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Lectio V
Die 13-tägigen Zirkusspiele begannen mit einem grossen Umzug, der in vielerlei Hinsicht an Triumphzüge erinnert; die Route führte vom Tempel des Jupiter Capitolinus über das Forum zum Circus Maximus und dort noch einmal um die Zielsäulen herum. Dieser Umzug unterstreicht den heiligen Aspekt der Zirkusspiele.
Angeführt wurde der Umzug vom Triumphwagen mit dem zuständigen Beamten, der das Triumphgewand und auf dem Kopf, von einem Sklaven gestützt, einen goldenen (Lorbeer-)Kranz trug. Ihm folgte die römische Jugend auf Pferden und zu Fuss in militärischer Formation, darauf junge Männer. Dieses Spektakel wurde mit Musik begleitet. Als nächstes kamen die Wettkämpfer der Pferdewettkämpfe mit ihren Pferden und Wagen, dann die Athleten.
Schliesslich folgten als Satyrn und Silene verkleidete Tänzer in Bocksfellen, die zu Flöten- und Kitharamusik den Göttern vortanzten. Deren Statuen wurden auf geschmückten Sänften und Wagen transportiert und bildeten bei Weihrauchduft den Abschluss des Umzuges. Die Statuen wurden für die Dauer der Zirkusspiele im Pulvinar, einem dafür eingerichteten Raum im Circus, aufgestellt.