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Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hat ihren Schlussbericht über den schweren Vorfall vom 10. Dezember 2015 einer SAAB 2000 der damaligen Etihad Regional/Darwin Airline nahe Billund vorgelegt. Damals war das Flugzeug, welches im Auftrag von Air Berlin von Berlin nach Billund unterwegs war, zu tief geflogen: Beim Anflug hatte der Kommandant ein Problem mit dem Gleitwegsender bemerkt, war durchgestartet und hatte beim zweiten Landeanflug - einem Nicht-Präzisionsanflug - das Flugzeug zu steil absinken lassen und dadurch die vorgeschriebene Minimalhöhe unterschritten. Da Kollisionsgefahr herrschte, gab es eine Warnung des Bodenannäherungs-Warnsystems. Die Piloten starteten nochmals durch und flogen schliesslich zurück nach Berlin.
Obwohl es ausser Unannehmlichkeiten für die Passagiere keinen schwerwiegenden Vorfall gab, schaute sich die dänische Flugunfallbehörde den Vorfall an und veranlasste bei der SUST die Aufnahme einer eigenen Untersuchung. Diese hat in ihrem Schlussbericht nun aus Sicht der Darwin wenig erfreuliche Feststellungen gemacht. Da heisst es nämlich: «Als direkt kausal für den Zwischenfall wurde die mangelhafte Überwachung des vertikalen Flugweges durch die Besatzung ermittelt.» Und darüber hinaus habe auch «eine wahrscheinlich durch Ermüdung reduzierte Leistungsfähigkeit des fliegenden Piloten» zum Sicherheitsrisiko beigetragen.
Der Flugkapitän hatte zuvor offenbar nur wenig geschlafen: Er war am Vorabend von Berlin nach Prag geflogen, wo er um 22.32 Uhr landete; bereits um 05.20 Uhr wurde er im Hotel wieder abgeholt, um den Rückflug nach Berlin durchzuführen. Es folgte nochmals eine Rotation Berlin-Prag-Berlin; um 12:05 traf er sich dann mit dem am schweren Vorfall beteiligten ersten Offizier für die Planung der Flüge nach Billund und zurück nach Berlin. Zwar führte eine kurzfristige Einsatzplanänderung zu diesem hohen Flugaufwand, doch das kann nicht als Entschuldigung akzeptiert werden, da offenbar ein Sicherheitsrisiko bestand.
Darwin kann nach ihrem Konkurs natürlich nicht mehr belangt werden und die SUST hat in diesem Zusammenhang auch keine Sicherheitsempfehlung herausgegeben. Der Fall könnte aber die Diskussion über Arbeitseinsätze der Piloten wieder anfeuern: Viele von ihnen haben in den letzten Jahren, etwa im Rahmen von Lohnverhandlungen, immer wieder auf Überarbeitung und Übermüdung und damit auch auf Sicherheitsrisiken hingewiesen.
Den detaillierten Bericht der SUST können Sie unter diesem Link nachlesen.