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Kein Monat des Jahres ist mit so vielen feierlichen Traditionen verbunden wie der Dezember. Die Festivitäten beginnen mit dem Entzünden der ersten Kerze vom Adventskranz, und setzen sich fort im Besuch des Samichlauses oder dem Schmücken des Weihnachtsbaumes, bis sie schliesslich mit dem Klirren von Champagnergläsern um Mitternacht am 31. Dezember enden. Dazwischen gilt es, eine Reihe familienspezifischer Aktivitäten zu erdulden oder erhalten. Zu meinen liebsten Weihnachtstraditionen gehört das Verschenken von Adventskalendern, deren Planung oft schon im Frühling beginnt, das Basteln des Adventskranzes, der Restaurantbesuch mit Kaja und Nicola, zwei meiner liebsten Freundinnen, das Schmücken von Weihnachtsbaum Nummer 1 in unserer Wohnung mit zahlreichen verrückten Weihnachts“kugeln“, das intime aufwändige Weihnachtsessen, das ich mit meinem Freund Mark für uns alleine koche, der Mädchenapéro bei meiner Freundin Noémie, das Schmücken von Weihnachtsbaum Nummer 2 bei meinen Eltern, Fondue Chinoise und Schoggimousse an Heiligabend, der Besuch bei meinem Göttibuben Lars und seiner Familie am 25. Dezember und die anschliessenden feucht-fröhlichen Tage im Winterwunderland Lenzerheide mit meinen Schwiegereltern und vielen lieben Freunden auf und neben der Piste. In diesem Jahr wird alles anders sein. Mein geliebter Daddy, der alle Weihnachtslieder auswendig kannte und mit seiner schönen Stimme 90% unseres bescheidenen Chores ausgemacht hat, der die schönsten Weihnachtskärtchen gestaltete, stets den Weihnachtsabwasch machte und für genügend Wein sorgte, der den Christbaum montierte und uns die wahren Werte von Weihnachten vorlebte, der uns drei Frauen zusammenhielt und aufkeimende Streite schlichtete, der sich in schicke Kleidung warf und sich am liebsten selbst Geschenke machte, der den Ofen einfeuerte und nach Heiligabend wegen des vielen sensationellen Essens und Trinkens bestimmt schlecht schlafen und trotzdem als erster wach sein würde, der mit mir „Love actually“ schauen und über Hugh Grant schmunzeln würde, der Mamis Kochaufwand lobte und stets Angst vor zu wenig Kartoffeln hatte, wird dieses Jahr nicht dabei sein. Wir drei verbliebenen Musketiere, meine Schwester, meine Mutter und ich, werden den Kampf gegen die traurigen Momente aufnehmen und uns überlegen müssen, welche Traditionen wir beibehalten werden und welche wir vielleicht, zumindest vorerst, aufgeben werden. Sei es, weil es ohne meinen Vater nicht funktionieren wird (der Chor) oder weil die Erinnerungen noch zu schmerzhaft sind. Vielleicht werden wir auch den Grundstein für neue Traditionen legen können, vielleicht wird Mami mit mir „Love actually“ schauen und ich dafür den Abwasch übernehmen, vielleicht wird meine Mutter einen kleineren Weihnachtsbaum kaufen oder das Menu ändern, vielleicht werden wir Heiligabend das Grab von Daddy besuchen, ganz bestimmt aber, werde ich Mami sagen, wie toll ihre Kochkünste sind und Unstimmigkeiten damit begegnen, den zwei wichtigsten Frauen in meinem Leben zu sagen, was sie mir bedeuten. Das heutige Geschenk, die kleine Clutch soll diesen zwei Frauen helfen, zu sortieren. Aufzubewahren, was sie als wichtig erachten und zu verwerfen, was sie als überflüssig empfinden.
Für die Clutch benötigst du: Stoff, Vlies, Knopf oder Lederband, Stickgarn und ein bisschen Vorstellungsvermögen oder eine Nähanleitung: ich habe alle Materialien und die Anleitung aus einem Supercraft-Kit. Weil ich die Arbeit der zwei Mädels hinter Supercraft sehr schätze und respektiere, möchte ich darauf verzichten, ihre Anleitungen hier kostenlos zu veröffentlichen. Die Anleitungen können auch separat und sehr günstig ohne Materialien bestellt werden. Eine Übersicht über alternative Nähanleitungen findest du zum Beispiel hier.