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Die Reblaus ist heute noch einer der gefürchtetsten Schädlinge im europäischen Weinbau. So sind insbesondere die Winzer im süddeutschen Raum durch das vermehrte Auftreten der Reblaus seit Jahren stark beunruhigend und besorgt. Mit der Einfuhr von fremden Reben mit bewurzelten Amerikanerreben als Zierpflanzen aus Amerika wurden 1862 erste Schäden um 1862 in Frankreich entdeckt. Sie ist aber auch im Deutschschweizer Weinbau präsent. So findet man wie hier auf alten Direktträgersorten immer wieder auf dem Laub Befallsherde. Bekanntlich befällt dieser Schädling die Wurzeln der Reben, wobei er aber nur jene mit europäischem Ursprung schätzt. Er sticht diese an, so dass sich daran an den Stichstellen gallenartige Geschwülste bilden und die Funktionsweisen der Wurzeln massiv beeinträchtigen. Als Folge sterben diese und somit auch die Reben ab. Entsprechend wurde dieser Umstand mit resistenten mit der Rebveredlung mit amerikanischer Unterlage genutzt, um der Laus den (tödlichen) Spass an den europäischen Wurzeln zu verderben. Der Lebenszyklus kann heute insbesondere auf Direkträgerreben beobachtet werden. Die Reblaus überwintert als Winterei, aus dem im Frühjahr die Stammmutter schlüpft. Diese wiederum sticht Rebblätter auf der Unterseite an, was zu Gallen führt, in welche sie ihre Eier ablegt. Aus den schlüpfenden Junglause werden wiederum in vier bis sieben Generationen Blattläuse, welche sich auf den Blättern weiterentwickeln. Ein kleiner morphologisch unterscheidbarer Reblaustyp wandert im Verlauf der Vegetationsperiode in den Wurzelbereich ab und wird zur eigentlichen Wurzellaus. Die wenigen in den Boden eingetauchten Rebläuse bilden wiederum mehrere Generationen. Im Laufe des Sommers verlassen einige wieder als nun geflügelte Wurzelläuse als Wanderläuse den Boden. Sie fliegen nun wieder auf die Rebstöcke, wo sie zwei unterschiedliche Eitypen ablegen aus welchen Männchen und Weibchen schlüpfen. Diese wiederum paaren sich nochmals und das Weibchen legt ein Ei unter die Rinde am Stock ab.
Todesurteil für europäische Reben
Gefährdet sind hingegen die wurzelechten europäischen Reben. Es ist dabei die Wurzelreblaus, welche mit ihrem biologischen Verhalten den Reben den Garaus macht. Sie befällt die Wurzeln der Reben, wobei er aber nur jene mit europäischem Ursprung schätzt. Die Laus sticht diese an, so dass sich an den Stichstellen gallenartige Geschwülste bilden und die Funktionsweisen der Wurzeln massiv beeinträchtigen. Als Folge sterben diese und somit auch die Reben ab.
Insbesondere in der Fachpresse und in den süddeutschen Medien sorgt dieser durchaus sehr gefährliche Schädling immer wieder für Schlagzeilen. «Auch 143 Jahre nach dem Erlass des ersten deutschen Reblausgesetzes müssen wir mit der Reblaus leben. Eine Bekämpfung ist aber erforderlich, um einer weiteren Verbreitung und damit auch eine Gefahr höherer genetischer Variabilität entgegenzuwirken» war im Badischen Winzer zu lesen. Der kleine Schädling scheint nun in süddeutschen Reblagen wieder vermehrt Oberhand zu erhalten. Dies obwohl man ihn wie bei uns mit der Rebveredelung eigentlich auf natürliche Art fast völlig ausgehungert und man das Pflanzen von wurzelechten europäischen Sorten verboten hatte. Das bei uns eigentlich unerwünschte aber vielfach gewendete Vergruben von Reben kann durchaus eine Gefahr für einen Befall darstellen. Dabei nutzt man vegetative Fähigkeiten und Eigenschaften der Rebstöcke, um in älteren Rebbeständen rasch eine neue Rebe zu erhalten, um abgegangene Stöcke zu ersetzen. Im Frühjahr nimmt man einfach ein Rebschoss einer Nachbarrebe und legt dieses ohne es vom Mutterstock abzutrennen in die Erde. Ein kleines Stück davon zieht man als Steckling über den Boden am zu ersetzten Rebstock. Während nun die Augen über dem Boden normale Triebe bilden, wachsen aus den Augen im Boden Wurzeln. Nach ein bis zwei Jahren kann dann der Trieb vom Mutterstock abgetrennt werden und die neue Rebe ist dank dem neuen Wurzelwerk überlebensfähig, aber zugleich auch zur Freude der Reblaus nun als europäische Sorte wurzelecht, so dass sie von der Reblaus befallen werden kann. In Deutschland ist dieses Verfahren zur Rebvermehrung streng verboten und wird mit Bussen von mehreren Hundert Euros sanktioniert.
Mehltau war schlimmer
Rückblickend für das Weinland und Teile des Kantons Zürich war nicht wie beispielsweise in Frankreich oder Deutschland die Reblaus, sondern der ebenfalls aus Übersee eingeschleppte falsche Mehltau teilweise für den Niedergang des Weinbaues Ende des 19. Jahrhunderts verantwortlich. Zugleich waren es aber auch wirtschaftliche Gründe, welche die Rebflächen schwinden liessen. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes konnte nun billigerer Wein über grössere Distanzen transportiert und eingeführt werden. eine analoge Entwicklung erlebte auch der Brotgetreideanbau, welcher ebenfalls dem billigeren Import zum Opfer fiel.