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hotelBELLAVISTA – über 100 Jahre alt
Auch wenn unser Haus auf den ersten Blick als Haus der 60iger Jahre wahrgenommen wird, findet man im Haus noch Spuren, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.
1905 erwarben Nikolaus Lötscher und seine Frau Anna Lötscher-Pinösch das 1886 nach dem letzten Dorfbrand von der Hoteliersfamilie Pinösch erbaute Hotel Victoria und nannten es Hotel Bellavista. Bis zum Jahre 1965 blieb das Bellavista in den Händen der Familie Lötscher. Von 1931 bis 1946 war es jedoch verpachtet. Von 1946 bis 1965 wurde es von Nina Lötscher zusammen mit einigen ihrer Töchter geführt.
In diesen 60 Jahren waren etliche Berühmtheiten Gäste im Bellavista, unter anderem Marlene Dietrich, Yehudi Menuhin, Hans Albert Einstein (Albert Einsteins Sohn), Margrit Rainer, Ruedi Walter und viele Andere.
Sogar Prinz Charles war im Jahre ʽ63 bei Gästen der Bellavista zu Besuch. Ob er das noch weiss?
Das Hotel Bellavista war stets ein Aushängeschild des Kurortes Ftan. Es verfügte schon früh über Zentralheizung und fliessendes Kalt- und Warmwasser in den Zimmern, über Telefon und ab 1928 über eine eigene Benzinsäule.
Die schöne Frühstücksveranda bot eine hübsche Aussicht, der Prospekt warb mit „Behaglichkeit und Ruhe nach anstrengendem Sport“.
Das Restaurant war aber auch Treffpunkt der Einheimischen und viele offizielle Dorfanlässe wie den Schüschaiverball und Familienfeiern. Zum Bellavista gehörte damals noch die Dependance Collina (das gelbe Haus Richtung Kirche) und die Liegehalle im Garten dazwischen.
1965 wurde das Hotel an den Sanitär Maini Gross verkauft, der es nach modernen Masstäben der 60iger Jahre renovierte und in der heutigen Form (Aussenisolation, jedes Zimmer mit Bad oder Dusche, moderne Infrastruktur in Küche, Lingerie, Office, Warenlift Küche-Saal, Vergrösserung des Speisesaals etc.) ausbaute. Dabei hat er die alte Struktur des Hauses in die neue Form integriert. Dies sieht man vor allem, wenn man Bilder der alten und neuen Fassade nebeneinander hält.
Im Haus findet man noch Spuren aus der Lötscherzeit, so ist die Stüva noch mit dem alten Täfer ausgestattet und im ersten Stock gibt es ein Zimmer mit dem ursprünglichen Arventäfer.
Neu wurde jedes Zimmer mit einer eigenen Nasszelle bestückt, die alte Veranda wurde in den Saal integriert, der heutige Skiraum war vorher ein nach Osten offener Unterstellraum.
Das Haus wurde in den nächsten Jahren von mehreren Pächtern betrieben, bis es von der Stadt Aarau anfangs der 70iger Jahre aufgekauft und als Bergschulheim für Schullager und Projektwochen geführt wurde. In den folgenden 33 Jahren haben Tausende von Aarauer SchülerInnen ihre Schul- und Ferienlager in Ftan im „LuxusLagerhaus“ Bellavista durchgeführt (Jedes Zimmer mit Bad oder Dusche, grosszügige Aufenthaltsräume, 5 Minuten vom Skigebiet entfernt, Küche bedient).
Per Zufall konnten wir das Bellavista auf Januar 05 kaufen, und so gelangte das Haus wieder in die Hände von Einheimischen, was in der Region mit viel Wohlwollen aufgenommen wurde. Das Haus hat seine ursprüngliche Funktion als Hotel wieder aufgenommen und schliesst damit eine Lücke im Hotelangebot von Ftan.
Schritt für Schritt wollen wir das Bellavista renovieren, modernisieren und so ein lebendiges Haus gestalten, in dem sich alle wohlfühlen können.
(Informationen stammen aus der 2005 erschienenen Dorfchronik „Ftan – Raum, Zeit, Menschen“ von Paul Grimm, Desertina Verlag und mündlichen Angaben der Nachkommen von Nina Lötscher)Raum, Zeit, Menschen“ von Paul Grimm, Desertina Verlag und mündlichen Angaben der Nachkommen von Nina Lötscher)