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Persönlich habe ich kein Problem damit, bekannte Risiken einzugehen. Was mich jedoch stört: Die Unkenntnis des Ausmasses des Problems, so dass man gezwungen ist, ein unbekanntes Risiko in Kauf zu nehmen. Es ist ein Blindflug! Ich möchte deshalb die Industrie dazu ermutigen, das Risiko, welches von den so genannten Food-Contact-Materialien ausgeht, einzuschätzen und Massnahmen davon abzuleiten.
Aus welcher Verpackung migrieren besonders viele oder besonders schädliche Substanzen?
Glas beispielsweise scheint zwar inert, das Problem sind dort die Verschlüsse, welche im Fall von Konservengläsern oftmals Polyvinylchlorid (PVC) enthalten. Insbesondere bei öligen Inhalten, werden Substanzen aus den PVC-haltigen Deckeln ausgetauscht. Unerwünschte Stoffe gelangen so ins Nahrungsmittel, Grenzwertüberschreitungen sind häufig. PVC als Material kann man sich analog zu einem Badeschwamm vorstellen: Voller Wasser ist dieser elastisch, getrocknet aber starr. Als Weichmacher sind rund zwanzig Stoffe zugelassen. Im Kontakt mit ölhaltigen Lebensmitteln gelangen diese Weichmacher dann wie Wasser aus einem Schwamm aus dem PVC ins Lebensmittel, und das Öl wird anstelle des Weichmachers in die PVC-Struktur eingelagert.
Wo könnte man ansetzen, um das Problem der Migration von Substanzen aus Verpackungen in Nahrungsmittel anzugehen?
Ein Problem ist, dass die toxikologische Einschätzung von Substanzen sehr teuer ist. Es müsste möglich sein, weniger und gut untersuchte Chemikalien einzusetzen und damit die Komplexität des Verpackungssystems zu reduzieren. Von 5000 Substanzen beispielsweise, die für die Herstellung von Druckfarben zugelassen sind, sind nur einige hundert evaluiert. Auch die Umweltforschung und -analytik könnte sich dem Thema Verpackungen mehr annehmen.