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Die Stationen in Banks Karriere
FC Chesterfield (1955–1959)
Leicester City (1959–1967)
Stoke City (1967–1972)
St.Patrick's Athletic (1977)
Fort Lauderdale Strikers (1977/78)
7. Juni 1970: Der englische Nationaltorhüter Gordon Banks taucht in die tiefe Ecke, als Brasiliens Superstar Pelé auf sein Tor köpft. Mit der rechten Hand schaufelt er den Ball nicht nur heraus, er hebt ihn sogar über die Querlatte. Sein Save gilt als die grösste Parade aller Zeiten.
In Guadalajara kommt es in der Vorrunde der WM 1970 in Mexiko zur Partie zwischen England, das den WM-Titel von 1966 nur zu gerne bestätigen will, und Brasilien, das den Pott zurück in die Heimat bringen möchte. Es ist das Duell des amtierenden Weltmeisters und des Teams, das den Fussball zuvor acht Jahre lang dominiert hatte.
Für das Unterfangen «3. Titel» zieht sich sogar der bald 30-jährige Pelé wieder das Dress der brasilianischen Nationalmannschaft über. Dies, obwohl das Wunderkind der WM von 1958 geschworen hatte, nie mehr an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, nachdem er vier Jahre zuvor mit Brasilien gegen Portugal bereits in der Vorrunde ausgeschieden war. Die Portugiesen kannten damals nur eine Taktik: Den Beinen von Pelé ihre höchste Aufmerksamkeit widmen. Mit Erfolg: Pelé verletzte sich und Eusébio schoss Portugal zum 3:1-Sieg.
Vier Jahre später hat sich Pelé wieder beruhigt. Beim 4:1-Sieg gegen die Tschechoslowakei im ersten Gruppenspiel schiesst er seinen ersten Treffer, auch gegen die «Three Lions» setzen die Brasilianer auf ihren routinierten Stürmerstar.
Die erwartete Abwehrschlacht der Engländer um Captain Bobby Moore gegen Brasiliens Offensivpower mit Pelé, Tostão, Rivelino und Jairzinho findet aber nicht statt. Die Mannen von der Insel spielen munter mit und offenbaren die eine oder andere Lücke in der Hintermannschaft der Seleção. Nur das Tor will nicht fallen.
Brasilien ist allerdings deutlich näher am Führungstreffer. Als Pelé nach einer Flanke von Jairzinho in die Luft steigt, um einen Kopfball in Richtung Tor zu wuchten, schreien die ersten – darunter auch Pelé – «Gol». Doch England-Goalie Gordon Banks fliegt blitzschnell in die rechte untere Ecke und fischt den Ball von der Linie. Dabei lässt er die Kugel nicht etwa nach vorne abprallen – nein, er hebt den Ball mirakulös über die eigene Querlatte.
Ein Ding der Unmöglichkeit, so scheint es. Doch anders war dies gemäss Banks gar nicht möglich: «Ich musste dem Ball hinterher hechten, so wuchtig wie der aufs Tor geköpft wurde. Ich musste das Tempo übernehmen, dafür die Richtung ändern und überlegen, wie hoch der Ball aufspringen wird. Zuerst dachte ich, er lande im Tor», erinnert sich Banks Jahre später. «Und später sagte Pelé, es sei die beste Parade gewesen, die er je gesehen habe.»
Brasilien gewinnt das Spiel trotz Banks' Wunderparade 1:0 und marschiert danach mit bestechender Dominanz zum dritten WM-Titel. Auch England qualifiziert sich trotz der Niederlage für die Achtelfinals, gegen West-Deutschland ist dort aber Endstation.
Gordon Banks steht bereits 1966 beim Gewinn des WM-Titels zwischen den englischen Pfosten. Obwohl er nicht viel zu tun hat, strahlt der damals 28-Jährige eine grosse Sicherheit aus und verhilft dem Team – neben dem legendären Wembley-Goal – im Endspiel durch starke Paraden zum Pokal.
Auch nach der WM 1970 sorgt Banks immer wieder für Aufsehen. Im Länderspiel 1972 gegen die Nordiren unterläuft ihm gegen den legendären George Best ein Fauxpas. Der Mittelfeldspieler von Manchester United stört den Keeper beim Auskick, spitzelt ihm die Kugel vom Fuss und köpft nach gewonnenem Laufduell gegen den überraschten Banks den Ball ins Tor – doch der Treffer wird wegen eines angeblichen Fouls aberkannt. Glück für Banks.
Als Banks dank dem 2:1-Erfolg gegen Chelsea 1972 im Wembley auch noch den FA-Cup-Titel gewinnt, fügt er seiner Karriere einen nächsten Höhepunkt hinzu. Doch die Laufbahn des Goalies nimmt danach ein abruptes Ende.
Ausgerechnet zu der Zeit, als er als bester Torhüter der Welt gilt, verliert er auf der Rückfahrt von einem Besuch beim Physiotherapeuten die Kontrolle über sein Auto und landet im Strassengraben. Er verliert die Sehkraft im rechten Auge und muss nach einigen Versuchen, weiterhin Tore zu verhindern, zurücktreten.
Banks wird von 1966 bis 1971 sechs Mal hintereinander als FIFA-Torhüter des Jahres ausgezeichnet. In 73 Partien für England hält er 35 Mal den Kasten dicht und muss nur 57 Tore zulassen. Eine Rekordmarke, der die Engländer noch heute nachtrauern. Nur sein Nachfolger Peter Shilton, der das englische Tor von 1970 bis 1990 hütet, geniesst danach ähnlich grosse Anerkennung wie Banks. Seither schlägt sich England immer wieder mit einem Goalie-Problem herum. Bis heute.