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Einmal mehr ist in einem befriedet wirkenden Europa entlang einer innergesellschaftlichen Bruchlinie durch geopolitische Kraftproben ein Krieg ausgebrochen. Noch 2012 war die Ukraine zusammen mit Polen) das Austragungsland einer Fussballeuropameisterschaft. Zwei Jahre später war ihr östlichster Landesteil Schauplatz der intensivsten Kriegshandlungen in Europa seit 1945.
In einer vierteiligen Artikelserie beleuchtet Fritz Kälin für den Think Tank den Konfliktverlauf in der Ostukraine in den Jahren 2014/2015 und leitet daraus mögliche Konsequenzen für die Schweizer Armee ab.
→ Weiterlesen: Krieg in der Ostukraine 2014/2015 (1/4): Invasionsangst, Mobilmachung und Eskalation
Der Jurist schaut auf sein Leben zurück: Chefbeamter des Bundes, Gemeinderat, Nationalrat, Verwaltungsrat, Oberst und Regimentskommandant.
Aus „Teil VII Der vergebliche Kampf eines Obersten am Gotthard“:
„Ich bin […] zu einem überzeugten Befürworter der Armee und insbesondere des Milizsystems geworden. Umso mehr bedrückt es mich, dass das heutige Konzept unserer Armee – wenn man ehrlich wäre – der Tod dieses Milizsystems ist.“ […] „Zwei bis drei Kampf-Brigaden reichen bei weitem nicht zur Verteidigung des Landes – und das ist der verfassungsmässige Hauptauftrag der Armee.“ (Seite 162)
→ Weiterlesen: Buchempfehlung: „Jean Pierre Bonny – Eine Lebensbilanz“
Im Jahr 1966 nahm die Luftwaffe (damals Flugwaffe) 58 Mirage III in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die schweizerische Militärflugzeugflotte, nebst den Mirage III, 220 Vampire, 250 Venom und 160 Hawker Hunter. Ende der 1960er-Jahre war man der Auffassung, knapp 700 Kampfflugzeuge seien für eine glaubwürdige Luftverteidigung des Landes erforderlich. Heute diskutieren wir darüber, ob wir den Schutz unseres Luftraumes dereinst 20, 30 oder sogar 50 neuen Flugzeugen übertragen sollen. Wie kam es zu diesem Sinkflug der Schweizer Luftwaffe in den vergangenen 50 Jahren?
→ Weiterlesen: Luftwaffe im Sinkflug (oder passender: kurz vor dem Crash)
Wie die Kavallerie galten die Radfahrer als Eliteeinheit, lautlos im Gefecht, berühmt für ihren Korpsgeist und topfit. Mehrere von ihnen schafften es bis in den Generalsrang, einer sogar in den den Bundesrat: Finanz- und Ex-Verteidigungsminister Ueli Maurer befehligte bis 1994 ein Radfahrer-Bataillon. Dabei war es in den Anfängen mit der Disziplin offenbar nicht zum Besten bestellt: „Dank der Schnelligkeit ihrer Stahlrosse waren unsere Radfahrer meist sehr rasch den Blicken ihrer Obersten entschwunden und hatten sich in den Wirtshäusern eingenistet, aus denen sie nicht so leicht wieder herauszubringen waren“, monierte 1895 der Geschäftsbericht des Eidg. Militärdepartements.
→ Weiterlesen: Radfahrertruppen vor 125 Jahren gegründet
Von 1945 bis 1990 tobt der Kalte Krieg, der in der Schweiz besondere Blüten treibt. Das neutrale Land ist antikommunistisch imprägniert wie kaum ein anderes Land der Welt – Grund dafür ist die geistige Landesverteidigung aus dem Zweiten Weltkrieg, die – neu aufgeladen und um 180 Grad gewendet – in der Nachkriegszeit gegen alles vermeintlich Linke eingesetzt wird. Ein neues Buch wirft nun ein Schlaglicht auf diese bleierne Zeit.
→ Weiterlesen: Die Schweiz im Kalten Krieg
Die Schweizer Panzertruppe hat in der vergangenen 25 Jahren nicht weniger als drei Reformen durchlaufen, mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA) erfolgt in diesem Jahr bereits die Nächste. Nachfolgend die Entwicklung der Panzertruppe von 1962 – 2017.
→ Weiterlesen: Die Panzerbrigaden der Armee 95
Michail Kalaschnikow drückte ab, staunte und blickte hinüber zu dem Mann, der neben ihm im Schiessstand lag. «Mein Gewehr schiesst ja auch immer, egal, wie widrig die Umstände sind. Aber so präzise wie Ihres schiesst es nicht.» Der Mann, der an diesem Nachmittag 1996 neben dem legendären russischen Waffenbauer lag, lächelte und freute sich über das gute Zeugnis, das der Russe «seiner» Waffe gerade ausgestellt hatte. Wie Kalaschnikow war auch er Waffenkonstrukteur. Nur trug «seine» Waffe – anders als Kalaschnikows Maschinengewehr – nicht seinen Namen. Wäre es in der Schweiz wie in Russland, dann sagte man dem Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee «Brodbeck». Und das fände Eduard Brodbeck, der sich 1996 mit Kalaschnikow zum Schiessen traf, schrecklich.
→ Weiterlesen: Das ist Mr. Stgw 90
Am 15. September 1916 kamen im Ersten Weltkrieg die ersten Panzer auf den Schlachtfeldern an der Somme zum Einsatz. Fünf Jahre später beschaffte sich die Schweizer Armee ihre ersten zwei Panzerwagen. Nicht für einen Einsatz in der Truppe, sondern zu Anschauungszwecken.
Am 18. März 1921 wird das eidgenössische Militärdepartement vom Bundesrat zum Kauf von zwei französischen «Tanks» ermächtigt. 102’000 Schweizer Franken kosten die beiden Renault FT. Mit rund 7 Tonnen Gewicht und einer Spitzengeschwindigkeit von 8 km/h für heutige Massstäbe gepanzerte Leichtgewichte.
→ Weiterlesen: Geschichte der Schweizer Panzer (Video)
Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Wenn hierzulande grosse Rüstungsgeschäfte anstehen, dann knallt es. So auch im Falle von «Florida», einem zentralisierten Frühwarn-Radarsystem für die Flieger- und Flabtruppen: Mit neuen, in den Alpen einbetonierten Radaranlagen soll im Kalten Krieg der Luftraum weit über die Landesgrenze hinaus nach feindlichen Flugzeugen abgesucht werden. Die Übermittlung des Erspähten erfolgt elektronisch, die Abwehr mittels Mirage-Kampfjets und Bloodhound-Raketen wird zentral dirigiert. 1965 beschliesst das Parlament die Anschaffung dieses Hightech-Systems aus amerikanischer Produktion, das noch nirgends erprobt worden ist. Kostenpunkt 203 Millionen Franken. Die Linken sowie diverse Militärexperten wie der Oberstkorpskommandant und Strategiefuchs Alfred Ernst opponieren zwar: Zu kompliziert und zu verletzlich sei «Florida», zudem würden tief fliegende Objekte wie Helikopter gar nicht erfasst. Aber die Kritik ist vergeblich. Die Bürgerlichen schliessen die Reihen mit dem simplen Motto: Wer für die Landesverteidigung ist, muss «Florida» akzeptieren. Doch nur kurz nach der Mirage-Affäre folgt damit bereits der nächste Armee-Skandal.
→ Weiterlesen: Parallelen zu heute: «Florida»-Affäre im Kalten Krieg