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Kaukasisches Ensemble am Internationalen Folkloretreffen
Autor: Von CAROLIN FOEHR
Ausgelassen und Hand in Hand wirbeln die Tänzerinnen und Tänzer aus Aserbaidschan über die Bühne, bilden mal Kreise, mal einzelne Reihen. Unter ihren braunen und ockerfarbenen Kostümen schwingen sie mühelos das Tanzbein, so dass sich die Zuschauer unwillkürlich in ihren Bann gezogen fühlen. Mit einem letzten kraftvollen Akkord machen die Musiker, von begeistertem Applaus unterstrichen, dem Treiben der Khanandas ein Ende – vorerst zumindest.«Das ist ein Freundschaftstanz, der oft auf Hochzeiten getanzt wird», erklärt Jafarov Mirjavad, Leiter des Ensembles Jangi aus Baku/Aserbaidschan. «Darin feiern wir die Verbindung zweier Liebenden und den Zusammenhalt der Freunde.» Doch nicht alle aserbaidschanischen Tänze behandeln solch harmlose Themen: während Mädchen vor allem die Zartheit und die Sanftmut ihres Wesens darstellen, tanzen junge Männer lieber wildere Kriegstänze. Die sogenannten «Igitler» stellen aber weniger das eigentliche Kriegstreiben als vielmehr die Kraft und den Mut der Tänzer dar. «Wir sind ein leidenschaftliches Volk», fügt Jafarov Mirjavad hinzu und lächelt.
Nationale Bedeutung
Die Mugham-Musik findet man nicht nur in der kaukasischen Republik, sondern auch im Iran, in China und anderen Ländern zwischen Orient und Okzident. Aber Aserbaidschan ist ihre eigentliche Heimat, fährt der Leiter des Jangi-Ensembles fort. Hier spielen die Musiker auf den traditionellen Instrumenten: auf der Daf, einer Rahmentrommel, der Balabam-Flöte und nicht zuletzt auf der Laute, auch Tar genannt. Daf, Tar und Karmancha, ein geigenähnliches Instrument, sind so sehr in der nationalen Kultur verankert, dass sie auf einem der Geldscheine des Landes abgebildet sind.Mughams sind keine festgelegten Musikstücke, sondern werden mündlich von Meistern dieser aus dem Mittelalter stammenden Kultur vermittelt. Sie basieren auf einem System aus Improvisationen, in dem Melodien und Rhythmen meist mehr aussagen als gesungene Worte. Sowohl ihre lange Tradition als auch die Abgeschiedenheit ihrer Musiker und Tänzer haben dazu geführt, dass Mughams in jeder Region des Landes anders gespielt werden. «Zum Beispiel tanzen die Frauen in den Städten sanfter als jene in den Bergregionen», so Jafarov Mirjavad.Seit 2003 gehört die aserbaidschanische Mugham-Musik zu den von der Unesco ausgewählten «Meisterwerken traditioneller Weltkultur». Diese Liste führt mündliche und immaterielle Kulturgüter auf, wie Sprachen, Musik und Bräuche, und wird alle zwei Jahre ergänzt. Die aufgenommenen Staaten verpflichten sich, ihr Kulturerbe zu erhalten und zu fördern.Dass der Wille zum Schutz der kulturellen Bräuche vorhanden ist, zeigt das aserbaidschanische Projekt, ein internationales Kulturzentrum für Mugham-Musik auf die Beine zu stellen. Das Jangi-Ensemble ist daran aktiv beteiligt. Schon im kommenden Jahr will es dort Konzerte geben.Do., 23. August, Aula der Universität Miséricorde, Gala-Abend, 20 Uhr.