Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/2554

Hier noch eine andere Methode, bei der die Kettfäden direkt auf den Kettbaum gebracht werden und nicht zuerst auf dem Schärbaum abgemessen werden. Unter Direktzetteln versteht man, dass man eine ganze Partie von Fäden, z.B 5cm oder 10cm Breite auf ein Mal auf den Kettbaum aufwickelt. Im Folgenden Beispiel gebrauche ich verschiedendicke Baumwollgarne von 28/2 bis 12/2. Da ich mir über das Endergebnis nicht wirklich einig bin und das gewünschte Endergebnis vielleicht auch in einer Enttäuschung enden kann,und habe ich beschlossen, einige Restengarne zu verwerten und verschiedene Dicken zu verwenden. Ich habe mich für einen 8-er Rechen entschieden, d.H. 8 Fäden pro cm. Nun möchte ich aber ein Doppelgewebe herstellen. Da die Vorder- und Rückseite eines Doppelgewebes andersfarbig ist, muss die Kette doppelt sein, das heisst in diesem Fall 16 Fäden pro cm. Ich bringe jeweils eine Partie von 5cm auf einmal auf den Kettbaum. Ich arbeite also mit 80 Fäden, die sich um dem Kettbaum wickeln. Als erstes fertige ich mit dem Spulgerät also die benötigten Spulen an und bringe sie im Spulgestell an. Da 80 Spulen schon ziemlich viel sind, stecke ich sie auf einen Holzstab mit eingeschlagenen Nägeln darin.
Danach werden die einzelnen Spulen in einen kleinen Rechen eingefädelt, der genau 5cm breit ist, je 2 Fäden pro Schlitz.
Jetzt wird mit 2 Leisten das Fadenkreuz gelegt, dass heisst, man fädelt jeden Faden abwechslungsweise über- und unter der Leiste durch, ein.
Man bindet nun die entsprechende Partie am Metallstab, der an den Kettbaum geknüpft ist, an. Mit der einen Hand hält man die Leisten mit dem Fadenkreuz und zieht den Rechen , und mit der andern Hand dreht man die Kurbel des Kettbaums. Dabei macht man so viele Umdrehungen wie gewünscht. Mein Kettbaum hat einen Durchmesser vom 30 cm. Da diese Kette hier wirklich ein Versuchsprojekt ist, mache ich sie nur 2,1 m lang, also 7 Umdrehungen.
Wenn man die gewünschte Länge aufgewickelt hat, fixiert man mit Klebeband das Fadenkreuz und schneidet durch.
Nun werden bei den Fadenkreuzen je eine Leiste eingefügt, und die Kette in Litzen und danach in den Rechen gestochen. Darauf werden die Fäden Bündchenweise an den Warenbaum geknotet.
Stimmt die Spannung einigermassen, d.H. dass alle Fäden
etwa die
gleiche Spannung haben, wird die Kette nach vorne auf
den Warenbaum
gedreht, und nun wird die Spannung am Kettbaum
korrigiert. Stimmt die
Spannung in Etwa, wird die Kette wieder nach hinten
auf den Kettbaumgewickelt und die Spannung nochmals
vorne korrigiert.
Man kann dabei jeweils die Pedale durchdrücken und
den Rechen einige Male bewegen, damit dann wirklich
alle Fäden gleich gespannt sind.
Jetzt kann gewebt werden....
Download der WIF Datei für die oben beschriebene Kette.
Für kurze Ketten wie für Teppiche oder Probestücke mit dicken Kettfäden kann man auch so aufbäumen:
Der Kettfaden wird vom Warenbaum her durch die Litze und den Kamm eingefädet und beim Brustbaum mit zwei Listen (ein Faden oben, einer unten) angeschnürt.
Auf der Holzstange über dem Warenbaum wird der Reedekamm befestigt. Er wird festgeklammert, damit er sich nicht bewegen kann. Die Zinken haben Zentimeterabstand.
Der Faden wird dann durch den Raum auf die gewünschte Länge gebracht.
Man positioniert dort ein Fadenkreuz und bringt den Faden wieder zurück in den Reedekamm.
Der Faden wird geschnitten, soviel zugeben, dass man ihn in die Litze einfädeln kann,durch den Rechen ziehen und an den Leisten am Brustbaum anbinden kann.
Die Kette kann nun beim Fadenkreuz abgebunden werden und zu einem Kettzopf geflochten werden
Für ein Doppelgewebe kann jetzt ein zweiter Reedekamm oberhalb der ersten Kette angebracht werden
Die zweite Kette wird wieder wie die erste aufgezogen
Jetzt die Kette auf dem Brustbaum aufwickeln, immer wieder Leiste einschieben
Wenn die Kette auf dem Brustbaum aufgewickelt ist, umwickeln auf den Kettbaum und die Kette vorne beim Brustbaum kann jetzt regelmässig gespannt werden
Jetzt kann gewebt werden...