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Mit einer Vernissage wurde im Heimatmuseum die Ausstellung zum 100. Geburtstag von Franz Wyrsch eröffnet. Seine Söhne und einige Wegbegleiter liessen den verstorbenen Lokalhistoriker aufleben.
«Franz Wyrsch war das historische Gewissen von Küssnacht. Man hört oft: «Jetzt müsste man ihn fragen können», sagte Adalbert Kälin, der Wyrsch als Lehrer und Chorsänger gut kannte, am Freitag in seiner Laudatio. Der wissbegierige Küssnachter habe nach dem Lehrerseminar einige Semester studiert. «Sein Berufseinstieg war im Kanton Schwyz kurz vor dem Zweiten Weltkrieg hart.» Schliesslich habe der Patriot eine Sekundarlehrerstelle in seinem Heimatdorf gefunden, wo er sich pflichtbewusst verhalten habe, wie Kälin schilderte. Ab 1963 konnte Wyrsch seine Begabung als Landschreiber ausleben. Der ehemalige Bezirksstatthalter Ruedi Steinegger erinnert sich: «Er war nicht unser Schreiber, sondern unser Kanzler, unser zehnter Bezirksrat.» Landschreiber Wyrsch habe damals oft nach hitzigen Debatten die Ratsprotokolle geschönt.
Mitinitiant des Heimatmuseums
Ein weiterer Wegbegleiter ist Edi Ehrler, der 1938 als Zehnjähriger das von Wyrsch verfasste Büchlein «Aus Küssnachts vergangenen Tagen» geschenkt bekam. Den Unterricht konnte Ehrler nicht mehr bei ihm besuchen, doch per Zufall kam er mit dem Lehrer in Kontakt, als dieser eine Hilfskraft fürs Heimatmuseum gesucht hatte. An dessen Einrichtung um 1951 kann sich Ehrler noch gut erinnern, ebenso an seine Mithilfe beim letzten Zeitungsartikel Wyrschs, den er vor seinem Tod 2006 für den «Freien Schweizer» verfasste. «Er wollte ohne ein Versäumnis ins Jenseits gehen », so sein langjähriger Freund.
Ein Lied wurde nicht fertig
War es hingegen ein Versäumnis, dass eine Komposition mit dem Titel «Durch diese hohle Gasse muss er kommen» nach der ersten Zeile unvollendet blieb? Sohn Iso kannte diese und machte sich daran, das Lied zum 100. Geburtstag zu vollenden. Im Schiller-Text gibt es eine Parallele dazu, denn Tell vollendet seine Tat auch erst bei günstiger Gelegenheit. An der Vernissage verjazzten die Söhne Urs und Iso die mit Keyboard und Kontrabass vorgetragene Melodie. «Unserem Vater hat Jazz nicht gerade gefallen. Doch durch das laute Hören von Jazz-Platten haben wir ihn ins Archiv getrieben und so das Schreiben seiner Bücher begünstigt», stellte Urs Wyrsch schmunzelnd fest. Als Kind hat der heutige Zahnarzt oft das Heimatmuseum gehütet und sich mit der Aufsicht ein kleines Sackgeld verdient. Nun ist Franz Wyrschs Leben dem Historischen Verein eine Sonderausstellung im einst von ihm betreuten Museum wert. Gezeigt werden Fotos und Dokumente, unter anderem aus dem persönlichen Nachlass, die sein Wirken als Lehrer, Landschreiber, Historiker und Verwalter der Hohlen Gasse illustrieren.
Die Ausstellung dauert vom 1. April bis zum 31. Oktober 2014.
Bote der Urschweiz
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Brauchtum / Feste
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/rHnV1L