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Neun Gottheiten Ushnisha Vijaya
Ushnisha Vijaya ist eine bekannte Gottheit aus der Reihe der Gottheiten des langen Lebens. Sie wird oft zusammen mit Amitayus und der Weissen Tara dargestellt. In ihrer vollständigen Form ist sie die "Neun Gottheiten Ushnisha Vijaya"
Als der Buddha sich auf die Reise in die Götterhimmel begab, nahm ihm sein Hauptschüler Ananda das Versprechen ab, dort nicht durch den Mund zu lehren. Ananda war in dieser Zeit nicht soweit, dass er ihn begleiten könnte, aber er wollte keine Unterweisungen seines Meister verpassen. Der Götterhimmel der 33 ist ein Bereich ganz oben auf dem Gipfel des Berg Meru. Dort befindet sich eine Hochebene mit den Palastanlagen und Vergnügungsstätten der Götter. In deren Mitte ist der „Siegreiche Palast“ des Königs der Götter, Indra. Buddha wurde von den Göttern mit allen Ehren empfangen.
Die Götter leben in diesem Bereich ein Leben voller Genuss, Freude und Vergnügungen. Sie leben sehr lange und erfreuen sich immer grosser Macht und Gesundheit, Leiden ist ihnen fern. Aber das Leiden ist auch in der Götterwelt gegenwärtig. Wenn die Lebensspanne eines Gottes zu Ende ist, sieht man ihm das schnell an, seine Erscheinung wird fahl, seine Macht schwindet, die Freunde ziehen sich zurück und er stirbt im Elend, nur um bald, seinen Verdiensten und seinem Karma gemäss, wieder geboren zu werden.
So klagte Indra, als er den Buddha traf, dass ein guter Freund von ihm gestorben sei und dass er direkt in die Hölle gefahren sei. Buddha beschwichtigte den Götterkönig. Er lehrte nun, während seines Sommer-Retreats im Himmel der 33, das Ushnisha-Tantra. Er sprach nicht durch den Mund, wie er es Ananda versprochen hatte, sondern die Lehren erklangen aus seiner Ushnisha. Die Ushnisha ist die Erleuchtungserhöhung auf dem Scheitel des Buddha, die wir aus zahlreichen Darstellungen kennen.
Dieses Tantra umfasst eine ganze Reihe von Ushnisha-Gottheiten. Es sind Ushnisha Vijaya, Ushnisha Sitatapatri, Ushnisha Vimale, die Schwarze Ushnisha und die Brennende Ushnisha. Nun konnten Indra und die anderen Freunde des gefallenen Gottes das lange Dharani dieser Gottheiten praktizieren und ihren Gefährten so aus den Leiden der Hölle und den anderen schrecklichen Wiedergeburten, die ihm prophezeit wurden, befreien und seine Lebenskräfte erneuern. Der befreite Gott konnte wieder zum Himmel auffahren und bedankte sich bei Buddha und seinen Freunden, die für ihn die Dharani des langen Lebens praktiziert hatten.
Der indische Mahasiddha Mitrachoky war ein Yogi, der viele Gottheiten aus allen Tantras praktizierte. Als Hauptpraxis verehrte der den Idam Avalokiteshvara in der Vater-Mutter Form als Jina Sagara, tibetisch Gyalwa Gyatso. Die Einweihung erhielt er von Avalokitshvara selber. Avalokitshvara gewährte ihm viele weitere Einweihungen zu Gottheiten aus allen vier Tantras. Meister Mitrachiky sammelte diese Einweihungen mit den Praxistexten in einem grossen Werk, das als die Mitrasammlung berühmt wurde. Es umfasst 68 Einweihungen. Diese Sammlung brachte Mitrachoky selber nach Tibet. Gottheiten aus dieser Sammlung wurden später von vielen tibetischen Meistern kommentiert, ergänzt und mit Anweisungen aus der eigenen Erfahrung versehen.
Aus dieser Sammlung stammt die grosse Einweihung in das Mandala der Neun Gottheiten Ushnisha Vijaya. Ushnisha Vijaya ist die bekannteste Gottheit aus dem Ushnisha-Tantra, das der Buddha im Götterhimmel lehrte. bekannt ist ihre Form als einzelne, weisse Gottheit des langen Lebens, wie sie oft zusammen mit Amitayus und der Weissen Tara dargestellt wird.
Auf dem Bild oben ist die Neun Gottheiten Ushnisha Vijaya dargestellt, wie sie in der Mitrasammlung erklärt wird. Sie tront, mit drei Gesichtern und acht Armen, in der Mitte des Mandalas. Zu ihrer rechten begleitet sie Avalokiteshvara mit einem Lotus, zu ihrer Linken ist Vajrapani mit einer Utpalablume die den Vajra trägt. In den vier Richtungen sind die vier Torwächter und über ihr schweben zwei göttliche Wesen, die aus Nektarvasen der Hauptgottheit immerzu Reinigungen gewähren. Die weiteren Gottheiten um den Stupa haben nicht direkt mit der Praxisgottheit zu tun, sie gehören einfach zur Überlieferung.
Eine grosse Praxis der Neun Gottheiten Ushnisha Vijaya ist das Darbringen von 1000 Lichtern (Tong Chö). In dieser Praxis wird alles 1000 mal dargebracht, 1000 Lichter, 1000 Tormas, 1000 Niederwerfungen, 1000 Umrundungen, 1000 Darbringungen. Man stellt eine Stupa auf und stellt sich das Mandala der Ushnisha Vijaya im Stupa vor. Nun bringt man das lange Dharani der Göttin 1000 mal dar. Das ist eine grosse und sehr Wirksame Praxis des langen Lebens. Diese Praxis wird in Tibet oder im Exil oft im Kloster bestellt. Dann wird sie von, zum Beispiel 25 Mönchen vorbereitet und durchgeführt. Sie können sich dann die 1000 Praktiken teilen, das heisst jeder muss nur 40 mal den Stupa umrunden.
Bernhard Stohler
06.05.2012
Bilder: www.himalayanart.org