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STÄFA Der Seemannschor Shantymen aus Stäfa gab in der katholischen Kirche ein Konzert. Auf dem Programm standen drei Typen des maritimen Gesangs.
Kürzlich traten die Shantymen Stäfa anlässlich des Jahreskonzerts vor die Öffentlichkeit. Die katholische Kirche hatte wiederum den Kirchenraum und den Saal des Pfarreizentrums für das Konzert und den anschliessenden Apero zur Verfügung gestellt. Gut 400 Freunde und Fans des maritimen Gesangs füllten das Kirchenschiff und die Empore praktisch bis auf den letzten Platz.
Shanty-Lieder haben eine uralte Tradition. Bis ins 19. Jahrhundert wurden sie von Matrosen auf den Grossseglern gesungen. Diese rhythmischen Arbeitslieder ertönten während des Setzens oder des Trimmens der Segel, des Ankerlichtens oder während der harten und monotonen Arbeit an den Pumpen.
Balladen und Melancholie
Neben den.Arbeitsliedern gibt es auch Balladen. Sie beschreiben das harte Leben an Bord, die Willkür der Offiziere, die guten oder schlechten Eigenschaften des Schiffes oder die emotionalen Verbindungen zum Land sowie zur See. Balladen wurden auch beim Laden oder Entladen der Fracht gesungen. In der Regel gab dabei ein Vorsänger den Ton an. Während die Matrosen sich ins Zeug legten, stimmten sie mit rauen Stimmen in den Refrain ein.
Eine dritte Gruppe sind meist melancholische Lieder, die Forebitters. «Forebitts» sind «Poller», die pilzförmigen Eisenköpfe zum Festmachen der Taue. Die Seeleute sangen diese Forebitters gerne abends und in der Freizeit, auf den Pollern sitzend, aber auch bei bestimmten Anlässen, wie etwa dem Überqueren des Äquators oder des Polarkreises.
Die Shantymen Stäfa, der 26-jährige Seemannschor mit 34 Sängern und 4 Musikanten, präsentierten in verschiedenen Sprachen wie Plattdeutsch, Englisch, Katalanisch und Spanisch in einem mehrheitlich neuen Repertoire einen Reigen dieser Seasongs. Ein frenetischer Applaus und Standing Ovations ermunterten die Shanty-Crew zu weiteren Zugaben. Nach dem Konzert waren die Besucher zu einem Apéro eingeladen. Bei feinen Häppchen, shantyeigenem Wein und gemütlichem Schwatz liess man den Abend ausklingen. e
Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen, Samstag, 28. November 2015, Seite 4 Dorfleben - Bild: zvg