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Kurt Salomon ist mit 86 Jahren als einer der letzten Schweizer Holocaust-Überlebenden verstorben. Die Aufklärung der nächsten Generation war ihm ein grosses Anliegen.
Von Noah Pilloud, reformiert.info
Kurt Salomon wurde 1935 in Aachen geboren. Im Jahr 1938 erlebte er die Novemberpogrome durch das nationalsozialistische Regime, bald darauf floh seine Familie zuerst nach Holland dann nach Belgien. Ab 1942 mussten sie den gelben Stern tragen. Salomon hat ihn sein Leben lang aufbewahrt.
Um ihn und seine Schwester Ruth zu retten, liess Salomons Mutter die beiden taufen und versteckte sie in einem Kloster. Beinahe wären sie verraten worden, doch die Partisanen konnten den Brief an die Gestapo noch abfangen. Erst nach dem Kriegsende sahen Kurt und Ruth ihre Eltern wieder. Diese hatten in Mechelen, einem Zwischenlager auf dem Weg nach Auschwitz, überlebt, indem sie sich mit Malerarbeiten und in der Krankenpflege betätigten.
Keine dicke Haut
Nach dem Krieg kehrte Kurt Salomon nach Aachen zurück, wo er nach der Schule eine Kaufmännische Lehre in einer Textilfabrik absolvierte. 1963 kam er wegen der Liebe in die Schweiz und wohnte über 50 Jahre Genf. Sein Engagement für die Aufklärung über die Verbrechen des Holocaust war ihm ein grosses Anliegen. Salomon war Teil der Ausstellung «The Last Swiss Holocaust Survivors» (siehe Video), in der Broschüre dazu schrieb er: «Wenn mich jemand fragt, wie ich den Holocaust verkraftet habe, sage ich immer: ‹Bei mir sind keine Verletzungen zurückgeblieben. Ich habe eine dicke Haut.› Doch das stimmt nicht: Ich wurde verletzt. Ich habe kein Vertrauen mehr in die Menschen.»
Doch er vertraute darauf, mit seiner Aufklärungsarbeit gegen das Vergessen ankämpfen zu können. Noch im Juni besuchte er in Genf bereits sichtlich geschwächt eine Schule und erzählte von der Verfolgung der Jüdinnen und Juden im Dritten Reich. Solche Schulbesuche waren für Salomon stets wichtig.
Eindrückliches Engagement
Am 2. August ist Kurt Salomon im Alter von 86 Jahren als einer der letzten Holocaust-Überlebenden verstorben. «Wir sind Kurt Salomon unermesslich und von Herzen dankbar für sein eindrückliches Engagement gegen das Vergessen», sagt Anita Winter von der Stiftung Gamaraal. Die Stiftung unterstützt Holocaust-Überlebende und engagiert sich im Bereich der Holocausteducation. Die Ausstellung «The Last Swiss Holocaust Survivors» der Gamaraal Foundation wurde weltweit in zahlreichen Ländern gezeigt und in 21 Sprachen übersetzt.
Für weitere Fragen: Last Swiss Holocaust Survivors
Dieser Beitrag erschien zuerst auf reformiert.info.