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| Hieronymus († 420) - Über die beständige Jungfrauschaft Mariens (Adversus Helvidius de perpetua virginitate b. Mariae)

19.
Aber wie wir keineswegs leugnen, was geschrieben steht, so weisen wir zurück, was nicht geschrieben steht. Daß Gott aus einer Jungfrau geboren ist, glauben wir, weil wir es lesen. Daß Maria nach der Geburt ehelichen Verkehr gepflogen habe, glauben wir nicht, weil wir es nicht lesen. Dies sage ich nicht deshalb, weil ich etwa das Eheleben verachte, denn die Jungfräulichkeit ist ja selbst eine Frucht der Ehe, sondern weil es uns nicht zusteht, über heilige Männer freventlich zu urteilen. Wenn man aber bloße Möglichkeiten berücksichtigt, dann könnte man auch behaupten, Joseph habe mehrere Gattinnen gehabt, weil Abraham mehrere hatte, ebenso Jakob. Von diesen stammten dann die Brüder des Herrn, eine Behauptung, die von vielen mit mehr Kühnheit als Ehrfurcht vertreten wird. Du behauptest, Maria sei nicht Jungfrau geblieben; ich gehe aber noch weiter und behaupte, auch Joseph hat jungfräulich gelebt durch Maria, damit der jungfräuliche Sohn aus einer jungfräulichen Ehe geboren würde. Wenn nämlich auf einen heiligen Mann der Verdacht außerehelichen Verkehrs nicht fallen kann; wenn ferner nicht geschrieben steht, daß er noch eine andere Frau hatte; wenn er endlich für Maria, die in der Meinung der Leute als seine Gattin galt, mehr ein Beschützer als ein Ehemann gewesen ist, dann bleibt nur übrig, daß er, der gewürdigt wurde, Vater des Herrn genannt zu werden, jungfräulich mit Maria gelebt hat.