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Vorurteile halten sich mitunter hartnäckig – besonders im Minenfeld der Geschlechterpolitik. Es kann daher nicht schaden, mit der gefühlt 10 000. Studie nachzuweisen, dass eine geschlechtergerechte Sprache zu einem geschlechtergerechteren Denken führt. Am besten gleich mit Fokus auf die berüchtigte Gretchenfrage (die auch eine Hänschenfrage sein könnte, denn der ist ja noch lernfähig, im Gegensatz zu Hans): Bleibt der Text dadurch noch verständlich?
Die Antwort in der neusten Ausgabe des «Swiss Journal of Psychology» lautet Ja. Und zwar klar, deutlich und unmissverständlich. Also bitte: Können wir das generische Maskulinum endlich zu Grabe tragen? Und jene, die es «aus Gründen der Verständlichkeit» noch immer befürworten, gleich mit?
In ihrem Experiment haben PsychologInnen der Technischen Universität Braunschweig einen Text, der im Original ebendieses generische Maskulinum verwendet, dupliziert und dabei jeweils die männliche und die weibliche Form angeführt. Sodann legten sie 355 Studierenden jeweils eine der Versionen vor und baten sie, den Text auf seine Verständlichkeit hin zu bewerten. Die fanden offenbar keine Unterschiede zwischen den beiden Fassungen. Womit «im Einklang mit früheren Studien» erfolgreich nachgewiesen ist, «dass eine geschlechtergerechte Sprache – durch Beidnennungen – Texte nicht unverständlicher macht».
Bloss ist das nur die halbe Wahrheit. Die Wahl des Originaltextes entpuppte sich nämlich als ziemliches Handicap: Der «authentische Stromliefervertrag eines deutschen Stromversorgers» war so kompliziert formuliert, dass zwei «Experten für Textverständlichkeit» erst eine verständlichere Fassung erstellen mussten. Trotzdem hatten die Studierenden auch den verklausuliert formulierten Originaltext respektive die mit Doppelnennungen versehene Version davon zu begutachten. Und siehe da: Beide entpuppten sich als gleich unverständlich. Womit umgekehrt bewiesen ist, dass eine geschlechtergerechte Sprache auch unverständliche Texte nicht unverständlicher macht. Und das ist die volle Wahrheit.
Damit die nächste Studie tatsächlich auf der Höhe der Zeit ist, schlagen wir vor, die *-Variante zu verwenden.