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Über das Hilfsprojekt Berufskurse für Minderheiten in Bangladesch
Mit dem Hilfsprojekt «Alusama Froi» fördert CO-OPERAID Berufskurse für junge Menschen aus ethnischen Minderheiten an einer neu aufgebauten Berufsschule. Die Berufsschule befindet sich in Thanchi in den Chittagong Hill Tracts, Bangladesch. Hier erwerben Jugendliche und junge Mütter, die den «Hill Tribes» (dt.: Bergstämme) angehören, in verschiedenen Kursen berufliche Fähigkeiten. Ohne solche Kenntnisse muss sich die kaum ausgebildete Jugend der Minderheiten mit schlecht bezahlten Gelegenheitsarbeiten durchschlagen oder wenig ergiebige Landwirtschaft betreiben (Landverlust, schwindende Ressourcen). Die Berufskurse, z.B. zum Schreiner, zur Schneiderin oder für Computeranwender, eröffnen die Möglichkeit auf eine Anstellung oder eine selbständige Tätigkeit mit einem kleinen Geschäft. Der Erfolg auf dem Arbeitsmarkt war im bisherigen Projektverlauf bemerkenswert. Einige Abgänger/innen haben das erste Geschäft der jeweiligen Branche in der Region eröffnet.
Begünstigte des Hilfsprojektes in Bangladesch
Ziele des Hilfsprojektes in Bangladesch
Berufskurse für Angehörige ethnischer Minderheiten
Es wird eine Berufsschule in Thanchi im Südosten Bangladeschs betrieben. Hier werden marktorientierte Berufskurse (Dauer 3-6 Monate) für Angehörige der ethnischer Minderheiten (Hill Tribes) angeboten. Auch die Vermittlung von Geschäftskenntnissen sowie Alphabetisierungskurse sind Teil des Hilfsprogramms.
Unterstützung beim Berufseinstieg
Schulabgänger/innen werden bei der Arbeitssuche oder auf ihrem Weg in die Selbständigkeit unterstützt (z.B. Abgabe von Werkzeugen oder Maschinen, Mikrokredite). Zusätzlich wird ein Netzwerk für Berufsbildung im Projektgebiet etabliert (lokale Wirtschaft, Meinungsführer, Behörden), das Informationen und Wissen vermittelt.
Nachhaltige Finanzierung der Berufsschule
Um Einkommen zu generieren, betreibt die Schule in Thanchi / Bangladesch kommerzielle Zweige. Sie fertigt Produkte auf Bestellung an und betreibt eine Rinderzucht (im Aufbau; Start 2018/2019) sowie ein Gästehaus (im Aufbau; Start 2018/2019; wird auch als Lehrstätte für den Kurs Gastgewerbe/Hotellerie genutzt).
Eine Stimme aus dem Hilfsprojekt in Bangladesch
«Mein Vater und meine Mutter sind arme Jum-Bauern, und mit ihrem mageren Einkommen konnten wir kaum unsere dringendsten Bedürfnisse decken. Durch meine Ausbildung und die finanzielle Unterstützung, konnte ich eine kleine Schneiderei am Ramekree Marktplatz eröffnen. Das Familieneinkommen steigt seitdem. Heute sagen mir meine Verwandten und andere Menschen aus meiner Gemeinde, dass mein Erfolg sie inspiriert.»
Häufige Fragen
Das Projekt wurde im Januar 2018 gestartet und wird im Dezember 2020 abgeschlossen. Es ist die III. Phase des Hilfsprojektes in Bangladesch für ethnische Minderheiten. Dieses wurde bereits 2012 mit dem Bau der Berufsschule in Thanchi und der Einführung erster Kurse in den Bereichen Weben, Schneiderei, Schreinerei, Gärtnerei und Computeranwendung begonnen.
Durchführungsort ist der Marktort Thanchi im Distrikt Bandarban in den Chittagong Hill Tracts im Südosten von Bangladesch.
Partnerorganisation für das Hilfsprojekt in Bangladesch ist Humanitarian Foundation (HF). Diese setzt sich seit 1999 für die ethnischen Minderheiten der Chittagong Hill Tracts ein.
Die Begünstigten (rund 600 Jugendliche in 3 Jahren) stammen aus 216 Dörfern des Berggebiets in der Region Thanchi im Südosten Bangladeschs. Sie sind Angehörige ethnischer Minderheiten (Bergstämme, Hill Tribes), wobei die Kurse der ganzen Bevölkerung, also auch Bengalen offen stehen. Die Minderheiten leben überwiegend von der «Jum»-Landwirtschaft (Brandrodung) und vom Fischfang und unterscheiden sich vom Rest der Bevölkerung Bangladeschs durch ihre Kultur, Ethnie, Sprache und Religion.
Die Hill Tribes werden von der Regierung in Bangladesch als Primitive wahrgenommen und stark diskriminiert. Gewaltsame Übergriffe und Enteignungen der Angehörigen der Minderheiten zu Gunsten von Bengalen oder Firmen sind häufig. Gesundheitsversorgung und Bildungseinrichtungen gibt es für sie kaum. Jugendliche dieser indigenen Minderheiten haben keine Möglichkeit, berufliche Fertigkeiten zu erwerben, da entsprechende Bildungsangebote oder Lehrbetriebe fehlen. Ihre Grundbildung ist oft mangelhaft (nur wenige Schuljahre), so dass sie keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Besonders schwierig ist die Situation der Frauen, da sie auch innerhalb der Gesellschaft der Hill Tribes kaum Rechte haben und sie oft noch eine deutlich schlechtere Grundbildung als die Männer haben. Daher ist die Förderung von Frauen ein wesentlicher Bestandteil des Hilfsprojektes.
Es gibt Kurse in den Bereichen Schreinerei, Maurerei, Schneiderei, Blockbatik, Hotel-Management & Gastronomie, Elektrik, Computeranwendung, Reparatur von Mobiltelefonen und Chauffeur. Diese stehen sowohl den Angehörigen ethnischer Minderheiten (Hill Tribes) als auch anderen Bengalen offen.
Die Schule soll nicht nur Lehranstalt, sondern auch ein soziales Unternehmen werden, welches sich nachhaltig selbst finanzieren kann. Einkommensquellen sind:
- Ausbildungs- und Aufenthaltsgebühren (Internat), welche die Lehrlinge zahlen
- Der Verkauf von selbst produzierten Waren (Webereiwaren, Tücher und Möbel) und Lebensmitteln. Zu diesem Zweck gibt es eine Werkstatt in Thanchi, einen grossen Obst- und Gemüsegarten und einen Verkaufsladen in Bandarban
- Rinderaufzucht
- Gästehaus (Inland-Tourismus)