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Der Holzschnitt zeigt ein Hemd, das mit Wäscheklammern an einer Leine befestigt ist. Unmittelbar ruft die Darstellung Assoziationen wie Waschen und Sauberkeit, vielleicht noch das Beseitigen von Flecken hervor. Ein vollkommen gewöhnliches Motiv und dennoch irritiert uns etwas. Warum ist das Hemd zugeknöpft und warum wird es von einer sorgfältig geknoteten Krawatte geziert, wenn es doch augenscheinlich frisch gewaschen an einer Wäscheleine hängt? Die anfangs alltägliche Darstellung geht plötzlich mit einer Verkehrung von Subjekt und Objekt einher. Der Körper, den wir uns ohne Hemd und Krawatte vorstellen können, bleibt unsichtbar und das Hemd, das ohne Körper eigentlich schlaff und leblos als Gegenstand in Erscheinung tritt, wirkt in dieser Darstellung lebendig, bewohnt, sonderbar frei und selbstbestimmt. Hemden und Krawatten tauchen in Ramseiers Werken häufig auf. Der Titel «EMIU» spielt dabei auf Emil von Gunten an. Dieser eröffnet 1958 gemeinsam mit anderen Künstlerkollegen die erste Thuner Galerie. Auch fördert er Ernst Ramseier von Beginn in dessen künstlerischer Karriere.
Alisa Klay
Ein Hemd hängt an einer Leine.
Das Hemd ist mit Klammern an der Leine befestigt.
Wurde das Hemd gewaschen?
Etwas ist seltsam an diesem Bild.
Warum ist das Hemd zugeknöpft?
Warum ist eine Krawatte um den Kragen gebunden?
In Ernst Ramseiers Werken kommen
Hemden und Krawatten häufig vor.