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Häufigkeit von Depressionen
Depressive Störungen gehören fast zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Gemäss WHO ist es eine stille Epidemie. Heute werden Depressionen aber häufiger diagnostiziert, besonders mittelschwere und schwere Depressionen.
Dabei erkranken Frauen (21 %) fast doppelt so häufig wie Männer (13 %) an einer Depression.
Die Lebenszeitprävalenz depressiver Erkrankungen bei Erwachsenen liegt bei ca. 23 %. Das heisst, dass ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. Der Schweregrad in Prozent verteilt liegt bei 15 % mit einer leichten Depression und 85 % bei mittelschweren und schweren Krankheitsgraden. Bei einer leichten Depression reicht eine Therapie ohne Medikation oder Hospitalisierung. Bei mittelschwerer und schwerer Depression ist oftmals eine Medikation und besonders bei schweren Depressionen auch eine Hospitalisierung angebracht.
Beginn depressiver Erkrankungen
Je jünger jemand bei der Ersterkrankung ist, desto schlechter ist die Aussicht bei nicht Behandlung, dass das Leben ohne Krankheit bestritten werden kann.
Mittleres Alter der Ersterkrankung ist das 30. Lebensjahr. Depression ist nicht eine einmalige Krise; häufig kommt es zu Rückfällen, dabei liegt die Dauer einer Episode durchschnittlich bei 3 Monaten – je schwerer die Erkrankung, desto länger die Dauer.
Die Entstehung einer Depression
Dabei spielt die individuelle Anfälligkeit zusammen mit äusseren, aktuellen Ereignissen (sogenannten Stressoren) eine grosse Rolle. Stress entsteht aufgrund einer wahrgenommenen Diskrepanz zwischen Anforderungen und wahrgenommener Kompetenz wie zum Beispiel bei Doppelbelastung, Leistungsdruck, Arbeitslosigkeit oder Arbeitsplatzunsicherheit. Weitere Risikofaktoren sind Einsamkeit, finanzielle Belastungen, chronischen Beschwerden sowie hohes Alter.
Was für Zeichen bzw. Symptome können auf eine depressive Episode hindeuten?
All diese Symptome können vorkommen, müssen aber nicht: Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, innere Leere (hoher Leidensdruck, «ich spüre nichts mehr»), Angst, Sorgen, Freudelosigkeit, Misserfolgsorientierung, Distanz zu Freunden, keine Pläne machen und Antriebslosigkeit.
Ein wichtiges Zeichen ist die Aktivitätsminderung und Probleme bei der praktischen Bewältigung alltäglicher Anforderungen sowie auch Einschlaf– und Durschlafstörungen. Man fühlt sich am Morgen nicht erholt. Ebenfalls können auch körperliche Beschwerden wie Kopfdruck, Magen- und Verdauungsbeschwerden und Rückenschmerzen auftreten.
Wichtig: Bei körperlichen Beschwerden immer zuerst zum Hausarzt gehen. Diese können auch medizinische Ursachen haben, welche primär ausgeschlossen werden müssen.
Quellen: Übersicht in Nolen-Hoeksema & Hilt (2009), Baer et al. (2010), Kessler et al. (2005)
Es folgt Ansatzpunkte und Therapiemöglichkeiten in der Praxis