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F: Ihre Intention war es, den ewigen Konflikt zwischen Mensch und Natur darzustellen. Was war es, das Ihnen an den Tonnara so symbolhaft vorkam?
Meine Vision für dieses Projekt war eine Metapher der Beziehung zwischen Mensch und Natur, aber auch ein Paradox. Die Tonnara stellt eine raffinierte Art dar, Proteine zu fangen, aber sie ist auch immer noch eine Konfrontation zwischen den Naturgewalten – dem Meer, den Gezeiten, den Strömungen, der unglaublichen Kraft des Tunfisches – und den Menschen selbst, die darum kämpfen, Fische zu fangen, um sich und ihre Familien zu ernähren. Diese Art des Fischfangs ist nachhaltig und naturverträglich, indem der Fischer dank einer Falle, die vor etwa 3.000 Jahren erfunden wurde, den größten Tunfisch auswählt, und gleichzeitig diejenigen wieder freisetzt, die noch zu jung sind, um gefangen zu werden. Die Falle tötet die Fische nicht, sie leben darin und reproduzieren sich bis zum Ende. Die Fallen fangen nur einen kleinen Teil der Tunfischschwärme, die durch die Bucht schwimmen und werden wieder abgebaut, sobald die Tunfische weiterziehen. Das Fangen selbst wird noch auf dieselbe Art und Weise durchgeführt wie in der Antike. Nur mit der reinen Kraft der Arme der Fischer. Das ist eine faire Konfrontation und das Ergebnis ist nicht vorhersehbar, da die Fische von Anfang an noch aus der Falle entkommen können. Die Tonnara ist aber auch paradox, denn obwohl sie nachhaltig und fair ist, wird diese Methode in ihrer Endphase extrem gewalttätig und blutig. Das zwingt uns dazu, darüber nachzudenken, ob wir den Fischfang wirklich brauchen, um zu überleben. Vielleicht sollten wir das nächste Mal, wenn wir ein Stück in Plastik verpackten Tunfisch im Supermarkt sehen, doch noch einmal darüber nachdenken.