Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/3286

Neuenburg, seit 1815 vollberechtigter Kanton wie auch preussisches Fürstentum, nahm unter den Ständen der Schweiz dank dieser eigentümlichen Zustände eine besondere Stellung ein. Erst mit der Märzrevolution 1848 wurde Neuenburg zu einer demokratischen Republik. Wie alle anderen Kantone, hatte Neuenburg gemäss den Bestimmungen von 1817 der Eidgenosschaft ein Bundeskontingent zur Landesverteidigung zu stellen. Die vereinfachte Militärorganisation von 1835 legte fest, dass dem Bundeskontingent Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren angehörten. Sie bildeten sowohl Auszug als auch Reserve, wobei Wehrmänner mit geradem Geburtsjahrgang die eine Kategorie und jene mit ungeradem Jahrgang die andere bildeten. Sie wechselten sich regeImässig in ihren Kategorien ab.
Unser Tambour der Neuenburger Miliz trägt eine Uniform, die im Wesentlichen auf die kantonale Instruktion über die Bekleidung der dj Miliz vom November 1818 zurückgeht. Den Tschako krönt ein schwarz-weisser Scheibenpompon. Darunter prangt eine Ganse aus Weissmetall, weiche eine schwarz-weisse Kokarde fixiert. Die Schuppenbänder aus Messing werden hier zur Erleichterung über dem Lederschirm getragen. Zwei Rosetten befestigen die Bänder am Tschako, sie tragen mit dem fünfstrahligen Stern das Zeichen der Füsiliere.
Der dunkelblaue Uniformfrack weist zwei Reihen mit je sieben Knöpfen auf, die bei der Infanterie aus Weissmetall waren. Der rote Kragen ist beim Tambour zum Zeichen seines besonderen Status mit einer Kragenlitze versehen, die rot-weisse Winkel und gelbe Randeinfassungen besitzt. Die Litzen auf den so genannten „Schwalbennestern“, den roten Schulterstücken des Trommlers, sind dieselben wie jene am Kragen. Die roten, knopfverzierten Aufschläge der Ärmel sind ebenfalls mit solchen Litzen besetzt. Die dunkelblaue Hose weist keinerlei Vorstösse entlang den Seitennähten auf. Unter den Hosenbeinen trägt unser Tambour schwarze Tuchgamaschen.
Aufgeschnallt auf den Felltornister ruht der gerollte dunkelgraue Kaput. Der kurze Infanteriesäbel wird am Bandulier über die rechte Schulter getragen, ebenso der breite Tragriemen für die Trommel. Dieser weist einen Trommelschlegelhalter aus Messing auf Brusthöhe auf und ist wie das meiste Lederzeug weiss.
Roger Rebmann, Basel