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Die salomonische Dynastie war von 1270 bis 1974 die Kaiserfamilie Äthiopiens. Äthiopien war das einzige afrikanische Land, das nie unter die Herrschaft der europäischen Kolonialmächte geriet. Das Äthiopische Kaiserreich, das früher Abessinien hiess, war das am längsten existierende afrikanische Reich der letzten 1000 Jahre.
1974 wurde die Monarchie in Äthiopien durch einen Umsturz abgeschafft und eine kommunistische Diktatur errichtet, worauf die Kaiserfamilie ins Exil musste. Seither lebt die Kaiserfamilie in Grossbritannien, wie mehrere nicht amtierende Königsfamilien aus Europa, Afrika, Naher Osten und Asien. Manche davon bereiten sich bekanntermassen auf eine mögliche Wiedereinführung der Monarchie in ihren Heimatländern vor. 1991 wurde das kommunistische Regime in Äthiopien gestürzt. Seit da hat die äthiopische Kaiserfamilie wieder Kontakte nach Äthiopien. Einzelne Mitglieder leben auch in den USA.
Der Legende nach stammt die äthiopische Kaiserfamilie vom israelischen König Salomo ab, der in der Bibel, im Koran und im Tanach erwähnt wird. König Salomo war der Legende nach der Erbauer des salomonischen Tempels, der sich auf dem bis heute heiligen Tempelberg in Jerusalem befand. Da Jesus Christus der Überlieferung nach ein Nachkomme von Salomo war, sollen die Vorfahren der äthiopischen Kaiserfamilie entfernt mit Jesus verwandt gewesen sein. Zu den legendären Vorfahren der äthiopischen Kaiserfamilie gehören antike Könige aus Afrika, ägyptische Hohepriester und Pharaonen, der griechische Gott Zeus und der Archebauer Noah. Die Abstammungslegende der äthiopischen Kaiserfamilie wird ganz unten erläutert. Die äthiopischen Kaiser trugen den Titel „König der Könige“. Der letzte äthiopische Kaiser Haile Selassie (1892-1975) wurde von vielen Rastafaris als der wiedergekehrte Messias angesehen, der die Befreiung der Schwarzen bringen würde. Bis heute sehen viele Äthiopier und Rastafaris die Kaiserfamilie als heilig an.
Äthiopien und sein Vorläufer, das Königreich Aksum, waren schon seit dem 4. Jahrhundert ein christliches Land, also bereits vor der Christianisierung Europas. Äthiopien ist somit eines der ältesten christlichen Länder Welt. Die Äthiopische Kirche (Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche) war und ist unabhängig von der römisch-katholischen Kirche und ist eine der ältesten christlichen Kirchen der Welt. Sie ist bis heute die führende Glaubensgemeinschaft in Äthiopien.
Kaiser Yekuno Amlak (starb 1285) war der Begründer der salomonischen Dynastie, die bis 1974 über Äthiopien herrschte. Der Überlieferung nach hatten seine Vorfahren bereits im ersten Jahrtausend über das Königreich Aksum geherrscht, das der Vorläufer des äthiopischen Kaiserreiches war. Yekuno Amlak stand in Briefkontakt mit dem byzantinischen Kaiser Michael VIII. aus der Dynastie der Palaiologen. Im Byzantinischen Reich entstand die christlich-orthodoxe Kirche.
Der äthiopische Kaiser Dawit I. (starb 1413) soll in Besitz eines Stücks des Kreuzes gelangt sein, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Das Stück befindet sich bis heute in Besitz der Äthiopischen Kirche. Die Äthiopische Kirche behauptet zudem, dass sie in Besitz der Bundeslade ist, in der die Steintafeln mit den 10 Geboten aufbewahrt wurden.
Äthiopische Gesandte von Kaiser Zara Yaqob (starb 1468) waren beim Konzil von Florenz vertreten, ein wichtiges Treffen der römisch-katholischen Kirche. Der äthiopische Kaiser Za Dengel (starb 1604) soll sich dem Katholizismus zugewandt haben und Kaiser Sissinios (starb 1632) konvertierte zum Katholizismus. Dies ist auf das Wirken von portugiesischen Jesuiten zurückzuführen, die ab dem 16. Jahrhundert auf Missionen nach Äthiopien kamen. Unter Kaiser Sissinios wurde sogar die Einführung des Katholizismus in Äthiopien und eine Union mit dem Kirchenstaat in Rom geplant, was aber nicht umgesetzt werden konnte.
So viel ich weiss, hatte das äthiopische Kaiserfamilie spätestens seit dem 15. Jahrhundert über Diplomaten Kontakte zu westeuropäischen Herrscherfamilien und es gab ab da Europäer am äthiopischen Königshof. Araber und Türken waren schon lange zuvor in Äthiopien präsent gewesen. Ein bekannter Europäer, der die äthiopische Kaiserfamilie besuchte, war James Bruce (1730-1794). Der schottische Wissenschaftler bereiste Afrika und den Nahen Osten. Er kam aus dem schottischen Adel und stammte womöglich aus dem Bruce Clan. Er war Freimaurer und Mitglied der „Canongate Kilwinning Lodge, No 2.“. Die schottische Loge war 1677 gegründet worden und gehört damit zu den ältesten Freimaurerlogen der Welt. James Bruce war Fellow der Royal Society. (Quelle: 1 und 2) Diese angesehene Gelehrtengesellschaft ist seit ihrer Gründung 1660 mit britischen Freimaurerfamilien verbunden.
Zaga Christ, der im 17. Jahrhundert lebte und behauptete ein Sohn des äthiopischen Kaisers Yaqob zu sein, besuchte Jerusalem und bereiste mehrere europäische Länder. Dort suchte er womöglich Kontakte zum Hochadel. Er traf den Herzog von Savoyen und Papst Urban VIII. (Quelle). Er starb in Europa und wurde neben einem portugiesischen Prinzen begraben (Quelle).
Kaiser Haile Selassie
Haile Selassie (1892-1975) war der letzte Kaiser Äthiopiens. Bei seiner Krönung 1930 waren Hochadlige zu Gast, darunter Prinzen aus der britischen und der italienischen Königsfamilie. Haile Selassie bereiste viele Länder und besuchte die heilige Stadt Jerusalem, über die seine angeblichen Vorfahren vor 3000 Jahren geherrscht hatten. Er traf den Papst und Staatschefs wie Franklin Roosevelt, Winston Churchill und Alexandre Millerand (alle drei Freimaurer).
Die britische Queen Elizabeth II. besuchte Haile Selassie in Äthiopien. Die Queen soll die Abstammungslegende des Kaisers zum heiligen König Salomo respektiert haben. (Quelle) Während der Kolonialzeit kontrollierten die Briten Ostafrika, aber sie hatten Äthiopien, das auch in Ostafrika liegt, nicht kolonialisiert. Ich halte es für möglich, dass die britische Elite die salomonische Dynastie als heilig anerkannte und deshalb die Souveränität der äthiopischen Kaiserfamilie respektierte. In der britischen Elite sind schon seit 300 Jahren viele Freimaurer dabei (darunter Herzöge, Prinzen und mehrere Könige). Die Freimaurer führen ihre Ursprünge zum Bau des Tempels von König Salomo zurück. Daher könnten sie die äthiopische Monarchie als heilig und gottgewollt betrachtet haben.
Das faschistische Italien unter Mussolini versuchte ab 1935 Äthiopien militärisch zu erobern, worauf Kaiser Haile Selassie und weitere Familienmitglieder nach Grossbritannien ins Exil gingen. Mithilfe des britischen Militärs konnte Äthiopien von den Italienern befreit werden. Der Marineoffizier Iskinder Desta (1934-1974), ein Enkel des Kaisers, wurde in Grossbritannien ausgebildet. Seit den 1930er Jahren studieren Mitglieder der Kaiserfamilien in Grossbritannien. Prinz Alemayehu (1861-1879) war der erste äthiopische Prinz gewesen, der mehrere Jahre in Grossbritannien verbracht hatte und dort mit dem britischen Adel in Kontakt gekommen war.
Kaiser Haile Selassie verfolgte eine internationalistische Politik. 1963 war er Mitgründer und erster Präsident der „Organisation für Afrikanische Einheit“ (OAU). Deren Ziel war die Entkolonialisierung Afrikas. Sie war der Vorläufer der heutigen Afrikanischen Union, bei der 55 afrikanische Staaten Mitglied sind. Der Hauptsitz der Organisation befindet sich, wie beim Vorläufer schon, in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.
In den 1970er Jahren kam es zur grosser Unzufriedenheit im äthiopischen Volk. Neben einer Inflation und Hungersnöten sorgte auch der autoritäre Herrschaftsstil von Kaiser Haile Selassie (1892-1975) für Unmut in der Bevölkerung. In Äthiopien gab es eine strikt hierarchisch aufgebaute Aristokratie, an deren Spitze die Kaiserfamilie stand. Damals mussten die Bauern als Pächter und Leibeigene zwischen 30 und 70 Prozent ihrer Ernten an die Grossgrundbesitzer abgeben, die grösstenteils zur Aristokratie gehörten. Kaffee machte den Grossteil der Ernten in Äthiopien aus und die Grossgrundbesitzer verkauften ihn ins Ausland. Die Kaffeepflanze stammt ursprünglich aus dem äthiopischen Raum, wo sie seit über 1000 Jahren als Stimulans genutzt wird. Während der Kolonialzeit kam der Kaffee nach Europa und wurde ein wertvolles Handelsgut der europäischen Kolonialelite. Kaffee war bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein Luxusgut und sehr begehrt beim Adel. Äthiopien ist bis heute einer der grössten Kaffeeproduzenten der Welt und Kaffee ist nach wie vor das wichtigste Exportgut des Landes.
Durch die grosse Unzufriedenheit im Volk kam es zu einem Aufstand, der 1974 zum Sturz des Kaisers führte. Darauf konnte der Militäroffizier Mengistu Haile Mariam die Macht übernehmen, der Äthiopien zu einer sozialistischen Militärdiktatur umwandelte, in der Hunderttausende von Regimegegnern ermordet wurden. Der Kaiser und weitere Mitglieder seiner Familie wurden verhaftet, während andere Familienmitglieder ins Exil flüchteten. Auch das Vermögen des Kaisers flüchtete aus dem Land und ging in die Schweiz, wo viele Herrscher, die flüchten mussten, ihr Geld in Sicherheit gebrachten hatten (Quelle). Die politischen Gegner des Kaisers behaupteten, der Kaiser habe ein Vermögen von 30 Milliarden Franken auf Schweizer Banken transferiert (Quelle). Mal angenommen die Zahl wäre wahr, dann wäre der Kaiser womöglich der reichste Mann der Welt gewesen, den damals besass nach offiziellen Schätzungen noch niemand mehr als 20 Milliarden und es gab noch nicht viele Milliardäre.
Der Kaiser starb 1975 in Haft. Es wird vermutet, dass er von den Militärs ermordet wurde. Die anderen Familienmitglieder wurden später freigelassen und gingen ins Exil. Seither lebt die Familie in Grossbritannien und den USA.
Die Diktatur in Äthiopien erhielt grosse finanzielle Unterstützung aus der Sowjetunion und galt als ein Vasallenstaat der Sowjets. Nachdem 1991 die Sowjetunion zerfallen war, konnte sich auch die Diktatur in Äthiopien nicht mehr halten. In den folgenden Jahren wurde Äthiopien demokratisiert, entwickelte sich aber in den letzten Jahren wieder zu einem autoritären Staat.
Die heutige Kaiserfamilie
Heute leben die meisten Mitglieder der Kaiserfamilie in Grossbritannien und den USA. Sie haben inzwischen wieder Kontakte nach Äthiopien. Familienmitglieder haben an britischen und US-amerikanischen Universitäten studiert und arbeiteten bei den Vereinten Nationen (UN) sowie bei philanthropischen Organisationen.
Die Kaiserfamilie verlieh auch in den letzten Jahren Orden an Mitglieder anderer Königsfamilien und erhielt selbst Orden von Königsfamilien.
Prinz Ermias Sahle Selassie (*1960) besuchte 2021 den Papst im Vatikan (Quelle). Der Prinz ist der Grossprior des „Order of Saint Lazarus“ in Äthiopien (Quelle). Der vatikanverbundene Orden wird von Hochadelsfamilien geführt.
Sechs Mitglieder der äthiopischen Kaiserfamilie sind Mitglied der „Royal Confraternity of Saint Teotonio“ (RCST), darunter das Oberhaupt der Familie. Die RCST ist eine Bruderschaft, die sich für das Christentum und die christlichen Werte einsetzt. Sie unterstützt die christliche Community im Heiligen Land und will verhindern, dass immer mehr Christen aus Israel auswandern. Zur Bruderschaft gehört auch die nicht amtierende Königsfamilie von Georgien. (Quelle) Diese stammt der Legende nach wie die äthiopische Kaiserfamilie von König Salomo ab. Die beiden Familien fühlen sich womöglich über die gemeinsame Abstammungslegende verbunden. Bereits 1787 hatte ein äthiopischer Kaiser einen Brief an den georgischen König Heraklius II. geschrieben, in dem er ihn als „geliebter Bruder und Verwandter durch die gemeinsame Blutlinie“ bezeichnete. (Quelle) Zur RCST gehören auch Mitglieder der nicht amtierenden Königsfamilien von Türkei, Ägypten, Tibet, Österreich, Portugal, Serbien, Vietnam, Ruanda sowie Mitglieder der amtierenden Königsfamilien von Spanien und Jordanien. Mehr dazu im Beitrag zur RCST.
Auf Wikipedia steht derzeit, dass der äthiopische Prinz Stefanos Mengesha Seyoum (*1952) Patron des OSMTH ist. Der OSMTH ist ein angeblicher Nachfolger des mittelalterlichen Templerordens (mehr dazu im Beitrag zum OSMTH). Prinz Stefanos ist auch Mitglied der RCST. Er könnte also den US-amerikanischen Konteradmiral James Joseph Carey kennen, da dieser Mitglied der RCST und Grossmeister des OSMTH in den USA ist.
Ein äthiopischer Prinz, Asfa-Wossen Asserate (*1948), lebt in Deutschland und ist dort als Buchautor bekannt geworden. Er wurde in den OSMTH aufgenommen und zum Ritter des Ordens geschlagen (Quelle: 1 und 2). Die Templer führen ihre Ursprünge zum Bau des Tempels von König Salomo zurück. Die OSMTH-Templer sind sicher stolz darauf, dass Nachkommen von König Salomo ihrem Orden beitraten. Asfa-Wossen Asserate war bei einem Treffen des Malteserordens und traf dabei Maximilian Freiherr von Boeselager, ein deutscher Adliger (Quelle).
Abstammungslegende
Die Abstammungslegende der salomonischen Dynastie ist ziemlich spektakulär.
Kaiser Iyasu V. (1895-1935) kam mütterlicherseits aus der äthiopischen Kaiserfamilie. Sein Vater war ein muslimischer Aristokrat und stammte der Legende nach vom Propheten Mohammed ab, der im 7. Jahrhundert den Islam gegründete hatte. (Quelle: 1 und 2)
Der Überlieferung nach stammt die äthiopische Kaiserfamilie von der Herrscherfamilie des Aksumitischen Reiches ab. Das Königreich Aksum bestand von Beginn bis Ende des ersten Jahrtausends und umfasste die heutigen Staaten Äthiopien und Eritrea sowie Teile des Sudans und Jemens. Das Aksumitische Reich war eine Grossmacht und das führende afrikanische Reich des ersten Jahrtausends. Das Königreich war im internationalen Handel aktiv und trieb auch Handel mit Indien. Aksum war eines der ersten christlichen Länder der Welt, was aber die wenigsten Christen wissen. König Ezana von Aksum, der im 4. Jahrhundert regierte, war einer der ersten Könige der Welt, der zum Christentum konvertierte (der erste war Tiridates III. von Armenien). Die salomonische Dynastie und König Ezana sollen von der israelischen Königsdynastie der Davididen abstammen. Nach Angaben der Bibel war Jesus Christus ein Nachkomme der Davididen. Demnach wäre Jesus entfernt mit König Ezanas Vorfahren verwandt gewesen. Vielleicht ist Ezana zum Christentum konvertiert, weil er in Jesus einen Verwandten sah. Ezana erhielt mindestens einen Brief vom römischen Kaiser Constantius II. Dessen Vater war Konstantin der Grosse, der erste römische Kaiser, der das Christentum förderte. Herrscher wie Konstantin und Ezana legten den Grundstein für das Christentum, da der Aufstieg zur Weltreligion ohne die Unterstützung von Königen und Kaisern vermutlich nicht gelungen wäre. Es gibt auch Überlieferungen, die besagen, dass schon aksumitische Könige vor Ezana zum Christentum konvertierten. Demnach wären sie die ersten christlichen Könige der Welt gewesen.
Die Königsfamilie von Aksum stammte der Legende nach von Königen aus dem ersten Jahrtausend vor Christus ab. Die Vorfahren waren Könige von Nubien (in Ägypten) und Könige von Kusch (im Sudan). Der Vorfahre Aspelta (Aspurta), ein kuschitischer König, und seine Verwandten wurden in Pyramiden bestattet. Interessanterweise wurde das Königreich von Kusch bei den Griechen „Äthiopien“ genannt, also noch bevor Nachkommen der kuschitischen Königsfamilie Äthiopien in Ostafrika gründeten. Somit könnte es sein, dass Äthiopien zu Ehren der Könige von Kusch benannt wurde. Auf der legendären Königsliste der äthiopischen Kaiserfamilie ist auch der kuschitische Pharao Shabaka (Sabaka). Er kam aus der 25. Dynastie, die im 8. und 7. Jahrhundert vor Christus über Ägypten herrschte und deren Herrscher in Pyramiden bestattet wurden. Die 25. Dynastie wurde bei den Griechen als äthiopische Dynastie bezeichnet.
Geht man auf der äthiopischen Königsliste weiter zurück, kommt man zu Menelik I. Dieser soll im 10. Jahrhundert vor Christus gelebt haben und ist der legendäre Begründer der salomonischen Dynastie. Der äthiopische Kaiser Menelik II. (1844-1913) wurde zu Ehren des Dynastiegründers benannt. Menelik I. war der Überlieferung nach ein Sohn des israelischen Königs Salomo. Dieser soll der Erbauer des salomonischen Tempels gewesen sein, der bis zu seiner Zerstörung im 6. Jahrhundert vor Christus auf dem bis heute heiligen Tempelberg in Jerusalem stand. Die Freimaurer, die Templer und die Rosenkreuzer führen ihre Ursprünge auf den Tempelbau zurück. Auch viele religiöse Juden sehen den Tempel als heilig an und manche glauben, dass mit der Ankunft des Messias (rechtmässiger König der Juden) der Tempel wieder aufgebaut wird. Salomo war König von Juda, zu dem auch die Heilige Stadt Jerusalem gehörte. Salomos Familie, die Dynastie der Davididen, soll noch bis ins 6. Jahrhundert vor Christus über Juda geherrscht haben. Nach Angaben der Evangelien nach Matthäus und Lukas des Neuen Testaments war Jesus Christus ein Nachfahre der Davididen. Jesus Vater Josef (der vermutlich biologische Vater des angeblichen Gottessohn) soll von den Davididen abstammen. Die Stammlinien in den beiden Evangelien unterscheiden sich, aber beide führen den Davididen Serubbabel als Vorfahren auf (Quelle). Dieser soll im 6. Jahrhundert vor Christus den zerstörten Tempel wieder aufgebaut haben (der 600 Jahre später wieder zerstört wurde). Jesus wird als der Messias bezeichnet. Nach der christlichen Überlieferung ist der Messias der Sohn Gottes. Die jüdische Überlieferung, die älter als das Christentum ist, hatte die Ankunft des Messias vorausgesagt. Nach der jüdischen Überlieferung ist der Messias aber nicht der Sohn Gottes, sondern der rechtmässige, von Gott eingesetzte König der Juden, der von den Davididen abstammen muss. Zur Zeit als Jesus geboren wurde, war die Dynastie der Herodianer die Herrscher von Jerusalem. Sie waren keine Nachkommen der Davididen. Daher wäre Jesus mit seinem königlichen Blut der rechtmässige König der Juden gewesen und wurde daher als Messias bezeichnet. Womöglich liess König Herodes deshalb alle männlichen Kleinkinder in Bethlehem ermorden, wo sich der geborene Messias aufhielt. König Herodes wollte damit den legitimen Thronfolger ausschalten. Laut Bibel bezeichnete sich Jesus selbst als König und sagte, er sei dazu geboren (Quelle). Jesus wird in der Bibel als „König aller Könige“ bezeichnet (Quelle). Auch die äthiopischen Kaiser trugen den Titel „König der Könige“. Der schwarze König Balthasar, einer der drei heiligen Könige, die den neugeborenen Jesus besuchten, wird auch heute noch von manchen christlichen Geistlichen als ein aksumitischer bzw. äthiopischer König angesehen. Laut anderen Überlieferungen wurde Jesus von noch vielen weiteren Königen besucht. Es gab also womöglich mehrere Könige, welche die Davididen wieder auf den Thron bringen wollten und daher Kontakt zu Jesus suchten.
Auf der Flagge des Äthiopischen Kaiserreiches war der Löwe Judas mit einer Krone auf dem Kopf abgebildet. Der Löwe Judas war das Symbol von Juda, einer der Zwölf Stämme Israels, von denen die Juden ihrer Überlieferung nach abstammen. Jesus wird in der Bibel auch als Löwe von Juda bezeichnet. Als die Kommunisten in Äthiopien den Kaiser stürzten und die Macht übernahmen, haben sie den Löwen von der äthiopischen Flagge entfernt. Seit 1996 ist das Pentagramm auf der Flagge abgebildet. Das Pentagramm wird bei den Freimaurern manchmal „Salomons Siegel“ genannt. Auch der Davidstern (Hexagramm), ein Symbol des Judentums, geht auf Salomos Siegel zurück. Inzwischen ist das Pentagramm und das Hexagramm auch bei Okkultisten und Schwarzmagiern beliebt, unter anderem weil König Salomo der Legende nach mit dem Siegel Dämonen beschwören und kontrollieren konnte. Mit der Macht des Siegels soll er die Dämonen unterworfen haben, worauf sie ihm beim Bau des salomonischen Tempels halfen.
Legenden zufolge gab es vom ersten bis ins zweite Jahrtausend nach Christus ein kleineres jüdisches Königreich im heutigen Äthiopien, das Königreich Simien oder Königreich Beta Israel genannt wird. Wenn es diese Königsfamilie wirklich gab, dann wäre sie, so viel ich weiss, die letzte jüdische Königsfamilie gewesen. Es gibt bis heute schwarze Juden in Äthiopien, die lange Zeit isoliert vom Weltjudentum lebten. Der Franzose Josef Halévy (1827-1917) gilt als der erste Jude, der die äthiopischen Juden besuchte. Auch sein Schüler Jacques Faitlovich ging 1904 nach Äthiopien. Seine Reise wurde von Baron Edmond de Rothschild aus der berühmten Rothschild Familie finanziert, damit Faitlovich nach schwarzen Juden suchen konnte (Quelle). Die äthiopischen Juden gehören ihrer Überlieferung nach zum Stamm von Dan, einer der zehn verlorenen Stämme Israels, die im 8. Jahrhundert vor Christus von den Assyrern umgesiedelt wurden und Israel verlassen mussten. Seit der Gründung des heutigen Staates Israel 1948 zog der Grossteil der äthiopischen Juden dorthin. Es war gewissermassen eine Heimkehr ins Heilige Land nach 2700 Jahren Abwesenheit. Äthiopien war das zweiterste afrikanische Land, das den heutigen Staat Israel anerkannte. Die äthiopische Kaiserfamilie soll über König Salomo vom Patriarchen Jakob (wird auch Israel genannt) abstammen. Dessen zwölf Söhne waren die Stammväter der Zwölf Stämme Israels.
Salomos Sohn Menelik I. war wie gesagt der legendäre Gründer der salomonischen Dynastie. Meneliks Mutter war Königin Makeda. Sie war Königin von Saba, ein antikes Königreich im heutigen Jemen. Die Vorfahren von Makeda waren laut der äthiopischen Königsliste Hohepriester des Amun und bekleideten somit ein wichtiges religiöses Amt im Alten Ägypten. Auf der äthiopischen Königsliste folgen dann Herrscher aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus, darunter ägyptische Pharaonen. Manche dieser Herrscher werden in der griechischen Mythologie erwähnt. Womöglich sind zwei Könige auf der Königsliste identisch mit den griechischen Königen Minos und Elektryon, ein Sohn und ein Enkel des griechischen Gottes Zeus. Der erste König auf der Königsliste ist Aram. Dieser ist laut dem Tanach der Stammvater des aramäischen Volkes, aber ich glaube eher, dass er der erste König der Aramäer war. Aram war ein Sohn von Sem, von dem sich das Wort „Semiten“ ableitet. Sem war wiederum ein Sohn des Archebauers Noah.
Memnon ist ein äthiopischer König aus der griechischen Mythologie. Er ist aber auf keiner äthiopischen Königsliste. Memnons Mutter war die griechische Göttin Eos, deren Eltern Titanen waren. Memnon kam väterlicherseits aus der trojanischen Königsfamilie, deren Existenz nicht bewiesen ist. Es gibt bis heute Hochadelsfamilien, die der Legende nach von der trojanischen Königsfamilie und der griechischen Götterfamilie abstammen, darunter die Familien Colonna und Habsburg. Bereits im ersten Jahrtausend vor Christus gab es Königsfamilien, die eine Abstammung von der griechischen Götterfamilie beanspruchten, darunter die Julier (Familie von Julius Cäsar), Ptolemäer (Familie von Kleopatra), Argead (Familie von Alexander dem Grossen) und die Achämeniden (persische Herrscherfamilie).
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.
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