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Autor: irmgard lehmann
Es gibt wenig Bücher, die man zwei oder gar drei Mal liest. «Das Ende ist mein Anfang» ist so eines. Darin ist das Gespräch aufgezeichnet, das Vater und Sohn (2004 in der Toskana) miteinander führen, bevor die «grosse Reise zu Ende geht». Als der Journalist und Schriftsteller Tiziano Terzani spürt, dass er nicht mehr lange zu leben hat, setzt er sich noch einmal mit seinem Sohn Folco zusammen, um zurückzublicken auf ein reiches Leben und um bewusst Abschied zu nehmen. Damals ist der langjährige Asien-Korrespondent vom Krebs bereits schwer gezeichnet.
Terzani (geb. 1938) ist in ärmlichen Verhältnissen in Florenz aufgewachsen. Er verbrachte einen grossen Teil seines Lebens in Asien, wo er als Korrespondent für den Spiegel arbeitete. Er lebte in China und Japan und glaubte an Mao und Gandhi. Von ihren Ideen, so hoffte er, würde ein «neuer Mensch» ausgehen. Doch dem war nicht so. Tief enttäuscht über die Massaker im Namen des Kommunismus wandte er sich ab. Er gab den Journalismus auf, zog nach Indien und fand zur Spiritualität.
Das Buch ist eine Biografie (mit Fotos), spannend zum Lesen vom Anfang bis zum Schluss. Es gibt Einblick in geschichtliche Ereignisse, vermittelt aber auch Lebensweisheit: Ein wunderbares Gespräch über das Wagnis der Freiheit, über Mut, Liebe, Krankheit und Trauer, über die Vergänglichkeit und darüber, wie man loslassen kann.
Terzani ist 2004 dem Krebsleiden erlegen. Filmemacher Folco Terzani hat die Aufzeichnungen herausgegeben.
Tiziano Terzani: «Das Ende ist mein Anfang» – Ein Vater, ein Sohn und die grosse Reise des Lebens. DVA Spiegel-Buchverlag, 2006, 410 Seiten.