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Wissenswertes über unsere Sprache und Mundart
Bei schönstem Nachsommerwetter fanden sich mehrere Dutzend Übersechzigjährige im Zwinglisaal ein. Sie folgten den Ausführungen von Christian Schmid aus Schaffhausen, ein ehemaliger Mundartmitarbeiter im Schweizer Radio SRF1. Er verstand die Zuhörer zu fesseln mit Erklärungen und Geschichten zu unserer Mundart.
Jakob Steingruber,
Redensarten gibt es aus dem 14. Jahrhundert und noch früher, die heute noch gebraucht werden, so zum Beispiel «das ist mir durch die Latten gegangen» für etwas Vergessenes.
Ebenso viele sind aber auch im Laufe der Zeit verloren gegangen. Es gibt auch neuere Redensarten aus dem 19. Jahrhundert zum Beispiel «es ist höchste Eisenbahn» Diese Redensart wurde von dem Berliner Satiriker Adolf Glaßbrenner 1847 geprägt.
In seiner humoristischen Szene «Ein Heiratsantrag in der Niederwallstraße» tritt ein Briefträger auf, der oft die Wörter in einem Satz verwechselt. Er will rufen «Es ist höchste Zeit, die Eisenbahn ist schon angekommen», doch daraus wird «Es ist höchste Eisenbahn, die Zeit ist schon angekommen».
Es gibt auch Redewendungen, die in der Schweiz etwas anderes meinen als bei unserm nördlichen Nachbarn, so,z.B. «einen Stein in den Garten werfen». In der Schweiz bedeutet das, einem etwas Gutes tun, in Deutschland aber das Gegenteil.
Nur zu schnell verstrich die Zeit an diesem Nachmittag im Treff 60plus. Die Zuhörer wären gerne noch viel länger von Christian Schmid in den Bann gezogen worden.
Jakob Steingruber