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16.12.2020 – Am 15.12.2020 wurden neue technische Grundlagen für Pensionskassen veröffentlicht. Die statistische Erhebung BVG 2020 zeigt die Entwicklung der Versichertenbestände von 15 mehrheitlich privatrechtlichen Schweizer Vorsorgeeinrichtungen (z.B. Migros, Nestlé, SBB, PUBLICA) für die Beobachtungsjahre 2014 bis 2019.
Die neuen Grundlagen bestätigen, dass die in der beruflichen Vorsorge versicherten Personen immer länger leben. Die mittlere Lebenserwartung eines 65-jährigen Mannes erhöht sich im beobachteten Versichertenbestand innerhalb von fünf Jahren um 0.65 Jahre auf 20.42 Jahre; diejenige von Frauen um 0.27 Jahre auf 22.20 Jahre (Periodentafeln).
Die Lebenserwartung wird künftig weiter zunehmen, aber weniger stark als bisher erwartet. Dies zeigt die Lebenserwartung für die Versicherten mit Jahrgang 1951 unter Berücksichtigung des künftigen Anstiegs der Lebenserwartung (Generationentafeln). Unter Berücksichtigung von Generationentafeln beträgt die Lebenserwartung eines Mannes 2.15 Jahre mehr (22.57 Jahre) als bei Periodentafeln; diejenige einer Frau 2.17 Jahre mehr (24.37 Jahre). Für die meisten Vorsorgeeinrichtungen entspricht diese Lebenserwartung der bestmöglichen Schätzung für die Bewertung der Rentner-Vorsorgekapitalien. Gegenüber den Generationentafeln BVG 2015 sind diese Lebenserwartungen allerdings leicht gesunken. Die Zunahme der Lebenserwartung bzw. die Abnahme der Sterblichkeit der beobachteten Versicherten hat sich somit im Erwartungswert verlangsamt.
Die versicherungstechnisch korrekten Umwandlungssätze liegen aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung zunehmend unter 5.0%. Ohne Berücksichtigung des künftigen Anstiegs der Lebenserwartung (Periodentafeln) wäre der technische korrekte Umwandlungssatz mit einem technischen Zinssatz von 1.5% für einen Mann im Alter 65 4.98%. Bei Frauen liegt dieser Wert noch bei 5.25%. Frauen leben zwar länger als Männer, aber ihr Tod löst nur selten eine Hinterlassenenleistung aus (Witwer- oder Waisenrente). Wird der künftige Anstieg der Lebenserwartung mitberücksichtigt (Generationentafeln), so betragen die Umwandlungssätze im Alter 65 versicherungstechnisch 4.65% für Männer und 4.89% für Frauen.
Da zurzeit viele Pensionskassen noch einen Umwandlungssatz von über 5.0% im Alter 65 haben, wird der Druck auf eine Senkung dieser Sätze unvermindert weitergehen. Werden die Umwandlungssätze nicht reduziert, so finanzieren die aktiven Versicherten die Pensionierungsverluste von Neurentnern. Eine solche Umverteilung sollte in einem Kapitaldeckungsverfahren jedoch möglichst vermieden werden.
Im Weiteren sind die Invalidierungswahrscheinlichkeiten gegenüber den Grundlagen vor fünf Jahren markant gefallen. Bei Männern sind die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten durchschnittlich um 24% und bei Frauen um 15% zurückgegangen. Die Hintergründe dazu dürften die gute Wirtschaftslage während der Beobachtungsperiode und die 5. IV-Revision sein. Für Vorsorgeeinrichtungen bedeutet dies, dass sie die Risikobeiträge reduzieren können. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass der Schadenverlauf der Risiken Tod und Invalidität in den letzten Jahren technische Gewinne ausgewiesen hat. Die neuen technischen Grundlagen BVG 2020 sind ein zentraler Bestandteil der 15-tägigen Mendo Ausbildung zum dipl. Berater Berufliche Vorsorge. Diese werden ab April 2021 erstmals in Bern, Luzern und Zürich durchgeführt. Ausserdem wird der Kurs als Distance Learning Lehrgang angeboten. Weitere Informationen sind über den folgenden Link einsehbar: https://www.mendo.ch/ausbildungen/berater-in-berufliche-vorsorge-iaf