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Der Stall ist mehr als nur ein Gebäude - er stiftet Identität, zeugt von einer früheren Wirtschaftsweise und prägt die Kulturlandschaft. Aufgrund technischer Errungenschaften und gesellschaftlicher Veränderungen werden viele Ställe von den Landwirten nicht mehr gebraucht. Die Zahl der Betriebe sinkt und die verbleibenden wirtschaften in grösseren, neuen Ökonomiebauten. Da der Stall als Kulturgut und raumprägendes Element schützenswert ist, gilt es ihn zu erhalten. Mit der gegenwärtigen Auffassung von Erhalt, rettet man jedoch oft nur die Hüllen in Form von Kulissen. Dazu kommt, dass vor dem Hintergrund des Zweitwohnungsgesetzes in der Schweiz kurzfristiges Denken das Handeln prägt. Das Umnutzen und Umbauen in private Zweitwohnsitze führt zur fortschreitenden Zersiedlung und zur Angleichung der Gebiete an den Siedlungsraum. Es stellt sich die Frage, was der Stall als Kulturgut für eine Gemeinschaft leisten kann? Im Rahmen des geplanten Forschungsprojekts gilt es die Herausforderungen und Möglichkeiten kollektiver Umnutzungen von Ställen im Nichtbaugebiet aufzuzeigen. Dazu wird das Thema in einen alpenweiten Kontext eingebettet und Fallbeispiele hinzugezogen. Die Resultate der geplanten Forschung sind Grundlagen, in Form der Aufarbeitung des Forschungsstandes, und ein Strategiepapier als Ausgangslage für eine Projektskizze im übergeordneten Themenfeld der kollektiven Kulturlandschaft.
Transformation/ Wandel, Stall, Kulturlandschaft, Nichtbaugebiet
© 2020 Anna-Lydia Capaul