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Beim Einsturz einer Schule in Mexiko-Stadt kamen mindestens mindestens 21 Kinder und vier Erwachsene ums Leben. Das teilte Bildungsminister Aurelio Nuño am Mittwoch bei Twitter mit. Zuvor war im Fernsehsender "Televisa" unter Berufung auf Helfer von 32 Kindern und fünf Erwachsene die Rede. Elf Kinder seien lebend gerettet worden. Zwei Kinder und ein Erwachsener würden noch vermisst.
Ein "Televisa"-Reporter, der die Rettungsaktionen aus nächster Nähe verfolgte und unter anderem die Bergung eines toten Mädchens erlebte, sagte: "Mein Herz ist gebrochen."
In insgesamt neun Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Mexiko-Stadt sei der Schulunterricht vorerst ausgesetzt worden, teilte Bildungsminister Aurelio Nuño am Mittwoch bei Twitter. Für rund 14 Millionen Schüler in Mexiko fällt daher der Unterricht vorerst aus.
Der Unglücksort im Süden der mexikanischen Hauptstadt wurde in der Nacht auch von Präsident Enrique Peña Nieto besucht, der die Solidarität der Menschen hervorhob. An den Rettungsarbeiten nahm neben Angehörigen der Feuerwehr, des Zivilschutzes und des Heeres auch die der Marine teil.
Ausgerüstet mit Atemmasken, Fahrradhelmen, Spitzhacken und Schaufeln aber auch mit blossen Händen halfen auch Hunderte Freiwillige in Mexiko-Stadt bei den Rettungsarbeiten mit. Im Licht von Taschenlampen und Scheinwerfern suchten sie auch während der ganzen Nacht zwischen den Steinen der zusammengestürzten Gebäude nach möglichen Überlebenden.
In Mexiko-Stadt sind rund 40 Gebäude eingestürzt und mindestens 500 zum Teil schwer beschädigt worden. Wie Bürgermeister Miguel Ángel Mancera am Mittwoch mitteilte, müssten diese erst untersucht und repariert werden, bevor Bewohner zurückkehren können.
Neben der Hauptstadt waren besonders die Bundesstaaten Morelos und Puebla betroffen. Unweit von Mexiko-Stadt gab es zeitgleich mit dem Beben am Vulkan Popocatepetl einen kleinen Ausbruch. Am Hang des Bergs stürzte nach Angaben des Gouverneurs von Puebla, Jose Anonio Gali, während einer Taufe das Dach und die Kuppel einer Kirche ein, mindestens elf Menschen wurden hier getötet.
Das Beben der Stärke 7,1 hatte sich rund 130 Kilometer Luftlinie südöstlich von Mexiko-Stadt bei Axochiapan im Bundesstaat Morelos ereignet. Nach Angaben von Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong kamen mindestens 226 Menschen ums Leben. Der nationale Zivilschutzkoordinator sprach dagegen von 217 Toten im gesamten Land.
Rund zwei Stunden vor dem heftigen Erdbeben hatten sich viele Behörden, Unternehmen und Schulen noch an der alljährlichen Erdbebenübung beteiligt. Kurz darauf, um 13.14 Uhr, bebt die Erde. Das Beben ereignete sich am Jahrestag des verheerenden Erdbebens von 1985. Die Angaben zu den Todesopfer von damals variieren zwischen 4300 und 10'000, manche Quellen sprechen sogar von 35'000 Toten.
In Mexiko-Stadt ist beim Beben vom Dienstag vor allem das Zentrum mit den touristischen Vierteln betroffen. Viele der beschädigten oder eingestürzten Gebäude wurden vor dem Erdbeben 1985 gebaut und entsprachen nicht den später eingeführten strengeren Baunormen.
Der internationale Flughafen wurde geschlossen, über 180 Flüge fielen aus. Beschädigte Spitäler wurden evakuiert. Verletzte mussten teils unter freiem Himmel von Ärzten notdürftig versorgt werden. Zwei Gefängnisse im Bundesstaat Puebla mussten evakuiert und Gefangene verlegt werden.
Betroffen vom Beben war auch das legendäre Azteken-Stadion, durch eine Tribüne zog sich ein breiter Riss. Nach Angaben des Elektrizitätsunternehmens CFE waren mindestens 3,8 Millionen Menschen ohne Strom. Aus der ganzen Welt richteten sich Solidaritätsbekundungen und Hilfsangebote an Mexiko.
Auch die Humanitäre Hilfe der Schweiz hat den mexikanischen Behörden angeboten, ein Team aus Bauingenieuren und Logistikern bereitzustellen, wie das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Das Angebot werde derzeit durch die Mexikanische Regierung geprüft. Über Schweizer Opfer ist dem Departement derzeit nichts bekannt.
Mehrere Nachbeben versetzten die Bevölkerung zusätzlich in Angst. Wegen der vielen Verschütteten rechneten die Behörden mit noch weiter steigenden Opferzahlen, für die Retter wurde die schwierige Suche nach Überlebenden zum Wettlauf gegen die Zeit.
Erst vor zwei Wochen waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen im Land umgekommen, dabei lag das Zentrum aber im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren.
Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen mit gefährlichen Plattenverschiebungen. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht immer wieder unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt zu schweren Erschütterungen.
(SDA)