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Die im Jahr 2018 monatlich publizierten Einführungstexte betten die wöchentlich veröffentlichten Blogbeiträge thematisch ein, bereiten den Leser übersichtshalber wie auch inhaltlich auf die Beiträge vor und versuchen, erste Einblicke in übergeordnete Problematiken zu geben. Die drei Themenkomplexe Verantwortung, Wahrheit und Gedanken strukturieren grob den thematischen Rahmen, wobei die Übergänge sowohl der drei Komplexe wie auch der einzelnen Beiträge fließend sind.
Themenkomplex Verantwortung
- Januar 2018: Einführungstext "Philosophie, der konstruktive Störenfried?"
Als Einstieg in die einjährige Blogreihe des Projekts „Philosophie aktuell“ wird die Philosophie an sich in Frage gestellt: Im alltagssprachlichen Gebrauch gibt es die Lebensphilosophie und Firmen vermarkten ihre Geschäftsphilosophie. Dann gibt es aber noch das Bild des verstaubten Denkers an der Universität, der in seinem Elfenbeinturm sitzend über unverständliche Themen nachdenkt. Was soll der gesellschaftliche Nutzen einer solchen Philosophie sein? Welche Aufgaben, welchen Sinn und Zweck hat sie? Was die „junge“ Philosophie sicherlich kann, ist, unangenehme Fragen zu stellen, mit einem kritischen Blick die Gesellschaft zu betrachten und sie zu aktuellen Gegebenheiten zu befragen. Ist die Philosophie also ein konstruktiver Störenfried?
- Februar 2018: Einführungstext "Ethik, Moral & Verantwortung"
Was ist eigentlich Ethik, was ist Moral und wie hält man diese beiden Begriffe auseinander? Die Ethik als Disziplin beschäftigt sich unter anderem mit menschlichen Handlungen: Was macht moralisch gutes oder moralisch schlechtes Handeln aus? Wie sollte der Mensch handeln und warum sollte er so (und nicht anders) handeln? Um Handlungen (moralisch) angemessen bewerten zu können, lohnt sich ein Blick auf den Begriff der Verantwortung – dabei werden im Einführungstext sowohl der klassische wie auch der moderne Verantwortungsbegriff kurz dargestellt. Wann sind wir denn verantwortlich?
- März 2018: Einführungstext "Philosophie als Denken ohne Geländer"
Was sind eigentlich die Aufgaben der Philosophie? Manchmal ist es angemessener, sich für bestimmte Fragen an die Einzelwissenschaften zu wenden. Aber, die Philosophie setzt auch dort an, wo die Einzelwissenschaften aufhören. Denn die Philosophie kommt unter anderem dann ins Spiel, wenn es um normative Fragen geht: Was sollen wir tun und an welchen Werten sich unser Handeln als Individuen und Gemeinschaft orientieren soll. Die Philosophie ist unter anderem dazu da, um über normative Fragen „ohne Geländer“ (Hannah Arendt) nachzudenken. Eine weitere Aufgabe ist zudem, ein generelles, kritisches Denken zu fördern, um so, den ersten Schritt der gesellschaftlichen Verantwortung zu gehen.
- April 2018: Einführungstext "Wissen ist Macht ist Verantwortung."
Wo liegen denn die Ursprünge des berühmten Satzes „Wissen ist Macht“? Wie kommen wir von Bacons Bedeutung, dass Wissenschaft (Wissen) und Technik (Macht als eine Form von Technik) zum politisch aufgeladenen „Wissen ist Macht - geographisches Wissen ist Weltmacht.“ und weiter zur humoristischen Wendung „Wissen ist Macht – weiß nichts, macht nichts.“ Macht nicht wissen aber tatsächlich nichts? Gerade dann, wenn Wissen eng mit Politik und Macht verbunden ist und somit mit jeglicher Art der Handlung, kommt auch die Verantwortung wieder mit ins Spiel.
Themenkomplex Wahrheit
- Mai 2018: Einführungstext "Von Wahrheiten und anderen Täuschungen"
Wahrheit an sich ist einer der zentralen Begriffe der Philosophie. Man unterscheidet beispielsweise zwischen logischer und faktischer Wahrheit, man sieht die Wahrheitsbedingung als wichtigen Teil der Definition von „Wissen“ an oder man untersucht Wahrheitsansprüche von bestimmten Aussagen. Seine Ursprünge hat „Wahrheit“ als philosophisches Thema bereits in der Antike. So meint beispielsweise Aristoteles, dass wenn ich von der Welt sage, sie sei „so und so“, so ist dies genau dann wahr, wenn die Welt auch tatsächlich „so und so“ ist. Diese Definition von Wahrheit wirkt auf den ersten Blick zugegebenermaßen einleuchtend. Doch was passiert mit der Wahrheit in unserer Gesellschaft der Gegenwart?
- Juni 2018: Einführungstext "Philosophieren als sprechend nachdenken und sich mitreißen lassen"
Wir sprechen über Erfreuliches und Ernüchterndes in unserem Leben, manchmal sprechen wir mit uns selbst, öfters sprechen wir jedoch mit anderen Menschen. Durch das Sprechen setzen wir uns in Beziehung mit uns selbst, in dem wir reflektieren, mit anderen, indem wir uns mit ihnen austauschen und mit der Welt, in dem wir in ihr sind, sie wahrnehmen und gestalten. Das zusammen sprechend Nachdenken ist eine Art zu philosophieren. Dieses sprechend Denken ist in gewisser Weise ein Sich-Einmischen, ein Sich-Einbinden und ein Sich-Mitreißen lassen, meinte schon Emmanuel Lévinas. Diesen Monat behandeln die Beiträge also vornehmlich in die grob skizzierten Themen wie Sprache, Sprachgebrauch, Kommunikation, Übermittlung, Diskussionskultur und Streitgespräche.
- Juli 2018: Einführungstext "Die drängenden Fragen der Aktualität"
Die Themen der Philosophie, so Lévinas, entspringen nicht aus der Annahme, dass es ewige und universale Prinzipien (also eine ewige Wahrheit) gibt, sondern philosophische Fragestellungen entspringen aus der Dringlichkeit der Aktualität, das heißt aus dem Blick in den Alltag, der mit den abstrakten Fragen der Philosophie einher geht. Richten wir unseren Blick in den Alltag: Sind Dialoge ohne Wahrheit möglich? Wie steht es um die Tagesfragen rund um unsere fortgeschrittene Technik und Technologie?
- August 2018: Einführungstext "Fake-News sind en vogue, ist die Wahrheit also tot?"
Was genau sind Fake-News und wie gestaltet sich ihr Verhältnis zur Wahrheit? Führt uns der technologische Fortschiritt tatsächlich in Unmündigkeit? Und ganz allgemein gefragt: Gibt es die Wahrheit eigentlich noch?
Und: Machen sie den Test in dem sie zwei Fragen mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten, um herauszufinden, wie sie über Wissen denken! (Hinweis: Die Wahrheit macht den Unterschied!)
Themenkomplex Gedanken
- September 2018: Einführungstext "Von alten Gedanken und neuen Erkenntnissen"
Worin liegt das Geheimnis, dass Philosophie nicht nur ein aktuelles Bedürfnis ist, sondern mit philosophischem Wissen auch humoristische Unterhaltung hervorgebracht werden kann, und es beispielsweise eine Sitcom schafft, die Philosophie sogar „cool wirken zu lassen“? Wie schaffen wir es, alte Gedanken heute einzubetten und Aktualitätsbezüge zu schaffen? Was macht eine rationale Entscheidung in unserem Alltag aus? Ist die künstliche Intelligenz (KI) nicht schon viel älter und länger genutzt, als wir dies meinen? Und gibt es in romantischen, erotischen und sexuellen Beziehungen eine „graue Zone“, in der er schwierig ist, Belästigungen zu erkennen?
- Oktober2018: Einführungstext "Gedanken zu Sprache, Politik und allem dazwischen"
Thematisiert wird viel Politisches, die Sprache und den Sprachgebraucht. Die Gedanken drehen sich auch um die Bedeutung des kritischen Denkens, um die Persönlichkeitsentwicklung zu einem autonomen Bürger. Was sind die Vorbedingungen für das Funktionieren einer Demokratie? Die Weiterentwicklung einer Gesellschaft? Die Rolle des kritischen Denkens in Wissenschaft und Gesellschaft? Und wann kommt denn eigentlich die soziale Verantwortung ins Spiel?
- November 2018: "Über künstliche Intelligenz und Gedanken zum Begriff "fake news"
Zwei unterschiedliche Beiträge rund um die künstliche Intelligenz eröffnen diesen Monat. Einmal geht es darum, dass die KI als Kulturtechnik im anthropologischen Kontext verstanden wird. Und einmal wird der Unterschied von zwischenmenschlichen Interaktionen und Mensch-Roboter-Interaktionen behandelt. In der zweiten Hälfte des Monats dreht sich der zweiteilige Blogbeitrag den Begriff „fake news“ und die These, dass wir sowohl im wissenschaftlichen wie auch öffentlichen Kontext auf den Begriff verzichten sollten.
- Dezember 2018: „Vielfältige philosophische Gedanken zu Manipulation, Kulturindustrie, Meinungsenthaltung und KI-Darstellung“
Um den Blog „Philosophie aktuell“ abzuschließen, dürfen wir thematisch breit aufgestellte Aspekte und Fragestellungen der Kulturphilosophie, der Ethik und Moralphilosophie, der Erkenntnistheorie und Logik sowie der Kunst- und Literaturphilosophie lesen. Ist Manipulation immer moralisch verwerflich? Können wir am Beispiel der Streamingdienste für Film und Musik eine neue kulturpessimistische Diagnose im Sinne Adornos formulieren? Wann können Meinungsenthaltungen denn schon rational sein? Und wieso sprechen wir der künstlichen Intelligenz so viel Macht zu?