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Starkes Beben zwischen Weihnachten und Neujahr kappt wichtige Unterseekabel in Asien. Schaden trotzdem relativ gering.
Ein starkes Erdbeben in der Luzonstrasse südlich von Taiwan beschädigte am Dienstag zwischen Weihnachten und Neujahr sechs von sieben Tiefsee-Kabel, die Taiwan mit dem chinesischen Festland, der wichtigen Wirtschaftsmetropole Singapur und den USA verbinden. Die sechs Kabel machen zusammen gemäss 'New York Times' etwa 90 Prozent der Datentransport-Kapazität der Region aus. Die Folgen für Internet-Benützer in Asien waren gravierend, aber nicht verheerend.
So waren am Mittwoch und Donnerstag zwischen Weihnachten und Neujahr ausländische Webseiten von China, Taiwan und Singapur aus nicht oder nur sehr eingeschränkt erreichbar, Bankautomaten konnten keine Daten aus den USA und Europa beziehen und auch Telefonie-Dienste, die in Asien oft auf Internet-Verbindungen beruhen, waren nicht oder nur schlecht verfügbar. Börsenhändler in Hong Kong und Singapur hatten Probleme auf Online-Daten zuzugreifen und mobile E-Mail-Dienste für Blackberry-Clients funktionierten nicht.
Der Schaden blieb aber, auch wegen der eingeschränkten wirtschaftlichen Aktivität wegen der Feiertage, überschaubar. Den Telcos gelang es, den Internet-Verkehr von Grossfirmen über Europa und / oder Satellitenverbindungen rasch umzuleiten. Heute Mittwoch funktionieren Mobiltelefonie, SMS-Dienste und Faxleitungen in Hong Kong wieder. Aber Privathaushalte und KMU müssen noch mit Einschränkungen im internationalen Internetverkehr leben, wie ein hoher Beamter von Hong Kong dem 'Wall Street Journal' sagte.
Das grosse Singapurer Telecom-Unternehmen 'Sing Tel' teilte bereits am 29.12. mit, BlackBerry-Dienste, E-Mail und das Surfen auf dem Web funktionierten wieder für alle Kunden. Sing Tel habe den Internet-Verkehr nach Nordamerika über Europa und Australien umgeleitet und benütze alternative Kanäle wie Festland-Kabel und Satelliten-Verbindungen.
China Telecom meldete am Sonntag, 70 Prozent der Kapazität der Übersee-Internetleitungen seien wiederhergestellt. Und alle Internet-Dienste sollten gemäss dem grossen Operator ab 15. Januar wieder normal funktioneren. Auch der südkoreanische Carrier KT Corp. liess gestern verlauten, sämtliche Services würden wieder funktionieren.
Schlechtes Wetter verzögert Reparatur
Unterdessen sind bereits mehrere Spezialschiffe in die Luzonstrasse unterwegs. Während man am Wochenende noch davon ausging, dass die gebrochenen Kabel innert einer Woche geflickt werden können, scheint sich die Reparatur nun aufgrund von schwierigen Witterungsbedingungen zu verzögern.
Man rechnet nun damit, dass das erste Kabel bis Mitte Monat repariert sein wird. Bis Ende Monat sollen dann alle sechs Unterwasser-Glasfaserbündel wieder funktionstüchtig sein.
Überkapazitäten schützen das Internet
Trotz der Verzögerungen bei der Reparatur der Kabel hat "das Internet" die Nagelprobe offenbar bestanden. Gestern gingen in Hong Kong die Weihnachts- und Neujahrsferien zu Ende, was den Bedarf nach Bandbreite massiv erhöhte. Trotzdem ist es gemäss Ha Yung-kuen von der Hong Konger Telekombehörde gestern nicht zu "grösseren Staus" gekommen. "Die Situation ist besser besser als wir dachten," wird Ha in der 'Taipei Times' zitiert.
Geholfen hat sicher, dass sich der fatale mehrfache Kabelbruch während der Festtage ereignet hat. Zudem hat sich gezeigt, dass die bestehenden Datentransportkapazitäten zwischen Asien, Europa und Nordamerika offenbar gross genug sind, um auch den Ausfall von sechs zentralen Leitungen innert weniger Tagen zu kompensieren. (Christoph Hugenschmidt)