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Ein Schuldenschnitt sei «überfällig», erklärte Marc Chesney, Professor für «Quantitative Finance» an der Universität Zürich in einem Interview mit Infosperber.
Die Europäische Zentralbank EZB und der Weltwährungsfonds IMF hätten Griechenland eine strikte Austeritätspolitik verordnet, damit Griechenland hohe Kredite europäischer Grossbanken voll verzinsen und zurückzahlen kann. Es sei darum gegangen, diese Banken zu schützen.
Grossbanken konnten die grössten Risiken auf Steuerzahlende abwälzen
Niemand habe Grossbanken gezwungen, Griechenland Kredite zu geben und damit zu verdienen. Die damit eingegangenen Risiken – falls Griechenland nicht mehr alles zurückzahlen kann – hätten diese Banken selber tragen müssen. «Es war niemand verpflichtet, Griechenland Milliarden-Kredite zu geben», erklärte Professor Chesney. Die Grossbanken «waren in der Lage, die Situation in Griechenland einzuschätzen».
Unterdessen haben Grossbanken die Zeit der Hilfspakete genutzt, um den grössten Teil ihrer Risiken der Öffentlichkeit zu überwälzen. Sie konnten die toxischen griechischen Staats- und Bankanleihen grösstenteils der Europäischen Zentralbank und dem IWF zuschieben. «Jetzt haften die Steuerzahler der reicheren EU-Länder für die meisten griechischen Wertpapiere, so dass einzelne dieser Länder weitere Finanzprobleme bekommen könnten.»
Zu den Wahlen in Griechenland meint Chesney: «Ein Wahlsieg der Syriza könnte eine erwünschte Umkehr der aktuellen neoliberalen Politik bringen.» Ein Schuldenschnitt – nicht nur in Griechenland – sei «überfällig».
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Keine