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Als grösste Bedrohung nannten die Wissenschaftler die Landwirtschaft, die 31 Prozent des Gesamtrisikos ausmache. Die Holzfällung macht demnach 21,3 Prozent des Risikos für die weltweite Vegetation aus, Bauarbeiten 12,8 Prozent.
Der Klimawandel und Wetterextreme machen laut der Studie knapp vier Prozent des Risikos aus – allerdings räumen die Forscher ein, dass die Auswirkungen des Klimawandels noch nicht endgültig erfasst sind. Weitere Bedrohungen für Pflanzen gingen von Schädlingen, dem Dammbau und Bränden aus.
Die Forscher schätzen, dass es weltweit 390’000 der Wissenschaft bekannte Pflanzenarten gibt. Allein 17’810 Pflanzen haben der Studie zufolge einen medizinischen Nutzen. 2034 Gefässpflanzen (also keine Moose und Algen) seien allein im vergangenen Jahr neu entdeckt worden – die meisten Neuentdeckungen habe es in Australien, Brasilien und China gegeben.
In der Studie wurden 1771 Weltgegenden als “wichtige Pflanzengegenden” identifiziert. Von diesen Gegenden verfügten nur wenige über Massnahmen für die Konservierung der Flora, heisst es.
Erster weltweiter Pflanzenbericht
Eine solche Zustandsbeschreibung der weltweiten Pflanzen habe es noch nicht gegeben, sagte die Forschungsdirektorin der Kew Gardens, Kathy Willis. “Wenn man bedenkt, wie wichtig Pflanzen für das Wohlergehen der Menschen, für Ernährung, Energie und die Klimaregulierung sind, ist es wichtig, dass wir wissen, was passiert.”
Der Botanikpark Kew Gardens, der in seinen Gewächshäusern und Gärten über die weltweit grösste Pflanzensammlung verfügt, will nun jedes Jahr einen solchen Zustandsbericht veröffentlichen.
An der am Dienstag veröffentlichten Studie waren nach Angaben eines der Autoren, Steve Bachman, mehr als 80 Wissenschaftler beteiligt. Es sei ein “grosser Schritt nach vorne”, das bestehende Wissen in einer gekürzten und lesbaren Version zusammenzufassen, sagte er.
Bachman forderte, dem Artenschutz von Pflanzen eine ebenso grosse Aufmerksamkeit zu schenken wie dem Artenschutz bei Tieren. “Wir sorgen uns um den Zustand der Vögel der Welt, aber nicht um den Zustand der Pflanzen der Welt”, sagte er.
(SI)