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Wegen Qualitätsmängeln muss die äthiopische Regierung 69 Millionen Kondome entsorgen, die im Kampf gegen Aids zum Einsatz hätten kommen sollen. Die Verhütungsmittel hätten Qualitätstests nicht bestanden, sie hätten Löcher oder rissen leicht, teilte die äthiopische Gesundheitsbehörde am Freitag dem «Spiegel online» mit. Eine indische Firma soll die Kondome hergestellt haben.
Behördenchef Meskele Lera kündigte an, die Regierung in Addis Abeba werde sich das Geld für die Kondome sowie die Kosten für deren Entsorgung zurückholen, so «der Spiegel» weiter. Die Herstellerfirma besteht allerdings auf eine zweite Prüfung.
Die äthiopischen Behörden hatten die Kondome im Wert von zwei Millionen Dollar, umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro, mit einer Spende des Weltfonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria gekauft.
Gut 750.000 Äthiopier sind laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mit dem HI-Virus infiziert. 2015 ging die Organisation von einem Gesamtanteil an der Bevölkerung von etwa einem Prozent aus. In der Hauptstadt Addis Abeba, wo Prostitution weit verbreitet ist, sind besonders viele Menschen betroffen