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Spanien im Schock-Zustand: Nationaltrainer Julen Lopetegui muss einen Tag vor WM-Start seinen Posten verlassen. Dies, weil am Dienstag bekannt wurde, dass der Spanier nach der WM Trainer von Real Madrid wird. Es übernimmt Spaniens Fussballlegende Fernando Hierro.
Das Chaos ist perfekt – einen Tag nachdem Real Madrid seinen neuen Trainer verkündet hat, muss dieser den Posten als Nationaltrainer von Spanien verlassen. Dies bestätigte der spanische Verbandspräsident, Luis Rubiales, an der heutigen Pressekonferenz.
Nun ist auch bekannt, wer der Nachfolger des gefeuerten Julen Lopetegui wird. Am Nachmittag teilte der Verband mit, dass Fernando Hierro die Mannschaft während der WM coachen wird.
Hierro spielte von 1989 bis 2003 bei Real Madrid. In der gleichen Zeit absolvierte er auch 89 Spiele für die Nationalmannschaft. Momentan amtet der 50-Jährige als Sportdirektor des spanischen Fussballverbandes. Davor hatte der mit 29 Treffern viertbeste Torschütze der spanischen Länderspiel-Geschichte – als Defensivspieler notabene – während einer Saison den Zweitligisten Real Oviedo trainiert.
Rubiales duldete die Art und Weise, wie Julen Lopetegui den Wechsel zu Real Madrid publik machte, nicht: «Ohne uns zu informieren, verhandelte Lopetegui mit Real Madrid. Dieses Verhalten, zwei Tag vor der WM, kann nicht akzeptiert werden. Wir mussten diese Entscheidung fällen.»
Der Verbandschef erhob zudem schwere Vorwürfe gegen Real Madrid. «Wir hatten überhaupt keine Information über das ganze», sagte Rubiales. «Auch Julen hätte es lieber gehabt, wenn die Dinge anders gehandhabt worden wären.»
Vor der Pressekonferenz trafen sich Verband, Trainer und Spieler zu einer Versammlung. Rubiales habe die Spieler informiert, diese hätten den Entscheid akzeptiert. «Es war ein harter Moment. Lopetegui musste sich von den Spielern verabschieden, mit denen er viel erlebte», erzählte Rubiales.
Die Spieler dürften wenig erfreut sein über diesen Entscheid. Laut der spanischen Zeitung «Marca» machten sich diese vor dem Entscheid noch stark für den Trainer.
Lopetegui hatte den Weltmeister von 2010 in den letzten knapp zwei Jahren sehr erfolgreich geführt und die WM-Qualifikation in einer Gruppe mit Italien problemlos geschafft. Von 20 Partien gewann Spanien unter Lopetegui 14 und spielte sechsmal unentschieden. Mit seinem Wechsel zu Real Madrid zog er den Ärger des Verbands auf sich: Lopetegui hätte noch einen zwei Jahre laufenden Vertrag gehabt.
An seiner ersten Medienkonferenz als Interimscoach bemühte sich Hierro darum, das unrühmliche Kapitel schnellstmöglich zu schliessen und positiv zu bleiben. «Das Ziel ist, um den Titel zu kämpfen. Wir haben keine Zeit, an etwas anderes zu denken. Alles, was passiert ist in den vergangenen Tagen, taugt nicht als Rechtfertigung für irgendwas», sagte der 50-Jährige. Dass Trainer kommen und gehen, seien sich die Spieler gewohnt. «Die Vergangenheit ist Vergangenheit. Der Tag war nicht einfach, aber die Jungs sind professionell und Sportler. (qae/sda)