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Ein Paukenerguss ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr, hinter dem Trommelfell. Diese Ansammlung von Flüssigkeit im Bereich des Mittelohres nennt man Paukenerguss oder Mittelohrerguss. Das dünne Trommelfell kann wegen der unterschiedlichen Druckverhältnisse nicht mehr frei schwingen.
Das Mittelohr ist mit dem Nasen-Rachenraum durch die Ohrtrompete verbunden. Diese sorgt für den Druckausgleich und leitet Sekret aus dem Mittelohr in den Rachen ab. Aus verschiedenen Gründen kann dieser Kanal blockiert sein, so dass im Mittelohr ein Unterdruck entsteht und dadurch die Schleimhäute vermehrt Sekret produzieren. Diese Ansammlung von Flüssigkeit im Bereich des Mittelohres nennt man Paukenerguss oder Mittelohrerguss. Das dünne Trommelfell kann wegen der unterschiedlichen Druckverhältnisse nicht mehr frei schwingen. Als Folge kann der Schall nicht mehr in ausreichendem Umfang an das Innenohr weitergeleitet werden. Dies führt zu einer Verminderung des Hörvermögens. Einerseits ähneln die Symptome einer Mittelohrentzündung, andererseits kann der Paukenerguss auch Folge einer Mittelohrentzündung sein. Ein nicht behandelter Erguss kann in manchen Fällen zu einem Loch im Trommelfell oder zur Zerstörung des Gehörknöchelchens führen. Die Bildung eines Cholesteatoms wird begünstigt. In diesen seltenen Fällen ist eine Operation unausweichlich. Grundsätzlich ist ein Mittelohrerguss heilbar und macht keine Anschaffung eines Hörgerätes erforderlich, kann aber bei ausbleibender Behandlung gravierende Folgeerkrankungen auslösen.
Inhaltsverzeichnis
Was sind die Symptome eines Paukenergusses?
Der Mittelohrerguss macht sich durch eine einseitige Verschlechterung des Hörvermögens bemerkbar. Es entsteht ein Druckgefühl im Ohr. Der Betroffene leidet unter Kreislaufschwäche, einem Gefühl der Mattigkeit und in manchen Fällen an stechenden Ohrenschmerzen oder Kopfschmerzen. Durch die Störung des Gleichgewichtssinnes kann ein Schwindelgefühl entstehen. Bei einer Verletzung des Trommelfells sondert das Ohr Sekret ab. Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene. Sie können sich oft nicht ausreichend bemerkbar machen, so dass es in der Folge zu Verzögerung in der Sprachentwicklung kommen kann. Symptome äussern sich dadurch, dass Kinder undeutlich oder laut sprechen oder auf Ansprechen keine Reaktion zeigen. Oder sie werden schnell ungeduldig, wenn sie einer Unterhaltung nicht folgen können. Auch wenn Kinder häufig ihr schmerzendes Ohr berühren, kann dies ein Hinweis sein.
Diagnose eines Paukenergusses
Bei Verdacht auf einen Paukenerguss sollte man immer einen HNO-Arzt aufsuchen, um das Auftreten von Komplikationen zu verhindern. Er wird einen Hörtest machen und eine Ohrspiegelung mithilfe eines Mikroskops vornehmen und den Flüssigkeitspegels hinter dem Trommelfell kontrollieren. Blau gefärbtes Sekret deutet auf Durchmischung mit Blut hin und ist ein Hinweis, ebenso ein gerötetes Trommelfell. Bei vernarbtem oder perforiertem Trommelfell sind diese Massnehmen nicht möglich. In diesem Fall wird der Arzt mittels einer Tympanometrie Druckschwankungen im Mittelohr nachzuweisen. Weitere Möglichkeiten sind ein Tonaudiogramm zum Nachweis einer Schallleitungsschwerhörigkeit, eine Rachenspiegelung oder die Spiegelung der Nasennebenhöhlen.
Was ist die Ursache eines Paukenergusses?
Oft entsteht ein Mittelohrerguss in Zusammenhang mit einer Erkältung. Durch das Anschwellen der Schleimhaut im Mittelohr oder der Verbindung zum Rachenraum ist in diesem Fall die Belüftung des Innenohrs gestört. Absonderungen aus dem Nasenraum können die Öffnung der Verbindung blockieren. Aufgabe der Ohrtrompete ist der Druckausgleich zwischen Mittelohr und dem Nasenrachenraum. Wenn dies nicht ausreichend funktioniert, entsteht im Mittelohr ein Unterdruck. Die Schleimhaut des Mittelohrs wird gereizt und sondert ein Sekret ab, das sich in der Paukenhöhle ansammelt. Da bei Kindern bis zum Alter von etwa 10 Jahren die Ohrtrompete noch nicht vollständig ausgebildet ist, führt bei Ihnen eine Erkältung häufig zu einem Paukenerguss. Er kann auch die Folge einer Ohrenentzündung sein, wenn Erreger aus dem Rachenraum ins Mittelohr gelangen und dort die Schleimhäute reizen. Diese produzieren verstärkt Sekret, das aufgrund der Schwellung nicht abfliessen kann. Als weitere Ursachen für einen Paukenerguss kommen Nasen- oder Nasennebenhöhlenentzündung, Zahnprobleme, Mandelentzündungen oder Allergien in Frage. Auch eine verkrümmte Nasenscheidewand, Polypen im Nasenbereich oder sogar Tumore können die Entstehung begünstigen. Ebenso können starke Druckschwankungen, wie sie beispielsweise bei Start und Landung eines Flugzeuges vorkommen, ein Auslöser sein.
Therapie eines Paukenergusses
Oftmals ist es ratsam, zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten. Klingt das Leiden nicht von selbst ab, kann die Durchlüftung des Mittelohrs durch Nasentropfen oder Sprays unterstützt werden. Manchmal hilft das Inhalieren von heissem Wasser in Verbindung mit ätherischen Ölen. Auch Bestrahlung mit Rotlicht zur Förderung der Durchblutung wird empfohlen. Nasenspülungen oder Medikamente, die das Sekret verdünnen, können dem Betroffenen Erleichterung verschaffen. Bei Schmerzen kann der Arzt Schmerzmittel zur Linderung verschreiben und eine Entzündung kann unter Umständen durch Antibiotika behandelt werden. Entsteht starke Schwerhörigkeit oder dauert der Verlauf über mehrere Monate an, wird ein Eingriff notwendig. Meist erfolgt mit einem Laser oder Skalpell ein kleiner Schnitt ins Trommelfell, um die Flüssigkeit abzusaugen und die Durchlüftung des Innenohrs zu verbessern. Der Einschnitt ist nur wenige Millimeter lang und verschliesst sich nach etwa zwei Wochen von selbst. Wenn dies nicht zum Erfolg führt oder das Sekret sehr zähflüssig ist, wird in den Schnitt des Trommelfells ein Paukenröhrchen eingesetzt. Es sorgt dafür, dass die Flüssigkeit aus dem Innenohr vollständig abfliessen kann. Das Röhrchen verbleibt bis zu einem Jahr an seinem Platz und der Sitz muss in Abständen vom Arzt kontrolliert werden. In dieser Zeit muss der Betroffene darauf achten, dass kein Wasser ins Ohr gelangt und sollte auf Tauchgänge verzichten. Eine andere Form der Therapie kann bei Kindern die operative Entfernung vergrösserter Mandeln sein, wenn sich auf anderem Weg auch nach Monaten keine Besserung erzielen lässt. Dieser Eingriff ist heute Routine und dauert in der Regel weniger als eine Viertelstunde.
Wie lange dauert eines Paukenerguss?
Der Paukenerguss klingt oft nach wenigen Tagen oder Wochen von selbst ab und bleibt in manchen Fällen sogar unbemerkt. Rund 80% aller Kinder unter acht Jahren sind mindestens einmal davon betroffen. Sollte er nach mehreren Wochen weiter fortbestehen, kann der Paukenerguss ohne Behandlung chronisch werden und über mehrere Monate bis mehrere Jahre verlaufen. Das Sekret nimmt eine festere, schleimige Konsistenz an. Viren und Bakterien sind in der Lage, eine Mittelhautentzündung auszulösen. Die Entzündung kann auf benachbarte Bereiche übergreifen und beispielsweise eine Hirnhautentzündung auslösen. Grundsätzlich ist der Paukenerguss heilbar und der Einsatz eines Hörgerätes wird nicht erforderlich.
Wie kann man einem Paukenerguss vorbeugen?
Hilfreich sind allgemeine Massnahmen zur Vorbeugung gegen Infekte. Viel Bewegung an der frischen Luft und viel Trinken in geheizten Räumen unterstützt die Schleimhäute gegen Angriffe von Bakterien. In der kalten Jahreszeit sollte ein Kind nie ohne Kopfbedeckung das Haus verlassen, und schon gar nicht mit nassen Haaren. Bei Kindern fördert das Passivrauchen das Risiko für Atemwegserkrankungen. Da auch das Immunsystem angegriffen wird, sollten Kinder nicht mit Tabakrauch in Kontakt kommen. Man sollte beim Naseputzen nicht zu stark schnäuzen, damit keine Erreger ins Mittelohr gelangen. Wenn sich die Rachenmandel zu stark vergrössert, kann sie die Nasenatmung behindern und die Ohrtrompete blockieren. Die Mandel sondert Keime ab, die unter Umständen ins Mittelohr eindringen, wo sie eine Mittelohrentzündung auslösen können. Deshalb kann die operative Entfernung der Mandel eine vorbeugende Massnahme sein. Nach dem Abklingen einer Mittelohrentzündung sollte in Abständen ein Hörtest durchgeführt und kontrolliert werden, ob sich die Sekretproduktion vermindert.