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Die Schweiz ist Gastgeberin der 12. Internationalen Konferenz der Herausgeber diplomatischer Dokumente, die 2013 in Genf stattfindet.
Internationale Vereinigung
Das internationale Netzwerk der Herausgeber diplomatischer Dokumente wurde 1988 gegründet. 1989 trafen sich erstmals Delegationen von verschiedenen Teilen der Welt in London. Seither fanden die Treffen alle zwei Jahre statt: In Ottawa, Rom, Bonn, Washington, Canberra, Paris und Dublin. Das Treffen 2009 wurde in Den Haag organisiert, dasjenige von 2011 in Jerusalem. Es ist das erste Mal, dass die Konferenz in der Schweiz stattfindet. Die Gruppe zählt Institutionen aus etwa dreissig Ländern, die Sammlungen von Dokumenten zu den internationalen Beziehungen ihrer Staaten publizieren oder publizieren wollen.
Zwei Schwerpunkte
Alle Konferenzen sind in einen technischen und einen historiografischen Teil gegliedert: Im ersten Teil werden methodologische Fragen der Publikation von Dokumenten auf Papier oder im Internet und die Entwicklung von Datenbanken diskutiert. Der historiografische Teil besteht aus einer Reihe von Vorträgen rund um ein historisches Thema, etwa zu einem Jahrestag (so wurde 1996 in Rom die Doppelkrise Suez-Budapest von 1956 analysiert) oder zu einen thematischen Schwerpunkt (zum Beispiel zur Politik der Entwicklungszusammenarbeit, die 2009 in Den Haag behandelt wurde).
Forschungszusammenarbeit
In allen Staaten bedingt diese historische Forschung zu den internationalen Beziehungen die Zusammenarbeit zwischen unabhängigen universitären Stellen und Institutionen der jeweiligen Aussenministerien. Der Untersuchungszeitraum, die Finanzierung und Organisation der Publikation diplomatischer Dokumente kann von Land zu Land sehr unterschiedlich sein. Die Forschungsgruppe Diplomatische Dokumente der Schweiz ist als Unternehmen der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften eine staatlich unabhängige Institution, die historische Grundlagenforschung betreibt.
Dienstleistungen für die Wissenschaft
Die Gesamtheit der publizierten Dokumente stellt eine leicht zugängliche und sehr nützliche Informationsquelle für historische und universitäre Forschungen dar, aber auch für andere Personen, die sich für die Geschichte der internationalen Beziehungen interessieren. Auch Diplomaten, Journalisten, Lehrkräfte und Biografen konsultieren diplomatische Dokumente. Die Grossmächte waren die ersten, die in gedruckten Bänden Dokumente zu ihrer Aussenpolitik veröffentlichten. Da diese Reihen fortgesetzt wurden und mittlerweile Hunderte, wenn nicht Tausende von Bänden zählen, wurden auch neue Publikationsmittel entwickelt: Mikrofilme, Disketten und natürlich das Internet. Ausserdem veröffentlichen immer mehr Staaten und auch internationale Organisationen ihre diplomatischen Dokumente. Umso wichtiger sind deshalb diese internationalen Konferenzen, an denen die Herausgeber Informationen, Techniken, historiografische Kenntnisse und Erfahrungen austauschen können.
Organisation und Ausblick
Die Konferenz von 2013 wird von der Forschungsgruppe Diplomatische Dokumente der Schweiz unter Mitwirkung des Büros der Vereinten Nationen in Genf (UNOG) und mit der Unterstützung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) organisiert. Thematische Schwerpunkte der Konferenz sind die Edition von Dokumenten, elektronische Datenbanken, das Online stellen von Informationen sowie die Geschichte der internationalen Organisationen.