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Abführen
Als Abführen wird das absichtliche Entfernen aller Speisereste aus dem Darm bezeichnet. Dies kann vor geplanten Operationen nötig sein oder für eine bevorstehende Darmspiegelung. Zudem hilft es beim Beseitigen einer vorübergehenden Verstopfung. Zum Einleiten der vollständigen Darmentleerung gibt es bewährte Hausmittel oder frei verkäufliche Apothekenpräparate.
Abszess
Ein Abszess ist die Ansammlung von Eiter in einer dafür nicht gewachsenen (nicht präformierten) Körperhöhle. Eine solche Ansammlung entsteht als Folge einer lokalen Entzündung, in deren Verlauf Gewebe in die Höhle einschmilzt. Für die Klassifizierung von Abszessen nach der Körperposition gilt der internationale Diagnosecode ICD-10.
Allergie
Eine Allergie ist die Überreaktion der Haut auf eigentlich harmlose Reize von außen. Mit „von außen“ sind auch Reize von Speisebestandteilen, mit Haut auch die inneren Schleimhäute gemeint. Typisches Symptom sind kleine oder große, gerötete Hautstellen, die sich in schlimmen Fällen stark entzünden.
Anämie
Der Begriff Anämie beschreibt eine verminderte Konzentration des Proteins Hämoglobin in den roten Blutzellen. Dieser Blutmangel kann genetisch bedingt sein oder durch Krankheiten bzw. Unfälle erworben werden. Häufige Symptome für eine Anämie sind Müdigkeit und Schwindel, blasse, kalte Haut oder Muskelschwäche und niedriger Blutdruck.
Anamnese
Innerhalb einer Anamnese ist die komplette Leidensgeschichte eines Patienten vom Auftreten erster Symptome über bisherige Behandlungsversuche (mit Behandlungsergebnis) bis hin zum aktuellen Leidensstand zusammengefasst. Daraus sowie aus der ärztlichen Aufzeichnung kann eine Diagnose und aus dieser ein wirksamer Therapieplan erstellt werden.
Anastomose
Eine gesunde Anastomose ist ein Umgehungskreislauf zwischen Teilen des menschlichen Organismus, beispielsweise zwischen Lymph- oder Blutgefäßen. Ein solcher Kreislauf kann auch krankheitsbedingt entstehen. Zur Behandlung organischer Krankheiten kann eine Anastomose auch operativ hergestellt werden, beispielsweise zwischen Hohlorganen, Gefäßen oder Nervenzellen.
Antibiotika
In der Natur sind Antibiotika die Stoffwechselprodukte von Bakterien und Pilzen mit hemmender oder abtötender Wirkung auf andere Mikroorganismen. In der modernen Medizin sind Antibiotika teilweise oder vollständig synthetisch hergestellte Substanzen mit der gleichen Wirkung auf gesundheitsschädigende Keime und Bakterien.
Aphten
Als Aphte wird eine beschädigte Stelle der Schleimhaut mit entzündetem Randsaum und weißlichem Belag bezeichnet. Mögliche Ursachen dieser schmerzhaften Veränderung könnten Viren oder Bakterien sein. Aphten treten überwiegend im Mundraum (Zahnfleisch, Mundhöhle, Zunge, Lippen und Tonsillen) auf, seltener auf den Schleimhäuten im Genitalbereich.
Arthritis
Arthritis ist die Entzündung eines oder mehrerer Gelenke. Zu unterscheiden ist der Krankheitsverlauf nach plötzlichem Auftreten oder chronischer Entwicklung. Die Gabe von Rheumamedizin verlangsamt den Verlauf bei der autoimmunen Krankheitsform der rheumatoiden Arthritis. Gegen eine akute Arthritis mit bakterieller Ursache helfen spezielle Entzündungshemmer.
Atrophie
Eine Atrophie ist ein Gewebsschwund mit angeborenen oder erworbenen Ursachen. Häufige Symptome sind eine Verkleinerung der Muskel- und/oder Knochenmasse, allgemeines Abmagern bzw. ein unterdurchschnittliches Wachstum einzelner oder aller Körperteile. Der Gewebsschwund bei der Hirnmasse ist häufig eine erworbene Atrophie bei dauerhaftem Alkoholmissbrauch.
Autoimmunerkrankung
Das Immunsystem von Patienten mit einer Autoimmunerkrankung richtet sich irrtümlich und folgenschwer gegen das eigene Körpergewebe. Die Folge ist die Zerstörung von Gewebeteilen mit schmerzhaften, entzündlichen Körperreaktionen und langfristig irreparablen Organschäden. Bekannte Autoimmunerkrankungen sind Hashimoto (Schilddrüse), chronische Gastritis (Magen), rheumatoide Arthritis (Gelenke). Morbus Crohn und Colitis ulcerosa galten früher auch als Autoimmunerkrankung. Heute sind sich Experten jedoch einig, dass MC und Cu durch eine Barrierestörung verursacht wird. Das bedeutet, die Wand des Dick- oder Dünndarms ist durchlässig geworden. Vielmehr ist Morbus Crohn und Colitis ulcerosa also ein Defekt der Darmschleimhaut.
Azathioprin
Der Arzneistoff Azathioprin wird unter anderem erfolgreich bei Erkrankungen mit einer gestörten Immunreaktion eingesetzt. Seiner Wirkung nach hemmt dieses Medikament das Abwehrverhalten des Immunsystems. Azathioprin wird außerdem verwendet, um eine Abstoßung transplantierter Organe zu verhindern. Aufgrund der Nebenwirkungen wird diese Arznei unter ständiger ärztlicher Kontrolle verabreicht.
Ballondilatation
Die Ballondilatation ist ein operativer Eingriff, bei welchem verengte Blutgefäße mit einem Ballon aufgedehnt werden. Die langsame Entfaltung des Ballons unter Druckbedingungen zwischen sechs bis 20 bar wird auf jeden Patienten individuell angepasst. Ziel dieser Methode ist die Wiederherstellung einer gesunden Durchblutung im betroffenen Gefäßbereich.
Biopsie
Bei einer Biopsie wird Gewebe aus einem lebenden Organismus zu mikroskopischen Untersuchungszwecken entnommen. Damit sollen krankhafte Veränderungen auf feingeweblicher Ebene erkannt werden. Bekannt ist das Verfahren der Biopsie von der Tumoruntersuchung auf gutartige oder bösartige Entwicklungen.
BMI
Das Kürzel BMI bezeichnet den Body-Mass-Index eines Menschen. Dieser legt das Verhältnis der Körpermasse zur Körpergröße als Maßzahl fest. Die BMI-Zahl ist nur ein ungefährer Richtwert. Er berücksichtigt weder Geschlecht noch Statur und auch nicht die Anteile von Fett und Muskeln im Körper.
Bougieren
Durch das Bougieren werden Engstellen in röhrenformigen Körperorganen aufgedehnt. Der Eingriff wird als Ballondilatation oder mit einer Bougie (weicher, nicht hohler Katheder) unter Analgesie und Sedierung vorgenommen. Ziel dieser Behandlungsmethode ist eine Funktionsverbesserung, bei der Speiseröhre beispielsweise der Speisenaufnahme.
BSG
Das Verfahren der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist auch als BSR (Blutsenkungsreaktion) bekannt und wird als Suchverfahren bzw. Labortest bei Verdacht auf bestimmte entzündliche Erkrankungen eingesetzt. Unter anderem können so CED-Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn nachgewiesen werden.
Budenofalk (Budesonid)
Budenofalk ist ein synthetisch hergestellter Arzneistoff zur Behandlung verschiedener entzündlicher Darmerkrankungen. Während andere Medikamente erst über den Magen bzw. die Blutbahn freigesetzt werden, wirkt Budenofalk (auch als Budesonid geführt) direkt am Ort der Zufuhr (im Darm bei Gabe gegen Darmerkrankungen).
Calprotektin
Bei dem Protein Calprotectin handelt es sich um ein S-100-Protein. Die 19 Mitglieder dieser Proteingruppe kommen nur jeweils in bestimmten Zelltypen vor. Bei der Diagnostik entzündlicher Darmerkrankungen hilft der Nachweis einer bestimmten Konzentration von Calprotectin über eine Stuhlprobe.
Campylobacter
Campylobacter sind verschiedene Bakterien, die entweder als Teil der Darmflora im menschlichen und tierischen Darm vorkommen oder – in pathogener Eigenschaft – Durchfallerkrankungen auslösen. Eine Ansteckung ist im Fall von Zoonosen (auf den Menschen übertragbare Tierkrankheiten) beispielsweise durch rohes Geflügelfleisch, also über die Nahrungsaufnahme möglich.
CED
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind Erkrankungen des Darms, die dauerhaft entzündlich verlaufen oder nach einer Ersterkrankung wiederkehren. Dazu gehören neben weiteren Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.
Cholangitis
Bei der Erkrankung an Cholangitis sind die Gallengänge entzündet. Dies kann von Gallensteinen, Tumoren oder Stenosen, aber auch durch einen Parasitenbefall verursacht werden. Der Verlauf einer Cholangitis ist entweder akut eitrig, nichteitrig destruierend (zerstörend) oder chronisch sklerosierend (verhärtend).
Chronisch
Als chronisch wird ein Krankheitsverlauf bezeichnet, bei dem die Symptome einer Erkrankung ständig vorhanden sind und sich langsam entwickeln. Zur besseren Zuordnung wird ein Krankheitsverlauf als chronisch eingestuft, wenn er länger als vier Wochen andauert. Auch Krankheitserscheinungen mit schubhaftem Charakter gehören zu den chronischen Krankheiten.
Clostridien
Clostridien sind eine Gruppe von Bakterien von extremer Hitzebeständigkeit. Einige dieser Mikroorganismen werden als Düngemittel für Böden verwendet und sind unauffälliger Bestandteil in der Darmflora höherer Organismen. Einige Clostridien wirken allerdings verderblich oder gar giftig in Kühlfleisch, Hartkäse oder Lebensmitteln in Dosen.
Colitis ulcerosa
Die CED-Erkrankung Colitis ulcerosa beschreibt eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung der Schleimhäute des Dickdarms. Ursächlich können angeborene, übersteigerte Immunreaktionen gegen die Darmflora oder spezielle Genmutationen sein. Symptome sind Diarrhoen (Durchfall), Koliken und Darmblutungen, die von körperlicher Schwächung, starken Blähungen und Stuhlinkontinenz begleitet werden.
Cortison
Bei Cortison handelt es sich um ein Steroidhormon in der Nebennierenrinde des Menschen. Das Hormon selbst wirkt nicht auf den Organismus. Vielmehr wandelt es die Leber mit Hilfe eines Enzyms in Cortisol um, welches therapeutisch wirksam ist. Cortisonpräparate werden für moderne Therapieformen ausschließlich synthetisch hergestellt.
CRP
Das C-reaktive Protein (CRP) wird als Protein in der Leber produziert und von dieser ins Blut transportiert. Liegen bakterielle Infektionen oder andere entzündliche Erkrankungen vor, dann steigt die Blutkonzentration von CRP an. Der CRP-Parameter kann deshalb zum Nachweis des Schweregrads einer Entzündung verwendet werden.
CT
Mit Hilfe einer Computertomographie (CT) werden Körperstrukturen in überlagerungsfreien Schnittbildern dargestellt. Anders als beim Röntgen können hiermit Volumenstrukturen aus verschiedenen Richtungen dargestellt werden. Dies verbessert den Nachweis krankhafter Veränderungen und die Diagnostik von körperlichen Erkrankungen deutlich.