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Die krankmachenden Veränderungen, welche das heutige Verständnis des Krankheitsbildes beim Cushing am besten umschreiben, finden in der Hypophyse, der Anhangsdrüse des Gehirns statt. Dabei entartet diese bei älteren, meistens über 15-jährigen Tiere hyperplastisch oder neoplastisch. Die veränderte Drüse sezerniert in übermässiger Konzentration Vorläufer-Hormone, die ihrerseits die Produktion und Sekretion von anderen Drüsen stimulieren (z.B in der Nebennierenrinde eine erhöhte Produktion von Kortisol). Weil die endokrinen Störungen komplex sind und in unterschiedlicher Stärke auftreten, ist auch das Krankheitsbild von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Den meisten Patienten aber ist ein verzögerter oder gar fehlender Haarwechsel im Frühjahr gemeinsam. Dadurch präsentieren sich die erkrankten Tiere auch im Sommer mit langen, welligen, dicken Deckhaaren. Chronische Hufrehe und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten sind die klinisch schwersten Zeichen. Die Lebensqualität der Patienten hängt vom Schweregrad der Symptome ab. Eine Hufrehe kann lebensbeendend sein oder zumindest das Ende der sportlichen Karriere bedeuten. Eine frühe Erkennung kann heute mit (relativ) einfachen Bluttests erfolgen. Therapeutisch gibt es auch gute Ansätze für unsere Equidenpatienten. Eine lebenslange therapeutische Medikation und unterstützende Massnahmen sind einige Punkte, womit die betroffenen Pferdebesitzer konfrontiert werden.
Equiden, welchen unter dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) leiden, haben wie der Cushing Patient ebenfalls ein erhöhtes Risiko an Hufrehe zu erkranken. Die Pferde sind aber zum Zeitpunkt der Problementwicklung meistens wesentlich jünger (ab 6-jährig). Zum Erscheinungsbild gehören sichtbare Fettpolster; am Halsansatz, entlang der Oberlinie, hinter den Schultern, auf der Kruppe, am Schweifansatz, etc. Es sind aber nicht immer eine unangepasste Fütterung und zu wenig Arbeit schuld an der „Fettleibigkeit“ dieser Tiere. Man kann beobachten, dass typische Pferde- und Ponyrassen (z.B. Saddlebreds, Morgan Horses, Andalusier, Pura Raza Espaniola, kleine Kaltblutrassen, Shetland Ponys, u.v.m.), aber auch Esel sehr leicht Fettdepots ansetzten-auch mit angepasster Fütterung. Sie werden als besonders „leichtfuttrige“ Equiden bezeichnet und nehmen oft trotz Diät nur sehr langsam ab. Endokrinologisch ist diesen Tieren ein erhöhter Blutzuckerspiegel und eine Insulinresistenz gemeinsam. Aufgrund der lebensbedrohenden Situation bei einem Hufrehe-Ausbruch ist ein frühes Erkennen und eine Managementoptimierung bei diesen Tiere besonders wichtig.