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Wie können Regierungen auf allen Ebenen besser mit den Wählern interagieren? Ein Weg ist das Daten-Storytelling: Über die Zahlen und Daten hinausgehen, um Geschichten zu unterschiedlichen Themen zu kreieren, welche den Menschen wichtig sind.
Die Geschichte ist wichtiger als die Tabelle
In den letzten zehn Jahren haben sich viele Regierungen entschieden, bedeutende Schritte in der «Open Data»-Bewegung zu gehen, indem der allgemeinen Öffentlichkeit tausende von Datensätze zur Verfügung gestellt wurden. Aber einfach einen Datensatz in einem offenen Datenportal oder einer Website zu veröffentlichen, ist nicht genug. Damit diese Daten ihre ganze Wirkung entfalten können, ist es wichtig, die Linien und Punkte in einem Diagramm oder die vielen Zahlen in einer Tabelle in etwas zu transformieren, das jeder versteht und wonach eine Person handeln kann.
Eine Behörde kann Daten von einer Vielzahl von Bereichen sammeln und veröffentlichen. Diese sind aber ohne den Kontext, wie sie sich auf die Bürger auswirken, nicht sehr wertvoll. Wie können wir also die Daten mit dem Leben der Bürger verknüpfen?
Vier Wege um die Macht der Daten zu nutzen
1. Erzählt es nicht nur – zeigt!
Als menschliche Wesen fällt es unseren Gehirnen leichter visuelle Daten zu verarbeiten, als alle anderen Formen von Daten. Tatsächlich verarbeitet das menschliche Gehirn Bilder 60'000 Mal schneller als Text.
Als Beispiel dienen Daten zur öffentlichen Gesundheit, welche auf einer Karte gezeigt werden. Dies ist enorm sinnvoll und für die Bürger zugänglicher, als eine schwere Tabelle mit derselben Information. Regierungen greifen vermehrt auf die Macht der Datenvisualisierung zurück, um sich mit seinen Bürgern zu verbinden.
In Washington DC, verwandelt die interaktive Webseite «District Mobility» Daten im multimodalen Transportsystem von DC in kartenbasierte visuelle Geschichten. Welche Buslinien bedienen die meisten Fahrer? Wie unterscheiden sich die Fahrgeschwindigkeiten je nach Wochentag und Uhrzeit auf den verschiedenen Routen? Wie pünktlich ist der Bus-Service in verschiedenen Stadtteilen?
2. Wählt ein Problem mit grossen Auswirkungen
Um sich mit den Bürgern über Gruppen hinweg zu verbinden, sollten sich die Behörden bei ihren Daten- und Storytelling-Bemühungen auf Probleme konzentrieren, welche weitreichende Auswirkung auf das Leben der Bürger haben.
In der Folge von Hurrikan Katrina, waren viele Viertel in New Orleans voll von verfallenen und verlassenen Gebäuden - mehr als 40'000. Für Einwohner und das Stadtpersonal war es schwierig, akkurate Informationen über den Status von zerstörten Liegenschaften zu erhalten. Diese Daten waren für die Communities notwendig, um zusammen zu kommen und Entscheidungen bezüglich des Wiederaufbaus ihrer Nachbarschaften zu treffen.
Mitarbeiter der Stadt New Orleans arbeiteten mit einem Team von «Code für Amerika»-Stipendiaten zum Aufbau einer Open Data-Webanwendung namens Blight Status, die es jedem ermöglichte, eine Adresse zu suchen und einzusehen, welche Berichte von unterschiedlichen Unternehmen über das Grundstück erfasst wurden: bspw. über Immobilienfäule, Inspektionen, Anhörungen und geplante Sprengungen. Die App ermöglichte eine Verbindung zwischen Bürgern, städtischen Gebäudeinspektoren und Daten und präsentierte die Daten in einem leicht zugänglichen kartenbasierten Format.
3. Teilt, wie Daten Entscheidungen beeinflussen können
Eine andere Möglichkeit, den Bürgern für sie wichtige Daten näher zu bringen, ist es, darauf aufmerksam zu machen, wie Daten Regierungsentscheidungen beeinflussen können.
Dies kann durch einen Blog erreicht werden, ein Gespräch, eine Fallstudie oder ganz einfach in der Art und Weise wie Beamte ihre Erfolge mit ihren Wählern kommunizieren.
Ein Beispiel bietet das KCStat von Kansas City Programm. Die Stadt veröffentlicht einen Blog namens Chartland, welcher Geschichten erzählt, welche mithilfe der Daten der Stadt gewonnen wurden. Vom Chief Data Officer (CDO) der Stadt geschrieben, fokussieren die Geschichten auf relevante städtische Probleme, wie das Risiko einer Bleivergiftung in älteren Häusern, Mustererkennung von Polizeianrufen oder wie die Ergebnisse einer Bürgerzufriedenheitsumfrage geholfen haben, einen Infrastrukturreparaturplan aufzugleisen.
Diese Blogs sind dialogorientiert und leicht zu verstehen und helfen Daten menschlicher zu machen, welche normalerweise für viele einschüchternd wirken können.
4. Macht Geschichten erzählen zweispurig
Hackathons und unter dem Motto «Open Data» stehende Events geben den Bürgern eine Möglichkeit mit Daten zu interagieren und zu lernen, ihre eigenen Geschichten mithilfe von Daten zu erzählen. Indem Bürger ihre eigenen Geschichten erzählen, können bisher unbekannte Herausforderungen beleuchtet werden und den Bürgern wird eine Stimme gegeben, um den Wandel voranzutreiben.
Ben Wellington, ein Datenenthusiast entdeckte beim Durchsehen von Parkverstössen in New York, dass aufgrund des Nichtbeachten eines neuen Gesetzes irrtümlicherweise Strafzettel im Wert von Millionen von Dollars für legal geparkte Autos ausgestellt wurden. Ein Problem, das die Stadt seither korrigiert hat - dank Wellingtons Analyse.
In die Zukunft schauend
Der Wert von Daten wird nicht durch die Daten selbst bestimmt, sondern durch die Geschichte, welche sie erzählen können und die Handlungen, welche wir aufgrund dessen ergreifen können. Für Bürger ist es wichtig mehr als nur Zahlen auf einer Seite zu sehen: Sie müssen verstehen, was diese Zahlen wirklich für sie bedeuten. Um diese Verbindung herzustellen, müssen CDOs und Daten-Teams in die Präsentation und Visualisierung von Daten investieren und kreativ über neue Formate und Plattformen nachdenken.
Lesen Sie das gesamte Chief Data Officer (CDO) Playbook von Deloitte Insights.