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Siedlungen und besonders Gärten bieten durch ihren abwechslungsreichen Lebensraum ein optimales Habitat für viele Vögel. Doch welche Vögel können im Garten beobachtet werden? Dies sind die 15 häufigsten Vogelarten, welche du in deinem Garten beobachten kannst:
Die Amsel gehört in Europa zu den häufigsten Brutvögeln. Ursprünglich ein Bewohner des Waldes ist die Amsel heute auch mitten in Städten anzutreffen. Das Nest aus Pflanzenmaterial und Lehm befindet sich meist in Büschen oder Bäumen. In Siedlungen brütet die Amsel gerne auch im Efeubewuchs von Hausmauern oder in Nischen von Gebäuden.
Amseln sind mit einer Länge von bis zu 30 cm relativ grosse Singvögel. Sie besitzen einen eher länglichen, spitzen Schnabel und haben recht lange Schwanzfedern. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt.
Das Amsel-Männchen hat ein schwarzes Gefieder. Der Schnabel ist satt orange gefärbt. Auch die Umrandung der Augen ist orange.
Amsel-Weibchen sind braun gefärbt. Besonders die Brust ist etwas heller und zeigt eine leichte Musterung. Auch die Weibchen haben eine helle Umrandung an den Augen. Der Schnabel variiert von Vogel zu Vogel zwischen orange bis fast komplett braun.
Bei einzelnen Individuen können grössere Gefiederpartien weiss sein. Dabei handelt es sich aber nicht um Albinismus, sondern um die Krankheit Leuzismus. Leuzistische Vögel bilden Federn ohne Farbpigmente und somit weisse Federn. Im Gegenteil zu Albinos haben leuzistische Vögel aber keine roten Augen und besitzen meist an gewissen Stellen noch farbige Federn.
Der Gesang wird ausschliesslich vom Männchen vorgetragen und ist schon im Winter bei gutem Wetter zu hören. Amseln singen gerne auf recht exponierten Warten wie z.B. auf einem Baum oder dem Dach eines Hauses. Der Gesang besteht aus sehr vielen Elementen und wird oftmals ununterbrochen für mehrere Minuten vorgetragen.
Die Kohlmeise ist ein sehr flexibler Vogel und deshalb auch mitten in grossen Siedlungen anzutreffen. Diese Anpassungsfähigkeit macht die Kohlmeise zu einer der am häufigsten und am weitesten verbreiteten Vogelarten der Schweiz.
Am Futterhäuschen und allgemein als Gartenvogel ist die Kohlmeise sehr häufig. Dabei verhält sich die Meise meist eher wenig scheu vor uns Menschen.
Kohlmeisen-Männchen und -Weibchen sehen sich äusserlich sehr ähnlich und sind nur an feinen Details zu unterscheiden. Grundsätzlich erkennen kann man Kohlmeisen an ihrer gelben Brust und dem schwarzen Brustband. Auch typisch für die Kohlmeise ist der schwarze Kopf mit einem grossen weissen Wangenfleckleck vom Schnabel bis an den Hinterkopf.
Kohlmeisen-Männchen besitzen tendenziell ein breiteres und markanteres Brustband als die Weibchen. Bei den Weibchen kann dieses nur sehr fein angedeutet oder unterbrochen sein.
Der Gesang der Kohlmeise ist relativ variantenreich. Meist besteht der Gesang aber aus sich mehrmals wiederholenden Elementen. In den meisten Fällen ist der Gesang zweisilbig, selten auch dreisilbig.
Der Haussperling, bei uns meist «Spatz» genannt, ist besonders in den Städten ein sehr häufiger Vogel. Diese Vögel sind äusserst anpassungs- und lernfähig. So brütet sie gerne auch in Gebäuden von grossen Einkaufszentren, in Verkehrsampeln oder anderen exotischen Plätzen. Der Haussperling ist kaum scheu und «bettelt» in Städten z.T. sogar nach Futter.
Das Haussperling-Männchen kann man an der grauen Brust, dem braunen Hinterkopf und dem schwarzen Kehlfleck bestimmen. Der Rücken der Haussperlinge ist hauptsächlich braun gemustert.
Das Weibchen ist weniger auffällig gefärbt. So zeigt es weder einen schwarzen Kehlfleck noch einen rotbraunen Hinterkopf. Der Rücken ist allerdings ähnlich gefärbt wie bei den Männchen.
Der Gesang der Haussperlinge ist nicht sehr melodiös, sondern ähnelt eher einem Verständigungsruf. Dieser wird, von einer hohen Singwarte aus, wiederholt vorgetragen. Singwarten sind z.B. hohe Bäume, Dachgiebel und -Rinnen, Fenstersimse oder Strassenlampen.
Der Feldsperling ist ein naher Verwandter des Haussperlings. Im Gegensatz zum Haussperling ist der Feldsperling in der Innenstadt nur selten anzutreffen. Am Siedlungsrand ist der Feldsperling aber doch ein recht häufiger Vogel. Im Vergleich zum Haussperling ist der Feldsperling etwas scheuer. Auch der Feldsperling ist untereinander aber sehr gesellig.
Anders als beim Haussperling sehen beim Feldsperling Männchen und Weibchen genau gleich aus. Sie zeigen also keinen Geschlechtsdimorphismus.
Grundsätzlich sehen Feldsperlinge sehr ähnlich aus wie männliche Haussperlinge. Allerdings haben Feldsperlinge weisse Backen mit einem dunklen Fleck. Zur Erinnerung, männliche Haussperlinge haben graue Backen und keinen schwarzen Fleck. Ansonsten sehen sich die beiden Arten relativ ähnlich. Das Merkmal der unterschiedlichen Backen genügt aber meist schon für eine eindeutige Bestimmung.
Feldsperlinge singen sehr ähnlich wie Haussperlinge. Diese beiden Arten unterscheiden zu können, braucht sehr viel Übung. Da sowohl Haus- als auch Feldsperling eher auf exponierten Singwarten singen, bedarf es aber meist nicht einer rein akustischen Bestimmung.
Der Hausrotschwanz ist in der Schweiz der am weitesten verbreitete Vogel. So reicht der Lebensraum des Hausrotschwanzes von Grossstädten bis in die Alpen auf 3000 m ü. M., seinen ursprünglichen Lebensraum. Der Hausrotschwanz war ursprünglich ein Felsenbewohner, hat sich aber so weit angepasst, dass er sich heute auch in Siedlungen äusserst wohl fühlt. Statt in Felsnischen brütet der Hausrotschwanz heute auch unter Dachziegeln oder unter Balken.
Das Hausrotschwanz-Männchen ist mehrheitlich ungemustert grau gefärbt, zeigt aber eine schwarze Kehle, einen roten Schwanz und ein helles Flügelfeld.
Das Weibchen ist einheitlich graubraun gefärbt. Wie das Männchen hat auch es einen roten Schwanz. Junge Männchen, welche im vorangegangenen Frühling auf die Welt kamen, haben ein ähnliches Gefieder wie die Weibchen. Singende «Weibchen» sind in allen Fällen solche einjährigen Jungen.
Der Gesang des Hausrotschwanz erinnert ein wenig an einen alten Radio, welcher schlecht eingestellt ist. So beginnt die Gesangstrophe mit sich wiederholenden, leicht aufbauenden Elementen und endet mit einem Rauschen. Oft werden nochmals einige flötende Elemente angehängt. Der Hausrotschwanz singt meist auf recht exponierten Singwarten wie z.B. Dächer, hohen Tannen oder Kirchtürmen.
Die Blaumeise ist etwas kleiner als die Kohlmeise. Wie ihre Artgenossin ist sie ein typischer Vogel in Siedlungen. Dabei wählt sie oftmals sehr exotische Nistplätze aus. So gab es schon Bruten in Verkehrsschildern oder in kleinen Nischen von Hausmauern.
Wie die Kohlmeise ist die Blaumeise ein sehr häufiger Gast an Fütterungsstellen. Auch die Blaumeise hat nur wenig Scheu vor dem Menschen.
Männliche und weibliche Blaumeisen sind äusserlich praktisch nicht zu unterscheiden. Beide haben einen gelben Bauch, einen weissen Kopf mit einer blauen Kopfplatte und einen blauen Rücken.
Die Kopfplatte der männlichen Blaumeisen ist jeweils noch etwas intensiver gefärbt als die der Weibchen. Abgesehen von der Geschlechterunterscheidung fällt die Bestimmung relativ leicht, da die Blaumeise eigentlich mit keinem anderen Vogel verwechselt werden kann.
Der Gesang der Blaumeise besteht aus zwei Elementen: einem feinen «zi zi zi» und einem rollenden «zrrrr». Gerne baut die Blaumeise auch Gesangsvarianten ein. Im Normalfall besteht der Gesang aber nur aus zwei Elementen.
Die Rabenkrähe, oder auch einfach Krähe genannt, ist ein äusserst schlauer Vogel und hat sich über die Zeit an uns Menschen gewöhnt. Heute ist die Rabenkrähe in Siedlungen sehr häufig anzutreffen. Rabenkrähen brüten in Kolonien auf Bäumen. Diese Kolonien können mehr als hundert Paare umfassen. Der Lärm führt häufig zu Konflikten mit Anwohnern in der Nähe der Kolonie.
Sowohl Männchen als auch Weibchen sind einheitlich schwarz gefärbt. Die Federn können je nach Licht leicht farbig schillern. Auch der Schnabel sowie die Füsse sind schwarz.
Die Rabenkrähe ruft laut «Kräh Kräh». Je nachdem können Rabenkrähen aber auch andere Laute von sich geben. So wurden schon Rabenkrähen beobachtet, welche Polizeisirenen nachahmen konnten. Diese Rabenkrähe wuchs nämlich neben einer Polizeistation auf. Allgemein ist auch bewiesen, dass Rabenkrähen untereinander Dialekte entwickeln.
Mit einem Bestand von gut 1 Million Brutpaare ist der Buchfink der häufigste Vogel der Schweiz. Vom kleinen Stadtpark bis hinauf an die Waldgrenze ist der Buchfink überall zu entdecken.
Das Buchfinken-Männchen erkennt man an seiner rötlich braunen Färbung. Wie für Finken typisch, hat der Buchfink einen spitzen und kräftigen Schnabel.
Das Weibchen ist ähnlich gemustert wie das Männchen. Allerdings ist das Weibchen eher braun beige gefärbt.
Im Flug zeigen Buchfinken einen recht langen Schwanz. Die äusseren Schwanzfedern sind weiss, die inneren schwarz. Der Bürzel (oberhalb der Schwanzfedern) ist grau bis leicht grünlich.
Der Gesang des Buchfinks besteht aus einem sich wiederholenden, intensiver werdenden trillern. Abgeschlossen wird der Gesang mit einem weiteren Element und selten einem weiteren «Hick», welcher dem Ruf des Buntspechts ähnelt.
Der Grünfink ist ein weiterer Vertreter der Finken, welcher recht häufig in Siedlungen vorkommt. Im Frühling ist der Gesang in Städten recht häufig zu hören und immer öfters kommt der Grünfink auch an Fütterungsstellen.
Für Finken typisch hat der Grünfink einen sehr kräftigen, spitzen Schnabel. Wie der Name schon sagt, ist der Grünfink hauptsächlich grün bis gelblich gefärbt. Das Männchen ist dabei etwas intensiver gefärbt als das Weibchen. Das Weibchen hat einen leicht grauen bis braunen Körper. Beide habe gelbliche Flügelbinden.
Der Grünfink hat zwei verschiedene Gesangsvarianten. Erstere besteht einfach aus einem lang-gezogenen Krächzen. Die zweite Variante besteht aus mehreren, schnell wiederholten Elementen. «dschü-dschü-dschüü tüi-tüi-tüi» Dabei wird öfters auch die erste Gesangsvariante eingebaut.
Vor allen im Herbst ist der Distelfink ein sehr häufiger Gast in unseren Gärten. Dabei pickt er z.B. Sonnenblumenkerne aus den stehengelassenen Sonnenblumen. Diese besuchen die Distelfinken meist in Trupps von bis zu 10 Vögeln.
Distelfinken-Männchen und -Weibchen sind äusserlich nicht zu unterscheiden Beide haben einen rot-weissen Kopf, einen braunen Körper und schwarze Flügel. An den Flügeln zeigen sie ein spezielles Muster.
Der Distelfink singt sehr lebhaft. Sein Gesang besteht aus vielen verschiedenen Elementen, welche schnell nacheinander vorgetragen werden.
Der Bestand der Türkentaube hat in den letzten 50 Jahren stark zugenommen. Sie ist heute ein häufiger Vogel in Siedlungen.
Die Türkentaube ist kleiner als die Strassentaube. Männchen und Weibchen können vom Gefieder her nicht unterschieden werden. Beide sind ungemustert, grau-beige gefärbt. Am Nacken besitzen sie einen kurzen schwarzen Fleck. Ihre Augen sind intensiv rot gefärbt. Die Füsse sind dunkelrosa.
Der Gesang der Türkentaube ist recht leicht zu erkennen. Der Gesang besteht nämlich immer aus genau drei Silben. Vom Klang her erinnern die Elemente an die des Kuckucks. Die letzte Silbe wird jeweils etwas tiefer gesungen. «du-duu-do»
Die Ringeltaube ist wesentlich grösser als Türkentaube. Mit einem Gewicht von bis zu einem halben Kilogramm ist die Ringeltaube auch mehr als doppelt so schwer wie die Türkentaube. Auch die Ringeltaube ist eher ein neuer Brutvogel in Siedlungen. Tendenziell benötigt die Ringeltaube etwas mehr Bäume und Vegetation als die Türkentaube.
Auch bei den Ringeltauben können die beiden Geschlechter äusserlich nicht unterschieden werden. Beide besitzen eine violette bis rosafarbene Brust, einfarbige, graue Flügel und einen grünen sowie einen weissen Fleck im Nacken.
Der Gesang der Ringeltaube ist recht ähnlich wie der der Türkentaube. Allerdings ist eine Strophe der Ringeltaube viersilbig statt dreisilbig. Tendenziell singt die Ringeltaube auch ein wenig tiefer.
Auch Stare können äusserlich nicht nach ihrem Geschlecht unterschieden werden. Beide sind dunkel gefärbt. Je nach Licht können die Federn in den verschiedensten Farben schillern. Im Herbst und Winter mausern Stare in ein Schlichtkleid. Dieses ist ebenfalls fast schwarz. Allerdings sind Stare im Schlichtkleid am ganzen Körper weiss gepunktet. Auch verfärbt sich der Schnabel in dieser Zeit von gelb zu dunkelgrau.
Stare sind sehr variantenreiche Sänger. Neben ihrem typischen Gesang sind sie in der Lage auch andere Vogelstimmen nachzumachen. So imitieren Stare oftmals auch Pirole, Grünspechte oder andere Singvögel.
Das Rotkehlchen ist ein eher kleiner Singvogel, der sich während den Sommermonaten eher unauffällig verhält. Anders als viele anderen Singvögel singen sowohl das Männchen als auch das Weibchen. Zudem singen Rotkehlchen auch im Winter relativ häufig, um ihr Revier zu verteidigen.
Das Bestimmen der Geschlechter ist beim Rotkehlchen äusserlich nicht möglich. Beide sind grau-braun gefärbt und besitzen eine orange Brust. Zudem besitzen Rotkehlchen recht grosse Augen.
Der Gesang des Rotkehlchens ist zwar recht komplex, dafür aber auch recht leicht zu bestimmen. Er ist nämlich sehr melodiös und «plätschert» vor sich hin. Die Strophen werden oftmals mit wenigen Sekunden Pause wiederholt vorgetragen.
Die Mönchsgrasmücke ist wie der Star nur im Sommer in unseren Gärten anzutreffen. Mönchsgrasmücken brüten in Siedlungen vor allem in grösseren Gärten mit vielen Büschen.
Mönchsgrasmücken-Männchen und Weibchen sehen sich bis auf ein Detail sehr ähnlich. Beide sind etwa gleich gross wie eine Blaumeise. Sie sind einheitlich grau-beige und haben eine farbige Kopfplatte. Diese ist beim Männchen schwarz und beim Weibchen braun gefärbt.
Der Gesang der Mönchsgrasmücke ist ebenfalls sehr komplex. Schon allein aufgrund der Dauer einer Gesangsstrophe kann der Vogel im Siedlungsbereich mit grosser Sicherheit bestimmt werden. Eigentlich gäbe es noch eine weitere Grasmücken-Art, welche relativ ähnlich singt. Diese ist aber besonders in Siedlungsnähe sehr selten und kann deshalb mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.