Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/104332

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bildungsbericht Schweiz 2010 der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) enthält Statistiken zum Anteil der jungen Frauen und Männer, die ihr Studium in der Fachbereichsgruppe des Studieneintritts abschliessen, also während des Studiums den Fachbereich nicht wechseln (vgl. Bildungsbericht 2010 der SKBF, Seiten 199-200). Die Statistiken sollen auf der Grundlage von Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) erstellt worden sein. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass das BFS über detaillierte Zahlen zum Studienerfolg verfügt, namentlich zum Profil der Studienabgängerinnen und -abgänger und der Einrichtungen, die sie besucht haben. Der Bundesrat wird deshalb ersucht, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Verfügt das BFS über Daten, aufgrund derer für die verschiedenen Fachbereiche die Erfolgsquote der Studierenden nach den einzelnen Gymnasien, die sie besucht haben, aufgeschlüsselt werden kann? Kann also aufgezeigt werden, welcher Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler, die an einem bestimmten Gymnasium die Matur gemacht haben, danach auch das Studium erfolgreich abschliessen? </p><p>2. Wenn ja, warum werden diese Daten nicht öffentlich zugänglich gemacht?</p><p>3. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass die Öffentlichkeit ein Anrecht darauf hat, diese Daten zu kennen? Immerhin werden ja die betroffenen Einrichtungen (Gymnasien, Fachhochschulen und Universitäten) von der öffentlichen Hand finanziert.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit der Schweizerischen Studierendendatei verfügt das BFS über recht detaillierte Angaben zu den Studierenden und ist in der Lage, deren Studienverläufe zu analysieren. Diese Daten dienen, wie dies in Artikel 10 Absatz 3ter des Bundesstatistikgesetzes vorgesehen ist, besonders der Berechnung von Subventionszahlungen und für die interkantonalen Ausgleichszahlungen für Hochschulstudierende.</p><p>Das BFS publiziert seit Jahren die Studienerfolgsquote nach Hochschule und Fachrichtung, wobei berechnet wird, wie viel Prozent einer Studierendenkohorte zehn Jahre nach Studienbeginn einen Hochschulabschluss erworben hat.</p><p>Die Fragen der Interpellantin beantwortet der Bundesrat wie folgt:</p><p>1. Für die einzelnen Gymnasien und ihre zuständigen kantonalen Stellen wurden bis 2009 Berechnungen über die Erfolgsquote durchgeführt. Aus methodischen Gründen werden diese Berechnungen nicht mehr erstellt. Mit dem Bologna-Prozess hat sich die Studienstruktur wesentlich geändert, weshalb der Studienerfolg und dessen Berechnung neu zu definieren sind.</p><p>2. Diese Berechnungen wurden aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht. </p><p>3. Der Bundesrat spricht sich klar für Transparenz aus. Der Studienerfolg ist jedoch neben dem zuvor besuchten Gymnasium von verschiedenen weiteren Faktoren wie beispielsweise dem gewählten Studienfach, den Studienbedingungen, aber vor allem auch von individuellen Merkmalen und Einstellungen der Studierenden selbst mindestens ebenso stark beeinflusst. Einfache Indikatoren zur Studienerfolgsquote wären unter diesem Gesichtspunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit irreführend. Allerdings stehen die grundlegenden Daten für Forschungszwecke zur Verfügung. Entsprechende Forschungsergebnisse müssten für die Kantone als Träger der Gymnasien interessant sein und wären durch diese selbst in Auftrag zu geben.</p>  Antwort des Bundesrates.