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BRAHMS-FEST
Johannes Brahms: Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 78
Vivace, ma non troppo
Adagio
Allegro molto moderato
Johannes Brahms: Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 100
Allegro amabile
Andante tranquillo
Allegretto grazioso
Johannes Brahms: Sonate für Violine und Klavier d-Moll op. 108
Allegro
Adagio
Un poco presto e con sentimento
Presto agitato
Johannes Brahms: Die drei Sonaten für Violine und Klavier, op. 78, op. 100 und op. 108.
Johannes Brahms hat insgesamt drei Sonaten für die Besetzung Violine und Klavier geschrieben und jede von ihnen ist ganz einzigartig in ihrem Charakter. Trotz der unterschiedlichen Eigenheit und Vollkommenheit der einzelnen Kompositionen kann man übergeordnet von einem Zyklus sprechen. Die erste Sonate, entstanden in Pörtschach am Wörthersee 1878 und 1879 kurz nach dem Violinkonzert kann man als Ouvertüre mit besonderer Gewichtung der Geige verstehen. Die zweite Sonate op. 100, entstanden in den Sommermonaten 1886 am Thunersee, als wonniges Intermezzo mit zunehmendem pianistischem Anspruch, die dritte op. 108, als Finale Grande.
Während sich bei der ersten Sonate op. 78 im zweiten Satz unüberhörbar ein Trauermarsch befindet, ist es Brahms’ musikalische Verarbeitung des nahenden krankheitsbedingten Todes von Clara Schumanns Sohn Felix, der selbst gut Geige spielte und mit Brahms befreundet war. Daher auch die besondere Behandlung der Geige in der ersten Sonate. Der letzte Satz der Sonate zitiert Brahms eigenes Lied op. 58 Nr. 3 «Regenlied» das Clara Schumann, wie sie ihm im Briefe schrieb «so schwärmerisch geliebt und empfunden» hat.
Wer in der zweiten Sonate op. 100 nach Zitaten sucht, kann sich auch an Brahms’ eigene Aussagen halten. Er selbst hat auf das zweite Thema des 1. Satzes hingewiesen: Es ist mit einem Lied verwandt, welches er ungefähr zur gleichen Zeit komponiert hat, mit dem Titel «Wie Melodien zieht es mir leise durch den Sinn». Geschrieben hatte er es für die junge Sängerin Hermine Spies, für die Brahms damals schwärmte. Er selbst sagte, die Sonate habe er «in Erwartung der Ankunft einer lieben Freundin» geschrieben – und muss wohl die Sängerin damit gemeint haben.
Dreimal hat Johannes Brahms seine Sommerferien am Thuner See verbracht, inmitten der Seenlandschaft, mit Wiesen und malerischen Bergen. Jedes Mal kehrte er mit frisch komponierten Meisterwerken wieder nach Hause zurück. Im Jahr 1886 komponierte er da den ersten Satz seiner dritten Violinsonate in d-Moll. Zwei Jahre später schrieb er die übrigen drei Sätze. Die letzte Sonate ist viersätzig, beginnt suchend, hat einen wunderbaren arienartigen 2. Satz mit ungarischem Kolorit, gefolgt von einem kurzen Intermezzo und einem aufgewühlten bis stürmischen konzertanten Finale.