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W3.2 Nettoschuld pro Einwohner

Tatsächliche Entwicklung
|Seit 2002||Seit 2014|
|Die Nettoschuld wurde nach der Jahrtausendwende vollständig abgebaut. Seit dem Jahr 2008 verfügen Kanton und Gemeinden über ein Nettovermögen, welches 2013 wieder in eine leichte Nettoschuld gekippt ist. Auf eine Bewertung der kurzfristigen Entwicklungsrichtung wird während der Übergangszeit vom Rechnungslegungsmodell HRM1 auf HRM2 verzichtet (vgl. "Grenzen der Aussagekraft").|
Aussagekraft
Die Nettoschuld pro Einwohner gibt an, in welchem Mass der Kanton und die Gemeinden gegenüber Dritten verschuldet sind. Eine höhere Verschuldung schränkt die Handlungsfähigkeit auf zukünftige Herausforderungen ein. Eine hohe Staatsverschuldung deutet zudem auf mögliche Steuererhöhungen und/oder eine Minderung der staatlichen Leistungen in der Zukunft hin.
Kommentar
Der Kanton und die Gemeinden bauten ihre Nettoschuld nach der Jahrtausendwende vollständig ab, im Jahr 2008 schafften sie den Sprung zu einem Nettovermögen.
Dazu trug beim Kanton wesentlich der Sonderertrag aus den Goldreserven der Nationalbank im Jahr 2005 bei. Dank positiver Abschlüsse der Staatsrechnung in den Folgejahren wurde das Nettovermögen des Kantons bis zum Jahr 2011 auf gut 1‘200 Franken pro Einwohner gesteigert. Aufwandüberschüsse in der Staatsrechnung (insbesondere durch steigende Gesundheitskosten) bewirkten danach einen teilweisen Abbau. Dank der dem Kanton im Rahmen des Börsengangs der Thurgauer Kantonalbank in den Jahren 2014 und 2015 zufliessenden Mittel erhöhte sich das Nettovermögen 2014 und 2015 wieder und erreichte gut 1‘500 Franken pro Einwohner.
Auch die Politischen Gemeinden bauten ihre Nettoschuld vollständig ab und verfügen seit dem Jahr 2008 über ein Nettovermögen. Dieses erreichte im Jahr 2010 mit gut 320 Franken pro Einwohner seinen vorläufigen Höhepunkt und nahm danach wieder ab.
Die Schulgemeinden verbesserten ihre Verschuldungssituation in den letzten 15 Jahren ebenfalls deutlich. 2001 standen sie insgesamt noch mit einer Nettoschuld von 1‘530 Franken da. Diese wurde bis 2015 auf rund 620 Franken pro Einwohner abgebaut.
Definition
Der Indikator zeigt die Summe aus Nettoschuld des Kantons, der Politischen Gemeinden und der Schulgemeinden, dividiert durch die ständige Wohnbevölkerung.
Nettoschuld Kanton:
Fremdkapital - (Finanzvermögen + nicht abzuschreibendes Verwaltungsvermögen)
Nettoschuld Politische Gemeinden und Schulgemeinden:
Fremdkapital - Finanzvermögen
Grenzen der Aussagekraft
Zwischen den Rechnungsjahren 2014 und 2018 stellen die Thurgauer Gemeinden schrittweise vom bisherigen Rechnungslegungsmodell HRM1 auf das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 um. In HRM2 werden die Bewertungsgrundsätze für das Finanzvermögen strenger gehandhabt. Es ist davon auszugehen, dass beim Übergang von HRM1 auf HRM2 stille Reserven aufgelöst werden. Der schrittweise Übergang der Gemeinden zu HRM2 bewirkt damit in der Tendenz eine Verringerung der ausgewiesenen Nettoschuld. Aus diesem Grund wird während der Übergangsphase auf HRM2 auf eine Bewertung der kurzfristen Entwicklungsrichtung verzichtet.
Eine gewisse Verschuldung kann gerechtfertigt sein, wenn ihr als "Gegenwert" entsprechende Investitionen gegenüberstehen. Die Interpretation der Nettoschuld pro Einwohner muss deshalb zusammen mit dem Investitionsanteil erfolgen. Der Investitionsanteil zeigt die Bruttoinvestitionen in Prozent der konsolidierten Ausgaben (HRM1) bzw. in Prozent der Gesamtausgaben (HRM2). Der Investitionsanteil ist in der Excel-Datei "Daten rund um den Indikator" enthalten, je separat für den Kanton, die Politischen Gemeinden und die Schulgemeinden.
Verwandte Indikatoren
Weitere Informationen
Amt für Volksschule Kanton Thurgau
Schulfinanzen