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FRANKFURT (awp international) - Hohe Wachstumsraten im Luftverkehr verbessern beim Flughafenbetreiber Fraport die Ergebnisaussichten. Laut Vorstandschef Stefan Schulte könnte die Ergebnisprognose (EBITDA) von bislang 635 Millionen Euro übertroffen werden. "Wenn der Verkehr weiterhin so stark wächst wie bisher, könnte es mehr werden", sagte er dem Wirtschaftsmagazin "Euro" (Erscheinungstag 21. Juli) in einem vorab veröffentlichten Interview.
In der Frachtsparte hat Fraport mit einem Plus von 30% seit Ende 2009 das Vorkrisenniveau bereits übertroffen. Der Frankfurter Flughafen profitiert dabei davon, dass sich der Frachtverkehr zunehmend auf einige wenige Hubs weltweit konzentriert: "Wir zählen zu den zehn grössten Fracht- und Passagierflughäfen weltweit", betonte Schulte. "Im ersten Quartal wurden 2,7% des weltweiten Luftfrachtvolumens über den Flughafen Frankfurt abgewickelt."
Kritik übte Schulte an der geplanten Luftverkehrssteuer, die die Bundesregierung im Rahmen des Sparpakets einführen will. Der Aufschlag von 13 Euro für Kurz- und 26 Euro für Langstreckenflüge soll dem Bund jährlich eine Milliarde Euro zusätzlich einbringen. "Eine Milliarde Euro ist viel zu hoch ? in Relation zur Grösse der Luftfahrtindustrie wie auch im Vergleich zum Beitrag anderer Branchen", klagte Schulte. Ein nationaler Alleingang bei der Einführung einer derartigen Steuer bedrohe "die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flughäfen und Airlines ? und damit letztlich auch der exportorientierten deutschen Wirtschaft". Die geplante Gebühr "werde die Branche etwa drei Prozent Wachstum kosten."
"Der Neubau des dritten Terminals könnte sich um ein weiteres Jahr verschieben", so der Vorstandschef. Die neue Landebahn Nordwest werde allerdings wie geplant zum Winterflugplan 2011 in Betrieb gehen: "Wir brauchen sie schon heute dringend", betont Schulte. Doch die zusätzlichen Kapazitäten für 30 bis 40 Millionen Passagiere, die Fraport in den kommenden Jahren schaffen will, genügten nicht, um das jährliche Wachstum von drei bis vier Prozent im Luftverkehr zu decken.
Schulte rechnet damit, dass "in den nächsten 15 Jahren zusätzliche Kapazitäten für 90 bis 100 Millionen Passagiere" geschaffen werden müssen, um einen Engpass zu vermeiden. Die Ausbaupläne für Frankfurt, München, sowie den neuen internationalen Flughafen Berlin Brandenburg reichten dafür "sicher nicht"./nmu/tw
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