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Dissertation of Fabienne Kilchör
Archäologie visualisieren. Entwicklung einer standardisierten Zeichenschrift zur Analyse und Vermittlung archäologischer Funde und Befunde
Auf welche Weise lassen sich archäologische Grabungsstätte durch visuelle Instrumente der Knowledge Visualization erschliessen?
Funde und Befunde einer archäologischen Grabungsstätte werden mit unterschiedlichen traditionellen Techniken (zeichnerische Befunddokumentation, Handaufmass) und neueren Herangehensweisen (tachymetrische Aufnahme, Laserscanning, Photogrammetrie, Satellitenbilder) beschrieben. Nach der Grabung werden diese Sachverhalte anhand archäologischer Gestaltungsprinzipen in visuelle Modelle überführt, welche die Auswertung erleichtern und anschliessend die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Publikationen stützen sollen. Grundlegende Verfahren der Visualisierung archäologischer Erkenntnisse sind derzeit etwa die Darstellung stratigrafischer Interrelationen in der sogenannten «Harris-Matrix» und die Wiedergabe kombinationsstatistischer Auswertungen durch zweidimensionale oder mehrdimensionale Korrespondenzanalysen. Solche Visualisierungen bedienen sich der Abstraktion und verzichten daher jeweils auf bestimmte Informationen. Deshalb können (insbesondere kontextbezogene) Informationen mit den bestehenden visuellen Mitteln nicht gleichzeitig differenziert genug und anschaulich genug erfasst werden und müssen stattdessen in mehrspurigen und auch für die Experten oft unübersichtlichen kombinierten Notationssystemen festgehalten werden. Hierunter leidet auch die Vermittlung der Ergebnisse.
Das vorliegende Dissertationsprojekt möchte zu dieser Diskussion beitragen, indem explorativ neue visuelle Instrumente der Knowledge Vizualisation in der archäologischen Befunddokumentation entwickelt und am Beispiel zweier Methoden der Befunddokumentation («Harris Matrix» und Seriation) evaluiert werden. Dabei sollen die Instrumente zwischen den bisherigen traditionellen Erfassungsmitteln und den komplexen mehrspurigen Erfassungsmethoden vermitteln und es den Nutzer erlauben, komplexe Zusammenhänge schneller und intuitiver erfassen zu können.
Das interdisziplinär angelegte Dissertationsvorhaben findet im Rahmen der Graduate School of the Arts Bern statt und ist am Institut für Archäologische Wissenschaften (Erstbetreuung der Dissertation) und der Hochschule der Künste Bern, Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign (Zweitbetreuung) angesiedelt.
Betreungspersonen
Prof. Dr. Mirko Novák, Universität Bern, Institut für Archäologische Wissenschaften, Vorderasiatische Archäologie
Prof. Dr. Arne Scheuermann, Hochschule der Künste Bern HKB, Leiter Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign