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Dominic Deville, wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
ch hätte Dominique geheissen. Auch mein Bruder hat einen Namen, der sowohl für ein Mädchen als auch für einen Jungen passt. Dasselbe gilt für meine Tochter. Das ist praktisch – für den Fall, dass sich das Kind ein anderes Geschlecht wünscht.
Als Sie Kind waren: Was hat Ihre Mutter da immer zu Ihnen gesagt?
Ich habe sehr lange sehr wenig geredet, und wenn ich was sagte, dann Bagger. Alles nannte ich Bagger. Entsprechend oft hörte ich: «Dominic, nein. Das ist kein Bagger, sondern ein Flugzeug, eine Katze …» und so weiter.
Als Sie 16 waren: Wie sah Ihr Zimmer aus?
Ein grünes Flohmarkt-Pult stand drin. Darauf war eine alte Munitionskiste, in der eine Ratte gewohnt hat. Sie durfte sich frei bewegen. In einer Ecke stand eine funktionierende Guillotine, die ich im Werkunterricht gebaut hatte. Und mitten im Zimmer stand ein Sarg. Darin habe ich geschlafen. Dazwischen lagen überall Comics und Schallplatten rum. Wohlgemerkt: In einem Sarg zu schlafen, ist extrem unbequem, egal, was Bestatter sagen.
Die beste Idee Ihres Lebens?
Mich vor zwölf Jahren bei strömendem Regen im gleichen Hauseingang unterzustellen wie meine heutige Frau.
Und die dümmste?
Gibt es nicht. Ich ziehe aus allem ein Learning, somit ist jede Idee gut.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Das war in der zweiten Klasse. Sie hiess Nicole, war blond, hatte blaue Augen und immer schöne Kleidchen an. Wir haben wohl keine drei Sätze miteinander gesprochen.
Ihre peinlichste Modesünde?
Modisch habe ich viel ausprobiert. Von Schottenröcken bis zu Turnschuhen aus Gummi und LKW-Blachen. Die sahen aus wie billige Clownschuhe.
Haben Sie Phobien?
Mehrere sogar. Ganz klassische: Spinnen und Zahnarzt – obwohl meiner ein wirklich netter Typ ist. Das Schlimmste ist aber Schaumstoff. Nur der Gedanke daran graust mich.
Haben Sie ein Tattoo?
Ja, sehr viele sogar. Mein erstes habe ich eher spät machen lassen. Mit 21, als ich nach Berlin gezogen bin. Ein Klassiker aus den 90er-Jahren: Flammen über den Ellbogen. Heute bereue ich jedes Tattoo, und trotzdem kommen jedes Jahr ein bis zwei neue dazu. Ab 40 kommt es nicht mehr so darauf an, was man auf den Körper malt.
Ihr ulkigstes Mundartwort?
Zünftig – aber es klingt so schnulzig. Und sowieso: In Zürich würde man mich komisch anschauen, wenn ich das sagen würde.
Haben Sie nachts einen Traum, der immer wiederkommt?
Ich träume, wie ich Ski fahre. Ich war ein guter und passionierter Fahrer, aber nach einem Unfall habe ich mich lange nicht mehr auf die Piste getraut. Letztes Jahr habe ich es wieder versucht, und es endete mit einem Spitalaufenthalt. Man merke: «Lebe deine Träume» ist nicht immer ein guter Rat.
Wann in Ihrem Leben hatten Sie so richtig Schwein?
Im Moment habe ich insofern sehr viel Schwein, als dass ich mich noch nicht mit dem Virus infiziert habe, obwohl ich mich auf einem Minenfeld bewege. Immer wieder gab es in meinem Umfeld positiv getestete Personen.
Was an Ihnen ist nicht normal?
Ich führe oft Selbstgespräche auf Hochdeutsch. Offenbar bin ich mir selber ein guter Ratgeber und Gesprächspartner.
Wie sind Sie, wenn Sie betrunken sind?
Kommt auf den Grad an. Stellt euch die Show «Deville» mit zwei Promille vor. Wahrscheinlich sehr, sehr anstrengend.
Und: Was können Sie alkoholisiert besser als in nüchternem Zustand?
Gefühlt alles, real allerdings nichts. Wobei: Meine Schamgrenze, die sowieso tief ist, verschwindet dann komplett. Ist das gut?
Womit belohnen Sie sich selbst?
Mit Brettspielen und Comics.
Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen: Was sind Ihre ersten drei Taten?
Selbstheilung, da bin ich egoistisch. In meinem Alter gibt es inzwischen einige Baustellen. Dann wäre ich doch noch grosszügig und würde das Virus zum Teufel jagen. Schliesslich würde ich dafür sorgen, dass die «Tubel Trophy» von Baby Jail zur Nationalhymne wird.
Ab welchem Geldbetrag ist man – Ihrer Meinung nach – reich?
Ab einer Million. Das ist meine kindliche Vorstellung, und es klingt gut. Reiche mit einer Million sind sympathisch. Wer mehr hat, ist ein Bonze.
Ihre liebste Website oder App?
Youtube. Das ist für mich gleichzeitig Hirnmassage, Inspiration und Entspannung.
Sie wären für einen Tag eine Frau. Was tun Sie? Was probieren Sie aus?
Ich würde beim SRF vorstellig werden und versuchen, eine Late-Night-Show zu bekommen.
Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Keinen, um Gutes nochmals zu erleben. Sinnvoll ist es, die Chance zu nutzen, um etwas besser zu machen.
Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer soll die Hommage halten?
Das mit den Preisen habe ich aufgegeben. Noch nie habe ich einen bekommen. Somit erübrigt sich die Frage.