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Des Professors weisses Pulver

David Nutt hat eine Substanz erfunden, die unsere Sicht auf Drogen revolutionieren könnte – wenn wir ihm vertrauen.
Er beugt sich über seine Ofenkartoffel, als würde er in den Kampf ziehen. Neben seinem Teller steht auf einem hellblauen Tischtuch mit weissen Punkten ein Glas Nelson’s Blood. Das Bier ist dunkel und kräftig. Der Professor ist hier, um einen Vortrag zu halten über LSD und Ecstasy, Heroin und Crack und natürlich über Alkohol.
Es wäre für ihn vermutlich gesünder, wenn er anstelle des Biers das Pulver konsumieren würde, das er mir vor einigen Stunden in seinem Büro gezeigt hat. Es soll den Effekt von Alkohol haben, aber ohne die gesundheitlichen Risiken. Es erzeugt einen Rausch, doch dieser Rausch verschwindet, wenn man die Gegenpille schluckt.
Nutt hat seine Erfindung jedoch nicht dabei. Warum nicht? Er legt Gabel und Messer neben seinen Teller. Und wie immer, wenn er etwas Wichtiges sagt, stupft er sein Gegenüber an. «Ganz so einfach ist es nicht», erklärt er, «ich befinde mich hier in einer legalen Grauzone.»