Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/3107

Das hepatozelluläre Karzinom spricht schlecht auf Zytostatika an. In kontrollierten klinischen Studien kam es zu keiner signifikanten Verbesserung der mittleren Überlebenszeit. Daher besteht die Therapie in stadienadaptierten interventionellen und chirurgischen Massnahmen. Therapie der Wahl ist deshalb eine meist teilweise Leberresektion. Diese muss anatomisch durchführbar (keine Ummauerung der Pfortader) und physiologisch tragbar (ausreichende verbleibende Leberfunktion nach dem Eingriff) sein. Resektionen sollten einen Abstand von mindestens 1 cm zum gesunden Gewebe einhalten. Die Art des chirurgischen Verfahrens hängt auch davon ab, ob eine Leberzirrhose vorliegt. Die Rezidivquote ist mit 60 % innerhalb von 5 Jahren nach der OP jedoch sehr hoch. Bei Patienten mit Leberzirrhose (Leberschrumpfung) und Leberkrebs kann eine Lebertransplantation erfolgen (diese ist aber nur in 10-30 % der Fälle überhaupt möglich).
Medikamentöse und andere Therapieverfahren
- Kleinere Tumoren (4-5 cm Durchmesser) können durch Injektion von hochkonzentriertem Alkohol direkt in den Krebsherd zerstört werden.
- Chemotherapie: Die derzeit wirksamste Chemotherapie ist die sogenannte lokale Chemoembolisation. Dabei werden die Medikamente mit Fetttröpfchen kombiniert und direkt in den Tumor gespritzt. Die Mischung bleibt in den Blutgefässen des Tumors stecken und entfaltet so ihre Wirkung.
- Tumorzerstörung mittels Laser (Laserablation) oder Hochfrequenzschwingungen (Radiofrequenzablation): Hierzu sind oft mehrere Sitzungen notwendig.
- Palliative Therapie: Kann der Tumor aufgrund seiner grossen Ausdehnung nicht mehr operiert werden, ist das Ziel nicht mehr die Heilung, sondern die Lebensqualität des Patienten bestmöglich zu erhalten.
Da die meisten HCC oft erst spät entdeckt werden und die oft zugrunde liegende Leberzirrhose die therapeutischen Möglichkeiten limitiert, ist die Behandlung der Erkrankung nach wie vor schwierig und die Prognose ungünstig. Die mediane Überlebenszeit ohne Therapie liegt bei etwa 6 Monaten.