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DMZ – MEDIZIN / WISSENSCHAFT ¦ AA ¦
Viele Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, kämpfen monatelang noch mit den Spätfolgen. Die Berichte häufen sich auch in unseren Breiten So gibt es Erfahrungsberichte aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, die beunruhigen. Sechs Monate nach Beginn der ersten Symptome litten mehr als drei Viertel der Patienten, die in einer Klinik behandelt werden mussten, noch an mindestens einer Nachwirkung. Das geht aus einer Studie unter mehr als 1700 Patientinnen und Patienten in der Provinz Wuhan in China hervor, wo das Virus zuerst ausbrach (Lancet: Huang et al., 2021).
Drei Viertel der klinischen Corona-Patienten leiden an Spätfolgen
Die langfristigen gesundheitlichen Folgen von COVID-19 sind weitgehend unklar. Ziel dieser Studie war es, die langfristigen gesundheitlichen Folgen von Patienten mit COVID-19, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden, zu beschreiben und die damit verbundenen Risikofaktoren, insbesondere die Schwere der Erkrankung, zu untersuchen. Viele der Untersuchten litten noch Monate nach der Infektion an Abgeschlagenheit, Angst oder Depressionen.
- 63 Prozent über Abgeschlagenheit oder Muskelschwäche
- 26 Prozent litten an Schlafstörungen
- 23 Prozent unter Angstzuständen oder Depressionen
Das Virus Sars-CoV-2 greift zudem weitere Organe an
56 Prozent der Patientinnen und Patienten, die einen schweren Verlauf erlitten (in der Studie definiert als intensive Sauerstoffgabe über die Nase oder künstliche Beatmung), hatten noch nach Monaten eine gestörte Lungenfunktion. Bei weniger schweren Verläufen waren es 29 beziehungsweise 22 Prozent. Die Autoren der Studie fanden ausserdem heraus, dass einige Patienten nach der Entlassung Nierenprobleme und/oder Gefässerkrankungen entwickelten. Labortests ergaben, dass 13 Prozent der Patienten, deren Nierenfunktion im Krankenhaus noch normal gewesen war, bei der Nachuntersuchung eine verminderte Nierenfunktion hatten. Eine ambidirektionale Kohortenstudie wurde mit Patienten mit bestätigtem COVID-19 durchgeführt, die zwischen dem 7. Januar 2020 und dem 29. Mai 2020 aus dem Jin Yin-tan-Krankenhaus (Wuhan, China) entlassen worden waren.
Die Patienten hatten ein Durchschnittsalter von 57,0 Jahren (IQR 47,0–65,0) und 897 Personen (52%) waren Männer. Die Follow-up-Studie wurde vom 16. Juni bis 3. September 2020 durchgeführt, und die mediane Follow-up-Zeit nach Auftreten der Symptome betrug 186,0 (175,0–199,0) Tage.
Interpretation
6 Monate nach der akuten Infektion waren die Überlebenden von COVID-19 hauptsächlich von Müdigkeit oder Muskelschwäche, Schlafstörungen sowie Angstzuständen oder Depressionen betroffen. Patienten, die während ihres Krankenhausaufenthaltes schwerer erkrankt waren, hatten eine stärkere Beeinträchtigung der Lungendiffusionskapazität.
Studie:
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32656-8/fulltext
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