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Pressemitteilung von procafé
Die wirtschaftliche Bedeutung des Kaffees für die Schweiz
Die Wertschöpfungskette des Kaffees von der Pflanze bis in die Tasse ist lang. Der Teil des Wertschöpfungsprozesses, der in der Schweiz stattfindet, ist in erster Linie durch
die Akteure des internationalen Rohkaffeehandels, der Kaffeeimporteure, der Kaffeeröster, der Kaffeemaschinenhersteller, des Detailhandels und der Gastronomie geprägt. Betrachtet man die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohkaffeehandel bis zum Verkauf der verarbeiteten Produkte, so erwirtschaftet die gesamte Schweizer Kaffeebranche inklusive Kaffeemaschinenhersteller rund 4,9 Mrd. Schweizer Franken, was einem knappen Prozent des Bruttoinlandprodukts der Schweiz entspricht.
Rohkaffeehandel
Ein Grossteil des weltweiten Kaffeehandels findet in der Schweiz statt. Gut zwei Drittel des weltweit gehandelten Kaffees wird direkt oder indirekt über die Schweiz abgewickelt, was in etwa 6 Millionen Tonnen entspricht. Die heutigen Kaffeebörsen werden elektronisch geführt, wobei die administrative Verwaltung der täglichen Transaktionen mehrheitlich für Arabica-Kaffee in New York und für Robusta-Kaffee in London stattfindet.
Die Rohstoffpreise von Kaffee entwickelten sich seit Ende 2009, wie auch andere Agrarrohstoffe (z.B. Kakao oder Weizen), sprunhaft nach oben. In der Schweiz stieg der Preis für Rohkaffee innert zwei Jahren um rund 80% an. Der Preisanstieg ist neben Ernteausfällen und Währungsschwankungen auch auf die zunehmende Bedeutung von Kaffee als Spekulationsobjekt zurückzuführen. Erst ab Herbst 2011 war eine leichte Entspan- nung der Rohstoffpreise festzustellen, die sich während dem Jahr 2012 weiter fortsetzte. Gegenwärtig befindet sich der Kaffeepreis noch rund 10 % über dem Niveau von 2009.
Kaffeeröster
In der Schweiz gibt es 60 bis 80 Röstereien, worunter auch einige industrielle Kaffeeverarbeiter. Mehr als die Hälfte der Röstereien sind Kleinbetriebe. Im Jahr 2012 wurden von Gross- und Kleinbetrieben rund 56’000 Tonnen importierter Rohkaffee sowie rund 16’000 Tonnen geröstet eingeführter Kaffee oder Kaffee-Extrakt verarbeitet4. In der gewerblichen und industriellen Kaffeeverarbeitung der Schweiz sind rund 1’050 Personen5 (ohne Kleinstbetriebe) beschäftigt. Die gerösteten Bohnen werden ungemahlen oder in gemahlener Form ab- gepackt bzw. zu Instantkaffee, Kaffeepads oder -kapseln weiterverarbeitet.
Kaffeemarkt Schweiz
Die wichtigsten Absatzkanäle für Kaffee sind der Detailhandel und die Gastronomie. Daneben findet aber auch ein Verkauf über Selbstbedienungsautomaten statt. Ausserdem ist in den letzten Jahren eine Verlagerung des Absatzes ins Internet zu beobachten. Beispielsweise wird der grösste Teil der Nespresso-Kapseln über das Internet verkauft.
Der Detailhandel setzt mit Kaffee jährlich mehrere hundert Millionen Schweizer Franken um. Die bedeutendste Rolle nehmen die beiden grössten Detailhändler der Schweiz, Migros und Coop, ein. Im Detailhandel wird sowohl im Inland verarbeiteter als auch importierter Kaffee verkauft. Den grössten Anteil macht Kaffee aus industrieller Verarbeitung aus.
Die Gastronomie ist vor allem für die kleinen und mittleren Röster der wichtigste Abnehmer für ihre Produkte. Bei täglich rund 1,5 Mio. konsumierten Tassen wird in der Gastronomie ein jährlicher Umsatz von rund 2 Mrd. Schweizer Franken erzielt.
Ungebrochen ist das Wachstum von Kaffeepads und -kapseln. Es ist der in jüngsten Jahren am stärksten wachsende Bereich. Und laufend wird das Angebot erweitert und ausgebaut. Bereits bieten über 30 Firmen verschiedene Pad- und Kapselsysteme an. Zusätzlich drängen vermehrt Anbieter von Alternativ-Kapseln für bestehende Systeme auf den hart umkämpften Markt. Gemessen am weltweiten Kaffeemarkt beträgt der An- teil des Kapselgeschäfts 17 %.
Kaffee-Exporte Schweiz
Rund 46’900 Tonnen mit einem Wert von 1,7 Milliarden Schweizer Franken verlassen die Schweiz als verar- beitete Exportprodukte wieder. Im Vergleich zum Jahr 2011 stiegen die Exporte im Jahr 2012 sowohl wert- wie auch mengenmässig um 13 % bzw. 10 %. 10
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist eine wichtige Herausforderung, die sich den Akteuren der Kaffeewirtschaft auf allen Stufen stellt. Die wohl bekannteste Definition zum Begriff der Nachhaltigkeit geht auf den Brundtland-Bericht aus dem Jahr 1987 zurück, welcher Nachhaltigkeit wie folgt definiert: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“11. Übersetzt in den wirtschaftlichen Alltag bedeutet dies, dass eine Balance anzu- streben ist, welche soziale, ökologische und wirtschaftliche Ziele ausgewogen berücksichtigt. Die Bedeutung von fair gehandelten Produkten dringt immer stärker ins Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten und spielt auch in der Kaffeewirtschaft eine immer grössere Rolle. Entsprechend hoch sind die Erwartungen bezüglich Nachhaltigkeitsbestrebungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In der Kaffeewirtschaft sind unter anderem die Sozial- und Ökolabels „4C-Programm – Common Code for the Coffee Community“, „Rainforest Alliance“, „UTZ Certified“ und „Max Havelaar“ verbreitet.