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Als James Bond (George Lazenby) eine schöne Frau aus dem Meer zieht und dann von zwei Männern angegriffen wird, hätte er noch nicht gedacht, dass diese Dame namens Tracy (Diana Rigg) sein Leben entscheidend verändern sollte. Denn schon bald trifft er wieder auf die Schöne, verbringt eine Nacht mit ihr und wird sogar von ihrem Vater dazu ermutigt, die Dame zu heiraten. Denn eine solide Partnerschaft könnte der labilen Tracy gut tun.
Doch Bond lässt sich nicht einfach so verkuppeln, sondern organisiert sich den Aufenthaltsort von Ernest Stavro Blofeld (Telly Savalas, der auf dem Gipfel des Piz Gloria sein Quartier aufgeschlagen hat. Dort oben, fern der Zivilisation und umgeben von wunderschönen Frauen, schmiedet der Glatzkopf einen teuflischen Plan. Er trainiert die Frauen ohne deren Wissen darauf, weltweit Krankheitserreger zu verteilen, so das Blofeld der Welt die Nahrung nehmen kann.
James Bond macht sich auf die Socken und nimmt die Identität eines gewissen Sir Hillary Bray an. Der soll im Auftrag einer Organisation überprüfen, ob Blofeld tatsächlich in den Adelsstand aufgenommen werden kann. Und das geht nur, wenn er die Ohrläppchen des bösen Buben genauer unter die Lupe nimmt.
Natürlich bleibt Bond nicht lange unerkannt und Blofeld setzt alles daran, diesen nervenden Agenten ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen. Und als seine Männer auch noch Tracy in ihre Finger bekommen, sieht es für unseren Lieblingsagenten düster aus.
Dumm gelaufen. Ur-Bond Sean Connery mochte nach You only live twice den Agenten nicht mehr mimen und so musste Ersatz gesucht werden. Im australischen Dressman George Lazenby schien man diesen gefunden zu haben. Dass der Mann aber weder schauspielerische Erfahrung, noch Talent dazu besass, stellte sich erst nach Beendigung von On her Majestys Secret Service heraus. Es sollte der einzige 007-Auftritt Lazenbys werden. Für Diamonds are Forever kehrte Sean Connery dann nochmal zurück.
Bereits beim Titelspann von On her Majestys Secret Service nimmt man Bezug auf frühere Filme und auch bei diversen weiteren Szenen im Film wird immer wieder auf die Vorgänger verwiesen. Etwa wenn James Bond nach seiner "Kündigung" den Bürotisch ausräumt und zu jeder Waffe der dazugehörige Bondsong eingespielt wird. Das zieht sich durch den ganzen Film. So einen richtig eigenständigen Eindruck macht das Ganze nicht.
Die Story ist anfänglich sehr mühsam und uninteressant. Wenn Bond aber in der Schweiz eintrifft, am Kiosk der "Blick" zu sehen ist und die Werbetafel der "Toblerone" schön im Bild prangert, dann haben wir Schweizer was zu gucken. Da kommt der Zug im Bergdorf an, die Menschen strahlen, jeder trägt Skis dabei und winkt aus dem Waggon. Genau so passiert es ja noch heute im ganzen Schweizer Skigebiet. Ausserdem fährt Bernhard Russi bei den Skistunts mit.
George Lazenby ist zwar kein Sean Connery (obwohl er in der deutschen Fassung des Films mit der gleichen Synchronstimme spricht), schlägt sich aber gar nicht so peinlich, wie man das anhand der vielen Kritiken erwarten konnte. Gegen Telly Savalas verliert er aber den Charisma-Wettstreit um Längen. Und nicht nur, weil wir hier James Bond zum ersten Mal im Schottenrock zu sehen kriegen.
Fazit: Die Szenerie im Drehrestaurant ist toll, die Bobfahrten spektakulär und die Action auf den Skipisten sehr unterhaltend. Dazu kommen aber platte Sprüche der Titelfigur. Auch passt der gute George Lazenby einfach nicht in die Schuhe des Agenten und das bekommen wir hier über zwei Stunden lang zu sehen. Trotzdem, so schlecht, wie ihn manche machen, ist On her Majestys Secret Service auf keinen Fall. Er platziert sich im soliden Mittelfeld der Filmreihe.
Inzwischen gibt es von On her Majestys Secret Service verschiedene DVD-Editionen. Und wie immer sind diejenigen, die mehr als nur Making-Ofs und Trailers brauchen dazu gezwungen, auch ein bisschen tiefer in die Taschen zu greifen. Die hier vorliegende Special-Edition hat enttäuschenderweise nicht mal die englische Originalfassung aufgepresst bekommen. Nur eine deutsche Version, in Mono, liegt vor.
Die Extras sind aber recht ansprechend, der "Special Inside Look" informativ und der Blick ins Labor ebenso. Dazu kommen verschiedene Trailers, ein nettes Booklet und die Bildergalerie, die mit Textpassagen angereichert wurde. Wie gesagt, wer mehr Infos und Berichte will, der holt sich eine Ultimate Edition, die auch Bild- und Tontechnisch weit über dem liegt, was uns hier geboten wird.
Dani Maurer [muri]
Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!
In meinem persönlichen Bond-Ranking,ist der Fim unter den Top-drei (nebst From Russia with Love und Goldfinger), und bekommt von mir deshalb volle sechs Lizenzen zum töten.
Da denkt man "Hach, der sieht das ja genau gleich, wie mein Bruder!", und merkt erst beim Lesen des Namens, dass es ebendieser ist. :D
Ich finde Lazenby sehr gut, imho kommt er an Connery heran, auch wenn die vielen Oneliner mit der Zeit etwas öde werden. Aber das ist eben Bond, und zusammen mit Location, Darstellern (den schwachen Telly Savalas ausgenommen) und Sound ist er ein perfekter Bond, der auch noch heute Filme mit seinem Stil prägt... siehe "Inception".
Einer meiner Lieblings-Bonds. Wegen des Schilthorns. Wegen Telly Savalas. Wegen Diana Rigg. Wegen der Ski-Stunts. Wegen des coolen Soundtracks. Wegen Bonds einziger Heirat. Undundund...
Da tut auch ein blasser George Lazenby nichts zur Sache - OHMSS rockt!
Da bin ich doch absolut der gleichen Meinung. Die Abfahrtsszene vom Schilthorn finde ich genial mit der Musik. Als passionierte Skifahrerin, die aber zu jung ist, um Kneissl-Skier zu kennen, liebe ich diese Szene (Skistil, Skidress, Stunts) einfach herrlich ! Auch das Lied von Louis Armstrong finde ich sehr schön! Diana Rigg ist genial, die ruhigen Szenen im Film haben mir auch in Casino Royal sehr gut gefallen. George Lazenby hat vielleicht nicht den Charme von Sean Connery, aber alles in allem - OHMSS rockt !
Auch On Her Majesty's Secret Service hat mir recht gut gefallen. Dies lag vorallem an den grandiosen Ski-Stunts, dem überragenden Bösewicht und den tragischen Schluss. Leider fand ich den Beginn schleppend und zwischendurch hat es viel leerlauf.