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Frank Martin wurde am 15. September 1890 in eine alte französisch-hugenottische Familie hineingeboren, die in Genf lebte. Als zehntes und letztes Kind eines calvinistischen Pfarrers wuchs er in einer wohlhabenden Familie auf, in der das gemeinsame Musizieren und das Gespräch über Glaubensinhalte eine wichtige Rolle spielten.
Die Begegnung mit Bachs Matthäuspassion stellte für den jugendlichen Martin ein Schlüsselerlebnis dar. «Ich fand mich vom Anfang bis zum Ende der Passion anderswohin und wie in den Himmel versetzt. Ich hatte nichts als Bach, Bach und nochmal Bach im Kopf, und kam davon in gewisser Weise nicht los» schreibt er dazu.
Ab 16 erhielt Martin seine musikalische Ausbildung in Klavier, Harmonielehre und Komposition vom Genfer Komponisten Joseph Lauber. Martin besuchte nie eine Hochschule für Musik, wurde aber von der Musik der Impressionisten, allen voran von Debussy, stark beeinflusst. Von 1928-1938 lehrte er am neu gegründeten Institut für rhythmisch-musikalische Erziehung in Genf (Jaques–Dalcroze) Improvisation und Theorie des Rhythmus. Nach der Schliessung des Instituts wurde er Professor für Kammermusik am Genfer Konservatorium und wirkte 1950-1957 als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik von Köln.
1946 übersiedelte er mit seiner dritten Frau Maria Boeke nach Amsterdam, später nach Naarden, wo er 1974 verstarb. Martin hinterliess vier Töchter und zwei Söhne.
Quellen:
Georg Hage, Das Oratorium Golgotha von Frank Martin. Archaisierendes und Modernes in einer Passion des 20. Jahrhunderts. Musica Sacra, Heft 1/2007
Universal Edition, http://www.universaledition.com/