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M.Sc. in Economics der Universität Lausanne, Praktikant bei iconomix.
Wohnungen sind teuer in London. Für einen Grossteil der Bevölkerung ist es kaum möglich, ein preiswertes Mietobjekt in der Nähe des Zentrums zu finden. Viele müssen mit einer Wohnung in der Peripherie Vorlieb nehmen und lange Arbeitswege ins Stadtzentrum antreten.
Londons Firmen sind über diese Entwicklung beunruhigt: Sie befürchten, dass die hohen Immobilienpreise eine abschreckende Wirkung auf Arbeitskräfte haben und diese deshalb anderswo eine Arbeitsstelle suchen. Sie sehen dadurch die Wettbewerbsfähigkeit von London gefährdet.
Laut Paul Cheshire, Professor für Wirtschaftsgeografie an der renommierten London School of Economics (LSE), ist der sogenannte «Green Belt» mitverantwortlich dafür, dass das Wohnen im Stadtzentrum teuer geworden ist. Während die Bevölkerung in der Stadt wächst, bleibt das Raumangebot durch den Green Belt begrenzt.
Der Green Belt ist eine stadtplanerische Massnahme, die das urbane Wachstum in britischen Städten zu kontrollieren versucht. Die ersten Pläne zur Eindämmung der Stadt datieren von 1890, als diverse Projekte zum Schutz der grünen Flächen rund um die Stadt lanciert wurden.
Im Jahr 1938 konkretisierte sich das Vorhaben: Damals trat der Green Belt Act in Kraft. Mit dem neuen Gesetz erhielten die Gemeinden rund um London finanzielle Zuschüsse, mit denen sie freies Land kaufen und als solches bewahren konnten. Es bildeten sich vielerorts Grünflächen, die sich schrittweise zu einem Ring zusammenschlossen.
In den Augen der Befürworter verhindert der Green Belt, dass sich die Stadt bis weit ins Umland hineinfressen kann. Die Grünflächen bieten ein Naherholungsgebiet für die städtische Bevölkerung. Gleichzeitig wird das Ökosystem im Green Belt als Gegenpol zur intensiv genutzten und mit Schadstoffen belasteten Stadt geschätzt.
Die Gegner des Green Belts sehen in der Massnahme eine Bedrohung der Wettbewerbsfähigkeit Londons. Auch stellen sie die Nachhaltigkeit der Grünfläche infrage: Da viele Arbeitnehmende ausserhalb des Gürtels wohnen müssen, sehen sie sich gezwungen, längere Pendlerwege ins Stadtzentrum anzutreten und dadurch die Umwelt stärker zu verschmutzen.
Anlässlich dieser Debatte hat die LSE eine Studie zum Green Belt publiziert. Diese untersuchte die Auswirkungen der Massnahme für das heutige London. Zusätzlich zur Studie veröffentlichte die Universität ein englischsprachiges Video, das einige Erkenntnisse zum Thema Green Belt zusammenfasst:
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