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vermählt mit der Prinzessin Maria Anna (geb. Tochter des verstorbenen Herzogs Leopold Friedrich von Anhalt. [* 2] Kinder dieser Ehe sind: Prinzessin Marie, geb. seit mit dem Prinzen Heinrich der Niederlande, [* 3] nach dessen Tod mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg vermählt, starb
Prinzessin Elisabeth, geb. seit Gemahlin des Erbgroßherzogs August von Oldenburg; [* 4]
Prinzessin Luise Margareta, geb. seit Gemahlin des Herzogs Arthur von Connaught;
Prinz Friedrich Leopold, geb.
Vgl. die biographischen Schriften von Bettin (Berl. 1883), Hönig (das. 1885), Rogge (das. 1885).
[Sachsen.]
58) Friedrich I., der Streitbare, Kurfürst von Sachsen, ältester Sohn des Markgrafen Friedrich III., des Strengen, von Meißen [* 5] und Katharinas von Henneberg, geb. zu Altenburg, [* 6] folgte mit seinen Brüdern Georg (gest. 1402) und Wilhelm II. 1381 seinem Vater in der Regierung unter Vormundschaft seiner Mutter und erhielt mit jenen zugleich in der Erbteilung der meißnisch-thüringischen Lande mit seinen Vatersbrüdern Balthasar und Wilhelm vom zu Chemnitz [* 7] das Osterland, die Mark Landsberg, [* 8] das Pleißnerland, die vogtländischen Besitzungen, einige Städte in Thüringen, Orlamünde, Kahla, Jena, [* 9] Naumburg [* 10] etc., und das mütterliche Erbe Koburg. [* 11]
Die Brüder fügten 1389 ihren Besitzungen durch Kauf die Stadt Saalfeld [* 12] sowie 1400 das Amt Königsberg [* 13] in Franken hinzu. Nach ihres Oheims Wilhelm des Einäugigen Tod (1407) gewannen und Wilhelm durch den Vertrag von Naumburg 1410 auch die an ihre Besitzungen grenzende Hälfte von Meißen, worauf Friedrich das Osterland für sich übernahm (1410), von dem er 1423 Leipzig [* 14] an Wilhelm überließ; als letzterer ohne Leibeserben zu hinterlassen starb, fiel 1425 auch dessen Anteil an Friedrich In den vielen Fehden jener Zeit bewies Friedrich sowohl Tapferkeit als Klugheit. So stand er 1388 seinem Oheim, Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg, [* 15] gegen die fränkischen Städte, 1391 dem Deutschen Orden [* 16] wider Jagello von Polen bei.
Als nach Karls IV. Tod König Wenzel seine an Friedrich verlobte Schwester Anna ihm verweigerte und an den König von England verheirathete, trat Friedrich auf die Seite des Pfalzgrafen Ruprecht, des Gegenkönigs Wenzels. Auch die von Prag [* 17] vertriebenen Mitglieder der Universität nahm Friedrich willig in Leipzig auf (1409) und gründete damit die dortige Universität. Im Hussitenkrieg war er eine Hauptstütze des Kaisers Siegmund (wie er denn schon 1421 den Hussiten bei Brüx eine blutige Niederlage beibrachte), weshalb ihm Siegmund mit Übergehung Erichs von Sachsen-Lauenburg die erledigte Kur Sachsen [* 18] übertrug, ihn 1424 zu Bingen [* 19] ins Kurfürstenkollegium einwies und im folgenden Jahr zu Ofen feierlich belehnte. So kam die sächsische Kur an das Haus Wettin.
Für die aufgewandten Kriegskosten verpfändete er ihm Brüx und Aussig. Während in Nürnberg vergeblich das Reich zu kräftigerer Beteiligung am Krieg zu bewegen versuchte, wurde das von seiner Gemahlin zum Entsatz von Aussig aufgebotene Heer unter Axel v. Vitzthum 1426 bei dieser Stadt von den Hussiten vernichtet. Als auch ein von ihm selbst geführtes Reichsheer bei dem Anblick der Hussiten floh, unterlag er dem Gram hierüber in Altenburg. Von seiner Gemahlin Katharina von Braunschweig [* 20] hinterließ er außer vier Söhnen, Friedrich, Siegmund, Heinrich und Wilhelm, noch zwei Töchter, Anna, an den Landgrafen Ludwig von Hessen, [* 21] und Katharina, an den Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg [* 22] vermählt.
Vgl. Horn, Lebens- und Heldengeschichte Friedrichs des Streitbaren (Leipz. 1733).
59) Friedrich II., der Sanftmütige, Kurfürst von Sachsen, älterer Sohn des vorigen, geb. folgte seinem Vater 1428 in der Kur sowie gemeinschaftlich mit seinen Brüdern Siegmund, Heinrich und Wilhelm in den übrigen Besitzungen des meißnischen Hauses, die er bis zum Frieden von 1432 gegen die verheerenden Einfälle der Hussiten zu verteidigen hatte. Auch an dem Kreuzzug gegen die Hussiten von 1431, welcher mit der Niederlage bei Taus endigte, nahm er teil. Geschmeidig und ränkevoll, suchte er überall seinen Vorteil.
Durch den Preßburger Machtspruch von 1439 gewann er die ihm von Heinrich von Plauen bestrittene Burggrafschaft Meißen, von der jenem nur Titel und Würde blieben. Nach Kaiser Albrechts Tod betrieb er eifrig die Wahl Friedrichs III., seines Schwagers, die Feindschaft mit Brandenburg wurde 1441 zu Halle [* 23] ausgeglichen und, nochmals über Friedrichs Ansprüche auf die Niederlausitz ausgebrochen, durch den Vertrag zu Zerbst, [* 24] in welchem sich Friedrich mit Senftenberg und Hoyerswerda begnügte.
Die nach Friedrichs des Friedfertigen von Thüringen kinderlosem Ableben den beiden seit Heinrichs Tod (1435) und Siegmunds Eintritt in den geistlichen Stand (er wurde Bischof von Würzburg, [* 25] aber wegen anstößigen Wandels entsetzt und bis zu seinem Tod 1463 in Haft gehalten) noch übrigen Brüdern zugefallene Erbschaft, wodurch 1440 zum letztenmal sämtliche wettinsche Lande unter Eine Herrschaft kamen, wurde die Veranlassung zum Ausbruch der lange verhaltenen Zwietracht zwischen und Wilhelm.
Letzterer glaubte sich bei der 1445 zu stande gebrachten Erbteilung, wodurch ihm Thüringen und ein Teil des Osterlandes zufielen, von seinem Bruder übervorteilt und wurde in diesem ungegründeten Argwohn von seinen böswilligen Räten Apel, Busso und Bernhard Vitzthum noch bestärkt. Da Wilhelm sich weigerte, seine Räte zu entlassen, und sogar mit dem Erzbischof von Magdeburg [* 26] eine geheime Verbindung schloß, welche Thüringen in fremde Hände zu bringen beabsichtigte, so eröffnete Friedrich den Krieg mit einem verwüstenden Einfall in Thüringen.
Der Krieg, welcher jahrelang die wettinschen Lande verheerte, verzweigte sich selbst mit andern Parteiungen im Reich. Schloß sich an das Haus Habsburg an, so fand Wilhelm Beistand bei den Böhmen, [* 27] von denen er 9000 in Sold nahm. Mit ihrer Hilfe erstürmte er Gera. [* 28] Erst kam zu Pforta eine dauernde Aussöhnung zwischen den Brüdern zu stande, nachdem angeblich Friedrich das Anerbieten eines Schützen, ihn durch einen Schuß von seinem Bruder zu befreien, entrüstet zurückgewiesen hatte. Mittelbar durch diesen unseligen Zwist herbeigeführt war der von Kunz v. Kaufungen 1455 verübte Sächsische Prinzenraub (s. d.). Friedrich starb in Leipzig. Er war mit Margareta, der Schwester Kaiser Friedrichs III., vermählt. In der Kurwürde folgte ihm sein Sohn Ernst.
60) Friedrich III., der Weise, Kurfürst von Sachsen, Sohn des Kurfürsten Ernst, geb. zu Torgau, [* 29] folgte als der ältere Sohn seinem Vater 1486 in der Kur, während er die Regierung der übrigen Länder mit seinem Bruder Johann dem Beständigen gemeinschaftlich führte und zwar in nie getrübter Eintracht. Durch eine sorgfältige Erziehung, fortgesetzte Lektüre und den Umgang ¶
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mit gelehrten Männern, vor allen mit seinem Vertrauten Spalatin, erwarb er sich eine seltene Belesenheit in den Schriften der Alten. Wegen seiner politischen Einsicht und seines redlichen Charakters genoß er bei Kaiser Maximilian I. und im Kreis [* 31] der Reichsfürsten großes Ansehen. In Reichsangelegenheiten stand Friedrich auf der Seite derjenigen Partei, die unter Führung des Kurfürsten Berthold von Mainz [* 32] die Reform der Reichsverfassung betrieb, und als 1500 das von dieser Partei beantragte Reichsregiment zu stande kam, übernahm er den Vorsitz desselben.
Eine seiner verdienstlichsten und folgenreichsten Regentenhandlungen war die Gründung der Universität Wittenberg, [* 33] die er seine Tochter zu nennen pflegte, und für deren Gedeihen er väterliche Fürsorge trug. Wittenberg wurde durch die Berufung von Luther, Melanchton ^[richtig: Melanchthon] u. a. der Herd der reformatorischen Bewegung, und obwohl Friedrich keineswegs reformatorischen Grundsätzen huldigte, wie seine Wallfahrt nach Jerusalem [* 34] (1493) und sein eifriges Reliquiensammeln beweisen, so gewährte er doch dem geächteten Luther Schutz auf der Wartburg.
Nach Maximilians I. Tod 1519 wurde ihm von den Kurfürsten die Kaiserkrone angetragen, die er aber ablehnte, da er sich nicht mächtig genug fühlte, worauf auf seine Empfehlung Karl V. gewählt wurde. Ohne sich offen zu Luthers Lehre [* 35] zu bekennen, ließ er doch dieselbe sich ungehindert in seinem Land ausbreiten und schützte sie vor Vergewaltigung; erst auf dem Totenbett nahm er das Abendmahl unter beiderlei Gestalt. Durch den Undank des Kaisers schwer gekränkt, starb er Er war unvermählt geblieben, daher folgte ihm sein Bruder Johann in der Regierung.
Vgl. Tutzschmann, Friedrich der Weise (Grimma [* 36] 1848);
G. Spalatin, Friedrichs des Weisen Leben und Zeitgeschichte (hrsg. von Neudecker und Preller, Jena 1851);
Kolde, Friedrich der Weise und die Anfänge der Reformation (Erlang. 1881).
Friedrich August I. und II., s. August 7) und 8).
61) Friedrich August III, der Gerechte, Kurfürst (seit 1806 als Friedrich August I. König) von Sachsen, geb. zu Dresden, [* 37] ältester Sohn des Kurfürsten Friedrich Christian, trat nach dessen Tod unter der Vormundschaft seines Oheims Xaver, sodann selbständig die Regierung an. Von Natur scheu und ängstlich und durch die Erziehung bei seiner Mutter an Zurückgezogenheit gewohnt, am Hergebrachten hängend und schwierigen Verhältnissen nicht gewachsen, obwohl von persönlich achtungswertem, durch Gerechtigkeitsgefühl ausgezeichnetem Charakter, hob er manche Mißstände auf, welche unter den vorhergehenden Regierungen sich eingeschlichen hatten, und war bemüht, die durch den Siebenjährigen Krieg seinem Land geschlagenen Wunden zu heilen. 1785 verband er sich mit Preußen [* 38] zur Errichtung des Fürstenbundes, auch war er weise genug, die ihm 1791 angebotene erbliche Krone Polens auszuschlagen; desgleichen lehnte er den Beitritt zum österreichisch-preußischen Bündnis vom ab und stellte zum Kriege gegen Frankreich nur sein Reichskontingent bis zu dem Neutralitätsvertrag mit Frankreich von 1796. Die Verhandlungen mit Preußen wegen Errichtung eines norddeutschen Bundes unterbrach der Ausbruch des Kriegs von 1806, in welchem Friedrich A. nur notgedrungen auf Preußens [* 39] Seite trat.
Nach der Schlacht bei Jena Napoleon völlig preisgegeben, schloß er mit diesem Frieden und trat als König von Sachsen dem Rheinbund bei. Von da an war er einer der treuesten Bundesgenossen Napoleons, welcher ihm 1807 auch das Herzogtum Warschau [* 40] verlieh, wofür Friedrich A. an das Königreich Westfalen [* 41] einige benachbarte Gebiete abtreten mußte. Die Einkünfte der Ballei Thüringen des aufgelösten. Deutschen Ordens schenkte er den beiden Universitäten und den drei Fürstenschulen.
Nach dem unglücklichen Ausgang des russischen Feldzugs konnte es Friedrich A. trotz der Wünsche seines Volkes und der Aufforderungen der verbündeten Monarchen nicht über sich gewinnen, sich von Napoleon loszusagen, sondern entwich vor dem in Sachsen eindringenden Heer der Alliierten über Plauen [* 42] und Regensburg [* 43] nach Prag, um sich dem Vermittelungssystem Österreichs anzuschließen, mit dem am 20. April zu Wien [* 44] eine geheime Konvention zu stande kam, nachdem er bereits, entrüstet über die Sprengung der Elbbrücke durch Davoût (19. März), dem General Lecoq befohlen hatte, sich von den Franzosen zu trennen und seine Truppen nach Torgau zu führen, dessen Kommandant v. Thielmann angewiesen wurde, die Festung [* 45] weder den Franzosen noch den Verbündeten zu öffnen. Napoleons Sieg bei Lützen [* 46] versetzte jedoch Friedrich A. in die äußerste Bestürzung; er entließ sofort seinen Minister Grafen Senfft von Pilsach, und es bedurfte selbst nicht mehr Napoleons drohender Botschaft, um den gedemütigten König 12. Mai nach Dresden in die Arme »seines großen Alliierten« zurückzuführen. Torgau wurde den Franzosen geöffnet, das sächsische Heer wieder zu Napoleons Verfügung gestellt. Mit Napoleon begab er sich auch nach Leipzig, wo er während der Schlacht verweilte. Nach Napoleons Niederlage, an die er bis zum letzten Augenblick nicht hatte glauben wollen, wurde er als Kriegsgefangener nach Berlin [* 47] gebracht, das er nachher mit Friedrichsfelde vertauschte. Als die Absichten Preußens auf die Einverleibung Sachsens deutlicher hervortraten und schließlich vom Wiener Kongreß die Teilung des Landes ausgesprochen wurde, legte Friedrich A. eine feierliche Rechtsverwahrung dagegen ein, mußte aber, nach Preßburg [* 48] gebracht, sich endlich ins Unvermeidliche fügen und den Friedensvertrag mit Preußen ratifizieren. Mit großem Jubel wurde er 7. Juni bei seiner Rückkehr in Dresden empfangen; zur Erinnerung an dieses Ereignis stiftete er den Zivilverdienstorden. Mit anerkennenswertem Eifer widmete er sich der Fürsorge für das verkleinerte Land, blieb aber jeder Reform entschieden abgeneigt. Nachdem er sein 50jähriges Regierungsjubiläum gefeiert hatte, starb er Ihm wurden 1780 in Leipzig und 1843 in Dresden Denkmäler errichtet. Aus der Ehe, die er 1769 mit Marie Amalie von Pfalz-Zweibrücken geschlossen hatte, erwuchs ihm nur eine Tochter, Marie Auguste. Panegyrische Biographien schrieben Herrmann (Dresd. 1827) und Pölitz (Leipz. 1830).
62) Friedrich August II., König von Sachsen, ältester Sohn des Prinzen Maximilian, Bruders des vorigen, und dessen erster Gemahlin, Karoline Marie Therese von Parma, [* 49] geb. ward von dem General v. Forell, dann vom General v. Watzdorf erzogen. Nach dem Beginn des Freiheitskriegs ging er mit dem König nach Prag; später folgte er demselben in die Gefangenschaft nach Preßburg und nahm 1815 im österreichischen Hauptquartieren dem Feldzug der Verbündeten gegen Frankreich teil, ohne jedoch ins Treffen zu kommen. Er widmete sich hierauf unter Leitung des Majors v. Cerrini und des Hofrats Stübel militärischen, juristischen und staatswissenschaftlichen Studien, daneben auch der Kunst und den Naturwissenschaften. Von dem Erfolg, mit dem er besonders der Botanik ¶