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Biografien
Grenzgängerinnen
Cristina Perincioli
Geboren 1946 in Bern. 1968–1971 Studium an der dffb (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin), wobei sie mehrere Dokumentarfilme veröffentlicht. Mitinitiantin der Neuen Deutschen Frauenbewegung. In den 1970er und 1980er Jahren diverse Lehrtätigkeiten in Regie, Filmtechnik und Produktion. 1966 Filmdebut mit dem Kurzfilm «Striking my Eyes». 1972 gewinnt sie mit dem Spielfilm «Für Frauen. 1. Kapitel» ihren ersten filmischen Preis. Ihr Werk «Die Macht der Männer ist die Geduld der Frauen», bei welchem sie für Drehbuch, Regie und Produktion verantwortlich ist, läuft 1978 als bundesdeutscher Beitrag im Wettbewerb der Filmfestspiele Berlin. Ab 1987 Wechsel zu digitalen Medien, vor allem Computeranimationen, die dazu anregen wollen, geschlechtsspezifisches Verhalten abzulegen. Daneben Aufbau von Internetplattformen, die Hilfe anbieten für Betroffene von häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch. Cristina Perincioli gehört zur ersten Generation international bekannter feministischer Filmemacherinnen.
Danielle Jaeggi
Geboren 1943 in Lausanne. Nach dem Diplom in Montage und Realisation 1967 Mitarbeit in diversen Kinoklubs und Kritikerin sowie erste Co-Regien bei Kurzfilmen. Sie ist von Anfang an bei der 1968er Bewegung dabei, engagiert sich mit eigenen kurzen Filmen über Kundgebungen, Streiks und über die Frauenbewegung. Ab Anfang der 1970er Jahre wird sie Mitglied der Filmgruppe Équipe du département cinéma de Paris VIII, worauf filmische Arbeiten wie diverse Videoreportagen, aber auch das Engagement in der feministischen Bewegung und die Lehrtätigkeit im Bereich Cinéma an der Universität Paris VIII ihren Alltag bestimmen. 1978 erscheint «La fille de Prague avec un sac très lourd», ihr erster Langspielfilm. Daraufhin folgen zahlreiche Dokumentarfilme.
Gisèle Ansorge
Geboren 1923 in Morteau, Frankreich. Widmet sich zuerst dem Studium der Pharmazie, bevor sie Ende der 1950er Jahre gemeinsam mit ihrem Mann beginnt, Animationsfilme zu drehen. Internationale Bekanntheit in der Trickfilmbranche erhält sie durch ihre eigens entwickelte Pulveranimationstechnik – eine Technik des bewegten Sandes, mit der sie Hintergründe für die Animationen ihres Mannes schafft. Die Gründung der gemeinsamen Produktionsfirma NAG Film 1967 legt den Grundstein für ihre filmischen Werke, bei denen Gisèle Ansorge das Drehbuch und die künstlerische Gestaltung übernimmt. Es entstehen Arbeiten, die sich aus thematischen Assoziationen heraus entwickeln (u. a. «Fantasmatic»,1969, «Anima», 1977) sowie Werke, die eher Erzählcharakter haben (u. a. «Les enfants de laine», 1984, «Le petit garçon qui vola la lune»,1988). Gisèle Ansorge ist neben ihrem Filmschaffen auch als Schriftstellerin zahlreicher Romane, Theaterstücke und Hörspiele erfolgreich. Sie ist 1993 in Étagnières (VD) verstorben.
Anne-Marie Miéville
Geboren 1945 im Vallée des Joux (VD). Wechselt Ende der 1960er Jahre von einer Karriere als Sängerin zum Film. Beginnt ihr filmisches Schaffen in Zusammenarbeit mit Francis Reusser. Ab 1973 arbeitet sie in Co-Regie («Ici et ailleurs») und als Co-Autorin (u. a. «Numéro deux», «Comment ça va») an der Seite von Jean-Luc Godard. Ab 1977 realisiert sie eigene Filme. bei denen zum Teil gleiche Inhalte thematisiert werden wie in der Zusammenarbeit mit Godard. So handelt «How Can I Love» wie Godards «Prénom Carmen» von der unerwiderten Liebe. 1988 gelingt Miéville ihr Langfilmdebut mit dem Spielfilm «Mon cher sujet». Der Film läuft in Cannes an der Semaine de la critique und wird in Frankreich sehr positiv besprochen, in der Schweiz jedoch kaum zur Kenntnis genommen. 1990/91 realisiert sie zusammen mit Godard vier Auftragsfilme, bevor sie 1994 ihren zweiten Spielfilm «Lou n’a pas dit non» herausbringt.
Loretta Verna
Geboren 1943 in Locarno (TI). 1958–1962 Studium an der École supérieure des Beaux-Arts in Genf (heute HEAD) in der Abteilung Skulptur. Danach absolviert sie ein weiteres Studium an der École supérieure d’art visuel (ESAV). Von 1978–1982 Ausbildung in Gesang und Solfeggio am Konservatorium in Genf. Daneben kehrt sie zu den visuellen Künsten zurück und fokussiert sich auf Video und Kino. 1978 realisiert sie in Zusammenarbeit mit Alain Tanner, Anne-Marie Miéville und Francis Reusser im Rahmen der Serie «Écoutez voir» des Westschweizer Fernsehens TSR den Kurzfilm «Évidemment la vie s’écoule». In den 1980er und 1990er Jahren ist sie abgesehen von ihrem filmischen Schaffen ebenfalls als Filmkritikerin, Lehrerin und Schriftstellerin tätig. Nebst ihren Filmen veröffentlicht sie auch mehrere Romane.
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