Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/1732

Ein Obdachloser in zu grossen Kleidern bat Cesia Abigail um etwas Münz. Doch sie gab ihm viel mehr und veränderte sein Leben.
Cesia Abigail führt ein Café in Minnesota, USA. Kürzlich kam ein obdachloser Mann ins Café und fragte nach etwas Kleingeld. Anstatt ihn wegzuschicken, stellte Abigail eine einfache Frage: «Warum hast du keinen Job?» Der Mann schaute nach unten und Antwortete: «Naja, ich habe ein paar Einträge im Strafregister und niemand will mich mehr anstellen. Also überlebe ich so, wie ich es kenne. Ich bettle und stehle.»
Abigails Geschäft lief gerade schlecht und sie hatte Personalmangel. Also vertraute sie in den Mann und gab ihm eine Chance. Sie sagte: «Du willst arbeiten? Hier, ich hab einen Job für dich!» «Ich mache alles für etwas Essbares», erwiderte der Obdachlose mit einem breiten Grinsen und strahlenden Augen.
Er kriegte von Abigail eine Schürze und ein Sandwich, bevor er mit Tellerwaschen und Ladenputzen beginnen sollte. Die Hälfte seines Brötchens ass er. Die andere packte er ein und gab sie einer anderen Obdachlosen auf der Strasse. «Das hat mich berührt», sagt Abigail zu «CBS». Zwei Stunden arbeitete Marcus, wie der Mann heisst, dann für Abigail. Am nächsten Tag durfte er wieder kommen.
Seither arbeitet er jeden Tag zwei Stunden, so viel kann Abigail bezahlen. Marcus ist jeden Tag pünktlich und arbeitet hart. Mit seinem Lohn macht er oft etwas Überraschendes: er kauft sich Essen in Abigails Café. Obwohl er es gratis haben könnte. Denn es fühle sich gut an, für sein Essen zu bezahlen, so Marcus.
Abigail teilte Marcus' Geschichte auf Facebook. Sie schreibt: «Tu etwas Gutes für jemanden und beurteile ihn nicht nur nach dem ersten Eindruck. Wir wissen nicht, warum [Obdachlose] betteln, wir kennen ihre Situation nicht. Einige verdienen eine zweite Chance.»
Marcus, der auf der Strasse lebt, seit er 16 Jahre alt war, ist auf gutem Weg, sein Leben umzukrempeln. Er und Abigail haben ein Bankkonto eingerichtet, auf das er 10 Prozent seines Lohnes einzahlt, um etwas anzusparen. «Wie Marcus hatte auch ich Leute, die mir halfen. Sie glaubten an mich. Alle Menschen brauchen jemanden, der an sie glaubt.»
Wir wünschen dir viel Erfolg, Marcus!