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Mutmasslicher Spionagewal «Hvaldimir» tummelt sich jetzt vor Schwedens Küste
Erst am Nordkap nahe der russischen Grenze, dann beim Besuch eines US-Flugzeugträgers in Oslo und jetzt beim Nato-Beitrittskandidaten Schweden – der Belugawahl scheint gewisse Vorlieben zu haben. Ein schwedischer Ex-Premier hält ihn für einen möglichen Überläufer.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Der Belugawal «Hvaldimir» ist in Lysekill nördlich von Göteborg gesichtet worden.
- Mutmasslich soll er von Russland für Spionagezwecke verwendet werden.
- Er war erstmals vor vier Jahren in der norwegischen Arktis mit einem offensichtlich von Russland hergestellten Geschirr gesichtet worden.
Ein unter Spionageverdacht für Russland stehender Belugawal ist vor der schwedischen Küste gesichtet worden. Der von Beobachtern «Hvaldimir» getaufte Wal sei in Lysekill nördlich von Göteborg aufgetaucht, sagte Olav Lekve von der norwegischen Fischereibehörde am Dienstag. Die schwedischen Behörden bestätigten dies zunächst nicht.
Der Belugawal war erstmals vor vier Jahren in der norwegischen Arktis mit einem offensichtlich von Russland hergestellten Geschirr gesichtet worden und soll aus einer russischen Militäreinrichtung stammen. Das Geschirr trägt er inzwischen nicht mehr, fühlt sich bei Menschen aber so wohl, dass er zum Steg schwimmt und ins Meer geworfene Plastikringe auffängt.
Seinen Spitznamen verdankt er einer Kombination aus dem norwegischen Wort für Wal – Hval – und dem Vornamen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Vergangene Woche wurde «Hvaldimir» im Oslofjord gesehen, wo auch der modernste US-Flugzeugträger, die «Gerald Ford» zu Gast war. Lekve sagte der Nachrichtenagentur AP, er wolle nicht darüber spekulieren, wie das Tier dorthin gekommen ist. «Hvaldimir» habe in den vergangenen Wochen mehrere Hundert Kilometer zurückgelegt. Fangen wolle man den Wal nicht, er gehöre schliesslich eine geschützten Art.
Der Meeresbiologe Sebastian Strand sagte dem Sender TV4: «Er ist nur ein kleiner Wal, der hofft, andere Weisswale zu finden, mit denen er herumtollen kann.» An der norwegischen Küste und in Schweden gebe es nur wenige Exemplare. «Er will wahrscheinlich eine Familie haben, ist aber ein bisschen falsch geschwommen», sagte Strand, dessen Nichtregierungsorganisation Onewhale einzig zu dem Zweck gegründet wurde, «Hvaldimirs» Gesundheit und Wohlergehen zu schützen.
Der frühere schwedische Ministerpräsident Carl Bildt schlug vor, «Hvaldimir» politisches Asyl in Schweden zu gewähren. «Es ist möglich, dass es sich um einen Flüchtling handelt, der gegen den Krieg des (russischen Präsidenten Wladimir) Putin in der Ukraine protestiert», scherzte Bildt bei TV4.
AP/toko