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... sind für Jaspers nicht zu trennen. An der Redlichkeit der Selbstbesinnung, am Mut, die eigenen existenziellen Fragen als existenzielle Fragen des Menschen zu stellen, und an der Unbekümmertheit gegenüber möglicher Kritik musste sich erweisen, ob sein Denken etwas Substanzielles zu bieten hatte.
Das erklärt, warum weite Teile seines Werkes nach 1945 fragmentarischen Charakter besitzen. Auch wenn sie gross angelegt und selbst bei normaler Lebenserwartung kaum zu realisieren waren, blieben sie nicht zuletzt deshalb unvollendet, weil Jaspers die Arbeit daran immer wieder unterbrach, um sein Denken in der Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen zu bewähren.
Vor diesem Hintergrund wird auch die Vielzahl autobiografischer Schriften aus den Jahren nach 1945 verständlich. In ihnen band Jaspers das philosophische Werk an das philosophische Leben zurück, indem er zeigte, aus welchen Motiven es entstanden war und durch welche Erfahrungen es sich entwickelt hatte. Auf diese Weise machte er seinen Denkweg von der Psychopathologie über die Philosophie zur Politik transparent.
Unentbehrlich war dabei für ihn die Auseinandersetzung mit den grossen Philosophen, die sein Denken nachhaltig prägten. Allen voran: Kant und Kierkegaard und unter den noch lebenden Max Weber, dann Nietzsche und später Platon, darüber hinaus Spinoza, Cusanus, Bruno, Schelling, Goethe, Hegel, Augustinus.