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Das Display-Denken (pensée de l’écran) hat die Fingerbewegung auf ein Vehikel der Figuration reduziert, die auf einer rein photologischen Ebene (nach Bergsons Terminologie) situiert wird: Doch was passiert auf dieser Ebene eigentlich organisch? Um einer solchen Archäologie der Photo-Digitalität, die geschriebene, gemalte, gezeichnete, photo- oder dactylographierte Bilder hervorbringt, näher zu kommen, muss man historisch unterscheiden zwischen der geräuschvollen Materie des Berührens und dem, was die Fingerbewegung zeigt oder bezeichnet; weiters auch zwischen den Bewegungen der Entäußerung des wahrnehmenden Körpers und ihrer Projektion auf die von der Organizität des eigentlichen Körpers getrennten Oberflächen der Bildflächen. Ausgehend vom rhythmischen Ursprung des comportement figuratif (Leroi-Gourhan) sowie dem Begriff der Bewegungsbilder (images motrices) als «moyen d’intuition de la réalité» (Simondon) soll der Moment eines sonoren und materiellen Berührens (touche) herausgearbeitet werden, der trotz seiner Hervorbringungsfunktion dennoch aus den Bildern in die Position einer digitalen Patina gedrängt wird, welche sich leise murmelnd ihrer Entmaterialisierung entgegenstellt. Um diese Patina von ihrem Zweck zu unterscheiden, wird hier der Ausdruck Dactylo-Phonie verwendet; eine grundlegende Unterscheidung für alle, denen daran gelegen ist, dass die Geschichte der technischen Bildflächen nicht jene der sensoriellen Anwesenheit desjenigen, der sie bearbeitet, verdrängt.
(Übersetzung: Ulrike Krampl)