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In meiner letzten Arbeit, Melancholia, analysierte ich den Übergangsritus der Trennung...
Ich habe schon immer mit Fotografie an der Analyse von Übergangsriten gearbeitet; in meiner letzten Arbeit Melancholia, die ich während eines einjährigen Aufenthaltes meiner Tochter Flora in Deutschland im Rahmen des Erasmus-Programms machte, analysierte ich den Übergangsritus der Trennung. Die Landschaften Melancholias, inspiriert von den symbolischen Panoramen der deutschen Romantik und dem gleichnamigen Film von Lars von Trier, waren Metaphern für meine Stimmungen, von mütterlichem Stolz über Melancholie über Trennung bis hin zur Sorge um die Ungewissheit der Zukunft. Mit diesen Bildern, die durch collageartige Interventionen "verunreinigt" wurden, versuchte ich, die Realität in eine traumartige und beunruhigende Dimension zu projizieren, die ein Gefühl der Orientierungslosigkeit suggeriert. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass wir wenige Monate nach der Fertigstellung von Melancholia eine Distanzierung und Verwirrung erleben würden, die jede mögliche Fantasie weit übersteigt. Es ist schwierig, das Gefühl der Verwirrung zu verarbeiten, das sich aus der erzwungenen und plötzlichen Absetzung vom gesellschaftlichen Leben und von den Gewohnheiten ergibt, aus der harten Konfrontation mit dem Konzept des Verlustes: von Freiheit, Sicherheit, geliebten Menschen, die vorzeitig verstorben sind. Es ist eine Kluft zwischen einem "Vorher" und einem "Nachher" entstanden, die wir uns noch nicht vorstellen können. Seit Beginn der Isolation, die zur Absage oder Verschiebung von Ausstellungen und Veranstaltungen führte, habe ich weiter daran gearbeitet, ein inneres Gleichgewicht wiederherzustellen und Melancholie zu bekämpfen. Ich widme mich vor allem der Collage, man kann eine Parallelwelt aufbauen und ihre Regeln diktieren; es ist eine Möglichkeit, Ängste "auszutreiben" und das Leid dieser Tage zu lindern, in der Gewissheit, dass die Kunst in der Lage sein wird, die Dramatik dieser Tage in etwas Kostbares zu verwandeln.
Carla Iacono | Melancholia 1 | 2018 | Pigmentdruck auf Hahnemühle Photo Rag Papier | 73 x 73 cm | ©Carla Iacono
Carla Iacono | Melancholia 8 | 2019 | Pigmentdruck auf Hahnemühle Photo Rag Papier | 73 x 108 cm | ©Carla Iacono
Carla Iacono | Melancholia 9 | 2019 | Pigmentdruck auf Hahnemühle Photo Rag Papier | 73 x 108 cm | ©Carla Iacono
Carla Iacono | Die Traumtheorie 1 | April 2020 | Collage Mischtechnik auf Karton | 24 x 32 cm | ©Carla Iacono