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“Für solche Momente trainieren wir”, jubelte Kambundji danach.
Zwei Tage nach ihrer grossen Enttäuschung – sie schied über 200 m bereits in den Halbfinals aus – feierte die Bernerin den grössten Erfolg ihrer Karriere. Bei nahezu Windstille stiess sie die Britin Asha Philip und die Ukrainerin Natalia Pogrebnjak vom Podest und sicherte sich den Platz neben der überlegenen Schippers (10,90) sowie Lalova-Collio (11,20). Die Britin Desiree Henry, für die nach den Eindrücken der Halbfinals Silber reserviert schien, bliebt verletzt auf der Bahn liegen.
Vor zwei Jahren vor Heimpublikum im Zürcher Letzigrund war Kambundjis Stern auf internationaler Ebene aufgegangen, zu einem Podestplatz hatte es damals allerdings zweimal knapp nicht gereicht. Über 100 m wurde sie Vierte, über die halbe Bahnrunde Fünfte.
Ausgerechnet im EM-Jahr, in dem sie in Amsterdam die auf sie zugeschnittene Bühne vorfindet, schien der Aufwärtstrend zu brechen. Abgesehen von einem 100-m-Lauf in Weinheim mit 11,14 Sekunden kam Kambundji nicht richtig in Fahrt.
Doch nun gewann sie für die Schweiz die erste Sprint-Medaille an einer EM seit 1978. Damals errang Peter Muster in Prag über 200 m ebenfalls Bronze.
Ebenfalls einen Sprint-Final erreichte Alex Wilson. Der 25-jährige Basler belegte im ersten Halbfinal bei starkem Gegenwind in 20,71 Sekunden den 2. Platz hinter dem Türken Ramil Guliyev. Unter anderen liess Wilson Jaysuma Saidy Ndure, den norwegischen WM-Vierten von 2011 hinter sich.
Im Final resultierte für Wilson schliesslich der 7. Rang. Auf der ersten Streckenhälfte hielt er gut mit, brach danach jedoch ein und wurde bei einem Gegenwind von 0,9 m/s in 20,70 Sekunden gestoppt. Die Olympia-Limite verpasste Wilson dergestalt um zwei Zehntelsekunden.
Gold ging nach der nachträglichen Disqualifikation von 100-m-Europameister und Lokalmatador Churandy Martina (Verlassen der Bahn) an den Spanier Bruno Hortelano (20,45).
Im Siebenkampf absolvierte Michelle Zeltner einen starken ersten Wettkampftag. Nach vier Disziplinen liegt die Bernerin mit 3661 Punkten im 5. Zwischenrang – über 100 m Hürden und im Kugelstossen realisierte sie eine persönliche Bestleistung. “Ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen bei den ersten drei Disziplinen. Auch über die halbe Bahnrunde wollte ich eine Bestleistung aufstellen, aber letztlich war ich zu müde”, so Zeltner.
Die 24-Jährige liegt aber gleichwohl voll auf Kurs für eine persönliche Bestleistung. Kurz vor der EM hatte sie im deutschen Ratingen 3570 Zähler nach vier Disziplinen auf dem Konto gehabt. Am Samstag stehen nun noch der Weitsprung, das Speerwerfen, Zeltners schwächste Disziplin, und der abschliessende 800-m-Lauf auf dem Programm.
Zeltner hatte die internationale EM-Limite zwar knapp verpasst, durfte aber auf Einladung des Europäischen Verbands doch nach Amsterdam reisen, weil zu wenig Teilnehmerinnen im Siebenkampf gemeldet waren.
In Führung liegt nach dem ersten Tag die Niederländerin Anouk Vetter mit 3882 Punkten.
(SDA)