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Die Jahrhunderte alten « Graffitis » wurden im sogenannten Archivraum, welcher an die Basilika angrenzt und bald dem Publikum offensteht, entdeckt. Die Historiker Christine Payot und Arnaud Meilland vom Büro Clio wurden mit der Erforschung dieser Wandschriften beauftragt; die ersten Ergebnisse sind den Umweg wert !
Bis ins Jahr 1958 wurden die Archive des Domkapitels von Sitten, in einem speziell dafür vorgesehenen Raum, im Schloss Valeria aufbewahrt. Der Raum war von grosser Wichtigkeit, da das Kapitel ein Kanzleirecht innehatte, welches einer Art Kontrolle über die Notariatsaktivitäten gleichkam. Die mehr als 250 wiederentdeckten Wandschriften zeugen von dieser historischen Funktion. Etwa die Hälfte der Texte ist noch lesbar. Ein grosser Teil der Schriften ist in Latein, aber auch französische, deutsche und sogar ein italienischer Text sind zu sehen. Man nimmt an, dass die Domherrenarchivare wichtigen Besuchern die Erlaubnis gaben, auf den Mauern ihren Namen, das Datum und einen Spruch als Zeuge ihrer Durchreise zu hinterlassen, ganz im Stile eines heutigen Gästebuches. Auf den Wänden finden sich deshalb die Namen einiger Standespersonen aus der Region, wie zum Beispiel von Jean Burtlome, Notar und Schlossherr von Visp, oder von ausländischen Besuchern, wie Wolfgang Sigismond Würmser, einem einflussreichen Adligen aus Strassburg, welcher mit seinem Sohn Jean Jacques im Jahre 1568 auf der Durchreise in Sitten Halt machte. Dazu kommen weitere Daten, Wappenbilder, Zeichnungen davon auch eine Darstellung von Valeria und vor allem eine grosse Anzahl lateinischer Phrasen, teilweise aus der Bibel. Weitere erstaunliche Elemente: Ein verschlüsselter, noch nicht entzifferter Text und ein lateinischer mit Schalk gespickter Satz, welcher die Unfähigkeit der damaligen Ärzte beanstandet.