Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/2618

Nebst dem obligatorischen Meldewesen bot das BAZL seit 2007 auch die Möglichkeit, Ereignisse freiwillig in anonymisierter Form über das Swiss Aviation Notification System (SWANS) zu melden. Dieses wurde im Hinblick auf die neue EU- Verordnung 376/2014 bereits am 1. Januar 2016 in einen neuen Meldekanal überführt. Auch der neue Meldekanal bietet die Möglichkeit, das BAZL im Rahmen der sogenannten „Just Culture“ über Vorkommnisse zu informieren und Sicherheitsbedenken aller Art zu melden.
Sämtliche Personen, die direkt oder indirekt im Flugbereich tätig sind, können einen freiwilligen Bericht an das BAZL senden.
Freiwillige Meldungen können über das durch die EU zur Verfügung gestellte Meldeportal abgesetzt werden. Das System leitet die Meldung automatisch an das BAZL weiter. Andere Behörden oder Organisationen haben keinen Zugriff auf die Meldung.
Betriebsunterbrüche, Mängel, Fehlfunktionen oder andere Gegebenheiten, bei welchen die Sicherheit eines Luftfahrzeugs, seiner
Insassen oder Dritter gefährdet war oder künftig gefährdet sein könnte. Gemeldet werden können ebenfalls Ereignisse, die bisher keine Gefahr darstellten aber dennoch ein potenzielles Risiko für die Sicherheit im Luftfahrtssystem enthalten.
- Wenn andere Möglichkeiten der Berichterstattung nicht verfügbar oder angebracht sind
- Wenn Sie die üblichen Verfahren ausgeschöpft haben, ohne ein Resultat zu erzielen
- Wenn die Meldung Ihr Arbeitsverhältnis gefährden könnte
- Wenn die von Ihnen gemachte Erfahrung zur Verbesserung der Sicherheit in der Zivilluftfahrt beitragen könnte
- Anzeigen gegen Dritte (diese sind auf dem ordentlichen Weg an das BAZL zu richten)
- Allgemeine Beschwerden (beispielsweise betreffend Lärmemissionen)
Jede Person, die einen Vorfall oder einen sicherheitsrelevanten Hinweis über diesen Kanal meldet, erhält bei Angabe einer E-Mailadresse eine Empfangsbestätigung und eine Kopie seiner Meldung.
Die Meldung wird durch das BAZL erfasst, beurteilt und analysiert. Aufgrund identifizierter Sicherheitsrisiken werden Maßnahmen definiert. Darüber hinaus werden die aus den Meldungen gezogenen Lehren („Lessons learned from occurrence reports") in periodischen Berichten oder auf dem Internet publiziert, um den Informationsaustausch mit der Industrie zu pflegen.
Mit Inkrafttreten der EU-Verordnung 376/2014 im April 2016 unterliegen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Zivilluftfahrt dem obligatorischen Meldewesen. Privatpiloten und -pilotinnen sind ab diesem Zeitpunkt dazu verpflichtet, bestimmte sicherheitsrelevante Ereignisse (beispielsweise eine Luftraumverletzung) zu melden. Nicht meldepflichtige Ereignisse können aber nach wie vor freiwillig gemeldet werden.
Meldeportal
Obligatorische und freiwillige Meldungen müssen über eine ECCAIRS- Schnittstelle (spezielle Installation notwendig) oder über das hier zur Verfügung gestellte Meldeportal abgesetzt werden. Das Portal ist in Englisch aufgesetzt, die Eintragungen können jedoch auch in Deutsch, Französisch oder Italienisch erfolgen.
Meldestelle ROJCA (Reporting Office for Just Culture in Civil Aviation)
Das ROJCA ist eine Meldestelle im UVEK, die der Just Culture und insbesondere dem Schutz der Informationsquelle einer Ereignismeldung im Bereich der Schweizerischen Zivilluftfahrt dient. Personen, die mutmassliche Verstösse gegen den Schutz der Informationsquelle seitens ihren Behörden, Unternehmen oder Organisationen beobachten, können die Meldestelle darüber in Kenntnis setzen.
Das ROJCA ersetzt das Meldewesen des Bundesamts für Zivilluftfahrt nicht. Meldungen zu Ereignissen im Zusammenhang mit der Luftfahrtsicherheit sind auf dem oben erwähnten Meldeweg zu erstatten.
Weiterführende Informationen
Links
Rechtsgrundlagen