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Gustave Loup (1876–1961)
Gustave Loup (1876–1961) war ein in China geborener Schweizer Kaufmann, der fliessend Französisch, Englisch und Mandarin sprach. Sein Vater gehörte zu den Uhrmachern, die im 19. Jahrhundert aus dem Val-de-Travers nach Kanton, Shanghai und Tianjin zogen, um dort Uhren zu verkaufen. In den 1920er Jahren baute der Auswanderer einen Antiquitätenhandel zwischen China und der Schweiz auf und eröffnete dann in Genf das Geschäft La Chine Antique in der Rue Céard. Das Geschäft florierte etwa zehn Jahre lang, bis die Japaner sich in China gewaltsam durchsetzten und fortan weder Käufe noch Exporte möglich waren. Er verbrachte seinen Lebensabend in der Calvinstadt und bewohnte eine grosse Wohnung am Quai des Bergues, in der sich europäische und chinesische Antiquitäten, Möbel, Goldschmiedearbeiten, Porzellanvasen, Figuren, Uhren und vieles mehr in einem bunten Durcheinander anhäuften. Dieser Händler war auch für seine berühmte Uhrensammlung bekannt, die er in China gekauft und in die Schweiz gebracht hatte.
Es ist nicht bekannt, wann oder wie sich Gustave Loup und Alfred Baur kennenlernten, aber die ersten Briefe tauchten bereits 1923 auf. Ein Jahr später empfing Gustave Loup den Sammler und seine Frau in Peking. Er diente ihnen auf ihrer einzigen grossen Asienreise als Reiseführer. Zwischen den beiden Schweizern entwickelte sich zunächst ein gewisser Respekt, dann aber ein Vertrauensverhältnis, und sie tauschten zahlreiche Überlegungen über China, seine Kultur und die „Curios“ aus. Baur liess sich verführen, er kaufte viele Objekte, manchmal sogar ganze Posten. Anschliessend nahm er sich Zeit zum Nachdenken, betrachtete sie sorgfältig, behielt die schönsten Exemplare und verkaufte die weniger überzeugenden wieder. Mit der Zeit wurde der Geschmack des Sammlers geschärft, seine Ansprüche wurden immer höher und er machte sich auf die Suche nach ganz bestimmten Stücken. Auch wenn Gustave Loup den japanischen Händler Tomita Kumasaku (1872–1953) bei der Zusammenstellung seiner Sammlungen nie verdrängte, hatte Alfred Baur immer eine besondere Zuneigung zu ihm.