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Michael Schumacher hat einen weiteren Schritt zu seinem fünften Titel getan. Die Fahrer des Schweizer Sauber-Teams hingegen gingen leer aus.
Weltmeister Michael Schumacher bescherte Ferrari im Grand Prix von Kanada den 150. Sieg. Das Sauber-Team hatte sich nach Nick Heidfelds 7. Startplatz berechtigte Hoffnungen machen dürfen, nach zuletzt zwei "Nullern" weitere WM-Punkte zu sammeln und sich Rivale Renault im Kampf um Platz 4 in der Teamwertung wieder anzunähern.
Strafsekunden für Heidfeld
Die Technik spielte aber nicht mit: Weil der "Speedlimiter" versagte, waren sowohl Heidfeld als auch Felipe Massa in der Boxenstrasse auf dem Weg zu ihren geplanten Stopps zu schnell, was von den Stewards geahndet wurde.
Dem Deutschen Heidfeld unterlief das Missgeschick sogar zweimal, so dass er nach einem "Drive through", das auch gegen Massa ausgesprochen wurde, noch eine Stopp-and-go-Strafe von 10 Sekunden aufgebrummt erhielt. Für Massa blieb so nur der 9., für Heidfeld der 12. Rang.
Renaud und Jordan
Ohne diese Malheurs wären für Heidfeld mit Sicherheit Punkte dringelegen. Er hatte bis dahin an 7. Stelle und vor Giancarlo Fisichella und Jarno Trulli gelegen, die am Ende die Plätze 5 und 6 belegten.
Weil Fisichella zum dritten Mal hintereinander zwei Punkte einfuhr, muss sich Sauber (8 Punkte) ab jetzt im Bestreben, den 4. Rang erfolgreich zu verteidigen, nicht nur vor Renault (12), sondern auch vor Jordan (6) in Acht nehmen.
Besuch aus Malaysia
Teamchef Peter Sauber hatte nicht lange Zeit, über die neuerliche Enttäuschung zu debattieren. Eine halbe Stunde nach dem Rennen flog er per Helikopter zum Flughafen und danach in die Schweiz zurück.
Am Montag steht im Werk in Hinwil ein Besuch einer malaysischen Delegation mit Premierminister Dato' Seri Dr. Mahathir Mohamad im Programm. Die Gäste reisen anschliessend nach Bern zu einem Treffen mit dem Bundesrat weiter.
Alles lief für Schumacher
Michael Schumacher reist nach dem sechsten Saisonerfolg mit 43 Punkten Vorsprung zu seinem ersten Heimrennen, den Grand Prix von Europa auf dem Nürburgring. In Montreal, wo er zum fünften Mal triumphierte, lief wieder einmal alles für den Titelhalter.
Weil der Safety-Car wegen des stehen gebliebenen BAR-Honda von Jacques Villeneuve schon nach wenigen Runden ausrücken musste, war die Taktik seines Teamkollegen Rubens Barrichello, der im Gegensatz zu Schumacher auf eine Zwei-Stopp-Strategie gebaut hatte, zunichte gemacht.
Der Brasilianer führte zu jenem Zeitpunkt mit fünf und mehr Sekunden, musste die Konkurrenz aber dann hinter dem Safety- Car wieder aufschliessen lassen. Barrichello belegte schliesslich hinter David Coulthard im McLaren-Mercedes Platz 3.
Montoyas Pech
Gut für Michael Schumacher wirkte sich im Hinblick auf die WM-Wertung auch das Pech von BMW-Williams aus. Juan Montoya vermochte wie in Brasilien und in Monaco die Pole-Position nicht zum zweiten Grand-Prix-Sieg zu nutzen. Der Kolumbianer schied kurz vor Schluss an 2. Stelle liegend mit Motorschaden aus.
Und Ralf Schumacher fiel aus den ersten sechs Rängen, weil bei seinem Boxenstopp die Tankanlage nicht funktionierte. Darauf hatte er fast doppelt so lange als vorgesehen stillstehen müssen.
swissinfo und David Bernold (Si), Montreal