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Egal, ob wir uns bewegen, mit den Händen etwas fühlen oder über etwas nachdenken:
Es gibt keine Aktion, die nicht durch unsere Schaltzentrale, dem Gehirn, gesteuert wird.
So auch Stresssituationen, etwa wenn wir Angst haben oder wenn etwas schiefläuft. Doch was passiert dann im Gehirn? Ist der Körper einer akuten Stresssituation ausgesetzt, wird im Organismus eine schnelle Reaktion ausgelöst. Innerhalb eines komplexen Netzwerkes aus Hormonen und speziellen Botenstoffen kommt es zur Ausschüttung von Noradrenalin sowie von Corticotropin-releasing-Hormonen. Folge: Eine vegetative Wirkungskette wird ausgelöst,
wodurch sich unter anderem die Muskulatur in Alarmbereitschaft setzt und die Pulsfrequenz erhöht wird. Während die für präzises Handeln zuständige Grosshirnrinde an Einfluss verliert, gewinnen schematische Entscheidungsmuster des Stammhirns die Oberhand. Heisst: Zwar kann die gestresste Person schnell reagieren, jedoch mit mehr Fehlern. Wichtig zu wissen: Bleibt der Zeitraum dieser Stresssituation überschaubar, sind keine weiteren Konsequenzen zu erwarten. Anders, wenn diese Distresssituationen längerfristig oder wiederholt auftreten: Mögliche Folgen sind Herz-Kreislauf-Beschwerden, eine geschwächte Immunabwehr oder gar die Entwicklung eines Burn-out-Syndroms.
Gedächtnis leidet unter Stress
Wie sich Stress auf das Gehirn an sich auswirkt, wollte eine Forschergruppe der UT Health San Antonio wissen. Sie untersuchte acht Jahre lang mehr als 2’000 Erwachsene mittleren Alters und analysierte den bei Stress ansteigenden Kortisolspiegel im Blut. Ergebnis dieser Ende letzten Jahres publizierten Studie: Menschen mit hohem Kortisolspiegel haben ein schlechteres Gedächtnis als jene mit geringem Kortisolanteil im Blut. Den Forschern zufolge zeigt dies, wie wichtig es ist, Stress zu reduzieren, zum Beispiel durch ausreichend Schlaf, regelmässigen Sport und Entspannungstechniken.