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American und Delta kämpfen um marode JAL
Die amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines und deren Allianzpartner bieten der maroden Japan Airline (JAL) 1 Milliarde Dollar, wenn sie die Partnerschaft mit American Airlines auflöst und ins Lager von SkyTeam wechselt. Zusätzlich hat sich Delta bereit erklärt, sämtliche Kosten zu übernehmen, die JAL bei einem Allianzwechsel entstehen würden. American Airlines ihrerseits schnürt derzeit Einzelangebote seiner Allianzpartner zu einem Paket, um JAL bei der Stange zu halten. American Airlines ist seit Mitte der neunziger Jahre die Partnergesellschaft von JAL. Deshalb kann sie deren Strecken den eigenen Passagieren anbieten und ist an den Einnahmen beteiligt.
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Beim Poker um die Gunst von JAL als Allianzpartner steht für Delta Air Lines und American Airlines viel auf dem Spiel. Beide versuchen, die internationale Reichweite ihres Netzwerks durch Partnerschaften auszuweiten. Als grösste Fluggesellschaft Asiens ist JAL wegen seiner vielen Strecken in Japan und China dabei besonders attraktiv. Die beiden amerikanischen Fluggesellschaften haben jedoch auch die bevorstehende Liberalisierung des Luftfahrtsektors zwischen Japan und den USA im Blick. Diese soll in Gesprächen zwischen den beiden Regierungen noch vor Ende des Jahres beschlossen werden, berichtet die Yomiuri Shimbun.
Zusammenarbeit fast wie ein Zusammenschluss
Wenn ein Open-Skies-Abkommen zwischen Japan und den USA in Kraft treten sollte, könnten amerikanische und japanische Fluggesellschaften viel enger zusammenarbeiten als bisher. Das Abwickeln von Flügen im Code-Sharing würde einfacher, ebenso das Abstimmen der Flugpläne und die Ertragszuweisung. Die Vorteile der Zusammenarbeit kämen fast derjenigen eines Zusammenschlusses gleich. Da die JAL-Konkurrentin All Nippon Airways (ANA) bereits an United Airlines gebunden ist, entgehen American und Delta die Vorteile der Liberalisierung des japanischen Luftverkehrsmarkts, wenn sie keine Partnerschaft mit JAL sichern können.
Unsichere Aussichten
Die Aussicht eines Bündnisses mit JAL bleiben jedoch für beide amerikanischen Fluggesellschaften unsicher, solange JAL unter der Aufsicht der japanischen Regierung restrukturiert wird. JAL ist in schweren finanziellen Turbulenzen und benötigt dringen zusätzliches Kapital und staatliche Unterstützung, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Erst letzte Woche hatte sie für die erste Hälfte des Geschäftsjahres einen Verlust in Höhe von 132,2 Milliarden Yen ( 1 Mia. Euro) ausgewiesen. Wegen der unsicheren Lage sah sich JAL gar ausserstande, eine Prognose abzugeben.
JAL wird derzeit unter staatlicher Aufsicht restrukturiert. Im Gespräch sind ein massiver Stellen- und Streckenabbau, doch Verkehrsminister Maehara hat erst kürzlich durchblicken lassen, dass auch die Option einer Liquidation von JAL noch nicht vom Tisch ist.
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