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Hypnosetherapie bei Reizdarm
kann das tatsächlich wirken?
Hände auflegen, tief ein- und ausatmen und sich in Achtsamkeit üben. Hypnosetherapie wird immer beliebter, auch zur Behandlung eines Reizdarm-Syndroms. Hat eine solche Art der Therapie tatsächlich Erfolgsaussichten?
Hände auflegen, tief ein- und ausatmen und sich in Achtsamkeit üben. Hypnosetherapie wird immer beliebter, auch zur Behandlung eines Reizdarm-Syndroms. Hat eine solche Art der Therapie tatsächlich Erfolgsaussichten?
Patienten, welche unter dem Reizdarmsyndrom (RDS) leiden, tun vieles, um Linderung zu erhalten. Denn die Lebensqualität dieser Patienten ist oftmals stark eingeschränkt. Nicht selten wird neben einer medizinischen Behandlung auf alternative Therapieverfahren zurückgegriffen. Die Hypnosetherapie hat diesbezüglich schon seit längerem einen starken Aufschwung erfahren. Der klassische Ansatz der Hypnosetherapie wurde an der Universität Manchester entwickelt und 1984 erstmals vorgestellt. Seitdem haben sich verschiedene Studien mit den (Langzeit-)effekten einer Hypnosetherapie bei Reizdarmpatienten auseinandergesetzt. Die Resultate in einer Kurzübersicht:
- In einigen unabhängigen Studien konnte bewiesen werden, dass eine Mehrzahl der Patienten, welche sich einer bis zu 12-wöchige Hypnosetherapie unterzogen hatten, eine deutliche Abnahme der Symptome gezeigt hat. Ebenfalls verringert hatten sich auch andere RDS-assoziierte Beschwerden, welche sich nicht auf den Darm beziehen, wie z. B. Übelkeit, Lethargie oder Rückenschmerzen, aber auch Ängstlichkeit oder Depressionen sind deutlich zurückgegangen. Dies führte automatisch zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität.
- Gerade wenn eine medikamentöse Therapie versagt, scheint die Hypnosetherapie besonders effektiv zu sein.
- Die positiven Effekte nach einer Hypnosetherapie scheinen zudem über einen längeren Zeitraum anzuhalten. Selbst nach fünf Jahren waren die Symptome überwiegend auf dem gleichen Level wie ein Jahr nach der Hypnosetherapie.
- Infolge der weitestgehenden Normalisierung der gastrointestinalen Funktionen, der Abnahme der nicht Darm-bezogenen, RDS-assoziierten Beschwerden und der damit gesteigerten Lebensqualität, haben diese Patienten deutlich weniger Medikamente eingenommen und weniger Spezialisten aufgesucht. Auch Arbeitsausfälle aufgrund von RDS-Symptomen haben abgenommen.
- Hypnosetherapie ist auch sehr effektiv bei Kindern, welche an einem RDS leiden. Eine frühzeitige Hypnose-Anwendung ist zu empfehlen, da dadurch Beschwerden im Erwachsenenalter deutlich reduziert werden können, bzw. gar nicht erst auftreten.
- Zusammenfassend haben die Studien ergeben, dass bis zu 88% der Probanden, sowohl Kinder als auch Erwachsene, massiv auf eine Hypnosetherapie angesprochen haben und eine gut geführte Hypnosetherapie somit hoch effektiv ist.
Der Mechanismus, warum Hypnosetherapie diesen positiven Effekt auf RDS-Symptome hat, ist unklar. Aktuell sind verschiedene Studien in Bearbeitung, welche den Zusammenhang zwischen hypnotischer Entspannung und dem Magen-Darm-Trakt untersuchen.
Wie läuft eine darmzentrierte Hypnosesitzung ab?
Der Patient begibt sich entweder sitzend oder liegend in eine entspannende Position, in welcher er seine Aufmerksamkeit nach innen richten kann. Der Therapeut führt den Patienten z.B. mittels einer Atemtechnik immer tiefer in einen Entspannungszustand. In diesem Trance-Zustand erhält das Unterbewusstsein Bilder, welche für die Behandlung essenziell sind. Dabei werden unterschiedliche Imaginationen kombiniert. Solche Bilder und Kombinationen können z.B. sein:
- Das Vorstellen und Fühlen von Wärme in den Händen, welche sich auf den Bauch überträgt und so den Schmerz lindert. Auch kann der Bauch gewärmt werden, indem der Therapeut die Hände auflegt.
- Die Vorstellung, dass die Verdauung ein ruhiger Fluss ist und harmonisch durch ein Tal fliesst, hilft, die Darmfunktion zu normalisieren.
Hypnosetherapie ist somit kein Humbug, sondern wissenschaftlich bewiesen
Die darmzentrierte Hypnose ist ein seriöses psychotherapeutisches Verfahren und wird von den gastroenterologischen Fachgesellschaften in Deutschland, England und den USA zur Behandlung des Reizdarmsyndroms empfohlen. In der Schweiz gibt es die Gesellschaft für klinische Hypnose und Hypnotherapie Schweiz (https://www.hypnose.ch), welche offiziell anerkannt ist und 1985 gegründet wurde. Aktuell zählt sie mehr als 340 Mitglieder.
Die Hypnose ist kein «Hände auflegen», sondern kann RDS-Beschwerden und Beschwerden, welche damit assoziiert sind, sogar nachhaltig lindern. Die klinische Hypnose hat auch nichts mit «Show-Hypnose» im Fernsehen zu tun. Das heisst, der Patient fällt nicht mit einem «Fingerschnips» in einen Trancezustand, sondern er muss aktiv mithelfen und sich auf die Hypnose einlassen. Denn wenn ein Patient einen inneren Widerstand verspürt, so ist die Hypnosetherapie sinnlos. Eine positive Erwartungshaltung spielt hierbei eine wesentliche Rolle.
Leiden Sie an einem Reizdarmsyndrom und interessieren sich für eine Hypnosetherapie? Sprechen Sie mit unseren Ärzten der Central-Praxis AG. Wir beraten Sie gerne!