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Am 5. Januar um 11 Uhr am Morgen wurden Fernseh- und Radiosendungen in 8 Präfekturen für eine Erdbebenwarnung unterbrochen. Ein Erdbeben stehe kurz bevor, man solle Schutz suchen, hiess es. Dies wird nur gemacht, wenn es sich wirklich um ein starkes Erdbeben handelt. Zuerst sagte der Fernsehsprecher auf NHK, dass das Erdbeben in der Präfektur Ibaraki unweit von Tokio sei, dann hiess es, es sei in der Präfektur Toyama am Japanischen Meer. Die Verwirrung war komplett.
Kurz darauf klärte sich die Lage auf. Zuerst bebte die Erde in der Präfekturen Toyama und Ishikawa, drei Sekunden, also fast zeitgleich, kam es zu einem leichten Erdbeben in Ibaraki, wie die Yomiuri Shimbun berichtete. Beide Beben hatten lediglich die Stärke 3 von 7 auf der japanischen Skala, waren also kaum zu spüren. Offenbar aber hatte das Vorwarnsystem beide Ereignisse als ein grosses Beben registriert. So kam es zur grossen Warnung. Man werde die Ursache für diesen Fehler erörtern und die Genauigkeit des Systems verbessern, hiess von Seiten der Wetterbehörde.
Nicht der erste Fehlalarm
Japan ist wie kein anderes Land auf Erdbeben vorbereitet. Selbst für den Hochgeschwindigkeitszug gibt es ein ausgeklügeltes Frühwarnsystem, das ständig verbessert wird (Asienspiegel berichtete). Das System ist aber noch lange nicht perfekt, wie der Vorfall vom 5. Januar gezeigt hat.
Bereits in der Vergangenheit kam es zu ähnlichen Fehlalarmen. So wurde beispielsweise im August 2016 ein Beben der höchsten Stufe 7 angekündigt. Regionalzüge und U-Bahnen stoppten sofort ihren Betrieb. Auf Twitter verbreitete sich die beängstigende Meldung in Windeseile. Doch dann passierte nichts. Die Wetterbehörde entschuldigte sich schliesslich für den Alarm entschuldigen (Asienspiegel berichtete). 2009 und 2013 kam es zu ähnlichen Fällen wie gestern (Asienspiegel berichtete). Einerseits sind viele darüber verärgert, weil so die Glaubwürdigkeit des Systems leidet. Andererseits hat man lieber einen Alarm zu viel als zu wenig.