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Auch die Ukraine braucht Gas und plant deswegen, die eigenen Vorkommen intensiver auszubeuten und Gasspeicher weiter auszubauen.
Die ukrainische Regulierungsbehörde für Energie bestätigte erst im Juli ihren Entwicklungsplan bis 2031. Das System der ukrainischen Erdgasspeicher ist riesig, stellt Gerit Schulze von Germany Trade and Invest fest, der staatlichen Aussenwirtschaftsgesellschaft: Zwölf unterirdische Objekte können 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas aufnehmen und damit mehr als die Speicher in Deutschland, die auf 25 Milliarden Kubikmeter kommen.
Auch der grösste europäische Gasspeicher Biltsche-Wolyzko-Uherske steht in der Ukraine, die deswegen den europäischen Ländern sogar anbietet, die Hälfte ihrer Speicherkapazitäten zu nutzen.
Polen und die baltischen Staaten haben nur wenig Speichermöglichkeiten und könnten von den Kapazitäten in der Ukraine profitieren. Der Jahresverbrauch der Ukraine liegt zwischen 25 Milliarden und 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas.
Ein Drittel davon wird importiert, vor allem aus Europa – was derzeit ein Problem ist.
Das Energieministerium hat deshalb angeordnet, den Erdgasverbrauch im Land zu senken und verstärkt auf Elektrizität zurückzugreifen. Strom steht in der Ukraine ausreichend zur Verfügung, Überschüsse werden inzwischen sogar in der EU verkauft.
Seit Ende 2015 kauft die Ukraine kein Gas mehr direkt in Russland. Stattdessen bekommt sie Gas aus der anderen Richtung, vor allem aus der Slowakei, Ungarn und Polen.
Überwiegend handelt es sich dabei um russisches Gas, das auch heute noch im Transit durch die Ukraine nach Westeuropa gepumpt wurde.
Kiew versucht aber, die Herkunft des Importgases zu diversifizieren, und hat mit Rumänien, Griechenland, Polen und Litauen Gaslieferungen vereinbart. Das Land könnte seinen Erdgasbedarf eigentlich durch eigene Vorkommen decken.
Die Reserven werden laut Internationaler Energieagentur (IEA) auf 5,4 Billionen Kubikmeter geschätzt. Das entspricht dem Inlandsverbrauch von 180 Jahren. Doch die Fördermenge ist seit dem Ende der Sowjetunion stark gesunken, weil die Ausbeute an den Lagerstätten nur noch gering ist und neue Fundorte kaum erschlossen wurden.
Die staatliche Gasfördergesellschaft, auf die mehr als die Hälfte des Fördervolumens entfällt, will die Förderrechte an 35 Bohrlöchern deshalb an private Investoren übertragen. Sie sollen das verbliebene Erdgas aus den Lagerstätten holen und dafür einen Sondertarif erhalten.
Die in Frage kommenden Lagerstätten sind allerding umkämpft. Sie liegen in den Regionen Charkiw, Dnipropetrowsk und Poltawa – weswegen das Vorhaben derzeit auf Eis liegt.
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