Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03581.jsonl.gz/2895

In Bezug auf den Aufbau und die Inszenierung australischer Lektionen lässt sich kaum ein eindeutiges Bild zeichnen. In der ersten Hälfte in australischen Lektionen finden sich unterschiedliche Gestaltungsmuster hinsichtlich der Sozialformen und inhaltsbezogenen Aktivitäten. Im letzten Drittel der Lektion zeichnet sich aber eine zunehmende Konvergenz in Richtung selbständige Schülerarbeit (mehrheitlich Einzelarbeit) ab, wobei vor allem wenig komplexe Übungsaufgaben bearbeitet werden. Der Fokus liegt auf dem Einüben von Prozeduren.
Didaktische Grobziele
Australische Lektionen beginnen in der Regel (92%) mit der Repetition von früherem Stoff, die meistens ca. 20% der Lektionszeit einnimmt. 28% aller australischen Lektionen umfassen ausschliesslich Repetition und Wiederholung von früherem Stoff; dies ist einer der höchsten Anteile unter den sieben Ländern. Nach ungefähr einem Drittel der Lektionszeit erfolgt in einer Mehrheit der Lektionen die Einführung von neuen Inhalten, die dann in eine Vertiefungs- und Übungsphase übergeht.
Sozialformen
Ungefähr gleich viel Zeit wird in australischen Lektionen in Klassenunterricht und selbständiger Schülerarbeit verbracht (52% Klassenunterricht, 48% Schülerarbeit). Die Lektionen beginnen und enden in der Regel im Klassenunterricht. Dazwischen ist ein flexibler Einsatz der Sozialformen zu beobachten, wobei allerdings in der zweiten Hälfte der Lektion die selbständige Schülerarbeit vorherrscht. Dabei werden mehrheitlich in Einzelarbeit (75% der Schülerarbeitszeit) Aufgaben gelöst, mittels derer die zuvor eingeführten Prozeduren repetitiv geübt werden (65% der selbständigen Schülerarbeit).
Inhaltsbezogene Aktivitäten
Während der ersten Hälfte der Lektion zeichnet sich kein einheitliches Muster der inhaltsbezogenen Aktivitäten ab: Es können sowohl Einzelaufgaben als auch Aufgabensets – als Wiederholung von früherem Stoff oder zur Einführung von neuem Stoff – bearbeitet werden; möglich sind auch Sequenzen, in denen keine Aufgaben gelöst werden. In der zweiten Hälfte steht demgegenüber das Bearbeiten von Aufgabensets klar im Vordergrund. Aufgabenanalysen zeigen, dass in den australischen Lektionen der Fokus vor allem auf dem Vermitteln und Einüben von Prozeduren liegt. Hinsichtlich des Anspruchsniveaus der gelösten Aufgaben weisen australische Lektionen einen der höchsten Anteile aller Länder an wenig komplexen Aufgaben auf (77% der Aufgaben).