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Das AT bewirkt eine Umschaltung vom sympathischen zum parasympathischen System, zwei Unterteilungen des vegetativen Nervensystems. (Dieses versorgt Blutgefäße, Magen, Darm, Leber, Nieren, Harnblase, Genitalien, Lunge, Pupillen, Herz, Schweiß- und Speichelfluss sowie Verdauungsdrüsen.) Der Sympathikus (Anspannung, Arbeit, Power…) ist vorherrschend von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, wo der Parasympathikus (Ruhe, Entspannung, Verdauung…) von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang vorherrschend ist. Die beiden Systeme funktionieren aber 24h im Wechselspiel, sofern der Mensch nicht komplett aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Wer regelmäßig lernt, repetiert, meditiert oder autogen trainiert, begünstig eine Veränderung auf neuronaler Ebene in die gewünschte Richtung. Das Gehirn funktioniert nach der Regel „use it, or loos it“.
Lernen und Abspeichern, somit stetiges Wiederholen, was beim AT Mittelstufe mit Selbstsuggestionen Anwendung findet, kann unsere Gehirnstruktur nachhaltig verändern. Es werden zwei Ebenen unterschieden.
A) Funktionelle Plastizität (Synaptische Plastizität)
§ Veränderung der Stärke der synaptischen Übertragung (durch stetes Brauchen wird die Übertragung stärker, was geübt wird geht plötzlich besser schneller, automatisch)
§ Veränderung der synaptischen Kontaktfläche (Auf-, Ab- und Umbau von Synapsen, Neues wird gelernt, Altes geht verloren, Neues wird mit Altem vernetzt, Netze werden gebaut)
B) Strukturelle Plastizität
§ Veränderung der Axone und Dendriten Bäume
§ Neurogenese (Im Laufe der letzten Jahre konnte zweifelsfrei die Neubildung von Nervenzellen im adulten Hippocampus nachgewiesen werden. Lange Zeit glaubte man, dass ausschließlich während der embryonalen und frühen postnatalen Entwicklung Neuronen gebildet werden.)
AT, auch viele andere Entspannungsverfahren, beeinflussen den Hormonhaushalt und den Neurotransmitterhaushalt. Dies hat zur positiven Folge, dass Langzeitschädigungen, welche durch einen zu hohen und einen zu lange andauernden Stresshormonpegel begünstigt werden, entgegengewirkt werden kann.
Stresshormone sind richtig und wichtig, wenn das System wirklich eine schnelle Aktivierung benötig. So verhilft Adrenalin dem Körper Höchstleistungen zu erbringen. Noradrenalin hält den inneren Antrieb stabil, verhilft unserem Kopf klar zu bleiben und die Situation mit der Emotion in Verbindung zu bringen. Cortisol ist das wichtigste Anti-Stress-Hormon und schützt den Körper vor negativen Folgen. Es stellt genügend Glukose bereit, denn Stress braucht viel Energie. Es wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Diese kurzfristig nützlichen Hormone sind mittel- und langfristig sehr schädlich. Chronischer Stress begünstigt und erzeugt somit viele physische Leiden wie: reduzierte Immunkompetenz, Allergien, Verspannungen, Muskelschmerzen bis zu Bandscheibenvorfällen, Störungen des Magendarmtraktes, Reizdarmsyndrom, erhöhter Cholesterinspiegel, Diabetes Typ 2, Herzkreislauferkrankungen, ungünstiger Verlauf von Tumorerkrankungen, Osteoporose, Eiweißabbau im Gehirn zu Gunsten von Glukose, und psychische Leiden wie: Unruhe, Depression, Wut, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Burnout Syndrom und vieles mehr.
Hormone wirken als Gegenspieler anderer Hormone. Gegenspieler können nicht gleichzeitig aktiv sein. Ist der eine aktiv, wird der andere gehemmt. AT, welches den Anwender in das parasympathische System bringt, hemmt die Stresshormone und aktiviert die Gegenspieler. Wird Cortisol wieder gehemmt, können Serotonin (Glückshormon), Dopamin (Antriebshormon) und Melatonin (sorgt für guten Schlaf) wieder Wirkung zeigen.
Für eine stabile psychische Verfassung ist es notwendig, jedoch nicht hinreichend, dass Serotonin, Dopamin und Melatonin stabil wirken. Zudem sollten, um körperlich und geistig gesund zu bleiben, Stresshormone nicht chronisch im Körper wirken.
Die auf Autosuggestion basierende Entspannungstechnik wirkt beruhigend, lösend und regenerierend auf Körper, Geist und Seele. Bereits die Grundübungen, somit die Konzentration auf den Körper und auf die Ruhe, bringen den Übenden zum Erholen und zum Erkennen seiner Unruhe. J. H. Schultz erkannte, dass der ruhende Körper und das verminderte Bewusstsein (vertiefte Konzentration, ähnlich der Hypnose) beeinflussbarer sind. Die meisten Erkrankungen, dies dürften in etwa 90 % aller sein, basieren auf einer psychosomatischen Ursache. Wenn also die Psyche den Körper krank machen kann, ist es auch möglich, diesen über die Psyche zu heilen und umgekehrt. Der Zustand völliger Entspannung stellt eine Grundvoraussetzung dar, um heilen zu können. Nur schon der ruhende Körper und Geist führen zu einem neuen Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung. Das AT bewirkt eine Umschaltung vom hektischen, gestressten, nervösen Alltag auf Ruhe und Entspannung. Eine Harmonisierung des gestörten vegetativen Gleichgewichts kann stattfinden. Zudem können vorerst unbewusste „falsche“ Programme erkannt werden und neue, „richtige“ durch Suggestion verankert werden.
Basierend auf Stress, Unruhe, Richtungslosigkeit usw. leiden mehr und mehr Menschen an körperlichen und psychischen Gebrechen. Sie sind weit weg von Zufriedenheit, Ruhe, Ausgeglichenheit und Lebensfreude. Eine entspannte Lebensform jedoch ist der beste Schutz gegen zerstörerische psychische und physische Stressreaktionen und viele daraus resultierende Erkrankungen.
Anwendungsbereich
Psychischen Leiden /seelische Störungen
Psychosomatische Leiden
Zudem kann jeder vom AT profitieren. Auch gesunde Menschen können ihr Leben laufend optimieren und stabil halten, im Sinne der Prävention, der Psychohygiene und der körperlichen Gesundheit. AT ist ideal, wenn Ziele wie die folgenden verfolgt werden:
PRAXIS WIIT-SECHT, Astrid Rösch
www.wiit-secht.ch, <email-pii>, 078 624 50 34