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Evelyne Thönnissen Chase, Julia Emprechtinger
Der Begriff der Interdisziplinarität fand über eine wenig formalisierte Leitidee auf Bundesebene Eingang in die 2013 neu geschaffenen KESB. In der politischen Debatte standen strukturelle Fragen der (inter-)disziplinären Besetzung und die Organisationsform im Vordergrund. Die Umsetzung der Interdiszipli- narität erfuhr in den verschiedenen Kantonen und Regionen jedoch unterschiedliche Konturierungen je nach gewählter organisationaler Rahmung, der Anordnung der Disziplinen im Spruchkörper wie auch der konkreten Fallbearbeitung bis hin zum interdisziplinär gefassten Entscheid der Behörde. Dieser Artikel zeigt auf, dass eine interdisziplinär besetzte Behörde nicht ein Qualitätsmerkmal an sich darstellt. Es müssen auf strategischer, struktureller und kultureller Ebene der Behörde Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche interprofessionelle Zusammenarbeit innerhalb der Behörde ermöglichen, begünstigen und sicherstellen.
Schlüsselwörter: Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, Interdisziplinarität, Organisation, Profession, interprofessionelle Zusammenarbeit
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Laura Mellini, Francesca Poglia Mileti
Cet article, fondé sur les résultats d’une enquête qualitative menée auprès de jeunes issu·e·s de la migration subsaharienne vivant en Suisse, montre que les trajectoires, les représentations et les pratiques sexuelles ne peuvent pas être comprises en dehors des enjeux identitaires liés aux rapports interethniques. Face à une pluralité de normes sexuelles et de références culturelles, religieuses ou morales portées en présence dans des milieux sociaux différents (famille, communauté migrante, groupes de pairs, école, etc.), les jeunes font preuve d’agentivité sexuelle. Cette dernière varie en fonction du genre et de la migration.
Mots-clés : agentivité sexuelle, migration subsaharienne, normes sexuelles, rapports interethniques, socialisation sexuelle
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Myrian Carbajal & Annamaria Colombo
À partir des données récoltées dans le cadre d’une recherche sur les transactions sexuelles impliquant des jeunes, cet article s’intéresse aux postures des professionnel·le·s du travail social et de la santé face à ces pratiques. Il met en lumière différentes représentations de la place donnée à l’éducation sexuelle, entendue comme toute forme d’intervention liée à la sexualité. Entre postures de protection et d’accompagnement, peu sont celles et ceux en travail social qui se sentent légitimes d’aborder les questions d’éducation sexuelle au sein de leur travail socio-éducatif. Or, les jeunes en sont demandeuses et demandeurs. Il en découle l’importance d’offrir à ces professionnel·le·s des formations appropriées afin de mieux intégrer l’éducation sexuelle plus spécifiquement dans le travail social auprès des jeunes.
Motsclés : travail social, éducation sexuelle, jeunes, sexualité, santé sexuelle
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Susanne Burren, Maritza Le Breton, Celestina Porta, Martin Böhnel
Der Beitrag beleuchtet institutionelle Bestrebungen zur Internationalisierung an Fachhochschulen und setzt diese in Bezug zu Erfahrungen migrantischer Studierender. Die Studie zu den Fachbereichen Soziale Arbeit, Pädagogik, Technik und IT sowie Wirtschaft zeigt, dass im Rahmen aktueller Programmatiken der Internationalisierung binäre Zuordnungen von «Eigen- und Fremdkultur» wirksam werden. Ähnliche Ein- und Ausgrenzungen manifestieren sich auch in Zuschreibungsprozessen, mit denen sich migrantische Studierende an den Hochschulen konfrontiert sehen. Unter dem Leitkonzept von Internationalisierung würden sich Möglichkeiten bieten, kulturalistische und andere essentialisierende Reproduktionsmuster von Differenz kritisch zu beleuchten. Jedoch lassen sich im Rahmen der Studie wenig Ansätze in diese Richtung erkennen.
Schlüsselwörter: Internationalisierung, Migrantische Studierende, Ungleichheits- und Differenzverhältnisse, Fachhochschulforschung
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Alida Gulfi & Pierre-François Coen
Suite à l’arrivée des travailleurs sociaux dans les cycles d’orientation, les autorités scolaires du canton de Fribourg ont redéfini et précisé le rôle des divers professionnels de l’école. Cet article explore la pratique des travailleurs sociaux en milieu scolaire (TSS) ainsi que leur collaboration avec les autres acteurs de l’école, ceci à travers les regards croisés des TSS et des directeurs d’établissement. Les entretiens mettent en évidence la polyvalence du métier de TSS ainsi que la division du travail, les dynamiques relationnelles et les champs de tension qui apparaissent entre TSS, enseignants et directeurs.
Mots-clés : Travailleurs sociaux en milieu scolaire, enseignants, directions, cycles d’orientation, division du travail, collaboration
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Eva Büschi, Manuela Schicka, Stefania Calabrese, Benedikt Hassler & Natalie Zambrino
Eine Befragung von 172 Leitenden von Institutionen für Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen der Schweiz ergab, dass im Umgang mit Menschen, die herausfordernde Verhaltensweisen (HEVE) zeigen, häufig freiheitsbeschränkende Massnahmen (FBM) eingesetzt werden. Rund 80 Prozent der Leitungspersonen gaben an, dass in ihren Einrichtungen in Eskalationssituationen FBM angewendet werden. Am häufigsten werden das Separieren im privaten Zimmer, die Abgabe sedierender Medikamente, das Festhalten oder andere körperliche Interventionen sowie das Separieren in einem anderen Raum praktiziert. Auch agogische Massnahmen wie Begleitung aus dem Raum, Wechsel der Begleitperson und das Anbieten von Rückzugs-, Bewegungs- oder Entspannungsmöglichkeiten nennen die Institutionsleitenden in Bezug auf den Umgang mit HEVE.
Schlüsselwörter: Kognitive Beeinträchtigung, FBM, Sachbeschädigung, Aggression, herausfordernde Verhaltensweise, Behinderung, Gewalt, Heim.
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Peter Rieker, Ellen Höhne, Rebecca Mörgen
Die Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter stellt die zuständigen Institutionen und Fachkräfte in der Schweiz vor grosse Herausforderungen, u. a. weil es an einer systematischen Sammlung und Auswertung von Erfahrungen und Wissen zur Arbeit mit dieser Zielgruppe fehlt. Im vorliegenden Beitrag werden auf der Grundlage einer Befragung von Expert*innen die Erfahrungen und Einschätzungen von Fachpersonen, die mit dieser Zielgruppe arbeiten, vorgestellt. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit diese Fachpersonen sich auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien beziehen.
Schlüsselwörter: UMA (unbegleitete minderjährige Asylsuchende), Unterbringung, Betreuung, Fachpersonen
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In Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie sind Einrichtungen der Sozialen Arbeit vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Eine dieser Herausforderungen besteht in der Notwendigkeit, unter grossem Zeitdruck einschneidende Veränderungen der Praxis vorzunehmen. Befunde einer laufenden qualitativen Untersuchung weisen darauf hin, dass unterschiedliche Aspekte die Entscheidungsfindung in der Krise prägen.
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Flüchtlinge sind besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und können oft ihre sowieso schon prekäre Existenz nicht mehr sichern. Eine Untersuchung der Universität in Addis Abeba und der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit verdeutlicht, dass angemessene Dienstleistungen und Sozialschutzsysteme fehlen, um die Flüchtlinge in Addis Abeba gezielt zu unterstützen.
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Alt zu sein in Zeiten einer Pandemie kann bedeuteten, sich zu einer Gruppe besonders Gefährdeter zählen zu müssen, eine Zuschreibung, die einen verdeckten Ageism in sich trägt und das eigene Altersbild negativ beeinflussen kann. Der Beitrag verweist auf Deutungsangebote zur aktuellen Situation alter Menschen im ‚Schatten der Pandemie‘ aus Sicht der Sozialen Gerontologie.
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