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Als Nänie könnte man auch die Spottverse auf die "orthographische inquisition" der Rechtschreibreform bezeichnen. Nur hier, wo in drei Vierzeilern Klage geführt wird über den Tod der alten Rechtschreibung, nutzt Kunze das satirische Potential der epigrammatischen Stachelverse: "Die sprache hat den mund zu halten, / wenn die hohen staatsgewalten / sich für ihren vormund halten / und barbaren sie verwalten." An den aggressiven Schwung und die argumentative Schärfe seiner Denkschrift "Die Aura der Wörter", mit der Kunze seinerzeit in die Diskussion über die Orthographiereform eingriff und die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz attackierte wie kein zweiter deutscher Schriftsteller neben ihm, reichen diese Reimchen allerdings nicht heran.
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Segebrecht, Wulf
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