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Holcim ist mit rund 68’000 Beschäftigten und einem Umsatz von 19.1 Milliarden Schweizer Franken (2014) zusammen mit der französischen Lafarge-Gruppe der Weltmarktleader im Zementgeschäft. Ein grosser Teil des Weltmarktes wird heute von den Baustoffmultis Lafarge, CRH, Cemex, Heidelberg, Italcementi und Holcim beherrscht. Holcim ist das am globalsten aufgestellte Unternehmen, mit rund 1'750 Betrieben in 70 Ländern. Im letzten Jahrzehnt gelang insbesondere auch die Expansion in die aufstrebenden Märkte Südostasiens: Holcim ist dort in allen grossen Ländern vertreten, seit mehreren Jahren auch in Indien, wo Holcim mit rund 25 Prozent Marktanteil der wichtigste Anbieter wurde.
Holcim verfolgte die Strategie, in den aufstrebenden Märkten Asiens, Ozeaniens, Osteuropas und Lateinamerikas den Anteil an der Zementproduktion zu erhöhen, um so die Marktführerschaft zu erlangen. In Westeuropa und in den USA hingegen wurde in den letzten Jahren vor allem entlang der Produktionslinie investiert, um sich die Zuliefer- und Absatzkanäle zu sichern (Sand- und Kiesgewinnung, Betonproduktion). Diese Expansion geschah vorwiegend durch Übernahme von bestehenden, lokalen Gesellschaften und war aggressiv: Innert fünf Jahren, von 2002 bis 2007, hat sich der Umsatz ziemlich genau verdoppelt und die Anzahl der Beschäftigten ist von rund 50'000 auf 90'000 Personen gestiegen. Erst die Weltwirtschaftskrise hat den Konzern 2008 gebremst. Die Absatzzahlen sind zurückgegangen und es wurden radikale Personalabbau- und Restrukturierungsmassnahmen durchgeführt. Dies vor allem in jenen Ländern, die stark von der Immobilienkrise und des darauf folgenden Rückgangs der Bautätigkeit betroffen waren, wie die USA, Spanien, Bulgarien und Ungarn, wo zahlreiche Zementwerke und Betonzentralen geschlossen wurden. Von 2007 bis 2010 wurden weltweit 10 Prozent der Beschäftigten abgebaut.
Nach geringem Zuwachs auf 81'000 Beschäftigte im Jahr 2011 folgten erneut einschneidende Restrukturierungsmassnahmen. Anfangs Oktober 2013 versammelten sich VertreterInnen der Holcim-Angestellten aus der ganzen Welt in Belgien, um eine Antwort auf diese Konzernpolitik zu geben. Am 17. April 2014 protestierten Gewerkschaften vor der Aktionärsversammlung, weil der Holcim-CEO Bernard Fontana trotz Sparmassnahmen den Aktionären einen Zusatzgewinn von 1.5 Milliarden Franken versprach. Ende 2014 beschäftigte das Unternehmen noch 68'000 Angestellte.
Im April 2014 kündigte Holcim die Fusion mit dem zweitgrössten Zementhersteller Lafarge an. Um die Zusage der Wettbewerbsbehörden zu erhalten, hat Holcim v.a. in Europa Unternehmensteile verkauft. Nachdem nun die Wettbewerbsbehörden grünes Licht gegeben haben, soll die Fusion im Mai 2015 über die Bühne gehen. Der Jahresumsatz des neuen Unternehmens wird auf 32 Mrd. € veranschlagt, der Betriebsgewinn Ebitda auf 6,5 Mrd. €. Nicht einbezogen in die Fusionsvorbereitungen wurden die Angestellten der beiden Konzerne; in einer weltweiten Kampagne fordern sie „No Merger without Workers Rights“!