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Sie haben an der Universität St. Gallen (HSG) Betriebswirtschaft studiert und danach in mehreren Firmen gearbeitet. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Hotelière zu werden?
Das war Zufall. Ich bin sehr viel gereist. Nach Apulien kam ich als Touristin, doch ich habe gleich gemerkt: Hier fühle ich mich wohl. Hier stimmt es für mich. Ich habe dann Trulli in Cisternino gekauft (typische regionale Rundhäuschen mit Kegeldach, Anm. d. Red.), habe sie ausgebaut und an Feriengäste vermietet, zuerst als Hobby, dann wurde die Sache immer grösser.
Die Masseria Alchimia konnten sie unter anderem mit einem Finanzierungsprogramm der EU aufbauen?
Ich habe die Trulli an zwei Engländer verkauft, die sie unbedingt wollten und mir einen guten Preis offerierten. Als die Masseria, die etwa 30 Jahre leer gestanden hatte, zum Verkauf stand, habe ich mit meinen HSG-Kenntnissen einen Businessplan und ein Projekt ausgearbeitet, nachdem ich von diesem Finanzierungsprogramm für junge Unternehmerinnen gehört hatte. Und obwohl ich keinerlei Beziehungen hatte, landete mein Projekt unter rund 700 eingereichten auf dem 13. Platz. Ich habe das Haus 2006 gekauft und an Ostern 2008 eröffnet. Es hat zehn Suiten und Doppelzimmer.
Weshalb heisst das Landgut «Alchimia»?
Ursprünglich hiess es «Tenuta Logurgo». Ich habe lange an einem Namen herumstudiert und bin schliesslich auf «Alchimia» gekommen: die Verschmelzung von Nord und Süd, von alt und neu: ich als schweizerisch-deutsche Frau und mit dem süditalienischen Landgut; das alte Haus mit den neuen Designermöbeln.
Vor Ihrer Zeit als Hotelière waren Sie auch drei, vier Jahre lang Fotografin. Wie kamen Sie dazu?
Ich hatte schon immer gern fotografiert. Als mein damaliger Mann nach New York versetzt wurde und ich ohne Green Card keinen Beruf ausüben konnte, habe ich Kurse genommen und fotografiert. Danach wollte ich nicht mehr in den alten Beruf zurück und habe einige grössere Fotoreportagen gemacht. Bis ich schwanger wurde, meinen Sohn Oliviero bekam und danach natürlich nicht mehr in Kriegs- und Krisengebiete reisen konnte. Etwa zur selben Zeit habe ich die Trulli gekauft.
Inzwischen haben Sie eine neue touristische Aktivität in Andermatt gestartet.
Ich habe das Chalet Swiss bei einem Aufenthalt mit Freunden in Andermatt per Zufall entdeckt. Das war noch, bevor Samih Sawiris kam; das Haus war folglich noch bezahlbar. Meine Mutter, die inzwischen leider gestorben ist, war so begeistert, dass sie es gekauft hat. Ich habe es umgebaut und vermiete es jetzt. Bis zu sechs Personen können darin wohnen.