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24.11.2022
Das Lipödem stellt eine genetisch oder hormonell bedingte Fettverteilungsstörung dar. Es wird geschätzt, dass zwischen 8-14% aller Frauen daran leiden. Da konservative Therapien keinen dauerhaften Erfolg garantieren, wird das Lipödem in den meisten Fällen operativ mittels Fettabsaugung behandelt.
Von einem Lipödem wird gesprochen, wenn sich an beiden Beinen (seltener auch an den Armen) das Fettgewebe der Unterhaut vermehrt und sodann schmerzhaft auf Druck reagiert. Manchmal wird davon auch das Gesäss betroffen, an den Füssen oder den Händen nimmt das Fettgewebe bei einem Lipödem dagegen nicht zu. Auch der Körper selbst bleibt vom Lipödem unbeeinträchtigt, wodurch ein deutliches Missverhältnis bei den Proportionen von Ober- und Unterkörper entsteht – vor allem, wenn die Betroffenen nicht an Übergewicht leiden.
Es gibt drei klassische Lipödem-Symptome: Die Vermehrung des Fettgewebes auf symmetrische Weise, Druckschmerzen und allgemeine Schmerzen sowie eine erhöhte Neigung zu Blutergüssen im betroffenen Fettgewebe. Die oben erwähnte Symmetrie ist hierbei überaus wichtig für die Diagnose, denn es ist äusserst selten, dass das Lipödem nur eine Körperseite befällt.
Entscheidend ist ausserdem das betroffene Körperareal. Meistens tritt die Fettverteilungsstörung an den Beinen oder den Oberschenkeln auf, seltener auch an den Oberarmen, manchmal an Armen und Beinen zugleich. Eine Fettverteilungsstörung am Bauch oder dem Gesäss tritt eher selten auf. Hände und Füsse werden hiervon nicht betroffen, weshalb bei starker Lipödem-Ausprägung ein sogenannter "Fettkragen", also ein deutlicher Übergang zwischen Hand und Arm bzw. Fuss und Bein, zu sehen ist. Im fortgeschrittenen Stadium kann auch die Entstehung von "Wammen" oder Fettlappen beobachtet werden. Das ist für die Betroffenen nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich sein, da sich in den so gebildeten Hautfalten Infektionen entwickeln können.
Schmerzen sind ein überaus wichtiges Puzzlestück bei der Diagnosefindung. Bei anderen, auf den ersten Blick ähnlichen Diagnosen, wie etwa Übergewicht oder Cellulite, kommt dies nicht vor. Das Lipödem geht immer mit Spannungsgefühlen und Schmerzen einher, mit dem Fortschreiten der Erkrankung steigert sich auch das Schmerzempfinden.
Die Beschaffenheit des Fettgewebes ist in den meisten Fällen sehr weich und weist manchmal kleine Knoten im Unterhautfettgewebe auf. Das Gewebe ist druckempfindlich und entwickelt auffallend leicht Blutergüsse. Das Lipödem tritt unabhängig vom Körpergewicht auf. Natürlich weisen nicht alle Fettablagerungen in den Beinen automatisch auf eine solche Diagnose hin, es wird jedoch kritisch, wenn Symptome nicht beachtet werden, wie z.B. "ich habe nur zuviel gesessen" oder "ich habe eben dicke Beine". Die Krankheit Lipödem sollte auf keinen Fall unbehandelt bleiben.
Durch all diese körperlichen Veränderungen und das damit verbundene veränderte Aussehen in Kombination mit möglicherweise auftretenden Schmerzen empfinden betroffene Menschen mit Lipödem oftmals grossen Leidensdruck.
Obwohl das Lipödem gar nicht so selten vorkommt, haben viele Betroffene eine längere Ärzte-Odyssee und damit meist auch einen langen Leidensweg hinter sich. Oftmals lautet die Initialdiagnose erst einmal fälschlicherweise starkes Übergewicht. Massnahmen wie gewichtsreduzierende Diäten und Sport bleiben jedoch grösstenteils wirkungslos.
Das Krankheitsbild Lipödem wurde erstmals im Jahr 1940 erwähnt, ist also schon seit über 80 Jahren bekannt. Dennoch scheint das Lipödem auch heute noch manchen Ärzten nicht wirklich bekannt zu sein. Manche Betroffene erhalten sogar erst nach Jahrzehnten ihre korrekte Diagnose und daraufhin auch die richtige Behandlung. Dabei lässt sich die Erkrankung im Prinzip schon früh erkennen.
Machen Sie einfach den nachfolgenden 12-Punkte Lipödem-Test und beantworten Sie die 12 aufgeführten Fragen jeweils mit Ja oder Nein.
Haben Sie die Mehrheit dieser Fragen mit Ja beantwortet? Das könnte durchaus ein erster Anhaltspunkt für ein Lipödem sein.
Bitte beachten Sie, dass die hier aufgeführten Informationen ausdrücklich einer ersten Orientierung dienen und nicht eine fachärztliche Diagnose eines Lipödems ersetzen. Für eine eindeutige Diagnose sollten Sie sich an einen Facharzt wenden.
Um im Zweifelsfall das exakte Ausmass der Fettvermehrung oder etwaige Strukturveränderungen des Unterhautfettgewebes festzulegen, können auch bildgebende Verfahren wie Sonografie, MRT oder CT verwendet werden. Laboruntersuchungen sind für gewöhnlich nicht notwendig, ausser wenn ein Verdacht auf das Bestehen bestimmter hormoneller Störungen wie z.B. einer Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Der Verlauf der Erkrankung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Sie schreitet in vielen Fällen schrittweise fort, kann aber auch schubweise verlaufen oder plötzlich zum Stillstand kommen.
Die Hautoberfläche ist uneben und überwiegend wellenartig. Knotenartige Strukturen sind in der verdickten Oberhaut zu entdecken. Darüber hinaus besteht eine klar erkennbare Disharmonie zwischen dem Ober- und Unterkörper der Betroffenen, denn die Proportionen passen nicht mehr zusammen. Der Druck auf die Lymphgefässe steigt an, wodurch es zu einer erhöhten Druckempfindlichkeit und Schwellungen kommen kann.
Die Körperkonturen werden zunehmend deformiert und die Fettansammlungen grösser. Ausserdem ist für das Lipödem Stadium 2 typisch, dass Schmerzen, Schwellungen sowie die Druckempfindlichkeit immer häufiger werden.
Sowohl in den aktuellen Leitlinien als auch in zahlreichen medizinischen Lehrbüchern wird das Lipödem immer noch als eine chronische und progrediente Erkrankung definiert, was bedeutet, dass die Fettverteilungsstörung voranschreitet und sich dementsprechend verschlechtert. Diese Hypothese gerät aber in der Zwischenzeit immer mehr ins Wanken. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich der Zustand der Betroffenen über viele Jahre hinweg nicht verändert und die Patientinnen beschwerdefrei bleiben, solange sie ihre Kompressionstherapie konsequent durchführen und regelmässig zwei- bis dreimal pro Woche Sport treiben. Was entscheidend ist, ist, dass sie ihr Gewicht halten und auf keinen Fall zunehmen.
In der Vergangenheit kam es relativ häufig vor, dass die Betroffenen nicht durch ihre Erkrankung, sondern zusätzlich dazu an Gewicht zulegten. Daraufhin hat sich dann das Lipödem verschlimmert. Für Lipödem-Patientinnen ist dies eine gute Nachricht, denn es bedeutet, dass ihr Lipödem nicht voranschreitet, sondern stabil bleibt, solange sie ihr Körpergewicht halten und nicht zunehmen.
Forscher gehen davon aus, dass für Lipödem-Patientinnen eine Diät sinnvoll ist, die Blutzucker- und Insulinspitzen vermeidet, da ein hoher Insulinspiegel die Entwicklung von Fettgewebe fördert. Mediterrane Kost, zum Beipiel, hat eine überaus günstige Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel.
Diese Diät besteht aus:
Alkohol und mageres rotes Fleisch sollten nur mässig konsumiert werden.
Vermieden werden sollten:
Regelmässige Bewegung beugt der Bildung neuer Fettdepots vor. Generell sind gelenkschonende Sportarten wie Velofahren oder Nordic Walking zu empfehlen. Auch Wassersport ist für Lipödem-Patientinnen besonders günstig, da der Druck des Wassers für eine den Lymphfluss fördernde Kompression sorgt.
Mehr detaillierte Informationen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie unter: lipoedemclinic.ch
Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC.
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