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[* 1] (lat.), das bis zu den
Füßen reichende, um die
Hüften gegürtete
Chorhemd von weißer
Leinwand, welches als Amtskleid
der
Geistlichen nach dem Vorbild der jüdischen
Priester und alsSymbol der Reinheit in der lateinischen
Kirche bis in die apostolischen
Zeiten hinaufreicht und sich in Form und
Schnitt durch das ganze
Mittelalter unverändert erhielt
(s. Abbildung). Wenn
es vorn über dem untern
Saume mit einem goldgestickten Besatz versehen war, hieß es Alba parata.
In der griechischen
Kirche wird es durch das seidene, meist farbige Sticharion vertreten. Die
anglikanische Kirche
hat die Alba beibehalten, die lutherische hier und da beim
Abendmahl. Weil die Täuflinge in der alten
Kirche ebenfalls ein weißes
Gewand (Taufhemd oder Wasserhemd) mit Beziehung auf Offenb.
Joh.
6, 11. trugen, heißt der alte Taufsonntag
(Sonntag nach
Ostern) Dominica in albis, der weiße
Sonntag. Auch
zum Krönungsgewand der deutschen
Kaiser gehörte eine seidene Alba, wie sie noch jetzt unter den Krönungsinsignien in der
Schatzkammer der
Hofburg zu
Wien
[* 2] aufbewahrt wird.
Vollmacht ernannt und trat von Italien aus mit 12,000 Mann Kerntruppen den Marsch nach Brüssel
[* 18] an. Er hatte den Auftrag, die
Rebellion und Ketzerei mit blutigster Strenge zu unterdrücken und durch Erhebung hoher Steuern den Wohlstand und die Widerstandskraft
der Provinzen zu lähmen, und entwickelte in dessen Ausführung die ganze Furchtbarkeit seines Charakters.
Zur Bestrafung der Teilnehmer an den Unruhen setzte er einen sogen. Aufruhrrat ein, welcher über allen Gerichten und Gesetzen
stand. Alba führte anfangs selbst darin den Vorsitz, später that dies in seinem Namen der SpanierJuan de Vargas.
Dieser aber rief ihn zurück (1573) und ersetzte ihn durch den mildern DonLuis de Requesens. Alba wurde vom König sehr kalt
empfangen und mußte längere Zeit den Hof
[* 25] meiden. Im J. 1580 ward er aber beauftragt, Portugal,
[* 26] auf welches
Land Philipp Erbansprüche erhob, zu erobern. Auch diesen Auftrag führte er in rascher und glänzender Weise aus, machte sich
aber auch hier durch seine Gewaltthätigkeiten so verhaßt, daß Philipp sich bald veranlaßt sah, ihn abzuberufen. Kurz darauf,
starb in Thomar. Noch im Alter von 74 Jahren besaß er die Rüstigkeit eines jungen Mannes. Sein Wuchs war groß, seine Haltung
stolz, selbst dem König gegenüber, der Ausdruck des Gesichts finster und zurückstoßend, der Ton der Stimme hart; schon sein
Äußeres verkündete den Fanatiker. Grausamkeit und Heuchelei, Habgier und Bigotterie waren die Grundzüge
seines Charakters.
1) Hauptstadt (Alba Pompeja) des Kreises Alba (134 883 E.) in der ital. ProvinzCuneo und Bischofssitz, in 170 m Höhe
am Tanaro, nahe der Mündung der Curasca, in fruchtbarer Ebene (Albezano), an der EisenbahnlinieAlessandria-Cavallermaggiore
des Mittelmeernetzes, ist kreisförmig gebaut, von schönen Akazienpromenaden umgeben, hat (1881)
6947, als Gemeinde 12 259 E.; in Garnison das 55. Infanterieregiment, eine nach der Angabe Bramantes 1486 aufgeführte Kathedrale,
eine Franziskanerkirche mit Freskogemälden nach Perugino, einen schönen bischöflichen und einen an
Kunstschätzen des Altertums reichen Palast des Grafen Veglio di Castelletto, Handel mit Wein, Trüffeln, Vieh und ausgezeichnetem
Käse (Robiole). Den
BeinamenPompeja erhielt die Stadt zu Ehren des Pompejus Strabo, des Vaters von Pompejus Magnus, der ihr
die Rechte einer Stadt verlieh. - 2) Dorf (Alba Fucentia) in der ital.
ProvinzAquila, im Nordwesten des Fuciner Sees, hat 200 E., ist von starken kyklopischen Mauern umschlossen und umfaßt die
Apenninenhöhen Colle-di-Alba (bewohnt, mit reizender Aussicht auf den See), Colle-di-Pettorino und Colle-di San Pietro. Alba war
eine Stadt der Marser, erhielt 303 v. Chr. eine röm. Kolonie und war später Staatsgefängnis, im Mittelalter
Festung.
[* 27] Auf dem des Colle-di-Pietro sind in der alten Basilika
[* 28] San Pietro die Reste eines alten Tempels mit Zellenmauern in
Quaderbau und polygonen Substruktionen sowie Reste von Säulen
[* 29] in den Wänden der Kirche vermauert. -
Vgl. Promis, La antichità
di Alba Fucense (Rom 1836).
In der Schlacht von Mühlberg (1547) entschied er mit der Reiterei den Sieg. Mit Erfolg kämpfte er auch 1557 gegen
die Truppen Papst PaulsIV., den A.sSieg in den Abruzzen zum Aufgeben der franz. Freundschaft und zum Wiedereinlenken in die span.
Politik zwang. Eine unauslöschliche, blutige Erinnerung hinterließ Alba durch seine Statthalterschaft in den Niederlanden (1567-73).
Seine Tyrannei fachte hier die mit dem Kompromiß von Breda 1566 begonnene Revolution, die schon im entschiedenen
Erlöschen begriffen war, erst wieder an. Mit einem kleinen, aber auserlesenen Heere segelte Alba nach der genuesischen Küste
und zog von hier aus durch Savoyen, Burgund und Lothringen nach den Niederlanden, um sich dort auf Befehl Philipps
II. der angesehensten Männer zu versichern, sie am Leben zu strafen, ihre Güter zu konfiscieren, die kath. Religion mit Strenge
zu erhalten.
beweglichen und unbeweglichen Vermögen, 5 Proz. bei jedem Verkauf von Grundeigentum, 10 Proz.
von jeder verkauften Ware an den Staat zu entrichten waren (der sog. 100., 20. und 10. Pfennig). Die strenge Durchführung
dieser Maßregel scheiterte aber an dem passiven Widerstand der Bevölkerung.
[* 33] Als es dann den Wassergeusen gelungen war,
Briel einzunehmen fielen Seeland und Holland ab, und Ludwig und Wilhelm erschienen wieder im Lande. Im Felde blieb
Alba freilich auch jetzt noch Meister, aber nach einem Jahre neuer Blutarbeit und fruchtloser Siege schwand ihm selbst die Hoffnung,
zum Ziele zu kommen: er nahm seinen Abschied und kehrte nach Spanien zurück. Hier leistete
er seinem König noch einen großen Dienst durch die Eroberung Portugals (1580). Doch besaß er in den letzten Jahren das
Vertrauen seines despotischen Herrn nicht mehr, da er für sich zu viel Macht und Ansehen in Anspruch nahm. Er starb zu
Thomar. –
Vgl. Herzogin von Berwick und Alba, Documentos escogidos del archivo de la casa deAlba (Madr. 1891).