Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/1583

Südostsibirien – Am Rand der chinesischen Welt
RusslandSibirien umfasst ein Gebiet von rund 9.6 Mio km² was drei Viertel des russischen Territoriums entspricht. Es erstreckt sich im Norden vom Polarmeer bis an die Nordgrenzen Kasachstans, der Mongolei und Chinas, im Westen vom Ural bis zum Pazifischen Ozean im Osten. Diese Region wird von etwa 23 Mio Menschen oder durchschnittlich 2.4 Bewohner pro km² bewohnt. Zwei grosse Bahnlinien erschliessen das Gebiet bis zum Pazifik. Die Transsibirische Magistrale wurde 1905 noch zur Zarenzeit festgestellt. Mit dem Bau der zweiten Linie, der BAM – Baikal-Amur-Magistrale, die in einem Abstand von 400 bis 700 km nördlich der Transsib verläuft wurde 1974 begonnen.Sibirien soll nach einer nicht wissenschaftlich bestätigte Theorie bedeuten “Schlafende Erde”. Im nachfolgenden beschränke ich mich ausschliesslich auf das gebirgige Südostsibirien das wir durchreisen werden.
Im weitesten Sinne bezeichnet man das ganze Gebiet Russlands entlang der mongolischen und chinesischen Grenze bis zur Pazifikregion als Südostsibirien. Streng genommen gehört aber das Gebiet zwischen Amur und Pazifikküste nicht mehr zu Sibirien. Südost SibirienDieses südöstlichsten Gebiete Russlands wird auch als *Russisch Fernost” bezeichnet und gehört administrativ zum Föderationskreis Ferner Osten.
In den Südsibirischen Gebirgen liegt der Baikalsee mit einer Fläche von 31.500 km² und einerTiefe von 1.637, der grösste und tiefste Süsswassersee der Welt.
Seit den frühen 90er-Jahren beobachtet man eine verstärkte Zuwanderung von Chinesen, insbesondere in den grösseren Städten im Grenzgebiet. Die einheimische russische Bevölkerung steht dieser Entwicklung mit Skepsis gegenüber.
Im Föderationskreis Ferner Osten, dort wo der Fluss Amur die Grenze zu China bildet liegt ein Jüdisch Autonomes Gebiet (Oblast). Nach dem Zweiten Weltkrieg waren dort rund ein Drittel der Bevölkerung jüdisch. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wanderte viele nach Israel oder Deutschland aus. Heute ist ihr Anteil unter 1 % der Gesamtbevölkerung von 176.558 Personen gesunken.