Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03537.jsonl.gz/910

Die berühmten Naturstätten werden, wie die historischen Wahrzeichen unserer Erde, die unter dem Druck der enormen Touristenströme stehen, mit ähnlichen Problemen konfrontiert.
Das Riff des berühmten Badeortes von Cancún in Mexiko wird heute im Rahmen eines partenariat public privé geschützt, bei dem die Swiss-Re (Schweizerische Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaft) beteiligt ist. Die Prämien werden durch die Hoteliers und die Regierung bezahlt. Sie sollen dafür eingesetzt werden, um Schäden am wertvollen Ökosystem, die durch tropische Stürme verursacht werden, zu beseitigen. Das Riff wird heute tatsächlich durch eine Kombination von unterschiedlichen Bedrohungen wie z. B. von Verschmutzung und Ausbreitung der Städte an der Küste oder auch durch die Klimaerwärmung geschwächt. Durch ihre Bereitschaft, für die Rettung des Riffs Geld einzusetzen, erkennen die Hoteliers in einem gewissen Sinn an, wie sehr eine intakte Natur auch für erfolgreiche geschäftliche Aktivitäten von Bedeutung ist. Dieses Vorgehen, auch wenn es noch so bescheiden ist, entspricht einer Mini-Revolution, indem eine Naturstätte durch einen touristischen Komplex bewirtschaftet wird.
Auch die Schweiz hat ihre eigenen Probleme bei der Bewirtschaftung von einigen aussergewöhnlichen Naturstätten. So hat im vergangenen Jahr eine echte «Sturmflut» von Touristen die Ufer des Verzasca-Flusses überschwemmt. Tatsächlich wurden die Flussufer aufgrund eines viralen Videos mit dem Titel die «Maldives du Tessin», das im Netz verbreitet wurde, durch tausende von Touristen überschwemmt. Dies führte zu einer polemischen Diskussion bei den lokalen Anwohnern, in der man die Art von Tourismus hervorhob, die man sich für die eigene Region wünscht. Die Spannungen haben auch bei der jurassischen Naturstätte Creux-du-Van, die von bis zu 100'000 Besuchern pro Jahr besucht wird, ihren Höhepunkt erreicht. Die Besucher haben dabei nur den einen Wunsch, diese hufeisenförmige Felswand zu umwandern, damit sie auf diese Weise den letzten Kick des schwindelerregenden Abgrunds erleben können. Weder Umweltschützer oder touristische Vertreter noch Landwirte oder Bergsteiger haben bislang eine Lösung für eine vernünftige Bewirtschaftung dieser aussergewöhnlichen Naturstätte gefunden.