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Seit dem 1. Juli 2013 gilt die Allgemeinverbindlichkeit für die Segmentierung des Milchmarktes. 99 % der in der Schweiz produzierten Milch werden seither bis zum Verkaufspunkt in je einem der drei Segmente gehandelt. Nur ganz kleine Milchverwerter sind von der Segmentierungspflicht ausgenommen. 2013 sind im Jahresdurchschnitt 89 % der in der Schweiz produzierten Milch von den Erstmilchkäufern im A-Segment gekauft worden. Das A-Segment umfasst die Milch, welche für Milchprodukte im geschützten Inlandmarkt oder im gestützten Markt im In- und Ausland verwendet wird. Milch für den Käsesektor gehört wegen der bestehenden Verkäsungszulage deshalb bis auf wenige Ausnahmen zum A-Segment. 10,7 % der Milch wurden im Gesamtjahresdurchschnitt von den Erstmilchkäufern im B-Segment gekauft und 0,3 % im C-Segment. Weil es 2013 fast keine Milchüberschüsse gab, wurde fast keine C-Milch produziert.
Mit der Segmentierung des Milchmarktes wird eine Reduktion des Preisdruckes auf die wertschöpfungsstarken Marktsegmente beabsichtigt. Die Märkte im A- und B-Segment sollen möglichst unbeeinflusst voneinander bestehen. In der Branche herrscht Einigkeit darüber, dass dieses Ziel auch erreicht wird. Deshalb ist die Segmentierung sowohl bei den Produzenten, den Verarbeitern als auch bei den Grossverteilern heute unumstritten. Zwischen der A- und B-Milch betrug 2013 der Unterschied bei den Richtpreisen zwischen 4,7 und 7,5 Rappen pro kg Milch. Zum Segmentierungssystem gehören auch genaue Kontrollen: Unternehmen, welche Milch im B-Segment oder im C-Segment kaufen, müssen nachweisen, dass sie damit auch die entsprechenden Produkte herstellen. Die Kontrollen der Export- und Verarbeitungsbelege für 2013 finden in diesen Wochen statt.
Das C-Segment wird für diejenige Milch verwendet, welche im übrigen Milchmarkt nicht abgegetzt werden kann. Hier werden Weltmarktpreise bezahlt. Die Produktion muss für die Milchbauern freiwillig sein. 2013 wurden nur in den ersten vier Monaten sowie im Dezember kleine Mengen C-Milch gehandelt. Der Markt war im Gleichgewicht und dass in einem solchen Fall fast kei-ne C-Milch produziert worden war, zeigt, dass das System funktioniert.
Im Januar 2014 sind in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr 4,5 % mehr Milch produziert worden. Für Februar und März sind noch keine definitiven Zahlen vorhanden, die Tendenz geht aber in eine ähnliche Richtung. Die Gefahr für eine strukturelle Überproduktion besteht heute wieder. Wichtig ist, dass die Akteure im Markt nun mit dem Instrument der C-Milch marktgerechte Lösungen für diese Überproduktion ergreifen. Die BO Milch beobachtet gleichzeitig die neu gegründete Firma Lacto-Fama und begrüsst das damit verbundene Ziel, Verwerfungen im Milchmarkt zu verhindern. Für die BO Milch ist es wichtig, dass mit dieser Firma keine Anreize für strukturelle Überproduktion entstehen und es keine Widersprüche zum Segmentierungsmodell schafft. Denn als Instrument gegen die strukturellen Überschüsse ist das System der Segmentierung ideal.