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Geschichte
1613
Über die Anfänge der Sankt Anna-Kapelle auf dem Schwendelberg bestehen keine Dokumente. Die in Stein gehauene Jahrzahl auf dem Türsturz beim Eingang zur heutigen Kapelle verweist auf ein Baujahr einer Kapelle von 1613 hin. Es deuten diverse Indizien darauf hin, dass auf dem Schwendelberg schon vorher ein Chäppeli bestanden hatte.
1661
Es wird angenommen, dass die Kapelle 1661 wesentliche bauliche Verbesserungen erhalten hat, möglicherweise ist sie sogar neu erstellt worden. Kaum war die Kapelle verändert oder erneuert worden, entstand im Weihejahr 1662 die Bruderschaft St. Anna. Die Mitglieder pflegten an bestimmten Gottesdiensten teilzunehmen sowie kirchliche und soziale Einrichtungen zu unterstützen. Die "Regel und Ordnung der löblichen Bruderschaft St. Anna auf dem Gnadenberg Escholzmatt" verlangte, dass alle Angehörigen täglich drei Vaterunser und Ave Maria beten und am St. Annatag (26. Juli), am ersten September-Sonntag (Bruderschafts-Gedenktag) sowie am Kirchweihfest den Gottesdienst auf Schwendelberg besuchen sollten.
1922/1923
In den Jahren 1922/1923 hatte die Kapelle eine umfassende Erneuerung nötig. Aus dieser Zeit stammen auch die Familienwappen, Embleme und Symbole an der Decke der Kapelle. Mit der bemalten Kassettendecke konnte ein Teil der Sanierungskosten durch spezielle Spenden gedeckt werden.
2006
Die letzte grosse Sanierung erfolgte im Jahr 2006. Als Ergänzung zu den Renovationsarbeiten wurde auch ein zeitgemässer Erweiterungsbau aus Glas angebaut. In diesem Erweiterungsbau befindet sich eine kleine Sakristei sowie ein öffentliches WC.
Legende
Gemäss einer Legende soll die Sankt Anna-Statue aus Trub stammen. Trub ist eine Nachbargemeinde im Kanton Bern. Dort bestand bis zur Reformation ein Benediktinerkloster, das 1528 aufgehoben wurde. Als Bern verfügte, auf seinem Gebiet sei fortan der neue Glaube vorgeschrieben, wurden sowohl religiöse Gepflogenheiten abgeschafft wie auch Statuten und Bilder entfernt. Nach der Überlieferung soll dabei die Statue Sankt Anna selbdritt aus dem Kloster Trub gerettet und in die Kirche Escholzmatt gebracht worden sein.
Die Legende schmückte die historisch glaubwürdige Tradition aus, wie es Laurenz Burgener im 1864 erschienen Buch "Die Wallfahrtsorte der katholischen Schweiz" beschreibt.
"Daselbst [nämlich in der Pfarrkirche Escholzmatt] hatte das Bild kein Bleiben, und jeden Morgen war es fort; man fand es auf dem Schwendelberg auf dem halben Wege dahin, zwischen Escholzmatt und der St. Anna-Kapelle, nämlich da, wo jetzt ein Kreuz und eine Ruhebank erstellt sind. Man trug das Bild wieder in die Pfarrkirche, aber am andern Morgen lag es wieder am Berge, und so geschah es wiederholt. Hierin erkannte man Gottes Wink, zu Ehren der heil. Anna eine Kapelle zu bauen. Der Ort aber, wo das Gnadenbild aufgefunden wurde, bildet einen schroffen Bergabhang und war zur Erstellung des Kapelle nicht geeignet, deswegen baute man sie weiter oben, übertrag das Bild in dieselbe und stellte es in die Mitte des Altars, wo es noch steht und andächtig verehrt wird."