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Steile Lernkurve für intraorales Scannen
Die Verwendung von intraoralen Scans (IOS) als Ersatz für konventionelle Abformungen wird immer populärer, da sie den digitalen Workflow optimieren helfen und u. a. folgende Vorteile aufweisen: verbesserte Patientenakzeptanz, kein Risiko der Verformung des Abformmaterials, niedrigere Kosten, geringere Gefahr einer Kreuzkontamination, kürzere Arbeitszeit und einfacheres Vorgehen. Die Einführung der IOS in die tägliche Praxis wurde durch die Entwicklung von benutzerfreundlichen Scannern erleichtert, die in der Lage sind, intraorale Gegebenheiten in einem mit konventionellen Abformungen vergleichbaren Maß an Genauigkeit zu erfassen. Dennoch ist die Verwendung von IOS mit einigen Einschränkungen verbunden, die z. B. die Lernkurve des Verfahrens betreffen. Von den zahnärztlichen Praktikern wird verlangt, dass sie Zeit in das Erlernen der effektiven Gerätenutzung investieren. Lernen ist definiert als die Verhaltensänderung, die infolge des Übens durch Wiederholung entsteht. Die Lernkurven sind von Zahnarzt zu Zahnarzt unterschiedlich und werden durch Faktoren wie angeborene Fähigkeiten, bisherige Erfahrung und Motivation, verfügbareTechnologie und Komplexität der Aufgabe bestimmt. Die für die effektive Nutzung der Geräte erforderliche Lernzeit ist noch unbekannt.
Ziel dieser In-vitro-Studie war die Untersuchung der Lernrate, des Lernplateaus und des Schwierigkeitsgrades im Hinblick auf repetitive IOS bei einer Gruppe von Assistenzzahnärzten. Es wurden 20 Teilnehmer ohne IOS-Erfahrung rekrutiert. Ober- und Unterkiefermodelle wurden an einem Phantomkopf befestigt. DieTeilnehmer erhielten eine Schulung auf dem IOS-Gerät (Omnicam, Fa. Dentsply Sirona) und führten in neun Versuchen IOS im Oberkiefer-, Unterkiefer- und Bukkalbereich durch. Die für das Scannen benötigte Zeit und die Wahrnehmung von Schwierigkeiten wurden aufgezeichnet. Es erfolgte eine Berechnung des prozentualen Verhältnisses der Zeit für jeden Versuch zur besten Leistung. Ein nicht lineares Regressionsmodell wurde für die Schätzung des Lernplateaus und der Lernrate verwendet.
Die Ergebnisse für IOS im Oberkiefer-, Unterkiefer- und Bukkalbereich sowie die Gesamt-IOS waren wie folgt: Scannen: 106 ± 40 Sekunden (69 ± 24 %), 96 ± 34 Sekunden (68 ± 22 %), 74 ± 31 Sekunden (65 ± 22 %) und 276 ± 88 Sekunden (72 ± 20 %); Lernplateau: 83,40 %, 80,60 %, 74,30 % und 85,10 %; Lernrate: 5,37, 5,01, 3,81 und 4,98. Mit der Wiederholung der Ver- suche sank der Schwierigkeitsgrad von 6 auf 4.
Schlussfolgerungen: Die wiederholte Anwendung von IOS zeigte bei den Probanden eine Lernphase von fünf Versuchen, um eine Kompetenz von 80 % ihrer besten Leistung zu erreichen. Die Scanzeit und der Schwierigkeitsgrad nahmen mit der wiederholten Anwendung von IOS ab.
Al Hamad KQ. Learning curve of intraoral scanning by prosthodontic residents. J Prosthet Dent 2020; 123:277-283.
Zusammenhang zwischen Reflux und Erosionen
Der gastroösophageale Reflux ist ein kurzes physiologisches Ereignis, das bei einem normalen Men- schen mehrmals täglich nach großen Mahlzeiten ohne symptomatische Manifestationen oder Komplikationen auftreten kann. Die Krankheit zeichnet sich jedoch durch einen häufigen Magenreflux aus, der lästige Symptome einschließlich Sodbrennen verursachen kann und ein anerkannter Risikofaktor für das Ösophagusadenokarzinom ist. Es gibt Hinweise darauf, dass Zahnhartsubstanzverluste ein häufiges extraösophageales Symptom der Refluxkrankheit sind. Charakterisiert durch die Ätiologie, kann Zahnhartsubstanzverlust als Abrasion, Attrition oder Erosion bezeichnet werden, ist aber oft multifaktorieller Natur. Abrasion resultiert aus der Wechselwirkung zwischen den Zähnen und einem Fremdkörper, während Attrition auf den Kontakt zwischen den Zähnen zurückzuführen ist, welcher meist mit Zusammen- pressen und Knirschen einhergeht. Erosiver Zahnverschleiß ist definiert als irreversibler Verlust von Zahnhartsubstanz, der durch Säureeinwirkung ohne bakterielle Beteiligung verursacht wird. Die Quelle der Säure kann intrinsisch (einschließlich des gastro-ösophagealen Refluxes) oder extrinsisch sein, und der Effekt wird unter Umständen durch reduzierten Speichelfluss sowie Rückenlage im Schlaf noch verschlimmert. Studien deuten darauf hin, dass ein in- traoraler pH-Wert unter 5,5 die Auflösung der oberflächlichen Schmelzschicht einzuleiten vermag und zu erosivem Zahnhartsubstanzverlust, Überempfindlichkeit der Zähne und Mukositis führen kann. Erosiver Zahnhartsubstanzverlust ist weitverbreitet – epidemiologische Studien schätzen seine durch- schnittliche Prävalenz weltweit auf 30 bis 50 %. Frühere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Prävalenz der Refluxkrankheit bei Patienten mit erosivem Zahnhartsubstanzverlust zwischen 25 und 80 % liegt. Diese große Schwankung lässt sich durch unterschiedliche Studiendesigns, uneinheitliche Ver- gleiche zwischen verschiedenen demographischen Gruppen und unterschiedliche diagnostische Kriterien erklären. Bis heute haben mit Ausnahme einer systematischen Übersicht von Pace et al., die die Prävalenz erosiver Zahnhartsubstanzverluste bei Patienten mit Reflux hervorhoben, keine früheren Metaanalysen die Wahrscheinlichkeit erosiver Zahnhartsubstanzverluste bei Refluxpatienten im Vergleich zu gesunden Personen quantifiziert.
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, eine systematische Übersicht und eine Metaanalyse durchzuführen, um den Zusammenhang zwischen erosiven Zahnhartsubstanzverlusten und der gastroösophagealen Refluxkrankheit oder deren Symptomen (GERD/S) zu un- tersuchen. Es erfolgten elektronische Recherchen in den Datenbanken Scopus, Embase und Web of Science zur Identifizierung relevanter Studien aus dem Zeitraum von 1980 bis zum 2. August 2019. Das Überprüfungsprotokoll wurde auf PROSPERO registriert und nach den PRISMA-Richtlinien durchgeführt. Beobachtungsstudien, die den Zusammenhang zwischen erosiven Zahnhartsubstanzverlusten und GERD/S unter- suchten, wurden eingeschlossen und entsprechend der Verwendung objektiver oder subjektiver Messungen von GERD/S kategorisiert. Wo möglich wurden Odds Ratios (OR) sowie 95%-Konfidenzintervalle (KI) abgeleitet und in einer Metaanalyse zusammengefasst. 27 Studien wurden als relevant für die qualitative Synthese angesehen und 19 Studien gepoolt. Bei Personen mit GERD/S ließen sich signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeiten für erosive Zahnhartsubstanzverluste beobachten. Dieser Trend war stärker mit der objektiv gemessenen GERD/S (OR 4,13, KI 1,68 bis 10,13) als mit der subjektiv gemessenen GERD/S (OR 2,69, KI 1,13 bis 6,38) assoziiert. Obwohl die Heterogenität sehr hoch war, blieben diese Trends in den meisten durchgeführten Sensitivitäts- und Subgruppenanalysen erhalten.
Schlussfolgerungen: Bei Patienten mit GERD/S besteht im Vergleich zu gesunden Personen eine 2- bis 4-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen von Anzeichen erosiver Zahnhartsubstanzverluste. Diese Untersuchung legt die Notwendigkeit eines multidisziplinären medizinischen und zahnmedizinischen Ansatzes für die Behandlung von Personen mit erosiven Zahnhartsubstanzverlusten oder GERD/S nahe. Rechtzeitige Überweisungen zwischen zahnärztlichen und gastroenterologischen Praxen sollten alsTeil einer effektiven Diagnose und Behandlung in Betracht gezogen werden.
Jordão HWT, Coleman HG, Kunzmann AT, McKenna G. The association between erosive toothwear and gastro-oesophageal reflux-related symptoms and disease: A systematic review and meta-analysis. J Dent 2020 Jan 29 [Epub ahead of print].