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Benediktinerabtei St. Michael in Metten
Wenige Kilometer vor Deggendorf, bald nach der Unterquerung der Autobahn A3 führt ein Radweg nach Metten. Der ca. 1 km lange Abstecher nach Norden zahlt sich aus.
In Metten begegnen wir nach Weltenburg einem weiteren bayrischen Urkloster. Seine Gründung reicht ins 8. Jh. zurück. Das Kloster wurde wahrscheinlich von der Reichenau besiedelt. 792 verlieh ihm Karl der Große Königsschutz und Immunität. Aufgabe des Klosters war Rodung und Kolonisation im Bayerischen Wald und in der Ostmark. Durch die Ungarneinfälle und die Säkularisation Herzog Arnulfs im 10. Jh. erlosch das Kloster und wurde durch ein weltliches Kanonikerstift ersetzt.
Im Jahre 962 kam Metten an die Babenberger, die das Mönchskloster in ein Chorherrenstift verwandelten. Als zweiter Gründer des Klosters Metten gilt der Babenberger Herzog Jasomirgott. 1157 berief er Benediktiner Mönche nach Metten, um das klösterliche Leben zu erneuern.
1236 wurde die gesamte Anlage durch Brand zerstört. Die wiederaufgebaute Kirche wurde 1264 geweiht. Nach dem Tod des letzten Babenbergers (1246) unterstellte sich das Kloster dem Schutz der Wittelsbacher, die damals das Herzogtum Bayern regierten. Der Ort Metten wurde nun eine Hofmark, in der der Abt des Klosters die niedere Gerichtsbarkeit ausübte.
Nach der Krisenzeit des 30-jährigen Krieges wurde Metten besonders durch Abt Roman Märkl (1706-29) barock umgestaltet (Kirche, Bibliothek, Festsaal). Die Bibliothek präsentiert sich heute in ihrer ganzen barocken Pracht.
Die Barockkirche zeichnet sich besonders aus durch die plastischen Stuckdekorationen und die ausgefallenen Deckenfresken des Hauptraumes und das Presbyteriumsfresko, das den Großteil der Decke ausfüllt. Der Hochalter ist ein Werk des Straubingers Jakob Schöpf, das Alterbild malte Cosmas Damian Asam. Am 16. Juli 1720 legte Abt Roman den Grundstein zum Umbau des Langhauses. Die Stuckarbeiten übernahm Franz Josef Holzinger.
Mit der Säkularisation im Jahre 1803 wurde das Kloster aufgehoben.
1830 errichtete König Ludwig I. Metten wieder als erste Benediktinerabtei in Bayern und betraute das Kloster mit Seelsorge, Erziehung und Wissenschaft. Auf Wunsch König Ludwigs I. eröffneten die Mettener Mönche eine Lateinschule, die sich zum Gymnasium und zur grossen Aufgabe das Klosters entwickelte und heute über den deutschen Sprachraum hinaus bekannt ist.
Donauradweg