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Pankreas divisum
Bei einem Pankreas divisum handelt es sich um eine angeborene, anatomische Variante, die sich bei 7% der Allgemeinbevölkerung findet und nur in seltenen Fällen Beschwerden bereitet. Während der Fetalentwicklung im Mutterleib verschmelzen normalerweise die beiden Teile des Pankreas – ventrale und dorsale Anlage – miteinander, sodass ein durchgehender Ausführungsgang entsteht, der im Bereich der Hauptpapille in den Dünndarm mündet.
Diese Verschmelzung bleibt bei einem Pankreas divisum aus, sodass die beiden Ganganteile getrennt in den Dünndarm münden. Der Pankreaskopf wird weiterhin über einen kurzen Pankreashauptgang drainiert und mündet an der zuvor beschriebenen Stelle, der Hauptpapille. Das Sekret der restlichen Bauchspeicheldrüse fliesst über die kleine Nebenpapille ab, die in der Nähe der Hauptpapille liegt, was in den meisten Fällen problemlos funktioniert. Bei klinischer Beschwerdefreiheit ist keine weitere endoskopische Intervention notwendig.
Bei wenigen Patienten mit einem Pankreas divisum reicht der Abfluss über diesen schmalen Nebengang aber nicht aus, sodass es typischerweise häufig nach dem Essen zu Oberbauchbeschwerden kommt, die bis zu einer akuten Pankreatitis führen können. Bei wiederholten Ereignissen kann sich ein chronisches Schmerzsyndrom und sogar eine chronische Pankreatitis entwickeln. Hier muss das weitere Vorgehen eingehend mit dem Patienten diskutiert werden, da verschiedene weitere Therapieoptionen existieren.
Eine weitere Variante ist ein „inkomplettes“ Pankreas divisum, bei der noch eine minimale Gangverbindung zwischen den beiden Pankreasanteilen besteht. Bezüglich der Beschwerden und möglichen Komplikationen besteht kein Unterschied zu einem kompletten Pankreas divisum. Bei symptomatischen Patienten ist also genauso eine entsprechende Diagnostik und Therapie indiziert.
Bei beiden Varianten existiert ein leicht erhöhtes Risiko von Pankreas- und Galletumoren.
Gerne können Sie sich jederzeit an uns wenden, um die entsprechenden weiteren Schritte zu diskutieren.