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Das Management ist aus vielen Gründen nicht vertrauenswürdig:
1. IPO-Prospekt nach Beginn des Handels veröffentlichen (wer zum Geier kauft Aktien, von welchen er keine Informationen hat? Ok, diese Käufer sind selbst schuld)
2. Eine eigene Luftibus-Bewertung angeben, welche durch nichts untermauert werden konnte. Es gab keine Nachfrage oder Transkationen zu diesem Wert (siehe Punkt 10.)
3. 2014 machte man weniger Umsatz als 2013. Nicht schlimm, aber wenn man von Grössenverhältnissen von 5 und 3.5mio USD spricht ist das nicht nur lächerlich, sondern für eine Börse schlicht peinlich. Weiteres Beispiel: 2014 hatte man immaterielle Anlagen von 1.8mio, 2015 schrieb man 1.5mio davon ab. Um eine Bilanzsumme von 1-3mio (2015 / 2014) - davon das meiste Cash - zu revidieren hat BDO 240'000 kassiert. Die Webseite von Wisekey ist mit 95'000 aktiviert. Mal angesehen?
3. Der 2014er-Umsatz ist zu 88% von einem Kunden, Hublot. Klumpenrisiko oder Klumpenchance?
4. Man hatte 2014 Marketingausgaben von über 17mio USD. Auswirkung? Rückgang des Umsatzes von 3.5mio 2014 auf 2.3mio in 2015. Ich wiederhole: Marketingausgaben von 17mio, um einen gesamten Umsatz von 2.3mio zu erreichen. Siehe Punkt 7. Mit diesem Geld hätte man etwa 140 Sales-Personen ein Jahr lang beschäftigen können. Nein, man braucht einen Botschafter.
5. Verwässerung I; 60mio werden noch als Kapitalerhöhung in Zukunft fliessen. Je tiefer der Preis, umso höher die Verwässerung. Das Management spricht von 15 CHF pro Aktie, jetzt ist sie ein Viertel. GEM als Investor lacht sich gerade ins Fäustchen. Aus dem Jahresbericht über genehmigte Kapitalerhöhung: "The board of directors of the Company (the Board) is authorized to issue new Class B Shares at any time during a period expiring March 16, 2018 and thereby increase the Company's sharecapital, without the approval of the shareholders, by a maximum amount of approximately 41.2% of the Company's share capital registered in the commercial register, corresponding to a maximum amount of CHF 466,742.35 or up to 9,334,847 new Class B Shares." Und zusätzlich die bedingte Kapitalerhöhung: "The Articles provide for a conditional share capital that authorizes the issuance of new Class B Shares of up to a maximum amount of 47.1% of the share capital registered in the commercial register, corresponding to a maximum amount of CHF 533,460.60 or up to 10,669,212 new Class B Shares without obtaining additional shareholder approval". Viel Spass.
6. Verwässerung II: die heute Transaktion ist mit einer 11mio CHF Wandelanleihe finanziert worden. Verwässerung von nochmals 20% (auf aktuelles Kapital, ohne Punkt 5.)...
7. Markenbotschafter Kevin Spacey. Wieso, warum und überhaupt? Wo ist seine Kompetenz in Cybersecurity? Nein, hier will sich ein Sonnenkönig nur im Ruhm eines Prominenten suhlen.
8. Zwei Aktienklassen mit unterschiedlichen Stimm-/Kapitalanteil. Legal, aber spätestens seit Sika sollte jedem klar sein, wie unseriös hier ein Börsengang ist. Man will das Geld, aber keine Macht abgeben. Muss jeder selber wissen.
9. CEO und VRP in Personalunion
10. Zum Schluss das Beste: Beim IPO wurden keine Aktien ausgegeben. Nur die bestehenden Aktien in den Markt gebracht (btw, diejenigen mit weniger Stimmrecht). Woher kommt also der Markt? Richtig, der kann gar nicht entstehen, solange nicht ein Altaktionär Aktien auf den Markt wirft. Tut er das, wenn er denkt, die Firma sei 15 CHF/Aktie wert? Nein. Hat er es dennoch getan? Nein. Das Volumen ist nicht nur marginal, es ist schlicht nicht vorhanden für ein richtiges Funktionieren der Börse. Die ersten paar Tage ausgeklammert gab es ein Volumen von durchschnittlich etwa CHF 80'000 (bei einer Kapitalisierung von 50mio ist das 1.5Promille). Kein liquider Markt (wieso die SIX einen solchen Börsengang erlaubt ist mir schleierhaft, aber wird wohl schon ihre Grundlagen haben).
Vor und nach Verwässerung braucht Wisekey also eine brutale Skalierung, um den aktuellen Wert zu rechtfertigen, geschweige denn die CHF 12-15 pro Aktie. Möglich in diesem Business, aber dann war das Management (hier also doch noch Punkt 11) einfach nur dumm, nicht 3 Jahre zu warten und dann mittels einer Kapitalerhöhung so richtig (so richtig richtig) beim IPO zu kassieren.
Dies sind meine don'ts, das einzige do ist die Skalierung.