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„Da ist ja noch eins!“ Zur ersten Ultraschalluntersuchung kommt es immer häufiger zu Überraschungen: Nicht ein, sondern zwei oder mehr Embryos wachsen im Bauch der werdenden Mutter heran. Gibt es vor dem Routine-Check ab der achten Schwangerschaftswoche schon erste Anzeichen dafür, dass Mehrlinge unterwegs sind?
Die kurze Antwort lautet: nein. Allerdings deuten starke Übelkeit und Gewichtszunahme, ein erhöhter HCG-Wert im Blut und eine überdurchschnittlich grosse Gebärmutter auf eine Mehrlingsschwangerschaft. So richtig eindeutig wird es aber erst, wenn sich die Kleinen im Ultraschall zu erkennen geben.
Wie häufig sind Mehrlingsschwangerschaften?
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften gestiegen, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass bei Verhütung und auch bei der Behandlung von Erkrankungen verstärkt auf Hormone gesetzt wird. Auch bei der künstlichen Befruchtung steigt das Risiko (oder die Chance) für eine Mehrlingsschwangerschaft.
Statistisch gesehen ist
- 1 von 85 Frauen mit Zwillingen,
- 1 von 7000 mit Drillingen und
- 1 von 600.000 mit Vierlingen schwanger.
Frauen über 35 Jahre, die bereits ein Kind oder Mehrlinge geboren haben, haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine (erneute) Mehrlingsschwangerschaft.
Wie kommt es zu Mehrlingsschwangerschaften?
Bei einer normalen Schwangerschaft teilen sich die befruchtete Eizelle und die aus ihr hervorgehenden Zellen millionenfach, wobei der entstehende Zellhaufen allmählich menschliche Konturen annimmt. Entwickeln sich aus der Eizelle allerdings zwei separate Zellhaufen, können daraus zwei Embryone entstehen: Diese eineiigen Zwillinge verfügen über dieselbe DNS.
Reifen innerhalb eines Zyklus zwei Eizellen heran, die beide befruchtet werden, entstehen aus ihnen zweieiige Zwillinge, die nicht über dieselbe DNS verfügen und deshalb auch beispielsweise unterschiedliche Geschlechter haben können.
Drillinge, Vierlinge und alle anderen Mehrlinge entstehen, indem entweder aus befruchteten Eizellen mehrere Zellhaufen hervorgehen oder sich mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter einnisten – oder beides gleichzeitig passiert.
Welche Komplikationen sind möglich?
Der Körper von Mehrlingsschwangeren ist einer höheren Belastung ausgesetzt als der von Frauen, die nur ein Kind erwarten. Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen, Schwangerschaftsstreifen und Krampfadern sind zwar in beiden Fällen vergleichbar, fallen bei einer Mehrlingsschwangerschaft jedoch meist stärker aus. Da Schwangerschaften mit Mehrlingen als Risikoschwangerschaften gelten, werden betroffene Frauen medizinisch besonders intensiv betreut: Die Vorsorgeuntersuchungen erfolgen in kürzeren Abständen, um bei Komplikationen schnell reagieren zu können.
Auch für die Babys stellen Mehrlingsschwangerschaften ein Risiko dar. Wachsen sie in einer Fruchthöhle heran und müssen sich eine Plazenta teilen, kann es beispielsweise passieren, dass sich die Geschwister unterschiedlich schnell entwickeln.
Bei ihrer Geburt sind Mehrlinge meist kleiner als Einlinge. Durch spezielle Behandlungen direkt im Mutterleib können viele Unterentwicklungen, etwa der Lunge, jedoch noch vor der Geburt ausgeglichen werden.