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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Wer hat den Auftrag für die CD-ROM Swiss Encyclopedia "Swiss Click" gegeben, und wie wurde er umschrieben?</p><p>2. Wer sind die Auftragnehmer?</p><p>3. Wie hoch belaufen sich die Gesamtkosten, und wie wurden sie zwischen dem Bund und der SRG aufgeteilt?</p><p>4. Wer ist für die Kontrolle der Texte direkt verantwortlich, wer übt die Oberaufsicht aus?</p><p>5. Welche Konsequenzen ziehen der Bundesrat respektive das zuständige Departement aus diesem Betriebsunfall?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das interaktive Medium "Swiss Click" wurde in zwei Phasen produziert: zunächst (1994) als TV-kompatible CD-I für Ausstellungen, Messen, Schweizer Wochen usw., dann (mit gleichem Inhalt) als PC-kompatible CD-ROM für ein breiteres Publikum.</p><p>In beiden Fällen war der Auftraggeber die Koordinationskommission für die Präsenz der Schweiz im Ausland (Koko).</p><p>Der Auftrag für die CD-I lautete wie folgt:</p><p>- "Realisierung eines innovativen (Informations-)Trägers über unser Land, der eine hohe und vielfältige Verbreitung beim ausländischen Zielpublikum ermöglicht;</p><p>- Vermittlung des Inhaltes auf eine gut verständliche, spielerische und unterhaltsame Art und Weise."</p><p>2. Für die CD-I wurde die Koko erstmals von der 1988 gegründeten Stiftung Mediarama CH kontaktiert. Sie setzte sich namentlich aus Vertretern der SRG, von Schweiz Tourismus (vormals Schweizerische Verkehrszentrale), der Zeitungsverleger, der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, der Migros u. a. zusammen. Der Herstellungsvertrag datiert vom 28. Mai 1993 und wurde mit der Mediarama AG unterzeichnet, einer Tochtergesellschaft, die mit der Ausführung der konkreten Projekte obiger Stiftung beauftragt war. Diese hat das Tessiner Unternehmen Victory Interactive Media SA mit der technischen Realisation beauftragt. Diese Firma stellt die erste Schweizer CD-I (über den Architekten Mario Botta) überhaupt her.</p><p>Der Vertrag über die Herstellung der CD-ROM wurde von der Koko direkt mit Victory abgeschlossen.</p><p>3. Die Gesamtausgaben für die Produktion der CD-I beliefen sich auf etwa 995 000 Schweizerfranken. Der Anteil der Koko betrug 550 000 Franken und derjenige der SRG 392 000 Franken. Die SRG hat hauptsächlich Dienstleistungen erbracht; insbesondere stellte sie während den 18 Monaten Produktionszeit einen Journalisten, der die Texte der französischen Originalfassung redigierte, zur Verfügung. Die restlichen Ausgaben wurden von anderen Partnern übernommen.</p><p>Die für die CD-ROM von der Koko und Victory zu gleichen Teilen vorgeschossenen Investitionen (insgesamt 196 000 Franken) sollten durch den Erlös aus dem kommerziellen Vertrieb zur Gänze abgedeckt werden. Hingegen übernimmt die Koko die Kosten für die neue italienische Version (50 000 Schweizerfranken).</p><p>4. Gemäss Vertrag zwischen der Koko und Mediarama übernimmt letztere die Verantwortung für die Herstellung und den Inhalt der CD-I "Swiss Click". Für die CD-ROM hatte die Koko mit Victory vereinbart, alle Übersetzungen nochmals einer Durchsicht unterziehen zu lassen.</p><p>Als Behördenkommission ist die Koko für "Swiss Click" verantwortlich. Sie hatte eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, dieses Produkt zu realisieren. Diese Gruppe, die mit dem bei der Koko üblichen Milizsystem arbeitete, wurde unter dem Vorsitz eines Vertreters von Schweiz Tourismus geleitet. Im weiteren bestand sie aus Vertretern der OSEC, der Pro Helvetia, von Schweizer Radio International sowie dem Sekretär der Koko. Diese Arbeitsgruppe hat zwischen 1992 und 1994 18 Sitzungen abgehalten und dabei hauptsächlich die Realisierung der ursprünglichen französischen Fassung im Auge behalten, welche ein neunstündiges Programm (60 Anregungsmodule, 530 Textrubriken) umfasst.</p><p>5. Eine Beurteilung von "Swiss Click" sollte differenziert erfolgen. Dem Gesamtvolumen an vorhandenen Informationen (ein etwa neunstündiges Programm in fünf Sprachen; insgesamt also fast 45 Stunden) sollte Rechnung getragen werden. Auch soll betont werden, dass es sich dabei nicht um ein Nachschlagewerk, sondern vielmehr um ein Produkt mit spielerischem Charakter handelt.</p><p>Nach den in einigen Medien erschienenen negativen Kritiken wurden die Mitglieder der Koko eingeladen, einen präzisen Fragebogen auszufüllen. Die Mehrheit unter ihnen hat bloss 4 der 530 Textrubriken und keines der 60 Anregungsmodule in der französischen Fassung als problematisch beurteilt. Mit grosser Mehrheit kamen sie zum Schluss, dass mit den gewünschten Änderungen bis zur Reaktualisierung von "Swiss Click" für die Expo 98 in Lissabon zugewartet werden kann.</p><p>Hingegen weist die deutsche Übersetzung, welche in den Medien seinerzeit besonders Anlass zu Kritik gab, zahlreiche mehr oder weniger gravierende Fehler auf. Die Koko hat beschlossen, diese Version so nicht mehr auszuliefern, und die interessierten Partner haben eine einvernehmliche Lösung gefunden, um sie zu korrigieren, indem die SRG die Spesen der redaktionellen Korrekturen, Victory gewisse technische Spesen und die Koko den Rest der Auslagen (insbesondere den Neudruck) übernehmen.</p><p>Im allgemeinen können die Auswahl der Informationen sowie der vom Autor angeschlagene Ton zur Diskussion gestellt werden. Die Debatte ist subjektiv geprägt, und die Meinungen zur Frage, auf welche Art und Weise die Schweiz jungen Ausländern vorgestellt werden soll, weichen stark voneinander ab. In einer pluralistischen Gesellschaft ist es angebracht, den Gestaltern solcher Projekte einen gewissen Ermessensspielraum zu gewähren.</p><p>Der Bundesrat hat die Koko aufgefordert, in Zukunft ihre Projekte mit noch grösserer Aufmerksamkeit zu verfolgen und eine bessere Kontrolle ihrer Produkte vor der Veröffentlichung zu gewährleisten. Es wird Sache der Koko sein, dafür zu sorgen, dass sie im Rahmen ihrer Informationspolitik unser Land in seiner ganzen Vielfalt positiv und sympathisch, aber nicht einseitig vorstellt.</p><p>Die Koko hat von dieser Antwort Kenntnis genommen und ist damit einverstanden.</p>  Antwort des Bundesrates.