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Was ist ein Faustpfandrecht an einem Schuldbrief?
Zur Bestellung eines Pfandrechtes
an einer beweglichen Sache ist Besitzesübertragung in Verbindung mit dem
Abschluss eines Pfandvertrages notwendig. Als „bewegliche Sachen“ gelten
auch Wertpapiere wie z.B. Schuldbriefe. Somit kann ein Schuldbrief durch Abschluss
eines (in der Regel schriftlichen) Pfandvertrages verbunden mit einer Besitzesübertragung
als Faustpfand zur Sicherung einer oder mehrerer Forderungen übergeben werden.
Das Pfandrecht erstreckt sich auch auf Hypothekarzinsen, welche
gemäss verpfändetem Schuldbrief geltend gemacht werden
können. Wenn es nicht anders vereinbart ist, ist jedoch nur
der laufende Anspruch mitverpfändet, und der Gläubiger
hat keinen Anspruch auf die verfallenen Leistungen (vgl.
Art. 904 ZGB).
Im Falle der Nichtbefriedigung der fälligen Forderung wird zunächst
nur der Schuldbrief verwertet (Art.
41 und 151
ff. SchKG). Der Erwerber des Titels wird nun zum Gläubiger
der verbrieften grundpfandgesicherten Forderung (vgl. aber Art.
156 Abs. 2 SchKG). In einer folgenden Pfandverwertung wird
daher das Grundstück als solches verwertet.
Für den Gläubiger besteht der
Vorteil gegenüber dem „direkten“ Grundpfandrecht darin, dass
er den Schuldbrief als Sicherheit für mehrere Forderungen (auch aus gänzlich
verschiedenen Rechtsverhältnissen) verwenden kann.
Bei landwirtschaftlichen
Grundstücken ist Art. 73 Abs. 2 lit. b BGBB zu beachten.