Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03604.jsonl.gz/1117

Louise Bourgeois war die Grande Dame der Gegenwartskunst. In «Femme Maison. Das Haus der Künstlerin» öffnet sie die Türen zu ihrem Atelier und ihrem Wohnhaus.
Jean-François Jaussard ist ein kleines Wunder geglückt: Fünfzehn Jahre konnte er im Atelier und im Wohnhaus einer der grossen Künstlerinnen unserer Tage fotografieren. Louise Bourgeois (1911-2010) stellte Jaussaud eine einzige Bedingung: sollten ihr seine Bilder nicht gefallen, würde sie sie vernichten. Sie war 84 als der französische Fotograf, dessen Arbeiten in Magazinen wie AD, Vogue, Harper’s Bazaar und dem Times Magazine erscheinen, bei ihr vorsprach. Er bestand den Test und bekam carte blanche, bis zu ihrem Tod machte er Bilder in ihrem Atelier in Brooklyn und in dem Brownstone in Chelsea. Hier lebte Bourgeois umgeben von Erinnerungen aus der Kindheit, Materialsammlungen, Fundstücken aller Art, Zeichnungen, Malutensilien, Büchern, alten Fotografien. Das Ergebnis dieser Begegnungen ist in «Femme Maison. Das Haus der Künstlerin» erstmals zusammengefasst und veröffentlicht.
Bourgeois, weltberühmt für ihre Installationen und Skulpturen, zog 1938 mit ihrem Mann, dem amerikanischen Kunsthistoriker Robert Goldwater, in den New Yorker Stadtteil Chelsea. Hier lebte und arbeitete sie, zog drei Söhne gross. Hier starb sie fast 100-jährig. Ihre Karriere als Bildhauerin betrieb sie erst nach dem Tod ihres Mannes 1973 und dem Erwachsenwerden der Kinder. Sie schuf ein künstlerisches Werk, das sich nach langer Inkubationszeit in einer zweiten Lebensphase wirkungsmächtig entfaltete.
113 von Bourgeois selbst ausgewählte Fotografien geben einen intimen Einblick in Arbeits- und Wohnsituationen der beiden Häuser dieser grossen Künstlerin.