Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03262.jsonl.gz/1607

Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten.
Es ist doch ja kein anderer nicht, der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine.
Immer wieder wurde dieser Text vertont. Heinrich Schütz schuf seine Fassungen mitten im Dreissigjährigen Krieg, Hugo Distler im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges und Arvo Pärt kurz nach den Terroranschlägen vom 11. März 2004 in Madrid.
Aber auch mit anderen Vertonungen wurde für Frieden gekämpft und gebetet. So entstanden «O vos omnes» von Pau Casals unter dem Leiden des spanischen Bürgerkrieges und «Peace, I leave with you» von Knut Nystedt unter dem Eindruck des Kalten Krieges und des ungarischen Aufstandes.
Neben komplexen Chorwerken wurden aber immer wieder auch einfache Kanons komponiert, wie zum Beispiel über die Glocken-Inschriften «Läutet uns zu Frieden» und «Laudate deum omnis terra» von Richard Rudolf Klein, das israelische Volkslied «Shalom chaverim» oder das «Da pacem» von Melchior Franck.
In diesem Allerheiligenkonzert intoniert die Kantorei Solothurn Bitten für Frieden und
Gerechtigkeit der A-cappella-Literatur.
Der Text der gregorianischen Antifon «Da pacem domine» stammt aus dem 6. oder 7. Jahrhundert. Er basiert auf verschiedenen Bibelversen und wurde auf Anordnung von Papst Niklaus III ab 1279 in jeder Messe vor dem «Agnus Dei» gesungen. Daran angelehnt verfasste Martin Luther 1529 eine deutsche Nachdichtung: