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"Literaturpapst": Der deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist gestorben
18.09.2013 Der 1920 in Włocławek, Polen, geborene deutsche Publizist und "einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker seiner Zeit" (Wikipedia) Marcel Reich-Ranicki (Bild) ist heute in Frankfurt am Main gestorben.
Foto: Benutzer:Smalltown Boy - CC-Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 - Zur Originaldatei: http://de.wikipedia.org
Vom 25. März 1988 bis zum 14. Dezember 2001 leitete Reich-Ranicki die Sendung Das Literarische Quartett im ZDF, mit der er bei einem größeren Publikum einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Die Sendung zeichnete sich durch eine lebhafte und kontroverse Diskussionskultur aus. In Fachkreisen war er auch vor dieser Sendung längst als "Literaturpapst" bekannt und gilt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart. Sein Einfluss durch das Literarische Quartett steht im Mittelpunkt des Schlüsselromans Tod eines Kritikers von Martin Walser.
In der Wochenzeitschrift Der Spiegel stellte Reich-Ranicki am 18. Juni 2001 unter dem Titel Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke sein Opus Magnum zu diesem Lebensthema vor. Die Anthologien sind unterteilt in "Romane", "Essays", "Dramen", "Erzählungen" und "Gedichte", aber auch die Empfehlung, manches nur im Auszug zu lesen.
Reich-Ranicki wurde auch über die Literaturszene hinaus populär. So kennen nach einer Umfrage 98 Prozent der deutschen Bevölkerung seinen Namen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Reich-Ranicki
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Frank Schirrmacher heute auf Twitter:
https://twitter.com/intent/user?original_referer=http%3A%2F%2Fwww.srf.ch%2Fnews%2Fpanorama%2Fliteraturkritiker-reich-ranicki-ist-tot&screen_name=fr_schirrmacher&tw_i=380330844914593794&tw_p=tweetembed
Der Herr der Bücher
Als Überlebender des Holocaust wanderte der gebürtige Pole Ende der fünfziger Jahre nach Deutschland aus und wurde nach 1960 eine der massgeblichen Stimmen der deutschsprachigen Literaturszene.
Der dunkle Verdacht gegenüber dem Land, in dem er den grössten Teil seines Lebens verbrachte, ist sein langer Schatten geblieben: In seiner Autobiografie zeichnet Marcel Reich-Ranicki das Bild dessen, der sich in Deutschland zeitlebens fremd fühlte.
Andrea Köhler
http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/der-herr-der-buecher-1.18152568#
Mal cholerisch, mal charmant zog er das Publikum in seinen Bann und war sich auch nicht zu schade, zum Beispiel in der Harald-Schmidt-Show aufzutreten. "Die Kombination 'Schulmeister und Entertainer' ist nicht die schlechteste", so Reich-Ranicki in besagter Sendung.
Philippe Zweifel
http://www.derbund.ch/kultur/buecher/Mal-cholerisch-mal-charmant/story/17155806
Marcel Reich-Ranicki hat das literarische Leben im deutschsprachigen Raum stärker beeinflusst als jeder andere Kritiker.
Martin Ebel
http://www.derbund.ch/kultur/buecher/Kenntnisreichtum-und-Streitbarkeit/story/22612651
"Ganz und gar missraten" oder "großartig": Marcel Reich-Ranicki schrieb leidenschaftliche Verrisse ebenso wie leidenschaftliche Lobreden - und schuf damit einen Kanon, der die Lesekultur der Deutschen nachhaltig geprägt hat.
Sebastian Hammelehle
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/marcel-reich-ranickis-literaturkanon-deutschlands-buecher-a-923096.html
Seinen Platz im Leben musste sich Marcel Reich-Ranicki erkämpfen - zuletzt war er populärer als jeder andere Kritiker in Deutschland. Das verdankte er einem Medium, das er als "Blödsinn" verdammte: dem Fernsehen.
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/zum-tode-marcel-reich-ranickis-star-und-aussenseiter-a-754541.html
Der größte Literaturkritiker unserer Zeit verkörperte, in Verfolgung und Ruhm, das zwanzigste Jahrhundert. Er war ein permanenter Protest gegen Langeweile und Mittelmaß. Niemand vermochte einer ganzen Gesellschaft die Bedeutung von Literatur so zu vermitteln wie er.
Frank Schirrmacher
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/marcel-reich-ranicki/nachruf-auf-marcel-reich-ranicki-ein-sehr-grosser-mann-12580222.html
Der Mann, der uns das Lesen lehrte
Meistgelesen, meistbeachtet, meistgefürchtet: Der Popstar der Literaturkritik, Marcel Reich-Ranicki, war ein umstrittener Zeitgenosse. Nun endet sein Wirken, reich an Dramatik, Intensität - und Leidenschaft.
Ruth Schneeberger
http://www.sueddeutsche.de/kultur/marcel-reich-ranicki-ist-tot-der-mann-der-uns-das-lesen-lehrte-1.1379918
Die Literatur war seine Heimat
Er hat gelobt und gnadenlos getadelt: Wie kein anderer prägte Marcel Reich-Ranicki die deutsche Literaturkritik. Dem Land der Täter hat er einen großen Dienst erwiesen.
Fokke Joel
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-09/nachruf-marcel-reich-ranicki
Der erste Bürger im Reich der deutschen Dichtung
Marcel Reich-Ranicki hatte kein Heimatland auf Erden, sondern sah sich als erster Bürger im Reich der deutschen Dichtung.
Ulrich Weinzierl
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article120158421/Der-erste-Buerger-im-Reich-der-deutschen-Dichtung.html
Literaturpapst mit Jahrhundert-Biografie
Er überlebte den Holocaust, zog aus Liebe zur deutschen Sprache dennoch ins Land der Täter und avancierte dort zum unumstrittenen Literatur-Papst.
Michael Stoessinger
http://www.stern.de/kultur/buecher/zum-tod-von-marcel-reich-ranicki-literaturpapst-mit-jahrhundert-biografie-2027265.html
"Abwehr - Angriff - zack!"
"Haben Sie Feinde?", fragte Peter von Matt den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in einem Gespräch, das unter dem sprechenden Titel "Der doppelte Boden" erschien, und die Antwort lautete: "Sehr viele. Das gehört zu meinem Beruf."
Mehr:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Reich-Ranicki
http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=33&RID=1
http://www.ub.fu-berlin.de/service_neu/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/autorr/reirani.html
http://www.bam-portal.de/search.html?q=Reich-Ranicki+Marcel
https://portal.dnb.de/opac.htm?query=Woe%3D118599194&method=simpleSearch
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Hören und Sehen:
- Radio SRF 1, "Echo der Zeit" vom heutigen Mittwoch, 18 Uhr: Ein Nachruf und ein Gespräch mit der Publizistin Klara Obermüller
Heini Vogler und Simone Fatzer:
Audio "Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki ist tot" in externem Player öffnen.
- Diskussion mit Hans Mayer und Friedrich Dürrenmatt (Juni 1965)
- Reich-Ranicki und Dürrenmatt: Brand auf dem Studiotisch
- Sein letztes literarisches Quartett («Tagesschau», 14.12.2001)
- Reich-Ranicki verweigert den Deutschen Fernsehpreis (13.10.2008)
- Reich-Ranicki spricht vor dem Bundestag (27.01.2012)
Bild: Marcel Reich-Ranicki, Signatur 1999 - Zur Originaldatei: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Reich-Ranicki_Signatur-2.jpg&