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Berkshire Hathaway - das Konglomerat, das er seit mehr als fünf Jahrzehnten führt - berichtete vor wenigen Tagen, dass es am Ende des zweiten Quartals auf Barreserven von fast 100 Milliarden Dollar sass. Zwar unterstreicht diese gewaltige Summe die Fähigkeit, mit den über die Jahre aufgekauften Unternehmen viel Geld machen zu können, doch sie ist gleichzeitig auch eine Last. Weil Berkshire keine Dividende zahlt und selten eigenen Aktien zurückkauft, muss Buffett nun Wege finden, diese Mittel zu investieren.
"Das Geld arbeiten zu lassen, das wäre toll", sagt David Rolfe, Investmentchef bei Wedgewood Partners. Der Vermögensverwalter kümmert sich um rund 6 Milliarden Dollar, darunter auch Berkshire-Aktien. Aber die "Liste der Unternehmen, die er gerne besitzen würde, ist äusserst kurz". Buffett, 86, hatte den wachsenden Geldberg bei Berkshires jährlichem Treffen im Mai angesprochen. Damals erklärte er, er habe schon lange keine Übernahme mehr getätigt und sollte nicht zu lange derart viel Geld halten, was nahezu nichts abwerfe. Die Kriegskasse enthält auch einige bargeldähnliche Wertpapiere wie Treasuries.
Nur wenige Einstiegsgelegenheiten
"Die Frage ist: 'Werden wir in der Lage sein, es einzusetzen?’", sagte er den Tausenden von Aktionären, die sich im Century-Link Center in Omaha, Nebraska, versammelt hatten. "Ich würde sagen, dass die Geschichte auf unserer Seite ist, aber es würde mehr Spass machen, wenn das Telefon klingeln würde."
Ein paar Gelegenheiten zum Investieren hatte Buffett aber gefunden. Er baute beispielsweise eine Beteiligung an Apple bis Anfang dieses Jahres auf. Dann, im Juni, tätigte Berkshire zwei kleinere Anlagen. Eine war eine Beteiligung an einem Immobilien-Investment-Trust und die anderen stützte Home Capital Group, eine kanadische Hypothekenbank.
Berkshires Versorgersparte hatte vergangenen Monat zwar eine Einigung zum Kauf des grössten Stromversorgers in Texas für etwa 9 Milliarden Dollar erzielt. Doch die Transaktion wid von Paul Singers Elliott Management torpediert. Der Abschluss des Geschäfts würde mit Sicherheit den Geldberg von Buffett etwas schrumpfen lassen.
Auf die richtige Chance warten
Ein Teil seiner Herausforderungen bei der Suche nach neuen Investitionen könnte der jahrelange Bullenmarkt sein. Angesichts immer neuer Rekordstände am Aktienmarkt sei es einfach schwieriger geworden, attraktive Deals zu finden, sagt Jim Shanahan, Analyst bei Edward Jones. Die wachsenden Barmittel zeigten auch Buffetts Bereitschaft, auf die richtigen Chancen zu warten. "Es ist kein Grund zur Sorge", meint Shanahan. In den nächsten Jahren "werden sie ein paar sehr interessante Investitionen tätigen".
Ein Faktor, der Berkshires Ausgaben beschleunigen könnte, sei eine Korrektur - oder sogar ein Bärenmarkt, sagt Bill Smead, der rund 2,2 Milliarden Dollar an Anlagen bei Smead Capital Management verwaltet, einschliesslich Berkshire-Aktien.
In der Vergangenheit hatte Buffett stets einen Gang zugelegt, wenn Unternehmen oder die breitere Wirtschaft in Schwierigkeiten geraten waren. Er nutzte solche Umfelder, um Investitionen zu günstigen Konditionen zu tätigen. Wenn das passiert, sagt Smead, "befindet er sich in seinem Element".
(Bloomberg)