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20 Jahre Internet
Vor 20 Jahren entwickelte der Brite Tim Berners-Lee am Laboratorium für Teilchenphysik CERN in Genf die Grundlagen für das World Wide Web (WWW). Vergangenen Monat haben sich die Hauptakteure dieser «Revolution» wieder in Genf getroffen, um ihre Geschichte zu erzählen.
Entstehung des WWW
Berners-Lee kam 1984 in die Schweiz, um am CERN neue Methoden für die Aufzeichnung und Verarbeitung eines neuen Elektronenbeschleunigers zu entwickeln. Ihm wurde aber schnell klar, dass der Informationsaustausch im Institut dermassen unzureichend war, dass ein neues System entwickelt werden musste. Darauf entwickelte er einen Vorschlag für das WWW, der auf drei Kernpunkten basierte: Erstens entwickelte er die «Hypertext Markup Language» (HTML), welche beschreibt, wie Seiten mit «Links» auf unterschiedlichen Rechnerplattformen formatiert werden. Zweitens definierte er mit dem «Hypertext Transfer Protocol» (HTTP) eine Sprache, um über das Internet zu kommunizieren. Schliesslich legte er mit dem «Universal Resource Identifier» (URI) das Schema fest, nach dem Dokumentadressen erstellt und aufgefunden werden können. Das Internet war aber zu diesem Zeitpunkt für PC-Benutzer noch nicht erreichbar, da keine Browser zur Verfügung standen. Aufgrund fehlender Ressourcen gab das Institut 1993 das Web für die Öffentlichkeit frei und verzichtete auf eine Patentierung und damit auf Lizenzforderungen. Das WWW war geboren.
The Web will rock the boat!
Den heutigen Einsatz des Internets nimmt Berners-Lee lediglich als Beginn wahr: «New changes are going to rock the boat even more. When we get new data out there on the web, things will happen that will change the world, as things will be processed on our behalf by machines which are much more powerful». Kollaborativer Datenumgang, soziale Netzwerke und Semantik werden die Grundlagen der Wirtschaft und der Zusammenarbeit neu definieren.
Die nächste grosse Entwicklung auf dem Web ist die so genannte «web-to-mobile-phone»-Initiative. Noch haben 80 % der Menschen keinen Zugriff zum Internet. Die zunehmende Verbreitung der Mobiltelefonie in Entwicklungsländern eröffnet jedoch neue Möglichkeiten, da Leute aus diesen Ländern das Internet auf völlig neue Weise entdecken werden: «Getting the web onto phones is very important, as there are many more browsers on phones than on laptops, and in developing societies it’s really exciting as that’s the only way people use the web.» Es werden nicht nur neue Märkte eröffnet, sondern die Teilhabe von Menschen, die bislang von Internet ausgeschlossen waren, wird gesteigert. Nichtsdestotrotz erkennt Tim Berners-Lee mögliche Bedrohungen für das Internet. In einem Interview mit Swissinfo erklärt er: «The fact that when information travels across the web it isn’t interfered with, snooped or molested, is very important.» Wie dies jedoch gewährleistet werden kann, ist nach wie vor ungeklärt.