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Die Staatsanwaltschaft Sursee hat den schweizweit bekannten Springreiter Paul Estermann wegen mehrfacher Tierquälerei mit einer bedingten Geldstrafe von 14'400 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von 3600 Franken bestraft. Zudem hat der Beschuldigte die Verfahrenskosten von 710 Franken zu tragen.
Der 56-jährige Hildisrieder hat gegen den Strafbefehl Einsprache erhoben. Daher wird der Fall heute am Bezirksgericht Willisau verhandelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Estermann sieht sich als Opfer
Das Urteil des Bezirksgerichts steht noch aus, die Verhandlung ist noch im Gange. Es gilt die Unschuldsvermutung. Paul Estermann, der sich am Dienstag erstmals zu den Vorfällen äusserte, bestritt sämtliche Vorwürfe. «Ich schlage kein Pferd, um bessere Trainingsergebnisse zu erzielen.» Es stehen aber Aussagen mehrerer Zeugen im Raum, welche die Verletzungen bestätigen; darunter unter anderem ein Tierarzt. Auch existieren Bildbeweise. Ferner konnte Paul Estermann nicht schlüssig erklären, wie es zu den Schwellungen und Blutungen gekommen ist. Er zeigte sich in der Befragung weder reuig noch einsichtig, sondern versuchte sich als Opfer der Medien darzustellen.
Die Vorgeschichte: Er peitschte, bis die Stute blutete
Vorgeworfen wird dem Springreiter folgendes: Im April 2016 soll Paul Estermann seine Stute «Castlefield Eclipse» während eines Trainings in Hildisrieden mit der Dressurpeitsche «wissentlich und willentlich mehrfach stark» geschlagen haben. Wie aus dem Strafbefehl gegen den Beschuldigten hervorgeht, wies das Pferd unter anderem im Bereich der Kniefalten und des Unterbauchs zahlreiche schmerzhafte Schwellungen auf. Die Peitschenhiebe führten teils gar zu blutigen Verletzungen.
In der Absicht, «bessere Trainingsergebnisse zu erzielen», soll Estermann von April 2014 bis Oktober 2017 gemäss Strafbefehl auch «Lord Pepsi» malträtiert haben. Mindestens drei Mal habe er das Pferd derart stark geschlagen, dass es zu Hautaufplatzungen gekommen sei. Bereits früher soll es Misshandlungen weiterer Tiere gegeben haben. Da sich die Fälle allerdings vor Mai 2011 abgespielt haben, sind sie bereits verjährt.
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