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Franz Schubert (1797 – 1828) Ouvertüre in c-Moll, Fassung für Streichorchester
Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957) Symphonische Serenade für Streichorchester B-Dur op. 39
Anton Bruckner (1824 – 1896) Streichquintett F-Dur WAB 112 (1878/79), Fassung für Streichorchester
Drei Komponisten, die bisweilen oder dauerhaft in Wien lebten oder dort starben, sind hier die Protagonisten. Der eine wurde als Wunderkind von der Wiener Hocharistokratie gefördert, durch prominente Dirigenten wie Bruno Walter oder Richard Strauss aufgeführt und entkam als Filmmusikkomponist in Hollywood dem antisemitischen Wahnsinn. Ein anderer kam als Erwachsener in die selbsternannte Musikhauptstadt und strebte lebenslang nach musikalischer und gesellschaftlicher Anerkennung, obschon ihm das kaiserliche Privileg zugestanden wurde, mietfrei eine Wohnung im Schloss Belvedere zu beziehen. Von einer solchen Wohnung hätte der älteste der drei nur träumen können, der als dreizehntes von sechzehn Kindern in einer kleinen Lehrerwohnung im 9. Bezirk geboren wurde.
Um Schuberts Leistungen einschätzen zu können, muss man sich nur ausrechnen, wie wenige Werke andere Repertoire-Giganten bis zum 31. Lebensjahr geschrieben haben. Verdi wäre bei Nabucco stehen geblieben, Beethoven hätte sich als Komponist einiger Klaviersonaten und einer Symphonie in C ausgezeichnet. J.S. Bach wäre als hervorragender Orgelkomponist geschätzt worden; nur Mozart würde Mozart bleiben, trotz fehlender Zauberflöte. Wäre Schubert jedoch schon mit 18 gestorben, nach dem Erlkönig und 200 weiteren Liedern, so wäre sein Ruf als epochaler Liederkomponist trotzdem intakt geblieben.
Schon die Ouvertüre in c-Moll (erst die Nr. 8 im mehr als 1000 Musikstücke umfassenden Werkverzeichnis) deren Ton so ernst und bedeutend ist, überzeugt mit ihrer Reife; dabei vergisst man, dass es sich um das Werk eines 14-jährigen Jugendlichen handelt.
1934 emigrierte Korngold in die USA und wurde dort als Filmmusikkomponist gefeiert. Die Symphonische Serenade war ein Versuch, nach 1946 zur «absoluten Musik» zurückzukehren. Die musikalische Anerkennung dafür erhielt er leider erst posthum.
«Hätte Anton Bruckner [...] nur den langsamen Satz seines [...] Quintetts geschrieben, so wäre er bereits unsterblich geworden» urteilte der Musikwissenschaftler Wilhelm Altmann. Das Quintett wurde sein zu seinen Lebzeiten erfolgreichstes Werk.