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Die Musikbibliothek des Frauenklosters gehört zu den bedeutendsten Sammlungen der Schweiz. Darin aufbewahrt sind über 5000 Musikhandschriften und rund 4300 Musikdrucke aus dem 17. bis zum 20 Jahrhundert. Darunter befinden sich Unikate wie die vollständige Fassung der Engelbergischen Talhochzeit von Franz Leonti Meyer von Schauensee (1720-1789), die Symphonie in A-dur des Münchner Hofkapellmeisters Andrea Bernasconi (1706-1784), der Dialogus amorosus inter Divinum Sponsum et Divinam Sponsam des Zisterziensers aus St. Urban Johann Evangelist Schreiber (1716-1800) sowie Werke des Engelberger Klosterkomponisten P. Wolfgang Itten (1712-1769), der über längere Zeit Spiritual im Frauenkloster war.
Das Repertoire geht weit über Werke hinaus, die für den liturgischen Gebrauch eingesetzt wurden. Musikpflege als „Gottesdienst in weiterem Sinn“ zeichnet diese Musiksammlung ebenso aus, wie die Bestände der Klöster in Einsiedeln und Engelberg und des Chorherrenstifts St. Michael in Beromünster.
Die mittelalterlichen Codices werden bis heute in Engelberg aufbewahrt. Ebenso weisen die frühesten musikalischen Quellen der Musikbibliothek die Herkunftsangabe „Engelberg“ auf. Grund dafür ist, dass das Frauenkloster von 1120 bis 1615 zum Doppelkloster Engelberg gehörte.
Speziell ist ebenso, dass in der Musikbibliothek über 20 Handschriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert überliefert sind, die im Chorherrenstift St. Michael in Beromünster entstanden sind. Wie diese ins Frauenkloster Sarnen gelangt sind, ist noch ungeklärt. Ebenso sind einige Quellen aus dem ehemaligen Kloster Muri und dem Priorat der Benediktinerinnen in Fahr in der Musikbibliothek überliefert.
Die Reichhaltigkeit der musikalischen Quellen in St. Andreas lässt sich trotz dieser nachweisbaren Querbezüge deshalb nur unvollständig erahnen. Es scheint, als hätten die Benediktinerinnen und auch die in Sarnen anwesenden Patres Spirituales insbesondere im 18. Jahrhundert systematisch musikalische Quellen in Form handschriftlicher Überlieferung wie auch gedruckter Noten gesammelt.
Rettung der Musikbibliothek
2005 war auch die Musikbibliothek durch die Hochwasser-Katastrophe, welche das Frauenkloster heimsuchte, betroffen. Nach ihrer Rettung wurde sie neu geordnet (Trennung von Handschriften- und Druckbestand), vollständig restauriert und gemäss den international verbindlichen Richtlinien des Répertoire International des Sources Musicales (RISM) durch Dr. Gabriella Hanke Knaus und der Arbeitsstelle Schweiz des RISM erschlossen.