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Auf der Gitarre Akkorde schrummen – klar, aber wie geht das auf dem Piano? Kann man da auch einfach einen G und einen Em spielen? Sind es auf dem Klavier auch einfach «Griffe», die man sich merken muss?
In diesem Blogartikel erkläre ich dir, was Akkorde genau sind und wie sie auf dem Klavier funktionieren.
Was sind überhaupt Akkorde?
Grundsätzlich spricht man von einem Akkord, wenn mehrere Töne gleichzeitig gespielt werden. Es gibt viele Instrumente, wie z.B. das Saxophon, die nur einen Ton auf einmal spielen können, sie können also Akkorde nicht richtig spielen (ausser sie teilen sie auf in Arpeggios). Diese Instrumente sind Soloinstrumente, im Gegenzug zu Begleitinstrumenten, die mehrere Töne gleichzeitig spielen können und damit «Akkord-fähig» sind.
Akkorde brauchen wir, um Begleitungen zu spielen und deswegen nennt man die Akkord-fähigen Instrumente oft Begleitinstrumente. Auf dem Klavier kannst du so viele Töne gleichzeitig spielen, wie du Finger hast. Deswegen ist das Piano auch eines der beliebtesten Begleitinstrumente.
Akkorde auf dem Piano: Nicht einfach nur Griffe
Ein Akkord wird durch seinen Tonvorrat definiert, d.h. durch die Töne, die er beinhaltet. Ein G-Dur-Akkord besteht zum Beispiel aus den Tönen G, H und D. Die Anweisung, einen G-Dur-Akkord zu spielen, sagt dir aber nichts darüber, welches G, welches H und welches D du spielen sollst und auch nicht wie oft, wie schnell, in welcher Reihenfolge und ob du nur jeweils einen Ton nimmst oder ob du Töne mehrfach spielen darfst und so weiter. G-Dur heisst einfach nur: ein G, ein H und ein D müssen vorkommen; keiner dieser drei Töne darf fehlen und es dürfen keine weiteren Töne vorkommen, als diese drei.
Ein G-Dur-Akkord könnte also z.B. so aussehen:
oder so:
oder so:
Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du einen G-Dur auf dem Klavier spielen kannst.
Akkorde auf dem Piano: die Grundstellung und ihre Umkehrungen
Wenn du dich darauf beschränkst, die Akkordtöne je einmal vorkommen zu lassen, und sie möglichst beieinander zu haben, sodass du sie mit einer Hand einfach greifen kannst, dann werden deine Akkorde zu Griffen. Die sogenannte Grundstellung ist der Akkorde-Griff, in dem der Grundton des Akkords zuunterst ist. Im G-Dur-Akkord z.B. ist der Grundton ein G – der Ton, der dem Akkord seinen Namen gibt. Wenn du diesen Ton zuunterst hast und die anderen Töne nahe beieinander, sieht dein G-Dur-Akkord so aus:
Das ist auch der Griff so wie du ihn in der Grifftabelle findest. Er ist hilfreich, um sich den Akkord zu veranschaulichen, sodass du dir die drei Töne einfach merken kannst. Merke dir das Bild des Akkords in seiner Grundstellung und du merkst dir automatisch, welche Töne mit dabei sind: der Grundton (G) ist zuunterst, danach kommt die übernächste weisse Taste (H) und nochmal die übernächste weisse Taste (D).
Wenn du die Reihenfolge dieser drei Töne änderst, aber den Akkord weiterhin kompakt behältst, kommst du zu den sogenannten Umkehrungen des Akkords.
Akkorde sind Kontexte
Ein Akkord hat in einem Stück immer eine Dauer und es gilt immer nur ein Akkord auf einmal. Hier zum Beispiel gilt in den ersten zwei Takten ein D-Moll, im dritten Takt ein C-Dur und im vierten Takt wieder ein D-Moll:
Akkorde – auch Harmonien genannt – bringen hier eine Bewegung in das Musikstück: Obwohl die Melodie sich über alle vier Takte entwickelt, haben die ersten zwei Takte trotzdem etwas gemeinsames, was sich vom dritten Takt grundlegend unterscheidet. Der Wechsel von D-Moll auf C-Dur zu Beginn des dritten Taktes ist klar hörbar. Akkordwechsel sind harmonische Bewegungen, sie verleihen einem Stück einen eigenen Charakter, so wie das die rhythmischen Bewegungen und die melodischen Bewegungen auch tun. Die Melodie hätte auch anders lauten können:
Doch weil die Akkorde und die Rhythmik gleich sind, klingt diese Version dem Original gar nicht so fremd. Wir können auch die Rhythmik verändern und die Akkorde sowie die Melodie gleich lassen – das Stück ist nach wie vor erkennbar:
Wenn wir die Akkorde verändern, aber die Melodie mit ihrem Rhythmus gleich lassen, ist das Stück auch nach wie vor zu erkennen. Doch die harmonische Bewegung erzählt jetzt eine ganz andere Geschichte als vorher:
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