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Der nationale Wollpreisindex für gereinigte Ware an der Ostküste beendete die Saison auf einem Niveau von 17,15 AUD/kg (11,86 Fr.).
Das war der tiefste Stand seit 18 Monaten. Im Juni brach der Index um 9,1% gegenüber dem Vormonat und damit so stark ein wie seit 1991 nicht mehr. Das vergleichbare Vorjahresniveau wurde Ende Juni 2019 um 16,6% verfehlt. Die an der ostaustralischen Börse gehandelte Menge fiel mit 1,66 Millionen Ballen um 12% geringer aus als in der Vorsaison.
Experten und Marktteilnehmern zufolge ist für den Preisverfall vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China verantwortlich, wobei Australien fast 80% seiner Wolle in die Volksrepublik verkauft. „Der Zollkrieg der USA mit China, Handelsstreitigkeiten mit Indien und die wachsenden militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben zu einer weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit geführt und die Weltmarktpreise für Wolle gedrückt“, erklärte der Analyst des australischen Sekretariats der Wollindustrie, Dr. Peter Morgan.
Händler berichteten von einem rückläufigen Vertrauen der Marktbeteiligten und sich abschwächenden Bestellungen, wodurch sich in den Verarbeitungsbetrieben Chinas die Wollvorräte häuften. „Die US-Einzelhändler sind sehr zurückhaltend und zögern mit Bestellungen, was sich nachteilig auf die chinesischen Anbieter auswirkt“, erläuterte Chris Wilcox vom National Council of Wool Selling Brokers in Australien.
Die ganze Branche hoffe deshalb, dass die Handelsspannungen zwischen den USA und China gelöst würden und das Konsumentenvertrauen zurückkehre. Auch wenn die internationalen Wollpreise zuletzt unter Druck standen, liegen sie den Analysten zufolge langfristig gesehen immer noch auf einem überdurchschnittlichen Niveau.