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Corona-Lexikonvon Katja Zellweger
Betonblockbar, die
Pop-up-Bar der eigenwilligen Sorte. Die Wortneuschöpfung B. bezeichnet einen von einer rechtsstaatlichen Polizei vorübergehend installierten Betonblock zur Versperrung bzw. Versiegelung eines Restaurants wegen Nichtbeachtung und zur Durchsetzung von Corona-Massnahmen, wobei der Betonblock kurzerhand zur Bar umfunktioniert wird. Die Ur-B. wurde im November 2021 vor der «Walliserkanne» in Zermatt als Aussen- bzw. Freiluftbar installiert und hat sich schnell zum Designklassiker von Corona-Skeptikern und militanten Massnahmengegnern gemausert. Im Darknet stieg nach der Walliser Affäre und bis etwa 2024 die Nachfrage nach B. steil an. B. gab es dort in unterschiedlicher Ausführung zu bestellen, etwa: «urban charme» (mit Graffiti, Mass-Voll-Fähnchen und wahlweise einem Kleber mit QAnon-Slogan), «blank scepticism» (weiss bemalter Beton), «Walliser Partisane» (mit dem Konterfei der Wirte in den Beton gemeisselt), oder «police chic» (mit laminiertem Behörden-Info-Zettel und Absperrband). Das synonym verwendete «Blockbar» hat sich nicht durchgesetzt, da nebst den Massnahmengegnern auch der Schwarze Block ein Designpatent unter diesem Namen im Anmeldeverfahren hatte. B. löste schliesslich die Bildung einer Schweizer Band aus, die ähnlich wie eine Guggenmusik an Umzügen und also mobil auftreten kann: The Betonblocker.