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Falsche Behauptungen
Die Verbände Aussenwerbung Schweiz, KS/CS Kommunikation Schweiz und ADC Switzerland wehren sich
entschieden gegen die Behauptungen im Postulat «Verzicht auf den geplanten Ausbau von
Reklameflächen». Wie auf simap.ch publiziert, handelt es sich bei der Ausschreibung 2022 nicht um einen
«Ausbau von Reklameflächen». Im Gegenteil, die Anzahl Plätze für Aussenwerbung wird 2022 um 128
Stück reduziert.
Ausschreibungen 2015 – 2019: Total 1’934 Plätze für Aussenwerbung
Ausschreibung 2022: Total 1’806 Plätze für Aussenwerbung
Der Energieverbrauch eines hinterleuchteten Plakates beträgt 0.029 kWh, jener eines Indoor ePanels (85
Zoll) 0.312 kWh und ein Outdoor ePanel (75 Zoll) verbraucht 0.700 kWh. Dieser Energieverbrauch ist
bedeutend geringer ist als beispielsweise jener für Video-Streaming mit einem 65 Zoll Fernseher, mit
einem Verbrauch von 1.3 kWh.
(Die Mitglieder des Verbands Aussenwerbung Schweiz (AWS) leisten übrigens freiwillig einen Beitrag zu den
Energiesparbemühungen des Bundesrates: Medienmitteilung).
Volkswirtschaftliche Bedeutung
Das Postulat zielt auf ein allgemeines Werbeverbot in der Stadt Zürich. Werbeverbote bedrohen aber
Arbeitsplätze und bedeuten den Verlust von wichtigen Steuereinnahmen. Die Stadt Zürich verdient mit
Konzessionseinnahmen von Werbetreibenden für Werbung im öffentlichen Raum 12,5 Millionen Franken
pro Jahr, die VBZ verdienen mit der Vermietung von Werbeplätzen 13 Millionen. Die beiden grössten
Anbieter von Aussenwerbung der Schweiz, APG|SGA und Clear Channel Schweiz bezahlen gemeinsam 1.5
Millionen Franken Steuern in der Stadt Zürich und beschäftigen insgesamt 520 Arbeitnehmende, davon
150 in der Stadt. Gemäss dem Dankesschreiben der Stadtpräsidentin Mauch gehört die APG|SGA sogar zu
den 100 besten Steuerzahlern der Stadt Zürich. Private Grundeigentümer vermieten ebenfalls
Werbeflächen und bezahlen auf diesen Einnahmen Steuern an die öffentliche Hand.
Die Werbebranche ist im Grossraum Zürich besonders präsent. Sie beschäftigt mittel- und unmittelbar
rund 6’000 Menschen, so zum Beispiel Marketing-Spezialist*innen in Unternehmen, Agenturen und
Medienhäusern, selbstständige Grafiker*innen, Texter*innen und Fotograf*innen, Spezialist*innen im
Bereich Druck, Angestellte von Plakatausstellungen und Kurator*innen in Museen sowie Lehrer*innen von
grafischen Fachklassen an berufsbildenden Institutionen.
Werbegelder wandern ins Ausland ab
Das Medium Plakat hat eine zentrale Funktion für die Wirtschaft. Das beste Produkt nützt nichts, wenn es
niemand kennt. Deshalb sind Unternehmen darauf angewiesen, ihre Angebote bekannt und sichtbar zu
machen. Dasselbe gilt auch für die Kultur. Veranstaltungen und Ausstellungen brauchen Publikum. Das
Verbot von Aussenwerbung in Zürich wird deshalb dazu führen, dass die Werbegelder einfach in andere
Kanäle fliessen, insbesondere in digitale Werbung auf grossen ausländischen Plattformen (Facebook,
Instagram, TikTok, Google etc.). Die Werbegelder wandern also ersatzlos ins Ausland ab.
Das Plakat hat eine wichtige Bedeutung für die Demokratie
Im Gegensatz zu gezielter Werbung auf Social Media schliesst ein Plakat in Zeiten der Fragmentierung
niemanden aus und trennt nicht nach Geschlecht, Nationalität, Generation, sexueller Orientierung etc.
Plakate fördern freie und unabhängige Meinungen – die Grundpfeiler jeder Demokratie. Gerade für die
politische Werbung ist das Plakat zentral. Sie soll nämlich im öffentlichen Raum stattfinden und sich nicht
in geschlossenen Echokammern verstecken. Der Grossteil der Werbegelder der Parteien fliesst heute in
Plakatwerbung (Stand 2022): 90% bei GLP/Grüne, 80% bei FDP, 60% bei der Mitte. Die reservierten
Plakatflächen zu Wahlen und Abstimmungen werden von den Behörden kontingentiert und gemäss einem
fairen Verteilschlüssel unter den beteiligten Parteien, Kandidat*innen, Verbänden, Komitees etc.
aufgeteilt.
Das Plakat ist das beliebteste Werbemittel
Zwei Studien (MACH Consumer 2021 und Marktforschungsinstitut Link 2022) belegen die Beliebtheit des
Plakats in der Schweiz. Das Plakat ist ein stilles und unaufdringliches Medium. Werbung auf Plakaten und
Bildschirmen gilt als informativ und wird von 70% der Schweizer Bevölkerung geschätzt. 82% der Befragten
empfinden Plakatwerbung als am wenigsten störend unter den möglichen Werbekanälen. 63% der
Befragten spricht sich gegen ein Verbot von Plakatwerbung aus.
Quellen:
• MACH Consumer 2021 (grösste unabhängige Konsumentenstudie der Schweiz von der WEMF, Werbe- und Medienforschungs AG, 30'000 Interviews)
• Studie zum Thema Akzeptanz und Relevanz der Aussenwerbung, Auftraggeber AWS, Marktforschungsinstitut Link, Januar 2022