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Ein Mann kommt in die Apotheke und lehnt sich, leicht hüstelnd an ein Regal, also gehe ich ihn fragen, ob er etwas braucht.
Er schaut mich an, murmelt etwas unverständliches und greift sich an den Hals.
Pharmama: „Haben sie Halsschmerzen?“
Kunde: Verständnisloser Blick.
Pharmama: „Oder Husten?“
Immer noch keine Reaktion.
Er zeigt auf seinen Hals, und hustet wieder.
Pharmama: „Do you speak english?“ … versuche ich es, „Parlez-vous francais? … Parla italiano?“ – letzteres kann ich zwar nicht, aber wir haben zumindest jemanden hier, der das kann.
Kunde: „Albana“ oder so etwas ähnliches sagt er. Nun, zumindest das hat er verstanden …
Aber weiterhelfen tut mir das nicht
Also versuche ich es mit Phantomime.
Inzwischen haben wir hinter ihm 2 Kunden die warten und zuschauen.
Ich greife an den Hals und verziehe das Gesicht: „Halsschmerzen?“
Kunde: verständnisloser Blick
Ich huste mir in die Hand – „Husten?“
Immer noch keine wirkliche Reaktion – ausser von den anderen Kunden, die meine Pantomime wohl lustig finden und zuschauen, wie ich mich abmühe.
Noch ein Versuch. Ich ziehe ihn vor das Regal mit den Erkältungsmitteln.
Pharmama: „Brauchen sie das?“ Zeige auf die Halsschmerztabletten – vielleicht erkennt er ja eine Marke?
„Oder das?“ Zeige auf den Hustensirup.
Er schaut mich nur an und zuckt mit den Schultern.
Was soll ich machen?
Ein letzter Versuch noch: ich nehme Kugelschreiber und ein Blatt Papier und halte sie ihm hin. Vielleicht kann er etwas aufmalen oder aufschreiben und ich google es nachher.
Aber: Wieder nichts. Er gibt mir das Blatt einfach wieder zurück.
Jetzt habe ich so ziemlich alles versucht und von ihm kommt gar nichts.
Einfach ein Aspirin in die Hand drücken und sagen: „Nehmen sie mal das“ mache ich nicht. Er kann mir ja noch nicht mal sagen, ob er noch irgendetwas anderes nimmt.
Also gebe ich es auf, zucke auch mit den Schultern, schüttle den Kopf und sage: „Ich kann ihnen nicht helfen.“
…
Er dreht sich um und geht langsam wieder raus.
Und ich wende mich dem nächsten Kunden zu, der mich versteht und ich ihn und den ich wirklich beraten kann.
Aber glaubt ihr mir, dass ich das frustrierend finde?
25 Kommentare zu „Ich verstehe sie nicht!“
vor allem bleibt die Frage: Was wollte er? Was hatte er? Und ein RIESENgroßes Fragezeichen bleibt im Raum stehen :) Das würde mich wahnsinnig machen (gerade mit ’nem Helfersyndrom *g*)
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und unter dem leiden wir im medizinischen Bereich doch häufig :-)
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da kommt mir eine ganz andere Idee: ob er überhaupt eine Apotheke aufsuchen wollte? ;-)
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:D gute frage
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Böse Variante:
Ein Komplize hat währenddessen in die Kasse gegriffen / teure Kosmetika mitgehenlassen / den Apothekenstempel geklaut / …
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….und sicher nicht die unwahrscheinlichste Variante…
ist es nicht gräßlich, wie mißtrauisch man wird??
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An das habe ich nicht mal im Ansatz gedacht … aber so ich weiss, stimmte die Kasse noch, der Stempel ist auch noch da … die Kosmetik ist allerdings schwieriger zu überprüfen, aber … nein, ich glaube nicht, dass das ein Ablenkungsversuch war.
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Die nett Variante:
Er lies regelmässig eine albanische Variante von Pharmamas Blog und wollte sich einfach nur mal die schweizer Apotheke angucken.
:)
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hätte er dann nicht eher auf seine Augen als auf seinen Hals gedeutet?
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hat er eigentlich auf den Hals gedeutet oder mit der Hand eher eine „ziehende“ Bewegung am Hals vorbei gemacht? ;-)
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Den Typ habe ich vor ein paar Wochen auch getroffen (könnte er jedenfalls gewesen sein).
Ich steh an der Tramhaltestelle vom Dreier am Barfi, Durchlauftext in der Anzeige „Tram kann nicht nach Birsfelden fahren, bitte am Aeschenplatz Bus Nr. 70 benutzen“. Ein älterer Mann steht an der Station, ich spreche ihn an: „Möchten Sie nach Birsfelden fahren?“ *Nicken* „Haben Sie gesehen, dass Sie am Aeschenplatz umsteigen müssen?“ *Nicken* Tram kommt. Ich steige ein. Mann geht in andere Richtung davon…
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Der musste gar nicht aufs Tram, der wollte nur irgendwo in Ruhe rumstehen!
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„…und geht langsam wieder raus.“
Aus Sicht des Kunden:
„Nett, ’ne Apotheke.
Mal schauen wie die von innen aussieht….
…
Oh, die sind gar freundlich, sprechen einen an …
…
gleich in 4 Sprachen, ich bin beeindruckt.
…
Blöder Frosch im Hals, kann nicht antworten, nuja, egal…
…
Nein, ich gebe keine Autogramme.
…
Die Frau hat Husten … ja, sie zeigt auf das richtige Medikament. Und wenn sie auch noch Kopfschmerzen hat, sollte sie das Aspirin evtl denn auch noch nehmen. Warum schaut die mich dabei so fragend an? Sie ist die Apothekerin, sie sollte selbst wissen, was ihr hilft.
…
Komisches Volk diese Menschen, ick geh mal lieber wieder…“
:D
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Waaah! *Das* könnte es gewesen sein!
Lach!
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ich empfinde diese situationen als total frustrierend.
auch schlimm: wenn die italienische/türkische/griechische/… oma/mama/tante/… nicht versteht, wie das antibiotikum zu nehmen ist oder was man bei medikament xyz beachten muss.
genau so schlimm ist es aber, wenn ein mensch generell nicht weiß, wofür/wogegen er seine (dauer-!!!!)medikation nimmt. diese situation tritt häufiger mal ein, wenn der mensch seinen abholzettel vergessen hat und man dann versucht anhand von cagen tipps im abholerregal das richtige rezept plus medikament zu finden. („was gegen schmerzen!“ – „ah – sie meinen das penicillin …) 0_o
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Der sagt nicht „Albana“ sondern „alberner“ … das war ne Aufforderung nicht nur so trocken und professionell nachzufragen!
Und Du bist dem nachgekommen (Pantomime). Das war dann alberner ;)
Hast Du ihn doch verstanden *lach*
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Jetzt komme ich mir grad ein bisschen „albener“ vor.
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Klar ist das frustrierend wenn man mal jemandem nicht weiterhelfen kann, das geht sicher den meisten auch so.
Aber du hast ja alles versucht, sogar mit Händen und Füssen. Wenn er dir dann nicht ein wenig entgegen kommt, dann kann ja sein Leiden nicht besonders schlimm gewesen sein.
lg
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Ich kenne das Problem von unserer Reinigungskraft, die kein Deutsch spricht. Mit dem Google Translator ist die Kommunikation nicht perfekt, die Verständigung klappt aber auf einmal. Babelfish.ch wäre auch noch eine Möglichkeit.
Ich bilde mir ein, dass es irgendwo auch Bildtafeln käuflich zu erwerben gibt, die auf die Apothekensituation zugeschnitten sind.
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Solche Tafeln hab ich auch mal gesehen, finde aber gerade nur das hier, aber vielleicht hilft es auch schon:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.mezuk.ukapopremium
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Ich betreue ja schon seit Jahren zwei Flüchtlingsheime, da habe ich mir angewöhnt, bei Verständigungsproblemen einfach mal den guten alten Google-Translator zu verwenden. Auch wenn die Übersetzung meist nicht sonderlich akkurat sind, finde ich – in Kombination mit Gestik – fast immer heraus, was der/demjenigen fehlt.
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Vielleicht wollte er sich nur aufwärmen.
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Ich habe mich inzwischen einige Male in französischen Apotheken mit Englisch, Händen & Füßen und dem Google Translator verständlich machen müssen, wobei es 1x auch ein wenig komplizierter war und mir die sehr nette Frau auch noch Anweisungen erklären musste (weil die Anwendung anders als in Deutschland war). Hat immer wunderbar geklappt. Ich würde mir da nicht all zu viele Vorwürfe machen, der Mann hätte sich verständlich machen können, wenn er gewollt hätte.
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Das war auch mein Gedanke. Hätte er gewollt, dass er verstanden wird, hätte er auch etwas getan. Stumm dazustehen und nicht zu reagieren hilft halt nicht. Selbst ein taubstummer Analphabet hätte sich in dieser Situation irgendwie verständlich machen können.
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Solche Situationen kenne ich auch. Es macht mich rasend, wenn man sich um Verständigung bemüht und das Gegenüber einfach nicht reagiert oder wenigstens versucht, sein Anliegen verständlich zu machen. Ein bisschen Mühe muss man sich schon geben, wenn man verstanden werden möchte.
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