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Textilfirma Jaeggli
1849 verlegt Hans Jakob Jaeggli seine 1842 in Seen gegründete Textilfirma nach Oberwinterthur an die Römerstrasse, angrenzend an das alte Dorfzentrum. In ihrer Blütezeit exportierte dieses Unternehmen in die ganze Welt.
Hans Jakob Jaeggli (1817-1895) war der Gründer der gleichnamigen Maschinen- und Textilfabrik. Von 1842 an führte er zusammen mit Johannes Stahel in Seen einen Zwirnereibetrieb und stellte Fäden und Garne her. Für eine Vergrösserung des Betriebes zog das Unternehmen nach Oberwinterthur. 1848 kaufte er ein langes Wohnhaus an der Römerstrasse mit dazu gehörenden grosszügigen Landreserven für Erweiterungsbauten. Diese wurden auch schon bald benötig, denn die Produktionsstätten wurden ständig erweitert. Schliesslich war das Geviert zwischen Römer-, Talackerstrasse, Hohlandweg und Unterwegli fast ganz mit Fabrikationsgebäuden überbaut. Der Export in die ganze Welt von Fäden und Garnen, von Web- und später Färbe- und Appreturmaschinen zeigten einen erfolgreichen Geschäftsverlauf über lange Jahre hinweg.
Die Probleme der Textilindustrie gingen aber auch an der „Jaeggli“ nicht vorbei. Vorerst spezialisierte man sich auf die Herstellung von Mercerisiermaschinen. 1975 gab man das Oberwinterthurer Werk auf und verlegte die Produktion in ein neu erstelltes Werk in Rümikon. 1981 wurde die Jaeggli vom deutschen Unternehmen Kleinewefers Textilmaschinen GmbH aufgekauft. Leider bestätigte sich wenige Jahre später, dass skeptische Vorahnungen richtig gelegen waren. Die Motivation die "Jaeggli" zu übernehmen, lag darin einen Konkurrenten auf dem Markt der Mercerisiermaschinen aufzukaufen und zu liquidieren. Mitte 1983 wurde der Personalbestand mit zahlreichen Kündigungen arg dezimiert und Mitte der 1980er-Jahre wurde die Firma ganz geschlossen. Die ganze Produktion wurde durch das Stammhaus Kleinewefers Textilmaschinen GmbH, D-47803 Krefeld übernommen.
Der ganze grosse Landkomplex in Oberwinterthur wurde an die Winterthur Versicherungen verkauft. Diese erstellte darauf die Wohnsiedlung „Unteres Bühl“. Zuvor mussten alle Fabrikbauten abgerissen werden und auch das Hochkamin wurde mit einer spektakulären Sprengung dem Erdboden gleich gemacht. Ein Zeitzeuge ist übriggeblieben. Das 1905 in aufwendigem Heimatstil errichtete Portierhäuschen, obwohl in keinem Schutzverzeichnis aufgeführt, hat überlebt und dient dem rührigen Ortsverein als Sitzungs- und Begegnungslokal. Es ist im Besitz der Winterthur-Versicherungen, die es dazu sehr kostengünstig zur Verfügung stellt.
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