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Nach unserem ersten Tag im Zentrum von Ho Chi Minh Stadt, fahren wir heute in den Stadtteil Cù Chi. Nach ihm ist das Tunnelsystem benannt, in dem sich vietnamesische Wiederstandskämpfer vor und während des Vietnamkrieges versteckt hielten. Wir fahren gut eine Stunde durch die Stadt. Die gesamte Anlage ist äusserst eindrücklich organisiert. Neben unserem privaten Guide werden wir von einem Soldaten begleitet, der uns zahlreiche Ausstellungsobjekte demonstriert.
Die ersten Tunnel entstanden nach dem zweiten Weltkrieg im Kampf gegen die Kolonialmacht Frankreich. Das Tunnelsystem wurde danach massiv ausgeweitet, um nahe dem Hauptquartier Südvietnams und der Amerikaner eine Widerstandsfront aufzubauen. Das Tunnelsystem umfasst über 200 Kilometer lange Gänge, die Schlafräume, Lazarette, Bunker, Küchen und Kampfeinrichtungen miteinander verbanden. Speziell, so wie ich finde, sind auch die unterirdischen Evakuationsausgänge in den Mekongfluss.
Die Tunnel sind wirklich extrem eng und tief gebaut. Die amerikanischen Streitkräfte waren zu gross, um die vietnamesischen Kämpfer in den Untergrund zu verfolgen. Die Eingänge waren äusserst gut getarnt und mit Fallen geschützt. Die Siphon-Form der Tunnel am Eingang verhinderte, dass die Amerikaner die Tunnel ausräuchern konnte. Der Soldat auf dem Foto (oben) überredete mich, durch den Eingang hinabzusteigen. Ich hatte keine Chance. Wir nahmen dann die Treppe (Foto unten). Doch um die Touristen durch die Tunnel führen zu können, mussten die Tunnel um gut 30 Zentimeter erhöht werden. Ich fand auch das noch äusserst knapp bemessen.
Auf dem Gelände wird auch gezeigt, welche Fallen den Amerikanern gestellt wurden, wie die Soldaten aus Autoreifen Schuhe herstellten (Bild unten) und auch, wie ein ausgeklügeltes Filtersystem verheimlichte, wo sich die Küchen und Werkstätten unter dem Boden befanden. Der Rauch wurde umgeleitet und trat wie Nebel langsam aus dem Boden (Bild ganz unten). Spannend! Der Ausflug nach Cù Chi war definitiv die lange Fahrt wert!