Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/895

Bei seinem sechsten Weltcupsieg setzte sich Mayer angesichts der ansonsten geringen Zeitabstände mit beträchtlicher Marge durch. Der Italiener Dominik Paris, im letzten Winter Gewinner der kleinen Kristallkugel und am Vortag in der Abfahrt ebenfalls Zweiter, büsste vier Zehntel auf Mayer ein. Neun weitere Hundertstel dahinter teilte sich Caviezel den 3. Rang mit dem zeitgleichen Österreicher Vincent Kriechmayr.
Bei wiederum prächtigem Wetter und tiefen Temperaturen spielte womöglich der Wind eine kleine Rolle. Beat Feuz gehörte mit seiner tiefen Startnummer wie Vorjahressieger Kjetil Jansrud nicht zu den Profiteuren. Seinen 15. Platz begründete der Emmentaler aber primär damit, dass er sich im Super-G nach wie vor nicht richtig wohl fühlt. "Es ist wie im Vorjahr. Während es in der Abfahrt einfach läuft, bin ich im Super-G etwas verunsichert." Er habe einfach nicht den gleichen Zug drauf wie in der Abfahrt, so Feuz.
Weil es auch bei Mauro Caviezel wie im Vorjahr lief und Marco Odermatt als Siebter sein bestes Weltcup-Ergebnis im Super-G realisierte, schnitten die Schweizer trotz Feuz' Problemen passabel ab. Carlo Janka, am Vortag geteilter Dritter mit Feuz in der Abfahrt, fuhr mit Startnummer 45 auf den 18. Platz. Der 22-jährige Odermatt, dem Feuz auch aufgrund der angriffigen Fahrweise bereits in dieser Saison einen grossen Wurf im Super-G zutraut, verbesserte sein Bestresultat, das er in der letzten Saison in Bormio aufgestellt hatte, um eine Position.
Mit seinem sechsten Weltcup-Podestplatz deutete der Super-G-Spezialist Caviezel an, dass er nach der starken Vorsaison seinen ersten Sieg ins Visier nehmen kann. Auf dem 6. Platz in der Abfahrt und Platz 3 im Super-G lasse sich aufbauen, so Caviezel. "Oben bin ich aber ein bisschen zu frech gefahren", analysierte der 31-Jährige.
Als Ansporn, so erklärte Caviezel hinterher, habe ihm die Aussicht auf den Cowboyhut für die Podestfahrer gedient. "Wenn du mit diesem den Charterflug zur nächsten Weltcuprennen in Beaver Creek besteigst, zeigst du, dass du etwas erreicht hast." Just 2018, als er mit den zuvor unbeliebten nordamerikanischen Pisten mit Podestplätzen in Lake Louise und Beaver Creek Freundschaft geschlossen hatte, habe es diesen Hut nicht gegeben, so Caviezel.
Die Österreicher feierten derweil ihren ersten Sieg in der Ära nach Marcel Hirscher. Nach zuvor vier 2. Plätzen schaffte es Matthias Mayer in Lake Louise erstmals zuoberst aufs Podium. Der 29-jährige Kärntner beendete damit die elf Jahre anhaltende Durststrecke der Österreicher in Lake Louise. Seit Hermann Maier 2008 hatte es in den kanadischen Rocky Mountains keinen Austria-Triumph mehr gegeben.
Bei den Norwegern riss dagegen die Erfolgsserie im Super-G von Lake Louise. Seit 2011 hatte der Sieger stets entweder Aksel Lund Svindal oder Kjetil Jansrud geheissen. Jansrud, der in der kanadischen Provinz Alberta in den letzten beiden Jahren sowie 2014 triumphiert hatte, belegte zweiten Rennen nach dem Rücktritt von Svindal Platz 8. Thomas Dressen, der von einem Totalschaden im Knie zurückgekehrte deutsche Überraschungssieger vom Samstag, wurde Zehnter.
Der Weltcup-Tross der Männer reist nun weiter nach Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado. Dort stehen von Freitag bis Sonntag ein Super-G, eine Abfahrt und ein Riesenslalom auf dem Programm.
(sda)