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Lärmbelastung durch Verkehr
Lärm ist gesundheitsgefährdend, mindert die Standortqualität der betroffenen Gebiete und verursacht hohe volkswirtschaftliche Kosten. Die bedeutendste Lärmquelle ist mit Abstand der Strassenverkehr. Im Gegensatz zum Eisenbahn- oder Fluglärm betrifft der Strassenlärm nicht nur begrenzte Gebiete, sondern breitet sich als Lärmteppich weiter aus.
Jede 5. Person (21%) – ist tagsüber schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm ausgesetzt. Nachts ist es jede 6. Person (18%). Weitaus weniger Menschen sind von übermässigem Eisenbahnlärm (1,1% tagsüber und 2,3% nachts) und Fluglärm (1% tagsüber und 1,5% nachts) betroffen. Rund 85% der Personen, die schädlichem oder lästigem Verkehrslärm ausgesetzt sind, leben in Städten oder Agglomerationen.
Zwischen 1985 und 2010 wurden 1'662 Mio. Franken in die Lärmsanierung der Strassen und zwischen 1985 und 2012 1‘144 Mio. Franken in die Lärmsanierung von Eisenbahnen investiert. Der Grossteil dieser Mittel wurde für Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg (Lärmschutzwände) und beim Schallschutz der Gebäude (Schallschutzfenster) verwendet. Einzig beim Rollmaterial der Eisenbahnen wurde konsequent in Massnahmen am Fahrzeug investiert. Das Ziel der Lärmbekämpfung – der Schutz der Bevölkerung vor schädlichem oder lästigem Lärm – wurde somit nur teilweise erreicht. Aus diesem Grund wird der Zustand als negativ beurteilt.
Um den von der Verfassung geforderten Schutz für die Bevölkerung zu garantieren, muss der Lärm vermehrt mit Massnahmen direkt bei den Quellen bekämpft werden. Im Strassenverkehr wird die grösste Wirkung erzielt, indem lärmarme Beläge eingebaut, leisere Reifen verwendet, die Verkehrsflüsse optimiert sowie lokal die Höchstgeschwindigkeiten angepasst werden. Für die Lärmsanierung der Eisenbahnen setzt der Bund seine Mittel bereits mehrheitlich für Massnahmen bei der Quelle ein und fördert Investitionen in besseres Rollmaterial. Die erwarteten technischen Fortschritte bei den Lärmschutzmassnahmen dürften durch die verdichtete Siedlungsnutzung, die zunehmende Urbanisierung, die steigenden Mobilitätsansprüche sowie die Entwicklung hin zu einer 24-h-Gesellschaft aufgewogen werden.
Der Strassenverkehr ist auch in Europa die mit Abstand bedeutendste Lärmquelle. Insgesamt ist gemäss der europäischen Umweltagentur nahezu jeder zweite Bewohner einer Agglomeration Strassenverkehrslärm von mehr als 55 dB ausgesetzt und damit stärker belastet, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den ganzheitlichen Schutz des menschlichen Wohlbefindens und der Gesundheit empfiehlt.
In sonBASE werden aus den verfügbaren Grundlagendaten (Geobasisdaten, Statistikdaten, Verkehrsdaten etc.) die Emissionen des Strassenverkehrs berechnet. Im Lärmberechnungsmodul (CadnaA) werden dann unter Einbezug eines digitalen Höhenmodells, den Gebäudedaten, dem berechneten Emissionsdaten (Strassenverkehr) und dem Emissionsplan (Eisenbahnverkehr) die Ausbreitung und die resultierenden Lärmimmissionen ermittelt. Beim Fluglärm werden die vorhandenen Isophonen der Zivil- und Militärflugplätze als Immissionswerte übernommen. Als Beurteilungsmass für die Ermittlung der Anzahl belasteter Personen wird für Strassenverkehrs-, Flug- und Eisenbahnlärm der Immissionsgrenzwert (IGW) der Lärmschutz-Verordnung (LSV SR 814.41) in Abhängigkeit der Empfindlichkeitsstufen (ES I bis IV) verwendet.
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