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21.12.2022 | Wie Handel und Produktion im Stromhandel zusammenhängen
Die heutige Energieversorgung in der Schweiz ist historisch gewachsen. Aufgrund technischer und gesellschaftlicher Veränderungen wurde das System laufend angepasst und verbessert. Das Zusammenspiel zwischen Handel und Produktion ist elementar wichtig. Eine Analyse von Polynomics kommt zum Schluss, dass der Handel nicht nur die Effizienz, sondern letztendlich auch die Versorgungssicherheit steigert.
Im Zusammenhang mit der Energiekrise wurde viel über den Stromhandel diskutiert. Die auf ökonomische Analysen spezialisierte Beratungsfirma Polynomics zeigt in ihrer Studie «Versorgungssicherheit und Effizienz: Funktion des Handels im Stromversorgungssystem der Schweiz» auf, wie das heutige Energiesystem entstanden ist, wie es funktioniert und welche Rolle der Stromhandel für die Versorgungssicherheit und einen effizienten Energieaustausch spielt.
Ab 1920 entwickelte sich mit dem wachsenden Strombedarf aufgrund der Industrialisierung das schweizweite Verbundnetz, bei dem Energie zentral produziert und grossflächig verteilt werden konnte. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1958 ein europäisches Verbundnetz aufgebaut durch den Zusammenschluss der Netze von Deutschland, Frankreich und der Schweiz im «Stern von Laufenburg». Bis in die 1990er-Jahre war die Stromversorgung in Europa über Monopole gesichert. 1996 folgten die Harmonisierung und Liberalisierung des Energiebinnenmarkts der EU. Im Jahr 2009 folgte die Teilmarktliberalisierung in der Schweiz. Durch die Liberalisierung, die es Geschäfts- und Privatkunden ermöglichte, ihre Energieversorger selbst zu wählen, wurden Verbrauchsschwankungen nicht mehr durch einzelne Versorgungsunternehmen ausgeglichen und es kam zu Handelsaktivitäten.
Stromversorgung basiert auf physikalischen Begebenheiten, die bedingen, dass Stromproduktion und Stromverbrauch jederzeit ausgeglichen sein müssen. Bei Abweichungen kann das Stromnetz zusammenbrechen und es droht ein Blackout. Aufgrund dessen sind Schwankungen in der Produktion und im Verbrauch auszugleichen, was in einem transparenten Markt möglich ist. Das funktioniert folgendermassen: Während der Stromverbrauch nicht steuerbar ist, kann die Produktion durch Handel reguliert werden. Hat man zu wenig Strom, kann mehr produziert oder Strom gekauft werden. Ein Überschuss an Energie kann ausgeglichen werden, indem weniger Strom produziert oder Strom verkauft wird. Beides basiert auf Preissignalen. Die Optionen werden je nach Grenzkosten der Produktion und deren Verhältnis zum aktuellen Marktpreis abgewogen.
Für Produzenten ermöglicht der Handel einen effizienten Kraftwerkseinsatz. Hinzu kommt, dass Produzenten Produktionsanlagen rentabel betreiben können und damit Investitionsanreize entstehen. Dies führt dazu, dass langfristig mehr Strom produziert wird. Aufgrund des Marktpreises wird der Strom dann produziert, wenn er gebraucht wird und gleichzeitig können, wenn nötig, fehlende Kapazitäten eingekauft werden. Verbraucher profitieren so von einem kosteneffizienten und zuverlässigen Stromversorgungssystem.
Eine sichere und effiziente Stromversorgung bedingt Stromhandel. Ohne Handel würden die Preise für die Verbraucher steigen und es müssten mehr Kraftwerkskapazitäten zugebaut werden. «Der regionale, nationale und internationale Energieaustausch ermöglicht, dass auf jeder Ebene und zu jedem Zeitpunkt, auch saisonal, Strom in der Schweiz verfügbar ist».
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