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Autismus zeigt sich in sehr verschiedenen Ausprägungen und muss bei deinem Kind nicht immer in der extremen Form auftreten. Es gibt auch sehr leichte Formen des Autismus, so dass diese frühkindliche und tiefgreifende Entwicklungsstörung lediglich den Bereich der Wahrnehmungsverarbeitung einschränkt. Meistens ist die Erkrankung genetisch bedingt, wobei das Wort Erkrankung nicht ganz korrekt ist. Eine tatsächliche geistige Behinderung liegt nicht vor. Das Gehirn autistischer Kinder unterscheidet sich nicht wesentlich von dem der nicht-autistischen. Dennoch ist kein Autist wie der andere. Daher wird auch von Autismus als ein Spektrum gesprochen. So können einige Autisten gute sprachliche Fähigkeiten entwickeln und andere überhaupt keine. Jedoch lehnen es alle ab, mit anderen zu kommunizieren und ziehen sich lieber in die eigene Welt zurück.
Autisten zeigen eine andere Form der sozialen Kommunikation und Interaktion. Sie lehnen Nähe und Zuneigung ab, möchten keine Gespräche führen und haben vor allen Dingen eine veränderte Wahrnehmungsverarbeitung, so dass auch das Denken und Lernen anders ausfällt oder angepasst werden muss. Ihre Interessen fallen sehr spezifisch aus. Auch ist eine Begabung vorhanden, ungewöhnliche Problemlösungen und Denkweisen aufzubauen.
Du erkennst Autisten nicht auf den ersten Blick. Dennoch können ihre Bewegungen atypisch oder repetitiv ausfallen. Autisten lernen im Laufe ihrer Entwicklung, wie die Welt und das menschliche Zusammensein funktioniert. Sie selbst haben jedoch keinerlei soziales Verständnis. Autisten sind nicht in der Lage, eine Gefahr richtig einzuschätzen und haben kein Gespür, was als nächstes passieren könnte. Trotzdem sind Autisten keinesfalls gleichgültig oder für die Gefühle anderer unempfänglich. Sie haben nur Schwierigkeiten, diese zu erkennen. Die nonverbale und die paraverbale Kommunikation sind gestört. Das betrifft im nonverbalen Bereich:
In der paraverbalen Kommunikation fällt das Verständnis des Autisten für Tonfall, Lautstärke und Intonation weg. Wenn du dir vorstellst, dass du weder die Mimik lesen noch einordnen könntest, ob ein Lachen Sympathie bedeutet, hast du in etwa die Gefühlswelt des Autisten vor Augen.
Entwicklungsstörungen dieser Art machen sich relativ schnell bemerkbar und haben genetische Ursachen. Schon im Säuglingsalter haben Kinder Schwierigkeiten, Nahrung zu sich zu nehmen oder einzuschlafen. Sie entwickeln dabei selbststimulierende Verhaltensweisen, die auch gefährlichere Ausmasse annehmen können und bis zu einer Selbstverletzung reichen. Während nicht-autistische Kinder ihre typische Trotzphase durchleben, die innerhalb der Entwicklung völlig normal ist, zeigt das autistische Kind auch starke Fremdaggression. Autistische Kinder verwenden ihr Spielzeug immer in gleicher und zweckentfremdeter Form. Sie spielen nicht in der Fantasie, da diese nicht vorhanden ist. Sie beginnen, das Spielzeug in Wiederholungen zu bewegen, beispielsweise das Drehenlassen eines Rads.
Neben den sprachlichen und emotional eingeschränkten Störungen sind die Symptome sehr verschieden und auch mehr oder weniger ausgeprägt. Deutlich ist der Drang, eine bestimmte Ordnung und Gewohnheit nicht zu verändern. Passiert das, reagiert der Autist mit Wut. Oft sammeln Autisten exzessiv Gegenstände oder weigern sich, bestimmte Kleidungsstücke anzuziehen. Sie entwickeln Stereotypien oder beginnen, Wiederholungen in ihrer Handlung oder in Worten zu entwickeln.
Autismus wird in frühkindlichen Autismus, in die Autismus Spektrum Störung, in das Asperger Syndrom und in weitere Ausprägungsformen unterschieden. Er ist entsprechend ein Sammelbegriff für verschiedene Entwicklungsstörungen. Die Autismus Spektrum Störung ist immer durch ein reduziertes Interesse an der Kommunikation und an sozialen Kontakten gekennzeichnet. Hinzu kommen sprachliche Besonderheiten und die Unfähigkeit, zwischenmenschliche Verhaltensweisen zu verstehen. Der andere ist für den Autisten eine weisse Fläche. Ironie oder ein Zwinkern ergeben keinerlei Sinn. Trotzdem sind die Symptome bei einer Autismus Spektrum Störung und auch bei den anderen Formen des Autismus ganz verschieden. Stereotypische Verhaltensweisen und Interessen sind wichtige Merkmale.
Die Auswirkung der autistischen Störung bringt viele Einschränkungen mit sich und behindert insbesondere die Beziehung zur Umwelt und Teilnahme an der Gemeinschaft. Bei Autisten sind immer die sprachlichen, kognitiven, motorischen und auch die interaktionalen sowie emotionalen Funktionen mehr oder weniger betroffen. Zu einer vertrauten Person bauen autistische Kinder nur bedingt und sehr langsam eine Zuneigung auf. Für die Eltern selbst ist der alltägliche Umgang mit dem Kind sehr schwer und belastend, da eine normale Nähe und Kommunikation nicht möglich ist. Diese Beeinträchtigungen setzen sich auch im Erwachsenenalter fort. Gesten, bestimmte Mimik oder ein Wort bleiben für autistische Kinder immer verschlüsselt. Auch die Eltern sind von diesem schwierigen Prozess nicht ausgenommen. Sie brauchen meistens Unterstützung.
Liegen Symptome für das Asperger Syndrom vor, ist eine Psychotherapie notwendig. Du wendest dich am besten an einen Kinder- und Jugendpsychiater. Dort ist auch eine Differentialdiagnose möglich, um herauszufinden, welche Störungen auftreten und wie weit sich diese eingrenzen lassen. Auch ist durch eine Untersuchung erkennbar, ob wirklich Autismus oder eine andere Störung oder Behinderung vorliegt. Die Behandlung fällt individuell aus und ist auf das Kind abgestimmt. Medikamente sind selten notwendig, vielmehr wird eine Verhaltenstherapie angesetzt.
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