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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

50. Vortrag
9.
[Forts. v. [S. 741] ] Schließlich höre auch hier, wie diese Salbe den einen ein guter Geruch zum Leben, den andern ein guter Geruch zum Tode war. Nachdem die fromme Maria dies aus Dienstgefälligkeit gegen den Herrn getan hatte, „sagte sogleich einer von seinen Jüngern, Judas Ischariot, der ihn verraten sollte: Warum ist diese Salbe nicht um dreihundert Denare verkauft und der Erlös den Armen gegeben worden?“ Wehe dir, du Unglückseliger! Der gute Geruch hat dich getötet. Warum er nämlich dies sagte, hat der heilige Evangelist mitgeteilt. Es würden aber auch wir, wenn uns seine Absicht durch das Evangelium nicht verraten würde, meinen, er habe dies aus Sorge für die Armen sagen können. So ist es nicht; sondern wie? Höre den wahrheitsliebenden Zeugen: „Dies aber sagte er, nicht weil er sich um die Armen bekümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und, was eingelegt war, trug“. Trug oder wegtrug? Doch als Diener trug er es, als Dieb trug er es weg.