Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/3661

Ärztedichte
Der Indikator Ärztedichte gibt Auskunft über die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung einer Region, dies im Gegensatz zum Indikator Versorgung mit Krankenhausbetten, der Auskunft über die stationäre medizinische Versorgung gibt. Die Ärztedichte wird unter anderem durch Beschränkungen bei der Zulassung von Ärzten beeinflusst. Eine tiefe Ärztedichte wird in der Regel als medizinische Unterversorgung gedeutet. Ob eine sehr hohe Ärztedichte auf eine sehr gute Versorgung oder eine Überversorgung hindeutet, ist hingegen umstritten. Eine hohe Dichte kann Ausdruck eines hohen Spezialisierungsgrads der Ärzteschaft sein.
Statistischer Kommentar
Das Netz freipraktizierender Ärztinnen und Ärzte ist in den Schweizer Städten unterschiedlich dicht. So wurden 2012 pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner in Bern dreimal mehr Ärztinnen und Ärzte gezählt (knapp 17) als in Biel/Bienne (knapp 6). Bern rangiert damit an erster Stelle des Vergleichs. Die nächsttiefere Ärztedichte verzeichnete die Stadt Lausanne mit 11 Ärztinnen und Ärzten pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Zum breiten Mittelfeld zählten die Städte St. Gallen, Basel, Luzern, Genève und Zürich, wo die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung jeweils von ungefähr 10 Ärztinnen und Ärzten pro 1'000 Personen sichergestellt wurde.
Im Jahr 2012 standen in der Stadt Luzern 780 Ärztinnen und Ärzte für die 78'000 Einwohnerinnen und Einwohner zur Verfügung, was einer Ärztedichte von 10 pro 1'000 Personen entspricht. Vier Jahre zuvor hatte die Ärztedichte in Luzern bei gleicher Einwohnerzahl noch 8 auf 1'000 Personen betragen. Die Ärztedichte erhöhte sich in der Schweiz seit den 1980er-Jahren allgemein und hat sich bis ins Jahr 2000 verdoppelt. Während die Zahl der Allgemeinärzte im Gleichschritt mit der Bevölkerung wuchs, nahm die Zahl der Fachärzte überproportional zu. Vergleichsweise viele Fachärzte gibt es in Luzern unter anderem in den Bereichen Gynäkologie, Kinder- und Jugendmedizin, Augenheilkunde, Anästhesiologie sowie Arbeitsmedizin.
Definition
Die Ärztedichte beschreibt die Anzahl frei praktizierender Ärztinnen und Ärzte pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner.