Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/3286

Reglise.
Mit diesem Namen belegt man sowohl den Süßholz- oder Lakritzensaft (s. Süßholz), als auch den in Apotheken und Konditoreien bereiteten Lederzucker (Pasta), welcher sowohl weiß als braun hergestellt wird. Die weiße R. (Pasta gummosa oder P. Althaeae) wurde früher mit Altheewurzelschleim bereitet, in welchem arabisches Gummi und Zucker aufgelöst war; jetzt verwendet man nur letztere beiden Stoffe, löst dieselben in Wasser, dampft die geklärte Lösung bei gelinder Hitze unter fortwährendem Rühren bis zur Sirupsdicke ab, verbindet sie dann mit zu Schaum geschlagenem Eiweiß, aromatisiert mit etwas Orangenblütenwasser und dickt weiter ein, bis eine Probe beim Erkalten einen steifen Teig bildet, gießt dann die Masse auf Blech oder in Papierkapseln aus und beläßt sie noch einige Tage in der Wärme, bis sie ihre gehörige Festigkeit hat, worauf man sie in Stücke schneidet und unter Verschluß bringt. Diese Paste ist weiß, rein süß, porös und zerbrechlich, wird aber an der Luft durch Anziehen von Feuchtigkeit wieder zähe.
Zu dem braunen Lederzucker (Pasta liquiritiae) dient ein Extrakt aus geschälter und fein geschnittener Süßholzwurzel und eine Lösung von arabischem Gummi und Zucker. Die gemischten und geklärten Lösungen werden in gelinder Wärme unter sorgfältigem Abschäumen eingedampft, die klaren Massen bei gehöriger Konsistenz auf Blech oder Papier zu Tafeln ausgegossen, vollends getrocknet und in Stückchen geschnitten. Diese Massen bleiben biegsam, bernsteingelb und durchsichtig. Die R. dienen als Hausmittel gegen Husten und Heiserkeit und gehören zu der Klasse der Bonbons. - Zoll: Eingedickter Süßholzsaft ohne Beimischung von Zucker, Gewürzen etc. zollfrei;
Lederzucker gem. Tarif im Anh.
Nr. 25 p 1.