Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03478.jsonl.gz/772

Im Bahnradsport existieren mehr als 12 verschiedene Disziplinen, vom 15 Sekunden dauernden Sprint bis zum mehrstündigen Rennen, die auch in die Sechstagerennen integriert werden. Die Anforderungen sind entsprechend unterschiedlich und reichen von der Schnellkraft bis zur Schnelligkeitsausdauer, gepaart mit ausgezeichneten taktischen Fähigkeiten. Mit den Bahnen in Genf und Aigle ist die Westschweiz die Hochburg des Bahnsports. Das Bahntraining liefert gute Grundlagen für andere Radsportdisziplinen.

Gefahren wird auf einem speziell für den Bahnsport angefertigten Fahrrad. Die Beschaffenheit des Fahrrades ist auf besondere Kräfte wie z.B. die Beschleunigung, Richtungsänderung und Fliehkräfte in Kurven ausgerichtet. Die Bahnräder haben weder Freilauf noch Bremse, es gibt nur den standardisierten starren Gang.
Der Bahnradsport wird geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher Disziplinen. Es kann nicht nur alleine oder im Team um den Sieg gekämpft werden, sondern vom Sprint bis zu der Langdistanz können auch sehr unterschiedliche Strecken zurückgelegt werden.
Der Bahnradsport wird in Kurzzeit- und Ausdauerdisziplinen unterteilt.
Zu den Kurzzeitdisziplinen gehören der Sprint, Mannschafts- oder Teamsprints, Keirin und das Einzelzeitfahren.
Kurzzeitdisziplinen:
Im Sprint fahren jeweils zwischen zwei bis vier Fahrer gegeneinander. Die Distanz beträgt drei oder mehr Runden. Der Fahrer, welcher als erster die Ziellinie durchfährt, gewinnt die Runde. Die Fahrer müssen sich in mehreren K.O.-Runden und Hoffnungsläufen durchsetzen. Erst im Finale wird dann der Gesamtsieger ermittelt.
Im Mannschaftssprint bilden drei Fahrer ein Team. Nach jeder Runde (je nach Bahnlänge auch mehr) scheidet der Führende eines Teams aus. Normalerweise dienen die ersten zwei Fahrer einer Mannschaft dem dritten als "Anfahrer", dieser hält sich nämlich schön im Windschatten der anderen beiden, um Kräfte für die letzte, entscheidende Runde zu sparen.
Keirin wiederum ist eine aus Japan stammende Variation des Sprints, in welcher jeweils acht Fahrer über eine Distanz von etwa 2000 Metern ins Rennen geschickt werden.
Im Einzelzeitfahren startet immer nur ein Athlet und zwar aus dem Stand. Bei Frauen beträgt die Distanz 500m, bei Männern 1000m.
Zu den Ausdauerdisziplinen gehören die Mannschaftsverfolgung, Scratch, das Punktefahren, das Zweier-Mannschaftsrennen und das Steherrennen.
Bei der Einer-Verfolgung fahren immer zwei Sportler gegeneinander. Sieger wird derjenige, welcher entweder seinen Gegner einholt (gestartet wird von der gegenüberliegenden Bahnseite) oder sollte dies nicht gelingen, bis zum Ende der Distanz (Frauen 3000m und Männer 4000) die schnellere Zeit erzielt. Wie im Sprint wird auch hier der Gesamtsieger mittels K.O.-System ermittelt.
Bei der 4000m-Mannschaftsverfolgung (Frauen 3000m) gilt der gleiche Modus wie bei der Einer-Verfolgung. Allerdings treten zwei Mannschaften à vier Fahrer gegeneinander an. Die Zeitmessung erfolgt beim Zieldurchgang des dritten Fahrers eines Teams. Diese Disziplin verlangt ein hohes Mass an perfekter Abstimmung aufeinander und erfordert eine hohe Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Mannschaftsmitglieds. Deshalb ist sie auch bekannt als Königsklasse des Radsports.
Scratch ist eine sehr taktische Disziplin, in welcher eine Grosszahl von Fahrern gemeinsam über eine Distanz von bspw. 40 Runden startet. Wer als erster die Ziellinie durchquert, gewinnt das Rennen.
Im Punktefahren wird das Rennen im Massenstart angefahren. Nach zuvor festgelegten Intervallen (z.B. alle 10 Runden), erfolgt eine Punktevergabe (5, 3, 2, 1 Punkte). Sieger wird am Ende derjenige Fahrer, welcher am meisten Punkte gesammelt hat.
Das Zweier-Mannschaftsfahren gehört wegen der bekannten Sechstagerennen zu den beliebtesten Disziplinen. An offiziellen Meisterschaften und Olympischen Spielen wird das Zweier-Mannschaftsfahren über eine Distanz von 60 Kilometer ausgetragen. Die Ablösung im Zweier-Team kann nach beliebig zurückgelegter Distanz erfolgen. Auch hier wird nach einem Punktesystem gefahren (5, 3, 2, 1 Punkte). Zum Sieger wird dasjenige Team erkoren, welches am meisten Punkte erkämpft hat. Der Rundengewinn hat jedoch einen höheren Stellenwert als der Punktegewinn.
Beim Steherrennen fährt der Sportler mit seinem Rad hinter einem Motorrad, dem sogenannte Schrittmacher her. Sein Ziel soll es sein, den Abstand zwischen sich und dem Motorrad möglichst gering zu halten, um optimal vom Windschatten zu profitieren. Auf diese Weise werden bis zu 100 km zurückgelegt. Seit 1994 finden allerdings keine Steher-Weltmeisterschaften mehr statt.