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Stellt ein Vertreter anlässlich der Schlichtungsverhandlung ein Gesuch um Dispensation vom persönlichen Erscheinen und prüft die Schlichtungsbehörde, ob dem Gesuch entsprochen werden kann, ist die Gegenpartei genügend über die Vertretung orientiert und die Waffengleichheit ist gewahrt.
Darf sich eine Partei an der Schlichtungsverhandlung vertreten lassen (Art. 204 Abs. 3 ZPO), hat die Schlichtungsbehörde die Gegenpartei über die Vertretung zu informieren (Art. 204 Abs. 4 ZPO). Die Orientierungspflicht dient der Waffengleichheit, damit sich die Gegenpartei entsprechend vorbereiten kann. Dem Gebot der Waffengleichheit ist jedoch Genüge getan, wenn die Schlichtungsbehörde an der Schlichtungsverhandlung prüft, ob sie einem vom Vertreter an der Verhandlung gestellten Gesuch um Dispensation entsprechen kann. Die an der Verhandlung teilnehmende Gegenpartei ist dadurch genügend orientiert; sie kann an der Verhandlung Einwende gegen die Vertretung vorbringen und einen Verschiebungsantrag stellen. Bleibt die beklagte Partei der Schlichtungsverhandlung aber unentschuldigt fern, darf die Schlichtungsbehörde über die Vertretung der klagenden Partei entscheiden und aufgrund der Säumnis der beklagten Partei die Klagebewilligung ausstellen (Art. 206 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 209 ZPO) (E. 6.3).