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Emmenmatt, Obermatt
Ein schöner Plan der Station Emmenmatt und der benachbarten Signalstation Obermatt vom Dezember 1938
Emmenmatt
1938 wurde das mechanische Stellwerk Jüdel aus dem Jahr 1900 durch ein Elektromechanisches Stellwerk VES ersetzt. In diesem Jahr wurde die Station ausgebaut. Neu sind Gleise 4, 5 und 7 sowie die Anschlussgleise 10 - 12 hinzugekommen. Bei der Gelegenheit wurde die Station auch vollständig mit Lichtsignalen ausgerüstet.
Ein - und Ausfahrten sind in Gleise 1 bis 3 möglich.
Die Bezeichnung der Ausfahrvorsignale lautet noch wie bei mechanischen Signalen Cd bzw. Bd, wobei "d" für Durchfahrsignal steht. Später wurden solche Signale mit mit einem * gekennzeichnet.
Die Weiche A im Anschlussgleis war mit einem Schlüssel gesichert. Bei eingestellter Fahrstrassen war der Schlüssel gefangen. Das Anschlussgleis ist insofen heikel, weil Gleis 10 in einem Gefälle liegt. Ein entlaufener Wagen würde also bis in den Bahnhof rollen.
Das Anschlussgleis gibt es übrigens heute (Stand 2021) immer noch.
Eine Foto der Station hat es aufs Titelbild des SBB-Nachrichtenblatt 2/1948 geschafft. Allerdings wurde der Name Emmenmatt nicht erwähnt. Die Legende lautete lediglich "Winter im Emmental"
Obermatt
Obermatt ist 1881 beim Bau der Strecke von Burgdorf her entstanden. Es handelt es sich um eine reine Dienststation, Reisezüge haben hier nie angehalten. Früher wurden solche Stationen Signalstation genannt. Das Bedienpersonal hiess dementsprechend Signalwärter, wie der nachfolgende Ausschnitt aus dem SBB-Nachrichtenblatt 10/1932 (Rubrik "Versetzungen in den Ruhestand") beweist:
Obermatt schliesst unmittelbar an Emmenmatt an. Gemäss dem Plan beträgt ist die Streckenlänge Emmenmatt - Obermatt (Distanz zwischen den Einfahrsignalen) knapp 3m!
Angesichts der kurzen Distanz haben die Einfahrsignale keine Vorsignale. Es gab eine Signalreihenfolge, d.h. Ausfahrsignal C in Emmenmatt konnte erst nach Öffnen des Signal E in Obermatt auf Fahrt gestellt werden und umgekehrt Signal F in Obermatt erst nachdem Einfahrsignal D in Emmenmatt auf Fahrt war.
Trotz der überblickbaren Gleisanlage hat die Station eine rege Stellwerksgeschichte aufzuweisen:
1881 Kurbelwerk Bruchsal (3 Kurbeln)
1933 mechanisches Stellwerk Bruchsal G
1952 Elektrisches Stellwerk Integra Schalter
1989 Domino 69, ferngesteurert von Langnau
2004 Simis C (zentralisiert in Langnau)
Plan von Obermatt Stand 1952, also nach Inbetriebnahme des Stellwerks Integra Schalter.
In der Nähe von Obermatt befindet sich auch eines der zahlreichen Wärterhäuser, die an der Strecke Gümligen - Luzern noch heute vorhanden sind. Die Nummer ist noch zu entziffern, es ist 8t.
Die Pläne habe ich von Jürg Suter vom Verein DESM (Dynamisches Eisenbahn System Modell) erhalten. Auf der Homepage vom DESM finden sich Fotos und ein Film von Obermatt aus dem Jahr 1989:
Fotos vom Stellwerk Obermatt: Link
Film vom Betrieb in Obermatt: Link
Herzlichen Dank an Hrn. Suter für die tollen Unterlagen.
Weitere Angaben stammen von U. Dikenmann und T. Ströhla, auch ihnen besten Dank.