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Der schottische Clan ist über 700 Jahre alt und gehört zu den wichtigsten britischen Adelsfamilien. Seit dem Jahr 1643 stellt ein Zweig der Familie Herzöge und steht somit in der britischen Adelshierarchie direkt unter der Königsfamilie. Der Hamilton Clan ist traditionell mit dem britischen Königshaus verbunden und viele Hamiltons wurden in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Sie stellten auch Barone, Vizegrafen, Grafen und Markgrafen. Wie viele schottische Clans brachten sie viele Freimaurer hervor, darunter auch mehrere Grossmeister von Grosslogen. Durch den in Nordamerika eingewanderten Alexander Hamilton (1755-1804) entstand der amerikanische Zweig der Hamiltons, der seither zur US-Elite gehört.
Der amerikanische Zweig
Alexander Hamilton (1755-1804) war einer der Gründerväter der USA und deren erster Finanzminister. Er gründete die erste Zentralbank der USA und gilt als der Gründer des nationalen Finanzsystems der USA. Er wurde in Britisch-Westindien geboren und emigrierte 1772 nach Nordamerika. Sein Grossvater war ein Laird (Landadel) in Schottland und seine Grossmuter war die Tochter eines Barons aus dem schottischen Pollock Clan. Bereits in den ersten Jahren nach seiner Ankunft in Nordamerika begann er Kontakte zur Elite der 13 britischen Kolonien in Nordamerika zu knüpfen, darunter auch zu William Livingston, der später ebenfalls zu den Gründerväter der USA gehörte und von schottischen Adligen aus dem Livingstone Clan abstammte und zudem Blut des Hamilton Clans in sich hatte.
Ab dem Jahr 1782 gehörte Alexander Hamilton zum Kontinentalkongress, der aus der Elite der 13 Kolonien bestand, die sich ab dem Jahr 1774 von Grossbritannien unabhängig machen wollten, worauf der amerikanischen Unabhängigkeitskrieg begann. Die vom Kontinentalkongress gesteuerte Armee gewann mit der Hilfe von Frankreich den Krieg. Mitglieder des Kontinentalkongress, darunter Alexander Hamilton, gründeten daraufhin die USA. Wie weitere Gründerväter war auch Hamilton Freimaurer. Es wird angenommen, dass 9 der 56 Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung Freimaurer waren und dass 13 der 39 Unterzeichner der US-Verfassungen ebenfalls Freimaurer waren (Quelle).
Hamilton wurde der erste Finanzminister der USA. Er gründete drei bedeutende Banken, deren Aktien die drei ersten waren die an der New Yorker Börse gehandelt wurden:
- 1791 gründete er die „First Bank of the United States“, welche die erste richtige Zentralbank der USA war und die „Bank of North America“ ersetzte
- Die „Bank of North America“ wurde 1781 vom Kontinentalkongress als Notenbank gegründet, damit sie nicht mehr von der britischen Zentralbank abhängig waren. Zu den Aktionären gehörten die späteren Gründungsväter Alexander Hamilton, Thomas Jefferson und Benjamin Franklin.
- 1784 gründete Hamilton die „Bank of New York“, die bis heute existiert und damit die älteste noch existierende Bank Amerikas ist. Ihr erster Präsident war der in Schottland geborene Alexander McDougall (schottischer Clan), der mit seinen Eltern und Angehörigen des schottischen Clans Campbell in die USA emigrierte. Die Bank fusionierte 2007 mit der Mellon Bank und ist seither eine der grössten US-Banken.
Alexander Hamilton gehörte 1783 zu den Gründern der „Society of the Cincinnati“ und war ihr zweiter Präsident. Die Gesellschaft ist eine der elitärsten der USA. Neben 15 US-Präsidenten waren auch Rockefeller, Du Pont, Vanderbilt und weitere elitäre Familien vertreten. Neben der US-Elite ist auch der Hochadel in der Gesellschaft vertreten. Die Nachfahren der Gründer haben Anspruch auf eine Mitgliedschaft. Von Hamiltons Nachfahren war mindestens einer Mitglied.
Trotz der erlangten Unabhängigkeit unterhielt die US-Elite von Anfang an engen diplomatischen und geschäftlichen Kontakt zur britischen Elite. Das liegt ziemlich sicher daran, dass viele Mitglieder der US-Elite verwandte in der britischen Elite hatten, die von der Kolonialisierung Nordamerikas finanziell profitierten. Alexander Hamilton stammte zwar aus einem schottischen Clan, es ist allerdings nicht bekannt ob er Kontakt zum Clan und dessen Oberhäuptern hatte. Über den Kontinentalkongress kannte er aber mehrere schottische Clans wie Livingstone, Huntington, Middleton, McDougall, Montgomery, Armstrong, Paterson, Scott und noch weitere. Er heiratete Elizabeth Schuyler, deren Mutter aus der Van Rensselaer Familie stammte. Schuyler und Van Rensselaer gehörten zu der Zeit zu den mächtigsten und reichsten Familien Nordamerikas.
Hamilton kannte aber auch Mitglieder der Familie Lee, welche 1639 nach Nordamerika auswanderten, wo sie zu den einflussreichsten Familien gehörten. Richard Henry Lee war der (inoffiziell) führende Kopf der Unabhängigkeitsbewegung (Lee-Resolution). Die Lees waren im Kontinentalkongress vertreten, gehörten zu den Gründervätern und nahmen auch danach eine führende Rolle in der US-Elite ein. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts unterhielten die Lees persönlichen Kontakt zur Rockefeller Familie. Sie heirateten in britische und europäische Adelsfamilien, deren Nachkommen sich in den letzten 50 Jahren in die Königsfamilien von Lichtenstein und Österreich einheirateten. Mehrere Nachfahren von Alexander Hamilton heirateten Mitglieder und Nachkommen der Lee Familie.
Seine Nachfahren heirateten zudem in die Familien Van Rensselaer, Schuyler, Van Cortlandt, die zusammen mit der Roosevelt Familie zu dem historisch wichtigen Teil der US-Elite gehört, der von Niederländern abstammt. Diese Familien emigrierten Anfang des 17. Jahrhunderts aus den Niederlanden nach Nordamerika und gehören seither zur nordamerikanischen Elite. Die Niederlanden waren im 17. Jahrhundert führende Kolonialmacht und das Handels- und Finanzzentrum der Welt. Nachkommen von Alexander Hamilton heirateten zudem in den Livingstone Clan.
Weitere erwähnenswerte Heiraten:
- William Pierson Hamilton (1869–1950), ein Urenkel von Alexander Hamilton, heiratete die Tochter von JP Morgan, der vermutlich wichtigste Bankier der US-Elite zu dieser Zeit. So entstand der Familienzweig Morgan Hamilton.
- Helen Morgan Hamilton (1896–1985) heiratete in zweiter Ehe Warren Randolph Burgess. Dieser war Bänker und US-Diplomat. Er arbeitete für die FED (heutige US-Zentralbank) und war Vorsitzender der Citibank, eine der grössten US-Banken. Er war Präsident der „American Bankers Association“, eine der einflussreichsten Finanz-Lobbyorganisationen der USA. Er diente zudem als US-Botschafter bei der NATO und nahm am Bilderberg-Treffen teil.
- Pierpont Morgan Hamilton (1898–1982), der Generaloffizier des US-Militärs war, heiratete die Tochter des Investmentbänkers Clinton Ledyard Blair. Dieser war Direktor mehrerer Eisenbahnunternehmen und leitete Blair & Co, die Bank der Blair Familie. Die Bank arbeitete eng mit der Gould Familie zusammen, die eine führende Rolle in der damals sehr wichtigen Eisenbahnindustrie einnahm, mehrere Bänker hervorbrachte und in den britischen Adel einheiratete. Die Blair Bank war an Fusionen von Ölfirmen der Rockefeller Familie beteiligt. Blairs Grossvater gehörte ausserdem zu den reichsten Männer des 19. Jahrhunderts.
- Mary Eliza Hamilton (1825–1887), eine Enkelin von Alexander Hamilton, heiratete Charles Augustus Peabody. Dieser heiratete auch in den Livingstone Clan und einer seiner Söhne war Charles A. Peabody Jr., der Direktor mehrerer Grossbanken und Eisenbahnunternehmen war. Er war ein Freund der Astor Familie, eine der reichsten Familien des 19. Jahrhunderts, die in den britischen Adel aufgenommen wurde.
Der Hamilton Clan war aber auch bereits vor Alexander Hamilton in Nordamerika aktiv. Andrew Hamilton (????-1703) war ein schottischer Kaufmann, der in die britische Kolonie New Jersey geschickt wurde. Dort wurde er Kolonialgouverneur von New Jersey und stellvertretenden Gouverneur der Kolonie Pennsylvania. Er hatte freundschaftlichen Kontakt zu den Quäkern (alternatives Christentum) der Kolonie East Jersey. 1682 wurde die Kolonie von einer Gruppe von quäkerischen Geschäftsleuten erworben, angeführt von Robert Barclay aus dem Barclay Clan. Robert Barclay war eine der wichtigsten Persönlichkeiten des frühen Quäkertums und seine Nachfahren gründeten und führten die Barclays Bank, eine der ältesten und mächtigsten Banken der Welt.
Weitere Mitglieder der US-Elite die den Namen Hamilton tragen, aber vermutlich keine Nachfahren von Alexander Hamilton sind und ungewiss ist, ob sie mit den schottischen Clans in Verbindung stehen, sind:
- Frederic C. Hamilton (1927-2016). Er gründete 1962 sein eigenes Öl/Gasunternehmen, welches als erstes Unternehmen Öl in der Nordsee fand und förderte. Er nahm leitenden Positionen bei mehreren Grosskonzernen und Grossbanken ein.
- Carl L. Hamilton (1888-1946). Er war Gründer und Partner des Beratungsunternehmen „Booz Allen Hamilton“, welches ziemlich offensichtlich den Geheimdiensten nahe steht. Der aktuelle (2020) stellvertretende Vorsitzende John Michael McConnell war Direktor der US-Geheimdienste. Mehr als 1000 ehemalige Geheimdienstoffiziere und mehr als 10000 ehemalige Geheimdienstler arbeiten für das Unternehmen. Das Unternehmen nimmt auch staatliche Aufträge (vermutlich Aufträge von Geheimdiensten) an und seine Einnahmen liegen bei 6.7 Milliarden. Das Bloomberg Magazin nannte es „die profitabelste Spionageorganisation der Welt“.
- Thomas F. Hamilton (1894-1969). Er gründete das Luftfahrtunternehmen „Hamilton Standard“, welches Zeitweise der weltweit größte Hersteller von Flugzeugpropellern war. Hamilton Standard gehört heute zum Konglomerat der United Technologies, welches unter anderem auch ein grosses Rüstungsunternehmen ist und etwa 10% seiner Einnahmen von der US-Regierung bezieht (also jährlich circa 6.5 Milliarden Dollar Steuergelder).
- Lee H. Hamilton (*1931). Der US-Politiker, war stellvertretender Vorsitzender der 9/11 Kommission, welche unter anderem die Öffentlichkeit über die Umstände von 9/11 aufklären sollte. Er leitete den „Permanent Select Committee on Intelligence“, der damit beauftragt ist, die Arbeit der US-Amerikanischen Geheimdienste zu überwachen.
- William Hamilton (1939-2016). Ein bekannter Karikaturist der Mitglied bei Skull and Bones war, eine Studentenverbindung an der Yale Universität, die Studenten für die US-Elite rekrutiert. In der Gesellschaft waren neben Angehörigen elitärer US-Familien wie Rockefeller, Bush und Harriman, auch Angehörige schottischer Clans vertreten. Skull and Bones wurde 1832 von William Huntington Russell gegründet. Huntington und Russell sind schottische Clans. William Hamilton heiratete Candida Vargas, die Tochter des brasilianischen Diktators Getúlio Vargas. Die Vargas Familie stammt von portugiesischen Kolonialherren ab.
- Sam R. Hamilton war 1899 Grossmeister der texanischen Freimaurer-Grossloge.
- George Forest Hamilton ist für das Jahr 2020 Senior Grand Warden der Freimaurer-Grossloge von Massachusetts, USA. Er erreichte schon zuvor hohe und angesehene Positionen der Freimaurerei. Er arbeitete zudem 33 Jahre lang für General Dynamics, den sechstgrössten Rüstungskonzern der Welt.
Albert Hamilton Gordon (1901-2009) war vermutlich kein Nachfahre von Alexander Hamilton, aber er kannte die schottischen Clans. Der Wall Street Unternehmer kaufte die Investmentbank „Kidder, Peabody & Co.“ und wurde deren Vorsitzender. Die Bank wurde von der bereits erwähnten Peabody Familie gegründet. Später verkaufte er die Bank an den Grosskonzern General Electric, der von der Morgan Familie gegründet wurde. Die Familien Hamilton, Morgan und Peabody sind traditionell miteinander Verbunden. Albert Hamilton Gordon war Mitglied der Pilgrims Society (ein angloamerikanisches Elitenetzwerk) und kannte daher die britische Königsfamilie und mehrere Vertreter schottischer Clans. Sein Familienname Gordon ist auch der Name eines schottischen Clans.
Der britische Zweig
Auch wenn man es bisher nicht sicher sagen kann, so entstand die Freimaurerei vermutlich in Schottland. Die älteste bekannte Freimaurerloge wurde 1599 in Schottland gegründet. 1736 gründeten die schottischen Freimaurer die Grossloge von Schottland. Der grösste Teil der Grossmeister der Grossloge stammten aus schottischen Clans und waren Adlige. Auch der Hamilton Clan stellte mehrere Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle):
- Charles Hamilton Gordon
- Herzog Alexander Hamilton (1767-1852) und später sein Sohn Herzog William Hamilton (1811-1863)
- Graf George Baillie-Hamilton-Arden (1827-1917)
- Lord Robert Hamilton-Udny (1871-1950)
Graf James Hamilton (1686-1744) war Grossmeister der Premier Grand Lodge of England, welche die erste Freimaurer Grossloge war und 1717 gegründet wurde. 1813 wurde sie zur heutigen Grossloge von England umgewandelt. Graf James Hamilton wurde in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist.
1725 gründeten die irischen Freimaurer die Grossloge von Irland. Die Grossmeister waren meist irische Adlige, aber auch schottische Clans waren vertreten, darunter auch zwei Hamiltons (Quelle):
- James Hamilton, Herzog von Abercorn (1811-1885). Er wurde in den Privy Council aufgenommen und heiratete in den Russel Clan.
- Sein gleichnamiger Sohn Herzog James Hamilton (1838-1913). Er war Mitglied im irischen Privy Council und ein enger Vertrauter von Prinz Edward VII., welcher Grossmeister der Grossloge von England war. Zudem war Hamilton Vorsitzender der 1889 gegründeten British South Africa Company (BSAC).
Die BSAC nahm eine führende Rolle in der afrikanische Bergbauindustrie sowie im afrikanischen Eisenbahnbau ein. Das Kolonialunternehmen erhielt eine Royal Charter und stand somit unter dem Einfluss des britischen Hochadels. Zudem wurde die BSAC von Freimaurern wie Cecil Rhodes, Baron Ellis Robins und eben Herzog James Hamilton geleitet. In den 1980er Jahren verkaufte sie ihre Minen an private Unternehmen. Leider ist nicht bekannt an welche, aber die BSAC Führung war mit vielen wichtigen Bergbauunternehmen verbunden, unter anderem mit DeBeers, Anglo American, Rio Tinto und Gencor (Vorläufer von Gold Fields).
Mehrere Angehörige des Hamilton Clans waren Mitglied der schottischen Freimaurerloge Canongate Kilwinning Lodge, No 2. (Quelle). In dieser Loge waren sehr viele schottische Clans vertreten, unter anderem Hope, Sutherland, Drummond, Barclay, Carnegie, Livingstone und Russell. Die Loge wurde 1677 gegründet und gehört damit zu den ältesten Freimaurerlogen der Welt (Quelle).
Markgraf Frederick Hamilton-Temple-Blackwood (1826-1902) war zu seiner Zeit einer der wichtigsten Diplomaten der britischen Elite. Er wurde Generalgouverneur von Kanada (Kolonialherr) und Vizekönig von Indien. Er wurde in den Privy Council aufgenommen.
Markgraf John Hamilton-Gordon (1847-1934) war ebenfalls Generalgouverneur von Kanada und Privy Council Mitglied.
Alexander MacDonald „Alistair“ Hamilton (1925-2012) war stellvertretender Vorsitzender der Royal Bank of Scotland, die seit 1727 besteht und somit zu den ältesten noch existierenden Banken der Welt gehört. Sie ist bis heute eine der grössten Banken der Welt.
Vizegraf Gustavus Hamilton-Russell (1931-1995) war Direktor der National Westminster Bank, eine der grössten britischen Banken, die seit dem Jahr 2000 zur Royal Bank of Scotland gehört.
Denis Hamilton (1918-1988) wurde 1959 Herausgeber der Sunday Times und später Chefredakteur und Vorsitzender der Times. Er war sechs Jahre lang Vorsitzender von Reuters, der grössten Nachrichtenagentur der Welt. Zudem war er fünf Jahre lang Präsident des International Press Institute, einer global agierenden Medienorganisation, bestehend aus Redakteuren und hochrangigen Journalisten, die sich nach eigenen Angaben der Förderung sowie dem Schutz der Pressefreiheit und der Verbesserung journalistischer Praktiken verschrieben hat. Denis Hamilton war Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk, das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Über die Gesellschaft kannte er auch elitäre Familien wie Rothschild, Rockefeller und Astor.
Baron Archie Hamilton (*1941) ist ein britischer Politiker, der in den Privy Council aufgenommen wurde. Er war Mitglied des Intelligence and Security Committee, ein gesetzlicher Ausschuss des britischen Parlaments, der damit beauftragt ist, die Arbeit der britischen Geheimdienste zu überwachen. Er heiratete in den schottischen Napier Clan.