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Das Wichtigste in Kürze
- Indischer Soldat Chandra Das hatte Geistlichen 1959 aus Tibet eskortiert.
Der pensionierte indische Soldat Naren Chandra Das starb Anfang der Woche im Alter von 85 Jahren in seinem Haus im Bundesstaat Assam, wie sein ehemaliges Regiment am Freitag mitteilte.
Gemeinsam mit sechs weiteren Soldaten hatte Das im März 1959 das geistliche Oberhaupt der Tibeter in einer knapp zweiwöchigen Wanderung durch das Himalaya-Gebirge über die Grenze nach Indien gebracht. Er war damals 22 Jahre alt und hatte gerade seine Ausbildung bei den Assam Rifles abgeschlossen, der ältesten paramilitärischen Einheit der indischen Armee.
In einem Interview mit örtlichen Medien beschrieb Das im vergangenen Jahr, wie die Soldaten durch die bergige Region liefen, während der Dalai Lama - zur Tarnung ebenfalls in militärischer Tracht - auf einem Pferd sass. Der pensionierte Soldat erinnerte sich, dass seine Gruppe nicht mit dem jungen Mönch sprechen durfte.
Das und der Dalai Lama hatten sich 2017 erstmals nach 60 Jahren erneut getroffen. «Wenn ich mir Ihr Gesicht ansehe, wird mir klar, dass ich auch sehr alt sein muss», sagte der heute 86-jährige tibetische Geistliche damals zu dem Ex-Soldaten.
Ein Jahr später wurde Das nach Dharamsala eingeladen, wo der Dalai Lama mit Erlaubnis der indischen Regierung eine Exil-Regierung eingerichtet hat. «Ich ging mit meiner Familie dorthin, und er umarmte mich. Er hatte mir auch ein Erinnerungsstück geschenkt. Ich werde diese Begegnung nie vergessen», sagte Das im vergangenen Jahr.
Der Dalai Lama war während eines Aufstands aus Tibet geflohen. Seitdem lebt er wie viele andere tibetische Flüchtlinge in Dharamsala im Exil. Seine politische Rolle hat der Dalai Lama inzwischen offiziell aufgegeben. Er strebt nicht die Unabhängigkeit Tibets, jedoch eine grössere Autonomie an. Peking unterstellt dem Dalai Lama aber, Tibet von China abspalten zu wollen.