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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XLI. (Nr. 87.) An Emeritus
XLI.(Nr. 87.)
Geschrieben im Jahre 405.
Augustinus an den geehrten und geliebten Bruder Emeritus.
Inhalt.
Emeritus war Bürger in Cäsarea in Mauretanien, jedenfalls später dort donatistischer Bischof. In der Unterredung zu Karthago 411 war er einer der sieben donatistischen Bischöfe, die zur Disputation mit Augustinus erwählt wurden. Nachdem Augustinus des Adressaten wissenschaftliche Bildung rühmend hervorgehoben, weist er darauf hin, daß die Duldung eines Sünders keine geistige Befleckung hervorrufe, so lange man dessen Sünden nicht billige, daß also die Donatisten mit Unrecht die Katholiken für befleckt erklären wegen der angeblichen Sünden ihrer Vorfahren. Er weist auf ihre Inkonsequenz hin. Die Strenge der weltlichen Gewalt gegen die Donatisten, die Augustinus in seinen bisherigen Briefen zu bedauern schien, wird diesmal schon weit mehr in Schutz genommen. Die Taufe und die übrigen Sakramente der Donatisten erklärt Augustinus ausdrücklich als gültig. Der Grund und Ursprung des Schismas wird wiederholt als die allein entscheidende Frage erklärt.