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Werden Kühe an Milchvieh-Ausstellungen gezeigt, dann kann es vorkommen, dass sie über längere Zeit nicht gemolken werden. Die Tierschutzverordnung verbietet aber lange Pausen zwischen dem Melken, wenn diese “die natürliche Form des Euters verändern oder zu einem unnatürlichen Füllungszustand führen”.
Kriterien für einen “unnatürlichen Füllungszustand” fehlten aber bislang. Sie sollen nun anhand einer Studie der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern festgelegt werden, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Dienstag mitteilte.
Die Studie zeigte nämlich, dass Kühe, die während 24 Stunden nicht gemolken wurden, sich sichtlich unwohl fühlen, und auch ihre Gesundheit gefährdet ist. Nach 24 Stunden hätten viele Kühe ein Ödem, also eine Wasseransammlung, in der Unterhaut des Euters gekriegt. Die Zellzahl in der Milch sei erhöht gewesen, was auf eine Euterentzündung hindeute. Zudem sei bei vielen Kühen Milch ausgelaufen.
Auf Hinterbeine gestellt, um Schmerzen zu vermeiden
Die Testkühe hätten in den letzten sechs Stunden vor dem Melken weniger gefressen und ein festeres Euter gehabt, hiess es weiter. Um Druck und Schmerz zu vermeiden, hätten die Tiere ihre Hinterbeine weiter gestellt und das Euter so entlastet.
Die Kantonstierärzte und das BLV würden nun mit den Organisatoren von Milchviehausstellungen und Zuchtverbänden zusammensitzen, schrieb das BLV. Sie wollen Massnahmen diskutieren, wie lange Melkpausen bei Milchviehausstellungen in der Schweiz vermieden werden können.
(SDA)