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Premiere 11. Dezember 2015 Wird in Rousse gespielt.
Ein Gastspiel in Sophia war für den 27. April 2016 angesetzt. Es wurde auf den Herbst verschoben.
Musikalische Leitung –Nayden Todorov Inszenierung und Bühne –Gian Gianotti Kostüme –Eliza Georgieva Beleuchtung –Svetoslav Sawov, Bojan Georgiev
Pietro Mascagni CAVALLERIA RUSTICANA
Santuzza, eine junge Bäuerin –Andreana Nikolova Turiddu, ein junger Bauer –Peter Kostov Lucia, seine Mutter –Yolanta Nikolova Alfio, ein Fuhrmann –Alexander Krunev Lola, seine Frau –Maya VladimirovaundLilyana Harizanova
Chor der Staatsoper Rousse, Leitung –Stiliana Dimitrova
Chorsolisten:
Ein Weib –Gergana Garvalova Eine Frau –Asya Ruseva
Kinder der Jugendgruppe, Leiter –Svilen Dimitrov Camelia, Lechesar, Nicoleta, Teodor, Veselin, Viktoria, Yasen
Der Text: Von der STRIA-Ausgabe 1944 sind nur noch einzelne Exemplare vorhanden, man hätte den Text also für die Proben kopieren oder eine neue Edition publizieren müssen. Also wollte ich auch aus linguistischen Gründen für die Proben eine neue Spielfassung herstellen, die dann eventuell auch für eine nächste Publikation hätte verwendet werden können. .
Mit der Definition des Konzeptes nahm ich auch die neue Textfassung in Angriff. Sie sollte frühere Fehler in der Schreibweise der STRIA-Ausgaben von 1875 (Bergamo) und 1944 (Samedan) korrigieren und vorerst als Basis dienen für eine aktualisierte Strich- und Probenfassung. Nach meinen Erfahrungen mit den bestehenden Textfassungen, anhand des Manuskriptes der Endfassung von Giovanni Andrea Maurizio 1874/75, sowie nach der kritischen Privatpublikation von Gian Andrea und Renato Stampa, 1946 “Intorno alla nuova edizione della “STRIA” (Tipografia F. Menghini, Poschiavo 1946, 46 Seiten) wollte ich mich für die heutige Schriftsprache nach den neuen Normen des Bergeller Idioms, laut Luigi Giacometti: Dizionario del dialetto bregagliotto (2012) richten. Meine bergellerische und rätoromanische Sensibilität fand sich bereits seit Jahren bestätigt in der Definition von Dr. Caspar Decurtins, “Bergeller-Sprache als Rumansz d’Bregalia” (siehe: Rätoromanische Chrestomathie (Bd. XI) sowie nach der Forschungsarbeit der Philologin Prof. Dr. Ricarda Liver, die das “Bargaiot”, also die “Bergeller Sprache, als ein Brücken-Idiom zwischen den rätoromanischen Idiomen und den lombardischen Dialekten” und nicht als ein italienischer Dialekt zu verstehen sei.
>>> LA STRIA, in einer Arbeitsfassung pdf 170 Seiten, nach der Paginierung der Druckfassungen, als Vorbereitung einer Spielfassung. Die Arbeit daran ist sistiert, Stand: Januar 2017
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Die Homepage: Als Kommunikationsbasis sollte (nach der Meinung der Società Culturale und des STRIA 2015-OK) eine Homepage eingerichtet werden. Vorerst für die interne Organisation, später dann auch als Dokumentation der bisherigen Aufführungen (1876, 1895, 1930, 1952, 1979 …) sowie als Werbeträger für die Aufführungen 2015 dienen. Das Organisationskomitee bat mich im April 2013, das Konzept und die nötigen Schritte für eine solche Homepage zu definieren. Die “erfolglose Suche nach einem Internetdesigners im Bergell oder Bündnerland” bewog das OK mich im August 2013 zu bitten, neben der Redaktion auch die Realisation der Homepage zu übernehmen.
Die finanzielle Absicherung der Neuinszenierung von LA STRIA “2015” kam im Rahmen des Organisationskomitees nur schleppend voran, und so wurden die Vorbereitungen vor der “entscheidenden Budget-Sitzung” der Gemeinde Ende Dezember 2013 auf meinen Antrag hin sistiert.
Mit der Sistierung wurde das Projekt im Bergell als abgesagt behandelt.
Melodramma tragico in quattro atti
di Stefano De Jouy e Ippolito Bis
Staatsoper Rousse 2011, Direktion Nayden Todoroy
Uraufführung: Paris, Opéra, 3. August 1829
Italienische Erstaufführung: Lucca, Teatro del Giglio, 17. September 1831
Bulgarische Erstaufführung sowie Erstaufführung im ganzen Balkan:
Rousse, Schauspielhaus, 18. März 2011
Im Rahmen des März-Festivals Rousse 2011
In italienischer Sprache, mit Übertitelung
Musikalische Leitung – Nayden Todorov Inszenierung – Gian Gianotti Choreinstudierung – Christo Stojev Ausstattung und Kostüme – Ivan Tokadjiev und Chavdar Chomakov Beleuchtung – Svetoslav Sawov
Guglielmo Tell, Baritono – Bojidar Vassilev Jemmy, figlio di Guglielmo, Mezzosoprano – Daniela Karaivanova (Sopran)
Edwige, moglie di Guglielmo, Contralto – Petia Tzoneva (Mezzo)
Melchthal, padre di Arnoldo, Basso – Stoyan Stoyandzhov Arnoldo, amante di Matilda, Tenore – Georgi Sultanov Gualtiero Fürst, Basso – Momchil Milanov
Un pescatore, Tenore – Stilian Mintschev Leutoldo, Basso – Vladimir Popov Un cacciatore, Baritono – Stefan Pencev (Bass)
Gessler, governatore, Basso – Plamen Beykov Matilde, principessa di Hasbourg, Soprano – Maria Zvetkova Rodolfo, seguace di Gessler, Tenore – Georgios Filadelfefs
Solisten, Chor, Ballett und Orchester der Staatsoper und der Philharmonie Rousse,
Zusatzchor der Philharmonie Rousse
Kinderensemble FREEDOM aus dem Kinder-Ballettstudio der Oper Rousse, Leitung Anita Atanasova, Alexander Asenov
Werkstätte der Staatsoper Rousse
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Einige Gedanken zur Inszenierung, aus dem Gespräch von Iwan Iwanov mit Gian Gianotti
… und zur Ouvertüre?
… wo finden Sie eine andere Ouvertüre zu einer grossen, vierstündigen Oper, die in einer solchen Breite mit einem Cello solo anfängt?, sich dann in ein Streichquartett und dann in ein Streicher-Sextett weiter entwickelt um dann in die grosse Orchesterformation hinüber zu treten mit den grossen Musiktableaus von Gewitter, Frieden und Macht? Eine solche Dramaturgie fasziniert mich … das ist grosse Welt! Und diese wollte ich den Kindern, unserer Zukunft, zugänglich machen. Die kammermusikalische Dimension dieser grossen Ouvertüre ist wie eine Testfrage des Komponisten: wie löst Ihr das – Kollegen? … dieser Herausforderung muss man sich stellen, wollte ich mich stellen. Für mich war es von Anfang an ein Wunsch, diese Ouvertüre inszenatorisch zu lösen, mit dem Cello und mit den Kindern, die hier in die eigene Geschichte hineingeführt werden. Die Lösung mit Anatoli Krastev war dann ein Glücksfall, und ganz banal! Der Graben ist hier derart eng für die nötige Orchestergrösse, dass wir die erste Cellistin nicht in der nötigen Zeit von der Bühne, wo ich sie für die Ouvertüre haben wollte, ins Orchester hinunter gebracht hätten. Unten hätten wir das Folgende nicht mit vier Celli realisieren können, also brauchten wir einen Solisten nur für die Bühne und der erste Cellist Bulgariens hat das Gespräch verstanden und hat mitgemacht. Für diese 3 Minuten 30 reist er vor der 1. Hauptprobe an! Er! Wunderbar. Und Er hat das Gespräch genau verstanden, und hat die Kinder ins Herz geschlossen, und hat ihnen Musik und Inhalt zur Lebensfreiheit vermittelt. Sie hätten die erste Probe erleben sollen! Ich hatte ihm nur gesagt, dass wir den Kindern die Musik und das Cello als Instrument nahebringen sollten, und er hat mit wenigen Worten und mit viel Cello eine Musikwelt aufgemacht … und wir hatten zwei Stunden lang fasziniert gebannte Kinder. Ein Erlebnis! Und in dieser Stimmung bereiteten wir sie auf diese Ouvertüre und Inszenierung vor, Thema Freiheit, Selbstverantwortung, Raum, Generationen. Respekt und Hoffnung. Schon nur dafür hat sich die Inszenierung für mich gelohnt …
Wolfgang Amadeus Mozart Le nozze di Figaro Opera Buffa in quattro atti, KV 49 Libretto Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais
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Produktion der Staatsoper Rousse, Bulgarien, Direktion Nayden Todorov
Premiere 8. Oktober 2008 in der Staatsoper Rousse, BG
In italienischer Sprache
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Musikalische Leitung – Nayden Todorov Inszenierung – Gian Gianotti Ausstattung und Kostüme – Boris Stoinov und Tsvetana Stoinova Tänze – Angelina Gavrilova Beleuchtung – Wilfried Potthoff, Svetoslav Sawov Solisten, Chor, Orchester und Werkstätte der Staatsoper Rousse
Der Graf Almaviva, Bariton –Plamen Beykov(Bass)
Die Gräfin Almaviva, Sopran –Maria Zvetkova Susanna, Verlobte des Figaro, Sopran –Ana Gemedjieva, Girgina Girginova Figaro, Bass –Bojidar Vassilev(Bariton),Geo Chobanov(Bass)
Cherubino, Page des Grafen, Sopran –Daniela Karaivanova, Petia Tzoneva(Mezzo)
Marcellina, Mezzo –Andreana Nikolova, Anita Dafinska Bartolo, Arzt in Sevilla, Bass –Momchil Milanov Basilio, Musiklehrer, Tenor –Stilian Mintschev, Daniel Ostretzov Don Curzio, Richter, Tenor –Stilian Mintschev, Daniel Ostretzov Barbarina, Tochter des Antonio, Sopran –Flora Tarpomanova Antonio, Gärtner des Grafen und Onkel von Susanna, Bass –Geo Chobanov, Stefan Pencev
Chor, Chorsolistinnen*
Liliana Charisanova, Irena Dimitrova*, Stiliyana Dimitrova, Veneta Dimova*, Silviya Gordeeva, Desislava Jordanova, Iskrena Pavlova, Asya Ruseva, Veneta Todorova, Ivanka Uolakova
Dragomir Atanasov, Ivan Bogoev, Valentin Dimitrov, Radoslav Genkov, Radoslav Mutafov, Deyan Pavlov, Peter Petrov, Ivajlo Stanev
Änderungen vorbehalten
Premiere 8. Oktober 2008 in Rousse 10. Oktober, 5. Dezember 2008, 27. Januar, 13. Februar, 20. Februar, 5. März, 10 April 2009 und weitere in der folgenden Spielzeit – es werden nach wie vor Gastspielorte angesetzt und vereinbart In italienischer Sprache mit Übertitelung in bulgarischer Sprache
Le nozze di Figaro wurde auch in der Schweiz gezeigt Samstag 7. März 19.30 UhrinWinterthur, Theater Winterthur Sonntag 8. März 14.30 Uhr
Montag 9. März 19.30 Uhr
In italienischer Sprache mit Übertitelung in deutscher Sprache
Einführungen jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn: Dominik Sackmann im Gespräch mit Nayden Todorov und Gian Gianotti
Ein Pressebericht:
Schaffhauser Nachrichten, Mittwoch 24. Oktober 2007, Region Theater Don Pasqualevon Donizetti im Stadttheater
Mitreissende Spiellust und grosses Können
Schaffhausens Opernfreunde werden im gegenwärtigen Theaterprogramm recht karg bedient. Die einzig angebotene eigentliche Oper (Carmen) wird in St. Gallen stattfinden, und im eigenen Musentempel war nun «nur» die Opera buffa von Donizetti: «Don Pasquale», zu geniessen – doch ein Vergnügen war diese Aufführung dafür wirklich, auch wenn man sich über dies und das Gedanken machen und auch anders vorstellen konnte.
Vor allem: Die historischen Figuren der italienischen «Commedia dell’arte» haben die Librettisten Michele Accorsi und Giovanni Ruffini, von Donizetti selbst zusätzlich bearbeitet und vertont, plastisch wieder aufleben lassen: Der alteDon Pasqualeist der würdige Nachfahre des einstigen Pantalone, der «Dottore» ist noch immer der Intrigant und witzige Ränkeschmied, die junge Norina verkörpert die Colombina, und der arme Ernesto trägt die unbeholfenen Züge des Pulcinella – er war die einzige Figur, die in dieser Inszenierung denn auch die kreideweisse Maske aufgeschminkt bekommen hat.
Womit wir beim Regisseur Gian Gianotti angelangt sind, der darüber hinaus auch für Bühne und Kostüme verantwortlich gezeichnet hat. In seinem «Talk» vor der Aufführung rechtfertigte er seinen Entschluss, ohne Bühnenbild und Requisiten zu operieren, nicht zuletzt mit dem Hinweis, dass auch die Akteure der «Commedia» ohne solche Zusätze ausgekommen sind. Dafür hat er seinen Sängern enorme Leistungen an komödiantischem Spiel abverlangt, auf der Bühne mysteriöse Dunkelgestalten herumgeistern lassen und mit fantasievollen, deutlich karikaturalen Kostümierungen für zusätzliche Typisierung der einzelnen Rollen gesorgt. Und auch einige heitere Gags – etwa der Mann als Sitzbänklein für den Notar, weil ja kein Stuhl vorhanden war – sorgten für spontane Lacherfolge. Wunderlich war hier höchstens die teilweise Wiederholung der Heiratsszene, die nach der Pause als Fragment den Anschluss an das Folgespiel bildete.
Zu Gast waren Chor, Orchester und Werkstätte der bulgarischen Staatsoper Rousse, geleitet von ihrem Chefdirigenten Nayden Todorov, die mit einer vorzüglichen Zusammenarbeit, mitreissender Spiellust und grossem Können aufwarteten. Die Titelrolle versah der Bassist Plamen Beykov gesangstechnisch und schauspielerisch meisterhaft – dass er grosse Partien gebückt singen und sich mit seinem überlangen Mantel herumschlagen musste und dies mit allen Facetten der Ausdrucksgestaltung spielend konnte, erweckte spezielle Bewunderung. Ähnliche körperliche Anstrengungen hatte auch sein Gegenspieler Georgios Filadelfefs als Ernesto zu bewältigen, dessen Tenor mitunter etwas angestrengt klang, was aber aus der Rolle auch zu verstehen ist. Absolut überragend, gesangstechnisch brillant und gestisch überschäumend meisterte Ana Gemedjieva den schwierigen Koloraturpart der Norina, die mit dem Geldregen, den sie mit vollen Händen um sich warf und der erst noch vom Himmel fiel, einen wirkungsvollen Bühnen-Zusatzeffekt erzielte. Und dann natürlich der augenzwinkernde Schurke Dottor Malatesta – der wurde von Bojdiar Vasiliev darstellerisch wie vokal (unter anderem mit ungeheurem Schnellsprechgesang) wahrhaft bravourös verkörpert. Chor und Orchester bildeten ihrerseite geschlossene Einheiten, und so durfte man insgesamt das Erlebnis einer gelungenen Komödie mit nach Hause tragen.
Ausstattung, Kostüme – Nikola Toromanov Beleuchtung – Dimitar Genev Technischer Direktor – Simeon Georgiev Regieassistenz – Vera Petrova
Besetzung:
Mustafa, Bass – Bey von Algier – Plamen Beykov Elvira, Sopran – Frau des Mustafa – Ani Gemedjieva, Elena Stoyanova Zulma, Mezzo – Vertraute Elviras – Andriana Nikolova, Rosiza Pavlova Haly, Bass – Korsar und Freund Mustafas – Aleksandar Nosikov
Lindoro, Tenor – Geliebter Isabellas und Sklave des Mustafa – Georgi Sultanov, Arsenij Arsov Isabella, Mezzo – Italienerin, die nahe Algier Schiffbruch erleidet – Violetta Radomirska, Olga Michailova Taddeo, Bass – Isabellas ältlicher und aufdringlicher Bewunderer – Aleksandar Krunev,Ivan Varbanov
Frauen:
4 Frauen (Babuschkas), 1 Tänzerin
Frauen, Dienerinnen
Rossini, L’Italiana in Algeri Von Zeit zu Zeit kann man auch übermütig und gegen jede Vernunft die Sonnenseite des Lebens in den Schatten werfen wollen. Aufhören mit den schönen, alten, guten Gewohnheiten, ausbrechen aus der soliden Sicherheit und wieder einmal dem vollen und risikoreichen Leben nachgehen und frönen. Einmal wieder die andere Seite der Gewohnheit wahrnehmen, des bisher Gelebten.
So Mustafà: ausbrechen und mal sehen was das Leben denn sonst noch bieten kann. Weg! mit allen Gewohnheiten, Religion, Tradition, Beziehungen und bisherigen Gelüsten und “Hals über Kopf” hineinspringen ins quirlige, hoffnungsvolle Unbekannte, hinein in die provisorische, risikoreiche Identifikation: die Vergangenheit war lang genug, jetzt muss endlich die Zukunft beginnen.
Der 21-jährige Rossini in einer jugendlich unbeschwerten und komödiantischen Phase – zum Weinen heiter, zum Lachen tragisch und humorvoll verbindlich: à la Goldoni so frisch, kritisch und wohlwollend, à la Labiche so sensibel und künstlerisch, à la Nestroy so vertrackt und hoffnungswidrig, à la Kleist so existentiell …
Eine grosse musikalische Komödie, ein bester, italienischer Mozart mit Schnelligkeit, Witz und dazu noch menschlich-allzumenschlich. Komik mit der richtigen Verbindlichkeit: damit das Lachen Freude mit Sinn verbindet.
Gian Gianotti Mai 2005 und später
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Weitere Fotos: >>> Fotogalerie 19 Fotos der Generalprobe in Sofia
Verschiedene Autoren und Komponisten Gian GianottiTextzusammenstellung und Matthias WeilenmannMusikalische Auswahl und Koordination
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“Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”
Eine musikszenische Einrichtung mit Texten zum Sicherheits- und Schutzdenken in der Schweiz
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Das offizielle Kulturprogramm von SH-500 und ZH-650 Jahre in der Eidgenossenschaft
Eine Produktion von theaterforum.ch in Zusammenarbeit mit dem Verein Sommertheater Schaffhausen 2001
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Premiere: 12. August 2001, 20.00 Uhr im MUNOT, Kasematte – Schaffhausen
Weitere Aufführungen in Schaffhausen: 16., 17., 19., 23., 24., 25., 26., 30., 31. August, 7., 8., 9. September 2001
Vorstellungen in Uster, Reformierte Kirche: 5. und 6. Oktober 2001 Vorstellungen in Zürich, Musikkonservatorium Florgasse: 19. und 20 Oktober 2001 Vorstellungen im Theater Winterthur: 15. und 16. November 2001
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“Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”
Ein Theaterprogramm zum Sicherheitsdenken der Schweiz, im Rahmen der Feierlichkeiten zu „Zürich 650 und Schaffhausen 500 Jahre Beitritt zur Eidgenossenschaft”
Die Beteiligten
Matthias Weilenmann – Musikalische Konzeption und Leitung Gian Gianotti – Projektleitung, Ausstattung, Inszenierung Martin Derungs – Musikdramaturgie mit Matthias Weilenmann
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Barbara Wirz – Kostüme Rolf Derrer – Beleuchtungskonzept
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Felix Pletscher –Technische Leitung Christine Schneider – Presse Roger Staub – Grafik, Plakat Bruno Bührer – Fotografie
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Musiker, Musikerinnen Monika Baer
Julian Behr
Nicola Cumer
Jessica Horsley-Marshall
Mario Huter
Felix Knecht
Giuseppe Lo Sardo
Katharina Lugmayr
Dagmar Weilenmann
Martin Zeller
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Gesang Tino Brütsch
Martina Fausch
Kelly Landerkin
Michael Raschle
Akira Tachikawa
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Schauspielerin Monika Dierauer
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Chor Rosmarie Asal
Angela Bänteli
Julia Bolli
Verena Erne
Dorothee Fürer
Lenz Furrer
Rosmarie Gansner
Hilla Genther
Kaspar Hauser
Susanne Hyla-Eggenberger
Adèle Lukácsi
Anna Mastroboni
Walter Rüegg
Gina Sparano
Eleonore Strehler
Elvira Volpe
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Technik Urs Ammann
Fabian Amsler
Felix Pletscher
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Mitarbeit Kostüme und Fahnen: Nicole Styger, Walter Wirz
Technik: Delux Zürich, Thomas Brunold, Isabel Lehmann, Florian Spühler
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Projektgruppe Schaffhausen Richard Meier, Roger Staub, Matthias Freivogel, Gian Gianotti
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“Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”
Musik-Szenische Einrichtungen mit Texten zum Sicherheits- und Schutzdenken in der Schweiz
Ein offizielles Kulturprogramm zu den Feierlichkeiten SH-500 und ZH-650
Als damals die Regionen und Städte zusammenfanden war das ein Zeichen einer Suche nach Sicherheit, nach Stärke und Zukunft. Die Gründe sind so vielfältig wie deren Deutungsmöglichkeiten. Unter diesem Titel, einem Zitat aus der 9. Motette von Heinrich Schütz, wollten wir einige Hauptaspekte thematisieren und sie in verschiedene Kontexte stellen.
Nach der Uraufführungseinrichtung in der Kasematte im Munot möchten wir dieses Thema und Programm auch in anderen Räumen angehen. Unter der jeweiligen Bedeutung des Ortes verändern sich Aussage und Wahrnehmung, auch wenn die Programmfolge dieselbe bleibt. Was wird anders? Die ganze Rezeption. Im sakralen Kontext in Uster werden die Aussagen unwillkürlich vermehrt unter dem religiösen Aspekt assoziiert, und die Musik, sowie das gesprochene Wort werden im Konzert- und im Schulungsraum wieder ganz anders “klingen”. Auf der Theaterbühne wird die naturalistisch-räumliche Konfrontation mit dem Munot wegfallen, dafür wird sich die theatralische Dimension vorschieben. Die militärische Propaganda wird in der Kirche anders als im Konzertraum “auffallen”. Ebenso die Ode, die Poesie, die Hoffnung, die Ohnmacht, die Sehnsucht.
Das Thema Sicherheit wollte also nicht allein militärisch, kirchlich, musikalisch oder theatralisch angegangen werden, sondern sensibler und mehrschichtig nach der Orientierung des Menschen in seiner inneren militärischen, kirchlichen, musikalischen oder theatralischen Psyche, Interessenslage oder Wahrnehmungsfähigkeit. Sicherheit ist nicht eine Tatsache, nicht ein sicheres Kapital und auch nicht unveränderbar. Sicherheit verändert sich täglich, stündlich und mit jeder Begegnung, mit jeder Umstimmung der inneren Gefühlslage, mit jeder Kommunikation und Perspektive. Ein barscher Befehlston oder eine angenehm-freundschaftliche Stimme verändern die Sicherheitslage einer Person und damit das Sicherheitsbedürfnis einer Nation.
Das Programm “Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge” möchte verschiedene Seiten dieses Bedürfnisses skizzieren. Wir suchten verschiedene Facetten der persönlichen Sensibilität im Umgang mit dem Schutz- und Sicherheitsbedürfnis. Jede menschliche Erfahrung definiert wieder andere Bedürfnisse. Im offenen Krieg, im persönlichen Bunker, im aufklärenden Gespräch, im achtsamen Umgang mit Mitmenschen und Umwelt … und warum nicht: auch im härtesten und gleichzeitig friedvollsten Probenstadium eines Kulturprojektes, bauen wir uns unsere jeweils ganz individuellen Sicherheitsstrukturen. Einige Eckwerte, die wir uns für die Zusammenstellung dieses Programms vorgenommen haben sind genannt und werden mit der Auswahl der Aufführungsorte unterstrichen. Die einen konkurrenzieren die anderen, andere potenzieren sie. Sie sollen nebeneinander stehen können.
Das theaterforum.ch wurde gegründet, um die Kultur- und Kunstsparten mittels Theaterkommunikation nebeneinander anzuschauen und zu studieren. In der Vision werden diese Grundsätze festgehalten. Wir leben mit dem progressiven Definitionspotential unserer Arbeitsweise. Dass wir uns dieses Jahr mit dem Verein Sommertheater Schaffhausen zusammen gefunden haben ist als grosser Schritt zu betrachten: In einer Koproduktion gehen wir auch in der Umsetzung unserer Visionen weiter. Was sich vor uns auftut ist nicht “nur” ein Weg, es ist eher ein Platz. Unter Agoraphobie leiden wir nicht, vor grossen Plätzen schützen wir uns in der Erkundung ihrer Möglichkeiten und Dimensionen: friedvoll und aktiv, vor allem neugierig, herauszufinden wo die Zusammenhänge sind, wo die Grenzen.
Vor einigen Tagen ist ein kurzer Text von Nostradamus herausgestrichen worden, eine Vorsehung, die wir als mögliche Dimension der Erkundung haben wollten. Wir sind davon abgerückt, weil wir die Vorsehung zugunsten der Vorsicht aufgegeben haben: Bei richtiger Vorsehung, zum Beispiel einer Katastrophe, trifft die Katastrophe ein, richtige Vorsicht kann sie womöglich umgehen, umschiffen, umfahren, oder … spielerisch-leicht “um-singen”.
Gian Gianotti
30. Juli 2001
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Das Projekt und die Autoren
• Die Schweiz als Zufluchtsort oder Insel, empfangend oder abwehrend. Suche nach Schutz, Sicherheit und Identität in vier verschiedenen Strukturen zum Schutz des Lebens, des Geistes, der Erziehung, der Kultur.
Das theaterforum.ch Zürich präsentiert in Koproduktion mit dem Sommertheater Schaffhausen ein musikszenisches Programm mit Kompositionen von Hildegard von Bingen (Kyrie 69), Ludwig Senfl (Geistliche Lieder), Heinrich Schütz (Geistliche Chormusik) und Samuel Scheid (Cantiones sacrae) kontrapunktiert von Neukompositionen von Martin Derungs und Fabian Neuhaus. Textezur Suche nach Sicherheit und Geborgenheit aus literarischen und politischen Publikationen des 16. Jahrhunderts und der Gegenwart von Jürg Amann, Albert Bachmann, Hermann Broch, Luisa Famos, Erich Fried, Erich Fromm, Georges Grosjean, Henri Guisan, Karl Kraus, Heinrich Leuthold, Martin Luther, Gabriela Mistral, Friedrich Nietzsche, Arnold Ott, Pier Paolo Pasolini, Rainer Maria Rilke, Leonardo da Vinci.
• Eine dramaturgische Zusammenstellung zu den Liedern, Motetten und Neukompositionen.
Das Projekt wird szenisch für vier verschiedene Räume ortsspezifisch neu eingerichtet und gespielt. Der erste Ort ist der Munot in Schaffhausen, der zweite die reformierte Kirche in Uster, der dritte die Musikhochschule in Zürich und der vierte Ort das Theater Winterthur, am Stadtgarten. Jede Aufführungsserie gilt wieder als eine neue Einrichtung.
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Die vier Aufführungsorte
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Munot Schaffhausen Der Munot in Schaffhausen, 500 Jahre nach dem Eintritt in die Eidgenossenschaft und kurz vor dem Ausbau der Festung am Emmersberg zum Munot. Mit dem Dreissigjährigen Krieg zog die erste wirklich grosse Konfrontation übers Land, gegen die mit der Festung Abwehrwille und –fähigkeit dokumentiert werden wollte. Hätten sich die Schaffhauser und die Eidgenossen damals wirklich verteidigen müssen, wäre der Bau, nach Plänen und Gedanken von Albrecht Dürer, bereits von der kriegerischen Technik überholt gewesen. Gedanklich und militärisch wurde die Einbunkerung damals und immer wieder definiert als: “Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”.
Aufführungen: 12. August (Premiere)
16., 17., 19., 23., 24., 25., 26., 30., 31. August, 7., 8., 9. September
Reformierte Kirche Uster Die reformierte Kirche in Uster. Nach den ersten Präsentationen des Projektes in den Medien in Schaffhausen und in Zürich wurden wir von der Stadtpräsidentin und von der Kulturkommission Uster angefragt, ob das Projekt auch in ihrer Stadt aufgeführt werden könnte. Wir nahmen die Einladung gerne an. Dieser Raum hat historisch-politisch eine relevante Dimension in der Definition unserer ersten schweizerischen Demokratie. Auch das: “Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”.
Aufführungen: 5. und 6. Oktober
Kulturgemeinschaft Uster, KGU .
Musikhochschule Zürich Die Musikhochschule Zürich, ein Haus der Ausbildung zur musikalischen Kunst, zurückschauend und vorwärtsdenkend. Das Projekt soll unter diesem Aspekt angeschaut und gehört werden. Das Haus als Institution steht musikalisch im europäischen und internationalen Kontext und Gespräch. Die Verständigung über die Sprach- und Kulturgrenzen wird täglich gelebt und angegangen. Europäische und/oder auch internationale “Konflikte” müssen hier verbal und affektiv begreifbar werden: “Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”.
Aufführungen: 19. und 20 Oktober
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Theater Winterthur, Hauptbühne Das Theater Winterthur als Idee, Programm und Architektur. Theatralisch wird hier das Projekt nochmals definiert, der künstlerische Wert der Vorlage in der Distanz der Bühne nochmals angegangen. Das ganze Haus wird hier miteinbezogen. Das Theater allgemein und jenes in Winterthur als Gastspielhaus insbesondere besteht als Ort und als Idee nur im internationalen Dialog. Die Offenheit im Umgang mit kulturellen und künstlerischen Eigenheiten ist eine existentielle Grundbedingung für die Konfliktlösungen im Leben. In diesem ideellen Kunstraum soll dieses Thema nochmals gesehen und gehört werden. Auch hier also: “Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”.
Aufführungen: 15. und 16. November
Theater Winterthur, am Stadtgarten
Was tut sich da? Aus dem Inneren der Wehranlage ertönen seit einigen Tagen seltsame Klänge – und heute die Beflaggung in Weiss! Zeichen einer offenen Burg. Mit Theater und Musik wird hier das offizielle Kulturprogramm der Feierlichkeiten von SH-500 vorbereitet. Die weisse Beflaggung soll jetzt schon, 10 Tage vor der Premiere, darauf hinweisen.
Das offizielle Kulturprogramm trägt die sinnige Bezeichnung “Ein Hort, dahin ich immer fliehen möge”. Zusammengestellt wurde es von Gian Gianotti (Idee und Regie) und Matthias Weilenmann (musikalische Leitung). Der Titel stammt aus einer Motette von Heinrich Schütz. Das musikszenische Programm mit Kompositionen von Hildegard von Bingen, Ludwig Senfl, Samuel Scheid und Heinrich Schütz wird kontrapunktiert durch Uraufführungen von Martin Derungs und Fabian Neuhaus. Eingewoben werden Texte zur Suche nach Sicherheit und Geborgenheit aus literarischen und politischen Publikationen des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Beteiligt am Projekt sind 10 Musiker, 5 Sänger/innen und eine Schauspielerin aus Zürich und Basel sowie 16 Laienspieler/innen aus dem Raum Schaffhausen, die als Chor mitwirken. Für die Kostüme ist Barbara Wirz verantwortlich, für das Licht Rolf Derrer, für die Grafik Roger Staub.
Die Uraufführung dieses ganz besonderen Projektes findet am Sonntag 12. August statt. Es wird dann über das Feierwochenende hinaus als Schaffhauser Sommertheaterproduktion an weiteren 12 Abenden noch bis zum 9. September im Munot gespielt. Danach wird die Inszenierung neu eingerichtet für Aufführungen in Uster, Zürich und Winterthur. Gian Gianotti hat bereits vor drei Jahren für das Sommertheater Schaffhausen den Tell in der Stahlgiesserei mit grossem Erfolg inszeniert. Dieses Jahr hat er für sein Projekt diesen faszinierenden und symbolischen Ort gewählt. Man darf mehr als nur gespannt sein!
Eintrittskarten erhalten Sie beim Tourist Office Schaffhausen, 052 625 51 41 oder unterwww.theaterforum.ch
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Erster Premierenbericht: Montag 13. August 2001, SN Schaffhauser Nachrichten, Region
Texte, Klänge und knisternde Stille
Komplett ausverkauft war die Sommertheaterpremiere in der Munotkasematte gestern Abend: eine starke Inszenierung.
Begeisterte Gesichter nach der zweistündigen Aufführung, die alles andere als leichte Kost war. Ein wahrhaft würdiger Abschluss der 500-Jahr-Feier, die schon mit dem gewaltigen Feuerwerk am Samstagabend ihren Höhepunkt erreicht hatte. So riesig war der Aufmarsch gestern Abend zwar nicht mehr, aber die gut 300 Premierengäste auf den drei Tribünen zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen und klatschten das Ensemble mehrmals auf die Bühne. Unter den begeisterten Zuhörern waren der gesamte Regierungsrat und der Stadtrat – bis auf den Stadtpräsidenten, der verhindert war. Die musikalisch-szenische Collage, die Regisseur Gian Gianotti und der musikalische Leiter Matthias Weilenmann zusammengestellt haben, reicht vom «Kyrie» der Hildegard von Bingen bis zu modernen Klängen von Martin Derungs und Fabian Neuhaus. Die beiden Komponisten wurden heftig gefeiert, ebenso die Musiker des Theaterforums Zürich, die den Spannungsbogen stets auf hohem Niveau gehalten haben.
Einen idealeren Ort als die Kasematte als Klang- und Lichtraum hätte man sich kaum vorstellen können. Und Rolf Derrer, der das Gewölbe abwechselnd in kaltes blaues, dann wieder in warmgelbes Licht tauchte, schaffte damit nachträgliche Reminiszenzen an das Jahrhundertfeuerwerk am Samstag. Waren manche Besucher auf die anspruchsvolle Zusammenstellung mit Prosa und Lyrik aus einer Zeitspanne von fünf Jahrhunderten vorbereitet, liessen andere einfach Atmosphäre und Klänge auf sich wirken – mit all den Brüchen, die die Collage hat. Da wechseln sich harmonische Klänge eines Schütz, Scheidt oder Senfl mit den Dissonanzen der Komponisten aus der Gegenwart ab, und im Hintergrund agiert der Vokalchor mit 16 Laien in Kleidung und Filzhüten, die eine Mischung zwischen Mönchskutten und Wehrmännern darstellen (Kostüme: Barbara Wirz).
So wurde die Collage zu einem Exkurs durch Zeiten und Befindlichkeiten, die das Thema Schutz und Trutz, Flucht und Geborgenheit, Geschichte Realität und Utopie in eindringlichen Bildern darstellt. Die Berufsmusiker und Sänger sowie Sprecherin Monika Dierauer sind stets konzentriert ins Geschehen einbezogen und nutzen den Raum optimal. Wer hätte gedacht, dass sich die Kasematte so wunderbar als Konzertraum eignet? Die akustische Qualität war, da waren sich die Besucher einig, hervorragend, und als man am Schluss im Dunklen versank, herrschte knisternde Stille. Die Inszenierung zog selbst das Munotglöcklein mit ein, das Punkt neun zu läuten begann, und das stille Ende im «Kyrie» – so hatte es auch angefangen – setzte starke Eckpunkte, die von musikalischen Pfeilern auf höchstem Niveau gestützt wurden. Nach dem besinnlichen Ende gings zur Premierenfeier auf die mit Lampions beleuchtete Munotzinne, wo auch die Theaterbeiz stets vor und nach den Aufführungen zum Verweilen einlädt. Die roten und gelben Rosen haben die Mitwirkenden für ihre Leistung mehr als verdient. So wird der Munot, wie schon der Stücktitel sagt, zu einem «Hort, dahin ich immer fliehen möge». (E. F.)
Weitere Aufführungen am 16., 17., 19., 23.-26. und 30., 31. August sowie 7.-9. Sept. jeweils 20 Uhr. Sonntags 18 Uhr.
Aufführungsblöcke: 28., 29. März, 3., 4., 5. April, 30. April, 1., 2., 3. Mai 1998 – Zeiten siehe Flyer
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Konzept, Inszenierung oder Auftrittsbetreuung (je nach Wunsch und Bedürfnis der auftretenden Personen), Ausstattung: Gian Gianotti
Projektleitung: Matthias Balzer
Eine Zusammenarbeit von: Klibühni das Theater, Chur – Verein Freilichtspiele Chur – Stadttheater Chur (Direktion Hans Heinrich Rüegg) – Kinocenter Chur (Emil A. Räber) – Zeitungen und Medien der Region.
Technische Betreuung: Nicola Vital
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AUFTRITT BRECHT Rezitationen zum Brechtjahr
Am 10. Februar 1898 wurde Bertolt Brecht geboren. Er hat das Theater neu verstanden und definiert. Mit eigenen Inszenierungen erprobte er seine Texte und Theorien. Sein Theater hat in unserem Jahrhundert Geschichte gemacht. 1948 hat er in Chur sein Antigonemodell inszeniert. Diese Inszenierung war seine erste nach dem Amerikanischen Exil und die einzige überhaupt in der Schweiz. Diese Daten können uns nicht gleichgültig sein.
Neben dem Hauptstrang Theater hat Bertolt Brecht seit seiner Kindheit und bis zu seinem Tod auch Gedichte geschrieben. Sie begleiten ihn durchs Leben. In dieser Kunstform verfasst er ähnliches Gedankengut wie in seinen anderen literarischen Formen, aber noch kompakter, noch prägnanter. Das Gedicht beeinflusst seine übrige Schreibarbeit, seine Äusserungen, und seine Geschichten treten hier wieder auf. Ganze fünf von dreissig Bände seiner grossen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe sind seinen Gedichten gewidmet. Eine grosse und wichtige Präsenz.
In der Zeit des Umbaus ihrer Räumlichkeiten hat die Klibühni mit dem Verein Freilichspiele Chur zusammengespannt und präsentiert ein Programm mit Brechtgedichten in der ganzen Altstadt, sozusagen “Ante Portas”. Die Gedicht-Rezitation baut ebenso auf die Publikumskommunikation auf wie das Theater. Theatralische und literarische Präsenz in der Stadt Chur waren uns seit jeher ein Anliegen. Im Jahr 1998 wieder einmal mit Bertolt Brecht.
Viele Spieler sollten auftreten können. Die ganze Vielfalt der Möglichkeiten (vom prominenten Darsteller und Brechtinterpreten bis hin zum Churer Schulkind) sollte uns zeigen, welche Bandbreite der Auseinandersetzung mit dem Gedicht, Ballade und Lied/Song möglich war. Und die Teilnehmer konnten sich mit einer theatralischen Dimension messen: das Gedicht Bertolt Brechts getragen vom theatralischen Moment. Die Rezitation wurde zu einer Inszenierung in der ganzen Churer Altstadt.
Ein Fest sicher, fast ein Festival.
. Gian Gianotti, März 1998
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Aufgetreten sind: 76 Personen und weitere spontane, nicht angemeldete und so leider auch nicht erfasste Gäste
A Thomas Achermann, Vreni Achermann, Jaap Achterberg, Babette Althaus, Isabel Augustin, B Vera Bauer, Felix Bertogg, Berufsmittelschule Chur (eine Klasse), Roland Brunner, C Agnes Caduff, Rinalda Caduff, Christine Camenzind, Flurin Caviezel, Ettore Cella, Daniel Cholette, D Monika Dierauer, Bettina Dieterle, Irene Dobrilla, F Susanne Fischer, Iva Formigoni, J.A. Friedrich, Daniel Fueter, Serena Fueter-Saboz, G Grec Galli, Silvana Gargiulo, Patrice Gilly, Karsten Gloger, Germann Greull, Heidi Grüter, H Denise C. Haas, Ursina Hartmann, Hans Hassler, Andrea Herdeg, Helena Häusler, Hendrieke Heyse, J Domenic Janett, Nina Janggen, Peter Jecklin, Tiziana Jelmini, Marietta Jemmi, Engalina Joos, Catharina Joss, K Vera Kaa, Andreas Klaeui, Claudia Klopfstein, Esther Knappe, Oliver Krättli, L Lisa Lanicca, Lehrerseminar Chur (eine Klasse), Leontina Lechmann, Werner Lüdi, M Antje Mairich, Stefania Mariani, Mirko Marr, Marcel Metten, Christina Mosimann, N Andrea Noseda, O Vera Oelschlegel, P Terzio Paganini, Christa Parpan, Max R. Pichelsteiner, R Verena Rendtorff, Renate Richter, Oliver Rickenbacher, Lukas Rohner, Simone Rohner, Judith Rohr, Edi Rölli, Kerstin Rullik, Gian Rupf, Klaus Henner Russius, S Stefano Scherini, Jan Schlegel, René Schnotz, Esther G. Schwab, Brigitte Schweizer, Scuola Dimitri (10 Personen), Valerie Steinmann, T Theater Amarok, Nicole Tondeur, Barbara Tscharner, Edith Trepp, Fritz Trippel, Barbara Tscharner, U Eveline Ulmer, V Helmut Vogel, W Dorothea Walther, Nikola Weisse, Tania Winter, Raimund Wurzwallner … und weitere spontane Gäste und Schüler der genannten Schul- und Berufsschulklassen.
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Und es wurden über 400 Gedichte, Texte und Lieder vorgetragen:
Der Ablauf: Bei der Stadtpolizei Chur wurden für die Tage und Veranstaltungszeiten 13 Plätze für uns reserviert. Die Zuschauer können sie nach dem Rezitationsprogramm oder nach eigener Wahl abschreiten. Schlendernd können sie ihren Gedanken nachgehen, dies oder jenes aufpicken und oft schmunzeln über die Raffinesse der Brecht-Lyrik. Sie werden neue Perspektiven gewinnen, Ecken und Plätze der Stadt Chur neu sehen und das Gedachte neu hören. Bei guter Witterung wird der Rundgang zu einem lockeren Spaziergang, bei schlechter werden die Restaurants am Weg aufgesucht: die Rezitationen finden dann drinnen statt. Koordiniert mit dem Publikumsrundgang wandern auch die “Rezitatoren”, die Schauspieler, von Ort zu Ort, von Podest zu Podest, um mit neuem Inhalt immer wieder das gleiche Publikum anzutreffen. Auf den Plätzen werden einfache Theater-Podeste aufgestellt: ein sichtbarer Ort, eine Darbietung und das Publikum – die erste und einfachste Theatereinheit. Diese erste Bühneninfrastruktur soll an die Wandertruppen und an die Verkaufsbuden erinnern, die dargebotene Materie, das sind Gedanken (“wir verkaufen Sätze”) – oder wie Brecht sinngemäss in einem Gespräch gesagt hat: “Kurzschlüsse”.
Projektgruppe: Agnes Conrad, Cordula Pompino – Logistik Christa Parpan-Dericum, Ursina Hartmann – Öffentlichkeit Daniel Rohner, Grafik Gian Gianotti, Regie, Dramaturgie Mathias J. Balzer, Projektleitung Nicola Vitali, Technik Renato Delnon, Reto Bernetta, Rolf Steiner, Finanzen .
Mit der Unterstützung von: Kanton Graubünden – Stadt Chur – Bürgergemeinde Chur – Graubündner Kantonalbank – Mettler Heinrich Söhne, Chur – MIGROS Genossenschaft St. Gallen – Passugger Heilquellen AG – Radio Grischa – Trimarca AG, Chur – Mitglieder der Klibühni und des Vereins Freilichspiele Chur. Besten Dank!
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Pressestimmen, darin auch einige Fotos der Veranstaltungen:
Gruppo esecutivo del Comitato promotore: Pietro Biavaschi, assessore della Provincia di Sondrio Bianca Bianchini, dirigente della Provincia di Sondrio Georg Jäger Paolo Rainieri Guglielmo Scaramellini Bruno Ciapponi Landi, coordinatore organizzativo
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Spettacolo teatrale per i 200 anni
dalla separazione della Valtellina Bormio e Chiavenna
dalle Tre Leghe Grigioni,
il 10 ottobre 1797
Lo spettacolo fu registrato dalla Televisione della Svizzera italiana RTSI
e andato in onda il 10 ottobre 1998
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Regia e scenografia – Gian Gianotti Musica – Claudio Berberio Costumi – Madlaina Gmür Organizzazione – Gente Assurda, Sondrio Assistenza alla produzione – Davide Benedetti
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GLI ATTORI:
Laura Flematti, la mamma Mattia Bertolazzi, il bambino-signorino Mirton Vajani, la nonna Giovanni Besio, il padre
Elisa Pro, la bambina-innestata Irina Makarova, la bambina-innestata Veronica Crippa, la bambina-innestata Giuseppe Gambarri, il messaggero
Paolo Gobetti, il dottor Lavizzari Enrico Moroni, il conte
Fabio Bettinelli, il fratello-somaro
Chiara Moroni, la bambina Francesca Micheli, la signorina-sposina Sabrina Rossi, la sposa Cristina Vaghi, una vicina
Isabella Castellini, una vicina Luciana Cairoli, una vicina Francesca Micheli, una vicina
Roberta De Devitiis, Giuseppe, il servitore del Commissario Alessandro De Giobbi, lo sposo
Stefano Scherini, il fratello-studioso
Fabio Bettinelli, don Filippo Piazzi Giovanni Besio, procancelliere Giacinto Carbonera
Alessandro De Giobbi, uomo pro Giuseppe Gambarri, uomo contro Enrico Moroni, dottor Pietro Martire Ferrari
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Giuseppe Trabucchi, musicista Luca Trabucchi, musicista
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Collaboratori
Davide Benedetti, assistenza alla regia Cristina Rizzi, assistenza alla stampa Olga Vinals Martori, trucco Alessandro, luci Giuseppe Sforza, tecnica, luci Andrea Maspero, tecnica, amministrazione Gerri Magon, tecnica, assicurazioni Elena Gianoli, aiuto costumi Daniela Manzocchi, aiuto coreografia Rosaria Pezzini, grafica Federico Pollini, fotografie Cooperativa Gente Assurda, sostegno amministrativo
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CONFINI E NO – il contenuto e lo spettacolo:
È la storia di una famiglia che vive in Valtellina negli anni del 1785 al 1815 circa. Le persone si confrontano su fatti e conflitti che sono simbolicamente tratti dalla storia della regione. Le scene presentano momenti umani, familiari e sociali.
Le relazioni interfamiliari sono accompagnate dalla lettura oggettiva di lettere, trattati, dichiarazioni e contratti storici.
“Confini e no” è uno spettacolo teatrale che mette in scena la storia ipotetica di una famiglia valtellinese durante il trentennio dal 1785 al 1815. Aspetti significativi delle comuni radici, relazioni tra uomini semplici e personaggi storici illustri vengono drammatizzati in un contesto moderno e “antinaturalistico”, accompagnato dall’interpretazione letterale di documenti storici e ufficiali (importante il decreto napoleonico di Passariano, del 10 ottobre 1797, con cui la Valtellina e i contadi vengono annessi alla Repubblica Cisalpina) e da canzoni e melodie originali dell’epoca e della valle. La storia delle due regioni subisce in questo modo una rilettura critica secondo una prospettiva condivisa e proiettata verso il futuro. Divulgare la storia comune, contribuendo nello stesso tempo alla revisione critica della storiografia delle due aree, è uno degli scopi di questa rappresentazione che si avvale della partecipazione di due attori professionisti (Mirton Vajani e Stefano Scherini) e di una ventina di attori provenienti dalle compagnie teatrali locali. Molti di questi sono di “Gente Assurda”, la giovane compagnia di Sondrio che fornisce allo spettacolo anche l’aiuto regista Davide Benedetti. Sfumati i ruoli classici di prim’attore, sulla scena prendono corpo situazioni e suggestioni molteplici, non di rado intersecatesi tra loro per dar vita a un prodotto che appare “corale” fin dalle prime battute: ognuno ha un posto nella vita, ognuno ha un posto sulla scena dove l’equilibrio sembra essere il bene da salvaguardare. “Se tutti vogliono che tutto resti com’è, e tutti vogliono che tutto cambi”, riflette sullo sfondo la bambina “come si fa a non cambiare qualcosa … e a mantenere tutto com’è?”. Un interrogativo fondamentale, quasi un gioco di parole, che sembra riassumere il senso di un testo che si muove lieve tra confini e no.
Le scene: 1 La partenza del bambino-signorino per lo studio fuori valle. Il bambino resterà via per anni.
2 Il padre lo accompagna e lo lascia partire.
3 Il dottor Lavizzari racconta degli innesti antivaiolosi.
4 La bambina si domanda perchè lui può partire e lei no e parla della libertà delle persone, dei sentimenti e delle relazioni.
5 La nonna la educa, dicendo che tutto resta sempre com’è e che il principio delle strutture non cambia mai.
6 La mamma si domanda se i cambiamenti delle persone nelle strutture devono sempre essere motivo di guerra.
7 La sorella si domanda perchè la nonna parla di relazioni se non ne capisce niente e si fa signorina-sposina.
8 I genitori perdono la speranza di avere ancora un segno di vita del bambino-studioso.
9 La signorina-sposina sa che tutto cambierà e che tutto sarà differente, ma non lo dice a nessuno.
10 La nonna tiene per morto il bambino-studioso e sparte il resto della sua dote tra i famigliari.
11 Giuseppe, il servitore del Commissario, si presenta e racconta del processo alle gattane.
12 Lo sposo parla della sua posizione e presenta il suo contratto coniugale.
13 La sposa accetta la pretesa della società.
14 Il messaggero parla dei trasporti della merce che esce dalla Valle, mentre quasi nulla rientra.
15 Il fratello-studioso rientra e nessuno lo riconosce.
16 Il dottor Lavizzari riepiloga l’andamento degli innesti antivaiolosi che si praticarono ai figliuoli de Salis.
17 Lo sposo rappresenta e difende la forza maschile e la struttura famigliare.
18 Lo studioso domanda alla sposa perchè lei accetta di aver perso i suoi sogni di una volta.
19 Lei si arrabbia e gli domanda cosa ne voglia capire lui di queste cose.
20 Lui parla dei grandi cambiamenti che capitano fuori.
21 Il conte difende le strutture e posizioni divine e naturali.
22 Il fratello-studioso racconta di altre possibilità.
23 Gli uomini della Valle si organizzano per la libertà valtellinese.
24 Le vicine, Giuseppe e la sposa vedono la vita.
25 Gli uomini della Valle preparano il licenziamento del Governatore a Marca e decantano la libertà.
26 L’idea della confisca dei beni grigioni in Valtellina.
27 Alcuni personaggi raccontano dei loro vecchi sogni.
In più, in questo programma sono intrecciate parti di tre scene di Stefano Torelli:
– Il primo innesto antivaioloso nella Rezia Cisalpina, 1763
– Il processo alle gattane, 1659
– La partenza dell’ultimo Governatore Grigione, 1797
La prima simbolizza l’innesto di una nuova idea e forza in una persona o società …
la seconda simbolizza l’ordine strutturale sostenuto per mantenere l’ordine esistente,
la terza funge da citazione storica.
Canzoni e melodie accompagnano e sviluppano idee nuove e ricordi.
Martin Derungs: Bündner Wirren Oper/Schauspiel/Musiktheater
Deutsch, Italienisch, Rätoromanisch / Uraufführung
Zum Jubiläum 700 Jahre Davoser Lehensbrief
1289 – 1989
Szenen um Jörg Jenatsch (1596 – 1639)
Im Eisstadion Davos
Martin Derungs BÜNDNER WIRRENSchauspiel/Oper Libretto von Markus Schmid-Lengersdorf
Eisstadion Davos Geschlossene Generalprobe für Schulklassen aus Davos, Chur und Zürich: 28.6.1989
Premiere: 30. Juni 1989,Uraufführung Weitere Aufführungen: 1. und 2. Juli 1989
Zum Inhalt
Die Szenen um Jörg Jenatsch stellen die eigenständige Version eines Themas vor, das bisher als Roman (C.F. Meyer), Oper (Heinrich Kaminski) und Film (Daniel Schmid) unterschiedlich gestaltet worden war. Die eigens für Davos erarbeiteten Szenen aus der Bündner Geschichte basieren auf historischen Quellen, welche die Zeit zwischen 1618 und 1639 in Graubünden darstellen.
Inhaltsangabe: Chronos, der griechische Gott der Zeit, hat die Epoche des Dreissigjährigen Krieges verschlafen. Da nun diese Zeit in der himmlischen Chronik fehlt, muss Chronos diesen Abschnitt der Geschichte aufarbeiten. Dabei hilft ihm Selene, die Göttin des Mondes und der Zauberei. Dank ihrer Fähigkeiten als Götter lassen sie ausschnittweise die Geschehnisse um Jörg Jenatsch noch einmal ablaufen, sie befragen Zeugen und beobachten im Jahre 1639 den Versuch Fortunat von Sprecher, Anna Jenatsch-Buol davon zu überzeugen, von einer Verfolgung der Mörder ihres Gatten abzusehen. lm Laufe der Handlung wollen sie klären, wer Jörg Jenatsch umgebracht hat, aber je mehr sie über diese Zeit und die damaligen Handlungsträger erfahren, desto kleiner wird ihr Interesse an einer Klärung. Es geht ihnen nur noch darum, ihre Pflicht als Chronisten zu erledigen. Mehrere Bilder sind ohne Musik, nur Schauspiel, andere beziehen Volkslieder oder an Volkslieder angelehnte Stücke mit ein. Die zentralen Szenen sind gesungen. Das Werk wird zur Hauptsache.in deutscher Sprache aufgeführt; einzelne Teile sind französisch, italienisch und romanisch.
Jörg Jenatsch, Pfarrer / Oberst, geboren 1596 in Samedan; gestorben 1639 in Chur studierte Theologie in Zürich und Basel. 1616 Pfarrer in Scharans, später strafversetzt nach Berbenno im Veltlin. 162O nimmt er Abschied vom Pfarramt und wird Militär. 1621 ermordet er seinen Widersacher Pompejus Planta. Er heiratet die Davoserin Anna Buol. 1627 ist er Hauptmann und lässt sich in Davos einbürgern. 1628 bietet er Frankreich seine Dienste an. Er verbringt fast ein Jahr in Venedig, wo er dem französischen Herzog Heinrich Rohan begegnet. Er wird Oberst. 1635 tritt er als evangelischer Pfarrer zum Katholizismus über und wendet sich den Spaniern und Österreichern zu. Mit ihnen verhandelt er über die Rückgabe des Veltlins und die Befreiung der Drei Bünde (Graubündens). Die französischen Truppen müssen das Land verlassen. Am 24. Januar 1639 wird er an einer Fasnachtsbelustigung in Chur von maskierten Männern mit Axthieben erschlagen, eine Rache der Planta. (Aus: Kaspar Jörger, <Davos von A bis Z>)
Patronatskomitee: BundesratFlavio Cotti Alt BundesratLeon Schlumpf StänderatLuregn Mathias Cavelty StänderatUlrich Gadient Alt StänderatspräsidentArno Theus Alt NationalratspräsidentMartin Bundi NationalratChristoph Blocher RegierungsratJoachim Caluori alt LandammannChristian Jost LandammannLuzius Schmid
Organisationskomitee: Jachen Fratschöl, Präsident Hans Heim, Leni Henderson-Affolter, Georg Jäger, Hansjürg Künzli-Grauer, Karl Mattli, Christian Mattli, Fredy Pargätzi, Beat Rüttimann, Urs von der Crone, Gertrud Weber
Leitung: Musikalische Leitung: Räto Tschupp Inszenierung: Gian Gianotti Bühnenbild und Kostüme: Alex Müller Regieassistenz: Yvonne Kocherhans
Jörg Jenatsch –Christoph Homberger Anna Jenatsch –Anna Schaffner
Fortunat von Sprecher –Franco Romano Ulysses von Salis, Saint Simon, Bär – Rico Peterelli Ulysses von Salis, Xaver, Stephan Gabriel, Tod –Oscar Bingisser Anna von Salis – Marceline Valdisseri
Pompejus von Planta –Jörg Zinsli Katharina von Planta, Frau –Barbara Fuchs
Caspar Alexius, Prioleau –Peter Galliard
Blasius Alexander Blech, Stephan Gabriel, Ulrich Buol, A. Planta –Jaap Achterberg Jakob Anton Vulpius, Christoph Rosenroll, F.von Juvalta, Fausch –Hubert Kempter Karl Jost, Wilder Mann –Peter Haller Ludwig Kessler –Michael Ohlhäuser Nicolaus Rusca –Willi Hüsch Johann Baptist Prevost, Johann von Tscharner –Walter Krähenbühl Kaspar Schmid von Grüneck, Niklaus C.von Hohenbalken, Pietro Stampa – Samuele Hnateck Jakob Joder Casutt –Christian Kindschi Pietro Vico –Luzi Kindschi
Giusepp, Joseph, Giachen Flurin, Quartett –Duri Bezzola Johann Peter Guler, Hauptmann Zeggin –Fridtjof Stolzenwald Gallus Rieder, Ludwig, Niccolo Vieceli, Maske –Hanspeter Preisig Leutnant Gernsbach, Gian Clavuot, Maske –Gion Caplazi Anton –Matthias Schadock
Verena Meyer-Jost –Barbara Sutter Oberst Ruinelli, Rudolf von Travers –Clo Bisaz Duc de Rohan, Wolf –Alvin Muoth Otto Julius von Schauenstein, Lecques, Pantalone –Paolo Vignoli D’Estampes –Claude Monnard
Johann Michel, Quartett –Florian Sprecher Thys Berger, Quartett –Herbert Mani Luzi Capeder –Michael Barnbeck Carlo Cortin –Giuseppe Stanga