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Tierversuche spielen eine wichtige Rolle bei der Gewinnung neuer Erkenntnisse über das Leben allgemein sowie bei der Verbesserung der Gesundheit und des Lebens von Mensch und Tier. Nahezu jedem Fortschritt, der im vergangenen Jahrhundert in der Medizin erzielt wurde, liegt eine bestimmte Anzahl von Tierversuchen als Bestandteil der allgemeinen Forschungsarbeit zugrunde. Die fortgesetzte Nutzung von Tieren in der Forschung begründet sich jedoch nicht auf einer Gewohnheit, sondern vielmehr auf der klaren Notwendigkeit von möglichst wirksamen wissenschaftlichen Methoden, die neue Erkenntnisse möglich machen.
In vielen Forschungsprojekten der EPFL werden tierversuchsfreie Forschungsmethoden für einen Grossteil der Experimente genutzt und durch in-vivo-Methoden ergänzt. Die Forschung mit Tieren ist dann besonders relevant, wenn Informationen über den gesamten Körper und die Interaktionen zwischen verschiedenen Organen gewonnen werden sollen. Derzeit ist es noch immer schwierig oder gar unmöglich, diese Bedingungen mit alternativen in-vitro-Methoden wie Zellkulturen oder Computermodellen bzw. -simulationen (in silico) zu reproduzieren.
Menschen und Tiere sind zwar nicht identisch, jedoch sowohl anatomisch als auch genetisch relativ ähnlich. Beispielsweise ist das Erbgut von Menschen zu über 90 % mit dem von Nagetieren, den am häufigsten eingesetzten Versuchstieren, identisch. Die Physiologie und Anatomie der meisten Versuchstiere hat sehr viel mit denen des Menschen gemeinsam und zahlreiche Vitalfunktionen wie Atmung, Verdauung, Bewegung, Sehen, Hören, Reproduktion usw. sind mit unseren identisch. Aus diesen Gründen werden Tiere oftmals als Modell zur Erforschung von menschlichen Erkrankungen genutzt, vor allem angesichts der rechtlichen, ethischen und historischen Einschränkungen im Hinblick auf Versuche am Menschen und des Fehlens von geeigneten alternativen Methoden, damit der Forderung der Gesellschaft nach Effizienz und Sicherheit in der Medizin nachgekommen werden kann.
Ferner sind auch Tiere selbst Gegenstand des wissenschaftlichen Interesses, z. B. in der Tiermedizin oder bei der Grundlagenforschung in der Biologie.
- Tierversuche verstehen ist eine deutsche Informationsinitiative der Wissenschaft, die von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen koordiniert wird. Sie informiert umfassend, aktuell und faktenbasiert über Tierversuche.
- Die Schweizerische Gesellschaft für Versuchstierkunde setzt sich für die Beantwortung der dringendsten Fragestellungen zu Tierversuchen in der Schweiz ein.
- Speaking of research ist eine internationale Interessensgruppe, die genauere Informationen über die Bedeutung von Tierversuchen in den Bereichen Biomedizin, Verhaltensforschung und Biowissenschaften bereitstellt.
- Understanding Animal Research ist eine britische Seite, die erklärt, warum Tiere in der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung eingesetzt werden.
Einen Einblick in die Lebens- und Haltungsbedingungen von Versuchstieren geben Mitarbeiter des Max-Delbrück-Centrums in Berlin. Mit Hilfe der Tiere erforschen die Wissenschaftler insbesondere Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen, Krebs sowie Funktionsstörungen des Nervensystems. Mit Hilfe dieser Tierversuche entwickeln sie neue Medikamente und Therapien. | Quelle : Tierversuche verstehen (DE)
Tierversuche – sind sie noch notwendig? | 36.9° RTS (Französich)