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Polymer zieht Quecksilber aus Wasser und Boden
Ein neues, günstiges, ungiftiges Polymer soll Quecksilber aus verunreinigtem Boden und Wasser saugen. Das ist die Idee von Forschern der australischen Flinders University. Sie haben ein solches Material aus Industrie-, Schwefel- und Limonenabfällen entwickelt.
Bei Limonen handelt es sich um einen Stoff, der vor allem im Öl von Zitrusfrüchten wie Orangen und Zitronen vorkommt. Weil Schwefel- und Limonenabfällen laut den Experten weltweit im Übermass anfallen, liesse sich das Material relativ günstig herstellen. Eingesetzt werden könnte es etwa für Ummantelungen von Abwasserrohren oder für die Säuberung grosser Wasserstellen von Quecksilber eingesetzt werden.
Jährlich werden mehr als 70 Millionen Tonnen Schwefel und 70‘000 Tonnen Limonenen von der Mineralölindustrie erzeugt. „Es ist daher nicht nur das neue Polymer, welches das Quecksilberproblem löst, sondern auch die Umwandlung von Abfallstoffen in etwas Sinnvolles“, sagt Justin Chalker, der Hauptentwickler des neuen „Wundermaterials“. Ein anderer Zusatznutzen sei der durch die chemische Reaktion entstehende Gelbton, der als zuverlässiger Detektor für Quecksilber in Regionen verwendet werden kann, in denen eine Verunreinigung vermutet wird. (mai)