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Als "goldenes Zeitalter der Luftfahrt" wird die Zeit zwischen den Weltkriegen bezeichnet. So richtig ins Bewusstsein kam die Fliegerei mit Lindbergs Atlantikflug im Juni 1927.
Es war eine Zeit vieler Rekordflüge, erster kommerziellen Passagierflügen und grossen Fortschritten in der Luftfahrt. Aber mehr noch als diese Errungenschaften, war diese Zeit durch einzelne Personen geprägt, die mit Mut, Geschicklichkeit und Visionen die Luftfahrt zur heutigen Bedeutung führten.
Die Veränderungen in der Luftfahrt waren dramatisch. Zu Beginn der 1920er Jahre sah man vornehmlich stoffbespannte Doppeldecker mit begrenzter Leistungsfähigkeit. Dies änderte sich aber schnell. Das Aufkommen von leichten und widerstandsfähigen Metallen und neue aerodynamischen Erkenntnisse liess die Form der Flugzeuge schnell wechseln.
Linsbergh's Flug über den Atlantik befeuerte die Phantasie der Öffentlichkeit wie kaum ein zweites Ereignis zu dieser Zeit. Alleine in einem kleinen einmotorigen Flugzeug über den Atlantik zu fliegen und dies von einem Piloten, der zuvor noch nie das Meer gesehen hatte, war fast unglaublich. In seiner Autobiografie schreibt Lindbergh, dass er mit dem Gedanken spielte, nach Rom weiterzufliegen, weil noch reichlich Treibstoff vorhanden war, er dann dort bei Tageslicht hätte landen können, und weil er sich nicht darüber klar war, wie sehr die Franzosen ihn erwarteten.
Ein tragisches Ereignis in Lindbergs Biographie war die Entführung eines seiner sechs Kinder im Jahr 1932. Trotz der Lösegeldzahlung wurde das Kind später tot aufgefunden. Dieses Ereignis inspirierte Agatha Christie zu ihrem im Januar 1934 erschienenen Roman Mord im Orient-Express.
Ein anderer Name, der Ende der 20er Jahre ebenfalls in aller Munde war, war dieser von Amelia Earhart. Sie war die Erste, die den Atlantik 1928 als Passagieren überquerte. George Putman, ein geschäftstüchtiger Verleger, heuerte die junge und hübsche Amelia Earhart für einen Promotionsflug über den Atlantik an. Putman wollte mit dieser Aktion den Durst einer breiten Leserschaft mit neuen Berichten und Büchern zur neuen Welt der Aviatik stillen. 1932 überquerte Earhart den Atlantik als erste Frau solo von Neufundland nach Schottland. Sie brach in dieser Zeit auch zahlreiche Geschwindigkeits- und Streckenrekorde. Sie war auch die erste Person, die solo von Hawaii nach Kalifornien flog. 1937 verschwand sie auf einem weiteren Rekordflug im Südpazifik.
Vielleicht der bemerkenswerteste Flug war dieser von Wiley Post. Auf seinem zweiten Flug Rund um den Globus von 1931 schaffte er dies in 8 Tagen, 15 Stunden und 51 Minuten. Dabei überwand er Nebel über dem Atlantik, heftige Gewitter über Russland, diverse Probleme mit seiner Ausrüstung und die ständige Müdigkeit. Zwei Jahre später verbesserte er seinen eigenen Rekord mit einer Lockheed Vega, Winnie Mae, um 21 Stunden. 1934 erreichte Wiley Post einen inoffiziellen Höhenrekord von 55'000 Fuss. Er war fasziniert von Höhenflügen und experimentierte unter anderem mit Spezialanzügen. Er verunfallte 1935.
Der chauviale Col. Roscoe Turner war die schillerndste Gestalt dieser Zeit. Er liess sich oft in selbst entworfenen Uniformen ablichten. Turner flog in den späten 20er Jahren als Film-Stuntpilot für Hollywood-Produktionen. Später flog er in einem modifizierten Lockheed-Rennflugzeug für eine Ölfirma, deren Logo einen Löwenkopf zeigte. Turner kaufte einen jungen Löwen, nannte ihn Gilmore - wie die Ölfirma - und liess sich gerne und oft mit seinem Maskottchen abbilden. Während vier Jahren tourte Turner mit seinem Löwen herum, bis dieser mit seinen 250kg doch zu schwer wurde. Turner bezahlte während 25 Jahren einem Privatzoo die Kosten für die Unterbringungen "seines" Löwen.
Howard Hughes, der durch Erbschaft steinreich wurde, erreichte 1935 mit seinem nach seinen Vorstellungen gebauten H-1 Rennflugzeug einen neuen Geschwindigkeitsrekord von 352 Meilen. Dieses Flugzeug war schneller als die damaligen Militärmaschinen.
Berühmt wurde sein 1947 fertig gestelltes Riesen-Flugboot "Spruce Goose". Geflogen ist dieses Flugzeug nur einmal. Die Geschichte von Howard Hughes wurde 2004 in "The Aviator" verfilmt (Darsteller: Leonardo di Caprio).
Es gibt viele weitere schillernde Pilotinnen und Piloten aus dieser Zeit.
Fortsetzung folgt.....