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Zweimal jährlich aktualisiert das Wirtschaftsforum Graubünden seine umfangreichen Statistiken rund um die volkswirtschaftliche Lage Graubündens. Verschiedene Kennzahlen und ihre Entwicklung über die letzten Jahre sowie Prognosen für die Zukunft werden in übersichtlichen Grafiken aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Für «GRimpuls» haben wir ein Diagramm ausgewählt und erklären anhand dessen ein paar interessante Zusammenhänge zum Bündner Wirtschaftsmotor.
Alles was sich bewegen soll braucht einen Antrieb, so auch die Volkswirtschaft Graubünden. Damit die Politik den richtigen Treibstoff zur Verfügung stellen kann, muss der Motor in Stand gehalten werden.
Die Bündner Volkswirtschaft lässt sich in eine Binnenwertschöpfung und in eine Exportwertschöpfung unterteilen, wobei beide Teile in etwa gleich gross sind. Die Gesamtgrösse des Bruttoinlandprodukts hängt primär von der Grösse der Exportwirtschaft ab. Denn diese sorgt dafür, dass jenes Geld in den Kanton fliesst, welches danach innerhalb vom Kanton weitergegeben werden kann.
Beispielsweise bringt ein Gast aus Zürich Geld in den Kanton und kauft sich damit eine Tageskarte bei der Bergbahn. Die Bergbahn zahlt damit einen Mitarbeiter. Dieser wiederum gibt das Geld dem Bäcker für den Einkauf seines täglichen Brots. Der Bäcker zahlt das Geld als Steuern an die Gemeinde. Die Gemeinde wiederum zahlt den Lohn des Lehrers der Tochter vom Bäcker. Der Lehrer wiederum kauft Baldriantropfen in der Apotheke.
Deshalb ist es für die Entwicklung einer Volkswirtschaft (wie der Kanton Graubünden) entscheidend zu verstehen, wie die Exportwirtschaft aussieht und wie diese gestärkt werden kann. Also hier die wichtigsten Merksätze:
- Eine Volkswirtschaft in der Grössenordnung von Graubünden kann wachsen, wenn Sie mehr exportiert als importiert.
- Mit Export sind nicht nur internationale Exporte, sondern jegliche Güter und Leistungen gemeint, die die Kantonsgrenze passieren.
- Der Tourismus stellt nach wie vor rund die Hälfte der Exportwirtschaft Graubündens. Deshalb ist die Aussage korrekt, dass Graubünden zu 50 Prozent von der Tourismusentwicklung abhängt oder dass jeder zweite Franken in Graubünden im Tourismus verdient wird. Denn die Binnenwertschöpfung folgt bekanntlich dem Export.
- Tourismus ist nicht nur Bergbahnen und Hotels, sondern auch Zweitwohnungen und Liegenschaftssteuern und Gesundheitswesen und vieles mehr.
- Nebst dem Tourismus bildet die Industrie das zweite Standbein. Im Gegensatz zum Tourismus ist die Exportwertschöpfung in der Industrie auf nur rund 50 bis 100 Unternehmen konzentriert. Deshalb tut man gut daran, diese Unternehmen zu hegen und zu pflegen. Jedes Industrieunternehmen mehr oder weniger macht einen volkswirtschaftlichen Unterschied in Graubünden.
Der übrige Viertel der Exportwirtschaft verteilt sich auf Dienstleistungen (z.B. Versicherungen, Medien), Energie (sprich Wasserkraft), natürliche Ressourcen (Forst- und Landwirtschaft) sowie Einkommen der Bündner, die ausserhalb des Kantons arbeiten und den Lohn nach Graubünden bringen.
Das Chartset des Wirtschaftsforums Graubünden wurde im November 2019 aktualisiert und liegt ab sofort zum kostenlosen Downloaden bereit. Es darf für Präsentationen und Publikationen genutzt werden.