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Beim Überflug getürmt
Der Pilot flüchtete auf einem Überführungsflug nach Lausanne. Das Flugzeug wurde bei der Landung leicht beschädigt. Die Maschine wurde am 24.06.1947 an Italien zurück gegeben.
Buchstäblich mit dem letzten Tropfen Benzin erreichte der italienische Pilot den Flugplatz Lausanne. (347_1)
Um die Mittagszeit dieses Frühlingstages landete ein Offizierspilot, Capitano Wilfredo Trevisini der Aeronautica della Republica Sociale Italiana mit seinem Jäger des Typs Macchi M.205V Veltro auf dem Flugplatz Lausanne. Beim Ausrollen auf dem welligen Boden der Blecherette knickte das rechte Fahrwerkbein ein, was zu einer leichten Beschädigung des rechten Flügelrandbogens und des Propellers führte.Der Pilot hatte den Auftrag erhalten, die fabrikneue Maschine vom Macchi-Werkflugplatz Lonate-Pozzolo bei Varese nach Venaria bei Turin zu überfliegen. Die Luftwaffennummer M.M.92289 weist darauf hin, dass es sich um eine der letzten Veltro handelte, die von Macchi produziert wurden. Der Offizier wählte jedoch nicht den befohlenen Flugweg über die Poebene, sondern zog es vor, in die Schweiz zu flüchten. Warum er nicht einfach ans obere Ende des Langensees nach Locarno-Magadino flog, sondern in einem 35minütigen Flug in 6000 m Höhe die Alpen überquerte, blieb sein Geheimnis.Der Macchi-Jäger wurde nach seiner Notlandung von Lausanne nach Emmen überführt, wo er im Eidgenössischen Flugzeugwerk repariert wurde. Anfänglich bestand die Absicht, das Flugzeug der mit Messerschmitt Bf 109G-6 ausgerüsteten Staffel der Schweizer Fliegertruppe zuzuteilen, doch scheiterte dies aus wartungstechnischen Problemen, obwohl die Veltro mit dem gleichen Triebwerk wie die Messerschmitt-Jäger ausgerüstet war. In Emmen soll das italienische Flugzeug mit Schweizer Kennzeichen, aber ohne Kennummer, für Testflüge verwendet worden sein. So sollen beispielsweise Vergleichsflüge mit der ebenfalls in der Schweiz gelandeten North American P-51B Mustang J-900 unternommen worden sein. Am 24. Juni 1947 überführte Major Spadaccini den Macchi-Jäger nach Italien. Über den weiteren Verbleib des interessanten Flugzeuges konnte leider nichts in Erfahrung gebracht werden.