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Der Ortsname Breil/Brigels ist keltischen Ursprungs „brigilo – kleine Burg“. Dieser Name weist auf die kleine Burg am Hügel S. Sievi oberhalb des Dorfes hin, welche den Ursprung beweist. Als Grosshof der rätischen Victoriden im Dorfteil Cuort wird der Ort mit Sagogn/Sagens und Ilanz im berühmten Stiftungstestament des Bischofs Tello 765 dem Kloster Disentis vermacht und tritt damit in die Klostergeschichte ein.
Schwer zu datieren, doch wahrscheinlich bald nach der Schenkung des Zentralhofs Brigels mit den dazugehörigen Gütern in Danis, Dardin, Schlans und Trun errichtete das Kloster für seine Eigenleute eine Kirche mit dem Disentiser Martinspatrozinium. Die Dorfkirche St. Maria und die Kapelle S. Sievi (Eusebius) kamen 1185 durch päpstliche Bestätigung ans Kloster. In der Feudalherrschaft des 13. Jahrhunderts verpflichtete sich die Abtei zum Schutz des Landes, zur Durchführung des Hochgerichts und zur Verwaltung. Dafür oblag den Brigelsern die Zehntenpflicht an Korn und Obst, und am Verenatag mussten sie, zusammen mit den Leuten von Sumvitg, in Frondienst für das Kloster fischen.
Neue Ansiedler, sogenannte äussere „Freie von Laax“, durchsetzten die Klosterherrschaft in Brigels. Der österreichisch gesinnte Klostervogt Hugo III. von Werdenberg entriss den Brigelser Hof gewaltsam, musste ihn jedoch 1327 zurückerstatten. Nach dem Klosterbrand von 1387 verkaufte Abt Johannes von Ilanz seine Alpen in Brigels, um Bauschulden abtragen zu können. 1491 wurde die Pfarrei formell inkorporiert. 1536 liessen sich etwa 200 Personen der Freien in Breil/Brigels als Gotteshausleute von Disentis aufnehmen. Als Abwehrmassnahmen gegen das reformiert gewordene Waltensburg errichtete Abt Christian von Castelberg 1581 in Danis ein kleines Gotteshaus. Danis wurde 1650 selbständige Pfarrei, Dardin 1664. Politisch verblieben sie im Brigelser Gemeindeverband.
Im 18. Jahrhundert gerieten Kloster und Cadi in den Machtstreit zwischen Österreich und Frankreich. Als sich die französisch gesinnten de Latour in Brigels bei Ämterbewerbungen übergangen sahen, griffen sie im Kampf zur Zehntenverweigerung. In den jahrelangen Streit wurde die ganze Hierarchie der Instanzen involviert, kirchlicherseits Visitatoren, Bischof und Nuntius, weltlicherseits Magistrat und Gericht der Cadi, der Graue Bund und sogar Kaiser Karl VI. Zeitweilig wurden die Brigelser sogar aus der Cadi ausgeschlossen. 1734 konnte sich Waltensburg loskaufen; für die übrigen Nachbarschaften kam es am 23. März 1737 zum entscheidenden Kompromissurteil; sie konnten sich von der Zehntenpflicht auskaufen, mussten aber ihre Rückstände dem Kloster bezahlen. Brigels brachte seine Verpflichtungen aus den neun gesperrten Jahren 1738 ins reine.
Den Übergang von den feudalen Äbten zu einem neuen monastischen Lebensstil leitete ein Brigelser ein, Abt Laurentius Cathomen. Nach der Zerstörung des Klosters im Franzosenbrand von 1799 fand er Unterkunft zunächst in Ringgenberg, sodann in seiner Heimat Brigels, wo er 1801 verstarb. In Graubünden aber begann das Ringen um eine neue Staatsform. Die Geschichte der losgekauften Gemeinde Brigels prägte vor allem die Familie De Latour. Ihren Namen erhielten sie vom Meierturm Marmarola am Ostrande des Dorfes, als dessen Bewohner sie erstmals 1473 nachgewiesen wurden. Peter Anton De Latour wird als Volkstribun charakterisiert. Seine politische Tätigkeit nahm ihren Anfang in der Republik Gemeiner Drei Bünde und endete nach der Geburt des neuen Bundesstaates 1848 und der Bündnerischen Kantonsverfassung von 1854. Er stand im Zeichen des Übergangs. Sein Neffe Alois De Latour war der Promotor der Oberländerstrasse. Natürlich setzt er sich auch für eine Zufahrt nach Brigels, und die Verbindung Brigels – Waltensburg ein. Arnold Escher von der Lindt, Sohn des Schöpfers der Lindkorrektion, Professor der Geologie an der Universität Zürich und ETH, besorgte die Projektierung. Ein Gedenkstein auf dem Grap de Crusch erinnert an die Erbauer der 1870 vollendeten Strasse nach Waltensburg, an Escher von der Lindt und de Latour und Simon Bavier, den ersten Bündner Bundesrat. Wiederholt brachte die Pest Unglücksjahre über die Dorfbevölkerung, so auch eine Hungersnot im Jahre 1817. Seit der neuen Kantonsverfassung gehört Brigels zum Kreis Cadi und zum Bezirk Vorderrhein, seit 1.01.2001 zum Bezirk Surselva, welcher aus den Kreisen Cadi, Rueun, La Foppa und Lumnezia zusammengesetzt ist.
Politisches
In der Gemeinde Brigels spielen die politischen Parteien bei Kommunalwahlen keine grosse Rolle. Ein grosser Teil der Einwohner stehen für die CVP als Mitglieder oder Sympathisanten ein. Eine organisierte Ortspartei gibt es nicht. Bei den Gemeindewahlen übernehmen die Fraktionen die Rolle der Parteien. In der Gemeindeverfassung ist festgehalten, wie viele Mitglieder von jeder Fraktion in die verschiedenen Gemeindegremien zu wählen sind. Der Gemeindevorstand (Exekutive) setzt sich aus 5 Mitgliedern, der Gemeinderat (Legislative) aus 13 Mitgliedern und der Schulrat aus5 Mitgliedern zusammen, welche alle 3 Jahre wiedergewählt oder neugewählt werden. Die Amtszeitbeschränkung ist auf 12 Jahre festgelegt.
Erwerbstätigkeit in den verschiedenen Sektoren
Die dezentrale Lage macht die Fraktionen praktisch zu eigenen Dörfern. Das bedingt erhöhte Ausgaben für Schulanlagen. Anderseits werden infrastrukturelle Aufgaben wie Kanalisation, Abwasserreinigungsanlage oder Lawinen-, Wildbach- und Wuhrverbauungen gemeinsam gelöst. Während in der Fraktion Danis/Tavanasa der grössere Teil der Einwohner im zweiten Sektor, Industrie und Gewerbe, beschäftigt ist, hat in Dardin und Brigels der erste Sektor, die Landwirtschaft, nach wie vor beträchtliches Gewicht. In Zahlen ausgedrückt arbeiten im Sektor 1 der Land- und Forstwirtschaft 16%. Auf den Sektor 2 entfallen 40%, die eine Hälfte auf das Baugewerbe, die andere auf Industrie und Gewerbe. Der Sektor 3, Dienstleistungen, beschäftigt zur Zeit ca. 44%, 70 Personen in Sanität, Erziehung und Verwaltung (15%) und 135 in Tourismus, Verkehr und Transport (29%).
Wirtschaft und Tourismus
Seit Beginn des Tourismus im letzten Jahrhundert ist Breil/Brigels vorwiegend ein vielbesuchter Sommerkurort gewesen. Namhafte und illustre Gäste aus dem In- und Ausland (darunter Theodor Heuss BRD, Königin Emma von den Niederlanden, und weitere mehr) haben die Sonnenterasse der Surselva bereits vor vielen Jahren als Ort der Ruhe und Erholung entdeckt. Auf die längste Tradition schaut das Gasthaus Casa Fausta Capaul zurück, das bereits im 19. Jahrhundert in seiner Art einzig und weitherum berühmt war. Nicht nur Arnold Escher war hier abgestiegen oder Conrad Ferdinand Meyer, sondern auch eine illustre Schar immer wiederkehrender Stammgäste. Im Fremdenbuch 1880 bis 1920 tauchen über den ganzen Zeitraum die Namen von drei Mitgliedern des SAC Bern auf: Pfarrer und Direktor Georg Finsler, Professor Hermann Löhnert und Charles Flach, der Maler von Brigels. Die touristische Erschliessung der schönen Skigebiete um den Péz d’Artgas – übrigens ein Gemeinschaftswerk der in sich abgerundeten Skiregion der benachbarten Gemeinden von Breil/Brigels, Vuorz/Waltensburg und Andiast – liess das Bergdorf in den vergangenen 20 Jahren auch zu einem beliebten Wintersportort heranwachsen. Der wirtschaftliche Aufschwung, gepaart mit einer ungebrochenen Dorfkultur, haben zur Erstarkung des einheimischen Gewerbes, Handels und Verkehrs, sowie zur Verbesserung der ohnehin im Berggebiet beschränkten und bedrohten Existenzgrundlagen beigetragen.
In neuen, komfortablen Chalets, Wohnungen und Ferienlagern werden dem Gast preiswerte Unterkünfte geboten. Moderne und gutbürgerliche Hotels, Pensionen und Restaurants vervollständigen das Angebot. Die schmucken, sonnengebräunten Bauernhäuser zeugen von einer gesunden und bodenständigen Berglandwirtschaft, zu der der Fremdenverkehr sinnvolle Ergänzung findet. Brigels will ein Berg- und Ferienkurort eigener Prägung bleiben, damit die treue Ferienkundschaft sich wohlfühlt in dieser herrlichen Landschaft und gesunder Bergluft, abseits vom lärmigen Durchgangsverkehr.
Lage
Die politische Gemeinde Breil/Brigels liegt mitten im romanischen Sprachgebiet der Surselva und gehört zum Kreis Cadi. Sie setzt sich zusammen aus den Dorffraktionen Danis-Tavanasa, 850 m ü. M., Dardin 1150 m ü. M., dem Hauptort Breil/Brigels, 1280 m ü.M. und den Weiler Vali auf der rechten Talseite. Das Gemeindegebiet mit einer Gesamtfläche von ca. 5085 ha zieht sich von der Talsohle über die sonnenseitigen, linksrheinischen Hänge bis zum Péz d’Artgas, Bifertenstock und den impostanten Brigelser Hörnern sowie auch rechtsrheinisch ein Stück gegen Obersaxen hinauf. Das Dorf Brigels als Hauptort liegt auf einem sonnigen, weiten Hochplateau. Danis und Tavanasa liegen in der Talsohle und Dardin auf dem sonnigen Hang auf der Strecke Danis – Brigels
Klima
Auf dem linksrheinischen Hang zwischen 800 und 1300 m ü. M. gelegen, hat das Gemeindegebiet ein alpinkontinentales Klima. Gelegentlich wird das Klima durch die atlantische und die insubrische Klimazone beeinflusst. Gotthardmassiv und Tödimassiv halten weitgehend die West- und Nordwinde ab. Die mächtige Nordkette vermindert deshalb die Niederschläge wesentlich. Auch der Nordostwind wird durch den östlichen Talriegel gemildert. Der Südwestwind kann sowohl kühl wie auch warm und trocken sein. Gewitter und Regenschauer sind nicht häufig. Wenn Sie sich aber im Juli oder August entladen, können sie Überschwemmungen und Rüfen verursachen. Über 1400 m ü. M. kann es jeden Monat schneien. Im Winter fallen normalerweise beträchtliche Schneemengen, die auf den Alpen und Pässen bis im Mai oder Juni liegenbleiben.
Der Föhn beeinflusst also weitgehend das Klima, vor allem die Lufttrockenheit. Das Tal ist praktisch nebelfrei. Der gelegentliche Morgennebel löst sich meist im Laufe des Tages auf. Die Sonne scheint im Sommer und Winter relativ lange, besonders in den Dörfern Brigels und Dardin. Einzig einige Stellen im Talboden sind während der Winterzeit für einige Wochen unbesonnt.
Bedenkt man, dass die Sonnenscheindauer im Sommer und Winter überdurchschnittlich ist, so kann man unseren Raum mit Fug und Recht als attraktive Wohnregion, besonders für Sonnenanbeter, Sport- und Naturfreunde, bezeichnen.