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Der dreigeschossige Dinghof dürfte mit seinem mächtigen Satteldach und den repräsentativen Treppengiebeln das augenfälligste Gebäude an der Bubendörfer Hauptstrasse sein. Tatsächlich ist er auch einer der wichtigsten spätgotischen Profanbauten im Landkanton.
Der Dinghof steht städtebaulich günstig; einerseits vor einer langgezogenen Kurve und ist damit gut einsehbar, andererseits leicht von der Strasse abgedreht, womit immer mehrere Fassaden auf einmal sichtbar sind. Das Gebäude besteht aus dem südlichen dreigeschossigen Hauptbau – dem Wohnhaus – und einem grossen Ökonomiegebäude. Letzteres ist deutlich niedriger. Das Ensemble steht im Gegensatz zu den meisten Gebäuden entlang der Hauptstrasse frei.
Das Haupthaus stammt einem Steinmetzzeichen aus einem der oberen Geschosse nach aus dem Jahr 1600, der Ökonomieanbau dürfte, ebenfalls einem entsprechenden Zeichnen am Scheunentor nach, 13 Jahre jünger sein. Zur Strasse hin reihen sich zwei Gruppen von drei Fenster, mit je einem mittleren, überhöhten Fenster, aneinander. Die Fenstergewände sind vermutlich aus Sandstein und verhältnismässig detailliert ausgearbeitet: Die Leibungen sind gekehlt und enden in Volutenfüssen. Die Brüstungen der Hauptfassade sind mit Gurtgesimsen zusammengefasst. Bei der Stirn- und Rückfassade wurde auf diese geschossweise Trennung verzichtet, sind die Fenster doch auch viel freier, gar etwas wild, über die gesamte Fläche verteilt. Die unterschiedlichen Fassaden werden beidseitig durch die mächtigen Treppengiebel gefasst. Beim Pfarrhaus in Oltingen können wir ähnliches beobachten.
Während sich die äussere Erscheinung des Dinghofs an Elementen des (älteren) Burgenbaus orientiert, so finden sich im Inneren Hinweise auf die (neuere) Renaissance, bzw. den Barock. Über die Jahre fanden diverse Umbauarbeiten, insbesondere am Äusseren, statt. 1955 baute man mit Unterstützung des Kantons, des Schweizerischen und des Baselbieter Heimatschutzes gewisse Details zurück. Eine umfassende Renovation ist der lokalen Coop zu verdanken. Die Warenhauskette kaufte das Gebäude 1977 und richtete im Ökonomiegebäude eine Verkaufsfiliale ein. Heute wird der Ökonomieteil des noch immer repräsentativen Gebäudes durch eine in der Region verankerte Elektriker-Firma bewirtschaftet. Der Dinghof ist denkmalpflegerisch geschützt.
Text: Simon Heiniger / Architektur Basel
Dinghof Bubendorf
Adresse: Hauptstrasse 52, 4416 Bubendorf
Architektur: unbekannt
Baujahr Haupthaus: 1600
Baujahr Ökonomiegebäude: 1613
Restauration / Rückbau: 1955
Renovation / Umbau: 1977
Fotos:
– © Simon Heiniger / Architektur Basel
Karten/Luftbild:
– Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Quellen:
– Kantonales Inventar der geschützten Kulturdenkmäler (Online-Inventar)