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G A L E R I E

AFRICANA
|seit 1950|
|since 1950|
|depuis 1950|

Weibliche Figur
Holz
Höhe: 38 cm
Nr. 25/96
Weibliche Statute
Holz
44 x 15 cm
Nr. TA111
|Hemba

Volksgruppe mit etwa 100'000 Menschen, die im östlichen Zaire, östlich des oberen Zaire und östlich von Kongolo lebt.
Der Luika-Fluss, der von Ost nach West fliesst und in den Zaire mündet, teilt die Hemba in die südlichen und nördlichen. Im Süden schliessen sich die Luba-Hemba an, deren Kunst, wie deren Bezeichnung vermuten lässt, einen Mischstil zwischen Luba und Hemba darstellt. Doch sind die Hemba nicht allein von den Luba beeinflusst; auf ihren Wanderungen, die sich bis ins 16./17. Jahrhundert zurückverfolgen lassen, dürften sie verschiedene Impulse aus dem Norden, aber auch aus dem Osten empfangen haben.
Die Skulpturen der Hemba zählen zu den bedeutendsten Kunstwerken Schwarzafrikas; es sind vor allem Ahnenfiguren, singiti, die Kriegsfürsten, Gründer von Königsfamilien oder lokale Häuptlinge darstellen und die in kleine Hütten gestellt werden. Hinzu kommen Dorfwächterpfosten, teilweise janusköpfig, kleine, ebenfalls janusförmige Zauberfiguren kabeja mit einer Öffnung im Kopf für Medizin, Doppelbecher, Zeremonialstäbe, Karyatidenhocker, Zeremonialäxte und anderes Kultgerät. Dabei lassen sich verschiedene Stile unterscheiden – man zählt insgesamt elf – die regional, d.h. von einzelnen Häuplingstümern bestimmt werden; als die drei wichtigsten gelten die der südlichen Niembo, der Niembo am Luika und der der nördlichen Hemba.
Einem Künstler und seiner Schule lässt sich ausserdem noch ein weiterer Stil zuordnen: Der Stil des «Meisters von Buli», von dem nur weniger als zwanzig Objekte bisher bekannt sind.
Besonders selten sind die Masken der Hemba, von denen man erst in den 1970er Jahren erfuhr – vermutlich wegen ihrer sakralen Eigenschaft. Hier sind es vor allem die Affenmasken, so'o, oder bekannter unter ihrem Suaheli-Namen soko mutu, die zuerst in Übersee auftraten. Sie stellen den Schimpansen dar, der als Symbol der ungezähmten Wildheit gilt und vor allem im nordwestlichen Hemba-Land verwendet – bei den Mambwe, an den Ufern des Luka-Flusses.
Umgekehrt kommen bei der südlichen Niembo-Gruppe offenbar menschliche Gesichtsmasken vor – wenn auch sehr wenige; die einzige, bisher veröffentlichte Maske dieser Art, ähnelt im Stil den ästhetisierenden Ahnenfiguren.
Quelle: Karl-Ferdinand Schaedler «Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)
© Galerie HILT AG Basel, 2006/tg
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