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ESB gründet Energieverbund Bielersee AG
Für den Zweck, das Energiepotential des Bielersees zum Heizen und Kühlen von Liegenschaften zu nutzen, gründet der ESB eine neue Gesellschaft. Noch im Winter 2020/2021 werden die Bauarbeiten für die Seewasserleitungen und das Pumpwerk starten. Das Ziel ist, bis in fünf Jahren das Gebiet westlich des Bahnhofes Biel und grosse Teile der Stadt Nidau mit erneuerbarer Wärme und Kälte zu versorgen.
Veröffentlicht am 04.11.2020
Projekt wurde über mehrere Jahre entwickelt
Die im Bielersee vorhandene Energie zu nutzen, um das Gebiet in Biel westlich des Bahnhofes und grosse Teile der Stadt Nidau mit Wärme und Kälte zu versorgen, ist eine Idee, welche über die letzten Jahre stetig entwickelt und konkretisiert wurde. Mit der Erteilung der Konzession durch den Kanton Bern und der damit verbundenen Baubewilligung sind die formellen Bedingungen gegeben, um das Projekt zu realisieren. Basierend darauf und in Anlehnung an die Strategie des Unternehmens hat der Verwaltungsrat des ESB die Gründung der Energieverbund Bielersee AG genehmigt.
Grosses Energiepotential vor der Haustüre
Heute wird ein Grossteil der Liegenschaften in Biel und Nidau mit fossilen Energieträgern beheizt. Um das Ziel einer erneuerbaren Versorgung zu erreichen, und damit auch die Rolle als Energiestädte wahrzunehmen, ist die Nutzung des Bielersees als Energiequelle naheliegend. Dabei wird Wasser aus einer Tiefe von rund 30 Metern aus dem See gefördert, um es für die direkte Kühlung und über den Einsatz von Wärmepumpen für das Heizen von Gebäuden zu nutzen. Über ein zu erstellendes Fernwärmenetz werden die Wärmekunden mit der erneuerbaren Wärme versorgt. Das Seewasser, welches unverändert bleibt, wird dann in die Zihl zurückgeleitet, ohne das natürliche Gleichgewicht des Flusses zu beeinflussen. Auf diese Weise ist geplant, etwa 200 Gebäude mit einem Wärmebedarf von 22GWh pro Jahr zu versorgen. Die resultierende CO2-Einsparung beläuft sich jährlich auf rund 5’000t.
Gemeinsames Projekt des ESB und der Stadt Nidau
Grosse Teile der Infrastruktur zur Energieerzeugung und des Fernwärmenetzes werden auf dem Stadtgebiet von Nidau erstellt. In diesem Zuge entwickelte sich in den letzten Jahren eine intensive Partnerschaft zwischen dem Unternehmen ESB im Eigentum der Stadt Biel auf der einen Seite und der Stadt Nidau auf der anderen Seite. Diese Partnerschaft könnte durch eine Beteiligung der Stadt Nidau an der nun gegründeten Energieverbund Bielersee AG noch intensiviert werden. Das entsprechende Geschäft wird noch in diesem Jahr im Stadtrat von Nidau behandelt. Allfällige weitere Projektpartner, wie beispielsweise die Burgergemeinde Nidau, mit der man bereits im Gespräch ist, könnten später auch mittels Beteiligungen einbezogen werden.