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Für die alten Kelten war der Lebensbaum ein ganz besonderes Symbol. Dieses schöne Design wird als Crann Bethadh bezeichnet und repräsentierte das Gleichgewicht, die Harmonie und die Vernetzung aller Dinge der natürlichen Welt. Das Symbol ist seit etwa 2000 v. Chr. bekannt, und es gibt in Stein geritzte Abbildungen, welche ungefähr 1000 Jahre älter sind als die keltische Kultur. Die meisten Gelehrten sind sich darüber einig, dass die Kelten die nordische Version des Symbols des Lebensbaums für den eigenen Gebrauch übernahmen und anpassten. Dieses Symbol ist bis heute sehr populär und stellt einen Baum innerhalb eines Kreises dar, oft mit Wurzeln und Zweigen, die auf eine schöne Art miteinander verwoben sind. Zeitgenössische Versionen ersetzen das Geflecht oft mit Namen und fügen dem alten Sinnbild noch weitere Bedeutung hinzu.
Es ist kaum zu glauben, aber der Lebensbaum war mehr als nur ein dekoratives Symbol für die Kelten, die vor tausenden von Jahren lebten. Wenn neue Siedlungen gegründet wurden, ließ man in der Mitte einer jeden Rodung einen einzelnen Baum stehen. Dieser Baum diente als ein wichtiger Versammlungsort, während er gleichzeitig Schatten und Schönheit bot. Wegen der Tiere, die auf dem Baum und in seiner Umgebung gesehen werden konnten, galt er als Betreuer – buchstäblich ein lebender, atmender Baum des Lebens. Darüber hinaus glaubten die alten Kelten, dass diese Bäume besondere Kräfte besaßen. Aus diesem Grund war es erforderlich, dass in jeder Gemeinde ein solcher Baum stand. Es galt als Verbrechen, einen solchen Baum zu beschädigen, und in Kriegszeiten triumphierten die Sieger über die Besiegten, indem sie den Lebensbaum der gegnerischen Gemeinde fällten.
In der keltischen Kultur besteht die hauptsächliche Bedeutung, die hinter dem Symbol des Lebensbaums steht, in der Vernetzung allen Lebens. Tief in der Erde verbinden sich die Wurzeln von Bäumen ebenso miteinander wie mit den Wurzeln anderer Pflanzen; oben in der Krone des Waldes greifen die Äste auf eine Weise ineinander, die Vögeln, anderen Tieren und den Pflanzen auf dem Waldboden Schatten und Schutz bieten. Ein einziger Baum schon kann als Heim für Tierbauten, fleißige Eichhörnchen und bunte Singvögel dienen, während er für vorbeiziehende Wanderer Früchte oder Nüsse bietet und Schatten spendet.
Weil er von den Wurzeln des Baumes aufsteigt und gleichzeitig die Äste trägt, wurde der Stamm des Baums oft als Verbindung zwischen Himmel, Erde und der Unterwelt betrachtet. Die alten Kelten glaubten, dass ihre Götter den Baum dazu nutzten, die Kommunikation zwischen den Menschen und der Geisterwelt sowie mit anderen Lebensformen zu ermöglichen.
Über seine spirituelle Bedeutung hinaus symbolisierte der Lebensbaum auch ein langes Leben, Weisheit und Stärke. Zudem diente er auch als Sinnbild der Wiedergeburt, dies aufgrund seiner Fähigkeit, am Ende des Herbstes die Blätter abzuwerfen und den Winter in blätterlosem Winterschlaf zu verbringen, um dann mit der Ankunft des Frühlings neue Blätter sprießen zu lassen. Als ein Symbol für die Familie verbindet der Baum des Lebens Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander auf eine wunderbare, unmissverständliche Weise.
Es verwundert nicht, dass heute der Lebensbaum weltweit zu den beliebtesten Symbolen gehört. Alle Versionen werden mit positiver Energie, Kontinuität, Harmonie und Gleichgewicht assoziiert. Ob er mit einem Anhänger oder einem Lebensbaum-Armband gefeiert wird – der Lebensbaum ist eines der bedeutsamsten und kultigsten Schmuckdesigns, die man tragen kann.