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2018 gab es in Kalifornien so folgenschwere Waldbrände wie noch nie in der Geschichte des US-Staats. Insgesamt wurden laut den kalifornischen Behörden bei 8‘434 Bränden über 765‘000 Hektaren Wald zerstört. Bisher sind 103 Todesfälle bekannt, es gibt über 80 Verletzte. Das verheerendste Feuer war das Camp Fire in Nordkalifornien, das am 8. November ausbrach und 17 Tage lang wütete. Dabei wurde die Kleinstadt Paradise fast vollständig zerstört – 18‘000 Gebäude fielen dem Feuer zum Opfer. 85 Zivilisten konnten sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen und kamen ums Leben. 6 Personen werden derzeit noch vermisst.
Insgesamt zerstörte das Camp Fire eine Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern – das ist ungefähr so viel wie die Landesflächen Belgiens und Luxemburgs zusammen.
Extreme Bedingungen
Schon 2017 galt als Rekordjahr der Waldbrände in Kalifornien. Knapp 5‘560 Quadratkilometer Waldfläche war vom Feuer betroffen. Dabei gab es gar noch mehr einzelne Brände als dieses Jahr. Die Waldbrände sind vor allem auf die extreme Trockenheit zurückzuführen: Von 2012 bis 2017 litt Kalifornien an einer Dürreperiode und massivem Wassermangel. Es handelte sich um die verheerendste Dürre seit 1‘200 Jahren, wie anhand von Baumringen festgestellt werden konnte. Aufgrund der ungewöhnlichen Trockenheit genügt bereits ein Zigarettenstummel, um ein Feuer zu entfachen, das sich zuerst am Boden ausbreitet und sich anschliessend bis in die Baumgipfel ausweitet, wodurch die Ausbreitung weiter beschleunigt wird. Weiter wurden die Brände von Santa-Ana-Winden – Föhnwinden, die vom Gebirge in Richtung Pazifikküste wehen - begünstigt. 2017 und 2018 waren die Santa-Ana-Winde besonders stark und trugen massgeblich zur schnellen Ausbreitung der Flammen bei.
Einfluss des Klimawandels
Studien belegen, dass die Häufigkeit und Intensität von Trockenperioden seit den 80er-Jahren zugenommen haben – und mit dem Klimawandel vermutlich weiter steigen werden. Denn je wärmer es wird, desto mehr Wasser verdunstet von den Böden, Pflanzen und den Gewässern. Ein trockener Boden kann ausserdem weniger Wasser aufnehmen, was Überschwemmungen begünstigt.
Durch die Trockenheit wird das Risiko von Waldbränden in Zukunft grösser. Zusätzlich werden immer mehr Menschen betroffen sein, weil näher an die Waldgrenzen gebaut wird. Das wurde zum Beispiel Prominenten wie dem Moderator Thomas Gottschalk oder der Popsängerin Miley Cyrus zum Verhängnis, die ihre Villen in Malibu neben Busch- und Waldgebieten errichtet hatten.
In Zukunft ist deshalb die Landschaftsplanung gefordert, um solche Siedlungen in Waldnähe zu verhindern. Ausserdem gilt es, brandsicherere Gebäude zu bauen sowie absichtlich kontrollierte Feuer zu legen, um unkontrollierte Brände zu vermeiden. Damit werden allerdings nur die Symptome des Klimawandels eingedämmt – die effektivste Bekämpfungsmethode von Waldbränden ist es, unsere Treibhausgas-Emissionen zu vermindern.
Quellen und weitere Informationen:
Studie Anthropogenic warming has increased drought risk in California (National Academy of Sciences of the United States of America, 2015)
Waldbrände in Kalifornien: Was macht das Feuer so verheerend? (Zeit.de)