Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03268.jsonl.gz/269

Die Schenkung
Erste Dokumente in Bezug auf die Arnialpen weisen das Jahr 1225 und 1240 auf. Das Wort Arne ist im Ursprung dänisch und bedeutet einen Feuerplatz, eine Tenne oder ein Haus.
Ein Dokument bestätigt, das der Edle Lüthold von Sumiswald eine Schenkung der Arnialpen an die Brüder des Deutschrittersordens zu Jerusalem tätigte, zu Gunsten des Ordenshauses Sumiswald, damals das Hospital der heiligen Jungfrau Maria. Dieses Hospital war der Grundstein zum heutigen Schloss Sumiswald, früher «Spittell» genannt.
Das Hinterarni wird Privatbesitz
Im Jahr 1573 gingen die Arnialpen durch Lehensbriefe an den Vogt Michael Wagner über. Bei dieser Übergabe tauchten erstmals die Namen der einzelnen Alpen auf, welche der ganzen Arnialp zugehörten.
Die Besitzer aus der Familie Gatschet
1660 wurden die Arnialpen an Daniel Gatschet verkauft, welche die Alpen bis 1799 als ihr Familienbesitz aufweisen. Danach Verkauf an die Bernbürgerin Sophie Zeeleder bis zum Jahr 1863.
Das Hinterarni wird Genossenschaftsalp
Nach dem Tod von Major Bernhard Zeerleder 1863 brachten die Erben den gesamten Hinterarnibesitz am 20. Juni 1863 im Bären Sumiswald zur Steigerung vor. An der Steigerung fielen einige Angebote, als vierthöchstes eines von umgerechnet 122 000 Franken von Seite der Oberaargauer Geiser, Lehmann, Vogel und Obrist. Der Kauf wurde keinem Bietenden zugeschlagen, weil die Oberaargauer erklärten, dass sie im Namen einer noch nicht gegründeten oberaargauischen Gesellschaft für Viehzucht handelten. Die Rinder sollten im Berggebiet zu kräftigen, robusten und widerstandsfähigen Tieren heranwachsen. Es galt der Leitsatz: «Üsi jungi Waar mues bärget sii.»
Eine Alp, wo das Jungvieh der Talbauern gesömmert werden sollte, war eine neue, zukunftsweisende Art der Bewirtschaftung von nahgelegenem Berglande. Kein verkäsen von Milch der Kühe, sondern das Jungvieh zu stärken und die Milchkühe im Tal zu lassen, war ein neuer Weg in der Landwirtschaft. Die Erbschaft Zeerleder stimmte diesem aussichtsreichen, weitsichtigen Vorhaben zu.
Die eigentliche Gründung
Nach einer geglückten Konvention und dem gesicherten Kauf der Hinterarnialpen konnte nun die eigentliche Gesellschaftsgründung am 26. Juli 1863 vorgenommen werden. Aus den Statuten geht hervor, dass die Form der Aktiengesellschaft gewählt wurde, mit 35 Gründungsmitglieder und einem Grundkapital von 300 Aktien zu je 500 Franken. Der Sitz der Gesellschaft wurde in der Gemeinde Ursenbach festgelegt.
DIE HINTERARNI- AKTIENGESELLSCHAFT HEUTE
Bis zum heutigen Tag hat die Hinterarni- Gesellschaft kein Wohnhaus, keine Stallung, keine Weide und kein Wald verkauft. Mit der heutigen Fläche von 428 Hektaren (235 Hektaren Land und 193 Hektaren Wald) und rund 30 Gebäuden stellt die Hinterarnialp flächenmässig eine der grössten Alpen im Kanton Bern dar.
Waldbewirtschaftung
Auf den 193 Hektaren Wald wachsen jedes Jahr zirka 1800 Kubikmeter Holz nach, das entspricht in etwa 60 beladene LKWs. Angestrebt wird ein Plenterwald mit einem durchschnittlichen Holzvorrat von 400 Kubikmeter pro Hektare.
Pachtbetriebe
Zu jeder Hirtschaft gehört heute ein Pachtbetrieb von 7-20 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche. Das Land, das zum Pachtbetrib gehört, ist klar vom Sömmerungsland getrennt. Der Pächter kann das ganze Jahr über eigene Tiere halten. Diese Tierbestände sind nicht all zu gross, sodass diese nur im Nebenerwerb gehalten werden.
Die sieben Sömmerungsbetriebe
Jedes Jahr werden auf ca. 160 Hektaren 430 Sömmerungsrinder gesömmert. Die Rinder werden im Schnitt 105 Tage auf der Alp verweilen. Der Pächter ( Hirt) ist im Angestelltenverhältnis bei der Hinterarnialpgesellschaft und zuständig für die Sömmerungstiere. Zu dieser Aufgabe gehört das Betreuen und Stallen der Tiere, Zäune errichten und die Pflege der Weiden.
Vorstand Hinterarnigesellschaft (v.l.n.r.)