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Juragewässerkorrektion
Vor noch nicht mal 150 Jahren war das Seeland sumpfig, die Ernte mager, die Armut erdrückend und die Seuchengefahr gross. Heute ist das Seeland dank den beiden Juragewässerkorrektionen ein dicht besiedelter und intensiv genutzter Lebens- und Wirtschaftsraum.
Seit dem 15. Jahrhundert berichten die Chroniken von Seehochständen und Überflutungen im Seeland: Fluren wurden überschwemmt, Siedlungen mussten aufgegeben werden, Krankheit und Armut breiteten sich aus.
Dieser Schwimmbagger wurde zwischen 1962 und 1969 eingesetzt, um den Nidau-Büren-Kanal zu vertiefen.
Bild vergrössern Sümpfe und Überschwemmungsgebiete
Etwas musste dagegen unternommen werden: Nach langen Beratungen und Vorbereitungen führten die Kantone Bern, Freiburg, Waadt, Neuenburg und Solothurn in den Jahren 1868 bis 1878 gemeinsam die 1. Juragewässerkorrektion durch. Sie umfasste im Wesentlichen folgende Arbeiten:
- Ableitung der Aare durch den neu gegrabenen Hagneckkanal von Aarberg aus direkt in den Bielersee (1): Nutzung von Bieler-, Neuenburger- und Murtensee als gemeinsames Rückhaltebecken
- Begradigung, Kanalisierung und Vertiefung der Zihl (2) und der Broye (3) zwischen den drei Seen
- Abflusssteigerung aus dem Bielersee durch den Bau des Nidau-Büren-Kanals (4)
- Absenkung aller drei Seespiegel um durchschnittlich 2.5 m
- Bau eines einfachen Regulierwehres in Nidau
- Erstellung weitläufiger Binnenkanalnetze zur Entsumpfung grosser Landstriche
- Die Seen waren dadurch kleiner geworden: der Neuenburgersee um 23.7 km2, der Bielersee um 3.3 km2 und der Murtensee um 4.6 km2. Ehemals überflutete Ebenen und Neulandgebiete konnten nun drainiert und nach den tiefer liegenden Seen hin entwässert werden. In langjähriger Arbeit musste dann der Boden verbessert und in fruchtbares Ackerland umgewandelt werden.
Grundsätzlich war die 1. Juragewässerkorrektion ein Erfolg. Doch schon bald gab es neue Sorgen und Interessenkonflikte. So sackte das entwässerte und kultivierte Neuland in sich zusammen, da sich die lockere Torfstruktur der Böden nicht mehr mit Wasser füllte.
1939 wurde das Regulierwehr Port mit der Schiffsschleuse in Betrieb genommen. Eigentlich war das bereits eine Massnahme der 2. Juragewässerkorrektion. Die restlichen Arbeiten für die 2. Juragewässerkorrektion wurden erst in den Jahren 1962 bis 1973 ausgeführt:
- Erstellung des Kraftwerkes Flumenthal als Regulierwehr (1)
- Korrektion der Aare zwischen Büren a. A. und Flumenthal samt Entfernung des sogenannten Emmeriegels (2)
- Verbreiterung, Vertiefung und Uferausbau des Broye-, Zihl- und Nidau-Büren-Kanals sowie des Aarelaufes Büren-Flumenthal
Dank der 2. Juragewässerkorrektion konnten die Spiegelschwankungen der Jurarandseen weiter vermindert werden: Einerseits wurden die Hochwasserstände den bisherigen Landabsenkungen angepasst - und somit um rund einen Meter gesenkt. Andererseits wurden die Niedrigwasserstände zugunsten der Schifffahrt, der Fischerei und des Landschaftsbildes um knapp einen Meter angehoben.
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