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Die Kinderrechtsorganisation «Save the Children» warnt vor einer wachsenden Zahl von Mädchen, die bereits im Kindesalter verheiratet werden. Das geht aus einem Bericht hervor, der am Dienstag anlässlich des Weltmädchentags veröffentlicht wurde.
Demnach leben laut den Vereinten Nationen derzeit weltweit rund 700 Millionen Frauen und Mädchen in Ehen, die sie vor ihrem 18. Lebensjahr eingingen. Im Jahr 2050 könnten es bis zu 1,2 Milliarden sein, schätzt «Save the Children». Weltweit werde alle sieben Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet.
Der Beginn eines Teufelkreises
In Ländern wie Afghanistan, dem Jemen, Indien und Somalia würden Mädchen teilweise bereits im Alter von zehn Jahren verheiratet, heisst es in dem Bericht. Kinderehen seien «der Anfang eines Teufelskreises aus Benachteiligungen». In diesem Teufelskreis würden Mädchen «die grundlegenden Rechte auf Bildung, Entwicklung und Kindsein verwehrt».
Den höchsten Anteil an Kinderehen hat laut dem Bericht Indien. Dort seien fast die Hälfte (47 Prozent) der Mädchen unter 18 Jahren betroffen. Am Beispiel Nigerias zeigt die Organisation auf, dass Mädchen aus armen Familien sehr viel häufiger früh verheiratet werden als ihre reicheren Altersgenossinnen. In dem afrikanischen Land seien 40 Prozent der armen Mädchen bereits mit 15 Jahren verheiratet, unter den reichsten Mädchen nur drei Prozent.
Ranking von 144 Ländern
Auch Gewalt, sexuelle Ausbeutung, schädliche Bräuche wie die weibliche Genitalverstümmelung, schlechtere Bildungschancen und unzureichende Gesundheitsversorgung stellen Bedrohungen für Mädchen dar.
Vor diesem Hintergrund hat «Save the Children» ein Ranking von 144 Ländern erstellt – nach den fünf Kriterien Frühverheiratung, jugendliche Schwangerschaften, Schuldbildung für Mädchen, Frauenanteil im Parlament und Müttersterblichkeit.
Die Schweiz nur auf Platz neun
Am schlechtesten schneiden afrikanische Länder südlich der Sahara ab. Den letzten Platz belegt Niger, hinter Tschad und der Zentralafrikanischen Republik. Doch auch einige westliche Länder zeigen Schwächen. Beispielsweise ist in Grossbritannien (Rang 15) und den USA (Rang 32) die Zahl der Mädchen, die bereits als Jugendliche schwanger werden, verhältnismässig hoch.
Die Schweiz kommt nur auf Platz neun – vor allem wegen ihrer geringen Zahl von Parlamentarierinnen. Am besten ergeht es Mädchen in Schweden. Auf Platz 2 folgt Finnland, vor Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Slowenien und Portugal.