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Am Sonntag, 2. Oktober wird in Brasilien gewählt. Vor allem das Ergebnis der Präsidentschaftswahl wird mit Spannung erwartet. Bei den Umfragen stehen Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei PT und der derzeitige ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro an der Spitze. Die meisten Umfragen zeigen derzeit einen Vorsprung Lulas.
Der heute 76-jährige Lula galt einst als der beliebteste Präsident Brasiliens. 2017 wurde er jedoch im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal Lava Jato wegen Korruption und Geldwäsche vom damaligen Richter und späteren Justizminister Jair Bolsonaros Sérgio Moro zu neun Jahren Haft verurteilt.
Die trat er im April 2018 an. Im November 2019 wurde ihm das Recht eingeräumt, in Freiheit auf ein endgültiges Urteil nach dem Durchlaufen aller Instanzen zu warten. Eine Wendung gab es 2021. Der Oberste Gerichtshof STF annulierte die Verurteilung Lulas mit der Begrüundung, dass das Landesgericht Paraná nicht zuständig gewesen sei. Sérgio Moro wurde zudem für Befangen erklärt.
Lula, der von 2003 bis 2011 Präsident war, ist bereits zum sechsten Mal Präsidentschaftskandidat. Der ehemalige Militär Jair Bolsonaro (67 Jahre) versucht hingegen seine erste Wiederwahl. Der Rechtspopulist hat allerdings ebenso mit Korruptionsvorwürfen zu kämpfen, die ihn, seine Regierung und ebenso seine Familie betreffen. Betroffen ist unter anderem das Erziehungsministerium.
Für das sollen zwei Pfarrer die Verteilung von Finanzmittel gegen Schmiergeld verhandelt haben. Für Polemik hat ebenso Bolsonaros Verhalten während der Pandemie gesorgt. Covid-19 hat er als “Gripplein“ bezeichnet, Isolationsmaßnahmen verteufelt und den Kauf von Impfseren verzögert. Im Vorfeld der Wahlen hat Bolsonaro zudem versucht, die Sicherheit der elektronischen Wahlurnen in Frage zu stellen und gesagt, dass er ein anderes Ergebnis als seinen Sieg nicht anerkennen werde. Zumindest von Letzterem scheint er momentan Abstand zu nehmen.
Insgesamt stehen 13 Männer und Frauen als Kandidaten für das Präsidentschaftsamt zur Wahl. So wie es momentan aussieht, wird es jedoch eine Entscheidung zwischen Lula und Bolsonaro geben. Sollte am Sonntag (2. Oktober) kein eindeutiges Ergebnis erreicht werden, gibt es am 30. Oktober einen zweiten Wahlgang.
Neben dem Präsidenten werden ebenso Bundesabgeordnete, SenatorInnen, Landesabgeordnete und Gouverneure der 26 Bundesländer sowie des Hauptstadtdestriktes gewählt.
Zur Kandidatur gestellt haben sich dieses Mal 29.261 BrasilianerInnen und damit so viele, wie noch nie. Zum Vergleich: 2018 waren es 29.085. Etwa 57 Prozent von ihnen wollen einen Sitz in einem der Landesparlamente, 10.629 einen der 513 Sitze der Bundesabgeordneten, 243 einen der 27 frei werdenden Sitze im Senat und 224 haben sich zur Wahl zum Gouverneur gestellt.
Einen Rekord gibt es auch bei der Zahl der Wähler. Von den etwa 215 Millionen Brasilianern sind 156.454.011 wahlberechtigt. Wählen müssen alle 18- bis 69-jährigen BrasilianerInnen. Ob sie wählen wollen oder nicht, können lediglich 16-17-Jährige und über 70-Jährige frei entscheiden.
Gewählt wird auch im Ausland. Dort sind 697.087 Wahlberechtigte registriert. Brasilianer wählen unter anderem in Berlin, München, Frankfurt, Genf, Zürich und Wien.
Die Stimmabgabe erfolgt über elektronische Wahlurnen. Diese sind nicht an das Internet angeschlossen, um Hackerangriffe zu vermeiden. Ihre Auswertung erfolgt ebenso elektronisch. Mit den ersten Ergebnissen kann deshalb bereits kurz nach Schließung der Wahllokale um 17 Uhr gerechnet werden.
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