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Wichtig ist auch zu verstehen, dass die Pflichtteile inklusive der ausgerichteten Vermächtnisse berechnet werden. Wenn die Kinder auf die Pflichtteile gesetzt werden und dem Ehegatten der Rest zukommen soll, man diesen also begünstigen will, und man gleichzeitig auch sehr viele Vermächtnisse ausrichtet, so dass der Nachlass hierfür nicht ausreicht, dann erhalten die Kinder die Pflichtteile und der überlebende Ehepartner den Rest, aber abzüglich der Vermächtnisse. Wobei der Pflichtteil des Ehegatten natürlich auch respektiert werden muss.
Wie können Sie, als Anwältin im Erbrecht, Menschen, die sich bei der Erstellung Ihres Testaments unsicher sind, helfen?
Das Testament soll den letzten Willen des Erblassers enthalten. Ich helfe, diesen letzten Willen so umzusetzen, wie sich das jemand wünscht. Mir ist es sehr wichtig, dass ich das Testament entsprechend dem Willen des Erblassers und in Kenntnis der rechtlichen und tatsächlichen Begebenheiten klar und eindeutig formuliere. Wo pflichtteilsgeschützte Erben vorhanden sind, ist das Pflichtteilsrecht zu berücksichtigen, weil in der Regel sonst Streit vorprogrammiert ist.
Das Testament wird im hier und jetzt formuliert, aber hoffentlich für einen fernen Tag in der Zukunft. Das Testament muss sehr sorgfältig formuliert werden; was heute so ist, ist morgen vielleicht anders. Es ist z.B. möglich, dass Familienkonstellationen und die finanziellen Verhältnisse des Erblassers sich verändern: Ein Erbe kann zum Beispiel vor dem Erblasser versterben, früher wertvolle Aktien können gar nichts mehr wert sein.
Ich helfe Menschen dabei, sich klar zu werden, was ihr letzter Wille ist und wie dieser im bestehenden rechtlichen Rahmen am besten umgesetzt wird. Ich kann sagen, was zulässig ist und was nicht. Ein klares Testament kann Streit unter den beteiligten Personen vermeiden. Sobald es mehrdeutig oder unklar ist und sich jemand benachteiligt fühlt, ist Streit vorprogrammiert.