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Parc des Falaises (ehemals Winckler), Pré de la Croix, Ancienne Papeterie (MIC), Moraty: Diese Namen stehen für Wachstum. Es sind die neuen Quartiere, die in absehbarer Zukunft Marly zu einer Gemeinde mit städtischen Dimensionen machen. Hinzu kommen weitere unbebaute oder bebaute Parzellen, auf denen bis 2030 Wohnraum entstehen soll.
Mehr Wohnraum bedeutet mehr Einwohner, und damit auch mehr Kinder. Eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene demografische Studie prognostiziert bis 2030 ein Bevölkerungswachstum von 50 Prozent. Anstatt 8000 sollen dann 12 000 Menschen in Marly leben.
Am Mittwochabend nahm der Generalrat Kenntnis von der Studie und davon, was die Ergebnisse für die Planung der Schulinfrastrukturen bedeuten: nämlich 360 Schüler oder 12 Klassen mehr als heute. Davon würde der grösste Brocken auf die Primarschule Marly Cité entfallen. Denn sie müsste die rund 200 Kinder des geplanten Quartiers beim Marly Innovation Center (MIC) aufnehmen. Das Schulhaus Marly Cité mit aktuell über 600 Schülern genügt aber schon heute nicht mehr den Anforderungen. Würden die Räume an die geltenden Normen angepasst, würde schon jetzt der Platz für vier Klassen fehlen. Der Schulkomplex Grand-Pré seinerseits umfasst zusammen mit der Orientierungsstufe bereits 1000 Schüler.
24 Millionen für Neubau
«Aus diesen Gründen ist die Arbeitsgruppe des Gemeinderates der Ansicht, dass wir um ein drittes Schulhaus nicht herumkommen», sagte Syndic Jean-Pierre Helbling (CVP) im Generalrat. Der dritte Schulpol soll im Norden von Marly entstehen, an der Route du Château d’Eau beim ersten Kreisel auf der Strasse nach Bürglen. Bereits anfangs 2019 soll ein Architekturwettbewerb lanciert werden. Für dessen Durchführung wird der Gemeinderat einen Kredit von 1,2 Millionen Franken beantragen. Im Herbst 2019 würde dann der Baukredit in geschätzter Höhe von 24 Millionen Franken fällig. Je nachdem, wie sich die Bevölkerung und die Bedürfnisse tatsächlich entwickeln, soll dann Ende 2022 der Wettbewerb für den Um-, Aus- oder Neubau der Primarschule Marly Cité in Angriff genommen werden. Gerechnet wird dafür mit einer Million Franken. Der Baukredit läge bei geschätzten 19 Millionen Franken.
Die Generalräte äusserten sich nicht weiter zur Studie. Nur Line Widmer-Comment von der CVP begrüsste explizit das dritte Schulzentrum. Die Lehrerin appellierte aber mit Nachdruck an den Gemeinderat, die Renovation von Marly Cité tatsächlich zum geplanten Zeitpunkt oder auch schon vorher an die Hand zu nehmen. «Nicht, dass wir am Ende wieder auf den Sankt-Nimmerleinstag vertröstet werden.»
Nachtragskredit genehmigt
Der Generalrat von Marly akzeptierte schliesslich einen Nachtragskredit über 48 000 Franken für die demografische Studie. Dieser wurde nötig, weil sich die Studie nicht nur auf die Bedürfnisse von Marly Cité konzentrierte, sondern eine globale Bedarfsabklärung darstellte.
Baustelle
Passerelle beim Copy-Bach wird saniert
Der Generalrat von Marly hiess am Mittwoch auch einen Kredit über 58 000 Franken für die Wiederinstandsetzung der Passerelle über den Copy-Bach gut. Bei den starken Niederschlägen vom vergangenen Frühling wurde das Fundament des beliebten Übergangs für Spaziergänger stark beschädigt. Die Passerelle ist seither gesperrt.
Organisationsanalyse
Gemeinderat und Verwaltung werden überprüft
Wie viele Gemeinden muss sich auch Marly für zusätzliche Aufgaben rüsten. Darum genehmigte der Generalrat am Mittwoch 64 000 Franken für eine Organisationsanalyse von Verwaltung und Gemeinderat. Sie besteht in einer Bestandesaufnahme der Dienstleistungen, soll Stärken und Schwächen in der Organisation aufzeigen und Verbesserungsvorschläge machen. Denkbar sind eine Verkleinerung des Gemeinderates und eine Aufweichung des Milizsystems. Heute erfüllen nur der Syndic und der Bauvorsteher ihre Aufgaben im Nebenamt. Die Analyse erfolgt drei Jahre nach der Ablehnung einer Steuererhöhung. Damals hatten die Gegner der Steuererhöhung ein Audit zum Funktionieren der Gemeinde verlangt.