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Frage: Ich befinde mich in Scheidung. Mein Noch-Ehemann wird für unsere beiden Kinder und mich Alimente bezahlen. Da er sich selbstständig macht, wird er sich das Pensionskassenguthaben auszahlen lassen. Als Gegenleistung erhalte ich unser gemeinsames Haus. Was passiert, wenn meinem geschiedenen Mann etwas passieren sollte? Wer bezahlt dann die Alimente? A. H. in B.
Niemand zahlt Ihnen die Alimente, wenn Ihr künftiger Ex-Mann sterben sollte. Dafür erhalten Sie von der AHV eine Witwen- und für jedes Kind eine Waisenrente. Bedingung: Sie waren während mindestens zehn Jahren verheiratet. Die maximale Witwenrente beträgt derzeit 1768 Franken, die maximale Waisenrente 884 Franken. Sie und Ihre zwei Kinder erhielten also von der AHV monatlich 3536 Franken. Das sind 42 432 Franken im Jahr.
Im BVG ist die geschiedene Frau der Witwe gleichgestellt
Auch in der beruflichen Vorsorge hat nicht nur die Witwe, sondern auch die geschiedene Ehefrau Anspruch auf eine Rente. Es gilt der Grundsatz, wonach die geschiedene Ehefrau der Witwe gleichgestellt ist. Dies gilt aber nur, wenn Ihnen im Scheidungsurteil «eine Rente oder eine Kapitalabfindung für eine lebenslängliche Rente» zugesprochen wird. Achten Sie darauf, dass dies der Scheidungsrichter im Urteil klar formuliert. Dem Mann erstehen durch diese Formulierung keine Nachteile. Wie bei der AHV muss auch in der beruflichen Vorsorge die Ehe mindestens zehn Jahre gedauert haben, um beim Tod des Ex-Mannes Forderungen stellen zu können.
Sie sagten, Ihr Mann mache sich selbstständig und werde für die Finanzierung seiner Selbstständigkeit das Pensionskassenguthaben verwenden. Somit stellt sich auch die Frage, ob er weiterhin bei einer beruflichen Vorsorgeeinrichtung versichert sein wird. Selbstständig Erwerbende sind nicht verpflichtet, sich einer PK anzuschliessen. Im Gegenteil: Unter Umständen wird es für ihn gar nicht einfach sein, eine Vorsorgeeinrichtung zu finden, die ihn zu vernünftigen Konditionen aufnimmt. Wenn er keiner Vorsorgestiftung angeschlossen ist, können Sie auch keine Ansprüche geltend machen. Da nützt ihnen die richtige Formulierung im Scheidungsurteil so wenig wie die Ehedauer von über zehn Jahren.
Sprechen Sie mit Ihrem Mann darüber. Sagen Sie ihm, für Sie und die Kinder sei es von Vorteil, wenn er sich wieder einer beruflichen Vorsorgeeinrichtung anschliesse. Die Alternative wäre dabei, dass er eine reine Todesfallrisiko-Versicherung abschliesst, in der Sie begünstigt würden. Die Variante mit der Pensionskasse ist jedoch für alle Beteiligten interessanter.
Erschienen im CASH am 22. März 2007