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Dieser von der EU empfohlene Indikator zeigt die Verteilung der Bildungsressourcen unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Schweiz. Er ist ein zentraler Indikator für die strukturelle Integration und Chancengleichheit im Bildungssystem. Das erreichte Bildungsniveau ist die Grundlage, auf der die weitere Teilhabe im Ausbildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt aufbauen kann. Ohne abgeschlossene Ausbildung sind die Integrationschancen gering. Je höher das Bildungsniveau (hier gemessen über die höchste abgeschlossene Ausbildung), desto besser sind auch die weiteren strukturellen Integrationschancen.
Die ständige Wohnbevölkerung hat im Jahr 2017 vorwiegend die Sekundarstufe II als höchstes Bildungsniveau abgeschlossen (47,0%), gefolgt von der Tertiärstufe (33,9%) und der obligatorischen Schule (19,2%). Es ist allerdings zu beachten, dass sich viele Personen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren noch in Ausbildung befinden und somit ihren höchsten Bildungsabschluss noch nicht erreicht haben.
Die ungleichmässigste Verteilung weist die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund auf: 52,0% verfügen höchstens über einen Abschluss auf Sekundarstufe II, 33,5% auf Tertiärstufe und 14,5% haben höchstens die obligatorische Schule absolviert. Bei den Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation ist die Verteilung auf die verschiedenen Bildungsniveaus gleichmässiger (zwischen 28,2% und 36,3%). Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation liegen die Anteile der Personen mit der obligatorischen Schule als höchstem Bildungsniveau und denjenigen mit einem Tertiärabschluss nahe beieinander (21,6% und 27,8%).
Beim Bildungsniveau der Tertiärstufe weisen die Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation den grössten Anteil auf (36,3%), während die (in der Schweiz geborenen) Personen mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation den tiefsten Wert (27,8%) verzeichnen.
Im Zeitraum von 2011 bis 2017 ist die Verteilung nach Bildungsniveaus (obligatorische Schule, Sekundarstufe II, Tertiärstufe) bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen (differenziert nach Staatsangehörigkeit und Geburtsort oder Migrationshintergrund) im Verlauf gleich geblieben.
Auf dem Niveau der obligatorischen Schule sind die Anteile für alle Gruppen gesunken. Die einzige Ausnahme stellen die in der Schweiz geborenen Schweizerinnen und Schweizer dar, bei denen keine statistisch signifikanten Unterschiede im Zeitverlauf zu verzeichnen sind. Generell ist eine grössere Stabilität der Anteile von Personen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II zu beobachten, und zwar unabhängig von der betrachteten Bevölkerungsgruppe mit Ausnahme der Gesamtbevölkerung und der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund, bei denen sich die Anteile zwischen 2011 und 2017 bzw. zwischen 2013 und 2017 signifikant reduziert haben. Die Tertiärstufe zeigt eine Zunahme der Anteile bei allen Bevölkerungsgruppen mit Ausnahme der in der Schweiz geborenen ausländischen Staatsangehörigen, bei denen sich die Anteile zwischen 2011 und 2014 kaum veränderten und weiterhin die niedrigsten sind.
Die Grafik zeigt den Unterschied der Bildungsniveaus nach Grossregionen für die Bevölkerung mit bzw. ohne Migrationshintergrund. In allen Grossregionen lässt sich der gleiche Trend erkennen: Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bestehen grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Bildungsniveaus. An erster Stelle steht die Sekundarstufe II mit Anteilen, die fast überall 50% übersteigen. Danach folgen die Tertiärstufe (zwischen 29,7% im Tessin und 41,7% in Zürich) und schliesslich die obligatorische Schule (überall weniger als 20%). Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind diese Unterschiede weniger gross, in der Genferseeregion beispielsweise liegen die Anteile der drei Bildungsniveaus zwischen 28,3% und 36,7%.
Die Sekundarstufe II ist in allen Grossregionen und bei jeder Bevölkerungsgruppe das vorherrschende Bildungsniveau mit Ausnahme von Zürich, wo der Anteil der Tertiärstufe bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund signifikant höher ist (41,9% im Vergleich zu 36,1% mit einem höchsten Abschluss auf Sekundarstufe II). In der Genferseeregion und in der Zentralschweiz sind die Anteile der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund nahezu gleich gross (35,0% und 36,7% für die Genferseeregion und 38,6% und 36,6% für die Zentralschweiz).
Tabellen
Definitionen
Zur Bestimmung des Bildungsniveaus wird die höchste abgeschlossene Ausbildung berücksichtigt, um den Anteil der Bevölkerung zu berechnen, der eine Ausbildung eines bestimmten Niveaus absolviert hat. Sofern nicht anders vermerkt, werden ausschliesslich Personen ab 15 Jahren berücksichtigt.
Es werden drei erreichte Bildungsniveaus betrachtet:
Obligatorische Schule
- Obligatorische Schule nicht abgeschlossen;
- Obligatorische Schule abgeschlossen;
- Handelsschule oder Fachmittelschule (1 Jahr), Haushaltslehrjahr oder Sprachaufenthalt.
Sekundarstufe II
- Anlehre;
- Lehre;
- vollzeitliche Berufsfachschule;
- Fachmittelschule;
- gymnasiale Maturität, Berufsmaturität, Lehrerseminar.
Tertiärstufe
- Meisterdiplom, eidgenössischer Fachausweis;
- Techniker- oder Fachschule;
- Höhere Fachschule, höhere technische Lehranstalt;
- Universitäre Hochschule, Fachhochschule, Pädagogische Hochschule, Eidgenössische technische Hochschule.
Berechnungsweise: Personen ab 15 Jahren mit einem bestimmten Bildungsniveau / Total Personen ab 15 Jahren.