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Die Geschichte der Massage ist lang, denn die Massage wird oft als älteste Heilkunst der Erde bezeichnet. Ich erzähle Ihnen die spannende Geschichte der Massage, von den Anfängen in der Urzeit bis zur Gegenwart.
5000 Jahren Geschichte der Massage
Geschichte der Massage: der historischer Ursprung
Die Massage gilt als wahrscheinlich älteste Therapie der Erde. Sie gilt auch als Urform der Behandlung verschiedenster Erkrankungen.
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Die Geschichte der Massage beginnt im Fernen Osten.
China
In China wurde bereits 2700 v. Chr. die Massage als eine der vier Behandlungsformen der Chinesischen Medizin beschrieben.
Der Autor Kong Fu beschrieb ausführlich Massage-Handgriffe und gymnastische Übungen, die noch für lange Zeit von Bedeutung waren.
Indien
Etwa 1800 v. Chr. kommt die Massage als Bestandteil der Ayurvedischen Heilkunst auf.
Andere alte Kulturen
Ab 500 v. Chr. beschrieben Griechen, Perser, Römer, Ägypter und Japaner Massage-Techniken, oft in ritueller Form.
Griechenland
Hyppokrates (460 – 377 v. Chr.) der grosse griechische Arzt, beschrieb die Massage als Kunst des Streichens. Er schrieb 400 v. Chr.
„Der Arzt muss viele Dinge beherrschen, in jedem Falle aber das Reiben“
Der Grieche Galenos (oder Galen, 131 – 201 v. Chr.), der als Gladiatoren Arzt praktizierte, beschrieb die Anwendung der Massage als frühe Form der heutigen Sportmassage. Griechische Athleten, die an den Olympischen Spielen teilnahmen, wurden vor und nach den Wettkämpfen massiert.
Er unterschied bereits 18 verschiedene Arten von Massagen.
Rom
Dank Hyppokrates und Galen gelangte die Massage von Griechenland nach Rom. Julius Caesar liess sich täglich massieren, um seine Kopfschmerzen zu lindern.
Arabien
Ab dem neunten Jahrhundert waren die Araber in der Ausübung der Massage führend. Sie folgten mehrere Jahrhunderte lang den Lehren Galens.
Geschichte der Massage: Siegeszug der Massage in Europa
Der Einfluss der griechischen Ärzte reichte bis ins Mittelalter und führte dazu, dass die Massage nicht in Vergessenheit geriet.
Der französischen Chirurg Anbroise Paré (1517 – 1590) versuchte die erste anatomische und physiologische Untermauerung der Massage. Er wendete verschiedene Massagetechniken an, um nach Operationen die Wundheilung zu fördern.
In Deutschland bediente sich auch Paracelsus (1493 – 1541) erfolgreich dieser Behandlungsform.
Aus dem siebzehnten Jahrhundert sind viele Schriften bekannt, welche die Massage teilweise unkritisch oder gar unseriös überbewerten.
Im achtzehnten Jahrhundert wurde die Massage als „Mechanotherapie“ bezeichnet. Sie erlebte insbesondere in Frankreich eine Blütezeit.
Noch heute ist an der Vielzahl der französischen Begriffe in der Massagetherapie der französische Einfluss sichtbar.
Geschichte der Massage: Sprachliche Herkunft
Die Herkunft des Wortes Massage ist unklar. Die Wurzel könnte im Griechischen massein (= kneten) oder auch im Arabischen massah (= reiben, streichen) liegen.
Das eigentliche Wort Massage wurde im achtzehnten Jahrhundert aus dem Französischen übernommen, wie auch die Bezeichnung der einzelnen Handgriffe:
– Effleurage / Streichung
– Petrissage / Knetung
– Tapotement / Klopfung
– Friktion / Reibung
– Vibration / Schüttelung
Geschichte der Massage: Verbreitung und Weiterentwicklung
Der Schwede Per Hendrik Ling (1776-1839) war Gymnastik- und Fechtlehrer. Er erlernte verschiedene Massagetechniken und experimentierte ständig weiter.
Per Hendrik Ling gründete 1813 in Stockholm das „Gymnastische Zentralinstitut“, wo er seine Auffassungen von Massage und Gymnastik lehrte. Ling erschuf die so genannte Schwedische Massage, deren Grundtechniken heute noch gültig sind.
Albert Hofa (1859 – 1907) ist Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie
Sein Buch „Technik der Massage“ (1893) wurde ein Standardwerk: Es erscheint heute noch in der 19. Auflage (14. April 2014).
Hofa reduzierte die Massagetechnik auf fünf Handgriffe, die noch heute die Grundlage der Technik unserer klassischen Massage darstellen:
Effleurage, Petrissage, Friktion, Tapotement und Vibration
Hofa behauptete, dass nur Ärzte „pathologische Produkte der Muskulatur palpieren und massieren“ könnten. Seine Forderung „Massage den Ärzten“ dürfte längst überholt sein. Dennoch: Die Förderung des Berufstandes des Masseurs wurde dadurch erheblich verzögert.
Spezielle Massagemethoden
1908 beschrieb Cornelius an der Charité in Berlin die „Nervenpunktmassage“, die er als sogenannte Kontaktmassage propagierte. Seine Methode ist als Vorläufer der heutigen Reflexzonenmassage anzusehen, die 1952 von Gläser und Dalicho veröffentlicht wurde.
1914 folgte vom Internist A. Müller das „Lehrbuch der Massage“. Müller sah als Indikation für die Massage den Hypertonus der Muskulatur (Müller´scher Hartspann“).
Um 1920 entwickelte die Physiotherapeutin Elisabeth Dicke in Zusammenarbeit mit H. Teirich-Leube die Bindegewebsmassage.
Gleichzeitig entwickelte der Arzt und Physiotherapeut Dr. Paul Vogler die Kolonmassage und die Periostmassage.
1936 stellte der Däne Emil Vodder zusammen mit seiner Frau Estrid seine Technik der manuellen Lymphdrainage vor.
Die manuelle Lymphdrainage ist erst seit 1994 als spezielle Methode der Massagelehre in der Schweiz anerkannt.
1957 erscheint vom Schweizer Arzt Jean-Claude Terrier der Aufsatz „Die Grundlagen der Manipulativ-Massage“, eine komplexe Kombination von Massage und Gelenkmobilisation.
Die Massage heute in der Schweiz
Heute obliegt die Massage nicht mehr den Ärzten, sondern wird von medizinischen Masseurinnen und Masseuren ausgeführt.
Erst ab 1998 ist dieser neue Beruf gesamtschweizerisch anerkannt. Der Titel „medizinischer Masseur mit Fähigkeitsausweis“ wurde damals durch das Schweizerische Rote Kreuz erteilt.
Am 19. Juni 2009 genehmigt das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT die Prüfungsordnung zum/zur „Medizinischen Masseur/in mit eidgenössischem Fachausweis“.
Die erste Berufsprüfung hat im Herbst 2010 stattgefunden.
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