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Die Reformation ist eine Geschichte voller Männer. Das heisst aber nicht, dass es keine ebenso mutigen und wortgewandten Frauen gab. Allein wurde deren Leben seltener aufgeschrieben. Ein paar Geschichten haben wir trotzdem.
Argula von Grumbach, 1492 – 1554
Anfangs deutet nichts im Leben der jungen fränkischen Adeligen Argula von Grumbach darauf hin, dass sie einmal im Rampenlicht stehen wird. Vielleicht liegt es in ihrer selbstständigen Bibellektüre begründet, dass sie schon früh beginnt, die Schriften Luthers und Melanchthons zu lesen. Sie gibt den beiden Reformatoren recht. 1523 greift sie zu Papier und Tinte: Als Frau fordert sie die hohen Professoren von Ingolstadt in einem geharnischten Brief zur öffentlichen Debatte mit ihr heraus.
Argulas klare Worte trafen den Nerv ihrer Mitmenschen. Zunächst ohne ihr Zutun wird der Brief als Flugschrift gedruckt. Zusammen mit weiteren Flugschriften 30'000 Exemplare, Auflagen, die sich mit denen Luthers vergleichen lassen. So wurde Argula fast über Nacht zu einer Berühmtheit. Dass keiner der mächtigen Männer sie einer Antwort für würdig befand, fällt dabei wohl am wenigsten ins Gewicht.