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Hans Philipp, ein vielseitiger, starker, kameradschaftlicher und freundlicher Mensch ist nicht mehr, seine markante Stimme ist verstummt, nicht aber sein literarisches Wirken, welches uns in verschiedenen Ausführungen erhalten bleibt.
1955 kam Hans vom Churer Rheintal ins Engadin, betätigte sich ab 1962/63 als Bergführer und Skilehrer, war Gründungsmitglied der Bergsteigerschule Pontresina, bearbeitete zusammen mit Paul Nigg den ersten Bergeller Kletterführer des Rother Verlags und wanderte 1963 nach Kanada aus, wo er als BF/SL arbeitete. 1966 Rückkehr mit seiner Frau Pat und Übernahme der Forno-Hütte, ab 1972 bis 1996 Betreuung der Boval-Hütte. Hier entfaltete er seine rege schriftstellerische Tätigkeit, welche uns durch diverse Publikationen, Leserbriefe und Kommentare erhalten bleibt, zu erwähnen sind: 1992 Geschichte der Boval-Hütten; 1996 Bündner Bergführer; 1992 Aus dem Leben eines Hüttenwartes; 1997 Jagdgeschichten; 2003 Hubertus-Petriheil.
Im öffentlichen Leben finden wir Hans als Lawinen-Hundeführer, als gewählter Richter-Stellvertreter des Kreisgerichtes Oberengadin; er wurde aber nie zu einer Verhandlung aufgeboten, worauf er desillusioniert das Amt dem Nächsten überliess… Im Bergführerverein Pontresina wirkte er über Jahre als Kassier der Stiftungskasse, ebenso im Verband der Bündner Bergführer. In diese Zeit fällt auch der letzte Umbau der Boval-Hütte zu dem, was sie heute ist: Elektrifizierung mit Kleinturbine, Waschräume und WC-Spülung, Wasserversorgung über einen hydraulischen Widder anstelle einer Benzinpumpe, grosszügigere Raumaufteilung. Der Hüttenweg wurde dank seinen Beziehungen zum Militär mehrmals ausgebessert. Seine Präsenz an der «Fenster-Rezeption», wie wir es scherzhaft nannten, verschafften ihm dank seiner Vielsprachigkeit globale Kontakte vom einfachen Touristen, Politiker, Militär oder dem Show-Business. Die meisten kannte er beim Vornamen! Mit starker Stimme hielt er seine Küchenbrigade auf Trab, sorgte dafür, dass alle zu einem Schlafplatz kamen, den Sonnenaufgang nicht verpassten und beobachtete mit scharfem Auge das alpinistische Treiben. Bei schlechtem Wetter und Mussestunden schrieb er Wahrnehmungen nieder; diese sind in den erwähnten Publikationen festgehalten. Als Initiant und Gründungsmitglied der Vereinigung Schweizer Hüttenwarte mit heute über 100 Mitgliedern finden wir Hans ebenso wie als pensionierten Jäger der Hoch- und Niederjagd. Diese Reminiszenzen sind der Nachwelt ebenfalls erhalten geblieben, kurzum, zusammen mit seiner Gemahlin und den zwei Söhnen ein überaus engagiertes, aktives Leben, bis ihn gesundheitliche Altersprobleme zu schaffen machten und auch er kürzertreten musste. Von einem längeren Spitalaufenthalt vor sechs Jahren erholte er sich recht gut, bis ein erneuter Eingriff nötig wurde, von welchem er sich nicht mehr erholen sollte.
So kam es, dass sich am 2. März eine grosse Trauergemeinde aus Jägern, Bergführern, Skilehrern, Hüttenwarten und weiteren Freunden mit drei Fahnen und Hornbläsern von unserem lieben Zeitgenossen in der Kirche San Niculò verabschiedeten. Sein Wirken aber und die Erinnerungen an ihn werden uns erhalten bleiben, der Dank kommt spät, doch besser spät als nie!
Seinen Angehörigen möge die Kraft gegeben sein, das Unabänderliche akzeptieren zu können, Erinnerungen sterben nie. Hansueli Naef