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Japanische Zeitungen berichteten am 24. September, dass in der Zuleitung zum Sicherheitsbehälter des Reaktors 1 mehr Wasserstoff gefunden wurde als bisher angenommen. Wasserstoff könnte eine Explosion verursachen, wenn im Gas mehr als 4% Wasserstoff und mehr als 5% Sauerstoff vorhanden sind.
Laut Tepco entstand der Wasserstoff, als der bloss gestellte Brennstoff im Druckbehälter mit Dampf reagierte. Auch heute werde Wasserstoff, wenn auch in kleinen Mengen, durch den geschmolzenen Brennstoff erzeugt.
Wasserstoff könnte auch innerhalb des Sicherheitsbehälters vorhanden sein. Deshalb wird unbrennbarer Stickstoff in den Behälter hineingeleitet. Tepco geht davon aus, dass man die Menge des Wasserstoffs durch diese Massnahme reduzieren kann. Aber weil Wasserstoff leichter als Stickstoff ist, könnte wiederum Wasserstoff in den oberen Teil des Behälters steigen und dort bleiben.
Bei den Reaktoren 2 und 3 möchte Tepco eine Untersuchung durchführen.
Die japanische Regierung will den vom radioaktiven Cäsium verseuchten Boden der Präfektur Fukushima dekontaminieren. Sie geht davon aus, dass die Fläche, die stärker als 1 μSv/h radioaktiv verseucht ist, maximal 2’000 km2 ausmacht. Das entspricht 1/7 der Fläche der Präfektur. Für die Beseitigung des Cäsiums muss man die Oberflächenschicht bis 5 cm Tiefe abtransportieren. Das macht insgesamt 100 Millionen m3 Erde aus.
Betrachtet man nur das betroffene Ackerland, dass stärker als 5000 Bq/kg mit Cäsium verseucht ist und ca. 8’300 Hektar Land umfasst, müssen 4 Millionen Tonnen Erde entsorgt werden.
In der Tohoku-Region wohnen noch momentan 3’500 Menschen in einer Notunterkunft wie Sport- oder Messehalle. 6’500 wohnen mit mehr Komfort in einem Hotel und über 17‘500 Menschen sind bei Verwandten und Bekannte untergebracht. Immer mehr Betroffene ziehen in eine provisorische Wohnung. Dort können sie ihre Privatsphäre bewahren, sie brauchen aber immer noch intensive psychologische Betreuung, heisst es in der Nikkei-Zeitung vom 15. September. In Wirklichkeit mangelt es hingegen am Personal vor Ort, weil die Unterstützung anderer Präfekturen immer kleiner wird. Die betroffenen Präfekturen fordern nun von der Regierung weitere Hilfe an.
Am 26. August durften die evakuierten Bewohner innerhalb eines 3km-Radius um das AKW Fukushima I nach fünfeinhalb Monaten zum ersten Mal wieder nach Hause zurückkehren. Etwa 150 Menschen fassten diese Gelegenheit und blieben 2 Stunden zu Hause. Eintritt zu diesem Gebiet ist strikt verboten. Erlaubt sind nur AKW-Arbeiter. Die japanische Regierung macht jedoch immer noch nicht klar, ob sie irgendwann wieder zu Hause wohnen dürfen oder nicht. Am 1 September besuchten weitere 238 Bewohner ihre Heimat, am 7. folgt der dritte Besuch.
Die japanische Atomaufsichtsbehörde veröffentlichte am selben Tag, dass Blöcke 1 bis 3 des AKWs Fukushima schätzungsweise total 15’000 Terra Becquerel Cäsium 137 in die Luft ausstiessen. Das entspricht 168 Atombomben von Hiroshima.
Auch das Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie gab an dem Tag bekannt, dass die obere Grenze der Strahlendosis für Kinder auf 1mSv jährlich heruntergezogen wurde. Das provisorische Grenzwert vom April betrug 3.8 μSv/h, in einem Jahr bis zu 20 mSv. Diese hohen Werte wurden von vielen Müttern kritisiert. Nach der Dekontamination überschreitet die Strahlendosis heute in keinem Schulhof 3.8 mSv/h.