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Eine der weltweit grössten Börsen für Krypto-Währungsderivate wird beschuldigt, Regeln zur Verhinderung von Geldwäsche umgangen zu haben. Die Plattform verfügt über tägliche Handelsvolumen von bis zu 4 Mrd. USD und bietet u.a. 100-fache Hebel-Futures-Kontrakte an.
US-Staatsanwälte haben am Donnerstag gegen vier Gründer und Führungskräfte von BitMEX Strafanzeige erstattet. Bitmex gehört zu den einflussreichsten Derivatebörsen von Kryptowährungen. Die Börse wird von HDR Global Trading Limited betrieben, eine Gesellschaft welche auf den Seychellen registriert ist und über weltweite Niederlassungen verfügt.
Monatelange Untersuchung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC)
Bereits im Juli berichtete das Nachrichtenportal Bloomberg über offenbare Untersuchungen der Regulierungsbehörde CFTC gegen die Krypto-Börse Bitmex. Die CFTC hat die Aufgabe, Märkte für Futures und andere darauf basierende Derivate zu beaufsichtigen regulieren. Virtuelle Währungen wie Bitcoin werden dabei als Rohstoffe angesehen.
Die Untersuchungen richteten sich dabei auf den Umstand, ob BitMEX gegen die Vorschriften verstossen hat, indem die Börse es Amerikanern erlaubte, auf der Plattform zu handeln, ohne sich bei der Agentur zu registrieren. Wie Reuters berichtet, reichte die Kommission nun eine separate Zivilklage ein, um das US-Derivate-Geschäft von BitMEX zu stoppen.
Beschuldigt, US-Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche umgangen zu haben
US-Staatsanwälte haben am Donnerstag Strafanzeige erstattet und die vier Gründer und Führungskräfte von BitMEX beschuldigt, Regulierungen zur Verhinderung von Geldwäsche zu umgehen. Arthur Hayes, Benjamin Delo, Samuel Reed und Gregory Dwyer wurden in New York mit dem Vorwurf angeklagt, dass die Derivatebörse amerikanische Kunden bediente, während sie gleichzeitig bewusst US-Bankgesetze missachtete.
Die Angeklagten hätten ihre Verpflichtung zur Umsetzung eines Anti-Geldwäsche-Programms mit einer “Know your Customer” Vorgabe missachtet, so die beim Bundesgericht in Manhattan eingereichte Anklageschrift. Dies absichtlich, so der Vorwurf, um zu verschleiern dass BitMEX US-Kunden bedient, ohne als Derivatebörse registriert zu sein. Auch hätten die Gründer bewusst die Seychellen als Domizil gewählt, da die Regulierungen dort weniger streng seien. Laut den Anklägern wurde BitMEX so zu einem Geldwäsche-Vehikel, das in der Vergangenheit schon von Hackern benutzt wurde.
BitMEX verteidigt sich
Als Antwort auf die Anschuldigungen veröffentlichte BitMEX eine Stellungnahme auf ihrem Blog:
“Wir sind mit der schwerwiegenden Entscheidung der US-Regierung, diese Anschuldigungen zu erheben, ganz und gar nicht einverstanden und beabsichtigen, uns gegen die Anschuldigungen vehement zu verteidigen. Seit unseren Anfängen als Start-Up haben wir uns stets bemüht, die geltenden US-Gesetze einzuhalten, so wie diese Gesetze damals verstanden wurden und uns an den verfügbaren Leitlinien zu orientieren.” – Sprecher für die Muttergesellschaft HDR Global Trading Limited
In der Zwischenzeit sollte die Plattform von BitMEX wie gewohnt laufen. Auszahlungen würden ebenfalls normal funktionieren und alle Gelder der Kunden seien sicher.