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Kastrierer/in
Das Handwerk der Kastrierer[1], das heute in Europa nur noch von wenigen ausgeübt wird, war im Mittelalter weit verbreitet. Aufgrund der zahlreichen Bezeichnungen für das kastrierte Schwein, das als eines der wichtigsten Wirtschaftshaustiere jener Zeit galt, wurde der Kastrierer im deutschsprachigen Raum auch Geizer, Gelzenmacher, Sauenschneider oder Nonnenmacher bezeichnet. Die Arbeit der Kastrierer bestand insbesondere darin den weiblichen Tieren die Eierstöcke und den männlichen Tieren die Hoden zu entfernen.
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Im Verlaufe der Zeit wurden Kastrationen aus wirtschaftlichen Gründen überwiegend an Männchen vorgenommen. Zu den männlichen Kastraten gehörten neben dem Borg (Schwein) auch der Wallach (Pferd), der Ochse (Rind), der Hammel (Schaf) sowie der Kapaun (Huhn). Obschon die Kastrierer alsbald zunftzugehörig waren, gehörte das Kastrieren zu den verspotteten Gewerben und erhielt auch Einzug in Volkslieder, wie z.B. im Capriccio in G-Dur für das Fortepiano von Joseph Haydn mit dem Titel: Acht Sauschneider müssen es sein.
Heute nehmen in der Schweiz und europaweit zumeist Tierärzte Kastrationen vor und es gilt zudem tierfreundlichere Alternativen zu implementieren, wie z.B. die Immunokastration. Dabei wird insbesondere bei jungen Nutztieren (z.B. beim Eber) durch zwei aufeinander folgende Injektionen die Bildung von Antikörpern gegen die körpereigenen Hormone angeregt und so die Hormonproduktion eingestellt.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Kastriererin.
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 112.
www.umweltdialog.de → Eintrag Impfen statt kastrieren, abgerufen am 3.3.2019.
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