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Bauchaortenaneurysma
Aneurysma, aus dem altgriechischen ανεύρυσμα, bedeutet eine Ausweitung eines Gefässes. Das Bauchaortenaneurysma ist somit eine Ausweitung der Hauptschlagader im Bauchraum, welche vom Herz ausgehend das Blut durch den Brustkorb und den Bauchraum transportiert und sich dann zur Versorgung beider Beine aufteilt. Auf diesem Weg gibt die Hauptschlagader Äste zur Versorgung aller Organe ab. Gründe für die Entstehung eines Aneurysmas ist eine Schwäche der Arterienwand, welche hauptsächlich durch sogenannte Arteriosklerose, im Volksmund Arterienverkalkung genannt, entsteht. Risikofaktoren für Arteriosklerose sind Alter, Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, hohe Cholesterinwerte und Diabetes. Übersteigt das Aneurysma eine bestimmte Grösse, nimmt das Risiko für eine Ruptur («Platzen») zu. Dies gilt es zu verhindern, da dies eine lebensbedrohliche Situation darstellt.
Häufig wird ein Aneurysma zufällig bei Abklärungen anderer Beschwerden diagnostiziert. Zum Teil ist jedoch in der Familie bereits ein Aneurysma bekannt oder Sie weisen bestimmte Risikofaktoren auf, so dass der Hausarzt oder die Hausärztin Sie uns für eine Kontrolle zuweist. Grosse Populationsstudien haben gezeigt, dass die Aneurysma Sterblichkeitsrate durch Screening bestimmter Bevölkerungsgruppen reduziert werden kann. Ist das Aneurysma noch klein, kann es mittels Ultraschall nachkontrolliert werden und eine Optimierung der oben genannten Risikofaktoren wird empfohlen um das Wachstum des Aneurysmas zu reduzieren.
Erreicht das Aneurysma eine bestimmte Grösse oder liegen andere Gründe vor, welche das Risiko für eine Ruptur («Platzen») erhöhen, wird empfohlen das Aneurysma auszuschalten. Dies kann entweder durch eine offene Operation oder eine minimalinvasive Intervention mittels Stents durchgeführt werden. Beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile und werden im Inselspital von den Kollegen der Gefässchirurgie mit grosser Expertise und schweizweit am häufigsten durchgeführt. Welches Verfahren am geeignetsten ist, wird jeweils individuell entschieden. Erfahren Sie hier mehr über die beiden Verfahren.
Periphere Aneurysmen sind Aussackungen in den Blutgefässen ausserhalb von Herz, Gehirn und der Hauptschlagader (Aorta), oft im Becken und den Beinen. Ursachen können wie beim Aortenaneurysma Arterienverkalkungen, genetische Veranlagung oder seltener Entzündungen sein. Symptome sind Schmerzen, Schwellungen oder eine pulsierende Masse.
Sollte bei Ihnen bereits ein Aortenaneurysma bekannt sein ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zusätzlich noch an weiteren Aneurysmen leiden mit bis zu 20% deutlich erhöht, sodass wir regelmässig mittels Ultraschall dies im Rahmen unserer Sprechstunde mittels Ultraschall kontrollieren.
Die Therapie von peripheren Aneurysmen variiert je nach Grösse und Zustand des Aneurysmas ebenso wie der Lokalisation. Bis zu einem bestimmten Durchmesser wird eine jährliche Verlaufskontrolle empfohlen, welche wir gerne bei uns in der Sprechstunde durchführen mit Beratung und Begleitung bei der Prävention durch gesunden Lebensstil und die Einstellung von Risikofaktoren wie z. B. Blutdruck oder Cholesterin. Wird dann ein bestimmter Durchmesser überschritten ziehen wir die Kollegen der Gefässchirurgie hinzu, welche die Aneurysmen dann operativ Behandeln. In einigen Verfahren kann auch ein endovaskuläres Verfahren empfohlen werden, dies entscheiden wir mit den Kollegen der Gefässchirurgie zusammen an unserem interdisziplinären Gefässrapport.