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In keiner deutschen Stadt oder Gemeinde gab es 1945 eine "Stunde Null", das Leben ging weiter. Die Bevölkerung musste versorgt, Wiederaufbau geleistet und die Entnazifizierung durchgeführt werden. Nirgends traten die negativen Begleiterscheinungen von Nationalsozialismus und Krieg deutlicher zu Tage als in den Kommunen. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus fand zwangsläufig und zunächst notgedrungen statt. Auch wenn es dabei anfangs weniger um theoretische oder moralische Fragen ging, war die "Vergangenheitsbewältigung" von Anfang an wichtiger Bestandteil kommunaler Verwaltungstätigkeit. Dabei waren verschiedensten Bereiche und Ämter betroffen. Oberhausen hatte im Gegensatz zu den Gauhauptstädten Essen oder Düsseldorf keine besondere Stellung inne und repräsentiert damit die mittleren Großstädte jenseits der NS-"Funktionsstädte". Gleichzeitig befindet sich in Oberhausen die älteste Gedenkstätte Westdeutschlands. Katrin Wülfing untersucht die Erinnerungskultur und "Vergangenheitsbewältigung" unterhalb der nationalen Ebene und stellt die Frage nach Zuständigkeit und Verantwortung. Wie setzte sich die Oberhausener Stadtverwaltung mit dem Nationalsozialismus auseinander? Wie positionierten sich Behörden gegenüber der NS-Vergangenheit und wie gingen Sie dabei mit ihrer eigenen Rolle um?