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Seit einigen Jahren führe ich ja an der Uni Basel Kurse in Hochschuldidaktik durch. So auch letzte Woche zum Thema „Lehr-Lernveranstaltungen planen und gestalten“. Ein Satz eines Teilnehmers blieb bei mir hängen. Es ging um die Diskussion, ob man als Dozent/-in den Studierenden alle Arbeitsunterlagen als Donwload zu Verfügung stellen soll oder nicht. Die Anwesenden waren sich nicht einig. Einige waren der Ansicht, dass es z.B. für Studienanfänger/-innen eine Orientierungshilfe sein könnte. Andere vertraten dezidiert die Meinung, dass gerade Powerpoint-Folien mit ihren vorgegebenen Format-Standards, immer eine Reduktion bedeuten würden. Viele Dozierende kennen das Dilemma, dass Studierende die Folien einfordern, sie selber jedoch dem jedoch kritisch gegenüber stehen. Folgende Meinung vertrat ein Mediziner. Er kommunizieren jeweilen seinen Studierenden immer transparent, weshalb er wann PPT-Folien abgebe und wann eben nicht. Zudem fordere er seine Studierenden auf:
Leistet euch den Luxus etwas zu notieren!
Mir hat dieser Satz sehr gefallen! Klar, er kann dazu verwendet werden aufzuzeigen, dass alles Lernen aktiv ist und es diesbezüglich immer eine Konstruktionsleistung braucht. Was mir jedoch vor allem gefallen hat ist der Hinweis auf den Luxus sich Zeit zu nehmen resp. als Dozent/-in Zeit einzuplanen, damit die Studierenden sich Notizen machen können, müssen, sollen.
In diesem Zusammenhang finde ich den Artikel von Catherine Adams (2006) hilfreich: „PowerPoint, habits of mind, and classroom culture“. Hier das Abstract:
In lecture halls, in secondary school classrooms, during training workshops, and at research conferences, PowerPoint is becoming a preferred method of communicating, presenting,and sharing knowledge. Questions have been raised about the implications of the use of this new medium for knowledge dissemination. It is suggested PowerPoint supports a cognitive and pedagogical style inconsistent with both the development of higher analytical thinking skills and the acquisition of rich narrative and interpretive understanding. This paper examines how PowerPoint invites and seduces educators to reshape knowledge in particular ways, and subsequently how this knowledge is presented to students in the classroom. The particular forms of knowing, relating, and presenting with PowerPoint are decided in part by teacher habituation to the software tools default patterns, but also by the very nature of the presentation medium itself.
PowerPoint lädt jedoch nur dazu ein, das Wissen mit Bullet-Points abzubilden, schreibt Adams (2006, S. 392 f.) und gibt das Format nicht vor.
Thus, in preparing a presentation using PowerPoint, a teacher is confronted with two questions. First, what information should be presented on each slide? Clearly, information must be broken into discrete bits to fit on each slide. Secondly, how might each segment of information be best represented? PowerPoint suggests bulleted text. Note that PowerPoint is merely inviting, not compelling, an author to format his or her knowledge as bullet points. Other formats and approaches may be tried. Yet, it must be admitted that the invitation in the default slide”to bullet”is taken up by many.
Aus Sicht der (Hochschul-)Didaktik geht es jedoch nicht darum sich zu überlegen, wie die Inhalte am besten in die einzelnen Slides verpackt werden können, sondern immer darum, wie PowerPoint o.ä. dazu beitragen kann, die Inhalte zu repräsentieren (vgl. hierzu auch Weil, 2009).
Quellen:
Adams, C. (2006). PowerPoint, habits of mind, and classroom culture. Curriculum Studies 38(4), 398-411.
Weil, M. (2009). „Powerpointisums“ und die Rolle der Bilder in Präsentationen. Education Permanente (2), 24-25.