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Kartoffeln gehören zu unseren wichtigsten Nahrungspflanzen. Uns Heutigen ist kaum mehr vorstellbar, womit sich die Völker Europas ernährten, bevor die wunderbare Knolle Ende des 16. Jahrhunderts – nach den Entdeckungsreisen des Kolumbus im 15. Jahrhundert – mit den Spaniern in die Alte Welt kam.
Als ganz besonderes königliches Geschenk schickte Philipp II. von Spanien 1565 dem Papst die ersten Kartoffelpflanzen. Und die Engländer lernten um 1590, als sie spanische Schiffe eroberten, die Kartoffeln kennen. Doch lange Zeit wurden die neuen Knollen in der Alten Welt nicht als Nahrungsmittel geschätzt. Erst nachdem Preussen dank dem Kartoffelanbau die Hungersnöte des Siebenjährigen Krieges (1756 – 1763) wohl überstanden hatte; und nachdem die Teuerung der 1770-Jahre in Frankreich die wertvolle Knolle sogar am französischen Königshof beliebt machte, etablierten sich Kartoffeln in weiten Teilen Europas als Grundnahrungsmittel.
Die Kartoffelpflanze stammt ursprünglich aus den lateinamerikanischen Anden, aus den peruanischen Gebirgen und aus Chile. Schon in vorchristlicher Zeit kannten und schätzten die Inka zahlreiche Sorten, die sie in Höhen bis weit über 3 000 Meter kultivierten. Sie nannten die Knollen «papas»; im mexikanischen Spanisch heissen sie noch immer so. Bei den spanischen Eroberern des 15. Jahrhunderts wurde das Wort zu «patata», woraus später bei den Engländern «potatoe» wurde. Der deutsche Name Kartoffel hingegen kam aus dem italienischen «tartufolo» und dem französischen «cartoufle»; denn Italiener und Franzosen sahen in den Knollen Ähnlichkeiten mit den ihnen bekannten Trüffeln.
Seit Kartoffeln in Europa kultiviert wurden, gab es keine Hungersnot mehr. Selbst im Zweiten Weltkrieg nicht, als Kartoffeln in allen Gärten und Pärken – sogar auf dem Zürcher Sechseläutenplatz – angepflanzt wurden. Heute werden in der Schweiz auf ca. 14 000 Hektaren mehr als 20 Kartoffel-Sorten angebaut. Sie alle haben eine unglaublich vielfältige Verwendungsmöglichkeit, von Salzkartoffeln, Geschwellten, Rösti, Gnocchi, zu Brot sogar bis zu Kartoffelschnaps; und vor allem zu unserem Rezept „Kartoffel-Currylinsen mit Poulet“ von Brigitte Aeberhard.
Der Name «patata» lebt jedoch auch bei uns weiter: Bataten heissen die rotbraunen oder violetten Süsskartoffeln, die gegenwärtig auch hierzulande als «Powerfood» angepriesen werden. Süsskartoffeln sind nur dem Namen nach verwandt mit den «richtigen» Kartoffeln. Sie gehören – wie die chinesische Jamswurz und der Topinambur – zu den Windengewächsen, während die Kartoffel ein Nachtschattengewächs ist.
Auch die Bataten stammen ursprünglich aus Südamerika. Heute werden sie in vielen tropischen Ländern angebaut. Je wärmer das Klima ist, in dem sie gedeihen, desto süsser wird die Knolle. Es gibt sie in vielen Grössen, Formen und Farben; und sie können im grossen ganzen so wie Kartoffeln zubereitet werden. Ihre Schale ist etwas dicker als die der Kartoffel, kann aber auch mitgegessen werden; die Süsskartoffel hat eine Kochzeit von 15 – 20 Minuten, also etwas kürzer als die «richtige» Kartoffel.
Kartoffel und Süsskartoffel
Kartoffeln gehören zu unseren wichtigsten Nahrungspflanzen. Uns Heutigen ist kaum mehr vorstellbar, womit sich die Völker Europas ernährten, bevor die wunderbare Knolle Ende des 16. Jahrhunderts – nach den Entdeckungsreisen des Kolumbus im 15. Jahrhundert – mit den Spaniern in die Alte Welt kam.