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Goldener Mittelweg
Replik auf: Bättig J. Albert Einstein (1879–1955) zu Immanuel Kant (1724–1804). Schweiz Ärztezeitung. 2017;99(23):724–5.
Ich danke dem Kollegen Bättig für seine kritischen Betrachtungen zu meinem Artikel. Ich gehe mit ihm vollständig einig, dass die rigorose und intellektlastige Moralphilosophie Kants nicht allgemein zum Studium oder gar zur Anwendung empfohlen werden kann. Ein solches Anliegen geht aber aus meinem Essay auch gar nicht hervor. Es geht da einzig darum, den goldenen Mittelweg zwischen den Extremen eines strengen Dogmatismus und eines überspitzten Empirismus als ethisch korrekt aufzuzeigen. Kants umstrittene Moralphilosophie ist zudem auch nicht Thema der von mir ausdrücklich empfohlenen Schrift zur «Kritik der reinen Vernunft», sondern wird in der «Kritik der praktischen Vernunft» abgehandelt.
Was Einsteins Einwände gegen Kant betrifft, fühle ich mich einfach nicht kompetent, diese beiden Giganten gegeneinander abzuwägen. Für den «Normalwissenschaftler», und dazu zähle ich sicher auch die Mehrzahl unserer Kollegen, bleibt Kant aber auch nach über 200 Jahren immer noch lesenswert, erkenntniserweiternd und vor allem erfassbar, wohlverstanden ohne die Notwendigkeit eines Physikstudiums oder einer Beschleunigung in die Gefilde der Lichtgeschwindigkeit.
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