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Nach Prozenten ausgedrückt führten in dem Jahre 1881/82 ein:
Vereinigte Staaten einschließlich Kanada und Pacific-Küste
33,3%
Deutschland
17,7"
Frankreich
10,8"
Österreich-Ungarn
6,7 "
Belgien und Holland
8,3 "
Skandinavien
5,4 "
Türkei, Rumänien und Levante
5,0 "
Italien, Spanien und Portugal
3,3 "
England
2,4 "
Schweiz
1,6 "
Nordafrika
1,6 "
Rußland
1,4 "
An der Ausfuhr beteiligten sich in demselben Jahre (ebenfalls in Prozenten ausgedrückt):
Brasilien
57,0 %
Mittelamerika
18,4 "
Holländisch-Indien
15,6 "
Ceylon
4,0 "
Britisch-Indien
3,0 "
Afrika einschließlich Mokka
1,3 "
Manila
0,7 "
Es sei hierbei bemerkt, daß gerade in dem Jahre, nach dessen Ergebnissen die obigen Berechnungen aufgestellt sind, also
1882, die Kaffeepreise seit 25 Jahren die niedrigsten waren und am Ende dieses Jahres den tiefsten Stand
während seiner Dauer erreicht hatten, von da ab jedoch wieder sich erholten.
Die Verfälschungen des K.s sind zahlreich und treten sowohl bei den grünen
Bohnen, als bei den gerösteten und namentlich
bei den gemahlenen Sorten auf. Für das Auffärben grüner
Bohnen, um geringeren Sorten derselben das Ansehen besserer Qualität
zu verleihen, gibt es in manchen Seestädten mit Kaffeeeinfuhr sogar große Fabriken. Diese künstlich gefärbte Ware kommt
zum Teil, wo es der Händler reell mit seiner Kundschaft nimmt, als gestrichener oder Fabrikskaffee in den Handel.
Erkennungszeichen für diese Sorte ist, daß die
Bohnen beim
Reiben zwischen den Händen abfärben. Gebrannter
K. wird häufig durch Untermengen des Abfalles und schlechter
Bohnen verfälscht. Am meisten ist aber der namentlich im Detailhandel
vertriebene gemahlene K. schlechten Künsten ausgesetzt, und die billigeren Sorten vorzugsweise werden durch allerlei Zusätze
verfälscht. Das Pariser Munizipallaboratorium fand bei der Untersuchung von 91 Kaffeesorten nur 13 als reinen K. Die
teueren Sorten wiesen größere oder geringere Zusätze von
Zichorie auf (und selbst diese nicht einmal rein, sondern zum
Teil auch verfälscht), die geringeren aber enthielten merkwürdige Substanzen, wie Sägespäne, rote
Erde,
Mehl, Kaffeesatz,
gebrannten
Zucker,
Talk, Bleistaub,
Nudeln- und Sagopulver, Bohnenstaub,
Erbsen,
Lupinen, Brotkrusten,
Eicheln, gedörrte
Feigen,
Rüben,Karotten, Ziegelstaub, Asche, Sand u. s. w. u. s. w.
Diese Verfälschungen sind um so schlimmer, als sie meist die ärmeren Klassen treffen.
Man soll daher nur in ganz reellen Handlungen gemahlenen K. kaufen oder besser noch stets nur grünen, da es nur chemischer
Analyse möglich ist, diese geschickt verborgenen Fälschungen festzustellen. Neuerer Zeit kommt von
Kassel aus komprimierter K. in den Handel. Derselbe wird gebrannt, gemahlen und dann einem Drucke von 40 bis 70 Atmosphären
ausgesetzt, nachdem er in fein polierte Metallformen gebracht ist, die mittels eines Deckels geschlossen sind. Hierdurch
werden tafelförmige Kaffeeplatten hergestellt, deren harte und glatte Kruste das Entweichen der ätherischen
Öle aus dem Innern der Tafeln verhindert. Das Volumen des K.s wird durch das Pressen auf etwa ein Drittel vermindert
und der K. soll an Güte nichts verlieren. Die Tafeln werden in Stanniol oder Ölpapier verpackt aufbewahrt und sollen sich
lange Zeit gut halten. - Zoll s. S. 239.
Salz
(SalThermarumCarolinarum), das durch Abdampfen des Karlsbader Mineralwassers erhaltene
Salz, welches,
zu medizinischen Zwecken vielfach verwendbar, in Schachteln zu einem ziemlich hohen Preise (ca. 13 Mk.
pro kg) in den Handel kommt. Dieses hohen Preises wegen hat man als Ersatz ein künstliches karlsbader Salz hergestellt,
das aus den hauptsächlichsten fixen Bestandteilen des Karlsbader Mineralwasser, aus schwefelsaurem Natron
(Glaubersalz [s. d.]),
Soda und
Kochsalz, im selben Mischungsverhältnisse besteht, dieselbe medizinische Wirkung wie das echte
Salz ausübt und kaum
ein Viertel des obigen Preises kostet. - Zollfrei. Tarif Nr. 5 i.
bilden in ihrer Gesamtheit einen sehr bedeutenden Handelsartikel und beanspruchen eine ansehnliche und vielseitige
Industrie, da sie aus den verschiedensten Materialien und in den verschiedensten Formen hergestellt werden.
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Nach denselben kann man sie in drei große Hauptgruppen einteilen:
1) K. aus Metall, 2) K. aus über Scheiben oder Ringe gesponnenen Fäden oder mit Zeug überzogen, 3)
K. aus Glas, Porzellan, Steinnuß, Horn, Bein, Perlmutter u. s. w. Die einzelnen Sorten hier näher zu beschreiben, ist bei der
übergroßen Mannigfaltigkeit derselben nicht möglich, wir erwähnen deshalb nur, daß für die erstgenannten
K. (aus Metall) Barmen, Lüdenscheid, Iserlohn, Leipzig, Berlin, Lübeck, Hannover u. s. w.
als Hauptfabrikationsorte in Betracht kommen, und daß - durch die trefflichen Waren dieser Plätze die früher tonangebende
englische Industrie (namentlich Birmingham) so ziemlich vom deutschen Markte verdrängt ist.
Österreich liefert, sowie Frankreich ebenfalls gute und zahlreiche Sorten von Metallknöpfen. Die besponnenen
und überzogenen K. werden meist mittels Maschinen hergestellt und kommen in großen Mengen aus England (London, Birmingham,
Sheffield) in den deutschen Handel, doch blüht in Deutschland auch diese Industrie in den angegebenen und zahlreichen anderen
Orten. K. aus Glas, Porzellan u. s. w. werden je nach der leichteren Beschaffung der betr.
Rohmaterialien an den verschiedensten Orten hergestellt. So sind für Horn, Kokos, Perlmutter, Papier-maché Sorau, Annaberg,
Legau in Bayern, Lüdenscheid, Rheda in Westfalen, Iserlohn, Wien zu nennen, für Bein u. a. Absam in Tirol, für Glas, namentlich
in geschliffenen Sorten, Gablonz in Böhmen. Frankreich hat bedeutende Knopffabrikation in Paris und
eine berühmte Fabrikationsstätte für Perlmutterknöpfe in dem Dorfe Audeville (Depart.
Oise), in England ist Birmingham der Hauptsitz der Knopffabrikation. - Die für übersponnene und überzogene K. erforderlichen
Knopfformen aus Holz, Knochen, Blei, Blech u. s. w. werden zu acht Dutzenden auf Schnüren gereiht im
Handel geführt. Thüringen, der Harz, das sächs. Erzgebirge liefern hölzerne Knopfformen in Masse, Nürnberg bleierne
u. s. w. - Zoll: K. ganz oder teilweise aus edlen Metallen, Korallen, Edelsteinen und echten Perlen s. Tarif Nr. 20 a;
K. von
echt vergoldeten, versilberten oder mit Gold oder Silber belegten unedlen Metallen Nr. 20 b 1;