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Diese Geschichte einer Männerfreundschaft beginnt wie eine Pagnol-Verfilmung. Pietro, der Junge aus der Stadt Turin, trifft in den italienischen Alpen in den Sommerferien auf Bruno, den letzten Jungen des Dorfes.
Pietro ist elf, Bruno gerade zwölf geworden. Bruno sagt nicht viel, aber die Freundschaft der beiden spielt sich in der Natur ab. Und Pietro ist sehr unglücklich, als er nach Turin zurück muss.
Noch unglücklicher ist er allerdings, als seine Eltern vorschlagen, Bruno nach Turin zu holen, damit er zur Schule gehen kann und allenfalls studieren. Als Bruno seinerseits von dem Vorschlag sehr angetan ist, merkt Pietro zum ersten Mal, dass seine eigene Perspektive allein die Welt nicht wirklich fassen kann.
Brunos Vater, der als «Gastarbeiter» in der Schweiz und in Österreich arbeitet und nie zuhause ist, stellt sich quer und nimmt seinen Sohn mit auf den Bau. Während Pietro sich in seiner Ziellosigkeit mit seinem Vater verkracht.
Fünfzehn Jahre später stirbt Pietros Vater an einem Herzanfall, und der Sohn findet heraus, dass er ihm eine zerfallene Alphütte vermacht hat, die er mit Bruno wieder aufbauen wollte. Und das ist nicht die einzige Entdeckung, die Pietro macht. Einmal mehr muss er seinen Blick auf die Welt revidieren. Und mit Bruno die Hütte wieder aufbauen.
Die acht Berge des Titels beziehen sich auf ein Lebensbild, das Pietro viel später als Reiseschriftsteller im Himalaya findet: Ein Kreis mit acht Vierteln und einem kleinen Kreis in der Mitte repräsentiert die Lebenserfahrungen. Wer aber hat mehr davon: Derjenige, der die Mitte gefunden hat, oder derjenige, der alle Acht Viertel-Gipfel erklommen hat?
Der Film hält sich an das Bild, der rastlose Pietro kehrt jeden Sommer zum bodenständigen Bergler Bruno zurück, die Freundschaft der beiden überdauert alles. Während der Film seinen unterschwelligen Brokeback Mountain-Vibe konsequent durchhält, aber nie einlöst.
Das ist nicht der einzige Trick, der hier eine magische Wirkung entfaltet. Ein anderer ist das klassische Academy-Bildformat, das sich im Gegensatz zu den längst gewohnten Breitbild-Formaten tatsächlich viel besser eignet, die vielen Vertikalen der Berge zur Geltung zu bringen. Gleichzeitig wirkt es immer wie ein Fenster von Innen nach aussen, was die Kamera auch immer wieder suggeriert.
Le otto montagne ist ein sehr eigenwilliger, sehr schöner und manchmal etwas zu einfacher Film. Dass er die Kraft hat, einen ziemlich viel tiefer zu berühren, als man sich selber in den zweieinhalb Stunden eingestehen mag, spricht übrigens für genau diese Einfachheit. Ein wenig wie Bruno.