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Unser diesjähriges Matinée-Konzert fand in der Turnhalle Mittelweg statt. Die Konzertbesucherinnen und -besucher lobten die lichtdurchfluteten Weite dieses Raumes und die schöne Atmosphäre. Nach den Corona-Jahren boten wir erstmals wieder ein grosses Apéro an. Der Austausch mit unseren Zuhörenden war ein Genuss.
Ein Höhrgenuss war natürlich auch die Musik. Den vier gespielten Werken war gemeinsam, dass es alles Arrangements für Streichorchester waren. Mit Sibelius‘ Finlandia enführten wir die Zuhörer und Zuhörerinnen nach Finnland. Finlandia gilt als die geheime finnische Nationalhymne. Historisch ist das Werk dem erwachenden Selbstbewusstsein der Finnen und der Loslösung von Russland in den 1890er Jahren zuzuordnen.
Der Solist Maxime Ganz brachte mit seiner Leidenschaft und seinem Können auf seinem Cello die Arpeggione-Sonate von Schubert auf wunderbare Weise zum Leben. Es ist ein herrliches Werk, herrlich gespielt. Das Stück wurde usprünglich für das Instrument „Arpeggione“ (eine Streichgitarre) und Piano-Begleitung komponiert, das Arrangement für Cello und Streichorchester forderte vom Orchester eine zarte Begleitung.
Für das Werk Cavatina, der 5. Satz des 13. Streichquartetts von Beethoven, braucht es zum Spielen und zum Zuhören viel innere Ruhe, um die enorme Tiefe dieser Musik zu spüren. Jeder Ton hat seine Bedeutung und dringt tief ins Herz, wenn man es zulässt. Der Violonist Karl Holz, Freund des Komponisten, schrieb, Beethoven habe beim Komponieren dieses ausdruckstarken Satzes geweint. Vielleicht ahnte Beethoven, dass er im selben Jahr noch sterben wird.
Im letzten Stück, Valse triste von Sibelius, geht es tatsächlich ums Sterben. Die Musik komponierte Sibelius ursprünglich für das Bühnenwerk Kuolema (Der Tod), bearbeitete es aber ein paar Jahre danach als Orchesterwerk. Es geht in diesem Walzer um eine alte Frau, die im Sterben liegt, im Traum nochmals den Tanzsaal besucht, beschwingt tanzt, bis sie ermüdet und der Tod mit ihr den Tanz beendet.
Auch wenn die Werke unsereres Konzertes eher einen schwermütigen Charakter hatten, taten sie uns Spielenden und hoffentlich auch den Zuhörenden gut, da sie uns in der hektischen Welt zur Ruhe kommen liessen.