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Niederschlag
Der Begriff «Niederschlag» umfasst Regen, Schnee, Hagel, Graupel sowie weitere, seltene Niederschlagsformen.
Einheiten:
Regen wird in mm gemessen. Dabei gilt: 1 mm = 1l/m2.
Bei Schneefall entspricht 1 mm Regen ungefähr 1 - 2 cm Neuschnee.
Unterschied Regen / Schauer
Im Wetterbericht wird ggf. der Begriff Regenschauer oder Schneeschauer verwendet. Charakteristisch für Schauer sind die kurze Dauer und die kleine betroffene Fläche. Teilweise können Schauer recht intensive Niederschläge bringen. Im Gegensatz dazu werden die Begriffe Regen oder Schneefall verwendet, wenn es sich um ein länger andauerndes und flächigeres Ereignis handelt.
Im Wetterbericht werden verschiedene Begriffe zur Beschreibung der erwarteten Verbreitung von Niederschlag verwendet:
|Begriffe:||Erklärung:|
|vereinzelt Regen kaum Niederschlag

einzelne Gewitter möglich
da und dort Gewitter Neigung zu Schauern oder Gewitter etwas Regen wahrscheinlich
|nicht flächendeckend, weniger

als die halbe Fläche hat Niederschlag
|zeitweise Regen einige Schneefälle

gewitterhaft regnerisch anhaltenden Niederschläge
|flächendeckend, mehr als die Hälfte der erwähnten Region misst Niederschlag|
|zum Teil ergiebige Schneefälle

zeitweise heftige Gewitterregen
|Mindestens 5 mm Niederschlag pro

6 Stunden, im Flächenmittel
7 Fakten zum Regen und Staunen
Haben Sie sich schon gefragt, wie lange ein Regentropfen unterwegs ist? Oder wo sich die regenreichste Gegend auf unserem Planet befindet? Der britische Wetterdienst MetOffice hat dazu 7 Fakten zusammengestellt.
1. „Phantom-Regen“
Unter bestimmten Bedingungen können Regentropfen oder Schneeflocken vom Himmel fallen ohne den Boden zu erreichen. Dieser Ereignis wird als Fallstreifen (oder Virga) bezeichnet: Niederschlag fällt aus einer Wolke und verdunstet oder sublimiert (= direkt vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand übergehend) bevor er die Erdoberfläche erreicht.
Fällt der Niederschlag durch Schichten mit unterschiedlich starken Winden oder verschiedenen Windrichtungen, weisen die Fallstreifen eine gekrümmte Form auf.
Fallstreifen können bei folgenden Wolkentypen vorkommen: Cirrocumulus, Altocumulus, Altostratus, Nimbostratus, Stratocumulus, Cumulus und Cumulonimbus.
2. Laufen oder Flanieren?
Stimmt es, dass ich besser von A nach B durch den Regen laufe und demzufolge weniger Zeit dem Regen ausgesetzt bin? Oder flaniere ich und werde von weniger Regentropfen getroffen? Ziel ist, dass ich weniger nass werden will.
Forschen können uns die Frage nicht abschliessend beantworten. Zu viele Faktoren beeinflussen das Ergebnis, ob und wie nass die Person im Regen wird. Dazu gehören z. B. Windrichtung und die Grösse der Regentropfen sowie die Grösse und Umfang der betroffenen Person.
Der italienische Physiker Franco Bocci antwortet im Interview mit SPIEGEL ONLINE: „Es gibt keine allgemeingültige Lösung“.
Im „Journal der Europäischen Physik“ sind die Untersuchungen publiziert.
Franco Bocci kommt aufgrund seiner komplizierten mathematischen Untersuchungen zum Schluss, dass es in der Regel besser ist, so schnell wie möglich zu laufen – nicht immer, aber im allgemeinen.
3. Regen duftet
Fallen Regentropfen auf staubig-trockenen Boden, schliessen sie kleine Luftblasen ein und schiessen nach oben, wie in einem Glas Champagner. Die Luftblasen lösen sich wieder aus dem Regentropfen und der Wind verteilt den Duft. So entsteht der vertraute Geruch, der uns Regen bringt. Er wird auch „Petrichor“ genannt.
4. Form der Regentropfen
Regentropfen werden oft in Form von Tränen gezeigt, was (leider) nicht korrekt ist.
In der Atmosphäre nehmen sie eine sphärische Form an: die Wassermoleküle verbinden sich und werden durch die Oberflächenspannung zusammengehalten.
Sobald die Regentropfen zu fallen beginnen, ändert sich ihre Form ständig. Regentropfen treffen aufeinander und der Luftwiderstand glättet den „Tropfenboden“. Die Regentropfen nehmen die Form von „Jelly Beans“ an.
5. Wie viel Zeit benötigt ein Regentropfen, bis er die Erde erreicht?
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten: es hängt davon ab, aus welcher Höhe der Tropfen fällt und wie gross er ist.
Gehen wir von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,5 km/h aus. Befindet sich eine Wolke auf ca. 2‘500 Meter, würde ein Regentropfen etwas über 2 Minuten benötigen, um die Erde zu erreichen.
Grössere Regentropfen fallen mit ca. 32 km/h, während kleine Regentropfen bis zu 7 Minuten für die Strecke zur Erde benötigen.
6. Wo befindet sich der nasseste Ort auf der Welt?
Die Ortschaft „Mawsynram“ im Bezirk Maghalaya, Indien, ist bekannt, als der Ort mit den höchsten Niederschlägen der Welt. Durchschnittlich fallen 11‘971 mm Regen pro Jahr.
Die Nähe zum Golf von Bengalen und die Lage in den Garo Hills im Süden des Himalaya verursachen die starken und häufigen Niederschläge in Mawsynram.
Der Monsun aus Südwesten führt warmfeuchte Luftmassen zu den Bergen, wo sie gestaut wird. Dies führt zu grossen Niederschlagsmengen in Mawsynram.
Als nassester Ort der Schweiz gilt der Säntis (2‘502 m.ü.M.) mit einem mittleren Jahresniederschlag von 2‘837 mm (1981-2010).
7. Höchste Regenmenge pro Tag in der Schweiz
Am 26. August 1935 regnete es 455 mm in Camedo (550 m.ü.M. Tessin).
Die grösste 1-tägige Neuschneemenge gab es mit 130 cm am 15. April 1999 auf dem Berninapass (2‘307 m.ü.M.).