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<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss Global Footprint Network, welches vom Schweizer Mathis Wackernagel präsidiert wird, beträgt der ökologische Fussabdruck der Schweiz 5,01 globale Hektaren pro Person, was verglichen mit der weltweiten Biokapazität 2,82 Planeten entspräche, wenn alle Menschen auf der Welt einen solchen Fussabdruck hinterlassen würden (National Footprint Accounts 2012). 3,26 Hektaren des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz werden durch den CO2-Ausstoss verursacht.</p><p>Die Grünen wollen den ökologischen Fussabdruck der Schweiz in ihrer Initiative für eine "grüne Wirtschaft" bis 2050 auf einen Planeten reduzieren. Der World Business Council for Sustainable Development hält in seiner "Vision 2050" die Reduktion des globalen ökologischen Fussabdrucks auf einen Planeten bis 2050 für möglich. Der Bundesrat plant, mit der Energiestrategie 2050 die CO2-Emissionen zu reduzieren. Weiter plant er, mit Massnahmen für eine grüne Wirtschaft den Verbrauch natürlicher Ressourcen und damit den ökologischen Fussabdruck weiter zu reduzieren. Im Masterplan Cleantech strebt der Bundesrat die Vision "Fussabdruck eins" an, ohne hierfür einen Zeithorizont zu benennen. Während der Bundesrat in seiner Energiestrategie 2050 für unterschiedliche Szenarien den CO2-Ausstoss oder Energieverbrauch angibt, fehlt eine Abschätzung zur künftigen Entwicklung des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz. Eine solche Berechnung ist jedoch möglich, wie es beispielsweise die Projektion des globalen ökologischen Fussabdrucks im "Living Planet Report 2012" des World Wide Fund for Nature zeigt.</p><p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Wie stark reduziert sich der ökologische Fussabdruck der Schweiz (in globalen Hektaren pro Kopf und umgerechnet auf Anzahl Planeten) in den Szenarien "Weiter wie bisher", "Massnahmen Bundesrat" und "Neue Energiepolitik"?</p><p>2. Wie werden weitere Massnahmen ausserhalb der Energiepolitik den ökologischen Fussabdruck der Schweiz beeinflussen? </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die heutige Lebensweise in der Schweiz und anderen Ländern führt zu einer Übernutzung der natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser, Rohstoffe usw. Diese müssen viel effizienter genutzt werden, um die Gesamtumweltbelastung im In- und Ausland auf ein naturverträgliches Mass zu reduzieren. Die Senkung des Ressourcenverbrauchs von 2,82 Planeten auf einen Planeten gemäss dem Global Footprint Network entspricht einem Reduktionsbedarf von rund 65 Prozent.</p><p>Der ökologische Fussabdruck nach Wackernagel ist einer von verschiedenen Ansätzen, um die gesamte Belastung der Umwelt durch den Menschen in einer einzigen Zahl darzustellen. Er ist anschaulich und international vergleichbar, da für die meisten Länder der Welt bereits Datenreihen dazu existieren. Allerdings vernachlässigt er wesentliche Aspekte wie z. B. die Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden, die Erschöpfung wichtiger nichterneuerbarer Ressourcen oder die Auswirkungen der Kernkraft.</p><p>Deshalb wurden die Wirkungen der Energiepolitik und weiterer politischer Massnahmen auf den ökologischen Fussabdruck nach Wackernagel vom Bund nicht berechnet. Hingegen haben Experten im Auftrag des Bafu grobe Einschätzungen der Potenziale zur Reduktion der Gesamtumweltbelastung vorgenommen (Ernst Basler und Partner, 2013: Ressourceneffizienz Schweiz: Grundlagenbericht zur Ressourceneffizienz und Rohstoffnutzung), wobei von einem breiteren Spektrum von Umweltaspekten ausgegangen wurde als beim ökologischen Fussabdruck. Solche Abschätzungen sind naturgemäss abhängig von zahlreichen Annahmen. Sie sind also als Grössenordnungen zu verstehen. Die Zielerreichung auf dem Weg Richtung grüne Wirtschaft soll künftig anhand mehrerer Indikatoren gemessen werden, welche zusammen die zentralen Umweltaspekte abdecken.</p><p>1. In der Energie- und Klimapolitik setzt der Bundesrat auf Einsparungen beim Energieverbrauch und den Ausbau erneuerbarer Energien. Damit sollen der inländische CO2-Ausstoss und andere Umweltbelastungen massgeblich reduziert werden. Heute werden gemäss den erwähnten Expertenschätzungen rund 40 Prozent der Gesamtumweltbelastung durch den inländischen Endenergiebedarf verursacht. Daraus kann abgeleitet werden, dass eine Halbierung des Energieverbrauchs pro Kopf (Langfristziel bis 2050 im Szenario "Neue Energiepolitik") die Gesamtumweltbelastung um rund 20 Prozent reduzieren würde. Zusätzliche Reduktionen ergeben sich aus der Verbesserung des Energiemix.</p><p>2. Neben der Energie- und Klimapolitik leisten weitere Politikbereiche wie beispielsweise die grüne Wirtschaft, die Landwirtschaftspolitik, die Raumplanung oder die Biodiversitätsstrategie und Waldpolitik wichtige Beiträge zur Reduktion der Gesamtumweltbelastung. Gemäss den erwähnten Experteneinschätzungen kann davon ausgegangen werden, dass mit diesen Politiken ausserhalb des Energiebereichs ebenfalls ein Reduktionspotenzial in einer Grössenordnung von insgesamt 20 Prozent der Gesamtumweltbelastung besteht.</p><p>Erste wichtige Schritte zur Ausschöpfung des Potenzials ausserhalb der Energie- und Klimapolitik werden mit dem Aktionsplan Grüne Wirtschaft sowie dem indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative "für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)" eingeleitet. Für die Verbesserung der Ressourceneffizienz sollen Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft abgeschlossen und gesetzliche Rahmenbedingungen verankert werden. Da mehr als die Hälfte der Umweltbelastung des Schweizer Konsums im Ausland anfällt, sind ausserdem Anstrengungen auf internationaler Ebene notwendig.</p>  Antwort des Bundesrates.