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Die Kirche St. Franziskus ist die ältere der beiden katholischen Gotteshäuser von Wetzikon. Erbaut wurde sie vom renommierten Architekten Josef Steiner an erhöhter Lage auf dem Guldisloo. Sie ist weitgehend im Originalzustand erhalten und noch heute fast vollständig von freiem Wiesland umgeben.
|Patrozinium||Hl. Franz von Assisi|
|Baujahr||1923|
|Architekt||Josef Steiner|
|Pfarreigrösse||9'500|
|Politische Gemeinde
||Wetzikon, Kempten, Aatal|
Geschichte
Um 1890 lebten in Wetzikon und Umgebung bereits rund 1000 Katholiken, die mehrheitlich wegen der Arbeitsplätze in der Industrie aus katholischen Gebieten in die Zürcher Diaspora ausgewandert waren. Nach der Errichtung der Missionsstation Pilgersteg 1866 auf dem Gebiet von Rüti folgten 1876 diejenige in Uster und 1890 die von Wetzikon. Möglich wurde der rasche Aufbau dieser Seelsorgestellen durch die tatkräftige Unterstützung der Inländischen Mission.
Am 9. Februar 1892 wurde in Wetzikon ein Kirchenbauverein ins Leben gerufen. Landkäufe auf dem Guldisloo konnten am 1. April 1892 notariell beglaubigt werden. 1893 wurde ein Pfarrhaus mit Betsaal erbaut. Während des Ersten Weltkrieges musste der geplante Kirchenbau jedoch sistiert werden. Am 15. Juli 1923 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau der St. Franziskuskirche, die nach Plänen von Joseph Steiner errichtet wurde. Bereits am 5. Oktober des gleichen Jahres erfolgte die Einweihung der Kirche durch Raymund Netzhammer, Erzbischof von Bukarest.
In den folgenden Jahren wurde die Kirche St. Franziskus nach und nach ausgestattet: 1925 wurden Seitenaltäre und Statuen des Hl. Antonius, des Hl. Ludwig und der Hl. Elisabeth angebracht. Die Holzstuckaturen wurden von Alfons Noflauer geschaffen. 1936 folgten die Kreuzweg-Bilder. 1947 erhielt die Kirche eine Kanzel und 1949 einen Taufstein aus dunklem Gastione-Granit. 2013-2014 wurde der Innenraum unter denkmalpflegerischen Aspekten renoviert, sodass der Charakter der von Joseph Steiner konzipierten Kirche erhalten geblieben ist.
Architektur & Kunst
St. Franziskus ist eine dreischiffige neuromanische Basilika. Der Turm ragt fast bündig aus der schlichten Fassade der Kirche auf. Auch im Inneren präsentiert sich die Kirche als typisch neoromantischer Bau. Das Mittelschiff ist geprägt durch eine Kassettendecke, und der Rundbogen findet sich im Chor, bei den Fenstern des Obergadens und den Arkaden zu den Seitenschiffen, die durch Kreuzrippengewölbe abgeschlossen sind. Nur der moderne Volksaltar und die Deckenleuchter weisen auf die jüngsten Erneuerungsmassnahmen hin.
1937 konnte aus einer andern Kirche eine erste Orgel übernommen werden. 1975 wurde sie ersetzt durch ein Instrument mit 1654 Pfeifen und 25 Registern aus der Firma Mönch & Söhne.