Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03553.jsonl.gz/329

Hier erfahren Sie mehr über unser Schutzkonzept für die kommenden Konzerte.
Ralph Orendain spielt Hermann Goetz
- 40
Annachiara Gedda
Hermann Goetz
Carl Nielsen
Zu den Lokalhelden, welche das Saisonprogramm "in den Rückspiegel" nimmt, gehört Hermann Goetz (1840-1876). Ab 1863 Stadtorganist in Winterthur, starb er kurz vor seinem 36. Geburtstag an Tuberkulose. Das Violinkonzert von 1868, dem Jahr der Eheschliessung mit seiner Winterthurer Frau, zeigt Goetz' lyrische Erfindungsgabe und greift unvoreingenommen kompositorische Errungenschaften seiner Zeit auf - etwa in der einsätzig-mehrteiligen Gestaltung. Auch Carl Nielsens fünfte Sinfonie von 1922 entfaltet sich in bloss zwei Sätzen. Gleichwohl stellt sie sich mit ihren scharfen Kontrasten und planvoll verwandten Motiven den höchsten Anforderungen an eine ernste Sinfonie und wirft - wie es bei Fünften seit Beethoven Tradition ist - die grossen Fragen auf. Dass diese sich nach der Erfahrung des Ersten Weltkriegs anders stellen als zuvor, zeigt das unheimliche Solo der kleinen Trommel im ersten Satz oder der Sinfonieschluss in merkwürdig dunkel leuchtendem Dur. Ein packendes, vielschichtiges, hierzulande mächtig unterschätztes Werk!