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Eine Ameise klept an einer Pflanze, als ob ihr Leben von ihr abhängt – aber sie ist bereits tot. Sie hat ihren Körper an einen anderen Organismus verloren: einen Zombie-Pilz.
Was wie eine Geschichte aus einem Horror- oder Science-Fiction-Film klingt, ist Realität. Der wissenschaftliche Name des Parasiten lautet Ophiocordyceps unilateralis.
Sie infiziert Insekten, zum Beispiel Ameisen, indem sie sich an ihr Exoskelett anheftet. Dann wächst es weiter in ihnen. Durch das Eindringen eines Fadens in den Kopf werden Befehle quasi injiziert und das Tier wird dann zu einem Dritten kontrolliert. Wenn der Pilz ein ausreichend fortgeschrittenes Entwicklungsstadium erreicht hat, übernimmt er sozusagen das gesamte Tier – oder das, was von ihm übrig ist.
Dieser Prozess dauert eine Woche, dann zwingt der Pilz sein Opfer, die Sicherheit der Struktur zu verlassen und klettert mit ihm auf eine Pflanze in 25 Zentimeter Höhe – die perfekte Zone für das Wachstum des Pilzes. Ist der Punkt erreicht, durchbricht der Organismus das befallene Tier und verteilt seine Sporen – und die nächsten Opfer sind infiziert.
David Hughes, ein Insektenforscher an der Pennsylvania State University, untersucht seit einigen Jahren den Ansatz des Parasiten. Wie “The Atlantic” berichtet, schneiden er und seine Schüler infizierte Insekten in 50 Nanometer dünne Bleistifte. Zum Vergleich: Menschenhaare sind tausendmal so dick.
Jedes Teil wurde sorgfältig untersucht, gescannt und später als 3D-Modell der kompletten Ameise wieder zusammengesetzt. Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz von Software war es dann möglich zu unterscheiden, welcher Teil des Tieres noch eine Ameise und welcher Pilz war.
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Was die Forscher herausgefunden haben: Wenn der Pilz in den Wirt eindringt, besteht er aus einzelnen Zellen, die in seinem Blut schwimmen. Hier vermehrt sich der Parasit. Die einzelnen Zellen verbinden sich zu kleinen Röhren, die miteinander kommunizieren. Bisher war dies nur bei Pilzen beobachtet worden, die Pflanzen befallen.
Die Pilzzellen docken dann direkt an die Muskeln an, wachsen dort und auch in den Zwischenräumen. Dieses Verfahren ist einzigartig: Es ist nicht ein einziger Organismus, der die Tiere angreift, sondern eine Parasitenkolonie.
Bisher wurde angenommen, dass der Pilz nur das Gehirn seiner Opfer befällt. Obwohl sich der Parasit im ganzen Körper seines Opfers ausbreitet, bleibt das Gehirn unberührt. Außerdem ist er vom Rest des Körpers abgeschnitten – der Pilz tritt an seine Stelle.