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New York - Die scheidende Chefkontrolleurin der Vereinten Nationen geht nach Medienberichten mit Generalsekretär Ban Ki Moon hart ins Gericht. Ban habe ihre Arbeit als oberste Korruptionsbekämpferin unterlaufen und die UNO in eine Ära des Niedergangs geführt.
Entgegen seinen Ankündigungen zum Amtsantritt 2007 habe Ban die durch mehrere Affären angeschlagene Reputation der Vereinten Nationen nicht mit allen Mitteln geschützt, schreibt Inga-Britt Ahlenius nach einem Bericht der "Washington Post" vom Dienstag in einem vertraulichen Memorandum.
Vielmehr habe Ban ihr Amt der Chefrevisorin mehr und mehr geschwächt, schreibe Ahlenius in dem 50-Seiten-Papier an Ban: "Ihr Handeln ist nicht nur bedauerlich, sondern sogar verwerflich." Es sei ohne Beispiel und "meiner Meinung nach für Sie selbst beschämend". Das Blatt zitiert: "Ich bedaure sagen zu müssen, dass das Sekretariat in einem Zerfallsprozess ist."
Kritiker werfen Ban seit langem vor, die UNO nur zu verwalten und vor wirksamen politischen Initiativen zurückzuschrecken. UNO-Mitarbeiter wiesen die Vorwürfe in der "Washington Post" als "unfair" zurück.
Ban habe mehrere politische Schwerpunkte gesetzt, etwa beim Klimaschutz und bei der Gleichstellung der Frau. Die Abrechnung der scheidenden Schwedin sei ein "höchst unausgewogener Ausdruck ihrer Differenzen" mit Ban.
Ahlenius war vor fünf Jahren von Bans Vorgänger Kofi Annan berufen worden. Ihre Amtszeit läuft in diesem Monat regulär aus. Zuvor hatte sie ein ähnliches Amt auch in Schweden inne - wo sie Vorwürfe gegen die Regierung in Stockholm erhoben hatte.
SDA-ATS