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Mitarbeiterbeteiligungsplan – Eine Einführung könnte die Probleme erleichtern
Durch die Einführung eines Mitarbeiterbeteiligungsplans kann diese Problematik je nach Konstellation erheblich entschärft und damit die Unternehmensnachfolge erleichtert werden.
Problemstellung
Anlässlich des Verkaufs des Unternehmens möchte der verkaufende Aktionär sein Unternehmen i.d.R. zum bestmöglichen Verkaufspreis an die Nachfolger veräussern. Vielfach stellt sich dabei jedoch das Problem, dass die Nachfolger die Finanzierung des Unternehmenskaufs nur schwer bewerkstelligen können oder dass im Extremfall der Erwerb des Unternehmens gar nicht finanziert werden kann und folglich eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge nicht möglich ist.
Die Finanzierung des Kaufpreises durch die Nachfolger erfordert im Ergebnis entsprechende Bezüge in Form von Lohn oder Dividenden, da sich eine Investition längerfristig grundsätzlich stets selber finanzieren muss, d.h., die Nachfolger müssen den Kaufpreis – über kurz oder lang – mittels Bezügen aus dem erworbenen Unternehmen finanzieren. Beide Arten von Bezügen führen beim Empfänger jedoch zu steuerbarem Einkommen.
Lösungsmöglichkeit
Um die Problematik der Finanzierung der Unternehmensnachfolge zu entschärfen, sollte daher im konkreten Einzelfall geprüft werden, ob eine Unternehmensnachfolge mittels eines Beteiligungsplans durchgeführt werden kann. Diese Möglichkeit kann bzw. sollte insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn die Unternehmensnachfolge schrittweise über eine bestimmte Zeitperiode erfolgt oder wenn mehrere Mitarbeiter das Unternehmen übernehmen und weiterführen.
Sofern die Unternehmensnachfolge über einen Mitarbeiterbeteiligungsplan geregelt werden kann, der auch von den Steuerbehörden anerkannt wird, und die Mitarbeiteraktien mit möglichst langen Sperrfristen versehen werden, ist es möglich, den für Steuerzwecke relevanten Verkehrswert des Unternehmens signifikant zu reduzieren, d.h., die Unternehmensnachfolger können das Unternehmen zu einem reduzierten Verkehrswert erwerben, ohne dass dabei der verkaufende Aktionär einen Mindererlös erzielt. Bei einer maximal möglichen Sperrfrist von 10 Jahren kann der steuerlich massgebende Verkehrswert um bis zu 44% reduziert werden (Diskont), ohne dass daraus für die erwerbenden Nachfolger Steuerfolgen ausgelöst werden. Der reduzierte Verkehrswert erleichtert selbstredend die Finanzierung des Unternehmenserwerbs erheblich; es müssen weniger Fremd- und Eigenmittel investiert werden, und im Ergebnis können die erwerbenden Nachfolger ihre Bezüge und damit auch ihr steuerbares Einkommen für die Finanzierung des Kaufpreises reduzieren. Als zusätzlicher Nebeneffekt reduziert sich zudem das steuerbare Vermögen und folglich die Vermögenssteuerbelastung bei den Nachfolgern.
Da der verkaufende Aktionär seine Aktien vorgängig zum Verkehrswert an das Unternehmen veräussert, wirkt sich der reduzierte Verkehrswert infolge der mit einer Sperrfrist ausgestalteten Mitarbeiteraktien für ihn nicht nachteilig aus, d.h., er erzielt den vollen Verkehrswert.
Beim betroffenen Unternehmen stellt die Differenz zwischen dem höheren Rückkaufspreis an die verkaufenden Aktionäre und dem tieferen Verkaufspreis an die Nachfolger zudem Personalaufwand dar, der den steuerbaren Gewinn reduziert.
Fazit
Sofern die Unternehmensnachfolge mittels eines Mitarbeiterbeteiligungsplans abgewickelt werden kann, erleichtert dies die Finanzierung der Nachfolge erheblich und es können wesentliche Steuervorteile genutzt werden. Mitarbeiterbeteiligungspläne kommen in erster Linie dann zum Einsatz, wenn eine Unternehmensnachfolge schrittweise vollzogen werden soll oder ein Unternehmen an das Management bzw. mehrere Nachfolger veräussert wird (im Rahmen eines Management Buy-Out oder eines Management Buy-In). Eine frühzeitige Planung und ein sorgfältiges Vorgehen, das mit den Steuerbehörden abzustimmen ist, sind dabei in jedem Fall unumgänglich.
Dieser Beitrag stammt aus dem Print-Newsletter Treuhand kompakt. Möchten Sie noch mehr spannende Themen aus dem Fachgebiet? Dann abonnieren Sie unseren Print-Newsletter Treuhand kompakt. 10x jährlich per Post zugeliefert!!!