Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03634.jsonl.gz/30

Film-Tipp des Tages: Der Ghostwriter
Der Ghostwriter (Ewan McGregor) eines Ex-Premierministers (Pierce Brosnan) fördert beim Schreiben von dessen Memoiren Geheimnisse zutage, die ihn in tödliche Gefahr bringen. Für den Film gewann Roman Polanski den Silbernen Bären in Berlin.
Eine Autofähre steht im Hafen. Die Personenwagen rollen vom Deck. Ein Wagen bleibt stehen - leer. Wenig später wird am Strand eine Leiche gefunden. Offenbar war der Fahrer im Alkoholrausch über Bord gegangen. Der Mann arbeitete als Ghostwriter für den ehemaligen britischen Premierminister Adam Lang (Pierce Brosnan), der sich nach seinem Rückzug aus der Politik mit seiner Frau Ruth (Olivia Williams) in die USA absetzt hat, um hier seine Memoiren zu verfassen. Die Buchrechte sind bereits verkauft, und das Erscheinen des Buches ist angekündigt. Ein neuer Ghostwriter muss also schnellstens gefunden werden.
Die Wahl fällt auf einen jungen Schreiberling (Ewan McGregor). Der neue «Ghost» ist zwar von der Aussicht, in Langs Ferienhaus arbeiten zu müssen, nicht begeistert; gleichwohl willigt er ein. Doch das Unternehmen steht von Beginn weg unter keinem guten Stern. So platzt der «Ghost» mitten in eine Ehekrise hinein, und später muss sich Lang in Den Haag vor dem Internationalen Gerichtshof wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen verantworten. Auch ist der «Ghost» gezwungen, mit einer gedruckten, das heisst bereinigten Kopie des bisherigen Manuskripts zu arbeiten. Durch einen Zufall stösst er schliesslich auf einige Hinweise, die sein Vorgänger handschriftlich hinterlassen hat. Es verdichtet sich der Verdacht, dass etwas nicht stimmen kann. Wurde der Tod seines Vorgängers inszeniert, weil dieser zu viel wusste? Was aber wusste er? Und hat er sein Wissen im Manuskript verschlüsselt eingeschrieben?
Über die Produktion
Hört man den Autor der Vorlage Robert Harris über «Der Ghostwriter» sprechen, wird schnell klar, dass Alfred Hitchcock hier Pate gestanden hat. Daran hat sich auch Regisseur Roman Polanski gehalten, der seinen Film aufbaut, als könnte man heute so drehen wie vor 50 Jahren: mit ruhig entwickelten, logischen Ereignissen, sorgsam vertieften Charakteren, präzisen Bildkompositionen, origineller Musik und einer hervorragenden Besetzung. «Der Ghostwriter» kann demnach als Versuch gewertet werden, einen Hitchcock-Film heute zu drehen - und das von einem Mann, der mit seinen Klassikern «Ekel», «Chinatown», «Rosemaries Baby», «Der Mieter» oder «Frantic» selbst zu den Meistern des Thrillers gehört. Der mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan prominent besetzte Thriller wurde in Berlin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.
Ausstrahlungstermin
Sonntag um 20:00 Uhr auf SRF zwei.