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„Behind every captain, there’s a crew. Sure, some of you are as ugly as a sea cucumber, some of you are closer to being a chair or coat rack than a pirate, and some of you are fish I’ve just dressed up in a hat.“
Jede Zeit hat ihren Trend, und auch bei Filmen ist das nicht anders – Trends dominieren das Filmgeschehen, und hat einmal ein Film mit einer bestimmten Schiene Erfolg, springen sämtliche Studios auf den fahrenden Zug auf. Beispiele sind das Fantasy-Genre, das mit The Lord of the Rings seine ersten Erfolge feiern durfte, oder das ganze Teengesülze der vergangenen Jahre. Erstaunlicherweise zählt aber der Piratenfilm nicht dazu, vermutlich auch bedingt durch die uneingeschränkte Herrschaft über die sieben cineastischen Weltmeere durch den verwegenen Jack Sparrow. Bisherige Versuche waren mehr Annäherung an den Piratenfilm, als wirkliche Genrefilme, und konnten daher auch nicht mit den karibischen Piraten mithalten. Einer kann es aber – der Träger eines der dämlichsten Filmtitels der letzten Jahre, der neueste Aardman-Streifen The Pirates! Band of Misfits.
Der Piratenkapitän versucht schon seit 20 Jahren vergeblich den „Pirate of the Year“-Award zu ergattern, und auch im aktuellen Jahr scheint ihm das Glück nicht hold zu sein – zu stark und beliebt sind seine Konkurrenten. Beim Versuch, mit ihnen mitzuhalten, entert er das Schiff des Forschers Charles Darwin, der im Papagei des Piratenkapitäns den ausgestorbenen Dodo erkennt und hofft, damit wissenschaftliche Erfolge feiern zu können. Gemeinsam fahren sie nach London an eine Wissenschaftsmesse – und damit direkt in die Höhle des Löwen, der Königin Victoria, die Piraten über alles hasst…
Die Story ist schnell erzählt – und doch nicht etwa plump, sondern findet gekonnt die Mischung aus tiefschwarzen Gags und feinfühlig gezeichneten Figuren. Doch es ist nichtsdestotrotz der Humor, der in Erinnerung bleibt. Keine Pointe wird ausgelassen, und ein jeder kriegt sein Fett weg, selbst die britische Ikone und der Sprecher des Piratenkönigs, Brian Blessed, dessen Gebrüll auf dem Anmeldeformular als höchste Stufe des Brüllens angegeben wird. Und auch wenn die Macher mit den Lepra-Witzen ein wenig zurückkrebsen mussten, kommt der britische, schwarze Humor keinesfalls zu kurz. The Pirates! Band of Misfits bringt Lacher im Minutentakt, manche mit dem Holzhammer, andere so subtil, dass sie wohl nicht jeder Zuschauer auf Anhieb versteht. Gerade, wenn Charles Darwin ins Spiel kommt.
Optisch präsentiert sich der Film im gewohnten Gewand und versteckt seine Stop-Motion-Herkunft auch trotz erstaunlich viel CGI (das vorallem für das Wasser eingesetzt wurde) nicht. Die Figuren haben diesen einzigartigen Charme, den man nur bei Aardman findet, sei das im Look, aber auch in der ganzen Charakterzeichnung – und selbst wenn es nur eine Nebenfigur ist. Vermutlich liegt das auch an der prominenten Sprecherschar, mit der die deutsche Synchronisation leider nicht mithalten kann. Zumindest ein prominenter Sprecher hätte dem Film durchaus gutgetan, und wäre sicher auch marketingtechnisch ein besseres Polster gewesen.
Egal, welche Erwartungen man an The Pirates! Band of Misfits stellt – der Film schafft es, sie sogar noch zu toppen. Ein weiteres Mal bringt uns Aardman einen liebevollen und gleichzeitig von schwarzem Humor nur so triefenden Stop-Motion-Film, der zudem hübsch anzusehen ist – selbst wenn das 3D nicht wirklich überzeugt.
Ich kann ausserdem nicht der einzige gewesen sein, den der Schluss des Films an Chew – Volume Three erinnert hat. Oder? Oder? So von wegen „Diner’s Club“ und so.
Und übrigens empfehle ich euch auch noch Melikes professionelle Meinung. Die mit mir im Kino war, was ich aber erst nachher erfuhr.