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Nach Berichten südkoreanischer Medien hatte Nordkorea zwei Mittelstreckenraketen an die Ostküste verlegt, wo sie auf mobilen Startrampen stehen. Spekuliert wurde, dass Nordkorea im Konflikt um seine Raketen- und Atomprogramme eine oder mehrere Raketen zur Demonstration militärischer Stärke testen könnte. Technisch sei Nordkorea imstande, die Rakete mit einer geschätzten Reichweite von bis zu 4000 Kilometern am Mittwoch an der Ostküste abzufeuern.
Die Raketen könnten theoretisch Ziele in Südkorea, Japan oder eine US-Militärbasis auf der Pazifik-Insel Guam treffen, hiess es aus Militärkreisen. Als möglicher Zeitpunkt für einen Raketenstart wurden die Tage vor dem 15. April genannt, an dem Nordkorea den Geburtstag des früheren Staatschefs Kim Il Sung feiert. Am 12. April wird US-Aussenminister John Kerry in Seoul erwartet.
Japan bringt Raketenabwehr in Stellung
Das japanische Verteidigungsministerium bringt wegen der Bedrohung durch Nordkorea Raketenabwehrvorrichtungen in der Hauptstadt Tokio in Stellung. Mitten in Tokio wurden Patriot-Raketen stationiert.
Die zwei Abwehrsysteme seien in der Nacht im Herzen der Hauptstadt installiert, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Auch an zwei anderen Orten der Millionen-Metropole sollen solche PAC-3-Anlagen in Stellung gebracht werden.
Keine Arbeiter in Kaesong
Die nordkoreanischen Arbeiter sind nicht in den Fabriken der mit Südkorea betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong erschienen. «Bis jetzt hat sich heute kein einziger nordkoreanischer Arbeiter zur Arbeit gemeldet», sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Vereinigungsministeriums.
Der Industriekomplex liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Am Montag hatte die kommunistische Führung in Pjöngjang erklärt, dass sie ihre rund 53'000 Arbeiter aus Kaesong abzieht und den Komplex vorübergehend schliesst.
Im Zuge der aktuell angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte Nordkorea bereits in der vergangenen Woche südkoreanischen Arbeitern die Einreise in die gemeinsam von beiden Staaten betriebene Sonderwirtschaftszone untersagt. Die Ausreise hingegen blieb erlaubt.
Nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Seoul verliessen bis Montagabend gut 300 Südkoreaner den Komplex. 475 blieben vorerst vor Ort, um die Produktion am Laufen zu halten.
Der 2004 eröffnete Industriepark, in dem 123 südkoreanische Unternehmen produzieren, ist das letzte grosse Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder. Er ist eine wichtige Quelle für ausländische Devisen für Pjöngjang. Experten bezweifeln deshalb, dass Nordkorea den Komplex dauerhaft schliessen will.
Washington begrüsst Pekings Rüge
Die Versuche Russlands und Chinas zur Beschwichtigung des politischen Verbündeten Nordkorea stossen in Washington auf Wohlwollen. Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, begrüsste die Bemühungen Pekings und Moskaus, Pjöngjang zum Verzicht auf Drohungen und Provokationen zu ermutigen.
Zuvor hatten die USA beide Länder aufgefordert, Nordkorea mithilfe ihres Einflusses auf Machthaber Kim Jong Un zum Einlenken zu bewegen. Carney sagte weiter, die USA würden mit sämtlichen Partnern weiterhin alles dafür tun, damit Nordkorea «seine internationalen Pflichten einhält».
Botschafter bleiben im Land
Den anhaltenden Drohungen Nordkoreas zum Trotz: Keines der im Land vertretenen EU-Länder (Deutschland, Grossbritannien, Schweden, Polen, Rumänien, Bulgarien und Tschechien) will seine Botschaft räumen.
Auch die Schweiz belässt ihre drei diplomatischen Vertreter vorläufig in Pjöngjang, wie das EDA mitteilte.
Aufforderung aus Nordkorea
Nordkorea hat allen in Südkorea lebenden Ausländern nahegelegt, das Land zu verlassen. Die Ausländer sollten sich über Schutzräume informieren und ihre Abreise planen, hiess es in einer Erklärung des nordkoreanischen Asien- Pazifik-Komitees. Die koreanische Halbinsel steuere auf einen «thermo-nuklearen Krieg» zu, hiess es in der Erklärung