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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)

Erstes Buch
VI. Kapitel. Gegen die Annahme, daß die Bezeichnung Kinder und Unmündige sich auf den Unterricht in den ersten Wissensgegenständen beziehe.
38.
1. Indessen kann von uns auch bei dieser Auffassung unter Milch die Predigt verstanden werden, die sich gar weithin ergießt, unter fester Speise aber der Glaube, der auf Grund des Unterrichts zu einer festen Grundlage zusammengedrängt ist und, wenn er in der Seele selbst Gestalt gewonnen hat, mit fester Speise verglichen werden kann, weil er in der Tat etwas Festeres als das gehörte Wort ist.
2. Eine derartige Speise hat an einer anderen Stelle auch der Herr in dem Evangelium nach Johannes auf andere Weise durch sinnbildliche Ausdrücke verkündigt, wenn er sagte: „Esset mein Fleisch und trinkt mein Blut“, 1 wobei er die augenfällige Wirklichkeit des Glaubens und der Verheißung sinnbildlich als etwas Eßbares und Trinkbares bezeichnete.
3. Denn durch diese beiden wird die Kirche, [S. 239] die wie der Mensch aus vielen Gliedern besteht, getränkt und genährt; und aus beiden, dem Glauben als Leib und der Hoffnung als Seele, wird sie zusammengefügt und zu einem Ganzen verbunden, so wie auch der Herr aus Fleisch und Blut. Denn in der Tat ist Blut des Glaubens die Hoffnung, durch die der Glaube wie durch eine Seele erhalten wird. Wenn aber die Hoffnung gleich verströmtem Blut dahingeschwunden ist, erschlafft die Lebenskraft des Glaubens.
1: Vgl. Joh. 6, 53 f.