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"Es geht ihm besser", berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag. Demnach sei der 67-Jährige am späten Samstagvormittag aus dem Krankenhaus Mater Olbia auf Sardinien entlassen worden. Er sei nach Frankfurt gereist, um sich dort in einer Reha-Klinik zu erholen. Einige Medien und Oppositionelle hatten spekuliert, dass er vergiftet worden sein könnte.
Zwei Insider hatten zuvor der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass Tschubais am Guillain-Barré-Syndrom erkrankt sei. Die seltene Autoimmun-Krankheit, bei der das Nervensystem angegriffen wird, kann lebensbedrohliche Probleme wie schwere Atembeschwerden und Blutgerinnsel verursachen.
Die Ergebnisse der toxikologischen Tests lägen zwar noch nicht vor, schrieb die italienische Tageszeitung nun. Aber Tschubais habe auf die Behandlung angesprochen, "so dass die Ärzte sicher sind", dass es sich bei seinen gesundheitlichen Problemen um das Guillain-Barré-Syndrom handele. Er habe das Krankenhaus ohne fremde Hilfe wieder verlassen können.
Einen Monat nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte Tschubais im März seinen Posten als Sonderbeauftragter von Präsident Wladimir Putin für Beziehungen zu internationalen Organisationen abgegeben und Russland verlassen. Tschubais gilt als Architekt der postkommunistischen Reformen in Russland. Er war Stabschef des früheren Präsidenten Boris Jelzin, von dem Putin Ende 1999 das Amt übernahm.
Kritiker werfen Tschubais vor, die Anhäufung grosser Vermögen durch einzelne Unternehmer geduldet zu haben, während Millionen Russen unter grosser Armut litten. Tschubais führte einst auch eine liberalen Oppositionspartei an und leitete das staatliche Technologieunternehmen Rusnano. Auch zuletzt hatte sich Tschubais für einen Umbau der Wirtschaft eingesetzt und galt als einer der am meisten profilierten Liberalen im Umfeld der Regierung.
(Reuters)