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Prinz Philip, der Prinzgemahl von Queen Elizabeth, ist am 9. April 2021 gestorben. Viele kannten ihn nur als originellen Begleiter der Queen, der oft mit flotten Sprüchen die vielen repräsentativen Pflichten auflockerte. Viele kannten seine ernsthafte Seite nicht. Diese zeigte er vor allem, wenn es um seine Mutter ging, die nach vielen schwierigen Jahren während dem Zweiten Weltkrieg als Nonne in Griechenland wirkte und dort bis heute hoch verehrt wird.
Es war keine royale Bilderbuchkindheit, die Prinz Philip durchlebte. Als griechisch-dänischer Prinz musste die ganze Familie Griechenland nach einem Militärputsch verlassen und in Paris ins Exil gehen. Während seine vier Geschwister sich für eine deutsche Staatsbürgerschaft entschieden, ging Prinz Philip 1939 als Kadett zur britischen Marine. Während sich seine Geschwister auf die Seite der SS schlugen, entschied sich der zukünftige Prinzgemahl für den Dienst unter britischer Flagge.
Trotzdem sorgten in der Nachkriegszeit seine verwandtschaftlichen Verbindungen nach Deutschland immer wieder für Spannungen. Diese Hürden konnte er überwinden. Er war während 73 Jahren mit der Queen verheiratet und ging 2017, im Alter von 95 Jahren, offiziell in Pension. Seither lebte er zurückgezogen und nahm nur noch selten an Veranstaltungen teil.
1947 wurde er britischer Staatsbürger und legte seinen Namen ab. Ab da nannte er sich Battenberg nach seiner Mutter, entschied sich aber aufgrund der politischen Stimmung für die englische Variante Mountbatten.
20. November 1947 Heirat mit Elizabeth, der späteren Queen
Vier Kinder: Charles, Prince of Wales; Anne, Princess Royal; Andrew, Duke of York; Edward, Earl of Wessex
Prinz Philips Mutter – die Nonne
Die Mutter von Prinz Philip, Alice von Battenberg, war verheiratet mit Prinz Andreas von Griechenland. Dort brachte sie fünf Kinder zur Welt, bevor sie wegen eines Militärputsches flüchten mussten. Dies war gleichzeitig das Ende des Prinzessinnen-Daseins seiner Mutter. Viele wussten nicht, dass Prinz Philip die Nummer sechs in der Reihe für die britische Thronfolger war. Trotzdem hatte er keine einfache Jugend. Nach der Flucht versuchte seine Mutter die Familie in Paris mit Kunst und Stickereien über die Runden zu bringen, während sein Vater Prinz Andreas in Monaco sich die Zeit mit Mätressen vertrieb.
Mit der Zeit wurde die Mutter von Philip immer depressiver, auch weil sie sich aufgrund ihrer Hörbehinderungen immer isolierter fühlte. Mit über 40 Jahren wollte sie zur Griechisch-Orthodoxen Kirche übertreten. Aufgrund ihrer psychischen Erkrankung wurde ihr dies von der Familie verwehrt, dafür wurde sie in die Psychiatrie eingewiesen. Diagnose: paranoide Schizophrenie. Prinz Philips Vater war diese völlig egal. Er lebte in Frankreich, liess es sich gut gehen und lehnte jede Verantwortung ab.
Mit 12 Jahren kam Prinz Phillip in ein Internat, ins Schloss Salem am Bodensee. Später nahm dann die englische Verwandtschaft Prinz Phillip wieder unter ihre Fittiche. In den Schulferien wusste er nie, wo er diese Zeit verbringen sollte. Er hatte schlicht kein Zuhause. Ein Mitglied der Königsfamilie sagte einmal über ihn: «Er ist wie ein Hund, der nach seinem Korb sucht.»
Während seinen Teenager-Jahren wurde ihm immer gesagt, seine Mutter sei verrückt. Nachdem Alice von Battenberg lange Zeit in der geschlossenen Abteilung lebte, tauchte sie in Deutschland unter und lebt wie eine Nomadin in kleinen Pensionen.
Im November 1938 kehrte Alice zurück nach Griechenland. Dabei war ihr grösster Wunsch, wieder mit ihrem Sohn Philip zusammen leben zu können. Die beiden hatten immer eine besonders tiefe Beziehung zueinander. Doch in der Zwischenzeit war Philip bei den Mountbattens, und die sahen den jungen Mann in der britischen Marine und nicht in Griechenland.
Philip besuchte die Marineakademie in Dartmouth. Mit 21 wurde er zu einem der jüngsten Offiziere in der königlichen Marine. Während eines Besuchs der königlichen Familie kümmerte sich Prinz Philip persönlich um die Töchter, also auch um die zukünftige Queen Elizabeth. Und es heisst, es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen.
Während dem Zweiten Weltkrieg lebte seine Mutter in Athen. Also zu der Zeit, als Hitlers Hakenkreuz-Flagge auf der Akropolis flatterte. Alice machte sich nützlich im Roten Kreuz. Gleichzeitig versteckte sie befreundete jüdische Familien.
Nach Kriegsende kehrte sie zurück nach London. Sie war sogar bei der Verlobung von Elizabeth und Philip dabei, durfte aber nicht auf das Familienfoto. Die britische Monarchie schämte sich zu sehr für die seltsame Mutter des zukünftigen Prinzgemahls. Auch bei der Trauung dufte sie nur in einer der hinteren Reihen teilnehmen, die deutschen Schwestern von Prinz Philip durften nicht dabei sein, zu frisch waren die Wunden des Krieges.
Zur Krönung kam die Mutter in einem grauen Habit, also in einer grauen Nonnentracht. Denn in der Zwischenzeit war sie in Griechenland einem Orden beigetreten und gründete ein Kinderheim. In Athen wird Alice von Battenberg bis heute als die Nonnenprinzessin verehrt. In England wurde sie eher totgeschwiegen. Nach dem Militärputsch in Griechenland 1967 kam Mutter Alice zurück nach London und bewohnte dort ein kleines Zimmer im Buckingham-Palast. Zwei Jahre später starb sie. Ihr weltlicher Besitz: drei schlichte Kleider.
Ihrem Sohn Philip ist es zu verdanken, dass ihr letzter Wunsch erfüllt wurde. 1988 wurde sie auf dem Ölberg in Jerusalem bestattet. Dabei hielt Prinz Philip die Trauerrede. Am 31. Oktober 1994 wurde die Nonne postum geehrt für ihre Hilfe im Zweiten Weltkrieg, als sie verschiedene jüdische Familien und vor allem die Familie Cohen in Athen versteckt hatte.