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Usabilitymethoden
Im Bereich der Usability-Evaluation existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Untersuchungsmethoden, die anhand verschiedener Kriterien kategorisiert werden können. Anzumerken ist, dass eine trennscharfe Abgrenzung der Methoden oftmals nicht möglich ist, da die Methoden teilweise in unterschiedlichen Varianten für verschiedene Zwecke eingesetzt werden können. Grundlegend haben sich zwei wesentliche Unterscheidungskriterien etabliert, nämlich die Unterscheidung zwischen
Formative vs. Summative Evaluation
Eine mögliche Art der Unterscheidung basiert auf dem Zeitpunkt, zu dem die Evaluation durchgeführt wird. Dabei unterscheidet man zwischen formativen und summativen Verfahren der Evaluation.
Die formative Evaluation findet entwicklungsbegleitend statt. Hierbei werden so genannte qualitative Daten (wie verbale Aussagen oder Beschreibungen von Beobachtungen) erhoben, um konkrete Nutzungsprobleme identifizieren und Lösungsansätze ableiten zu können. Grundsätzlich sollte die formative Evaluation möglichst frühzeitig angewandt werden, da in frühen Phasen der Produktentwicklung der Spielraum für Änderungen noch am grössten ist [Burmester 2003].
Dagegen erfolgt die summative Evaluation nachdem die Produktentwicklung bereits abgeschlossen ist [Schweibenz & Thissen 2003] - mit dem Ziel, eine Gesamteinschätzung des Produktes zu treffen. Hierzu werden quantitative Daten gesammelt, wie beispielsweise Angaben zur Zeit, die Testpersonen für die Erledigung einer Aufgabe benötigen, die Anzahl der Fehler, die sie dabei machen, usw.. Diese Masszahlen haben den Vorteil, dass sie objektiv gemessen werden können [Dumas & Redish 1999].
Expertenorientierte / analytische Methoden vs. Benutzerorientierte / empirische Methoden
Ein weiteres Unterscheidungskriterium basiert darauf, welche Art von Gutachtern für die Evaluation herangezogen wird. Man unterscheidet die expertenorientierten oder analytischen Methoden, sowie die benutzerorientierten oder empirischen Methoden [Schweibenz & Thissen 2003].
Bei den benutzerorientierten bzw. empirischen Methoden der Usability-Evaluation werden künftige bzw. reale Benutzer mit dem Produkt konfrontiert und während der Interaktion mit diesem Produkt beobachtet [Schweibenz & Thissen 2003]. Die Beobachtung der Nutzer ermöglicht Rückschlüsse über die Stärken und Schwächen der untersuchten Produkte [Heuer 2003].
Dagegen werden bei der Verwendung von expertenorientierten bzw. analytischen Methoden Experten als Ersatz-Benutzer für die Untersuchung herangezogen. Diese untersuchen Benutzungsschnittstellen mit Hilfe vorgegebener Richtlinien und anhand ihrer Erfahrung auf mögliche Usability-Probleme [Heuer 2003]. Expertenorientierte Methoden haben den Vorteil, dass sie relativ schnell und flexibel durchführbar und auswertbar sind.
Fazit
In der Praxis gestaltet sich eine genaue Unterteilung der verwendeten Methoden häufig schwierig, da diese oftmals in Kombinationen eingesetzt werden [Burmester 2003]. Dadurch können zusätzliche oder tiefer gehende Erkenntnisse gewonnen werden, indem die Ergebnisse aus der Anwendung der verschiedenen Methoden bestätigt oder widerlegt werden [Bartel 2004].
Empfohlene Literatur
- Bartel, T. (2004). Die Verbesserung der Usability von WebSites auf der Basis von Web Styleguides, Usability Testing und Logfile-Analysen. Stuttgart: WiKu-Verlag.
- Dumas, J. und Redish, J. (1999). A Practical Guide to Usability Testing. Exeter: Intellect Books.
- Nielsen, J. (1993). Usability Engineering. San Diego: Academic Press.
- Schweibenz, W. und Thissen, F. (2003). Qualität im Web – Benutzerfreundliche Webseiten durch Usability Evaluation. Berlin: Springer.