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Asylrechtsverletzungen an der französisch-italienischen Grenze - Das italienische Calais heisst Ventimiglia
Calais ist frankreichweit und inzwischen auch europaweit bekannt als eines der Orte in Europa, in dem Migrantinnen und Schutzsuchende Slums errichten in der Hoffnung, bald die Grenze zu ihrem Wunschland passieren zu können, und in der Zwischenzeit regelmässig von den Behörden terrorisiert werden.
Für diese Situation ist massgeblich die Abschottungspolitik Grossbritanniens und ein britisch-französisches Abkommen verantwortlich, wonach die französischen Behörden dafür sorgen sollen, dass keine Menschen irregulär den Ärmelkanal passieren.
Seit diesem Jahr und besonders seit diesem Sommer wurden französische Medien zunehmend darauf aufmerksam, dass es inzwischen eine ganz ähnliche Situation an der französisch-italienischen Grenze gibt. Da schottet sich wiederum Frankreich gegen Migranten und Schutzsuchende ab. Tausende Migrantinnen sind deswegen rund um die italienische Grenzstadt Ventimiglia gestrandet. Französische und italienische Hilfsorganisationen kritisieren in diesem Zusammenhang, dass die französischen Behörden nicht davor zurückschrecken, die Rechte von Schutzsuchenden zu verletzen. Ein Protestschreiben unterzeichneten namhafte Hilfsorganisationen wie Amnesty International, die Caritas und Ärzte ohne Grenzen.
Zu den protestierenden Organisationen zählt auch die französische Nichtregierungsorganisation Anafé, die Ausländerinnen bei Problemen an der Grenze rechtlich unterstützt. Matthieu hat vor der Sommerpause mit Laure Palun gesprochen, Koordinatorin der Anafé. Sie hatte sich im Mai und Juni ein Bild von der Situation in der Region um Nizza gemacht.
Wie man sich die Situation an der Grenze zwischen Menton und Ventimiglia vorstellen soll, erklärt Laure Palun: