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Tony Banks – A Curious Feeling
Besetzung:
Tony Banks – keyboards, guitar, bass, percussion
Gastmusiker:
Chester Thompson – drums, percussion
Kim Beacon – vocals
Label: Charisma Records
Erscheinungsdatum: 1979
Stil: Pop, Progressive Rock
Trackliste:
1. From The Undertow (2:47)
2. Lucky Me (4:27)
3. The Lie (4:59)
4. After The Lie (4:51)
5. A Curious Feeling (3:59)
6. Forever Morning (6:04)
7. You (6:29)
8. Somebody Else's Dream (7:51)
9. The Waters Of Lethe (6:33)
10. For A While (3:39)
11. In The Dark (2:57)
Gesamtspieldauer: 54:38
Bei Genesis herrschte gerade eine schöpferische Pause und da dachte sich Tony Banks, dass er diese doch mal mit einem Solo-Album auffüllen könnte. So veröffentlichte er im Oktober 1979 das Album „A Curious Feeling“, welches die Geschichte eines Mannes erzählt, der aufgrund einer Wette sein Gedächtnis verliert. Musikalisch gesehen scheint Tony Banks noch etwas Material vom letzten Genesis-Album „And Then They Were Three“ übrig gehabt zu haben, denn stilistisch reiht sich „A Curious Feeling“ der letzten Bandveröffentlichung an.
Nun, Tony Banks mag offensichtlich keine Gitarren. Dass das Album Keyboard- und Synthesizer-lastig ist, ist im Grunde genommen nicht weiter verwunderlich, denn das sind eben „seine“ Instrumente. Ein bisschen Auffrischung mittels eines Saiten-Instruments hätte der Platte allerdings gut getan, denn die Gitarre wird hier nur sehr sparsam von ihm selbst gespielt und hätte das Album soundtechnisch zumindest ein wenig aufgepeppt. Denn genau hier liegt das Problem von „A Curious Feeling“. Alles klingt zwar voll und dicht, jedoch scheint Tony Banks mit seinen Synthesizer-Lagen viel zu oft ein ganzes Orchester ersetzen zu wollen. Da werden Fanfaren gespielt, Flöten- und Streicher-Passagen imitiert und das klingt nun einmal auf dem Keyboard einfach sehr synthetisch und kann nie die Atmosphäre eines Orchesters ersetzen – aber so sollte sich das wohl anhören. Jedes Lied ist zudem im selben Tempo und in derselben Stimmung gehalten, Abwechslung sieht deutlich anders aus. So legt man die Platte auf beziehungsweise die CD ein und die Musik läuft einfach durch, plätschert so vor sich hin.
Dazu gesellt sich noch der sehr undifferenzierte Gesang des Kim Beacon, der zwar noch nicht einmal über eine schlechte Stimme verfügt, sich dem musikalischen Einerlei jedoch bestens anpasst. Wenig Modulation und Ausdrucksstärke in seinem Gesang tragen ebenfalls zum Gefühl einer gewissen Langeweile bei. Bliebe noch das Song-Material. Klar gibt es auf „A Curious Feeling“ noch Ansätze des Progressive Rock zu hören. Dennoch driftet die Musik allzu oft auch in die Pop-Schiene ab. Bestes Beispiel hierfür ist der Titeltrack. David Hasselhoff hatte sich zur damaligen Zeit zwar noch nicht musikalisch betätigt, aber offenbar sein Vorbild entdeckt und wenige Jahre später mit dieser Art der Musik viel Eindruck bei den weiblichen Teenies hinterlassen. Der Ehrlichkeit halber sei hier allerdings auch angefügt, dass das Lied „A Curious Feeling“ dann doch den Ausschlag nach unten darstellt und die restlichen Titel sich qualitativ positiv davon abheben.
Fazit: Überzeugen kann die Platte trotzdem nicht. Tony Banks steht für einige Höhepunkt in der Musik von Genesis, zeigte dort sein Gespür für die mitreißende und eingängige Melodie. Diese gibt es auf „A Curious Feeling“ überhaupt nicht zu hören. Dazu gesellt sich die bereits thematisierte Instrumentierung und ein Gesang, der ebenfalls nicht überzeugen kann. Irgendwie langweilig. Schade. Sechs Punkte.
Anspieltipps: The Lie