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Jugenddelinquenz
Sicherheit gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Die Entwicklung der Delinquenz ist ein Gradmesser dafür, inwieweit diesem Bedürfnis entsprochen wird. Die Delinquenz von Minderjährigen kann ein Hinweis auf Probleme bei der Sozialisation oder ein Zeichen der kulturellen Desintegration sein.
Statistischer Kommentar
Im Jahr 2016 werden im Kanton Luzern 10 von 10'000 Jugendlichen beschuldigt, eine Gewaltstraftat begangen zu haben. Wird der Schnitt der drei letzten Jahre (2014-2016) mit dem Schnitt der ersten drei Jahre (2009-2011) der Datenreihe verglichen, hat sich die Zahl halbiert.
Normative Anbindung
Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen. Kanton und Gemeinden beachten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben, dass Würde, Rechte und Freiheiten der Menschen geschützt werden und dass die öffentliche Ordnung gewahrt bleibt. Kinder und Jugendliche werden in ihrer Entwicklung zu selbstständigen und sozial verantwortlichen Personen gefördert und in ihrer sozialen, kulturellen und politischen Integration unterstützt.
Die Abnahme der Zahl der Delikte pro 10'000 Jugendliche wird entsprechend positiv beurteilt.
Eine Abnahme, die lediglich auf einen Rückgang beim Anzeigeverhalten zurückzuführen ist, darf jedoch nicht angestrebt werden.
- Bedürfnisdeckung Die Deckung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung ist langfristig sicherzustellen. Bei der Deckung der darüber hinaus gehenden materiellen und immateriellen Bedürfnisse soll den Individuen ein angemessener Spielraum eingeräumt werden.
- Interkulturelle und personale Verständigung Die Verständigung zwischen respektive das Zusammenleben von Einzelnen und Gruppen sowie die gewaltfreie Konfliktlösung sollen gefördert werden, weil das gemeinwohlorientierte Funktionieren und der Zusammenhalt der Gesellschaft wesentlich im solidarischen Handeln ihrer Mitglieder gründet.
Definition
Der Indikator zeigt die Anzahl der polizeilich registrierten Beschuldigten von Gewaltstraftaten, bei denen der/die Beschuldigte das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hat, pro 10'000 Jugendliche derselben Altersgruppe (ständige Wohnbevölkerung). Angedrohte minderschwere Gewaltstraftaten sind mitberücksichtigt.
Erfahrungsgemäss wird eine hohe Zahl der von Jugendlichen begangenen Straftaten nie der Strafverfolgungsbehörde gemeldet. Trotz dieser Einschränkung bilden sie aktuell die einzige quantitative Grundlage zur kleinräumlichen Beobachtung des Phänomens der Jugendgewalt.