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Die Potenziale nutzen
Effiziente Allokation
Der zentrale Erfolgsfaktor von Volkswirtschaften und Unternehmen ist eine effiziente Ressourcenallokation, also die Verteilung knapper Güter und Arbeitskräfte auf die best mögliche Verwendung. Je besser dieser Prozess funktioniert, desto stärker ist die Performance der Ökonomie und umso höher der Wohlstand.
Für die Allokation von Kapital spielt beispielsweise die Börse eine wichtige Rolle, die als Marktplatz Angebot und Nachfrage zusammenbringt. Die Verteilung der Arbeitskräfte läuft hingegen über den Arbeitsmarkt, der vielfältige Facetten hat - von Stellenbörsen über Headhunter bis hin zur Bundesagentur für Arbeit bemühen sich hierzulande zahlreiche Adressen um eine effiziente Vermittlung. Generell kann zumindest profitorientierten Unternehmen ein hohes Interesse zugesprochen werden, das bestmögliche Personal zu akquirieren, um die höchste Wertschöpfung für die Stakeholder zu erzielen. Das Geschlecht der Arbeitnehmer sollte dabei eigentlich keine Rolle spielen.
Frauen im Arbeitsmarkt
Die Zahlen vom Arbeitsmarkt dokumentieren allerdings, dass dies mitnichten der Fall ist. Generell sind Frauen in einem deutlich geringeren Umfang erwerbstätig als Männer, im internationalen Durchschnitt liegt der Anteil gemäss einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Jahr 2013 bei 50 Prozent gegenüber 75 Prozent bei den Männern. Der Unterschied wird als das sogenannte "Gender gap" bezeichnet. Der Vergleich der Daten aus einzelnen Ländern legt nahe, dass die Partizipationsquote der Frauen eine variable Grösse darstellt und vor allem von den Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern abhängt. So beträgt das Gap in Saudi-Arabien und Indien mehr als 45 Prozentpunkte, während es in Kanada und Frankreich weniger als 10 Prozentpunkte sind.
Die Implikationen für die Volkswirtschaften sind enorm, der IWF schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei einer Angleichung der Partizipationsquote auf das Niveau von Männern in einigen Schwellenländern um bis zu 27 Prozent gesteigert werden könnte. Aber auch in entwickelten Ländern gibt es noch signifikantes Potenzial, für die USA wird dies auf 5 Prozent und für Japan auf 12 Prozent beziffert.
Eklatantes Problem auf der Führungsebene
Noch eklatanter fällt die Differenz im Bereich des Top-Managements von Unternehmen aus. Als einer der ersten hat sich McKinsey dieses Themas bereits im Jahr 2007 mit einer grossen Studie ("Woman matter") angenommen. Darin wurde u.a. gezeigt, dass die Führungsgremien von grossen börsennotierten Unternehmen in der EU lediglich einen Frauenanteil von 11 Prozent aufweisen. Ähnlich, wie bei den Partizipationsquoten, zeigten sich zudem beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Am unteren Ende rangierten Luxemburg (1 Prozent), Italien (3 Prozent) und Spanien (4 Prozent), während in Schweden und Norwegen 24 bzw. 32 Prozent der Spitzenpositionen mit Frauen besetzt waren.
Neuere Studien zeigen, dass der Unterschied auch heute noch massiv ist. Eine aktuelle Auswertung aus dem Februar 2016 (Is Gender Diversity Profitable? Evidence from a Global Survey), die auf einer Analyse von fast 22 Tsd. Unternehmen aus 91 Ländern (mit Daten aus dem Jahr 2014) beruht, belegt, dass nur 14 Prozent der Mitglieder in der Geschäftsführung Frauen sind, der Posten des CEO wird sogar nur in 4,5 Prozent der Fälle nicht von einem Mann besetzt.
Gender-Diversität
Diesem Themenkomplex widmet sich mittlerweile ein eigener Forschungszweig unter dem Dachbegriff "Gender Diversity", was sich in etwa mit "geschlechtsspezifische Vielfalt" übersetzen lässt. Dabei werden die Geschlechterrollen in der Gesellschaft und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt untersucht, um die Ursachen für die unterschiedliche Partizipation von Frauen am Erwerbsleben aufzuzeigen, die Konsequenzen zu analysieren und Ansatzpunkte für Verbesserungen zu ermitteln.
Gerade die grossen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern deuten daraufhin, dass eine geschlechtsspezifische Diskriminierung eine Ursache für das Gender gap, insbesondere in den Führungsetagen, darstellen könnte. Vor dem Hintergrund der Vorteile der effizienten Allokation würde das dazu führen, dass Volkswirtschaften und Unternehmen Produktivitätspotenziale verschenken.
Im Rahmen der "Gender Diversity" geht es daher im Kern darum, geschlechtsspezifische Auswahlmechanismen und Hürden abzubauen und die Mischung und Vielfalt in den verschiedenen Ebenen des Wirtschaftslebens sicherzustellen. Wie die Ausführungen in den folgenden Artikeln zeigen, hat das sowohl für die gesamte Wirtschaft als auch für die Kapitalanlage eine Relevanz. Daher gibt es im Markt mittlerweile Angebote, die sich gezielt auf dieses Thema konzentrieren, wie etwa der Solactive Global Gender Diversity Index, der über passende Zertifikate auch investierbar ist.
Wenn Sie in den Solactive Global Gender Diversity Index investieren möchten, bietet die UBS drei Open End Tracker-Zertifikate in den Währungen CHF (SIX Symbol: GENCHU), EUR (SIX Symbol: GENEUU) und USD (SIX Symbol: GENUSU) an.