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Die UCI und der Motocross-Weltverband machen sich die Austragung des E-Mountainbike-Weltcup streitig. Die UCI droht ihren lizenzierten Fahrern Konsequenzen an, sollten sie bei der Konkurrenz mitfahren. Daneben taucht ein weiterer Veranstalter auf, der demnächst die Premiere seines «EMTB World Cup» durchführen will.
Man kennt es vom Boxen: Vier verschiedene Verbände führen Weltmeisterschaftskämpfe durch und haben ihren globalen Champion. Wer der Beste ist, ist nie ganz klar, was jedoch auch etwas zusätzliche Spannung in diese Disziplin bringt, die mindestens so sehr Show ist wie Leistungssport.
Ähnliches zeichnet sich im Bereich E-Mountainbike ab. 2019 ist das Jahr, in dem der Weltverband des Radsports, die UCI (Union Cycliste Internationale) ernst macht mit E-Mountainbike-Rennen. Am Wochenende des 13. bis 14. April startet in Monaco die «World E-Bike Series». Es wird ein Cross-Country- und ein Enduro-Rennen geben. Am 4. Und 5. Mai kommt die Serie nach Ascona, die Rennen in Norditalien (Lago Maggiore) und Barcelona sind noch nicht terminiert. Fest steht zudem, dass im Rahmen der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Mont-Sainte-Anne (Kanada) auch die ersten UCI E-Mountainbike-Weltmeister gekürt werden.
E-Bike-Rennen auf der Motocross-Strecke
Und nun kommt die Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM) und macht aus ihren Ankündigungen einer E-Bike-Rennserie Wirklichkeit. Das Konzept ist ein anderes: Im Rahmen gewisser Motocross-Weltmeisterschaftsrennen sollen auf dem Töff-Parcours E-Bike-Rennen für konventionelle E-Bikes (250 Watt) stattfinden – offen für alle, wie die FIM schreibt. 30 Minuten plus eine Runde (à 1.5 km) sollen sie dauern, die reglementarischen Details verspricht die FIM bald zu kommunizieren.
Die FIM nutzt dabei das grosse Publikum der Motocross-Rennen (rund 20000) und die starke TV-Präsenz. Im August, im Rahmen der Motocross-Weltcup-Rennen in Imola (Italien) wird das erste Rennen der «FIM E-XBike World Cup» stattfinden. Man darf gespannt sein, was die Motocross-Fans von der Pausenunterhaltung in Form eines Jekami E-Bike-Rennens halten.
Die UCI warnt die Fahrer mit einer UCI-Lizenz davor, an Rennen der FIM teilzunehmen und droht ihnen nicht näher beschriebene «disziplinäre Massnahmen» an.
Die Goldgräberstimmung im E-Bike-Markt hat einen weiteren Akteur auf den Plan gerufen: Der italienische Veranstalter Assoebike nennt seine Serie «EMTB World Cup» und lädt zum «EMTB Kick Off» vom 27. bis 30. Juni in Madonna di Campiglio. Weitere Austragungsorte werden zwar mit Fotos und Länderwappen impliziert (auch in der Schweiz), jedoch weder mit einem Datum noch einer Ortsangabe versehen.
Ernster scheint da der Disput zwischen FIM und UCI. Dabei würde sich das Format der FIM sinnvoll von den CC- und Endurorennen der UCI unterscheiden – besonders dann, wenn der Motocross-Verband seine Rennen im Stil eines Supercross mit stärkeren Motoren weiterentwickeln würde. Man möchte sagen: Es ist Platz für beide da. Aber im harten Kampf um Sponsorengelder und Medienpräsenz fürchtet wohl vor allem die UCI, nicht auf ihre Kosten zu kommen, wenn sie neben ihrer eigenen weitere Welt-Serien duldet.