Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/1574

Gestern hat Conrad Murray durch seine Anwälte beim Berufungsgericht einen Antrag einreichen lassen, um die Überreste in einer 100ml Propofolampulle überprüfen zu lassen. Murray hofft damit (wieder einmal) zu beweisen, dass Michael Jackson sich die tödliche Dosis Propofol selbst zugeführt haben soll. Falls die Überreste 10% Lidocain beinhalten sollte, würde dies die Theorie von Dr. Shafer (medizinischer Experte der Staatsanwaltschaft) unterstreichen, dass Murray einen intravenösen Infusionsdrip zubereitet und dann das Zimmer verlassen hatte. Lidocain ist ein Schmerzmittel, das üblicherweise verabreicht wird, um die Schmerzen zu lindern, die verursacht werden, wenn das Medikament in die Vene eingeführt wird. Wenn die Überreste jedoch aufweisen sollten, dass in der Ampulle 100% Propofol enthalten waren, dann würde dies Dr. Shafers Rückschluss entkräftigen, dass die Flasche für eine Infusion vorbereitet worden war, so Murrays Anwälte in ihrem Antrag und es würde somit gemäss ihrem Argument darauf hinweisen, dass Michael Jackson in Murrays Abwesenheit die Ampulle selbst geöffnet und sich den Inhalt verabreicht haben soll. (Zur Erinnerung: Dies soll stattgefunden haben, nachdem Michael Jackson aus einem narkosemässigen Kurzschlaf aufgewacht ist und sich gleich nach dem Propofol umgeschaut hat, es mit seiner Kurzsichtigkeit dann gleich im Raum gesichtet hat bzw. es aus der Arzttasche von Murray holen wollte, aufgestanden ist, es sich geholt und verabreicht hat — und das alles, während Murray im Nebenraum war… Na ja, wie heisst es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt.)
Bisher wurden nach Prozessende bereits zwei Anträge von Murrays Anwälten an Richter Pastor gerichtet, die besagte Flasche untersuchen zu lassen. Diese wurden jedoch abgelehnt mit der Begründung, dass sie dies vor dem Prozess hätten beantragen müssen. Murrays Anwälte argumentierten, dass dies eben erst relevant wurde, nachdem Dr. Shafer am Ende der Beweisführung durch die Staatsanwaltschaft seine Theorie darlegte, wie Michael Jackson gestorben sein soll.