Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03362.jsonl.gz/1503

Historisch
bedeutende Gebäude
in Hemishofen
Bacchus
Der «Bacchus» wurde 1804 von Jacob Brütsch (1766–1853) als Wirtshaus erbaut, und hiess seine Gäste bis 2013 willkommen.
Mehreren Generationen war das schmucke Haus Heimat:
1852 Leonhard Brütsch (1818–1899)
1886 Hermann Brütsch (1857–1896)
1919 Albert Sulger, Ingenieur
1921 Hermann Brütsch Feldweibel
1931 Frieda Carolina Ehinger-Brütsch, Witwe des Hermann Brütsch
1934 Hilda Perl-Ehinger, Schwester der Frieda Brütsch
1938 Hans Widmer, Metzger «zum Pelikan», Stein am Rhein
1938 Otto Hugentobler, der den Bacchus im Frühjahr 1939 an seine Schwiegermutter Teodora Kozlowski verkaufte. Gleichzeitig wurde im Erdgeschoss ein Kolonialladen eingerichtet und daneben hatte der legendäre Coiffeur Meister Adolf Hui, der 2003 im Alter von 103 Jahren starb, seine Niederlassung und schnitt zweimal in der Woche abends den Männern die Bartstoppeln und die Haare.
Nach dem Tod von Theodora Kozlowski im Jahr 1950 wirtete die Tochter Margrith zusammen mit ihrem Mann, H. Düringer als neue Besitzer des Bacchus weiter. Ab 1969 waren es die beiden Schwestern Margrith und Ruth Düringer. Nach der Ära Düringer, die 33 Jahre dauerte, übernahmen 1972 Hans Wanner und Harold Jones-Wanner den Bacchus und verkauften ihn 1979 an Kurt und Elisabeth Specht-Heinzer. Sie liessen die Küche erneuern und 5 Hotelzimmer einbauen. Elf Jahre florierte der Bacchus, bis Kurt Specht nach Florida auswanderte.
Die neuen zukünftigen «Besitzer» rissen alles Mögliche heraus und präsentierten ein überrissenes Umbauprojekt. Es kam wie es kommen musste: Die noch nicht einmal im Grundbuch eingetragenen Baulöwen verschwanden, und der Bacchus stand als Bauruine da, bis Baumeister Erwin Wagner 1996 die Liegenschaft kaufte und fachgerecht umbaute. Die Gaststube wurde vom ersten Stock in das Erdgeschoss verlegt, also direkt von der Strassenseite her zugänglich. Neben der Wirtewohnung direkt über der Gaststube wurden im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss zwei weitere Wohnungen eingebaut.
Nachdem während 16 Jahren mehrere Pächter den Bacchus bewirteten, kündigte der letzte Wirt seinen Pachtvertrag im Frühling 2013.
Schlussendlich wurde das Restaurant mit leichten Veränderungen in eine Wohnung umgewandelt und ist seither vermietet.