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2020 – 2024
Schweizerischer Nationalfonds SNF
Der Zugang von Frauen zu historisch männlich besetzten Räumen (z.B. Bundeshaus) und die Schaffung eigener Räume (z.B. autonome Frauenzentren oder Lesbentreffpunkte) ist zentral für die Transformation der Geschlechterverhältnisse in der jüngeren Geschichte der Schweiz. Anhand der übergeordneten Frage nach der Bedeutung von Räumen für die individuelle und politische Handlungsfähigkeit wird das Ringen um soziale Anerkennung und politische Partizipation und die sich verändernden Selbstverhältnisse von Frauen in der Schweiz untersucht.
In vier Teilprojekten befasst sich das Projekt mit frauenliebenden Frauen vor der Entstehung der Lesbenbewegung, mit den frühen Politikerinnen im Bundeshaus, mit den Aktivistinnen der Neuen Frauenbewegung und mit Frauen, die sich in Frauenprojekten, Frauenrechts- und Gleichstellungsarbeit engagieren. Verbindungen zwischen vermeintlich gesonderten Räumen, kollektiven und einzelnen Frauen und Frauengenerationen werden untersucht und sichtbar gemacht.
Das Projekt untersucht diese Zusammenhänge, indem es Oral History Methoden mit Archivrecherchen und theoretischen Überlegungen aus den Gender Studies, Kultur- und Geschichtswissenschaften verbindet. Das interdisziplinäre Projekt eröffnet neue Perspektiven auf die Schweizer Frauen- und Geschlechtergeschichte, und erweitert den Forschungsstand durch die Analyse lebensgeschichtlicher Erzählungen von Zeitzeuginnen. Mit Blick auf die Schnittstellen von sozialen Bewegungen und individuellen Lebensgeschichten eröffnet das Projekt neue Einsichten in die Entstehung politischer Räume und Möglichkeiten der Partizipation von Frauen in der Schweiz.