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Ein kurzer Rückblick. Mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Crack My Bones“ erhielt die französische Indie-Pop-Band The Shoes im Jahr 2011 ein mehr als euphorisches Feedback aus Kritiker- und Fankreisen, auch die dazugehörigen Singles „People Movin'“, „Time To Dance“ und „Stay The Same“ brachten es schnell zu größerer Aufmerksamkeit.
Das Musikvideo für den Song „Time To Dance“, in dem Schauspieler Jake Gyllenhaal die Hauptrolle als Soziopath spielt, erreichte sogar mehr als sieben Millionen Aufrufe und sorgte für einige Furore. Dieses Video öffnete The Shoes den Weg auf die Bühnen dieser Welt und führte zu einer unvergesslichen Welttournee. Die Stationen lesen sich nicht schlecht: Summer Sonic und Fuji Rock in Japan, Eurockéennes und Vieilles Charrues, Bestival. Den krönenden Abschluss fand die Tour im Juni 2012 in ihrer Heimat Frankreich mit einem Auftritt im ausverkauften Pariser Olympiastadion.
Nach der Tour konzentrierten sich beide Bandmitglieder wieder auf ihre Tätigkeiten als Produzenten: Benjamin Lebeau arbeitete zum Beispiel an Gaëtan Roussel's Album und an Bashung's Interpretation von „Play Blessure“. Währenddessen widmete sich Guillaume Brière der Arbeit mit Joke und der Debüt EP von Rocky. Zusammen produzierten sie außerdem das Erfolgsalbum „The Golden Age“ ihres Labelkollegen Woodkid, der damit Platin-Status erlangte. Nebenbei produzierten sie zudem noch einige Remixes für Hochkaräter wie etwa Shakira, London Grammar und Pharell Williams.
2015 melden sich The Shoes endlich als Band zurück! Im Gepäck haben sie ihr drittes Album „Chemicals“, das am 2. Oktober erscheinen wird und zehn brandneue Songs enthält. Alle Tracks des Albums wurden von der Band zwischen Pizzakartons und Sushiboxen geschrieben, deren Inhalte sie in Paris, New York, London und Reims konsumierten. Für die Vocals der neuen Stücke haben sich The Shoes unter anderem die Künstler Esser, Blaine Harrison (Mystery Jets), SAGE und Black Atlass ins Boot geholt und die neuen Aufnahmen unter den Deckmantel des Pop gestellt. Was die Einflüsse angeht, haben The Shoes dabei alles aufgegriffen, was sie selbst am liebsten mögen: Coldwave, 90s UK Trance, New Wave und eine fein abgeschmeckte Prise EDM.
Die Idee hinter dem Album ist simpel wie genial. Die Tracks und ihre Labelbezeichnungen wurden von The Shoes in aller Ruhe bis ins Kleinste auseinander genommen und dann in einem großen und meisterhaften Electo-Pop-Puzzle wieder zusammengesetzt. Traurige, dunkle Balladen oder Schwarzmalerei sind dabei nicht das Ding von Guillaume und Benjamin. Sie bevorzugen es lieber, sich auf den Spaßfaktor zu konzentrieren und dabei fast schon dreiste Experimente anzustellen. Wie zum Beispiel hört es sich an, wenn man den Sound von Frankie Goes To Hollywood mit dem von Aphex Twin verbindet? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden!
Die Gedanken daran, ob etwas nicht homogen ist, sparen sie sich getrost. Solange am Ende zumindest in ihren Ohren alles schlüssig und richtig erscheint, wird heiß und kalt und hart und weich nach allen Regeln der Kunst durchmischt. Die Welt von „Chemicals“ ist reich an kraftvollen visuellen Effekten und scharfer Ästhetik, das man an vielen Stellen aus dem Staunen kaum noch herauskommt.