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Die niederländische Adelsfamilie Loudon ist mit dem britisch-niederländischen Öl- und Gaskonzern Shell verbunden. Shell ist einer der weltweit grössten Produzenten von Erdöl und Erdgas. Shell war 2019 nach Umsatz das drittgrösste Unternehmen der Welt.
Die Loudon Familie stammt eventuell vom schottischen Campbell Clan ab, aber eine Abstammung ist bisher nicht belegt. Der Campbell Clan stellte früher die Grafen von Loudon und deren Familienwappen ist fast identisch mit dem Wappen der Loudon Familie.
Der Schotte Alexander Loudon (1789-1839) emigrierte in die Niederlande. Er war zuvor im indonesischen Zuckerhandel aktiv gewesen. Das heutige Indonesien war von Beginn des 17. Jahrhunderts bis 1949 eine niederländische Kolonie. Alexander Loudon wird demnach dort mit der niederländischen Kolonialelite in Kontakt gekommen sein, was ihn vermutlich in die Niederlande führte. Seine Nachkommen gehören seither zur niederländischen Elite.
1. Generation
John Francis Loudon (1821-1895) war ein Höfling der niederländischen Königsfamilie. Er gründeten mit deren finanzieller Unterstützung die Billiton Society (Billiton Maatschappij), ein Bergbauunternehmen. Die Billiton Society kontrollierte den Grossteil der Zinn- und Erzbergbauindustrie im niederländischen Indonesien. Das Unternehmen wurde von niederländischen Adligen kontrolliert und auch die Königsfamilie besass Anteile. 1970 wurde die Billiton Society vom Öl- und Gaskonzern Shell übernommen (Die Loudons gehörten zu den Gründern von Shell, was unten genauer erläutert wird). Unter der Führung von Shell wurde das Unternehmen weltweit aktiv. 2001 fusionierte die Billiton Society mit dem australischen Bergbau- und Ölkonzern BHP. BHP war in den letzten Jahren der grösste Bergbaukonzern der Welt. Er ist einer der weltweit grössten Produzenten von Kohle, Eisenerz, Kupfer und Nickel. BHP stand seit seiner Gründung 1885 unter dem Einfluss der britischen Kolonialelite.
Sein Bruder Alexander Loudon (1822-1868) war Vizepräsident des Rates von Niederländisch-Ostindien (heutiges Indonesien). Sein Bruder James Loudon (1824-1900) war Kolonialverwalter von Niederländisch-Ostindien. 1884 wurde James in den Adelsstand erhoben und seither gehört die Loudon Familie zum niederländischen Adel. Sie haben zudem in mehrere niederländische Adelsfamilien geheiratet.
2. Generation
Alexander Loudon (1857-1921) war Regierungskommissar für Bergbau in Niederländisch-Ostindien und somit ebenfalls Teil der niederländischen Kolonialelite.
Hugo Loudon (1860-1941) war Mitgründer und Vorsitzender der 1890 gegründeten „Koninklijke Nederlandse Petroleum Maatschappij“ (KNPM), ein niederländisches Ölunternehmen. KNPM fusionierte 1907 mit dem britischen Ölunternehmen „Shell Transport and Trading Company“, das von der britischen Samuel Familie gegründet und geführt wurde. Die Samuel Familie hat niederländische Vorfahren und wurde in den britischen Adel aufgenommen. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen entstand Royal Dutch Shell, der bis heute einer der grössten Ölkonzerne der Welt ist. Die niederländische Königsfamilie gehörte zu den Mitgründer der KNPM und hielt Anteile. Auch beim Nachfolger Royal Dutch Shell gehörte sie zu den Hauptaktionären. Bis 2009 lagen ihre Anteile bei 25 Prozent (Quelle). Einer der Mitgründer von Royal Dutch Shell war der Niederländer Henri Deterding, der das Unternehmen 36 Jahre lang führte. Als Hauptaktionär von Shell war er einer der reichsten Männer der Welt. Nach dem Autor Glyn Roberts unterstütze Deterding bereits 1921 Adolf Hitler mit Millionenbeträgen. Auch den Nazi Alfred Rosenberger soll er unterstützt und persönlich getroffen haben. Deterding soll Faschisten und Aufständische in der Sowjetunion und in Spanien finanziert haben. (Quelle) Diese Behauptungen sind nicht bewiesen, aber auch nicht widerlegt. Aber sicher ist, dass Deterding Kontakte zur Nazielite hatte. 1936 erwarb er ein Schloss in Deutschland. Zu seinen Nachbarn gehörte der geadelte Emil Georg von Stauß, der auch sein persönlicher Freund war. Emil war Generaldirektor der Deutschen Bank und Mitglied in über 30 Aufsichtsräten deutscher Unternehmen. Er hatte enge Beziehungen zur NSDAP und zur deutschen Wirtschaftselite, darunter auch zu Siemens und Hjalmar Schacht. Er trat in den 1920er Jahren der Gesellschaft der Freunde bei, die aus der damaligen deutsch-jüdischen Wirtschafts- und Finanzelite bestand. (Quelle)
Die „Deutsche Shell AG“, eine deutsche Tochterfirma des Shell-Konzerns, beschäftigte während des 2. Weltkrieges etwa 2000 Zwangsarbeiter (Quelle).
John Loudon (1866-1955) war Botschafter und Aussenminister der Niederlande.
3. Generation
John Hugo Loudon (1905-1996) leitete den Shell-Konzern von 1951 bis 1965 und war danach noch elf Jahre lang Vorsitzender des Aufsichtsrats. Er arbeitete für die Chase Manhattan Bank (Bank der Rockefeller Familie). Er pflegte enge Freundschaften mit David Rockefeller und Henry Ford II. (Quelle) 1960 erhielt er einen Orden vom britischen Hochadel.
John Hugo Loudon war von 1976 bis 1981 Präsident des WWF und löste somit den niederländischen Prinzen Bernhard von Lippe-Biesterfeld als Präsidenten ab. Nach Loudon wurde der britische Prinz Philip (Ehemann der Queen) Präsident. (Quelle) Loudon und die beiden Prinzen gehörten zur Stiftung The 1001: A Nature Trust. Diese aus Adligen und Milliardären bestehende Stiftung kontrolliert den WWF. Zum 1001 Club gehörten oder gehören noch immer Mitglieder der Familien Rothschild, Rockefeller, Oppenheimer, Bin Laden, Astor, Aga Khan, Ford, Siemens, Agnelli, Hoffmann und viele weitere elitäre Familien, darunter auch mehrere Königsfamilien. (Quelle)
Alexander Loudon (1892-1953) vertrat als Diplomat die Niederlande in den USA.
4. Generation
Francis Loudon (*1938) gehörte zur Führung der niederländischen Bank MeesPierson. Zu den Kunden der Bank soll auch die niederländische Königsfamilie gehören. Einer der Vorgänger der Bank wurde von der Quäkerfamilie Hope gegründet, die im 18. Jahrhundert die wohl wichtigste Bankiersfamilie der Niederlande war. Francis Loudon war im Aufsichtsrat der Amsterdamer Börse, eine der ältesten Börsen der Welt.
Der Politiker Aarnout Loudon (*1936) arbeitete für Mees & Hope, der Vorgänger der Bank MeesPierson. Aarnout Loudon war im Aufsichtsrat von Royal Dutch Shell. Er arbeitete 25 Jahre für den niederländischen Chemiekonzern AKZO (heute AkzoNobel), 12 Jahre davon als Vorsitzender. Er war im Beirat des deutschen Finanzkonzerns Allianz, einer der weltweit grössten Versicherungskonzerne. Er war Aufsichtsratsvorsitzender der niederländischen Grossbank ABN Amro, deren Vorläufer von der niederländischen Königsfamilie gegründet wurde.
Frederika Lydia Loudon (*1936) heiratete einen britischen Baron.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.