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Die Beiträge zur Altertumskunde enthalten Monographien, Sammelbände, Editionen, Übersetzungen und Kommentare zu Themen aus den Bereichen Klassische, Mittel- und Neulateinische Philologie, Alte Geschichte, Archäologie, Antike Philosophie sowie Nachwirken der Antike bis in die Neuzeit. Dadurch leistet die Reihe einen umfassenden Beitrag zur Erschließung klassischer Literatur und zur Forschung im gesamten Gebiet der Altertumswissenschaften.
Das vorliegende Buch stellt die Beziehungen zwischen neuplatonischer Metaphysik und dem spätantiken Mysterienkult dar. Ausgehend von einer Analyse des platonischen Kraftbegriffs (Dynamis) in seiner Beziehung zur Lichtbegrifflichkeit zeigt sich, daß zwar die Kraftmetaphysik das allgemeinere metaphysische Konzept darstellt, das auch der Lichtmetaphysik zugrundeliegt, es selbst aber in seinen Ausdifferenzierungen und in seinen Anwendungen auf den Bereich des Religiösen auf den explikativen Wert des Lichtmodells angewiesen bleibt. Die derart wechselseitig miteinander verschränkte Licht-Kraftmetaphysik macht ein zentrales Moment der neuplatonischen Metaphysik aus, das beschreibt, wie die Welt mit ihren intelligiblen und materiellen Komponenten Gestalt annimmt, und das zugleich von den späteren Neuplatonikern genutzt wird, um Phänomene innerhalb eines umfassenden Rahmens zu erklären und zu legitimieren, die wesentlich mit der religiösen Praxis der Theurgie zusammenhängen, die z.B. in den Versen der sog. Chaldäischen Orakel ihren literarischen Ausdruck findet.