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Zur systematischen Evaluation, ob eine Impfung empfohlen werden soll, folgen EKIF und BAG einem Fragekatalog, dem Analyserahmen. Alle darin definierten Fragen sind vor einer Entscheidung zu berücksichtigen und zu diskutieren.
Wissenschaftliche Basis für eine Impfempfehlung
Um die wissenschaftliche Basis für eine Impfempfehlung zu dokumentieren, muss die EKIF für jede Impfung folgende Fragen des Analyserahmens beantworten:
- Rechtfertigt die Krankheitslast die Abgabe einer Impfempfehlung?
- Erlauben die Eigenschaften des Impfstoffs die Abgabe einer wirksamen Impfempfehlung?
- Lässt sich mit der/den vorgeschlagenen Strategie/n das mit der Impfempfehlung verfolgte Ziel erreichen?
- Ist das Kosten-Wirkungs-Verhältnis der Strategien akzeptabel und vergleichbar mit anderen Interventionen im Gesundheitsbereich?
- Besteht eine erhöhte Nachfrage nach einer Impfempfehlung?
- Würde eine solche Impfempfehlung auf hohe Akzeptanz stossen?
- Lässt sich die Impfempfehlung umsetzen?
- Sind die verschiedenen Aspekte der Empfehlung evaluierbar?
- Gibt es wichtige offene Fragen, die einen Einfluss auf die Umsetzung der Empfehlung haben?
- Ist mit der Empfehlung ein gleichberechtigter Zugang zur Impfung für alle Zielgruppen gewährleistet?
- Gibt es rechtliche Probleme, die einen Einfluss auf die Umsetzung der Empfehlung haben?
- Ist die Empfehlung mit bestehenden oder geplanten Empfehlungen der Schweiz und internationalen Empfehlungen vereinbar?
Die Beantwortung dieser Fragen erfordert ein erhebliches Mass an Vorarbeiten, Auswertungen internationaler und schweizerischer Daten und die Analyse publizierter wissenschaftlicher Studien. Die Resultate dieser systematischen Arbeit (siehe Grundlagendokumente) dienen als Entscheidungsgrundlage für die EKIF.
Entwicklung des Analyserahmens
Der in der Schweiz benützte Analyserahmen wurde 2004 von EKIF und BAG basierend auf einem in Quebec ab 2001 erarbeiteten Analyserahmens1 nach Anpassung an die schweizerischen Gegebenheiten übernommen. Darin sind die grundlegenden Fragen und die zu analysierenden Aspekte detailliert aufgeführt. Die Evaluation einer Impfung muss auf wissenschaftlichen Belegen begründet sein, wobei nach Möglichkeit ein hierarchisches Klassierungssystem für die Validität der Studien zu verwenden ist. Somit hat jede so erstellte Impfempfehlung wissenschaftlich den Charakter einer nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin erstellten Richtlinie.
1 Erickson LJ. Development and Testing of an Analytical Framework for Immunization Program Planning in Canada (doctoral thesis). Groupe de recherche interdisciplinaire en santé, Université de Montréal 2004, rapport T04-01, 327p.
Dokumente
Impfempfehlungen in der Schweiz: Empfehlungskategorien (PDF, 72 kB, 07.11.2005)Bull BAG 2005; Nr. 45: 817-821
Letzte Änderung 10.07.2018