Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/3130

Diesen hatte Ständerat Claude Hêche (SP/JU) verlangt. Sein Postulat wurde im Frühjahr 2017 von der kleinen Kammer an den Bundesrat überwiesen. Anlass für den Vorstoss war die Ankündigung des Bundesrats, aus der Förderung von Sportanlagen aussteigen zu wollen. Er begründete diese Absicht damals mit der angespannten Finanzlage des Bundes.
In den letzten zwei Jahrzehnten hatte sich der Bund mit insgesamt 143,5 Millionen Franken an 105 Projekten beteiligt. Grundlage für die Subventionen war das Konzept zu den Sportanlagen von nationaler Bedeutung (Nasak). Damit wurde beispielsweise der Bau von Schneesportanlagen, einem nationalen Fussballzentrum, einem nationalen Eishockeyzentrum oder mehreren Schwimmzentren gefördert. Das Programm lief Ende 2017 aus.
Das Instrument habe sich bewährt, argumentierte Hêche und plädierte für eine Wiederaufnahme des Subventionsprogramms. Die geförderten Sportanlagen würden in der Regel einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Damit ermögliche es der Bund auch der Allgemeinheit, unter den besten Bedingungen Sport zu treiben.
Im am Mittwoch veröffentlichten Bericht teilt der Bundesrat nun diese Einschätzung. Er hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, bis Ende 2020 eine Botschaft für einen weiteren Nasak-Kredit auszuarbeiten.
«Ein subsidiäres Engagement des Bundes ist auch in Zukunft notwendig, um die Konkurrenzfähigkeit der Schweiz im Sport und bei der Austragung internationaler Grossveranstaltungen zu stärken», heisst es in einer Mitteilung. Die unterstützten Anlagen dienten sowohl dem leistungsorientierten Nachwuchssport als auch dem Spitzensport für Trainings, Wettkämpfe und teilweise für internationale Sportgrossanlässe.
Der Bedarf der Sportverbände an Subventionen ist weiterhin gross, wie aus dem Postulatsbericht hervorgeht. Gemäss Schätzungen liegt das erforderliche Investitionsvolumen für die nächsten fünf bis zehn Jahre zwischen 750 Millionen und 1,5 Milliarden Franken. Das zeigen Antworten von vierzig Schweizer Verbänden von olympischen, paralympischen und nicht olympischen Sportarten.
Das VBS soll nun klären, welche der Vorhaben die Vorgaben des Sportförderungsgesetzes erfüllen und tatsächlich in absehbarer Zeit realisiert werden können. Künftig soll das Nasak-Konzept kontinuierlich aktualisiert werden. Rund alle vier Jahre will der Bundesrat weitere Kreditbotschaften vorbereiten.
Der Bund wird künftig nicht nur den Bau, sondern auch den Trainings- und Wettkampfbetrieb auf Sportanlagen von nationaler Bedeutung finanziell unterstützen. Diesen Auftrag hat er kürzlich vom Parlament erhalten.
Dieses sieht darin eine Möglichkeit, die Auslastung der Sportanlagen zu verbessern. Zudem gebe es einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen, wenn auf solchen Anlagen etwa Grossveranstaltungen durchgeführt werden, lautete der Tenor.
Solche Grossanlässe will der Bundesrat weiterhin mit Bundesmitteln fördern. Dazu zählen die Olympischen Jugendspiele in Lausanne und die Eishockey-Weltmeisterschaft in Lausanne und Zürich im Jahr 2020 sowie die Winteruniversiade in der Zentralschweiz im Jahr darauf. Diese drei Anlässe wird der Bund mit über 25 Millionen Franken subventionieren.