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Diese Kurzgrammatik der türkischen Sprache ist eine große Hilfe für Lernende. Man kann sie sowohl begleitend zu einem Türkisch-Sprachkurs einsetzen als auch zum Nachschlagen. Hat man einmal etwas vergessen, so ist in den gängigen Kursbüchern oft langes Blättern notwendig, bis man die entsprechende Stelle findet. Mit dieser Kurzgrammatik geht das einfach und schnell. Außerdem kommt es vor, dass man in einem Kursbuch durch die heute üblichen Vorgriffe wiederholt über Dinge stolpert, die aber erst viel später erklärt werden - z.B. die Reziprok- oder Kausativformen bei Verben, die in Anfänger-Kursen zwar benutzt aber nicht erklärt werden, um die Lerner nicht zu überfordern. Auch hier kann jemand, der sich aufnahmefähig genug fühlt, die Pons-Grammatik einsetzen, um zu verstehen, was er da lernt.
Auch wer Grundkenntnisse des Türkischen besitzt und - eigentlich noch viel zu schwierige - Zeitungstexte lesen möchte, wird dabei ständig auf grammatikalische Konstruktionen stoßen, die ihm fremd sind. Solche Stellen trotzdem zu verstehen, dabei kann die Pons-Grammatik helfen. Wer eine Idee hat, um was für eine Wortart oder Endung es sich bei der problematischen Stelle handeln könnte, der wird die Erklärung über das Inhaltsverzeichnis leicht finden. Ist dies nicht der Fall, gelingt der Zugang über das Glossar, das die wichtigsten Endungen und beispielsweise auch Postpositionen enthält.
Die Erklärungen sind knapp, aber doch klar und eindeutig; so ist es sogar möglich, die Grammatik zum selbstständigen Schreiben zu verwenden. Wenn man beispielsweise einen Brief schreiben möchte, wird man sich kaum lediglich auf diejenigen Konstruktionen beschränken können, die man bereits gelernt hat. Und sogar etwas auszudrücken, das man eigentlich noch nicht sagen kann, gelingt in den meisten Fällen mit Hilfe dieser Grammatik.
Das Büchlein ist dünn und vielleicht hätte es auch 20 Seiten mehr umfassen dürfen. Viele Formen des Türkischen finden im Deutschen keine direkte Entsprechung und umgekehrt, was eine Beschränkung auf gut 100 Seiten schwierig macht. Und einige wichtige Dinge, die man häufig benötigt, fehlen. So wird zwar die Konditional-Wunschform ("Wenn wir kämen, ...") eingeführt, doch fehlt ein Hinweis zur Möglichkeit des Ersetzens einer anderen häufigen Verwendungsweise des Konjunktiv II im Deutschen ("Wir kämen gerne, aber ..."). Eine weitere Schwierigkeit ist, dass das Türkische keine subordinierenden Konjunktionen kennt. Schade ist, dass bei der Erklärung des Partizips "-dik" zwar auf die Funktion als Relativsatz hingewiesen wird; dabei lässt sich damit z.B. auch ausdrücken, was im Deutschen in einem Nebensatz mit "dass" gesagt wird. Zwei Möglichkeiten der Verdopplung des Verbs werden genannt (S. 87 / 88), doch weshalb nicht auch eine dritte, nicht weniger häufige, die man im Deutschen mit "ob" übersetzt. Infinitive mit oder ohne "zu" verwendet man im Deutschen sehr häufig. Doch dass es eine genaue Entsprechung im Türkischen gibt, erfährt man nur zufällig im Kapitel "Das Substantiv" unter dem Kasus "Dativ" (S. 22: "Wir arbeiten um zu leben."). Auch ein Anhang mit häufigen Akkusativ-, Dativ- und Ablativverben wäre in diesem Zusammenhang vorteilhaft gewesen.
Doch natürlich ist eine Auswahl immer schwierig und der Logik des Ganzen, der Klarheit und Verständlichkeit der Erläuterungen tut diese Kritik selbstverständlich keinen Abbruch.