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Herznach - Wenn man mich fragte, würde ich es wie folgt beschreiben. Natürlich würde niemand so etwas ernsthaft bei mir nachfragen, dennoch hier eine mögliche Antwort:
Die Schweiz - Sie wird grob in drei geographische Regionen unterteilt: südlich die Alpen, nördlich der Jura und dazwischen das Mittelland. Die Alpen, ein mächtiges Gebirge, müssen hier nicht weiter beschrieben werden. Die mehrheitlich ebene bis hügelige Fläche zwischen den beiden Gebirgen Alpen und Jura bildet das Mittelland. Und schliesslich das nördliche Gebirge, der Jura - Er ist nicht so mächtig wie die Alpen. Seine Gipfel reichen wenig über tausend Meter über Meer. Trotzdem wirkt er als natürliche Trennung zwischen den nördlichen Gebieten Basel, Baselland und Fricktal, dem nordwestlichen Teil des Kantons Aargau. Seit Urzeiten werden die Pässe über den Jura rege benutzt. In der Neuzeit sind noch Tunnels für Bahn und Auto hinzugekommen, etwa durch den Belchen oder den Bözberg. Bekannte Pässe sind Passwang, Col de la Croix, Salhöhe, Hauenstein, Benkerjoch oder auch die Staffelegg.
Nimmt man letztere Passstrasse um zum Beispiel vom Aargauischen Mittelland Richtung Frick, Rheinfelden, Basel zu gelangen, beginnt die Überfahrt in Küttigen bei Aarau. Schnell führt die Strasse auf die Passhöhe auf 621 Meter über Meer. Sodann neigt sich die Strasse hinunter ins Staffeleggtal. Das Tal wirkt zuerst eng. Man fährt an Densbühren/Asp vorbei. Kurz nach Densbühren weitet sich das Tal zu einem grossen Talkessel. Gegen Ueken zu wird es wieder enger. Kurz nach Ueken wird das Tal gänzlich durch den Bahndamm der Bözberglinie blockiert. Nur die Strasse und der Bach finden einen Durchlass. Hinter dem Bahndamm ist man bereits im Tal der Sissle. Ein weites Tal, das vom Bözberg an Frick vorbei bis in den Rhein bei Stein Säckingen führt.
In dem beschriebenen Talkessel liegt weit ausgebreitet Herznach. Die Landschaft, in der wir uns befinden, ist grossartig. Wir sind umgeben von sanften Hügeln mit alten Baumbeständen und teilweise Rebbau. Es gibt hier Spuren früher Industrialisierung mit dem alten Bergwerk, das bis weit nach dem zweiten Weltkrieg in Betrieb war. Die Landschaft lag lange Zeit im Spannungsgebiet grosser Mächte wie die Habsburger oder Berner. Vielleicht deshalb oder um die Passtrasse zu befestigen war die Kirche von Herznach ehemals eine Wehranlage. Heute erkennt man noch viel von dieser ursprünglichen Wehrhaftigkeit. Von aussen nicht so sehr, wie wenn Sie direkt in der Anlage stehen. Die Kirche ist heute ein Bauwerk von nationaler Bedeutung. Eine etwas makabre Besonderheit ist der Pestsarg, der im ehemaligen Beinhaus des Friedhofs aufbewahrt wird.
In Herznach ist man dem Himmel ein Stück näher. Gehen Sie mal in einer sternenklaren Nacht auf einen der vielen Hügel. Nirgends bisher kahm mir der Sternenhimmel so eindrücklich vor wie hier.
Aber am besten entdecken Sie es doch selber - bis bald in Herznach