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Als Begriff ist Funktionssystem unsinnig, weil ein System (etwa wenn Lebewesen als Systeme aufgefasst werden) keine Funktion hat oder aber jedes System eine Funktion hat.
Als Funktionssystem bezeichnet ich - in Anlehnung an N. Luhmann - Handlungszusammenhänge wie Kunst, Recht, Religion usw, die er als gesellschaftlich institutionalisierte Subsysteme auffasst, die durch Funktionale Differenzierung hervorgebracht werden und dann die so geschaffene "System-Funktion" erfüllen.
Kunst besispielsweise fasst er als System auf. In seiner Terminologie machen nicht Menschen Kunst, sondern die Kunst macht Kunst - so wie die Kommunikation selbst und nicht etwa der Mensch kommuniziert (1995:13, Aufkärung 6) - weil Kunst nur im System Kunst möglich ist.
N. Luhmann unterscheidet Funktionssysteme, Organisationssysteme und Interaktionssysteme
mehr siehe Luhmannsche Theorie
Für Funktionssysteme hat P. Fuchs Kriterien vorgeschlagen.
Funktionssystem Informatik
eine fb-Geschichte in der Folge von Stichwegs Coronabeitrag:
natürlich kann MANN die Frage auch so stellen (und einen Einführungssermon für soziologisch unbedarfte FAZ immer wieder bringen).
Theoretisch interessanter und naheliegender wäre aber, nicht die Frage, ob die Funktionssysteme - in der Wirklichkeit - sich mal eben aufheben, sondern inwiefern die theoretische Entscheidung für Funktionssysteme sich gerade bewährt.
Holzkamp beschreibt die Exhaustion so: die Theorie gilt immer, und wenn MANN das in einem konkreten Fall nicht sehen kann, ist eben Exhaustion (damit ist dort noch gemeint, wenn statistische Ausreisser überhandnehmen, die Theorie aber nicht reagieren kann).
Ein "blinder Fleck",, der dann wohl auch der Coronagrippe zugerechnet wird, dürfte die nachfolgende Erschütterung des Funktionssystem Wirtschaft zeigen, wenn dann alles nur in Geld abgehandelt wird. Funktionssysteme stehen auf schwerem Stand - aber nicht als tote Fische - sondern als soziologisches Konzept, wenn man damit Praxis begreifen möchte.
...
Rolf Todesco hmmm .. oder umgekehrt, die Familie gibt es, weil unglaublich viele Menschen jeweils am Abend nach der Arbeit jeweils ENTSCHEIDEN doch damit weiterzumachen. Was weshalb aber ein Funktionssystem sei, soll beachtlich komplexer sein: Ich habe in meinem Zettelkasten gerade einen Kriterienkatalog wiedergefunden:
https://www.hyperkommunikation.ch/.../ls_kriterien.htm
Franzicek Dayan Rolf Todesco "...nach der Arbeit ENTSCHEIDEN weiter zu machen". Die Frage nach einem, wie soll man das nennen... nach einem gelingenden, wohligen "Familienleben" ist das eine, da mag man sich dafür oder dagegen entscheiden können. Die Frage der Reproduktion der Form Familie (das "es gibt Familien")ist was anderes. Probieren Sie mal morgen nach der Arbeit sich zu ENTSCHEIDEN, nicht bei der gewohnten Familie "weiter zu machen", sondern bei der vom Nachbarn, da werden Sie schnell auf soziale Constraints stoßen. Wir werden sozial, beispielsweise vom Zivilstandesamt, als Kinder unserer Mütter beobachtet und zählen somit zu "unserer" Familie, ob wir uns entscheiden da je wieder hin zu gehen oder nicht. Wahlverwandtschaften haben sich sozial nicht durchgesetzt, da kann man entschieden aufstampfen wie man möchte.
Rolf Todesco immerhin wird die Hälfte der Ehe geschieden, was nicht das Standesamt entscheidet - wenn man nicht meint, das Standesamt würde verheiraten. Ich befasse mich gerade mit der Institution und dabei ist mir die Ehe (und mithin auch die Familie) ein Beispiel. Die Ehe sehe ich als Vertrag, der im Standesamt notariell beglaubigt wird.
Ich weiss schon dass andere anders drüber reden: Austin und Searle gehen fest davon aus, dass das Verheiratetsein eine Folge des Redens enes Standesbeamte sei.
Gut, kann man. Ich machs anders.
Aber ja, das ist ganz ähnlich wie bei der herrschenden Grippe. Die Praxis zeigt, dass ganz viele Menschen (viel mehr als an Corona sterben) eines Abends anderswo bei anderswem einkehren und so Familien durch Entscheidungen gründen.
Und noch das, ich wollte nur sagen, dass es kompliziert ist für mich. Ich wollte keine Entscheidung treffen, was wann System sei. Anlass war/ist ja, dass die Funktionssysteme zur Zeit schlecht gesehen werden können (was bei mir eben nicht nur zur Zeit gilt)
Franzicek Dayan Rolf Todesco Aber Ehe, eine Rechtsform, ist in meiner Rede, um mal zu versuchen zu schreiben wie Sie, was anderes als Familie. Theoretisch, und erst recht, huiuiui, praktisch. Ja, wir haben da wenig gemeinsamen Rede-Boden. Was ja net schlimm ist, ich vergesse es nur immer wieder mal.
Am Beispiel der Ehe will ich etwas zur Differenz zwischen segmentärer und differenzierter Gesellschaft sagen. Als segmentären, einer Stratifikation unterworfene Gesellschaft bezeichne ich die Vorstellung einer hierarchischen Autorität, in welcher die Autorität das höchste Prinzip vertreitt, also beispielsweise durch einen Sprechakt Menschen verheiraten kann. Durch die performative Äusserung eines Standesbeamten: "Ich verhehirate Euch" wird ein illokutionärer Akte vollzogen.
In der funktional differnzierten Gesellschaft dagegen gibt es ein Rechtssystem, in welchm Verträge geschlossen und notariell beglaubigt werden. Der Ehevertrag wird durch den Standesbeamten beglaubigt. Die Ehe ist in keiner Weise von ihm abhängig.
Aber die Redeweise ist noch altmodisch, wie auch viele Leute noch in Weiss in die Kirche gehen, wo sie wissentlich nicht suchen und nichts glauben, was ihr Rechtsverhältnis betrifft. Die Ehe ist eine Institution, keine Organisation. Aber die durch Ehe begründete Familien sind im Prinzip mafiaähnliche Organisationen, auch wenn sie in zivilisierten Gesellschaften kaum mehr funktionell differenziert sind. Der Mann ist nicht mal mehr Oberhaupt, die Frau arbeitet und die Kinder sind an Sozialarbeiter ausgelagert.
Hier ein Funktionssystem zu sehen, fiele schwer, aber die ausgelagerte Sozialisation hat soviele Organisationen hervorgebracht Kindergarten, Schule, Hochschule, Berufsbildung, Gwerkschafts- und Parteischulung, esotherische Kurswesen, dass man darin ein funktionales Sozialsystem Erziehung erkennen kann, das als Sozialarbeit und als angewandet Wissenschaft fungiert.