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VoIP kann man ohne Übertreibung als kleine Revolution ansehen, die bereits damit begonnen hat, den Markt der Telekommunikation komplett umzukrempeln. Als Abkürzung steht VoIP für “Voice over Internet Protocol” und bezeichnet damit die Telefonie über die Netze des Internets, nicht über die klassischen Telefonnetze. Die Sprachqualität bei dieser Art des Telefonierens ist dank schneller Internet-Breitbandverbindungen mittlerweile sehr gut, die Gespräche sind häufig preiswerter als bei anderen Möglichkeiten für Telefonate, innerhalb des Netzes eines VoIP-Anbieters, mitunter darüber hinaus, sogar meist kostenlos. Viele Vorteile, eine Bezeichnung: VoIP.
Wie funktioniert VoIP?
Beim Voice oder IP wird Sprache beim Telefonieren wie andere Daten, beispielsweise Bilder oder Textdateien, über das Internet übertragen. Wie bei der Datenübertragung im Internet üblich, werden auch die Sprachdaten beim VoIP in Datenpaketen zusammengefasst, um sie vom Sender zum Empfänger zu schicken. Darüber hinaus werden sie komprimiert, um eine möglichst schnelle Datenübertragung zu gewährleisten. Man sagt: die Daten werden vom Empfänger codiert (komprimiert) und beim Empfänger dann wieder decodiert (entkomprimiert). Funktioniert die Datenübertragung nicht schnell genug, so kommt es beispielsweise zu Verzögerungen im Telefongespräch, der Empfänger (Angerufene) hört die Stimme des Senders (Anrufers) erst nach einigen Sekunden: Ein Telefongespräch wie vom Festnetz gewohnt, wäre so nicht möglich. Deshalb entwickelt sich VoIP auch erst so rasant, seit schnelle Breitbandverbindungen ins Internet (z.B. DSL) in vielen Ländern massenhaft Verbreitung finden. Seither bietet das Internet geeignete Ressourcen, um VoIP wirklich attraktiv zu machen.
Protokolle beim VoIP
So genannte Protokolle regeln für das Internet die Datenübertragung, sorgen also beispielsweise dafür, dass E-Mails den richtigen Empfänger erreichen. Beim VoIP kommen zumeist mehrere Protokolle zum Einsatz. Eins davon – das vielleicht bekannteste – ist das Protokoll SIP (Session Initiation Protocol). Es hat sich wohl mittlerweile im Konkurrenzkampf gegen den so genannten H.323-Standard, ein anderes Protokoll für Sprachübertragung im Internet, durchgesetzt. SIP leitet das VoIP-Gespräch ein, schafft die Verbindung zwischen Sender und Empfänger. Das Protokoll SDP (Session Description Protocol) sorgt dann für die Weiterleitung verschiedener grundlegender Informationen zwischen Sender und Empfänger. Dazu gehört beispielsweise die Information, welche Art von Daten übermittelt werden und wie diese kodiert wurden. Die eigentliche Sprache wird dann mit dem RTP, dem Realtime Transport Protocol, zu den Datenpaketen zusammengeschnürt und mittels des Protokolls UDP in Echtzeit übertragen.
Verschiedene Möglichkeiten des VoiP
Die wahrscheinlich kostengünstigste Alternative, zumindest was anfängliche Investitionen betrifft, sind so genannte Softphones. Softphones sind Programme, die VoIP über den eingeschalteten Computer ermöglichen. Ein sehr bekanntes, das allerdings nicht das Protokoll SIP, sondern ein eigenes nutzt, ist das Programm Skype. Um mit solchen Softphones zu telefonieren, schließt man im Idealfall ein so genanntes Headset an den Computer an, also einen Kopfhörer mit integriertem Lautsprecher. Alternativ würden auch Mikrofon und Lautsprecher ausreichen. Mittlerweile bieten viele Unternehmen mit VoIP-Dienstleistungen ihre eigene VoIP-Software an. VoIP-Angebote lassen sich jedoch auch häufig ohne den eingeschalteten Computer nutzen: Dafür benötigt man beispielsweise einen Router, an den man neben dem Computer ein SIP-unterstützendes Internettelefon oder ein herkömmliches Telefon mit Adapter anschließt.
Die Zukunft von VoIP
VoIP ist noch relativ jung und spielt im Vergleich zur Telefonie über Fest-(Telefon)netz und über Mobilfunknetze noch keine allzu große Rolle. Viele Experten sehen in VoIP jedoch ein gewaltiges Potenzial. Einige behaupten sogar, es würde herkömmliche Telefonie irgendwann ablösen. Die Anfang 2006 von T-Online und dem Unternehmen Hubert Burda Media herausgebrachte Studie „Deutschland Online drei – Die Zukunft des Breitband-Internets” prognostizierte immerhin, dass der Marktanteil der Internettelefonie bis 2015 auf 34,6% steigen werde. Im Jahr 2004 betrug er zwar noch weniger als 1%, aber viele Vorteile sprechen für VoIP. Man darf gespannt sein.
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