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Gestern ist in 20 Minuten und dem Tagesanzeiger ein Artikel publiziert worden mit dem knackigen Titel "Nervengift in fast allen Schweizer Tomaten". Das ist nicht ganz falsch- aber halt auch nicht ganz richtig.
Der Wirkstoff Ethephon hat eine Zulassung für dern Tomatenanbau ab dem 20. September. Ethephon beschleunigt und synchronisiert die Fruchtreife, eine Wirkung die jeweils im Herbst von den Produzenten genutzt wird um die letzten Tomaten überhaupt noch ernten zu können. Das bedeutet, dass vor dem 20. September keine Schweizer Tomaten verkauft werden, auf denen Ethephon eingesetzt wird.
Richtig ist, dass im vergangenen Herbst Tomaten gefunden wurden, bei denen Grenzwerte überschritten wurden. Das Problem wurde erkannt und entsprechende Massnahmen eingeleitet. An der Forschungsanstalt Agroscope laufen bereits Versuche mit Ethylen, einem natürlichen, pflanzeneigenen Stoff der u.a. auch in der Bananenreifung zum Einsatz kommt (und nebenbei die Zulassung für Bio-Produkte hat), um möglichst schnell Ethephon ersetzen zu können.
Ethephon ist ein wahres Allerweltsmittel. Neben dem Tomatenanbau wird es u.a. auch in folgenden Kulturen eingesetzt:
- Ananas: zur Beschleunigung der Reife
- Obstanbau: zum Ausdünnen der Blütenstände
- Getreideanbau: Verkürzen der Internodien, bzw. erhöhen der Standfestigkeit
- Baumwollproduktion: Synchronisierung der Öffnung der Kapseln