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Bulgarien plant seit einiger Zeit, ein neues Kernkraftwerk zu bauen. Laut Wasilew soll Griechenland im Rahmen eines Festvertrags über 20 Jahre Strom aus dem geplanten Kraftwerk beziehen. Er sagte, dass die Gewinnung eines Käufers für den von der geplanten Anlage produzierten Strom «das Geschäftsrisiko» im Zusammenhang mit dem Projekt beseitigen werde. So könnten die Bauarbeiten «extrem schnell» beginnen.
Anfang März hatte der bulgarische Ministerpräsident Kiril Petkow erklärt, dass seine Regierung nicht beabsichtige, neue Reaktorblöcke in Belene zu bauen, sondern sich auf den Neubau in Kosloduj konzentrieren wolle, was Kritik seiner sozialistischen Koalitionspartner hervorrief.
Offiziell wird in der Koalitionsvereinbarung vom Dezember 2021 eine «unabhängige Expertenanalyse» gefordert, um den Bedarf an neuen Kernkraftwerken auf der Grundlage der wirtschaftlichen Machbarkeit, der Kosten und des Bauzeitplans zu bewerten. Diese Analyse wurde bisher noch nicht veröffentlicht.
In Bulgarien sind noch zwei Einheiten des russischen Typs WWER-1000 (953 MW, PWR) in Betrieb, nachdem – als Bedingung für den EU-Eintritt Bulgariens – Kosloduj-1 bis -4 vom Typ V230 Ende 2002 und Ende 2006 vorzeitig vom Netz genommen worden waren. Der Atomstromanteil des Landes beträgt 41%.
Der Grossteil des griechischen Stroms wird aus Erdgas erzeugt, gefolgt von erneuerbaren Energien, aber das Land importiert auch bereits Strom aus Bulgarien.
Quelle
M.A. nach NucNet, 28. Februar 2022