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1. Zusammenfassung
Das Dorf Bekoko, nahe gelegen an der grössten Stadt Kameruns Douala, verfügt über keine Gesundheitseinrichtungen. Obwohl das Spital in Douala nur etwa 50 km entfernt ist, ist die Reise dorthin sehr kompliziert und aufwändig. Dadurch nehmen viele Menschen den Weg erst auf sich, wenn es schon zu spät ist.
2. Projektland Kamerun
Personen die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, haben gar keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, da kein Krankenwagen vorhanden ist. Aus diesen Gründen will der Verein KamerunGO! in Bekoko ein medizinisches Zentrum aufbauen und mit lokalen Mitarbeitenden führen. Das Zentrum soll den Einwohnerinnen und Einwohnern von Bekoko Behandlungen bei akuten Krankheitsfällen und kleineren Unfällen anbieten. Darüber hinaus soll die Einrichtung Präventionsarbeit leisten und Beratungen zu verschiedenen Gesundheitsfragen ermöglichen. Die lokale Bevölkerung erhält so Zugang zu medizinischer Erstversorgung sowie Informationen rund um das Thema Gesundheit. Dank des neuen Zentrums können Krankheiten frühzeitig entdeckt und behandelt werden. Dadurch soll die prekäre Gesundheitssituation in der Region, durch effektive Behandlungen und die Reduktion von Neuinfektionen, massiv entschärft werden.
Kamerun liegt im Westen Zentralafrikas und wird nicht ohne Grund „Afrique en miniature“ genannt. Das Land widerspiegelt die ganze afrikanische Vielfalt an Landschaft, Kultur, Flora und Fauna und Klima. Die Amtssprachen sind Französisch und Englisch. Daneben werden ca. 230 lokale afrikanische Dialekte, wie zum Beispiel Douala, Bantu oder Kribi, gesprochen. Ungefähr 40% der Bevölkerung praktizieren Naturreligionen, 40% sind Christen und 20% sind Muslime. Staatsoberhaupt ist seit 1982 der nun 85-jährige Paul Biya, der voraussichtlich 2018 zur Wiederwahl antreten
wird. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) des Landes betrug im Jahre 2016 rund 29,3 Milliarden Dollar (2002: 8,9 Milliarden Euro). Das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Person liegt bei etwa 1.200 Euro (2002: 550 Dollar).
Die medizinische Versorgung Kameruns ist in einem desolaten Zustand. Krankenhäuser zerfallen, sind ungenügend eingerichtet und erfüllen die minimalen Hygienevorschriften nicht. Viele medizinische Geräte sind veraltet, unbrauchbar, defekt und können vor Ort nicht gewartet werden. Oftmals sind in Kliniken nur wenige oder keine Ärztinnen und Ärzte angestellt. Deswegen werden Behandlungen oftmals von Pflegepersonal durchgeführt – unter anderem auch Operationen, die eigentlich unbedingt von fachkundigen Chirurginnen und Chirurgen durchgeführt werden sollten.
Die durchschnittliche Fruchtbarkeitsziffer liegt bei 4,7 Kindern je Frau (Stand 2008), was unter anderem daran liegt, dass nur circa 13 Prozent der verheirateten Frauen moderne Verhütungsmittel zu Verfügung stehen. Die Lebenserwartung liegt bei 56 Jahren. Die Säuglingssterblichkeit pro 1.000 Geburten beträgt 55,1 und die Sterblichkeit der Mütter pro 100.000 Lebendgeburten beträgt 700. 5 bis 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind mit dem HI-Virus infiziert (Stand 2014). Die Ärztedichte beträgt 0,08 Ärzte auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Der Grossteil der Bevölkerung hat aufgrund des weitgehend fehlenden Gesundheitssystems keinen oder nur eingeschränkt Zugang zu medizinischer Versorgung.
3. Projektregion Dorf Bekoko
Bekoko ist ein kleines Dorf ausserhalb der Stadt Douala in Richtung Südwesten. Von den 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern verfügt nur ein kleiner Teil über einen Stromanschluss. Fliessendes Wasser aus einer zentralen Wasserleitung gibt es nicht. Die Bevölkerung versorgt sich über eigene oder öffentliche Brunnen. Bekoko verfügt über eine Schule und einen Kindergarten sowie eine Kirche. Die Bevölkerung lebt weitgehend vom Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Einige Bewohnerinnen und Bewohner bieten Handwerksarbeiten an oder arbeiten in Douala. Die Strassen nach Douala sind jedoch eng, schlecht asphaltiert und es bilden sich meistens riesige Staus. Hinzu kommt, dass seit zwei Jahren vermehrt Strassenblockaden durch die Polizei oder das Militär errichtet werden. Um von Bekoko nach Douala zu gelangen, fährt man zuerst mit einem Motorbike-Taxi zum Dorfrand und von dort mit einem meistens überfüllten Taxi weiter (falls eines verfügbar ist). Die Fahrt dauert für eine Distanz von 50 Kilometern ca. 4 Stunden. Die nächstgelegene Gesundheitseinrichtung befindet sich ebenfalls in Douala. Die schlechte Erreichbarkeit Doualas zeigt jedoch, wie schwierig der Zugang zu medizinischer Versorgung in Bekoko ist – vor allem für kranke Kleinkinder und ältere Leute. Viele Menschen suchen keine Gesundheitseinrichtungen auf, da sie sich eine Behandlung nicht leisten können oder die Reise zur nächsten Einrichtung zu aufwändig und beschwerlich ist. Gerade bei weit verbreiteten Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und HIV ist eine frühzeitige Behandlung jedoch sehr wichtig – aufgrund der nicht vorhandenen medizinischen Einrichtungen jedoch meistens unmöglich.
In diversen Gesprächen mit den Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern sowie Kirchen und Schulen hat sich herausgestellt, dass ein Gesundheitszentrum einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung beitragen könnte.
4. Projektziele
Das Ziel von KamerunGO! Ist es, dass durch die Inbetriebnahme eines Beratungsund Erste-Hilfe-Zentrums die Gesundheitssituation in Bekoko sowie in der Region nachhaltig verbessert werden kann. Folgende drei Ziele sollen durch das Zentrum im Wesentlichen erreicht werden:
• Das Gesundheitszentrum bietet eine Erstversorgung bei Krankheiten und Unfällen an. Dadurch müssen Betroffene für eine Erstversorgung sowie einfache Untersuchungen nicht nach Douala reisen, um sich dort im Spital behandeln zu lassen.
• Das Gesundheitszentrum bietet Beratungen in Gesundheits- und Familienfragen an und führt Präventionsmassnahmen durch. So werden Krankheiten bereits vor dem Ausbruch bekämpft und die Neuinfektionsrate kann langfristig reduziert werden.
• Gemeinsam mit anderen Gesundheitseinrichtungen wird ein Netzwerk aufgebaut. Bei Bedarf wird Kontakt zu anderen medizinischen Einrichtungen hergestellt, diedie weitere Behandlung der Betroffenen übernehmen können.
Verein KamerunGO!
Hörnlistrasse 48
8400 Winterthur
Tel. 079 820 05 27
Person: Andrin Schmidhalter
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