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Das ‹Volkslied im Oberwallis› als geographisch im Oberwallis verortete Gattung beginnt sich im ausgehenden 19. Jahrhundert zu artikulieren. Sein Entstehen geht einher mit der Gründung der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überall in der Schweiz entstehenden Gesangsvereine, dem Vereinswesen im Allgemeinen und der einsetzenden Volksbildung. Es versteht sich mehrheitlich als ein komponiertes ein- oder mehrstimmiges Solo- oder Chorlied im Volkston mit und ohne Begleitung und wächst durch seine breite und aktive Verankerung und Verbreitung im Volk über Schule, Kirche und öffentliches Leben allmählich zum Volkslied im engeren Sinne heran. Nur in seltenen Fällen (z. B. ‹Abschied vom Gantertal›) greift es auf älteres überliefertes Material zurück. Entscheidend für dessen erfolgreiche Verbreitung ist a) die Anbindung an die lokale Sprache (Wallisertiitsch) und / oder b) die Anbindung an die lokale Landschaft (Ortslieder). Es überwiegen ein einfacher, kantabler Duktus, Dur-Tonarten und lebens- wie heimatbejahende Inhalte. Ausserdem sind häufig enge und langjährige Zusammenarbeiten zwischen Dichtern und Komponisten anzutreffen (zum Beispiel Oskar Lagger, Felix Schmid und Eugen Meier als Komponisten in Zusammenarbeit mit Ludwig Imesch, Eduard Imhof und Hannes Taugwalder, in neuerer Zeit Stefan Ruppen in Zusammenarbeit mit Hubert Theler bzw. Andreas Zurbriggen mit Rolf Hermann). Während die ursprüngliche Gattung des Chorliedes deutschromantischer Prägung bis heute weiter besteht, gesellen sich zunehmend aus dem Bereich der Volksmusik, des Schlagers und des Mundartpops und -Rocks mit Michel Villa, z’Hansrüedi, vOlchschOscht, ds Personal, Sina, Walliser Seema, BigFisch neue Lieder und Arrangements hinzu, welche heutzutage (2015) bereits Volkliedcharakter angenommen haben.
Das Singen gehört zu den ältesten Ritualen der Menschheit: Gemeinsames ein-, zwei- und mehrstimmiges Singen in der Familie, im Freundeskreis, im Verein, in der Armee, in der Kirche, bei alltäglichen (Tischgebet, Gebet allgemein, Geselligkeit, Zeitvertreib) und speziellen Anlässen (Feste, Trauerfeiern, Hochzeiten, Gelegenheitsfeste), solistisch oder im Chor, mit Vorsänger oder in der Gruppe war bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts im Oberwallis weit verbreitet und mit einer grossen Selbstverständlichkeit in allen Bevölkerungsschichten verankert.
Mit dem Aufkommen von Radio und Fernsehen in den 70ern, im 21. Jahrhundert der Neuen Medien, aber auch wegen einer vorübergehend stiefmütterlichen Behandlung der Volkskultur nach den Weltkriegen, sowie wegen den demographischen Verschiebungen durch die verstärkte Mobilität und den gestiegenen Individualansprüchen nehmen im Alltag traditionelle formelle und informelle Gelegenheiten zum gemeinsamen Singen tendenziell ab; sie werden seltener als Gemeinschaft wahrgenommen und zunehmend an professionalisierte Strukturen delegiert: In der Kirche singen professionell betreute Chöre, während die Gemeinde zunehmend sprechend partizipiert; Volkslieder werden in hoher gesangstechnischer Qualität einstudiert und konzertant dargeboten, wo zu anderen Zeiten das soziale Moment des gemeinsamen Singens gegenüber dem künstlerischen Anspruch anders gewichtet wurde. Umgekehrt bilden sich aus dem Umfeld des Mundartschlagers und des Mundartpops seit der Jahrtausendwende neue Volkslieder heraus, die von der jüngeren Generation gerade über die Neuen Medien breit portiert und rezipiert und in der Öffentlichkeit an Festen, Festivals und Konzerten kräftig mitgesungen werden.
In musikalischem wie musikhistorischem Sinne kann man nur schwer von einer eigenen musikalischen Volkslied-Tradition im Oberwallis sprechen, da sich nur wenige der heute überlieferten Lieder (darunter Adolf Imhofs ‹Abschied vom Gantertal›) explizit auf älteres Material stützen und die meisten Lieder formal, melodisch und harmonisch weitgehend den Standards des deutschromantischen Chorlieds und später denjenigen der Populärkultur entsprechen. Das Oberwallis als charakteristisches Transit- und Auswandererland zeichnet sich bis zum 20. Jahrhundert eher durch vielfältigen Liedgut-Import als durch eine stilistisch eigenständige Liedproduktion aus.
Sänger, Geiger und Spielleute hat es hingegen sicher schon ab dem 13. Jahrhundert im Oberwallis gegeben, da diese ‹Berufe› als Familiennamen, beispielsweise Spielmann um 1300 in Gamsen und um 1390 in Termen, zu finden sind. Im 16. Jahrhundert findet sich diese Familie auch in Ernen, wo in der Wirtschaft St. Georg von 1660 deren Wappen, drei Spielwürfel, zu sehen ist. Im Jahre 1389 finden wir im Gantertal einen Anton Geiger und 1399 einen Hans Singer im Grund wohnhaft. Derselbe oder ein anderer Hans Singer wird 1389 im Brigerberg genannt. 1391 finden wir den Namen Spielmann auch in Brig: Walter Spielmann (* um 1280, 1320 genannt in Gamsen), Peter Spielmann (* um 1350, 1389 genannt in Termen), Johann Spielmann (* um 1360, 1391 genannt in Brig). Während die Geschlechter Spielmann und Singer ausgestorben sind, konnten sich die Geiger oder Giger in mehreren Walserkolonien, so in Macugnaga, in Prismell des Sesistales, in Catfelsen und zuhinterst im Glarnerlande in Elm und Matt noch Jahrhunderte später erhalten, teilweise bis auf die heutige Zeit. (Ref. 10)
Vor dem 20. Jahrhundert hatten die Walliser keine Zeit und Gelegenheit, sich zu Chören zusammenzuschliessen und vierstimmig zu singen. Hatte ein Bauer eine hübsche Stimme, so sang er für sich allein, einstimmig; er hatte kein Bedürfnis, einer Gruppe anzugehören. Wünschte man sich für ein Fest ein bestimmtes Lied, dann musste man einen ganz bestimmten Sänger einladen; denn dies Lied war Eigentum dieses Sängers, bis er es an einen von ihm selbst erwählten Nachfolger weitergab; niemand erhob sonst Anspruch darauf. Wir haben es also im Wesentlichen mit mündlicher Überlieferung zu tun; aus dieser Eigentümlichkeit erklärt sich die vergleichsweise Armut des Wallis an ererbtem Liedgut. Viele Lieder gingen mit dem letzten Sänger, der sie darbot, unter. (Ref. J. Daetwyler, Forum Alpinum)
Anders liegen die Dinge aber auf dem Gebiet der Instrumentalmusik: die Walliser haben eine der ältesten Musiken der Schweiz. Seit Jahrhunderten besteht an mehreren Orten eine Trommler- und Pfeifertradition. (Ref. J. Daetwyler, Forum Alpinum; siehe auch: Tambouren und Pfeifer im Wallis) Interessant dürfte daher die Untersuchung der Wechselwirkung des historischen Repertoires der Trommler und Pfeifer im Oberwallis auf das im Oberwallis gesungene Liedrepertoire sein.
Interessant wäre ferner a) die Untersuchung des Instrumental- und Tanzrepertoires, das in Musikanten-Dynastien wie derjenigen der Familie Walpen aus Grengiols (d Walpini) über mehrere Generationen bis in die heutigen Tage bspw. über die Oberwalliser Spillit überliefert wurde und, unter anderem, mit Amadé Salzmann in den 1980er Jahren zur Entwicklung und zum Bau neuer Instrumente (teenundi Titschini, chliichjundi Schggaje, Fienschger-Lädi, Bockshornphon, Guttruschpil) und zur Weiterentwicklung des Hackbretts beigetragen hat, und b) den Einfluss ebendieses Repertoires auf die Kompositionen, welche die Oberwalliser Spillit unter der Leitung von Elmar Schmid bei namhaften Komponisten wie Heinz Holliger, Mischa Käser, Jürg Wyttenbach und Daniel Fueter in Auftrag gegeben haben. (Ref. 5)
Älteren Datums ist im Oberwallis auch das Neujahrslied, wie es, mit einigen melodischen und textlichen Abweichungen, in Grächen, St. Niklaus, Ausserberg und im Lötschental gesungen wird und auch in verschiedenen Walsergebieten anzutreffen ist. In St. Niklaus besteht sogar ein eigener Neujahrs-Sängerverein, der bereits im Jahre 1833 eigene Statuten besass. Die Sänger ziehen am Silvesterabend von Haus zu Haus, zeichnen die jeweilig anstehende Jahreszahl und die drei Buchstaben 20+C+M+B+15 (für lat. Christus Mansionem Benedicat, dt. ‹Christus segne dieses Haus›) an die Haustüre und singen jeder Familie, begleitet von Musikanten, das Neujahrslied. (Ref. 10)
Zum Jodel im Oberwallis: Wenn der Walliser wohl der Glockenspielkunst und den Weisen der Pfeifer sein persönliches Gepräge gegeben hat – eine bodenständige eigene Jodelkunst scheint er nicht geschaffen zu haben. Es ist auch interessant festzustellen, dass der Belcanto der italienischen Täler (Domodossola, Macugnaga, Aosta) im Walliser Volksgesang wenig Spuren hinterlässt, während der Urner oder der Berner Oberländer Jodel sich im Oberwallis eingebürgert hat. (Ref. J. Daetwyler, Forum Alpinum)
Die Geschichte der ‹alten› Volks- und Heimatlieder ist eng mit der Geschichte der Volksbildung, mit der Theater- und Singspielgeschichte des Oberwallis sowie mit der Bewegung der ‹Geistigen Landesverteidung› (ca. 1932 bis in die 1960er Jahre) verknüpft. Das Lied im Volkston wurde als integratives Element verstanden und als solches gezielt propagiert, in den Unterrichtsplan integriert und in der Öffentlichkeit gefördert. ‹Intensive, soziale und kreative Beteiligung, auf welcher Ebene auch immer, hilft am ehesten, Identität zu stärken, und wer irgendwo ‹beheimatet› ist, gewinnt auch bei anderen Heimat.› (Ref. 3)
Notenkundige Priester (Gregor Brantschen, Adolf Imhof, Johann Imahorn, Gustav Zimmermann, Adolf Briw, später auch Karl und German Burgener, siehe Komponistenliste) schrieben und publizierten als erste heimat- und ortsbezogene Lieder im Volkston. Diese fanden ab Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug in die Oberwalliser Schulbücher und in die Repertoires der oftmals von ihnen gegründeten (Kirchen-)Chöre. Der Einfluss dieser Musikerpriester über die Kirche hinaus als Lehrer in den Dorf- und Bezirksschulen sowie am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig, dem einzigen Gymnasium im Oberwallis, ist für mehrere Generationen prägend und kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Den Priestern folgten in den Schulen und Chören weltliche Lehrer, allen voran Felix Schmid, dessen Oeuvre vor allem mit seinem Wirken als Dirigent des Oberwalliser Volksliederchors und der Jodelchöre Balfrin, Bärgarve und Ahori und der Einspielung zahlreicher Tonträger weite Kreise erreichte. Zur Seite standen ihnen einheimische und zugezogene Musiker und Komponisten (Oskar Lagger, Eugen Meier, Jean Daetwyler, Charles und Georges Haenni, siehe Komponistenliste), welche für unzählige Gelegenheiten, Singspiele und Festakte fortlaufend neue Lieder schufen.
An dieser Stelle kommen dem Oberwalliser Volksliederchor und dessen Gründer Adolf Imhof ein besonderer Platz zu: Adolf Imhof ist 1906 in Brig als Sohn des Schmiedemeisters, Musikers, Dirigenten, Volksmelodiensammlers, Solotrompeters und Marschkomponisten Josef-Marie Imhof geboren. Nach dem Theologiestudium wurde er 1933 Vikar in Glis und 1939 Kaplan in Brig. In den 1940er Jahren schrieb der Theaterbegeisterte mit ‹Hauptmann Gerwer›, ‹Heimatlos› und dem noch heute sehr bekannten ‹Im Gantertal› (mit Aufführungen in Brig 1947 /54 / 68 / 82 / 92 / 99, Ausserberg 1953, Agarn 1961 / 73, Bellwald 1962) äusserst erfolgreiche Singspiele, zu welchen er auch die Musik beisteuerte. Dazu gehören zahlreiche Chorlieder, Duette, Tänze und Märsche, z. T. Bearbeitungen überlieferter Volksweisen. Viele von ihnen sind inzwischen Volkslieder geworden. Als Imhof im Januar 1957 mit einem grossen gemischten Chor seine Lieder beim Radio in Bern einspielte und diese mit grossem Erfolg über den Äther zu hören waren, äusserten zahlreiche Liebhaber des Volksliedes beidseits des Lötschbergs den Wunsch, der Chor solle sich zu einem Verein zusammenschliessen. Adolf Imhof wurde der erste Dirigent, der Volksdichter Ludwig Imesch der erste Präsident des neugetauften Oberwalliser Volksliederchores, der bis zum Einzug der Jodelchöre und des Mundartschlagers einer der wichtigsten Träger des Volksliedes im Oberwallis geblieben ist. Neun Tonträger zeugen von seinem Wirken, ebenso erlebten die Singspiele ‹Im Gantertal› 1968 / 82 / 92, ‹Dorftanz› 1985, ‹Gratzug› 1991 und ‹Der letzte Sander› 2000 glanzvolle Aufführungen.
Zur jüngsten Generation von Oberwalliser oder im Oberwallis wirkender Komponisten von Chor-, Jodel- und Mundartliedern einschliesslich Rock und Pop gehören unter anderem Stefan Ruppen, Adrian Zenhäusern, Tobias Salzgeber, Javier Hagen, Andreas Zurbriggen, Amandus Fercher, Daniel Föhn, André Zentriegen, Arthur Schmid, Ewald Muther, Leo Zeiter, Hansrüedi Zbinden, Michel Villa, Sina und die Gruppen ds Personal, vOlchschOscht, Walliser Seema und BigFisch (siehe Komponistenlisten). Ihre Arbeiten erfahren im Zuge einer allgemeinen Aufwertung der Volkskultur in der Schweiz zunehmende Anerkennung und erlebten auch im Rahmen des Pro Helvetia-Projekts ‹echos – Volkskultur für morgen› 2006-2008, das gezielt Innovation und Volkskultur zu verbinden suchte, wertvolle Impulse.
Verdienstvoll sind ebenso die Bestrebungen des 2008 in Brig gegründeten AlpenChorFestivals, das im Rahmen seines alle zwei Jahre ausgeschriebenen Kompositionswettbewerbs eigens eine Kategorie für Lieder im Volkston mit Bezug zum Wallis ausschreibt und seitdem bereits eine weitere Anzahl neuer Werke generiert hat.
Ausserdem verlegen die Editions La Batiaz in St. Maurice unter dem Label ‹Musica Vallensis› im Auftrag des Verbandes Walliser Gesangsvereine eine grosse Anzahl Walliser Chorlieder und stellen diese den Chören in guten Editionen und zu günstigen Bedingungen zur Verfügung.
Während die vor 1960 geborenen Oberwalliser auf ein grosses und aktives Mitsing-Repertoire zurückgreifen können, kennt die Generation nach 1960 die ‹alten› Oberwalliser Volkslieder praktisch nur noch vom Hören, und nicht mehr vom selber Singen. Diese Lieder werden heute (2015) nicht mehr ohne Weiteres über die Schule und zuhause über die Familie vermittelt, sondern fast ausschliesslich über Gesangsvereine (Jodelchöre, Kirchenchöre, Projektchöre). Sie erreichen in erster Linie interessierte Kreise und nicht mehr flächendeckend die ganze Bevölkerung. Zudem sind alte Liederbücher und Tonträger vergriffen und werden nicht mehr neu aufgelegt. Trotz der relativen Fülle an eigenen Liedern sind die Geschichte und das Repertoire des Volksliedes im Oberwallis sozusagen unerforscht. Dies ist insofern bedenklich, da besonders das mündlich überlieferte Repertoire vor 1930 nicht erfasst und das kollektive Gedächtnis mangels gelebter Singpraxis am Aussterben ist. Auch sind Nachlässe verstorbener Oberwalliser Tonsetzer, vor allem der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, weder erfasst noch ausgewertet. Immerhin existieren, beispielsweise über die Sammlungen von Charles Haenni und Paul Stoecklin (siehe Linklisten), mehrere Lieder- und Tondokumentesammlungen. Aber auch sie harren, anders als im Mittel- und Unterwallis mit den Nationalfonds-Forschungsarbeiten von Isabelle Raboud-Schüle 1992-94 bereits geschehen (Ref. 13), einer weiteren Auswertung. Und: in manch einem Estrich und Chorarchiv, in welchen die ersten Priesterkomponisten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewirkt haben (vor allem in den Berggemeinden) lagern Originale, aufschlussreiche, mit Notizen versehene Abschriften, und unveröffentlichte Werke, welche riskieren, in Ermangelung sachkundiger Aufarbeitung für immer in Vergessenheit zu geraten.
Das Projekt ‹Widerklang› der Projektreihe „Carillon-Plus – Kirchenglocken auf Abwegen“ des Oberwalliser Perkussionisten Beat Jaggy ist ein exemplarisches Beispiel zur Möglichkeit der Aufarbeitung und Neuinterpretation des Volksliedgutes im Oberwallis, hier spezifisch fürs Lötschental. Beat Jaggy hat seine Wurzeln im Lötschental und verbrachte in seiner Kindheit viel Zeit bei seinen Verwandten („Tantini“) in Kippel. Auch heute zieht es ihn oft ins Tal. So entstand die Idee, im Lötschental ein Konzert von Jaggys Reihe ‹CarillonPlus› zusammen mit der Musikgesellschaft Alpenrose und dem Vokalensemble Lötschental zu gestalten. Zu der Zeit, in welcher es weder Radio noch Telefon gab, diente das Carillon (Kirchenglockenspiel) vor allem der Kommunikation: Feierabend – Feiertag – Tod – Alarm und vieles mehr wurde auf diese Weise mitgeteilt. Mit einfachen Seilzügen entlockten die Meister ihres Faches den Glocken teils virtuose Melodien. Durch die Automatisierung ging diese Kunst in den meisten Oberwalliser Dörfern, darunter auch in Kippel im Lötschental verloren. Mit „CarillonPlus“ bringt Jaggy dem Publikum Glocken und ihre Klänge in neuen und verschiedenen Kontexten (hier mit einer Blasmusik und einem Vokalensemble) näher und will so diese verschwindende Tradition wiederbeleben und neu gestalten. Das Projekt ‹Widerklang› sollte darüber hinaus ausschliesslich Musik – Volkslieder, Kirchenmusik, Tänze, Traditionelles aber auch Neues und Rockiges – verwenden, das aus dem Tal stammte oder von Lötschentalern geschrieben worden war. In Archiven, im Museum oder bei Privaten – überall wurde nach Musik und Informationen gesucht. Dieser überaus reiche Fundus von Skizzen, Noten und Aufnahmen diente als Grundlage für die Kompositionen und Arrangements Jaggys, welche unter dem Titel ‹Widerklang› als Zusammenarbeit der Musikgesellschaft Alpenrose, des Vokalensembles Lötschental und Jaggys Perkussionsensemble Schlagfertig im Winter 2014 mit einer Konzertreihe einen ersten Höhepunkt erlebte. In einem weiteren Schritt werden die gesammelten Werke (etwa 50 an der Zahl) in ihrer ursprünglichen Form als Liederheft publiziert werden. (Ref. 17)
Volksgesang ist in den meisten ländlichen Regionen der Schweiz gesellschaftlich verankert, wo ein Vereinsleben lebendig ist, wo Familien mit mehreren Kindern die Mehrheit bilden und die Dorfstruktur einigermassen intakt ist. Parallelen zum Oberwallis bestehen zur Volks- und Chorgesangstradition beispielsweise im Kanton Fribourg in der Gruyère und im rätoromanischen Raum. Bei beiden ist wie im Oberwallis die sprachliche Identität, das heisst die Verwendung der lokalen Sprache in den Liedern charakteristisch und massgebend für die Pflege, das Weiterleben und die Weiterentwicklung der Tradition.
GEORGES HAENNI Foto
CHARLES HAENNI Foto
GUSTAV ZIMMERMANN (1877-1926), auch er ein Komponist aus Priesterstande, der gebürtige Sittener stammte aus alter Visperterminer Familie. Studium der Theologie in Innsbruck und Musik in München, war ab 1902 Musikprofessor am Kollegium Brig. Dirigent, Komponist und Fachmann für Orgel- und Glockendisposition. Ein grosser Erfolg war seine ‹Lötschbergkantate› anlässlich der Eröffnung des BLS-Tunnels 1913. Er hinterliess eine grosse Menge an Kirchen-, Klavier-, Chor- und Orchestermusik. Nach wie vor bekannt bleiben die Lieder ‹Z’Walliserland› und ‹D’Jägeri›. 1931 widerfuhren ihm nach seinem frühen Tod post mortem mit der «Zimmermannfeier» grosse Ehren. Foto
JEAN DAETWYLER Foto
ADOLF IMHOF (1906-76) gründete 1957 den Oberwalliser Volksliederchor und war dessen Dirigent bis 1964. Sohn des Schmiedemeisters und Volksliedersammlers Josef-Marie Imhof. Studierte Philosophie an der Gregoriana in Rom und Theologie in Sitten, 1933 Vikar in Glis und 1939 Kaplan in Brig. Fortsetzung des Studiums an der nach Sitten exilierten Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. 1957-70 Lehrer für Deutsch, Latein und Französisch am Kollegium Brig. Von 1933-39 Harmonielehre und Komposition bei Charles Haenni in Sitten. Imhof schrieb zahlreiche Chorlieder, Duette, Tänze und Märsche, deren Texte, meist in Mundart, er auch selber verfasste. Sein populärstes Werk ist das Singspiel ‹Im Gantertal› – Lieder wie ‹Abschied vom Gantertal› – ‹Bortellied› – ‹z’Heimfahri› – ‹zer Taferna› sind längst zu Volksliedern geworden. 1975 Kulturpreis der Stadt Brig. 1982 wurde ihm post mortem in Bern der ‹Goldene Tell› in Anerkennung seiner Verdienste um das Volkslied verliehen.
OSKAR LAGGER der in Savièse lebende Walliser Komponist und Sänger war Musiklehrer am Seminar sowie langjähriger Direktor des Walliser Konservatoriums in Sion. Seine Lieder sind im Ober- wie Unterwallis gleichermassen populär, genannt seien zwei Titel aus unserem Repertoire: ‹Danse macabre›, ‹Gentille batelière›. Oskar Lagger schrieb im Auftrag des Oberwalliser Volksliederchores eine Neubearbeitung des Singspiels ‹Der letzte Sander› sowie eine mehrstimmige Dialektmesse. Breite Resonanz fanden auch dessen ‹Wägä Baschi›, der von seinem ehemaligen Schüler Norbert Carlen uraufgeführt wurde, ferner ‹Stockalperis Edictum›, das den 1. Preis beim Int. Kompositionswettbewerb des AlpenChorFestivals 2008 gewann und 2009 ‹Le Grand Rey-Bellet› in Monthey. Foto
GREGOR BRANTSCHEN (1894-1987), geboren in Randa (VS), der ‹Liederpfarrer›, empfing die Priesterweihe 1919, war Pfarrer von Blatten im Lötschental, danach über 50 jahre Pfarrer von Zermatt. Erhielt seine musikalische Ausbildung zunächst von seinem Vater, einem versierten und vielseitigen Musiker und Organisten, danach bei Gustav Zimmermann, Charles Haenni und Johann Imahorn. Neben zahlreichen Kompositionen religiösen Inhalts sind v.a. seine weltlichen Lieder, deren Texte auch er selber verfasste, zum Volksgut geworden. Mit seinem Zermatter Trachtenchor wurden diese vom Radio und Fernsehen aufgezeichnet. Mitarbeit bei Liedersammlungen für Schule und Kirche. 1957 Oberwalliser Kulturpreis des Rottenbundes. Zu Brantschens bekanntesten Liedschöpfungen gehören das ‹Lied der Alpenrose›, ‹Lied vom Hirtenknab›, ‹Der Geissbüäb› und ‹Mis Heimatderfji›. Foto
EUGEN MEIER, als Dirigent von Orchestern, Chören und Blaskapellen, als verständnisvoller Musiklehrer wie Leiter legendärer Operettenaufführungen, als weitsichtiger Mitbegründer der Oberwalliser Musikschule oder entscheidender Mitinitiant der Kulturzentrums La Poste hat der ehemalige Visper Musikdirektor (1962-99) das musikalische Oberwallis in den vergangenen 40 jahren geprägt wie kaum ein Zweiter. Der gebürtige Würenlinger studierte an der Musikakademie Zürich Orgel und bildete sich zum Kapellmeister mit Chorleiter- und Sologesangsdiplom an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien weiter. Eine Vielzahl populärer wie anspruchvoller Kompositionen, die zuletzt 2004 beim Wettbewerb des Schweizerischen Chorverbandes mit einem 1. Preis ausgezeichnet wurden, lebt im Repertoire vieler Chöre weiter – genannt seien ‹Di hibschi Ziit›, ‹Weischus dü›, der Liederzyklus ‹Lieder aus dem Tal› sowie zahlreiche Kompositionsaufträge, zuletzt zum 100jährigen Jubiläum des Simplontunnels oder im Rahmen des Pro Helvetia Programmes ‹Kaleidoschorales›. Foto
ANDREAS ZURBRIGGEN Foto
FELIX SCHMID (1915-95) von Ausserberg, prägendster Dirigent des Oberwalliser Volksliederchors (1964-87) und direkter Nachfolger von Adolf Imhof. Seinen Wunschberuf als Lehrer übte er in Unterbäch, Ausserberg und Visp aus, er leitete die Kirchenchöre von Raron, Grächen, Visperterminen und Zeneggen sowie die Jodlergruppen Balfrin Visp, Ahori Glis und Bärgarve Naters. Er hinterliess 194 Lieder, darunter das singspiel ‹Der Dorftanz›. Viele seiner Lieder sind auf Tonträger zu hören. 1990 erhielt Felix Schmid in Brig den ‹Goldenen Tell› für sein verdienstvolles Schaffen in der Volksmusik. Foto
GERMAN BURGENER, geboren 1936 in Zermatt, Matura am Kollegium St. Fidelis in Stans, Theologiestudium am Seminar Sitten und an der Universität Innsbruck. Priesterweihe 1962. Vikar in Brig, Pfarrer in Susten, Saas-Fee, Törbel und Gampel. Zusammen mit seinem Bruder Karl Burgener und seiner Schwester Lea Imboden-Burgener gab er das «Walliser Liederbuch» heraus. German Burgener komponierte neben Chorgesängen und Volksliedern auch Märsche, Ländler, Walzer, Polkas und Mazurkas, die er in der Sammlung «Melodien aus dem Oberwallis» gedruckt zugänglich machte.Foto
KARL BURGENER ist in Zermatt geboren, 1939 Matura am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig, 1939-44 am Priesterseminar in Sitten, Priesterweihe 1943, Pfarrer in Saas-Grund, St. Niklaus und Herbriggen, Musikausbildung bei Charles Haenni in Sitten und am Konservatorium Fribourg, Dirigent von Kirchenchören und Blasmusiken, schuf eine grosse Zahl religiöser Kompositionen: Messen, Offertorien, Motetten – daneben aber auch eine Menge weltlicher Lieder, als bekannteste ‹Älplertanz›, ‹Sehnsucht nach dem Wallis›, ‹Mein Dorf St. Niklaus›. Mit seinen Geschwistern Mitherausgeber des 1983 im Rottenverlages erschienenen «Walliser Liederbuches», Verfasser von Werken zur Geschichte der ihm anvertrauten Pfarreien und Kirchen und des Oberwalliser Cäcilienverbandes, Mitbegründer des Schweizerischen Katholischen Kirchenmusik Verbandes, Diözesanvertreter im Allgemeinen Cäcilienverband der Länder deutscher Sprache. Burgener schrieb die meisten seiner Texte selber. 1994 verstorben. Foto
JOHANN IMAHORN (1878-1957), geboren in Obergesteln im Goms. Sein kompositorisches Schaffen ist bis heute noch kaum erfasst. Der glühende Wagner-Verehrer schrieb geistliche wie weltliche Werke und engagierte sich zeitlebens für die Kirchenmusik, als Juror bei Chorwettbewerben, Orgelexperte, Schulinspektor und Vizepräses des Oberwalliser Cäcilienverbandes. Imahorn war eine Musikerpersönlichkeit, die weit über das Goms hinaus bekannt wurde. Nach der Matura in Brig studierte er am Priesterseminar in Sitten und Innsbruck Theologie, wurde 1901 Priester, wirkte 1902-25 als Rektor in Leuk und wurde ab 1925 als Chordirektor an die Luzerner Franziskanerkirche berufen, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Foto
FERDINAND OTTO WOLF (1838-1906). Der gebürtige Württemberger ist kein Geringerer als der Komponist der Walliser Landeshymne «Nennt mir das Land» nach dem Gedicht von Leo Luzian von Roten. Er studierte Musik und Naturwissenschaften in Gmünd und war 1856-58 Professor für Musik und Naturgeschichte am Kollegium Brig, ab 1861 Professor in Sitten, Organist der dortigen Kathedrale, Gründer des Kathedralchores, Präsident des Diözesanen Cäcilienverbandes (1891), Alpinist, Verfasser botanischer Schriften, erhielt das Walliser Ehrenburgerrecht.Foto
ADOLF BRIW, Pfarrer in Reckingen 1913-30, ferner in Fiesch, später Dekan. Verfasste verschiedene historische Schriften und Chroniken und Gommer Stammbäume. Auf ihn geht unter anderem das Fieschertaler-Lied zurück.
JAVIER HAGEN Foto
ADRIAN ZENHÄUSERN, Dirigent und Schulmusiker Sek. II, Lehrer am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig, Gründer des Walliser Jugendchores, dirigiert ferner den Kirchenchor Bürchen und die Spirit Singers. Foto
STEFAN RUPPEN, aus Naters, Studium an der Swiss Jazz School in Bern. Nach der Ausbildung als Sekundarlehrer und Schulmusiker in Bern Studium in Chorleitung und Schulmusik an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern. Von 1984 bis 1991 Musiklehrer an der Orientierungsschule in Visp, 1987 bis 1991 Klavierlehrer an der Oberwalliser Musikschule. Seit 1992 ist er Musikprofessor am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig und Pianist bei der „Alex Rüedi Big Band“ und der „Jazz GmbH“. Dirigent der Spirit Singers und des Kirchenchores Glis, 1998 Kulturpreisträger des Kantons Wallis. Als Komponist und Arrangeur äusserst vielseitig – neben der Blattner-Oper 2007 sind 3 Lieder nach Gedichten von Hubert Theler äusserst populär. Foto
TOBIAS SALZGEBER wurde 1974 in Raron geboren. Seinen ersten Trompetenunterricht erhielt er an der AMO bei Christian Salzgeber. 1995 erhielt er das Reifezeugnis am Lehrerseminar in Brig. Danach begann er das Studium in der Berufsklasse von Markus Würsch (Trompete) am Konservatorium in Bern, welches er 2000 mit Lehrdiplom abschloss. 2004 schloss er das Studium der Blasmusikdirektion bei Josef Gnos an der Musikhochschule in Luzern ab. 2004 bis 2006 studierte er Direktion und Instrumentation in der Masterklasse von Jan Cober in Maastricht. Seit 2000 ist er Lehrer für Blechbläser an der Allgemeinen Musikschule Oberwallis (amo). Tobias Salzgeber spielt und spielte in diversen Orchestern und Formationen mit u. a.: OBO, Schweizer Jugend Sinfonie Orchester (SJSO), Blasorchester Schweizer Armeespiel, Barrique Brass Quintett, Alex Rüedi Big Band, in der Oberwalliser Jazz-Band Jazz-GmbH und dem Volksmusikensemble «apartig». Als Gastdirigent leitete er das Nationale Jugendblasorchester NJBO und das nationale Blasorchester aulos. Zurzeit dirigiert er die Dorfvereine Raron-St.German und Lalden und leitet seit 2004 das Oberwalliser Blasorchester. 2007 erhielt er den Kultur-Förderpreis des Kantons Wallis. Foto
RENATO PACOZZI, der 1930 geborene Briger Renato Pacozzi schrieb schon während seiner Studentenzeit am Kollegium Brig erste Marschmusikkompositionen. Später arbeitete er als Musikverlagsleiter in Mailand oder als langjähriger Kurdirektor von Leukerbad und als Direktor der Schweizerischen Verkehrszentrale in Rom. Nie allerdings liess ihn die Liebe zur Musik los. 1984 zogen er und seine Ehefrau Eliane nach Siders, und dort konnte sich Renato Pacozzi endlich ohne äussere Zwänge seinem künstlerischen Schaffen widmen. Pacozzi erscheint in dieser Liste als Komponist, nicht als Volksmusikant. Sein berühmtestes Werk ist ein «Stabat mater», ein halbstündiges Werk für grosses Orchester und Gesang, modern und lyrisch zugleich, und das auch gewagte Tonballungen enthält. Die Schweizer Erstaufführung fand 1987 in Brig mit dem Radio-Sinfonieorchester Basel statt. Foto
JOSEF GAROVI, der Vollständigkeit halber in dieser Liste erwähnt, wenn auch kein Komponist von Liedern im Volkston. Foto
LUDWIG IMESCH, Schriftsteller, Mitbegründer und 1. Präsident des Oberwalliser Volksliederchores, Mitbegründer des Rottenbundes und der Oberwalliser Hörspielgruppe, als Hörspiel- und Romanautor schweizweit bekannt und geschätzt. Dr. Ludwig Imesch darf zurecht als einer der Pioniere zur Pflege und Förderung der Oberwalliser Mundart bezeichnet werden. Gedichte wie ‹Rhonetal, miis Rhonetal› inspirierten die Komponisten Meier, Lagger, Schmid und Burgener zu unvergesslichen Melodien. Foto
HANNES TAUGWALDER (1910-2007), Schriftsteller, Unternehmer, in Zermatt geboren, verfasste zahllose Gedichte, Essays und Romane, die meisten davon in Walliser Mundart, viele seiner Texte fanden in den Melodien von Eugen Meier, Javier Hagen (beide 1. Preise beim Int. Kompositionswettbewerb des ECV 2004) oder Felix Schmid und Oskar Lagger weite Verbreitung. Für den Volksliederchor schrieb Taugwalder u.a. die Texte zum Singspiel ‹Der Dorftanz›, der neben Aufführungen im Wallis ein bejubeltes Gastspiel in Baden erfuhr. 2006 ist sein letzter Roman ‹Und sie würfelten mit ihren Herzen› erschienen.Foto
HUBERT THELER, Lyriker, geboren 1959 in Raron, lebt und arbeitet heute als freier Schriftsteller und Kulturberater in Brig. Ehemaliger Kulturbeauftragter des Kantons Fribourg. Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. Forschungs- und Beratungstätigkeit im Bereich Kulturpolitik. Expertentätigkeit für den Europarat. Unter seinen Gedichten ragen die Sammlungen «Dem fahrenden Wald», «Wäglätä», «Bo jekkos» und «Bo gsich» hervor. 2007 erscheinen die Psalmen in Thelers Walliserdeutscher Übertragung. Foto
ROLF HERMANN Foto
EDUARD IMHOF Foto
GEORG JULEN. Georg Julen wurde am 22. März 1931 in Zermatt geboren. Nach der Primarschule in seinem Heimatdorf besuchte er in Brig das Kollegium Spiritus Sanctus, dass er mit der Matura erfolgreich abschloss. Im Anschluss begab er sich für sein Sprachstudium ins freiburgische Estavayer-le-Lac. Nach seiner Ausbildung übernahm Julen das von den Eltern geerbte Hotel Rothorn am Fusse des Matterhorns. Während Jahren führte er zudem interessierte Einheimische und Gäste auf einem Rundgang durch Zermatt und brachte ihnen dabei die Geschichte dieses Dorfes näher. Im literarischen Werk von Julen steht Zermatt im Mittelpunkt. Neben dem Wörterbuch der Zermatter Mundart schrieb er auch die Burgergeschichte von Zermatt. Der Musiker und Komponist Oskar Lagger lieferte die Melodie zu einigen seiner Texte. Seine Arbeit an dem Roman Laetitia und am Lyrikband Abusizz : Gedichte, Essays in Zermatter Mundart konnte Julen vor seinem Tod nicht mehr fertig stellen. Seine letzten Jahre verbrachte Julen mit seiner Frau in Ponte Capriasca (TI). Georg Julen ist Ende Februar 1993 verstorben. Von ihm ist ein reizvolles und wehmütiges ‹Abschied vom Rhonetal›, von Oskar Lagger für gemischten Chor gesetzt, überliefert.
Amandus Fercher – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
Daniel Föhn – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
André Zentriegen – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
Arthur Schmid – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
Ewald Muther – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
Leo Zeiter – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
Ludwig Imesch – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
Hannes Taugwalder – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten Foto
Moritz Gertschen – CV, Werkverzeichnis, Kontaktdaten
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BigFisch
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vOlchschOscht
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BRANTSCHEN, GREGOR«Miis Gletscheralphittji» – Gregor Brantschen (M & T)«Miis Heimatderfji» – Gregor Brantschen (M & T)«Das Lied vom Hirtenknab» – Gregor Brantschen (M & T)«Dr Geissbüäb» – Gregor Brantschen (M & T)«Das Lied der Alpenrose» – Gregor Brantschen (M & T)«Maria von Kühmatt» – Gregor Brantschen (M), Wilhelm Ebener (T)
HAENNI, CHARLES«La danse du Hackbrett» – Charles Haenni (M), Georges Haenni (T & Arr)
HAENNI, GEORGES«Les sentiers valaisans/Im Aprikosental» – Georges Haenni (M), M. Rémy (T)
IMAHORN, JOHANN«Alpenlied» – Johann Imahorn (M), Prior J. Siegen (T)
IMHOF, ADOLF«Abschied vom Gantertal» – Adolf Imhof (M & T)«Wien is gseit ha» – Adolf Imhof (M & T)«Briger Ballufiärär» – Adolf Imhof (M & T)
JAGGY, CONSTANCIA«Hockulied»«Lötschtallied»
LAGGER, OSKAR«La Batelière» – trad. / Arr. Oskar Lagger«Danse macabre» – Oskar Lagger (M)«Abschied vom Rhonetal» – Oskar Lagger (M), Georg Julen (T)
MEIER, EUGEN«Weischus dü» – Eugen Meier (M), Hannes Taugwalder (T)«D› Chiäjeri» – Eugen Meier (M), Hannes Taugwalder (T)«Di hibschi Zit» – Eugen Meier (M), Ludwig Imesch (T)
RUPPEN, STEFAN«Weischt no» – Stefan Ruppen (M), Hubert Theler (T)«Äs Liebesliäd» – Stefan Ruppen (M), Hubert Theler (T)
SCHMID, FELIX«Schatzji, s isch Sunntag» – Felix Schmid (M), Hannes Taugwalder (T)«Land am Rottu» – Felix Schmid (M), Ludwig Imesch (T)
SCHWARZ, ERNST«Im Lötschental»
SUPERSAXO, KAPLAN (?)«Faldumlied»
ZEITER, LEO«Im Letschutal»
ZURBRIGGEN, ANDREAS«Am Gletschersee» – Andreas Zurbriggen (M)
VILLA, MICHEL«Dr Tiifel isch gschtorbu»
z’HANSRÜEDI«Dr Boozu»
DS PERSONAL«Ds Tanzu isch verbotu»
BIGFISCH«Chumm ins Wallis»
IKARUS«Acha khid»
a) AlpenChorFestival 2012, ‹So tönts – Spezial›, DRS live, Hansruedi Kämpfen (Leitung)b) Schweizer Gesangsfest 2015 Meiringen, Oliver Rudin (Leitung)
a) Ds Personal, zusammen mit dem Oberwalliser Volksliederchor, live im Gemeindesaal Feschel, Forum Wallis, Feb 2012b) Lüüsbüebu, Z’Hansrüedi Z’LETSCHT FÄSCHT, Naters iner Missione, Live-Mitschnitt
Liveauftritt vom 01.02.2008 an der Mesireccas-Night
a) Oberwalliser Volksliederchor, AlpenChorFestival 2012, Lieder üf der Gass, Javier Hagen (Leitung)]b) Eliane Amherd; Swissmiss, CD ‹Heimweh›
a) [https://www.youtube.com/watch?v=_OsLobQpe_E Visper Kinder, Oberwalliser Volksliederchor, ds Personal, vOlchschOscht; La Poste Visp, Forum Wallis, Jan 2011b) vOlchschOscht (Javier Hagen und Andy Schnider), 2006
Manuela Lehner-Mutter, AlpenChorFestival 2012, ‹So tönts – Spezial›, DRS live
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