Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/45658

<h2>SubmittedText<h2><p>Um Gewissheit über die Effizienz der vom Bundesrat in seinen Musterverordnungen empfohlenen und von den Kantonen erlassenen Wärmedämmvorschriften im Gebäudebereich zu erhalten, soll die Energiewirksamkeit dieser Massnahmen mittels Energieverbrauchsanalysen überprüft werden.</p><p>Energiestandards wie: SIA-Norm 380/1, Minergie-Standard, Passivhaus-Standard und Niedrig-Energie-Haus-Standard sind wissenschaftlich auf ihr nachhaltiges Energie-Sparpotenzial und ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis zu untersuchen.</p><p>Die Resultate sind unverzüglich in den Vorschriften und Empfehlungen des Bundes und den Energievorschriften der Kantone zu berücksichtigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die in der Begründung zitierte Medienmitteilung vom 4. Juli 2002 nennt auch Gründe für die Energieverbrauchszunahme: Als wichtige Faktoren werden dort der kältere Winter, der gute Konjunkturverlauf und das Bevölkerungswachstum aufgelistet. Die Ursache des Energiehöchststandes von 2001 ist im Wesentlichen auf diese Faktoren zurück zu führen. Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Gebäudestandards hingegen trägt zur Begrenzung der Energieverbrauchszunahme bei. Diese Energieeinsparungen werden jedoch durch die jährliche Zunahme an beheizter Wohnfläche wieder kompensiert.</p><p>Weiter wird in der Medienmitteilung erwähnt, dass das Programm Energie Schweiz dämpfend auf den Anstieg des Energieverbrauches des Jahres 2001 wirkte. Im "1. Jahresbericht Energie Schweiz 2001/02" wird gezeigt, dass die ergriffenen Massnahmen wirksam sind, das Programm Energie Schweiz jedoch rasch und substanziell verstärkt werden muss, um die weitere Zunahme des Energieverbrauches zu stoppen.</p><p>Die wissenschaftliche Verifizierung der energetischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der verschiedenen Energiestandards für beheizte Wohnbauten wurde wie folgt vorgenommen:</p><p>- SIA 380/1: In der vom Bundesamt für Energie (BFE) verfassten Studie "Erhebung der durchschnittlichen Energiekennzahlen für Neubauten in 13 Kantonen" wurden die Energiekennzahlen aufgrund der effektiven Energieverbräuche von über 20 000 Haushaltungen und Unternehmen ermittelt. Die Ergebnisse bestätigen grundsätzlich die theoretischen Verbrauchswerte nach SIA 380/1. Allerdings bestehen zwischen den untersuchten Kantonen zum Teil wesentliche Unterschiede. Zur besseren Interpretation der Ergebnisse wurden deshalb Kausalanalysen in Auftrag gegeben. Erste Resultate dieser noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen zeigen, dass keine systematischen Fehler vorliegen (Tagungsband "Bauen, Sanieren, wirtschaftlich Investieren").</p><p>- Minergie-Standard: Da der Minergie-Standard auf der Berechnungsweise der Norm SIA 380/1 basiert, gelten die methodischen Erkenntnisse der vorerwähnten Studie grundsätzlich auch für Minergie-Häuser. Die Ausarbeitung einer Minergie-spezifischen Studie ist im Rahmen des Leistungsauftrages des BFE an den Minergie-Verein in diesem Jahr geplant.</p><p>- Minergie-P bzw. Passivhaus-Standard: Der Passivhaus-Standard ergibt sich aus der Forderung, den Heizwärmebedarf so weit zu reduzieren, dass auf ein separates Wärmeverteilsystem (Zentralheizung) im Gebäude verzichtet werden kann. Dies wird durch eine sehr gut gedämmte, luftdichte Gebäudehülle erreicht (Dämmstärke etwa 20 bis 30 Zentimeter). Die dann noch benötigte geringe Menge an Heizwärme kann durch Temperierung der Zuluft bereitgestellt werden.</p><p>- Die theoretischen Ansätze des Passivhaus-Standards wurden europaweit in Hunderten von Objekten realisiert und durch eine Vielzahl verschiedenster wissenschaftlicher Untersuchungen bestätigt. Im EU-Demonstrationsprojekt "Cepheus - Cost Efficient Passive Houses as European Standards" mit Schweizer Beteiligung wurden beispielsweise 221 Wohnungen unterschiedlichster Bauart in sechs Ländern untersucht. Dabei wurde gezeigt, dass der projektierte niedrige Energieverbrauch von Passivhäusern auch in der Praxis erreicht wird und dass bei kosteneffizient erstellten Bauten die kapitalisierten Gesamtkosten (Investitionen plus Betriebskosten) nicht höher ausfallen als in einem durchschnittlichen Neubau. Zusatznutzen entstehen durch Verringerung der laufenden Kosten, Verbesserung der Krisensicherheit, Verringerung der aussenwirtschaftlichen Abhängigkeit (durch den extrem niedrigen Wärmeverbrauch ist eine Deckung des Energieverbrauches mit erneuerbaren Energien möglich), Vermeidung von CO2-Emissionen.</p><p>Die Erkenntnisse aus solchen wissenschaftlichen Untersuchungen fliessen laufend in die Empfehlungen und Vorschriften des Bundes und der Kantone ein. Um dies sicherzustellen, unterstützt das BFE die periodisch stattfindenden Überarbeitungen der Haustechnik- und Energienormen des SIA, welche die Grundlage für gesetzliche Vorschriften bilden.</p> Der Bundesrat beantragt, die Motion als erfüllt abzuschreiben.