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Die Welt braucht dringend ein Handelssystem, das nachhaltige und sozial gerechte Ernährungssysteme stärkt - etwas, was das gegenwärtige WTO-Übereinkommen über die Landwirtschaft (Agreement on Agriculture AoA) nicht leisten kann. Nicht nur setzen Klimaerwärmung, Biodiversitätsverlust, Pandemie und Kriege die Ernährungsproduktion weltweit unter Druck, die Landwirtschaft trägt selbst ihren Teil zu diesen grossen Herausforderungen bei. Ein ausgewogenes Handelssystem könnte diesen Herausforderungen entgegenwirken und den Wandel im Ernährungsbereich hin zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen.
Eine internationale Gruppe von Expertinnen und Experten aus dem globalen Norden und Süden nimmt sich in diesem Projekt der Frage an, wie der Agrarhandel neu reguliert werden könnte, um nachhaltige Ernährungssysteme wirksam zu fördern. In einem innovativen Wissensprozess erarbeitet die Gruppe ein Musterabkommen für nachhaltigen Agrarhandel (Agreement on Trade in Agriculture for Sustainable Development AoA TSD ), indem sie die Erkenntnisse aus früheren Projekten und Arbeiten zusammenführt. In zwei simulierten Verhandlungsprozessen – sowohl auf der internationalen als auch auf der nationalen Ebene – wird das Abkommen getestet und ergänzt. Ziel ist es, eine für den nötigen Wandel zentrale politische Agenda voranzubringen.
Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte, wie sich Handelsregeln im Agrarbereich wirksam auf die Nachhaltigkeitsziele ausrichten lassen. Ziel ist, gegenwärtige Reformprozesse im Handelsbereich zu inspirieren und wenn möglich zu beeinflussen. Mit dem Projekt werden neue Netzwerke gestärkt und notwendige Brücken zwischen den internationalen Organisationen gebaut, so dass Debatten um Ernährungsnachhaltigkeit und Handel weniger in getrennten Räumen stattfinden.
CDE-Wissenschaftler*innen leiten zusammen mit dem IATP, IISD, den Akademien der Wissenschaften Schweiz (a+) und der ETH das Projekt. Expert*innen aus dem globalen Süden sind Teil des Kernteams. Das CDE ist für den Entwurf des Musterabkommens und den simulierten parlamentarischen Prozess in der Schweiz zuständig. Das Projekt basiert auf intensiver Teamarbeit und auf einem Prozess, der es erlaubt, verschiedene Expertisen zusammen zu tragen und zu einem Ganzen zu verknüpfen.
2023 – 2027
International Institute for Sustainable Development (IISD)
Akademien der Wissenschaften Schweiz (a+)
ETH Zürich
Friedrich-Ebert-Stiftung, Geneva Office
Dr. Judith Schäli