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Die Pendelbahn von Zermatt nach Furi wurde im Jahr 1964 konstruiert und leistet seither einen wichtigen Beitrag zur Personen- und Materialbeförderung im Matterhorn Paradise. Ergänzt wurde diese Linie durch den Matterhorn-Express, welcher im Jahr 2002 die bereits bestehende Sechser-Gondelbahn ersetzt hat. 🚠 Die «old Lady» – so wurde die alte Pendelbahn von den Mitarbeitenden der Zermatt Bergbahnen genannt – absolvierte am 19. Juni 2022 ihre letzte Fahrt. Simon Willisch, Leiter der Werkstatt Furi, war während den vergangenen 22 Jahren am Unterhalt der Pendelbahn beteiligt.
«Zusammen mit meinem Team habe ich seit 2003 rund 20 Vergussköpfe hergestellt, welche bei den jährlichen Revisionen ersetzt werden. Es bleiben schöne Erinnerungen an die «alte Lady».Simon Willisch
Die Bauphase
Wenige Tage nach der letzten Fahrt wurde mit der Demontage der Pendelbahn begonnen. ⚙️ Als Vorbereitung wurden bereits zuvor die Zufahrtstrasse zur Pendelbahnstation errichtet sowie weitere Vorbereitungsarbeiten unternommen. Die Schwierigkeit lag besonders darin, den Betrieb des bestehenden Matterhorn-Express nicht zu stören, welcher parallel zur Pendelbahn läuft und während der gesamten Bauzeit weiterlaufen sollte. 🚠 Die Verkaufsstellen der Talstation wurden in ein Provisorium gegenüber der Station verlegt. Schon bald waren auch die beiden Kabinen abmontiert und die Stützen verschwunden. Bis Ende des Sommers 2022 wurden die neuen Stützen Nummer zwei und drei errichtet sowie an den Stationen gearbeitet.
Nach der Einstellung der Bauarbeiten während den Wintermonaten wurde ab dem Frühling 2023 in den Stationen betoniert sowie das Fundament der Stütze Nummer eins errichtet. Diese wurde in einer speziellen Kreisform errichtet mit einem Tragseilsattel in der Mitte. Grund dafür waren die beschränkten Platzverhältnisse in der Talstation. Der Einstieg wurde barrierefrei und ebenerdig zum bestehenden Matterhorn-Express errichtet. Um Platz zu sparen, kam ein Schiebeperron zum Einsatz, welches sich nach Ausfahrt der Kabine verschiebt, damit kurz darauf die Kabine auf der Gegenseite einfahren kann. Hier beträgt die Spurweite der Bahn lediglich zweieinhalb Meter, wobei sich diese bis zur Stütze zwei auf zehn Meter ausweitet. Da die Distanz zwischen der Talstation und der Stütze eins zu gering ist, um von diesen zweieinhalb auf zehn Meter zu fahren, wurde die Konstruktion mit einem Tragseilsattel gewählt, welche eine Spurbreite von drei Metern ermöglicht. ⚙️ Ab hier kann die Spurweite dank der längeren Distanz zur nächsten Stütze kontinuierlich auf zehn Meter verbreitert werden.
Im September 2023 wurden die beiden neuen Kabinen aus Olten bis nach Zermatt geliefert. Der Transport durch das Dorf war eine logistische Herausforderung, welche Dank hervorragender Zusammenarbeit und viel Knowhow bestens funktioniert hat. 🤝 Mit einem ersten Lastwagen wurden die Kabinen auf der Bachstrasse der Matter Vispa entlang bis unterhalb der Kirchbrücke transportiert. Da die Kabinen zu breit sind, um durch die Bahnhofstrasse zu zirkulieren und zu lang, um die Triftbachstrasse zu nutzen, wurden sie mit einem Kran von der Bachstrasse auf den bereitstehenden Lastwagen auf der Kirchstrasse gehoben. Von dort ging der Transport weiter bis zur Talstation an der Schluhmattstrasse, wo sie sogleich an die in den Vorwochen montierten und gespleissten Seile der neuen Anlage aufgehängt wurden.
Die Inbetriebnahme
Kurz darauf wurden die ersten Profilfahrten durchgeführt. Damit eine Betriebsbewilligung vom Bundesamt für Verkehr BAV erteilt wird, müssen diverse Voraussetzungen getestet und erfüllt werden. So auch die Bergeübungen bei Tag und Nacht, welche Ende Oktober erfolgreich geprobt wurden. Am 1. November 2023 dann die erfreuliche Nachricht vom Bundesamt für Verkehr BAV: Die Betriebsbewilligung ist eingetroffen und die neue AURO-Pendelbahn 🚠 wurde am Donnerstag, 2. November 2023 erfolgreich in Betrieb genommen.
AURO-Betrieb ab 2024
Die Abkürzung AURO steht für «Autonomous Ropeway Operation» und die AURO-Pendelbahn zeichnet sich durch ihren betreiberlosen Betrieb aus. 🚠 Sie ist technisch auf dem Höchststand, überzeugt mit intelligenter und vernetzter Technik sowie einem Höchstmass an Sicherheit. Sie verfügt über Kameras und Sensoren, welche die Anlage – insbesondere beim Ein- und Ausstieg in die Kabinen – überwachen. Das System erkennt eigenständig Situationen welche vom „normalen Betrieb“ abweichen. Mitarbeitende können die Bahn von einem Kontrollzentrum, dem so genannten „Ropeway Operation Center (ROC)“ aus bedienen. ⚙️ Die perfekte Synergie von Menschen und fortschrittlicher Technik ergibt eine hohe Zuverlässigkeit. Ab 2024 wird der AURO-Betrieb bei der neuen Pendelbahn dann eingesetzt.
Der Rooftop-Ride als Highlight
Ab der Sommersaison 2024 wird die Fahrt von Zermatt nach Furi oder umgekehrt noch aufregender. Dank dem Rooftop-Ride kann die Aussicht auf das Matterhorn vom Dach der Kabinen aus im frischen Fahrtwind genossen werden und einem perfekten Bild steht nichts mehr im Wege. 🚠 Auch das Innere der neuen Kabinen bietet dank den grossen Glasfronten eine wunderbare Aussicht auf die Naturlandschaft rund um das Matterhorn. 🏔️