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Der MSCI Welt Index widerspiegelt die Aktienmarktentwicklung von über 23 Industrienationen, während der MSCI Emerging Markets Index die Entwicklung an den Börsen der wichtigsten Schwellenländer widerspiegelt.
Von Schwellenländeraktien wird erwartet, dass sie bei höheren Risiken - aufgrund des höheren Wirtschaftswachstums - eine langfristig höhere Performance erreichen. Die Volkswirtschaften der Schwellenländer befinden sich in einem früheren Entwicklungsstadium und wachsen deshalb naturgemäss schneller als die saturierten Ökonomien der entwickelten Länder. Das ist der «Base Case» für den Reiz der Schwellenländer als Investment-Region.
Folgende Tabelle vergleicht die Index Performance ("net returns") in USD per 29. November 2019:
In der längeren Frist seit Ende 2000 stimmt dies auch: die «Emerging Markets» rentieren etwas mehr als 3% p.a. besser als die Industrienationen. In den letzten 10 Jahren hingegen ist das Gegenteil der Fall. Seit dem Ende der Finanzkrise von 2009 hinken die Schwellenländer der Performance des MSCI Welt um mehr als 5% pro Jahr hinterher. Auf den ersten Blick eine enttäuschende Performance. Eine differenzierte Betrachtung zeigt aber, dass die Mehrperformance der Industrienationen mehrheitlich auf die Performance der USA zurückgeführt werden kann. Seit der Finanzkrise rentiert der US Markt mit 13.45% p.a. mehr als doppelt so viel wie der MSCI Welt ex USA mit 5.67% und mageren 3.33% für die Schwellenländer. Über die letzten 5 Jahre sieht es sogar noch besser aus. Die Performance der Schwellenländer und der Industrienationen (ex USA) ist praktisch identisch.
Die folgende Grafik zeigt die Indexentwicklung der letzten 5 Jahre von MSCI Welt ex USA und Schwellenländeraktien:
Das Anlagethema der Zukunft in den Schwellenländern ist der aufstrebende Verbraucher. Das Wirtschaftswachstum bringt den Menschen Geld in die Tasche, und somit werden diese Menschen mehr Produkte und Dienstleistungen konsumieren und damit das lokale Marktwachstum vorantreiben. Es ist eine sehr einfache Dynamik: wenn die Einkommen steigen, fängt selbst der sparsamste Mensch in der Regel an, seinen Lebensstandard zu erhöhen.
Die Geschichte hat dieses Muster in verschiedenen Ländern schon oft gezeigt. Wenn die Produktivität steigt, boomen die Arbeitsplätze. Die Löhne steigen, um die besten Talente anzuziehen und halten zu können. Gleichzeitig streben die Menschen nach einer besseren Ausbildung, damit sie für diese Jobs qualifizieren. Da die Verbraucher nun mehr verdienen, werden sie einen Teil dieses neu gefundenen Einkommens für die Verbesserung des Lebensstils ihrer Familie ausgeben.
Die folgende Graphik zeigt das von der Weltbank erwartete Konsumwachstum der wichtigsten Gruppe «Middle Class» in den nächsten 10 Jahren. Quelle: World Bank, World Development Indicators Database
Ist dieser Prozess einmal in Gang gesetzt, so wird das Wachstum dauernd positiv beeinflusst, im Idealfall bis hin zum Status einer entwickelten Wirtschaft.
Die derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen begünstigen die Schwellenländer im Vergleich zu globalen Aktien nicht wirklich. Der US-Dollar ist nach wie vor stark. Die vollständige Lösung des Handelskonfliktes zwischen den USA und China liegt in weiter Ferne. Politische und soziale Unruhen in Hongkong und Ländern wie Chile machen die Schwellenländer im Vergleich zu den Industrieländern anfällig.
Dies bedeutet aber nicht, dass die Aussichten düster sind. Wir gehen davon aus, dass sich das globale BIP-Wachstum im nächsten Jahr verbessern wird, unterstützt durch weniger politische Spannungen. Wie die abschliessende Grafik zeigt, notiert der PMI der Schwellenländer für das verarbeitende Gewerbe seit drei aufeinander folgenden Monaten stabil bei mehr als 50 und liegt weiterhin über dem der entwickelten Märkte. Darüber hinaus erwarten wir, dass sich der US-Dollar im Jahr 2020 abschwächen wird. Die Kombination dieser beiden Entwicklungen erhöht das Potenzial für eine Outperformance der Schwellenländer.