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Nur wenige Strassen und Wege der Stadt Wädenswil sind nach Personen benannt. Frauennamen fehlen überhaupt. Wer waren die besonders ausgezeichneten Männer? Die folgenden Kurzbiographien geben darüber Aufschluss:
Am 6. Juni 1834 als Spross eines alten Wädenswiler Geschlechtes geboren, verlebte Julius Hauser im väterlichen Heimwesen auf der Vorderen Fuhr eine glückliche Jugend. Der musikalische Knabe genoss eine sorgfältige, aber straffe Erziehung und erwarb sich – wie der nachmalige Bundesrat Hauser – im Institut Heer in Horgen eine gute Schulbildung. Seine Eltern hielten ihn früh zu Arbeitsamkeit und Sparsamkeit an und weckten in ihm tief religiösen Sinn. 1845 bezog die Familie Hauser das stattliche Weinbauerngut ob der Kirche, wo Julius an der Seite des Vaters in die vielgestaltige Arbeit eines Rebbauern hineinwuchs.
Durch Predigten des Pfarrers Heinrich Zimmermann am Zürcher Fraumünster angeregt, richtete Julius Hauser im Jahre 1856 auf dem oberen Boden seiner Scheune (im Gebiet der heutigen Sportanlagen «Eidmatt») ein gottesdienstliches Lokal ein, wo fortan jeden Sonntag eine Schar Andächtiger zusammenkam. Der Stiftung des Evangelischen Vereinshauses folgte in den 1870er Jahren – wiederum auf Initiative von Julius Hauser – die Einführung der Sonntagschule.
Im Jahre 1870 ersteigerte Hauser ein Heimwesen auf dem «Bühl». Mit seinem Freund Samuel Zeller gründete er hier eine Anstalt für geistesschwache Kinder, die schon 1873 in den Besitz der Hauseltern überging. Das Kinderheim Bühl brannte in der Nacht vom 10. Auf den 11. November 1932 ab, worauf am heutigen Standort zwischen Rötiboden und Untermosen ein Neubau erstellt wurde.
1874 rief Julius Hauser mit einigen Gesinnungsfreunden die Freie Schule Wädenswil ins Leben. Sie wurde im alten Schützenhaus am Rotweg (am Standort des heutigen Sekundarschulhauses Fuhr) eröffnet, wenig später in die umgebaute Scheune des Weinbauern Julius Hauser ob der Kirche verlegt und im Frühling 1910 mangels Finanzen geschlossen.
Im Herbst 1874 erwarb Julius Hauser das Heimwesen «Neuhof» im Wädenswiler Berg, wo er versuchte, eine Heilstätte für Trinker einzurichten. Das sicher wohlgemeinte Werk gelang aber nicht recht und blieb in den Anfängen stecken.
1880 verheiratete sich Julius Hauser mit der Sonntagsschullehrerin Anna Huber von Wädenswil. Eigene Kinder blieben dem Ehepaar versagt. Dafür adoptierte Hauser zwei Mädchen und er nahm 89 Patenschaften an. In seiner steten Bescheidenheit wirkte der Weinbauer für Kinder, Arme, Kranke und Elende.
Im Frühjahr 1897 wurde Julius Hauser von einer hartnäckigen Krankheit niedergeworfen, der er am 12. Dezember erlag.
Peter Ziegler