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Das Wichtigste in Kürze
- Der Geist Gustav Mahlers schwebt über der Saison 2022/23 in der Wiener Staatsoper.
Vor 125 Jahren trat der Komponist und Dirigent seinen Posten als Direktor der Wiener Hofoper an, wie das Haus damals hiess.
Obwohl Mahler selbst keine Oper geschaffen hat, wird bei der ersten Premiere der Spielzeit am 29. September seine Musik erklingen: Sein frühes Märchenspiel «Das klagende Lied» wird gemeinsam mit seinen «Kindertotenliedern» von Regisseur Calixto Bieito szenisch umgesetzt, wie die Staatsoper bekanntgab.
Für das «Klagende Lied» setzte sich Mahler intensiv mit Richard Wagner auseinander, dessen «Meistersinger von Nürnberg» vom Wagner-Spezialisten Keith Warner auf die Bühne der Staatsoper gebracht werden. Auch «Salome» von Richard Strauss wird neu inszeniert, und zwar vom Sprechtheater-Regisseur Cyril Teste. Malin Byström singt die Titelrolle.
Einst an der Zensurbehörde in Wien gescheitert
Mahler wollte das Werk in Wien aufführen, doch er scheiterte an der Zensurbehörde, die befand, dass die Vorgänge in dem Werk «in das Gebiet der Sexualpathologie gehören», aber nicht an die Hofoper. Zu den Premieren 2022/23 gehört auch Barrie Koskys Deutung von Mozarts «Le nozze di Figaro», das am häufigsten gespielte Werk während Mahlers Direktionszeit.
Einige Stars sind nicht in Neuproduktionen, sondern im Repertoire zu hören, darunter Anna Netrebko in «Aida». Die aus Russland stammende Sängerin hatte zu Beginn des Ukraine-Kriegs eine Bühnenpause eingelegt und war kritisitiert worden, weil sie sich erst spät vom russischen Präsidenten Wladimir Putin distanzierte. Russische Künstler und Ensembles sollten nicht zu Positionierungen gezwungen werden, sagte der Staatsoperndirektor Bogdan Roščić. Stattdessen sollte die EU sie nach Europa holen. «Befrei diese Künstler aus der Abhängigkeit», sagte er.