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Yuji Takeoka
Im Erdgeschoss ihrer Räumlichkeiten am Paradeplatz widmet die Galerie Dierking ihre aktuelle Ausstellung dem in Düsseldorf lebenden japanischen Bildhauer Yuji Takeoka (*1946).
Reduziert, den Raum strukturierend und mit ihrer eigenen Ästhetik des Materials spielend – so zeigen sich die abstrakten und konzeptuellen Skulpturen von Yuji Takeoka. Die Wurzeln von Takeokas künstlerischem Ansatz liegen in den Konzepten der Präsentation von Kunst, wo diese Präsentation ihren Platz findet und wie sie durch ihre Oberfläche und ihr Volumen in Erscheinung tritt.
„(...) was ist die ‚Oberfläche’, die die Dingerkenntnis bedingt? So habe ich den Boden mit dem Gummi bezogen, um die Oberfläche eines Dings (des Bodens), die uns das Ding erkennen lässt, selbst zu einem Ding zu machen. (...) Indem ich über das Problem der Perzeption und der Räumlichkeit des Kunstwerks nachdachte, reduzierte ich mich zu immer gründlicherem Standort, zu einem Nullniveau, woraus sich der ‚Sockel’ ergeben hat wie ein fast natürliches Endstadium.“ Yuji Takeoka, 2001
Sein Debut gab der Künstler in den 80er Jahren mit dem Ausstellen seiner „pedestal sculpture“. Der Sockel, normalerweise Mittel um die Skulptur zu präsentieren, wird darin selbst zum autonomen Kunstwerk. Dieses Konzept der Präsentation von Kunst, die vor dem Schaffen des eigentlichen Kunstwerks steht, ist im 20. Jahrhundert eine mehrfach auftretende Idee. Takeoka, in dieser Hinsicht beeinflusst durch Marcel Duchamps Readymades und dessen Gestus des Zeigens, reiht sich in seiner reduzierten Formsprache aber auch bei den Minimalisten wie Donald Judd ein. Wobei persönliche ästhetische Sensibilität, die Haltung, wie Takeoka sie bezeichnet, sich auf die Skulptur und deren Präsentation bezieht.
„Wie man sich zur äußeren Welt verhält, wie man sieht, fühlt, berührt, handelt, kommuniziert (...) dies alles betrachte ich als ‚Haltung’ und meine Haltung ist entscheidend anderer Natur als die der Europäer. Wie anders sie ist, kann ich nicht in Worte fassen, aber es macht das aus, was ich Kyoto oder Japan nennen würde. Es ist etwas Geistiges. (...) Haltung (...). Die Art und Weise, wie man sieht (...).“ Yuji Takeoka, 2001
Von Minimal Art oder einer direkten Anknüpfung daran kann bei Takeoka trotz einiger äußerlich vergleichbarer Merkmale nicht gesprochen werden. Die Reduktion geschieht bei ihm in mehreren Schritten, die von besonderen ästhetischen Überlegungen gesteuert sind. Diese richten sich auf das, was das künstlerische Objekt in seiner Erscheinung und in seiner örtlichen Bestimmung tatsächlich ausmacht. Zentral ist für den Künstler die Inszenierung und das Spiel mit dem Raum durch seine Skulptur. Aber auch der Existenz von Material und Volumen räumt Takeoka einen großen Stellenwert ein.
Die Werke des Künstlers befinden sich somit in einer wechselseitig Reflexion ihres materiellen und geistigen Rohstoffs, der wiederum geprägt ist durch die kulturelle Tradition Japans sowie den künstlerischen Alltag und das Gedankengut einer westlichen Kunst und Kunstgeschichte.