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Was ist die Aufgabe der Literatur? Wie politisch darf, ja muss sie sein? Immer wieder hört man, dass Literatur, die wirksam werden will, sich über ausserliterarische Kriterien legitimieren muss. Das gilt von der politischen Bühne bis in die Kinderzimmer hinein.
In den Anti-Corona-Protesten bricht sich ein neuer Geschichtsrevisionismus Bahn. Wer ihm öffentlich widerspricht, adelt die Provokationen mit Aufmerksamkeit. Sie könnten aber auch Anlass für eigene Auseinandersetzungen mit den NS-Verbrechen sein. Zum Beispiel durch die leisen Angstgedichte von Theodor Kramer.
Urban Poetry ist mehr als nur ein Gedicht, das auf eine Fassade geschrieben wird und mehr als die Debatte, die es auslöst. Im besten Fall verändert spoken-word-Poesie, Poetry in Motion oder Gedichte auf Flyern und Postkarten unsere Wahrnehmung von Öffentlichkeit und von Dichtung.