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Der Belgier "Big Jack" Mulowayi zählt zu den besten 50 Boxern im Schwergewicht weltweit. Ab dem nächsten Jahr will der Gigant mit dem ungewöhnlichen Werdegang in der Schweiz Boxen.
„Mich zog es aufgrund meiner Körpergrösse zum Basketball“, beginnt der Belgier die Nachzeichnung seines ungewöhnlichen sportlichen Werdegangs. In seiner kongolesischen Flüchtlingsfamilie habe Sport immer eine grosse Bedeutung gehabt. Ehrgeizig forcierte er als Jugendlicher seine Basketballkarriere in Antwerpen. Sein Talent fiel einem US-Scout auf, was zum Sport-Stipendium am Carver College in Atlanta führte. Nach zwei Jahren im Trikot der „Carver Cougars“ zog es Mulowayi zurück nach Europa. Gedacht als kurzer Zwischenschritt, sammelte er in den Erwachsenen-Ligen in Italien, in Frankreich und in der Schweiz bei den „Geneva Lions“ Spielpraxis. Eine Meniskus-Operation als Folge einer Knieverletzung verunmöglichte dann die Rückkehr in die USA. „Ab meinem Scholarship war für mich und meine Familie klar, dass ich einmal in der NBA Basketball spielen werde“, erklärt das 197 cm grosse Sporttalent seine hohen Ambitionen. „Die Arztdiagnose, dass ich nie wieder auf diesem Niveau Basketball spielen werde, liess all meine Träume platzen. Das war eine sehr, sehr harte Zeit für mich.“
„Um meiner Demotivation und meinem Übergewicht etwas entgegen zu setzen, ging ich zum Boxtraining“, beschreibt Mulowayi den Start einer unvorhergesehenen zweiten Sportkarriere nach mehreren Monaten deprimierter Zurückgezogenheit. „Boxen gab mir mein Selbstwertgefühl zurück und ich bemerkte, dass ich Talent habe.“ Es folgten 10 Amateurkämpfe, zwei belgische Meistertitel und mit 28 Jahren der erste Profikampf.
Nach ersten Siegen in Belgien setzte der strebsame „Globetrotter“ zu einer überraschenden internationalen Profi-Karriere an. Unter dem Alias „Big Jack“ gewann er Kämpfe in der legendären „York Hall" in London, im litauischen Riga, in Deutschland sowie in Kinshasa, wo einst der „Rumble in the Jungle“ zwischen Ali und Foreman ausgetragen wurde. In den USA hielt er bei einer Punktniederlage während 10 Runden Frank Sánchez stand und im April dieses Jahres bezwang Mulowayi den Russen Apti Davtaev in Grozny durch Knockout. Heute zählt „Big Jack“, mit einem Kampfrekord von 10 Siege, zwei Niederlagen und einem Unentschieden, zu den besten 50 aktiven Schwergewichtlern der Welt.
Um seine Profikarriere stabiler fortzuführen, unterschrieb der in Belgien wohnhafte dreifache Familienvater im November diesen Jahres einen Dreijahresvertrag mit der führenden Schweizer Boxpromotion „Swiss Pro Boxing“. Am diesjährigen „Boxing Day“ wird der 34-jährige Mulowayi noch nicht antreten, da für Januar bereits ein europäischer Titelkampf in Deutschland auf der Agenda steht. „Eines meiner grossen Ziele ist es, dem Schweizer Publikum in Zukunft hochstehendes Schwergewichtsboxen zu bieten“, erklärt Leander Strupler, geschäftsführender Inhaber von „Swiss Pro Boxing“, die Ambitionen fürs kommende Jahr. „Mit Jack haben wir dafür sportlich wie menschlich den richtigen Mann gefunden.“