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Das Schweizerische Rote Kreuz verstärkt sein Engagement für die Betroffenen des Ukraine-Konflikts
Zwei Jahre nach der Eskalation des Konflikts in der Ukraine unterstützt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) die im Land vertriebenen Menschen weiter. In Cherson finanziert das SRK Luftschutzräume für die Zivilbevölkerung. Die humanitäre Organisation ist nun in vier Regionen im Westen und Süden der Ukraine tätig.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat in der Region Cherson 19 mobile Luftschutzräume bereitgestellt. Die dortige Bevölkerung ist unablässig Bombardierungen ausgesetzt, und die Häuser verfügen oft über keinen Keller, der einen gewissen Schutz bieten würde. Bei Bombenalarm müssen die Bewohnerinnen und Bewohner daher in Gängen oder Badezimmern Zuflucht suchen, um sich vor den durch Explosionen verursachten Splittern zu schützen. Die mobilen Luftschutzräume des Roten Kreuzes werden an strategischen Orten platziert. Rund zehn Personen können sich darin jeweils in Sicherheit bringen.
Seit fast zwei Jahren unterstützt das SRK auch Menschen, die ihr Zuhause wegen des Konflikts verlassen mussten und in andere Landesteile flüchteten. Michael Kramer, Departementsleiter Internationale Zusammenarbeit beim SRK, ist kürzlich von einem 18-monatigen Einsatz in der Ukraine zurückgekehrt. «Wir arbeiten eng mit dem Ukrainischen Roten Kreuz zusammen und bieten den durch den Konflikt Vertriebenen konkrete Hilfe. Ich bin sehr beeindruckt von der Kraft und vom Willen dieser Menschen, die alles hinter sich lassen mussten und oft alles verloren haben.»
Mit der Einrichtung von 134 Gemeinschaftsunterkünften verbesserten die Rotkreuz-Organisationen der beiden Länder die Lebensbedingungen von mehr als 8500 besonders verletzlichen Personen. Das Rote Kreuz stellte beispielsweise Generatoren auf, um auch bei Stromausfall eine ununterbrochene Stromversorgung sicherzustellen. Es sorgte für fliessendes Wasser, führte verschiedene Isolations- und Renovationsarbeiten durch und stellte Waschmaschinen, Backöfen, Kochherde sowie Kühlschränke für die Gemeinschaftsküchen bereit. Da der Konflikt anhielt, beteiligt sich das Rote Kreuz auch an der Renovation langfristiger Unterkünfte für vertriebene Familien und finanziert Renovationsarbeiten in Altersheimen, die Vertriebene aufnahmen.
Das Ukrainische Rote Kreuz bietet ausserdem in enger Zusammenarbeit mit dem SRK finanzielle Unterstützung, indem es Gutscheine an die Bedürftigsten verteilt. Dazu zählen beispielsweise Frauen, welche die Konfliktgebiete allein mit ihren kleinen Kindern verlassen mussten, oder mittellose betagte und behinderte Menschen.
Der festgefahrene Konflikt und die Perspektivlosigkeit lasten schwer auf der Stimmung der Vertriebenen und der lokalen Bevölkerung. Deshalb schafft das Rote Kreuz sogenannte «sichere Bereiche» in den Gemeinschaftsunterkünften. Dort stehen freiwillige Rotkreuz-Helferinnen und Helfer bereit und leiten Workshops für psychosoziale Unterstützung. Die Kinder können singen, zeichnen und spielen – alles positive Aktivitäten, die ihnen guttun.
Zwei Jahre nach der Eskalation des Konflikts am 24. Februar 2022 müssen immer noch Millionen Menschen im Exil leben. Fast sechs Millionen haben im Ausland Zuflucht gefunden, während sich fünf Millionen in der West- und Zentralukraine in Gebieten weg von der Front niedergelassen haben.