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„Dr alt Bödler“ kam 1925 im „Boden“ in Illgau zur Welt. Dort verbrachte er seine Jugend mit drei Schwestern und seinen Eltern. Nachdem er die Primarschule absolviert hatte, unterstützte er seine Familie auf dem kleinen Bauernbetrieb.
Seiner 1947 geschlossenen Ehe mit Marie Betschart (Wepfenen) entsprossen drei Töchter und ein Sohn. Mit der neu gegründeten Familie bewirtschaftete er die „Waldegg“ in Illgau. Nebenbei amtete Betschart in Illgau als Gemeinderat, Holzvogt des Pfarrhauses und der Schule sowie als Schützenmeister im Illgauer Schützenverein. Während zwanzig Jahren wirkte er in der Feldmusik des Bergdorfes als Bassist mit und auch im Kirchenchor war er während 30 Jahren aktives Mitglied. Weiter ist „dr Bödler“ einer der bemerkenswertesten Illgauer Schwyzerörgeler, der einige anspruchsvolle Stücke komponiert hat, die einen unverkennbaren „Zwick“ in sich tragen. Nach schwerer Krankheit verstarb Josef Betschart sen. 1974 in Illgau.
Charakteristisch für die alte Illgauer Örgelimusik ist, dass viele Melodien häufig auf den Kreuztönen gespielt werden. Die Musik vom „Fraumättler und vom Bödler“ ist vor allem durch das Musizieren auf C-gestimmten Eichhorn Schwyzerorgeln mit Halbwienerton in Erinnerung geblieben. Wenn heute jemand mit einer C Halbwiener-Orgel aufspielt, hört man oft den Spruch: „Da söttmr etz ä Bödler-Tänz chönne…“
Als Musikant gelang Josef Betschart sen. mit einer Folkloregruppe, die in den fünfziger Jahren durch weite Teile der Schweiz reiste und das Illgauer Bauchtum vorführte, an die Öffentlichkeit. Diese Gruppe hatte Ende der fünfziger Jahre einen Auftritt bei Radio Beromünster. Bei diesem Auftritt spielte „Dr Bödler“ mit Toni Bürgler (Nühus) einige Tänze ein. Dies sind auch die einzigen öffentlichen Tonaufnahmen, die von Josef Betschart je gemacht worden sind. Ein wichtiger Spielpartner war Xaver Bürgler (Fraumatt). Sie traten als „Illgauer Schwyzerörgeler“ auf. Paul Heinzer (Bärghöfli) war ein weiterer Vertreter dieser urtümlichen Schwyzerörgelimusik, der auch mit den oben genannten Örgelern musiziert hatte. Natürlich sind an dieser Stelle noch einige andere frühere Illgauer Musikanten zu nennen, wie zum Beispiel Melk-Toni Heinzer, Franz Bürgler (Lienis), der Klarinettist Franz Bürgler (Mattli Franz) und der Schwäfelpfiffli-Spieler Alois Bürgler (Füörmäli, Sonnheim).
In den achtziger Jahren hat Pauli Bürgler mit Christian Rickenbacher und Sebi Heinzer eine Langspielplatte veröffentlicht, wo einige Titel der oben genannten Musiker eingespielt worden sind. Dadurch erlebte diese Musik eine Wiederbelebung. In der darauf folgenden Zeit haben sich Musikanten wie Josef Betschart (dr jung Bödler), die Gebrüder Müller Gersau, Rainer Betschart, René Bürgler, Fredy Heinzer u.a. mit der Musik dieser Illgauer Pioniere auseinandergesetzt. Sie pflegen diese Tänze heute weiter. Dadurch, dass Formationen wie Betschart-Buebä, Gebrüder Müller, Betschart-Horat, Echo vom Geissläzwick, Ländlertrio Chuchirascht die Tänze der oben genannten Musikanten auf Tonträger eingespielt haben, ist diese Musik immer mehr an die Öffentlichkeit gelangt.