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Eintritt frei – Kollekte
Sonntag, 1. November 2020
17.00 Uhr
Kulturraum Jung Rhy
Alte Landstrasse 6a, Altstätten
«Quatuor pour la fin du temps»
OLIVIER MESSIAEN (1908 – 1992)
„Quatuor pour la fin du temps“
Quartett vom Ende der Zeit
für Klarinette, Violine, Violoncello, Klavier
Aufführung mit Sprecher (analog der Uraufführung von 1941)
„Der Krieg hat tiefe Spuren in Messiaens Schaffen hinterlassen: Seine Musik bekommt unvermittelt einen noch größeren Ernst, der sich in den Monaten des Leidens einstellte und apokalyptische Visionen hervorbrachte.“ (Theo Hirsbrunner)
„Quatuor pour la fin du temps“
Der französische Komponist Olivier Messiaens geriet 1940 während des 2. Weltkriegs in deutsche Kriegsgefangenschaft und wurde im Gefangenenlager Görlitz inhaftiert. Mit ihm noch drei weitere Musiker – ein Klarinettist, ein Geiger und ein Cellist.
Während dieser Zeit der Repression und der Unterdrückung schrieb der Komponist eines der wichtigsten musikalischen Werke des frühen 20. Jahrhunderts: «Quatuor pour la fin du temps».
Am 15. Januar 1941 wurde es im Stammlager VIII A im Gefangenenlager in Görlitz uraufgeführt: Vor über 400 Mitgefangenen und Wachen, im Winterregen, auf hinfälligen Instrumenten. Nie danach sei einem seiner Werke mit mehr Aufmerksamkeit zugehört worden als an diesem Tag, sagte der Komponist später.
Teile der Komposition weisen auf die Offenbarung des Johannes hin (2., 6. und 7. Satz): „Und ich sah einen starken Engel vom Himmel herabkommen, der war mit einer Wolke bekleidet und hatte den Regenbogen auf seinem Haupt und ein Antlitz wie die Sonne und Füße wie Feuersäulen. Und er hatte in seiner Hand ein Büchlein, das war aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde … Und der Engel, den ich stehen sah auf dem Meer und auf der Erde, hob seine rechte Hand gen Himmel und er schwur bei dem, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, dass hinfort keine Zeit mehr sein soll, sondern in den Tagen des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes.“ (Offenbarung 10, 1-2 und 5-7)
Musik, die unter den unmenschlichsten Bedingungen entstanden ist, lässt uns auch heute noch eine Tiefe erfahren, welche es wert ist, sie zu erfahren und zu durchleben.
Die Sätze:
1. Liturgie de cristal
2. Vocalise, pour l’Ange qui annonce la fin du Temps
3. Abîme des oiseaux
4. Intermède
5. Louange à l’Éternité de Jésus
6. Danse de la fureur, pour les sept trompettes
7. Fouillis d’arcs-en-ciel, pour l’Ange qui annonce la fin du Temps
8. Louange à l’Immortalité de Jésus
Weitere Informationen zum Werk sind hier zu finden.
Die Ausführenden
Sandra Schmid ist in Altstätten aufgewachsen und wohnt nach längeren Studienaufenthalten wieder in ihrer Heimatstadt. Nach dem Lehrdiplom am Landeskonservatorium in Feldkirch bei Professor Alois Brandhofer, führte sie die Ausbildung nach Basel. An der dortigen Musikakademie schloss sie das Konzertdiplom bei Professor François Benda ab und gab im Jahr 2000 ihr Solistendebut (C. Debussy, Première Rhapsodie) mit dem Basler Sinfonie-orchester unter Jost Meier. Meisterkurse bei namhaften Klarinettisten wie Karl Leister (D), Guy Deplus (F) und Thomas Friedli (CH) runden ihre Ausbildung ab. Seither unterrichtet sie Klarinette und Ensemble an zwei Musikschulen und ist als freischaffende Klarinettistin tätig. Sie ist Mitglied verschiedener Kammermusikformationen und Projektorchester.
Joachim Tschann wurde in Bludenz geboren und erhielt seinen ersten Violinunterricht im Alter von sieben Jahren. Während des Besuchs des Musikgymnasiums in Feldkirch erhielt er Unterricht sowohl am Landeskonservatorium Feldkirch als auch am Konservatorium Zürich. Er setzte sein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Günter Pichler fort. Nach Abschluss seiner Studien lebt er seit 2016 wieder in Vorarlberg. Seine Konzerttätigkeit als Solist, Kammermusiker, Konzertmeister oder Orchestermusiker führen ihn mittlerweile in verschiedene Teile Europas und der Welt. Er ist Mitglied in verschiedenen Orchestern (Symphonieorchester Vorarlberg, Tonkünstlerorchester Niederösterreich, Salonorchester Alt Wien, Divertimento Viennese u.a.). Joachim Tschann unterrichtet seit 2015 neben seiner Konzerttätigkeit am Gymnasium Schillerstraße in Feldkirch.
Nach seiner intensiven musikalischen und cellistischen Erziehung bei Ekkehard Hessenbruch begann Mathias Johansen sein Studium 2005 bei Prof. Wen-Sinn Yang, wechselte 2008 zu Prof. Troels Svane und war seit 2011 Master-Student bei Frans Helmerson an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. 2014 wurde er zum Konzertexamen bei Prof. Conradin Brotbek an der Musikhochschule Stuttgart zugelassen, welches er mit Auszeichnung bestand. Meisterkurse bei David Geringas, Wolfgang Boettcher, Jens Peter Maintz, Daniel Müller-Schott, Gustav Rivinius, Wolfgang Emanuel Schmidt und Natalia Gutman ergänzen seinen künstlerischen Werdegang, ebenso die starken Impulse für den Umgang mit alter Musik von Hans-Jürgen Schnoor.
Mathias Johansen ist ein gefragter Kammermusiker und Solist, er spielt regelmäßig die großen Cellokonzerte aller Epochen, er konzertierte als Solist u. a. in der Berliner Philharmonie und der Laeiszhalle und arbeitet mit dem Litauischen „State Symphony Orchestra“ unter Gintaras Rikevicius. Mathias Johansen unterrichtet das Hauptfach Violoncello am Landeskonservatorium Feldkirch.
www.mathiasjohansen.de
Der in Österreich geborene Pianist mit türkischen Wurzeln Yunus Kaya führt eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland. Er trat in zahlreichen europäischen Ländern als Solist und Kammermusiker auf, wie etwa beim Salzburger Kammermusikfestival, beim Internationalen Bodenseefestival und bei der Chopin-Gesellschaft Vorarlberg. Solistisch konzertierte er mit Orchestern wie etwa dem Russischen Philharmonischen Kammerorchester „Klassika“, dem Symphonieorchester Vorarlberg und finnischen Jalas Chamber Orchestra. Diverse Konzerte wurden vom österreichischen Rundfunk Ö1 und von Radio Swiss Classic ausgestrahlt. Yunus Kaya studierte am Vorarlberger Landeskonservatorium bei Ferenc Bognár und an der Universität Mozarteum Salzburg bei Imre Rohmann. Sämtliche Studien schloss er mit Auszeichnung ab. Er erhielt 2008 das Bösendorfer-Stipendium und war 2012 Stipendiat der von Yehudi Menuhin gegründeten Organisation „Live Music Now“. Meisterkurse absolvierte der Pianist bei Cristina Ortiz und Taihang Du und erhielt zudem wichtige musikalische Impulse von Fazil Say, Irina Puryshinskaja, Clemens Hagen und Rainer Schmidt. Yunus Kaya gibt regelmäßig Meisterkurse für Klavier in Konservatorien in Italien, Finnland und der Türkei. Seit 2013 ist er Dozent am Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch.
Stefan Pohl, geboren 1981 in Graz, kam mit eineinhalb Jahren nach Alberschwende, wo er als drittes von sieben Kindern aufwuchs. 2000 maturierte er am BORG Egg, danach besuchte er die Filmschule Wien und begann auf verschiedenen Bühnen Theater zu spielen, u. a. am Volkstheater Wien, am Vorarlberger Volkstheater und im Theater Kosmos, wo er auch selbst inszenierte. 2012 feierte er im Film „Grenzgänger“ sein Debüt als Filmschauspieler. Mehrere Auftritte vor der Kamera folgten, u. a. in „Spuren des Bösen“, „Maximilian“ (Regie: Andreas Prochaska) und im Thriller „Die Hölle“ unter der Regie von Stefan Ruzowitzky. Bei der in Vorarlberg produzierten Krimi – Reihe „Die Toten vom Bodensee“ spielt er den Rechtsmediziner Dr. Thomas Egger.
Fotos: Victor Marin