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Weitere Luftaussichten von Zug
Der Zurlaubenhof war die Familienresidez der Zurlauben von Zug, eine Linie, die verbreitet ist in 1799. Während der Jahre 1597 bis 1621, liess Konrad Zurlauben (1571-1629) die Domäne befestigen und trug zu seiner Einrichtung bei. Nach 19 Jahren als Stadtsekretär, erhielt Konrad Zurlauben das Berateramt, danach wurde er Abgeordneter im französischen Dienst. Er wählte als leitender Architekt Jost Knopflin (1552-1615), der auch Architekt des Kapuzinerklosters sowie des Hauses des Beichtvaters im Kloster Frauental gewesen ist. In 1623, liess der Architekt den Zurlaubenhof mit einer Kapelle ausstatten, die in 1635 unter der Schutzherrschaft des Heiligen Konrad gestellt wurde.
Das Haupthaus blieb bis 1799 in den Händen der Familie Zurlauben. Viele Daten, die in den Gebäuden graviert wurden, erlauben uns die Zeitabfolge der Konstruktion nach zu vollziehen. Auch lernt man, dass in 1645, ein Pachthof zur Domäne zählte; wie auch eine Galerie, abgewinkelt mit der Hauptkonstruktion verbunden war in 1736. Kurz danach hat man in diesem Pachthof einen "salle blanche" (weissen Saal) eingerichtet. Im Jahre 1747 hat man die Ausweiterung der Residenz mit der Errichtung und Aufstellung eines neuen Portals. Zwischen 1799 und 1843, gelangte die Domäne endlich in die Hände der Familie Bossard von Zug welche es restaurierten.
Der Zurlaubenhof schuldet sein schönes Aussehen dem Hauptgebäude welches im Norden die Kapelle beherbergt und im Süden der Gutshof liegt. Diese beiden Bauten sind durch das Hauptgebäude bis zur ersten Etage begehbar dank einer geöffneten Galerie. Die Loggia, welche den Pachthof verlängert und rechts beim Haus liegt, ist eine klassische Architektur mit Obelisken gesäumt. .
Die Residenz ragt 4 Etagen auf rechteckigen Grund hervor. Der grosse gemauerte Sockel trägt an der Schräge der beiden Hauptetagen verzahnte Ketten in quadratischer Form. Die oberen Etagen zeigen hinter dem Verputz eine Fachwerkkonstruktion. Drei normale Reihen von 3 Zwillingsfenstern runden die Hauptfassade im Westen ab. Ausser den ganz grossen Festern von der 4. Etage und denjenigen des Zimmers im Nord-Westlichen Winkel der unteren Etage, zeigen alle Fensterkreuze die Grundmauern und eine gemauerte Einfassung. Jedes der beide Mauern führt unter dem Dach zu eine offene Galerie. Der Treppenturm, welcher früher ausserhalb des Gutes an der äusseren Fassade stand, ist zur Zeit komplett vom Gebäude absorbiert und der Eingang wurde in den Süden verlagert. Das Türmchen und das Dach des Pavillons überragen das Gebäude mit seiner Dachluke.
Die Kapelle, einfach und bescheiden, die gegen den Osten schaut, ist auf der östlichen Achse des Pachthofes ausgelegt. Der Gutshof mit langem Grundmass, liegt hinter der Konstruktion des weissen Saals. Er öffnet gartenseitig, und hat zwei Reihen von 5 Fensterkreuzen. Auf der Gegenseite des Hauptgebäudes liegt der Gutshof am Abhang der Mauer. Die Hauptachse ist genau bestimmt durch eine offene Dachluke einer Mansardenetage.
Ein Portal zwischen der rechten Oberschwelle und den Hermes-Pilastern wird von den Wappen der Zurlauben-Kolin überragt, die den Eingang des Gebäudes zieren. Vergessen sollten wir nicht die Erwähnung des Brauen Zimmers im Nordwesten dieser Etage. Seine Dekoration konzentriert sich ausschliesslich auf die Täfelung (datiert ca. 1612) und auf den Kammerboden auf welchem das Motiv wiederholt wird, als ob es auf den Boden reflektiert wird. In der Ecke des Zimmers ist ein zylindrischer Ofen aus blauen Fayence, der von Johann Georg Buschor gestaltet wurde.
In der oberen Etage, ist der prächtige Festsaal, der fast den ganzen westlichen Teil des Gebäudes innehält: es ist der grösste Saal und der prachtvollste von allen privaten Villen im Kanton. In den Mauern, durchläuft die Vertäfelung den Saal mit regelmässigen Bögen die sich zwischen den Pilastren nach unten biegen. Unter jedem Bogen, ist ein bewaffneter Mann gemalt, welcher die Anfänge der Konföderation darstellt. Am Anfang hatten die Gemälde wohl das Mauerband zwischen Vertäfelung und Boden dekoriert. Aber die Ausführung hat sich auf die Fläche, die den Kredent und die Oberschwelle der Türe überragten, limitiert. Der Künstler hat als Thema eine mythische Szene der Befreiung verwendet, die er synchron angeordnet hat in zwei Episoden unter den gemalten Bögen. Einige kleine plastischen Modifikationen sind sichtbar gegen Ende des 17 Jahrhunderts. 63 Portraits von den Königen von Frankreich gelingen es, das Mauerband zu dekorieren. Sie zeigen eines nach dem anderen, die ganze Königslinie, von Pharamond bis Heinrich VI. Man nimmt an, dass der Künstler Franzose war. Zwei grosse transversale Balken teilen den Kammerboden in 3 Teile. In 1621, hat der Maler lP. Stocker Putten die 52 Panelle mit verschiedenen Attributen bemalt und im Zentrum das Wappen der Zurlauben und der Zürcher platziert. Man sieht einen zweiten Boden aus Deckenbalken (datiert in 1645) im weissen Saal, oberhalb des Pachthofes, der an der Loggia liegt. Später, im Geiste des Rococo, versuchte man mit den Zwischenwänden die Dimensionen zu reduzieren, den Boden färbte man mit dem Geschmack der Zeiten und die Rosetten gestalteten den Kammerboden angenehm. Die Gemälde an den Wänden sind freie Kopien nach Boucher und Lancret.
Der Zurlaubenhof zeigt die typischen Merkmale eines Meisterhauses welches in verschiedenen Epochen überarbeitet wurde. Die gekonnte Anordnung der verschiedenen Gebäude und der Respekt der Übereinstimmung der Achsen zeigen wie viel die verschiedenen Architekten sich angestrengt haben, eine ausgeglichene Komposition zu erreichen.
Bibliographie