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Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Muttergottes und St. Michael
Baugeschichte
Eine Wallfahrtskirche des Zisterzienserinnenklosters Oberschönenfeld
Die Wallfahrtskirche Violau liegt, leicht erhöht über einem Bachlauf, in der durch das Flüsschen Zusam geformten Landschaft bei Altenmünster. Seit dem 13. Jahrhundert ist Violau der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld zugehörig. Zum «Unteren Gericht» der Abtei zählen bis 1803 nebst dem Weiler Violau auch die Dörfer Altenmünster und Neumünster, sowie die Einöde Aspachhof. Weil Oberschönenfeld fünf Wegstunden südlich liegt, überträgt die Abtei im 15. Jahrhundert die Schutzherrschaft ihres «Unteren Gerichts» an den Fürstbischof von Augsburg. Aus dieser Schirmvogtei leitet der Fürstbischof in den folgenden Jahrhunderten, ähnlich wie bei der nahen Benediktinerabtei Fultenbach, den Anspruch auf Landeshoheit ab. Er erreicht diese aber nie.
An der Stelle der heutigen Wallfahrtskirche soll schon in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert eine Säulenbasilika bestanden haben.[1] Erst 1281, über ein Jahrhundert später, wird der Ort im Zusammenhang mit der Gründung eines Benediktinerpriorats erstmals erwähnt. Dieses kommt schon 1284 an Oberschönenfeld.[2] Die Zisterzienserinnen wandeln das Priorat in einen Wallfahrtsort um und erstellen ein Hospitum für Zisterzienserpatres. Weil die Paternität von Oberschönenfeld bei Kaisheim liegt, ist das Zisterzienser-Reichsstift fortan in Violau präsent. Mit der Umwandlung in einen Wallfahrtsort ändern die Zisterzienserinnen auch den ursprünglichen Ortsnamen Heslinbach zu «Maria in violis» (unter den Veilchen), der sich später zum heutigen Namen Violau wandelt. Wie der Name schon andeutet, ist der Wallfahrtort seither der schmerzhaften Muttergottes gewidmet. Kirchenpatron bleibt der Erzengel Michael.
Die Wallfahrt blüht nach den Reformationswirren auf. 1555 findet eine erste grössere Wallfahrt von 700 Augsburger Einwohnern statt. Die Zunahme von Wallfahrern nach Violau veranlasst 1599 die 1571–1601 regierende Äbtissin Barbara Elchinger zu Baumassnahmen. Sie lässt das Bauwerk, «vorher nur eine Kapelle», erweitern, mit einer gewölbten Holztonne überspannen und mit zwei Seitenaltären bereichern.[3] Diese Notiz in der Chronik der 1633–1657 regierenden Äbtissin Elisabeth Herold zeigt, dass bis ins 16. Jahrhundert für die Wallfahrt ein kleineres Sakralbauwerk und das «Hospitum», sicher auch ein Gasthaus, für die Wallfahrt genügt haben muss.
Kirchenneubau vor dem Dreissigjährigen Krieg
Die 1603 bis 1624 regierende Äbtissin Susanna Willemayr[4] legt am 8. November 1617 den Grundstein für das heutige Gotteshaus. Sie wählt für den Neubau die Augsburger Baumeister David und Georg Hebel und den Augsburger Zimmermeister Jeremias Negelin. Nach dem Abbruch des Vorgängerbaus bauen diese in kurzer Bauzeit die erste reine Freipfeilerhalle des barocken Typus.[6] Unglaubliche 50 000 Gulden werden als Baukosten genannt.[7] Am 20. September 1620 ist Einweihung. Die Klosterchronistin bewundert das ungewöhnliche Bauwerk als «ein rechtes Palatium» und «ein verwunderlich und mayestattisch Gebau, darob sich die Sehenden verwundern». Den Innenraum muss man sich ohne Deckenfresken, aber mit betonten Kreuzrippen der Gewölbe vorstellen.[8] Die Altäre der Erstausstattung sind in ähnlicher Gestalt noch heute vorhanden. 1623 liefert Johann Matthias Kager aus Augsburg deren Altarblätter.[9] 1625 folgt die Erstellung des Turmes «auf romanischem Unterbau».[10]
Vollendung nach dem Dreissigjährigen Krieg
Der Dreissigjährige Krieg, der 1632 auch die Augsburger Region und Oberschönenfeld mit aller Härte trifft, erlaubt bis nach der Jahrhundertmitte keine weiteren Baumassnahmen in Violau.[11] Nur eine Reparatur des «arg verderbten Gotteshauses» wird 1642 vorgenommen. 1662 zeigt das inzwischen über 40-jährige Kirchenbauwerk statische Schäden. «Weil das Gemäuer sich nicht dauerhaft zeigte», werden eiserne Zugstangen eingebaut.[12] Anschliessend an diese erste Sanierung nach dem Krieg lässt der für die Wallfahrtsseelsorge zuständige Abt von Kaisheim 1663 das Priesterhaus an die Westfassade anbauen. 1669 werden fünf Altäre der Kirche geweiht. 1682 erhält der Kirchturm drei neue Glocken. 1686 wird die Kanzel erstellt. 1692 muss der Dachstuhl neu gebaut werden.[13] 1698 bis 1700 folgen Chorgestühl, Beichtstühle, Laiengestühl und Eingangsportal. Als Meister des Chorgestühls gelten Georg Zech und Johann Georg Stegmüller, die weiteren Schreinerarbeiten stammen von Georg und Ferdinand Zech.[14]
Wieder folgt ein Unterbruch. 1702 bis 1704 überzieht der mit den Franzosen verbündete bayerische Kurfürst die westlichen Nachbarn mit einem Krieg. Erneut wird Violau im Unterschied zu Oberschönenfeld von Plünderungen verschont. Schon schnell nach der bayerischen Niederlage lässt 1705 und 1706 Äbtissin Maria Hildegardis Meixner[15] den Hochaltar und die Seitenschiffaltäre umgestalten.
Neugestaltung 1751
1742 bis 1767 regiert in Oberschönenfeld Maria Anna Cäcilia Wachter.[16] Die Bauäbtissin von Oberschönenfeld lässt den Innenraum der Wallfahrtskirche Violau umgestalten. Noch 1750 erteilt sie den Auftrag dem Stuckateur Franz Xaver Feichtmayr.[17] Vielleicht überträgt sie die üblicherweise durch Feichtmayr vorgenommene Leitung der Arbeiten an Baumeister Johann Georg Hitzelberger.[18] Für die Freskierung schliesst sie einen Akkord mit Johann Georg Dieffenbrunner,[19] nachdem dessen Probestück in Oberschönenfeld Anklang gefunden hat. Es ist der erste grössere Auftrag für den Mitarbeiter von Matthäus Günther. 1751 gestalten Feichtmayr und Dieffenbrunner den Innenraum der Wallfahrtskirche vollständig neu. Die Feichtmayr-Werkstatt schlägt die vorstehenden Kreuzrippen ab und schafft damit grosse gewölbte Bildflächen für den Freskanten. Durch die Entfernung des mittleren Gurtbogens im Mittelschiff ermöglicht Feichtmayr das grosse Hauptgemälde. Auch das Pfeilergebälk definiert Feichtmayr im Sinne des Rokoko neu. Eindeutig ist er in Violau der massgebende Gestalter, der gemeinsam mit dem Freskanten Dieffenbrunner Schöpfer eines einmaligen Rokoko-Kunstwerkes ist.
Pfeileraltäre 1760
Zwei der fünf 1669 geweihten Altäre lässt Äbtissin M. Anna Cäcilia Wachter nach 1760 neu bauen. Sie erteilt für die beiden Altäre an den östlichen Freipfeilern den Auftrag an die Dillinger Werkstatt des Johann Michal Fischer.[20] Die Altäre erstellt Joseph Hartmuth,[21] der in Werkstattgemeinschaft mit Fischer arbeitet, während die Figuralplastik von Fischer stammt. Die Altarblätter bestellt sie bei Joseph Anton Huber,[22] die Aufsatzbilder bei Joseph Mages.[23] Beide Maler können später die Klosterkirche von Oberschönenfeld freskieren.
Violau nach der Säkularisation
Bayerische Besitzergreifung und Kampf gegen den Abbruch
Im November 1802 ergreift das Kurfürstentum Bayern Besitz von Kaisheim und Violau, im Dezember auch von Oberschönenfeld. In Violau entfernen die Aufhebungsbeamten als Erstes das Gnadenbild, in der Sorge, dass die inzwischen verbotene Wallfahrt erneut aufleben könnte. 1805 verfügt die bayerische Administration den Abbruch der Kirche. Dies kann in zähen Verhandlungen von den Verantwortlichen der Gemeinden Violau, Neumünster und Unterschönenberg verhindert werden. Die beiden Gemeinden kaufen 1819 Kirche und «Herrenhaus», wie das Priesterhaus genannt wird. Das Gnadenbild wird anschliessend zurückgegeben. Seit 1844 ist Violau selbständige Pfarrei.
Restaurierungen
Die Kirche bleibt im 19. Jahrhundert von Restaurierungen im Zeitgeschmack nicht verschont. 1876, 1891 und dann 1895–1901 folgen Eingriffe. Sie werden bei der Restaurierung 1956–1963 weitgehend rückgängig gemacht.
Die Architektur der Wallfahrtskirche
Frühe barocke Freipfeilerhalle
Das Langhaus von Violau verwirklicht die Tektonik der gotischen Freipfeilerhalle in einem Neubau. Es dürfte am Übergang zum Barock die früheste dreischiffige Halle mit freien Pfeilern sein, deren Massivgewölbe auf gleicher Höhe aufliegen, und die damit der gotischen Typologie entspricht.
|Für weitere Erläuterungen zum Architekturtypus siehe den Exkurs «Die barocke Freipfeilerhalle und ihre Herkunft»|
Das Vorgängerbauwerk, Ende des 16. Jahrhunderts aus einer Erweiterung entstanden, kann für die Augsburger Baumeister Hebel nicht Anregung sein, auch weil dem Bau offensichtlich Massivgewölbe fehlen. Gotische Hallen mit Freipfeilern kennen sie aus Augsburg. Vielleicht ist die Neuburger Hofkirche, die 1616 schon gebaut ist, Vorbild. Neuburg an der Donau ist zwar eine Emporenhalle, denkt man sich aber die Emporen weg, ist der Vergleich mit Violau nicht abwegig. Fast gleichzeitig mit Violau, nämlich 1618–1623, bauen die Brüder Hebel die spätgotische Freipfeilerhalle der Wallfahrtskirche von Inchenhofen als weitgehenden Neubau, der die gotische Vorgängerkirche in den Massverhältnissen übernimmt. Möglich, dass sie sich mit Inchenhofen schon vor Violau beschäftigen. Als weitere Spekulation zum ungewöhnlichen Neubau ist ein beratender Beizug des Augsburger Malerarchitekten Johann Matthias Kager denkbar. Immerhin liefert dieser die Altarblätter.
Gebäudebeschrieb
Langhaus
Das vierjochige und dreischiffige Langhaus ist eine Freipfeilerhalle mit breiterem Mittelschiff. Die Aussenbreite beträgt 20,0 Meter, die Länge 30,0 Meter. Die mit Gurtbogen getrennten Gewölbefelder sind kreuzgewölbt. 1751 werden deren Rippen entfernt und die zwei mittleren Mittelschiffsjoche durch Entfernen des Gurtbogens zusammengefasst. Das Langhaus ist mit einem mächtigen Walmdach gedeckt, die Langhausfassaden und das Dach sind je 12 Meter hoch. Die gewaltige Dachstuhlkonstruktion vom Ende des 17. Jahrhunderts ist nicht ursprünglich, ein Walmdach dürfte aber schon 1619 bestanden haben.[24]
Chor und Glockenturm
Der Chor ist in der Breite des Mittelschiffs eingezogen. Seine Aussenbreite beträgt 8,3 Meter, die Länge 13,0 Meter Auf das quadratische Chorjoch folgt der Altarraum mit einem Halbkreis-Abschluss. Beidseitig des Chors sind symmetrisch zweigeschossige Sakristei- und Oratorienräume angebaut. Die Oratorien im ersten Obergeschoss der Südseite sind zum Chor geöffnet.
Aus dem nördlichen Choranbau wächst der schlanke Turmunterbau, der dem 12. Jahrhundert angehören soll.[25] Er ist ab Fundament 30 Meter hoch, fünf Geschosse ragen über das Dach des Anbaus. Der oktogonale, zweigeschossige Turmoberbau ist mit Zwiebelkuppel gedeckt. Seine Höhe beträgt mit der Kuppel 14 Meter.
«Herrenhaus»
Der westliche Langhausanbau, das 1663 errichtete Pfarrer- oder Herrenhaus, ist zweigeschossig. Im Erdgeschoss befindet sich der mittlere Durchgang mit dem Hauptportal zur Kirche. Ein hohes Krüppelwalm-Dach öffnet ein weiteres Geschoss nach Westen.
Die Fassaden
Mit Ausnahme der durch das «Herrenhaus» verdeckten Eingangsfassade zeigen Langhaus-, Chor- und Turmfassaden noch immer die Architekturgliederung der Erbauungszeit. Entsprechend der inneren Joche sind die Langhausfassaden durch breite Lisenen in vier Felder geteilt, deren oberer Abschluss ein dorisches Gebälk mit Triglyphen bildet. Auf den Lisenen liegen, nur dekorativ, Pilaster auf. Die Felderflächen werden durch hohe Rundbogenfenster belebt, die in einer flächigen Ädikula mit stark profilierten Dreiecksgiebeln liegen. Über den Fenstern der Anbauten sind dies Segmentgiebel. Alle diese Giebel berühren das Gebälk. Auffallend sind zwei rustizierte Eingangsportale mit Dreiecksgiebel im ersten Joch, die aber heute nicht mehr benutzt werden. Die Fassaden von Violau sind in einer lockeren und freien Übersetzung des klassischen Regelkanons der Renaissance gestaltet, wie dies für die «zweite Frühstufe» der Baukunst am Anfang des Barocks üblich ist.[26] Die ursprüngliche Gliederung der Eingangsfassade ist seit dem Anbau des heimatlich-deutsch gestalteten «Herrenhauses» von 1663 verschwunden.
Innenraum
Stuck und Fresken
Aus dem weissen Hallenraum des frühen Barocks, dessen Gewölbezone wir uns ähnlich vorstellen müssen wie die Kirche von Neu St. Johann,[27] entsteht dank der kongenialen Neugestaltung durch Feichtmayr und Dieffenbrunner 1751 ein völlig anderer, nun farbenprächtiger Innenraum des Spätbarocks. Durch das Verschleifen der Gewölbe dominieren die Fresken, die von einem zartfarbig gefassten Rokoko-Stuckkleid und von honiggelben Brokatmustern der Gurten und Rahmen umgeben sind.
Feichtmayr
Die Stuckaturen sind mit ihren asymmetrischen und in die Fresken übergreifenden Rocaillen ein Kennzeichen von Franz Xaver Feichtmayr. Sie sind grünlich und rötlich gefasst. Feichtmayr verschleift die Kreuzgewölbe nach dem Entfernen der Rippen nur im Bereich der Freskenfelder vollständig, ausserhalb der Felder betont er die Kanten als Negativform der umgebenden zartgrünen Flächen. Beachtenswert sind die Pfeilerköpfe. Vor allem die Kapitelle des sechsfach abgestuften und weit ausladenden Gebälks zeigen die ausserordentliche Gestaltungskraft Feichtmayrs.[28]
Dieffenbrunner
Die Gewölbefresken von Johann Georg Dieffenbrunner sind sein Erstlingswerk und stellen gleichzeitig auch einen Höhepunkt seines Werkes dar. Das Programm der Langhausfresken bezieht sich auf die Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes. Das zwei Mittelschiff-Joche zusammenfassende Hauptbild stellt Maria als Mittlerin ins Zentrum. Das folgende Joch zeigt sie in einer Vision des hl. Bernhard. Die acht Bilder der Seitenschiffe sind Szenen aus dem Marienleben, sie sind jeweils paarweise zu lesen. Zu den Bildthemen siehe die Erläuterungen im Grundrissplan. Dieffenbrunner kann sich bei den meisten Themen an schon bestehende Vorbilder halten. Eine Ausnahme bildet das Mittelschiffbild über der Empore. Hier gelingt es dem Maler, die ungewöhnliche Darstellung des «Gnadenkelters» über dem Kloster Oberschönenfeld in eine spannende Komposition umzusetzen. Auch das Gemälde des Chorgewölbes fällt aus dem Rahmen der Marienthematik. Es ist den Gaben des Alten Bundes gewidmet. In starker Untersicht umschwirren Engel auf Wolkenbändern den Hl. Geist im Zentrum. Diese einzige rein himmlische Szene, mit rauchigen Wolken im blauen Himmel, zählt in ihrer malerischen Leichtigkeit zu den besten Fresken Dieffenbrunners.
Zu den Werken Dieffenbrunners in Violau zählen, als Zuschreibung, auch die 14 grossen Kreuzwegbilder an den Längswänden des Langhauses.
Ausstattung
Hochaltar
Der Hochaltar enthält ursprünglich das grosse, 1623 gelieferte und jetzt auf der Empore platzierte Altarblatt mit der Beweinung Christi. Es wird Johann Matthias Kager zugeschrieben. An seiner Stelle ist seit 1744/45 eine wenig zusammenhängende, aus Einzelplastiken bestehende Kreuzigungsgruppe zu sehen, die dem Retabel nicht zum Vorteil reicht. Dieses hat Doppelsäulen, deren hinteres Paar auskragend auf Volutenkonsolen ruht, das vordere Spiralsäulenpaar hingegen manieristisch von Putten getragen wird und über seinem Säulengebälk einen Sprenggiebel andeutet.[29] Der Altar ist eine Schreinerarbeit, vielleicht 1669 (Altarweihe) neu erstellt, die Fassung und auch die bildhauerischen Ergänzungen sind von 1705.
Seitenaltäre
Auch die frühbarocken Seitenaltäre von 1620 werden spätestens Anfang des 18. Jahrhunderts verändert, wenn sie nicht schon seit 1669 neu gebaut sind. Die Retabel der Seitenaltäre, eine Säulen-Ädikula mit Segmentbogen-Sprenggiebel und Attika-Auszug, könnten noch Überarbeitungen frühbarocker Aufbauten sein. Dafür spricht das 1623 datierte Altarblatt des nördlichen Seitenaltars.[30] Sicher sind aber die Fassungen der Holzaltäre und ihre bildhauerische Ergänzungen, vielleicht auch die erhöhte Substruktion, neueren Datums. Vor dieser hohen Sockelzone liegt auf dem nördlichen Altar in einem Rokokoschrein der Leib eines Katakombenheiligen. Auf dem südlichen Altar ist es das frühklassizistische Gehäuse für das Gnadenbild. Dieses, eine Pietà, wird 1688 in Anlehnung an das 1466 nach Violau gebrachte Gnadenbild neu geschaffen.
Freipfeileraltäre
Die beiden schräg an die Freipfeiler des vierten Jochs gestellten Rokokoaltäre sind seit ihrer Fertigstellung 1763 ohne Veränderungen geblieben. Ihre Meister sind bekannt. Die Altäre leben von der Figuralplastik des Bildhauers Johann Michael Fischer. Beide Retabel haben reich skulptierte Attikazonen und hohe Postamente. Zwei freigestellte Säulen leiten im Gebälk spangenartig zur Attika über. Die beiden Altarblätter sind Frühwerke von Johann Joseph Anton Huber, die darunterliegenden, auf die Mensa gestellten Gemälde stammen von Joseph Mages.[31]
Kanzel und weitere Schreinerarbeiten
Die Kanzel ist durch eine Wappenkartusche der Äbtissin Maria Hildegard Meixner als eine Arbeit des Jahres 1686 ausgewiesen. Der Meister ihrer hochbarocken Holzplastiken ist unbekannt. Für die Schreinerarbeiten der Jahre 1698–1700 wird die Werkstatt Zech und Stegmüller genannt. Ihr Chorgestühl und die Beichtstühle sind mit schwer wirkenden Aufsätzen aus dichtem Knorpelwerk mit Akanthusanklängen überhöht, die jeweils von einem Engelkopf bekrönt werden und ein kleines Querovalbild[32] rahmen. Auch das Eingangsportal und die Portale der West- und Nordseite stammen wahrscheinlich von den gleichen Meistern.
Orgel
Die Orgel ist ein Neubau von 1972. Zwar werden beim Neubau 11 Register der alten Orgel übernommen, der Prospekt ist aber eine vergrösserte Neugestaltung.[33]
|Wappen

Am Chorbogenscheitel verewigen sich die beiden Bauherren in Prachtskartuschen beidseits eines Zifferblattes. Nördlich ist der Wappenschild des Reichsabtes Cölestin I. Mermos von Kaisheim,[34] südlich derjenige der Äbtissin Cäcilia Wachter[35] angebracht. Die Schilde, und auch die unter dem Zifferblatt liegende Allegorie der Zeit (Chronos), bauchen den bereits korbbogig veränderten Chor wellenförmig nach unten – ein wichtiger, kaum beachteter Eingriff des Stuckateurs Feichtmayr.

Im Fresko über der Orgelempore ist unten ein weiterer Wappenschild zu sehen, der gemeinhin als Klosterwappen bezeichnet wird. Es ist nicht der Wappenschild von Oberschönenfeld. Die vier Wappen bezeichnen die Zugehörigkeit der Abtei zum Zisterzienserorden [in 1], zum Bistum Augsburg [in 2] und zum Kloster Kaisheim [in 3 und 4].[36]
Pius Bieri 2020
|Literatur

Mayr, Anselm: Sammlung historischer Notizen über Violau. Kempten 1870.
|Lohmüller, Alfred: Violau, Kunstführer. München und Zürich 1969.|
|Wörner, Hans Jakob: Ehemaliger Landkreis Wertingen, Kurzinventar. München 1973.|
|Schiedermayr, Werner (Hrsg.): Kloster Oberschönenfeld. Donauwörth 1995.|
|Schiedermayr, Werner (Hrsg.): Kloster Oberschönenfeld – Die Chronik der Elisabeth Herod, transkribiert von Cornelia Oelwein. Lindenberg 2011.|
|Stoll, Peter: Johann Joseph Anton Huber oder Joseph Mages? Zwei Aufsatzbilder mit Bauernheiligen in der Wallfahrtskirche Violau. Augsburg 2012.|
|Web

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Michael_(Violau)
Viele Fotos dieser Seite sind (mit Nennung) der Wikipedia entnommen. Den beiden betreffenden Autoren danke ich für die grosszügige Bereitstellung unter «Creative Commons»..
Anmerkungen:
[1] Die Fundamente einer dreischiffigen romanischen Säulenbasilika werden 1958 im Langhaus aufgedeckt. Deren Mittelschiffbreite ist identisch mit der heutigen Mittelschiffbreite. Ihre Seitenschiff-Fundamente liegen in der Turmflucht. Das romanische Langhaus hat gemäss dem Beschrieb im Kurzinventar «Landkreis Wertingen» die Aussenbreite 16 Meter und eine ungefähre Aussenlänge von 20 Meter. Beim heutigen Bauwerk betragen diese Masse 20,5 x 30 Meter, es ist also in der Fläche fast doppelt so gross wie das romanische Langhaus. Der Verfasser des Kurzinventars spekuliert wegen einer «angenommenen Form» der flachdeckten Säulenbasilika auf einen Bau aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Quellen für eine religiöse Niederlassung vor 1281 sind allerdings nicht vorhanden.
[3] Es ist gleichzeitig die erste Nennung von Violau als «Heslinbach». Das Benediktinerpriorat von 1281 könnte zu Ellwangen oder Fultenbach gehören.
[3] «Unter wehrender ihrer Regierung hat sy die Kirche und das Gotshaus Veyelau, welliches zuevor nur ein Capell war, erweitern und grösser machen lassen. Hat selbige obenauf austeffern lassen, dass es einem Gewelb gleich gesehen, auch zwue schene Nebenaltärlen darein machen und mahlen lassen und mit anderen schenen Sachen geziert.» Diese Erweiterung des Sakralbaus, den die zeitgenössische Chronistin als «nur eine Kapelle» bezeichnet, heisst, dass im 16. Jahrhundert von einer romanischen Basilika mit 16 Metern Breite nicht mehr die Rede sein kann. Der Bau des 12. oder 13. Jahrhunderts muss, falls überhaupt aufgerichtet, schon im Mittelalter abgegangen sein.
[4] Susanna Willemayr († 1624) aus Donauwörth, regiert 1601–1624 in Oberschönenfeld.
[5] Die Lebensdaten und die Werke der drei Augsburger Meister sind nicht erforscht. Die den Brüdern Hebel im «Dehio» (2008) durch Georg Paula zugeschriebenen Bauwerke sind Kirchturmbauten in Dietkich (um 1618), in Horgau (um 1620) und in Altenmünster (1618/19 und 1627), sowie Kirchen in Violau (1617/20), Unterschönenberg (um 1620) und Inchenhofen (1618–1623). Mit Ausnahme der Wallfahrtskirche Inchenhofen, einem Wiederaufbau-Auftrag der Zisterzienserabtei Fürstenfeld, sind die erwähnten Bauten meist Aufträge der Äbtissin Susanna Willemayr. Sie spielen sich im engen Zeitraum von einem Jahrzehnt ab. In Augsburg ist zu dieser Zeit Elias Holl (1573–1646) als protestantischer Stadtbaumeister tätig. Die Brüder Hebel werden im Umfeld von Elias Holl gesehen, mit dem sie aber nie zusammenarbeiten. Näher liegt der Kontakt zum Augsburger Malerarchitekten Johann Matthias Kager.
[6] Zur Architektur und der typologischen Ableitung siehe den Abschnitt «Die Architektur der Wallfahrtskirche».
[7] Belegt sind nur die Zahlungen für den Rohbau: 2191 Gulden für die Baumeisterarbeiten, 550 Gulden für den Dachstuhl. Die 50 000 Gulden Baukosten sind eine Phantasiezahl aus der Herold-Chronik. Die Wallfahrtskirche Violau dürfte aufgrund der Arbeitskosten für den Rohbau, aufgrund ihres Volumens von rund 15 000 Kubikmeter und aufgrund der kurzen Bauzeit höchstens 20 000 Gulden gekostet haben. Noch 1724–1726 wird die im Volumen doppelt so grosse Jesuitenkirche von Ellwangen für 32 000 Gulden gebaut.
[8] Die Kreuzrippen sind 35 cm breit (Quelle: Herbert Beck 1967).
[9] Johann Matthias Kager (1575–1634) aus München, bedeutender Maler und Architekturentwerfer in Augsburg. Er ist für die Jesuitenkirchen Dillingen, Eichstätt und Innsbruck als mitwirkender Gestalter tätig. Seine Mitwirkung an der Planung in Violau ist nicht auszuschliessen. Das Hochaltarblatt mit der Beweinung Christi wird 1644 durch Figuralplastik ersetzt. Es hängt heute auf der Orgelempore. Das linke Seitenaltarblatt mit der Hl. Familie ist noch am alten Platz vorhanden.
[10] Mit dem Bau von 1625, der 600 Gulden kostet, ist wohl nur der obere Teil mit dem oktogonalen Obergeschoss gemeint, denn der Unterbau muss (siehe Grundriss und Nordansicht) zu diesem Zeitpunkt aus bautechnischen Gründen schon bestehen. Dieser Unterbau kann nicht romanisch sein, wie dies der Kunstführer (1969), erneut das Kurzinventar (1973) und dann auch der Dehio (2008) wiederholen. Vielleicht wollten die Verfasser von romanischen Fundamenten schreiben. Aber selbst die Annahme, dass hier schon im frühen 12. Jahrhundert ein Glockenturm bestanden hat, ist spekulativ und kann nicht belegt werden. Zudem: In Altenmünster baut der Baumeister von Violau, Daniel Hebel, 1627 ein baugleiches Oktogon auf einem auch im Detail baugleichen Glockenturm-Unterbau. Gleichzeitig wird die Kirche von Altenmünster erweitert. Die Kosten für Kirchenerweiterung und neuem Turm betragen 2191 Gulden. Von einem romanischen Unterbau ist hier keine Rede.
[11] 1632 flieht der Konvent von Oberschönenfeld vor den heranrückenden schwedischen Truppen. 1635 können die Klosterfrauen aus dem Tiroler Exil zurückkehren. Schon 1646 müssen sie erneut flüchten, nun auch in passauische und schweizerische Klöster. Erst 1649 kehren sie aus ihrem Exil zurück. Obwohl ihr Kloster während der Abwesenheiten mehrfach geplündert wird, verschonen die Truppen Violau.
[12] Die Ursache sind Gewölbeschäden, verursacht durch Horizontalschub auf die Aussenwände. Ob dies wegen des Dachstuhls oder wegen der grosszügigen Jochspannweiten der Seitenschiffe entsteht, ist unklar. Die Erneuerung des Dachstuhls 1692/93 spricht für Ersteres. Die Zugstangen sind heute nicht mehr vorhanden.
[13] Dachstuhlneubau 1692/93 unter Verwendung von Hölzern des Stuhls von 1619. Das Aussehen des Daches von 1619 ist deshalb unbekannt. Trotz gegenteiliger Annahmen (Wörner 1973) besteht das Walmdach in der heutigen Form seit 1693. Siehe dazu die Anmerkung 24.
[14] Georg Zech (Lebensdaten unbekannt) ist seit 1684/85 in Burgau tätig. Er arbeitet vorher in der Werkstatt seines Verwandten oder Bruders Ferdinand Zech in Thannhausen.
Johann Georg Stegmüller (1669–1730) ist Schwiegersohn und Werkstattnachfolger von Ferdinand Zech.
[15] Maria Hildegardis Meixner (1649–1722) aus Augsburg, Äbtissin in Oberschönenfeld 1685–1722. Sie muss mit ihrem Konvent 1702–1704 zwar flüchten, wirtschaftlich ist die Abtei aber in gutem Zustand. Schon 1704 kann sie ein neues Bräuhaus bauen. 1718 erteilt sie dem Vorarlberger Baumeister Franz Beer von Bleichten den Auftrag für den Neubau von Kloster und Klosterkirche.
[16] Maria Anna Cäcilia Wachter (1694–1767) aus Tapfheim, Profess 1711, Äbtissin 1742–1767.
[17] Franz Xaver I Feichtmayr (1705–1763) aus Wessobrunn, wohnhaft in Augsburg. Kurz vor Violau wirkt er im Neubau der Kirche Mödishofen (1750; Bauherrin: Äbtissin Cäcilia Wachter) und im Neubau der Wallfahrtskirche Böbingen. Zu Franz Xaver I Feichtmayr siehe die Biografie mit Werkverzeichnis in dieser Webseite.
[18] Johann Georg Hitzelberger (1714–1792) aus Münsterhausen, Baumeister und Stuckateur. Er baut vor allem für den Kaisheimer Reichsabt Coelestin Mermos. Sein frühes Hauptwerk (1749) ist die Pfarrkirche von Tapfheim. Weil der Kaisheimer Abt durch die Wallfahrtsseelsorge und als Vaterabt von Oberschönenfeld mit Violau verbunden ist, und weil die Äbtissin aus Tapfheim stammt, ist die Hitzelberger zugeschriebene Bauleitung denkbar. Irritierend daran ist allerdings, dass die Äbtissin für den Kirchen-Neubau in Mödishofen als Baumeister nicht Hitzelberger, sondern Ignaz Paulus wählt.
[19] Johann Georg Dieffenbrunner (1718–1785) aus Mittenwald. Schüler von Johann Georg Bergmüller in Augsburg. Mitarbeiter von Matthäus Günther, der ihn vielleicht nach Violau empfohlen hat. Dieffenbrunner werden in Violau auch die Kreuzwegstationen (1755) zugeschrieben. Mehr zu Johann Georg Dieffenbrunner siehe in der Biografie mit Werkverzeichnis in dieser Webseite.
[20] Johann Michael Fischer (1717–1801) aus Veitshöchheim, Bildhauer. Seit 1746 in Dillingen ansässig.
[21] Joseph Hartmuth oder Hardtmuth (1716–1793) aus Veitshöchheim, Schreiner und Altarbauer, seit 1743 in Dillingen ansässig.
[22] > Johann Joseph Anton Huber (1737–1815) aus Augsburg. Maler und Freskant. Schüler von Johann Georg Bergmüller. 1784 Katholischer Direktor der Augsburger als Nachfolger von Matthäus Günther.
[23] Joseph Mages (1728–1769) aus Imst im Tirol, Maler und Freskant in Augsburg. 1759 freskiert er die Abteikirche im elsässischen Ebersmunster, 1768 beginnt er mit den Gewölbefresken in Oberschönenfeld, die dann J. Joseph Anton Huber fertigstellt.
[24] Nach Vermutung von Hans Jakob Wörner (Kurzinventar 1973) entstehen die Walme erst 1751. Die Umgestaltung des mächtigen Daches von 1693 zu einem Walmdach ist aber wenig glaubhaft. Dagegen spricht der dazu notwendige Abbruch von zwei 14 Meter hohen Giebelfronten zu je 120 m2, der weder belegt noch mit den Gesamtkosten des Umbaus von 1751 (8720 Gulden) möglich gewesen wäre. Zudem zeigt ein Stich 1698 bereits das Walmdach. Ein weniger steiles Walmdach könnte schon 1619 bestanden haben.
[25] Siehe dazu die Anmerkung 10.
[26] In Dillingen ist wahrscheinlich der Malerarchitekt Johann Matthias Kager an der Fassadengestaltung beteiligt. Ob dies auch für Violau zutrifft? Eher gegen diese Vermutung spricht die eigenwillige Interpretation des Regelkanons der Renaissance. Violau steht für die Frühstufe des Barocks. Die Nennung als Renaissance-Bauwerk (Kunstführer 1969) ist, wie dies für alle Bauten der «zweiten Phase der Frühstufe» (Hauttmann 1921) gilt, nicht korrekt. Das Klassische erscheint auch in Violau «bloss als eine andere Art von Zier» (Hautmann 1921). Das Renaissance-Vokabular, wie wir es in der Fassade von Violau finden, ist noch lange präsent. So verwendet es der Baumeister der Magdalenenkirche von Altötting noch 1700. Niemandem würde es einfallen, diese ehemalige Jesuitenkirche als Renaissance-Bauwerk zu bezeichnen.
[27] Neu St. Johann im Toggenburg. Die Prioratskirche von 1641/1673 hat zwar die doppelte Länge von Violau, ist aber nie umgestaltet worden. Siehe den Grundriss im Vergleichsplan und den Baubeschrieb «Ehemaliges Benediktinerpriorat Neu St. Johann im Toggenburg» in dieser Webseite.
[28] Es sind keine Kompositkapitelle, sondern eine freie Schöpfung des Stuckateurs, der die Voluten und Akanthusblätter des klassischen Kanons zum Rokoko-Kapitell umwandelt. Alle Kapitelle sind mit Rocaillen durchwirkt und unten mit einem Frauenkopf besetzt. Er wiederholt das Kapitell 1754 in Indersdorf, nun aber gezähmt. Auch das weit ausladende Gebälk dürfte sein Werk sein, denn für 1617/18 wäre diese Ausladung sehr ungewöhnlich.
[29] Die Datierung im Dehio (2008) lautet: «Hochaltar und Seitenaltäre um 1620/25, um 1705/06 verändert». Die Anwendung der gewundenen «salomonischen» Säule noch vor Berninis Tabernakel im Petersdom wäre allerdings mehr als eine trockene Datierung wert. Weil aber 1669 fünf neue Altäre geweiht werden, stammt wahrscheinlich auch der Hochaltar trotz seinen manieristischen Anklängen aus dieser Zeit.
[30] Das Altarblatt des nördlichen Joseph-Altars mit der Hl. Familie liefert 1623 Johann Matthias Kager. Im südlichen Gnaden-Altar ist das Blatt der Kreuzabnahme von Johann Georg Bergmüller 1729 signiert.
[31] Im nördlichen Dreikönigsaltar malt Huber die Huldigung der Könige, während darunter Mages den Viehpatron Leonhard malt. Im südlichen Annaaltar ist die Muttergottes als Kind mit ihren Eltern Anna und Joachim zu sehen. Darunter, wieder von Mages, sind die Wetterheiligen Johannes und Paulus gemalt. Die Zuschreibung der Bauernheiligen an Mages erfolgt 2012 durch Peter Stoll.
[32] Die Bilder sind mit Text versehen und über dem Chorgestühl dem Rosenkranzgeheimnis, über den Beichtstühlen dem Sakrament der Busse gewidmet.
[33] Die Angaben zum Vorgängerinstrument sind dürftig. Die grossen seitlichen Pedaltürme sind erst seit 1972 vorhanden. Die kleinere Vorgängerorgel von 1681 wird dem Orgelbauer Franz Joseph Wirth zugeschrieben, der aber bis 1685 noch Geselle bei Johann Nepomuk Holzhey in Ottobeuren ist.
[34] Reichsabt Cölestin Mermos (reg. 1739–1771) von Kaisheim. Sein Schild ist geteilt und enthält unten sein persönliches Wappen, das in Blau ein goldenes Seepferdchen zeigt. Oben enthält der Schild das gespaltene und jeweils geteilte Wappen der Reichsabtei. Heraldisch rechts liegt oben das Ordenswappen und unten das Wappen des Konvents. Heraldisch links liegt oben das Stifterwappen und unten das Abteiwappen. Zu den vier Wappen von Kaisheim siehe den Beitrag «Kaisheim» in dieser Webseite.
[35] Maria Anna Cäcilia Wachter, Äbtissin 1742–1767. Ihr persönliches Wappen ist geteilt. Oben steht in Blau ein Mann mit Langgewehr (Wächter für Wachter) und unten in Rot ein goldener Greif. Ein Bezug zu einem Abteiwappen fehlt bei den Wappen aller Äbtissinnen von Oberschönenfeld. Offensichtlich hat die Abtei kein Wappenschild, sieht man von der sitzenden Muttergottes mit Kind als Siegeldarstellung ab.
[36] Der Schild ist quadriert (geviert) und zeigt in Feld 1 den Zisterzienserbalken als Ordenswappen, das Feld zwei ist geteilt in Rot und Silber, im Feld 3 liegt das Stifterwappen von Kaisheim und in Feld 4 das Wappen des Konvents von Kaisheim. Zu diesen Wappen siehe die Erläuterungen im Beitrag «Kaisheim». In Feld 2 liegen die Farben des Hochstifts Augsburg, hier allerdings geteilt und nicht gespalten. Nur die sitzende Maria als Weltenherrscherin mit dem Kind im Arm, die das Wappen bekrönt, stellt die Verbindung mit Oberschönenfeld her. Die Abtei führt diese Darstellung im Konventsiegel.
|Ort, Land (heute)||Herrschaft (18. Jh.)|
|Violau (Altenmünster) Schwaben

Bayern D
|Zisterzienserabtei Oberschönenfeld

|Bistum (18. Jh.)||Baubeginn|
|Augsburg||1617 (1751)|
|Bauherr und Bauträger|
|Äbtissin OCist Susanne Willemayr

(reg. 1601–1624)
|Äbtissin OCist Maria Hildegardis Meixner

(reg. 1685–1722)
|Die Fresken der Seitenschiffgewölbe

Nummerierung gemäss Grundrissplan oben. Dort mit den entsprechenden Bildthemen.
Alle Fotos: 2012 vom Mattana in Wikipedia.
|S4 Erstes Joch Süd||N4 Erstes Joch Nord|
|S3 Zweites Joch Süd||N3 Zweites Joch Nord|
|S2 Drittes Joch Süd||N2 Drites Joch Nord|
|S1 Viertes Joch Süd||N1 Viertes Joch Nord|