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Hintergrundinformationen, Behandlungschancen, Ratschläge & Tipps
Die Carotis-Sinus-cavernosus-Fisteln (kurz: CSCF) gehören zu den erworbenen Gefässanomalien im arteriovenösen Bereich. Es handelt sich dabei konkret um eine abnorme Verbindung, der hinter dem Auge befindlichen Venengeflecht und der Halsarterie (Arteriae carotis interna/externa und Sinus cavernosus).
Was ist eine Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel?
Unter einer Carotis-Sinus-cavernosus Fistel wird eine unnatürliche, arteriovenöse Verbindung zwischen dem Venengeflecht hinter dem Auge und der Halsarterie (Arteriae carotis interna) beschrieben. Hierin befinden sich Venen, deren Funktion der Rücktransport des Blutes aus dem Gehirn und Gesicht darstellt.
An jeder Halsseite befindet sich bei jedem Menschen eine zweipaarige innere und äußere Halsschlagader, hierüber wird das Gehirn mit Blut versorgt. Sollte sich bei den Venen des Sinus cavernosus ein Riss bilden, dann könnte sich daraus ein kleiner Kanal bilden. Diesen bezeichnen Mediziner als Fistel.
Dieser Kanal (Fistel) soll das Blut aus einer Arterie in Richtung einer Vene leiten, in gewisser Hinsicht handelt es sich dabei um eine Funktion zur Regenerierung. In der Nähe der Sinus cavernosus befinden sich Hirnnerven, welche auch die Bewegung der Augen kontrollieren.
Diese Nerven sorgen aber auch für das Wahrnehmen von Empfindungen in bestimmten Kopfabschnitten (und Gesicht). Sollte sich eine Fistel bilden, dann könnte der Druck auf die Sinus cavernosus verstärkt werden, wodurch es zu einer Komprimierung der Nerven kommen wird.
Die Konsequenzen dabei sind umfangreich, so könnte es zu Funktionsbeeinträchtigungen kommen, wodurch es zu diversen Symptomen kommen kann.
Die Ursachen einer Carotis-Sinus-cavernosus Fistel
Die Carotis-Sinus-cavernosus Fisteln werden wiederum in zwei verschiedenen Arten unterteilt, daraus entsteht eine direkte und eine indirekte (durale) Fistel. Die häufigste Art ist jedoch, dass sich das Blutflusstempo erhöht, hierbei entstehen die Fisteln im Innenabschnitt des Sinus cavernosus.
Sollte es zu einer indirekten (duralen) Carotis-Sinus-cavernosus Fistel gekommen sein, dann entsteht zwischen den Carotis-Sinus-cavernosus-Venen und der Halsschlagaderverzweigungen innerhalb der Membranen, welche vom Gehirn umhüllt werden.
Eines die typischen Merkmale der duralen Fisteln ist die weniger ausgeprägte Blutflussgeschwindigkeit. Ein Einfluss beziehungsweise eine Ursache dessen können Unfälle sein, bei welchem ein Riss der Halsschlagaderwand auftreten ist. Jedoch kann auch ein operativer Eingriff dafür verantwortlich sein.
Bislang lässt sich noch nicht feststellen, wie die Carotis-Sinus-cavernosus Fisteln verursacht werden, allerdings entstehen diese Fisteln in der Regel abrupt. Es gibt diverse Risikofaktoren wie beispielsweise Erkrankungen des Bindegewebes, hoher Blutdruck oder Arteriosklerose.
Frauen können davon während einer Schwangerschaft oder während des Geburtsvorgang betroffen sein.
Carotis-Sinus-cavernosus Fistel: Symptome und Beschwerden
Die Symptome sind bei einer Carotis-Sinus-cavernosus Fistel von der direkten oder indirekten Art abhängig, dabei ist es so, dass die indirekte Art deutlich weniger Beschwerden hervorruft. In der Regel kommt es dabei zu einer Abnahme der Blutflussgeschwindigkeit.
Bei einer direkten Fistel fallen die Symptome wesentlich intensiver aus und ein Patient/Patientin bemerkt diese Beschwerden unmittelbar. In beiden Formen kann es zu einer Vorwölbung, spontanen Pulsieren des Auges oder zu einer Augenrötung kommen. Möglich ist aber auch ein schwächeres Sehvermögen, ein hervorstehendes Auge oder das Doppeltsehen.
Weitere Beschwerden sind auch ein Surren vor dem Auge, Tinnitus, sehr schwach ausgeprägte Augenbewegungen, Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen und Nasenbluten. Zusätzlich könnte es zu Anfällen kommen, da das Gehirn nicht mit ausreichend Blut versorgt wird. Die Bildung eines Glaukoms aufgrund einer Kammerwasserabflussstörung ist ein weiteres klinisches Symptom, welches entstehen könnte.
Wie findet die Diagnose einer CSCF statt?
Damit die Diagnose zu einer Carotis-Sinus-cavernosus Fistel erstellt werden kann, müssen diverse Untersuchungsmaßnahmen vollzogen werden. In der Regel kommt es auch zu einer diagnostischen Untersuchung der venösen Blutleiter und der benachbarten Blutgefäße im betroffenen Auge, dafür wird ein CT, MRT oder eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) angeleitet.
Damit die Diagnose bestätigt werden kann, wird zusätzlich eine Angiografie erfolgen, hierbei wird der Augenarzt ein Kontrastmittel in die Blutgefässe spritzen, dieses ist dann auch von den Röntgenbildern erkennbar. Sollte anschließend die Carotis-Sinus-cavernosus Fistel fachgerecht und klinisch behandelt werden, dann zeigt sich teilweise nach nur einigen Stunden nach der Therapie bereits eine Besserung.
Für gewöhnlich ist es auch so, dass jeder/jede Patient/Patientin nach etwa sechs Monaten von allen Beschwerden befreit ist. Sollten die Symptome aber sehr ausgeprägt sein, dann könnte es sein, dass sich der/die Patient/Patientin hiervon nicht mehr vollständig erholt.
Kann es zu Komplikationen kommen?
Es kommt darauf an, wie stark die Ausprägung einer Carotis-Sinus-cavernosus Fistel fortgeschritten ist, denn hiernach richten sich die Komplikationen beziehungsweise (spontane) Beschwerden. Die stärke der Ausprägung wird in der Diagnostik bestimmt. In vielen Fällen der arteriovenösen Fistel kommt es zu einer starken Augenrötung, diese entstehen eigentlich durch Fremdkörper.
All die genannten Symptome spielen eine Rolle und werden bei der Diagnose berücksichtigt. Wenn es zu einer Behandlung kommt, dann werden diese entsprechend berücksichtigt. Sollten die Symptome äußerst schwerwiegend sein, dann kann nur ein operativer/klinischer Eingriff helfen.
Es könnte passieren, dass die Augen austrocknen, damit dies aber nicht passiert, werden dem/der Patienten/Patientin Augentropfen verschrieben. Nach der Behandlung dürften die Beschwerden im Gesicht und am Auge nicht mehr auftreten. Die Operation diesbezüglich verläuft in der Regel ohne Komplikationen.
Wann ist ein Arzt aufzusuchen?
Ein Arzt ist immer dann aufzusuchen, wenn es zu einem Unfall oder zu einer Verletzung gekommen ist und infolgedessen es zu einer Sehverschlechterung gekommen ist. Doch auch, wenn es zu Symptomen kommt wie Pulsieren, Rötungen und Schmerzen im Gesicht oder Auge.
Wenn Sie gewisse Beschwerden als Warnsignal wahrnehmen, dann sollten Sie nicht weiter zögern und einen Arzt konsultieren. Die Beschwerden sollten damit diagnostisch abgeklärt werden und unter Umständen auch behandelt werden. Insbesondere dann, wenn es zu Einschränkungen im Alltag kommt, ist die Behandlung von großer Bedeutung.
Es könnte durch die CSVF auch zu einem medizinischen Notfall kommen, so zum Beispiel, wenn es zu einem Schlaganfall oder zu einem Blutgerinnsel kommt. In diesen Fällen sollte umgehend der Rettungsdienst alarmiert werden.
Behandlungsmethoden
Auch bei der Wahl wirksamer Behandlungsmethoden kommt es entscheidend auf die jeweils vorliegende Art der Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel an – hier ist eine gute Diagnostik sehr wichtig. Handelt es sich beispielsweise um die indirekte Form der Fistel, so verschliesst sich diese oftmals von selbst. Entsprechend lohnt es sich bei einer leichteren Ausprägung häufig, einfach abzuwarten und auf eine vollständige Heilung zu hoffen. Natürlich sollte dies nur auf Anraten des Arztes und in Verbindung mit regelmässigen Kontrolluntersuchungen geschehen.
Handelt es sich hingegen um eine schwere Form mit entsprechend starken Beschwerden oder verschlimmert sich Ihr Zustand, so ist ein chirurgischer Eingriff in Form einer strendovaskulären Embolisation zumeist die einzige Lösung. Bei der Embolisation handelt es sich um eine Massnahme, die wie der medizinische Fachausdruck besagt, dem Gefässverschluss dient. Abgesehen von der Embolisation werden zur Therapie einer Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel je nach Ausprägung, Symptomatik und Ursache auch Medikamente eingesetzt. Dazu zählen unter anderem Augentropfen, die Trockenheit verhindern sowie andere Arzneimittel, die zu einer Minderung des Drucks im Auge beitragen. Die Dosis hängt natürlich immer von der Diagnostik ab und inwiefern sich eine Besserung oder Linderung der Symptome zeigt.
Sieht der Augenarzt keine andere Möglichkeit einer effektiven und nachhaltigen Behandlung, so erfolgt im Rahmen eines operativen Eingriffs der Verschluss des Augenlids mit Nähten, die zum Ende der Therapie wieder gelöst werden.
Quellen