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Kurze Geschichte der Chiropraktik
Alles begann Endes des 19. Jahrhunderts, als ein Heiler namens Daniel Palmer aus Davenport (USA) seinen Hausmeister anbrüllte, weil dieser sehr schlecht hörte.
Beim Bücken verspürte der Mann eines Tages einen Knacks in der Halswirbelsäule, in der Folge war er fortan fast taub.
Palmer renkte den Wirbel wieder ein ( überliefert ist, dass er ihm eine Ohrfeige verpasste), wonach der Hausmeister wieder normal hören konnte.
Dies war die legendäre Geburtsstunde der Chiropraktik.
Chiro-Praktik heisst mit der Hand tätig werden, es ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Be-Handlung.
Es haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Richtungen und Schulen entwickelt, welche alle auf Palmer basieren. Im Mittelalter waren schon „Knochenbrecher“ bekannt und am englischen Königshof hielt man sich „bone setters“ (Knochensetzer), welche ein sehr hohes Ansehen genossen.
Nach Deutschland kam die Chiropraktik erst nach dem 2. Weltkrieg und wurde vor allem von Heilpraktikern ausgeübt. Von der Schulmedizin wurde diese Therapieform verachtet und erst sehr spät fand die „manuelle Therapie“ Freunde bei wenigen Orthopäden. Noch heute wird begrifflich zwischen Chiropraktik, ausgeübt von speziell ausgebildeten Heilpraktikern, und Chirotherapie, von Schulmedizinern angewendet, unterschieden.
Die Kritik ist teilweise nicht unbegründet. Nicht alle chiropraktischen Griffe sind gezielt, bzw. spezifisch. Auch ist diese Therapie nicht für Laien geeignet, da sie sehr gute anatomische Grundlagen und auch Wissen über die Physik der einzelne Wirbel und Gelenke voraussetzt. Dass Chiropraktik die Gelenke „ausleiern“ würde ist hingegen ein Ammenmärchen.
Ein guter Chiropraktiker untersucht seinen Patienten eingehend, erkennt die Schmerzzonen an der Wirbelsäule, notiert sich seine diagnostischen Erkenntnisse sowie seine chiropraktische Therapie. Bei schwierigen Fällen, z.B. Bandscheibenvorfall, Schleudertrauma oder Wirbelverletzungen ist ein Röntgenbild unabdingbar und der Chiropraktiker kennt seine Grenzen.
Eine Weiterentwicklung und Umgestaltung der amerikanischen Chiropraktik stellt die Methodik von Dr. Wilh. P. Ackermann (Stockholm) dar .
Es handelt sich hierbei um eine sehr gezielte Diagnostik und ebenso gezielte Chiropraktik.
Bei jedem Griff weiss der Behandler, was er tut und was die Folge seiner Behandlung ist.
Zufallsgriffe und Hauruck-Methoden kommen hier nicht mehr vor.
Die Chiropraktik ist kein Allheilmittel; im richtigen Moment und bei klarer Diagnosenstellung hingegen kann sie einen unmittelbaren Erfolg erzielen.
Wichtig wäre auch die Vorsorge, bevor überhaupt Schmerzen und Schäden auftreten sollte die Skelettstatik regelmässig überprüft und wo nötig korrigiert werden.
Der sogenannte Beckenschiefstand, der nur zu einer optischen, nicht physischen Beinlängenverkürzung führt, hat Folgen für die gesamte Wirbelsäule.
Gezielte Chiropraktik kann hier vorbeugen. Die leider sehr oft verschriebenen Einlagen oder Sohlenauffütterungen haben dagegen die tragische Wirkung, die Wirbelsäule in ihrer Fehlstellung zu stabilisieren.
Von der Neuraltherapie her kennen wir die Segmente oder Organzonen entlang der Wirbelsäule. Verdrehte oder verkippte Wirbel können somit Einfluss auf den gesamten Organismus nehmen.
Schmerzen in Schulter, Armen und Fingern können von der Halswirbelsäule herrühren.
„Herzbeschwerden“ können statikbedingt von der Brustwirbelsäule stammen; typisch sind andauernde Schmerzen (Vorsicht, Herzinfarkt ist auszuschliessen!), vor allem in Ruhelage, Schwierigkeiten beim Durchatmen oder Verstärkung der Schmerzen bei Bewegung der Arme.
Schmerzen beim Bücken oder Drehen lassen auf die Lendenwirbelsäule schliessen. Wirbelgelenkbeschwerden im Lendenbereich sind zu 90% aller Fälle auf Blockierungen durch Bandscheibenvorwölbungen zurückzuführen. Hier kann die Chiropraktik wahre Wunder bewirken. Vorsicht hingegen ist bei einem echten Bandscheibenvorfall angezeigt.
Kontraindikationen:
Entzündlich-infektiöse Prozesse wie Tuberkulose oder Sepsis
Destruktive Prozesse wie Tumore oder Metastasen
Degenerative Prozesse wie Osteoporose, Störungen des Kalziumhaushaltes etc. Vorsicht ist auch bei Lanzeitgaben von Kortison angezeigt, denn diese führen ebenfalls zu Osteoporose.
Frakturen, Fissuren, Zerrungen und Verletzungen von Knochen, Muskeln und Bändern.
Angeborene Anomalien