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Tränenüberströmt sass Eiskunstlauf-Prinzessin Nancy Kerrigan auf dem Boden der Cobo Arena. «Weshalb?», fragte sie immer wieder vor laufender Kamera. Die Bilder vom 6. Januar 1994 gingen um die Welt. Ein Unbekannter hatte nach dem Training zu den US-Meisterschaften mit einer Eisenstange ihr rechtes Knie lädiert.
Die nationalen Bewerbe waren damit futsch, den Titel holte sich Kerrigans Erzrivalin: Die weit weniger elegante Tonya Harding, die den Gegenpol zu Kerrigan darstellte. Nach einer Art Wunderheilung von Kerrigans Knie kam es, dass beide Kontrahentinnen 7 Wochen später an den Olympischen Spielen teilnahmen.
In Lillehammer errang Kerrigan tatsächlich Silber. Geschlagen nur von Oksana Bajul (UKR) – nach umstrittenem Entscheid der Punktrichter. Und Harding? Sie wurde Achte. Doch das Resultat wurde wie der US-Meistertitel aberkannt. Denn kurz danach wurde publik, dass ihr Ehemann das Attentat auf Kerrigan eingefädelt hatte. Das bedeutet zugleich Hardings (in den Medien fortan «Eishexe» genannt) Karriereende.