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Viele Menschen können sich noch immer nichts unter Esoterik vorstellen. Oft verwechseln sie Esoterik mit spirituellen Mythen und Lebensweise, die eher im Verborgenen stattfinden. Dabei denken sie an eine geschlossene Gruppe von Menschen oder einer Sekte, die rauchend im Kreis sitzt und Gebete spricht. Der Dampf der Zigarren, der Elektronischen Zigarette oder der Tabakpfeife vernebeln dabei den Raum. Soweit die Phantasie.
Die Realität sind sieht jedoch anders aus. Esoterik ist längst ein fester Forschungsbestandteil der Wissenschaft. Antoine Faivre kam Anfang der neunziger Jahre zu der These, dass Esoterik nichts weiter als eine Denkform sei, die man in vier Grundteile untergliedern kann. Seine Veröffentlichungen wurden von der Fachwelt mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen und später als die Faivre-Paradigma bezeichnet.
Der erste Grundpfeiler laut Faivre sind die Entsprechungen. Er geht davon aus, dass zwischen alle sichtbaren und unsichtbaren Teilen der Welt symbolische und reale Verbindungen existieren. Diese kann der Mensch erkennen und nutzen.
Die Natur ist für Faivre lebendig und wesenhaft. Er spricht der Natur seelische und geistige Eigenschaften zu.
Der dritte Punkt ist, laut Faivre, Imagination und Meditation. Entsprechungen können von sogenannten Vermittlern offenbart werden. Als Beispiele nennt der Franzose Rituale, Geister oder Engel. Mit der Imagination, dem sogenannten Seelenorgan, kann der Mensch dabei Verbindung zur unsichtbaren Welt aufnehmen. Das Fehlen der Imagination ist für Faivre auch der wesentliche Unterschied zwischen Esoterik und Mystik
Letztendlich sprechen Faivres Thesen die Transmutation an, die für die Wandlung eines Gegenstandes in eine Ebene steht. In der Esoterik bedeutet dies die „zweite Geburt“. Das Prinzip soll den individuellen Weg eines jeden einzelnen Menschen zeigen.
Obwohl das Faivre Paradigma auf vielfache Kritik stieß, wurde es doch von den meisten Esoterikforschern als Grundlage für weitere vergleichen Studien angewandt.