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“Diese Felsen verbergen ein Erzmineral, welches Glas blau färbt und Stahl härter macht.”
Zwischen Ihrer Position und der „Coor“-Schlucht befinden sich die Überreste von einem Dutzend Gänge
der verlassenen Minen von Gollyre. Die heute eingestürzten Minen waren
Teil der früheren Abbauungen von Kobalt, welche sich bis zur wichtigsten
Mine Grand Praz, unterhalb von Bourrimonts, erstreckten. Die
durchschnittliche Aderdicke betrug 50 cm, und das Erz bestand
hauptsächlich aus Gersdorffit und Skutterudit in einem Dolomitgestein.
Der Name Kobalt kommt von Kobelt, der Name für böse Geister und Schelme, welche nach germanischer Tradition in der Unterwelt leben. Kobalt wird seit 2250 Jahren v.Chr. verwendet und die Keramik wird Nippon Blau genannt. Unter dem Namen Smalte diente er ab der Renaissance den Malern (Le Titien, Véronèse, Le Gréco, Rubens, Breughel, Rembrandt, etc.) als blaues Pigment. Sehr hart, unverwüstlich, magnetisch und erst schmelzend bei 1495°C, hat das Kobaltmetall auch aussergewöhnliche mechanische Eigenschaften. Es entstehen Magneten, nützliche radioaktive Isotope für die Medizin, und insbesonders ultra-resistente Superlegierungen für Maschinen, Reaktorflügel von Flugzeugen oder Raumschiffen. Auch ist Kobalt für das menschliche Leben unerlässlich, da es sich als Vitamin B12 (Cobalamine) charakterisiert.
Erstmals 1767 im Val d‘Anniviers erwähnt, wurde dieses seltene Metall bis 1865 sporadisch abgebaut. Die genaue Ausbeute von Gollyre ist nicht bekannt, da der Erzertrag mit dem von Grand Praz vermischt wurde, aber man weiss zum Beispiel, dass die beiden Minen von 1849 bis 1858 um die 164 Tonnen abgebaut haben, was zu dieser Zeit einem Nettogewinn von 176'000 Franken entsprach, d.h. mehr als 12 Millionen heute! Obwohl, wie oft schon haben wir den bekannten Satz gehört: « das Wallis ist reich an armen Minen »? Zur Erinnerung, der durchschnittliche Verdienst eines Bergbauarbeiters im Wallis betrug 2.80 Franken pro Tag im Jahr 1856...
Text : Stefan Ansermet, Mineraloge