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Alcatel-Lucent startet auf dem falschen Fuss: 618 Millionen Euro Quartalsverlust.
Die Befürchtungen, dass Alcatel-Lucent plant, bis zu 20'000 Stellen abzubauen
, haben sich als übertrieben erwiesen. Über die nächsten drei Jahre werden, wie das Unternehmen heute offiziell bekannt gab, wahrscheinlich rund 12500 Stellen abgebaut - immerhin fast jede sechste der gegenwärtig rund 79'000 Stellen bei Alcatel-Lucent.
Als die Pläne zur Fusion bekannt gegeben wurden, war man noch von ungefähr 9000 Stellen ausgegangen, die gestrichen werden würden. Nun hofft Alcatel-Lucent im Rahmen des "Synergieplans" über die nächsten drei Jahre rund 1,7 Milliarden Euro an Kosten einsparen zu können, statt der ursprünglich angekündigten 1,4 Milliarden Euro.
Dies dürfte eine Reaktion auf den harzigen Start sein. Das vierte Quartal 2006 war das erste Quartal, das Alcatel und Lucent offiziell als gemeinsames Unternehmen bilanzieren. Das es nicht einfach werden würde, die beiden Unternehmen zu integrieren und damit das Potential der Fusion auszunützen, war im Vornherein klar. Der Start allerdings verlief wohl noch einiges schwieriger, als gedacht. Alcatel-Lucent Chefin Patricia Russo bezeichnete die Ergebnisse des vierten Quartals denn auch als "ganz klar entäuschend." Trotzdem, so Russo, bleibe man davon überzeugt, dass der Merger in Zukunft die erwarteten Wettbewerbsvorteile und damit das erhoffte Wachstumspotential bringen werde.
Alcatel-Lucent verbuchte für das vierte Quartal 2006 nach der offiziellen Bilanz bei einem Umsatz von 3,871 Milliarden Euro einen Nettoverlust von 615 Millionen Euro aus. Darin eingeschlossen sind nur der Dezember für beide Firmen und Oktober und November für Alcatel alleine.
Aussagekräftiger ist das pro-Forma-Quartalsergebnis, das die Umsätze beider Unternehmen und die Geschäftsbereiche, die seit dem 1. Januar 2007 noch weitergeführt werden, einbezieht. Pro-Forma verbuchte Alcatel-Lucent im vierten Quartal bei einem Umsatz von 4,421 Milliarden Euro einen Nettoverlust von 618 Millionen Euro. Darin eingeschlossen ist ein grosser Brocken (577 Millionen Euro) an Restrukturierungskosten und Abschreibern.
Wichtiger aber: Auch beim operativen Geschäft musste Alcatel-Lucent im vierten Quartal deutlich Federn lassen: Der Umsatz von 4,421 Milliarden Euro bedeutete verglichen mit den kombinierten Resultaten von Alcatel und Lucent aus dem vierten Quartal 2005 einen Rückgang um 16 Prozent. Der Bruttogewinn sank von rund 2 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro und der operative Gewinn von 566 auf 21 Millionen Euro. (Hans Jörg Maron)