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- Das russische Frauenteam holt an den Olympischen Spielen in Tokio die Goldmedaille im Teamwettkampf.
- Überschattet wird die Entscheidung vom Rückzug von Simone Biles. Die Amerikanerin erklärt nach dem 1. Sprung Forfait.
- Grund dafür sei Angst um ihre mentale Gesundheit. Ob ihre Einsätze im Mehrkampf- sowie in den Gerätefinals gefährdet sind, ist noch nicht klar.
Es waren ungewöhnliche Szenen, die sich im Ariake Gymnastics Centre in Tokio abspielten. Die Topfavoritinnen aus den USA erlitten im Teamfinal ein Waterloo, allen voran Simone Biles. Der 19-fachen Weltmeisterin war zum Auftakt der Sprung komplett missraten, nur mit Mühe konnte sie einen Sturz vermeiden.
Von mentalen Problemen ausgebremst
Danach verliess sie für kurze Zeit die Halle und verzichtete in der Folge auf weitere Einsätze. Sie kehrte dann zurück und unterstützte ihre Teamkolleginnen. Es handle sich um ein «medizinisches Problem», hiess es zunächst in einem knappen Statement des amerikanischen Verbandes. Die Athletin selbst sprach von «Dämonen in meinem Kopf».
Es ist Mist, wenn man mit seinem eigenen Kopf kämpft.
Nach dem Wettkampf erklärte die 24-jährige Biles unter Tränen, warum sie ihren Wettkampf nach nur einem Gerät abgebrochen hatte. «Ich musste tun, was richtig für mich ist, mich auf meine mentale Gesundheit fokussieren und nicht mein Wohlbefinden gefährden», sagte sie und bekannte: «Wenn ich turne, habe ich weniger Selbstvertrauen, weniger Spass und bin nervöser. Es ist Mist, wenn man mit seinem eigenen Kopf kämpft.»
Gold für die Russinnen
Ohne ihre Ausnahme-Athletin zogen die Amerikanerinnen im Kampf um die Goldmedaille den Kürzeren und holten Silber. Der Sieg ging an die unter neutraler Flagge startenden Russinnen, die am Ende einen Vorsprung von knapp 3,5 Punkten aufwiesen. Bronze sicherte sich Grossbritannien. Bereits bei den Männern war die Team-Goldmedaille ins russische Lager gegangen.
Ob Biles in Tokio überhaupt noch an den Start geht, blieb zunächst offen. Während des Wettbewerbs am Dienstagabend wurde sie immer wieder von ihrer Trainerin in den Arm genommen und von den Kolleginnen getröstet. Ihr nächster Auftritt ist beim Mehrkampf-Final am Donnerstag geplant. Sie steht aber auch in allen vier Gerätefinals (1. - 3. August). Zunächst aber, teilte die US-Mannschaftsleitung mit, werde der Mittwoch einer «mentalen Ruhepause» der Athletinnen dienen.