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Gary Numan (geboren als Gary Anthony James Webb 1958 in London) gilt als Pionier des Electropop. Mit seiner Musik und seinem androgynen Still hatte er die New Romantic Bewegung Anfangs der 80er Jahre in England beeinflusst.
Mit seiner Band Tubeway Army feierte er 1979 mit „Are ‘Friends’ Electric?“ einen grossen Hit. Ein paar Monate später kam der nächste Charterfolg mit „Cars“. Die Single und auch das dazugehörende Album „The Pleasure Principle“ wurden unter dem Namen Gary Numan veröffentlicht. In den 80er Jahren veröffentlichte der Musiker fast in jedem Jahr (!) ein neues Album.
Ab 1994 und dem Album „Sacrifice“ orientierte sich seine Musik in Richtung Industrial Rock. Ein Novum war, dass er fast alles selber machte. Er spielte die Instrumente, sang und produzierte das Album. Es war musikalische Inspiration für Bands wie Nine Inch Nails, Foo Fighters oder The Prodigy.
Bis 2011 hatte Gary Numan 5 weitere Alben veröffentlicht, allerdings stellte sich der kommerzielle Erfolg wie in den 80er Jahren nicht mehr ein. Im Oktober 2013 wurde sein neues und 17. Album „Splinter (Songs From A Broken Mind)” für den Verkauf freigegeben.
Mächtig und drohend erklingen die ersten Sounds von „I Am Dust“ aus den Boxen. Der einzigartige Gesang erschallt zum ersten Mal, die Fortsetzung klingt flüssiger, es entwickelt sich ein Industrial Rock Track mit dreckigen Gitarrensounds. Etwas dramatischer ist „Here In The Black“. Mir gefällt der geflüsterte Sprechgesang, krachender Drumsound, elektronische Noises und die Stimme von Gary begleiten den Refrain. Das Grundthema von „Everything Comes Down To This“ wird von düsteren Gitarrenklängen untermalt, der Refrain klingt wesentlich zuversichtlicher und verbreitet eine Prise Optimismus.
Mystisch und nach Orient klingt „Splinter“, vielleicht liegt das am schweifenden Chorgesang. Die Ballade „Lost“ verursacht bei mir Gänsehaut, die Klavierklänge im Zusammenspiel mit den düsterschönen Strings und die unglaubliche Stimme von Gary Numan sind ganz grosse Klasse. Ich kann mir gut vorstellen, dass „Love Hurt Bleed“ ein schwarzer Club-Hit wird. Er hat alles dazu. Rhythmus, Sounds zum Shaken, vielleicht ist der Break etwas ungewöhnlich, aber der darauf folgende Zucker-Refrain wird die Leute auf der Tanzfläche in Bewegung bringen.
Rhythmisch, ganz fein und nur mit ein paar Geräuschen beginnt „We’re The Unforgiven“, der kräftige Schlagzeug Sound gibt dem Track den Boden. Nach dem Break erklingen rohe Gitarren und Synthesizer vollenden das Werk. „Who Are You“ ist wie aus einem Guss und ist eher wieder Tanzflächen tauglich. Mit „My Last Day“ packt Gary Numan nochmals seine ganze Hingabe und Leidenschaft für die Musik aus. Eindrücklich wie er es versteht eine Atmosphäre aufzubauen, vor allem das Konstrukt gegen Ende hin ist durchdacht, imposant und famos.
Ich mag das Album „Splinter (Songs From A Broken Mind)”, weil die Songs gerade etwas mein Leben widerspiegeln. Das Album könnte eine Alternative zum letzten Album von Nine Inch Nails sein, vor allem für die Fans, die von ihrer letzten CD enttäuscht wurden.
Tracklist:
1. I Am Dust
2. Here In The Black
3. Everything Comes Down To This
4. The Calling
5. Splinter
6. Lost
7. Love Hurt Bleed
8. A Shadow Falls On Me
9. Where I Can Never Be
10. We’re The Unforgiven
11. Who Are You
12. My Last Day
Bandmitglieder:
Gary Numan – Gesang und Keyboards
Ade Fenton – Programming und Keyboards
Robin Finck – Gitarre
Steve Harris – Gitarre
Tim Muddiman – Gitarre und Bass
Gründung:
1977