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Verantwortung für unser Erbe
Am Standort des heutigen syrisch-orthodoxen Klosters St. Avgin in Arth war schon im 13. Jahrhundert die Kapelle St. Zeno, welche als eine der beiden urspr�nglichen Pfarrkirchen gilt. Auch nach dem Bau der ersten Pfarrkirche 1312 wurde die Kapelle St. Zeno weiterhin genutzt. Noch in der ersten H�lfte des 17. Jahrhunderts wurde die Kapelle renoviert und ein neuer Altar geweiht.
In der Folge des so genannten Nikodemitenhandels von 1655, als eine Gruppe von widert�uferisch gesinnten Familien das katholische Gef�ge der Pfarrei Arth ins Wanken brachte, berief das Land Schwyz unter Mithilfe von Kardinal Karl Borrom�us sowie der bisch�fl ichen Kurie in Konstanz die Kapuziner ins Rigidorf. Diese hatten zur Aufgabe, mit ihrer volkst�mlichen und kirchentreuen Art den verunsicherten Kirchgenossen wieder konfessionelle Sicherheit zu geben. Der alte Glaube sollte so gest�rkt und gest�tzt werden. Schliesslich hatte die Schwyzer Obrigkeit die Nikodemiten von Arth verfolgt, verhaftet und teils hingerichtet. Das Dorf stand im Ruf, ein Hort aufr�hrerischer und abtr�nniger Agitation zu sein, die sich nicht nur gegen die Kirche, sondern letztlich auch gegen die staatliche Macht richtete. Schweizweit f�hrte der Nikodemitenhandel dazu, dass sich die konfessionellen Fronten verh�rteten und damit auch einen der Gr�nde lieferte, weshalb die katholischen und die reformierten Orte sich 1656 im Ersten Villmergerkrieg in Schlachtenreihen gegen�ber standen.
Die Kapuziner hingegen wurden in Arth herzlich und mit viel Wohlwollen aufgenommen. Ihnen wiesen die Beh�rden neben der Kapelle St. Zeno vorerst ein Hospiz zu. Schon 1667 vergr�sserten die M�nche die Kapelle ein erstes Mal, 1680/81 wurden unter der Leitung des Kapuzinerpaters Marquard Imfeld (1638–1718) die heute noch bestehenden Klostergeb�ude angebaut. Der neue Konvent wurde der Kustodie Luzern der Schweizerischen Kapuzinerprovinz zugewiesen. Nach rund dreieinhalb Jahrhunderte langem, segensreichem Wirken mussten die Kapuziner das Kloster aufgeben. Die syrisch-orthodoxe Erzdi�zese von Mitteleuropa konnte das Kloster erwerben. Seit 1996 leben wieder Ordensbr�der und -schwestern im Kloster. Drei Jahre nach �bernahme durch die Antioch-Stiftung wurde die Klosteranlage feierlich und unter der Anwesenheit von Patriarch Mor Ignatius Zakka I. dem Heiligen Eugen (Mor Avgin) geweiht.
1111 Mit der �bernahme des ehemaligen Kapuzinerklosters durch die mit der katholischen Kirche liierte syrisch-orthodoxe Kirche ist ein eigentlicher Gl�cksfall eingetreten. Die ehrw�rdigen aber in die Jahre gekommenen Klostergeb�ude, an denen der �Zahn der Zeit� markant genagt hat, werden wiederum liturgisch und religi�s genutzt. Das in seiner Bauart typische Kapuzinerkloster kann durch diese Belebung instand gehalten werden. F�r die Substanz und die nachhaltige Sicherung der Klostergeb�ude ist das nur vorteilhaft. Aufgrund seiner kunsthistorischen Bedeutung, aber auch aufgrund der charakteristischen Gr�ndungsumst�nde, welche mit der Schwyzer Landesgeschichte in engem Zusammenhang stehen, ist die fachgerechte und umfassende Sanierung des Kapuzinerklosters Arth aus kulturpfl egerischer Sicht ein dringendes und wertvolles Anliegen. Der Regierungsrat des Kantons Schwyz hat mit seinem fi nanziellen Beitrag an die Planungs- und Sofortmassnahmen ein deutliches Zeichen seiner Wertsch�tzung f�r das Kloster, aber auch die syrisch-orthodoxe Gemeinde in Arth gesetzt.
Kaspar Michel
Staatsarchivar des Kantons Schwyz