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Vergleichstest: StarOffice 6.0 vs. OpenOffice 1.0.1
Gut eineinhalb Jahre dauerte es von Suns Ankündigung, den Quellcode des aufgekauften Office-Paketes StarOffice freizugeben, bis zur ersten finalen Version. In dieser Zeit wurde aus einer eher gewöhnungsbedürftigen Software mit integriertem Desktop eine "klassische" Office-Suite mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentations- und Zeichenprogramm. Im Unterschied zu Konkurrenzprodukten wie Microsofts Office oder Corels WordPerfect Office sind hier allerdings die verschiedenen Komponenten in einer einzigen Applikation integriert.
Aus eins mach zwei
Aus dem freigegebenen Quellcode von StarOffice 5.2 entwickelte die Open-Source-Gemeinde mit Unterstützung von Sun das Officepaket OpenOffice 1.0. Gleichzeitig diente dessen Quellcode für StarOffice 6. Die beiden Büropakete, die für Linux, Solaris und Windows erhältlich sind, basieren also auf der gleichen Codebasis und weisen die gleiche Grundfunktionalität auf. Doch während OpenOffice kostenlos und auch im Source Code vorliegt, werden für StarOffice Lizenzgebühren fällig. Mit 138 Franken für die Einzelplatz-Version liegen diese allerdings immer noch deutlicher unter den Preisen für Konkurrenzprodukte wie etwa Microsofts Office-Paket. Für diesen Betrag erhält der Käufer nebst Handbüchern auch einige proprietäre Ergänzungen und bei Bedarf Support durch Sun.
Zu diesen Erweiterungen von StarOffice gehören zum einen die Datenbank Adabas der deutschen Firma Software AG. Zum anderen aber weist die kommerzielle Version des Officepaketes eine mehrsprachige Rechtschreibprüfung auf, eine Komponente, die bei OpenOffice weitgehend fehlt. Zwar liegen mittlerweile einige Wörterbücher vor, darunter auch für Deutsch. Doch Qualität und Umfang können sich nicht mit der proprietären Variante von StarOffice messen, und ein Thesaurus, also ein Synonym-Wörterbuch, fehlt völlig. Office-Anwender, die häufig Gebrauch von der Rechtschreibprüfung machen, sind mit StarOffice sicher besser bedient.