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in der Musik ein Zusammenklang mehrerer Töne (Harmonie). Die ältere Musiktheorie (bis ins 18. Jahrh.) sah im A. nur das zufällige
Zusammentreffen der Töne verschiedener Stimmen. Seit Rameau (1722) die unendliche Zahl der möglichen Zusammenklänge
durch Aufstellung der Lehre
[* 3] von der Umkehrung der Akkorde reduzierte, bestrebten sich die Theoretiker, das von ihm begonnene
Werk der Schematisierung der Zusammenklänge weiterzuführen. Die gewöhnlich ebenfalls auf Rameau zurückgeführte Begründung
der Konsonanz des Durakkords durch die Beziehung auf die sechs ersten und stärksten Obertöne,
[* 4] aus denen
sich die Klänge unsrer Musikinstrumente zusammensetzen, ist eigentlich das Verdienst Sauveurs (1701). Dieselbe ist aber mathematisch
(d. h. aus den Verhältnissen der Saitenlängen, ohne Kenntnis des bezeichneten Phänomens) schon viel früher aufgestellt
worden und war bereits Zarlino (1558) bekannt, der zugleich die Begründung der Mollkonsonanz aus den
umgekehrten Verhältnissen gibt. Diese letztere geriet, trotzdem sie wiederholt von spätern Theoretikern erneuert wurde
(Tartini 1754), gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in völlige Vergessenheit und wurde 1853 von MoritzHauptmann als etwas ganz
Neues wieder aufgestellt.
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Die heutige Akkordlehre ist daher einfach genug. Sie unterscheidet zunächst konsonante und dissonante Akkorde. Die konsonanten
Akkorde sind der Durakkord und der Mollakkord, jener bestehend aus Hauptton, (großer) Oberterz und Oberquinte,
z. B. c e g, dieser bestehend aus Hauptton, (großer) Unterterz und Unterquinte, z. B. a c e. Dissonante Akkorde entstehen zunächst
durch Hinzufügung eines vierten oder eines vierten und fünften Tons zum Durakkord oder Mollakkord, und zwar sind die wichtigsten
Akkorde dieser Art der Durakkord mit kleiner Oberseptime: c e g | b und der Mollakkord mit kleiner Unterseptime: fis | a c e (natürliche
Septimenakkorde).
Gleichfalls sehr wichtige Bildungen sind die durch Hinzufügung der großen Sexte entstehenden: c e g | a oder g | a c e (große
Sextakkorde). Von untergeordneterer Bedeutung sind die Akkorde mit großer Septime und die mit kleiner Sexte: c e g | h, resp.
f | a c e, und c e g | as resp. gis | a c e. Wird außer der kleinen Septime noch die große oder kleine None hinzugefügt,
so entstehen die Nonenakkorde: c e g | b d und c e g | b des; die entsprechenden Bildungen in Moll sind selten als solche verständlich:
d fis | a c e und dis fis | a c e. Bekannte elliptische Bildungen sind der natürliche Dur- und Mollseptimenakkord mit
ausgelassenem Hauptton: (c) e gb und fis a c (e), der sogen. »verminderte Dreiklang«, treffender Terzseptakkord genannt, sowie
der kleine Dur- und Mollnonenakkord mit ausgelassenem Hauptton: (c) e g b des und dis fis a c (e),
Durch Hinzutritt der natürlichen (kleinen) Septime zu diesen Akkorden entstehen ferner bekannte Bildungen: c e gis b (als b
c e gis ein übermäßiger Sekundquartsextakkord), fis as c e (als as c e fis ein übermäßiger Quintsextakkord),
c e ges | b (als ges b c e ein übermäßiger Terzquartsextakkord) und fis als c e (als c e fis als ebenfalls ein übermäßiger
Terzquartsextakkord). Die chromatische Veränderung des Haupttons und der Terz ergibt keine neuen brauchbaren Bildungen,
wohl
aber eine neue Auffassung des verminderten Dreiklangs und verminderten Septimenakkords: cis e g, cis e g
| b und ac es, fis | a c es. Eine dritte, sehr reiche Klasse von Dissonanzen bilden die sogen. Vorhaltsakkorde, welche dadurch
entstehen, daß statt eines Tonsdes Dur- oder Mollakkords ein melodisch ihm benachbarter, zu ihm hinleitender
substituiert wird.
statt der Terz kann die große oder übermäßige Sekunde sowie die reine oder übermäßige Quarte eintreten:
c d g, c dis g, c f g, c fis g (sämtlich statt c e g) und a d e, a des e, a h e, a b e (sämtlich statt a c e).
Die Lage der Akkorde, welche als tiefsten Ton den Grundton aufweist, heißt auch Grundlage (beim Dreiklang Dreiklangslage), die
erste Umkehrung (mit der Terz als Baßton) heißt zweite Lage, die zweite (mit der Quinte als Baßton) heißt dritte Lage etc.
Unter Oktavlage, Terzlage, Quintlage etc. versteht man in der Regel, daß der betreffende Ton in die Oberstimme
kommt. Enge Lage der Akkorde nennt man die, bei welcher die den Akkord bildenden Töne möglichst nahe aneinander gerückt sind
(Beispiel I); bei der weiten Lage ist die Reihe durchbrochen (Beispiel II).