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Keller, Robert, Lehrer und Rektor, 1854-1939
Dr. phil. Lehrer an der Mädchenschule, am Gymnasium und an der Industrieschule Winterthur. 1891 - 1916 Rektor, Konservator der städtischen naturwissenschaftlichen Sammlungen.
Keller war gebürtig von Oberembrach und wurde 1875 Winterthurer Bürger. Sein Vater war Primarlehrer im Altstadtschulhaus 1853-1879. Der Sohn Robert studierte Dr. phil an der Universität Jena wo er ein Schüler von Ernst Häckel war. Ernst Haeckel war in Jena ein deutscher Zoologe, Philosoph und Freidenker, der die Arbeiten von Charles Darwin in Deutschland bekannt machte und zu einer speziellen Abstammungslehre ausbaute. Keller wurde Lehrer an der Mädchenschule Winterthur, dann ab 1880 am Gymnasium und der Industrieschule. Von 1891 - 1916 war Keller Rektor dieser Schule. Seine Rektoratsperiode fiel in eine Zeit wirtschaftlichen Aufstiegs. Er konnte auch an den Ausbau der Schule herantreten und eine Reihe wichtiger Neuerungen einführen: Zutritt der Mädchen zu Gymnasium (ab 1896) und Industrieschule, Einführung der 40 Minuten Lektionen, eine Besonderheit welche bis heute seine Gültigkeit hat, Errichtung der Lehramtsabteilung womit er eine Lösung der Frage des Bildungsganges der Lehrer durch die Mittelschule und Hochschule schuf. Durch seine Initiative beschritt die höhere Schule neue Wege. Unter seiner Führung wurde auch die Verstaatlichung der höheren städtischen Schulen vorbereitet. Keller war zudem Konservator der städtischen naturwissenschaftlichen Sammlungen. Er war Verfasser vieler botanischer Abhandlungen, im Speziellen zusammen mit Hans Schinz, dem Professor für Botanik an der Universität Zürich und Direktor des botanischen Gartens, der Flora der Schweiz, den "Schinz und Keller".
Prof. Dr. Robert Keller war von 1888 bis 1900 der zweite Präsident der Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur NGW. Als Botaniker beschäftigte er sich mit Rosengewächsen. Weit herum war er ein bekannter und geschätzter Spezialist. Seine Kenntnisse fanden in mehreren Studien Eingang in die ‚Naturwissenschaftlichen Mitteilungen‘. Zusammen mit einem Botaniker-Kollegen schrieb er den damals gebräuchlichsten Bestimmungsschlüssel zur ganzen Flora der Schweiz.