Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/134994

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um das Validierungssystem für Bildungsleistungen vor allem in der Tertiärstufe auszubauen. Dazu soll er von den Berufsorganisationen verlangen, dass sie das System in der ganzen Schweiz auf weitere Berufe ausdehnen. Auf diese Weise sollen Personen, die ihre Berufstätigkeit eine Zeit lang unterbrochen haben oder mehrere Jahre beruflich kürzer treten mussten, um sich um ihre Angehörigen zu kümmern, bei der Rückkehr in das Berufsleben unterstützt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Erwachsene mit entsprechender Berufserfahrung können ihre beruflichen Handlungskompetenzen in einem Validierungsverfahren nachweisen und so - ohne Besuch eines Bildungsganges - einen formalen Abschluss erlangen. Angesichts der demografischen Entwicklung und eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels erachtet der Bundesrat solche Verfahren als zukunftsweisend.</p><p>Gemäss Artikel 34 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 (SR 412.10) können bereits erbrachte Bildungsleistungen auch in der höheren Berufsbildung validiert werden. Erste Erfahrungen damit sind positiv.</p><p>Im Rahmen der Erarbeitung einer Gesamtstrategie zur Stärkung der höheren Berufsbildung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation ist vorgesehen, dass der Bund mit den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) und den Kantonen abklärt, ob es einen Bedarf für eine Ausweitung des Validierungsverfahrens auf die Tertiärstufe gibt. Durch das Validierungsverfahren werden die beruflichen Qualifikationen ohne vorgängigen Besuch eines Bildungsgangs nachgewiesen. Auch bei den Berufs- und höheren Fachprüfungen ist es möglich, ohne einen Bildungsgang einen Abschluss der höheren Berufsbildung zu erwerben: Die Prüfung ist reglementiert, nicht aber die Vorbereitung.</p><p>Im Leitfaden "Validierung von Bildungsleistungen - Leitfaden für die berufliche Grundbildung" formuliert der Bund die Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der Validierungsverfahren in der beruflichen Grundbildung und für eine einheitliche Umsetzung in den Kantonen. Ausserdem orientiert der Bund die OdA bei den Revisionen der Bildungsverordnungen über diese Möglichkeit zur Fachkräftegewinnung und unterstützt die interessierten OdA bei der Erarbeitung der entsprechenden Unterlagen.</p><p>Die Kantone koordinieren das Angebot zur Validierung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung. Alle Kantone verfügen über sogenannte Eingangsportale, die die Interessentinnen und Interessenten informieren und an diejenigen Kantone verweisen, die entsprechende Validierungsverfahren anbieten. Die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen stellt ein effizientes Angebot von Validierungsverfahren sicher und sorgt auch bei geringen Abschlusszahlen für einen qualitativ hochstehenden Verfahrensablauf.</p><p>Die Validierung von Bildungsleistungen ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und OdA. Letztere ergreifen die Initiative zum Aufbau eines Validierungsverfahrens. Mit den erwähnten Massnahmen schafft der Bund die Rahmenbedingungen für den Auf- und Ausbau und die Umsetzung der entsprechenden Verfahren zur Validierung von Bildungsleistungen. Aufgrund dieser Massnahmen erachtet der Bundesrat das Anliegen der Motionärin als erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.