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Was ist Botox?
Von infizierten Würsten zur modernen Forschung
Um ehrlich zu sein, ich weiss wirklich nicht, woher der Mythos des Schlangengifts kommt. Weder finde ich bei der Rechere in einschlägigen Fachzeitschriften einen Hinweis auf diese “Urban Legend” noch hilft mir Dr. Google bei dieser Frage weiter.
Fakt: Die erste medizinische Beobachtung von Botulinumtoxin (Botox) geht auf das Jahr 1820 zurück. Damals erlebten viele Gäste einer Feier in Deutschland nach dem Verzehr von infizierten Würsten eine Lähmung der unteren Gliedmassen. Diese Beobachtung veranlasste Dr. Emile Pierre Van Ermengen zu einer Beobachtung. Der belgische Wissenschaftler konnte das Bakterium unter dem Mikroskop zu isolieren. Er entdeckte, dass es ein Toxin produziert und nannte es Clostridium botulinum.
Erste medizinische Anwendungen von Botulinumtoxin
Nach Studien zur Wirkung des Toxins setzte der Augenarzt Dr. Scott das Botulinumtoxin erstmals 1978 zur Behandlung von Strabismus (Schielen) bei Kleinkindern mit spektakulären Ergebnissen ein. Nach dem Erfolg seiner Behandlung führte er zahlreiche Studien über die Substanz durch, die er 1981 in der Fachzeitschrift „Transactions of the American Ophthalmological Society“ veröffentlichte. Daraufhin wurde Botulinumtoxin als sicheres Medikament patentiert.
1988 erwarb das pharmakologische Unternehmen “Allergan” die Rechte zur Fortsetzung der Forschung und das Medikament „Botulinumtoxin Typ A“ wurde von der FDA zur Behandlung von Augenlidkrämpfen und Schielen zugelassen. Damals änderte Allergan den Namen des Medikaments in «Botox», das schnell weltweit bekannt wurde.
Seitdem ist Botox ein zugelassenes Medikament zur Behandlung muskulärer Probleme (z.B. Muskeldystonie), und behandelt sehr effektiv Hyperhidrose (übermässiges Schwitzen) und natürlich Falten.
Das Medikament Botulinumtoxin hat die Fähigkeit, auf neuromuskuläre Synapsen zu wirken und Muskelentspannung zu verursachen. Entspannung bedeutet aber nicht Lähmung. Und weil ich in meiner Sprechstunde häufig erlebe, dass die Leute erschrecken, wenn sie Lähmung hören, möchte ich sagen, dass die Wirkung des Medikaments im Muskel eine begrenzte, kontrollierte Wirkung und Dauer hat. Wenn dann die Behandlung noch von einem spezialisierten, ästhetischen Arzt durchgeführt wird, sind Komplikationen äusserst selten.
Einfach ausgedrückt: die Faltenbehandlung mit Botox hat ausgezeichnete Ergebnisse mit minimalen Ausfallzeiten und Nebenwirkungen.