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Geschichte
Die ersten Ansätze eines Musikvereins in Hallau gab es schon in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts, als 1798 ein gewisser J.J Metzger eine Kapelle mit 20 Mann führte. Die folgenden Jahre waren dem Verein aber nicht wohlgesonnen, die Entwicklungen in der Umgebung waren schlecht für eine dauernde Präsenz. Im Jahre 1826 hatte dann der Musiker Alexander Rahm die Idee, mit einigen Musikanten einen Verein zu gründen. Mit viel Einsatz, Rahm war Direktor und Präsident, war es ihm möglich, den Verein bis zum Jahre 1863 zusammenzuhalten. Anschliessend hatten seine Neffen Jakob Konrad, Alexander, Erhard und Robert Rahm nacheinander die Direktion übernommen.
Nachdem alle Neffen von Alexander Rahm nacheinander an einer heimtückischen Krankheit gestorben waren, ging die Leitung des Vereins 1878 an Jakob Schlatter, Wiesental, über. Unter seiner Leitung wurde der Verein neu organisiert und die Statuten neu unterzeichnet. Es waren in der Zeit 15 Aktive im Verein. Es folgten vier erfolgreiche Jahre mit einer regen musikalischen Tätigkeit. Im Jahre 1882 wanderte Jakob Schlatter nach Amerika aus und die Leitung ging an den seit längerem mitspielenden Cantor Jakob Müller. Er führte die Musikgesellschaft Hallau bis 1900 mit energischer Hand.
Die erste Uniform wurde auf das Musikfest Schaffhausen 1889 hin angeschafft. Die Jacke, Hose und Mütze sollte dem Verein ein anständiges Aussehen verleihen. Das Fest endete für die MG Hallau mit dem Prädikat „sehr gut“ und einem 3. Lorbeerkranz in der 2. Kategorie.
1896 war eine Konzertreise angesagt, die drei Tage lang war und nach Basel führte. In den folgenden Jahren war der Mitgliederstand stetig geschrumpft und in der Zeit anfangs des 20. Jahrhunderts war es relativ ruhig um die MG Hallau. Der neue Direktor Georg Müller brachte dann aber mit viel Probenarbeit (damals in der Maienburg) den Verein wieder ins Gespräch und mit ihm wurden wieder vermehrt Fester und Konzerte in der ganzen Umgebung besucht.
1910 übernahm Karl Müller, Trompetenwachtmeister, die Direktion und führte die Mitglieder 14 Jahre lang mit viel Elan. Gleich im ersten Jahr wurde neu instrumentiert. Für total Fr. 2’958.– kaufte man Instrumente ein und das beflügelte den Verein für die Teilnahme am 1. Int. Musikfest in bad. Rheinfelden, bei dem der Goldlorbeerkranz geholt wurde (eine Fahne, um den Kranz aufzuhängen, hatten die Hallauer damals noch nicht).
1920 war eine Neuuniformierung angesagt, denn die Alte war nicht mehr zum Ausrücken. Für Fr. 190.– pro Uniform, es war die grüne Kavallerieuniform, wurde der Verein mit neuen Kleidern eingedeckt. Es fehlte damals den Hallauern nicht mehr viel zu einem perfekten Vereinsbild. Das wurde dann aber mit dem Kauf der ersten Vereinsfahne im Jahre 1923 geändert und die MG Hallau präsentierte sich ein Jahr später stolz auf einer Photografie mit Uniform und neuer Fahne. In diesem Jahr trat Direktor Karl Müller wegen Überlastung zurück und neu gewählt wurde Musikdirektor Hermann Fischer.
Direktor Fischer war eine bekannte Persönlichkeit und hatte nebst der MG Hallau in dieser Zeit noch einige andere Blasmusikvereine geleitet. Unter seiner Stabsführung wurde im Jahr 1927 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der MG Hallau ein Dorffest mit allen Vereinen von Hallau durchgeführt. Es folgten viele musikalische Anlässe, die wacker besucht wurden. Leider verstarb Hermann Fischer unerwartet im April 1930. Es folgte grosse Unruhe im Verein, nicht zuletzt auch wegen der Tatsache, dass es seit einiger Zeit ein grosses Loch in der Vereinskasse hatte und es so weit kam, dass einige Freunde der MG Hallau finanziell Hilfe leisten mussten. Die anschliessenden zwei Jahre wurden von den Herren Hess, Schleuchhard und Schnell dirigiert und der rege Wechsel tat auch nichts zur Beruhigung. Es war wieder Karl Müller, der bei den Hallauern den Taktstock übernahm. Er gab ihn bis 1951 nicht mehr aus der Hand.
Beim Ausbruch des 2. Weltkrieges nahm die Tätigkeit der MG Hallau merklich ab. Es mussten viele Kameraden in den Wehrdienst einrücken. Umso mehr war nach fünf Jahren Kriegswirren ein Aufleben in den Reihen zu verzeichnen. Die Kantonalen Musiktage wurden wieder durchgeführt und das erste Eidgenössische nach dem Krieg, 1948 in St. Gallen war für die Hallauer mit dem Prädikat „sehr gute Leistung“ ein grosser Erfolg. Zwei Jahre später war das Kantonale Musikfest in Neuhausen. Hier wurde der 2. Rang in der 3. Klasse herausgespielt.
1952 ging die musikalische Leitung an Emil Rüedi über. Er verstand es, die MG Hallau musikalisch zu führen. Es war eine neue Ära angebrochen. Man war sich einig, für die über 30-jährige Uniform eine Nachfolgerin zu suchen. Die Wahl fiel 1954 auf die schwarze mit der Franzosenmütze. Der Preis war mit Fr. 350.– pro Uniform für diese Zeit nicht billig. In den folgenden Jahren wurde der Musiktag 1956 nach Hallau geholt und das Kantonale Fest 1955 in Schaffhausen mit dem Silberlorbeer erfolgreiche beendet.
Ab 1957 ging die Direktion an den Lehrer Anton Stählin, der mit der MG Hallau an den diversen Anlässen, Chränzli und Musiktagen viel Erfolg hatte. An den Musikfesten Thayngen 1960 und Stein am Rhein 1965 wurden die Hallauer beide Male mit Goldlorbeer ausgezeichnet. 1963 wurden an der GV erstmals zwei Musikantinnen aufgenommen. Sie sollten die frauenlose Zeit für immer beenden.
Mitte der Sechziger Jahre wurde beschlossen, eine Neuinstrumentierung durchzuführen. Ein grosser finanzieller Happen, der mit Spenden, Sammlungen und eigenen Mitteln bezahlt werden konnte und den Verein für einige Jahre mit neuen Instrumenten verwöhnte.
Als in Hallau 1970 das Kantonale Musikfest durchgeführt wurde, feierte der kantonale Verband sein 50-jähriges Bestehen. Es wurde ein grosses Fest organisiert, zumal die MG Hallau auch ihre neue Fahne einweihen wollte. Die neue Fahne löste das alte Banner von 1923 ab. Das letzte Eidgenössische Fest wurde 23 Jahre zuvor besucht, und die Zeit war reif für die Teilnahme an solch einem Fest. 1971 war das Fest in Luzern, und die Hallauer gingen in der 3. Klasse in die Konkurrenz. Es resultierte ein 2. Rang mit dem Prädikat „sehr gute Leistung“.
Ab 1972 ging die musikalische Führung an Peter Rüedi aus Gächlingen über, der es verstand, die MG Hallau über Jahre hinweg zu führen und den Nachwuchs und die Jungmusikanten zu fördern. Im Jahre 1976 hatte die MG Hallau ihren 150. Geburtstag, der mit einem Konzert in der Dorfkirche gefeiert wurde. Der Anlass wurde durch die Präsentation der neuen Hallauer Tracht als zweite Vereinsuniform ergänzt und war ein schöner Erfolg.
Reisen war schon immer beliebt in der MG Hallau, vor allem grössere und mehrtägige Reisen wurden öfters durchgeführt. Im Jahr 1977 ging es in drei Tagen durch das Wallis. Im selben Jahr wurde am Umzug des Höngger Wümmetfestes mitmarschiert und an diversen Anlässen musiziert. Die Chränzli und Winterkonzerte, die jährlich in gewisser Regelmässigkeit durchgeführt wurden, waren schon lange Bestand des Jahresprogrammes und erfreuten sich immer grosser Beliebtheit beim Publikum.
1970 war es wieder Zeit für ein Kantonales Musikfest, welches diesmal in Neuhausen durchgeführt wurde. Der Marschmusikwettbewerb wurde von der MG Hallau mit dem Marsch „Furchtlos und Treu“ gewonnen. Dieses Musikfest war dann auch eine gewisse Standortbestimmung in Voraussicht auf das Eidgenössische 1981 in Lausanne. Zur Vorbereitung auf dieses Fest gehörte neben dem normalen Probenablauf auch ein Übungswochenende, das Anfang Mai vonstatten ging. Wie seit einigen Jahren schon war im Jahresprogramm die musikalische Begleitung in der katholischen Kirche bei der Firmung und der Gottesdienst in der reformierten Kirche eingetragen, wie auch die Ständli in Spital und Pflegeheim Schaffhausen.
Der Gesundheitszustand von Peter Rüedi zwang ihn, 1986 den Taktstock abzulegen. Die MG Hallau hatte mit der Suche nach einem neuen Dirigenten viel Glück und konnte mit Roland Cadario einen erprobten Dirigenten nach kurzer Interimsphase die musikalische Leitung des Vereins übertragen. Roland Cadario verstand es, den Verein nach vorne zu führen und mit der Aufnahme vieler Jungbläser konnte er in den folgenden Jahren viele Erfolge mit der MG Hallau feiern.
Die Kantonalen Musikfeste 1988 in Schleitheim und 1990 in Glarus zeigten einen Aufwärtstrend der musikalischen Leistung und wurden mit dem Musikfest in Neunkirch 1993 als Sieger in der Festmusik und Marschmusik gekrönt.
Mit der Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Interlaken 1996 waren die Hoffnungen auf dem obersten Podest, die Vorführungen aber zeigten die Schwächen im Spiel und das Resultat diente mehr als Standortbestimmung als zum Jubeln. Die Marschmusik lief aber recht gut.
1997 gab es einen Ruck in der MG Hallau. Nach dem Musiktag in Löhningen waren die Meinungen über das Vereinswesen geteilt und Roland Cadario reichte seinen Rücktritt ein.
Nach kurzer Suchphase war dem Verein das Glück und die guten Beziehungen einiger Musikanten hold und als Nachfolge von Roland Cadario konnte Mario Marcolli 1998 als neuer Dirigent aufgenommen werden. Er war als Musiker bekannt und hatte die Segel der MG Hallau schon bald in Richtung Unterhaltungsmusik gesetzt. Die MG Hallau durfte schon ein Jahr später im Mario Marcolli an das Kantonale Musikfest in Beringen. Das Festkonzert und die Marschparade durch das Festzelt waren ein Erfolg für die Hallauer. Leider war die Freude mit Mario Marcolli nicht von langer Dauer. Er verstarb am 31. Januar 2001. Mario Marcolli wird für immer in den Köpfen der Musikantinnen und Musikanten der MG Hallau bleiben und seine Musik, die er den Hallauern auf einzigartige Weise vermittelte, wird nie verblassen.
Seit März 2001 steht nun Remo Arpagaus am Dirigentenpult. Er hat die MG Hallau nach dem schicksalhaften Tod von Mario unkompliziert übernommen und ist seither der wichtigste Mann in der Musikgesellschaft Hallau.
Dirigent:
|Alexander Rahm||1826 – 1863|
|Jakob Rahm, Alexander Rahm,|
Erhard Rahm, Robert Rahm
|1863 – 1878|
|Jakob Schlatter||1878 – 1882|
|Jakob Müller||1882 – 1900|
|Hermann Müller||1900 – 1903|
|Georg Müller||1903 – 1910|
|Karl Müller||1910 – 1924|
|Hermann Fischer||1925 – 1929|
|José Hess||1930 – 1930|
|Hermann Schnell||1931 – 1932|
|Karl Müller||1932 – 1950|
|Emil Rüedi||1951 – 1956|
|Anton Stählin||1957 – 1971|
|Peter Rüedi||1972 – 1986|
|Roland Cadario||1986 – 1997|
|Mario Marcolli||1998 – 2001|
|Remo Arpagaus|
2001 –
Präsident:
|Alexander Rahm||1826 – 1863|
|Jakob Rahm, Alexander Rahm,|
Erhard Rahm, Robert Rahm
|1863 – 1878|
|Jakob Müller||1878 – 1882|
|Jakob Neukomm||1883 – 1884|
|Georg Müller||1885 – 1889|
|Wilhelm Walter||1890 – 1900|
|Heinrich Surbeck||1903 – 1908|
|Arnold Rahm||1909 – 1910|
|Heinrich Surbeck||1915 – 1916|
|Jakob Gasser||1917 – 1924|
|Theodor Schöttli||1925 – 1930|
|Richard Rahm||1930 – 1931|
|Karl Beerli||1932 – 1932|
|Albert Müller||1933 – 1944|
|Konrad Pfund||1945 – 1952|
|Robert Müller||1953 – 1958|
|Walter Auer||1959 – 1961|
|Werner Schneider||1962 – 1970|
|Georg Pletscher||1971 – 1976|
|Hans Schöttli||1977 – 1980|
|Georg Pletscher||1981 – 1982|
|Richard Frey||1983 – 1995|
|Patrik Weisshaupt||1996 – 2001|
|Roman Bader||2002 – 2011|
|Nadja Velten||2012 –|