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In der Schlucht gestaltet der Vorderrhein eine schmale, aber typische Auenlandschaft mit verschiedenen Auenlebensräumen, die als Folge der Hochwasser entstanden sind. Eine davon ist das Schutt- und Kiesdelta, welches der Carrerabach in den Rhein schiebt. Es verändert sich ständig, da jedes Hochwasser ihm neue Form verleiht. Auf seinen gewässernahen, fast vegetationsfreien Flusskies-Pionierfluren, finden der stark gefährdete Flussuferläufer und der Flussregenpfeifer günstige Brutmöglichkeiten. Um die raren Vögel während der Brut nicht zu stören, dürfen die Auenlandschaften im Frühjahr nicht betreten werden.
Typisch für die Auenlandschaften in der Ruinaulta sind auch die Weisserlen – Auenwälder. Weisserlen gelten als Pionierbäume und sind Erstbesiedler von Rohböden und Schuttflächen. Dank ihrer biegsamen Äste und ihrer enormen Anpassungsfähigkeit erträgt sie auch meterhohe Schuttüberdeckungen, wie sie am Rande von Gebirgsflüssen vorkommen. Zu den Auenlandschaften am Rhein gehören aber auch die offenen Kiesbänke. An sandigen Ufern wachsen Gräser oder Alpenpflanzen, deren Samen vom Wasser aus den Bergen mitgebracht wurden. Dichte Weidengebüsche stehen manchmal wochen- oder monatelang im Wasser.