Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03456.jsonl.gz/1022

- Der Iran verstösst weiterhin gegen das Atom-Abkommen.
- Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat Teheran seit November seine Vorräte an angereichertem Uran auf fast drei Tonnen aufgestockt.
- Das ist deutlich mehr, als das internationale Atomabkommen von 2015 dem Land erlaubt.
- Inzwischen seien weitere 500 Kilogramm Uran dazugekommen. Dazu gehörten auch 17.6 Kilogramm Uran, die auf 20 Prozent angereichert seien.
Mehrere Nachrichtenagenturen stützen sich damit übereinstimmend auf einen noch nicht veröffentlichten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).
Keine Atombombe für Iran
Das Atomabkommen von 2015 hatte eine Obergrenze von niedrig angereichertem reinem Uran bei 200 Kilogramm festgelegt. Das Abkommen soll Iran am Bau einer Atombombe hindern. Nach der Aufkündigung des Vertrags durch die USA hat Iran demonstrativ mehrfach gegen Auflagen verstossen.
Die IAEA zeigt sich in ihrem Bericht besorgt, dass der Iran keine Erklärung zur Herkunft von Uran-Partikeln liefere. Im vergangenen Jahr seien an zwei Orten solche Partikel gefunden worden. Iran habe auch die Frage zu einem dritten Fundort seit 18 Monaten nicht beantwortet, kritisiert die IAEA weiter.
Die Islamische Republik verlangt von den USA eine Rückkehr zum Abkommen und damit eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen. Dann werde sich Teheran wieder daran halten. Die neue US-Regierung ist grundsätzlich bereit, der Vereinbarung wieder beizutreten, verlangen vom Iran aber ein Zeichen des guten Willens.
Eingeschränkte Inspektionen
Die iranische Atomorganisation AEOI werde mit der UNO-Atombehörde IAEA nicht mehr im Rahmen des IAEA-Zusatzprotokolls, sondern lediglich auf der Basis des Atomwaffensperrvertrags zusammenarbeiten. Das gab Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif offiziell bekannt. Dementsprechend werde es bei Inspektionen der Atomanlagen Einschränkungen geben.
Dies gelte so lange, bis die USA ihre Sanktionen gegen Iran aufheben würden. Die Aussenminister Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens haben diesen Schritt in einer gemeinsamen Erklärung scharf kritisiert.
Am Sonntag hatte Teheran mit IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi vereinbart, die Zusammenarbeit weiterzuführen, aber die IAEA-Kontrollen des iranischen Atomprogramms für drei Monate einzuschränken. Zudem soll das Videomaterial der IAEA-Überwachungskameras während der drei Monate konfisziert werden.
Der Iran und die Atomenergiebehörde hoffen, dass binnen drei Monaten eine weiterreichende politische Lösung gefunden wird, um dann auch die Einschränkungen wieder aufzuheben.