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Ein langjähriger, harter Kampf um eine angemessene Abgeltung für die sich aus dem Verzicht des Kraftwerkprojektes Greina ergebenden Ertragseinbussen und für die Unterschutzstellung der Greina-Hochebene folgt. Die Gemeinden Vrin und Sumvitg wollen die Folgen des Verzichts nicht alleine tragen und fordern eine Ausgleichsleistung. Diese Bestrebungen werden von verschiedenen Seiten unterstützt.
Der Bundesrat lehnt aufgrund der fehlenden Rechtsgrundlage alle parlamentarischen Verstösse ab. Im Rahmen der Revision des Gewässerschutzgesetzes fordert eine Gruppe von Parlamentariern die Schliessung dieser Gesetzeslücke. Gleichzeitig wird die Idee eines "Landschaftsrappens" (Motion Mäder) als Finanzierungsinstrument lanciert. Dieses Vorhaben wird im Parlament verworfen. Hingegen einigt man sich nach langwierigen Differenzbereinigungen auf eine Bestimmung im Gewässerschutzgesetz. Das Schweizer Volk stimmt dieser Gesetzesrevision am 17. Mai 1992 zu. Die Gesetzesgrundlage für die Lösung des "Greina"-Falls ist somit vorhanden und eine Verordnung wird erarbeitet. Mitte 1993 eröffnet der Bundesrat ein Vernehmlassungsverfahren. Im Rahmen der Sparmassnahmen will er die Gesetzesbestimmung für die Ausrichtung von Ausgleichsbeiträgen streichen. Die den beiden Gemeinden gemachten Versprechen sollen jedoch eingelöst werden (Sonderlösung Fall Greina).
In der Folge erlässt der Bundesrat am 25. Oktober 1995 die Verordnung über die Abgeltung von Einbussen bei der Wasserkraftnutzung. Die Gemeinden erstellen zusammen mit dem Bundesamt für Wasserwirtschaft die Unterlagen für das Gesuch um Abgeltung der entstandenen Ertragseinbussen und reichen dieses Ende Dezember 1995 zusammen mit dem Kanton Graubünden beim Bundesamt ein. Gleichzeitig wird die kantonsinterne Verteilung der Ausgleichsleistung erörtert. Am 29. November 1995 debattiert der Grosse Rat Graubündens heftig über einen eventuellen Verzicht des Kantons auf seinen Anteil zugunsten der beiden Gemeinden. Anfangs 1996 findet eine Besprechung mit Bundesrat Moritz Leuenberger statt. Diese Aussprache führt zur einvernehmlichen Lösung betreffend Verteilung der Ausgleichsleistung.
Das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement erlässt eine Verfügung, welche die wesentlichen Elemente dieser Lösung enthält, insbesondere auch die Aufteilung der Ausgleichssumme. Die Gemeinden stimmen dieser Verfügung und dem Vertrag zu. Die Gemeindeversammlungen beider Gemeinden beschliessen schliesslich die definitive Unterschutzstellung der Greina-Hochebene.
Aktiver Umweltschutz
Die Gemeinden Vrin und Sumvitg tragen mit dem Verzicht auf das Greinakraftwerk grosse finanzielle Opfer. Trotz dieser nachhaltigen Entwicklung auf den Finanzhaushalt sind die betroffenen Gemeinden bestrebt, die Greinalandschaft in ihrer Einzigartigkeit zu schützen und ihre Pionierrolle wahrzunehmen. Mit gezielten Massnahmen setzen sie sich für Natur- und Landschaftsschutz ein.