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Schlesien, um 1760/70
Zweifarbiger Seidendamast
H. 110,5, B. 89 cm
Inv. 1968.163.
Der Begriff Damast verbindet sich mit der Vorstellung von weisser Tischwäsche aus Leinen mit feingliedrigem weissem Muster. Dieses wird durch verschiedene Webbindungen erzeugt, die dem glatten Stoffgrund strukturierte Flächen gegenüberstellen. Diese Technik wird in Europa seit dem 15. Jahrhundert für Leinendamaste mit reichem Bildprogramm angewendet. Eine zweifarbige Musterung mit farbigem Schuss wurde in Westeuropa nicht angestrebt, hingegen in Schlesien und Sachsen, wo sich die Damastweberei seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts zu grosser Blüte entwickelt hatte. Dort wurden in gleicher Technik und gleichem Stil neben weissen Leinendamasten auch zweifarbige Halbseiden- und Seidendamaste mit farbigem Schuss gewebt. Deren galante oder allegorische Bildthemen lassen sich zuweilen mit Motiven des ebenfalls dort geübten Glasschnitts vergleichen. Das "Coffetuch" zeigt den Rändern entlang, umlaufend, belebte Jagdszenen und im Mittelfeld unter einem Baldachin zwei an reich gedecktem Tisch speisende elegante Paare. Zwei Hunde warten auf die für sie abfallenden Bissen, und zwei Jäger stossen ins Horn.