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In einer nationalen Kampagne haben die Kantonschemiker der Schweiz 2015 Produkte mit geschützten Bezeichnungen für Lebensmittel getestet. Von den 625 mit einer geschützten GUB/GGA-Bezeichnung angepriesenen Schweizer Produkten handelte es sich in 85 Fällen (14%) um Lebensmittel, welche die Anforderungen zur Verwendung der geschützten Bezeichnung nicht erfüllten. Bei Produkten mit den Bezeichnungen «Berg» und «Alp» wurden die rechtlichen Bestimmungen bei 36 von 100 kontrollierten Produkten nicht eingehalten. Umso bedeutender sind die Resultate, da die geschützten Bezeichnungen den Konsumenten eigentlich vor Täuschungen schützen sollten.
Alain Farine, Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung AOP-IGP fordert, dass solche Kontrollen öfter und systematisch durchgeführt werden. Er geht davon aus, dass die Verfehlungen ausserhalb der Sortenorganisationen insbesondere bei Wiederverkäufern geschehen. «Wenn ich sehe, wie streng die Sortenorganisationen kontrollieren, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Fehler auf dieser Stufe entstehen», so Farin. Wenn der Missbrauch ausserhalb der Sortenorganisation geschehe, sie der Vereinigung die Hände gebunden. Farine erklärt, dass sie keine Konsequenzen habe, einzuschreiten. Das sei aber auch die Aufgabe des Gesetzgebers.Quelle: LID