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Ein Bauer war mit drei Eseln, die er verkaufen wollte, auf dem Weg zum Markt. Es war ein heisser Tag, und als er zu einem Fluss kam, entschloss er sich, ein Bad zu nehmen.
Der Bauer hatte aber nur zwei Stricke, um die Tiere an einen Baum zu binden. Er schaute sich um und fragte sich, was er nun tun solle. Da sah er einen Weisen, ging zu ihm und fragte, ob er ihm einen Strick ausleihen könne, um den dritten Esel anzubinden. Der Weise hatte keinen Strick aber einen guten Rat: Lass den dritten Esel zusehen, wie du die zwei anderen anbindest und tue dann so, als ob du ihn ebenfalls festmachen würdest.
Der Bauer tat, wie ihm geraten worden war und nahm ein Bad im Fluss.
Als er wieder zurück war, dankte er dem Weisen, denn die drei Esel standen alle noch dort, wo er sie zurückgelassen hatte. Er löste die Stricke der ersten zwei und gab dem dritten einen Klaps zum Zeichen, dass er sich weiterbewegen könne.
Nach einigen Schritten drehte er sich um und stellte zu seinem Erstaunen fest, dass der dritte Esel sich nicht vom Fleck bewegt hatte. Und weder gut Zureden, noch Schimpfen oder Schlagen halfen, den Esel auf den Weg zu bringen.
Der Bauer ging zum Weisen zurück, und der sagte ihm: Binde den dritten Esel los. Der Bauer protestierte, er habe den Esel doch gar nicht angebunden.
Das weisst du, sagte der Weise, aber der Esel weiss es nicht.
Nun tat der Bauer, als ob er den Esel losmachen würde, und dieser setzte sich sofort in Bewegung und lief den anderen zwei nach.
Auch wir sind mit unsichtbaren Stricken festgebunden. Es sind die Grenzen, die uns andere einmal gesetzt haben und an die wir nun glauben, die wir uns nun selbst setzen. Das Leben setzt uns keine Grenzen, wir können uns unendlich ausdehnen. Wachsen.