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Von Manlio Dinucci: Er ist preisgekrönter Autor, geopolitischer Analyst und Geograf, Pisa, Italien. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Centre for Research on Globalization (CRG).
Ministerpräsident Draghi setzt sich für eine Erhöhung der Militärausgaben ein, wobei er die volle Unterstützung des Staatspräsidenten hat. Für Italien bedeutet dies, dass die Ausgaben von derzeit 26 Milliarden Euro pro Jahr auf mindestens 38 Milliarden Euro pro Jahr oder von 70 auf über 100 Millionen Euro pro Tag für öffentliche Gelder steigen.
Die Entscheidung wurde allerdings nicht in Rom, sondern in Brüssel auf dem NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs getroffen. Die Erhöhung der Militärausgaben der NATO wird von den Vereinigten Staaten vorangetrieben: Der Haushalt des Pentagon wird um 10 % auf 773 Milliarden Dollar erhöht, zu denen noch weitere Militärausgaben hinzukommen, so dass sich die Gesamtsumme auf über 1.000 Milliarden Dollar jährlich erhöht.
Die NATO unter dem Kommando der USA intensiviert ihre militärische Eskalation in Europa und verfolgt dabei dieselbe Strategie, die die russische Antwort mit der Militäroperation in der Ukraine provoziert hat. Zu den vier Battle Groups, die bereits in Polen und den drei baltischen Republiken stationiert sind, fügt die NATO vier weitere in Bulgarien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei hinzu. Deren Aufgabe ist jedoch nicht nur gegen Russland gerichtet.
In Bulgarien wurde der Verteidigungsminister, der als nicht vertrauenswürdig galt, auf Anordnung der NATO abgesetzt und durch den bulgarischen Botschafter bei der NATO ersetzt. In Ungarn, wo am 3. April Parlamentswahlen stattfinden, lehnt Ministerpräsident Orbán eine Beteiligung des Landes an der Eskalation des Krieges gegen Russland ab, weigert sich, Waffen an die Ukraine zu liefern, und erklärt, dass Ungarn die Importe von russischem Gas erhöhen will. Umgekehrt erklärt die Linke, dass sie im Falle einer Regierungsbeteiligung Sanktionen gegen russische Gaslieferungen verhängen und Waffen an die Ukraine liefern wird.
In der Zwischenzeit haben die USA und die Europäische Union eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, um die russischen Gaslieferungen nach Europa zu reduzieren und sie durch von den USA geliefertes Flüssiggas zu ersetzen. Dieses ist jedoch viel teurer als russisches Gas und hat sehr schwankende Preise. Daher die kolossale Steigerung der Energieausgaben in Italien und Europa, die eine katastrophale Wirtschaftskrise vorbereiten.