Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/2153

31. März 2019: Neuwahl des Luzerner Kantonsrates
» unsere Kandidierenden...
Faire Aufnahmeprüfungen an den Berufsmittelschulen
Archiv: 29. April 2008
Postulat von Nino Froelicher und Mitunterzeichnenden
Der Regierungsrat wird aufgefordert, die Aufnahmeprüfungen an den Berufsmittelschulen dem unterschiedlichen Niveau der Bewerberinnen und Bewerber entsprechend anzupassen.
Begründung:
Die Berufsmatura (BM) kann entweder lehr- oder schulbegleitend (BM 1) oder nach abgeschlossener Lehre (BM 2) absolviert werden. Die BM 1 dauert zwischen drei und vier Jahren (lehr- und schulbegleitend), die BM 2 ein bis zwei Jahre (Vollzeit oder berufsbegleitend). Unabhängig von dieser unterschiedlichen Ausbildungszeit wurde auch dieses Jahr am 8. März 2008 für alle die gleiche Aufnahmeprüfung in den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik durchgeführt. Ausnahmen bildete das Aufnahmeverfahren zur kaufmännischen BM.
Die BM 1 nimmt 15- oder 16-jährige Schülerinnen und Schüler nach Ablauf der obligatorischen Schulzeit auf. Die BM 2 hingegen richtet sich an junge Erwachsene, die bereits über einen Lehrabschluss verfügen. Ihre grössere Lebenserfahrung unterscheidet sie in hohem Masse von den Schulabgängerinnen und -abgängern. Darüber hinaus werden die jungen Erwachsenen nur auf ihre Kenntnisse des Stoffes der 9. Klasse geprüft. Für die verkürzte BM-Ausbildungszeit wäre zu erwarten, dass die Schülerinnen und Schüler der BM 2 auf grössere Vorkenntnisse im schulischen Bereich hin geprüft werden müssten.
Für beide Zielgruppen die gleiche Aufnahmeprüfung durchzuführen, stellt eine extreme Bevorzugung der älteren Bewerberinnen und Bewerber dar. Diese unfaire Praxis muss möglichst bald unterbunden werden. Die Aufnahmeprüfung sollte deshalb den beiden BM-Ausbildungsgängen entsprechend unterschieden und altersgerecht angepasst werden.