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Kenias Präsident Uhuru Kenyatta ist nach der Auszählung der ersten Stimmen bei der Präsidentenwahl am Dienstag leicht in Führung gegangen. Nach Auszählung von 5455 der 40'883 Wahllokale kam er auf 58 Prozent und liegt damit vor seinem Herausforderer Raila Odinga.
Das vorhergesagte Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kenyatta und Odinga würde allerdings bedeuten, dass es mehrere Tage dauern könnte, bis das Ergebnis feststeht.
Die Abstimmung war weitgehend friedlich verlaufen. Mehr als 150'000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um zu verhindern, dass es in Ostafrikas grösster Volkswirtschaft zu ähnlichen Ausschreitungen zwischen den Bevölkerungsgruppen wie vor zehn Jahren kommt. Damals wurden 1200 Menschen getötet, Hunderttausende mussten aus ihren Wohnorten fliehen.
Vor der Wahl hatte die Opposition der Regierung mehrfach vorgeworfen, die Abstimmung manipulieren zu wollen. Gewaltsame Zwischenfälle und die Deportation von zwei ausländischen Beratern Odingas sorgten ebenfalls für Unruhe.
Der 55-jährige Kenyatta ist ein reicher Geschäftsmann und Sohn des Gründungspräsidenten Kenias. Der 72-jährige Odinga ist ein ehemaliger politischer Häftling und Sohn des ersten Vizepräsidenten Kenias. Er stammt aus dem Luo-Volk im Westen des Landes. Die Menschen dort fühlten sich über Jahre von der Regierung in Nairobi vernachlässigt und von der politischen Macht ausgeschlossen.
Kenyatta ist ein Kikuyu. Diese Volksgruppe hat drei der vier kenianischen Präsidenten seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien 1963 gestellt.
Politisch und wirtschaftlich wichtig
Kenia ist ein politisch und wirtschaftlich wichtiger Staat in Ostafrika. Mit 580'000 Quadratkilometern ist er fast so gross wie Frankreich. Etwa 70 Prozent der Einwohner sind Christen, 20 Prozent Muslime.
Obwohl das Land mit einem Bruttoinlandsprodukt von 69.2 Milliarden US-Dollar eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften Ostafrikas ist, leben geschätzte 44 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, wird aber von der problematischen Sicherheitslage mit Terroranschlägen der somalischen Islam-Fanatiker Al-Shabaab beeinträchtigt. (sda/afp/dpa)