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«Ich war da, um das Rennen zu gewinnen und anständig zu laufen. Beides habe ich geschafft», sagte Joseph nach seinem Schweizer Rekord über 110 m Hürden in 13,08 Sekunden. Auf Nachfrage, ob der Ausdruck «anständig laufen» nach einem Sieg bei Weltklasse Zürich nicht stark untertrieben sei, meinte er: «Mit der Note gut bin ich einverstanden, aber nicht mit sehr gut.» Technisch sei der Lauf sauber gewesen. Gleichwohl habe er stets acht geben müssen, um nicht zu nahe an die Hürden zu gelangen.
Der 24-Jährige hatte nach Florenz (13,10) und Madrid (13,10) nun zum dritten Mal in diesem Sommer einen Rekordlauf gezeigt. Andererseits macht der Basler seit dem Gold an der Hallen-EM in Istanbul keinen Hehl daraus, dass er die 13-Sekunden-Marke durchbrechen will. Obwohl die Zwölf nicht aufleuchtete, freute sich Joseph uneingeschränkt. Die Freude über die gelungene WM-Revanche nach einem missglückten Lauf im Final von Budapest überwog. «Ich konnte vor Heimpublikum zeigen, was ich schon in Ungarn drauf gehabt hätte.»
«Ich bin froh über meine Konstanz und froh darüber, dass die Saison noch nicht zu Ende ist», fügte er an. Am Montag wird er in Bellinzona starten. Ob er genügend Punkte für den Diamond-League-Final von Mitte September in Eugene gesammelt hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen.
Der Hürdensprint für Joseph wurde als Extra ausserhalb der Diamond-League-Serie ins Programm genommen. Deshalb bleibt Simon Ehammer mit seinem Sieg als Weitspringer in Oslo weiterhin der einzige Schweizer Mann, der in der prestigeträchtigsten Serie einen Tagessieg feierte.
Zwei beste Rennen der Saison
Mujinga Kambundji zeigte zunächst ihren besten 100-m-Lauf der Saison. Die 11,08 Sekunden bei eher kühlen Verhältnissen bedeuteten zwar nicht Saisonbestleistung, aber im Vergleich zur Konkurrenz war sie noch nie so nahe dran.
Zur Überraschung aller bestritt sie eine Stunde später noch ihren ersten 200-m-Lauf dieser Saison. «Ich habe den Meeting-Direktor am Mittwoch informiert, dass dies eine Option wäre, falls der Fuss nach dem 100-m-Lauf nicht zu fest schmerzt», sagte die 31-Jährige, die sich den ganzen Sommer über mit einer Entzündung an der Plantarfaszie herumschlägt. «Vor Heim-Publikum zu laufen ist einfach toll.»
In 22,46 Sekunden gelang auch dieses Unterfangen. Die Bernerin brach nicht ein und unterbot als Zugabe die Olympialimite für Paris. «Ich habe im Training doch einiges an Ausdauer gemacht. Ich war heute gerade so gut vorbereitet wie in einer anderen Saison für den ersten 200-m-Lauf», meinte sie zu ihrem Stehvermögen.
Der erbrachten Olympia-Limite (22,57) mass sie nicht all zu grosse Bedeutung zu: «Einerseits bin ich froh, dass ich sie habe. Nun kann passieren was will. Andererseits muss ich so oder so auf diesem Niveau laufen, sonst wäre ich mit meiner Leistung nicht zufrieden.»