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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
12. Kapitel: Die „Dreißig“ stimmt nicht
1.
Zunächst stimmt nicht ihre „Dreißig“, deretwegen der Herr mit dreißig Jahren zur Taufe gekommen sein soll; diese Zahl ist entweder zu klein oder zu groß, und damit ist ihre gesamte Lehre offenbar über den Haufen geworfen. Also: die Zahl ist zu groß — erstens weil sie den Urvater zu den übrigen Äonen zuzählen. Der Vater darf nicht mit den übrigen Emanationen zusammengezählt werden, der nicht Ausgesandte, Emanierte mit den Emanierten, der Ungeborene mit den Geborenen, der Unbegrenzte und folglich Unfaßbare mit den Begrenzten, der ohne Gestalt ist mit denen, die Gestalt haben. Weil er höher steht als die übrigen, darf er mit ihnen nicht zusammengezählt werden — der Äon ist von Leidenschaft und Irrtum umfangen, er aber kann nicht leiden und nicht irren. Nun erstreckt sich aber ihre Dreißig von dem Bythos bis zu der Sophia, die sie auch den verirrten Äon nennen, wie wir in dem ersten Buche gezeigt und ihre Namen genannt haben; zählt man aber den Vater nicht dazu, dann haben wir nicht mehr dreißig Emanationen der Äonen, sondern es gibt nur neunundzwanzig.