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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
24. Kapitel: Die Zahlenbezeichnung ist falsch und grundlos
5.
Wer nämlich wird ihnen zugeben, daß nur deswegen das Jahr 365 Tage habe, damit die zwölf Monate zu je dreißig Tagen ein Abbild der zwölf Äonen seien? Besteht nicht bereits hier zwischen dem Vorbild und dem Abbild eine Unähnlichkeit? Dort nämlich ist jeder Äon der dreißigste Teil des gesamten Pleroma, der Monat aber zugestandenermaßen der zwölfte Teil des Jahres. Würde das Jahr in dreißig Teile zerfallen und der Monat in zwölf, dann könnte noch das Vorbild zu ihrem Lügenbau passen. Nun aber wird umgekehrt ihr Pleroma zwar in dreißig Teile zerlegt, einer seiner Teile in zwölf; das Jahr aber wird in zwölf Teile zerlegt und diese Teile wiederum in dreißig. Wie ungeschickt war also ihr Heiland, daß er den Monat zum Vorbild des gesamten Pleroma machte, das Jahr aber zum Vorbild der Zwölfheit des Pleroma! Passender hätte er doch das Jahr sowie das ganze Pleroma in dreißig Teile zerlegen müssen, den Monat aber in zwölf nach den Äonen des Pleroma. Weiter zerlegen jene das gesamte Pleroma in drei Teile, eine Achtheit, Zehnheit und Zwölfheit, das Jahr hingegen zerfällt in vier Teile: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Doch auch die Monate, die das Vorbild der hl. Dreißig sein sollen, haben nicht einmal genau dreißig Tage, sondern einige mehr, andere weniger, so daß im ganzen ihnen noch fünf Tage hinzugelegt werden. Ebenso hat auch der Tag nicht immer genau zwölf Stunden, sondern wächst von neun auf fünfzehn Stunden und fällt wieder von fünfzehn auf neun. Also sind die dreißigtägigen Monate nicht im Hinblick auf die dreißig Äonen erschaffen worden, sonst müßten sie genau dreißig Tage haben, noch können die zwölfstündigen Tage die zwölf Äonen abbilden, weil sie eben nicht immer genau zwölf Stunden haben.