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Vertiefungsarbeit 2020 von Luca Spielmann (im Rahmen zur Ausbildung als Tierpfleger)
In meiner VA beschäftige ich mich mit diversen psychischen Krankheiten, die beim Menschen weit verbreitet und bekannt sind. Ich fragte mich daher, ob diese Krankheiten auch bei Tieren auftreten können? Mich interessiert, was das für Auswirkungen auf das Verhalten und die Gesundheit des Tieres hat. Kann ich als Tierpfleger überhaupt feststellen, wenn eine solche Erkrankung auftritt? Ist es möglich zu sagen ob Tiere psychisch krank werden können und wir nicht nur die Tiere, speziell die Haustiere, zu sehr vermenschlichen? Im Hundetrainingsbereich wird sehr oft von traumatisierten Hunden geredet. Was ist das genau? Wieso wird bei vielen Ausland-Hunden gesagt, sie seinen Traumatisiert. Wie äussert sich ein Trauma bei einem Hund? Das Gehirn eines Hundes ist ähnlich (oder sogar gleich aufgebaut) wie das eines Menschen, das heisst auch der Hund hat eine Psyche. Wenn diese beim Mensch erkranken kann, wieso sollte diese dann nicht auch bei Hunden oder anderen Säugetiere erkranken können? Ist es ethisch vertretbar, dass man das Tier wie einen Menschen behandeln sollte oder sollte man das Tier nicht einfach Tier sein lassen. Ist ein ruhiger und zurückhaltender Hund direkt depressiv? Sind Hunde, die nicht gerne angefasst werden und das durch Schnappen zeigen direkt traumatisiert oder aggressiv? Primaten sind bekanntlich am nächsten mit uns verwandt. Wie sieht es den bei Primaten aus? Gibt es depressive Affen? Affen mit Schizophrenie? Tieren im Zoo werden sehr viele tägliche Aufgaben genommen. Viele Verhaltenselemente in verschiedenen Funktionskreisen fallen weg. Z.B.: Die Futtersuche fällt weg, da ihnen das Futter immer nur hingestellt wird. Den Tieren wird langweilig und sie entwickeln Stereotypien. Wie verhindere ich ein solches Verhalten als Tierpfleger und wie kann ich den Tieren möglichst viel Ersatz für wegfallende Aufgaben geben?
Ein Hund, der sich in einer Angstsituation befindet, aus der er nicht entkommen kann. Der Hund ist dem Angstfaktor schutzlos ausgesetzt. Er kann nicht fliehen oder sich verstecken. Er kann auch nicht angreifen oder sich wehren. Er ist stark überfordert, wenn er sich hilflos fühlt und es kein Entkommen gibt reagiert er nicht mehr. Er erleidet ein Trauma. Jeder hatte schon ein Trauma, als Trauma wird nur das Ereignis/ Ursache bezeichnet, das können auch schon kleine Unfälle oder andere Angstfaktoren sein, welche keinen Einfluss im weiteren Verlauf unseres Lebens nehmen. Problematisch wird es erst wenn sich eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickelt. Das heisst er reagiert kaum und bewegt sich, wenn überhaupt, ganz langsam. Kot und Urin kann er nicht mehr zurückhalten. Seine Pupillen sind stark geweitet und er ist nicht mehr ansprechbar. Man sollte ein PTBS nicht mit einer normalen Angst Reaktion verwechseln. Normale Anzeichen auf eine für ihn gefährliche Situation sind z.B. Rute einklemmen, Ohren nach hinten legen, starkes Speicheln, Stresshecheln. Wird der Angstzustand dauerhaft zeigt sich eine Veränderung in seinem Verhalten. Ist er oft Angstsituationen oder sogar dauerhafter Angst/Stress ausgesetzt wird er viel wachsamer und er entwickelt eine hohe Schreckhaftigkeit. Oft ist der ursprüngliche Grund für ein Trauma nicht bekannt. Meist sind es Hunde aus dem Ausland welche mit einer schon vorhandenen PTBS zu einem neuen Besitzer gelangt welche dann Probleme mit dem Hund hat.
Wie nimmt eine PTBS Einfluss auf das Verhalten des Hundes?
Die Symptome sind fast die gleichen wie bei den Menschen. Der Hund kann die traumatische Situation verschiedenen Formen geistig nochmals durchleben. Diese Wiederdurchlebung kann in drei Formen passieren.
Solche Erlebnisse können durch sogenannte «Trigger» oder Situationen, die mit in Verbindung mit dem Erlebnis stehen hervorgerufen werden.
Im normalen Hundealltag können diverse Symptome auftreten die zu beachten sind. Hunde mit PTBS reagieren sehr stark auf gewisse Gegenstände, die in Verbindung mit dem Trauma stehen. Diese Reaktion kann auch eine Intrusion oder ein Flashback auslösen. Selten kann es auch vorkommen, dass der Hund in so einem Rückfall aussergewöhnlich aggressiv handelt und auch zubeissen kann. Während dem Schlafen kann der Hund Albträume haben. Er bellt während dem Schlafen, bewegt sich ausserordentlich viel/stark. Sie haben Mühe ihre Gefühle/ Reaktionen zu kontrollieren und regulieren. Übersprungshandlungen treten auch häufiger auf. Das kann z.B. ein schneller Wechsel von Nähe suchen und weggehen sein, Beisshemmung werden nicht einschätzbar, kann schnell wechseln. Allgemeine Probleme sind auch herabgesetzte Lernfähigkeit, gesteigerte Reaktivität, gesteigerte Wachsamkeit, Schlafstörungen, generalisierte Ängstlichkeit, Schreckreaktionen, Rückzug, herabgesetzte Bindungsbereitschaft.
Ich muss herausfinden was dem Hund Angst macht und ein potenzieller Trigger sein kann. Sind es z.B. andere Hunde, männliche Personen, Autos, Fahrräder, Gewitter etc. Es kann ganz viele unterschiedliche Gründe für eine Angst/Stress Reaktion geben. Sobald ich den Stressauslöser kenne, kann ich meinem Hund helfen die Angst zu überwinden und ihn durch diese Angstsituation führen und begleiten. Der sich in Angst befindenden Hund sollte auf keinen Fall korrigiert oder bestraft werden. In dieser Angst Situation ist eine gute Führung und ein gutes Management entscheidend. Ich als Hundehalter muss in dieser Situation das ganze Umfeld im Auge behalten und meinem Hund die Sicherheit geben, die er benötigt. Ich manage die Situation für ihn und lasse es nicht soweit kommen das er selbst die Initiative ergreifen muss. Ich muss meinem Hund diese Sicherheit immer geben, nicht nur wenn er Angst/ Stress hat. Versage ich als Sicherheitsgeber, kann es durchaus passieren, dass der Hund sich selbst hilft und dann vielleicht beisst. Das Vertrauen muss zuerst ausgebaut werden, bevor der Hund diese Aufgabe abgeben kann.
Beispiel Hund X hat Probleme mit anderen Hunden an der Leine. Hund X bellt und knurrt andere Hunde auf dem Spaziergang an die ihm zu nahekommen. Damit er nicht irgendwann anfängt zu beissen muss ich ihn durch diese Situation führen. Hund X ist nicht aggressiv oder böse. Er ist unsicher und ich muss ihm helfen diese Unsicherheit bei Hundebegegnungen abzulegen. Sobald ich ein anderer Hund sehe, spreche ich den Besitzer an und bitte ihn, seinen Hund an die Leine zu nehmen und nicht zu meinem Hund zu lassen. Meinem Hund signalisiere ich durch Körperhaltung und Sprache, dass ich den anderen Hund gesehen habe. Ich nehme meinen Hund auf die gegenüberliegende Seite. Je nach Wegbreite gehen ich ein paar Schritte auf die Seite oder laufe einen Bogen um für meinen Hund Raum zu schaffen. Ich lasse das Gegenüber passieren und behalte aber meinen Blick immer auf die vermeintliche Gefahr. Falls dieser nicht einfach vorbeiläuft, sondern auf meinen zu läuft, nehme ich meinen Hund hinter mich und «wehre» den anderen Hund ab. Auf keinen Fall lass ich die Hunde zusammen. Kann ich den Hund abwehren ohne dass mein Hund etwas unternehmen muss, lernt er mit der Zeit, dass er mir in solchen Situationen vertrauen kann und ich für seine Sicherheit und Unversehrtheit schaue. Falls ich in Versage wird sein Verhalten nur noch mehr bestätigt und er nimmt es selbst in die Hand, indem er bellt, knurrt oder sogar einen Angriff startet.
Depressionen sind beim Menschen weit verbreitet und ein bekanntes Problem der Psyche. Bei unseren Vierbeinern wurde das Thema noch verhältnismässig wenig untersucht. Trotzdem sind uns schon einige Sachen bekannt über das Thema. Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Depressionen. Depressives Verhalten und eine Depression als «Krankheit». Depressives Verhalten sind meist nur kurze Verhaltensänderungen durch einen gewissen Auslöser. Dieser Auslöser kann z.B. Stress, unangenehme Situationen oder Ängste sein. Auch ein Umzug oder einen Neuzugang in die Familie (Hund, Katze oder Kind) kann Ursache für eine depressive Phase sein. Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion kann ein Auslöser dafür sein. Hier werden zu wenig Schilddrüsenhormone produziert, welche das Aussehen (Fell, Gewicht, Ausdruck) verändern und auch Einfluss auf das Verhalten nehmen. Oft sind schilddrüsenerkrankte Hunde träge, müde und haben einen «bedrückenden» Gesichtsausdruck. Eine Depression als «Krankheit» hingegen ist ein langfristiger Zustand. Bei der Krankheit ist das Problem psychisch oder physisch.
Es ist schwierig das Verhalten für unerfahrene Hundehalter so genau zu analysieren. Einfach zu erkennende Symptome sind Appetitlosigkeit, Antrieblosigkeit, Teilnahmslosigkeit. Es kommt auch auf die Rasse an. Ein Berner Sennenhund wird niemals so aktiv sein wie ein Parson Russel Terrier. Der Berner Sennenhund bewegt sich zwar gerne, aber er hat auch schnell genug und ist allgemein viel träger und ruhiger. Daher ist es schwierig bei einer solchen Rasse den Unterschied zu erkennen. Bei Rassen, die kaum in die Ruhe zu bringen sind, wie z.B. Parson Russel Terrier oder Border Collie ist es leichter erkennbar. Bei aktiven Rassen ist es allgemein sehr wichtig Ruheübungen zu machen. Diese Hunde müssen lernen richtig Abschalten zu können. Abschalttraining: Einschränkung Zuhause, dass er genug Ruhezeiten hat. Draussen oft nur sitzen ohne Aktivitäten und beobachten und das dann auch verarbeiten lassen. Leider wird dieses Abschalttraining oft vernachlässigt und dann gibt es nervöse und aufgedrehte Hunde. Für Welpen auch wichtig, dass draussen nicht immer Action ist, sondern auch Ruhe dazu gehört. Dieser Stress ist weder für die Psyche noch für die allgemeine Gesundheit gut. Andere Anzeichen sind Trägheit, Schlappheit, erhöhtes Schlafbedürfnis. Nicht zu vergessen dabei ist, dass Hunde ca. 17-20 Stunden am Tag schlafen/liegen. Spielzeuge, Futter und andere Beschäftigungen werden komplett ignoriert und nicht genutzt. Auf Spaziergänge zeigt der Hund keine grossen Anzeichen der Freude und trottet nur nebenher. Arbeiten verweigert er oder führt sie nur widerwillig aus.
Für die «Krankheit» Depression kann es diverse Auslöser geben. Oft liegt das Problem nicht beim Hund selbst sondern bei den Umständen, in denen er Leben muss. Überforderte Hund die nie zur Ruhe kommen, können eine Depression entwickeln. Rassen, die zu Hyperaktivität neigen müssen von den Besitzern in die Ruhe gebracht werden. Abschalttraining spielt hierbei eine grosse Rolle. Der Hund sollte auf möglichst viele unterschiedliche Sachen sensibilisiert werden, so dass diese Faktoren keinen Stress mehr auslösen und er auch ausserhalb vom Haus in die Ruhe kommen kann. Überforderung ist im Hundesport ein grosses Thema. Oft werden Hunde, die aktiv an Wettkämpfen teilnehmen überfordert und dies kann auch ein Grund sein für eine Depression. Hunde, welche im Dauerstress leben müssen, werden meist auch nicht sehr alt und neigen dazu früher «älter» zu werden. Auch Zuhause kann nicht jeder Hund abschalten. Hunde, die mit Kindern zusammenleben, müssen oftmals von den Kindern geschützt werden und man muss dem Hund die Möglichkeit geben sich aus einer Situation, die ihn überfordert zu entfernen. Kann er sich selbst nicht entfernen da z.B. die Kinder Fussball spielen und fast jeder Border Collie würde nichts lieber tun als den ganzen Tag bei 30° mitzuspielen. In solchen Situationen ist es meine Aufgabe den Hund zu entfernen. Dazu bieten sich Boxen sehr gut an. Eine Box gehört ins Schlafzimmer für die Nacht. Eine zweite an einen ruhigeren Ort im Haus, wo er aber nicht ganz weg vom Geschehen ist. Diese Box ist sein sicherer Platz, dort kann er sich in Ruhe hinlegen und wird nicht gestört. Kinder müssen ihn in dieser Box in Ruhe lassen. Sehr viele Hund geniessen es sehr in der Box zu liegen und ungestört schlafen oder einen Kauknochen kauen zu können. Im Gegenteil kann auch Unterforderung einen Auslöser für eine Depression sein. Jeder Hund muss ausreichend beschäftigt werden. Hunde, die nur spazieren sind nicht ausgelastet. Egal ob das 10 Minuten oder 2 Stunden am Tag sind. Der Hund muss auch geistig ausgelastet werden. Dafür bieten sich viele Aufgaben an, die auch im Spaziergang integriert werden können. Z.B: Futterbeutel suchen, Fährten, Mantraining, Hetzangel, Treibball. Der Futterbeutel eignet sich sehr gut zum mitnehmen. Sie Sie sind praktisch und sehr vielfältig einsetzbar. Lange Alleinsein kann auch ein Grund für Depressionen sein. Hunde sollten maximal vier Stunden allein gelassen werden und auch nur in Notfällen. Vor allem Welpen und Junghunde sollte auf keinen Fall lange allein bleiben. Allein bleiben muss langsam aufgebaut werden.
Eine Diagnose kann im besten Fall ein Tierarzt, Tierpsychologe oder ein gut ausgebildeter Hundetrainer machen. Meistens wird dies durch Schilderung der Lebensumstände und Verhalten gemacht. Danach kann ermittelt werden was mögliche Ursachen sein können. Das Training kann dann auch mit einem Hundetrainer gemacht werden. Meistens reicht es diverse Dinge im Haushalt zu ändern. Hat der Hund Depressionen durch ein Trauma bekommen, kann das Trauma aufgearbeitet werden zusammen mit einem Psychologen und Hundetrainer. Dieser Prozess braucht viel Geduld und Aufmerksamkeit dem Hund gegenüber. Ein Trauma ist nicht sofort aufgearbeitet und eine Depression nicht sofort überwunden. Es gibt die Möglichkeit bei einer schweren Depression dem Hund Antidepressiva zu geben. Ob dies nötig ist und ob man den Hund direkt Medikamente geben will für etwas das auch ohne Medikamente bewältigt werden kann, muss jeder selbst entscheiden. Eine Alternative zu Antidepressiva sind diverse homöopathische Mittel, die verabreicht werden können. Dazu bieten sich Tierheilpraktiker an.
Ich habe ein Interview mit einen Hundepsychologen gemacht. Seine Antworten fliessen in die ganze Arbeit mit hinein und hier ist noch ein Teil seiner abgegebenen Antworten.
Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe. Er ist Dozent bei dogument und D.O.G. People, mit Schwerpunkt auf den neurobiologischen Grundlagen von Lernen und Problemverhalten.
Wie läuft ein Besprechungstermin bei Ihnen ab?
Das findet im Rahmen eines Seminars statt. Da sind noch ein Hundetrainer, ein Tierarzt und ein Hundepsychologe dabei. Es wird interdisziplinär gearbeitet. Die, für das Seminar angemeldeten Kunden kommen rein. Dann machen wir ein Erstgespräch mit den Kunden. Davor hatten wir die Gelegenheit den Hund schon ein wenig zu beobachten und in der Verhaltensbeobachtung erste Ideen zu bekommen, was mit dem Hund nicht stimmen könnte und wo seine Probleme sein könnten. Dann machen wir ein Anamnesegespräch. Dieses Gespräch ist wie eine Art Interview. In diesem Gespräch versuchen wir herauszufinden, welche Symptome auftreten und in welchen Situationen diese auftreten. Ob die Symptome an spezifische Situationen gekoppelt sind, wie das bei einer einfachen Phobie stattfindet. Das heisst er hat z.B. Angst vor Schüssen. Es wird gefragt ob die Symptome schon immer da waren oder ob sie durch einen bestimmten Auslöser aufgetreten sind. Es gibt ganz viele Ursachen, die zu einer psychologischen Krankheit beitragen können. Genetisch wäre das z.B. ein Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaushalt. Dann gibt es aber auch psychische Erkrankungen, die mit dem Lernen zu tun haben. Mit operanter Konditionierung z.B. das sich jemand angewöhnt auf Anforderung aggressiv zu reagieren oder ihnen auszuweichen und sie zu vermeiden. Am Ende des Gesprächs schauen wir, welche Diagnose von allen am besten zum Krankheitsbild des Hundes passt. Die nehmen wir dann als Arbeitsdiagnose, auf dieser Basis wählen wir dann die passende Behandlungsform aus. Da gibt es viele Methoden aus der Verhaltenstherapie oder aus dem Bereich der systemischen Therapie, die sich auch auf Hunde anwenden lassen.
Werden Psychische Erkrankungen zu wenig ernst genommen?
Ich denke das kann man so pauschal nicht beantworten. Wir haben bei uns in der Hundepsychologieausbildung ein breites Spektrum an Personen, die sich dafür interessieren. Auch Hundehalter besuchen in hohen Zahlen meine Seminare zu Hundepsychologie, die Nachfrage dieser Seminare ist sehr hoch. Aber auf der anderen Seite, wenn ich mir z.B. Literatur anschaue, finde ich, dass das alles auf einer sehr oberflächlichen Ebene angesehen wird und die Hunde vielleicht zu wenig ernst genommen werden als Lebewesen, die ein eigenes inneres Erleben haben. Zu Verhaltensstörungen gibt es sehr viel Informationen und Literatur, hingegen zu psychischen Erkrankungen fast gar keine. Z.B. ein verhaltenstherapeutischer Tierarzt behandelt auch Phobien, obwohl Phobien keine Verhaltensstörung, sondern eine psychische Erkrankung ist. Dennoch würde ein Teil der Tierärzte sich weigern dies als eine psychische Erkrankung anzuerkennen und das ist für mich nicht nachvollziehbar.
Welche Erkrankungen stellen Sie am häufigsten fest?
Das kann ich ohne Statistik nicht wissenschaftlich beantworten, sondern nur von meinem Gefühlt her. Dies sind Traumafolgestörungen und Angststörungen.
Was halten Sie davon Antidepressiva zu geben?
Durch diese Medikamente können erkrankte Personen ein einigermassen lebenswertes Leben führen und deshalb gehören bei bestimmten Erkrankungen solche Medikamente einfach dazu. Das ist ein hochumstrittenes Thema, was sehr emotional betrachtet wird. Meine Meinung dazu ist sehr differenziert. Sie sollten nur dann eingesetzt werden, wenn es nötig ist und so sparsam wie möglich. Er sollte so viel Unterstützung wie nötig, aber so wenig wie möglich erhalten. Dies setzt voraus das ein Tierarzt eine richtige Dosierung abgeben kann. Auch das richtige Medikament zu finden ist wichtig. Es gibt wenig Studien zu Psychopharmaka Anwendung bei Hunden. Also ich bin ein Freund von Psychopharmaka, wenn sie richtig eingesetzt werden. Es gibt z.B. Depressionen bei denen ist es notwendig, weil der Neurotransmitterhaushalt gestört ist. Auch gibt es Depressionsformen, in dem das Umfeld der Auslöser ist. Dort muss psychotherapeutisch gearbeitet werden.
Diese Arbeit war sehr anstrengend für mich. Ich musste nach Beginn feststellen, dass es zu meinem Thema kaum Informationen gibt. Trotz den Startschwierigkeiten kam ich langsam in das Thema rein. Ich habe viel recherchiert und diverse Personen zu dem Thema befragt. Ich habe schlussendlich viel zusammen bekommen und bin mit dem Schlussergebnis zufrieden. Ich fand es sehr spannend festzustellen, dass ich viel von den genannten Methoden in der Hundeerziehung bereits angewendet habe, ohne das entsprechende Fachwissen gehabt zu haben und ich dadurch den Hunden viel Sicherheit geben konnte. Ich nehme aus der Arbeit mit, vermehrt ein Auge auf das alltägliche Verhalten der Hunde zu haben, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Ich habe sehr viel zum Thema Hundepsychologie gelernt, was mir in meinem zukünftigen Berufsleben weiterhelfen kann. Ich hoffe das die Forschungen im Bereich Hundepsychologie noch weiter fortgeführt werden und in Zukunft mehr über unsere Vierbeiner Freunde bekannt wird.
Quellenverzeichnis:
PTBS:
https://www.wuff.eu/wp/die-posttraumatische-belastungsstoerung-beim-hund/
Informationen von meiner Grossmutter, Ruth Spielmann (Hundetrainerin).
Depressionen:
https://www.josera.de/ratgeber/ratgeber-hunde/depressionen-hund.html
Informationen von meiner Grossmutter, Ruth Spielmann (Hundetrainerin).
Interview:
Antworten aus einem Teil eines Interviews mit Robert Mehl.