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Alfred Gugolz wurde am 4. Sept. 1932 in Zürich-Altstätten als Sohn von Alfred und Emma Gugolz-Bär geboren. Er wuchs dort zusammen mit seinen beiden Schwestern Emma und Silvia auf, und besuchte in Zürich das Gymnasium Typus A.
Während seiner Gymnasialzeit trat er dem Bibelverein bei, und er hegte den Wunsch, einmal den Beruf des Pfarrers zu ergreifen. Nach der A-Matur folgte das Studium der Theologie an der Universität Zürich mit Aufenthalten an den Universitäten Basel, Edinburgh/Schottland UK, sowie ein Jahr der Columbia University of New York/USA, wo er mit einem Masters Degree abschloss.
Nach seinem Vikariat wurde er am 6. Dez. 1959 in Zürich zum evang.-reformierten Pfarrer ordiniert, und er entschloss sich, in Locarno Monti/TI, seine erste Pfarrstelle anzunehmen. Es war eine kleine und junge Kirchgemeinde, denn die evangelisch-reformierte Kirche im Tessin (Chiesa evangelica riformata nel Ticino) hat sich erst 1976 konstituiert, nachdem sie 1975 im Kanton als öffentlich-rechtliche Körperschaft neben der römisch-katholischen Kirche anerkannt worden war. Alfred fühlte sich auch aus Pioniergeist berufen, diese Stelle anzunehmen, und es beeindruckte ihn die Natur und die Kultur am Lago Maggiore, gerade auch die sich entfaltende Künstler- und philosophische Gemeinschaft, die sich um den Monte Verita in Ascona und am Lago Maggiore anfing zu etablieren.
Es folgte damit ein völlig neuer Lebensabschnitt mit vielen spannenden Erfahrungen. Hier lernte Alfred («Fredy») auch eine junge Frau kennen, Rosalinde Pasbrig («Rosi»), die mit Ihrer Grossmutter Martha Schmidt und den Eltern Max und Hildegard Pasbrig aus Deutschland jeweils Zeit in ihrem Haus in Orselina verbrachte, und oft den Gottesdienst wie auch die Jugendgruppe bei Alfred besuchte. Beide verliebten sich, und 1964 heirateten sie in der Kirche Ascona/TI. Die Trauung hielt sein bester Freund, Pfr. Willy Rordorf, der später als Professor für Theologie an der Universität Neuchatel tätig war.
1968 wurde Ihnen der Sohn Alessandro geboren, und 1970 Evelyn Angela.
1961 -1991 betreute Alfred in seiner Funktion als Hptm Feldprediger verschiedene Waffenplätze, vor allem den Monte Ceneri. Er erhielt die Verantwortung als leitender Feldprediger der 9. Grenzbrigade, TI.
1977 nahm Alfred die Pfarrstelle in Buch im Kanton Schaffhausen an und erschloss sich mit seiner Frau Rosalinde einen neuen Wirkungs- und Freundeskreis. Neben seiner beruflichen Tätigkeit, im Rahmen eines Forschungsauftrages der Thyssen-Stiftung, dokumentierte und interpretierte er das schriftstellerische Gesamtwerk des Religionssoziologen Carl Mayer und promovierte damit an der Universität Konstanz als Dr. rer.soc. mit dem Titel «Charisma und Rationalität in der Gesellschaft», publiziert beim Duncker & Humblot Verlag, Berlin.
1980 feierte die Familie die Geburt des dritten Kindes, Christian Michele.
1985 wurde Alfred an die Bühlkirche in Zürich-Wiedikon berufen, wo er bis zu seiner Pensionierung 1997 die Pfarrstelle innehatte. Auch dies war für ihn wieder eine ganz neue und spannende Erfahrung, in eine grosse Stadtzürcher Gemeinde zu wechseln, und somit in die Stadt zurückzukehren, wo er geboren wurde. Auch seine Frau Rosalinde war in der Kirchgemeinde sehr aktiv, wie auch in allen Gemeinden, wo unser Vater Alfred tätig war. In Zürich absolvierte sie noch ein Nebenstudium als Katechetin, beteiligte sich aktiv am Leben in der Kirchgemeinde und unterstützte unseren Vater durchweg in seiner Arbeit. Durch die vielen Freundschaften, die sich ergaben, wurde Alfred 1990 als Mitglied in die Zunft Wiedikon aufgenommen. 1991 folgte die Aufnahme in den Lions Club Zürich. Daneben leitete er und seine Frau Rosalinde nebenberuflich Symposien im Rahmen der Stiftung Fondazione Centro Incontri Umani, Stiftung Zentrum der Begegnung, welche von Dr. Angela Hobart im Gedenken an Ihre Eltern Dr. Edmund und Marga Stinnes auf dem Monte Verita, Ascona, gegründet worden war. Teilnehmer waren jeweils auch viele Freunde und Bekannte aus den Kirchgemeinden, wo mein Vater tätig war, sowie Interessierte aus dem In- und Ausland.
1993/1994 wurde Alfred eine freie Zeit im Rahmen eines Sabbaticals gewährt, sechs Monate, welche er mit seiner ganzen Familie auf Einladung von einheimischen Freunden im Mittleren Osten, dem Golfstaat Sultanat Oman verbrachte. Die ganze Familie erhielt Einblick in das Leben dieses Landes, in seine Religion, den Islam, die Kultur, Tradition, sowie der faszinierenden Natur. Die ganze Familie profitierte von dieser Zeit; während sich Alfred vor allem für Religion und Soziologie interessierte, aber auch für sein Hobby, das Aquarell-Malen, schrieb unsere Mutter Rosalinde ein Essais über die Identität und Stellung der Gesellschaft der Frauen im Oman, Alessandro eine juristische Expertise über das Kulturgüterschutzgesetz in Oman, und Evelyn unterrichtete Christian schulisch weiter, neben ihrem beruflichen Interesse an Tanz und Musik.
1994-1997, nach der Heimkehr aus Oman, erfüllt von diesen reichen und neuen Erfahrungen, unterrichtete Alfred neben seinem Beruf in seiner Freizeit als Privatdozent für Religionssoziologie an der Universität Zürich.
1997 erfolge, nach seiner Pensionierung, der Umzug von Zürich-Wiedikon nach Oberriet ins St. Galler Rheintal. Dort widmete er sich einerseits seinem Hobby, dem Malen, mit eigenem Atelier, und andrerseits vertrat er auch Kollegen in Oberriet und verschiedenen anderen umliegenden Gemeinden, und hielt Trauungen und Abdankungen für Freunde. Zudem wurde er als Gemeindepfarrer für eine Zeit lang nach Wagenhausen/TG, Altstätten/SG, sowie nach Diepoldsau/SG und schliesslich nach Reute/AR berufen. In allen drei Gemeinden hatte er eine spannende und erfüllende Tätigkeit, immer auch mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Rosalinde.
Die junge evangelische Kirche Ascona wurde 1964 damals von unserem Vater eingeweiht, und am 11. Juli 2014 feierten unsere Eltern in der Kirche Ascona den Tag ihrer goldenen Hochzeit.
Leider erlag seine Frau und unsere liebe Mutter Rosalinde im August 2015 einem unvorhersehbaren Brustkrebsleiden, und der Abschied von ihr nach 51-jähriger Ehe fiel ihm schwer, wie auch der ganzen Familie. Dies hatte auch gesundheitliche Auswirkungen.
2017 erfolgte der Umzug aus Oberriet nach Orselina, wo Alessandro nach längerer Arbeitstätigkeit in Sultanat Oman im Familienhaus seit 2015 domiziliert war und seiner Mutter, dann seinem Vater hilfreich zur Seite stand. Beide verbrachten eine schöne Zeit miteinander, in Oberriet wie auch in Orselina.
2019 erholte sich Alfred nach der Operation aufgrund eines Oberschenkelhalsbruchs wieder einigermassen, jedoch überlebte er leider eine starke akute Lungenentzündung nicht, welche er während seines anschliessenden kurativen Aufenthaltes im Pflegeheim Montesano, Orselina, erlitt, und entschlief am 28. Oktober 2019. Der Abschiedsgottesdienst fand am 8. November in der Kirche Locarno-Monti statt, an dem Ort, wo er 1960 seine erste Pfarrstelle angetreten hatte.
Alessandro Gugolz, Dr. iur., Locarno-Muralto