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Arnold Odermatt war Polizist. Und er war leidenschaftlicher Fotograf. Dass seine Bilder dereinst um die Welt gehen würden, ahnte wohl niemand – sicher nicht Odermatt selbst.
Als Arnold Odermatt 1948 in den Polizeidienst in Nidwalden eintrat und seine Vorgesetzten darum bat, Fotos von Unfällen zu schiessen, ahnte vermutlich niemand, dass seine Bilder Jahrzehnte später einmal an einer Biennale gezeigt würden. Und seine Fotos internationalen Ruhm erlangen. Aber Odermatt machte eben nicht bloss Unfall-Fotos, sondern er machte aus Unfällen Kunstwerke. «Neuzeitliche romantische Landschaften mit Unfall», nannte sie einst der berühmte Kurator Harald Szeemann.
Odermatt entwickelte die Aufnahmen anfänglich bei sich zu Hause und ergänzte seine Unfallprotokolle um das Bildmaterial. Nachdem seine Fotografien sich als hilfreich bei Gericht erwiesen, wurde in einer Kammer der Polizeistation eine Dunkelkammer für ihn eingerichtet.
Arnold Odermatts poetische Landschaftsaufnahmen mit Autounfällen wurden erst Jahre nach ihrer Entstehung von seinem Sohn, dem Filmemacher Urs Odermatt, entdeckt.
Der heute 92-jährige Arnold Odermatt sträubte sich immer etwas gegen eine Klassifizierung seiner Fotografien, die über sein grosses Interesse an der Fotografie und seine akribische Arbeitsweise hinausging.
Doch der Erfolg gab dem Sohn Recht, und plötzlich ging alles schnell. Der international geschätzte schweizerische Kurator Harald Szeemann nahm die Fotografien in seine, von ihm kuratierte Venedig Biennale von 2001 auf. Danach gingen die Fotografien des Polizisten um die Welt.
Die Photobastei in Zürich zeigt vom 20. Januar bis 5. März 2017 Odermatts Bilder. Ein Vorgeschmack gibt es hier:
(whr)