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Identifikation
Signatur:
Ar 428
Entstehungszeitraum / Laufzeit:
1904-2016
Umfang:
9.3 m
Kontext
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
„Wir sind ein Institut der katholischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbewegung, greifen sozialpolitische und sozialethische Fragen auf, bearbeiten diese fachlich fundiert und vermitteln sie bedürfnisgerecht.“ (aus den Leitlinien des Sozialinstitutes KAB).
Infolge der zweiten Industrialisierung waren viele Arbeitssuchende aus den traditionell katholischen Kantonen in die Industriegebiete des schweizerischen Mittellandes gezogen, wo sie sich in vorgewerkschaftlichen Arbeitervereinen zusammen schlossen. 1888 gründeten Josef Beck, Caspar Decurtins und Ernst Feigenwinter den Verband der katholischen Männer- und Arbeitervereine. Als eigentliches Gründungsdatum der KAB Schweiz gilt der 29. Januar 1899 (Gründung des Arbeitervereins St. Gallen). 1903/1904 wurde der Zentralverband christlichsozialer Organisationen gegründet (Vereine, Gewerkschaften, Selbsthilfeorganisationen, parteipolitische Kommissionen). Unter seinem Dach entstand am 10. November 1907 in Luzern der Verband christlich-sozialer Arbeiter-Vereine der Schweiz; der neue Verband vertrat 31 Vereine mit 4'381 Mitgliedern. Die zentrale Rolle innerhalb des Verbandes der Arbeitervereine spielte das «politische Komitee», das mit zahlreichen Eingaben bis in den Bundesrat auf die eigenen Ziele aufmerksam machte. Die stark ablehnende Haltung der Organisation gegenüber dem Generalstreik von 1918 brachte dem KAB die Anerkennung breiter politischer Kreise. Mit Beschluss vom 2. Dezember 1918 erfolgte der Austritt aus dem Schweizerischen
Arbeiterbund.
Zwischen 1920 und 1940 halbierte sich die Mitgliederzahl, nicht zuletzt aufgrund wirtschaftlicher Faktoren. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden die Arbeitervereine und Freiwilligenorganisationen zu einer neuen Selbstständigkeit, was schliesslich 1954 in der Gründung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der religiös-sozialen Standesvereine (SASS) zum Ausdruck kam. Die SASS wurde aus dem Verband der kath. Arbeiterinnen- und Angestelltenvereine (KAiV), dem Verband der katholischen Arbeitervereine (KAV) und dem Verband der katholischen Hotel- und Restaurantangestellten (Horesa) gebildet. Dieser neuen Organisation war jedoch kein Erfolg bestimmt. KAB/F und KAB/M gründeten deshalb 1964 als neue Dachorganisation die KAB (Katholische Arbeiterinnen-, Arbeiter- und Angestelltenbewegung der Schweiz); Fusion 1973. Nach der Gründung des Sozialinstitutes (1963) erlebte die Bildungsarbeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Die Christliche Arbeiterjugend der deutschsprachigen Schweiz (CAJ) geht zurück auf die Jungarbeiterinnentreffen in den 1950er Jahren (ab 1954) und bestand zwischen 1961 und 1981. 1998 zählte die KAB Schweiz 200 Sektionen mit 14'123 Mitgliedern.
Übernahmemodalitäten
Die Übernahme der Akten erfolgte am 3. Februar 2005 und wurde von Helen Müller betreut. Anfang Dezember 2011 wurden die Sektionsunterlagen sowie eine Sammlung von Bildungs- bzw. Arbeitsmappen nachgeliefert. Diese Unterlagen wurden in den Signaturgruppen Ar 428.40 u. Ar 428.45 erfasst (Umfang: 1.9 laufende Meter). Eine umfangreiche Nachlieferung, betreut von Arlette Marti, erfolgte am 11.03.2016 im Zusammenhang mit einer Büroreorganisation am Standort Ausstellungsstrasse 21, Zürich ; diese Nachlieferung wurde unter den Signaturen Ar 428.50-58 verzeichnet.
Inhalt und innere Ordnung
Form und Inhalt
Der Bestand enthält: Protokolle des Zentralvorstandes, des Verbandsvorstands, des Landesvorstands, des Geschäftsausschusses, der DV, verschiedener Kommissionen; Organisationshistorisches; Statuten; Rundbriefe; Mitgliederstatistiken; Drucksachen; Korrespondenzen; diverse Akten; Leserbriefe; Unterlagen zu verwandten Organisationen; Publikationen; Akten von Jugend- und Frauenverband, der Weltbewegung der Christlichen Arbeiter (WBCA). Im Archiv des KAB sind nur wenige Dokumente aus der Zeit vor 1950 erhalten. Vorhanden ist das Protokollbuch des Verbandes der christlich-sozialen Arbeitervereine der Schweiz 1907-1914. Der Bestand widerspiegelt die bewegte Vergangenheit der KAB. Die Bildung von Aktenserien wird durch zahlreiche Strukturreformen erschwert. Thematisch verwandte Dokumente sind deshalb unter verschiedenen Signaturen zu finden. Der Fotobestand wurde der Abteilung Bild+Ton des Schweizerischen Sozialarchivs übergeben.
Neuzugänge
Es werden Neuzugänge erwartet.
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen vorwiegend in deutscher Sprache
Sachverwandte Unterlagen
Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen
Literatur:
Verzeichnungskontrolle
Informationen der Bearbeiter*in
Der Bestand wurde im Winter 2004/2005 von Franziska Leimgruber geordnet. Die Verzeichnung erfolgte im Februar 2005 durch Roman Kern.