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So lang, dass man es noch lesen mag:
Die 120 m lange und 30 m breite Festung «Castello» auf einem Hügel des Seerückens gehörte zu den grössten mittelalterlichen Wehranlagen im Bodenseeraum.
Der Konstanzer Bischof Ulrich I. (1111–1127) hat Burg Chastell mit grossem Aufwand als möglichen Zufluchtsort erstellen lassen. Sein Nachfolger, Ulrich II. (1127–1138), riss sie wieder ab aus Angst, dass sich dort Gegner vor den Toren der Stadt Konstanz verschanzen könnten. Im frühen 13. Jh. wurde die Burg wieder errichtet, ab etwa 1300 nutzten die späteren Bischöfe sie als einen ihrer Wohnsitze. Im Schwabenkrieg 1499 brannten die Eidgenossen die Bischofsburg ab, sie wurde nie mehr wieder aufgebaut. Die dazugehörenden Höfe waren von da an in wechselndem Lehen-Besitz.
Westlich der Ruine entstand dafür das Schloss im Renaissance-Stil, damals Unter-Kastel genannt.
Tobias Zollikofer hatte 1661 das Lehensrecht über die drei Höfe vom Fürstbischof erworben, sein Sohn Daniel Hermann liess das neue Herrschaftshaus 1725 erbauen. Im Jahre 1794 kam das Anwesen in den Besitz der Familie von Scherer aus St.Gallen. Unter dem letzten seiner Familie, Adrian August Gonzalvo Maximilian von Scherer (1848–1901), wurde Schloss Castell Ende des 19. Jh. in historistischem Stil verändert.
Sanierung 2007–2008
Grosse Teile der einstigen Ringmauer sind noch sichtbar, wie auch je ein Turm im Westen und Osten.
Die ganze Anlage war schon lange sanierungsbedürftig. Der Eigentümer, die politische Gemeinde Tägerwilen und das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau realisierten darum 2007/08 die Sanierung des Westturmes mit Einbau eines Treppenhauses aus Stahl zur Aussichtsplattform sowie die Sicherung der Palas-Südmauer mit Unterstützung des Baumeisterverbandes.
Die beteiligten Lehrlinge erstellten zudem eine Feuerstelle.
Dank Sondierschnitten auf dem Burghügel konnten der einstige Bergfried und die Umfassungsmauer genauer unter sucht werden, zwei Bau und zwei
Zerstörungsphasen sind so klar nachgewiesen. Der einstige Zugang erfolgte über den heutigen Aufstiegsweg am Nordfuss des Turmes, wo das Sperrbalkenloch für die Toranlage in der Mauer noch sichtbar ist.
(Text: Amt für Archäologie des Kantons Thurgau)