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Das verschwenderische Wachstum in China ist nach Ansicht der Regierung die Ursache des anhaltenden Mega-Smogs in vielen Metropolen des Landes.
In der ersten Stellungnahme der Zentralregierung zu der dramatisch verschärften Luftverschmutzung in weiten Teilen Chinas räumte Vizepremier Li Keqiang ein, dass die aufstrebende zweitgrösste Wirtschaftsnation «ihr ineffizientes Wachstumsmodell nicht fortsetzen kann».
Transparenz gefordert
«Wir können nicht auf Kosten der Umwelt produzieren, bauen und konsumieren», mahnte Li Keqiang, der das Amt im März antreten soll. «Rückständige Produktionsmethoden müssten entschlossen ausgemerzt werden», zitierte ihn der China News Service. Übermässiger Verbrauch müsse eingestellt werden. Auch müssten Umweltbehörden grössere Anstrengungen bei der Umsetzung von Vorschriften machen.
Der Kampf gegen die Luftverschmutzung sei eine langwierige Aufgabe. Smog gebe es nicht erst seit ein paar Tagen. «Eine Lösung braucht Zeit», sagte Li Keqiang. «Aber wir müssen etwas dagegen tun.»
Die Behörden müssten derweil die Luftwerte und die Feinstaubbelastungen zeitgemäss und transparent veröffentlichen, um die Menschen vor der Luftverschmutzung zu warnen, damit sie Schutzmassnahmen ergreifen könnten. Das Bewusstsein der Menschen müsse geweckt werden, weil das Problem die Mitwirkung der ganzen Gesellschaft brauche.
Hinter der Schadstoffbelastung steckten neben den extensiven Produktionsmethoden aber auch natürliche Ursachen, sagte der künftige Regierungschef mit Blick auf die ungünstige Wetterlage und den ungewöhnlich strengen Winter.
Von «gefährlich» auf «ungesund»
Obwohl heute eigentlich Besserung durch Wind erwartet worden war, hielt der Feinstaub die Millionenstädte im «Smoggürtel» unverändert im Würgegriff. Der «Smoggürtel» zieht sich durch den Norden, Osten und die Mitte des Landes zieht,
In Peking warnte die US-Botschaft weiter vor «gefährlicher» oder «sehr ungesunder» Luft. Allein die besonders bedrohlichen Feinstaubwerte (PM2,5) erreichten das Zehnfache der empfohlenen WHO-Höchstgrenze.
Andere Metropolen bekamen auch nicht genug frische Luft: Die Schadstoffkonzentration in Harbin in Nordostchina sprengte sogar die offizielle chinesische Skala und lag über dem Höchstwert von 500, wie die Behörden mitteilten.