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F. oder Wechselwirtschaft ist ein Bodennutzungssystem, bei dem auf derselben Fläche Getreide- und Grasnutzung abwechseln. Da F. in Gebieten mit reichl. Niederschlag dem Dauerfeldbau überlegen ist, war sie vor der Agrarrevolution des 19. Jh. im Jura, im höheren Mittelland, in den Voralpen und Alpen weit verbreitet.
Die wilde F., bei welcher Getreide und Gras in unregelmässiger Folge wechselten, wurde schon in vorgeschichtl. Zeit praktiziert. Die geregelte F. trat im MA und in der frühen Neuzeit in unterschiedl. Formen auf: In der Einzelhofsiedlung mit geschlossenen Fluren erscheint sie als Egartenwirtschaft, die im Rahmen der Verselbstständigung der Einzelhöfe im 15.-16. Jh. einen Verbreitungsschub erlebt haben dürfte. Auf der Allmend des Dorfes wurde sie auf Marginalböden extensiv betrieben. In den Zelgensystemen entstanden durch Einhegungen (Einschlagsbewegung) vom 16.-18. Jh. feldgraswirtschaftlich genutzte Flächen mit intensivem und ertragreichem Getreidebau. In Tälern des zentralen Mittellandes wurde solches Wechselland während der Grasperiode bewässert (Wässermatten). Die Agrarreformer des 18. Jh. empfahlen den Übergang von der Dreifelderwirtschaft zur F. wegen der höheren Flächenerträge und der Ersparnis an Pflugarbeit. Durch die Verbreitung der Fruchtwechselwirtschaft verlor die auf Naturberasung beruhende F. an Bedeutung.
Literatur
– B. Andreae, Die F. in Westeuropa, 1955
– Die Agrarzonen der Alten Schweiz, hg. von A. Schluchter, 1989
– J. Mathieu, Eine Agrargesch. der inneren Alpen, 1992
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996
Autorin/Autor: Andreas Ineichen