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Für Corsin Bisaz wäre nun ein guter Zeitpunkt gewesen, die Strukturen der Lia Rumantscha zu modernisieren. Denn, sagt der Mitarbeiter des Zentrums für Demokratie Aarau und Mitverfasser eines Gutachtens zu den Strukturen der Lia: «Alle sind sich einig, dass die heutigen Strukturen nicht mehr den Anforderungen entsprechen».
Eine der Schwierigkeiten heute sei, dass die romanische Sprachenorganisation nicht mehr alle Romanen und Romaninnen gleichermassen vertrete und die Organisation nicht breit abgestützt sei.
Mit dem Entscheid der Delegiertenversammlung am Samstag, die heutigen Strukturen zu belassen, steige nun das Risiko, dass für längere Zeit nichts mehr passiere. «Nun kann es lange dauern, bis alle wieder das Problem anerkennen».
Bisaz warnt aber auch davor, den Stellenwert der Sprachenorganisation zu überschätzen. «Ich bezweifle, dass man mit einer Institution eine Sprache retten kann».
Zentraler sei, dass die Lia Rumantscha eine Möglichkeit für die Rumantschia wäre, wichtige Sprachenfragen zu klären und gemeinsame Entscheide zu treffen.
Strittige Fragen wie der Umgang mit der Standardsprache Rumantsch Grischun seien weiterhin ungelöst. Solche Fragen, sagt Corsin Bisaz, könne die Lia momentan aufgrund ihrer Strukturen nicht abschliessend beantworten.
Lia Rumantscha
Die rätoromanische Sprachorganisation ist ein Dachverband von elf Vereinigungen, die sich für die romanische Sprache einsetzen. Manche Gruppierungen - beispielsweise «Pro Idioms», die sich für den Erhalt der Idiome einsetzt - sind heute ausgeschlossen. Ein Parlament existiert nicht.