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Dem Schweizer Heilmittelinstitut gelang ein Schlag gegen den Kopf eines international organisierten illegalen Handels mit Medikamenten gegen Erektionsstörungen.
Im ersten Halbjahr 2006 hat Swissmedic rund 200 Meldungen über illegale Arzneimittelverkäufe erhalten.
Im Fall des gefälschten Potenzmittels hatte Swissmedic ein Strafverfahren eingeleitet, wie bereits Ende Juni mitgeteilt wurde. Auslöser war eine Meldung der belgischen Gesundheitsbehörden.
Die Ermittlungen zeigten, dass von der Schweiz und Deutschland aus ein weltweiter illegaler Handel mit Potenzmitteln geplant war.
Gemäss dem Anbieter enthielt das Potenzmittel mehrere, rein pflanzliche Substanzen. Analysen im Labor zeigten jedoch, dass es einen ungeprüften synthetischen Wirkstoff und gar keine pflanzlichen Bestandteile aufwies.
Solche Produkte seien gesundheitlich riskant, da sie oft unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln verursachten, die tödliche Folgen haben könnten, schreibt Swissmedic.
Bei Hausdurchsuchungen in der Schweiz und in Deutschland wurden über 10'500 Potenzmittel beschlagnahmt. Swissmedic verhängte gegen den mutmasslichen Drahtzieher in der Schweiz eine Busse von mehreren tausend Franken.
Grosses bis geringes Risiko
Über 70 Meldungen an Swissmedic betrafen den illegalen Vertrieb von Arzneimitteln an andere Wiederverkäufer (Grosshandel) in der Schweiz, wobei Swissmedic sechs Fälle mit hoher Priorität behandelte. Hier war das Gesundheitsrisiko sehr gross oder es wurde bewusst gegen das Heilmittelgesetz verstossen.
In vielen Fällen vertrieben Firmen Präparate ohne Zulassung und bewarben die illegalen Präparate. Die meisten Fälle betrafen Medikamente mit geringem Risiko für die Gesundheit oder Nahrungs-Ergänzungsmittel, die oft mit irreführenden Heilanpreisungen beworben werden.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Swissmedic gibt es seit Januar 2002.
Heute bietet es in Bern 280 Vollzeitstellen an.
Das Institut ist autonom und wird nach marktwirtschaftlichen Kriterien geführt.
Der Bund trägt rund 30% des jährlichen Budgets.
Der Rest stammt aus Zahlungen der pharmazeutischen Industrie.
Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 9% zwischen 2000 und 2004 ist die pharmazeutische Industrie einer der führenden Sektoren der Schweiz.