Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/159058

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund sowie die Kantone Bern, Waadt und Freiburg haben beschlossen, den Bau einer Umspuranlage im Bahnhof Zweisimmen im Umfang von 7,5 Millionen Franken zu finanzieren. Ab 2018 ermöglicht diese Anlage, dieselben Reisezugwagen auf der Meterspur der MOB und der Normalspur der BLS zu verwenden. Dank dieser intelligenten Lösung müssen die Touristinnen und Touristen sowie die Pendlerinnen und Pendler aus Montreux, dem Pays d'Enhaut, Montbovon oder dem Saanenland auf dem Weg ins Simmental, nach Spiez oder Interlaken nicht mehr in Zweisimmen umsteigen. Zwar stellt die umsteigefreie Zugverbindung von Interlaken Ost nach Montreux - und umgekehrt - für die Reisenden eine annehmbare kurzfristige Lösung dar, langfristig gesehen ist sie jedoch nicht ideal.</p><p>Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:</p><p>1. Die Umspuranlage ermöglicht es, dieselben Reisezugwagen auf der Meterspur der MOB und der Normalspur der BLS zu verwenden. Wird der Bau dieser Anlage nach Ansicht des Bundesrates nicht zum endgültigen Abbruch des Projekts einer Meterspur zwischen Zweisimmen und Interlaken Ost führen, das die SBB unlängst grundsätzlich unterstützt haben?</p><p>2. Ist mit den Wagen, die zwischen Montreux und Interlaken Ost verkehren werden, auch eine Verbindung nach Luzern über den Brünigpass oder nach Grindelwald und Lauterbrunnen möglich?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die normalspurige Strecke Zweisimmen-Interlaken Ost gehört der BLS Netz AG, die ihrerseits mehrheitlich im Eigentum der Eidgenossenschaft steht und von der BLS AG geführt wird. Die meterspurige Strecke Montreux-Zweisimmen gehört der Montreux Berner Oberland Bahn AG (Compagnie du Chemin de fer Montreux Oberland bernois SA, MOB). Diese beiden Unternehmen haben sich auf die technische und operative Lösung für die Umspurzüge und den Umbau des Bahnhofs Zweisimmen geeinigt. Diese Umspurzüge erlauben mit vertretbaren Kosten die Einführung direkter Züge zwischen Montreux und Interlaken. Demgegenüber würde das Einlegen einer dritten Schiene mit allen notwendigen Anpassungen in den Bahnhöfen wesentlich höhere Investitionen erfordern. Die SBB sind in diese Fragen nicht direkt involviert.</p><p>1. Der Betrieb der Umspurzüge wird als dauerhafte Lösung angesehen und wird längerfristig der teureren Lösung mit einer dritten Schiene vorgezogen. Es werden keine Projektierungs- oder Vorbereitungsarbeiten für ein Meterspurgleis Zweisimmen-Interlaken Ost vorgenommen.</p><p>2. Die Umspurzüge in ihrer vorgesehenen Form können nicht auf Zahnstangenstrecken verkehren. Diese Wagen können somit nicht nach Luzern und Grindelwald oder Lauterbrunnen fahren. Offen ist zurzeit die Frage, ob die Umspurzüge weiterentwickelt werden können, um später einen durchgehenden Verkehr bis Luzern zu ermöglichen. Die Zahnradabschnitte auf der Brünigbahn oder auf den Strecken nach Grindelwald oder Lauterbrunnen würden einen technisch anspruchsvollen Einbau einer Zahnradbremse erfordern. Die Vermarktung der Goldenpass-Linie von Montreux bis Luzern erfolgt aber weiterhin gesamthaft und in enger Kooperation zwischen MOB, BLS und Zentralbahn.</p>  Antwort des Bundesrates.