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Wahlkampf trotz immer neuen Vorwürfen: Der französische Präsidentschaftskandidat François Fillon. (Archiv)
KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT(sda-ats)
Gegen den angeschlagenen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon sind neue Vorwürfe laut geworden. Fillon soll laut einem Medienbericht ein von einem Geschäftsmann erhaltenes Darlehen nicht in seiner Vermögenserklärung aufgeführt haben.
Die Satire- und Investigativzeitung "Le Canard Enchaîné" berichtete vorab aus ihrer Mittwochsausgabe, der Präsidentschaftskandidat habe das zinslose Darlehen über 50'000 Euro im Jahr 2013 von dem befreundeten Geschäftsmann Marc Ladreit de Lacharrière erhalten.
Der konservative Abgeordnete habe den Betrag aber nicht wie vorgeschrieben bei der Behörde für Transparenz in der Politik angegeben, die über die Integrität von Abgeordneten und Amtsinhabern wacht.
Fillon erklärte über seinen Anwalt, er habe die Ermittler bereits Ende Januar über den Kredit in Kenntnis gesetzt - wie auch über sein Versäumnis, den Betrag zu melden. Auch der Geschäftsmann bestätigte den Kredit. Er erklärte über seinen Anwalt, Fillon habe ihm das Geld vollständig zurückgezahlt.
Die Ermittler vermuten laut der Zeitung, dass Fillon den Kredit für eine Gegenleistung erhielt: Als Premierminister hatte er sich 2011 dafür eingesetzt, dass der Geschäftsmann eine besondere Auszeichnung der französischen Ehrenlegion erhielt.
Weiterer Job für Penelope Fillon
Zudem ist Ladreit de Lacharrière nach früheren Angaben des "Canard Enchaîné" auch in die Affäre um die mögliche Scheinbeschäftigung von Fillons Frau verstrickt. Der Unternehmer soll sie bei einer Zeitschrift beschäftigt haben, Penelope Fillon erhielt dafür 100'000 Euro.
Fillon steht auch selbst unter Verdacht, seine Frau und zwei seiner Kinder zum Schein beschäftigt zu haben. Die Justiz ermittelt deshalb wegen der Veruntreuung von Staatsgeldern.
Fillon setzte am Dienstag seinen Wahlkampf fort. Die Spitze seiner Partei, Die Republikaner, hatte sich am Montagabend demonstrativ hinter Fillon gestellt, der lange Zeit als Favorit für die Präsidentschaftswahl im April und Mai galt.
SDA-ATS