Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03484.jsonl.gz/1480

Mit Schockbildern und grossen Warnhinweisen sollen in der EU junge Menschen verstärkt vom Einstieg ins Rauchen abgehalten werden. Darauf zielt die neue Tabakrichtlinie ab, die das Europaparlament heute abschliessend beschlossen. Auf Zigarettenpackungen sollen spätestens ab 2017 abschreckende Bilder prangen müssen, etwa von einem verfaulten Fuss oder einer schwarzen Raucherlunge.
Ausserdem müssen die bisher kleineren Warnhinweise neu 65 Prozent der Packungen ausmachen. Das gleiche gilt für Wasserpfeifen-Tabak, der vor allem bei Jugendlichen beliebt ist.
Zusatzstoffe, die Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken, sollen ganz aus Tabakprodukten verbannt werden. Das gleiche gilt für Aromen, die den bitteren Geschmack des Tabaks mildern. Menthol-Zigaretten sollen ab 2020 verboten werden.
Erstmals wird es auch EU-weite Regeln für elektronische Zigaretten geben, die nikotinhaltige Flüssigkeiten verdampfen und in einigen Mitgliedsländern, etwa Frankreich, weit verbreitet sind. Der bis zuletzt heftig umstrittene Kompromiss schreibt Obergrenzen für den Nikotingehalt in der Flüssigkeit und die Grösse der Kartuschen vor. Sie unterliegen denselben Werbebeschränkungen wie herkömmliche Tabakprodukte. Die EU-Kommission soll zudem bis in zwei Jahren die Gesundheitsfolgen von E-Zigaretten bewerten. (tvr/sda)