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Einige Ziegen seiner Herde geben noch Milch. Vor allem für Hassans Kinder ist sie überlebenswichtig. Verkaufen kann er seine mageren Schafe und Ziegen kaum, weil der Markt mit Vieh übersättigt ist. Um etwas Geld für Nahrungsmittel dazuzuverdienen, produziert die Familie Holzkohle. Aber auch davon gibt es ein Überangebot. Denn für viele Familien bietet die Herstellung von Holzkohle die einzige unmittelbare Möglichkeit, ein kleines zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. So fallen mit den Preisen auch die Einkommen der ärmsten Bevölkerungsschicht.
Für die Herstellung von Holzkohle müssen Sträucher und Bäume gefällt werden. Hassan ist sich bewusst, was noch weniger Bewuchs auf den ohnehin kargen Flächen der Weidegebiete langfristig unter anderem bedeutet: verstärkte Bodenerosion, Abtrag des fruchtbaren Oberbodens, abnehmende Wasserspeicherkapazitäten des Bodens. «Aber ich sehe keinen Ausweg aus diesem Teufelskreis», sagt er.
Trinkwasser gibt es nach den Regenfällen im Frühjahr zwar wieder. Aber für die von der Mangelernährung zunehmend geschwächte Familie wird der Weg zur Wasserstelle, die zwei Stunden Fussmarsch entfernt ist, immer beschwerlicher.
Hassan wünscht sich, dass zumindest sein kleiner Viehbestand noch überlebt, bis es wieder etwas mehr Futter für die Tiere gibt. «Und ich hoffe, dass der Gesundheitsdienst der staatlichen Landwirtschaftsämter auch einmal bis zu mir kommt und meine kranken Tiere behandelt».
Hassan Abdi Maolit lebt im östlichen Äthiopien, in der Verwaltungszone Sitti in der Somali-Region, einem von der Dürre am meisten betroffenen Gebiet. Aufgezeichnet von Jens Steuernagel, Caritas-Delegierter in Äthiopien.