Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/2293

Cornelia Escher
Visionäre Architektur- und Stadtentwürfe als Lösungsansätze für neue gesellschaftliche Herausforderungen – darin sah der GEAM (Groupe d’Études d’Architecture Mobile) seine Aufgabe. Seine Gründung 1958 stand am Anfang einer Welle konzeptioneller Architekturen, die in den späten 1960er Jahren ihren Höhepunkt erreichen sollte. Die Gruppe forderte eine «mobile» Architektur, die flexibel an die Bedürfnisse der Bewohner anzupassen sein sollte, zunächst in Reaktion auf das Ende der Congrès Internationaux d’Architecture Moderne (CIAM), die von jüngeren Architekten zunehmend skeptisch beurteilt wurden. Die Kritik des GEAM, zu dessen bekanntesten Vertretern Yona Friedman, Frei Otto und Oskar Hansen gehörten, zielte weniger auf einen Bruch mit den CIAM-Prinzipien als auf die Erneuerung konzeptioneller Ansätze.
Dabei nimmt der GEAM eine Scharnierstellung ein, in der sich das Visionäre aus dem Modernen formt. Anstatt sich in einer fantastischen Bildproduktion und einer architektonischen Science Fiction zu erschöpfen, dienten die Entwürfe der einzelnen Mitglieder dazu, die architektonische und städtebauliche Debatte zu öffnen. Eines der wenigen gemeinsam entwickelten und realisierten Projekte war die Wanderausstellung L’Architecture mobile, eine breit angelegte Plattform, mit der die Protagonisten 1961/62 ihre Ideen und Konzepte unter anderem in Paris, Hannover, Warschau und Amsterdam präsentierten.
2017. 16,5 x 24,5 cm, Klappenbroschur
428 Seiten, 179 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-365-7
60.00 CHF / 60.00 EUR
Philip Ursprung
Sind Politik und Wirtschaft Motoren für künstlerische und architektonische Veränderungen? Das Forschungsprojekt «Der Wert der Oberfläche» an der ETH Zürich unter der Leitung von Philip Ursprung folgte dieser Fragestellung. Der Begriff «Wert» wird hier ebenso sehr in ökonomischen Zusammenhängen wie als eine Idee der Qualität in Kunst und Architektur gesehen. Wo sind Vergleichbarkeiten etwa zwischen dem frühen Industriekapitalismus, dem Crystal Palace in London, Herman Melvilles Roman Moby Dick und der leibhaftigen Erscheinung eines weissen Wals zu beobachten? Oder inwieweit prägten die Folgen der Bologna-Reform die Struktur der Hochschule für Architektur in Nantes von Lacaton & Vassal?
Aus dezidiert subjektiver Sicht zeigt Philip Ursprung in seinen 14 im Rahmen des Projekts entstandenen Essays Verbindungen zwischen Ökonomie, Architektur und Kunst auf. Seine unkonventionellen gedanklichen Pfade regen zur kritischen Reflexion an. Sie führen in teils neue, teils unerwartete, überraschende Denkräume, die es ermöglichen, Phänomene in bisher so nicht gesehenen, einander wechselseitig bedingenden Erscheinungsformen zu betrachten. Das Buch plädiert für eine spekulative Geschichtsschreibung und fordert dazu auf, manche theoretische Prämisse zu revidieren.
Auch als E-Book erhältlich
ISBN Epub 978-3-85676-370-1
ISBN Mobipocket 978-3-85676-371-8
2017. 15,1 x 22,7 cm, Broschur
232 Seiten, 28 Abbildungen sw
ISBN 978-3-85676-366-4
29.00 CHF / 29.00 EUR
Beiträge von Susann Ahn, Judith Albert, Ellen Braae, Isabelle Fehlmann, Christophe Girot, Anuradha Mathur, Lara Mehling, Catherine Mosbach, Jane Wolff
Delta landscapes are difficult to define. These murky territories require a careful reading, and the analysis of a site caught between land and water calls for more than a mapping project to understand its complex bounds, so often drawn in fictional lines. This issue of Pamphlet proposes that, as landscape architects, we must thoroughly investigate the medium by innovating our design methods, strategies, processes, and tools to gain a literacy of place, which like the delta itself, embraces multiple threads and a constantly changing course. Delta Dialogues discusses site-reading methods that teach us to read between these rigid lines.
Deltalandschaften lassen sich nicht leicht definieren. Die zwischen Wasser und Land changierenden Orte verlangen eine Annäherung auf mehreren Ebenen. Um ihre komplexen Grenzen zu erfassen, bedürfen diese Flussmündungen weit mehr als einer abstrakten kartographischen Darstellung. Diese Ausgabe des Pamphlet soll zu innovativen Entwurfsmethoden, -strategien, -prozessen und -instrumenten anregen. Ziel ist es, ein Gestaltungsvokabular zu entwickeln, das mit unterschiedlichen Erscheinungsformen, überlappenden Strömungen und wechselhaften Verläufen umzugehen versteht.
Englisch
2017. 15 x 23 cm, Klammerheftung
86 Seiten, 11 Abbildungen sw
ISBN 978-3-85676-368-8
22.00 CHF / 22.00 EUR
Gabriela Güntert, Bruno Maurer, Arthur Rüegg (Hg.)
Beiträge von Gabriela Güntert, Sonja Hildebrand, Bettina Köhler, Claude Lichtenstein,
Bruno Maurer und Sabine Sträuli, Alessandro Mendini, Renate Menzi, Stanislaus von Moos, Urs B. Roth, Arthur Rüegg, Gabrielle Schaad, Marie Theres Stauffer, Juri Steiner
Die Kreativität von Trix und Robert Haussmann wirkt ansteckend. In der Architektur, der Innenraumgestaltung und im Produktdesign wie auch in Ausstellungsinstallationen und im lustvollen Spiel mit der Sprache findet die experimentierfreudige Neugierde ihren Niederschlag. Die Vielseitigkeit und die Qualität ihres international beachteten Œuvres, seine theoretische Fundierung und sein kritisches Potential sind im schweizerischen Kontext einzigartig.
Trix und Robert Haussmann begannen ihre private und berufliche Partnerschaft 1967. Die im selben Jahr im Rahmen der Werkbundaktion «Chair Fun» gemeinsam entworfenen Möbelpersiflagen sind Ikonen der Funktionalismuskritik. Ironie wird zu einem wesentlichen Charakterzug ihres Werks, sie spricht auch aus dem Namen ihrer Firma: «Allgemeine Entwurfsanstalt Zürich». Auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln jenseits der als dogmatisch empfundenen Moderne wurden Trix und Robert Haussmann in der Geschichte fündig, insbesondere in der Kunst des Manierismus. Sie befassten sich intensiv mit historischen Gestaltungsansätzen und Formen, die sie zunächst experimentell in objekthaften «Lehrstücken» erprobten, um sie dann in konkreten Projekten anzuwenden.
Der hohe künstlerische Anspruch, die handwerklich-technische Präzision und der luxuriöse Detailentwurf sind Kennzeichen all ihrer Arbeiten, von den Möbeln der Röthlisberger Kollektion bis zum Neubau der Ladenpassage Galleria in Hamburg (1978–1983). Der Umbau des Hauptbahnhofs Zürich, den sie in den späten achtziger Jahren zusammen mit dem Architekturbüro Steiger Partner realisierten, bringt die Haussmann’sche Art, gestalterisch zu denken, prägnant zum Ausdruck: «Wir wollten menschenwürdige Räume mit Eleganz schaffen. Es sollte ein Bahnhof mit Läden werden. Das ist etwas anderes als ein Shoppingcenter mit Gleisanschluss.» (Trix Haussmann in Hochparterre 3/2012)
2017. 25 x 30,5 cm, Leinen
380 Seiten, 973 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-360-2
130.00 CHF / 130.00 EUR
Welche Rolle spielt Farbe in der Architektur? Theo van Doesburg, Mitbegründer der Künstlervereinigung De Stijl, unterteilt die Verwendung von Farben in drei Kategorien: die «dekorativ-ornamentale Anwendung» ohne Bezug zur Konstruktion wie bei einem Fresko, die «rationalistisch-konstruktive Anwendung» zum Hervorheben konstruktiver Elemente wie bei Brunelleschi, der die Anatomie seiner Gebäude durch Farbe zum Ausdruck bringt, und die «schöpferisch-gestaltende Anwendung», in der die Farbe selbst zum Material wird und eine elementare Komponente der Architektur bildet. Durch Auftragen von Farbe auf Fotografien transformiert der Aktionskünstler John Baldessari die Aussage seiner Bilder und schafft neue Realitäten.
Dr blockiert Informationen, um auf die eigentliche Aktion aufmerksam zu machen. Es entsteht ein paralleler Diskurs durch die Symbolik der Farbtöne. In einem Text von 1924 beschreibt Adolf Behne die Furcht des «Kunstspiessers» vor der Farbe. Farbe sei nicht fein. Fein sei Perlgrau oder Weiss. Zudem sei der Verzicht auf Farbe ein Zei- chen von Bildung. Heute, fast ein Jahrhundert später, möchte trans 30 Farbe bekennen. Was ist unsere Position in dieser Debatte?
Texte in Deutsch, Englisch oder Französisch
2017. 23 x 29,7 cm, Broschur
171 Seiten, 131 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-367-1
25.00 CHF / 25.00 EUR
Vittorio Magnago Lampugnani
Die hier versammelten Aufsätze, in einem Zeitraum von knapp vier Jahrzehnten geschrieben, betrachten die Architekturgeschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
All diesen Texten – ideengeschichtliche Episoden, Kritiken von Bauten, übergreifende Fragestellungen zu Theorie und Praxis – ist gemein, dass sie nicht als akademische Übungen verfasst wurden, sondern aus genuiner Neugierde. Sie gehen von Biografien, persönlichen und architektonischen Geschichten, Umständen, die zu Architekturen geführt haben, vor allem aber von den Bauwerken selbst aus. Von wenigen weiter in die Geschichte zurückblickenden Texten abgesehen, bewegen sie sich innerhalb einer zwar weiten, aber durchaus scharfen Rahmenhandlung: der einer architektonischen Moderne, die sich von dem Schematismus, dem sie zuweilen gehuldigt hat, befreit, um sich selbst zu hinterfragen und zu erneuern, ohne ihren Prinzipien untreu zu werden.
Episoden, Protagonisten, Bauten und Themen wurden nach eigenen Interessen ausgewählt und gedeutet. Entstanden sind einfache wie handfeste und durchaus voreingenommene Erzählungen.
2016. 16 x 26 cm, Hardcover
380 Seiten, 136 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-357-2
75.00 CHF / 72.00 EUR
Adam Caruso, Helen Thomas (Hg.)
Beiträge von Adam Caruso, Maria Conen, Wolfgang Pehnt, Maria Schwarz, Rudolf Schwarz, Helen Thomas
Das architektonische wie das intellektuelle Werk von Rudolf Schwarz (1897–1961), entstanden in der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg, eröffnet ein tiefergehendes Verständnis der deutschen Nachkriegsarchitektur. Dieses Buch untersucht eine Auswahl von neun sakralen und profanen Gebäuden des Architekten, alle im Rheinland gelegen. Die Bauten werden durch neue Planzeichnungen und Fotografien anschaulich gemacht, ergänzt durch Schwarz’ Kommentare zu den vorgestellten Projekten und seinen ins Englische übersetzten Vortrag «Die Baukunst der Gegenwart» von 1958. Essays von Wolfgang Pehnt, Adam Caruso und Helen Thomas sowie ein Gespräch von Maria Conen mit der Architektin Maria Schwarz, Ehefrau von Rudolf Scnwarz, vermitteln Einsichten in sein komplexes Œuvre.
The product of a continuous European architectural and intellectual practice that bridged the Second World War, the work of Rudolf Schwarz (1897–1961) allows a deeper understanding of post-war German architecture. This book examines nine of his religious and secular buildings sited in the Rhineland, which are presented through new survey drawings and photographs. These are accompanied by Schwarz’s project descriptions and his lecture ‘Architecture of Our Times’ from 1958, which contextualizes his approach. Essays by Wolfgang Pehnt and an interview with Schwarz’s wife, the architect Maria Schwarz, provide further insight into this complex oeuvre.
2016. 24 x 32 cm, Leinen
334 Seiten, 163 Abbildungen und Pläne
ISBN 978-3-85676-362-6
89.00 CHF / 85.00 EUR