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<h2>SubmittedText<h2><p>Das Porcine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS) ist eine Viruserkrankung der Schweine. Es handelt sich um eine Seuche mit riesigem Schadenspotenzial. Die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern, die frei von dieser Krankheit sind. Gemäss der schweizerischen Tierseuchenverordnung gehört sie zu den auszurottenden Seuchen. Die Gefahr ist aber gross, dass mit Spermaimporten eine Einschleppung von PRRS in die Schweiz droht.</p><p>In diesem Zusammenhang stelle ich folgende Fragen:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass eine Einschleppung der Schweineseuche PRRS in die Schweiz zu grossen Schäden in der Landwirtschaft, bei deren vor- und nachgelagerten Betrieben (Futtermühlen, Vermarkter, Schlachthöfe usw.) und bei den Tierseuchenkassen führen würde? Gibt es Berechnungen dazu?</p><p>2. Stimmt er der Ansicht zu, dass eine Ausrottung der PRRS in der Schweiz nach einer Einschleppung kaum mehr möglich wäre?</p><p>3. In der Beantwortung der Interpellation Leu vom 18. März 2004 stellte der Bundesrat umfassende Abklärungen in Aussicht. Insbesondere sollten aufgrund epidemiologischer Studien sowie von Kosten-Nutzen-Analysen Bekämpfungsstrategien ausgearbeitet werden. Welche Studien dieser Art wurden durchgeführt und welche Bekämpfungsstrategien wurden beschlossen?</p><p>4. Welche Anstrengungen wurden seit der Interpellation Leu vom 18. März 2004 unternommen, um zusätzliche Garantien der EU in Bezug auf PRRS zu erhalten?</p><p>5. Warum stellt der Bundesrat gestützt auf Anhang 11 des Abkommens zwischen der Schweiz und der EU über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen nicht höhere sanitarische Anforderungen an den Spermaimport?</p><p>6. Wie wird die Diskrepanz zwischen den Massnahmen begründet, welche für den Import von lebenden Tieren (auch aus der EU) zur Vorbeugung der Einschleppung von Seuchen inklusive PRRS ergriffen werden (Absonderung und amtstierärztliche Überwachung) und dem Spermaimport, bei welchem in Bezug auf PRRS keinerlei Massnahmen in Kraft sind?</p><p>7. Warum geht die Schweiz so sorglos mit der PRRS-Seuchenfreiheit um, um die sie von den umliegenden Ländern mit ihren erfolglosen, jahrelangen Sanierungsversuchen benieden wird?</p><p>8. Ist er sich bewusst, dass nach Einschleppung der PRRS zur Eindämmung der Folgeschäden durch Sekundärerreger massiv mehr Antibiotika eingesetzt werden müssten, was dem Ziel zur Senkung von Antibiotikaeinsatz zuwiderlaufen würde?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Schadenspotenzial von PRRS ist gross, die zu erwartenden Schäden bei einem PRRS-Ausbruch in der Schweiz sind jedoch schwer abzuschätzen und hängen stark von der Virulenz des Virus und vom Ausmass des Ausbruchs ab. Die finanziellen Verluste in betroffenen Betrieben können bei schweren Verläufen mit 150 bis 750 Franken pro Zuchtsau und Jahr beziffert werden.</p><p>2. Wenn die Einschleppung von PRRS früh erkannt wird und sich die Seuche noch nicht weit ausgebreitet hat, ist eine Ausrottung durchaus möglich. Wenn PRRS jedoch einmal in weiten Teilen der Schweiz vorkommt, können nur ausserordentliche Anstrengungen aller Beteiligten zu einer Eindämmung der Seuche führen.</p><p>3. Die Abklärungen und Risikobeurteilungen haben dazu geführt, dass PRRS in der Tierseuchenverordnung Ende 2006 als auszurottende Seuche eingestuft und entsprechende Bekämpfungsmassnahmen festgelegt wurden (Art. 182ff.; SR 916.401). Zudem überwachen die zuständigen Behörden des Bundes und der Kantone die PRRS Seuchenfreiheit seit 2006 mittels jährlicher Stichproben.</p><p>4./5. Die Schweiz hat darauf hingewirkt, dass die Frage zusätzlicher Garantien im gemischten Veterinärausschuss und in den zuständigen Gremien der EU geprüft wird (Anlage 2 Bst. B Ziff. 8 von Anhang 11 des Abkommens zwischen der Schweiz und der EU über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen). PRRS ist in der EU nicht meldepflichtig und es werden keinem Mitgliedstaat zusätzliche Garantien diesbezüglich gewährt. Es ist daher nicht damit zu rechnen, dass der Schweiz zurzeit solche Garantien gewährt werden können.</p><p>Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass die notwendigen Vorsichtsmassnahmen von der Schweinebranche selbst getroffen und mitgetragen werden.</p><p>6. Die Diskrepanz ist im Unterschied der Risiken begründet. Die Einfuhr von lebenden Schweinen stellt das grösste Risiko für eine Einschleppung von PRRS dar. Der stetige Anstieg der Anzahl importierter Samendosen von Schweinen in den letzten Jahren erhöht jedoch das Risiko für eine Einschleppung von PRRS auf diesem Weg. Das Bundesamt für Veterinärwesen hat deshalb eine neue Risikobeurteilung vorgenommen und eine Arbeitsgruppe eingesetzt, in der auch die kantonalen Veterinärämter und die Schweinebranche vertreten sind. Sie soll Massnahmen zur Risikominimierung definieren. Die Massnahmen sollen möglichst bald in Kraft gesetzt werden.</p><p>7. Für den Bundesrat hat die Verhinderung der Einschleppung von PRRS hohe Priorität. Die PRRS-Situation wird seit Jahren aufmerksam verfolgt. Dabei wird die Gefahrenlage ständig neu beurteilt, und in Absprache mit der Schweinebranche werden die erforderlichen Massnahmen ergriffen, um das Einschleppungsrisiko gering zu halten.</p><p>8. Infektionen mit PRRS-Viren führen zu klinischen Krankheitssymptomen, welche durch die Verabreichung von Antibiotika nicht therapiert werden können. Sekundärerreger spielen bei dieser Viruskrankheit eine untergeordnete Rolle. Die Auswirkungen eines PRRS-Ausbruchs in der Schweiz sind aber kaum vorhersehbar, weshalb auch ein häufigerer Einsatz von Antibiotika nicht ausgeschlossen werden kann.</p>  Antwort des Bundesrates.