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Die einheimischen Helikopter-Unternehmen Air-Glaciers und Air Zermatt haben den Zuschlag für die Luftrettung im Bergkanton Wallis erhalten. Die Rega und Héli-Alpes gingen leer aus.
Im Walliser Rettungswesen wird es keine Veränderungen geben. Nachdem der kleine Verwaltungsrat der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) die vier Bewerbungsdossiers «gründlich» analysiert hatte, gab er am Dienstagmorgen bekannt, dass die Mandate an Air Zermatt für das Oberwallis und Air-Glaciers für das Unterwallis vergeben werden.
Das Dossier der Rega wurde abgelehnt, weil die Aufnahme einer weiteren Gesellschaft keinen Mehrwert für die Patienten gebracht und das Dispositiv komplexer gemacht hätte, was die Sicherheit, die Qualität und den administrativen Aufwand betrifft.
Die Aufteilung mit den beiden bisherigen Gesellschaften biete «eine zufriedenstellende, effiziente und rationelle Abdeckung» der Bedürfnisse für den gesamten Kanton, sagte Fritz Anthamatten, Präsident des Verwaltungsrats der KWRO, vor den Medien in Siders. In den nächsten fünf bis zehn Jahren sei eine erneute Evaluation des Helikopter-Rettungsdispositivs geplant.
Helikopter-Rettung sei immer mit einem Risiko verbunden, aber dieses Risiko könne mit erfahrenen Helfern verringert werden, fügte Anthamatten hinzu. Die Aufteilung auf zwei Gesellschaften ermögliche es, «das für ein hohes Sicherheitsniveau erforderliche Einsatzvolumen zu gewährleisten».
Es gebe keine Bevorzugung des Wallis, unterstrich Anthamatten. Die Rega habe in ihrem Bewerbungsdossier nur einen einzigen Helikopter offeriert, der in Sitten stationiert sei. Dieser komme aus geografischen Gründen für die Rettung im Oberwallis nicht in Frage und reiche nicht aus, um den «Bedarf» im französischsprachigen Wallis zu decken, argumentierte Anthamatten.
Das vierte Dossier, das gemeinsam von der Firma Héli-Alpes und der Rega eingereicht wurde, erfüllte die Zulassungskriterien nicht, wie Pierre Turini, Vizepräsident des Verwaltungsrates der KWRO, feststellte. Insbesondere fehlten die Bewilligungen für Flüge in anderen Kantonen und im Ausland.
Das Walliser Helikopter-Rettungsdispositiv ist seit Jahrzehnten fest in den Händen der Air-Glaciers und der Air Zermatt. Im September 2020 hatte das Bundesgericht jedoch eine Beschwerde der Gesellschaft Héli-Alpes gutgeheissen und den Kanton angewiesen, eine Ausschreibung für die Vergabe der Bewilligungen zur Durchführung von Rettungsflügen zu organisieren.
«Der Entscheid der KWRO ist für uns ein klares Zeichen, dass wir in den letzten Jahrzehnten den richtigen Weg gegangen sind», erklärte Philipp Perren, Verwaltungsratspräsident von Air-Glaciers und Air Zermatt. Die beiden Unternehmen hatten sich vor zwei Jahren zusammengeschlossen. Der Zuschlag erlaube es den beiden Unternehmen, ohne schmerzlichen Schrumpfprozess weiterzufliegen.
Der Entscheid der KWRO könnte noch angefochten werden. Die von Keystone-SDA kontaktierten Unternehmen Héli-Alpes und Rega kommentierten den Entscheid für den Status quo vorerst jedoch nicht: «Wir warten den offiziellen Erhalt des Entscheids ab, bevor wir reagieren», sagte Francis Sermier von der Gesellschaft Héli-Alpes.
Die Rega ihrerseits betonte, dass dieser Entscheid «keinen Einfluss auf ihr bestehendes Basisdispositiv hat». Die Gesellschaft hatte im Dezember 2021 auf dem Flugplatz in Sitten einen Rettungshelikopter im Hangar der Gesellschaft Héli-Alpes stationiert. Diese Maschine werde ihr nationales Rettungsdispositiv im Kanton Waadt und im Westen des Berner Oberlandes weiterhin verstärken, so die Rega.
Die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) ist in den meisten Regionen der Schweiz für die Luftrettung zuständig. Das Unternehmen, welches jährlich 12'000 Patientinnen und Patienten an Bord ihrer Rettungshelikopter transportiert, verfügt über 13 Basen in der Schweiz.
Air Zermatt und Air-Glaciers haben zusammen vier Basen. Ihr Dispositiv sieht in der Hoch-Saison im Oberwallis wie im Unterwallis je drei Rettungshelikopter vor. Effektiv stehen bei der Air Zermatt und bei Air-Glaciers zu Spitzenzeiten in beiden Kantonsteilen regelmässig je fünf bis sogar sechs Maschinen, total also über zehn Maschinen, im Einsatz. Das Wallis verfüge somit in jedem Kantonsteil über weit mehr Helikopter als der gesamte, deutlich grössere Kanton Graubünden, hielten die beiden Unternehmen in einer Mitteilung fest.
(aeg/sda)