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Elsass, 1519
Meister G. F. (?)
Eisen gegossen
H. 81, 91,5 cm
Inv. 1965.34
Die meist reich verzeierten gusseisernen Platten waren einst Bestandteil eiserner Öfen, die noch vor 1500 in Rathäusern, Klöstern, Zunftstuben, später auch in Häusern der bürgerlichen Oberschicht verbreitet waren und bis in die Barockzeit hergestellt wurden. Ein nahegelegenes Zentrum war Kandern im Schwarzwald, wo seit 1512 eine Eisenhütte nachgewiesen werden kann. Die Plattenflächen wurden mit Reliefs, die vielfach Wappen, Einzelfiguren oder Szenenfolgen darstellen, geschmückt. Waren vor der Reformation noch Heiligenfiguren vorherrschend, wurden in der Renaissance Motive aus der antiken Geschichte, Literatur und Mythologie sehr beliebt. Die Darstellung 'Phyllis reitet auf Aristoteles' gehört in die Reihe jener moralisierenden Erzählungen, die im Spätmittelalter geschaffen wurden und dann Eingang in die Literatur, später in die bildende Kunst gefunden hatten. Moral der Geschichte: Selbst Aristoteles, der grösste Weise des Altertums, war der Weiberlist erlegen. Die vorliegende Platte ist 1519 datiert und wird dem elsässischen Meister G. F. zugeschrieben. Der wohl erst im 18. Jahrhundert mit der farbigen Fassung angebrachte Spruch verkündet: "Wie wohl er doch / kein Pferde was / Ein Wyb im denocht ybersass". Das Augustinermuseum in Freiburg besitzt eine fast identische Platte.