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Eigentlich könnte man ja erwarten, dass sich im Handelsstreit zwischen China und den USA die beiden Grossmächte miteinander zoffen. Doch am Freitag, bei einem Treffen im Oval Office, hat sich das Ganze etwas anders zugetragen.
Gestritten hatte sich Donald Trump nicht mit dem chinesischen Chefunterhändler und Vize-Regierungschef Liu He, sondern mit seinem eigenen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer.
Vor laufender Kamera lieferten sich die beiden US-Amerikaner ein Wortgefecht über den Begriff «Absichtserklärung». Auf Englisch: «Memorandum of Understanding.»
Sechs Unterhändler seien an der Ausarbeitung von Absichtserklärungen, die als Basis für ein Handelsabkommen dienen sollten, hiess es am Freitag im Weissen Haus.
Darauf wollte eine Reporterin wissen, für welchen Zeitraum diese Absichtserklärungen gelten würden. Trump meinte: «Ich mag keine Absichtserklärungen, weil sie nichts bedeuten.»
Dies wollte Lightizer so nicht stehen lassen, eine Absichtserklärung sei ein Vertrag, so der Handelsbeauftragte, der den Präsidenten umgehend korrigierte: «Auf diese Weise kommen Handelsabkommen in der Regel zustande. Es ist ein echter Vertrag zwischen den beiden Parteien. Eine Absichtserklärung ist eine verbindliche Vereinbarung.»
Im Videoausschnitt ist zu sehen, wie Liu He bei Lightizers Ausführung zustimmend nickte.
Trump hingegen konnte der Argumentation Lightizers wenig abgewinnen. Er fuhr schroff dazwischen und sagte: «Ich bin da anderer Meinung.»
Der Gast aus China lachte darauf deutlich hörbar los. Offenbar fand er die Uneinigkeiten zwischen dem Präsidenten und seinem Handelsbeauftragten höchst amüsant.
Lightizer versuchte in der Folge die Situation zu entschärfen, in dem er vorschlug, den Begriff «Absichtserklärung» nicht mehr zu verwenden. «Wir werden den Begriff ‹Handelsabkommen› verwenden. Wir werden das gleiche Dokument haben; es wird ein Handelsabkommen genannt werden. Wir werden nie wieder eine Absichtserklärung haben», sagte er.
Darauf wurde das Gelächter im Raum nur noch lauter. (cma)
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