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fiederförmigen Gliederung tritt dort mehrfach die rostförmige oder es kombinieren sich beide. Statt quer vom Hauptkamm auslaufende Seitenkämme treffen wir mit jenem parallel laufende, so den des Sasso d'Entova am Südrand des untern Scerscengletschers, dann den vom Sasso Rosso zum Pizzo di Verona, der den untern Fellaria- und den Veronagletscher vom Firnbecken des Palügletschers trennt, ferner den Südrand des Fellaria- und Veronagletschers. Querkämme sind nur mit Mühe zu erkennen, so derjenige, der vom Piz Argient nach Süden zum Sasso Moro streicht und das Gebiet der Scerscengletscher von demjenigen des Fellariagletschers trennt. Ein anderer Querkamm schliesst sich an den Entora-Längskamm an und füllt den Raum zwischen dem mittleren Malencothal und dem rechtwinklig umgebogenen Lanternathal aus. Wie die Nebenkämme, so verlaufen auch die Gletscher der Südseite zum grossen Teil in der westöstlichen Längsrichtung. Das obere Lanternathal ist das einzige grössere Querthal, das von Süden in die Hauptgruppe des Bernina einschneidet.
Die Berninagruppe ist sehr stark vergletschert. J. Jegerlehner zählt 38 grössere und kleinere Gletscher mit einer Gesamtfläche von 123 km2, die sich etwa im Verhältnis von 2:3 auf Süd- und Nordseite verteilen. Die grössten dieser Gletscher sind der Morteratsch- und Persgletscher mit etwa 24 km2, der ungefähr ebenso grosse Roseg- und Tschiervagletscher, dann der Fex- und der Fedozgletscher auf der Nordseite, der obere und untere Scerscengletscher und die drei unter sich zusammenhängenden Eismassen des Fellaria-, Palü- und Veronagletschers auf der Südseite, endlich der Cambrenagletscher auf der Ostseite. Die grösste Länge haben der Morteratsch- und der Roseggletscher, jener mit etwa 9½ km, dieser mit 7 km. Am weitesten herunter kommt der Morteratschgletscher, nämlich bis auf etwa 1920 m.
Eine Gebirgsgruppe von der Grossartigkeit und Schönheit der Berninagruppe wird natürlich auch viel besucht. Seit Coaz im Jahr 1850 mit der Besteigung des Piz Bernina den Anfang gemacht hat, ist die Gruppe nach allen Seiten durchwandert worden. Der Besuch ist durch die Höhe des Engadins wesentlich erleichtert. Dazu kommen zur weiteren Bequemlichkeit eine Anzahl Klubhütten und Gasthäuser in hohen Lagen, nämlich die Mortèlhütte am linken Rand des Roseggletschers (2390 m), die Tschiervahütte am gleichnamigen Gletscher (circa 2540 m), die Bovalhütte am linken Ufer des Morteratschgletschers (2460 m), die italienische Marinellihütte über der Vedretta Caspoggio und im Gebiet der Scerscen- und Fellariagletscher (2812 m), dann die Gasthäuser, resp. Restauraionen auf dem Berninapass (Hospiz 2309 m), auf der Diavolezza (2977 m) und auf der Fuorcla Surlej (2760 m), sowie in verschiedenen Thalpunkten.
b. Die Scalinogruppe.
Wir haben diese durch den Canfinalepass von der eigentlichen Berninagruppe abgeschnitten. Im Uebrigen wird sie begrenzt vom Puschlav im Osten, vom Veltlin (Tirano bis Sondrio) im Süden und von den Thälern Malenco, Lauterna und Campo Moro im Westen und Nordwesten. Sie gipfelt im Pizzo Scalino mit 3323 m und im benachbarten Pizzo Canciano mit 3107 m, von welchen ihr einziger und kleiner Gletscher, die Vedretta di Scalino, nach Norden hängt. Die Gruppe zeigt strahlenförmige Gliederung, indem vom Pizzo Scalino-Canciano mehrere Arme nach verschiedenen Richtungen verlaufen: einer nach Norden, ein zweiter nach Südosten, ein dritter mehr nach Süden und ein vierter nach Südwesten.
Zwischen den drei letzteren schneiden die Valle Fontana und Valle di Togno von Süden her in die Gruppe ein. Ueber den Nordarm führen mehrere Pässe vom Puschlav ins Val Campo Moro-Lanterna-Malenco, nämlich der Passo di Canciano (2533 m), der Passo d'Ur (2550 m) und der Passo di Canfinale (2620 m). Im mittleren der drei Südarme finden sich noch mehrere Gipfel von über 3000 m, so die Cima Painale (3248 m), dann die Cima Vicima (3080 m) und die Vetta di Ron (3133 m). Im Ostarm ist der Piz Combolo mit 2902 m der bedeutendste Gipfel, seiner vorgeschobenen Lage wegen ein hervorragender Aussichtspunkt. Der berühmteste Berg dieser Gruppe ist aber der Pizzo Scalino selber, der Piz Languard des Südens. Ihm vorab gilt der Rifugio all' Alp Painale (italienische Clubhütte) zu oberst im Valle di Togno (2171 m). Er ist aber auch von Chiesa im Val Malenco und von Poschiavo aus leicht zu erreichen.
c. Die Albigna-Disgraziagruppe.
Als solche definierten wir das Gebirge zwischen den Thälern Bergell und Veltlin und westlich vom Murettopass und Val Malenco bis zur ¶
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Ebene von Chiavenna. Der Doppelname Albigna-Disgraziagruppe deutet die beiden Hauptteile dieses Gebirges an. Die Albignagruppe speziell ist der auf der schweizerisch-italienischen Grenze verlaufende Gebirgszug auf der Südseite des Bergell. Eine Linie von Forbicina im Malencothal südwestlich über den Passo di San Martino ins Val Mello und nach San Martino im Val Masino schneidet davon die Disgraziagruppe ab, die im Uebrigen vom Val Malenco, vom Veltlin und vom Val Masino begrenzt wird. Da dieselbe aber ganz ausserhalb der Schweiz liegt, so fällt sie hier nicht weiter in Betracht, obwohl der Monte della Disgrazia das höchste Interesse des Alpinisten erregt. Auch von der Albignakette lassen wir das Stück westlich vom Passo di Teggiola (2498 m) bis zum Piz Prata (2727 m) und deren Ausläufer gegen den Comersee als ausserschweizerisch weg.
Die Albignagruppe im engeren Sinn besteht zunächst aus einer hohen Haupt- oder Stammkette, die in einer Länge von etwa 14 km vom Monte Sissone (3334 m) bis zur Bochetta della Teggiola (2498 m) mit geringen Abweichungen nach Westen streicht. Von dieser Stammkette gehen nach Norden längere Querkämme, nach Süden eine Anzahl kurzer Rippen aus, so dass die Gliederung des Ganzen als eine typisch fiederförmige erscheint. Die Stammkette ist auf der Nordseite fast überall vergletschert.
Auch da, wo sie in mächtigen Felswänden abbricht, sind ihre Schluchten und Rinnen von Eis erfüllt. Aber steiler und tiefer fallen die Felsmassen nach Süden ab, und hier finden wir nur kleinere Hängegletscher, die die Hochnischen in den sonst kahlen Mauern auskleiden. Die Südrippen sind zu kurz, als dass sich dazwischen längere Thäler ausbilden könnten. Es finden sich da nur kurze Tobel, die steil zu den obern Verzweigungen des Val Masino abfallen. In der Hauptkette sind die Gipfel zu stolzen Pyramiden und hoch aufschiessenden Zähnen und Nadeln ausgebildet, von so kühnen und schroffen Formen, wie sie nur selten in den Schweizer Alpen gefunden werden.
Darunter ragen als Knotenpunkte hervor: der Monte Sissone (3334 m), die Cima di Castello (3400 m), die Cima della Bondasca (3293 m) und der Piz Badile (3311 m). Dazu kommen die Pizzi Torrone (3333 m, 3194 m, 3270 m), die Punta Rasica (3300 m), der Monte di Zocca (3178 und 3198 m), die Pizzi Gemelli (3259 m) und der Cengalo (3374 m). Von eigentlichen Pässen über diese Kette kann man nicht reden. Was man etwa so nennt, sind hohe, vereiste Scharten, deren Zugang von Norden über stundenlange Gletscher führt und die nur von Touristen ab und zu benutzt werden, wie die Forcella di San Martino und der Passo di Bondo.
Von der Stammkette zweigen fünf Seitenkämme nach Norden ab, von denen die drei grössern an Wildheit, Formenreichtum, Kühnheit der Gipfel und auch an Vergletscherung dem Hauptkamm nur wenig nachstehen. Zwischen sich schliessen sie drei grössere Thäler ein: das Forno-, das Albigna- und das Bondascathal. Das erstere ist ähnlich wie das Morteratschthal fast in seiner ganzen Länge von dem etwa 8 km langen Ghiacciajo del Forno, das mittlere mehr als zur Hälfte vom Ghiacciajo dell' Albigna (5 km) und das dritte nur noch in seinem Hintergrund von dem kürzern, aber mehrteiligen Ghiacciajo della Bondasca erfüllt.
Der östlichste Seitenkamm streicht in einer Länge von 8-9 km vom Monte Sissone genau nach Norden bis zur Alp Piancanino, wo das Fornothal sich mit dem Murettothal vereinigt. Seine Hauptspitzen sind die Cima di Rosso (3371 m), die Cima di Vazzeda (3308 m), der Monte Rosso (3087 m), der Monte del Forno (3219 m) und der Pizzo dei Rossi (2981 m), deren allzu ähnliche Namen oft verwechselt werden. Der mittlere Seitenkamm ist auch der längste. Ihm entragen der Piz Casnile (3172 m), die mehrtürmige, arg zerklüftete Cima del Largo (3188 m), der schön gestaltete und öfter besuchte Piz Bacone (3249 m), dann die Cima di Cantone (3360 m), nur 1 km nördlich von der Cima di Castello und mit dieser durch eine hohe Firnschneide verbunden.
Der dritte Seitenkamm ist der des Pizzo Cacciabella, dem weiter südlich auch die wilden Pizzi di Sciora (3235 m) angehören. Er entsendet einen weiteren Arm nach Westen, der als bewaldete Bergnase bei Promontogno endigt und die hohe Scheidewand zwischen dem Val della Bondasca und dem Bergell bildet. Der Piz Cacciabella selber (2973 m) ist der günstigste und dabei ein leicht zu erreichender Uehersichtspunkt über die Albigna Gruppe. In seinem Gebiet hat die Vergletscherung gegenüber den zwei östlichen Seitenketten schon stark abgenommen.
Dafür nehmen Wälder und Alpenweiden einen breitern Raum ein, jene auf der Bregaglia-, diese auf der Bondascaseite. Das Val Bondasca ist von den drei Thälern der Albignagruppe das tiefsteingeschnittene und darum auch nicht mehr ein blosses Gletscherthal, sondern ein eigentliches Alpthal mit Weiden und vereinzelten Waldpartien. Wie seine zwei Geschwisterthäler mündet es durch eine enge Schlucht mit schäumenden Cascaden ins Bergell aus. Am leichtesten zugänglich ist das Val Muretto-Forno, in das man vom Malojapass fast ebenen Weges am hübschen Cavloccio-See vorbei eindringen kann. Hier findet sich auch die Fornohütte des S. A. C. am rechten Ufer des grossen und herrlichen Gletschers als Ausgangspunkt für ein weites und wunderbar schönes Exkursionsgebiet. Auf der italienischen Seite erleichtert die Cabanna Badile (2523 m) die Bereisung dieses Gebietes. Unterkunft kann man aber auch in den Alphütten der Bondasca finden.