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Der Rat von Bern verfügte im Jahre 1602 die Fassung der Thermalquelle und liess das Hintere Weissenburgbad mit Badehaus bauen. Um dem Andrang der Heilungssuchenden gerecht zu werden, wurde 1849 das Vordere Bad- und Kurhaus - Grand Hotel Weissenburgbad - eröffnet. Das Weissenburgbad wurde zum Treffpunkt des Hochadels und war europaweit bekannt. Der erste Weltkrieg setzte dem florierenden Badbetrieb ein vorläufiges Ende. Nach dem Krieg waren die Badegäste micht mehr so zahlreich. 1925 wurde das Hintere Bad abgebrochen. Nach dem 2. Weltkrieg verlor auch das Grand Hotel Weissenburgbad an Bedeutung. Es wurde in den 1960er Jahren endgültig geschlossen.
Sanierung der Ruinen Hinteres Bad und Kapelle im 2014 & 2015
In den letzten knapp 100 Jahren, setzten Bewuchs und Vandalismus den Ruinen stark zu und liessen die Baustrukturen fast vollständig verschwinden. Unter der Gesamtleitung des Vereins Bad und Thermalquelle Weissenburg, einem Sanierungskonzept und der wissenschaftlichen Leitung des Archäologischen Dienst des Kantons Bern, wurde restauriert. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sind die Gebäudegrundrisse im Gelände wieder deutlich abzulesen. Zusammen mit den erhaltenen historischen Ansichten und Bildern vermitteln sie eine Vorstellung von den Bade- und Hotelgebäuden des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Ein Besuch des Weissenburg Bad ist für alle Geschichts- und Tourismusgeschichte, Architektur- und Archäologie-Interessierten sehr spannend.
Weissenburger Mineralwasser
Um 1930 hatte der junge Ingenieur Hans Widmer die Idee, das Wasser der Thermalquelle als Getränk in Flaschen abzufüllen. Er gründete 1935 die Weissenburg-Mineralthermen AG und nahm mit einigen Mitarbeitern und einfachen Hilfsmitteln den Produktionsbetrieb in einem Kellerraum des Kurhauses auf. Der Anfang war schwierig, nicht zuletzt wegen der grossen Konkurrenz. Erstmals in der Schweiz wurde Mineralwasser mit Zitronen- und Orangengeschmack auf den Markt gebracht - mit Erfolg. Als die holländische Königin sich Mineralwasser aus Weissenburg liefern liess, weil ihr Arzt ihr zu einer Trinkkur geraten hatte, war dies ein wirkungsvoller Werbeeffekt.
1985 wurde die Weissenburg-Mineralthermen AG und die Brauerei Feldschlösschen zusammengeschlossen. Verschiedene Faktoren, wie z.B. die Notwendigkeit enormer Investitionen zur Einhaltung der Mineralwasserqualität, führten jedoch zur Schliessung des Betriebs.
Weissenburger Thermalwasser können Sie aber noch heute trinken. Bei der Bahnhaltestelle Weissenburg läuft das heilkräftige Weissenburger Wasser aus dem Brünneli. Füllen Sie Ihre mitgebrachten Flaschen mit dem Wasser und geniessen Sie es zu Hause.
Exkursionen
Der Verein Bad und Thermalquelle Weissenburg organisiert geführte Halbtagesexkursionen am Montag, 10. & 24. Juli, 4. & 25. September und am 9. & 16. Oktober 2017. Treffpunkt ist jeweils um ca. 9.30 Uhr bei der BLS Haltestelle Weissenburg. Anmeldung und weitere Anfragen an Nicole Künzi, Tel. +41 79 649 35 62.
Besuch Weissenburg Bad
Das Weissenburg Bad kann individuell oder geführt besucht werden. Für den individuellen Besuch gibt es Informationstafeln beim Vorderen und Hinteren Bad. Ein geführter Besuch ist sehr Eindrücklich, der Ort lebt mit den Erzählungen und Geschichten auf.
Anreise
Ab Bahnhof Weissenburg sind es 45 Minuten Fussmarsch. Gut ausgebauter Weg, Technik und Kondition sehr einfach.
Wandertipp
Kombinieren Sie den Besuch des Weissenburg Bad mit einer Wanderung vom Hinteren Weissenburg Bad über die Hängebrücke Leiternweide nach Oberwil. Der Höhlenpfad Oberwil liegt ebenfalls auf der Strecke zwischen der Hängebrücke und Oberwil und lässt sich bestens Verbinden.
Sachliteratur Weissenburg Bad
Eine Publikation vom August 2015: Ereignisse & Geschichten, Baugeschichte und bauarchäologische Untersuchungen des Bad Weissenburg, Oberländisches Bäderwesen und Heilbäder der Schweiz.
Mit dieser Lektüre können Sie sich, vor einem Besuch des Weissenburg Bads, ins Thema einlesen. Bestellung beim Verein oder Lenk-Simmental Tourismus.
Verein Bad und Thermalquelle Weissenburg
Dieser Geschichtsträchtige Ort soll erhalten bleiben. Deshalb freut sich der Verein über weitere Mitglieder, welche von diesem speziellen Ort begeistert sind und dessen Zukunft mitgestalten wollen.