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Bestimmte Aussagen im NT ...
~Patrick Navas (2006)~
Das Folgende ist eine beispielhafte Aufstellung von biblischen Schlüsselstellen, die man wohl hätte erwarten können oder erwarten müssen, wenn die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes von zentraler Bedeutung für den christlichen Glauben ist oder wenn die Annahme dieser Lehre eine wesentliche Voraussetzung für die Erlösung des Menschen ist.
Die Formulierungen auf den folgenden Seiten sind nicht in einem sarkastischen Geiste zusammengestellt worden, sondern in vollem Ernst, denn wenn die spätere orthodoxe Lehre von der Dreieinigkeit wirklich auf der Lehre des Neuen Testamentes gegründet ist und mit ihr übereinstimmt,, dann ist es eigentlich vollkommen vernünftig, dass die eindeutigen „Bekenntnisaussagen“, die durch die allseits bekannten und für den christlichen Glauben den Mittelpunkt bildenden Sätze dargelegt werden, in folgender oder ähnlicher Weise hätten ausgedrückt werden müssen:
Das Bekenntnis von Petrus: Matthäus 16,13-17
Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“ Sie sprachen: „Etliche sagen, du seist Johannes der Täufer; andere aber Elia; noch andere Jeremia oder einer der Propheten.“ Da spricht er zu ihnen: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Da antwortete Simon Petrus und sprach: „Du bist Gott der Sohn, die zweite Person der Heiligen Dreieinigkeit!“ Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel, der die erste Person des dreieinigen Gottes ist!“
Matthäus 28,18-19
Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: „Als Gott, als zweite Person der Gottheit – wesensgleich und gleichewig mit dem Vater – habe ich alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, des alleinigen Gottes tauft.“
Markus 12,28-30
Und es trat einer der Schriftgelehrten herzu, der ihrem Wortwechsel zugehört hatte, und da er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: „Welches ist das vornehmste Gebot unter allen?“ Jesus aber antwortete ihm: „Das vornehmste aller Gebote ist: «Höre, Israel, der Herr, unser Gott, der Herr ist ein Wesen aus drei Personen (oder: „Der Herr unser Gott ist ein was aus drei wer“); und du sollst den dreieinigen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit all deiner Kraft!» …
oder
Jesus antwortete und sprach: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: „Der Herr, unser Gott, ist einer.” Ich aber sage euch: „Höre Israel: Der Herr, unser Gott ist einer und doch drei, - drei Personen gleichen Wesens.
Johannes 1,1
Im Anfang war Gott der Sohn, auch Wort genannt, und das Wort war bei Gott dem Vater, der ersten Person des dreieinigen Gottes und das Wort war gleichen Wesens mit dem Vater.
Johannes 4,23- 24
Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den einen Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn Gott sucht solche Anbeter. Gott ist eine Einheit von drei Personen, und die Gott anbeten, müssen ihn als drei Personen von gleichem Wesen im Geist und in der Wahrheit anbeten, denn die drei Personen der Gottheit suchen solche Anbeter, die sie zusammen als den einen Gott anbeten.
Johannes 3,16
Denn Gott der Vater hat die Welt so geliebt, dass er Gott den Sohn gab, damit jeder, der an seine Gottheit glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
Johannes 8,24
Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich Gott im Fleisch bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.
Johannes 8,58
Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, habe ich schon von Ewigkeit an als Gott der Sohn, die zweite Person der Dreieinigkeit, existiert!
Johannes 17,3-5
Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, Vater, den allein wahren Gott, und den Sohn, den du gesandt hast, als Gott und den Heiligen Geist als Gott erkennen – drei voneinander zu unterscheidende Personen und doch ein Gott. Ich habe dich verherrlicht auf Erden, indem ich das Werk vollendet habe, das du mir gegeben hast, dass ich es tun solle. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir als Gott der ewige Sohn bereits hatte, ehe die Welt war.
Johannes 20,30-31
Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buche nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus Gott der Sohn, die zweite Person der dreipersonalen Gottheit, ist und dass ihr durch diesen Glauben Leben habt in seinem Namen
Römer 8,3
Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt wurde, das hat Gott getan, nämlich die Sünde im Fleische verdammt, indem er selbst einen Leib aus Fleisch und Blut angenommen hat, um der Sünde willen …
Römer 10,9
Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus Gott ist, die zweite Person der Dreieinigkeit, und in deinem Herzen glaubst, dass der Vater ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet;
Römer 15, 4-6
Was aber zuvor geschrieben worden ist, das wurde zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung fassen. Der Gott der Geduld und des Trostes aber gebe euch, untereinander eines Sinnes zu sein, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig, mit einem Munde den einen Gott lobt, - den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
1. Korinther 8, 4-6
Was also das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir, dass kein Götze in der Welt ist und dass es keinen Gott gibt außer dem Einen. Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt, sei es im Himmel oder auf Erden - wie es ja wirklich viele Götter und viele Herren gibt -, so haben wir doch nur einen Gott, - den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist; drei Personen und doch nur ein Wesen.
1. Korinther 15,27-28
Denn ‚der Vater hat alles unter seine Füße getan‘. Wenn es aber heißt, dass ihm alles unterworfen ist, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, welcher ihm alles unterworfen hat. Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird sich auch der Sohn als Mensch dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, auf dass der dreieinige Gott sei alles in allen.
1. Timotheus 2,5+7
Denn es ist ein Gott, - Vater, Sohn und Heiliger Geist - und ein Mittler zwischen dem Vater und den Menschen, der Gottmensch Christus Jesus … dafür bin ich eingesetzt worden als Prediger und Apostel - ich sage die Wahrheit und lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit, - die Erlösung des Menschen beruht auf der Annahme dieser Lehre.
1. Johannes 4,2-3;5,1-13
Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt: „Jesus Christus ist der im Fleisch gekommene Gott“, der ist von Gott; und jeder Geist, der Jesus nicht als den inkarnierten Gott bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von welchem ihr gehört habt, dass er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt … Jeder, der glaubt, dass Jesus Christus Gott der Sohn ist, die zweite Person der Trinität, der ist aus Gott geboren; und wer den Vater liebt, der liebt auch den, der ewig aus Ihm gezeugt ist. … Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus Gott der ewige Sohn ist? Er ist es, der mit Wasser und Blut gekommen ist, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der bezeugt, weil der Geist die Wahrheit ist. Denn drei sind es, die bezeugen: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und die drei zusammen sind der einige Gott. Wenn wir das Zeugnis der Menschen annehmen, so ist das Zeugnis des Vaters größer; denn das ist das Zeugnis des Vaters, dass er von Gott dem Sohn Zeugnis abgelegt hat. Wer glaubt, dass Jesus Gott der Sohn ist und an ihn glaubt, der hat das Zeugnis in sich; wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, welches der Vater von Gott dem Sohn abgelegt hat. Und darin besteht das Zeugnis, dass uns Gott ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist zu erreichen durch den Glauben an die Lehre von der Dreieinigkeit und den Glauben an Gott den Sohn. Wer Gott den ewigen Sohn hat, die zweite Person des dreieinigen Gottes, der hat das Leben; wer Gott den Sohn nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr an den Namen Gottes des Sohnes glaubt.
Kolosser 1,15-16
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Vater, er ist der Schöpfer aller Kreatur. Denn durch ihn ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist.
Hebräer 1,3
„Er [der Sohn], der die Ausstrahlung der Herrlichkeit des Vaters ist und ewig Anteil an dem göttlichen Wesens des Vaters hat.
Philipper 2,5-11
Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war; er, der seit Ewigkeit Anteil an dem gleichen göttlichen Wesen wie der Vater hatte, hielt es nicht wie einen Raub fest, substantiell dem Vater gleich zu bleiben; sondern hat, ohne auf seinen Ruf und Ansehen zu achten, das göttliche Wesen mit der menschlichen Natur verbunden, damit er der Gottmensch werden konnte … Darum hat ihn der Vater auch über alle Maßen erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr [kyrios=Gott] sei, zur Ehre des dreieinigen Gottes.
Offenbarung 5,13-14
Und alle Geschöpfe, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meere sind, und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt (Gott Vater) , und dem Lamm (Jesus, Gott Sohn) gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier lebendigen Wesen sprachen: Amen! Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten die Heilige Dreifaltigkeit an.
Natürlich kommt keine der oben angeführten Stellen in dieser Form in der Schrift vor. Allerdings kann sich ein ernsthaftes darüber Nachdenken für diejenigen als nützlich erweisen, die sich mit den Kontroversen befassen, die nunmehr seit gut siebzehn Jahrhunderten im Zusammenhang mit dem trinitarischen Dogma bestehen, denn sie verdeutlichen sehr drastisch, wie weit die heutige „wichtigste christliche Lehre“ von den Schwerpunkten und der Sprache des Neuen Testamentes entfernt ist, die ursprünglich von Jesus, den Aposteln und den Christen des 1. Jahrhunderts so zum Ausdruck gebracht worden sind.
Die Aussage ist richtig: „Wenn Gott eine Dreieinigkeit ist, dann dürfen wir erwarten, bestimmte Aussagen im Neuen Testament zu finden“ - doch wir finden sie nicht!