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Die anhaltend tiefen Zinsen und die steigende Lebenserwartung zwingen die Pensionskassen, ihre Leistungsversprechen zu kürzen. Dabei senken sie nicht nur den Umwandlungssatz oder die Verzinsung, sondern teilweise auch die Rente für die Hinterbliebenen.
So hat unter anderem die Pensionskasse der Swisscom angekündigt, die Witwen- und Witwerrente von aktuell 67 auf das gesetzliche Minimum von 60 Prozent zu senken. Im Todesfall erhält der hinterbliebene Ehepartner demnach deutlich weniger Rente als bisher angenommen (siehe auch Beispiel).
Umso wichtiger ist es, dass sich Ehepartner frühzeitig gegenseitig absichern – insbesondere dann, wenn das Ehepaar ein eigenes Haus besitzt. Je nach Lebenshaltungskosten oder Erbkonstellationen kann es den überlebenden Ehepartner finanziell in Bedrängnis bringen, wenn er nur das erhält, was ihm nach dem Gesetz zusteht. Unter Umständen muss er dann zum Beispiel das gemeinsame Haus verkaufen, um seine fixen Ausgaben zu senken oder um die übrigen Erben auszahlen zu können.
Für Verheiratete, die nichts anderes vereinbart haben, gilt automatisch die Errungenschaftsbeteiligung. Dieser Güterstand bietet Ehepaaren mehrere Möglichkeiten, sich gegenseitig abzusichern. In einem Ehevertrag können sie zum Beispiel festlegen, dass der überlebende Partner die gesamte Errungenschaft erhält und dadurch nur das Eigengut des verstorbenen Partners unter allen Erben aufgeteilt wird.
Zum Eigengut gehört alles, was ein Partner mit in die Ehe bringt, sowie Geschenke und Erbschaften, die er während der Ehe erhält. Demgegenüber umfasst die Errungenschaft alles, was die Ehepartner ab dem Zeitpunkt der Eheschliessung erarbeiten – also auch das, was sie mit ihrem Lohn kaufen oder sparen. Stirbt ein Ehepartner, steht die Hälfte des Errungenschaftsvermögens dem überlebenden Ehegatten zu.
Die andere Hälfte und das Eigengut des Verstorbenen fallen in den Nachlass. Davon steht dem überlebenden Ehegatten und den Nachkommen des Verstorbenen gemäss gesetzlicher Erbfolge wiederum je die Hälfte zu. Hinterlässt der Verstorbene keine Nachkommen, erhält der Ehepartner mindestens drei Viertel des Nachlassvermögens.
Alternativ zur Auszahlung von Nachkommen kann dem überlebenden Ehepartner auch die Nutzniessung an drei Vierteln des Nachlassvermögens zugesprochen werden. Zwar steht dann dem Ehepartner nur noch ein Viertel statt wie gesetzlich vorgesehen die Hälfte als Eigentum zu. Den Eigentumsanteil der Kinder (drei Viertel) darf er jedoch verwalten und Erträge daraus, wie Zinsen, Mieteinnahmen und Dividenden, für sich behalten. Einzig Kinder aus früheren Beziehungen können die uneingeschränkte Herausgabe ihres Pflichtteils einfordern.
Eine weitere Möglichkeit stellt der freiwillige Verzicht der Kinder auf ihr Erbe dar, bis auch der überlebende Ehepartner gestorben ist. Einen Erbverzicht muss man immer in einem öffentlich beurkundeten Erbvertrag festhalten.
Die Meistbegünstigung des Ehepartners geht häufig zulasten der Kinder. Sie erhalten beim Tod des ersten Elternteils weniger, als ihnen gemäss gesetzlicher Erbfolge zusteht. Sollte der überlebende Partner zudem nochmals heiraten, urteilsunfähig werden oder in ein Pflegeheim ziehen müssen, schmälert sich das Erbe der Kinder unter Umständen zusätzlich.
Einer solchen ungewollten Benachteiligung der Kinder lässt sich mit einer Klausel im Testament, Eheoder Erbvertrag entgegenwirken. Man kann zum Beispiel bestimmen, dass die Kinder bei einer Wiederverheiratung des überlebenden Partners oder wenn dieser in ein Altersund / oder Pflegeheim ziehen muss, den Betrag umgehend ausbezahlt erhalten, auf den sie beim Tod des ersten Elternteils gemäss gesetzlicher Erbfolge Anspruch gehabt hätten.