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Der Magen speichert, zerteilt und mischt die zerkleinerte Nahrung aus der Speiseröhre mit dem von den Magendrüsen gebildeten sauren Magensaft. Dieser Speisebrei wird dann portionsweise in den Zwölffingerdarm weitergeleitet. Zudem ist der Magen für die Vitamin B12 Aufnahme im unteren Abschnitt des Dünndarmes verantwortlich.
Klinisch können Oberbauchschmerzen auf eine Entzündung hindeuten, die im Rahmen auch anderer Krankheiten wie einer Speiseröhrenentzündungen, Krankheiten der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse auftreten können.
Meist verursachen die Erkrankungen des Magens keine Symptome. Die Beschwerden sind meist unspezifisch und werden von Patienten*innen als harmlos im Sinne einer Unverträglichkeit oder einem «empfindlichen» Magen eingestuft.
Es können Symptome wie Appetitlosigkeit, Völle- und Drückgefühl, plötzliche Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Speisen (wie zum Beispiel Kaffee, Alkohol, Fleisch), gehäuftes Aufstossen, Übelkeit oder Erbrechen auftreten.
Sollten diese Warnzeichen über längere Zeit anhalten oder sich verschlimmern, lassen Sie dies durch eine medizinische Fachperson abklären.
Besondere Aufmerksamkeit gilt es bei Symptomen des unerwünschten Gewichtsverlustes verbunden mit reduzierter Leistungsfähigkeit, schwarz gefärbtem Stuhl (Teerstuhl) oder Erbrechen von Blut, sowie Blutarmut aufgrund von Blutungen, die auf ein Magengeschwür/Magenkrebs (bösartiger Magentumor) hindeuten können.
Die Ernährungsgewohnheiten und der Lebensstil spielen eine grosse Rolle. Besonders gepökeltes oder geräuchertes Fleisch mit einem hohen Nitratgehalt oder stark gesalzene Lebensmittel scheinen das Magenkrebsrisiko zu erhöhen. Geringer Verzehr von Früchten und Gemüse können ebenso zu einem erhöhten Risiko beitragen. Pflanzliche Nahrungsmittel senken das Risiko. Häufiger und hochprozentiger Alkoholgenuss und Rauchen können die Schleimhäute schädigen. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Magenkrebs zu erkranken, liegt bei Rauchern dreimal höher als bei Nichtrauchern. Übergewicht begünstigt die Tumorentstehung, besonders am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, ebenso.
Infektionen mit einem Magenbakterium, Helicobacter pylori, das unter anderem zu chronischen Magenschleimhautentzündungen führt, ist ein entscheidender Risikofaktor. Familiäre Vorbelastungen und erbliche Faktoren bestimmen zudem das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.
Sie können nur Risikofaktoren vorbeugen, der Magenkrebs selbst lässt sich nicht definitiv mit den folgenden Massnahmen vorbeugen. Dabei hilft unter anderem eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte), wenig geräuchertes, gepökeltes (salzhaltiges) Fleisch, geringer Alkoholgenuss, viel Bewegung und ein Rauchverzicht.
Da die Erkrankung in den westlichen Ländern seltener auftritt, gibt es keine Vorsorgeuntersuchung, die routinemässig durchgeführt wird.
Bei Symptomen oder Beschwerden, die auf eine krankhafte Veränderung im Magen hinweisen, führen wir eine Magenspieglung durch. Die Magenspiegelung verbunden mit mehreren Gewebeprobenuntersuchungen aus auffälligen Wucherungen der Magenschleimhaut sind die Standardmethode zur Diagnosesicherung. Bei der Magenspiegelung können Sie auf Wunsch ein Beruhigungsmittel oder eine leichte Narkose verabreicht bekommen und es wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera durch die Speiseröhre in den Magen geführt. Die Gewebeproben werden durch den Pathologen untersucht, der gutartige von bösartig veränderten Zellen gut voneinander unterscheiden kann.
Es folgen Untersuchungen die nun herausfinden, wie gross der Tumor ist, in welchem Stadium er sich befindet und ob er sich über die Blutbahn oder lokal ausgebreitet (z.B. Lymphknoten, Bauchfell, Leber, Lunge) hat.
Dazu ist eine Ultraschalluntersuchung des Magens über die Magenspiegelung (endoskopischer Ultraschall), eine Computertomographie (radiologisches Schnittbildverfahren) des Bauches, des Halses und der Lunge, gegebenenfalls eine Positronenemissionstomographie (PET Untersuchung- radioaktiv markierter Zucker reichert sich in stoffwechselaktiven Bereichen an, zum Beispiel Ableger (Metastasen)) und eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) nötig. Diese Schritte sind wichtig, da das jeweilige Stadium (Staging) den weiteren Behandlungsverlauf bestimmt.
Welche Behandlung bei Magenkrebs in Frage kommt, hängt von der Aggressivität des Tumors, der Ausbreitung, Ihrem Gesundheitszustand und Ihren persönlichen Wünschen ab.
Ein Ärzteteam entscheidet in einer interdisziplinären einmal wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz, welche Therapie für Ihr Tumorstadium am besten geeignet ist.
Meist werden mehrere Therapien miteinander kombiniert.
Im Frühstadium, wenn der Tumor noch klein ist und auf die Schleimhaut beschränkt ist, ist die Prognose günstig. In diesem Stadium kann sogar ohne Nachweis von betroffenen Lymphknoten eine endoskopische (mittels Magenspieglung) Entfernung möglich sein.
Leider wird er wegen fehlender Symptome meist spät entdeckt und chirurgisch ist eine Entfernung des Magens im metastasierten Stadium (Ableger in Lunge, Leber, Bauchfell) meist nicht mehr gut möglich. Eine onkologische Behandlung kann hier die Beschwerden verbessern, das Fortschreiten bremsen und eine gute Lebensqualität erreichen. Hier bieten wir individuelle Behandlungskonzepte an. Ist beispielsweise das Bauchfell in einem gewissen Masse von Metastasen betroffen (Peritonealkarzinose) ist es möglich, eine gezielte Chemotherapie für den Bauchraum (intraperitoneale Chemotherapie), durchzuführen.
Ist der Tumor lokal fortgeschritten, ist eine chirurgische laparoskopische («Schlüssellochmethode mit kleinen Schnitten) Entfernung des ganzen Magens nötig. Dabei wir die Speiseröhre direkt mit dem Dünndarm verbunden. Bei Tumoren im unteren Drittel des Magens kann ein kleiner Teil des Magens bestehen bleiben und dieser wird dann mit dem Dünndarm angeschlossen.
Nach der Operation sollten Sie sechs bis acht kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen. Lebensmittel werden in kleineren Portionen gut vertragen.
Im Vorfeld und für die Nachsorge stehen Ihnen ein behandelndes Team aus (Psycho)Onkologen, Chirurgen, Radiologen, Gastroenterologen, Ernährunsberater*innen und einer Tumorspezialistin zur Verfügung.
Das Speiseröhren- und Magenzentrum Bern bietet durch die interdisziplinär behandelnden Ärzte ein breites Spektrum individueller Therapiekonzepte von endoskopischen bis chirurgischen Eingriffen und onkologischer Konzepten an.
Die Eingriffe werden von erfahrenen Chirurgen und Gastroenterologen durchgeführt.
Wir bieten verschiedene Strategien an, die auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen.
Ausgereifte und neue Therapiekonzepte des bösartigen Magentumors tragen wesentlich dazu bei, dass auch besondere Patientengruppen eine gute Chance auf Heilung haben.
Für einen Termin an unserem Magenzentrum in Bern erreichen Sie uns wie folgt:
Tel.: +41 31 632 59 00
Email (<email-pii>) oder Kontaktformular
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir telefonisch oder per E-Mail keine verbindlichen Diagnosen stellen können.
Gerne vereinbaren wir für Sie einen Termin im Bauchzentrum. Beachten Sie bitte, dass wir nur direkt Termine an Patienten und Patientinnen mit freier Ärztewahl vergeben können. Patienten und Patientinnen mit einer Krankenversicherung mit Hausarztmodell oder HMO-Modell müssen für einen Termin über ihren Hausarzt, bzw. Gruppenpraxis angemeldet werden.