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Das Institution Radiation und Gesundheit Fukushima untersucht seit dem Atomunfall Kinder von der Stadt Fukushima. Dies Jahr liessen sich bis Ende August 44’959 Kinder ihre Schilddrüse untersuchen. Im vergangenen Jahr waren es 38’114 Kinder. Damit hat die Stadt 83.8 % der gesamten Untersuchung hinter sich.
Von 42’060 Kinder, dessen Resultat bis 24. August vorgelegt wurden, waren 23’702 kein Befund zu verzeichnen. Bei 18’119 wurde ein Knoten (kleiner als 5.0 mm) oder eine Zyste (kleiner als 20.0 mm) gefunden. Das heisst bei 43.1 % der untersuchten Kinder müssen die Entwicklung des Befundes verfolgt werden. Beim 239 Kindern (0.6 %) wurden grössere Knoten und Zyste festgestellt.
Die Zahl der Kinder, die bei der Untersuchung einen negativen Befund erhalten haben, ist deutlich gestiegen. Letztes Jahr wurden bei 35.3% der Kinder kleinere Knoten und Zyste gefunden, grössere hatten 0.5 %. Trotzdem will die Behörde darin keine Zusammenhang mit dem Unfall sehen.
Ein ZDF-Team hat Fukushima besucht und ein Reportage darüber gemacht.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=kzXPwvcRWhA
Japanische Zeitungen berichteten kürzlich, dass fast alle Gemeinden um das AKW Fukushima I einen Wiederaufbauplan aufgestellt haben. Selbst die Gemeinden, die sich in der Sperrzone befinden, haben einen Zeitpunkt der Rückkehr angegeben. Nördlich vom AKW liegende Namie-Machi und die beiden südlichen Gemeinden Okuma-Machi und Tomioka-Machi möchten frühestens ab 2017, und am südlichen Rand der Sperrzone liegende Naraha-Machi will bereits im nächsten Frühling ihre Bewohner wieder sehen.
Ausserhalb des Umkreises von 20 km um das AKW empfangen einige Gemeinde schon die Leute, die unbedingt nach Hause kommen wollen. Aber die Angst vor hoher Strahlung ist unter Bewohnern zu vernehmen. Es gibt auch Kritik, das grüne Licht sei zu früh gegeben worden.
Laut Kohoku Online Network schlug die Präfektur Fukushima einen Kurs ein, bis 2020 alle Evakuierten zurückzurufen. Zurzeit wohnen rund 100’000 Menschen provisorisch in einer Wohnung in Fukushima und rund 59’000 in einer anderen Präfektur.
Um das Ziel zu erreichen, müssen in erster Linie die radioaktiven Stoffen beseitigt werden. Aber das Gift hat bekanntlich ein langes Leben, man kann sie nicht spurlos auflösen, sondern nur von hier nach dort verlegen.
Die japanische Regierung hat eingeräumt, dass die Strahlungswerte der Messstationen in Fukushima, Miyagi und Yamagata rund 10 % niedriger gezeigt worden waren. 675 Messgeräte werden bis Februar 2013 repariert. Als Grund der Ungenauigkeit führt die Behörde eine neben dem Detektor errichtete Batterie im Gerät an, die mit einer Metallschachtel eingefüllt war.
Die Bewohner messen auch selber die Strahlungswerte und merkte, dass die von der Regierung angegebenen Messwerte niedriger als ihre waren. Die Bürgergruppe ACSIR (siehe Beitrag vom 25. 10) machte es auch aufmerksam. Allerdings ist die Differenz, die die Gruppe herausgefunden hat, viel grösser. Sie vermutet auch andere Gründe für die niedrigen Werte.
Am 24. März 2011 wurden im AKW Fukushima I drei von sechs Arbeiter, die im kontaminierten Wasser Kabel zum Reaktor 3 verlegten, einer Strahlung von bis 180 mSv ausgesetzt. Vor Ort erhielten sie Anweisungen von der Firma Kanko, der zum Konzern Tepco gehört.
Ein anderer Arbeiter reichte nach verschiedenen japanischen Zeitungen am 1. November wegen Sicherheitsmängel Klage ein. Er erzählte vor den Medien, zwei Kanko-Angestellte informierten ihnen vor der Arbeit, dass die Strahlendosis etwas hoch ist, aber die Arbeit werde deswegen nicht behindert. Das Dosimeter alarmierte stets hohe Strahlung über 20 mSv, die Kanko-Angestellten wiesen jedoch eine Möglichkeit eines Funktionsfehlers auf und zwangen sie weiter zu arbeiten. Der Kläger wurde auch angewiesen, im Wasser zu arbeiten, aber für ihn war es zu gefährlich und er lehnte es ab. Seine Strahlenbelastung betrug 11 mSv.
Er behauptet, das sei eine klare Rechtswidrigkeit, dass die Kanko-Angestellten ihnen weiter arbeiten liessen, während eine andere Gruppe vor Ort wegen der hohen Strahlung sofort zurückzog. „Ich bekomme keine Arbeit mehr von meiner Firma. Wenn ich auch etwas Angst habe, über die damaligen Sachlagen auszusagen, habe ich mich entschieden, anzuklagen. Es hilft auch den anderen Arbeitern.“
Kanko streitet diese Behauptung ab und Tepco will keinen Kommentar geben. Laut Tepco sind die drei Arbeiter, die nach dem Vorfall ins Spital gebracht wurden, wieder an die Arbeit zurückgekehrt.