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Museo Comunale d'Arte Moderna
30. Mai - 26. September 2021
VERLÄNGERT BIS 9. JANUAR 2022
Die Retrospektive im Museo Comunale d’Arte Moderna zeigt über 40 Werke – Gemälde, Spiegel-Bilder, Installationen und seltene Archivfotos – aus den Jahren 1958 bis 2021. Es handelt sich um die umfangreichste Ausstellung des Künstlers, die je in der Schweiz umgesetzt wurde, mit dem bedeutsamen Titel Die Wahrheit von Michelangelo Pistoletto. Vom Spiegel zum Dritten Paradies.
Die Werkschau, die von Mara Folini und Alberto Fiz kuratiert und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Cittadellarte – Fondazione Pistoletto realisiert wird, zeigt die Schaffensphasen des Künstlers seit der Entstehung und Weiterentwicklung der Quadri specchianti (Spiegel-Bilder) bis zum erneuerten Ausdruckskontext der Bewegung Arte Povera mit beispielhaften Werken wie Venere degli stracci (Venus in Lumpen) von 1967, Muro di mattoni (Backsteinmauer) von 1968, die legendären Installationen der sechziger Jahre, darunter Labirinto (Labyrinth) aus Wellpappe von 1969. Es folgen die kollektiven Aktionen und theatralischen Performances aus der Mitte der sechziger Jahre, die in Videos und seltenem Fotomaterial nachvollziehbar werden. Dazu gehört die Erfahrung mit seiner Theatergruppe Zoo, die Pistoletto 1968 gründete und die Aufführungen und Performances fernab der offiziellen Spielstätten erarbeitete. In dem langen Korridor des Museums können die Besucherinnen und Besucher sich dann damit vergnügen, die Sfera di giornali (Kugel aus Zeitungen) umherzurollen. Sie stammt aus einer historischen Arbeit aus der Serie der Oggetti in meno (Minus-Objekte) und wurde 1967 bei einer Aktion in Turin anlässlich der Ausstellung Con temp l’azione verwendet. Das Werk erscheint heute besonders aktuell, denn es steht für wichtige Aspekte wie Informations-Recycling, fluide Kommunikation, Überlagerung und Annullierung von Nachrichten. Diese Kugel aus Zeitungen wird am 10. Juli vom Museum aus für eine Performance, bei der die Bewohner der Altstadt einbezogen werden, durch die Straßen von Ascona rollen.
Eine ganze Abteilung ist einer weiteren großen Recherche von Pistoletto gewidmet: Segno Arte (Zeichen Kunst) ist eine Figur, die aus der Überschneidung von zwei Dreiecken entsteht. Sie umschließen den menschlichen Körper in seiner größten Ausdehnung, nämlich mit erhobenen Armen und gespreizten Beinen. Ein verbreitetes Zeichen, zu dem sich viele Gegenstände formen lassen, indem es den Menschen in den Mittelpunkt stellt – dies bezeugen Werke wie Porta – Segno Arte, Finestra – Segno Arte, Termosifone Uomo Segno Arte, Cassonetto – Segno Arte, Attraverso il Segno Arte und Does God Exist? Yes I Do!
Die Ausstellung setzt sich mit mehreren jüngeren bedeutungsvollen Installationen fort: darunter Tempo del giudizio (Zeit des Urteils, 2009), die ideelle Darstellung eines Tempels, in dem die vier Weltreligionen – Christentum, Buddhismus, Islam, Judentum – vor einen Spiegel gestellt und so zum Nachdenken über sich selbst aufgerufen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Love Difference – Mar Mediterraneo (Love Difference – Mittelmeer), ein großer spiegelnder Tisch in Form des Mittelmeers, umringt von Stühlen aus verschiedenen Ländern, die auf dieses Meer schauen. Love Difference wurde 2003 bei der Biennale in Venedig gezeigt, als Pistoletto den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk gewann: eine programmatische Ankündigung, eine Bewegung, um die Universalität der Kunst mit der Vorstellung der politischen Transnationalität zu vereinen.
Ebenfalls 2003 schrieb der Künstler im Namen einer „relationalen Kunst“ das Manifest des Dritten Paradieses und entwarf das Symbol dafür, das aus einer Neubildung des mathematischen Zeichens für Unendlichkeit besteht: Die beiden äußeren Kreise stehen für die antithetischen, gegensätzlichen Elemente (Natur und Künstlichkeit), die im mittleren Kreis in Verbindung treten und ein drittes, regeneratives Element bilden. Es symbolisiert den tiefen Wandel, dem die ganze Gesellschaft in einem verantwortlichen Umformungsprozess entgegengehen muss – eine Botschaft, die heute notwendiger denn je scheint.
Die Großfotos von den Installationen des Dritten Paradieses auf der Pyramide des Louvre (2013), im Wasser vor Havanna (2014), im Park des UNO-Gebäudes in Genf (2015) oder auf dem Logo der Internationalen Raumstation 2017 bilden die Brücke zu den neuen Installationen des Dritten Paradieses, die in den Parks auf dem Monte Verità und am Museum Castello San Materno zu bewundern sein werden.
Den idealen Abschluss der Ausstellung bildet Metrocubo d’infinito (Kubikmeter Unendlichkeit, 1966), ein Werk, das aus außen matten, aber innen spiegelnden Flächen besteht, die die Möglichkeit der Brechung auf einen Höhepunkt bringen, in einer Unendlichkeit, die der metaphysischen Kraft beraubt ist und ein Prinzip bekräftigt, wonach die Intelligenz des Menschen im Mittelpunkt der Reflexion steht. Die Arbeit steht im Dialog mit der permanenten Sammlung des Museums und ist neben den Gemälden der Visionärin Marianne Werefkin aufgestellt, für die Kunst eine Sehnsucht nach einem kosmischen Gott ist, zu dem man streben muss, um dem eigenen Werden einen Sinn zu geben.
Die Bedeutung der Ausstellung wird noch dadurch unterstrichen, dass auf dem Monte Verità – Anfang des vergangenen Jahrhunderts Treffpunkt für antikonformistische Künstler und Intellektuelle aus ganz Europa– ein Drittes Paradies aus großen, von der Zeit abgeschliffenen Steinen entsteht, das der Künstler der Stadt dauerhaft stiften will. Es zeigt die Kontinuität des Gedankenguts mit diesem emblematischen, so kultur- und geschichtsträchtigen Ort in Ascona.
Anlässlich der Ausstellung wurde noch ein weiteres Land-Art-Werk im Park des Museum Castello San Materno geschaffen: ein Drittes Paradies, das mit rund neunzig Pflanzen angelegt wird und mit den Zyklen der Natur verbunden ist.
Dieses Dritte Paradies am Museum Castello San Materno wird den ganzen Sommer über von Initiativen zahlreicher Kultureinrichtungen aus der Region um Locarno belebt, die „im Werk“ von Pistoletto Konzerte, Tanz-, Theater- und Filmaufführungen sowie Workshops organisieren.
Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog (Italienisch/Englisch) im Verlag Edizioni Casagrande in Bellinzona mit Beiträgen von Mara Folini, Alberto Fiz, Paolo Naldini, Michelangelo Pistoletto und einem Interview mit dem Künstler von Hans Ulrich Obrist.
Samstag, den 29. Mai, um 18.30 Uhr
Museo Comunale d’Arte Moderna
Via Borgo 34, Ascona
Parco Museo Castello San Materno
Via Losone 10, Ascona
Parco Monte Verità
Strada Collina 84, Ascona
Michelangelo Pistoletto wurde 1933 im piemontesischen Biella geboren. Seit 1955 stellte er seine Werke der Öffentlichkeit vor, 1960 fand seine erste Einzelausstellung in der Galleria Galatea in Turin statt. In seinem frühen malerischen Schaffen steht die Beschäftigung mit dem Selbstporträt im Mittelpunkt. 1961-62 begann er mit der Umsetzung seiner Spiegel-Bilder – die Grundlage für seine spätere künstlerische Produktion und den theoretischen Rahmen – mit denen er in kurzer Zeit internationale Anerkennung und Erfolg erreichte. So folgten bald Einzelausstellungen in renommierten Galerien und Museen in Europa und den USA.
1965-66 schuf er eine Werkgruppe mit dem Titel Oggetti in meno (Minus-Objekte), die wesentlich zur Entstehung der Bewegung Arte Povera beitrug, als deren Initiator und Hauptvertreter Pistoletto gilt. Ab 1967 realisierte er außerhalb der traditionellen Ausstellungsräume Aktionen – erste Beispiele für jene „kreative Zusammenarbeit“, die Pistoletto in den folgenden Jahrzehnten weiterentwickelte –, in denen er Künstler aus verschiedenen Kunstformen und Gesellschaftssphären in Beziehung zueinander setzte.
1978 präsentierte er im Rahmen einer Ausstellung zwei Ideen, die wesentliche Richtungen für seine zukünftige Recherche und Kunstproduktion eröffneten: Divisione e moltiplicazione dello specchio (Division und Multiplikation des Spiegels) und L’arte assume la religione (Die Kunst übernimmt die Religion). In den neunziger Jahren stellte Pistoletto – mit seinem Progetto Arte und dem Aufbau des Kunst- und Kulturzentrums Cittadellarte – Fondazione Pistoletto und der Università delle Idee in Biella – die Kunst zunehmend in eine aktive Beziehung zu verschiedenen Bereichen des Sozialgefüges, um einen verantwortlichen Wandel der Gesellschaft anzuregen und hervorzurufen. 2003 wurde er bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
2004 verlieh ihm die Universität Turin den Ehrendoktor in Politikwissenschaft. Zu diesem Anlass verkündete der Künstler die jüngste Phase seines Schffens, die er das Dritte Paradies nennt. 2012 initiierte er den Rebirth Day, den ersten weltweiten Tag der Wiedergeburt, der jedes Jahr am 21. Dezember mit Initiativen in verschiedenen Orten der Welt gefeiert wird. 2017 wurde sein Manifest Ominiteismo e Demopraxia. Manifesto per una rigenerazione della società (Menschentheismus und Demopraxie. Manifest für eine Regeneration der Gesellschaft) veröffentlicht. Von 2018 bis 2021 intensivierte er sein Engagement für das Dritte Paradies, vor allem durch den Aufbau eines internationalen Netzwerks aus Botschaftern und Foren.
Michelangelo Pistoletto | Autoritratto oro (Selbstporträt in Gold) | 1960 | Öl, Acryl und Gold auf Leinwand | 200 x 150 cm | Cittadellarte – Fondazione Pistoletto, Biella | Foto: D. Andreotti
Michelangelo Pistoletto | Padre e madre (Vater und Mutter) | 1968 | Lackierte Folie auf hochglanzpoliertem Edelstahl | 230 x 120 cm | Cittadellarte – Fondazione Pistoletto, Biella | Foto: A. Osio
Michelangelo Pistoletto | Venere degli stracci (Venus in Lumpen) | 1967 | Zement, Emaille und Lappen | 140 x 240 x 80 cm | Cittadellarte – Fondazione Pistoletto, Biella | Foto: Courtesy Galleria Continua, San Gimignano
Michelangelo Pistoletto | Sfera di giornali (Kugel aus Zeitungen) | 1966 | Gepresste Zeitungen | 100 x 100 cm | Foto: Pistoletto-Archiv | Die Kugel aus Zeitungen ist Teil der Werke mit dem Titel Oggetti in meno (Minus-Objekte), die der Künstler 1965-1966 konzipierte. Hier wird die Kugel anlässlich der Gruppenausstellung Con-temp-l'azione (Turin, Dezember 1967) gezeigt, die gleichzeitig in drei Galerien stattfand: Sperone, Stein und Il Punto
Michelangelo Pistoletto | Il Terzo Paradiso (Das dritte Paradies) | 2014 | Am 16. Dezember 2014 bilden Dutzende von Fischerbooten das Symbol des Dritten Paradieses in den Gewässern vor Havanna, Kuba | Veranstaltung von der Galleria Continua kuratiert | Foto: Paola Martinez Fiterre & Alejandro Mesa Crespo
Michelangelo Pistoletto | Rebirth | 2015 | Die Skulptur Rebirth, bestehend aus 193 Steinen, einer für jeden Mitgliedstaat der Vereinten Nationen, die als dauerhaftes Werk im Park des Palais des Nations in Genf steht | Foto: Enrico Amici
Michelangelo Pistoletto | Love Difference – Mar Mediterraneo (Love Difference – Mittelmeer) | 2005 | Spiegel, Holz und Stühle | 50 x 430 x 190 cm | Cittadellarte – Fondazione Pistoletto, Biella | Foto: P. Terzi
Ansicht der Ausstellung Arte povera + azioni povere | Amalfi, Arsenali | 4-6 Oktober 1968 | Foto: C. Abate
I have a mirror you have a mirror | 1988 | Ein Film von Gianfranco Castri und Marco Barberi | Laufzeit: 30'
Freitag, den 11. Juni 2021, um 21.00 Uhr (bei schlechtem Wetter Samstag, den 12. Juni), Park des Museums Castello San Materno
Choreografie: Tiziana Arnaboldi
Interpreten: Marta Ciappina Françoise Parlanti
Musik: Mauro Casappa
Kreation des Rocks: Architektin Claudia Broggi
Lichtdesign: Elia Albertella
Die Tanzaufführung im regenerativen Zentrum des Dritten Paradieses von Michelangelo Pistoletto ist vom Postulat eines mechanischen Körpers im Sinne der Bauhaus-Ideen inspiriert und als kosmische Bewegung angelegt, in der sich alles um einen pulsierenden, atmenden Körper dreht, der in neun konzentrische Kreise gehüllt ist. Luftiges Profil und schweres Volumen, Bezüge zum Kosmos und zur Erde: Das Publikum wird mitgenommen auf eine traumhafte, hypnotische Reise, die von Formen und Körpern, von Gleichgewicht und Ungleichgewicht, aber auch von Schwere und Atem erzählt – als Allegorie unserer Conditio humana.
Freier Eintritt.
Die Sitzplätze sind begrenzt (Stehplätze vorhanden), bei Bedarf können Sie innert Donnerstag 10.6. beim Sekretariat des Museo Comunale einen Sitzplatz reservieren: <email-pii> | +41 91 759 81 40
Freitag, den 25. Juni 2021, um 18.00 Uhr (bei schlechtem Wetter Sonntag, den 27. Juni), Park des Museums Castello San Materno
Inspiriert vom Drittem Paradies Pistolettos, stellen die Studenten der Master-Klasse der Accademia Teatro Dimitri eine Performance vor, die den Raum lebendig zu machen scheint. Im Spiel mit ihren Körpern und plastischem Material treten die Performer in einen direkten Dialog mit der Landschaft und der Umgebung und beziehen das Publikum als wesentlichen Partner in die Aufführung ein. Körper und Bewegung, Kunst, Ethik und Utopie bilden gemeinsam einen neuen gesellschaftlichen, kollektiven und nachhaltigen Raum.
Freier Eintritt.
Die Sitzplätze sind begrenzt (Stehplätze vorhanden), bei Bedarf können Sie innert Donnerstag 24.6. beim Sekretariat des Museo Comunale einen Sitzplatz reservieren: <email-pii> | +41 91 759 81 40
Donnerstag, den 1. Juli 2021, um 20.00 Uhr, Park des Museums Castello San Materno
Das Konzert wurde auf Donnerstag, den 1. Juli verschoben!
Ein Konzert mit dem Imàgo Duo ist eine wahre Reise: Die Stimme von Melanie Häner und das Klavier von Carlo Maria Nartoni lösen immer starke Gefühle aus. Fern von stilistischen Einschränkungen und Schubladen dringt das Imàgo Duo in verschiedene Genres und Klangwelten ein, in denen der Jazz ebenso nachklingt wie die Alte Musik, verwoben mit Experimental- und zeitgenössischen Klängen. So entsteht eine Harmonie mit der Umgebung in einer traumartigen Atmosphäre, die an ein Ritual denken lässt.
Freier Eintritt.
Die Sitzplätze sind begrenzt (Stehplätze vorhanden), bei Bedarf können Sie innert Dienstag 29.6. beim Sekretariat des Museo Comunale einen Sitzplatz reservieren: <email-pii> | +41 91 759 81 40
Freitag, den 23. Juli 2021, um 20.30 Uhr (bei schlechtem Wetter Samstag, den 24. Juli), Park des Museums Castello San Materno
Die Mitglieder der Theaterkompagnie Daruma – Jean-Martin Moncéro, Hans-Henning Wulf und Colette Roy – erzählen mit Worten, Klang, Musik und Masken die Geschichte eines kühnen und gleichzeitig verletzlichen Helden, der Aufgaben und Rätsel bewältigen muss, die nur mit Vertrauen und mit Hilfe der Märchen und ihrer Kraft gelöst werden können. Ihre Bilder und Eindrücke formen eine Geschichte, die jeder Mensch in sich hat, und bringen die verschiedenen Charaktere jeder Figur ans Licht.
Samstag, den 4. September 2021, um 18.00 Uhr, Palacinema Locarno, Via Franchino Rusca 1, Locarno
Michelangelo Pistoletto und der Architekt Mario Botta treffen sich mit dem Publikum und dem Co-Kurator der Ausstellung, Alberto Fiz, um die Relevanz der relationalen Kunst zu analysieren, eine Untersuchung, die Pistoletto in den 1960er Jahren begann. Eröffnet wird der Abend mit einem Video von Hans Ulrich Obrist, dem künstlerischen Leiter der Serpentine Galleries in London, der sich bereits mehrfach mit dem Werk des Künstlers beschäftigt hat.
Anmeldung erforderlich bis Freitag, 3. September: <email-pii>; Tel. 091 759 81 40.
Das vollständige Gespräch können Sie auf dem YouTube-Kanal des Museums ansehen:
Samstag, den 4. September 2021, um 11.00 Uhr, in den Strassen des Borgo di Ascona
Kuratoren: Francesco Saverio Teruzzi, Koordinator der Botschafter des Projekts Rebirth/Drittes Paradies, Cittadellarte – Fondazione Pistoletto und Alessandro Lacirasella, persönlicher Assistent von Michelangelo Pistoletto. cittadellarte.it
Ausgehend vom Museo Comunale d’Arte Moderna erleben wir eine neue Version von Michelangelo Pistolettos Performance Walking Sculpture, die 1967 in Turin stattfand. Der Künstler selbst geht mit einem seiner repräsentativsten Werke der 60er Jahre, der Zeitungskugel, durch die Gassen von Ascona. Die Zuschauer jeden Alters werden einbezogen in diesen Weg, denn sie „rollen“ die Kugel von Hand zu Hand bis zum Dritten Paradies im Park des Museo Castello San Materno, wo ein Event geplant ist. Auf diese Weise verlässt die Kunst das Museum und wird zum Kommunikationsmittel, zum Element für gemeinsame, mitbestimmte Beziehungen und Erfahrungen.
Die Performance folgt nach dem Workshop für Kinder Walking Sculpture.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bis Freitag, 3. September: <email-pii>; Tel. 091 759 81 40.
Samstag, den 4. September 2021, um 15.00 Uhr, Museo Comunale d’Arte Moderna, Ascona
Die Führung und der Museumseintritt werden von der AAMA für alle Mitglieder angeboten. Nichtmitglieder werden gebeten, den Eintrittspreis zu bezahlen (CHF 15.- voll, CHF 10.- ermässigt).
Anmeldung erforderlich bis Freitag, 3. September, die Teilnehmerzahl ist auf maximal 15 Personen beschränkt: <email-pii>; Tel. 091 759 81 40.
AAMA
Sonntag, den 12. September 2021, um 11.00 Uhr, Teatro San Materno, Ascona
Programm:
Olivier Messiaen, Livre III, VI. L'Alouette Lulu
Olivier Messiaen, Livre V, VIII. L'Alouette Calandrelle
Olivier Messiaen, Livre VII, XI. La Buse variabel
Olivier Messiaen, geboren 1908, war ein französischer Komponist, Pianist und Organist.
Die meisten von Messiaens Kompositionen sind sakraler oder mystischer Natur. Fasziniert vom Vogelgesang, komponierte er auch mehrere davon inspirierte Werke, von denen der Catalogue d'oiseaux das berühmteste ist. Diese monumentale Liedersammlung für Klavier wurde zwischen 1956 und 1958 komponiert und besteht aus 13 Liedern, die jeweils einen Vogel aus einer bestimmten französischen Provinz zum Thema haben. Mit dem Gesang dieser typischen Vögel erklingen gleichzeitig die Farben, Düfte und die atmosphärischen und landschaftlichen Merkmale der beschriebenen Umgebung musikalisch.
So wie sich in Michelangelo Pistolettos Drittem Paradies Natur und Künstlichkeit in der Schaffung eines dritten, regenerativen Elements treffen, so löst in diesem Werk von Messiaen die Nähe zur Natur beim Interpreten einen Prozess der Befreiung der Vorstellungskraft von der einfachen Wiederholung von Noten und damit vom "künstlichen" Element der Komposition aus. Wie ein Konditor folgt der Pianist Note für Note, Zutat für Zutat, dem Rezept oder der Partitur, um ein neues Produkt zu schaffen, bei dem eine Triolenfolge zu einem Vogelgesang wird, der seine klangliche und rhythmische Starrheit verliert und ein teilweise vertrautes Thema in ein Naturlied verwandelt, das darauf wartet, entdeckt zu werden.
Biografie
Andrea Jermini, geboren im Jahr 2000, begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierunterricht. Das eidgenössische Musikdiplom erwarb er 2019 am Liceo Diocesano in Lugano, während er gleichzeitig den "Pre-college"-Kurs am Conservatorio della Svizzera Italiana (CSI) unter der Leitung des Maestro Redjan Teqja besuchte. Seit 2018 ist er Student bei Professorin Nora Doallo und seit 2019 ist er Student an der Universitätsschule CSI in Lugano.
Er hat zahlreiche nationale und internationale Preise gewonnen, darunter den ersten Preis des "Concours d'Interprétation Musicale Lausanne" (2021) und den ersten Preis des "Yamaha Scholarship Award" 2019/2020. Zudem gewann er 2013 den ersten Preis und den Barockpreis beim internationalen Wettbewerb "Antonio Salieri" und 2015 den ersten Preis beim Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb.
Er ist als Solist und Kammermusiker aufgetreten und hat bei zahlreichen kulturellen Organisationen, Galaabenden, Feierlichkeiten und Wohltätigkeitskonzerten mitgewirkt.
Anmeldung erforderlich bis Freitag, 10. September: <email-pii>; Tel. 091 759 81 40.
Montag, den 20. Dezember 2021, um 18.00 Uhr, Palacinema Locarno, Via Franchino Rusca 1, Locarno
In Anwesenheit von Michelangelo Pistoletto.
Sprecherinnen und Sprecher:
Zum Abschluss des gesamten Projekts präsentiert die Filmhochschule CISA (Internationales Konservatorium für audiovisuelle Wissenschaften), Locarno, den Dokumentarfilm von Giada Cappa, einer jungen Absolventin, der alle entscheidenden Momente der Ausstellung dokumentiert: Ausstattung, Vernissage, Initiativen zum Dritten Paradies, Konferenzen, Gespräche.
Anmeldung erforderlich bis Freitag, 17. Dezember: <email-pii>; Tel. 091 759 81 40.
Für den Zutritt zum Saal muss ein gültiges COVID-Zertifikat vorgelegt werden; auch die neuen Massnahmen, die der Bund erlassen wird, sind zu beachten.
Dienstag, den 21. Dezember 2021, von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr, Aula Magna, Collegio Papio, Ascona
Dieses Jahr wird Michelangelo Pistoletto – im Rahmen seiner Ausstellung im Museo Comunale d'Arte Moderna Ascona – diese weltweite Veranstaltung von Ascona aus lancieren!
Michelangelo Pistoletto nimmt Bezug auf die phantasievolle Konnotation des 21. Dezember 2012 als "Ende der Welt", die diesem Datum von den Mayas zugeschrieben wird, und interpretiert seine Bedeutung neu, indem er ihn in "Tag der Wiedergeburt" umbenennt, als Reaktion auf die Situation, in der sich die Menschheit an diesem Punkt ihrer Geschichte befindet: der Planet leidet und überall folgen Krisen aufeinander.
Unter dem Symbol des Dritten Paradieses ist der Rebirth Day der Tag, an dem jeder von uns die Verpflichtung eingeht, an einer verantwortungsvollen Umgestaltung der Gesellschaft in der Welt mitzuwirken. Drittes Paradies bedeutet, dass wir am Ende des zweiten Paradieses, des künstlichen, in dem wir heute leben, nach dem ersten Paradies, dem natürlichen, die dritte Etappe der menschlichen Entwicklung schaffen müssen, indem wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Natur und Künstlichkeit herstellen.
Der Rebirth Day ist ein weltweites Ereignis: ein großes Fest, ein lebendiges, vitales Symbol für einen Neuanfang!
In Ascona beginnt die Veranstaltung am Vormittag mit einem Workshop, der von Saverio Teruzzi, Koordinator der Rebirth/Terzo Paradiso Ambassadors, organisiert wird und einen Dialog zwischen Gymnasiasten und Erwachsenen über aktuelle Themen wie die Erhaltung des Planeten, soziale Eingliederung, Globalisierung, die Verbreitung von Kultur/Kommunikation usw. umfasst. Die von den verschiedenen Arbeitsgruppen gesammelten Daten werden dann am Nachmittag von Michelangelo Pistoletto und Alberto Fiz (Ko-Kurator der Ausstellung) im Rahmen einer öffentlichen Konferenz ab 15.30 Uhr vorgestellt und diskutiert.
Anmeldung erforderlich bis Montag, 20. Dezember: <email-pii>; Tel. 091 759 81 40.
Für den Zutritt zur Veranstaltung muss ein gültiges COVID-Zertifikat vorgelegt werden; auch die neuen Massnahmen, die der Bund erlassen wird, sind zu beachten.