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Wer mit dem Gedanken spielt, Soja anzubauen, sollte eine Faustregel beachten: Der Anbau von Soja kommt dort infrage, wo auch Körnermais gelingt. Um etwas nachjustieren zu können, gibt es für Regionen mit weniger Temperatursummen frühreifere Sorten, jedoch haben diese ein geringeres Ertragspotenzial. Der Unterschied in der Reife beträgt zehn bis zwölf Tage zwischen den Sorten 000 (sehr frühreif) und 00 (frühreif). Frühreife Sorten ermöglichen es, Soja in frühen Regionen oder in höheren Lagen als Zweitkultur anzubauen.
Kleine Helfer mit Saatgut ausgebracht
Es ist nicht notwendig, dem Soja Stickstoff beizugeben, da mit der Pflanze assoziierte Rhizobienbakterien den Luftstickstoff binden. Aber es ist im konventionellen und im Bio-Anbau zwingend notwendig, das Saatgut mit einem geeigneten Rhizobien-Inokulum zu impfen. Die Anwendung des Inokulums auf das Saatgut, unmittelbar vor der Aussaat oder in der Saatreihe mit dem Mikrogranulatstreuer, ist wirksamer als das Saatgut, das im Werk vorgeimpft wird. In gewissen Fällen kann es im konventionellen Bereich in Betracht gezogen werden, zwischen 20 und 50 Stickstoffeinheiten beizugeben. Hier wird empfohlen, die Kultur vor der Aussaat zum Beispiel mit Landor PK + Mg 0.13.26 + 3 Mg + 0.2 B + 6 S in einer Dichte von 400 bis 600 kg je Hektare zu düngen, um den Bedarf an Phosphor, Kalium und Schwefel zu decken.
Anlage und Bodentyp wählen
Eine regelmässige Aussaat stellt für die Ertragsbildung und für die Ernte eine wesentliche Etappe dar. Sowohl im konventionellen als auch im biologischen Anbau ist ein Reihenabstand von 50 cm für die mechanische Unkrautbekämpfung optimal. Je frühreifer die Sorte, desto höher sollte die Dichte sein. Die Saatdichte für frühe Sorten beläuft sich auf 65 Körner / m 2 , für spätere Sorten auf 55 Körner / m 2 .
Schwere Böden sollten im Herbst gepflügt werden. Bei verschlämmenden oder strukturschwachen Böden erfolgt das Pflügen kurz vor der Aussaat. Das Saatbeet muss belüftet, fein und an der Oberfläche leicht krümelig sein. Zudem ist das Durchführen einer Unkrautkur sinnvoll, da es den Boden erwärmt, ein gleichmässiges und schnelles Auflaufen fördert und den Unkrautdruck senkt.
Vorausschauende Aussaat
Die Aussaat mit der Getreidesämaschine ermöglicht es den Pflanzen, den Boden ziemlich schnell zu bedecken. Um die Ernte der Schoten in Bodennähe zu erleichtern, muss schon bei der Aussaat vorausschauend gehandelt werden, indem die Bodenoberfläche – ausgenommen bei verschlämmenden Böden – eingeebnet wird. Vorsicht ist beim Einsatz von pneumatischen Sämaschinen mit einem Verteilkopf geboten. Sojasaatgut ist sehr empfindlich gegenüber mechanischen Stössen, die Mikrorisse verursachen, was einen Verlust der Keimfähigkeit zur Folge hat. Am sichersten ist die Aussaat mit Einzelkornsämaschinen.
Unser Tipp
Schnelle Tipps für den Sojaanbau
- Bodenschäden (Verdichtungen) von der Ernte der Vorkultur bis zum Anbau des Sojas vermeiden
- Soja ist eine hervorragende Vorfrucht (ÖLN max. 25 %)
- Unkrautkur mit Scheinsaaten
- Aussaat zwischen Ende April und Anfang Mai, wenn kein Frostrisiko mehr besteht (erwärmter Boden um 8 °C)
- Auf Schäden achten, die durch Krähen und Tauben verursacht werden
- Die Kultur muss bis zur Ernte sauber bleiben
Preise und Aussichten
Für Sojabohnen Suisse Garantie (SGA) aus der Ernte 2022 garantiert die fenaco den LANDI / Maxi-Sammelstellen einen Mindestpreis von Fr. 60.– / 100 kg. Mit dieser preislichen Garantie wird den Getreidesammelstellen ermöglicht, den Produzenten in ihrer Region einen attraktiven Auszahlungspreis zu bieten. Ein zusätzliches Anbaupotenzial für Sojabohnen Suisse Garantie (SGA) wird auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben.
Zwei unterschiedliche Teilmärkte im Bio-Bereich
Der Trend in der Reduktion des Fleischkonsums und der wachsende Veganismus führen bei den Lebensmittelverarbeitern zu einem weiterhin wachsenden Bedarf für Bio-Speisesoja (Bio Suisse Knospe).
Hier bestehen limitierte Anbaukontingente mehrerer Vermarkter. Es gilt eine Vertragspflicht und es werden klare Vorgaben hinsichtlich Sortenwahl und Qualität des Ernteproduktes an den Produzenten gestellt. fenaco garantiert hier einen Mindestpreis von Fr. 210.– / 100 kg an die LANDI / Maxi-Sammelstellen mit Zuteilungsmenge. Dabei besteht kein Richtpreis seitens Bio Suisse.
Für Bio-Futtersoja Knospe und Umstellungsknospe gilt (noch) keine Vertragspflicht. Bio Suisse legt hier jährlich einen Richtpreis fest. Dieser liegt für die Ernte 2021 bei Fr. 110.– / 100 kg. Hinzu kommt aufgrund der aktuellen Angebotslage ein Förderbeitrag von Fr. 32.– / 100 kg. Wie bei der Ernte 2021, können Produzenten auch 2022 mit einem Auszahlungspreis von mindestens Fr. 142.-/100 kg rechnen.
Mit der Einführung der Pflicht für 100 Prozent Schweizer Futterrohstoffe in der Wiederkäuerfütterung gemäss Bio-Suisse-Richtlinien verstärkt sich das Interesse für einheimische Sojabohnen, was ebenso für die Körnerleguminosen Ackerbohnen, Eiweisserbsen und Süsslupinen gilt. Die Angebotslücke im Bereich der einheimischen Futtereiweissträger ist derzeit so gross, dass selbst ein Mehrfaches der Futtersojaerntemenge von 879 Tonnen problemlos vom Markt aufgenommen worden wäre. Auch in den kommenden Jahren bleibt Futtersoja gefragt und es werden viele Bestrebungen unternommen, den Anbau auszudehnen.
Gute Rentabilität von Bio-Soja – auch im Vergleich zu Bio-Mais
Im direkten Vergleich der Deckungsbeiträge zwischen Bio-Futtersoja und Bio-Körnermais schneiden beide Kulturen ähnlich ab. Unter der Annahme eines Ertrags von 75 dt / ha und dem geltenden Richtpreis von Fr. 82.– / dt erreicht der Bio-Körnermais einen Deckungsbeitrag (inkl. Beiträge) von Fr. 5337.–. Das Bio-Futtersoja erreicht unter der Annahme eines Ertrags von 25 dt / ha und eines Produzentenpreises von Fr. 142.– / dt einen Deckungsbeitrag (inkl. Beiträge) von Fr. 5250.–. Mais punktet zwar beim Ertragserlös, wohingegen Soja tiefere Kosten im Anbau und der Annahme generiert und einen Einzelkulturbeitrag von Fr. 1000.– / ha erhält.