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1597 (Simon) Blönried bei Weingarten (Württemberg), 9.12.1654 St. Gallen, kath.; Sohn des Martin und der Anna Lang. R. absolvierte das Gymnasium in Ingolstadt und trat 1613 ins Kloster St. Gallen ein, wo er 1614 die Profess ablegte. Ab 1618 studierte er in Ingolstadt und Dillingen und wurde 1622 zum Priester geweiht. 1630 erfolgte die Wahl zum Fürstabt von St. Gallen. Der Dreissigjährige Krieg belastete R.s Amtszeit (bis 1654). In der Eidgenossenschaft herrschten grosse Spannungen zwischen den Katholiken, die dem Kaiser und Spanien nahestanden, und den Reformierten, die zu den Schweden hielten. R. versuchte mit Geschick, sich in dieser Lage möglichst neutral zu verhalten. Er unterband Durchzüge fremder Truppen und Söldnerwerbungen, was ihm aber nur z.T. gelang. Archiv und Kirchenschatz evakuierte er nach Schwyz, einen Teil der Mönche schickte er ins Priorat Neu St. Johann. 1634 schloss er sich der Erneuerung des Bündnisses der kath. Orte mit Spanien an. Beim eidg. Defensionale von Wil 1647 wirkte er als Gastgeber und aktiver Verhandlungspartner. Trotz der krieger. Umstände entfaltete R. eine reiche Tätigkeit. So richtete er 1633 in Neu St. Johann eine Druckerei ein. 1636-37 kaufte er einen Grossteil der in der Reformation verlorenen und in den Besitz der stadt-sankt-gall. Familie Schobinger gelangten frühma. Traditionsurkunden zurück. 1640 dislozierte er die Stiftsdruckerei nach St. Gallen. Ab 1645 liess er zum leichteren Gebrauch die Urkunden des Archivs drucken. Strittige Fragen mit Zürich, Wil, der Stadt St. Gallen und den Appenzellern regelte R. auf friedl. Weise. 1642 erwarb er die thurg. Herrschaft Wängi. Mit der Einführung der Fächer Philosophie und Theologie baute er das Klostergymnasium in Rorschach aus. Er bemühte sich um die Erweiterung bestehender und die Gründung neuer Volksschulen. 1641-44 liess er die Klosterkirche Neu St. Johann errichten, die indes erst 1680 vollends fertig gestellt wurde.
Literatur
– HS III/1, 1333 f.
Autorin/Autor: Lorenz Hollenstein