Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03127.jsonl.gz/2142

Diese alte Wickeltechnik, bei der das Baby eng in ein Tuch gewickelt wird, ist in vielen Kulturen auch heute noch weitverbreitet.
Was ist Pucken?
Mit einer dünnen elastischen Decke oder einem speziellen Pucktuch wir das Baby von den Schultern bis zu den Füssen so eingewickelt, dass die Arme eng am Körper anliegen. Das Baby soll sich bewegen, aber nicht aus dem Tuch befreien können. Das Ziel ist es also nicht, das Baby stramm einzuwickeln.
Was das Pucken bei Babys bewirken kann
Vielleicht haben Sie es bei Ihrem Baby auch schon beobachtet: Reflexartige Zuckungen von Armen und Beinen beim Einschlafen oder im Schlaf, also dann, wenn das Baby sehr entspannt ist. Durch diesen sogenannten Mororeflexe erschrecken Babys und werden wieder unruhig. Durch das Pucken kann sich das Baby bewegen, wird aber nicht durch die ausladenden und unwillkürlichen Reflexe am Schlaf gehindert.
Das Umwickeln vermittelt dem Baby ausserdem das Gefühl von Enge, ähnlich derjenigen in der Gebärmutter. Babys, die nicht so leicht in den Schlaf finden und vielleicht sogar unruhig Arme und Beine bewegen, kann dieses wohlige und vertraute Gefühl helfen, zur Ruhe zu kommen.
Studien zeigen, dass gepuckte Babys durchschnittlich länger und ungestörter schlafen. Auch auf Babys, die sehr oft und lange schreien, hat das Pucken einen positiven Effekt: Sie beruhigen sich schneller.
Nur zum Schlafen pucken
Babys sollen nur gepuckt werden, wenn es ums Schlafen geht. So wird auch ihre Bewegungsfreiheit nur dann eingeschränkt, wenn sie zur Ruhe kommen möchten und dies nicht von alleine können. Sobald Ihr Baby munter wird, sollten Sie es auswickeln. Pucken Sie Ihr Kind nur, wenn es einen Grund dafür gibt.
Wann ein Baby nicht gepuckt werden darf
Nicht jedes Baby mag es, eng umwickelt zu sein. Wenn Sie also beobachten, dass sich Ihr Kind nicht wohlfühlt, eher unruhiger wird und weint, eignet sich diese Technik nicht. Ausserdem gibt es medizinische Gründe, die gegen das Pucken sprechen:
Wegen der Gefahr des Überhitzens sollen Babys mit Fieber auf keinen Fall gepuckt werden, vorbeugend darum auch nicht nach Impfungen und an sehr warmen Tagen.
Bei Husten braucht das Baby die Bewegung der Arme zur Unterstützung, es soll dann also nicht gepuckt werden.
Bei einer bereits diagnostizierten Hüftdysplasie sollten Sie auf das Pucken verzichten.
Wenn das Baby sich selbständig auf die Seite oder den Bauch drehen kann, ist vom Pucken dringend abzuraten. Sind die Arme dann nämlich am Körper fixiert, kann sich das Kind nicht mehr aus dieser Lage befreien, was einen Erstickungstod mit Verlegung der Atemwege in Gesichtslage zur Folge haben kann.
Pucken und Hüftdysplasie?
Beim klassischen Pucken werden die Beine in der Streckstellung umwickelt. Je nachdem, wie häufig und wie lange das Baby in dieser Stellung gepuckt wird, kann sich das Wachstum der Hüfte verändern und verlangsamen und es kann sich eine Hüftdysplasie entwickeln. Das bedeutet, dass der Gelenkkopf und die Gelenkpfanne nicht aufeinanderpassen.
Wenn Sie die Beine nicht fest umwickeln, sondern etwas lockerer pucken, sodass das Baby sie anziehen und die natürliche Spreizhaltung einnehmen kann, reduzieren Sie das Risiko einer Hüftdysplasie.
Darauf müssen Sie beim Pucken achten
Gepuckte Babys müssen immer auf dem Rücken liegen!
Spätestens ab dem 3. Lebensmonat sollten Puckhilfen, welche die Armfreiheit einschränken, nicht mehr verwendet werden.
Pucken Sie das Baby nicht zu eng. Es soll sich im Pucktuch bewegen, die Arme jedoch nicht befreien können. Wenn Sie es so angemessen pucken, besteht keine Gefahr, dass das Baby in seiner Atmung behindert wird oder gar Neven geschädigt werden können.
Vergessen Sie die weiteren Faktoren zum Schutz vor dem plötzlichen Kindstod nicht: Keine weichen Unterlagen, Schutz vor Überwärmung und das Vermeiden von Nikotin in der Umgebung des Babys.
Während des Puckens hat Ihr Baby keinen unmittelbaren Körperkontakt mit Ihnen. Versuchen Sie ihm diesen in der übrigen Zeit ausreichend zu vermitteln.
Bei längerem Liegen auf dem Rücken kann der Hinterkopf des Babys abflachen.
So pucken Sie Ihr Baby richtig
Zum Pucken benötigen Sie ein quadratisches Tuch aus Baumwolle, möglicherweise auch leicht dehnbar, zum Beispiel ein Mulltuch. Achten Sie darauf, dass die Grösse stimmt, denn wenn es zu gross ist, müssen Sie das Kind mehrmals damit umwickeln und es bekommt zu warm. Wenn das Tuch zu klein ist, können sich die Babys leicht freistrampeln. Sie können auch ein spezielles Pucktuch oder einen Pucksack verwenden.
Legen Sie das Pucktuch mit einer Spitze nach oben hin und klappen Sie diese nach unten.
Der Kopf des Babys kommt nun etwas über der umgeknickten Kante zu liegen
Legen Sie den rechten Arm Ihres Babys entlang seines Oberkörpers und danach die selbe Seite des Tuchs darüber.
Rollen Sie das Baby auf die Seite und stecke die Ecke des Tuches unter seinen Rücken fest.
Jetzt wird die untere Spitze nach oben geschlagen und entweder unter dem Kinn Ihres Babys umgeklappt, in den Halsausschnitt oder unter die linke Schulter gesteckt.
Zuletzt legen Sie die letzte Ecke des Tuchs über Ihr Baby, nachdem Sie seinen linken Arm entlang des Oberkörpers gelegt haben.
Danach legen Sie diese Ecke mit leichter Spannung unter seinen Rücken.