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im Mittelalter Vereinigungen der fahrenden Spielleute (Fiedler und Pfeifer) zu sogen. Bruderschaften,
denen durch Privilegien die Ausübung ihres Gewerbes in bestimmten Distrikten als Recht zugesprochen und
auch der Schutz des Gesetzes gesichert war. Die älteste Korporation dieser Art war die 1288 gegründete »Nikolaibruderschaft«
in Wien,
[* 3] die später unter einem Musikantenvogt stand und in einem Oberspielgrafenamt (erst 1782 aufgehoben) die oberste
Rechtsinstanz für Streitigkeiten der Musiker untereinander erhielt.
ferner die »Musicians' company
of the city of London«
[* 8] (1472 bestätigt), die einen Marschall (auf Lebenszeit) und zwei jährlich gewählte Wardeine (custodes)
erhielt und mit veränderten Einrichtungen noch heute besteht, u. a. Organisation und Befugnisse dieser Gesellschaften und
ihrer Vorsteher waren im großen und ganzen überall dieselben;
in dem einer Zunft zugesprochenen Bezirk
durfte niemand für Geld spielen oder singen, der nicht zur Zunft gehörte.
Nach dem Vorbild dieser Korporationen entstanden
dann seit dem 15. Jahrh. in fast allen Städten die Gilden der Stadt- oder Kunstpfeifer (Stadtzinkenisten), die unter Leitung
eines Stadtmusikus (Stadtzinkenmeisters) standen und das obrigkeitliche Privilegium hatten, bei allen öffentlichen
Gelegenheiten wie bürgerlichen Vorkommnissen (Hochzeiten, Begräbnissen etc.) die nötige Musik zu machen. Nach den Statuten
der Gilden war jeder, welcher Mitglied derselben werden wollte, verpflichtet, sich vom Stadtmusikus als Lehrling aufdingen und
nach überstandener Lehrzeit ordentlich lossprechen zu lassen.