Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/100843

<h2>SubmittedText<h2><p>Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung für die Zulassung zum Zivildienst sind die Militär-Austrittsgesuche massiv angestiegen. Sogar der Leiter des Zivildienstes, Samuel Werenfels, scheint laut Zeitungsberichten davon überrascht zu sein, obschon dies in der Beratung im Parlament immer erwähnt wurde.</p><p>- Wie hoch sind die aktuellen Zahlen?</p><p>- Wie will der Bundesrat dies korrigieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es war absehbar, dass die Gesuchszahlen mit der Einführung der Tatbeweislösung vorübergehend steigen würden. Man rechnete mit einem Anstieg von rund 800 Gesuchen auf bis zu 2500 Gesuche pro Jahr. Am 2. April 2009 wurde der Höchstwert von 94 Gesuchen erreicht. Inzwischen sind die Gesuchszahlen deutlich zurückgegangen. Die durchschnittliche Anzahl Gesuche liegt momentan bei rund 30 pro Arbeitstag. Aufgrund der genannten Zahlen ist eine Hochrechnung auf das ganze Jahr verfrüht, da nicht vorhersehbar ist, auf welches Niveau die Gesuchszahlen weiter sinken werden.</p><p>Wehrgerechtigkeit ist dann gegeben, wenn die allgemeine Wehrpflicht durch eine persönliche Dienstleistung in der Armee oder im Zivildienst erfüllt wird. Da nur militärdiensttaugliche Schweizer Zivildienst leisten können, fehlen diese zur Alimentierung der Armee. Sollte die Anzahl der Zivildienstleistenden wider Erwarten über die Jahre massiv ansteigen, so hätte dies Konsequenzen für die Weiterentwicklung der Armee und deren künftige Organisation.</p><p>Besondere Massnahmen erachtet der Bundesrat zum aktuellen Zeitpunkt als nicht erforderlich. Er wird aber die Entwicklung selbstverständlich weiter verfolgen.</p>