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Inwiefern unterscheidet sich der Mathematikunterricht mit Erweiterten Lehrformen von einem eher traditionellen Mathematikunterricht? Um diese Frage zu prüfen, wurden die teilnehmenden Lehrpersonen in zwei Gruppen eingeteilt: Die Gruppe "ELF" bilden Lehrpersonen, die nach eigenen Angaben häufig oder fast immer Erweiterte Lehrformen einsetzen, die Gruppe "Traditioneller Unterricht" bilden Lehrpersonen, die nach eigenen Angaben ab und zu oder nie Erweiterte Lehrformen einsetzen.
Die folgenden Vergleiche beziehen nur die Real- und Sekundarschulklassen der Deutschschweiz ein. Die Stichprobe wurde zwecks weiterführender Analysen um 16 zusätzliche Klassen angereichert, deren Lehrpersonen angaben, im Unterricht ELF einzusetzen. Aus diesem Grund kann die Stichprobe keine strikte Repräsentativität beanspruchen, die Ergebnisse sind streng genommen nicht verallgemeinerbar. Zur besseren Einschätzung der Bedeutsamkeit der Ergebnisse wird deshalb die Effektstärke in Form von Cohens d dokumentiert.
Tabelle 1 listet einige Lern- und Sozialformen auf, die von Lehrpersonen der ELF-Gruppe und jenen der "traditionellen" Gruppe im Mathematikunterricht unterschiedlich häufig eingesetzt werden.
Tabelle 1 macht deutlich, dass sich gemäss Selbsteinschätzung der Unterricht von Lehrpersonen der ELF-Gruppe von jenem der eher traditionellen Gruppe hinsichtlich des Einsatzes von Lern- und Sozialformen unterscheidet. Wie erwartet setzen ELF-Lehrpersonen nach eigenen Angaben seltener Ganzklassenunterricht (Frontalunterricht), dafür aber häufiger offene Formen wie Wochenplan- oder Werkstattunterricht ein, ebenso wie Lehrformen, die auf die Reflexion des Lernens sowie auf kooperatives Lernen ausgerichtet sind. top
Der Vergleich der Schülerwahrnehmung in Bezug auf den Einsatz von ausgewählten Lern- und Sozialformen mit den Selbstberichten der Lehrpersonen zeigt, dass die Wahrnehmung des Unterrichts durch die Klasse tendenziell mit der Selbsteinschätzung der Lehrpersonen übereinstimmt.
Signifikante Korrelationen zwischen der Wahrnehmung der Lehrpersonen und der Lernenden (Daten aggregiert auf Klassenebene) wurden z.B. für die Häufigkeit von Wochenplanunterricht (r = .628***, N = 73), Klassenunterricht (r = .324**, N = 59) und freie Wahl der Sozialform (d.h. Lernende wählen, ob sie allein, mit Partner oder in einer Gruppe arbeiten wollen) (r = .274*, N = 59) gefunden. Keine signifikante Korrelation ergibt sich für den Einsatz von Werkstattunterricht.