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Das Herz besitzt eine rechte und eine linke Hälfte sowie vier Klappen, die als Ventile dafür sorgen, dass das Blut in die vorgesehene Richtung fliesst.
Auf der rechten wie auf der linken Seite gibt es einen Vorhof (Atrium) und eine Herzkammer (Ventrikel). Der rechte Vorhof empfängt das verbrauchte, sauerstoffarme Blut aus den Venen des gesamten Körpers. Von dort gelangt das Blut in den rechten Ventrikel. Der rechte Ventrikel presst bei jedem Herzschlag das Blut in die Lungengefässe, wo sich die roten Blutkörperchen mit frischem Sauerstoff aufladen können.
Von der Lunge fliesst das Blut durch den linken Vorhof in den linken Ventrikel. Dieser Ventrikel ist weitaus stärker gebaut als der rechte: Er pumpt das Blut in die Arterien des gesamten Körpers. Die dabei entstehende Druckwelle kann man als Pulsschlag am Handgelenk spüren.
Damit das Herz das Blut wirkungsvoll vorwärtstreiben kann, müssen sich Tausende von Muskelzellen in den Vorhöfen und Ventrikeln gleichzeitig anspannen. Diese Gemeinschaftsaktion wird durch einen elektrischen Impuls ausgelöst. Den Takt gibt eine Gruppe von Herzzellen im rechten Vorhof an, der Sinusknoten. In diesem entsteht der Impuls, der sich anschliessend in den Vorhöfen ausbreitet.
Zwischen zwei Herzschlägen lädt sich das Erregungsleitungssystem wieder auf, genau wie der Herzmuskel selbst, der sich nach jedem Schlag entspannt und mit Blut füllt.
Jeder Herzschlag (Systole) wird also elektrisch ausgelöst. Durch ständige Wiederholung dieser Vorgänge entsteht der Herzrhythmus.
Der Ruhepuls eines durchtrainierten Menschen kann bloss 45 Schläge in der Minute betragen, während er bei Fieber oder bei Aufregung 100 Schläge pro Minute übersteigen kann. Eine körperliche Anstrengung erhöht den Puls ebenfalls entsprechend ihrer Intensität. Bei maximaler Belastung kann die Herzfrequenz kurzzeitig auf 180/Min. oder mehr hochschnellen. Der Herzrhythmus ist also keine feste Grösse, sondern reagiert sinnvoll auf innere und äussere Einflüsse.
Der linke Vorhof und Ventrikel (rot in der Abbildung) empfängt das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge.
Das sauerstoffarme, verbrauchte Blut aus den Venen durchläuft den rechten Vorhof und Ventrikel (blau in Abbildung). Damit das Blut vorwärts gepumpt wird, müssen sich die Muskelzellen in den Vorhöfen und Kammern anspannen.
Diese Aktion wird durch einen im Sinusknoten abgegebenen elektrischen Impuls ausgelöst, der über den AV-Knoten, das His-Bündel und die Purkinje-Fasern bis in die Ventrikel und die Muskulatur geleitet wird.
Text mit freundlicher Genehmigung von der Schweizerischen Herzstiftung.