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Bettina Eichin zu «Liberté, Égalité, Fraternité»
Die Bildhauerin Bettina Eichin, die sich seit vielen Jahren in ihrem Werk mit den Grundwerten der Französischen Revolution auseinandersetzt, äusserte sich an den Solothurner Literaturtagen am 29. Mai 2022 zu deren Aktualität im Rahmen des Podiumsgesprächs «Revue einer Revolution», an dem sie als Autorin einer Porträtskizze von Sibylle Louise de Dietrich-Ochs (Sammelband «Projekt Schweiz. 44 Porträts aus Leidenschaft», herausgegeben 2021 von Stefan Howald) teilnahm.
Bettina Eichin sprach jedoch nicht zur bewegten Biographie der Schwester von Peter Ochs, sondern trug eine stringent argumentierende feministische Kapitalismuskritik vor, die die Grundbegriffe der Französischen Revolution, «Liberté, Égalité, Fraternité», kritisch hinterfragt. Eichins Analyse zieht drei Begriffe heran, die in der Revolutionszeit ebenfalls in Kunst und Literatur erscheinen und der griechischen Mythologie entnommen sind: die als Göttinnen − die drei Horen − personifizierten Begriffe Eunomia (gesetzliche Ordnung), Dike (Gerechtigkeit) und Eirene (Frieden).
Dieses Plädoyer Eichins ist Teil eines grossen skulpturalen Projekts, an dem die Künstlerin seit 1993 arbeitet: das Menschenrechtsdenkmal, dem bis heute ein Platz in der Öffentlichkeit verweigert wird (vgl. zur jüngsten Geschichte des Menschenrechtsdenkmals). Wichtige Aspekte des dem Menschenrechtsdenkmal zugrunde liegenden Programms sind auch in den Gedenktafeln für Peter Ochs an der Peterskirche enthalten.