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Meine Frau las mir den Ausschnitt aus der Predigt “Und David blieb in Jerusalem” von Charles Spurgeon vor (in Wachet und betet, S. 52f):
Ach, liebe Freunde, wenn es einem Christen gut geht, ist es eine schlimme Zeit für ihn, falls er nicht auf seinem Wachtturm steht. ‘In allen Zeiten unseres Wohlstandes erlöse uns, Herr, unser Gott.’ Wenn ein Mann arm ist, wenn er krank ist, wenn seine Vermögensverhältnisse unsicher sind, so hat er Gnade nötig. Aber wenn er reich ist, wenn sein Geschäft blüht, seine Familie gesund ist und alles gut geht, dann hat er Gnade auf Gnade nötig. Es ist schwer, an hohen Orten zu stehen. Der Kopf wird schwindlig, wenn man hinabblickt. Es ist nicht leicht, einen vollen Becher mit einer festen Hand zu tragen. Sanfte Pfade sind schlüpfrige Pfade. Hüten wir uns, damit wir nicht, wie Israel, wenn wir satt und fett werden, uns von Gott abwenden und seinen Bund brechen. Sommerwetter erzeugt Fliegen, und schönes Wetter in der Seele bringt die Übel und Schäden unserer Natur hervor. Die Wärme brütet die Basiliskeneier aus, und die Wärme des Wohlergehens bringt die jungen Schlangen der Sünde zum Vorschein. Sehet zu, dass ihr nicht wie David euch weigert, in die Schlacht zu ziehen, weil es euch in der Welt gut geht.
Was die Gefahr noch grösser machte: David hatte jetzt die Gelegenheit, allen Luxus des Lebens zu geniessen. Er war nicht mehr der einfache Hirte, der eine Brotrinde aus seiner Hirtentasche zog, nicht mehr der Anfänger einer verachteten Schar, der den Beistand von so filzigen Landbesitzern wie Nabal suchen musste. Das Fett des Landes war sein. Das Öl wie Wasser, die Weinberge Ephraims, das Korn Judas und die Köstlichkeiten, die aus der Ferne, von Tyrus und Sidon gebracht wurden, alles gehörte ich. Er konnte sich in Purpur und feine Leinwand kleiden und alle Tage herrlich und in Freuden leben: und das war’s, warum seine Seele mager wurde, während sich das Fleisch gütlich tat. Fette Pferde wollen manchmal nicht arbeiten. Zu gut gefütterte Vögel wollen nicht singen, und so geschieht es, dass, wenn wir die Reichtümer der Erde frei geniessen können und die Segnungen aus dem Füllhorn göttlicher Freigebigkeit ausgeschüttet sind, wir uns weigern, das Werk des Herrn zu tun und wie David nicht in den Krieg zu ziehen.