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Wirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bienen
In den letzten Jahren wurde ein weltweiter Rückgang der Honigbienen beobachtet. Dieses Bienensterben hat dramatische Folgen für das komplette Ökosystem und somit auch den Menschen. Viele Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Honigbienen angewiesen. Wenn diese Bestäubungsleistung stark reduziert ist, hat das Auswirkungen auf die Biodiversität und auf die Nahrungsmittelproduktion. Mehrere Faktoren wie Verarmung der Landschaft durch Monokulturen und der damit verbundene Nahrungsmangel für Bienen, Bienenkrankheiten und der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tragen zum weltweiten Bienensterben bei. Es gibt viele Studien, die die negativen Effekten von Pflanzenschutzmitteln auf Honigbienen untersuchen. Dabei werden häufig Feldstudien durchgeführt, welche Endpunkte wie Flugverhalten, Orientierung und Gedächtnisleistungen der Bienen nach Pflanzenschutzmittelexposition untersuchen. Solche Studien sind sehr zeitaufwendig und werden von vielen äusseren Faktoren beeinflusst, welche nur schwer zu kontrollieren sind. Daher ist es wichtig, Laborstudien unter kontrollierten Bedingungen durchzuführen. Bisher wurde in solchen Laborstudien oftmals die Bienenmortalität nach Pflanzenschutzmittelexposition untersucht. Ein neuer Ansatz ist es nun, die Genexpression im Gehirn von Honigbienen nach Exposition an Pflanzenschutzmittel zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden Bienen im Labor mit Zuckerwasser, welches mit einer definierten Konzentration an Pflanzenschutzmittel versetzt ist, gefüttert, gefolgt von der Entnahme des Gehirns nach einer definierten Expositionszeit. Danach werden mögliche Änderungen in der Genexpression im Gehirn der Honigbienen analysiert. Mit diesem Ansatz konnte gezeigt werden, dass verschiedene Klassen von Pflanzenschutzmitteln wie Neonikotinoide oder Pyrethroide verschiedene Reaktionen im Gehirn der Honigbienen auslösen und dass diese Reaktionen bei Pflanzenschutzmittelkonzentrationen, welche man regelmässig im Pollen und Nektar von Pflanzen findet, ausgelöst werden.
GastDr. Verena Christen
Datum: 03. Mai 2018 , 18:30 bis 20:00
Ort: Aula des Naturhistorischen Museums Basel, Augustinergasse 2