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- Denkt man an den Film «Amadeus» fällt einem als erstes Regisseur Milos Forman ein. Vergessen bleibt oft die Bösewicht-Figur Antonio Salieri die F. Murray Abraham gespielt hat.
- Schurken zu spielen ist seine Spezialität: In «Scarface» war er der zugekokste Handlanger eines Drogenbosses. Nach «Amadeus» wurde er noch böser. Als religiös-fanatischer Inquisitor im Film «Der Name der Rose».
- Für seine Salieri Darstellung gewann F. Murray Abraham 1985 den Oscar. Einen Fluch-Oscar. Seither ist es um F. Murray Abraham eher ruhig geworden.
1. Der ewige Schurke
Bös, böser, F. Murray Abraham: Mit seinen unverkennbaren Gesichtszügen hat er sich als Film-Bösewicht verewigt. Hochgewölbte Augenbrauen, grosse Nase, tiefe Stimme und dieser eindringliche Blick, der nichts Gutes verheisst. Den Schurken zu spielen, das hatte er schon vor «Amadeus» drauf. In «Scarface» war er der zugekokste Handlanger eines Drogenbosses. Nach «Amadeus» wurde er noch böser. Als religiös-fanatischer Inquisitor im Film «Der Name der Rose». Dort hasste ihn das Publikum so sehr, dass es nach seinem Film-Tod jubelte. Abraham fasste das als Kompliment auf.
2. Nebenjob Eins: der Weihnachtsmann
Der Weg zum namhaften Schauspieler führt oft an sonderbaren Alternativ-Jobs vorbei. So spielte Abraham den Weihnachtsmann in einem New Yorker Shopping-Center. Im «Guardian» erzählte er darüber: «Zu der Zeit war New York voll mit Immigranten. Ich war davon begeistert, einen so grossen Kulturen-Mix als Santa Claus empfangen zu dürfen. Deshalb schrieb ich mir die Grussformel ‹Fröhliche Weihnachten› in den unterschiedlichsten Sprachen auf. Wie mich die Kinder dann ansahen. Für sie wurde der Weihnachtsmann in diesem Moment real – nur wegen einem Satz in ihrer Sprache. Da ich selbst ein Kind von Einwanderern bin, war das für mich überwältigend. Das war meine beste schauspielerische Leistung.»
3. Nebenjob Zwei: der Unterhosenverkäufer
Er war jung und brauchte das Geld. Abraham wirkte in einigen Werbespots mit. Der schrägste Auftritt war in der Unterhosenwerbung der Marke «Fruit of the Loom». Dort spielte er neben anderen Schauspielern in Frucht-Kostümen ein menschengrosses Feigenblatt, das die Qualität von Unterhosen anpries.
4. Der Gangster
Teenager Murray war mit 16 Jahren Mitglied einer kriminellen Bande. Er stahl Autos, war in Schlägereien verwickelt und flog mehrmals von der Schule. Wie schaffte es ein Klein-Krimineller mit Cowboy-Slang zum Charakter-Darsteller mit Weltruhm? Durch Glück und Bestimmung. Eine Lehrerin entdeckte Abrahams Talent im Geschichten- und Witze erzählen. Sie motivierte ihn, bei einem Schauspiel-Wettbewerb mitzumachen. Abraham gewann ein Universitätsstipendium in Austin, Texas. Nach seinem ersten Auftritt kannte Abraham seine Lebensbestimmung.
5. Das F.-Murray-Abraham-Syndrom
Nicht jeder Schauspieler, der einen Oscar gewinnt, erhält danach gute Rollen am laufenden Band. Manch ein Gewinner wird als zu intellektuell eingestuft und mit komplizierten Arthouse-Filmen in Verbindung gebracht. Das nannte man den Oscar-Fluch. Bis F. Murray Abraham kam. Er gewann 1985 für seine Rolle als Antonio Salieri in «Amadeus» den Oscar. Der Fluch wirkte bei Abraham so stark, dass er in Fachkreisen den Namen F.-Murray-Abraham-Syndrom bekam. Der Schauspieler nahm es gelassen. In in einem Interview mit Filmkritiker Leonard Maltin sagte er: «Ich habe mit Königen gespeist, sass mit meinen Idolen an einem Tisch, unterrichtete in Harvard und Columbia. Wenn das ein Fluch ist, dann nehme ich gleich zwei davon.»
6. Der, der mit Oscar U-Bahn fährt
In dem Interview über den Oscar-Fluch erwähnte Abraham: «Obwohl ich einen Oscar gewonnen habe, kann ich in New York unerkannt U-Bahn fahren.» Auch Oscar fährt unerkannt mit. Früher lebte Abraham in Brooklyn, und wenn er für ein Interview oder Photoshooting in Manhattan die Statue mitbringen sollte, nahm er meistens die U-Bahn. Und Oscar kam einfach mit, in eine braune Papiertüte gehüllt.
7. Die Frau hinter dem Mann
F. Murray Abraham hat die Liebe seines Lebens schon als junger, mittelloser Schauspiel-Student gefunden. Auf der Suche nach Ruhm und Erfolg landete er in Los Angeles. Dort lernte er seine jetzige Frau Kate kennen. Da hatte Kate keinen grossen Fisch gefangen. Sie musste ihn finanziell unterstützen. Abraham war eine Zeit lang sogar Hausmann. In einem Interview sagte sie: «Ich habe nie aufgehört an ihn zu glauben und das hat sich gelohnt.». Abraham dankte es ihr, bei seiner Oscar-Rede: «Die Hälfte von diesem Preis gehört meiner Frau Kate.» Kate und Murray sind seit über 40 Jahren verheiratet, haben zwei Kinder und ein Enkelkind.