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HIV-Positive erleben im Gesundheitswesen Diskriminierungen der unterschiedlichsten Art. Sich dagegen zu wehren, ist wichtig, aber nicht immer einfach.
„Wie würden Sie entscheiden?“ Wer über 45 kennt sie nicht, die Sendung aus den Siebzigern, in der dem deutschen Fernsehpublikum jeweils ein Fall vorgestellt wurde, über den es urteilen sollte. Der Originaleinspieler dieser Sendung fand denn auch Verwendung in der Selbsthilfekonferenz „Positive Begegnungen“ 2014 in Kassel. Dort wurde im Workshop „Ich will den ersten Termin um 7.00 Uhr früh!“ das „Publikum“ aufgefordert, sich zu folgendem Fall zu äußern:
Einem HIV-positiven Mann wurde in einer Reha-Einrichtung der Zutritt zum Schwimmbad verweigert. Der behandelnde Arzt, angeblich besorgt um die Gesundheit des Mannes, argumentierte, dieser könne sich mit Vaginalpilzen von Mitpatientinnen anstecken. Der Rehabilitand beschwerte sich bei der Klinikleitung, die jedoch der Entscheidung des Arztes folgte. Und wie entschied das Workshop-Publikum? Natürlich anders, als in der Realität erfolgt: Der Mann erhielt ersatzweise eine Freikarte fürs städtische Thermalbad.