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Prosper Merimee, Meisternovellen
Die erste Novelle Matteo Falcone handelt von einer Szene auf Korsika und dient als gute Einstimmung für die darauf folgende, in dem Büchlein umfangreichste Geschichte Colomba. Diese handelt von einer Vendetta, wofür die Korsen damals berüchtigt waren.
Recht schnell haben sie sich damals Blutrache geschworen und auf diese Weise haben sich ganze korsische Familien gegenseitig ausgelöscht. Ein Thema, dass wohl aufgrund der Herkunft von Napoleon damals recht interessant war. Zumindest hab ich vor nicht langer Zeit La Vendetta von Balzac gelesen, wo sich die Handlung auch mit der Blutrache verfeindeter korsischer Familien beschäftigt. Carmen handelt von einer Zigeunerin, die einem einfachen Soldaten den Kopf verdreht und in die Kriminalität führt.
Mit Il vicolo die Madama Lucrezia legt er eine kleine Schauergeschichte vor, die an einigen Stellen tatsächlich sehr gut wirkt. Bei Die etruskische Vase und Das zweifache Verkennen bekommt der Leser zwei unterschiedliche aber sehr fein ausgearbeitete Liebesgeschichten präsentiert. Die Venus von Ille hat wieder etwas von einem Reisebericht, gemischt mit ein wenig Übersinnlichen. Das blaue Zimmer handelt von einem Liebespaar und einem misslungenen Stelldichein und hat insbesondere von seiner Handlung und Ausgang einen deutlich ironischen Unterton.