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Krippe
Die Krippe befand sich ursprünglich in einem verglasten Kasten und gehört dem Typus der alpenländischen Krippenberge an. Das Weihnachtsgeschehen ist in die heimatliche Berggegend und in die Gegenwart versetzt. Die stufenweise Landschaft zeigt drei Ebenen. Oben auf dem Bergplateau erscheint im Rückwandspiegel die Stadt Jerusalem, als voralpine Kleinstadt mit der Kirche im Zentrum konzipiert. An der Waldgrenze schiessen Jäger auf Hirsche und Vögel, und auf der Alp darunter weidet Vieh. Landleute in sonntäglicher Tracht steigen beidseits auf Wegen zur Krippe hinunter und vermischen sich unten mit Familien in eleganten Biedermeierkostümen. Von beiden Seiten strömen sie zur Krippe in der Mitte, wo durch mechanisches Verschieben drei Szenen gezeigt werden können (Geburt Christi, Anbetung der Heiligen Drei Könige und Christus im Tempel). Unten links ist ein kleiner See mit Schwänen zu sehen. An der über den Bergbach führenden Brücke steht die Inschrift «Besuch Betlehems v[on] J[hrer] H[oheit] Max v[on] Baiern 1838». Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei den uniformierten Reitern auf der Brücke um Herzog Max, den späteren König Maximilian II. Joseph von Bayern (28.11.1811–10.03.1864) mit seinen Adjutanten. Der Herzog trägt die 1814 eingeführte Uniform des Regiments Garde du Corps, in der er diente oder dessen Inhaber er als Kind der königlichen Familie war. Der über einer Holzkonstruktion aufgebaute Berg wurde aus einem vermutlich mit Gips getränkten Gewebe modelliert, auf das man eine wachsartige Masse auftrug. Die ca. 2.5 bis 3 cm hohen Figuren mit Papierkleidung sind aus Brotteig geformt, bemalt und mit einem Pflanzengummi glasiert.
Das Brüderpaar Anton (1788–1868) und Xaver Arnold (1783–1857) lebte im elterlichen «Egghus» in Altdorf (UR) und fertigten zwischen 1818 und 1840 eine Reihe solcher Schaukästen an, welche sie in ihrem Haus aufbewahrten. Im Historischen Museum Uri in Altdorf können diverse solcher Schaukästen der Gebrüder Arnold besichtigt werden.