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Lorenz Langer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA), einem Forschungszentrum der Universität Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz, ist eben für seine Dissertation mit dem Award des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung (SIAF) ausgezeichnet worden. Ausgehend von der Kontroverse um die dänischen Mohammed-Karikaturen untersuchte er das Spannungsfeld zwischen «Religionsdiffamierung» und Menschenrechten.
Die Karikaturen des Propheten Mohammed in einer dänischen Tageszeitung sorgten 2005 für Aufruhr und gewalttätige Auseinandersetzungen in islamischen Ländern rund um die Welt. Muslimische Staaten versuchten in der Folge, in der UN-Generalversammlung und im UN-Menschenrechtsrat die Beleidigung oder «Diffamierung» von Religionen zu verbieten. Westliche Staaten bekämpften dieses Vorhaben bisher erfolgreich mit Verweis auf die Meinungsäusserungsfreiheit.
Zu Recht, so die Schlussfolgerung von Lorenz Langer: «Religionen stellen kein universelles Wertesystem dar, das als Grundlage einer internationalen Rechtsordnung dienen kann.» Viele religiöse Dogmen schlössen sich gegenseitig aus. Dies führe in zunehmend heterogenen Gesellschaften schon auf nationaler Ebene zu erheblichen Problemen: «Würde nun auch auf internationaler Ebene auf religiöse Gebote und Empfindlichkeiten Rücksicht genommen, würde das heute geltende System der Menschenrechte erheblich eingeschränkt.»
Menschenrechte, so Langer, eigneten sich trotz ihrer historischen Bedingtheit grundsätzlich besser als Fundament des Völkerrechts und damit einer globalen Friedensordnung. Es sei allerdings damit zu rechnen, dass einzelne muslimische Staaten weiterhin versuchen würden, das Primat der Menschenrechte durch religiöse Werte zu ersetzen.
In seiner Laudatio lobte Professor Georg Kohler als Vorsitzender der Jury des SIAF Award die Dissertation von Lorenz Langer als «Beispiel für eine aktuelle, politisch relevante Analyse auf höchstem wissenschaftlichen Niveau».
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Lorenz Langer: Law, Religious Offence and Human Rights. Defamation of Religions and the Rationales of Speech Regulation.
Die Dissertation wird Anfang 2014 bei Cambridge University Press in Buchform erscheinen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine