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Diesmal zeigte er auf dem Weg in den Halbfinal zumindest zweieinhalb Sätze lang eine glänzende Vorstellung. Mit unglaublicher Wucht, aber auch immer wieder mit Finesse überforderte er Ramos-Viñolas, die Nummer 55 der Welt, für den schon der Einzug unter die letzten acht ein grosser Erfolg darstellte. Erst in der Schlussphase bekundete Wawrinka etwas Mühe und wurde deutlich fehleranfälliger.
Im Tiebreak des dritten Satzes musste Wawrinka sogar einen Satzball abwehren. “Ich habe ein wenig die Konzentration verloren”, gestand der Waadtländer. Spannung kam trotzdem nicht wirklich auf, dafür war Wawrinka insgesamt zu überlegen. Die Zuschauer auf dem Court Suzanne Lenglen, dem zweitgrössten in Roland Garros, konnten sich aber an den Schlägen des Weltranglisten-Vierten erfreuen. Das war immerhin schon mal was, schliesslich schloss der zweifache Major-Turniersieger eine ganze Reihe von Ballwechseln mit Winnern ab, die ihren Platz in einer Best-of-Reihe hätten.
Nach knapp zwei Stunden stand der Sieg fest, der noch etwas schneller zustande gekommen wäre, wenn Wawrinka im dritten Satz nicht einen Break-Vorsprung verspielt hätte. Der Romand war mit seinem Spiel zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr zufrieden und beklagte sich, er hätte den Rhythmus verloren. Nun hat Wawrinka einen Tag Pause. Am Freitag steht der Halbfinal an.
Zum sechsten Mal in seiner Karriere steht Wawrinka im Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers. Alle Vorstösse unter die letzten vier schaffte er in den letzten knapp drei Jahren, den ersten beim US Open 2013, als er an Novak Djokovic scheiterte. Seine Bilanz in Major-Halbfinals ist mit 2:3 Siegen leicht negativ. Im letzten Jahr hatte er auf dem Weg zum Titel im Halbfinal Jo-Wilfried Tsonga geschlagen.
Nun wartet am Freitag Andy Murray auf Wawrinka. Der Schotte setzte sich gegen Richard Gasquet (ATP 12) 5:7, 7:6 (7:3), 6:0, 6:2 durch. In den ersten beiden Sätzen hielt Gasquet, der letzte Franzose in den Einzel-Wettbewerben, exzellent mit. Nach dem verlorenen Tiebreak brach der Einheimische aber ein, und Murray dominierte den Rest der Partie ohne Probleme.
Gegen Murray hat Wawrinka zwar acht der bisherigen 15 Partien verloren, aber die letzten drei gewonnen. Zudem setzte sich der French-Open-Champion auch bei ihren einzigen zwei Duellen auf Sand durch. Aufgrund der bisherigen Leistungen in Roland Garros ist Wawrinka zu favorisieren.
Die zweite Halbfinal-Paarung wird erst am Donnerstag ermittelt. Novak Djokovic trifft in seinem bereits zehnten French-Open-Viertelfinal auf Tomas Berdych (ATP 8). Sollte sich der serbische Weltranglisten-Erste durchsetzen, führt sein Weg in den Final über den Belgier David Goffin (ATP 13) oder den Österreicher Dominic Thiem (ATP 15).
(SDA)