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La terra trema
Regie: Luchino Visconti
Darst.: Antonio Arcidiacono, Giuseppe Arcidiacono, Venera Bonaccorso, Nicola Castorino, Rosa Catalano, Rosa Costanzo, Alfio Fichera, Carmela Fichera, Rosario Galvagno u.a.
Nach der Rückkehr aus dem Krieg erkennt der junge sizilianische Fischer Ntoni, dass er und seine Freunde von den Fischgrosshändlern ausgebeutet werden. Die jungen Fischer beschliessen, anstelle der Alten die Verhandlungen zu führen. Als sie entdecken, dass die Händler sie betrügen, werfen sie sie samt ihrer dubiosen Waagen ins Wasser. Ntoni wird als Rädelsführer verhaftet, aber bald wieder freigelassen, da die Händler auf die Arbeit der Fischer angewiesen sind und Angst vor einer Revolte haben. Dadurch wird sich Ntoni seiner Macht bewusst; er versucht jedoch vergeblich, Mitstreiter zu finden. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder beschliesst er, auf eigene Rechnung zu fischen; er nimmt eine Hypothek auf das Haus seiner Eltern auf und kauft sich damit ein Fischerboot. Der aus einem der ältesten Adelsgeschlechter Italiens stammende Luchino Visconti di Modrone aus Mailand war bekennender Marxist und wurde durch die Romane Giovanni Vergas auf den vom Norden vernachlässigten Mezzogiorno aufmerksam. Aus dem ursprünglichen Plan, einen kurzen Dokumentarfilm auf Sizilien zu drehen, entstand die Idee einer Trilogie mit dem Titel «La terra trema», die den Kampf der Fischer, der Bauern und der Arbeiter in den Salpeter-Minen darstellen und mit dem Sieg der vereinten Kräfte des Proletariats enden sollte. Da das Grossprojekt an der Finanzierung scheiterte, konnte nur der erste Teil, «Episodio del mare», nach Giovanni Vergas Roman «I Malavoglia» realisiert werden. Gedreht wurde ausschliesslich mit Laiendarstellern im kleinen Fischerhafen Aci Trezza in der Nähe von Catania. Viscontis Regieassistenten waren Francesco Rosi und Franco Zeffirelli. Harry Tomicek vom Filmmuseum Wien schreibt: «Mit seinen aus dem Stegreif parlierenden Laien und seinem klassenkämpferischen Pathos stellt ‹La terra trema› den Höhepunkt des filmischen Verismus dar. Was nicht ausschliesst, dass die Dialoge der Fischer von Aci Trezza wie grosse Musik klingen, ihre Sprachbilder spontane Dichtung darstellen und Viscontis Film über weite Partien stilisiert wie eine antike Tragödie anmutet, die durch die Schule der italienischen Oper gegangen ist.»