Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/2293

Forschung 30.04.2019, 14:30 Uhr
Roboter übersteht Stürze aus 200 Metern Höhe
Forscher aus Berkeley haben einen Roboter in einer speziell flexibel konstruierten Hülle gezeigt, der dadurch Stürze aus 200 Metern überstehen kann.
Der Soft-Roboter nach der Landung. Er soll sich auch für den Einsatz nach Erdbeben eignen
(Quelle: Squishy Robotics )
Einen Sturz aus fast 200 Metern übersteht ein neuartiger Roboter ohne grössere Schäden. Das liegt an der fussballartigen, äusserst nachgiebigen Hülle. Diese federt den Fall ab, wie die Entwickler von der University of California, Berkeley mitteilen. Unterstützung bekamen sie von der US-Raumfahrtbehörde Nasa, die einen solchen Roboter einsetzen will, wenn es einmal zu einer Annäherung an Titan kommt, einen Mond des Planeten Saturn.
Roboterhülle federt ab
Der eigentliche Roboter steckt im Zentrum. Von ihm aus gehen zahlreiche elastische Stäbe aus, die senkrecht auf dessen Oberfläche befestigt sind. Verbunden sind sie mit Kabeln, die sich ausdehnen und zusammenziehen können. Mit deren Hilfe kann er sich an Land fortbewegen. Er ähnelt dabei einem Kraulschwimmer an Land.
Ausgerüstet mit speziellen Sensoren, könne der Roboter beispielsweise über Katastrophengebieten abgesetzt werden, um die Region etwa auf giftige Gase zu überprüfen, so Alice Agogino, Professorin für Maschinenbau an der kalifornischen Hochschule. Dies ginge schneller als die Landung einer Drohne. Selbst auf Trümmern könne der elastische Roboter landen, ohne zu zerschellen.
Soft-Roboter als Retter
«Unser schnell einsetzbarer Roboter ist gebaut worden, um Leben zu retten, Kosten und Risiken zu minimieren und schnelle Antworten aus Krisenregionen zu bekommen», sagt Agogino. Wenn Menschen das Katastrophengebiet erreichten, könnten die Rundlinge mit ihnen kommunizieren und zusammenarbeiten.
Die Maschinenbau-Professorin kam auf die Idee, einen solchen Soft-Roboter zu bauen, nachdem sie Berichte der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung über Rettungseinsätze nach Katastrophen gelesen hatte. Darin berichtete die Bewegung über 400 Ersthelfer, die innerhalb von 20 Jahren bei Einsätzen ums Leben gekommen waren. Viele davon hätten überleben können, wenn sie rechtzeitig über die Situation vor Ort informiert worden wären, meint Agogino. Genau das könne ihr Roboter leisten.
Autor(in) Wolfgang Kempkens, pte