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Alphornblasen und Jodeln sind aus traditionellen Kulturveranstaltungen in der Schweiz nicht wegzudenken. Fragen nach musikalischen Zusammenhängen drängen sich auf. Ist das Alphornspiel als geblasener Jodel zu verstehen? Hat die Naturtonreihe des Alphorns das Jodeln beeinflusst? Wurzeln beide in den jahrhundertealten Kuhreihen, den Hirtenliedern, mit denen die Kühe zum Melken angelockt wurden?
Das Autorenteam diskutiert mögliche Verbindungen zwischen Jodel und Alphornmusik und erörtert Evidenzen, die auf einen gemeinsamen Ursprung der beiden Musikpraktiken hinweisen. Das Untersuchungsgebiet geht von der Schweiz aus und erstreckt sich über den Süden Deutschlands und über Österreich. Musikästhetische Verbindungen werden diskutiert, historische und aktuelle Argumente abgewogen. Bei den österreichischen Wurzhorner-Jodlern weist schon der Name auf eine Verbindung zum Instrument hin, und im Muotataler «Bücheljuuz» imitiert der Jodler den Klang des Instruments so gekonnt, dass der Unterschied zwischen Stimme und Instrument kaum wahrgenommen wird. Eine musikalische Beziehung zum Alphorn liegt aber nicht bei allen Jodelarten vor, und Alphornmusik steht nicht immer in Bezug zum Jodel. Die Studie belegt, dass seit rund 200 Jahren eine greifbare, wenn auch unstete musikalische Wechselbeziehung zwischen Alphorn und Jodel besteht.
«Raymond Ammann hat sich weit in die Geschichte des Jodelns hineinbegeben. Die reicht vom Bücheljuuz des Wichel Wisi über den Solojodel des Appenzeller Bierfahrers Arnold Schlepfer bis hin zu einer süffisanten Bemerkung von Johann Wolfgang von Goethe in einem Brief vom 30. Oktober 1828 an den Komponisten Friedrich Zelter.»