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London calling
London
"Das hier war das wirkliche Leben, und er brauchte nur in einen Zug zu steigen, und schon war er mittendrin, und niemand kannte ihn", schreibt Sadie Jones in "Soho", einem Ausschnitt aus "Der Außenseiter" und in diesem Satz ist schon alles enthalten, was eine Großstadt wie London anzubieten hat: Authentizität, Abenteuer, Anonymität. "Die Stadt war riesig, schäbig und geheimnisvoll. Überall Autos und Menschen, aber auch etwas gigantisch Zerbrochenes, das romantisch war.", heißt es weiter und genau dieser Romantik haben sich die meisten AutorInnen, deren Beiträge in der literarischen Einladung des Wagenbachverlages nach London versammelt sind, angenommen.
Mit der Underground in den Untergrund
Selbst in der "Underground" lasse sich so etwas wie Schönheit entdecken: "Dies ist ein Zauberreich, hast du nur halbwegs Aug und Ohr", so Elizabeth Bartlett in einem Auszug aus "Strange Territory". "(…)doch alle scheinen genau zu wissen, wohin sie wollen, schweben pünktlich ins Büro, tauchen ein und schwimmen." Und das in der U-Bahn! Aber auch eine der bekanntesten Punkbands Londons hat schon Ende der Siebziger gereimt: "London calling to the faraway towns/Now war is declared, and battle come down/London calling to the underworld/Come out of the cupboard, you boys and girls/London calling, now don't look to us/Phoney Beatlemania has bitten the dust/London calling, see we ain't got no swing/'Cept for the ring of that truncheon thing", denn auch dieser Text des Songs auf dem gleichnamigen Album wurde der Textstammlung beigefügt. Das einzige was in London swinge, sei der Ring, an dem der Polizeiknüppel hänge.
Mit dem Rad zur Tat
Spätestens mit den "Clash" und den "Sex Pistols" dürfte dies sich natürlich geändert haben, denn in den Siebziger Jahren erfuhr die Stadt eine nie geahnte Aufbruchstimmung, die ihr weltweit einen neuen Boost als Trendsettermetropole verschaffte. "Da London eine Verschmelzung mehrerer ehemaliger Dörfer ist, hat es viele Zentren und Veranstaltungen finden in großem Abstand voneinander statt. So kommt es, dass ich einige lange und anstrengende Fahrten auf mich nehmen muss, die nicht unbedingt länger dauern als mit der U-Bahn, aber manchmal komme ich doch leicht verschwitzt an", schreibt kein Geringerer als Talking Heads Sänger David Byrne. Dieser ist zwar kein Einheimischer, macht sich aber dennoch mit dem Fahrrad auf den Weg, denn selbst das ist in London mögllich. Byrne bewegt sich in London von einem Orientierungspunkt zum nächsten, vom Hyde Park, Marble Arch, Buckingham Palace, Piccadily Circus, Theaterdistrikt und Spitalfields Market nach Whitechapel. Das sei zwar nicht der direkteste Weg, aber dafür wie bei einem Brettspiel, eine sehr befriedigende Fortbewegungsart.
London Calling
Weitere Texte, um die Sehnsucht oder Nostalgie nach der Stadt an der Themse zu befriedigen, stammen von Alan Hollinghurst, Hanif Koureishi, Doris Lessing, Ian McEwan, Muriel Spark, Virginia Woolf, Nick Hornby, Alan Bennett und vielen anderen. Ein einzigartiges Lesevergnügen, das Lust auf noch mehr London macht. Aus diesem Grund finden sich im Anhang auch Erläuterung zu den Autoren und ihren Werken."[Chorus 2: x2]: The ice age is coming, the sun's zooming in/Engines stop running, the wheat is growing thin/A nuclear error, but I have no fear/'Cause London is drowning, and I live by the river/Now get this/London calling, yes, I was there, too/An' you know what they said? Well, some of it was true!"