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Christian Schwarzenegger – kein Bodybuilder!
«Allow me to break the Ice» (Batman & Robin, 1997)
8Schwarzenegger – der Name ist fame. Rund um die Welt haben die meisten Menschen eine Assoziation damit. Nur die wenigsten setzen ihn allerdings als erstes mit dem Vornamen Christian in Verbindung. Im Vordergrund steht der siebenfache Mister Olympia, erfolgreiche Schauspieler und ehemalige Gouverneur von Kalifornien.
Diesem Umstand ist sich Christian durchaus bewusst und er – der andere oder der «Zürcher» Schwarzenegger, wie er in den Medien auch schon genannt wurde, – benutzt seinen berühmten Verwandten immer wieder als «Eisbrecher». So fungierte dessen Tötungsrate in Hollywood immer wieder als Einstiegsbeispiel für Vorlesungen und Vorträge. Entsprechend erscheint es nur angemessen, diese Festgabe zu ehren von Christians 60. Geburtstag in gleicher Weise einzuleiten. Zumal die Karrieren der beiden Schwarzeneggers doch erstaunliche Parallelen aufweisen.
«The greatest feeling you can get in a gym, or the most satisfying feeling you can get in the gym is... The Pump» (Pumping Iron, 1977)
Geboren wurde Christian vor 60 Jahren – oder anders gesagt wenige Jahre bevor Arnold zum ersten Mal ein Fitnesscenter betrat. Das dürfte in etwa die Zeit gewesen sein, zu der Arnie bei der Betrachtung seines Spiegelbilds entschied, dass dieses nur durch einen 50 cm-Bizeps Vollkommenheit erlangt. Was folgte, ist Geschichte.
Bei Christian Schwarzenegger dürfte es kaum das Spiegelbild gewesen sein, das seine akademischen Aspirationen weckte. Doch auch er war sich schon früh bewusst, wohin seine Karriere führen sollte und er wählte seine Studienfächer entsprechend. Nach dem Abschluss promovierte er und erwarb ein Jahr später das Anwaltspatent. Statt Hanteln und Gewichte stemmte der andere Schwarzenegger in der Zeit seines (wissenschaftlichen) Aufstiegs Kommentare, Bücher, Zeitschriften und was ihm sonst noch lesenswert erschien und er pumpte so seinen akademischen Palmarès auf. Damit schuf er sich die Grundlage, in der Kriminologie und im Strafrecht eine wissenschaftliche Karriere zu beginnen.
Entsprechend zu Arnold musste der endgültige Durchbruch jedoch im Ausland erarbeitet werden. Während der eine im Westen durch seinen aufgepumpten Körper Mister Olympia Titel an Mister Olympia Titel reihte, beeindruckte der andere im fernen Osten mit seinen juristischen Fähigkeiten. So wurde er Assistenzprofessor an den Universitäten Niigata und Aichi in Japan ehe er im Oktober 1999 nach Zürich zurückkehrte und hier eine Professur für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie an der UZH antrat.
9 «I’ve seen you before, You are the asshole on TV» (The Running Man, 1987)
Nachdem die jeweiligen Peers vom antrainierten Körper bzw. Können überzeugt waren, gingen beide Schwarzenegger den gleichen Weg: das Talent sollte nun auch der grösseren Masse zugänglich gemacht werden. Dafür ist nichts besser geeignet als die Medien. Arnolds Karriere in Hollywood ist hinlänglich bekannt.
Christian wählte die Form des Fernsehens und wurde zum «Fernseh-Strafrechtler» (ebenfalls eine Bezeichnung aus den Medien). In mehreren DOK-Reihen gab Christian seine Einschätzung zu Schweizer Kapitalverbrechen weiter. Dies führte zu einer Bekanntheit über den Kreis der Akademiker hinaus und bescherte seinen Mitarbeitern am Lehrstuhl so manche knifflige Korrespondenz. Immer wieder mussten gewisse Personen davon überzeugt werden, dass Christian – obwohl er im SRF als Experte für Strafrecht zu sehen war – ihren eigenen Straffall nicht lösen kann, was jeweils auf unterschiedliches Verständnis traf.
«I’m not into politics, I’m into survival.» (Running Man, 1987)
Nach Anerkennung und Bekanntheit folgt oft das Streben nach Einfluss. Arnold gab schon früh zu verstehen, dass er von den Mächtigen fasziniert war. Und so hat er es später auch als seine Pflicht verstanden, sich als Gouverneur von Kalifornien zur Wahl zu stellen. Auch hier braucht die darauf folgende, erfolgreiche Politkarriere nicht weiter beschrieben zu werden. Das Amt als Präsident blieb wohl nur durch den ausländischen Geburtsort verwehrt.
Bei Christian sind entsprechende frühe Aspirationen nicht bekannt. Trotzdem hat es ihn schliesslich in die (Universitäts-)Politik verschlagen. So war er zunächst Prodekan Lehre und dann Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. 2014 wurde er schliesslich zum Prorektor Wirtschaft und Recht gewählt.
«Hasta la vista, Baby!» (Terminator 2: Judgement Day, 1991)
Und was kommt danach? Für Christian lässt sich diese Frage (noch) nicht beantworten. Arnold ging nach dem Ende seines politischen Amtes wieder zurück ins Filmgeschäft und ist darüber hinaus eine gewichtige und durchwegs erfolgreiche Person des öffentlichen Lebens in den USA. Was die Zukunft für Christian bereit hält, wissen wir nicht; allerdings könnte es auch bei ihm so sein, dass er auch nach seiner «politischen Karriere» von sich reden macht, indem er die eigenen Projekte weiterhin mit vollem Elan angeht. Und so kann man nur zu einem Schluss kommen: Christian, kein Bodybilder, aber ein genuiner Schwarzenegger!
Obwohl wir wissen, dass Du, Christian, gewisse Vorbehalte gegen das Gefäss der Festschrift hast, hoffen wir, dass wir Dir mit dieser Festgabe – gerade auch wegen ihrer Form – eine Freude machen. Dieses Projekt sei Dir mit herzlicher Gratulation zu Deinem runden Geburtstag gewidmet.
Abschliessend gebührt es sich, denjenigen Personen zu danken, ohne die dieses Projekt nicht oder zumindest nicht so reibungslos hätte realisiert werden können: Angela Giger, Vivian Stein und insbesondere Rebecca Sigg danken wir für ihren grossen Einsatz für das Gelingen dieser Festgabe. Ebenso danken wir Carola Göhlich und Stefanie Bernet für ihre einzigartige Unterstützung. Und last but not least wäre dieses Werk nicht so gelungen ohne die wunderbaren Illustrationen von Marvin Stark.
G. Ege, M. A. Niggli & S. Heimgartner