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Die föderalistischen Staatsstrukturen in der Schweiz unterscheiden sich von unseren Nachbarländern primär durch umfangreiche Steuererhebungskompetenzen der Kantone und Gemeinden (Finanzautonomie) sowie die ausgeprägten Mitspracherechte der Stimmbürger (Referendum). Ferner basiert die öffentliche Rechnungslegung in der Schweiz seit über 30 Jahren auf der doppelten Buchhaltung. Als Ratingagentur vergeben wir seit über 15 Jahren Kantons- und Gemeinderatings.
Die föderalistischen Staatsstrukturen befinden sich in einem ständigen Wandel. Der sprunghafte Anstieg an Gemeindefusionen ist dafür ein sichtbarer Beleg. Weitere Stichworte sind die neuen Rechnungslegungsstandards HRM 2 und IPSAS, die Reform kommunaler Finanzausgleichssysteme in zahlreichen Kantonen oder die zunehmende Abwälzung kantonaler Aufgaben auf die Gemeinden. Nach einigen Ausfällen in der Gemeindefinanzierung im vergangenen Jahrzehnt nimmt der Druck auf die öffentlichen Finanzhaushalte tendenziell wieder zu. Ein Nachholbedarf besteht aufgrund des starken Bevölkerungswachstums bei Investitionen in vielen Infrastrukturbereichen. Gleichzeitig werden die öffentlichen Einnahmen unter der Umsetzung der OECD-Standards für die Unternehmensbesteuerung, aber beispielsweise auch unter der im Jahr 2017 erstmals beginnenden Verjährung von Verlustscheinen für ausstehende Steuerforderungen leiden.