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Der seit langem erwartete Abbruch eines Eisberges am Brunt-Eisschelf, nahe der britischen Station Halley VI, ist nun Wirklichkeit geworden. Doch nicht derjenige im westlichen Bereich des Schelfs, sondern im nördlichen Teil des Schelfs. Dies berichtete die British Antarctic Survey vor knapp drei Stunden. Damit endet eine fast zehnjährige Wartezeit auf den Eisberg.
Seit im November 2020 ein neuer Riss im nördlichen Teil des Eisschelfs entdeckt worden war, hatten britische Forscher mithilfe von GPS-Geräten und Satelliten die Region genau untersucht. Im Januar, so schreibt die BAS, sei dann Bewegung in die Sache gekommen, indem sich der Riss mit bis zu 1 Kilometer pro Tag nach Nordosten ausgedehnt hatte. Heute Morgen (26. Februar 2021) ist nun das letzte Stück aufegrissen und hat einen Teil des Eisschelf freigegeben.
Der neugebildete Eisberg ist rund 1’270 Kilometer gross. Wie er sich nun weiter verhalten wird, lässt sich zurzeit nicht endgültig vorhersagen. Die Leiterin der BAS, Professor Dame Jane Francis erklärt in der Pressemitteilung, dass der Eisberg entweder sich vom Eisschelf entfernt oder nahe des Eisschelfs auf Grund laufen wird. Der Eiskoloss wird unter Beobachtung bleiben.
Die nur rund 23 Kilometer vom Nordriss entfernte britische Station Halley VI ist vom Abbruch nicht betroffen. Die 12-köpfige diesjährige Besatzung war schon vor Tagen ausgeflogen worden, nachdem die Sommersaison beendet worden war. Die Station war zuletzt nur noch im Sommer betrieben worden, da man eine Winterbesatzung nicht in Gefahr bringen wollte. Im Jahr 2017 wurde die Station in einer aufwändigen Operation knapp 23 Kilometer weit ins Innere transportiert. Denn zuvor war ein Nord-Süd-verlaufender Riss nahe der Station entdeckt worden. Der Operationsleiter der BAS, Simon Garrod erklärt, dass die Entscheidung, die Station vor vier Jahren an ihre jetzige Stelle zu transportieren, die richtige Entscheidung gewesen ist. Dieser zweite Riss könnte noch einen weiteren Abbruch des Westteils des Eisschelfs verursachen. Die Situation wird nun laufen überwacht.
Dr. Michael Wenger, PolarJournal