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Material
Material: Sozialbericht 2019
Sozialarbeiterin oder Sozialarbeiter in der Sozialdiakonie, Schwerpunkt Freiwilligenmanagement und Gemeindeaufbau, Zürich (80-100%)
Die Armutsquote und die Langzeiterwerbslosigkeit steigen, während sich die Sozialhilfequote kaum verändert. Zahlen aus der aktuellen Ausgabe des Sozialberichts Schweiz des Bundesamtes für Statistik BFS.
2017 galten 8,2% der Schweizer Wohnbevölkerung und 4,3% der Erwerbstätigen als einkommensarm, schreibt das BFS in einer Mitteilung. Die Armutsquote ist seit 2014 angestiegen. Am stärksten von Armut betroffen sind demnach Alleinlebende, Personen in Einelternhaushalten mit minderjährigen Kindern, Personen ohne nachobligatorische Ausbildung sowie Personen in Haushalten ohne Erwerbstätige.
Die Sozialhilfequote der Gesamtbevölkerung ist seit 2005 stabil geblieben und betrug 2017 insgesamt 3,3%. Bei den Kindern und den 46- bis 64-Jährigen verzeichnete sie hingegen einen Anstieg. Ausserdem ging der Anteil der erwerbstätigen Sozialhilfebeziehenden zwischen 2008 und 2017 zurück und die Dauer des Sozialhilfebezugs hat sich verlängert. Wirtschaftliche Wachstumsphasen oder eine rückläufige Wirtschaftsentwicklung haben kaum Auswirkungen auf die Sozialhilfequote, so das BFS.
Die Erwerbslosenquote ist zwischen 2001 und 2003 sowie zwischen 2008 und 2010 stark gestiegen. Seit 2013 hat sie sich stabilisiert und lag im Jahr 2018 bei 4,7%. Die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt seit einigen Jahren tendenziell zu, wobei ältere Arbeitnehmende stärker betroffen sind.
Das verfügbare Einkommen stagniert laut BFS seit 2014. 2016 belief es sich auf monatlich 4121 Franken pro Person. Im gleichen Jahr fühlten sich 4,9% der Bevölkerung einsam, und 6,0% der Bevölkerung waren nicht in der Lage, einmal im Monat Freundinnen und Freunde, Familienangehörige oder Bekannte zu treffen.
Was die Lebensbedingungen insgesamt betrifft, so waren 2016 3,6% der Bevölkerung von Mehrfachbenachteiligungen in verschiedenen Lebensbereichen betroffen. Dazu gehören die finanzielle Situation, die Wohnsituation, die Arbeit und Ausbildung, die Gesundheit, die sozialen Beziehungen, die soziale und politische Partizipation, die persönliche Sicherheit und das Wohlbefinden. Besonders hoch war dieser Anteil bei Erwerbslosen, Einkommensschwachen und Personen ohne nachobligatorische Ausbildung.
Die Ausgaben für die soziale Sicherheit nehmen weiter zu und beliefen sich 2017 auf 175 Milliarden Franken bzw. 26,1% des BIP. Kostentreiber sind dabei vor allem die Risiken Alter und Krankheit. 2017 entfielen auf diese beiden Bereiche 42,4% bzw. 31,7% der gesamten Sozialausgaben.