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Vereinigung zweier Welten
“Franklyn” von Gerald McMorrow
Vier Menschen, zwei Welten. Gerald McMorrows erster Spielfilm wagt das Experiment, eine Geschichte, die in einer düsteren Fantasiewelt spielt, mit einem Drama im heutigen London zu verknüpfen. Das Resultat ist kein Meisterwerk, aber ein bestechender und interessanter Versuch, zwei einander sonst fremde Genres zu vereinen.
Von Lukas Hunziker.
Jonathan Preest ist der einzige Mensch ohne Religionszugehörigkeit in einer dystopischen Megalopolis namens Meanwhile City. Sein Ziel ist es, Rache zu üben an einem religiösen Fanatiker, welchen er als “das Individuum” bezeichnet. Das Individuum soll für den Tod eines kleinen Mädchens verantwortlich sein, welches Preest retten wollte. Doch seine Rachepläne werden vereitelt und Jonathan Preest verschwindet für Jahre hinter Gitter, bis die Regierung ihn für einen Auftrag rekrutiert, der gleichzeitig Freiheit und die ersehnte Rache am Individuum verheisst.
Zur gleichen Zeit irren in unserer Welt zwei Männer und eine Frau herum, wie Jonathan Preest auf der Suche nach der Erlösung von ihrem Schmerz. Die junge Kunststudentin Emilia begeht für ein Videoprojekt wiederholt Selbstmordversuche, welche sie vor ihrer Kamera kunstvoll inszeniert, immer dem Risiko ausgesetzt, dass die Notfallsanitäter nicht schnell genug bei ihr zu Hause eintreffen. Milo, ein junger, verträumter Mann, glaubt seine Jugendfreundin auf den Strassen Londons immer wieder von weitem zu sehen, nachdem er sich kurz vor der Hochzeit von seiner Freundin getrennt hat. Peter schliesslich sucht in London verzweifelt nach seinem Sohn, welcher den Kontakt zu ihm nach einem tragischen Ereignis in der Familie abgebrochen hat.
Drama im Thrillerpelz
Dem DVD-Cover nach zu urteilen müsste es sich bei “Franklyn” um einen düsteren und blutigen Thriller handeln. Das Gegenteil ist der Fall. Gerald McMorrows erster Spielfilm ist weit stiller, als man erwarten würde, und weit menschlicher, als es die Masken auf dem Cover erahnen lassen. Der Reiz des Filmes ist die Fantasyebene, auf welcher sich Jonathan Preests Story abspielt. Die Parallelen zwischen der düsteren Zukunftsstadt Meanwhile City und dem heutigen London werden gerade in der ersten Hälfte des Films nur angedeutet, so dass man als Zuschauer über die Zusammenhänge der vier Handlungen rätselt. Optisch ist die Welt von Jonathan Preest zwar etwas kitschig und nicht besonders originell umgesetzt – Anleihen an “V for Vendetta” sind offensichtlich – doch spätestens beim Finale wird deutlich, dass dies so sein muss. Das Finale allerdings wünschte sich wohl so manchen Zuschauer etwas überraschender und radikaler. Trotzdem bleibt “Franklyn” ein eigenwilliges und streckenweise sehr originelles Erstlingswerk, das durchaus sehenswert ist – wenn auch weniger für Actionfans, welche sich vom DVD-Cover einen Sci-Fi Thriller erhoffen.
Austattung
Als Bonusmaterial sind auf der DVD lediglich eine Hand voll Trailer enthalten.
Seit dem 20. August 2009 im Handel.
Originaltitel: Franklyn (Grossbritannien 2008)
Regie: Gerald McMorrow
Darsteller: Ryan Philippe, Eva Green, Sam Riley, Bernhard Hill
Genre: Thriller, Drama
Dauer: 94 Minuten
Bildformat: 2,25:1 Widescreen
Sprachen: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer, Trailershow
CH-Verleih: Ascot Elite
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