Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/1284

Kaum ein Radprofi der letzten Jahre hat die Spannweite zwischen positiven und negativen Schlagzeilen so sehr ausgefüllt wie Marco Pantani. Seine aggressive Fahrweise gepaart mit unglaublichen Kletterfähigkeiten machten den für sein Kopftuch bekannten Italiener zu einem der populärsten Radprofis der 90er-Jahre.
Eine Überdosis Kokain kostete «il Pirata» Anfang 2004 das Leben. Bis heute ist umstritten, ob es sich bei Pantanis Ableben um einen Freitod handelte.
Zuerst die Sternstunde...
Seinen allergrössten Erfolg feierte Pantani 1998 mit den Gesamtsiegen am Giro und der Tour. Er ist damit der bislang letzte Radprofi, dem das Kunststück des Doubles gelang. Im Jahr darauf präsentierte sich Pantani noch stärker, er dominierte den Giro fast nach Belieben. Sein Meisterstück lieferte er schliesslich auf der 15. Etappe ab.
Nachdem ihn Probleme mit der Kette weit zurückgeworfen hatten, startete Pantani im Schlussaufstieg nach Santuario di Oropa eine beeindruckende Aufholjagd, die er mit dem Tagessieg krönte. Das 19. und 20. Teilstück gewann «il Pirata» später in überlegener Manier. Es sollte der letzte sportliche Höhepunkt in Pantanis Karriere sein.
...dann der tiefe Fall
Am Tag danach führte ein zu hoher Hämatokritwert zu seiner Disqualifikation, eine Dopingsperre zog der auffällige Bluttest für Pantani allerdings nicht nach sich. Erst 2001, als bei ihm im Zuge einer Razzia eine Insulinspritze gefunden wurde, sperrte man den Italiener für 6 Monate.
2003 bestritt Pantani mit dem Giro sein letztes Rennen. Neun Monate später wurde er tot in einem Hotelzimmer in Rimini aufgefunden. Ihm zu Ehren wird die 14. Etappe am Samstag in Oropa, dem Ort seiner grössten Sternstunde, enden.
Sendebezug: Radio SRF 3, Bulletin von 17:30 Uhr, 19.05.17