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Trotz der Existenz eines Sozialversicherungssystems und vorgelagerter bedarfsabhängiger Sozialleistungen verfügen manche Personen nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um ihren Existenzbedarf zu decken und/oder müssen in verschiedenen Lebensbereichen Entbehrungen hinnehmen.
Trotz der Existenz eines Sozialversicherungssystems und vorgelagerter bedarfsabhängiger Sozialleistungen verfügen manche Personen nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um ihren Existenzbedarf zu decken und/oder müssen in verschiedenen Lebensbereichen Entbehrungen hinnehmen.
Die wirtschaftliche Sozialhilfe ist das letzte Auffangnetz des Systems der sozialen Sicherheit. Sie deckt die Grundbedürfnisse von Personen, die keinen Zugang zu anderen vorgelagerten Sozialleistungen haben.
Am stärksten stieg die Sozialhilfequote zwischen 2005 und 2017 bei den 46- bis 55-Jährigen (von 2,9% auf 3,5%) und bei den 56- bis 64-Jährigen (von 1,9% auf 2,9%). An zweiter Stelle folgten die Kinder (0 bis 17 Jahre). Hier nahm die Sozialhilfequote von 4,8% auf 5,3% zu. Bei den Personen ausländischer Herkunft, bei den Geschiedenen und den jungen Erwachsenen war die Sozialhilfequote in diesem Zeitraum hingegen leicht rückläufig.
Die Sozialhilfequote der Haushalte belief sich 2017 auf 4,2% und hat sich somit seit 2014 (4,1%) kaum verändert. Haushalte mit drei Erwachsenen und Einpersonenhaushalte verzeichneten im untersuchten Zeitraum eine leichte Zunahme (+0,3 Prozentpunkte). Ein Rückgang wurde hingegen bei nicht verheirateten Paaren mit Kindern beobachtet (von 9,5% auf 8,6%). Bei den anderen Haushaltsformen blieb die Sozialhilfequote stabil.
Mit der absoluten Armutsquote kann ermittelt werden, welche Bevölkerungsgruppen nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Die Armutsquote bezieht alle Personen ein, deren verfügbares Haushaltseinkommen unter der Armutsgrenze liegt. Diese richtet sich nach dem sozialen Existenzminimum der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe.
2017 galten 8,2% der Schweizer Wohnbevölkerung in Privathaushalten als einkommensarm. Besonders stark betroffen waren:
• Personen in Haushalten ohne Erwerbstätige
• Personen in Einelternhaushalten mit Kindern unter 18 Jahren
• Alleinlebende Erwachsene im Erwerbsalter
• Personen ohne nachobligatorische Ausbildung
• Ausländerinnen und Ausländer
• Personen ab 65 Jahren (14,7%), insbesondere Alleinlebende (25,4%). Personen im Rentenalter können jedoch häufiger auf Vermögen zurückgreifen, um die laufenden Ausgaben zu bestreiten
Bei dieser Betrachtung wird die Situation von Risikogruppen in verschiedenen Lebensbereichen untersucht. Dazu gehören die finanzielle Situation, die Wohnsituation, die Arbeit und Ausbildung, die Gesundheit, die sozialen Beziehungen, die soziale und politische Partizipation, die persönliche Sicherheit und das Wohlbefinden.
2007 waren 3,3% der Gesamtbevölkerung von objektiven und subjektiven Mehrfachbenachteiligungen betroffen. Besonders gross waren die Anteile bei Erwerbslosen, Einkommensschwachen und Ausländerinnen und Ausländern.
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