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Meta-Rechercheure
Die Suche auf einzelnen Suchmaschinen hat einen entscheidenden Nachteil: Mit jeder
noch so großen Suchmaschine durchforstet der Benutzer nur einen Bruchteil des Web.
Die Forscher des NEC Research Institute schätzen das World Wide Web auf 320 Millionen
Seiten (Stand Anfang 1999), was bedeutet, daß HotBot als größter Recherchedienst
gerade mal ein Drittel des Web abdeckt.
Es wäre doch ärgerlich, gerade die Site nicht zu finden, die die Lösung zu einem gegebenen Problem beschreibt, nur weil die Lieblingssuchmaschine sie nicht kennt. Wer das WWW komplett abdecken will, schickt seine Abfrage an alle relevanten Suchmaschinen.
Da einzelne Suchmaschinen nur Bruchstücke des Internet erfassen können, sind dieErgebnisse der Meta-Schnüffler viel repräsentativer als die der isoliert arbeitendenWeb-Lotsen. Aber leider gibt es auch hier ein Haar in der Suppe: Meta-Suchmschinen, sienutzen meist nicht die spezifischen Recherche-Möglichkeiten der von Ihnen abgefragten
Suchmaschinen. Daher kann es passieren, daß eine ausgefeilte Anfrage an eine isoliert
arbeitende Suchmaschine bessere Ergebnisse liefert als eine optionsarme übergreifende
Meta-Suche.
Die Fleißarbeit, an jeden der Recherchehelfer eine eigens formulierte Anfrage zu
schicken, nehmen Meta-Suchmaschinen dem Surfer ab. Von diesen gibt es mittlerweile
ein ganzes Dutzend, die internationale Suchmaschinen benutzen. Die zwei
Meta-Rechercheure MetaGer und Apollo7 bearbeiten speziell deutsche Such-Server.
Nachdem die Mehrfachsucher ihre Anfragen an diverse Search Engines verschickt
haben, sammeln sie deren Ergebnisse und bereiten sie in einheitlicher Weise auf.
Allen gemein ist, daß sie nur einen Teil des Funktionsumfangs der benutzten
Suchmaschinen zur Verfügung stellen. Wer eine der Spezialfunktionen von Lycos oder
AltaVista benutzen möchte, muß die betreffende Search Engine direkt ansteuern.
Eine andere Methode der Meta-Suche ist der Einsatz eines Suchprogramm oder Suchroboters,
der von Ihrem Rechner aus arbeitet. Dies Programme bieten oft Komfort-Merkmale, wie die
Überprüfung der Gültigkeit der gefundenen Adressen, welche die Online-Metasucher nicht
zur Verfügung stellen.
Recherchen über Meta-Suchmaschinen werden häufig abqualifiziert
als provisorische Suchen mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner, die bestenfalls für
sog. 'quick-and-dirty'-Suchen geeignet sind. Zumindest in den Fällen,
in denen Meta-Suchmaschinen auf Suchmaschinen zugreifen, ist diese Sicht aber
nicht zutreffend. Praktisch alle Suchmaschinen haben so etwas wie eine
'Standardsuche', bei der die Suchbegriffe gleichberechtigt eingegeben und
bezüglich der Suche - je nach Suchtyp - 'locker' oder auch 'fest'
miteinander verknüpft werden. (Diese etwas metaphorische Ausdrucksweise
werde später noch präzisieren.) In den Fällen, in denen eine
solche Standardsuche ausreichend ist (dies betrifft einen großen Teil der
Suchfragen), kann man auch gleich über mehrere Suchmaschinen suchen: Die
besten 100 Treffer aus mehreren Suchmaschinen sind i.a. relevanter als die
ersten 100 Treffer einer einzigen Suchmaschine. Ist die Suchfrage aber komplex
oder spezifisch, sprechen die Gründe im Einzelfall meist dafür, eine
ganz bestimmte Suchmaschine zu benutzen und nicht mehrere sukzessiv.