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Ernteausfall
Am 19. April 2017 und in den darauf folgenden Nächten wurden die Weinbaugebiete in Europa von einem ausserordentlichen Frostereignis heimgesucht.
Nach einer ungewöhnlich milden Wetterlage im März, die zu einem frühzeitigen Laubaustrieb führte, verursachte eine Kältewelle aus Norden Schäden von der Champagne bis zur Toskana. In der Schweiz waren alle Gebiete mehr oder weniger gleich stark betroffen.
Im Wallis trugen über 2000 von 5000 Rebstöcken Schäden davon, darunter die Hälfte zu 100 % und die andere Hälfte zu 70 %. Rebberge in der Ebene sind am meisten betroffen, während solche in Hanglage wesentlich weniger Schäden verzeichnen. Im Kanton Waadt betreffen die Schäden hauptsächlich das Chablais mit jedoch nur 5 bis 10 % der Rebstöcke. Der Genfersee fungierte als Puffer für die gesamten Weinbaugebiete La Côte und Lavaux.
Genf hat grosse Schäden (80 bis 100 %) in allen Weinbergen erlitten, die weiter vom See entfernt sind, und zwar für die Hälfte der 1400 ha grossen Fläche.
Im Drei-Seen-Land war der Mont Vully auf 100 von 140 ha betroffen, während die Gebiete um Neuenburg und den Bielersee auf einer Fläche von über 800 ha rund 30 % Schäden aufweisen.
Die Deutschschweiz erfährt mit 70 % und mehr im Allgemeinen sehr hohe Verluste, in Graubünden fallen die Schäden etwas weniger gross aus.
Als einziger Kanton ist das Tessin dank seiner Lage auf der Alpensüdseite, wo nur rund 100 ha unterschiedlich stark beschädigt wurden, verschont geblieben.
Die Auswirkungen des Frosts auf die Reben werden zwei Ernten lang spürbar sein. Die junge Ranke, die betroffen ist, stammt aus der Hauptknospe und trägt die Trauben. Die seitlichen Knospen, die sie umrahmen, tragen nur sehr wenige Früchte und sichern das Überleben der Pflanze. Daher ist erst im zweiten Jahr nach diesem starken Frost wieder eine normale Ernte möglich.
Der Frost hat keinen Einfluss auf die Qualität der Traube, sondern nur auf die Menge, denn die Witterung der Saison macht den Jahrgang aus. Im Moment sieht alles sehr gut aus. Das heisse Wetter in den Monaten Mai und Juni hat eine sehr schöne Blüte ermöglicht und kündigt eine frühe Weinernte an.