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Wie das Britisch Medical Journal am 6. Februar 2019 berichtete, sind in einer Studie Forschungsarbeiten mit Empfängern von transplantierten Herzen, Lebern oder Lungen auf dem chinesischen Festland von 2000 bis 2017 untersucht worden. Die Studie wurde auf Publikationen in englischsprachigen Zeitschriften beschränkt. Die Forscher identifizierten 445 Studien, welche insgesamt 85’477 Transplantationen umfassten. Aber 412 Studien (92,5%) berichteten nicht, ob Organe von hingerichteten Häftlingen stammten, und 439 (99%) berichteten nicht, ob die Spender ihre Zustimmung zur Transplantation gegeben hatten.
Im Jahr 2015 kündigte China an, dass es die Entnahme von Organen von Gefangenen in der Todeszelle einstellen werde. Doch die Verwendung von Organen der Häftlinge bleibt legal, sofern deren „Zustimmung“ eingeholt wird. Das Europäische Parlament hat im Jahr 2017 eine Erklärung verabschiedet, in der es die Organentnahme von politischen Gefangenen verurteilte und die chinesische Behörden aufforderte, diese Praxis zu beenden.
Im Dezember 2018 kam ein unabhängiges Tribunal unter der Leitung des ehemaligen englischen Richters Geoffrey Nice QC zu dem Schluss, dass die Zwangsentnahme von Organen aus Gefangenen in China seit langem praktiziert wird und viele Opfer betrifft.
Obwohl China argumentiert, dass in China jährlich etwa 10’000 Organtransplantationen durchgeführt werden, alle in Übereinstimmung mit dem Gesetz, weisen Forscher darauf hin, dass dies bei weitem nicht die Wahrheit sein kann. Die Anzahl solcher Transplantationen muss näher an 60’000 bis 100’000 pro Jahr liegen, was deutlich über der offiziellen chinesischen Schätzung liegt. Kommt hinzu, dass die durchschnittliche Wartezeit für ein Organ in China deutlich kürzer ist als in den USA. Epoch Times berichtete am 1. Januar 2019 über Telefonate mit Spitzenärzten in China. Demnach beträgt die Wartezeit für eine Niere ein Woche, maximal zwei Monate. Die durchschnittliche Wartezeit für eine Niere beträgt in den USA nach Angaben der „National Kidney Foundation“ drei bis fünf Jahre. So kurze Wartezeiten wie in China sind nur möglich, wenn eine grosse Anzahl von lebenden Menschen jederzeit per Datenbank abrufbar ist und bei medizinischer Übereinstimmung zur Organentnahme genötigt werden kann.
Bei der überwiegenden Mehrheit der nicht gemeldeten Fälle handelt es sich um illegale Zwangsentnahmen von Organen. Das geschieht hauptsächlich bei verfolgten religiösen Minderheiten wie Falun Gong, tibetischen Buddhisten, uigurischen Muslimen und nicht registrierten Christen der Untergrundkirche. Epoch Times beruft sich auf Zeugenaussagen, wonach die Gefangenen die erzwungene Organentnahme nicht überleben, weil lebenswichtige Organe entfernt werden.
Quellen/Literatur:
Wise Jacqui, Transplantation: researchers urge retraction of 400 papers amid fears that organs were from Chinese prisoners. BMJ 364 (2019) l596.
Rogers W, Robertson MP, Ballantyne A, Blakely B, Catsanos R, Clay-Williams R, Fiatarone Singh M, Compliance with ethical standards in the reporting of donor sources and ethics review in peer-reviewed publications involving organ transplantation in China: a scoping review. BMJ Open 9 (2019) e024473.
Zeng J., Chinesische Spitzenärzte geben zu: Falun Gong-Praktizierenden werden die Organe geraubt. Epoch Times 1. Januar 2019 (aktualisiert am 3. Jan).
Paul NW, Caplan A, Shapiro ME, Els C, Allison KC, Li H, Human rights violations in organ procurement practice in China. BMC Med Ethics 18 (2017) 11.