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Der Schulstart steht kurz bevor: In den Warenhäusern gibt es etliche Schulmaterialien zu kaufen, alle kommen von den Ferien zurück und der Schulsack kann langsam gepackt werden. Freust du dich auf das neue Schuljahr oder würdest du deine Sommerferien gerne noch verlängern? Müssen eigentlich alle Kinder zur Schule und war dies schon immer so?
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Der Schulstart nach den Sommerferien ist nicht überall in der Schweiz gleich, weil die Kantone den Zeitpunkt der Ferien selbst wählen können.
- Jedes Kind muss/darf in der Schweiz 11 Jahre in die Schule gehen. Die sogenannte Schulpflicht ist in der Bundesverfassung verankert.
- Im Mittelalter gab es nur kirchliche Schulen, die von wenigen Jungen besucht werden durften.
- Viele Kinder, vor allem Mädchen mussten früher zu Hause arbeiten helfen und durften nicht zur Schule.
- Früher gab es nur die Schulfächer Lesen, Schreiben, Rechnen, Logik und Latein und die Lehrmittel waren vor allem die Bibel und religiöse Texte. Die Klassenzimmer waren klein, die Lehrer sehr streng und in einer Klasse sassen bis zu 100 Kinder.
Entweder hat deine Schule schon begonnen oder der Schulstart nähert sich. Der Schulbeginn nach den Sommerferien ist nicht überall in der Schweiz gleich. Dies hängt damit zusammen, dass die Kantone den Zeitpunkt der Ferien selbst bestimmen dürfen. Die Kantone können ausserdem regeln, wie lange man genau in die Schule gehen muss. Alle Kantone müssen sich aber an die Schulpflicht halten. Diese ist seit dem Jahr 1874 in der Bundesverfassung, dem obersten Gesetz der Schweiz, verankert. Sie besagt, dass alle Kinder ab dem Alter von zirka vier Jahren insgesamt 11 Jahre in die Schule gehen müssen. Es war aber ein langer Weg, bis es zu einem solchen Schulobligatorium kam.
Entstehung der Schulen
Im Mittelalter gab es noch keine öffentlichen Schulen und auch keine Schulpflicht. Überhaupt wurden Kinder damals nicht wie Kinder behandelt. Man schaute sie als kleine Erwachsene an und sie mussten schon früh beim Arbeiten auf dem Bauernhof oder in den Werkstätten helfen. Die Schulen waren damals von der Kirche geleitet und dienten dazu, Geistliche auszubilden. So gab es vor allem Klosterschulen oder Pfarreischulen, die nur von wenigen Jungen besucht werden durften. Die zukünftigen Mönche oder Pfarrer wurden in den Fächern Schreiben, Lesen, Logik, Grammatik und Latein unterrichtet. Als Lehrmittel wurden die Bibel und religiöse Texte verwendet.
Im 16. Jahrhundert wurden erste Schulen in der Stadt eröffnet. Es durften nun auch Jungen aus tieferen sozialen Schichten unterrichtet werden. Damals gab es noch keine Klassenzimmer und die Kinder lernten in den Fächern Lesen, Schreiben und Rechnen allein oder mit den Eltern zu Hause. Das Ziel war es, dass das Schweizer Volk alphabetisiert wird. Das heisst, dass alle lesen und schreiben lernen. Die Lehrer gingen den gelernten Stoff zwar kontrollieren, aber sie unterrichteten die Kinder nicht. Es gab nur sehr wenige Mädchen, die unterrichtet wurden und auch Lehrerinnen gab es noch keine. Die Lehrmittel waren nebst der Bibel und den religiösen Texten selbst erstellte Unterrichtsmaterialien des Lehrers oder der Eltern.
Zu Beginn des 19. Jahrhundert wurde der Einzelunterricht nach und nach durch Klassen abgelöst. Das neue Ziel war, dass möglichst alle Kinder ausgebildet werden. Der Druck für die Eltern wurde immer grösser, die eigenen Kinder in die Schule zu schicken. Dies hatte zur Folge, dass immer mehr Kinder im Winter die Schule besuchten. Im Sommer und Herbst wurden sie aber oft für das Arbeiten auf dem Hof benötigt. Mädchen gab es in der Schule wenige. Man war der Meinung, dass sich diese später um die Familie kümmern werden und daher keine Ausbildung haben müssen.
Erst seit der Einführung der Schulpflicht und der Vereinheitlichung des Schulsystems im 20. Jahrhundert besuchen alle Mädchen die Schule.
Wie war es früher in der Schule?
Für die Kinder war es früher in der Schule ganz anders als heute. In einer Schulklasse waren bis zu 100 Kinder und die Räume waren klein. Es gab keine Stühle, sondern Schulbänke und die Pulte waren schmal. Meistens gab es nicht genügend Platz für alle Schüler*innen und so kam es, dass einzelne Kinder stehen mussten. Man hatte noch kein eigenes Schulmaterial, sondern meist nur Kreide und Schiefertafel.
Auch der Lehrer schrieb alles auf eine Schieferwandtafel und es gab noch keinen Computer, Visualizer, Whiteboard oder Beamer. Die Lehrer waren sehr streng. Wenn ein Kind schlecht in der Schule war, nicht schön schrieb oder nicht still sitzen konnte, wurde es vom Lehrer mit einer Rute oder einem Stock auf die Finger oder sogar auf den nackten Hintern geschlagen. Ein Schultag dauerte jeweils von acht bis fünf und die Kinder hatten jeden Tag Hausaufgaben. Die wohlhabenden Kinder machten diese in ein Schreibheft mit Schreibfeder und Tinte. Die ärmeren Kinder konnten sich fürs Schreiben nur eine Holztafel oder Schiefertafel leisten.
Arbeitsmaterial
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