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Bisheriger Stand des Wissens
Bis anhin wurde das Thema Fensterbänke in Normen oder anderen Dokumenten bezüglich Stand der Technik eher vernachlässigt. Vereinzelt sind in den SIA-Normen Passagen zum Thema Fensterbank zu finden oder dahingehend zu interpretieren. Zum Beispiel in der Norm SIA 331 zu Fenster und Fenstertüren wird unter der Ziffer 5.3.2 festgehalten, dass der Übergang zwischen Blendrahmen (Fensterrahmen) und Fensterbank dauerhaft gegen Wasser abzudichten ist. In der Norm SIA 271 kann von der Ziffer <ip-pii> (Dachrandabschlüsse) abgeleitet werden, dass beim Fassadenüberstand einer Fensterbank horizontal mindestens ein Abstand von 30 mm zur Fassade einzuhalten ist.
Im europäischen Raum sind bis jetzt zwei Dokumente zum Thema Fensterbänke vorhanden. In Deutschland ist es die «Empfehlung für den Einbau/Ersatz von Metall-Fensterbänken in WDVS-Fassaden» der Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden. In Österreich besteht die «Richtlinie Fensterbank für deren Einbau in WDVS- und Putzfassaden sowie vorgehängten Fassaden» von der österreichischen Arbeitsgemeinschaft Fensterbank.
Hinzu kommt nun das Merkblatt des SMGV, von dem sich die beiden «europäischen» Dokumente in den Modellen der Putzborde, aber auch beim hinteren Anschluss bedingt durch eine andere Rahmenausbildung der Fenster unterscheiden. Doch alle Autoren dieser Regelwerke (D, A und CH) sind sich einig:
- Die seitlichen Anschlüsse müssen die Verformungen durch die thermische Längenänderungen der Fensterbänke schadlos aufnehmen können und dabei dicht bleiben.
- Bei zu erwartenden grösseren Verformungen wird der Einsatz von entkoppelten Putz- oder Stehborden empfohlen.
- Der Einbau einer Sekundärabdichtung erhöht die Sicherheit, dass eindringendes Wasser nicht in die Wandkonstruktion gelangt, sondern sicher nach aussen abgeleitet werden kann.
Bauwerke, die den Ansprüchen der modernen Architektur nachkommen, werden wie das neue Verwaltungsgebäude des SMGV häufig als «Lochfassade» konzipiert. Von Lochfassaden spricht man, wenn zur Gestaltung der Aussenwände die Anordnung und die Grösse der Fensteröffnungen massgebend sind.
Folglich kann jede Öffnung dieser Fassade mit einer Fensterbank ausgestattet sein, falls die Fenster nicht fassadenbündig eingebaut werden. Umso wichtiger ist es also, dass die Planung und der Einbau von Fensterbänken und Türschwellen nachhaltig und technisch korrekt vorgenommen werden.
Nicht selten kann das geschulte Auge klare Anzeichen von undichten Putzanschlüssen an Fensterbänken in Fassaden feststellen. Dies gilt es zu beseitigen. Daher war es eines der Ziele der Autorengruppe des Merkblatts, dem Thema Anschlussfugen besonderes Augenmerk zu schenken.
Hinsichtlich der Anschlussfugen zeigt das Merkblatt auf, dass je nach Fensterbank-Ausführung die seitlichen Anschlüsse in vier verschiedene Teilbereiche unterteilt werden können und müssen. Die Art der Anschlussfugenausbildung in der Leibung kann zum Beispiel von derjenigen an der Fassadenfläche (obere oder stirnseitige) abweichen. Anschlussfugenprofile mit integriertem Fugendichtungsband stellen bei der Ausführung mit Richtungswechseln für den Verarbeiter eine Herausforderung dar. Im Merkblatt werden mit diversen Abbildungen Lösungen aufgezeigt und beschrieben.