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Welche Krankheiten sind für die Elefanten sehr gefährlich?
Elefantenpocken, Tuberkulose und Elefantenherpes sind die Damoklesschwerter in jedem Elefantenstall.
Pocken
Die Elefantenpocken traten in den letzten Jahren vor allem in Deutschland auf. Die Elefanten in der Schweiz blieben bisher zum Glück von dieser Krankheit verschont. Die Infizierung könnte durch Ratten und Mäuse, verdrecktes Futter oder Pfleger, die den Virus von anderen Tieren transportiert haben, übertragen worden sein. Bei den Tieren zeigen sich Pocken auf der Haut und zum Beispiel in der Mundschleimhaut. Das kann sehr schmerzhaft für die Tiere sein.
Tuberkulose
Die Tuberkulose wurde im Zürcher Zoo der Elefantenkuh „Thaia“ zu Verhängnis. Der Gesundheitszustand der gut 30 jährigen Thaia verschlechterte sich innert 2 Jahren aus unerfindlichen Gründen so drastisch, dass sie 1988 eingeschläfert werden musste. Bei der Sektion merkten die Pathologen schnell, dass die Tuberkulose für den raschen Gesundheitszerfall der einst kräftigen Elefantenkuh verantwortlich war.
Tuberkulose wird durch die Luft übertragen und verbreitet sich durch winzige Tröpfchen. Infizierte Elefanten zeigen nicht zwangsläufig Symptome der Krankheit auf oder leiden unter chronischem Gewichtsverlust, schwindendem Appetit, sondern Nasensekret aus, Husten und machen sich nichts aus der ihnen angebotenen Bewegung. Es ist schwierig, TB bei Elefanten festzustellen.
Herpes
Herpes ist eine Sammelbezeichnung für Hauterkrankungen mit Gruppen von Bläschen mit serösem Inhalt. Die Ursache ist meist eine Pilz- oder Virusinfektion.
Zu den harmlosen Herpesviren gehören die, welche bei uns Menschen Fieberbläschen verursachen.
Sehr gefährlich vor allem für jünger Elefanten ist der EEHV (Elephant endotheliotropic herpesviruses). Der Herpesvirus verursacht zahllose kleine massive Blutungen im Dünndarm, der Herzvorkammer und dem Herzen. Diese vielen kleinen starken Blutungen verursachen oftmals den plötzlichen Tod von jungen oder älteren, schwachen Elefanten durch einen Kreislaufkollaps.
Tägliche routinenmässige Kontrolle der Mundschleimhaut ist wichtig zur Früherkennung der Elefanten Herpesinfektion
Video aus dem Zoo Dublin zur täglichen Herpeskontrolle:
Es ist aufgefallen, dass in Zoos in welchen afrikanische und asiatische Elefanten gehalten werden der Elefanten-Herpesvirus vermehrt festgestellt wird. Es scheint, dass die afrikanischen Elefanten den Virus in sich haben, aber dagegen resistent sind. Asiatische Elefanten aber können keine Antikörper bilden und darum kann bei ihnen die Viruserkrankung ausbrechen.
Wo starben in Europa asiatische Elefanten an Herpes?
– 1988 Lohimi vom Circus Knie
– 1998 Indiri im Zoo Rotterdam
– 1998 Kiba im Berliner Zoo
– 1999 Xian im Zürcher Zoo
– 2000 Kiri im Berliner Zoo
– 2003 Aishu im Zürcher Zoo
– 2009 Raman im Chester Zoo
– 2011 Shaina Pali im Berliner Zoo
– 2011 Ko Raya im Berliner Zoo
– 2013 Jamilah im Chester Zoo
– 2013 Nayan Hi Way im Chester Zoo
Kann man die Elefanten dagegen impfen?
Alle diese jungen Elefanten wurden von dem äusserst gefährlichen Elefanten-Herpesvirus befallen. Diese Herpesviren sind noch nicht klassifiziert und auch nicht züchtbar. Das wäre aber die Grundvoraussetzung um einen Impfstoff zu entwickeln.
Was kann Herpes auslösen?
Nach der Ansteckung des Elefanten mit dem Herpes, zieht sich der Virus zuerst in die verschiedensten Organe zurück und ist inaktiv.
Der Ausbruch des Herpesvirus wird oft mit Stress in Zusammenhang gebracht.
Die 3 jungen Elefanten Lohimi, Xian und Aishu starben in einem Alter zwischen 2 und 3 1/2 Jahren. In diesem Alter beginnt die Entwöhnung von der Muttermilch.
Wenn dazu noch eine weitere Aufregung kommt, kann dies Stresssymptome auslösen, welche den Ausbruch des Herpesvirus begünstigen. Der Stress kann die Immunabwehr schwächen und gibt dem Virus so die Möglichkeit sich sehr schnell zu vermehren.
Lohimi wurde sehr früh von ihrer Mutter getrennt und in Zirkusnummern integriert.
Xian freute sich über die neue Elefantenkuh Indy welche von Zirkus Knie in den Zoo Zürich kam. Nach ihrer Ankunft hatte er kaum mehr eine ruhige Minute. Dauernd war er zusammen mit der jungen Elefantenkuh in Bewegung.
Aishu litt unter der sozialen Spannung die zwischen den Elefantenkühen des Zürcher Zoos herrscht. Wegen den engen Platzverhältnissen im Innenstall kommt es immer wieder zu nächtelangen Streitereien und Kämpfen, in die seine Mutter Ceyla stark involviert ist.
Starben die jungen Elefanten schnell?
Der Herpesvirus verursachte bei Xian zahllose kleine massive Blutungen im Dünndarm, der Herzvorkammer und dem Herzen. Diese vielen kleinen starken Blutungen verursachten den plötzlichen Tod Xians durch einen Kreislaufkollaps.
Bei Lohimi und Aishu dauerte es von der Feststellung, dass es ihr irgendwie nicht gut geht bis zum Tod knappe 2 Tage.
Bei Xian stellten wir am Morgen fest, dass er „müde“ ist. Er kam uns vor, als ob er zuwenig geschlafen habe.
5 Stunden später, am Mittag, war er bereits tot.
Wie wurde der Virus übertragen?
Malayka lebte, bevor sie in den Basler Zoo abgegeben wurde, einige Jahre im Circus KNIE mit asiatischen Elefanten zusammen.
Auch Maxie, der Zürcher Zuchtbulle, lebte im Circus Chipperfield/GB mit afrikanischen Elefanten zusammen und trat mit ihnen in der Manege auf.
Anderseits reisen auch die Elefanten- und Zootierpfleger in andere Länder und Zoos und haben dort eventuell Kontakt mit afrikanischen Elefanten und ihren Betreuern.
Ist Herpes für die Elefanten immer tödlich?
Tragisch ist, dass die Krankheit vor allem Jungtiere wie Lohimi, Xian und Aishu oder ältere schwache Elefanten trifft.
Einige an Herpesvirusinfektion erkrankte asiatische Elefanten konnten erfolgreich behandelt werden.
Der Verlauf der Erkrankung bei diesen Elefanten war aber im Vergleich zu Lohimi, Xian und Aishu weniger akut. Der Virus konnte durch die Behandlung nicht eliminiert werden und eine spätere Reinfektion ist bei diesen „geheilten“ Elefanten leider jederzeit wieder möglich.