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Hallo
Situation :
Meine Kollegin ist in Ausbildung und jetzt zu 100% krankgeschrieben. Sie arbeitet zu 70% in einer Institution (Pensum laut Arbeitsvertrag 70%), 30% ist Ausbildung (Studium).
Die Frage ist, ob sie (auch wenn sie krankgeschrieben ist), den Unterricht besuchen darf.
Danke für eure Hinweise
rolf
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Die korrekte Antwort lautet wie oft in solchen Fällen: "Es kommt darauf an".
100% krankgeschrieben ist eigentlich die falsche Bezeichnung.
Auf dem Arztzeugnis steht sicher nicht 100% krank sondern 100% arbeitsunfähig.
Nun, was heisst arbeitsunfähig? Das kommt eben darauf an: Wer bei seiner Arbeit schwere Lasten heben muss und einen Bandscheibenvorfall hat, der ist sicher arbeitsunfähig. Die Schule besuchen und den ganzen Tag im Stuhl sitzen geht dann vielleicht schon eher.
Anders ausgedrückt: Es kommt sehr darauf an, welcher Art die gewöhnliche Arbeit ist und welcher Art die Erkrankung oder der Unfall.
Mit einem gebrochenen Arm z. B. kann ich mir einen Schulbesuch durchaus vorstellen, nicht jedoch die normale Arbeit am Arbeitsplatz, wo beide Arme gebraucht werden.
In den meisten Arbeitsverträgen, bzw. deren Ausführungsbestimmungen steht immer in etwa sinngemäss folgendes: "Der Kranke hat alles zu unterlassen, was die Heilung verzögern könnte."
Im Zweifelsfall also nochmals zum Arzt gehen und sich genau bescheinigen lassen, was geht und was nicht, z.B. Heben von Lasten, Autofahren, langes stehen, Schulbesuch etc. dann ist der Arbeitnehmer auf der sicheren Seite und muss sich vom Chef nichts vorwerfen lassen.
Gruss
Rolf.
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Danke Rolf für deine Erklärung.
Werde das so weiterleiten.
Wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
rolf
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Hallo Rolf.
verstehe ich das richtig, wenn der Arzt einen Erkrankten für bestimmte Tätigkeiten "arbeitsunfähig" schreibt, dass der Arbeitgeber ihn (sie) anders einsetzen könnte? Dass dann auch die Prozentangabe eigentlich nicht korrekt ist, weil sie sich nur auf bestimmte Aufgaben beziehen würde?
Ich erinnere mich an eine frühere Kollegin, die nach einer OP 7 Wochen "krank" geschrieben war, aber 2 x pro Woche an einem Kurs teilnehmen wollte, für den sie sich vor der Erkrankung angemeldet hatte. Sie war Telefonistin und konnte wegen der OP nicht so lange sitzen - aber im Kurs musste sie auch sitzen......
Sie zog das durch - mit der Konsequenz, dass auf Seiten AG von da ab ein Misstrauen blieb.
Gruss Ellen
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verstehe ich das richtig, wenn der Arzt einen Erkrankten für bestimmte Tätigkeiten "arbeitsunfähig" schreibt, dass der Arbeitgeber ihn (sie) anders einsetzen könnte? Dass dann auch die Prozentangabe eigentlich nicht korrekt ist, weil sie sich nur auf bestimmte Aufgaben beziehen würde?
Das trifft prinzipiell zu. Hat der Erkrankte 40 Grad Fieber ist er für alle Arbeiten arbeitsunfähig, hat er sich aber den Fuss gebrochen, kann er durchaus nach einiger Zeit eine sitzende Tätigkeit ausführen. Hier sind die Patienten aufgefordert, ggf. mit ihrem Hausarzt eine KLARE Abfassung des Arztzeugnisses zu verlangen. Normalerweise sind die Formulare vorgedruckt und es wird nur noch die Prozentzahl eingefüllt.
Besonders bei komplizierten und lange andauernden Fällen ist das sehr wichtig, denn sobald eine Umschulung auf ein anderes Tätigkeitsgebiet bzw. eine Wiedereingliederung im Sinne der IV im Raume steht sind klare Angeben vonnöten, was selbstverständlich bei einer banalen Grippe anders ist.
Gruss
Rolf.