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Schwangerschaft
Bei Schwangeren mit einer kongenitalen oder erworbenen Herzerkrankung besteht ein stark erhöhtes Mortalitätsrisiko. Die häufigste direkt durch die Schwangerschaft ausgelöste Ursache sind pulmonale Embolien. Kardiale Erkrankungen werden durch die Schwangerschaft kompliziert, es kann zu schwangerschaftsbedingten hämodynamischen Veränderungen kommen, welche in einer kardialen Dekompensation münden. Da die Anzahl der der Schwangeren mit kongenitalen Herzerkrankungen in den letzten Jahren zugenommen hat, werden diese direkten Ursachen vermutlicherweise steigen.
Trotzdem sind wir weit enfernt eine Routine im Umgang mit Schwangeren am EKZ zu erlangen. Die Summe chirurgischer und anästhesiologischer Massnahmen sowie die Auswirkung der EKZ stellen nach wie vor eine grosse Herausforderung dar! Theoretische Überlegungen und experimentelle Ergebnisse, sowie ein bescheidener Erfahrungsschatz bieten die Grundlage zu unseren Richtlinien. Jüngere Übersichtsarbeiten unter Berücksichtigung aller publizierten Fälle mit gleichzeitiger Zunahme von komplexen und Hochrisiko- Eingriffen (A Diss, zentrale Embolien) zeigen eine Mortalität von 10 %. Dies entspricht beim Vergleich der Gesamtmortalität (0,01) ein erhöhtes Risiko um den Faktor 900. Neben dem Risiko für Schwangere ist die fetale Mortalität noch deutlich höher und liegt bei ca 30% Die epidemiologischen Daten zeigen deutlich, dass Morbidität und Mortalität für die Schwangere und den Fötus deutlich über den Werten für nicht schwangere Patientinnen liegen und eine kardiale Erkrankung das Risiko für beide erhöht. Für die Schwangere welche einen herzchirurgischen Eingriff als lebenserhaltende Massnahme benötigt, wird der Eingriff in der frühen Schwangerschaft besser toleriert. Die fötale Überlebensrate steigt hingegen in der späteren Schwangerschaft.
Auswirkung der EKZ auf den Fötus
Da der uterine Blutfluss proportional zum arteriellen Mitteldruck und umgekehrt proportional zum uterin-vaskulären Widerstand ist , führt die Hämodilution durch EKZ mit gleichzeitig rheologisch bedingtem Abfall des peripheren Widerstandes zu einem Blutdruckabfall im mütterlichen und also auch im fötalen Kreislauf. Ein deutlicher Frequenzabfall des Fetus muss als Ausdruck einer fötalen Hypoxie interpretiert werden. Eine kompensatorische fötale Tachikardie wird in zahlreichen Arbeiten nach EKZ Ende beschrieben. Ein Verschwinden der fötalen Herzfrequenz bedeutet aber noch nicht automatisch den Tod des Fötus. Trotzdem wird aus diesem Grund empfohlen mit einem höheren Perfusionsdruck, Fluss und Hämatoktrit zu perfundieren . Im ersten Trisemester findet die Organgenese statt. Eingriffe am EKZ während dieser Phase sind mit höheren Komplikationen verbunden, weil placentagängige Medikamente teratogene Effekte auslösen können. Das zweite Trisemester mit abgeschlossener Organgenese ist für einen EKZ Eingriff günstiger. Im dritten Trisemester nimmt die Eregbarkeit der uterinen Muskulatur zu, so dass vorzeitige Wehen gerade im Zusanmmenhang mit Aufwärmphase auftreten können. Ein gynäkologisch - neonatales Team sollte zwingend zur Verfügung stehen um eine Schnittentbindung mit nachfolgender Versorgung des Frühgeborenen zu gewährleisten.