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Piaggio Ciao oder Puch Maxi? Fifty oder Sachs? Ein Töffli entschied im Dorf der 80er Jahre auch darüber, zu welcher Clique man gehörte; ob man lieber Pop (Piaggio) oder Rock (Puch) oder Ländler (Sachs) hörte.
Hödi, Pfupf, Hobel, Schnäpper, Töffli: Es gab viele Bezeichnungen für das, was für mich das Glück meiner Jugend bedeutete. Ich war ein «Töfflibub» durch und durch.
Das Töffli bedeutete Unabhängigkeit, Freiheit und war der erste Schritt zur Mobilität der Erwachsenen. Es war das Pony, auf dem ein Heranwachsender meiner Generation (1972) seinem Leben entgegen ritt. Wer sich gut darauf hielt, kriegte schon bald die Erlaubnis, grössere Pferde zu reiten. Das Töffli war mehr als nur ein Fortbewegungsmittel - es war zugleich Status-Symbol.
Meine erste Errungenschaft war das alte meiner Schwester, das ich schwarz umlackierte. Nicht wirklich schön, die Farbe lief runter sobald es regnete. Also sparte ich jeden Franken und kratzte mein Konfirmanden-Geld zusammen, um mir einen Belmondo Fifty zu kaufen. Damit kam ich zwar gut bei den Mädels und an jedem Dorfbrunnen an, aber mehr noch interessierte mich Geschwindigkeit. Schon bald tauschte ich ihn gegen einen Piaggio Ciao, den ich mördermässig frisierte. Er brachte es auf stolze 65 km/h (leicht abwärts).
An Samstagen traf man sich in Garagen von Freunden, um seine Mopeds aufzumotzen. Die einen rein visuell mit Rückspiegel, Doppelbank, Fussraster, Gitter-Lampe oder Schalenverkleidungen, während die anderen ihren 2-Takter lieber technisch aufrüsteten, also Düsen ersetzten, Spulen austauschten oder Rennsätze montierten. Dazwischen wurden sich Mythen erzählt, wie von jenem Typen, der seinen Ciao auf über 120 km/h frisiert haben soll und in einem Polizei-Museum ausgestellt wurde. Ein weiterer Mythos handelte von einem italienischen Töffli-Zubehör-Laden, der angeblich gleich hinter der Tessiner-Grenze stünde und sämtliche Frisier-Wünsche befriedigen konnte. Das Schöne an der analogen Welt war, dass man diese Mythen glauben musste, weil es ja keine Möglichkeit gab, dies zu überprüfen.
Auf meinem frisierten Töffli fuhr ich mit frisierten Haaren viele tausend glückliche Kilometer, unternahm Töfflitouren, fuhr über Pässe und durch Täler, zum Campen an den Fluss, für Partys in die Wanderdisco, zum Schmusen auf den Aussichtspunkt, im Sommer in die Badi und im Winter zum Skilift und jeden Morgen in die Stifti - bis 1990 das Helmobligatorium kam. Mit ihm kamen auch die Polizei-Kontrollen. An einer blieb ich hängen und musste mein Moped in den Originalzustand zurückbauen. Dann war der Spass weg.
Erst mit einem Helm auf dem Kopf merkt man, wie lächerlich langsam 30 Stundenkilometer sind. Ausserdem machte der Helm die Frisur kaputt - für einen Teenager schlimmer als eine Kopfverletzung. Das ist auch noch in der digitalen Welt so. Manche Sachen ändern sich eben nie.
So war das damals:
Doch das ich eines wollte war mir schon sehr früh klar nicht wegen den Girls sondern wegen dem Schulweg der doch fast drei Kilometer lang war und 110 Meter Höhenunterschied intus hatte.
Da ich es Buräbübli war machte ich mit 14 die Traktorenprüfung und fuhr auch mit diesem Gefährt weit mehr als mit einem Töffli. Ich konnte nur das meines Cousins ausleihen was zwar sehr gut lief aber halt nicht meines war.
So ging ich zu meinem Vater und bat ihn mir eines zu kaufen ich wusste auch schon das es ein Puch sein sollte mit Handschaltung die gab es 1982 noch recht zahlreich waren aber teurer als ein gebrauchtes Maxi und darum wollte mir mein Vater nur den Preis eines Maxi gebraucht vorstrecken.
Ich hatte aber mit 14 schon einiges auf der Höhenkante da ich viele Jobs bei den Nachbarn angenommen hatte wie Obsten,Heuen usw. Das war gut für mein Konto aber schlecht für meine Schulnoten doch das war mir ziehmlich egal
Dann durchforstete ich die Bauern und Tageszeitungen nach Inseraten in denen die Töffli zum Kauf angeboten wurden und dann anrufen um einen Besichtigungstermin abmachen. alles ohne Internet und ohne SMS selbst Fotos gab es nicht. Aber man machte ab und man war pünktlich da es kamen keine SMS wie "Sorry komme eine halbe Stunde später" Nein mein musste einfach da sein.
Dann war es soweit ein Puch x 30 Zwei Ganghandschaltung und ganz in der Nähe 950 Franken sollte das Teil Kosten! Ich war wie im Bann da musste ich hin und so bestürmte ich meinen alten Heren bis er nachgab und mich dort hinfuhr.
Als wir auf die Hofeinfahrt einbogen stand das Töffli schon vor der Tenne.
Bronzefarben mit schwarzen Seitenschützen es müsste einfach meines sein.
Ich verhandelte hart und bekam es für 900 gleich aufsitzen und heimfahren ich war nun der König der Straßen mindestes Gefühlsmäßig.
Als ich am Abend zu meinem Kumpel und Dorfschrauber Werner fuhr um ihm stolz meinen Puch x30 zu präsentieren.
Meinte er ist kein Condor Puch sondern ein Allegro das ist nicht wie ein Condor hat nur den Motor eines Condor Puchs der Rest ist Vellux meinte Werner und sein Wort hate Gewicht. Somit war ich der Junge mit einem halben Condor Puch.
Ich war in der Dorf Puchklicke zwar aufgenommen aber nie ein Vollmitglied.
Als mein Allegro dann nach einem guten Jahr geklaut wurde was niemand von meinen Kumpels verstehen konnte warum jemand einen halben Condor klauen würde das machte einfach keinen Sinn.
Danach musste dann ein Puch x30 NS her ein wie wir es damals nannten einen Condor Puch in blau und jetzt war ich dann ein Vollmitglied.
Aber ich muss ehrlich sein das erste Töffli mein Allegro war mir halt wie meine erste Liebe die vergisst man ja nie und so ist es bei mir auch.
Heute fahre ich wieder einen Puch x30 NS einen Condor Puch würden meine Kumpels von damals sagen doch ich suche noch nach meiner ersten Liebe Allegro Fire cat war ihr Name und sie war ein heißes Teil
Wir haben soviel mit so wenig so lange versucht, dass wir jetzt qualifiziert sind, alles mit nichts zu bewerkstelligen.
Und ja mein Tomos hätte ich auch gerne wieder...
Simson Power in den Händen, dieses Glück wird niemals enden!
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Was ich aber ernsthaft vermisse ist mein Sachs 502 Torpedo Saxonette, ich hoffe ich finde mal wieder eins, mit dem Ding hab ich so viel schei**e gebaut, das vergisst man nicht so schnell...
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Das war natürlich ein 503er Sachs 2HG Pony frisch gespritzt, mit Flammentank, blau metallisee Seitenschützen, Hercules Chromgabel, und natürlich Sissybar...ein wunderbares handgemachtes Teil vom Vorgänger Bikeman! ich kannte Ihn damals nur flüchtig aus dem Quartier. Definitiv kein Ländlerhödi....Das war ein Rock'n Roller!
Ich spielte damals Bass in einer Heavymetalband in Rüti und alle Bandmitglieder fuhren natürlich Sachs 2HG.
Viele meiner Mitschüler fuhren Maxis, vorallem die Mädels und die Poppers. die damals auf die den Hardrock und Heavy Metal ablösenden Welle der neuen Popmusik abfuhren... (Depeche Mode, Aha, Take That, Wham!, Madonna, Boy George and the Culture Club, Backstreet Boys, etc, etc, )
Depech Mode....Von vielen Maxifahrern damals verehrt! Ländlerhöhrende und sachsfahrende Jugendliche habe ich eher selten getroffen... das war wohl eher die Ecke aus der konservativen Landwirtschaft von damals. Die Bauern fuhren ja schon viel vor unserer zeit die Sachs 502er. Die wollte man als Junger damals aber ganz und gar nicht. Das war ein nogo. Man fuhr Sachs 503
Ich kann mich heute noch erinnern wie mein bester Schulfreund auch im Winter mit Schnee, zusammengelegt auf seinem fabrikneuen Maxi neben mir herfuhr und sich Schnee und Eis an seinen Unterschenkeln sammelte, weil damas die immer zu kurzen und oben zu breiten Karottenhosen bei den Poppers in waren... Wir Rocker waren da ein bisschen besser ausgerüstet. Mit Lederstiefeln, Lederjacke und altem Offiziersmantel aus dem Armyshop in Zürich, drüber....Und dann waren da noch die Horden von Italos (Tschingge, mit Verlaub, wie es damals hiess) vor dem Migrokiosk alle mit ihren Piaggos...das war sowieso eine Welt für sich. Die mussten immer nach Italien fahren um ihre Hödis zu frisieren. Sie hatten auch immer Probleme mit Ihrem Pulli, und schieben musste man sie auch immer.
Das Schöne heutzutage ist ja, dass das alles gottseidank nicht mehr so wichtig ist,....Der Spass am Kultteil Mofa ist das einzige was zählt!
Ride On!
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.. und als Zückerli. die goldene Nabe im Vorderrad..GlamBobber hat geschrieben:... Das war natürlich ein 503er Sachs 2HG Pony frisch gespritzt, mit Flammentank, blau metallisee Seitenschützen, Hercules Chromgabel, und natürlich Sissybar...ein wunderbares handgemachtes Teil vom Vorgänger Bikeman! ..
das war mein erster Flammentank und Inspiration für spätere Taten.. .. und ich fuhr damals 'natürlich' Bonanza ..
Ich finde das ist ein cooler Thread!
Ist zwar schon eine Weile her seit der letzten Antwort, aber ich gebe meinen Werdegang auch noch zum Besten.
Bei mir wars so, dass ich natürlich kaum warten konnte bis ich 14 wurde und offiziell ein Hödi bewegen durfte. Das machten wir natürlich schon vorher, da fragte man die coolen Jungs in der Schule ob man eine Runde drehen durfte. Aber kurz vor dem 14. Geburtstag (1989) meinte Mein Vater, jetzt darfst du dir ein Mofa kaufen. Ich habe mit unzähligen Ferienjobs und "Ämtli" jeden Franken gespart und kaufte mir ein Ciao. Eine blaue Perle. Gemeinsam mit meinem Vater fuhren wir mit dem Auto ins Nachbardorf wo das Mofa stand und ich durfte ohne Ausweis nach Hause fahren - ja, Papa für mit dem Auto mit 30 hinterher, aber egal, ich hatte ein MOFA!!!
Das war der beste Tag meiner Jugend! Endlich war ich auch ein Grosser, eine Cooler, ein Mofa Besitzer! Ja, das war damals so.
Als Gentleman fuhr man die Mädels nach Hause (ja, sie mussten sich GUT festhalten!) oder sie konnten sich an deinem Arm festhalten und du zogst sie mit ihrem Fahrrad nach Hause. In die Disco, in die Badi oder einfach "rumcruisen" - kurz auch noch ohne Helm - das war die Freiheit! Natürlich gab's da die Puchfraktion, oder jene mit den Ponys oder Hercules und dann halt eben die Ciao-ler. Aber es war eine coole Zeit. Frisieren war noch Handarbeit, denn die Rennsätze oder Auspuffe waren eigentlich zu teuer für unser "Sackgeld".
Die erste grosse Reise ging von Zug aus, über den Gotthard ins Tessin. Man war das geil - bis der Hobel seinen Geist aufgab. Da bestiegen wir halt den Zug. Da gab's noch die Postwagen oder die Güterwagen, die Teilweise in den Zugkombinationen waren. Nach etwas betteln und Jammern am Bahnhof konnten wir unser Hödis in den Güterwagen stellen und fuhren mit Sack und Pack wieder heim.
Natürlich ging das Ganze "Sackgeld" wieder drauf fürs reparieren….
Irgendwann hatte ich genug gespart und kaufte mir ein 2-tes Ciao, welches ich selber lackiert habe (Migros-Spraydosen) etwas frisiert und einfach voll cool war. Ja, ich hatte den Mädelsmagnet! Als dann eines der Mädels (Name der Redaktion bekannt) mit ihrem Charme und dem Klimpern ihrer Wimpern mich fragte, ob sie eine Runde drehen darf, war ich natürlich der JA-Sager. Hhmm... nach 300 Metern legte sie sich so grauenhaft hin, dass der ganze Hobel Schrott war, aber als Gentleman interessierte ich mich vordergründig nur für das Wohlergehen des Mädels (vielleicht liegt ja ein Kuss drin, unter dem Motto: "mein Held"). Aber nein, sie fluchte und weinte, und mein Hobel war Schrott. Tja, also hab ich wieder auf meine blaue Perle zurückgegriffen. Das nächste war ein Puck Maxi, welches aber nur ein kurzes Dasein fristete, denn ich war damals halt der Ciao-Typ.
Tja, so fuhren wir 1000de von Kilometern auf unseren Hödis, wurden von den Dorfpolizisten auch mal am Ohr gezogen, hatten Unmenge an Spass, das ganze Sackgeld ging drauf, aber wir waren cool und frei.
Aber mit dem Beginn des 18. Lebensjahres - ja, das war das aus für die Hödis. Ab in die Mulde, oder dem nächsten "jungen" verkauft.
...und heute könnte ich mir in den A...ch treten, dass ich damals alle Teile und Hödis weggegeben habe. Den jetzt sind wir wieder die coolen auf den Hödis! Nicht mehr ganz so jung, es zwickt ein wenig mehr, Mädels brauchen ich nicht mehr, denn ich habe eines der Mädels geheiratet.... ABER wir sind wieder cool und frei!
so long, Gruss
Dan
@glambobber: ich fuhr zwar Ciao - DepecheMode fand ich aber auch total cool!!!!