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Story
Heizung und Kühlung der EPFL mit Seewasser
Mit Inbetriebnahme der Pumpstation und des Wärmekraftwerks gehen die Modernisierungsarbeiten an den Heiz- und Kühlinfrastrukturen mit grossen Schritten voran.
Das aussergewöhnliche und vielfältige Projekt wird geleitet von Damien Roulet, Regionalleiter von Bouygues Energies & Services Lausanne. Zusammen mit seinen Teams ist er verantwortlich für die vollständige Modernisierung der thermischen Infrastrukturen der EPFL. Das Projekt, das als Totalunternehmen durchgeführt wird, startete 2019.
Pumpen, produzieren, verteilen
Seit Anfang des Jahres ist die Inbetriebnahme im vollen Gange. Da ist zunächst die Pumpstation. Vom Ufer des Genfersees aus saugt sie zukünftig Wasser aus dem See ab, das dann über ein erweitertes und ausgebautes Leitungsnetz zur EPFL und der UNIL transportiert wird. Mit der neuen Anlage wurde die Pumpkapazität verdoppelt.
Das Wärmekraftwerk, das sich am anderen Ende des Campus befindet, wurde saniert und vergrössert. Die imposanten Wärmepumpen der neuesten Generation sind schon betriebsbereit. Über diese vier Wärmepumpen werden in Zukunft die Gebäude auf dem Campus beheizt. «Gespeist werden die Wärmepumpen mit Seewasser, das aber auch noch auf verschiedene andere Weisen genutzt wird», erklärt Projektleiter Vicent Pelejero. «Das Wasser dient auch dazu, die Gebäude zu klimatisieren, das Brauchwassernetz zu versorgen und das Rechenzentrum zu kühlen.»
Auch der Ausbau des Fernwärmenetzes mit seinen 26 Unterwerken, die über den gesamten Standort verteilt sind, ist Teil des Auftrags, genau wie der Umbau des Kältenetzwerks. Vicent Pelejero betont das starke Engagement der Abteilung Elektrizität:
«Ob Wärmepumpen, motorbetriebene Ventile oder Durchflusssensoren - alle Anlagen wurden von unseren Elektrikern installiert. Vor allem während der Verkabelung hatten die Einsatzteams unter der Leitung von Carlos Augusto dabei einige Herausforderungen zu bewältigen.»
Das Projekt umfasst…
…am Ufer des Genfersees
1 neue Pumpstation / 2 Gruppen von jeweils 4 Pumpen (Gesamtleistung 2700 l/s) / 1 neue Seewasserleitung von 1100 m Länge / 1 Wasseranschluss mindestens alle 75 m / 2 neue Verbindungsleitungen (EPFL + UNIL)
…auf dem Campus
1 neues Wärmekraftwerk / 4 Wärmepumpen (24 MWth) / 2 Gaskessel für den Notbetrieb (16 MWth) / 26 Unterwerke zur Wärmeverteilung / 1 Kältenetzwerk / 1 Rechenzentrum mit Wärmerückgewinnung (4 MWth) / 1 Photovoltaikanlage von 2280 m2 Grösse (372 kWp)
Energieeffizienz
Man entschied sich für besonders leistungsstarke und nachhaltige Anlagen, um eine vollständige Versorgung aus erneuerbaren Quellen zu erreichen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Energierückgewinnung. In der letzten Phase des Projekts werden sich unsere Teams nun auf die Optimierung der Anlagen konzentrieren, um den vom Bund vorgegebenen energetischen Zielsetzungen gerecht zu werden.
Die Modernisierungsarbeiten enden im Frühjahr und darauf folgt ein neuer Auftrag: die Renovierung der alten Pumpstation. «Wir sind sehr stolz, dieses ausserordentliche Projekt leiten und durchführen zu dürfen», betont Damien Roulet.
«Wir danken der EPFL für ihr Vertrauen und allen Partnerunternehmen für die gute Zusammenarbeit. Dieses Projekt wird für uns alle noch sehr lange als eine wunderbare Referenz dienen!»
Projekt Rechenzentrum
Das Gebäude, in dem das Wärmekraftwerk untergebracht ist, wurde aufgestockt und beherbergt in Zukunft ein Rechenzentrum. Die Fassade und das Dach sind mit Solarplatten bedeckt, deren Rot an die Farben der EPFL erinnert. Ziel ist es, die Abwärme der Server und das kalte Abwasser des Kraftwerks wiederum nutzbringend einzusetzen. Die Teams von Bouygues Energies & Services und Helion waren an der Durchführung der Arbeiten massgeblich beteiligt, wie Johann Obriot, Leiter der Abteilung Wasser, erläutert: «Wir waren für den Anschluss der 200 IT-Racks zuständig. Um die Planungsvorgaben einhalten zu können, war eine Vorabmontage erforderlich. Die Module des Wasserleitungsnetzes wurden per Lkw angeliefert und mussten dann gemäss den Plänen zusammengesetzt werden, ein wenig wie Legosteine.»
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