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Ein Geschenk als Ergebnis eines Opfers – und recycelte Liebe
Jede Spende, die «Kirche in Not (ACN)» erreicht, ist Grund zu grosser Freude und Dankbarkeit. Hinter jeder dieser Gaben steht eine einzigartige Geschichte, über manche von ihnen werden wir wohl erst im Jenseits erfahren. Ab und zu jedoch erlaubt uns Gott einen kleinen Blick auf die Geschichte hinter diesen Opfergaben, um uns zu zeigen, dass die Menschheit immer noch zu einer Liebe fähig ist, die sich jeder Erklärung entzieht.
Dazu gehört die Geschichte des 64-jährigen André Silvestre, der in Caçapava, São Paulo (Brasilien) lebt. Jeden Tag wiederholt sich bei ihm dieselbe Routine. Er verlässt früh morgens um 5.30 Uhr das Haus und fährt mit dem Fahrrad durch die Strassen der Stadt. Er hält dabei an jedem kleinen Müllberg und sammelt Blechdosen und Plastikflaschen ein. Damit fährt er dann nach Hause zurück, und dort beginnt der zweite Teil seiner Mission: Er trennt und zerquetscht die einzelnen Flaschen und Büchsen. Er müsste diese Arbeit nicht tun, doch hilft er damit dem örtlichen Recycling-Team. Nachdem das gewonnene Material verkauft worden ist, erhält er das Geld, das wiederum zu einer Spende für «Kirche in Not (ACN)» wird – zu einem wertvollen Geschenk für die notleidende Kirche das zugleich Ergebnis eines Opfers ist.
Die Idee, recyclingfähiges Material zu sammeln und den Erlös zu spenden, kam André, als er den 81-jährigen Antônio traf, der jeden Tag 10 km lief, um Flaschen und Dosen zu sammeln, die er anschliessend trennte und verkaufte, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Von seiner Geschichte berührt, beschloss André, ein paar Kilometer von Antônios Tour zu übernehmen und Material einzusammeln, das er ihm dann gab. Nach Antônios Tod beschloss André, seine Initiative zu „recyclen“. Nachdem er durch Fernsehsendungen die Arbeit von «Kirche in Not (ACN)» kennengelernt hatte, inspirierte ihn das zu einem neuen Ziel für seine Grosszügigkeit: „Ich erkannte, dass «Kirche in Not (ACN)» ‚Antônios‘ auf der ganzen Welt erreicht und mehr, als ich es je alleine könnte, mit jenem Geld bewirken kann.“
Schliesslich wurde das Laufen für André aufgrund von Rückenschmerzen und Ischiasbeschwerden schwierig. Doch auch wenn sein Körper Ermüdungserscheinungen zeigte, war sein Herz stärker und enthusiastischer als je zuvor. Auch wenn er verständliche Gründe gehabt hätte, dieses tägliche Liebeswerk aufzugeben, fand er einen Weg zur Überwindung der Schwierigkeiten. Er begann, sein Fahrrad zu nehmen und sogar noch weiter zu fahren auf der Suche nach recyclingfähigem Material.
Akte der Nächstenliebe haben die Eigenschaft, ansteckend zu sein, und als Andrés Grosszügigkeit in der Nachbarschaft bekannt wurde, begannen Andere, zuhause Material zu trennen, um es anschliessend zu verkaufen und in finanzielle Hilfe für notleidende Menschen zu verwandeln. André schaffte es in der Zwischenzeit, immer mehr Geld zu verdienen, und konnte sogar den Umfang seiner Hilfe erweitern: Er sammelt jetzt die Flaschendeckel getrennt und spendet sie an eine städtische Obdachlosenunterkunft, die vom Erlös der Deckel Essen für Bedürftige beschafft . „Auf diese Weise gewinnen alle, vor allem ich! Ich bin viel gesünder, seit ich diesen Morgensport betreibe, und ich habe sogar ein paar Kilos an Gewicht verloren, die ich seit meiner Hochzeit mit mir herumgeschleppt habe.“
Andrés schlichte Grosszügigkeit wirft zugleich die Frage auf, wie weit wir bereit sind zu gehen, um unseren Schwestern und Brüdern in Not zu helfen. Natürlich hatten wir alle Schwierigkeiten zu meistern, vor allem durch die Pandemie, doch gelten die Worte des heiligen Augustinus: „Derjenige, dessen Herz von der Nächstenliebe erfüllt ist, hat immer etwas zu geben.“ Manchmal können sogar die einfachsten Gesten zugunsten unserer Brüder und Schwestern Ausdruck der Liebe sein. Warum sollten wir diese Idee nicht recyclen?