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Ganz allgemein ist das altgriechische Verbalsystem ist überaus reich, viel reicher als das deutsche. So gibt es für ein Verb ungefähr 450 verschiedene Formen, und zwar in sich geschlossene Formen als ein Wort, nicht Umschreibungen wie im Deutschen, wo man viele verformen mit Umschreibungen mit „haben“ und „sein“ bildet (z.B. „ich bin gegangen“ oder „ich habe gegessen“). Im Griechischen sind das in sich geschlossene, kompakte Wort-Formen. Dadurch ist ein gewaltiger Reichtum an Ausdrucksnuancen möglich. Ein paar Beispiele:
Im Deutschen kennen wir aktiv und passiv, z.B. ist „ich wasche (den Pullover)“ (= aktiv) und „ich werde gewaschen“ (= passive Form). Aber im Griechischen gibt es noch ein Medium. Dieses drückt manchmal eine reflexive Handlung aus, wie zum Beispiel: „Ich wasche mich.“ Oft aber wird es auch gebraucht, um auszudrücken, dass eine Handlung im eigenen Interesse geschieht. In Galater 1,4 haben wir diese Form. Dort steht, dass Gott, der Vater, uns herausnehmen wollte aus dem gegenwärtigen bösen Zeitalter. Das Medium drückt an dieser Stelle aus, dass Er es im eigenen Interesse, für sich, getan hat! Dieser schöne Gedanken wird auch ausgedrückt in Epheser 1, wo es heisst, dass Gott, der Vater, uns auserwählt hat, um heilig und tadellos zu sein vor ihm in Liebe. Zusätzlich wird dort gesagt, dass er uns zuvor bestimmt hat zur Sohnschaft für sich selbst. Also nicht nur, um uns glücklich zu machen, sondern er hatte ein Interesse für sich, dass er uns wollte. Das ist unfassbar, aber überwältigend und ermutigend.
Ferner wird im Altgriechischen ausgedrückt, ob eine Handlung punktuell, fortdauernd / wiederholend oder als vorliegendes Resultat zu sehen ist. Dadurch werden Feinheiten ausgedrückt, die für die Bibelauslegung äusserst bereichernd sind.