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Mit ihrem Sieg an den WTA Finals hat Ashleigh Barty den Schlusspunkt unter die Saison gesetzt. Der Triumph der Australierin ist aber nicht das Einzige, das aus dem Tennisjahr 2019 in Erinnerung bleiben wird. Ein Rückblick in sechs Kapiteln:
Die Weltnummer 1
So abwechslungsreich wie heuer war der Kampf um die Weltnummer 1 bei den Frauen schon lange nicht mehr. Nachdem Simona Halep 48 Wochen lang an der Spitze der Weltrangliste gelegen hatte, wurde die Rumänin Ende Januar von Australian-Open-Siegerin Naomi Osaka abgelöst. Diese bestieg als erste Japanerin überhaupt den Tennisthron.
21 Wochen hielt sich Osaka an der Spitze, gleichzeitig tat sich die Japanerin mit dem entstandenen Hype um ihre Person aber schwer. Während sie an den French Open (und in Wimbledon) früh die Segel streichen musste, spielte mit Barty in Paris eine andere gross auf.
Die Australierin war es auch, die Osaka von der Spitzenposition der Weltrangliste verdrängte. Nachdem sie den Thron vorübergehend wieder an Osaka abtreten musste, ist sie seit Anfang September die amtierende Weltnummer 1 und nun eben auch die finale Championne.
Die Aufsteigerinnen
Zu den grossen Gewinnerinnen des Jahres gehört zweifellos Bianca Andreescu. Das vergangene Jahr hatte die 19-jährige Kanadierin noch als Nummer 152 der Welt beendet, nun ist sie die Nummer 4. In Indian Wells holte sie mit einem Finalsieg gegen Angelique Kerber überraschend ihren ersten WTA-Turniersieg. Ihr Meisterstück lieferte sie an den US Open ab, wo sie im Final Serena Williams besiegte. Sie krönte sich damit zur ersten kanadischen Grand-Slam-Einzelsiegerin überhaupt.
Einer breiten Masse bekannt wurde auch «Wunderkind» Cori Gauff. Coco, wie die 15-jährige Amerikanerin lieber genannt wird, spielte sich in Wimbledon in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit. Im All England Club schaffte sie als Qualifikantin den Sprung ins Hauptfeld und liess dem Auftaktsieg gegen Venus Williams zwei weitere Siege folgen. Im Oktober sicherte sich Gauff in Linz ihren ersten WTA-Titel – und wohl nicht den letzten.
Die Fragezeichen
Während die junge Generation ihre Ambitionen angemeldet hat, prangt hinter der langjährigen Dominatorin Serena Williams ein Fragezeichen. Gerade einmal 31 Partien hat die 38-jährige Amerikanerin 2019 bestritten. Zwar erreichte sie sowohl in Wimbledon wie auch an den US Open jeweils das Endspiel, blieb dort aber zweimal chancenlos. Seit der Finalniederlage in Flushing Meadows hat die 23-fache Major-Siegerin kein Spiel mehr bestritten.
Seit ihrem Erstrunden-Out an den US Open nicht mehr auf der Tour anzutreffen war auch Maria Scharapowa. Die 32-jährige Russin erlebte ein Jahr zum Vergessen. Zuerst verpasste sie wegen Schulterproblemen von Februar bis Juni sämtliche Turniere. Nach ihrer Rückkehr konnte Scharapowa nur noch zwei Partien gewinnen. Allerdings kündigte die Russin für kommendes Jahr ihr Comeback an – etwas, das sich Williams in dieser Deutlichkeit noch nicht entlocken liess.
Die Schweizerinnen
Für Furore hat aus Schweizer Sicht allen voran Belinda Bencic gesorgt. Mit dem Turniersieg in Dubai im Februar setzte die Ostschweizerin schon früh in der Saison ein Highlight. Gleichzeitig tankte Bencic mit dem Titel – der erste seit 2015 – Selbstvertrauen für die weitere Saison. Die French Open und Wimbledon verliefen für die 22-Jährige zwar enttäuschend (Out in der 3. Runde), rechtzeitig für den Saisonendspurt konnte Bencic aber wieder ihr bestes Tennis abrufen. Nach dem Halbfinalvorstoss an den US Open schnappte sich die Schweizerin mit dem Turniersieg in Moskau den letzten freien Platz an den WTA Finals. Dort wurde sie im Halbfinal erst gestoppt, als der Körper kapitulierte.
Für ein Glanzlicht – respektive zwei – sorgte überraschend auch Jil Teichmann. Als Nummer 146 der Welt gewann die Bielerin Anfang Mai in Prag als Qualifikantin ihr 1. WTA-Turnier. Im Juli doppelte die in Barcelona geborene Schweizerin in Palermo nach. Nach ihrem 2. Titelgewinn auf höchster Stufe lief es Teichmann nicht mehr nach Wunsch. Abgesehen von drei Qualifikationssiegen in der New Yorker Bronx konnte die 22-Jährige keine Partie mehr gewinnen.
Die Szenen
- Osaka holt Gauff zum Interview
- Andreescu tröstet Williams in Toronto
- Balljunge bringt Venus an den US Open Kaffee
- Wimbledon-Interview mit Su-Wei Hsieh
Die Ankündigung
Bis zum Start der neuen Saison dauert es jeweils nicht lange. Die ersten Turniere beginnen bereits in der Altjahreswoche. Gespannt sein darf man im neuen Tennisjahr auf eine Rückkehrerin. Mitte September hat die frühere Weltranglistenerste Kim Clijsters ihr Comeback angekündigt. Die mittlerweile 36-jährige Belgierin war bereits 2007 wegen ihrer Schwangerschaft erstmals zurückgetreten, kehrte 2009 zurück und gab 2012 dann erneut ihren Abschied. Im Einzel steht Clijsters bei 41 Turniersiegen – ob das so bleibt?
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 03.11.2019, 12::30 Uhr