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Wirbelsäule
BANDSCHEIBE, SPONDYLARTHROSE
Anatomie
Die Wirbelsäule besteht aus 7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbeln sowie dem Kreuzbein. Die Wirbel sind hinten (dorsal) paarig über die Wirbelgelenke und vorne über die Bandscheibe miteinander verbunden. Die Bandscheibe besteht aus einem äusseren Faserring und einem inneren Gallertkern (viskoelastisch). Die Aufgabe der Wirbelsäule ist die Übertragung des Körpergewichtes von Kopf und Oberkörper auf das Becken. Zudem ermöglicht diese Konstruktion eine gute Beweglichkeit und durch den Spinalkanal (siehe Abb.1) einen Schutz des Rückenmarks.
Ursache von Kreuz-, Rücken- und Nackenschmerzen
BANDSCHEIBENVORFALL
Der Faserring der Bandscheibe ist geschädigt, Teile des Gallertkernes «drücken» auf Nerv oder Rückenmark. Folge: Je nach Ort (häufig untere Lendenwirbelsäule) entstehen Kreuzschmerzen, ausstrahlend in die Beine, oder Nackenschmerzen, ausstrahlend in die Arme, Schmerzen durch Arthrose der Wirbelgelenke (Spondylarthrose):
- konservative Behandlung
- Wenn die konservative Behandlung erfolglos war, ist eine offene Operation mit Erweiterung der Neuroforamina und Denervation der Wirbelgelenke notwendig.
INSTABILITÄT, DEGENERATIV ODER TRAUMATISCH
Hier kommt, wenn keine konservative Therapie mehr möglich ist, nur die Verblockung der betroffenen Segmente in Frage.
Konservative Behandlung
Entzündungshemmende Medikamente, Krankengymnastik, Schlingentisch mit Extension, ausserdem peridurale Injektion von corticoidhaltigen Medikamenten und örtlichen Betäubungsmitteln. Damit wird in 95 % der Fälle eine schnelle Schmerzfreiheit auch mit Rückbildung von leichten Lähmungserscheinungen erzielt.
Auch wird das Körpergewicht in den einzelnen Gang- und Standphasen durch das Gewölbe optimal verteilt. Das Fussskelett wird dabei durch die an ihm ansetzenden Sehnen, Bänder und Muskeln so verspannt, dass die Knochen nicht plan auf dem Boden aufliegen, sondern eine Art Kuppel, eben das Fussgewölbe bilden.
Bei Kindern bis ca. 11–12 Jahre ist dieses Gewölbe noch nicht strukturiert. Daher ist es völlig normal, dass bei Kindern der Fuss noch einem Plattfuss ähnelt, ohne dass weitere therapeutische Massnahmen oder Schuheinlagen nötig werden.
Operative Behandlung
Die zu wählende Methode hängt wesentlich von der Art und Lage des Bandscheibenvorfalls ab. Ein weiterer Faktor kann eine eventuelle zusätzliche Schädigung z. B. der Wirbelgelenke, Arthrose mit Verengung des Nervenaustrittloches, ein enger Spinalkanal oder Instabilität sein.
OFFENE OPERATION UND PERKUTAN-VERFAHREN
Diese ist erforderlich, wenn der Prolaps sequestriert ist und sich verschoben hat oder eine Verengung des Neuroforamina oder des Spinalkanals vorliegt. Die Ergebnisse werden je nach Autor zu 80–90 % mit gut oder sehr gut beurteilt, das heisst, 10 – 20 % der operierten Patienten sind nicht zufrieden oder müssen sich einer weiteren Operation, z. B. einer Spondylodese (Verblockung zweier benachbarter Wirbelkörper bei Instabilität) unterziehen. Durch mikrochirurgisch oder endoskopisch assistierte Verfahren (perkutan) kann der Eingriff minimiert werden.
Vorgehen bei Bandscheibenvorfall
IN KONSERVATIVEN FÄLLEN PERIDURALANALGESIE
Kein Aspirin (Acetylsalicylsäure) 5 Tage vorher! Mit einer sehr dünnen Spezialnadel wird ein örtliches Betäubungsmittel und ein Corticoid peridural injiziert.
Der Patient bleibt 2–3 Stunden zur Überwachung in der Klinik. Die Injektion kann mehrfach vorgenommen werden.
Die Besserungschance liegt bei 95 %. Das Risiko ist minimal: Entzündung, Liquorverlust mit Kopfschmerz sehr selten, Lähmung sind weitgehend ausschliessbar (kleiner als 1 Million). Der Patient kann anschliessend selbst Autofahren.
OPERATION
Eine ambulante Vorstellung und Besprechung des geeigneten Verfahrens ist erforderlich, dazu müssen die MRT-Bilder (Kernspin) mitgebracht werden. Für den Bereich Wirbelsäule arbeiten wir eng mit Fachkliniken und Ärzte zusammen.
Laterale Pulposushernie (Querschnitt und seitlich)
Seitliche Lendenwirbelsäule L1-Steissbein