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Als Sohn eines Tessiner Bildhauers wächst Alfred Heinrich Pellegrini in Basel auf. Die Anfänge seiner Laufbahn als Künstler verbringt Pellegrini zwischen der Schweiz und Deutschland, zuerst an der Kunstakademie in München bei Gabriel von Hackl und später in der Klasse von Adolf Hölzel in Stuttgart. Die Lehrjahre bei Adolf Hölzel werden das künstlerische Schaffen Pellegrinis nachhaltig prägen, insbesondere dank der Freundschaften mit seinen Studienkollegen Hans Brühlmann und Otto Meyer-Amden. Überdies fördert Adolf Hölzel Pellegrinis Begabung für die Monumentalmalerei. Pellegrini zählt heute zu den erfolgreichsten Schweizer Wandmalern des 20. Jahrhunderts und infolge seiner Stuttgarter Zeit als Vertreter der klassischen Moderne. Ab 1917 lässt er sich wieder in Basel nieder, wo er sich bis zu seinem Tod im Jahre 1958 tatkräftig in der Kunstpolitik engagiert und insbesondere die moderne Kunst fördert. Pellegrini ist Mitglied der Gesellschaft für Schweizerische Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA) sowie des Basler Kunstvereins und beteiligt sich an dem von der GSMBA gegründeten Staatlichen Kunstkredit der Stadt Basel. 1950 vertritt Pellegrini die Schweiz an der Biennale in Venedig.
Alfred Heinrich Pellegrini ist neben seinem künstlerischen Schaffen zeitlebens tätig als Illustrator und Gebrauchsgrafiker. Der Teilnachlass enthält Originalzeichnungen, Skizzen und Drucke von Werbeplakaten, Zeitungen, Flugblätter, Exlibris sowie Zeichnungen mit sozialkritischen oder humoristischen Bildinhalten. Besonders interessant sind die über sein Lebensende hinaus bekannten Sportmotive, welche die Sportbegeisterung Pellegrinis verdeutlichen. Der Grossteil der Dokumentensammlung besteht aus (hand-)schriftlichen Korrespondenzen mit Kuratoren, Kunstschaffenden, Künstlerfreunden, Sammlern, Institutionen und Vereinen. Darunter finden sich Briefe und Postkarten von Karl Ballmer, Paul Bodmer, Carl Burckhardt, Hermann Huber, Turo Pedretti oder Hans Beat Wieland. Des Weiteren gewähren biografische Dokumente und Fotografien Einblicke in Pellegrinis Leben als Rotarier, Jäger, Fussballfan, Naturgänger und Familienvater.
Dank des Basler Galeristen Daniel Blaise Thorens, des Enkels von Pellegrini, gelangt der Teilnachlass binnen vier Jahren (2011–2015) als Schenkung zu SIK-ISEA.
Aus den Jahren in Basel, in denen sich Pellegrini stark für die Situation der Kunst in der Schweiz einsetzt, ist ein bedeutendes Konvolut mit den genannten Korrespondenzen, mit Presseartikeln und Kunstkritiken überliefert. Diese dokumentieren auf eindrucksvolle Weise sein Engagement für die Kunstförderung im Raum Basel und darüber hinaus. Zudem enthält der Teilnachlass bisher wenig beachtete, jedoch umfangreiche Manuskripte und Typoskripte zu Vorträgen, die Pellegrinis Biografie und Haltung zu Kunst und Kunstkritik veranschaulichen. Die Texte sind mehrheitlich mit hohem literarischem Anspruch verfasst, was Pellegrinis Neigung zur Dichtung und Schriftstellerei erahnen lässt.
Signatur
SIK-ISEA, Schweizerisches Kunstarchiv, HNA 285, 295
Konzeption und Durchführung
Michael Schmid, lic. phil., Projektleitung
Sophie Giger, Mitarbeiterin Schweizerisches Kunstarchiv, Einführungstext und Auswahl Dokumente
Kontakt
Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
<email-pii>
Publiziert am 17.02.2021