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Bis 1806 waren die Reichsfarben nur
Schwarz und
Gelb. Die schwarz-rot-goldene
Trikolore ist erst durch die deutsche
Burschenschaft
nach 1815 aufgekommen und seitdem auch von andern
Vereinigungen als
Symbol nationaler Gesinnung aufgefaßt, von den Regierungen
aber als Zeichen der Demagogie verpönt worden. Ein Bundesgesetz vom untersagte den Gebrauch
aller nationalen
Abzeichen außer den Landesfarben, wurde aber wieder aufgehoben, nachdem 9. März jene sog.
deutschen
Farben mit dem
Reichsadler vom
Bundestage als die
Symbole deutscher Einheit anerkannt und bei den deutschen Truppenkörpern
eingeführt worden waren.
freisinnigePartei nannte sich die durch
Vereinigung der Fortschrittspartei (s. d.) und der Liberalen
Vereinigung (s.
Secessionisten) gebildete polit. Partei. Ihr Programm betonte die
Entwicklung eines wahrhaft konstitutionellen
Verfassungslebens, forderte ein verantwortliches Reichsministerium, Sicherung der Wahlfreiheit, Bekämpfung
des
Staatssocialismus und jeglicher Fesselung des Erwerbs- und Verkehrslebens, Entlastung der
notwendigen Lebensbedürfnisse,
möglichste
Abkürzung der Militärdienstzeit u. a. Die
Fraktion konstituierte sich im
Reichstag17. März in der
Stärke
[* 12] von 99 Mitgliedern.
Der Einfluß des bisherigen Führers der Fortschrittspartei, Eugen
Richters, überwog sehr bald. Die Neuwahlen
von 1884 brachten der Deutsche freisinnige Partei nur 65
Mandate, die von 1887 nur 32. Auch in diesem neuen
Reichstag hielt die Partei ihren
Widerspruch
gegen das Septennat (s. d.) aufrecht.
Über die Hoffnungen, mit denen sich ein
Teil der Partei während der kurzen Regierungszeit
KaiserFriedrichs getragen hatte, brachte die
Broschüre «Auch ein Programm aus den 99
Tagen» (Berl. 1888)
Enthüllungen, deren Richtigkeit von der Partei indes lebhaft bestritten wurde.
Während sie im übrigen an ihrem Programm von 1884 festhielt und auch der
Kolonialpolitik nur geringe
Mittel gewährte, stimmte
sie den kaiserl.
Erlassen vom und der Arbeiterschutzgesetzgebung principiell zu. 1890 gewann
sie 64
Mandate, zu denen durch Nachwahlen noch 4 hinzukamen. Infolge von Meinungsverschiedenheiten über die Militärvorlage
trennte sich die Deutsche freisinnige Partei in 2 Gruppen, die freisinnige
Volkspartei, die unter
FührungRichters gegen die Militärvorlage
stimmte und bei den Neuwahlen 23
Mandate erhielt, und die freisinnige
Vereinigung, die unter Rickerts
Führung
für die Heeresvermehrung eintrat und 13
Mandate bekam. Im preuß. Abgeordnetenhaus war ihre
Stärke 1885: 43, 1888: 29 Mitglieder; 1893 erhielt
hier die freisinnige
Volkspartei 14, die freisinnige
Vereinigung 6
Mandate.
[* 2]GenossenschaftdramatischerAutoren und
Komponisten, nach Anregungen von
KarlBatz und Ernst
Wichert 1871 begründet in
Leipzig,
[* 13] wo sie ihren ständigen Sitz hat, bezweckt die Vertretung der
Rechte ihrer Mitglieder durch
eine möglichst vollständige
Kontrolle aller dramat. Aufführungen.
Hauptsächlich erreicht wird dies durch die Genossenschaftsagentur,
deren Leiter der jedesmalige Direktor unter
Aufsicht des Vorstandes ist.
Das Vermögen der Gesellschaft betrug 8930 M.
Vereinsorgan ist die
«Neue Zeit».
[* 2]Gesellschaften, polit.
Vereine, die sich auf Anregung Ernst
MoritzArndts, der in einer
Schrift«Entwurf einer
teutschen Gesellschaft» (Frankf. a. M. 1814) zur
Bildung patriotisch-sittlicher
Vereine aufgefordert hatte, 1814 im Rheinland
und in Nassau bildeten. Sie wurden aber in Nassau schon Anfang 1815 unterdrückt, da die dortige Regierung
jeglicher deutsch-nationalen Bestrebung feindselig gegenüberstand und hinter der unschuldigen patriotischen Erregung der
Beteiligten eine
IntriguePreußens
[* 14] gegen die Kleinstaaten argwöhnte. Auch außerhalb Nassaus hatten die Deutsche Gesellschaften nur
ein kurzes Leben.
Ihnen gehörte eine Reihe von später in die demagogische
Bewegung (s.Demagog) verwickelten
Persönlichkeiten an. Löning, der 1819 den
Mordversuch auf Ibell machte, gehörte der Idsteiner
Deutschen Gesellschaft an.
–
Vgl. Meinecke, Die Deutsche Gesellschaften und der Hoffmannsche
Bund (Stuttg. 1891).
[* 2]GesellschaftzurBeförderung rationeller Malverfahren. Die 1886 gegründete Gesellschaft mit dem
Sitz in
München
[* 15] bezweckt die Prüfung, Begutachtung und Publikation alter, neuerer und neuester Verfahrungsarten und
¶
mehr
Erfindungen, die fortwährende Kontrolle der jeweils üblichen Materialien, die allmähliche erfahrungsgemäße Begründung
einheitlicher, sicherer Methoden und Materialien für die verschiedenen Zweige der Malerei, die unentgeltliche Erteilung
von Auskünften sowie die Hebung und Förderung aller den technischen Teil der Malerei betreffenden Bestrebungen und Angelegenheiten.
Erster VorsitzenderFranz vonLenbach; Sekretär
[* 17] Chemiker Keim in Grünwald bei München.