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Geschichte
Der im Mittelalter geprägte Gattungsname Humulus soll vom slawischen Wort chmele («Hopfen») oder vom altgermanischen humel bzw. humela («Früchte tragend») stammen. Die Deutung, dass sich der Name vom lateinischen humus («Erde») ableiten soll, ist wohl unzutreffend. Der Artname lupulus ist die Verkleinerungsform von lupus («Wolf»), die auf die fälschlicherweise angenommene pflanzenwürgende Eigenschaft der Hopfenranke anspielt. Der Ursprung des deutschen Namens ist noch nicht sichergestellt. Er stammt vermutlich vom norwegischen hupp ab, was «Quaste» bedeutet. Der Hopfen war im Altertum zwar bekannt, doch scheint er weder als Heilmittel noch als Bittermittel bei der Bierherstellung gebraucht worden zu sein. Erst der arabische Arzt Mesuë (8. Jh.) lobte den Sirup als gutes Mittel bei Gallenfieber und zur Reinigung des Blutes. Darauf erscheint er in den klassischen Kräuterbüchern des Mittelalters. Bei Lonicerus ist zu lesen: «Das Wasser Morgens und Abends, jedes mahl auf drey Loth getruncken, und seinen Tranck damit gemischt, drey oder vier Wochen, reinigt das Geblüt, treibt die Melancholey, auß deren Schäbigkeit, Grind, Rauden, Außsatz, und was von unreinem Geblüt kommt, verursacht wird, herauß. Das Wasser getruncken, öffnet die Verstopffung deß Milzes, vertreibt das Stechen, und alle Kranckheiten, so von einem verstopfften Milz entstehen, oder verursacht mögen werden.» Der Arzt Bohn, der Anfang dieses Jahrhunderts tätig war, schrieb: «Hopfen hat eine stark wassertreibende Wirkung und ist zur Bekämpfung der harnsauren Konstitution brauchbar. Hopfen gilt als beruhigendes Mittel.»
Botanische Merkmale
Der Hopfen ist eine 4–8 m lange, mehrjährige Schlingpflanze, die bevorzugt an Hecken, Zäunen und Waldrändern emporrankt. Aus dem verzweigten Wurzelstock wachsen im Frühjahr dünne, raue Stängel mit ankerartigen Kletterhaaren, die eine erstaunliche Haftfähigkeit haben. Der Hopfen ist, im Gegensatz zu den meisten Schling- und Kletterpflanzen Europas, ein Rechtsdreher. Die herzförmigen, drei- bis fünflappigen Blätter sind am Rande spitz gezähnt und stehen gegenständig. Der Hopfen ist zweihäusig, d.h., es gibt männliche und weibliche Pflanzen.
Die männlichen Blüten bilden achselständige, hängende Rispen mit weisslich grünen, fünfzipfeligen Hüllen. Sie entwickeln keine Lupulindrüsen und werden deshalb nicht angebaut. Die weiblichen Pflanzen bilden zapfenartige Scheinähren, die kleine, eiförmige Fruchtstände aus gelblich grünen Schuppen bilden. Die innere Schuppenfläche trägt kleine, gelblich rötliche Drüsen, die dem Hopfen den eigenartigen, bitteren Geschmack verleihen. Der Hopfen ist ein Windbestäuber. Die Blütezeit ist von Juli–August.
Vorkommen
Der Hopfen hat seine ursprüngliche Heimat im östlichen Europa und in Westasien. Er liebt tiefgründige, nährstoffreiche Böden und windgeschützte Lagen an Waldrändern, Zäunen und Hecken bis auf 1'000 m Höhe. In Europa wird der Hopfen seit dem Ende der Merowinger Kultur (ca. 3.–8. Jh.) angebaut, was die Ablösung des Met durch das Bier bewirkte. Heute wird Hopfen in vielen Ländern mit gemässigtem Klima in gross angelegten Hopfengärten an hohen Stangen oder Drähten kultiviert.
Verarbeitung
A.Vogel verwendet den alkoholischen Auszug aus frischen, im August gesammelten Hopfenzapfen. Sie stammen aus biologischem Anbau. Heute werden Hopfenzapfen zum grossen Teil in der Bierfabrikation eingesetzt. Sie verleihen dem Bier den charakteristischen bitteren, würzigen und aromatischen Geschmack. Zudem wird das Bier durch den Hopfen haltbarer, da die Bittersäuren grampositive Bakterien vernichten. Getrocknete Hopfenzapfen werden in schlaffördernde Kissen gefüllt und sind oftmals Bestandteil von Teemischungen. Hier muss darauf geachtet werden, dass der Hopfen nicht länger als ein Jahr gelagert wird, da er sonst seine Wirksamkeit einbüsst. Medizinische Verwendung finden auch die Hopfendrüsen. Früher wurden die Hopfentriebe wie Spargel gegessen.