Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03539.jsonl.gz/1042

Schellenschmied/in
Das Handwerk des Schellenschmieds[1] ist eine Spezialisierung des Schmiedehandwerks und kein eigenständiger Beruf. Die Grundausbildung zum Schmied – in der offiziellen Bezeichnung heute „Metallbauer, Fachrichtung Schmiedearbeiten“ genannt – dauert vier Jahre und schliesst mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis ab. Der zukünftige Metallbauer sollte über handwerkliches Talent, Freude an der Bearbeitung von Metall und eine robuste körperliche Konstitution verfügen. Zur Geschichte des Schmiedehandwerks s. Eintrag Schmied.
mehr lesen
Das Schellenschmiedehandwerk hingegen gilt in der Schweiz als hochgefährdet, obschon Schellen (in der Mundart auch Treichle oder Trychle genannt) in einigen Regionen wie z.B. dem Berner Oberland und dem Ausserrhodischen Hinterland traditionell tief verankert sind.
Schellen unter anderem Fahr- und Weidschellen, Chlausenschellen und Rollen sowie Senntumschellen werden im Gegensatz zu Glocken nicht gegossen sondern aus Stahlblech geschmiedet. Insbesondere die Herstellung der Senntumschellen verlangt den Schellenschmieden grosses handwerkliches Geschick ab. Diese werden handgeschmiedet, feuervermessingt und harmonisch aufeinander abgestimmt, d.h. viele tausende Hammerschläge über tausend Grad Hitze und die Anwendung einer alten und aufwändigen Methode bei der Beschichtung der Oberfläche (Feuervermessingen) sind notwendig. Beim Feuervermessingen, welches eine besondere Herausforderung im Herstellungsprozess darstellt, werden die Senntumschellen mit Messingteilen versehen und in einem Lehmteig eingewickelt, der unteranderem aus Wasser, gemahlenem Lehm, Schamott, Sand, Grafit und Gerstehärchen besteht. In diesem Lehmmantel eingehüllt gelangen die Schellen in einem Freiluftofen, sodass bei ca. 950 Grad das Messing schmelzen und sich auf die Oberfläche der Schellen verteilen kann. Nachdem alles abgekühlt ist und die Schellen aus dem Lehmteig aufgebrochen sind, erfolgt abschliessend das Polieren und das Stimmen des Dreiklangs.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Schellenschmiedin.
Artikel als PDF
Literatur
www.berufsberatung.ch → Eintrag Metallbauer/in, abgerufen am 25.1.2018.
www.marcelhuwyler.files.wordpress.com → Eintrag /2016/01/lali-schellenschmied
www.schellenschmiede.ch→ Eintrag traditionell, handgeschmiedet – echt
Ähnliche Berufe