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Artikel MAZ
Ein Regierungsrat, welcher das Bildungswesen im letzten Jahrhundert nachhaltig prägte
Leo Niklaus Lejeune, gehörte von 1959-1975 der Regierung an.
Bild: Personenlexikon Basel-Landschaft
Nach Johannes Mesmer und Jakob Christen ist Leo Lejeune der dritte Regierungsrat, der aus Muttenz kam. Lejeune (1915 – 1985) war ein Politiker mit Leib und Seele. Nach den Schulen und seinem Studium in Zürich trat er der Rechtsabteilung des Verbandes Schweizerischer Konsumvereine bei und zog deshalb zusammen mit seiner Frau nach Muttenz. Als überzeugter Sozialdemokrat betätigte er sich am neuen Wohnort auch politisch. Zunächst in der Schulpflege, dann als Gemeinderat, ab 1950 als Landrat und ab 1955 als Nationalrat. 1959, nach seiner Wahl in den Regierungsrat, verzichtete er auf das eidgenössische Mandat.
Im Regierungsrat übernahm er die Erziehungs- und Militärdirektion. Er war ein Freund der Wiedervereinigung der beiden Basel, denn er erhoffte sich dadurch eine wesentliche Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Einige Male wurde die Freundschaft mit der Stadt Basel jedoch auf eine harte Probe gestellt. Als die Zahl der Gymnasiasten ständig zunahm, und die Basler Behörden nur noch für die Basler Schülerinnen und Schüler genügend Schulräume zur Verfügung hatten, musste der entscheidende Schritt zur Errichtung eigener Gymnasien im Kanton Baselland getan werden. Es wurden gleich zwei Gymnasien errichtet, eines in Liestal und eines in Münchenstein. Dabei wurde neben den historischen Fachrichtungen ein neuer Maturitätstyp M eingeführt mit Betonung der modernen Sprachen und der Kunstfächer. Die Zahl der Gymnasiasten nahm rasch zu, und Lejeune konnte weitere Gymnasien in Muttenz und Oberwil eröffnen. Mit progymnasialen Abteilungen an der Sekundarschule wurde sodann der Übertritt ins Gymnasium möglich gemacht.
Besonders am Herzen lag Leo Lejeune die Schulbildung für Kinder, die kein Gymnasium besuchen konnten. Es wurden Berufswahlklassen eingeführt, aber auch Sonderklassen. In seine Amtszeit fällt auch die Gründung des Technikums beider Basel. Hier wirkte er massgeblich mit, dass Muttenz als Standort gewählt wurde. Danach folgte noch die Gründung eines Lehrerseminars, sowie der regionalen Jugendmusikschulen. Alle diese Einrichtungen sind Marksteine in der Geschichte unseres Kantons.
Weitere Einzelheiten findet man online unter
Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz