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Seth Médiateur Tuyisabe kam im Alter von neun Jahren in die Schweiz. Jetzt ist er daran, die Prüfungen zum Anwalt abzulegen. Hier ist seine Geschichte.
1993 begann in Burundi der Bürgerkrieg. Es gab einen versuchten Mordanschlag auf Seths Vater, einen Bankangestellten. Der Vater musste fliehen. Er kam in die Schweiz, wo ihm befreundete Mitglieder einer katholischen Gemeinde Unterschlupf gewährten. In Burundi wurde dann ein enger Freund von einer Bombe getötet, der mit dem Auto von Seths Familie unterwegs war.
Seth, seine Mutter und Geschwister schafften es, mit dem letzten Flug aus Burundi auszureisen. Sie flohen nach Kamerun, wo sie zwei Jahre blieben, von dort ging's weiter in die Schweiz, wo sie wieder mit Seths Vater zusammenkamen. Sie wohnten in verschiedenen Asylzentren, bevor sie sich schliesslich in Lausanne niederliessen.
Zum ersten Mal in ihrem Leben sahen sie Schnee, staunten ob der vielen Busse und der öffentlichen Spielplätze. Erstaunt waren sie auch, dass die Schweizer auf den Bus rannten (in Burundi rennt man nur in einer Notlage), dass Menschen Hunde küssten und ihnen sogar Kleider anzogen.
Bereits in Kamerun hatte Seth Französisch gelernt, was ein Riesenschritt für seine Integration in der Schweiz bedeutete. Als Schlüssel für das Gefühl, sich zu Hause zu fühlen, nennt er jedoch den herzlichen Empfang durch Leute, denen er zu Beginn begegnet war. Seth ist Offizier in der Schweizer Milizarmee.