Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03518.jsonl.gz/1566

Erfolgreiche Durchführung eines Bewerberinterviews
Folgende Grundlagen sind bei der Durchführung eines Bewerberinterviews zu berücksichtigen:
- Überlassen Sie nichts dem Zufall, indem Sie sich gut vorbereiten auf das Gespräch.
- Führen Sie das Gespräch in einem ruhigen, möglichst nicht einsehbaren Raum.
- Nehmen Sie sich pro Bewerber ca. 45 Minuten Zeit.
- Führen Sie das Gespräch möglichst mit dem direkten Vorgesetzten des neuen Mitarbeiters und einem Kollegen zusammen, damit Sie sich mehr auf den Bewerber konzentrieren können. Ausserdem ist es vorteilhaft, wenn man sich anschliessend über die Beurteilung des Wettbewerbers mit einer anderen Person unterhalten kann. Sie können sich in der Gesprächsführung abwechseln.
- Versuchen Sie möglichst wenig zu erzählen, sondern den Bewerber durch gezielte offene Fragen erzählen lassen.
- Ihr Redeanteil sollte nur ca. 25% betragen.
- Nutzen Sie möglichst ein standardisiertes Interview (Leitfaden, Fragen).
- Notieren Sie am Ende des Gesprächs sofort Ihre Erkenntnisse und evtl. Bedenken.
- Besprechen Sie sich nach dem Interview sofort mit Ihrem Kollegen. 10 Halten Sie die Erkenntnisse des Interviews auf einer systematischen Auswertung fest.
Die 5 Phasen eines Bewerberinterviews
Teilen Sie das Interview in die folgenden 5 Phasen ein:
Einleitungsphase
Dauer ca. 5 Minuten
Die Einleitungsphase dient dem so genannten "Warm Up". Es soll eine angenehme und vertrauensvolle Atmosphäre für das Gespräch geschaffen werden. Ausserdem dient sie der gegenseitigen Vorstellung.
Kernphase
Dauer ca. 25 Minuten
In dieser Phase geht es darum, möglichst viele Informationen über den Bewerber zu erhalten, um diese mit dem Anforderungsprofil abzugleichen. Dies sind Informationen über seinen Wissenstand, die Erfahrungen, die Persönlichkeit und die Ziele des Bewerbers. Ein konkretes Fallbeispiel aus Ihrer Praxis, das der Bewerber bewältigen bzw. diskutieren sollte, kann diese Phase abrunden.
Informationsphase
Dauer ca. 10 Minuten
Erst jetzt, wenn man sich ein Bild vom Bewerber gemacht hat, teilt man ihm Informationen über den Betrieb mit. Man wählt diese Reihenfolge, da am Anfang die Konzentration noch höher ist. Ausserdem könnte ein Bewerber möglicherweise ableiten, was Ihnen wichtig ist. Zu diesem Zeitpunkt kann man den Betrieb besser "verkaufen".
Abschlussphase
Für den Fall, dass der Bewerber in Frage kommt, sollten jetzt alle noch offenen Fragen geklärt werden. Ausserdem sollten Sie den Bewerber über das weitere Vorgehen bzw. das Auswahlverfahren informieren. Danach folgt die freundliche Verabschiedung.
Beurteilungsphase
Fassen Sie direkt nach dem Gespräch die Erkenntnisse zusammen, ergänzen Sie das Schema "Bewerberbeurteilung" und diskutieren Sie diese gemeinsam mit ihrem Kollegen. Vergleichen Sie Ihre Eindrücke mit dem Anforderungsprofil. Halten Sie die Informationen in einer systematischen Auswertung fest. Notieren Sie zum Schluss eine zusammenfassende Bewertung in einem Satz.
Beim Bewerberinterview stellen Sie fest, inwieweit das Eignungsprofil der Bewerber mit dem Anforderungsprofil der Stelle übereinstimmt.
Praktische Checkliste
Je besser vorbereitet Sie ein Bewerberinterview führen, umso fundierter wird Ihre spätere Entscheidungsbasis sein. Mit dieser Checkliste zeigen wir Ihnen wie Sie bei einem Bewerberinterview vorgehen.
Interview-Vorbereitung
- Absprache mit den weiteren Personen, welche am Bewerbungsverfahren/Interview beteiligt sind
- nochmaliges Studium des Anforderungsprofils und der Bewerbungsunterlagen
- wichtige Aspekte, interessante Erfahrungen, auffällige und unklare Punkte in den Bewerbungsunterlagen markieren
- Fragekatalog vorbereiten
- Orientierung über die Firma, den Arbeitsbereich, den Arbeitsplatz, die Teamkolleginnen und -kollegen vorbereiten und dazugehörige Unterlagen bereitlegen (Firmen-/Produkteprospekte, Organigramm, Stellenbeschreibung, etc.)
- Anstellungsbedingungen und Lohneinreihungs-Unterlagen bereitlegen
- ausreichend Zeit und geeigneten Raum reservieren
- Besichtigung des Arbeitsplatzes organisieren
Begrüssung
- gegenseitiges Vorstellen
- Dank für die Bewerbung, für das Interesse an der Firma
- Vertraulichkeit erwähnen
- geplanten zeitlichen Vorstellungsablauf schildern
- Firma und zukünftigen Arbeitsplatz kurz vorstellen
Grund der Bewerbung
- Motivation für Stellenwechsel ausloten
- Erwartungen an eine neue Stelle
- Interessen-Schwerpunkte klären
- Abgleich mit den Aufgaben an der Stelle
- persönliche/berufliche Zielvorstellungen
- Abgleich mit den Entwicklungsmöglichkeiten an der Stelle
- evtl. andere Einsatzmöglichkeiten
Anforderungskriterien durchgehen
- berufliche Grundausbildung, Weiterbildungen
- Fachwissen, Berufserfahrung, Branchen- und Produktekenntnisse
- Zusatzwissen und -können (Sprachen, Administration, etc.)
- Persönlichkeitsmerkmale (Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit, Innovationskraft, etc.)
- Arbeitsverhalten (unternehmerisches Denken und Handeln, Verkaufsorientierung, Verhandlungsgeschick, etc.)
- Sozialverhalten (Teamfähigkeit, Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, etc.)
- körperliche und psychische Belastbarkeit, Stressverhalten
- evtl. Führungserfahrung, Führungskompetenz
Bewerbungsunterlagen durchgehen
- beruflicher Werdegang und Entwicklung besprechen
- Gründe für Stellenwechsel
- Interessante und unklare Punkte, sowie Lücken klären