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Im Sommer erfüllten sich Gabby Petito und Brian Laundrie ihren Traum, mit einem Wohnmobil quer durch Amerika zu fahren. Die 22-Jährige und der 23-Jährige verliebten sich 2019, ein Jahr später folgte die Verlobung. Am 2. Juli dieses Jahres begann die Reise des jungen Pärchens. Die Reise dokumentierten die beiden unter anderem auf Youtube.
Der Roadtrip nahm keinen guten Verlauf. Das dokumentieren auch Polizeiaufnahmen, die am 12. August von einer Bodycam gefilmt wurden. An diesem Tag waren Petito und Laundrie von einer Polizeistreife in Moab, im US-Bundesstaat Utah, angehalten worden. Sie erzählte in dem Gespräch mit dem Polizisten von einem Streit zwischen ihrem Verlobten und ihr. Petito soll ihren Freund geschlagen haben, erklärte die 22-Jährige weinend.
Im Bericht wird Petito als verwirrt und emotional beschrieben. «Nach Bewertung der Gesamtheit der Umstände glaube man nicht, dass die Situation auf das Niveau eines häuslichen Angriffs eskalierte, sondern eher auf das einer psychischen Krise», schreibt Officer Daniel Robbins in dem Bericht.
Laundrie hat sichtbare Kratzer an seinen Armen, im Gesicht und am Hals. Die Polizei jedoch verzichtete auf eine Anzeige, verpflichtete das Paar jedoch, eine Nacht getrennt voneinander zu verbringen. Petito blieb im Mietwagen, Laundrie übernachtete in einem Hotel.
Wie die Reise nach dem Vorfall genau weiterlief, ist unklar. Klar ist: In der letzten Augustwoche hat die Familie von Petito die letzten Textnachrichten von ihrem Handy empfangen. Der Anwalt von Petitos Eltern gab folgende Details bekannt:
Petito rief ihre Mutter an und teilte ihr mit, dass sie Utah verlassen wird und zum Nationalpark rund um die Bergkette Teton Range im US-Bundesstaat Wyoming fährt.
Petito und ihre Mutter senden sich mehrere Textnachrichten. Die Familie glaubt, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits in den Tetons aufhält.
Petitos Mutter erhält weitere Textachrichten. Sie geht davon aus, dass ihre Tochter in den Tetons bleibt.
Drei Tage später erhält die Familie die letzte Nachricht ihrer Tochter. «Kein Empfang in Yosemite» steht darin. Ob sie tatsächlich im Yosemite-Park war, ist bis heute unklar. Die Familie wird später davon ausgehen, dass diese Nachricht nicht von ihrer Tochter selbst geschrieben wurde.
Die Familie machte sich zu diesem Zeitpunkt noch keine allzu grossen Sorgen. «Sie war oft unterwegs, um verschiedene Gegenden zu erkunden. Es war für uns nicht ungewöhnlich, ein paar Tage nichts von ihr zu hören. Sobald sie Empfang hatte, meldete sie sich immer», wird Petitos Vater später der Polizei berichten.
Zwei Tage nach der letzten Textnachricht von Petito kehrt Brian Laundrie am 1. September ins Haus des Paares in North Port zurück. Ursprünglich plante das Paar seinen Roadtrip bis im Oktober. Im selben Haus wohnen auch die Eltern des 23-Jährigen.
Knapp zwei Wochen nach der letzten Nachricht von Petito meldet die Familie ihre Tochter am 11. September als vermisst. Die Behörden von North Port gingen noch am selben Tag zu Laundries Haus, um mit ihm und seiner Familie zu sprechen. Die Familie wollte sich gegenüber der Polizei nicht äussern und verwies auf ihren Anwalt.
Gleichzeitig meldete sich auch die Familie der Vermissten bei Laundries Familie, um Informationen zum Verbleib ihrer Tochter zu erhalten. Doch auch auf diesem Weg weigerten sich die Laundries, eine Stellungnahme abzugeben.
«Wenn Sie noch einen Funken Anstand haben, dann teilen sie uns bitte mit, wo sich Gabby befindet», schreibt Familie Petito in einem Brief, der an einer Pressekonferenz der Polizei vorgelesen wurde. Die Familie der Vermissten bittet die Laundries um Hilfe bei den Ermittlungen.
Mehrere Tage habe man die Laundries aufgefordert, bei den Ermittlungen zu kooperieren. Ein Durchsuchungsbefehl sei nur dann zulässig, wenn Verdacht auf ein Verbrechen bestehe, sagt der Polizeichef Todd Garrison.«Es ist wichtig zu erwähnen, dass Brian zwar im Zusammenhang mit Gabbys Verschwinden steht, er aber nicht wegen eines Verbrechens gesucht wird», teilte die Polizei von North Port mit.
Am 17. September meldeten sich die Eltern von Brian überraschend bei der Polizei. Ihr Sohn sei seit dem 14. September verschwunden. Er habe das Haus an jenem Tag mit einem Rucksack verlassen, um zum Naturschutzgebiet Carlton Reserve in der Nähe von Venice in Florida zu gehen. Ab diesem Zeitpunkt suchte die Polizei sowohl nach Gabby als auch nach Brian.
Am 19. September hat das Team aus rund 50 Polizisten im Grand-Teton-Nationalpark menschliche Überreste gefunden. Dabei handelt es sich zweifelsfrei um Gabby Petito.
Nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung gehen die Ermittler auch von einem Tötungsdelikt aus. Die Todesursache sei aber noch nicht eindeutig geklärt, «da die endgültigen Autopsieergebnisse noch ausstehen».
Daraufhin durchsuchte die Polizei das Haus der Familie Laundrie, in dem das Paar vor seiner Reise gelebt hatte. Die Beamten sollen eine Reihe von Gegenständen mitgenommen haben, so auch den Ford Mustang Cabrio, mit dem Brian und Gabby unterwegs waren. Von Brian fehlt weiterhin jede Spur.
Der US-Schauspieler Jussie Smollett (39), der einen gegen ihn gerichteten rassistischen und homophoben Angriff vorgetäuscht haben soll, steht vor Gericht. Der Prozess gegen den früheren Star der US-Serie «Empire» ist am Montag in Chicago eröffnet worden. Smollett werden unter anderem Falschaussagen vor der Polizei vorgeworfen. Der Schauspieler hatte zuvor auf «nicht schuldig» plädiert.