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Dies ist einer der bekanntesten Mythen, der sich seit vielen Jahren hält: Ist der Schwangerschaftsbauch eher spitz, soll die Frau einen Jungen erwarten, ist der Bauch eher breit, kommt bald ein Mädchen zur Welt. Laut Experten taugt die Form des Schwangerschaftsbauches nicht, um eine Prognose über das Baby-Geschlecht zu stellen. Sie hat vielmehr mit der Körperform, der Haltung und der Muskulatur der schwangeren Frau sowie der Grösse des Babys zu tun.
Wer in der Schwangerschaft Heisshunger auf Süsses hat, soll ein Mädchen erwarten, hat man eher Lust auf Saures, wirds ein Junge. Auch diese These lässt sich wissenschaftlich nicht belegen. Veränderte Gelüste gelten lediglich als Reaktion auf hormonelle Veränderungen, die den Geschmacks- und Geruchssinn der werdenden Mütter beeinflussen.
Starke Morgenübelkeit gleich Mädchen, keine Morgenübelkeit gleich Junge – so der Mythos. Und an dem könnte laut schwedischen Forschern tatsächlich etwas dran sein. Sie führten mit einer Million schwangerer Frauen eine Studie durch und kamen zum Schluss, dass jene, die über starke Morgenübelkeit klagten, öfter Mädchen zur Welt brachten. Schuld daran könnte das Schwangerschaftshormon HCG sein. Hat die werdende Mutter ein Mädchen im Bauch, ist die Konzentration des Hormons im Blut nämlich höher. Da zu Beginn der Schwangerschaft jedoch rund 80 Prozent aller Frauen an Morgenübelkeit leiden, kann dies nicht als sicherer Hinweis aufs Baby-Geschlecht gewertet werden – weil natürlich nicht 80 Prozent aller Neugeborenen Mädchen sind.
Die Behauptung: Schläft eine schwangere Frau meist auf der linken Seite, erwartet sie ein Mädchen. Schläft sie häufiger auf der rechten Seite, wird es ein Junge. Diese These lässt sich wissenschaftlich nicht belegen und gehört ins Land der Legenden.
Auch das ist Blödsinn. Vermutlich stammt die These aus einer Zeit, in der man noch davon ausging, dass Jungs generell stark und Mädchen sanft sind – und zwar bereits als Embryos. Denselben Ursprung hat wohl auch die (falsche) Aussage, dass männliche Babys im Bauch stärker treten sollen als weibliche.
Das sagt der amerikanische Arzt Dr. Landrum Shettles in seinem Buch «How to Choose the Sex of Your Baby», das 1970 erschienen ist. Ihm zufolge ist die Wahrscheinlichkeit höher, einen Jungen zu bekommen, wenn man genau während des Eisprungs oder kurz danach Sex hat. Der Grund dafür: Weibliche Spermien sind langsamer als männliche, können dafür aber länger überleben. Hat man also vor dem Eisprung Sex, sind es die weiblichen Spermien, die zum Zeitpunkt der möglichen Befruchtung noch übrig sind. Shettles geht davon aus, dass unter Beachtung des Zeitpunkts mit einer Erfolgsquote von 75 Prozent gezielt ein Mädchen gezeugt werden kann und mit einer Erfolgsquote von 80 Prozent ein Junge. Dies wurde jedoch von keiner wissenschaftlichen Studie bestätigt.
Eine weitere These von Dr. Landrum Shettles ist, dass die Sex-Stellung für das Geschlecht des Babys entscheidend sein kann. So sollen Paare, die Geschlechtsverkehr im Doggy Style haben, eher einen Jungen bekommen. Der Grund dafür: So dringt der Penis tiefer in die Scheide ein, als etwa bei der Missionarsstellung und die schnelleren männlichen Samenzellen, die jedoch weniger lange überleben, kommen rascher beim Muttermund an. Auch diese Theorie des amerikanischen Arztes ist unter Experten umstritten.
Auch dieser Mythos stützt sich auf den Fakt, dass männliche Spermien schneller sind als weibliche. Ein heisses Bad vor dem Geschlechtsverkehr soll aber die männlichen Spermien langsamer machen und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man mit einem Mädchen schwanger wird. Auch das ist wissenschaftlich nicht bewiesen.