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Gestaltung eines Steingartens
Einen Steingarten anzulegen ist nicht sehr schwer, aber es gilt doch einige Regeln zu beachten: Es geht um die möglichst naturgetreue Nachbildung eines Berghangs, und nicht einfach darum, ein paar Blumen auf einen Steinhaufen zu pflanzen.
(cm) Der Nutzen eines Steingartens besteht nicht nur darin, das unbestreitbare botanische Interesse derjenigen zu befriedigen, die die kleinen Stauden lieben, sondern vor allem darin, die Ausgestaltung eines schwer nutzbaren Ortes (Hang) zu ermöglichen, ohne dass allzu viel Erhaltungsarbeit notwendig ist. Grundsätzlich sind alle Arten von Abhängen dazu geeignet – einen «Alpengarten» auf flachem Gelände zu errichten, hätte wohl nicht viel Sinn. Dagegen ist es möglich, die Neigung eines Hanges zu betonen, indem man den Fuss dieses Hanges durch Graben weiter vertieft; man könnte sogar in eine kleine Pumpe investieren und einen Teich, einen kleinen Bach und einen Wasserfall entstehen lassen.
Weitere Kriterien
- Abgesehen vom Hang ist der wichtigste Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, die Sonneneinstrahlung. Ideal ist eine Ausrichtung nach Westen oder auch nach Nordwesten, da bestimmte Pflanzen die starke Exposition auf einem Südhang nicht vertragen.
- Ihr Steingarten sollte sich auch nicht in der Nähe grosser Bäume befinden, da diese zuviel Schatten werfen, und er sollte keinem starken Wind ausgesetzt sein, vor allem nicht dem kalten Nordwind.
- Um eine noch natürlichere Wirkung zu erzielen, denken Sie auch an den Hintergrund: Eine Naturlandschaft macht sich sicher besser als ein Parkplatz.
Anordnung der Steine
Der Erfolg Ihrer Anlage hängt im Wesentlichen davon ab, wie Sie die Steine anordnen. Wenn Sie es richtig machen wollen, nehmen Sie sich ein Beispiel an der Natur: Die grössten Felsbrocken rollen den Abhang hinunter und kommen dann auf natürliche Weise in Schichten zu liegen. Unter den verschiedenen klimatischen Einflüssen verwittert der am meisten exponierte Teil, und der Felsbrocken versinkt dann teilweise in Schotter oder Kies, was das Ganze aussehen lässt wie ein kleines Gebirge. Um diesen Effekt zu erzielen, positionieren Sie zunächst die grossen Steine, die mindestens 60 cm lang sein müssen, in gegeneinander versetzten Reihen, aber nicht zu gleichmässig! Zu ihrer festen Verankerung können Sie, falls nötig, kleine Nischen graben. Aber versuchen Sie vor allem nicht, die Felsbrocken mit Erde zu fixieren, diese würde schon beim ersten Regen weggespült. Eine kleine Nachbearbeitung mit Beton wird vielleicht noch notwendig sein (vergessen Sie nicht, dass Sie immer wieder hinaufsteigen müssen, um Ihre Pflanzen zu pflegen!) Ordnen Sie dann die kleineren Steine an, die verschiedene Grössen und Formen besitzen. Wenn Sie Ihre Steine in der Natur gesammelt haben, geben Sie ihnen wieder die Position zurück (auch unter Berücksichtigung der Sonneneinstrahlung), die sie hatten, als Sie sie gefunden haben. Noch ein Rat zum Schluss: Verwenden Sie nur eine Mineralart, vorzugsweise Steine aus Ihrer Region.
Anordnung der Pflanzen
Gehen Sie bei der Anordnung der Pflanzen auf dieselbe Weise vor, das heisst, pflanzen Sie zunächst die grösseren Exemplare, die dem Ganzen als «Skelett» dienen: Japanischer Ahorn, Seidelbast, Wacholder und Zwergföhren, Chamaecyparis, etc. Langsam wachsende, kriechende Sträucher (Wacholder, Föhren) verstärken die Reliefwirkung und schaffen die Illusion einer rauhen Bergwelt.
Dann setzen Sie die Stauden. Sie können einige «Taschen» mit saurer Erde zwischen den Steinen anlegen, in denen sich die kalkmeidenden Pflanzen wohlfühlen (achten Sie auf eine genaue Trennung der Substrate). Die Pflanzen müssen immer in Gruppen zu mehreren Exemplaren gepflanzt werden, sonst lässt sich ein unerwünschter Patchwork-Effekt nicht vermeiden. Ob sich die Pflanzen nun in einer kleinen Nische einnisten oder den Hang hinunter wachsen – nehmen Sie beim Einpflanzen Rücksicht auf die Art und Weise, wie sie sich in der Natur verhalten. Sie können auch Büschel von Ziergräsern pflanzen (Achtung auf die Grösse, bestimmte Arten nehmen enorme Ausmasse an!) sowie kleine Bodendecker mit wenigen Blüten.
Ausserdem müssen Sie wissen, dass gewisse Pflanzen so typisch für die Bergwelt sind, dass sie daraus gar nicht mehr wegzudenken sind. Das sind der Thymian, die Heide-Nelke (Dianthus deltoides), der Enzian, und natürlich unser Schweizer Edelweiss! Sie können Ihren Steingarten auch mit einigen einjährigen Pflanzen ergänzen, aber Vorsicht: Sie unterscheiden sich oft stark von den bescheiden blühenden Stauden, und die natürliche Wirkung könnte darunter leiden.
Geringer Pflegeaufwand
Sobald die Pflanzung beendet ist, haben Sie die Hauptarbeit schon geleistet, denn ein Steingarten verlangt nicht sehr viel Pflege. Sicher ist die Unkrautbekämpfung relativ mühsam; dagegen kann eine automatische Bewässerungsanlage, die Ihnen die Aufgabe des Giessens abnimmt, leicht in der Anlage versteckt werden. Aber Achtung, einige Pflanzen sind ganz nach dem Geschmack der Nacktschnecken. Deren Bekämpfung, auf biologische oder andere Weise, wird möglicherweise notwendig sein. Wenn einige Stauden zu gross werden, müssen die Büsche geschnitten und die Stauden geteilt werden.
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ImagePoint (Wolfgang Weinhäupl, Buss Michael, Rainer Hunold und Reiner Bernhardt) Artikel drucken