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Die Schweiz und die anderen EFTA-Staaten werden voraussichtlich als erste Länder in Europa ein Freihandels-Abkommen mit Singapur abschliessen. Dies ist das erste Ergebnis der Singapur-Reise von Bundesrat Couchepin und einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation.
"Die Schweiz und Singapur freuen sich, die Aufnahme von Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Singapur anzukündigen", heisst es in einer gemeinsamen Erklärung vom Freitag (09.02). Das Abkommen zwischen einer europäischen Regionalgruppierung und einem asiatischen Staat ist das erste dieser Art und könnte als Vorbild für weitere ähnliche Abkommen dienen, wie es in der Erklärung weiter heisst.
Der EFTA gehören neben der Schweiz auch Norwegen, Island und Liechtenstein an. Die Verhandlungen sollen am 5. und 6. März in Genf aufgenommen werden.
Das geplante Abkommen bedeute für beide Seiten eine Ausweitung respektive eine Vernetzung von Handelsbegünstigungen und werde die Handels- und Investitionstätigkeit weiter ankurbeln. Das Abkommen soll Schranken im Handel von Waren, Dienstleistungen und Investitionen abbauen und eine stärkere und sicherere Grundlage für unternehmerische Tätigkeiten des privaten Sektors in den EFTA-Staaten und in Singapur schaffen. Bundesrat Pascal Couchepin sagte an einer Pressekonferenz in Singapur, er sehe keine grossen Schwierigkeiten, die Verhandlungen zum Erfolg zu führen. Er hoffe, dass der Abschluss des Abkommens noch in diesem Jahr möglich werde.
Der Industrie- und Handelsminister von Singapur, George Yeo, sagte, er teile diese Hoffnung. Singapur hoffe zudem, auch das Interesse der EU an einem solchen Abkommen wecken zu können. Singapur hat erst kürzlich ein Freihandelsabkommen mit Neuseeland unterzeichnet und verhandelt derzeit auch mit den USA, Japan, Mexiko, Australien und Kanada über ähnliche Vereinbarungen.
In Singapur, das als einer der besten Wirtschaftsstandorte der Welt gilt, sind 260 Schweizer Firmen tätig. Die Schweizer Exporte nach Singapur haben im letzten Jahr auf rund 1,5 Milliarden Franken zugenommen, wobei sich die Maschinen- und die Uhrenindustrie den grössten Teil des Kuchens aufteilen.
Bundesrat Couchepin wird auf seiner Reise nach Singapur und Brunei von einer zwölfköpfigen Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von economiesuisse-Präsident Andres F. Leuenberger begleitet. Auf der noch bis Montag dauernden Reise werden sie auch Gespräche mit Vertretern lokal ansässiger Schweizer Unternehmen führen. Zudem ist am Samstag und Sonntag ein Abstecher nach Brunei geplant. Am Montag vor seiner Rückreise steht zudem noch ein Höflichkeitsbesuch bei Ministerpräsident Goh Chok Tong in Singapur auf dem Programm.
swissinfo und Agenturen