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Datum: Dienstag, 3. August 2015
Kamera: Nikon D600
Meine letzte Ferienwoche ist angebrochen und weil das Wetter an diesem Montag noch einmal viel Sonne verspricht, entschliesse ich
mich, nochmals eine etwas grössere Fototour zu machen und zwar an den Genfer See. Ziel ist unter anderem die Nyon - St-Cergue - La Cure-Bahn,
die vom Genfer See hinauf auf die Jurahöhe verkehrt. Mit dieser Bahn verbindet mich einerseits die Erinnerung an ein Schullager,
das wir im Jahre 1996 bei St-Cergue hatten und ausserdem ein Wiederholungskurs in der Schweizer Armee, den ich ebenfalls an der
gleichen Stelle verbrachte (bzw. verbringen musste).
Doch bevor ich nach Nyon fahre, mache ich am Morgen noch einen Zwischenstopp bei Chexbres. Hier ist die Nebenbahn von
Puidoux-Chexbres durch die Rebberge oberhalb des Genfer Sees nach Vevey unterwegs, die treffend als "Train des vignes" bezeichnet
wird. War es früher eine auffällig in gelb und blau lackierte NPZ-Komposition, verkehrt heute ein standardisierter SBB-Domino.
Um Viertel vor neun morgens erwische ich den talwärts fahrenden Domino unterhalb von Chexbres-Village.
Rund eine halbe Stunde später gelingt mir noch ein Nachschuss auf den in Richtung Puidoux-Chexbres eilenden Gegenzug. Na ja, eigentlich
ist es ja der gleiche Zug, der in Vevey gewendet hat :)
So, nun geht es vorerst einmal weiter in Richtung Genf. Bei Nyon verlasse ich die Autobahn und fahre hinauf in Richtung Jurahöhen,
entlang der Gleise der NStCM (Chemin de fer de Nyon - St-Cergue - Morez). Morez deshalb, weil die Bahn ursprünglich in dieses
französische Städtchen fuhr, seit 1958 jedoch in La Cure, an der schweizerisch-französischen Grenze endet.
Oberhalb von Genolier, unweit der Haltestelle La Joy-Clinique, finde ich meine erste Fotostelle bei einem Feldwegübergang.
Hauptdarsteller ist der Be 4/4 mit geschobenem Steuerwagen in der (unmöglichen) Farbkombination rot/orange.
Nun fahre ich hoch auf den Col de la Givrine, den Pass, den auch die Bahn überquert. Hier postiere ich mich für ein nächstes Foto.
Obwohl das Wetter nahezu wolkenlos ist, beginnt es hier über den Jurahöhen nun doch zu quellen und prompt glaubt die Sonne, sich
genau zur Unzeit hinter einer gemeinhin als Wolke bekannten Ansammlung von Wassertröpfchen verstecken zu müssen. So bleibt also
nur das Foto eines beschatteten Zugs, der, aus welchem Grund auch immer, seiner orangen Farbe beraubt worden ist.
So, jetzt aber schnell wieder runter von diesen wolkigen Jurahöhen! Ich fahre zurück in die Region Lavaux und postiere mich unweit
von Grandvaux an der Hauptstrecke zwischen Puidoux-Chexbres und Lausanne. Hier begegnet mir als erstes der IC 723 nach St. Gallen,
bestehend aus einem von der Re 460 079 gezogenen Dosto.
Nur wenige Minuten später folgt die S21 nach Payerne, gebildet von einem Domino.
So, nun geht es noch einmal nach Chexbres-Village zum Train des vignes, um die Fotostelle von heute früh noch bei geändertem Sonnenstand
aus einem anderen Winkel zu probieren. Zu sehen ist erneut der Domino, unterwegs in Richtung Puidoux-Chexbres, diesmal mit Blick in Richtung
Wallis.
Inzwischen geht es gegen halb fünf; in Anbetracht des langen Heimweges wäre es eigentlich an der Zeit, das Feld zu räumen. Aber
da ich morgen ja ausschlafen kann, entscheide ich mich dafür, noch ein paar Abendstellen aufzusuchen.
So geht es nochmals in Richtung Genf. Bei Yens, oberhalb von Morges suche ich eine Stelle an der Strecke der Bière - Apples - Morges-Bahn
auf.
Zum Schluss fahre ich nochmals an die Strecke der NStCM, genauer gesagt nach Arzier. Dort beschreibt die Strecke eine Schleife
und es bietet sich die Möglichkeit für ein Foto über die Landschaft und hinunter auf den Genfer See. Und diesmal wieder auf eine
Komposition mit Be 4/4 in der modischen Farbkombination rot/orange!
Ich warte noch auf den Gegenzug, den ich einige hundert Meter weiter unten aufs Bild banne. Ups, aber wo ist jetzt die orange Farbe
geblieben?
So, das war's! Es ist halb sieben, höchste Zeit, heimwärts aufzubrechen. Schliesslich will ich nicht noch von rot/orangen Zügen träumen.
Aber ein schöner, abwechslungsreicher und sonniger Tag war es allemal, ein durchwegs gelungener Ferientag also!