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Short description|
(German)

Das BAG hat im Frühjahr 1999 zusammen mit der EAV und der SFA unter dem Titel «Alles im Griff?» zum ersten Mal ein nationales Alkoholprogramm lanciert, das in einer ersten Phase vier Jahre dauert. Das Programm propagiert keine generelle Alkoholabstinenz, sondern hat als Globalziel die Reduktion der risikoreichen Trinkmuster in der Bevölkerung.
Dem Programm liegen zwei theoretische Ansätze zugrunde:
- Das Transtheoretische Modell von Prochaska et al., das zur Definition der Strategie und der Massnahmen dient und sich in verschiedenen Bereichen der Prävention bereits bewährt hat.
- Die Methode des Social Marketing (vgl. Kotler & Roberto 1991), die das Konzept des Marketings und Marketing-Mix auf Nicht-Markt-Bereiche wie die Gesundheitsprävention überträgt.
Die Globalevaluation soll in erster Linie die Konzeptuali-sierung, die Umsetzung und die Wirkung der Massnahmen des Programms untersuchen sowie Empfehlungen für das weitere Vorgehen formulieren. IPSO wird bei der Analyse für die Entwicklung des Konzeptes auch die Baseline-Untersuchung (1998) und die Follow-up-Studie (2000) mit einbeziehen, welche durch die SFA durchgeführt worden sind.
(Stand: 10.7.2001)

Abstract|
(German)

Auftrag und Zielsetzung der Evaluation wurden vom BAG wie folgt beschrieben: "Die Globalevaluation des Alkoholprogramms 1999-2002 soll in erster Linie die Konzeptualisierung und die Umsetzung aber auch die Wirkung der darin enthaltenen Mass-nahmen untersuchen und analysieren und, gestützt darauf, Empfehlungen für das weitere Vorgehen formulieren. Dabei sol-len alle verfügbaren Daten (...) beigezogen und ausserdem ei-nige "outputs" des Alkoholprogramms berücksichtigt werden. Besonderes Augenmerk ist in der Analyse auf die unterschiedli-che Art der Informationsvermittlung des Alkoholprogramms und ihre jeweilige Wirkung zu richten."
Das BAG formulierte vier Evaluationsfragen (Bundesamt für Gesundheit 2000, S. 17):
1. Ist die Konzeptualisierung des Alkoholprogramms samt der strategischen Entscheide relevant (Problemdefinition, ge-wählte Strategie, Zielfestlegung, Zielgruppen, Vergleich mit andern Modellen)?
2. Welche Stärken und Schwächen weist das gewählte Pro-gramm in Bezug auf seine Umsetzung auf und ist es ge-eignet, um die anvisierten Ziele und Zielgruppen zu erreichen?
3. Durch welche Massnahmen werden die definierten Ziele und Zielgruppen erreicht und mit welchen Auswirkungen?
4. Welchen Einfluss hat der Kontext (politisch, ökonomisch, sozial, kulturell, regional etc.) auf die Ziele des Alkoholprogramms?
Schlussbetrachtung
Das Alkoholprogramm 1999-2002 ist relevant, da der nicht an-gemessene Alkoholkonsum in der Schweiz ein Gesundheitsproblem mit gesellschaftlich bedeutenden Auswirkungen darstellt. Das Programm ist theoretisch ausreichend begründet, auch wenn die gewählte theoretische Grundlage in der Konzep-tion und Umsetzung sowie bei den Leistungen zu wenig konse-quent berücksichtigt wurde. Ein Mangel des Programms liegt darin, dass ein schriftliches Programmkonzept ("logical model") als wichtiges Führungsinstrument fehlt. Die zentralen Ziele wur-den sorgfältig erarbeitet, auch wenn ihre Ableitung aus der the-oretischen Grundlage nicht konsequent erfolgte und ihre Formulierung nicht ganz zu genügen vermag. Auch die Beurtei-lung der gewählten Strategien des Alkoholprogramms fällt durchzogen aus: Der zentrale Ansatz hat zwar unbestreitbare Vorteile, aber auch Nachteile, da vorhandenes Wissen zu wenig genutzt wurde. Die zentralen Massnahmen oder Teilprojekte sind relevant und erprobt, auch wenn sie nicht alle genügend begründet sind. Die Projektorganisation ist insgesamt zweck-mässig, auch wenn Probleme der Vereinbarkeit von staatlicher Verwaltung und Projektmanagement sichtbar werden.
Die Umsetzung des Programms ist insgesamt gut gelungen. Al-lerdings kann zum heutigen Zeitpunkt kaum Nachhaltigkeit er-warten werden.
Die Leistungen oder die Outputs des Programms sind je für sich betrachtet qualitativ gut und sie werden effizient erbracht, wenn auch ihre Ableitung aus den Zielen zu wenig konsequent ist und die quantitativen Ziele nur teilweise erreicht wurden.
Eine Beurteilung der Auswirkungen im Vergleich zu den Zielen (Outcome) fällt angesichts der kurzen Laufzeit des Programms und des mit Programmbeginn schwieriger gewordenen Umfelds schwer. Vermutlich sind die Ziele zur Zeit noch nicht erreicht.
Die Einwirkungen des Alkoholprogramms (Impact) können zur Zeit noch nicht verlässlich beurteilt werden.
Zusammenfassend halten wir fest, dass das Alkoholprogramm zwar nicht in allen Punkten den Anforderungen des Programm-Managements zu genügen vermag, dass es aber trotz konzep-tueller und umsetzungsbezogener Unstimmigkeiten gute Arbeit leistet.

Transfer and application|
(German)

1. Laufende Feedbacks an das Programm (formell und informell), welche zu Anpassungen führten.
2. Integration des Schlussberichtes, bzw. der Kurzfassung, in die Diskussionen der Weiterentwicklung des Programms ab 2003.