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Katerina Poladjan (*1971) lebt – nach Lebensstationen in Moskau, Rom und Wien – in Berlin. Sie schreibt Essays, Theaterstücke und Prosa.
2011 erschien In einer Nacht, woanders, 2015 Vielleicht Marseille. Dafür wurde sie 2015 für den Alfred-Döblin-Preis und für den European Prize of Literature nominiert. In Thun stellt sie den neuen Roman Hier sind Löwen (Rowohlt 2019) vor, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises figurierte. Der Roman erzählt von der Restauratorin Helen, die nach Jerewan in die Handschriften-Bibliothek Matenadaran fährt, um sich weiterzubilden. In einer alten, beschädigten Bibel – die ihr zur Restauration anvertraut wird – findet Helen Zeichen, die sie auf eine Reise in die Vergangenheit führen. Bald verweben und verwirren sich das eigene Leben, die Suche nach der eigenen Familiengeschichte und das kollektive Trauma Armeniens zur Frage, wie sich Verlust und Trauma hundert Jahre nach dem Genozid und im Leben der Nachkommenden fortschreibt.