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Das waadtländische Vallon du Nozon umfasst die neun Gemeinden Agiez, Bofflens, Bretonnières, Croy, Juriens, La Praz, Premier, Romainmôtier-Envy und Vaulion, zu denen sich für diese Analyse Arnex-sur-Orbe gesellte. Im Rahmen des Modellvorhabens «Räumliche Kompensationsansätze im Vallon du Nozon» wurden für verschiedene Themenbereiche interkommunale Nutzen-Lastenausgleichssysteme entwickelt und getestet. Zudem sollten die Vorgaben des kantonalen Richtplans umgesetzt werden, welcher die Reduktion der Bauzonen in Gemeinden, wo diese überdimensioniert waren, zum Ziel hatte. Auch ging es darum, die Handlungsfähigkeit der Gemeinden zu erhalten. Der ländliche Charakter der Dörfer sowie des ganzen Gebietes, das durch Landwirtschaft, Wald und Naturschutzgebiete geprägt ist, entwickelte sich in Richtung eines Konzepts, das diese Trümpfe bewahren wollte, aber auch Zukunftsperspektiven ermöglichen sollte.
Vorlage und Umsetzung
Um ein aussagekräftiges Nutzen-Lastenausgleichsmodell entwickeln zu können, wurde das Untersuchungsgebiet auf das Vallon du Nozon beschränkt. Auch hier bestanden in der Verteilung von Lasten und Nutzen im Hinblick auf Infrastrukturbauten, Gewerbezonen, Wohn- und Grünraum grosse Unterschiede. Neu wurde das Entwicklungspotential der Region auf einer übergeordneten Ebene analysiert, wobei die Gemeinden eng zusammengearbeitet haben. Die Konzentration der Bauzonen an Orten mit guter Erreichbarkeit und gutem Dienstleistungsangebot, wie es der kantonale Richtplan verlangte, konnte realisiert werden, indem die Bauzonenreserven mehrerer Gemeinden neu gruppiert wurden. Ebenso konnte die Reduktion der Bauzonen durch ein Ausgleichssystem, das sich am Wert des Bodens orientierte, mit geringem Aufwand vonstatten gehen. Wie eines der ausgearbeiteten Szenarien aufzeigte, können so die Bauzonen zugunsten von Grün- und Erholungsräumen um 50 Prozent reduziert werden. Die Eigentümer wurden auf der Basis dieses Zonenabtauschs und der Reduktion der Bauzonen in den Prozess und die Diskussion einbezogen. Die eigentümerverbindliche Planung führte zu Fragen des Nutzen-Lastenausgleichs, welche überkommunal gelöst wurden und so die Zusammenarbeit unter den Gemeinden weiter verstärkt haben.
Den Kanton braucht es auch
Die Zusammenarbeit der verschiedenen Gemeindebehörden sowie das Engagement des Kantons Waadt waren Voraussetzungen für das Gelingen des Projekts. Als wichtige Faktoren zur Bewusstseinsbildung über Vorteile und Schwierigkeiten dieser Lösung haben sich zudem das partizipative Vorgehen und der frühe Einbezug aller relevanten Akteure erwiesen. Die Stärkung von wirtschaftlichen Interessen unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Regionalentwicklung in den Bereichen Naturschutz, Raumplanung und Finanzausgleich soll als Modell auch für andere Regionen des Kantons nutzbar werden. Dazu muss der Kanton seinen Beitrag leisten. Auf Gemeindeebene müssen im Hinblick auf den Zusammenschluss sämtliche Zonenpläne revidiert werden, bevor das Projekt VOTERR (Vocation territoriale et systèmes de compensation) umgesetzt werden kann. Die Mitwirkung der Gemeinden wurde in bisher sechs Workshops zu diesen Themen gefördert. Dank VOTERR hätte die gemeindeübergreifende Diskussion und Organisation von allgemeinen Themen zu einer wirtschaftlich effizienten und - gerade im Hinblick auf die Erhaltung der Lebensqualität - gewinnbringenden Lösung für alle führen können. Zu guter Letzt erwiesen sich jedoch die finanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Hand als nicht ausreichend, um die Hindernisse zu überwinden, welche sich den lokalen Behörden in den Weg stellten, als sie die Grundeigentümer von den Vorteilen dieses neuen Ansatzes zu überzeugen versuchten. Das Beschreiten neuer Wege durch kleine, ländliche Gemeinden wurde als zu risikobehaftet eingeschätzt.