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Wenn wir in der Beiz ein «Herrgöttli» bestellen, bekommen wir 2 Deziliter Bier
Wie kommt es, dass wir mit einem doch eher frommen Ausdruck ein Bier bestellen? Es geht die Legende, dass der Begriff auf das Luzerner Original Anton Albert Leodegar Emil Achermann (1914–1995) zurück geht, der «Herrgöttli-Achermaa» genannt wurde. Der Antiquar, Kunstsammler und Laienadvokat, der auf dem Hämikon-Berg eine Art Mini-Ballenberg schuf, soll ein Rappenspalter gewesen sein. Weil ihm eine Stange zu teuer gewesen sei, habe er immer nur 2 Dezi Bier bestellt. Und so habe man begonnen, ein Bier im 2-Dezi-Glas ein «Herrgöttli» zu nennen. Und von Luzern aus ging der Begriff durchs Land.
Aber wie bloss ist der streitbare Achermann Anton, der eine alte Kanone auf dem Hämikon-Berg in voller Absicht in exakter Zielrichtung auf das Luzerner Regierungsgebäude aufstellte, zum Namen Herrgöttli-Achermaa gekommen? Achermann hatte nach dem Handelsdiplom das väterliche Geschäft für sakrale Kunst und Kirchenbedarf übernommen, und als «Herrgöttli» werden kleine Christusfiguren bezeichnet.
Aber zurück in die Beiz: Manche sagen, wer am Stammtisch statt einer Stange (3 dl) plötzlich ein Herrgöttli bestelle, signalisiere damit, dass er bald aufbrechen wolle. Was er dann aber doch nicht tue. Sondern noch eins bestelle.
Prost!
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