Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03112.jsonl.gz/1868

Soziale Plakatappelle aus der Ukraine 1960–1990
Der Korpus an sozialen Plakaten aus der Ukraine veranschaulicht exemplarisch, wie ein autoritäres Staatssystem seinen Bürgern noch bis in die späten 1980er Jahre mittels des Plakats imperative Ratschläge für ein gesundes Leben erteilte. Mithin erfüllt hier das Plakat noch eine in unseren Breitengraden seit langer Zeit verlorengegangene ursprüngliche Funktion als breitenwirksames Massenkommunikationsmittel. Folgende Fragestellungen bieten sich zur näheren Untersuchung an: Welche Bildrhetorik findet Einsatz, welche Argumentationsstrategien erweisen sich als wirkungsvoll vor dem gesellschaftspolitischen Hintergrund der Ukraine in diesem Zeitraum? Welche Rolle spielt der Staat als Erzieher? Welche GestalterInnen wurden mit der Plakatgestaltung beauftragt, was sind ihre gestalterischen Mittel? Möglich ist auch eine vergleichende Analyse unter Einbezug von Präventionsplakaten aus anderen Kulturräumen, die in der Sammlung vorliegen.
Sammlungskorpus
1100 Plakate der Ukraine aus den Jahren 1960 bis 1990 zu sozialen Themen, vor allem aus dem Bereich der Gesundheitsprävention: Alkohol-, Tabak- und Drogenprävention, sportliche Betätigung etc.
Aufarbeitungsstand
Die Plakate sind in zwei Archivschachteln thematisch sortiert gelagert. Dokumentationsfotos sowie eine Liste mit einer groben Übersetzung des kyrillischen Textes liegen vor. Die einzelnen Plakate sind jedoch noch nicht erfasst. Ihr Zustand ist teils sehr schlecht.
Forschungsvorhaben/Termine
Eine Beforschung des Plakatkorpus muss zwingend die Selektion eines exemplarischen, aussagekräftigen Konvoluts aus dem Gesamtbestand und dessen Aufarbeitung einschliessen (Auswahl von ca. 500 Plakate): Erfassung in der Datenbank des Museums, Fotografie, sachgerechte Lagerung. Dafür ist eine Dauer von ca. 3 Monaten einzuberechnen, die jedoch bereits der inhaltlichen Beforschung dient. Je nach Forschungsansatz bietet sich das Konvolut für eine vertiefte Forschungsarbeit oder auch
eine Bachelor- oder Masterarbeit an. Ein Beginn ist zu jedem Zeitpunkt nach Absprache möglich.
Kontakt
Roman Aebersold, Leiter Sammlungsbetrieb, +41 43 446 67 03.