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Wie die Werft «Kronstadt Marine Plan» mitteilte, kam die «Arktika», das Leitschiff der neuen Baureihe 22220, am 11. August zur Reparatur nach Kronstadt. Der Austausch des rechten Propellermotors dauerte einen Monat. „Diese Arbeiten konnten nur im Dock und nicht im offenen Wasser erfolgen“, erklärte Gleb Chubinsky-Nadezhdin, ein Vertreter der «Kronstadt Marine Plant». Dem Eisbrecher wurde das Veleshinsky-Dock zugeteilt, das grösste der Werft. Der Motor selbst ist 300 Tonnen schwer und dementsprechend auch grossvolumig. In den Rumpf des Eisbrechers wurde ein Loch entsprechender Größe geschnitten, der ausgefallene Antriebsmotor herausgenommen und ein neuer eingebaut.
Während der Probefahrten in der Ostsee am 4. Februar 2020 verursachte ein Kurzschluss schwere Schäden an der Wicklung eines der drei Elektromotoren an Bord des Eisbrechers «Arktika». Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass der Motor nicht repariert werden kann, sondern ersetzt werden muss. Die Probefahrt wurden danach mit nur zwei funktionierenden Motoren fortgesetzt.
Mit reduziertem Antrieb ging die «Arktika» am 22. September 2020 dennoch auf seine Jungfernfahrt. Bevor das Schiff in der Heimatbasis Murmansk eintraf durchquerte die «Arktika» den Franz-Josef-Archipel um seine Eistauglichkeit zu testen und erreichte am 3. Oktober den Nordpol. Am 12. Oktober traf die «Arktika» in ihrem Heimathafen Murmansk ein.
Aufwendige Reparaturarbeiten
Am 9. Juli 2021 kehrte der Eisbrecher «Arktika» aus Murmansk zur Reparatur nach St. Petersburg zurück. Auf der «Baltic Shipyard» wurden einige Gewährleistungs- und Unterhaltsarbeiten durchgeführt. So wurde ein Transformator, der ebenfalls plötzlich ausfiel, ersetzt. Am 11. August verliess die «Arktika» St. Petersburg und steuerte Kronstadt an.
Der Austausch des 300 Tonnen schweren Antriebmotor war ein Kraftakt der besonderen Art. Dabei musste der Rumpf des Schiffes geöffnet werden, damit der defekte Motor entfernt und durch den neuen Antriebsmotor ersetzt werden konnte.
Die Arbeiten in Kronstadt dauerten einen Monat. Am 12. September verließ der Eisbrecher, begleitet von 5 Schleppern, das Veleshinsky-Dock. Aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen dauerte die Überfahrt von Kronstadt nach St. Petersburg etwa 9 Stunden. Gegen Mitternacht wurde die «Arktika» am Liegeplatz der «Baltic Shipyard» festgemacht.
Vier weitere Eisbrecher dieser Baureihe werden auf der «Baltic Shipyard» gebaut. Die «Sibir» soll Ende 2021 in Dienst gestellt werden. Danach folgen die Eisbrecher «Ural», «Jakutien» und «Tschukotka».
Heiner Kubny, PolarJournal