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Anlässlich seiner kurzfristig angesetzten Europareise legt Papst Franziskus morgen Freitag einen Zwischenhalt in der Würzbrunnenkirche ein, um an diesem geschichtsträchtigen Ort, den schon sein Vorgänger Papst Eugen III. 1148 in einem Dokument erwähnt hat, eine Messe zu lesen. Falls Sie dabei sein möchten, empfehle ich Ihnen vorher einen Blick in den Kalender. Richtig! Morgen ist der 1. April, der Tag also, sich den einen oder anderen Scherz zu erlauben. Somit muss ich Sie leider enttäuschen. Papst Franziskus wird den morgigen Tag vermutlich in Rom verbringen, während Sie natürlich sehr gerne die Würzbrunnenkirche besuchen dürfen. Über lustige Aprilscherze könnte ich noch herzhafter lachen, wenn ich mich an den übrigen 364 Tagen des Jahres auf sämtliche öffentlich und privat gemachten Aussagen verlassen dürfte. Wobei sich die Frage stellt, wieweit ich persönlich wahr bin, zuverlässig in meinem Reden und Sein. Jesus, der sich selber als Wahrheit in Person bezeichnet, stellte bei seinem Verhör vor Pontius Pilatus die Aussage in den Raum: «Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.» Pilatus, der im Begriff war, einen lügenhaften Schauprozess in Gang zu setzen, lenkte vom Thema ab, indem er die philosophische Frage stellte: «Was ist Wahrheit?» Ohne eine Antwort abzuwarten, verschwand er aus dem Gerichtssaal und liess am Karfreitag die Wahrheit buchstäblich kreuzigen. Drei Tage später wendete sich das Blatt. Die Wahrheit hatte sich gegen die Todesmächte durchgesetzt. Weil Jesus seither lebt, dürfen wir hoffnungsvoll beten: «Jesus, erfülle mich mit Deiner Wahrheit, erfülle mich mit Dir!» Es ist Osterzeit, und das ist definitiv kein Scherz!