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Arthrose-Betroffene zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde: Gemäss einer neuen Studie soll die Knorpelschutzsubstanz Chondroitin bei einer Kniearthrose besser wirken als ein herkömmliches Antirheumatikum. Die am Jahrestreffen 2015 des American College of Rheumatology in San Francisco bekannt gemachten Resultate erweitern möglicherweise die Behandlungsperspektive für Arthrose-Betroffene.
Was ist eine Arthrose?
Unter einer Arthrose versteht man den langsam fortschreitenden Abbau von Gelenkknorpel. Dieser bildet beim gesunden Gelenk einen elastischen Puffer mit einer gut geschmierten, spiegelglatten Oberfläche. Anders bei einer Arthrose: Die Schädigungen des Knorpels gehen bis zu dessen kompletter Zerstörung – es reibt dann Knochen auf Knochen. Die Betroffenen leiden an Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Arthrose-Medikamente
Die medikamentöse Behandlung einer Arthrose kann die Beschwerden recht wirksam bekämpfen. Bereits einfache Schmerzmittel mit Paracetamol können betroffene Gelenke wieder einsatzfähig machen. Zum weiteren Arsenal der Schulmedizin zählen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Präparate mit Cortison. Wegen deren möglichen Nebenwirkungen halten viele Arthrose-Betroffene Ausschau nach Alternativen. Eine solche bieten die seit längerem erhältlichen Knorpelschutzsubstanzen (Chondroprotektiva). Sie enthalten Chrondroitine oder Gluccosamine.
Wie wirkt Chondroitin?
Chondroitin (eigentlich: Chondroitinsulfat) ist ein von den Knorpelzellen gebildeter Stoff, also ein körpereigener Bestandteil des Knorpelgewebes mit der Aufgabe, den Knorpel gegen Druck und Belastung widerstandfähig zu machen. Die längere Einnahme eines Chondroitinpräparates scheint den Knorpelabbau tatsächlich hemmen zu können.
Ablauf und Ergebnis der Studie
Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus einer kanadischen Studie, an der knapp 200 Patienten mit einer Kniearthrose und einer gleichzeitigen Gelenkinnenhautentzündung während zweier Jahre teilgenommen haben. Die Patienten bildeten zwei Gruppen. Die Patienten der Gruppe 1 erhielten täglich 1200 mg Chondroitin, die Patienten der Gruppe 2 die übliche Tagesdosis eines Entzündungs- und Schmerzhemmers mit dem Wirkstoff Celecoxibum. Der Verlauf der Arthrose wurde mit moderner Technologie geprüft, der sog. quantitativen Magnetresonanztomographie (qMRI). Untersucht wurde der Knorpelabbau, die Schädigungen am Knochenmark und die Verdickungen der entzündeten Gelenkinnenhaut.Studienleiter Prof. Dr. Jean-Pierre Pelletier von der University of Montreal und sein Team konnten bemerkenswerte Resultate gewinnen: Die Gruppe 1 zeigte einen geringeren Knorpelabbau als die Gruppe 2. Ebenso war die Entzündung der Gelenkinnenhaut bei der Chondroitin-Gruppe stärker zurückgegangen. Beide Gruppen konnten überdies ihre tägliche Schmerzmitteldosis reduzieren.
Empfehlung für Arthrose-Betroffene
Machen Sie es in der ärztlichen Sprechstunde zum Thema, wenn Sie einen naturheilkundlichen Knorpelschutz in die Arthrose-Therapie integrieren möchten. Der Arzt berät Sie bei der Wahl des Präparates und (sehr wichtig!) bei dessen Dosierung.
Quelle
American College of Rheumatology (ACR): Chondroitin outperforms celecoxib in knee osteoarthritis study. ScienceDaily, 7. November 2015
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