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Vitamin C – das Sujet einer neuen Briefmarke
Die UNO hat das Jahr 2011 zum „Internationalen Jahr der Chemie“ erklärt. Aus diesem Anlass gibt die Schweizerische Post eine Sonderbriefmarke heraus, die ab dem 3.3.2011 gültig ist. Darauf abgebildet ist das Molekül des Vitamin C, das auf die chemische Forschung und ihre Errungenschaften in der Schweiz hinweisen soll.
Vitamin C ist wohl das bekannteste Vitamin. Um 1927 wurde der Stoff identifiziert, der bei der Vorbeugung und Heilung der Krankheit Skorbut eine wesentliche Rolle spielt: Man hatte ihn aus Zitronensaft und Weisskohl isolieren können. Einige Jahre später wurde die chemische Struktur des Vitamins C aufgeklärt. Die Substanz wurde „A(nti)scorbinsäure“ genannt, als Anspielung auf „Skorbut“. 1933 gelang dem Chemiker Tadeus Reichstein an der ETH Zürich die künstliche Herstellung (Synthese) von Ascorbinsäure auf der Grundlage von Traubenzucker (Glucose). Anschliessend verkaufte Reichstein sein Patent für synthetisches Vitamin C an das Basler Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche, wo die Erfolgsgeschichte des künstlichen Vitamin C ihren Anfang nahm.
Vitamin C ist ein Antioxidationsmittel
Vitamin C kommt in Gemüse und Früchten, insbesondere in Zitrusfrüchten, vor. Es wird Nahrungsmitteln als Antioxidationsmittel beigefügt und trägt die E-Nummer E300. Antioxidationsmittel wie Vitamin C verhindern das Oxidieren von Lebensmitteln (also eine Reaktion mit Sauerstoff aus der Luft), wodurch z. B. angeschnittene Äpfel, Bananen, Avocados oder Fleisch braun werden. Im menschlichen Körper verhindert Vitamin C oxidierende Reaktionen mit Substanzen, die zu Zellschäden führen würden, und schützt unseren Körper. Bereits der berühmte Chemiker und zweifache Nobelpreisträger Linus Carl Pauling vertrat ab 1966 die Meinung, dass Vitamin C einen vor Erkältungen bewahren könne und vorbeugend gegen Krebs wirke. Er selbst nahm jeden Tag ca. 18 Gramm Vitamin C zu sich.
Die meisten Wissenschaftler halten heute diese Annahmen nicht mehr für ganz richtig. Pauling erreichte ein stolzes Alter von 93 Jahren, doch von einer so hohen Dosis an reinem Vitamin C, wie Pauling sie zu nehmen pflegte, wird heutzutage abgeraten. Es konnte nämlich gezeigt werden, dass zuviel Vitamin C an bestimmten Orten im Körper selbst eine oxidierende Wirkung haben kann (obwohl es Oxidationsreaktionen normalerweise verhindert). Diese Oxidationen können schädlich sein, finden aber nicht statt, wenn gleichzeitig sekundäre Pflanzenstoffe (aus Früchten oder Gemüse) aufgenommen werden. Vitamin C bleibt dann ein „braver“ und gesunder Antioxidant. Mit Früchten und Gemüse braucht man also aus Angst vor zuviel Vitamin C nicht sparsam umzugehen!
Übrigens: Zum Internationalen Jahr der Chemie 2011 sind weitere Informationen auf einer eigenen Website verfügbar.