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Sicherheitsüberprüfung
Zur Überprüfung der Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke werden periodisch umfassende Sicherheitsüberprüfungen vorgenommen. Diese periodischen Überprüfungen nehmen unter Berücksichtigung aller verfügbaren Resultate und Erfahrungen aus regelmässigen Inspektionen, Tests, wiederkehrenden Prüfungen, Sicherheitsanalysen und Betriebserfahrungen eine umfassende Gesamtbeurteilung des aktuellen Sicherheitszustandes der Anlage vor. Zusätzlich kann eine Überprüfung der Sicherheit bei gegebenem Anlass behördlich verfügt werden, wie dies nach den Ereignissen in Fukushima-Daichii erfolgte.
Das in der Kerntechnik entwickelte Sicherheitskonzept beruht auf Annahmen über mögliche Störfälle und auf ingenieurtechnischen Erfahrungen. Es ist in Gesetzen, Verordnungen, Regeln, Richtlinien und Empfehlungen festgeschrieben, etwa für die Auslegung von Komponenten oder für den Brandschutz. Zur Überprüfung der Auslegung sind zusätzlich wahrscheinlichkeitsbezogene Sicherheits- und Risikoanalysen (PSA) entwickelt worden. Sie haben sich inzwischen in der Praxis der Beurteilung von Kernkraftwerken etabliert. Die PSA ermöglicht Zuverlässigkeitsbeurteilungen für sicherheitsrelevante Systeme anhand ermittelter Versagenswahrscheinlichkeiten; darüber hinaus können komplexe Unfallabläufe mit Versagen von Sicherheitsteilsystemen mithilfe von Wahrscheinlichkeitsüberlegungen analysiert werden. Risikoanalysen beziehen mögliche Schäden ausserhalb der Anlage ein. 1993 wurde eine umfassende PSA für das KKG fertiggestellt. Die Studie identifiziert, beschreibt und quantifiziert Unfallabläufe und deren Ursachen, die zu einem schweren Kernschaden führen können. Die durch die PSA für das KKG ermittelte Kernschadenshäufigkeit liegt im Bereich knapp unterhalb der für zukünftige fortschrittliche Anlagen angestrebten Werte.
1999 wurde die Nachrüstung eines unabhängigen dritten Brennelementbeckenkühlstrangs abgeschlossen. Das zusätzliche Brennelementbeckenkühlsystem ergänzt die zwei bestehenden Kühlsysteme, die als Bestandteile der allgemeinen Not- und Nachkühlkette die Nachwärmeabfuhr aus den Brennelementen sicherstellen. Das Projekt trägt Erkenntnissen aus der PSA Rechnung. Es ist ein Beispiel dafür, dass neue Erkenntnisse der Sicherheitsforschung ihre Anwendung in der Anlage finden. Seit der Jahrtausendwende ist laufend weiter in die Verbesserung der Anlagensicherheit investiert worden. Zu den wichtigsten Verbesserungen gehören: der Umbau der Druckhalterventilstation, bauliche Verstärkungen am Notspeisegebäude, der Bau einer Hochwasserschutzmauer, die Erdbebenertüchtigung der Notstrom- und Notstandsdiesel, die Erdbebenertüchtigung des Reaktorschutzsystems und von Kabelpritschen wie auch des Feuerwehrgebäudes, die Einrichtung von Anschlussmöglichkeiten für die externe Dampferzeugerbespeisung, die Brennelementlagerbeckenbespeisung und die Notstromversorgung sowie die Einrichtung eines externen Lagers mit Notfallmaterial. Darüber hinaus wurden die leittechnischen Begrenzungseinrichtungen durch moderne Digitaltechnik ersetzt. Mit den Massnahmen wurde eine Erhöhung der Erdbebenfestigkeit um einen Faktor > 2 im Vergleich zur ursprünglichen Erdbebenauslegung erreicht. Wesentlich verbessert wurde auch die Beherrschung auslegungsüberschreitender Ereignisse, indem die Zeitperiode, während deren das KKG keine externe Hilfe benötigt, auf > 72 Stunden ausgeweitet wurde. Interne und externe Notfallmassnahmen zu Notstromversorgung, Dampferzeuger- und Brennelementlagerbeckenbespeisung sind vorbereitet. Entsprechende Notstromdiesel, Kabel, Pumpen und Schläuche liegen auf dem KKG-Gelände und im externen Notfalllager Reitnau bereit.