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Mein persönlicher Blog
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Donnerstag, 4. Januar 2018
Wenn ich gefragt werde, wie ich denn mit der Freiarbeit anfange oder was es für einfache Übungen gibt, gibt es von mir generell immer dieselbe Antwort. Ich benutze dieses "Einstiegs-Programm" selbst auch immer gerne am Anfang zum Aufwärmen.
Ich gehe dabei neben der Schulter des Pferdes. Dem Zaun entlang, um es am einfachsten zu gestalten und das Pferd einzurahmen. Das Pferd soll mir auf meiner Schulterhöhe folgen. So hole ich mein Pferd ab und ich sehe auch sogleich, wenn es sich mit mir verbindet. Auf diese Verbindung muss ich warten, denn ohne kann ich rein gar nichts erreichen in der Freiarbeit. Man kann ein Pferd zu nichts zwingen - schon gar nicht, wenn kein Seil mehr vorhanden ist. Die unsichtbare Verbindung, die Mitarbeit von meiner Harmony spüre ich, wenn sie mir den Kopf zuwenden und sich an meinen Arm "heftet". Sie folgt mir dann überall hin, selbst wenn ich mich vom Zaun ablöse. Habe ich dies erreicht, kann ich schwierigere Übungen oder Spiele mit Distanz starten.
Dieses nebeneinander gehen kann ich abwechslungsreicher gestalten, indem ich Übergänge einbaue. Wenn ich schneller gehe, möchte ich z.B., dass mein Pferd neben mir her trabt. Ich kann auch ein gemeinsames Rückwärts gehen einbauen und dann wieder vorwärts antraben. Um diese Dinge zu erreichen, versuche ich das Pferd über meine Energie aufzufordern schneller oder langsamer zu gehen. Reicht diese nicht aus, nehme ich meinen Stick zur Hilfe. Nach hinten schwingen für "go", nach vorne schnwingen für "whoa".
Wie lange das Aufwärmprogramm dauert ist von Pferd zu Pferd verschieden. Bei meiner Harmony geht es in der Regel sehr schnell, da sie die Freiarbeit liebt und dann voll dabei ist! Wenn ein Pferd aber sehr lange auf sich warten lässt, kann ich es durch mehr oder schnellere Übergänge besser mental im Kopf abholen und somit die Dauer bis zur Verbindung verkürzen.
Die vorhandene mentale Verbindung erkenne ich auch daran, dass mir das Pferd folgt, auch wenn ich zur Mitte abbiege, um dort Pause zu gewähren. In der Freiarbeit biete ich Pause immer bei mir in der Mitte an, dies lenkt den Fokus des Pferdes noch stärker auf mich, sodass sie sich an mir und meiner Körpersprache orientiert. Zudem hilft es mir, dass das Pferd nicht beginnt sinnlos im Kreise zu rennen, wenn es eine Aufgabe nicht versteht. Durch das Abbiegen zur Mitte, kann ich das Pferd leicht ausbremsen.
Das Dem-Zaun-entlang-Gehen ist ab einem gewissen Ausbildungsgrad wie gesagt als Aufwärmprogramm gedacht, für Einsteiger sind das super Übungen zum starten! Natürlich kann auch in Zukunft eine Session nur aus diesen Schilderungen bestehen. Wenn z.B. nicht viel Zeit fürs Training vorhanden ist oder mit höherem Schwierigkeitsgrad der eingebauten Elementen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
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Samstag, 17. Juni 2017 - keine Kommentare
In der heutigen Zeit gibt es so viele verschiedene Ansätze und Möglichkeiten, wie ein Pferd eingeritten wird. Ich habe mich daher dazu entschlossen, meine Vorgehensweise näher zu erläutern. Meine beschriebene Vorgehensweise bei der Bodenarbeit ist auch für eingerittene Pferde gültig, um abzuchecken, ob ich dieses Pferd überhaupt an diesem Tag / in dieser Verfassung reiten möchte.
Ganz klar beginnt die Arbeit mit Pferden immer am Boden, vor allem bei Jungpferden oder rohen Pferden! Da lerne ich dem Pferd, welche Signale und Hilfen ich verwende. Ich arbeite dazu am Knotenhalfter, da dies meine Impulse am genausten an den Kopf des Pferdes weiter leiten kann. Zudem schränkt es das Pferd nicht in seinen natürlichen Bewegungsabläufen ein, das Pferd kann sich natürlich und frei bewegen. Wichtig ist hier aber wirklich über Impulse zu arbeiten und nicht einen Seilkampf mit dem Pferd zu führen!! Kennt das Pferd die Hilfen vom Boden ist es ein leichtes, dieselben mit in den Sattel zu nehmen. Am Boden gibt es ein paar Basisübungen, die jedes Pferd mit Leichtigkeit und ohne zu klemmen ausführen soll. Diese Übungen brauche ich, um die Durchlässigkeit des Pferdes zu überprüfen. Dazu gehören die Hinterhand zu verschieben (am Anfang aus dem Stand, für Fortgeschrittene aus dem Schritt auf einem kleinen Zirkel), anhalten und rückwärts richten, Seitwärts in Schritt und Trab sowie alle drei Grundgangarten an der Hand auf dem Zirkel zu laufen. Das Anhalten bringe ich den Pferden gerne mit einem Objekt bei (am geeignetsten ist hier eine Pylone). Hat das Pferd nämlich gelernt, dass das Objekt einen Komfortpunkt darstellt, wird es von sich aus fragen, ob es da anhalten darf. So kann ich das Anhalten aus Distanz und über meine reine Energie konditionieren. Richtig gelesen, alles was wir mit unseren Pferden erarbeiten, ist auf eine Weise konditioniert, nicht?!
Zusätzlich zu der Bodenarbeit soll das Pferd langsam das Equipment kennen lernen. Pad oder Sattel, gurten, die Trense. Erst zeige ich mein Equipment meinem Pferd, ich lege es irgendwo hin und schicke das Pferd dorthin, um es zu beschnuppern. Gerne lasse ich die Sachen auch beschnuppern, bevor ich das Pferd damit berühre (satteln, auftrensen). Trotz vorsichtigem gurten kann es vorkommen, dass sich das Pferd dabei versteift und Spannung aufbaut. Deshalb sattle ich frei stehen, um das Pferd zu beobachten und nach dem gurten lasse ich die Hinterhand weichen. So geht mögliche angestaute Energie zur Seite weg, das Pferd rennt nicht in mich rein, wie wenn ich es vorwärts antreten lassen würde. Das zu benutzende Equipment nehme ich im Idealfall gerne ein halbes Jahr oder länger zur täglichen Bodenarbeit mit, damit das Pferd die Ausrüstung akzeptiert und keine Probleme damit hat.
„Der Start eines Jungpferdes ist nicht irgendetwas – er ist alles!“ (Pat Parelli)
Wird die Ausrüstung akzeptiert, sollte das Pferd lernen, auch den Reiter zu akzeptieren. Ich beginne damit, mich über den Pferderücken zu lehnen oder Gewicht in den Steigbügel zu geben. Ich achte hier sehr genau auf die Mimik und Gestik der Pferde, um den nächsten Schritt erlaubt zu bekommen. Hier arbeite ich in sehr kleinen Schritten und kurzen Sequenzen! Wird das über den Rücken lehnen geduldet, kann ich mich kurz auf das Pferd setzen, um gleich wieder abzusteigen. Als nächstes wird dem Pferd das Biegen und Verschieben der Hinterhand beigebracht – dies soll es nämlich als unsere Bremse verstehen können.
Lasse ich das Pferd antreten, verhalte ich mich erst als Passagier. Ich lasse das Pferd gehen, wohin es möchte und lasse es sein Gleichgewicht und Takt mit mir als Reiter finden. Als Passagier störe ich das Pferd am wenigsten in seiner Balance! Sobald das Pferd Sicherheit mit dem Passagierreiter erlangt hat, beginne ich das Pferd über die am Boden eingeübten Impulse zu steuern. So lernt das Pferd, den Reiter als Leader zu akzeptieren. Ist das Ganze gefestigt wäre der Jungpferdestart geschafft.
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Dienstag, 7. März 2017 - keine Kommentare
Da die Arbeit am Knoti meiner Meinung noch allzu oft als ineffektiv und ohne gymnastischen Wert abgestempelt wird, möchte ich in diesem Beitrag das laterale Longieren - Longieren am Knotenhalfter näher erläutern.
Die meisten Probleme bestehen darin, dass viele denken, man bräuchte eine bestimmte Ausrüstung, welche Kopf-Hals-Position beeinflusst, um effektiv trainieren zu können. Doch eigentlich geht es nur darum zu verstehen, wie sich Pferde bewegen sollen, um sich selbst gesund tragen zu können. Mit diesem Wissen kann ich genau so effektiv trainieren, ohne ständig eingreifen und diktieren zu müssen und erhalte somit die Motivation der Pferde aufrecht.
Ein Pferd sollte vor allem eins: flüssig vorwärts laufen. Dazu braucht es gesunden Schub. Schub ist nicht gleich hetzen, denn dadurch würde das Pferd nur auf die Vorhand kippen. Gesunder Schub kommt aus der Hinterhand, welche unter den Schwerpunkt tritt und damit die Vorhand anheben und leicht werden lässt.
Habe ich diesen Schub kann ich den Kopf durch feine Impulse leicht nach innen stellen. Ich umfasse das Seil mit der dem Pferd zugewandten Hand und schliesse diese sanft. So verkürzt sich das Seil - der Kopf kommt nach innen. Folg das Pferd meinem Impuls lasse ich los. Bleibt der Kopf in gewünschter Position lasse ich das Pferd in Ruhe - geht der Kopf wieder auf die Gerade oder gar nach aussen, gebe ich erneut einen Impuls. Durch den gegebenen Impuls soll nur Kopf und Hals bewegt werden. Oft folgt die gesamte Vorhand - das Pferd fällt auf die innere Schulter. Ist dies der Fall wird das Gewicht durch Antippen mit dem Stick wieder auf die äussere Schulter gekippt. Sämtliche Übungen werden erst im Schritt und auf nahe Distanz gefestigt. Danach können sie im Trab/Galopp und auf weitere Distanzen ausgeführt werden.
Um aus dem Ganzen nicht ein ödes Kreisrennen zu veranstalten, ist es wichtig, viele Übergänge, Pausen und Seitenwechsel miteinzubauen. Übergänge wirken sich ausserdem positiv auf die Schubkraft und die Gymnastizierung der Hinterhand aus! Durch das bekannte Longieren wird allzu oft nur Kraft und Kondition der Pferde aufgebaut - sie werden aber nicht geistig gefordert. Logische Konsequenz davon: Pferde müssen immer länger longiert werden, bis sie ausgepowert und "müde" sind. Dies ist aber nicht Ziel des Horsemanship's! Mein Ziel ist es, Pferde geistig zu fordern, sodass man die Trainingseinheit auch schon nach 10-15 Minuten wieder mit gutem Gewissen beenden kann.
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Donnerstag, 8. Dezember 2016 - keine Kommentare
Leider laufen viel zu viele Pferde auf der Vorhand, vor allem wenn man sie frei arbeitet. Aber auch in der Freiarbeit kann (und soll!) auf eine gesunde Pferdebewegung geachtet werden.
Im Bild nebenan ist ein Pferd zu sehen, dass deutlich auf der Vorhand läuft. Es läuft zu hastig und mit kurzen Schrittchen, dass es quasi vorne wegfällt, wenn es das Gewicht nicht mit der Vorhand auffangen würde und mit dem Kopf entgegen steuert. Durch die erhobene Kopfposition wird der Rücken weggedrückt. Unterarm der Vorhand und Röhrbein der Hinterhand verlaufen nicht parallel - das Pferd läuft also schon auch nicht taktrein! Die Hinterhand wird hier nachgeschleift, das Gewicht lastet daher auch mehr auf der Vorhand, weil der Körper mit dieser gestützt wird.
Noch in derselben Einheit aber durch gezieltes Einwirken sieht man im unteren Bild ein deutlich aufgerichtetes Pferd, das sich in Richtung Versammlung bewegt. Unterarm der Vorhand und Röhrbein der Hinterhand verlaufen parallel, so kann sich das Gewicht zwischen Vor- und Hinterhand gleichmässig verteilen und das Pferd taktrein laufen. Zudem ist eine leicht steigende Linie von Kruppe bis Wiederrist erkennbar. Diese wird durch aktives Untertreten der Hinterhand hervor gerufen, da sich durch die dadurch hervorgerufene Hankenbeugung die Kruppe leicht absenkt. Ebenfalls beginnt der Rücken durch das korrekte Untertreten auf- und abzuschwingen. Der Hals wird im Gleichgeweicht aufgerichtet und der Kopf ist durch die Aufwölbung im Genick näher an der Senkrechten. Das Pferd gibt Schulter und Vorhand frei.
Wichtig ist auch hier zu sagen, dass Versammlung nichts mit dem reinen körperlichen Aussehen zu tun hat. Zu echter Versammlung gehören immer die kontrollierten Emotionen des Pferdes. Das Pferd muss "Ja" zu uns und unserem Programm sagen können, um sich emotional und somit auch physisch versammeln zu können.
Nun, wie kann ich ein vorhandlastiges Pferd dazu bewegen mehr unterzutreten und die Vorhand frei zu geben? Dazu muss gesunder Schub der Hinterhand von hinten nach vorne arbeiten. Das Pferd soll sich nicht zu schnell bewegen müssen - das bringt die Balance durcheinander und somit gelangt mehr Gewicht auf die Vorhand, da sich die Pferde damit auffangen müssen. Leider laufen zu viele Pferde viel zu schnell, da Vorwärts häufig mit Schnelligkeit verwechselt wird. Läuft das Pferd also zu schnell, muss ich es wieder sammeln und zurück in den korrekten Takt bringen. Dann kann ich beginnen die Tritte zu verlängern und etwas mehr Schub aus der Hinterhand zu verlangen. Tritt die Hinterhand korrekt unter beginnt sich die Vorhand / Schulter automatisch mehr aufzurichten. Auch Gangartübergänge und Seitenwechsel verhelfen dazu, die Hinterhand mehr einzusetzen. WICHTIG: Kopf und Hals folgen automatisch dem korrekt untertretenden Bein! Der Ansatz, den Kopf durch Hilfsmittel in eine korrekte Position zu riegeln ist demnach unlogisch und falsch und bringt meist nur das Gewicht auf die Vorhand. Durch Einwirkungen am Kopf fällt das Pferd aus der Balance, denn dieser wird als Balancestange verwendet.
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Montag, 7. November 2016 - 1 Kommentar
Wir alle kennen die Pferde oder haben sie zumindest schon mal beobachtet: Pferde, die am liebsten den ganzen Tag nur rumstehen und fressen. Mit dem Menschen zusammen arbeiten wollen sie lieber auch nicht. Wenn man es trotzdem versucht endet es meist damit, dass sich der Mensch enorm anstrengen muss, um das Pferd überhaupt vom Fleck zu bewegen. Auf Dauer macht dieses ständige ums Vorwärts kämpfen jedoch niemandem Spass… Was hier fehlt ist eindeutig die MOTIVATION des Pferdes! Doch wie kann ich diese erzeugen?
Fakt ist, dass die Pferde Flucht- und Herdentiere sind. Sie haben drei Grundbedürfnisse: Sicherheit – Komfort – Spiel. Die Pferde, um die es in diesem Beitrag geht, sind in der Regel sehr sicher im Umfeld des Menschen. Sie wissen genau, was sie tun und erscheinen manchmal eher aufmüpfig, wenn sie uns Menschen mehr arbeiten lassen als eigentlich notwendig ;) Für diese Pferde rücken die Begriffe Komfort & Spiel mehr in den Vordergrund.
Grundsätzlich lernen die Pferde über Komfort und Diskomfort. Das bedeutet, die Pferde suchen eine Stelle auf, wo sie Komfort finden können. Diesen Grundsatz kann ich in das tägliche Training miteinbeziehen. Pferde lernen die Komfortpunkte sehr schnell schätzen. Damit wir Menschen uns besser orientieren können, empfehle ich immer einen Markerpunkt zu setzen (z.B. Pylone). Wird an diesem Punkt ein zusätzlicher Motivator wie Pause oder Futter eingesetzt, werden die Pferde bestrebt sein, diesen Punkt aufzusuchen. Der restliche Bereich ausserhalb dieses Punktes bedeutet für die Pferde Diskomfort, da sie sich dort bewegen müssen.
Nun sehe ich bereits die ersten Einwände in der Luft: „Wenn ich Pause mache, bleibt es doch nur noch stehen“, „Es wird zielstrebig zu diesem Punkt gehen, aber nicht weiter“. Deshalb kommt hier der Begriff Spiel ins Spiel! Intelligente Tiere werden in der Tat sehr schnell kapieren, wo und wofür sie Komfort erhalten. Deshalb sollte damit gespielt und vor allem variiert werden.
"Langweile dein Pferd nicht durch endlose Wiederholungen und bleibe interessant!" (unbekannter Autor)
… bedeutet soviel wie: mache nicht immer nach derselben Anzahl Runden eine Pause. Baue einen Seitenwechsel ein und gehe dann zurück zu deinem Komfortpunkt. Variiere die Gangarten (1 Runde Schritt, 2 Runden Trab, 1 Runde Galopp) bevor du das Pferd beim Komfortpunkt halten lässt. Durch die Variation müssen sich die Pferde in die Aufgabe hineindenken und können nicht plötzlich Dinge vorweg nehmen. Diese Pferde sind nämlich Punktezähler und halten sich sehr genau an das, was man immer von ihnen verlangt hat. „Wenn ich 5 Mal 3 Runden laufen musste, bis ich anhalten durfte, dann mache ich da auch beim 6. Mal so!“ Denksport anstatt ewiger Trott lautet also hier die Devise! Aufgrund der Variation (Tempiunterschiede, Seitenwechsel) können die Pferde auch eher einen Sinn hinter der gestellten Aufgabe sehen – es ist nicht nur ein ödes im Kreis rennen. Das wird sie motivieren mitzudenken und Fragen zu stellen. WICHTIG: Am Anfang nicht zu viel verlangen bevor man Komfort anbietet! Ansonsten wird es den Pferden bereits wieder langweilig resp. sehen keinen Sinn dahinter und schalten ab…
So einfach das ganze Vorhaben auch tönt, scheitert es meist daran, dass sich die Pferde nicht vom Fleck bewegen lassen. Hier ist die Effektivität der Menschen gefragt. Wenn ich möchte, dass sich mein Pferd bewegt, muss ich dies aus effektiv durchsetzen können. Ansonsten verliere ich an Glaubhaftigkeit. Im Natural Horsemanship nach Pat Parelli wird aus diesem Grund mit Phasen gearbeitet. Man beginnt mit einer feinen Anfrage, endet aber, wenn es sein muss, mit dem Versprechen, dass sich das Pferd nun zu bewegen hat.
"Brich kein Versprechen, das du deinem Pferd gegeben hast" (Pat Parelli)
aber auch
"Erwarte viel, akzeptiere wenig, belohne die kleinste Anstrengung" (Pat Parelli)
Wichtig ist, immer mit Phase 1 (Veränderung der Körperenergie) zu beginnen und die Phasen dann stetig zu erhöhen. Bei einer korrekten Antwort auf meine Aktion (Energieerhöhung des Pferdes, Gewichtsverlagerung nach vorne, erstes Anschreiten) beende ich meine Aktionen sofort und gehe neutral mit dem Pferd mit oder frage erneut für eine Vorwärtsbewegung, startend bei Phase 1, an. So erlangt das Pferd Bestätigung in dem was es tat. Mit der Zeit wird das Pferd auf immer tiefere Phasen reagieren. Eine Beschreibung und Ausführung dieser 4 Phasen sind in diesem kurzen Youtube-Video zu finden. https://www.youtube.com/watch?v=q33c64TBDmg
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Mittwoch, 26. Oktober 2016 - 11 Kommentare
Hat man ein junges Pferd, kommt man nicht um die Aufgabe, diesem das Hufe geben zu lehren. Vor allem, wenn es ihm noch nie korrekt beigebracht wurde. Als ich meinem Pferd die Hufe räumen wollte, merkte ich schnell, dass es sehr viel Kraftaufwand meinerseits an den Fesseln brauchte, bis ich den Huf aufnehmen konnte und hinten bestand sogar die Gefahr, dass es ausschlug.
Dieses Verhalten ihrerseits tolerierte ich jedoch nicht, da sich das Pferd als mein Partner auch als solchen verhalten sollte. Doch welches Verhalten erwarte ich dann genau? Bevor ich dem Pferd etwas erklären kann, muss mir bewusst sein, was ich möchte und dann dieses Verhalten solange konsequent einfordern, bis es vom Pferd als die korrekte Antwort abgespeichert wird. Ich möchte von meinem Pferd, dass es die Hufe auf sanften Druck aufhebt, sodass ich diesen nehmen und bearbeiten kann. Ich möchte, dass es solange stillhält, bis ich den Huf wieder freigebe und nicht plötzlich beginnt ihn wegzuziehen. Des Weiteren möchte ich auch nicht, dass mein Pferd zu scharren beginnt, wenn ich den Huf einfordere.
Dieses Unterfangen war ein langwieriger Prozess, bis es wirklich einwandfrei funktionierte. Ich lehrte meinem Pferd auf den Druck an der Kastanie zu reagieren. Bis diese Verbindung jedoch stabil funktionierte, ging einige Zeit vorbei. Meist waren die Reaktionen erst nicht wirklich partnergerecht. Als ich einen Hufkurs zusammen mit meinem Pferd besuchte, kam schlussendlich der Durchbruch. Wenn das Pferd nicht auf stetigen Druck reagiert, soll rhythmischer Druck miteingebracht werden. Dazu kann der Hufräumer gebraucht werden, um damit an das Röhrbein zu klopfen. Dabei ist es wichtig, sanft zu beginnen, aber die Intensität immer etwas mehr erhöhen, wenn keine Reaktion folgt. Schon sehr bald lernte mein Pferd, was ich von ihm möchte und gab die Hufe von sich aus, wenn ich mich nur schon bückte.
Trotzdem gab und gibt es zwischendurch ab und zu wieder Phasen, in denen das Pferd nicht wie ein Partner handelt, sondern lieber zu scharren begann. In solchen Situationen schnappte ich nicht nach dem Huf, denn ansonsten wird daraus ein Spiel für das Pferd. Ich wartete einfach ab, bis das Scharren aufhört und versuchte es anschliessend erneut. Als sie mir das letzte Mal zu scharren begann, ignorierte ich dieses Verhalten und wartete ab, und plötzlich war ihr Huf schön in der Luft, bereit für mich zum nehmen.
Haben wir den Huf fertig ausgeräumt, liegt es aber auch an den Menschen, sich dem Pferd gegenüber wie ein Partner zu verhalten. Denn was wir von unserem Pferd fordern, sollen wir ihnen zurückgeben. Deshalb stelle ich den Huf danach immer auf den Boden und bedanke mich, sodass mein Pferd weiss, dass die Arbeit getan ist. Wenn der Huf einfach losgelassen wird, wissen die Pferde nicht, was sie damit machen sollen. Oft lässt ein Pferd den Huf dann einfach in der Luft.
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Dienstag, 11. Oktober 2016 - 2 Kommentare
Wenn ich mit Pferden spiele, halte ich mich grundsätzlich an einen bestimmten Plan. Dieser Plan kann aber von Tag zu Tag unterschiedlich aussehen – je nach Zustand und Verfassung des Pferdes. In dieser Anpassung des Plans an die Bedürfnisse der Pferde liegt die Würze.
Pferde sind Gewohnheitstiere!
Grundsätzlich gilt, wenn etwas 3 Mal hintereinander ausgeführt wird, wird es als Muster abgespeichert. Nach diesen 3 Mal wird es zu einer Gewohnheit. Nach 4 bis 7 Einheiten ist die Gewohnheit verankert. Dies ist pro Pferd unterschiedlich, die einen brauchen länger – andere sind schneller im Lernen. Aus diesem Grund spiele ich mit einer bestimmten Übung immer über 4 bis 7 Mal. Trotzdem kann ich mich nicht in meinem Plan festfahren, denn wenn das Pferd einen emotionalen Tag hat oder total eingeschüchtert ist aufgrund äusserer Bedingungen kann ich nicht seine volle Konzentration erwarten und anspruchsvolle Aufgaben stellen. Ich kann aber dieselbe Aufgabe leichter stellen oder zum Beispiel mehr vorwärts fordern, wenn das Pferd sowieso nur umherspringt, weil es Geister in den Bäumen sieht. Ich habe festgestellt, dass sich die Qualität der Ausführung innerhalb dieser Tage enorm steigern kann. Meist gibt es an einem Tag ein kurzes Down, aber danach liegt die Übung auf einem höheren Level. Dies ist der Moment, mit einer neuen Aufgabe zu starten!
Übungen baue ich immer über Komfort und Pause als Belohnung auf. Pferde lernen nämlich genau dann, wenn der Druck nachlässt. Daher ist es essentiell, dass zur richtigen Zeit der Druck losgelassen wird. Ansonsten kann es passieren, dass unerwünschte Verhaltensmuster antrainiert werden.
"Pressure motivates, but it`s the RELEASE that teaches" (Pat Parelli)
Ich arbeite nicht mit Leckerlies, denn ich möchte, dass das Pferd mit mir zusammen arbeiten will und eine Beziehung zu mir aufbaut. Wenn ich ständig Leckerlies verteile, macht es das Pferd meist nur deswegen – das sieht man ganz gut, wenn man mal keine dabei hat. Da erkennt man, ob man eine echte Verbindung hat oder einfach ein futterorientiertes Pferd. Strickt gegen Futterlob bin ich nicht, ich sehe das aber als spezielles Extra für aussergewöhnliche Leistungen.
Ich benutze sehr gerne Objekte als Markersymbole. Daran können sich Mensch und Pferd orientieren und die Körpersprache und Kommunikation präzisieren. Z.B. Übergänge oder Halt bei einer Pylone, Richtungswechsel um Pylonen, Halt zwischen Pylone und Zaun..
Mir ist wichtig, dass die Pferde schrittweise an das von uns verlangte heran geführt werden. So ist ein solider Aufbau gewährleistet. Ich muss den Fokus des Pferdes an diese Stelle lenken, wo ich eine Übung machen möchte. Den Fokus kreiere ich über Pausen an diesem bestimmten Ort. Denkt das Pferd selbständig an den Punkt oder das Objekt, gibt es dort keine Pause mehr, ich führe meine Übung ein und gewähre Pause dafür an einem anderen sinnvollen Punkt.
All mein Wissen und meine Erkenntnisse stammen von der intensiven Auseinandersetzung mit dem Trainingsansatz von Michael Wanzenried ***** Parelli Instruktor.
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Mittwoch, 31. August 2016 - 2 Kommentare
Nach mehrfach geführten Diskussionen möchte ich meine Gedanken einem Thema widmen, das allzu oft belächelt wird. Das Pferdetraining am Knotenhalfter.
Ich benutze für das Pferdetraining immer das Knotenhalfter. Aus welchem Grund? Weil das Knotenhalfter als natürliches Hilfsmittel die Pferde in seinen Bewegungen nicht einschränkt. Nur so kann sich das Pferd wirklich frei und gelöst bewegen, was schlussendlich zu Versammlung führen kann.
Damit das Trainieren am Knoti zu Versammlung führen kann, ist es wichtig, dass das Pferd mental und emotional gefordert wird. Was bedeutet das? Wir müssen die Trainingseinheit so gestalten, dass sie interessant und nachvollziehbar für das Pferd ist. Das Pferd muss sich in die Aufgabe hinein denken können, es soll aber auch die Chance haben, mit uns einen Dialog zu führen und uns seine eigene Meinung zu präsentieren. Ich nenne das Training aus diesem Grund Spiel. Sinnloses im Kreis herum rennen (longieren), habe ich aus meinem Training gestrichen. Das führt lediglich dazu, dass das Pferd mehr Kraft aufbaut und demendsprechend noch länger longiert werden muss, bis es müde wird. Ein Spiel ist ein Dialog zwischen zwei Parteien, es ist interessant, macht Spass und zieht uns in einen „Flow“. Sobald das Pferd sich auf unser Spiel einlässt und „ja“ zum Programm sagen kann, haben wir seine mentale und emotionale Fitness erhalten. Nun wird das Pferd von sich aus beginnen sich selbst zu gymnastizieren und sich in eine gesundheitsfördernde Haltung zu begeben. Es beginnt sich zu tragen, die Hinterhand aktiv vorwärts zu schieben und sucht das Vorwärts-Abwärts. Durch Impulse am Knoti kann zu diesem Zeitpunkt eine leichte Innenstellung erreicht werden. Und dies ohne ständigen Zug an der Nase wie bei anderen mechanischen Hilfsmitteln.
"The sum total of respect, impulsion and flexion give you natural collection" (Pat Parelli)
Greifen wir mit mechanischen Hilfsmitteln ein, um das Pferd nach unseren Vorstellungen zu formen, sieht es von aussen vielleicht schön und versammelt aus. Aber ist es das wirklich? Ist es denn auch gelöst? Losgelassenheit steht vor Versammlung! Meiner Meinung nach wird mit mechanischen Hilfsmitteln gegen den Respekt des Pferdes gearbeitet. Es distanziert sich von der Aufgabe und führt diese nur aus, weil es muss. Von Losgelassenheit kann hier nicht mehr gesprochen werden, denn wenn wir gegen den Respekt der Pferde arbeiten, entsteht sehr viel Spannung. Bewegungsabläufe unter Spannung bringen aber auch keine gymnastischen Werte mit sich.
Denkt bei Gelegenheit einmal darüber nach. Bekommen eure Pferde auch genügend Entspannung, um sich lösen zu können? Oder überwiegt die Anspannung?
Foto: KLF-otografie.ch
Foto: KLF-otografie.ch
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Sonntag, 3. Juli 2016 - keine Kommentare
Wir alle kennen das Thema der natürlichen Schiefe des Pferdes. Das Pferd ist auf einer Seite hohl, das bedeutet, dass es auf die hohle Seite von Natur aus leicht gebogen ist aufgrund verkürzter Muskeln. Diese Seite fällt dem Pferd demnach leichter, auf die gegenüberliegende Seite fällt die Biegung schwerer, weil sich das Pferd entgegen der natürlichen Biegung biegen soll.
Viele erkennen die natürliche Schiefe ihres Pferdes daran, dass das Pferd auf der hohlen Seite gegen aussen fällt. Vor allem auf Zirkeln ist dies festzustellen – das Pferd vergrössert den Zirkel.
Aber habt ihr das Ganze auch schon mit anderen Augen betrachtet?
Wenn die hohle Seite die stärkere Seite des Pferdes ist, weil ihm Biegung etc. leichter fällt, braucht es weniger Energie, um korrekt laufen zu können. Auf der nicht hohlen Seite fällt es dem Pferd schwer, anatomisch korrekt laufen zu können. Es braucht viel Energie, um in Stellung und Biegung zu laufen und die Linie zu halten.
Nehmen wir nun noch den Aspekt des Respektes hinzu: Haben wir den vollen Respekt des Pferdes, werden wir die natürliche Schiefe ganz einfach anhand der Seite, welche ihm leichter fällt erkennen. Haben wir den Respekt aber (noch) nicht, wird eine eindeutige Bestimmung etwas schwieriger. Wie eben erwähnt, braucht das Pferd auf seiner stärkeren Seite weniger Energie, um korrekt laufen zu können. Dieser Tatsache entsprechend hat es übrige Energie, welche es in Schabernack investieren kann. Es testet und hinterfragt uns, ob wir auch wirklich alles ernst meinen, was wir fordern oder ob wir bei entsprechenden Widersetzlichkeiten nachgeben. Auf der schwachen Seite des Pferdes, muss es bereits viel Energie in das Vorwärts stecken, sodass es nicht noch genügend Energie übrig hat, um zu testen. Oft kommt der Mensch dann zum Trugschluss, die Seite sei also die hohle Seite, weil sie besser funktioniert. Ganz oft hängt es aber mit fehlendem Respekt zusammen, erst wenn dieser vollkommen vorhanden ist, wird das Pferd seine hohle Seite als die stärkere präsentieren.
Anhand von Bildmaterial kann man diese Zusammenhänge sehr gut erkennen.
Hattet ihr auch schon Momente, wo ihr euch gefragt habt, welche nun die starke Seite eures Pferdes ist? Mich würden eure Meinungen zu diesem Thema interessieren.
Harmony ist links hohl. Leichte Innenstellung im Hals, fast maximale Beinspannbreite und Taktklarheit zeigen, dass dies ihre stärkere Seite ist.
Auf diesem Bild erkennen wir eine leichte Aussenstellung auf der Volte und zusätzlich eine leichte Taktverschiebung.
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Donnerstag, 16. Juni 2016 - 1 Kommentar
Viel zu oft beschäftigen wir uns Menschen nur mit unseren Ideen, Zielen, Vorstellungen, Wünschen etc. Wir haben einen Gedanken fix im Kopf, dem wir nachgehen möchten. Zum Beispiel: Heute möchte ich mit meinem Pferd frei spielen und verschiedene Übungen mit Stangen machen.
Ich packe also mein Pferd und führe meinen Plan durch. Doch dann passiert folgendes: die Übungen klappen nicht, das Pferd rennt davon und möchte nicht bei mir bleiben... Es ist menschlich, dass solche Situationen zu Frust und sogar Ärger führen können. Wut auf mich? Oder auf das Pferd? Kann das Pferd überhaupt etwas dafür, dass die Situation eskaliert ist? NEIN!
Pferde sind auch Lebewesen, sie haben eigene Gefühle, eigene Gedanken und vor allem auch eigene Ideen! Wir haben oft ganz andere Ideen als die Pferde. Das muss nicht schlecht sein, doch es setzt voraus, dass wir uns gemeinsam auf den Weg begeben, um an ein gemeinsames Ziel zu gelangen. Da wo meine Idee auch deine Idee ist.
„Mache deine Idee zur Idee des Pferdes, aber verstehe erst seine Idee“ (Pat Parelli)
Ist dieser Gedanke erst mal gefasst, ist das ein guter Anfang. Doch wie können wir die Idee des Pferdes anpassen oder ändern? Als erster Schritt muss sich das Pferd mit uns verbinden wollen. Es soll also den Willen zeigen, sich auf unsere Ideen einzulassen. Es soll motiviert und bei uns sein. Im Natural Horsemanship wird das „connected to the human“ genannt. Wenn wir frei spielen kann das manchmal länger gehen, denn ich habe da kein Seil und kann mein Pferd auch zu nichts zwingen. Ich sende es auf einen Kreis um mich und warte bis es mir seine Aufmerksamkeit schenkt und nicht immer nur nach aussen kuckt. Danach kann ich mit den eigentlichen Übungen beginnen.
Beim Ausführen der Übungen beginnt eigentlich wieder dasselbe Spiel. Das Pferd hat vielleicht nicht immer dieselben Ideen wie ich. Für mich heisst das, dass ich einerseits ganz klar in meiner Position sein muss. Das Pferd muss unmissverständlich verstehen können, was ich möchte und was ich damit bezwecke. Andererseits muss ich warten, bis sich das Pferd damit auch aus eigenem Willen auseinander setzten möchte. Ich muss die Übung möglicherweise ein paar Mal anbieten, bis sie vom Pferd verstanden und korrekt ausgeführt wird. Hier spricht man dann von „connected to the task“.
Wie merke ich, dass meine Idee zur Idee des Pferdes geworden ist? Beginnt das Pferd zu kauen, nachdem es die Übung ausgeführt hat, kann davon ausgegangen werden, dass es sich damit verbunden hat und darüber nachdenkt. Auch Entspannung und berühren von Übungsobjekten sind gute Anzeichen dafür.
Haben eure Pferde auch manchmal andere Ideen? Wie reagiert ihr und wie löst ihr die Kommunikationsprobleme?
Harmony verbindet sich mit der Stange, indem sie diese mit ihrer Nase berührt.
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Montag, 6. Juni 2016 - 4 Kommentare
Mit „Kannst du?“-Aufgaben, kannst du deine Kommunikation mit deinem Pferd testen, verfeinern und sogar auf einen höheren Level bringen. Es können ganz kleine Aufgaben im Pferdealltag sein, wie zum Beispiel „Kannst du alle 4 Hufe von einer Seite aufnehmen?“ oder „Kannst du dein Pferd aus dem Sitzen zäumen?“. Oder aber auch anspruchsvollere Aufgaben, wie unsere Freiarbeit-Challenge.
Den ultimativen Kick erhält man, wenn eine fremde Person die Aufgabe stellt. So ist gewährleistet, dass man sich einem neuen, vielleicht sogar unbekannten Thema widmet und nicht selbst Aufgaben aufgibt, die man sowieso schon gut kann! ;)
Meine Freiarbeit-Challenge
Ich soll in Zone 5 mit dem Seitwärts-Spiel experimentieren (Zone 5 (aus Parelli Natural Horsemanship) bedeutet, dass ich hinter dem Schweif des Pferdes stehe). Ich muss zugeben, das hab ich tatsächlich noch nie gemacht.. Ich kann sehr wohl an der Doppellonge oder den Langzügeln arbeiten, aber so ganz ohne physische Verbindung – eine echte Challenge!
Also: Seitwärts von Punkt A zu Punkt B. Bei Punkt B soll ich Harmony rückwärts in eine Stangenbox parken und insgesamt um 180°drehen. Aus Zone 5 wieder zurück zu Punkt A senden und zwischen zwei parallel gelegten Stangen parken. Da sollte ich eine Vorhandwendung vollbringen ohne die Stangen zu berühren. Zum Abschluss soll Harmony die vor sich liegende Stange mit der Nase touchieren.
Diese Challenge beinhaltet mehrere unterschiedliche Aufgaben. Das alles auf einmal zu verlangen wäre schlichtweg eine Überforderung. Ich baue das Ganze spielerisch auf und lerne zu Beginn das Seitwärts gehen aus Zone 5 am Seil. Dazu stelle ich zwei Hütchen auf, sodass Harmony ganz genau weiss, wohin sie gehört und sich somit mit der Aufgabe identifizieren kann! Nur wenn ein Pferd weiss, was von ihm verlangt wird und es bei Vollbringung der aufgetragenen Aufgabe belohnt wird (durch Pause beim Hütchen), kann es sich konkret damit auseinander setzten und sichtbare Fortschritte erzielen.
Funktioniert das seitwärts gehen am Seil, kann ich beginnen das ganze frei umzusetzen.
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Donnerstag, 2. Juni 2016 - 1 Kommentar
Ihr fragt euch jetzt bestimmt, was das Bankkonto mit euren Pferden zu tun hat. Ganz einfach gesagt:
Der Umgang mit dem Pferd ist das Bankkonto
Wenn ich mit Pferden spiele, sammle oder verliere ich Punkte auf meinem Konto. Ich gewinne Punkte, indem ich Dinge mache, die das Pferd toll findet und gerne und ihm einfach fallen. Auch Dinge, worin sie routiniert sind und man ihnen nicht viel sagen (in Form von befehlen) muss. Den besten Gewinn erhalte ich aber immer noch, wenn ich einfach mal nichts mache! Gemeinsame Zeit zu verbringen ohne irgendetwas zu verlangen tut der Beziehung unglaublich gut. Das Pferd lernt den Menschen zu schätzen, weil es merkt, dass in seiner Umgebung Entspannung herrscht.
"Never underestimate the power of undemanding time" (unbekannter Autor)
All diese Punkte setzte ich ein, wenn ich etwas Neues mit meinem Pferd lernen möchte oder etwas speziell „anstrengendes“ von ihm verlange. Wie zum Beispiel über einen Sprung hüpfen oder lange galoppieren (wer ein introvertiertes Pferd hat, weiss wovon ich spreche ;)). Speziell beim Erlernen neuer Aufgaben kann auch mal etwas misslingen – dann verliere ich Punkte. Oder aber auch in Situationen, wo ich etwas befehle. Diskussionen, bei denen ich als Mensch nicht immer authentisch und neutral bin, da mir meine Emotionen im Weg stehen. Uns Menschen passiert das ständig – weil wir menschlich sind und von Emotionen geleitet werden. Für mich ist wichtig zu wissen, dass ich danach erst wieder beginne mein Konto zu füllen und mich nicht von einer Diskussion in die nächste stürze. Denn mit sich leerendem Bankkonto verlieren wir den Respekt unserer Pferde, was in keinem Fall eine angestrebte Lösung sein sollte!
Ein aktuelles Beispiel dazu: Ich lerne zur Zeit mit meinem Pferd Harmony den Galopp mit Reiter. Das klappte eigentlich soweit gar nicht schlecht. Wir hatten dann die Projekttage an unserer Schule. Harmony wurde an einen neuen Ort gebracht, sie war teilweise etwas nervös und ich musste ihr etwas mehr vorschreiben, was sie tun darf und was nicht, damit es mit den Kindern nicht gefährlich werden konnte. Harmony meisterte alles super! Dank vollem Bankkonto! Über die Tage hatte ich jedoch Punkte abgehoben, die mir danach fehlten, um sofort wieder einen Galopp erwarten zu können. Ich versuchte es zwar, steigerte mich aber ziemlich schnell in eine Diskussion, die ich nicht souverän lösen konnte. Um nicht den ganzen Respekt zu verlieren (was bei Harmony sehr schnell gefährlich werden kann), ging ich einen Schritt zurück und fragte lediglich einfache Dinge ganz klar ab. Bis wir in Schritt und Trab am langen Zügel wieder eine harmonische Einheit bildeten. Mit dem Auffüllen des Kontos kann ich zu gegebener Zeit wieder nach Galopp fragen und dann wird es auch funktionieren.
Hattet ihr auch schon Erlebnisse, die ihr mit der Geschichte des Bankkontos vergleichen könnt? Wie handelt ihr in solchen Situationen?