WM-Übertragungsrechte bestochen haben.
Am Abend, nach stundenlangem Verhör, trat Nasser Al-Khelaifi, vor der Bundesanwaltschaft in Bern vor die Medien. «Ich habe nichts zu verbergen. Ich stehe der Schweiz zur Verfügung. Wenn man mich weiter befragen will, werde ich ruhigen Gewissens in die Schweiz zurückkehren».
Zum Ergebnis der Befragung machte der Sprecher der Bundesanwaltschaft (BA) keine konkreten Angaben. «Der Beschuldigte zeigte sich kooperativ und beantwortete die Fragen», sagte André Marty. Dies sei jedoch nur der Anfang. Marty rechnet, dass das Verfahren Jahre in Anspruch nehmen werde.
Die BA hatte am 20. März eine Strafuntersuchung gegen Al-Khelaifi eröffnet. Al-Khelaifi ist neben seien Ämtern als PSG-Präsident und Direktor von BeIN, dem Sportkanal des katarischen TV-Senders Al Dschasira, auch Mitglied des Organisationskomitees für die WM 2022.
In Zusammenhang mit der Affäre wurden am 12. Oktober die Büros von beIN in Paris durchsucht. Auch in einer 7-Millionen-Euro-Villa in Porto Cervo in Sardinien kam es zu einer Hausdurchsuchung.
Die Residenz wurde von der italienischen Polizei beschlagnahmt. Sie soll vom Katarer als Korruptionsmittel benutzt worden sein, um vom ehemaligen Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke die Übertragungsrechte zugesprochen zu erhalten. Die beIN-Gruppe wie auch der Anwalt von Al-Khelaifi bestreiten jegliche Korruptionsvorwürfe.
25 weitere Verfahren hängig
Valcke selber wurde am 12. Oktober angehört. Nach Angaben seiner Anwälte wies auch er alle Anschuldigungen zurück. In Untersuchungshaft wurde er nicht genommen.
Im Zusammenhang mit dem «Fussball-Untersuchungskomplex» sind laut BA bisher 180 Verdachtsmeldungen der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) eingegangen. Darunter sind die Verfahren gegen den früheren FIFA-Präsidenten Sepp Blatter und gegen Valcke sowie zum Thema Fussball-WM 2006 in Deutschland.