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Sars-Übertragung auf Flugreisen
Sars hat, wie keine andere Infektion zuvor, den Internationalen Flugverkehr massiv beeinträchtigt. Weltweit wurden viel mehr Menschen in Spitälern als in Flugzeugen mit dem Sars-Coronavirus infiziert. Das NEJM publizierte eine Analyse von drei internationalen Flügen, in welchen eine Person, bei der später Sars diagnostiziert wurde, mitreiste.
Eine wichtige Frage zur Eindämmung von Sars ist die Frage des Zeitpunktes der Infektiosität. Wann beginnt jemand ansteckend zu sein, schon vor Symptombeginn oder erst spät während der symptomatischen Phase. Aufgrund der relativen Häufung von Sekundärinfektionen beim Spitalpersonal musste man annehmen, dass die Infektiosität vorwiegend bei Patienten mit schweren pulmonalen Symptomen gegeben war. Flugreisen sind besonders ideale Voraussetzungen zur Untersuchung der Infektiosität. Dem Epidemiologen bietet sich hier ein Arbeitsfeld mit klar definierten Exponierten Personen (Passagierliste, Sitzplan) und ein klarer Expositionszeitpunkt (zur Berechnung der Inkubationszeit).
Die Untersuchung der drei Flüge zeichnet ein deutliches Bild: Sekundäre Infektionen treten nur auf, wenn die Indexperson selbst krank ist und schwerere Erkrankungen haben ein höheres Infektionsrisiko. Kurz zusammengefasst fand sich folgendes Bild:
- Flug #1, 90 Minuten Dauer: Ein Flugpassagier der mit Sars infiziert war aber 4 Tage vor Ausbruch der Krankheit: Keine weiteren Infektionen bei 315 Passagieren.
- Flug #3, 90 Minuten Dauer: Vier Flugpassagiere mit Fieber, zwei davon mit Husten, alle vier später mit Sars diagnostiziert. Unter 246 Passagieren eine mögliche Infektion (Sars nicht labormässig gesichert)
- Flug #2, 3 Stunden Dauer: Ein Flugpassagier, 72-jährig der schon 4 Tage Fieber hat, stark hustet und unmittelbar nach dem Flug hospitalisiert wird. 22 der 120 Passagiere werden Infiziert (gesicherte Infektion bei 18 der 65 ausführlich interviewten Passagiere).
Die Inkubationszeit unter den sekundär infizierten war 2-8 Tage (Durchschnitt 4). Das Risiko einer Infektion im Flug #2 war dreimal höher in den drei Sitzreihen vor der infizierten Person als irgendwo sonst im Flugzeug (s. Abbildung).
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Doch all jenen, die sich nun für die nächste Flugreise einen Sitz in der unkomfortablen hintersten Sitzreihe geben lassen, sei doch gesagt, dass das Risiko einer Sars-Übertragung während einem Flug praktisch null ist!