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Frühmittelalter
6. / 7. Jahrhundert
Christianisierung des Lugnez. In Pleif wird die erste Kirche im Lugnez errichtet. Der erste nachweisbare Sakralbau datiert etwa aus dem Jahre 800. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche Pleif im karolingischen Reichsguturbar in Rätien als „ecclesia plebeia ad S. Vincentium.“
533 – 548
Rätien wird dem Reich der Franken eingegliedert. Die rätische Provinz wird verkleinert und heisst „Rezia curiensis“. Rätien richtet sich politisch, ökonomisch und kulturell nach Norden, bleibt aber verhältnismässig autonom. Es steht durch mehrere Generationen unter der Herrschaft der „Victoriden“, welche die wichtigsten Ämter in ihrer Hand vereinigen, nämlich das des Churer Bischofs und das des Praeses, die weltliche Führungsposition.
806
Karl der Grosse unterteilt Rätien in zwei Grafschaften, Oberrätien und Unterrätien. Er nimmt eine Ausscheidung des Reichsgutes vom Kirchengut vor. Den Inhabern des Bischofsthrons wurde damit praktisch die materielle Grundlage ihrer weltlichen Herrschaft entzogen, da offenbar diese "Teilung" praktisch das gesamte Bistumsgut in Königsgut umwandelt. Er führt in Rätien die Grafschaftsverfassung ein, womit auch direkt die weltliche von der geistlichen Gewalt geschieden wird.
Als Vertreter des Kaisers, der den Titel „Graf“ (''comes'' ''curiae'' / ''curiensis'') führt, wird Hunfried I. eingesetzt, dem das vom Bistumsgut ausgeschiedene Königsgut als Herrschaftsgrundlage dient. Der Umfang dieses Köngisguts wird durch ein Urbar des Reichsgutes in Churrätien aus der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts zumindest teilweise überliefert. Der Graf hatte in erster Linie für die Gerichtsbarkeit Sorge zu tragen und die an den König zu entrichtenden Steuern zu erheben.
circa 840
Im Reichsguturbar der kaiserlichen Güter erscheint das Lugnez das erste Mal unter der Bezeichnung Legunitia, Leunizze und Leunicia. Darin wird Vella erwähnt, wie auch das kaiserliche Gut von St. Vincentius, welches nach der Bezeichnung der Talkirche benannt worden ist. Das königliche Gut, welches auch mit einem Rebberg versehen war, hatte ein Herikerius zu Lehen. Der Lehensbesitz der Kirche mit Zehntem aus dem ganzen Tal hatte ein ansässiger Presbyterier mit Namen Constantinus.