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Er tritt als Generaldirektor die Nachfolge von Claude Le Ber an, der die Genfer Privatbank Ende August 2011 aus familiären Gründen verlassen hatte. In der Zwischenzeit wurde das Geldinstitut interimistisch von Mitbegründer Robert Pennone (67) geführt. Pennone konzentriert sich nun wieder auf seine Aufgaben innerhalb des Verwaltungsrates um Präsident Bénédict Hentsch. Stricker verfügt über mehr als 25 Jahre Führungserfahrung im Finanzwesen. Seine Stationen: UBS in Zürich und London (1980 bis 1990); Citibank in Zürich und New York (1990 bis 1994); Bordier & Cie in Genf (1994 bis 2001); Union Bancaire Privée in Genf (2001 bis 2005). Anschliessend wurde Stricker Unternehmer. Er gründete die Luxusuhrenmarke Cabestan, die er Mitte 2009 an eine bedeutende Uhrenherstellergruppe verkaufte, und beteiligte sich Ende 2008 am Aufbau der im Finanzsektor tätigen Consulting-Gesellschaft Advalis, Genf. Die BBH existiert seit 2004 und zählt heute 50 Mitarbeitende.
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Warum kehren Sie vom unabhängigen Unternehmer wieder in ein Angestelltenverhältnis zurück und werden Chief Executive Officer einer Privatbank?
Andreas Stricker:
Als CEO hoffe ich, das Unternehmen mitgestalten zu können. Wir haben ein ambitiöses Wachstum geplant. Es wird auch meine Aufgabe sein, bei der Umsetzung wesentlich mitzuhelfen.
Aus welchen Gründen führt Sie Ihr Weg nun zurück zu einer Genfer Privatbank?
Die BBH geniesst einen ausgezeichneten Ruf. Ihr Hauptaktionär ist ein ausgewiesener Fachmann im Private Banking. Und die Grösse der Bank erlaubt eine ausgesprochene Kundennähe.
Wo steht die Banque Bénédict Hentsch & Cie heute? Und wie soll sie in fünf bis zehn Jahren positioniert sein?
Die Bank ist heute vorwiegend auf internationale Privatkunden ausgerichtet. Unsere Stossrichtung wird sich auf Kunden konzentrieren, die eine umfassende Vermögensberatung benötigen. In zehn Jahren sollten wir ein mittelgrosses Vermögensverwaltungshaus sein, das seine Kunden umfassend beraten kann.
Wie wichtig ist Ihnen persönlich Geld?
Geld bedeutet nur eine gewisse Sicherheit, man kann sich aber weder Gesundheit noch Zufriedenheit erkaufen.
Was langweilt Sie?
Wenn der pragmatische Ansatz fehlt und nur Theorie gilt.
Womit haben Sie als Kind am liebsten gespielt?
Ich war sportbegeistert und habe Fussball und Tennis gespielt.
Welches Buch hat Sie beeindruckt?
Ich lese gerne Biographien und historische Romane. Jack Welchs «Straight from the Gut» hat mir gut gefallen.
Was stimmt Sie traurig?
Wenn Menschen ihre Herkunft und ihre Wurzeln vergessen.
Wer sind die wichtigsten Menschen in Ihrem Leben?
Meine Frau und meine beiden Kinder.
Was würden Sie gerne erfinden?
Heute ist es immer wichtiger, an die Umwelt zu denken. Wir müssen uns ernsthaft überlegen, wie wir die Überlastung unserer Infrastrukturen der Mobilität lösen werden.
Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung ausserhalb der Arbeit?
Schiessen, Golf spielen und lesen.
Wie wohnen Sie?
In Vésenaz, einem Vorort von Genf.
Was für ein Auto fahren Sie?
Einen Jeep Wrangler.
Welche Fähigkeiten besässen Sie gerne?
Ich hätte gerne das Talent und die Geduld zum Schriftsteller.
Wie lautet Ihr Alltagsmotto?
Den Optimisten gehört die Welt.
Was ist Ihre grösste Sorge?
Die grosse Verschuldung der westlichen Welt, die zu einer Verringerung des Lebensstandards führen kann.
Was treibt Sie derzeit am stärksten an?
Die neue berufliche Herausforderung bei der Bank in dieser für Finanzinstitute schwierigen Zeit.
Wie wichtig ist Ihnen ein Leben ausserhalb der Arbeit?
Sehr wichtig, denn nur wer ein ausgewogenes Leben führt, kann Höchstleistungen erbringen.
Welchen kulinarischen Genüssen können Sie nicht widerstehen?
Einem Früchtekuchen meiner Frau.
Was kochen Sie am liebsten?
Da muss ich passen: Kochen gehört nicht zu meinen Leidenschaften.
Welchen Traum wollen Sie sich in Zukunft irgendeinmal erfüllen?
Eine Atlantiküberquerung mit einer Ankunft im Hafen von New York.
Welches Musikstück würden Sie als persönliche Hymne wählen?
Ich höre gerne französische Chansons von Francis Cabrel.
Steckbrief
- Name: Andreas Stricker
- Geburtstag: 31. März 1959
- Geburtsort: Grabs SG
- Zivilstand: Verheiratet
- Wohnort: Vésenaz GE
- Ausbildung: Eidg. dipl. Bankfachmann, Bern; Executive MBA Programm, SMP St. Gallen
- Bisherige Funktion: Partner, Advalis, Genf (1. Dezember 2008 bis 31. Januar 2012)
- Neue Funktion: Generaldirektor, Banque Bénédict Hentsch & Cie, Genf (ab 1. Februar 2012)