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Das Trigonum vesicae oder Harnblasendreieck ist ein Schleimhautfeld im Bereich von Hinterwand und Boden der Harnblase, dessen Eckpunkte die beiden Uretermündungen und der Abgang der Urethra sind. Anatomisch zeichnet sich die Mukosa des Trigonum vesicae vor allem dadurch aus, dass die Submukosa fehlt und die Schleimhaut fest mit der darunterliegenden Muskularis verbunden ist, um die Miktion zu erleichtern. Der Terminus Trigonitis beschreibt eine Metaplasie des Urothels im Bereich des Harnblasendreiecks und wenngleich entzündliche Prozesse an der Pathogenese der Trigonitis beteiligt sind, so werden doch primär hormonelle Auslöser angenommen. Betroffen sind vor allem Frauen, die dann Symptome einer Zystitis zeigen.
Patienten, die mit einer Trigonitis vorstellig werden, sind nahezu ausschließlich Frauen im gebärfähigen Alter. Begründen lässt sich dieser Umstand mit der essenziellen Rolle, die Östrogene in der Pathogenese der Trigonitis spielen [1] [2]. Bis heute wurde die Erkrankung nur bei sehr wenigen Männern beschrieben, und in der Regel konnte ein Zusammenhang zu einem krankhaft oder iatrogen erhöhten Östrogenspiegel hergestellt werden [3].
Wenn sich Beschwerden einstellen, dann gleichen sie denen eines unkomplizierten Harnwegsinfektes: Die Betroffenen verspüren ein dauerhaftes Bedürfnis zum Wasserlassen, können aber nur kleine Mengen Urin absetzen und die Miktion ist schmerzhaft. Pollakisurie und Dysurie oder Strangurie treten schubweise auf und setzen jeweils akut ein. Weitere typische Beschwerden sind diffuse Schmerzen im Unterleib, Probleme bei der Initiation der Miktion und das Gefühl, die Harnblase nicht vollständig entleeren zu können [4]. Seltener wird auch über Bettnässen berichtet.
In der Anamnese sollte erfragt werden, ob der Patient in der Vergangenheit wiederholt an Infektionen der Harnwege gelitten hat. Aufgrund der Östrogenabhängigkeit der Kondition ist zudem interessant, ob Patientinnen den Menopause bereits erreicht haben bzw. in welcher Zyklusphase sie sich befinden. Eine Prädisposition zur Trigonitis besteht nach rekurrenten Harnwegsinfekten und unter Östrogeneinfluss. Bezüglich des weiblichen Zyklus ist der Östrogenspiegel in den Tagen vor der Ovulation besonders hoch und liegt in der Lutealphase höher als während der Follikelreifung.
Das klinische Bild ist unspezifisch und lässt zunächst eine bakterielle Infektion der Harnwege vermuten. Deshalb ist zunächst eine Urinanalyse angezeigt, eventuell einschließlich einer Gramfärbung und bakteriologischen Untersuchung. Während Hämaturie und Proteinurie bei bestehender Trigonitis zu erwarten sind, weist eine Bakteriurie auf eine Infektion hin. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein bestehender Harnwegsinfekt eine Trigonitis nicht ausschließt.
Die Diagnose der Trigonitis beruht auf der direkten Visualisierung des Harnblasenlumens im Rahmen einer Zystoskopie und auf der histologischen Untersuchung von Gewebeproben, die während der Zystoskopie entnommen werden. Auch unter physiologischen Bedingungen ist die Schleimhaut im Bereich des Trigonum vesicae blasser als in der übrigen Harnblase, aber bei Trigonitis-Patienten erscheinen im Harnblasendreieck weiß bis weiß-gräuliche Felder, die scharf gegen das umgebende, unveränderte Urothel abgegrenzt sind. Mikroskopisch ist eine Umstrukturierung des Urothels zu einem mehrschichtigen, nicht-verhornenden Plattenepithel zu erkennen. Der mitotische Index ist im Vergleich zum Normalbefund erhöht, aber Anzeichen für ein infiltratives Wachstum sind nicht auszumachen [5]. Im subepithelialen Gewebe finden sich entzündliche Infiltrate, die klinisch wohl nur eine geringe Bedeutung haben und eher als Hinweis auf ein chronisches, entzündliches Geschehen gewertet werden.