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Eine Modernisierung in drei Etappen
Die Stadt Bulle und ihre Region werden in den kommenden Jahren erhebliche Erneuerungen ihrer Bahninfra-strukturen erfahren, die in drei Etappen durchgeführt werden. Die Letzteren wurden anlässlich mehrerer In-formationssitzungen den Anwohnern, den Vereinen, den politischen Repräsentanten und den Medien präsen-tiert, die am 17. und 18. Januar in der Aula der Orientierungsschule des Greyerzbezirks in Bulle abgehalten wurden.
Das Erneuerungsprogramm wird insbesondere die Versetzung des Bahnhofs erlauben, um ihn an die zuneh-mende Zahl der Reisenden anzupassen. In seiner Beziehung zur Agglomeration stellt der Bahnhof Bulle ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt dar. Die Erneuerung der Bahngleise impliziert einen Standortwechsel des Bahnhofs und des aktuellen Bahnhofplateaus. Zudem muss er bis 2023 auch den Anforderungen des Behin-dertengleichstellungsgesetzes (BehiG) entsprechen. Die neue Lage steht im Einklang mit der Entwicklung der regionalen Linien und dem Mobul-Angebot sowie der Versetzung des Bahnhofs. Der Standort des Letzteren entlang des Chemin des Crêts und teilweise im Bereich des neuen Bahnhofplatzes Bulle wird im Rahmen der Entwicklung des Bahnhofquartiers realisiert und fördert die Multimodalität.
Vier Meterspuren und drei Normalspuren für den Bahnhof Bulle
Die Planung des neuen Bahnhofs sieht konkret den Bau von zwei zentralen und zwei lateralen Perrons vor, um den Zugang zu den Zügen zu erleichtern. Weiter ist der Bau einer Unterführung zwischen dem neuen Bahnhof und dem neuen Wohnquartier, eine neue Überdachung der Perrons, die Modernisierung der Bahn- und Sicherheitsinfrastrukturen sowie auch der Abbruch der bestehenden Infrastrukturen geplant. Eine Ausnahme bilden das bestehende Bahnhofgebäude, das mit einem neuen Nutzungszweck fortbestehen wird, und die Schmalspurwerkstatt, ein unter Heimatschutz stehendes Gebäude. Der neue Bahnhof wird mit vier Meter-spuren und drei Normalspuren erschlossen. Der Bau der neuen Bahninfrastrukturen wird in zwei Etappen erfolgen. Die zentralen Perrons mit ihrer Überdachung werden bis 2023 realisiert. Der Bau der beiden lateralen Perrons wird zum Zeithorizont 2025-2026 verwirklicht.
Das Programm sieht auch eine Gleiserweiterung zwischen den Bahnhöfen Bulle und Broc-Fabrik vor. Das Bundesamt für Verkehr hat schon im April 2014 grünes Licht für eine Anpassung an die Normalspur der Me-terspur zwischen Bulle und Broc-Fabrik gegeben. Damit wird diese Linie ins nationale Eisenbahnnetz integriert und den direkten Zugverkehr zwischen Freiburg und Broc-Fabrik ermöglichen. Diese Opportunität wird es den jährlich rund 400'000 Besuchern der Firma Cailler erlauben, die Station Broc-Fabrik vom Bahnhof Bulle aus ohne Umsteigen zu erreichen. Die Personenverkehrsverbindungen zwischen Palézieux und Montbovon werden wiedereingeführt und das Angebot der Agglomeration Bulle erweitern. Diese Änderung wird im Süden des Kantons zu einer Neuorganisation des Bahnnetzes führen, das gegenwärtig von den kantonalen Behörden neu überdacht wird. Die Haltestellen La Tour-de-Trême sowie die Bahnhöfe Broc-Dorf und Broc-Fabrik werden entsprechend den Anforderungen des BehiG ausgebaut und neue 150 m lange Perrons erhalten.
Ein umweltfreundliches Projekt
Die Planung der Bahnverbindung zwischen Bulle und Broc-Fabrik stellt eine hohe technische, stromversor-gungs- und umweltbedingte Herausforderung dar. Denn es gilt, den gemeinsamen Gleisabschnitt (zwischen Bulle und La Tour-de-Trême) der zukünftigen Normalspur in Richtung Broc-Fabrik mit der bestehenden Me-terspur de Linie Bulle-Montbovon in Einklang zu bringen. Der gemeinsame Bahnabschnitt für beide Spurbrei-ten wird auf einer Länge von 700 m in einen doppelspurigen Streckenabschnitt mit drei Geleisschienen umgebaut. Daneben müssen auf dieser Strecke auch die beiden elektrischen Versorgungssysteme über die-selbe, mit einem automatischen Umschaltsystem ausgerüstete Oberleitung gewährleistet werden. Weiter musste man eine angemessene geometrische Lösung für das Gefälle bzw. die Steigung in der letzten Kurve vor Station Broc-Fabrik finden. Ein Gefälle von 40 Promille und ein Radius von 150m zählen zur gewählten Option. Dazu gehören auch die Gestaltung einer trichterförmigen Ausfahrt für den Bahnhof Broc-Dorf, der Bau einer rechtwinklig zur Route des Moulins verlaufenden Unterführung, die Errichtung einer Stützmauer im Sektor des Larret-Waldes und eine Geländeaufschüttung im Sektor des Ages, bevor man zum Bahnhof gelangt. Die Wahl dieser Planungsoptionen tragen den Anforderungen der Umwelt und des Kultur-und Heimatschutzes Rechnung. Denn dieser Streckenabschnitt liegt in einem Schutzperimeter des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS-Perimeter). Die Problematik wurde dem Bundesamt für Verkehr, dem Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg und dem Bundesamt für Kultur unterbreitet, welche die festgehaltene Option genehmigt haben.
Und schliesslich, um die Kapazitäten und den Zeitgewinn auf der zukünftig direkten Linie zwischen Bulle, Romont und Freiburg zu optimieren, ist die Realisierung eines Kreuzungsgleisabschnitts zwischen dem In-dustriesektor Planchy und dem Bahnhof Bulle geplant. Der neue Schienenplan wird den Fahrplantakt stabili-sieren und eine Erweiterung des Angebots auf den durch die Bezirkshauptorte führenden Bahnlinien gestat-ten. Ein neuer Perron für den Güterumschlag wird ebenfalls gebaut und ins Normalspurnetz integriert, damit die Cargo-Aktivitäten in Bulle aufrechterhalten werden können.
Beginn der Arbeiten im Jahr 2019
Was die öffentlichen Planauflagen betrifft, so werden diese in zwei Etappen erfolgen. Die erste bezieht sich auf die Versetzung des Bahnhofs Bulle und den Sektor Planchy. Das Dossier wird dem BAV am kommenden 20. Januar zugestellt. Es wird anschliessend und nach Genehmigung des Amts für Mobilität des Kantons Freiburg öffentlich aufgelegt. Für die Verbindung Bulle-Broc wird die Baueingabe noch vor dem Sommer erfolgen. Mit einer ausgesprochen bahntechnischen Komponente werden diese Projekte nach dem Plangenehmigungsverfahren des Bundes (PGV) und unter der Führung des Bundesamtes für Verkehr durchgeführt. Die Plangenehmigungsverfügungen, die mit einer Baubewilligung im kantonalen Recht zu vergleichen sind, sollen Ende 2018 für das erste Dossier (Bulle und Planchy) und anfangs 2019 für das zweite (Bulle – Broc-Fabrik) erteilt werden. Die Bauarbeiten sollen anfangs 2019 aufgenommen und 2023 abgeschlossen werden.
Freiburg, den 18. Januar 2017.