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Bei einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) führen unterschiedliche Ursachen dazu, dass sich die Gewebehülle um das Herz (Herzbeutel; medizinischer Fachbegriff: Perikard) entzündet.
Beim Herzbeutel (Perikard) handelt es sich um zwei bindegewebsartige, dünne Häute, die das Herz umhüllen. Häufig entsteht im Verlauf einer Herzbeutelentzündung ein sogenannter Herzbeutelerguss (Perikarderguss). Bei diesem sammelt sich als Folge der Perikarditis Flüssigkeit im Herzbeutel an, die ab einer bestimmten Menge die Herzaktion beeinträchtigt.
Typische Beschwerden der Herzbeutelentzündung sind neben erhöhter Temperatur Schmerzen unter dem Brustbein, die sich beim Atmen und bei Bewegung verstärken. Bildet sich zusätzlich zur Perikarditis ein Herzbeutelerguss, treten weitere Symptome wie gestaute Halsvenen, geschwollene Beine (Beinödeme) und eine Lebervergrösserung hinzu. Dies deutet auf eine verminderte Herzleistung als Folge der Perikarditis hin. Betroffene fühlen sich geschwächt und sind weniger leistungsfähig.
Im Extremfall entwickelt sich bei einer Herzbeutelentzündung eine sogenannte Herzbeuteltamponade. Dabei übt die grosse Flüssigkeitsmenge so viel Druck auf das Herz aus, dass es den Körper nicht mehr ausreichend versorgen kann. Der Blutdruck fällt ab und es ist ein Schock möglich.
Die Diagnose der Herzbeutelentzündung stellt der Arzt anhand der typischen Symptome und verschiedener Untersuchungsmethoden. Dazu zählen Elektrokardiogramm (EKG), Röntgenuntersuchung, Blutuntersuchungen und Ultraschall. Die Behandlung einer Herzbeutelentzündung erfolgt – je nach Ursache – mit bestimmten Medikamenten. Auch ist es wichtig, sich bei einer Perikarditis zu schonen. Liegt ein Herzbeutelerguss (Perikarderguss) oder eine Herzbeuteltamponade vor, leitet der Arzt die Flüssigkeit mittels Punktion oder länger bestehender Drainage ab. In der Regel verläuft die Herzbeutelentzündung gut und hat eine gute Prognose.
Der Begriff Herzbeutelentzündung (Perikarditis) beschreibt eine entzündliche Erkrankung des Herzbeutels, die verschiedene Ursachen haben kann. Das Perikard (griech. peri-: um ... herum; Kard-: Herz) ist die äussere Umhüllung des Herzens. Sie besteht aus zwei dünnen Häuten aus Bindegewebe. Zwischen diesen Häuten befindet sich beim Gesunden eine geringe Menge Flüssigkeit. Der Herzbeutel schützt das Herz vor Überdehnung und äusseren Einwirkungen.
Man unterscheidet bei der Herzbeutelentzündung eine primäre und eine sekundäre Form. Bei der primären Perikarditis sind zumeist Viren die unmittelbaren Krankheitsauslöser. Dagegen ist die sekundäre Perikarditis die Folge einer anderen Erkrankung, die nicht vorrangig das Herz betrifft. Die primäre Perikarditis tritt häufiger auf.
Häufig begleitet ein Herzbeutelerguss (Perikarderguss) die Herzbeutelentzündung. Bei diesem sammelt sich Flüssigkeit im Herzbeutel an. Bildet sich ein Herzbeutelerguss sehr schnell aus, kann sich der wenig elastischen Herzbeutel nicht entsprechend weiten und es baut sich zunehmend Druck auf das Herz auf. In einigen Fällen ist dann das Herz in seiner Funktion eingeschränkt. Die gefährlichste Form des Perikardergusses ist die Herzbeuteltamponade. Dabei kann das Herz nicht stark genug gegen den erhöhten Druck arbeiten – und der Blutkreislauf die Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Bei einer Herzbeuteltamponade handelt es sich um einen Notfall.
Bei einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) sind die Ursachen vielfältig. Es lassen sich verschiedene Formen der Perikarditis unterscheiden.
Die virale Perikarditis tritt in 80 Prozent der Fälle auf. Die Erreger sind meist Coxsackie-Viren. Alternativ kommen bei der viralen Herzbeutelentzündung als Ursachen Echo-, Influenza- oder Adenoviren infrage. Bei Menschen, deren Immunsystem zum Beispiel im Rahmen einer HIV-Infektion oder nach einer Organtransplantation geschwächt ist, lassen sich manchmal seltenere Krankheitserreger nachweisen, wie zum Beispiel Zytomegalie-, Epstein-Barr- oder Hepatitisviren. Die virale Perikarditis zeigt sich meist nach einem Atemwegs- oder Magen-Darm-Infekte. Doch nicht immer lässt sich der Erreger nachweisen. Bleiben bei einer Herzbeutelentzündung die Ursachen unbekannt, sprechen Mediziner häufig auch von einer sogenannten idiopathischen Perikarditis.
Bei einer Herzbeutelentzündung kommen ausserdem Bakterien als Ursachen infrage. Gelangen bakterielle Keime von einer lokalen Entzündung (z.B. im Zahnbereich) über das Blut in den gesamten Körper, können sie über den Blutstrom auch den Herzbeutel erreichen und besiedeln (bakterieller Perikardbefall). Für eine Herzbeutelentzündung sind damit auch als Ursachen zum Beispiel das Ziehen eines Zahns oder eine Lungenentzündung möglich. Als Erreger kommen hierbei hauptsächlich Pneumokokken, Staphylokokken oder Hämophilus influenzae vor. Eine bakterielle Herzbeutelentzündung geht in der Regel mit einem Herzbeutelerguss einher – der Arzt muss dann in der Regel die überschüssige Flüssigkeit mittels einer Punktion ableiten. Durch eine Erregerkultur mit Resistenzbestimmung auf Antibiotika (sog. Antibiogramm) lassen sich der Keim und das gegen ihn wirksamste Medikament bestimmen.
Bei einigen Fällen von Herzbeutelentzündung sind als Ursachen bestimmte Krebserkrankungen nachweisbar. Im Rahmen eines bösartigen Lungen- oder Brustdrüsentumors oder bei einer Leukämie können sich Tochtergeschwulste im Herzbeutel ansiedeln oder es kann sich ein maligner Perikarderguss bilden. Seltener entsteht Krebs bereits direkt im Herzbeutel (Primärtumor).
Eine weitere Form der Herzbeutelentzündung ist die tuberkulöse Perikarditis. Der verantwortliche Erreger für die Herzbeutelentzündung ist das Mycobacterium tuberculosis. Es gelangt über den Blutweg oder durch benachbarte Entzündungen zum Herzbeutel (Perikard). Neben den das Herz betreffenden Beschwerden leiden Betroffene häufig unter Nachtschweiss und Gewichtsverlust. Ist eine Herzbeutelentzündung durch Tuberkulose bedingt, können auch andere Körperregionen von dieser entzündlichen Erkrankung betroffen sein – müssen es aber nicht. Gefürchtete Komplikation der tuberkulösen Perikarditis ist die sogenannte Perikarditis constrictiva. Hierbei verkalkt und verhärtet der Herzbeutel kapselartig, was in der Folge die Herzfunktion stark beeinträchtigt.
Diese spezielle Form der Herzbeutelentzündung tritt in einigen Fällen von Herzinfarkt auf. Dabei findet sich die Entzündung des Herzbeutels stellenweise über den geschädigten Herzmuskelarealen, sie kann aber ebenso nach Herzoperationen oder anderen Herzverletzungen vorkommen. Die Entzündung geht bei ausgedehnten Infarkten gelegentlich in eine diffuse Perikarditis über, das sogenannte Dressler-Syndrom.
Bei einer Herzbeutelentzündung kommen ausserdem Nierenerkrankungen als Ursachen infrage. Bei nierenkranken Personen, denen eine Dialyse bevorsteht, können bestimmte Substanzen, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden, im Körper verbleiben und eine Herzbeutelentzündung verursachen. In solchen Fällen spricht man von einer urämischen Perikarditis.
Bei einer Herzbeutelentzündung können Ärzte auch sogenannte Autoimmunerkrankungen als Ursachen in Betracht ziehen. Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich das Abwehrsystem nicht nur gegen mögliche Krankheitserreger («fremd») sondern auch gegen körpereigenes Gewebe. Dabei kann es sich auch um den Herzbeutel handeln – er entzündet sich und eine Perikarditis ist die Folge. Zu den Autoimmunerkrankungen, die mögliche Ursachen einer Herzbeutelentzündung sind, zählen unter anderem Lupus erythematodes, Sklerodermie, rheumatoide Arthritis und Sarkoidose.
Selten verursachen Strahlen (Radioaktivität) oder Medikamente eine Herzbeutelentzündung. Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) oder eine massive Erhöhung der Cholesterinwerteim Blut (Hypercholesterinämie) können eine Herzbeutelentzündung auslösen.
Bei einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) sind die Symptome nicht immer eindeutig. Die Betroffenen leiden beispielsweise unter plötzlich einsetzendem Fieber, verbunden mit körperlicher Schwäche. Sie sind ausserdem weniger belastbar und verspüren Schmerzen unter dem Brustbein oder dem linken Brustkorb. Bei der akuten Herzbeutelentzündung verstärken sich die Schmerzsymptome durch Bewegungen, flaches Liegen, Husten und tiefes Atmen. Ausserdem schlägt das Herz schneller als normal. Aufrechtes Sitzen oder ein vorgebeugter Oberkörper verschaffen manchmal Erleichterung. Bei einer bakteriellen Herzbeutelentzündung kommt starkes Fieber hinzu. Verläuft eine Herzbeutelentzündung chronisch, treten meist keine Symptome oder nur sehr geringe und unspezifische Beschwerden auf. Häufig bemerkt man sie erst durch einen Herzbeutelerguss.
Wenn sich als Folge einer Herzbeutelentzündung zwischen Herzbeutel und -muskel ein Erguss ausbildet (sog. Herzbeutelerguss, Perikarderguss), verändern sich die Symptome der Betroffenen. Der Schmerz verschwindet, dafür treten Anzeichen einer Herzschwäche auf. Dazu gehören gestaute Halsvenen, beidseitige Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen (Beinödeme) oder eine Vergrösserung der Leber, bei der es begleitend zu einer Bauchwassersucht (Aszites) kommen kann. Bei herzgesunden Personen lassen sich im Herzbeutel etwa 15 Milliliter einer klaren, bernsteinfarbenen, eiweisshaltigen Flüssigkeit nachweisen. Dagegen kommen blutreiche Herzbeutelergüsse bei einer Tuberkulose oder bei bösartigen Tumoren vor, eitrige Ergüsse bei einer bakteriellen Perikarditis.
Als Komplikation eines akuten Herzbeutelergusses ist eine sogenannte Herzbeuteltamponade möglich. Der Herzbeutelerguss ist dann so stark ausgeprägt, dass das Herz nicht mehr normal funktionieren kann. Es handelt sich um einen Notfall mit Blutdruckabfall und den Symptomen eines Schocks.
Bei Verdacht auf eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) erkundigt sich der Arzt zur Diagnose zunächst nach den genauen Symptomen (Anamese). Häufig findet sich in der Krankengeschichte ein vorausgegangener Atemwegsinfekt oder eine Durchfallerkrankung. Anschliessend folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt hört dazu das Herz des Patienten mit einem Stethoskop ab. Bei beginnender Perikarditis mit fehlendem oder kleinem Erguss im Herzbeutel nimmt der Arzt ein hochfrequentes herzsynchrones Reibegeräusch wahr, das sogenannte «Perikardreiben». Um bei einer Herzbeutelentzündung die genaue Diagnose zu stellen, setzt der Arzt häufig auch ein Elektrokardiogramm (EKG) ein. Dabei erkennt er typische Veränderungen, die zum Teil einem Herzinfarkt sehr ähnlich sind, sich jedoch bei vollständiger Ausheilung wieder normalisieren.
Mittels der Blutuntersuchung lassen sich bei einer Herzbeutelentzündung Entzündungszeichen des Körpers erfassen. Liegt eine Entzündung im Körper vor, etwa eine Perikarditis, ist unter anderem die Zahl der weissen Blutkörperchen erhöht, ebenso die Blutsenkungsgeschwindigkeit oder das sogenannte C-reaktive Protein. Zum Ausschluss einer Autoimmunerkrankung erfolgen spezielle Untersuchungen auf Autoantikörper. Bei Verdacht auf Tuberkulose als Auslöser einer Herzbeutelentzündung, führt der Arzt im Rahmen der Diagnose einen Tuberkulosetest durch.
Die Ergebnisse einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs sind nur bei schweren oder chronischen Verläufen einer Herzbeutelentzündung oder einem ausgeprägten Herzbeutelerguss auffällig. Manchmal stellt der Arzt Verkalkungen fest. Dem Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) kommt vor allem bezüglich der Diagnose eines Herzbeutelergusses eine grosse Bedeutung zu. Hat sich aufgrund der Entzündung ein Perikarderguss entwickelt, entnimmt der Arzt in einigen Fällen mit einer Hohlnadel Flüssigkeit aus dem Herzbeutel (Punktion), um es später im Labor untersuchen zu lassen. Dabei punktiert er nach einer örtlichen Betäubung (lokaler Anästhesie) unter Ultraschallkontrolle unterhalb des Brustbeins. Das Laborpersonal untersucht anschliessend die punktierte Flüssigkeit laborchemisch und beurteilt mögliche Zellen im Erguss unter dem Mikroskop. Ausserdem werden aus der gewonnen Flüssigkeit bakterielle Kulturen angelegt. Sind Bakterien im Erguss, lässt sich der jeweilige Erreger bestimmen.
Bei einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) ist es zur Therapie wichtig, sich körperlich zu schonen. Betroffene halten dazu Bettruhe ein. Bestimmte Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern. In einigen Fällen ist eine Operation sinnvoll.
Bei der Herzbeutelentzündung (Perikarditis) richtet sich die medikamentöse Therapie nach den genauen Entzündungsursachen. Bei der häufig auftretenden viralen Herzbeutelentzündung erfolgt die Behandlung der Symptome mit Schmerzmitteln und anti-entzündlichen Medikamenten. Hierbei kommen in der Regel nicht-steroidale Antiphlogistika und bei unzureichendem Ansprechen Glukokortikoide zum Einsatz. Die Herzinsuffizienz lässt sich durch Diuretika und ACE-Hemmer bessern. Bei der Behandlung der bakteriellen Perikarditis verwendet man zusätzlich Antibiotika. Hat eine Tuberkulose die Herzbeutelentzündung ausgelöst, ist eine kombinierte Therapie mit mehreren Medikamenten, die gegen die auslösenden Bakterien wirken, erforderlich. Bei der gelegentlich nach einem Herzinfarkt auftretenden Perikarditis epistenocardica bekommen Betroffene Acetylsalicylsäure.
Bei anderen, sekundären Formen der Herzbeutelentzündung steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund. Die autoimmun ausgelöste Perikarditis wird durch immunschwächende Medikamente wie Glukokortikoide behandelt. Solche Medikamente setzen die Körperabwehr herab und mildern damit die Immunreaktion gegen eigenes Gewebe.Ist die Entzündung hingegen durch ein Nierenversagen ausgelöst, ist eine Dialyse zur Blutreinigung notwendig. Die tumorbedingte Perikarditis erfordert eine Operation, Chemotherapie oder Strahlenbehandlung.
Bei einem ausgeprägten Herzbeutelerguss beziehungsweise einer Herzbeuteltamponade als Folge einer Herzbeutelentzündung, reicht eine medikamentöse Therapie allein nicht aus. Da es sich meist um eine Notfallsituation handelt, ist das Ziel der Behandlung, zunächst das Herz zu entlasten. Der Arzt nimmt dafür eine sogenannte Perikardpunktion vor – dabei entnimmt er die überschüssige Flüssigkeit aus dem Herzbeutel. Bei rasch nachlaufenden Ergüssen (z.B. im Rahmen einer bakteriellen Endokarditis) legt er eine Drainage, wobei er einen Katheter im Herzbeutel belässt. Dadurch kann der Arzt den sich nachbildenden Erguss in regelmässigen Abständen ableiten und so das Herz entlasten. Von einem Perikarderguss Betroffene werden generell intensivmedizinisch versorgt.
Bei schweren Verläufen von Herzbeutelentzündung mit wiederholten Perikardtamponaden kann man der Arzt eine sogenannte Perikardfensterung durchführen. Das bedeutet, der Arzt schafft während einer Operation einen Durchgang im Herzbeutel wobei der Erguss direkt in die Pleurahöhle abgeleitet wird – wo die Flüssigkeit schliesslich von den Zellen aufgenommen (resorbiert) wird. Die Pleurahöhle ist der Raum zwischen der Lungenoberfläche und der inneren Wand des Brustkorbs. Die Pleurahöhle wird – ähnlich wie der Herzbeutel – von zwei dünnen Häuten aus Bindegewebe ausgekleidet (Brustfell und Lungenfell) und enthält natürlicherweise eine geringe Menge Flüssigkeit.
Bei der sogenannten Perikarditis constrictiva verfestigt sich der Herzbeutel zunehmend (bindegewebige Verschwielung des Perikards). Da dies den Herzschlag immer mehr erschwert, kann es ausserdem erforderlich sein, den Herzbeutel zu entfernen.
Eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) zeigt meist einen guten Verlauf. Die häufigste Form der idiopathischen beziehungsweise viralen Herzbeutelentzündung heilt in der Regel nach ein bis drei Wochen aus.
Die Herzbeutelentzündung (Perikarditis) kann im Verlauf auf die anderen Schichten des Herzens übertreten und zu Komplikationen führen. Dann kommt es zusätzlich zu Entzündungen des Herzmuskels (Perimyokarditis) und seltener der Herzinnenschicht (Endokarditis) oder aller Herzschichten (Pankarditis).
Die zwei schweren Komplikationen der Herzbeutelentzündung sind die Perikarditis constrictiva und die Herzbeuteltamponade. Bei der Perikarditis constrictiva verhärtet sich der Herzbeutel kapselartig, verkalkt und schnürt sich narbig ein. Dadurch kann sich das Herz nicht optimal mit Blut füllen und seine Pumpfunktion ist stark beeinträchtigt. Bei den Betroffenen staut sich Blut in den Halsvenen und sie sind kurzatmig. Auch fallen Schwellungen (Ödeme) der Beine auf und eventuell sammelt sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites). Betroffene sind davon meist sehr geschwächt.
Im Röntgenbild zeigt sich meist ein normalgrosses Herz. Besteht dennoch eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz), schliesst der Arzt meist auf eine Perikarditis constrictiva. Diese Form von Herzbeutelentzündung kann sich über mehrere Jahre entwickeln, wobei die Anfangsstadien gewöhnlich beschwerdefrei sind. Es kommt selten nach einer Strahlentherapie bei Personen mit Tumoren, nach Herzoperationen oder im Rahmen von Autoimmunerkrankungen zu einer Perikarditis constrictiva. Die Symptome ähneln einer Perikardtamponade. Durch den Rückgang der Tuberkulose in der Schweiz ist die Perikarditis constrictiva selten.
Auch die Herzbeuteltamponade zählt bei der Herzbeutelentzündung zu den Komplikationen – es handelt sich um eine Notfallsituation. Da der Herzbeutel kaum dehnbar ist, drückt Flüssigkeit, die sich in ihm im Rahmen einer Herzbeutelentzündung ansammelt (Herzbeutelerguss), auf das innenliegende Herz. Bei Ergüssen ab 200 Milliliter treten meist Beschwerden auf, doch sind bei chronischen Verläufen Ergussmengen bis zu mehreren Litern möglich. Die Herzvorhöfe setzen dem Aussendruck durch die Flüssigkeit nur wenig Druck entgegen. Daher werden sie besonders stark zusammengedrückt. Als Folge füllt sich das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut und wirft damit nur wenig Blutvolumen aus. Die Betroffenen einer Herztamponade leiden bei einem akuten Verlauf unter Blutdruckabfall bis hin zum Schock, einer beschleunigten Herzfrequenz, Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz und Luftnot. Die Herzbeuteltamponade behandelt der Arzt in der Regel, indem er Flüssigkeit aus dem Herzbeutel ablässt (Punktion und Drainage). Allerdings ergeben sich infolge der Drainage in fünf Prozent der Fälle schwere Komplikationen wie Blutungen oder Fehlpunktionen.
Die Prognose der Herzbeutelentzündung (Perikarditis) ist in der Regel gut. Nur selten entwickeln sich bei einem Herzbeutelerguss grössere Mengen an Flüssigkeit und damit eine Perikardtamponade. Ebenso ist eine Perikarditis constrictiva selten, die eine eher ungünstige Prognose hat. Allerdings tritt die sogenannte idiopathische Form der Herzbeutelentzündung, die ohne erkennbare Ursachen entsteht, manchmal erneut auf und kann chronisch verlaufen. Das episodische Auftreten von Brustschmerz und Fieber zieht sich über Jahre hin und führt häufig auch zu einer falschen Diagnose.
Die bakterielle Herzbeutelentzündung kann in einigen Fällen eine ungünstige Prognose haben – die Erkrankung kann dann lebensgefährlich verlaufen, wenn die verabreichten Medikamente (Antibiotika) nicht oder nicht ausreichend, wirken. Neben der tuberkulösen und tumorbedingten Herzbeutelentzündung hat die bakterielle Perikarditis die höchste Tendenz, als Komplikation eine Perikardtamponade auszubilden.
Einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) lässt sich nicht vorbeugen – es gibt keine allgemeinen schützenden Massnahmen gegen die Herzbeutelentzündung.