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Beim Nachdenken über Aufgabe und Gegenstand der Ethnologie (bzw. Sozialanthropologie) stellen wir uns folgende Fragen: Inwiefern ist die Erforschung einer sozialen Formation (ethnos) eingebettet in grundsätzlichere Fragen nach dem Menschen (anthropos)? Inwiefern kann es zum besseren Verständnis des Verhältnisses von anthropos und ethnos hilfreich sein, sich mit der Geschichte einzelner Menschen und der Genese der entsprechenden Positionen in sozialen Formation auseinanderzusetzen?
Im Rahmen unserer Diskussionen zu diesen Fragen erproben wir die Biographieforschung als einen methodologisch komplementären Ansatz zur Ethnographie: Letztere ermöglicht auf Grundlage langer Feldforschung einen gegenwartsbezogenen Fokus auf soziale Einheiten, der u.a. unreflektierte und daher schwer zu versprachlichende Alltagspraktiken und Routinen in den Blick nehmen kann. Erstere ergänzt die Ethnographie durch eine Rekonstruktion der Genese individueller Positionen auf der Grundlage biographischer Erzählungen.