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Die offiziellen Schweizerschulen im Ausland sehen sich mit grossen Finanzproblemen konfrontiert, obschon es eine Nachfrage nach neuen Schulen gäbe.Dieser Inhalt wurde am 05. Juli 2005 - 10:22 publiziert
Das Komitee für Schweizer Schulen im Ausland stellt fest, dass die tieferen Bundessubventionen das Risiko für die Schulen erhöhen.
Von Lima bis Hongkong gibt es auf vier Kontinenten 16 Schweizerschulen. 250 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten 6500 Kinder, darunter 2000 Schweizer Kinder.
An einer Tagung in der Kartause Ittingen im Kanton Thurgau tauschen Schulleiter der Schweizerschulen aus der ganzen Welt ihre unternehmerischen und pädagogischen Erfahrungen aus.
Schulprogramm wird internationaler
"Früher kamen die Familien aus der Schweiz, blieben einige Jahre und kehrten dann in die Schweiz zurück", sagt Derrick Widmer, Präsident des Komitees für Schweizer Schulen im Ausland, gegenüber swissinfo.
"Doch heute kommen die Familien beispielsweise aus London, bleiben vier Jahre an Ort und gehen dann weiter nach Sydney." Diese Leute bleiben oft im Ausland und wollen deshalb ein international kompatibles Schulprogramm, so Widmer.
Statt der Schweizer Matura gebe es ein "internationales Baccalaureat". Die Methodik der Schweizerschulen bleibe aber schweizerisch. Sie unterrichten mit den Lehrmitteln der Kantone und werden vom Bund subventioniert.
Patronatskantone beraten die Schweizerschulen nicht nur administrativ, sondern auch pädagogisch. Der jeweilige Patronatskanton stellt auch die Lehrmittel zur Verfügung.
Einmal im Jahr treffen sich die Leiter der Schweizerschulen zum Erfahrungsaustausch in ihrer Heimat. Die Tagung in der Kartause Ittingen im Kanton Thurgau wurde vom Komitee für Schweizerschulen im Ausland (KSA) organisiert.
Finanzprobleme
Ein Thema sind finanzielle Probleme einiger Schweizerschulen in den letzten Jahren. "Die Bundessubventionen sinken in der Periode 2004 bis 2007 um 12% und werden 2007 noch 16,5 Mio. Franken ausmachen", sagt Widmer. An der Tagung werde deshalb beraten, wie die Schulen mit den Subventionskürzungen des Bundes umgehen sollen.
Die einzelnen Schulen sind in Prinzip angehalten, Überschüsse zu erwirtschaften, um ihre Abschreibungen selber vornehmen zu können. Bei einer Schule, die finanzielle Probleme hatte, habe die Schulleitung die Löhne der Schweizer Lehrer massiv kürzen müssen, sagte Widmer.
Deutsch oder International
"Deutsch als Fremdsprache" heisst ein anderer Teil der Tagung. "Nicht das Vermitteln der Sprache ist ein Problem", so Widmer gegenüber swissinfo, "sondern die Frage, ob Deutsch für die Kinder überhaupt attraktiv ist."
Bis 80% der Schüler seien Einheimische, denen Deutsch nicht unbedingt nahe liegt. Unterrichtet werden die Kinder in den Schweizerschulen zwar in der jeweiligen Landessprache und in Englisch. Doch Deutsch gehört ab Schuleintritt mit vier Jahren zum Unterricht.
Bessere Integrationsmethodik
Die Erfahrungen der Lehrer an den Schweizerschulen könnten auch in der Schweiz genutzt werden, sagte Widmer. "Die Schweizerschulen wenden den Frühunterricht von Fremdsprachen an, weil eine grosse Nachfrage danach besteht und kein politischer Druck vorhanden ist", so Widmer.
Bereits im Vorkindergarten lernen die Kinder Fremdsprachen. Diese frühe Bemühung sei notwendig, um die anderssprachigen Kinder möglichst früh zu integrieren. "In diesem Bereich sind wir sicher besser als viele Schulen in der Schweiz."
Denn für immer mehr Kinder in der Schweiz sei Deutsch genauso eine Fremdsprache wie für die meisten Kinder an den Schweizerschulen.
Neue Schulen in Aussicht?
Widmer wünscht sich weitere Schweizerschulen in den aufstrebenden Städten der Welt. "In Moskau, Shanghai oder Mumbai möchten wir gerne neue Schulen gründen. Gemäss Gesetz muss aber zuerst die lokale Schweizer Gemeinde den ersten Investitions-Schub auslösen, damit der Bund aktiv wird."
swissinfo und Agenturen
Fakten
In der Periode 2004 bis 2007 vermindern sich die Bundessubventionen für die Schweizerschulen um 12%.
2007 wird die Summe noch 16,5 Mio. Franken betragen.
In Kürze
Das Bundesamt für Kultur überweist die Subventionen an die Schweizerschulen. Sie decken rund 30% der Kosten.
Der Bund fördert weltweit 17 Schweizerschulen im Ausland. Er stützt sich dabei auf das Auslandschweizer-Ausbildungsgesetz vom 9. Oktober 1987 (AAG) und die Auslandschweizer-Ausbildungs-Verordnung vom 29. Juni 1988 (AAV).
Er lässt sich von der Kommission für die Förderung junger Auslandschweizer/innen beraten.
Die Schweizerschulen im Ausland sind konfessionell neutrale und gemeinnützige Privatschulen.
Falls nötig, übernimmt der Bund für Kinder von Auslandschweizern die Schulauslagen teilweise oder ganz.