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CIRS-Flash Nr. 9: Subduralhämatom verpasst
Eine gut 70-jährige Patientin leidet an Hypertonie und Hypercholesterinämie. Sie wird mit Candesartan/HCT und Rosuvastatin behandelt. Sie stürzt beim Spaziergang und prellt sich den Hinterkopf. In der Folge Kopfschmerzen und Sehstörung. Letztere wird auf eine Amotio retinae zurückgeführt. Für Ersteres wird eine Angio-MRI-Untersuchung des Kopfes durchgeführt, die zwölf Tage nach dem Unfall stattfindet. Diese zeigt etwas erweiterte Liquorräume biparietal, ansonsten keine posttraumatischen Veränderungen.
Drei Monate nach dem Unfall berichtet die Patientin über fortgesetzte Kopfschmerzen, Gangstörung und eine Schwäche der linken Körperhälfte. In der notfallmässigen CT findet sich ein ausgedehntes Subduralhämatom (SDH) rechts, das trepaniert wird. Der Patientin geht es danach gut.
Die Moral der Geschichte: Dran denken, dass eine MRI-Untersuchung das SDH (welches explizit erfragt wurde) verpassen kann.
Kommentar
Bei älteren Patientinnen und Patienten, die stürzen und in den folgenden Tagen bis Wochen Kopfschmerzen haben plus ein x-beliebiges Problem im Kopfbereich oder neurologische Ausfälle sollten wir auch im späteren im Verlauf immer an ein SDH denken und die entsprechende Bildgebung (wie hier gemacht) nochmals durchführen. Bravo!
Selbst bei obduzierten aussergewöhnlichen Todesfällen zeigt sich im Nachhinein gelegentlich ein ausgedehntes Subduralhämatom als Todesursache.
Replik der Autorin/des Autors
Habe die MRI-Bilder mit einem befreundeten Radiologen besprochen. Das MRI zeigte bereits damals erweiterte Subarachnoidalräume beidseits. Diese entsprechen einem posttaumatischen Hygrom. Diese Hygrome können auch spontan auftreten und gegebenenfalls einbluten, was später offenbar passiert ist, somit waren die Bilder eigentlich pathologisch. Es kam nicht zu einer Verschiebung der Mittellinie, weil die Veränderung beidseits vorhanden war. Richtige Beurteilung wäre gewesen: «Weitung der subarachnoidalen Räume beidseits im Sinne von Hygromen. Engmaschige klinische Nachkontrolle indiziert!».
Für Ihren nächsten Fall: www.forum-hausarztmedizin.ch.
Herzlichen Dank!
Das CIRS Team
Esther Henzi, Markus Gnädinger
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Kopfbild: © Christoph Weihs | Dreamstime.com
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Dr. med. Markus Gnädinger
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
Birkenweg 8
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