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Pierre Rolland gewinnt in Canazei solo die 17. Etappe des Giro d'Italia. In der Gesamtwertung gibt es an der Spitze mit Leader Tom Dumoulin keine Verschiebungen.
Tags zuvor hatte mit Vincenzo Nibali erstmals an diesem 100. Giro ein Italiener gewonnen, am Mittwoch war es mit Pierre Rolland erstmals ein Franzose, der einen Etappensieg in der aktuellen Rundfahrt realisieren konnte. Letztmals hatte vor drei Jahren mit dem Sprinter Nacer Bouhanni ein Franzose im Giro reüssiert.
Das 219 km lange Teilstück ins Trentino war geprägt durch die Flucht von mehr als 40 Fahrern, die sich zu Beginn des Tages in den Aufstiegen nach Aprica und zum Tonale-Pass vom grossen Feld gelöst hatten. 25 Fahrer waren es schliesslich noch, die mit über 11 Minuten Vorsprung die letzten 50 km in Angriff nahmen. Somit war klar, dass der Tagessieger aus dieser Gruppe kommen musste.
15 km vor dem Ziel gab es unter den Flüchtlingen erste Attacken, den entscheidenden Antritt platzierte indes der 30-jährige Rolland, der schon unmittelbar nach dem Start den ersten Angriff des Tages vorgetragen hatte und sich mehr als 210 km später, gut 7 km vor dem Ende, erfolgreich absetzte.
Zweimal hatte der Franzose schon im Rahmen der Tour de France gewonnen (2011 auf der Alpe d'Huez und 2012 in La Toussuire), erstmals nun triumphierte er auch im Giro d'Italia. 24 Sekunden zurück folgten die ersten seiner ursprünglichen Fluchtkollegen, angeführt vom Portugiesen Rui Costa, dem Strassen-Weltmeister von 2013.
Unter den Favoriten, die knapp acht Minuten nach dem Tagessieger ins Ziel kamen, tat sich wenig. Der Niederländer Tom Dumoulin liegt als Leader weiterhin 31 Sekunden vor dem Kolumbianer Nairo Quintana und 72 Sekunden vor dem Italiener Vincenzo Nibali.
Grösster Nutzniesser in der Gesamtwertung war der Slowene Jan Polanc, der unter den Flüchtlingen als 13. (mit 12:13 Minuten Rückstand) der bestklassierte Fahrer war. Zwischenzeitlich sah sich Polanc gar als virtueller Träger des Leadertrikots, aber am Ende holte er lediglich gut fünfeinhalb Minuten heraus. Damit verbesserte sich der Slowene, der in der ersten Giro-Woche am Ätna die 4. Etappe für sich entschieden hatte, immerhin auf Platz 10.
Die Etappe am Auffahrtstag ist mit 137 km sehr kurz, aber es geht ständig rauf und runter. Fünf Aufstiege gilt es zu überqueren, und auch das Finale präsentiert sich nicht einfach. 9,3 km lang ist die letzte Steigung, danach folgen noch 4 km bis ins Ziel nach St. Ulrich im Grödnertal.
SDA-ATS