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- Der Episodenfilm «Es gibt kein Böses» hat an der 70. Berlinale den Goldenen Bären gewonnen.
- Der Filmemacher erzählt vier Kurzgeschichten, die sich mit der Todesstrafe in Iran beschäftigen.
- Der iranische Regisseur Mohammed Rassulof konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen.
Die Jury der 70. Berlinale zeichnete das Filmteam von «Es gibt kein Böses» mit dem Hauptpreis aus. In seinem Episodenfilm erzählt der Filmemacher Mohammed Rassulof vier Kurzgeschichten, die sich mit der Todesstrafe in Iran beschäftigen.
Die Tochter des Regisseurs, Baran Rassulof, nahm an seiner Stelle die Trophäe entgegen, weil ihr Vater keine Reiseerlaubnis erhalten hatte. Jurypräsident Jeremy Irons lobte den Film dafür, dass er «Fragen über unsere Verantwortung und Entscheidungen im Leben stellt».
Sie sei überwältigt und glücklich und gleichzeitig sehr traurig. «Denn dieser Preis ist für einen Filmemacher, der heute nicht hier sein kann», sagte Baran Rassulof in Berlin. «Dieser Preis ist für ihn.»
Die 70. Berlinale hat damit zum dritten Mal einen Goldenen Bären einem Regisseur aus Iran zugesprochen: 2011 gewann «Nader und Simin – Eine Trennung» von Asghar Farhadi, 2015 «Taxi Teheran» von Jafar Panahi. Der Episodenfilm «Es gibt kein Böses» ist eine deutsch-tschechisch-iranische Koproduktion.
Rassulof gehört wie sein Kollege Panahi zu Filmemachern, die in ihrer Heimat Iran immer wieder Probleme haben. Beide waren nach Protesten gegen die Präsidentschaftswahlen 2009 verurteilt worden, Rassulof wurde der Reisepass 2017 abgenommen.
Schweiz geht leer aus
Gute Chancen auf einen Preis hatte im Vorfeld der Spielfilm «Schwesterlein» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond gehabt. Aber die Schweiz ging schliesslich leer aus. Mit dem Film war erstmals seit acht Jahren wieder ein Schweizer Film im Wettbewerb in Berlin vertreten.
Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. In diesem Jahr konkurrierten 18 Beiträge im Wettbewerb. Erstmals leiteten die Niederländerin Mariette Rissenbeek und der Italiener Carlo Chatrian die Filmfestspiele.
Die Bären-Trophäen der 70. Berlinale
Goldener Bär: «Es gibt kein Böses» («Sheytan vojud nadarad») von Mohammed Rassulof.
Silberner Bär, Grosser Preis der Jury: Für das Coming-of-Age-Drama «Never Rarely Sometimes Always» der US-Regisseurin Eliza Hittman. Sie erzählt von einer 17-Jährigen, die ungewollt schwanger ist.
Silberner Bär für die beste Regie an den Südkoreaner Hong Sangsoo für den Film «Die Frau, die rannte» («Domangchin yeoja»). Dabei unternimmt eine Frau erstmals wieder etwas ohne ihren Mann.
Silberner Bär für die beste Darstellerin geht an die Deutsche Paula Beer für ihre Rolle in Christian Petzolds Liebesfilm «Undine».
Silberner Bär für den besten Darsteller: Der Italiener Elio Germano, der im Künstlerdrama «Hidden Away» («Volevo nascondermi») von Giorgio Diritti einen Maler spielt.
Silberner Bär für das beste Drehbuch: Fabio und Damiano D'Innocenzo für das Drehbuch zum Drama «Favolacce» («Bad Tales»).
Silberner Bär für herausragende künstlerische Leistung für die beste Kamera an den Deutschen Jürgen Jürges für «DAU. Natasha» von Ilja Chrschanowski und Jekaterina Oertel. Der Experimentalfilm ist Teil eines grossangelegten Kunstprojekts.
Silberner Bär Sonderpreis zur 70. Berlinale: «Effacer l’historique» («Delete History»), eine französische Komödie von Benoît Delépine und Gustave Kervern.