Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03294.jsonl.gz/1636

Wir erwischen den 9h52 Bus Nr. 4 um nach Lindau zu fahren. Dort kaufen wir am Bahnhof ein Gruppenticket für 2 Personen nach Friedrichshafen und zurück. Um 11h15 sind wir im Zeppelin Museum. Fast 3 Stunden schauen wir uns das Museum an und finden es sehr interessant, sehr gut gemacht! Die 8.50 € (für Rentner, sonst 9 €) sind hier gut investiert.
Der Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“, benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, und seine Luftschiff-Schwester LZ 130 waren die beiden grössten jemals gebauten Luftfahrzeuge. Seine Jungfernfahrt war im März 1936. Am 6. Mai 1937 wurde er bei der Landung in Lakehurst (New Jersey, USA) zerstört, als sich die Wasserstofffüllung entzündete. 35 der 97 Menschen an Bord sowie ein Mitglied der Bodenmannschaft kamen ums Leben.
Fahrkarten konnten über die Reisebüros des Hamburg-Amerika-Reisedienstes (Hapag) gebucht und gekauft werden. Die Gepäckaufgabe und ein Grossteil der umfangreichen und zeitaufwendigen Zollformalitäten wurden bereits am Abend vor der Abfahrt des Luftschiffes erledigt. Eine Fahrt nach Brasilien kostete etwa 1500 Reichsmark, in die USA 1000 bis 1125 Reichsmark. Diese Summen entsprachen ungefähr einem halben Jahresgehalt eines Maschinisten der Hindenburg. Das Verkehrsmittel Luftschiff konnte sich nur ein finanziell besser gestelltes Publikum leisten.
Besatzungsmitglied auf einem Luftschiff zu sein war etwas ganz Besonderes. Die Zeppeliner umgab eine Aura von Abenteuer und fernen Ländern. Der Arbeitsalltag war aber sehr oft weniger romantisch.
Für eine mehrtägige Fahrt mit der „Hindenburg“ waren 50 bis 60 Männer erforderlich. Bei 50 zahlenden Gästen ergab dies ein Verhältnis von ca.1:1. Bei LZ127, „Graf Zeppelin“ kamen auf 20 Passagiere sogar 40 Mann Besatzung.
Die Besatzung teilte sich in Offiziere und einfache Mannschaftsgrade sowie in verschiedene Tätigkeitsbereiche auf. Nach dem Vorbild der Seeschiffe herrschte an Bord der Luftschiffe Dreischichtbetrieb mit Wache, Pikettwache und Freiwache. Für Offiziere, Ingenieure und Funker dauerten diese Wachen je vier Stunden, für Steuerleute, Zellenpfleger und Maschinisten tagsüber zwei und nachts drei Stunden. Durch die ständigen Zeitverschiebungen war der Dienst sehr anstrengend.
Aufenthalts- und Arbeitsräume der Hindenburg-Crew waren strikt vom Fahrgastbetrieb getrennt. Nur der Kommandant, die Offiziere und die Stewards hatten Zugang zu den Passagierdecks.
Nach einer feinen Pizza für mich, spazieren wir noch ein wenig im Hafen herum und nehmen den 15h44 Zug zurück nach Lindau. Hier dauert es über eine ½ Stunde bis endlich der Bus Nr. 1 kommt. Und dieser ist brechend voll. Bei jeder Haltestelle zwängen sich immer noch mehr Leute in den Bus. Wir sind froh, als wir in die Nr. 4 umsteigen können, wo es sehr viel angenehmer ist. Es ist 17h30 als wir im Gitzenweiler-Hof ankommen. Wir bezahlen noch im Büro die Kurtaxe von 2 € pro Person und Tag, für 7 Tage und sind dann im BONSAICAMPER, wo wir uns einen gemütlichen Abend machen. Auch heute war wieder ein wunderbar sonniger Tag.