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Nur minimale Zunahme der THC-Konzentration in Cannabis
Die THC-Konzentration von in Europa verkauftem Cannabis hat trotz anders lautender Medienberichte in den letzten 10 Jahren nur minimal zugenommen
Laut der Zeitschrift Addiction beweisen die verfügbaren Daten, "dass die Stärke von Cannabisharz und Cannabiskraut, welches nach Europa importiert wurde, nur geringe oder keine Änderung aufweist, zumindest nicht in den vergangenen 10 Jahren." Behauptungen, nach denen die Stärke bestimmter Formen von Cannabis (Sinsemilla) zu einer Zunahme gesundheitlicher Probleme führen würde, wurden von den Autoren als fragwürdig bezeichnet.
Die THC-Konzentrationen von importiertem Cannabis lagen im Allgemeinen zwischen 2 und 8 Prozent. Allerdings habe die THC-Konzentration von „indoor“- Cannabis aufgrund der Sinsemilla- Technik, bei der die Bestäubung der weiblichen Pflanzen verhindert wird, zugenommen. Nur ein kleiner Anteil des Cannabis, der in Großbritannien, Deutschland, Irland und Portugal erhältlich ist, ist Sinsemilla-Cannabis. Einzig in den Niederlanden dominiere Sinsemilla den Markt mit THC- Konzentration über 12 Prozent. Die Autoren stellen fest, dass "es laut lokalen Beobachtern selbst hier keine Hinweise auf eine Zunahme von Problemen gebe."
Die Autoren weisen daraufhin, dass zum Beispiel "die Folgen des Alkoholkonsums für die öffentliche Gesundheit nicht einfach durch die Stärke des konsumierten Getränks bedingt sind, seien es nun Bier, Wein oder hochprozentige Getränke. Laut wissenschaftlicher Erkenntnis ist die Gesamtmenge des von der Bevölkerung konsumierten Alkohols wichtig ist und nicht die Konzentrationen, in denen er verkauft wird." Wie weit diese Parallele für Cannabis gilt, ist noch nicht erforscht. Die Autoren sehen das Alter beim Beginn des Konsums und die Häufigkeit des Konsums als bedeutungsvoller für das Konsumniveau an als Variationen im THC-Gehalt. " Es bestehe somit kein Anlass, wegen leichter Veränderungen die bei der mittleren Cannabisstärke aufgetreten sind, Alarm zu schlagen. Allerdings sei die Datenbasis relativ schwach und der Zusammenhang zwischen Stärke, Dosis und Problemen nicht genügend erforscht."
Quelle: www.cannabis-med.org
(King LA, Carpentier C, Griffiths P. Cannabis potency in Europe. Addiction 2005;100 (7):884-6)