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"Aber es nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Alles ist verkehrt. Nichts ist richtig. Nichts funktioniert wie es sollte." Diesen Batman-Titel möchte man beinahe singen, denn auch Bruce Wainwright ist eine "creature of the night", wie es in einem Song der Rocky Horror Picture Show heißt: "Thrill me, chill me, fullfill me, creature of the night." Und ähnlich wie in dem weltbekannten Musical geht es auch in vorliegendem Abenteuer um das Coming Out eines Normalos, der seine Superkräfte entdeckt.
Orientiert an dem großen Erfolg von "Superman: Geheimidentität" ist auch "Batman: Kreatur der Nacht" eine Coming-of-Age-Geschichte. Es geht um den jungen Bruce Wainwright, der sich seine Batman-Comics in die Realität holt und sich einen steten Begleiter imagniert, der Batman zum Verwechseln ähnlich sieht. Allein, es ist nicht Batman, sondern seine Fantasie, die immer dann auftaucht, wenn er sie zum Erscheinen zwingt. Erst glaubt er an einen verstorbenen Zwillingsbruder, Thomas, doch dann beginnt er mehr und mehr die Kraft seines Alter Egos zu schätzen und zu nutzen. Kurt Busiek hat in seiner Batman-Story eine realistische Version der Fiktion Batman geschrieben, die von Top-Zeichner John Paul Leon authentisch in Szene gesetzt wird. Man sieht sich selbst durch die Straßen von Gotham City der Siebziger (oder ist es New York? Oder vielleicht doch Boston?) spazieren.
"Ist er ein Geist? Ein Gespenst? Eine seelische Projektion?", das fragt sich wohl nicht nur Bruce Wainwright, der sich seine eigene Welt wie ein Batman-Comic ausbaut, mit Commissioner Gordon, Alfred, usw. Die vorliegende Graphic Novel erzählt aber auch von der Einsamkeit und der Sehnsucht einen Beschützer zu haben, einen Bruder, einen der auf derselben Seite steht, wie man selbst. Die ungewöhnlichste Batman-Story aller Zeiten lässt tief in das Superhelden-Universum hinabblicken und versucht zu erklären, warum wir solche Helden brauchen und wozu sie gut sind. Es handelt sich wohl um die extremste, finsterste und innovativste Interpretation des Batman-Mythos und das, obwohl er selbst gar nicht darin vorkommt. Kurt Busiek hat die dünne Linie zwischen Fiktion und Realität in eine Geschichte verwandelt, die so authentisch ist, wie nur Comics sein können. Denn nur hier hat die Fantasie keine Grenzen. Eine Hymne an das Genre also.