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Das Wort der Woche: «rämsere»
Vor ungefähr 300 Jahren war man der Meinung: Rämsere, Ramseren oder auch Rämselen in schattichten Wiesen, gäben eine Milch und Butter, die wegen ihres unerträglichen Geruches und Geschmackes fast nicht zu geniessen seien.
Laut dem «Soorser Wöörterbüechli» ist mit «rämsere» oder auch «chrottechruut» der feine Bärlauch gemeint. Im Schweizerischen Idiotikon heisst es: «Kühe fliehen diese nach Knoblauch riechende Pflanze etwas, Ziegen dagegen nicht.» So glaubte man anno 1891, dass das Knoblauchkraut im Futter ein Präservativmittel gegen seuchenartige Viehkrankheiten sei. Und da Alpenziegen den Bärlauch nicht verschmähten, kam es unter ihnen auch selten zu Seuchen.
Das 1999 erschienene «Soorser Wöörterbüechli»* ist noch heute die Referenz dafür, wie man Wörter im Surseer Dialekt schreibt – auch für die Redaktion der «Surseer Woche». Unter der Leitung des Herausgebers Claudio Hüppi trug eine Gruppe von Ur-Surseerinnen und Ur-Surseern über 5000 Vokabeln und 2000 Redewendungen zusammen. Erfasst wurde ausschliesslich der Wortschatz der Dreissiger-, Vierziger- und frühen Fünfzigerjahre. Wie Stichproben in Kreisen der jüngeren Generation gezeigt hätten, sei rund ein Drittel des im «Soorser Wöörterbüechli» gesammelten Wortgutes nicht mehr bekannt oder werde nicht mehr verwendet, so der Herausgeber.
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