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Der Bundesrat hat am 30. März 2011 beschlossen, das Nagoya-Protokoll über den Zugang zu genetischen Ressourcen und den gerechten Vorteilsausgleich zu unterzeichnen. Dieses Abkommen, welche die Nutzung genetischer Ressourcen regelt und im Oktober 2010 in Nagoya von der internationalen Gemeinschaft im Rahmen der Biodiversitätskonvention verabschiedet wurde, ruft die Staaten zu einer nachhaltigen Nutzung der Biodiversität auf.
Die Erhaltung der Vielfalt der genetischen Ressourcen, Arten und Ökosysteme, ist neben dem Klimaschutz eine der grössten Herausforderungen der internationalen Umweltpolitik. Unter dem Druck der Urbanisierung, des Bevölkerungswachstums und der Intensivierung der Landwirtschaft schreitet der Verlust an Arten und natürlichen Lebensräumen überall auf der Welt in alarmierendem Tempo voran. Um diese Entwicklung zu bekämpfen, hat die internationale Gemeinschaft die Biodiversitätskonvention ausgearbeitet. Anlässlich der Weltkonferenz zur biologischen Vielfalt vom Oktober 2010 im japanischen Nagoya wurde ein neues Protokoll zu dieser Konvention angenommen: das „Protokoll von Nagoya über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile“.
Das Nagoya-Protokoll konkretisiert den Grundsatz des Zugangs und des Vorteilsausgleichs in Bezug auf die Nutzung genetischer Ressourcen. Zum einen erleichtert es Unternehmen, Forschungseinrichtungen und anderen Nutzern den Zugang zu den genetischen Ressourcen von Pflanzen, Tieren und weiteren Organismen in Drittstaaten. Zum andern garantiert das Protokoll den Staaten, welche die genetischen Ressourcen bereitstellen, die Teilhabe am Nutzen, der durch die Verwendung dieser Ressourcen in einem anderen Land erzielt wird. Dieser Aspekt ist vor allem für die Entwicklungsländer von Bedeutung, welche den grössten Reichtum an Biodiversität beherbergen.
Ebenfalls zur Biodiversitätskonvention gehört das Protokoll von Cartagena über die biologische Sicherheit. Es gewährleistet die Sicherheit bei der Übertragung, Veränderung und Nutzung von gentechnisch veränderten Organismen mit dem Ziel, Beeinträchtigungen der Biodiversität zu verhindern. Der Bundesrat hat die Unterzeichnung eines Zusatzprotokolls zu dieser Übereinkunft gutgeheissen, welches die Haftpflicht und die Wiedergutmachung für Schäden an der Biodiversität regelt.