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Kader Attia
Janus, 2020
Ein Kopf mit zwei Gesichtern. Die Physiognomien sind verstümmelt durch grausame Verletzungen, die ihnen der Krieg zugefügt hat. Kader Attia (*1970), französischer Künstler algerischer Abstammung, hat ausgehend von Fotografien von schwer versehrten Soldaten des Ersten Weltkriegs, die er in deutschen und französischen Archiven fand, ein dreidimensionales Modell geschaffen, das er in Afrika, in den ehemaligen Kolonien, von lokalen Bildschnitzern in eine dreidimensionale Maquette aus Holz umsetzen liess, die wiederum als Vorlage für den Guss in Aluminium diente. Es war unser Ziel, auf den hohen Sockel zwischen dem Moser- und dem Pfister-Bau in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rodins ikonischen «Höllentor» ein zeitgenössisches plastisches Werk zu installieren, das einen markanten Blickpunkt für das gesamte Areal schafft. Indem die Plastik auf dramatische Weise den Krieg thematisiert, mahnt «Janus» an diesem prominenten kulturellen Ort zum Frieden.
Die komplexe Genese des Kunstwerks, zugleich Kader Attias erste grosse Plastik im öffentlichen Raum, entwickelte sich in einem intensiven Dialog mit dem Künstler parallel zu seiner erfolgreichen Ausstellung, die unter der kuratorischen Leitung von Mirjam Varadinis stand. Die Entstehung des eindrucksvollen und berührenden Kunstwerks ist auch mit dem Namen des norwegischen Unternehmers und Kunstmäzen Christen Sveaas verbunden, dem wir das Konvolut der Gemälde von Johan Christian Dahl, des bedeutendsten Landschaftsmalers neben Caspar David Friedrich, und einen namhaften Beitrag an die Kunsthaus-Erweiterung verdanken. Wir freuten uns über seine Zusage, die Erwerbung von Kunstwerken für unsere Sammlung grosszügig zu unterstützen und danken Christen Sveaas an dieser Stelle auch dafür noch einmal herzlich.