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Lineen
(Leingewächse), dikotyle Familie aus der Ordnung der Gruinales, einjährige und perennierende Kräuter und Halbsträucher mit wechsel- oder gegen-, selten quirlständigen, einfachen, ungeteilten, linealischen, sitzenden Blättern ohne Nebenblätter und vollständigen, regelmäßigen Blüten, welche meist zu Dichasien mit Wickeltendenz vereinigt sind. Der Kelch ist vier- oder fünfblätterig, stehen bleibend; die Blumenblätter sind in der gleichen Anzahl vorhanden, abwechselnd mit den Kelchblättern dem Blütenboden eingefügt, am Grund mit kurzem Nagel versehen, in der Knospenlage gedreht.
Die Staubgefäße [* 2] sind meist in derselben Anzahl wie die Blätter vorhanden und kurz monadelphisch; die vor den Kronteilen stehenden Stamina sind immer steril oder unterdrückt. Der oberständige Fruchtknoten ist zwei- bis fünffächerig, wird aber durch falsche Scheidewände unvollständig oder vollständig acht- oder zehnfächerig; jedes Hauptfach enthält im Innenwinkel zwei hängende, anatrope Samenknospen. Der Scheitel des Fruchtknotens trägt drei oder fünf fadenförmige, freie Griffel mit je einer einfachen Narbe.
Die
Kapsel öffnet sich fachspaltig, und jede
Klappe wird meist durch Trennung der Rückennaht zweiklappig. Die zusammengedrückten
Samen
[* 3] haben eine lederartige, glänzende
Schale; das
Endosperm fehlt; der gerade
Keimling hat elliptische, flache
Kotyledonen
und ein nach
oben gerichtetes Würzelchen.
Die nur aus vier
Gattungen nebst zwei asiatischen
Gattungen
(Linum
Lineen, Radiola
Dillen.) mit
ca. 140
Arten bestehende
Familie ist über die gemäßigten
Zonen der ganzen
Erde, vorzüglich aber über
die
Länder um das
Mittelländische Meer, verbreitet. Sie gewähren wegen der ölhaltigen
Samen und der dauerhaften Bastfasern
ihrer
Stengel
[* 4]
(Flachs) großen Nutzen.
Vgl. Baillon, Histoire des plantes, Bd. 5.