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Was ist eine Erfolgsrechnung?
Die Erfolgsrechnung dient dazu, die geschäftliche Entwicklung eines Unternehmens zu analysieren. Das ist wichtig, um das Unternehmensergebnis mit den Ergebnissen aus den vorangegangen Jahren ins Verhältnis zu setzen, oder sich mit der Konkurrenz zu vergleichen.
Die Erfolgsrechnung hilft Unternehmenslenkern beim Treffen von strategischen Entscheidungen und zeigt Investoren oder Kreditgebern auf, wie solide das Unternehmen finanziell dasteht.
Bei der Erfolgsrechnung ermittelt die Buchhaltung, ob innerhalb eines bestimmten Zeitraums ein Gewinn oder Verlust erwirtschaftet wurde. Die Zeiträume können dabei beliebig sein (Monat, Quartal oder Jahr), wobei üblicherweise zumindest am Jahresende bei der Erstellung der Schlussrechnung eine Erfolgsrechnung in Form der Gewinn- und Verlustrechnung aufgestellt wird.
Unterschied zwischen Bilanz und Erfolgsrechnung
Die Bilanz ist immer bezogen auf einen bestimmten Zeitpunkt. In ihr werden die Aktiva den Passiva gegenübergestellt, das heisst, das gesamte Unternehmensvermögen und dessen Verbindlichkeiten.
Die Erfolgsrechnung bezieht sich dagegen immer auf einen bestimmten Zeitraum, und stellt die einzelnen Vermögenswerte detaillierter dar. Sie beantwortet die Frage danach, wohin die Kapitalströme im Einzelnen abgeflossen sind, und woher eingehende Kapitalströme stammen.
Eine Erfolgsrechnung kann man auf verschiedene Arten erstellen, die alle unterschiedliche Aspekte der finanziellen Situation des Unternehmens beleuchten.
Kurzfristige Erfolgsrechnung
Die kurzfristige Erfolgsrechnung wird häufig nicht nur am Jahresende, sondern auch regelmässig während des Jahres erstellt, um die Entwicklung des Betriebsergebnisses zu verfolgen.
Bei der Berechnung gehen sämtliche Leistungen und Aufwendungen, die während des betrachteten Zeitraums angefallen sind, mit ein.
Die kurzfristige Erfolgsrechnung dient dazu, Geschäftsprozesse im Auge zu behalten, damit diese finanziell nicht aus dem Ruder laufen. Erstellt man regelmässig eine kurzfristige Erfolgsrechnung, kann man schneller auf Veränderungen reagieren und gegensteuern, falls sich das Ergebnis nach unten entwickelt.
Beispielsweise wirken sich gestiegene Materialkosten, höhere Mieten oder Tariferhöhungen nach der letzten Verhandlungsrunde schnell auf den Betriebsgewinn aus. Die kurzfristige Erfolgsrechnung ermöglicht, dies darzustellen, sodass man am Ende des Jahres keine bösen Überraschungen erlebt.
Zur Erstellung der kurzfristigen Erfolgsrechnung kann entweder eine einstufige, oder eine mehrstufige Erfolgsrechnung vorgenommen werden. Aufgrund des geringeren Erstellungsaufwands wird jedoch das einstufige Verfahren bevorzugt.
Einstufige Erfolgsrechnung
Die einstufige Erfolgsrechnung ist die einfache Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand für Lieferungen und Leistungen. Für Aufwendungen und Erträge erstellt man dabei jeweils eine Tabellenspalte und listet dann dort entsprechend die einzelnen Positionen untereinander auf.
Aufwand
Zum Aufwand gehören:
- Warenkosten
- Personalaufwand
- Miete und Leasing
- Abschreibungen
- Steuern
- Liegenschaftsaufwand
Ertrag
Die Erträge, die bei der einstufigen Erfolgsrechnung einfliessen, sind folgende:
- Warenertrag
- Zinsertrag
- Liegenschaftsertrag
Ermittlung des Unternehmensergebnisses
Von der Gesamtsumme der Erträge wird die Summe der Aufwendungen abgezogen. Man erhält dann das Betriebsergebnis.
Der Vorteil bei der einstufigen Erfolgsrechnung liegt in ihrer Einfachheit, da aus ihr schnell und leicht die finanzielle Entwicklung des Unternehmens ablesbar ist.
Mehrstufige Erfolgsrechnung
Möchte man noch genauer bestimmen, wie effizient das Unternehmen dabei ist, seine operative Haupttätigkeit in Gewinn umzuwandeln, empfiehlt sich die mehrstufige Erfolgsrechnung.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird dabei aufgeteilt in operative und nicht-operative Aufwendungen und Erträge.
In der Schweiz ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Unternehmen zum Jahresende eine mehrstufige Erfolgsrechnung vorlegen. Da sie aufwändiger ist, als die einstufige Erfolgsrechnung, wird sie meist auch nur im Rahmen der Jahresabschlussrechnung erstellt. Es ist dabei sowohl eine zweistufige, als auch eine dreistufige Erfolgsrechnung möglich.
Zweistufige Erfolgsrechnung
Bei der zweistufigen Erfolgsrechnung unterscheidet man zwischen zwei Bereichen: dem Betriebsbereich und dem neutralen Bereich. In der Summe stellen beide Bereiche am Ende das Unternehmensergebnis dar (entweder Gewinn oder Verlust).
Zur Ermittlung trennt man Aufwands- und Ertragsseite in die beiden Teilbereiche auf und listet dann Erträge und Aufwand für Lieferungen und Leistungen gemäss des zugehörigen Bereichs auf.
Betriebsbereich
Aufwand:
- Waren (Rohstoffe, Vorprodukte etc.)
- Personalaufwand (Gehälter, Löhne)
- Miete
- Abschreibungen
Ertrag:
- Waren
- Zinsen
Zieht man die Aufwände von den Erträgen ab, erhält man den Betriebsgewinn, der den Erfolg des Unternehmens aus seiner operativen Tätigkeit darstellt.
Neutraler Bereich
Aufwand:
- Liegenschaft
- Ausserordentliche Aufwendungen
- Direkte Steuern
Ertrag:
- Ausserordentlicher Ertrag
Addiert man die Salden aus dem neutralen Bereich zum Betriebsgewinn hinzu, erhält man schliesslich den Unternehmensgewinn.
Dreistufige Erfolgsrechnung
Bei der dreistufigen Erfolgsrechnung kommt zum Betriebsbereich und zum neutralen Bereich noch eine Stufe hinzu: der Handelsbereich.
Das heisst, was in der zweistufigen Berechnung als Warenaufwand und -ertrag im Betriebsbereich dargestellt wurde, wandert beim dreistufigen Modell in den Handelsbereich.
Handelsbereich
Aufwand:
- Waren
Ertrag:
- Waren
Die Differenz aus Aufwand und Ertrag ergibt den Bruttogewinn, auch geläufig als EBIT (earnings before interest and taxes = Gewinn vor Zinsen und Steuern).
Anschliessend wird die Berechnung genau wie beim zweistufigen Modell weitergeführt.
Betriebsbereich
Aufwand:
- Personalaufwand (Gehälter, Löhne)
- Miete
- Abschreibungen
Ertrag:
- Zinsen
Nach Verrechnung mit dem Handelsbereich steht hier der Betriebsgewinn.
Neutraler Bereich
Aufwand:
- Liegenschaft
- Ausserordentliche Aufwendungen
- Direkte Steuern
Ertrag:
- Ausserordentlicher Ertrag
Nach Verrechnung mit dem Betriebsbereich steht am Ende der Unternehmensgewinn - oder Verlust.
Bedeutung der Erfolgsrechnung für KMU
Die Erfolgsrechnung gibt Auskunft darüber, ob innerhalb des betrachteten Zeitraums ein Gewinn oder Verlust erwirtschaftet wurde. Dieses Ergebnis ist wichtig für KMU, denn es zeigt, ob die Unternehmensstrategie finanziell erfolgreich ist.
Anhand der detaillierten Gegenüberstellung in der Erfolgsrechnung lässt sich auch genau erkennen, ob der operative Bereich den gewünschten Erfolg erzielt. Aus der Bilanz allein ist dies nämlich nicht ersichtlich.
So gewährt die Erfolgsrechnung einen unverstellten Blick auf das Ergebnis des KMU und dessen operativer Effizienz. Die Gegenüberstellung bietet auch Einblicke in die Kostenstruktur des Unternehmens und ist ein nützliches Werkzeug für die langfristige Kostenüberwachung und -kontrolle.
Neben der Bilanz ist die Erfolgsrechnung ein wichtiges Aushängeschild für KMU, wenn es darum geht, einen Kredit zu beantragen, da Geldgeber am Ergebnis sehen, wie gut das KMU seine Produktivität in bare Münze umwandeln kann.