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Die italienische Fussball-Legende Paolo Rossi ist im Alter von 64 Jahren an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Das berichteten die Nachrichtenagentur ANSA und «La Gazzetta dello Sport» unter Berufung auf Posts seiner Frau Federica Cappelletti in sozialen Medien.
«Addio Pablito» titelt die «Gazzetta dello Sport» auf ihrer Website. «Der Fussball und ganz Italien weinen um das Symbol des Weltmeisterteams von 1982.» Paolo Rossi hatte in Spanien als Torschützenkönig massgeblich zum Weltmeistertitel von Italien beigetragen.
Er erzielte in den letzten drei Partien sechs Treffer, im Final gegen Deutschland (3:1) erzielte er das wegweisende 1:0. Zuvor schoss Rossi mit seinen drei Toren beim 3:2-Erfolg im Alleingang Topfavorit Brasilien ab. «Er war ein Strafraumstürmer, der für das Tor lebte», beschreibt ihn die «Gazzetta dello Sport».
Wenige Monate vor der WM sah es allerdings noch so aus, als würde Rossi fehlen. Er war in einen grossen Wettskandal verwickelt und 1980 vom italienischen Verband für drei Jahre gesperrt worden. Die Strafe wurde jedoch um ein Jahr reduziert, sodass Rossi ab April 1982 wieder spielberechtigt war. Wegen der fehlenden Spielpraxis stiess seine WM-Nomination auf Kritik, die zunächst berechtigt schien, da er in der Vorrunde torlos blieb. Doch danach liess er sämtliche Kritiker verstummen.
1982 wurde Rossi mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet, der damals an den besten Fussballer Europas ging. Auf Klubebene feierte er mit Juventus seine grössten Erfolge. Mit den Turinern wurde er 1984 Meister und Cupsieger, im Jahr darauf gewann er den (traurigen) Meistercupfinal mit 1:0. Jener Erfolg im Brüsseler Heyselstadion wurde von der Katastrophe überschattet, bei der 39 Zuschauer ums Leben kamen.
Seine Karriere beendete der Serie-A-Torschützenkönig 1977/8 (24 Tore für Vicenza) 1987. Er blieb dem Fussball verbunden, betrieb unter anderem eine Fussballschule in Perugia. Neben seiner Frau hinterlässt er drei Kinder.
Der italienische Fussballverband setzte die Flaggen im Verbandssitz in Rom auf Halbmast. «Das Ableben von Pablito ist ein weiterer Moment von grossem Schmerz, eine Wunde am Herzen aller Fans, die schwer heilt. Wir verlieren einen Freund und eine Ikone unseres Fussballs», schrieb FIGC-Präsident Gabriele Gravina. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte twitterte: «Im Sommer 1982 schenkte er mit seinen Toren ganzen Generationen einen Traum.» (ram/sda/apa/dpa)