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Life
Weil die Dreadlocks des 18-jährigen DeAndre Arnold gegen die Kleiderordnung seiner Schule verstossen, hat er einen Verweis kassiert. Doch der Texaner lässt das nicht auf sich sitzen – zum Glück.
Es muss ein komplett absurder Moment für den 18-jährigen Texaner DeAndre Arnold gewesen sein, als er vergangenen Monat den Brief seines Schulleiters öffnete. Darin stand, dass der Schüler nicht mehr am Unterricht an der Barbers Hill High School im Städtchen Mont Belvieu teilnehmen dürfe. Der Grund? Die Länge seiner Dreads verstosse gegen die Schulordnung.
Besagte Schulordnung sieht nämlich vor, dass Jungs "zu keiner Zeit ihrer Schullaufbahn einen Haarschnitt tragen dürfen, der die Augenbrauen verdeckt oder unter die Ohrläppchen reicht." Ausserdem dürften die Haare, gemäss dem "Dressing and Grooming Paragraph", auch auf keinen Fall ins Gesicht fallen.
Bei Mädchen und weissen Jungs kein Problem
Die Dreadlocks von DeAndre Arnold sind – wenn er sie nicht mit einem Haargummi nach oben bindet – schulterlang. Sein Schulleiter hatte ihn deswegen schon mal zurecht gewiesen. Jetzt darf er das Schulgelände allerdings gar nicht mehr betreten, wie der Schüler, der übrigens zu den Jahrgangsbesten zählt, vergangene Woche in einer Insta-Story erklärte.
Der Ausgewiesene vermutet hinter diesem Verweis allerdings mehr, als nur eine 30 Jahre alte, vollkommen verstaubte Schulordnung. "Ich bin mir sicher, das Ganze wäre kein Problem, wenn ich eine andere Hautfarbe hätte", erzählt er keiner geringeren als Talkmasterin Ellen Degeneres, bei der er vergangenen Mittwoch auf der Couch sass.
Rassistische und sexistische Kleiderordnung
Es gäbe an seiner Schule nämlich auch ein paar weisse Jungs, die längere Haare hätten. Das sei allerdings kein Problem für die Schulleitung. Und auch die Mädchen dürften ihre Haare so tragen, wie sie wollen, wie der Schüler dem TV-Sender CBS im Anschluss erzählte.
"Ich wünschte mir wirklich, die Schule wäre offener für andere Kulturen. Ich wünschte mir, sie würde die stereotypen Bilder endlich begraben." Für DeAndre ist klar: "Da steckt so viel Rassismus und Sexismus in nur einem Paragraphen."
Deshalb werde er seine Haare auch unter keinen Umständen abschneiden: "Meine Dreads trage ich so, weil das zu meiner Identität, zu meiner Herkunft gehört. Mein Vater stammt aus Trinidad. Die Frisur ist Teil meiner Kultur." Mittlerweile haben unzählige Medien über DeAndres Story berichtet und – zu allem Übel – auch noch aufgedeckt, dass es vergangenes Jahr schon mal einen Schulverweis für einen Jungen mit Dreadlocks an der Barbers Hill High School gab.
Doch so traurig der Anlass der Berichterstattung auch sein mag: Mit seiner Entschlossenheit hat DeAndre in der Black Community für Begeisterung gesorgt. Alicia Keys etwa hat ihm für seinen Einsatz noch während seines Talkshow-Auftritts bei Ellen einen 20'000-Dollar-Scheck für sein zukünftiges Studium überreicht.
Eine Einladung zu den Oscars
Vergangenes Wochenende folgte dann das nächste Highlight: Die Produzenten des Oscar-nominierten Kurzfilms "Hair Love" haben DeAndre zur diesjährigen Verleihung eingeladen. Im Animationsfilm von Sony Pictures geht es um ein afroamerikanisches Mädchen und ihren Papa, der am ersten Schultag mit den Haaren seiner Tochter struggelt.
"Wir sind alle inspiriert von deiner Geschichte, DeAndre. Das ist das Mindeste, was wir tun können, um dir zu danken, dass du für dich selbst und für die ganze Community so einstehst", so der Filmemacher Matthew A. Cherry, als er DeAndre vor wenigen Tagen in seiner Schule überrascht hat.
Für "Hair Love" ist DeAndres Geschichte und die Einladung wohl (auch) ein sehr willkommener PR-Stunt. Für den 18-jährigen DeAndre dagegen dürfte der öffentliche Support und der Besuch bei den Oscars ganz schön viel bedeuten.