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Was passiert, wenn ich im Oldtimer ohne Gurten einen Unfall habe?
Auch wenn Ihr Oldtimer ohne Gurten zugelassen wurde, kann Ihnen bei einem Unfall eine Kürzung der Versicherungsleistungen drohen.
Ein bis 1970 zugelassener Oldtimer verfügt nicht zwingend über Gurten. Gleichwohl dürfen Sie das Fahrzeug auf der Strasse fahren, ohne es nachrüsten zu müssen. Die Versicherung kann ihre Leistungen bei einem Unfall dennoch wegen Selbstverschuldens kürzen.
Oldtimer müssen nicht mit Gurten nachgerüstet werden
Seit dem 1. Januar 1971 lässt die zuständige Behörde nur noch Personenwagen zu, die mit Sicherheitsgurten für die vorderen Sitze ausgerüstet sind. Fahren Sie einen vor dem 1. Januar 1971 zugelassenen Oldtimer ohne Gurten, müssen Sie diesen nicht nachrüsten. Denn die Gurtentragpflicht gilt nur für Führer und mitfahrende Personen in Fahrzeugen, «die mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sind». Ist Ihr Oldtimer mit Sicherheitsgurten aus- oder nachgerüstet, müssen Sie diese während der Fahrt tragen.
Unfall ohne Gurt
Die Suva hatte bereits vor der ersten Einführung des Gurtenobligatoriums 1976 ihre Versicherungsleistungen gekürzt, wenn die versicherte Person keine Gurten getragen hat. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hatte diese Praxis 1978 gutgeheissen, obwohl das Bundesgericht einige Monate vorher die vom Bundesrat erlassene Gurtentragpflicht als verfassungswidrig annulliert hatte. Heute stellt das Nichttragen von Sicherheitsgurten gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung «grundsätzlich eine grobe Fahrlässigkeit dar, welche eine Kürzung der Versicherungsleistungen rechtfertigt, wenn zwischen einem solchen Verschulden und dem Unfallereignis oder seinen Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht». Es ist davon auszugehen, dass ein Gericht hier aus versicherungsrechtlicher Perspektive bei einem Unfall mit einem Oldtimer gleich urteilen würde, auch wenn sich der Fahrer durch das Fahren eines Oldtimers ohne Gurten strassenverkehrsrechtlich nichts hat zuschulden kommen lassen.