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Cluster als kreatives Umfeld
Wo viele Unternehmen zusammen in einem "Cluster" angesiedelt sind, wird der freie Austausch von Ideen und somit die Kreativität gefördert.
Wie sucht man den Standort für die eigene Firma so aus, dass sich die Kreativität bestmöglich entfalten kann? In der Schweiz gibt es zahlreiche "Cluster", also spezielle Standorte, an denen verstärkt Unternehmen einer bestimmten Branche angesiedelt sind. So ist zum Beispiel Basel für seinen Pharmaziecluster bekannt, Zürich für seinen Finanzcluster und La Chaux-de-Fonds für seinen Uhrenindustriecluster.
Die meisten Cluster vereinen Unternehmen, die in HighTech-Branchen aktiv sind. Sie schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze, insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung, und locken Arbeitnehmende aus der ganzen Welt an. Zudem sind diese Netzwerke häufig so organisiert, dass auch die Kontakte und Interaktionen zwischen den Unternehmen und den Bildungseinrichtungen intensiviert werden. Daher bieten sie ein besonders günstiges Umfeld für einen fruchtbaren Ideenaustausch und die Stimulation der Kreativität.
Die Schweiz baut ihre Cluster massiv aus, was besonders auf den Einsatz der Organisationen für Wirtschaftsförderung zurückzuführen ist. Auf diese Weise kann Innovation gebündelt und die Attraktivität für ausländische Unternehmen gesteigert werden. Je nach Definition ist die Zahl der Cluster in der Schweiz unterschiedlich hoch. Die Studie "Cluster in der Schweizer Wirtschaft" von Eco'Diagnostic aus dem Jahr 2008, die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in Auftrag gegeben wurde, zählte 22 Cluster mit insgesamt mehr als 200'000 Arbeitsplätzen. Sie sind in der folgenden Tabelle aufgelistet:
Quelle: SECO, "Cluster" in der Schweizer Wirtschaft: statistische und politische Betrachtung, Eco'Diagnostic, Paul H. Dembinski (Ltg.), 2008.
Boston und das Silicon Valley, zwei Cluster mit unterschiedlichem Schicksal
Aus den gegenläufigen Entwicklungen zweier Technologie-Cluster, die sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, lassen sich wichtige Erkenntnisse über Kreativität gewinnen. Von den 1960er Jahren bis zur Mitte der 70er waren die innovativsten Unternehmen der USA im Bereich Neue Technologien an der Route 128 in der Umgebung von Boston angesiedelt. Dort fand man die Giganten der Branche, wie zum Beispiel Digital Equipment Corporation oder Lotus, nicht weit von renommierten Universitäten wie dem MIT und Harvard.
Dennoch begann bei diesen Unternehmen Anfang der 80er Jahre der Niedergang. Der Bostoner Cluster wurde nach und nach durch eine kalifornische Kleinstadt namens San José ersetzt. Aus dieser Stadt wurde schliesslich das Silicon Valley, eine der innovationsstärksten Regionen der Welt.
Wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Das Kreativitätslevel einer bestimmten Gegend scheint von ihrer Fähigkeit abzuhängen, möglichst viel Interaktion und einen freien Ideenaustausch zu ermöglichen. An der Route 128 gab es zwischen den Firmen nur sehr wenig Kommunikation und die meisten Mitarbeitenden wurden durch Wettbewerbsverbotsklauseln daran gehindert, bei einem benachbarten Unternehmen zu arbeiten. Dagegen haben die Start-ups in Kalifornien gar keine andere Wahl, als zusammenzuarbeiten und sich die Ingenieure zu teilen, weil sie so klein sind und nicht viel Geld haben.
Der 1975 gegründete Homebrew Computer Club ist ein typisches Beispiel für diese Art der horizontalen Integration. Dort trafen sich die Ingenieure des Silicon Valley, um Networking zu betreiben, sich gegenseitig Tipps zu geben oder ihre neusten Erfindungen zu präsentieren. Auch Steve Wozniak und Steve Jobs begegneten sich dort und starteten anschliessend ihre Zusammenarbeit, im Zuge derer sie den ersten Apple-Computer, eine revolutionäre Innovation, entwickelten.
Quelle: Imagine: How Creativity Works, Jonah Lehrer, Houghton Mifflin Harcourt, 2012.
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