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Es gibt Vögel, die das ganze Jahr über in der Schweiz bleiben, sie passen sich dem Winter an. Andere Vögel finden in den kalten Monaten bei uns nicht mehr genügend Nahrung. Sie ziehen weiter in südliche Gebiete. Im Herbst sind oft grosse Vogelscharen zu beobachten, die sich auf die Reise vorbereiten. Diese Vögel werden Zugvögel genannt.
Die ersten Vögel haben die Schweiz bereits verlassen. Mauersegler zum Beispiel beginnen ihre Reise in den Süden bereits Ende Juli oder Anfang August. Zugvögel, die bereits sehr früh losfliegen, legen oft weite Strecken zurück und verbringen den Winter in Afrika. Sie sind meistens nachts und einzeln unterwegs. Auf der langen Reise machen sie immer wieder Pausen, um sich auszuruhen und zu fressen. Weissstörche zum Beispiel fliegen Mitte bis Ende August los. Ihre Reise nach Nordafrika dauert um die 30 Tage. Vögel, die später aufbrechen, überwintern weniger weit weg: in Südfrankreich, Spanien oder in Nordafrika. Sie fliegen oft tagsüber und in Schwärmen.
Wie funktioniert die Reiseplanung?
Woher wissen die Zugvögel überhaupt, wann ihr Moment gekommen ist loszufliegen und welche Richtung sie ansteuern müssen, um zu ihrem Überwinterungsplatz zu gelangen? Gerade wenn sie sich zum ersten Mal auf die Reise begeben, fliegen sie teilweise an Orte, die hunderte von Kilometern entfernt liegen und die sie nie zuvor gesehen haben. Das Reisen ist den Zugvögeln angeboren. Sie wissen genetisch bedingt, wann sie losfliegen müssen und wohin sie die Reise führt. Sonne, Sterne und Erdmagnetfeld helfen den Vögeln, ihre angeborene Zugrichtung einzuhalten. Auf Langstreckenflügen folgen die Vögel oft Linien wie Flüssen, Gebirgsketten und Küsten.
Gefahren unterwegs
Die Reise der Zugvögel ist nicht frei von Gefahren und Bedrohungen für die Tiere. Natürliche Gefahren sind zum Beispiel Stürme, welche die Vögel von der Flugbahn abbringen oder Dürren, welche zur Folge haben, dass es unterwegs nicht genug Nahrung gibt. Schwache Tiere können ausserdem an den Strapazen des Flugs selber sterben. Hinzu kommen Bedrohungen, die durch die Menschen verursacht werden: Durch Siedlungsbau oder Landwirtschaft werden Lebensräume der Vögel zerstört und so fehlen ihnen Plätze zum Rasten oder Nisten. Auch die Jagd auf Zugvögel stellt eine Gefahr dar. In den letzten Jahren ist zudem ein weiterer Faktor dazugekommen, der die Reise erschwert oder zumindest beeinflusst: Der Klimawandel.
Die Zugvögel und der Klimawandel
Der Klimawandel hat Einfluss auf das Verhalten der Zugvögel. Manche Arten kommen im Frühling früher an ihre Brutplätze zurück als noch vor einigen Jahren. Schwierig kann es werden, wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht genügend geschlüpfte Insekten als Nahrung für die Vögel gibt oder wenn ihre Lebensräume, zum Beispiel in Folge von Wüstenbildung, verkleinert werden. Es gibt jedoch auch Vögel, die von milderen Wintern profitieren, weil sie so an ihrem Brutplatz bleiben und keine weiten Reisen mehr auf sich nehmen müssen. In Forschungsprojekten untersuchen sogenannte Ornithologen, also Menschen, die auf Vogelkunde spezialisiert sind, das Verhalten von Zugvögeln in Bezug auf den Klimawandel. Die Schweizerische Vogelwarte befindet sich in Sempach.
Hast du schon mal Zugvögel auf ihrer Reise beobachtet? Welche Vogelarten in der Schweiz kennst du? Hast du einen Lieblingsvogel? Was ist bisher die weiteste Reise, die du selbst zurückgelegt hast?
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