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Der Aargauer Grünen-Präsident Daniel Hölzle hoffte, dass Jonas Fricker ein Comeback wagt und nächstes Jahr wieder für den Nationalrat kandidiert. Doch der hat sich nun dagegen entschieden.
Noch im Juli überlegte sich Jonas Fricker, bei den Nationalratswahlen 2019 wieder anzutreten und einen Comeback-Versuch zu starten. Kein Jahr war da vergangen, als er im Herbst 2017 noch als Nationalrat einen grossen Fehler beging: In der Debatte zur Fair-Food-Initiative verglich er Schweinetransporte mit der Deportation von Juden im Zweiten Weltkrieg.
Zwar entschuldigte er sich wenig später im Parlament. Doch das half nicht. Nach einem Sturm der Entrüstung trat er zwei Tage zurück. Seine politische Karriere schien am Ende.
Im Juli schrieb er der «Schweiz am Wochenende» noch, dass ihm eine Anfrage der Grünen Kantonalpartei vorliege und er mit dem Gedanken spiele, zu kandidieren. Nun hat er sich entschieden. In einem Brief an den Vorstand der Grünen Aargau mit Datum vom heute Dienstag, 18. September, schreibt er, dass er sich gegen eine Kandidatur für die Grünen bei den Nationalratswahlen 2019 entschieden hat.
«Der Entscheid ist langsam gewachsen», schreibt er im Brief, den er auf Facebook und Twitter veröffentlicht. Unumwunden gibt er zu: «Es war ein schwieriger Entscheid.» Er habe persönliche, familiäre, berufliche und innerparteiliche Aspekte berücksichtigt. «Aber ich spüre, dass der Entscheid für mich richtig ist.»
Parteipräsident Hölzle wird das enttäuschen. Im Juli sagte er noch: «Als Parteipräsident habe ich selbstverständlich Interesse an starken und bekannten Namen auf unserer Nationalratsliste. Das ist Jonas Fricker zweifelsohne. Er ist ein Grüner durch und durch und würde uns viele Stimmen bringen.» (pz)
Der Fall Carlos hat mit einer Zahl begonnen: 29'000 Franken pro Monat. So viel kostete sein Sondersetting. Nun liegt eine neue Zahl vor: 800'000 Franken. So viel kosteten seine Gefängnisaufenthalte seither. Die Justiz ist überfordert.
Unter dem Pseudonym Carlos stellte das Schweizer Fernsehen im August 2013 einen 17-jährigen Messerstecher vor. Er war eigentlich nur die Nebenfigur in einer Reportage über einen Zürcher Jugendanwalt mit unorthodoxen Methoden. Carlos hätte diese als Erfolgsbeispiel illustrieren sollen, als der haltlose Jugendliche, der dank einem Bündel massgeschneiderter Massnahmen endlich Halt findet. Man nannte es Sondersetting. Es kostete 29 000 Franken pro Monat.
Die gut gemeinte Botschaft kam ganz schlecht …