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Archäologen haben im Westen Chinas eine rund 3200 Jahre alte Hose entdeckt. Durch den Fund solcher Kleidungsstücke können Rückschlüsse auf damalige Kulturen gezogen werden.
Forscher des Deutschen Archäologischen Instituts haben in China im Rahmen des Projekts «Silk Road Fashion» die wohl älteste Hose der Welt entdeckt. Das Kleidungsstück aus Wolle entstand vor etwa 3200 Jahren, wie das Institut mitteilte. Dass die Hose so gut erhalten geblieben ist, verdanken wir wohl dem trockenen Klima in Westchina.
Die Hose stammt aus der Region, in der in den Steppen Eurasiens die ersten Krieger zu Pferde auftauchten. Der Fund bestätige die Vermutung, dass die Entwicklung des Hosenschnittes eng mit dem Beginn des Reitens verbunden war. Vorher wurden von der Bevölkerung vorwiegend Röcke, Mäntel und Lendentücher getragen.
Die Wollhose ist demnach bequem zu tragen: Sie besteht aus drei Teilen – zwei Beinstücken und einem gestuften Zwickelteil – die separat auf einem Webstuhl hergestellt wurden. Die Einzelteile wurden im Schritt zusammengenäht, so dass die Beine seitwärts gespreizt werden konnten.
Die Herstellung einer solchen Hose setzt mathematisches und abstraktes Denkvermögen voraus. Durch Jahrtausend alte Kleidungsstücke können Forscher heute Rückschlüsse auf das wissenschaftliche Wissen der damaligen Kultur ziehen wie zum Beispiel auf die Anatomie.
Den Trägern dieser Hosen wurden das Zaumzeug und die typischen Waffen von Reiterkriegern mit ins Grab gelegt. Mehrere der untersuchten Exemplare der ältesten Wollhosen der Welt stammen den Angaben zufolge aus Gräbern bei Turfan in Westchina.
Die Forschungsergebnisse des deutsch-chinesischen Teams wurden in der Zeitschrift «Quaternary International» veröffentlicht. (lhr/sda/afp)