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In der Zeitspanne von 1914 – 1930 sammelt Walter Morgenthaler bildnerische und erzählerische Dokumente von Psychiatrie-Patienten. Die Sammlung umfasst über 2500 Bilder, rund 1500 Textblätter sowie Arbeiten aus Holz, Stoff, Metall und anderen Stoffen, insgesamt mehr als 5000 von Patienten geschaffene Dokumente.
Walter Morgenthaler sammelt diese Dokumente als Psychiater und Psychotherapeut, vor allem zu den Zeiten, als er in der Irrenanstalt Waldau tätig ist. Er entnimmt sie aus den Krankengeschichten der Psychiatrie-Patienten, katalogisiert sie und interpretiert sie aus diagnostischer Sicht.
Die gesammelten Zeichnungen und Texte dienen u.a. als Belegmaterial für seine im Jahre 2018 publizierte Habilitationsschrift „Übergänge zwischen Zeichnen und Schreiben bei Geisteskranken“. Die Sammlung beinhaltet Arbeiten von Adolf Wölfli und von weiteren Patienten der Irrenanstalt Waldau.
Zusammen mit der Sammlung „Prinzhorn“ aus Heidelberg gehört die Sammlung Morgenthaler zu den weltweit bedeutendsten Kollektionen von künstlerischen Arbeiten von Psychiatrie-Patienten.
Sowohl Walter Morgenthaler wie auch Hans Prinzhorn sind überzeugt davon, die künstlerischen Arbeiten mit Gewinn für diagnostische Zwecke interpretieren zu können. Heute hingegen steht vielmehr die therapeutische Wirkung der künstlerischen Beschäftigung von Psychiatrie-Patienten im Vordergrund.