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Die Besonderheit der Aare bei Aarburg ist ein einzigartiges Naturschauspiel, wie man es heute in Europa nicht mehr antrifft. Es sind die Strömungsverhältnisse, welche durch den fast rechtwinkligen Abfluss in nördlicher Richtung, und dem Aufprall der Hauptströmung gegen den Felsen des Festungssporns, eine gewaltige Gegenströmung, eine sogenannte Waage oder „Woog“ bilden.
Die Ablösung der Wassermassen erfolgt stets in einem bestimmten Zyklus, der sich je nach Wasserstand bemerkbar verändert und das ein und auslaufen der Waage bewirkt. Daher auch der Begriff Waage oder „Woog“. Beim Brückenfelsen auf der rechten Aareseite, bei der „Alten Post“, kann man dieses Schauspiel mit dem Ein- und Auslaufzyklus eindrückliche mitverfolgen. Die Entstehung einer Walze oder Woog, ist auf das wälzende zusammenstossen der schnellfliessenden Hauptströmung mit dem ruhigen Wasser im rechtseitigen Aarebecken zurückzuführen. Wo die beiden Wassermassen aufeinander stossen und sich aneinander vorbeiwälzen, entsteht eine Trennzone welche wiederum zyklusartig eine lokale Erhöhung des Wasserspiegels im ruhigen Teil auslöst, und damit den Ablösungs-Effekt bewirkt. Dadurch ist es möglich, dass ein Wasserspiegel-Längsgefälle in der Ablösungszone entgegengesetzt dem Längsgefälle der Hauptströmung entsteht und somit eine ausgeprägte Rückströmung auslöst. Die notwendige Energie zur Erhaltung der Ablösungsbewegung wird zusätzlich durch den Aufprall am Felsen und Umlenkung eines Teils der Hauptströmung gegen das Ufer beim Staupunkt erzeugt. Zufluss von Tych und Dorfbach beschleunigen die Drehwirkung der Waage zusätzlich.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hat die Aare ihre Bedeutung als wichtige Wasserstrasse verloren. Hingegen ist ihr Erholungswert durch den natürlichen Flusslauf mit den abwechslungsreichen Strömungen zu einem beliebten Ort der Erholung geworden.