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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (World Food Program, WFP) wurde im Oktober mit dem Friedensnobelpreis 2020 ausgezeichnet. Mit dem Preis wird die Organisation dafür gewürdigt, sich weltweit im Kampf gegen den Hunger zu engagieren.
Der Preis, der vom norwegischen Nobelkomittee in Oslo jeweils am Todestag des schwedischen Namensvaters Alfred Nobel am 10. Dezember verliehen wird, gilt als die renommierteste politische Auszeichnung. Als erster erhielt ihn 1901 der Schweizer Gründer des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Henry Dunant.
Das WFP sei insbesondere in der Corona-Pandemie stark gefordert worden, da die Zahl der Hungernden stark gestiegen ist, so betonte das Preiskomittee anlässlich der Verleihung. Das Programm habe die Aufgabe mit Bravour gemeistert und Nahrung sei derzeit der beste Impfstoff gegen das Chaos. Man wolle den Blick der Weltöffentlichkeit auf die Millionen von Menschen richten, die Hunger litten oder von diesem bedroht seien.
Der Preis – dotiert mit knapp einer Million Dollar – ist selbstredend nicht zur Finanzierung dieser Aufgaben gedacht und würde auch nicht annähernd ausreichen. Das WFP finanziert sich zu über 90 Prozent durch freiwillige Zuwendungen. 2019 erhielt es 8,3 Milliarden Dollar, für 2020 bezifferte es den Bedarf auf 11,1 Milliarden Dollar. Die Hoffnung ist, dass der Erhalt des prestigeträchtigen Preises dazu führt, dass die Organisation grössere Chancen auf den Erhalt dringend benötigter Mittel hat.
Welche zentrale Bedeutung die Organisation hat, zeigte sich etwa daran, dass ihre Logistik-Abteilung im globalen Lockdown einen improvisierten Flugverkehr aufrecht zu erhalten vermochte, um Schutzmasken, Medikamente und Notrationen in mehr als 120 Länder zu transportieren. «Wir waren», so sagte WFP-Sprecher Tomson Phiri auch nach dem Erhalt des Preises stolz,«zu einem bestimmten Zeitpunkt die grösste Fluggesellschaft der Welt».
Um über diese Notmassnahmen und die Pandemie hinaus die für sich gesteckten Ziele erreichen zu können, benötigt die Organisation eine verbesserte Zahlungsmoral der Geberländer. Um den Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung zu erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern, braucht sie eine nachhaltige Finanzierung. Der Erhalt des Nobelpreises könnte dazu einen zumindest symbolischen Beitrag leistet.