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Der Chindlistein war bis 1938 ein grosser Findling aus Speer-Nagelfluh im Flussbett der Glatt auf Schwamendinger Boden, etwa 50 m nach der Bahnlinie Örlikon-Wallisellen liegend. Dieser Stein wurde auch von der Seebacher Jugend beim Baden in der Glatt fleissig besucht und als «Sprungbrett» benützt, daher soll er hier erwähnt werden. Die Seebacher erreichten die Stelle über die Schärenmoosstrasse, überquerten auf der hölzernen Storchennestbrücke den Leutschenbach (heute Fernsehbrücke) und folgten dem Storchennestweg (heute Fernsehstrasse) zum Storchennest, einer Flur, welche vor dem damaligen Lauf des Riedgrabens begann und am Bahnübergang endete.
Der Chindlistein war nur rund 100 m von der Seebacher Grenze entfernt. Nach der Glattabsenkung 1936 bis 1939 wurde der Stein offenbar ins Örliker Wäldli verlegt, wo er heute noch beim Rastplatz liegt und immer noch Chindlistein heisst. Der Stein muss bei seinem Absturz einen recht grossen Schwung gehabt haben, denn er überkullerte fast einen Drittel der dortigen Gletscherbreite. Wäre er nur einfach auf den Gletscherrand gestürzt, dann hätte ihn der Gletscher wohl bei Bassersdorf abgeladen. Der ursprüngliche Fundort verrät auch sein Absturzdatum.
Es muss vor ca. 20'220 Jahren geschehen sein, da die Gletscherzunge vor 19'950 Jahren etwa bei der Glatt lag und er für den Transport vom Speer bis zur Fundstelle schätzungsweise 270 Jahre benötigte. Dieser Zeitpunkt erklärt auch, warum er so weit kullern konnte: Damals war der Linth-Rheingletscher beim Speer nicht mehr so hoch. Da er weit oben am Speer (in Frage kommt auch der Federispitz) abbrach, ergab sich eine grosse Fallhöhe, sodass er sich so den Schwung holte um genügend weit auf den Gletscher zu kullern. Verstärkt wurde dieser Effekt zusätzlich durch seine rundliche Form.
Der Chindlistein ist heute zweigeteilt. Bis jetzt konnte noch niemand erklären, ob dies schon 1936 so war oder ob er beim Transport Schaden nahm. Hans Frei, Kunstmaler von Seebach, spielte viel bei diesem Stein, als er noch in der Glatt lag und konnte sich nicht an die Zweiteilung erinnern.