Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03271.jsonl.gz/1220

Museggmauer
Sie ist noch, mit Ausnahme des östlichsten verlorenen Teiles von rund 40 Metern ganz erhalten
und misst in der Länge 870 Meter. Sie ist durchschnittlich 1,5 Meter dick;
die Höhe variiert je nach Gelände, beträgt aber durchschnittlich um die 9 Meter.
Hinter ihrer Zinnenkrone zieht sich ein ungedeckter Wehrgang hin.
Die Zinnen erheben sich über einem nach aussen vorkragenden gemauerten, unregelmässigen Rundbogenfries mit eckigen und abgerundeten Konsolen.
Die Mauer besitzt oder besass verschiedene Pforten.
Musegg Umgang
Das Ereignis findet jeweils im Frühling statt. Im Mittelalter ist an einem Märzentag die Stadt von grossem Feuer heimgesucht worden und der Stadtumgang ist ein Bittgang zum Schutz vor Feuersbrünsten und Kriegsgefahr. Der grosse Stadtbrand des Jahres 1340 wird deshalb von einigen Historikern als Beginn und Grund der kirchlichen Prozession angesehen.
Nach der Fertigstellung der Museggmauer im Jahr 1408 hat der Weg um die Stadt eine beträchtliche Verlängerung erfahren. Ausgangs- und Endpunkt des Ganges war die Hofkirche. Von hier aus benutzten die weltlichen Teilnehmer bis zum Abbruch der Hofbrücke (1833-55) die Hof- und Kapellbrücke, seit 1873 die Seebrücke bis zum Freienhof. Der Klerus, die Schüler, Singer, Musikanten und die Heiligtümer wurden vom Hof mit Nauen zur Schiffshütte beim Freienhof geführt. Dann schritt der Zug der alten Stadtmauer (Hirschengraben) entlang zur Sentivorstadt, wo die Reuss ein zweites Mal überquert werden musste, was mittels eines vorübergehend installierten Steges oder einer Schiffsbrücke geschah. Ab und zu soll die Prozession auch über die Spreuerbrücke ans andere Ufer geleitet worden sein. Hier führte eine Stiege unterhalb des Nölliturms zur Brüggligasse hinauf, dann stiegen die Betenden auf schmalem Pfad auf die Musegghöhe, wo ein Pilgergottesdienst im Freien stattfand (seit anfangs des 18. Jhs. bei der eigens dafür errichteten Museggkapelle), worauf sie sich auf dem Weg ausserhalb der Museggmauern weiterbewegten, und schliesslich am grossen Heiland beim Weggistor vorbei wiederum zur Hofkirche zu gelangten.
Eine Sonderheit des Musegger Umgangs war die Verpflegung des Klerus sowie der Armen und Aussätzigen mit Fisch aus stadteigenen Weihern und Wein.
Im 18. Jh. zog der Musegger Umgang jeweils Tausende von Pilger an.