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Die Escalade de Genève ist auch unter der Bezeichnung Fête de l’Escalade bekannt und wird ausschliesslich im Schweizer Kanton Genf gefeiert. Ähnlich wie bei der Näfelser Fahrt oder dem Jahrestag der Ausrufung der Republik Neuenburg lässt sich von einem militärisch und politisch motivierten Feiertag sprechen. Begangen wird dieser alljährlich am 12. Dezember, wenngleich es sich hierbei genau genommen um das Datum gemäss dem seinerzeit gültigen julianischen Kalender handelt. Nichtsdestotrotz finden die dreitägigen Feiern stets um den 12. Dezember herum statt und sorgen dafür, dass mindestens ein Tag arbeitsfrei ist.
Aufgrund der Legende über den Suppentopf darf die Gemüsesuppe bis heute nicht fehlen.
Was ist der Anlass für die Escalade de Genève?
Dem Anlass für die Escalade de Genève nähert man sich am besten durch eine Übersetzung des Begriffs. Im Deutschen liesse sich auch von einer Kletterei oder einer Klettertour sprechen. Geklettert waren seinerzeit 200 Söldner aus dem verfeindeten Savoyen, die Genf einnehmen wollten. Dieses Geschehen ereignete sich im Jahr 1602 und wurde durch die Genfer abgewehrt. Besondere Wichtigkeit erhielt das Ereignis durch den folgenden Frieden von Saint-Julien in dessen Kontext die Unabhängigkeit Genfs anerkannt wurde.
Welche Geschichten ranken sich um die Escalade de Genève?
Die Escalade de Genève ist ein Fest mit jeder Menge Mythen und Geschichten. Da ist beispielsweise die Mutter Königreich (Mère Royaume), die im Getümmel der Schlacht einen feindlichen Soldaten mit einem Suppentopf erschlagen haben soll. Da sind aber auch die Genfer sowie die savoyardischen Toten, die allesamt namentlich auf einem Gedenkstein genannt werden.
Die Feiern zur Escalade de Genève wurden schon bald nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags aufgenommen, wobei sich deren Charakter über die Jahrhunderte immer wieder veränderte. So wurden der ursprünglich weltlichen Feier vor allem im 19. Jahrhundert auch religiöse Komponenten verliehen, die aber wieder verschwanden.
Was geschieht anlässlich der Escalade de Genève?
Die Escalade de Genève ist von einer Fülle an Gebräuchen begleitet. Aufgrund der Legende über den Suppentopf der Mutter Königreich dürfen bis heute weder die Gemüsesuppe noch ein Topf aus Schokolade, der mit Marzipangemüse gefüllt ist, fehlen. Dieser Topf wird gemeinsam mit den Worten „Ainsi périssent les ennemis de la république“ (deutsch: so sterben die Feinde der Republik) zerschlagen.
Ebenfalls zu den Riten gehört das Klopfen der Kinder an den Türen der Nachbarschaft, wobei die traditionsreichen Genfer Lieder „Ah la belle Escalade“ oder „C’é qu’è lainô“ bzw. „La Vieille Chanson“ gesungen werden. Des Weiteren finden Umzüge mit den alten Trachten statt und in der Kathedrale Saint-Pierre wird ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Musikalisch wird die Escalade unter anderem von Tambourcorps und Trompeten- sowie Fanfarenzügen begleitet.Im Kontext der Escalade findet seit 1978 auch der Course de l’Escalade statt. Dieser Stadtlauf wird jedoch auf die erste Dezemberwoche terminiert.