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Diepoldsau. 25
Häuser, 219 reform. und kathol. Ew. Ackerbau und Viehzucht.
Stickerei.
Eine Ziegelei. Am O.-Fuss des vom
Sommersberg nach NO. in die Rheinebene vorspringenden Bergsporns ein altes
Schloss in malerischer
Lage. Es wurde zu Ende des 11. Jahrhunderts von Abt
Ulrich von St. Gallen
als Bollwerk gegen feindliche Angriffe
erbaut, wechselte dann in der Folge vielfach seinen Besitzer, war eine Zeit lang Sitz eines von Professor Völker eingerichteten
Erziehungsinstitutes mit Realschule und ist heute Privateigentum.
Zwei Stickfabriken. Ueber dem Dorf ein altertümliches
Schloss mit Nebengebäuden, heute interkantonale Arbeiterkolonie für
obdachlose Landstreicher, die neben Nahrung und Wohnung täglich noch 40-60
Rappen Löhnung erhalten. Zählt im
Durchschnitt 70-80 Insassen, deren jeder etwa 100 Tage hier untergebracht zu werden pflegt. Die Anstalt wird von den Kantonen Zürich,
St. Gallen,Thurgau,
Aargau,
Appenzell
A.
R. Schaffhausen,
Basel
und Obwalden
gemeinsam unterhalten und erhält jährlich noch einen Bundesbeitrag von 10000 Franken.
Früher stand hier ein einfacher Burgturm, der sog. Barbenstein, der im 12. Jahrhundert erbaut worden
ist und ein
Lehen der
Grafen von
Toggenburg war. Wurde 1286 zum erstenmal von einem Edeln,
Bettler von Herdern (1286-1311),
als Wohnsitz bezogen und 1403 von einem Nachkommen desselben an Ital Egli aus Konstanz verkauft. War bis 1579 Sitz der Egli
von Herdern und kam dann zusammen mit dem Dorf und den benachbarten Weilern an einen Zweig der Freiherren
von
Breitenlandenberg. 1683 von Kaspar von
Breitenlandenberg an das Kloster
St. Urban verkauft, das den heutigen Bau aufführte.
Die Kirche zu Herdern stand schon 1331 unter dem
FrauenklosterMariazell in
Kalchrain. Das Dorf Herdern
wurde am 10-13. Juni 1876 durch eine nach ausserordentlichen Regenfällen eintretende Schuttrutschung stark bedroht und konnte
nur durch sofortige Herstellung von Entwässerungsgräben vor dem Untergang gerettet werden.
(Kt. Wallis,
Bez. Hérens).
1236 m. Gem. und Pfarrdorf, über dem linken Ufer der
Borgne und der
Dixence, am Eingang ins
Val d'Hérémence (linksseitiges Nebenthal des
Val d'Hérens) und 6 km ssö. der Station
Sitten der Simplonbahn. Postablage.
Die Gemeinde umfasst das ganze von der
Dixence durchflossene
Val d'Hérémence und zählt ausser dem Pfarrdorf noch die am
linken Ufer der untern
Dixence zerstreut gelegenen
Weiler und Häusergruppen
Euseigne
(oder Useigne), Ayer,
Cerise,
Prolin,
Riod und
Mars. Zusammen: 181
Häuser, 1101 kathol. Ew.; Dorf: 80
Häuser. 355 Ew. Vor 50 Jahren noch waren die
Bewohner von Hérémence durch ihre Nüchternheit, Sparsamkeit, Redlichkeit und ihren ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit
bekannt, während heute diese Tugenden hier wie überall nicht mehr so stark hervortreten.
Wie die Bewohner der benachbarten Thalschaften sollen auch die Leute von Hérémence von einer einst
hier eingefallenen Hunnenhorde abstammen, welche Behauptung aber jeder geschichtlichen Unterlage entbehrt. Nahe dem
Bec de la Montau
(über dem
WeilerMars) findet sich die sog.
Grotte aux Fées oder
Grotte desHuns. Das grosse Dorf Hérémence
besteht aus einem so eng gedrängten
Haufen von
Häusern und
Hütten, dass ihre Dachsparren sich gegenseitig kreuzen oder auf
einander übergreifen.
Bemerkenswert ist das sehr alte Gemeindehaus, das ganz aus von der Zeit tief gebräuntem
Holz erbaut ist und einen Ueberrest
des ehemaligen Wohnsitzes der
Herren von
La Tour de
Granges, der einstigen Vitztume von Hérémence, darstellt.
Seine Front ist mit Schädeln von Wölfen, Luchsen und
Bären verziert. Schöne und geräumige neue Pfarrkirche. Die Gemeinde
besitzt fruchtbare Aecker, schöne Waldungen und weite Alpweiden. Das Dorf und die Mehrzahl der
Weiler sind von fetten
Wiesen
umgeben, die zahlreiche Kirschbäume tragen. Das Kirschwasser von Hérémence erfreute sich schon zu
Beginn des vergangenen Jahrhunderts eines guten
Rufes. Auf Boden der Gemeinde verlaufen zahlreiche
¶
mehr
Bewässerungskanäle (bisses), deren bedeutendste der von Useigne, von Vex und der GrandTrait d'Hérémence sind. Wird von der
nach Evolena führenden wichtigen Strasse durchzogen, die hier zwischen dem Bett der Dixence und dem WeilerUseigne an und unter
den berühmten und malerischen Erdpfeilern von Useigne durchgeht. Mitten im Thal der Dixence liegt der alpine
Luftkurort Pralong mit einem kleinen Gasthof und einer von Wald umrahmten Kapelle. Gräber aus der La Tène Periode. 1195: Aremens;
1200: Heremeins; 1211: Herementia.
(Val d') (Kt. Wallis,
Bez. Hérens).
So heisst der untere Abschnitt des von der Dixence (dem grössten Nebenarm der Borgne)
durchflossenen linksseitigen Nebenthales zum Val d'Hérens. Wird vom obern Thalabschnitt, dem sog. Val des Dix, durch eine
tiefe Schlucht getrennt, die zwischen dem Fuss der Pointe de Vouasson rechts und dem des Mont Blava links eingeschnitten ist
und vom Fluss in raschem Lauf durchbraust wird. Vom untern Ende dieser Klus bis zur Ausmündung auf die
Borgne 12 km lang und im Maximum 6 km breit; mittlere Höhe der Thalsohle 1500 m. Wird von dem ö. von ihm gelegenen mittleren
Abschnitt des Val d'Hérens durch die Gruppen des Pic d'Arzinol (3001 m) und der Pointe de Mandolon (2564 m) getrennt und
von dem w. von ihm gelegenen Val de Nendaz durch den Mont Calme (3211 m), Métailler (3216 m), Bec de la Montau (2932 m) und
Greppon Blanc (2718 m) geschieden.
Im Thal der alpine Kurort Pralong mit kleinem Gasthof und der Kapelle zu Saint Barthélemy. Im obern Thalabschnitt schöne Sommerweiden,
die von einem doppelten Gürtel von Wald und Felsen begleitet werden und an deren Fuss zu beiden Seiten der Dixence die Maiensässe
von Prazperroz, Pralong, Frettaz etc. liegen. Im untern Thalabschnitt, unterhalb der Ausbiegung des Flusses nach rechts und
des durch seine sagenreiche Höhle bekannten Six des Fées, stehen am linken Flussufer die von Kirschbäumen
und gut bebauten Aeckern umgebenen WeilerMars, Riod, Cerise, Prolin, Ayer. Vergl. den Art. Hérémence (Gemeinde und Pfarrdorf).