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Die 20-jährige brunette St.Gallerin wurde am Samstagabend in Zürich von ihrer Vorgängerin, der Tessinerin Christa Rigozzi, zur Miss Schweiz gekürt.
Amanda Ammann lebt in Lausanne und studiert in Genf. Sie will den Röstigraben überwinden und auch eine Miss für die französische Schweiz sein.
Nacktfotos darf man von der frischgebackenen Miss Schweiz aus Abtwil nicht erwarten. Sie würde sich für kein Geld der Welt hüllenlos fotografieren lassen. Sie möge es nicht, von Männern als Sexobjekt betrachtet zu werden.
Amanda Ammann spricht vier Sprachen, studiert im zweiten Semester Internationale Beziehungen und möchte später bei den Vereinten Nationen oder beim Roten Kreuz arbeiten.
Ihre Bewunderung gilt Menschen, die ihre eigenen Bedürfnisse für andere zurückstecken, wie Mutter Teresa oder Martin Luther King. Amanda Ammann ist nicht stolz, Schweizerin zu sein, aber dankbar, hier leben zu dürfen. "Die Vielfalt, die Freiheit und die Sicherheit sind einzigartig", sagte sie.
Putzfimmel und "zu lange Zehen"
Seit dreieinhalb Jahren ist sie mit dem 21-jährigen Architektur-Studenten Sebastian liiert. Als Hobbys gibt sie lesen, joggen und malen an. An sich selbst mag sie ihre dunklen Augen am besten. Weniger Freude hat sie an ihren Füssen: "Ich habe viel zu lange Zehen."
Ihre schlechteste Charaktereigenschaft sei ihr Putzfimmel. Religion bedeutet ihr wenig: "Ich glaube an die Liebe - nicht an Gott".
In der Politik möchte sie das gegenseitige Verständnis fördern. Wenn sie könnte, würde sie jeden Tag die Sitzordnung im Parlament neu auslosen. "Dann würden die Politiker wieder mehr miteinander reden, und das gegenseitige Verständnis wäre grösser".
Finanzieller Erfolg programmiert
Die schönste Schweizerin erhält neben vielen anderen Geschenken ein Auto im Wert von 25'000 Franken. Daneben winken Repräsentationsverträge für über 300'000 Franken. Christa Rigozzi hatte es in ihrem Miss-Jahr auf ein Rekordeinkommen von 550'000 Franken gebracht.
Amanda Ammann liess am Samstagabend in der Maag-Eventhalle in Zürich 15 Konkurrentinnen hinter sich. Auf den zweiten Platz kam die Zürcherin Sabrina Knechtli, auf den dritten die aus Uganda stammende Zürcherin Claudia Wambululu. Die 16 Kandidatinnen aus allen Landesteilen waren aus über 400 Bewerberinnen ausgesucht worden.
Hochkarätige Jury
Die Miss-Wahl erfolgte in drei Runden. In der ersten schieden zehn Bewerberinnen aus, in der zweiten Runde drei. In der Finalrunde standen sich noch drei Kandidatinnen gegenüber. In den ersten beiden Wahlgängen wurden neben den Stimmen des Publikums auch jene einer sechsköpfigen Jury berücksichtigt.
Der Jury gehörten die beiden Ex-Missen Melanie Winiger (1996) und Lauriane Gilliéron (2005) sowie TV-Moderator Kurt Aeschbacher und Urs Heller, Chefredaktor der "Schweizer Illustrierten", an. Beim Finaldurchgang zählten ausschliesslich die Stimmen des Fernsehpublikums.
Trostpreise
Bereits in der ersten Runde ausgeschieden war die 19-jährige Zugerin Fabienne Bamert. Sie konnte sich jedoch mit dem Miss-Amitié-Preis trösten, der ihr von den anderen Kandidatinnen zugesprochen worden war.
Der Miss-Photogénique-Preis ging an die 22-jährige Valérie Ott aus dem Kanton Bern.
swissinfo und Agenturen
Die Geschichte der Miss
Beim Wettbewerb um die Miss Universe, wo es um die schönste Frau der Welt geht, können lediglich Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren teilnehmen. Den Wettbewerb gibt es seit 1926 und er wird heute durch die US-amerikanische Fernsehkette NBC organisiert.
Miss Universe steht in Konkurrenz mit Miss Monde. Dieser Schönheits-Wettbewerb wurde 1951 in Grossbritannien ins Leben gerufen, um den Bikini als Bademode zu etablieren.
Den Wettbewerb Miss Schweiz gibt es in der Deutschschweiz seit 1976. Die Romandie folgte 1988.