Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03295.jsonl.gz/1860

Arbeitskontext
Die Demokratische Republik Kongo und ihre Anrainerstaaten in der Region der Grossen Seen sind besonders rohstoffreich. Diese Rohstoffe könnten die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region vorantreiben. Dieses Potential wird jedoch bisher wenig genutzt. Der Rohstoffabbau und -handel ist von Korruption und Misswirtschaft geprägt. Die aus dem Rohstoffsektor resultierenden Steuern bleiben weit unter ihrem Potential und werden vom Staat kaum in den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur oder für die Bildung oder Gesundheit der Bevölkerung investiert.
Die Problematik, dass Rohstoffreichtum nicht zu einer florierenden Wirtschaft und einer prosperierenden Gesellschaft führt, kennen viele rohstoffreiche Länder. Dieser Widerspruch ist als sogenannter Rohstofffluch bekannt. Eine schlechte Regierungsführung ist der wichtigste Faktor hierfür.
Damit die Bevölkerung zu ihren Rechten kommt, hat die lokale Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle zu spielen. Überzeugende lokale zivilgesellschaftliche Organisationen, die die Regierung für ihre Handlungen zur Rechenschaft ziehen, sich für Transparenz bei der Vergabe von Minenkonzessionen und in Steuerfragen einsetzen, korrupte Praktiken offenlegen und für die Wahrung von Menschenrechten kämpfen, sind für eine bessere Governance der Rohstoffe von zentraler Bedeutung. Ein Grossteil dieser Organisationen agiert nur auf lokaler Ebene und ist kaum international vernetzt. So fallen diese Schlüsselakteure unter den Radar der internationalen Geldgeber und haben kaum Zugang zu internationalen Geldern.
Der Kongokonflikt und seine Auswirkungen sind seit Jahrzehnten auf der Agenda der internationalen Gemeinschaft. Viele Projekte misslingen jedoch, weil sie nicht an den lokalen Kontext angepasst sind. Durch mangelnde Kenntnisse oder Missachtung lokaler Verhältnisse und Machtstrukturen, sowie mangelnder Begleitung werden die Hauptprobleme in der DR Kongo nicht gelöst, sondern schlimmstenfalls verstärkt.
Sowohl für die kongolesische Regierung, wie auch für die Geldgeber, stand in der Vergangenheit vor allem der Aspekt des Konflikts im Fokus des Diskurses zu den Rohstoffen, die im Osten des Landes im Kleinbergbau gefördert werden. Der Beitrag, den diese Rohstoffe zur Entwicklung des Landes leisten können, wird noch zu wenig gesehen.
Neno kann in diesem Kontext einen wichtigen Beitrag leisten, da der Verein als unabhängige Organisation keine politische, wirtschaftliche oder religiöse Interessenbindung kennt und über Mitglieder und Partnerorganisationen verfügt, die umfangreiche Kenntnisse in der Thematik und Region verfügen.
Vorgehen
Neno unterstützt lokale zivilgesellschaftliche Organisationen, die zur besseren Governance der Rohstoffe in Zentralafrika beitragen wollen. Die ausgewählten Partnerorganisationen zeichnen sich durch einen hohen Grad von Integrität und Motivation für ihre Aktivitäten aus. Neno bietet ihnen eine technische Beratung in der Planung und Umsetzung ausgewählter Aktivitäten und Projekte an. Da diese Organisation international oft noch wenig bekannt und vernetzt sind, erleichtert Neno ihnen die Kontaktaufnahme mit internationalen NGOs und Geldgebern.
Neno unterstützt v.a. Projekte, die kostengünstig eine grosse Hebelwirkung entfalten können. Hierzu gehören investigative Recherchen zu Governanceproblemen, die in Studien aufgearbeitet werden. Diese Grundlagen sollen unseren kongolesischen Partnerorganisationen erlauben, fundierte und stichhaltige Advocacyarbeit gegenüber ihrer Regierung und der internationalen Gemeinschaft zu leisten und sich dadurch als wichtiges und ernstzunehmendes Sprachrohr der kongolesischen Bevölkerung zu etablieren und deren Anliegen wirkungsvoll zu verteidigen. Neno kann bei Bedarf auch selber Advocacyarbeit auf internationaler Ebene betreiben.
Vision
Der Verein Neno will dazu beitragen, dass die Rohstoffe in der Region der afrikanischen Grossen Seen die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung vorantreiben.
Neno heisst auf Kiswahili, der weit verbreitetetsten Verkehrssprache Zentral- und Ostafrikas, ganz einfach «Wort».
«Neno» bezeichnet auch die Vision unseres Vereins, der Macht der Gewalt, die in der Grossen Seen Region herrscht, die Macht der Worte entgegenzustellen. In dem Sinn setzt sich Neno ein für:
- Rechtsstaatlichkeit anstatt Korruption
- Justiz anstatt Willkür
- Aufklärung anstatt Manipulation
- Argumente anstatt Waffen