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Freitag, 13.5.2022
Es ist heute genauso trüb wie gestern, aber es regnet nicht. Wir verlassen Santander und fahren nach Comillas. Der dortige Campingplatz Camping Comillas ist sehr schön gelegen, aber noch geschlossen und die beiden Stellplätze Parking Parque de Sobrellano und Parking Comillas sind gemischte Parkplätze, die durch Tagestouristen verstopft sind. Am Rand des Dorfes, am Paseo Manuel Noriega sind genügend freie Parkplätze, auch für Wohnmobile. Im Sommer sieht es dort sicher anders aus.
Die für uns wichtigste Sehenswürdigkeit in Comillas ist die Villa Quijano, auch El Capricho (Die Laune) genannt. Es ist ein Bauwerk des katalanischen Architekten Antoni Gaudí, der ausserhalb von Katalonien nur drei Bauten errichtet hat: den Palacio Episcopal de Astorga (Bischofspalast von Astorga), die Casa Botines in León (da kommen wir im Verlauf unserer Reise noch hin) und eben die Villa Quijano, die wir uns heute anschauen.
Mit blauem Himmel würde es natürlich schöner aussehen…. aber das Wetter ist eben wie es ist…. grau! 🙁
Dieses Sommerhaus wurde für Máximo Díaz de Quijano, den Schwager der Frau des Markgrafen, gebaut. Nach einem Plan von Gaudí begann Cristóbal Cascante im Jahr 1883 mit dem Bau des Hauses.
Es besteht aus einem Erdgeschoss, einem ersten Stock und einem Dachgeschoss. Das Gebäude zeichnet sich durch den reich verzierten Turm aus, der im Kontrast zu den horizontalen Schichten des Gebäudes steht. Im ersten Stock befinden sich ein Wohnzimmer mit einer sehr hohen Decke, ein Esszimmer und mehrere andere Räume. Im Untergeschoss und im Dachgeschoss befinden sich die Garage, die Küche und die Räume für die Bediensteten.
Die Fassade, die eine Kombination aus Ziegeln und Sonnenblumenfliesen darstellt, ruht auf einem massiven Steinsockel. Diese floralen Motive zieren auch den oberen Fries, den Turm und die Türstürze an allen Öffnungen.
Über der Vorhalle erhebt sich der Turm, der von massiven Säulen getragen wird, deren Kapitelle mit naturalistischen Palmenblättern und Schwalben verziert sind. In seinem Inneren befindet sich eine Wendeltreppe, die zu einem Balkon führt.
Die Veranda und der Turm zeichnen sich durch ein rundes schmiedeeisernes Geländer mit geschwungenen Pfosten aus, die mit Weinblättern verziert sind.
Die schmiedeeisernen Balkone beeindrucken durch ihre Holzbänke und ihre Vordächer. Gaudí entwarf auch Jalousien, die beim Öffnen und Schliessen musikalische Klänge von sich geben.
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Einige Fotos aus dem Inneren der Villa
Nochmal ein paar Blicke auf die Fassade….
…. dann geht’s weiter in’s Dorf…. dort ist heute Markt…. und Hunger haben wir auch! 😀
Bei La Casona de Cantabria nehmen wir uns eine Flasche kantabrischen Rotwein mit…. seine Spezialität ist Vermut (dt. Wermut), aber der sagt uns nach einem Probeschluck nicht so zu. Der Rote ist kräftig und der schmeckt uns bis zu letzten Tropfen!
Das Ayuntamiento antiguo de Comillas (altes Rathaus) und die Iglesia San Cristóbal aus dem 17. Jh.
Ein paar Sehenswürdigkeiten gibt’s hier noch…. die Universidad Pontificia Comillas (Päpstliche Universität), der Palacio de Sobrellano, der Palast des Marquis von Comillas…. aber alles geht eben nicht, dafür reicht die Zeit einfach nicht.
Wir fahren weiter nach San Vicente de la Barquera, der Ort scheint ebenso sehenswert zu sein. Der dortige Campingplatz El Rosal ist sehr schön gelegen. Es ist ziemlich voll dort, aber wir haben Glück und bekommen einen Platz in der 1. Reihe, fast direkt am Wasser.
Zwischen Comillas und San Vicente de la Barquera liegt der Naturpark Oyambre. Er wurde 1988 gegründet und hat eine Fläche von 57 Quadratkilometern.
Samstag, 14.5.2022
Das Wetter bleibt trüb, aber trocken. Nach San Vicente de la Barquera ist es eine halbe Stunde Fussmarsch. in San Vicente de la Barquera vereinigen sich die beiden Flüsse Río Escudo und Río Gandarilla und münden in einer breiten Ría in das Mar Cantábrico (Kantabrische Meer).
Die 600 Meter lange Puente de La Maza mit ihren 28 Bögen überbrückt die Ría. Sie stammt aus dem 16. Jh. und wurde auf Befehl der Katholischen Könige (span. Reyes Católicos) von Kastilien und Aragon erbaut.
Das Kantabrische Meer ist das Küstenmeer des Atlantischen Ozeans, das den grössten Teil der Nordküste Spaniens und den äussersten Südwesten der Atlantikküste Frankreichs einnimmt. Es stellt den südlichen Bereich des Golfs von Biskaya dar. Traditionell wurde angenommen, dass es sich vom Cabo Ortegal in der Provinz A Coruña bis zur Mündung des Flusses Adour, in der Nähe der Stadt Bayonne, an der Küste des Departements Pyrénées-Atlantiques im französischen Baskenland über insgesamt etwa 800 km erstreckt.
Diese Skulptur aus Bronze und Eisen aus dem Jahr 2005 steht am Ortseingang von San Vicente de la Barquera. Künstler und Sinn der Skulptur sind mir unbekannt…. der oder die Betrachter/in können gern die Phantasie walten lassen! 😀
Gleich nach der Estación de Autobuses in der Avenida Miramar sehen wir, dass im Parque Avenida Miramar ein grosser Markt stattfindet…. aber nicht irgendein Touristenmarkt, sondern ein traditioneller und sehr authentischer Kunsthandwerkermarkt überwiegend mit Produkten aus Kantabrien. So etwas hatten wir in dieser Form noch nicht gesehen. Hier ein paar Impressionen:
Allerlei Duftwässer….
…. La Casona de Cantabria, bei denen wir gestern den köstlichen Vino tinto gekauft hatten…. heute in kantabrischer Tracht…. sehr stilvoll….
…. und viele, teils sehr kunstvolle Holzarbeiten!
Wanderstöcke für den Jakobsweg, der hier vorbeiführt….
…. und Albarcas cántabra…. rustikale einteilige Holzschuhe, die von Handwerkern und Bauern Kantabriens getragen wurden…. heute werden die Schuhe nur noch sehr wenig getragen. Hergestellt werden sie, wie viele andere Holzprodukte auch, im Tal von Cabuérniga.
Sehr schön ist diese Gesichtsbemalung….
…. neben Körperbemalung ist das Schminken von Gesichtern weniger eine Kunst als ein altes Handwerk aus der Zeit der Altsteinzeit. Es wird hauptsächlich verwendet, um wichtige Personen (wie Stammeshäuptlinge, Schamanen usw.) zu identifizieren, um die verschiedenen Geschlechter und soziale Klassen zu bezeichnen oder um den militärischen Rang zu reflektieren.
Neben Korbarbeiten….
…. gibt’s auch Schafe….
…. und Ziegen.
Diese hässlichen Huggy Wuggy Plush Toys sind ziemlich sicher nicht aus kantabrischer Produktion! 😀
RED_ERA, ein Recyclingprojekt
Eine Gruppe von Frauen, die Netze flicken, wird mit Unterstützung von Ausbildern geschult, um den Netzen, die die Seeleute nicht mehr benutzen, ein neues Leben zu geben. Es werden Stoffe gewebt, die dann zu Taschen o.ä. verarbeitet werden. Der Name des Projekts, RED_ERA, ist ein Wortspiel…. rederas ist die spanische Bezeichnung für die Frauen, die Fischernetze reparieren.
Ein Bericht von Cantabria Televisión über das Projekt….
…. hier ist eine Reportage im Online-Magazin Guía Repsol über die Rederas von San Vicente de la Barquera.
Noch ein Hinweis: der Beitrag ist auf spanisch, man kann in vielen Web-Browsern die Übersetzungsfunktion aktivieren und eine Webseite in eine gewünschte Sprache übersetzen lassen. Wie das geht, steht in diesem Artikel der Netzwelt. Diese Übersetzungen sind nicht perfekt, aber wenn man spanisch nicht beherrscht, ist das allemal besser, als wenn man gar nichts versteht! 😀
Wir gehen «eine Etage höher» in die Altstadt
Die Muralla medieval de San Vicente de la Barquera (mittelalterliche Stadtmauer)
Das Ayuntamiento de San Vicente de la Barquera (Rathaus)
Das Castillo de San Vicente de la Barquera, auch bekannt als Castillo del Rey, aus dem 13. Jh.
…. und den kleinen Hafen von San Vicente de la Barquera.
Ein verspätetes Mittagessen oder verfrühtes Abendessen gibt’s im Restaurante Nautico am Hafen…. die Fisch- und Meeresfrüchte-Platte Parrillada Náutica, absolut frisch und sehr lecker!
Hier noch ein Video des Turismo Rural de Cantabria (Verein für ländlichen Tourismus in Kantabrien)
Wir gehen langsam zum Campingplatz zurück…. morgen geht’s weiter…. wohin, das werden wir morgen entscheiden!
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