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Einen besonders sozialen Wert hat humanes Verhalten von Natur aus allerdings nicht, denn auch die Bestie rottet sich mit Artgenossen zusammen, um sich gemeinsam vor Fressfeinden zu schützen, oder sogar die eigenen Artgenossen anzugreifen, zu besiegen und zu versklaven, um an die Vorherrschaft zu gelangen.
Dass Tiere vermenschlicht werden, indem man ihnen entsprechende Eigenschaften zuweist, wie zB die Eulenweisheit, Bärenstärke, und den Löwenmut, oder die Hinterlist des Fuchses, die Gier des Schweins und die Eitelkeit des Pfaus, dient vor Allem der Veranschaulichung menschlicher Eigenschaften, und bedeutet noch keine besonders rassistische Haltung gegenüber speziellen Tierarten, die über die reine Abgrenzung des Menschen gegenüber dem Tier hinausgeht.
Insofern ist der gesetzlich bestimmte Vorrang des Tierschutzes vor der Befriedigung der unmäßigen Profitgier der eigenen, menschlichen Artgenossen dann angemessen, wenn man dadurch die Ausrottung von Nutztieren verhindern kann, welche essentiell wichtig für die Erhaltung der Menschheit sind, wie etwa das Aussterben der Insekten durch das unmäßiges Versprühen von Insektiziden in der Landwirtschaft.
Hierbei geht es allerdings nicht vorrangig darum, das Leiden der Tiere zu verhindern, wie es in dem Gebot der Tierfreunde: „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt, wie du, den Schmerz!“ zum Ausdruck gebracht wird, und was so manchen Menschenschinder dazu veranlasst, seinen Hund den Menschen vorzuziehen, sodass man sein Verhalten eher als tierisch (oder bestialisch) bezeichnen kann, anstatt als human, sondern in erster Linie um die Verhinderung des Leidens der eigenen Artgenossen.
Da, wo die Einsicht in die Notwendigkeit von "Pflichten gegenüber den Mitgliedern der menschlichen Gemeinschaft" nicht vorhanden ist, weil Alles als ein Gratisrecht für Jedermann gilt, für welches man sich als Mensch nicht extra als würdig zu erweisen braucht, muss die Integration in Solidargemeinschaften, wie die der „Sozialversicherung zum Schutze gegen wirtschaftliche Schäden“, wie auch die „Rücksichtnahme auf Schwächere durch Verzicht auf Machtmissbrauch“ erst strafgesetzlich als Menschenpflicht verordnet werden, damit sich die Übervorteilung einer ganzen Gemeinschaft zugunsten einiger weniger Individuen nicht mehr lohnt.
Anstatt nun grundsätzlich die Befolgung von Pflichten zur Voraussetzung zu machen, um dafür die Würde zu erlangen, auch entsprechende Rechte in Anspruch nehmen zu dürfen, sofern man derer bedarf, wäre es sinnvoller, das Argument der „Würde aufgrund bisheriger Unbescholtenheit“ gegen das Argument der „sozialen Bedürftigkeit“ auszutauschen, bei der die Würde auch noch nachträglich unter Beweis gestellt werden kann, sobald man überhaupt in der Lage dazu ist, sich an die Gesetze zu halten, wie es zB im Generationenvertrag zwischen Kindern und Erwachsenen praktiziert wird.
Dass grundsätzlich jedoch - ganz unabhängig von seinem Nutzwert für die Gemeinschaft - auch dem größten Unhold die Gnade einer Existenzberechtigung erwiesen wird, ist somit auch vom humanistischen Standpunkt aus nur dann zu akzeptieren, wenn er nachweist, dass er keine Gefahr mehr für die menschliche Gemeinschaft darstellt.
Im Rahmen einer "bedingungslosen, christlichen Gnade und Barmherzigkeit" hingegen, bei der jedem Menschen von höchster Stelle aus ein Grundrecht aufs Paradies zugestanden wird, funktioniert das „Recht auf Straffreiheit für Schädiger“ nur bei einem gleichzeitigen „Racheverbot für Geschädigte“, womit konsequenterweise dann jedoch auch gar kein Strafgesetz mehr angewendet werden dürfte, um den uneinsichtigen Verbrecher im Interesse des Gemeinwohls notfalls zur Rücksichtnahme auf Schwächere zwingen zu können.