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Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich mein Diabetes absichtlich die ungünstigsten Momente aussucht, um sich bemerkbar zu machen.
Während eines ausgedehnten Spaziergangs in der Natur, zum Beispiel, fühle ich mich häufig unterzuckert und versuche anschliessend, mir die Traubenzucker möglichst unauffällig in den Mund zu schieben, so dass die andere Person nichts davon bemerkt. Wenn ich im Flugzeug sitze, um in die Ferien zu fliegen, vibriert meine Insulinpumpe, um mir mitzuteilen, dass ich die Batterien wechseln sollte, wobei sich die neuen Batterien natürlich im Koffer befinden. Bei einem Vorstellungsgespräch hingegen, habe ich dann wieder einen hohen Blutzucker und bekomme einen so trockenen Mund, dass ich kaum sprechen kann. Wenn ich aber einen ganzen Tag zu Hause auf dem Sofa verbringe und mehr als genug Zeit hätte, das Insulinreservoir zu wechseln oder mir einen Snack gegen die Unterzuckerung zu besorgen, bleibt das Gerät stumm und auch mein Körper ist beschwerdefrei. In solchen Situationen kommt mir mein Diabetes vor wie ein kleines Kind. Wenn ich Zeit habe, um mich mit ihm zu beschäftigen, hat er keinerlei Bedarf dafür. Habe ich jedoch etwas Wichtiges zu tun, macht er alles, damit ich meine Tätigkeit liegen lasse und mich um ihn kümmere. Er möchte dabei meine gesamte Aufmerksamkeit erlangen. Ich hoffe sehr, dass meine Krankheit bald erwachsen wird …
Kolumne: Diabetes – na und ?! Werde erwachsen, Diabetes!
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich mein Diabetes absichtlich die ungünstigsten Momente aussucht, um sich bemerkbar zu machen.