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Aus der Geschichte der Korporation Alpnach
Der Loskauf als eigentlicher Gründungsakt für die Entwicklung des Gemeinwesens von Alpnach
Am 7. Brachmonat (Juni) 1368 kauften die Alpnacher Kilchgenossen oder kurz Kilcher (Kilchgenossen waren die Leute, die zu einer bestimmten Pfarrkirche, zu einer „Kilchhöri“ gehörten) von Gräfin Margareta von Strassberg, Freifrau von Wolhusen, alle Steuern, Gülten, Gerichte und Rechte, die sie in Alpnach hatte, und was dazu gehörte und ihr freies Eigentum war, um „drù hundert vnd zehenthalb phunt phenningen guter stebleren“ (309 ½ Pfund Pfennig in Stäblern = Basler Münze mit dem Krummstab des Bischofs von Basel) ab.
Dieser sogenannte Loskauf kann nur innerhalb des wirtschaftlichen und politischen Prozesses verstanden werden, der damals in Obwalden durch den Wandel des mittelalterlichen Adels und das Aufkommen einer neuen Schicht freier und vermögender Bauern gekennzeichnet war. Als Vertreter der Alpnacher Kilchgenossen traten bei diesem Loskauf Arnold von Omisried und Ulrich Amstein auf. Die beiden dürften für die Finanzierung der Loskaufsumme aufgekommen sein. Noch 1498 schuldeten die Teiler „nid dem Feld“ der Familie Amstein die jährlichen Erträge der Alpen Denneten und Langenmatt.
Dieser Loskauf ist bedeutsam, weil durch die Übernahme des niederen Gerichtswesen (in der Nachfolge der Wolhuser-Vogtei) und durch die gemeinsame Nutzung und Verwaltung der Güterverbände das Jahr 1368 als „Geburtsjahr des Gemeinwesens Alpnach“ angesprochen werden darf.
Die Loskaufsurkunde von 1368, deren Original heute im Staatsarchiv von Obwalden aufbewahrt wird, enthält sozusagen das Protokoll des Verkauf- bzw. Kaufakts. Das Einzigartige für Obwalden ist, dass dieser Loskauf mit der Originalurkunde dokumentiert ist. Diese Urkunde wurde zudem 1470 ins Weisse Buch von Sarnen abgeschrieben.