Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03400.jsonl.gz/8

Ende 2015 hat Brasilien bei der Weltklimakonferenz angekündigt, bis 2030 die illegale Abholzung im Land bis 2030 abzuschaffen. Jetzt zeigen neueste Veröffentlichungen, dass diese sich im Juni beinahe verdoppelt hat im Vergleich zum gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Laut dem Instituto Homem e Meio Ambiente da Amazônia (Imazon) allein im Juni 972 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald vernichtet worden.
Das unabhängige Institut Imazon veröffentlicht monatlich Daten über die Kahlschläge in der Amazonas-Region. Schon im Mai haben die Auswertungen der Satellitenbilder dabei auf eine Zunahme der Zerstörung hingewiesen.
Dass diese nur einen Monat später so extrem in die Höhe geschnellt ist, wird auf das Klima zurückgeführt. In den vorangegangenen Monaten wurde über dem monitorierten Bereich eine dichte Wolkendecke registriert, welche die illegalen Machenschaften verdeckt hat. So wird zumindest der sprunghafte Anstieg zwischen Mai und Juni erklärt.
Damit nicht genug gehen die Wissenschaftler davon aus, dass auch in den kommenden Monat mit einem größeren Waldverlust zu rechnen ist. Sie verweisen dabei auf die Trockenzeit und die damit einhergehende höhere Zahl an Bränden. Die breiten sich vor allem in bereits degradierten Flächen schneller aus.
Spitzenreiter der Abholzungen ist der Bundesstaat Pará, in dem auch das Munizip Altamira liegt. Dort entsteht das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, das bereits teilweise in Betrieb ist.
Sein Bau hat zu einer Steigerung der Bevölkerungszahl Altamiras von 30 Prozent geführt und ebenso zu etlichen illegalen Abholzungen, um die dann illegal gewonnenen Flächen zu verkaufen. Mit verstärkten Kontrollen versuchen die Umweltbehörden dagegen anzukämpfen. In den vergangenen Monaten ist es auch zu etlichen Festnahmen gekommen.
Gefolgt wird Pará beim traurigen Kahlschlagsranking von den Bundesstaaten Amazonas, Mato Grosso und Rondônia. Für die kommende Woche ist eine Besprechung aller Umweltsekretäre der Amazonas-Region mit Umweltminister Sarney Filho anberaumt, um Maßnahmen gegen die illegalen Machenschaften zu besprechen.
Von offizieller Seite werden die Daten des unabhängigen Institutes indes nicht anerkannt. Das Ministerium beruft sich vielmehr auf die Studien des Raumforschungsinstitut Inpe. Das mit dem ungenaueren System Deter die Kahlschläge überwacht. Allerdings werden dabei nur Flächen von über 25 Hektar erfasst. Darüber hinaus werden die Daten mittlerweile nur noch mit einer Verspätung von drei Monaten bekannt gegeben.