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Der britische Architekt Richard Horden lehrt an der TU München. Während er weltweit Grossprojekte erstellt, unterrichtet er seine Studenten in «Mikroarchitektur». Die Arbeit im Kleinen, das Verdichten und Komprimieren von Funktionen und Ideen erachtet er als lehrreich und dem menschlichen Massstab angemessen. 2001 sollten die Studenten einen Wohnwürfel entwickeln, der alles Lebensnotwendige beinhalten und mit einer Kantenlänge von 2.66 Meter per LKW zu transportieren sein musste. Aus der Synthese aller studentischen Entwürfe entstand alsbald das «micro compact home» mit ineinanderfliessendem Schlafbereich, Bad und Küche mit Sitzbereich. Details und Materialien der hochtechnologischen Lebenswelt sind von der Luftfahrt inspiriert. In Österreich fand man einen fähigen Familienbetrieb zur Herstellung und schon 2005 wurden im Englischen Garten in München die ersten sieben Wohnwürfel als O2-Village errichtet und dienten während sechs Jahren als Unterkunft für Richard Horden und seine Studenten. Fünfzehn Wohnwürfel hat Horden mittlerweile in Europa realisiert, die fixfertig angeliefert, mittels Kran oder Helikopter auf eine vorinstallierte Plattform gehoben und schon wenig später bezogen werden. Auf diese Weise hofft Horden, zukünftig auch Siedlungen oder Kleinstadtstrukturen aus gestapelten und verbundenen «micro compact homes» zu erstellen.
«Kleine Räume zwingen den Geist, sich auszudehnen. Hier liegt der Kern der Mikroarchitektur, eine Art positiver Verzicht. Mikroarchitektur ist Lebensessenz.» Hier geht's zum Interview von Richard Horden (Horden Associates)