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Auf einem von mehrstöckigen Häusern gesäumten Platz mit kahlen Bäumen versammeln sich einige Männer in kleinen Gruppen. Sie sind mitten im Bocciaspiel. Während einer gerade eine Kugel wirft, beäugt der Rest der Gruppe dessen Wurf. Es ist eine Szene aus Südfrankreich, die Anny Vonzun Ende der 1950er-Jahre auf die Leinwand bannt. Oft bringt sie Skizzen von ihren Reisen mit zurück ins heimische Atelier. Es sind Eindrücke ausserhalb gewohnter Umgebung in südlichen, heissen Landstrichen, wo starkes Sonnenlicht und leuchtende Töne vorherrschen. Bei der malerischen Umsetzung reduziert sie die Farbpalette jedoch auf kühlere Grautöne, meist in farbigen Nuancierungen, wie hier mit Blau. In ihren Motiven sucht sie stets den Zugang zum Wesentlichen. So sind ihre Bilder Abbildungen, die schemenhaft vom Alltag auf den Plätzen, in den Kirchen, Häusern und Gärten oder den Häfen erzählen. Erworben wird das Gemälde an der Doppelausstellung «Meisser-Vonzun» von 1958, in der die Werke von Anny Vonzun und ihrem Ehemann Leonhard Meisser gezeigt werden.
Anja Seiler
Das Motiv findet die Künstlerin auf ihren Reisen in den Süden.
Männer spielen auf einem Platz Boccia.
Das ist ein Spiel mit schweren Kugeln.
Sie werden geworfen oder gerollt.
Sie sollen möglichst nah bei einer kleinen Kugel landen.
Die Bäume sind kahl.
Es ist also kein Sommer.
Die Künstlerin wählt kühle Farben
wie Blau und Grau-Töne.
Sara Smidt