Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03547.jsonl.gz/1038

Untertitel: Die erst 19-jährige Äthiopierin gewinnt das Frauen-Rennen
Autor: VonFRANKSTETTLER
Mit ihren 19 Lenzen ist Tola Zenebech hierzulande bereits eine absolute Spitzenläuferin. In diesem Jahr gewann sie die 20 km vonLausanne und wurde jeweils Dritte beim GP Bern und beim Frauenlauf. 2002 entschied sie den Kerzerslauf zu ihren Gunsten. Dazu kam der zweite Platz hinter Chantal Dällenbach beimMurtenlauf sowie ein dritter Rang beim Greifensee-Lauf. Schade nur, dass Tola Zenebech ihre Klasse nicht auch auf internationaler Bühne beweisen kann. Als Flüchtling in der Schweiz darf sie im Ausland nicht an den Start.
Gestern beim Murtenlauf aber war Tola Zenebech eine Klasse für sich. Gleich nach dem Startschuss zog sie auf und davon. Die Rolle der «Lokomotive» übernahm dabei Landsmann MenashuTaye, der im Rennen der Männer 26. wurde und praktisch bis ins Ziel an der Seite Zenebechs blieb.
Der hohen Kadenz vonZenebech, die vor allem mit Männern trainiert, waren nicht einmal die Äthiopierinnen Emebet Abomsa – sie siegte beim Jungfrau-Marathon – und Worku Tsige gewachsen. Zenebech lief ein einsames Rennen: «Ich wollte den Rekord holen. Doch mit diesem Regen war es schwierig.»
Ein schnelles Ehepaar
ImZiel hatte Zenebach der zweitplatzierten Abomsa 1:30 Minuten abgenommen. Worku hatte gar 3:30 Minuten eingebüsst. Abomsa anerkannte neidlos: «Tola war heute zu schnell für mich.» Dennoch konnte die 29-Jährige einen privaten Teilerfolg feiern. Ihr Ehemann Mengesha wurde bei den Männern nämlich «nur» Dritter.