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Der Verein Automates & Merveilles (AA&M) unterstützt seit 2015 ein Projekt zur Restaurierung von drei Werken der grossen Neuenburger Uhrensammlungen. Die ausgewählten Werke stammen aus den drei grossen Uhrensammlungen des Kantons Neuenburg. Dieses Jahr sind sie in einer Wanderausstellung in Le Locle (21.4.-17.6.), La Chaux-de-Fonds (26.6.-26.8.) und Neuenburg (4.9.-28.10.) zu sehen.
Beim ersten Exponat handelt es sich um eine prachtvolle Pendeluhr mit Singvogel im sogenannten Empirestil inspiriert von Napoleons Rückkehr aus Ägypten, mit einem Uhrwerk von Pierre Jaquet-Droz (1721-1790). Sie wurde 1984 vom Musée d’horlogerie – Château des Monts in Le Locle erworben. Acht Kunsthandwerker benötigten insgesamt 720 Stunden für die Restaurierung der Uhr.
Das zweite Objekt ist ein 1817 von François Ducommun (1763-1839) gebautes Planetarium, das seit 1909 im Musée international d’horlogerie La Chaux-de-Fonds (MIH) aufbewahrt wird. Eigentlich handelt es sich beim Werk um eine Kooperation, da die aufgemalten Konstellationen Charles-Samuel Girardet (1780-1863) zugeschrieben werden konnten. Der Mechanismus umfasst das Planetensystem sowie einen Ewigen Kalender, die beide über ein Handrad bedient werden.
Das dritte Ausstellungsstück ist eine 1840 fertiggestellte astronomische Uhr von Albert Billeter (1815-1895), die 1931 in die Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Neuenburg aufgenommen wurde. Billeter war ein Uhrmacher mit einem ausgeprägten Streben nach Perfektion und Präzision. Die Uhr zeigt die Mittlere Zeit, die Gesetzliche Zeit, die Zeitgleichung, Datum, Wochentag, Monat und Jahr sowie das jeweilige Tierkreiszeichen und die Mondmonate und verfügt zudem über eine Zentrale Sekunde, eingeteilt durch Emailplättchen auf dem Aussenumfang.
Zu diesem Projekt kam auf Anfrage der drei Museen ein Projekt des Vereins AA&M hinzu, viergliedrige Ketten rekonstruieren zu lassen und ihnen den Namen ihres ursprünglichen Erbauers, Pierre Jaquet-Droz, zu geben. Wie viele seiner Zeitgenossen stellte Jaquet-Droz für die Konstruktion grosser Automatenmechanismen, die viel Energie benötigen, eher vier- als nur dreigliedrige Federhausketten her.
Die Studien und Berechnungen für diese Ketten wurden im Restaurierungszentrum für antike Uhren des MIH durchgeführt. Die Anfertigung der Ketten erfolgte durch Studierende der Uhrmacherabteilung der technischen Schule CIFOM in Le Locle, von der Vorbereitung des Gesenks, über das Schneiden bis hin zur Nietverbindung der einzelnen Glieder, um schliesslich eine Kette mit der Länge von 1,80 Meter zu erhalten, die mit jener der Pendeluhr Jaquet-Drozʼ identisch ist.
Die Ausstellung steht unter dem Zeichen der „Heimkehr“ der drei Werke nach ihrer Restaurierung. Die Werke werden dem Besucher mit ihrer Vorderseite gezeigt. Spiegelaufkleber zeigen gleichzeitig die Rückseite, sodass der Besucher die Werke von allen Seiten im Detail betrachten kann ohne um sie herumgehen zu müssen.
Info
www.automatesetmerveilles.ch.