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Amador (2010)
Amador (2010)
Oder: Biutiful Marcela
Marcela (Magaly Solier) verdient zusammen mit ihrem Freund Nelson (Pietro Sibille) den Lebensunterhalt mit dem Verkaufen von gestohlenen Rosen. Da die Blumen nicht verwelken dürfen, müssen sie in Kühlschränken gelagert werden. Da nun die Feiertage bevorstehen, muss ein grösseres Lager her. Doch der gewünschte Kühlschrank kostet 450 Euro - Geld, welches Marcela und Nelson nicht haben. Damit es wenigstens mit der Anzahlung klappt, nimmt Marcela einen Job als Krankenpflegerin an. Sie kümmert sich dort während ein paar Wochen um den alten Amador (Celso Bugallo).
Doch als der eines Tages stirbt, hat Marcela noch nicht genug Geld zusammen, um über die Runden zu kommen. Sie beschliesst, so zu tun, als würde Amador noch leben, um von der Familie noch etwas Geld zu bekommen. Sie verheimlicht den Tod aber nicht nur den Arbeitgebern, sondern auch ihrem Mann Nelson. Dieser wird nicht nur bei diesem Thema im Dunkeln gelassen: Marcela ist nämlich auch noch schwanger.
Film-Rating
Die Hauptprotagonistin in Fernando León de Aranoas Film Amador hat übermässig viele Sorgen: fehlendes Geld, ein kommendes Kind und einen Mann, der sie nicht zu verstehen scheint. Trotzdem ist das Werk nicht die ganze Zeit über deprimierend, sondern zeigt in den tragikomischen Szenen seine stärkste Seite.
Zu Beginn deutet jedoch nicht allzu viel in diese Richtung: Der Alltag von Marcela ist trist und scheint auch nicht besser zu werden, wenn sie dem Pflegefall Amador im Badezimmer helfen muss. Doch nach langem Schweigen beginnt der alte Mann plötzlich zu sprechen, und es entstehen interessante Konversationen, denen man gerne noch länger zuhören könnte. Mit dem Ableben des alten Mannes fällt de Aranoa wieder zurück in die Lethargie, und die Luft scheint draussen zu sein.
Zum Glück kriegt der Film zwischendurch dank des eingestreuten Humors immer mal wieder die Kurve. Eine der besten Szenen beinhaltet ein Gespräch mit einem unwissenden Pfarrer, welcher der weinenden Marcela abrät, von dem verstorbenen Mann Abschied zu nehmen - und dies während in der Wohnung der Leichnam langsam zu stinken beginnt und damit die Nachbarn auf den Plan ruft. Mehr solche Szenen hätten dem Film zweifelsohne gut getan.
Gespielt ist das derweil alles toll - vor allem von Hauptdarstellerin Magaly Solier. Solier stellt Marcela als zerbrechliche Person dar, welche aus Verzweiflung harte Entscheidungen treffen muss. Dies macht Solier nicht, indem sie theatralisch weint, sondern mit einem Blick, der auf den ersten Blick emotionslos wirkt. Doch dahinter lässt sich die Last erkennen, die sie trägt, um ein im Ansatz normales Leben führen zu können - ganz stark.
Fazit: Amador schafft es leider nur zwischenzeitlich, sich aus seiner Lethargie zu befreien. Zusätzlich hat man die ganze Zeit das Gefühl, verschiedene Szenen schon besser und auch konsequenter gesehen zu haben. Als Beispiel sei hier Alejandro González Iñárritus Biutiful aufgeführt. Im Vergleich dazu ist De Aranoas Werk weniger eindrücklich und wird wohl deshalb auch schneller in Vergessenheit geraten. Wenn was bleiben sollte, dann nur einzelne Szenen und die Leistung von Magaly Solier.
OutNow.CH:
24.01.2011 / crs
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