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Georg Busch (1908–2000)
Professor für Physik
Georg Busch wurde am 12. September 1908 in Zürich geboren, wo er die Schulen besuchte. Schon in Jugendjahren führte er zu Hause chemische Experimente durch und besuchte als Schüler der Kantonalen Industrieschule mit Begeisterung die Abendvorträge von Paul Scherrer. Im Herbst 1927 begann er sein Studium an der ETH Zürich. Daneben widmete er sich intensiv dem Rudersport und gewann mehrere Schweizer Meisterschaftspreise. Ende Februar 1933 erhielt er das Diplom als Physiker und im Herbst 1933 wurde er Assistent am Physikalischen Institut der ETH Zürich bei seinem Lehrer Paul Scherrer.
Aufbau der Halbleiterforschung
Eine erste Pionierleistung gelang ihm 1935, als er das Ferroelektrikum Kaliumdihydrogenphosphat entdeckte. 1938 schloss er das Studium der Naturwissenschaften an der ETH mit dem Doktortitel ab. Er wandte sich einer damals noch recht unbekannten Materialgruppe, den Halbleitern, zu und baute in der Folge die Halbleiterforschung auf, der damals anfänglich kein grosses Interesse galt, da Ende der 1930er Jahre die Kernphysik in zunehmendem Mass Mittel und Beachtung erhielt. 1938 kam aus der schweizerischen Industrie, aus der Firma Sprecher und Schuh, die Anregung, die physikalischen Grundlagen der Siliziumkarbidwiderstände zu untersuchen. Daraus entwickelte sich eine neue Tradition auf dem Gebiet der Festkörperphysik, an deren Anfang 1942 die Habilitationsschrift von Georg Busch unter dem Titel "Über den Mechanismus spannungsabhängiger Widerstände" stand, die zentrale Fragestellungen bearbeitete und hochinteressante erste Erkenntnisse enthielt.
Untersuchungen und Entdeckungen
Die nun folgenden Arbeiten über die Thermoemission aus Halbleitern waren wiederum Pionierleistungen. Es ging weiter mit verschiedenen Untersuchungen, die in der Leistungselektronik, die sich mit der Umwandlung und Steuerung elektrischer Energie mit statischen Mitteln befasst, wesentliche Fortschritte brachten. Zusammen mit anderen Forschern kamen neue Gebiete wie zum Beispiel der Magnetismus, die Magnetooptik oder die hochaufgelöste Elektronenspektroskopie ins Blickfeld. Die dabei verfassten Arbeiten fanden weitherum Beachtung. Georg Busch erbrachte nicht nur Pionierleistungen, er war zudem ausserordentlich befähigt bei der Entwicklung neuer Messmethoden und er war Meister bei der Handhabung der entsprechenden handwerklichen Techniken.
Gründung des Laboratoriums für Festkörperphysik
Die Wahl zum ausserordentlichen Professor für Physik fiel ins Jahr 1949. Ab 1955 bis 1978 wirkte Georg Busch als ordentlicher Professor für das gleiche Lehrgebiet. 1956 gründete Busch das Laboratorium für Festkörperphysik und war von 1957 bis 1978 dessen Vorsteher. Er widmete sich mit viel Engagement dem Unterricht und führte einen musterhaften Ablauf für verschiedene Praktika ein. Dazu kam eine Vielzahl an Spezialvorlesungen.
Rund 150 Diplomarbeiten und 40 Dissertationen sind unter seiner Leitung entstanden.
Publikationen
Als Resultat der vielfältigen Aktivitäten seiner Forschungsgruppe sind über 500 wissenschaftliche Publikationen zustande gekommen. Georg Busch schuf ein bedeutendes wissenschaftliches Werk, das die ETH Zürich auf dem Gebiet der Festkörperphysik zu einer internationalen Spitzenstellung führte.
Georg Busch starb am 31. Januar 2000 im Alter von 91 Jahren.
Handschrift
Unterschrift von Georg Busch unter die Zusammenfassung eines Referats, in dem er 1964 an der Generalversammlung des Vereins zur Förderung der Festkörperphysik an der ETH über die laufenden Forschungsarbeiten am Labor für Festkörperphysik informierte (Akten des Schulrats: SR3, 1964, Reg.Nr. 397.0, Beilage zum Brief vom 16.9.1964)
Werke
Eine Liste der Veröffentlichungen von Georg Busch bis 1968 ist zu finden in:
Georg Busch zum 60. Geburtstag, in: Beiträge zur Festkörperphysik, Prof. Dr. Georg Busch zu seinem 60. Geburtstag am 12. September 1968, hg. von der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft, in: Helvetica physica acta ; vol. 41 (1968, Oktober), fasc. 6/7, S. 662–667.
Bestand
Von Georg Busch besitzt die ETH-Bibliothek nur vereinzelte Unterlagen, die direkt von ihm stammen. Einerseits werden im Hochschularchiv der ETH Zürich mehrere Briefe in Schenkungen aus anderer Hand aufbewahrt, andererseits sind Mitschriften von Studierenden vorhanden, die seine Lehrveranstaltungen besucht haben. Darüber hinaus sind wesentliche Informationen zu seinem Wirken an der ETH Zürich in den Schulratsprotokollen und in den zugehörigen Akten enthalten. Weiter geben ein Dokumentationsdossier in der Biographica-Sammlung des Hochschularchivs der ETH Zürich und Aufnahmen aus dem Bildarchiv Auskunft über das Leben von Georg Busch.