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Im Herbst stimmen wir über die Abschaffung der Massentierhaltung ab. Die Initiative gegen Massentierhaltung fordert u.a. eine drastische Reduktion der Tierzahlen pro Betrieb. Statt 27'000 Masthühner, die heute erlaubt sind, fordert die Initiative eine Obergrenze von 2'000 Tieren.
Betriebe mit hohen Tierzahlen existieren vor allem in der Schweine- und Hühnerindustrie. Die Initiative gegen Massentierhaltung fordert das Ende der industriellen Tierproduktion in der Schweiz. Sie weist den Weg hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.
Wie die meisten Schweizer Landwirtschaftsbetriebe tagtäglich beweisen, ist eine ressourcenschonende und tierfreundliche Produktion möglich. Trotzdem fristet ein Grossteil der Tiere ihr kurzes Leben in wenigen grossen, fabrikähnlichen Mastbetrieben. Diese konzentrierte Massenproduktion an wenigen Orten will die Initiative beendet.
Die Massentierhaltung ist ein Produktionssystem, in welchem die Grundbedürfnisse der Tiere in praktisch allen Belangen missachtet werden. Grosse Gruppen von Individuen werden auf engstem Raum zusammengepfercht und haben meist keinen Zugang ins Freie. Trotz ihrer Leidensfähigkeit werden Tiere in der Massentierhaltung nicht als Lebewesen, sondern als Produkte betrachtet – entgegen den Werbebildern der Milch- und Fleischlobby.
Die 5 Forderungen der Initiative gegen Massentierhaltung
1) Tierfreundliche Unterbringung und Pflege: Die meisten Tiere in der Landwirtschaft verbringen den Grossteil ihres Lebens auf Betonböden und haben kaum Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Initiative fordert, dass alle Tiere bedürfnisgerecht leben können. Das heisst konkret: mehr Platz pro Tier, Einstreu für alle Tiere, Möglichkeiten zum Spielen und artgerechte Fütterung.
2) Zugang ins Freie: nur 12 Prozent der Tiere haben regelmässigen Auslauf. Die Initiative fordert für alle Tiere täglichen Zugang zur Weide. Damit sie überhaupt davon profitieren können, müssen aber weniger überzüchtete Rassen eingesetzt werden.
3) Schonende Schlachtung: am Schluss ihres Lebens werden Tiere unter massivem Stress transportiert und vor der Schlachtung mit fehleranfälligen Methoden betäubt. Die Initiative fordert Schlachtmethoden, bei denen die Vermeidung von Leid oberste Priorität hat. Konkret: kurze Transportwege, bessere Kontrolle des Betäubungsvorgangs und schonende Schlachtmethoden.
4) Maximale Gruppengrösse je Stall: Bis zu 27’000 Hühner oder 1’500 Schweine dürfen in einer Halle gehalten werden. Die Betreuung einzelner Tiere ist so unmöglich. Viele Tiere sterben unbemerkt. Die Initiative fordert eine starke Reduktion der Gruppengrössen. Konkret: kleinere Gruppen, weniger Tiere pro Hektar Weidefläche.
5) Importvorschriften: Schweizer Bäuerinnen und Bauern stehen im Wettbewerb mit ausländischen Betrieben, die sich nicht ums Tierwohl kümmern. Die Initiative fordert, dass importierte Tierprodukte den neuen Schweizer Standards entsprechen. Konkret: kein Import von Tieren und Tierprodukten, die nach in der Schweiz verbotenen Produktionsmethoden erzeugt wurden.