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Nick Kyrgios und Novak Djokovic werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Beim Australian Open fliegen bereits in der Startphase des Turniers wieder die Giftpfeile. Den Auftakt hatte Djokovic am Sonntag gemacht. Angesprochen auf Kyrgios erklärte die serbische Weltnummer 1: «Um ehrlich zu sein, habe ich abseits des Platzes nur wenig Respekt vor ihm. Dabei möchte ich es auch belassen. Ich gebe auch keinen weiteren Kommentar zu seinen Aussagen über mich oder zu anderen Aktionen von ihm ab.»
Rein sportlich hat Djokovic dagegen keine Probleme mit Kyrgios. «Ich denke, er ist gut für den Sport. Offensichtlich ist er jemand, der anders ist. Für seine Spielweise hat er meinen Respekt», erklärte der achtfache Melbourne-Sieger. «Ich denke, er ist ein sehr talentierter Junge. Er kann die besten Spieler schlagen.»
Kyrgios kritisierte Djokovic immer wieder für sein Verhalten, unter anderem für die Austragung der Adria Tour im vergangenen Sommer, die in einem Corona-Desaster endete. Als vor dem Australian Open Bilder auftauchten, die Djokovic ohne Maske in einem Bus zeigten, bezeichnete Kyrgios den Serben als «tool» – eine Bezeichnung für einen egoistischen Idioten.
Nach seinem Auftaktsieg wurde Kyrgios schliesslich mit den Aussagen Djokovics konfrontiert, doch der australische «Bad Boy» konnte nur den Kopf schütteln. «Das ist komisch für mich. Ich habe seine Aussagen, dass er mich abseits des Platzes nicht respektiert, gelesen. Und ich denke, dass es aus meiner Sicht komplett Sinn ergeben würde, wenn er sagt ‹Ich respektiere Kyrgios auf dem Platz nicht.› Ich könnte verstehen, dass ihm meine Aktionen, die ich in der Vergangenheit auf dem Court abgezogen habe, nicht gefallen haben.»
Die Kritik an seinem Verhalten ausserhalb des Platzes könne er aber nicht nachvollziehen: «Ich habe während der Pandemie Essen für hilfsbedürftige Menschen ausgeliefert. Ich habe sehr auf mein Verhalten geachtet. Ich wollte das Virus nicht verbreiten.» Auch jetzt sei er noch im Einsatz, um Hungernde mit Essen zu versorgen, so Kyrgios, der dann den nächsten Giftpfeil in Richtung Djokovic abfeuerte.
"That was a good answer bro."— 9News Australia (@9NewsAUS) February 9, 2021
Nick Kyrgios has fired back at Novak Djokovic after the World No.1 publicly declared he doesn't have respect for the Aussie.
His full response: https://t.co/RAUqLVLi6O
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«Novak ist ein sehr komischer Kauz (‹A strange Cat›). Er ist ein grossartiger Tennisspieler, aber er feierte auch oben ohne mitten in der Pandemie eine Party. Und von so einem Mann brauche ich keine Ratschläge. Für mich ist das so schlimm, wie es nur sein kann», meinte Kyrgios. Djokovic stellte daraufhin den «Krieg der Worte», wie der Zwist mittlerweile nennt, ein und verzichtete nach seinem Auftaktsieg auf einen weiteren Kommentar zu Kyrgios.
Obwohl beide in der gleichen Tableauhälfte spielen, sind sie sportlich noch nicht auf Kollisionskurs. Erst in den Viertelfinals könnte es zu einem Direktduell kommen. Das wäre dann natürlich die perfekte Affiche. Kyrgios traf auf der ATP-Tour bisher zweimal auf Djokovic und konnte beide Duelle für sich entscheiden.
Kyrgios wäre für ein hitziges Duell bereits warm gelaufen: Bei seinem 6:4, 6:4, 6:4-Sieg in der 1. Runde gegen Frederico Ferreira Silva hat er sich gleich in gewohnter Manier präsentiert. Immer wieder haderte die Weltnummer 47 mit seinem Spiel und liess seinen Frust an der eigenen Box aus. «Seid ihr wach?», schrie er sein Team mehrfach an. Später wurde er noch ausfälliger: «Sag deiner Freundin, sie soll aus meiner Box verschwinden», brüllte der Australier. Gemeint war offenbar Alicia Gowans, die Partnerin seines Bruders Christos.
It took Nick Kyrgios all of a few minutes to bring the fireworks to the #AusOpen, ordering a member of his players' box to leave his first-round clash against Portuguese underdog Federico Ferreira Silva. #9News— 9News Australia (@9NewsAUS) February 8, 2021
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Warum sich Kyrgios so über Gowans' Präsenz enervierte, wollte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht sagen. «Auf dem Court bin ich einfach ein Spinner», erklärte er nur. «Das war im Eifer des Gefechts. Diese ganzen Emotionen, die da im Spiel sind, die lasse ich an den Leuten aus, bei denen ich weiss, dass sie immer hinter mir stehen.» (pre)