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Shara Hughes hat ihre erste institutionelle Ausstellung in der Schweiz selbst gestaltet. Sie nennt sie «Time Lapsed», ein Wortspiel, das auf «verstrichene Zeit» und «Zeitraffer» hinweisen kann. Ihr Name erinnert ebenfalls an ein Wortspiel: Sie heisst Shara, weil ihr Bruder Sara nicht richtig aussprechen konnte.
Auch die Landschaften, die sie malt, wirken vertraut und irritierend zugleich. Auf den ersten Blick sieht man sofort etwas Konkretes - etwa eine Pflanze, einen See oder eine Sonne - doch dann zeigt sich, dass es im Bild viel Unbekanntes zu entdecken gibt. «Der Blick mäandert durch das Bild», sagte Museumsdirektorin Fanni Fetzer bei der Medienvorbesichtigung.
Auch Shara Hughes mäandert, wenn sie ein Bild malt. Sie malt etwas, und lässt sich dann treiben. Fetzer verglich diese von Assoziationen geleitete Arbeitsweise mit dem Erzählen eines Patienten auf der Couch einer Psychoanalytikerin. Hughes Malen sei ein langsamer Prozess, sagte Fetzer. Sie setze dabei diverse Maltechniken ein, etwa Acryl, Spray oder Stifte.
Obwohl Shara Hughes Werke dem klassischen Genre der Landschaftsmalerei zugeordnet werden könnten, versteht sie sich nicht als Landschaftsmalerin. Hughes malt keine reale, sondern innere Landschaften.
Trotz ihrer Komplexität, wirken die Bilder von Shara Hughes dank des Landschaftsujets zugänglich. Sie sind farbig und üppig, wirken schön, können aber auch ein Unbehagen erzeugen. Überdimensionierte Blumen nehmen bedrohliche Ausmasse an.
Für Landschaftsbilder ist das Querformat erste Wahl. Hughes malt aber nur hochformatige Bilder. Sie zeigt einen Blick durch ein Fenster oder eine Türe in eine Landschaft - oder eben nach innen.
Weil das Bildmotiv erst während des Malens entsteht und zu Beginn völlig offen ist, erhalten die Werke auch erst am Schluss einen Titel. Oft sind dies Sprachspiele, so beim Bild des nicht existierenden «Lake Norway», das auch «Like Norway» heissten könnte.
Shara Hughes stammt aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Sie studierte Malerei in Rhode Island. Fetzer beschrieb sie als introvertierte, scheue Künstlerin, die nicht gerne über ihre Arbeit referiere, sondern die Interpretation ihrer Werke anderen überlasse.