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Der in wilden Flühen abstürzende NW.-Hang des Bergstockes trägt den Namen «Krache»; unter ihm liegt ein winziges Eisfeld
und breitet sich im schuttigen Kessel weiter nordwärts ein die längste Zeit des Jahres vereister kleiner
See aus, dessen felsiges W.-Ufer von einer grossen alten Moräne umgürtet ist. Das Weisshorn kann von Sufers her durch das
Alpthälchen Steilen und über den 2596 m hohen Pass zwischen den Grauhörnern und dem Alperschellihorn in 6 Stunden, vom Curtnätscherhof
(etwa 1740 m) im Safienthal in etwa 4 Stunden über dieselbe Passlücke mühsam erstiegen werden.
Während der Safierberg (Löchliberg) aus grauen und schwarzen Bündnerschiefern besteht, gehört der Gipfel des Weisshorns
schon der Formation der Splügener Kalkberge an, bei denen Triaskalke und Marmore mit polygenen Breccien als Deckscholle auf
den Schiefergebilden ruhen. Ueberall fallen hier die Bündnerschiefer unter die Massen der weissgrauen
und gelblichen Kalke und Dolomite ein, die ruinenartig zerrissen und zerfallen und von schauerlich wildem Ansehen sind.
2833 m. Gipfel in der aus dem zentralen Teil des Silvrettamassivs zwischen dem Verstanklathälchen
und dem obersten Landquartthal einerseits und Vernela-Vereina andrerseits sich westwärts ziehenden Kette;
gesehen werden. Als Ausnahme sei die Stadt Morges am Genfersee genannt, von der her das Weisshorn in der Richtung über den
Pas de Cheville sichtbar ist. Die Besteigung des Weisshorns bildet für den erfahrnen und geübten Alpinisten eine der schönsten
und interessantesten Hochtouren in den Alpen. Sie erfolgt von Randa her über die SO.-Flanke und SW.-Grat,
über den N.-Grat und besonders über den O.-Grat, welch letztere Route vom Erstersteiger, Prof. John Tyndall, am begangen
wurde und heute noch am häufigsten gewählt wird. Man rechnet 4 Stunden von Randa zur Weisshornhütte und 6 Stunden von da
bis zum Gipfel; Aufstieg von Zinal her in ebenfalls 10 Stunden über den Mominggletscher und die in fürchterlichen
Wänden abstürzende W.-Flanke, an der die Führer von Zinal etwa 800 m Seil angebracht haben.
(Arosa) (Kt. Graubünden,
Bez. Plessur).
2655 m. Vielbesuchter Aussichtsberg in der Rothorngruppe des Plessurgebirges; 2,3 km nw. Arosa.
Seine Kette zweigt vom Parpaner Weisshorn (2781 m) ab und zieht über das Hörnli (2497 m) und Plattenhorn (2560 m) in NO.-Richtung
hin, die Grenzscheide zwischen dem Thälchen der Urdenalp und Arosa bildend. Nach NO. setzt sich der breite kahle Grat noch
eine Strecke weit fort und sendet einen Steilabsturz zur Churer Alp hinab, während sich weiter ost- und
südostwärts die grüne Höhe des Brüggerhorns (2451 m) anschliesst. 800 m sw. vom Weisshorngipfel leitet der lohnende, botanisch
und geologisch hochinteressante Carmennapass (2377 m) von Tschiertschen nach Arosa hinüber.
Der geologische Aufbau des Bergstockes ist ausserordentlich kompliziert. Am meisten treten am Weisshorn Triasdolomit (Hauptdolomit),
Liaskalk und -schiefer auf, neben welchen noch Buntsandstein, Rät, Radiolarienhornsteine des Oberjura
(Malm), kristallines Gestein und Serpentin zu erwähnen sind. Tektonisch handelt es sich
hier um wiederholte Schuppenbildung
durch zerdrückte Falten, Schichteneinklemmungen und -abschürfungen der Gesteinskomplexe.
(Flüela) (Kt. Graubünden,
Bez. Ober Landquart). 3088 m. Gipfel im Silvrettamassiv, 2 km nö. über der
seengeschmückten Flüelapasshöhe (2389 m). Der stark zerrissene Grat des FlüelaWeisshorns biegt gegen die Flüelaseite hin
zuerst nach S., dann nach SW. ab und zeigt hier auf bedeutender Breite felsige Abstufung. Im NW. und W. hängen zwei kleine
Gletscherfelder herab und breitet sich viel Schutt aus, während nach N. der Grat sich in zwei weit auseinander
gehende Aeste spaltet, zwischen denen der ansehnliche Jörigletscher liegt. Im SO. des Gipfels nimmt das Kehrenthäli seinen
Ursprung, das sich kurz oberhalb des Wegerhauses der Flüelastrasse (2177 m) zum Süs zustrebenden Passthalbach öffnet.
Das Flüela Weisshorn wird von der Passhöhe aus meist über Schutt und Geröll in etwa 3 Stunden erstiegen.
Die Aussicht ist lohnend und für die Gegenden der Silvretta- und Albulagruppe berühmt, doch weist das Schwarzhorn südl.
vom Flüelapass eine unvergleichlich grössere Besuchsfrequenz auf. Der Abstieg über den Jörigletscher zu den in grotesker
Landschaft gebetteten Jöriseen, nach der Vereinaklubhütte und Klosters ist von höchstem Interesse. Die
Gegend des FlüelaWeisshorns ist die berüchtigste Lawinengegend am Flüelapass.
Von seinen Hängen schlagen die Schneemassen in ihren verderblichen Zügen zwischen der Passhöhe und dem Wegerhaus oft über
die Poststrasse an den Südhang herauf; zahlreiche Verluste an Menschenleben und Zugpferden in älterer und neuester Zeit
sind der Gefährlichkeit dieser Region zuzuschreiben. Der Name Weisshorn bezieht sich weniger auf die Gletscherbedeckung
als auf die ausgedehnten Schutthalden des Berggebietes das sich fast ganz aus Flüelagneis (Augengneis) zusammensetzt und
nur untergeordnet Glimmerschieferlagen (z. B. in der Nähe der Wegerhütte) aufweist.
(Parpaner) (Kt. Graubünden,
Bez. Plessur).
2828 m. Gipfel in der Rothornkette des Plessurgebirges, 3 km ö. vom
Dorf Parpan und von hier und Churwalden aus gesehen als helle zackige Kalk- und Dolomitwand zwischen den dunkeln, aus andern
Gesteinen aufgebauten Gipfeln des Parpaner Rothorns (2870 m) und Schwarzhorns (2690 m) aufragend. Das Urdenfürkli (2594 m)
leitet zwischen Parpaner Weiss- und Rothorn nach Arosa hinüber. Südl. des Parpaner Weisshorns liegt in
einer engen, wilden, schuttigen Gebirgsmulde das Gredigsälpli als nordwestl. Abzweigung des obersten Teiles des Plessurthals
von Arosa; auch hier gibt es einen Uebergang nach der Lenzerheide und Parpan (2622 m). Das Weisshorn wird von Parpan und Arosa
her über das Urdenfürkli oder aus dem obersten, seengeschmückten Plessurthal von Arosa durch Gredigsälpli
über den Passeinschnitt 2622 m erstiegen. In den Felsenspalten der
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