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Wie viele Europäer feiern auch die Deutschen Ostern. Aber kennen Sie die Bedeutung und Traditionen dieses Feiertags in Deutschland? Ostern wird am Sonntag nach dem vollen Frühlingsmond gefeiert und markiert das Ende der 40-tägigen Fastenzeit. Wie viele christliche Feste vereint das Osterfest sowohl heidnische wie auch kirchliche Bräuche.
Wie die verschiedenen Schweizer Kantone hat auch jedes Bundesland seine eigenen Traditionen, so dass es schwierig ist, ein einheitliches Bild zu präsentiere, aber wir versuchen hier, Ihnen einen Überblick über die deutschen Bräuche zu geben.
Während in vielen lateinischen Sprachen das Wort für Ostern vom hebräischen Wort Pessach (Übergang) abgeleitet ist, wie z.B. das französische Wort Pâques, ist dies im Deutschen (Ostern) oder Englischen (Easter) nicht der Fall. Bis in die 1950er Jahre glaubte man, dass Wort vom Namen einer germanischen Göttin der Morgenröte, Ostara, abgeleitet sei. Da keine Belege für die Existenz dieser Göttin gefunden wurden, betrachten Sprachwissenschaftler stattdessen die erste Silbe “Ost” oder “East”, also den Osten, wo die Sonne aufgeht. Dies scheint logisch, weil zu Ostern die Auferstehung Christi gefeiert wird, aber auch die Erneuerung des Lebens und die Rückkehr der Fruchtbarkeit nach dem Winter.
Das Ei spielt zu Ostern eine Schlüsselrolle. Der Ostersonntag markiert das Ende der Fastenzeit, daher ist dies eine Gelegenheit, die verpassten Freuden nachzuholen, und das Ei war ursprünglich ein Teil davon. Seit dem 9. Jahrhundert bezahlten die Bauern ihren Zehnten mit Eiern. Im Laufe der Jahrhunderte ist das Ei ein Geschenk geworden, und die Deutschen schmücken es gerne mit der Familie.
Der Osterbaum ist eine alte deutsche Tradition, die sich mittlerweile in ganz Europa verbreitet hat. Er symbolisiert die Ankunft des Frühlings. Verzierte Eier werden an einen Baum im Garten gehängt oder Jasmin- oder Weidenzweige werden in Vasen gesteckt, um Wohnzimmer und Küchen zu dekorieren.
Besonders bekannt ist der Saalfelder Osterbaum. Die Tradition begann mit Volker Kraft, der 1945 als Junge zum ersten Mal einen Osterbaum sah. 20 Jahre später schmückte er mit seinen Kindern einen Strauch in seinem Garten mit 18 Eiern. Im Laufe der Jahre wuchs der Baum und die Zahl der Eier nahm erheblich zu. Heute sind auf dem Baum nicht weniger als 10.000 Eier. Es dauert mehrere Wochen, um ihn zu dekorieren, und Touristen strömen jedes Jahr herbei, um ihn zu bewundern.
Kaninchen und Ostereier wurden zuerst in Deutschland miteinander in Verbindung gebracht. Die Legende besagt, dass es der Osterhase ist, der die Eier in den Gärten versteckt. Am Ostersamstag bereiten die Kinder kleine Nester aus Blättern, Moosen oder Kräutern vor und platzieren sie, oft begleitet von einer Karotte, um dem Hasen für seine Arbeit zu danken. Während der Nacht füllt der Hase die Nester mit bunten Eiern, manchmal aber auch mit Süßigkeiten, Schokolade oder sogar Geschenken. Der Osterhase kommt aus einer alten orientalischen Kultur. Es ist ein Symbol für Fruchtbarkeit, Fülle und Erneuerung. Im Laufe der Zeit hat er sich in ein Kaninchen verwandelt. In einigen Gegenden übernehmen aber andere Tiere seine Rolle. So zum Beispiel:
In ländlichen Gegenden Norddeutschlands ist es üblich, am Ostersamstag oder Ostersonntag abends große Feuer anzuzünden. Jungen und Mädchen tanzen um das Feuer, und Paare, die zusammen über die Glut gesprungen sind, werden in diesem Jahr sicher heiraten! Feuer symbolisiert die Sonne, die den Platz der Wolken einnimmt, den Winter beendet und die Ankunft des Frühlings markiert.
Auch wenn sich die kulinarischen Traditionen von Region zu Region und von Familie zu Familie unterscheiden, gibt es doch einige typische deutsche Ostergerichte und -rezepte.
Am Gründonnerstag, der noch immer von der Fastenzeit geprägt ist, essen einige Deutsche grüne Gerichte wie die “Gründonnerstagsuppe”, die häufig Spinat, Petersilie, Lauchgrün, Schnittlauch, Sauerampfer, Brunnenkresse und Löwenzahn enthält. Der Gründonnerstag leitet seinen Namen von „Greinen“ ab, einem altgermanischen Begriff, der “sterben” oder “weinen” bedeutet.
Am Karfreitag isst man normalerweise Fisch.
Am Ostersonntag wird oft das Lamm geehrt, das Unschuld und Demut symbolisiert.
Auch die Leckermäuler kommen Ostern nicht zu kurz, da auch viele Backwaren hergestellt werden. Das bekannteste Gebäck ist zweifellos das Osterlamm, ein schafförmiges Gebäck. Im Elsass ist es unter den Namen Lamele, Lamala oder Oschterlämmele bekannt. Auch wenn die Namen variieren, so ist das Rezept doch fast identisch. In dieser Zeit des Coronavirus ist es nicht einfach, eine Kuchenform in der Form eines Schafes zu finden. 🙂 Deshalb haben wir ein weiteres sehr schönen Rezept gebackt, das Osternest. Das vollständige Rezept finden Sie auf unserem Instagram-Account!