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So ging die erste Runde aus: Die Partei des französischen Präsidenten steuert bei der Parlamentswahl auf eine historische Mehrheit zu. «En Marche» gewann den ersten Wahlgang mit mehr als 32 Prozent der Stimmen deutlich.
Laut Prognosen hat die Partei die Aussicht, am kommenden Wochenende auf mindestens 390 der 577 Sitze in der Nationalversammlung zu kommen. Macron könnte sich damit bei seinen Reformen auf eine breitere Mehrheit stützen als alle seine Vorgänger seit Gründung der Fünften Republik 1958.
Ist die zweite Runde eine reine Formsache? Noch nicht ganz. Auch wenn sich an der Mehrheit für En Marche kaum noch etwas ändern dürfte, sind Verschiebungen am kommenden Wochenende durchaus möglich. «Die Macronisten haben in der zweiten Runde sicher die Nase vorn, aber: Sie müssen nochmals bestätigt werden», sagt SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser. Alle Parteien dürften in den kommenden Tagen ihre Anhänger nochmals mobilisieren.
Haben Macrons Kandidaten die besseren Karten? Das kann man getrost sagen. Das französische Mehrheitswahlrecht spielt ihnen in die Hände. Es gilt ein reines Mehrheitswahlrecht, bei dem – ähnlich wie in Grossbritannien – das Prinzip «Der Sieger bekommt alles» gilt. Zur Stichwahl in der zweiten Runde dürfen am kommenden Wochenende alle Kandidaten antreten, die mindestens 12,5 Prozent gewonnen haben. Weil die Wahlbeteiligung in der ersten Runde tief war, stehen sich in den meisten Wahlkreisen nur zwei Kandidaten gegenüber. Und hier haben die Macronisten klar die Nase vorn. «Steht ein Kandidat von En Marche im zweiten Wahlgang einem Rechten gegenüber, erhält er einen Grossteil der Stimmen der linken Wähler», sagt der französische Meinungsforscher Jerome Fourquet. Gleich sieht es im anderen Fall aus. «Steht ein Kandidat von En Marche einem Mitbewerber des Front National oder einem einem Linken gegenüber, erhält er die Stimmen der Bürgerlichen.»
Tiefe Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde der Parlamentswahl war historisch tief. Nur etwa jeder zweite Wahlberechtigte (48,7 Prozent) ging an die Urne. Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung noch bei 57,2 Prozent gelegen.