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|ANNE WANNER'S Textiles in History / books|
|Auf
Tuchfühlung. 1000 Jahre Textilgeschichte in
Ravensburg und am Bodensee, 160 Seiten, in Deutsch,
ISBN-10: 386764442X - ISBN-13: 978-3867644426 , Verlag:
UVK Verlagsgesellschaft; Auflage: 1. Auflage (15.
Mai 2013)

http://www.uvk.de/buecher/alle/db/titel/details/auf-tuchfuehlung

The town of Ravensburg in 1622, by Johann Andreas Rauch, with bleaching fields in the north
|Ravensburg
was an important marketplace, a centre of economy,
politic and social live. Swiss merchants needing yarns
for their local production, were buying some of it here.
Since the 15th c. merchants did not acquire
fabrics any more from single weavers but they negotiated
with the chiefs of the weavers guilds.

From the 2nd half of 14th c. fustian, a fabric with linen warp and cotton weft was produced in the southern part of Germany, and besides of linen, fustian, a mixture of linen and cotton, became the most important export good of the region. The earliest proof of fustian was found in 1379 in Ravensburg. The towns of Ulm, Augsburg, Biberach, Memmingen, Kaufbeuren produced it as well, they had their standardized brand label for the entire region: ox, lion, grape, brief. The production came to an end after the Thirty Years War.
A separate chapter is dedicated to the development of commerce and its trade routes. From 1380 to 1530 the Family of the Humphis, head of the great commercial company of Ravensburg exported goods from Swabia all over Europe, Barcelona being an important partner on the Iberian Peninsula.
Other parts of the book deal with alterations after the Thirty Years War. With the end of the commercial company of Ravensburg around 1530 also linen production ceased. Since the 17th c. it was southern Swabia to provid resources: yarns as well as inexpensive workmen and workwomen for orders from Switzerland originate from here. This reservoir of resources enabled the Swiss merchants to produce sufficiently for exports to France and later on to USA.

Woodcut 2nd half 16th c., public examination place of the fabrics. Here correct measurements and quality was controlled

||In the 19th c. Ravensburg belonged to the kingdom of Württemberg. The standardized law of 22nd of April 1828 reformed economy and handicraft. The old guilds had blocked all technical progress, now new associations were founded and Ravensburg was developing into an industrial island in rural Swabia. It became most important for trade and commerce. During his mandate (1821-1856) the major Franz von Zwerger formed the town and its image. Founding new factories like weaving mills and embroidery manufactories since 1842, he reduced dependencies of imports from Switzerland. In 1871 the cotton mill of Manz & Stimmler arose from a small embroidery manufacture, founded in 1861. In the embroidery manufacture of Albert Schwarz the first automatic embroidery machine was set up in the early 20 c.||

Head of the letter of the manufacture Albert Schwarz, 1911
|In
1858 the sisters Bertha and Fanny Osiander founded
a manufacture where vestments, flags and banners were
embroidered. At first It was a matter of hand embroidery,
later on machines were used. The firm benefited from
embroiderers which before filled orders for St.Gallen.
After 1873 the firm became purveyor to the court. In 1893
the establishment employed 80 people. Since 1906, with
the title of pontifical suppliers, Osiander was allowed
to add the pontifical coat of arms to their trade mark.

In 1840 Eduard
Erpf from St.Gallen built a bleaching and
finishing establishment in the convent of Weissenau,
situated close to Ravensburg. It was especially the
bleaching to enable the development of Ravensburg to a
centre of whitework production. After Erpfs death
it first became a public enterprise. But the success only
continued since 1888 when whitework merchants were
leasing the factory.
|text
in german:

In einleitenden Kapiteln werden frühen Materialien und die Produktion in ländlichen Betrieb behandelt.
In einem weiteren Abschnitt kommen Textilproduktion- und Handel in der Stadt Ravensburg zur Sprache. Der Markt als wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Mittelpunkt des städtischen Lebens wird hervorgehoben. Nach dem 30-jährigen Krieg erlangte das Waaghaus Bedeutung für den Warenverkauf. Vermehrt kauften nun Schweizer Händler ihr Garn in Ravensburg, sie benötigten es für ihre einheimische Webereiproduktion. Seit dem 15. Jh. kauften Kaufleute und Handelsgesellschaften nicht mehr direkt bei einzelnen Webern, sondern schlossen Lieferverträge mit Vorgesetzten der Weberzunft ab.
Seit der 2. Hälfte des 14. Jhs verfertigte man in Süddeutschland Barchent, ein Mischgewebe mit einer Kette aus Leinwand und Schuss aus Baumwolle. Neben Leinwand wurde es zum wichtigsten Exportgut der Region. Besonders die Städte Ulm, Augsburg, Biberach, Memmingen, Kaufbeuren stellten Barchentgewebe her. Sie erhielten einheitliche Schauzeichen für die ganze Region: Ochse, Löwe, Traube, Brief. In Ravensburg findet sich der früheste Nachweis von Barchent um 1379, wie in Südschwaben blieb man hier zudem der Leinwandproduktion treu. Der Barchentabsatz Oberschwabens kam nach dem 30-jährigen Krieg zum Erliegen.
Die Entwicklung des Handels und seiner Wege ist in einem eigenen Kapitel dargestellt. Von 1380 bis 1530 exportierte die grosse Ravensburger Handelsgesellschaft unter der Familie Humphis Erzeugnisse oberschwäbischer Städte nach ganz Europa. Dabei war Barcelona wichtiger Handelspartner auf der iberischen Halbinsel. Seit dem späten Mittelalter entwickelte sich das System des Verlages. Erst durch den Verlag konnten Textilien in einem Umfange hergestellt werden, dass sich der Export auch lohnte. In diesem System nimmt der Kaufmann die Schlüsselposition ein, der Handwerker wird zum Lohnarbeiter. Erst mit dem Verlagsystem konnte der neue Produktionszweig Barchent ausgebaut werden.
Weitere Kapitel behandeln die Veränderungen nach dem 30-jährigen Kriege dar. Mit dem Ende der Ravensburger Handelsgesellschaft um 1530 ging auch der Niedergang der Leinenproduktion einher. Seit dem 17. Jahrhundert wurde das südliche Schwaben zum Rohstofflieferanten. Aus diesem Gebiet stammte das Garn, sowie auch billige Arbeitskräfte für die Stickerei für Aufträge aus der Schweiz. Der Autor bezeichnet dieses Sticken im Auftrag St.Gallens als passiven Vederlungsverkehr. Dieses Reservoir an Arbeitskräften nutzten Schweizer Verleger um ausreichend für den Export nach Frankreich und später auch nach USA produzieren zu lassen.
Im 19. Jh. gehörte Ravensburg zum Königreich Württemberg. Hier reformierte ein einheitliches Gesetz vom 22. 4. 1828 Handwerk und Wirtschaft. Die Zunftpolitik hatte den technischen Fortschritt gehemmt, nun wurden neue Zunftvereine gebildet. Ravensburg entwickelte sich zur industriellen Insel im agrarischen Oberschwaben. Bis zum 1. Weltkrieg war es dessen wichtigster Handelsplatz. Stadtschultheiss Franz Zwerger prägte während seiner Amtszeit (1821-1856) die Stadt und ihr Erscheinungsbild. Die Importabhängigkeit von der Schweiz sollte verringert werden. Es wurden Fabriken gegründet, Baumwollweberei und Weissstickerei nahmen 1842 ihren Betrieb auf. Genannt sei hier die 1871 gegründete Baumwollfeinweberei von Manz & Stimmler, hervorgegangen 1861 aus einem keinen Stickereibetrieb, und die Gardinen- und Stickereifarbrik des Albert Schwarz. In seinem Betrieb wurden anfangs 20. Jh. auch Automatenstickmaschinen aufgestellt.
In der Osiandersche Kunststickerei, 1858 gegründet von den Schwestern Bertha und Fanny Osiander wurden liturgische Gewänder und Fahnen zuerst von Hand und später mit Maschinen bestickt. Der Betrieb wurde 1873, nun in neuem Lokal, zum königlichen Hoflieferanten ernannt. Im Jahre 1893 beschäftigte das Unternehmen 80 Mitarbeiter und erhielt 1906 den Titel eines päpstlichen Lieferanten. Das päpstliche Wappen durfte in das osiandersche Firmenzeichen aufgenommen werden. Dem Betrieb kamen nun die Stickerinnen zu Gute, die vorher für St.Gallen gearbeitet hatten.
Eduard Erpf aus St.Gallen errichtete im Auftrag von Franz Zwerger eine Bleich- und Appreturanstalt im Kloster Weissenau. 1840 konnte der Betrieb aufgenommen werden. Erst diese Bleicherei ermöglichte die Entwicklung Ravensburgs zum Zentrum der Weisswarenherstellung in Württemberg. Als nach Erpfs Tod 1851 der Staat den Betrieb übernahm, kam es zunächst zu einer Stagnation. Aber mit der pachtweisen Uebernahme von 1888 durch Weisswarenfabrikanten stieg der Erfolg erneut.
|home content||Last revised 19 June 2013|