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Die Verwaltungsregion heisst Basilicata, die Einwohner nennen sich Lukaner und verwenden auch den Begriff "lucana", wenn sie ihre Kultur beschreiben. Diese Unterscheidung hat tiefe Wurzeln.
Eigentlich waren die Lukaner gar nicht die ersten Bewohner der Region. Die Enotrer waren schon vorher da, nur weiss man nicht viel über dieses Volk. Sie nannten sich selber wohl anders, der Name kommt vom Griechischen Enotria, das Weinland, also gaben wahrscheinlich die Griechen dem Volk diesen Namen.
Über die Lukaner weiss man viel mehr, seit dem 3. Jahrhundert vor Christus wurde die Region nach ihnen benannt. Lukanien umfasste nicht nur grosse Teile der heutigen Basilicata, sondern auch Gegenden, die heute zu anderen Regionen gehören. Am Thyrrenischen Meer bildet der Fluss Sele die Nordgrenze, grosse Teile der heutigen Provinz Salerno gehören zu Lukanien. Insbesondere gehört das Cilento dazu, deshalb kommt manchmal die Frage auf, ob das Cilento nicht die dritte Provinz der Basilicata bilden sollte. Südlich gehörte auch die Gegend zwischen den Flüssen Noce und Lao dazu (heute in Kalabrien). Dafür gehörte der nördlichste Teil der Basilicata nicht dazu, die Grenze bildete der Fluss Bradano. Matera, Melfi, Venosa und der Vulture gehören also nicht zum historischen Lukanien.
Die Normannen führten eine Verwaltungsregion Basilicata bei ihrer Eroberung Süditaliens im 11. Jahrhundert ein. Diese Begriff blieb bis Mussolini an die Macht kam und den alten römischen Namen wieder einführte, allerdings ohne die alten Grenzen wieder herzustellen. Nach dem zweiten Weltkrieg distanzierte sich das moderne Italien von Mussolinis Erbe.
Das sich die Menschen Lukaner nennen, ist also letzen Endes eine Frage der kulturellen Identität. Es schafft eine Bindung zum Ursprung der Region und eine Distanz zur Fremdbestimmung.