Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03211.jsonl.gz/535

-
Bibliomantisches Prequel mit einigen Längen
-
„Bibliomantik, die: Das Vermögen, mittels eines Buches Magie auszuüben. Dies geschieht, indem der Bibliomant (Buchmagier) ein Seitenherz seines Seelenbuches spaltet.“ Mercy Amberdale ist eine geborene Bibliomantin. Ihr Job ist es, für reiche Auftraggeber wertvolle Bücher zu beschaffen wie Erstausgaben oder Bände, denen eine bes... „Bibliomantik, die: Das Vermögen, mittels eines Buches Magie auszuüben. Dies geschieht, indem der Bibliomant (Buchmagier) ein Seitenherz seines Seelenbuches spaltet.“ Mercy Amberdale ist eine geborene Bibliomantin. Ihr Job ist es, für reiche Auftraggeber wertvolle Bücher zu beschaffen wie Erstausgaben oder Bände, denen eine besondere Magie innewohnt. Nachdem einer dieser Aufträge dramatisch endet, verteufelt sie ihr bibliomantisches Talent und schwört sich, fortan ohne Magie zu leben. Doch der mysteriöse Tod eines Buchhändlers, der inmitten seiner Bücher verbrannte, ohne, dass das Papier rings um ihn herum auch nur angekokelt wurde, weckt nicht nur Mercys persönliches Interesse, sondern bringt sie schnell in tödliche Gefahr. Zeit, mit dem Schwur zu brechen? Kai Meyers Welt der Bibliomantik war mir bisher neu, daher dachte ich, ich fange mit dem Prequel seiner Trilogie „Seiten der Welt“ an. Der Klappentext ließ auf eine Art Krimi mit bibliophilem Charakter schließen, was mich ziemlich reizte. Zunächst erlebt man Mercy und ihre Freunde jedoch rund 2 Jahre früher bei besagtem missglückten Einsatz, welcher auch die Freundschaft der jungen Clique zerbrechen ließ und Mercy dazu brachte, sich von ihrem bibliomantischen Talent abzuwenden. Und das ist so ein Punkt, der mich unter anderem an Mercy störte: Statt den Fehler bei sich zu suchen, gibt sie dem Talent die Schuld, welches sie lieber unterdrückt, statt sich der Wahrheit zu stellen. Auch ansonsten knobelt sie lieber alles mit sich aus und verrennt sich dadurch schnell mal in der ein oder anderen Sackgasse. Zwar ist Mercy intelligent und nicht auf den Mund gefallen, wenn sie etwas will, dennoch handelt sie manchmal ziemlich unüberlegt. Und dass sie so an ihrem Schwur festhält, selbst wenn sie oder jemand anders in Lebensgefahr schwebt, wollte mir nicht einleuchten. Der erhoffte Kriminalfall entpuppte sich dann auch vielmehr als ein Aufhänger in die Welt und Historie der Bibliomanten, die Macht der „Adamitischen Akademie“ sowie erste Hintergründe über Mercys unklare Herkunft. Sehr gefallen hat mir die bibliophile Atmosphäre des Romans, welche stets durch kleine Details durchklingt. Auch kamen erste bibliomantische Objekte vor, welche recht interessante Eigenschaften aufwiesen, allen voran der „Besserwisser“, der ein kleines Highlight des Romans für mich war. Aber auch die Origamis als papierne Haustiere gefielen mir. Als anstrengend empfand ich, dass die Handlung oftmals durch zähe Dialoge unnötig in die Länge gezogen wurde, was die Spannung wiederholt arg strapazierte. Zudem war mir Hauptprotagonistin Mercy mit ihrer Art an sich unsympathisch, was auf Dauer ebenfalls den Spaß an der Lektüre mindert. Deswegen gebe ich dem Roman 3,5 von 5 Punkten und hoffe auf eine spannendere Fortsetzung mit Mercy Amberdale. Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Simon Jäger. Auf faszinierende Art haucht er den verschiedenen Charakteren Leben ein und verleiht jedem von ihnen seine ganz besondere Stimme. Seine Art, das Buch vorzutragen, ist sehr gelungen und passt perfekt zur Handlung.
Die Spur der Bücher (Ungekürzte Lesung)
(ungekürzte Lesung)
Beschreibung
Eine Stadt im Bann der Bücher. Mercy Amberdale ist in Buchläden und Antiquariaten aufgewachsen. Sie kennt den Zauber der Geschichten und besitzt das Talent der Bibliomantik. Für reiche Sammler besorgt sie die kostbarsten Titel, pirscht nachts durch Englands geheime Bibliotheken. Doch dann folgt sie der Spur der Bücher zum Schauplatz eines rätselhaften Mordes: Ein Buchhändler ist inmitten seines Ladens verbrannt, ohne dass ein Stück Papier zu Schaden kam. Mercy gerät in ein Netz aus magischen Intrigen und dunklen Familiengeheimnissen, bis die Suche nach der Wahrheit sie zur Wurzel aller Bibliomantik führt.
Kai Meyer wurde am 23. Juli 1969 in Lübeck geboren und ist im Rheinland aufgewachsen. Er hat in Bochum einige Semester Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Germanistik und Philosophie studiert. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre als Journalist und Redakteur für eine Tageszeitung. Sein erstes Buch veröffentlichte er im Alter von 24 Jahren. Seit 1995 ist er freier Schriftsteller und gelegentlicher Drehbuchautor. Kai Meyer hat eine Vielzahl von Romanen veröffentlicht, darunter Bestseller wie "Das Buch von Eden", "Die Fließende Königin", "Die Wellenläufer", "Die Vatikan-Verschwörung" und "Herrin der Lüge". 2005 erhielt er für "Frostfeuer" den internationalen Buchpreis Corine. Die "Fließende Königin" hat in England den renommierten "Marsh Award" als "Bestes übersetztes Kinderbuch" gewonnen; verliehen wurde er am 24.01.2007 an die Übersetzerin Anthea Bell. Kai Meyer lebt mit seiner Familie in einer Kleinstadt am Rande der Eifel.