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Asyl?! - Nein, danke!
Ein Vorschlag einer möglichen Alternative
In der Schweiz regelt das Asylgesetz, unter welchen Voraussetzungen eine Person als Flüchtling anerkannt wird. Statistiken lassen erkennen, dass nur ein geringer Teil der eingereichten Asylgesuche gutgeheissen wird. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird, muss die Schweiz verlassen. Statistiken zeigen auch, dass nur wenige der abgewiesenen Asylsuchenden in ihr Herkunftsland zurückkehren. Oft bevorzugen es Betroffene, ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu bleiben. Das Phänomen des illegalen Aufenthalts birgt unterschiedliche Probleme in sich. So gestalten sich die Lebensbedingungen für abgewiesene Asylsuchende prekär.
In der Gesellschaft werden mit dem Phänomen des illegalen Aufenthalts zudem Themen wie Schwarzarbeit, Kriminalität und fehlende Integration der Betroffenen diskutiert. Weiter befindet sich der Staat in einem Dilemma, was den illegalen Aufenthalt abgewiesener Asylsuchende betrifft. Politische Massnahmen und Gesetzesverschärfungen, die abgewiesene Asylsuchende zur freiwilligen Ausreise bewegen sollen und beabsichtigen, dass die Schweiz als Zielland an Attraktivität verliert, werden nicht selten als menschenverachtend bezeichnet. Die Arbeit hat zum Ziel, unter Berücksichtigung der aktuellen Gesetzgebung und diverser Literatur zur Situation der Betroffenen, sowohl die staatlichen Dilemmata, wie auch die prekären Lebensbedingungen aufzuzeigen und in einem weiteren Schritt die der Problematik zugrundeliegende Ursache darzustellen: Es handelt sich dabei um die Typologisierung von Flüchtlingen in „echte“ und „unechte“ Flüchtlinge durch die vorherrschende Asylgesetzgebung, bei einer gleichzeitig fehlenden Alternative zu Asyl für „unechte“ Flüchtlinge, die in der Schweiz nicht Schutz vor Verfolgung, sondern ein besseres Leben suchen.
In der Arbeit wird eine Alternative zu Asyl erarbeitet, die den Wunsch nach einem besseren Leben beachtet. Es wird ein neuer Aufenthaltsstatus entworfen und dessen Einführung postuliert, wodurch der Status der Illegalität dieser Gruppe von Menschen aufgehoben und die Entstehung der damit zusammenhängenden Probleme vermieden würde. Die Alternative versteht die Wanderung von Leuten aus Drittstaaten als transnationale Migration, die nicht in der Schweiz beziehungsweise in der Illegalität endet, sondern zurück im Herkunftsland. Dabei soll sowohl der zeitlich begrenzte Aufenthalt in der Schweiz, wie auch die Rückkehr als eine Bereicherung für die Migrierten, deren Familien und den Herkunftsstaat gelten.
Es handelt sich um einen komplexen Vorschlag, dessen Umsetzbarkeit sowie die damit verbundenen Interessenskonflikte auf innen- wie aussenpolitischer Ebene von Expertinnen und Experten beurteilt werden müssen. Die Umsetzung des Vorschlages würde ein komplett neues Themenfeld für die Soziale Arbeit generieren, das internationale Dialoge erfordert. Weiter entstände eine neue, zugängliche Zielgruppe, die momentan als die Gruppe der abgewiesenen Asylsuchenden durch alle Maschen des sozialen Netzes fällt.