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Alternde Gesellschaft
Steigende Lebenserwartung und tiefe Geburtenziffern
Steigende Lebenserwartung und tiefe Geburtenziffern führen zur Alterung der Gesellschaft. Die klassische Alterspyramide verformt sich. Die Spitze der Pyramide wird immer höher und breiter, weil immer mehr Leute immer älter werden, während der «Bauch» und die Basis dünner werden. Aus der ägyptischen Alterspyramide wird eine römische Amphore. Diese Entwicklung ist ein höchst facettenreicher Vorgang. Die gestiegene Lebenserwartung ist einerseits Zeichen des technischen Fortschritts und erwünscht. Andererseits hat die drastische Verschiebung der Kräfteverhältnisse zugunsten der älteren Altersgruppen weitreichende Konsequenzen für den Generationenvertrag, sowohl im «Kleinen», in der Familie, wie auch im «Grossen», sprich bei der staatlichen sozialen Sicherheit. Längeres Leben führt zu neuen Krankheitsformen. Pensionäre leiden zunehmend unter chronischen Beschwerden (z.B. Alzheimer). Das persönliche Umfeld ist in solchen Fällen gefordert. Die Alterung bewirkt aber, dass die Betreuungsaufgaben auf immer weniger Schultern von Freiwilligen lasten. Wenn Betreuung durch Freiwilligenarbeit nicht mehr möglich ist, braucht es Pflege durch Fachpersonal. Auch hier fordert die Alterung aber ihren Tribut, weil der Tropf potentieller Fachkräfte kleiner wird. Darüber hinaus gefährdet die Alterung der Gesellschaft die Finanzierung der Altersvorsorge, besonders dann, wenn diese im Umlageverfahren organisiert ist.
Avenir Suisse Publikation zum Thema: «Generationenungerechtigkeit überwinden»