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Keine Subventionen für neue Kernkraftwerke
Im Bericht wird festgehalten, dass neue Kernkraftwerke gegenüber Kohle und Erdgas wirtschaftliche Vorteile bezüglich CO2-Reduktion und Versorgungssicherheit aufweisen. «Die Regierung ist der Auffassung, dass die Kernenergie - zusammen mit weiteren CO2-armen Technologien - eine Rolle im künftigen Strommix Grossbritanniens spielen muss», heisst es im Bericht. Da die bestehenden Kernkraftwerke, bis auf Sizewell-B, in den kommenden zwei Jahrzehnten schrittweise altershalber stillgelegt werden müssen, sei der Bau neuer Einheiten ein bedeutender Schritt zum Erreichen der energiepolitischen Ziele.
Neue Kernkraftwerke seien indes von der Privatindustrie zu finanzieren, zu bauen und zu betreiben, die auch die vollen Kosten für die Entsorgung zu übernehmen habe. Und es sei Sache der privaten Investoren, über die Wirtschaftlichkeit neuer Kernkraftwerke zu entscheiden - im Rahmen der von der Regierung vorgegebenen Rahmenbedingungen für den Energiemarkt.
Teurer als in Finnland
Eine im Bericht enthaltene Kosten-Nutzen-Analyse schätzt die Kosten neuer Kernenergieerzeugung (einschliesslich Entsorgung und Stilllegung) in Grossbritannien auf durchschnittlich rund GBP 0,038 pro kWh (8,6 Rappen pro kWh). Szenarien gehen im schlechtesten Fall von GBP 0,044 (10 Rappen) und im optimistischen Fall von G PB 0,030 (6,8 Rappen) aus. Diese Werte liegen deutlich höher als die erwarteten Kosten beim derzeit in Finnland im Bau befindlichen EPR (3,8 Rappen pro kWh), heisst es im Bericht. Allerdings sei dabei eine Marge einberechnet worden, die weit höher liege als alle bisher bei britischen Kernkraftwerkbauten aufgetretenen Kostenüberschreitungen.
In einer im Oktober 2005 veröffentlichen Studie hatte der Verband britischer Produzenten EEF Produktionskosten von GPB 0,032 pro kWh (7,2 Rappen) errechnet, was ungefähr dem Preis des Kohlestroms bei tiefen CO2-Abgaben entspricht bzw. dem Preis von Strom aus modernen Gas-Kombikraftwerken bei hohen Gaspreisen und hohen CO2-Abgaben.
Hohe Bewilligungshürden
Allerdings haben - so der Bericht weiter - anlässlich der Konsultationen die potenziellen Investoren darauf hinwiesen, dass die Kernenergie nur dann eine Rolle im künftigen Strommix spielen könne, wenn die Regierung das Problem der hohen Bewilligungshürden anpacke. Einige dieser Barrieren betreffen alle grossen Energieprojekte, andere sind nuklearspezifisch. Der Bericht räumt ein, dass die heutigen Planungsverfahren zu Verzögerungen und Unsicherheiten führen. So dauerten beispielsweise die Abklärungen beim Bau des jüngsten britischen Kernkraftwerks Sizewell-B - es nahm 1995 den Betrieb auf - 73 Monate.
Weissbuch bis Ende Jahr
In einem Energie-Weissbuch, dass Ende Jahr veröffentlicht werden soll, will die Regierung die nötigen Rahmenbedingungen konkretisieren. Sicherheitsaspekte und Betriebssicherheit werden beim Bau neuer Kernkraftwerke nach wie vor eine vorherrschende Rolle spielen, versichert der Bericht. Bekannt ist bereits, dass die britische Aufsichtsbehörde Health and Safety Executive (HSE) zu Beginn des nächsten Jahres Leitlinien für potenzielle Investoren von neuen Kernkraftwerken entwickelt. Diese werden das Vorgehen festlegen, bevor interessierte Energieversorgungsunternehmen namhafte Beträge investieren.
Die vollständige Studie kann auf www.dti. gov.uk/energy/review/index.html herunter geladen werden.
Quelle
M.A./M.S. nach DTI, Medienmitteilung, und Erklärung von Alistair Darling vor dem Parlament, 11. Juli 2006, und Studie «The Ener-gy Challenge - Energy Review», Juli 2006
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