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Beim Silbersand und am unteren Weg vom Silbersand zur Riederfurka sind Trockenmauern und Gräben der längst aufgegebenen Wasserleitung „Oberriederi“ zu entdecken. Vor einigen Jahren wurde ein ausgehöhlter Baumstamm, ein sogenannter Kännel, über zwei Trockenmauern gelegt um zu veranschaulichen, wie es damals ausgesehen hat, als die „Oberriederi“ noch Wasser führte. Mit dieser Leitung wurde sehr wahrscheinlich Wasser vom Grossen Gufer, einem Blockgletscher zwischen Eggis- und Bettmerhorn, nach Oberried oberhalb Ried-Mörel geleitet, um die dürstenden Matten zu bewässern.
Lange ist es her, nämlich rund 500 Jahre, seit Wasser in den Känneln und Gräben der „Oberriederi“ floss. Bereits im 12. Jahrhundert in Betrieb, zerstörte ein Vorstoss des Grossen Aletschgletschers gegen Ende des 15. Jahrhunderts grosse Teile dieser Leitung. Die Oberrieder gaben aber nicht auf und bauten einen zweiten, tiefer gelegenen Leitungsabschnitt, der um die senkrechten Felsen der Stockflüe führte und kurz vor Oberried in’s alte Trassee mündete. Die Wasserfassung („Schöpfe“) lag nun im Bereich der Felsrinne, die zum Grünsee führt. Nur wenige Jahrzehnte später, gegen Ende des 16. Jahrhunderts, rückte der Grosse Aletschgletscher erneut vor und zerstörte die Fassung auch dieser neuen Leitung. Die „Oberriederi“ musste ganz aufgegeben werden und Oberried war bis 1988 ohne Wasser. Seit diesem Jahr wird Oberried wieder mit Wasser versorgt. Dieses stammt aus dem Vordersee, einem Stausee auf der Märjela.