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Kurz:
Der böse Tycoon Francis Turner, gespielt von John Saxon („Nightmare on Elm Street“, „From Dusk Til Dawn“)
, will einen Politiker umlegen lassen. Seine tolle Idee: lasst uns ein Verkehrsunfallopfer in einen Cyborg umbauen und anschliessend zum Attentäter umprogrammieren. Doch Paco Queruak, so der Name des modifizierten Roadkills, verpatzt das Attentat und türmt. Scheibe, denkt sich Turner und los geht die heitere Menschen- respektive Cyborgjagd.
Lang:
„Atomic Cyborg“
hatte bereits jene Inkarnationen: im Originaltitel als „Vendetta dal futuro“
verkauft, der deutschen Erstveröffentlichung als „Paco – Kampfmaschine des Todes“ unter die Leute gebracht, in der deutschen Zweitauflage dann „Hands of Steel“ genannt, in der zweiten (!) englischen Version ganz dreist als „Return of the Terminator“ gepusht und im englischen Original als „Atomic Cyborg“ betitelt; der Verleih hatte wohl selbst keine Ahnung, wohin die Reise mit diesem Trash-Fest gehen sollte. Obwohl „Vendetta dal futuro“ ziemlich geilo klingt, haben wir uns entschieden, den Streifen unter seinem englischen Originaltitel zu reviewen. Und das obwohl nix Atomares im Film vorkommt und das einzige roboterähnliche beim Protagonisten sein Arm ist. Eh nu.
„Atomic Cyborg“ ist klar von „Terminator (1984)“
inspiriert, doch weist hauptsächlich Gemeinsamkeiten mit „Universal Soldier (1992)“
auf, ohne dessen Niveau auch nur ansatzweise zu streifen. Stattdessen knallt Regisseur Sergio Martino
noch ein bisschen „Over the Top“
-Armwrestling und „Robocop“
-Wieviel-Mensch-steckt-noch-in-der-Maschine-Blabla in die fantastische Trash-Suppe.
Daniel Greene ist Paco. Paco ist Cyborg. Cyborg sein ist schwer. Nach seinem verpatzten Attentat findet er Unterschlupf in der Unkraut-Kneipe der hübschen Linda (Janet Agren). Leider ist die Absteige auch gleichzeitig das Auffangbecken für alles was Frauen schlägt, übel riecht, herumpöbelt und säuft. Unausweichlich, dass sich Roboter-Paco innert kürzester Zeit mit dem Alpha-Tier des menschlichen Abschaums (George Eastman) ein Armdrück-Duell liefert. Was sonst?!
Doch nicht nur die Story ist plump. Greene ist anscheinend der Meinung, dass das Einzige was Menschen von Robotern unterscheidet, ein monotoner Gesichtsausdruck sein muss. Greene flucht, fährt Auto, hört Radio, verwischt Spuren, zieht sich um, alles ganz technologiefrei, bis ihm bewusst wird, dass er ja einen Cyborg zu spielen hat und umgehend wieder stoisch in die Kamera grimmt. Auf jeden Fall nimmt ihm der Zuschauer seinen von Gewissen geplagten Cyborg mit Identitätskrise nie ab. Dennoch trägt Greene mit seiner deplatzierten, unbeholfenen Performance den Streifen. Auch eine Leistung.
„Italian Trash Cinema“
war riesig in den 80ern. Jeder grosse Sci-Fi-Film aus den USA wurde von den Italienerin mit deren eigenen Mitteln nachgestellt; heute würden wir sie „Mockbusters“ nennen. Selbstverständlich hatten die eigenen Versionen billigere Schauspieler, ein löcheriges Script, üble Special-Effekte und ganz diffuses Dubbing. Auch „Atomic Cyborg“ ist ein Produkt dieser grandiosen Italian-Trash-Cinema-Welle, was bedeutet, dass der Grossteil der Schauspieler den italienischen Pass besass und wohl die englische Sprache selbst nur aus ihren Lieblingsfilmen kannte. 80% aller Dialoge wurden nachträglich aufgenommen, von Personen, welche sich zwar der englischen Sprache mächtig waren, aber keine Ahnung hatten, welche Intention die Schauspieler beim Spielen der Szenen verfolgten. Das Endresultat ist grandios lächerlich und „Atomic Cyborg“ eine Paradebeispiele des „Italian Trash Cinema“!
Fazit:
Stupide, von Stereoiden und Testosteron gezeichnete Charaktere, billige Ausstattung, dämliche Dialoge und hübsche Föhnfrisuren; wir sind froh haben wir „Atomic Cyborg“ in den Player geschoben. Dieser klassische 80er-Direct-to-Video-Italian-Trash-Knaller ist einer dieser Filme, welcher B-Movie-affine Zuschauer in Nostalgie schwelgen lässt und aufzeigt, wieso die VHS-Kultur so schmerzlich vermisst wird. Die übertriebene, einfach gestrickte Story macht Spass, ohne zu Fremdscham zu verführen. Klar ist der Streifen mies und hanebüchen, aber genau richtig dosiert um über die ganze Laufzeit prächtig zu unterhalten. Wir haben „Atomic Cyborg“ sogar einen eigenen Shortcut (siehe unten) und eigene Gifs (siehe hier)
gewidmet. Enjoy.