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Der Verband Fragile Suisse, der sich auf Daten von sieben der zehn grossen Schweizer Stroke Center (auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisierte Spitaleinheiten) stützt, äusserte sich in einer Medienmitteilung vom Freitag besorgt über diese Situation. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass landesweit aktuell weniger Personen einen Schlaganfall erleiden würden als in den Wochen vor dem Lockdown. Naheliegender sei die Erklärung, dass sich in der Coronakrise weniger Patienten notärztlich behandeln lassen.
Fragile Suisse sieht dafür mehrere Gründe, wie zum Beispiel eine erhöhte Angst vor Corona-Infektionen im Spital sowie die Sorge, das Gesundheitssystem zu belasten. Ein anderer Erklärungsansatz ist die häusliche Isolation: Keine Drittpersonen können die Symptome erkennen und den Notfall anrufen.
Je früher in Behandlung, desto besser
Der Verband ruft deshalb die Schweizer Bevölkerung auf, sich auch bei leichten Anzeichen eines Schlaganfalls in notfallmedizinische Behandlung zu begeben. Je früher die Behandlung beginne, desto geringer seien die Schäden im Gehirn. Ohne rasche Behandlung drohten hingegen schwerwiegende und langfristige Schädigungen.
Auch bei einer Streifung besteht laut der Organisation akuter Behandlungsbedarf, weil sie Vorbote eines schwereren Schlaganfalls sein kann. Die Akutspitäler seien gut ausgerüstet und derzeit in der Lage, diese Fälle zu behandeln. Sie achteten zudem darauf, dass solche Patienten nicht mit Corona-Verdachtsfällen in Kontakt kommen, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, schreibt Fragile Suisse.
Die vor 30 Jahren gegründete Organisation hilft Menschen mit einer Hirnverletzung und ihren Angehörigen. Sie besteht aus elf Regionalvereinigungen und der Dachorganisation mit den Standorten Zürich und Lausanne. In der Schweiz erleiden jährlich durchschnittlich rund 16'000 Menschen Hirnschlag.