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| Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)

Buch I
8. Konstantin hat sich fast den ganzen Erdkreis unterworfen.
Unser Kaiser hat hingegen erst in dem Alter die Regierung begonnen, in dem der Makedonier sterben mußte; an Lebensjahren zählte er doppelt soviel wie dieser und dreimal so lang währte bei ihm die Regierungszeit. Milde und verständige Unterweisungen in der Gottesfurcht waren es, durch die er sein Heer schützte, und mit diesem ist er bis nach Britannien und zu den Völkern vorgedrungen, die sogar in dem gegen Sonnenuntergang sich ausdehnenden Ozean liegen; das Volk der Skythen, das hoch im Norden wohnt und in Hunderte verschiedener barbarischer Stämme zerfällt, hat er für sich gewonnen, und nachdem er seine Herrschaft schon bis zum äußersten Süden ausgedehnt hatte, selbst bis zu den Blemmyern und Äthiopiern, wollte er es auch nicht unterlassen, die Länder gegen Sonnenaufgang zu gewinnen. Bis hart an die Grenzen der bewohnten Erde, bis zu den fernsten Indern und den Völkern, die im Kreise um die ganze Welt herumwohnen, soweit sich in ihr noch Leben findet, leuchtete er mit den Strahlen seiner lichten Gottesfurcht und sah sich alles untertan, Befehlshaber in einzelnen Plätzen, Statthalter von Provinzen, Satrapen, Könige verschiedener Barbarenvölker und alles huldigte ihm aus freien Stücken und voll Freude, alle schickten an ihn Gesandte mit Gaben der Gastfreundschaft und mit Geschenken und sie schätzten es überaus hoch ihn zu kennen und seine Freundschaft zu genießen; ihm zu Ehren stellten sie daher in ihren Ländern auch Bilder und Statuen auf und keiner von den Kaisern war bei allen so bekannt und berühmt wie Konstantin. Dieser aber verkündete seinen Gott auch bis dorthin durch seine kaiserlichen Worte mit allem Freimut.