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Bild
Titel:
Chronist Johann Baptist Sutter in Seenot
Thema: Leute
Datum: 14.03.1692
Masse: 74 x 68 cm
Standort: Museum Appenzell
Urheber/-in:
Beschreibung:
Votivbild aus der Kapelle St. Anton, Rinkenbach, gestiftet von Johann Baptist Sutter und seiner Ehefrau Maria Anna Katharina Geiger. Öl auf Leinwand. Darstellung eines Schiffbruches auf dem Comersee während eines Sturmes. Im Hintergrund wohl die Stadt Como mit Fantasie-Berglandschaft. Im Vordergrund das Ehepaar Sutter-Geiger, welches mit diesem Bild dem Heiligen Antonius (links oben) die wundersame Rettung aus Seenot verdankte. Am unteren Bildrand Text, der die Szene erklärt: "Als ich Johann Baptist Sutter mit meiner Gemahlin Frau Maria Anna Catharina Geigerin auf Rom gewallfahrthet, seind wir auf dem Komer See von einem grausamen Sturm Wind überfallen worden, das wir in gröster Lebensgefahr gewesen, da wir aber unser Zueflucht zue dem wunderthetigen Patron dem Heiligen Anthonio von Padua genomen, sindt wir glücklich an das verlangte Port komen, so geshehen den 14 Merzen im Jahr 1692."
Geschichte:
Johann Baptist Sutter (1664-1728) entstammte der führenden Appenzeller Familie der Schloss-Sutter. Sein Vater, Statthalter Ulrich Sutter (1626-1689), verfasste eine zweibändige Landeschronik, bei der Johann Baptist Sutter mitarbeitete und die er bis 1726 fortführte. Daneben verfasste er eine eigenständige Chronik in einem separaten dritten Band. Im so genannten "Konferenzenbuch" trug er zudem Abschriften vieler Dokumente zur Innerrhoder Geschichte zusammen. Nach einem Studienaufenthalt in Mailand heiratete er 1683 mit erst 19 Jahren Maria Anna Katharina aus der ebenfalls "regimentsfähigen" Familie Geiger.
Am 8. März 1692 trat das Ehepaar Sutter-Geiger eine Wallfahrt nach Rom an. Bereits am Ende der ersten Woche gerieten sie auf dem Comersee in einen Sturm, der sie Todesangst ausstehen liess. Trotzdem gelangten sie gesund in die Stadt des Heiligen Petrus. Wie in besseren Familien des Bürgertums üblich, diente die sechsmonatige Wallfahrtreise nicht nur der Pflege des Glaubens, sondern auch der Erbauung und Bildung. In Rom erwarben sie Reliquien der Märtyrer Flavianus und Evagrius, die wohl aus den wiederentdeckten frühchristlichen Katakomben stammten. Nachdem das Paar am 8. Juni 1692 nach Appenzell zurückgekehrt war, liess es die Reliquien fassen und schenkte sie zusammen mit dem Votivbild der Kapelle St. Anton. Der Familientradition folgend durchlief Johann Baptist Sutter in seiner zweiten Lebenshälfte eine eindrückliche politische Laufbahn. 1696-1710 wirkte er als Armleutsäckelmeister und 1709/10 und 1715-1718 stand er als Kirchenpfleger der Kirchhöri Appenzell vor. 1722 wählte ihn die Landsgemeinde zum Statthalter, ein Amt, das er bis kurz vor seinem Tod am 20. Juni 1728 ausübte.
Autor: Stephan Heuscher, Appenzell
Literatur:
Rusch, Carl. Beiträge zur Geschichte Innerrhodens, 3 Bde. Appenzell 1911-1917
Grosser, Hermann. Hangartner, Norbert: Appenzeller Geschichte, Bd. 3: Appenzell Innerrhoden von der Landteilung 1597 bis ins 20. Jahrhundert. Appenzell, Herisau 1993, S. 222f.
Koller, Ernst H. Signer, Jakob. Appenzellisches Wappen- und Geschlechterbuch. Bern, Aarau 1926, S. 338
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