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Ein Batterie zu bauen ist keine grosse Kunst. Es gelingt im Schulversuch schon mit ein paar einfachen Mitteln, hier z.B. mit je einem Stück Kupfer und Zink, ein paar Drähten und einer Zitrone.
Eine effiziente, wiederaufladbare und sichere Batterie zu bauen ist dagegen schwieriger. Der Goldstandard dürfte heutzutage auf Lithium basieren.
Immer wieder geistern Meldungen durch die Medien, dass da oder dort ein "Durchbruch" gelungen sei. Diese Durchbrüche haben meist kurze Beine. Zuletzt traf es sogar Apple mit einem geleakten "Durchbruch".
Warum gerade Lithium?
Im Prinzip muss eine Batterie einen Stoff enthalten, der gerne Elektronen abgibt und das mit viel Wumms macht. Auf der anderen Seite braucht es einen Stoff, der gerne Elektronen aufnimmt und dies wenn möglich ebenfalls kraftvoll. Der Unterschied macht dann die Spannung aus.
Ist es ein Atom, das ein Elektron abgibt, so sollte dieses Atom möglichst leicht sein. Dito auf der aufnehmenden Seite. Dann erhält man eine Batterie, die wenig Ballast enthält, also leicht ist.
Und falls man das System jetzt auch noch rückwärts laufen lassen - also laden kann, dann hat man sogar einen Akku.
Eine einfache Tabelle, die sogenannte elektrochemische Spannungsreihe, lässt einen schon ahnen, welche Stoffe sich eignen für eine Batterie oder einen Akku. Oben sind die Stoffe, die Elektronen gerne aufnehmen, unten die elektronenabgebenden Stoffe.
Die vermutlich stärkste und potenziell leichteste Batterie würde die Kombination aus Lithium (ganz unten) und Fluor (ganz oben) ergeben. Beides sind nämlich sehr leichte Elemente. Mit dem giftigen und extrem reaktiven Gas Fluor umzugehen ist aber absolut nicht praktikabel. Die Batterie würde mehr einer Bombe gleichkommen. Daher verwendet man für die Elektronenaufnahme andere, weniger gefährliche Stoffe.
Worauf ich hinaus will: Auf der Seite des Lithiums, also der Abgabe von Elektronen, hat man das Optimum ja bereits erreicht. Es gibt in unserem Universum keinen Stoff, der leichter wäre und dabei vergleichbar gerne ein Elektron abliefert. Meine Überzeugung lautet daher, dass alle zukünftigen Akkus Lithium enthalten müssen. Kein anderer Stoff wäre besser. Auf der Seite der Elektronenaufnahme besteht dagegen durchaus noch Raum für Verbesserungen, gemeinhin "Durchbrüche" genannt.
Geht man nun von steigender Produktion von Akkus für Autos und andere Zwecke aus, so muss man zum Schluss kommen, dass die globale Lithiumnachfrage wahrscheinlich steigen wird. Möglicherweise steigt damit auch der Preis des Rohstoffs und Lithiumproduzenten könnten davon mit Kurssteigerungen profitieren. Zwei Beispiele dazu:
Lithiumproduzenten Orocobre und Albemarle Corporation
Das australische Unternehmen Orocobre ist ein vergleichsweise kleiner, aber spezialisierter Produzent von Lithiumcarbonat. Der Abbau des Lithiums findet in Argentinien statt. Das Unternehmen zeichnet sich durch zwei stabilisierende Punkte aus: Sehr niedrige Produktionskosten und eine eingegangene Partnerschaft mit Toyota. Dennoch ist eine Investition in diese vergleichsweise kleine Aktiengesellschaft eine hochspekulative Angelegenheit. Zudem hat man ein Länderrisiko mit dem notorisch kriselnden Argentinien.
Der US-Chemiekonzern Albemarle Corporation spielt in einer anderen Liga. Dabei ist die Lithiumproduktion für den Dividenden-Aristokraten Albemarle nur ein Beigeschäft. Trotzdem ist das Unternehmen Weltmarktführer in Lithium. Eine Investition in diese Aktie dürfte weniger Risiken bieten, aber auch das Gewinnpotenzial ist sicher dünner.
Obige Lithiumproduzenten sind nur eine kleine Auswahl als Beispiele, ein Anleger sollte sich hierzu unbedingt noch vertieft informieren.
Fazit: Es geht mir in diesem Beitrag vor allem darum, dass ich der Meinung bin, dass Lithium für die zukünftige Speicherung elektrischer Energie, für Mobilität und das Gelingen einer Energiewende ein unentbehrlicher Rohstoff sein wird, der durch keinen anderen Stoff in gängigen Akkutechnologien adäquat ersetzt werden kann. Allenfalls Wasserstoff als universeller Energieträger wäre in manchen Bereichen als verdrängende Konkurrenz denkbar. Aus Gründen der Praktikabilität, der Effizienz und vor allem der Sicherheit halte ich Wasserstoff für den breiten Einsatz ausserhalb industrieller Anwendungen aber für ziemlich ungeeignet.