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"Dead Man Walking" mit umgekehrten Vorzeichen. So könnte man den vorliegenden Film bezeichnen. Und tatsächlich sind die Parallelen zwischen den beiden Filmen so krass, dass man schon fast nicht mehr an Zufall glauben kann.
Diesmal sitzt eine Frau in der Todeszelle: Die Doppelmörderin Cindy Liggett (Sharon Stone) wartet geduldig im Frauengefängnis eines fiktiven amerikanischen Staates auf das jüngste Gericht und ist nicht besonders erpicht auf irgendwelche Diskussionen, als der Nachwuchsanwalt Rick Hayes (Rob Morrow) zwecks Bearbeitung ihres Gnadengesuchs bei ihr vorspricht. Hayes, Sohn aus gutem Hause, hat durch Vitamin B einen Posten in der Behörde gekriegt, die für die Bearbeitung solcher Fälle zuständig ist. Beim Stellenantritt wurde ihm verkündet, dass er sich mit der Sinnlosigkeit seiner Tätigkeit abzufinden habe, doch Hayes will mehr. Als ihm bewusst wird, dass Begnadigungen mit Gnade nicht viel zu tun haben und lediglich ein politisches Mittel des Gouverneurs sind, geht er mit dem Kopf durch die Wand und versucht mit allen Mitteln, die störrische Liggett, die mit der Zeit immer zugänglicher wird, vor der Todesspritze zu retten. Doch im Kampf gegen die Zeit und politische Verwicklungen, hat er als kleiner Fisch in einem Aquarium voller Piranhas keine grosse Chance. Wird er es schaffen, für Liggett eine Begnadigung zu erwirken?
Last Dance ist an sich kein schlechter Film, er hat vielleicht nur Pech gehabt, dass er so kurz nach dem unerreichten Dead Man Walking in die Kinos kommt. Neben Tim Robbins' sensiblem Todeszellen-Drama verblasst dieser Film, weil er wie ein müder Abklatsch wirkt. Auch Sharon Stones ungewöhnlicher Auftritt ohne Makeup und Starallüren, dafür mit einem aufgesetzten Südstaatenakzent kann da nicht mehr viel ändern. Regie und technische Umsetzung entsprechen gutem Hollywood-Standard.
Martin A. Blatter
Angaben zum Film
Bewertung: **1/2..