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Die Sectionen
Die Berichte der Sectionen über ihre Leistungen im Jahr 1868 werden in der Reihenfolge aufgeführt, in welcher sie eingelaufen sind.
1. Die Section Aargau, Präsident Herr Regierungsrath von Hallwyl, Cassier Herr Professor Mühlberg, Actuar Herr Professor Dr. Wirz, 13 Mitglieder, hielt von September 1867 bis November 1868 fünf Sitzungen zur Behandlung der laufenden Geschäfte und zur Besprechung von Ausflügen. Es wurde eine Sections-Cassa gegründet, Jahresbeitrag 2 Fr., und der Grund zu einer Bibliothek durch Schenkung des Mei er'sehen Atlas gelegt. Fahrten im Clubgebiet wurden nicht ausgeführt, wohl aber von 6 Mitgliedern, Diesbach, Hallwyl, Imhof, Neuburger, Saft und Wirtz der Bristenstock erstiegen, unter der Führung von Franz Zurflüh und den Trägern Anton Trösch und Joseph Zgraggen. Den 11. Juli 1868, 5 Uhr Abends, von Amstäg fort, 9 Uhr auf der Blackenalp. 12. Juli 3 Uhr Aufbruch, bei'm Bristensee von Herrn Saft eine photographische Aufnahme gemacht, die eine Stunde wegnahm-'Dann über ein Trümmerfeld von Felsbrocken, ein Schneefeld, einige Felsrücken, immer rechts dem Grate zu, und nun auf diesem hinan. Dieser wurde so steil, dass ge- klettert werden musste und der Bergstock nur hinderlich war.
Weiter oben lag Schnee, vor sechs Tagen gefallen. Eine halbe Stunde unter dem Gipfel wieder Felsplatten, um 9 Uhr die Höhe erreicht, die Rundsicht klar. Nach zweistündiger Rast um 11 Uhr wieder hinab über lose Felstrümmer, auf den grössern Schneeflächen stehend oder sitzend hinuntergerutscht zum Bristensee. Um 372 Uhr wieder photographische Aufnahme, und über die Blackenalp hinunter um 8 Uhr in Amstäg.
Freie Fahrten wurden von Herrn Frei-Gessner und Herrn Professor Wirz ausgeführt. Herr Frei bestieg am 22. Juli mit Herrn Apotheker J. Boll und den beiden Brüdern Weissenfluh das Sustenhorn von der Steinalp aus, klare Aussicht mit Ausnahme gegen Graubünden. Am 2. August wurde von demselben und Herrn Prof. Schiess von Basel mit Joseph Maria Trösch und Joseph Gamboni von Sedrun aus der Oberalpstock erstiegen. Die Aussicht ausgezeichnet klar, starre Felspartien vorherrschend, der Gletscher sehr zerschrundet. Auf dem Brunnifirn trennten sie sich, Herr Schiess mit Trösch nordwärts, Herr Frei mit Gamboni, den er bestens empfiehlt, gegen Süden das Acletathal hinaus. Den Tag vorher, 1. August, war er im Strimthale bei'm Haschen nach Nebrien auf das Plateau Calmot gelangt, eine prächtige Spitze lockte ihn aufwärts über Schneefelder auf Geröll, das lose unter den Fussen wich, nun unter überhängenden Felsstücken, die endlich nach viermaligen Versuchen bezwungen wurden. Der Punkt, 2982 M., wurde erreicht, Crap Alv. Piz Ault, 3033 M., wäre über den Grat leicht zu erreichen gewesen, aber schwarze Nebel rückten aus dem Etzlithal heran. Die Aussicht gegen die Medelsergruppe war prächtig. Das Hinabsteigen gegen Osten war unmöglich, es wurde gegen Westen hinuntergeklettert, und endlich der Hintergrund des Strimthales wieder
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erreicht, und Sedrun zugeschritten. Herr Professor Wirz ging vom Bristenstock weg ( siehe ohen ) über die Furca auf das Eggischhorn und die Bellalp nach Visp, dann nach Zermatt und auf den Gornergrat, und zurück.
2. Die Section Pilatus, aus 54 Mitgliedern bestehend, hielt sieben Versammlungen, Vereinsangelegenheiten, Anordnung von Excursionen, Berichterstattungen über Bergfahrten, belehrende und anregende Vorträge waren die Verhandlungsgegenstände.
Gemeinschaftliche Excursionen wurden drei bestimmt, aber nur eine ausgeführt. Um die Clubisten im Sommer zu vereinigen, wurde durch Circular festgesetzt, es soll jeden Freitag Abend freie Zusammenkunft im Gasthof zur Post stattfinden, daselbst die Sonntagsausflüge berathen, und Theilnehmer gesucht werden. Es wurde ein Excursionsbuch deponirt, in welchem die Anordnungen und die Erfolge der Excursionen verzeichnet werden.
EinselnfaJirten neben Ausflügen auf Rigi, Pilatus, Fronalp, Mythen, fanden folgende statt:
Schwalmis, 2248 M., zwei Mitglieder, Sättelistock oder Laugern, 2641 M., dieselben; Berner Schwarzhorn, 2930 M., ein Mitglied; Furcahorn, 3028 M., ein Mitglied, ein Panorama gezeichnet; Berner Faulhorn 2683 M., zwei Mitglieder. Führer in die Unterwaldneralpen: Christen, Schullehrer in Grafenort.
Das Excursionsgebiet wurde von drei Mitgliedern besucht. Von Interlacken über den Tschingelgletscher und Petersgrat in 's Lötschthal mit Fritz und Heinrich v. Allmen und im Turtmanthal auf das Schwarzhorn, 3207 M., von da ein Mitglied in 's Einfischthal und über'den Moiregletscher ins Eringerthal mit Baptiste Epinay, Gastgeber im Hotel Durand in Zinal, über Col de Collon in 's Valpelline, und Col de Crète Seche in 's Bagnethal mit Jean Angevui, Gastgeber zum Hotel du Mont Collon in Arolla, auf die Pierre à voir, und über die Gemmi zum Jahresfest nach Bern.
Berichte über Gletscherfahrten wurden vier mitge- theilt: die Fahrten zweier Mitglieder 1867 im Triftgebiet, Geschenenalp, Lochberg, Galenstock; eine Fahrt eines Mitgliedes auf den Galenstock und die Fibbia, mit Vorweisung eines Fibbia-Panorama von einem andern Mitgliede, die Reise über den Tschingelgletscher und das Walliser Schwarzhorn, und die Besteigung des Sättelistockes ( Nidwaiden ).
Ferner zwei Vorträge, einer über das Werk von Sartorius von Waltershausen und die darin aufgestellten neuen Hypothesen über den Transport der erratischen Blöcke, der andere über den Charakter der Flora auf Kalkboden und auf kristallischem Boden.
In Folge Aufforderung der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft übernahmen einige Mitglieder der Section die Verzeichnung der im Kanton Luzern vorhandenen erratischen Blöcke. Die Arbeit wurde vertheilt und, im October begonnen, wegen ungünstiger Witterung aber nur wenig gefördert. Doch sind mehr als 100 grössere Blöcke verzeichnet, im Frühjahr soll die Arbeit wieder aufgenommen werden.
Bei'm Jahresfest nahmen zwei Mitglieder an der Abgeordnetenversammlung Theil, und zehn am Feste, sehr zufrieden mit den trefflichen Anordnungen und der ausgezeichneten Gastfreundschaft der Berner Clubisten, und mit dem Wunsche des Wiedersehens in Genf. Präsident der Section ist: Herr Professor Zähringer; Actuar: Herr Stadtschreiber Schürmann.
3. Die Section Monte Rosa, Präsident: Herr Anton v. Torrenté, hat die Führertaxen für den ganzen Kanton und das Stationen-Verzeichniss für Excursionen beinahe vollendet, und wird dieselben unter Genehmigung der Regierung auf Frühjahr 1869 in Taschenformat dem Druck übergeben.
Die Schirmhütte auf dem Matterhorn, 3818 M., ist am 24. Juli 1868 vollendet worden. Sie ist 11 Fuss lang und 6V2 Fuss breit, hat Thüre und Fenster, einen eisernen Ofen, Küchengeräthe und eine Matratze mit Decken. 9 Besteigungen des Matterhornes haben 1869 stattgefunden und mehrere Ausflüge bis zur Schirmhütte.
An der französischen Uebersetzung des Jahrbuches haben mehrere Mitglieder der Section sich betheiligt, andere Correcturen zu der Excursionskarte geliefert.
Die Sammlung der Gipfelsteine hat einen bedeutenden Zuwachs erhalten, die Sectionsbibliothek vermehrt sich dagegen langsam. Doch ist davon die Rede, die Sagen, Legenden und Volksgesänge des Kantons zu sammeln, auch soll ein Herbarium der höchsten Alpenpflanzen angelegt werden. Für alle diese Zwecke ist ein eigenes Local in Sitten gemiethet. Die Section zählt 66 Mitglieder. Excursionen wurden folgende gemacht:
Otto Wolf, Raphaël Ritz, Maurice Gard, Anton von Torrenté: über Arollagletscher, Col du Mont Brûlé, Col de Valpelline, 3560 M., nach Zermatt.
Otto Wolf, erste Besteigung der Za-de-1'ano, 3374 M.
Otto Wolf, Caspar Loretan, Niclaus Roten, Xaver Wuillaud, Anton v. Torrenté, Besteigung des Wildhornes, 3268 M.
Otto Wolf, Xaver Wuilloud, Anton v. Torrenté, erste Besteigung der Pointe de la Vouasson, 3496 M.
Otto Wolf, Raphaël Ritz, Anton v. Torrenté, Besteigung des Vuibez, 3200 M.
Xaver Wuilloud, Anton v. Torrenté, über den Alphubelpass, 3802 M., von Zermatt nach Saas.
Caspar Loretan, Anton v. Torrenté, von Saas nach Simpeln, über den Sattel, Simmelipass, Sirwoltenpass.
Dr. Lortet aus Lyon von Bagnes nach Zermatt, Otemmagletscher, Col de l' Evèque, Col du Mont Brûlé und Valpelline.
Otto Wolf, Ch. M. Bonvin, Gallerini, Besteigung des Schaafhornes, Restirothhornes, und bis zum letzten Kamin auf dem Bietschhorn.
Vergerer, eidgenössischer Zolleinnehmer in Simpeln, zweite Besteigung des Rossbodenhornes ( Fletschhorn ).
4. Die Section Tödi, Präsident: Herr Landrath Hauser, hielt drei Hauptversammlungen, eine in Schwanden, zwei in Glarus, ferner drei gesellige Monatsversammlungen, eine in Mitlödi, zwei in Glarus. Officielle Excursionen fanden fünf statt: auf den Neuenkamm ob Mollis, den Ruchenglärnisch, den unerstiegenen Gipfel des Faulen ( Reiselstock ), den Kärpfstock und den Brückler ob Meder-nrnen. Zu diesen gesellte sich noch eine officielle Spazierfahrt nach Mühlehorn zu dem Clubgenossen Kamm. Von Festlichkeiten sind zu erwähnen: Das Jahresbankett, 29. März, woran auch Gäste von den Sectionen Rhätia und Uto Theil nahmen; ferner die mit der Besteigung des Rüchen verbundene Hüttenweihe im Steinthäli, woran sich Abgeordnete des Centralcomite sowie des Gemeinderathes von Glarus und eine Menge Volkes betheiligten, so dass der Gipfel des Rüchen von 75 Menschen besetzt war. Im Spätsommer wurde auch das schon voriges Jahr beschlossene Denkmal dem verunglückten Wislicenus am Grünhorn gesetzt. Von Beschlüssen der Section sind folgende namhaft zu machen:
1. Niedersetzung einer Commission zur Anbringung einer Cementverkleidung der Mauern der Schirmhütte am Grünhorn.
2. Bevollmächtigung der ursprünglichen Baucommission,,
die Hütte im Steinthäli mit Mörtel zu consolidiren.
3. Beschluss der Erstellung eines practicabeln Ueber-
ganges von der Hochnase auf den Kautispitz.
4. Assecurirung der Hütte im Steinthäli gegen Feuer-
schaden.
5. Aufnahme von Panoramen des Euchen und Rautispitz.
6. Gesetzgebereingabe für gänzliche Bannung der Jagd
zur Erhaltung der Gemsen und Murmelthiere.
7. Eingabe an das Centralcomite für Errichtung von
Stationen zum Zwecke der Beobachtnng des jährlichen VoiTückens und Zurücktretens der Gletscher in der Schweiz.
Zum Zwecke der Vorbereitung der Geschäfte hielt da » Comité sechs Sitzungen. Die Zahl der Vereinsmitglieder vermehrte sich auf 6Q. Die Jahresrechnung schloss mit einem Déficit von 62 Fr. Die Section hatte im Spätsommer den Hinschied ihres Actuars, des Herrn Heinrich Brunner, zu betrauern. Sie bezeugte ihr Beileid durch Theilnahme am Leichenbegängniss in corpore, und legte einen Kranz von Alpenblumen und Immergrün auf sein Grab.
Unter den activen Leistungen der einzelnen Mitglieder heben wir hervor:
Herr Cassier Freuler und Landrath Kamm bewerkstelligten einen früher nie versuchten Aufsteig vom vordem Schlattalpeli auf den Gipfel des Vrenelisgärtli; Herr Dessinateur Speich forcirte ebenfalls einen erstmaligen Aufsteig von der Guppenalp aus in directester Linie auf das Vrenelisgärtli. Den gleichen Weg machte später der Präsident der Section. Letzterer erreichte überdies drei bisher noch unerstiegene Gipfel in der Tödigruppe, Piz Frisai, Piz Ner und den kleinen Tödi. Weitere erste Ersteigungen vereitelte ungünstige Witterung. Herr Speich erfreute die Section mit Zeichnungen von verschiedenen Berggipfeln und Gruppen.
Dem Führerwesen wird stetsfort die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt, und wir hoffen im Laufe des Jahres 1869 ein Tableau der Führer der Section, mit Angabe der Touren, die sie gemacht haben, zu Händen der Gasthofbesitzer und Verfasser von Reisehandbüchern herausgeben zu können. Als ein ver-achtungswürdiges Beispiel menschlicher Bosheit erwähnen wir der Beschädigung des in der Schirmhütte am Glärnisch deponirten Notizenbuches, aus welchem die überschriebenen Blätter von ruchloser Hand herausgerissen und beschmutzt wurden. Die Urheber konnten bis jetzt leider nicht entdeckt werden. Die Section hat beschlossen, das corpus delicti aufzubewahren, die Notizen neu einzutragen und fortan jährlich am Schlüsse der Saison die Memorabilien sowohl vom Grünhorn als vom Steinthäli nach Glarus zu nehmen, und in ein Controlbuch einzutragen, welches als Duplicat dienen soll. Die andern Sectionen mögen dasselbe thun. Das Sectionsleben nimmt einen immer stärkern Aufschwung, in neuerer Zeit hat die jüngere Generation dem Vereine eine erhebliche Anzahl ebenso tüchtiger als für die Vereinszwecke begeisterter Anhänger zugeführt. Kein Misston hat noch das gesellige Leben getrübt.
5. Die Section Basel, Präsident: Herr Professor Rütimeier, hat, da die Familie immer wuchs und der Haus-rath sich vermehrte, das bisherige Logis, da es zu enge geworden, gegen ein grösser es vertauschen müssen, und ist mit Tisch und Stuhl, Sack und Pack, in die wohllöbliche « mindere Stadt » gezogen, befindet sich somit nunmehr auf dem rechten Ufer des Rheines, an der äussersten Grenze der Schweiz. Die unten folgende Aufzählung der Positionen im Kern der Alpenwelt, auf welchen die Familie Basel, alt und jung, auch im Jahre 1868 festen Fuss gefasst hat,
wird aber jedermann belehren, dass desswegen das Bürgerrecht bei dem Alpenclub nicht gelockert worden ist.
Auch ein Blick in das Wohnzimmer, wozu die Section des herzlichsten einladet, wird denselben Erfolg haben. Ungleich stattlicher als das bisherige, enthält es ein ausgedehntes eigenes Mobiliar, bestehend aus den rasch wachsenden Sammlungen, die wir in frühern Berichten erwähnt, und der grosse Dufour'sche Atlas, der, in Ein Blatt aufgezogen, eine volle Wand unseres Locales bedeckt, sowie die Ansichten und Panoramen, welche abwechselnd die andern Wände zieren, können Gäste bald belehren, wes Landes Kinder hier wohnen.
Der gegenwärtige Bestand der Section beträgt 88, die Zahl der eigentlichen Familienglieder, d.h. derjenigen, welche der Verbindung nicht nur passiv, sondern activ angehören, ist gestiegen. Es ergibt sich dieses aus der Zahl der Besucher unserer Zusammenkünfte. Wie bisher finden dieselben ohne Unterbrechung alle zwei Wochen statt, im Jahr im Ga*nzen 27 Male, wovon zwei ausserordentliche Versammlungen, wobei das Minimum der Theilnehmer an einem in die Sommerferien fallenden Vereinsabend 16, das Maximum, im Winter, an mehreren Vereinsabenden 57 Mitglieder betrug, das Mittel 32, also 6 mehr als das Mittel des vorigen Jahres. An den schriftlichen oder mündlichen Mittheilungen betheiligten sich zwar nur 16 Mitglieder, also die Hälfte der regelmässigen Theilnehmer, allein die Mehrzahl derselben zu wiederholten Malen, so dass im Protokoll nur wenige meist ebenfalls in die Sommerferien fallende Zusammenkünfte verzeichnet sind, bei welchen nicht mündliche oder schriftliche, einzelne oder Serien-Vorträge erzählender oder erklärender Art, aus dem Gebiete das uns zusammenführt und zusammenhält, vorlagen. Wenn auch die grosse Entfernung von der Alpen- weit, wie die bisherige Erfahrung zeigt, kein Hinderniss ist für reichlichen Besuch derselben durch die einzelnen Mitglieder, so erschwert sie doch Massenbesuch von Basel aus.
Um die Sectionseœcursionen einer grössern Zahl von Mitgliedern zugänglich zu machen, wählten wir daher in diesem Jahr als Ziel derselben näher liegende Punkte, einmal den Jura Beichen, der am 3. Mai den Besuch von 15 unserer Mitglieder erhielt, ein anderes Mahl den Napf, auf dem sich am 21. Juni 17 Basler Clubisten einfanden. Dass wir dabei den Verkehr mit den übrigen Sectionen so weit als möglich zu erhalten suchen, mag daraus hervorgehen, dass wie schon an dem letztjährigen, so auch an dem diesjährigen Jahresfest in Bern von den auswärtigen Sectionen Basel mit 23 Mann die am stärksten vertretene war. Und ein nicht minder reichliches Fähnlein zog von Basel nach Bern, als es sich darum handelte, daselbst den von Steinmetz und Architect so hart bedrängten erratischen Blöcken aus der Alpenwelt zu Hülfe zu kommen, für welche ein Ruf zum eidgenössischen Aufsehen an uns ergangen war. Hatten wir doch das Vergnügen, namentlich einem ansehnlichen Freund im Habkernthal, der nach Jahrtausend langem mannhaftem Widerstand den Angriffen tiefländischer Cultur zu erliegen drohte, freilich unter namhafter Beihülfe unserer naturforschenden Gesellschaft, mit einem Beitrag von 400 Franken, einen Freibrief unter der sichern Devise « Naturhistorisches Museum in Bern » erwerben, und somit wohl ein sorgenfreies Alter sichern zu helfen.
Was der Einzelne für sich leistet, möge aus folgendem Verzeichniss der Fahrten hervorgehen, die von unsern Mitgliedern in diesem Jahr ausgeführt worden sind, ein Verzeichniss, das sich, wie bisher üblich, auf die vom Alpenclub als solchem bisher ja unbedingt bevorzugte Region über der obern Wald- und somit über der mittlern Menschengrenze beschränkt.
Eine Ausnahme hievon nehmen wir nur in Anspruch für zwei unserer Veteranen, deren Alter nicht nur über der mittleren, sondern sogar über der oberen Menschengrenze sie hiezu wohl vollauf berechtigt, und welchen auch hier der Vortritt gebührt.
Herr Stadtrath Dr. Joh. Rudolf BurJchardt, 71 Jahre, bestieg Rigi, Pilatus, Stätzerhorn, Piz Beverin, Schilt, Hohgant.
Herr Commandant Brenner, 64 Jahre, Tschingelgletscher, Petersgrat, Eggischhorn, Moléson.
In die eigentliche Alpenclub-Region gehören dagegen folgende Fahrten unserer Mitglieder:
1. Berneralpen.
Herr Rathsherr Finninger und Georg Abt: Jungfrau von der Nordseite, Mönch, Schlossberggletscher, Titlis. '
Herr Frits Hoff'mann-Merian: Wetterhorn.
Herr August Raillard-Stähelin: Verfehlte Wetterhornfahrt, Titlis. Herr Ed. Nötdin und Fritz Bischoff: Jungfraujoch, Finsteraarhorn.
Herr Stud. Häberlin: Oberaarjoch, Grünhornlücke.
2. Wallis.
Herr Ed. Nötdin und Fritz Bischoff: Adlerpass, Strahlhorn. Herr Stükelberger-Speiser: Theodulpass, Breithorn, Weissthor, Sparrenhorn.
Herr Stud. Häberlin: Dom Mischabel, Monte Rosa,, Dufourspitze, Col d' Hérens nach Evolena.
3. Uri.
Herr Victor Haller: üri-Rothstock, Grosse Windgelle, Schlossberggletscher. Herr Dr. Wilhelm Bernouüi: Grosses Scheerhorn, Schlossberggletscher.
Herr Stud. Häberlin: Maasplankjoch im Triftgebiet, Schneestock, Dammastock, Mittel- und Rhonestock, Galenstock.
4. Graubünden.
Herr Emil Burkharde: Piz Bernina, Piz Palù, Sellapass, Piz Bellavista erste Besteigung, Piz Aleserste Besteigung, Piz Cambrena erste Besteigung, Piz Capütschin, Piz Languard, Pischagletscher.
Herr Eduard Bruckner-Merian und Ed. Bernoulli-Miggenbach: Silvrettagletscher, Searlthal, Stilfserjoch, Piz Languard, Pischagletscher.
Herr Passavant-Bachofen: Scesa-Plana, Piz Morteratsch, Schwarzhorn bei Davos. Herr Preiswerk - Burkhardt: Piz Linard.
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Herr Ad. Burkhardt - Bischoff: Silvrettagletscher,. Schwarzhorn und Schiahorn bei Davos.
Herr Alb. Hoffmann-Burkard: Gross-Litzner, Silvrettahorn, Piz Linard, Vorderes Plattenhorn, erste Besteigung, Madrisahorn.
Weniger vorwiegend den Gipfeln zugewandt waren die der geologischen Untersuchung gewidmeten Wanderungen von Herrn Professor Alb. Müller in dem Grenzgebiet von Uri und Graubünden, Val Giuf, Val Milar, Val Strim und diejenigen'von Herrn Professor Bütimeier in der Gotthardgruppe, Tritthorn, Blauberg, Monte Prosa und den benachbarten Alpen Tessin und Graubünden.
Ueber die Schweiz hinaus erstreckten sich die Wanderungen von Herrn Bischoff - Ehinger in den piemontesischen Alpen, des Herrn Oser Paravicini und Eman. Krayer in Tirol und Vorarlberg, sowie diejenigen von Herrn Oberst - Lieutenant Federer in den Oetzthalerge- birgen, Vernagtferner, Taschacherjoch, Urkandferner, Kreuzspitze, Mittelbergjoch.
6. Die Section Uto, Präsident Herr Siber Gysi, Actuar und Cassier Herr Pestalozzi- Jenni. Wenn auch im Ganzen nur wenige sich zu eigentlichen Hochgebirgstouren angeregt fühlen, so beweist doch das grössere Publikum den Bestrebungen des Clubs eine rege Theilnahme, und die so zahlreich in Zürich vertretenen Männer der Wissenschaft in und ausser dem Kreise des Clubs stellen sich ihm mit Vorträgen über die vielseitigen, den Clubisten interessirenden Materien zur Verfügung, und erlauben dadurch den Bestrebungen des Clubs ein geistiges Ziel zu geben. Die Zahl der Mitglieder ist auf 126 angestiegen. Sectionsausflüge wurden im Laufe des Sommers 1868 zwei gemacht.
Am 17. Juni mit 28 Theilnehmern von Eichterschweil aus über Feusisberg, Hoch-Etzel, Schönboden, das Stöckerli ins Galgenen-Tobel, nach Stalden, und über Galgenen, Lachen und Rapperschweil zurück, und am 12. Juli mit 8 Theilnehmern Guppenalp, Oberblegi, Braunwaldalp, Stachelberg. In den monatlichen Wintersitzungen, durchschnittlich von mehr als 60 Mitgliedern regelmässig besucht, kamen zum Vortrag durch die Herren Professor Hofmeister: die meteorologischen Verhältnisse der Schweiz, Mechaniker Goldschmid: Barometrische Höhenmessungen mit spezieller Berücksichtigung des von ihm construirten Aneroids, J .M. Ziegler: Ueber Topographie und Cartographie mit Rücksicht auf die geologischen Momente, Rechenschreiber Nüscheler: Ueber seine Erlebnisse während der Ueberschwem-mungsperiode im Ueberschwemmungsgebiet, Zuppinger-Zollinger: Referat über die Wetterhornbesteigung, Fürsprech Meier: Ueber die Krystallfunde im Triftgebiet, Dr. Meier von Knonau: Ueber die nachweisbare Verdrän- gung des Ackerbaues durch die Alpenwirthschaft in einigen unserer Hochgebirgsthäler, vornehmlich mit dem vierzehnten Jahrhundert beginnend, Prof. M. Ulrich:
Referat über seine diesjährige Reise im Excursionsgebiet 1868 und 1869.
Freie Fahrten fanden folgende Statt:
Herr Professor M. Ulrich und Herr Siber - Gysi durch das Nendazthal über den Grand désert, Col de-Louvie, nach Mauvoisin, Otemmagletscher, Arolla, Col du Mont Brûlé und Col de Valpelline nach Zermatt. Ersterer vom Otemmagletscher über Col de Chermontane und Piècegletscher nach Arolla, letzterer über Col de l' Evèque. Prof. Ulrich allein von Zermatt über Alphubelpass nach Saas, und Sirwoltenpass nach Simpeln, und auf den Monte generoso.
Die Herren Zuppinger-Zollinger und KÖlüker Maderanerthal, Hüfigletscher, Sandfirn, obere Sandalp nach Stachelberg.
Die Herren Zuppinger-Zollinger und F. Blumer das Wetterhorn mit Ulrich Wenger und Ulrich Kaufmann..
Herr Fürsprech Meier: Düssistock, Schnee- und Dammastock, Herr Fr. Hurter: Silvrettagebiet, Sidelhorn, Herr Schlüpfer-Escher: Tödi.
Herr Hamberger-Huber im Begleit seiner Gattin: Misslungener Versuch zur Ersteigung des Piz Russein vom Sandgrat aus, über den Brunnigletscher auf den Oberalpstock, Galenstock nur bis zum Galensattel wegen schlechten Wetters.
Herr Pestalozzi-Jenny: Moléson, in das Medelser- und Gallinarigebiet, sehr durch schlechtes Wetter behindert.
Herr F. Kb'llïker: Moléson.
Die drei vorzüglichen Künstler der Section brachten wieder reiche Ausbeute zurück, und zwar Herr Müller- Wegmann vom Schwarzhorn im Turtmanthal, vom Münsterthal, Breitkamm, Piz Umbrail, Monte Oga bei Bormio, Piz Campaccio und dem Arblaschgrat ob Mühlen.
Herr Zeller-Homer im Begleit seiner Fräulein Tochter, aus dem Adulagebirge mit Besteigung des Eischalphornes, und der Fibbia im Gotthard-Massiv. Herr Albert Heim vom Pizzo Centrale in der Gotthardgruppe ( dem Blauberg der Dufour- oder Tritthorn der geologischen Karte der Schweiz ). Derselbe, mit der geologischen Untersuchung der Tödigruppe beschäftigt, erreichte, am dritten vom Stockgron hinunterkommenden Bache von der obersten Ruseinalphütte an, aufsteigend, und den Curchellasfirn übersteigend, den Grat zwischen Stockgron und Stockpintga nördlich vom Piz Mont, der Val Russein vom Gliemsgletseher trennt. Von hier aus kann Porta da Gliems und damit der Tödi in ganz kurzer Zeit ohne Schwierigkeit erreicht werden, so dass dieser Weg als der einfachste und bequemste auf den Tödi bezeichnet zu werden verdient.
Der Urirothstock wurde von drei Mitgliedern der Section, Herren Escher-Hess, Werndle von Isenthal und Pestalozzi- Hirzel von der Engelberger - Seite erstiegen, Der GlärniscJi von 16 Mitgliedern, wovon zwei, Herr JBruppacher und überholter, gleichzeitig auch das Vrenelisgärtli erklommen. Schliesslich macht unser Mitglied, Herr Med. Dr. Schildbach, auf einen neuen bedeutend kürzeren Weg von Wildkirchli über Altenalp, das Oehrli, den blauen Schnee und die Platten auf den Säntis aufmerksam. Jacob Thorig im Weissbad Führer.
Unsere Sammlung hat auch in diesem Jahr recht erfreulichen Zuwachs an Büchern, Zeichnungen, Photographien und Fundstücken erhalten, obschon in dieser Richtung noch mehr Opferfreudigkeit sehr erwünscht wäre.
8. Die Section Bern, Präsident Herr Statthalter Studer, Actuar Herr Trachsler, hatte 1868 das Jahresfest 2u leiten, und zahlreichen Besuch an demselben aus allen Gauen der Schweiz bei sich zu empfangen. Die Zubereitungen erforderten, wenn der Aufenthalt für die Gäste nur ein annähernd würdiger sein sollte, für eine ansehnliche Zahl der Mitglieder viele Arbeiten. Indessen wurde darüber das eigentlich clubistische Leben im Innern der Section doch nicht vernachlässigt. Die monatlichen Sitzungen nahmen unausgesetzt ihren regelmässigen Verlauf, und erfreuten sich eines constanten Besuches von 20 — 30, auch wohl gegen 40 Mitgliedern, von denen die meisten ein reges Interesse für die Zwecke des S.A.C. bethätigen, und eine schöne Zahl rühmlicher Thaten auf diesem Gebiet aufzuweisen haben.
Am Schlüsse des Jahres zählte unser Club 129 Mitglieder, wovon die meisten in Bern wohnen, andere in Thun, Interlacken, Burgdorf und in anderen Gegenden des Bernerlandes zerstreut. Das Ansehen des Club mehrt sich von Jahr zu Jahr auch in weiteren Gegenden. Die Section zählt auch mehrere Engländer und Deutsche zu Mitgliedern.
Im Laufe des Jahres hatte die Section 23 neue Aufnahmen. 16 Mitglieder sind ausgetreten. Von den ausgetretenen Mitgliedern haben die meisten nur kurze Zeit der Section angehört, und nie, oder nur selten die Verhandlungen besuchen können, so dass aus der verhältnissmässig grossen Zahl der Ausgetretenen keineswegs ein Schluss auf schadhafte Zustände gestattet ist. Es waltet im Gegentheil unter allen Mitgliedern das beste freundschaftliche und gesellige Einvernehmen, und gegenseitige Unterstützung in der Förderung der Zwecke des Club.
Von den 13 Sitzungen wurden 9 durch grössere Vorträge über montanistische Touren und verwandte Gegen- stände gewürzt.
Dazu kamen mehrere kleinere Berichte und Mittheilungen belehrenden und anregenden Inhaltes. Und öfters schlössen sich belebte Discussionen an.
Während der Sommermonate wurden drei gemeinsame Ausflüge an Sonntagen angeordnet, die aus verschiedenen Gründen zwar nicht gerade zahlreich besucht waren, aber jedes Mal in einem besonderen Berichte im Club selbst theilnehmende und öfter erheiternde Würdigung fanden. Am 3. Mai Ausflug über Frauenkappelen nach dem Frieswylhubel und über Münchenbuchsee nach Bern ( 11 Mitglieder ).
Am 6. Juui Abends nach Langnau. Am 7. Juni über Rafrütte, Wasen, Bärclieggenknubel, Affoltern, Heiligen-landhubel, Burgdorf nach Bern ( 18 Mitglieder ). Ein dritter Ausflug auf den Ochsen wurde wegen zweifelhafter Witterung aufgegeben, und nur von 4 Mitgliedern ausgeführt. Unter die erheblichen neuen montanistischen Leistungen von Mitgliedern der Section im Sommer 1868 zählen:
1die Versuche von Herrn Ed. v. Fellenberg zur Erklimmung des Grspaltenhornes, bei welchem Anlass von seinen Führern Christen Michel und Peter Bernet die Gipfel des Tschingelgrates ( 3319 M. ) zum ersten Male bestiegen worden sind.
2 ) Die erste Besteigung des Grosshornes ( 3762 M. ), ausgeführt von den Herren Emil Ober stud. med. und Heinrich Dübi stud. philos., Clubmitgliedern, und den Führern Joh. Bischoff von Lauterbrunnen und Joh. Siegen aus dem Wallis.
Die Bibliothek ist in stetem Wachsen durch Geschenke und jährliche Ankäufe. Sie enthält an Werken und alten und neuen Karten bereits viel Interessantes. Ihr Bestand ist gegenwärtig circa 70 Bände und 35 Karten.
Die Section lebt immer noch ohne Statuten, und befindet sich in diesem gewohnheitsrechtlichen Zustande ganz wohl.
Die Leitung liegt noch stets in der bewährten Hand des Herrn Alt-Regierungsstatthalter Studer, der glücklicherweise auch für das folgende Jahr wieder dazu sich bereit finden liess.
8. Die Section Genf, Präsident Herr M. Briquet, hat ihr Local verändert, und ist aus der Rue du vieux Collège in die alte Post gezogen. Zugleich hat sie beschlossen, dass dieses Local ausser den monatlichen Zusammenkünften einen Tag der Woche den Mitgliedern geöffnet sei. Dieser Versuch ist nicht günstig ausgefallen, dagegen wurden die regelmässigen Sitzungen ziemlich zahlreich besucht, doch nicht so wie im alten Local. Die Anordnung von öffentlichen Vorträgen im Winter erfreute sich eines grossen Zuspruchs. Eine zahlreiche und aufmerksame Zuhörerschaft hat sich in den Säälen des Athe-nseums eingefunden, und musste aus dem Saale der Société des Arts in das grosse Amphitheater versetzt werden. Die Herren Professoren Morsier, Naville und Privat haben durch ihre Vorträge den Dank des Vereines und des Publikums sich erworben.
Von dem Echo des Alpes sind unter der Leitung der Herren Privat, Maquelin und Eberhardt im Laufe von 1868 3 Hefte erschienen, das 4. ist unter der Presse. Die Zahl der Abonnenten beträgt 200. Das Journal sollte häufiger erscheinen und daher auch mehr Mittheilungen von Seite der Sectionsmitglieder erhalten.
Im Interesse der Commission für Ausarbeitung eines Führers in den Bergen um den Genfersee hat zwar Herr H. Schaub zahlreiche Ausflüge gemacht, und eine Menge interessanter Notizen gesammelt, es bedarf aber auch der
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Beihülfe der übrigen Mitglieder, wenn die Aufgabe befriedigend gelöst werden soll.
Die Commission für den Fussweg der Grande Gorge ( Salève ) ist vom Préfecten von Hoch-Savoien anerkannt worden. Es liegt nun der Section die Unterhaltung des Weges ob. Auch für die Revision des Führertarifs in Chamonix wurde eine Commission bestellt.
Die Commission für Uebersetzung des Jahrbuches des S.A.C. hatte eine schwere Aufgabe zu lösen, über 700 Seiten waren zu übersetzen, die unter die Mitglieder der drei Romanischen Sectionen vertheilt wurden. Es war schwierig, geeignete Leute zu finden. Es wurde daher in Bern eine pecuniäre Nachhülfe gewünscht, und nöthigen Falls eine Veränderung der Statuten, die wohl nicht ausbleiben wird.
Die Verbindung mit dem Centralcomite und den anderen Sectionen ist eine überaus freundschaftliche. Es fand im Sommer ein Ausflug der drei Romanischen Sectionen zu dem See von Tanay statt, an dem zwei Mitglieder der Section theilnahmen, an dem Jahresfest in Bern betheiligten sich sechs Mitglieder, und Genf wurde als künftiger Festort bezeichnet. Dem Beitrage von 1000 Fr. von Seite des S.A.C. für die Wasserbeschädigten wurde freudig zugestimmt. Was das Gedeihen des Vereines betrifft, so ist die Zahl der Mitglieder auf 101 gestiegen, nebst zwei Ehrenmitgliedern. Die Zahl der Excursionen war indessen nicht im Verhältniss zu dieser Mitgliederzahl. Es sind bloss folgende zur Kenntniss des Berichterstatters gekommen:
Herr Fr. Thiöly: Ersteigung des Matterhornes, Herr G. Mensel und A. Lombard: Montblanc, letzterer partiell. Herr Piachaud, Mensel und Briquet: Dôme du Goûté, Herr A. Freundler: Cima di Jazzi, Herr L. Maquelin:
Haut de Cry, Herr de Fernex: Mont Avril, Herr Didier und JBret: Col du Crêt, Herr Briquet: Col du Midi, Herr Maquelin und Wistaz: Col du Trift, Herr Maquelin und Briquet: Col de Tâneverge.
Vorträge in den Versammlungen des Vereines wurden folgende gehalten:
Herr J. Jullien: Bericht über den Unfall bei der Grande Gorge, und über den Ausflug der Section auf den Salève.
Herr Fr. Lombard: Die Besteigung des Finsteraarhornes.
Herr P. Privat: Zwei Excursionen ins Bagnethal, und eine auf die Cornette de Bise und zu dem Lac de Tanay.
Herr de Saussure: Ueber die Normalform der Schuhe. Herr V. Fatio: Ueber die Schlangen in den Alpen. Herr Fr. JBruel: Einige Notizen über den Monte Rosa aus dem Bulletin des Italienischen Alpenclubs.
Herr Fr. TMoly: Bericht über den Ausflug der Romanischen Sectionen zum Lac de Tanay.
Herr Fr. de Morsier: Die humoristische Beschreibung der Ersteigung eines Daches.
Herr A. Favre: Mittheilung des an die schweizerische naturforschende Gesellschaft von ihm erstatteten Berichtes über die Erhaltung der erratischen Blöcke. Bei diesem Anlasse wurde von Herrn Bonneton, Vater, der prachtvolle erratische Block von Beauregard bei Mornex der Section als Eigenthum angeboten. Die Bibliothek hat sich durch einige Geschenke vermehrt, namentlich durch die schöne Karte von Valpelline und Monte Rosa von Herrn Adams-Reilly. Es mangeln immer noch die zwei letzten Bände des Alpine Journal, welche die Section anschaffen sollte. Die Schirmhütte auf dem Col de Maison- blanche ist vollendet und die Besteigung des Grand Combin dadurch sehr erleichtert.
9. Die Sedion St. Gallen setzte ihr letztjähriges Leben auch 1868 in freundlicher und behaglicher Weise fortr immerhin betheiligte sich von der grossen Mitgliederzahl nur der kleinere Theil an Excursionen, Spaziergängen und Sitzungen.
Von letztern wurden zehn abgehalten. In der ersten wurde der Vorstand aus Hrn. Dr. Friedrich v. Tschudi als Präsident, Hrn. Weüemann als Vicepräsident, Dr. v. Gonzenbadi als Secretär, Hrn. G. Sand als Cassier bestellt; in jeder ein bis zwei meist sehr interessante Vorträge gehalten, theils wissenschaftlicher Art, so über die Ursachen der Eiszeit, über den rothen Schnee, theils Schilderungen selbstausgeführter Excursionen in der Ortlergruppe, im Wallisergebirge, im Silvrettagebiet, am Tschingel, in den Tessineralpen und im Appennin.
Die Section setzte auch dieses Jahr wieder ihre Bemühungen fort, die herrliche Säntisspitze dem grossen Publikum practicabler zu machen und verwendete hiefür einen Theil ihrer Casse. Der Erfolg war sehr befriedigend. Eine grosse Strecke des über Meglisalp führenden Weges ist corrigirt, das Kamin unter dem Gipfel durch einen in den Felsen gesprengten gefahrlosen Weg ersetzt, der Aufsteig auf den Gipfel selbst treppenartig ausgebrochen, und mittelst eiserner Griffstangen geschützt, und die alte, finstere Steinhütte durch ein freundliches, solides Holzhäuschen ersetzt, das eine heizbare Stube, zwei Schlafzimmer mit drei guten Betten und ein bequemes Heulager für 24 Personen enthält. Die Section versah das Asyl mit einem guten Barometer, einem doppelscaligen Thermometer, und einem Metall-Minimum und Maximum Thermometer, aus dem Atelier von Hermann und Pfister in Bern.
Im Laufe des Sommers und Herbstes wurde eine Sectionsexcursion auf den Leistkamm und eine auf den Säntis ausgeführt, beide sehr genussreich, eine dritte auf Piz Beverin vereitelte ungünstige " Witterung.
Letztere beschränkte auch die Fahrten mehrerer Mitglieder in den Wallisergebirgen. Besser gelangen folgende:
Herr Weilenmann bestieg den Falkniss, die Ventner-wildspitze, die Kreuzspitze bei Vent, die Weisskugel, das Hintereisjoch und machte den Uebergang von Val di Verva nach Val Grosina.
Herr Apotheker Stein nahm den jungfräulichen kleinen Buin.
Herr Iwan v. Tschudi besuchte den Bristenstock und « die südlichen Monterosapässe und Thäler.
Herr Schlegel und Herr Sand den grossen Rüchen.
Herr Wachtier den Piz Palu.
Herr Wehrli den Combin de Corbassière.
Herr Dr. Schlüpfer den Mont de l' Etoile, nördlich von den Aiguilles rouges, nicht 2934 sondern 3375 M., der diesen Namen richtiger verdient und auch trägt; derselbe « tieg auch zwischen Col de Breonna und Col de Torrent in 's Moiré Thal.
10. Die Section Diablerets versammelte sich 1868 acht Male unregelmässig. Der Vorstand wurde mit Hrn. Prof. E. Renevier als Präsident, Hrn. Prof. Koella als Vicepräsident und Cassier, und Hrn. Ingenieur R. Guisan als Actuar bestellt. Zahl der Mitglieder 56.
Unter den ebenso reichhaltigen als interessanten Mittheilungen in den Sitzungen sind folgende anzuführen:
Herr Professor Piccard, Bericht über seine Winterexcursionen auf den Titlis und das Silvrettahorn.
Herr Prof. L. Dufour, Mittheilung der neuen Theorie von Hrn. Zintzer über die für die Entwickelung der Pflan- zen nöthige Wärmemenge, mit Anwendung auf die Alpenflora.
Herr Prof. Favrat über die Flora der Waadtländischen Alpen.
Herr H. Carrard, Gerichtspräsident in Lausanne, Bericht über die Erforschung verschiedener Alpenhöhlen.
Herr Ingenieur E. Cuenoä, über die Ueberschwemmung von Graubünden und die in den hohen Alpenthälern anzuwendenden Mittel zu deren Verhinderung.
Die an den Diablerets angefangene Schirmhütte wurde, weil der Platz nicht gut ausgewählt war, nicht zu Ende geführt. Ein neuer Platz wurde gefunden unter dem Pas du Lustre, an einer gut geschützten Felswand, gegen Süden. Es wurde ein Plan verfertigt, nach welchem die Hütte grösstenteils in den Felsen gesprengt wird. Hoffentlich wird die Arbeit vor Anfang des Sommers 1869 vollendet.
Es fanden zwei Sectionsausflüge 1868 statt. Einer im Mai auf die Cornettes, wegen ungünstiger Witterung auf den Lac de Tanay reducirt. Der andere am 3. August anf den Haut de Cry. Der Gipfel 2956 M. ist nicht die Hauptspitze, sondern der mehr gegen Westen oberhalb des Thales von Derbon ohne Höhenangabe. Zwei Mitglieder waren im Excursionsgebiet, eine weit grössere Zahl zog freie Fahrten vor. Mehrere Mitglieder waren mit der Uebersetzung des Jahrbuches unter der Leitung von Hrn. Bernus beschäftigt, der nach seiner Abreise durch Hrn. B. Guisan ersetzt wurde.
11. Die Section Rhätia besuchte die von Hrn. Prof. Theobald im Herbste 1867 begonnenen geologischen Vorträge, die bis in den Frühling 1868 fortgesetzt wurden, in wöchentlichen Versammlungen. Daneben wurden sieben Sectionssitmmgen gehalten, in denen neben kleineren Mit- theilungen you clubistischem Interesse folgende Vorträge zu bemerken sind:
Herr Coaz über das Kennthierpaar in Pontresina. Derselbe: über erratisches Gestein und vorgeschichtliche Gletscher in Graubünden.
Herr Prof. Tlieobalä: Instruction zum Studium vorgeschichtlicher Gletscher in Graubünden.
HerrErziehungsrathC'apecter: über einen vorrömischen Fund in Felsberg.
Herr Coaz: über einen keltischen Fund in Feldis und über die Kufe von Untervatz.
Die Instruction in Betreff der erratischen Blöcke wurde gedruckt.
Sectionsexcursionen waren mehrere projektirt, allein nur eine einzige konnte ausgeführt werden, und diese wurde vom Wetter nicht begünstigt.
Des grösstenteils ungünstigen Wetters wegen konnten Einsdleistungen nicht besonders hervortreten.
Herr Goaz machte auf seinen forstamtlichen Excursionen mehrere Besteigungen, wurde aber von grössern Unternehmungen durch die Ungunst der Witterung abgehalten.
Herr Professor Theöbald führte folgende geologische Bergfahrten aus, die in die Monate Juli und August fallen, aber zum grössten Theil ebenfalls vom Wetter sehr wenig begünstigt waren:
Von Trins und Flims aufwärts wurde die Tödikette geologisch untersucht, theils von ihm allein, theils mit Herrn Escher von der Linth und Stud. Heim.
Die geologisch schwierige Partie um den Kistenpass nahm längere Zeit in Anspruch, verschiedene Höhen wurden erstiegen.
Ferner Bifertengletscher, Sandalp, Sandgrat und Kreuz-und Querztige am Tödistock, die Ersteigung des Tödi selbst vereitelte schlechtes Wetter.
Im weitern wurde untersucht: Ruseinthal, der ganze Gliemsgletscher, die Gräte am Stockgron, die Passage nach Puntaiglias, Val Gliems und die umgebenden Höhen, Cavardiras bis zum Brunnigletscher, Cavrein u. s. w.
Die Structur der den Puntaigliasgletscher umgebenden Gebirgsmassen wurde genauer untersucht und bestimmt.
Andere Excursionen führten zur näheren Bestimmung des Gebietes zwischen Puntaiglias und Rusein, wobei verschiedene Spitzen und Gräte erstiegen wurden. Dasselbe geschah auf den weitläufigen Abhängen und Gräten zwischen Truns und Dissentis, am Piz Alpetta, Cavardiras u. s. w., im vordem Tavetsch und am Eingang von Medels.
Es wurde ferner die Partie am Tomasee begangen, über das Joch am Berglistock gestiegen, das Fellithal durchwandert bis zur Gotthard strasse, und über den Kreuzlipass nach Sedrun zurückgekehrt. Auch dem Piz Soi wurde ein Besuch gemacht, ebenfalls zu geologischen Zwecken.
Herr Dr. E. Killias hat auch im letzten Sommer, wie früher, vom Curort Nairs ( Schuls, Tarasp ) aus, mehrere botanisch-geologische Excursionen unternommen, unter andern auch die Besteigung des Piz Buin mit einer theilweise neuen Besteigungsrichtung.
Herr Erziehungsrath Capeder beging im Herbst das ganze graubündnerische Ueberschwemmungsgebiet bis zum Rheinwaldgletscher, und begleitete Hrn. Coaz auf seiner diesfälligen Tour.
Das Sectionscomite für 1869 besteht aus Präsident: Hrn. Coaz; Vicepräsident: Hrn. Theobald: Secretär: Hrn. Ingenieur Fr. v. Salis; Cassier: Hrn. R. Zuan ( Löwenhof)-Der bisherige Secretär, Herr Szadrowski, ist zurückgetre- ten.
Die Section hält je am ersten Freitag eines Monates Sitzung.
So zeigt sich in allen Sectionen ein reges Leben, und die Zwecke des Vereines werden auf 's eifrigste befördert.
Darum unverdrossen vorwärts!