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Leserbrief
Myomembolisation
Leserbrief zu: Willi H, Fellmann-Fischer B. Myome. Swiss Med Forum. 2018;18(24):503–8.
Vielen Dank für die Übersichtsarbeit zum Thema «Myome» [1]. Bezüglich der minimalinvasiven transarteriellen Myomembolisation möchten wir noch nachfolgende Anmerkungen und Präzisierungen anbringen.
Die Myomembolisation wurde schon vor über zehn Jahren unter anderem vom «American College of Gynecology and Obstetrics» mit der höchsten Evidenzstufe (A) als wirksam anerkannt. Die Bewertung der Mymomembolisation als wirksame Methode wird seit Langem auch für den deutschsprachigen Bereich (Deutschland-Österreich-Schweiz) im Rahmen des radiologisch-gynäkologischen Expertentreffens bestätigt, zuletzt 2017 [2]. Die genannten Erkenntnisse basieren darauf, dass weltweit bereits Hunderttausende von Frauen mit dieser etablierten Standardtherapie erfolgreich behandelt wurden.
Die klinischen Erfolge der minimalinvasiven Embolisation sind sehr gut. Sowohl Blutungssymptome (z.B. Menorrhagie, Metrorrhagie) als auch assoziierte Beschwerden (z.B. Schmerzen) und Massensymptome (Harndrang, Obstipation etc.) bessern in über 80% der Fälle. Der sehr gute klinische Erfolg kann unabhängig von Grösse und Anzahl der Myome beobachtet werden, das heisst, es können auch zahlreiche und/oder grosse Myome behandelt werden.
Bei bestehendem Kinderwunsch sollten vor einer Embolisation andere organerhaltende Optionen (z.B. Myomektomie) ohne Zweifel geprüft werden. Bezüglich Myomembolisation und folgender Schwangerschaft konnte jedoch zum Beispiel in einer Studie mit 359 eingeschlossenen Patientinnen gezeigt werden, dass nach einer Myomembolisation 149 Frauen schwanger wurden, wovon 131 (hiervon 112 Nullipara) das Kind zur Welt brachten [3].
Das oben bereits genannte 6. deutschsprachige Konsensus-Expertentreffen hält ferner fest, dass die Mymoembolisation zusammen mit dem interventionellen Radiologen geprüft worden sein sollte, bevor bei einer Patientin mit nicht abgeschlossener Familienplanung die Hysterektomie in Erwägung gezogen wird. Für die Durchführung der Mymomembolisation ist keine obligatorische Sedation erforderlich, diese kann unter örtlicher Betäubung stattfinden. Die postinterventionell zu erwartenden Ischämieschmerzen sind gut zu beherrschen. In erfahrenen Zentren erfolgt peri- und postinterventionell eine adäquate schmerztherapeutische Begleitung (z.B. PCA, PDA oder hypogastrischer Block). Entsprechend findet der Eingriff in der Regel stationär statt, die Entlassung kann meist, nach Umstellung auf orale Analgetika, innert 2–4 Tagen erfolgen. Die Rückkehr zur normalen Aktivität und in das Berufsleben ist in der Regel sehr rasch möglich, was für viele Frauen eine grosse Entlastung bedeutet.
Im Gegensatz zu anderen operativen Verfahren (z.B. Hysterektomie) wurden langfristige, die Patientinnen stark belastende Probleme wie Beckenbodensenkung, Inkontinenz, Prolaps etc. für die Myomembolisation nicht beschrieben.
Es muss leider auch heute noch festgestellt werden, dass sehr viele Schweizer Frauen unzureichend über die minimalinvasive Myomembolisation als Standardtherapie informiert sind. Im Sinne eines informierten Therapieentscheids ist die interdiziplinäre Besprechung und Information mit Beteiligung von Gynäkologie und interventioneller Radiologie sinnvoll und anzustreben. Im Sinne der transparenten Patientinneninformation sind Beiträge, wie zum Beispiel in der Sendung PULS des SRF vom 18.06.2018 zum Thema «Myome: Veröden statt operieren» [4], sehr zu befürworten.
Credits
Kopfbild: © Thomas Gowanlock | Dreamstime.com
Literatur
1 Fellmann-Fischer B. Myome. Swiss Med Forum. 2018;18(24):503–8.
2 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. 2017. https://www.dggg.de/leitlinien-stellungnahmen/stellungnahmen/stellungnahme-uterusarterienembolisation-uae-zur-myombehandlung-605/
3 Pisco JM, Duarte M, Bilhim T, Branco J, Cirurgião F, Forjaz M, et al. Spontaneous Pregnancy with a Live Birth after Conventional and Partial Uterine Fibroid Embolization. Radiology. 2017 Oct;285(1):302–10.
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