Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03636.jsonl.gz/884

Nicht einmal ein Vogel konnte ihn auf dem Weg zum Sieg noch aufhalten. Beim Grossen Preis von Kanada erwischte Max Verstappen einen Vogel, der bis zum Ende des Rennens in der Bremse des Niederländers stecken blieb. Dennoch fuhr Verstappen souverän zu seinem insgesamt 41. Sieg in der Formel 1. Damit ist der 25-Jährige mit der brasilianischen Legende Ayrton Senna gleichgezogen.
Ausserdem fuhr der zweifache Weltmeister den 100. Sieg für Red Bull ein. Damit ist der österreichische Rennstall mit Sitz im britischen Milton Keynes erst das fünfte Team, das diese magische Marke in der Formel 1 erreicht. «Es ist fantastisch», sagte Verstappen nach dem Rennen, «ich hätte nie von solchen Zahlen geträumt». Einzig Ferrari (242 Siege), McLaren (183), Mercedes (125) und Williams (114) sind noch erfolgreicher als Red Bull. Doch natürlich ist das nicht genug für den ehrgeizigen Sieger: «Ich bin stolz darauf, aber ich hoffe, dass wir weiterhin Rennen gewinnen. Das nächste Ziel sind 200 Siege.»
Dass es der letzte Sieg von Red Bull und Verstappen sein wird, ist so gut wie ausgeschlossen. Zu dominant tritt der Titelverteidiger auch in dieser Saison auf. Obwohl Verstappen von einem schwierigen Rennen sprach und ihm sein Team mitteilte, dass hinter ihm mehr gepusht werde als sonst, setzte er sich mit knapp zehn Sekunden Vorsprung auf Fernando Alonso durch. Teamkollege Sergio Perez, der als Sechster ein enttäuschendes Ergebnis erzielte, sicherte sich in Montreal immerhin noch den Zusatzpunkt für die schnellste Runde.
Damit gewann das Team von Teamchef Christian Horner auch das achte Rennen in dieser Saison. Der sechsfache Sieger Verstappen stand in allen Rennen auf dem Podium, sein Vorsprung auf Perez, den Zweiten der WM-Wertung, beträgt bereits 69 Punkte. Mit nun saisonübergreifend neun Triumphen in Serie ist Red Bull auf der Jagd nach einem weiteren Rekord.
Zwei Siege fehlen noch zu der Bestmarke von McLaren aus dem Jahr 1988, elfmal in Serie beendeten Alain Prost oder Ayrton Senna ein Rennen damals an der Spitze. Es handelt sich dabei auch um den Rekord für die meisten Siege ab dem Saisonstart. Mit Erfolgen beim Heimrennen in Österreich, in Grossbritannien und in Ungarn könnten Verstappen, Perez und Co. einen Rekord brechen und den anderen egalisieren.
Verhindern kann das wohl nur Red Bull selbst. Denn auch in Montreal konnte kein anderer Fahrer Verstappen an der Spitze ernsthaft gefährden. Das Podium komplettierte neben dem bald 42-jährigen Alonso der 38-jährige Lewis Hamilton. So fällte Red-Bull-Berater Helmut Marko gegenüber «Blick» ein vernichtendes Urteil für die jüngeren Piloten: «Irgendwie müssen sich die Jungen schämen. Die beiden Einzigen, die Verstappen etwas am Nerv kitzeln können, sind zusammen über 80 Jahre alt.»
Dennoch lässt die Konkurrenz auf grössere Spannung in der restlichen Saison hoffen. Alonso, der zum sechsten Mal auf dem Podest stand, sandte eine Kampfansage in Richtung von Red-Bull-Fahrer Perez, der in der WM-Wertung nur noch neun Punkte vor ihm liegt. Ausserdem hofft er darauf, seine lange Durststrecke bald einmal zu beenden. Letztmals siegte er 2013 in Barcelona, nun sagt er: «Wir sind nahe dran, vielleicht schaffen wir es noch vor der Sommerpause.»
Die nächste Chance dazu ergibt sich in zwei Wochen. Am Wochenende vom 30. Juni bis zum 2. Juli findet der Grosse Preis von Österreich in Spielberg statt. Neben dem Hauptrennen wird am Samstag das zweite Sprintrennen der Saison ausgetragen.
Im Juli 1887 musste mit Moses Fleetwood Walker der für lange Zeit letzte schwarze Spieler in der höchsten Baseballliga der USA das Feld verlassen – die weissen Spieler drohten mit einem Streik, sollte er weiterspielen dürfen. In der Folge wurden keine schwarzen Athleten mehr angestellt, weil sie angeblich das «Risiko» von Unrast und Streik darstellten. Dafür sorgte eine Absprache unter den Eigentümern der Teams, die in der Major League Baseball (MLB) spielten.