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Inhalt: Im Neandertal wird bei der Grabung in einer Höhle das Skelett einer Frau entdeckt. Das Ausgrabungsteam steht vor einem Rätsel: wer war die unbekannte Tote, warum gab es keine Spuren von Kleidung, und wie ist sie dort hin gelangt? Meine Meinung: Wer gern historische Romane mit einem Hauch von Krimi liest... Inhalt: Im Neandertal wird bei der Grabung in einer Höhle das Skelett einer Frau entdeckt. Das Ausgrabungsteam steht vor einem Rätsel: wer war die unbekannte Tote, warum gab es keine Spuren von Kleidung, und wie ist sie dort hin gelangt? Meine Meinung: Wer gern historische Romane mit einem Hauch von Krimi liest hält mit Gina Mayers Buch: Das Medaillon einen Hit in der Hand. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen: Mitte des 19. Jahrhunderts, und Gegenwart. In der Vergangenheit lernen wir Rosalie und Dorothea kennen: zwei ungleiche junge Frauen, die trotzdem die besten Freundinnen sind. Sie verbindet eine gewisse Andersartigkeit sowie der Traum von Selbstverwirklichung. Während Dorothea keine hochfliegenden Träume hat, ist sie doch in dem versuch, sie zu verwirklichen wesentlich eingeschränkter als Rosalie. Dorotheas Elternhaus ist streng gläubig und stark in der niederländisch-reformierten Gemeinde verwurzelt: einer bigotten und engstirnigen Glaubensgemeinschaft die kein Abweichen von ihren Vorstellungen duldet. Rosalies Hemmschuh ist die Gesellschaft als solches, die Mitte des 19. Jahrhunderts den Frauen die Fähigkeit zu denken und zu handeln abspricht und ihnen so den Zugang zu Wissen verwehrt. Jede der Frauen kämpft auf ihre Art und Weise dafür, ihren Traum zu erfüllen – und zumindest einer scheint es zu gelingen. Sie zahlt allerdings einen sehr hohen Preis. Die Andere macht auch Schritte in Richtung ihrer Ziele, aber auch sie hat einen Preis zu zahlen, wenngleich der im Vergleich relativ niedrig scheint. Im krassen Gegensatz dazu steht Nora, die resigniert hat und keinen Traum zur Selbstverwirklichung hegt. Sie lebt gar nicht richtig, sie funktioniert einfach größtenteils. Ihr Hemmschuh ist ihr A… von Ehemann. Durch die Entdeckung des Skeletts bekommt Nora neuen Auftrieb, außerdem findet sie neue Freunde. Sie stellt Nachforschungen an, und letztendlich krempelt sie ihr Leben um. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen kam anfangs überraschend, wird aber sehr geschickt eingesetzt, denn dadurch wird (unter Anderem) Spannung aufgebaut und gehalten. Scheint anfangs der Strang in der Vergangenheit interessanter und spannender, holt der Strang in der Gegenwart jedoch schnell auf, und so ist man jedes mal sowohl erleichtert, als auch enttäuscht, wenn die Zeitebene wechselt, da man alles auf einmal wissen möchte. Die Autorin bleibt keine Antworten schuldig, und das Ende ist, trotz der zum Teil schrecklichen Ereignisse, versöhnlich. Wer clevere historische Romane mag sollte hier unbedingt zugreifen, das Gleiche gilt für alle, die Gesellschaftsromane mögen — und natürlich für jeden, der überhaupt gerne gut geschriebene Lektüre liest.
In Das Medaillon erzählt Gina Mayer die Geschichten von drei jungen Frauen. Rosalie und Dorothea leben im 19. Jahrhundert, sind Freundinnen, aber doch so unterschiedlich. Rosalie ist bei ihrem Vater aufgewachsen und hat schon früh in seiner Arztpraxis ausgeholfen. Sie hat viele Freiheiten, mehr als andere Mädchen ihrer Generation,... In Das Medaillon erzählt Gina Mayer die Geschichten von drei jungen Frauen. Rosalie und Dorothea leben im 19. Jahrhundert, sind Freundinnen, aber doch so unterschiedlich. Rosalie ist bei ihrem Vater aufgewachsen und hat schon früh in seiner Arztpraxis ausgeholfen. Sie hat viele Freiheiten, mehr als andere Mädchen ihrer Generation, und führt daher ein ganz anderes Lebens als ihre Altersgenossinnen. Sie interessiert sich für die Wissenschaft und nimmt gern an den Treffen teil, die ihr Vater im heimischen Wohnzimmer veranstaltet, um sich über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen. Als ein Besucher eines Tages ein Skelett mitbringt, ist sie fasziniert von dieser Entdeckung und möchte unbedingt mehr darüber herausfinden. Ihre Freundin Dorothea hingegen ist in der Niederländisch-reformierten Gemeinde aufgewachsen und kennt nur ein streng gläubiges Leben. Ihr Glaube an Gott ist tief, es gibt nur eine einzige Sache, die sie stört: Sie liebt Bücher, aber sie darf sie nicht lesen. Alle Bücher, die nicht die Bibel sind, seien Schund, sagt ihr Vater. Eines Tages bietet ihr jedoch der Inhaber der Leihbibliothek an, für ihn zu arbeiten. Das allein wäre schon eine Sensation, aber Herr Kirschbaum ist zudem ein Jude, was nach Meinung ihres Vaters und der Gemeinde natürlich ein ganz falscher Umgang für eine junge christliche Frau wäre. Nora, die dritte im Bunde, lebt in der heutigen Zeit, ist verheiratet und hat ihr Archäologiestudium kurz vor dem Abschluss abgebrochen. Ihr Mann Falk jedoch arbeitet nun als Archäologe und daher bekommt sie immer noch so einiges aus dem Fachbereich mit. Als Falk die Erlaubnis bekommt in einer Höhle im Neandertal zu graben, kommt sie prompt mit und entdeckt auch noch wirklich ein Skelett. Dabei liegt ein Medaillon und Nora macht sich nun auf die Suche nach der Lebensgeschichte dieses Skeletts. Wie ich es bereits von Gina Mayer kannte, wird man direkt von der ersten Seite an mitten in die Geschichte eingesogen. Der Schreibstil ist wieder mitreißend, einfühlsam und schön zu lesen. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Perspektive von Rosalie und Dorothea geschrieben, später kommt noch Nora hinzu. Durch diesen Aufbau kommt schon ganz viel Spannung auf, da es am Ende mancher Kapitel kleine Cliffhanger gibt oder wenn man bei Dorothea Andeutungen liest, was bei Rosalie passiert sein könnte. Am interessantesten an dieser Geschichte fand ich — auch weil es so eindringlich und emotional geschildert wird — die Unterschiede zwischen Rosalie und Dorothea. Beide sind sehr sympathische junge Frauen, bei denen es mir nicht schwer gefallen ist sie zu mögen und sie zu verstehen. Die beiden leben zwar zur selben Zeit im selben Örtchen, durch ihren Alltag und die Denkweise, die sich beide komplett unterscheiden, kommt beim Lesen ganz viel Abwechslung auf. Rosalie ist sehr willensstark und mutig, gleichzeitig fühlt sie sich allerdings als Frau, die (angeblich!) nichts zu sagen hat, in ihrer Zeit gefangen. Besonders packend wird auch das ganz andere Leben von Dorothea geschildert und damit die Denkweisen der Niederländisch-reformierten Gemeinde. Das Leben in dieser Gemeinde ist streng christlich, feste Regeln müssen eingehalten werden und Regelbrüche werden umso härter bestraft. Dorothea, zu Beginn noch sehr von den Traditionen ihrer Gemeinde eingenommen, entwickelt sich nach und nach weiter und fängt an selbst zu denken. Dieser Prozess, der zwar recht langsam und mit vielen Zweifeln vor sich geht, ist sehr spannend zu lesen, besonders da sie sich selbst immer noch treu bleibt und versucht ihre Träume mit ihrem Glauben in Einklang zu bringen. Die Denkweise in der Gemeinde zusammen mit den Entdeckungen, die Rosalies Vater und sein Wissenschaftsclub währenddessen machen, bilden nicht nur einen spannenden Gegensatz, sondern beleuchten auch wunderbar die Einstellung der Menschen zu dieser Zeit: Gott ist der Schöpfer, das war die feste und allgemeingültige Meinung. Als dann diverse Skelette entdeckt werden, als Darwin mit seinen Theorien bekannt wird und insgesamt das erste Mal die Andeutung aufkommt, dass es eine Evolution gegeben haben könnte, macht sich Unsicherheit breit. Viele streng gläubige Menschen lehnen diese Vorstellung sofort ab, doch auch weniger gläubige Personen sind verwirrt, da diese Erkenntnis doch ein starkes Umdenken mit sich bringen würde. Die Handlung in der heutigen Zeit rund um Nora rundet diesen Roman wunderbar ab. Die Entdeckung des Skeletts, ihre weiteren Nachforschungen und auch ihr persönlicher Alltag sind unglaublich spannend geschildert. Nach und nach zeigen sich Parallelen zur Handlung im 19. Jahrhundert und mir ist es zu diesem Zeitpunkt wirklich schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht mit Nora zu spekulieren und überhaupt selbst zu rätseln, da man doch schon so viel mehr als sie wusste. Zudem gab es auch noch mehrere überraschende Wendungen, die der Geschichte noch mehr Würze verliehen haben. Insgesamt ist Das Medaillon eine fesselnde Lektüre, die das Leben der drei Frauen auf eine eindringliche und spannende Weise erzählt. Die Distanz zwischen Wissenschaft und Glaube, das strenge Leben in der Gemeinde und ihre Ablehnung gegen alles Fremde und gegen andere Religionen, Noras Spurensuche — all das hat diesen Roman spannend und interessant gemacht.
Ich bin kein Freund von historischen Romanen, aber dieser hat es mir doch angetan. Viielleicht auch, weil ich die meisten (noch erhaltenen) Schauplätze kenne. Die Aurotin hat sehr gut eingefangen, dass sich in der Emanzipation in den letzten 150 Jahren nicht allzuviel getan hat, noch immer stehen die Frauen... Ich bin kein Freund von historischen Romanen, aber dieser hat es mir doch angetan. Viielleicht auch, weil ich die meisten (noch erhaltenen) Schauplätze kenne. Die Aurotin hat sehr gut eingefangen, dass sich in der Emanzipation in den letzten 150 Jahren nicht allzuviel getan hat, noch immer stehen die Frauen (mehr oder weniger) freiwillig hinter den Männern zurück. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, immer schon. Lesenswert!