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Sophos hat seinen neuen State of Ransomware 2022 Report veröffentlicht. Die jährliche Studie gibt einen Überblick über die Ransomware-Entwicklung in der Schweiz. Unter anderem zeigt die Studie, dass 60 Prozent der Schweizer Unternehmen von Erpressermalware betroffen sind.
Sophos veröffentlicht heute seine jährliche Studie "State of Ransomware 2022", die einen Überblick über die Ransomware-Entwicklung in der Praxis gibt. Der Report zeigt, dass 60% der in der Schweiz befragten Unternehmen (global 66%) im Jahr 2021 von Ransomware betroffen waren, gegenüber 46% im Jahr 2020. Das durchschnittliche Lösegeld, das von Schweizer Unternehmen gezahlt wurde, deren Daten bei ihrem grössten Ransomware-Angriff verschlüsselt wurden, hat sich um rund 6% verringert und beträgt 84.052 CHF (89.147 CHF im Vorjahr). 35% (global 46%) der Schweizer Unternehmen, deren Daten verschlüsselt wurden, zahlten das Lösegeld, um ihre Daten zurückzubekommen, auch wenn sie über andere Mittel zur Datenwiederherstellung verfügten, z. B. Backups. Der Bericht fasst die Auswirkungen von Ransomware auf 5.600 mittelständische Unternehmen in 31 Ländern in Europa, Nord- und Südamerika, Asien-Pazifik und Zentralasien, dem Nahen Osten und Afrika zusammen, wobei international 965 (in Schweiz 7) Unternehmen konkrete Angaben zu Ransomware-Zahlungen machten.
„Neben den eskalierenden Zahlungen zeigt die Umfrage auch, dass der Anteil der zahlungswilligen Opfer weiter ansteigt, selbst wenn sie andere Optionen zur Verfügung haben", sagt Chester Wisniewski, Principal Research Scientist bei Sophos. „Dafür kann es mehrere Gründe geben, etwa unvollständige Backups oder das Verhindern der Veröffentlichung gestohlener Daten auf einer Public-Leaks-Seite. Nach einem Ransomware-Angriff besteht oft ein grosser Druck, den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Die Wiederherstellung verschlüsselter Daten mit Hilfe von Backups kann ein schwieriger und zeitaufwändiger Prozess sein. Daher ist es scheinbar verlockend, ein Lösegeld für die Datenentschlüsselung zu zahlen, weil dies als eine schnelle Option erscheint. Dieses Vorgehen ist aber mit hohen Risiken verbunden. Unternehmen wissen nicht, was die Angreifer ausser der Ransomware-Attacke eventuell noch im Netzwerk getan haben, beispielsweise Hintertüren für künftige Angriffe installiert oder Kennwörtern kopiert. Wenn Unternehmen die wiederhergestellten Daten nicht gründlich bereinigen, haben sie am Ende im Worst Case immer noch potenziell schädliche Programme in ihrem Netzwerk und sind möglicherweise einem erneuten Angriff ausgesetzt."
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Höhe der Lösegeldzahlungen: Im Jahr 2021 gaben keine der Schweizer Unternehmen an, dass sie Lösegeld in Höhe von 1 Million US-Dollar oder mehr gezahlt haben, im Gegensatz zu 11% aus globaler Sicht. Die meisten Schweizer Unternehmen (ca. 72%) bezahlten Summen zwischen 47.834 und 239.175 CHF (50.000 und 250.000 US-Dollar).
- Mehr Opfer zahlen Lösegeld: Im Jahr 2021 zahlten 35% (global 46%) der Schweizer Unternehmen, deren Daten durch einen Ransomware-Angriff verschlüsselt wurden, das Lösegeld. Aus globaler Sicht zahlten 26% der Unternehmen, die im Jahr 2021 verschlüsselte Daten mithilfe von Backups wiederherstellen konnten, ebenfalls das Lösegeld.
- Die Auswirkungen eines Ransomware-Angriffs können immens sein: Die durchschnittlichen Kosten für die Wiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff im Jahr 2021 betrugen für Schweizer Unternehmen 1.568.986 CHF (global 1,4 Millionen US-Dollar / 1.339.379 CHF). Es dauerte im Durchschnitt einen Monat, um den Schaden und die Geschäftsunterbrechung zu beheben. 93% (global 90%) der Schweizer Unternehmen gaben an, dass der Angriff ihre Betriebsfähigkeit beeinträchtigt hat, und 87% der Opfer in der Privatwirtschaft gaben an, dass sie aufgrund des Angriffs Geschäfts- und/oder Umsatzeinbußen erlitten haben.
- Viele Unternehmen verlassen sich auf eine Cyber-Versicherung, um sich von einem Ransomware-Angriff zu erholen: In der Schweiz hatten 83% (global 83%) der befragten Unternehmen eine Cyber-Versicherung, die sie im Falle eines Ransomware-Angriffs abdeckt. In 100 % der Schweizer Vorfälle zahlte der Versicherer einige oder alle entstandenen Kosten, lediglich bei 38% wurde die gesamte Lösegeldforderung abgedeckt)
- Vierundneunzig Prozent derjenigen, die eine Cyberversicherung abgeschlossen haben, gaben an, dass sich ihre Erfahrungen beim Abschluss einer solchen Versicherung in den letzten zwölf Monaten verändert haben: Dieses Empfinden äussert sich vor allem durch höhere Anforderungen an Cyber-Sicherheitsmassnahmen, komplexere oder teurere Policen und weniger Unternehmen, die Versicherungsschutz anbieten.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir möglicherweise einen Höhepunkt in der Entwicklung von Ransomware erreicht haben, wo die Gier der Angreifer nach immer höheren Lösegeldzahlungen frontal mit einer Verhärtung des Cyberversicherungsmarktes kollidiert. Die Versicherer versuchen zunehmend ihr Ransomware-Risiko und ihre Exponierung zu reduzieren", sagt Wisniewski. „In den letzten Jahren ist es für Cyberkriminelle immer einfacher geworden, Ransomware einzusetzen, da fast alles als Service verfügbar ist. Zudem haben viele Cyber-Versicherungsanbieter eine breite Palette von Wiederherstellungskosten aufgrund von Ransomware, einschließlich des Lösegelds, abgedeckt, was wahrscheinlich zu immer höheren Lösegeldforderungen beigetragen hat. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass die Cyber-Versicherungen härter werden und die Opfer von Ransomware in Zukunft möglicherweise weniger bereit oder weniger in der Lage sein werden, extrem hohe Lösegelder zu zahlen. Leider ist es unwahrscheinlich, dass dies das Gesamtrisiko eines Ransomware-Angriffs verringert. Ransomware-Angriffe sind nicht so ressourcenintensiv wie andere, handwerklich ausgefeiltere Cyberattacken. Daher ist jedes Lösegeld ein lohnender Gewinn, der sich lohnt, und Cyberkriminelle werden sich auch weiterhin die leicht erreichbaren Ziele aussuchen."