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Es war ein Semester wie kein anderes. Seit dem Beginn am 8. September wurden fast alle Fächer online unterrichtet, inklusive Gesangsunterricht. Aufgrund der Zeitverschiebung begannen die Lektionen für mich erst am späteren Nachmittag und gingen bis teilweise 10 Uhr abends. Es waren nicht alle Studenten aus meiner Klasse vor Ort, einige waren sogar in Korea, wo die Zeitverschiebung nicht sechs sondern dreizehn Stunden betrug. Zu den Fächern gehörten Musiktheorie und Analyse, Vokal Literatur, Opernseminar, Russisch Diktion, Schauspiel, Korrepetition und Gesangsunterricht.
Noch während der kurzen Sommerferien konnte ich meinen Termin am 18. August 2020 in der amerikanischen Botschaft in Bern wahrnehmen, um das Visum für mein Studium zu beantragen. Dank grosser Unterstützung von Seite der Yale Universität mit ausführlichen Dokumenten, die meinen Studienverlauf sowie den notwendigen Präsenzunterricht darlegten, wurde mein Antrag trotz der Covid-19-Pandemie und der verschärften Einreisebestimmungen ohne grössere Hindernisse als National Interest Exception Waiver genehmigt. Am 28. September 2020 war es dann soweit, ich reiste in die Vereinigten Staaten von Amerika. Bei meiner Ankunft musste ich erstmal in meiner Wohnung in Quarantäne. (…) Gottseidank konnte ich die Quarantäne nach sechs Tagen bereits wieder verlassen und zu meiner grossen Freude den Präsenzunterricht an der Universität besuchen. Vor allem ist es wichtig, den Gesangsunterricht und die Korrepetitionsstunden in Präsenz absolvieren zu können. (…) Wir arbeiteten an meinem «Arien-Paket» für Auditions sowie an meinem Stück für das obligatorische Lied-Rezital im Frühlingssemester. In den theoretischen Fächern wurde ich ziemlich gefordert. In Schauspiel zum Beispiel mussten wir pro Woche ein Drama lesen und einen Bericht darüber schreiben. In Musiktheorie und Analyse standen drei Tests pro Woche auf dem Programm. (…)
Leider wurden in diesem Semester alle Konzerte und szenischen Aufführungen abgesagt. Anstelle dessen hatte jeder Student die Möglichkeit, eine Arie professionell auf der Bühne des grossen Konzertsaals der Musikschule mit Klavierbegleitung aufzunehmen. Diese Aufnahme ist auf YouTube auf dem Kanal der Yale School of Music unter «Fall Aria Showcase» zu finden. Ich habe die Arie «Quand apparaissent les Étoiles» aus der Oper Don Quichotte on J. Massenet vorgetragen.
Kurz nach meiner Ankunft in den Staaten hörte ich von den Young Artist Programs (YAP) in grossen und kleineren Festivals im Sommer, die als wichtiger Teil zum Résumé eines jungen Sängers dazugehören. Diese sind «San Francisco Opera», «Glimmerglass Festival», «Santa Fe Opera», «Wolf Trap Opera» und weitere. Das sind einzigartige Möglichkeiten für junge Säger, um mit der grossen Berufswelt in Kontakt zu treten. Diese Festivals inszenieren während zwei bis drei Monaten im Sommer mehrere Opern, in denen die jungen Sänger im Chor mitwirken und eine der Rollen als Cover abdecken. Oft werden international bekannte Opernsänger in den Hauptrollen engagiert. (…) Das Auswahlverfahren für diese YAP ist sehr selektiv und geht meistens über zwei Runden. (…) Ich erhielt ein Angebot für das «Santa Fe Opera» Festival als Cover von Bartolo in Le Nozze di Figaro von W. A. Mozart und von Theseus in A Midsummr night’s Dream von B. Britten sowie Chorpartien in Le Nozze di Figaro und Eugen Onegin von P. I. Tschaikovsky. Vom 6. Juni bis zum 26. August 2021 werde ich in Sante Fe mitwirken. Ich freue mich sehr darauf! (…)
Der Traum einer professionellen Musikausbildung an der Agostini Drum School wurde für Jan Bachmann zur Realität. Er erzählt, wie er seinen musikalischen Horizont noch erweitern will.Jan Bachmann
Trotz seines jungen Alters ist Jamie Huser bewusst, dass nicht nur enormes Talent, sondern viel Fleiss ihn an die Spitze bringen wird.Jamie Huser