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SP-Stastratskandidat Lukas Fankhauser: «Das Einzige, das fehlt, ist ein See»
Was wollten Sie als Kind werden?
Buchhalter.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als 14-jähriger Verkäufer am Gemüsemarkt in Aarau am Stand meiner Paten. Sie hatten dort eine Gärtnerei. Jeden Samstag fuhr ich um 5.30 Uhr mit dem Mofa von Zofingen nach Aarau, um rechtzeitig zum Aufstellen des Standes da zu sein.
Wem wären Sie lieber nie begegnet?
Choco, dem Wachhund, der mich während meinem Einsatz in der Entwicklungszusammenarbeit in Bolivien morgens um 6 Uhr ins Bein gebissen hat. Die Schmerzen hielten danach noch lange an.
Wen, der tot ist, möchten Sie gerne wiedersehen?
Meinen Vater, er ist krankheitshalber viel zu früh und zu schnell gestorben. Ich habe viel von ihm gelernt und bin sicher, wir könnten noch viel miteinander besprechen.
Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit?
Wenn ich nach einer gründlichen Prüfung zum Schluss komme, dass es langfristig das Beste für die Betroffenen, z.B. die Bevölkerung, ist, dann ja.
Was fehlt Ihnen zum Glück?
Ich bin glücklich verheiratet, habe vier gesunde Kinder, ein Zuhause, eine erfüllende Arbeit und gute Freunde. Ich bin glücklich.
Wofür sind Sie dankbar?
Für mein Glück.
Halten Sie sich für einen guten Freund?
Ja, vor allem für einen zuverlässigen und ehrlichen Freund.
Was bezeichnen Sie als Heimat?
Gemäss dem Publizisten und Pädagogen Hartmut Sommer gibt es zwei Heimatbegriffe: Die erste Heimat bekommt man geschenkt. Sie ist da, wo man hineingeboren wird und in der man aufwächst. Die zweite Heimat muss man sich aktiv aneignen, indem man sich in die Gesellschaft einbringt. So gesehen ist Zofingen meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen, hier will ich mich in die Gesellschaft einbringen.
Welche Speisen essen Sie aus Heimweh?
Schokolade.
Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Dass Corona nicht in die Geschichtsbücher eingehen wird und uns nur kurze Zeit beschäftigt.
Welche Probleme löst eine gute Ehe?
Wenn Meinungsverschiedenheiten oder unterschiedliche Ansichten besprochen und geklärt werden können, bevor sie zum Problem werden, dann müssen in einer Ehe keine Probleme gelöst werden.
Warum sind Sie Politiker geworden?
Um meine Fähigkeiten und Begabungen den Einwohnerinnen und Einwohnern von Zofingen zur Verfügung zu stellen. Dafür übernehme ich gerne Verantwortung, z.B. als Stadtrat.
Was reizt Sie an der Aufgabe als Stadtrat?
Die Verantwortung, die mit dieser Aufgabe zusammenhängt. Mit dem Blick auf das Wohl der Bevölkerung, zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen, aktiv zur Weiterentwicklung des Zusammenlebens in unserer Stadt beitragen. So komplex der Satz, so auch die Aufgabe.
Bezahlen Sie Ihre Steuern gerne?
Ja, denn sie sind die Grundlage für die Arbeit der öffentlichen Hand. Wichtig ist mir, dass sorgfältig und vernünftig mit den Steuergeldern umgegangen wird.
Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben und wofür zu wenig?
Joker.
Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?
Eine Bibel. Dazu im Moment gerade «Das Buch der Freude» von Desmond Tutu und Dalai-Lama. Oft auch historische Romane oder Krimis. Das ZT hingegen ist meine Morgenlektüre bei einem feinen Kaffee.
Was werden Sie als neugewählter Stadtrat als Erstes in die Wege leiten?
Das Vertrauen zu meinen Bereichsverantwortlichen und deren Mitarbeitenden gewinnen, damit wir als starkes Team Gutes leisten können.
Kinderfestweggen oder Kinderfesttorte?
Beides, sonst ist es für mich kein richtiges Kinderfest.
Wie sieht die – für Sie – optimale Besetzung des Stadtrates aus den elf Kandidatinnen und Kandidaten aus?
Die sieben vom Volk gewählten Personen sind die optimale Besetzung. Ihnen wird durch die Wahlberechtigten das Vertrauen zugesprochen, die Geschicke der Stadt zu leiten.
Was ist das beste Argument, das gegen eine Wahl von Ihnen spricht?
Ich bin ein Mitglied der Geschäftsleitung im Lindenhof Oftringen.
Kinderfest mit Gefecht oder ohne?
Mit freiwilligem Gefecht, das ruhig auch mal eine andere Choreografie haben könnte.
Was mögen Sie an Zofingen – und was überhaupt nicht?
Zofingen als Kleinstadt mit der schönen Altstadt, in der ich aufgewachsen bin. Das Zusammenleben, die Naherholungsgebiete, die vielseitigen kulturellen Angebote, die Verkehrsanbindung. Das Einzige, das fehlt, ist ein See.
Was gibt Ihnen Energie für die Politik?
Der Austausch über die Parteigrenzen hinaus zur gemeinsamen, konstruktiven Entscheidungsfindung. Das erlebe ich z.B. in der Schulpflege sehr positiv. Das gibt Energie.
Welcher Film hat Sie nachhaltig beeindruckt?
Schindlers Liste.
Wie gedenken Sie das Stadtratsmandat mit ihrem übrigen Berufsleben zu vereinbaren?
Ich arbeite bereits jetzt Teilzeit. Mein fortschrittlicher Arbeitgeber hat schon jetzt sehr viel Verständnis für mein politisches Engagement als Präsident der Schulpflege. Das wird sich auch bei einem Stadtratsmandat nicht ändern.
Erachten Sie die Entschädigung für das Stadtammann-Amt als angemessen?
Die Entschädigung ist sicher hoch genug angesetzt, aber der damit verbundenen Verantwortung wohl angemessen.
Welche Partei ist im aktuellen Stadtrat übervertreten, welche untervertreten?
Aktuell sind für mich die Parteilosen übervertreten, untervertreten die SVP.
Sind Sie eher ein Alphatier oder ein Teamplayer?
Ich bin ein teamfähiges Alphatier.
Was können Sie besser: sprechen oder zuhören?
Ich kann beides gut. Ich kann sehr gut zuhören, meine Schlüsse ziehen, vernetzen und pointiert sprechen.
Welches Ressort würden Sie am liebsten übernehmen?
Die Zuteilung zu den Ressorts findet hinter geschlossenen Türen im neu gewählten Stadtrat statt. Durch meine langjährige Führungserfahrung, meine Ausbildung zum Personalfachmann, meine Tätigkeit in der Geschäftsleitung eines Betriebs aus dem Gesundheitsbereich und natürlich durch meinEngagement als Präsident der Schulpflege bin ich fähig, die Leitung jedes mir zugeteilten Ressorts zu übernehmen.
31 Fragen an Kandidierende
Das ZT hat den Kandidierenden für den Zofinger Stadtrat mit einem Fragebogen auf den Zahn gefühlt. Die Fragen sind einerseits dem berühmten Fragebogen von Max Frisch entnommen, andererseits sind sie von der Redaktion zusammengetragen worden. Die Kandidierenden hatten eine maximale Zeichenzahl zur Verfügung sowie einen Joker. (jam)
Bisher erschienen:
SP-Kandidatin Rahela Syed
FDP-Kandidat André Kirchhofer
FDP-Kandidat Andreas Rüegger
Zur Person
Alter: 56 Jahre
Zivilstand: verheiratet
Kinder: 4 Kinder
Höchste Ausbildung: Fachhochschule, Personalfachmann, Coach und Supervisor
Beruf: Bereichsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung Lindenhof Oftringen
Hobbys: Ausflüge per Velo oder zu Fuss, Reisen in aller Welt