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|Abt Hiltbold von Werstein (1318-1329)

Abt Hiltbold von Werstein
Hiltbold von Werstein, 1318-1329. Hiltbold von Werstein entstammte einem freiherrlichen Geschlecht, dessen Stammburg im oberen Neckartal lag. 1279 ist er urkundlich erstmals als Mönch von St. Gallen belegt. 1283 verwaltete er die Höfe Gochain und Höchst, 1284 war er Thesaurar, 1287 gehörte er zu den drei Klägern gegen Abt Wilhelm bei König Rudolf, 1297 bekleidete er das Amt des Kustos und seit 1303 das des Portarius. Bei der Abtwahl am 8.5.1 318 wurde außer ihm wiederum Ulrich von Trauchburg als Kandidat aufgestellt, doch dieser unterlag, weil die Ministerialen Hiltbold unterstützten. Hiltbold wurde vom Konstanzer Weihbischof Johannes geweiht. Die Regalien empfing er nicht, da er sich im Streit um die deutsche Königskrone zunächst neutral verhielt. Als er sich aber der habsburgischen Partei näherte, erhielt er am 30.6.1319 von Herzog Leopold ein Schirm- und Hilfsversprechen. Den Bürgern von St. Gallen bestätigte er am 17.11.1318 die Handfeste Abt Wilhelms von 1291. Am 15.11.1323 vermittelte er in einem Grenzstreit zwischen Appenzell und Hundwil. Gegen seinen Willen wurde er in einen Streit mit den Toggenburgern verwickelt, in dem Herzog Leopold von Österreich am 27.11.1325 einen Vergleich herbeiführte. Um die Wirtschaft des Klosters stand es schlecht, wie die vielen Veräußerungen und Verpfändungen zeigen. Als Hiltbold aus Altersschwäche regierungsunfähig wurde, vertraute man das Siegel Ende 1325 oder anfangs 1326 einem Konventualen, einem Ministerialen und einem Stadtburger an. Der kranke Abt weilte danach auf Burg Falkenstein, später auf Burg Appenzell, wo er im Alter von über 8o Jahren am 13.12.1329 starb, begraben wurde er im Kreuzgang des Klosters.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)