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Anne-Do Zufferey, Direktorin des Walliser Weinmuseums, erzählt uns die Legende des Heiligen Théodule:
Saint-Théodule war der erste Bischof des Wallis; er lebte im 4. Jahrhundert n. Chr. Im Auftrag des Weströmischen Reiches sollte er die alpine Region, insbesondere das Wallis christianisieren. Es ranken sich mehrere Legenden um den Heiligen Théodule, in allen spielt der Teufel eine bedeutende Rolle.
Eine dieser Legenden erzählt, Saint-Théodule habe mit einem kleinen Teufel einen Pakt geschlossen. Er soll von diesem Teufel verlangt haben, ihn auf dem Rücken bis nach Rom zu tragen; zur Belohnung versprach er ihm die erste Seele, die ihnen auf dem Rückweg in der Heimat begegnen sollte.
Die Reise verlief gut, ebenso das Treffen mit dem Papst. Als Dank für seine Dienste erhielt Saint-Théodule vom Papst eine Glocke und verschiedene Rebreiser geschenkt.
Der Bischof, immer noch auf dem Rücken des kleinen Teufels, kehrte ins Wallis zurück und kam via den Col Saint-Théodule nach Visperterminen, wo er den Bewohnern von seinen Rebstecklingen schenkte. Gemäss der Tradition soll aus ihnen der berühmte Heida gewachsen sein. Weiter talabwärts, im Zentralwallis, wuchs aus den Stecklingen des Bischofs Dôle, in Sion hingegen Malvoisie…
Der Bischof hatte auch einen Pakt mit dem weissen Hahn von Visperterminen geschlossen. Dieser wartete auf die Rückkehr der beiden Reisegefährten und begann zu krähen, sobald er sie nahen sah, um die Dorfbewohner zu wecken und zur Flucht aufzurufen. So fand der betrogene Teufel keine einzige Seele und verschwand bitter enttäuscht…
All das gehört natürlich ins Reich der Mythologie.