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Das Wichtigste in Kürze
- Die Artischocke gehört zu den distelartigen Korbblütlern.
- Wertvolle Bitterstoffe senken den Cholesterinspiegel.
- Sie beruhigt den Magen und fördert die Verdauung.
Ursprünglich stammt das Distelgewächs aus dem Mittelmeerraum und war von Spanien bis zum heutigen Iran bekannt. Im antiken Griechenland fand die Artischocke sogar Eingang in die Mythologie: Bis heute ist das Gemüse auf Griechisch als Ankinara bekannt. Der Name stammt von der Nymphe Cynara, die Göttervater Zeus abwies und von ihm in eine Artischocke verwandelt wurde.
Der heutige deutsche Name kommt vermutlich von den Mauren, die die Pflanze als erste als Nahrung kultivierten. Aus dem arabischen Al-Harschuf wurde im maurischen Andalusien Alcachofa und in Italien Carciofo. Mit der florentinischen Prinzessin Caterina di Medici kam die Artischocke nach Frankreich und Mitteleuropa, wo sie rasch Verbreitung fand.
Die Artischockenkriege der USA
Das vitaminreiche Gemüse wurde von italienischen Einwanderern mit in die USA gebracht und ab Ende des 19. Jahrhunderts im grossen Stil an der sonnigen Westküste angebaut. Von dort wurden sie ins ganze Land verkauft und gelangten mit horrenden Preisaufschlägen in den Handel. Dies rief die ebenfalls italienischstämmige US-Mafia auf den Plan, die den Handel mit Artischocken an sich riss und widerspenstige Landwirte terrorisierte.
Mafia-Boss Ciro Terranova verdiente als «Artichoke King» ein Vermögen und brachte damit den New Yorker Bürgermeister Fiorello LaGuardia gegen sich auf. Er ermutigte den Kauf von «Mafia-freien» Artischocken und brachte Terranovas Handlanger vor Gericht. Der Blumenkohlkönig aus Bertold Brechts «Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui» wurde vermutlich von Artischockenkönig Terranova inspiriert.
Gebraten oder gekocht
Die wilden Zeiten der Artischocke sind heute längst vorbei. Das gesunde Gemüse ist in jedem Supermarkt zu finden. Italien liegt beim Anbau und Konsum bis heute weltweit an der Spitze, gefolgt von Ägypten und Spanien. Jenseits der Alpen ist es weniger bekannt. Schon alleine das Aussehen des etwa tennisballgrossen Gewächses mit seinen vielen Blättern verwirrt viele Menschen.
Tatsächlich ist die Artischocke eher weniger als Gemüsebeilage geeignet, sondern ein eigenständiger Snack. In Italien wird sie gekocht oder gebacken und mit einem Dip oder einer Vinaigrette als vollständige Knospe serviert. Die einzelnen Blätter werden nach und nach mit der Hand abgezupft, in den Dip getunkt und gegessen. Zum Schluss wird das butterzarte Herz im Inneren mit Messer und Gabel verspeist.
Artischocke bringt gesundheitliche Vorteile
Die Artischocke ist reich an gesunden Inhaltsstoffen wie Polyphenolen (sekundären Pflanzenstoffe) und Bitterstoffen. Eine wichtige Rolle spielt der Bitterstoff Cynarin, der die Bildung der Gallenflüssigkeit anregt. Dadurch kann ein erhöhter Cholesterinspiegel um bis zu 12 Prozent gesenkt werden. Durch die Verbesserung der Blutfettwerte treten wiederum andere positive gesundheitliche Effekte auf.
Die Bitterstoffe gelten auch als wichtiger Helfer bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Magendrücken und Blähungen. In Italien wird aus Artischocken ein Digestif namens Cynar destilliert, der nach einer üppigen Mahlzeit zur Förderung der Verdauung auf den Tisch kommt. Wer auf Alkohol verzichten will, der kann aus Artischockenblätterextrakten einen magenberuhigenden Tee aufkochen.
Hoher Nährstoffgehalt und wenig Kalorien
Neben den wichtigen Bitterstoffen wie Cynarin enthält die Artischocke zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Kalium. Vor allem der hohe Kaliumgehalt ist interessant, da die Artischocke leicht entwässernd wirkt. Ihr Konsum kann also zur Reduzierung von Wasserablagerungen im Körper beitragen.
Nicht zuletzt profitieren Abnehmwillige von der ungewöhnlichen Distel: Zum einen punktet sie mit einem niedrigen Kaloriengehalt, der die Artischocke zum gesunden Snack macht. Dazu enthält sie viele Ballaststoffe, die zu einem lange anhaltenden Sättigungsgefühl führen. Wird beispielsweise eine komplette Artischocke als Snack in der Mittagspause isst, macht sie bis zum Abendessen satt. Der Heisshunger auf einen nachmittäglichen (süssen) Snack bleibt aus.
Artischockenpräparate aus der Drogerie
Der leicht bittere Geschmack der Artischocke ist nicht jedermanns Sache. Leiden Sie unter Gallenbeschwerden wie Gallensteinen sollten Sie auf den Konsum ganz verzichten. Möchten Sie trotzdem nicht auf die gesundheitsfördernde Wirkung der uralten Kulturpflanze verzichten, können Sie zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Kapseln mit hochkonzentriertem Artischockenextrakt sind in jeder Drogerie erhältlich.