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Schutz von Kindern vor häuslicher Gewalt im Senegal
Mehrere Tausend Kinder sind in der Region Kaffrine im Senegal häuslicher Gewalt ausgesetzt. Betroffen sind Mädchen, die zuhause bleiben, um ihre Familien zu unterstützen, aber auch Jungen, die in Koranschulen grossgezogen werden. In unserem Projekt zum Schutz von Kindern vor häuslicher Gewalt werden verschiedene Massnahmen umgesetzt, um Kindern beizubringen, sich selbst davor zu schützen.
Gründe für häusliche Gewalt
In einem globalen Kontext, der von Vertreibung, zunehmender Urbanisierung und von Traditionen geprägt ist, halten Gewalt und Missbrauch von Kindern im Senegal an. Ein Viertel der Kinder im Senegal hat noch nie eine offizielle Schule besucht. Die Gründe dafür sind oftmals soziokulturelle Überzeugungen, Armut und die grosse Entfernung zwischen dem Zuhause und Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus steht Senegal vor einer grossen Herausforderung: Tausende Kinder leben in Koranschulen, sogenannten „Daaras“. Es herrschen oftmals prekäre Bedingungen in Koranschulen – so werden Kinder Opfer von körperlicher Gewalt, Vernachlässigung und wirtschaftlicher Ausbeutung.
Kinder sind auch die versteckten Opfer der durch COVID-19 verursachten Gesundheitskrise, die folglich zu einer Wirtschaftskrise führt. Dadurch werden den Kindern die Grundrechte oftmals verweigert. Die Folge dessen ist zum Beispiel, dass der Unterricht eingestellt wird, was fatal ist für die betroffenen Kinder, da sie zuhause bleiben müssen und so die häusliche Gewalt zunimmt. Der Zugang zu angemessener Unterstützung für die Betreuung und Prävention gegen häuslichen Missbrauch ist und bleibt eine grosse Herausforderung.
Region Kaffrine, Senegal
Das Projekt fokussiert auf die Region Kaffrine, eine der ärmsten Regionen des Landes Senegal, mit einer sehr niedrigen Einschulungsrate. Die Region ist geprägt von einer jungen Bevölkerung, einem geringen Zugang zu Sozialschutz und formaler Bildung sowie von einer schwachen Verankerung institutioneller Dienstleistungen (Bildung, Gesundheit, Sozialschutz, berufliche Eingliederung).
Hier setzt Save the Children an
Das Projekt sieht neben Präventionsmassnahmen auch sofortige Schutzmassnahmen für die am stärksten gefährdeten Kinder vor, die an ihrem Wohnort Gewalt ausgesetzt sind. Die Massnahmen werden auf mehreren Ebenen angesetzt: Die effektive Beteiligung von Kindern, Eltern und Koranlehrern ist hierbei zentral. Die mangelnde Kenntnis und Achtung der Rechte und Bedürfnisse von Kindern ist ein entscheidender Faktor für die Verankerung und Wiederholung von Gewalt in Heimen und Koranschulen, aber auch im eigenen Zuhause.
So werden zum Beispiel Mädchen und Jungen in den Bereichen Selbstwertgefühl, Kommunikation und Schutz ausgebildet, und es wird ihnen beigebracht, wie das Meldesystem funktioniert, wenn ihnen oder anderen Kindern Unrecht widerfährt.
Weiter werden Partnerschaften mit Ausbildungs- und Finanzierungsstrukturen für die Eingliederung von Mädchen aufgebaut. Zusätzlich wird der Dialog und Austausch zwischen den Jungen und den Koranlehrern gefördert und organisiert.
Von grosser Bedeutung ist ebenfalls die Analyse der bestehenden Situation der Kindserziehung. Infolgedessen wird eine Strategie zur Sensibilisierung von Eltern und Koranlehrern festgelegt.
Auch auf Gemeindeebene werden Lokalvertreter geschult.
Mit diesen und weiteren Massnahmen und dank der engen Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, den lokalen Behörden und Entscheidungsträgern und Lehrpersonen arbeiten wir darauf hin, Kinder im Senegal nachhaltig vor häuslicher Gewalt zu schützen.
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