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Man kann Methoden am Ziel ausrichten. Man kann aber auch ein vorgängig nicht bekanntes Ziel als Effekt einer Methode verstehen. Methode heisst Weg. Wenn ich weiss, wo ich hin will, kann ich den Weg suchen. Ich kann aber auch einem Weg folgen und schauen, wohin er führt. Der Weg dieses Projektes ist die Systemtheorie, der Weg ist allerdings noch nicht vorhanden. Wir folgen also einem Weg, den es noch nicht gibt, und schauen, wohin er uns führt. Wir verhalten uns sozusagen wie Kolumbus, der einiges wusste, als er nach Indien aufgebrochen war.
Geld ist kein System, es spielt eine Rolle in einem System. In welchem System spielt es seine Rolle konstitutiv?
RT: "Die erste Frage ist wohl, wo anfangen, wo einsteigen. Es geht darum ein System abzugrenzen, oder eine Funktion zu beobachten. Wie würdest Du anfangen?
Mir ist die Grundeinkommens-Initiative in den Sinn gekommen, da könnte man beispielsweise ueberlegen, wie der Finanzhaushalt im Gleichgewicht gehalten werden könnte.
Oder die Nationalbank und deren Aufgabe (was immer das ist): Vielleicht ein stabiler Zins oder nicht zu starke konjunkturelle Schwankungen?
Oder eine einzelne Bank a la UBS?
Oder was denkst Du? Wo oder wie könnten wir einsteigen?
Beim Kybernetik-Prof. R. Hirsig an der Uni machen die Studenten normalerweise ein Projekt, in welchem sie einen Aufsatz aus der Fachliteratur interpretieren, also eine Beobachtung einer Beobachtung machen. Das erspart die Auswahl eines Phänomens."
RS: ".. meine eigene, mir plausible Methode anzuwenden:
1. Lies den Text deines Vertrauens über das betreffende Thema (in unserem Fall: Geld).
2. Suche und sammle die in den Erklärungen Begriffe und übernimm diese in eine Liste bzw. dirkt in die Cmap.
3. Durchforste die entstandene List und eliminiere sämtliche Begriffe, die nicht als relevante Eigenschaften des betreffenden Themas gelten.
4. Untersuche welche Beziehungen zwischen den Eigenschaften bestehen.
5. Wähle eine geeignete Software zur Simulation aus, mit der das entstandene Wirkungsgefüge simuliert werden kann.
RT: "Das sollten wir tun! Damit modellieren wir quasi einen Text, um den Autor (also dessen Verständnis von Geld, nicht Geld) zu verstehen. Das löst das Einstiegsproblem.
Wir sollten gleichzeitig auch etwas anderes tun, um so unsere Methodenrelativität zu erkennen. Ich schlage deshalb vor, mit dem Formalismus der Kybernetik zu beginnen. Dabei sehen wir dann Geld so, dass es zum Formalismus passt.
In beiden Fällen (und allenfalls in weiteren) sollten wir unsere Methode des Modellierens reflektieren. Ich fange mal mit Vorstellungen an, die ich mit dem kybernetischen oder systemdynamischen Modell verbinde." ==> Die Entwicklung eines Modells
Als Modell bezeichne ich - neben Zeichnungen und Beschreibungen - eine eigenständige Repräsentationen mit einer eigenen Funktionalität, die darin besteht, dass man mit Modellen repräsentierend spielen kann. Modelle sind aspektspezifisch isomorph, also "dreidimensional" körperhaft, so dass sie in Zeit und Raum repräsentierend bewegt werden können. Eine Modelleisenbahn sieht genau so aus wie die damit modellierte Eisenbahn. Vor allem aber kann sie auch auf Schienen über Weichen fahren, wozu sie wie ihr Vorbild Raum und Zeit benötigt. Ich werde aber kein Modell herstellen, sondern ein Modell beschreiben. Mit der Beschreibung des Modells kann ich nicht spielen. Aber ich kann beschreiben, wie ich mit dem Modell spiele. (By the way: Die Beschreibung des Modells lässt sich nicht von der Beschreibung des Originals unterscheiden, weil Beschreibungen immer Modelle produzieren.
Ich entwickle ein kybernetisches Modell. Die Beschreibung des Spielens mit kybernetischen Modellen wird gemeinhin als System Dynamics bezeichnet. Das Spielen besteht darin, dass bestimmte Anfangswerte und bestimmte Parameter gesetzt werden. Dann durchläuft das Modell einen Prozess und zeigt, wie sich die kritischen Werte verändern. Mit der Modelleisenbahn kann man etwa zwei Züge an verschiedenen Orten abfahren lassen und schauen, ob es ein Unfall gibt. Eine Art Metaspiel besteht darin, das Modell so zu verändern, dass mit denselben Anfangswerten andere Resultate entstehen. Bei der Modelleisenbahn kann man beispielsweise zusätzliche Weichen einbauen.
Die Kybernetik liefert das Verfahren. Die Kybernetik wird also nicht hier erfunden, sondern vorausgesetzt. Und indem wir über "Geld" sprechen, sprechen wir auch über etwas, was schon da ist. Wie wir Geld durch unsere Sichtweise (Theorie) als Geld begreifen, wird sich im Modell zeigen. Aber natürlich müssen wir Vorstellungen einbringen, um irgendwo mit dem Modellieren anzufangen: die Münzen und Noten, die ich Portemonnaie habe, Geld als Währung im Finanzhaushalt, Geld auf Schuldscheinen und elektronisches Geld.
Wir haben ein grosses - wenn auch unreflektiertes - Voraus-Wissen.
Die kybernetische Modellierung kann als Modellierung des Wissens verstanden werden. In diesem Sinne verfolge ich zwei parallele Ansätze. Ich schau Geldflüsse an, ich muss aber auch begrifflich fassen, was ich als Geld bezeichne, wenn ich Geldflüsse beobachten will. Die politische Oekonomie interessiert sich nicht für Geld, sondern für Gewinn. Sie verwendet deshalb andere Begriffe und beobachtet andere "Geldflüsse". Hier soll es um Geld gehen, nicht darum, dass auch Wucher in Geld anfällt.
Die Kybernetik ist eine klassische Theorie. In dialektischen Verhältnissen sage ich jeweils, wo und wie ich die Theorie verwende. Das mache ich durch differenztheoretische Formulierungen.
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