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Der Iso Grifo A3/C des französischen Rockstars Johnny Hallyday wird versteigert – das ist eine Meldung, die sowohl die Herzen von Autofans als auch Musikliebhabern schneller schlagen lässt. Und dieses Auto ist ein ganz besonderes Model: Ein Iso Grifo A3/C mit dem Baujahr 1965. Dieses Model ist heute sehr selten und gilt als Klassiker, denn es wurden nur 133 Exemplare gebaut. Der Wagen verbindet italienisches Außendesign mit einem amerikanischen V8 Inneren. Das allein sollte schon Grund genug sein, zu bieten, aber mit dem Auto ist zudem noch eine spannende Geschichte verbunden, die von einem Streit und der Gründung eines neuen Konstruktionsbüros handelt. Giotto Bizzarrini war bis Anfang der 1960er Jahre Ingenieur bei Ferrari und konzipierte dort hauptsächlich Rennwagen. Der legendäre 250 GTO gehört unter anderem zu seinen Kreationen. 1961 spitzte sich allerdings der Streit zwischen der Leitung von Ferrari und den Technikern zu.
Palastrevolte bei Ferrari
Nach dem Tod seines Sohnes Dino, der 1956 aufgrund einer schweren Krankheit starb, zog sich Ferrari-Chef Enzo Schritt für Schritt aus dem Tagesgeschäft zurück, und überließ es seiner Frau Laura. Laura kam allerdings mit den Technikern nicht wirklich gut aus, was dazu führte, dass Girolamo Gardini, seines Zeichens Geschäftsführer, der Kragen platzte. Er wandte sich an Ferrarichef Enzo und machte ihm klar, dass er gehen würde, wenn Laura die Mitarbeiter weiterhin drangsalieren würde. Das brachte das Fass für Enzo Ferrari zum Überlaufen und Gardini musste gehen. Das ließen sich wiederum die Ingenieure von Bizzarrinis Team nicht bieten, und überreichten Enzo einen Protestbrief. Für diesen stand jedoch Loyalität an erster Stelle, so dass auch fast alle bedeutenden Ingenieure entlassen wurden. Dieser Streit wird als Palastrevolte bezeichnet, und ist symbolisch für Enzo Ferraris Führungsstil, der wohl eher an den Paten als an einen normalen Büroalltag erinnerte. Immerhin erhielten die Ingenieure bei ihrer Entlassung ein Monatsgehalt, allerdings mit der Bedingung, nie mehr zum Autohaus zurück zu kehren.
Ferraririvale: Konstruktionsbüro Autostar
Aus diesem Streit entstand ein neues Konstruktionsbüro namens Autostar. Bizzarini gründete seine eigene Firma in Livorno und stand natürlich in Konkurrenz mit Ferrari. Bereits mit dem ersten Auftrag war die Mission klar: Man wollte besser sein als die ehemaligen Kollegen bei Ferrari und ein besseres Auto als den Ferrari 250 GTO konstruieren. Aus diesem Auftrag von Iso Rivolta einen Sportwagen zu entwickeln, entstand der Grifo. Es gab davon zwei Versionen: Den luxuriösen GT A3/L und den Langstreckenrennwagen A3/C. Um Ferrari zu überflügeln, wandte Bizzarrini alle seine Tricks an. Er konstruierte die Außenhülle aus Duralumin, einer extrem leichten Aluminiumlegierung, die sonst im Flugzeugbau verwendet wurde. Der Nachteil dieses Materiales war, dass es sich nur sehr schwer schweißen ließ, und die Karosserie so, gleich einem Flugzeug, genietet werden musste. Für die Power sorgte ein 5,4 Liter V8-Motor aus der Corvette. Johnny Hallyday kaufte sich ein solches Auto direkt ab Werk, und trug während der Fahrt bestimmt des Wagens und einer Rocklegende würdige Schuhe. Hallyday verkaufte den Wagen allerdings bereits 1966 wieder.