Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03318.jsonl.gz/14

Im Sommer 1993 beschlossen Tommy Arell und Carl Hammar, beide aus Stockholm, gemeinsam Musik zu machen und gründeten Daybehavior. Im Winter begann die Suche nach einer Sängerin. Rund ein Jahr später und nachdem sich mehr als 40 Sängerinnen vorstellen durften, fanden sie Paulinda Crescentini. 1996 erschien das Debütalbum „Adored“, das einige gute Kritiken in der Fachpresse erhielt. Kurz bevor das zweite Album veröffentlicht werden sollte, meldete das Label Konkurs an. Der Schock darüber war bei der Band gross, die drei beschlossen eine Pause zu machen.
Tommy verliess, angewidert von der Musikindustrie, Schweden und liess sich in Thailand nieder. Carl und Paulinda liessen sich nicht beirren und veröffentlichten 2004 das zweite Album „Have You Ever Touched A Dream?“. Aber die zwei vermissten Tommy und legten das Projekt auf Eis. 2009 beschloss das Trio ein neues Album einzuspielen. Ein Jahr später begannen die Aufnahmen zu „Follow That Car!“, das im September 2012 auf den Markt kam.
Der erste Track „Come To Bed With Me“ ist eine elegante Synthie-Pop Nummer, die von der erotischen Stimme von Paulinda und vom Rhythmuspart lebt, die restlichen Sounds sind fein aufeinander abgestimmt. Rhythmischer und mit einer eingängigen, fetten Bassline beginnt „City Lights”, die Synthesizer-Strings sind minimalistisch und wirken unterkühlt… Grossstadtfeeling. Die hübsche, kurze Melodie im Refrain ergänzt den überzeugenden Gesang. Bei „So Shut Your Eyes” gefällt mir das exzellente Zusammenspiel von Bassline und Drumcomputer.
Trotz minimalistischer Instrumentierung verströmt das balladenähnliche „The Blue Film” viel Wärme und Charme. Weiter geht es mit einer Dance Nummer mit dem Titel „A Train To Moscow”, vor allem der Refrain geht in die Gehörgänge und will da nicht mehr raus. Bei „GodSpeed” zeigt Paulinda in den hohen Stimmlagen, wie hervorragend ihre Organ ausgebildet ist und ich mag die Kombination und den Klangs des Rhythmusparts.
Ziemlich verträumt erklingt „For A Thousand Years”. Der Duettgesang zwischen Paulinda und Gastsänger Julian Brandt ist gekonnt umgesetzt, die Geigenstrings verleihen dem Song etwas Exquisites. Bei „No More Minutes” pumpt die Bassline zusammen mit dem Drumcomputer einen wippenden Takt, der Electropop Song überzeugt mit seinem einfachen Aufbau und den sauberen abgestimmten Soundcollagen. Der letzte Track „The Second Citizen” ist sehr rhythmisch, ich mag die elektronisch verpackten Toms, die ihn tragen. Die restlichen Komponenten sind hervorragend produziert in den Song eingebettet.
Das dritte Album von Daybehavior überzeugt mich, weil es mit viel Herzblut und Liebe zum Detail produziert wurde. Ich denke, Freunde von Client, Marsheaux oder auch Parralox werden Gefallen daran finden.
Tracklist:
1. Come To Bed With Me
2. City Lights
3. So Shut Your Eyes
4. Silent Dawn
5. The Blue Film
6. A Train To Moscow
7. GodSpeed
8. It’s A Game
9. For A Thousand Years
10. No More Minutes
11. Where The Trees Never Sleep
12. The Second Citizen
Bandmitglieder:
Paulinda Crescentini – Gesang und Texte
Tommy Arell – Musik und Programing
Carl Hammar – Musik und Programing
Gründung:
1993