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Vorneweg: Es gibt keine allgemeingültige Einheit, mit der sich bestimmen lässt, wie «tödlich» ein Virus ist. «Gefährlichkeits-Ranglisten» lassen sich aufgrund mehrerer Faktoren erstellen. Einer davon ist die so genannte Letalität. Beispiel der aktuellen Ebola-Epidemie: 53 von 100 Infizierten sterben daran – also eine Letalität von 53 Prozent.
Gefahr lässt sich aber auch daran messen, wie viele Todesopfer ein Erreger pro Jahr fordert; daran, wie leicht es übertragbar ist, etwa auch durch Atemluft oder nur durch Körperflüssigkeiten. Oder an der Inkubationszeit, also dem Zeitraum von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit. Denn in dieser Phase kann ein Virus sich quasi «unbemerkt» verbreiten, bevor Gegenmassnahmen getroffen werden.
Unter den rund 5'000 identifizierten Viren bringen einige besonders viele Menschen in Gefahr:
Viren mit den meisten Todesopfern:
- Weltweit fordert HIV/AIDS mit 1,6 bis 1,9 Millionen Toten am meisten Menschenleben.
- Hepatitis der Typen B, C und D fordern zusammen ebenfalls mehr als eine Million Todesopfer pro Jahr.
- Influenza-Virus / Grippe: Laut Schätzungen der WHO erkrankt jährlich 10 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung an einer Grippe. 250'000 bis 500'000 Personen sterben jährlich daran; besonders ältere Menschen und Personen mit schwachem Immunsystem.
Viren mit der höchsten Sterblichkeit:
- Ebola-Virus: Zurzeit sind fünf Typen bekannt. Der gefährlichste ist der Zaire-Virus, der auch den derzeitigen Ausbruch verursacht. An ihm sterben bis zu 90 von 100 Infizierten. Nach der etwa zehntägigen Inkubationszeit verläuft die Krankheit schnell: Erkrankte sind deshalb kaum noch reisefähig; das beschränkt die Verbreitung regional. Das Virus wird über Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel und durch Tröpfchen in der Atemluft übertragen.
- Marburg-Virus: ein Verwandter des Ebola-Virus, der ebenfalls zu den fadenförmigen Erregern zählt. Er ähnelt Ebola nicht nur unter dem Mikroskop, sondern auch bei den Symptomen, die er auslöst. Die Sterblichkeit wird mit mindestens 25 Prozent angegeben.
- Lassa-Virus: Es kommt hauptsächlich in Afrika vor; 5'000 Personen pro Jahr fallen diesem Virus zum Opfer. Die Ansteckung geschieht teils über den Kot von infizierten Mäusen, teils von Mensch zu Mensch durch Körperflüssigkeiten. Die Sterblichkeit wird auf 20 Prozent geschätzt; besonders gefährlich ist Lassa für Schwangere und deren Ungeborene.
Wie gross ist das Risiko?
Viren, Bakterien und andere krankheitserregende Mikroorganismen werden in Risikogruppen 1 bis 4 eingeteilt. Gruppe 4 ist die gefährlichste: einfache Übertragbarkeit und kaum wirksame Massnahmen. Sie umfasst nur Viren, unter anderem Ebola, Lassa und Marburg. In der Schweiz sind nur zwei Labors qualifiziert, um mit diesen Erregern zu arbeiten.