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Firmen aus China sollen den in Nicaragua geplanten Kanal zwischen Atlantik und Pazifik bauen. Präsident Daniel Ortega sagte, ein Konsortium aus Hongkong habe die Konzession zum Kanalbau erhalten - einen Namen nannte er allerdings nicht.
Nach Angaben eines Abgeordneten soll der Bau der 200 Kilometer langen Wasserstrasse 40 Milliarden Dollar kosten. Zu dem Projekt gehören laut Ortega auch eine Eisenbahnlinie, zwei Flughäfen sowie eine Ölpipeline. Die Arbeiten am Kanal sollen im Mai 2014 beginnen - dann werde die Machbarkeitsstudie fertig sein, sagte Ortega. Das Parlament von Nicaragua hatte im Sommer vergangenen Jahres grünes Licht für den Bau des Kanals gegeben, der dem Panama-Kanal Konkurrenz machen soll. Präsident Ortega hofft, das zentralamerikanische Land mit den Einnahmen aus einem solchen Kanal aus der Armut führen zu können. Die Kosten sollen der Staat und private Investoren tragen.
Schweiz soll sich beteiligen
Ortega sprach beim Empfang neuer Botschafter aus Brasilien, Kanada, Saudi-Arabien und der Schweiz über das Projekt und lud diese Länder ein, in den Kanalbau zu investieren. Der Abgeordnete Eliseo Núñez sagte Journalisten, die Konzession für Bau und Betrieb des Kanals werde für 100 Jahre vergeben. Die Idee eines Atlantik-Pazifik-Kanals in Nicaragua ist bereits Jahrhunderte alt. Im Jahr 1914 wurde dann allerdings der Panama-Kanal eingeweiht, der bis 1999 unter der Kontrolle der USA stand.
Eine neue Verbindung der beiden Ozeane könnte für Nicaragua, das nach Haiti das zweitärmste Land der beiden Amerikas ist, zu einer grossen Einnahmequelle werden. Panama hat mit seinem Kanal zuletzt eine Milliarde Dollar pro Jahr eingenommen. Nicaragua und China unterhalten keine diplomatischen Beziehungen, weil Nicaragua Taiwan als Staat anerkannt hat, China die Insel aber als abtrünnige Provinz betrachtet. Wirtschaftliche Beziehungen pflegen Nicaragua und China aber sehr wohl. Im September hatte Ortega gesagt, das in China ansässige Unternehmen HK-Nicaragua werde die Machbarkeitsstudie erstellen.
Das Kanalprojekt könnte allerdings die Spannungen zwischen Nicaragua und dem südlichen Nachbarland Costa Rica verschärfen. Eine der anvisierten Routen würde den Río San Juan nutzen. Der Fluss bildet einen Grossteil der Grenze zu Costa Rica, die schon seit einem Jahrhundert umstritten ist.
(muv/rcv/sda)