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MusikerInnen Sinfoniekonzerte
Orchester: L’anima giusta
Musiker und Musikerinnen aus den führenden Basler Orchestern verstärkt durch freischaffende aus Basel und Umgebung bilden ein neues Ganzes und setzen so ein Zeichen der Zusammenarbeit. Unter der Leitung von Jessica Horsley, bringt „L’anima giusta“ gegenwärtig unbekannte und unerkannte Komponistinnen von gestern und heute zum Klingen.
Konzertmeister: Jiří Nĕmeček
Jiří Nĕmeček (*1976) ist in Tschechien geboren. Das Geigenstudium hat er am Konservatorium in Brünn und an der Musikakademie in Prag abgeschlossen. Weitere Studien mit dem Schwerpunkt Kammermusik haben ihn nach Madrid und Basel gebracht. Die intensive Arbeit mit Rainer Schmidt und Walter Levin, sowie später die Begegnungen mit Ferenc Rados und Eberhard Feltz haben seine musikalische Empfindung stark geprägt. Seine 15-jährige Tätigkeit als Primarius im „Bennewitz Quartett“ (1998–2013) hat ihn auf viele internationale Bühnen und Musikfestivals gebracht und wurde mit mehreren Preisen gekrönt.
Seit 2011 lebt Jiří Nĕmeček in Basel. Er tritt regelmässig mit dem „Sonos Ensemble“ und als Gastkonzertmeister mit dem Collegium Musicum, dem Kammerorchester Basel und dem Stuttgarter Kammerorchester auf, spielt verschiedene Kammermusikprojekte und unterrichtet Geige und Kammermusik an der Alten Kantonschule Aarau und an der Hochschule für Musik Basel.
Violine: Alma Deutscher
Die britische Komponistin, Pianistin und Violinistin Alma Deutscher kannte bereits im Alter von zwei Jahren die Bedeutung der Tasten auf dem Klavier. Sie schrieb ihre erste Klaviersonate im Alter von 6 Jahren und ihre erste Oper, „The Sweeper of Dreams“, mit 7 Jahren. Ihr Violinkonzert, das sie als Solistin mit der nordspanischen Oviedo Filarmonía uraufführte, und dann auch mit dem Israel Philharmonic Orchestra spielte, komponierte sie im Alter von 9 Jahren. 2012 reichte sie ihre Oper „The Sweeper of Dreams“ bei der English National Opera in London zu einem Wettbewerb ein, das Werk verpasste aber den Finaleinzug. Dennoch wurde es in Israel im August 2012 uraufgeführt. Die Uraufführung der zweiten Oper, Aschenputtel, fand ebenfalls in Israel im Jahre 2015 statt.
Seit 2010 ist Alma Schülerin für Partimentieren und Improvisieren von Tobias Cramm (Basel). Alma Deutschers Talent als Musikerin wurde verschiedentlich gewürdigt, unter anderem von den Dirigenten Simon Rattle und Zubin Mehta und der Geigerin Anne-Sophie Mutter. Seit 2015 betreut Martin Campbell-White als Mentor Alma Deutscher. Er hatte u.a. schon Sir Simon Rattle entdeckt und gefördert. Mehr Informationen unter www.almadeutscher.com.
Bratsche: Mariana Doughty
Mariana Doughty wurde in Cornwall geboren, spielte schon früh Geige und seit ihrem 12. Lebensjahr Bratsche. Sie erhielt ihre Ausbildung in der Chethams School of Music in Manchester und erwarb einen Master of Arts am Jesus College Cambridge. Sie ist jetzt in Basel zu Hause und geniesst die Abwechslung zwischen zeitgenössischer und alter Musik, sowie zwischen Orchester- und Kammermusik. Mit dem „Streiff Trio“, dem „3Gquartett“ und dem „Ensemble van der Waals“ trat sie an den meisten wichtigen Festivals auf. Mariana ist Solobratschistin des Kammerorchester Basel, unterrichtet an der Musik Akademie Basel und schwimmt jeden Tag im Rhein. Ihre Aufnahmen sind erhältlich bei en avant, MGB und streiffzug.com.
Dirigentin: Jessica Horsley
„Jessica Horsley dirigiert souverän und dank ihrer lesbaren Schlagtechnik und ihrem natürlichen Sinn für die stilistische Reinheit vermittelt sie auch die kleinsten Nuancen der Musik mit Leichtigkeit.“
(Jiří Nĕmeček, Geiger)
Ihr hoch gelobtes Basler Debüt als Dirigentin fand im März 2015 im Musiksaal des Stadt-Casinos statt mit einem bahnbrechenden Programm mit von Komponistinnen geschriebenen Orchesterwerken des 19. und 20. Jahrhunderts (www.frauenkomponiert.ch). Als Dirigentin ist sie Spezialistin für Musik vom späten 19. bis zum 21. Jahrhundert.
2010 tauschte Jessica Horsley Bogen gegen Taktstock, um als Dirigentin zu debütieren. Nach anfänglichem Coaching bei Thüring Bräm studierte sie bei Arturo Tamayo am Conservatorio della Svizzera Italiana (CH) und spezialisierte sich auf zeitgenössisches und modernes Repertoire mit Werken wie Pierre Boulez’ Le Marteau sans maître (1957) und Dérive (1984), Arnold Schönbergs Erwartung (1909) und The Key to Songs (1985) von Morton Subotnick. Sie erweiterte dann ihr Repertoire auf die grossen Stücke des 19. Jahrhunderts, gecoacht von u.a. Kirk Trevor (CZ/US), Tomáš Netopil (CZ/D) und Sasha Mäkilä (FN), und erregte dabei vor allem Aufsehen als Brahms-Interpretin. Sie hat mit Orchestern wie Plovdiv State Opera (BG) und der Bohuslav Martinů Philharmonic (CZ) sowie mit Ensembles wie St. Michel Strings (FN) und 900 (CH) gearbeitet, wie auch für das Schweizer Radio Rete Due.
Als Gambistin und Barytonistin hat Jessica Horsley bei Konzerten, CD- und Rundfunkaufnahmen in Europa, den USA, Kanada, Südafrika, Namibia und Australien mitgewirkt; zusätzlich zur Alten Musik als Spezialistin für zeitgenössisches Repertoire. Als Musikwissenschaftlerin, promovierte sie über den „Almanach des Blauen Reiters“; weitere Publikationen betreffen Bilder als historische Quellen/Kulturgeschichte und den Modernismus. Mehr Informationen unter www.jessicahorsley.com.
MusikerInnen Kammermusik-Konzerte
ARIA Quartett
Die vier Musikerinnen des ARIA Quartetts aus Basel – Barbara Doll, Adelina Oprean, Winfried Rademacher und Conradin Brotbek – haben den Wunsch, ihre reiche Erfahrung als Solisten, Kammermusiker und Pädagogen in der anspruchsvollsten Form des Quartettspiels zu vertiefen und die stete Lebendigkeit der Werke aufrecht zu erhalten. Das Quartett steht für feinste Transparenz, für warme, höchst lebendige Klangfarben und für einen plastischen, authentischen Klang.
„Eine 20-jährige Tschechin schreibt 1935, wenige Jahre vor ihrem Tod, ein höchst leidenschaftliches und eigenwilliges Werk, das bei uns praktisch unbekannt ist. Zusammen mit dem klassisch-virtuosen und doch von einem „leisen romantischen Duft umgebenen“ (R. Schumann) Klavierquintett der Französin Louise Farrenc spielen wir ein Programm für frauenkomponiert, das uns begeistert, weil es gute und berührende Musik ist – gerade weil UND obwohl sie von Frauen geschrieben wurde?! Diese Frage wird beim Hören hoffentlich zweitrangig.“ (ARIA Quartett)
Susanne Böke, Hausorganistin Offene Kirche Elisabethen
„Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, Orgelwerke von Sofia Gubaidulina (Hell, Dunkel, 1976) und Isabel Mundry (Innenräume, 2005) aufzuführen. Komponiert von zwei Frauen, die voll im Leben stehen.“ (Susanne Böke)
Maya Boog & Simon Bucher
Trifft eine hoch expressive Gestaltungszauberin (er über sie) auf einen sinnlichen Klangmagier (sie über ihn), ist die Summe mehr als die Teile des Ganzen; dieses Duo zündet ein Feuerwerk reinster Musizierfreude und tief empfundener Emotionalität.
SIE möchte das Urweibliche in der Musik erlebbar machen.
ER möchte als Mann durch die Musik das Wesen Frau erforschen, springt doch immer Fühlen und Denken des Komponierenden auf den Interpreten über.
BEIDE lieben das Entdeckergefühl abseits viel begangener Pfade und die Herausforderung, dabei aus Unbekanntem das Ureigenste heraus zu kitzeln.
Diptychon: experimental JAZZ CLASSICAL CONTEMPORARY sounds
Nathalie Laesser Zweifel & Esther Flückiger
Ein Duo, welches die Brennpunkte und Reibungsflächen zwischen den stilistischen Sparten erforscht, neue Regeln und Freiheiten der Musik auslotet und den Genre-Grenzzaun weit steckt. Duo Diptychon – mit zwei Flügeln lässt sich besser abheben.
„Die Konzentration auf von Frauen komponierte Musik ist keinesfalls von ideologischen Rastern geprägt, sondern dient ganz einfach dazu, einem wichtigen Aspekt innerhalb der Musikgeschichte die gebührende Bedeutung zu verleihen.“ (Nathalie Laesser Zweifel & Esther Flückiger)
Kirsten Johnson
Kirsten Johnson ist Pianistin, Komponistin und Aufnahmekünstlerin mit internationalem Ruf. Sie hat dreizehn Solo-CDs mit Nimbus, Delos und Gilde aufgenommen. Dazu gehören die Gesamtwerken für Soloklavier von Arthur Foote und Amy Beach sowie Weltpremiere-Aufnahmen albanischer Klaviermusik.
„Ich habe sechs Jahre lang die Gesamtklaviermusik von Amy Beach erforscht und aufgenommen. Dies bedeutete das Ausgraben von Manuskripten aus Bibliotheken durch die ganzen Vereinigten Staaten. Amy Beach war eine fabelhafte Komponistin von Instrumental-, Gesangs- und Orchestermusik, ist aber noch ziemlich unbekannt ausserhalb der USA. Ihre Musik hat es verdient, viel öfter erhört zu werden.“ (Kirsten Johnson)
Jiří Nĕmeček & Ludovic van Hellemont
Der Anspruch, dem Werk möglichst nahezukommen, die Partitur möglichst präzise zu „übersetzen“ und mit der eigenen Musikalität im Einklang zu bringen, steht ganz im Vordergrund unserer Zusammenarbeit.
„Wir unterstützen das Projekt frauenkomponiert gerne. Qualitätsvolle Musik weiblicher Komponistinnen sollte öfters aufgeführt werden. Wir glauben fest daran, dass im Endeffekt nicht das Geschlecht des Autors im Vordergrund stehen soll, sondern die Qualität der Musik selbst.“ (Jiří Nĕmeček und Ludovic van Hellemont)
MUSICA FIORITA
Das polyglotte Schweizer Barockensemble MUSICA FIORITA (Ltg. Daniela Dolci) widmet sich der Erforschung und Aufführung weitgehend unbekannter Musik der Barockzeit. Um dieses kulturelle Erbe dem heutigen Publikum ansprechend zu vermitteln, entwickelt es immer wieder neue, kreative Projekte, oft im Austausch mit anderen Kulturen oder künstlerischen Disziplinen wie Tanz, Literatur und Modedesign.
„frauenkomponiert ist eine tolle Initiative, die wir mit unserer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet barocker Komponistinnen unterstützen möchten. Unser Ziel ist es, ihre Werke im Konzertrepertoire zu etablieren!“ (MUSICA FIORITA)
Nicoleta Paraschivescu
Nicoleta Paraschivescu unterrichtet Orgel an der Musik-Akademie Basel und ist Organistin an der Basler Theodorskirche. 2015 promovierte sie an der Universität Leiden (NL) und wurde 2016 Preisträgerin der hibou-Stiftung (CH). Sie ist Leiterin des Ensembles La Floridiana, mit dem sie für das Label SONY zwei CD’s mit Ersteinspielungen der Haydn-Schülerin Marianna Martines aufgenommen hat.
„Ich freue mich sehr, bei diesem tollen Projekt in 2018 mitzuwirken. Emma Lou Diemers (*1927) Komposition „Fiesta“ hat mich schon lange fasziniert und die lebendigen rhythmischen Strukturen reissen das Publikum mit!“ (Nicoleta Paraschivescu)