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Denzel Washington hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Stücke des afroamerikanischen Autors August Wilson (1945–2005) zu verfilmen. 2016 begann er mit dem Sozialdrama «Fences», wobei er neben der Hauptrolle gleich noch die Regie übernahm. Nun doppelt er für Netflix nach, allerdings «nur» als Produzent.
Für die Verfilmung des Bühnenstücks «Ma Rainey’s Black Bottom» von 1984 holte er Regisseur George C. Wolfe («Das Glück an meiner Seite») an Bord, und für die Hauptrolle engagierte Washington seine oscargekrönte Partnerin aus «Fences»: Viola Davis.
Davis darf eine Ikone der schwarzen Musik spielen, Ma Rainey, geboren 1882 oder 1886 (je nach Quelle), gestorben 1939 in Rome, Georgia.
Ihr Name mag vielen nicht geläufig sein, doch sie ist eine stilprägende Sängerin, die rund hundert Songs aufnahm und als Mutter des Blues geadelt wurde. In die US-Hitparade kam sie 1925 mit «See See Rider». 1990 wurde sie über fünfzig Jahre nach ihrem Tod in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Ma Rainey war eine imposante und glamouröse Erscheinung, mit einer rauen Stimme und prägnanten Goldzähnen. Sie fungierte auch als Mentorin von Bessie «Empress of the Blues» Smith und spielte mit Grössen wie Louis Armstrong.
Erfahrungen sammelte Rainey schon relativ früh in Minstrel-Shows im Süden der USA, ehe sie mit ihrem Mann auftrat und später als Solosängerin durchstartete.
Der Film behandelt die Zeit, als Ma Rainey 1927 für Tonaufnahmen in Chicago weilt. Dabei schlägt sie sich mit den weissen Managern der Plattenfirma Paramount rum, aber auch mit dem jungen Trompeter Levee (Chadwick Boseman), der eigene musikalische Ideen für die Aufnahme-Sessions hat.
Das führt zu Turbulenzen, denn eine Ma Rainey lässt sich nichts vorschreiben. Von niemandem.
Der Ausschnitt aus Ma Raineys Leben passt perfekt in die «Black Lives Matter»-Diskussion, zumal es der letzte Film mit Chadwick Boseman ist: Er stieg mit seinem Hit «Black Panther» zu einer Ikone der BLM-Bewegung auf und starb im August dieses Jahres an Krebs.
So gibt es für die heutige Generation mit «Ma Rainey’s Black Bottom» nicht nur ein musikalisches Feuerwerk (der Soundtrack stammt von Branford Marsalis) zu sehen, sondern auch ein Paradebeispiel einer Person, die sich trotz widrigen Umständen behaupten konnte.
Wobei die offen bisexuelle Mutter des Blues zugleich auch als Vorbild für eine andere Bewegung durchgehen dürfte: LGBT.
Ma Rainey’s Black Bottom
Netflix | Drama Mit Viola Davis, Chadwick Boseman | USA 2020
Die Welt wäre leerer ohne den Blues, Baby!
ab 18. Dezember