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Bänder verstärken Gelenke, stabilisieren und übertragen Kräfte. Sie sind im Vergleich zu den Sehnen nicht elastisch und können somit bei übermässiger Belastung nicht nachgeben. Wird die Belastbarkeit der Bänder überschritten, werden sie überdehnt und reissen schliesslich. Gerade am Fuss mit seinen beträchtlichen Gewichts- und Beschleunigungskräften sind Bandverletzungen häufig. Am oberen Sprunggelenk zählen sie zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt.
Noch in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Bandverletzungen vor allem am Sprunggelenk häufig operiert. Heutzutage werden reine Bandverletzungen (Bänderrisse) mit gutem Erfolg nichtoperativ behandelt. Dies gilt vor allem für das äussere obere Sprunggelenk ohne knöcherne Begleitverletzungen. Erst bei schmerzhafter chronischer Instabilität wird die Operation vorgeschlagen.
Die drei äusseren Bänder des oberen Sprunggelenkes sind von vorne nach hinten: das Ligamentum talofibulare anterius (TFA), das Ligamentum calcaneofibulare (CF) und das Ligamentum talofibulare posterius (TFP). Das TFA wird straffer, je mehr der Fuss in Plantarflexion gebracht wird. Die Position des Sprunggelenkes beim Unfall spielt deshalb eine wichtige Rolle für den Ort der Verletzung.
Beim klassischen Supinationstrauma (Fuss knickt nach innen) reisst zuerst das TFA mit der Gelenkkapsel, dann das CF und ganz selten das TFP. Viele Patienten mit bandbedingter Rückfussinstabilität sind symptomfrei, weil die Peronealmuskeln für das normale Gehen genügend Stabilität vermitteln. Bestimmend für das Ausmass der Beschwerden sind der Grad der Instabilität, die Rückfussachse, der Aktivitätsgrad, das Gangbild und der Trainingszustand. Viele Tests sind beschrieben, um eine Rückfussinstabilität zu objektivieren. Letztendlich sind es aber die Symptome und das subjektive Empfinden des Patienten, welche wegweisend für die Wahl der Therapieoptionen sind. Eine klare Indikation für die Operation im akuten Stadium sind die knöchernen Bandausrisse am Aussenknöchel. Sie hinterlassen oft eine Instabilität und/oder Einklemmphänomene durch Knochenfragmente.
Das Deltaband an der Knöchelinnenseite ist das grösste Band am OSG und eines der stärksten Bänder des menschlichen Körpers. Genau genommen ist es kein einzelnes Band, sondern ein zweischichtiger Bandkomplex. Die einzelnen Bandanteile verbinden den Innenknöchel mit dem Sprungbein, dem Kahnbein und dem Fersenbein. Es stabiliesiert den inneren Rückfuss während der Lande- und Standphase des Gehens sowie in der Übertragung von Rotationskräften in der gesamten Belastungsphase.
Beim klassischen Supinationstrauma dürfen Verletzungen des Deltabandes nicht übersehen werden. Im Rahmen der operativen Revision der äusseren oberen Sprunggelenksbänder ist eine Inspektion des Deltaband-Komplexes empfehlenswert.
Bei schweren Eversionsverletzungen (Fuss knickt nach aussen) muss immer mit einer Verletzung des Deltabandes gerechnet werden. Schwieriger ist es, bei chronischen Rückfussinstabilitäten oder Schmerzen an der Fussinnenwölbung eine Verletzung des Deltabandes zu erkennen. Arthroskopische Untersuchungen bestätigen eine Mitbeteiligung des Deltabandkomplexes bei chronischen Rückfussinstabilitäten in bis zu 40% der Fälle. Die klinische Untersuchung kann oft nur einen Verdacht für die Verletzung des Deltabandes ergeben, aber nicht schlüssig beweisen. Im Unterscheid zu den äusseren Sprunggelenksbändern heilt das Deltaband nach Verletzungen bei konservativer Behandlung meist mit einer Restinstabilität aus. Bei klar definierter Problemstellung sollte die Operationsindikation deshalb grosszügig gestellt werden, um chronische Schmerzen und sekundäre Fehlbelastungen von Fuss und Unterschenkel zu vermeiden.
Bei uns wird die Operation in Blutleere und Blutsperre durchgeführt, was eine blutungsfreie und präzise Operationstechnik ermöglicht. So ergibt sich auch nach der Operation kein Bluterguss und die Schmerzmedikamente können auf einem Minimum gehalten werden. Mit kleinstmöglicher Schnittführung und einer speziellen Nahttechnik wird ein ästhetisch asprechendes Resultat erreicht.