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<h2>SubmittedText<h2><p>Das Seco hat am 5. März das BIP für das vierte Quartal 2003 veröffentlicht. Die Finanzanalysten hatten für diesen Zeitraum mit einem Anstieg des BIP um 2 Prozent gerechnet. Nach dem Seco betrug aber die Wachstumsrate lediglich 0,5 Prozent. Wie später bekannt wurde, hatte das Seco seine Berechnungsmethode geändert. In "Le Temps" vom letzten 6. März war zu lesen, der nicht aufs Jahr aufgerechnete Anstieg von 0,5 Prozent im vierten Quartal 2003 entspreche einem Jahreswachstum von 2 Prozent.</p><p>Laut Jahresbericht des IWF wuchs die Schweizer Wirtschaftsleistung stärker, als die amtlichen Statistiken angeben. Auf diesen Bericht beruft sich der "Tagesanzeiger" vom 9. März 2004. Nach IWF sei "die Schweiz statistisch nicht auf der Höhe, sie habe so über die letzten zwanzig Jahre ihre Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent zu tief bewertet."</p><p>Die Zeitungskommentare zeigen, wie verwirrend Wirtschaftskennzahlen, deren Grundlage nicht klar ist, sein können.</p><p>Weiss der Bundesrat, dass er auf diese Weise nicht zur Stärkung des Vertrauens der Wirtschaftsakteure in die amtlichen Statistiken beiträgt?</p><p>Ist der Bundesrat bereit, dieses Verwirrspiel der Verwaltung zu beseitigen und eine Stelle, beispielsweise das Bundesamt für Statistik, mit der Umschreibung und der Wahl der Berechnungsmethode zu beauftragen? Dabei soll dafür gesorgt werden, dass die Wirtschafts- und Finanzkennzahlen des Bundes international vergleichbar sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat bemüht sich, eine kohärente und transparente Kommunikationspolitik zu gewährleisten. Für die Veröffentlichung der Zahlen betreffend BIP-Quartalswachstum der Schweiz durch das Seco sind im vergangenen März zur Annäherung an die europäischen Standards gewisse Änderungen vorgenommen worden. Zum Beispiel werden in keinem anderen Land der Eurozone mehr die Quartalsveränderungsraten auf der Jahresbasis hochgerechnet. Die Schweiz verfährt nun ebenso, damit ihre Quartalszahlen besser mit denjenigen der Länder der Eurozone verglichen werden können. Bevor es zu diesen Änderungen schritt, hat das Seco ausserdem mit Eurostat Kontakt aufgenommen; ein Artikel in einem Eurostat-Newsletter vom März wurde von den Spezialisten des Seco veröffentlicht und unterzeichnet.</p><p>Bevor Zahlen veröffentlicht werden, die zu falschen Interpretationen Anlass geben könnten, organisiert das Seco (besonders nach bedeutenden Änderungen) Medienorientierungen, an denen die Journalisten über die durchgeführten Änderungen bei den Zahlen (hinsichtlich der Methode oder der Resultate) informiert werden. Vor der Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal 2003 am 5. März 2004 wurden die Journalisten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die zum Ziel hatte, ihnen gewisse Neuerungen zu präsentieren. Auch ein Vertreter des Bundesamtes für Statistik (BFS) nahm an dieser Veranstaltung teil. Ein vollständiges Dokument wurde anschliessend auf der Website des Seco verfügbar gemacht, das die durchgeführten Änderungen im Detail erläuterte. In den Printmedien des nächsten Tages wurde die Information korrekt wiedergegeben.</p><p>Was die systematische Unterbewertung des realen Wachstums in der Schweiz betrifft, werden verschiedene Thesen erörtert, aber keine erwähnt eine klassische, international verwendete Methode für die Berechnung des BIP. Zum Beispiel wird diskutiert, wie man die Rolle der Terms of Trade berücksichtigen sollte. Wenn man für die Schweiz die reale und tendenzielle Bewertung des Schweizerfrankens betrachtet (mit einem Exportfranken kann die Schweiz tendenziell immer mehr ausländische Produkte kaufen), führt dies zu einem Vermögenseffekt, der bei der offiziellen BIP-Berechnung nicht direkt berücksichtigt wird. Jedoch ist festzuhalten, dass sowohl die jährliche als auch die quartalsweise volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Schweiz auf international anerkannten und auch von den anderen Ländern verwendeten Konzepten basieren (Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung, ESVG95). Bei der Umstellung auf ESVG95 haben eine neue Deflationsmethode und die Berücksichtigung einer breiteren Definition des Mehrwertes zu einer Anhebung des nominalen und des realen BIP-Niveaus geführt. Aufgrund dieser Anpassung wurde das Realwachstum der Schweizer Wirtschaft ebenfalls geringfügig nach oben korrigiert.</p><p>Die Pressekommentare wurden nicht durch Wirtschaftskennzahlen mit unklaren Grundlagen beeinflusst. Mehrere offene Diskussionen über alternative Konzepte haben manchmal zu Missverständnissen geführt, jedoch ging es nicht um "Probleme" in den offiziellen Statistiken oder in den verwendeten Schätzmethoden. Tatsächlich werden die Konzepte und Methoden der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auf internationaler Ebene laufend hinterfragt, um sie den ändernden wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Solange diese alternativen Konzepte jedoch international nicht abgesegnet worden sind, werden sie auch nicht in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Schweiz integriert. So verfahren auch unsere Partner.</p><p>Das Seco ist ständig in Kontakt mit dem BFS, den Konjunkturforschungsinstituten (KOF, BAK) sowie mit den europäischen und internationalen Organisationen (Eurostat, OECD). Daher ist die Definition und die Auswahl der Berechnungsmethoden sowie die Vergleichbarkeit auf internationaler Ebene mit den gegenwärtigen Strukturen voll und ganz gewährleistet. Das BFS ist über die methodologischen Entscheidungen des Seco vollumfänglich informiert.</p><p>Der Bundesrat bemüht sich, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ein Maximum an Transparenz bei der Kommunikation der Informationen zur wirtschaftlichen und finanziellen Situation unseres Landes zu gewährleisten. Allerdings trifft es zu, dass die Schweiz, namentlich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, weniger statistische Wirtschafts- und Finanzdaten veröffentlichen kann; dies aufgrund der im Vergleich beschränkteren Mittel, die dafür aufgewendet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.