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Manche Länder gehen in der medialen Berichterstattung oft vergessen – zum Beispiel Laos, ein Binnenstaat in Südostasien mit rund sieben Millionen Einwohner*innen. An der Spitze des Landes steht eine kommunistische Einheitspartei, von den knapp 200 anerkannten Staaten der Welt haben 136 ein grösseres Bruttoinlandprodukt pro Kopf als Laos.
Die lokalen Behörden verfolgten eine Zero-Covid Politik, welche tiefe Spuren hinterliess: «Vor allem die junge Bevölkerung ist von Arbeitsplatzverlust betroffen. 40 % der Kleinstbetriebe existieren nicht mehr. 40 % der Kinder sind nach Covid nicht mehr in die Schule zurückgekehrt», erklärt Kaspar Grossenbacher, der für die Entwicklungsorganisation Helvetas in Laos lebt und arbeitet.
Zu dieser geschwächten Situation kam dann die Inflation, ausgelöst durch die Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten wegen des Ukraine-Krieges. Moment liege die Inflationsrate bei 12 %, was sich unmittelbar auf die Lebensmittel- und Treibstoffpreise auswirke. Menschen würden stundenlang für Benzin anstehen, Bauernfamilien könnten ihre landwirtschaftlichen Geräte nicht mehr betreiben und die Ware nicht mehr auf die Märkte fahren, Studierende würden kaum mehr in die Universitäten kommen, weil der öffentliche Verkehr nicht regelmässig fährt und sie kein Benzin hätten für ihre Motorräder, schreibt Helvetas.
Da Laos ein Kleinbauern-Staat sei, gäbe es noch kaum Hunger im Land, so Grossenbacher. Das südostasiatische Land sei jedoch stark abhängig von seinen wirtschaftlichen Verknüpfungen mit dem Ausland, allen voran mit China – es werde sich kaum aus eigener Kraft aus seiner wirtschaftlichen Misere hinausmanövrieren können, befürchtet der Entwicklungsexperte.