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Bolivien und Andenländer
Handicap International (HI) möchte die Integration von Menschen mit Behinderung in die bolivianische Gesellschaft fördern und ihnen den Zugang zu Reha-Massnahmen und Beschäftigung ermöglichen. Zudem möchten wir sicherstellen, dass gefährdete Menschen vor geschlechtsspezifischer Gewalt geschützt werden.
Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung in Bolivien, Musik und Tanzfestival | © J. Tusseau / HI
Laufende Aktivitäten
In Bolivien setzt sich Handicap International (HI) für die Verbesserung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung oder solchen, die ein erhöhtes Risiko für eine Behinderung haben, ein. Unsere Teams begleiten Familien mit Kleinkindern, um ihnen den Zugang zu Gesundheitsdiensten zu erleichtern. Dabei arbeiten sie Hand in Hand mit Fachleuten aus dem Gesundheits- und Behindertenbereich. Dank HI haben Kinder und ihre Familien besseren Zugang zu Entwicklungs- und Ernährungsdiensten und zu Covid-19-Impfungen. HI bietet Eltern und Betreuungspersonen auch psychosoziale Unterstützung an.
Um die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die bolivianische Gesellschaft zu fördern, klärt HI die lokalen Entscheidungsträger über das Thema Behinderung auf. Unsere Teams arbeiten auch mit den Behörden auf nationaler und kommunaler-Ebene zusammen, um Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung auszubauen und zu verbessern.
Um geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen, setzt sich HI dafür ein, dass Menschen mit Behinderung ihre sexuellen und reproduktiven Rechte kennen. Dazu gehört das Recht auf ein Leben frei von sexueller Gewalt und das Recht auf eine umfassende Sexualerziehung. Unsere Teams bilden Gesundheitsfachkräfte aus und arbeiten mit jungen Menschen mit Behinderung zusammen, die als "Peer Educators" fungieren.
Hintergrund
Bolivien ist eines der ärmsten Länder in Lateinamerika. Menschen mit Behinderung sind unzureichend in die Gesellschaft integriert.
Während der Regierungen unter Präsident Evo Morales (2006 bis 2019) haben sich die bolivianische Gesellschaft und ihre Institutionen grundlegend verändert. Die Politik von Morales stellte auch in Bezug auf die Anerkennung und Inklusion der 36 ethnischen Gruppen und indigenen Kulturen des Landes eine entscheidende Zäsur dar. Seitdem wurden soziale und wirtschaftliche Reformen durchgeführt.
Jedoch hat Bolivien, ungeachtet der erzielten Fortschritte, eine der weltweit höchsten Raten für Armut und extreme Armut. Geschlechtsspezifische Gewalt ist besonders weit verbreitet. Ungleichheit, Unsicherheit und Arbeitslosigkeit bestehen fort, und Menschen mit Behinderung bleiben in der Gesellschaft marginalisiert.
Bolivien ist ausserdem ein Land, das regelmässig von Naturkatastrophen betroffen ist. Auch die Folgen des Klimawandels sind stark zu spüren. Insbesondere dessen Auswirkungen auf die Landwirtschaft erschüttern die Wirtschaft des Landes.
Anzahl der HI-Mitarbeiter: 9
Eröffnungsdatum des Programms: 2011