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Die Lage im Nordkorea-Konflikt eskaliert weiter. Kim hat offenbar am Sonntag einen Atombomben-Test durchgeführt.
Nur Stunden zuvor wurde bekannt, dass Nordkorea eine Wasserstoffbombe entwickelt hat, die von einer Interkontinentalrakete ins Ziel gebracht werden könnte.
Machthaber Kim Jong Un inspizierte offenbar im Institut für Atomwaffen eine entsprechende Wasserstoffbombe.Wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag mitteilte, soll es sich um eine «thermonukleare Waffe mit einer ausserordentlichen Explosionskraft» handeln. Beim Fabrik-Besuch lobte Staatschef Kin Jong Un den technologischen Durchbruch. Er sei «stolz auf die unbezwingbare Stärkung» der Streitkräfte.
Nach offizieller Darstellung lässt sich die Sprengkraft der neuen Waffe «von zehn Kilotonnen bis mehrere hundert Kilotonnen» variieren. Die Angaben liessen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Wasserstoffbomben, auch thermonukleare Waffen genannt, sind potenziell besonders verheerende Nuklearwaffen. Mit ihnen lassen sich weit stärkere atomare Explosionen erzeugen als mit einstufigen Atombomben.
Alle Komponenten der neuen Bombe seien «zu 100 Prozent im eigenen Land hergestellt», meldete die Agentur weiter. Damit könne das Land beliebig viele dieser Bomben bauen.Im Januar 2016 hatte Pjöngjang erklärt, erstmals eine Wasserstoffbombe erfolgreich getestet zu haben.
In der Vergangenheit hat Nordkorea-Diktator Kim immer wieder mal mit seinen Waffen geblufft. Die US-Verteidigungsexpertin Melissa Hanham sagte gegenüber BBC, dass der Sprengkopf in der Tat wie eine Wasserstoffbombe aussehe. «Wir wissen aber nicht, ob sich darin bloss Styropor oder tatsächlich eine Atombombe befindet.»
Bei künftigen Tests werde man nicht verifizieren können, ob der Sprengkopf tatsächlich auf eine Interkontinentalrakete passen würde, wie Nordkorea verlauten lässt.
Im Nordkorea-Konflikt haben Japans Premier Shinzo Abe und die US-Präsident Donald Trump bei einem neuen Telefonat vereinbart, den Druck auf Pjöngjang zu maximieren. Dabei sei die Bedeutung enger Zusammenarbeit der USA, Japans und Südkoreas angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Nordkorea unterstrichen worden, teilte das Weisse Haus in der Nacht zum Sonntag mit. Aus der Erklärung ging nicht hervor, ob das Gespräch vor oder nach der Verlautbarung Nordkoreas über eine neue Wasserstoffbombe, die auf Interkontinentalraketen passt, erfolgte. «Wir waren uns einig, dass wir untereinander und mit Südkorea eng koordinieren und mit der internationalen Gemeinschaft kooperieren müssen, um den Druck auf Nordkorea zu erhören und es zu bewegen, seine Politik zu ändern», sagte Abe am Sonntagmorgen in Tokio.Es war bereits das dritte Gespräch Trumps und Abes seit Nordkorea Anfang der Woche eine Rakete über Japan hinweg in den Pazifik abgefeuert hatte.
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(sda/afp/reu)