Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03610.jsonl.gz/939

Inhalt:
Ein Shuttle der Haakonianer nimmt Kontakt mit der Voyager auf. Der Haakonianer Ma'Bor Jetrel möchte mit Neelix sprechen. Doch als Neelix die Brücke betritt und erfährt, daß er Ma'Bor Jetrel erblickt, verschlägt es ihm die Sprache.Neelix erklärt Janeway, daß er einst mit seiner Familie auf dem paradiesischen Mond Rinax lebte. Doch während eines zehnjährigen Krieges mit den Haakonianern zerstörten die Haakonianer Rinax mit einer Metreonenkaskade, einer furchtbaren Waffe, welche von Ma'Bor Jetrel erfunden wurde. Neelix' ganze Familie starb bei diesem Angriff, er selbst überlebte, weil er sich bei einem talaxianischen Verteidigungsdienst befunden hatte.
Janeway empfängt Jetrel trotzdem an Bord der Voyager. Jetrel erklärt Janeway, Neelix sei nach der Verwüstung von Rinax auf den Mond zurückgekehrt und dort einer hohen Konzentration von Metreonenisotopen ausgesetzt gewesen. Es bestünde die große Gefahr, daß Neelix sich dadurch die Blutkrankheit Metremia zugezogen habe, welche über Jahre schlummern könne, deren Ausbruch aber immer tödlich sei. Er möchte Neelix auch deswegen untersuchen, um eine mögliche Heilung zu finden. Als Neelix sich endlich doch untersuchen läßt und feststeht, daß er an Metremia erkrankt ist, kann Jetrel Janeway überreden, mit Hilfe des Transporters nach einer Heilungsmöglichkeit zu suchen.Janeway gibt Befehl, ins talaxianische System zu fliegen, um mit dem Transporter Metreonenisotope aufzunehmen. Dort angekommen, beamt man eine Probe der Metreonenwolke an Bord. Inzwischen gesteht der von Alpträumen geplagte Neelix gegenüber Kes, daß er sich während des Krieges auf Talax versteckte, weil er den Krieg für falsch hielt und daher den Wehrdienst verweigerte. Jetzt schämt er sich dafür und hält sich für einen Feigling.
Inzwischen unternimmt Jetrel an den Isotopproben Experimente. Er deaktiviert den Doktor, und als er von Neelix überrascht wird, setzt er ihn mit einem Betäubungsmittel außer Gefecht. Jetrel begibt sich in den Transporterraum, wo er von Janeway und Tuvok gestellt wird. Jetrel erklärt, er glaube, mit Hilfe des Transporterscanners könne er die Atome der Opfer, die sich als Biomaterie in der Metreonenwolke befinden, aufzuspüren und dann wieder zusammensetzen. Er gesteht, daß Neelix nicht erkrankt ist, es war nur ein Vorwand, die Voyager nach Rinax zu bringen. Das Experiment mißlingt, bevor Jetrel an Metremia stirbt, teilt Neelix Jetrel mit, daß er ihm vergibt.
Kritik:
Die Parallelen zu Hiroshima sind bei dieser Episode so auffällig, daß kein Zweifel darüber besteht, ob sie beabsichtigt waren. Bemerkenswert dabei ist, daß die Autoren hier deutlich Stellung für die Opfer bezogen. Die Metreonenkaskade wurde mit keiner Silbe gerechtfertigt, sondern durchgehend als grausame und durch nichts zu entschuldigende Tat dargestellt. Eine derart uneingeschränkte Kritik am Abwurf der Hiroshimabombe ist für eine US-Serie verblüffend. Das zeigt wieder einmal, daß Star Trek keine gewöhnliche Serie ist und daß dort Ansichten vertreten werden, die häufig nicht denen des Durchschnittsamerikaners entsprechen.
Weiterhin ging es um die Frage, inwieweit ein Wissenschaftler verantwortlich ist, wenn das von ihm erforschte Wissen von anderen zur Zerstörung mißbraucht wird. Die Antwort war klar: Niemand, auch nicht der Wissenschaftler, kann sich der Verantwortung entziehen.Das ganze war verpackt in eine Episode, die vor fesselnden Dialogen nur so strotzte. Die Neelix-Figur wurde um einige ernste Elemente erweitert, ohne unglaubwürdig zu wirken. Neelix-Darsteller Ethan Phillips beeindruckte in einer sehr bewegenden Darstellerleistung, ebenso überzeugte James Sloyan als Dr. Jetrel. James Sloyan ist schon fast so etwas wie ein Stammgaststar in Star Trek. Er spielte Admiral Jarok in der TNG-Episode "The Defector" (dt.: Der Überläufer), verkörperte in der Folge "First Born" (dt.: Ritus des Aufsteigens) den Klingonen K'mtar und war in der DS9-Episode "The Alternate" (dt.: Metamorphosen) Odos "Vater" Dr. Mora Pol.
Fazit: Gute Dialoge, gute Darstellerleistungen und einige unvorhersehbare Wendungen in den letzten zehn Minuten. Eine auf den ersten Blick wenig originelle Story wurde in ein fesselndes Drehbuch und eine sehenswerte Folge verwandelt.