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Der Vorstand der SUISA hat Bernard Cintas neu in den Stiftungsrat der FONDATION SUISA gewählt. Jean-Pierre Mathez, der seit 1997 mit grossem Engagement im Stiftungsrat tätig war, wofür ihm an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt sei, ist per Ende Dezember 2014 von seinem Amt zurückgetreten. Der neu gewählte Bernard Cintas, geboren 1961, wohnt in der französischsprachigen Schweiz. Wir haben dem neuen Stiftungsratsmitglied ein paar Fragen gestellt.
Bernard Cintas, welche musikalischen, beruflichen und sonstigen Erfahrungen werden Sie als neues Mitglied in den Stiftungsrat der FONDATION SUISA einbringen?
Mein musikalischer Werdegang begann als Schlagzeuger und Perkussionist in Laien-Akkordeonensembles sowie in Rock- und Bluesbands. Parallel dazu war ich in mehreren kantonalen und regionalen Akkordeonverbänden aktiv und präsidierte die Association Romande des Musiques populaires. Der Verband umfasst die Westschweizer Blaskapellen, Chöre und Akkordeonorchester und organisiert seit 2006 das Festival des Musiques Populaires de Moudon. All diese Aktivitäten erlaubten mir, die unterschiedlichen Volksmusiken der Westschweiz sowie die damit zusammenhängenden Probleme und Schwierigkeiten kennenzulernen. Ausserdem hatte ich die Gelegenheit, Akteurinnen und Akteure der Volksmusik aus der Deutschschweiz zu treffen und mich mit den kulturellen und strukturellen Unterschieden im Bereich der Volksmusik beidseits der Saane zu befassen.
Was halten Sie ganz allgemein von der Kultur- und Musikförderung in der Schweiz?
Meines Erachtens ist die Musikförderung für Berufsmusiker gut strukturiert. Was die Laienverbände betrifft, so ist die Förderung etwas diffus und weniger sichtbar, abgesehen von Institutionen wie der Loterie Romande.
Was kann eine private Institution, beispielsweise die FONDATION SUISA, zur Förderung des Schweizer Musikschaffens beitragen?
Sie kann die Komposition von Musikstücken und die Verwirklichung ganzer Musikprojekte fördern. Sie kann aber auch die Ausbildungsstätten unterstützen, da nicht alle öffentlich subventioniert werden.
Was wünschen Sie der Schweizer Musikbranche für die Zukunft?
Dass sie ihren kulturellen Reichtum und ihre Vielfalt erhalten möge, indem sie die regionalen Besonderheiten pflegt und aus dem Kulturerbe schöpfen kann, das glücklicherweise noch sehr präsent ist. Bei all dem soll sie sich aber auch emanzipieren und nach vorn ausrichten.
Welche Musik hat Sie in letzter Zeit besonders berührt oder beeindruckt?
Es war ein Stück für Blasmusik und Akkordeonorchester eines jungen Genfer Komponisten. Es heisst «Super Novae» und bewegt sich mit eleganter Stimmführung durch die Musikstile, wobei es mit verschiedensten Timbres und Farben spielt. Ein schönes Beispiel für das Überwinden von Festgefahrenem und von Vorurteilen, die das Musikschaffen allzu oft behindern.

Präsidium: Erika Hug, Vizepräsidium: Thomas Pfiffner