Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/44120

<h2>SubmittedText<h2><p>Mit der Erweiterung der Anlagemöglichkeiten des AHV-Vermögens im Ausgleichfonds der AHV wurde bezweckt, die Erträge des Ausgleichsfonds zu verbessern.</p><p>Gemäss Richtlinien des Verwaltungsrates des AHV-Fonds zur gelockerten Anlagepolitik sollten sukzessive knapp 40 Prozent des AHV-Vermögens in Aktien, Fremdwährungsobligationen und Immobilienfonds angelegt werden.</p><p>Welcher Anteil davon in ausländischen Aktien angelegt wird, liegt in der Kompetenz des Verwaltungsrates des Ausgleichsfonds.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Auskunft, wie sich die Anlagestrategie gestützt auf die erweiterten Anlagemöglichkeiten seit deren Einführung ausgewirkt hat bzw. ob und welche Verluste der Fonds seither erlitten hat.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Aufgrund der 10. AHV-Revision wurden in einem ersten Schritt die Anlagemöglichkeiten auf Schweizeraktien und Fremdwährungsobligationen im Jahre 1997 ausgedehnt. Aus Diversifikationsgründen erschien dann eine Erweiterung der Anlagemöglichkeit in internationale Aktien sinnvoll. Die entsprechende Änderung des AHV-Gesetzes wurde am 1. Februar 2001 in Kraft gesetzt.</p><p>2. Die folgende Tabelle widerspiegelt die Resultate des Ausgleichsfonds der AHV seit der Erweiterung des Anlageuniversums im Jahre 1997. Unter Erträgen der Anlagen werden die realisierten und nicht realisierten Gewinne und Verluste plus Zinsen und Dividenden erfasst. Das Anlagevermögen stellt die Kapitalanlagen plus die verfügbaren Geldmittel abzüglich die Anlagen der Arbeitslosenversicherung beim Ausgleichsfonds dar. Die direkte Rendite ergibt sich aus dem Verhältnis der Erträge und des Anlagevermögens. </p><p>Über die Periode 1997 bis August 2002 beträgt die direkte Rendite 2,3 Prozent im Durchschnitt. Die Jahre 2001 und 2002 stellen deutlich negative Resultate mit minus 528 Millionen Franken und minus 742 Millionen Franken dar.</p><p>3. Die Resultate werden nachfolgend nach Anlagekategorien aufgeteilt.</p><p>Die Investitionen in Aktien verursachten einen Gesamtverlust von 2 Milliarden Franken über die Periode 1997 bis August 2002, währenddem die übrigen Kategorien einen positiven Beitrag von 5 Milliarden Franken lieferten.</p><p>4. Der Ausgleichsfonds der AHV verfolgt eine langfristig ausgerichteten Anlagepolitik. Die daraus resultierenden Risiken dürften mit einer höheren Rendite entschädigt werden. Im Vergleich zur Anlagestrategie, die einen Aktienanteil von 40 Prozent vorsieht, ist der Fonds mit einer Quote von rund 25 Prozent per Ende August 2002 deutlich untergewichtet. Für die kommenden Jahre war ein vorsichtiger Aufbau dieser Anlagekategorie geplant.</p><p>Die Risikofähigkeit des Ausgleichsfonds, und somit der langfristig optimale Anteil an Aktien, hängt von vielen Faktoren ab. Neben den Erwartungen bezüglich Rendite und Risiko der einzelnen Anlagekategorien spielen die erwarteten Rechnungsergebnisse der Sozialversicherungen AHV, IV und EO über die nächsten zehn Jahre eine besondere Rolle.</p><p>Mit der konjunkturellen Abkühlung der Wirtschaft dürfte das Lohnwachstum tiefer liegen als bis anhin angenommen. Dadurch könnte sich der Zustand der Sozialversicherungen leicht verschlechtern und die Risikofähigkeit des Fonds sich reduzieren.</p><p>Der Verwaltungsrat behandelt im Rahmen der Festlegung der Anlagestrategie 2003 verschiedene Allokationen, wobei die Aktienquote auf 25 bis 30 Prozent reduziert werden dürfte. Ein Entscheid ist diesbezüglich erst gegen Ende Jahr zu erwarten.</p><p>Die Vorstösse mit Tabellen und Grafiken können heruntergeladen werden unter: Ratsbetrieb / Curia Vista / Vorstösse mit Tabellen und Grafiken, die in der Geschäftsdatenbank nicht abgebildet werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.