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(Der Begriff "Partner" gilt auch als "Partnerin" . Die Formulierung möge bitte sowohl aus weiblicher
wie aus männlicher Sicht verstanden werden.)
Die Frage "wer ist mein Partner" (oder Freund, Arbeitskollege, Chef) oder "warum handelt er so und nicht anders" ist keine esoterische Frage, sondern eine psychologische. Sie führt mich nirgendwo hin. Was habe ich davon wenn ich meinen Partner verstehe? Das kann ich sowieso nicht, das muss er schon selbst tun oder zumindest versuchen. Es ist dies auch nicht meine Aufgabe. Die (esoterische) Frage lautet demzufolge: "Was kann ich durch meinen Partner über mich erkennen?
Das tönt etwas radikal und scheint auf den ersten Blick idiotisch. Wieso soll mein Partner etwas an sich haben, das mir hilft, mich zu erkennen? Weil es mein Partner ist? Weil dieser Partner mit mir eine Beziehung hat oder weil er/sie mich auf meinem Lebensweg begleitet?
Radikal formuliert: Er/Sie ist nichts weiter als ein Spiegel für mich! Demzufolge bin ich auch ein Spiegel für Sie/Ihn. Was immer ich sonst im Leben noch sein mag, Chef, Freund, Freundin, Arbeitskollege, Lehrer, Lebenspartner, für Sie/Ihn bin ich Spiegel, sonst nichts. Das ist nun nüchtern betrachtet - und macht skeptisch! Alle die schönen Worte, die Sie /Er mir sagt und die ich Ihr/Ihm sage, alle die wunderbaren Dinge die ich an Ihm/Ihr so schätze und bewundere sind nichts weiter als Verzierungen? Verzierungen am Rande des Spiegels. Doch nüchtern betrachtet zählen sie schlussendlich nicht! Was zählt ist die glatte, blanke Fläche des Spiegels in der ich mich früher oder später selbst erkennen soll. Mein Partner streitet nicht mit mir, sondern er zeigt mir den Streit in mir selbst. Mein Partner ist in den vielen Jahren nicht hässlich geworden, sondern er hat die Aufgabe, mir meine eigene Hässlichkeit zu spiegeln.
Er hat keine Laster und Süchte, er zeigt mir meine eigenen. Er will sich nicht von mir trennen, er zeigt mir mein Wunsch und meine Sehnsucht nach Losgelöstheit und nach Freiheit. Die Welt ist ein Spiegel und was immer mir gespiegelt wird, ist das"Gegenbild", bin ICH selbst in meinen Anlagen, Eigenschaften und Mustern. Nur ICH und sonst nichts! Das ist eine Grund- oder Basisregel des menschlichen Zusammenlebens. Das geistige Gesetz der Affinität.
Während die Denkmodelle der Psychologie immer eine kausale Problemkette beschreiben und damit eigentlich eine Art Schuldzuweisung betreiben, - Das Problem hat seinen Ursprung in der Zeit, in der Jugend, der Kindheit, der Erziehung, oder bei der Geburt - behandelt die Esoterik das Innere des Spiegels nicht kausal sondern phänomenologisch. Der Spiegel betrachtet weder die Zeit noch die Umstände noch die kausalen Zusammenhänge (also wann ist etwas geschehen und wer ist daran schuld) sondern der Spiegel betrachtet das Phänomen als solches. Die Frage lautet somit nicht mehr: "wann" oder "wer" sondern "was"! Was wird gespiegelt? Nun rutscht aber die Esoterik aus dem normalen menschlichen Denkmuster heraus, da sie so fast nicht mehr begreiflich ist. Der menschliche Verstand möchte doch für jedes Phänomen eine Ursache identifizieren.Das Ego ist darauf bedacht, für Dinge die wir nicht annehmen können einen Schuldigen zu suchen und das möglichst ausserhalb von uns selbst. "Du bist schuld, dass ich jetzt in einer so misslichen,peinlichen Lage bin.......! Er/Sie ist schuld, dass ich irgend etwas nicht bekommen habe......! Der dort ist an diesem Unfall schuld....!" Tja, wer kennt das nicht. Ein Spiel um etwas nicht annehmen (tragen) zu müssen. Die Esoterik jedoch, geht auf dieses Spiel nicht ein. Es geht ihr nicht darum zu ver-urteilen oder etwas nicht akzeptierbares, nicht annehmbares zu verdrängen. Eine Situation ist eingetreten in meinem Leben, etwas ist geschehen im Hier und Jetzt, das mich betrifft. Vielmehr geht es in der Esoterik darum, diese vielleicht unangenehme Situation anzusehen ihr sozusagen ins Auge zu blicken. Anstatt sie "abzuschieben" ins Aussen in die Umwelt, kann ich mir die Frage stellen: Warum ist das so? Was will mir diese Situation zeigen, was will sie mir sagen? Ist es eine Antwort auf eine früher gestellte Frage, ist es eine Botschaft oder gar eine Symbolik, die ich erst noch verstehen lernen muss? Jedenfalls ist es ein "Anklopfen" an meine innere Türe, ein Erinnern an ein Problem, eine Thematik die ich im Unbewusstsein mit mir herumschleppe und die mir eben bewusst gemacht wurde. Sonst würde ich nicht reagieren darauf und den "Auslöser " im Aussen, beschimpfen und ihm die Schuld zuweisen für etwas, was ich selbst nicht (er)tragen kann und will, ablehne oder verdränge. Doch der vermeindliche "Auslöser" als Mensch, wurde zum Spiegel meiner selbst.
Mit dieser Denkweise werden alle die vielen täglichen Situationen im Alltag zu einem "Spiegelsaal" und in diesem Saal gibt es immer wieder Menschen die meine eigene Seele spiegeln und mich je nach dem, mehr oder weniger zum schwingen bringen.
Natürlich ist dieser Gedanke nicht leicht zu verstehen, denn wir haben uns seit Kindheit daran gewöhnt einer Situation die wir nicht verstehen, den Namen: "Zufall" zu geben. Was mir da aus dem Aussen (Umwelt) begegnet, hat doch nichts mit mir zu tun!
Zufall was für ein Wort, was für ein Tragweite, die dahinter steht. Es fällt mir etwas zu!