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Studien- und Lebensbedingungen an den Schweizer Hochschulen im Jahr 2020: Erste Ergebnisse Studierende arbeiten rund 10 Stunden pro Woche neben dem Studium
23.02.2021 - Durchschnittlich gehen Studierende 9,7 Stunden pro Semesterwoche neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nach. Rund drei Viertel der Studierenden üben einen Job aus. Die daraus resultierenden Verdienste machen 39% der monatlichen Einnahmen der Studierenden aus. Mehr als die Hälfte ihrer monatlichen Einnahmen stammt aber weiterhin aus familiären Zuwendungen. Vier von zehn Studierenden wohnen bei ihren Eltern. Dies geht aus den ersten Ergebnissen zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden im Jahr 2020 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Die Ergebnisse repräsentieren die Situation vor der Covid-19-Pandemie.
Studierende an den Schweizer Hochschulen gehen im Semester durchschnittlich 9,7 Stunden pro Woche ihrer Erwerbstätigkeit nach. Für das Studium werden pro Woche durchschnittlich 35,4 Stunden aufgewendet. Der wöchentliche zeitliche Gesamtaufwand für Erwerbstätigkeit, Studium, Haus- und Familienarbeit sowie ehrenamtliche Tätigkeiten zusammen beträgt 52,0 Stunden.
Mit zunehmendem Alter wird die zeitliche Gesamtbelastung grösser: sie reicht von durchschnittlich 48,4 Stunden bei der jüngsten Altersgruppe (maximal 20 Jahre) bis 60,8 Stunden bei den ältesten Studierenden (über 35 Jahre). Während der Zeitaufwand für das Studium mit höherem Alter oder bei Studierenden mit Kindern abnimmt, steigt der Aufwand für die Erwerbstätigkeit sowie für Haus- und Familienarbeit an.
Drei Viertel der Studierenden sind erwerbstätig
73% der Studierenden gehen neben ihrem Studium einer Erwerbstätigkeit nach. Unter den erwerbstätigen Studierenden weisen 68% einen Beschäftigungsgrad von maximal 40% auf. Sowohl die Erwerbstätigenquote wie auch der Beschäftigungsgrad hängen vom Alter ab. Von der jüngsten Altersgruppe (maximal 20 Jahre) bis zur Altersgruppe der 26- bis 30-Jährigen steigt die Erwerbstätigenquote von 44% auf 82% an. Je älter die Studierenden sind, desto häufiger weisen sie auch Beschäftigungsgrade über 40% auf. Studierende an universitären Hochschulen (UH) sind mit 69% seltener erwerbstätig als Studierende an den Fach- und Pädagogischen Hochschulen (FH/PH) (79%).
Gut die Hälfte der Einnahmen stammt aus Zuwendungen der Familie
Die eigene Erwerbstätigkeit macht mit 39% einen grossen Teil der monatlichen Einnahmen aus. Die monatliche Unterstützung durch die Familie ist jedoch mit durchschnittlich 52% die bedeutendste Einnahmequelle der Studierenden. Der Anteil der familiären Unterstützung am Einkommen der Studierenden wird mit dem Alter kleiner. Ab der Altersgruppe der 26-30-jährigen ist die Einkommensquelle der Erwerbstätigkeit bedeutender als die familiäre Unterstützung.
Bei Studierenden, die aus einem Elternhaus stammen, in dem mindestens ein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt, macht die familiäre Unterstützung fast zwei Drittel der Einnahmen aus. Bei Studierenden, deren Eltern einen tieferen Bildungsabschluss besitzen, macht die Unterstützung der Familie weniger als die Hälfte der Einnahmen aus.
Ein Drittel der Studierenden beantragt Stipendien oder Darlehen
Im Vergleich zur familiären Unterstützung und zur Erwerbstätigkeit haben die Ausbildungsbeiträge ein geringeres Gewicht im Budget der Studierenden: Stipendien und Darlehen entsprechen durchschnittlich 4% der Einnahmen. Für die Bezügerinnen und Bezüger sind sie jedoch von grosser Bedeutung. Im Frühlingssemester 2020 haben 27% der Studierenden einen Antrag auf Ausbildungsbeiträge bei der öffentlichen Hand, bei Hochschulen oder privaten Organisationen gestellt. In 43% der Fälle wurden Beiträge bewilligt.
Vier von zehn Studierenden wohnen bei ihren Eltern
41% der Studierenden geben an, bei ihren Eltern zu wohnen. 21% der Studierenden leben in Wohngemeinschaften und 18% zusammen mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner. Je 10% der Befragten wohnen alleine oder in einem Wohnheim für Studierende. Die Wohnform variiert stark nach Alter. Während bei den bis 20-Jährigen 58% im Elternhaus leben, sind es bei den über 35-Jährigen nur noch 4%. Dafür dominiert bei Letzteren der Anteil jener Studierenden, die mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner zusammenwohnen (bis 20-Jährige: 1%; über 35-Jährige: 73%). Bis zum Alter von 30 Jahren machen Wohngemeinschaften zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Wohnformen aus. Danach sinkt ihr Anteil.
Werden obige Indikatoren mit jenen der letzten Erhebung aus dem Jahr 2016 verglichen, so zeigen sich im grossen und ganzen keine nennenswerten Veränderungen.
Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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