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Stammzellen lassen sich heute bereits zur Behandlung von rund 85 Erkrankungen verwenden.
Was sind Stammzellen?
Warum eine Stammzellenlagerung Sinn macht
- Ersatz degenerierter Zellen, Gewährleistung der natürlichen Zellreproduktion.
- Wachstumshilfe für Organe und Gewebe.
- Regeneration von Gewebedefekten aufgrund von Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder Alterung.
Zwei Arten von Stammzellen
Die Nabelschnur enthält eine beachtliche Menge an Stammzellen mit einzigartigen biologischen und immunologischen Eigenschaften. Sie können anhand eines einfachen Eingriffs und ohne Gefahr für Mutter und Kind gewonnen werden. Diese jungen «adulten» Zellen unterscheiden sich in zwei Arten: Stammen sie aus dem Nabelschnurblut, dann spricht man von hämatopoetischen Zellen. Kommen sie hingegen aus dem Gewebe der Nabelschnur, dann bezeichnet man sie als mesenchymale Stammzellen.
Stammzellen der Nabelschnur
Biologische und immunologische Eigenschaften
Hämatopoetische Stammzellen
Die im Blut der Nabelschnur enthaltenen (hämatopoetischen) Stammzellen bilden in erster Linie Blutzellen, also rote Blutkörperchen (für den Sauerstofftransport), weisse Blutkörperchen (für die Immunabwehr) und die Blutplättchen (für die Blutgerinnung).
Heute verwendet man Stammzellen bereits zur Behandlung von rund 85 Erkrankungen, darunter insbesondere Bluterkrankungen wie etwa Leukämie, Anämien und Lymphome.
Die Behandlung mit Stammzellen der Nabelschnur erfolgt durch Transplantation, d. h. durch einen Ersatz schadhafter Zellen, ähnlich wie bei der Chemotherapie.
Mesenchymale Stammzellen
Die Stammzellen der Nabelschnur haben die Fähigkeit, sich in andere Zelltypen umzuwandeln, zum Beispiel Muskelzellen einschliesslich Herzmuskelzellen, Knorpel- und Knochenzellen, bestimmte spezialisierte Zellen wie die der Leber, der Nieren, der Bauchspeicheldrüse, der Haut und des Bindegewebes.
Da sie zur Vernarbung und Regeneration des Gewebes beitragen werden sie zur Heilung von bestimmten Verbrennungen verwendet.
Mesenchymale Stammzellen des Nabelschnurgewebes können unter gewissen Umständen zusammen mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut und dem Knochenmark zur Durchführung normaler Transplantationen verwendet werden.
Co-Transplantation
Vereinzelt konnten bereits erfolgreiche Co-Transplantationen von hämatopoetischen und mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe durchgeführt werden. Das Verfahren hat sich dabei nicht nur als sicher sondern auch als sehr wirksam für die Abschwächung der Graft-versus-Host-Reaktion (GVHD) erwiesen.
Derzeit über 85 therapeutische Anwendungen
Mehr als 50'000 Patienten
Stammzellen werden bereits jahrzehntelang zur Behandlung von zahlreichen Krankheiten (mehr als 85) verwendet. Besonders zu erwähnen sind Blutkrebserkrankungen wie etwa gewisse Leukämien, Lymphdrüsenkrebs (z. B. gewisse Lymphome) oder Knochenmarkkrebs (z. B. gewisse Myelome).
Für die in diesem Bereich gemachten Entdeckungen sind in den letzten 10 Jahren zwei Nobelpreise verliehen worden.
Hinweis – Mehr als 50’000 Patienten sind bisher weltweit mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt worden.
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