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«Alles kannst du verlieren – nur nicht das, was du im Kopf hast».
Margit Osterloh begann ihre wissenschaftliche Laufbahn als Quereinsteigerin. Mit ihren Studien über Frauen in der Berufswelt ist die renommierte Wissenschaftlerin auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden.
Keine Schwäche zeigen
Margit Osterloh erzählt, dass sie wie ein Junge erzogen worden sei, und sich entsprechend stark am Vater orientiert habe. In der Schule war sie gut in Naturwissenschaften und Mathematik, und als die Wahl einer Studienrichtung anstand, entschied sie sich für ein typisches Männerfach: Wirtschaftsingenieurwesen, Fachrichtung Maschinenbau. Sie war oft die einzige Frau weit und breit – und musste sich gegen die geballte männliche Übermacht durchsetzen. Sie ergriff jedoch die Flucht nach vorn, erwarb sich Anerkennung, schloss das Studium schliesslich als eine der besten ab. Trotz ihrer hervorragenden Leistungen blieb sie nicht an der Universität. Stattdessen heiratete sie früh – und zwar ganz den Vorstellungen ihrer Eltern entsprechend – einen Studienkollegen, der in der Lage war, eines Tages die elterliche Firma zu führen.
Nun bin ich dran
Ihr damaliger Mann trat nach der Promotion tatsächlich in die Firma ein. Sie selbst arbeitete ebenfalls im Betrieb des Vaters. Von 1970 bis 1976 war sie Direktionsassistentin. Doch sie fühlte sich in der Rolle der «Cheftochter» nicht wohl und konnte sich nicht entfalten. Sie wartete auf eine Gelegenheit zum Absprung. Den sah sie als gekommen an, nachdem ihr Mann seine Doktorarbeit beendet hatte. Sie sagte sich: «So, nun bin ich dran», und beschloss, ebenfalls zu promovieren. Die Diplom-Wirtschaftsingenieurin erhielt ein Stipendium am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Sie genoss ihre neu errungene Freiheit, obwohl es nicht leicht war, Kindererziehung und Promotion gleichzeitig zu bewältigen. Sie schrieb eine Doktorarbeit über das Verhältnis von Autonomie und Routine in betrieblichen Strukturen. Ein Thema, dem sie bis heute die Treue gehalten hat.