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Der Film mit dem ersten asiatischen Superhelden in der Hauptrolle wird von den Kritikern gelobt. Nach Black Panther ist er auch der erste Marvel-Film, der nicht mit überwiegend westlichen Schauspielern besetzt ist. Dasselbe gilt für den Regieposten: Der Regisseur Destin Daniel Cretton ist asiatischer Abstammung. Der Film kam, überschattet vom Spider-Man: No Way Home-Trailer, am 2. September in die Kinos. Für Marvel ein grosses Risiko, in dieser Zeit eine komplett neue Figur in die Kinos zu bringen, während alle auf das grösste Crossover-Ereignis der Filmgeschichte warten. Doch dieser Film ist das, was das MCU brauchte. Eine neue Richtung ist Kevin Feige auch bei den Serien eingegangen, doch dieses Pompöse war doch vorhanden. Anders ist es bei Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings, der Film, der wieder zurück zu den Basics des MCUs geht und damit zeigt das es nicht immer volles Rohr braucht.
Wer ist Shang-Chi?
Shang-Chi tauchte erstmals 1973 im Comic Matter of Kung Fu auf, ist ein chinesischer Krieger und Sohn der Gruppe Ten Rings. Je älter er wird, desto mehr realisiert er, dass er nicht die gleichen Bestrebungen wie sein Vater hat. Als Erwachsener kämpft er mit den Avengers oder in einer Taskforce mit Daredevil und dem Punisher zusammen. In diesem Film ist es ein wenig anders. Shang-Chi lebt ein glückliches Leben in San Francisco unter dem Namen Shaun. Er arbeitet in einem Hotel und parkiert Autos von Gästen und geht oft mit seiner besten Freundin und Arbeitskollegin feiern. Als Kind wuchs er bei seinem Vater Xu Wenwu auf, der seit über 1000 Jahren Anführer der Ten Rings ist. Diese gibt es seit über tausend Jahren und haben den Namen durch die zehn Armreifen gekriegt, die Xu Wenwu seine übernatürlichen Fähigkeiten geben.
Als er in den 80er-Jahren dann heiratete und seine Frau Kinder bekam, wandte er sich vom Krieg ab. Doch als ein Schicksalsschlag sein Leben veränderte, wurde er rachsüchtig und bildete seine Kinder zu Killern aus. Seine beste Freundin Katy versteht die Welt nicht mehr als Shang eine Elite-Gruppe, losgeschickt von seinem Vater, mehr oder weniger einfach in die Flucht schlagen kann. Shang weiss, dass seine Schwester Xu Xialing in Gefahr ist und so machen sich Shang und Katy auf den Weg zu seiner Schwester, die die Besitzerin eines unterirdischen Kampflokals ist. In diesem Lokal sehen wir nicht nur altbekannte Gesichter, sondern noch andere Easter Eggs, die auf Filme der Vergangenheit hindeuten. Bei der Familienzusammenkunft bemerken sie, dass ihr Vater noch eine Rechnung offen hat und um Hilfe bittet, die sie ihm aber verwehren. Doch weshalb?
Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings ist ein visuelles Meisterwerk, das mich überraschte
Meine Erwartungen an den Streifen waren sagen wir mal, nicht sehr gross. Ich kannte die Figur nicht und die Comic-Geschichten nur zum Teil. Mich hat es nicht so gepackt, eine neue Figur kennen zu lernen, da all diese grossartigen Charaktere der letzten zehn Jahre schlecht zu toppen sind. Auch die Ten Rings kannte ich nur als Terror-Gruppe der Iron Man-Filme. Im Film habe ich die Gruppe und die Charaktere gut und einfach kennengelernt, dies hat mich positiv überrascht. Der Film ist ein Meisterwerk in jeglicher Hinsicht, aber dazu später mehr. Wie sie die Kampfkunst und den chinesisch-asiatischen Flair eingebaut haben, war grandios. Marvel hat ein hohes Niveau bei den Streifen, das meistens erreicht wird. Doch Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings überschreitet dieses klar.
Der Film nimmt uns mit in eine sehr schöne Landschaft und in fremde Kulturen die wundervoll in den Film eingebaut werden. Die Kampfszenen sind vor allem zu Beginn des Filmes richtig schön choreografiert und fast schon tänzerisch inszeniert worden. Ich musste sehr oft an Avatar – Der Herr der Elemente denken. Diese Bewegungen, das Wirbeln von Blättern und der ganze Kampfstil erinnert stark an die Kämpfe der vier Nationen. Der kürzlich verstorbene Kampfchoreograf und Stuntman Brad Allan hat die Szenen bis ins kleinste Detail geplant. Deswegen sehr berechtigt, dass der Film ihm gewidmet wurde, da er seine Arbeit nicht mehr sehen konnte. Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings ist einer der neueren Hollywood-Filme, bei dem der Schwerpunkt auf Martial Arts und der chinesischen Kultur liegt.
Mir gefällt, dass Marvel nicht wie sonst auf GCI setzt und ein bombastischer Kampf erstellt, sondern einfach schlichte und echte Kampfszenen integrierte. Während des Filmes entdecken unsere Helden ein fremdes Land mit atemberaubender Vielfalt an Flora und Fauna, die märchenhaft dargestellt wird und nur so zum Hineinträumen einlädt. Der Drache, der dort lebt, erinnert an den Glücksdrachen von Die unendliche Geschichte, was dem allem nochmals einen Kindheitsbonus gibt. Der Film ist rein visuell schon einer der besten Marvel-Filme, dazu kommt noch die Story und die Zusammensetzung der Schauspieler und Charaktere.
Harmonie zwischen den Schauspielern funktioniert hervorragend
Die Chemie zwischen den Schauspielern harmoniert vor allem zwischen Simu Liu, der Shang-Chi spielt und Nora Lum, welche Katy darstellt. Man kauft ihre Freundschaft gut ab und man merkt, wie sie sich auf ihrer Reise entwickeln. Ausserdem weiss man bis zum Schluss nicht, ob aus der Freundschaft mehr wird oder nicht und das finde ich sehr gut umgesetzt. Bei vielen Filmen kommen gewisse Hauptfiguren klischeehaft zusammen. Bei ihnen weiss man nie genau, was zwischen ihnen ist. Dass beides möglich ist, macht ihre Beziehung sehr dynamisch und spannend. Katy ist in diesem Film vor allem der Spass-Faktor. Ihre Witze sind meistens sehr gut platziert und mit einer Prise Sarkasmus überzogen. Die Mischung aus ihrem trockenen Humor und ihrer sehr aufgeblühten Art harmoniert überraschend gut. Leider gibt es ein paar Momente, in denen es ein bisschen unpassend war, aber für mich ist das ein nicht so störendes Element.
Tony Leung Chiu Wai als Vater und Anführer der Ten Rings, kam sehr bedrohlich rüber. Er verkörpert den gebrochenen Krieger sehr glaubhaft. Ebenso stimmt die Chemie mit Simu Liu. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist einerseits hasserfüllt und besteht andererseits aus Liebe, die in der Familie immer zuoberst steht. Jahrhundertelang ermordete und jagte Xu Wenwu andere Völker und beherrschte sein Reich. Trotz seiner Gräueltaten versteht man ihn und hat Mitgefühl. Dies führt dazu, dass man ihm helfen will. Doch getrieben von seiner Rachsucht, schiesst er übers Ziel hinaus, sodass er nicht mehr vernünftig handelt.
Dadurch, dass wir ihn so gut verstehen, zählt er zu einem der besseren Bösewichten der MCU Filme (wir wissen, dass das jetzt nicht die Stärke von Marvel ist). Nicht so eine spannende Figur ist Xu Xialing, die Schwester von Shang-Chi. Sie ist zwar sehr «badass»-mässig unterwegs, aber abgesehen von ihren Kampfskills, kommt nicht viel von ihr. Dazu hat sie auch nicht besonders viel Screen-Time. Über sie lernt man recht wenig, was sich aber in einer möglichen Fortsetzung ändern könnte, was durch eine Post Credit- Szene angedeutet wird.
Mein Fazit zu Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Wie schon beschrieben, finde ich den Film visuell und akustisch hervorragend. Es wurde an so viele Details gedacht und mit der Musik kann man einfach in eine neue Welt eintauchen, was bei Marvel-Filmen nicht oft möglich ist. Das Filmgenre ist eine Mischung aus Spionage, Martial Arts, Familiendrama und Märchen. Die Verbindung der verschiedenen Genres klappt überraschend gut. Schon lange nicht mehr wurde eine neue Marvel-Figur so gut eingeführt wie jetzt. Trotz so vielen neuen Charakteren kam der Fokus nie richtig von Shang-Chi weg, was sehr anspruchsvoll ist. Während dem Film erfährt man etwas, dass mich ziemlich überrascht hat und sehr kontrovers ist. Man nimmt nochmals Bezug auf die Anfänge des MCU, was meiner Meinung nach ein sehr guter Schritt war. Auch bei diesem Film gibt es zwei Post Credit Scenes, also bis am Schluss im Kinosaal zitzenbleiben.
Was ist deine Meinung zum Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings? Schreib sie in die Kommentare.
Was ist ein Crossover?
Crossover nennt man Verschmelzung von mehreren Geschichten bei Filmen, Bücher oder in der Musik. Wenn sich Figuren aus zwei Filmen oder Serien in der einen Serie treffen, spricht man von einem Crossover-Event.
Bekannte Crossover-Events sind:
-Simpsons und Family Guy
-Diverse Marvel- und DC-Comics
-Praktisch jeder MCU Film
-Supersmash Bros. (Div. Nintendo Figuren)