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Kleingeld vom Münsterhügel
Bei den Ausgrabungen auf dem Münsterhügel wurden seit 2009 etwa 115 Münzen gefunden: keltische, römische, mittelalterliche und neuzeitliche. Meist handelt es sich dabei um Kleingeld aus Bronze; wertvollere Prägungen aus Silber sind viel seltener.
So wie auch wir nicht stundenlang nach einem heruntergefallenen und weggerollten 5- oder 10-Rappenstück suchen, bückten sich unsere Vorfahren nicht immer mit Erfolg, um verlorenes Kleingeld aufzulesen.
Die Erfindung von Münzgeld darf man den Griechen zuschreiben (um etwa 600 v. Chr. in Kleinasien). In unseren Breitengraden stellten die Kelten seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. eigene Münzen her. In Basel findet man keltische Münzen in den Siedlungen von „Basel-Gasfabrik“ beim Voltaplatz (ca. 150–80 v. Chr.) und auf dem Münsterhügel (ab ca. 80 v. Chr.). Die grosse Mehrheit der Fundmünzen vom Münsterhügel – also auch aus den aktuellen Werkleitungs-Grabungen – stammt jedoch aus der Römerzeit. Keltische, mittelalterliche und neuzeitliche Münzen sind spärlicher vertreten.
Das hier abgebildete römische Geldstück kam in einem Leitungsgraben auf dem Münsterplatz zum Vorschein. Die Münze besteht aus Bronze, weist einen Durchmesser von etwa 2 cm auf und ist ca. 4 Gramm schwer. Geprägt wurde sie in den Jahren 310–313 n. Chr. in Trier. auf der Vorderseite ist der Kaiser Constantin I. abgebildet, der von 306–337 n. Chr. das römische Reich regierte und zeitweise in Trier seine Residenz hatte. Auf der Rückseite ist Sol Invictus (der unbesiegte Sonnengott) dargestellt. Kaiser Constantin sah sich als irdischen Repräsentanten des Sonnengottes und liess sich häufig mit ihm auf Münzen abbilden. Als Geburtstag des Sonnengottes Sol galt übrigens der 25. Dezember – was ungefähr dem Zeitpunkt der Wintersonnenwende entspricht.
Details
- Objekt: Münze
- Datierung: Spätrömisch (310-313 n. Chr.)
- Fundort: Münsterplatz