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Bereits 1970 wurde international zum ersten Mal ein Vogel des Jahres auserkoren. Dabei handelte es sich um den Graureiher, welcher damals durch Umweltverbände in Baden-Württemberg zu seinen Ehren kam (Vgl. Geschichte). Ein Jahr später schon begann der Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV), heute Naturschutzbund Deutschland (NABU), jährlich einen Vogel des Jahres (1971: Wanderfalke) zu bezeichnen. Die Idee, die Allgemeinheit auf gut erlebbare Arten hinzuweisen, setzte sich langsam in Europa und auch Übersee durch. Bereits über ein Dutzend Länder ernennen mittlerweile einen Vogel des Jahres oder folgen dem Entscheid anderer Länder; so übernimmt Österreich jeweils die deutsche Wahl (Vgl. Liste der internationalen Preisverleihungen).
In der Schweiz wird seit 2001, nunmehr unabhängig vom nördlichen Nachbarn, durch den Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz der Vogel des Jahres bestimmt (Vgl. Pressemitteilung). Der für das Jahr 2013 ausgewählte Vogel ist der Pirol. Obwohl dieser über ein sehr auffälliges Gefieder verfügt, ist er oft nur erschwert zu beobachten, da er sich jeweils hoch oben im Blätterdach des Waldes aufhält. Dieser amselgrosse Vogel trägt ein goldgelbes Federkleid mit schwarzen Flügeln. Hierbei gilt es zu beachten, dass dieser Singvogel über einen auffälligen Sexualdimorphismus verfügt: das heisst, das Aussehen von Männchen und Weibchen unterscheidet sich – je nach Alter – teilweise markant. Auch der klangvolle flötenhafte Gesang, der lautmalerisch mit „dü-delüü-lio“ oder „büloo-büloo“ beschrieben wird, ist beim maskulinen Pirol stärker anzutreffen (Vgl. Hörprobe).
1‘000 bis 2'000 Pirolpaare halten sich jährlich für die Paarung in schweizerischen Laubwäldern auf.
Zurzeit befindet sich der Oriolus oriolus, so sein wissenschaftlicher Name, im Winterquartier in Südostafrika. Zusammen mit anderen Pirolarten hält er sich dort noch bis im April vor allem in Baumsavannen und Galeriewäldern auf. Sein Brutgebiet erreicht er im Mai nach einem teilweise bis zu 11‘000 km langen Flug. 1‘000 bis 2'000 Pirolpaare halten sich jährlich für die Paarung in schweizerischen Laubwäldern (Vgl. Vogelwarte Sempach) auf. Bereits im Spätsommer oder Herbst begeben sich die Vögel dann wieder in die südliche Hemisphäre.
Sie bevorzugen bei uns aufgrund des Artenreichtums insbesondere alte Eichen- und Auenwälder. In der Schweiz trifft man die Pirole somit insbesondere in Wäldern im Flachland bis ungefähr zu einer Höhe von 600 m.ü.M. an. Vereinzelt sind sie aber auch schon in höheren Gefilden beobachtet worden: der höchste Brutnachweis für die Schweiz liegt bei 1‘160 Höhenmetern (Vgl. Wikipedia). Betrachtet man dies geografisch etwas näher, fehlt der Singvogel somit eigentlich nur im Alpenraum und somit grösstenteils in der alpinen Zentralschweiz (Vgl. Karte).
Auf dem Speisezettel des Pirols steht sowohl pflanzliche wie tierische Kost: nebst Schmetterlingen und Raupen, ernährt er sich auch von Insekten aller Art sowie süssen Früchten wie Kirschen und Beeren. Kirschen gelten gar als Grundnahrungsmittel, wenn bei kühler Witterung die Insekten knapp werden. Die süssen Früchte, die insbesondere den Jungvögeln zur Aufzucht verfüttert werden, enthalten Karotinoide, die zum markanten Gelb des Federkleids beitragen.
In der Schweiz wird der Pirol noch nicht als gefährdet eingestuft, aber durch den Rückgang seines natürlichen Lebensraums sowohl in seinen Brut- wie auch Überwinterungsgebieten, wird dies leider bereits in naher Zukunft befürchtet (Vgl. unseren Artikel vom 08.10.2012). Deshalb sollte dieses Jahr genutzt werden, um auf die Problematik hinzuweisen und aktiv gegen die Zerstörung der natürlichen Habitate des Pirols vorzugehen.
Weitere Informationen:
NABU: "Rauchschwalbe, Eisvogel und Weißflügelspecht. Erfolgreicher Exportartikel „Vogel des Jahres""
Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz: "Vogel des Jahres 2013: Pirol".
Schweizerische Vogelwarte Sempach: Vögel der Schweiz (Vogel-Datenbank): "Pirol - Oriolus oriolus".
Weitere Informationen: