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Die Schaffhauser Regierung war bislang ein reines Männergremium. Mit Ursula Hafner-Wipf von der SP und Rosmarie Widmer-Gysel von der SVP wurden jetzt zwei Frauen gewählt.
Der bisherige Herbert Bühl von den Grünliberalen wurde auf Kosten eines zweiten SVP-Sitzes abgewählt. Die Regierung rückt nach rechts.
Der bisherige Herbert Bühl von der ökoliberalen Bewegung Schaffhausen (ÖBS) muss über die Klinge springen. Er hat mit 11'121 Stimmen das absolute Mehr von 8'449 Stimmen zwar erreicht, liegt aber knapp hinter Ursula Hafner-Wipf von der SP (11'731 Stimmen) und der SVP-Frau Rosmarie Widmer Gysel (11'228 Stimmen).
Der abgewählte Bühl, der 1999 in einer Ersatzwahl in die Regierung kam, hatte einen unorthodoxen und viel beachteten Wahlkampf geliefert und als Kabarettist für seine Wiederwahl geworben.
Für Wirbel hatte im Vorfeld der Wahl ein Inserat des Chefarztes des Kantonsspitals gesorgt, der sich für eine Abwahl seines politischen Vorgesetzten eingesetzt hatte.
Widmer Gysel politisiert seit langem am linken Flügel ihrer Partei und war und hat offenbar viele Bürgerliche angesprochen.
Hafner-Wipf ist einer der zentralen Figuren im Kantonsparlament, in dem sie seit über zehn Jahren sitzt und das sie im Jahr 2000 präsidierte.
Schwingerkönig ohne Chance
Gewählt sind neben der 55-jährigen Arbeitersekretärin Hafner-Wipf aus Neuhausen am Rheinfall und der 48-jährigen Finanzspezialistin Rosmarie Widmer Gysel aus Wilchingen die bisherigen Erhard Meister, SVP (14'746 Stimmen), Hans-Peter Lenherr, FDP (13'493 Stimmen) und Heinz Albicker, FDP (13'400 Stimmen).
Nicht gewählten worden ist Ernst Schläpfer (SP). Der ehemalige Schweizer Schwingerkönig von der SP hatte als wilder Kandidat gegen den Willen seiner Partei kandidiert.
Der Sitzgewinn der SVP um den einzigen frei werdenden Sitz des abtretenden SP-Finanzdirektors Hermann Keller hat der bisher frauenlosen Regierung nicht nur zwei Vertreterinnen des anderen Geschlechts, sondern auch einen Rechtsrutsch beschert. Die Stimmbeteiligung lag bei 61,2%.
Parlament verkleinert
Der Schaffhauser Stimmberechtigten haben nicht nur gewählt, sondern auch abgestimmt. So wird das Kantonsparlament von 80 auf 60 Köpfe verkleinert. Die Stimmberechtigten nahmen die Initiative "60 Kantonsräte sind genug" mit 18'901 Ja gegen 8'032 Neinstimmen ang.
Knapper fiel das Resultat bei der Revision des Personal- und Lohnrechts für das Staatspersonal aus. Die Stimmberechtigten nahmen die Vorlage mit 14'143 Ja gegen 11'863 Nein an.
Das Schaffhauser Staatspersonal erhält somit keinen automatischen Teuerungsausgleich mehr.
swissinfo und Agenturen