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1958 veröffentlichte die Gornergrat Bahn zu ihrem sechzigjährigen Bestehen die «Gornergrat-Chronik». Der Verfasser F.A. Volmar erforschte darin den Ursprung der Begriffe Gorner und Riffel.
1958 erhielt F. A. Volmar, ein Historiker und Publizist aus Bern, von der Gornergrat Bahn den Auftrag, ein Jubiläumsbuch zu verfassen. Während seiner Forschungsarbeiten untersuchte er auch, was die Bezeichnungen Gornergrat und Riffelberg bedeuten.
Walliser Karte von 1682
Fündig wurde er in einer Walliser Landkarte von 1682. Im Jubiläumsbuch hielt er fest: «Bis Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Kulmhöhe übrigens nicht als Gornergrat sondern gelegentlich auch als Riffelgrat oder Rothgrat, der Monte Rosa jedoch als Gornerhorn bezeichnet worden». Auf der um 1682 in Brig entstandenen Walliser Karte des Landschreibers Antoni Lambien fand er weder das Gornerhorn noch den Riffel. Auf dieser Karte wurde das Monte Rosa-Gebiet noch als Findelhorn, aber sein Gletschersee bereits als Gornersee bezeichnet.
Das Gornerhorn
Weiter führte Volmar aus, dass das Gebirge noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Zermattern und den Walsern auf der italienischen Seite des Monte Rosa als Gornerhorn bezeichnet wurde. Er nahm an, dass der Begriff eine Verdeutschung des romanischen Begriffs cornu (Horn) war.
Murrays Handbook
Der Begriff Gornergrat erschien erstmals 1850 in einem Verzeichnis von Gottlieb Studer. 1854 benannte John Murray in seinem Reiseführer Handbook das Gebiet als Gornergrat.
Volmar fand auch im Kartenblatt des Zermatt- und Monte Rosa-Gebietes von 1859 weitere Hinweise. Dort nämlich wurde der Begriff Gornergrat erstmals kartographisch festgehalten. Der Begriff Gornergrat setzte sich auch 1862 in der Dufourkarte durch.
Rifila – ein kammartiges Gerät
Volmar versuchte auch die Bezeichnung «Riffel» zu deuten. Seine Mutmassung dazu: «Riffel könnte vom althochdeutschen rifila abgeleitet sein: ein gezacktes, kamm- oder sägeartiges Gerät». Gemäss seinen Nachforschungen bezeichnete der Begriff ursprünglich das markante Riffelhorn. Davon leiteten sich später die Ortsnamen wie Riffelberg, Riffelboden und Riffelalp ab. Wer das Riffelhorn genau betrachtet, kann die Zacken und den Kamm gut erkennen.