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97 Schreiner, 9 Sesselbauer, 6 Bettmacher, 20 Tapezierer, 18 Drechsler, 4 Spengler, 3 Kochherdfabrikanten, 1 Eisenmöbelanfertiger, 4 Kassenfabrikanten, 4 Mechaniker, 1 Schlosser, 1 Schmied, 4 Kupferschmiede, 1 Kinderwagenfabrikant, 1 Sattler, 3 Vergolder, 2 Kübler, 2 Bürstenmacher, 2 Korbmacher, 1 Seiler, 1 Wagner, 1 Buchbinder, 1 Töpfer, 1 Strohflechter, 1 Glastafelfabrikant: Alle diese Handwerker stellten 1883 ihre selbstgefertigten Produkte in der Gewerbehalle der Zürcher Kantonalbank aus. 1877 eröffnet, war sie mit grossen Hoffnungen verbunden. Sie sollte Handwerkern ohne eigenes Ladenlokal die Möglichkeit geben, ihre Erzeugnisse in vorteilhaften Räumen zur Besichtigung und zum Verkauf auszustellen. Und die Bank griff Handwerkern noch mit einem weiteren Angebot unter die Arme: Sie gewährte Geldvorschüsse gegen Verpfändung der ausgestellten Ware und verhalf so kleinen Handwerkern, die auf anderem Weg keine Kredite erhielten, zu weiteren Betriebsmitteln. Wurde ein Gegenstand verkauft, erhob die Verwaltung der Gewerbehalle eine Provision von rund 10 Prozent des Verkaufspreises. Damit wurden die Miete und die Löhne des Personals gedeckt.
Die Zürcher Kantonalbank als Möbelhändlerin
Um Handwerkern aus der Region Zürich auf die Sprünge zu helfen, richtete die Bank 1877 eine Gewerbehalle ein. Sie diente als Ausstellungs- und Verkaufslokal für handwerklich hergestellte Produkte. Trotz grosser Anstrengungen blieb das Möbelhaus der Bank defizitär.
Anzeige in der Zeitschrift Heimatschutz, 1930.
Konkurrenz zu stark
Als Möbel Pfister 1922 in Zürich eine Filiale eröffnete und sich «durch marktschreierische Reklame unangenehm bemerkbar» machte, erhöhte der Bankrat das Werbebudget der Gewerbehalle, «um diese Konkurrenz so viel als möglich zu paralysieren», wie es im Protokoll heisst. Anfang der 1930er Jahre musste der Bankrat allerdings einsehen, dass die Handwerker mit fabrikgefertigten Gegenständen nicht mehr konkurrieren konnten, zumal auch noch billige Produkte aus deutschen Möbelfabriken den Markt überschwemmten. 1934 wurde die Gewerbehalle liquidiert und das direkte Engagement der Zürcher Kantonalbank im Möbelhandel beendet.
Briefkopf der Gewerbehalle, 1926.
Selbst elektrisches Licht und Qualitätskontrolle fruchten wenig
Das Geschäft verlief jedoch schleppend. Bereits im Geschäftsbericht von 1879 sprach man vom «Schmerzenskind», das immer noch nicht auf eigenen Füssen stehe. Auch die Beschränkung auf Handwerker aus dem Kanton Zürich, die Prüfung jedes Gegenstands in Bezug auf Qualität und Preis durch Sachverständige und der Umzug in grössere Räumlichkeiten kurbelten das Geschäft nicht wesentlich an. Einige Hoffnungen setzten die Verantwortlichen 1892 auf die Einführung von elektrischem Licht: Eine vorteilhafte Beleuchtung des Verkaufslokals könne für das Geschäft nur von Nutzen sein. Der Bankrat wollte die neue Beleuchtungsart hier ausprobieren, um sie im Erfolgsfall auch im Bankgebäude zu installieren. Um in der Ausstellung ein vollständiges Sortiment anbieten zu können, erlaubte das Reglement von 1904 ausdrücklich, auch eine Auswahl an Möbeln und anderen Gegenständen auf eigene Rechnung anzukaufen. Ergänzend wurde eine kleine Schreinerwerkstatt angegliedert und es wurden selber Einrichtungen entworfen. Auch an den Landesausstellungen präsentierte die Gewerbehalle stolz eine Auswahl ihrer Möbel und Einrichtungsgegenstände. Für die Landi 1914 in Bern schickte man dazu die Tochter des Gewerbehallenverwalters in die zwei Präsentationszimmer, um Auskünfte zu erteilen, Bestellungen entgegenzunehmen und für das «Reinhalten der Böden und Möbel». Für ihre Ausstellung erhielt die Gewerbehalle eine silberne Medaille – sehr zum Ärger des Verwalters, der mit Gold gerechnet hatte. Auf seine Beschwerde hin gab es nachträglich doch noch die höchste Auszeichnung.