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Vor acht Monaten hat die Deutsche Bank über einen Vergleich eine Klage beigelegt, in der ihr vorgeworfen wurde, sie habe Gold- und Silberpreise manipuliert. Nun behaupten Kläger, die Dokumente, welche die Bank im Rahmen der Übereinkunft zur Verfügung gestellt hat, lieferten schlagkräftige Beweise, dass die UBS, HSBC, die Bank of Nova Scotia und andere Gesellschaften den Silbermarkt manipuliert haben.
Päckli vor täglicher Telefonkonferenz
Laut den Klägern zeigen die von Deutsche Bank zur Verfügung gestellten Unterlagen, dass Händler und eingebende Personen Handelsgeschäfte vor der täglichen Telefonkonferenz koordinierten, den Kassa-Markt für Silber manipulierten, beim Fixing des den Kunden angebotenen Spreads bei Silber konspirierten und illegale Strategien zur Manipulation der Preise nutzten.
«Die Kläger können sich nun auf direkte, schlagkräftige Beweise berufen, einschliesslich geheimer elektronischer Chats von Silber-Händlern und eingebenden Personen bei einer Reihe von Finanzinstituten - eine über mehrere Jahre laufende, gut koordinierte und weitreichende Konspiration zur Manipulation der Preise», schrieben die Kläger in ihrer Einreichung. Das neue System «übertrifft bei weitem die zuvor angenommene Konspiration».
Zusätzliche Beschuldigte
Die Kläger bemühen sich um die Erlaubnis, eine neue Klage mit zusätzlichen Beschuldigungen einzureichen. Ihre vorgeschlagene Klage erweitert den Fall über die vier ursprünglich angeklagten Banken auf Einheiten von Barclays, BNP Paribas Fortis, Standard Chartered und Bank of America.
Vertreter von UBS, BNP Paribas Fortis, HSBC, Standard Chartered und Scotiabank antworteten zunächst nicht auf E-Mails ausserhalb der regulären Bürostunden mit der Bitte um Kommentar. Barclays und Bank of America wollten zunächst keinen Kommentar abgeben.
Ein Richter hatte die Klage gegen UBS in diesem Jahr abgewiesen, erlaubte aber den Klägern, eine neue Klage gegen die Bank einzureichen.
«Spoofing»
Die Deutsche-Bank-Dokumente zeigten, dass zwei UBS-Händler direkt mit zwei Deutsche-Bank-Händlern kommuniziert haben, wie die Kläger anführten. Unter anderem tauschten die Händler Informationen zum Orderfluss der Kunden aus, lösten unzulässig Stop-Loss-Orders aus und betrieben Praktiken wie «Spoofing». Beim Spoofing werden Kauf- und Verkaufsgebote abgegeben mit der Absicht, sie kurz vor Ausführung zu stornieren, um so den Preis zu beeinflussen.
«UBS war der drittgrösste Marktmacher am Silber-Kassamarkt und konnte die Preise von Silber-Finanzinstrumenten direkt auf Basis der enormen von ihr gehandelten Menge an Silber beeinflussen», führen die Kläger an. «Eine Konspiration mit anderen grossen Marktmachern wie Deutsche Bank und HSBC haben die Fähigkeit von UBS, den Markt zu beeinflussen, noch gesteigert. »
(bloomberg/chb)