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Wörtliche Übersetzung aus der lokalen Wochenzeitung Gasetta Romontscha vom 28.1.1964:
Am Sonntag Abend, den 26. Januar 1964, ca. um 8 Uhr ist ein Feuer im einem Stall inmitten des Weilers Acletta, Gemeinde Disentis/Mustér, ausgebrochen. Das Feuer hat sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit ausgebreitet, so dass die angrenzenden Gebäude schnell auch Feuer gefangen haben. Sofort wurde die Feuerwehr Disentis alarmiert, wohlwissend dass eine sehr grosse Gefahr für den ganzen Weiler von Acletta herrschte. Gleichzeitig wurden die Feuerwehren von Trun und Ilanz aufgeboten und man hat die Motorspritze von Trun zusätzlich aufgeboten. Die Häuser in der Nachbarschaft waren besonders gefährdert, da das Feuer im Zentrum der Ökonomiegebäude ausgebrochen war. In der sternenklaren Nacht wurde das Feuer in Richtung des Hauses der Familien Giachen Lozza und Baseli Maissen geworfen. Auf der anderen Seite waren vor allem die Häuser der Familien Anton Maissen und Joseph Jacomet gefährdert, Richtung Val Acletta das Haus von Giusep Maissen und gegen Segnas das Haus von Departementsvorstehers Placi Genelin. Trotz des grossen Einsatzes ist es nicht gelungen, das Dopplehaus Lozza/Maissen zu schützen. Plötzlich ist der wilde Hahn auf das Haus Lozza/Maissen gesprungen und hat das schöne Bauernhaus in Schutt und Asche verwandelt. Den Feuerwehren ist es gelungen, weitere Häuser zu schützen.
Ein trauriges Bild in der mondhellen Nacht! Zum Glück konnte man die Kinder und Personen retten. Die Bilanz des Brandes zeigt den Totalverlust des Hauses Lozza/Maissen und die zwei Familien Maissen Baseli mit 5 Kleinkindern und Giusep Lozza mit vier Kindern ohne Dach über dem Kopf. Sie konnten nur das Allernötigste retten. 7 Ställe sind komplett zerstört, dazu die Käserei des Weilers und ein Schafsschopf. Die übrigen Geschädigten sind die Erben Flury-Jacomet Josef, Genelin Placi, Maissen Anton, Maissen Sep, Venzin Battesta, Placi Berther, Albert Berther, Baseli Maissen. Einige Tiere konnten gerettet werden, doch rechnet man mit einem Verlust von 2 Kühen und 50 – 60 Schafen/Ziegen. Möchte man den Schaden ersetzen, muss man 400 – 500 000 Franken aufwenden. So lass uns der Heiligen Maria von Acletta danken, dass sie den Weiler vor noch grösserem Schaden bewahrt hat. Danken möchten wir auch im Namen der Geschädigten den Feuerwehren, allen bekannten und unbekannten Helfern für die Hilfe in diesen schweren Stunden. Zwei Familien mit zusammen 9 Kindern (von 1, 2, 21/2, 41/2, 5, 7, 71/2; 11 e 12 Jahren) sind ohne Dach und Schutz und konnten nur das Allernötigste retten. Wollen wir diesen nicht helfen? Wir glauben doch, dass die Geschädigten unsere Hilfe brauchen. Wer kann und mag soll einen Geldbetrag auf das Konto nr. X. 8580 Donnegiai I Brandgeschädigte Acletta/Disentis überweisen. Auch Kleidung und Waren zu Gunsten der Familien werden vom Aktionskomitee angenommen. Bereits im Voraus danken wir den Spendern mit einem herzlichen "Vergelt's Gott".
Bilder: zur Verfügung gestellt durch Placi Lozza, Acletta/Disentis