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Sa, 28. April 2018
Adrienne Soos & Ivo Haag
ein Komponist hat eine so grosse Zahl von Werken für Klavier zu vier Händen hinterlassen wie Franz Schubert. Dieses Genre begleitete ihn sein Leben lang, so ist es kein Zufall, dass bereits seine erste erhaltene Komposition, die Fantasie D 1, ein vierhändiges Werk ist. Er hat diese Gattung bis in sein letztes Lebensjahr gepflegt und kurz vor seinem Tod noch Meisterwerke geschrieben wie die Fantasie in f-Moll D 940 und einige andere.
Besonders wichtig waren die beiden Sommer 1818 und 1824, die er in Zselíz (damals Ungarn, heute Želiezovce, Slowakei) als Hauslehrer des Grafen Eszterházy verbrachte. Im Sommer 1818 entstand da seine Sonate in B-Dur D 617 für seine beiden Töchter. Die sechs grossen Märsche D 819 und die Sonate in C-Dur D 812, besser bekannt unter dem Namen Grand Duo, entstanden während seines zweiten Aufenthaltes 1824. Die Variationen D 908 entstanden einige Jahre später in Wien.
Das ungarisch-schweizerische Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag feierte in der jüngsten Vergangenheit grosse Erfolge beim Lucerne Festival und beim Berner Symphonieorchester unter Mario Venzago. Im scheinbar Altbekannten Neues entdecken, entlegene Winkel des Repertoires erkunden, dafür steht der Name des Klavierduos seit einem Vierteljahrhundert. Ob sich Adrienne Soós und Ivo Haag für das Gesamtwerk von Schubert einsetzen oder verborgene Meisterwerke vor allem des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wieder ins Bewusstsein holen, immer steht dahinter das Bestreben, dem Publikum das Repertoire für Klavierduo in seiner ganzen Breite und Bedeutung nahezubringen. Das Duo hat sich einen Namen gemacht durch seine künstlerisch anspruchsvolle und eigenständige Programmgestaltung, die das Standard-Repertoire ebenso selbstverständlich umfasst wie interessante, zu Unrecht vergessene Werke. Im Laufe der Jahre haben sie so einen reichen Schatz an fast vergessenen Werken in Konzerten wiederaufgeführt und auf CD eingespielt.
Das Duo Soós-Haag hat sich längst als eines der führenden Kammermusikensembles der Schweiz etabliert und der Gattung Klavierduo insgesamt zu mehr Resonanz verholfen, wobei das Spiel an zwei Klavieren und das an einem Instrument zu vier Händen gleichberechtigt nebeneinanderstehen.