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Également: L’Office suisse d’expansion commerciale souhaite l’acquisition par la Confédération de biens suisses en Espagne; l’installation d’un courrier aérien quotidien au service des intérêts suisses. Réclamations au sujet du Consulat à Barcelone et de la Légation à Madrid. Annexe de 15.10.1936 (CH-BAR#E2001D#1000/1551#4957*).
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dodis.ch/46217 Notice de la Division des Affaires étrangères du Département politique1
Wahrung der schweizerischen Interessen in Spanien
1. Organisation der schweizerischen Vertretungen
Die Gesandtschaft in Madrid wird von Herrn Fontanel, Legationssekretär I. Klasse, als Geschäftsträger ad interim geleitet2. Dem Bundesrat ist vorgeschlagen worden, ihn in Anbetracht seiner Verdienste und der Verantwortlichkeiten, die er zu übernehmen hat, zum Legationsrat zu befördern3.
Das Konsulat in Sevilla wird von Honorarkonsul Stierlin geleitet, der de facto Beziehungen mit den Lokalbehörden der Nationalisten aufgenommen hat5 und meldet, dass er bei Ausübung seiner konsularischen Tätigkeit keinen Schwierigkeiten begegnet und dass überall Ruhe und Ordnung herrsche.
Die Konsularagentur San Sebastian hat inne Herr Roulet, Direktor einer Fabrik der schweizerischen Firma Suchard. Herr Roulet ist auf seinem Posten geblieben und hat nach der Einnahme der Stadt durch die Nationalisten gemeldet, dass nunmehr Ruhe und Ordnung herrsche und dass die Schweizer wieder zurückkehren können.
Neue Konsularagenturen sind errichtet worden in Valencia. Konsularagent: Herr Beck.
Nach Ausbruch des Bürgerkrieges hat sich das Politische Departement an die Deutsche, Französische, Englische und Italienische Regierung gewandt, mit der Bitte, den konsularischen Schutz an denjenigen Orten unsern Landsleuten zu gewähren, wo für letztere ein schweizerisches Konsulat nicht erreichbar ist. Ferner wurde gebeten, dass die Schiffe dieser Länder in den spanischen Häfen auch unsere Leute an Bord nehmen. Die genannten Regierungen haben sofort bereitwilligst zugestimmt und in grosszügiger Weise bei der Heimschaffung unserer Landsleute mitgewirkt6. Auch die Portugiesische Regierung, die über zahlreiche konsularische Posten in Spanien verfügt, hat sich bereit erklärt, unsern Landsleuten beizustehen, wo es nötig erscheint.
2. Organisation der Hilfe für die Spanienschweizer
Da verschiedene Stellen für die Mitwirkung bei dieser Hilfe in Frage kamen, wurde beim Politischen Departement die Schutzstelle für Spanienschweizer geschaffen, in der alle in Betracht kommenden Stellen vertreten sind, nämlich Politisches Departement, Polizeiabteilung7, Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, Auslandschweizersekretariat8 und Komitee der Spanienschweizer. Die Schutzstelle hat die Aufgabe, die Arbeit den verschiedenen Stellen zuzustellen und zu koordinieren.
Das Politische Departement befasst sich mit Nachforschungen, mit Vermittlung von Nachrichten, Schutz der schweizerischen Vermögenswerte in Spanien, Umwechslung von Peseten.
Das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit gibt Auskunft über Arbeitsmöglichkeiten.
Das Auslandschweizersekretariat, auf dessen Initiative das Komitee für Spanienschweizer gegründet wurde, hat auch eine öffentliche Sammlung veranstaltet, die bisher 20000.– Fr. eingebracht hat.
3. Heimschaffung
Bisher sind ungefähr 2000 Landsleute aus Spanien zurückgekehrt. Die Kolonie wird auf 3600 geschätzt. Die meisten kommen aus den Gebieten, die der Madrider Regierung unterstehen. Aus den Gebieten der Aufständischen sind nur wenige Schweizer zurückgekehrt. Unsere Vertretungen haben die Landsleute auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die mit einem weitern Verbleiben in den gefährdeten Orten verbunden sind. Sie haben die Rückreise organisiert und die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt. Die schweizerischen Konsulate in den Bestimmungshäfen (Marseille, Genua, Bordeaux etc.) nahmen die Schweizerflüchtlinge in Empfang und ermöglichten ihnen die Weiterreise. Bei Ankunft in der Schweiz nehmen sich an den Grenzorten die kantonalen Behörden der Landsleute an. Zur Zeit dürften etwa noch 200 Schweizer in Madrid sein und etwas mehr noch in Barcelona
4. Schutz der materiellen Interessen
Dem Rückwanderer werden 500 Peseten pro Kopf zu einem Kurs von 100 Peseten = 30 Schweizerfranken gewechselt. Es ist dies ein Vorzugskurs, da Peseten zur Zeit höchstens zu 23 verkäuflich sind.
Alle Ausgaben der schweizerischen Vertretungen werden mit den Peseten der Rückwanderer finanziert, die zu 27 angekauft werden. So wird den Rückwanderern der Transfer ihrer Peseten ermöglicht zu einem Vorzugskurs.
In Madrid und Barcelona wurde auf unsere Veranlassung, unter Mitwirkung dortiger Schweizer, eine Beaufsichtigung der zurückgelassenen Wohnungen durchgeführt. Bisher konnte festgestellt werden, dass keine Plünderungen vorgekommen sind. Das persönliche Eigentum der Schweizer wurde respektiert.
Bei den spanischen Banken wurden die schweizerischen Konten, Depots und Safes als Schweizereigentum bezeichnet.
Wenig erfreulich ist im Regierungsgebiet die Behandlung der schweizerischen Geschäftsinteressen und der schweizerischen Arbeitnehmer. Die Unternehmungen werden fast überall von einem anarchistischen Arbeiterrat kontrolliert. Waren müssen ohne Bezahlung abgegeben werden, während die Löhne weiterhin zu entrichten sind. Geht dann das Geld aus, so werden die Geschäfte beschlagnahmt (inkautiert), und den ausländischen Leitern und Angestellten wird verständlich gemacht, dass sie nichts mehr im Geschäft zu suchen hätten. So wurden grosse und kleine schweizerische Unternehmungen beschlagnahmt und unsere zahlreichen schweizerischen Arbeitnehmer weggedrängt. Unsere Vertretungen haben gegen diese Nationalisierung ohne Erfolg protestiert. Im gleichen Falle befinden sich auch alle ändern Ausländer. Zusicherungen der Madrider Regierung werden von den anarchistischen Komitees überhaupt nicht beachtet. Die Parole für die Wahrung der schweizerischen Interessen lautet: Zeit gewinnen9.
In San Sebastian konnte kurz nach der Besetzung durch die Aufständischen der schweizerische Konsularagent seinen Schutzbefohlenen im Ausland den Rat erteilen, zurückzukehren und die Arbeit wieder aufzunehmen.
5. Nachforschungen und Nachrichtenübermittlung
Zahlreich sind die Anfragen über Angehörige, die sich noch in Spanien befinden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist es gelungen, die gewünschten Informationen einzuziehen. Verlust an Menschenleben sind bisher wenig zu beklagen. Bei Beginn der Revolution wurde ein Schweizer in Madrid (Matile) durch eine verirrte Kugel getroffen. Seine Frau befand sich zu dieser Zeit in den Sommerferien im Norden von Madrid, im Gebiete der Aufständischen. Erst vor kurzem konnte ihr Aufenthaltsort festgestellt und die Rückreise ermöglicht werden. Vom Tode ihres Mannes hatte sie keine Nachricht bekommen.
Da die Post nach Spanien infolge der Zensur wochenlang liegen bleibt und unregelmässig ankommt, übermitteln wir vermittelst Kurierdienst Briefschaften Privater. Die Sendungen werden offen den schweizerischen Stellen übergeben, wo eine Kontrolle stattfindet.
6. Fürsorge für Spanienschweizer
Die Polizeiabteilung stellte aus ihrem ordentlichen Kredit für die zurückgekehrten Auslandschweizer einen Betrag von 70000.– Fr. für das Hilfswerk zur Verfügung. Ferner beschloss der Bundesrat einen ausserordentlichen Kredit von 100000.– Fr.10 Die Hilfsgesuche der Spanienschweizer bearbeitet zunächst das nichtamtliche Komitee für die Spanienschweizer an der Junkerngasse 31. In Sonderfällen gewährt das Komitee selbst einen Zuschuss aus dem von ihm gesammelten Fonds. Das Schweizerische Rote Kreuz hat der Polizeiabteilung einen Betrag von 10000.– Fr. zur Verfügung gestellt, der in erster Linie dazu verwendet werden soll, denjenigen Schweizern zu helfen, die nach Spanien zurückkehren wollen.
- 1
- E 2001 (D) 1/142. Paraphe: JS. D’après le code «JS», cette notice a été rédigée par H. Frölicher.↩
- 2
- Cf. no 298.↩
- 3
- La décision est prise le 27 septembre (PVCF no 1592, E 1004 1/360).↩
- 4
- Id.↩
- 5
- Cf. no 284.↩
- 6
- Sur ces démarches, cf. E 2001 (D) 1/142.↩
- 7
- Du Département de Justice et Police.↩
- 8
- De la Nouvelle Société helvétique.↩
- 9
- Au Chargé d’affaires a. i. à Madridqui, le 28 août, a proposé d’immobiliser les fonds espagnols placés dans les banques suisses, pour compenser les pertes helvétiques en Espagne, le Département politique répond: Der durch Sie erwogene Plan ist gewiss an sich der Erörterung wert und wir haben ihn denn auch unserseits mit der grössten Aufmerksamkeit studiert. Es will uns aber scheinen, dass sehr gewichtige Gründe gegen ein solches Vorgehen sprechen. Vorerst ist nicht ausser Acht zu lassen, dass die schweizerischen Behörden es bis anhin bei ändern ähnlichen Gelegenheiten stets abgelehnt haben, Privaten gegenüber zu Massnahmen zu greifen, die allzusehr den Charakter von Repressalien tragen und die ja übrigens meistens Unschuldige treffen müssten. Überdies wäre eine Blockierung oder Sequestrierung spanischer Vermögenswerte in der Schweiz geeignet, dem guten Ruf unsere Landes als absolut zuverlässiger Hort Abbruch zu tun. Der Schaden, der uns daraus erwüchse, wäre – abgesehen vom ideellen Misskredit – ungleich grösser, als der materielle Nutzen. Schliesslich darf nicht vergessen werden, dass es wohl in erster Linie spanische Rechtskreise sind, die ihr Geld in unserem Lande in Sicherheit gebracht haben – Kreise, die der Bewegung der Generäle Franco und Mola sehr nahe stehen. Unsere Landsleute in Spanien sind nun aber gerade in jenen Gebieten, welche der Autorität der Junta von Burgos unterstehen, soweit die Verhältnisse dies gestatten, möglichst unbelästigt geblieben. Sollte der Sache der «Aufständischen» der endgültige Sieg beschieden sein, so würden wir uns mit einer Sequestrierung spanischer Vermögen in der Schweiz in eine Lage gebracht haben, die sich wahrscheinlich sehr zu Ungunsten der dortigen Schweizerbürger auswirken müsste. Bei aller Anerkennung für die Gründlichkeit und Voraussicht, womit Sie sich mit dem Problem beschäftigt haben, glauben wir daher doch ein solches Vorgehen nicht Platz greifen lassen zu können. (Lettre streng vertraulich de Motta, 1er septembre, E 2001 (D) 1/170.)↩
- 10
- Dans sa séance du 11 septembre (PVCF no 1507, E 1004 1/360).↩
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