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09.07.2014 | Inverkehrbringen
Mit dem Anbau herbizidresistenter Pflanzen ist der Herbizidverbrauch nicht gesunken sondern kontinuierlich gestiegen. Bild: iangenis
Das Bundesamt für Naturschutz Deutschland, das Umweltbundesamt Österreichs und das Schweizer Bundesamt für Umwelt BAFU ziehen eine kritische Bilanz zu den Auswirkungen von herbizidresistenten, gentechnisch veränderten Pflanzen. Der langjährige Anbau solcher Kulturen treibt die Intensivierung der Landwirtschaft und damit den Biodiversitätsverlust weiter, schreiben die drei Institutionen. Im Rahmen einer Literaturstudie liessen die Ämter untersuchen, wie sich die langjährige Kultivierung herbizidresistenter gentechnisch veränderter Pflanzen in verschiedenen Ländern auf die Umwelt ausgewirkt hat. Die Ergebnisse wurden nun in einem gemeinsamen Bericht veröffentlicht. Sowohl in Nord- wie Südamerika werden seit 20 Jahren Pflanzen angebaut, die mit Hilfe der Gentechnik resistent gegen Herbizide gemacht wurden. Eine Auswertung der verfügbaren Studien zeigt, dass eine intensive Landwirtschaft und die damit einhergehende Verwendung hoher Mengen an Pflanzenschutzmitteln eine der Hauptursachen für den Verlust von Biodiversität ist.
Entgegen der vorherrschenden Meinung ist mit dem Anbau herbizidresistenter Pflanzen in den letzten Jahren der Herbizidverbrauch nicht gesunken sondern kontinuierlich gestiegen. Dies hatte eine deutliche Abnahme der Biodiversität auf und neben den Ackerflächen zur Folge. Der Einsatz von Totalherbiziden führte dabei zum Aufkommen von herbizidresistenten Ackerbeikräutern. Dies hat zur Folge, dass zunehmende Mengen von Totalherbiziden, meistens Glyphosat und weitere Herbizide eingesetzt werden. Auch die Umweltbehörden kommen, wie zahlreiche Publikationen zuvor, zum Schluss, dass die Ernten dabei kaum oder gar nicht gestiegen sind. Dies zeigen sowohl Untersuchungen bei Baumwolle, Ölsaaten und Soja. Erhebungen über zehn Jahre belegen, dass der Ertrag bei herbizidresistenter Soja in den USA entweder gleich oder gar tiefer ausfiel als bei konventionellen Sorten.
Die intensive Verwendung von Pflanzenschutzmitteln führt ausserdem zu einem Verlust von Tierarten in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen. Bedroht ist in Amerika beispielsweise der Monarchfalter. Dem Falter fehlen in den USA auf der Wanderung nach Mexiko zunehmend die Nahrungspflanzen, wie eine Studie kanadischer Forscher zeigt. Doch auch Vögel, die sich hauptsächlich von Samen ernähren, sind zunehmend bedroht, wie englische Studien zeigen.