Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03344.jsonl.gz/939

«You Want It Darker»: Gerade erst hat Leonard Cohen sein jüngstes Album veröffentlicht, jetzt ist er tot. Der kanadische Musiker starb am Dienstag, 8. November, wie sein Label Sony Music Canada auf Twitter mitteilt. Eine Gedenkveranstaltung werde zu einem späteren Zeitpunkt in Los Angeles stattfinden. Die Familie bitte darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.
Mit Songs wie «Hallelujah», «Suzanne» oder «So long Marianne» war der 1934 in eine wohlhabende jüdische Familie hineingeborene Cohen weltberühmt geworden. Schon als Kind lernte er Gitarre spielen und hatte bald Auftritte in Cafés und Clubs, aber die Musik sollte für ihn lange Zeit Nebensache bleiben.
Als Schriftsteller hoch gelobt
Cohen wollte schreiben, Gedichte und später auch Romane. In den frühen 1960er-Jahren zog er sich dafür zeitweise völlig auf die griechische Insel Hydra zurück. Viele seiner Veröffentlichungen wurden von Kritikern gefeiert, aber die Einnahmen aus dem Schreiben reichten ihm nicht zum Leben.
Also zog er Ende der 1960er-Jahre nach New York, wo er im legendären Chelsea Hotel lebte und Kollegen wie Bob Dylan, Joni Mitchell und Janis Joplin kennenlernte – letzterer setzte er in dem Song «Chelsea Hotel No. 2» ein Denkmal. Dort nahm er die Musik wieder auf – bald mit grossem Erfolg.
Ich bin bereit zu sterben. Ich hoffe nur, es wird nicht zu ungemütlich.
Der Kanadier hatte zuletzt in Los Angeles gelebt, in der Nähe seiner beiden Kinder und seines Enkelkindes. Mit einem sehr morbiden Album und bei einem Interview im Magazin «New Yorker» hatte er jüngst angedeutet, dass er sich dem Sterben nahe fühle. «Ich bin bereit zu sterben. Ich hoffe nur, es wird nicht zu ungemütlich. Das ist es dann auch schon für mich.»
Fahnen in Montreal auf Halbmast
Geboren wurde Cohen 1934 in Kanada. Ministerpräsident Justin Trudeau twitterte nach der Meldung über den Tod des Künstlers: «Die Musik von niemand anderem klang oder hat sich so angefühlt wie die von Leonard Cohen. Trotzdem berührte sein Werk Generationen. Kanada und die Welt werden ihn vermissen.»
Geäussert hat sich auch Bürgermeister von Cohen Geburtsstadt, Montreal. Er schrieb: «Heute haben wir einen unserer grössten Botschafter und Ikonen verloren.» Die Fahnen in Montreal würden auf Halbmast gesetzt.
TV und Radio
- Aus aktuellem Anlass zeigen wir am Freitag, 11.11.2016 um 20.50 Uhr auf SRF info den Dokumentarfilm «Leonard Cohen - I'm Your Man».
- In der Sendung Sounds! strahlt SRF 3 am selben Abend von 22 bis 24 Uhr exklusiv ein zweistündiges Konzert von Leonard Cohen aus, welches er 1993 im Kongresshaus in Zürich gab.