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Der Julierturm hätte bereits im Herbst 2020 zurückgebaut werden sollen. Wegen der Coronapandemie durfte ihn die Stiftung Origen aber rund eineinviertel Jahre nicht bespielen. Deshalb wurde die Standzeit des Turms bis Ende August 2023 verlängert.
Bis dahin wolle man den ephemeren Bau noch möglichst oft nutzen, hiess es bei Origen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag.
Den Anfang macht das Musiktheater Kaiserin Irene am 8. Februar 2022. Es handelt von der schillernden oströmischen Kaiserin Irene von Byzanz (752 bis 803), die erbittert um Macht rang. Beim subtilen Familiendrama stehen Künstler des Hamburger Balletts, aus Holland, Italien und der Schweiz auf der hängenden Bühne im Turm.
Ende März folgt dann das lange geplante deutsche Requiem von Johannes Brahms. Es hätte bereits im März und im Oktober 2020 gezeigt werden sollen. Wegen der Pandemie wurde es immer wieder verschoben. Nun singt das Ensemble Vocal Origen unter der Leitung von Clau Scherrer das Requiem im März und April in der sogenannten Londoner Fassung.
Läuft alles nach Plan, hat die Stiftung Origen bald Ersatz für den Julierturm. Das Post Hotel Löwe im einstigen Zuckerbäckerdorf Mulegns GR wird derzeit umgebaut. Bereits 2 Millionen Franken investierte Origen. Derzeit läuft die Finanzierung weiterer 3,2 Millionen Franken. Im Komplex soll es künftig einen Hotelbetrieb, ein Reisemuseum und eine Zuckerbäckerei geben.
Weiter plant die Stiftung in Zusammenarbeit mit der ETH den komplett aus einem 3D-Drucker gefertigten Weissen Turm in Mulegns. Am 7. Februar entscheidet die Gemeinde Surses über die für den Turm notwendige Zonenänderung. Bei einem positiven Entscheid will Origen danach das Baugesuch für den 3,5 Millionen Franken teuren Bau einreichen.
Auch dieser Turm würde nach fünf Jahren wieder zurückgebaut. Das Gebäude bietet Raum für Kunstinstallationen, Hörspieltouren und Theateraufführungen.
Im Sommer 2020 wurde bereits die Weisse Villa, ein Prachtsbau, der Mitte des 19. Jahrhunderts von dem aus Bordeaux nach Mulegns heimgekehrten Zuckerbäcker Jean Jegher in Auftrag gegeben worden war, um ein paar Meter verschoben und danach saniert. Die Villa wird seither als Café genutzt.
(sda)