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Der Ursprung des Weinbaus in der Herrschaft
1899 bis 766
Der Weinbau in der «Herrschaft» scheint sehr alten Ursprungs zu sein. Nach Bischof Tellos Testament wurde zu Mayenfeld (Lopine, Lupinis) seit 1068, in Fläsch seit 1091, in Jenins und Malans seit 1178 Weinbau betrieben, gewiss aber schon früher, da Wein gebaut worden ist, so dass ein mehr als tausendjähriger Bestand desselben angenommen werden darf.
Trotz der Bedeutsamkeit der Sache finden sich doch erst zu Anfang des 16. Jahrhunderts Verordnungen, die auf diesen Zweig der Volkswirtschaft Bezug haben. Es ist das ein Spruchbrief vom Jahre 1504 über die Weinsteuern, in dem gesagt wird, es sollen dieselben alle Jahre in unserer Stadt Mayenfeld auf St. Leonhardstag abgeliefert werden.
In ganz früherer Zeit wurde hier hauptsächlich weisser Wein gebaut, bis der, den Bündnern wohlwollend gesinnte Herzog von Rohan denselben um 1635 riet, anstatt des minderwertigen Weissweins den edlen Burgunder zu pflanzen, der im hiesigen Boden und Klima schon gedeihen könne und ihnen dann auch zur Erlangung der Reben behilflich war. Der Erfolg gab ihm Recht.
Selbstverständlich verging eine lange Zeit, bis die Umwandlung allgemein durchgeführt war, aber nachdem die Bewohner der angrenzenden Gegenden sich von der Vortrefflichkeit der neuen Rebensorte überzeugt hatten, wünschten sie auch solche zu erlangen. Trotzdem im Kriege von 1798 und 1799 die hiesigen Weinberge sehr gelitten hatten und stellenweise so grosse Lücken aufwiesen, dass es jahrelanger Anstrengung bedurfte, um dieselben einigermassen wieder in Stand zu setzen, gab es doch solche, die sich einen Gelderwerb daraus machten, Reben auszuführen, so dass sich der Bundeslandammann des Hochgerichts Mayenfeld veranlasst sah, im April 1811 ein Verbot zu erlassen, Weinreben zur Ausfuhr zu verkaufen, bei Strafe der Konfiskation der Reben und 3 Florin Busse. Im geheimen wurde der Handel aber doch weiter betrieben. Ende des 19. Jahrhunderts erzählte eine Jeninserin, wie ihr Vater, als sie noch jung war, wenn er eine Ladung Reben beisammen hatte, ganz heimlich in der Nacht mit denselben über die Steig an dem bestochenen Zoller vorbei nach Feldkirch gefahren sei und sie dort gut verkauft habe...
Quelle: Bündner Monatsblatt 1914, Maria Gugelberg von Moos, Familienchronistin