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Zu den bekanntesten Bildfehlern in der Video- und Fotografie gehört der Moiré-Effekt. Dabei treten im Bild störende Wellenmuster auf. Moiré entsteht z. B. durch die Wechselwirkung von regelmässigen Mustern oder Strukturen im Motiv mit der ebenfalls regelmässigen Struktur der Kamerasensoren.
Wikipedia sagt: Der Moiré-Effekt (von frz. moirer [mwaˈʀe], „moirieren; marmorieren“) bezeichnet ein scheinbares grobes Raster, das aufgrund der Überlagerung von regelmässigen, feineren Rastern entsteht. Das sich ergebende Muster, dessen Aussehen den Mustern aus Interferenzen ähnlich ist, ist ein Spezialfall des Alias-Effekts durch Unterabtastung.
Einfach gesagt:
Fotografieren Sie feine, regelmässige Strukturen, können diese von manchen Digitalsensoren nicht naturgetreu wiedergegeben werden. Es entstehen grobe wellenförmige Muster, die auch farbliche Abweichungen haben können. Da die Muster eine ähnliche Struktur wie Marmorgestein haben, wird der Effekt Moiré genannt.
Wie und wo der Moiré-Effekt entstehen kann
Prinzipiell entsteht der Moiré-Effekt immer dann, wenn sich zwei Raster überlagern. Es gibt zahlreiche Beispiele hierfür.
Fotografen beispielsweise kennen den Effekt, der vor allem dann auftritt, wenn Motive mit einer regelmässigen Struktur aufgenommen werden sollen. Hier entsteht der Moiré-Effekt als Wechselwirkung zwischen den auf dem Motiv befindlichen Strukturen und der Struktur, die der Bildsensor der Digitalkamera besitzt. Eine Digitalkamera bzw. deren Bildsensor zeichnet einzelne Bildpunkte ebenfalls anhand eines bestimmten Rasters auf. Wird nun ein Motiv mit einem feinen Muster aufgenommen, beispielsweise ein fein gewebter Stoff oder eine Gardine, so beeinträchtigen sich die Raster des Bildsensors in der Kamera und das durch das feine Muster der Gardine entstehende Raster gegenseitig.
Besonders bei Mustern, die schräg über das Bild verlaufen ist der Effekt schnell erkennbar.
Typische Motive, bei denen Moiré auftauchen kann
- Kleidung mit feinen Mustern
- Feine regelmässige Strukturen zB in Federn von Vögeln
- Reproduktionen aus Zeitschriften (Bilder sind gerastert)
- Architekturaufnahmen
- gleichmässige Jalousien, besonders, wenn Sie schräg im Bild verlaufen
- feines Backsteinmuster
- Im Extremfall können auch Polarisationsfilter einen Moiré-Effekt hervorrufen, da diese auch ein feines Raster besitzen
Gewusst?
Ein Bild ohne Moiré-Effekt kann am Computer oder in gedruckter Form auch nachträglich noch den Effekt hinzugefügt bekommen, wenn die entsprechende Ausgabeauflösung unpassend gewählt wird oder es für den Druck gerastert wird.
Betrachten Sie Ihre Bilder deshalb am besten bei 100% oder 50% Vergrösserung. Bei anderen Vergrösserungsfaktoren wie z.B. 66.7% können Bildfehler dargestellt werden, die im Original gar nicht vorhanden sind.
Bei Bewerbungsaufnahmen und Portraits empfehlen wir auf fein strukturierte Kleidung zu verzichten. Der Moiré-Effekt kann damit schon bei der Aufnahme vermieden werden.
Moiré vermeiden mit Tiefpassfilter
Beim Fotografieren lässt sich der Moiré Effekt mit einem optischem Filter, dem Tiefpass-Filter vermeiden. (Pink abgebildet.)
Ein optischer Tiefpassfilter (OLPF), manchmal auch Anti-Aliasing-Filter genannt, ist in zahlreichen Digitalkameras verfügbar und befindet sich direkt vor dem Bildsensor. Der OLPF dient hauptsächlich dazu, hochfrequente Bildinformationen auszufiltern, um durch Hochfrequenzwellen hervorgerufene Moiré-Effekte und falsche Farben zu reduzieren.
Einfach erklärt wird Ihr Bild mit den vielen kleinen Details mit einem Tiefpassfilter leicht weichgezeichnet. Das erst das weniger detailreiche Bild auf den Sensor auftrifft, entsteht kein Moiré Effekt.
Allerdings leidet die Bildschärfe ein wenig, was aber oft in Kauf genommen wird und erst bei grossen Vergrösserungen erst zu sehen wäre.
Mehr Schärfe ohne Tiefpassfilter
Mit Digitalkameras ohne OLPF werden hochfrequente Bildinformationen aufgezeichnet, wodurch die Bildschärfe erhöht wird. Dabei ist es möglich, dass je nach Motiv und Aufnahmesituation leichte Moiré-Effekte und falsche Farben auftreten.
Moderne Kameras besitzen aber meist eine sehr hohe Auflösung und damit über eine über eine höhere Pixelanzahl bei geringerem Pixelabstand. Dadurch treten Moiré-Effekte und falsche Farben weniger häufig auf. Bei hochauflösenden Digitalkameras ist es daher möglich, auf den OLPF zu verzichten, um von einer höheren Bildschärfe zu profitieren.
Nikon hat beispielsweise mit der D800/E zwei Model auf den Mark gebracht. Während die D800 einen Tiefpassfilter besass, wurde bei der D800E darauf verzichtet.
Ohne Tiefpassfilter lassen sich feine Details besser erkennen, manche Strukturen werden durch den Moiré-Effekt aber beeinflusst.
Bei den aktuellen hochauflösenden Kameras von Nikon wird meist ganz auf den OLPF verzichtet. Durch den geringen Pixelabstand tritt Moiré deutlich weniger auf als bei älteren Kameragenerationen.
Um den Moiré-Effekt in der digitalen Welt zu vermeiden, gilt im Idealfall, dass die feinste Auflösung der Kamera im günstigsten Fall mindestens doppelt so hoch sein muss, wie die feinste Linie, die man abbilden möchte.
Fujifilm X-Trans CMOS ohne Tiefpassfilter
Während die meisten Hersteller Ihre Sensoren mit einem klassischen Farbfilter des Types "Bayer" (Abbildung links) ausstatten, hat Fujifilm den Farbfilter eigenständig entwickelt und statt jeweils 2x2 Pixel in 6x6 Pixel aufgeteilt. Mit dieser besonderen Gruppierung der Farbfilter lässt sich der Tiefpassfilter ohne störenden Moiré Effekt entfernen. Alle aktuellen X-Serie Kameras nutzen diesen Sensortyp und liefern eine hervorragende Abbildungsleistung.
Moiré in der Nachbearbeitung entfernen
Um den Effekt nachträglich für den Ausdruck zu vermeiden, lässt es sind dank Photoshop mit einer mehr oder weniger aufwendigen Bearbeitung korrigieren.
Wie mit dem OLPF in der Kamera wird dabei eine Weichzeichner verwendet und die betroffenen Stellen mit einer leicht unscharfen Ebene überlagert.
Der Photoshop-Guru Doc Baumann zeigt in einem älteren Artikel wie's geht.
Photoshop-Tipp von DocMa
Das PC Magazin CHIP hat Tipps, wie sich Moiré im digitalen Bild verringern lässt
Photoshop-Tipp von Computer-Magazin CHIP
Moiré in Lightroom entfernen
Farbmoiré lässt sich in Adobe Photoshop Lightroom relativ einfach beheben. Ab Version Lightroom 4 (oder Camera-Raw 7) gibt's eine leicht versteckte Moiré Korrektur.
Da der Effekt ja nur partiell angewendet werden soll, ist die Option nur im Werkzeug Korrekturpinsel zu finden.
- Wählen Sie den Korrekturpinsel und "malen" Sie über die betroffene Stelle
Auswahl ist hier rot markiert
- Schieben Sie den Regler "Moiré" bis der Effekt verschwunden ist
Haben Sie Tipps und Erfahrungen, wie Sie mit Moiré umgehen oder es nachbearbeiten?
Schreiben Sie uns doch an unsere Kundendienst-Mailadresse <email-pii>.
Wir nehmen diese gerne auf und teilen Sie hier mit unseren Lesern.