Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03466.jsonl.gz/2927

Eingesunkene Augen
Problematik/Bildaussage:
Das Kalb auf dem Bild hat eingesunkene Augen.
Was funktioniert (nicht)?
Der Flüssigkeitshaushalt dieses Kalbs ist entgleist. Es hat schon so viel Flüssigkeit verloren, dass dies an seinen eingesunkenen Augen zu erkennen ist.
Ursachen
Kälber in den ersten Lebenswochen haben neben einem unausgereiften Immunsystem auch wenig Körperreserven. Schnell kommt es daher bei einer Erkankung des Kalbes zu einer Entgleisung seines Flüssigkeitshaushaltes, insbesondere bei der häufigsten aller Kälberkrankheiten - dem Durchfall. Innerhalb weniger Stunden kann bei Durchfallkälbern ein lebensbedrohlicher Flüssigkeitsverlust entstehen. Unklare, aber alarmierende Signale sind eingesunkene Augen, eine reduzierte Hautspannung und eine kühle Körperoberfläche.
Ziel
Fitte, lebensfrohe Kälber mit klaren, vifen Augen, die überhaupt nicht in die Augenhöhle einsinken.
Massnahmen
Zeigt Ihr Kalb erste Anzeichen eines Flüssigkeitsverlusts, tränken Sie es abwechslungsweise mit Milch und Elektrolyttränke: Höchstens 2 Liter pro Mahlzeit und in einem Abstand von mindestens 2 Stunden. Von Natur aus trinkt ein Kalb ca. 8 Portionen pro Tag. Je mehr kleine Portionen Sie geben, desto besser kann das Kalb die Tränke verwerten. Kleine Portionen Milch verabreicht mit einer sauberen Saugvorrichtung (zum Beispiel Flasche mit Nuggi) gelangen über den Schlundrinnenreflex direkt in den dafür vorgesehenen Labmagen. Die Milch und ihre Bestandteile können dort optimal verdaut und aufgenommen werden. Ist das Kalb noch in der Lage, selbst zu trinken, bieten Sie ihm einfach erreichbar Wasser zur freien Verfügung an. Ist das Kalb aber so geschwächt, dass es nicht mehr selbst trinken kann oder sogar festliegt, ist das ein Fall für den Tierarzt. Er wird dem Kalb direkt über den Blutweg Flüssigkeit zuführen. Achten Sie darauf, dass kranke Kälber genug warm haben: Installieren Sie eine Wärmelampe, vermeiden Sie Zugluft (z.B. mit Strohballen) und decken Sie das Kalb allenfalls zu.