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Die Schweiz hat an einer Geberkonferenz der Vereinten Nationen in Genf zusätzliche 4 Millionen Franken für die humanitäre Hilfe im Jemen zugesagt. Bisher haben die Staaten mehr als 2 Milliarden Dollar für die notleidende Bevölkerung im krieggeplagten Land versprochen. Laut eines Appells der UNO sind Zusagen von 3 Milliarden Dollar für dieses Jahr nötig.
Der an der letztjährigen Geberkonferenz angekündigte Gesamtbeitrag der Schweiz für den Jemen für die Jahre 2017-2020 wird auf 45 Millionen Franken erhöht, davon 13 Millionen Franken für den Humanitären Hilfsplan 2018 der UNO.
"Es ist an der Zeit, unsere Solidarität mit dem jemenitischen Volk zu erneuern und dieser menschlichen Katastrophe ein Ende zu setzen", sagte der Schweizer Vizepräsident Ueli Maurer am Dienstag vor Diplomaten und Hilfsorganisationen in Genf. Die Schweiz hatte die eintägige Geberkonferenzexterner Link zugunsten des Jemen gemeinsam mit Schweden und der UNO organisiert.
Die UNO sagt, dass sie für die "schlimmste humanitäre Krise der Welt" 2,96 Milliarden Dollar brauche, um das Leid der jemenitischen Bevölkerung zu lindern. 22 Millionen Menschen – drei Viertel der Bevölkerung – seien auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen.
Bis Dienstagnachmittag waren mehr als zwei Drittel des Budgets des UNO-Reaktionsplansexterner Link durch staatliche Zusagen gedeckt, darunter eine Summe von 930 Millionen Dollar von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Europäische Union sagte, dass sie zusätzliche 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen würde, und die Vereinigten Staaten versprachen 87 Millionen Dollar. Rund 40 Länder wollen zum UNO-Aufruf beitragen. Die Summe entspricht einer Verdoppelung der internationalen finanziellen Verpflichtungen für Jemen des Jahres 2017.
Der Krieg im Jemen zwischen einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition und Huthi-Rebellen dauert nun schon drei Jahre. Er hat mehr als 10'000 Tote gefordert, rund 2 Millionen Menschen vertrieben und dem ärmsten Land auf der Arabischen Halbinsel Hunger und Elend gebracht.
"Den Bach runter"
Alexandre Faite, der scheidende Delegationsleiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) für den Jemen, sagte, die direkten Folgen des Krieges und 10'000 Tote seien bereits "schlimm genug".
Aber die indirekten Auswirkungen des Konflikts auf das tägliche Leben seien vielleicht noch schlimmer. Dazu gehörten die steigenden Kosten für Treibstoff, Kochgas und Gesundheitspflege sowie das Fehlen von Selbsthilfemöglichkeiten.
"Weniger als 10% der Bevölkerung haben Zugang zu Elektrizität, das spricht Bände. Dasselbe gilt für Wasser", sagte er gegenüber swissinfo.ch.
"Wegen der indirekten Auswirkungen geht das Land immer weiter den Bach runter, und wenn die Auswirkungen das Fundament und die Struktur des Landes treffen, ist es wirklich bedenklich."
Geld ist "nicht genug"
Der Schweizer Finanzminister Ueli Maurer sagte, Geld sei "entscheidend, aber es reicht nicht aus", um die alarmierende Situation im Jemen zu lösen.
"Wir müssen die heutige Veranstaltung nutzen, um erneut zur politischen Lösung des Konflikts aufzurufen", sagte er den Diplomaten. "Wir rufen zur Einstellung der Feindseligkeiten auf. Mein Land ist nach wie vor bereit, den politischen Prozess zu unterstützen und fordert alle Parteien auf, ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zu kommen, um eine gemeinsame Lösung für den Konflikt im Jemen zu suchen."
Im Jahr 2015 fanden in der Schweiz Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien des Jemen statt, gefolgt von einer Verhandlungsrunde in Kuwait im Jahr 2016.
(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler)