Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/58

Institutionsgeschichte
1949
Ida Zuppinger, welche in diesem Jahr verstarb, war alleinige Eigentümerin des Areals Herzogenmühle, das damals noch zu Schwammendigen gehörte. In ihrem Testament legte sie fest, dass die Herrschaftsvilla nach ihrem Tod zu einem Asyl umfunktioniert werden sollte. Sie wollte damit sicherstellen, dass ihr damals 50-jähriger, psychisch kranker Sohn und Erbe des Gutes Herzogenmühle den Rest seines Lebens in der Herzogenmühle verbringen konnte. Das Vermächtnis von Ida Zuppinger wurde durch Jakob Wegmann, damals Gemeindrat von Wallisellen und Gutsverwalter von Ida Zuppinger, vorbildlich verwaltet.
Nun musste jedoch dem Willen von Ida Zuppinger Folge geleistet werden und Jakob Wegmann war bemüht, jemanden zu finden, der in der Lage war die Herrschaftsvilla umzufunktionieren.
Jakob Wüst, damals Gemeindepräsident von Wallisellen und Freund von Jakob Wegmann, hatte eine Idee und engagierte für das Projekt Herzogenmühle das Ehepaar Otto und Emma Baumgartner-Fischer. Das Ehepaar führten ein für in diese Zeit – nicht nur dank der Ausbildung von Emma Baumgartner als Eidg. dipl Irrenpflegerin – ein sehr fortschrittliches, aber kleines Heim in Dietlikon.
Jakob Wegmann war von der Idee begeistert. Sämtliche für die Pacht notwendigen Verträge wurden zwischen ihm und dem Ehepaar Baumgartner abgeschlossen, so das dieses Heim selbsttragend und privat geführt werden konnte. Otto und Emma Baumgartner führten das Heim basierend auf christlichen und sozialen Werten. Somit erhielten Menschen mit psychischen Problemen, aber auch ältere Menschen und vor allem aber Ida Zuppingers Sohn die Möglichkeit, in der Herzogenmühle in einem familiären Rahmen gut betreut zu werden.
1954
In diesem Jahr vertarb Ida Zuppingers Sohn. Das Gut Herzogenmühle ging als Legat mit der Auflage,
30 Jahre lang keine baulichen Veränderungen zu tätigen, an die Gemeinde Wallisellen über. Der Heimbetrieb wurde durch Otto und Emma Baumgartner weitergeführt.
1968-1971
Felix der jüngste Sohn des Ehepaars Baumgartner liess sich nach seiner Erstausbildung zum Modellschreiner auch noch zum Krankenpfleger mit Diplom in Psychiatrie ausbilden. Nach seiner Ausbildung in der psychiatrischen Klinik in Oetwil am See (Schlössli), arbeitete er zur Freude seiner Eltern, welche zu diesem Zeitpunkt hofften, der Sohn würde den Betrieb eines Tages übernehmen, tatkräftig im Betrieb mit. Während der Ausbildung in Oetwil lernte Felix zudem Eveline (Evi) Luder, ebenfalls Dipl. Psychiatrie Pflegerin und Schulschwester, kennen. Beide heirateten 1971.
1975
Seit diesem Jahr arbeitet Evi Baumgartner im Heim mit. 1975 erwarb sie auch das zur Weiterführung nötig gewordene Wirtepatent (Kostgeberei). Zudem wirkte sie im Schweizerischen Heimverband mit, in welchem sie später in den Vorstand gewählt wurde.
1979
Der Betrieb wurde offiziell von Otto und Emma Baumgartner an die zweite Generation Evi und Felix Baumgartner übergeben.
1982
Evi und Felix Baumgartner beantragten bei der Kantonalen Fürsorge die Bewilligung zur Weiterführung des Heimes, die im noch im gleichen Jahr erteilt wurde.
1984
Das Gesundheisamt des Bezirk Bülach erteilte die Betriebsbewilligung zur Weiterführung des privaten Heimes Herzogenmühle (gemäss Art. 9 lit.c des Sozialhilfegesetzes und der Verordnungen).
1990
Das Platzangebot wurde dank einem Neubau der Gemeinde Wallisellen an der Herzogenmühle 17 erweitert. Somit wirkte man dem Mangel an Wohnplätzen für psychisch Kranke Menschen entgegen. Der Neubau wurde als Wohnheim in das bestehende Altersheim integriert. Auf Drängen der Institution Lindenbaum in Pfäffikon wurden zwei geschützte Arbeitsplätze im Heim geschaffen, welche heute noch bestehen.
2006
Benjamin Baumgartner, Sohn von Evi und Felix, steigt in den Betrieb ein und arbeitete offiziell im Betrieb mit. Er absolvierte das 3-jährige Praktikum, das eine Voraussetzung für die Ausbildung zum Heimleiter ist.
2008
Benjamin Baumgartner begann die Ausbildung zum Heimleiter beim Tertianum ZfP in Berlingen. Diese wird er voraussichtlich im Herbst 2011 beenden. Nach der jährlichen Betriebskontrolle durch die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich war die Aufsicht der Meinung, dass das Alters-Wohnheim Herzogenmühle kein klassisches Altersheim ist: zu viele Bewohner hätten das AHV Alter noch nicht erreicht. Deshalb wurde ein Wechsel der Zuständigkeit zum Kantonalen Sozialamt verfügt.
2009
Ende des Jahres feierte das Alters-Wohnheim Herzogenmühle sein 60-jähriges Bestehen.
2010
Im März läuft die Betriebsbewilligung durch die Gesundheitsdirektion des Kt. Zürichs aus. Die neue Betriebsbewilligung wird durch das Kantonale Sozialamt ausgestellt. Zudem werden die Rechtsform und der Name geändert. Das Alters-Wohnheim Herzogenmühle wird zur Wohnheim Herzogenmühle AG.
Zukunft
Da die Institution Alters-Wohnheim Herzogenmühle nun seit 60 Jahren ohne Zwischenfälle – mit allergrösstem sozialem Engagement und christlicher Nächstenliebe – geführt wird und auch in Zukunft geführt werden soll, setzt die Heimleitung alles daran, die nötigen Auflagen und Bedingungen der neuen Vorgaben durch das Kantonale Sozialamt zu erfüllen. Dies ist/wird nicht ganz einfach, da der kleine Familienbetrieb (23 Betten) mit erheblichen Neuauflagen konfrontiert wurde und diese mit einem sehr sozialen, familiären Konzept nicht so einfach und unbürokratisch umsetzbar sind.
Die Familie sowie die Trägerschaft, setzt volles Vertrauen auf Benjamin Baumgartner, welcher mit sehr viel Engagement an der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben arbeitet.