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Nach dem Eindringen von mehr als hundert Flüchtlingen in den Eurotunnel zwischen Frankreich und Grossbritannien ist der Bahnverkehr am Samstag vorübergehend eingestellt worden. Die Aktion sei organisiert gewesen, weshalb die Polizei gerufen worden sei.
Nach verschiedenen Angaben drangen zwischen 113 und 200 Menschen am Samstag kurz nach Mitternacht auf der französischen Seite bei Calais in den Tunnel ein, teilte der Betreiber mit.
Erst gegen 08.00 Uhr fuhr von Grossbritannien aus wieder der erste Zug in den Tunnel ein. Inzwischen führen die Züge zwar wieder, aber deutlich langsamer als normal. Der Fahrplan könne nicht eingehalten werden. Die Betreibergesellschaft teilte mit, der Verkehr werde nach und nach wieder voll aufgenommen.
Die Polizei und andere Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Behördenangaben zufolge liefen die Flüchtlinge etwa 15 Kilometer durch den rund 50 Kilometer langen Tunnel. Der Feuerwehr zufolge erlitten zehn Menschen, davon sieben Flüchtlinge, leichte Verletzungen.
Seit Ende Juni kamen in der Region um Calais nach Behördenangaben 13 Flüchtlinge bei dem Versuch ums Leben, nach Grossbritannien zu gelangen. Zuletzt wurde in der Nacht auf Mittwoch ein Flüchtling nahe dem Eurotunnel von einem Frachtzug überfahren. Mitte September wurde ein Flüchtling durch einen Stromschlag getötet, als er auf einen Frachtzug klettern wollte.
In Calais sitzen mehr als 3000 Flüchtlinge fest, die meisten von ihnen aus Ostafrika, Syrien und Afghanistan. Sie hoffen, auf Fähren über den Ärmelkanal oder auf Zügen durch den Eurotunnel nach Grossbritannien zu gelangen. Angesichts des Andrangs der Flüchtlinge wurden im Sommer die Sicherheitsmassnahmen am Hafen und am Eurotunnelgelände drastisch verschärft.
SDA-ATS