Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/2302

Bürsten
werden aus Schweinsborsten, Ziegen-, Pferde- und Dachshaaren, Reisstroh, Piassava, Stahldraht, verschiedenem von Palmen [* 2] stammenden Fasermaterial, aus den Blütenständen des Sorghum etc. dargestellt. Die sortierten, gereinigten, wohl auch gefärbten Haare [* 3] oder Borsten werden auf verschiedene Weise in den aus Holz, [* 4] Knochen, [* 5] Elfenbein bestehenden Rücken gefügt. Bei der Rauharbeit gehen die Löcher nicht durch das Holz, sondern es werden die durch Aufstoßen auf den Tisch gleichgerichteten Borsten oder deren Surrogate bündelweise am Ende mit ungebleichtem Garn festgebunden, in geschmolzenes, recht zähes, schwarzes Pech getaucht, in die Löcher gedreht und dann die so eingesetzten Borsten mit der Schere [* 6] gleich gemacht.
Bei der eingezogenen Arbeit werden die Büschel in der Mitte zusammengebogen und daselbst durch Messingdraht festgehalten. Die Löcher werden ganz durchgebohrt und sind unten etwas enger als oben. Man steckt den Draht [* 7] durch ein Loch, legt das Bündel in der Mitte auf denselben, führt ihn durch dasselbe Loch wieder zurück, zieht stark an und fährt so fort, bis der Länge nach eine Reihe fertig ist, worauf man die Enden des fortlaufenden Drahts fest ineinander schlingt, die Reihe flach auf einen Bleiblock legt und mit einem Beil (Haumesser) mit gerader Schneide das Überflüssige der Borstenreihe abhaut.
Zur Verdeckung des
Drahts an der Oberseite leimt man oft eine dünne Holzplatte darüber. Bei der gedrehten
Arbeit schneidet man die
Borsten an beiden
Enden in gleiche
Länge, schiebt sie als ein
Band
[* 8] zwischen zwei
Drähte und dreht diese
schraubenartig zusammen, so daß sich mit dem
Draht auch die zwischen ihm befindlichen
Borsten winden.
Diese
Drahtbürsten dienen zum Reinigen von Siederohren, Flintenläufen, Pfeifenrohren,
Krügen,
Flaschen,
Gläsern etc. In neuerer
Zeit arbeitet man auch in der
Bürstenfabrikation viel mit
Maschinen.
Woodburys
Maschine
[* 9] (beschrieben in
Dinglers »Polytechnischem
Journal«, Bd. 206, S. 178), welche 10-12
Arbeiter ersetzt und gutes,
dauerhaftes
Fabrikat liefert, teilt die
Borsten in gleiche Bündel von der erforderlichen
Größe, faltet
diese doppelt, umwickelt sie an der Umbiegung mit Metalldraht und schraubt sie dann in die
Löcher des
Bürstenrückens, worauf
die Drahtenden in die Wandungen der
Löcher so versenkt werden, daß ein Zurückschrauben oder
Herausziehen unmöglich wird.
Metall
bürsten mit kurzen, steifen
Borsten und langem
Griff dienen zum Blank
bürsten und
Bronzieren metallener
Gegenstände, zum Reinigen der
Feilen etc.
(Kratzbürsten).