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Rund 26 Millionen Menschen dürfen über den umstrittenen Verfassung-Entwurf abstimmen. Es ist die erste Runde der Abstimmung, die zweite findet am kommenden Wochenende statt. Der Andrang auf die Wahllokale ist enorm. Damit am Ende auch alle ihre Stimme abgeben können, verlängerten die Behörden die Öffnungszeiten bereits mehrmals.
Damit die Islamisten und die Opposition nicht zusammenstossen, sichert ein Grossaufgebot von 300'000 Sicherheitskräften die Wahllokale ab. Und trotzdem: SRF-Korrespondent Pascal Weber berichtet von Zwischenfällen in mehreren Provinzen. Salafisten sollen Wähler bedrängt haben, mit Ja zu stimmen.
Gespaltenes Land
Der Verfassungsprozess hat das Land tief gespalten. Der Entwurf war von den islamistischen Muslimbrüdern im Eiltempo erarbeitet worden. Linke und Liberale sowie die Christen verliessen aus Protest den Verfassungsrat.
Die Gegner des Verfassungsentwurfs befürchten, dass Grundrechte eingeschränkt werden können. Die Verfassung verleiht den Religionsgelehrten mehr Macht, die Justiz verliert an Einfluss. Etwa die Scheichs des renommierten sunnitisch-islamischen Al-Azhar-Instituts, sie hätten ein Mitspracherecht bei der Gesetzgebung und würden in wichtigen Streitfragen einbezogen werden.
Fahrplan steht
Wird der Verfassungsentwurf angenommen, muss innerhalb von zwei Monaten ein neues Parlament gewählt werden. Das erste gewählte Unterhaus wurde im Sommer von einem Gericht aufgelöst. Dort hatten die Islamisten eine deutliche Mehrheit.
Lehnt die Mehrheit der Wähler den Entwurf ab, muss eine neue Verfassungsgebende Versammlung gewählt werden. Diese hat dann sechs Monate Zeit, einen Entwurf zu erarbeiten.
Fehlende Richter
Die Aufteilung in zwei Wahlrunden wurde wegen eines Boykotts von Richtern notwendig. Es fanden sich nicht genug Richter, um das Referendum an einem Tag landesweit zu überwachen.