Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/127762

<h2>SubmittedText<h2><p>In Anlehnung an die UN-Frauenkonvention Cedaw wird der Bundesrat beauftragt, einen Bericht über unterstützende Massnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter in der Bundesverwaltung und einen Aktionsplan zu deren Umsetzung zu erstellen, damit eine Geschlechterquote von 40 Prozent in der Bundesverwaltung eingeführt werden kann. Der Bundesrat ist dabei eingeladen, sich am Aktionsplan zur Gleichstellung des Kantons Waadt zu orientieren.</p><p>Dabei sind insbesondere die folgenden Massnahmen genauer auszuführen:</p><p>1. Umsetzung der Lohngleichheit als Bundesverfassungsauftrag;</p><p>2. Zugang zu Kinderbetreuung;</p><p>3. Förderung von Karrieremöglichkeiten und Nachwuchsstrategien für Frauen, ab dem Übergang von der Hochschule in den Beruf;</p><p>4. Förderung von flexiblen und diskriminierungsfreien Arbeitszeitmodellen (Jahresarbeitszeit, Teilzeitarbeit usw.) für alle Geschlechter;</p><p>5. Förderung von Jobsharing für alle Geschlechter;</p><p>6. Ermöglichen von Care-Arbeit und damit einhergehende temporäre Reduktion der Erwerbsarbeit für beide Geschlechter (Elternurlaub, Pflegeurlaub usw.).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In den letzten fünf Jahren betrug der Frauenanteil in der Bundesverwaltung (ohne Bereich Verteidigung im Departement VBS und ohne das Grenzwachtkorps) über 40 Prozent. 2011 lag er bei 42 Prozent (vgl. Reporting Personalmanagement 2011 vom März 2012). Es wurden verschiedene - darunter die im Postulat Feri genannten - Massnahmen getroffen, um den Frauenanteil in der Bundesverwaltung, insbesondere im mittleren und höheren Kader, zu erhöhen. Die festgelegten Massnahmen zielen darauf ab, die vom Bundesrat festgelegten Soll-Werte (44 bis 48 Prozent) bis 2015 zu erreichen. </p><p>1. Die Bundesverwaltung setzt mit ihrer Lohnpolitik die Gleichstellung von Frau und Mann um. Am 19. November 2010 wurde der mit den Personalverbänden vereinbarte Lohngleichheitsdialog über vier Jahre unterzeichnet. Er sieht bis Ende 2012 die Durchführung der Analysen und bis Ende 2014 die Umsetzung allfälliger Korrekturmassnahmen bei einer Überschreitung der Toleranzgrenze von 5 Prozent vor. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Lohngleichheit eingehalten wird. </p><p>2. Am 24. November 2011 hat der Bundesrat beschlossen, dass für die familienergänzende Betreuung eines Kindes unter 18 Monaten ein Anspruch auf Vergütung bis monatlich maximal 3600 Franken und für diejenige eines älteren Kindes bis monatlich maximal 2400 Franken besteht (vgl. Art. 51b VBPV; SR 172.220.111.31). Darüber hinaus können die Departemente ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Krippenplätze anbieten. Zudem hat die Bundesverwaltung einen Vertrag mit dem Verein Childcare Service Schweiz abgeschlossen, dessen Beratungsdienste die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenlos nutzen können. </p><p>3. Die Politik der Rekrutierung von Hochschulabsolventinnen und -absolventen verstärkt den Frauennachwuchs. So lag der Frauenanteil bei den Hochschulpraktika 2011 bei 64,2 Prozent (in absoluten Zahlen: 208 Frauen). Massnahmen zur Karriereförderung der Frauen werden in der gesamten Bundesverwaltung (z. B. Ausbildungsangebot AZB/EPA) sowie in den einzelnen Departementen (z. B. Mentoring- und Coachingprogramme) umgesetzt.</p><p>4. Die Bundesverwaltung bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Möglichkeit Stellen mit Telearbeit und flexiblen Arbeitszeiten wie Teilzeit, Jahresarbeitszeit und Jobsharing (Job-, Topsharing) an. Zudem werden nach einem Beschluss des Bundesrates vom 30. Juni 2010 alle neu zu besetzenden Vollzeitstellen - dort, wo machbar - mit einem Pensum von 80 bis 100 Prozent ausgeschrieben.</p><p>5. In seiner Antwort auf die Motion von Nationalrätin Wyss Brigit 09.3315, "Förderung der gemeinsamen Führungsverantwortung. Topsharing", vom 20. März 2009 stellte der Bundesrat klar, dass er eine aktive Förderung von Arbeitsformen, welche zur Chancengleichheit von Frau und Mann beitragen, befürwortet. Im Lichte dieser Antwort werden in Artikel 64 Absatz 4 BPV (SR 172.220.111.3) die Arbeitszeitformen der Teilzeitarbeit und des Jobsharings aufgenommen. Diese Bestimmung ist auf alle Angestellten mit einem Arbeitsvertrag gemäss Bundespersonalverordnung (BPV) anwendbar.</p><p>6. Care-Arbeit kann dank flexiblen Arbeitszeiten, bezahltem Urlaub in Notfällen (Art. 40c VBPV), unbezahltem Urlaub, dem Angebot der Personal- und Sozialberatung Bund (PSB) und Unterstützungsmassnahmen für pflegebedürftige Familienangehörige (Eldercare) des Vereins Childcare Service Schweiz mit dem Beruf vereinbart werden.</p><p>Somit sind die im Postulat Feri Yvonne genannten Massnahmen in der Bundesverwaltung bereits umgesetzt. </p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.