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Katzen und ihre Futteraufnahme
Alle Katzen (Felidae) jagen alleine, die einzige Ausnahme ist der Löwe. Somit gehört das Jagen nicht zu den sozialen Aktivitäten der Katze. Möglich, dass die Katze deshalb den Ruf hat, ein Einzelgänger zu sein. Das stimmt so nicht.
Die Beutetiere der Katze sind normalerweise so klein, dass es keine Partner braucht, um diese zu erwischen. Eine Maus von ca. 20 g Gewicht macht auch nicht mehrere Katzen satt und eignet sich nicht zum Teilen. Da kann er Löwe grosszügiger sein, der erjagte Büffel reicht für mehrere Mäuler.
Um satt zu werden muss eine einzelne Katze pro Tag 10-12 Mäuse fangen und sie sich einverleiben. Mehrere Stunden des Tages werden dafür eingesetzt. Daraus ergibt sich, dass die Katze ein Häppchenfresser ist, also mehrmals pro Tag kleine Mahlzeiten benötigt. Ihr ganzer Stoffwechsel ist auf dieses Verhalten ausgerichtet.
Die Zusammensetzung der Energie der Beutetiere der Katze ist sehr konstant, die Bandbreite nicht sehr gross. Sie wird also bei der kommerziellen Fütterung mit Trockenfutter ihr Fressverhalten in
Bezug auf die Menge nicht anpassen, nur weil das angebotene Futter einen hohen Energiegehalt hat.
Wenn sie der Meinung ist, dass pro Tag 50 g Trockenfutter in ihren Magen müssen, dann tut sie das, Egal wie viel oder wie wenig Energie es liefert.
Ab hier geht es dann ganz schnell zu Übergewicht wenn das Futter Energiereich ist und zur freien Verfügung angeboten wird. Auf die Jagd muss die Hauskatze nicht, die Freigängerkatze tut es, auch wenn sie satt ist.
Im Idealfall wird dem Stubentiger fünf Mal pro Tag eine Portion Futter frisch hingestellt. Katzen sind, im Gegensatz zu Hunden, keine Aasfresser, sie mögen es frisch.
Wenn sich mehrere Katzen den gleichen Haushalt teilen, müssen mehrere Futterschüsseln aufgestellt werden. Viele Katzen ekeln sich, wenn der Kollege beim fressen schon ins Futter gesabbert hat. Irgendwie nachvollziehbar, oder?
Eine Futterschale, die am Morgen mit Trockenfutter gefüllt wird und dann bis zum Abend steht oder gar so lange, bis sie leer ist, ist kein Fressvergnügen und wird der Katze nicht gerecht.
Einerseits weil es nach der ersten gefressenen Portion (vom Kollegen) angesabbert ist, damit der Geruch und die Konsistenz beeinflusst wird.
Die Fressplatzwahl ist individuell, manche Tiere nehmen ihre Mahlzeiten ohne Probleme auf dem Fussboden, andere fühlen sich wohler wenn sie erhöht fressen können.
In meinem Katzenhotel sucht sich jede Katze ihren Fressplatz. Für mich gehört es zum täglichen Fitnessprogramm: Futterschalen verteilen, 1x hoch, 1x tief, einmal links usw. Bei Stammgästen ist das total eingespielt, Neuzugänge teilen mir ihre Wünsche nach 1-2 Tagen mit. Es ist ein sehr harmonischer Vorgang: wenn die Futterschalen auf der Bildfläche erscheinen, sucht jede Katze ihren Fressplatz auf – die hungrigsten am schnellsten J
Das Fressen einer Mahlzeit dauert zirka 2 Minuten. Die Menge des verzehrten Futters nimmt mit der Schmackhaftigkeit, dem Eiweiss- und Fettgehalt des Futters zu, nicht jedoch mit dem Gehalt an Kohlenhydraten. Die Fressgeschwindigkeit wird stärker von der Futterstruktur als von der Schmackhaftigkeit beeinflusst.
Facts
Nahrungsaufnahme pro Tag: 30-400 g, je nach Trockensubstanzgehalt, Alter, Gewicht, Gesundheitszustand der Katze, immer auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilt
Passagedaur: 12-24 Stunden
Flüssigkeitsaufnahme: ca. 30-100 ml pro Tag
Fassungsvermögen des Magens: 0.3 Liter (45 ml/ kg KM)
pH-Wert im Magen der Katze: 1-2
Anteil des Verdauungssystems am Körpergewicht: ca. 3%
Entgleisung der Futteraufnahme durch Krankheit
Verschiedene Krankheiten haben einen Einfluss auf die Futteraufnahme. Allen voran wohl die Zahngesundheit, welche das Fressverhalten negativ beeinflusst. Auch das Unvermögen, Futter riechen zu können führt dazu dass die Katze zu wenig bis gar nichts frisst.
Wichtig: Wenn die Katze die Futteraufnahme mehr als einen Tag verweigert, muss sie unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden!