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Idylle? Unsere digitalisierte Gesellschaft kennt sich mit «apps», «upgrades» und «swifts» besser aus als mit poetischen Begriffen. Oder doch nicht? Die Namen der Apple Betriebssysteme wie «Panther», «Snow Leopard» oder «El Capitan» suggerieren kraftvolle Wildnis, zum Ausdruck kommt damit jedoch eine verhöhnende Kombination aus der Unverkäuflichkeit der Natur und dem marktbeherrschenden Auftritt einer «Wildkatze» aus dem Silicon Valley. Mit dem Wort Idylle verknüpfen wir Bilder von blühenden Obstgärten, einsamen Waldlichtungen, verwunschenen «enclos» inmitten eines grossen Parks, von Stallruinen auf verbuschten Alpweiden oder leicht verwilderten Bauerngärten. Der Ausdruck hat sich bis in die heutige Zeit gehalten und doch erheblich in seiner Symbolkraft gewandelt.
In der Antike bildeten Gärten einen wichtigen Bestandteil von Wohnbauten im Mittelmeerraum. Im römischen Reich und seinen Provinzen umfassten die Gärten von städtischen und ländlichen Häusern sowohl Nutz- als auch Pflanzgarten, wobei die Anlage der Ziergärten in Beziehung mit der Architektur der Gebäude stand. Leitungen versorgten Brunnen und Becken mit Wasser, die Gartenräume wurden mittels Alleen und Hecken unterteilt.
In der Vorstellung vieler Menschen ist der zentrale Marktplatz ein unerlässliches Element der mittelalterlichen Stadt. Erstaunlich viele Städte besassen aber ursprünglich keine Plätze– kaum eine der rund 150 zwischen 1150 und 1350 neu entstandenen Städte auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Üblicherweise übernahm die breite, von Tor zu Tor führende Hauptgasse Platzfunktion wahr. Dort fand der Markt statt, dort tagte das Gericht, dort erhob sich der Pranger und dort versammelte sich die bewaffnete männliche Bürgerschaft beim Sturmläuten der Glocken.
Es liegt in der Natur eines Gartens, dass er sich verändert. Oft schon nach wenigen Jahren haben Gärten und Pärke so viele Umgestaltungen erfahren, dass ihr ursprüngliches Aussehen nicht mehr zu erkennen ist. Nach Jahrhunderten geben nur noch textliche und bildliche Quellen über das ursprüngliche Aussehen einer Anlage Auskunft– und archäologische Ausgrabungen. Wie sich damit die vergangene Gestalt eines Gartens fassen lässt, wird am Beispiel zweier Anlagen des 18. Jahrhunderts in und bei Solothurn nachgezeichnet.
Die Schweiz ist reich an Zeugnissen von Erholungsanlagen in der siedlungsnahen Landschaft. Deren Geschichte begann im 15./16. und erlebte ihren Höhepunkt im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Ausgehend von kleinen platzartigen Anlagen mit Tanzlinden entwickelten sich die Anlagen zur Erholung ausserhalb des Siedlungsgebiets bis zum 18. Jahrhunderts zu Promenaden und wurden ab Mitte des 18. Jahrhunderts in die Fläche aufgeweitet zu einem Wegenetz. Viele dieser Anlagen sind mittlerweile Teil des Siedlungsgebiets geworden und werden deshalb heute als städtische Anlagen wahrgenommen.
Der Gletschergarten in Luzern ist eine einzigartige und originelle Gartenschöpfung seiner Zeit, die einen Steinbruch mit Gletschertöpfen zum hochalpinen Erlebnis stilisierte. Beim Bau eines Lagerkellers war der Luzerner Bankangestellte Josef Wilhelm Amrein-Troller (1842–1881) 1872 auf ein eiszeitliches Strudelloch gestossen. Er beschloss, die Gletschertöpfe vollständig ausgraben zu lassen, um diese dem interessierten Publikum gewinnbringend zu präsentieren. Von Anfang an bot Amrein den Besuchern eine bunte Mischung an Attraktionen, die Gletschertöpfe dienten lediglich als Ausgangspunkt für einen lehrreichen Vergnügungspark des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit einem «Schwyzerhüsli, einem «Wildkirchli» samt Eremitenklause und weiteren Architekturen.
Den Wohlhabenden repräsentative Gärten und Parkanlagen, den wenig Begüterten Nutzgärten. Dass Patrons ihre Parks einfacheren Leuten öffneten oder gar extra für sie anlegen liessen, war hingegen die Ausnahme. Als frühestes Beispiel dafür gilt der Ballypark in Schönenwerd (SO), der auf den Firmengründer Carl Franz Bally (1821–1899) zurückgeht. Der heute öffentlich zugängliche Park entstand in zwei Etappen 1868 und 1890. In einer idealen Landschaft mit Weihern, einem Arboretum und verschiedenen Staffagebauten sollten sich die Besucher gleichzeitig erholen und weiterbilden können.