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Vereinsgeschichte
Im alten Protokollbuch finden wir den ersten Eintrag in feiner Handschrift.
„Im Februar 1889 wird von folgenden Mitgliedern der Männerchor Harmonie Arboldswil gegründet: Joh. Rudin, Bläsi, Emil Sutter, Präsident, Emil Rudin-Salathe, Albert Rudin, Jakob Rudin-Schmutz, Fritz Stohler, Erhard Stohler-Matt, J.J. Gysin, Fritz Thommen, Joh. Schweizer. Dirigent des Vereins ist Herrn Lehrer E. Baier. Als Vorstand des Vereins werden gewählt: Joh. Rudin, Bläsi: Präsident, E Baier, Lehrer, Kassier.“
Der Dorfschullehrer Emil Baier sollte als Dirigent den Chor mit fachkundiger Hand, respektive mit strengem Geigenbogen, während fast 50 Jahren leiten.
Im Mai 1891 wurde bereits am Gesangsfest in Reigoldswil teilgenommen. Dazu wurde auch die erste Vereinsfahne angeschafft. Diese Fahne gab man 1952 Lehrer E. Baier mit ins Grab, wie ein Staatsbegräbnis. Neben dem Gesang spielte auch die Geselligkeit im Dorf eine grosse Rolle, und die Ideen zur Geldbeschaffung hierzu waren recht originell, so etwa 1917, am 18. August: „Es wurde beschlossen, die Munimatt für Fr. 150.- zu heuen und das Geld gemeinschaftlich zu verteilen“.
Die Statuten und Vereinsbeschlüsse wurden aber recht streng gehandhabt. So lautete etwa 1912 der Beschluss zum Besuch des Bezirksgesangsfestes:“ Jedes Mitglied, welches nicht mit dem Verein heimkehrt, wird mit Fr.2- bestraft.
Das erste Protokollbuch bricht mit der Jahressitzung 1930 ab, der Verein blieb aber offiziell bestehen, denn im Kassabuch finden sich in den Sammelrechnungen 1930-33 und 1933-1938 Ausgaben für Festkarten von Bezirkssängertreffen und anderen Festivitäten. Fünf Jahre lang verstummte der Chor offenbar.
Aber schon 1943 wird am 24. September ein neuer Chor gegründet. Der neue Dorfschulmeister Heinz Buser dirigiert den Chor bis zu seinem Tod 1984. Während der 41 jährigen „Ära Buser“ erlebte der Chor verschiedene Höhepunkte wie zum Beispiel die Bezirksgesangsfeste 1950 und 1980; an jedem wurde eine neue, noch heute verwendete Vereinsfahne geweiht. Der Verein alterte zusammen mit seinem Dirigenten, und schließlich starb mit Heinz Buser beinah das ganze Vereinsleben – ein neuer Aufbruch wurde nötig.
Als Retter des Chores zeigte sich der „Wochenend- Arboldswiler“ Dr. Hans Nidecker, Röntgenarzt aus Basel, der als musikalischer Leiter die „Harmonie „ aus der Krise führte und auch neue Sänger brachte. Er dirigierte den Chor nur drei Jahre. Mit der Dirigentin Bettina Bruckner kam der Chor von 1987-1999 das erstmal in Frauenhände. Sie absolvierte die Chorleiterkurs und die „Harmonie „ war zuerst ihr „Uebungs-Chörli“. Unter ihrer Leitung verjüngte sich die Sängerschaft und das Liedgut markant. Denkwürdige Anlässe wie das 100-Jahr Jubiläum des Chors 1989 und das Kantonalgesangsfest in Pratteln 1992 fielen in diese Zeit. Nach zwölfjährigem Schwingen des Taktstockes legte Betty Bruckner 1999 als Dirigentin das Amt nieder. Wieder ist der Chor führungslos.
Doch bereits an der Generalversammlung 2000 wurde mit Franz Rudin, dem Bruder des damaligen Präsidenten, ein neuer Musikalischer Leiter gefunden. Trotz des Zuwachses von aussen und aktivster Vereinstätigkeit wie dem legendären Bezirksgesangsfest 2005 wurde ein grundlegender Strukturwandel nötig, um der „Harmonie“ das Überleben zu ermöglichen. Dieser Wandel kam an der Jahresversammlung 2008 mit dem Entscheid, auch Sängerinnen in den Chor aufzunehmen. Dieser Beschluss hat sich gelohnt! Die „Harmonie“ singt weiter als Männerchor und nicht als Gemischter Chor, d.h. man behielt die klassischen Register der Männerstimmen und zum Teil auch das Liedgut- aber im Tenor singen heute auch Frauen mit. Unsere Sängerinnen haben frischen Wind, neue Ideen und eine allgemein gute Stimmung in die „Harmonie“ gebracht.
2015 wollte sich Franz Rudin anders Musikalisch weiterentwickeln. Daher stand der Männerchor wieder ohne Chorleiter da. Was nun? Ein neuer Chorleiter musste gefunden werden. Die Mitsängerin Petra Lüscher stellte sich zur Verfügung die Ausbildung zur Chorleiterin zu absolvieren. Als Überbrückung wurde für ein Jahr Raitis Grigalis eingestellt, bis Petra einige Erfahrung sammeln konnte. Danach übernahm sie die Harmonie mit Freuden, bis auf weiteres.