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Osimertinib verbessert Gesamtüberleben beim NSCLC signifikant
In der ADAURA-Studie reduzierte der Tyrosinkinase-Inhibitor Osimertinib als adjuvante Therapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit einer Mutation im EGFR-Gen das Sterberisiko um die Hälfte reduziert.
ADAURA ist die erste Phase-III-Studie, die einen «statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Effekt auf das krankheitsfreie Überleben und das Gesamtüberleben (OS) in dieser Population» zeigt, freut sich Professor Dr. Roy Herbst, Yale Cancer Center, am ASCO-Jahreskongress 2023 (1).
Vor Osimertinib noch keine Verbesserungen beim OS
Patienten mit einer EGFR-Mutation machen etwa zehn bis 25 Prozent der NSCLC-Fälle aus. Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Tyrosinkinase-Inhibitoren Gefitinib und Erlotinib einen Vorteil beim krankheitsfreien Überleben (PFS), jedoch nicht beim OS aufweisen konnten.
Auch die ADAURA-Studie verzeichnete bereits positive Ergebnisse hinsichtlich des PFS. Dabei reduzierte sich das Risiko von Tod oder Rezidiv um das Fünffache. Diese vielversprechenden Ergebnisse führten zur Erweiterung der Studie auf die adjuvante Behandlung. Daten zum Gesamtüberleben lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.
Die Studie schloss insgesamt 682 Patienten im Stadium IB, II oder IIIA ein. Alle hatten eine vollständige Resektion ihrer Tumore, mit oder ohne zusätzliche herkömmliche adjuvante Chemotherapie. Die Teilnehmer erhielten randomisiert entweder Osimertinib oder Placebo für einen Zeitraum von drei Jahren.
Neben der randomisierten Behandlung mit Osimertinib oder Placebo war auch eine adjuvante Chemotherapie gemäss ärztlichen Ermessens möglich. Dies war bei 60 Prozent der Patienten der Fall.
Ein Nutzen in allen Untergruppen
Das Sterberisiko sank um 51 Prozent, berichtet Prof. Herbst. Die Überlebensrate betrug nach drei Jahren 95 Prozent unter Osimertinib vs. 89 Prozent unter Placebo, nach vier Jahren 93 vs. 84 Prozent und nach fünf Jahren 88 vs. 78 Prozent.
Der Nutzen der zielgerichteten Behandlung mit Osimertinib war im Stadium II oder IIIa vergleichbar. Darüber hinaus konnten alle Untergruppen, unabhängig davon, ob sie zuvor eine adjuvante Chemotherapie erhalten hatten oder nicht, von dieser gezielten Therapie profitieren.
Der Experte betont ausserdem, dass sich das Hirnmetastasen-freie Überleben signifikant verbesserte. Das Risiko für Tod oder Hirnschädigung sank um 76 Prozent durch Osimertinib.
Während der Nachbeobachtungszeit erhielt ein Teil der Patienten eine weitere onkologische Behandlung (54 % in der Placebo- vs. 22 % in der Osimertinib-Gruppe). In den meisten Fällen war dies ein Tyrosinkinasehemmer, häufig Osimertinib, in einigen Fällen eine Chemo- oder Strahlentherapie.
Bestätigung als Behandlungsstandard
Diese Ergebnisse «bestätigen Osimertinib als Behandlungsstandard bei Patienten, deren Lungenkrebs mit EGFR-Mutation reseziert wurde», schliesst Prof. Herbst.
Der Diskutant Professor Dr. Benjamin Solomon, Peter McCallum Cancer Center, Melbourne, betont, dass der Überlebensvorteil von zehn Prozentpunkten nach fünf Jahren und sogar zwölf Prozentpunkten im Stadium II/IIIA unter Osimertinib doppelt so hoch war wie unter einer adjuvanten Chemotherapie auf Cisplatinbasis (5,4 Punkte laut einer Metaanalyse). Diese Ergebnisse sind für ihn praxisändernd. Dabei zwingen sie dazu, bei allen Patienten mit NSCLC im Frühstadium nach einer Mutation im EGFR zu suchen..
Der Experte wirft ausserdem die Frage auf, ob die Verbesserung der Fünfjahresüberlebensrate nicht nur darauf hindeutet, dass die Zeit bis zum Wiederauftreten des Krebses verlängert wird, sondern ob sie auch mit der Heilung einiger Patienten in Verbindung steht. Eine längere Nachbeobachtung wäre erforderlich, um diese Frage zu beantworten.
Studien zu gezielten Therapien bei anderen Krebsarten weisen darauf hin, dass ähnliche Vorteile beim rezidivfreien Überleben zu einem Vorteil beim Zehnjahres-Überleben führen könnten.