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ZUM TOD DES US-AMERIKANISCHEN OPERNSÄNGERS STEPHEN GOULD
21.09.2023 Der am 24. Januar 1962 in Roanoke (Virginia) geborene US-amerikanische Opernsänger (Tenor) Stephen Gould (Bild) ist am 19. September 2023 gestorben. Zu seinem Repertoire gehörten Partien wie Siegmund ("Die Walküre"), Erik ("Der fliegende Holländer"), Paul ("Die tote Stadt"), Bacchus ("Ariadne auf Naxos"), Kaiser ("Die Frau ohne Schatten") und die Titelrollen in "Lohengrin", "Parsifal" oder "Otello", aber auch die Gurre-Lieder von Arnold Schönberg und die Partie des Solotenors in Beethovens 9. Sinfonie. Gould war einer der gefragtesten Wagnersänger weltweit. (*)
Bild: Stephen Gould als Tristan (Inszenierung "Tristan und Isolde" von Katharina Wagner 2015-2019) - Foto: © https://www.bayreuther-festspiele.de/fsdb/mitwirkende/stephen-gould/
Zum Tod von Stephen Gould
In tiefster Trauer und fassungslos müssen wir den Tod unseres Freundes und Kollegen, Stephen Gould, bekanntgeben. Mit ihm verlieren die Bayreuther Festspiele und die gesamte Opernwelt einen herausragenden Sänger, Darsteller, Pädagogen, Freund und geschätzten Kollegen.
Er trat erstmals 2004 bei den Bayreuther Festspielen auf und hat bis 2022 nahezu 100 Vorstellungen gesungen. Zu seinen Glanzpartien in Bayreuth zählten die Titelpartien in "Tristan und Isolde", "Tannhäuser" sowie der Siegfried im "Ring des Nibelungen".
Zu Recht wurde Stephen Gould als "Langstreckenläufer" bezeichnet. Er begann zunächst als Bariton und Musicalsänger, der nach rund 3'000 Aufführungen von Andrew Lloyd Webbers Musical "THE PHANTOM OF THE OPERA" zu einem der gefragtesten Heldentenöre avancierte. Neben Wagner-Partien gestaltete er zahlreiche weitere anspruchsvolle Partien wie Florestan, Paul, Kaiser, Bacchus und Otello an den renommiertesten Opernhäusern weltweit.
Seine bemerkenswerte Kondition, unbändige Neugierde und höchste Professionalität, auch im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, zeichneten ihn aus. Nach eigenem Bekunden war Wagner für ihn reine Meditation, ein Mantra.
Wir danken Stephen Gould für die vielen unvergesslichen Abende bei den Bayreuther Festspielen, die er uns mit seiner einzigartigen Stimme und seiner grandiosen Bühnenpräsenz schenkte. Wir werden ihn unwahrscheinlich vermissen, Teil der Festspielfamilie wird er für immer bleiben. Farewell Stephen!
Bayreuther Festspiele
Die Deutsche Oper Berlin trauert um Stephen Gould
Die Nachricht vom Tode Stephen Goulds erfüllt mich mit Bestürzung und tiefer Trauer. Nicht nur an der Deutschen Oper Berlin sondern auch in New York, San Francisco und Wien hatte ich immer wieder die Freude, mit diesem wunderbaren Künstler zusammenzuarbeiten. Seine Interpretationen der großen Wagner-Partien waren für mich Momente künstlerischer Erfüllung, weil seine Darstellungen des Siegfried, Tannhäuser und Tristan von einem zutiefst menschlichen Verständnis für das Leid dieser Figuren erfüllt waren. Sein Tristan hatte die Farben der tieftraurigen Melancholie, seinem Tannhäuser glaubte man sofort die innere Zerrissenheit. Kaum ein Jahr ist es her, dass Stephen Gould bei uns in dieser Partie auf der Bühne stand und die Erinnerung an diese Abende ist mir so gegenwärtig, dass mir sein Tod noch unfassbarer erscheint. Die Opernwelt verliert einen großen Sänger und Menschen.
Sir Donald Runnicles
Verletzliche Kraftnatur
Der Tenor Stephen Gould war über Jahre hinweg eine tragende Säule des Sänger-Ensembles der Bayreuther Festspiele. Er schien ein Held von immenser Belastbarkeit zu sein. Nun ist er mit 61 Jahren gestorben.
Jan Brachmann
Der Unverwüstliche
Mit seinem dunkel timbrierten Tenor hatte er vor allem in der Titelpartie von "Tristan und Isolde" auf dem Grünen Hügel von sich reden gemacht. Seine balsamische Stimme, die hohe Textverständlichkeit und Intonationssicherheit machten ihn zum Publikumsliebling. Zumal er 2022 auch beim ersten Open-Air-Liederabend der Festspiele bejubelt wurde, nach Wagner-Arien und dem Léhar-Lied "Dein ist mein ganzes Herz".
Christiane Peitz
Wagners Held
Der große Tenor Stephen Gould ist im Alter von 61 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Er war in der Oper der Fels, auf den nicht nur die Bayreuther Festspiele bauten.
Helmut Mauró
Er galt als "Iron-Man" von Bayreuth - Stephen Gould sang lange Richard-Wagner-Glanzpartien mit Kraft und Präsenz
Der US-Amerikaner zählte zu den wichtigsten Heldentenören der vergangenen Jahrzehnte und trug seit 2015 den Ehrentitel "Österreichischer Kammersänger".
feb/dpa/AP
Der Marathon-Sänger
Schnell wird Stephen Gould in Bayreuth zum Publikumsliebling. Nicht, weil er über die Bühne hüpft wie ein junger Bock, sondern weil er in seine Stimme die perfekte Mischung aus Kraft und Güte, aus Linienführung, Schmelz und Schmettern legt. Und weil er Wagners Worten Sinn verleiht, sie so ernst nimmt, als stünde der Meister mit erhobenem Zeigefinger hinter ihm und würde ihn zur Textverständlichkeit ermahnen. "Erst wenn man Sicherheit hat in der Technik und im Text, kann man Kunst machen. Dann kann jede Vorstellung zum einmaligen Experiment werden", das ist Goulds Überzeugung.
Sylvia Schreiber
Staatsoper "tief betroffen"
Auch die Wiener Staatsoper zeigte sich tief betroffen. "Das Haus am Ring hat dem weltweit gefeierten Tenor und vom ganzen Haus geschätzten Künstler die heutige Vorstellung von 'Tristan und Isolde' gewidmet", hieß es in einer Aussendung. An der Wiener Staatsoper debütierte Gould 2004 als Paul in einer Premiere von "Die tote Stadt" und war in weiterer Folge in den großen Wagner-Partien seines Fachs zu erleben. Insgesamt stand er demnach in 105 Staatsopernvorstellungen auf der Bühne. 2015 wurde Gould zum Österreichischen Kammersänger ernannt.
(APA)
Gould hatte vor Kurzem seine Krebserkrankung öffentlich gemacht
Gould, Jahrgang 1962, zählte zu den wichtigsten Heldentenören der vergangenen Jahrzehnte. Den Bayreuther Festspielen war er eng verbunden. Er debütierte dort vor 19 Jahren als Tannhäuser und avancierte schnell zum Publikumsliebling am Grünen Hügel. Er sang auch häufig die Titelpartie in "Tristan und Isolde", die als besonders herausfordernd gilt.
Georg Leyrer
Ein Liebhaber der deutschen Sprache
Wenn Gould Wagner sang, fiel seine sonore und "heldische" Klangfarbe auf: ein matter, nie aufdringlicher Glanz. Aber auch, wie sorgfältig der Amerikaner mit der deutschen Sprache umgehen konnte. Gerade bei Wagner, der gerne germanisch klingende Wörter wie "Waberlohe" oder "reisige Maid" verwendet, ist das wichtig. Gould hatte denn auch lange Zeit seinen Zweitwohnsitz in Wien. Er arbeitete mit Sprachcoaches und betonte oft, wie sehr ihm Deutsch als Sprache ans Herz gewachsen sei.
Bejamin Herzog
Le ténor wagnérien Stephen Gould, surnommé l’"Iron Man" de Bayreuth, est mort
Le chanteur américain s’était produit dans le sanctuaire de Wagner plus d’une centaine de fois en moins de vingt ans. Il est décédé, le 19 septembre, à l’âge de 61 ans.
Obituary: Tenor Stephen Gould Dies at 61
Throughout his career, he performed at every major opera house in the world including the Metropolitan Opera, Wiener Staatsoper, Bayreuth Festival, Bayerische Staatsoper, Teatro Massimo di Palermo, Berlin State Opera, Teatro dell’Opera di Roma, among others.
In his final performances of “Tristan und Isolde” in Valencia, OperaWire said, “Gould displayed his experience as a formidable Tristan, singing in perfect style, with immaculate German diction and a tremendous ability to color his voice.”
Francisco Salazar
Frequently appearing as a heroic tenor, Gould performed at many of the world's great opera houses
He debuted in Richard Wagner’s “Ring” cycle in Bayreuth in 2006, earning raves during the challenging four-nights of performances.
The Associated Press called him “a naturally engaging performer, unusually athletic and youthful as befits the teenage hero” during his performance of the third “Ring” show, “Siegfried.”
Videos:
Masterclass with Stephen Gould - Wagner Society of New York
Tristan 2015
ELIZABETH CONNELL Wagner's Siegfried Finale + Stephen Gould
Stephen Gould - Tristan und Isolde - Wagner (Interview)
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