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Es ist das Jahr 1975. Die ersten Prototypen des Friends, vier Sicherungselemente an einer Spindel, ohne Stil oder Abzug, sind eine recht eigenwillige Zusammenstellung von diversen Komponenten. Sie waren wunderschön in poliertem Aluminium gearbeitet, mit vorsichtig gefeilten Kanten und mit einer ausgeklügelten Auslösevorrichtung, Trigger genannt, versehen. Der amerikanische Kletterer und Raumfahrt Ingenieur Ray Jardine hatte das erfunden, was die Basis für den späteren Erfolg bildete: Eine Bogenform der Segmente die einer logarithmischen Spirale folgt, so dass der Berührungswinkel an den Felswänden immer gleich bleibt, unabhängig von der Rissbreite. Dazu eine Nockenvorrichtung auf denen die Klemmelemente sich gegenseitig abstützen und verschieben. Doch noch bedurfte es vier Hände, um das Sicherungselement aus einer Felsspalte wieder herauszubekommen.
Der britische Kletterer Mark Vallance war von dem sehr technischen Teil überzeugt und glaubte an das kommerzielle Potenzial der Friends. Bis dahin waren Knotenschlingen, Klemmkeile und Hexentrics die bekannten Felssicherungen beim Sportklettern. Doch die bekannten Tools hatten nicht die Bandbreite der Sicherungsmöglichkeiten des Friends. Es brauchte noch zwei weitere Jahre, bis 1977, dass Mark und Ray die Prototypen serienreif bekamen und das Unternehmen Wild Country gründeten. Das Ergebnis: Eine leicht zu setzende und zu entfernende Felssicherung mit einem grossen Bereich um Rissbreiten abzudecken. Die siebenundzwanzig hoch belastbaren, mit einer ganzen Menge Bohrungen ausgestatteten Einzelteile verkauften sich in den unterschiedlichen Grössen über fünftausend Mal im ersten Jahr. Der Begriff Friends stammt von Chris Walker. Chris wollte wissen, ob Ray die Tasche mit den Klemmgeräten mit sich führte, wusste aber nicht, wie er sich ausdrücken sollte, um nichts über die Prototypen auszuplaudern. Schliesslich sagte er: „hast du die Tasche mit den Freunden dabei, Ray“? Der Name blieb.
Die 80er und 90er Jahre sind geprägt von revolutionären Entwicklungen bei Klemmkeilen, Karabinern, Klettergurten, Steigklemen, Friends und anderem nützlichen Gerödel. Dazu kommen Kooperationen mit anderen Herstellern und einige, rückblickend, recht kluge Erweiterungen der Produktpalette. Zu- und Verkäufe von Sparten wie Zeltproduktion, Kletterschuhen und der gewagte Sprung in die Bekleidungsproduktion. Wild Country wäre nicht Wild Country, wenn nicht auch hier innovative Produkte die Marktreife gefunden hätte. Wahrscheinlich ist das britische Wetter die treibende Kraft dafür. Man findet Wild Country am Fusse eines bekannten Klettergebietes in Nordwales, dem Llanberis Pass. Dort entwickelt und produziert Wild Country seit 1977 einen grossen Teil seiner Ausrüstung mit einem sehr hohen Qualitätsstandard. Im Februar 2012 wurde Wild Country vom italienischen Kletterausrüstungshersteller Salewa gekauft.