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Baukultur entdecken
Jüdisches Wohnhaus
Bis ins späte 18. Jahrhundert war den Juden verboten, Häuser zu besitzen. Erlangten sie ein Haus auf einer Gant, mussten sie es innerhalb eines Jahres an einen Christen verkaufen, was nicht immer gelang. Mit der Handels- und Gewerbefreiheit änderte sich dies. Um 1830 befand sich etwas mehr als die Hälfte der Häuser in den Ortschaften Endingen und Oberlengnau in jüdischem Besitz. Da die Juden vorher schon Hypotheken auf vielen Häusern gewährt hatten, erleichterte ihnen dies den Erwerb. Darüber hinaus bauten nun auch die Juden zahlreiche neue Häuser. Dies hatte zur Folge, dass sich das Zentrum von Lengnau, der dreieckig angelegte Dorfplatz, fast ein Jahrhundert lang fest in jüdischer Hand befand. Auch in Endingen standen die Häuser im Zentrum und an den besten Lagen zumeist in jüdischem Besitz. Der Typus des doppeltürigen Hauses wurde dabei weiter gepflegt, obwohl diese architektonische Besonderheit ihren rechtlichen Beweggrund verloren hatte. Neue Häuser wurden hingegen nicht mehr horizontal, sondern vertikal geteilt.
AdresseVogelsangstrasse 13, Lengnau, 5426 Lengnau
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz