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Genf
Orte
Reformationsmaue
Das Monument erinnert an die wichtigsten Ereignisse und Personen, die im 16. und 17. Jahrhundert die Ausbreitung der calvinistischen Reformation in Genf und in der Welt förderten. Es wurde an einem symbolträchtigen Ort errichtet: angelehnt an die einstige Stadtmauer, unterhalb des Rathauses und gegenüber der Universität. Der Bau begann 1909 zum Gedenken an Calvins 400. Geburtstag und wurde 1917 beendet.
Es trägt als Inschrift die Losung der Genfer Reformation: «POST TENEBRAS LUX» (Nach der Finsternis das Licht) sowie die griechischen Lettern IHS für Jesus. Die vier grossen Statuen stellen die Hauptpersonen der Genfer Reformation dar (von links): Guillaume Farel, Jean Calvin, Théodore de Bèze und den Reformator Schottlands, John Knox. Sechs mittelgrosse Statuen und acht Flachreliefs zeigen weitere wichtige Personen und Ereignisse der Reformation. Auch die Namen zweier weiterer Grosser der Reformation, Ulrich Zwingli und Martin Luther, sind erwähnt.
Rathaus
Seit 500 Jahren ist das Rathaus das politische Herz Genfs. Sein Bau erstreckte sich über fast 300 Jahre. 1526 wurde der «Rat der 200» geschaffen, der Vorläufer des heutigen Stadtparlaments. Dieser Rat war es denn auch, der 1535 die Messe aussetzte und damit die Reformation einführte.
Das Genfer Stadtwappen über dem Portal von Hausnummer 2 zeigt den gekrönten Adler als Insignie des Reiches, dem Genf seit dem 11. Jahrhundert angegliedert war, und den goldenen Schlüssel des Bischofs, dem die Stadt ab 1387 ihre Privilegien verdankt. Im Hof ist ein Meisterwerk der Baukunst des 16. Jahrhunderts zu sehen: eine Rampe, die es erlaubte, die drei Stockwerke des Gebäudes zu erreichen, ohne vom Pferd oder aus der Sänfte steigen zu müssen.
Kirche St-Germain
St-Germain gehört zu den fünf ältesten Kirchen Genfs. Schon im 5. Jahrhundert erhob sich am selben Ort ein Gotteshaus. Die heutige Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Seit der Reformation diente sie verschiedenen Zwecken: Als zusätzlicher Gottesdienstraum während des Zustroms von Flüchtlingen, als Artilleriedepot, als Raum für politische Versammlungen und sogar als Fleischlager. Während der Franzosenzeit 1798 – 1813 feierten hier die Katholiken die Messe, seit 1873 dient sie der Christkatholischen Gemeinde als Gottesdienstraum.
Grand-Rue und Palast des französischen Gesandten
Die Grand-Rue ist die zentrale Achse der Altstadt. An ihr stehen Gebäude aus dem Mittelalter neben solchen aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Die ältesten Häuser wurden errichtet, als tausende reformierte Flüchtlinge nach Genf strömten und die Stadt sich nur nach oben entwickeln konnte, weil ihre Mauern keine Entwicklung in die Horizontale erlaubten.
Das Haus Nr. 11 wurde 1743 als Residenz des französischen Gesandten errichtet, an der Stelle eines älteren Gebäudes, in dem dieser bereits residierte. 1679 beschloss der französische König Louis XIV., eine ständige Vertretung einzurichten, um seine Interessen in der freien Stadtrepublik Genf zu vertreten. Gemäss den diplomatischen Gepflogenheiten feierte dieser in seinem Haus die Messe. Dies verunsicherte die Genfer, welche die Messe 150 Jahre zuvor abschafften. Sie befürchteten, dass der französische König den katholischen Glauben mit Gewalt wieder einführen könnte.
Kirche Fusterie
Früher «Temple neuf» genannt, wurde der Temple de la Fusterie 1713 bis 1715 als erste neue Kirche nach der Reformation gebaut. Bis dahin war der Gottesdienst in den mittelalterlichen Kirchen St-Pierre, St-Gervais und Madeleine gefeiert worden, deren Innenraum für die Bedürfnisse des neuen Gottesdienstes umgestaltet worden war. Der Zustrom von Flüchtlingen nach dem Widerruf des Ediktes von Nantes 1685 liess die Kirchen aber aus allen Nähten platzen, und die Gläubigen fanden nicht mehr alle Platz.
Deshalb wurde diese vierte Kirche nach dem Vorbild der protestantischen Kirche von Charenton bei Paris gebaut, welche 1686 auf Befehl von Louis XIV. abgerissen worden war. Mehrere barocke Elemente heben den Temple de la Fusterie von den anderen Genfer Kirchen ab.
Untere Strassen
Die «unteren Strassen» sind Rue du Marché, Rue de la Croix-d’Or und Rue de Rive. Hier, nah des Hafens, der Lagerhallen und der Märkte, entstanden im 13. Jahrhundert die ersten Messen, was die Bedeutung von Genf steigerte. Die Strassen waren dreigeteilt: In der Mitte verkehrten die Karren, auf beiden Seiten davon standen Verkaufsbuden, so dass die Geschäfte im Trockenen abgewickelt werden konnten. Zwischen den Buden und den Häusern konnten die Fussgänger verkehren.
Der Place Molard war während Jahrhunderten das politische und wirtschaftliche Zentrum Genfs. Hier kam es im 16. Jahrhundert zu Zusammenstössen der Anhänger Savoyens und der Eidgenossenschaft, welche die Stadt spalteten, wenig später zwischen den Anhängern des alten und des neuen Glaubens. Und hier hielt Antoine Froment am 1. Januar 1533 die erste öffentliche reformierte Predigt.
Kirche La Madeleine
Die Kirche Ste-Marie-Madeleine wurde 1110 auf den Fundamenten mehrerer Vorgängerbauten errichtet. Sie war von einem Friedhof umgeben, welcher bis zur Reformation bestand. Sie wurde anlässlich einer Stadterweiterung in Richtung See errichtet. Durch die Nachbarschaft zum Geschäftszentrum wurde sie zur reichsten Kirche der Stadt. Nach zwei Bränden wurde sie 1146 umfassend restauriert.
Mit der Reformation wurde sie mehrfach umgebaut und zum reformierten Gottesdienstraum umfunktioniert: die Kanzel im Zentrum, umgeben von Bänken, Galerien rundum entlang der Wände. Heute hängt im Turm die älteste Glocke Genfs, «Grillet» genannt; sie wurde 1420 gegossen.
Calvin-Kolleg
Die Reformation machte aus Genf eine gebildete Stadt, Bildung war eines ihrer Hauptanliegen. In der Tat war die Alphabetisierung in Genf weit fortgeschrittener als in den umliegenden katholischen Gebieten. Mit der Annahme der Reformation 1536 beschlossen die Genfer zugleich, eine Schule zu bauen, die alle Kinder zu besuchen hätten. Erst 1559 wurde das Projekt jedoch mit dem Bau des Collège und der Académie umgesetzt. Buben ab sieben Jahren lernten hier täglich zehn Stunden lang Griechisch, Latein, Logik, Rhetorik und den Katechismus.
Das erste Gebäude von 1558, das noch heute steht, trägt den Namen Collège Calvin. Seine Architektur orientiert sich an der französischen jener Zeit. Die Akademie, Vorläuferin der heutigen Universität, wurde zum Samen des Calvinismus in Europa. Von weit her kamen junge Männer zum Studium nach Genf und trugen Calvins Gedanken in die Welt hinaus. Erster Rektor war Calvins Mitstreiter Théodore de Bèze. In dem Gebäude war auch die erste Bibliothek Genfs bis 1872 untergebracht.
Lutherische Kirche
Dieses Gebäude wurde 1762 bis 1766 für die Gemeinde der deutschsprachigen Lutheraner erbaut. Obwohl ebenfalls protestantischen Glaubens, unterscheidet sich deren Lehre und Liturgie in einigen Punkten von derjenigen der Calvinisten. Bedingung für den Bau war, dass das Gebäude nicht an eine Kirche erinnern durfte – also sieht es aus wie ein dreistöckiges Wohnhaus. Im Inneren nimmt der Gottesdienstraum die beiden unteren Stockwerke ein. Heute wird hier der Gottesdienst nicht nur in deutsch, sondern auch in Englisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch und Finnisch gehalten.
Auditoire Calvin
Die Auditoire-Kirche, früher Notre-Dame-la-Neuve, erhebt sich über den Grundmauern einer Kapelle aus dem 10. Jahrhundert. Sie wurde im 15. Jahrhundert in nüchterner Gotik neben der Kathedrale erbaut. Nach der Reformation nutzten sie nicht französisch sprechende Reformierte – Engländer, Schotten, Holländer und Italiener – für ihre Gottesdienste. Auch John Knox predigte dort während seiner Zeit als Flüchtling in Genf. Hier beschlossen er und einige seiner Landsleute, die Bibel auf Englisch zu übersetzen. Die «Geneva Bible» wurde dann 1556 bis 1559 übersetzt.
«Auditoire» wird die Kirche genannt, weil hier Jean Calvin, Théodore de Bèze und ihre Nachfolger Vorträge hielten. Von hier ging das spirituelle und moralische Gedankengut aus, für das Genf im 16. und den nachfolgenden Jahrhunderten berühmt war. Gleichzeitig war diese Kirche auch Versammlungsort der Genfer Pastoren zur Zeit Calvins. Noch heute wird die Kirche für die Gottesdienste der reformierten Schottischen, Holländischen und Italienischen Gemeinden genutzt.
Kathedrale St-Pierre
Wo sich heute die Kathedrale erhebt, stand in der Spätantike ein Heiligtum, ab dem 4. Jahrhundert ein Bischofssitz. Die heutige gotische Kathedrale wurde zwischen 1150 und 1250 erbaut. Seitdem wurden vielerlei Erneuerungen und Umbauten vorgenommen; um 1750 beispielsweise wurde die zerfallende Hauptfassade aus dem Mittelalter durch die heutige neoklassische ersetzt. Während der Reformation wurden alle Dekorationen im Innern sowie die Ornamente entfernt, die Wandgemälde wurden übermalt; einzig die Glasfenster blieben erhalten.
Hier predigte Calvin jede zweite Woche täglich, am Sonntag sogar zwei Mal, vor hunderten Gläubigen. Die Makkabäerkapelle, die sich an die Südfassade anschliesst, wurde um 1400 erbaut. Während der Reformation wurde sie in ein Salzlager umfunktioniert, um 1670 wurden auf drei Etagen Schulräume für die Akademie eingebaut.
Mallet-Haus und Reformationsmuseum
Das herrschaftliche Gebäude wurde im 18. Jahrhundert an der Stelle des früheren Klosters St-Pierre errichtet, das 1536 die Reformation annahm. Der Tuchhändler und Bankier Gédéon Mallet wünschte ein Zuhause für seine Familie mit neun Kindern zu bauen. Dabei hatte er den Wunsch der Stadtregierung nach der Verschönerung des Platzes ebenso wie die beschränkten Platzverhältnisse zu berücksichtigen. Als das klassizistische Gebäude 1723 nach den Plänen des Pariser Architekten Jean-François Blondel errichtet worden dar, sorgte es wegen seiner Pracht für Aufsehen.
Heute beherbergt das Mallet-Haus das Musée International de la Réforme (MIR) und den Sitz der protestantischen Kirche Genf. Das MIR wurde 2008 eröffnet und stellt die Geschichte Genfs und der Reformation bis heute dar. Sein Ziel ist es, die Geschichte der Reformation, die von Luther, Calvin und anderen angestossen wurde, greifbar zu machen. Mittels Objekten, Büchern, Handschriften, Gemälden und Kupferstichen wird die Geschichte einer Bewegung erlebbar, die massgeblich von Genf ausging und die Welt bis heute prägt. Im April 2007 erhielt das MIR den Museumspreis des Europarates.
Historie
Caesar erwähnt in seinem «Gallischen Krieg» eine keltisch-römische Stadt Genava. Von etwa 400 bis zur Reformation war Genf Bischofssitz. Die Stadt gehörte zum Königreich Burgund, bis sie bzw. das Bistum 1162 unabhängig und reichsunmittelbar wurde. Im 13. Jahrhundert wurde Genf eine wichtige Messestadt und entsprechend reich und bedeutend. Im selben Jahrhundert verlieh der Bischof den Einwohnern der Stadt mehr Freiheitsrechte, etwa das Bürgerrecht.
Anfangs des 16. Jahrhunderts befand sich das zuvor florierende Genf in einer Wirtschaftskrise. Neue Messen in Lyon bescherten einen rapiden Niedergang, die Stadt entvölkerte sich. 1517 begann die Reformation in Deutschland, die sich aber erst ab 1525 in Genf auswirkte. Es dauerte weitere zehn Jahre, bis die Predigt von Guillaume Farel auf fruchtbaren Boden fiel. Doch richtigen Aufschwung erlebte die Bewegung erst mit der Ankunft von Jean Calvin im Juli 1536. Er machte aus Genf das «reformierte Rom» und gab der Rhonestadt eine Bedeutung, die deren politischen Einflussbereich weit überstieg.
Schon ab 1540 wurde Genf Zufluchtsort für Reformierte, die in ihren Heimatländern verfolgt wurden und hier ihren Glauben frei leben konnten. Einen Höhepunkt erlebte der Zustrom von Glaubensflüchtlingen nach der Batholomäusnacht 1572, als der französische König versuchte, den reformierten Glauben mit Gewalt auszurotten. Neben Franzosen suchten Italiener, Engländer und sogar Spanier in Genf Asyl. Unter ihnen waren nicht nur dringend benötigte Pastoren, sondern auch Professoren, Juristen, Ärzte, Drucker, Uhrmacher, Goldschmiede, Weber und Bankiers, die der Genfer Wirtschaft Auftrieb verliehen.
Ein zweites Mal wurde Genf Zufluchtsort französischer Protestanten (Hugenotten) nach dem Widerruf des Toleranzedikts von Nantes 1685. Auch dieses Mal sorgten die Flüchtlinge in der Uhrmacherei, im Bankwesen oder in der Indiennes-Produktion für einen Aufschwung, der Genf im 18. Jahrhundert berühmt machte. Auch die Wissenschaft und die Kunst der Rhonestadt profitierten. Alles in allem gewann Genf durch die Reformation beträchtlich an intellektuellem und spirituellem Einfluss.
Jean Calvin
Jean, oder Johannes, Calvin stammte, wie viele Reformatoren, aus Frankreich, wo er wegen seines Glaubens verfolgt worden war. Er entsprang einer wohlhabenden Familie in Noyon in Nordfrankreich. Er besuchte die Lateinschule in Noyon, erhielt dank der Stellung seines Vaters aber bald Hausunterricht mit den Söhnen einer adligen Familie. Dank seiner Pfründen konnte er sein Studium in Paris ab 1523 finanzieren. Anschliessend studierte er in Orléans Recht.
Zurück in Paris, begegnete Calvin zum ersten Mal reformatorischen Gedanken. Er freundete sich mit dem neuen Rektor der Universität Nikolaus Kop an. Als dieser bei seiner Antrittsrede offen für die reformierte Lehre Partei nahm, mussten Kop und Calvin aus Paris fliehen. Am 18. Oktober 1534 hingen überall in Paris, sogar an der Schlafzimmertür des Königs, Flugblätter, die mit dem «abscheulichen, grossen und unerträglichen Missbrauch der päpstlichen Messe» abrechneten. Der König ordnete erzürnt eine Verfolgung der Evangelischen an, Calvin floh nach Basel, wo er Bullinger und Farel kennenlernte.
Vor allem aber arbeitete er in Basel an der ersten Auflage seiner «Institutio Christianae Religionis». 1536 reiste er noch einmal nach Noyon. Auf dem Rückweg nach Basel versperrte ihm ein Krieg den Weg, darum wich er nach Genf aus, wo er Farel wiedersah. Der wünschte ihm Gottes Verdammnis an den Hals, falls er sich ins Gelehrtenkämmerlein zurückziehe, statt der leidenden Reformation in Genf zu helfen. Also blieb Calvin und arbeitete eine Gemeindeordnung aus, die das Leben bis ins Detail regelte. Man hatte regelmässig im Gottesdienst zu erscheinen und auf jegliches Vergnügen zu verzichten.
Die Gemeindeordnung stiess auf heftigen Widerstand, und als Calvin 1538 der ganzen Gemeinde das Abendmahl verweigerte, wurde er aus der Stadt geschickt. Er ging nach Strassburg, war Professor, betreute eine hugenottische Flüchtlingsgemeinde und lernte etwas mehr Gelassenheit. 1540 heiratete er die verwitwete Hugenottin Idelette de Bure. Inzwischen lief die Reformation in Genf aus dem Ruder, und eine neue Stadtregierung bittet Calvin, wiederzukommen und für Ordnung zu sorgen. Ab 1541 lebt Calvin für den Rest seines Lebens in Genf.
1553 wurde der Spanier Miguel Servet auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Calvin hatte sich zwar für das Todesurteil, aber gegen das Feuer ausgesprochen. 1555 errangen seine Anhänger im Stadtrat die Mehrheit, was für Calvins Gegner häufig Verbannung oder gar Tod bedeutete. 1559 gründete er die Akademie, die in der reformierten Welt grossen Einfluss ausübte. Zudem schrieb er immer wieder neue Auflagen der «Institutio»; er erweiterte sie von sechs Kapiteln in der ersten bis auf 80 Kapitel in der letzten Ausgabe. Sie war und ist teilweise noch heute das zentrale Werk der reformierten Theologie.
Der Calvinismus wurde zur bestimmenden Bewegung innerhalb des reformierten Glaubens, vor allem der angelsächsischen Kirchen. Heute sind die nordamerikanischen Kirchen – Methodisten, Baptisten, Pfingstler und viele andere – noch immer stark von Calvin geprägt, und mit ihnen die Gesellschaft. Sein Denken hatte grossen Einfluss auf die Entstehung der Menschenrechte und der Demokratie, und damit auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung. Sie beeinflusste auch die europäischen Verfassungen der Neuzeit, und damit kam Calvins Gedankengut auf Umwegen zurück nach Europa.
Théodore de Bèze
1519 geboren, wuchs Théodore de Bèze in einer Adelsfamilie in Vézelay im Burgund auf. Er studierte Recht in Orléan, bevor er 1548 nach Genf und bald nach Lausanne zog. Dort unterrichtete er während zehn Jahren Griechisch an der Akademie.
Ab 1558 war de Bèze Pfarrer sowie Professor der Theologie in Genf. Als Vertrauter von Jean Calvin wurde er mehrfach nach Deutschland zu protestantischen Fürsten gesandt, wo er um Unterstützung für die verfolgten Protestanden in Italien und Frankreich bat. Sein diplomatisches und rhetorisches Geschick führte ihn immer wieder an Religionsgespräche und Synoden in Frankreich.
Nach dem Tod Calvins 1564 galt de Bèze als führender Theologe des reformierten Glaubens. Er war dessen Nachfolger als Vorsitzender des Konsistoriums (Kirchenleitung); dieses Amt legte er 1580 nieder. 1598 verabschiedete er sich auch vom Lehramt und 1600 vom Predigtamt. Er starb 1605 in Genf, wo eine der grossen Figuren des Reformationsdenkmals ihm gewidmet ist.