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Kodály-Erstausgabe
Zoltán Kodály erstellte von seinem «Ungarischen Rondo» für kleines Orchester auch eine Fassung für Cello und Klavier. Sie liegt nun erstmals gedruckt vor.
Das 1917 komponierte Ungarische Rondo gehört zu den eingängigsten Kompositionen Zoltán Kodálys: Vier ungarische Volkslieder sowie eine instrumentale Tanzmelodie sind in Rondoform effektvoll zusammengefügt.
Die allgemein bekannte Version für kleines Orchester wurde 1918 in Wien uraufgeführt. Kodály fertigte jedoch noch eine Fassung für Cello und Klavier an, welche 1927 in Budapest erstmals gespielt, aber bis heute nicht veröffentlicht wurde.
Die jetzt bei Editio Musica Budapest erschienene Erstausgabe stellt eine willkommene Bereicherung der Celloliteratur dar. Der Schwierigkeitsgrad des Stückes ist hoch, etwa vergleichbar mit den Drei Stücken für Cello und Klavier von Nadia Boulanger. Der Komponist geizt nicht mit wirkungsvollen Effekten wie Pizzicati der linken Hand, virtuosen Läufen in hoher Lage, Doppelgriffen und sonoren Kantilenen in der Tiefe. Die Behandlung des Celloparts erinnert bisweilen an Kompositionen David Poppers; mit dessen Cellowerken dürfte der selber Cello spielende Kodály vertraut gewesen sein, denn Popper lehrte an der Liszt-Akademie in Budapest.
Die Edition besorgte der ungarische Cellist Miklós Perényi, der das Werk 2003 bei Hungaroton mit Dénes Várjon am Klavier eingespielt hat.
Zoltán Kodály: Ungarisches Rondo für Cello und Klavier, hg. von Miklós Perényi, Erstausgabe, Z. 14990, Fr. 14.70, Editio Musica Budapest 2016