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oder MontMiroir (Kt. Bern,
Amtsbez. Freibergen).
1083 m. Bewaldeter Kamm auf dem Plateau der Freiberge; 2,5
km ssw. Saignelégier und halbwegs zwischen den Stationen Muriaux und Le Noirmont der Linie La Chaux de Fonds-Saignelégier.
Indem Muriaux in 952 m und Le Noirmont in 980 m Höhe liegen, erhebt sich der Spiegelberg nur wenig über die Hochfläche, sodass
er, von da aus gesehen, eher einem niedrigen Hügel als einem wirklichen Berg gleicht. Sobald man aber auf dem Gipfel selbst
steht, ändert das Bild wie durch einen Zauber: der Hügel verwandelt sich in einen O.-W. streichenden schmalen Felskamm,
der mit mächtigen Wänden schroff zum Doubs hinunter fällt. Dieser Teil des Berges trägt den Namen Les
Somêtres (oder Les Sommêtres) und fällt nordwärts zu der tiefen Waldschlucht ab, die bei Muriaux sich einschneidet und
zum Elektrizitätswerk Le Theusseret am Doubs hinunterführt.
Noch steiler ist die S.-Wand, die ebenfalls zu einer fast senkrecht gegen den Doubs sich öffnenden Schlucht hinabsteigt. Auf
den gezackten und kaum einige Meter breiten Kamm führt von Muriaux und Le Noirmont her ein guter Fussweg, der über eine in den
Felsen gehauene Treppe die Burgruine Spiegelberg erreicht, von der aus man einen prachtvollen Blick auf den Jura, den Doubs
und das französische Plateau von Maiche geniesst. Die Hochfläche der Freiberge kam durch Schenkung König
Rudolfs III. von Burgund an das Bistum Basel,
welches auf die in unbekannter Zeit erbaute FesteSpiegelberg einen Burgvogt setzte,
dessen Geschlecht sich in der Folge den Namen der Herren von Spiegelberg (oder von Muriaux) beilegte und dessen Wappen dasjenige
der ganzen Landschaft der Freiberge wurde, die man bis 1793 die «Franche Montagne des Bois» nannte.
Der Name rührt von dem Freibrief her, den der Basler Bischof Imer von Ramstein im Jahr 1381 den Kolonen verlieh, die sich
hier niederlassen und den mit grossen Waldungen bedeckten Boden urbar machen wollten. Im 15. Jahrhundert zogen
sich die Spiegelberg nach Solothurn
zurück, wo sie 1541 erloschen. Der Basler BischofJean de Vienne verpfändete das Schloss 1382 an
seinen Vetter, den Admiral Jean de Vienne, und 1384 an die Stadt Basel, worauf es durch Imer von Ramstein ebenfalls als Pfand
an den Grafen Diebold VII. von Neuchâtel in Burgund kam, der es nicht mehr zurückgeben wollte, sodass
es ihm Bischof Johann von Fleckenstein 1425 mit Gewalt nahm.
Nachdem es dann im 30jährigen Krieg gänzlich verwüstet worden war, verlegte man den Sitz des Burgvogtes nach Saignelégier.
Während der Zeit der französischen Revolution zogen die Patrioten von Noirmont, Muriaux und Saignelégierzur BurgSpiegelberg hinauf, deren stehen gebliebenen Reste sie niederrissen, um «jede
Spur der Tyrannie zu vernichten». Heute ist die Ruine im Besitz des Pfarrers von Le Noirmont, der sich Mühe gibt, den Fremden
den Zugang zu erleichtern, indem er Fusswege erstellen, einige Mauerreste verfestigen und die gefährlichsten
Stellen mit einem Eisengeländer umgeben liess. Der Spiegelberg ist der bemerkenswerteste Aussichtspunkt der Freiberge. Vergl.
Daucourt, Abbé A. Histoire de la Seigneurie de Spiegelberg ou desFranches Montagnes. Porrentruy 1902.