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Von den Projekten, die in der Programmvereinbarung 2012–2015 zwischen Bund und Kanton für die Revitalisierung von Fliessgewässern vorgesehen waren, wurde nur eines von 18 Projekten verwirklicht: die Revitalisierung des Moulin in Ménières. Das heisst: Von den vorgesehenen 16 675 Metern wurden in dieser Periode einzig 800 Meter revitalisiert.
Das räumt der Staatsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage der Grossrätinnen Sylvie Bonvin-Sansonnens (Grüne, Rueyres-les-Prés) und Nadia Savary-Moser (FDP, Vesin) ein. Die beiden hatten sich nach dem Stand der Arbeiten bei diesen Revitalisierungsprojekten erkundigt.
Es seien von 2012 bis 2015 allerdings andere Revitalisierungsprojekte verwirklicht worden, wenn sich die Gelegenheit ergab, hält der Staatsrat fest. Sie betrafen die Taverna in Wünnewil-Flamatt, den Petit Valleton in Estavayer, die Ondine in Riaz und den Areney in Bulle. Diese Projekte hätten zwar ursprünglich nicht zu den Zielen der Programmvereinbarung gehört. Doch konnte der Anteil des Bundes trotzdem über dieses Instrument finanziert werden. Der Ende 2015 nicht verwendete Betrag in der Höhe von rund 1,1 Millionen Franken sei dem Bund rückerstattet worden. Von den 14 für die Periode 2016–2019 vorgesehenen Projekten seien drei im Jahr 2017 schon verwirklicht worden, so der Staatsrat weiter. Neben dem Areney handelt es sich um den Palon in Prez-vers-Noréaz und den Ruisseau du Chêne in Châtel-Saint-Denis. Insgesamt wurden dabei 1260 Meter revitalisiert. Die Umsetzung der übrigen Projekte sei für 2018 und 2019 geplant – mit Ausnahme der Revitalisierung der Ärgera in Tentlingen, deren Verwirklichung in dieser Periode nicht vorgesehen sei.
«Gemeinden zögern»
«Die Verwirklichungen liegen im Moment noch hinter dem vom Kanton erstellten Programm zurück», räumt der Staatsrat ein. Dass es weniger schnell vorangehe als geplant, sei teilweise darauf zurückzuführen, dass die Gemeinden zögerten, in solche Projekte zu investieren, obwohl die Bundes- und Kantonsbeiträge in der Regel 80 Prozent der Kosten ausmachten, so die Kantonsregierung.
Widerstand der Eigentümer
Ein weiterer Grund sei der starke Widerstand der Eigentümer der anliegenden Grundstücke. Namentlich die Landwirte befürchteten oft, wertvolles Ackerland zu verlieren. Ein dritter Grund sei die im Bundesrecht festgehaltene Pflicht, die Fruchtfolgeflächen, die bei einem Revitalisierungsprojekt verloren gehen, zu kompensieren.
Die entsprechende, im Jahr 2011 definierte kantonale Planung sah für die nächsten 80 Jahre die Revitalisierung von insgesamt 206 Kilometern Fliessgewässern vor. In den letzten sieben Jahren wurden aber lediglich 3410 Meter umgesetzt.