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Mineralstoffe sind wichtige Elemente für einen funktionierenden Stoffwechsel. Sie werden in Mengen- und Spurenelemente unterteilt. Mengenelemente werden in grösseren Mengen benötigt als Spurenelemente. Ein wichtiges Mengenelement für Schweine ist Kalzium, welches zum Beispiel für das Weiterleiten von Nervenimpulsen oder den Zahn- und Knochenaufbau benötigt wird (siehe Tabelle). Eine längerfristige Unterversorgung mit einem lebensnotwendigen Element führt zu Stoffwechselstörungen. Eine Unter- oder Überversorgung von Mineralstoffen kann zu Leistungsrückgang oder zur Belastung der Organe und der Gesundheit führen. Zu beachten ist auch, dass es unter den einzelnen Elementen Wechselwirkungen geben kann, das heisst, dass ein Überschuss eines Elements zu einem Mangel anderer Elemente führen kann.
Unser Tipp
Mängel gezielt vermeiden
Die Herausforderung für die Landwirte besteht darin, bei ersten Anzeichen von Stress oder Krankheiten möglichst schnell zu reagieren, um einen Mangel gezielt zu vermeiden. Für solche Ausnahmesituationen stehen viele spezifische Mineralsalze zur Auswahl, welche diese Mängel ausgleichen können.
Ausreichende Versorgung
Eine wirtschaftliche Zuchtsau ist langlebig und zeichnet sich durch ein stabiles Fundament und eine gute Fruchtbarkeit aus. Basis von beidem ist eine bedarfsgerechte Versorgung. Die Versorgung der Sau mit Kalzium und Phosphor ist elementar für ein gutes Fundament. Kalzium und Phosphor beeinflussen sich gegenseitig. Beide Elemente werden besser verwertet, wenn sie der Sau im Verhältnis 1,5 – 2 : 1 zugeführt werden. Eine mangelhafte Versorgung mit Kalzium und / oder Phosphor führt zu einer Demineralisation der Knochen (Osteomalazie). Ein Kalziumüberschuss führt zu einer schlechteren Verwertung von Phosphor und Zink.
Bei den Spurenelementen spielt das Eisen eine wichtige Rolle. Eisen findet sich zu einem grossen Teil im Hämoglobin (Farbstoff der roten Blutkörperchen) und ist somit beteiligt an der Blutbildung. Rund um die Geburt der Ferkel ist eine gute Durchblutung des Uterus wichtig. Hämoglobin sorgt dafür, genügend Sauerstoff ins Gewebe zu transportieren, und unterstützt dort die Muskelarbeit des Uterus. Ein Eisenmangel beeinträchtigt die Muskelfunktion.
Nur bei einer vollwertigen Ernährung kann eine gute Fruchtbarkeitsleistung mit ausgeglichenen Würfen und optimalen Geburtsgewichten der Ferkel sowie eine gute Lebensleistung der Sau erwartet werden. Mangan spielt eine wesentliche Rolle bei der Fruchtbarkeit und ist unter anderem dafür da, verschiedene Enzyme zu aktivieren. Ein Mangel wirkt sich auf den Geschlechtszyklus aus, indem er häufig die Ursache für eine undeutliche Brunst und eine verminderte Ovulationsrate ist. Die Embryonensterblichkeit sowie das Risiko für Missbildungen erhöhen sich. Ein Überschuss von Kalzium und Phosphor führt zu einer verminderten Manganverwertung. Im letzten Drittel der Trächtigkeit erhöht sich der Bedarf an Spurenelementen, da die Ferkel stark wachsen. Die Speicher, auf welche die Sau zu Beginn der Laktation zugreift, werden gefüllt.
Bedarfsdeckung in jeder Situation
Unter normalen Bedingungen decken die Alleinfutter den Bedarf der Schweine an Mineralstoffen ab. In verschiedenen Situationen steigt allerdings der Bedarf. Dies kann zum Beispiel bei mangelndem Futterverzehr oder in Stressphasen wie Absetzen oder extremen Wetterwechseln der Fall sein.
In der Galtphase wird die Ration oft mit Raufutter ergänzt, wodurch sich die Konzentration an Mengen- und Spurenelementen verdünnt. Nicht optimale Haltungsbedingungen wie zu hohe Belegung, mangelnde Hygiene oder schlechte Luftqualität können ebenfalls zu einem höheren Mineralstoffbedarf führen. Während der Milchproduktion in der Säugezeit werden generell viele Mineralstoffe benötigt. Für diese Fälle ist der Einsatz eines spezifischen Mineralsalzes (siehe Kasten) zu empfehlen.
Ressourcen gezielt einsetzen
Bei der Umsetzung der parlamentarischen Initiative 19,475, über welche der Bundesrat Mitte April 2022 entschieden hat, wurden die Bestimmungen des ÖLN angepasst. Davon betroffen ist auch die Nährstoffbilanz. Der bisher geltende Fehlerbereich von +10 Prozent beim Phosphor (und beim Stickstoff) wird auf 2024 gestrichen. Die Bilanz der beiden Nährstoffe muss gesamtbetrieblich ab dem Jahr 2024 dem Bedarf der Kulturen entsprechen, die Kontrollen dazu erfolgen ab Anfang 2025. Mit dieser Regelung soll eine weitere Reduktion der Nährstoffüberschüsse erreicht werden. Damit die beschlossenen Absenkpfade eingehalten werden können, muss die Fütterung möglichst dem Bedarf der Schweine entsprechen.