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Der Sackbach war zuletzt ein winziges Rinnsal. Der Name ging sekundär von der dortigen Flur auf den Bach über. Seine Quelle lag ursprünglich auf dem Seebacher Teil der Flur Sack (später Contraves-, dann OC-Ã?rlikon- und heute RUAG-Gelände). Die Bedeutung des Flurnamens war: Absackendes Gelände. In der Sammlung der Orts- und Flurnamen des Kantons Zürich ist für Opfikon das an die Seebacher Flur Sack angrenzende Gebiet mit den Flurnamen Rütacher und Holzwisen versehen. Damit ist Sack eine reine Seebacher Flurbezeichnung gewesen.
Durch den Bau der Eisenbahnlinie Ã?rlikon-Bülach im Jahre 1865 und Seebach-Kloten 1877 wurde dieses Bächlein unterbrochen. Das wenige Wasser wurde zur Unterführung Oberhausenstrasse geleitet, wo es kanalisiert in das Ried eingeleitet wurde. Gesichert ist, dass sein Wasser am Fusse des Bahnbords auf Seebacher Seite noch bis etwa 1952 eine grössere Pfütze bildete, welche den dort weidenden Kühen als Tränke diente. An diese Tränke kann ich mich noch erinnern. Ein Zeitzeuge wusste noch, dass diese Tränke ursprünglich eine in den Boden eingegrabene ausgediente Badewanne war.
Jedenfalls floss das Bächlein bis in die 1880er Jahre auch auf Oberhauser Seite weiter. Nach der ersten Glattabsenkung von 1888 wurde das sumpfige Gewässer als Drainage-Graben zum Glattwiesenbach geführt, der ebenfalls drainiert in die Glatt entwässerte. Nach der 2. Glattabsenkung von 1939 ist er auf den Karten nicht mehr auszumachen, was aber nicht bedeutet, dass er unter dem Boden einer anderen Drainage zugeführt wurde. Ich erinnere mich von meinen damaligen Velotouren ins Oberhauser Ried, dass der Sackbach entlang der alten Güggelfelderstrasse in Richtung Rietwiesen floss, welcher nach dem Bahnübergang von der Oberhausenstrasse abzweigte und stets etwas Wasser führte. Inzwischen hat Willy Burkhardt mit einer Foto aus dem Jahre 1958 den sichtbaren Beweis dafür erbracht.
Der Bachname blieb erhalten, weil dort die Gebrüder Schlegel, Ã?l- und Fetthandel, wohnten und den Namen weiterleben liessen. Auch jener Bauer, welcher dort bis etwa 1953 seine Kühe weiden liess und den Bach genauso wie die Schlegels gesehen und genutzt hat, dürfte daran seinen Anteil gehabt haben.
2004 wurden die beiden Bäche an ähnlicher Stelle auf Opfiker Gebiet rekonstruiert, ob zufällig oder absichtlich, ist der OGS nicht bekannt. Ihre heutigen Namen sind noch unbekannt. Sie fliessen durch den Glattpark und münden seit 2006 in den künstlich erstellten Glattparksee. Der grösste Teil der Bachläufe lag auf Opfiker Boden, doch die ursprüngliche Quelle und ein paar Dutzend Meter des Bachlaufes lagen auf Seebacher Gebiet. Dass heute wieder zwei Bäche parallel von der Flur Sack zum neuen, viereckigen Glattparksee fliessen, entspricht dem früheren Zustand um 1850. Schon damals waren es, wie schon erwähnt, zwei Bächlein. Der südliche hiess Obersackbach oder oberer Sackbach, der andere Untersackbach oder unterer Sackbach. Sie bekamen ihren Namen sekundär von der Flur Sack, jenem Gebiet, wo später die Contraves-Bauten erstellt wurden. Sie tragen also Seebacher Namen, flossen aber zum grössten Teil auf Oberhauser Gebiet.
Die Bächlein waren so klein, dass sie in aller Regel auf keinen Karten zu finden sind. Ihre Namen wurden vom Volksmund gebildet und waren nur den dort lebenden Bewohnern geläufig. Sackbach ist jene Version, welche mir in den frühen 1950er Jahren zu Ohren kam. Die Flurbezeichnung Sack ist in Seebach auf dem Gemeindeplan von 1900 des Verschönerungsvereins Seebach vermerkt. Im Flurnamenbuch von Seebach ging sie trotz dieses Hinweises vergessen.