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28.Jan.2012
10:00 - 17:30
Kategorie
Die Veranstaltung wird anhand aktueller Symptome die Frage aufwerfen, wie es um das Rechtsbewusstsein der Gegenwart bestellt ist. Wie sind etwa die Ereignisse des vergangenen Jahres in Libyen völkerrechtlich einzuordnen? War es ein „gerechter“ Krieg einiger NATO-Mächte, weil dazu eine UNO-Resolution vorlag und ein Diktator erfolgreich gestürzt wurde? Wie sind die verschiedenen EURO-Rettungspakete europarechtlich zu bewerten? Was ist von dem jüngsten Verteidigungsbevollmächtigungsgesetz in den USA zu halten, das nach der Unterzeichnung durch Präsident Barack Obama am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist? Eine nüchterne Charakterisierung dieser Symptome und deren Analyse lässt den Schluss zu, dass wir in rechtsbedrohter Zeit leben. Die freiheitlichen und rechtsstaatlichen Errungenschaften der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind alles andere als dauerhaft gesichert, insbesondere weil der eigentliche, spirituelle Hintergrund des Rechts in Vergessenheit geraten ist.
Vor diesem Hintergrund wird geschichtlich der Frage nachgespürt, welche Aufgabe Mitteleuropa bei der Ausbildung eines recht verstandenen Rechtsbewusstseins hätte. Die starken Impulse der französischen Revolution konnten nicht weiterentwickelt werden und sind im Einheitsstaat ihrer Wirkung weitgehend beraubt worden. Anstatt in einer Dreigliederung des sozialen Organismus zu fruchtbarer Entfaltung zu kommen, blockieren sich Freiheit und Gleichheit gegenseitig. Von Brüderlichkeit ist im modernen Wirtschaftsleben ohnehin keine Rede. Ein Schlüsselereignis bei der verhängnisvollen Entwicklung war das Schicksal Kaspar Hausers, dessen Geburt sich heuer am Michaelstag zum 200. Mal jährt. Das Kaspar Hauser-Buch Karl Heyers, eines gelernten Juristen und Historikers, vermittelt wertvolle Erkenntnisse in dieser Hinsicht.
Wichtige Hinweise zur Sozialgestalt der Zukunft lassen sich in Goethes Märchen und Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen finden. In Goethes imaginativen Bildern und in Schillers „Gesetzbuch für die ästhetische Welt“ sind die Keime für die Aufgabe Mitteleuropas zu finden, durch die Auflösung des Einheitsstaats und eine Dreigliederung des sozialen Organismus eine lebensfähige Sozialgestalt der Zukunft zu bilden. Ins helle Licht des Bewusstseins hat Rudolf Steiner diese Aufgabe gerückt. Dem universalen demokratischen Impuls stehen jedoch starke Partikularinteressen einer aristokratischen Machtelite entgegen. Das Ringen um eine menschenwürdige Zukunft ist eine Signatur des gegenwärtigen Zeitgeschehens. Die Kunst des Rechts als soziales Kunstwerk spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Ort:
Gundeldinger-Casino, Güterstrasse 211, 4053 Basel
(ca. 10 Minuten zu Fuss vom Hinterausgang Bahnhof SBB)
Tramstation Tellplatz, Nr. 15 und 16
Zeit: 10.00 – 12.30 und 14.00 – 17.30 Uhr
Kursgebühr: CHF 85.– / EUR 60.–, Texte werden bereitgestellt
Lehrlinge/Studenten Fr. 40.-/ EUR 30.- (gegen Ausweis)
Anmeldung erwünscht an:
<email-pii> oder Telefon 0041 (0)61 383 70 63
Änderungen vorbehalten
Veranstalter: Perseus Verlag Basel
Anmeldung
Buchungen sind für diese Veranstaltung geschlossen.