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Seit mehr als 50 Jahren wird Kuba von US-Embargos stranguliert. Daran hat sich auch mit dem Besuch des amerikanischen Präsidenten kaum etwas geändert. Hätten fairerweise nicht alle Embargos aufgehoben werden müssen, wenn man es mit der „Normalisierung der Beziehungen“ wirklich ernst meint? Wäre das nicht ein erstes wichtiges Signal gewesen für die Bereitschaft der USA, Kuba in naher Zukunft als souveränen Staat anzuerkennen? – Das ist nicht geschehen. Was also kann man erwarten von Obamas Charme-Offensive und welche Ziele verfolgt die US-Administration damit wirklich?
Eine eigenständige Entwicklung fand in Kuba nur während der letzten 50 Jahre statt. Allerdings war es dem Inselstaat in der Karibik nicht gegönnt, am allgemeinen Fortschritt teilzuhaben. Die umfassenden Embargos der USA haben verhindert, dass technische Fortschritte im selben Ausmaß wie anderswo ihren Weg auf die Insel finden durften. Umso größer muss die Bewunderung für dieses Land sein, weil es immerhin Spitzenplätze einnimmt, was die geringe Kindersterblichkeitsrate und die hohe Lebenserwartung betrifft. Auch der „regime-change“, der durch die US-Embargos erreicht werden sollte, hat nicht stattgefunden. Man könnte Kuba mit dem „kleinen gallischen Dorf“ vergleichen, das dem mächtigen römischen Imperium die Stirn bietet.
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Im 16. Jahrhundert wurde Kuba spanische Kolonie. Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es diverse Unabhängigkeitskriege, die dann im Zuge der Spanisch-Amerikanischen Kriege 1898 zum Verzicht Spaniens auf seine Ansprüche führte. Allerdings kam man vom Regen in die Traufe, denn jetzt hatten die USA Kuba besetzt. Erst 1902 erteilte Washington die formale Unabhängigkeit. Diese war jedoch keineswegs die volle Souveränität, denn sie war bis 1934 durch das Platt Amendment eingeschränkt, das den USA bei Beeinträchtigung US-amerikanischer Interessen ein jederzeitiges Interventionsrecht in Kuba gab. Ein Überrest dieser US-amerikanischen Sonderrechte ist der gegen den erklärten kubanischen Willen noch heute von den USA….