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Mit der Flächennutzungsmodellierung verfolgt das ARE das Ziel, Planungen und Entscheidungsprozesse im Kontext der Raumentwicklung mittels quantitativer Analysen zu unterstützen. Zentrale und z.T. wiederkehrende Fragestellungen betreffen dabei die zukünftige, kleinräumige Verteilung von Bevölkerung und Arbeitsplätzen sowie Fragen mit Bezug zur Raumordnungspolitik, z.B. zu Effekten einer gesteuerten Dimensionierung von Bauzonen. ln diesem Zusammenhang strebt das ARE die Etablierung eines integrierten Modells der Verkehrs- und Flächennutzungsmodellierung an. Notwendige Eingangsdaten für die Verkehrsmodeliierung (z.B. Bevölkerung nach sozioökonomischen Merkmalen, Arbeitsplätze nach Branchen) sind durch die Flächennutzungsmodellierung bereitzustellen; gleichzeitig sollen Kenngrössen aus dem Verkehrsmodell bei der Modeliierung der Standortwahl Berücksichtigung finden.
Mit dem Modell FaLC "Facility Location Choice Simulation" wurde 2013/14 durch das ARE die Entwicklung eines schweizweiten Flächennutzungsmodells begleitet. Über das Vorgängerprojekt konnten das Modell etabliert und erste Anwendungsfälle im Sinne von Raumentwicklungsszenarien berechnet werden. Eine wichtige Grundlage von FaLC zur Modeliierung der Wohnstandortwahl sind dabei empirische Verhaltensparameter. Schweizweite Befragungen, welche die Möglichkeit eröffnen, solche Parameter abzuleiten, liegen nicht vor. Um in FaLC diese Entscheidungen dennoch abbilden zu können, leitet man bisher Parameter aus lokal oder regional durchgeführten Befragungen ab. Es fehlt die Bewertung von Einflussgrössen auf die Standortwahl in schweizweitem Massstab (z.B. auf Stufe von Stadtquartieren oder Gemeinden). Zudem ist es notwendig, in FaLC ökonomische Kriterien mit Einfluss auf die Standortwahl zu integrieren (Landpreise, Immobilienpreise und Haushaltseinkommen).
Das Modell ist auf eine sehr differenzierte Abbildung von Personen- und Haushaltsstrukturen angewiesen. Dazu wird eine sogenannte "synthetische Population" erstellt, ein statistisches Abbild der realen Bevölkerung. ln FaLC sind Module zur Erstellung einer synthetischen Population angelegt, bisher fehlen aber Merkmale, die bei der Standortwahl und im Übergang zum Verkehrsmodell eine wichtige Rolle spielen (eben z.B. Haushaltseinkommen, Bildungsstand und der Besitz von Mobilitätswerkzeugen). Zudem ist es für das ARE wichtig, dass die zum Einsatz kommenden Methoden zur Erstellung der synthetischen Population wissenschaftlich abgestützt sind.
Mit dem Projekt werden die genannten Lücken adressiert, indem empirische Daten zur Wohnstandortwahl analysiert und Parametersets bereitgestellt werden. ln einem nächsten Schritt sind die Parameter in FaLC zu integrieren, das Modell anzuwenden, zu plausibilisieren und zu kalibrieren. Zeitgleich sind die Eigenschaften der synthetischen Population zu erweitern. Im Projekt wird darauf geachtet, dass die Kompatibilität zum Verkehrsmodell sicher gestellt ist.