Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03575.jsonl.gz/2549

Waren Römer auf dem Römerhof?
Der Römerhof in Kloten (ZH) heisst nicht von ungefähr so. Und auch nicht erst, seit die Römer mit Kürbissen bekleidet diesen Herbst hier zu Besuch waren. Wenige Meter vom Römerhof entfernt stand einst ein Römisches Gutshaus.
Tatsächlich: Wenn man auf Google die Satellitenkarte studiert, kann man auf der anderen Seite der Strasse gegenüber des Römerhofs typische Überreste eines römischen Gebäudekomplexes entdecken:
Bei den ca. 80 m Luftlinie entfernten Gebäudeüberresten handelt es sich um den «Schatzbuck Villa Rustica» - die mutmasslichen Überreste eines römischen Gutshofs. «Schatzbuck» deshalb, weil die Stätte im 18. Jahrhundert stark unter Schatzgräbereien gelitten haben soll. Vom 1.-4. Jh. n. Chr. Soll er bewohnt gewesen sein. Man geht davon aus, dass er im 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. erstellt wurde (wikipedia.org, Hans Kläui - das alte Kloten in: "Kloten - Vom Bauerndorf zur Flughafenstadt" 1964; Orell Füssli Verlag, Zürich).
Ein reges Kommen und Gehen
Die gesamte Villenanlage umfasste etwa 250 mal 200 Meter. Im Norden der Anlage befand sich das Herrenhaus. Es soll um 50 n.Chr. errichtet worden sein und in der Mitte einen von Säulengängen gesäumten Innenhof gehabt haben. An der Nordwestseite fand man einen Badetrakt und das Haus verfügte wahrscheinlich über eine römische Warmluftheizung. 1724 wurden erste Teile freigelegt, systematische Ausgrabungen fanden zwischen 1969 und 1979 statt.
Es sieht aus, als wäre das Haus mit besonderem Luxus ausgestattet gewesen sein. Dies und auch die Lage am Knotenpunkt dieser zwei wichtigen Strassen lässt Forscher vermuten, dass es sich dabei nicht um ein gewöhnliches Herrenhaus, sondern um eine so genannte «Mansio» gehandelt haben könnte. Also eine Art Hotel, in dem man auch Pferde eintauschen konnte, um seinen Weg mit einem neuen Pferd fortzusetzen. In der Römerzeit lag Kloten nämlich auf einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der Strassen von Windisch (Vindonissa, West) nach Bregenz (Brigantonum, Ost) und von Zürich (Turicum, Süd) nach Norden in Richtung Süddeutschland (Historisches Lexikon der Schweiz). Es herrschte wohl ein reges Kommen und Gehen.
Die Römer in Kloten
Doch nicht nur beim Römerhof waren die Römer stationiert. Es gibt weitere Hinweise darauf, dass die Römer in Kloten und Umgebung gesiedelt haben dürften. Bei der reformierten Kirche stand im 4. Jh. sogar ein Kastell.
Zur Römerzeit hiess Kloten «Clauodunum». Wie genau der Name zustande kam, dafür gibt es mehrere Theorien. Vielleicht waren die hier siedelnden Claudianische Legionen die Namensgeber. Überhaupt trifft man den Namen «Claudia» auch heute noch vielerorts in Kloten an. So heissen zum Beispiel ein Kino sowie eine Apotheke in Kloten «Claudia» und die Feuerwehrautos heissen Claudia 1, 2, 3 etc., erklärte mir Herr Schindler vom Amt für Raum und Umwelt der Stadt Kloten.
Und selbstverständlich gibt es in Kloten auch einen «Römerweg». Zur späteren Alemannenzeit lebte hier allerdings auch ein gewisser «Chloto», der ebenfalls der Namensgeber gewesen sein könnte. Oder aber der Name kommt von dem gallischen Wortteil *klauo- für «Riegel» oder «Nagel» und *dunom (lat. dunum) für «Befestigung» oder «Burg» (kloten.ch, wikipedia.org).
Doch egal, wie Kloten genau zu seinem Namen kam: Die Römer waren hier und haben ihre Spuren hinterlassen. Der Römerhof war also quasi der Hof, der neben dem «Römerhaus» stand.