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Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1979 Heidi Hungerbühler / Kurt Haldimann
1929 bis 1979
1908
wurde in Wädenswil eine Damenriege ins Leben gerufen, nach kurzer Zeit aber aus unbekannten Gründen wieder aufgelöst.
1929–1935
Als im Jahre 1929 der Vorstand des Turnvereins neuerdings die Initiative zur Bildung einer Damenriege ergriff und auf Donnerstag, 17. Oktober zur Gründungsversammlung ins Restaurant Eintracht einlud, fanden sich über 50 turnbegeisterte Wädenswilerinnen ein.
Der Gründungsvorstand bestand aus: Präsidentin Fräulein Erna Gubelmann, Vize-Präsidentin Fräulein Anny Brupbacher, Aktuarin Frau Lina Theiler-Treichler, Quästorin Fräulein Martha Felix, Turnleiterin Frau Lilly Hofer-Meier.
Schon am 4. November fand in der Glärnisch-Turnhalle die erste Turnstunde und am 12. Dezember in der «Eintracht» die 1. Generalversammlung statt. Am 17. März 1930 kam die Aufnahmebestätigung in die Kantonale Frauenturnvereinigung Zürich und in den Schweizerischen Frauenturnverband. Nach fünf Jahren war der Mitgliederbestand von 53 auf 90 Turnerinnen angestiegen.
1936/1937
Die grosse Zahl von Turnerinnen wollte für Frauen eine eigene Turnstunde einschalten. Um diesem Wunsch zu entsprechen, beschloss die Damenriege an der Generalversammlung vom 14. Dezember 1936, sich in eine Damen- und Frauenriege mit eigenem Vorstand zu trennen. Die neue Frauenriege wünschte auch als Untersektion dem Stammverein anzugehören.
1938
Vom 16. bis 18. Juli führte der Turnverein Wädenswil das Zürcher Kantonalturnfest durch. Die Damenriege trug mit Flamingo-Tanz und Ballettmädel-Reigen bei zum guten Gelingen des Festspiels «Bi eus am See».
1939–1945
Während den Kriegsjahren mit den vielen militärischen Einquartierungen konnte die Turnhalle oft nicht benützt werden. Um nicht zu häufig auf die Turnstunden verzichten zu müssen, wurde das Training in den Hausgang des Glärnisch-Schulhauses verlegt, der sich als Ersatz-Turnhalle gar nicht schlecht eignete.
1946–1948
Im Jahr 1948 feierte der Turnverein Wädenswil sein 100-jähriges Bestehen. In der Revue «100 Jahre Turnverein Wädenswil» glänzten die Turnerinnen mit verschiedenen Nummern, von denen der Strandbad-Reigen oder das Treppenballett allen Dabeigewesenen heute noch in bester Erinnerung sind.
1949–1953
Am 7./8. Juli 1951 beteiligten sich 28 Turnerinnen an den Schweizerischen Frauenturntagen in Lausanne. Im Mai 1953 lockerten die Turnerinnen den Kunstturnermatch Wädenswil-Hagenau (Elsass) durch verschiedene Vorführungen auf. Das Hauptereignis in diesem Jahr war für die Damenriege der Besuch des Kantonalturnfestes in Uster.
1954
Am 13. November feierte die Damenriege ihren 25. Geburtstag im Hotel Engel. Der Abend stand im Zeichen der grossen Schau «25 Jahre Damenriege Wädenswil», in der mit Reigen, Tänzen und humoristischen Einlagen ein Rückblick auf die bisherige Geschichte der Damenriege gezeigt wurde.
1955
In diesem Jahr standen die Vorbereitungen auf die Schweizerischen Frauenturntage in Zürich im Vordergrund, an denen die Damenriege zum ersten Mal auch mit einer Korbball-Mannschaft startete.
1957/1958
Anlässlich des Zürcher Kantonalen Kunstturnertages in Wädenswil halfen die Turnerinnen bei der Organisation und erfreuten das Publikum im Rahmen des Unterhaltungsprogramms unter dem Titel «Zirkus Schnauz» mit verschiedenen Nummern.
1962
Zusammen mit den Turnern wurde zum ersten Mal ein Skirennen durchgeführt.
1963
Am 22. Juni fuhren 19 Turnerinnen an die Schweizerischen Frauenturntage in Luzern. Wegen schlechtem Wetter konnten aber die Verbandsübungen nicht vorgeführt werden.
1964
Zusammen mit dem Stammverein und den anderen Untersektionen dislozierte die Damenriege von der Glärnisch-Turnhalle in die neu erbaute Eidmatt-Turnhalle 2. In dieser neuen Umgebung galt es sich auf das Verbandsturnfest in Samstagern vorzubereiten.
1965
An der Einweihung der neuen Eidmatt-Turnhallen, einem eigentlichen Dorffest, führte die Damenriege ihre Keulenübungen vor. Dies bedeutete gleichzeitig eine Hauptprobe für das bevorstehende Kantonalturnfest in Wülflingen.
1966
Am 17. September organisierte die Damenriege zum ersten Mal in Wädenswil eine Abgeordnetenversammlung der Kantonalen Frauenturnvereinigung im renovierten Saal des Hotels Engel. Wädenswil musste auf die Zürcher Turnerinnen eine ganz besondere Anziehungskraft ausgeübt haben; statt der erwarteten rund 450 kamen 571 Delegierte.
1967–1970
In der ersten Hälfte des Jahres 1970 musste hart auf das Kantonalturnfest in Zürich Oerlikon trainiert werden, da die verlangte Ausführung der allgemeinen Übungen einige Probleme aufgab. Aber die Vorführung dieser fleissig geübten «Allgemeinen» fiel wegen des schlechten Wetters im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser.
1971–1973
Mit der Organisation des Kantonalen Kunstturnertages und dem Kantonalen Kunstturnerinnentag feierte am 23., 24. und 30. Juni/1. Juli der Turnverein sein 125-jähriges Bestehen. Dass die Damenriege auch mithalf und in der grossen Revue «125 Jahre TVW» mit zwei Darbietungen brillierte, war selbstverständlich.
1974/1975
Einmal mehr konnten die eifrig trainierten allgemeinen Vorführungen am verregneten Kantonalturnfest 1975 in Regensdorf nicht gezeigt werden.
1976
Zusammen mit Turnerinnen aus der Frauenriege wurde eine Volleyballgruppe gebildet. Am Verbandsturnfest in Hombrechtikon startete in den Stafettenläufen auch eine Mannschaft der Damenriege, die sich aber nur unter «ferner liefen» klassierte.
1977/1978
Für die Schweizerischen Frauenturntage vom 16. bis 18. Juli in Genf hatten sich die Wädenswiler Turnerinnen, neben den anspruchsvollen allgemeinen Übungen, auch für den Vereinswettkampf gemeldet. Sie wählten als Wettkampfdisziplinen eine nicht allzu leichte Ballgymnastik und den Pendellauf. Damit erzielten sie den 53. Rang von 91 Sektionen.
1979
Im Jubiläumsjahr startete die Damenriege am Verbandsturnfest vom 23./24. Juni und 30. Juni/1. Juli in Hinwil. Mit der Gymnastikvorführung und dem Pendellauf belegten sie den ausgezeichneten 2. Rang aller teilnehmenden Sektionen. Am ersten Festwochenende erkämpfte die Volleyball-Mannschaft einen vielversprechenden 5. Rang von 16 Mannschaften. Das Hauptereignis dieses Jahres bildete das Jubiläum «50 Jahre Damenriege des TVW» vom 21. bis 23. September.
Die Turnerinnen danken all ihren Freunden und Gönnern sowie den ehemaligen Präsidentinnen, Leiterinnen und Leitern für ihre Treue und Verbundenheit. Das Geburtstagsfest bedeutet nicht nur Freude am 50-jährigen Bestehen der Damenriege, sondern zugleich einen hoffentlich erfolgreichen Start in die zweite Hälfte des Jahrhunderts.