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Trotz der vieler Absagen und Verzichte stehen sich im Endspiel des ersten Grand-Slam-Turniers seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie doch noch zwei ehemalige Nummern 1 der Welt gegenüber. Der Traumfinal in New York wurde indessen verhindert: Serena Williams scheiterte auch in ihrem neunten Anlauf seit ihrem letzten Major-Titel (am Australian Open 2017), die historische Marke von Margaret Court (24 Grand-Slam-Titel im Einzel) zu egalisieren.
Serena führte 6:1, 1:0 und 40:30
45 Minuten lang befand sich Serena Williams gegen eine Gegnerin, gegen die sie an einem Grand-Slam-Turnier noch nie verloren hatte, auf Kurs. Die 38-Jährige legte gegen Viktoria Asarenka einen Blitzstart hin, startete mit zwei schnellen Breaks und führte 6:1, 1:0. Williams erspielte sich noch einen Breakball für eine 2:0-Führung. Doch die formstarke Weissrussin fand im zweiten Satz doch noch zu ihrem Spiel. Und ab dem Moment dominierte sie Serena Williams deutlich: Asarenka gewann das Duell zweier Mütter in 131 Minuten mit 1:6, 6:3, 6:3 für sich.
Viktoria Asarenka steht als Ungesetzte im US-Open-Final. Einer Sensation entspricht das aber nicht. Asarenka gewann vor zwei Wochen schon das Testturnier in der New Yorker «Bubble». Dank dieses Grosserfolgs verbesserte sich die 31-jährige Weissrussin im Ranking auf Position 27. Asarenka gewann auf Hartplatz schon 20 Turniere, beispielsweise zweimal das Australian Open. Seit ihrer Mutterschafts-Pause vor drei Jahren erreichte Asarenka an Major-Turnieren aber nur noch einmal die Achtelfinals: Das war 2017 in Wimbledon, kurz nach der Rückkehr auf die Tour.
Asarenkas Auferstehung
In Flushing Meadows belebt Asarenka ihre Karriere neu. Als sie in die New Yorker «Bubble» eincheckte, wartete sie seit mehr als einem Jahr, seit der amerikanischen Hartplatz-Tournée vor einem Jahr, auf ein Erfolgserlebnis. In den letzten drei Wochen reihte Asarenka zwölf Siege aneinander. Im Testturnier feierte sie ihren ersten Erfolg seit dem Frühling 2016. Und schon damals in Indian Wells und Key Biscayne besiegte Asarenka innerhalb von gut drei Wochen zweimal die gesamte Weltelite.
Osaka in drei Sätzen
Asarenkas Finalgegnerin Naomi Osaka mühte sich mit einem 7:6 (7:1), 3:6, 6:3 über Aussenseiterin Jennifer Brady für das Endspiel. Beide Halbfinals wurden wegen Regens unter geschlossenem Dach gespielt.
Osaka gewann auch ihr zehntes Einzel seit dem Eintritt in die New Yorker «Bubble» vor drei Wochen. Am Vorbereitungsturnier qualifizierte sie sich ebenfalls für den Final, auf den sie gegen Asarenka wegen Oberschenkelproblemen aber verzichtet hatte.
Gegen Jennifer Brady, Turniersiegerin vor zwei Wochen in Lexington (im Final gegen Jill Teichmann), musste Osaka wie gegen Misaki Doi (1. Runde) und Marta Kostjuk (3. Runde) zum dritten Mal über die volle Distanz gehen. Souveräne Aufschlagspiele prägten den ersten Halbfinal: Im ersten Satz gab es überhaupt kein Break, in den Sätzen 2 und 3 jeweils nur eines.