Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03568.jsonl.gz/1598

Von Jaipur fahren wir ca. 120km weiter Richtung Kuchaman. Die Landschaft, die wir nun durchfahren, ist eine Halbwüste, gespickt mit dornigen Büschen. Kamele fressen das Grün von knorrigen Bäumen, die am Ufer von Salzseen gedeihen. Da es selten regnet, ist Wasser ein knappes Gut. Sauberes Trinkwasser ist noch rarer und wird in kleinen Mengen an speziellen Kiosks verkauft.
Unser Mittags-Mahl - natürlich in Form von Curry-Speisen - nehmen in einem Palast-Hotel ein, dass einem ehemaligen Lokalfürsten, einem Raj, gehört. Die Burg seiner Vorfahren steht unmittelbar daneben und gibt den Blick frei auf eines seiner Untertanen-Dörfer.
Kuchaman, das direkt an der profitablen antiken Seidenstrasse lag, ist in der Neuzeit zu einem wichtigen Bus- und Eisenbahn-Knotenpunkt zwischen Jaipur und Jodhpur geworden.
Das antike Kuchaman Fort hoch oben auf einem steinigen Hügel funktioniert als Heritage-Hotel, wo wir die nächste Nacht verbringen werden.
Ein alter Jeep wartet bereits hinter dem schweren Eingangstor und klettert mit uns die steinige Gasse den Hügel hinauf. Oben werden wir von einem Nachkommen eines Burg-Beamten empfangen, der uns stolz durch die ausgedehnte Festungsanlage und die kürzlich restaurierten Räume der Herrscherfamilie führt.
Nach einer kurzen Rast laufen wir die steinige Gasse den Burghügel runter nach Kuchaman und mischen uns unter die Bevölkerung. Natürlich werden wir rasch von geschäftstüchtigen Tour-Anbietern entdeckt, die uns schlussendlich zu einer Tuk-Tuk-Fahrt in die nähere Umgebung überreden können.
Am frühen Abend sitzen wir auf dem Rasen vor unserem Bungalow, sehen dem Geschehen im tief unter uns liegenden Kuchaman zu und ziehen uns - sobald sich die Sonne verabschiedet hat - in unsere 'Gemächer' zurück.