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Keratolysis sulcata (KS) ist eine Hautkrankheit, die durch grampositive Bakterien wie Corynebacterium spp. hervorgerufen wird. Betroffene werden typischerweise mit intensivem Fußgeruch und multiplen grübchen- bis kraterförmigen Läsionen der Hornhaut der lasttragenden Sohlenabschnitte vorstellig. Die Therapie besteht primär in einer Verbesserung der Fußhygiene mit Wechsel des Schuhwerks, aber auch topische Antibiotika kommen zum Einsatz. Die Prognose ist ausgezeichnet.
KS wurde bei Patienten aller Altersklassen und weltweit, in Bevölkerungsgruppen, die traditionell Schuhe tragen oder barfuß gehen, beschrieben [1]. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung einer KS bei all jenen, die regelmäßig und für längere Zeit enge, nicht atmungsaktive Schuhe tragen. Deshalb ist die Inzidenz unter Sportlern, Seeleuten und Soldaten am höchsten [2]. Darüber hinaus besteht bei Menschen, die sich barfüßig in tropischen Klimata bewegen, eine Prädisposition zu dieser Erkrankung. Die beschriebenen Umstände gehen allesamt mit Wärme und Feuchte im Bereich der Füße einher und diese Bedingungen fördern das Wachstum der kausalen Pathogene. In mehr als 90% der Fälle tritt die KS beidseitig auf [3].
Wie der Terminus Keratolysis bereits vermuten lässt, kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer fortschreitenden Proteolyse im Stratum corneum. Diese resultiert in charakteristischen, zumeist runden, wie ausgestanzt wirkenden Defekten der Hornhaut der Fußsohlen. Zuweilen werden sie auch als grübchenförmig oder - bei entsprechender Größe und Tiefe - als kraterförmig beschrieben. Einzelne Läsionen können dabei bis zu 7 mm im Durchmesser erreichen [4], aber oft vereinigen sich auch mehrere Grübchen zu einer größeren Läsion mit unregelmäßiger Form. In einigen Fällen treten auch flache Hornhautdefekte auf, die nicht den typischen ausgestanzten Aspekt haben. Weiterhin können die betroffenen Hautareale eine blasse, weißliche Farbe annehmen oder erythematös werden.
Läsionen treten hauptsächlich in den lasttragenden Sohlenbereichen auf, d.h. an den Fersen und in stärker belasteten Abschnitten des Mittelfußes wie den Zehenballen. Von hier breitet sie sich weiter in Richtung Fußspitze aus und befällt die auch die Zehen. Interessanterweise berichten viele Patienten darüber, dass eine Verschlimmerung eintritt, wenn ihre Füße für längere Zeit in Kontakt mit Wasser kommen [5]. Dieser Effekt resultiert aus einer Schwellung des geschädigten Stratum corneum.
Grund der Vorstellung beim Arzt sind häufig nicht die Hornhautläsionen, sondern der mit ihnen einhergehende, unangenehme Fußgeruch [2] [4]. KS-Patienten schwitzen an den Füßen oft sehr stark, wenngleich eine Hyperhydrose nicht Voraussetzung zur Diagnose einer KS ist. Weitere mögliche Symptome einer KS sind Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Gehen.
Wesentlich seltener betrifft die KS die Handinnenflächen [6] [7]. Hier ist anzumerken, dass die zuvor beschriebenen Symptome manchmal mit einer auffälligen Schuppenbildung einhergehen.
Die Diagnose der KS erfolgt anhand des klinischen Bildes. Die Präsenz multipler, kleiner Hornhautläsionen bei Reizung der Fußsohlen und gleichzeitiger Hyperhydrose wird als pathognomonisch für diese Erkrankung angesehen [8]. Wenn die Füße unter der Wood-Lampe betrachtet werden, ist oftmals eine blassgelbe bis rote Fluoreszenz zu sehen, wobei dies kein Ausschlusskriterium für die KS ist [3] [9]. Hautgeschabsel können genommen werden, um diese mikrobiologisch zu untersuchen. Hier geht es besonders darum, Dermatomykosen wie Tinea pedis auszuschließen. Sollte eine Tinea pedis bestehen, sind nach entsprechender Behandlung mit Kaliumhydroxid im Präparat Dermatophyten und andere Bestandteile der Pilze zu erkennen. Die Bestätigung einer Tinea pedis schließt die KS nicht aus und umgekehrt [2]. Wenn Proben auf bakterielle Pathogene hin untersucht werden, dann zeigen sich grampositive kokkoide oder stäbchenförmige Erreger, die Corynebacterium spp., Kytococcus sedentarius oder Dermatophilus congolensis entsprechen [10] [11]. Derartige Maßnahmen sind jedoch meist nicht notwendig und das gilt auch für die Analyse von Biopsieproben.