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Vom Archiv ins Internet: Quellen zum Landschaftlichen Garten im 18. Jahrhundert
Der erste Band der Reihe „Quellen zur Gartenkultur und –kunst“ wird von Julia Burbulla und Susanne Karn am Institut für Geschichte und Theorie der Landschaftsarchitektur GTLA als E-Book herausgegeben und beschäftigt sich mit dem „Landschaftlichen Garten im 18. Jahrhundert“. Im Zentrum stehen nicht die grossen theoretischen Schriften, sondern die historischen Auseinandersetzungen mit dem Thema Garten, welche damals in einer bemerkenswerten Dichte in den unterschiedlichsten Medien erschienen. Die Untersuchung dieser Debatten hebt einerseits gestalterische Entwicklungslinien hervor und konkretisiert andererseits die zeitgenössische Bewertung der Gartenanlagen bis 1800 weiter. Kommentare zu den einzelnen Autoren erläutern die Auswahl der Schriften und stellen einen Bezug zu grösseren kulturhistorischen wie gartenpraktischen Kontexten her
Eine vielfältige und komplexe theoretische Diskussion um Fragen wie Verwandtschaft und Abgrenzung der Gartenkunst zu anderen Künsten, die Wirkung des Gartens auf Empfindung und Erkenntnis, der praktische Nutzen des Gartens und die Bedeutung der Natur als gestalterisches Vorbild wird anhand der deutschsprachigen Quellentexte deutlich. Die theoretische Auseinandersetzung um den Garten und die Beschreibung verschiedener Gartentypen im 18. Jahrhundert zeigen eine Eigenständigkeit und Vielfalt der Debatten. Sie widerlegen einmal mehr sowohl die These einer Nachahmung englischer Vorbilder als auch die These von der durch grosse theoretische Schriften und Persönlichkeiten geprägten Debatte.
Vielmehr lassen sich die Beiträge in drei zeitlich aufeinanderfolgende Phasen gruppieren. Sie zeigen sehr aufschlussreich den durch verschiedene Ziel- und Nutzergruppen bestimmten Diskurs um die Bedeutung und Gestaltung des landschaftlichen Gartens. Auf die erste Phase, in der vornehmlich fremdsprachige Werke konsumiert und erläutert werden (1740-1779), folgt die Phase einer nationalen Wissensmodellierung oder der Suche nach dem spezifisch nationalen Gartenstil (1779-1800). Den Übergang zum Garten des 19. Jahrhunderts, der bestenfalls als Kosmos im Kleinen und nicht mehr als Kunstwerk verstanden wird, bildet die Phase der Popularisierung des Gartenmodells ab etwa 1785. In einem einleitenden Kapitel stellt Julia Burbulla auch die rund 50 untersuchten deutschsprachigen Schriften zusammenfassend dar und liefert so einen ersten Beitrag zu den spezifischen Aspekten der landschaftlichen Gartentheorie in der Schweiz.
Bd.1: Julia Burbulla, Susanne Karn (Hg.), Deutschsprachige Quellen zum Landschaftlichen Garten im 18. Jahrhundert. E-Book, Rapperswil: Institut GTLA, 2010. 366 Seiten. E-Book — ISSN 2235-2732
Download E-Book: www.gtla.hsr.ch/Quellen-zur-Gartenkultur-und.5075.0.html