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Dezente Sekretärin
Die meisten Mitglieder des Knoblauchzingge haben sich über lange Jahre in ihrer Freizeit in der Oberwiler Feuerwehr als Kaderleute eingesetzt.
Der Autor dieser Zeilen war nicht nur FW-Offizier; er war damals als Mitglied des Gemeinderates zuständig für die Unterbringung von Asylbewerbern. Als gegen Ende der 1980er Jahre die erste heftige Welle von Asylbewerbern auf die Schweiz zurollte, mußte die Sekretärin des Autors einige Texte schreiben und manches Telefon erledigen.
Kurz vor Weihnachten fand der letzte Offiziersrapport im alten Jahr statt. Der damalige Feuerwehrkommandant und zugleich der Chef des Kochclubs Knoblauchzingge lud seine Kameraden zum Jahresschluß zu sich nach Hause ein. Ein schönes Käse-Fondue war schon in Vorbereitung. Einige der geladenen Gäste begaben sich in die Küche, um auch da zum Rechten zu sehen. Allgemeine Meinung: Das Fondue darf noch etwas "Gutzi" haben. Die Pfeffermühle reichte nicht. Nein, man begann noch weitere Knoblauchzingge zu rüsten und half damit dem Fondue tüchtig nach.
Am andern Morgen kam die erwähnte Sekretärin in mein Büro. Nach einer gewissen Zeit fragte Sie mit gebotener Zurückhaltung: "Sagen Sie, waren Sie gestern abend von Ihren Asylbewerbern zum Nachtessen eingeladen?"
Ja wirklich, das nenn' ich eine dezente Sekretärin.
Rudolf Mohler