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Die Revisionen dienen dazu, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben, um die langfristige Stabilität und Leistungsfähigkeit der Kernkraftwerke zu gewährleisten. Während dieser Prozesse werden Komponenten wie Turbinen, Generatoren, Kühl- und Sicherheitssysteme überprüft und gegebenenfalls repariert oder ersetzt. Die Durchführung von Revisionen erfordert eine sorgfältige Planung und Koordination, um sicherzustellen, dass die Ausfallzeiten der Kraftwerke so kurz wie möglich gehalten werden. Dementsprechend finden die Revisionen normalerweise während vorher festgelegter Zeiträume statt, in denen die Stromnachfrage voraussichtlich niedrig ist. Das minimiert die Auswirkungen auf die Stromversorgung und gewährleistet eine zuverlässige Energieversorgung für die Schweizer Bevölkerung.
Die Schweiz verfügt über strenge Vorschriften und Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke, die regelmässig überprüft und aktualisiert werden. Die Revisionen sind Teil dieses Prozesses und stellen sicher, dass die Kernkraftwerke den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und den Schutz von Mensch und Umwelt gewährleisten.
Insgesamt tragen die Revisionen in den Schweizer Kernkraftwerken dazu bei, dass diese Anlagen sicher, zuverlässig und effizient betrieben werden können, um einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung in der Schweiz zu leisten. Durch die fortlaufende Überprüfung und Verbesserung der Anlagen spielen die Schweizer Kernkraftwerke auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Energieerzeugung des Landes.
Vorbereitung der Revisionen
Die Arbeit in den Kernkraftwerken während der Revisionen umfasst verschiedene Abläufe und Checks. In einer Jahreshauptrevision werden drei Hauptbereiche bearbeitet: Instandhaltungsarbeiten, wiederkehrende Prüfungen und Inspektionen von verschiedenen Komponenten wie Armaturen, Bauwerksteilen, Anlagensteuerungen, Stromversorgungen usw. Zudem werden Anlagenteile erneuert und sicherheitstechnisch verbessert. Bei jeder Revision finden ausserdem Brennelementwechsel statt.
Die Intervalle für Instandhaltung, Prüfungen und Inspektionen folgen den Vorgaben der Behörden, der Hersteller und den Erfahrungen der Kernkraftwerke. Ähnlich wie bei einem Fahrzeugservice werden Funktion, Materialalterung und Verschleiss überprüft und bei Bedarf ausgetauscht.
Basierend auf diesen Intervallen wird ein 10-Jahres-Plan mit grober Übersicht erstellt, gefolgt von einem detaillierteren 5-Jahres-Plan. Im Dezember des Vorjahres der Revision liegt schliesslich ein erster konkreter Revisionsplan vor, der neben den jährlich wiederkehrenden Arbeiten auch die grösseren Aufgaben für die kommende Revision enthält. Die Fachleute geben im Frühjahr weitere Arbeiten bekannt. Die Revisionsplaner sind dann dafür zuständig, ein schlüssiges Revisionsprogramm zu erstellen, das allen Vorgaben entspricht und sicher sowie durchführbar ist. Dabei kann beispielsweise der vorhandene Platz ein wichtiges Kriterium sein. Bei der letzten Grossrevision des Generators im Kernkraftwerk Gösgen gab es beispielsweise im Maschinenhaus nur begrenzt Platz für andere Arbeiten.
Ablauf der Revision
Die Revision beginnt in der Woche vor dem eigentlichen Starttermin. Viele externe Mitarbeitende werden erfasst und erhalten Zugang zum Gelände. Sie werden mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht.
In der Nacht von Freitag auf Samstag des Revisionsbeginns wird die Leistung des Reaktors reduziert, die Stromproduktion eingestellt und die Anlage vom Netz getrennt.
Etwa zwei Tage nach dem Abschalten des Reaktors wird der Deckel vom Reaktordruckbehälter entfernt. Anschliessend werden die Brennelemente entladen und im Kompaktlager zwischengelagert. Eine Stichprobe der entladenen Brennelemente wird auf ihren Zustand inspiziert. Während der Revision werden jedes Jahr ein Fünftel der Brennelemente gegen neue ausgetauscht, so dass jedes Brennelement für fünf Jahre im Einsatz ist.
Da der Reaktor ausser Betrieb ist und keine Wärme mehr produziert, kühlen sämtliche Systeme ab. Wenn sie nicht zur Kühlung der Brennelemente im Kompaktlager benötigt werden, können sie ausser Betrieb genommen, inspiziert und gewartet werden.
Für die neue Beladung des Reaktors wird bereits im Vorfeld der Revision ein Beladeschema erstellt, um eine optimale Leistung durch die Kombination von unterschiedlich alten Brennelementen zu erzielen. Dieses Beladeschema wird dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) zur Freigabe vorgelegt.
Ende der Revision und Wiederanfahren des Reaktors
Die Revisionsplanung legt nicht nur den Beginn, sondern auch die Fertigstellungstermine fest, damit die Anlage wieder schrittweise in Betrieb genommen werden kann. Dabei werden Probeläufe durchgeführt, um die Funktionalität von Pumpen, Ventilen usw. zu testen.
Während der gesamten Revisionsdauer führt die Aufsichtsbehörde Ensi Inspektionen und Kontrollen durch. Nach Abschluss der Revisionsarbeiten erfolgt eine Schlussinspektion. Wenn alles vorschriftsgemäss ausgeführt wurde, gibt die Behörde grünes Licht für das Wiederanfahren. In Absprache mit der Netzleitstelle Swissgrid wird der Reaktor hochgefahren und die Stromproduktion wieder aufgenommen. Dabei wird das Kraftwerk wieder mit dem Netz synchronisiert.
Die Revisionen spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der fortlaufenden Sicherheit und der optimalen Leistung dieser Anlagen. Sie ermöglichen auch die Implementierung neuer Technologien und Verbesserungen, um die Effizienz und Nachhaltigkeit der Kernenergie in der Schweiz weiter zu steigern.
Verfasser/in
Aileen von den Driesch, Projektleiterin Kommunikation, Nuklearforum Schweiz