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Der herbstliche Vogelzug neigt sich dem Ende zu. Die Forschungsstation Col de Bretolet an der französisch-schweizerischen Grenze zieht Bilanz: In diesem Herbst haben Forschende der Schweizerischen Vogelwarte Sempach hier knapp 20‘000 Zugvögel von insgesamt 88 Arten beringt, vermessen und danach wieder freigelassen.
Die Anzahl Vögel, die in den Süden unterwegs sind, nimmt zur Zeit täglich ab. In höheren Lagen liegt bereits Schnee, und nur wenige Arten ziehen jetzt noch über die Alpen. Für die Forschenden der Schweizerischen Vogelwarte Sempach wurde es Zeit, die Beringungsstation am Col de Bretolet zu schliessen und Bilanz zu ziehen. Zwischen Ende Juli und Anfang November haben sie an der französisch-schweizerischen Grenze knapp 20‘000 Zugvögel von insgesamt 88 Arten beringt, vermessen und schliesslich wieder freigelassen.
Die Saison wurde dominiert von einem starken Einflug von Kernbeissern und Blaumeisen. Die rund 300 kontrollierten Kernbeisser stellen einen neuen Rekord dar. Mit 1600 beringten Individuen war die Blaumeise dieses Jahr viermal so häufig wie im Durchschnitt. In manchen Jahren ziehen im Herbst grosse Schwärme der kleinen blau-gelb gefärbten Meise umher. Die Vögel stammen wahrscheinlich mehrheitlich aus Nord- und Osteuropa; eine heuer kontrollierte Blaumeise trug einen tschechischen Ring.
Seit 1958 erforscht die Schweizerische Vogelwarte Sempach den Vogelzug am Col de Bretolet mit grosser Unterstützung durch zahlreiche Freiwillige. Dank dieser langen Datenreihe konnte sie zeigen, dass sich der „Fahrplan“ des Herbstzugs bei einigen Vogelarten im Laufe der letzten zwanzig Jahre verändert hatte – zweifellos eine Folge des Klimawandels. Vögel, die im Mittelmeerraum überwintern, bleiben länger bei uns und ziehen später über die Alpen. Arten, die den Winter südlich der Sahara verbringen, ziehen hingegen einige Tage früher weg. So können sie Dürreperioden in der Sahelzone besser ausweichen.
Mit dieser überalterten Methode, rechnet man <1% getötete Vögeln. Es bedeutet die Vogelwarte, die Vögel schützen sollte, tötet jedes Jahr min. 2000 Vögel auf „wissenschaftliche“ Gründe (seit 1958, min. 110‘000 getötete Vögel). Welches Wissen kann wirklich diese Massentötung begründen? Wie kann dieses Wissen im Schutzmassnahmen umgesetzt werden?
Man muss natürlich min. 200 und min. 11’000 getötete Vögel lesen.
Lieber Sam
Der Wert 1% bezieht sich auf den Anteil beringter Vögel, die wieder gefunden werden.
Die wissenschaftliche Vogelberingung ist die effektivste Methode zur Erforschung von Biologie, Ökologie, Verhalten, Zugbewegungen, Reproduktionsbiologie und Populationsentwicklung der Vögel. Die Vogelberingung dient damit ganz unmittelbar auch dem Vogelschutz.
So gibt die Rückverfolgung der Wanderungen beringter Vögel Aufschluss über deren Zugrouten und Rastplätze und zeigt damit, wo gezielt Schutzgebiete einzurichten sind. Zudem können anhand von Wiederfunden beringter Vögel wichtige Populationsparameter, z.B. die Überlebenswahrscheinlichkeiten und der Bruterfolg der Vögel, geschätzt werden, wodurch die Ursachen von Bestandsschwankungen besser verstanden werden können.
Diesen immensen Vorteilen der Beringung für den Vogelschutz sind natürlich die Nachteile für das Individuum gegenüberzustellen. Forschung hat immer einen Einfluss auf die erforschten Tiere. Auch eine „reine“ Beobachtung bedeutet eine Störung, dessen negativer Einfluss einem allfälligen Nutzen gegenüber gestellt werden muss.
In der Schweiz wird die wissenschaftliche Vogelberingung ausschliesslich von sehr gut ausgebildeten Personen durchgeführt, darunter viele «professionelle Laien», den ehrenamtlichen Beringern, die dadurch beim wissenschaftlich begründeten Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume mithelfen. Mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt, sind die Auswirkungen von Fang und Beringung für die Vögel minimal.