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- Rafael Nadal (ATP 5) erreicht an den Australian Open in Melbourne nach einem Kraftakt die Halbfinals.
- Im Viertelfinal ringt der Spanier Denis Shapovalov (ATP 14) in 5 Sätzen mit 6:3, 6:4, 4:6, 3:6, 6:3 nieder.
- In der Runde der letzten 4 trifft Nadal auf Matteo Berrettini (ATP 7), der Gaël Monfils (ATP 20) ebenfalls in einer Mammut-Partie 6:4, 6:4, 3:6, 3:6, 6:2 bodigt.
Rafael Nadal wankte, er wankte Ende des 4. Satzes gar bedenklich – doch er fiel nicht. Der Mallorquiner, ab Mitte des Duells mit Denis Shapovalov von Magenproblemen geplagt, zeigte einmal mehr seine mentale Stärke und setzte sich nach mehr als 4 Stunden Spielzeit doch noch durch.
Im 5. Durchgang konnte sich Nadal auf einen starken Service verlassen und sicherte sich gleich bei erster Gelegenheit das Break. Diesen Vorteil liess sich der 35-Jährige nicht mehr nehmen. Shapovalovs Probleme waren mit zunehmender Spieldauer nicht körperlicher Natur, sondern mentaler. Als es in Richtung Entscheidung ging, leistete sich der Kanadier immer wieder leichte Fehler und musste seinem handicapierten Gegner so den Sieg überlassen.
Ihr seid alle korrupt!
Begonnen hatte die Partie so, wie man es erwartet hatte: Der favorisierte Spanier holte sich die ersten beiden Sätze, liess bis in den 3. Durchgang keinen einzigen Breakball zu. Shapovalov dagegen zeigte früh Nerven und liess sich vor dem 2. Satz gar zu einem Wortgefecht mit Schiedsrichter Carlos Bernardes hinreissen. «Ihr seid alle korrupt!», warf der 22-Jährige dem Schiedsrichter entgegen, als dieser Nadal (zu) viel Zeit beim Seitenwechsel zubilligte (im Video unten nach 1:01 Minuten).
Shapovalov nur scheinbar obenauf
Doch Shapovalov fing sich, während sein Gegner mit Magenproblemen zu kämpfen hatte, und liess sein immenses Talent immer wieder aufblitzen. Mit diesem zwang er Nadal bereits 2017 – als 18-Jähriger in Toronto – in die Knie, als dieser damals um die Position der Nummer 1 der Welt spielte. Der Kanadier sicherte sich die Durchgänge 3 und 4 und schien mit Oberwasser in den Entscheidungssatz zu gehen.
Doch anders als vor viereinhalb Jahren setzte sich Nadal am Ende durch und hat in Melbourne seinen 21. Grand-Slam-Titel weiter fest im Blick. «Ich freue mich, dass ich jetzt bis am Freitag frei habe. Ich bin nicht mehr 21», lachte Nadal im Platzinterview nach seinem Viertelfinal-Sieg die gesundheitlichen Probleme weg.
Kilian Feldbausch im Achtelfinal
Der Genfer Kilian Feldbausch hat am Junioren-Turnier der Australian Open den Achtelfinal erreicht. Der 16-Jährige profitierte in der 2. Runde von der Aufgabe seines Gegners Lennon Roark Jones aus Japan. Nun trifft der Schweizer Junior auf den Zyprioten Constantinos Koshis.
Berrettini schreibt italienische Tennisgeschichte
Im Halbfinal wartet Matteo Berrettini auf Nadal. Der Italiener setzte sich in der Night Session in der Rod Laver Arena gegen Gaël Monfils durch. Er ist der erste italienische Profi, der in Melbourne die Runde der letzten Vier erreicht hat. Wie Nadal gab auch Berrettini eine 2-Satz-Führung her. Doch in der Entscheidung fing sich der Wimbledon-Finalist wieder, stellte gegen Monfils mit zwei frühen Breaks umgehend auf 4:0 und verwandelte nach 3:49 Stunden den 3. Matchball.