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BLUTPUMPE
Bei belastetem Huf wird die Hufkapsel gespreizt und die Lederhaut zwischen Hufbein und Hufkapsel auseinander gezogen. Hierdurch werden die in der Huflederhaut befindlichen Blutgefässe geweitet und können sich vermehr mit Blut füllen. Zusätzlich entsteht bei der Weitung der Blutgefässe ein Sog, welcher die Füllung unterstützt. Auch werden die Digitalarterien bei Belastung vom Kronbein abgeklemmt und das Blut in den Huf gedrückt.
Bei Entlastung wird die Hufkapsel wieder eng und drückt das Blut aus der Huflederhaut nach oben in das venöse Kronrandgeflecht, welches als Zwischenspeicher fungiert. Dieses wird bei der nächsten Stützbelastung des Hufs im seitlichen Kronbereich durch den Druck der Hufknorpel und im vorderen Kronbereich durch den Druck des Kronbeins in der Abfussungsphase geleert. Das Blut wird in die höher liegenden Venen gepumpt, in denen durch die Venenklappen ein Rückfluss verhindert wird. In der Belastungsphase des Hufs findet also gleichzeitig Blutzufuhr und Blutabfluss statt. Die Blutpumpe ist unerlässlich für die optimale Nährstoffversorgung des Hufes (und damit für ein gutes Hornwachstum), sowie die Durchblutung des Pferdebeins unterhalb des Fusswurzelgelenks, da das Pferd hier im Gegensatz zum Menschen keine Muskulatur und somit auch keine Venenpumpe hat. Auch ist das gesamte Herz-/Kreislaufsystem auf die Unterstützung durch die Hufpumpen eingestellt.
HUFPUMPE
Die Pumpfunktion des Hufs ist aber nicht alleine auf das Blut beschränkt, sondern wirkt auch auf das Lymphsystem und die Füllung der Sehnenscheiden. Dies macht sich bei Boxenpferden z.B. morgens durch angelaufene Beine bemerkbar. Besonders deutlich wird die weitergehende Pumpfunktion des Hufs bei Hufabszessen. Eine typische Begleiterscheinung hierbei ist das deutliche Anlaufen des Beins, auch wenn sich die Pferde im Offenstall befinden und bewegen.