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Der Westschweizer Arzt Enrique Faber (Sylvie Testud) wird vom Bürgermeister (Antonio Buíl) der kubanischen Stadt Baracoa geachtet und unterstützt.
Doch Faber hat auch Feinde. Denn er behandelt alle Notleidenden, auch Arme und Sklaven. Vielen ist das ein Dorn im Auge.
Als er die Mestizin Juana (Yeni Soria) heiratet, verscherzt Faber es endgültig mit der weissen Oberschicht. Schliesslich wird er sogar als Frau entlarvt.
Das zentralste Zitat
«Er sieht schwul aus, hat aber Eier», sagt der reichste Sklavenhändler über Enrique Faber einmal. Als er seinen Irrtum einsieht, wird er zu Fabers grösstem Feind.
Die Schauspielerin
Sylvie Testud wurde 1971 in Lyon geboren und begann ihre Filmkarriere Anfang der 1990er-Jahre. Sie gilt als vielseitige Charakterdarstellerin, die mit wenig Mienenspiel viel erreicht.
Nach zwei Césars, den französischen Oscars, erhielt sie 2010 auch noch den Europäischen Filmpreis für «Lourdes». Darin verkörpert Testud eine Frau mit Multipler Sklerose, die eine Wunderheilung erlebt.
Für die schweizerisch-kubanische Koproduktion «Insumisas» lernte die Französin extra Spanisch.
Fakten, die man wissen sollte
Enriqueta Favez (im Film Faber) ist eine reale historische Figur, die 1791 in Lausanne zur Welt kam. Ihr Onkel verheiratete sie als 15-Jährige mit einem französischen Soldaten.
Drei Jahre später fiel ihr Mann auf dem Schlachtfeld und ihr Kind starb nach nur acht Tagen. Als Witwe wäre Enriqueta der soziale Abstieg bevorgestanden. Prostitution war für verwitwete Frauen oft die einzige Möglichkeit zu überleben. Deshalb begann sie ein Medizinstudium in Paris.
Frauen durften zu Beginn des 19. Jahrhunderts jedoch gar nicht studieren. So verwandelte sich Enriqueta mit der Offiziersuniform ihres Mannes und Kurzhaarschnitt in Enrique. Nach dem Studium diente Enriqueta als Chirurg der französischen Armee im Napoleonischen Krieg.
RTS-Koproduktion
Radio Télévision Suisse (RTS) hat diesen Film koproduziert, Link öffnet in einem neuen Fenster.
Ab 1819 praktizierte sie als Allgemeinmediziner Enrique Favez in der kubanischen Stadt Baracoa, wo sie sich in eine Frau verliebte.
Der Film konzentriert sich auf diese Liebesgeschichte und den Moment, als Enriqueta 1823 aufflog und vor Gericht gezerrt wurde. Zu ihrer Verteidigung soll sie gesagt haben, sie sei «ein männlicher Geist in einem weiblichen Körper».
Das Urteil
Der Filmtitel «Insumisas» heisst so viel wie «Die Aufsässigen». Enriqueta und Juana sind nicht nur frühe Beispiele für Feministinnen, sondern auch für Verfechterinnen gleichgeschlechtlicher Liebe.
Insofern ist die Geschichte durchaus modern. Die teils plakative Erzählweise wirkt jedoch altmodisch und vorhersehbar. Trotzdem ist der Film sehenswert, denn das Schicksal der beiden Frauen berührt.
Kinostart 06.08.2020