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Die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina, die schon seit einigen jahren politische Ambitionen hegt, scheint eine Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahlen 2016 zu planen. In einem Fernsehinterview erklärte die Republikanerin am Sonntag, dass sie mit diesem Gedanken spiele, weil sie immer wieder von Bekannten dazu gedrängt werde.
Die 'Washington Post' analysiert dies ziemlich sarkastisch
. Die Behauptung, dass eine grosse Zahl von Leuten eine Kandidatur befürworten würden, sei eine häufige angewandte Taktik von Politikern, die eben gerade keine Unterstützung haben. Untermalt wird dies mit einem Mail eines anonymen Strategen der Republikaner. Dieser schrieb der 'Post', dass "Carlys Fanclub aus einer Person besteht".
Ernsthafte Chancen, sich bei den Vorwahlen durchsetzen und Kandidatin der Republikaner werden zu können, gibt die Washingtoner Zeitung Fiorina nicht. Trotzdem analysiert die 'Post' weiter, dass eine Fiorina-Kandidatur nicht unwahrscheinlich sei und für sie auch Sinn machen könne. Eine profilierte Wahlkampagne könnte vor allem ihre Chance auf andere politische Ämter, vielleicht sogar eine Vizepräsidentschaft, erhöhen. Mitt Romney, der letztendlich Kandidat der "Grand Old Party" bei den letzten Präsidentschaftswahlen wurde, sei aus einer ähnlichen Aussenseiterposition gestartet. Zudem könne Fiorina wie Romney wahrscheinlich auf grosse Mengen von Wahlkampfspenden hoffen und für sich in Anspruch nehmen, die Wirtschaft zu verstehen. Ein Bonus könnte auch Fiorinas Image als durchsetzungskräftige Frau sein, die sich, ähnlich wie Hillary Clinton, erfolgreich in Männerdomänen behauptet hat - angesichts ihrer politischen Positionen sozusagen eine "Hillary-artige Anti-Hillary". (hjm)