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Jede Präfektur, Stadt, jedes Dorf, jede Organisation, jedes Unternehmen, ja sogar die Nuklearbranche besitzt in Japan ein Maskottchen, mit dem man sich von der süssen Seite präsentiert. Yuru-Kyara (od. Yuru-Chara) nennen sich diese Figuren auf Japanisch. Seit 2010 gibt es sogar den Yuru-Kyara Grand Prix, bei dem per Online-Abstimmung das beliebteste Maskottchen gekürt wird.
Am diesjährigen Wettbewerb im Nagashima Resort in der Stadt Kuwana bei Nagoya nahmen 681 Maskottchen teil, die eine Präfektur, eine Stadt, ein Dorf oder eine Region vertreten (siehe Tweet oben). Gewonnen hat am Ende Unari-kun aus der Stadt Narita, die bekannt ist für ihren Aal und den Internationalen Flughafen. Und genau so sieht auch Unari-kun aus: Es ist ein Hybrid zwischen Aal und Flugzeug. Gleich 805’328 Stimmen holte Unari-kun (siehe Tweet unten). Am selben Wettbewerb gibt es zudem noch die Kategorie «Bestes Firmenmaskottchen», in der 477 Figuren registriert waren.
Erfolgsbeispiel Kumamon
So absurd dieser Wettbewerb aussehen mag: Er hat sich zu einer lukrativen Angelegenheit entwickelt. So ist bis heute der unangefochtene Superstar dieser speziellen Branche Kumamon, der offizielle Vertreter der Präfektur Kumamoto auf der Südinsel Kyushu. 2011 gewann er den Titel und löste einen regelrechten Boom aus. Mit Produkten, die Kumamon als Werbefigur verwenden, wird mittlerweile jährlich über 100 Milliarden Yen umgesetzt (Asienspiegel berichtete).
Der Erfolg Kumamons sorgte dafür, dass im ganzen Land neue Maskottchen erschaffen wurde. Der Höhepunkt war 2015 als gleich 1727 Figuren am Yuru-Kyara Grand Prix teilnahmen, stets in der Hoffnung, den nächsten Kumamon zu erschaffen. Tatsache bleibt jedoch, dass nur die wenigsten Maskottchen diesen nationalen Ruhm erlangen. Die Mehrheit fristet ein kümmerliches Dasein. Zu gross ist der Konkurrenzkampf. Das haben viele Behörden inzwischen erkannt. Seit 2016 ist die Zahl der teilnehmenden Figuren am Yuru-Kyara Grand Prix denn auch rückläufig.