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Der neue Präsident Guinea-Bissaus muss in einer Stichwahl ermittelt werden. Der Kandidat der Unabhängigkeitspartei, welche künftig auch im Parlament die Mehrheit stellt, liegt nach dem ersten Wahlgang klar in Führung. Zwei Jahre nach dem Militärputsch steigt damit die Hoffnung auf ein Ende des politischen Chaos.
José Mario Vaz oder Nuno Nabiam: In der Stichwahl am 18. Mai wird die Bevölkerung Guinea-Bissaus ihren neuen Präsidenten wählen. Nimmt man die Resultate des ersten Wahlgangs von Mitte April als Massstab, hat Vaz klar die Nase vorn. Der Kandidat der Unabhängigkeitspartei PAIGC kam auf 41 Prozent der Stimmen, Nabiam bloss auf 25 Prozent. Auch bei den Parlamentswahlen trug die PAIGC mit 55 von 102 Sitzen den Sieg davon.
Mit der Rekord-Wahlbeteiligung von knapp 80 Prozent setzten die BürgerInnen Guinea-Bissaus ein deutliches Zeichen gegen das politische und ökonomische Chaos nach dem Militärputsch vom April 2012. Auch an den Resultaten der Wahl dürften die Generäle wenig Freude haben. Ihr Favorit Nabiam liegt klar zurück und wird es schwer haben, im zweiten Umgang den Sieg zu erringen. Damit wächst die Hoffnung auf politische Stabilität und die Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen.
Die Frage ist bloss, ob die Armee diesmal die Wahlresultate akzeptieren wird. Vor zwei Jahren hatte sie kurz vor dem zweiten Wahlgang der Präsidentenwahlen geputscht und damit den Sieg des PAIGC-Kandidaten verhindert. Politische Macht ist in Guinea-Bissau stets auch mit dem Zugang zu wirtschaftlichen Privilegien verbunden. So wird der Armee-Favorit Nuno Nabiam in Verbindung gebracht mit dem Raubzug auf die Wälder des Landes und den illegalen Holzexporten in den Monaten vor der Wahl.