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Scharen von Whatsapp-Nutzern laufen seit der Ankündigung der AGB-Änderungen zu anderen App-Anbietern über. Auch Telegram befindet sich auf einem Höhenflug und hat 2021 "zig Millionen Nutzer hinzugewonnen", wie das 'Wall Street Journal' schreibt.
Die App mit dem hohen Privacy-Versprechen hat offenbar teilweise 25 Millionen neue User täglich zu verkraften. Es wird prognostiziert, dass sie eine Milliarde monatlich aktiver Nutzer bis Ende 2022 erreichen könnte, ausgehend von rund 550 Millionen heute.
Damit muss die Firma steigende Ausgaben für Infrastruktur und Bandbreite decken, ohne Einnahmen zu haben.
Telegram schuldet laut 'Wall Street Journal' den Gläubigern bis Ende April rund 700 Millionen Dollar. Die Zeitung beruft sich mit Personen, die mit dem Unternehmen vertraut sind sowie Kreditunterlagen.
Der Plan, um aus der Klemme zu kommen: Man verkauft zwischen 1 und 1,5 Milliarden Dollar an Schulden, um den Betrieb zu finanzieren und bestehende Gläubiger zu befriedigen, während man 2021 in den Werbemarkt einsteigt und Premium-Dienste entwickelt.
"Ein Projekt unserer Grösse braucht mindestens ein paar hundert Millionen Dollar pro Jahr, um am Laufen zu bleiben", schrieb Telegram-Gründer Pavel Durov Ende 2020 laut 'Wall Street Journal' in seinem öffentlichen Kanal auf Telegram. "Dabei werden wir unabhängig und unseren Werten treu bleiben."
Im Gegenzug will Durov vergünstigt Eigenkapital anbieten, wenn das Unternehmen schliesslich an die Börse geht, schreibt die Zeitung.
Ein Telegram-Sprecher lehnte es ab, die Anleiheemission oder die Höhe der fälligen Schulden zu kommentieren. Der Sprecher sagte dem 'Wall Street Journal' (Paywall)
nur, dass die Kosten für die Infrastruktur und die Bandbreite von Telegram wachsen, weil die App konstant mehr als 40% jährliches Nutzer-Wachstum habe.
Telegram ist kostenlos, wurde von 2 Russen gegründet und die Entwicklerteams arbeiten nach Eigenangaben in Dubai. Der Firmensitz ist nicht ganz klar. Telegram wurde immer wieder für die Verschlüsselung kritisiert. Die App bietet einige verschlüsselte Messaging-Optionen ("geheime Chats"), aber nicht per Default. Die App mit Social-Media-Funktionen ist aber vor allem für seine Gruppen-Chaträume beliebt, in denen Menschen eine Vielzahl von Themen diskutieren. So hat beispielsweise ein unkommerzieller Marktplatz im Raum Zürich über 7000 Mitglieder.