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Behandlung von Depressionen
Die Behandlung einer Depression basiert im Wesentlichen auf zwei Säulen: Psychopharmaka und Psychotherapie.
Am Beginn einer Behandlung sollte immer das einfühlsame, stützende ärztliche Gespräch stehen, in dessen Rahmen ein Therapieplan erstellt wird. Bei leichteren Formen der Depression werden Arzneimittel und Psychotherapie etwa gleich erfolgreich eingesetzt, wobei eine Psychotherapie der medikamentösen Behandlung manchmal sogar überlegen sein kann. Bei mittelstark bis stark ausgeprägter Depression wird zu Beginn eine medikamentöse Therapie empfohlen. Ideal ist eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie.
Behandlung einer Depression mit Antidepressiva
Natürlich kann die Einnahme von Antidepressiva das Leben betroffener Menschen nicht von Grund auf ändern. Vielfach ist die medikamentöse Therapie allerdings Voraussetzung dafür, dass Patienten ihre Probleme überhaupt in Angriff nehmen können. Denn wenn Antriebs- und Hoffnungslosigkeit nachlassen, werden zuvor unüberwindlich erscheinende Schwierigkeiten zu Problemen mit vergleichbar alltäglichem Charakter, an deren Lösung gearbeitet werden kann.
Standard ist die Kombination von Gesprächen oder Psychotherapie und Antidepressiva. Zusätzliche therapeutische Massnahmen, wie körperbezogene Therapien, körperliche Betätigung, Ernährungsumstellung und komplementärmedizinische Behandlungen bringen grosse Unterstützung.
Therapie mit Medikamenten
Bei der Behandlung der Depression mit Medikamenten unterscheidet man drei Bereiche:
- die Akutbehandlung
- weiterführende Behandlung
- Rückfallprophylaxe
Verlauf der medikamentösen Akutbehandlung
Zum Erfolg einer Behandlung können Sie wesentlich beitragen, indem sie Ihren Arzt / Ihrer Ärztin über alle Wirkungen und Nebenwirkungen informieren. Nehmen Sie bitte nie selbständig eine Änderung einer Medikamenteneinnahme vor. Bitte immer zuerst Rücksprache mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin.
Das Medikament zur Behandlung einer Depression muss im Allgemeinen während mehrerer Monate täglich eingenommen werden. Eine regelmässige Einnahme ist erforderlich, nicht nur wenn Symptome auftreten. Bis Sie eine erste Besserung verspüren kann es mehrere Wochen dauern. Zur Behandlung einer Depression können verschiedene Medikamente und Wirkstoffe eingesetzt werden.
Da nach dem Absetzen der Medikamente die Besserung oft wieder nachlässt, kann es sein, dass die Empfehlung vom Arzt/Ärztin lautet, die Medikamente über einen längeren Zeitraum einzunehmen.
Sollte ein Medikament bei Ihnen nicht die erwünschte Wirkung zeigen oder unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen, lohnt es sich auf jeden Fall, ein anderes Antidepressivum auszuprobieren, das möglicherweise besser zu Ihrem Körper passt.
Weiterführende Behandlung
Nach den Richtlinien der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sollten die Antidepressiva nach der Genesung von einer Depression mindestens 6 Monate weiter genommen werden, um einen langfristigen Therapieerfolg bei einer Depression zu gewährleisten.
Rückfallprophylaxe
Die prophylaktische Behandlung wird von der WHO empfohlen, wenn
- bereits mehr als eine schwere Episode einer depressiven Erkrankung aufgetreten ist
- oder in den letzten 5 Jahren eine oder mehrere Episoden einer depressiven Erkrankung aufgetreten sind.
Quelle: Consensus Statement WHO, Journal of Affective Disorders 17, 197-8
Text: Helga Grafe 09/2015