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Die Privatbank Julius Bär soll offenbar ein Kautionsgeld von 3,75 Millionen Euro bei den französischen Behörden hinterlegen. Damit sollen potentielle Forderungen aus einer Untersuchung über einen möglichen Mehrwertsteuerbetrug auf dem Markt für Emissionsrechte von Kohlendioxid (CO2) gedeckt werden, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Quelle aus Justizkreisen in Frankreich.
Die Bank wird verdächtigt, auf einem in der Schweiz eröffneten Julius-Bär-Konto Gelder aus diesem Betrugsskandal empfangen zu haben, ohne die nötigen Nachprüfungen anzustellen.
Verdacht auf «mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften»
Julius Bär lehnte gegenüber der Nachrichtenagentur awp einen Kommentar zu der Meldung ab, da man einzelne prozedurale Schritte nicht kommentiere. Eine Sprecherin legte indes Wert auf die Feststellung, dass sich die Untersuchung gegen einen ehemaligen Kunden der Bank richte. Gegenüber Julius Bär bestehe lediglich der Verdacht auf «mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften».
Bereits im vergangenen Juli habe die Bank im Halbjahresbericht darauf hingewiesen, dass in Frankreich in diesem Zusammenhang ein formelles Verfahren gegen die Bank Julius Bär Co AG eingeleitet worden sei, so die Sprecherin weiter.
Bär kooperiert mit Behörden
Julius Bär kooperiere mit den französischen Behörden in dieser Sache «im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten», um den Sachverhalt aufzuklären und um die eigenen Interessen zu wahren.
Frankreich ist eines der wenigen Länder, die auch von Firmen Kautionen verlangen. Das bekam auch die Großbank UBS zu spüren, die Ende September 1,1 Milliarden Euro hinterlegen musste. Die französischen Behörden verdächtigten UBS, reichen Franzosen von 2004 bis 2012 geholfen zu haben, Gelder vor dem französischen Fiskus zu verstecken. Die Kaution bemisst sich nach Angaben aus Justizkreisen an der Höhe einer möglichen Geldstrafe.
(awp/reuters/ise)