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Neeracherried
Das Neeracherried ist mit einer Fläche von gut 100 ha eines der grössten Flachmoore der Schweiz. Es liegt im Bereich der weiträumigen Moränenlandschaft des unteren Glattals und bildet den Rest eines einst mehrere Quadratkilometer grossen Riedgebiets.
Durch die starken Wasserstandsschwankungen, welche das Ried seit Ende des 19. Jahrhunderts prägen, ist die Steifsegge auch an den seichten Standorten konkurrenzfähig, so dass Kleinseggenriede in der Abfolge der Verlandungsgesellschaften praktisch fehlen. Das Grossseggenried, das den grössten Teil des Riedes einnimmt, ist stark bültig ausgebildet. Gegen Süden steigt das Relief fast unmerklich an. Auf die Grossseggenbestände folgen Pfeifengraswiesen. Nebst dem Flachmoorteil enthält das Gebiet an den Rändern und längs der Strassen auch zahlreiche kleinere Trockenrasen. Im Gebiet bestehen mehrere Flachwasserteiche, welche grösstenteils künstlich angelegt worden sind und ornithologisch von grosser Bedeutung sind.
Das Ried wird von zwei stark befahrenen Kantonsstrassen durchschnitten. Momentan laufen Bestrebungen, die Strassen aufzuheben und durch Umfahrungen zu ersetzen.
Bereits 1927 erwirkte die Ala durch Verträge mit den Gemeinden, dass das Neeracherried unter Schutz gestellt wurde. 1956 folgte die Schutzverordnung des Kantons. Das Neeracherried ist ein Flachmoor und eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Zudem ist es Teil des BLN-Objekts Nr. 1404.
1999 eröffnete BirdLife Schweiz zusammen mit der Ala das SVS-Naturzentrum Neeracherried mit seinen beiden Hides, von denen aus der Flachteich und die mit Schottischen Hochlandrindern beweideten Flächen gut eingesehen werden können.
Fauna
Das Neeracher Ried ist ein Wasservogelgebiet von nationaler Bedeutung (Leuzinger 1976) und seit dem 1. Juli 2009 ein Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung. Es gehört zu den am besten untersuchten Schutzgebieten der Ala mit fast lückenlosen ornithologischen Beobachtungen seit 1927 und bereits vier Kartierungen der Vegetation und Pflanzen seit 1963.
Total wurden seit 1900 über 230 Vogelarten im Reservat festgestellt. Unter den Brutvögel sind vor allem folgende Arten gut vertreten: Zwergdommel, Wasserralle, Tüpfelsumpfhuhn, Kiebitz (leider kaum erfolgreiche Bruten), Lachmöwe, Kuckuck, Nachtigall, Feldschwirl, Rohrschwirl (grösster Bestand in der Schweiz abseits des Neuenburgersees), Sumpfrohrsänger, Drosselrohrsänger und Rohrammer. Unregelmässig brüten zudem Drosselrohrsänger und Bartmeise. Die Bekassine wurde letztmals 2008 als Brutvogel festgestellt, bei der Rohrweihe kommt es gelegentlich zu Brutversuchen. Selten wurde auch das Zwergsumpfhuhn zur Brutzeit festgestellt.
Unter den Gastvögeln sind besonders die auf weitflächige Feuchtgebiete angewiesenen Arten zu erwähnen. Schwimmenten treten vor allem zur Zeit des Heimzuges im Neeracher Ried auf. Für Greifvögel ist das Ried Nahrungs- und Schlafplatz (regelmässiger Durchzug der Rohrweihe, Schlafplatz mit bis zu 50 Rotmilanen im Winter, im Sommer bis zu 20 Baumfalken). Die Zahl der rastenden Watvögel im Frühling hat dank der Weidefläche stark zugenommen. Während des Wegzugs hat sich der neue Flachteich zum geeigneten Rastplatz entwickelt. Auf den Schlammbänken, die nach der Absenkung des Wasserstandes hervortreten, wurden 25 Limikolenarten in zum Teil beachtlicher Anzahl festgestellt. Zudem ist das Ried Schlafplatz für Schwalben, Pieper, Stelzen, Rohrammern und Stare.
Amphibien und Reptilien sind mit Grasfrosch, Laubfrosch, Wasserfrosch, Gelbbauchunke, Erdkröte, Teichmolch, Bergmolch, Ringelnatter, Blindschleiche und Bergeidechse gut vertreten.
Besuch
Das BirdLife-Naturzentrum Neeracherried bietet eine Ausstellung und zwei Beobachtungshides (-> Öffnungszeiten).
Kontakt
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