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Der knapp 200 Jahre alte Strickbau liegt am Rand des kleinen Weilers Bugnei, direkt am Wanderweg durch die Surselva. Das heute vertikal geteilte Doppelwohnhaus zeigt einen traditionellen, in Graubünden oft anzutreffenden Grundriss mit firstquerer Erschliessung. Das Wohnhaus (Giebelinschrift 1824) liegt heute in unmittelbarer Nähe des Eisenbahnviadukts Val Bugnei an einer Geländekante mit malerischer Sicht auf das Dorf Sedrun und die Gebirgskette um den Oberalppass. Vermutlich auf dieser Anhöhe stellten sich die Gebrüder Sialm den 1799 über den Oberalppass einfallenden französischen Soldaten unter Napoleon Bonaparte entgegen. Dem Schicksal der beiden Brüder, von denen einer im Kampf erschossen, der andere von den Franzosen verschleppt wurde und danach verschollen war, begegneten wir bei Recherchen zu unserem Umbauprojekt in Segnas, wo die beiden Brüder gewohnt hatten.
Das Wohnhaus in Bugnei wurde schon seit dem Aufblühen des Tourismus in den vergangenen 60er Jahren von zwei Parteien als Ferienhaus bewohnt und immer wieder den sich ändernden Bedürfnissen angepasst. Unser Umbau beschränkt sich, abgesehen von der neuen Zentralheizung mit Erdwärme für beide Wohnungen, auf die westliche Haushälfte.
Die östliche Dachhälfte war bereits vor einigen Jahren neu eingedeckt worden, im Zuge unseres Umbaus sanierten wir auch das Dach des westlichen Hausteils komplett. In diesem Zusammenhang wurden die Binnen-Blockwände bis ins Dach ergänzt, die Zimmer bis in den Dachraum geöffnet und so das ganze Volumen den Wohnräumen zur Verfügung gestellt. Neue Dachfenster bringen zusätzliches Licht, passend zum neuen Wohngefühl. Neben dem Ersatz des Daches haben wir den Anbau komplett umgestaltet und reorganisiert. Die bestehende Nasszelle wurde entfernt und der Grundriss neu strukturiert. Eine grosszügige Garderobe mit Einbauten aus Fichtenholz, eine Dusche mit Sauna und separatem WC finden nun in diesem Raum Platz. Neben einer neuen Küche aus Lärchenholz und dem Einbau einer neuen Treppe wurden im Haupthaus vor allem die bestehenden Oberflächen überarbeitet. Eine Trennwand zwischen zwei Kammern im Obergeschoss bekam ein zweites Leben als begehbarer Schrank. Eine Besonderheit stellen die Kalkböden in Küche und Anbau dar. Mit Hilfe der Bauherrin erstellten wir die gestampften Kalkböden auf Hydraulkalkbasis mit Material vom nahen Val Curnera. Auf eine Dämmschicht aus kalkgebundenen Hanfhäckseln wurde eine Deckschicht in zwei Arbeitsgängen eingebracht. Die recht beige Eigenfarbe der Zuschlagsstoffe hellten wir durch Zugabe von Marmormehl und weissem Pigment auf und überschliffen die Oberfläche nach der Trocknungszeit ganz leicht.
hûs: Planung und Bauleitung, Hydraulkalkböden in Küche und Anbau, Dämm- und Feinputze, Schreinerarbeiten Möbelfronten
Projektdauer: 2018 -2020
Fremdvergaben: Nut und Feder GmbH (Küche, Schreinerarbeiten), Loretz SA (Baumeisterarbeiten), Bearth Lenn SA (Holzbau), Jan Schmidt/Fiba Holzbau (Altholzarbeiten), En Colur (Malerarbeiten), Giger SA (Specksteinofensanierung), R. Guldimann GmbH (Sanitärarbeiten), Enenrgie Alpina (Elektroinstallationen), Rudolf Metallwerkstatt (Metallarbeiten), Patrik Stäger (Schindelarbeiten), Manuaria (Natursteinbelag), Marcel Koch (Fotocoach/mise en place),