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Nothilfe in den abgelegenen Regionen Nord- und Süd-Kivu
Die Bevölkerung der Stammesgebiete Walilake, Masisi, Rutshuru und Lubero in der Provinz Nord-Kivu und das Stammesgebiet Mwenga in Süd-Kivu leiden stark unter ethnisch motivierten bewaffneten Konflikten. Da diese Regionen der Demokratischen Republik Kongo (DRK) sehr schlecht zugänglich sind, werden sie von humanitären Organisationen oft vernachlässigt. HEKS unterstützt die Bewohner und Bewohnerinnen bei der Instandsetzung der Strassen- und Wasserinfrastruktur und bei der Wiederbelebung der Landwirtschaft. Die von den Konflikten vertriebene Menschen erhalten Nothilfe.
Die Bevölkerung der Provinzen Nord- und Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo leidet unter bewaffneten Konflikten um die Kontrolle der Bodenschätze. Weiter verschärft wird die Situation durch ethnische Spannungen. In dieser Region humanitäre Hilfe bereitzustellen, ist eine grosse Herausforderung. Die vom Konflikt betroffenen Menschen sind schwer erreichbar, da die Zufahrtswege in einem sehr schlechten Zustand oder nicht befahrbar sind. HEKS hat sich auf die Unterstützung von vertriebenen oder besonders gefährdeten indigenen Bevölkerungsgruppen spezialisiert, die in diesen abgelegenen Gebieten kaum oder keinen Zugang zu humanitärer Hilfe haben. Die Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (ECHO), die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und die Agentur der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung (USAID) haben HEKS beauftragt, anderen hier aktiven humanitären Organisationen den Zugang zu dieser Region zu ermöglichen.
Die Strategie von HEKS stützt sich auf die Komplementarität zwischen der Nothilfe- und der Konsolidierungsphase, die nach der Nothilfe beginnt. In Krisen besteht die Nothilfe zunächst darin, Sets mit Non-Food-Hilfsgütern zu verteilen und bedingungslose Bargeldhilfe bereitzustellen. In einer zweiten Phase, der Übergangsphase zwischen der Nothilfe und der Zeit danach, werden Verkehrsachsen instandgesetzt, um den Zugang der humanitären Organisationen zu ermöglichen. Zudem wird die Wasserinfrastruktur wiederhergestellt. Ein dritter Teil der Hilfe betrifft die Zeit nach der Nothilfe: Aktivitäten zur Wiederbelebung der Landwirtschaft ermöglichen es Vertriebenen, Rückkehrenden und Aufnahmegemeinschaften nach der Beendigung der finanziellen Unterstützung oder im Fall einer erneuten Krise nicht wieder in äusserste Bedürftigkeit zu geraten.
HEKS
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Strassen instand setzen, um die Bedürftigsten zu erreichen
Für den Niedergang der lokalen Wirtschaft und die fehlende Vermarktung der lokalen Agrarprodukte ist hauptsächlich der schlechte Zustand der Hauptverkehrsachsen verantwortlich. Diese Situation hat zu einem massiven Anstieg der Kriminalität, der Zwangsrekrutierungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in bewaffnete Gruppen, der Zwangsarbeit und der illegalen Eintreibung von Steuern geführt. Die Bevölkerung benötigt dringend Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Güter sowie medizinische Versorgung, Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen.
Das HEKS leistet einen finanziellen Beitrag an Personen, die sich im Rahmen der von HEKS organisierten Arbeiten verpflichten, Strassen instand zu setzen. HEKS hilft der Bevölkerung, Zufahrtswege wiederherzustellen, um die Durchfahrt von Fahrzeugen und den Transport von Hilfsgütern zu ermöglichen. In Süd-Kivu konnte dank der Instandsetzung der Verkehrsachsen erstmals seit 2018 wieder ein Fahrzeug mit Allradantrieb das Einsatzgebiet erreichen. Die Instandsetzung von Verkehrsachsen hat mehrere positive Auswirkungen für die Gemeinschaften. Sie trägt zur Ankurbelung der Wirtschaft bei. Die gemeinsame Arbeit fördert zudem den Frieden zwischen den verschiedenen Gemeinschaften, was Jugendliche davon abhält, sich bewaffneten Gruppen anzuschliessen. Die von den Gemeinschaften erhaltene finanzielle Entschädigung ermöglicht es bedürftigen Familien, für ihre dringenden Bedürfnisse aufzukommen.
HEKS
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Sanitäre Einrichtungen und Zugang zu Trinkwasser
HEKS unterstützt die Gemeinschaften ferner beim Aufbau einer Infrastruktur für den Zugang zu Trinkwasser, zur Verbesserung der Hygiene und der sanitären Situation.
HEKS installiert zum Beispiel Latrinen und verwendet dafür ausschliesslich im Einsatzgebiet vorhandene Materialien. Die dabei genutzte Technik ist leicht reproduzierbar, damit die Gemeinschaften in der Lage sind, im Falle von Zwangsvertreibungen Latrinen zu bauen. Die Latrinen werden in Gebieten mit einer hohen Konzentration an Vertriebenen installiert. Zudem werden dort Seife und Hygieneartikel abgegeben. All diese Aktivitäten schaffen Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung.
Mittel für eine nachhaltige Existenzsicherung bereitstellen
HEKS unterstützt ausserdem die Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Produktion durch verletzliche Bevölkerungsgruppen, nachdem diese aufgrund von Konflikten und mehrfacher Vertreibung ihr Saatgut und ihre Werkzeuge verloren haben. Ziel ist es, sichere und verlässliche Mittel für eine Existenzsicherung bereitzustellen, um so die Widerstandsfähigkeit der Zielgruppen zu stärken. Die Verbesserung der Produktionsbedingungen und des Marktzugangs stärkt die lokale Wirtschaft. Sie schafft damit die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben. Das Projekt kommt Menschen zugute, die in Nord-Kivu in den Chefferien Bwito, Wanyanga und Bashali/Mokoto sowie im Hochland von Uvira im Sektor Itombwe leben. Das Hauptziel von HEKS ist es, die bedürftigsten Menschen indigener und vertriebener Bevölkerungsgruppen zu schützen und ihnen Nothilfe zu leisten.
Auf Wunsch der Bevölkerungen in den Einsatzgebieten von Nord-Kivu beteiligt sich HEKS zudem an der Wiedereinführung der Fischzucht. In den Teichen des Pilotprojekts vermehren sich die Tilapia-Fische jeden Monat zu Tausenden. In Pinga wurde pro Teich eine Tonne Fisch gefangen. Die Jungfische wurden verteilt, um einen Überbesatz der Teiche zu vermeiden. HEKS wird diese Aktivität in den Einsatzgebieten fortführen, denn es handelt sich um einen echten Erfolg.