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Lärmiges Open-Air auf Nachbarshof – Recht auf eine Mietzinsreduktion?
Nein. Sie können zwar bei Ihrer Vermieterin eine Mietzinsreduktion beantragen. Senkt sie den Mietzins, tut sie dies allerdings eher aus Goodwill.
Vor der Schlichtungsstelle oder dem Gericht hätten Sie mit Ihrer Forderung wahrscheinlich kaum Erfolg.
Tauglichkeit der Wohnung muss beeinträchtigt sein
Zwar kann Lärm dazu führen, dass die Vermieterin den Mietzins herabsetzen muss: Laut Gesetz haben Sie dann Anspruch auf eine Herabsetzung des Mietzinses, wenn die Tauglichkeit der Wohnung zum vorausgesetzten Gebrauch beeinträchtigt oder vermindert wird. Unwichtig ist übrigens, ob die Vermieterin den Lärm selber verursacht hat oder nicht; ist er nicht der Verursacher des Lärms, sondern beispielsweise ein Bauunternehmen, kann er allenfalls Schadenersatz vom Bauunternehmer verlangen.
Häufigkeit, Dauer und Intensität entscheidend
Damit Ihre Forderung nach einer Mietzinsreduktion auch vor Gericht erfolgreich wäre, müssten Sie nachweisen, dass die Lärmbelastung in ihrer Häufigkeit, Dauer und Intensität über das hinausgeht, was Sie als Mieter dulden müssen. Findet das Open-Air einmal jährlich an wenigen Tagen statt, dürften Sie das kaum nachweisen können. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Veranstalter über eine Bewilligung verfügt und deren Auflagen in Bezug auf die Lärmvorschriften erfüllt. Falls der Veranstalter das Open-Air schon regelmässig durchgeführt hat, bevor Sie in Ihre Wohnung gezogen sind und Sie davon Kenntnis haben mussten, haben Sie diese Lärmbelästigung ohnehin in Kauf genommen und sie mit der Unterzeichnung des Mietvertrags akzeptiert.