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Unter dem Titel ?Time for Nuclear Power?? veröffentlichte er in der amerikanischen Zeitung ?USA Today? einen Artikel, in dem er die Gründe für die globale Klimaveränderung unter anderem vor dem Hintergrund der andauernden Elektrizitätskrise im amerikanischen Staat Kalifornien betrachtet.
Thurow schreibt, es sei klar, dass der Stromverbrauch in Amerika in den kommenden Jahren - trotz Aufrufen zum Stromsparen - weiter stark zunehmen werde, was nach zusätzlichen Produktionseinheiten verlange. Das aber stehe im direkten Gegensatz zu den Anstrengungen, etwas gegen die globale Erwärmung zu unternehmen. Als wichtigste Auslöser dieser Erwärmung nennt er die Verbrennung von fossilen Brennstoffen in Autos und bei der Stromerzeugung. ?In beiden Fällen müssen die grünen Bewegungen, wenn sie das Problem der globalen Erwärmung lösen wollen, neue Technologien annehmen statt sie ablehnen, wie sie es in den letzten zehn Jahren normalerweise taten?, schreibt er und fährt weiter, die Forderung nach einer Verhaltensänderung sei keine wirkliche Option zur Lösung der Probleme. ?Die Amerikaner werden nicht weniger Strom verbrauchen und auch nicht weniger Auto fahren.?
Bei der Elektrizität existiert nach seinen Ausführungen bereits heute eine technische Lösung, nämlich die Kernenergie. Diese bezeichnet er als ?eine saubere Art, um ohne Klimaerwärmung Strom zu produzieren?. Deshalb müssten sich die Umweltschützer die Frage stellen, was sie weniger mögen: Erderwärmung oder Kernenergie. Einen dritten Weg gebe es nicht, da die Sonnenenergie die nötige Leistung nicht zur Verfügung stellen könne. ?Man kann darauf warten, dass die Brennstoffzellen für Autos irgendwann in der Zukunft perfektioniert werden und dann hoffen, dass diese auch in den Privathaushalten zur Produktion von elektrischem Strom gebraucht werden können. Aber das bedeutet, heute nichts gegen die globale Erwärmung zu unternehmen.?
In Bezug auf die Gefährlichkeit der Kernenergie erklärt Thurow, sie sei eines der wenigen Beispiele, wo die Psychologie die Wissenschaft komplett dominiere. Er erinnert dabei an die zwei Todesopfer von ?Tokai-mura?, die in den Schlagzeilen von allen Zeitungen der Welt standen, und rechnet gleichzeitig vor, dass der Kohlebergbau weltweit täglich 55 Todesopfer fordert, die kaum je Schlagzeilen machen. Das Problem mit der Kernenergie sei nicht, dass Leute sterben könnten. Ihr Problem sei vielmehr, dass die Leute sich vor etwas fürchten, das sie nicht sehen, hören, fühlen oder schmecken können. Er bezeichnet radioaktive Strahlung deshalb als ?den ultimativen Geist?.
Nach Thurows Ausführungen ist eines klar: Kernenergie ist sicherer und umweltfreundlicher als Kohle und Gas. Das mache es für die Umweltschützer nicht leicht. ?Wenn sie die Erderwärmung verhindern wollen, werden sie die Kernenergie akzeptieren müssen.?
Quelle
H.R. nach NucNet, 16. Januar 2001