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Religion und Querschnittlähmung
Helfen Religion und Spiritualität, um Depression und Angst nach einer Querschnittlähmung zu bewältigen?
Autorin der Zusammenfassung: Jamie Lisson (Schweizer Paraplegiker-Forschung)
Originalartikel: Rahnama P, Javidan AN, Saberi H, Montazeri A, Tavakkoli S, Pakpour AH, Hajiaghababaei M. Does religious coping and spirituality have a moderating role on depression and anxiety in patients with spinal cord injury? A study from Iran. Spinal Cord. 2015 Dec;53(12):870-4. Volltext: http://www.nature.com/articles/sc2015102.
Depression und Angst können wichtige psychologische Begleiterscheinungen einer Querschnittlähmung (QSL) sein. Diese Studie hat gezeigt, dass Religion und spirituelles Wohlbefinden eine abmildernde Wirkung auf das Auftreten von Depression und Angst bei Personen mit QSL haben können.
Was war das Ziel der Studie?
Ziel der Studie war es, das Angst- und Depressionsniveau bei Personen mit QSL in Bezug auf ihre religiösen Bewältigungsstrategien und spirituelle Gesundheit zu untersuchen. Ausserdem untersuchten die Wissenschaftler, ob demografische oder verletzungsbezogene Charakteristika der Teilnehmer in einem Zusammenhang zu Angst und Depression standen.
Wie sind die Forscher vorgegangen?
Die Wissenschaftler untersuchten 213 erwachsene Patienten (165 Männer und 48 Frauen) mit QSL, die im Brain and Spinal Cord Injury Repair Research Center im iranischen Teheran behandelt wurden. Ihr Durchschnittsalter war 33,7 Jahre. Die Teilnehmer beantworteten vier Fragebögen:
- Einen Fragebogen zur Erhebung demografischer Daten (Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Familienstand und Beschäftigungsstatus) sowie verletzungsbezogener Informationen (Zeit seit der Verletzung, komplette/inkomplette QSL).
- Den Brief Religious Coping Questionnaire zur Untersuchung von positiven oder negativen religiösen Bewältigungsstrategien. Positive religiöse Bewältigung wurde als Bestehen „einer sicheren Beziehung mit einer transzendenten Kraft“ definiert. Negative religiöse Bewältigung dagegen bedeutet „unterschwellige Probleme mit sich selbst, mit anderen und mit dem Göttlichen“ (beide Zitate sind aus dem wissenschaftlichen Originalartikel übersetzt).
- Den Spiritual Well-Being Scale, um das religiöse Wohlbefinden und das existenzielle Wohlbefinden zu bewerten. Das religiöse Wohlbefinden bezieht sich auf „die eigene Beziehung zu Gott“. Das existenzielle Wohlbefinden hingegen bezieht sich darauf, „wie die eigene Lebensaufgabe und Lebenszufriedenheit wahrgenommen werden“ (beide Zitate sind aus dem wissenschaftlichen Originalartikel übersetzt).
- Den Hospital Anxiety and Depression Scale zur Bewertung von Angst und Depression.
Mittels statistischer Analyse – der sogenannten mehrfachen logistischen Regressionsanalyse – untersuchten die Wissenschaftler die Antworten der Teilnehmer.
Was haben die Forscher entdeckt?
30 % der Teilnehmer gaben an, unter starker Angst zu leiden, 15 % unter schwerer Depression. Die Wissenschaftler ermittelten, dass Frauen und Arbeitslose ein deutlich höheres Risiko hatten, unter Angststörungen zu leiden. Ausserdem förderten negative religiöse Bewältigung und eine niedrigere Bewertung des existenziellen Wohlbefindens deutlich Angst wie auch Depression.
Was bedeuten diese Ergebnisse?
Die Teilnehmer, die ein höheres existenziell-spirituelles Wohlbefinden angaben, litten seltener unter Angst und Depression. Ähnlich ging ein höherer Grad an negativer religiöser Bewältigung mit einem gesteigerten Risiko einher, an Angst und Depression zu leiden. Dies zeigt, dass sich Religion und spirituelles Wohlbefinden abmildernd auf die Erfahrung von Depression und Angst bei Menschen mit QSL auswirken.
Wer hat die Studie durchgeführt?
Die Studie wurde am Brain and Spinal Cord Injury Repair Research Center im Institut für Neurowissenschaft der Teheraner Universität für Medizinwissenschaften in Teheran, Iran, durchgeführt.
[Übersetzung des originalen englischen Beitrags]
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