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Liestal blickt auf eine reiche Geschichte und Entwicklung zurück. Entdecken Sie Charme und Geschichte der Kantonshauptstadt von Baselland. Auf einem Stadtrundgang können Sie die unten aufgelisteten Sehenswürdigkeiten der Liestaler Altstadt bestaunen. Der entsprechende Plan kann als PDF ausgedruckt werden oder gratis als App runtergeladen werden (deutsch und französisch).
Erbaut 1568, mit einer linksseitigen Erweiterung um zwei Achsen 1937 bis 1939. Spätgotisch mit Renaissance-Malereien von 1590 (Geschichte von König Zaleukos von Lokri). Am Erweiterungstrakt Malereien von Otto Plattner «Bewirtung der Eidgenossen in Liestal», die «Schlacht bei Dornach», die «Tagsatzung zu Stans» und «Niklaus von Flüh» (alle 1939). Vom einheimischen Künstler stammt auch das monumentale Wandbild im Innenhof: «Der Auszug der Baselbieter und Eidgenossen in die Schlacht bei St. Jakob an der Birs».
Die lange Halle im Erdgeschoss diente in der frühen Neuzeit als Verkaufslokal für Metzger. Im ersten Stock Ratssaal mit frühbarockem Buffet (1607) und einem Wandschrank (1582).
Vermutlich bereits im 13. Jahrhundert bestehend. Ursprünglich im Besitz des Bischofs von Basel, wohl ab 1418 in Privatbesitz. Um 1753 sind hier neben einem Mahlwerk eine Tuchwalke, zwei Schleifen und zwei Färbereien bezeugt. Die Kraft liefert der Mühlekanal, der offen durch den Fischmarkt geleitet wird. Die zwei Mühleräder laufen bis 1919, danach liefert bis in die 1960er Jahre eine Turbine die Energie für die dann aufgegebene Kundenmühle.
Die mehrteilige gotische Fensterreihe auf der Traufseite des Hauses datiert vermutlich noch ins 16. Jahrhundert.
Erbaut 1571. Spätgotisches Bürgerhaus, das als Sitz des Schultheissen errichtet worden ist. Zwischen 1674 und 1744 dient der stattliche Bau als sicherer Platz für das Frauenkloster Olsberg im benachbarten Fricktal (damals Vorderösterreich).
Bemerkenswert die mehrteiligen Fenster und die Geschoss trennenden Gurten. Im Innern eine Holzdecke mit verzierten Konsolen und Wappenhaltern, eine gewundene Steinsäule, ein Wandkästchen und Dekorationsmalereien aus dem späten 16. Jahrhundert. Auf der Hinterseite Treppenturm.
Erbaut 1946 anstelle einer erstmals 1467 erwähnten Liegenschaft. Stammhaus der Liestaler Familie Strübin. An der Fassade Malereien von Otto Plattner: Johannes Strübin, genannt „Güldi“, Drechsler, Testator der nach ihm benannten Stiftung (errichtet 1879) und (an der Rosengasse) Heini Strübin, der eine teilweise vergoldete Trinkschale aus der Burgunderschlacht von Nancy (1477) zurückgebracht hat (heute im Dichter- und Stadtmuseum).
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts als dreischiffige Basilika mit vermutlich rechteckigem Chor errichtet. Römische Grundmauern und Vorgängerbauten des 9. bis 13. Jahrhunderts sind nachgewiesen. Verschiedene Um- und Neubauten, so 1506/07 neuer polygonaler Chor und 1519/20 Bau des heutigen Turmes als Ersatz für den baufälligen Turm auf der Westseite.
An der nördlichen Langhausmauer frühgotischer, vermauerter Eingang. Tafel am Turm erinnert an seinen Neubau durch Prismeller Baumeister. Saalartiges Schiff mit Holzdecke. Eingezogener Chor mit spätgotischem Netzgewölbe und Schlusssteinen, welche den Salvator mundi und Evangelistensymbole zeigen. Barockepitaphien, Standesscheiben, spätgotische Häupterstühle mit Flachschnitzereien von 1507, Sakramentshäuschen, Taufstein (alles 16. Jh.). Barockkanzel in reichem Schnitzwerk des einheimischen Schreiners Peter Hoch von 1612. Romantisches Orgelwerk von 1863 der Firma Merklin-Schulze (Paris/Brüssel), eines der wenigen dieser Art in der Schweiz.
1989 errichtet zum Hundertjahrjubiläum des hiesigen Verkehrs- und Verschönerungsvereins (heute: Liestal Tourismus). Ein Werk der Bildhauerin Sylvia Goeschke aus Jurakalkstein. Der Brunnen zitiert formal einen städtischen Strassenbrunnen und erinnert an das frühere Vorhandensein des so genannten Sinn-Brunnens, der sich früher bei der Einmündung der Rosengasse befunden hat.
1779 nach Plänen des Basler Architekten Samuel Werenfels erbaut, 1834 aufgestockt (für den Landratssaal), 1850 nach Westen und 1894 nach Osten erweitert. Das dominante Gebäude schliesst optisch die Rathausstrasse gegen Nordwesten.
An dieser Stelle steht bereits vor der Stadtgründung (um 1230) ein Fronhof, später Freihof genannt. Er ist als Stadtburg zunächst ein frohburgisches, dann fürstbischöfliches Lehen der Eptinger, später der Sitz der Familie Offenburg (Grabtafel). Ab 1739 Stadtschreiberei. Seit 1832 Sitz der basellandschaftlichen Regierung.
Im Innern eine Barocktreppe aus der Bauzeit (1779). Im Parlamentssaal dreiteiliges Wandgemälde von Otto Plattner und Emilio Müller.
Bis 1850 befand sich hier zur Sicherung der Westecke der Stadt der Pulverturm, 1356 Sinwelen- und später Costenzerturm genannt. Nach den vorhandenen Bildquellen war es ein Rundturm mit Zinnenkranz. Der Turm war nur über den Wehrgang erschlossen. In dessen Nähe gab es in der frühen Neuzeit einen kleinen Ausgang zum gleich anschliessenden oberen Fischweiher. Noch bevor dieser „See“ im Zusammenhang mit dem Bahnbau zugeschüttet wird, weicht der Pulverturm im Zusammenhang mit der Westerweiterung des Regierungsgebäudes.
Der grosse Brunnen mit der Figur eines todkranken Soldaten, der noch im Sterben seine Hand zum Schutze der Heimat erhebt, ist ein Werk des bekannten Bildhauers Jakob Probst (1923/1934). Es erinnert an die in den Weltkriegen verstorbenen Schweizer Wehrmänner.
Wie das erhalten gebliebene Obertor liegt die Entstehungszeit des Unteren Tores in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Zahlreiche Bilddokumente zeigen einen gedrungenen Torturm mit Zinnenkranz. Er hatte somit das gleiche Aussehen wie lange Zeit auch das Obertor.
Das Untere Tor mit einem vorgelagerten Zwinger sicherte den nordwestlichen Zugang zur Stadt. Die noch kurz vor 1800 ein letztes Mal erneuerte Fallbrücke überspannte den Gewerbekanal (heute: Schleifewuhrweg), während der parallel fliessende Orisbach auf einer Steinbrücke überquert wurde. 1827 Abbruch des Unteren Tores, da es für die Fuhrleute ein Verkehrshindernis darstellte. Spuren des Zwingers sind an der Basis des Restaurant Amtshauses erkennbar.
Erbaut 1879-1881 im spätklassizistischen Stil nach Plänen von J. Bay als kantonales Verwaltungsgebäude und Bezirksschulhaus. Städtebaulich bildet es das Pendant zum Regierungsgebäude.
An dieser Stelle stehen ursprünglich mehrere Wohnhäuser, die aber 1657 und um 1750 durch zwei Kornhäuser ersetzt werden. Auf der Rückseite, aber vom Schleifewuhrweg nur schlecht erkennbar, eine Inschrifttafel von 1657, die an die Vollendung des Deputatenkornhauses erinnert.
Auf dem Zeughausplatz freistehender Brunnen mit einer Bronzefigur, die Heini Strübin mit der aus der Schlacht bei Nancy (1477) zurückgebrachten ‚Burgunderschale’ zeigt (Siehe auch unter Güldihaus). Stock datiert 1836, Figur von Bildhauer Jakob Probst (1956).
Erbaut 1520-1523 als Kornhaus, das dann auch als Zeughaus genutzt wird. Während der Jahrmärkte dient im 17./18. Jahrhundert das Erdgeschoss als Verkaufshalle der Wollweber. Seit 1982 Sitz des kantonalen museum.bl.
Das freistehende Gebäude zählt zu den ältesten profanen Bauwerken der Stadt. Die Holzstützen im Erdgeschoss und Holzwerk unter dem steilen Satteldach sind wohl noch aus dem 15. Jahrhundert. Sie gehörten wahrscheinlich zu einem Vorgängerbau. Die bemalten Reliefs über den rundbogigen Toren, datiert 1834 und 1835, entstanden zum Zeitpunkt, als der eben gegründete Kanton Basel-Landschaft das Gebäude als kantonales Zeughaus zu verwenden beginnt.
Erbaut 1743 vom Basler Balthasar Hüglin als Wohnsitz des Pfarrers der damaligen Filialkirche in Lausen, 1804 für den Liestaler Pfarrer umgebaut. Bis 1833 dient das Haus zugleich als Schulhaus. Hier verbringt der Dichter J. V. Widmann seine Jugendjahre und auch sein drei Jahre älterer Freund Carl Spitteler, Nobelpreisträger für Literatur (1919) verkehrt damals oft in diesem Haus.
Links neben dem Pfarrhaus die Pfarrscheune mit der Jahreszahl 1556 über dem Stalleingang.
Auf der Rückseite der Pfarrscheune die nur hier noch sichtbare Stadtmauer, mit den Öffnungen des Wehrganges, der einst durch alle Häuser im Verteidigungsring geführt hat. Weitere Information siehe Tafel (vor Ort).
Erbaut 1910 an der Kanonengasse als einachsiges Haus im neugotischen Stil durch den einheimischen Architekten Ernst Wenger. Der Name des Hauses erinnert an den Thomasturm, der 1509 als letztes Werk der Stadtbefestigung und als östlicher Flankenschutz des Obertors gebaut wird. Der an einen früheren Besitzer erinnernde Rundturm wird von Wenger ebenfalls 1909 im Geschmack der Zeit umgebaut.
1602 erbaut durch den Basler Ratsherr Andreas Ryff auf der Parzelle eines älteren Spitalgebäudes. Auf alten Ansichten zeigt das Haus im 17./18. Jahrhundert einen Dachreiter und einen Stufengiebel. Nach der Verlegung des Spitals aus der Stadt (1813) kommt das Gebäude 1816 in Gemeindebesitz und 1862 in Privathände. 1869 spätklassizistische Umgestaltung der Fassade.
Inschrifttafel erinnert an die Stiftung des Spitals. Die Justitia aus der Zeit um 1600 dient ursprünglich als Figur eines freistehenden Brunnens. An dessen Stelle seit 1955 ein Brunnen mit Schlange als Wasserspender (Symbol der Ärzte; Gestaltung: Fritz Bürgin).
Im Unterbau aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts, um 1410 durch ein Vorwerk (Zwinger) ergänzt. Damals ist der Turm durch einen Zinnenkranz abgeschlossen. 1554 bekommt das Liestaler Wahrzeichen die heutige Höhe und Gestalt mit dem pyramidenförmigen Dach und dem Dachreiter. Die Ave-Maria-Glocke trägt das Datum 1500 und hing ursprünglich im Türmchen einer abgegangenen Kapelle der Umgebung. Aus heutiger Sicht glückliche Umstände verhindern 1846 und 1874 den geforderten Abbruch des als Verkehrhindernis geltenden Obertors; weichen muss 1879 der Zwinger.
Wahrscheinlich seit 1498/99 ist der Torturm beidseitig bemalt. Die heutigen Malereien stammen von 1949/50 und sind ein Werk des einheimischen Kunstmalers Otto Plattner (1886-1951). 2018 wurden die Fassaden mit den Bildern umfassend saniert. Auf der Innenseite Rütlischwur und der Drachentöter Georg, auf der Aussenseite Chronos und ein Krieger mit Schweizerbanner.
Der aus dem 13. Jahrhundert stammende trutzige Wasserturm sicherte die Südwestecke der Stadt. Seinen Namen hatte er vom vorhandenen Eingang des Mühlekanal in die Stadt. Der Grundriss des aus grossen Quadern errichteten Turms ist durch Steinplatten sichtbar gemacht. Das zeitweise auch als Gefängnis dienende Bauwerk ist 1897 nach einer heftigen Debatte und einer äusserst knapp ausgegangene Abstimmung der Spitzhacke zum Opfer gefallen.