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Das geplantes Gesetz zum Schutz von Kulturgütern sorgte in Deutschland für heftigen Wirbel: Namhafte Künstler wie Georg Baselitz liessen ihre Dauerleihgaben in Museen aus Protest abhängen. Nun hat heute die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters erstmals einen offiziellen Entwurf für das geplante Gesetz zum Schutz von Kulturgütern vorgelegt.
Geplant sind striktere Importregeln und Vorschriften für die Ausfuhr von Kunstwerken in EU-Länder. Bisher war das nur bei Exporten in aussereuropäische Staaten der Fall. Betroffen sind Bilder und Gemälde, die auf mehr als 300'000 Euro geschätzt werden und älter als 70 Jahre alt sind. Jeder lebende Künstler oder Künstlerin in Deutschland kann sich weigern, sich auf die Liste national wertvolle Kulturgüter setzen zu lassen.
+++Pulitzerpreis-Träger Carl Schorske ist gestorben+++
Der renommierte US-Kulturhistoriker Carl Emil Schorske ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Zu Ruhm kam er erst im Alter von 65 Jahren, als er sein Werk «Fin-de-Siècle Vienna» veröffentlichte. Dafür erhielt er 1981 den Pulitzerpreis.
Carl Schorske wurde am 15. März 1915 in New York geboren. Mit 65 erst emeritierte er an der renommierten Princeton Universität. Schorske schrieb unter anderem über den Zustand im Nachkriegsdeutschland («Eastern and Western Orientation in German Foreign Policy», 1947) oder über Gustav Mahler («Eine österreichische Identität: Gustav Mahler», 1996). Schorske, der zuletzt in einem Altersheim in New Jersey lebte, wurde kurz nach seinem 100. Geburtstag im März dieses Jahres mit dem Grossen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
+++Marlon James für Man-Booker-Prize nominiert+++
Seit heute Dienstag ist bekannt, welche Autorinnen und Autoren es auf die Shortlist des renommierten Man-Booker-Prizes geschafft haben. Einer davon ist Marlon James.
Er ist der erste jamaikanische Autor, der im Rennen um die renommierte Literaturauszeichnung ist. Mit seinem dritten Roman «A Brief History of Seven Killings» beschreibt er fehlgeschlagene Attentate auf den Reggaesänger Bob Marley.
Neben Marlon James sind fünf weiter Autorinnen und Autoren auf der Short-List, und zwar mit Romanen aus Grossbritannien, Nigeria und den USA. Der Man Booker Prize ist mit 50'000 Pfund dotiert. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird am 13. Oktober in London bekannt gegeben.
+++Faschismus-Museum in Italien+++
Predappio ist der Geburtsort von Benito Mussolini. Nun soll in der italienischen Kleinstadt demnächst das erste Faschismus-Museum Italiens eröffnen.
Wie der Bürgermeister Giorgio Frassineti sagte, soll das Museum im früheren Hauptquartier der Faschistischen Partei in dem 40 Kilometer südwestlich von Ravenna gelegenen Ort eingerichtet werden und an die Herrschaft der Faschisten in Italien erinnern. Das Museum solle helfen, dass sich Italien seiner Vergangenheit stelle.
+++Gary Richrath gestorben+++
Der frühere Gitarrist und Songschreiber der US-Rockband REO Speedwagon ist gestorben. Gary Richrath wurde 65 Jahre alt.
Die Band REO Speedwagon war vor allem in den 1980er-Jahren bekannt mit Songs wie «Can’t Fight This Feeling». Der Gitarrist Gary Richrath hatte viele Songs der Band geschrieben. REO Speedwagon verkaufte über 40 Millionen Alben.
+++Stiftung zu Ehren des Bloggers Badawi+++
Die Ehefrau des verurteilten saudischen Blogger Raif Badawi hat eine nach ihm benannte Stiftung gegründet. «Raif Badawi Foundation for Freedom» soll sich für inhaftierte Menschenrechtsaktivisten einsetzen und die politische Diskussion sowie Pressefreiheit in den arabischen Ländern stärken.
«Die Stiftung ist eine Fortsetzung der Idee der Meinungsfreiheit, die mein Mann seit Jahren verteidigt», sagte Badawis Frau Ensaf Haidar am Freitag in Berlin. 2014 wurde der 31-Jährige zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilt, nachdem er auf seinem Blog den Islam beleidigt haben soll.
+++Unesco ehrt Walliser Abtei Saint-Maurice+++
Ein Dokumentarfilm zum 1500-Jahr-Jubiläum der Walliser Abtei Saint-Maurice ist am Montag in Paris gezeigt worden. Die UNO-Kulturorganisation Unesco hat damit die Bedeutung dieses Jubiläums anerkannt.
Die Walliser Abtei ist das älteste Kloster des Okzidents, das seit seiner Gründung im Jahr 515 durchgehend aktiv war. Sein Jubiläum ist die einzige Schweizer Veranstaltung auf der Unesco-Liste in den Jahren 2014/2015.
+++Stapferhaus Lenzburg verlängert Ausstellung+++
Das Stapferhaus Lenzburg verlängert seine aktuelle Ausstelung zum Thema Geld bis Juni 2016. Mehr als 45'000 Personen besuchten in den vergangenen zehn Monaten die Schau mit dem Titel «Geld. Jenseits von Gut und Böse».
Damit hätten fast doppelt so viele Personen als erwartet die Ausstellung im Zeughaus Lenzburg besitchtigt, teilte das Stapferhaus am Montag mit. Geplant war eine Ausstellungsdauer bis Ende Novemer dieses Jahres.
+++Erneut Mauer in Pompeji eingestürzt+++
In der historischen Ausgrabungsstätte Pompeji im Golf von Neapel ist erneut eine Mauer eingestürzt. Der Schaden an der etwa zwei Meter langen Abgrenzung sei am Montag entdeckt worden, teilten die Behörden mit.
Die Unesco-Weltkulturstätte Pompeji ist seit Jahren vom Verfall bedroht, immer wieder stürzen Mauern oder sogar ganze Gebäude ein. Vor einigen Jahren wurde deshalb ein Grossprojekt zur Restaurierung Pompejis ins Leben gerufen, doch die Arbeiten gehen nur schleppend voran. Das Gelände wurde bei einem Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahr 79 n. Chr. verschüttet. Unter der Ascheschicht wurde es weitgehend konserviert.
+++Razzia in Istanbul wegen Erdoğan-Fotomontage+++
Die türkische Polizei hat gestern die Verbreitung des Nachrichtenmagazins «Nokta» verhindert, eine Razzia durchgeführt und einen Redaktoren des Magazins festgenommen. Grund dafür ist die aktuelle «Nokta»-Titelseite: Eine Fotomontage zeigt Staatschef Erdoğan, der vor dem Sarg eines toten türkischen Soldaten ein Selfie macht.
Die Vorwürfe gegen das liberale Nachrichtenmagazin «Nokta» lauteten auf Beleidigung des Staatspräsidenten und Propaganda für eine Terrororganisation, sagte der Chefredaktor. Das «Nokta»-Titelbild ist eine Anspielung auf den von der Opposition erhobenen Vorwurf, Erdoğan habe die jüngste Eskalation zwischen der Armee und der Arbeiterpartei Kurdistans, der PKK, bewusst angefacht – mit dem Ziel, vor der Parlamentswahl am 1. November nationalistische Wähler zu gewinnen.
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 15.9.2015, 6:02