Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03129.jsonl.gz/41

Ist der Bademeister für die Sicherheit meines Kindes verantwortlich?
Er ist mitverantwortlich. Dies jedoch nur insoweit, als dass er bei jedem erkennbaren ungewöhnlichen und gefährlichen Handeln eingreifen können muss.
Ein Bademeister in einem öffentlichen Schwimmbad muss unverzüglich eingreifen, wenn er eine gefährliche oder aussergewöhnliche Situation erkennt. So darf er beispielsweise nicht untätig zuschauen, wenn Ihr Kind offensichtlich Mühe hat, sich über Wasser zu halten.
Verantwortung bei der Obhutsperson
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann sich diese Überwachungspflicht jedoch «vernünftigerweise nicht auf jegliche Handlung der Benützer erstrecken, selbst wenn sich diese im Wasser befinden.» Das mit der üblichen Benützung des Wassers verbundene Risiko tragen entsprechend Sie als Obhutsperson. Sie müssen also beispielsweise sicher stellen, dass Ihr Kind, solange es nicht gut schwimmen kann, nie unbeaufsichtigt im Schwimmbecken oder am Beckenrand ist.
Sicherer Zustand des Schwimmbades
Die Betreiberin eines öffentlichen Schwimmbades muss jedoch trotz der Verantwortung der Obhutsperson gewährleisten, dass der Zustand des Freibades eine sichere Nutzung erlaubt. Als Werkeigentümerin muss die Betreiberin so etwa eine fehlerfreie Anlage und einen Unterhalt ohne Mangel gewährleisten. Kommt ein Badegast infolge eines mangelhaften Unterhalts, beispielsweise durch eine defekte Einstiegstreppe, zu Schaden, haftet die Betreiberin und ist schadenersatzpflichtig.