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In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der in den Kantonen gewählten Frauen deutlich angestiegen, sowohl in den Parlamenten als auch in den Regierungen. In den kantonalen Parlamenten beträgt der Frauenanteil nun 33,5 Prozent und in den Regierungen 31 Prozent. Dies entspricht einer Steigerung um vier bzw. sechs Prozentpunkte.
Eine grössere Steigerung als vier Prozentpunkte gab es in den vergangenen fünfzig Jahren bei den kantonalen Parlamentswahlen erst ein Mal. Im Zuge der Nichtwahl von Christiane Brunner in den Bundesrat stieg der Frauenanteil 1995 um fast sieben Prozentpunkte auf 22 Prozent.
Frauenmehrheit in Neuenburg
Bei den kantonalen Parlamentswahlen der letzten vier Jahre ist insbesondere der Durchmarsch der Frauen in Neuenburg hervorzuheben: Sie steigerten ihre Vertretung um 24 Prozentpunkte und stellen mit 58 Prozent die Mehrheit. Neuenburg ist der erste und bisher einzige Kanton mit einer Frauenmehrheit.
Neben Neuenburg stieg die Frauenvertretung in 18 weiteren Kantonen, am stärksten in Basel-Stadt, Graubünden und im Wallis (zwischen 11 und 15 Punkte). Am höchsten ist die Frauenvertretung, neben Neuenburg, in Luzern, Basel-Stadt und in Zürich (40–42 Prozent).
Gegentrend in sechs Kantonen
Die Vergrösserung der Frauenvertretung erfolgte jedoch nicht flächendeckend. In sechs Kantonen wurde sie kleiner: in Obwalden um sieben Prozentpunkte, in Schwyz und im Aargau um fünf Punkte und in Appenzell Innerrhoden, in Basel-Landschaft und im Tessin um zwei Punkte.
In sechs Kantonen, die alle bevölkerungsmässig klein sind, ist nur jeder vierte Sitz – oder weniger – von einer Frau besetzt: 25 Prozent beträgt der Frauenanteil in Uri, Glarus und Jura, 22 Prozent in Appenzell-Innerrhoden, 18 Prozent in Obwalden und nur neun Prozent in Schwyz.
Rotgrüne Frauen in der Mehrheit
Die Frauenvertretung in den kantonalen Parlamenten ist in den letzten vier Jahren insgesamt bei allen grossen Parteien grösser geworden, am stärksten bei denjenigen Parteien, die bereits einen hohen Frauenanteil aufweisen, nämlich den Grünen, der «Mitte», der SP und den Grünliberalen (um fünf bis sechs Prozentpunkte). Etwas kleiner war der Zuwachs bei der FDP (+4 Punkte) und bei der SVP (+3 Punkte). Trotz Zuwachs bei allen grossen Parteien akzentuiert sich das bekannte parteipolitische Verteilungsmuster der Frauenvertretung weiter: Bei den Grünen und der SP sind die Frauen knapp in der Mehrheit, bei den Grünliberalen beträgt der Frauenanteil 43 Prozent, bei der «Mitte» 32 Prozent, bei der FDP 27 Prozent und bei der SVP 18 Prozent.
Markanter Vormarsch der «Mitte»-Frauen in den Kantonsregierungen
Noch grösser als in den kantonalen Parlamenten war die Steigerung der Frauenvertretung in den Kantonsregierungen: Nach einem Zuwachs von sechs Prozentpunkten beträgt der Frauenanteil 31 Prozent.
Dass die Zahl der Frauen in den Kantonsregierungen um 10 auf 48 gestiegen ist, ist vor allem auf massive Gewinne bei der «Mitte» zurückzuführen (+7) sowie der FDP (+3). Die Grünliberalen stellen neu auch eine Regierungsrätin, während die Grünen in Genf einen Frauensitz verloren.
Mit Blick auf die Parteizugehörigkeit stellen die SP und die «Mitte» die meisten Regierungsrätinnen (15 bzw. 14), gefolgt von der FDP/LP (10). Fünf Regierungsrätinnen gehören der SVP an, drei den Grünen und eine den Grünliberalen.
Nach ihrem markanten Vormarsch haben die Frauen bei der «Mitte» nun jedes dritte «Mitte»-Regierungsmandat inne. Paritätisch vertreten sind die Frauen unter den Regierungsvertretungen der SP und den Grünliberalen. Bei den Grünen beträgt der Frauenanteil 43 Prozent, bei der FDP/LP 26 Prozent und bei der SVP 19 Prozent.
Immer noch drei Regierungen ohne Frauen
In vier Kantonen sind die Frauen in der Regierung in der Mehrheit: in Zürich, in Solothurn, in der Waadt und in Genf. Vierzig Prozent und mehr beträgt der Frauenanteil in acht Kantonen.
Nach acht Jahren wurden im Tessin und in Luzern wieder eine Frau in die Kantonsregierung gewählt. Somit ist die Zahl der Kantonsregierungen ohne Frauen etwas kleiner geworden: Immer noch aber gibt es drei Kantone ohne Frauen in der Regierung, nämlich in Uri, Aargau und im Wallis. Zur Erinnerung: Von 2012 bis 2015 regierte in jeder Kantonsregierung mindestens eine Frau mit.
Link zu den detaillierten Zahlen des Bundesamtes für Statistik:
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/politik/wahlen/frauen.html#-468626319