Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03521.jsonl.gz/724

Hochhaus am Stadtpark
Adresse
2502 Biel/Bienne
BE
Architektur
Das Wohnhochhaus am Stadtpark war das erste seiner Art in Biel und stellt ein typischer Bau der Nachkriegsmoderne in den 1950er-Jahren dar. Mit vorfabrizierten und standardisierten Elementen wurde eine klar strukturierte Fassade geschaffen. In den 1960er-Jahren konnten Hans und Gret Reinhard diesen Pionierbau des verdichteten Wohnens weiterentwickeln, realisierten sie doch in Bern mehrere wegweisende Siedlungen.
Chronologie
Der Bieler Stadtpark entstand zwischen 1933 und 1936. Davor diente das Areal von 1871 bis 1903 als Friedhof, liegt es doch etwas ausserhalb der Altstadt, die sich im Westen befindet. Mit dem im Norden des öffentlichen Erholungsgebiets platzierten Hochhaus – das erste in Biel überhaupt – wurde in den 1950er-Jahren dringend benötigter Wohnraum geschaffen. Es wurde 1958 fertiggestellt. Der Entwurf stammte von den Architekten Hans und Gret Reinhard, unter Mitarbeit von Walter Gräppi. Inzwischen wurde das Hochhaus mehrfach saniert und die einstige Sichtbetonfassade mit farbigen Platten verkleidet.
Lage
Im Norden führt die stark frequentierte General-Dufour-Strasse vorbei, die das Gebäude offiziell erschliesst. Dieses kann allerdings auch durch den südseitigen Stadtpark oder von Westen via Tanzmatten oder von Osten via Schleusenweg erreicht werden. West- und ostseitig befinden sich Wohnhäuser, die als Zeilenbau realisiert wurden. Das Turmhochhaus wirkt als Landmarke.
Beschreibung
Das 42 Meter hohe, in Eisenbetonkonstruktion ausgeführte Wohnhochhaus gliedert sich in 13 Normalgeschosse und in ein Attikageschoss mit Sonnenterrasse. Der Grundriss des straff durchorganisierten Gebäudes ist trapezförmig. Der Eingangsbereich mit langgezogenem, nach Südwesten verlaufendem Vordach befindet sich an der Nordwestfassade. Diese zeichnet sich durch ein vertikales, mittig angeordnetes und in roter Mineralfarbe gestrichenes Band aus, wobei die Fenster geschossweise versetzt sind. Der westliche Fassadenteil springt leicht hervor und wird von einer Fensterachse gegliedert. Die Nordostseite wird durch rote, horizontale Bänder und nordseitige Loggien strukturiert. Nur das unterste Band ist blau. Die südöstliche Schmalseite weist Balkone auf, die von blauen Platten verkleidet sind und die ganze Fassadenbreite einnehmen. Jedes Geschoss ist in zwei Balkone unterteilt, wobei die zusätzlichen weissen Stützen eine weitere Unterteilung suggerieren. Die Südwestfront mit Laubengang und Terrazzoboden ist bis auf die in blau gestrichenen Bändern identisch mit der gegenüberliegenden Längsseite. Parallel zur Gebäudekante verläuft auf dem Flachdach eine filigrane Betonrahmenkonstruktion, die nur an der Nordwestseite teils unterbrochen ist.
Literatur
Lang Jakob, Evelyne. Hans und Gret Reinhard – Architekten des neuen Bern, in: Ineichen, Han-nes (Hg.). Hans und Gret Reinhard: Bauten und Projekte 1942–1986. Monografien Schweizer Architekten und Architektinnen, Band 14. Sulgen 2013, S. 13–52. – Erziehungsdirektion des Kantons Bern, Amt für Kultur, Denkmalpflege. Bauinventar Gemeinde Biel/Bienne. Bern 2012: General-Dufour-Strasse 68. – o. A. Hochhaus am Stadtpark in Biel: Architekten Hans und Gret Reinhard, Bern, in: Schweizerische Bauzeitung 77/1959, S. 778–780.