Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/1701

Als der beliebte Star Stand-Up Komiker George Simmons (Adam Sandlers) erfährt, dass er noch höchstens ein Jahr zu leben hat, realisiert er, was aus ihm geworden ist: Ein einsamer und depressiver Clown, dessen beste Zeiten vorbei sind und dem sich die Leute nur wegen seiner Berühmtheit nähern. Das hilft Simmons auch, jede Nacht eine andere Frau ins Bett zu kriegen. Doch eigentlich trauert er seiner verflossenen Liebe Laura (Leslie Mann) nach, die nun mit einem Australier (Eric Bana) zusammen zwei kleine Töchter hat.
Inzwischen versucht der erfolglose Ira Wright (Seth Rogen) seine ersten Schritte als Stand-Up-Comedian. Obwohl seine Mitbewohner, der junge Komiker Leo (Jonah Hill) und der Star einer schwachen TV-Serie, Mark (Jason Schwartzman), ihm kein komödiantisches Talent zutrauen, erregt Ira bei einem Auftritt das Interesse seines Idols George Simmons. Als dieser Ira engagiert, um Nummern für ihn zu schreiben, geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Da auch er keine echten Freunde hat, geniesst er die Gesellschaft des - wie er als einziger erfährt - todkranken Star-Comedians. Als aber Laura plötzlich wieder in Georges Leben auftaucht, wird es kompliziert...
Judd Apatows Filme haben in den letzten Jahren viele Fans gewonnen. Beinahe jeder Film, bei denen der Mann seine Finger im Spiel hatte wurde ein Hit. Sein letztes Werk Funny People, bei dem er wieder einmal als Regisseur fungierte, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Betrachten des Filmes muss gesagt werden, dass man diesmal den Box Office-Zahlen Recht geben muss. Funny People ist selten wirklich funny.
Es ist bekannt, dass Apatows Gestalten mehr Tiefe haben, als Figuren in anderen Comedies. Doch hier übertreibt er es damit masslos - die Figur Adam Sandlers wäre wohl besser in einem Drama aufgehoben gewesen. Allzu lange hält man sich mit dieser Diva auf, ohne einmal auf die "Filmflusstube" zu drücken. So erklärt sich auch leicht die Spielzeit von ca. 140 Minuten: Die Geschichte bleibt oftmals stecken und kommt einfach nicht vorwärts, was nicht zuletzt an einem Übermass an Nebenschauplätzen und -figuren liegt. Diverse Witze über die Lendengegenden von Männlein und Weiblein helfen da auch nicht.
Für seinen Film konnte der Regisseur wieder einige Kollegen vor der Kamera versammeln: Seth Rogen, Jonah Hill und auch Leslie Mann hatten alle bereits Auftritte in seinen Filmen. Neu hinzu kommt nun eben Komödienass Adam Sandler. Sie spielen alle gut, können den Film aber auch nicht auf ein höheres Niveau hieven. Der von Eric Bana gespielte Ehemann hinterlässt dann noch einen zwiespältigen Eindruck, denn diese Figur ist einfach zu überdreht dargestellt, als dass man sie ernst nehmen könnte. Und dass bei einem Film, der ernst genommen werden will.
Fazit: Funny People möchte vieles sein, unter anderem Buddymovie, Beziehungsdrama und Identitätssuche. Den Film zu kürzen wäre ein Leichtes gewesen, indem man etwa Seth Rogens Figur entfernt und diverse Nebenfiguren gestrichen hätte. Apatow wäre überhaupt besser beraten gewesen, aus diesem Werk gleich zwei zu machen. So bietet der Film schlussendlich zu wenig, um zu überzeugen. Zu viele Figuren und Handlungsstränge bremsen die Story und das Ganze mündet dann in ein vorhersehbares Ende. Dann lieber Saturday Night Live gucken.
Der Film kommt in einer Zwei-Disc Fan-Edition nach Hause. Auf der ersten Disc hat es den Film, mit einem superben Bild und einer überzeugenden Tonspur. Ein Audiokommentar und Outtakes haben es auch noch auf diese Disc geschafft. Auf der zweiten Disc hat es mehrere unveröffentlichte und erweitere Szenen - als ob der Film nicht schon lange genug wäre. Auch auf Disc 2 hat es Outtakes, die nochmals sieben Minuten zu Lachen geben. Einige Erinnerungsstücke Apatows darf man auch noch bewundern sowie sich der Musik von James Taylor widmen. Eine dreiminütige Episode und sogar ein eigenes Making-Of hat man der Fake-Serie "Yo Teach" noch gegönnt. Viel Bonus zu einem, leider, schwachen Film.
Der Film hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er schlussendlich 30-40 Minuten zu lang war. Am Schluss mag er nicht mehr aufhören und die einzelnen Szenen verlaufen sich im Sand, respektive verlieren an Intensität und Interesse.
Doch über den grossen Teil des Films mag die Geschichte überzeugen, die Darsteller sind klasse und die kleinen Insiderwitze, Sprüche und Hinweise sind granatenstark. Die Fake-Filmposter sind cool, Ray Romanos Cameo genial und wenn Eric Bana seinen Australischen Dialekt rausholt, dann wackeln die Wände.
Ausserdem mag ich Standup und kam somit toll auf meine Kosten. Da sind mir Witze über Schwänze und Eier sowas von egal...
Wer allerdings einen Schenkelklopferfilm erwartet, der dürfte überrascht werden. Der Witz ist eher Grinsmaterial (mit ein paar herrlichen Ausnahmen) und die Story hat ernste Momente. Aber daraus basteln die Filmemacher einen schönen Film, der (wie erwähnt) zwar zu lang geraten ist, aber trotzdem passt.
"Carolina on my mind" von James Taylor ist ausserdem wunderschön.
Es ist ja auch ohne Zweifel erträglich (teilweise sogar sehr amüsant), für mich einfach an der oberen Grenze. Wenn ich guten Stand-Up sehen will, kann ich das auch auf youtube oder eben live kriegen. Wenn ich ins Kino gehe, dann lege ich doch mehr wert auf eine gut geschriebene Geschichte, als auf eine gut geschriebene Stand-Up Nummer. Und ausserdem - da wirst du mir wahrscheinlich zustimmen, sobald du den Film gesehen hast -Funny People hat "backstage" bei weitem die lustigeren Szenen zu bieten.