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Du hast dir nun einen Einblick erarbeitet, wie unterschiedlich Menschen Medieninhalte wahrnehmen, wie sie diese in ihre Lebenswelt integrieren und ihre Entwicklungs- und handlungsleitenden Themen mit ihnen bearbeiten. Du weisst also, wie komplex dieses Thema ist, welche Bedeutungen Menschen den Medieninhalten zuweisen beziehungsweise wie Medien «wirken».
Zum Schluss des Kapitels «Medien und Individuum» kannst du dein erarbeitetes Wissen mithilfe der Praxisaufgabe durchdenken. Lies das Fallbeispiel aus dem Leben von Andrin (Name von der Redaktion geändert) durch und durchdenke es auf Grundlage der hier erarbeiteten Inhalte. Unter dem Fallbeispiel findest du die Aufgabe, einen fiktiven Brief zu formulieren. Führe dies bitte schriftlich aus und bespreche dich (wenn möglich) mit Mitstudierenden oder Kolleg:innen.
Beispielsituation
Transkript der abgebildeten Sätze der Beispielsituation
- Andrin, 13, ist ein freundlicher, zurückhaltender, ruhiger Junge, dem die Schule nicht leichtfällt, da er eine starke Legasthenie hat.
- Ihm fällt es zudem schwer, sich in der Klasse wohlzufühlen. Er hat eine Zwillingsschwester, der die Schule leichtfällt.
- Er spielt für sein Leben gern Online-Games. Hier kann er sich Stunden mit anderen Spielenden austauschen, zusammen gamen und gemeinsam Herausforderungen meistern.
- Wenn er mit seinem Headset am Spielen ist, hört man ihn vergnügt lachen und plaudern.
- Seit einem Jahr geht er regelmässig mit seinem Vater auf den Schiessstand. Schiessen liegt ihm und macht ihm Spass.
- Andrin macht seine Hausaufgaben, so gut er kann, pflegt seine wenigen sozialen Kontakte und geht verschiedenen Hobbys nach wie zum Beispiel Horn spielen, mit Holz arbeiten und ministrieren (im Gottesdienst unterstützen).
- Seine Eltern machen sich hinsichtlich seiner Vorliebe für das Gamen Gedanken – bei all dem, was man so über die Wirkung von (Gewalt-)Computerspielen hört.
Aufgabe
Schreibe einen fiktiven Brief / ein fiktives E-Mail an A) Andrin oder B) an seine Eltern.
A) Schreibe an Andrin und beschreibe ihm, was dir so durch den Kopf geht zu dem, was du über ihn weisst oder auch nicht weisst. Dies dient dir als Übung, damit du durch das behutsame Schreiben an ihn erkennst, wo du seine Stärken siehst und inwiefern sein Medienhandeln auch Chancen birgt.
Vielleicht gibt es auch Aspekte, die dir Sorgen bereiten. Also zum Beispiel «Ich mache mir Gedanken, wie sich das anfühlt zu schiessen und ob du beim Gamen manchmal auch an das Schiessen denkst. Ich überlege mir, was es genau ist, was dir beim Schiessen Spass macht, ist es vor allem, dass du es mit deinem Vater gemeinsam machst – nur ihr zwei – ohne andere Familienmitglieder? Oder ist es die Präzision der Tätigkeit? Das Erfolgserlebnis? Oder ist es auch ein Machtgefühl, das du auch beim Schiessen und beim Gamen geniesst? Wenn es Letzteres ist, dann würde ich mir etwas Sorgen machen, denn …»
Verfasse diesen Brief schriftlich und nimm dir Zeit dafür. Mit der Selbstreflexion und dem Gespräch über deine Überlegungen, die hinter dem Brief stehen, schliesst du das Kapitel ab.
B) Schreibe an die besorgten Eltern und beschreibe, was du in Bezug auf ihren Sohn in der Schule beobachtest.
Unterstütze sie mit deinem Know-how bezüglich Mediennutzungsverhalten und Gamen. Lade sie ein, sich selbst ein Bild zu machen, und verweise sie dafür auf Broschüren und/oder Websites, welche speziell als Elternratgeber dienen.