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Glücksspielsucht
Definition
Als Glücksspiele werden Spiele bezeichnet, bei denen das Ergebnis überwiegend zufallsabhängig ist, die Teilnahme den Einsatz eines Vermögenswertes erfordert und auch der Gewinn in einem Vermögenswert besteht. Zu den häufigsten Glückspielformen zählen Geldspielautomaten, Casinospiele (z.B. Roulette, Black Jack, Poker), ebenso wie Lotterien und Wetten (z.B. Zahlenlotto, Rubellose, Sport-Toto) und Glücksspiele im Internet. Manche dieser Spiele sind reine Glücksspiele, andere, z.B. bestimmte Spielformen von Poker, enthalten nebst Glück auch Elemente von Strategie und Geschicklichkeit.
Glücksspielsucht ist eine nicht stoffgebundene Sucht. Das exzessive Verhalten löst körpereigene biochemische Veränderungen aus, welche das psychische Befinden beeinflussen und dazu beitragen, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt.
Merkmale von Spielsucht
Das pathologische (krankhafte) Glücksspielverhalten wird definiert als Verhalten, das nicht kontrolliert werden kann und in häufigem, wiederholtem Glücksspiel besteht, welches die Lebensführung der betroffenen Person beherrscht. Charakteristisch für eine Abhängigkeit von Glücksspielen sind:
- Ein starkes Verlangen zu spielen
- Schwierigkeiten, das Spielverhalten zu kontrollieren
- Entzugserscheinungen, wenn nicht gespielt werden kann
- Es muss mit immer höheren Einsätzen und höheren Risiken gespielt werden, um die gleiche Wirkung zu erlangen
- Dem Spielen wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben
- Anhaltendes Spielen trotz schädlicher Folgen
Ungefähr 70 bis 80% der Personen mit einem risikoreichen Glücksspielverhalten („problematische Spieler und Spielerinnen“) oder einer Spielsucht („pathologische Spieler und Spielerinnen“) sind Männer.
Auswirkungen und Langzeitfolgen
Für die betroffenen Menschen steht das Spielen im Zentrum ihres Alltags. Häufig bringen sie sich und ihre Familie als Folge ihrer Sucht in eine schwierige finanzielle Situation. Zudem verlieren sie den Bezug zur Realität und leugnen ihr Problem.
Wer Glücksspielangebote exzessiv nutzt, geht verschiedene Risiken ein und muss mit Folgeproblemen für seine psychische und körperliche Gesundheit rechnen. Mögliche Auswirkungen sind Konzentrations- und Leistungsstörungen, Unruhe und Schlaflosigkeit, depressive Verstimmung, Ängste sowie Persönlichkeitsveränderungen. Die Entwicklung einer Spielsucht kann zudem mit einem steigenden Konsum von Alkohol, Tabak, Medikamenten oder anderen Drogen einhergehen. Möglich sind auch körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Schweissausbrüche, Zittern, motorische Unruhe sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Die exzessive Nutzung von Glücksspielen birgt auch soziale und finanzielle Risiken. Negative Auswirkungen auf die Partnerschaft, Familie oder Arbeit sind möglich. Glücksspielsucht kann zu Verschuldung, Beschaffungskriminalität und sozialer Isolation führen und erhöht das Suizidrisiko.