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Er ist ein Self-Made Man und trotz seiner fast 77 Jahre noch kein bisschen leise: Der US-Investor Carl Icahn hat sich Anfang Januar mit mehr als 3 Prozent bei Transocean eingekauft. Damit nimmt der Ölbohrkonzern einen Platz ein in der langen Reihe von Unternehmen, in denen Icahn seine Finger im Spiel hatte und hat. Und zurückhaltend war der New Yorker dabei nie.
Geboren als Sohn einer Lehrerin und eines «frustrierten Opernsängers», wie Icahn selbst über seinen Vater schreibt, wächst er im New Yorker Stadtteil Queens auf und arbeitet sich hoch. Er schliesst ein Bachelor-Studium in Philosophie ab, wirft ein Medizinstudium jedoch hin, weil er erkennt, dass dies nicht das richtige Berufsfeld für ihn ist. Stattdessen geht er an die Wall Street.
1960 beginnt er als Junior-Makler bei der Dreyfus Corp. und gründet acht Jahre später seine eigene Wertpapierhandelsfirma Icahn & Co. Seit den 1970er Jahren kauft er sich immer öfter in kriselnde Firmen ein und versucht dort oft, die Mehrheit im Verwaltungsrat zu erlangen, marode Firmenteil zu verkaufen und kompromisslos zu sarnieren. All das macht ihn laut «Forbes» zu einem der Vorbilder für den Spekulanten Gordon Gekko im Hollywood-Streifen «Wall Street».
Vermögen von mehr als 14 Milliarden Dollar
Icahn beteiligt sich unter anderem am Ölkonzern Texaco und übernimmt die Fluggesellschaft TWA. Ein Einsteig bei General Motors misslingt, da der Autohersteller Icahns Pläne öffentlich macht.
2006 attackiert Icahn die Unternehmensführung vom Time Warner, 2007 und 2008 steigt er bei gleich zwei grossen Techkonzernen ein: Motorola und Yahoo. Bei beiden erstreitet er Sitze im Verwaltungsrat. 2009 kauft er sich beim Computerspieleverlag Take Two ein, 2012 beim Internet-Videoverleih Netflix.
Heute schätzt «Forbes» das Vermögen des New Yorkers auf 14,8 Milliarden Dollar. Privat engagiert sich der Vater von zwei Kindern unter anderem für Schulen in der Bronx, sammelt Kunst und besitzt Rennpferde.
Druck auf Transocean-Management erwartet
Die Aktien von Transocean profitieren derweil vom Icahns Einstieg und steigen über die psychologisch wichtige Marke von 50 Franken. Laut Händlern geht davon gleichermassen Signalwirkung wie auch Fantasie aus. Die Bank Sarasin sieht die Beteiligung des Milliardärs als möglichen «Game Changer» für Transocean.
Den Trackrecord des Managements von Transocean bezeichnet die Bank in einem Kommentar als «nicht grossartig», auch wenn man die Katastrophe mit der «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko von 2010 ausklammere. Icahn dürfte gemäss Sarasin als bereits zweitgrösster Aktionäre hinter der Capital Group das Management von Transocean unter Druck setzen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen SDA und AWP und Informationen des Munzinger-Archivs.