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Die Stammzellenforschung ist einer der erfolgversprechendsten Bereiche der Medizin. Diese Tatsache wird durch Tausende von laufenden klinischen Studien für die Behandlung von einer sehr breiten Palette von Krankheiten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Autoimmun-Krankheiten, neurodegenerative Erkrankungen, etc.) betont.
Im Jahr 2012 wurde das Potenzial dieses Gebietes noch einmal bestätigt, durch die Verleihung des Nobelpreises für Medizin an zwei Forscher der Stammzellenforschung.
Wichtigste laufende klinische Studien
Nabelschnurblut
- Das Nabelschnurblut, das bereits bei der Behandlung von Blutkrebs-Krankheiten benutzt wird, enthält Stammzellen und darüber hinaus endotheliale Vorläuferzellen (die sich in Zellen der Blutgefäße differenzieren können) und pluripotente Zellen.
- Derzeit gibt es rund 400 klinische Studien mit Stammzellen des Nabelschnurblutes.
- Zu den wichtigsten Studien gehören unter anderen Krankheiten wie Zerebralparese, Diabetes Typ 1, erworbene Schwerhörigkeit.
- Das therapeutische Potenzial von Stammzellen des Nabelschnurgewebes wird ebenfalls in zahlreichen Studien erforscht, z.B. Lupus, Multiple Sklerose.
Nabelschnurgewebe
- Nabelschnurgewebe ist reichhaltig an mesenchymalen Stammzellen, die sich in Knorpel, Knochen und Muskeln, sowie andere Gewebe, differenzieren können.
- Aktuelle Studien, basierend auf dem therapeutischen Potenzial der mesenchymalen Stammzellen, wurden bei Patienten mit Graft-versus-Host-Reaktion, Lupus und multipler Sklerose durchgeführt.
Klinische Studien mit Zellen aus Nabelschnurblut
- Diabetes Typ 1
- Zerebrale Lähmung und andere neurologische Erkrankungen
- Rückenmarksverletzungen
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit
- Erworbener Gehörverlust
- Autismus
- Angeborene Herzfehler
- Schlaganfall
- Akute Verbrennungen
- Alterung
- Alopecia areata
- Leberzirrhose
- Unfruchtbarkeit; Intrauterine Adhäsion; Endometriose
Klinische Studien mit Zellen aus Nabelschnurgewebe
- Diabetes Typ 1 und Typ 2
- Colitis ulcerosa
- Leberzirrhose
- Multiple Sklerose
- Ankylosierende Spondylitis
- Idiopathische Dilatative Kardiomyopathie
- Leberversagen
- Bronchopulmonale Dysplasie
- Graft-Versus-Host-Reaktion
- Duchenne Muskeldystrophie Autismus
- Diabetischer Fuss
- Rückenmarksverletzung
- Lupus
- Akute Verbrennungen
- Rheumatoide Arthritis
- Asthma
- Psoriasis
Aufgrund der großen Anzahl von Forschungs- und Entwicklungsinitiativen, die derzeit weltweit stattfinden, wurden mehrere bedeutende Erfolge bei der Verwendung von Stammzellen bereits erreicht.

Stammzellen erlauben die Regeneration des Kiefers für die Platzierung von Zahn-Implantaten
Eine 45jährige wurde einer experimenteller Behandlung zur Regeneration des Kiefers unterzogen. Fünf Jahre zuvor verlor die Frau bei einem Unfall einen Teil ihrer vorderen Zähne und 75 % des Kiefers, was es unmöglich machte, Zähne zu implantieren. Das Team von Dr. Darnell Kaigler, Abteilung für orale und peridontale Medizin an der Schule für Zahnheilkunde der Universität von Michigan, USA, konnte einen Teil des Kiefers mit einem innovativen Vorgehen regenerieren. Die Experten verwendeten einen absorbierenden Träger, auf den sie isolierte Stammzellen aus dem Knochenmark der Patientin auftrugen. Diesen Träger mit den Zellen implantierten sie dann in den Kiefer und 4 Monate später hatte sich 80 % des Kiefers regeneriert, was die Platzierung von Implantaten für Dentalprothesen erlaubte. Sechs Monate später wurde eine Dentalprothese eingefügt, was das Lächeln zu dieser Patienten zurückbrachte.

4-jähriges Kind kann nach einer Behandlung mit autologem Nabelschnurblut sprechen
Mit 18 Monaten wurde bei Isabella eine Sprechapraxie (eine neurologische Erkrankung, die die Sprachentwicklung einschränkt) diagnostiziert und im Alter von zweieinhalb Jahren besass sie trotz Kindergartenbesuch und spezifischer Therapie nur ein eingeschränktes Vokabular. Ihre Eltern suchten daher nach einer alternativen Behandlung. Als sie von der Existenz einer experimentellen Therapie für Sprechapraxie der Duke-Universität in den USA erfuhren, kontaktierten sie Dr. Joanne Kurtzberg, welche für die Studie verantwortlich war.

Wissenschaftler können Diabetes bei Mäusen “heilen”.
Eine Gruppe von MIT-Wissenschaftlern entwickelte in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Harvard Stammzellen-Instituts eine Möglichkeit, Insulin-produzierende Zellen in diabetische Mäuse zu injizieren, ohne dass diese Zellen durch den Mäuseorganismus zerstört werden. Diese Forscher hatten zuvor die Herstellung von signifikanten Mengen an funktionalen Insulin-produzierenden Zellen aus Stammzellen erreicht, welche bei Diabetespatienten angewendet werden könnten. Nun war es diesen Forschern möglich, diese Zellen in eine Vorrichtung einzubringen, die die Implantation in Mäuse ohne einen Angriff durch das Immunsystem der Mäuse erlaubte. Im Verlauf der gesamten Studie konnten diese Insulin-produzierenden Zellen den Glukose-Spiegel der Mäuse auf einem normalen Spiegel halten. Nach 6 Monaten wurde die Vorrichtung in einem intakten Zustand und mit immer noch lebensfähigen Zellen entfernt. Dies bedeutet einen grossen Durchbruch im Bereich von Diabetes, da es anzeigt, dass Diabetes umgekehrt werden kann, wobei die Effektivität bei der Verwendung bei Menschen noch bestätigt werden muss.