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Franchise – was ist das genau?
Franchising wird oft als «die modernste Vertriebsmethode» bezeichnet. Es ist ein aus den USA stammendes Absatzsystem und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Franchising ist eine Verbindung zwischen einem bestehenden Unternehmen (Franchise-Geber) und dem Inhaber eines neuen Unternehmens (Franchise-Nehmer). Gegen Entgelt (Eintritts- und laufende Gebühren, häufig auch Marketingabgaben) wird dem Franchise-Nehmer vom Franchise-Geber ein komplettes Geschäftskonzept zur Verfügung gestellt. Die Investitionen für die Geschäftsstelle trägt der Franchise -Nehmer. Das Erscheinungsbild gegen aussen ist meistens einheitlich und standardisiert. Die Franchise-Nehmer sind zu dieser Leistung nur deshalb bereit, weil sie vom Franchise-Geber etwas erwarten, das sie alleine nicht schaffen und woanders in dieser Form nicht erhalten.
Ihr Geschäftskonzept soll «franchisiert» werden
Schnelles Wachstum und geringes Risiko versprechen sich viele Unternehmer, die ihre Idee als Franchising vergeben wollen. Doch ob Ihr Geschäftskonzept «franchisierbar» ist, muss zuerst geprüft werden. Denn die Bereitstellung aller Leistungen und Informationen ist ein enormer Aufwand, der sich nur lohnt, wenn Ihre Idee vom Markt aufgenommen wird.
Kriterien für «franchisierbare» Geschäftsideen
- Die Geschäftsidee ist einfach und nachvollziehbar; sie muss übertragbar sein.
- Sie können Ihr Konzept über das Immaterialgüterrecht schützen (Marke, Patent, Muster usw.).
- Der Markt ist gross genug.
- Sie verfügen über genügend organisatorische Ressourcen, um die Zusammenarbeit mit den Franchise-Nehmern zu handhaben.
- Das Know-how ist dokumentiert.
- Bindungskraft: Sie sind an einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Franchise-Nehmer interessiert.
- Der Markterfolg muss unabhängig von der Persönlichkeit des Franchise-Gebers beliebig reproduzierbar sein.
Auf der Suche nach Franchise-Nehmern
Wenn Sie festgestellt haben, dass Ihr Konzept sich für ein Franchising eignet, gehen Sie wie folgt vor:
- Erstellung des Franchise-Paketes: Stellen Sie alles zusammen, was für den Franchise-Nehmer von Interesse ist: Verträge, Konzept, Gebietsschutz, Ausbildung usw.
- Pilot- und Aufbauphase: In der Pilotphase werden sowohl der Geschäftstyp als auch die einzelnen Serviceleistungen des Franchise-Gebers getestet und erprobt. Erst nach Vorliegen fundierter Informationen und positiver Zahlen dürfen Sie als Franchise-Geber Ihr Konzept weiteren Franchise-Nehmern zur Expansion anbieten.
- Korrektur aufgrund der Erfahrung in der Pilotphase: Sobald die ersten Ergebnisse aus der Testphase vorliegen, müssen das Konzept, die wirtschaftlichen Überlegungen und die Verträge angepasst werden.
- Suche der Franchise-Nehmer: Interessierte Franchising-Nehmer können Sie durch verschiedene Kanäle finden, hier eine kleine Auswahl: virtuelle Franchising-Messen im Internet, Franchising-Portale, Franchising-Messen, Kataloge, Inserate in Fachzeitschriften.
- Aufbau des Systems und Existenzsicherung: Als Franchise-Geber sind Sie verpflichtet, nicht nur anfänglich ein perfektes Geschäftskonzept anzubieten, sondern auch ein «Existenzsicherungsprogramm» durchzuführen. Das heisst, Sie müssen langfristig für den Erfolg Ihrer Franchise-Nehmer planen, mindestens 4–6 Jahre im Voraus. Elemente dieser Serviceleistungen sind unter anderem: die laufende Beratung und Betreuung, Schulung und Weiterbildung ein funktionierendes Informationssystem über Neuerungen, das Controlling, die Weiterentwicklung des gesamten Systems.