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AUSGANGSLAGE
Steigende Bevölkerung
In Misisi leben 80‘000 Menschen. Das Gebiet, das zu den einkommensschwächsten der Hauptstadt zählt, ist in den letzten Jahren dermassen gewachsen, dass eine Erweiterung der Wasser-Infrastruktur dringend durchgeführt werden musste.
Schwieriges Terrain
Misisi liegt auf massivem Gestein und ist ungeplant bebaut. Dies macht den Aushub aufwändiger, Leitungen anfällig für Brüche und erschwert den Zugang für Bauarbeiten.
Mangelnde Wasserversorgung
Ein altes Leitungsnetz, das nur einen kleinen Teil der BewohnerInnen versorgte, verlor durch Lecks bis zu 70 % des gespiesenen Wassers. Die Mehrheit lebte ohne Zugang zu sicheren öffentlichen Wasserstellen. Die Wasserversorgung, bestehend aus Wasserkiosken und Haushaltsanschlüssen, konnte den steigenden Bedarf nicht abdecken. Die Anwohner*innen verwendeten deshalb entweder unsicheres Oberflächenwasser oder mussten von unregulierten Verkaufsstellen Wasser beziehen.
Anwohner*innen
80'000
Wasserzugang
Über 50 % ohne sicheren Zugang zu Trinkwasser
Non-Revenue Water
Rund 70 %
MASSNAHMEN
In einem gemeinsamen Projekt von WASSER FÜR WASSER (WfW), WSUP (Water and Sanitation for the Urban Poor), der FCDO (Foreign, Commonwealth & Development Office) und der LWSC (Lusaka Water Supply & Sanitation Company) wurde das Ziel gesetzt, das gesamte Gebiet Misisi mit sicherem und zahlbarem Trinkwasser zu versorgen, um damit nicht zuletzt das Ausmass an wasserbürtigen Krankheiten einzudämmen. Der Projektbericht legt alle vorgenommenen Massnahmen dar.
PARTNER
Lusaka Water Supply & Sanitation Company (LWSC)
Die Wasserversorgungsgesellschaft LWSC ist dem Stadtrat von Lusaka unterstellt und mit der Wasserversorgung der Hauptstadt beauftragt. Für die 35 einkommensschwächsten und infrastrukturell am wenigsten erschlossenen Gebiete der Hauptstadt ist die LWSC-Abteilung für periurbane Siedlungsgebiete zuständig. Diese Abteilung ist somit für die Planung und Realisierung sowie den Betrieb und Unterhalt des Versorgungssystems in den WfW-Projektgebieten verantwortlich.
WSUP ist eine britische Multi-Sektor-Partnerschaft und in sieben afrikanischen Ländern aktiv. Das Ziel von WSUP ist es, in Zusammenarbeit mit städtischen Wasser- und Abwasserversorgern finanziell nachhaltige und zahlbare Versorgungssysteme für arme Stadtgebiete zu ermöglichen. WfW arbeitet direkt mit WSUP Zambia zusammen. WSUP übernimmt einerseits die Rolle der Mittlerorganisation zwischen WfW und LWSC, andererseits das Monitoring und Controlling der Projekte. Darüber hinaus ist WSUP in der Konzeption und Koordination der von WfW finanzierten Projekte involviert.
ERFOLGE
1
den Bau von 4,5 km Wasserleitungen und 20 Wasserkiosken finanziert
2
über 40'000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht
3
über 40'000 Menschen für Hygiene und Umgang mit Trinkwasser sensibilisiert
WEITERE ENTWICKLUNGEN
Direkte Wirkung auf die Gesundheit
Die getroffenen Massnahmen in Misisi zeigten erfreulicherweise schnell Wirkung. In der jährlichen Regenzeit (Dezember bis Februar) kam es in Misisi durchgehend zu Ausbrüchen der Cholera. In der Regenzeit 2017/2018 blieb der Compound erstmals weitgehend von der wasserbürtigen Krankheit verschont. Die Wasserkioske sind demnach schnell Teil der alltäglichen Wasserbeschaffung der Anwohner*innen geworden und verbessern die Hygiene massgeblich.
Weiterhin mangelhafte Infrastruktur
Der Compound ist allerdings noch weit entfernt von flächendeckend sicheren Zugängen zu WASH. Die sanitäre Grundversorgung und die Entwässerung sind mangelhaft. Offene Grubenlatrinen werden während der Regenzeit geflutet. Dadurch besteht weiterhin ein hohes Risiko des direkten Kontakts mit Fäkalien und damit Krankheitserregern. Aus diesen Gründen sind weitere Infrastruktur- und Sensibilisierungsmassnahmen unerlässlich.
Verschmutzte und überschwemmte Fläche in Misisi, Lusaka