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Das Lassa-Fieber ist eine in Westafrika verbreitete Viruserkrankung, die anfangs grippeähnlich verläuft und später mit inneren Blutungen verbunden (= hämorrhagisch) sein kann. Eine Ansteckung ist mit entsprechenden Hygienemassnahmen vermeidbar.
Eine durch Viren bedingte Infektion wie das Lassa-Fieber, die mit Fieber und inneren Blutungen einhergeht, bezeichnet man auch als virales hämorrhagisches Fieber. Derartige virale Infektionskrankheiten sind meldepflichtige Krankheiten. Zur Gruppe der viralen hämorrhagischen Fieber gehören beispielsweise auch das Gelbfieber, die Marburg-Virus-Infektion, das Dengue-Fieber und Ebola.
Voraussetzungen für die Ansteckung mit dem Lassa-Fieber sind mangelnde hygienische Bedingungen: Die Übertragung der für das Lassa-Fieber verantwortlichen Lassa-Viren kann durch Kot oder Urin infizierter Ratten sowie durch engen Kontakt mit Betroffenen beziehungsweise über deren Ausscheidungen oder deren Blut erfolgen. In Westafrika kommt es zu etwa 100'000 bis 300'000 Fällen von Lassa-Fieber pro Jahr. In der Schweiz wurde in den letzten Jahren erst ein Fall gemeldet.
Wer sich mit dem Lassa-Virus infiziert, hat gute Chancen, dass sich kaum oder nur leichte Symptome entwickeln: Zu inneren Blutungen kommt es beim Lassa-Fieber nur in einem Teil der Fälle. Typischerweise entwickeln sich 6 bis 21 Tage nach der Infektion ansteigendes Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Es folgen trockener Husten, Halsschmerzen, Brustschmerzen und Bauchkrämpfe.
Um eine schnelle Diagnose und nachfolgende Behandlung des Lassa-Fiebers zu gewährleisten, ist es ratsam, schon beim ersten Verdacht auf ein Lassa-Fieber Blutproben zu entnehmen: Hierin lassen sich die Lassa-Viren oder spezifische Antikörper nachweisen. Je nachdem, wie gut die medizinische Versorgung ist, verläuft das Lassa-Fieber trotz Spitalbehandlung in 10 bis 20 Prozent der Fälle tödlich, bei schwangeren Frauen in 50 Prozent. Eine frühzeitige Therapie mit Ribavirin (v.a. über die Vene verabreicht) kann die Sterblichkeit gering halten. Eine Impfung gegen Lassa-Fieber ist derzeit nicht verfügbar. Eine Infektion ist aber vermeidbar, indem man im Verbreitungsgebiet der Infektionskrankheit Kontakt mit Ratten und erkrankten Menschen vermeidet und allgemein auf Hygiene achtet.
Das Lassa-Fieber ist eine fieberhafte Viruserkrankung, die zu inneren Blutungen führen kann. Somit handelt es sich um eine hämorrhagische Infektionskrankheit (hämorrhagisch = mit inneren Blutungen einhergehend).
Das für Lassa-Fieber verantwortliche Lassavirus ist nicht das einzige Virus, das ein hämorrhagisches Fieber auslösen kann. Weitere virusbedingte hämorrhagische Fieber sind zum Beispiel:
Alle virusbedingten hämorrhagischen Fieber (einschliesslich Lassa-Fieber) sind meldepflichtige Krankheiten.
Die Bezeichnung Lassa-Fieber ist auf eine internationale Vereinbarung zurückzuführen, die besagt, dass ein hämorrhagisches Fieber nach dem Ort seiner Entdeckung zu benennen ist. Die Entdeckung des Lassa-Fiebers erfolgte 1969 in Lassa, einem Ort in Nigeria: Nachdem dort zwei amerikanische Krankenschwestern einer Missionsstation an einer ungeklärten Fiebererkrankung starben, brachte man eine dritte Schwester, die erste Anzeichen des hämorrhagischen Fiebers zeigte, in die USA. Sie überlebte die Erkrankung; als Erreger wurde ein bisher unbekanntes Virus identifiziert.
Das Lassa-Fieber tritt schätzungsweise mit einer Häufigkeit von etwa 100'000 bis 300'000 Fällen vorwiegend in den tropischen Regionen Westafrikas auf. Während der Trockenzeit von Januar bis April ist eine saisonale Häufung zu beobachten. In den USA und in Europa treten vereinzelt eingeschleppte Fälle auf.
Dem Lassa-Fieber liegen als Ursachen Infektionen mit einem bestimmten Erreger zugrunde: dem Lassa-Virus, einem RNA-Virus, das zur Gruppe der Arenaviren gehört. Erregerreservoir ist eine kleine Ratte, die in vielen afrikanischen Häusern verbreitet ist. Sie kann Lassa-Viren in sich tragen, ohne selbst zu erkranken.
Die Ansteckung mit dem Lassa-Fieber erfolgt durch mangelnde hygienische Bedingungen. Als Ursachen kommen mehrere Infektionswege infrage:
Beim Lassa-Fieber kann die Inkubationszeit (d.h. die Zeit von der Infektion bis zur Ausbildung der Erkrankung) 6 bis 21 Tage betragen. Meistens dauert sie jedoch 7 bis 12 Tage.
Das Lassa-Fieber verursacht grösstenteils (in 80% der Fälle) kaum oder nur leichte Symptome. Innere Blutungen, deretwegen man das Lassa-Fieber auch als hämorrhagisches Fieber bezeichnet (hämorrhagisch = mit inneren Blutungen einhergehend), treten nur bei einem Teil der Fälle auf.
Typischerweise setzt das Lassa-Fieber langsam mit steigendem Fieber ein, wobei die Symptome zu Beginn einer Grippe ähneln. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen kommt es zu Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen, meist im Bereich der Lendenwirbelsäule. Am dritten bis vierten Tag tritt ein trockener Husten mit schweren Halsschmerzen auf; auf den Mandeln können sich weisse oder gelbe Beläge bilden. Es entwickeln sich starke Kopfschmerzen; ausserdem verspüren die Betroffenen Schmerzen im Brustkorb.
In etwa zwei Drittel der Fälle verursacht das Lassa-Fieber Bauchkrämpfe, die mit Erbrechen einhergehen. Bei schweren Verläufen der Viruserkrankung können weitere Symptome in Form einer Bindehautentzündung, die mit inneren Blutungen einhergeht (hämorrhagische Konjunktivitis), und Schwellungen in Gesicht und Nacken auftreten, die sich ungünstig auf die Prognose auswirken.
Bei etwa jedem fünften Betroffenen führt das Lassa-Fieber zu einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis). Der Blutdruck ist meist niedrig und der Kreislauf kann versagen. Ein Nierenversagen ist ebenfalls häufig. In komplizierten Fällen ist eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) möglich. Bei etwa jedem vierten Betroffenen kommt es zu schweren Blutungen. Diese Symptome können lebensbedrohlich sein.
Beim Lassa-Fieber gelingt die Diagnose durch den Nachweis der Erreger oder spezifischer Antikörper. Schon beim ersten Verdacht auf eine Infektion mit dem Lassavirus ist es ratsam, Blutproben abzunehmen, damit eine schnelle Diagnose gewährleistet ist.
Die für das Lassa-Fieber verantwortlichen Viren sind im Blut, in der Rachenspülflüssigkeit, im Urin oder in Gewebeproben nachweisbar. Die Anzucht der Lassa-Viren erfolgt in Gewebekulturen oder in Mäuse- oder Meerschweinchenbabys. Seit einigen Jahren steht zur Diagnose auch die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zur Verfügung, um das Virus nachzuweisen. Ab dem dritten Tag der Erkrankung an Lassa-Fieber sind im Blut der Betroffenen spezifische Immunglobulin-M- und Immunglobulin-G-Antikörper feststellbar.
Beim Lassa-Fieber zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern. Ausserdem ist es wichtig, den Betroffenen ausreichend Flüssigkeit zuzuführen.
Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Lassa-Virus ist neben der auf die Symptome abzielenden Behandlung zusätzlich eine Therapie mit Ribavirin ratsam: Um die Viren in ihrer Vermehrung zu hemmen, bekommen die Betroffenen den Wirkstoff am besten über die Vene (intravenös) verabreicht. Es ist wichtig, dass diese Behandlung in den ersten sechs Krankheitstagen beginnt: Eine frühzeitige Therapie kann die beim Lassa-Fieber recht hohe Sterblichkeit (Letalität) senken. Durch über den Mund (oral) verabreichte Medikamente sinkt die Sterblichkeit um den Faktor drei; bei intravenöser Gabe sinkt die Sterblichkeit sogar um den Faktor zehn.
Das Lassa-Fieber nimmt überwiegend (zu 80%) einen leichten Verlauf. Innere Blutungen, deretwegen man das Lassa-Fieber auch als hämorrhagisches Fieber bezeichnet (hämorrhagisch = mit inneren Blutungen einhergehend), entwickeln sich nur bei einem Teil der Fälle.
Typischerweise setzt das Lassa-Fieber langsam ein, wobei der gesamte Verlauf durchschnittlich 12 bis 15 Tage (höchstens 4 Wochen) andauert. Bei schweren Krankheitsverläufen lässt sich die Prognose nur schlecht einschätzen. Ob die Betroffenen genesen oder sterben, entscheidet sich meist zwischen der zweiten und dritten Krankheitswoche.
Das Lassa-Fieber kann bei schwerem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein: So ist beispielsweise eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) möglich, die zu einer Schädigung des achten Hirnnervs führen kann, wodurch wiederum eine bleibende Taubheit entsteht.
Nimmt das Lassa-Fieber einen schweren Verlauf, kann die dann recht hohe Sterblichkeit (Letalität) durch eine frühzeitige intravenöse Behandlung mit Ribavirin deutlich sinken. Durchschnittlich beträgt die Sterblichkeit bei im Spital behandelten Menschen 15 Prozent. Während der Schwangerschaft ist sie noch höher: Etwa die Hälfte aller Schwangeren stirbt am Lassa-Fieber; mehr als 80 Prozent der Betroffenen verlieren ihr Kind.
Dem Lassa-Fieber können Sie am wirksamsten vorbeugen, indem Sie im Verbreitungsgebiet der Viruserkrankung Kontakt mit Ratten und erkrankten Menschen vermeiden und allgemein auf Hygiene achten. Um die Ausbreitung von Lassa-Fieber im Spital zu verhindern, sind eine strenge Isolierung der Betroffenen und eine Schutzausrüstung für das medizinische Personal (Kittel, Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille) notwendig.
Erkrankte Menschen sind vor allem in der akuten fieberhaften Phase ansteckend. Allerdings scheiden sie die für das Lassa-Fieber verantwortlichen Lassa-Viren wesentlich länger aus: im Urin noch 3 bis 9 Wochen nach Beginn der Erkrankung, in der Samenflüssigkeit sogar bis zu 3 Monate. Daher ist bei Lassa-Fieber auch sexuelle Enthaltsamkeit zum Vorbeugen von Ansteckungen ratsam. Eine Schutzimpfung gegen Lassa-Fieber gibt es nicht. Allerdings scheint eine einmal durchgemachte Erkrankung vor einem erneuten Lassa-Fieber zu schützen: Wer die Infektion übersteht, kann sich zwar erneut mit dem Lassa-Virus infizieren, aber nicht noch einmal erkranken.
Die von Lassa-Fieber Betroffenen sind namentlich zu melden. Meldepflichtig sind der Verdacht auf Lassa-Fieber und die vorliegender Erkrankung von Lassa-Fieber, aber auch der direkte Nachweis des Erregers.