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Bern (awp/sda) - Die Elektrizitätskommission ElCom hat die Bewertung des von den Stromkonzernen an den Netzbetreiber Swissgrid übertragenen Stromnetzes neu geregelt. Swissgrid muss nachzahlen. Auf die Übertragungstarife hat das keinen Einfluss. Den Stromkonzernen spült es aber Geld in die Kassen.
Swissgrid ist seit 2013 Eigentümerin des schweizerischen Übertragungsnetzes. Die ElCom verordnete im September 2012 eine Bewertungsmethode für die von den Stromkonzernen an die Netzbetreiberin übertragenen Netze. Die Verfügung wurde von einigen früheren Besitzern angefochten.
Im November 2013 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass es sich bei der Überführung um eine formelle Enteignung handelte. Die gewählte Methode entspreche nicht dem verfassungsmässigen Anspruch auf volle Entschädigung nach enteignungsrechtlichen Grundsätzen. Die ElCom musste damit wieder über die Bücher.
Einige der früheren Eigentümer entwickelten aufgrund des Gerichtsentscheids eine Methode zur Ermittlung des Werts und konsultierten die ElCom, wie Swissgrid am Dienstagabend mitteilte.
Die Methode wurde in einem Vertrag zwischen Swissgrid und den früheren Netzeigentümern festgelegt. Der Vertrag bildet die Grundlage für die am vergangenen Donnerstag erlassene ElCom-Verfügung.
AXPO ERHÄLT LÖWENANTEIL VON 160 MIO CHF
Für die Swissgrid hat das zur Folge, dass sie für die korrigierte Bewertung 415 Mio CHF nachschiessen muss. Voraussetzung ist, dass der Verfügung 2016 Rechtskraft erwächst.
Die Netzbetreiberin weist den Betrag für das laufende Geschäftsjahr aus, bereinigt ihn aber durch die im ersten Quartal 2017 vorgesehene Abwicklung wieder. Das wirkt sich nicht auf den Betriebsgewinn aus. Auch die Übertragungstarife werden nicht tangiert, denn Swissgrid setzt frühere Auktionserlöse für die Deckung der Kosten ein.
Das Geld fliesst an die derzeit in einer misslichen Lage steckenden Stromkonzerne. Axpo erhält zusätzliche 160 Mio CHF und damit den Löwenanteil, wie das Unternehmen in einem Communiqué schreibt. Die Zahlung erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016/17.
Alpiq fliessen nach Unternehmensangaben als Vorauszahlung im ersten Quartal 2017 ungefähr 100 Mio CHF zu. Die Umsetzung werde in der Jahresrechnung des Geschäftsjahres 2016 abgebildet. Der einmalige Ertrag für die BKW beläuft sich nach deren Einschätzung auf 38 Mio CHF zuzüglich Zinsen. Der Bündner Energiekonzern Repower schliesslich erwartet aus der Entscheidung einen Mittelzufluss von rund 4,5 Mio CHF im ersten Quartal 2017.
"GELDSEGEN"
An der Börse notieren die nicht sehr liquiden Titel eher unauffällig: Alpiq (+0,3%) legen gegen 10.35 Uhr leicht zu, und BKW stehen unverändert - in einem etwas leichteren Gesamtmarkt gemessen am SPI (-0,6%). Axpo und Repower sind nicht an der SIX kotiert.
Der "Geldsegen" sei erfreulich, auch wenn es sich um ein einmaliges und nicht wiederkehrendes Ereignis handelt, kommentiert die ZKB. Und auch, obwohl das Verfahren seit Längerem bekannt war und teilweise bereits über höhere Zahlungen spekuliert wurde. Die Zahlung erlaube es, die Verschuldung weiter abzubauen. Die zusätzlichen Mittel beliefen sich auf rund 1,5% der Börsenkapitalisierung von BKW beziehungsweise fast 4% derjenigen von Alpiq.
Da die ursprüngliche Transaktion im Jahr 2013 steuerneutral erfolgte, geht der ZKB-Analysten davon aus, dass dies auch bei der jetzigen Transaktion weitgehend der Fall sein dürfte.
ys/cp
(AWP)