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Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats wird sich mit der geplatzten Beschaffung von acht bis elf zusätzlichen F/A-18-Kampfjets für die Luftwaffe befassen. Sie will Auskunft darüber, weshalb die Nachbeschaffung derzeit nicht möglich ist.
Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates (grosse Kammer des Schweizer Parlaments) wird sich mit der geplatzten Beschaffung von acht bis elf zusätzlichen F/A-18-Kampfjets für die Luftwaffe befassen. Sie will im Detail Auskunft darüber, weshalb die Nachbeschaffung derzeit nicht möglich ist.
Das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) wies derweil den Vorwurf zurück, die Zusatzbestellung zu spät angepackt zu haben.
Der Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK), Nationalrat Boris Banga (SP) sagte, die Kommission wolle an ihrer Sitzung Ende Februar im Detail Auskuft darüber, weshalb die Nachbeschaffung derzeit nicht möglich sei.
Zu fragen sei, ob die Bestellung zu spät angegangen wurde und weshalb 1992 keine Option auf den Kauf weiterer Kampfjets abgeschlossen worden sei. Bei solchen Rüstungsgeschäften sei dies üblich, sagte Banga weiter. Fragen stellen sich laut ihm auch bezüglich der Lebensdauer des von der Schweiz beschafften Jets, da das Modell nicht mehr produziert wird.
Mit den zusätzlichen F/A-18 C/D zu den vorhandenen 33 Jets wollten die Militärs 16 Mirage-Aufklärer ablösen. Diese erfüllen ihre Aufgabe laut Luftwaffen-Sprecher Jürg Nussbaum vorderhand noch einwandfrei. Allerdings sind sie im Unterhalt sehr teuer. Spätestens in den Jahren 2005 bis 2008 müssen die Mirage-Aufklärer aus technischen Gründen ausgemustert werden. Eine vorzeitige Ablösung durch F/A-18 hätte es erlaubt, die ganze Mirage-Infrastruktur stillzulegen.
Der Wunsch nach eine zweiten Tranche F/A-18 steht schon lange im Raum; die Beschaffung von vorerst 34 Jets war ein Kompromiss zwischen Wünschbarem und Machbarem. Bekannt wurden die konkreteren Pläne Anfang 1999. Im Sommer darauf teilte das VBS dann mit, dass die Beschaffungsmöglichkeit abgeklärt werde. Vor einer Woche wurde das Resultat veröffentlicht: Der Hersteller Boeing stellt die Produktion in diesem Jahr ein, Occasionen sind derzeit nicht erhältlich.
"Das Kampfflugzeug F/A-18 steht in den USA auf einer soliden Produktionsbasis", schrieb die Schweizer Regierung noch 1992. Die US-Navy plane, bis 1997 noch weitere jährliche Tranchen von 48 bis 54 Flugzeugen der Version C/D zu beschaffen. Anschliessend kämen Flugzeuge der noch weiter entwickelten Version E/F zur Auslieferung.
Dieser neue Typ kommt für die Schweiz nun aber nicht in Betracht, weil er - so Jürg Weber vom Bundesamt für Luftwaffen- und Führungssysteme - praktisch ein neues Flugzeug ist. Die Version E/F sei zudem grösser, koste mehr als das Vorgängermodell und könne nicht nahtlos in die vorhandene F/A-18-Flotte eingepasst werden.
Die Schweizer Luftwaffe bedauert diese Entwicklung, wie ihr Sprecher Jürg Nussbaum sagte. Dass die Produktion des F/A-18 C/D eingestellt wird, war allerdings gemäss Hugo Wermelinger, Pressesprecher der Gruppe Rüstung, seit Jahren bekannt. Offen sei der Zeitpunkt gewesen.
Das Flugzeug sei so lange hergestellt worden, wie es eine Nachfrage gegeben habe. Boeing und die US-Navy hätten alles unternommen, um die Produktion der F/A-18 C/D weiter zu führen, sagte Weber.
Meldeten demnach die Luftwaffe oder der Generalstab das Bedürfnis zu spät an? "Man kann sicher niemandem einen Vorwurf machen, man habe es verschlafen", sagte VBS-Sprecher Christian Kurth. Er wies auf die Widerstände gegen die F/A-18-Beschaffung und das seit damals veränderte politische Umfeld hin.
Auch der Vorwurf, die Schweiz kaufe ein veraltetes Modell, der schon im Abstimmungskampf um die Intiative "für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge" erhoben worden war, zielt nach Auffassung des VBS ins Leere. Aus der Produktionseinstellung zu schliessen, dass die F/A-18 ein Auslaufmodell sei, sei falsch. Vielmehr sei es eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt.
SRI und Agenturen