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(Leader – Juni/Juli 2021, Seite 51)
Absolute Steuergerechtigkeit ist ein Phantom. Steuern sind nie in einem moralischen Sinn „gerecht“. Wer unter Gerechtigkeit die grundsätzliche Gleichbehandlung aller versteht, müsste konsequenterweise eine Kopfsteuer vertreten.
Das hoch gelobte Prinzip der progressiven Besteuerung nach Leistungsfähigkeit ist ein Konstrukt von Bürokraten, die wenig von Wirtschaft und von Psychologie verstehen und die labile Balance zwischen Leistung, Leistungsbereitschaft, Leistungsfähigkeit und günstigen Konstellationen vernachlässigen.
Die Besteuerung steuert ja selbst wieder die Leistungsbereitschaft, die ihrerseits eine Grundlage der Leistungsfähigkeit ist: ein komplizierter Regelkreis. Die massive fiskalische Mehrbelastung der Fleissigen, Erfolgreichen, und Reichen führt dazu, dass deren Anteil an der Gesamtbevölkerung durch Abwanderung, Leistungsverzicht und Leistungsverweigerung tendenziell sinkt, mit der fatalen Folge, dass die Steuerschraube noch mehr angezogen werden muss.
Der Teufelskreis von immer höheren und immer progressiveren Steuern führt zu einer schlechten Nutzung der Produktivität einer Bevölkerung. Die Regierung beutet die Steuerzahler aus, statt sie zu bewirtschaften. Sie ist dem Bären vergleichbar, der die Bienenstöcke zerstört, um an den Honig zu kommen, während der Imker seine Bienen kultiviert und grundsätzlich so behandelt, dass ihr Ertrag steigt und nicht sinkt.
Ein optimales modernes Steuersystem pflegt die guten Steuerzahler nachhaltig und verzichtet auf immer höhere Belastungen jener Minderheit, die schon heute eine Mehrheit der Steuererträge erwirtschaftet.