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Fox-News-Moderator Sean Hannity hat einen direkten Draht zu US-Präsident Donald Trump. Er war auch ein Klient von dessen Anwalt Michael Cohen und besitzt ein Immobilien-Imperium, das er hinter Tarnfirmen «versteckt» hat.
Sean Hannity ist ein Liebling der amerikanischen Rechten – und von Donald Trump. In seiner Radiosendung und seiner TV-Show auf dem Sender Fox News singt der 56-jährige New Yorker das Loblied des Präsidenten und attackiert seine Gegner. Eine bevorzugte Zielscheibe ist der «Deep State», der Washingtoner Staatsapparat, der sich angeblich gegen Trump verschworen hat.
Der Präsident weiss dies zu schätzen. Er soll mehrmals pro Woche mit Hannity telefonieren. Wiederholt haben sich die beiden im Weissen Haus zum Nachtessen getroffen. Der Fernsehmann gilt als einer der wenigen Menschen, von denen Trump Ratschläge entgegen nimmt. In den US-Medien wurde er schon mit dem Ex-Chefstrategen Steve Bannon verglichen.
Nun könnte die Trump-Connection zu einem Problem für Sean Hannity werden. Letzte Woche stellte sich heraus, dass er ein Klient von Michael Cohen war, dem persönlichen Anwalt und juristischen «Pitbull» von Donald Trump. Cohen befindet sich im Visier der Behörden, unter anderem wegen der Zahlung von 130'000 Dollar an den Pornostar Stormy Daniels.
Die Ermittlungen sollen im Weissen Haus für Angstzustände sorgen, denn Cohen weiss sehr viel über seinen prominenten Mandanten. Sean Hannity wiederum wurde in seiner eigenen Show vom Rechtsprofessor Alan Dershowitz – der ebenfalls zur Trump-Entourage gehört – hart kritisiert, weil er seine Beziehung zu Cohen verschwiegen hatte, wenn er am Fernsehen über den Fall sprach.
«Ich habe ein Recht auf Privatsphäre», wehrte sich Hannity. Überhaupt habe er mit Michael Cohen nicht über Politik, sondern über Immobiliengeschäfte gesprochen: «Ich habe es am Radio oft gesagt: Ich hasse den Aktienmarkt, ich bevorzuge Grundbesitz.» Das ist eine Untertreibung, wie Recherchen der britischen Zeitung «Guardian» zeigen.
Hannity besitzt demnach mehr als 20 Tarnfirmen, die in den letzten zehn Jahren mindestens 90 Millionen Dollar für mehr als 870 Wohneinheiten in sieben Bundesstaaten ausgegeben haben. Das Portfolio reicht gemäss «Guardian» von Luxusanwesen bis zu Mietwohnungen für Geringverdiener. Dutzende Immobilien seien dank Zwangsräumung besonders günstig erworben worden.
Nach der Finanzkrise von 2008 mussten Hunderttausende Amerikaner ihr Eigenheim räumen, weil sie die Hypozinsen nicht mehr bezahlen konnten. Sean Hannity hatte den früheren Präsidenten Barack Obama deswegen auf Fox News wiederholt heftig kritisiert. Nun zeigt sich, dass er hinter den Kulissen selber kräftig von dieser Misere profitiert hat.
Ein weiterer pikanter Aspekt: Zu Hannitys Imperium gehören zwei Wohnkomplexe im Bundesstaat Georgia, in denen vor allem Menschen mit tiefem Einkommen wohnen. Für den Kauf nahm der Fox-News-Moderator Hypotheken im Umfang von 17,9 Millionen Dollar auf, die durch Garantien des Ministeriums für Wohnungsbau und Stadtentwicklung abgesichert sind.
Diese Massnahme wurde ebenfalls von der Regierung Obama eingeführt, um die Immobilienkrise zu bekämpfen. Als Hannity im letzten Juni Wohnbauminister Ben Carson in seiner Show empfing, verschwieg er nicht nur seine finanziellen Interessen, sondern lobte Carson für seine Privatisierungspläne im Bereich der Wohnbauförderung.
Für seine verschleierten Immobiliendeals wird Sean Hannity, der 36 Millionen Dollar pro Jahr verdienen soll, auch von konservativer Seite kritisiert. Am Montag veröffentlichte er eine Mitteilung. Darin bezeichnete er es als «ironisch», dass er für seine «uneigennützigen Investitionen» angegriffen werde, mit denen er «die wirtschaftlich Benachteiligten unterstützen» wolle.
Am Abend beschuldigte er die «linken Medien» in seiner Show, sie seien von ihm «besessen». Die «Washington Post» glaubt nicht, dass die Immobilien-Affäre ihm bei seinen Fans schaden werde. Bislang gibt es keine Indizien, dass er gegen Gesetze verstossen hat. Vorwerfen kann man ihm vor allem seine Doppelmoral. Doch damit passt Sean Hannity perfekt ins Trump-Zeitalter.