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Die Anlagepolitik für die Ausgleichsfonds muss die Zahlungsfähigkeit der drei Sozialversicherungen (AHV, IV, EO) jederzeit gewährleisten. So haben die Organe von compenswiss als Ziel eine reale Rendite definiert, d.h. eine Rendite, die über der Inflationsrate liegt und den Marktbedingungen entspricht.
Verwaltung der drei Fonds
compenswiss verwaltet das Vermögen der drei Ausgleichsfonds gemeinsam, wobei die Besonderheiten jedes Fonds berücksichtigt werden. Jährlich validiert der Verwaltungsrat auf Vorschlag der Geschäftsleitung für jede der Sozialversicherungen ein Risikobudget, das deren Bilanz und Entwicklungsperspektiven berücksichtigt. Gleichermassen legt er die jährliche Allokation (AAA) und die detaillierte Allokation nach Segmenten (DAA) fest.
«compenswiss verwaltet das Vermögen der drei Ausgleichsfonds gemeinsam, wobei die Besonderheiten jedes Fonds berücksichtigt werden.»
Anlageportfolios
Das Vermögen wird auf zwei Portfolios mit unterschiedlichem Risikoprofil und Anlageziel aufgeteilt. Das «Basisportfolio» dient der permanenten Sicherstellung der Liquidität. Daher besteht es aus risikoarmen Anlagen, insbesondere aus Anlagen in Geldmarktinstrumenten, welche 2022 im Durchschnitt negative Renditen erzielt haben.
Das «Marktportfolio» investiert für den Vermögenszuwachs, mit einem durchschnittlich höheren Renditepotenzial, das für 2022 auf 1.6 % geschätzt wird. Es unterliegt der AAA, ist stärker diversifiziert als das Basisportfolio und umfasst längerfristige Anlagen wie Aktien und Anleihen.
«Das Basisportfolio dient der permanenten Sicherstellung der Liquidität.»
Im Jahr 2021 wurde angesichts der damaligen mittelfristigen finanziellen Aussichten der drei einzelnen Versicherungen eine Liquiditätsreserve ausschliesslich für die IV gebildet. Diese Reserve wurde 2021 und 2022 zur Finanzierung der Defizite der Versicherung in Höhe von 50 % resp. 38 % verwendet, indem das Basisportfolio im Jahr 2022 quartalsweise desinvestiert wurde. Angesichts der Verbesserung der Aussichten für die IV wurde der verbleibende Anteil der Reserve im Dezember 2022 aufgelöst.
Strategische und taktische Allokation von Investitionen
Bei der Festlegung der strategischen Allokation definiert der Verwaltungsrat auf Vorschlag der Geschäftsleitung ein mit den finanziellen und wirtschaftlichen Projektionen im Einklang stehendes Risikobudget. Er stützt sich dann auf die geschätzten Risikoprämien und die Beziehungen zwischen den Renditen der Anlageklassen, um die Allokation festzulegen. Diese beinhaltet Mindest- und Höchstgewichtungen für die Anlageklassen sowie explizite Fremdwährungsexposures.
Die Umsetzung der strategischen Allokation wird durch ein definiertes Risikobudget eingegrenzt, das der Allokation einen relativ passiven taktischen Charakter verleiht. Das Risiko wird anhand der Abweichung zwischen tatsächlicher und theoretischer Allokation gemessen. Die Hälfte des für 2022 zugewiesenen Budgets wurde aufgebraucht. Dies ist vor allem auf die schwache Nachfrage nach Darlehen der Klasse «Darlehen an Gemeinden» und die Verzögerungen bei den Abrufen von Immobilienkapital zurückzuführen.
Struktur der strategischen Allokation
Mit 39 % der Allokationen stellen die Fremdwährungsanleihen die wichtigste Anlageklasse dar. Aktien machen 26 % aus. Sie bieten langfristig attraktive Renditen, sind jedoch mit höheren kurzfristigen Risiken behaftet. Der Anteil von Anleihen und anderen festverzinslichen Instrumenten in CHF beläuft sich auf 19 %. Er ist aufgrund ihres geringen Ertragspotenzials niedriger als die beiden anderen Anlageklassen. Immobilien, die 13 % der Allokationen ausmachen, sind vor allem im Hinblick auf langfristiges Wachstum interessant.
Um die Diversifizierung des Portfolios weiter zu fördern und sich gegen Inflation zu schützen, investiert compenswiss auch in Edelmetalle in Höhe von 3 %. Seit 2019 ist diese als «Rohstoffe» bezeichnete Anlageklasse auf Gold beschränkt.
Nach Absicherung beträgt das Fremdwährungsexposure 24 %.