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Der Konkursverwalter der zur Greensill-Gruppe gehörenden Bremer Greensill Bank fordert vom Schweizer Versicherer laut einem Bericht der «Financial Time» (online) mehr als 250 Millionen US-Dollar. Der Verwalter will ausstehende Ansprüche für geschädigte Gläubiger, darunter auch viele deutsche Kommunen, geltend machen.
Bei der im Jahr 2014 von Greensill Capital übernommenen Bremer Greensill Bank hatte die deutsche Finanzmarktaufsicht Bafin Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit Lieferkettenfinanzierungen mit der Gupta Family Group Alliance (GFG) festgestellt und die Bank im Frühjahr 2021 geschlossen. GFG gehört zum Konglomerat des indischen Industriellen Sanjeev Gupta.
Forderungen aus Kreditversicherungspolicen
Der Insolvenzverwalter der Greensill Bank hatte nach der Schliessung der Bank bislang ohne Erfolg versucht, von der australischen GFG-Tochter Liberty geschuldete Gelder einzufordern. Laut dem Verwalter geht es nun um einen versicherten Verlust, der auch über die entsprechende Police der Zurich gedeckt ist, wie die «FT» schreibt.
Laut Klageschrift habe Zurich Zugeständnisse gemacht und wolle für gewisse, in der Zeit von Oktober 2018 bis März 2021 erlittene Verluste geradestehen, so der Bericht weiter. Die Greensill Bank behaupte derweil vor Gericht, dass sie im März 2021 Entschädigungen bei der Zurich eingefordert, aber noch keine Zahlungen erhalten habe.
Nebst der Klage am High Court versucht der Insolvenzverwalter laut der «FT», auch an australischen Gerichten von anderen Kreditversicherern zum Greensill-Fall Gelder für die Gläubiger zu sichern. Sollten diese Klagen erfolgreich sein, dann würden die erhaltenen Zahlungen mit den an die Zurich gestellten Ansprüche verrechnet, heisst es.
Zurich wehrt sich
In einer der Nachrichtenagentur AWP vorliegenden Stellungnahme wehrt sich Zurich gegen die Forderungen. «Der Einheit Zurich Insurance plc (ZIP) wurden zwei Klageschriften zugestellt, in denen behauptet wird, dass Forderungen aus einer von ZIP abgeschlossenen Warenkreditpolice nicht bezahlt wurden», heisst es darin.
«Zurich ist der Ansicht, dass sie begründete Einwände gegen die Police und die geltend gemachten Ansprüche hat und wird die Klage vehement anfechten», so die Stellungnahme weiter.