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Ar 581
Für die Konsultation der Unterlagen im Lesesaal vereinbaren Sie bitte telefonisch (043 268 87 50) einen Termin, da die Platzzahl im Lesesaal aufgrund der Corona-Situation beschränkt ist. Der Zugang zum Lesesaal ist nur mit bestätigter Platzreservation möglich.
Ar 581
1994/1995
0.3 m
Als die Schweiz im Januar 1994 als erster europäischer Staat mit Sri Lanka ein auf zwei Jahre befristetes Rückübernahmeabkommen abgeschlossen hatte, mit dem ein Teil der rund 13 000 in der Schweiz lebenden Flüchtlinge ausgeschafft werden sollte, traten in Zürich über hundert Tamilinnen und Tamilen in einen Hungerstreik. Zusammen mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen solidarisierte sich das Zürcher Antirassismus-Café, ein heterogener Zusammenschluss der ausserparlamentarischen Linken, mit den sri-lankischen Flüchtlingen und begann, sich für deren Bleiberechte einzusetzen. Mit der Lancierung eines Wanderrefugiums im September 1994, das zeitweise bis zu 100 Flüchtlinge bewohnten, sollte ihnen ein „symbolischer Schutzraum“ geboten werden. Erste Station war das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH, danach folgten Aufenthalte im aki/EHG, dem Evangelischen Frauenbund und in der Kirche St. Jakob. Obwohl das Wanderrefugium bereits im Februar 1995 wieder aufgelöst wurde, diente es anderen Schweizer Städten (u.a. Basel, Bern, Luzern) als Vorbild. Mit ihrer solidarischen Protestaktion weckten die AktivistInnen zudem grosses mediales Interesse im In- und Ausland.
Einlieferung Ende März 2015, Ablieferung betreut von Bea Schwager.
Der Bestand umfasst zum einen Positionspapiere, Presse-Communiqués und Manifeste, die von Wanderrefugium-AktivistInnen veröffentlicht wurden; dazu gehören auch Flyer, Einladungen zu Veranstaltungen, Rundschreiben und Spendenbriefe. Zum anderen enthält der Bestand eine umfangreiche Dokumentation (Zeitungsartikel aus dem In- und Ausland, Lageberichte von NGOs, wissenschaftliche Studien und Literatur) zu den Themen Asylpolitik, Fremdenfeindlichkeit, Sri Lanka und zum Wanderrefugium selbst.
Kassiert wurden Doubletten, Rechnungsbelege, sachfremde Zeitungsartikel und Agenturmeldungen.
Nachlieferungen werden nicht erwartet.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Bearbeitung im August 2015 durch Matthias Ruoss.