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Wenn das Adoptivkind nach den leiblichen Eltern sucht
Wenn ein Kind zur Adoption freigegeben wird, bricht der Kontakt zu den leiblichen Eltern in der Regel ab. Einige Vermittlungsstellen bieten aber einen anonymen Briefverkehr an, bei dem die Mütter in unregelmässigen Abständen schreiben können. Aus den Adoptionserfahrungen der letzten Jahrzehnte hat man gelernt, dass die kulturellen und sozialen Wurzeln des Kindes nie verschwinden werden. Aber man weiss auch, dass die Beziehung mit den Adoptiveltern nicht zwangsläufig darunter leidet, wenn das Kind dann doch Kontakt zu seinen leiblichen Eltern aufnimmt.
Die Adoptiveltern müssen keine Angst davor haben, das Kind zu verlieren, wenn es seine leiblichen Eltern sucht. Wenn die Adoptiveltern das Kind dabei unterstützen, wird die Beziehung sogar eher gefestigt als gelockert. Lange vor Madonna oder Angelina Jolie hatte die Tänzerin Josephine Baker 12 Kinder aus verschiedenen Nationen und Kontinenten adoptiert. Diese Menschen fühlen sich heute eigenen Aussagen zufolge als Familie, obwohl viele ihre leiblichen Eltern kennen.
Emotionale Bindungen zu Adoptiveltern und Adoptivgeschwistern entstehen. Aber sie sind immer freiwillig. Das Kind, ob das eigene oder das adoptierte, gehört letztlich nur sich selbst.Text: Kathrin Fischer, redaktionelle Mitarbeit: Monika Beluskova, 2009
Buchtipp
Adoption von Kindern aus fremden Kulturen. Antworten auf Fragen von zukünftigen Adoptiveltern
2. überarb. Auflage, 2003
Herausgeber: Marie Meierhofer-Institut für das Kind
Schweizerische Fachstelle für Adoption
Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes