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u2112 hat geschrieben: ↑
11 Mär 2021, 14:34
Die zugrundeliegende Studie zeigt aber bei den Daten, die man prüfen kann, deutliche Schwächen - z.B. wird ALS mit einem "Wholesale Value" von 75 Mio CHF geführt, einer Produktion von 3800 Uhren, einem Wholesale Share von 0% und einem "Implied Retail Value" von 135 Mio CHF. Dazu fällt auf, dass die Durchschnitsspreise zwar auf den Franken genau angegeben werden (was natürlich grober Unfug ist), bei PP, VC, AP und ALS aber nahezu identisch bei 35k liegen.
Was folgt daraus: Zumindest bei ALS ist der "Wholesale Value" deutlich zu niedrig, die Quote von 0% Unsinn, der Retail Value zu niedrig, und die Wahrscheinlichkeit, dass man beim Durschnittspreis genau bei AP/PP/VC landet, gleich Null. Und die realistischen Abweichungen liegen hier locker im Bereich 25-50%.
Entsprechend kann z.B. der Umsatz von VC auch 400 oder 800 Mio CHF sein und diese Tabellen mit Marktanteilen im Zehntelprozent-Bereich sind sehr mit Vorsicht zu genießen.
Gruß,
Christian
Eine gute Analyse von fragwürdigen statistischen Auswertungen, vorgenommen von mutmaßlichen "Pseudo"-Experten. Ich habe von den Geschäftsdaten von Uhrenherstellern wenig Ahnung und kann die gegebenen Daten nicht so leicht auf Plausibilität überprüfen, aber ich stoße ständig in div. Medien auf Auswertungen für verschiedene Wirtschafts-Daten, die ähnliche grobe Mängel aufweisen, wie Du sie hier aufzeigst.
Auf der einen Seite werden fragwürdige/widersprüchliche Daten gegeben, die sehr ungenau sind, auf der anderen Seite werden div. Kenndaten mit unsinnig hoher Genauigkeit (Mittelwerte) gegeben, auch wenn die zugehörigen Verteilungen sehr breit und unsymmetrisch sind etc.. Wer solche Studien seriös machen möchte, muss viel von den geschilderten (Wirtschafts-)Bereichen verstehen und auch einiges von Mathematik/Statistik etc.. Die meisten Journalisten verstehen relativ wenig von diesen Fachgebieten, entsprechend fragwürdig sind oft die Resultate.
Dazu passt auch ein Zitat, das oft Carl Friedrich Gauß in verschiedenen Varianten zugeschrieben wird, obwohl es wahrscheinlich von einem anderen Mathematiker bzw. Freund von Gauß stammt (aber das ist egal, das Zitat ist gut):
"Durch nichts zeigt sich mathematischer Unverstand deutlicher als durch ein Übermaß an Genauigkeit im Zahlenrechnen."
Hannes