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Ganz schön alt: Über 100-jährig ist die Negroni-Rezeptur bereits. Aber lass uns von vorn beginnen. Und in Italien. Erfunden hat den Drink im Tumblerglas ein Graf mit dem Nachnamen Negroni.
Jener Graf war Stammgast im Café Casoni in Florenz. Laut dem damaligen Barmann mit dem wohlklingenden Namen Fosco Bruno Sabatino Scarselli war er ein geübter Trinker und trank, so die Quellen, bis zu 40 Americanos an einem Abend. (Ein Americano besteht traditionellerweise zu gleichen Teilen aus rotem Wermut, Bitterlikör und Soda.)
Der Legende nach betrat der Graf irgendwann im Jahre 1919 das Café und bat Fosco darum, seinen Americano mit etwas Gin zu verstärken. Schnell wurde diese Mischung auch bei den anderen Stammgästen der Bar so beliebt, dass meist ein «Americano nach Art des Grafen Negroni» bestellt wurde.
Wie bei vielen Drinks gibt es auch beim Negroni mehrere Personen, welche für sich beanspruchen, sein Erfinder zu sein. Allerdings ist davon auszugehen, dass das Ur-Rezept tatsächlich auf den Grafen Camillo Negroni zurückgeht.
Da der Kreativität der Bartender oft keine Grenzen gesetzt sind, haben sich aus der Rezeptur in der Vergangenheit einige weitere Cocktail-Varianten entwickelt.
Der Boulevardier etwa, erfunden von einem US-amerikanischen Schriftsteller, der in den 1930er-Jahren ein gleichnamiges Magazin in Paris verlegte. Anstelle des Gins verwendete er bevorzugt Bourbon Whiskey.
Oder der Negroni Sbagliato, was in etwa «falscher oder verkehrter Negroni» bedeutet. Dieses Rezept soll zufälligerweise entstanden sein, als der Barkeeper der Mailänder Bar Basso, Mirko Stocchetto, eines Abends in der Hektik unbemerkt Prosecco statt Gin in den Negroni mixte. Der Gast, dem der Drink serviert wurde, war nicht wütend über den Faux-pas. Diese Variante mauserte sich bald zu einer der beliebtesten überhaupt.
The Bitter the Better
Einen Negroni zu mixen ist keine komplexe Angelegenheit. Gemixt wird im Glas.
Zuerst der Bitterlikör. Der Botanic Bitter aus dem Hause Carpano bildet eine herbe Basis ohne zu viel Zuckersüsse. Carpano liefert auch gleich den passenden Classico Wermut zum Bitter: eine Zutat voller Balance und Tiefe. Eine Erklärung dafür könnte das steinalte Rezept sein. Denn eben jener Wermut wurde bereits vor über 230 Jahren erfunden und ist somit der älteste Wermut der Welt.
Interessanter historischer Fakt am Rande: Der Erfinder des Carpano-Wermuts hiess Antonio Benedetto Carpano.
Mit diesen beiden Zutaten lassen sich je nach Geschmack allerlei Gins kombinieren: entweder eher in die klassische Richtung mit deutlicher Wacholder-Note oder in Kombination mit weicheren, New Western Style Gins. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Anthony Bourdain sagte einmal in einem Interview: «A Negroni is a perfect drink as far as I’m concerned. It’s three liquors that I’m not particularly interested in… But put them together with a slice of orange. It works… That first sip is confusing and not particularly pleasant.»
Nun zum Rezept.