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Berlin waren zwischen 1948 und 1990 zwei Städte, die sich parallel entwickelten. Auch hinsichtlich der Architektur verlief vieles anders und doch irgendwie ähnlich. Dafür waren massgebend die Besitzverhältnisse. Einfach gesagt: Betrachtete man im Osten die Wohnungsfrage als ein soziales Problem, das gesamtgesellschaftlich zu lösen war, zählte im Westen die Rendite. Rechnet sich das, lautete die Frage auch beim sogenannten sozialen Wohnungsbau, der zwar mit Steuergeldern gefördert wurde (und wird), aber letztlich den Gesetzen des Marktes unterliegt. Und dann gibt es noch Prestigebauten, die von der Überlegenheit des eigenen Systems künden sollten. Podewin vergleicht Bauten und Bauen in der DDR-Hauptstadt und in Westberlin und auch, warum sinnvolle, vernünftige Zweckbauten wie der Palast der Republik oder das Ahornblatt auf der Fischerinsel abgerissen wurden. Es ging weder um Funktionalität noch um Denkmalschutz, sondern primär um den ideologisch motivierten Ehrgeiz, sozialistische, also andere Bauwerke zu schleifen wie das System, das sie errichtete.
Norbert Podewin, Jahrgang 1935, geboren und aufgewachsen in Berlin, 1961-1966 Studium der Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1974 Promotion zum Thema deutsch-deutsche Beziehungen. In den 60er Jahren gehörte er dem Autorenkollektiv an, das die Fakten zum »Braunbuch« zusammentrug (eine Publikation, die die personelle Kontinuität vom Nazireich zur Bundesrepublik nachweist). 1970-75 Arbeit als aussenpolitischer Referent des amtierenden Staatsratsvorsitzenden Friedrich Ebert. Später Honorardozent an der Fachschule für Aussenwirtschaft der Hochschule für Ökonomie Berlin-Karlshorst und Sekretär des Nationalrats der Nationalen Front.
Im Verlag erschienen von Norbert Podewin u. a. »Ebert und Ebert« (1999), »Albert Norden. Der Rabinersohn im Politbüro« (2001) und seine Autobiografie »Mein Leben in drei Diktaturen« (2013).