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Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Thailand beruhen auf regelmässigen politischen Treffen und einem soliden wirtschaftlichen Austausch. Die Präsenz gut etablierter Schweizer Unternehmen in Thailand, die bedeutende Kolonie von thailändischen Staatsangehörigen in der Schweiz und von schweizerischen Staatsangehörigen in Thailand (zurzeit die grösste Schweizer Kolonie in Asien) und der Tourismus tragen ebenfalls zur Dynamik der bilateralen Beziehungen bei.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz und Thailand unterhalten seit 1931 bilaterale Beziehungen. Seit 2011 führen die beiden Länder einen regelmässigen politischen Dialog. Die Schweiz und Thailand arbeiten auch im Rahmen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zusammen, wo die Schweiz seit Juli 2016 den Status als sektorielle Dialogpartnerin innehat.
Die Schweizer Botschaft in Bangkok erbringt seit 2012 alle konsularischen Dienstleistungen für Thailand, Kambodscha, Laos, Malaysia und Myanmar.
Thailand ist mit einer Botschaft in Bern, einer Mission in Genf sowie Honorarkonsulaten in Basel, Zürich und Genf in der Schweiz vertreten.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Thailand ist einer der wichtigsten Handelspartner der Schweiz in Südostasien. Pharmazeutische Produkte und Präzisionsinstrumente für die verarbeitende Industrie sowie Luxusgüter aus der Schweiz sind auf dem thailändischen Markt sehr beliebt. Im Gegenzug importiert die Schweiz vor allem Edelmetalle und Edelsteine. Im Jahr 2020 wurden Gespräche zur Wiederaufnahme von Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), der auch die Schweiz angehört, aufgenommen.
Thailand ist ein beliebtes Reiseziel für Schweizer Touristinnen und Touristen und umgekehrt. Vor der Covid-19-Pandemie besuchten jährlich mehr als 200'000 Schweizerinnen und Schweizer Thailand und mehr als 150'000 thailändische Touristen die Schweiz.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Das Sekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ist zuständig für die Umsetzung der Internationalen Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation.
Thailändische Studierende und Forschende können sich um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die DEZA unterstützte Thailand im Rahmen ihrer humanitären Hilfe gezielt bei Naturkatastrophen wie zum Beispiel beim Tsunami vom Dezember 2004 und den Überschwemmungen von 2011.
Seit 2013 sind zwei regionale Experten für Katastrophenvorsorge und ‑management in Bangkok stationiert. Sie begleiten DEZA-Projekte in Südostasien und im Pazifik und intervenieren bei Naturkatastrophen in diesen Regionen. Die beiden Experten unterstützen zudem die ASEAN beim Kapazitätsaufbau im Bereich Katastrophenvorsorge und Soforthilfe.
Schweizerinnen und Schweizer in Thailand
Im April 2021 lebten 9829 (bei der Botschaft in Bangkok gemeldete) Schweizerinnen und Schweizer in Thailand.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die ersten dokumentierten Kontakte zwischen der Schweiz und Thailand reichen ins 17. Jahrhundert zurück. Es waren die Reiseberichte von Schweizer Missionaren, die das Königreich Siam erkundet hatten. Im 19. Jahrhundert suchten Schweizer Textilunternehmen neue Absatzmärkte in Südostasien.
Das Königreich Siam trat bereits 1895 dem Weltpostverein in Bern und der ersten Genfer Konvention bei. Die Schweiz und Thailand unterzeichneten 1931 einen Freundschafts- und Handelsvertrag, der den Beginn ihrer Beziehungen markierte. Die Schweiz eröffnete 1932 ein Konsulat in Bangkok und liess 1949 ihre Botschaft in Neu Delhi in Thailand akkreditieren. 1959 wurde das Schweizer Konsulat in Bangkok zur Botschaft aufgewertet.
2021 feiern die Schweiz und Thailand das 90-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen.