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Hannes Meier konnte sein Elternhaus an der Bachstrasse in Berlingen im Jahr 2014 übernehmen. Um das vierzigjährige Haus ihren Bedürfnissen anzupassen und um den Energiebedarf zu senken, entschloss sich die Familie Meier, das Einfamilienhaus umfassend zu erneuern und die Heizung zu ersetzen. Gleichzeitig sollte ein Teil der benötigten Energie auch selber erzeugt werden.
Erneuerung in Etappen
Die Erneuerung der Liegenschaft wurde im August 2015 in Angriff genommen und erstreckte sich über mehrere Etappen bis in den Dezember desselben Jahres. Zuerst wurden das Dach und die Giebelwände gedämmt. Dafür benutzte die Familie, die selber auch Schafe besitzt, eine Wärmedämmung, die zum Teil aus weiterverwendeter schweizerischer Schafwolle besteht. Mit einer Dämmstärke von 20 Zentimetern wurde ein Wärmedämmwert von 0,18 W / m2K erreicht.
In einem nächsten Schritt folgte der Ersatz der alten Doppelverglasungsfenster durch eine Dreifach-Isolierverglasung mit Wärmeschutzbeschichtung und Edelgasfüllung. Auch hier wurden sehr gute Dämmwerte von unter 0,9 W / m2K erzielt. Beim Einbau der Fenster wurde bereits darauf geachtet, dass die noch folgende Aussenwärmedämmung lückenlos angeschlossen werden konnte.
Zuvor erfolgte aber der Umbau des Heizsystems. Aufgrund der Erdölkrise hatte man sich beim Bau des Einfamilienhauses im Jahre 1974 für eine zentrale Elektrospeicherheizung entschlossen. Diese wurde nun im Rahmen der Erneuerung durch eine Erdsonden-Wärmepumpe ersetzt. Für die Bereitstellung des Warmwassers dient fortan ein Wärmepumpenboiler.
Der Abschluss der Umbauarbeiten bildete die Fassadenerneuerung mit 18 Zentimeter dicken Mineralwollplatten und einem Verputz. Dank der Kombination all dieser Massnahmen konnte der Gesamtenergiebedarf von insgesamt rund 29 420 kWh pro Jahr auf 8766 kWh pro Jahr reduziert werden. Dies entspricht einer Einsparung von meh als zwei Dritteln des bisherigen Energieverbrauchs.
Im Zuge der Dacherneuerung wurde eine dachintegrierte Photovoltaikanlage realisiert. Die Solarzellen bedecken das gesamte Dach. Der First wurde mit einem dunkel eingefärbten Aluminiumblech ausgeführt. Auf dieselbe Art sind die Stirnbretter verkleidet. Dadurch fügen sich die filigranen Abschlüsse perfekt ins Gesamtbild einer homogenen Dachfläche ein. Auf der Nord- wie auf der Südseite konnten je auf 86 Quadratmetern Dünnschicht-Silizium-Solarzellen eingebaut werden. Diese produzieren bereits bei geringem Lichteinfall Strom. Dies ist vor allem auf der Nordseite interessant, wo so rund ein Drittel der Solarstromproduktion anfällt. Gesamthaft produziert die 17,44 Kilowatt starke Anlage rund 14 000 Kilowattstunden pro Jahr. Bemerkenswert ist, dass der Bauherr diese sogenannte Mikromorph-Tandemsolarzelle ursprünglich 1994 am Institut für Mikrotechnik der Universität Neuchâtel entwickelt hatte und sie Jahrzehnte später selber einbauen kann.
Stromüberfluss fürs öffentliche Netz
Insgesamt weist das Einfamilienhaus nach der Sanierung eine Eigenenergieversorgung von 160 Prozent auf und kann pro Jahr 5234 Kilowattstunden Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Dank verbessertem Wirkungsgrad kann die Herstellungsenergie innert Jahresfrist kompensiert werden.
Solarpreis für Durchschnittsbauten
Es ist die breite Masse an kleineren und mittleren Gebäuden, vornehmlich in ländlichen Regionen, die das grösste Potenzial für den effizienten Umgang mit den Ressourcen bietet. Durch das Prämieren «alltäglicher» Beispiele soll der HEVSchweiz- Sondersolarpreis aufzeigen, dass es auch bei solchen Objekten durchaus möglich ist, energetische und gleichzeitig ökonomische Erneuerungen durchzuführen.
Anlässlich der Schweizerischen Solarpreisverleihung vom 18. Oktober in St. Gallen durfte die Familie Meier den diesjährigen HEV-Schweiz-Sondersolarpreis entgegennehmen.