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Praktisch vor meiner Haustüre machte ich kürzlich einen überraschenden Fund:
Die seltene Weissliche Flechtenkeule (Multiclavula mucida).
Sie ist so selten, dass mir Internetsuchdienste diese Pilzart nur unter der lateinischen Bezeichnung Multiclavula mucida anzeigen.
Gefunden habe ich die Weissliche Flechtenkeule an einem für sie absolut typischen Standort:
Am oberen, schattigen Rande eines Schluchtwaldes, auf einem mit Algen bewachsenen, morschen Baumstamm. Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich bei dem Baum um eine Eiche.
Die Fruchtkörper von Multiclavula mucida sind keulenartig, 3 – 20 Millimeter hoch und meistens unverzweigt. Sie kommen vorzugsweise auf Algenbewuchs vor, so wie an meiner Fundstelle.
Auf diesem morschen Stamm bildet die Weissliche Flechtenkeule eine Gemeinschaft mit vielen Hunderten von bläulich schwarzen, höchstens 1 Millimeter langen Springschwänzen (Collembola).
In Deutschland befindet sich dieser seltene Pilz sogar auf der Roten Liste Kategorie R (extrem selten). Wie ihr anhand der Karte des WSL sehen könnt, gibt es auch in der Schweiz nur sehr wenige Vorkommen: https://www.wsl.ch/map_lichen/search?taxon=4736&start=1990&end=2023&lang=de