Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/2445

Der „Nabel Siziliens“ liegt 1000 Meter hoch und bedeckt das felsige Haupt des Monte Giuliano im geografischen Zentrum Siziliens. Enna ist die höchstgelegene Provinzhauptstadt Italiens. Von dort oben hat man eine grandiose Aussicht auf das von hohen Bergen umstandene Binnenland der Insel und auf die wellenförmig weit sich hinziehenden Weizenfelder. Sie erinnern augenfällig daran, dass Sizilien vor 2000 Jahren die Kornkammer des Römischen Reiches war. Besonders reizvoll ist der Blick auf das 9 Kilometer entfernte Städtchen Calascibetta, dessen Baulichkeiten, durch ein Tal von Enna getrennt, wie hingestreut auf einer langgestreckten Anhöhe im Norden liegen.
Ihren heutigen Namen erhielt die 30.000 Einwohner zählende Stadt Enna im Jahre 1926. Anlass war ihre Erhebung zur Provinzhauptstadt. Bis dahin hieß sie Castrogiovanni, was auf eine ähnlich lautende, arabische Bezeichnung zurückging. Mit „Enna“ knüpfte man 1926 an den früheren, von den Römern gewählte Namen an, in dem das altlateinische Wort für „hoch“ nachschwingt.
Wichtigste Sehenswürdigkeit ist das von den Normannen vor fast 1000 Jahren errichtete, riesige Castello di Lombardia, das auf eine Festungsanlage aufbaut, die schon von früheren Eroberern der strategisch ideal gelegenen Stadt genutzt wurde. Nach einander nahmen sie Sikaner, Griechen, Karthager, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Staufer und Spanier in Besitz. Das antike Enna war im Jahre 139 vor Christus Schauplatz des ersten Sklavenaufstands im Römischen Reich.
Neben der erwähnten großen Festung ist der etwas außerhalb des Stadtkerns gelegene Stadtpark mit der normannischen Torre di Federico, deren Renovierung mittlerweile abgeschlossen sein dürfte, einen Besuch wert. Sehenswert sind ferner der später barockisierte Dom aus dem 14. Jahrhundert, der ansehnliche Domschatz mit einer aussergewöhnlichen Münzsammlung und byzantinischen Ikonen sowie das Archäologische Museum an der Piazza Mazzini.
So bewegt die Geschichte Ennas ist, so gemächlich wirkt es heute. Strategisch liegt es immer noch günstig, weil es sowohl über die Autobahn als auch mit dem Zug und mit Bussen bequem zu erreichen ist. Die wirkliche Vitalität der Stadt erschließt sich dem Besucher erst am Abend, wenn sich die Via Roma in eine Flaniermeile voll mediterraner Lebensfreude verwandelt
.