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Titel
Holland,
im weitern
Sinn gewöhnlicher
Name für das
Königreich der
Niederlande,
[* 2] im engern
Sinne nur der nordwestlichste
Teil dieses
Landes, der westlich und nördlich von der
Nordsee, östlich von dem
Zuidersee,
Utrecht
[* 3] und
Gelderland,
südlich von
Brabant und
Zeeland umschlossen wird und gegenwärtig in die zwei
Provinzen
Nord- und
Südholland zerfällt. Das
Gebiet derselben entspricht dem
Umfang der ehemaligen
Grafschaft
Holland bis auf einige
Bezirke jenseit der
Maas und des
Hollandsdiep,
die zu
Nordbrabant geschlagen sind.
Die Provinz Nordholland bildet in ihrem größten Teil eine Halbinsel, die im S. durch eine Landenge mit dem Festland zusammenhängt, und um welche sich im N. die Reihe der Inseln Wieringen, Texel, Vlieland anschließt. Sie umfaßt das alte Westfriesland, das Wasserland und einen Teil des Kennemerlandes, während der östliche, höhere und hügelige, an Utrecht grenzende Teil der Provinz Gooiland genannt wird. Die Provinz wird im N. und W. von der Nordsee, im O. von dem Zuidersee und Utrecht, im S. von Südholland umschlossen und enthält 2769,77 qkm (50,3 QM.). Das Land gehört zu den niedrigsten Teilen des Königreichs und hat einen nassen, zum Teil moorigen, sehr fruchtbaren Boden, der jedoch mehr zur Viehzucht [* 4] als zum Ackerbau benutzt wird, sowie ein feuchtes und veränderliches Klima. [* 5]
Gegen die Nordsee ist es durch hohe Dünen geschützt. An Kommunikationsmitteln besitzt Nordholland in seinen Flüssen (Vecht, Drecht, Amstel, Gein, Gaasp, Sparn, Zaan), dem großen Nordholländischen Kanal, [* 6] dem Kanal von Amsterdam [* 7] nach Ymuiden und einer Menge andrer Wasserstraßen sowie in den Eisenbahnen (s. unten) einen großen Reichtum. Die Bevölkerung [* 8] beläuft sich auf (1886) 773,539 Seelen (279 auf 1 qkm), von denen 67,5 Proz. der reformierten und 27,5 Proz. der römisch-katholischen Kirche angehören. Hauptlandesprodukte sind: Kartoffeln, Roggen, Gerste, [* 9] Weizen etc.;
56,1 Proz. des Flächengehalts kommen auf Wiesland. An Wald (2,3 Proz.) ist Nordholland arm, nur das Gooiland und die Dünenseite haben etwas Eichenwaldung;
anderwärts ¶
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finden sich Erlen und Ulmen. Von größerer Bedeutung sind die Schilfrohrländer. Sehr gering ist die Obstzucht, um so wichtiger aber die Blumenzucht (bei Haarlem, [* 11] Aalsmeer und Naarden). Viehzucht wird in großem Umfang betrieben, infolgedessen ist auch die Käsebereitung sehr stark (jährlich kommen etwa 6 Mill. kg zu Markte). Bedeutend ist außerdem der Wollhandel, der seine Hauptmärkte auf der Insel Texel hat. Die Fischerei [* 12] in den Binnengewässern hat durch das Austrocknen des Haarlemer Meers sehr gelitten. Die meiste Fabrikindustrie findet man in der Zaangegend (Papier- und Ölfabriken, Graupen- und Holzsägemühlen, Segeltuchfabriken), im Gooiland (Webereien) und in Amsterdam und Haarlem. Außerdem bilden Schiffbau, Seefischerei, Schiffahrt und Handel, in einzelnen Strichen an der Nordsee und dem Zuidersee auch das Einsalzen und Räuchern von Fischen Haupterwerbszweige der Bewohner. Hauptstadt ist Amsterdam.
Südholland, die bevölkertste und mit Nordholland wohlhabendste Provinz des Königreichs, grenzt nördlich an Nordholland, östlich
an Gelderland und Utrecht, südlich an Nordbrabant und Zeeland, östlich an die Nordsee und umfaßt 3021,63
qkm (54,9 QM.). Das Gebiet der Rhein- und Maasmündungen umfassend, besteht es zur Hälfte aus großen, zwischen den Flußarmen
liegenden Inseln und ist außerdem mit einer Menge von Seen bedeckt. Der vom Alten Rhein durchflossene Landstrich heißt Rheinland
(der Garten
[* 13] von
Holland), der südwestlich davon liegende Delfland, die Insel südlich von Rotterdam
[* 14] Ysselmonde,
die kleinere im W. Rozenburg; die südlich von der Maas liegende heißt im W. Voorne, in der Mitte Beyerland, im O. Stryen,
die südwestlichste große Overflakkee, im Nordwestteil Goeree.
Das Land bildet, ähnlich wie Nordholland, eine ebene, tief liegende Fläche, hat eine mit Dünen eingefaßte Küste, einen moorartigen Boden, welcher durch Kanäle und Abzugsgräben für die Kultur gewonnen worden ist, große, herrliche Viehtriften und nur etwas mehr Ackerbau als Nordholland. Die namhaftesten Gewässer sind: der Alte Rhein, die Yssel, Leck, Merwede, Maas, Grevelingen, Krammer und das Hollandsdiep (letztere drei auf der Südgrenze). Die Bevölkerung beläuft sich auf (1886) 896,585 Seelen (fast 296 auf 1 qkm), von denen 73,5 Proz. der reformierten und 24,5 Proz. der römisch-katholischen Kirche angehören.
Die Provinz erzeugt viel Weizen, Kartoffeln, Gerste, Hafer, [* 15] Flachs u. Hanf; das Wiesland nimmt auch hier mehr als die Hälfte des Areals ein (53,9 Proz., während auf Ackerland 21,9, auf Wald 3,3 Proz. entfallen). Holz [* 16] findet sich im SW. und auf dem Biesbosch. Bedeutend ist auch hier die Blumenzucht sowie die Baum- und Strauchgärtnerei (Boskoop). Im sogen. Westland werden auch ausgezeichnete Küchengewächse sowie berühmte Trauben gezogen, die viel nach England gehen.
Die Viehzucht ist äußerst blühend, und die Käsebereitung liefert besonders um Leiden, [* 17] Gouda und Stolk weitberühmte Ware. Dabei ist auch die Fabrikindustrie in Südholland sehr ausgedehnt. Eine Hauptbeschäftigung bildet an den Ufern der holländischen Yssel und des Alten Rheins die Steinbäckerei, deren ausgezeichnetes Produkt namentlich zu wasserdichten Bauten verwendet wird. Ferner ist Südholland Hauptsitz der Genever- oder Kornbranntweinbereitung (vorzüglich in Schiedam), deren Fabrikat bis nach Ostindien, [* 18] Amerika [* 19] und Australien [* 20] versendet wird. Das dazu nötige Getreide [* 21] kommt meist aus Rußland und Preußen. [* 22] Weitere Erwerbszweige sind: Tauschlägerei, Ziegel- und Torfbrennerei, Schiffahrt und Schiffbau, Seefischerei und der sowohl nach dem Binnenland als zur See äußerst lebhafte Handel. Hauptstadt ist Haag. [* 23] - Trotz des wasserreichen Terrains durchziehen zahlreiche Eisenbahnen die beiden Provinzen, so die Linien Rotterdam-Haarlem-Amsterdam, Uitgeest-Helder, Uitgeest-Amsterdam der Holländischen Eisenbahn; Utrecht-Gouda-Rotterdam, Gouda-Haag, Woerden-Leiden, Utrecht-Amsterdam und Harmelen-Breukelen der Niederländischen Rheinbahn; Rotterdam-Dordrecht-Moerdijk der Niederländischen Staatsbahn. S. Karte »Niederlande«.
Geschichte.
Holland hieß ursprünglich Holtland (Holzland) vom dichten Buschwerk der Inseln an der Maasmündung, und der Name des Landes, welches zu Lothringen, später zum deutschen Herzogtum Niederlothringen gehörte, taucht in der Geschichte zuerst im 10. Jahrh. auf: 922 erhielt ein Graf Dietrich (I.) von Holland die Kirche zu Egmond mit ihren Gütern von Karl dem Einfältigen zum Geschenk, und er und seine Nachfolger brachten die räuberischen Bewohner des Landes zwischen dem Zuidersee und der Scheldemündung unter ihre Botmäßigkeit.
Hartnäckig und von wechselndem Erfolg waren die Kämpfe der Grafen gegen die Westfriesen im jetzigen Nordholland. Graf Arnulf verlor gegen sie 1004 bei Winkelmade Sieg und Leben. Sein Sohn Dietrich III. (1004-1039) kämpfte ebenfalls unglücklich gegen die Friesen und suchte daher seine Macht im Süden auszubreiten, wo er die Burg Dordrecht [* 24] gründete und einen Schiffszoll erhob; die Scharen des Herzogs von Niederlothringen, die auf die Beschwerde des Bischofs Adalbold von Utrecht die Burg zerstören wollten, erlitten bei Vlaardingen 1018 eine furchtbare Niederlage.
Graf Dietrich IV. kämpfte im Bund mit Herzog Gottfried III. von Lothringen gegen Kaiser Heinrich III., der 1046 Dordrecht einnahm; beim Versuch, es wiederzuerobern, fiel der Graf. Sein Bruder und Nachfolger Florens I. fand im Kampf gegen die Friesen 1061 den Tod. Sein Sohn Dietrich V. folgte ihm unter der Vormundschaft seiner Mutter Gertrud. Mit dieser vermählte sich Robert, Graf von Flandern, und verteidigte seinen Stiefsohn Dietrich V. mit Erfolg gegen den Bischof von Utrecht, der mit Hilfe des Erzbischofs Anno von Köln [* 25] vom Kaiser Heinrich IV. die Belehnung mit Holland erschlichen hatte und an Herzog Gottfried dem Höckerigen von Lothringen einen mächtigen Bundesgenossen fand.
Schließlich aber wurde Robert 1072 bei Leiden von Gottfried besiegt, dem der Bischof nun die Grafschaft abtrat; aber nach seiner Ermordung 1076 bemächtigte sich der inzwischen herangewachsene Dietrich v. wieder seines Erbes. Nach seinem Tod (1091) genoß Holland eines langen Friedens unter der Regierung Florens' Holland (1091-1122) und Dietrichs VI. (1122-57), eines Neffen des Kaisers Lothar, der indes wieder in Krieg mit den Westfriesen geriet, welche seinen eignen Bruder Florens den Schwarzen zu ihrem Anführer erwählt hatten. Er starb nach der Rückkehr von einem Zug nach dem Heiligen Land 1157. Sein Sohn und Nachfolger Florens III. führte einen unglücklichen Krieg mit Flandern, geriet 1168 in Gefangenschaft und sah sich genötigt, alles Land westwärts von der Schelde von Flandern zu Lehen zu nehmen und Walcheren sowie mehrere Scheldeinseln an Flandern abzutreten. Durch seinen Bruder, den Bischof von Utrecht, wurde er auch mit den Westfriesen in unglückliche Kriege verwickelt. Unter ihm begannen die Auswanderungen nach Nordostdeutschland. Endlich unternahm er 1188 einen Zug nach Palästina [* 26] und starb 1190 in Antiochia. ¶
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Sein Sohn Dietrich VII. führte Krieg mit seinem Bruder Wilhelm, welchen die Friesen zu ihrem Oberhaupt erwählt hatten, und dem Herzog Heinrich I. von Lothringen; er wurde gefangen, mußte sich loskaufen und starb 1203. Auf Verlangen des Adels folgte ihm sein Bruder Wilhelm, der mit dem Grafen Ludwig von Looz, dem Gemahl der Tochter Dietrichs, Ada, lange Zeit um den Besitz von Holland zu kämpfen hatte. Dann focht er auf Englands Seite gegen Frankreich, wurde 1214 in der Schlacht bei Bouvines gefangen, verbündete sich hierauf mit Frankreich gegen England, wurde deshalb von dem Papste, dem Bundesgenossen Englands, in den Bann gethan, machte einen Kreuzzug mit und starb nach seiner Rückkehr von Palästina 1228. Sein Sohn Florens IV. nahm am Kreuzzug gegen die Stedinger teil und verlor sein Leben bei einem Turnier 1234. Dessen Sohn Wilhelm II., der ihm als sechsjähriger Knabe folgte, wurde 1247, kaum 20 Jahre alt, von der päpstlichen Partei zum deutschen König erwählt, aber von seinen eignen Anhängern unter den Fürsten mit Geringschätzung behandelt. Er führte einen glücklichen Krieg gegen Margarete von Flandern und wollte 1256 die rebellischen Friesen züchtigen, verunglückte aber auf diesem Feldzug, indem er mit seinem Pferd [* 28] in einem Sumpfe versank, in welchem sein Leichnam erst 1282 aufgefunden wurde.
Sein Sohn Florens V., kaum zwei Jahre alt, stand erst unter der Vormundschaft verschiedener Fürsten, trat aber schon 1266 die Regierung selbst an und herrschte kraftvoll und mit Erfolg. Er unterwarf nach zwei Siegen, [* 29] 1282 und 1287, die Westfriesen, löste Zeeland von der Lehnspflicht gegen Flandern und hob das Städtewesen durch Verleihung einer freien Gemeindeordnung. Uneinig mit einem Teil des Adels, den er sich völlig unterwerfen wollte, und auch mit seinem frühern Freunde, dem König Eduard II. von England, wurde er 1296 zu Utrecht von einigen Edelleuten (Gysbrecht van Amstel) listigerweise aufgehoben und sollte nach England geschafft werden.
Durch die Versuche der Seinigen, ihn zu befreien, wurden jedoch seine Entführer bewogen, ihn zu ermorden. Da sein unmündiger Sohn Johann II. schon 1299 starb, so folgte der Sohn Adelheids, der Schwester des deutschen Königs Wilhelm, Johann von Avesnes, Graf von Hennegau, der sich auch gegen einen Versuch Albrechts I., als erledigtes Lehen für das Haus Habsburg einzuziehen, glücklich behauptete, und so wurde Holland mit Hennegau vereinigt. Johann II. führte lange und unglückliche Kriege mit Flandern und starb 1304. Sein Sohn Wilhelm III. setzte den Krieg mit Flandern fort, schloß 1323 einen leidlichen Frieden, eroberte dann Westfriesland und verleibte es seinen Besitzungen ein. Im Innern hob er die Städte, deren Abgeordnete er zur Mitwirkung bei der Regierung heranzog. Auch gelang es ihm, das Bistum Utrecht seiner Oberhoheit zu unterwerfen. Nach seinem (1337 in Valenciennes erfolgten) Tod kam sein kriegslustiger Sohn Wilhelm IV. zur Herrschaft, der 1343 gegen die heidnischen Litauer zog und 1345 bei Staveren im Kampf gegen die aufrührerischen Friesen endete.
Mit Wilhelm IV. starb der hennegauische Mannesstamm aus, und Holland fiel nun mit Hennegau und Zeeland an Margarete, die zweite Tochter Wilhelms III., Gemahlin Kaiser Ludwigs des Bayern, [* 30] welche dieser mit als mit einem Reichslehen belehnte. Nach dem Tod ihres Gemahls (1347) kehrte sie nach Holland zurück, das unterdessen ihr Sohn Wilhelm V. verwaltet hatte. Diesem, dem ersten Grafen von aus dem Haus Bayern, gab sie und Zeeland unter der Bedingung, daß er ihr Hennegau als Wittum lassen sollte.
Da er es jedoch nicht that, so kam es in Holland zum Bürgerkrieg, in welchem sich das Volk in zwei Parteien spaltete, die Hoeks (Angelhaken), Anhänger der Margarete, und die Kabeljaus, Anhänger Wilhelms. Der Krieg wurde mit Erbitterung geführt. In einem Seetreffen bei Veern (1351) siegten zwar die Anhänger Margaretes, aber bei zu unvorsichtiger Verfolgung wurden sie bei Briel geschlagen und mußten sich nach England flüchten. Daselbst kam eine Aussöhnung zu stande, indem bestimmt ward, daß Margarete Hennegau, Wilhelm dagegen die übrigen Provinzen behalten solle.
Margarete starb 1355, und zwei Jahre später ward Wilhelm V. wahnsinnig, so daß er bis zu seinem Tod (1389) eingeschlossen werden mußte. Nun kam der alte Zwist der Parteien von neuem zum Ausbruch, indem die Kabeljaus Wilhelms V. Gemahlin Margarete von Lancaster als Regentin bestätigt, die Hoeks dagegen Wilhelms Bruder, den Bayernherzog Albrecht, zum Ruwart (Vizekönig) haben wollten. Letztere drangen durch, Albrecht wurde Regent und nach Wilhelms Tod (1389) Graf von Holland. Er begünstigte anfangs die Hoeks, später aber, durch seine Geliebte, Adelheid von Polgeest, beeinflußt, die Kabeljaus.
Dafür rächten sich die Hoeks und ermordeten auf Anstiften von Albrechts Sohn Wilhelm Albrechts Geliebte. Der Sohn floh vor dem Zorn seines Vaters, versöhnte sich aber später, als Albrecht die Friesen angriff, wieder mit ihm, übernahm den Oberbefehl und besiegte die Friesen. Nach Albrechts Tod (1404) folgte ihm sein Sohn Wilhelm VI. Vor seinem Tod (1417) ließ dieser seine Tochter Jakobäa (Jacqueline), welche, bis 1415 mit Johann, Dauphin von Frankreich, verheiratet, sich dann mit dem Herzog Johann von Brabant vermählt hatte, als Erbin und Gräfin von Holland anerkennen.
Während die Hoeks dieser Bestimmung Folge leisteten, unterstützten dagegen die Kabeljaus den Vatersbruder Jakobäas, Johann, Herzog von Bayern, der früher Bischof von Utrecht gewesen war, aber den geistlichen Stand verlassen hatte, um die Regierung anzutreten, und verhalfen demselben in der That zum Besitz von Holland Jakobäa, die Johann von Brabant verlassen und den Herzog Humfred von Gloucester geheiratet hatte, bekriegte nun in Gemeinschaft mit diesem ihren Oheim und ihren vorigen Gemahl, der ihr Hennegau vorenthielt, aber vergebens.
Sie geriet 1423 in Gefangenschaft und wurde ihrem Oheim Philipp von Burgund, der sich auf die Erbschaft Jakobäas Hoffnung machte, ausgeliefert. Zwar gelang es ihr, aus der Gefangenschaft zu entkommen, und auch der Herzog Johann von Bayern starb an Gift 1424; allein dies alles nützte ihr nichts, indem der Herzog von Brabant zum Grafen von und Herzog Philipp von Burgund zum Ruwart und nächsten Erben der Grafschaft und Zeeland erklärt wurde. Jakobäa verteidigte sich noch eine Zeitlang heldenmütig; als sich jedoch auch der Herzog von Gloucester von ihr scheiden ließ und sie noch von andern Unfällen betroffen wurde, sank ihr endlich der Mut. In einem 1428 mit Philipp von Burgund geschlossenen Vertrag erkannte sie diesen als Regenten von und Zeeland sowie als Nachfolger an und behielt sich selbst bloß Hennegau und einige Einkünfte vor. Nach ihrem 1436 erfolgten Tod fiel auch Hennegau an Burgund. Philipp war nun im ungestörten Besitz der ganzen Erbschaft, und Holland teilte seitdem die Schicksale Burgunds (s. d., S. 666). Mit diesem kam es durch die Heirat Maries, der Erbtochter von Burgund, an Maximilian von Österreich, [* 31] ¶