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(S.L.) So schlechte Bedingungen herrschten schon lange nicht mehr an den Rennen in Maienfeld. Statt "gelegentliche Niederschläge" wie vorausgesagt, regnete es ununterbrochen, die Bahn war rutschig und jedermann war schmutzig, von Kopf bis Fuss! Es gab aber trotzdem Leute, die sich freuen konnten, zum Beispiel Cornelia und Hans-Jürg Zindel, die sich in beiden Hauptereignissen an die Siegerehrung begeben konnten.
Zum Cross-Country traten nach dem Forfait von Latifa nur fünf Pferde an. Princechouar verlor seinen Reiter bereits nach wenigen Hindernissen und Quel Beau Mec wurde beim Baumstamm reiterlos, sodass nur noch drei Pferde im Rennen waren.Wie üblich war es Negus des Mottes, der sich über weite Strecken an der Spitze befand, gefolgt von Cromat und Racer, dessen Reiter sich bemühen musste, um den Anschluss nicht zu verlieren. Im letzten Bogen übernahm Cromat das Zepter und galoppierte unter Jan Faltejsek einem überlegenen Sieg entgegen. Racer erkämpfte sich an Negus des Mottes vorbei noch den zweiten Platz.
Das Jagdrennen wurde erst auf den letzten Metern entschieden. Zuerst lösten sich Assumed Identity und der Favorit Urve Bruère in der Führungsarbeit ab, bis der Vierjährige nach einem Fehler zurückfiel und später an aussichtsloser Position angehalten wurde. Dessen Trainingsgefährte Monkstown tat bei der Juramauer einen fürchterlichen Sturz und Silvia Casanova, für die der Tag so gut begonnen hatte, musste ins Spital eingeliefert werden und konnte den Ritt auf Quel Beau Mec nicht wahrnehmen. In der Schlussphase schritt Pilgrim, der vor einer Woche in Frauenfeld so blass gelaufen war, zum Angriff und schien den Sieg nach Hause zu bringen. Doch nun kam Assumed Identity unter Jan Flatiejsek nochmals in Schwung und fing das Höchtgewicht noch ab.
Nur noch selten steigt Jürg Langmeier in den (Renn-)Sattel, wenn aber mit Erfolg. Mit dem in den Farben der Scuderia Adel laufenden Regain Madrik gewann er das Cross am Vormittag, welches sehr ruhig angegangen worden war, gegen Bella Lawena.
In den beiden Hürdenrennen setzten sich die Favoriten durch. Tenor des Neiges gab nicht unerwartet ein siegreiches Schweizer Debüt. Colpacino hatte die Spitze, nachdem Zarrado sein Pulver verschossen hatte. Als Tenor des Neiges in der Gegenseite zum Angriff schritt , kam Colpacino auch noch der reiterlose Newton Circus in die Quere, sodass sich der Favorit unter Jonathan Viard sofort entscheidend absetzen konnte. Bei den Dreijährigen verloren Silvia Casanova und Cap Sizun ihre Gegner schon früh und liefen weit voraus ein Rennen für sich. Trainingsgefährte Santanos setzte sich im Kampf um den zweiten Platz gegen Bella Isla durch.
Gallery’s Platine zog im Stutenflachrennen weit vor dem Feld ihres Weges und schien einem ungefährdeten Sieg entgegen zu galoppieren. Doch aus dem letzten Bogen heraus wuchsen Magic Tilla unter Tim Bürgin förmlich Flügel und die in den Farben von Angelika Muntwyler laufende Sechsjährige gewann noch leicht. Auch im Fegentri-Rennen suchte ein Kandidat früh die Entscheidung – und war erfolgreich. Scuderia del Clans Weibert setzte sich unter Angelo Gasnier frühzeitig von seinen Gegnern ab und gewann hochüberlegen gegen Midwin und Song of Victory.
Sunlope de Mai störte sich nicht an den misslichen Verhältnissen. An der Seite von Quicksom trabte sie in dem für Inländer reservierten Bündner Pokal an der Spitze. In der Schlussphase rückte der Totofavorit Schubert du Martza immer besser auf, doch Sunlope de Mai wies dessen Angriff in der Hand ihres Trainers Christophe Vulliamy sicher ab. Wegen der schlechten Bedingungen traten sechs der fünfzehn Kandidaten nicht zum Rennen an.
Zum Auftakt des Renntages musste sich der Meister Opéra House klar in die Schranken weisen lassen. Palais du Trésor griff eine Runde vor Schluss den führenden Narcos d’Acanthe an, der im Einlauf völlig einbrach. Es waren Ovni de Marny innen und Olympio de Mai aussen, die dem 15.50 : 1-Aussenseiter am nächsten kamen. Doch Palais du Trésor siegte mit Stefan Sonnbauer im Sulky sicher.
Im dritten Trabrennen des Tages wiederholte André Bärtschi mit Pacha de Ry seinen Vorjahressieg. Er rückte kontinuierlich an der Aussenseite auf und wies im Einlauf den Angriff von Serpico, welcher nur mit einer Halslänge geschlagen war, knapp ab.
Der Wettumsatz belief sich auf 59'531 Franken, offiziell waren 2500 Zuschauer auf dem Rossriet.