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Ich (Fabian) hatte als Schüler das Glück, zu vielen guten und einigen herausragenden Lehrerinnen und Lehrern in die Schule gehen zu dürfen. Mit Hingabe, sozialer Intelligenz und Herzlichkeit haben diese Lehrpersonen teilweise Probleme mit Leichtigkeit gelöst, an denen sich andere Lehrer inklusive Schulpsychologen die Zähne ausgebissen hätten. Ein solches Beispiel möchte ich schildern, um darauf hinzuweisen, dass Lehrer bei der Lösung von Problemen nicht immer auf sich alleine gestellt sind...
In der fünften Klasse bekamen wir einen neuen Mitschüler. Der Jugoslawienkrieg war ausgebrochen und unser neuer Mitschüler war zusammen mit seinen Eltern geflohen.
Er war traumatisiert und störte den Unterricht, indem er im Klassenzimmer herumrannte, sich in der Leseecke verschanzte und mit einem imaginären Maschinengewehr auf uns schoss. Ratatatam!
Er verstand kaum ein Wort Deutsch und war nach heutigen Massstäben "untragbar". Heute wäre wahrscheinlich eine ganze Armada von Psychologen und Heilpädagoginnen auf den Jungen angesetzt worden.
Wie hat unser Lehrer auf diese Situation reagiert? Er stellte sich die Frage, was dieser Junge braucht und löste das Problem durch ein einziges Gespräch.
Nach dem Unterricht bat er mich und zwei meiner Freunde, noch im Klassenzimmer zu bleiben. Er sagte uns, dass dieser Junge schlimme Dinge erlebt hat, hier ganz alleine ist, keine Freunde hat unsere Sprache nicht versteht. Dann stellte er uns die Frage: "Wärt ihr bereit, ihm zu helfen, damit er sich hier wohl fühlt und es ihm gut geht?"
Wir mochten unseren Lehrer sehr, fühlten uns geehrt, dass er uns so eine wichtige Aufgabe übertrug und wollten unserem Klassenkameraden helfen. Wir verstanden, dass er Freunde und Unterstützung brauchte und sagten zu. Von diesem Moment an war dieser Junge unser "Freund". Er begleitete uns auf dem Schulweg, spielte mit uns Fussball, Nintendo und Tischtennis. Wir waren beeindruck, wie schnell er Deutsch lernte und lernten ihn als cleveren, witzigen und sympathischen Kerl kennen. Bald war er nicht mehr unser "Freund", sondern unser Freund. Wir hatten ihn richtig gern! Die Situation in der Klasse änderte sich drastisch. Er sass zwischen uns und wir sorgten dafür, dass er sitzenblieb, aufpasste und die Hausaufgaben abschrieb. Er kam gern in die Schule, da er hier seine Freunde sah und seinen Lehrer mochte.
Hätte sich unser Lehrer - vielleicht zusammen mit den Profis (Psychologen, Heilpädagogen etc.) - gefragt, was mit diesem Jungen nicht stimmt, wäre eine ganze Liste von Problemen zustande gekommen. Ich finde es erstaunlich, wie einfach die Antwort auf Frage war, was dieses Kind braucht: Einen Lehrer, der zu ihm hält und Freunde - das was jedes Kind benötigt, egal woher es kommt und was es erlebt hat..
Welche Kinder in Ihrer Klasse könnten ein Kind unterstützen, das es schwer hat, sich in die Klasse zu integrieren oder dem Unterricht zu folgen? Könnte ein Kind einem anderen dabei helfen:
- Die Hausaufgaben vollständig ins Hausaufgabenheft einzutragen?
- Sich in der Klasse wohl zu fühlen?
- Sich auf den Unterricht zu konzentrieren?¨
- Deutsch zu lernen?
- Den Turnbeutel nicht zu vergessen?
Lernen Sie praktische Strategien für den Umgang mit ADS / ADHS- betroffenen Kindern und Jugendlichen kennen!
Oft sind es kleine Veränderungen im Alltag, die zu erstaunlichen Verbesserungen führen. Die besten Tipps und Tricks für einen entspannteren Schulalltag geben wir Ihnen in unserem Elternseminar "Erfolgreich lernen mit AD(HS)" sowie dem gleichnamigen Elternratgeber weiter. Lehrpersonen laden wir herzlich zur Tagesweiterbildung "Schüler/innen mit AD(H)S erfolgreich unterrichten" ein.