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Eine Studie von Human Rights Watch (HRW) bringt Erstaunliches ans Licht: Europäische Grosskonzerne missachten in den USA internationale Arbeitsrechte, wie die Vereinigungsfreiheit. Der 128-seitige Bericht zeigt, dass weltweit tätige europäische Unternehmen amerikanische Arbeitnehmende daran gehindert haben, sich zu organisieren und Tarifverhandlungen durchzuführen. Dabei sei gegen internationales und häufig auch US-Arbeitsrecht verstossen worden, schreibt HRW in einer Medienmitteilung. Für die Studie sind namhafte französische, deutsche, norwegische, englische und niederländische Unternehmen untersucht worden, darunter etwa T-Mobile, DHL oder Tesco.
Freiwilligkeit ist problematisch
«Das Verhalten dieser Konzerne lässt ernsthaft an dem Wert freiwilliger Selbstverpflichtungen für die Einhaltung von Menschenrechtsstandards zweifeln», so Arvind Ganesan, Leiter der Abteilung Wirtschaft und Menschenrechte von Human Rights Watch. «Die Unternehmen müssen für die Verstösse gegen ihre selbst gesetzten Standards und die bestehenden gesetzlichen Normen zur Verantwortung gezogen werden.» Der Bericht fordert eine stärkere Aufsicht der europäischen Unternehmensführungen über die Verantwortlichen in den USA. Darüber hinaus sollen von internationalen Organisationen wie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) umfassendere Normen und effektivere Beschwerdemechanismen festgelegt werden. Auch sollen sich die europäischen Regierungen und die Europäische Union entschiedener als bisher für die Einhaltung internationaler Rechtsnormen durch europäische Firmen einsetzen.
HRW schreibt in der Medienmitteilung:
«Der Bericht hält fest, dass alle untersuchten Firmen in unterschiedlichem Masse gegen die Kernarbeitsnormen der ILO, die Richtlinien über industrielle Beziehungen der OECD, das Recht auf Vereinigungsfreiheit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie gegen den Global Compact der Vereinten Nationen und andere internationale Menschenrechtsinstrumente verstossen haben. 'Selbst Konzerne, die sich als fortschrittlich bezeichnen, haben vollen Nutzen aus dem schwachen US-Arbeitsrecht ziehen können, um die Vereinigungsfreiheit zu unterdrücken', so Ganesan. 'Solange die USA ihr Arbeitsrecht nicht weiterentwickeln und die Einhaltung besser überwachen, werden Arbeitnehmer in den USA ihre Rechte kaum ausüben können.'
Quellen
07.09.2010