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|Das Schweizerkreuz ist die Nationalflagge und das Wappen der Schweiz. Es zeigt ein aufrechtes, freistehendes weißes Kreuz auf rotem Grund (Pantone 485 oder 0 C/100 M/100 Y/0 K), das dem Wappen des Kantons Schwyz gleicht, aber nicht davon abstammt, wie häufig fälschlicherweise angenommen.

Die richtigen Proportionen
Die Arme des Kreuzes sind gemäß Definition 1/6 länger als breit = Verhältnis 7 : 6. Im Gegensatz zu anderen Nationalflaggen bildet die Flagge der Schweiz ein Quadrat, nur auf Hochseeschiffen schweizerischer Reedereien weht eine rechteckige Flagge im Verhältnis 3 : 2.
1889 legte die Bundesversammlung im Bundesbeschluss betreffend das eidgenössische Wappen vom 12. Dezember die heutige Form fest, bei welcher das Seitenverhältnis der Arme 7 zu 6 beträgt: «Das Wappen der Eidgenossenschaft ist im roten Felde ein aufrechtes, freistehendes weißes Kreuz, dessen unter sich gleiche Arme je einen Sechstel länger als breit sind.» Das Größenverhältnis des Kreuzes zum Quadrat ist nicht definiert. Erfahrungsgemäß sollte jedoch der Abstand des Kreuzes zum Rand des Quadrates nicht länger als eine Armbreite des Kreuzes sein. Dass das Kreuz genau zentriert sein muss, versteht sich von selbst.
Bedeutung heute
Die Schweizerflagge hat für viele Schweizer eine große Bedeutung, so werden am Schweizer Nationalfeiertag viele Häuser mit der Flagge geschmückt. Während das Schweizerkreuz während der 80er Jahre eher als patriotisch verpönt war, wurde es im Zuge der so genannten Swissness in den 90er Jahren wieder zum oft verwendeten Symbol für Kult-Kleidung und Designgegenstände, stark losgelöst von patriotischem Gehabe.
Geschichte
Das Schweizerkreuz (so die in der Schweiz übliche Schreibung, nicht Schweizer Kreuz) wurde bereits von den Alten Eidgenossen als gemeinsames Feldzeichen verwendet.
Zur Zeit der Kreuzzüge im früher 12. Jahrhundert entstand die militärische Notwendigkeit, die Identität des einzelnen Kriegers sichtbar zu machen. Im Schlachgetümmel beim Kampf behinderten Rüstungen und Helme das Erkennen von Freund und Feind. Die Schilde wurden mit farbigen Zeichen bemalt, woraus sich dann Wappen entwickelteen. An den Lanzen befestigte man Stoffe mit demselben Bild wie auf dem Schild ein hochgehaltenes, bewegliches Symbol erregte Aufmerksamkeit. Die war die Geburtsstunde der ersten Fahnen.
Zürich oder auch Luzern führten ab dem 12. Jahrhundert zuerst die noch heute bekannten Stadtfahnen, später dann Wappen. Das gilt auch für den Kanton Schwyz, der ab dem 13. Jahrhundert eine einfache rote Fahne hatte. Erst 1792 findet sich auf einer roten Schwyzer Militärfahne ein weißes Kreuzchen in der oberen Ecke. Der Kanton Schwyz gab unserem Land seinen Namen sowie auch die rote Farbe der Fahne. Das Kreuz in der Schweizer Fahne stammt aber nicht vom Kanton Schwyz.
Der erstmals verbürgte Gebrauch eines weißen Kreuzes bei den Eidgenossen findet sich anlässlich der Schlacht bei Laupen im Jahr 1339, als die Waldstätte den Bernern zu Hilfe eilten und ein gemeinsames Erkennungszeichen nötig wurde. Von da an und bis ins 16. Jahrhundert versahen die Eidgenossen bei ihren Kriegszügen die Ausrüstung und oft auch die Standesbanner mit einem kleinen weißen Kreuz. Gemeinsame Truppenauszüge führten rote Fähnlein mit weißem Kreuz. Auch das Auszugsfähnlein des mächtigsten Kantons der Eidgenossenschaft, Bern, war im 15. Jahrhundert rot mit durchgehendem weißen Kreuz.
Ursprünglich waren die Arme des Kreuzes stets schmal, oft auch bis zum Rand durchgezogen wie in den skandinavischen Flaggen. Offizielle Hoheitszeichen waren aber in der Alten Eidgenossenschaft nur die Wappen der Kantone.
Eine erste gesamtschweizerische Flagge existierte während der Helvetischen Republik 17981803, nämlich eine grün-rot-gelbe Trikolore. 1815 wurde das Kreuz zum offiziellen Schweizer Wappen, fand zunächst aber nur auf dem Schweizer Siegel Verwendung.
Die Definition der richtigen Proportion
Nach den napoleonischen Kriegen nahm die Tagsatzung 1815 ein Staatssiegel an, das ein frei schwebendes Kreuz zeigte. Das weiße Kreuz auf rotem Grund war ja schon seit Jahrhunderten ein in ganz Europa anerkanntes, eidgenössisches Symbol. Das Militär förderte das weiße Kreuz auf rotem Grund und die Turn-, Gesangs- und Schützenvereine erhoben es zu ihrem Banner.
1843 beschloss die Tagsatzung, diese Fahne für alle Infanterie-Bataillone einzuführen. Die schweizerische Bundesverfassung von 1848 schreibt für alle Truppenteile im eidgenössischen Dienst die eidgenössische Fahne vor.
Auf Bestreben von Henri Dufour erhielten die eidgenössischen Truppen 1840 eine einheitliche Fahne, welche auch vom 1848 gegründeten Bundesstaat übernommen wurde. Dufours Schweizerkreuz war aus fünf Quadraten zusammengesetzt.
Nachdem das unschöne Quadratenkreuz vermehrt auf Ablehnung stieß, änderte die Bundesversammlung am 12. Dezember 1889 das Kreuz: Die unter sich gleichen Arme wurden je einen Sechstel länger als breit. In dieser Form weht diese Nationalflagge noch heute. Der Text lautet: «Das Wappen der Eidgenossenschaft ist im roten Felde ein aufrechtes, freistehendes weißes Kreuz, dessen unter sich gleiche Arme je einen Sechstel länger als breit sind.» Das Seitenverhältnis der Arme ist somit 7 zu 6.
Flagge versus Fahne
In der deutschsprachigen Schweiz hat sich entsprechend der militärischen Vorgeschichte das maritime Wort «Flagge» nie eingebürgert. Es wird von «Fahne» gesprochen. Seit 1941 führen schweizerische Schiffe eine rechteckige Nationalflagge im Verhältnise 3 : 2. Diese richtigerweise «Schweizerflagge zur See» genannte Form ist nicht nur auf den Weltmeeren, sondern auch auf dem Rhein, dem Boden- und Genfersee und den meisten Binnenseen anzutreffen. Bei dieser Form sind alle Verhältnisse genau definiert.
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