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Feuz reist mit 23 Punkten Rückstand auf den in der Abfahrts-Wertung führenden Kilde zum Saisonfinale nach Courchevel. Gross beschäftigen mochte sich der Emmentaler mit der Ausgangslage nicht. Elf Tage vor der Entscheidung gab er sich gelassen. «Wenn es reichen sollte, wäre das eine coole Geschichte. Wenn nicht, bricht auch keine Welt zusammen. Ich habe ja schon vier Kugeln zuhause.»
Behält Feuz in Frankreich das bessere Ende für sich, würde er für ein Novum sorgen. Fünfmal ohne Unterbruch hat noch kein Fahrer die Abfahrts-Wertung gewonnen. Der Österreicher Franz Klammer ist mit fünf Trophäen Rekordhalter, zwischen dem vierten und dem fünften Gewinn liegen aber vier Jahre.
Feuz schaffte es in seiner hundertsten Abfahrt im Weltcup trotz neuerlicher Probleme mit seinem linken Knie aufs Podium. «Es ist nicht grundlegend schlecht, und ich gefährde auch nicht meine Gesundheit. Aber es wird von Rennen zu Rennen etwas zäher für mich.» Die Beschwerden führen dazu, dass Feuz nicht den gewohnten Druck auf die Ski aufbauen kann. «In Courchevel werde ich auf jeden Fall noch einmal auf die Zähne beissen.»
Ebenso hoch wie die Leistung von Feuz unter den gegebenen Umständen kann die Vorstellung von Hintermann eingestuft werden. Der Zürcher war 24 Stunden nach seinem ersten Sieg in einer Weltcup-Abfahrt wieder bereit. Er war imstande, die Emotionen tief zu halten, den Fokus auf die zweite Fahrt am Olympiabakken zu richten. Zusätzlichen Wert erhielt Hintermanns Leistung dadurch, dass er mithin die schlechtesten Bedingungen mit stark eingeschränkter Sicht vorfand.
Der Zufall, dass er einen Tag nach dem geteilten Sieg mit dem Kanadier Cameron Alexander mit Feuz auf dem Podium auf gleicher Stufe stand, brachte Hintermann zum Sinnieren. «Es wäre interessant, könnte ein Mathematiker ausrechnen, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Athlet am gleichen Ort in zwei Rennen am zwei aufeinanderfolgenden Tagen seinen Podestplatz mit einem anderen Fahrer teilt.»
Die Wahrscheinlichkeit ist selbstredend nicht allzu gross. Umso bemerkenswerter ist, dass es diese Konstellation im Weltcup schon einmal gegeben hat. Im Januar vor 14 Jahren in Kitzbühel hatte Mario Scheiber Gleiches vollbracht. Im Super-G war der Österreicher hinter dem Liechtensteiner Marco Büchel und seinem Landsmann Hermann Maier gemeinsam mit Didier Cuche Dritter, in der Abfahrt am folgenden Tag hinter dem Neuenburger zusammen mit dem Amerikaner Bode Miller Zweiter geworden.
Marco Odermatt steigerte sich als Dreizehnter gegenüber dem Rennen vom Freitag um zwei Plätze. Erfreulicher als der grosse Rückstand von 1,7 Sekunden war für den Nidwaldner, dass er als Führender im Weltcup-Gesamtklassement den Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Kilde mit 286 Punkten in einer beruhigenden Grösse zu halten vermochte.
1,7 Sekunden Rückstand hätten am Vortag lediglich für den 41. Rang gereicht. Am Samstag war die Zäsur um einiges deutlicher. Paris distanzierte bei seinem zweiten Saisonsieg nach jenem in der Abfahrt in Bormio Kilde gleich um 55 Hundertstel, Feuz und Hintermann lagen schon 81 Hundertstel zurück. Paris, der die Abfahrt in Kvitfjell schon vor sechs und drei Jahren gewonnen hatte, zeigte eine grossartige Reaktion auf sein enttäuschendes Abschneiden in der ersten Abfahrt, in der er nach Bestzeit im zweiten Training Zehnter geworden war.
Das Wichtigste in Kürze
- Beat Feuz darf weiter von seiner fünften Abfahrts-Kristallkugel in Folge träumen.
- Ex aequo mit Niels Hintermann wird Feuz in Kvitfjell Dritter.
- Aber: Der Schweizer hat Probleme mit seinem Knie.