Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/140545

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund subventioniert die Erhebung von TV-Zuschauerzahlen mit Millionenbeträgen. Die Stiftung Mediapulse sollte ab 1. Januar 2013 die Daten liefern.</p><p>Stattdessen gab es ein grosses Chaos ohne Zahlen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat dringend um Aufklärung und mögliche Schäden für die Werbewirtschaft und TV-Sender sowie zusätzliche Erhebungskosten zu beziffern.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wenn ein altes Erhebungssystem ersetzt wird, weil es die Marktverhältnisse nicht mehr korrekt widerspiegelt, ist es keine Überraschung, wenn das neue System auch neue Zahlen generiert. Würden keine Veränderungen eintreten, wäre die Prämisse falsch gewesen. Bei Marktanteilsverschiebungen gibt es Gewinner und Verlierer. Angesichts der Veränderungen hat der Verwaltungsrat von Mediapulse, der überwiegend aus Vertretern der Fernsehveranstalter und der Werbung zusammengesetzt ist, die Veröffentlichung der Zahlen aufgeschoben.</p><p>Gleichzeitig hat Mediapulse Fachleute aus dem In- und Ausland beauftragt, die Erhebungsmethodik in zwei verschiedenen Expertisen zu überprüfen. Deren Ergebnisse werden in Hearings den betroffenen Kreisen präsentiert und mit ihnen diskutiert. Das erste Hearing fand am 15. März 2013 statt, das zweite wird am kommenden 26. März durchgeführt. Die Expertenberichte werden danach veröffentlicht. Dieses Vorgehen ist transparent und gibt den betroffenen Akteuren Gelegenheit, die Systemumstellung und ihre Folgen nachzuvollziehen. Die durch die Überprüfung entstandenen zusätzlichen Kosten werden vollumfänglich von Mediapulse übernommen.</p><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Medienbranche auf zuverlässige Nutzungsdaten angewiesen ist. Sollten in absehbarer Zeit keine Zahlen veröffentlicht werden, wäre das im Lichte des gesetzlichen Auftrages von Mediapulse problematisch. In diesem Falle würde die Aufsichtsbehörde intervenieren.</p><p>Welche finanziellen Folgen die verspätete Publikation der neuen Nutzungsdaten für die Veranstalter und die Werbewirtschaft hat, kann im Moment nicht gesagt werden. Bis heute sind keine konkreten Schäden bekannt und auch keine Schadenersatzforderungen geltend gemacht worden.</p>