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Entstehungsgeschichte und Vorgänger des HLS
Der erste gedruckte Band des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS) wurde 2002 dreisprachig veröffentlicht. Seither erschien jährlich ein weiterer Band. Bereits 1998 hatte das HLS-Team mit der Publikation einer elektronischen Version auf dem Internet, dem e-HLS, begonnen, um einen Benutzerkreis weit über die Schweiz hinaus zu erreichen.Das HLS knüpft an eine lange Tradition der schweizerischen Lexikografie an, aus der drei Werke besonders hervorzuheben sind:
- Johann Jakob Leu, Allgemeines helvetisches, eydgenössisches oder schweitzerisches Lexikon, 20 Bände, Zürich 1747 - 1765, plus 6 Supplementbände, Zug 1786-1795.
- Encyclopédie d'Yverdon, 58 Bände, Yverdon-les-Bains 1770 - 1780.
- Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz (HBLS), 7 Bände plus Supplementband, Neuenburg 1921 - 1934.
Nach der Publikation des äusserst beliebten Historisch-Biographischen Lexikons der Schweiz (HBLS) hatte sich in der Schweiz während Jahrzehnten niemand mehr an die Herausgabe eines historischen Lexikons gewagt. Ab den 1960er Jahren manifestierte sich jedoch verstärkt der Wunsch, der Schweiz ein neues historisches Nachschlagewerk zu verschaffen, das der Neuausrichtung der Geschichtswissenschaft zu einer Histoire totale Rechnung trug. Aufgrund zahlreicher politischer Vorstösse arbeiteten die Allgemeine Geschichtforschende Gesellschaft der Schweiz AGGS (heute Schweizerische Gesellschaft für Geschichte SGG) und die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW ein Projekt für ein neues Lexikon aus, das 1987 von den eidgenössischen Räten bewilligt wurde.
Für ein neues Lexikon der Schweizer Geschichte sprachen staats-, kultur- und sprachpolitische Argumente: Über die Erarbeitung umfassender Informationen zur Schweiz und ihrer Geschichte hinaus sollte das Lexikon eine Brücke zwischen den Landessprachen schlagen. Dem sprachpolitischen Argument kam dabei besondere Bedeutung zu: Die italienischsprachige Schweiz sollte mit dem HLS zum ersten Mal ein Nachschlagewerk zur Schweizer Geschichte in italienischer Sprache erhalten - und die rätoromanische Schweiz eine ein- oder zweibändige Teilausgabe, das Lexicon istoric retic (LIR). Diese Mehrsprachigkeit ist in der internationalen Lexikografie einzigartig.