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Stan Wawrinka, der Turniersieger von 2014 und amtierende Titelhalter von Paris, ist am Australian Open in Melbourne ausgeschieden. Der bald 31-jährige Waadtländer unterlag Milos Raonic in fünf Sätzen.
Der Achtelfinal zwischen Stan Wawrinka und Milos Raonic entwickelt sich erst spät zu einem Krimi. Stan Wawrinka startet miserabel ins Spiel. Aber er kämpft sich zurück: Und es schien, als ob er zum bereits siebten Mal in seiner Karriere einen 0:2-Satzrückstand noch würde in einen Sieg verwandeln können. Doch im Entscheidungssatz erweist sich der Kanadier Milos Raonic wieder als stärker. Nach 3:45 Stunden nützt Raonic seinen ersten Matchball zum 6:4, 6:3, 5:7, 4:6, 6:3-Sieg.
Für Stan Wawrinka ist es eine der ärgerlichsten Niederlagen der letzten Jahre. Weil er gegen Milos Raonic vorher stets gewonnen hatte. Weil der Kanadier bislang an Grand-Slam-Turnieren stets enttäuscht hatte. Und vor allem, weil er in den Viertelfinals auf den Franzosen Gael Monfils, nur die Nummer 23 der Welt, getroffen wäre. Der Halbfinal wäre in Griffnähe gerückt und vielleicht später sogar ein dritter Grand-Slam-Titel.
«Natürlich bin ich enttäuscht, es war ein enges Match», erklärt Wawrinka nach dem Spiel an der Pressekonferenz. «Milos hat unglaublich gut gespielt. Ich habe mich da draussen nie wirklich wohl gefühlt und nicht mein bestes Tennis abrufen können.» Er sei überrascht, dass er überhaupt noch in einen fünften Satz gekommen sei. «Ich habe versucht zu kämpfen, eine Lösung zu finden, aber er war einfach besser. Ich bin seit 10 Tagen nicht richtig gesund. Um ihn zu schlagen, musst du aber zu 100 Prozent fit sein.»
Wawrinka scheitert zum ersten Mal seit Roland-Garros 2014 vor den Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers, weil er miserabel beginnt. Der Romand wird in den ersten zwei Sätzen unter Wert geschlagen. In vier seiner ersten fünf Aufschlagspiele verliert er den ersten Punkt. Schon in den ersten zehn Minuten des Spiels unterlaufen ihm zwei Doppelfehler.
Mit dem zweiten Aufschlag gewinnt Wawrinka in der ersten Stunde des Spiels weniger als 30 Prozent aller Ballwechsel. So droht natürlich regelmässig die Gefahr eines Aufschlagverlusts. Eine halbe Stunde lang vermag Wawrinka jeden Schaden abzuwenden, danach verliert er aber vier der nächsten sechs Aufschlagspiele. Im zweiten Satz hilft ihm so auch eine 2:0-Führung nichts.
Wawrinka steigert sich im Verlauf der Partie aber und zeigt in der ausverkauften Rod-Laver-Arena eine starke Reaktion. Im dritten Satz gelingt ihm das wichtige Break zum 6:5. Im vierten Satz reicht Wawrinka ein Break zum 3:2 zum Satzausgleich. Auch, weil Raonic in dieser Phase seine Chancen nicht nützt. Der Kanadier vergibt in den Sätzen 3 (1) und 4 (6) insgesamt sieben Breakmöglichkeiten.
Im Entscheidungssatz nimmt Raonic das Heft aber wieder in die Hand: Zum 4:2 gelingt ihm das entscheidende Break. Wawrinka bietet sich keine Chance mehr, ins Spiel zurückzufinden. Raonic gelingen 24 Asse und 32 Servicewinner, davon 7 Asse im fünften Satz.
Trotz des frühen Ausscheidens bleibt Stan Wawrinka in der Weltrangliste nach dem Australian Open die Nummer 4 der Welt. (pre/sda)