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Aktuell leben in Japan rund 4,5 Millionen Personen zwischen 35 und 54 Jahren noch immer bei den Eltern. In den 1990er-Jahren gab Professor Masahiro Yamada von der Universität Chuo diesem Phänomen den Namen «Parasiten-Single». Die negative Bezeichnung rührt von der damaligen Annahme, dass die meisten Betroffenen sich aus reiner Gemütlichkeit für das Wohnen im Elternhaus entschieden.
Die Wahrheit ist jedoch um einiges komplexer. Viele der «Parasiten-Single» müssen wegen finanzieller Zwänge im Elternhaus bleiben. So halten sich heute rund 40 Prozent der Angestellten mit befristeten, zumeist schlecht bezahlten Jobs über Wasser (Asienspiegel berichtete). Vielen fehlt das Geld, um zu heiraten und eine Familie zu gründen (Asienspiegel berichtete). Der Rückzug ins Elternhaus bleibt die einzige Option.
Eine tickende Zeitbombe
Die «Parasiten Singles» leben zumeist von den Ersparnissen und Renten der eigenen Eltern. Sterben diese, dann bleibt meist wenig übrig. In Japan, wo ohnehin schon über ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt ist, spricht man daher von einer tickenden Zeitbombe für das Sozialsystem.
Der einzige Lichtblick bleibt, dass sich die Arbeitsbedingungen durch die rasant schrumpfende Bevölkerungszahl allmählich verbessern. Japans Wirtschaft bemüht sich wieder vermehrt um Festangestellte, die Zahl der Zeitarbeiter ist leicht gesunken (Asienspiegel berichtete). Doch für viele der 4,5 Millionen Menschen, die bei den Eltern leben, kommt diese Entwicklung zu spät. Zu lange waren sie vom Arbeitsmarkt weg. Das Label «Parasiten-Single» hilft dabei auch nicht wirklich weiter.