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Von Richard Sommer, Museum im Zeughaus
4. Museumstag vom Samstag, 1. Juli 2017: Neue Sonderausstellung
Vor 100 Jahren wurden während des Ersten Weltkriegs 300‘000 Internierte und Evakuierte aus Deutschland durch die Schweiz in ihre Heimat Frankreich zurückgeführt. Sie kamen in Schaffhausen in die Schweiz, wo sie von Freiwilligen verpflegt, gepflegt und eingekleidet wurden, bevor sie ihre Weiterreise antraten. Das Museum im Zeughaus würdigt in einer Ausstellung das Schicksal dieser Internierten und die beispiellose, aufopfernde Hilfe, die von der Schaffhauser Bevölkerung für diese notleidenden Frauen, Kinder und Betagten geleistet wurde. Die Ausstellung erhellt zudem die politischen und militärischen Hintergründe, die zu dieser Repatriierungsaktion führten.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurden in Europa Tausende von Menschen im Ausland vom Kriegsausbruch überrascht und dort interniert. Im Verlauf des Krieges wurden in den von Deutschland eroberten Gebieten Menschen vertrieben und in Lagern interniert. Die Schweiz engagierte sich für die Rückführung dieser Internierten aus der Not in die Heimat.
Schaffhausen war eine der drei Schweizer Grenzstädte, die als Übergangsstellen die nicht waffenfähigen, grösstenteils französischen Staatsbürger in Empfang nahmen und versorgten, bevor sie über Genf in ihre Heimat zurückgeführt wurden. Diese Betreuung wurde zunächst von privater Seite organisiert und von Freiwilligen umgesetzt. Ab 1915 übernahm das Militär diese Aufgabe, war aber nach kurzer Zeit überfordert, was erneut die Hilfe der Schaffhauser Freiwilligen erforderte.
Zahlreiche Dankesbezeugungen von Hilfeempfängern sowie ein Denkmal, das Frankreich 1922 in Schaffhausen errichten liess, erinnern an diese beispiellose Liebestätigkeit.
Die reich bebilderte und dokumentierte Ausstellung wird am Samstag, 1. Juli 2017 im Museum im Zeughaus, Randenstrasse 34, 8200 Schaffhausen eröffnet.
Weitere Informationen unter www.museumimzeughaus.ch.