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Methode
Wie funktioniert VoteLog?
Organisationen erfassen ihre Präferenz für eine beliebige Anzahl Nationalratsabstimmungen.
VoteLog berechnet die Übereinstimmung dieser Präferenzen mit dem realen Abstimmungsverhalten der einzelnen Parlamentarier:innen1 und erstellt daraus eine Rangliste.
Besucher:innen können diese Rangierung auf zwei Arten einsehen:
- Sie können eine Organisation wählen und erhalten eine Rangliste der Parlamentarier:innen nach Übereinstimmung. Die Rangliste lässt sich nach gewissen Kriterien einschränken (Fraktion, Partei, Kanton), wie auch auf Fraktions- und Parteiebene aggregiert anzeigen.
- Sie können sich für einzelne Parlamentarier:innen die Übereinstimmung mit jeder auf VoteLog vertretenen Organisation anzeigen lassen.
In Zukunft wird VoteLog die Möglichkeit bieten, Bewertungen mehrerer Organisationen beliebig zu kombinieren und so organisationsübergreifende Ranglisten zu erstellen.
Wie kommt die Bewertung zustande?
In der aktuellen Form des Prototypen gilt:
Alle von einer Organisation bewerteten Abstimmungen werden gleich behandelt, es findet keine zusätzliche Gewichtung statt. Eine Schlussabstimmung zählt also genau gleich wie die Abstimmung über einen einzelnen Änderungsantrag.
Enthaltungen werden gleich behandelt wie eine Stimme gegen die Organisationspräferenz.
Schliesslich werden für einzelne Parlamentarier:innen nur jene Abstimmungen in der Rangierung berücksichtigt, bei welchen sie tatsächlich die Chance hatten, anwesend zu sein: War eine Politiker:in zum Abstimmungszeitpunkt nicht Teil des Rates oder entschuldigt abwesend (GRN Art. 57 Abs. 4 Ziff. e), hat die entsprechende Abstimmung keinen Einfluss auf ihre Rangierung.
Die Organisationswertung für einzelne Parlamentarier:innen ergibt sich wie folgt:
$$ n = \frac{N_\textnormal{übereinstimmung}}{N_\textnormal{total}} $$
$$ \sigma(n) = \frac{1}{1+e^{-n}} $$
Wobei $N_\textnormal{total}$ die Anzahl aller Abstimmungen ist, welche von der Organisation bewertet wurden und an welchen die betreffende Parlamentarierin zugleich tatsächlich die Chance hatte, teilzunehmen, und $N_\textnormal{übereinstimmung}$ die Anzahl aller Abstimmungen ist, bei denen das Votum der Parlamentarier:innen mit dem von der Organisation gewählten Ergebnis übereinstimmt.
Spielregeln
Um VoteLog nutzen zu können, muss sich eine interessierte Organisation bei uns melden. Grundsätzlich richtet sich das Angebot in erster Linie an die organisierte Zivilgesellschaft im Sinne einer bürgergesellschaftlichen Definition. Insbesondere aus Transparenzgründen möchten wir aber auch wirtschaftliche Interessenverbände nicht ausschliessen. Dabei bleiben wir politisch neutral, verhindern aber zugleich eine kommerzielle Vereinnahmung unserer Plattform durch einzelne Akteur:innen.
VoteLog ist Open-Source-Software, die Funktionsweise daher von allen Interessierten unabhängig überprüfbar. Die via VoteLog erzeugten Daten der Parlamentsbewertung werden als Open Data frei zur Verfügung gestellt, was es etwa Forscher:innen und Journalist:innen ermöglicht, unabhängig von VoteLog eine weitere Kontextualisierung der Daten vorzunehmen und unsere Arbeit kritisch zu hinterfragen.
Einschränkungen
Die Daten beschränken sich zum jetzigen Zeitpunkt auf die 51. Legislaturperiode. In Zukunft wird es möglich sein, legislaturübergreifend Bewertungen vorzunehmen.
Die einzelnen Parlamentsabstimmungen lassen sich bislang nicht gewichten. Wir arbeiten aber an einer entsprechenden Möglichkeit.
Aufgrund der Datenlage ist bislang nur eine Bewertung des Stimmverhaltens im National-, nicht aber im Ständerat möglich.
VoteLog arbeitet retrospektiv, d. h. nur mit Daten aus bereits erfolgten Parlamentsabstimmungen. Damit kann VoteLog für Bürger:innen nur sinnvoll als Hilfestellung dienen in Bezug auf die Wiederwahl bestehender Parlamentarier:innen, nicht aber zur Beurteilung von Neukandidierenden.