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Lärmbelastung durch Verkehr
Lärm ist gesundheitsgefährdend, mindert die Standortqualität der betroffenen Gebiete und verursacht hohe volkswirtschaftliche Kosten. Die bedeutendste Lärmquelle ist mit Abstand der Strassenverkehr. Im Gegensatz zum Eisenbahn- oder Fluglärm betrifft der Strassenlärm nicht nur begrenzte Gebiete, sondern breitet sich als Lärmteppich weiter aus.
Jede 7. Person (1.1 Mio.) – ist tagsüber schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm ausgesetzt. Nachts ist es jede 8. Person (1.0 Mio.). Weitaus weniger Menschen sind von übermässigem Eisenbahnlärm (16000 tagsüber und 87000 nachts) und Fluglärm (24000 tagsüber und 75000 nachts) betroffen. Rund 90% der Personen, die schädlichem oder lästigem Verkehrslärm ausgesetzt sind, leben in Städten oder Agglomerationen.
Um den von der Verfassung geforderten Schutz für die Bevölkerung zu garantieren, muss der Lärm vermehrt mit Massnahmen direkt bei den Quellen bekämpft werden. Im Strassenverkehr wird die grösste Wirkung erzielt, indem lärmarme Beläge eingebaut, leisere Reifen verwendet, die Verkehrsflüsse optimiert sowie lokal die Höchstgeschwindigkeiten angepasst werden. Für die Lärmsanierung der Eisenbahnen setzt der Bund seine Mittel bereits mehrheitlich für Massnahmen bei der Quelle ein und fördert Investitionen in besseres Rollmaterial. Die erwarteten technischen Fortschritte bei den Lärmschutzmassnahmen dürften durch die verdichtete Siedlungsnutzung, die zunehmende Urbanisierung, die steigenden Mobilitätsansprüche sowie die Entwicklung hin zu einer 24-h-Gesellschaft aufgewogen werden.
Der Strassenverkehr ist auch in Europa die mit Abstand bedeutendste Lärmquelle. Insgesamt ist gemäss der europäischen Umweltagentur nahezu jeder zweite Bewohner einer Agglomeration Strassenverkehrslärm von mehr als 55 dB ausgesetzt und damit stärker belastet, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den ganzheitlichen Schutz des menschlichen Wohlbefindens und der Gesundheit empfiehlt.
In sonBASE werden aus den verfügbaren Grundlagendaten (Geobasisdaten, Statistikdaten, Verkehrsdaten etc.) die Emissionen des Strassenverkehrs berechnet. Im Lärmberechnungsmodul (CadnaA) werden dann unter Einbezug eines digitalen Höhenmodells, den Gebäudedaten, dem berechneten Emissionsdaten (Strassenverkehr) und den tatsächlichen Emissionen (Eisenbahnverkehr) die Ausbreitung und die resultierenden Lärmimmissionen ermittelt. Beim Fluglärm werden die vorhandenen Isophonen der Zivil- und Militärflugplätze als Immissionswerte übernommen. Als Beurteilungsmass für die Ermittlung der Anzahl belasteter Personen wird für Strassenverkehrs-, Flug- und Eisenbahnlärm der Immissionsgrenzwert (IGW) der Lärmschutz-Verordnung (LSV SR 814.41) in Abhängigkeit der Empfindlichkeitsstufen (ES I bis IV) verwendet.
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