Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/104307

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Post bietet seit geraumer Zeit unter dem Titel "pro clima" einen klimaneutralen Postversand an. Gemäss Aussagen der Post nutzen über 180 Geschäftskunden diese Möglichkeit, einen konkreten Beitrag zur Senkung der CO2-Belastung zu leisten. Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist er bereit, als Bundesverwaltung die Dienstleistungen von "pro clima" der Post in Anspruch zu nehmen?</p><p>2. Wie hoch wären die Mehrkosten, die dadurch entstehen würden?</p><p>3. Wie viele Tonnen CO2 könnten einerseits durch die tatsächliche Reduktion der Emissionen und andererseits durch die Kompensationsanstrengungen der Post eingespart werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat begrüsst das Angebot der Post, mit welchem seit rund zwei Jahren Briefe, Pakete und Güter mit einem "pro clima"-Zuschlag (welcher vollumfänglich in ein Klimaschutzprojekt investiert wird) versendet und die entstehenden CO2-Emissionen kompensiert werden können. Er ist jedoch der Ansicht, dass eine obligatorische Kompensation von CO2-Emissionen der Bundesverwaltung nicht angezeigt ist. Die Verwendung des Produkts "pro clima" in der gesamten Bundesverwaltung für obligatorisch zu erklären steht daher nicht zur Diskussion. Der Bundesrat setzt vielmehr auf einen freiwilligen Ansatz und überlässt es den einzelnen Departementen resp. Verwaltungseinheiten, ob sie eine Kompensation von CO2-Emissionen vornehmen wollen. </p><p>Im Rahmen des Programms Rumba, welches in der Bundesverwaltung ein systematisches Ressourcen- und Umweltmanagement durchführt und die kontinuierliche Verminderung von Umweltbelastungen zum Ziel hat, wird derzeit eine zentrale Beschaffung für CO2-Zertifikate organisiert. Dadurch soll den interessierten Einheiten die Möglichkeit geboten werden, die Kompensation von CO2-Emissionen, insbesondere solche aus nichtvermeidbaren Flugreisen, zentral zu beschaffen. Dadurch können die Beschaffungen vereinfacht, die Qualität der bezogenen Zertifikate sichergestellt und die Kosten gesenkt werden. Eine Ausdehnung dieser zentralen Beschaffung von CO2-Zertifikaten für die Kompensation von Emissionen aus anderen Aktivitäten, wie z. B. aus dem Postversand, ist durchaus denkbar.</p><p>2. Gestützt auf das Jahresvolumen 2009 wäre bei einer flächendeckenden Anwendung der Dienstleistung "pro clima" in der Bundesverwaltung mit jährlichen Kosten von rund 0,5 Millionen Franken zu rechnen.</p><p>3. Die tatsächlichen Emissionen durch den Postversand der Bundesverwaltung werden durch die Massnahmen der Post zur Senkung ihrer eigenen Emissionen (z. B. durch den Einsatz von Elektrorollern, Logistikoptimierungen, Eco-Drive) kontinuierlich reduziert. Durch die Nutzung des "pro clima"-Versandes der Post hätte die Bundesverwaltung im Jahr 2010 rund 30 000 Tonnen CO2 kompensieren können.</p>  Antwort des Bundesrates.