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Der Urwald von Derborence
Das Tal von Derborence bietet eine einzigartige, ungewöhnliche Landschaft,: die grossen Bergstürze von 1714 und 1749; der See, der sich daraufhin gebildet hat; der Urwald, die steilen Felswände der Diablerets …
Seit 1959 besitzt Pro Natura einen Dienstbarkeitsvertrag auf den See und seine Umgebung. Zudem konnten seither der Urwald auf der Südseite, die Alp von Vérouet, sowie die Alp von Fenadze erworben werden.
Im Herzen des Schutzgebietes bedeckt der Urwald mit dem Beinamen l’Ecorcha oder Ecorchia eine Fläche von 25 ha mit riesigen Tannen, die älter als 450 Jahre und höher als 40 Meter werden. Alle Bäume wurden zwecks langfristiger wissenschaftlicher Untersuchungen erfasst. Dieser Wald verdankt seinen Erhalt im Urzustand dem schwierigen Zugang für Holztransporte.
Dieses Reservat befindet sich in einem Zustand des natürlichen Gleichgewichts, ohne jeglichen Bedarf an externen Unterhaltsmassnahmen. Es spielt eine wichtige Rolle als Zeugnis der langfristigen Folgen der Luftverschmutzung.
Der Urwald von Derborence, der das artenreichste Unterholz in der Schweiz beherbergt, ist wahrscheinlich einzigartig in den Alpen, denn er regeneriert sich aus eigener Kraft. Wenn sich die umgefallenen Stämme zersetzen, keimen daraus junge kräftige Pflanzen. Auf den felsigen Hängen und Bergkämmen wachsen trockene Steppen aus Gewächsen, die typisch für die Flora des Zentralwallis sind, wie z. B. der Walliser Beifuss oder bestimmte Dickblattgewächse. Das feuchte Klima der Voralpen hat zur Entwicklung des einzigen Buchenwaldes im Zentralwallis beigetragen. Der Einfluss des Sees (der jüngste natürliche See Europas) auf die Vegetation ist an einem feinen Streifen von Moorpflanzensichtbar; darunter eine Rarität, die nur Botanikern bekannt ist: die Süssdolde.
Derborence hat zahlreiche Gelehrte angezogen. Thomas Blaikie, ein schottischer Gärtner, war im Jahr 1775 vermutlich der erste, der herkam, um Alpenpflanzen für den Botanischen Garten von London zu sammeln.