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der Messerkopf arbeitet an der Seite und rückt mit seinem Spindelstock die Arbeitsfläche entlang selbstthätig fort, oder der die Fräse [* 2] tragende Spindelstock steht fest, und der Aufspanntisch ist horizontal nach zwei zu einander senkrechten Richtungen selbstthätig verstellbar. Metallfräsmaschinen für spezielle Zwecke sind in ihrer Einrichtung außerordentlich mannigfaltig; wichtige Maschinen dieser Art sind z. B. die Mutternfräsmaschinen zum Zurichten der Seitenflächen der Schraubenmuttern und Bolzenköpfe, Nutenfräsmaschinen, Räderfräsmaschinen, Maschinen zum Ausfräsen von Schneidbohrern, Reibahlen; ferner Fräsmaschinen zum Ablängen der mittels Kreissäge nur zu annäherndem Maß beschnittenen Eisenbahnschienen, Maschinen zum äußerlichen und innerlichen Reinabfräsen der Enden eiserner Röhren, [* 3] die ineinander gesteckt und zusammengelötet werden sollen, etc. Zur Herstellung der Fräsen benutzt man, wenn diese nicht durch Handarbeit mit der Feile [* 4] erzeugt werden, auch Fräsmaschinen.
Die Holzfräsmaschinen stehen in naher Verwandtschaft mit den Hobelmaschinen [* 5] mit kreisendem Schneidapparat und eignen sich besonders zur Bildung von Hohlkehlen, [* 6] Stäbchen, zusammengesetzten, gesimsartigen Kehlungen längs krummer oder geschweifter Arbeitsstücke, zur Fabrikation der Goldleisten etc. Die Konstruktion dieser Maschinen ist verschieden nach dem zu erreichenden Zweck, je nachdem ein Holzstück nur auf einer Seite oder auf mehreren Seiten zugleich bearbeitet werden soll.
Wichtige Holzfräsmaschinen sind auch die Zinkenfräsmaschinen, die Zapfen- und Nutenfräsmaschinen. Eine interessante Anwendung haben die Fräsen auch bei den Maschinen zur Ausarbeitung der Gewehrschäfte, Schuhleisten etc., überhaupt bei solchen Gegenständen gefunden, die jetzt auf den Kopiermaschinen [* 7] erzeugt werden, sonst aber mit viel größerm Zeitaufwand geschnitzt werden müssen. In Schuhfabriken werden die Fräsmaschinen auch zum Bearbeiten der ledernen Stiefelabsätze verwendet.
Die Geschwindigkeitsverhältnisse sind für einige wichtige Maschinen und Materialien folgende:
|Maschine||Material||Peripheriegeschwindigkeit pro Sekunde||Fortrückung pro Umdrehung|
|Millim.||Millim.|
|Fräsmaschine mit Frässcheibe||Schmiedeeisen||150-180||1/10-7/10|
|Fräsmaschine mit Frässcheibe||Gusseisen||180-200||1/10-7/10|
|Fräsmaschine mit Messerkopf||Guß- u. Schmiedeeisen||200-250||½-2|
|Räderfräsmaschine||Guß- u. Schmiedeeisen||300-400||1/10-½|
|Räderfräsmaschine||Holz||4000-5000||1/10-½|
Aus unsrer [* 1] Figur geht die Anordnung einer Fräsmaschine mit selbstthätigem Vorschub hervor. Die Fräswelle (Spindel) a b trägt bei a den Kopf zur Aufnahme der Fräse, die entweder auf dem kurzen Zapfen [* 8] oder, wenn sie groß ist, auf der Schraube befestigt wird. Die Umdrehung der Welle erfolgt mit sehr verschiedener Geschwindigkeit durch die drei Geschwindigkeiten zulassende Stufenscheibe [* 9] c, welche sich frei um die Welle dreht und ein Zahnrad 1 mitnimmt, welches in 2 eingreift, das auf einer Nebenwelle sitzend die Bewegung auf das auf der Spindel a b festsitzende Zahnrad 3 überträgt, wenn große Fräsen in Thätigkeit kommen sollen.
Bei kleinen Fräsen wird die Nebenwelle ausgerückt und das Rad 3 mit der Stufenscheibe c in feste Verbindung gebracht. Das Arbeitsstück befindet sich auf dem Schlitten m, der auf einem zweiten Schlitten n vermittelst einer Schraube o unter der Fräse her und mit n und Schraube p gegen das Gestell G sowie durch die Schraube S und den Tisch T hoch und tief gestellt werden kann. Indem nun von der Spindel a b aus mittels der kleinen Stufenscheiben e und d, der Wellen [* 10] f, g und h, der Kegelräder 4, 5 und der Schnecke s die Schraube o gedreht wird, erfolgt die Vorschiebung des Arbeitsstücks selbstthätig.
[* 1] ^[Abb.: Fräsmaschine.]