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Eine «doppelte Blase» soll Quarantäne-Fälle in den Playoffs verhindern. Aber eine rechtliche Grundlage für dieses Konzept fehlt.
Testen, testen, testen, damit ein Meister ermittelt werden kann. Das «Doppel-Blasen-Konzept» beginnt für die vier Teams der Pre-Playoffs am 3. April. Für die restlichen sechs Mannschaften am 10. April mit einem Covid-PCR-Test für alle.
Ab diesen Daten werden alle Personen – Spieler, Trainer, Materialchef, Arzt etc. – jeden zweiten Tag durchgetestet und die mit ihnen im gleichen Haushalt lebenden Familienmitglieder einmal pro Woche.
Ist ein Test positiv, wird beim betroffenen Klub fortan täglich getestet. Für die Kosten kommt der Bund auf. Die Pre-Playoffs beginnen am 7. April, die Playoffs am 13. April. Am 14. Mai muss wegen der WM die letzte Partie gespielt werden.
Damit das Infektionsrisiko sinkt, halten sich die Spieler nur noch in zwei Blasen auf («Doppel-Blasen-Konzept»): Die eine ist ihre Mannschaft, die andere ihre Familie. Die Schiedsrichter, die von aussen in diese Blase kommen, werden am Vortag vor jedem Spiel getestet.
Ein noch schärferes Konzept wollten die Klubs primär aus Kostengründen nicht. In diesem Falle hätten sich die Spieler während einer laufenden Playoffserie nur noch im Klub – also in Spiel, Training, Kabine und Hotel – aufgehalten und wären nicht mehr nach Hause gegangen.
Wird das «Doppel-Blasen-Konzept» eingehalten, dann muss im Fall eines positiven Testes nicht mehr die ganze Mannschaft in Quarantäne. Sondern nur noch die betreffende Person. Mit dieser Erleichterung der Quarantänepflicht kann weitergespielt werden, so lange mindestens zwölf Feldspieler und ein Torhüter zur Verfügung stehen.
Der Viertelfinal wird nach dem Modus «Best of seven» (vier Siege) gespielt, geplant sind dann Halbfinal und Final mit «Best of five.» (drei Siege). Je nach Situation könnten sich die Liga und die noch im Wettbewerb verbleibenden Klubs ab dem Viertelfinal auch auf eine Verkürzung «Best of three» (zwei Siege) einigen.
Dieses «Doppel-Blasen-Konzept» hat die Liga ausgearbeitet und die Vereinigung der Kantonsärzte Schweiz (VKS) hat es für gut befunden. Da in dieser Vereinigung alle Kantone vertreten sind, ist damit grundsätzlich eine Gleichbehandlung aller Klubs gewährleistet.
Das Problem: Vom koordinierenden Sekretariat der Konferenz der Gesundheitsdirektoren gibt es zwar ein schriftliches Versprechen per E-Mail. Aber es hat keine vollumfängliche Rechtswirksamkeit. Es ist lediglich ein Versprechen ohne abschliessende Verbindlichkeit. Will heissen: Kommt ein Kantonsarzt oder eine Kantonsärztin im Falle vieler positiv getesteter Spieler zum Schluss, dass die aktuelle epidemiologische Lage doch eine Quarantäne erfordert – dann ist halt Quarantäne. Konzept und Versprechen hin oder her. Und mehr als eine Quarantäne kann zum Abbruch der Playoffs führen.
So gesehen ist das ganze «Doppel-Blasen-Konzept» zwar von der Liga gut durchdacht, aber letztlich halt bloss ein Kartenhaus, das von den Behörden im Falle gehäuften positiven Tests jederzeit zum Einsturz gebracht werden kann. Weil es eben keine verbindliche rechtliche Grundlage hat.
Werden die Playoffs abgebrochen, dann ist Zug Meister. Sofern die Zuger zum Zeitpunkt des Abbruchs noch in den Playoffs sind. Ist das nicht der Fall, gibt es nach 2020 zum zweiten Mal hintereinander keinen Meister und der SC Bern bleibt Titelverteidiger.
Der SCB hat bereits von den besonderen Umständen profitiert. Die jüngsten Quarantäne-Fälle haben dazu geführt, dass die Tabelle nach Punkten pro Spiel und nicht mehr nach Punkten erstellt wird. Dadurch hat sich der SCB vorzeitig definitiv für die Pre-Playoffs qualifiziert und dem Meister bleibt die Schmach eines erneuten Verpassens der Playoffs am grünen Tisch erspart. Bereits der Wiederaufstieg von 1986 erfolgte am grünen Tisch.
Im Sinne einer Gleichbehandlung aller Klubs erlaubt es das Militärdepartement den Sportrekruten, erst nach dem Ausscheiden ihrer Teams einzurücken. Dabei handelt es sich um Justin Sigrist (21) von den ZSC Lions, Dominik Egli (22) und Marco Lehmann (22) von den Rapperswil-Jona Lakers, Jeremi Gerber (21) und Mika Henauer vom SC Bern sowie Luca Hollenstein (21) vom EV Zug.
Bleiben noch ein paar Fragen. Warum sind eigentlich aktuell der SC Bern und Biel in der Quarantäne? Weil das «Doppel-Blasen-Konzept» noch nicht in Kraft und umgesetzt ist.
Die Swiss League hat kein «Doppel-Blasen-Konzept» und kam bisher trotzdem ungeschoren durch die Playoffs. Warum? Auf diese Frage mag niemand eine Antwort geben. Ein Zyniker hat es wohl treffend so formuliert: «Let's play, don't test».
Eine klare Antwort hat Liga-Direktor Denis Vaucher hingegen auf die Frage, was denn wäre, wenn ein positiver Fall verschwiegen und einfach weitergespielt würde: «Erstens wäre es ein Verstoss gegen gesetzliche Auflagen und zweitens hätten wir einen Image-Schaden.»