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"Giftiger Trog, hübsches Randtief"
Dies sind lediglich zwei von vielen, emotional recht aufgeladenen Begriffen, die heute von den diensthabenden Meteorologen zur Charakterisierung der Wetterlage verwendet wurden. Die Auswirkungen derselben auf unser Wetter schauen wir uns nun im Detail an.
„Zacharias“ wurde dieses Tiefdruckgebiet von der Freien Universität Berlin genannt, als es tags zuvor über dem Ostatlantik entstand. Es zog in den vergangenen 36 Stunden von der Biskaya über Frankreich hinweg nach Mitteleuropa und entwickelte dabei diese herrlich anzusehenden Strukturen – herrlich deshalb, weil sie besonders im Sommerhalbjahr nur sehr selten so ausgeprägt über dem Kontinent zu beobachten sind
Schnäggewetter zum Znüni ...
In der ersten Tageshälfte strömte sehr feuchte Luft zur Schweiz. Sonnenschein war Mangelware, dafür regnete es umso häufiger. Im Genferseegebiet sowie in der Nordostschweiz entluden sich bereits erste, eingelagerte Blitze.
… und Huddelwetter zum Zvieri
Ab Mittag erfasste am Südrand des Tiefs zwar etwas weniger feuchte, aber zunehmend labile Luft die Schweiz. Zwei Staffeln mit Schauern und Gewittern zogen am Nachmittag über die Alpennordseite hinweg, begleitet von stürmischem Westwind mit Böenspitzen von 60 bis 90 km/h. In Delémont wurden 100 km/h, an den exponierten Bergstationen des Jurabogens und der Alpen 90 bis 120 km/h gemessen.
Die Höchsttemperatur lag in den Niederungen beidseits der Alpen zwischen 14 und 18 Grad, das sind 2 bis 4 Grad weniger als im langjährigen Durchschnitt für einen 11. Mai. Die Sonnenscheindauer bilanzierte kurz vor Redaktionsschluss lediglich in Teilen der Nordwestschweiz auf 2 bis 4 Stunden, in den Alpen und Voralpen wurde gebietsweise gar kein Sonnenschein registriert. Die Niederschläge dauern am Abend und in der Nacht noch an und verlagern ihren Schwerpunkt an den Alpennordhang, wobei die Schneefallgrenze auf 1200 Meter absinkt.
Die trübe und kühle Witterung dürfte morgen Sonntag vorerst enden. Anfang der nächsten Woche bestimmt ein Hochdruckgebiet mit Zentrum über Nordwesteuropa das Wetter im Alpenraum. Mit Bise steuert es zwar weiterhin kühle, aber zunehmend trockene Luft zur Schweiz. In der zweiten Wochenhälfte dürfte sich das Hoch sukzessive abschwächen und in der Folge prägt dann eher der Tagesgang den Wetterablauf.