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• Bei der Gründung der FCL Holding im Jahr 2005 besass Walter Stierli 100 % der Aktien.
• In der Folge übernahm Bernhard Alpstäg von Walter Stierli ein Paket von 26 %. Bezahlt hat er dafür nichts.
• Die späteren Aktionäre Marco Sieber, Samih Sawiris, Hans Schmid sowie Josef Bieri bezahlten für ihre nicht einmal halb so grossen Pakete jeweils 2 bis 3 Millionen Franken an den FCL.
Wir schreiben Anfang Dezember 2022. Der Machtkampf zwischen Bernhard Alpstäg und dem FCL-Verwaltungsrat ist voll im Gange, auch wenn er seit Beginn der Winterpause etwas aus dem öffentlichen Fokus geraten ist. Dazu läuft ein Gerichtsverfahren und noch immer beschäftigt die Frage, auf welchen Wegen Bernhard Alpstäg zu seiner Aktienmehrheit an der FCL Holding AG gekommen ist. «Zäme meh als 52 %» hat daher recherchiert und zahlreiche Dokumente ausgewertet.
Als Einstieg blenden wir zurück zu den Anfängen der FCL Holding AG. Gegründet wurde die Gesellschaft Ende September 2005, damals noch unter dem Namen Löwen Sport und Event AG, den sie bis im Dezember 2013 trug. Ein bis anhin unveröffentlichtes Dokument belegt nun erstmals, dass Stierli 2005 alle Aktien dieser Gesellschaft gezeichnet hat: «Die Liberierung der 100’000 Aktien erfolgte 2005 durch Walter Stierli.» Zu diesem Zeitpunkt besass Walter Stierli somit alle Aktien.
Bei Alpstägs Aktienerwerb floss kein Geld
Aufhorchen lässt der nachfolgende Satz im Dokument: «Bernhard Alpstaeg (26’000 Aktien) und die sogenannte Gruppe Rigi (5’500 Aktien) bezogen ihre Anteile in Verrechnung von bisherigen und zukünftigen Leistungen an den Klub.» Dieser Bericht legt somit erstmals offen, dass Bernhard Alpstäg für seine ersten 26’000 Aktien (entsprechend einer Beteiligung von 26 %) genau null Franken bezahlt hat. Zum Vergleich: Die später hinzukommenden Aktionäre – der Reihe nach sind dies Marco Sieber, Samih Sawiris, Hans Schmid, Fredy Flükiger und Ruedi Gillmann sowie Josef Bieri – bezahlten pro Holding-Aktie jeweils zwischen 200 und 300 Franken. Bei den grösseren Paketen von Sieber, Sawiris, Schmid und Bieri entspricht dies in der Summe jeweils 2 bis 3 Millionen Franken, die grösstenteils in der Kasse des FCL landeten. Bei Pneu Bösiger sind die Konditionen nicht bekannt, dürften sich jedoch im vergleichbaren Rahmen bewegt haben.
Der Bericht, aus dem diese Fakten stammen, wurde 2015 von der Prüfgesellschaft KPMG erstellt. Beauftragt hatten diese die damaligen FCL-Aktionäre, weil Ungereimtheiten bei den Zahlungsflüssen aufgetaucht sind, die extern und unabhängig untersucht werden sollten.
Unklare Gegenleistung hinterlässt Fragezeichen
Alpstäg war hinter Stierli Aktionär Nr. 2, erworben hat er die ursprünglichen 26 % zwischen 2006 und 2010. Welche «bisherigen oder zukünftigen Leistungen» Bernhard Alpstäg damals «in Verrechnung» gebracht hat, lässt sich dem KPMG-Bericht nicht entnehmen. Bekannt ist einzig, dass Bernhard Alpstäg sich beim Bau der Swissporarena persönlich stark engagiert hat: Zunächst unterstützte er Walter Stierli in der Planungsphase und verschaffte dem Vorhaben im politischen Prozess mit seinem Namen Glaubwürdigkeit. Während der rund zweijährigen Bauphase begleitete er die Bauarbeiten zusammen mit dem damaligen CEO Thomas Schönberger sehr eng.
Wer und was hinter der Gruppe Rigi steckt, erläutern wir natürlich im Laufe der nächsten Wochen etwas genauer.
Wann und wie Bernhard Alpstäg die restlichen seiner heute 52’000 Holding-Aktien erworben hat, folgt bereits morgen. «Zäme meh als 52 %» klärt auf!