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Föhrenwälder
Die Föhrenwälder entstanden bei uns vor 13000 Jahren; sie sind somit die ältesten Waldflächen der Schweiz. Vor der Konkurrenz der anderen Arten hat sich die Waldföhre auf besondere Standorte mit kargem, trockenem oder nassem Boden zurückgezogen. Die grossen Täler im Alpeninnern behagten ihr besonders, mit ihrem trockenen, kontrastreichen Klima und ihren mineralhaltigen Böden, welche heute noch an nacheiszeitliche Verhältnisse erinnern. Deshalb hat das Wallis die ausgedehntesten Föhrenwälder der Schweiz behalten (ca 10 000 ha). Diese Wälder verdienen als Relikte Bewunderung und unsere Rücksichtnahme: ihrer langen Geschichte wegen und für ihre an seltenen Besonderheiten reiche Flora.
Inhaltsverzeichnis
Charakter der Waldföhre
In ihrer Eigenschaft als Pionierbaum, als Kolonisator neu entstandener Räume, erweist sich die Waldföhre als äusserst anpassungsfähig. Hitze und Trockenheit erträgt sie ebenso gut wie die Flaumeiche und Kälte beinahe wie die Fichte. Sie ist über ganz Europa verbreitet, von den Ebenen Skandinaviens bis hin zu den Bergen Südspaniens. Im Wallis wächst sie vor allem auf der montanen Stufe; sie kommt jedoch auch in kollinen und subalpinen Lagen vor.Die Waldföhre erkennt man leicht an ihren Nadeln, sowie an der rötlichen Färbung der Borke an Ästen und oberen Stammpartien. Beim Wachsen löst sich die alte Borke in feine Lamellen ab; die darunrer liegenden jüngeren Schichten werden sichtbar und verleihen dem Baum seine typische Färbung. Auf sehr trockenen Böden verlangsamt sich das Wachstum, die Borke erneuert sich praktisch nicht mehr: der Baum bleibt grau. Der Wuchs des Baumes ändert je nach den Bedingungen, unter denen er wächst: im Mittelland kann seine hochgewachsene Silhouette 30 m erreichen; auf den trockenen Böden des Pfynwaldes wächst er schirmartig und übersteigt kaum 7 bis 20 m (Abb. 42); auf sauren Böden der subalpinen Stufe, oberhalb von Erschmatt oder Ausserberg, erinnert der Baum, mit seinen knorrigen Ästen und seiner langgezogenen, äusserst dichten Krone, an eine japanische Radierung. Auf blankem Fels erreicht er ein achtbares Alter, bleibt jedoch zwerghaft klein. Man denkt an ein Bonsaibäumchen. Der Trockenheitsgrad bestimmt die endgültige Höhe des Baumes (Abb. 44). Der Baum funktioniert ein bisschen wie eine Pumpe: je ausgeprägter die Trockenheit, desto mehr Kraft braucht es, um das Wasser aus dem Boden zu ziehen und dieses bis in die höchsten Äste zu bringen. Die Pumpe erreicht bald ihre Leistungsgrenze. Von da an wächst die Föhre nur mehr in die Breite. Daher kommt es, dass die Föhren eines Waldes oft gleich hoch, nicht aber gleich alt sind. Dies erklärt auch die flachen Kronen und die oben verdickten Stämme. Nur die ganz jungen Föhren zeigen die typische, regelmässig konische Gestalt. Da ist eine Altersbestimmung möglich: jedes Jahr fügt sich eine weitere Wachstumsstufe an. Die Waldföhre besitzt sämtliche einer Pionierart eigenen Vorzüge: bescheidene Ansprüche an Boden und Klima, unter günstigen Voraussetzungen schnelles Wachstum, eine grosse Zahl geflügelter Samen, die der Wind weitherum zerstreut. Diese auf Wachstum und Versamen fassende Strategie bringt jedoch, was Widerstandsfähigkeit betrifft, auch Nachteile mit sich. Die Waldföhre ist für die Konkurrenz anderer Bäume, bei Waldbränden, Luftverschmutzung und Parasitenbefall äusserst empfindlich. Sie kann nicht, wie die Flaumeiche, sich vom Wurzelstock aus regenerieren. Zum Wachsen und Keimen benötigt sie viel Licht. Das Fehlen günstiger Standorte für die Kolonisierung, die Konkurrenz anderer Bäume, Probleme mit der eigenen Widerstandsfähigkeit: all dies bewirkt, dass es die Föhre heutigentags schwer hat.
Föhrenwälder auf Kalkboden
Eine genauere Prüfung des Unterwuches erlaubt, zwischen Föhrenbeständen auf Kalk- und solchen auf Silikatböden zu unterscheiden. Jede Kategorie kennt mehrere durch Feuchtigkeit und Höhe bestimmte Typen. Will man die wirklichen Chancen der Föhre was Wachstum, Regenerierung und Überleben betrifft, richtig einschätzen können, ist es wichtig, solche Nuancen zu erfassen. Im Bestreben, verständlich zu bleiben, rücken wir etwas von den Kriterien der Fachliteratur ab, und definieren wir die verschiedenen Typen durch die dominierenden Arten des Unterwuchses.Der Klebrige Zahntrost-Föhrenwald (Abb. 46) ist eine Eigenart des Mittelwallis. Auf der kollinen Stufe gedeiht er an den heissesten Standorten der sehr sonnigen Kalkhänge des Rhonetales, zwischen Saillon und Gampel. Er ist der trockenste aller Wälder des Landes. Die steinigen Böden machen die Trockenheit noch ausgeprägter und verhindern die Bildung eines Flaumeichenwaldes, obwohl die Flaumeiche manchmal in den Föhrenbeständen eine wichtige Rolle übernimmt. Die Bäume werden kaum mehr als 15 m hoch. Im Unterholz bildet die Niedrige Segge eine Art Rasen, der in dichte, bräunlich getönte Horste aufgeteilt ist. Hier kann man den Klebrigen Zahntrost suchen, eine seltene, mediterrane Pflanze. Ihre 20-50 cm langen, verzweigten Stengel werden oft übersehen, da sie spät und diskret blühen. Sollten Sie jedoch diese zarten Stengel flüchtig berühren, werden Sie einen unvergesslichen Zitronenduft einatmen. In den Lichtungen und im lichtdurchfluteten Unterholz bereichert sich die Flora um zahlreiche Arten der Steppe und des Eichenwaldes. So kommt es, dass die Föhrenhaine, die die Hügel im Pfynwald überwachsen, eine aussergewöhnliche Anhäufung von Seltenheiten beherbergen: Schweizer Lotwurz, Kleine Kronwicke oder Zierliche Hauhechel.Der Niedrigseggen-Föhrenwald ähnelt dem vorhergehenden, beherbergt jedoch keinen Klebrigen Zahntrost.
Er überdeckt grosse Flächen an den Kalkhängen der montanen Stufe zwischen den Drance-Tälern und der Gegend von Brig. Er zieht etwas weniger trockene Böden vor. Dieser Wald ist ziemlich dicht und kann 20 m Höhe erreichen. Unter diesen Bedingungen verarmt die Flora und verliert einen guten Teil der submediterranen Arten. Die Niedrige Segge (Abb. 45) mit ihren charakteristischen Horsten beherrscht den Unterwuchs. Ihren Namen verdankt sie ihren Ährchen, die am Grunde des Stengels in den starren Blättern verborgen bleiben. Häufige Begleitpflanze, in höheren Lagen vor allem, ist die Rundblättrige Hauhechel, ein Schmetterlingsblütler mit schönen rosa Blüten. Der Stengellose Tragant, eine aus Osteuropa eingewanderte Seltenheit, breitet seine leicht flaumigen, sternförmigen Blätter an den trockenen Waldrändern aus, vor allem im Oberwallis, vom Pfynwald an aufwärts.Der Weiss-Seggen-F"öhrmwald wächst auf kalkhaltigen, massig trockenen und mit Humus gut angereicherten Böden. Hier gedeiht die Waldföhre am besten; sie erreicht ohne weiteres 20 m Höhe.
Dieser Föhrenwaldtypus erstreckt sich von den Drance-Tälern bis in die Gegend von Brig, an schattigen Hängen oder zwischen den Hügeln des Pfynwaldes. Der "Bois de Vétroz", der "Bois de la Borgne",wenigstens was von ihnen noch übrigbleibt, sind in der Ebene die letzten Zeugen dieser einst auf den Schuttkegeln der Rhonezuflüsse weit verbreiteten Wälder.
Im Unterholz bildet die Weisse Segge (Abb. 46) feine, dichte Teppiche in schönem, zartem Grün mit im Frühling gut sichtbaren Blütenständen. Im Humus und im Moos wächst die Buchsblättrige Kreuzblume neben unsichtbaren, jedoch interessanten Pflanzen; unter ihnen mehrere Arten von Wintergrün und die zierliche Moosorchis. Bisweilen übernehmen Haselstrauch, Heckenkirsche, Hartriegel und andere Sträucher die Oberhand.Der Schneeheide-Föhrenwald ähnelt dem vorherigen. Er ist in der Schweiz recht verbreitet. Er wächst in tieferen Lagen auf ziemlich feuchten Kalkböden. Unter diesen Bedingungen gelingt es der Föhre, sich der Konkurrenz nur dann zu entziehen, wenn sie auf steinigen und kargen Böden wächst: grobes Schuttmaterial im "Bois Noir", Kalkgeröll und Gips im Pfynwald, Felsblöcke im Bergsturzgebiet von Derborence. Schneeheide und Weisse Segge wachsen nebeneinander. Im Vorfrühling prangt der dichte Heide-Teppich voller roter Blüten. Die Feuchtigkeit des Unterholzes begünstigt das Wachsen der Sträucher. Im "Bois Noir" mischen sich Eschen und Ahorne unter die Föhren.
Föhrenwälder auf sauren Böden
Der Drahtschmielen-Föhrenwald überdeckt saure und trockene Böden in der Gegend von Martigny und Bovernier. Die Drahtschmiele, das charakteristische Gras, erkennt man an ihren dünnen, auf Ährenhöhe leicht geschwungenen Stengeln. Die Dtahtschmiele ist ein Indikator für den Säuregehalt des Bodens, wie auch der Gebräuchliche Ehrenpreis, das Gemeine Katzenpfötchen oder das Nickende Leimkraut. Der Drahtschmielen-Föhrenwald ist besonders artenreich; viele dieser Arten sind mediterranen Ursprungs.Der Buntschwingel-Föhrenwald entspricht der vorhergehenden Vergesellschaftung im Oberwallis. Die hier und dort sich wölbenden Rundhöcker werden von der Spinnweb-Hauswurz, vom AufrechtenHornkraut, vor allem jedoch von den dichten Horsten des Buntschwingels kolonisiert. Diese Att von Föhrenwald ist auch durch die Nadelbrättrige Miere und den Sefistrauch charakterisiert, dessen dichte Bestände den Unterwuchs oft durchbrechen (Abb. 48).Der Besenheide-Föhrenwald wächst vor allem im Val du Trient, in feuchtem Klima, auf dünnen, direkt auf saurem Gestein liegenden Humusböden.Der Heidelbeer-Föhrenwald schliesslich tritt an die Stelle des vorhergehenden in derselben Gegend, jedoch in etwas höheren Lagen. Mit zunehmender Höhe verarmt die Begleitflora.
Bergföhren-Bestände
Die Bergföhre tritt manchmal an die Stelle der Waldföhre bis in den Bereich der oberen Waldgrenze. Sie unterscheidet sich von dieser durch ihren bis in die Krone hinein grauen Stamm. In den Westalpen wächst sie aufrecht, in den Ostalpen schmiegt sie sich dem Boden an und wird zur Legföhre. Beide Formen sind im Wallis vertreten (Abb. 49). Die aufrechte Bergföhre findet man hier und dort in Bergwäldern, zum Beispiel oberhalb von Chandolin, sowie in Hochmooren, wie am See von Champex. Die Legföhre ist besonders geeignet, den Schnee auf abschüssigen Hängen zurückzuhalten und bildet oft bedeutende, 3-5 m hohe Bestände auf Kalkgestein. Die Steinplatten am Catogne, diejenigen des Haut-de-Cry in der Gegend von Derborence, sind hiefür gute Beispiele. Vielleicht bezeichnet der Name "Bergföhre" verschiedene Rassen, die sich mit der Waldföhre kreuzen können, was das Bestimmen nicht gerade erleichtert.
Föhrenwälder und Mensch
Man vermutet, der Mensch habe die Ausdehnung der Föhrenwälder dadurch begünstigt, dass er den ursprünglichen Wald durch Brandrodung, Beweidung, Kulturen und selektive Nutzung relevanter Arten wie der Eiche, in seiner Struktur veränderte. Doch ist zu sagen, dass die Waldföhre solche Eingriffe weniger gut verkraftet als die Flaumeiche und dass sie in der Rückeroberung heutiger Brachlandschaften eine untergeordnete Rolle spielt. Alles deutet darauf hin, dass die Walliser Föhrenwälder das Erbe einer fernen Vergangenheit sind. Da sie eher minderwertige Böden besetzen, wurden sie weniger gerodet als andere Bestände der Niederungen.Hingegen litten sie arg unter Waldbränden. Das Harz ihrer Nadeln macht sie zu eigentlichen Fackeln. Bis vor kurzem noch wüteten im Pfynwald rund alle zwei bis drei Jahre Brände. Noch 1979 vernichtete ein Brand 120 ha am Hang oberhalb Leuk (Tafel XXI). Die Erfahrung lehrt, dass die meisten Föhrenwälder sich nach einem Brand aus eigener Kraft regenerieren. Man muss 10 bis 30 Jahre rechnen, auch mehr, je nach Trockenheitsgrad. An etwas feuchten Orten ziehen die Föhrensamen unverzüglich Nutzen aus dem kahlen Boden und keimen. Es kommt vor, dass sich Pionierarten unter den Laubbäumen - Birke und Zitterpappel - schneller entwickeln und eine Zwischenphase bilden. Früher oder später jedoch gewinnen die Föhren die Oberhand. An trockenen Standorten ist dem anders: die Föhre hat Mühe zu keimen und über die ersten Lebensjahre hinwegzukommen. So kommt es, dass die Regenerierung des Klebrigen Zahntrost-Föhrenwaldes äusserst langsam vor sich geht, in gewissen Fällen sogar unmöglich scheint.
Tafel XXI
Flora der Föhrenwälder
Auf den ersten Blick ähneln alle Föhrenwälder einander. In sämtlichen verspürt der Mensch eine südländische Atmosphäre und atmet penetranten Harzduft ein. Ein Gang durch derartige Wälder lässt uns schöne Orchideen entdecken: Braunrote Sumpfwurz, Breitblättrige Sumpfwurz und verschiedene Waldvögelein. Selten ist der Unterwuchs zusammenhängend. Einzig die Bärentraube breitet an hellen Orten ihren immergrünen Teppich aus, denn die Pflanzen der Krautschicht schätzen den sauren Humus der Föhrennadeln wenig. Im trockenen und lichtarmen Unterholz häuft sich dieser Humus zu dicken Schichten auf. Oft wird die Waldföhre, besonders im Mittel- und Oberwallis, bis zu Höhen von 1200 m von der Mistel parasitiert. Neuesten Forschungsergebnissen zufolge soll dieser Halbparasit die Lebenskraft seines Wirtsbaumes kaum beeinträchtigen; hingegen zieht er Nutzen aus dem grösseren Lichteinfall in den nadelärmeren Baumkronen.
1. Abgebrannter Föhrenwald - Im Jahre 1979 zerstörte ein Brand 120 ha eines östlich von Leuk gelegenen Hanges. Die Rückeroberung setzte 1981 mit einer massiven, wenn auch befristeten Invasion durch das Rote Seifenkraut ein. An diesem steinigen und trockenen Hang dürfte der Föhrenwald mitsamt seiner ursprünglichen Flora nur äusserst schwer regenerieren.
2. Rotes Waldvögelein - Diese Orchidee wächst in verschiedenen trockenwarmen Wäldern, wie es die Flaumeichenwälder sind; ebenfalls in gewissen Arten von Föhren- oder Buchenbeständen.
3. Braunrote Sumpfwurz - Eine für die Föhrenwälder kennzeichnende Orchidee.
4. Stengelloser Tragant - Seltene Art, der man am Saume der Föhrenbestände begegnet, vornehmlich im Oberwallis, auf dem linken Rhoneufer. Talabwärts kennt man einige Vorkommen bis in die Gegend von Isérables.
Verschmutzung unserer Luft
Das seit Anfang dieses Jahrhunderts aus den Aluminiumfabriken von Martigny, Chippis und später auch Steg ausgestossene Fluor stellt einen der am besten bekannten und untersuchten Fälle von Luftverschmutzung dar. Die in kontrollierter Atmosphäre durchgeführten Experimente zeigen, dass die Waldföhre zu den Bäumen gehört, die am empfindlichsten auf Fluor reagieren. Seit Inbetriebnahme der Fabriken begannen die Föhren sich rötlich zu färben und zu verdorren. Bis 1982 jedoch musste man auf das Anbringen der ersten Filteranlagen warten ! In der Zwischenzeit wurden etwa 11'000 Tonnen Fluor in die Walliser Luft geschleust... und fielen zum Teil auf die Erde zurück. Dieses Gift setzte sich weitgehend im Boden fest und wird auf lange Zeiten die Gesundheit der Bäume ernsthaft beeinträchtigen. Gewiss, mit dem Fluor steht es heute etwas besser; mit anderen Giftstoffen wie Ozon, Stickoxide und Schwefelverbindungen ist dem leider nicht so. Auch wenn diese Emissionen nicht allein für das Waldsterben verantwortlich gemacht werden können, tragen sie dazu bei, den gesamten Stoffwechsel des Baumes und dessen Widerstandskraft gegenüber Krankheiten, Trockenheir und Parasitenbefall herabzusetzen. Am meisten in Mitleidenschaft gezogen werden die Föhrenwälder, die sich in unmittelbarer Nähe der Industriezentren befinden. Dies ist der Fall in Charrat-Saxon, Visp und Ausserberg. In Wirklichkeit leidet jeder Föhrenwald, gleich welchen Typs; er wird geschwächt und das Opfer eines noch nie dagewesenen Befalls von Borkenkäfern. Ein Blick in die Landschaft zeigt rötliche Flecken, welcher einer Gruppe von 10-20 Föhren entsprechen, deren Nadeln hoffnungslos verdorrt sind. Eine andere Abwehr als das Schälen oder den Abtransport der betroffenen Bäume gibt es nicht. Die Prozessionsspinner, welche ihr Seidengespinst an den wärmsten Standorten in den obersten Ästen anlegen, verursachen hingegen kaum Probleme.
Wie sieht die Zukunft für die Föhrenwälder aus ?
Gegenwärtig erleiden die Föhrenwälder derart gravierende Schäden, dass ihre Exisrenz ernsthaft in Frage gestellt werden muss. Wodurch werden sie wohl ersetzt werden ? Durch eine Strauchvegetation wie in den Lawinenrunsen ? Durch Lawinenverbauungen? Dies wird die Zukunft zeigen. Heute schon jedoch liegen vielsagende Beobachtungen vor: an warmen und trockenen Standorten scheinen Flaumeichen des Unterwuchses sich auf Kosten der sterbenden Föhren zu entwickeln. An den Sonnenhalden des Oberwallis weicht der Wald einem Teppich des Sefisrrauchs; an den Schattenhängen könnte die Birke eine immer wichtigere Rolle übernehmen.Vergessen wir eines nicht: unsere Föhrenwälder stellen zu einem guten Teil ein Erbe aus der Nacheiszeit dar. Die Flora veränderte sich im Laufe der Jahrtausende. Die Föhre, jedoch, ist immer noch da. Vielleicht sind diese Relikt-Wälder deshalb eben auf Emissionen giftiger Gase solchermassen empfindlich. Wie dem auch sei, ihr bedenklicher Zustand kommt einem Alarmsignal gleich, welches uns daran erinnern sollte, wie sehr es nicht allein um die Gesundheit der Wälder, sondern um unsere eigene geht.
Siehe auch