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Der Gornergrat ist einer der besten Standorte für astronomische Beobachtungen in ganz Mitteleuropa. Von 1967 bis 2010 erforschten Astronominnen und Astronomen den Sternenhimmel von den beiden Kuppen des Kulmhotels Gornergrat.
Warum auf dem Gornergrat?
Hauptgrund für die Wahl des Gornergrats als Standort war der weltweit grosse Mangel an Sternwarten in Bergeshöhe. Denn hier, auf über 3000 Metern über Meer, kann das Sternenlicht mit grossen Teleskopen möglichst unbeeinflusst von atmosphärischen Verunreinigungen untersucht werden. Der Gornergrat wies zusätzlich konstant günstige Bedingungen für astronomische Beobachtungen auf durch den geringen Wassergehalt in der Luft, die niedrige Luftverschmutzung und die guten meteorologischen Bedingungen. Ein weiterer Grund für die Forschenden war die ganzjährige gute Erreichbarkeit.
Ausbau Observatorium Gornergrat Süd
Zwischen Ende der 1960er Jahre und 2010 forschten Astronominnen und Astronomen auf dem Gornergrat.
Eine wichtige bauliche und technische Weiterentwicklung erfolgte Mitte der 1970er Jahre. Wie die internationale Stiftung Hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch und Gornergrat (HFJG) in einer Medienmitteilung berichtet, wurde 1976 auf dem Südturm des Hotels Gornergrat Kulm eine 7,5 Meter hohe Kuppel aufgebaut. Darin installierte die Forschungsgesellschaft ein leistungsfähiges 1-Meter-Teleskop.
1986 ersetzte die Universität Köln, welche zwischen 1984 und 2010 auf dem Gornergrat forschte, dieses durch ein Radioteleskop von drei Metern Durchmesser.
Grösstes Teleskop Europas im Nordturm
1979 errichtete die Universität Mailand zusätzlich eine Sternwarte im Nordturm, die bis 2005 bestand. Wie Professor Citterio dem Redaktor der Zeitung «Walliser Volksfreund» berichtete, installierte die Uni Mailand dort das damals grösste Infrarot-Teleskop Europas mit einem Durchmesser von 1.5 Metern. Aktuell wird der Nordturm aber nicht genutzt.
Pädagogisches Teleskop
2010 versetzte das physikalische Institut der Universität Köln das 3m Radioteleskop nach Yangbajing/Lssa (Tibet) und stellte damit die Forschung auf dem Gornergrat ein. Heute ist im Südturm ein pädagogisches Teleskop in Betrieb. Die HFJG setzt es in der Lehre und Ausbildung ein. Jugendliche und Studierende können über einen Informatikzugang erste Erfahrungen in der wissenschaftlichen Forschung mit Himmelskörpern sammeln.