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Vielleicht seid ihr neugierig, wer dieses Weib mit dem komischen Deutsch ist, das euch mit nützlichen Beiträgen rund ums Nähen versorgt.
Als erstes möchte ich folgendes festhalten: die Fehler in der Rechtschreibung kommen nicht daher, dass ich funktionelle Analphabetin bin, sondern daher, dass ich Ungarin bin. Genauer gesagt: Ungarin-Schweizerin, da die Behörden dieses wunderschönen Landes vor einigen Jahren entschieden haben, dass ich den Schweizer Pass besitzen darf.
In den 90er Jahren war ich Teenager (und jedes Mal, wenn ich Musik aus den 80ern höre, murmele ich ein Dankesgebet dafür), dann hatte ich ein kurzes Intermezzo mit der Tourismusbranche, ein längeres in der Übersetzungsbranche (sagt man das so?), ich habe in einem Betrieb Flaschen mit Sirup gefüllt, beim Bauer Äpfel gesammelt, Kindern Deutsch und Englisch beigebracht, dann in einer Konfektionsfirma Schulterpolster verkauft. Daneben habe ich Ökonomie studiert und den Abschluss gemacht (den ich seither nie gebraucht habe).
Und in all dieser Zeit habe ich nie, NIE eine Nähmaschine angerührt. Nein, so ist es nicht richtig: wir hatten eine Nähmaschine zu Hause. So ein schweres Ding von Singer, etwa 100 Jahre alt. Ich habe mal versucht sie einzufädeln aber bitter versagt.
Meinen Mann habe ich im Internet kennengelernt (jaja Kinder, ich gehöre zur Internet-Generation!), nach dem Schulabschluss bin ich in die Schweiz gezogen und wir haben geheiratet.
Das Nähen kam mit der Wohnungseinrichtung. Ich habe im Brocki eine Bernina (gleicher Jahrgang wie mein Mann) für 50 Franken gekauft. Ich weiss nicht mehr, was ich als erstes genäht habe, es war jedenfalls etwas viereckiges. Ein Pfulmen oder ein Vorhang, keine Ahnung.
Dann kamen die Kinder. Bei der ersten habe ich mir geschworen, dass ich nicht zum verschwenderischen Einmal-Pempi-Wegwirf-Typ gehören werde, und habe für meine Tochter etwa 50 Windeln genäht. Dann wieder 50, als sie grösser wurde, dann wieder 50, dann war sie aus dem Windelalter.
Ich habe Ottobre Magazine gekauft und Babyklamotten genäht. Kleine T-Shirts, Hosen, später Jäckli. — Das Nähen für Babies ist deshalb toll, wenn man es versaut, ist nicht viel Stoff verschwendet.
Dann kam meine zweite Tochter, und ich habe weitere 50 Windeln genäht (immer noch mit der Bernina). Habe ich gesagt, dass ich nie zum verschwenderischen Einmal-Pempi-Wegwirf-Typ gehören werde? Meine zweite Tochter hat mich eines besseren gelehrt. Die Stoffwindel-Ära war vorbei.
Gleichzeitig habe ich entdeckt, dass die Ottobre-Schnittmuster ab der Grösse 92 nicht zu gebrauchen sind, ausser man hat 98 cm grosse und 40 kg schwere Kinder.
So habe ich angefangen Schnittmuster zu zeichnen. Zuerst für die Kinder (mittelweile 3, alles Meiteli), später für mich. Vor allem Unterwäsche. Wieso? Weil die Teile klein sind, man braucht nicht so einen grossen Tisch. Mit drei Kindern hat man nie genug Platz.
Aufgerüstet habe ich auch: die Bernina ging in die Rente (ich habe sie nicht entsorgt, sie wartet im Dachstock auf ihren Einsatz), ich habe eine Pfaff gekauft, dann eine Bernina Overlock und zuletzt eine Baby Lock Cover.
Dann kam die Idee mit dem Blog, dann der Shop, und da sind wir jetzt…
Oh, noch etwas: die meisten Blogbeiträge, und Artikelbeschreibungen im Shop sind ohne Fehler. Dies ist meinem Schwiegervater zu verdanken, der sich netterweise durch all meine Texte kämpft und meine durchgeknallten Sätze zurechtbiegt. Mein Mann kann da leider nicht helfen, er ist an mein Deutsch gewöhnt…