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Geschichte der Hofschule
Schule seit dem 13. Jahrhundert
Als eine Bischofssynode von 1567 von den Klöstern und Stiften ausdrücklich die Einrichtung von Privatschulen verlangte, bestand die Hofschule schon über 300 Jahre. Zuerst war sie wohl in einem Zimmer der Chorherrenhäuser untergebracht und wechselte dann oft den Standort. Erst auf einem Stadtplan von 1762 ist die Hofschule dort eingezeichnet, wo heute noch das entsprechende Gebäude steht.
Eine Bischofssynode von 1567 verlangte ausdrücklich, dass von Klöstern und Stiften Privatschulen einzurichten seien. Seit wann genau das Benediktinerkloster in Luzern eine eigentliche Schule führte, ist ungewiss. Sicher ist, dass die Schule schon 1229 bestand und öffentlich war. Zu dieser Zeit war Arnold von Rotenburg, ein Luzerner Mönch, Probst im Kloster. Um nur den eigenen Mönchsnachwuchs zu fördern, wird die Schule kaum bestanden haben, denn das Kloster war klein, man spricht von 10 bis 12 Mönchen, und ein Kloster im strengsten Sinn des Wortes war es nicht.
Jeder Mönch hatte seine eigene Wohnung und ein fixes Einkommen. Interessant ist, dass die Schule im gleichen Jahr nachweisbar ist, in welchem erstmals ein Mönch aus dem Kloster von Luzern als Propst im Hof eingesetzt wird. Bis anhin waren die Pröpste stets Mönche des Klosters Murbach gewesen.
Vermutlich bestand zuerst irgendwo in einem der Chorherrenhäuser ein Schulzimmer. Verfolgt man die Baugeschichte der Hofkirche, so kann man annehmen, dass um die Zeit von 1260 – 1270 ein eigentliches Schulhaus gebaut wurde. Wo dieses Schulhaus stand, ist ungewiss, denn auf dem ersten Stadtplan der Stadt Luzern, dem 1597 entstandenen Martiniplan, namentlich eingezeichnete Schulhaus ist ein Steinbau. Dies ist erstaunlich, denn das erste steinerne Wohnhaus in der Stadt wird um 1314 erwähnt und das zweite erst am Ende des 14. Jahrhunderts. Die Stadt hatte anfangs des 16. Jahrhunderts circa 1'500 Häuser, wovon fast drei Viertel noch aus Holz waren. Folglich kann man annehmen, dass dieses Schulhaus um 1500 gebaut wurde. Bis zum Brand der Hofkirche 1633 stand das Schulhaus auf der rechten Seite der Kirche. Der Umstand, dass es nach dem Brand in ein Chorherrenhaus umgewandelt wurde, deutet darauf hin, dass es sich um ein stattliches Haus gehandelt haben muss. Nach dem Brand wurde die Schule in den Murbacherhof, heute ein Chorherrenhaus, verlegt und soll dort bis 1675 gewesen sein. Wohin dann die Schule kam, ist ungewiss. Auf alle Fälle findet man den nächsten Nachweis eines Schulhauses wieder 1762 auf dem «Grundriss der löblichen Stadt Luzern», wo das Haus am jetzigen Standort an der Adligenswilerstrasse eingezeichnet ist, und auf dem Stadtplan von Schumacher von 1792, wo es auch als Schulhaus bezeichnet wird.
Quellenangabe
Koch, Oscar J.: Die Hofschule. Die Geschichte der ältesten Schule von Luzern.
Die 1995 veröffentlichte Geschichte umfasst 64 Seiten mit teilweise farbigen Repros und Erklärungen. Leider ist das Büchlein vergriffen, jedoch sind mehrere Exemplare in der Luzerner Zentralbibliothek ausleihbar.