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Bryce Canyon Nationalpark
Entstehung
Auch der Bryce Canyon ist, ähnlich dem Red Canyon, eigentlich gar keine wirkliche Schlucht, sondern eine verwitterte Abbruchkante der dahinterliegenden Hochebene. Der Bryce Canyon ist aber um einiges grösser und imposanter und so passt der Name „Canyon“ hier schon besser. Auf viele wirkt der Bryce Canyon wie eine Höhle ohne Decke. Die halbkreisförmig angeordneten Gesteinstürme erinnerten auch mich an Felsformationen, welche in ähnlicher Form in Höhlen vorkommen.
Als vor Jahrmillionen das riesige Colorado Plateau angehoben wurde, waren die verschiedenen Gebiete unterschiedlicher Erosionsintensität ausgesetzt. Der Colorado River frass sich am tiefsten durch das Gestein. Er bildete den bekannten Grand Canyon, wo das tiefste und somit älteste Gestein Nordamerikas freigelegt wurde. Den Grand Canyon wollten wir dann später besuchen.
Hier im Bryce Canyon liegt die oberste und somit jüngste Gesteinsschicht der amerikanischen Platte frei und kann erkundet werden. Wie schon im Red Canyon bildeten sich auch im Bryce Canyon durch Erosion im Laufe der Zeit bizarr anmutende Gesteinstürme, sogenannte Monolithe. Die Abbruchkante ist dabei in einem riesigen Halbkreis angeordnet, was im sogenannten Amphitheater seinen Höhepunkt findet. Hier bildeten sich die meisten, höchsten und eindrucksvollsten Türme.
An unserem ersten Besuchstag war der Himmel den ganzen Tag über trüb und grau. Deshalb besuchten wir lediglich das Visitor Center, deckten uns mit Informationen ein und planten den weiteren Aufenthalt.
Wandern im Bryce Canyon
Im, oder besser am Bryce Canyon kann man sich recht einfach orientieren. An der Abbruchkante befinden sich mehrere Aussichtspunkte. Die bekanntesten vier können mit einem gratis Shuttlebus angefahren werden. Von diesen vier Punkten starten dann diverse Wanderungen hinunter in den Canyon selber, welche unten miteinander verbunden sind. So kann man sich leicht sein eigenes Wanderprogramm zusammenstellen und auch gut von einem zu anderen Aussichtspunkt wandern um dann bequem mit dem Shuttlebus zurück zu fahren.
Wir wollten aber nicht alles nur mit dem Bus anfahren und nur kurze Wanderungen unternehmen, sondern uns wieder einmal etwas länger bewegen. So starteten wir am zweiten Tag bei schönstem Wetter zu Fuss über den Rim-Trail, welcher entlang der gesamten Abbruchkante und somit ebenfalls zu allen Aussichtspunkten führt.
Jeder Aussichtspunkt eröffnete eine neue, interessante Perspektive auf die verwitterten Monolithe.
Vor allem die beiden letzten, Inspiration Point und Bryce Point, gefielen mir besonders.
Beim Bryce Point ging es für uns dann hinunter in den Canyon. Über den Peek-A-Boo Loop Trail erkundeten wir die bizarre Landschaft von nahem. Hier unten eröffneten sich ganz neue Perspektiven und ich war überwältigt von den riesigen Gesteinstürmen.
Über den Navajo Loop Trail und die Wall Street ging es schliesslich wieder hoch zur Abbruchkante.
Bryce Canyon bei Vollmond
Da bei unserem Besuch gerade Vollmond war, dieser gleich nach Sonnenuntergang auf ging und sich zudem noch in perfekter Position zum Canyon befand, musste ich natürlich am Abend nochmals ausrücken um ein Foto zu machen. Wir steuerten sowohl den Inspiration Point als auch den Bryce Point an, welche beide unterschiedliche, aber die für mich besten Perspektiven boten. So konnte ich ein paar spezielle Nachtfotos machen.
Erstaunlicherweise stellte ich im Nachhinein fest, dass auf den Fotos der Vollmond sehr ähnliche Lichtverhältnisse kreierte wie bei Tageslicht. Das Erlebnis war für mich aber um einiges eindrücklicher und ziemlich anders als es das Foto vermuten lässt. Mitten in der Nacht stand ich ganz alleine am Rand des Amphitheaters und konnte eine einmalige Lichtstimmung geniessen, welche ich leider so nicht mit einem Foto festhalten konnte. Ein spezieller Moment auf der Reise im Südwesten der USA.
Entlang der Abbruchkante bis zum Rainbow Point
Am letzten Tag wollten wir dann noch etwas mehr von der weiteren Umgebung des Bryce Canyon sehen. Der Nationalpark erstreckt sich nämlich in einem schmalen Streifen über 30km weiter Richtung Süden bis zum Rainbow Point.
Auch wenn sich hier nicht die absolut grossen Highlights befinden, gibt es entlang der Strasse immer wieder herrliche Aussichtspunkte, die neue Blicke auf die Landschaft eröffnen.
So etwa die Natural Bridge, ein Gesteinsbogen, welche eigentlich gar keine echte “Brücke” ist, welche normalerweise durch Auswaschung eines Flusses entstehen würde, sondern nach Bezeichnung eigentlich ein sogenannter “Bogen” wäre, da er durch Erosion entstand.
Wir fuhren mit dem Campervan gemütlich die Aussichtspunkte an und bewunderten die Vielfältigkeit der Landschaft.
Auf dem Rückweg machten wir schliesslich nochmals Halt beim Swamp Canyon, von wo aus wir einem kurzen Rundweg über den Sheep Creek Connecting Trail und den Swamp Canyon Connecting Trail entlang spazierten.
Hierher verirrten sich nur wenige Touristen. Und die meisten blieben sowieso bei ihren Autos. So konnten wir diese einmalige Umgebung abseits der Massen in aller Ruhe für uns geniessen. Der Weg führte uns durch lichte Wälder, wir konnten einige wilde Tiere beobachten und wundervolle Monolithe säumten unseren Weg.
Wildes Campieren im Dixie National Forest
Leider zogen nach der Mittagspause, wie jeden Tag, bedrohliche Wolken auf. So machten wir uns frühzeitig auf die Suche nach einem Stellplatz. Denn der kleine Bryce Canyon Nationalpark ist umgeben von National Forest, wo wild campiert werden darf. Gleich hinter dem Parkeingang zweigen zwei Stichstrassen in den lichten Wald und schon bald fanden wir ein lauschiges Plätzchen, dass wir nur mit Wildtieren teilen mussten.
Fazit
Der Besuch des imposanten Bryce Canyon mit seinen bizarren Monolithen und den guten Wandermöglichkeiten hat mir äusserst gut gefallen. Ich war beeindruckt von dieser surreal anmutenden Landschaft und kann dir einen Besuch nur wärmstens empfehlen.
Möchtest du weitere Informationen zum Bryce Canyon, habe ich dir diese in den Reisetipps zur USA (Destinationen – Bryce Canyon) übersichtlich zusammengestellt. Zudem habe ich dir auf der USA-Karte alle genannten Orte markiert damit du einen guten Überblick erhälst.