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Oron
la Ville (Kt. Waadt,
Bez.
Oron).
640 m. Gem., Pfarrdorf und Hauptort des Bezirkes
Oron; im ö. Abschnitt des
Jorat am
Flon und nahe
dem Ober
lauf der
Broye; unweit der Grenze gegen den Kanton Freiburg,
16 km nö.
Lausanne und 11 km ssö.
Moudon.
Strassen
nach
Mézières-Échallens,
Moudon,
Promasens-Romont-Freiburg,
Attalens-Vevey,
Palézieux-Forel-Chexbres-Cully und nach
Lausanne. 700 m
ö. vom Dorf die Station
Oron der Linie
Bern-Lausanne und 1 km w. vom Dorf die Station
Châtillens-Oron der
Linie
Palézieux-Lyss. Postwagen nach der Station
Oron und nach
Mézières. Postbureau, Telegraph, Telephon. Das nur kleine
Dorf zeigt das Aeussere eines
Fleckens und ist als Bezirkshauptort und natürlicher Mittelpunkt einer in mancher Hinsicht
eigenartigen Gegend immerhin von einer gewissen Bedeutung. Gemeinde, zusammen mit einigen zerstreuten Siedelungen: 79
Häuser, 568 reform.
Ew.; Dorf: 46
Häuser, 324 Ew. Die Kirchgemeinde
Oron umfasst ausser
Oron la Ville noch die Gemeinden
Oron le Châtel,
Chesalles,
Bussigny,
Vuibroye,
Essertes,
Les Tavernes,
Les Thioleyres und
Châtillens. Bis 1679 stand die Pfarrkirche in
Châtillens,
worauf in
Oron eine neue Pfarrkirche erbaut wurde, die man vor kurzem restauriert hat. Freikirchliche
Kapelle.
Landwirtschaft. Backsteinfabrik, Zementwarenfabrikation, Gerberei,
Mühle,
Sägen. König Sigismund von Burgund vergabte 516 der
von ihm gestifteten Abtei zu Agaunum
(Saint Maurice) neben anderen Ländereien auch die Gebiete von
Oron und
Vuibroye.
Während der auf die erste Teilung des Burgunderreiches folgenden Wirren verlor das Kloster
Saint Maurice seinen
Grundbesitz, erhielt dann aber einen grossen Teil desselben (worunter auch
Oron) von König Rudolf III. 1049 wieder zurück.
Die ursprünglich als äbtische Vitztume amtenden
Herren von
Oron wussten sich nach und nach unabhängig zu machen, so dass
sie schon 1330 die Hälfte der
Herrschaft als eigen besassen. 1671 tauschte dann die hier immer mehr ihrer
Güter beraubte Abtei den ihr noch gebliebenen Rest, d. h. einen Teil von
Oron la Ville, von
Vuibroye und von
Auboranges, gegen
die Ablösung gewisser Lehensverpflichtungen an
Bern aus. Vergl. Pasche, Ch.
La contrée d'
Oron; essai histor.
Laus. 1895.