Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03168.jsonl.gz/1583

Bei allen Bauvorgängen ist das Einhalten eines gewissen technischen Standards erforderlich; auch haben die einzelnen Vertragsparteien das Bedürfnis nach Vertragsformularen, die ihnen eine einfache Handhabung der einzelnen Vorgänge garantieren. Verschiedene Verbände haben daher als Hilfsmittel für Ihre Mitglieder technische wie auch vertragliche Standards entwickelt.
Das in der Schweiz wohl am weitesten verbreitete private Normenwerk ist jenes des Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Vereins (SIA). Die SIA-Norm 118 „Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten“, welche vorformulierte Vertragsbestimmungen zur Regelung des Abschlusses und des Inhalts des Bauwerkvertrages umfassend darstellt, kommt dabei grosse praktische Bedeutung zu.
Allen von privaten Verbänden geschaffenen Normen ist gemeinsam, dass sie nur insoweit für die Parteien verbindlich sind, als sie zum Vertragsbestandteil erklärt werden. Es kommt diesen Normen also keinesfalls eine allgemeine Verbindlichkeit im Sinne eines Gesetzes zu. Soll eine von einem Verband formulierte Norm als Vertragsbestandteil übernommen werden, ist deren Inhalt daher vorher unbedingt kritisch zu würdigen. Oft ist es empfehlenswert, eigene „Allgemeine Bedingungen“ auszuformulieren, die der eigenen Interessenlage wesentlich eher gerecht werden. Die Gefahr, dass der Vertrag nicht ausgewogen ist, wird dadurch reduziert.