Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03554.jsonl.gz/1436

Akutes Delirium mit einfachen Massnahmen bei älteren Menschen vermeiden
Bei älteren Spitalspatienten lassen sich akute Verwirrtheitszustände durch nicht pharmakologische Massnahmen häufig verhindern, wie eine Metaanalyse im JAMA Internal Medicine zeigt. Dazu zählen z.B. ausreichende Ernährung und Trinkmenge, erholsamer Schlaf, Behebung von Hör- oder Sehstörungen, tägliche Bewegung und mehrmals tägliche "Re-Orientierung" über Ort und Zeit.
Die Metaanalyse umfasst 14 Interventionsstudien, in denen der Einfluss von nicht pharmakologischen Massnahmen auf die Häufigkeit eines akuten Delirs, das Sturzrisiko, die Länge des Spitalaufenthaltes, die Notwendigkeit eines Übertritts in eine Pflegeeinrichtung (Institutionalisierung) sowie auf die Häufigkeit funktioneller und kognitiver Folgestörungen evaluiert wurden.
In 11 Studien wurde die Inzidenz der Delirien signifikant um 53% gesenkt. In 4 randomisierten und gematchten Studien lag die Reduktion der Inzidenz bei 44%. In 4 Studien zeigte sich eine Abnahme der Stürze um 62% und in zwei randomisierten und gematchten Studien eine Abnahme um 64%. Ein Trend zur Verbesserung zeigte sich bei der Spitalaufenthaltsdauer (Differenz um median 0.16 Tage bzw. 0.33 Tage in randomisierten und gematchten Studien) und bei der Wahrscheinlichkeit im Pflegeheim zu landen (Differenz um 5% bzw. 6% in randomisierten und gematchten Studien). Eine Metaanalyse zum Einfluss auf funktionelle und kognitive Folgestörungen war wegen der heterogenen Ergebnisse der Einzelstudien nicht möglich.
Fazit der Autoren: Mit nicht pharmakologischen Massnahmen lässt sich die Häufigkeit des akuten Delirs und von Folgestürzen bei stationierten älteren Patienten signifikant reduzieren, mit einem Trend zu einem kürzeren Spitalsaufenthalt und einem geringeren Risiko für einen Übertritt in ein Pflegeheim.
Link zur Studie
JAMA Intern Med. 2015;175(4):512-520 - Hshieh TT et al.
28.04.2015 - gem