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KAPITEL 1
Rosewater: 2067
ALYSSA
Ich bin.
Ich schreibe das hier für euch nieder, damit ihr die Hoffnungslosigkeit eurer Lage versteht.
Ich habe die Zukunft meiner Unternehmung bereits gesehen, und ich vollende meine Mission auf Kosten eures Überlebens. Ich gewinne.
Wenn ihr mich jetzt in diesem Moment sehen könntet, würde ich einer Spinne ähneln, obwohl ich viel, viel mehr Beine habe. Hunderte. Stellt euch eine Spinne mit Hunderten und Aberhunderten von Beinen vor, vielleicht sogar mit Tausenden, vielleicht sogar noch mehr. Die Zahl meiner Beine ist potenziell unbegrenzt. Jedes davon berührt genau eine Zelle. Wenn du lebst und das hier liest, dann berühre ich deine Zellen.
Während ich das hier schreibe, habe ich keinen Namen. In Wahrheit lebe ich nicht im gleichen Sinne wie ihr, aber das wird euch später noch deutlicher werden. Und ich schreibe das hier auch nicht auf die herkömmliche Art, sondern in Form wechselnder Kombinationen neuronaler Übertragungen. In der Zukunft werde ich viele Namen annehmen. Weil meine Visionen von der Zukunft mir verraten, dass Namen Menschen dabei helfen, Dinge zu erfassen, die sie nicht verstehen, nenne ich dir einen Namen, mit dem du mich ansprechen kannst.
Molara.
Ich bin ein Ernteprogramm, und meine Aufgabe besteht darin, zu sammeln. Erst sammle ich meine eigenen Zellen und verbinde sie miteinander. Ich weiß, ich weiß, wenn ich Zellen habe, dann muss ich auch leben. Nein. Meine Zellen wurden von intelligenten Wesenheiten, die euch unbekannt sind, konstruiert. Wenn ich genug Zellen angesammelt habe, baue ich mein Netz, wie eine Spinne. Das tue ich während der Wartezeit. Das, worauf ich warte, lebt wahrhaft, in eurem Sinne, trifft aber vielleicht nie ein. Ich muss darauf warten, bis ich sterbe.
Ich kann für sehr lange Zeit nicht sterben. Es bräuchte Millionen von euren Jahren dazu. Aller Wahrscheinlichkeit nach werdet ihr vor mir sterben. Im Gegensatz zu euch bin ich gut konstruiert.
Ich fange mit einigen wenigen Zellen an, die die Verstreuung überlebt haben. Zwei Zellen, die zusammenkleben, eine dominant, eine passiv, eine zum Kopf erklärt und eine zum Bein. Das Bein streckt sich wie eine Faser, findet mehr Zellen und verbindet sie mit dem Kopf. Wenn ich die kritische Masse von fünf Milliarden Zellen erreiche, entwickle ich ein Bewusstsein.
Ich denke; ich bin.
Ich fange an, das hier für euch zu schreiben.
Ihr seid noch nicht hier. Die Atmosphäre ist voller Schwefel, und obwohl einige Dinge, einige lebendige Dinge, unter den weiten Wassern brodeln, funktionieren meine Zellen in diesem Medium nicht gut. Ich versuche es trotzdem, aber es gibt keine nennenswerte Intelligenz, mit der ich in Verbindung treten könnte.
Ich warte.
Zeit vergeht, ein weiterer geimpfter Meteor mit mehr Zellen trifft ein, aber es sind nicht genug. Was ihr die kambrische Explosion nennt, hält mich beschäftigt. Ihr kriecht aus dem Meer und an Land. Ich stelle euch auf die Probe, aber ihr seid nicht bereit. Als ein Felsbrocken sich durch die Atmosphäre brennt und die Ri