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Herr Ammann ist Klassenlehrer in einer 2. Oberstufenklasse. Er nimmt bei Sandro (13) in letzter Zeit Veränderungen wahr. Ihm fällt auf, dass Sandro sich auffällig still verhält und zunehmend verschlossen wirkt. Bisher machte er auf Herrn Ammann einen unbekümmerten, fröhlichen Eindruck und er beteiligte sich sehr aktiv im Unterrichtsgeschehen. Waren seine Leistungen bisher gut, sind sie zurzeit nicht genügend.
Herr Ammann will nichts überstürzen, hält aber schriftlich fest, was er bisher wahrgenommen hat. Er nimmt sich vor, in den nächsten drei Wochen Sandros Verhalten weiter zu beobachten und Verhaltungsauffälligkeiten sowie Zeitpunkt und Datum der Beobachtung zu notieren. Ihm ist bewusst, wie wichtig es ist, Beobachtungen von Bewertungen und Interpretationen zu unterscheiden. Er fragt sich beim Notieren jeweils: «Was genau habe ich wahrgenommen, was gesehen, was gehört?»
Natürlich versucht er seine Beobachtungen einzuordnen und zu erklären. Er vergleicht seine Beobachtungen und Vermutungen mit den Symptomen für Gefährdungen, die sich auf einem F&F-Merkblatt befinden. Er weiss, wenn Sandro einzelne oder mehrere dieser Symptome nicht nur kurz-, sondern langfristig zeigt, er möglicherweise in persönlichen Schwierigkeiten oder in einer Krise steckt.
Bevor Herr Ammann entscheidet, wie weiter, bespricht er sich mit den Lehrerkolleginnen und Lehrerkollegen, die ebenfalls Sandro im Unterricht haben. Diese bestätigen seine eigenen Beobachtungen. Gemeinsam entscheiden sie, dass zunächst Herr Ammann als Klassenlehrperson mit Sandro das Klärungsgespräch sucht und führt (Weiter).