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"Geht es Ihnen gut?", der besorgte Blick der Coiffeuse trifft mich, nachdem ich eine Weile lang geschwiegen habe, während sie meine Haare föhnt. "Doch, doch, ich sehe Ihnen nur zu, wie Sie das machen. Ich krieg das zuhause nicht hin." Sie zieht weiterhin eine Strähne nach der anderen über die Rundbürste. "Ich sage meinen Kundinnen immer, dass sie Geduld haben müssen. Das können Sie auch. Ziehen Sie die Bürste immer wieder ganz langsam durch die Haare."
Keine besonders überraschende Einsicht: am Morgen den Föhn anstellen, fünf Minuten lang Richtung Kopf halten und dabei noch ein bisschen die Äuglein schliessen, kann nicht zu den gleichen Resultaten führen wie die akribische Föhnroutine im Salon. Es gibt halt Dinge, die ihre Zeit brauchen.
Und es gibt Dinge, die klappen erst dann schnell, wenn man sie langsam kann. Jemand, der einen Kampfsport beherrscht, kann die Bewegungen auch langsam ausführen. Er hat sie wieder und wieder geübt, bevor sie schnell und präzise gelingen.
Zuweilen serviert einem das Leben Kampfsportsituationen. Mir scheint, es führt kein Weg daran vorbei, sich langsam und geduldig durchzukämpfen. Ich vertraue darauf, dass in der Langsamkeit eine Kraft liegt, die sich nicht entfalten kann, wenn ich schnell, schnell weiter will. Ich kann das langsame, geduldige Üben nicht überspringen, auch wenn ich das noch so gern möchte. Ungeduld und Eile werden mir nicht nützen.
Wenn ich es langsam nicht kann, dann werde ich es schnell auch nicht können.