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Ehemalige Kinderkrebspatientinnen und -patienten haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für Schwerhörigkeit und andere Spätfolgen. Im Schnitt erhalten sie auch einen geringeren Lohn, wie eine von der Krebsliga Schweiz geförderte Untersuchung zeigt.
Zwischen 1976 und 2005 sind in der Schweiz über 4000 Kinder und junge Erwachsene an Krebs erkrankt. Glücklicherweise haben die meisten (mehr als 80 Prozent) von ihnen die Krankheit und die Behandlung überlebt. Um zu erfahren, wie es diesen so genannten Kinderkrebsüberlebenden in ihrem Leben nach der Erkrankung ergeht, verschickt das Schweizer Kinderkrebsregister Fragebögen – an die Überlebenden selbst sowie an ihre Geschwister, damit sich die Langzeitdaten vergleichen lassen.
Claudia Kuehni und ihren Kolleginnen und Kollegen von der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologiegruppe interessieren sich für allfällige Spätfolgen der Erkrankung oder der Behandlung. So haben die Forschenden kürzlich nachgewiesen, dass etwa zehn Prozent der ehemaligen Kinderkrebspatientinnen und -patienten später im Leben schwerhörig werden, während nur etwa drei Prozent der Geschwister eine Abnahme ihres Hörvermögens vermeldeten.
Doch auf dem Fragebogen erkundigten sich die Forschenden auch nach den sozialen und ökonomischen Folgen der Erkrankung. So hat das Team um Kuehni etwa die erreichte Ausbildung und das Einkommen der Kinderkrebsüberlebenden und ihrer Geschwister in Erfahrung gebracht. Dass Frauen im Schnitt ein geringeres Einkommen erzielen als Männer, haben Kuehni und ihr Team auch bei den Kinderkrebsüberlebenden festgestellt. Zudem haben Kinderkrebsüberlebende einen tieferen Lohn als ihre Geschwister: Von den ehemaligen Krebspatientinnen und -patienten verdienten 41 Prozent weniger als 3000 Franken im Monat, bei den gesunden Geschwistern war das nur für 36 Prozent der Fall. Dafür verdienten 38 Prozent der Geschwister zwischen 4500 und 9000 Franken im Monat, bei den Kinderkrebsüberlebenden hatten nur 28 Prozent ein Einkommen in dieser Lohnspanne.
Aus den Antworten auf den Fragebögen lässt sich nicht ableiten, ob die Einkommensunterschiede darauf zurückzuführen sind, dass ehemalige Patientinnen und Patienten andere (und schlechter bezahlte) Berufe wählen als ihre Geschwister. Oder ob sich vielleicht allfällige Langzeitschäden – wie etwa Fatigue oder Konzentrationsprobleme – negativ auf die schulische Entwicklung und in der Folge auch auf den Lohn auswirken. «Das sind Fragen, die in Nachfolgestudien geklärt werden müssen», schliessen die Forschenden um Kuehni ihren Bericht.