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10./11.9.2022 San Francisco – Insel Alcatraz CA
Mit Uber fahren wir zum Pier 33 um zu fragen, wie es mit unseren übers Internet bestellten Tickets, für den Ausflug nach Alcatraz am nächsten Tag, aussieht.
Eigentlich sollten wir unsere Tickets seit ein paar Tagen auf dem Handy haben, aber es hat sich bis jetzt nichts getan. Niemand weiss etwas und wir wissen auch nicht um welche Zeit wir mit dem Schiff ablegen sollen. Frust pur! Genau, wegen diesem Ausflug entschieden
wir uns, nach San Francisco zu fahren. Wir gehen morgen in der Früh nochmals vorbei.
Mit dem Bus unternehmen wir eine Stadtbesichtigung, denn so kommen wir auch zur «Golden Gate Bridge». Beim Aussichtspunkt zieht es kräftig und
leider ist die Brücke im Nebel. Die Golden Gate Bridge ist eine Hängebrücke, die die 2'042 m lange, natürliche Einfahrt zur Bucht von San Francisco vom Pazifik überbrückt. Sie verbindet die Stadt an der Nordspitze der Halbinsel,
mit Marin County auf der Nordseite der Bucht, und ist das Wahrzeichen der Stadt und Kaliforniens. Unter der Leitung von Joseph Strauss wurde die Brücke entworfen und gebaut. Die Bauarbeiten begannen 1933 und die Brücke wurde 1937 fertiggestellt.
Die gesamten Baukosten beliefen sich auf 35 Millionen Dollar. Dazumal war sie die längste Hängebrücke, was heute natürlich schon überholt ist. Rundum sind viele fotografierenden Touristen unterwegs und man findet kaum noch einen, der
sehr teuren Parkplätze.
Wir sehen San Francisco nicht mit der rosaroten Brille, denn die Stadt ist voller Heimatloser, Drögeler und sonst Abgestürzten. Teilweise leben sie, wie überall, auf Bänken, vor Geschäften oder im
Zelt auf den Trottoirs. Obwohl Kalifornien ein reicher Staat ist, genügend Geld und Arbeitsplätze hat, ziehen es die Leute vor, so zu leben. Solange der Staat den Menschen mehr ausbezahlt, als sie für eine Arbeit erhalten, ist das Herumhängen
natürlich interessanter. Auch Unterkünfte sind zu sehen, aber auch da leben sie lieber unter der Bevölkerung. Die Stadt verslumt langsam und alle haben keine Freude daran. Der Uber-Fahrer sagt uns auch, dass wir in einer üblen Gegend campen
und es da Überfälle oder Tötungsdelikte gebe. Schrecklich! Auf dem Campingplatz leben sehr viele Südamerikaner in Wohnmobilen. Sie gehen eventuell einer Arbeit nach, die Kinder in die Schule und überall liegt Grümpel kreuz und
quer herum. Aber, der Platz ist in Stadtnähe und der Besitzer nutzt das schamlos aus…. Es ist eine Schande für diese Stadt, denn es gibt auch sehr schöne Häuser, Stadtviertel und Restaurants. In einem Italienischen Restaurant essen
wir dann auch eine leckere Seafood-Platte.
Eigentlich wollen wir mit der Cable-Car-Bahn fahren, aber es stehen schon unglaublich viele Touristen an. Dieses ikonische Transportmittel ist auch ein nationales historisches Wahrzeichen und wurde 1873 von
Andrew Hallidie erfunden. Heute fahren drei Cable-Car-Linien. Ausserdem gibt es in San Francisco die Metro-Stadtbahn von Muni.
Dasselbe gilt auch bei der bekannten Schokoladefabrik «Ghirardelli». Die Firma Ghirardelli wurde am 18. Juni 1852
in San Francisco, von dem italienischen Chocolatier Domingo Ghirardelli nach seiner ersten Filiale in Stockton CA gegründet. Seine Zeltläden brannten kurze Zeit später hintereinander ab, so dass er sich im September desselben Jahres in San Francisco
mit Cairo Coffee House fest niederliess. Um das Jahr 1865 entdeckte ein Arbeiter in der Ghirardelli-Fabrik, dass die Kakaobutter durch Aufhängen einer Tüte gemahlener Kakaobohnen in einem warmen Raum abtropfte und Rückstände hinterliess,
die dann in gemahlene Schokolade umgewandelt werden konnte. Diese Technik nennt sich Broma-Verfahren und ist heute die am häufigsten verwendete Methode zur Herstellung von Schokolade. Die Ghirardelli Chocolate Company ist seit Januar 1998 eine Tochtergesellschaft
von Lindt & Sprüngli, Schweiz. Wir sind müde und fahren auf den Platz zurück.
Es tönt etwas deprimierend, aber ich kann mir vorstellen, wenn man mit dem Flugzeug anreist, in einem tollen Hotel logiert, wird man nur die schönen
Sachen anschauen.
Bei kühlem, bedecktem Wetter fahren wir mit Uber zum Pier 33 und stehen um 8.30 Uhr beim Ticketschalter. Bereits hat sich eine lange Warteschlange am Schiffanlegesteg gebildet. Wir zeigen dem Mann unsere Handyangaben und siehe
da, er konnte das einlesen und wir erhalten unsere Tickets. Hurra! Was für eine Freude. Hat sich doch noch alles zum Guten gewendet. Pünktlich um 8.45 Uhr legt das Schiff ab und wir fahren auf die ca. 2 km entfernt liegende Insel Alcatraz. Wir besichtigen
das Gefängnis und mit Audiotour wird uns alles erklärt. Unter anderem die Regel Nr. 5: «Sie haben Anspruch auf Verpflegung, Kleidung, Unterbringung und Medizinische Versorgung. Alles andere sind Privilegien»! Ein interessantes Gefängnis,
denn die meisten Häftlinge die hier ankamen, waren der Ansicht, dass sie niemals mehr wegkommen.
Fast schon von Anfang an war Alcatraz ein Gefängnis. Im Jahr 1859 trafen mit der ersten permanenten Garnison der Festung auch 11 Soldaten ein,
die zur Inhaftierung im Kellergeschoss des Sturmgangs bestimmt waren. Während des Bürgerkriegs waren Soldaten, die wegen Desertierung, Diebstahl, Tätlichkeiten, Vergewaltigung und Mord verurteilt worden waren, Zivilisten, die des Verrats angeklagt
waren, sowie die Mannschaft eines konföderierten Schiffs, hier in Haft. Das Heer verwendete Alcatraz auch als Internierungslager für Indianer der Stämme Hopi, Apache und Modoc, die während der verschiedenen Indianerkriege des mittleren
bis späteren 19. Jhs in Gefangenschaft geraten waren, sowie für Kriegsgefangene des Spanisch-Amerikanischen Kriegs 1898.
Die Festung wurde 1907 aufgegeben und 1915 wurde Alcatraz eine Strafkaserne für Kriegsdienstverweigerer des 1. Weltkriegs.
Während der Depression der dreissiger Jahre, interessierte sich das neugeschaffene Justizministerium für die Insel, als öffentlichkeitswirksamen Standort eines Hochsicherheitsgefängnisses. Vom Kriegsministerium dem Justizministerium
übertragen, wurde Alcatraz 1934 als Bundesstrafanstalt wieder eröffnet. Von den 1'545 Männern, die auf Alcatraz ihre Strafe verbüsst haben, trugen nur wenige berüchtigte Namen, wie z.B. Al «Scarface» Capone. «Doc»
Barker, Alvin «Creepy» Karpis, George «Machine Gun» Kelly, Floyde Hamilton und Robert Stroud, der “Vogelmann von Alcatraz».
14 Ausbrüche wurden aus dem Bundesgefängnis versucht. Darunter der bekannteste
im Juni 1962, als Frank Morris und die Brüder John und Clarence Anglin sich zu Wasser absetzten. Sie verwendeten Regenmäntel als Schwimmkörper und waren vermutlich nach San Francisco unterwegs. Man weiss nicht genau, ob sie es geschafft haben,
oder ertrunken sind.
Steigende Unterhaltungs- und Betriebskosten veranlassten U.S. Generalstaatsanwalt Robert F. Kennedy, Alcatraz 1963 zu schliessen und die Gefangenen wurden an andere Haftanstalten überstellt.
Und jetzt geht es zum Nachtessen,
das auch im Ausflugsticket enthalten ist….