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Ein Ende nach 30 Jahren?
6. Dezember 2019 von Fredy Haffner
Online seit
6. Dezember 2019
Printausgabe vom
11. Dezember 2019
Bereits über 30 Jahre ist eine Überbauung des Depots Hard ein Thema. Unter anderem war in Diskussion, die Kunstgewerbeschule oder ein Verwaltungszentrum und «ein Kleeblatt» dort anzusiedeln. Bis zum nun zur Abstimmung kommenden Projekt war es ein langer Weg – ob er zu Ende ist, weiss man erst am 9. Februar nächsten Jahres.
Schon im Februar 1988 hatte der Zürcher Stadtrat 300 000 Franken für einen Projektierungskredit gesprochen, um «die Erweiterung und Neuorganisation des Depots Hard sowie Studien zur städtebaulichen Situation und einem Nutzungskonzept für das gesamte Areal» zu erstellen. Nebst städtebaulichen Lösungsvorschlägen und Nutzungskonzepten war auch gefragt, welche Zusatznutzungen auf dem Areal möglich wären, mit oder ohne den bestehenden Heimatstil-Altbauten. Diese wurden später als schutzwürdig anerkannt und so wurde der Auftrag in eine erste und eine zweite Ausbauetappe aufgeteilt: Die erste, Ende 1999 abgeschlossene Etappe, umfasste die Sanierung der Tramdepothallen und der fünf Wohnhäuser. Für die zweite Etappe beantragte der Stadtrat im August 1989 einen Projektierungskredit von vier Millionen Franken, der Gemeinderat stimmte Ende Januar 1990 zu. Die Theo Hotz AG wurde mit dem Vorprojekt für die zweite Ausbauetappe beauftragt. Im August 1991 legte sie ein Vorprojekt vor, das als Zusatznutzen Räume für die Schule für Gestaltung Zürich, die Kunstgewerbeschule, vorsah. Schnell zeichnete sich indes ab, dass dies angesichts der damaligen Finanzlage nicht realisierbar sein würde – im Juli 1992 wurde das Projekt «für zwei Jahre» sistiert.
Das «Kleeblatt» und wie es abstarb
Ende Januar 2000 nahm die Theo Hotz AG mit einer neuen Projektstudie einen erneuten Anlauf und Anfang Januar 2003 sprach der Stadtrat einen Kredit von 2,3 Millionen Franken, um das Vorprojekt auszuarbeiten. Der Stadtrat stufte dies als eine Wiederaufnahme des 1992 sistierten Projekts ein und vergab deshalb den Auftrag ohne erneutes Vergabeverfahren an die Theo Hotz AG. So entstand 2004 das im Volksmund «Kleeblatt» genannte Projekt eines Wohnhochhauses, zu dem der Stadtrat im November 2005 festhielt, dass er aufgezeigt habe, dass «ein städtebaulich markanter Wohnturm mit 203 attraktiven Wohnungen sowie 4 400 Quadratmetern Dienstleistungsflächen realisierbar» wäre. Und er beantragte beim Gemeinderat, den bisherigen Projektierungskredit auf 12,8 Millionen Franken zu erhöhen, um ein umfassendes Bauprojekt auszuarbeiten – wiederum ohne Vergabeverfahren durch die Theo Hotz AG. Gegen diese Vergabe ohne ordentliche Ausschreibung wurde von einem anderen Architekturbüro Beschwerde eingereicht, gegen welche sich wiederum die Stadt Zürich wehrte. Doch mit Urteil vom 13. September 2006 gab das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich der Beschwerdeführerin Recht und hielt fest, dass bereits die 2003 erfolgte Auftragserteilung an die Theo Hotz AG rechtswidrig war und folglich auch jene im November 2005. Die Stadt Zürich müsse «einen allfälligen neuen Auftrag aufgrund seines Auftragswerts im offenen oder selektiven Verfahren» vergeben, hielt das Urteil fest. Die Stadt war noch im September 2006 der Ansicht, dass das 90 Meter hohe «Kleeblatt» realisiert werden könne, wie sie in einer Medienmitteilung festhielt, man müsse es nur neu ausschreiben. Man rechnete mit 185 Millionen Baukosten und einem Bezug per Anfang 2010.
Ende April 2009 begrub der Stadtrat das «Kleeblatt»-Projekt dann aber endgültig – wegen zu hoher Kosten würden letztlich viel zu teure Wohnungen entstehen, hiess es damals.
Doch der Gemeinderat wollte im boomenden Zürich-West bald ein neues Projekt aufgegleist sehen. Und so wurde ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben, in dem es – eine Folge der gemachten schlechten Erfahrungen – hiess, «auf die Projektierung von Hochhäusern ist zu verzichten. Wegen der erhöhten bautechnischen Anforderungen sind Hochhäuser teurer als konventionelle Gebäude».
Nun, wie der Artikel zum Depot Hard zeigt, sollen statt einem gleich zwei Hochhäuser gebaut werden. Dafür nicht mehr 90, sondern «nur» rund 60 Meter hoch.