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35km Luftlinie von unserem Standort San Felipe de Lara entfernt - und nur auf dem Wasserweg erreichbar - liegt direkt an der Karibik die Kleinstadt Livingston.
Zusammen mit drei Touristinnen aus Bogota/Kolumbien lassen wir uns von Eldin auf dem Río Dulce zum Atlantik schippern. Am Ufer stehen prächtige Wochenend-Villen mit den davor vertäuten Yachten. Nur reiche Guatemalteken aus der Stadt und Drogen-Barone können sich sowas leisten - meint unser Bootsführer Eldin - und zeigt uns in den Nebenarmen des Flusses die Hütten der Einheimischen.
Nach zwei Stunden - mit ein paar Abstechern in verschiedene Buchten - erreichen wir Livingston mit ca. 74‘000 Einwohnern.
In Livingston lebt eine der vielen ethnischen Bevölkerungsgruppen Guatemalas, die Garifuna. Diese Menschen gingen aus der Vereinigung ehemaliger Sklaven aus Westafrika und indigenen Kariben von der Insel St. Vincent hervor und wurden nach der britischen Machtübernahme (1797) hierher vertrieben.
Philip - ein stolzer Garifuna mit Mütze und Rastazöpfen - führt uns durch seinen Stadtteil. Viele der früheren bunt bemalten Holzhütten sind heute leider durch kahle graue Zementsteinbauten ersetzt worden. Menschen sehen wir nicht viele, wir hören nur das Schreien der zahlreichen Kinder und die nachbarschaftlichen Zurufe über die Gassen. Am Schluss der Führung lassen wir uns im Restaurant 'Las Tres Garifunas‘ typische Garifuna-Spezialitäten schmecken.
Auch die Kechí Mayas suchten hier während des Guatemaltekischen Bürgerkrieges (1960 -1996) Zuflucht vor den Gräueltaten der Regierungstruppen. Da die Kechí viel geschäftstüchtiger sind, haben diese inzwischen die Garifuna völlig aus dem Geschäftsleben von Livingston verdrängt.