Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/2365

L. (Wicke), Gattung aus der Familie der Papilionaceen, durch Blattranken kletternde, selten niedrige und niederliegende
oder aufrechte Kräuter mit paarig (die untern Blätter oft unpaarig) gefiederten, in eine oft verzweigte
Ranke oder in eine zurückgekrümmte Borste auslaufenden Blättern, großen, achselständigen, einzeln oder in Trauben stehenden
Blüten, länglichen, zusammengedrückten, sitzenden oder gestielten, einfächerigen, zweiklappigen Hülsen mit kugeligen,
selten zusammengedrückten Samen.
[* 3]
Weiße und schwarze Bohnen dienten zur Abstimmung. Bei den Lemurien warf man nachts schwarze Bohnen über den Kopf, um sich und
die Seinigen zu lösen, und bei den Palilien sprang man über ein mit Bohnenstroh entzündetes Feuer
(vgl.
Bohne). Die einjährige Vicia narbonensisL. (römische Wicke, schwarze Erbse, schwarze Ackerbohne) wird in Italien
[* 9] und Frankreich,
aber auch bei uns in leichtem Boden als Viehfutter gebaut und gibt in mildem Klima,
[* 10] namentlich in wärmern Sommern, eine reichliche
Kornmasse. Vicia sativaL. (gemeine Wicke, Futterwicke, Feldwicke) ist eine der ältesten Kulturpflanzen,
stammt vom Südabhang des Kaukasus und hat sich in mehreren Varietäten über die ganze Erde verbreitet. Beide werden als Grünfutter
und zur Samengewinnung kultiviert, eignen sich besonders für bindigen Boden und haben neben dem Klee für die Wirtschaft große
Bedeutung. Man säet auf 1 Hektar breitwürfig 154-230 kg und erntet 1900-5800 kg Blätter.
Vicia villosaRoth (Sandwicke, zottige Wicke), welche auf Äckern und Wiesen, besonders auch unter der Saat als Unkraut auftritt, hat Jordan
auf Amt Scherman durch vierjährige Kultur in eine beachtenswerte Kulturpflanze umgewandelt. Sie wächst wie die Lupine auf leichtestem
Sandboden, wird 60-150 cm hoch, ist leicht zu ernten und bringt doppelten Ertrag. Stroh und Spreu bilden
das schönste Schaffutter gleich den Linsen, die Körner aber werden von allem Vieh, selbst von den Schweinen, mit Begierde gefressen.
Da sie absolut winterhart ist, wird sie auch zur Herbstaussaat empfohlen, kann dann 14 Tage früher geerntet
werden, gibt einen um ein Drittel höhern Ertrag. Auf besserm Boden gibt sie, auch mit Roggen gemischt, schon Mitte Mai den ersten
Schnitt zu Grünfutter und wächst gut nach.