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Berühmte Namen
Meta von Salis
Sie wagte etwas, das sich in der Schweiz vor ihr niemand getraut hatte: Meta von Salis forderte 1887 in einem Zeitungsartikel erstmals das Stimm- und Wahlrecht für Frauen. Heute erinnert der ALLEGRA-Stammnetztriebzug 3101 an die Frauenrechtlerin.
Die Bündnerin Meta – Barbara Margaretha – von Salis kommt am 1. März 1855 auf Schloss Marschlins bei Igis zur
Welt. Sie wächst in einem adligen Umfeld auf, das ihr aristokratische und konservative Werte vermittelt. Doch Meta von Salis merkt schon als Teenager, dass ihr die Ausbildung zur guten Hausfrau in den typischen Mädchenpensionaten nicht ausreicht. Sie möchte Erzieherin werden – einer der wenigen Berufe, der Frauen aus der Oberschicht damals zugänglich war.
Sie erlernt den Beruf im deutschen Naumburg, wo sie Mutter und Schwester von Friedrich Nietzsche kennenlernt, mit dem sie später eine Freundschaft verbindet. Ab 1883 studiert Meta von Salis Geschichte und Philosophie in Zürich, 1887 promoviert sie als erste Bündnerin. Nach ihrem Studium engagiert sich die Adlige als Schriftstellerin, Publizistin und Vortragsrednerin für die Rechte der Frauen. Neben der politischen Gleichberechtigung geht es Meta von Salis vor allem um die rechtliche Gleichstellung der Frau. 1894 bekommt sie das ungerechte System am eigenen Leib zu spüren: Sie setzt sich für die Zürcher Ärztin und Frauenrechtlerin Caroline Farner ein und erkämpft deren juristische Rehabilitierung. Doch der unterlegene Richter verwickelt daraufhin Meta von Salis selbst in einen Ehrverletzungsprozess und verurteilt die Frauenrechtlerin zu einer Gefängnisstrafe. Meta von Salis zieht sich zusehends ins Privatleben zurück. Sie lebt einige Jahre auf Capri und später in Basel. In ihren letzten Lebensjahren nimmt sie Abstand von der Frauenbewegung und äussert sich immer öfter antidemokratisch sowie deutschnational. Meta von Salis stirbt am 29. März 1929 in Basel.