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Raw Frand zu Parschat Nasso 5767 (Beitrag 2)
Das Vater/Sohn-Verhältnis im Vergleich zum Herr/Sklaven-Verhältnis
Der Sefas Emes geht noch einen Schritt weiter als der Kli Jakar. Wenn das Torah-Studium sogar bedeutender ist als der Dienst des Kohen Gadol - und diese Idee wird unterstützt durch die talmudische Äusserung, dass ein Mamser Talmid Chacham (ein Torah- Gelehrter mit unreiner Abstammung) Vorrang vor einem Kohen Gadol am haAretz (ungebildeter Hohepriester) hat – warum, so fragt er, kann ein Talmid Chacham nicht in das Allerheiligste eintreten?
Der Sefas Emes antwortet, ein Mensch kann zwei Beziehungen haben zu Haschem. Er kann eine Sklave-Herr Beziehung haben oder die eines Vaters zu seinem Sohn. Wir weisen auf diese Idee hin, wenn wir am Rosch HaSchana Haschem ansprechen "als Kinder oder als Sklaven“. Wenn die Beziehung eines Menschen zu Haschem die eines Sklaven ist, dann kommt es auf die Nähe an. Der wichtigste Sklave wird in der nächsten Umgebung des Herrn zu finden sein. So auch, l'hawdil, im Weissen Haus, im Büro, das dem Haus des Präsidenten am nächsten steht, findet man den wichtigsten Berater. Jemand, der sein Büro unten am Gang hat, ist nicht so wichtig. Und wer im Gebäude auf der anderen Seite der Strasse steckt, der ist “Niemand“.
Das Verhältnis zwischen einem Vater und seinem Sohn aber, ist ganz anders. Ein Sohn kann auf der anderen Seite der Erde sein und dennoch ist er „mein Sohn“. Entfernung macht keinen Unterschied, wenn es sich um einen Sohn handelt.
Der höchste "Ewed" (Diener) im Klal Jisrael ist der Kohen Gadol. Haschem zeigt uns dies, indem nur der Kohen Gadol in das Kodesch Ha’Kodaschim eintreten darf. Kiwejachol (quasi) hat der Kohen Gadol das Büro nebenan. Ein Talmid Chacham – der die Torah lernt und kennt - der ist Haschem’s Sohn. Durch Torah können wir am nächsten zum Ribono schel Olam kommen. Wenn wir diese Beziehung von Torah mit Ihm haben, dann bedeutet Entfernung nichts mehr, da wir eine Vater-Sohn Beziehung eingegangen sind.
Der Torah-Gelehrte ist "wertvoller als der-jenige, der 'lifnai we’lifnim' gehen darf". Wenn er aber wertvoller ist, weshalb darf er dann nicht eintreten? Weil er dies nicht benötigt. Er hat die Nähe eines Sohnes, wo immer er auch ist.
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