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Der grösste Stern am Schweizer 6 Meter-Himmel ist am 11. Juni 2011 erloschen HB9QQ, Pierre
Charles Pasteur Pierre wurde am 6. Februar 1931 in Dübendorf geboren und erlag am 11. Juni 2011 ach kurzer aber schwerer Krankheit dem Krebs.
Noch im Februar 2011 durfte Pierre mit seiner Familie den 80-sten Geburtstag feiern. Seine Mutter wurde 104 Jahre alt. Die Familie von Pierre wohnte lange Jahre in Dübendorf.
Als junger Knabe besuchte er den Jungfunkerkurs. Ende des zweiten Weltkrieges landeten in Dübendorf mehr als 100 US-Bomber welche über Deutschland angeschossen wurden. Diese Bomber waren natürlich auch mit Funkgeräten ausgerüstet. Pierres Herz musste wohl um ein paar Beats schneller geschlagen haben.
Auch andere Funker liessen sich von den errichteten Zäunen und den mit Velos patrouillierenden Wachen wenig beeindrucken und waren kleine Organisationstalente… gefragte Bomberjacken und Funkgeräte, beides wurde hier eingeflogen…
Schon als kleines Kind haben die Funkwellen den Pierre begeistert.
Als Feinmechaniker absolvierte er seine Lehre. In späteren Jahren kam ihm dies zu Gute, denn all seine Antennen hat er stets selber errechnet und gebaut.
Die letzte Antenne für 50 MHz konnte er leider nicht mehr auf dem grossen Mast auf dem Sternenberg erleben. Bei Zellweger Uster arbeitete Pierre damals als Antennen-konstrukteur. Pierre war ein Freund vieler Funker um die ganze Welt. „A real Gentlemen“ wie er in einem der vielen Kondolenz E-Mails von einem englischen OM bezeichnet wurde.
Im Gegensatz zu vielen modernen Contestern war Pierre stets mehr als am Rapport („five+nine“) interessiert, so erkundigte er sich stets auch über das Wetter und die Antennen und Funkanlage der Gegen-station. Pierre war in verschiedenen Clubs und Komitees vertreten. Der USKA trat er 1955 bei und war seit 1999 Ehrenmitglied.
Dem RAOTC (Radio Amateur Oldtimer Club) trat Pierre 1995 bei und erfreute sich der interessanten Gespräche bei den Stämmen und den stets gut besuchten Jahrestreffen. Für die UKSMG (United Kingdom Six Meter Group) schrieb Pierre diverse Berichte. In den letzten 20 Jahren war Pierre viele Male auf den Malediven unter 8Q7QQ QRV.
Einer der wohl interessantesten Reporte dazubefindet sich in der Ausgabe 103 vom Mai 2010, Seite 47ff (vgl. HP von HB9ZCW; s. letzte Zeile).
1952 erhielt er in London das Schiffsfunkerdiplom.
Anschliessend fuhr der Weltenbummler auf Schweizer Schiffen als Schiffsfunker auf allen Weltmeeren. Darum wohl auch, war Pierre der Funker der CW beherrschte, wie kaum ein Anderer. Eines der Schiffe hiess „Allobrogia“ und war in Basel gemeldet.
Ein anderes war die “Anunciada“. Dies war vor 1957, denn am 12. Februar 1958 haben sich
der Pierre und die Inge das Jawort gegeben. Von da an wurde Pierre „etwas“ sesshafter. Als Pierre von den Weltmeeren zurückkam, arbeitete er wieder bei Zellweger und war wieder für Antennen zuständig. Seine Kinder André und Denise wurden 1961 und 1965 geboren. 1960 bis 1974 arbeitete Pierre als Instrumentenflug-Instruktor bei der Swissair.
Herr Zünd, ein Generalagent und Privatpilot der damaligen Patria-Versicherung,
hat Pierre als Versicherungs-agent abgeworben. Wenn Pierre etwas an die Hand nahm, dann richtig. So erstaunt es nicht, dass er später die Generalagentur an der Stampfenbach-strasse in Zürich leitete.
Am Abend bildete Pierre die angehenden Piloten an den Simulatoren aus. Mit Hündin Angelina hat Pierre in Dübendorf und auf dem Sternenberg viel Zeit verbracht, dies bei Wind und Wetter. Auf dem Sternenberg, einem phänomenal gut gelegenen Standort im Zürcher Oberland, hat Pierre einige Meteorscatter sowie VHF-Verbindungen realisieren können. Auch in EME-Verbindungen war Pierre oft dabei.
Das magische 6-Meterband und 18 MHz hatten es dem Pierre nebst VHF besonders
angetan. Mit dem Rufzeichen V5/HB9QQ hat Pierre verschiedene Male Verbindungen
aus Namibia in die ganze Welt hergestellt. Gestartet ist er jeweils aus Windhook.
Mit dem Rufzeichen HBØ/HB9QQ war Pierre mit Kollegen wie Res, HB9MFH oft auch im Winter vom benachbarten Fürstentum Liechtenstein, auf dem Sareiserjoch (etwas mehr als 2000 m.ü.M.) zu hören. 1982 schrieb Pierre das Buch „VHF/UHF Funkverfahren und Betriebstechnik“, welches im Aerolitverlag (HansG. Auer) erschienen ist. Vorwort aus dem Buch: In den letzten 10 Jahren auf UKW gesammelte Erfahrung haben es ermöglicht, dieses vorliegende Buch zu realisieren. Pierre bedankt sich in diesem Zusammenhang bei den Baubehörden von Sternenberg für die Bewilligung der Errichtung des Sendeturms welcher 1970 erstellt wurde.
In eigener Sache:
Ich durfte Pierre 1992 in einem QSO auf 144.300 MHz kennen lernen. Bald darauf habe ich ihn und seine Frau auf dem Sternenberg besucht und wir haben viele interessante
Stunden verbracht. Ich durfte Pierre einige Male in Sachen Informatik unterstützen, er im Gegenzug zeigte mir, wie ich eine Delta-Loop-Antenne für meine Skitouren bauen kann. Pierre beschreibe ich als Mann von Welt und besser als der OM aus England kann
man es nicht sagen: „a real gentlemen“, der gerne anderen Funkerkollegen seine
Erfahrung weitergegeben hat. Weitere Information zu Pierre sind im Internet zu
finden unter: www.sys-tec.ch/hb9zcw/hb9qq/default.htm
Marco HB9ZCW
Pierre mit der Steinschleuder am Antenne installieren.
Mehrere Male hat er die Malediven unter dem Rufzeichen 8Q7QQ aktiviert.
Eine Antenne zu installieren welche bestmöglich platziert ist, ist nicht immer ein einfaches Unterfangen.
Pierre hatte da so seine Methoden.
Auch in Namibia war Pierre oft in den Ferien und „on air“.
Hier hat Pierre mit dem ICOM IC – 706 sogar auf eiem WC-Deckel seinen Shak eingerichtet.
Als geübter Funker und erfahrener Amateurfunker hatte Pierre meist einen Kopfhörer an um sich nicht von Umgebungsgeräuschen ablenken zu lassen.
Oft war Pierre für die UKSMG unterwegs, hier der erste links am Zuprosten.
HB9QQ, Pierre. G4ASR, David. G4ALY Ralph. G3PHO, Peter
Perhaps the most enjoyable part of the whole weekend was the social side.
A superb dinner was held on the Saturday night. It offered the opportunity for attendees to meet each other, often for the first time. The photo on the right shows, left to right, HB9QQ, G4ASR, G4ALY and G3PHO. For the writer, the meeting with Pierre Pasteur, HB9QQ, was a special occasion as his previous contact with him was back in the late 1950’s when SWL G7268 (as G3PHO was then) heard HB9QQ on 50MHz cw and received a coveted QSL card for his listener report! Another pleasurable meeting was that between G4ALY and G3PHO. After dozens of contacts on 80m and 10GHz they finally met up in person.
Pierre wrote several adventures on the six news…
Nach getaner Arbeit spenderte Pierre Hans und mir einen genüsslichen Weisswein zum Apero.
Das Mittagessen haben wir dann unten im Tal eingenommen.
Die beiden 50MHz Antennen sind nun bereit für die QSO’s arround the world.
Die beiden MAGIC-Six Antennen überragen die Gegend des Sternebergs.
Mit diesen beiden selber gebauten Antennen hat Pierre die ganze Welt empfangen und viele, viele Stationen gearbeitet.
Er war woh Mister Magigband…
In diesem Shak, in der damaligen Sternwarte von Sternenberg hat Pierre viele, viele QSO’s geführt.
Leider konnte ich bei der Demontage seines Antennenturms den Standort nicht weiter erhalten.
Many Thanks Pierre and life well upstairs.