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Diskutiere mit uns "Was ist Liebe?"
Liebe ist eine psychische Haltung, die mit Gefühlen einhergeht und unsere Wünsche und unser Handeln beeinflusst. Sie ist zunächst einmal eine Relation zwischen einem Subjekt und einem Objekt, typischerweise zwischen zwei Personen. Barack liebt Michelle, Cynthia liebt Christine, Werther liebt Lotte, Scarlett liebt Ashley. Liebe kann, muss aber nicht wechselseitig sein: Michelle liebt Barack, Lotte jedoch liebt Werther nicht. Zu lieben kann, muss aber nicht glücklich machen: Cynthia ist glücklich, Werther ist es nicht. Liebe kann lange anhalten, aber auch abhanden kommen: Scarlett merkt irgendwann, dass sie nicht mehr Ashley, sondern längst Rhett Butler liebt. Liebe wandelt sich und kann wachsen, wenn Subjekt und Objekt sich verändern: Barack, der Präsident, liebt Michelle auf andere Weise als Barack, der Student, und er hat sie noch nie so sehr geliebt wie heute. Eine wechselseitige Liebe ist von der gemeinsamen Geschichte und dem Wandel beider Liebenden geprägt und dadurch einzigartig.
Obschon es sich bei der Liebe gewissermassen um ein universelles Phänomen handelt, das Menschen wohl seit Anbeginn der Zeit verspüren, sind sich viele Philosophen darin einig, dass das Konzept der Liebe als romantisches, sexuelles oder zwischenmenschliches Phänomen relativ jungen Datums ist. Denn erst im ausgehenden 18. Jahrhundert, als die innere wie äussere Gefühlswelt der Menschen in den Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens gestellt wurde, begann eine intellektuelle Entwicklung, die das Konzept der romantischen Liebe, wie wir sie heute begreifen, ermöglichte.
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