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«Ich bin geboren und werde sterben. Soweit die Fakten. Alles dazwischen ist Verhandlungssache»
Und hier die ausführlichere Version: Früher war Güzin Kar Hausbesetzerin, Punk, Frisurenmodel und Deutschtrainerin für Arbeitslose und Manager. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie im Aargauer Städtchen Laufenburg an der Grenze zu Deutschland, heute ist sie Stadtzürcher Bürgerin. Nach dem Studium der Germanistik und Filmwissenschaft in Zürich besuchte sie die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg (1994-1999). Seither ist sie in der Schweiz und in Deutschland als Drehbuchautorin und Regisseurin tätig. Ihre filmischen Werke gewannen nationale und internationale Auszeichnungen, darunter den Regiepreis des Max- Ophüls-Festivals in Saarbrücken, den Regiepreis am Silver-Horse-Filmfestival in Gent/Belgien und zweimal den Drehbuchpreis der Schweizerischen Autorengesellschaft SSA. Ihre Filmfiguren wurden von namhaften Schauspielerinnen und Schauspielern wie Meret Becker, Christiane Paul, Devid Striesow, Veronica Ferres, Mathias Gnädinger, Mike Müller verkörpert. Zuletzt lieferte Güzin Kar die Idee zur Serie «Seitentriebe» fürs Schweizer Fernsehen, für die sie alle Drehbücher schrieb und deren Regisseurin sie ist. Die erste Staffel feierte ihren Auftakt am 26. Februar 2018, die zweite startet am 28. Oktober 2019. «Seitentriebe» erhielt als bisher einzige Schweizer Produktion den European Script Award. Unter dem Namen «Monogamish» wurde die Serie mehrfach ins Ausland verkauft: Der von Robert Redford gegründete Streamingdienst Sundance TV erwarb die Ausstrahlungsrechte für 18 Länder in Lateinamerika, der US-Konzern First Look Media für die USA und Kanada.
Im Jahr 2018 arbeitete sie erstmals für die Bühne: «Sweatshop – Deadly Fashion», eine Zusammenarbeit des Schauspielhauses Zürich mit dem Jungen Theater Basel, feierte unter der Regie von Sebastian Nübling am 24. April 2018 Premiere auf der Pfauenbühne des Zürcher Schauspielhauses.
Seit über 15 Jahren schreibt Güzin Kar auch Kolumnen und Bücher sowie Gastbeiträge für Zeitungen und Zeitschriften. Während mehrerer Jahre führte sie unter männlichem Pseudonym die Ratgeberkolumne «Hüsnü hilft» in der Basler Zeitung, bis sie von der Nachrichtensendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens als Frau hinter dem schnauzbärtigen Lebensberater geoutet wurde (siehe Artikel in der Aargauer Zeitung). Ihre aktuelle Kolumne «Die Triebtäterin» erscheint zweiwöchentlich in der NZZ am Sonntag. Ihre «Morgengeschichten» auf Radio SRF1.
Sie hat bereits zweimal die offizielle Ansprache zum Schweizer Nationalfeiertag gehalten: 2007 in Laufenburg und 2017 in Baden.
Güzin Kar spricht in der Öffentlichkeit nicht über ihr Privatleben, aber so viel darf man wissen: Sie lebt in Zürich. Oder in Berlin. Oder beides.