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Bei Umbauarbeiten in einem Keller der Pruntruter Altstadt kamen 1990 insgesamt 1'160 Münzen und 29 Bruchstücke zum Vorschein. Als einziger bis anhin bekannter spätmittelalterlicher Schatzfund auf dem Gebiet des Kantons Jura kommt dem Pruntruter Hort nicht nur für die Geschichte der Ajoie, sondern auch für die Erforschung des Geldumlaufes am südlichen O berrhein eine grosse Bedeutung zu. Mit diesem Fund ergibt sich die einmalige Gelegenheit, die Zusammensetzung des Geldumlaufs im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts am Oberrhein und in der Ajoie zu rekonstruieren. Die spezielle Zusammensetzung dieses Ensembles, das zwischen 1422 und 1425 abschliesst, ermöglicht es erstmals, die Vertragsprägungen des Rappenmünzbundes von 1403 mit grosser Wahrscheinlichkeit zu identifizieren. Der Fund besteht vorwiegend aus einseitigen Prägungen, zumeist vierzipfligen Hohlpfennigen. Besonders gut sind die Münzen aus Basel, Freiburg i. Br., Todtnau, Thann und Colmar vertreten. Die höherwertigen, zweiseitigen Münzen sind vor allem von Mailänder Grossi/Pegioni und Sesini bzw. französischen Double parisis.
Lorenzo Fedel