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1 nebensatzkomma muss sein: Allerdings wurde ich nachdenklich, als Pipilotti Rist die Reissleine zog und begann näher hinzuschauen. Ob ein 2. komma nötig ist, hängt von der bedeutung ab. Wer hat näher hingeschaut? … als Pipilotti Rist … begann näher hinzuschauen? Oder ist es eher ein eingeschobener nebensatz zwischen kommas: … wurde ich (Peter Jenny) nachdenklich[, …,] und begann näher hinzuschauen?
- verweis
- fundsachen: ambiguität
Selbstverständlich gibt es fälle, wo die kommasetzung zur disambiguierung beiträgt. Ein beliebtes (konstruiertes) beispiel ist: «Komm wir essen opa.» In der praxis spielt die stark grammatiklastige kommasetzung kaum eine grosse rolle bei der disambiguierung. Wie bei der gesamten unterscheidungsschreibung ist der leser nicht darauf angewiesen (er versteht es aus dem zusammenhang korrekt) und der schreiber überfordert (wie die untenstehenden beispiele zeigen).
Gegner der neuen regeln können argumentieren, dass hier ein zwang zur kommasetzung angebracht wäre. Allerdings spricht der rest der meldung nicht dafür, dass man sich an die regeln halten wollte oder konnte. Es ist einfach so, wie es bei ambiguität immer ist: Der schreiber merkt nicht, dass auch eine andere interpretation möglich ist. Hier ist der titel erst klar, wenn man den text liest: Kommissionspräsidentin rät ab, jetzt Sommerurlaub zu buchen und nicht Kommissionspräsidentin rät, ab jetzt Sommerurlaub zu buchen.
Ist der boden im labor flach oder nicht? So, wie es hier steht, ist wie hier im Labor eine apposition zu nicht so flach. Also ist der boden im labor nicht flach. Hat es vielleicht schlaglöcher? Es ist stark zu vermuten, dass das gegenteil gemeint ist, dass also wie eine beiordnende konjunktion ist, vor der kein komma stehen darf. Das komma macht den unterschied, aber es funktioniert nicht.
Nicht mehr so arbeiten wie in den Jahren zuvor = Nicht mehr so arbeiten, wie er es in den Jahren zuvor konnte. Dagegen: Nicht mehr so arbeiten, wie in den Jahren zuvor = Nicht mehr arbeiten; in den Jahren zuvor konnte er es auch nicht.
Hier steht: Durst und hunger sind gefühle, die nicht eindeutig vorhanden sind; das gilt auch für das glück. Gemeint ist aber wohl eher: Durst und hunger sind gefühle, die eindeutig vorhanden sind; das gilt ja nicht ganz so eindeutig für das glück.
Wer ist in lebensgefahr? Das komma oder nichtkomma entscheidet. Gehört «und droht» zum nebensatz («dass …»), wie es da steht? Dann droht die mutter, «sie» (also alle anderen, engl. «them») umzubringen. Oder gehört «und droht» zum hauptsatz («Er hat …»)? Dann droht der vater, «sie» (also die mutter, engl. «her») umzubringen. So ist es gemeint, nur müsste nach «hat» ein komma stehen. Unsere schlussfolgerung: Das komma kann über den sinn entscheiden (unterscheidungsschreibung), aber in den ganz wenigen fällen, wo das der fall wäre, funktioniert es nicht. Der leser entnimmt den sinn immer dem zusammenhang und versteht den satz auch so.
Wenn das komma korrekt ist, bedeutet der satz: Auch ins Steakhouse geht man auch nicht alle Tage, so wie man auch nicht alle Tage zum Italiener geht. Gemeint ist aber eher: Ins Steakhouse geht man – anders als zum Italiener – nicht alle Tage.
Wenn patienten botengänge übernehmen, sollte die spitalleitung nach dem problem fragen. Gemeint ist natürlich, dass die hilfskräfte (als 2. aufgabe) botengänge übernehmen, was wir dem zusammenhang entnehmen.