Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/2006

Überstundenarbeit
Begriff
Zu bestimmten Zeiten des Jahres, bei Arbeitsüberlastung oder zu besonderen Anlässen wie einem Betriebsübergang: Mitarbeiter müssen Überstunden leisten.
Wenn diese sich ansammeln und bestimmte gesetzliche Schwellenwerte überschreiten, die im Arbeitsgesetz festgelegt sind, handelt es sich um Mehrarbeit und nicht mehr um Überstunden. Diese Schwellenwerte hängen von der Position ab, die der Arbeitnehmer innehat.
Verpflichtung
Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer verpflichtet, Überstunden zu leisten, wenn diese zur Wahrung der Interessen des Unternehmens erforderlich sind. In Bezug auf Überstundenarbeit sind die Bedingungen strenger. Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass er einen dringenden und außergewöhnlichen Bedarf hat, um den Arbeitnehmer zur Leistung von Überstunden auffordern zu können.
In besonderen Situationen kann der Arbeitgeber nicht verlangen, dass der Arbeitnehmer Mehrarbeit leistet. Dies sind Fälle, in denen die Ausführung der Mehrarbeit die Gesundheit des Arbeitnehmers beeinträchtigen könnte. Besondere Situationen bestehen für schwangere oder stillende Frauen, Auszubildende, junge Arbeitnehmer, Arbeitnehmer, die sich in der Weiterbildung befinden, die nachts arbeiten oder die familiäre Verpflichtungen haben.
Darüber hinaus ist die Anzahl der Überstunden, die der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer verlangen kann, täglich begrenzt. Der Arbeitgeber darf auch nicht verlangen, dass ein Mitarbeiter während der Nacht oder am Sonntag zusätzliche Arbeit leistet.
Religiöse Feiertage
Um Mitarbeitern die Teilnahme an religiösen Feiertagen außerhalb der Feiertage zu ermöglichen, sieht das Arbeitsgesetz vor, dass sie von ihrem Arbeitgeber Urlaub verlangen können. Dieser kann vom Mitarbeiter verlangen, dass er diesen freien Tag kompensiert, notfalls durch Mehrarbeit. Die Kompensation hat jedoch tägliche Grenzen.
Vergütung oder Ausgleich
Überstundenarbeit muss grundsätzlich mit einem Satz von 125 % vergütet werden. Unter bestimmten Bedingungen kann der Arbeitgeber die Mehrarbeit zu 100 % ausgleichen. Dazu ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erforderlich.
Ab einem bestimmten Schwellenwert ist die Bezahlung der Überstundenarbeit ohne Zuschlag nicht mehr möglich. Für bestimmte Kategorien von Arbeitnehmern ist eine Bezahlung der Mehrarbeit zu 125 % obligatorisch.
Die Parteien können unter bestimmten Bedingungen beschließen, die Mehrarbeit durch Urlaub auszugleichen. Dieser muss innerhalb einer angemessenen Frist genommen werden, die im Arbeitsgesetz festgelegt ist. Muss dieser Urlaub um 25% verlängert werden?
Außerhalb der Bürozeiten
Dank neuer Technologien ist es für den Arbeitnehmer möglich, von überall und vor allem zu jeder Zeit zu arbeiten. Die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben verschwimmen und Mehrarbeit kann unerwartete Formen annehmen. Wenn der Arbeitnehmer abends seine E-Mails abruft, nachts eine Akte für den nächsten Tag vorbereitet oder sein Arbeitgeber ihn rund um die Uhr anruft, handelt es sich manchmal um Überstunden oder sogar um Überstundenarbeit.
Nebentätigkeit
In Bezug auf Mehrarbeit führt grundsätzlich jeder Arbeitgeber eine Abrechnung für sein eigenes Unternehmen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn der Mitarbeiter mehrere Jobs ausübt. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit kann nämlich schnell überschritten werden, wenn der Mitarbeiter für mehrere verschiedene Unternehmen arbeitet. Es besteht die Gefahr, dass der Mitarbeiter zusätzliche Arbeit leistet, ohne dass der Arbeitgeber etwas davon merkt.
Führungskräfte und hohe Leitungsfunktionen
Führungskräfte und Personen mit hohen Leitungsfunktionen haben eine privilegierte Stellung im Unternehmen. Von ihnen wird erwartet, dass sie sowohl qualitativ als auch quantitativ eine höhere Arbeitsleistung erbringen als ihre Untergebenen. Diese Verpflichtung wird in der Regel durch eine höhere Anzahl an Urlaubswochen oder ein höheres Gehalt ausgeglichen.
Unter bestimmten Bedingungen haben Führungskräfte und Personen, die eine hohe leitende Funktion ausüben, keinen Anspruch auf Vergütung ihrer Überstunden. In Bezug auf Überstundenarbeit gelten für Führungskräfte und Personen mit einer hohen Führungsposition unterschiedliche Regelungen. Wie unterscheidet man einen Arbeitnehmer mit einer hohen Führungsposition von einer normalen Führungskraft?
Aufzeichnung der Arbeitszeit
Damit die Behörden die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu Arbeits- und Ruhezeiten überprüfen können, muss der Arbeitgeber die Arbeitszeit seiner Angestellten aufzeichnen. Was ist mit Überstundenarbeit und den Stunden, in denen diese ausgeglichen wird?