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Sentinellymphknotenszintigraphie
Die Untersuchung wird bei Tumorerkrankungen eingesetzt. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass es häufig reicht nur den ersten, also den Sentinellymphknoten, zu entfernen. Dadurch kann man die anderen Lymphknoten belassen. Dies führt dazu, dass durch die Operation weniger Nebenwirkungen auftreten als wenn eine ganze Lymphknotengruppe entfernt werden muss.
Bei einer Sentinellymphknotenszintigraphie wird den Patienten die Untersuchungssubstanz um den Tumor bzw. um die Narbe gespritzt. Die Substanz wird über die Lymphbahnen abtransportiert und sammelt sich im ersten Lymphknoten welcher die Lymphe aus der Tumorregion filtert. Dadurch wird dieser Lymphknoten leicht radioaktiv und kann so während der Operation als Sentinellymphknoten identifiziert und entfernt werden.
Vorbereitung zur Sentinellymphknotenszintigraphie
Für die Sentinellymphknotenszintigraphie sind keine speziellen Vorbereitungen nötig.
Ablauf der Sentinellymphknotenszintigraphie
Zu Beginn der Untersuchung wird Ihnen eine leicht radioaktive Substanz um den zu entfernenden Tumor bzw. um die Narbe injiziert. Diese Substanz wird über die Lymphbahnen abtransportiert und reichert sich im 1. Lymphknoten, auch „Sentinel"- oder „Wächterlymphknoten" genannt, an. Gleich nach der Injektion werden Aufnahmen gemacht. Die Untersuchungszeit beträgt insgesamt etwa 1-2 Stunden. In dieser Zeit müssen Sie während rund 20 min ruhig unter einer Gammakamera liegen. Nachdem die Aufnahmen beendet sind, wird der Lymphknoten zusätzlich auf der Haut mit einem Filz-stift markiert.
Nach der Sentinellymphknotenszintigraphie
Nach der Untersuchung werden die angefertigten Bilder vom Nuklearmediziner ausgewertet und ein Bericht mit den erhobenen Resultaten an den zuweisenden Arzt versendet. Eine direkte Mitteilung des Untersuchungsergebnisses ist in den meisten Fällen nicht möglich.
Ist eine Sentinellymphknotenszintigraphie gefährlich?
Bei der Sentinellymphknotenszintigraphie wird den Patienten eine geringe Menge einer leicht radioaktiven Substanz gespritzt. Die Substanz selber hat keine Wirkung auf den Körper. Die verabreichte Radioaktivität ist sehr gering. Die Strahlenbelastung der Untersuchung ist vergleichbar mit einem konventionellen Röntgenbild. Bei einer bestehenden oder möglichen Schwangerschaft bzw. wenn Sie dies nicht genau wissen, melden Sie dies unbedingt vor der Untersuchung.
Informationen für Fachpersonen
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Bei einer Sentinellymphknotenszintigraphie wird mit Hilfe von radioaktiven Kolloiden der Sentinellymphknoten (SLK) markiert. Intraoperativ kann der SLK mittels einer Gamma-Sonde aufgesucht und zur histologischen Aufarbeitung entfernt werden.
Die Markierung des SLK erfolgt normalerweise am Vortag der Operation. Ausnahmsweise kann die Markierung auch am Operationstag erfolgen.
Zur Detektion des SLK wird das radioaktiv markierte Kolloid peritumoral injiziert. Die Kolloide werden lymphatisch abtransportiert und akkumulieren im SLK. Es erfolgt eine Bildgebung mittels Gamma-Kamera sowie eine approximative Hautmarkierung.
Etabliert ist die Methode insbesondere beim
- Mammakarzinom
- Malignen Melanom
- Vulvakarzinom
- HNO-Tumoren
Im Rahmen einer Studie evaluieren wir zur Zeit, in Zusammenarbeit mit der Gynäkologie, die Wertigkeit der SLK-Markierung beim Endometrium-Karzinom. Dabei wird die Substanz intraoperativ und endoskopisch um den Tumor injiziert.
Die gesamte Untersuchung dauert max. 2 Stunden. Nach der Injektion fliesst die Substanz üblicherweise rasch ab und der SLK wird früh sichtbar. Gelegentlich (insbesondere nach Voroperationen oder nach kürzlich stattgehabter Biopsie) verzögert sich der Abfluss. In seltenen Fällen bedarf es sogar einer 2. Injektion.
Die Dokumentation erfolgt mittels planaren szintigraphischen Aufnahmen. Bei sehr unklaren Verhältnissen ergänzen wir die Untersuchung mit einer SPECT/CT. Sollte eine SPECT/CT für Sie bei der Operationsplanung hilfreich sein, führen wir diese auch jederzeit gerne auf Zuweisung durch. Für die Untersuchung müssen die Patienten nicht speziell vorbereitete sein. Für eine optimale Koordination mit Ihnen bitten wir Sie die Untersuchung so früh als möglich anzumelden, das heisst, sobald der Operationstermin definitiv fest steht. Es ist hilfreich für uns, wenn sie die Lokalisation des Tumors auf der Anmeldung möglichst präzise dokumentieren.