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Als Mensch geoutet. Nach Jahren des Nicht-Schreibens hat Brigitte Schwaiger ein sehr persönliches Buch verfasst, das durch seine Direktheit berührt und durch seine literarische Qualität beeindruckt. "Nach vielen Romanen und Erzählungen, auch nach ihrem Sensationsbestseller "Wie kommt das Salz ins Meer" und nach mehreren Theaterstücken hat Brigitte Schwaiger zum Erstaunen der literarischen Welt vor ungefähr einem Jahr begonnen, zum Teil im Spectrum der "Presse" veröffentlichte Texte über sich selbst und zwar als Patientin der Psychiatrie auf der Baumgartner Höhe zu schreiben. Es geht dabei nicht nur um ihre eigene Befindlichkeit, ihre Depressionen und Süchte, ihren persönlichen Zustand also, sondern auch um den Zustand der (österreichischen) Psychiatrie. Der Schreibimpuls ist dabei kein pathologisch-exhibitionistischer, sondern ein humanitärer und idealistischer. Was sie in ihren Aufsätzen berichtet, ist nicht nur deshalb von Belang, weil es eine ausgewiesene und erfolgreiche, jetzt aber in Bedrängnis gekommene Prominente schreibt. Es besticht durch seine Authentizität, einen selbst auferlegten Verzicht von Stilisierung und Literarisierung, auch (falschen) Rationalisierungen, durch Schonungslosigkeit sich selbst gegenüber, frei von Attitüden, aber auch von Selbstmitleid und macht aufs Äusserste betroffen. Schwaiger enttabuisiert nicht nur das Leiden, sondern auch die Kunst." (Alois Brandstetter)
Portrait
Geboren 1949 in Freistadt (OÖ), gestorben 2010 in Wien, Schriftstellerin und Malerin. Hatte 1977 mit ihrem ersten Roman "Wie kommt das Salz ins Meer" bei Publikum wie Kritik grossen Erfolg. Er zählte 1977 zu den meistverkauften Werken des deutschsprachigen Raumes und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Es folgten u. a. "Mein spanisches Dorf", "Lange Abwesenheit", "Ich suchte das Leben und fand nur dich".