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Jens Petersen (DE)
Bis dass der Tod (Manuskript)
Mit einem Auszug aus einem Roman «Bis dass der Tod» hat Jens Petersen 2009 den Bachmannpreis gewonnen. Die «furchtbare zeitgenössische Variante des Liebestods» (Jury) handelt von Alex, der Nana liebt und sie vielleicht gerade deswegen tötet. Denn Nana ist schwer krank. Es ist ein beklemmender Text, der Autor geht ganz nah heran. «Ich sehe in meiner Arbeit viel Schmerz», sagt Jens Petersen, der im Hauptberuf Arzt ist. Und diesen Schmerz, das menschliche Leiden und Mitleiden verarbeitet er in literarischen Texten, die kunstvoll sind und trotzdem wehtun.
Aus: Jens Petersen. Bis dass der Tod (Manuskript).
Er löst die Gurte, erst ihren, dann seinen; dann nimmt er ihren Schal ab und legt den Kopf in die warme Mulde unter ihrem Kinn. Er hört sie atmen, minutenlang. Er will für immer dort sein, an diesem Tag, der verregnet und dabei sonnig ist, will für immer so daliegen, auf ihrer schmalen Brust, sie halten und hören, wie sie atmet, und denken, was sie denkt. Dann steigt er aus, geht zum Kofferraum, nimmt die Schachtel heraus und steckt die kalte Pistole in seine Jackentasche. Er setzt sich wieder in den Wagen und dreht das Schiebedach auf. Er streicht Nana über die Wange legt den Schal über ihr Gesicht, hält die Mündung an ihren Hinterkopf und drückt ab.