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| Armenische Väter - Beschreibung des Lebens und Sterbens des hl. Lehrers Mesrop

17. Übersetzungen christlicher Schriften ins Armenische.
Hernach wandten die beiden Seligen ihre Sorge der Ordnung und Erleichterung im Schriftwesen ihres Volkes zu und der große Sahak machte sich ans Werk, nach seiner früheren Gewohnheit zu übersetzen und zu schreiben1 . Wiederum hatten sie Veranlassung, zwei Brüder aus den Jüngern in das Gebiet der Syrer nach der Stadt Edessa zu senden, den Joseph, dessen wir schon oben Erwähnung taten2 , und einen zweiten, namens Eznik3 aus der Provinz Ararat, dem Dorf Kolb, damit sie aus der syrischen Sprache die Überlieferung jener heiligen Väter ins Armenische schriftlich übertrügen.
Nachdem nun die Übersetzer hingekommen waren, wohin sie geschickt worden waren, und den Befehl erfüllt und die Zusendung an die ehrwürdigen Väter besorgt hatten, reisten sie in das Gebiet der Griechen hinüber, dort unterrichtet und herangebildet, wurden sie als Übersetzer aus der griechischen Sprache bestellt.
Nachdem dann inzwischen einige Zeit verstrichen war, traf es einige Brüder, aus dem Land Armenien nach den Gebieten der Griechen hinab zu reisen; der Name des ersten davon war Leondes, der des zweiten Koriun. Als sie Umgang gefunden hatten, schlossen sie sich an Eznik an, als den bekannteren Studiengenossen in der konstantinischen Stadt und erfüllten dort in Einmütigkeit die Anforderungen der geistigen Bedürfnisse. Hernach gelangten sie, mit zuverlässigen Ausgaben der gottgegebenen Schriften und vielen mit dem Beistand der Gnade hernach niedergeschriebenen Überlieferungen der Väter, und mit den nizäischen und ephesischen Satzungen erscheinend, ins Land Armenien und legten den Vätern die geschriebenen Testamente der heiligen Kirche vor.
Sahak, der Selige, hatte schon zuvor eine Menge der kirchlichen Bücher aus der griechischen Sprache ins Armenische übersetzt und auch vieler heiliger Erzväter wahre Weisheit. Hernach nahm er mit Eznik dies wieder auf, die zuvor zufällig gefundenen, in Eile hergestellten Übersetzungen stellte er sicher an der Hand der zuverlässigen beigebrachten Ausgaben, auch viele Erklärung der Schriften noch übersetzten sie. Und so verwendeten die Väter ihre ganze Zeit zur Lesung der Schriften, Tag und Nacht, und damit geschmückt und bereichert, wurden sie das Vorbild des Guten für die gelehrigen Gefährten, zumal sie an den Geboten hielten, welche von gottgesetzten Gesandten als Mahnung gegeben wurden. Das erste von ihnen befiehlt: „An die Gesetze des Herrn sollst du Tag und Nacht denken" [Ps.1,2]. Das zweite befiehlt in ähnlicher Weise: „Wende den Geist der Lesung des Trostes der Lehre zu; vernachlässige nicht die Gnaden, die in dir sind"; „daran denke, dabei beharre! Wenn du das tust, dann wirst du dich selbst retten und diejenigen, welche auf dich hören" [1.Tim. 4,13-16.
1: Sahak hatte schon früher mit der Übersetzung der Heiligen Schrift aus dem Syrischen begonnen. S. oben c. 8.
2: S. oben c. 8.
3: Den späteren Bischof von Bagrewand, der sich durch sein merkwürdiges und scharfsinniges Werk: „Gegen die Irrlehren" einen dauernden Namen gemacht hat.