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Fleisch ist ein Zeichen des Wohlstands. Zu Kriegs- und Krisenzeiten oder in vielen Ländern des globalen Südens ist Fleisch nach wie vor ein Luxusprodukt. In Schwellenländern wie China zeichnet sich das Wachstum des allgemeinen Wohlstands im zunehmenden Fleischkonsum ab. Wer es sich leisten kann, gönnt sich Fleisch.
Gemäss Zeit online hat sich in China der jährliche Fleischkonsum pro Kopf seit 1982 (13 kg) fast verfünffacht (63 kg). Chinas Experten fürchten einen weiteren Anstieg bis 2030. Chinas Regierung empfiehlt in den neuen Ernährungsrichtlinien einen täglichen Fleischkonsum von 40-75 g pro Person (dies entspricht der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation).
Nebst dem positiven Effekt des verminderten CO2-Ausstosses bei einer verminderten Fleischproduktion strebt die chinesische Regierung vor allem eine Kosteneindämmung im Bereich Gesundheit an. Fettleibigkeit und Diabetes nehmen bereits Überhand in der Volksrepublik. Fast ein Drittel der weltweit erkrankten Diabetiker leben in China.
Bei der Propagierung des reduzierten Fleischkonsums setzt die Regierung auf Medienstars wie James Cameron und Arnold Schwarzenegger sowie der chinesischen Schauspielerin Li Bingbing.
Fleischkonsum in der Schweiz
Während in den Schwellenländern der Fleischkonsum weiter ansteigt, ist dieser in der Schweiz wie in weiten Teilen Europas konstant oder gar etwas rückläufig. Gemäss dem Bundesamt für Statistik betrug der Fleischkonsum im Jahr 2014 rund 50.7 kg pro Person. 1999 waren es noch 2.5 kg mehr pro Person. Beinahe die Hälfte des konsumierten Fleisches stammt vom Schwein (rund 23 kg). Dennoch ist auch der schweizerische Konsum massiv über der empfohlenen Tagesmenge der WHO.
Problematik des wachsenden Fleischkonsums
Nebst den negativen Einflüssen exzessiven Fleischkonsums auf die Gesundheit (Gefahr von Diabetes, Darmkrebs, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Apparates), verursacht die zunehmende Fleischproduktion vor allem ökologische Probleme. Der Fleischkonsum verursacht rund 18 Prozent des gesamten Treibhausgases.
Zum einen ist die Ausdehnung der Ackerflächen für den Futtermittelanbau ein Problem. Rund 60% allen Getreides wird an Tiere verfüttert. Durch die zunehmende Entwaldung und den Ersatz durch Ackerflächen wird CO2 freigesetzt und verstärkt die Klimaerwärmung. Zum andern führt der Fleischhunger grosser Nationen zu Landgrabbing und sogenanntem virtuellen Landhandel. Beim Landgrabbing kaufen Nationen ganze Landstriche in fremden Erdteilen auf, um sie für den Anbau oder die Gewinnung von Rohstoffen zu nutzen. Beim virtuellen Landhandel dagegen wird aufgezeigt, wie viel Ackerfläche von einer Importnation im Ausland beansprucht wird. Die bewirtschafteten Flächen im Ausland stehen dem Exportland somit nicht für die eigene Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung, sondern werden als erweiterte Ackerflächen des Importeurs betrachtet.
Die Aussicht auf den wachsenden Fleischkonsum aufstrebender Nationen lässt schwarzsehen.
Ob und wie stark die Propagierung eines verminderten Fleischkonsums in China wirken wird, bleibt offen. Bereits vor 9 Jahren wurde eine Kampagne lanciert, welche den Fleischverzehr der Chinesen hätte senken sollen, leider erfolglos. Die Fleischlobby ist auch in China mittlerweile stark vertreten und sträubt sich gegen Instrumente der Beschränkung. Auch von einer höheren Fleischsteuer ist nicht die Rede. So bleibt zu hoffen, dass die Empfehlungen nicht bloss leere Worthülsen bleiben.
Aber auch westliche Industrieländer wie Deutschland (60 kg), die USA (115 kg) und die Schweiz müssen ihren Konsum massiv einschränken, um einen klimarelevante Reduktion der CO2-Emissionen zu erreichen.