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Sitzung vom 27. April 1916.
Auf der Veranda am Höhenweg um den altbekannten Schiefertisch gereiht begannen wir unsere Tätigkeit. Walther van Vloten erstattete den übrigen Vereinsmitgliedern Bericht über die Reise und die Delegiertenversammlung[,] an der er und ich gewesen waren. Alle unsere Abenteuer von Grandson, Renens und vom missglückten Kälberhüten rückten auf. Die Diplomatischen [sic] Künste unseres Z. P. H. konnten die andern auch genau erfahren. Den Antrag der Basler[,] die Libertas [Abstinentenverbindung an den Universitäten] zum Korrespondenzblatt herauszuwerfen und den bedauerlichen Rücktritt von Redaktor Boos. Schliesslich wurde auch noch der Geist der Delegiertenversammlung kritisiert. Wir fanden[,] sie hätte die Vorwürfe von Boos schon sich zu Herzen nehmen dürfen oder doch wenigstens eine andere Waffe als mit den Füssen zu scharren und einen Heidenspektakel zu machen[,] gebrauchen dürfen. Überhaupt hat unser liebe[r] Präs. gefunden[,] reich an Anregungen und Ideen sei diese Delegiertenversammlung nicht gewesen, denn Phrasen wie sie ein Posa [sic] schwingt, sind aber auch keine Nahrung [?]. Die Organisationskraft der Genfer bewunderten wir.
Dann wurde beschlossen[,] eine Kantusstunde auf zwei Wochen einzuführen[,] um auf dem Marsche oder auch sonst eine Anzahl Lieder auswendig singen zu können. Die Pflege des Humanitasgesangs ist Walther Steinlin übergeben worden.
Walther van Vlothen machte einen Vorschlag für ein Zusammentreffen mit den Churern. Er wurde angenommen, das Ziel soll die Sachserlücke [Saxerlücke im Alpstein] sein.
Der Präses legte uns dann ein Arbeitsprogramm in einer Dichotomie vor. Der Abstinent soll an sich selber arbeiten und sich zum überzeugten Abstinenten machen, so wurde beschlossen[,] der Mappe von Zeit zu Zeit Abstimmungs-Schriften hinzulegen[,] deren lesen [sic] dann obligatorisch ist. Die Zweite [sic] Arbeit ist es[,] andere für unsere Idee zu gewinnen. Es wurde deshalb beschlossen[,] etwa alle Monate mit den Junioren einen Bummel zu veranstalten. Ferner wurde als ein Mittel zur Kräftigung nach aussen der Pausenbummel hingestellt und zur Benützung waren sie sogar heiss empfohlen. Konrad Künzler rief die militärische Pflicht von uns und 9¼ verabschiedete er sich, nachdem er die letzte Ölung empfangen hatte.
Nun wurde eine Expäuk [sic] veranstaltet. Natürlich traf es Walther van Vloten. Er redete über die Schäden der Abstinenz für die Jugend und machte darauf aufmerksam, dass wir gerne bereit seien[,] uns höher als die Nichtabstinent[en] zu stellen. Die Diskussion ist auf Steinlis [sic] Wunsch noch nicht geschlossen.
Anwesend die Altmitglieder Künzler, Jenni, der Gast Falkner, die Aktiven van Vloten, Steinlin, Steiger u.
Der Schriftführer P. [Paul] Grob.
Die Tour auf die Saxerlücke fand u.a. wegen schlechten Wetters erst im Oktober statt. Der Bericht darüber ist im Protokollbuch aber nicht genauer datiert.
Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, Wy 058 (Protokoll der Humanitas Sangallensis, Abstinentenverbindung an der Kantonsschule St.Gallen)