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Die kalifornische Pensionskasse Calpers, mit einem Vermögen von 259 Mrd Dollar der grösste Pensionsfonds in den USA, denkt über eine Modifizierung in der Bezahlung seiner Fondsmanager nach, die an den Grundfesten der Entlohnung rütteln würde. Die Investmentabteilung von Calpers will dem Vorstand einen Entwurf vorlegen, nach dem die Manager nur dann eine Prämie erhalten würden, wenn sie bestimmte Benchmark-Indizes übertreffen. Falls ihnen das nicht gelingt, bekämen sie für den jeweiligen Zeitraum gar nichts. Details müssen nach Angaben eines Sprechers aber noch ausgearbeitet werden, und bis zu einer Entscheidung werde es noch einige Monate dauern. Dennoch hat die Nachricht Aufsehen erregt. «Die Idee, gar keine Grundprämie zu zahlen, ist ganz schön spannend », meint Christopher Ailman, CEO beim kalifornischen Teachers’ Retirement System, das über ein Vermögen von 169 Mrd Dollar verfügt.
Die Grössten sind Vorbilder
Viele der grossen amerikanischen Pensionsfonds könnten dem Calpers-Vorbild folgen. Experten glauben jedoch, dass nicht alle Pensionsfonds von dem neuen Entlöhnungsmodell der Chefanleger profitieren würden. Pensionspläne mit weniger Vermögenswerten kosten normalerweise ohnehin höhere Gebühren. Und die Money-Manager könnten bei kleineren Plänen die Gebühren erhöhen, um damit mögliche Verluste bei den grösseren auszugleichen.
Mit Rendite sehr unzufrieden
Die neue Managerentlöhnung und die geplante Gebührenstruktur bei Calpers sind Teil einer Überarbeitung des 150 Mrd Dollar schweren Portfolios, dessen Rendite in den vergangenen fünf Jahren enttäuscht und den Benchmark-Index nur um einen viertel Prozentpunkt geschlagen hat. «Die Performance des External Manager Programs entspricht nicht den Erwartungen», schrieben CIO Russell Read und Senior Investment Officer Christianna Wood in einem Memo an den Investmentausschuss. Darin wird empfohlen, den globalen Investmentprozess zu reorganisieren, sodass die Benchmark um einem halben bis einen Prozentpunkt geschlagen werden kann.
Bisher bekamen Manager bei vielen Pensionsfonds in jedem Fall wenigstens eine kleine Prämie, unabhängig von der Performance. Mit dem nun von Calpers vorgeschlagenen System würden bei einer Underperformance überhaupt keine Gelder an die Manager fliessen. Daher machen sich einige bereits Sorgen, dies könnte Betreuer der Portfolios zu riskanteren Investments veranlassen. «Das ist bei jeder performanceabhängigen Struktur ein Problem», kommentiert Christopher Ailman von Calpers. Im Jahr 2003 wurde im «Journal of Finance» eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass Investmentfonds, die performanceabhängige Prämien zahlen, eine niedrige Kostenrate und eine bessere Aktienauswahl aufweisen als andere. Falls sich das System bei Calpers durchsetzt, will Ailman darauf drängen, auch die Manager der Lehrer-Pensionskasse so zu bezahlen: «In ersten Gesprächen waren sie gar nicht abgeneigt, dies zu akzeptieren.»