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Der sehr exklusive Zirkel der Schweizer Medaillengewinner in einem Olympia-Slalom der Männer wächst im Gegensatz zu 2018 nicht. Loïc Meillard (5.) und Daniel Yule (6.) fehlten dazu beim Olympiasieg des Franzosen Clément Noël allerdings weniger als zwei Zehntel.
Vor vier Jahren in Pyeongchang stiess Ramon Zenhäusern dank seinem 2. Platz zum Duo Edy Reinalter, der 1948 in St. Moritz für den nach wie vor einzigen Slalom-Olympiasieg eines Schweizers gesorgt hatte, und Jacques Lüthi (Bronze 1980 in Lake Placid) hinzu. Doch in China blieben die Schweizer Slalom-Asse ohne Medaille, obwohl Loïc Meillard seine beste Saisonleistung zwischen den Kippstangen zeigte, und Daniel Yule am Nachmittag ein extrem starker Lauf gelang.
Gerade für Meillard waren diese Winterspiele zuvor enttäuschend verlaufen. Sowohl in der Kombination als auch im Riesenslalom war er ausgeschieden. Bei seinem persönlich dritten Rennen in Yanqing lief es dem 25-Jährigen jedoch deutlich besser. Als Halbzeit-Vierter, nur drei Zehntel hinter der Spitze, sicherte er sich eine glänzende Ausgangslage.
Im Finaldurchgang legte Meillard furios los, bei den ersten zwei Zwischenzeiten lag er jeweils an dritter Stelle. Doch in der zweiten Hälfte des Kurses unterlief dem Walliser der eine und andere kleine Fehler. Zu seiner ersten Olympia-Medaille fehlte Meillard, der auf Olympiasieger Clément Noël 0,80 Sekunden verlor, am Ende genau ein Zehntel.
Yule mit zweitbester Laufzeit
Nur sechs Hundertstel hinter seinem Teamkollegen reihte sich Daniel Yule als ein. Der Walliser, der in diesem Winter als einziger Swiss-Ski-Slalomfahrer auf dem Weltcup-Podest gestanden hatte (als Zweiter in Wengen), verbesserte sich in der Entscheidung dank zweitbester Laufzeit noch um sieben Positionen in den 6. Rang. Trotz des am Morgen eingehandelten grossen Rückstands von mehr als einer Sekunde auf die Spitze konnte Yule fast noch in die Medaillenvergabe eingreifen.
Hingegen für den mit der Nummer 1 gestarteten Zenhäusern blieb mit 1,38 Sekunden Rückstand nur der 12. Rang. Luca Aerni, zur Halbzeit als 19. weit zurück, stiess im Finaldurchgang mit drittbester Zeit noch in den 14. Rang vor.
Strolz mit zweiter Medaille in China
Wie im Vorfeld prognostiziert, wurde der Olympia-Slalom zu einem regelrechten Krimi. Hinter Noël, der im Finaldurchgang mit Bestzeit vom 6. Platz noch an die Spitze vorpreschte, gewann Johannes Strolz mit 0,61 Sekunden Rückstand Silber. Der sensationelle Kombinationsolympiasieger aus Österreich hatte zur Halbzeit als Führender noch um 38 Hundertstel vor Noël gelegen, der als erster Franzose seit Jean-Pierre Vidal 2002 Slalom-Olympiasieger wurde. Bronze sicherte sich der norwegische Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag.
Nach dem ersten Lauf hatte Strolz mit zwei Hundertsteln Vorsprung vor Henrik Kristoffersen (am Ende 4.) geführt. Mit Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag lag ein weiterer Norweger ebenfalls nur sechs Hundertstel zurück. Fünf weitere Fahrer, unter ihnen auch Noël, konnten den Rückstand auf unter einer halben Sekunde halten.
Bei den Alpinen stehen an den Winterspielen in Peking noch zwei Entscheidungen aus. Am Donnerstag folgt die Kombination der Frauen, am Samstag der Team-Parallel-Wettkampf.