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| Apologeten, Frühchristliche - Verspottung der nichtchristlichen Philosophen (Gentilium philosophorum irrisio)

9.
Also mißt Pythagoras die Welt! Ich aber, berührt von einem göttlichen Hauche, lasse Haus und Vaterland, Weib und Kind im Stich und kümmere mich nicht um diese; ich steige selbst in den Äther empor, mit dem von Pythagoras mir abgetretenen Maßstab das Feuer zu messen. Denn es ist nicht mehr genug, daß Zeus mißt; aber wenn nicht auch ich, jenes [S. 121] hohe Wesen, jener gewaltige Leib, jener erhabene Geist, in den Himmel hinaufstiege und den Äther durchmäße, das Reich Jupiters würde untergehen. Nachdem ich aber meine Messungen beendigt habe und Jupiter weiß, wie viele Winkel das Feuer hat, steige ich wieder vom Himmel herab, verspeise eiligst Oliven, Feigen und Kohl und mache mich dann ins Wasser und messe das nasse Element nach Elle, Zoll und Halbzoll und berechne seine Tiefe, damit ich auch den Poseidon über die Größe des von ihm beherrschten Meeres belehre. Die ganze Erde durchstöbere ich an einem Tage und nehme mir von ihr Zahl und Maß und alle Verhältnisse; denn ich bin überzeugt, daß ich nicht ein Viertel der ganzen Welt übergangen habe, da ich ein so herrliches und großes Wesen bin. Ich kenne die Anzahl der Sterne, Fische und wilden Tiere und leicht kann ich, indem ich die Welt auf die Wagschale lege, ihr Gewicht erfahren. In dieser Hinsicht strebt mein Geist wirklich nach der Herrschaft über das Universum.