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Dezember 2014 / Januar 2015
Da in grossen Teilen Südamerikas bald die Regenzeit einsetzte, flog ich mit einem Kollegen nach Panama, das wir für ungefähr einen Monat bereisten.
Panama City
Panama City hatte vor Jahren einen sehr schlechten Ruf. Seitdem der Panama-Kanal und dessen Einnahmen voll den Panamanesen gehört, konnte Panama viel in den Aufbau und die Sicherheit des Landes investieren. Unterdessen ist das Land grösstenteils modern und die Skyline von Panama City kann sich mit Amerikanischen Städten messen.
In den Wolkenkratzern sind vor allem Banken einquartiert.
Als erstes Land in Zentralamerika gibt es in Panama-City seit April 2014 sogar eine U-Bahn, die im Moment eine Linie umfasst und weiter ausgebaut wird. Die Altstadt wird langsam renoviert. Ein paar gute Restaurants sind in den historischen Gebäuden und auf zwei Plätzen zu finden. Als erste Aufgabe in Panama City musste ich für meinen Laptop eine SSD Harddisk finden, um meine abserbelnde Festplatte zu ersetzen, die im höchsten Dorf Chiles wegen der dünnen Luft Schaden nahm. SSD Harddisks haben keine rotierende Teile, sondern speichern die Informationen auf Speicherchips. Dies ist für mich wichtig, da ich in La Paz (3‘650 m.ü.M.) und am Titicaca-See (3‘812 m.ü.M.) meinen Computer wieder auf Höhen benutzen werde, die für herkömmliche Festplatten ungeeignet sind. Ich fand einen Computer-Reparatur-Shop, der eine SSD-Festplatte bestellen konnte. Ich liess auch gleich einen neuen Bildschirm bestellen, da der alte oft flackerte. Die Lieferzeit betrug drei Wochen, was ideal war, da wir in Panama herum reisen wollten und am Schluss unserer Reise nach Panama City zurückkehrten.
Panama Kanal
Ein Besuch Panama‘s ist ohne eine Panama-Kanal-Tour nicht vollständig. Wir buchten eine Tour, die uns auf einem Schiff durch rund die Hälfte des Kanals und über zwei Schleusen führte. Wir staunten ob der riesigen Frachtschiffe mit den unzähligen Containern. Der Kanal ist 82 km lang. Mittels den Schleusen, die alle historisch sind und daher über Hundert Jahre alt, werden die Schiffe bis 29.5 Meter über den Meeresspiegel angehoben.
Pedasi
Als nächstes besuchten wir den kleinen Ort Pedasi, wo ein Kollege meines Reisekollegen mit Frau, Kinder und Hund auswandert. Wir fanden ein kleines Kaff mit dreckigem Strand, hohen Wellen und kaum existierenden öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Der nächste schöne Strand ist 35 Kilometer entfernt. Etwa gleich weit in die entgegengesetzte Richtung ist das nächste grössere Städtchen zu finden. Überall in der Gegend sieht man „For sale“ Schilder. Wir fragten uns, ob die Auswanderungspläne dieser Familie aufgehen werden.
Der 35 km von Pedasi entfernte Strand Playa Venao
Boquete
Wir reisten weiter nach Boquete, einem kleinen Dörfchen auf rund 1‘200 m.ü.M. An den Hängen rund um das Dörfchen wird auf der vulkanischen Erde Kaffee abgebaut. Der Kaffee war recht gut, es fehlte aber das gewisse Etwas, um mit Spitzenkaffee aus Kolumbien oder Äthiopien mitzuhalten zu können. Es war kühl und oft regnerisch, sodass wir abends die langen Hosen und Pullover anziehen mussten.
Eine Degustations-Kaffee-Rösterei
Bocas del Toro
Nach einer vierstündigen Busfahrt und einer halbstündigen Bootsfahrt erreichten wir den Inselort Bocas del Toro. Von diesem Ort lassen sich mehrere weitere Inseln erreichen. Die Schokolade aus Kakaobohnen aus der Provinz war ein Höhepunkt. Ein anderer war das Bier der ansässigen Mikro-Brauerei. Besonders das dunkle Chocolate Stout war phänomenal, so dass wir der Brauerei jeden Tag einen Besuch abstatteten. Ansonsten war der Ort eine weitere Enttäuschung. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Unterkünfte stimmte überhaupt nicht und der einzige Strand, wo man baden konnte, war nur mit dem Boot erreichbar und es wurde eine Eintrittsgebühr erhoben. Auch von der Schnorcheltour hatten wir viel mehr erwartet.
San Blas-Inseln
Gemäss dem Lonely Planet-Reiseführer sind die San Blas-Inseln einer der Höhepunkte einer Panama-Reise. Sie befinden sich im Karibischen Meer und sind dem Festland Panamas nur wenige Kilometer vorgelagert. Das Volk der Kuna konnte sich in dieser abgelegenen Gegend Panamas grosse Autonomie erkämpfen. Die Kuna kontrollieren sowohl die Inseln wie auch all die sehr einfachen „Resorts“, da dieses Volk keine externen Investoren akzeptiert. Obwohl viele Inseln wunderschön gelegen sind und wir auf der Hinfahrt sogar Delphine gesehen haben, merkte man, dass hier Tourismus-Anfänger am Werk sind, die die touristische Infrastruktur ohne Rücksicht auf die Ästhetik bauten. Hässliche Betonmauern sind ebenso zu finden wie sichtbare Armierungseisen, Plastikkübel und Plastikleitungen. Entsprechend kommt keine Südsee-Stimmung auf. Zudem war das Wetter oft windig und teils regnerisch, so dass wir nicht schnorcheln konnten.
Eine kurze Zeit schien die Sonne
Nach dieser weiteren Enttäuschung kehrten wir nach Panama City zurück. Als erstes ging ich zum Computer-Shop. Die Festplatte und der Bildschirm waren angekommen, so dass das Computergeschäft mit dem Einbau beginnen konnte. Während die Teile einwandfrei funktionierten, war ich mit der Konfiguration durch das Geschäft weniger zufrieden. Erstens wurde das falsche Betriebssystem (64 bit statt 32) installiert. Auch die Namen der Benutzerkonten waren nicht genau gleich wie vorher, was mir noch einige Schwierigkeiten bescherte. Da ich den Aktivierungs-Code meines eigenen Windows-Betriebssystems nicht dabei hatte, musste ich ein neues Betriebssystem kaufen. Weil die neue Festplatte eine kleinere Kapazität aufwies als die alte, konnte ich die alte nicht einfach auf die neue Festplatte kopieren. Das bedeutete, dass ich alle Programme wieder neu installieren und konfigurieren musste, was viele Stunden in Anspruch nahm. Ohne meine mobile Sicherungs-Festplatte hätte ich die alten Programm-Konfigurationen verloren. Dann wäre mir nur die Reise in die Schweiz übrig geblieben, damit ich mein Vermögensverwaltungsgeschäft hätte weiter betreiben können. Zum Glück blieb mir das erspart.
Alles in allem waren wir mit dem Preis-/Leistungsverhältnis in Panama nicht zufrieden. Eigentlich wollte ich nach Panama weiter in Zentralamerika reisen, doch sagte man mir, dass das nächste Land Costa Rica noch teurer als Panama sei, sonst aber sehr ähnlich. Daher entschied ich mich für ein Insel-Hopping in den Kleinen Antillen. Meine Reise führte mich von Guadeloupe nach Grenada. Da die Gegend bekannt ist für ihre Rum-Produktion, wollte ich möglichst viele Distillerien besuchen und deren Rum degustieren.