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der Erde auf grössere Aufnahmen“ in einem Handbuche der niederen Geodäsie berechtigten Platz fand, vermögen wir uns nicht zu erklären.
Die Berechnung und Theilung aufgenommener Flächen und Aenderung ihrer Begrenzung hat der Verfasser sehr vollständig bearbeitet. Wir können indessen der apodiktisch ohne Begründung ausgesprochenen Behauptung, dass die Verwandlung der Figuren behufs Flächenberechnung der Methode der Zerlegung in Dreiecke an Genauigkeit nachstehe, nicht beipflichten, räumen derselben vielmehr einen hervorragenden Platz bei der Berechnung ein. Sache eines wissenschaftlichen Handbuches der niederen Geodäsie wäre es jedenfalls, den Werth der Genauigkeit mindestens zu untersuchen und festzustellen.
Die zweite Abtheilung des Handbuches enthält die Höhenmesskunst. Letztere ist entsprechend ihrer Bedeutung für die heutige Industrie recht vielseitig vom Verfasser dargestellt worden. Nach voraufgegangener Definition und Hervorhebung des charakteristischen Unterschiedes des Höhenmessens und Nivellirens bespricht Verfasser das geometrische, trigonometrische und physikalische Höhenmessen. Dass Nivelliren ebenfalls ein Höhenmessen ist, hat noch keine wissenschaftliche oder praktische Autorität bestritten, und wir würden es von einem wissenschaftlichen Handbuche wol beanspruchen können, der noch herrschenden Systemlosigkeit dadurch ein Ende zu machen, dass das Nivelliren auch unter „Geometrisches Höhenmessen“ eingereiht wird. Aber ein geometrisches, ein trigonometrisches und schliesslich noch barometrisches Nivelliren und nebenbei noch extra allerhand besondere Methoden einzuführen, widerspricht der gegebenen Definition. Das unter 474) „Das trigonometrische Nivelliren“ beschriebene Verfahren, abgesehen davon, dass es besser unter § 72 „Das trigonometrische Höhenmessen“ aufgeführt worden wäre, können wir keinem praktischen Feldmesser empfehlen, weil es an ausgesuchter Weitläufigkeit leidet. Nach der Einleitung versprachen wir uns viel über das sogenannte PräcisionsNivellement, fanden uns aber getäuscht, indem wir nach dem „höheren“ wissenschaftlichen Standpunkte des Handbuches eine Ausgleichung eines Nivellementszuges nach der Methode der kleinsten Quadrate erwartet hätten.
intervallen von 10 zu 10 zu den Temperatur-Summen von 0.5 bis 70° in Intervallen von 0,50 C. Die Benutzung der Tafel ist durch ein Beispiel erläutert. Die technische Anordnung der Zahlenreihen mit entsprechenden Zwischenräumen als Ruhepunkten für das Auge erleichtert das sichere Ermitteln der Argumente, wie auch der Druck und die Ausstattung des Werkes der Verlagshandlung alle Ehre machen. M.-K.
Feuerungen und Dampfkessel
Die Berechnung der Leistungsfähigkeit von Dampfkesselanlagen, ihrer Feuerungen und Schornsteine nebst Beurtheilung des relativen Werthes der üblichsten Constructionssysteme. (Separatabdruck aus dem „Praktischen Maschinen-Constructeur“.) Mit 20 Holzschnitten. Leipzig, 1877. Baumgärtner. –
Der nicht genannte Verfasser theilt den oben angegebenen Inhalt seines 185 Octavseiten enthaltenden Buches in folgende Abschnitte: A. Heizwerth der Brennstoffe. B. Berechnung der Heizflächen. C. Wärmeabgabe durch Strahlung, D. Wärmeverlust durch den Schornstein. E. Durch die Kesseleinmauerung bezw. Umhüllungen. F. Die Zugwiderstände. G. Berechnung des Schornsteins aus denselben. H. Beschaffenheit des Speisewassers. J. Sicherheit und Bequemlichkeit des Dampfkesselbetriebes. K. Der für die Kesselanlage bedingte Raum. L. Die Kosten derselben. M. Reparaturkosten.
Unter B. wird der Berechnung der Heizfläche die bekannte Formel zu Grunde gelegt, an deren Herleitung in Bd. XXI, S. 149 d. Z., der Nachweis mangelhafter Uebereinstimmung mit den an Dampfkesseln erzielten Resultaten anschliesst. Kann sonach diesem Abschnitt nur ein bedingter Werth beigemessen werden, so zollen wir umsomehr unsere Anerkennung der sachgerechten und fleissiges Studium bekundenden Behandlung der übrigen Abtheilungen. Diese unsere günstige Meinung vermag selbst ein Fehler, wie der auf S. 118 gemachte nicht zu erschüttern. Dort wird nämlich als eine der erörterten Explosionsursachen die kurze Zeit berechnet, in welcher die Spannung eines ganz abgesperrten in voller Heizung stehenden Kessels von 5 auf 17 Atm. steigt, bei 4°",8 Dampfraum und 3666° minutlicher Wärmezufuhr. Indem nun der Verfasser alle dem Wasser zugeführte Wärme auf Dampfbildung verrechnet, und auf die Temperaturerhöhung des Kesselwassers von 152,2 auf 203,6 ° C. nicht Rücksicht nimmt, erhält er für die gesuchte Zeit nur 5 bis 6 Minuten. Rechnet
man aber den Wasserraum auf etwa das Anderthalbfache des
Dampfraumes, oder im Mittel den Wasserinhalt zu 7000“, so nimmt das Wasser 7000 (203,6 – 152,2) = 359800° auf, während der Dampfwärmeinhalt von 2,75. 4,8. 652,4 = 861 1 ° auf 8,77. 4,8. 668,1 = 29 451 ° wächst, und somit einen Aufwand von 20840° verursacht; d. i. nur 5,8 pCt. der vom Wasser aufgenommenen Wärme. Die gesammte Zufuhr erfordert dem
nach eine Zeit von seiner = 104 Minuten, und nicht
blos 6 Minuten. Im Uebrigen sei das Werk allen bei der Anlage und dem Betriebe von Dampfkesseln betheiligten Ingenieuren und
Besitzern als Handbuch und Rathgeber bestens empfohlen. R. W.
Katechismus des Betriebes stationärer Dampfkessel und Dampfmaschinen oder Erörterung der bei der gesetzlichen Prüfung vorkommenden Fragen für Heizer und Maschinenwärter, sowie zur Belehrung für Arbeiter von Dampfmaschinenfabriken und Besitzer stationärer Dampfmaschinen. Von Georg Kosak, Besitzer des k. k. goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone u. S. w. Mit zahlreichen in den Text gedruckten Holzschnitten und 3 Tafeln. Dritte vermehrte Auflage. (Preis 1 fl. = 2 %). Wien. Lehmann & Wenzel. –
Der Herr Verfasser macht, durch mehrjährige Erfahrungen geleitet, den Inhalt dieses kleinen Buches (7 Druckbogen in Taschenformat) in der Form eines Heizer- und Maschinenwärterexamens seinem Leserkreise mundrecht. Die Darstellung ist aber nicht, wie man erwarten sollte, eine ideale, sie macht vielmehr durch die häufigen ungenügenden
Antworten den Eindruck einer wirklichen mittelmässigen Prüfung. So z. B. heisst es zum Schluss der Antwort auf Frage 14 der I. Abtheilung: „Was versteht man unter Feuer- und Wasserlinie des Kessels?“ „Man füllt zur grösseren Sicherheit gesetzlich den Kessel noch 10 em über die Feuerlinie mit Wasser und heisst dann die höchste Grenzlinie des Wasserraumes: Wasserlinie des Kessels.“ W. Jene Grenzlinie als höchste zu bezeichnen steht im Widerspruch mit der im „Anhang“ abgedruckten österreichischen Verordnung § 3d), wonach (wie im Deutschen Reich) der tiefste Wasserstand bei stationären Kesseln mindestens 10 cm über der Feuerlinie sein muss.
Um eine Explosion des Kessels zu verhindern (Frage 44, Absatz 11), und als eine der wichtigsten Pflichten des Heizers wird verlangt (Frage 45, 4), „dass derselbe während des Betriebes des Kessels sich unter keiner Bedingung aus dem Kesselhaus entfernt.“ Von den besonderen Einrichtungen, welche das Kesselhaus für eine so strenge Clausur haben müsste, ganz abgesehen, würde der Heizer eine ausserhalb des Kesselhauses stehende Dampfmaschine nicht bedienen können.
II. Abtheilung auf Frage 5 befürchtet der Prüfling „eine Störung der regelmässigen Wirkung des Dampfes“ bei einer stärkeren als der zweifachen Expansion desselben.
Die Frage 34: „Wie ist der Dampfcylinder und die innere Steuerung eingerichtet?“ wird dahin beantwortet: . . . „Der Dampfcylinder wird stets 13" länger gemacht als der Kolbenlauf, damit der Dampf, wenn der Kolben seinen Lauf vollendet hat, auf die entgegengesetzte Kolbenfläche wirken kann.“ . . . Auf S. 66 wurden für denselben Zweck 6" für genügend erachtet. Sogar 1 " Spielraum zwischen Kolben
und Deckel würde jenem vermeintlichen Zweck vollständig
Herausgeber sagt, „jene angesehenen Jahresberichte, die wie der bewährte Wagner'sche gleichsam ein Archiv aller der Abhandlungen bieten, welche die Technik nur irgend berührten, aber ihres Umfanges und ihres urkundlichen Charakters wegen keine rasche und bequeme Uebersicht gewähren, und weil sie nur einmal im Jahre erscheinen, nicht im Stande sind, die neuesten Fortschritte so rasch und frisch zu bringen, wie es dem Leser erwünscht sein muss, vor allem aber auch die beste Sammlung der literarischen Erscheinungen nie mehr als ein lückenhaftes Bild von der Technik, wie sie wirklich ist, zu liefern vermag“, so will der Herausgeber „den VerSuch machen, ein Centralorgan herauszugeben, in welchem zunächst sämmtliche Mittheilungen aus der Literatur des Inund Auslandes in gedrängter Kürze übersichtlich gruppirt sind. Besonderen Werth sollen diese periodischen Zusammenstellungen aber erst dadurch empfangen, dass sie durch Mittheilungen, welche unmittelbar von hervorragenden Praktikern und Kennern der Industrie eingezogen sind, durchflochten und kritisch ergänzt werden und so ein lebendiges Bild von dem Fortschreiten des chemischen Grossgewerbes als solches darstellen.“ Die Zeitschrift für das chemische Grossgewerbe will hiernach gewissermassen eine Fortsetzung des von A. W. Hofmann gelegentlich der Wiener Ausstellung von 1873 herausgegebenen „Berichtes über die Entwickelung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehntes“ bilden, und nach dem, was uns jetzt schon vorliegt, dürfen wir die Erwartung hegen, dass sie die hiermit ausgesprochene Aufgabe erfüllen wird, zugleich aber auch, dass sie in dem einem Punkte jenem Berichte nicht gleichen wird, dass sich in ihm zwischen die gediegensten und durch Mittheilungen eigener Erfahrungen werthvollsten Abhandlungen an einzelnen Stellen Oberflächlichkeit und Dürftigkeit eingeschoben haben.
Eine grosse Anzahl von Namen guten Klanges finden wir als Mitarbeiter aufgeführt und demgemäss die mit bündiger Kürze gegebenen Berichte aus der Tagesliteratur mit Originalbemerkungen von auf dem betreffenden Felde erfahrenen Fachmännern begleitet. Diese zur Aeusserung ihrer Ansichten und zur Mittheilung ihrer Erfahrungen bewogen zu haben, ist ein Verdienst, das dem Herausgeber nicht hoch genug angerechnet werden kann und welches seiner Zeitschrift einen Werth verleiht, dessen sich wol keine andere ähnliche rühmen dürfte. –
Den Schluss des ersten Jahrganges bilden als „Rückblicke“ drei Abhandlungen, von denen die erste: „Rückblick auf die Fortschritte der chemischen Grossindustrie im Jahre 1876“ von Jul. Post, das Ergebniss des vorangegangenen Berichtes über die Einzelleistungen bildet, während die zweite: „Einfluss der wirthschaftlichen Verhältnisse auf die Fortschritte der Industrie im Jahre 1876“ von Dr. Jos. Landgraf sich nicht auf die chemische Industrie allein beschränkt, sondern „einen Rückblick auf die volkswirthschaftliche Geschichte des Jahres 1876“ bringt. Ein „Rückblick auf die Fortschritte der Gewerbe- Gesundheitslehre u. dergl.“ berichtet endlich zuerst unter der Bezeichnung „Allgemeines“ über die wichtigsten Veröffentlichungen, welche das Verderben der Luft durch Industriegase u. dgl. besprechen und über den Bericht der Fabrikeninspectoren über das Jahr 1875 sowie über die Gesetze zum Schutze der Kinderarbeit und bringt zuletzt eine wenig günstige Kritik des Handbuches der Gewerbe- Hygiene von Dr. Hrm. Eulenberg.
Die im feurigen Fluss aufgelösten Stoffe nehmen beim Erkalten je nach den dabei obwaltenden Bedingungen verschiedene Zustände an. Ist die Erkaltung rasch, so erstarrt die Lösung als solche; es entsteht eine homogene amorphe Masse; ist die Erstarrung langsam, so scheiden sich die gelösten Körper aus, entweder amorph (Kupfer in Hämatinon) oder in Krystallen (Kupfer in Aventurin, Thonerde, Magnesia, Chromoxyd, Zinnoxyd u. s. w.).
Das gemeine, hüttenmässig erzeugte Glas (Hohl-, Tafel-, Spiegelglas u. s. w.) ist eine im feurigen Fluss hervorgebrachte Lösung von Metalloxyden und Salzen in geschmolzenen Silicaten, als Lösung erstarrt. Ebenso die mit Gold, Silber und Kupfer gefärbten durchsichtigen Gläser. Die undurchsichtigen Erzeugnisse der Glasmacherkunst dagegen, wie Hämatinon, Kupfer- und Chromaventurin, Milchglas u. A., sind Geschmelze, bei denen im Erstarren Ausscheidungen stattgefunden.
Die Ansicht, dass Metalle als solche von schmelzendem Glasfluss aufgenommen werden, findet in der Thatsache eine besondere Stütze, dass Metalle wie Gold im feurigen Fluss nur regulinisch gedacht werden können. Nicht minder stehen der Ansicht, dass auch Metalloxyde im feurig flüssigen Glasfluss gelöst (nicht chemisch gebunden) vorhanden sein können, bedeutsame Thatsachen zur Seite. Dahin gehört die ungeheure Menge, in der sie aufgenommen werden, und zwar im Widerspruch zu einfachen stöchiometrischen Verhältnissen (z. B. 54 SiO2 + R2 O 3 + 5 RO). Ferner die Thatsache, dass die Ausscheidungen der dem Glase einverleibten Metalloxyde wesentlich von der Art der Abkühlung abhängen, ganz wie bei Lösungen sonst, namentlich aber von der Dauer der
Langsamkeit der Abkühlung. Endlich gehört die Thatsache
hierher, dass die Quantität an Metalloxyden, welche daran reiche Gläser nach der durch Erkalten stattgehabten Ausscheidung noch unausgeschieden enthalten, gewöhnlich kleiner ist als der Gehalt an Metalloxyd armer Gläser, die unter keinen Umständen Ausscheidungen liefern. Dass Salze der Schwefelsäure (Natriumsulfat), der Phosphorsäure (Beinasche) als solche von schmelzenden Silicaten aufgenommen werden, ist ausser allem Zweifel. Sie können nicht wohl anders als einfach gelöst im Glase enthalten sein, wenn man nicht Verbindungen von Natriumphosphaten mit Kieselerde, von Sulfaten mit Kieselerde u. s. w. annehmen will. Von Kieselerde, in grösserem Betrage dem schmelzenden Glase zugesetzt, ist es mindestens höchst wahrscheinlich, dass sie nur theilweise chemisch gebunden, der Rest aber einfach gelöst wird. Die Form der Ausscheidungen weist darauf hin; ebenso die dem geschmolzenen Quarz so nahekommende Beschaffenheit des Glases. Aehnliches gilt vom Kalk. Von den Alkalien ist gewiss, dass sie, wenn ihr Betrag eine gewisse Höhe erreicht, nicht in einerlei Zustande im Glase enthalten sein können; nur ein gewisser Ueberschuss ist disponibel für die Färbung des Glases durch Schwefel. Es dürfte auch hier der Schluss nicht allzu kühn sein, dass dann ein Theil des Alkali nur gelöst im Glase enthalten und mit demselben erstarrt ist. Kalium- oder Natriumoxyd
in glasiger Lösung fest geworden, kann sich wol – wie
Jedermann zugeben wird – nicht ebenso verhalten wie blos
geschmolzenes Hydrat. R. Z. Bauwesen.
Bauconstructionslehre für Ingenieure. Als Leitfaden zu seinen Vorträgen bearbeitet von W. Frauenholz, Prof. der Ingenieurwissenschaften an der königl. polytechn. Schule in München. Erster Band: Steinconstructionen. 324 S. Zweiter Band: Holzconstructionen. 294 S. 4. München, 1875 und 1876. Th. Ackermann. –
Der Verfasser veröffentlicht unter genanntem Titel, und zwar auf dem Wege autographischer Vervielfältigung, seine am Polytechnikum in München gehaltenen Vorträge. Das ganze Werk ist auf vier Theile berechnet, deren erster bereits Bd. XX, S. 478 d. Z. einer kurzen Besprechung unterzogen wurde. Für den dritten und vierten Theil steht die Behandlung der Eisen- und Fundationsconstructionen in Aussicht.
Jeder der erschienenen Theile zerfällt in vier Abschnitte, von denen die ersten die allgemeinen Constructionsregeln beider Zweige dieses Theiles der Ingenieurwissenschaft vor
führen, während beiderseits der letzte Abschnitt mit besonderer Ausführlichkeit den statischen Berechnungen unter Voraussetzung der allgemeinen Festigkeitslehre gewidmet ist. Die Arbeit ist nach beiden Richtungen eine gleich vorzügliche. Der Verfasser behandelt den reichen Stoff in seinem ganzen Umfange mit der Klarheit des gebildeten Theoretikers, sowie mit der Sicherheit des erfahrenen Praktikers. Die allgemein bekannten und in ähnlicher Literatur oft mit überflüssiger Weitläufigkeit immer wieder aufs Neue vorgeführten einfachen Bauconstructionen und Verfahrungsweisen sind mit wohlthuender Kürze und dennoch hinreichender Deutlichkeit gegeben. Die Behandlung der statischen Berechnungen ist dem Zuhörerkreise einer höheren polytechnischen Schule angemessen. In diesen Berechnungen ist eine besondere Nomenclatur aufgestellt, die allerdings, wie bereits bei Besprechung des ersten Bandes erwähnt, im Anfang einen befremdenden Eindruck macht. Da die Bezeichnungsweisen vielfach von dem sonstigen Usus abweichen, und das Schema ziemlich complicirt ist, so bezweifeln wir die allgemeine Annahme der gewählten Ausdrucksformen, wie sehr auch durchgehende Gleichartigkeit bei dem reichen Formelwesen zu wünschen wäre. Im Uebrigen wird der Verfasser durch seine Veröffentlichungen, die in Bezug auf die Ausstattung wegen der Vervielfältigung auf autographischem Wege allerdings nur eine milde Kritik aushalten, nicht allein den Dank seiner Zuhörer, sondern auch die Anerkennung weiterer Kreise ernten. Dm.
Die Verwendung des Eisens beim Hochbau. Von W. Jeep, Ingenieur u. s. w. Mit über 800 Holzschnitten und 14 lithographirten Tafeln. Zweite bis sechste Lieferung. S. 113 bis 628. Leipzig, 1876. B. G. Teubner. –
Bereits bei Besprechung der 1. Lieferung mussten wir die uns nicht zur Sache gehörige Darstellung des Hohofenprocesses bemängeln, dasselbe gilt von dem zu Anfang der zweiten Lieferung gebrachten Herdfrischen, Puddeln und dem Bessemerprocess. Dagegen können wir von dem folgenden Capitel nur Rühmliches sagen; es behandelt, abgesehen von der zuweilen etwas weitschweifigen Darstellung, die der Verfasser wol gewählt hat, um sich allgemein verständlich zu machen, in eingehender Weise die Verbindung der Eisentheile durch Niete, Schrauben, Keile u. s. w., die Verzapfungen, Kreuzungen und Verlängerungen von Stangen.
In den folgenden Abschnitten, die von der Construction der Träger, Balken, Säulen und Dächer handeln, hätten wir die Theorie der Fachwerkconstruction lieber nach der Ritterschen Methode dargestellt gesehen, die auch für weniger mathematisch Gebildete fasslich, dabei aber viel übersichtlicher ist als die vom Verfasser gewählte. Ueberhaupt ist diesem der theoretische Theil seiner Arbeit weniger gelungen als der die Anwendungen und Ausführungen enthaltende. Hier finden wir sehr verständig ausgewählte Beispiele und eine durch saubere Holzschnitte unterstützte eingehende Darstellung der ganzen Construction und der Details. Hierzu rechnen auch die letzten Abschnitte des Buches, eiserne Fenster, Thore, Einfriedigungen, Treppen, Balkons, Veranden u. A. mehr.
R. Z.
Stadt-Erweiterungen in technischer, baupolizeilicher und wissenschaftlicher Beziehung. Von R. Baumeister, Prof. der Ingenieurwissenschaft am Polytechnicum zu Carlsruhe. 492 S. Berlin, 1876. Ernst & Korn. –
So viel wir wissen, ist dies das erstemal, dass die für Erweiterungspläne von Städten ins Auge zu fassenden Gesichtspunkte in übersichtlich geordneter Weise zusammengestellt und beleuchtet sind; um so mehr ist anzuerkennen, dass dies hier mit so eisernem Fleiss in der Zusammentragung des weit verstreuten Materials, in einer so vollständig umfassenden Weise und dabei so logisch geordneter Darstellung in Ausführung gebracht wird. Es würde zu weit führen, die Ansichten des Verfassers hier in eingehender Weise einer Kritik zu unterwerfen; mancher seiner Vorschläge wird sich in der praktischen Durchführung mit nicht geringen Schwierigkeiten verknüpft zeigen, mancher wegen zu grosser Ansprüche an den Seckel der Steuerzahler vorerst noch gar nicht zur Ausführung kommen. Nichts desto weniger ist bereitwilligst anzuerkennen, dass der Verfasser für Verhältnisse, die bis jetzt noch gar nicht systematisch untersucht und daher in der abweichendsten Weise in den einzelnen Staaten behandelt werden, allgemein giltige und aus allgemeinen Gesichtspunkten kritisch abgeleitete Vorschläge gemacht und auf diese Weise sein Thema zu einem vorläufig erschöpfenden Abschluss gebracht hat. X Der ganze behandelte Stoff ist in vier grössere Abschnitte gesondert, deren erster die allgemeinen Gesichtspunkte aufstellt, die Verhältnisse, welche auf die Zunahme der Bevölkerung einwirken, die Wohnungsfrage, die Arten und die Vertheilung des städtischen Verkehrs, die Aufgaben der Gemeinde bei der Stadterweiterung und die allgemeine Aufstellung des Erweiterungsplanes. Im zweiten Abschnitt, welcher die technischen Grundzüge enthält, wird die Anlage der Strassen mit ihren Verkehrsmitteln, die Regelung der Wasserläufe, die Herstellung von Plätzen und Baumanlagen, endlich die Reinigung und Entwässerung der Städte behandelt. Es
folgte im dritten Abschnitt die Untersuchung über die zu er
lassenden baupolizeilichen Vorschriften, namentlich in Bezug auf Bauflucht, Feuersicherheit, Gesundheit und die Verhältnisse der Nachbarn. Die hierher gehörenden Bestimmungen über Höhe und Abstand einzelner Gebäude hat der Verfasser in höchst origineller Weise in mathematische Formeln gebracht. Der letzte Abschnitt berührt die wirthschaftlichen Fragen: das Recht der Enteignung und Zusammenlegung von Grundstücken, die Grundsätze für die Verpflichtung der Interessenten zu den allgemeinen Kosten und die Regeln für den Vollzug der Stadterweiterung. n Wegen seines höchst anziehenden, vielseitigen Inhaltes, nicht minder wegen der allgemein verständlichen Darstellung können wir das Werk allen betheiligten Kreisen nur angelegentlichst empfehlen. E. H.
Gautier, über dichte Stahlgüsse; Webb, über das
Nieten in weichem Stahl; Riley, über die Bestimmung von Mangan im Spiegeleisen und von Mangan und Eisen in Eisenerzen; Derselbe über das Chromroheisen der Tasman Iron Co.; Bell, über die Abscheidung von Kohle, Kiesel, Schwefel und Phosphor im Fein- und Puddelofen, sowie im Bessemerconverter; Murray Aynsley, über Corrosion von Eisenund Stahl; Kirk, über das Puddeln in gewöhnlichen und rotirenden Oefen; Howson, über das Schweissen; Simon, über Chaudron's Methode des Schachtabteufens durch wasserführende Schichten und die dabei erzielten Resultate; Weyers, über den Vergleich hölzerner und eiserner EisenbahnSchwellen. Der übliche Bericht über die Fortschritte der Eisen- und Stahlindustrie in dem Auslande ist von dem neuerwählten Schriftführer J. De by in Brüssel erstattet worden, der seit Anfang d. J. des verewigten David Forbes Stelle einnimmt. An diesem Bericht ist auszusetzen, dass er an einigen Stellen vollkommene Auszüge literarischer Arbeiten giebt, während die Literatur anderer Länder auf das Oberflächlichste abgemacht wird. Es ist zu hoffen, dass die durch Forbes' Krankheit und Tod abgebrochenen vielseitigen Beziehungen bald wieder angeknüpft und für die späteren Berichte ein vollständiges Material liefern werden.
Deutschlands industrielle Krisis in der Gegenwart und die Mittel zu deren Abhilfe, dargestellt im Interesse und unter specieller Berücksichtigung der Lage der deutschen Kohlen- und Eisenindustrie von Leo Strippelmann, Bergund Hütten-Ingenieur u. s. w. 43 S., Lex.8. Leipzig, 1877. G. Knapp. –
Der Verfasser geht in seiner Darstellung näher auf die Nachtheile ein, welche der deutschen Industrie, namentlich der Eisenindustrie zu einer Zeit, wo sie noch an den Folgen der Gründerepoche krankt, aus der Aufhebung jeglichen ZollSchutzes erwachsen müssen. An der Hand der Thatsachen wird nachgewiesen, dass die Eisenindustrie allein durch Wiedereinführung eines mässigen Schutzes zu der früheren Blüthe gelangen könne. «
Die Broschüre sei ihrer eingehenden lebhaften Darstellung wegen allen Collegen zur Anschaffung empfohlen, zumal der Reinertrag ihres Vertriebes arbeitslosen Berg- und Hüttenleuten gewidmet sein soll. R. Z.
".
A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin, Stallschreiberstr. 47,
Das Bestreben der mit dem Bau von Dampfmaschinen sich beschäftigenden Fachleute, den Dampfverbrauch der ersteren möglichst herabzuziehen, findet ohne Frage seine beste Lösung in der Trennung der Dampfarbeit in zwei Perioden, die sich auf zwei auf einander folgende Kolbenschübe vertheilen, d. h. in der Anwendung des Woolf'schen Principes der Dampfwirkung. d Namentlich bei Anwendung hohen Dampfdruckes und hoher Expansion ist die Expansion in einem Raume nicht rationell, sie führt zu grossen Stärken und Gewichten der den Kolbendruck aufnehmenden und aller bewegten Theile, sowie zu Unregelmässigkeit in der Bewegung. So ist z. B. für 7 Atm. Ueberdruck und 0,06 Gesammtfüllung bei demselben mittleren Druck der Maximaldruck bei der Expansion in einem Raume 2,4 mal so gross wie bei der Expansion nach Woolfschem Princip; bei 0,1 Gesammtfüllung noch 1,86mal so gross. Der Gleichförmigkeitsgrad stellt sich dabei bei der Woolf'schen Maschine mit gleich gerichteter Kolbenbewegung 14, mit entgegengesetzt gerichteter 1 mal so hoch als bei der Expansionsmaschine mit derselben Schwungradmasse. So bequem sich das Woolf'sche Princip für Balanciermaschinen verwenden lässt, auf ebenso grosse Constructionsschwierigkeiten stösst man bei dem Bau von liegenden Maschinen bei Anwendung zweier Cylinder, die sich namentlich dadurch noch erhöhen, dass man den letzteren Maschinen wegen der stabileren Bauart eine grössere Kolbengeschwindigkeit ertheilen kann und auch ertheilt. Mag man die beiden Cylinder hinter, neben oder auch, wie neuerdings geschehen, über einander oder in einander legen, die Kolbenbewegungen gleich- oder entgegengesetzt gerichtet anordnen, stets kämpft man entweder mit langen Dampfcanälen, durch welche bei grosser Kolbengeschwindigkeit die Vortheile der Woolf'schen Maschine illusorisch werden, oder XXII.
mit Unzugänglichkeit der Steuertheile, oder damit, dass das Condensationswasser nicht vom abgehenden Dampfe entfernt wird, und kann schliesslich den Betrieb der Luftpumpe mit langsamer Kolbengeschwindigkeit, an die man wegen Vermeidung von Druckverlusten im Condensator gebunden ist, nur auf Umwegen erreichen. Alle diese Nachtheile vermeidet die auf Tafel IV dargestellte Maschine, bei welcher nur ein Dampfcylinder zur Anwendung kommt, in dem sich drei Kolben bewegen. Die Fig. 1 bis 4 zeigen die Maschine als Betriebsmaschine für irgend welche industrielle Zwecke für die Fälle passend, wo der Betrieb vom Schwungrade entweder vermittelst Riemen oder Zahnrad erfolgt, während Fig. 5 die Anwendung derselben für den Pumpenbetrieb, sei es zum Zweck der Wasserversorgung, oder der Wasserhaltung für Bergwerke, oder zum Betriebe einer hydraulischen Anlage darstellt. – Die Wirkungsweise des Dampfes ist in Fig. 1 leicht zu verfolgen. Die beiden Endkolben a und b sind vermittelst der beiden Traversen c und d, der Kolbenstange e und der kurzen, hohlen Kolbenstange f, sowie der Verbindungsstangen g und h fest mit einander verbunden und übertragen ihre Bewegung vermittelst der beiden seitlichen Pleuelstangen und k auf die kleine Kurbel l, l der Schwungradwelle. Die Kolbenstange m des Mittelkolbens n geht durch die hohle Kolbenstange nach dem Kreuzkopf o und wird durch die Stopfbuchse p gedichtet. Der Mittelkolben n überträgt vermittelst der Pleuelstange q seine Bewegung auf die grosse Kurbel der Schwungradwelle, hat demnach, da beide Kurbeln diametral gegenüberliegen, stets die entgegengesetzte Bewegungsrichtung als die Endkolben a und b. Der Dampf tritt aus dem Schieberkasten s, nachdem er den Expansionsschieber t und den Vertheilungsschieber u passirt hat, zwischen den rechten Cylinderdeckel und den Kolben a, admittirt bis zum Abschluss des durch den Regulator gestellten Expansionsschiebers, 4