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1898 von Berner Studenten gegründet, dauerte es nicht lange, da spielten auch schon die ersten Ausländer im Berner Fussballclub. In der ersten Meistermannschaft von 1903 waren mit Prince und Lloyd bereits zwei Engländer vertreten (siehe Bild). Die Spieler aus dem «Mutterland des Fussballs» dienten den neu gegründeten Teams auf dem Festland in vielen Ländern als Lehrmeister. Erst 1913 erhielt YB seinen ersten Trainer: Es war der Engländer Reynolds. Bis in die 1930er Jahre spielten Engländer bei YB immer wieder eine zentrale Rolle.
Parallel zur englischen lief die italienische Phase. Es war die Zeit, in der sich viele italienische Wanderarbeiter und Saisonniers auf der Suche nach Arbeit in die Schweiz aufmachten oder Tessiner in die Deutschschweiz kamen. Die italienisch-sprachige YB-Fraktion war stattlich und so gehörte auch damals schon ein Raimondi der Mannschaft an. Europas bewegte Migrationsgeschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegelte sich immer wieder auch in der Kaderzusammensetzung des BSC YB.
«Er wurde «Sans Papiers» genannt und erhielt seinen Schweizer Pass erst, als ihn seine Grossmutter adoptierte.»
Simon Klopfenstein
Zwischen den Weltkriegen waren die YB-Teams noch stärker durchmischt: Es fanden sich Spieler aller möglichen Nationen, auch in den anderen Schweizer Fussballvereinen. Im Cupsieger-Team von 1945 stand Eugène Walascheck, in Moskau geboren, der Vater Tscheche, die Mutter Deutsche. Er wurde «Sans Papiers» genannt und erhielt seinen Schweizer Pass erst, als ihn seine Grossmutter adoptierte. Walascheck spielte danach sogar 26 mal für die Schweizerische Nationalmannschaft. Mit ihm zusammen spielten bei YB die Gebrüder Puigventos, die dem katalanischen Bügerkrieg entflohen waren und in Bern das Restaurant Falken führten.
Jüdische Spieler bei YB zugelassen
Ein erfreulicher Sonderfall war der BSC YB in Bezug auf den Umgang und die Zulassung von jüdischen Spielern. Robert Weil, heute noch im Nordquartier lebend, spielte um 1950 bei YB. Ohne Probleme. Dies war aber keine Selbstverständlichkeit, denn einige Schweizer Fussballvereine wie GC nahmen jahrzehntelang gar keine Spieler (oder Mitglieder!) jüdischer Abstammung auf.
Auch Albert Sing, erfolgreichster YB-Trainer aller Zeiten, war Ausländer. Der Deutsche trainierte die Mannschaft von 1951 – 1964 und führte sie vier Mal in Serie zum Meistertitel. Obwohl er neun Spiele für das damalige «Grossdeutschland» bestritt (da war der «Hitlergruss» fester Bestandteil der Inszenierung, siehe Bild) darf man annehmen, dass er dem Naziregime sehr kritisch gegenüberstand. Eine überlieferte Anekdote zeugt von seiner Gesinnung. So verweigerte er die Abgabe einer Spende zu Ehren des Führers mit den Worten: «Der Sold gehört dem Albert und nicht dem Adolf.» Was ihm eine Gefängnisstrafe und die Degradierung eintrug.
«Der Sold gehört dem Albert und nicht dem Adolf.»
Albert Sing, erfolgreichster YB-Trainer
Sing startete die jahrzehntelange Reihe der vielen Deutschen. Damals durfte laut Reglement jeweils nur ein Ausländer auf dem Feld stehen. Nachdem ein Spieler jedoch fünf Jahre bei einen Schweizer Verein unter Vertrag stand, erhielt er den Status des «Fussball-Schweizers» und es durfte neben ihm noch ein zweiter Ausländer eingesetzt werden.
Eine wichtige Rolle bei YB spielten während Jahren die Skandinavier, die für den letzten Meistertitel 1986 (Lunde, Prytz) verantwortlich waren. Es folgten noch viele mehr. Die Skandinavier-Tradition wurde in den letzten beiden Jahren mit der Verpflichtung von Farnerud, Silberbauer, Ojala oder Gerndt wieder neu belebt, wenn auch weniger erfolgreich.
«Der Brasilianer Amilton de Oliveira gilt als trickreich, schnell, aber etwas weich.»
Bazooka-Album, 1960er Jahre
Der erste «schwarze» YB-ler, der Brasilianer Amilton de Oliveira (siehe Bilder), kam Mitte der 60er Jahre zum Berner Sportclub. Er war Stürmer und galt laut Bazooka-Album (heute Panini) als «trickreich, schnell, aber etwas weich». In den Gassen der Hauptstadt nannte man ihn damals den «YB-Neger», denn das Wort war noch keineswegs verpönt. Oliveira machte damit den Anfang einer langen Reihe dunkelhäutiger Spieler im Trikot der Gelb-Schwarzen. Diese wurden nicht selten zu Publikumslieblingen wie die Afrikaner Godfried Aduobe, Gilles Yapi oder Seydou Doumbia. Auf der Suche nach preiswerten Talenten engagierten sich die Berner auch direkt in Afrika. So entstand 2008 eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einer Fussballschule in Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste. 2011 wurde dieses Experiment aus finanziellen Gründen abrupt beendet.
Viele «Fussballexoten» bei YB
Bei YB fanden auch immer wieder «Fussballexoten» ihren Platz. So wurde mit Bahram Hatef erstmals in der Schweiz ein gebürtiger Afghane und mit Shi Jun ein Chinese eingesetzt. Auch dass der 1994 wegen eines WM-Eigentors ermordete Kolumbier Andres Escobar vier Jahre zuvor bei YB spielte und im Nordquartier lebte, ist längst nicht allen bewusst.
Auffallend ist eines: nicht selten in der ereignisreichen Klubgeschichte stammten die absoluten Fan-Lieblinge aus dem Ausland. Der Däne Lunde und der Schwede Prytz, der Ivorer Doumbia, aber auch der Holländer Theunissen, der Marokkaner Neqrouz, der Bosnier Smajic oder die beiden Armenier Wardanjan und Petrosjan.