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Zika-Virus – Steckbrief eines bislang Unverdächtigen
- Aktualisiert am Montag, 1. Februar 2016, 9:18 Uhr
Bisher galt eine Zika-Infektion als weitgehend harmlos. Doch nun wird das Virus mit schweren Missbildungen bei Neugeborenen in Verbindung gebracht und breitet sich auf dem amerikanischen Kontinent immer weiter aus. Was bedeutet das für Reisen in diese Länder?
Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und wurde 1947 erstmals in einer Forschungsstation im Zika Forest in Uganda isoliert. Das Virus ist in Afrika, Asien und der Pazifikregion heimisch und wurde allem Anschein nach im Zuge der Fussball-WM nach Brasilien eingeschleppt. Aktuell breitet es sich in Mittel- und Südamerika aus.
Wie wird das Virus übertragen?
Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Da das Virus noch Wochen nach der Infektion in Urin und Samenflüssigkeit nachgewiesen werden kann, wird auch von einer sexuellen Übertragung ausgegangen.
Was sind die Folgen einer Zika-Infektion?
Bei einer von fünf infizierten Personen kommt es zu grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Kopfschmerzen) und einer Bindehautentzündung. Die Symptome klingen nach einigen Tagen von alleine wieder ab.
Das Zika-Fieber wurde bislang als harmlos eingestuft. Deshalb gibt es zum Virus quasi keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Erst 2013 rückte es in den Fokus – und nun verstärkt seit Herbst 2015. Zu diesem Zeitpunkt nämlich zeigte sich in Brasilien eine Häufung von Neugeborenen mit Mikroenzephalie, die mit einer Zika-Infektion während der Schwangerschaft in Verbindung gebracht werden. Mikroenzephalie ist ein seltener genetischer Defekt, bei dem die Kinder mit zu kleinen Köpfen zur Welt kommen. Die Missbildung geht meist auch mit geistigen Behinderungen einher.
Besonders problematisch scheint eine Infektion während den ersten drei Schwangerschaftsmonate zu sein.
Gibt es eine Impfung oder Therapie?
Es existieren keine Medikamente zur Zika-Prophylaxe oder -therapie. Macht sich die Infektion bemerkbar, können lediglich die Symptome gelindert werden. Wie bei einer Grippe werden in erster Linie Ruhe und eine genügende Flüssigkeitszufuhr empfohlen.
Von der Einnahme von Aspirin oder NSAR wie Ibuprofen wird der blutverdünnenden Wirkung wegen abgeraten, zumindest bis das Dengue-Fieber als Ursache der Symptome ausgeschlossen ist.
Was kann vorbeugend getan werden?
Schwangeren wird von einer Reise in die betroffenen Gebiete abgeraten. Frauen im gebärfähigen Alter sollten zudem darauf achten, nicht während einem Aufenthalt in einem Risikogebiet schwanger zu werden. Da das Virus auch sexuell übertragen wird, empfiehlt sich der Gebrauch von Kondomen.
Die Aedes-Mücke sticht vor allem tagsüber zu – anders als viele andere Mückenarten, die erst in der Dämmerung aktiv werden. Beim Aufenthalt in (sub-)tropischen Gebieten wird eine konsequente Mückenstichprohylaxe empfohlen:
- Mehrfach täglich Mückenschutzmittel auftragen
- Helle Kleidung tragen, die möglichst viel Haut bedeckt
- Schlafen unter imprägniertem Moskitonetz
Wie wird sich die Epidemie entwickeln?
Überwiegend von Moskitos ausgehende Epidemien klingen jeweils so schnell ab, wie sie sich ausbreiten. Sobald die Temperaturen fallen, ist es soweit. Für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro bedeutet dies eine günstige Prognose, da sie im August – also während der dort kühlen Jahreszeit – stattfinden.
Brasilien versucht derzeit mit einem Grossaufgebot von Soldaten, die Aedes-Moskitos auszurotten. Ähnliche Anstrengungen wurden andernorts schon zur Bekämpfung der Malaria unternommen, zeigten letztlich aber wenig Wirkung.
Flaviviren
Flaviviren werden durch Arthropoden (Stechmücken und Zecken) auf Vögel und Säugetiere übertragen und sind Auslöser teils schwerer Erkankungen. Dazu zählen unter anderem die FSME, das Gelbfieber, Dengue-Fieber, die japanische Enzephalitis oder das West-Nil-Fieber.
Sendungsbeiträge zu diesem Artikel
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Zika-Virus - Bedrohung für den amerikanischen Kontinent
Aus Rendez-vous vom 26.1.2016
Das Zika-Virus kann bei Föten zu Mikrozephalie, einer Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung und zu Schädelfehlbildung führen. Bereits 19 Länder sind betroffen. Nun setzt Brasilien gegen die Mücke, die das Virus übertragt, die Armee ein.
Einen Impfstoff gegen das Virus gibt es nicht, wie kann man sich gegen die Mücke schützen?
Thomas Häusler
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Reisewarnungen wegen Zika-Virus
Aus Tagesschau vom 24.1.2016
In Lateinamerika breitet sich der Zika-Virus aus, der von einer Mücke übertragen wird. Gefährdet sind vor allem Schwangere, denn die Kinder können mit Fehlbildungen am Kopf geboren werden. Tropenmediziner raten von Reisen in die betroffenen Gebiete ab.
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Brasilien kämpft gegen eine Stechmücke
Aus Echo der Zeit vom 16.12.2015
Die Steckmücke der Spezies «Aedes Aegypti» überträgt nicht nur Malaria oder das Dengue-Fieber, sondern auch das Zika-Virus. Experten hielten dieses bis jetzt für harmlos.
Nun hat sich gezeigt, dass für Schädelmissbildungen bei Kleinkindern, die in letzter Zeit vor allem im Nordosten Brasiliens vermehrt aufgetreten sind, wahrscheinlich dieses Virus verantwortlich ist. Brasilien ist deshalb in heller Aufregung.
Ulrich Achermann
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