Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03268.jsonl.gz/1171

Potenzial und Chancen der Sektorkopplung
Die V2X-Technologie wird über die einfache Verbraucher-Erzeuger-Beziehung zwischen dem Mobilitäts- und dem Energiesektor hinausgehen: Fahrzeuge werden zu einem aktiven Teil des Stromsektors
V2X (Vehicle-to-Everything) bringt zwei Welten zusammen, Mobilität und Elektrizität, die bisher getrennt waren. In einer V1G-Situation sind Elektrofahrzeuge reine Verbraucher. In einer V2X-Situation hingegen werden die Fahrzeuge zu einem aktiven Teil des Stromnetzes und sind vergleichbar mit anderen Speichersystemen (Pumpwerke, stationäre Batterien). Der Unterschied besteht darin, dass sie nicht stationär, sondern mobil sind. Das Potenzial ist enorm: Wenn alle rund 4.7 Mio. PW in der Schweiz elektrisch betrieben würden, würde die in den Batterien gespeicherte Energie bei einer durchschnittlichen Batteriekapazität von 40 kWh, was unter der durchschnittlichen Nettokapazität der aktuell verkauften Fahrzeuge liegt, rund 188 GWh betragen. Das ist höher als die durchschnittliche tägliche Stromproduktion in der Schweiz, die im Jahr 2021 165 GWh betrug.
Von den Möglichkeiten, die bietet, können sowohl die Fahrzeugbesitzer:innen als auch die im Elektrizitätssektor tätigen Akteure, die Akteure im Ladesektor ( und auch Akteure von neuer Geschäftsmodelle profitieren. Für Erstere besteht der Vorteil in einer Vergütung für die Bereitstellung ihrer Autobatterien für V2G-Dienste. Stromversorgungsunternehmen, und können als Aggregatoren auftreten und somit Netzregulierungsdienste anbieten und/oder am Strommarkt teilnehmen. Die Rolle des Aggregators könnte auch von neuen Akteuren übernommen werden, d. h. von Start-ups oder Unternehmen, die in anderen Sektoren tätig sind. Diejenigen, die bereits Dienstleistungen für das Aufladen von Fahrzeugen anbieten oder Fahrzeuge herstellen und vertreiben (OEMs, Importeure) sind im Vorteil, da sie über einen Kundenstamm verfügen, den sie für die bidirektionale Nutzung ansprechen können.
Natürlich ergeben sich auch Chancen für Hersteller von Ladestationen und Entwickler von Software-Plattformen, sowohl für die Aggregation der Fahrzeuge als auch für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren im Ökosystem.