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Die folgende Zusammenfassung basiert auf IAEO-Informationen.
Lage nach Ausfall der dritten externen Stromleitung in Saporoschje weiterhin stabil
Die Ukraine hatte die IAEO am 16. März darüber informiert, dass das Kernkraftwerk Saporoschje den Anschluss an eine dritte Stromleitung verloren habe, die das Kraftwerk mit dem nationalen Stromnetz verbindet. In einer weiteren Meldung an die IAEO habe die Ukraine nun am 17. März bestätigt, dass alle Sicherheitssysteme des grössten Kernkraftwerks des Landes weiterhin voll funktionsfähig seien, so IAEO-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi. Die zwei externen Stromleitungen, von denen eine in Bereitschaft ist, stehen gemäss SNRIU noch immer zur Verfügung und es bestehen weiterhin keine Sicherheitsbedenken.
Das Kernkraftwerk Saporoschje verfügt über vier Hochspannungsleitungen (750 kV) und eine Standby-Leitung. Zwei der vier Leitungen waren bereits zuvor beschädigt worden. SNRIU erklärte, die Ursache für den Ausfall der dritten Leitung sei noch unklar, die beiden verbleibenden Leitungen gewährleisteten jedoch den sicheren Betrieb des Kraftwerks. Wie andere Kernkraftwerke in der Ukraine und in anderen Teilen der Welt verfüge auch das Kernkraftwerk Saporoschje über Notstromdieselgeneratoren für den Fall, dass diese benötigt würden, so die IAEO.
Auch interne Leitung in Saporoschje unterbrochen
Im durch russische Streitkräfte eingenommenen Kernkraftwerk sind laut SNRIU derzeit zwei von sechs Reaktoren in Betrieb. Diese hätten ihre Stromerzeugung auf jeweils 500 Megawatt – etwa die Hälfte ihrer maximalen Leistung – reduziert, nachdem eine Stromleitung vor Ort unterbrochen worden sei. Zur Ursache des Unterbruchs in dieser internen Leitung am Standort habe SNRIU keine Angaben gemacht, so die IAEO, die Reparatur sei aber geplant.
Rosatom-Beamte nach wie vor in Saporoschje
Laut SNRIU sind noch immer Beamte des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom im Kernkraftwerk in der Südukraine anwesend; die Anlage wird aber weiterhin durch das hochqualifizierte ukrainische Personal betrieben. Die Ukraine habe keine beratende, technische oder sonstige Unterstützung von der Russischen Föderation angefordert, so SNRIU.
Lage in den weiteren Kernkraftwerken der Ukraine
In der Nordukraine konnte des Kernkraftwerk Tschernobyl gemäss früherer Meldungen wieder am 14. März ans nationale Stromnetz angeschlossen werden. Dies, nachdem am 9. März die gesamte externe Stromversorgung ausgefallen war und daraufhin Dieselgeneratoren die Notstromversorgung übernehmen mussten. Laut SNRIU ist diese reguläre Stromversorgung nun schon seit drei Tagen stabil. Die ukrainische Belegschaft führe ihre tägliche Arbeiten in Tschernobyl weiterhin aus, habe aber seit mehr als drei Wochen nicht mehr rotieren können.
Laut IAEO hat sich SNRIU auch zum Status der vier in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke geäussert: acht der 15 Reaktoren des Landes seien weiterhin in Betrieb, darunter die beiden Reaktoren im Kernkraftwerk Saporoschje, drei in Rowno, einer in Chmelnizki und zwei in der Südukraine. Die Strahlungswerte seien in allen Kernkraftwerken im normalen Bereich.
In Bezug auf die Fernüberwachung zur Verhinderung der Proliferation erklärte die IAEO, dass die Situation unverändert sei. Es gebe noch immer keine Datenfernübertragung von den im Kernkraftwerk Tschernobyl installierten IAEO-Überwachungssystemen. Die Agentur erhalte aber solche Daten von den anderen Kernkraftwerken in der Ukraine an die IAEO-Zentrale übermittelt.
Quelle
B.G. nach IAEO, Medienmitteilung, 17. März 2022