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Getreidefelder und grüne Wiesen prägen das Bild des Antsokia-Tals im Zentrum Äthiopiens, das wie keine zweite Region Afrikas für eine beeindruckende wirtschaftliche und soziale Erfolgsgeschichte steht. Seine Bewohner bauen Bananen, Avocados, Mangos, Kaffee, Mais oder Weizen an – und ernten heute sogar so viel, dass sie den Überschuss auf den umliegenden Märkten verkaufen können.
Früher ein Tal des Todes – heute eine Oase
Doch diese Erfolgsgeschichte hat ihren Ursprung in einer der grössten humanitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts: Mitte der 1980er Jahre verursachte eine Dürre eine schreckliche Hungersnot in weiten Teilen Äthiopiens. Die Ernten verdorrten, das Vieh verdurstete und fast eine Million Menschen starb an den Folgen des Hungers. World Vision begann bereits nach den ersten Anzeichen der Krise, eine Luftbrücke aufzubauen. Auf diese Weise erreichten lebensnotwendige Nahrungsmittelpakete die hungerleidende Bevölkerung bereits drei Jahre bevor ein Weckruf den Rest der Welt aufrüttelte: Am 23. Oktober 1984, also vor genau 30 Jahren, wurde eine siebenminütige BBC-Reportage mit bedrückenden Aufnahmen ausgestrahlt. Ab diesem Zeitpunkt begriff die Öffentlichkeit das unglaubliche Ausmass der Katastrophe. World Vision’s Twin Otter-Flugzeug, das die Filmcrew befördert hatte, wurde zu einem Symbol für die aus aller Welt eintreffende Hilfe.
Nachhaltig in Landwirtschaft und Bildung investieren
Während der Phase der Nothilfe zwischen September 1984 und Mai 1985 wurde den Hungernden Haferbrei und gekochter Weizen verteilt, Kinder bekamen mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Sondernahrung. In einer zweiten Phase erarbeitete World Vision gemeinsam mit den Bewohnern des Antsokia-Tals ein nachhaltiges landwirtschaftliches Entwicklungsprojekt. Bewässerungssysteme wurden angelegt, die Bodenerosion gestoppt und die Äthiopier der Region geschult, ihre Ernten zu sichern. Ausserdem wurden mehr als ein Dutzend Schulen errichtet. Heute besuchen 85 Prozent der Kinder im Tal den Schulunterricht. Vor 30 Jahren waren es nur 11 Prozent.
Stabile politische Lage und Nahrungsmittelreserven
Im September 2016 sollen die World Vision-Projekte im Antsokia-Tal vollständig in die Hände der Bevölkerung übergeben werden. Das Antsokia-Tal gilt in Äthiopien als Vorzeigeregion, und obgleich in anderen Landesteilen noch bittere Armut herrscht, ist die Ernährungslage fast überall sicher. Das liegt nicht nur an der stabilen politischen Situation in Addis Abeba, sondern auch daran, dass die Regierung grosse Nahrungsmittelreserven angelegt und Silos gebaut hat. Dank diesen können nun auch regenarme Jahre besser überstanden werden.