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Der einzige Meeres-Nationalpark Brasiliens: “Abrolhos”, ein unberührter Archipel, 70 km vor der bahianischen Wal-Küste, auf der Höhe von “Caravelas”: Dieser grösste Verbund von Riffen, die artenreichste Korallengruppierung, und in ihrer seltenen Pilzform auch einzige Südamerikas (Mussimilia Brasiliense), ist umgeben von 27 Grad warmem Wasser und hat eine jahresdurchschnittliche Lufttemperatur von 23 Grad.
Gründungsdatum: 1983
Fläche: 90.300 Hektar
Ökosystem: Restinga
Relief: Inseln vulkanischen Ursprungs
Aktivitäten: Tauchen, Schnorcheln
Ort: Bundesstaat Bahia – Dorf Caravelas
Schutz von Musterbeispielen des marinen Ökosystems, die besonders reich sind an Korallenriffs, Algen und Ichtiofauna, sowie der besondere Schutz bedrohter Arten, vor allem der Meeresschildkröten, der Barten-Wale, der Gehirn-Korallen, ausserdem die totale Protektion der Flora, der Fauna und der Naturschönheiten in Hinsicht auf deren Nutzung für erzieherische, rekreative und wissenschaftliche Interessen.
Nach verschiedenen politischen Versammlungen und Manifesten in den 70er Jahren und bis hinein in die 80er, gründete man schliesslich diesen Park, der aber bis ins Jahr 1991 sich selbst überlassen blieb – ohne irgendeine Infrastruktur. Forscher, Taucher und Umweltschützer fanden sich in der Gruppe PARNA zusammen und erreichten schliesslich seine notwendige Administration.
Früher war das Gebiet bei den lokalen Fischern als gutes Fanggebiet beliebt. Auf einer der Inseln existiert ein antiker Leuchtturm, aber trotzdem war die Inselgruppe von der internationalen Schifffahrt gefürchtet, wegen den zahlreichen Schiffskatastrophen, die sich hier ereignet hatten, weil die vielen Korallenbänke in diesem Archipel eine Navigation äusserst schwierig machten. Antike Schriften von Historikern berichten, dass die portugiesischen Seeleute von ihren Kapitänen an diesem Ort mit den Worten gewarnt wurden: “Abram os olhos“ (Macht die Augen auf) wegen der Gefahr, aufzulaufen. Daher kommt der Name “Abrolhos“ für den Archipel.
Es wird bestimmt von Luftmassen, welche die einzelnen Jahreszeiten beherrschen. Die ruhigere Zeit liegt zwischen Januar und März, die niedere Saison. Die Temperaturen schwanken zwischen 24,4 und 27°C. Im Falle einer Südwind-Voraussage ist von einem Besuch des Parks strikt abzuraten!
Der Park setzt sich aus drei Inseln vulkanischen Ursprungs zusammen, die halbkreisförmig angeordnet sind – im Norden liegt eine weitere kleine Insel, die zu dem Komplex gehört. Die Ilha Guarita ist 100m lang und ragt 13m aus dem Wasser – die Ilha Siriba besitzt eine Fläche von 3 Hektar, die Ilha Redonda präsentiert einen Durchmesser von 400m und 36m Höhe – die Insel Sueste hat 10ha und 15m Höhe.
Die Inseln sind von einer niedrigen Vegetation bedeckt – im allgemeinen von Graminae und Herbaceae, mit einigen exotischen Arten dazwischen. Es gibt auch einige wenige Palmen auf den Inseln, die einst von Bewohnern gepflanzt worden sind.
Die marine Fauna ist äusserst artenreich, mit unzähligen Fischarten, Molusken, Korallen, Schwämmen etc. Unter der terrestrischen Fauna sind vor allem die vielen Vögel zu nennen, welche auf den Inseln nisten: besonders Atobás (Sula dactylatra – Maskentölpel), Trinta-reis (Rynchops niger), Grazina (?) und der Benedito. Wale und Meeresschildkröten besuchen den Park, um sich dort fortzupflanzen.
Geschützte Reproduktion der Meeresfauna – Einnahmen für die lokale Beevölkerung (in Caravelas, Acobaça und Prado) aus dem Tourismus: ökologische Spazierfahrten und Tauchen.
Konflikthandlungen, welche den Park und sein Umfeld schädigen:
- Touristische und taucherische Exzesse haben den Korallen grossen Schaden zugefügt und die Charakteristika des Wassers verändert.
- Die konstante Navigation verschmutzt das Wasser ebenfalls und birgt Unfallrisiken.
- Ausserdem dringen viele Fischer in das Gebiet ein und entwenden dem Park geschützte Fische ohne Kontrolle!