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Alexander Ziegler: Autor, Schauspieler, Provokateur
Der Schweizer Schauspieler und Autor Alexander Peter Ziegler (1944-1987) beeinflusste mit autobiografisch gefärbten Erfolgsromanen, sozialkritischen Theaterstücken und seiner Tätigkeit als Chefredaktor der Schwulenzeitschrift Du & Ich zwei Jahrzehnte lang viele Schwule im deutschen Sprachraum. Provokative, jedoch kaum belegbare Behauptungen Zieglers führten immer wieder zu Skandalen. Die Verfilmung seines Buches "Die Konsequenz" beschleunigte ab 1977 die öffentliche Diskussion über das Thema Homosexualität. Als problematisch empfunden wurde vielerorts die Rolle Zieglers als Spielverderber in der Sendung "Telearena" über Homosexualität vom 12. April 1978; immerhin löste die Sendung eine breite und in ihrer Offenheit bisher unbekannte Diskussion über die Liebe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen aus.
Schon als Bub fühlte sich Alexander zur Künstlerwelt hingezogen. Erste kleine Auftritte in Kinderrollen am Schauspielhaus Zürich ermöglichte ihm Theaterdirektor Oskar Wälterlin, den der Neunjährige durch die junge Schauspielerin Ella Büchi kennengelernt hatte. Alexanders Eltern waren darob wenig erfreut: Sein Vater arbeitete in einer Zürcher Grossgarage, nachdem er vor der Heirat eine angeblich hoffnungsvolle Karriere als Trapezartist und Clown beim deutschen Zirkus Sarrasani abgebrochen hatte. Nach Alexanders Geburt am 8. März 1944 soll seine Mutter einen Zusammenbruch erlitten haben, da sie sich ein Mädchen gewünscht hatte. So erzählt es Ziegler jedenfalls im Buch "Ich bekenne", in dem er "konsequente Aufzeichnungen" verspricht, aber oft mit Daten und Fakten recht frei umgeht. Diese Feststellung gilt für die meisten Texte des jungen Schweizers. Bei Ziegler habe "die Dichtung vor der Wahrheit entschieden den Vorrang", stellte 1967 ein psychiatrisches Gutachten fest.
Peter Kaufmann, Dezember 2016