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Chicago/Basel (awp international) - Der Pharmakonzern Roche kommt mit dem Krebsmittel Avastin bei der Behandlung von Eierstockkrebs und dem Produktkandidaten Vemurafenib zur Therapie des aggressiven schwarzen Hautkrebses voran. Dies geht aus den neuesten Studiendaten hervor, die Roche am Wochenende im Rahmen der 47. Krebsforschertagung der "American Society of Clinical Oncology" (ASCO) in Chicago veröffentlicht hat. Bereits am vergangenen Freitag hatte Roche die Daten der EURTAC-Studie für Tarceva als Erstlinientherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) und EGFR-aktivierenden Mutationen kommuniziert, mit denen die Endpunkte erreicht werden konnten.
Für Avastin (Bevacizumab) hätten die Ergebnisse der Phase-III-Studie OCEANS gezeigt, dass das Medikament bei Frauen mit rezidivierendem Eierstockkrebs das Risiko des Fortschreitens der Erkrankung halbiere. Die Studie untersuchte Avastin in Kombination mit einer Chemotherapie (Gemcitabin und Carboplatin) gefolgt von einer Weiterbehandlung mit Avastin.
Frauen, die Avastin erhielten, zeigten laut Roche eine 52-prozentige Reduktion des Risikos für das Fortschreiten ihrer Erkrankung, verglichen mit den Patientinnen, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden. Der Tumor sei bei 79% der Frauen, die die Avastin-basierte Therapie erhielten geschrumpft, verglichen mit 57% nur mit Chemotherapie. An der Studie nahmen 484 Patientinnen teil.
Eierstockkrebs ist die achthäufigste Krebsart bei Frauen und die siebthäufigste Krebstodesursache bei Frauen weltweit. Avastin ist mit 6,461 Mrd CHF im Jahr 2010 das umsatzstärkste Medikament von Roche und in den USA und in Europa zur Behandlung von Dickdarm-, Brustkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und Nierenkrebs zugelassen.
"Diese Daten sind ein weiterer Beleg für den potenziellen Nutzen von Avastin bei dieser Erkrankung. Sie bestätigen zwei frühere klinische Phase-III-Studien bei Frauen mit neu diagnostiziertem Eierstockkrebs", wird Hal Barron, Leiter Globale Entwicklung und Chief Medical Officer, in der Mitteilung zitiert.
Fortschritte vermeldete Roche im Rahmen der ASCO auch für Vemurafenib zur Behandlung des aggressiven Hautkrebses auf der Basis der Phase-III-Studie BRIM3. Patienten, die Vemurafenib erhielten, seien zu 63% seltener verstorben, als Patienten, denen eine Chemotherapie verabreicht wurde.
An der Studie nahmen 675 Patienten mit bisher unbehandelbarem Hautkrebs im späten Stadium und mit einer bestimmten Veränderung (BRAF) teil. Mehr als 70'000 Menschen in den Vereinigten Staaten und 160'000 weltweit erkranken jedes Jahr nach Angaben der American Cancer Society an Hautkrebs. Die Chance, fünf Jahre zu überleben, liegt bei nur 15%.
Mitte Mai hat Roche in den USA und in der EU Zulassungsgesuche für Vemurafenib eingereicht. Das Gesuch bezieht sich auf die Behandlung von Patienten mit einem BRAF V600-mutationspositivem metastasierendem Melanom. Bei dem Mittel handelt es sich um einen BRAF-Hemmer, der selektiv auf das BRAF-Protein wirkt und dessen Mutation verhindert. Das Protein tritt bei rund der Hälfte der Melanome auf. Zum Produktkandidaten entwickelt Roche den diagnostischen Begleittest Cobas 4800 BRAF V600 Mutationstest.
"Wir sind überaus ermutigt durch die Resultate der Studie BRIM3. Sie zeigen, dass Vemurafenib nicht nur das Leben verlängerte und das Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung reduzierte, sondern auch den Tumor erheblich schrumpfen liess, was ein wichtiges Ergebnis bei dieser verheerenden Krebsart ist", wird Barron in der Mitteilung zitiert.
Ebenfalls an der ASCO vorgestellt wurden die Ergebnisse der Phase-II-Studie BRIM2 für Vemurafenib bei vorbehandeltem für die BRAF-V600-Mutation positivem metastasierendem Melanom. An der Studie nahmen 132 Probanden teil. Der primäre Endpunkt der Studie war die beste Gesamtansprechrate. Die aktualisierten Daten zeigen gemäss Roche, dass bei 53% der Patienten der Tumor schrumpfte Die Studienteilnehmer lebten im Median 6,7 Monate, bis ihre Erkrankung fortschritt. Das mediane Gesamtüberleben ist nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 10 Monaten noch nicht erreicht worden.
Weiter hat Roche eine Vemurafenib-Sicherheitsstudie an 20 Patienten mit BRAF-V600-Mutation-positivem metastasierendem Melanom mit Hirnmetastasen durchgeführt. Erste vorläufige Daten von Patienten aus der Studie deuteten darauf hin, dass Vemurafenib bei Hirnmetastasen wirksam sein könnte, so die Mitteilung weiter. Derzeit sei gemäss Roche eine weltweite, multizentrische Phase-II-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und des Sicherheitsprofils von Vemurafenib bei Patienten mit BRAF-V600-Mutation-positivem metastasierendem Melanom geplant, das sich in das Gehirn ausgebreitet hat.
Vemurafenib wird gemeinsam von Roche und Plexxikon, einem Unternehmen der Daiichi Sankyo Gruppe, im Rahmen einer Lizenz- und Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2006 entwickelt.
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