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Schweden: Abschaffung der marktverzerrenden Kernenergiesteuer?
Nils Andersson, Direktor der Abteilung Produktion und Geschäftsentwicklung des schwedischen Vattenfall AB Konzerns, erklärte Anfang März 2003 vor deutschen Journalisten in Berlin, dass die schwedische Kernindustrie innerhalb der nächsten zwei Jahre die Abschaltung des Kernkraftwerks Barsebäck-2 (in kommerziellem Betrieb seit 1977) sowie der älteren beiden Einheiten von Ringhals (in kommerziellem Betrieb seit 1975 resp. 1976) ins Auge fassen müsse, falls der Staat nicht bald die hohe Besteuerung der Anlagen aufhebe.
Die Rede ist von der marktverzerrenden Zusatzsteuer auf Kernenergie, mit welcher der schwedische Staat die Gestehungskosten des Nuklearstroms übermässig belastet. Die steuerliche Mehrbelastung beträgt im Falle von Ringhals 2,8 Öre/kWh (ca. 0,45 Rp./ kWh). Dies bedeutet für die beiden älteren Blöcke von Ringhals (BWR, 830 MW und PWR, 875 MW) jährliche Steuerabgaben von über CHF 25 Mio. pro Block! Laut Anderson sind nicht in erster Linie die Politiker ein Problem für die Kernenergie in Schweden, sondern es ist die Kernenergiesteuer. "Das ist eine Steuer auf der installierten Leistung, und wenn die Regierung sie nicht abschafft, dann werden wir beispielsweise Barsebäck-2 aus eigenem Interesse abschalten, weil sich der Betrieb so nicht mehr lohnt."
Quelle
P.S. nach NucNet vom 3. März 2003