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KnastBros Travel - Weltreise
13. Woche: Auf dem Pamir-Highway
02.09.2016 12:15 (bb/bb)
Der Pamir-Highway ist ein offizielles Teilstück der Fernstrasse M41 und verbindet über eine Entfernung von 1252 km die Kirgisische Stadt Osch mit der Tadschikischen Region Berg-Badachschan und endet in Duschambe. Wir nehmen ihn unter die Räder.
Suckpass auf 4020 m.ü.M. (Für mehr Bilder klicken)
Mit dem Bau des Highways wurde nach der Gründung der Tadschikischen Sozialistischen Sowjetrepublik im Jahre 1929 begonnen. Der Abschnitt zwischen Osch und Chorugh wurde bereits 1932 fertiggestellt und veränderte die Region Badachschan stark. Das wüstenartige Hochplateau rund um Murgab war vor 1930 kaum besiedelt. Die Instandhaltung der Strasse muss aufgrund der klimatischen Bedingungen (grosse Höhe, tiefe Temperaturen, Steinschläge und Lawinen) ständig erfolgen; deshalb bildeten sich viele kleine Siedlungen entlang der Strasse.
Der Highway war auch für militärische Zwecke sehr wichtig, er diente als Nachschublinie für die russischen Soldaten an der Grenze zu Afghanistan. Es gibt auch heute noch verschiedene Chackpoints entlang des Pamir-Highways, um den Rauschgiftschmuggel aus Afghanistan zu bekämpfen.
Und nun starten wir unser Abenteuer "Pamir-Highway". Die Strasse von Osch bis an die tadschikische Grenze ist in einem guten Zustand und wir bewältigten die 229 km in kurzer Zeit. Viele, die den Pamir-Highway von Osch aus fahren, verbringen die Nacht vor der Grenze, um sich zu akklimatisieren, denn die Strasse steigt nach der Grenze stark an. Wir aber denken uns, dass sich ein Schweizer nicht akklimatisieren muss, schliesslich sind wir Männer aus den Bergen. Das bereue ich, Berni, aber in der Nacht, denn der Aufstieg von 700 auf 4200 m ist etwas zu viel für meinen Körper. Kevin verträgt die Höhe viel besser als ich, denn er ist sich dies eher gewohnt.
Mich plagen die ganze Nacht hindurch starke Kopfschmerzen und Übelkeit, aber am nächsten Morgen geht es mir wieder viel besser, und wir bezwingen den höchsten Pass des Pamir-Highways mit 4655 m.ü.M. Danach führt uns die Strasse über ein wüstenartiges Hochplateau bis nach Murgab. Murgab ist eine 7000-Seelen-Stadt, wo wir unsere Vorräte und die Tanks der KTMs auffüllen. Nach dem Tanken fahren wir weiter bis zum Jaschikul See und verbringen die Nacht an einer heissen Quelle. Die Strassen sind mehrheitlich asphaltiert, haben aber sehr viele Schlaglöcher. Wir verbringen nun die zweite Nacht auf über 3000 m und mit dem Schlafen geht es schon viel besser.
Wir machen uns Gedanken, welche Route wir für die Weiterfahrt nehmen sollen. Es gibt die Nord- und die Südroute (Wakahn Thal), wir haben schon von beiden Positives und Negatives gehört. Schliesslich entschieden wir uns für eine dritte Möglichkeit und fahren am nächsten Tag zuerst auf der nördlichen Route, zweigen aber nach etwa 50 km ab über einen kleinen, kaum befahrenen Pass in Richtung Süden. Der Pass ist nicht einfach zu fahren, denn grosse Steine in der Fahrbahn versperren uns den Weg und wir müssen ziemlich um die Steine rumkurven.
Kurz vor der Passhöhe versperrt uns ein Fluss den Weg. Wir durchqueren zuerst zu Fuss den Fluss, um rauszufinden, wo die grossen Steine sind, das Wasser ist etwa hüfthoch. Nachdem wir eine Furt gefunden haben, ist das Queren keine grosse Sache mehr. Wir fahren die Roshtqala Road hinunter Richtung Nimos. Die Strasse hier macht viel mehr Spass als der eigentliche Pamir-Highway, denn es ist eine kleine Offroad-Strasse ohne Verkehr und ohne Schlaglöcher, aber mit schönem Schotter.
Wir folgen der Strasse bis nach Chorugh und übernachten dort in der Pamir Lodge. Die Pamir Lodge ist auch wieder ein grosser Treffpunkt für Motorradfahrer, Velofahrer und Autofahrer die vom Pamir Highway kommen oder dorthin wollen. Nach der kurzen Erholung in der Lodge nehmen wir die letzen 518 Kkm des Pamir-Highways in Angriff. Die holperige Strasse ist teils asphaltiert und teils geschottert. Die gröbsten Schläge gibt es beim Übergang zwischen Schotter und Asphalt. So holen wir auch unseren ersten Platten der Reise, aber für etwas schleppen wir ja seit 18'000 Kkm Ersatzschläuche und Werkzeug mit uns.
Die Strasse führt für 239 km dem Obikhingou-Fluss entlang, bevor sie ins Landesinnere führt. Der Fluss bildet auch die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan. Da es nicht möglich ist, die ganze Strecke an einem Tag zu fahren, legen wir noch eine Nacht ein. Am nächsten Morgen, nach wenigen Kilometern, fahren wir unseren zweiten Platten ein, dieses Mal ist es ein hinterer. Da nützt alles Fluchen nichts, der Pamir-Highway ist ein Härtetest für Mensch und Maschine. Wir kämpfen uns über sehr schlechte Schotterstrassen bis nach Duschanbe durch, wo der Highway endet. Am Abend gibt es zur Belohnung ein grosses Bier. Das schönste am Pamir-Highway, der teils in einem sehr schlechten Zustand ist, ist das herrliche Panorama, das er bietet, und das für die vielen Schlaglöcher entschädigt.
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