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Die Anfänge - Kampf der Kulturen
Wie unter Entwicklung des Internet beschrieben, wurde das Internet als gemeinsames
Vorhaben von Politik und Forschung an Universitäten und Forschungsinstitutionen entwickelt.
Von dort aus breitete es sich in den öffentlichen und kommerziellen Bereich aus.
Dies führte zu verschiedenen Ansprüchen:
- Forschende wollen Resultate austauschen
- die Verwaltung hat einen Anspruch auf Kontrolle
- die kommerzielle Verwertung von Produkten wird gewünscht
- alle haben den Anspruch auf Sicherheit
Die daraus entstandenen Debatten finden bis heute statt und führen teilweise auch zu
fruchtbaren Ergebnissen.
Bei einer dieser Auseinandersetzungen ging es beispielsweise darum, dass der Quellcode von Softwareprogrammen für alle zugänglich sein sollte. Denn so kann ein Programm den eigenen
Bedürfnissen eines Nutzenden angepasst werden, sofern dieser programmieren kann. Bei der
proprietären Software ist dies nicht mehr möglich.
Im Zentrum steht dabei das Gleichgewicht zwischen der Förderung von Wissenschaft und Kultur
durch einen möglichst unbehinderten Austausch von Resultaten und dem Schutz von Urheber- und Verwertungsrechten.
Free Software Foundation
Der Open-Source-Gedanke hat seinen Ursprung in der Free Software Foundation.
Deshalb wollte Stallman seine GNU (GNU’s Not Unix) mit einer Entwicklungsgemeinschaft erarbeiten.
So wollte er sicherstellen, dass er von den Nutzenden seiner Programme Feedbacks zu Fehlern im
Code erhielt.
Um dieses Prinzip auf lange Sicht zu schützen, entwickelte er zusammen mit einem Rechtsanwalt
eine neue Art von Lizenz. Herkömmliche Lizenzen schränkten nämlich die Benutzerrechte ein.
Die Grundidee der neuen Lizenz hingegen war es die Benutzerrechte nachhaltig zu schützen.
So entstand die General Public License (GPL).
Eigenschaften dieser Lizenz:
- Software kann von Nutzenden kopiert, verändert und verkauft werden
- die Rechte vererben sich auf die Folgeprodukte weiter
- die Rechte dürfen nicht modifiziert werden
- die Lizenz schützt die kollektive Arbeit einer Interessengruppe gegenüber Besitzansprüchen
- sie stellt sicher, dass ein Code dem Entwicklungsstrom ausgesetzt bleibt
Mit diesen Eigenschaften setzen die GPL und mit der GPL kompatible Lizenzen implizit voraus,
dass der Quellcode für die damit lizenzierte Software offengelegt wird.
1992 stellte Linus Torvalds sein Betriebssystem Linux unter die GNU GPL. Mit GNU/Linux hatte die Open-Source-Bewegung ihr Betriebssystem gefunden. Es wurde unter der Beteiligung seiner Nutzergemeinschaft weiter entwickelt.
Free and Open Source Software
Als 1998 die Firma Netscape den Quellcode für ihren Browser offenlegte war dies revolutionär.
Netscape hoffte so die Kreativität der Nutzergemeinschaft zu aktivieren, um ihren Browser
noch zu retten. Dieser verlor im Rennen gegen den Microsoft Internet Explorer immer mehr
an Boden.
Netscape veröffentlichte den Code unter zwei Lizenzen:
- der Netscape Public Licence (NPL) mit eigenen zurückbehaltenen Rechten
- der freien Mozilla Public Licence (MPL)
Netscape erhoffte sich, dass die Entwicklungen der Mozilla-Interessengemeinschaft in die
Netscape Public Licence einfliessen würden. Dies erfüllte sich jedoch nicht. Die Diskussionen
rund um Netscape führten schliesslich zur Gründung der Open-Source-Bewegung.
Diese wollte gegenüber kommerziellen Interessen offener werden und Firmen vermehrt
an Entwicklungen beteiligen. Deshalb wurde betont, welche Vorteile eine Offenlegung des
Quellcodes für die Qualität der technischen Entwicklung brachte. Der Name wurde ebenfalls
angepasst: auf das Reizwort „free“ wurde zugunsten von „open“ verzichtet.