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Ein Gefühl der Bedrohung… Österreichs Grenzraum während der ČSSR-Krise 1968
Der vorliegende Vortrag kreist thematisch um den Begriff der "Bedrohung", die sich aufgrund der ČSSR-Krise im Jahr 1968 im österreichischen Grenzraum in abgestufter Form entwickelt hatte. Zunächst wird versucht, die Wurzeln dieses Bedrohungsgefühls – im Vergleich zwischen "gefühlter" und "realer" Bedrohung – zu ergründen, und die sich daraus ergebende Erkenntnis auf die sicherheitspolitische Reaktion Österreichs auf diese Krisensituation umzulegen. Hierbei stehen zwei wesentliche Maxime der österreichischen Sicherheitspolitik im Vordergrund: Schutz des Grenzraumes und Schutz der Neutralität. Der Vortrag wird zeigen, dass 1968 auf beide Grundsätze nicht eingegangen, dass der Grenzraum im Wesentlichen den unmittelbaren Krisenauswirkungen preisgegeben und dass eine zu diesem Zeitpunkt noch stark militärisch definierte Neutralität zugunsten einer auf Sicherheitsgarantien ausgerichteten Außenpolitik zurückgedrängt wurde. Der österreichische Kriseneinsatz veränderte letztlich nicht nur die Akzentuierung der Neutralitätspolitik sondern auch das sicherheitspolitisch-militärische Konzept der Landesverteidigung. Aus diesem Grund soll das Jahr 1968 als "turning point" der österreichischen Sicherheitspolitik besondere Betrachtung finden. Die Fragestellungen des vorliegenden Vortrages lauten: Wie stellte sich die Bedrohung durch die ČSSR-Krise in Österreich konkret dar? Wie reagierte Österreich darauf? Welche Folgewirkungen hatte die österreichische Reaktion?