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Amiodaron und Dasatinib beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen
Mechanismus
Additive Verlängerung der QT-Zeit. Amiodaron ist ein Inhibitor diverser CYP-Isoenzyme (u.a. CYP2C9, CYP3A4) sowie von P-gp. Dasatinib ist Substrat von CYP3A4 und P-gp, sodass es in Kombination zu einer erhöhten Exposition gegenüber dem Kinase-Inhibitor kommen kann. Gleichzeitig hemmt Dasatinib CYP3A4 und CYP2C8, welche wiederum am Metabolismus von Amiodaron beteiligt sind.
Effekt
Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand. Bei Verabreichung von Dasatinib 20 mg zusammen mit Ketoconazol - welches jedoch ein starker CYP3A4-Inhibitor ist - war die Cmax von Dasatinib 3.56fach und die AUC um das 4.8-fache erhöht. Unter einer erhöhten Konzentration von Amiodaron ist das Risiko für QT-Verlängerung und Torsades de pointes aufgrund der proarrhythmogenen Wirkung von Amiodaron erhöht.
Empfehlung
Ist eine gleichzeitige Gabe notwendig, sind regelmässige EKG-Kontrollen der QT-Zeit sowie sorgfältige Blutdruckkontrollen notwendig. Die Elektrolytkonzentrationen, insbesondere Kalium, sollten sorgfältig überwacht werden. Auch eine Monitorisierung der Nierenfunktion sollte durchgeführt werden. Zu beachten ist auch, dass eine Interaktion aufgrund der langen Halbwertszeit (Amiodaron: 20-100 Tage) auch nach Absetzen von Amiodaron noch möglich ist. Eine Dosisanpassung von Dasatinib ist patientenindividuell zu erwägen.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018