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DMZ – KULTUR ¦ Patricia Jungo ¦
Am Dreikönigstag, am 6. Januar feiert die katholische Kirche das Epiphanias-Fest. Wo liegen denn eigentlich die Wurzeln dieses Tages und was ist seine Bedeutung?
Im Jahre 336 wurde die Geburt Christi auf den 25. Dezember festgelegt. An diesem Tag feierte man fortan die Menschwerdung Gottes. Die Kirche zelebrierte die Offenbarung seiner Göttlichkeit am 6. Januar mit dem Epiphanias-Fest.
Die Bibel erzählt, dass an jenem Tag die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem kamen, um das neugeborene Kind, den kommenden König der Juden zu huldigen und anzubeten. Sie waren die ersten, die von Christi Geburt gehört hatten.
Das Wort "Epihaneia" stammt aus dem Griechischen und bedeutet Erscheinung, im Besonderen die Erscheinung Gottes. Das Fest der Erscheinung hat jedoch seinen Ursprung im ägyptischen Alexandria. Dort feierte man in der Nacht von 5. auf den 6. Januar die Geburt des Gottes Aion, Gott des Lebens in Zeit und Ewigkeit, auch Horus genannt. Das Fest wurde von der Kirche in ihrem Sinne umgedeutet. Was die heiligen drei Könige betrifft, werden sie im Matthäusevangelium des Neuen Testamentes als Sterndeuter und Weise beschreiben, die, einem Stern folgend, aus dem Osten gekommen seien, um das Jesuskind zu finden. Sie kamen mit Myrrhe, Gold und Weihrauch.
Papst Leo der Erste im 5. Jahrhundert folgerte, es seien drei Männer gewesen, was aber nie bewiesen wurde. Seit dem 6. Jahrhundert vermutete man aufgrund der Geschenke, es müsse sich um Könige gehandelt habe. Dies war aber reine Spekulation. Was die Namen Caspar, Melchior und Balthasar angeht, wurden sie von einem Theologen namens Beda Venerabilis erfunden. Auch von Heiligsprechung der Weisen aus dem Morgenland gibt es keine Spuren. Aber unabhängig davon, ob es orientalische Magier oder Könige waren, ob sie dem Stern gefolgt und so zur Krippe zum Christuskind gelangt sind oder ob alles eine nette literarische Erfindung ist: Die heiligen drei Könige sind seit dem Mittelalter ein fester Bestandteil des christlichen Festkalenders. Ihre Gebeine kamen über Mailand nach Köln und werden bis heute als Reliquien in einem prächtigen Dreikönigsschrein verehrt werden. Die vielgereisten Männer wurden zu den Patronen der Reisenden und der Gasthäuser, welche früher sehr oft den Namen "Stern", "Krone" oder "Zum Mohren" trugen.
Von den zahlreichen Bräuchen und Riten, mit denen man in alter Zeit die „Heiligen drei Könige“ ehrte, wie zum Beispiel die Dreikönigsspiele und das Sternsingen, wird heute vor allem dieses noch gepflegt. Dabei ziehen in katholischen Gegenden drei als Könige verkleidete Kinder von Haus zu Haus, tragen ihre Lieder vor und schreiben mit Kreide die Formel C+M+B auf die Türen (für die Namen Caspar, Melchior und Balthasar). Das lateinische "Christus mansionem benedicat", kann mit „Christus schütze dieses Haus“ übersetzt werden. Dass dafür Kreide benutzt wird, ist kein Zufall, gehörte sie doch früher zur Abwehr von Unheil und Krankheit in jeden abergläubischen Haushalt. Auch der Drudenfuss, das Zauber abwehrende Pentagramm wurde mit Kreide auf die Hausschwelle gezeichnet. So sollte die Trud, die Hexe, die den Kindern Albträume schickte und sie dann raubte, verbannt werden. Die alte Legende besagt auch, dass der Dreikönigstag das Ende der „Zwölften“ markiert, einer Reihe von gefährlichen Tagen und Nächten, an denen das „Wilde Heer“ unterwegs war, um sein Unwesen zu treiben. Diese Geister trugen in den Alpenländern den Namen Perchten. Schon vor dem 6. Januar bekämpfte man diese ursprüngliche germanischen Dämonen und Totengeister, um so die Feier des Dreikönigsfestes ganz in Frieden begehen zu können.
Quelle: www.dw.com
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