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Die Forderung nach Wachstum der Städte durch Eingemeindung ist finanz- und machtpolitisch motiviert. Weil sie in ihren oft engen Grenzen siedlungsmässig und finanziell eingeschränkt sind, versuchen sie, die Vorortsgemeinden einzugemeinden. Diese sind aber gut beraten, eigenständig zu bleiben, Sie sollen ihre Entwicklung nicht vom zahlenmässig übermächtigen Zentrum bestimmen lassen. Eine punktuelle Zusammenarbeit der Vorortsgemeinden mit der Stadt genügt vollauf. Bau- und Zonenordnung, Infrastrukturangebot und Finanzen sollen in der Kompetenz der Vorortsgemeinden verbleiben.
Dass die Eingliederung der Vorortsgemeinden in die Städte effizientere Verwaltungsstrukturen fördert, ist ein Märchen. Ausgabenstatistiken zeigen, dass mittelgrosse Gemeinden (2'000 bis 5'000 Einwohner) im Durchschnitt pro Kopf die geringsten Aufwendungen haben.
Die Städte beklagen ihre Zentrumslasten, die von den Vorortsgemeinden nicht mitgetragen würden. Von wegen: Wer verhilft denn den Städten zu ihren hohen Steuereinnahmen bei den juristischen Personen? Wer gibt einen grossen Anteil der Kaufkraft in der Stadt aus? Es sind die Pendlerinnen und Pendler und Einwohnerinnen und Einwohner aus den Vorortsgemeinden. Oft haben die Städte mit ihrem guten Zugang zu den Zentrumsangeboten sogar noch einen tieferen Steuerfuss als die Vorortsgemeinden. Von übermässigen Zentrumslasten kann da nicht die Rede sein.
Es wird kein Zug mehr in einer Stadt halten, nur weil die Stadt einwohnermässig grösser ist als vor einer Eingemeindung. Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr bemisst sich nach der Benutzerfrequenz und die ist unabhängig von den Gemeindegrenzen.
Wenn grössere Vorortsgemeinden wegen einer ungünstigen Sozialstruktur in finanzielle Schwierigkeiten geraten, soll der kantonale Finanzausgleich so ausgelegt werden, dass diese Gemeinden selbständig überleben können, soweit das die eigenen Bevölkerung wünscht und die Behörden kompetent besetzt werden können.
Falls sich die Städte siedlungsmässig nicht mehr entwickeln können, sind sie herausgefordert, ihre Aufgaben durch Kooperationslösungen intelligent und sparsam zu erfüllen ohne die Vorortsgemeinden einzugemeinden.