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Schmuckreiher
Egretta thula
© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)
Der Schmuckreiher (Egretta thula) ist einer der kleinsten und schlanksten, zugleich aber auch anmutigsten Vertreter der Stelzvögel. Er brütet in den meisten der 48 traditionellen Staaten der USA und in geringer Zahl auch in Kanada und Alaska. Jeweils im Herbst ziehen die Vögel in den Süden und überwintern hauptsächlich in Mittel- und Südamerika.
Der Schmuckreiher ist 56 bis 66 cm lang, weist eine Flügelspannweite von 97 bis 114 cm auf und wiegt etwa 370 g. Männchen und Weibchen unterscheiden sich weder in ihrer Grösse noch in ihrer Färbung voneinander: Beide besitzen ein schneeweisses Gefieder; Schnabel, Beine und Füsse sind schwarz, die Zehen hellgelb. Man sagt dem Schmuckreiher nach, dass er - im seichten Wasser stehend - durch die langsame Bewegung seiner gelben Zehen kleine Fische herbeilockt und sie dann erbeutet. Dies ist allerdings wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Schmuckreiher brüten dicht gedrängt in riesigen Kolonien von oftmals mehreren tausend Vögeln. Die Nester - wenig kunstvolle Gebilde aus Zweigen - werden im allgemeinen auf Bäumen und Sträuchern in Sumpfgebieten angelegt. Die Gelege bestehen aus 3 bis 4 blaugrünen Eiern, welche rund 43 mm lang und 32 mm dick sind und während 18 Tagen abwechslungsweise vom Männchen und vom Weibchen bebrütet werden.
Im Brutkleid tragen Schmuckreiher auf dem Rücken lange, «ausgefranste» Schmuckfedern - daher ihr Name. Diese Federn waren um die Jahrhundertwende als modischer Schmuck für elegante Damenhüte sehr begehrt. 1903 wurden für 1 Unze (28 g) «Reiherfedern» 32 Dollar bezahlt - sie waren damit doppelt soviel wert wie ihr Gewicht in Gold! Für eine einzige Unze mussten allerdings vier Reiher ihr Leben lassen. So wurden damals Millionen der schönen Vögel abgeschossen; ganze Kolonien wurden ausgelöscht. Zum Glück konnte die Ausrottung der Schmuckreiher noch rechtzeitig durch ein Verbot der unsinnigen Verwendung von Vogelfedern zu Dekorationszwecken verhindert werden. Die Art ist heute wieder überall ziemlich häufig.
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