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Diese drei Grundbegriffe der Meteoritenforschung sorgen immer wieder mal für Verwirrung. Und wenn wir doch schon dabei sind: wo ist die Grenze zwischen Meteoroid und Asteroid?
Natürliche Objekte aus dem Weltall, die auf der Erdoberfläche liegen, nennt man Meteoriten (zumindest, wenn ihre ausserirdische Herkunft bestätigt werden konnte). Tatsächlich müssen sie dafür nicht einmal auf der Oberfläche der Erde liegen, es wurden auch schon zwei Meteoriten auf dem Mond (von Apollo-Astronauten) gefunden und zurück gebracht (dazu ein anderes Mal mehr). Marsrover haben auf der Oberfläche des Mars ebenfalls schon Meteoriten entdeckt. „Offiziell“ (von der Wissenschaftlichen Gemeinschaft als solcher anerkannt) ist ein Meteorit erst dann, wenn er in der Datenbank der Meteoritical Society aufgeführt ist und von dieser einen einzigartigen Namen und eine Klassifikation erhalten hat. Die kleinsten Meteoriten sind ein paar cm gross (noch kleinere verbrennen vollständig in der Atmosphäre), die grössten ein paar Meter (etwa der Hoba-Eisenmeteorit in Namibia).
Meteoroiden (oder Meteoriden) heissen die Meteoriten, wenn sie noch im Weltall sind. Ihre Grösse dort draussen kann durchaus ähnlich sein wie die des Meteoriten, der am Ende auf der Erdoberfläche landet – oder aber sehr viel grösser. Grosse Meteoroiden brechen beim Eintritt in die Erdatmosphäre auseinander, wobei der grösste Teil der Masse verdampft – nur ein paar Steine schaffen es typischerweise zum Boden (von denen auch nur ein kleiner Bruchteil dann auch wirklich gefunden wird).
Der Meteor ist die Leuchterscheinung am Himmel, die sich ergibt, wenn ein Meteoroid in die Erdatmosphäre eintritt: meist eine helle, weiss-gelblich bis grünlich leuchtende Feuerkugel, die ihre Bahn über den Himmel zieht und für einige Sekunden sichtbar bleibt. Manchmal zerbricht der Meteor und bildet mehrere Spuren, die nebeneinander über den Himmel ziehen. Sehr helle Meteore (auch Feuerkugeln oder Boliden genannt) sind sogar am Taghimmel sichtbar. Die Hitze und Leuchkraft kommt übrigens nicht von der Reibung: hauptsächlich kommt sie davon, dass der Meteoroid eine Menge Luft vor sich herschiebt und diese komprimiert – dies setzt (wie bei der Velopumpe) Wärme frei, welche dann den Meteoroiden schmilzt. Nicht alle Meteore führen zu Meteoritenfällen: manchmal tritt der Meteoroid so schnell in die Erdatmosphäre ein, dass er vollständig verglüht.
Wenn sie von mindestens drei Kameras am Boden aufgenommen werden, können Meteore genutzt werden, um bei einem gefallenen Meteoriten die Bahn zu bestimmen, die dessen Meteoroid hatte, bevor er in die Erdatmosphäre eintrat. Die Kombination von Messungen von „kosmogenen“ Edelgasen und Radionukliden im Meteoriten (mit denen sich bestimmen lässt, wie lange der Meteorit im Weltraum war und wie gross er zu jener Zeit war) mit Meteor-Messungen (die einem Auskunft über die Grösse, Dichte und Bruchfestigkeit des Meteoroiden geben) erlauben es einem Meteoritenforscher, zu rekonstruieren, aus welchem Teil des Sonnensystems bzw. des Asteroidengürtels der Meteorit ursprünglich kam.
Der Übergang zwischen Meteoroiden und Asteroiden (die Durchmesser bis zu einigen 100 km haben können) ist fliessend. Bei einigen Metern Durchmesser beginnen einige schon von „kleinen Asteoriden“ zu reden, während andere die Grenze bei 10 m ansetzen. Der „Vorgänger“ des Chelyabinsk-Meteors war ein 19 m grosser Asteroid – aber auch der Vorgänger des Almahata-Sitta Meteoriten wurde ab und zu ein Asteroid genannt. Es gibt einfach keine verbindliche Definition – am ehesten könnte man sagen, dass alles, was man im Weltraum entdeckt oder zumindest mit erdgebundenen Methoden entdecken kann, ein Asteroid ist, während man auch alle Objekte, die uns im Weltall verborgen bleiben (weil sie zu klein für unsere Instrumente sind), Meteoroiden nennt.