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Hallenbad – Neubad
Innenraum (Schwimmbecken)
Hallenbad – Neubad
Innenraum (Rutsche)
Hallenbad – Neubad
Adresse
6003 Luzern
LU
Architektur
Weitere Bauphasen
Kunst am Bau
Das Hallenbad von Adolf Ammann und Lis Ammann-Stebler ist ein Hauptwerk des Brutalismus in Luzern. Die Zwischennutzung äussert sich vielfältig, bringt nachbarschaftliche Veränderungsprozesse und thematisiert die Gentrifizierung. Es zeigt sich, dass Zwischennutzungen kulturell und gesellschaftlich relevante Beiträge leisten und dazu beitragen können, ein wichtiges architektonisches Zeitzeugnis (temporär) zu erhalten.
Chronologie
Das Hallenbad wurde in den Jahren 1962 bis 1969 von den Luzerner Architekten Adolf und Lis Ammann-Stebler geplant und ausgeführt. In den 1980er-Jahren zeigte sich Sanierungsbedarf – zeitgleich wurden Diskussionen um das zukünftige Hallenbad-Konzept der Stadt Luzern laut. Nach der Eröffnung eines neuen Hallenbads in der Allmend im Jahr 2012 wurde das alte Hallenbad für den Schwimmbetrieb geschlossen und das 120 Quadratmeter grosse Wandbild «Poseidon» aus Aluminiumtafeln von Hans Erni entfernt. Die Architekten Angelika Juppien und Harry van der Meijs konzipierten eine Zwischennutzung für die Zeit bis zum geplanten Abbruch: das Neubad. Derzeit gibt es im Neubad einen Gastronomiebetrieb, einen Veranstaltungssaal im ehemaligen Schwimmbecken, Ateliers und Co-Working-Räume.
Lage
Das Neubad liegt am südlichen Ende der Luzerner Neustadt. Die spitz zulaufende Parzelle wird von der Biregg-, der Kleinmatt- und der Eschenstrasse gefasst. Der Vorplatz des Neubads ist als Freifläche, als Grünraum im urbanen Umfeld gestaltet, mit Pflanzentrögen gegliedert und mit Bäumen von der Strassenkreuzung abgeschirmt. Die unterschiedlichen Flächen werden von der Bar bespielt. Auch der Haupteingang liegt am nach Osten orientierten Vorplatz. Die umliegenden Strassen bieten Parkplätze, an verschiedenen Stellen gibt es überdeckte Bereiche für Velos.
Beschreibung
Das Neubad ist ein komplexer, verschachtelt konzipierter Baukörper aus Sichtbeton. Den Kern bilden zwei Gebäudeteile, ein Kopfbau mit Badebereich und ein Servicetrakt. Der zweigeschossige Kopfbau erhebt sich über dem eingezogenen, weitgehend verglasten Eingangsgeschoss. Er wird von zwei massiven Betonplatten gefasst, in dessen Inneren sich ein 25-Meter-Schwimmbecken befindet. Feingliedrige Betonstützen unterteilen die Glasfassade und tragen das auskragende Flachdach. Die Ecken sind stützenfrei ausgebildet, was einen feinen Akzent setzt. Die wenigen geschlossenen Flächen im Eingangsgeschoss sind in Backstein gearbeitet und setzten einen Kontrast zum dominierenden Sichtbeton. Im rückseitigen Servicetrakt alternieren massive horizontale Betonplatten, Brüstungselemente aus Sichtbeton und grossflächigen Glas-Stahl-Elemente. Der Versatz formt unterschiedliche Terrassenflächen und Freibereiche. Das Neubad wird nach hinten feingliedriger und leitet damit formal auf die benachbarten, kleinteiligen Wohnhäuser über.
Ebenso differenziert gestalten sich die Innenräume: Nach einem komplexen System aus Durchgängen und Kabinen erreicht man den Badebereich. Diese vielfältigen Raumangebote begünstigen heute die kulturell vielseitige Zwischennutzung.
Literatur