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Bedauerlicherweise kursiert eine Vielzahl von Gerüchten und Irrtümern über Katzen, die ein schlechtes Licht auf sie werfen. Häufig geht es um bestimmte Verhaltensweisen oder generelle Missverständnisse über Katzen. Im Folgenden werden einige der Irrtümer aufgeklärt:
‚Wenn die Katze Möbel zerkratzt, ist sie schlecht erzogen.‘
Auch wenn es frustrierend sein kann, wenn man zu Hause beschädigte und zerkratzte Möbel vorfindet, kann man nicht immer die Schuld bei einer fehlerhaften Katzenerziehung suchen. Das Kratzen ist ein natürliches und wichtiges Verhaltensmerkmal der Katze. Das ist ihre Art ihr Revier zu markieren, indem sie durch die Kratzer erstens eine sichtbare Spur hinterlassen und außerdem hinterlassen sie eine Duftmarke mit ihren Pfoten. Der Katze das Kratzen zu verbieten ist weder ratsam, noch möglich. Stattdessen sollte der Katze eine Oberfläche wie z.B. ein Kratzbaum zur Verfügung gestellt werden, um die wertvollen Möbel vor Beschädigungen zu schützen.
‚Katzen brauchen wesentlich weniger Aufmerksamkeit als Hunde.‘
Katzen haben bedauerlicherweise oft die Reputation, dass sie unsoziale Tiere sind. Dies stimmt nicht – sie erfordern tägliche Aufmerksamkeit in Form von Spielen, Lernen und Bewegung. Vielmehr zeigen Katzen, die häufig und oft alleine gelassen werden, Anzeichen von Verlustängsten. Diese sind begleitet von teilweise extremen Symptomen wie z.B. Erbrechen, Entwicklung einer Zwangsstörung oder der Verlust des Appetits.
‚Katzen miauen ständig, das hat nichts zu bedeuten.‘
Katzen kommunizieren neben der Körpersprache auch mit Lautsprache. Das typische ‚Miau‘ ist also auch eine Form der Kommunikation. Dadurch, dass die Lautsprache nicht gerade vielfältig ausgebildet ist, kann das monoton wirkende Miauen verschiedene Bedeutungen haben, wie z.B. Ausdruck von Hunger, Langeweile oder Einsamkeit. Manchmal kann ununterbrochenes Miauen jedoch ein Indiz für eine zugrundeliegende Krankheit sein. Zu möglichen Krankheiten zählen: Demenz, hoher Blutdruck oder Juckreiz. Wenn eine Veränderung im sonstigen Verhalten beobachtet werden kann, sollte ein Tierarzt konsultiert werden.
‚Jungkatzen brauchen keine Erziehung – sie erziehen sich selbst.‘
Katzen erwecken oft den Eindruck, dass sie selbstständig sind und ohne Hilfe ihres Besitzers zurechtkommen. Eine korrekte Sozialisierung und regelmäßiges Training sind für die Entwicklung der Katzenjungen von großer Bedeutung. Wenn sie neue Umgebungen kennenlernen, ist es besonders wichtig, ihnen beizubringen, was ’sicher‘ und was ‚unsicher‘ ist. Der Schlüssel dafür, eine selbstbewusste, angstfreie Katze zu erziehen, ist es, ihre neuen Erlebnisse mit positiven Empfindungen zu verbinden. Mit Belohnungen und Lob in den richtigen Situationen hat kann man den Charakter und die Persönlichkeit des Tieres drastisch positiv beeinflussen.
‚Katzen sind können sich zu Menschen nicht verbunden fühlen.‘
Während Hunde als treue Gefährten gesehen werden, stempeln vor allem Menschen, die keine Katze besitzen, diese als kühle Lebewesen, zu denen keine tiefe Verbundenheit aufgebaut werden kann. Allerdings sind Katzen liebende Kreaturen, die nicht nur gerne Zeit in der Nähe von Menschen verbringen, sondern „diese soziale Interaktion für ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden sogar benötigen“ (https://www.n-tv.de/wissen/Katzen-lieben-Menschen-doch-article19779242.html).