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Rafael Nadal lässt sich auch von Dominic Thiem nicht stoppen. Mit einem ungefährdeten 6:4, 6:3, 6:2 im Final sichert sich der spanische Sandkönig seinen 11. Triumph am French Open.Mit nun 17 Grand-Slam-Titeln verkürzte Nadal seinen Rückstand in der Allzeit-Bestenliste gegenüber Roger Federer, der in Paris wie in den letzten beiden Jahren nicht antrat, wieder auf drei Einheiten.
Zudem bleibt der 32-jährige Mallorquiner vor dem Schweizer die Nummer 1 der Weltrangliste. Insgesamt steht Nadal bei seinem Lieblingsturnier jetzt bei unglaublichen 86:2 Siegen. Nadal ist und bleibt der Herrscher von Paris, Thiem hat sich womöglich als Kronprinz in Stellung gebracht.
Für den Weltranglisten-Achten war es der erste Final bei einem Grand-Slam-Turnier. Der Österreicher hielt über weite Strecken gut mit und trug viel zur hochklassigen Partie bei. Die entscheidenden Punkte gewann aber Nadal, der kurze Schwächeperioden des acht Jahre jüngeren Thiem konsequent ausnützte. Dieser zeigte aber auf, dass er aktuell mit Sicherheit der zweitbeste Sandplatzspieler ist.
Ein schlechtes Game von Thiem am Ende des ersten Satzes genügte, um Nadal den letztlich vorentscheidenden Vorteil zu überlassen. Bei 4:5 spielte der Niederösterreicher ein miserables Game und schenkte dem Spanier den ersten Satz mit vier Fehlern geradezu. Und wenn Nadal, vor allem auf Sand, erstmal führt, ist er erst recht kaum zu stoppen. Er nahm Thiem auch im zweiten Satz gleich den Aufschlag zum 2:0 ab und war in der Folge näher an einem zweiten Break als am Ausgleich.
Überhaupt agierte Nadal bei eigenem Aufschlag deutlich stärker als auf dem Weg in den Final. Das einzige Break gestand er Thiem im ersten Satz zum 2:1 zu, nachdem er selber mit einem Blitzstart in Führung gegangen war. Letztlich biss sich der Österreicher aber an den Konterqualitäten und der Spielübersicht der Weltnummer 1 die Zähne aus. Nadal hatte auf fast alles eine Antwort, so dass Thiem oft zu viel Risiko eingehen musste. Im dritten Satz wehrte der Fussball- und Skisprungfan zunächst noch fünf Breakbälle ab, ehe er den Service zum 1:2 doch abgeben musste.
Etwas Spannung kam nochmals auf, als Nadal beim Stand von 2:1 und 30:0 urplötzlich klagte, er könne den Mittelfinger der linken Hand nicht mehr bewegen. «Ich hatte einen Krampf und grosse Angst», verriet der Spanier danach. Nach kurzer Massage konnte er aber weiterspielen.
Danach schlug er zwar merklich langsamer auf, in Bedrängnis geriet er aber nicht mehr. Im Gegenteil: Nach einem zweiten Break verwertete er nach 2:42 Stunden seinen fünften Matchball. (pre/sda)