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Scheues Fräulein, tüchtige Dozentin oder Edelkommunistin?
Die 1882 in Moskau geborene Elsa Mahler, Tochter eines Schweizer Kaufmannes, kam 1920 nach Basel und begann hier an der Universität eine beeindruckende und langjährige Karriere als Wissenschaftlerin im Bereich der russischen Sprache und Literatur, die eigentlich erst mit ihrem Tod 1970 endete.
Es gab im Verlauf von Elsa Mahlers Leben immer wieder Momente, in denen andere über sie urteilten und oftmals zu ganz unterschiedlichen Charakterisierungen dieser Frau kamen. Professor Ernst Pfuhl, der an der Uni Basel Archäologie unterrichtete und Elsa Mahler gleich nach ihrer Rückkehr aus Russland kennenlernte, sagte 1920, dass „Fräulein Mahler hier noch etwas scheu“ sei. Über 30 Jahre später berichtete Theodor Brogle, Dekan und Professor für Betriebswirtschaftslehre von Elsa Mahler mit Bewunderung als „ausserordentlich gewissenhafte und tüchtige Dozentin“. Ausserhalb der Uni interessierte sich gerade in den ersten Jahren des Kalten Krieges auch die schweizerische Bundesanwaltschaft für Elsa Mahler. Mehrfach gingen anonyme Anzeigen gegen sie ein. Es hiess gar, dass sie „in versteckter Form Propaganda für den Kommunismus macht und wahrscheinlich als Edelkommunistin anzusprechen“ sei.
Freitag, 20. Januar 2017, 21.00 Uhr, im Staatsarchiv Basel-Stadt.