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1927 eröffnet Firmengründer Werner Künzli sein erstes Atelier in Trimbach bei Olten. Er spezialisiert sich auf die Fertigung von Skischuhen. Der Erfolg führt zu weiteren Entwicklungen und zur Produktion von spezifischem Schuhwerk in den Bereichen Fussball, Eislauf, Handball und Velorennsport. Dennoch treibt die Wirtschaftskrise von 1938 die Firma in den Konkurs. Werner Künzli lässt sich aber nicht entmutigen und gründet ein neues Unternehmen in Brugg. Zusammen mit einem Dutzend Mitarbeitenden fertigt er nun Schlittschuhe und Eishockey-Stiefel.
1955 tritt der Sohn Kurt Künzli als diplomierter Schuhtechniker in die Firma ein und 1956 wird das neue Fabrikgebäude in Windisch bezogen. Es dient bis heute als Firmensitz und Produktionsstätte.
1959 meldet Künzli die Sportschuh-schnürung als Patent an. Es handelte sich dabei um fünf Perlonstreifen, die von der Sohle aus in die Ringschnürung integriert sind und dem Fuss besonderen Halt geben. Diese Patentschnürung mit den auffälligen 5 Künzli-Streifen entwickelte sich schnell zum Markenzeichen aller Künzli Sportschuhe. Das Patent wird in weiteren Ländern angemeldet und die Schuhe nach Europa, den USA und Asien exportiert. Jetzt sind die Künzli Sportschuhe omnipräsent: Die Fussball-Nationalmannschaft und viele Top-Vereine kicken darin, Tennismodelle sind auf den Plätzen unterwegs, Schlittschuhe gehören ebenso zum Sortiment wie Radsport-, Leichtathletik-, Jogging-, Curling- oder Fallschirmzielspringschuhe.
In den USA vertreibt Künzli die Produkte zunächst über mehrere Distributionspartner. Besonders gefragt ist das Modell ‚Game’, der erste Ledertennisschuh – bisher kannte man nur Canvas. 1966 gründet einer der Partner, die schweizstämmigen Gebrüder Brunner, ein eigenes Unternehmen Brunner Ltd. mit dem Ziel, Sportschuhe mit 5-er Patentschnürung zu vermarkten. 1972 wird die Importfirma umbenannt in K-Swiss – von Künzli Swiss. Bald produziert K-Swiss selbst, mit Hilfe von Künzli, Schuhe mit 5-er Patentschnürung. Der Export der Künzli Schuhe in die USA wird schrittweise eingestellt. Das US-Patent von Künzli wird von Beginn an missachtet - jedoch ohne Widerspruch. 1987 verkaufen die Gründer von K-Swiss ihr Unternehmen an eine US-amerikanische Investorengruppe, die den späteren CEO stellt.
1968 tritt Werner Künzli in den Ruhestand und Kurt Künzli in die Fussstapfen seines Vaters. Der Sohn widmet sich der Entwicklung von leichten Sportschuhen mit besonderen Finessen. Verschiedene Erfindungen machen Kurt Künzli zum Pionier des modernen, Gelenk schonenden Sportschuhs: die erwähnte Patentschnürung, die Sandwich-Sohle mit stützendem Fersenteil und Schlag dämpfender Luftpolsterung sowie das Prinzip der zwei seitlichen, vertikalen Stabilisatoren (Midsize-Protect) gegen das Übertreten des Fussgelenks.
Bereits in den 70er-Jahren fordert die Billigkonkurrenz aus Asien den Innovationsgeist der Firma heraus. Die Sportschuhe geraten unter Druck. In ständigem Kontakt mit Ärzten, Chiropraktikern und Sportlern verbessert darauf Kurt Künzli das System Midsize-Protect zum heutigen Ortho® System. Damit ist der Ortho®-Stabilschuh erfunden, ein innovatives medizinisches Hilfsmittel, das heute nicht aus der Behandlung von Knöchel- oder Bänder-verletzungen wegzudenken ist. In den Folgejahren verfeinert Kurt Künzli die orthopädische Produktlinie laufend und entwickelt schliesslich das Rehabilitations-Modell Ortho Rehab. Mit revolutionärem Inhalt – denn statt eines langen Heilungsprozesses mit Gipsverband, ermöglicht es der Schuh dem Patienten, innert weniger Tage wieder schmerzfrei zu gehen.
Eine unerwartete Krankheit reisst 1996 den damals 65-jährigen Künzli aus dem Leben. Die Nachfolge ist mit Andreas Peter geregelt. Der seit 1988 im Betrieb Mitwirkende, übernimmt das Unternehmen über ein Management-Buyout.
2004 steht erneut ein Besitzerwechsel an. Barbara Artmann tritt als erste Frau an die Spitze des Unternehmens. Unter ihrer Ägide tritt das Swiss Olympic Team in Athen auf Künzli Spezialkreationen an. Der neue Sortimentsbereich All’Tag verknüpft Sportschuhtradition mit dem Sneaker-Trend. Modisch-sportive Freizeitschuhe entstehen – exklusive Stücke mit Schweizer Esprit und den typischen fünf Künzli-Streifen. Auch die Kernkompetenzen im Orthopädie-Bereich werden neu belebt: Mit der Stabilbandage Ortho Nacht gibt es nun Künzli-Stabilschutz rund um die Uhr.
2005 kommen Ortho Donna und Ortho Junior auf den Markt. Das Modell Open Light hilft Patienten in den Schuh, wo sonst keiner passt. Das Prophylaxeschuh-Programm Protect wird positioniert und mit neuen Modellen und Designs ergänzt. Die ausländischen Nachbarn merken auf. Besonders der Ortho-Bereich gewinnt an Bekanntheit, aber auch die All’Tag-Sneaker werden international von informierten Boutiquen präsentiert.
2006 darf Künzli wiederum das Swiss Olympic Team mit Sneakers ausrüsten, nun für die Winterolympiade in Turin. Das Modell Oly Ice begeistert Athleten und Offizielle und kommt erstmals in der Originalversion in den freien Verkauf.
K-Swiss, einst aus Künzli hervorgegangen, will nun Künzli die Erfindung der fünf Streifen streitig machen. Künzli wehrt sich, und K-Swiss kündigt kurzerhand den bis dahin von Künzli in der Schweiz durchgeführten Vertrieb der K-Swiss Schuhe. Der US Konzern bringt auch All’Tag-Kunden von Künzli in Deutschland vor Gericht. Künzli übernimmt und gewinnt das Verfahren. Fortan konzentriert sich Künzli auf die Produktion und Vermarktung von Swiss-made Schuhen für besondere Ansprüche.
2007 lanciert Künzli die Ortho-Sandale, eine Neuheit, die nicht nur an heissen Tagen Verwendung findet. All’Tag ergänzt das Winterschuh- und Sneaker-Sortiment. Der Schweizer Kundenstamm wächst, der Export nach Deutschland wird wieder gestartet.
Zur Fussball-EM 2008 überrascht Künzli das Publikum mit Modellen im Fussballerstil. Besonders der aus rotem Büffelleder gefertigte Schuh findet grossen Anklang. Die feurigen Sneakers Draco helveticus mit dem aufgestickten Drachen für das Swiss Olympic Team ziehen auch die Blicke von Nichtfussballaffinen auf sich. Im Ortho®-Bereich kommt mit dem Ortho®Swiss Farbe ins Sortiment und technische Neuerungen zeigen die langjährige Stabilschuhkompetenz von Künzli. Der Golf Protect wird lanciert. Seine Sicherheit überzeugt die Spieler, das Design die Modekunden.
Künzli macht sich 2009 mit der All’Tag-Linie nach Deutschland auf und findet sowohl an der PREMIUM-Messe in Berlin als auch an der GDS in Düsseldorf grossen Anklang.
Auch die Ortho-Linie wird am grossen Orthopäden-Kongress in Berlin vorgestellt.
Für Vancouver 2010 darf Künzli diesmal als offizieller Lieferant das Swiss Olympic Team ausrüsten. Die Modelle sind für Fans auch im Fachhandel erhältlich.
Der mit der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule, Biomechanik) und Spitzenmedizinern überarbeitete Ortho Rehab Total wird mit grossem Interesse von den Kunden aufgenommen.
Die All’Tag-Linie kommt mit gelungenen neuen Schnitten, Sneakers im Derbyschnitt und Bottinen für den Winter daher.
Leichte Freizeit-Damen-Sneakers gelangen für den Sommer 2010 in die Geschäfte und als spezielles Highlight die edel.grün Serie: Modelle, die der Nachhaltigkeit verpflichtet, aus Schweizer Rohware hergestellt und mit natürlichen und pflanzlichen Substanzen gegerbt und gefärbt sind. Mit der Lancierung des neuen CI wird die Kategorie der Freizeitschuhe All’Tag zur Kategorie Classic umbenannt.
2011 verliert Künzli die von K-Swiss eingereichte Hauptsacheklage und muss Schuhe aus deutschen Geschäften zurücknehmen.
Ein schuhtechnischer Relaunch der Ortho®-Linie bringt schöneres Schuhwerk mit mehr Stabilität für den Fuss bei gleich sieben erneuerten Modellen.
März 2012 nach 7 Jahren rechtlicher Auseinandersetzungen landet Künzli den Coup: 5 „Squares“ statt 5 Streifen als neues Markenzeichen. Damit befreit sich Künzli auf einen Streich von allen Markenstreitigkeiten – und bleibt doch ganz Künzli. Die Künzli Classic Kollektion Herbst|Winter 2012|13 trägt zum ersten Mal das neue Markenzeichen 5 Squares.
Juli 2013 die 3 Produktlinien von Künzli erhalten ein eigenes Logo mit dem „Vornamen“ der Linie und Künzli als Familiennamen. Künzli bietet 2 Medizin-Linien: Künzli Ortho, die Sprunggelenkschuhe zur Rehabilitation von Sprunggelenksverletzungen und Künzli Protect, die klugen Schweizer Schuhe gegen Umknicken. In die Mode zielt Künzli Classic – die edlen Schweizer Sneakers.
November 2013 mit dem Relaunch des Ortho Standard beginnt die Umstellung der Linie Künzli Ortho auf ein innovatives 3-teiliges Schnürsystem für verbesserten Halt am Vorfuss, Limitierung des Talusvorschub und rundum komfortablem Sitz. In der Folge werden weitere Modelle mit dem radiologisch getesteten Schnürsystem ausgestattet.
2014 im September eröffnet Künzli den eigenen Webshop. Edle Sneakers von Künzli Classic und kluge Schuhe von Künzli Protect sowie einige Arbeitsschuhe Künzli Ortho gibt es nun übers Internet. Der neue Service und Verkaufskanal wird schnell sehr gut angenommen. Bald schon können stationäre Händler den Webshop als Lager-Check und für Bestellungen ausserhalb der Öffnungszeiten nutzen.
2014 im November erhält die Protect-Linie eine neues modernes Design. Der Umknickschutz – mechanisch und muskelaktivierend – ist jetzt dem Schuh anzusehen, das System glänzt in technischem Silber.
2016 Dezember Der neue Style von Künzli heisst K style. Mit den neuen Namen und Logo für die Sneakerlinie kommt ein Bündel Innovationen: ein neues authentisches Design verleiht den edlen Sneakers eine unverkennbare Künzli Handschrift.
Und, Künzli forciert den Kollektionsrythmus mit neuen saisonalen Artikeln alle zwei Monate.
2017 Dezember Mit dem Ortho Rehab Absolut erweitert Künzli sein Sortiment für die Versorgung von Achillessehnenverletzungen. Der kniehohe Schuh für die verletzte Seite wird kombiniert mit einem tiefen Ausgleichsschuh. Innovative Entlastungs,- und Schon-Technologien sorgen für einen optimalen Heilungsverlauf.
2018 April/Juli Künzli bündelt Produktion im modernem Werk in Albanien – und investiert in die Zukunft der Firma. Veränderte Kundenanforderungen, beschleunigte Technologie in Produkt und Verkauf und verschärfter Preisdruck erfordern nun eine Anpassung der Prozesse. Die albanische Tochterfirma Künzli factory Sh.p.k. führt die seit 25 Jahren ausgelagerte Näherei und die Schuh-Montage wieder zusammen. Künzli hält damit die gesamte Kette von Entwicklung und Produktion wieder in eigener Hand.
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