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Wer im Urlaub vom Balkon des Hotels fällt, kann den Reiseveranstalter haftbar machen, zumindest in Deutschland. Ein deutscher Tourist verletzte sich tödlich, als er in der Türkei von einem Balkon eines Vertragshotels des Veranstalters stürzte, worauf die Witwe den Reiseveranstalter verklagte und nun recht bekam.
Der Veranstalter hatte mit seiner Argumentation, die Brüstungshöhe von 56 Zentimetern entspreche den türkischen Bauvorschriften keine Chance. Das Oberlandesgericht Köln argumentierte nämlich, dass die Brüstung nach deutschen Bauvorschriften mindestens 90 Zentimeter hoch sein müsste. Zudem müsse sich ein Reiseveranstalter
immer selbst davon überzeugen, dass von sicherheitsrelevanten Anlagen und Einrichtungen keine Gefahren für die von ihm unterzubringenden Hotelgäste ausgehen
Selbst der alkoholisierte Zustand des Touristen sei für die Beurteilung nicht relevant, denn eine ausreichend hohe Brüstung habe auch den Zweck, Gleichgewichtsstörungen die zum Beispiel aus dem Konsum von Alkohol entstehen können, aufzufangen. Insbesondere gelte dies im Urlaub, wo Alkoholkonsum zu einem normalen Verhalten gehöre und „durch Einrichtungen wie Hotelbars noch gefördert werde“.
Werden damit Bauvorschriften künfitg exportiert und Hotels nur noch nach deutschem Recht gebaut, auch wenn sich das Hotel in der Türkei, in der Karibik oder in Afrika befindet?
(via law blog)