Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/442

Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Halloween ein rein amerikanischer Brauch ist. Wir klären auf und zeigen euch 14 Dinge, die ihr über den Festtag bestimmt nicht wusstet.
Das ursprüngliche Fest, auf das der Halloween-Brauch zurückgeht, ist das keltische Fest «Samhain». Dieses wurde bereits im fünften Jahrhundert v. Chr. gefeiert und begann jeweils am 1. November eines Jahres, dem keltischen Neujahrstag.
Während des «Samhain» bauten Druiden ein grosses Leuchtfeuer indem sie Opfergaben verbrannten. Die Menschen hatten oft Tiermasken auf und sagten ihre Zukunft voraus.
Die Kelten sahen das Ende des Sommers als bevorstehende kalte, dunkle Jahreszeit, die gleichgesetzt mit dem Tod ist. So glaubten sie, dass an diesem Tag die Toten als Geister zurückkehren und versuchen, von den Seelen der Lebenden Besitz zu ergreifen.
Um von den Toten nicht erkannt zu werden, verkleideten sich die Menschen als Geister oder schreckliche Monster. So hofften die Kelten, dass die Toten sie ebenfalls als Geister sehen und darum nicht ihre Seelen stehlen.
Im 8. Jahrhundert nimmt die katholische Kirche das keltische Fest und macht es zum christlichen «Allerheiligen».
Das Wort «Halloween» leitet sich ab von «All Hallows Evening», also dem Abend vor Allerheiligen («All Hallows Day» oder auch «All Saints Day») am 1. November.
Im Mittelalter entstand der Brauch des «Souling». Am 2. November gingen die Bedürftigen von Tür zu Tür und bettelten um das «Seelenbrot», ein quadratisches Brot mit Johannisbeeren. Als Gegenleistung würden die Armen für ihre toten Verwandten beten. Je mehr Brot sie erhielten, desto mehr würden sie beten.
Eine andere Tradition aus dem Mittelalter war das «Guising». Jugendliche verkleideten sich als Ungeheuer und nahmen Spenden wie Geld oder Lebensmittel entgegen. Als Gegendienst sangen sie ein Lied vor, erzählten einen Witz oder trugen ein Gedicht vor.
Der Kürbisbrauch hat seinen Ursprung an einer ganz anderen Stelle. Eine irische Erzählung berichtet von einem Mann namens «Jack», einem trickreichen, aber auch häufig betrunkenen Mann, der Satan dazu gebracht habe, auf einen Baum zu steigen. Dann nahm Jack ein Messer und schnitzte ein Kreuz in die Baumrinde, so dass der Teufel nicht mehr vom Baum herabsteigen konnte. Jack vereinbarte einen Handel mit ihm: Er würde ihn vom Baum herunter lassen, wenn er nie wieder Angst vor dem Teufel haben müsste.
Als Jack dann Jahre später starb, wurde ihm der Zugang zum Himmel verweigert, weil er sich mit dem Teufel eingelassen hatte. Doch der immer noch verärgerte Teufel liess ihn auch nicht in die Hölle und gab ihm stattdessen eine ausgehöhlte Rübe, in die er Kohle aus der Hölle legte, damit Jack seinen Weg durch die dunkle Welt finden würde.
Die Iren verwendeten in der Erzählung folgend immer Rüben, doch als sie nach Amerika einwanderten, stellten sie fest, dass es dort erheblich mehr Kürbisse als Rüben gab, so dass dort fortan Kürbisse verwendet wurden, um diesen Brauch zu zelebrieren.
Aufgrund der grossen Hungersnot in Irland, imigrierten in der Mitte des 19. Jahrhunderts sehr viele Iren nach Amerika. Die katholisch geprägten Iren nahmen auch ihre religiösen Bräuche und Feste mit, die allerdings im protestantischen Amerika wenig beliebt waren.
Das irische Halloween wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert amerikanisiert. Halloween sollte ein Fest für die Gemeinschaft werden und nicht mehr religiös geprägt sein. Es fanden viele Partys mit Spielen und Essen statt und die Verkleidungen verloren ihren unheimlichen Ursprung.
Ab den 1920ern war Halloween grösstenteils säkular geworden und wurde mit grossen Paraden und Festen gefeiert. Ab den 1950ern wurde das Kinderfest jedoch vermehrt Opfer von jugendlichen Vandalen, die in der Nachbarschaft Streiche spielten.