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In Afghanistan haben die militant-islamistischen Taliban eine weitere Provinzhauptstadt eingenommen. Die 250 000-Einwohner-Stadt Pul-i Chumri in der Provinz Baghlan im Norden des Landes fiel am Dienstag an die Islamisten, wie drei Provinzräte der Deutschen Presse-Agentur am Abend bestätigten. Damit ist nun der Landweg zwischen der Hauptstadt Kabul in die nördliche Stadt Masar-i-Scharif abgeschnitten. Insgesamt haben die Islamisten bereits acht Provinzhauptstädte unter Kontrolle.
Dem Provinzrat Firusuddin Aimak zufolge verliessen die Regierungskräfte am Dienstagabend (Ortszeit) die Stadt ohne weiteren Widerstand. Mehrere Kommandeure und andere Behördenvertreter hätten Pul-i Chumri bereits vor 10 oder 15 Tagen verlassen und angekündigt, die Islamisten von einem anderen Weg aus anzugreifen. Die zurückgebliebenen Kräfte hätten noch ein paar Tage standgehalten, sich nun aber in eine Militärbasis ausserhalb zurückgezogen.
Pul-i Chumri liegt an einer wichtigen Überlandstrasse zwischen Kabul nach Masar-i-Scharif, wo die Bundeswehr bis vor kurzem noch einen Stützpunkt hatte. Die Stadt ist die zweitgrösste Stadt im Nordosten des Landes nach Kundus. Die internationalen Truppen ziehen sich seit Anfang Mai aus Afghanistan zurück. (sda/dpa)