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C-Mill-Training bei Morbus Parkinson
Hintergrund
Patientinnen und Patienten mit der Parkinson-Erkrankung sind durch das verlangsamte Gehen eingeschränkt und neigen zu Stürzen, was wiederum zu Verletzungen führen kann. So stürzen etwa 70 Prozent der Parkinson-Patienten einmal jährlich, wobei besonders das sogenannte «Kleben bleiben» und die mangelnde Konzentration auf Hindernisse dafür verantwortlich sind.
Es gibt wenige therapeutische Möglichkeiten – dazu zählen die Physiotherapie, das Erlernen von Cuening-Strategien und die Verbesserung der Medikation. Es konnte gezeigt werden, dass Physiotherapie allein die Sturzgefahr noch nicht wesentlich reduzieren kann, weshalb diese um weitere Anwendungen ergänzt wird, die die Sturzgefahr reduzieren können.
Aktuelles Projekt: «Laufbandtraining mit virtueller Realität bei Gangstörung und Fallneigung bei Patienten mit M. Parkinson»
Mit dem Forschungsprojekt soll untersucht werden, ob die zusätzliche Verwendung unseres neuen Laufbandes mit virtueller Realität (C-Mill) geeignet ist, den Gang und die Sturzneigung bei Patientinnen und Patienten mit M. Parkinson zu verbessern. Bisher konnte eine erste Studie gute Effekte auf die Abnahme von Stürzen bei Parkinson-Patienten zeigen. In dieser Studie wurden jedoch nicht nur Parkinson-Patienten untersucht und daher wurde der Einfluss der Erkrankung nicht genau erfasst (z. B. Gedächtnis, Stimmung und Schweregrad).
Als zusätzliche Aufgabe während des Geh-Trainings wird den Patientinnen und Patienten eine Denkaufgabe gestellt: Während sie gehen und virtuellen Hindernissen ausweichen, sollen sie in regelmässigen Abständen Zufallszahlen nennen (mentales Würfeln). Wir hoffen mit der Studie zeigen zu können, dass sich das Training von Doppelaufgaben gut eignet, die Sturzgefahr zu reduzieren, weil dadurch die Koordination im Gehirn und die Automatisierung der Bewegungsabläufe verbessert werden kann sowie mehr Bereiche des Gehirns für Aufmerksamkeitsleistungen bei Hindernissen zur Verfügung stehen.
Um den Zusatznutzen der Laufbandtherapie festzustellen, werden zwei unterschiedliche Laufbandtherapien (mit und ohne Doppelaufgaben) während des stationären Aufenthaltes an fünf Tagen die Woche für drei Wochen durchgeführt. Eine Kontrolluntersuchung erfolgt direkt nach drei Wochen und eine nach weiteren drei Monaten. Weiterhin wird untersucht, inwieweit sich die Verbesserung auch auf den Alltag auswirkt: Den Patientinnen und Patienten wird angeboten, Sensoren zu tragen, die an den Füssen und am Rücken angebracht werden, und mit denen vor und nach der Therapie sowie nach drei Monaten das Gehverhalten erfasst werden kann.
Aktuell:
Die ersten Patienten haben bereits an der Studie teilgenommen. Weiteren Parkinsonbetroffenen wird angeboten, an der Studie teilzunehmen, wenn sie in den letzten drei Monaten mindestens einmal gestürzt sind oder eindeutig Beinahe-Stürze dokumentieren können und wenn sie keine stärkeren Gedächtnisstörungen haben sowie stabil mit Anti-Parkinson-Medikamenten eingestellt sind.
Die Studie kann im regulären Setting der Neurorehabilitation in Valens durchgeführt werden. Es erfolgen zudem Ganganalysen und Parkinson-spezifische Analysen sowie Untersuchungen der Aufmerksamkeit und des «Klebenbleibens» vor und nach der Durchführung des dreiwöchigen Trainings und drei Monate nach der Durchführung des Trainings. Die Teilnehmenden werden per Zufall einer der drei Studiengruppen zugeordnet, da die Studie im Doppelt-Blind-Design durchgeführt wird.
Bei Interesse melden Sie sich bitte per E-Mail an <email-pii>.
Publikationen:
Mylius V, Maes L, Negele K, Schmid C, Sylvester R, Brook CS, Brugger F, Perez-Lloret S, Bansi J, Aminian K, Paraschiv-Ionescu A, Gonzenbach R, Brugger P. Dual-Task Treadmill Training for the Prevention of Falls in Parkinson’s Disease: Rationale and Study Design.
Front. Rehabilit. Sci., 02 March 2022
Sarganserländer: Bericht zur Forschungsförderung der Parkinson-Studie
Forschungsteam & Finanzierung
Rehazentrum Valens:
Prof. Dr. Veit Mylius, Prof. Dr. Peter Brugger, Dr. med. Dr. sc. nat. Roman Gonzenbach, Ramona Sylvester, Laura Maes,
Dr. Jens Bansi
Kantonsspital St.Gallen:
Dr. Florian Brugger
EPFL:
Prof. Kamiar Aminian, Dr. Anisoara Ionescu
Finanziert von der Horst Kübler Stiftung, der Dr. Wilhelm Hurka Stiftung und den Kliniken Valens