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Von Jessica Schwager
In diesem Beitrag geht es um frühneuzeitliche Geisterbeschwörungsrituale. In frühneuzeitlichen Grimoires sind solche Rituale überliefert, mit denen Geister gezwungen werden sollen, beispielsweise einen Schatz freizugeben. Konkret wird der Frage nachgegangen, mit welchen Mitteln man zu dieser Zeit versuchte, einen Geist zu beschwören. Als Untersuchungsgrundlage dient dazu ein Geisterbeschwörungsbuch aus dem Jahr 1774. In den Beschwörungsformeln spielten beispielsweise bestimmte Wörter, sogenannte Machtworte, eine wichtige Rolle. Auch die Berufung auf die Macht Gottes und Jesu wurde als zentraler Teil der Beschwörung genutzt. Demgegenüber wurde allerdings gleichzeitig auch der Teufel um Hilfe aufgerufen, um den Geist schlussendlich dazu zu zwingen, seinen Schatz aufzugeben.
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Von Johanna Russ
Der Glaube an Segenssprüche in der Behandlung von „Frauenbeschwerden“ wie Unterleibsschmerzen war in der Frühen Neuzeit ein verbreitetes Phänomen. Eine Betrachtung einiger solcher Segenssprüche, die in einem Arzneibuch aus dem 17. Jhd. überliefert sind, zeigt, dass im Mittelpunkt dieser sogenannten Frauensegen stets eine bestimmte Vorstellung des weiblichen Körpers steht, die vor allem den Uterus als bewegliches und potenziell gefährliches Organ in den Fokus rückt. In dieser Körperkonzeption vereinen sich medizinische und religiöse Diskurse, die bis in die Antike zurückreichen. Die vorliegenden Segenssprüche geben so einen ersten Einblick in das frühneuzeitliche Verständnis des weiblichen Körpers und veranschaulichen die Beständigkeit historischer Praktiken und Vorstellungen.
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Von Rachida Meier-Asmeg
Der vorliegende Blogbeitrag soll einen Einblick in die Praktiken von Liebeszaubern in der Frühen Neuzeit geben. Untersucht wurden dafür zwei Quellen mit Liebeszaubersprüchen aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert, welche sich, entgegen der Vorstellung, dass es vorwiegend liebeskranke Frauen waren, die sich Liebeszaubern bedienten, alle an Männer richteten. Im Artikel wird untersucht, ob die heutige Einschätzung über Rollenbilder bezüglich der Anwendung von Liebeszaubern der damaligen Realität entsprach oder ob unser heutiges Verständnis durch Einflüsse aus beispielsweise Geschichte und Literatur verzerrt ist. Der Beitrag richtet sich an alle, die sich für Liebeszauberpraktiken und das damit einhergehende Rollenverständnis im Zusammenhang mit Zauberei interessieren.
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Von Alexander Winkler
Haben die reformierten Theologen die in der frühen Neuzeit weit verbreitete Praxis des Segnens weiterhin erlaubt oder neuerdings verboten? «Beides», lautet die auf den ersten Blick widersprüchliche Antwort. Zu erläutern, worin dieser scheinbare Widerspruch besteht und wie er sich durch eine genaue Betrachtung der reformierten Auffassung über Sprache und Gott erklären lässt, ist das Ziel dieses Beitrags. Dabei stehen Traktate von Heinrich Bullinger und Rudolf Gwerb im Zentrum. Es wird sich zeigen, dass sie der Sprache keine immanente Kraft einräumten und Segen abhängig davon, mit welcher Erwartung sie geäussert wurden, entweder verboten oder erlaubten.
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Von Sarah Murer
Die protestantische Reformation brachte wichtige Neuerungen bezüglich des Glaubens und der damit verbundenen Praktiken der Gläubigen mit sich. In diesem Blogbeitrag werden die Ansichten der reformierten Kirche bezüglich Besessenheit und Exorzismus anhand der Texte von Heinrich Bullinger und Bartholomäus Anhorn von Hartwiss aufgearbeitet, und durch Forschungsliteratur kontextualisiert. In einem wichtigen ersten Schritt werden die Begriffe Besessenheit und Exorzismus definiert, wonach der vorhergehende Glaube der katholischen Kirche aufgezeigt wird. Die zwei Schweizer Geistlichen erklären, dass der Teufel, von Gott angeordnet, von einer Person Besitz ergreifen könne, dass der Exorzismus aber verboten sei. Stattdessen werden Gebete und Arzneien verordnet, und der Besessene soll auf Gottes Gnade warten, während sichergestellt wird, dass er weder sich selbst noch anderen schaden könne.
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von Lea Estermann
Im folgenden Beitrag wird ein Hexenprozess näher in den Blick genommen, der im frühneuzeitlichen Zürich stattgefunden hat. Dabei wird das Ziel verfolgt, die verschiedenen Aspekte des vorherrschenden Hexenbildes in der Obrigkeit und in der Bevölkerung miteinander zu vergleichen, indem ein Urteil eines Hexenprozesses mit den dazugehörigen Kundschaften abgeglichen wird. Dieser Untersuchung liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Vorstellungen vom Übernatürlichen in den verschiedenen Ständen der frühneuzeitlichen Gesellschaft deutlich voneinander unterschieden. Zudem wird gezeigt, dass im endgültigen Urteil die Perspektive der Obrigkeit zu Tage tritt, die mit dem kumulativen Hexenbild der Frühen Neuzeit übereinstimmt.
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