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Die FDP hat viele Probleme. Neben den vorübergehenden (wie z.B. unsexy Bundesräten) auch ein paar grundsätzliche. Ich sehe da vor allem:
- Ihr eigener Erfolg: Jede Partei wird zu einem gewissen Grad überflüssig, wenn sie mit ihren Ideen Erfolg hatte. Die FDP hat wie keine andere Partei den Schweizerischen Bundesstaat gestaltet. Heute werden viele Anliegen, für die die FDP gekämpft hat, auch von ihren damaligen Gegnern vertreten. Das hat zur Folge, dass sie entweder radikaler werden muss, oder sich auflösen kann.
- Ideologen: Die radikaleren Liberalen glauben, dass ein reiner Liberalismus selig machen würde. Mit ihren theoretischen Vorstellungen, «die man zwischen Buchdeckeln findet» (Zitat Messmer), sind sie aber für einen Grossteil der Bevölkerung nicht überzeugend, da sie in der Praxis zu oft scheitern.
- Interessenpolitik für einzelne Branchen und Konzerne: Schon immer ein Problem der FDP war, dass sie den Anspruch hat, die gesamte Wirtschaft und somit die Interessen des gesamten Landes zu vertreten, in Fakt aber aus einzelnen Politikern besteht, die in erster Linie den Interessen bestimmter Konzerne, mit denen sie verbandelt sind, und den grössten Geldgebern verpflichtet sind. Eine wirklich glaubwürdige liberale Macht müsste unabhängig sein von Unternehmen.
Die FDP wird diese Grundprobleme nicht lösen können. Und darum ihren weiteren Niedergang nicht verhindern. Die Schweiz hat ihr viel zu verdanken, aber nun wird sie nicht mehr gebraucht. Mit einer Fraktionsgemeinschaft mit der BDP könnte sie ihren zweiten Bundesratssitz nochmals für eine gewisse Zeit verteidigen. Bald wird sie aber nur noch einen Bundesratssitz für sich beanspruchen können.