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Die Anekdote ist bei Schwizgebel immer nur Triebfeder, die einen Parcours in Gang bringt, der manchmal kreisförmig (78 Tours), manchmal linear (Le ravissement de Frank N. Stein) verläuft. Diese Gradlinigkeit lässt sich erst im nachhinein, vom Schluss her definieren. Was sich vorher ereignet, entwickelt sich aus anderen Verknüpfungen: aus einem Erzählstrang (ein Greis befreit sich in der Gestalt eines Jünglings aus seinem Porträt und durcheilt verschiedene gemalte Räume auf der mehr oder weniger verwegenen Suche nach einer Frau in Rot); aus einer Reise durch die Abbilder, wo die Grenzen zwischen Rahmen und dargestelltem Raum sich auflösen; aus einer Neuschöpfung, einem Pasticcio aus bekannten Kunstwerken, bestimmten Szenerien der modernen westlichen Kunst. Zwischen den überraschenden Perspektiven der Meninas und der Handlung mit ungewissem Ausgang eines Pseudo-Balthus legt das Auftauchen impressionistischer Assoziationen gegensätzliche Postulate frei, wie sie für die früheren, homogeneren Filme wohl nicht charakteristisch waren. Auch die bewusst nicht als Untermalung eingesetzte Musik wirkt nicht als verbindendes Element; einzig durch die alles umfassende Geschichte der Kunst scheint sich hier eine Art von Chronologie durchgesetzt zu haben. Darüber vermag sich der Film jedoch hinwegzusetzen und frohlockend den Sieg davontragen.
SELECTION CINEMA