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Schweizer Handballer verpassen EM-TeilnahmeSchreiben Sie einen Kommentar
Da die Ukraine in Tschechien mit fünf Toren Differenz (22:27) verlor, hätte den Schweizern in Skopje ein Unentschieden gereicht. Damit sie auch mit einer knappen Niederlage qualifiziert gewesen wären, hätte Österreich zu Hause gegen Bosnien-Herzegowina verlieren müssen, der Nachbar siegte allerdings 27:23.
«Scheitern ist keine Option», hatte Suter im Vorfeld des entscheidenden Spiels gesagt. Zunächst sah es gut aus für die Schweizer. Torhüter Nikola Portner startete wie bereits am Mittwoch gegen Dänemark (29:30) furios in die Partie und wehrte in der ersten Viertelstunde nicht weniger als sechs Schüsse ab, darunter zwei Penaltys. Er hatte damit grossen Anteil daran, dass es in der 21. Minute 11:8 zu Gunsten der SHV-Auswahl stand.
Nachdem Nordmazedonien zum 11:11 ausgeglichen hatte, legten die Schweizer bis zum 18:18 stets vor. Dann gingen die Osteuropäer mit 19:18 (40.) erstmals seit dem 4:3 (9.) in Führung. Nach dem 23:23 (51.) geriet die SHV-Auswahl 23:26 in Rückstand (54.), diese Hypothek wog letztlich zu schwer. Nach dem 28:29 von Lenny Rubin 17 Sekunden vor dem Ende kamen die Gäste zu keinem Angriff mehr.
In der ersten Halbzeit, die 16:16 endete, überzeugten die Schweizer in der Offensive - die Effizienz betrug 66,67 Prozent. Dagegen offenbarte die Verteidigung die eine oder andere Schwäche. Nach der Pause war es umgekehrt. Portner gelangen nach dem starken Start bloss noch drei Paraden (total 9). Zum Vergleich: Der nordmazedonische Keeper Nikola Mitrevski wehrte 16 Schüsse ab.
Ausserdem blieb Star-Regisseur Andy Schmid unter seinen Möglichkeiten, der fünffache Bundesliga-MVP verwertete bloss acht von 18 Würfen. Aus dem Spiel heraus lautete seine Bilanz fünf Treffer aus 14 Versuchen. Bester Werfer der Schweizer war Lenny Rubin mit neun Toren aus 15 Abschlüssen. Somit zeichneten die beiden für 33 der 47 Würfe der SHV-Auswahl verantwortlich. Das Spiel der Schweizer war zu berechenbar. Ausserdem fehlten im Rückraum mit den verletzten Luka Maros und Roman Sidorowicz wichtige Alternativen.
Somit erleben die Schweizer nach dem Höhenflug im Januar an der WM in Ägypten, die sie auf Platz 16 unter 32 Mannschaften abgeschlossen hatten, einen absoluten Tiefpunkt. «So ist der Spitzensport», sagte Suter dazu. Schon am Mittwoch hatten die Schweizer gegen Olympiasieger und Weltmeister Dänemark in Winterthur mit einem Tor Unterschied (29:30) verloren, nachdem sie in der 26. Minute noch 16:11 geführt hatten. Im Heimspiel gegen Nordmazedonien im vergangenen Oktober unterlagen sie nach einem 18:15 (45.) mit 23:25. Insofern war es eine EM-Qualifikation der verpassten Chancen.
Mit Dänemark und Nordmazedonien hatten die Schweizer sehr schwierige Gegner zugelost erhalten. Auch sonst lief einiges gegen sie. Suter hat nicht Unrecht, wenn er sagt, dass sie die Qualifikation mit den gezeigten Leistungen verdient gehabt hätten. Er ist jedoch keiner, der sich beklagt: «Das gehört zum Sport. Es geht nun darum, die Moral hoch zu halten und die nächsten Ziele anzustreben.» Nun wollen sich die Schweizer für die WM 2023 in Polen und Schweden qualifizieren. Und bekanntlich lernt man ja aus Niederlagen am meisten.