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sechsteiliges Bild > Martin Bührer 270 x 90 cm
Bola Ahmed Tinubu wird auch der Pate von Lagos genannt oder Jagaban «Anführer» auf Yoruba. Bisher hatte der schwerreiche Politiker sein Geld und seinen Einfluss stets dafür benutzt, um die von ihm bevorzugten Kandidaten in die wichtigen politischen Positionen zu hieven. So zum Beispiel den bisherigen Präsidenten Muhammadu Buhari.
Doch der neue Mann, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Präsidentschaft auch sein eigenes Ziel ist. Ihm wird nachgesagt, dass er die rund drei Jahrzehnte seiner Politkarriere dafür nutzte, das Endziel strategisch zu planen. Im Wahlkampf machte Tinubu denn auch klar, dass es bei der Präsidentschaft in erster Linie um ihn geht: «Emi Lokan» sagte er auf Yoruba – «Ich bin dran».
…von woher hat denn der alte Mann das viele Geld?
…informiere dich darüber aus untenstehendem Bericht (aus Wikipedia)
Bei der Ölkatastrophe im Nigerdelta handelt es sich um eine anhaltende Ölverschmutzung, bei der in den letzten 50 Jahren nach Expertenschätzungen mehr als zwei Millionen Tonnen Rohöl das Ökosystem des Nigerdeltas verschmutzt haben. Nach Regierungsangaben lief in den vergangenen Jahren durchschnittlich 300 Mal im Jahr an beispielsweise Pipelines oder Bohrinseln Öl aus. Im Vergleich zum Rest des Landes sank die Lebenserwartung der 30 Millionen dort lebenden Menschen durch die Verschmutzung von Luft, Gewässern und Böden um etwa zehn Jahre. Die Umweltverschmutzung, welche wichtige Lebensgrundlagen der Bevölkerung zerstört, trägt auch zu den gewalttätigen Konflikten in der Region bei.
Nach einer im August 2011 veröffentlichten Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen sind die Umweltverschmutzungen so schwerwiegend, dass eine Sanierung der betroffenen Region 25 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen und Kosten von bis zu 1 Mrd. Dollar verursachen wird. UNEP empfahl, dass die nigerianische Regierung und die verantwortlichen Mineralölunternehmen die Gelder in einem Sonderfonds zur Verfügung stellen.
Über 7000 Kilometer zum Teil völlig veraltete Ölpipelines durchkreuzen das Nigerdelta. Aufgrund vieler Lecks und häufiger Öldiebstähle läuft nahezu dauerhaft Öl aus. Der Shell-Konzern macht Sabotage und den organisierten Öldiebstahl für die Verschmutzung verantwortlich; Umweltschützer sehen hingegen die berstenden Bohrköpfe und leckenden Pipelines, also mangelnde Sicherheitsstandards durch Unternehmen wie Shell, als Hauptverursacher.
2008 strömte im Bodo-Creek bei Port Harcourt durch ein Leck in einer Ölpipeline des Konzerns Shell Öl aus. Shell bezifferte die Menge mit 1.640 Barrel, das von Amnesty International mit der Untersuchung des Vorfalls beauftragte US-Unternehmen Accufacts kam zu dem Schluss, dass mindestens 72 Tage lang bis zu 4.320 Barrel Öl täglich die Gewässer verunreinigt hätten.
Die Bewohner des Ortes Bodo im Ogoniland erhoben vor einem britischen Gericht wegen des Austritts mehrerer hunderttausend Liter Öls in ihrer Region in den Jahren 2008 und 2009 Klage gegen den Shell-Konzern. Im August 2011 musste dieser dort einräumen, dass ein «Versagen des Equipments» diese Umweltverschmutzung ausgelöst habe, und zeigte sich zur Zahlung einer Entschädigung bereit. Die Klagenden wollten zivilrechtlich die Zahlung mehrerer 100 Mio. Dollar erreichen.
Im Juni 2014 bot Shell zunächst 37 Millionen Euro als Entschädigung an, etwa 1.250 Euro pro Einwohner. Anfang 2015 gab Shell eine außergerichtliche Einigung bekannt, der zufolge 15.600 geschädigte Bewohner des Niger-Deltas vom Unternehmen individuelle Entschädigungen von insgesamt 35 Mio. Pfund (umgerechnet etwa 44,6 Mio. Euro) erhalten, weitere 20 Mio. Pfund (25 Mio. Euro) erhält die Gemeinde Bodo. Jeder der betroffenen Bewohner erhält somit umgerechnet etwa 2.800 Euro, was der Zahlung des nigerianischen Mindestlohns über einen Zeitraum von drei Jahren entspricht. Shell Nigeria verpflichtete sich zudem auf einen Beginn der Reinigung der verschmutzten Gebiete in den anschließenden drei Monaten. Nigerianische Umweltschützer gehen von einer zur Herstellung des vorherigen Zustands notwendigen Dauer von mindestens zehn Jahren aus.
2010 Aus einer Erdöl-Pipeline einer Joint-Venture-Ölgesellschaft von ExxonMobil und dem nigerianischen Staat trat im Juni 2010 sieben Tage lang Öl aus; es wurden etwa 27.000 bis 95.500 Tonnen Rohöl freigesetzt.
Im Februar 2021 sprach der Oberste Gerichtshof Großbritanniens den Bewohnern des Nigerdeltas das Recht zu, Royal Dutch Shell vor britischen Gerichten wegen Umweltverschmutzung zu verklagen.
Zuvor hatte bereits ein Berufungsgericht im niederländischen Den Haag entschieden, dass Shell rund 40.000 betroffene Menschen in Nigeria für in den Jahren 2004 und 2005 entstandene Ölverschmutzungen entschädigen muss. Konkret sollen zwei Dörfer für die Verseuchung der Äcker ihrer Bewohner entschädigt werden. Die genaue Summe der Entschädigung wollte das Gericht noch nicht festlegen. Der Konzern selbst vertrat die Ansicht, in Europa nicht haftbar für nigerianische Tochterunternehmen zu sein. Für die Umweltverschmutzungen durch großflächige Öl-Lecks seien Saboteure verantwortlich.
Nachdem ein nigerianisches Tochterunternehmen von Shell im Jahr 2010 wegen der Umweltverschmutzungen in Nigeria verurteilt worden war, hatte es im 2010er Jahrzehnt erfolglos versucht, das Urteil anzufechten. Im August 2021 stimmte die Shell-Tochter schließlich einem Vergleich über eine Strafzahlung in Höhe von knapp 95 Millionen Euro zu. Shell beharrte auf seinem Standpunkt, dass die Öl-Lecks durch Sabotageaktionen während des Bürgerkriegs in Nigeria von 1967 bis 1970 verursacht worden seien.
Schwerste Schäden entstanden im Nigerdelta durch den Öldiebstahl Einheimischer. Pipelines von den Bohrplattformen zu den Ölhäfen werden von Ortsansässigen mit bescheidenen technischen Mitteln angezapft. Schätzungsweise 10 % des nigerianischen Erdöls «verschwindet» auf diese Weise. Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel werden verseucht. Laut einer im August 2011 veröffentlichten Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) werden bis zu eine Million Menschen durch die gravierende Umweltverschmutzung bedroht.
Als besonders «schmutzig, gefährlich und lukrativ» gelten illegale Ölraffinerien, in denen lokale Betreiber gestohlenes Erdöl in Benzin und Diesel umwandeln. Dabei werden in der Regel Sicherheits- und Umweltaspekte ignoriert (z. B. wird kein Schwefel aus den erstellten Brennstoffen entfernt). Beim Raffinieren von Erdöl fällt auch zwangsläufig Schweröl an, das in regulären Anlagen unter hohem technischem Aufwand zu leichteren Brennstoffkomponenten «gecrackt» wird. Illegale Raffinerien verfügen nicht über diese technischen Möglichkeiten und «entsorgen» das Schweröl dort, wo es anfällt. Die leichteren Komponenten von Erdöl (Methan bis Butan, Isobutan) bedeuten dagegen immer ein gewisses Explosionsrisiko, das bei illegalen Anlagen öfters zu Katastrophen führt. 2022 beklagte Nigeria 125 Tote durch Explosionen lokaler, illegaler Raffinerien.
Ein wichtiger Aspekt bei der am 24. Januar 2023 eingeweihten Dangote-Raffinerie geht es darum, dass das Erdöl von den Offshore-Plattformen im Nigerdelta über eine 1.100 km lange unterseeische Pipeline entlang der Küste nach Lagos transportiert wird. Damit hofft man Öldiebstahl und Umweltschäden zu minimieren – hat der alte Mann auch dazu noch mehr verdient?
weitere Infos auf: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lkatastrophe_im_Nigerdelta