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access_time veröffentlicht 05.06.2019
Averbale Signale
Bernhard Gurtner
Anamnestik
Averbale Signale
05.06.2019
Nicht verpassen!
Wer während der Anamneseerhebung ständig auf seinen Notizblock oder einen Bildschirm blickt, verpasst die averbalen Signale, welche die Befragten unbewusst oder gewollt aussenden: Verändert die übergewichtige Patientin in immer kürzeren Abständen ihre Sitzposition? Haben Sie die Schweisstropfen auf der Stirn des alten Herrn bemerkt? Das heftige Pulsieren seiner Halsarterien, das wiederholte Luftschlucken? Seinen wiederholten Versuch, die Lippen mit der Zunge zu befeuchten? Das Trommeln der Fingerspitzen auf der Stuhllehne?
Die Befragten haben offensichtlich Schmerzen, Harndrang, Durst oder sonst ein Problem, das sie plagt und im Moment für sie viel vordringlicher wäre als die formulargetreuen Fragen des Arztes, der immer nur kurz – oder kaum je – von seinem PC aufschaut.
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