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Nach den Departementswahlen in Frankreich kontrolliert das konservativ-bürgerliche Lager künftig rund zwei Drittel der Gebietskörperschaften. Abgestraft wurden bei der zweiten Abstimmungsrunde die Sozialisten von Präsident François Hollande.
Den in der Nacht zum Montag veröffentlichten Endergebnissen zufolge hat die konservative Opposition um den früheren Staatschef Nicolas Sarkozy künftig in 66 der 101 Départements eine Mehrheit, die Sozialisten und andere linke Parteien kontrollieren 33 Gebiete. In den Départements Vaucluse und Guadeloupe war die Lage noch unklar.
Symbolträchtige Verluste eingefahren
Das konservative Bündnis aus UMP und der Zentrumspartei UDI konnte der Linken damit 25 Départements entreissen – ein UMP-Gebiet ging an die Linke. In die Kontrolle der Konservativen fielen auch die Départements Corrèze, in dem Hollandes Wahlkreis liegt, sowie Essonne, die Hochburg des Premiers Manuel Valls.
Der Front National hatte auf die Mehrheit in einem oder zwei Départements gehofft. Die rechtsextreme Partei etablierte sich zwar in zahlreichen Wahlkreisen, schaffte es aber knapp nicht, ein Departement unter ihre Kontrolle zu bringen. Trotzdem sprach Parteichefin Marine Le Pen angesichts der verbesserten Resultate von einem «aussergewöhnlichen» Ergebnis, das «die Basis für künftige Siege» schaffe.
«Missbilligungsvotum» gegen Regierung?
Der Ausgang der Wahlen ist keine Überraschung. Schon in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatten die Konservativen triumphiert und die Sozialisten eine empfindliche Niederlage erlitten. UMP und UDI kamen auf knapp 29 Prozent, vor der Front National mit 25 Prozent und den Sozialisten mit 21 Prozent.
Die Wahl hatte vor allem eine symbolische Bedeutung, da der politische Einfluss der Räte in den Départements begrenzt ist. Sie galt aber als wichtiger Stimmungstest. UMP-Chef Sarkzoy trat am Sonntagabend deshalb triumphierend vor die Kameras.
«Noch nie hat unsere politische Familie so viele Départements gewonnen», sagte er. Zugleich habe nie zuvor das Regierungslager so viele Gebiete verloren. Die «Missbilligung» der Franzosen gegenüber der Regierung sei beispiellos.
Der sozialistische Premierminister Valls machte die «Spaltung» des linken Lagers für die Wahlschlappe verantwortlich. Rund 40 Millionen Franzosen waren zum Urnengang aufgerufen worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,99 Prozent.