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Suizide und Suizidversuche können in allen Lebensphasen vorkommen und betreffen alle Bevölkerungsgruppen. Suizide sind die Folge eines komplexen Zusammenspiels von Risiko- und Schutzfaktoren.
Risikofaktoren
Die WHO nennt individuelle und umgebungsbedingte Risikofaktoren für Suizid: frühere Suizidversuche, psychische Erkrankungen, Alkoholsucht, finanzielle Schwierigkeiten oder Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, chronische Schmerzen, Suizide in der Familie, genetische und biologische Faktoren, Beziehungskonflikte, Beziehungsverlust, Einsamkeitsgefühle und fehlende soziale Unterstützung, traumatische Erfahrungen oder Misshandlung, Diskriminierung, stressreiche Migrationserfahrungen, Naturkatastrophen und Kriege, gesellschaftliche Stigmatisierung von Hilfe-aufsuchendem-Verhalten, unsensible Medienberichterstattung, Verfügbarkeit von tödlichen Mitteln und Methoden, Barrieren beim Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Auslöser
Risikofaktoren sind oft miteinander verknüpft oder summieren sich auf. Ein schweres Lebensereignis (z.B. Trennung, Todesfall, Konflikte) kann bei einer vorbelasteten Person als Auslöser für eine Suizidhandlung wirken. Aber auch zusätzliche, weniger offensichtliche Gefühlsempfindungen (z.B. Schuld- und Schamgefühle, das Gefühl für andere eine Last zu sein) können suizidales Verhalten auslösen.
Schutzfaktoren
Eine Person kann einzelne oder auch viele Risikofaktoren aufweisen und in keiner Weise suizidgefährdet sein. Faktoren wie Selbstvertrauen, soziale Kompetenzen, tragende Beziehungen, persönliche und berufliche Perspektiven, Religiosität usw. wirken schützend.
Letzte Änderung 04.03.2019