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Nach dem Ersten Weltkrieg, in den Zwanzigerjahren, wurde der Rebbau im Tessin noch von den einzelnen Bauern betrieben. Aus dem Ertrag ihrer Reben stellten sie in erster Linie Wein für den eigenen Gebrauch her, einen allfälligen Überschuss verschenkten sie an Freunde. Zu jener Zeit entstand das Bedürfnis, den Wein der Tessiner Hügel aufzuwerten. Giuseppe Matasci wurde als Pionier auf diesem Gebiet aktiv. Zusammen mit einigen Winzern organisierte er den gemeinsamen Verkauf der lokalen Produktion, indem er den geeigneten Markt suchte und ein Vertriebsnetz aufzubauen begann. In jenen Jahren befand sich der Merlot im Versuchsstadium und war noch nicht für den Konsum bestimmt, aber die Vermarktung der Tessiner Weine hatte begonnen.
Die Anfänge waren nicht einfach. Die Technik der Weinherstellung war rudimentär, denn die Win-zer waren noch nicht vertraut mit den Regeln der gesunden Weinbereitung. Auch fehlten ihnen leistungsfähige Anlagen für die Produktion eines erlesenen, schmackhaften und für den Konsumenten bekömmlichen Weins.Schliesslich wurden die ersten Weinkellereien ins Leben gerufen: Im Locarnese die Matasci im Jahr 1921, im Bellinzonese die Cantina Sociale im Jahr 1929 sowie weitere kommerzielle Weinkellereien im Luganese und im Mendrisiotto.
Die Matasci & Balemi, wie die Firmenbezeichnung damals lautete, befasste sich anfänglich nur mit dem Wiederverkauf des Weins der Hersteller der Region, entschloss sich dann aber später - um zu vermeiden, dass die Kunden bei jeder Lieferung einen Wein unterschiedlicher Qualität erhielten - ein einziges Produkt mit einer eigenen Etikette anzubieten.
Vor allem wegen der rückständigen Methoden der Weinbereitung der kleinen Produzenten erwies sich jedoch auch dies bald als unbefriedigend, weshalb die Matasci & Balemi schliesslich dazu überging, statt den Wein das Rohmaterial, die Trauben, zu kaufen.
Seither wurde der in den Kellern in Tenero produzierte Merlot ständig verfeinert; er weist heute eine Qualität auf, der ein Platz in den namhaftesten Önotheken gebührt.
Als sich im Jahr 1957 der Gesellschafter Carlo Balemi nach dem Tode von Giuseppe Matasci zurückzog, übernahmen dessen Söhne Peppino, Lino und Mario das Unternehmen. Eine sehr wichtige Etappe in der Entwicklung der Firma war im Jahr 1963 im Rahmen einer technologischen Modernisierung die Anschaffung einer Anlage, mit welcher stündlich 3000 Flaschen abgefüllt werden können. Im Zuge einer weiteren Vergrösserung im Jahr 1987 wurden die Räumlichkeiten ausgebaut, damit noch fortschrittlichere Arbeitsgeräte angeschafft werden konnten. Heute liegt die Leitung des Unternehmens in den Händen der dritten Generation: Pier Maran, Verkaufsleiter, Paola Maran-Matasci, Marketingleiterin, Mauro Bernardasci, verantwortlich für die technischen Anlagen und Fabiana Matasci, verantwortlich für die Weinproduktion.