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Jean-Quentin Châtelain
Eine schauspielerische Ausnahmeerscheinung
Schweizer Theaterpreis 2016
Jean-Quentin Châtelain, geboren 1959 in Genf, begann seine Schauspielstudien Ende der 1970er Jahre an der Ėcole supérieure d’Art Dramatique (ESAD) in Genf, die er anschliessend in Strassburg fortführt. Ab 1981 spielte er in Belgien, Frankreich und in der Schweiz in bisher über 50 Inszenierungen, zu Beginn seiner Karriere beispielsweise unter Jean-Louis Hourdin in «Woyzeck» von Georg Büchner, in «Lulu» von Frank Wedekind oder in «Der Idiot» nach Fjodor Dostojewski im Théâtre de Vidy in Lausanne. Aufsehen in der Schweiz erregte er 1986 mit einem Monolog nach Fritz Zorns autobiografischem Roman «Mars» unter der Regie von Darius Peyamiras. «Mars» wurde in der Saison 1991/92 in Zusammenarbeit mit dem Centre culturel suisse in Paris wieder aufgenommen. Châtelain erhielt für diese Rolle 1992 erstmals in Frankreich den Preis des Syndicat de la critique als bester Schauspieler. 2001, 2010 und 2014 wurde er abermals mit diesem Preis für seine schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet.
Als Schauspieler mit einer starken Persönlichkeit und eindrücklichen Authentizität spielt er auf allen wichtigen Theaterbühnen der Frankophonie, darunter in der Romandie beispielsweise unter der Regie von Robert Bouvier oder Danis Maillefer auch in modernen Inszenierungen, regelmässig in Frankreich unter dem Altmeister Claude Régy oder Claude Brozzoni, zuletzt in «C’est la vie», produziert am Pariser Théâtre du Rond-Point. Auch in über 20 Spielfilmen wirkte er mit seinem grossartigen Schauspieltalent, das sich fast nicht in Worte fassen lässt, sondern erlebt werden muss. Seine Stimme und seine Fähigkeit sich in einen beinahe tranceartigen Zustand zu versetzen, fesselt und zieht die Zuschauenden hinein in seine Erzählungen.
«Jean-Quentin Châtelain ist eine ausserordentliche Theaterpersönlichkeit. Er ist für sich allein ein ganzer Kontinent. Nach der Ausbildung am Genfer Konservatorium und am Strassburger Nationaltheater arbeitete er mit über fünfzig Regisseuren und Theaterkoryphäen zusammen und stand auf den berühmtesten Bühnen der frankophonen Welt.
Als leidenschaftlicher Liebhaber der grossen Weltliteratur weiss er, mehr als jeder andere, mit dem Wesen dichter Texte und ihrem Sinngehalt umzugehen und dies auf faszinierende Weise zu vermitteln – stark und einzigartig. Er weiss. Er fühlt. Er stellt dar mit authentischer Kraft. Ob er uns sanft oder verletzlich macht, Châtelain schenkt uns in jeder seiner Darbietung das Glück, aufgerüttelt zu werden und zu wachsen. Er berührt uns im Innersten und macht aus unseren Interpretationen die intensivsten, schönsten Begegnungen.»
Thierry Luisier, Jurymitglied