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Rechte von Minderheiten: Kontakte beeinflussen Einsatz
Setzen sich etwa Heterosexuelle für die Rechte von homosexuellen Menschen ein, wenn sie Kontakte zu ihnen pflegen? Forschende der Universität Zürich konnten diese Fragen in einer Studie bejahen. Wer in der Nachbarschaft, bei der Arbeit oder im Freundeskreis angenehme Begegnungen mit homosexuellen Personen habe, sei eher bereit, an Demonstrationen teilzunehmen oder für ein Diskriminierungsverbot zu stimmen. Zusammen mit über 40 Forschenden hat die Sozialpsychologin Tabea Hässler knapp 13 000 Personen aus 69 Ländern befragt. Darunter waren sowohl Personen aus sozial privilegierten als auch aus benachteiligten Gruppen.
Allerdings weist das Phänomen eine Kehrseite auf. Wenn nämlich Personen aus benachteiligten Gruppen Bekannte aus privilegierten Gruppen haben, engagieren sich Erstere weniger stark für die Verbesserung der eigenen Situation. «Immigranten beispielsweise, die viele Berührungspunkte mit Menschen ihres Gastlands haben, sind sich ihrer Benachteiligung möglicherweise weniger bewusst», schreibt die Erstautorin. Darin sieht sie einen Grund, weshalb sich Personenaus benachteiligten Gruppen weniger stark dafür einsetzen, Ungleichheiten zu beheben.
Studie
Hässler, T., Ullrich, J., Bernardino, M., Shnabel, N., Van Laar, C., Valdenegro, D., ...Mugnol, L. (2020). A large-scale test of the
link between intergroup contact and support for social change. Nature Human Behaviour. doi: 10.1038/s41562-019-0815-z