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Hinweis Die hier gemachten Ausführungen sind eine deutsche Übersetzung des englischen Originaltextes, zu finden unter
http://www.zollinger-genealogy.com/ZollingerHistory/,
massvoll ergänzt mit Links und einigen inhaltlichen Anpassungen. Ob inhaltlich alles korrekt ist, kann ich leider nicht beurteilen.
Der Ursprung des Namens
Der Name “Zollo” wurde auf alten Dokumenten gefunden, die bis ins Jahr 801 zurückreichen. Auf einem Dokument ist die Unterschrift eines Zeugen “Zollin” zu lesen. In den nächsten zwei Jahrhunderten sind auf ähnlichen Dokumenten Variationen dieses Namens zu finden, der immer nur als Vorname benutzt wird.
In der altalemannischen Sprache war der Buchstabe “Z” sehr ähnlich wie der Buchstabe “T”. So wäre “Tollo” eine alternative Schreibweise für “Zollo”. In den Schriften von Julius Cäsar taucht ein germanischer Stamm der “Tulinger” auf, welcher gleich im Norden der Schweiz lebte. Als im Rahmen der spätantiken Völkerwanderung alemannische Stämme in die Schweiz immigrierten, könnte dieser Name durchaus in die Region von Zürich gelangt sein.
Ab ca. 1150 ist der Name öfters dokumentiert, hauptsächlich als Unterschrift eines Zeugen Zollinger auf offiziellen Dokumenten. Der Name wird meist “Zolle” oder “Zollo” geschrieben.
Die Urheimat in Zollikon
Im Jahr 837 wurde erstmals eine Farm mit dem Namen “Zollinc.hovun” erwähnt. Die Nennung bezieht sich auf zwei Bauernhöfe in der Nähe vom heutigen Zollikon/ZH, also unweit von der Stadt Zürich entfernt. “Hovun” bedeutet nichts anderes als “Hof”, also bezieht sich der Name auf den “Zollinc”-Hof. Als Eigentümer dieser Liegenschaften werden erstmals ein Niedhard und seine Mutter Engilsind erwähnt, die ihren Grundbesitz dem Kloster St. Gallen spendeten und anschliessend als Pachtland zurücknahmen.
Der aristokratische Name “Zolling” wurde erstmals ca. 1145 dokumentiert und die Ruinen ihres befestigten Wohnsitzes wurden angeblich in der Nähe von Zollikon lokalisiert. Ab ca. 1265 erscheint der Name dann regelmässig in Zehntendokumenten. Von besonderer Bedeutung innerhalb des Grundbesitzes waren die Weingüter am Hang, welcher zum See abfällt. Eine Theorie besagt, dass die kleine Leiter auf dem Familienwappen auf den Weinanbau zurückzuführen ist.
Die germanische Sprache nutzte die Endung “..kon” als das Dorf (von Zollo), die Endung “..hoven” für die Farm und die Endung “..inger” für die Personen dieser Farm resp. Dorfs. Die originäre artistokratische Familie wurde allerdings immer als „von Zollikon“ dokumentiert.
Eine neue Heimat in Grüningen
Ein Konflikt zwischen dem Stadtstaat Zürich und den Freiherren von Regensberg im Jahr 1251 endete mit dem Sieg von Zürich (vgl. auch “Regensberger Fehde“). Da die “von Zollikon” Familie die Regensberger unterstützte, wurde sie von ihrem Grundbesitz vertrieben und die Stadt Zürich übernahm das ansehnliche Anwesen.
Die Regensberger nahmen dann die “von Zollikon” Familie in ihr eigenes Gefolge, wo sie “Minister”, also Oberverwalter wurden. Spuren des Familiennamens werden sodann auch in Baden und Kloten gefunden, aber der Name kam wieder zu Bedeutung als Verwalter des Besitzes Regensberg in Grüningen (vgl. auch hier). Etwas vor 1229 wurde auf einem Vorgebirge eine Burg gebaut. Diese Burg, die befestigte Stadt und der umliegende Grundbesitz wechselten im folgenden Jahrhundert mehrere Male die Hand, bis sie schlussendlich 1253 Eigentum des Herzogs von Regensburg wurden. Da die Regensberger in akuter Finanznot waren, wurde das Lehen Grüningen als eines ihrer wertvollsten Besitztümer bereits 1269 an das Kloster St. Gallen zurückgegeben und 1302 schliesslich an Habsburg. Ein gewisser Rudolf von Zollikon taucht 1332 erstmals als Oberverwalter des Bezirks Grüningen auf.
Von da an dokumentieren die Zehntenaufzeichnungen des Klosters Rüti sorgfältig die jährlichen Zahlungen von verschiedenen “von Zollikon” aus verschiedenen Anwesen der Region, darunter Itzikon, Tägernau und Jungholz.
Die “anderen” Zollingers
Während der Zeit vor ihrer Vertreibung im Jahr 1251 vom Anwesen in Zollikon war die “von Zollikon” Familie keinesfalls von hoher Bedeutung: Ihr Name wurde in der Hierarchie der Unterschriften oftmals von verschiedenen nicht-aristokratischen Namen in Zollikon übertroffen. Diese prominenten Namen wie “Wetzel”, “Schwager”, “Murer” und “Zimmer” stammten von einer Gruppe von freien Landeignern in der Gegend von Zollikon. Viele von ihnen wehrten sich, in die Abhängigkeit von der Stadt Zürich zu gelangen. Deshalb folgten viele von ihnen der “von Zollikon” Familie nach Grüningen, was sie unter die Herrschaft der Regensberger brachte. Diese Gruppe von Landeignern war landläufig bekannt in der Gegend von Grüningen als die “Aussiedlinge” und wurden als Gruppe den “Zollingern”, also den Leuten von “Zollikon”, zugeordnet.
Beide Gruppen der ursprünglichen Einwohner von Zollikon, die aristokratischen “von Zollikon” und die freien Landeigner, breiteten sich in der Gegend von Grüningen aus. So ist auch die Frage, wer von den heutigen Nachfolgern aristokratische Wurzeln hat, nicht zu beantworten. Aber die Diskussion über die aristokratische Herkunft ist ohnehin eine falsche, da die “von Zollikon” dem niedrigsten aristokratischen Rang angehörten, während viele der wichtigen freien Familien bedeutend höhere Positionen in der Gesellschaft innehatten.
Von Gutsverwaltern zu Bauern
Über mehrere Generationen entwickelten sich die “von Zollikon”, welche zu Beginn Gutsverwalter der Regensburger waren, zu freien Landeignern. Als Verwalter benutzten sie nach wie vor den Namen “von Zollikon”, doch das “von” wurde nach und nach fallengelassen als sie Grundbesitzer und Bauern wurden. Die letzte Erwähnung eines “von Zollikon” war ein Ritter Eberhard von Zollikon, der im Jahr 1443 in einer Gruppe von Verteidigern war, die sich dazu entschloss, die Burg Grüningen aufzugeben statt sie zu verteidigen.
Die Nachkommen der Verwalter Zollinger konnten in mehreren Fällen Grundbesitz erwerben, zum Beispiel in Mönchaltdorf, Itzikon, Hombrechtikon und vor allem in Lautikon, wo die Erwähnung eines “Johannes de Zollikon de Lutikon” aus dem Jahre 1464 den frühesten Nachweis einer direkten Verbindung zurück erbringt. Und so ist es dieser Zweig von Lautikon, aus welchem sich so viele weitere Zweige von Zollinger Familien entwickelten, die heute sehr gut dokumentiert sind. Das Urhaus steht nach wie vor in Lautikon: Es ist ein prächtiges Bauernhaus mit Riegelbau, welches 1665 von Heinimann Zollinger erbaut wurde. Es wurde kürzlich renoviert und steht unter Denkmalschutz. Ein anderer Zweig scheint in der Nähe von Hombrechtikon und seinen umliegenden Weilern entstanden zu sein. Eine Linie dieses Zweiges wurde später dokumentiert auf den Höfen von “Landsacher”, “Gstein” und “Feissi”, alle in der Nähe von Bubikon. Allerdings wurde sehr wenig Nachforschung betrieben bezüglich dieses wichtigen Zweiges.
Es war zu dieser Zeit ein alter Brauch der damaligen Bauern und Landbesitzer, alle Söhne mit einem Stück Land zu versehen. Dies führte zu einer Zerstückelung der grossen Anwesen zu immer kleineren Anteilen, selbst wenn der Vater in einigen Fällen wohlhabend genug war, ein Anwesen für jeden seiner Söhne zu erwerben. Auf diesem Weg verteilte sich der Name Zollinger ausserhalb von Lautikon zu Orten wie Oetwil, Egg, Hergass, Ober-Ottikon und Wila. Verschiedene dieser Linien sind heute gut dokumentiert.
Eine dieser Linien wurde “Rytz” genannt, was wahrscheinlich ein Spitzname eines Mädchennamens einer Frau eines frühen Zollingers ist. Dieser bekannte Zweig verbreitete sich zum Bauernhof Neugut in der Nähe von Maur, von dort nach Üssikon, Maur und Rällikon und noch weiter nach Nänikon, Wangen, Basel und schlussendlich nach Rexburg, Idaho, USA. Die anderen Mormonen Zollinger, die in Providence, Utah, siedelten, haben ebenfalls Wurzeln in Üssikon und sogar noch weiter zurück in Lautikon. Auch die Zollinger aus Watt scheinen einer Linie des Rytz-Stammbaumes anzugehören.
Ein anderer Familienzweig wurde zuerst Pächter eines grossen Anwesens in Oetwil, welches dem Kloster Einsiedlen gehörte, genannt “Gotteshaushof”. Nur schon zwei Generationen später wurden die Pächter Zollinger zu freien Landeignern. Ihre Schachen Farm war in Zollinger Händen ab 1596 bis heute: der aktuelle Eigentümer ist ein Hanspeter Zollinger.
Der Ober-Ottikon Zweig der Familie wurde bedeutend in verschiedenen umliegenden Weilern, unter anderem Herschmettlen, Hanfgarten und der Bauernhof Bönler. Von da kehrte ein späterer Zweig zurück nach Hombrechtikon und ihr Hauptort wurde der Bauernhof “Grütrain”. Von verschiedenen Zweigen dieser Familie gelangten Einwanderer in die USA, während die früher erwähnten Zweige einige der frühen Einwandererfamilien in Ohio und Pennsylvania waren.
Die Reformation
Die Reformation hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die Bauern des Zürcher Oberlandes: nicht nur in einem religiösen Sinn, sondern auch in der Tatsache, dass die verhassten Kloster, welche das Pachtland kontrollierten und hohe Zinsen forderten, nun zerstört wurden. Aber die Euphorie war von kurzer Dauer: Die Stadt Zürich wurde Eigentümerin der klösterlichen Anwesen und war genau so unterdrückerisch zur ländlichen Bevölkerung, wie es die Klöster waren.
Kein Wunder also, dass die Bauern sich Conrad Grebel anschlossen, der mit dem Zürcher Reformator Zwingli gebrochen hatte und die religiöse Revolution zu ihrer vollen Vollendung bringen wollte. Der Vater von Grebel war einst Graf in Grüningen und Conrad wuchs dort auf. Er hatte schon bald eine grosse Anhängerschaft im Zürcher Oberland, die unter dem Namen “Wiedertäufer” (auch “Anabaptisten” genannt) auftrat. Doch die Bewegung wurde unterdrückt von der Stadtregierung. Diese Bewegung wurde aufgrund ihres Glaubenseifers als weit grössere Gefahr für die Reformation eingestuft, als die katholische Bedrohung. Und so wurden die Anhänger dieser Gruppen gnadenlos verfolgt, und ihre Anführer getötet, namentlich indem man sie in der Limmat ertränkte.
Die Anhänger der Wiedertäufer Bewegung wurden schliesslich aus dem Oberland verbannt. Die meisten fanden Zuflucht in der Pfalz, ein Herzogtum im deutschen Rheintal. Hier kamen religiös verfolgte Gruppen aus ganz Europa zusammen, von Böhmen, vom Tirol, aus Zürich und aus Bern und darunter war eine Anzahl von Zollinger Familien. Der Name ist noch immer verbreitet in Philippsburg und Rheinsheim (beide nördlich von Karlsruhe) sowie in Duttweiler (bei Saarbrücken). Doch der sichere Hafen war von kurzer Beständigkeit. Als auch dort die Verfolgung losging war es der englische Quäker William Penn mit seiner Vision eines neuen Landes mit religiöser Freiheit in Nordamerika, der eine grosse Anzahl der Flüchtlinge anwarb, ihm nach Pennysylvania zu folgen.
Die weitere Verbreitung des Namens
Der Beruf des Landwirten, welchem die Zollinger Familie im Zürcher Oberland so eifrig nachging, verlor seine vorherrschende Bedeutung während der industriellen Revolution. Viele der Landwirts-Söhne fanden einen Beruf in den neuen Fabriken, die überall dort entstanden, wo die Wasserkraft genutzt werden konnte. Am verbreitetsten war die Textilindustrie, die Region wurde gar eines der wichtigsten Zentren weltweit. Doch auch Giessereien, Maschinenbau und andere ähnliche Branchen wurden auch wichtig. So ist die aktuelle Verteilung des Namens Zollinger der Beweis für den Umzug von den Bauernhöfen zu den Zentren dieser neuen Arbeitsplätze, unter ihnen Rüti, Wetzikon und Uster. Die grosse Stadt Zürich war auch immer ein Magnet, und über die Jahrhunderte zog eine beträchtliche Anzahl von Zollingers dorthin. Tatsächlich wurde die Stadt dann oft auch ein Sprungbrett für die spätere Emigration in die USA.
Die Schweizer Zollingers heute
Nicht überraschend ist der Name Zollinger noch heute weit verbreitet im Zürcher Oberland und den anderen ländlichen Gebieten des Kantons Zürich. Ein Zollinger Telefonbuch zeigt 514 Einträge im ländlichen Zürich und mit weiteren 136 Einträgen in der Stadt Zürich kommen im gesamten Kanton Zürich über 60% aller Zollingers der Schweiz vor. Doch der Name taucht auch in den benachbarten Kantonen St. Gallen und Aarau auf, wie auch in anderen Schweizer Städten, vor allem in Bern und Basel. Auch der Kanton Tessin zog gewisse Zollingers, wohl vor allem Rentner, an.
Die USA Zollinger Familien
Die Emigration in die USA erfolgte in mehreren Wellen. Mit der ersten kamen Zollingers als Siedler nach Pennsylvania und verbreiteten sich von dort in Richtung Westen nach Ohio und Illinois, wo noch heute bedeutende Zollinger-Zweige existieren. Eine spätere Immigrationswelle bestand lediglich aus zwei Familien, die in der Schweiz zum Glauben der Mormonen konvertierten und sich dann auf den Weg nach Utah machten, eine im Jahr 1862, die andere 1887. Da in der Religion der Mormonen grosse Familien propagiert werden, brachten diese zwei Familien eine grosse Anzahl an Nachfahren hervor. So können heute 82 Zollinger im Telefonbuch von Utah und 65 in Idaho gefunden werden, womit sie etwa einen Viertel aller Zollingers in den USA ausmachen. Weitere neuere Immigranten mit dem Namen Zollinger liessen sich in Louisiana und Texas nieder, während die generelle Tendenz der US-Bevölkerung, sich in Richtung Kalifornien zu bewegen, auch ein paar Zollinger Familien erfasste.
Die Zollingers weltweit
Während über 95 Prozent aller Zollingers in der Schweiz und den USA gefunden werden können, gibt es auch ein paar eher exotische Destinationen, für welche sich die Zollingers entschieden haben. Unter den Kontakten ist ein Yossi Zollinger aus Haifa in Israel, dessen Vorfahren aus Rumänien stammen. Leider gibt es keine Informationen darüber, wie die Vorfahren seiner Grosseltern mit der Schweiz in Verbindung standen. Eine mögliche Verbindung wäre eine weitere Zollinger Familie, die aus Deutschland nach Jabuka (Vojvodina) in den Banat (Serbien) auswanderte. Diese Zollinger Familie war wohl ein Teil der Siedlungspolitik der Habsburger, mit welcher die von den Türken im Jahr 1718 eroberten Gebiete besetzt werden sollten. Zwei hundert Jahre später waren die Nachkommen dieses Zweigs nach dem 2. Weltkrieg gezwungen, nach Deutschland zurückzukehren. So ist heute nur wenig Wissen über die zwei Jahrhunderte der Zollingers in Osteuropa bekannt.
Ein anderer Emigrant Zollinger liess sich zuerst in Haifa im heutigen Israel nieder und zog später weiter nach Aleppo im heutigen Syrien. Die Familie wurde zu bekannten Händlern und Bankern. Nachdem das Familienoberhaupt die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, wurde er gar deutscher Konsul in Aleppo. Die Familie zerstreute sich anschliessend in allen Gegenden des Mittelmeerraumes, mit Spuren nach Griechenland, Frankreich und zurück nach Deutschland.
Und zuletzt existiert eine Zollinger-Familie, die recht gut dokumentiert ist, die nach Santiago de Bahia in Brasilien emigrierte, wo der Name noch immer existiert. Und zu guter Letzt: Marcel Zollinger, der nach Ottawa, Kanada, emigrierte – und, wer weiss, seine Familie vielleicht der Beginn einer kanadischen Dynastie sein könnte.
Die Zukunft des Namens Zollinger
Einer der faszinierenden Aspekte in über 800 Jahren Familiengeschichte ist die Beobachtung, wie die verschiedenen Zweige der Zollingers blühten oder verdorrten. Die wenigen Immigranten in die USA, die heute Hunderte von Nachfahren haben, sind prominent in der Familiengeschichte vertreten, aber es gibt weit mehr Zollinger-Immigranten, deren Namen nicht an die nächsten Generationen weitergegeben wurden und ihre Zweige daher ausgestorben sind. Die offensichtlichste Erklärung für Erfolg oder Misserfolg mag die Anzahl der Kinder sein, die jede Generation produzierte, und, genauer gesagt, die Anzahl der männlichen Nachfahren. Ungünstige wirtschaftliche Umstände, Krankheit und schieres Pech können auch eine Rolle im Verschwinden dieser Zweige gespielt haben.
Bevölkerungsstatistiker erzählen uns, dass zum Erhalt einer Population jede Familie im Schnitt 2.1 Kinder haben sollte. Das für sich allein betrachtet gibt allerdings noch keine Garantie für das Überleben des Familiennamens. Eine grob geschätzte Familiengrösse, die den Fortbestand des Namens über Generationen garantiert, müsste wohl etwa doppelt so hoch, etwa bei 4.5 Kindern angesetzt sein. Die meisten Bauern-Familien in den letzten Jahrhunderten, wie diejenigen in Pennsylvania, Ohio oder Utah hatten immer mehr Kinder als dieses Minimum. Aber wie sieht es in neuerer Zeit aus? In der modernen Gesellschaft gibt es wenig Familien mit vier und mehr Kindern, und in Europa fiel die durchschnittliche Geburtenrate unter das 2.1-Level, womit sich diese Populationen nicht länger selbst erhalten können.
Diese Statistiken werden ein pessimistisches Licht auf das Überleben der meisten Namen, und der Name Zollinger wird Teil dieses soziologischen Trends sein. Unvermeidlich? Vielleicht. Traurig? Sicher. Die Lösungen dieses Dilemmas könnte aber auch über das blosse Kinderkriegen hinausgehen: Über das Erzählen der Geschichte der Zollingers kann jeder neuen Generation der notwendige Stolz, Teil dieser Familie zu sein, vermittelt werden. Mein eigener Grossvater nannte mich oft den „Stammhalter“, also den erstgeborenen Mann für eine weitere Generation. Er war immer besonders stolz auf mich, weil ich als erstgeborener und männlicher Nachfahre das Versprechen war, seine Linie weiterzuführen. Und meine zwei Söhne Andrew und Martin garantieren nun für das Überleben des Namens für eine weitere Generation. Aber darüber hinaus, wer weiss?
Geschrieben von Marcel Zollinger, Ottawa, Kanada.
Aus dem Englischen übersetzt von Markus Zollinger, Watt/Zollikerberg.