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Helga Knieses Vorfahr Anton Stahlschmidt (*1672) ist Halfmann auf Dürhölten, einer kleinen Ortschaft der Gemeinde Meinerzhagen, und die Besitzer von Dürhölten sind der Richter Wever und der Gerichtsschreiber Wever! Als Anton am 18. Oktober 1747 zu Meinerzhagen-Lengelscheid stirbt, hat er in erster Ehe fünf Jahre gelebt, ist drei Jahre lang Witwer und 36 Jahre in zweiter Ehe verheiratet gewesen. Er hinterlässt sechs Söhne und eine Tochter.
Der Richter Christian Wever zu Meinerzhagen ist Besitzer des Immecker Hammers, denn 1677/78 beliefert ihn dort Peter Vedder “schulten” zu Lengelscheid (Ksp. Meinerzhagen) mit Holzkohlen1.
Im Verzeichnis der Reidemeister von 1675 werden als Besitz verschiedener Wever insgesamt sieben Osemundhämmer aufgeführt. Im Kiersper Hebezettel von 1640 wird der “Richter zu Dürhöltzen wegen des “windfurer Hammers” veranlagt. Die Verzeichnisse der Osemund-Fabrikanten aus dem Jahre 1733 führen bereits eine grosse Anzahl von Hämmern auf, die Anzahl der Reidemeister hat sich jedoch aufgrund der starken Versippung der Familien untereinander kaum vergrössert2.
Gemäss Helga Kniese ist Anton Stahlschmidts Sohn Johann Dietrich Stahlschmidt “Kirchenschulte”, d.h. er ist ein Kirchengutspächter. Sein Pachtsitz hat von alters her den Namen “Schultengut” und ist ein Lehnhof des Freiherrn von Kessell zu Neuenhof, der es 1731 in andere Hände übergehen lässt, so dass später die evangelische Kirche das Gut ersteht.
Aus den Herscheider und Meinerzhagener Kirchenbüchern gehen Ehen hervor, die zwischen Herscheider Stahlschmidts und Meinerzhagener Bürgerinnen geschlossen werden, wie bereits im Kapitel “Herscheider” erwähnt.
Christoph Stahlschmidt, sel. Anton Stahlschmidt ehl. nachgel. Sohn aus Meinerzhagen heiratet 1753 Elisabeth Gattinger, die Tochter eines Kirchmeisters aus Hadamar bei Diez, was die Verbindung der Herscheider und Meinerzhagener Stahlschmidts zur Kirche unterstreicht.
Eine Verbindung des Meinerzhagener Geschlechtes Wever gibt es übrigens auch zur Stadt Plettenberg, als Anna Elisabeth, die Witwe des Plettenberger Pastors Brockhaus, am 28.02.1714 den Tuchmacher Anton Wever, Sohn von Jakob und Enkel von Peter Wever, beide Richter zu Meinerzhagen, heiratet3.
Auch Peter Knoche, der Jüngere, Schwiegergrossvater von Johann Georg Stahlschmidt (siehe unter Plettenberger) stammt aus Meinerzhagen. Die nachfolgenden Kirchenbuch-Einträge zeigen auf, dass er und seine Frau in den Jahren 1664 und 1666 als Plettenberger in Meinerzhagen zu Paten gemacht werden. Peter Knoche, der Ältere stirbt am 27. November 1665 im Alter von 76 Jahren in Meinerzhagen im Knoche Haus, wo er 49 Jahre in der Ehe gelebt und 13 Kinder gezeugt hat.
Das Meinerzhagener Kirchenbuch aus dem 17. Jahrhundert beinhaltet interessanterweise nicht nur Familienstandsnachrichten, sondern auch allgemeine Informationen wie z.B. einen Hinweis auf den Brand vom 10.04.1695 in Siegen, bei dem die Stadt beinahe halb abgebrannt ist samt dem fürstlichen nassauischen Hofe und der katholischen Kirche. Unter dem 23. Juli 1692 heisst es: “ist unßere große Klocke gegoßen worden, der Meister war wohnhafftig zu Eßelohe im Cöllnischen Lande nahmens Joes [Johannes] La Pays [Delapaix] (siehe auch den Aufsatz “Die Glockengiesserfamilie Delapaix” von Paul Michels). Das weitere Foto zeigt ein Rezept gegen Melancholie und Scorbut, das u.a. 2 Quintlein orientalischen Safran und 1/2 Loth Rabarbara enthält.
Fussnoten
- E. Dösseler, Süderländische Geschichtsquellen und Forschungen, Bd. III: Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte der südlichen Mark vor 1806 [↩]
- D. Woeste, Der Osemund, Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des Märkischen Sauerlandes und zur Geschichte des Eisens [↩]
- P. von Gebhardt, Geschichte der Familie Brockhaus aus Unna in Westfalen [↩]