Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/170575

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Weiterbildungsoffensive für ältere Arbeitnehmende zu lancieren. Ziel sind die Erhaltung der Arbeitsmarktfähigkeit, die Erhöhung der Anzahl älterer qualifizierter Fachkräfte im Arbeitsmarkt und die Vermeidung unnötiger volkswirtschaftlicher Kosten. Die Offensive muss sich auf alle Qualifikationsniveaus beziehen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Anteil der über 50-jährigen Arbeitskräfte wird in der Schweiz demografisch bedingt immer grösser. Diese Entwicklung rückt die Stellung älterer Arbeitnehmender auf dem Arbeitsmarkt stärker in den Fokus. Gleichzeitig konnte die Erwerbsbeteiligung von älteren Personen in den beiden letzten Jahrzehnten von 62 Prozent auf 75 Prozent erhöht werden. Damit weist die Schweiz im Quervergleich mit den OECD-Staaten eine der höchsten Erwerbstätigenquoten auf. Zudem sind ältere Arbeitnehmende im Vergleich zu jüngeren weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Verliert eine Person über 50 Jahre ihre Arbeitsstelle, so fällt es ihr jedoch vergleichsweise schwer, eine neue Anstellung zu finden. Die Gründe dafür sind allerdings vielfältig; mangelnde Weiterbildung ist nur ein möglicher Faktor. Eine Studie der OECD zu Alterung und Beschäftigungspolitik zeigt auf, dass die Schweiz im internationalen Vergleich eine besonders hohe Teilnahme von älteren Arbeitnehmenden an Weiterbildung verzeichnet.</p><p>Der Bundesrat ist sich der spezifischen Herausforderungen älterer Arbeitnehmender bewusst und hat darum verschiedene Massnahmen ergriffen. Die nationale Konferenz "Ältere Arbeitnehmende" hat 2016 bereits zum zweiten Mal getagt. Die Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Kantone und der Sozialpartner waren sich einig, dass die bisherigen Massnahmen in den Bereichen "Instrumentarium der Arbeitslosenversicherung", "Förderung der beruflichen Qualifikation", "Sensibilisierung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Öffentlichkeit" sowie "Altersvorsorge" zielführend und darum konsequent umzusetzen sind. Darunter fallen auch Offensiven und Kampagnen der beteiligten Partner, die die Zielsetzungen der Motionärin aufnehmen. Insbesondere wurde die Bedeutung von regelmässigen Standortbestimmungsaktivitäten hervorgehoben, die passgenaue Massnahmen ermöglichen. Dies ist - im Unterschied zu allgemeinen Offensiven - gerade bei älteren Arbeitnehmenden erfolgversprechend, da sie über individuelle Erfahrungen und Kompetenzen verfügen, auf die sich aufbauen lässt. Im Frühjahr 2017 ist die nächste Konferenz geplant.</p><p>Am 9. November 2016 hat der Bundesrat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung beauftragt, bis Ende April 2017 Konzepte für eine allfällige finanzielle Unterstützung von Weiterbildungen zu entwickeln. Der Einsatz verschiedener Instrumente wird im Rahmen dieser Arbeiten konkretisiert. Vertieft zu prüfen sind insbesondere die Zielgruppenerreichung und die Arbeitsmarktorientierung der Instrumente sowie die finanziellen Auswirkungen und die Rechtsgrundlagen. Die Herausforderungen der Digitalisierung, die in manchen Berufsfeldern beschleunigte Anpassungen erfordern und den Weiterbildungsbedarf erhöhen, betreffen insbesondere auch ältere Arbeitnehmende; dies wird bei der Konzipierung der Massnahme entsprechend berücksichtigt.</p><p>Aufgrund der laufenden Arbeiten erachtet der Bundesrat das Anliegen der Motionärin als erfüllt und beantragt deshalb die Ablehnung der Motion.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.