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Tagung: Rohstoffkonzerne vs. Staat und Gesellschaft. Eine komplexe Beziehung am Beispiel Südafrikas
28. Okt 2016 von 18:15 bis 29. Okt 2016 von 16:3025CHF - 50CHF
Südafrika wird nach wie vor durch die Rohstoffindustrie geprägt, die 35 Prozent des Exports erwirtschaftet und direkt und indirekt rund eine Million Personen beschäftigt. Weshalb schafft der Bergbau mit dem Ertrag aus den wertvollen Rohstoffen – Gold, Platin, Diamanten, Titan, Chrom, Mangan und Vanadium – nicht den Reichtum, der dem Land und dessen Bevölkerung zu Wohlstand verhelfen könnte ? Dieser Frage geht die fünfte Tagung nach, welche die KEESA in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Afrikastudien Basel (ZASB) organisiert. Sie schliesst an die Bergbau-Tagung des Jahres 2014 an.
2016 wollen wir Aspekte untersuchen, die diese grundlegenden Fragen beantworten können. Wie sehen die Mechanismen aus, die über buchhalterische Kniffe, das sogenannte Transfer Pricing, den Gewinnabfluss ins Ausland ermöglichen ? Auf diese Weise werden dem Staat Steuereinnahmen entzogen, die sonst für staatliche Aufgaben eingesetzt werden könnten.
Wir befassen uns auch mit den Auswirkungen politischer Vorgaben an die Wirtschaft wie das Black Economic Empowerment. Unter welchen Bedingungen arbeiten Frauen im Bergbau, wie sind sie durch die Wanderarbeit der Männer betroffen und wie sehen die Lebensbedingungen in den Minenstädten aus ? Oft führt der Abbau von Rohstoffen dazu, dass Gemeinschaften ihre Lebensgrundlage verlieren und Umweltschäden entstehen. Die Konferenz befasst sich mit einem konkreten Fall, wo sich die Bevölkerung gegen ein Bergbauprojekt zur Wehr setzt.
Als Drehscheibe im internationalen Rohstoffhandel ist die Schweiz auf vielfältige Weise involviert. Glencore und die 2013 von Glencore übernommene Xstrata, sowie BASF Metals in Zug, die einen Grossteil des in Marikana geförderten Platins kauft, sind Beispiele dafür. Diese Unternehmen sind nicht bereit, Verantwortung für die Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten zu übernehmen. Sie können auch nicht dazu gezwungen werden, weil die dazu nötigen rechtlichen Instrumente auf nationaler wie internationaler Ebene fehlen. Steigender Druck aus dem In- und Ausland muss zu einer Änderung dieser unhaltbaren Situation führen.
Das bewährte Format der Tagung wird beibehalten: Austausch zwischen einem interessierten Publikum mit Forschenden aus dem südlichen Afrika wie aus der Schweiz sowie mit NGO-VertreterInnen und direkt betroffen AktivistInnen aus der Region.
Anmeldung: bis zum 25. Oktober an <email-pii> oder KEESA, Postfach 195,
4005 Basel, Telefon +41 061 681 80 84 (fepa)
Flyer: download pdf