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In den «Paradise Papers» befinden sich Informationen über Gelder in ausländischen Steueroasen. Nun führt eine Spur nach Luzern – genauer gesagt zur Salle Modulable. So zeigen die Papiere, wie ein Teil der Nachkommen von Christof Engelhorn das Projekt systematisch hintertrieb.
Christof Engelhorn starb am 3. August 2010 und hinterließ seiner Familie ein riesiges Erbe. Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, belief sich laut den Paradise Papers allein das Offshore-Vermögen, das überwiegend in drei Trusts und einem guten Dutzend Tochtergesellschaften steckte, auf mehrere Milliarden US-Dollar.
Bereits Monate vor Engelhorns Tod versuchte ein Teil der Erben aktiv, die Zahlung der 120 Millionen Franken an die Stiftung Salle Modulalbe zu verhindern. Gemäss den Papieren wurde bereits am 1. Februar 2010 die Kanzlei Appleby eingeschaltet. Deren Anwälte sollten überprüfen, ob man «rechtlich daran gebunden ist, diese Verpflichtung zu erfüllen und, wenn ja, was die möglichen Auswirkungen wären, falls wir diese Verpflichtung widerrufen.»
Es gebe «gute Gründe, dass es keine einklagbare Vereinbarung gibt, die Schenkung zu machen», befand die Anwaltskanzlei. Kurz darauf wurde die Stiftung über den geplanten Stopp der Millionenspende informiert. Die Information ging auch an Engelhorn. «Er war nicht begeistert und besteht darauf, dass wir mit den Zahlungen fortfahren», heisst es in einer E-Mail an Appleby.
Stiftung Salle Modulable gewann vor Gericht
Nach dem Tod Engelhorns kam es zu einem Rechtsstreit zwischen den Erben und den Vertreter der Stiftung Salle Modulable. Im Februar 2014 entschied ein Gericht, dass der Trust immerhin 80 Millionen Franken an das Projekt Salle Modulable zu bezahlen habe.
Engelhorn, der seit 1997 am Vierwaldstättersee wohnte, hatte den Wunsch eines modernen Musiktheaters. Orchestergraben, Balkone und Sitzreihen der sogenannten Salle Modulable sollten beweglich sein und verschiedentlich angeordnet werden können. Die Erben versuchten das zu verhindern, was nicht gelangt. Das Projekt scheiterte jedoch im September 2016 an politischen Widerständen.
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