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Anwendungspraxis der Mutterschafts-Stellvertretung
Archiv: 14. September 2006
Anfrage von Sibylle Lehmann und Mitunterzeichnende
Der Kanton Luzern gewährt seinen Mitarbeiterinnen einen bezahlten Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen. Seit dem 1. Juli 2005 kommt der Bund während 14 Wochen für 80 Prozent des Lohnes für eine Mitarbeitende im Mutterschaftsurlaub auf. Das entlastet das Personalbudget des Kantons Luzern gegenüber der früheren Regelung erheblich.
Nach den 16 Wochen Mutterschutz steigen die Mütter wieder in den Arbeitsprozess ein. Die Arbeit, die in diesen 16 Wochen anfällt, muss selbstverständlich erledigt werden.
Die Mutterschaft bzw. der Mutterschaftsurlaub darf nicht zur Belastung für die werdende oder junge Mutter und das Team, in dem sie arbeitet, werden. Darum muss für die Zeit des Mutterschaftsurlaubs eine Stellvertretungslösung getroffen werden. Das kann in Form einer Stellvertreterin oder eines Stellvertreters sein oder in Form von freiwilligen temporären Pensenerhöhungen bei den anderen Mitarbeitenden im Team.
Die Überwälzung der Arbeit auf die anderen Mitarbeitenden ohne Pensenerhöhung oder der Verzicht auf eine Stellvertretungslösung führt zu ungesunden Überlastungen des Personals und zu Demotivation.
Durch den bundesrechtlich geregelten und bezahlten Mutterschaftsurlaub entstehen dem Kanton nur in geringem Umfang zusätzliche Lohnkosten.
Uns stellen sich in diesem Zusammenhang folgende Fragen:
- Wie ist die Stellvertretung bei Mutterschaftsurlauben innerhalb der kantonalen Verwaltung geregelt?
- Wie oft konnten in den letzten fünf Jahren Mitarbeiterinnen Mutterschaftsurlaub beziehen?
- Wurden bei allen Mutterschaftsurlauben in diesem Zeitraum Stellvertretungen eingesetzt oder die Pensen der andern Mitarbeitenden für diese Zeit erhöht?
- Falls nicht in allen Fällen die Abwesenheiten kompensiert wurden: Nach welchen allgemeinen Kriterien wird über die Anstellung von Stellvertretungen entschieden?