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Materialtechnik
In den Dreissiger und Vierzigerjahren wurde den Materialeigenschaften zunehmend mehr Bedeutung zugemessen. Einerseits resultierte dies aus Schadensfällen an Bauwerken aus Naturbaustein, andererseits verlangten immer ausgeklügeltere technische Bauten nach immer besserer Materialkenntnis.
Die Geotechnische Kommission hat in der Folge verschiedene Arbeiten zum Thema der Gesteinsverwitterung und -konservierung herausgegeben, beispielsweise die beiden 1945 und 1953 erschienenen Werke «Verhalten der Bausteine gegen Witterungseinflüsse in der Schweiz» von Francis de Quervain oder die Zusammenstellungen zum «Chemismus schweizerischer Gesteine». Auch in jüngerer Zeit wurde die Frage der Gesteinsverwitterung wieder aufgegriffen mit einer umfangreichen Studie zur Verwitterung von Molassesandsteinen (1982) oder zu geotechnischen und hydrothermalen Folgen der Verwitterung sulfathaltiger Gesteine (1991).
Ab 1968 wurden verschiedene Beiträge der praktisch-technischen Nutzung von schweizerischen Rohstoffen in der Bauwirtschaft und in der Industrie der Steine und Erden gewidmet. So war beispielsweise bei Strassenbaugesteinen die Abhängigkeit der Splitteigenschaften von der petrographischen Gesteinszusammensetzung Gegenstand einer grösseren Untersuchung. Immer häufiger wurden auch mineralogische Untersuchungen, etwa in der Ziegelherstellung, durchgeführt mit dem Ziel, durch eine Optimierung des Brennprozesses auch qualitativ schlechtere Rohstoffe verwerten zu können. Mindestens fünf Publikationen sind seit 1973 zu diesem Thema publiziert worden.
Durch den massiv gesteigerten Bedarf an Rohstoffen wie beispielsweise Kies, kam es infolge überlagernder Nutzungsansprüche zu regelrechten Mangelsituationen. Die Geotechnische Kommission engagierte sich im Rahmen eines nationalen Forschungsprogrammes zu diesem Thema und veröffentlichte 1985 in den «Beiträgen» einen vielbeachteten, zusammenfassenden Schlussbericht. Auch zur Verwertung von Kieswaschschlämmen erschienen einige Publikationen.
Die ökologische und die ökonomische Bedeutung der Rückgewinnung von Bauabfällen hat in den letzten Jahern stark zugenommen. Immer häufiger werden heute aus «Abfällen» mittels moderner Aufbereitungsverfahren neue Baustoffe oder Zwischenprodukte geschaffen. So sind beispielsweise grosse Anstrengungen unternommen worden, um zu zeigen, dass unter gewissen Umständen wesentliche Mengen des Ausbruchmaterials von Tunnelbauten wiederverwertet werden können. Eine aktuelle Zusammenfassung dieser Versuch wurde 1997 durch die Arbeit von C. Thalmann «Beurteilung und Möglichkeiten der Wiederverwertung von Ausbruchmaterial aus dem maschinellen Tunnelvortrieb zu Betonzuschlagstoffen» in der geotechnischen Serie veröffentlicht.