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Google behauptet weiterhin, dem US-Überwachungsdienst NSA keine direkten Zugriff auf seine Infrastruktur zu erlauben. Man schicke Daten per FTP oder bringen sie "zu Fuss", sagte ein Google-Sprecher.
Hat der auf Abhörung und Überwachung spezialisierte US-Nachrichtendienst NSA direkten Zugriff auf Server der Internet-Giganten Google, Facebook, Microsoft, Skype und Apple? Vergangenen Freitag berichtete die seriöse britische Zeitung 'The Guardian' genau das
und löste damit eine weltweite Welle der Empörung aus. Der 'Guardian' berief sich auf eine geheime PowerPoint-Präsentation vom April 2013, in der das Projekt "Prism" beschrieben wird.
Nun versuchen die betroffenen Firmen, deren Verlässlichkeit als Internet-Dienstleister massiv in Frage gestellt wurde, sich reinzuwaschen. So veröffentlichte Google
gestern einen Brief an den
US-Generalstaatsanwalt und ans FBI. Darin verlangte der Internet-Riese die Erlaubnis, die Zahl der Sicherheitsanfragen seitens staatlicher Sicherheitsagenturen zu veröffentlichen. Zudem sagte ein Google-Sprecher, es stimme nicht, dass die NSA direkten Zugriff auf die Google-Server habe und Daten nach Belieben absaugen könne. Vielmehr sende Google Daten per FTP, wenn ein entsprechender Gerichtsbeschluss vorliege. Oder man bringe die angeforderten Daten persönlich.
Google lehne es ab, an einem Programm teilzunehmen, bei dem eine Regierung Zugang zu den Google-Systemen bekomme oder gar eigene Ausrüstungen in den Google-Netzwerken installieren könne. Auch alle anderen von den Enthüllungen betroffenen Firmen äusserten sich so.
Das beschädigte Vertrauen in den Schutz von Daten ist für Dienstleister wie Google und Microsoft bedrohlich. So kann man sich vorstellen, dass eine Forschungsfirma wie Roche, die Google Apps einsetzt,
keine Freude daran hat, wenn eine Agentur wie NSA alle Mails mitliest. (hc)