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Wenn ich mich im Wald verirrt habe, ist selbst ein einfacher Trampelpfad die Erlösung. Dieser Pfad wird irgendwann in einen Weg münden. Der Weg in eine Strasse, und diese führt aus dem Wald hinaus. Mitten im Dickicht einen Weg zu finden, davon schreibt David im Vers 3 des 23. Psalmes: „Er führet mich auf rechter Straße“
Mein Alltag gleicht zeitweise einem Dickicht. Ich gerate in Situationen, in denen ich nicht mehr weiter weiss. Wie soll ich reagieren? Was soll ich sagen? Was kann ich tun? Ich erlebe immer wieder, wie in genau diesen Situationen Worte aus der Bibel mir den Weg weisen. Zum Beispiel damals, als ich nicht den Mut hatte einem Trauernden anzurufen. Ich wusste nicht was sagen, oder wie reagieren. Die Worte aus Römer 12.15 „weint mit den Weinenden“ zeigten mir den rechten Weg.
Der grüne Weg
Ich nehme an, dass du an irgend einem Computer sitzt. Stell dir vor, dass jetzt gerade die Fläche unter deinen Füssen in ein rot leuchtendes Licht getaucht wird. Dieses Licht breitet sich aus und färbt den ganzen Boden unter dir ein. Das Zimmer ist nun bis zur Türschwelle rot. Nun gehst du darüber hinaus in den Gang und durch das Treppenhaus bis zur Haustüre. Überall wo du hingehst, bildet sich ein Streifen von ungefähr einem Meter Breite aus leuchtend rotem Licht. An der Strasse vor deinem Haus verzweigt sich der Streifen zum ersten Mal. Ein Weg geht nach links, der andere nach rechts. Bei jeder weiteren Wegkreuzung verzweigen sich die Leuchtstreifen wieder. In deinem Kopf bildet sich das gesamte Strassennetzwerk deiner Stadt in leuchtend roten Streifen, die sich durch den Raum ziehen, ab. Falls du noch Vorstellungskraft hast, kannst du die ganze Welt mit einbeziehen, und hast das ganze Netzwerk von möglichen Strassen, die du heute gehen kannst. Ein unüberblickbares Wirrwar von Strassen, findest du nicht?
Nun stell dir vor, dass sich plötzlich der Boden unter deinen Füssen in ein leuchtendes Grün verwandelt. Du folgst dieser Farbe und bei der ersten Verzweigung siehst du, dass es rechts weiterhin grün ist und der linke Weg rot geblieben ist. So folgst du der grünen Farbe durch alle Kreuzungen hindurch – das ist dein Weg. Keine Fragen, keine Zweifel – für dich gibt es nur noch Grün oder Rot. Wir würdest du dich in solch einer Welt fühlen? Sicher oder bedrängt? Frei oder geborgen?
Das Bild von den roten und grünen Strassen hat einen Mangel: Es ist unpersönlich. Wenn Jesus von der rechten Strasse spricht, benutzt er eine ganz andere Sprache, als wir Westeuropäer sie uns gewohnt sind. In Johannes 14.6 sagt Jesus: „Ich bin der Weg…“
Die rechte Strasse ist lebendig und persönlich. Bei Jesus geht es nicht um Rot oder Grün; und erst recht nicht um das Einhalten eines Regelwerkes. Es geht um die persönliche Beziehung zu Ihm. Er selbst ist der Weg.
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Bild: Joachim S. Müller