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Gestern Sonntag traten die Power Cats gegen Genf Volley an, einen Club, der nach längerer Abwesenheit in der NLA nun seine zweite Saison in der höchsten Liga in Angriff nimmt. Im ersten Satz gelang es den Düdingerinnen souverän, die Führung gegen den letztjährigen Achtplatzierten zu übernehmen und diese bis zu einem Stand von 12:3 deutlich auszubauen. Wer aber dachte, das Spiel sei nun gelaufen, hatte sich geirrt. Düdingen verlor in der Folge an Sicherheit, das Zusammenspiel im neu zusammengesetzten Team wollte nicht recht klappen. Die Genferinnen spielten sich Punkt um Punkt vorwärts und konnten schliesslich bei 15:15 den Ausgleich erzielen. Coach Dario Bettello hatte mit Samantha Cash nur eine einzige Ausländerin aufs Spielfeld gestellt und nahm während des gesamten ersten Satzes keinen einzigen Wechsel vor. «Ich wollte, dass sie das Spiel selber drehen. Die Spielerinnen sollen nicht nach dem ersten schlechten Ballwechsel vom Platz geholt werden», erklärte Bettello. Er wolle ja, dass alle Spielerinnen auf dem Platz stehen können und dass sich die Mannschaft nicht auf einige herausragende Spielerinnen verlässt, deshalb wechsle er auch nicht einfach seine Strategie, wenn die Power Cats einmal im Rückstand seien. Ausserdem unterstrich Bettello, wie wichtig es sei, zu sehen, dass nicht permanent eine Überzahl an Ausländerinnen auf dem Feld stehen müsse. Tatsächlich gelang es der Düdinger Starting Six, den ersten Satz zu ihren Gunsten ausgehen zu lassen.
Ohrfeige im zweiten Satz
Kraftvolle Angriffe von Elena Steinemann, Samira Sulser und der Amerikanerin Samantha Cash brachten die Power Cats Schritt für Schritt voran, bis sie den ersten Satz schliesslich mit 25:17 für sich entscheiden konnten.
Im zweiten Satz hatten überwiegend die Genferinnen das Sagen. Zwar schafften es die Power Cats, nach einem verpatzten Start auf 10:10 auszugleichen, die Führung konnten sie aber nicht übernehmen. Beim Stand von 16:19 wechselte Bettello die Ausländerinnen Ralina Doshkova und Anna Mebus ein, was dem Spiel der Düdingerinnen wieder mehr Energie verlieh und sie bis auf 22:23 an die Gäste heranbrachte. Schliesslich ging der Satz aber trotzdem mit 22:25 an die Genferinnen. «Manchmal ist es auch gut, eine kleine Ohrfeige zu bekommen», relativierte Headcoach Bettello. Aber nur eine kleine, keine grosse. «Es bringt uns nicht voran, wenn wir einfach nur 3:0 gewinnen.» Aus Spielsituationen wie im zweiten Satz könne das Team viel lernen. «Wir haben zwar nicht enorm viele Fehler gemacht, aber auch nicht so viele Punkte, wie wir eigentlich machen sollten.»
Granvorka stark
Im dritten Satz konnte der Gastgeber wieder den Ton angeben. Die Genferinnen führten zu Beginn des Satzes für einen kurzen Moment mit 2:3, dann bauten die Düdingerinnen ihren Vorsprung aber kontinuierlich bis zu einem Stand von 21:13 aus und entschieden den Satz mit 25:18 für sich. Auch im vierten Satz schien nicht von vornherein klar zu sein, dass ihn die Düdingerinnen für sich entscheiden würden. Fehler und verschenkte Bälle liessen die Genferinnen hoffen. Die Power Cats spielten sich jedoch Punkt für Punkt dem Sieg entgegen, beherzte Angriffe der beiden feingliedrigen Bulgarinnen und von Captain Ines Granvorka trugen auch dazu bei. Ein toller Block von Ralina Doshkova beendete das Spiel dann zugunsten der Power Cats.
Captain Ines Granvorka zeigte sich nach dem Match zufrieden mit dem Ausgang des Spiels. «Wir probieren verschiedene Varianten aus und haben in den letzten drei Monaten schon viele Fortschritte gemacht. Die Abläufe müssen aber noch besser eingespielt sein. Wir verlieren Bälle, weil nicht klar ist, wer sie annimmt.» Für Bettello war Granvorka eine der besten Spielerinnen in diesem Match. «Elena Steinemann ist eine Spielerin, die wirklich den Unterschied machen kann.» Eine alte Schulterverletzung schwäche sie aber noch, und deshalb sei sie auch nicht den ganzen Match auf dem Feld gestanden. Anders Granvorka. «Sie hat heute wirklich sehr gut gespielt», lobte Bettello.
Telegramm
Düdingen – Genf 3:1 (25:17; 22:25; 25:18; 25: 21)
Leimacker. 423 Zuschauer. SR: Grellier, Nellen.
TS Volley Düdingen: Brunner, Granvorka, Cash, Pierret, Steinemann, Sulser, Deprati (Libera); Mebus, Dashkova, Girard, Dimitrova, Knutti (Libera), Zurlinden.
Genf Volley: Guscetti, De Witt, Remy, Calvin, Church, Page, Perroud (Libera); Emini, K. Berger, Ndebele, S. Berger, Gonzalez.
Wahl zu den besten Spielerinnen: Calvin, Steinemann.