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Dr. Beat Richner alias Beatocello spielt in der Klosterkirche zugunsten seiner Kinderspitäler Kantha Bopha. Der König von Kambodscha spricht ein kurzes Dankwort an die Spenderinnen und Spender.
Mario Wittenwiler: Herr Richner, wie gut kennen Sie Einsiedeln?
Beat Richner: Ich kenne Einsiedeln ziemlich gut. Ich war im Militär vier Mal hier stationiert und trat im Militärspital als Beatocello vor den Soldaten auf. In den 70er-Jahren war ich als junger Arzt einmal in Einsiedeln in einem Lager für Kinder mit Diabetes. Auch für sie spielte ich auf dem Cello. Seit einigen Jahren nun gebe ich jeweils im Mai in Zürich und Einsiedeln Benefiz-Konzerte zugunsten der Kinderspitäler Kantha Bopha in Kambodscha.
Fühlen Sie sich nun mehr als Musiker oder als Arzt?
In erster Linie bin ich Arzt und leite in Kambodscha fünf Kinderspitäler sowie eine Maternité mit insgesamt 2400 kambodschanischen Mitarbeitern. In jungen Jahren trat ich als Musikclown Beatocello auf. Heute gebe ich Cello-Konzerte hauptsächlich zum Sammeln von Spendengeldern für unsere Kinderspitäler. Damit können wir pro Jahr mehr als eine Million schwer kranker Kinder hospitalisieren und mehr als zehn Millionen kranke Kinder ambulant in den Polikliniken behandeln. Die Behandlungen sind kostenlos, denn der allergrösste Teil der Kinder kommt aus Familien mit einem Tageseinkommen von einem halben US-Dollar.
Arbeiten viele Schweizer Ärzte für die Kinderspitäler Kantha Bopha?
Nein, ich bin der einzige Schweizer, der übrig geblieben ist. Ich habe nur noch einen Kollegen aus Frankreich, alle anderen Mitarbeiter sind Einheimische. Die Spitäler sind also schon sehr «kambodschanisch» geworden. Es ist ja auch das Ziel, dass sie einmal «laufen», auch wenn ich nicht mehr da bin. Noch ist aber vor allem die Spendensuche sehr von meiner Person abhängig.
Vor 20 Jahren konnte das Kinderspital Kantha Bopa I in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom-Penh nach der Terror-Herrschaft der Roten Khmer unter Ihrer Leitung wieder eröffnet werden. In den folgenden Jahren wurde es ständig ausgebaut; ausserdem wurden vier weitere Spitäler errichtet: drei in Phnom Penh, eins in Siem Reap Angkor. Wieviele Spendengelder haben Sie im Laufe der Zeit erhalten?
Insgesamt 400 Millionen Franken. Der grösste Teil davon aus der Schweiz. Sie müssen wissen, dass wir zu fast 90 Prozent auf Spenden angewiesen sind. Erst seit kurzem erhalten wir von der Schweiz jährlich drei Millionen und von Kambodscha zwei Millionen Franken Unterstützung. Spendengelder erhalten wir heute pro Jahr in der Höhe von rund 31 Millionen Franken. Die Konzerte, welche ich in Zürich im Grossmünster sowie in der Klosterkirche Einsiedeln gebe, tragen einiges dazu bei. In Kambodscha gebe ich in Siem Reap Angkor jeden Samstag ein Konzert für Touristen. Im Zusammenhang damit sammeln wir jedes Jahr bis zu sieben Millionen Schweizer Franken.
Verbindet Sie eine besondere Beziehung mit Einsiedeln?
1985 musste ich eine Schilddrüsenentzündung auskurieren und fuhr manchmal nach Einsiedeln, weil es über der Nebelgrenze lag. Einmal nahm ich sogar mein Cello mit. Ein junger Pater wies mir einen Ort zu, wo ich spielen durfte. Ich wollte diesen magischen Ort akustisch erfahren. Der junge Pater von 1985 sollte später der Abt des Klosters werden... Vor einigen Jahren kam mir die Idee, in der Einsiedler Klosterkirche ein Benefizkonzert zu spielen. Ich kenne keine schönere Kirche. Sie ist für viele Menschen ein geistiger Kraftort und ihre magische schwarze Madonna hat eine enorme Ausstrahlung. Nach jedem Konzert in Einsiedeln gehe ich nochmals an ihr vorbei. Die Madonna zeigt auch das innige Verhältnis von Mutter zu Kind, welches in der Kinderheilkunde sehr wichtig ist. Für einen nachhaltigen Erfolg muss man nicht nur das Kind behandeln, sondern die Mutter in die Behandlung miteinbeziehen.
Der König von Kambodscha, Norodom Sihamoni, spricht am Konzert ein kurzes Dankwort an die Spenderinnen und Spender.
Das ist richtig. König Norodom Sihamoni begleitet mich an die Konzerte in Zürich und Einsiedeln sowie an die Vorpremiere des neuen Films über mich «L'ombrello di Beatocello» von Georges Gachot am Sonntagabend in Zürich. Ich freue mich sehr, dem Köni
Autor
Einsiedler Anzeiger
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/jCJL3K