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Von den Schweizer Seen haben nur der Thunersee und die Seen am Jurarand durchschnittliche Wasserstände, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Neben den historischen Tiefständen der vier Seen in der Ost-, Zentral- und Südschweiz weisen die restlichen Seen unterdurchschnittliche Pegelstände aus.
In den kleineren und mittelgrossen Flüssen der Schweiz herrscht besonders im Mittelland und im Südtessin eine Niedrigwassersituation, die statistisch gesehen nur alle zwei bis sogar zwanzig Jahre vorkommt.
Rhein und Reuss führen so wenig Wasser, dass die Werte zu den tiefsten bisher in den Sommermonaten gemessenen gehören. Aare und Limmat weisen tiefe Pegelstände auf, wie sie nur alle zwei bis fünf Jahre zu beobachten sind.
In den Alpen fliesst wegen des heissen Wetters viel Schmelzwasser von den Gletschern ab. Diese intensive Gletscherschmelze dürfte gemäss den hydrologischen Daten des Bafu weiterhin anhalten.
Entspannung ist nicht in Sicht: Trotz der für die Wochenmitte prognostizierten Regenfälle bleibt die Niedrigwasserlage in den grösseren Flüssen und Seen bestehen. Die Regenmenge reicht nicht für einen Anstieg des Wasserstands.
Höhere Abflüsse wird es dank des Regens gemäss Bafu auf der Alpensüdseite und am Alpenhauptkamm geben. Das führt auf der Alpennordseite zu einer vorübergehenden Milderung der Niedrigwassersituation, aber lediglich in Bächen und kleineren Flüssen.
Die Trockenheit der letzten Monate hat zudem Folgen für das Grundwasser. Nach Bafu-Angaben liegen die Grundwasserstände verbreitet tief. Die Quellabflüsse sind uneinheitlich. Das erwartete Regenwetter könnte lokal und vereinzelt beim Quellwasser zu einem Anstieg führen.
Für die Fische sind das wenig erfreuliche Aussichten. Flachwasser erwärmt sich schneller als tiefes, besonders wenn keine Ufervegetation die Wasseroberfläche beschattet.
Und hohe Wassertemperaturen stressen die Fische oder töten sie sogar. Der Kanton Schaffhausen etwa fischte bereits Bestände ab und schaffte sie in kühlere Zonen.
Für das Bafu zeigt die Situation, wie wichtig renaturierte oder natürliche Gewässer sind. Dort beschattet Vegetation das Wasser, und die Fische können selber kühlere und wasserreichere Abschnitte aufsuchen.
(sda)