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Geplant waren auch vielfältige Freizeitaktivitäten und 4500 Parkplätze. «3 Pays» so der provisorische Name, sollte Kunden im Umkreis von 100 Kilometern anziehen. URW ist die weltweit grösste auf Einkaufszentren spezialisierte Immobiliengruppe und betreibt bereits über 55 sehr grosse Einkaufszentren.
Beschränkung auf 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche
Das neue Gesetz beschränkt die Verkaufsfläche von Einkaufszentren in Frankreich auf nur noch 10 000 Quadratmeter. Das Gelände gehört dem südelsässischen Zweckverband Saint-Louis Agglomération (SLA), der aus 40 Gemeinden besteht. Präsident Jean-Marc Deichtmann bestätigte, dass der Investor den Vorvertrag für den Landkauf von 20 Hektaren, der Ende 2022 auslief, nicht wahrgenommen hat.
Damit ist das Vorhaben gestorben. Deichtmann sieht dies nicht nur negativ, wenn gleich ihm die neue Begrenzung auf 10 000 Quartratmeter als zu gering erscheint und er bedauert, dass dem Südelsass so das Know-how eines grossen Players entgehe.
Das für das Einkaufszentrum vorgesehene Gelände gehört zu den insgesamt 80 Hektaren des Technoport genannten Gebietes zwischen Flughafen und Saint-Louis, das vollkommen Eigentum des Zweckverbands ist. «Jetzt könnten wir die Planung für den Technoport vollumfänglich neu beginnen.» Ein Einkaufszentrum für den Technoport schliesst er aus. «Ich sehe dafür eine industrielle oder wirtschaftliche Nutzung.»
Zuerst das Gebiet beim Bahnhof Saint-Louis entwickeln
Als nächsten Schritt gelte es jetzt aber, die sogenannte Zone d’Aménagement concerté (ZAC), eine Form der Raumplanung, am nördlichen Standrand von Saint-Louis und in der Nähe des Bahnhofs zu entwickeln. Angedacht sind hier ein grosser privater Konzertsaal, ein Ableger der Uni, der Université de Haute Alsace von Mulhouse, Büros für 6500 Arbeitsplätze und 700 Wohnungen und ein neuer Sitz des Zweckverbands.
Entschieden ist allerdings noch nichts. Auch einen Investor gebe es laut Deichtmann noch nicht. «Positiv ist die Nähe der Bahn. Ausserdem führt die 3er-Tramverlängerung hier hindurch. Wir haben mit den Schweizern bereits über eine mögliche neue Haltestelle gesprochen und sie sind nicht dagegen.»
Für die Erschliessung des neuen Einkaufszentrums hätte der Investor einen Grossteil der Verlängerung des 3er-Trams vom Bahnhof Saint-Louis finanziert. Das wäre knapp ein Kilometer gewesen, fällt jetzt aber weg – später wäre eine Anbindung des Flughafens denkbar gewesen. «Für Saint-Louis und das Südelsass ist das Tram besser als der EAP-Bahnanschluss, der vor allem der Schweiz oder Strassburg etwas bringt. Wir sind aber auf keinen Fall dagegen.» Für den Ausbau des Trams müsse allerdings erst der Technoport entwickelt werden. «Wenn hier viele Arbeitsplätze entstehen, wären zwei oder drei Haltestellen denkbar.» Derzeit aber hält Deichtmann den gleichzeitigen Tram- und Bahnanschluss des Flughafens nicht für sinnvoll.
Schweiz beteiligt sich an Erschliessungskosten
Unibail wollte sich auch mit 15 Millionen Euro an Erschliessungsarbeiten wie neuen Autobahnabfahrten und dem Bau eines zirka zwei Kilometer langen Zubringers entlang der französischen Autobahn A 35 beteiligen, die die Staubproblematik auf der Autobahn entzerren soll. Die Gesamtkosten dafür betragen 65 Millionen Euro. Den Anteil des Investors übernimmt nun die neue Gebietskörperschaft Collectivité Européenne d’Alsace (CEA). Weil die Schweiz ein Interesse an gutem Verkaufsfluss habe, zahle sie laut Deichtmann im Rahmen des Agglomerationsprogramms Basel 16 Millionen. Später sei der dreispurige Ausbau der Autobahn zwischen Grenze und Bartenheim geplant.