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Pilotprojekt "Mitten unter Euch" in Bern, 1997 bis 2000
Mit einem parlamentarischen Vorstoss wird die Schuldirektion 1995 beauftragt, ein befristetes Pilotprojekt im Sinne des Integrationsprojektes "Mitten unter Euch", das seit 1993 in der Stadt Zürich durchgeführt wird, für die Stadt Bern auszuarbeiten. Ziel des Projektes ist es, einerseits die Integration von fremdsprachigen Kindern und Jugendlichen zu erleichtern, andererseits Schweizerinnen und Schweizer für die Belange ihrer fremdsprachigen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner zu sensibilisieren. Eine Gastfamilie nimmt ein fremdsprachiges Kind einmal wöchentlich bei sich auf und verbringt gemeinsam mit ihm einen Teil ihres Alltages (z.B. einen Nachmittag). Die von der jeweiligen Projektleitung vermittelte und begleitete Partnerschaft dauert in der Regel etwa ein Jahr. Mit diesen regelmässigen Kontakten zu einer Schweizer Familie nimmt die Sprachgewandtheit, der Wortschatz und die Kommunikationsfreudigkeit des fremdsprachigen Kindes zu. Das Projekt stellt eine sinnvolle Ergänzung zu bereits bestehenden Integrationsgefässen dar, insbesondere im Schulbereich. Im Verlaufe der vierjährigen Pilotprojekt-Phase werden insgesamt 38 Kinder, vorwiegend im Kindergarten- und Unterstufenalter, aus 17 verschiedenen Nationen an Gastfamilien vermittelt. Neben den Projektleitungen beteiligen sich in den drei ausgewählten Quartieren Engehalbinsel, Lorraine und Wittigkofen viele Quartierorganisationen in irgend einer Form aktiv bei "Mitten unter Euch". Dadurch wird das Projekt von einer breiten Bevölkerungsgruppe mitgetragen. Die für das Pilotprojekt benötigten finanziellen Mittel werden vom Gfeller-Fonds der Stadt Bern, von der reformierten und der katholischen Gesamtkirchgemeinde der Stadt Bern, vom Stadtberner Jugendtag, vom Schweizerischen Roten Kreuz, Kantonalverband Bern und von der Pro Juventute gesprochen. Zum Projekt "Mitten unter Euch" können neben quantitativen insbesondere auch qualitative Aussagen gemacht werden. Jede Vermittlung, jede Partnerschaft und deren Begleitung durch die Projektleitung wird als individuelle, einzigartige Begebenheit betrachtet. Jeder der 38 entstandenen Kontakte zwischen Menschen verschiedener Sprachen, verschiedener Länder und unterschiedlicher ethnischer Herkunft ist ein eigenständiges Projekt, das erfolgreich durchgeführt und abgeschlossen wird. Insbesondere durch solche kleinen Zellen der Vernetzung kann ein tragfähiges Netz zur erfolgreichen Integration von Ausländerinnen und Ausländern in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung aufgebaut werden. Nur mit dem Aufeinanderzugehen von Mensch zu Mensch können die hohen Ziele des Integrationsleitbildes der Stadt Bern umgesetzt werden. Für die Überführung in ein ordentliches Projekt ab dem 01.01.2001 mit den laufenden und neu entstehenden Partnerschaften wird eine externe Trägerschaft gesucht. In etwa 10 anderen Schweizer Gemeinden, allen voran Zürich, St. Gallen und Winterthur, wird das gleichnamige Projekt vom jeweiligen Kantonalverband des Schweizerischen Roten Kreuzes geleitet und koordiniert. So ist es naheliegend, den Kantonalverband Bern des Schweizerischen Roten Kreuzes anzufragen, ob er im Berner Projekt ab dem 01.01.2001 die Trägerschaft übernimmt. Mit Entscheid vom 14.06.2000 beschliesst der Vorstand des Kantonalverbandes, die Koordination des Projekts "Mitten unter Euch" in Bern zu übernehmen. Die bisherigen Teilprojekte auf der Engehalbinsel, in der Lorraine und in Wittigkofen werden als ordentliche "Mitten unter Euch"-Projekte weitergeführt. Die beteiligten Quartierinstitutionen unterstützen "Mitten unter Euch" im bisherigen Rahmen weiter. Das Schulamt wird ab dem 01.01.2001 als Verbindungsglied zur Stadtverwaltung und zu den Stadtberner Schulen in der städtischen Koordinationsgruppe verbleiben. Der Kantonalverband des SRK sieht vor, das Projekt auf weitere Quartiere der Stadt Bern und allenfalls auf andere Gemeinden der Region auszuweiten.