Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03100.jsonl.gz/2397

- Die Bewohner der Insel Bougainville haben sich in einem Referendum deutlich für ihre Loslösung von Papua-Neuguinea entschieden.
- Die Provinz im Pazifik könnte damit der jüngste Staat der Welt werden.
Knapp 177'000 Bürger oder mehr als 98 Prozent stimmten bei dem Referendum für die Unabhängigkeit, wie der Präsident der Abstimmungskommission von Bougainville erklärte.
In der Abstimmung stand neben der Unabhängigkeit auch eine grössere Autonomie zur Wahl. Dafür stimmten lediglich gut 3000 Menschen. Das Ergebnis muss noch vom Parlament von Papua-Neuguinea ratifiziert werden.
Abstimmung dauerte zwei Wochen
Wegen der geografischen Besonderheiten zog sich das Referendum über zwei Wochen hin. Viele Gemeinden sind nur schwer zu erreichen.
Bougainville gehört derzeit als autonome Provinz zu Papua-Neuguinea. Trotz vieler Rohstoffe ist das einer der ärmsten Staaten der Welt. Das Referendum war nach einem zehnjährigen Bürgerkrieg, der 1998 zu Ende ging, vereinbart worden. Damals kamen mehr als 15'000 Menschen ums Leben.
Auf Bougainville gibt es grössere Vorkommen an Kupfer und Gold. Die Bevölkerung ist jedoch sehr arm. Zudem leidet die Insel durch den Abbau der Rohstoffe an Umweltproblemen.
Bougainville: Seit 1975 Teil von Papua-Neuguinea
Die Provinz ist nach dem französischen Abenteurer Louis Antoine de Bougainville benannt. Von den 1880er-Jahren bis zum Ersten Weltkrieg war sie Teil von Deutsch-Neuguinea. Dann wurde sie von Australien besetzt, bis sie schliesslich 1975 Teil von Papua-Neuguinea wurde.