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Wer glaubt muss denken
Von Prof. John C. Lennox
Das Buch „Wer glaubt muss denken“ enthält Artikel von John Lennox, die ursprünglich in verschiedenen russischen Zeitschriften erschienen sind. Die erste Auflage dieses kleinen Buches hat sich für mehr als eine halbe Million Leser in vielfacher Hinsicht als hilfreich erwiesen. Viele von ihnen haben uns geschrieben und von Schwierigkeiten berichtet, die ihnen im Wege stehen, die christliche Botschaft anzunehmen. John Lennox stellt sich einigen dieser Fragen offen und ehrlich und will zeigen, dass diese Schwierigkeiten nicht unüberwindlich sind und dass es einen intellektuell akzeptablen Weg zu Gott gibt: durch einen persönlichen Glauben an Jesus Christus.
John C. Lennox ist Mathematiker und in der Forschung am Green College an der Universität von Oxford und am Whitefield Institut tätig. Er ist Autor von zahlreichen akademischen Werken in seinem Fachgebiet Mathematik und bereist viele Länder für Lehrvorträge über Mathematik, Apologetik und die Bibel. Bekannte Bücher von ihm sind: „Hat die Wissenschaft Gott begraben?“, „Stephen Hawkin, das Universum und Gott“. Ausserdem wurde John Lennox durch öffentliche Debatten mit Richard Dawkins, Peter Atkins und Christopher Hitchens über „Der Neue Atheismus“ bekannt.
DVD „Der Neue Atheismus“ mit 3 Vorträgen von John Lennox: 1. Hat die Wissenschaft Gott begraben? 2. Ist Religion gefährlich? 3. Ist Moral auch ohne Gott möglich? (ISBN 978-
Die Naturwissenschaft und der Glaube an einen Schöpfer
Der verbreitete Eindruck, dass relativ wenige Naturwissenschaftler an Gott glauben, ist falsch. Eine neuere Umfrage (1996), die in dem angesehenen Wissenschaftsjournal „Nature“ veröffentlicht wurde, zeigt: Von 1000 Wissenschaftlern in den USA glauben 40% nicht nur an Gott, sondern sogar an einen persönlichen Gott, der auf Gebet antwortet. Diese Befragung wurde in exakt derselben Weise auch 1916 durchgeführt. Tatsächlich haben sich in den letzten 80 Jahren die Proportionen nicht verschoben, außer dass heute etwas weniger Physiker glauben und dafür etwas mehr Biologen als damals. Das Ergebnis der Umfrage sollte uns nicht überraschen. Denn schließlich bildete der Glaube an einen Schöpfer den Ausgangspunkt für die moderne Wissenschaft. Einer der herausragendsten Historiker unseres Jahrhunderts, Sir Alfred North Whitehead, sagte dazu:
„Die Menschen begannen wissenschaftlich zu forschen, weil sie Gesetze in der Natur erwarteten, und sie erwarteten Gesetze in der Natur, weil sie an einen Gesetzgeber glaubten.“ (Sir Alfred North Whitehead)
Man hatte die Überzeugung, dass Gott eine geordnete Welt erschaffen hatte und dass diese Ordnung von rationalen menschlichen Wesen erfasst werden kann, die selbst im Ebenbild Gottes erschaffen worden sind. Diese Überzeugung motivierte viele herausragende Größen der Wissenschaft wie Kepler, Pascal, Boyle, Newton, Faraday, Mendel, Pasteur, Kelvin und Clark-
„Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind…Die Überzeugung, dass das Universum mit allem, was existiert, mit dem menschlichen Verstand erfassbar sei und dass die darin geltenden Gesetze rational seien, gehört zum Bereich der Religion. Ich kann mir keinen Wissenschaftler vorstellen, der diese tiefe Überzeugung nicht teilt.“ (Albert Einstein)
So ist also der Glaube an einen rationalen Schöpfer keineswegs absurd, sondern steht völlig im Einklang mit unserer Wahrnehmung der Ordnung in der Welt. Stephen Hawking, Autor von „Eine kurze Geschichte der Zeit“ sagt: „Unser derzeitiger Wissensstand steht völlig im Einklang mit der Aussage, dass es ein Wesen gibt, das für die physikalischen Gesetze verantwortlich ist.“
Das Wunder der Entstehung des Lebens
Die vielleicht wichtigste Übereinstimmung zwischen Wissenschaft und Bibel hat mit der Methode der Schöpfung zu tun. Natürlich ist die Bibel kein naturwissenschaftliches Lehrbuch. Sie hat uns viel mehr über den Zweck der Schöpfung zu sagen (die Antwort auf das „Warum?“) als über die Vorgänge der Schöpfung (die Antwort auf das „Wie?“). Trotzdem liefert sie einige sehr wichtige Beiträge zur Frage nach dem „Wie?“. Das Wichtige ist nach der Bibel nicht so sehr das Alter des Universums, sondern das, was zu jedem Schritt der Schöpfung gehörte. Jeder Schritt wird eingeleitet durch den Ausdruck „Und Gott sprach“ (1.Mose 1). Dieser Gedanke wird im Neuen Testament wiederholt und betont:
„Im Anfang war das Wort … und das Wort war Gott … Alles wurde durch ihn …“ (Johannes 1,1-
Worte sind Informationsträger und die Bibel behauptet also, dass zum Schöpfungsprozess die Zufuhr von Information (und Energie) gehört. Diese Behauptung ist faszinierend im Licht von der relativ neu entdeckten Tatsache, dass zum Beispiel eine lebende Zelle nicht
einfach aus Materie besteht, sondern aus Materie, die ein enorm komplexer Datenträger für Information ist. Wenn die Bibel nicht Gottes Wort ist, sondern eine primitive Erfindung, wie manche denken, so gibt es in der Tat ein reales Problem zu erklären, wie die Bibel zu derart tiefen Erkenntnissen gekommen ist, die in solcher Harmonie mit dem wissenschaftlichen Verständnis stehen.
Die Grundfrage der Biologie ist, wo die genetische Information herkam. Die biblische Antwort stimmt mit unserer Erfahrung überein, und diese sagt aus, dass die Informationsquelle ein intelligenter Schöpfer ist. Wenn jedoch die Existenz eines Schöpfers geleugnet wird, gibt es nur eine weitere logische Alternative, und die wird vom Materialismus bevorzugt: Die Materie hat letzten Endes eine innewohnende Kraft, sich selbst zu organisieren und somit all die unzähligen komplexen Lebensformen hervorzubringen, die wir kennen. Die Wissenschaft selbst stellt diese Theorie in Frage. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein einziges Bakterium durch einen zufälligen Prozess selbst zusammengesetzt hat, beträgt ungefähr 1 : 10 hoch40.000.
Sir Francis Crick, Mitentdecker der Doppelhelix-
„Die Schwierigkeiten mit der Entstehung des Lebens sind derart zahlreich, dass sie fast ein Wunder zu sein scheint.“
In seinem Buch „Der Ursprung der Arten“ schrieb Charles Darwin:
„Wenn bewiesen werden könnte, dass irgendein komplexes Organ existiert, das unmöglich durch viele aufeinanderfolgende kleine Modifikationen entstanden sein kann, würde meine Theorie vollkommen zusammenbrechen.“
Michael Behe demonstriert in seinem Buch „Darwins Black Box“ (1997), dass es in der Natur viele molekulare Maschinen gibt, die so eine „irreduzible Komplexität“ besitzen. Ein Beispiel ist der unglaublich kleine elektrische Motor, durch den Bakterien schwimmen können. Keine darwinistische Erklärung kann für die Entstehung einer solchen Maschine gegeben werden, nicht einmal theoretisch, meint Behe. (Darwins Black Box, deutsch, ISBN 978-
Gegen die Vorstellung, dass die genetische Information von einer intelligenten Quelle stammt, gibt es Widerstand. Einige Wissenschaftler befürchten, dies sei eine anti-
Denken Sie einmal an einen Brief mit geschriebenen Worten auf Papier. Durch die chemische Untersuchung von Papier und Farbe kann man nicht einmal entdecken, dass die Worte eine Botschaft enthalten. Der Gedanke, dass die Form der Buchstaben von jemandem entwickelt wurde, ist in den Erklärungsmöglichkeiten von Chemie und Physik eine „Lücke“. Wir könnten es sogar eine „gute“ Lücke nennen, weil sie uns dazu bringt, eine Erklärung auf höherer Ebene zu suchen, in Form einer intelligenten Eingabe durch einen Schreiber. Die Bedeutung der Botschaft kann man nicht in den chemischen Bestandteilen von Papier und Farbe finden.
Die Philosophie hinter der Wissenschaft
Da sich das so verhält, könnte man natürlich fragen: Warum betrachtet man es als unwissenschaftliches „Lückenfüller-
Argument, wenn man eine intelligente Quelle (den Schöpfer) postuliert, um den Ursprung der Welt zu erklären? Das eigentliche Problem liegt auf der Ebene der Philosophie, die hinter der Wissenschaft steht.
Der weltberühmte Genetiker Richard Lewontin von der Harvard-
„Unsere Bereitschaft, wissenschaftliche Behauptungen zu akzeptieren, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen, ist der Schlüssel zum Verständnis des eigentlichen Kampfes zwischen Wissenschaft und dem Übernatürlichen. Wir stellen uns auf die Seite der Wissenschaft, trotz der offenkundigen Sinnwidrigkeit einiger ihrer Konstruktionen … Nicht dass die Methoden der Wissenschaft uns irgendwie dazu bringen würden, eine materialistische Erklärung der sichtbaren Welt anzunehmen, ganz im Gegenteil: Weil wir materialistische Ursachen vorziehen, sind wir gezwungen, eine Forschungsmethodik und eine Reihe von Begriffen zu schaffen, die materialistische Erklärungen hervorbringen, egal wie sehr sie sich gegen die Erkenntnisse richten, egal wie mystisch sie für den Uneingeweihten klingen mögen. Darüber hinaus ist der Materialismus absolut, denn wir können keinen göttlichen Fuß in der Tür zulassen.“ (1997)
Diese aufschlussreiche Aussage eines prominenten Mitglieds des wissenschaftlichen Establishments ist weit entfernt von der
verbreiteten naiven Meinung, die Wissenschaft sei unparteiisch und würde vorurteilslos den Ergebnissen von Experimenten
folgen, wohin diese auch führen mögen. Wenn man aber seine Wissenschaft so gestaltet, dass man nie in Gefahr gerät, eine göttliche Fußspur zu entdecken, dann wird man natürlich tatsächlich nie eine entdecken. Aber dadurch bleibt die Frage völlig offen, ob nun göttliche Fußspuren existieren. Und genau das wird auf Grund dieser Theorie abgestritten!
Göttliche Fußspuren existieren
Tatsächlich informiert uns die Bibel darüber, dass es mindestens drei Ebenen gibt, auf denen Gott in die Natur eingreift. Zuerst einmal die Tatsache, dass er „alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt” (Hebräer 1,3); ohne dieses Erhalten würde das Universum aufhören zu existieren. Deshalb ist das ganze Universum so eine göttliche Fußspur: Die Schönheit und Vielseitigkeit und Regelmäßigkeit darin zeigen Gottes Herrlichkeit. Außerdem benutzt Gott zu bestimmten Zeiten die Vernetzung von Ursache und Wirkung, um eine besondere Demonstration seiner Macht zu geben, wie damals, als er das Rote Meer mittels eines starken Windes teilte, um den Auszug aus Ägypten zu ermöglichen. Schließlich gibt es jene Ereignisse, wo Gott etwas ganz Neues einbringt, das nicht in Begriffen natürlicher Prozesse erklärt werden kann, die vor dem Auftreten wirksam waren. Dazu gehört die schrittweise Zugabe von Information (und Energie) bei der Schöpfung, aber ganz besonders bei der Menschwerdung, die folgendermaßen beschrieben wird: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns“ (Johannes 1,14), und auch bei der Auferstehung von Jesus. Glaube an Gott, den Schöpfer, ist weit davon entfernt, die Wissenschaft zu behindern, sondern erfüllt sie und das gesamte Leben mit einer neuen Vitalität. Denn die Tatsache, dass ich im Bild Gottes erschaffen wurde, gibt mir und jedem anderen Menschen eine unendlich große Bedeutung. Im völligem Kontrast zu der Hoffnungslosigkeit des Atheismus bietet die Bibel eine glaubwürdige und zufriedenstellende Hoffnung für die Zukunft an, für mich als Individuum und für die Welt als Gesamtheit. Diese Hoffnung wird das Thema des nächsten Kapitels sein.
Auszug aus dem Buch „Wer glaubt muss denken“ von Prof. John C. Lennox
Tb. 64 Seiten, ISBN 978-
Weitere Themen darin sind:
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Auf www.youtube.com finden Sie unter dem Stichwort „Professor John Lennox“ Vorträge.