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2. Vorlage
Änderung des Bundesgesetzes über die Transplantation von Organen, Geweben und Zellen (Transplantationsgesetz)
Darum geht es beim Gesetz für die Widerspruchs-Regelung
Als Erstes will ich festhalten, dass es bei dieser Abstimmung nicht um die Frage geht, ob Organentnahmen erlaubt oder verboten sein sollen. Es geht vielmehr um die Frage ob für eine Organentnahme die Zustimmungs-Regelung oder die Widerspruchs-Regelung gelten soll.
Bisher galt die Zustimmungs-Regelung. Das heißt, dass Organe aus Patienten, die einen Hirntod erlitten, nur entnommen werden durften, wenn der Sterbende zur Lebzeit eine klare Zustimmung zur Organentnahme gab oder dass seiner nächsten Verwandten eine solche glaubhaft vorbringen konnten.
Die Gesetzesänderung soll es nun ermöglichen, dass Organe bei allen Sterbenden entnommen werden dürfen, sofern der/die Sterbende nicht schon zu Lebzeiten einen klaren Widerspruch gegen die Entnahme geltend machte. Es gibt im Gesetz zwar die Bestimmung, dass im Fall, wenn kein Widerspruch vorliegt, die Angehörigen befragt werden müssen. Jedoch, wird das dann auch seriös gemacht werden und sind diese Angehörigen damit nicht überfordert ?
Viele Abgeordnete haben dieser Widerspruchsregelung zugestimmt, weil sie glauben, dass damit mehr Organe gespendet werden. Diese Ansicht konnte bisher wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Vielmehr zeigte es sich in Ländern, wo die Widerspruchsregelung eingeführt wurde, dass die Zahl der Spender abnahm. Man kann vermuten, dass durch die Einführung der Widerspruchsregelung viele Menschen vermehrt über den Sinn und die Problematik der Organspende nachdachten und zu einer ablehnenden Sicht kamen.
Es ist moralisch nicht nachvollziehbar, dass der Staat verlangt, dass Menschen sich melden müssen, damit sie am Ende ihres Lebens auf natürliche Art sterben können.
Kann man von Menschen verlangen, dass sie ihr Recht auf den eigenen Körper einfordern müssen, damit sie nicht zu einem menschliche Ersatzteillager herabgestuft werden ?
Das erweiterte Gesetz ist nicht integral, denn es lässt die Selbstheilkräfte des Körpers außer Acht. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Abstimmungsempfehlung Nein
Zur Problematik der Organ-Verpflanzungen
Obschon es bei der Abstimmung nicht um ein für oder gegen das Organe-Spenden geht, ist es eine günstige Gelegenheit um sich etwas tiefer mit dieser Problematik zu beschäftigen.
Zuerst möchte ich fragen: Wer hat Anspruch auf die Bereitstellung eines Ersatz-Organs ?
Es gibt die Fälle, wo jemand "unverschuldet" ein Ersatz-Organ braucht, beispielsweise wenn ein Fußgänger von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird. Die „unverschuldeten Fälle sind deutlich seltener als die selbstverschuldeten. Für die „unverschuldeten“ lassen sich in der Regel genügend freiwillige Spender finden.
Es gibt aber auch die anderen Fälle, wo jemand ein Organ für ihr/sein "abgewirtschaftetes" Körperteil verlangt. Warum praktizieren wir ein ungesundes Verhalten bis es zu Schäden oder einem Totalausfall eines Organs kommt ? Ist die Gesellschaft verpflichtet in selbstverschuldeten Fällen zu helfen ? Das kann nur jede Person für sich selber erspüren und entscheiden.
Die betroffene Person kann um das Auswechseln des geschädigten Organs bitten, aber einen Anspruch geltend machen kann sie nicht.
Es ist an der Zeit, dass wir uns viel bewusster als bisher nach einer Lebensweise umsehen, welche unsere Organe bis ins hohe Alter funktionstüchtig hält ?
Es kommt dazu, dass Erkrankungen - auch von ganzen Organen - stets ein Hinweis sind, auf die Dringlichkeit einer Verhaltensänderung. Auf solche Signale sollten wir - wo immer möglich - rechtzeitig mit einer Behebung der Ursache reagieren. Wenn wir nur das Organ austauschen, ohne dass die Ursache der Schädigung behoben wird, dann wird auch das neue Organ früher oder später versagen.
Das Übertragen von Organen von einem auf einen anderen Menschen ist auch aus psychisch-körperlicher Sicht eine fragwürdige Sache, denn das verursacht Störungen im Zusammenspiel der Organe im Körper des Empfängers. Auch deshalb sollte man Organschäden vermeiden, so dass Transplantationen auf die unvermeidlichen Notfall beschränkt bleiben.