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Lösung von Herznach
Bis 1803 bildeten Herznach, Ueken, Oberzeihen und der Weiler Benken die Vogtei Herznach. Dem Vogt, in der Regel ein Herznacher, standen drei Geschworene zur Seite, von denen je einer in Ueken und Oberzeihen wohnte; diese Geschworenen hatten in ihren Dörfern den Vogt zu vertreten. Auch im Vogteigericht mussten Ueken und Oberzeihen stets vertreten sein. Ueken besass einen eigenen wirtschaftlichen Nutzungsraum, in dem sich das Zelgland befand. Ein Ueker Bann wird folglich schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts erwähnt. Beim Anschluss des Fricktals an den Aargau 1803 trennte sich Ueken politisch von Herznach. Mit 262 Einwohnern (heute 720) entsprach die Grösse Uekens damals etwa derjenigen von Zeihen (inkl. Oberzeihen), wo 247 Seelen wohnten. Dank einer regen Bautätigkeit an den sonnigen Hanglagen sowie der Errichtung von Mehrfamilienhäusern im Dorf und an dessen Rand erfuhr die Gemeinde in den letzten 20 Jahren ein grosses Wachstum: Wies Ueken 1980 noch eine Bevölkerung von 360 Einwohnern auf, sind es momentan um die 720.
In den ersten Jahren seiner Selbständigkeit kämpfte Ueken mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, und die Gemeinde musste sogar den Birchwald als Pfand einsetzen, als sie von einem Brugger Industriellen Geld lieh.
Selbstbewusst trat die junge Gemeinde auf, als sie 1804 Heinrich Zschokke das Bürgerrecht verlieh. Der aus Magdeburg stammende Theologe, Naturforscher, Schriftsteller, Publizist und Staatsmann konnte sich zeitlebens nie erklären, weshalb ausgerechnet dieses Dorf, zu dem er nie irgendwelche Beziehungen unterhalten hatte, ihm das Bürgerrecht verliehen hatte. Heute erinnert im Aarauer Kasinopark eine mit etwas seltsamen Gewändern dargestellte Bronzefigur an den berühmtesten Ueker Bürger. Seltsames geschah auch mit der begehrten Einbürgerungssumme von 100 Franken, die Zschokke zu Gunsten der Ueker Armenkasse abzuliefern hatte: Wie sich Jahre später herausstellte, hatten wahrscheinlich der Gemeindeammann und der Gemeindeschreiber das Geld unter sich aufgeteilt.