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Die Bezeichnung « Magnetresonanztomographie » wurde erstmals Anfang der 80er Jahren eingeführt. Diese Technik basiert auf der Resonanz von Atomkernen, welche sich in einem Magnetfeld befinden und von elektromagnetischen Wellen erregt werden. Das Signal, durch welches die Resonanz erzeugt wird, kann dann in ein Bild umgewandelt werden.
Die Kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) so wie wir es heute kennen musste erhebliche technische Schwierigkeiten überstehen, die vor allem mit der Bewegung des Herzens im Thorax aber auch der atmungsbedingten Thoraxbewegung zu tun haben. Die EKG-Synchronisierung, die Aufnahme in Apnoe sowie die Entwicklung von schnellen Messsequenzen mit hoher Zeitauflösung waren Meilensteine für die Optimierung der Bildqualität. In den 90er Jahren wurden paramagnetische Kontrastmittel für die klinische Anwendung verfügbar. Dies eröffnete eine neue Ära und ermöglichte die Entwicklung von Myokardperfusionssequenzen sowie Gewebecharakterisierung des Myokards.
Indikationen für CMR sind heute schon zahlreich und nehmen stetig zu. Die häufigsten Indikationen betreffen Kardiomyopathie (dilatierte, hypertrophe, rechtsventrikuläre arrythmogene), die Diagnose der koronaren Herzkranhkheit, die Klappenvitien sowie rechtsventrikuläre Abnormalitäten.
Dilatative Kardiomyopathie wird durch erweiterte Herzkammern sowie verminderte Ejektionsfraktion gekennzeichnet. CMR kann einerseits gewisse Pattern darstellen, die die Diagnose bestätigen. Andererseits kann die longitudinale Entwicklung der Erkrankung am besten festgestellt werden, weil diese Bildgebung die beste Reproduzierbarkeit für die Messung der Kammerdimensionen sowie der Herzfunktion bietet. Hypertrophe Kardiomyopathie ist durch die Verdickung des Ventrikels ohne Druckbelastung gekennzeichnet. Hier bietet CMR wertvolle Informationen für die Diagnose dank der globalen Darstellung allen Segmenten des linken Ventrikels, was von der Echokardiographie nicht immer geboten wird. Weiter erlaubt die Gewebecharakterisierung die Quantifizierung der Fibrose, was prognostisch wichtig ist und mit dem Risiko für plötzlichen Herztod eng verbunden ist. Rechtsventrikuläre arrythmogene Dysplasie wird durch Ersatz von normalem Myokard durch Fettgewebe, vor allem im rechten Ventrikel gekennzeichnet. CMR erlaubt eine globale Darstellung des rechten Ventrikels, die der Echokardiographie weit überlegen ist. Somit können Volumen und Funktion sehr genau eruiert werden, was besonders wichtig ist, da diese zwei Messungen zu den diagnostischen Kriterien gehören.
Myokardischämie kann anhand von zwei verschiedenen Protokollen nachgewiesen werden. Einerseits ist dies die Stressventrikulographie mit steigenden Dobutamindosen, andererseits die Myokardperfusion nach Kontrast- und Adenosinverabreichung. Beide Methoden wurden weitgehend validiert und gehören zu den am sensibelsten und spezifischsten nicht-invasiven Methoden zum Ischämienachweis. Weiterhin erlaubt die Bildaufnahme mehrere Minuten nach Kontrastgabe den Nachweis von einer Infarktnarbe. Die Ausdehnung der Narbe gibt Hinweise über die Wahrscheinlichkeit einer Normalisierung der lokalen Kontraktilität nach Revaskularisierung.
Echokardiographie ist normalerweise die Methode der Wahl zur Diagnose der Klappenvitien. Jedoch ist diese Methode nicht immer schlüssig, besonders wenn der Patient eine schlechte Echogenizität aufweist oder wenn der Fluss über die Klappe sehr exzentrisch liegt. In diesen ausgewählten Fällen kann CMR mittels verschiedener Methoden die Klapp-envitien quantifızieren, insbesondere für Klappeninsuffizienzen. Einerseits kann die Regurgitation anhand der Unterschied zwischen Auswurfvolumen beider Ventrikeln eruiert werden. Andererseits können anterograder und retrograder Fluss in die Aorta und in die Pulmonalarterie gemessen werden, was die genaue Messung der Regurgitationsfraktion ermöglicht.
CMR-Untersuchungen haben zwar zahlreiche Indikationen, es gibt jedoch gewisse Kontraindikationen, die diese Technik für gewisse Patienten verbietet. Einerseits muss man Kontraindikationen aus Sicherheitsgründen hier erwähnen. Andererseits gibt es gewisse patientenspezifische Faktoren, die die Bildqualität einschränken und somit die diagnostische Kraft der Untersuchung negativ beeinflussen. Hier muss man erwähnen, dass viele aktive oder passive Implantate nicht MR-tauglich sind und somit die Durchführung einer solchen Untersuchung nicht erlauben. Vor 10 Jahren waren aller Schrittmacher- und Defibrillatorpatienten in dieser Kategorie. Jedoch wurden seit 2011 zunehmend MR-taugliche Devices produziert, was eine signifikanter Fortschritt bedeutet. Nach Gadoliniumkontrastmittelverabreichung entwickelten niereninsuffiziente Patienten die sogenannte nephrogene systemische Fibrose. Moderne Kontrastmittel sind diesbezüglich sicherer. Jedoch müssen bei niereninsuffizienten Patienten gewisse Massnahmen beachtet werden und das Risiko/Nutzen Ratio genau abgewogen werden. Es ist hier auch wichtig zu erwähnen, dass unregelmässiger Herzrythmus die Bildqualität und somit die Aussagekraft der Untersuchung signifikant beeinträchtigen kann. Somit sind Patienten mit Vorhofflimmern oder häufigen Extrasystolen keine gute Kandidaten für CMR.