Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/3212

Der Fussballer Neymar soll für über 220 Millionen Euro von Barcelona zu Paris St. Germain transferiert werden. Diese Summe ist in der Tat astronomisch und lässt die bisherigen Transferbeträge für Spitzenfussballer – welche sich ebenfalls kaum buchstabieren liessen – als Taschengeld erscheinen.
Was haben diese Summen mit der Realität zu tun? Stehen diese Beträge tatsächlich in einer annehmbaren Relation zu der Ausübung einer Tätigkeit, welche hauptsächlich die Beförderung eines Balles in das gegnerische Tor zum Gegenstand hat? Klar, wir können mit den Gesetzen des Marktes argumentieren, Fussball ist Business. Stimmen die finanziellen Kennzahlen, spielt es auch keine Rolle, wie banal sich die Tätigkeit als solche darstellt.
Nun, verstehen Sie mich nicht falsch, ich schaue unglaublich gerne guten Fussball. Aber ich stelle mir teilweise schon die Frage, was die geschilderten Vorgänge noch mit Sport zu tun haben. Und welche Aussage oder welchen Rückschluss diese exzessive, scheinbar grenzenlose Kommerzialisierung über unsere Gesellschaft bzw. unsere Wertehaltung zulässt. Ich weiss es selbstverständlich, Vergleiche wie der nachfolgende bleiben an sich nicht zulässig. Dennoch, als ich mir gestern eine ARD-Reportage über die “letzten Männer von Aleppo” angeschaut habe, worin unter anderem das Schicksal von Familien dokumentiert wurde, die teilweise drei Kinder im Bürgerkrieg verloren haben, erschien mir der Widerspruch in den Lebenswirklichkeiten fast unerträglich. Vor dem Hintergrund dieser Disparität erachte ich als umso wichtiger, westliche Grundwerte wie Solidarität und Hilfsbereitschaft mit den wirklich Schutzbedürftigen nicht in Frage zu stellen.