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überhaupt die äußere Darstellung einer Empfindung oder Vorstellung, sei es in Worten, Tönen, Mienen oder Gebärden.
Ästhetisch ist Ausdruck die angemessene und der Idee des Schönen entsprechende Äußerung eines innern Zustandes, einer innern
Stimmung, so in der Rhetorik, Musik und in den bildenden Künsten. Der rhetorische Ausdruck (elocutio) muß sich
zuvörderst nach den Regeln der Grammatik und in der Sphäre des logischen Denkens bewegen. Nimmt aber die Rede einen höhern
Schwung an, soll sie ein lebhaftes Gefühl, eine individuelle Gesinnung darlegen, so muß auch der rhetorische Ausdruck eine besondere
Färbung gewinnen und nicht bloß grammatisch und logisch richtig, sondern schön und dabei sprechend
und seelenvoll sein. Dann wird die Rede selbst ein Kunstprodukt. - In den bildenden Künsten besteht der Ausdruck darin, daß das Kunstwerk
die Idee des Künstlers scharf und wahr darstellt, wobei die jeder Kunst eigentümlichen Mittel des Ausdrucks ihre Sphäre bestimmen.
- In der Musik ist Ausdruck die feinere Nüancierung im Vortrag musikalischer Kunstwerke, welche die Notenschrift
nicht im einzelnen auszudrücken vermag; sie umfaßt alle die kleinen Verlangsamungen und Beschleunigungen (Agogik), die dynamischen
Schattierungen, Accentuationen und verschiedenen Tonfärbungen durch die Art des Anschlags (Klavier), Strichs (Violine etc.),
Ansatzes (Blasinstrumente, Singstimme) etc., welche in ihrer Gesamtheit als ausdrucksvolles Spiel bezeichnet
werden. In der Mathematik ist Ausdruck s. v. w. Formel.
im allgemeinen die Ausscheidung von gasförmigen Stoffen aus festen Körpern, welche keiner andern als
der natürlichen (nicht künstlich erhöhten Wärme) ausgesetzt sind. In der Physiologie und Medizin die Ausscheidung von Wasserdampf
und andern dampf- oder gasförmigen Substanzen durch die Haut. Der eigentümliche Geruch der Ausdünstung rührt meist
von fetten Säuren her. Erhöht wird die Ausdünstung durch Trockenheit und Bewegung der Luft, hohe Temperatur, Anstrengung, Erregung,
reichlichen Genuß von Getränken etc. Auch die Qualität und Quantität der riechenden Substanzen wird durch mancherlei Körperzustände,
große Anstrengung, Krankheit, Erregungen, in hohem Grad beeinflußt. Über die der Lunge s. Atmung.
Angelegenheiten der innern Landeskultur und Bodenverbesserung, bei welchen eine Mitwirkung
der öffentlichen Behörden eintritt.
Dazu gehören die Ablösung der Grundlasten, die Gemeinheitsteilungen, die Zusammenlegung der Grundstücke,
die Regulierung der gutsherrlich-bäuerlichen Eigentumsverhältnisse, die Regelung von Grundgerechtigkeiten und die Bildung
von Genossenschaften und Verbänden im Interesse der Landeskultur.
Als Auseinandersetzungsbehörden fungieren
in manchen Staaten die ordentlichen Verwaltungsbehörden, in andern die ordentlichen Gerichte;
in andern Staaten wiederum sind
besondere Auseinandersetzungsbehörden, namentlich zur Erledigung der Ablösung (s. d.) der Grundlasten, eingesetzt.
das Herausbrechen einer Truppenmasse aus einer Stellung, namentlich aber Offensivunternehmungen der Garnisonen
belagerter Festungen, um den Belagerer an der Durchführung des Angriffs zu hindern, Lebens- und Hilfsmittel
einzutreiben, sich Kommunikationen offenzuhalten etc.; vgl. Festungskrieg. Im Exerzierreglement der Kavallerie ist der in schnellster
Gangart bewirkte Übergang eines Teils der Truppe aus der geschlossenen zur zerstreuten Ordnung behufs Verfolgung des Feindes
od.
dgl. -
In der Fechtkunst ist Ausfall (passe) das schnelle Vorsetzen des rechten Fußes und der damit verbundene Angriff
des Gegners durch Stoß oder Hieb, beim Hiebfechten auch Vortritt genannt. Beim Stoßfechten muß das Auftreten mit dem Fuß
hörbar sein, beim Hiebfechten dagegen geschieht es leise und so, daß während des Hiebes das rechte
Knie gebogen und der Fuß in gerader Richtung nach dem Gegner gesetzt wird. Je schneller der Ausfall, namentlich beim Stoß, ist,
desto sicherer der Erfolg, wenn gleichzeitig die Waffe gut geführt wird.
in ältern Festungen, besonders in Citadellen, ein ins Freie führendes Thor, das in der
Regel nur zum Ausfall oder zur Verbindung mit den Außenwerken geöffnet wird. Im bedeckten Weg ist der entsprechende Ausgang
(sortie) mit einem Palissadenthor oder Gatter (Ausfallgatter) geschlossen.
In den neuern Festungen dienen die Friedenskommunikationen
oder Poternen als Ausfallthore (vgl. Ausgang).
die von einer Amtsperson oder Behörde in vorschriftsmäßiger oder üblicher Form ausgestellte Urkunde,
namentlich die Reinschrift einer solchen im Gegensatz zum Konzept. Von besonderer Bedeutung sind in dem modernen Prozeßverfahren
die vollstreckbaren Ausfertigungen, worunter man die Ausfertigungen von Urteilen, Entscheidungen, Vergleichsverhandlungen und
Schuldurkunden versteht, welchen am Schluß von der dazu befugten Amtsperson die Vollstreckungsklausel
beigefügt ist, d. h. die von der Behörde, gewöhnlich dem Gerichtsschreiber, unterschriebene und mit dem amtlichen Siegel
versehene Erklärung: »Vorstehende Ausfertigung wird dem N. N. zum Zweck der Zwangsvollstreckung erteilt«.
Vgl. Deutsche Zivilprozeßordnung,
§ 662 ff.
die Geschwindigkeit, mit welcher ein flüssiger oder gasförmiger Körper aus einer Öffnung
des ihn enthaltenden Gefäßes ausströmt. Da während des Ausströmens eines bestimmten Flüssigkeitsquantums stets eine
gleichgroße Flüssigkeitsmenge von der Oberfläche bis zum Niveau der Öffnung herabsinken muß, so ist
die Ausflußgeschwindigkeit gleich der Geschwindigkeit, welche ein Körper erlangen würde, wenn er vom Flüssigkeitsspiegel bis zur Ausflußöffnung
frei herabfiele (Torricellis Lehrsatz).
Bezeichnet man daher mit v die Ausflußgeschwindigkeit, mit h die vertikale Tiefe der Öffnung unter der Flüssigkeitsoberfläche
(Druckhöhe) und mit g die Beschleunigung der Schwere (g = 9 m,81 ^[9m,81]), so ist ^[img]. Die Ausflußgeschwindigkeit hängt
demnach nur von der Druckhöhe, nicht aber von der Natur der Flüssigkeit ab, so daß z. B. bei gleicher Druckhöhe Wasser und
Quecksilber gleichschnell ausfließen. Da der Druck in einer Flüssigkeit nach allen Richtungen hin gleichstark
wirkt, so ist es für die Ausflußgeschwindigkeit gleichgültig, ob sich die Öffnung im Boden oder in einer Seitenwand des Gefäßes befindet,
ob der ausfließende Strahl nach abwärts, nach seitwärts oder nach aufwärts (Springbrunnen) gerichtet ist. Hätte der ausfließende
Strahl eine cylindrische Gestalt, so könnte man das pro Sekunde ausgeflossene Flüssigkeitsvolumen leicht
berechnen, indem man die Ausflußgeschwindigkeit mit dem Flächeninhalt der Öffnung multipliziert. Der Strahl ist jedoch nicht cylindrisch, sondern
er zieht
mehr
sich zusammen, so daß sein Querschnitt in geringer Entfernung von der Öffnung nur noch ⅔ von demjenigen der Öffnung beträgt.
Um die wirkliche Ausflußmenge zu erhalten, muß man daher die oben berechnete sogen. »theoretische Ausflußmenge«
noch mit ⅔ multiplizieren. Diese Zusammenziehung des Strahls (contractio venae) rührt hauptsächlich davon her, daß
die Flüssigkeitsteilchen im Innern des Gefäßes von allen Seiten her konvergierend nach der Öffnung strömen und daher
an den Rändern der Abflußöffnung mit einer seitlich gerichteten Geschwindigkeit ankommen.
Alles Bisherige gilt nur für Öffnungen in dünner Gefäßwand. Durch kurze cylindrische oder nach außen konisch erweiterte
Ansatzröhren wird, wenn die Flüssigkeit an den Wänden der Röhre adhäriert und dieselbe ganz ausfüllt,
die Ausflußmenge vermehrt, die Ausflußgeschwindigkeit dagegen vermindert. Öffnungen in dicker Wand wirken wie Ansatzröhren.
Für die der Gase gilt ebenfalls das Torricellische Gesetz, falls man unter der Druckhöhe h die Höhe einer Gassäule von der
Dichte des ausströmenden Gases versteht.
Bezeichnet man mit h' den manometrisch als Höhe einer Quecksilbersäule gemessenen Überdruck des eingeschlossenen Gases, mit
s' das spezifische Gewicht des Quecksilbers, mit s dasjenige des Gases (beide auf Wasser als Einheit bezogen), so verhält sich
die Druckhöhe h, welche in Rechnung zu bringen ist, zu der Quecksilbersäule h' wie s' zu s; es ist
also ^[img] und ^[img], woraus das von Graham aufgestellte Gesetz sich ergibt, daß die Ausflußgeschwindigkeiten verschiedener
Gase bei gleichem Druck den Quadratwurzeln aus ihren spezifischen Gewichten umgekehrt proportional sind. Da z. B. Wasserstoffgas
16mal weniger dicht ist als Sauerstoffgas, so strömt jenes unter gleichem Druck 4mal schneller aus als
dieses. Bunsen hat hierauf eine Methode zur Bestimmung der spezifischen Gewichte der Gase gegründet.