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Vom Wallis an die Seine
Jean-Luc Benoziglio ist nach eigenem Bekunden «halb Franzose, zum Teil Jude, halb Schweizer, nicht sehr katholisch». Hinzufügen könnte man noch «viertel Italiener», denn seine Mutter stammt von jenseits der Alpen. Geboren wurde er im Wallis, studiert hat er in Lausanne, und seit 1967 lebt der Autor in Paris. Er debütierte 1972 mit dem Roman «Quelqu’un bis est mort». Seither sind in regelmässigen Abständen über ein Dutzend Romane entstanden. Jean-Luc Benoziglio wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet.
Der Ton entscheidet über Leben oder Tod
Eine kleine Meldung inspirierte Jean-Luc Benoziglio zu seinem Roman «Das Losungswort». Es ist die Geschichte eines Sonderlings, der auf einer kleinen Flussinsel im Südwesten Frankreichs lebt. Nur selten zeigt er sich im Städtchen. Benoziglio ergründet die Lebensgeschichte des seltsamen Inselbewohners. Existenzielle Themen wie Identität und Fremdheit, Ausgrenzung und Integration erscheinen im Roman als ein Feuerwerk von Witz, Sprachspielereien und rabenschwarzem Humor. Der französische Titel «Le feu au lac» könnte auf gut Schweizerdeutsch etwa heissen «nume nid gschprängt». Und genau im Akzent liegt die Nuance, die über Leben und Tod entscheiden kann. Dank seines Schweizer Passes (und wohl auch dank des Akzents) überlebt der Protagonist, als 1942 die Familie seines jüdischen Vaters von der französischen Polizei abgeholt wird. Jean-Luc Benoziglio ist ein wortgewaltiger Erzähler, und Gabriela Zehnder eine ebenbürtige Übersetzerin seines Werks.