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Einer der grössten Kriegshelden der USA war weiblich oder intersexuell
Gefeiert wurde er als jener, der Präsident George Washington das Leben gerettet hatte. Nun zeigt eine Analyse der Gebeine, dass General Casimir Pulaski vermutlich eine Frau oder allenfalls intersexuell war.
Er gilt gar als Vater der US-Kavallerie, soll George Washingtons Lebensretter gewesen sein und wird deshalb bis heute vom US-Volk verehrt. Eine Dokumentarsendung des Smithsonian Channels zeigt nun aber auf, dass die Gebeine, die vom Kriegshelden stammen sollen, viel zu zart sind, um von einem Mann zu sein. General Casimir soll also weiblich oder allenfalls intersexuell gewesen sein. Wobei man annimmt, dass er sich selbst wohl schon als Mann gesehen habe, vermutlich mit dem Denken, dass mit ihm etwas nicht ganz in Ordnung sei.
«Ich konnte nichts von unserem Fund erzählen, bevor die Studien ganz abgeschlossen waren», erklärt der Forensiker Charles Merbs, der den Fall mit verschiedenen Fachkräften behandelte. Die Gebeine sollen 1854 unter dem Pulaski-Monument in Savannah beigesetzt worden sein. Es waren spezielle Bewilligungen nötig, diese überhaupt untersuchen zu dürfen, was letztlich wiederum nur möglich war, weil das Monument sowieso zu weichen hatte.
Dr. Burns habe Merbs gesagt, er solle nicht schreien, wenn er sich den Fund angeschaut habe, denn es werde eine Überraschung sein. Sie habe ihn gebeten, alles sehr gewissenhaft unter die Lupe zu nehmen, doch Merbs habe schon beim ersten Blick das Problem erkannt. «Die Gebeine sind so weiblicher Art, wie es überhaupt nur geht», sagte Burns. Ein weiteres Team-Mitglied, Anthropologie-Professorin Virginia Hutton Estabrook hat NBC News erzählt, dass die Becken von Mann und Frau so eindeutig zu unterscheiden seien, dass kein Zweifel möglich sei. Man hat zudem durch DNA-Proben sichergestellt, dass die Gebeine auch wirklich jene von Pulaski sind und die DNA mit jener der Grossnichte Pulaskis abgestimmt.
Pulaski ist als Mann in einem aristokratichen polnischen, katholischen Milieu aufgewachsen und wurde im Reiten und Kämpfen unterrichtet. Er war 1772 bei der Invasion Russlands in Polen und bis Paris im Einsatz. Mit Empfehlungsschreiben Benjamin Franklins zog er 1777 in Übersee in den Krieg und soll dabei George Washington das Leben gerettet haben. Pulaski regte übrigens an, die Kavallerie zu gründen, um dadurch bessere Ressourcen zu haben und gezielter trainieren zu können. Fatalerweise wurde er 1779 in Savannah verwundet und erlag nur Tage danach seinen Verletzungen. Aus Pulaski Privatleben ist nur wenig bekannt. Er war jedenfalls nie verheiratet und habe auch ausserehelich keine Kinder gezeugt.
Die Analyse des Fundes rief auch die Intersexuellen-Organisation Interact auf den Plan. Diese sieht die Entdeckung als Argument gegen Zwangsoperationen bei intersexuellen Kindern. «Wäre Pulaski einst zum Mädchen gemacht worden, wäre er niemals General geworden», so eine Sprecherin der Organisation zur New York Times. Rund 2 Prozent aller Kinder sind intersexuell, besagt eine Studie der Brown University. Dies zeige sich anhand von genitalen, chromosomalen oder hormonellen Merkmalen. General Casimir Pulaski wird jedes Jahr am Casimir Pulasky Tag mit einer Parade in New York City geehrt. Der Pulaski Skyway in New Jersey ist nach ihm benannt und in Georgia wurde das Fort Pulaski Monument erbaut. Dass die Tatsache, dass der Kriegsheld offensichtlich weiblich oder gar intersexuell war, die Gesellschaft beschäftigt, kann sich der Organisator der Pulaski-Parade, Richard Zawinsny, nicht vorstellen, obwohl er selbst zuerst schon «etwas geschockt gewesen» sei.