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Ar 1028
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Ar 1028
1987-1994
0.2 m
Geboren in Betlehem Bern 1944, war Jacob Schädelin bis 2004 als evangelisch-reformierter Pfarrer in Lauenen und Bern (Tscharnergut und Paulusgemeinde) tätig. Er setzte sich stark für Asylbewerberinnen und -bewerber sowie allgemein für Personen mit Migrationshintergrund ein. 1986 gründete Jacob Schädelin in Bern die «Asylantengruppe Betlehem», später «Ökumenische Basisbewegung für Flüchtlinge». Er gewährte in seiner Kirche besonders von der Ausweisung bedrohten Asylbewerbern Kirchenasyl. So nahm Schädelin eine fünfköpfige Tamilenfamilie auf, die er mit Hilfe zahlreicher Helferinnen und Helfer betreute. 1987 verfügten die Behörden die Ausweisung der Familie. Schädelin war bereit, der Tamilenfamilie weiterhin Kirchenasyl zu gewähren und nahm dafür die Klassifizierung dieser Handlung als Straftatbestand in Kauf.
1993 flammte die Diskussion um das Kirchenasyl erneut auf, als Jacob Schädelin in der Stadtberner Paulus-Gemeinde Kosovo-Albanern Kirchenasyl gewährte. Später, d.h. von 2005 bis 2017, präsidierte Jacob Schädelin den 2005 gegründeten Verein Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers.
Die Unterlagen von Jacob Schädelin gelangten am 04.09.2019 durch Vermittlung von Jonathan Pärli ins Schweizerische Sozialarchiv.
Der Bestand enthält: Zuschriften an Jacob Schädelin 1987 (teilweise anonym), Texte für Gottesdienste, Telefonlisten betr. Kosovo-Kirchenasyle, Korrespondenzen von Privatpersonen und mit verschiedenen Flüchtlings-Organisationen, Zeitungsauschnitte zur Ausweisung der Kosovo-Albaner 1993 und zu diversen Kundgebungen und Demonstrationen.
Es wurde mit Ausnahme von Mehrfachexemplaren und Doubletten keine Kassation vorgenommen
Es sind keine Neuzugänge zu erwarten.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Der Bestand wurde im Oktober 2019 von N. Weibel bearbeitet.