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Bereits zum zweiten Mal in Serie steht die zu den Favoriten zählende Equipe der Schweizer Springreiter an den Titelkämpfen ohne Team-Medaille da. 2018 bei den Weltreiterspielen im amerikanischen Tryon lag vor dem Schlusstag Gold bereit, doch nach 13 Strafpunkten von Startreiter Werner Muff mit Daimler und dem Ausscheiden von Janika Sprunger nach zwei Verweigerungen von Bacardi lagen die Medaillenränge in weiter Ferne.
2019 in Rotterdam nutzten weder Niklaus Rutschi noch Paul Estermann, beziehungsweise deren Pferde Cardano und Lord Pepsi, den Steilpass ihrer Teamkollegen Steve Guerdat auf Bianca und Martin Fuchs im Sattel von Clooney. Selbst mit einer normalen Leistung von Rutschi oder Estermann wäre die 16. Team-EM-Medaille und die dritte in Serie nach Aachen 2015 und Göteborg 2017 Tatsache geworden.
Rutschi, dessen 17 Punkte vom Donnerstag trotz eines Streichresultats in die Wertung gekommen waren, rehabilitierte sich am Freitag mit einer Runde ohne Abwurf. Einzig ein Strafpunkt für die Zeitüberschreitung kam hinzu. Das Pferd von Estermann war erneut nicht fit. Bereits am ersten Hindernis fiel eine Stange, nach einem weiteren Fehler brach der Luzerner ab.
In Rotterdam stand die sportlich vielversprechendste Variante am Start. Bei der Selektion musste der Equipenchef Andy Kistler nicht auf eine Notlösung zurückgreifen. Gleichwohl steht die Schweiz mit leeren Händen da. Aber möglicherweise sagt der Equipenchef am Sonntagabend wie schon in Tryon: «Ende gut, alles gut». Fuchs und Guerdat liegen im Einzelklassement mit den Zwischenrängen 3 und 5 auf Medaillenkurs - wie schon vor einem Jahr in Tryon, als Silber und Bronze resultierte. Am Sonntag folgen noch 2 Umgänge. In Führung liegt der Brite Ben Maher auf Explosion.
Clooney zeigte unter Fuchs seine bislang beste Runde an diesem Championat. Der Zürcher rutschte auch auf Kosten seinen Freundes Steve Guerdat in die Medaillenränge vor. Bianca riss mit der Hinterhand in der Dreifach-Kombination eine Stange. «Ich dachte eigentlich, wir sind drüber», kommentierte Guerdat den Fehler.
Die Schweizer Equipe hatte in Tryon wie auch die Deutschen, die Schweden und die Niederländer das Ticket für Tokio 2020 gelöst. Um die verbleibenden drei Plätze Europas stritten sich in Rotterdam Belgien, Frankreich, Grossbritannien, Irland und Italien. In den sauren Apfel bissen die Iren (7.) und die Italiener (9.)