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Inhalt dieser Dissertation ist die Beforschung der Struktur und Grenzen des bewussten und unbewussten menschlichen episodischen Gedächtnisses. Es wurden drei Projekte verfolgt. Im ersten Projekt zeigten wir mittels bildgebender Verfahren (fMRI), dass unbewusste und bewusste episodische Erinnerungen in der gleichen Hirnstruktur, dem Hippocampus, verarbeitet werden und dort interagieren können: Der bewusste Abruf einer Erinnerung verläuft schneller, wenn unmittelbar vorher unbewusst eine ähnliche Erinnerung abgerufen wurde. Im zweiten Projekt fanden wir, dass unbewusst gelernte Gedächtnisspuren selbst nach bis zu 25 min Ruhezeit noch abgerufen werden und das Verhalten beeinflussen können. Im dritten Projekt konnten wir zeigen, dass im Schlaf eingespieltes Vokabular aufgenommen, im Langzeitgedächtnis hinterlegt, und später im Wachzustand unbewusst wieder abgerufen werden kann. In fMRI Aufnahmen konnten wir hippocampale Aktivität während des unbewussten Abrufs von im Schlaf gelerntem Vokabular nachweisen. Dies deutet darauf hin, dass Vokabellernen im Schlaf vermutlich über die gleichen Gehirnareale, v.a. den Hippocampus, läuft wie das Vokabellernen im Wachzustand.
Lernen ist ein aufwändiger Prozess. Die Möglichkeit, dies unbewusst – und somit ohne den Aufwand des Lernenden – zu fördern, könnte zu vielversprechenden Anwendungen im Schulungssystem, in der Erwachsenenbildung und in der Klinik führen. Gerade wenn man berücksichtigt, dass Kinder mit Lernstörungen (z.B. ADHS) sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie Schwierigkeiten haben, ihre bewusste Aufmerksamkeit auf dem Lernmaterial fokussiert zu halten, kann ein unbewusster Zugang besonders hilfreich sein.