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Ancien Régime
Schloss Beaulieu – Collection de l’Art Brut
Die Campagne – oder das Schloss – de Beaulieu oberhalb von Lausanne ist einer der eindrucksvollsten und zugleich eigenartigsten Privatbauten aus dem Lausanne des 18. Jahrhunderts. Das Gut wurde 1766 von Pfarrer Gabriel-Jean-Henry Mingard, dem Schwiegersohn des Bürgermeisters von Amsterdam, erworben. Damals bestand das Schloss nur aus dem jetzigen Ostflügel, den der Lausanner Architekt Rodolphe de Crousaz 1763 bis 1766 in neoklassizistischer Strenge erbaut hatte, sowie aus einem Bauernhaus.
Von 1767 bis 1773 verkleidete Pfarrer Mingard das Bauernhaus, indem er es mit einem Baukörper umgab, der nur ein Zimmer tief ist und dessen Fassade von jener des ersten Hauses kopiert wurde. Danach liess er die beiden Fassaden durch ein drittes imposantes Gebäude mit einem Mansardendach und zahlreichen Verzierungen verbinden, das jedoch ebenfalls nur ein Zimmer tief ist. Daraus ergab sich eine spektakuläre, fast 50 Meter lange, dreiteilige Fassade. Kein anderes Gebäude in Lausanne wies zu jener Zeit ähnliche Ausmasse auf wie dieses Bauwerk, das halb Palast, halb Theaterkulisse ist.
Seit 1976 ist in der Campagne de Beaulieu die Collection de l’Art Brut untergebracht, die aus der persönlichen Sammlung des französischen Künstlers Jean Dubuffet hervorging. Die Collection de l’Art Brut geniesst weltweites Ansehen. Fast 35'000 Besucher, davon viele aus Japan, begeistern sich jedes Jahr für die unterdessen 30'000 Werke, die in diesem Museum ausgestellt sind. Die meisten Künstler stammen aus Europa, aber die Sammlung umfasst auch Werke aus Nord- und Südamerika, Afrika und Asien.