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Die Wiederentdeckung des bedeutendsten italienischen Romantikers
In seinen Dorfgeschichten, den Novelle paesane, beschreibt Ippolito Nievo die herbe Schönheit
Friauls und stellt dem idyllischen Leben auf dem Lande die Dekadenz des Adels gegenüber. Er erzählt
von der Lebensgeschichte zweier Müllerskinder und ihren wilden Spielen am Flussufer des Varmo;
von einem beherzten Mädchen auf der Reise zu ihrem cholerakranken Bruder nach Brescia oder von
zwei Liebenden, die am Hochmut eines italienischen Felix Krull fast zerbrechen. Nievo, der als Soldat
aktiv für die Nationalbewegung an der Seite Giuseppe Garibaldis kämpfte, starb im Alter von nur
30 Jahren. Er bestieg 1861 das Schiff Ercole, das den heimatlichen Hafen nie erreichen sollte.
Ippolito Nievo, geboren 1831 in Padua, gestorben 1861 bei einem Schiffsunglück. Sohn eines Beamten und der Adeligen Adele Marin. Jurastudium in Padua, dann u. a. Journalist. 1865 Gerichtsprozess wegen der Erzählung L'Avvocatino. 1855 begann er sein Meisterwerk Le confessioni
d'un italiano, das 1867 postum erschien. Ab 1859 nahm er am Zweiten Italienischen Unabhängigkeitskrieg teil und gehörte an der Seite Garibaldis zum berühmten "Zug der Tausend".