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Ar 481
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Ar 481
1917-2009
1.4 m
Der Zürcher Bankpersonalverband wurde 1917 als Angestelltenvereinigung innerhalb des Kaufmännischen Vereins Zürich gegründet und verzeichnete sofort einen rasanten Mitgliederzuwachs. Innert kürzester Zeit schlossen sich der neuen Organisation fast zwei Drittel aller Bankangestellten auf dem Platz Zürich an. Gemäss den Statuten des Kaufmännischen Vereins hätten die Frauen und auch das Hilfspersonal ausgeschlossen werden müssen. Damit wollte sich der Vorstand der Bankangestelltenvereinigung aber nicht abfinden. An einer von 700 Mitgliedern besuchten Versammlung wurde die Trennung vom KVZ und die Gründung eines selbständigen Verbandes mit dem Namen „Bankpersonalverband Zürich“ beschlossen. Aufgrund der kriegsbedingten Teuerung, der schmerzlichen Reallohnverluste und der zunehmenden Konkurrenz durch angelernte Hilfskräfte herrschte unter den Bankangestellten grosse Unzufriedenheit. In den Wochen und Monaten vor dem Landesstreik vom November 1918 radikalisierte sich der Bankpersonalverband. Diese Entwicklung gipfelte Ende September 1918 im Aufsehen erregenden Streik der Zürcher Bankangestellten. Die Niederlegung der Arbeit endete bereits am zweiten Streiktag mit einem vollen Erfolg, nicht zuletzt dank dem Eingreifen der Arbeiterunion, die einen lokalen Generalstreik proklamiert hatte. Auch in den folgenden Jahren blieb unter den Bankangestellten das gewerkschaftliche Bewusstsein weit verbreitet. So war ihre Organisation beispielsweise von 1919 bis 1923 dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund angeschlossen. Die Gründung einer gemässigten Konkurrenzorganisation und der zunehmende Druck der Arbeitgeber führten dann aber zu einem markanten Mitgliederrückgang. Im November 1923 fusionierte der Zürcher Bankpersonalverband mit dem vom Schweizerischen Bankpersonalverband anerkannten „Verein Neutraler Bankbeamter und -Angestellter der Stadt Zürich“. Wie die anderen Angestelltenorganisationen der Privatwirtschaft verfolgte auch der Schweizerische Bankpersonalverband eine gemässigte Politik. Arbeitsbedingungen, Lohn und Anstellung blieben mehrheitlich der Initiative des Einzelnen überlassen, was insbesondere den Interessen der qualifizierten und meist männlichen Angestellten entsprach. Die Distanz zur ausgesprochen gewerkschaftlichen Politik blieb gewahrt, da jene Gruppen, die davon Vorteile zu erwarten hatten, kaum organisiert waren oder von besser gestellten Angestellten dominiert wurden. Erst der sinkende Organisationsgrad und ein starker Mitgliederschwund seit den 1970er Jahren führten wieder zu einer Annäherung an die Gewerkschaftsbewegung. Seit 2001 ist der Schweizerische Bankpersonalverband als assoziiertes Mitglied dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund angeschlossen.
Die Akten des Zürcher Bankpersonalverbandes gelangten am 30.04.2009 aus dem ehemaligen Sekretariat des ZBPV am Schanzengraben ins Sozialarchiv. Die Übergabe wurde betreut von Frau S. Stebler und Dr. C. Hutterli.
Der Bestand umfasst die Gremienprotokolle (Vorstand, Versammlungen), Jahresberichte, Akten zum 50- bzw. 75-jährigen Jubiläum des Zürcher Bankpersonalverbandes, einzelne Fotodokumente sowie Unterlagen betr. Krankenkasse ZBPV.
Kassiert wurden Mehrfachexemplare sowie Unterlagen, die rein organisatorischen Zwecken dienten.
Nachlieferungen werden erwartet.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Der Bestand wurde im Juli 2009 von H. Villiger bearbeitet.