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Sur la carte de
Jedes Jahr lädt das FIFF eine Persönlichkeit ein, ihre Lieblingsfilme in der Sektion «Sur la carte de» zu präsentieren. Nach Bong Joon-ho, Geraldine Chaplin, Ken Loach oder Pierre Richard ist der diesjährige Gast des FIFF der deutsche Regisseur Fatih Akin. Der 1973 in Hamburg geborene engagierte und kompromisslose Filmer ist auch international sehr erfolgreich: Er gewann den Goldenen Bären in Berlin für «Gegen die Wand» (2004), den Preis für das beste Drehbuch in Cannes für «Auf der anderen Seite» (2007) oder den Spezialpreis der Jury in Venedig für die Komödie «Soul Kitchen» (2009). Der Besuch von Fatih Akin am FIFF ist eine Gelegenheit, die Inspirationsquellen des weltbekannten Regisseurs kennenzulernen, für den Migration und Leidenschaft zentrale Themen sind.
Sechs Lieblingsfilme von Fatih Akin
Als Kind entdeckte Fatih Akin Bruce Lee auf dem Höhepunkt seines Ruhms: Ein Cousin besass einen Super-8-Projektor, auf dem die Kinder eine 15-minütige Filmspule von Fist of Fury (Todesgrüsse aus Shanghai, 1972) in einer Endlosschleife abspielten. Dem Kampfsport begegnet man auch in zwei weiteren Filmen seiner Auswahl – im koreanischen Kultfilm Once Upon a Time in High School: The Spirit of Jeet Kune Do (2004) und im explosiven dritten Teil der Police Story mit Jackie Chan (Hong-Kong, 1992). Zudem entschied sich Fatih Akin für Amator (Der Filmamateur, 1979) von Kieślowski, der von der Obsession des Filmens handelt, sowie für Mädchen in Uniform (1931) von Leontine Sagan, der Anfang der 1930er-Jahre mit seinen lesbischen Szenen für Aufruhr sorgte. Abgerundet wird die Carte blanche mit Beat Street (USA, 1984), einem der ersten Filme über Hip-Hop und die Perspektiven, die der Musikstil den Jugendlichen in der Bronx bietet.
Die Welt von Fatih Akin: eine Kultkomödie, ein Biopic und ein Gespräch
Auf dem Programm stehen auch zwei Werke von Fatih Akin. Die Komödie «Soul Kitchen» (2009), in der Zinos ohne grossen Ehrgeiz ein kleines Restaurant in einem Arbeiterviertel von Hamburg betreibt, wird in der Sektion Genrekino: Guten Appetit! gezeigt, die dem kulinarischen Film gewidmet ist. (Siehe arttv Bericht von 2009) Sein neuster und bislang erfolgreichster Film im deutschsprachigen Raum «Rheingold» (2022) ist in den Mitternachtsvorführungen zu sehen. Das knallharte Biopic erzählt die Geschichte von Giwar Hajabi aka Xatar. Der im Iran geborene Rapper aus Bonn begeht vor seiner Karriere als Musikproduzent einen Raubüberfall, um seine Schulden zurückzuzahlen. (arttv Bericht von 2022)