Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03481.jsonl.gz/2815

Dabei untersuchte ein internationales Forscherteam die zeitlichen Veränderungen der Bodenerosion, indem es Sedimentablagerungen in mehr als 600 Seen weltweit analysierte. „Schon vor 4'000 Jahren, also lange vor den neueren und drastischeren Eingriffen in die Natur durch Treibhausgasemissionen, haben menschliche Aktivitäten offensichtlich die globale Umwelt beeinflusst“, erklärte Dr. Jean-Philippe Jenny vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie und dem Carrtel Limnology Center, der das Forschungsteam leitete.
Das Forscherteam sei überrascht gewesen, dass die Sedimentanreicherung vor 4'000 Jahren zeitlich mit einem verringerten Anteil von Pollen aus Bäumen zusammengefallen sei, berichtete Jenny. Der Rückgang der Baumpollen sei auf Entwaldung zurückzuführen, die insbesondere durch Rodungen für die Landwirtschaft und für neue Siedlungen durchgeführt worden sei.
Der Kahlschlag der Bäume wiederum habe die Degradation und Erosionen der Böden beschleunigt. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass auf regionaler Ebene die Veränderungen in der Sedimentanreicherung offenbar mit historischen sozioökonomischen Entwicklungen im Zuge der Besiedlung korrelierten. So habe die Zunahme der Bodenerosion in Nordamerika später begonnen als in Europa.
Das entspreche wahrscheinlich dem späteren Einsetzen europäischer landwirtschaftlicher Praktiken in Nordamerika nach der Kolonisation, erläuterte Jenny. Umgekehrt sei der Rückgang der Bodenerosion an 23 % der Standorte wahrscheinlich mit einer erhöhten Wassernutzung und dem verstärkten Management von Wasserwegen verbunden, vor allem in den römischen und chinesischen Imperien vor 3'000 Jahren.