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zur Beleuchtung eines Teiles der Werke gedient, bis 1895 eine durch Einbruch der Gryonne in die Gallerien des Labyrinthes verursachte Ueberschwemmung diese ganze Abteilung der Minenanlagen ersäuft hat.
Die Gegend von Bex ist zudem noch dadurch bemerkenswert, dass die an der Oberfläche ausstreichenden Gipsschichten oft ganz eigenartige Gestaltung und Formen annehmen. So ragen zum Beispiel am Col de la Croix unzählige Gipspyramiden hervor; an andern Stellen öffnen sich grosse Einsturztrichter, die erkennen lassen, dass der gipshaltige Untergrund überall vom Wasser unterwaschen ist. In den Spalten der nahe bei Bévieux sich erhebenden Felswand von Sublin krystallisiert reiner Schwefel aus, und im fetten Thone einer der Gallerien des Werkes Coulat sind prachtvolle, vollkommen reine und durchsichtige Gipskrystalle gefunden worden. Alles aus dem Berge zu Tage tretende Wasser ist gypshaltig und führt im Liter 1-2 Gramm Calciumsulfat (2,324 Gramm durchschnittlich in der Schwefelquelle des Coulat).
Zum Schlusse sei noch bemerkt, dass in den jetzt seit zwei Jahrhunderten erschlossenen unterirdischen Regionen der Bergwerke von Bex sich eine ganze Reihe von ihnen eigenen organischen Lebewesen entwickelt hat. Neben einer an den Holzverschalungen angesiedelten, äusserst merkwürdigen Kryptogamenflora tummelt sich hier auch eine zahlreiche, besonders aus blinden Zweiflüglern und Spinnen zusammengesetzte Fauna, die Dr. Lebert Anlass zu einer ihr speziell gewidmeten Studie geboten hat.
[Dr H. Schardt.]
Geschichtliches.
Die Gegend um Bex muss schon in weit zurückliegenden Zeiten bewohnt gewesen sein; die erste wirkliche Urkunde jedoch, die von einem Vasallen Savoyens, Wilhelmus de Baiz, spricht und uns damit den Namen des Ortes nennt, stammt erst aus dem Jahre 1138. Nach Martignier und de Crousaz gehörte die Herrschaft Bex während des ganzen Mittelalters einer Reihe von Edelgeschlechtern als gemeinsamer Besitz. Nachdem im 12. Jahrhundert Girold de Bex einen Teil dieses gemeinsamen Lehens in seine Hand gebracht hatte, liess er auf dem Hügel Chiètres eine (heute noch als Ruine sichtbare) Burg erbauen und gründete bei der Kirche Saint-Clément das Städtchen Bex. In der Folge gemeinsames Eigentum der Familien de la Tour, de Blonay und de Greysier ging die Herrschaft Bex nacheinander an jede der genannten Familien, dann an die Familie de Tavelli und endlich an die Herren de Duin als alleiniger Besitz über.
Unter Pierre de Duin eroberten am bernische Truppen den Ort, versicherten sich der Person des bernischen Staatsschuldners Rudolf Asperlin und zerstörten die Burg des abwesenden Lehensherrn. Eine Reihe von weiteren Eroberungszügen folgte diesem ersten Einfall. Am übernahmen Bern und Freiburg gemeinsam die Verwaltung der Vogteien Bex, Aigle und Ollon. Bald wurde auch die Reformation eingeführt, zunächst durch den Prediger Simon Robert, den Landsmann von Farel, und darauf durch den eisernen Willen des Landvogtes Nägeli, der das Land gewaltsam zum Uebertritt zwang. 1601 unternommene Versuche, das Volk dem Katholizismus zurückzugewinnen, misslangen.
Von da an teilte Bex das Schicksal des gesamten bernischen Untertanenlandes der Waadt. 1798 unterwarf sich das Land der neuen Ordnung, trotz der heroischen Gegenwehr des berühmten Friedrich de Rovéréaz, Sprösslings einer adeligen Familie und ausgezeichneten Offiziers, der mit seinen getreuen Truppen die Waffen erst niederlegte, als jede Hoffnung auf erfolgreichen Widerstand geschwunden war. Die von ihm hinterlassenen Memoiren sind eine der wichtigsten Quellen für die Geschichte der Waadt und der Schweiz überhaupt zur Zeit der französischen Invasion.
Bex ist noch durch den Aufenthalt einer Reihe von andern bemerkenswerten Männern geehrt worden. Wir nennen den ausgezeichneten Botaniker Albert v. Haller, den ehemaligen Salinendirektor;
den Botaniker und Mineralogen von Ruf Abraham Thomas (1740-1824), der als der Erste Zermatt entdeckt hat;
seine drei Söhne Ludwig, Philipp und Emmanuel Thomas;
den Botaniker Schleicher, der hier 1834 starb;
den Salinendirektor Jean de Charpentier, dessen Name für immer mit den modernen Ansichten über die Gletschertheorie verbunden sein wird und der zuerst die Frage der erratischen Erscheinungen klar gelegt hat.
Pfahlbauten im See von Luyssel; Gräber und Gegenstände aus der Bronzezeit, griechische und römische Münzen. Gallo-helvetische Grabstätten beim Weiler Fontaines nahe Bex. Durch Bex und Bévieux ging eine Römerstrasse. Als am Ende des 18. Jahrhunderts der See von Luyssel oberhalb Bex trocken gelegt wurde, fand man in seinem Schlamm alte Waffen und andere Gegenstände, was zu der Annahme berechtigt, dass in dem See im Jahre 574 nach ihrer Niederlage durch die fränkischen Truppen Königs Guntram viele Longobarden den Tod gefunden haben müssen.
[De la Harpe.]