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Reinhart Spörri starb im Alter von 89 Jahren, wie seine Familie in einer Todesanzeige mitteilt. Er starb laut Schreiben bereits am 13. Dezember und wurde im engsten Familienkreis beigesetzt.
Theater für die Landbevölkerung
Spörri wurde 1930 in Oerlikon geboren. Er studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Volkskunde an der Universität Zürich und war in seiner Karriere an mehreren Theatern wie in Zürich oder Düsseldorf tätig. 1971 gründete Spörri mit anderen Theaterschaffenden, Mäzenen und Politikern das Theater Kanton Zürich mit Sitz in Winterthur.
Über das mobile Theater im Kanton Zürich
Beim Theater Kanton Zürich handelt es sich um ein professionelles Wandertheater im Kanton Zürich. Es gibt in den verschiedenen Zürcher Gemeinden Vorstellungen, ist bisweilen aber auch in anderen Kantonen zu Gast. Die Übungsräume sowie die Theater- und Büroräumlichkeiten sind in Winterthur.
Die Theatergruppe hatte sich vom Zürcher Theater Neumarkt abgesetzt, weil sie mit der dortigen Ausrichtung nicht mehr einverstanden war. Die Gründer machten sich zum Ziel, der ländlichen Bevölkerung im Theater Kanton Zürich das Schauspiel näher zu bringen.
Die ländliche Bevölkerung möchte Stücke, die eine verständliche Geschichte erzählen.
«In den Städten hat man das Gefühl, man müsse stets noch modernere Stücke bringen. Damit landet man auf dem Lande nicht», kritisierte Spörri einst im Regionaljournal Zürich Schaffhausen. «Die ländliche Bevölkerung möchte Stücke, die eine verständliche Geschichte erzählen», erklärte er seine Vision.
Mit dem «Adelsbrief» gegen Kritiker
Der Regisseur, Dozent und Ausbildner leitete das Theater Kanton Zürich während 24 Jahren. Er inszenierte rund achtzig der insgesamt etwa 140 Produktionen, darunter Klassiker wie etwa Komödien von Molière oder Stücke von Shakespeare.
1983 wurde Spörri mit dem Hans-Reinhard-Ring ausgezeichnet. Dieser gilt als höchste Auszeichnung für Theaterschaffende in der Schweiz. «Es ist so etwas wie ein Adelsbrief», konstatierte Spörri daraufhin im Regionaljournal Zürich Schaffhausen. «Gewisse Gemeinden finden, wir seien keine ‚Höllensieche‘. Doch jetzt wird von aussen gesagt, dass es in Ordnung ist, was wir tun.»