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Mittelalterliche Holzschalung.
Ganz hinten im Gefängnis (Saal Nr. 9), im gotischen Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert, sind diese Schindeln und Latten zu finden. Sie gehörten zur Schalung, die zwischen den Kreuzrippen des Gewölbes angebracht wurde, um den Mörtel zwischen den Steinblöcken zusammenzuhalten, bis er trocken war.
Diese Überreste sind wertvolle – vielleicht sogar europaweit einzigartige – Zeugen der mittelalterlichen Bauweise. Sie wurden benutzt, um Lehrbögen herzustellen, das heisst, eine Form aus Holz, die das genaue Negativ des zu bauenden Gewölbes darstellte. Diese Lehrform diente dazu, die durch Mörtel zusammengefügten Steinblöcke fest zu halten, bis der Mörtel ganz trocken war.
Anfang der 1990er-Jahre wurden einige der Latten abgenommen und eine dendrologische Untersuchung ohne Kernbohrung durchgeführt, das heisst, die Jahresringe im Holz analysiert. Die Latten und Schindeln konnten auf ungefähr 1250 datiert werden. Es ist nicht überraschend, dass das Holz in historischen Quellen als jünger eingeschätzt wurde, denn es wurde zuerst für das Dach des Schlosses verwendet: Erst im 13. Jahrhundert wurden die Schindeln durch Ziegel ersetzt.
Diese Holzreste wurden vermutlich im Dunkeln des Gefängnisses vergessen, es sei denn, die Maurer aus dem Mittelalter hätten es schlicht nicht für nötig empfunden, sie zu entfernen, da der Raum als Gefängnis dienen sollte.
Der ganze nordöstliche Teil des Schlosses wird von diesem gotischen Gewölbe getragen, das seinerseits auf sieben Pfeilern aus Molasse ruht.
Mittelalterliche Holzschalung
Um 1250
Nadelholz