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In der Schweiz soll nach allfälligen Vermögenswerten der Tocher von ex-Diktator Ferdinand Marcos gesucht werden. Mit diesem Anliegen wandten sich die Philippinen in einem Rechtshilfe-Gesuch an die Schweizer Behörden.
Das Gesuch traf am Mittwoch (21.03.) in Bern ein, wie Folco Galli vom Bundesamt für Justiz (BJ) mitteilte. Demnach ersucht Manila die Schweiz um Mithilfe bei Untersuchungen, woher Vermögenswerte von Irene Marcos Araneta nach Deutschland hätten überwiesen werden können.
Kein Konto gefunden
Gemäss einem philippinischen Zeitungsartikel soll die Marcos-Tochter versucht haben, 13,4 Mrd. Dollar (22,6 Mrd. Franken) aus der Schweiz nach Deutschland zu transferieren. Abklärungen der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) zu einem angeblichen UBS-Konto hätten im letzten Jahr ergeben, dass die Marcos-Tochter über kein solches Konto verfügt.
Sollten die Schweizer Behörden nun doch auf Vermögenswerte von Irene Marcos Araneta stossen, möchte Manila eine Sperre der betreffenden Konten, die Überweisung der Bankunterlagen sowie der Vermögenswerte auf ein philippinisches Sperrkonto.
In Düsseldorf (De) hätten Ermittlungen ergeben, dass die Marcos-Tochter Anfang Februar mehrere Konten eröffnet hatte. Vier Wochen später seien diese aber von der Bank gekündigt worden. Es hätten zu keinem Zeitpunkt Geldbewegungen stattgefunden, erklärte Galli.
Rund eine Mrd. Franken nach Manila
Der Marcos-Clan wird seit langem verdächtigt, während der Regierungszeit des Diktators ein Milliardenvermögen beiseite geschafft zu haben. Die Familie bestreitet dies. Eine Untersuchungs-Kommission der philippinischen Regierung forscht seit Jahren nach dem Geld.
Die Schweiz hat 1998 nach einem Bundesgerichts-Entscheid über 600 Mio. Dollar (rund eine Mrd. Franken) auf die Philippinen transferiert. Marcos war 1986 nach 20-jähriger Herrschaft durch einen Volksaufstand gestürzt worden. Er starb später im Exil auf Hawaii.
swissinfo und Agenturen