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Getragen von einem durch Patriotismus angeheizten Boom im Inland konnte der einheimische Konkurrent Li-Ning seinen Markenwert um 66 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar steigern und damit den größten Zuwachs in einer Rangliste der 100 wertvollsten chinesischen Marken des Jahres verzeichnen. Li-Ning, das in der Liste um 27 Plätze auf Platz 64 aufstieg, erlebte ein besonders erfolgreiches Jahr, was aus einem neulich veröffentlichten Bericht hervorging. Das Unternehmen ist eng mit seinem namensgebenden Gründer verbunden, einem Nationalhelden, der bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles drei Goldmedaillen im Turnen gewann und bei den Sommerspielen 2008 in Peking den berühmten Kessel zündete.
Olympischen Winterspiele 2022 in Peking
Die Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking erwiesen sich daher als perfekte Plattform für Li-Ning, um chinesische Verbraucher anzusprechen. Darüber hinaus hatten Fitnessgeräte bereits an Popularität gewonnen, da die Verbraucher während der Pandemie gesund bleiben wollten, und lokale chinesische Marken wurden immer beliebter, während ausländische Marken an Bedeutung verloren. Das Ergebnis all dieser Faktoren war ein ideales Geschäftsumfeld für Li-Ning.
Die westlichen Marken wurden im Gegenzug jedoch immer schwächer auf dem Chinesischen Markt. Nike gehörte zu einer Gruppe westlicher Marken, die im vergangenen Frühjahr in den sozialen Medien Chinas zu einem Boykott aufgerufen wurden, nachdem sie sich besorgt über die Zwangsarbeit in der Baumwollindustrie Xinjiangs geäußert hatten. Nike wurde zusammen mit Adidas und H&M zur größten Zielscheibe des nationalistischen Zorns der Verbraucher, als ihre Gewinne drastisch einbrachen. H&M verschwand sogar von chinesischen Handelsplattformen wie Tmall. Im Juni meldete Nike, dass der Umsatz im Großraum China im vierten Quartal um 19 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar gesunken ist und damit die einzige Region war, die einen Verlust verzeichnete.
Während die der Westen schwächelt, erleben chinesische Marken einen regelrechten Boom. Li-Ning erlebte diese Begeisterung jedoch nicht nur in China. Die Marke verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2022 einen Umsatz von 12,4 Milliarden Yuan (1,8 Milliarden US-Dollar), was einer Steigerung von fast 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Zuge der Pandemie hat die Öffentlichkeit Freizeitaktivitäten im Freien mehr Aufmerksamkeit geschenkt, was als Katalysator für die Erschließung des Potenzials vieler Nischenmärkte innerhalb der Sportindustrie wirkte und anderen Marken die Möglichkeit eröffnete, in neue Szenarien vorzudringen.
Die Marktkapitalisierung der Li Ning AG zum 28.08.2022 beträgt 23,72 Milliarden Euro.