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Lumbalgie bezeichnet einen Schmerz im unteren Teil der Wirbelsäule, besser bekannt als „Hexenschuss“. Häufig wird auch von « Nierenschmerzen » gesprochen, auch wenn die Schmerzen nicht aus den Nieren kommen. Diese Schmerzen gehen oft mit Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit des Rückens einher. Sie sind meist auf einer Seite des Rückens, entweder links oder rechts, stärker, können sich auch über den gesamten unteren Rücken ausbreiten. Eine Lumbalgie geht zuweilen auch mit Schmerzen in einem Bein umher. Man spricht dann von einer „Lumboischialgie“.
Die Lumbalgie ist ein häufiges Leiden, das sich meist spontan entwickelt und manchmal keine Behandlung erfordert. Der „Hexenschuss“ wird meist durch eine Blockade der Muskeln und der Sehnen des unteren Rückens hervorgerufen.
Sofern die Schmerzen nicht mehrere Wochen lang andauern oder mit Anzeichen einer schweren Erkrankung einhergehen, bringen Röntgenuntersuchungen keinen Nutzen.
Lumbalgien können mehrere Ursachen haben, die meisten von ihnen sind ungefährlich. Der „Hexenschuss“ wird meist durch eine gestörte Funktion der Muskeln und Bänder der Wirbelsäule hervorgerufen. Man kann den Mechanismus der Lumbalgie mit einer Verstauchung des Knöchels bei Personen vergleichen, die sich den Fuss „verdreht“ haben. Lumbalgien werden also zumeist durch eine Schädigung von Muskeln oder Bändern am Rücken hervorgerufen.
Manchmal liegt den Schmerzen eine falsche Bewegung oder das Heben von schweren Lasten zugrunde, dies ist aber nicht immer der Fall.
Lumbalgien heilen in den meisten Fällen innerhalb von einer bis vier Wochen aus. Schmerzmittel können die Symptome lindern. Verwendet werden Paracetamol (Panadol, Dafalgan etc.), manchmal in Verbindung mit Entzündungshemmern, z. B. Ibuprofen (Irfen, Algifor, etc.). Bei starken Schmerzen kann ein Kombinationspräparat aus Paracetamol und Codein verabreicht werden.
Neben der Medikamenteneinnahme ist es je nach Intensität der Schmerzen wichtig, sich weiter zu bewegen: Die Heilung erfolgt schneller bei Personen, die sich bewegen, als bei Personen, die den gesamten Tag über in sitzender oder liegender Position verbringen.
Gehen die Schmerzen nicht nach 7 bis 10 Tagen zurück, kann eine Physiotherapie angeraten werden.
Nach dem erstmaligen Auftreten einer Lumbalgie kann regelmässiger Ausdauersport das Risiko eines Rückfalls verringern (Laufen, Nordi Walking, Schwimmen, Fahrradfahren etc.).
In bestimmten Fällen ist eine umgehende Vorstellung bei Ihrem Allgemeinarzt oder, sofern dieser nicht zur Verfügung steht, in der Notaufnahme erforderlich. Dies gilt vor allem, wenn die Lumbalgie mit Fieber, unfreiwilligem Gewichtsverlust oder einer Verschlechterung des Allgemeinzustands einhergeht oder wenn die Schmerzen nicht auf die Medikamente ansprechen. Ein Arztbesuch wird auch angeraten bei Sensitivitäts- oder Kraftverlust in einem Bein oder bei Osteoporose- oder Krebspatienten.
Weiter Informationen finden Sie in der Radio SRF 1 Sendung mit Prof. Dr. Reinhard Saller (5 Minuten) oder auf Rheumaliga Website – Was tun bei einem Hexenschuss?