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Angelika Overath: Geboren 1957 in Karlsruhe, studierte Germanistik, Geschichte, Italianistik und Empirische Kulturwissenschaft in Tübingen. Sie promovierte mit einer Arbeit über die Farbe Blau in der Lyrik der Moderne. Schon während des Studiums arbeitete sie als freie Reporterin. Sie schrieb u.a. für das von Hans Magnus Enzensberger herausgegebene Magazin Transatlantik, GEO, Du, Merian, das Magazin, Mare. Von 1994 bis 2014 war sie Literaturkritikerin der NZZ und schrieb fünfzehn Jahre lang die Kolumne Abgründe für die NZZ am Sonntag. Heute rezensiert sie für die FAZ. Sie hat Bände mit Reportagen und Essays veröffentlicht, darunter Alle Farben des Schnees. Senter Tagebuch und fünf Romane. Zuletzt Ein Winter in Istanbul(2018). 2021 erschien Krautwelten, ein literarisches Sachbuch zu den wundersamen Kohlpflanzen. Danach 2022 Schwarzhandel mit dem Himmel/Marchà nair cul azur, ihr dritter Lyrikband mit translingualen Geschwistergedichten in Rätoromanisch und Deutsch. Sie unterrichtet u.a. regelmässig an der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern. Zusammen mit ihrem Mann, dem Literaturwissenschaftler und Essayisten Manfred Koch, führt sie eine Schreibschule in ihrem Dorf im Engadin. Als Mentorin geht sie von der Persönlichkeit der Schreibenden aus, versucht mit ihnen zu ergründen, woher eine Idee kommt und wohin sie will. Bei der Arbeit am Text stellt sie Fragen nach den Erzählperspektiven, der Darstellung von Milieu, der psychologischen Stimmigkeit; sie achtet auf Rhythmus und Klang. Und sie macht Vorschläge.
Claudia Demel, 1977 in Dresden geboren, studierte Verkehrsökonomie und diplomierte in Lausanne. Seither lebt und arbeitet sie in der Region Basel. Sie hat eine journalistische Ausbildung und war in den letzten Jahren vor allem als Lektorin für das Centro Giacometti in Stampa (GR) tätig. Im Verlag Scheidegger & Spiess erschien 2022 die zweibändige Künstlerbiografie über Augusto Giacometti, deren Texte sie sprachlich bearbeitete. Sie besuchte verschiedene Schreibkurse in Basel und Sent und schreibt derzeit an ihrem ersten Roman.
Projekt
Merrit verliess ihre Heimat, eine ostdeutsche Kleinstadt, und entschied sich für das Leben in einer Grossstadt der Schweiz. Immer seltener kehrt sie für einen Kurzaufenthalt zurück. Hier kann sie ihnen nicht entweichen, den diffusen Erinnerungen, der vorwurfsgeladenen Familie und auch nicht dem Gefühl, sich zunehmend als Fremde auf dem einst vertrauten Boden zu fühlen. Im Juni 2019 reist sie zum Geburtstag ihrer Schwester für drei Tage an. Merrit verdichtet dieses Mal ihren Blick, um eine Entscheidung zu treffen. Wird sie dem Ruf ihrer alten Universität folgen und zurückkehren?
Durch Rückblenden zeitlich erweitert spielt der Roman an diesen drei Tagen. Im Mentorat mit Angelika Overath soll der Stoff gefiltert, das Spektrum der Erzähperspektiven strukturiert und die Handlung dynamisiert werden.