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Risiken von Benzodiazepinen
Für ältere Menschen bergen Benzodiazepine* noch grössere Risiken als für jüngere Erwachsene. Die Wirkdauer verlängert sich, weil der Körper Medikamente langsamer abbaut. Zudem reagiert das Gehirn älterer Menschen empfindlicher auf diese Medikamente. Nebenwirkungen werden häufig fälschlicherweise als Alterbeschwerden interpretiert. Hinzu kommt: Ältere Menschen nehmen zudem oft mehrere Medikamente ein. Es besteht das Risiko von Wechselwirkungen.
Benzodiazepine sollten eigentlich nicht länger als maximal 4 Wochen verschrieben werden. Es kommt aber nicht selten vor, dass sie über eine längere Zeit eingenommen werden. Eine Reduktion oder ein Absetzen dieser Medikamente lohnt sich für fast alle Personen. Dies gilt gerade auch für ältere Menschen. Beweglichkeit, Wachsamkeit, Kontinenz und Wohlbefinden können sich verbessern. Es gibt einige Situationen, in denen ein Entzug nicht angezeigt ist. Ärzte und Ärztinnen können Sie orientieren.
Mögliche Nebenwirkungen von Benzodiazepinen
- Benommenheit und Schläfrigkeit: Das Risiko z. B. für Stürze und Knochenbrüche steigt.
- Einschränkung von Urteilsfähigkeit, Geschicklichkeit und Reaktionsfähigkeit: Das Risiko für Unfälle im Strassenverkehr oder anderen Situationen steigt. Die Fahrfähigkeit wird eingeschränkt. Das Risiko für Unfälle erhöht sich bei gleichzeitigem Alkoholkonsum um ein Vielfaches.
- Vergesslichkeit, Verwirrtheit, Gedächtnislücken und demenzähnliche Symptome (Pseudodemenz) sind möglich.
- Paradoxe Wirkungen wie etwa Enthemmung, erhöhte Risikobereitschaft, Erregungszustände mit verstärkter Angst, Schlaflosigkeit, Rededrang etc. sind möglich.
Weitere Risiken
- Ein Mischkonsum von Benzodiazepinen mit anderen dämpfend wirkenden Substanzen wie etwa Alkohol birgt erhöhte Risiken. Unter Umständen können solche Wechselwirkungen tödlich sein.
- Benzodiazepine können eine Depression verursachen oder verschlimmern.
- Benzodiazepine bergen ein Risiko für Abhängigkeit und Sucht.
- Bei einer Reduktion oder beim Absetzen nach einer langfristigen Einnahme können neue oder ausgeprägtere Angstzustände auftreten.
* Analoge Medikamente wie Zolpidem und Zopiclon sind immer mitgemeint. Sie bergen in etwa die gleichen Risiken wie Benzodiazepine.