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Im tiefen Süden der USA steht nicht nur die Wiege des Jazz und Blues, sondern man trifft auch auf das französische Erbe der ehemaligen Kolonie Frankreichs. Die Nachkommen frankophoner Einwanderer aus dem frühen 19. Jahrhundert halten die französische Sprache in Ehren. Man arrangiert sich mit den Gefahren und der Schönheit des «Bayou». Kajuns» und «Kreole» – zwei Begriffe, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, die jedoch gerne für alles Mögliche verwendet werden, selten aber richtig.
Kulturelle Wurzeln
Das Wort «Cajun» ist eine Abkürzung des Wortes «Acadians». Der Begriff steht für französischstämmige Flüchtlinge, die von den Briten aus dem heutigen Nova Scotia vertrieben wurden und sich in den Sümpfen Louisianas niederliessen, wo ihre Nachfahren heute noch wohnen. Das Land rund um Lafayette heisst deswegen auch Cajun Country, das scharfe Essen Cajun Food, die regionale Polka-Walzer-Mixtur Cajun Music.
«Kreolen» dagegen wurden ursprünglich ausschliesslich die in den Kolonien geborenen Nachfahren europäischer Eltern genannt. Im New Orleans des frühen 19. Jahrhunderts erweiterte sich diese ursprüngliche Bedeutung: Als «Kreolen» bezeichnete man von nun an auch Abkömmlinge und Nachfahren aus Verbindungen zwischen europäischen Kolonisten und ehemaligen Sklaven aus Afrika. Kreole war man also beispielsweise, wenn man einen irischen Vater und eine senegalesische Mutter hatte. Ein Besuch im Cajun Country, dem Sumpfland weit im Süden der USA, bietet viel Sehenswertes. Nirgendwo sonst in Amerika gibt es einen solch kulturell bunten Mix. Hier leben die Menschen mit dem, was die Natur ihnen zum Leben gibt. Und die Vergangenheit des Bürgerkriegs und der Sklaverei ist an historischen Orten nachvollziehbar.
Plantagen mit historischer Vergangenheit
Zwischen New Orleans und Baton Rouge an der Innerstate 10 gelegen, befindet sich das New Orleans Plantation Country. Einige der prächtigsten Plantagenvillen erzählen von vergangenen Zeiten. Der Fotostar unter den Plantagevillen ist sicherlich die Oak Alley Plantation mit ihrem Herrenhaus aus Bürgerkriegszeiten und ihrer Allee mit den gut 300 Jahre alten Eichen.
1839 errichtete Jacques Roman, ein reicher Zuckerfarmer, hier eine Villa der Superlative. Die gesamte Anlage samt Gärten, Zuckerrohrfeldern und Wald umfasst rund 400 Hektar. Und beim Streifzug über das Gelände und Besichtigen der Villa kommt man sich ein wenig wie Scarlet O’Hara vor. In der Zeit vor dem Bürgerkrieg konzentrierte sich in dem Gebiet zwischen New Orleans und Natchez mehr Reichtum als in den übrigen USA zusammen. Welchen die Plantagenbesitzer mit ihren prunkvollen Villen im «Greek Reviaval»-Stil gerne zeigten. Viele diese Villen wurden von den Brandfackeln des Bürgerkriegs verschont und überlebten das feuchtheisse Klima der Südstaaten. Heute erstrahlen Sie durch gemeinnützige Vereine in neuem Glanz und lassen Besucher in das Leben eleganter Pflanzerfamilien eintauchen. Auch die Houmas House Plantation erweckt diese Gefühle. Im 6,5 Hektar grossen Garten kann man gut einen halben Tag verbringen. Die mit zeitgenössischen Möbeln ausgestattete Villa steht am Nordufer des Flusses bei Burnside und gehörte während des Ausbruchs des Bürgerkriegs dem irischen «Zuckerprinzen» John B. Burnside, der sie erfolgreich gegenüber den Truppen der Nordstaaten kurzerhand zum britischen und damit zu einem nicht attackierenden Territorium erklärte. Weitere sehenswerte Plantagen sind die Destrehan, Evergreen, Poché, San Francisco, St. Joseph und Laura (A Creole) Plantation. Auf vielen lassen sich originalgetreue Sklavenunterkünfte und Artefakte aus dem Bürgerkrieg besichtigen.
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