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Wir alle reden über Kaffee, und fast alle trinken wir Kaffee. Aber wissen wir wirklich, was Kaffee ist?
Dies wollten wir herausfinden und organisierten dazu einen Anlass mit dem Kaffee-Experten Carlo Delfs.
Kaffee ist ein schwarzes, psychotropes, koffeinhaltiges Heissgetränk, das aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen, den Samen aus den Früchten der Kaffee-pflanze, und heissem Wasser hergestellt wird.
So trocken steht es in Wikipedia. Aber so banal ist es nicht. Kaffee ist eine Wissenschaft, ein Kulturgut, ein enormer Wirtschaftsfaktor und noch vieles mehr.
Der Kaffeeexperte Carlo Delfs testet und beschreibt Roh- und Röstkaffee nach spezifischen Attributen. Er tut dies für Händler und Röster, für Exporteure und Marketing, sowie für Forschung und Entwicklung. Er kennt die Sprache, in der die Kaffeeindustrie weltweit kommuniziert.
Carlo Delfs führte uns in die Entdeckung und die Geschichte des Kaffees ein.
In mehr als 65 Ländern wird Kaffee angebaut. Diese ergeben auf dem Globus einen „Gürtel“, rund um den Äquator. Der sogenannte Kaffeegürtel liegt innerhalb des 23. Breitengrades nördlicher Breite und des 25. Breitengrades südlicher Breite und umschliesst grosse Regionen in Afrika, Mittelamerika und Südamerika, aber auch Teile von Asien.
Von 60 existierenden Sorten sind vor allem zwei Gattungen für den Weltmarkt von Bedeutung, nämlich „Coffea Arabica“ sowie „Coffea Canephora“ mit ihrer wichtigsten Untergattung der „Robusta“. Arabica-Pflanzen machen dabei rund 70% innerhalb der globalen Kaffeekulturen aus. Die beiden weiteren Sorten Caffea liberica und Caffea excelsa machen nur 1% Prozent des gehandelten Volumens aus.
Arabica und Robusta pflegen keine sehr enge Verwandtschaft und auch was ihren Anbau angeht sind sie unterschiedlich. Am wohlsten fühlt sich die Arabica-Pflanze bei 15 - 25°C auf 600 - 2300m Höhe. Wie der Name schon verrät ist die Robusta wesentlich resistenter, was Schädlingsanfälligkeit und Klima angeht. Sie wächst auch bei Temperaturen von bis zu 36°C und bereits ab 300m Höhe.
Das enormes Wissen von Carlo Delfs zu Aufbereitungs-methoden, Ernte und Verarbeitung, zur Auswahl des Rohkaffees, zum Gestalten der Mischung und zum Wählen des geeigneten Röstverfahrens bereitete uns einen spannenden Feierabend.
Holzig, blumig, fruchtig – an diesen drei spannenden Abenden sprachen wir beim verköstigen dann wirklich von Kaffee.
Der typische Robusta-Geschmack wirkt oft ein wenig dunkler, holziger und leicht bitter. Doch gerade Süditaliener schätzen dies, da der härtere Ton mit Zucker zu einem Karamellton verschmilzt.
Arabica-Kaffee ist bekömmlicher und geschmacklich nuancierter. Den Arabica-Kaffee erkennt man an seinem intensiven Duft, seiner haselnussbraun-rötlichen Crema und der feineren, fruchtigeren Geschmacksnote. Damit entspricht er eher dem klassischen Geschmack eines nordeuropäischen Kaffeegenießers.
Ja, unsere Nasen und unsere Sinne wurden von Carlo Delfs gefordert und geschult.
Zu guter Letzt zeigte er uns noch eine kurze Diashow seiner Reise nach Uganda in die Welt des Kaffeeanbaus. Von der Blüte über die Setzlinge und der Frucht bis zur Ernte und dem Trocknen. Auch sahen wir Bilder der sehr einfachen Lebensverhältnisse der Kaffeebauern in eben diesen Ländern, welche für uns den für sie selber unerschwinglichen Kaffee anbauen.
Mit diesem neuen Wissen und den geschulten Geschmacks-sinne werden wir alle den täglichen Kaffee nun doppelt geniessen können.
Danke Carlo.
Kaffee bewegt offenbar, nicht nur wegen des Koffeins.
Auf unsere Einladung haben sich so viele Mitglieder und Gäste gemeldet, dass wir den Anlass dreifach durchführen mussten. Die Kaffeeschmöckete fand an folgenden drei Daten bei Carlo Delfs, Sense of Coffee, alte Steinhauserstrasse 3, 6330 Cham statt:
- Freitag; 01.12.2017
- Donnerstag, 07.12.2017
- Freitag, 22.12.2017
Bericht Adrian Wankmiller, 12.12.2017
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