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Körper: Schwangerschaft
Als eine Schwangerschaft (medizinisch Gestation oder Gravidität, von lateinisch graviditas, Schwere) bezeichnet man den Zeitraum, in dem eine befruchtete Eizelle im Körper einer Frau zu einem Kind heranreift. Bei anderen lebend gebärenden Säugetieren spricht man von Trächtigkeit. Im Folgenden wird nur die Schwangerschaft bei Menschen behandelt. Das heranreifende Kind wird üblicherweise bis zur Ausbildung der inneren Organe ab der neunten Schwangerschaftswoche als Embryo, danach als Fetus (auch: Fötus) bezeichnet.
In der Medizin werden Ereignisse, die während der Schwangerschaft eintreten, als pränatal (vor der Geburt) bezeichnet, Ereignisse während der Geburt als perinatal und nach der Geburt als postnatal (alle Ausdrücke aus dem Lateinischen).
Das Wort schwanger kommt aus dem althochdeutschen swangar (von westgermanisch swangra-), ist seit dem 8. Jahrhundert nach Christus nachweisbar und bedeutet eigentlich schwerfällig oder schwer. Mittel- und neuhochdeutsch hiess es swanger. [1]
Die Schwangerschaft dauert von der Befruchtung bis zur Geburt durchschnittlich 267 Tage. Üblicherweise wird die Dauer der Schwangerschaft jedoch ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gerechnet, da dies oft die sicherste Bezugsgrösse darstellt und in Schwangerschaftswochen (SSW) angegeben. Die Befruchtung findet dann in der Regel in der zweiten SSW statt und geschieht üblicherweise durch Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau.
Die ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gerechnete Schwangerschaft dauert durchschnittlich etwa 280 Tage oder 40 Wochen. Traditionell wird die Dauer der Schwangerschaft auch in Monaten angegeben. In diesem Zusammenhang werden oft noch Mond-Monate (à 28 Tage) verwendet; die Schwangerschaft dauert dann 10 Mond-Monate oder 9 Kalendermonate. Daneben gibt es die Einteilung in 3 Abschnitte zu 3 Monaten (Trimenon oder Trimester), bzw. je 13 Schwangerschaftswochen. Der wahrscheinlichste Geburtstermin wird üblicherweise nach der Naegelschen Regel aus dem ersten Tag der letzten Menstruation und der Dauer des Menstruations-Zyklus bestimmt. In Industrieländern wird, besonders in einem frühen Stadium der Schwangerschaft, der tatsächliche Fortschritt der Schwangerschaft anhand von Ultraschalluntersuchungen verifiziert.
Exakt zum berechneten Termin kommen jedoch nur vier Prozent der Kinder zur Welt, innerhalb von einer Woche um den errechneten Geburtstermin herum 26 Prozent und innerhalb von drei Wochen um den errechneten Geburtstermin 66 Prozent. Bei einer Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche spricht man von einer Frühgeburt.
Der Beginn der Schwangerschaft kann auf verschiedene Art und Weise festgestellt werden. Die üblichsten natürlichen Schwangerschaftszeichen sind das Ausbleiben der Monatsblutung, Harndrang und morgendliche Übelkeit. Oft werden auch unterschiedliche Schwangerschaftstests angewendet, die Hormone nachweisen, die durch die sich heranbildende Plazenta produziert werden.
In der Abgrenzung zu Scheinschwangerschaften unterscheidet man zwischen unsicheren, wahrscheinlichen und sicheren Schwangerschaftszeichen. Das Ausbleiben der Monatsblutung und Übelkeit sind unsichere Schwangerschaftszeichen, ein Schwangerschaftstest über die Messung der Konzentration des Schwangerschaftshormons (hCG-Hormon) im Blut oder im Urin gilt als wahrscheinliches, jedoch nicht sicheres Schwangerschaftszeichen. Als sicher gilt der Nachweis einer kindlichen Frucht, z.B. über Sonographie, das Hören von Herztönen oder Fühlen von Kindsbewegungen.
Fünf bis sieben Tage nach der Befruchtung nistet sich die Keimblase Blastozyste in der Gebärmutter ein. Etwa ab der fünften Woche beginnt das Herz zu schlagen. Ab der siebten Woche reagiert der Embryo auf Reize von aussen. Im vierten Monat ist die Organausbildung beendet, und der Fötus beginnt zu wachsen. Im fünften Monat sind erste Bewegungen für die Mutter spürbar. Der Fötus kann schmecken, reagiert auf Kälte, Schmerz, Druck und Schall. Im siebten Monat verdoppelt der Fötus sein Gewicht, wiegt dann ca. ein Kilogramm und misst 34 cm. Das Kind wiegt mit Fruchtwasser und Gebärmutter 3 bis 6 kg. Im neunten Monat wird das Baby geboren. Es wiegt dann durchschnittlich ca. 3,4 kg.
Im ersten Trimenon entwickelt sich der Fetus besonders rasch. Für die Mutter geht der Beginn der Schwangerschaft mit sehr grossen hormonellen Umstellungen einher, was bei etwa 70% der Betroffenen zu teilweise sehr stark ausgeprägter Übelkeit führt, die sich aber im weiteren Verlauf der Schwangerschaft meist wieder legt. Da die meisten Abgänge bis zur 12 SSW vorkommen, wird bis zu diesem Zeitpunkt oft auf eine Bekanntgabe der Schwangerschaft verzichtet.
Die meist beim Geschlechtsverkehr bzw. der Insemination in die Vagina gelangten Spermien wandern durch die Gebärmutter (Uterus) bis in die Ampulle des Eileiters. Dort treffen sie auf die nach der Ovulation (Eisprung) vom Fimbrientrichter aufgenommene Eizelle. Nach dem Eindringen (Imprägnation) kommt es zur zweiten Reifeteilung mit Verlust eines Polkörperchens. Die beiden Chromosomensätze von Eizelle und Spermium verschmelzen miteinander (Konjugation) und bilden nun eine entwicklungsfähige Zelle (Zygote), die nun innerhalb von drei Tagen unter hormoneller Steuerung in die Gebärmutter wandert. In dieser Zeit erfolgen die Zellteilungen über die Morula zur Keimblase oder Blastozyste, die sich circa am 6. Tag nach der Befruchtung in der Gebärmutterwand einnistet. 24 Stunden nach der Befruchtung beginnt aus den Zellen der frühen Form des Plazenta (Mutterkuchen) - so genannten Synzytiotrophoblasten - die Produktion des Hormons hCG. Dieses stimuliert im Gelbkörper im Eierstock die Ausschüttung eines weiteren Hormons, Progesteron, welches den Eierstöcken signalisiert, dass für die nächste Zeit keine Eisprünge notwendig sind - die Menstruation bleibt aus. Gleichzeitig haben diese Hormone für die Auflockerung der Gebärmutterschleimhaut gesorgt, um die Einnistung der Blastozyste zu erleichtern. Die Blastozyste teilt sich nun in ihre äussere Schicht, den Tropho-, woraus sich die Plazenta entwickelt, und den Embryoblast, aus welchem der Embryo entsteht. Das die beiden Teile verbindende Gewebe wird zur Nabelschnur.
Der Körper der Mutter stellt sich nun auf die Schwangerschaft ein. Dies ist sehr häufig mit Beschwerden wie morgendlicher Übelkeit, Brechreiz und Schwangerschaftserbrechen verbunden, die durch das Schwangerschaftshormon hCG ausgelöst werden. Darüber hinaus kommen oft starke Müdigkeit, Heisshungerattacken und Stimmungsschwankungen vor. Ab der dritten Woche kann die Empfindlichkeit der Brust zunehmen, meist einhergehend mit einem Spannungsgefühl. Das erste Fruchtwasser beginnt sich zu bilden. Das Dehnen der Mutterbänder führt manchmal zu einem Ziehen in der Leistengegend.
Beim Fetus bildet sich die Wirbelsäule sowie Anlagen für Kopf, Rumpf, Arme, Beine sowie Finger, Zehen und der Gesichtszüge. Es werden jetzt alle grösseren Organe und Organsysteme angelegt, darunter das Neuralrohr, aus dem Gehirn und Rückenmark entstehen. In der 7. SSW misst der Embryo ca. 6-15 mm; in der 8. SSW etwa 25 mm. Sein Herz schlägt 140 bis 150 mal in der Minute.
Die Blutmenge im mütterlichen Kreislauf erhöht sich von ca. 5 auf 6,5 l um die Versorgung des Fötus zu gewährleisten. Aufgrund der grösseren Blutmenge schlägt das Herz schneller, was die körperliche Leistungsfähigkeit herabsetzt. Als Folge der hormonellen Gefässerweiterungen können "Besenreiser" oder Krampfadern auftreten. Gelegentlich kommt es auch zu einer verstopften Nase, Nasenbluten oder Zahnfleischbluten. Östrogene bewirken eine vermehrte Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe. Das Hormon Progesteron führt zu einer Entspannung der Muskulatur. Da davon auch die Schliess-Muskulatur betroffen ist, ist oft ein erhöhter Harndrang zu bemerken. Dies wird verstärkt durch den erhöhten Stoffwechsel von Mutter und Kind, auch durch die stetige Erneuerung des Fruchtwassers.
Ab der 8. bis 9. SSW kann der Herzschlag des Embryos im Ultraschall nachgewiesen werden. Es sind jetzt Ohrmuscheln, Nase, Finger und Zehen ausgebildet. Die Knospen für die 20 Milchzähne werden ausgebildet. Die Netzhaut pigmentiert sich. Das Augenpaar steht weit auseinander; die Augen sind zunächst offen, die Augenlider bilden sich in der 12. SSW. Grosse Teile der Organbildung werden bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels abgeschlossen. Die Embryonalperiode wird nun von der Fetogenese abgelöst. Der Fetus ist am Ende dieser Phase 6-8 cm gross und wiegt 18-25 g.
Im zweiten Schwangerschaftsabschnitt verschwinden meist die anfänglichen Komplikationen wie Übelkeit. Deshalb, und weil das Risiko einer Fehlgeburt jetzt deutlich abgenommen hat, empfinden viele Frauen diese Zeit als sehr angenehm. Die ersten Bewegungen des Fetus werden jetzt spürbar.
Die stabilere Phase der Schwangerschaft beginnt jetzt. Die Hormonproduktion aus dem Eierstock wird nicht mehr benötigt, da die Plazenta so weit ausgereift ist, dass sie die schwangerschaftserhaltenden Hormone selbst bilden kann. Deshalb ist die hCG-Konzentration ab der 12. SSW weniger hoch, eine eventuell vorhandene morgendliche Übelkeit bessert sich jetzt in der Regel. Die Gewichtszunahme beträgt nach Faustregel ca. 1-1,5 kg pro Monat, bzw. ca. 250 g pro Woche. Rötliche oder bräunliche Schwangerschaftsstreifen können aufgrund der Dehnung des Bindegewebes auftreten. Häufig tritt auch eine dunkle Linie (Linea Nigra) auf, die zwischen Bauchnabel und Schambein verläuft. Diese hormonbedingte Farbveränderung bildet sich in der Regel nach der Schwangerschaft zurück. Die vermehrten Wassereinlagerungen können zur Schwellung von Armen und Beinen, bzw. Händen und Füssen führen.
Die Augenlider schliessen sich nun und öffnen sich erst in drei Monaten wieder. Der Fötus strampelt mit Armen und Beinen, ballt die Hände zu Fäusten und runzelt die Stirn. Er übt Atmen durch Zusammenziehen und Ausdehnen des Zwerchfells und hat Schluckauf. Das Baby trinkt kleine Schlucke Fruchtwasser und übt so Schlucken und Saugen. Speicheldrüsen, Magen, Nieren und Darm arbeiten bereits. Das geschluckte Fruchtwasser wird als Urin wieder ins Fruchtwasser abgegeben, welches alle 10-12 Stunden durch Neuproduktion ausgetauscht wird. Über die Plazenta erhält es Nährstoffe und Antikörper, gleichzeitig werden Abfallstoffe ausgeschieden. Das sogenannte Woll- oder Lanugohaar bildet sich. Es bildet sich bis zur Geburt wieder nahezu zurück. Gegen Ende dieses Schwangerschaftsmonats entwickeln sich die Genitalien. Das Geschlecht kann nun per Ultraschall festgestellt werden. Der Fötus ist in der 16. SSW ca. 15 cm gross und wiegt ca. 200 g. Sein Kopfdurchmesser ist ca. 35 mm.
Die Gebärmutter ist etwa so gross wie eine Honigmelone und fast in Nabelhöhe. Ab der 18.-20. SSW sind für die Schwangere gewöhnlich die ersten Kindsbewegungen als feines, leichtes Kribbeln zu spüren. Ein relativ beschwerdefreier Schwangerschaftsabschnitt beginnt. In diesem Zeitraum können jedoch eventuell Veränderungen der Sehschärfe, Rückenschmerzen und Krämpfe in den Beinen auftreten.
Der Fötus reagiert nun auf akustische und optische Reize von aussen. Das Baby misst am Ende des Monats 16-25 cm und wiegt ca. 300-400 g.
Gegen Ende des Monats erreicht die Gebärmutter Nabelhöhe. Die Brüste vergrössern sich unter dem Einfluss der Hormone hCG, Östrogen und Progesteron. Eventuell Sodbrennen durch platz- und hormonbedingtes Öffnen des Schliessmuskels zum Magen.
Beim Fötus beginnt sich das Unterhautfettgewebe zu vermehren. Die Haut selbst wird von einer schützenden Fettschicht (Vernix caseosa, auch Käseschmiere) überzogen. Diese ermöglicht später ein leichteres Gleiten im Geburtskanal. Die Haare beginnen zu wachsen und die ersten Verknöcherungen des Skeletts zeigen sich. Die Haut ist noch rötlich durchschimmernd, Finger- und Fussnägel sind fast vollständig entwickelt. Das Baby ist ca. 26 cm gross und wiegt 500 g.
Im letzten Schwangerschaftsabschnitt reift der Fetus vollständig heran und der Körper der Mutter bereitet sich auf die Geburt vor. Für die Frau kann dieser Abschnitt hauptsächlich wegen des zusätzlichen Gewichts wieder unangenehmer sein, vor allem im Sommer. Vor allem bei der jetzt möglichen intensivmedizinischen Behandlung ist ein Überleben des Kindes bei einer Frühgeburt ab diesem Zeitpunkt oft schon möglich.
Die Wassereinlagerungen in Armen und Beinen können aufgrund des hohen Austauschbedarfes an frischem Fruchtwasser zunehmen. Der sich ausbreitende Uterus drückt auf die Verdauungsorgane und die Lunge, die Folge sind Kurzatmigkeit und die Gefahr von Hämorrhoiden. Das zunehmende Gewicht kann im letzten Trimenon Rücken- und Fussschmerzen verursachen. Der Ausfluss aus den Brüsten (Kolostrum) kann einsetzen.
Gegen Ende des Monats öffnen sich die Augenlider wieder. Der Fötus misst jetzt etwa 35 cm und wiegt 1000 g. Ab ca. der 25. SSW hat das Kind Chancen, ausserhalb der Gebärmutter unter hohem intensivmedizinischen Aufwand zu überleben. Die Überlebenschancen in der 25. SSW betragen ca. 32 %, in der 28. SSW 79 %.
Jetzt treten erste schmerzlose Kontraktionen (auch Senkwehen, Vorwehen, Übungswehen oder Vorbereitungswehen) auf. Der Bauch verhärtet sich durch rhythmisches Zusammenziehen der Gebärmutter. Eventuell werden jetzt auch Schliessmuskelschwäche und Blasenschwäche deutlich, was gegebenenfalls durch kinesitherapeutisches Training des Schliessmuskels gelindert werden kann. Die grösser werdende Gebärmutter verdrängt weiter die anderen im Bauchraum befindlichen Organe. Durch den gestörten pH-Wert der Vaginalschleimhaut können vermehrt Pilzinfektionen oder bakterielle Infektionen auftreten.
Bis auf die Lunge sind alle Organe fast vollständig entwickelt. Am Ende des Monats ist das Baby rund 40 cm gross und wiegt 2000 g.
Die Schwangere hat im Durchschnitt 10-12 kg zugenommen. Gegen Ende der 36. SSW tritt der Kopf des Babys in das kleine Becken ein, die Gebärmutter senkt sich etwas nach unten. Die Atmung fällt der Schwangeren so wieder leichter. Oft treten jetzt Schlafstörungen auf.
Ab der 35. SSW ist die Lungenreifung abgeschlossen. Die meisten Babys liegen nun in der richtigen Geburtslage mit dem Kopf nach unten. Es kann sich noch bis zur 37. SSW von einer Steisslage in die Kopflage drehen. Bewegungen sind dem Kind nur noch eingeschränkt möglich. Gegen Ende des Monats ist das Kind ca. 45 cm gross und wiegt 2800 g.
Die durchschnittliche Gewichtszunahme im Verlauf der Schwangerschaft beträgt ca. 10-15 kg. Das Gewicht stagniert bei vielen Schwangeren kurz vor der Geburt, kann sogar leicht abnehmen. Die Wehenhäufigkeit nimmt jetzt zu.
In den letzten Wochen nimmt das Baby vor allem an Gewicht zu. Über die Plazenta nimmt es Antikörper aus dem Blutkreislauf der Mutter auf. Das Baby misst ca. 48 cm bis 54 cm und wiegt 2800 g bis 4000 g. Der Durchmesser des Kopfes liegt zwischen 95 mm und 105 mm.
Die Schwangerschaft endet in der Regel mit der Geburt des Kindes. Sie kann sich durch folgende Symptome ankündigen:
Das Ziel vorgeburtlicher Untersuchungen (auch: Pränataldiagnostik) ist es, Erkrankungen der werdenden Mutter und Krankheiten oder Behinderungen (z. B. Down-Syndrom / Trisomie 21) beim heranwachsenden Kind bereits frühzeitig festzustellen bzw. eine individuelle Wahrscheinlichkeit zu errechnen. Da eine positive Diagnose oft einen Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation impliziert (weil keine Therapie angeboten werden kann), sind viele Untersuchungen umstritten. Ethisch fragwürdig ist u. a., wie ein ungeborenes Leben als lebenswert oder unlebenswert beurteilt werden kann, zumal sichere Aussagen zur nachgeburtlichen Entwicklung des Kindes nur in vergleichsweise wenigen Fällen möglich sind. Insbesondere die nicht-invasiven Methoden der Pränataldiagnostik wie z. B. die Nackentransparenz-Messung, das Erst-Trimester-Screening oder der Triple-Test können die Eltern oft stark psychisch belasten, da sie nie ein sicheres Ergebnis, sondern lediglich Wahrscheinlichkeiten anhand statistischer Durchschnittswerte angeben, indem sie z. B. das Alter der Mutter, den Zustand des Embryos usw. berücksichtigen.
In Deutschland hat jede werdende Mutter einen Anspruch auf Betreuung durch eine Hebamme oder einen Arzt während der Schwangerschaft, bei der Geburt und einige Wochen nach der Geburt. Empfohlen sind, bei komplikationsloser Schwangerschaft, zunächst Besuche in einem Abstand von vier Wochen nach Bekanntwerden der Schwangerschaft, ab der 32. Schwangerschaftswoche in einem Abstand von zwei Wochen und bei Überschreitung des Geburtstermins schliesslich alle zwei Tage.
Zu Beginn der Schwangerschaft wird in der Regel die Blutgruppe festgestellt, sowie serologische Untersuchungen auf Chlamydien, Hepatitis B und eine Bestimmung des Röteln-Titers durchgeführt. Bei begründetem Verdacht (z.B. Umgang mit Katzen) kann auch ein bestehender Schutz vor einer Toxoplasmose-Erkrankung sowie ein HIV-Test durchgeführt werden. Neben der Feststellung der Laborwerte werden bei jedem Untersuchungstermin Körpergewicht, Blutdruck und Herztöne des Kindes überprüft. Bei einer regulär verlaufenden Schwangerschaft werden in Deutschland drei Ultraschall-Untersuchung (in den SSW 13-16, 21-24 und 29-32) empfohlen und als Standardleistung von den Krankenkassen getragen. Um eine eventuelle Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig zu erkennen, kann gegen Ende des 2. / Anfang des 3. Trimenons ein Glukose-Test durchgeführt werden. Da durch die Schwangerschaft das Zahnfleisch beeinträchtigt werden kann, ist ein Zahnarztbesuch in zwischen der 17. und 20. SSW empfehlenswert. Gegen Ende der Schwangerschaft kann die Wehentätigkeit mit CTG-Untersuchungen verfolgt werden.
Die Einstufung einer Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft führt in Deutschland dazu, dass Krankenkassen über die Standardleistungen hinaus zusätzliche Leistungen gewähren, wie häufigere Kontrollen, Überweisungen an entsprechende Spezialisten, den Einsatz weiterer diagnostischer Mittel wie zum Beispiel Fruchtwasseruntersuchung, Hormonanalysen oder gegebenenfalls die Einweisung in ein Geburtshilfliches Zentrum mit intensivmedizinischer Betreuung. Dies, und die Tatsache, dass viele Paare heutzutage Kinder erst recht spät einplanen, führt zu einem sehr hohen Anteil an Risikoschwangerschaften in Deutschland. Im Jahre 1990 wurden in Deutschland 34 Prozent aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaft klassifiziert. Die Bayerische Arbeitsgemeinschaft zur Qualitätskontrolle spricht für das Jahr 2002 von 65 Prozent und in Niedersachsen von etwa 73 Prozent. Tatsächlich kommen jedoch 95 Prozent der in Deutschland geborenen Kinder gesund zur Welt. Folgende Faktoren führen zur Einstufung einer Risikoschwangerschaft (Liste ist unvollständig):
Die Sonografie, umgangssprachlich Ultraschall, ist die medizinische Praxis der vorgeburtlichen Untersuchungen, welche in den letzten Jahrzehnten durch die Verbreitung der Ultraschalltechnik tiefgreifend verändert worden ist. Erste Echtzeit-Sonden gab es ab 1970, verbreitet zur Anwendung war sie ab den 80er Jahren. Sie ist ein bedeutendes Hilfsmittel im Rahmen der Pränataldiagnostik. Zwar werden Ultraschalluntersuchungen generell als unbedenklich für das ungeborene Kind angesehen, doch zeichnen sich trotzdem zwei gesellschaftliche Tendenzen ab: einerseits die massive Produktion 2- und 3-dimensionaler Aufnahmen für das Familienalbum, andererseits die Beschränkung auf die medizinisch notwendige Anzahl an Ultraschalluntersuchungen (ca. 1 Untersuchung pro Trimester).
In Kulturen mit der gesellschaftlichen Erwartung an die Frauen, Söhne zu gebären (diverse asiatische Staaten wie China, Indien, Ostasien, ...), wird häufig ein Schwangerschaftsabbruch eingeleitet, sobald vorgeburtliche Untersuchungen ein Mädchen ankündigen. In China z. B. - hier verstärkt durch die Ein-Kind-Politik - kommen auf 10 neugeborene Mädchen 12 Jungen. Um die gesellschaftlichen Spätfolgen zu verhindern (Frauenmangel), wird in vielen Ländern die vorgeburtliche Diagnostik nur eingeschränkt erlaubt.
Wesentliches Ziel der ärztlichen Betreuung ist die Erkennung von möglichen oder bereits vorhandenen Risiken für Schwangere und ihr Kind. Solche Beobachtungen oder Verdachtshinweise werden in den Mutterpass eingetragen. Im Jahre 1990 wurden in Deutschland 34 Prozent aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaft klassifiziert. Die Bayerische Arbeitsgemeinschaft zur Qualitätskontrolle spricht für das Jahr 2002 von 65 Prozent und in Niedersachsen von etwa 73 Prozent. Tatsächlich kommen jedoch 95 Prozent der in Deutschland geborenen Kinder gesund zur Welt. Die hohe Anzahl von so genannten Risikoschwangerschaften lässt sich allerdings unter anderem dadurch erklären, dass viele Paare heutzutage Kinder erst recht spät einplanen. Risikoschwangere erhalten als Konsequenz durch die Krankenkassen über die Standardleistungen hinaus weitere ärztliche Leistungen, wie häufigere Kontrollen, Überweisungen an entsprechende Spezialisten, den Einsatz weiterer diagnostischer Mittel wie zum Beispiel Fruchtwasseruntersuchung, Hormonanalysen oder gegebenenfalls die Einweisung in ein Geburtshilfliches Zentrum mit intensivmedizinischer Betreuung.
Gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig für die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Dazu gehört, wie üblich, ein ausgewogenes Mass an Kohlehydraten, Fetten, Proteinen. Darüber hinaus gibt es einige spezielle Bedürfnisse während der Schwangerschaft:
Folsäure (auch Vitamin B9) wird besonders zu Beginn der Schwangerschaft benötigt. Folsäure ist enthalten in Leber, Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse, Spinat, Brokkoli, Karotten, Spargel, Rosenkohl, Tomaten, Eigelb und Nüssen. Sie wird benötigt um Neuralrohrdefekten vorzubeugen. Um das Risiko dieser schweren Missbildung zu minimieren wird oft empfohlen, Folsäure zusätzlich als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, bevorzugt sogar schon bei Kinderwunsch. In mehreren Ländern, darunter den USA wird Folsäure künstlich Mehl und Backwaren zugesetzt. Zu der damit verbundenen Diskussion siehe Artikel Folsäure.
Calcium und Eisen werden vom schnell wachsenden Fetus in einem besonders hohen Masse benötigt. Calcium ist in besonders hohen Konzentrationen in Hartkäse und anderen Milchprodukten enthalten; Eisen ist besonders reichhaltig in Fleisch, Leber, Hülsenfrüchten und Vollkornbrot enthalten. Bei drohendem Eisenmangel (Anämie) können auch Eisenpräperate eingenommen werden. Da Calcium nur bei Vorhandensein von Vitamin D aufgenommen wird, und dieses durch Sonnenlicht gebildet wird, sollte auf einen Ausreichenden Aufenthalt im Freien geachtet werden. Auch fettes Fischfleisch (z.B. Lachs) ist eine Quelle von Vitamin D.
Fluorid wird nicht nur als wichtig für die Härtung des Zahnschmelzes, sondern auch für das Knochenwachstum angesehen. Lebensmittel mit reichlichem Fluoridgehalt sind Seefische, schwarzer Tee und viele Mineralwässer (solche mit einem Fluoridgehalt von mehr als 1,5 mg je Liter müssen mit dem Warnhinweis (!) fluoridhaltig versehen werden). In vielen Regionen kann die als täglicher Bedarf bezeichnete Menge von ca. 1 Milligramm Fluor (als Fluorid) nicht durch die Ernährung gedeckt werden. Im Handel ist deshalb fluoridiertes Speisesalz und fluoridierte Zahnpasta erhältlich. In manchen Ländern wird dem Trinkwasser Fluorid beigefügt, was zu besseren Zähnen führen soll.
Omega-3-Fettsäuren sind notwendig zur Bildung von Neuronal-Membranen und können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Besonders Seefische wie Makrele, Sardine, Sardelle oder Thunfisch liefern die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Besonders grosse Fische wie Thunfisch weisen jedoch häufig auch einen relativ hohen Quecksilberanteil auf, so dass hier abgewogen werden muss.
Eine Neuinfektion mit Toxoplasmose kann zu schweren Schädigungen des hernawachsenden Kindes führen. Hauptwirt für den Erreger sind Katzen und katzenartige Tiere, die Vorstadien des Einzellers im Darm bilden und durch ihre Exkremente ausscheiden. Ausserdem sind die Einzeller über die Erde z. B. bei der Gartenarbeit, über die Nahrungskette durch rohe Eier und Fleisch (vor allem im rohem Fleisch z. B. Mett und Geflügel) und Rohmilchprodukte übertragbar. Aus diesem Grund sollte auf den Verzehr von unbehandelten Milchprodukten (Rohmilch, Rohmilchkäse) und nichtgekochtem Fleisch verzichtet werden. Dazu zählen auch roher Schinken und Salami. Gemüse sollte vor dem Verzehr gut gewaschen werden. Gefahr durch Toxoplasmoseerreger besteht jedoch nur bei einer Neuinfektion, deshalb wird häufig zu Beginn der Schwangerschaft das Blut auf Antikörper untersucht.
Infektionen mit Listerien oder Toxoplasma gondii und Röteln während der Schwangerschaft können auf das ungeborene Kind übertragen werden und dieses schädigen.
Nicht behandelte schwere Parodontitis scheint nach Interventionsstudien (Chile) die stärkste Einzelursache für mindergewichtige Frühgeburten zu sein; Frühgeburten vor der 28. Woche traten bei Parodontitis-Patientinnen zehnmal häufiger auf, und Geburtsgewichte unter 1000 g gab es ausschliesslich bei Parodontitis-Müttern. Durch Parodontitis-Behandlung der Schwangeren konnte das Frühgeburtsrisiko wieder annähernd auf Normalmass reduziert werden.
Auch Alkoholkonsum und Rauchen sind schädlich. Laut Weltgesundheitsorganisation würden zwei Drittel aller plötzlichen Kindstode nicht auftreten, wenn beide Eltern nicht rauchten. Das Risiko, dass das Kind eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) aufweist, liegt bei Müttern, die während der Schwangerschaft rauchen, bei 16,5 Prozent (sonst 4,6 Prozent) [1]. Nach aktuellem Stand der Dinge (2004) ist davon auszugehen, dass ein Gläschen Wein oder Sekt ab und zu nicht schädlich, jedoch sicher nicht förderlich ist. Schwangeren Frauen ist daher von Nikotin- und Alkoholkonsum ganz abzuraten. Kaffee mindert die Eisenaufnahme, daher sollte Kaffee erst frühestens eine Stunde nach der Nahrungsaufnahme konsumiert werden.
Bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Contergan, haben teratogene Wirkung, das heisst, ihre Einnahme kann zu Fehlbildungen führen. Da jedoch fast alle Medikamente auch auf das werdende Kind besondere Auswirkungen haben, sollte man in jedem Fall einen Spezialisten befragen.
Der Konsum jeglicher Drogen sollte während der Schwangerschaft vermieden und der vorsichtige Entzug nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden (da der Entzug sich auch auf das Kind auswirken und damit eine Fehlgeburt bewirken kann).
Fällige Impfungen mit Totimpfstoffen können den werdenden Müttern nach aktuellen Empfehlungen des in Deutschland dafür zuständigen Robert-Koch-Instituts im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft bedenkenlos verabreicht werden; im ersten Drittel sollten zum Ausschluss jeglichen Risikos für das Kind dagegen nur diejenigen Totstoff-Impfungen vorgenommen werden, die individuell dringend indiziert sind. Vor einer Schwangerschaft erfolgte Totstoff-Impfungen sind kein Grund zum Aufschub einer Schwangerschaft.
Kontraindiziert sind Impfungen mit Lebendimpfstoffen (wie gegen Masern, Mumps und Röteln) ab drei Monaten vor einer und während der gesamten Schwangerschaft. In der anschliessenden Stillzeit sind Impfungen generell ohne Beschränkungen möglich. [2]
Während einer Schwangerschaft kann es zu Störungen bzw. Beeinträchtigungen kommen, die im schlimmsten Fall das Leben des ungeborenen Kindes und der Mutter gefährden können. Dazu gehören zum Beispiel Präeklampsie und HELLP-Syndrom.
Jedes Jahr sterben weltweit 529.000 Frauen und Mädchen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt, davon 99 Prozent in Entwicklungsländern (Studie von Unicef/WHO [2], [3], [4], [5]). In Afrika südlich der Sahara stirbt eine von 16 Frauen an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt, da die Mehrzahl der Geburten auch bei Komplikationen ohne medizinische Betreuung stattfindet. (In Industrieländern beträgt das Risiko 1:2800.)
Das HI-Virus (Aids) wird nicht automatisch von einer infizierten Schwangeren auf das ungeborene Kind übertragen. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung während der Geburt beträgt ca. 15 bis 30 %, sofern keine geeigneten medizinischen Schutzmassnahmen vorgesehen werden können. Dies ist vor allem im von Aids stark betroffenen Afrika häufig der Fall. [6] Wenn die Mutter HIV-Medikamente nimmt, verringert sich das Risiko auf unter 2 Prozent. Deshalb wird in Deutschland jeder schwangeren Frau ein HIV-Antikörpertest (der sogenannte AIDS-Test) angeboten.
In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft ist das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, relativ gross. Schätzungsweise ein Viertel aller Schwangerschaften enden in den ersten 12 Wochen. Nur 25 % aller befruchteten Eizellen enden mit der Geburt eines lebenden Kindes. Der überwiegende Teil nistet sich in der Gebärmutter ein, ohne dass die Frau es bemerkt. Die Fehlgeburt wird als verspätete Monatsblutung angesehen. Eine bewusst wahrgenommene Fehlgeburt kann ein stark traumatisches Erlebnis für eine Frau sein. Um eventuellen Enttäuschungen und dem sozialen Druck zu begegnen, ist es verbreitet, bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche mit der offiziellen Verkündigung der Schwangerschaft zu warten.
Vor, während oder nach einer Schwangerschaft kann es zu weiteren Beeinträchtigungen der Schwangerschaft kommen. Siehe hierzu
In den meisten Kulturkreisen besitzt die schwangere Frau einen besonderen gesellschaftlichen Status, und es wird ihr eine besondere (schonende) Behandlung zuteil. Gleichzeitig werden Erwartungen an sie gerichtet, die grossen psychischen Druck auf sie ausüben können, z. B. Söhne als Stammhalter zu gebären (siehe Indien, China). In vielen traditionellen Gesellschaften muss einer Schwangerschaft eine Ehe vorausgehen, anderenfalls hat dies die soziale Ächtung der werdenden Mutter zur Folge.
Dem Bild einer Schwangeren wird oft als Fruchtbarkeitssymbol mystische Bedeutung zugemessen. Ein Hinweis auf einen Fruchtbarkeitskult in Mitteleuropa in prähistorischer Zeit ist die Venus von Willendorf, 25.000 v. Chr. mit ihren überzeichneten weiblichen Geschlechtsmerkmalen (grosse Brüste, dicker Bauch).
Soziale, medizinische oder kriminalistische Hintergründe können eine Schwangerschaft für eine Frau ungewollt erscheinen lassen. Vor einigen Jahren noch kriminalisiert, ist in den meisten westeuropäischen Staaten ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft inzwischen straffrei, wobei manche Rechtsprechungen (z. B. die deutsche und österreichische) den Schwangerschaftsabbruch in diesem Zeitraum trotzdem als Straftatbestand führen, auch wenn keine Strafe vorgesehen ist. Sehr streng ist die Handhabung noch immer in Irland, Nordirland, Malta und Polen. In Deutschland kann ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb der vollendeten ersten 14 Wochen, gerechnet ab der letzten Monatsblutung (12 Wochen ab Befruchtung) stattfinden, sofern ihm eine Schwangerschaftskonfliktberatung vorausgegangen ist. Bei bestehender medizinischer Notwendigkeit (Gefahr für das Leben der Mutter) ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur Geburt möglich.[7]
Die Reproduktionsmedizin bietet heute ungewollt kinderlosen Paaren eine Reihe von möglichen Massnahmen: Fertilitätsbehandlung, künstliche Befruchtung (Retortenbaby), Leihmutterschaft.
Zur Vorbereitung auf die Geburt können Schwangere zusammen mit dem Partner einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen, der als regelmässiger wöchentlicher Termin oder auch als Wochenendkurs von Hebammenpraxen, Geburts- und Krankenhäusern angeboten wird. Inhalte dieser Kurse sind unter anderem Aufstellen eines Geburtsplans (Wahl des Geburtsorts, Geburtspositionen), natürliche Schmerzverarbeitung, künstliche Schmerzmittel und Anästhesietechniken, Entspannungsübungen, psychologische und soziale Aspekte der Familiengründung, Stillen und Säuglingspflege. Eine Unterstützung zur Geburtsvorbereitung ist die Haptonomie.
Obwohl in industrialisierten Ländern die meisten Geburten in Krankenhäusern stattfinden, gibt es die Alternativen einer Hausgeburt oder einer Geburt im Geburtshaus. In Entwicklungsländern wird aufgrund der allgemein schlechten medizinischen Versorgung nur eine von zwei Geburten von einem Arzt oder einer Hebamme betreut (siehe Müttersterblichkeit).
Ab ca. der 18. Schwangerschaftswoche sind Bewegungen des Fötus für die Schwangere spürbar. Während vor einigen Jahren noch die Meinung vorherrschte, das ungeborene Kind habe kein Bewusstsein, weiss man heute durch moderne medizinische Methoden (z. B. Sonografie), dass der Fötus bereits im Mutterleib weit entwickelte Sinne besitzt und seine Aussenwelt wahrnehmen kann (Stimme der Mutter, Musik, Bewegung).
Das Durchschnittsalter der Erstgebärenden steigt in ganz Europa kontinuierlich an. In Westdeutschland lag es 1975 bei 24,8 Jahren, in Ostdeutschland bei 21,8 Jahren. Im Jahr 2000 betrug das durchschnittliche Alter westdeutscher Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes 29 Jahre, in Ostdeutschland 28,4 Jahre. Gleichzeitig besteht ein Geburtendefizit in den meisten westlichen Industrieländern (siehe Demografie). [8]
An eine Schwangerschaft sind in den meisten europäischen Ländern verschiedene gesetzliche Regelungen zum Schutz von Mutter und Kind gekoppelt, z. B. Kündigungsschutz. Bestimmte Tätigkeiten wie das Heben schwerer Lasten oder Nachtarbeit dürfen nicht mehr ausgeführt werden. In Deutschland beginnt der Mutterschaftsurlaub (Mutterschutz) sechs Wochen vor dem mutmasslichen Entbindungstermin und erstreckt sich bis acht Wochen nach der Geburt.
Die Angabe von zehn Mondumläufen ist alt. So gibt es eine sehr alte Merkzahl für die Schwangerschaftsdauer, die sich vom hebräischen Wort für Schwangerschaft ableitet. Bekanntermassen hatte bei den Griechen und den Hebräern jeder Buchstabe einen Zahlenwert. Die Hebräer nun nannten und nennen die Schwangerschaft Heraion. Dieses Wort hat, hebräisch gezählt, den Zahlenwert 271. Fürs Nachrechnen siehe unter Hebräisches Alphabet nach. 271 Tage sind knapp 10 Monate. Das Wort selber stammt aus dem Altgriechischen. Auf Samos gab es einen sehr grossen Tempel, der Hera, gewidmet, das sogenannte Heraion, griech.: Ηραιον. Dorthin gingen viele Frauen um zu gebären. Hera selbst war für die Geburt zuständig. In alten Griechenland wurden Schwangerschaft und Geburt nicht als Krankheit betrachtet. Man ging nicht zu Asklepios, sondern zu Hera. Da Juden in Europa überdurchschnittlich oft den Arztberuf ausübten, kann man davon ausgehen, dass hier mindestens seit dem Hellenismus eine ungebrochene Tradition vorliegt.
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