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Der 12. August 1941 sollte das Leben von Charmion von Wiegand, geboren 1896 in Chicago, nachhaltig verändern. Sie war damals vornehmlich als Journalistin und Kritikerin bekannt und besuchte Piet Mondrian, der in New York im Exil lebte, in seinem Atelier. Die beiden wurden Freunde. Von Wiegand war fasziniert von ihm und vom Neoplastizismus, der Stilrichtung, die den Angelpunkt seiner Praxis bildete. Von diesem Treffen beflügelt, begann sie, intensiv zu malen. Ein Studio hatte sie schon seit 1925 angemietet, benutzte dieses jedoch vor allem zum Recherchieren und Schreiben.
Die ab 1941 entstandenen Werke zeigen zunächst organische Formen, entgegen Mondrians Anschauung. Ferner verwendete von Wiegand, neben den im Neoplastizismus vorherrschenden Primärfarben, auch andere Töne. Nach und nach entwickelte sie so ihre ganz eigene Auffassung von Abstraktion. Nach Mondrians Tod 1944 widmete sie sich gänzlich ihrer künstlerischen Entwicklung. Sie arbeitete nun auch im Medium der Collage und erweiterte ihr Werk um geistige und theoretische Ansätze, insbesondere um Elemente aus dem Buddhismus.
Charmion von Wiegand ist die Ausstellung einer zu Unrecht in Vergessenheit geratenen aussergewöhnlichen Künstlerin des 20. Jahrhunderts, die transkulturelle Offenheit und Diversität bereits früh gelebt und bildlich dargestellt hat. Sie veranschaulicht ihr künstlerisches Wirken ebenso wie ihr ausgeprägtes Gespür für nichtwestliche Kulturen oder für das Schaffen anderer Künstler:innen.