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Es war die Szene eines intensiven Fussballabends: Nachdem Chelsea gegen Ajax einen 1:4-Rückstand wettgemacht hatte, traf Cesar Azpilicueta in der 79. Minute zum 5:4 – zum vermeintlichen 5:4, denn das Tor des Spaniers zählte nicht.
Der Ball war zuvor an den Arm von Tammy Abraham geprallt. Der Videoschiedsrichter aberkannte den Treffer. Ein korrekter Entscheid?
Per 1. Juni hatte das International Football Association Board die Handspielregeln angepasst. Der Schiedsrichter soll so weniger Ermessensspielraum haben, was zu weniger Fehlentscheidungen führen soll.
- Das besagt die Regel:
Per Hand erzielte Tore zählen grundsätzlich nicht, egal, ob der Ball absichtlich per Hand berührt wurde oder nicht. Gleiches gilt für Tore, denen in der Entstehung ein Handspiel der angreifenden Mannschaft vorausging.
- Deshalb schaltete sich der VAR ein:
Vor Azpilicuetas Tor wurde Abraham von Teamkollege Jorginho angeschossen. Der Ball prallte dem jungen Chelsea-Stürmer an den Arm. Der daraus resultierende Treffer wurde aberkannt, weil dem Tor in der Entstehung ein Handspiel vorausging – wenn auch ein unabsichtliches.
Die Handspiel-Regeln
|Per Hand oder mit dem Arm erzielte Tore gelten grundsätzlich nicht mehr, egal ob eine Absicht vorliegt oder nicht. Liegt bereits bei der einleitenden Szene ein Handspiel vor, zählt der Treffer ebenfalls nicht. |
Weiter liegt ein Vergehen vor, wenn:
- der Spieler mit seinen Armen seine Körperfläche vergrössert und so einen Schuss oder eine Flanke verhindert.
- der Spieler den Ball mit der Hand oder dem Arm über Schulterhöhe berührt.
Kein Vergehen liegt vor, wenn:
- der Ball direkt vom Kopf oder Körper an die Hand oder den Arm des Spielers oder eines Gegenspielers springt.
- der Spieler beim Fallen den Ball mit der Hand oder dem Arm berührt, wobei sich die Hand oder der Arm zwischen Körper und Boden befinden muss.
Regel eine Frage der Auslegung?
An der Stamford Bridge war es bereits zuvor zu einer kuriosen Szene gekommen. Innerhalb weniger Sekunden stellte der Schiedsrichter zwei Ajax-Spieler – den einen wegen eines Fouls, den anderen wegen eines Handspiels – mit Gelb-Rot vom Platz.
Auch hier kann man über das Handspiel von Joël Veltman diskutieren. Dem Ajax-Verteidiger prallte ein Schuss von Chelseas Abraham an den Arm (im untenstehenden Video gut zu sehen ab 00:56 Minuten). Mit Hilfe des VAR entscheidet der Schiedsrichter auf Elfmeter für die «Blues».
- Das besagt die Regel:
Die unnatürliche Vergrösserung der Körperfläche mit Arm oder Hand wird bei einer Ballberührung grundsätzlich strafbar.
- Deshalb schaltete sich der VAR ein:
Der Videoschiedsrichter taxiert die Aktion von Veltman als Handspiel, weil dieser seine Körperfläche mit dem Arm vergrössert und auf diese Weise den auf das Tor zufliegenden Ball stoppt.
Sendebezug: SRF zwei, Champions League - Goool, 06.11.2019, 00:00 Uhr