Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03417.jsonl.gz/1104

Der Band vereint verstreute Texte, in denen Jean-Luc Nancy sich mit dem Themenfeld von Körper und Leib beschäftigt. Mal fragmentarisch verdichtet, mal in genauen philosophischen Lektüren und Beobachtungen betrachtet er den Körper aus dem Blickwinkel der sexuellen Lust oder des Medizinischen, in seiner Grenzfunktion zwischen Innen und Aussen, dann liest er René Descartes über das Verhältnis zwischen Körper, Geist und Seele oder stellt Überlegungen zur ästhetischen Lust »am Rande der Funktion ›Kunst‹« an. Immer wieder aber steht der Tanz im Zentrum, als Trennung und Loslösung, als Geburt des Körpers und des Sinns, als unablässige Entwicklung, »Körper, Markstrang, um eine Leere gekrümmt, Embryo, über nichts gebeugt, eingewickelt, sich entwickelnd«. Der tanzende Körper ist ein Körper, der sich von sich trennt, um zu sich zu finden, der seine Form verlässt, um eine neue einzugehen, der einen Ort aufgibt, um einen anderen einzunehmen.
Portrait
Jean-Luc Nancy, geb. 1940, ist Professor für Philosophie an der Université Marc Bloch in Strassburg. Er war als Gastprofessor auch in Berlin, Irvine, San Diego und Berkeley tätig. Miriam Fischer (geb. 1978) ist seit August 2009 Assistentin am Philosophischen Seminar der Universität Basel. Sie studierte Philosophie, Spanisch und Französisch in Freiburg im Breisgau, Strassburg und Barcelona. Sie war Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg "Zeiterfahrung und ästhetische Wahrnehmung" an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main (2004-2005) und Stipendiatin der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg (2006-2008).