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Als Lemma bezeichne ich die Grundform eines Schlagwortes im Lexikon und dasjenige Wort, auf das sich eine Anmerkung bezieht .... LexemDas Lemma ist der Eintrag oder das Stichwort in einem Wörterbuch (Lexikon, Enzyklopädie).[2] Man bezeichnet es sowohl als Grundform eines Wortes als auch als Zitier- oder Grundform eines Lexems.[3][4] Der Vorgang zur Bestimmung der genaueren Lemmata wird als Lemmaselektion oder auch Lemmatisierung bezeichnet. Ein Lexem – eine sprachliche Bedeutungseinheit – könnte im Prinzip auf beliebige Weise benannt werden, da es als sprachliche Einheit verschiedener Formen abstrahiert ist, aber selbst keine bestimmte Form besitzt, die es gegenüber anderen Formen auszeichnet. Üblicherweise werden Lexeme nach einer konventionell bestimmten Form benannt, die dann Zitierform (auch: Grundform, Stichwort) dieses Lexems heißt: Im Deutschen ist die Zitierform für Nomen normalerweise der Nominativ Singular (z. B. Traum), für Verben der Infinitiv Präsens Aktiv (z. B. träumen). Im Lateinischen ist die Zitierform für Verben das Paradigma (Beispiel), das eine Folge bestimmter Modi (Infinitiv, Indikativ, Konjunktiv) und Tempora (Präsens, Perfekt …) angibt, die vor allem bei unregelmäßigen Verben sehr hilfreich ist. Diese Reihenfolge lautet in den meisten Wörterbüchern: 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv, 1. Person Singular Indikativ Perfekt Aktiv, aktives Supinum I bzw. Partizip Perfekt Passiv (PPP) Neutrum und schließlich Infinitiv Präsens Aktiv. Zum Beispiel lautet das Paradigma für „bringen, (er)tragen“: fero, tuli, latum, ferre. In Lehrwerken steht dagegen der Infinitiv Präsens Aktiv an erster Stelle. Am Wort orientierte linguistische Nachschlagewerke (Lexika, Thesauri, etymologische Werke) verwenden als Lemma alle Lexeme, während Nachschlagewerke, die mehr an begrifflicher Lemmaselektierung interessiert sind (Fachlexika, Fachglossare, Enzyklopädien und ähnliches) als Zitierform – insbesondere im Deutschen – das einfachste Substantiv bevorzugen: So fasst man etwa „der Traum“, „träumen“, „das Träumen“ und „das Geträumte“ unter einem gemeinsamen Lemma Traum zusammen, soweit es um denselben Sachverhalt geht. Hier wird meist vom Lemma als einem Deskriptor gesprochen. Dass die Wahl der Zitierform vom Typ des Nachschlagewerks abhängig ist, zeigt folgendes Beispiel: Das Wort „Mäuse“ wird unter dem Lemma Maus eingeordnet. Diese Vorgehensweise wählt ein normales Wörterbuch, da „Maus“ die Grundform des Plurals „Mäuse“ ist. In der Biologie wird das Wort „Maus“ unter dem Lemma Mäuse eingeordnet. In einem biologischen Fachbuch dient die Gattung der Mäuse als Überbegriff. Die taxonomische Zitierform Mäuse drückt aus, dass es viele verschiedene Arten von Mäusen gibt und nicht einfach nur „die Maus“. Die Sichtweise der Biologie unterscheidet sich von der Umgangssprache, die alles, was wie eine Maus aussieht, als „Maus“ bezeichnet. Für Computermäuse ist in einem Fachbuch Maus das Lemma; in einem Universalwörterbuch kann der Eintrag zum Beispiel Maus (Computer) lauten. Computermäuse können zwar verschieden aussehen und sich in Einzelheiten unterscheiden, die Gemeinsamkeiten werden aber bei der Einordnung im Wörterbuch als wichtiger empfunden als die Unterschiede. Deshalb wird das Lemma – anders als in der Biologie – im Singular geführt.
siehe auch Moment