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Die Zahl der Todesopfer nach der Explosion in einem Petrochemie-Werk in Mexiko ist auf mindestens 13 gestiegen. Mehr als 130 Menschen wurden bei dem Unglück in Coatzacoalcos im Bundesstaat Veracruz verletzt, wie der Leiter des Zivilschutzes am Donnerstag mitteilte.
«Wir haben das betroffene Gebiet in dem Komplex abgesucht und bislang leider 13 Opfer entdeckt», sagte Zivilschützer Luis Felipe Puente. Zuvor war von drei getöteten Arbeitern die Rede gewesen. 13 Verletzte schwebten in Lebensgefahr.
Die Explosionsursache war zunächst unklar. Der Chef der staatlichen Ölgesellschaft Pemex, José Antonio Gonzales, sprach von Hinweisen auf ein Leck, aus dem entflammbare Stoffe ausgetreten sein könnten.
Mehrere Schulen und Büros in den umliegenden Gemeinden wurden evakuiert. Rund hundert Arbeiter und 2000 Einwohner von Coatzacoalcos wurden in Sicherheit gebracht, wie der Gouverneur des Bundesstaates Veracruz, Javier Duarte, dem Fernsehsender Milenio sagte. Die Explosion sei in einem Umkreis von zehn Kilometern zu spüren gewesen.
Offenbar giftige Dämpfe
Die Bewohner der umliegenden Gemeinden wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu lassen. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto kündigte an, den betroffenen Arbeitern und Anwohnern zu helfen.
Wie das Unternehmen Petroquímica Mexicana de Vinilo (PMV) mitteilte, ereignete sich die Explosion am Mittwoch in der unter dem Namen Pajaritos bekannten Anlage in der Hafenstadt Coatzacoalcos im Südosten des Landes. Die Raffinerie wird in Zusammenarbeit mit den staatlichen Gesellschaften Pemex und Mexichem betrieben. Die Firma PMV stellt Vinylchlorid her - eine Grundsubstanz für die Herstellung von Plastikrohren.
Angst vor Stadt in Flammen
«Ich bin aus meinem Haus gerannt», sagte Marcela Andrade Moreno, eine Einwohnerin von Coatzacoalcos. «Ich dachte, die ganze Stadt geht in Flammen auf.» In der Anlage hatte sich bereits 1991 eine Explosion ereignet. Damals starben nach offiziellen Angaben sechs Menschen, Medienberichte gingen von mehr Todesopfern aus. «Wir sitzen auf einer Zeitbombe», sagte Abelardo Garduza, ein Händler aus dem wenige Kilometer entfernten Ort Allende.
Laut Pemex war das Feuer am frühen Abend «vollkommen unter Kontrolle». Explosionen in mexikanischen Ölanlagen sind relativ häufig, da Banden oft versuchen, Öl zu stehlen. (sda/dpa/afp)