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Été 85
Regie: François Ozon
Darst.: Félix Lefebvre, Benjamin Voisin, Philippine Velge, Valeria Bruni Tedeschi, Melvil Poupaud, Isabelle Nanty, Laurent Fernandez, Aurore Broutin, Yoann Zimmer u.a.
Im Sommer 1985 erlebt der 16-jährige Alexis seine erste grosse Liebe, eine Amour fou, die nur sechs Wochen dauert. Vor Kurzem ist er mit seinen Eltern in einen verschlafenen Badeort in der Normandie gezogen. Als er in den Schulferien mit einem Segelboot auf das Meer hinausfährt, gerät er in einem Gewitter in Seenot. Wie aus dem Nichts naht plötzlich Rettung in Gestalt des charismatischen David. Dieser ist zwei Jahre älter als Alexis und führt nach dem Tod des Vaters zusammen mit seiner Mutter das Segelsport-Fachgeschäft im Ort. Er ist ein schillernder Draufgänger, der riskante Motorradfahrten liebt und jede sich bietende Gelegenheit beim Schopf packt – im Gegensatz zum eher scheuen und verträumten Alexis. Gleich zu Beginn wird klar, dass die Beziehung von Alexis und David tragisch enden wird, aber was sich wirklich zugetragen hat, erfahren wir erst durch Alexis’ Erzählung in den Rückblenden. Auf Anraten eines Lehrers am Gymnasium hat er alles aufgeschrieben, was für ihn zu einem Akt der Selbstfindung wird. Mit «Été 85» verfilmte François Ozon ein Drehbuch, das er vor 35 Jahren geschrieben, aber nie realisiert hatte: die Adaption des Jugendromans «Dance on My Grave» des britischen Autors Aidan Chambers aus dem Jahr 1982, den Ozon als 17-jähriger verschlungen und dessen Geschichte ihn nie losgelassen hat. Wie in allen seinen Filmen (u.a. «8 femmes», «Frantz») zeigt Ozon auch hier seine einzigartige Meisterschaft in der perfekten Inszenierung und im Spiel mit verschiedenen Genres. Um eine nostalgisch-warme Bildtextur in den satten Farben der Zeit zu erreichen, wurde der Film im 16mm-Format gedreht, der Soundtrack enthält die Pop-Highlights der 1980er-Jahre. Eine Entdeckung sind die beiden Nachwuchsschauspieler Félix Lefebvre und Benjamin Voisin, während Valeria Bruni Tedeschi als Davids Mutter beeindruckt. Der Film war in der offiziellen Auswahl des Wettbewerbs des Festivals von Cannes 2020, das aber aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte. «Mit einer Mischung aus Tristesse, Komödie und Sinnlichkeit ist ‹Été 85› letztlich eine ergreifende Geschichte über die erste Liebe», schreibt Ryan Lattanzio auf Indiewire.