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Das Wushu wird in die Hauptrichtungen Chang Quan und Nan Quan unterteilt. Chang Quan oder Langfaust ist ein nördlicher Stil und wird daher auch Nord - Shaolin genannt. Dazu gehören: Cha Quan, Hua Quan, Fanz Quan, Shaolin Quan etc. Kennzeichnend für die Langfaust - Stile ist, wie der Name schon sagt, dass die Faust möglichst lang sein sollte. Ständig wechseln sich hohe und tiefe, schnelle und langsame, harte und weiche Bewegungen ab. Ergänzt werden die zahlreichen Techniken, die viel Platz benötigen, durch viele akrobatisch anmutende Sprünge.
Nan Quan, die zweite Hauptgruppe, fasst die südlichen Stilrichtungen zusammen, und wird daher auch Südfaust oder Süd – Shaolin genannt. Charakteristisch dafür sind kurze, harte Bewegungen mit kraftvollen Fausttechniken. Der Körperschwerpunkt wird immer tief gehalten. Im Nan Quan gibt es nur wenige Sprünge und die Schlag- und Stosstechniken werden durch Schreie untermalt.
Eine dritte Säule des Wu-Shu bilden die sogenannten inneren Stile, zu denen auch das Tai Chi Chuan gehört.
Die vier Hauptwaffen sind Säbel, Schwert, Stock und Speer. Dao, der Säbel, ist eine Waffe mit der sehr kraftvolle, dynamische Techniken ausgeführt werden können. Es gibt zwei verschiedene Arten von Säbeln. Der eine Säbel ist leicht und flexibel fast wie eine Peitsche, wogegen der andere schwer und starr ist. Die zweite Waffe ist Jian, das Schwert. Es gilt als Gentlemanwaffe. Die Bewegungen werden im Gegensatz zum Dao aus dem Handgelenk geführt. Gun, der Stock, ist wohl die älteste Waffe und auch die Waffe der Shaolin - Mönche. Daher gibt es viele Shaolin- Formen mit dem Stock. Qiang, der Speer, ist die zweite Langwaffe. Es war ursprünglich die Waffe des Militärs. Die Techniken sind schwierig und werden mit vielen Schritten kombiniert. Neben diesen Hauptwaffen gibt es eine Vielzahl von traditionellen Waffen. Die bekanntesten sind Shuang Bi Shuo, die Doppelmesser, Shuang Gao, das Doppel- Hakenschwert, Jiu-Jie Bian, die neunteilige Kette, Sheng Biao, das lange Seil, Shuang Zi Gun, der zweiteilige Stock, San-Jie-Gun, der dreiteilige Stock, Pu Dao, die kleine Hellebarde und Da Dao, die grosse Hellebarde.
Die Aspekte des Kämpfens (San Shou / San Da) kommen im Wushu immer noch viel zu kurz. Es gibt zwar offizielle Bestrebungen, diese zu forcieren, doch sie kamen in den letzten Jahren nicht über das Versuchsstadium hinaus. Vielleicht ist der "Freie Kampf" in China aus ideologischer Sicht zu unpopulär um ernsthaft gefördert zu werden. Das Wushu besticht durch optische Eleganz, Geschmeidigkeit und eine, oft ans Unglaubliche grenzende Körperbeherrschung und Perfektion. Die Wushu - Artisten verdienen in jedem Fall die Bezeichnung "Leistungssportler." Strenge Wettkampfregeln treiben sie in ihrem Streben nach Perfektion ständig voran. Die Formen werden nach einem ausgeklügelten Punktesystem bewertet.
Fehler und Regelverstösse werden durch Abzüge in Form von einem oder mehreren Zehntelpunkten geahndet. Als Kriterien für die Wertung gelten Ausdruck, Timing, Krafteinsatz, Geschmeidigkeit, Koordination, Choreographie und vieles mehr. Strafpunkte gibt es, wenn die vorgeschriebene Zeit über- oder unterschritten wird oder wenn sich ein Knopf oder Verschluss des Anzuges öffnet, ein Aktiver seine Schärpe verliert, sich Fahnen von der Waffe lösen oder wenn ein unerlaubter Teil der Waffe den Körper oder den Boden berührt. Der Perfektionsdruck und die Schwierigkeit der Formen haben in China intensiv zugenommen, da das Wushu irgendwann doch vielleicht olympische Disziplin wird.