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Marianne Wehrli, LL.M Rechtsanwältin
Alimente als Lohnersatz?
FRAGE | Während einer kurzen Bekanntschaft zu einer Frau wurde diese schwanger von mir. Wir waren schon seit Wochen wieder getrennt als sie mir die «frohe Botschaft» verkündete. Sie sagt, sie wolle in den ersten drei Lebensjahren des Kindes Vollzeitmami sein und erwarte von mir, dass ich ihren Lohnausfall ersetze. Ich verdiene zwar gut, aber es kann doch nicht sein, dass ich einer mir beinah unbekannten Frau jahrelang Lohn bezahlen soll!
ANTWORT | Nein, das kann tatsächlich nicht sein. Aber der Mutter Ihres Kindes steht es frei zu entscheiden, ob sie das Kind in den ersten Jahren selbst betreuen oder es in eine Kita geben will. Im ersten Fall schulden Sie als Vater sogenannten Betreuungsunterhalt, im zweiten Fall tragen Sie über den Barunterhalt des Kindes die Fremdbetreuungskosten. Die Berechnung des Betreuungsunterhaltes ist unter den Juristen noch nicht abschlies-send geklärt. Mittlerweile zeichnet sich die Tendenz ab, dass der Betreuungsunterhalt nur die Lebenshaltungskosten der Mutter umfasse, also nur was notwendig
ist um die persönliche Betreuung zu ermöglichen und von der Mutter nicht selbst abgedeckt werden kann. Der Betreuungsunterhalt soll mit anderen Worten dem Existenzminimum der Mutter entsprechen. Die Mutter ihres Kindes hat jedoch keinen Anspruch auf Ersatz ihres bisherigen Lohnes, Fortführung ihres früheren Lebensstandards oder Beteiligung am allenfalls höheren Lebensstandard des Kindsvaters.
Rechtsfragen können gestellt werden an:
Marianne Wehrli, Rechtsanwältin, Laurenzenvorstadt 79, Postfach 4227, 5001 Aarau
E-Mail: <email-pii>