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Es ist ruhig geworden um Quebec. Vielmehr: Québec. Schliesslich ist diese kanadische Provinz zu drei Vierteln französischsprachig und in ungefähr gleichem Mass katholisch; die zwölf englischsprachigen Provinzen bzw. Territorien sind eher protestantisch. Spannungen sind so von vornherein angelegt, Autonomiebestrebungen schier unvermeidlich. In den Sechzigerjahren ging es ziemlich gewalttätig zu; Ähnlichkeiten mit dem Bern-Jura-Konflikt fallen ins Auge. Die Québécois stimmten schliesslich 1980 und abermals 1995 über die Trennung von Kanada ab. In der ersten Runde waren 60% dagegen, in der zweiten bloss noch 50,6%. Kanada anerkennt nunmehr die Québécois als eigenständige Nation innerhalb des Bundesstaats, was immer diese vage Symbolik bedeuten mag. Handfester führten die Referenden dazu, dass u. a. grosse Finanzinstitute Montreal verliessen und nach Toronto umzogen. Eine RepublikQuebec, die isoliert, verschuldet, höhere Steuern und womöglich eine neue Währung benötigend in die Unabhängigkeit gestartet wäre, hätte es auf den Kapitalmärkten wohl schwerer gehabt als die Provinz anno 1894, als sie diese 3%-Anleihe über gut 27 Mio. französische Francs begab. Vielleicht trugen solche Einsichten zur Ernüchterung in der «Belle Province» bei, wie das weitläufige Quebec – Bevölkerung etwa wie die Schweiz, Fläche Faktor 37 – genannt wird. Kapital ist ein scheues Reh. Das hätten die Katalanen von den Kanadiern gratis erfahren können.