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«Befiel dem Herrn deinen Weg; vertrau auf ihn und er wird sorgen.»
(Ps 37,5 – einer der Lieblingspsalmen von Edwin)
Edwin Artho wuchs in Oberägeri ZG auf und besuchte das Gymnasium in Immensee. 1954 schloss er sich der Missionsgesellschaft Bethlehem an und empfing 1960 die Priesterweihe. Sein priesterliches Berufsleben umfasst zwei Teile: Schule und Seelsorge.
SCHULE
Nach dem Studium in Germanistik und Philologie an der Universität Fribourg trat er in den Schuldienst am Gymnasium Rebstein-Immensee (1965–1996) ein. In allen Jahren unterrichtete er Latein, in den ersten Jahren auch Deutsch und Griechisch, später kamen Philosophie und Wahlfachkurse im Zusammenhang mit dem Fach Religion hinzu, mehrfach auch die Aufgabe des Klassenlehrers. Wer meint, Edwin sei nur der strenge Lehrer gewesen – gewiss, streng war er – der erfährt, dass er auch ausserschulisch ein frohes, offenes Verhältnis mit Schülern hatte, sei es an den beliebten Skitagen oder bei Kegelpartien.
Neben den zahlreichen Pfarreiaushilfen in der Schulzeit waren die Sommeraushilfen bei den Franziskanerinnen in Eichgraben- Wien (25 Jahre), später viele Jahre in Sils-Maria-Maloja im Engadin, alljährliche Highlights für ihn. Im Engadin entstand auch eine freundschaftliche Beziehung zum reformierten Pfarrer der Gegend.
SEELSORGE
Nach dem Schuldienst wurde die Seelsorge bei den St. Anna-Schwestern in Luzern zur Hauptaufgabe. Dazu schreibt uns Sr. Rosa Scherer über Edwin: «1996 kam P. Edwin zu uns St. Anna-Schwestern für priesterliche Dienste, vor allem für die betagten Schwestern. Entsprechend seiner zurückhaltenden Art und weil die Aufgabe Neuland bedeutete, brauchte er eine längere ‹Anwärmphase›. Dabei haben ihm die beiden St. Anna-Schwestern Martha Schneider und Hildegard Dietrich, die ihn von ihrem Einsatz im Missionshaus Bethlehem her kannten, liebevoll unterstützt. Im Verlauf der Zeit fühlte er sich bei den St. Anna–Schwestern immer mehr zuhause. Er wohnte auf einer Wohnabteilung im Pflegeheim St. Raphael zusammen mit St. Anna-Schwestern. Dank seiner Verschwiegenheit konnte er mit uns Schwestern die Mahlzeiten einnehmen und an den Gemeinschaftsfesten teilnehmen. – Die Schwestern schätzten seine täglichen Eucharistiefeiern, die er immer sorgfältig vorbereitete und mit kurzen Erklärungen zur Lesung oder zum Evangelium einleitete.»
Gemäss seinen spärlichen Notizen war für ihn die Liturgie zentral. Schon als Oberministrant daheim in Oberägeri hatte er ein Büchlein über die Karwoche angelegt, um die jüngeren Ministranten einzuführen. Aus der Seminarzeit berichtet Edwin: «lm Seminar hatten wir das Glück, dass Regens Max Blöchliger uns die Liturgikstunden gab. Zwei seiner Empfehlungen habe ich mit nachhaltigem Gewinn befolgt: das AT in einem Zug durch gelesen und ‹Missarum Solemnia› von J. A. Jungmann; der erste Band fesselte mich wie ein Roman, der zweite Band war eher anstrengender. Seither habe ich mich in Liturgicis stetig weitergebildet.» Liturgie war sein Herzensanliegen, für die er sich immer genau vorbereitete, auch wenn das Gewicht der Rubriken ihn und seine Mitfeiernden im Spielraum manchmal etwas einengten. Den Seelsorge- und liturgischen Dienst suchte er, solang es ihm möglich war, den Schwestern anzubieten. Die schon länger dauernde Krankheit, der tremor essentialis – das Zittern vor allem der Hände – und andere Beschwerden verstärkten sich im letzten Jahr immer mehr. Sr. Rosa schreibt weiter: «Spontane Besuche bei den Schwestern und Bewohnerinnen im Pflegeheim St. Raphael machte er eher selten; doch ergab sich bei der wöchentlichen Kommunion spende in den Zimmern hin und wieder ein erwünschtes Gespräch. P. Edwin stand jederzeit zur Verfügung für Beichtgespräche und für die individuelle oder gruppenweise Spendung des Krankensakramentes, was von den Schwestern und Bewohnennnen sehr dankbar anerkannt wurde. – Im Mai/Juni 2018 musste das Pflegeheim St. Raphael geräumt werden und einem Neubau weichen. P. Edwin wurde vor die Wahl gestellt, ins Missionshaus zurückzukehren oder mit den Schwestern in das provisorisch erstellte Alterszentrum St. Anna, Domizil Oberschache, umzuziehen. Er entschied sich für den Umzug und lebte sich im neuen Umfeld zusammen mit den Schwestern und Bewohnerinnen gut ein. Es zeigten sich nach und nach gesundheitliche Probleme und die täglichen Eucharistiefeiern wurden zu anstrengend und wurden deshalb immer mehr reduziert.»
Nur ungern musste er seinen Dienst in St. Anna aufgeben und ins Mutterhaus nach Immensee zurückkehren. Am Abend des 10. Dezember wurde Edwin in die ewige Heimat abberufen, wo unser Meister ihn gewiss für seinen jahrzehntelangen Einsatz belohnen wird. Wir als SMB-Gemeinschaft danken Edwin herzlich für seinen jahrzehntelangen Dienst in Schule und Seelsorge.
Ebenso danken wir an dieser Stelle auch unserm Pflegepersonal ganz herzlich für die liebevolle Pflege, die er in dieser Zeit erfahren durfte.
Josef Steiner