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In der neuen Ausgabe seines Newsletters wettert Avenir Suisse gegen den «Unsinn einer
Verteilung des Lärms». Gemeint ist natürlich der Fluglärm. Um seine Position zu verdeutlichen, greift der Think-Tank aber auf Beispiele von Strasse und Schiene zurück und fragt, ob man künftig am Morgen andere Autobahnen befahren soll als am Nachmittag. Tatsächlich würde man in einer mit knappen Ressourcen sorgsam umgehenden Welt kaum auf die Idee kommen, Lärm gleichmässig zu verteilen. Man würde ihn vielmehr dort konzentrieren, wo er am wenigsten schadet, und daher, um im Beispiel zu bleiben, die Autobahn dort durchführen, wo Zahlungen für Lärmentschädigungen und Enteignungen tief gehalten werden können, weil die Besiedlung dünn und/oder der Wert der Grundstücke niedrig ist. Keinesfalls würde man die Autobahn durch ein Gebiet führen, in dem besonders hohe Entschädigungszahlungen fällig werden. Jede vermeintlich «gerechte» Verteilung des Lärms, die wegführt von seiner Konzentration auf den Raum mit den in der Summe geringsten Schäden, ist daher unsinnig. Dazu kommt, dass für eine «gerechte» Verteilung wenn schon der ökonomische Schaden und nicht einfach die Dezibel-Belastung herangezogen werden müsste. Die Südanflüge auf den Zürcher Flughafen sind nicht Ausfluss einer «gerechten» Verteilung, sondern Ausdruck einer Missachtung bestehender Eigentumsrechte. Müssten marktgerechte Kompensationszahlungen geleistet werden, würde die Verteilung des Fluglärms rasch sowohl «gerechter» als auch effizienter.
Gerhard Schwarz, Chef Wirtschaftsredaktion NZZ