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SCB-Trainer Guy Boucher hat das Scheitern der letzten Saison (als Titelverteidiger die Playoffs verpasst) eingehend analysiert. Der ehemalige kanadische NHL-Bandengeneral ist zum Schluss gekommen, dass sich zu viele Spieler zu oft vor der Verantwortung gedrückt haben.
Der SCB wird in der neuen Saison nicht mehr nur einen Captain haben. Sondern so viele wie nötig. Bei Bedarf wird jeden Monat ein anderer vom Trainer zum Captain gemacht. SCB-Sportchef Sven Leuenberger bestätigt: «Ja, das ist richtig. Es geht darum, mehr Spieler in die Führungsverantwortung zu nehmen.»
Die Erkenntnis, dass jeder das Zeug zu einer Führungsrolle haben kann, geht auf den grossen Feldherren Napoléon zurück. Ihm wird die Aussage zugeschrieben, dass jeder französische Soldat den Marschallstab im Tornister trage und die Chance zu Führungsaufgaben bekommen sollte.
Die Frage ist nun, ob auch jeder SCB-Spieler im Sinne Napoléons den «Captainstab» in der Hockeytasche trägt. Ob sich jene, die sich im letzten Jahr vor der Verantwortung gedrückt haben, nun mit einem „C“ auf dem Dress zu Leitwölfen werden.
Der letztjährige Captain Martin Plüss amtiert vorerst erneut als Captain. Nach den beiden Champions League-Spielen vom Donnerstag (Trinec) und vom Samstag (Tampere) wird Guy Boucher entscheiden, wer die Saison als Captain beginnt. Neben Plüss hat sich in der Vorbereitung vor allem Marc Reichert (zurück aus Ambri) als einer der SCB-Spieler entpuppt, der den «Captainstab» in der Hockeytasche trägt.
Zu den Zeiten des antiautoritären skandinavischen Larifari-Experimentes unter Antti Törmänen wurde der Captain basisdemokratisch von der Mannschaft gewählt. Damit ist Schluss: SCB-Napoléon Guy Boucher führt von oben nach unten, bestimmt den Captain alleine und setzt ihn bei Bedarf auch wieder ab.