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US-Justiz beantragt Bewährungsstrafe für zwei Mitarbeiter der Zürcher Kantonalbank
Der US-Staatsanwalt Geoffrey S. Berman beantragt in einer schriftlichen Eingabe ans New Yorker Bezirksgericht eine Bewährungsstrafe für die beiden Mitarbeiter der Zürcher Kantonalbank, die seit 2012 wegen Steuerdelikten in den USA angeklagt sind.
Die Strafe sei „angemessen“, weil die beiden Angeklagten innerhalb der ZKB eine „deutlich unbedeutendere Rolle“ gespielt hätten als „viele andere Schweizer Banker, die in den USA angeklagt wurden“.
Durch die beiden ZKB-Mitarbeiter seien dem US-Fiskus jeweils nicht mehr als 550 000 Dollar entgangen. Den Schweizern hatte nach ihrem Schuldgeständnis im Sommer eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr gedroht. Am 30. November wird der zuständige Bezirksrichter über das Strafmass befinden.
In seiner Gerichtseingabe erwähnt Staatsanwalt Berman die Bemühungen der beiden Angeklagten, die US-Justiz bei ihren Ermittlungen gegen die ZKB zu unterstützen. Im Gegenzug habe die Kantonalbank versucht, ihre Mitarbeiter davon abzuhalten, früher mit den US-Behörden zu kooperieren. „Was dazu führte, dass die ZKB eine deutlich höhere Busse zu zahlen hatte.“
Mitte August gab die Zürcher Kantonalbank eine Zahlung von 98,5 Millionen Dollar ans US-Justizministerium im Rahmen eines Deferred Prosecution Agreement bekannt. Die ZKB hatte zu Spitzenzeiten im Jahr 2008 rund 794 Millionen Dollar an undeklarierten US-Geldern verwaltet.
Zeitgleich mit der Steuerbusse der Bank hatten sich die zwei ZKB-Banker im Alter von 53 und 60 Jahren, von denen einer mittlerweile pensioniert ist, für schuldig befunden, amerikanische Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Sie wurden 2012 von der US-Justiz angeklagt und reisten vier Jahre später in die USA, um mit den Behörden zu kooperieren. Ein dritter Bankangestellter, der zum Zeitpunkt der Anklage 2012 die ZKB bereits verlassen hatte und nicht kooperierte, gilt in den USA weiterhin als flüchtig.
Quelle: Handelszeitung
Titelbild: Aleksandar Mijatovic – shutterstock.com