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Indikatoren und Gruppierungen
Eine fundierte Beurteilung des aktuellen Mietwohnungsmarkts bedarf der kombinierten Betrachtung mehrerer Indikatoren und Gruppierungen. So können z.B. die Indikatoren Mietbelastung und Personen pro Wohnung in angespannten und entspannten Regionen ähnlich hohe Werte zeigen, aber die Fläche pro Person in angespannten Regionen deutlich kleiner ausfallen als in entspannten Märkten. Umgekehrt zeigt eine kleinere Fläche pro Person nicht an, dass die Mietbelastung notwendigerweise gleich hoch ist, denn es könnten trotz kleinerer Fläche höhere Mietbelastungen bestehen. Erst die kombinierte Beurteilung erlaubt eine akkurate Einschätzung der Unterschiede in den verschiedenen Regionen.
Eine exemplarische Lesehilfe steht zur Verfügung.
Indikatoren:
- Mietbelastung:
Der Indikator Mietbelastung (in Prozent) beschreibt den Anteil des Bruttohaushaltseinkommens (inklusive Renten), der für die Bruttomiete (Nettomiete inklusive Nebenkosten) verwendet wird, entweder im Bestand oder gemäss den Bewerbungsdaten für Mietobjekte. Eine höhere Mietbelastung bedeutet, dass ein grösserer Teil des Haushaltseinkommens für Wohnkosten aufgewendet wird.
- Bruttomiete pro Quadratmeter:
Der Indikator Bruttomiete pro Quadratmeter (in Schweizer Franken) beschreibt die Bruttomiete, die der Haushalt pro Quadratmeter aufbringen muss. Eine höhere Bruttomiete pro Quadratmeter impliziert teurere Mieten für sonst gleiche Mietobjekte.
- Zimmer pro Person:
Der Indikator Zimmer pro Person ist das Verhältnis der Anzahl der Zimmer (gerundet auf ganze Zahl) der Wohnung zu der Anzahl der Personen im Haushalt.
- Personen pro Wohnung:
Der Indikator Personen pro Wohnung beschreibt die Anzahl der Personen, die in einer Wohnung leben. Haushalte werden über die Personen, die in einer gemeinsamen Wohnung leben, definiert.
- Fläche pro Person:
Der Indikator Fläche pro Person (in Quadratmeter) beschreibt die Wohnfläche, die einer Person im Haushalt im Durchschnitt zur Verfügung steht.
- Fläche pro Wohnung:
Der Indikator Fläche pro Wohnung (in Quadratmeter) beschreibt die Wohnfläche, die einem Haushalt zur Verfügung steht.
Gruppierung:
- Mietdauer (Nachfrage und Bestand):
Die Mietdauer dient zur Unterscheidung des Zeitpunkts in Bewerbungen bzw. bestehenden Mietverhältnissen. Vor einem bestehenden Mietverhältnis werden Daten von Bewerbenden und jenen Haushalten, welche letztendlich den Zuschlag auf ein bestimmtes inseriertes Objekt erhalten, separat betrachtet. Für aktuell bestehende Mietverhältnisse wird weiter zwischen Langzeit- (Mietverhältnis besteht seit mindestens 3 Jahren) und Kurzzeitmietern (Mietverhältnis besteht kürzer als 3 Jahre) unterschieden. Ein langes Mietverhältnis bedeutet, dass sich der Haushalt in den letzten drei Jahren nicht verändert hat (kein Zuzug oder Wegzug des gesamten Haushalts oder von einzelnen Haushaltsmitgliedern) und während dieser Zeit in derselben Wohnung lebte. Eine Wohneinheit wird über die Eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsidentifikatoren definiert.
- Markttyp:
Der Markttyp unterscheidet zwischen vier Kategorien der Marktanspannung, siehe Markttypologisierung. Der Markttyp kann bezüglich Wohnungsgrössen weiter eingeschränkt werden.
- Haushaltstyp:
Der Haushaltstyp unterscheidet zwischen Familien (Haushalt mit 2 Personen mit 18 Jahren oder älter und mindestens einer Person jünger als 18 Jahre), Alleinerziehenden (1 Person 18 Jahre oder älter und mindestens eine Person jünger als 18 Jahre), Singlehaushalten (1 Person 18 Jahre oder älter), Paarhaushalten (2 Personen, beide 18 Jahre oder älter, oder eine Person 18 oder älter und die zweite Person mindestens 16 Jahre und die Altersdifferenz der beiden Personen beträgt weniger als 18 Jahre) und anderen Wohnformen (z.B. Wohngemeinschaften). Familien mit erwachsenen Kindern fallen in die Kategorie der anderen Wohnformen.
- Haushaltseinkommensklasse:
Haushaltseinkommen werden als die Summe aller Einkommen innerhalb eines Haushalts berechnet (nur Arbeitseinkommen, brutto, für Rentner approximiert). Die Haushaltseinkommen werden innerhalb jeder Arbeitsmarktregion (also relativ zu allen Haushaltseinkommen in diesem Gebiet) anhand der Terzile in eine niedrige, mittlere und hohe Einkommensklasse unterteilt. Die niedrige, mittlere und höchste Klasse enthalten damit jeweils die untersten, mittleren und höchsten 33.3% der Haushaltseinkommen innerhalb der Region. Die Schwellenwerte zwischen diesen Kategorien unterscheiden sich somit zwischen den Arbeitsmarktregionen und Haushaltseinkommen werden in Bezug zur Umgebung eingestuft. Z.B. kann ein bestimmtes Haushaltseinkommen innerhalb der Stadt Zürich als niedrig eingestuft werden, dasselbe Einkommen in Langenthal jedoch in die mittlere Einkommensklasse fallen.
Für die Einkommensstatistik werden ausschliesslich Haushalte in Mehrfamilienhäusern berücksichtigt, da diese Haushalte in Konkurrenz am Mietermarkt stehen. Haushalte in Einfamilienhäusern werden nicht in der Einkommensstatistik berücksichtigt, weil aufgrund der hohen Eigentumsquote bei Einfamilienhäusern diese Haushalte nur in Ausnahmen den Mietermarkt konkurrenzieren. Anhand der vorhandenen Daten lässt sich die prozentuell kleine Kohorte der Stockwerkeigentümer in Mehrfamilienhäusern nicht identifizieren und wird daher in der Statistik mit einbezogen.
Die Höhen der regionalen Haushaltseinkommensklassen werden im Reiter Regionale Einkommensklasse ausgewiesen. Die Grafik zeigt das mittlere Drittel der Einkommen in der Region, welches als mittleres Haushaltseinkommen klassifiziert wird. Haushaltseinkommen unter respektive über dem dargestellten Balken fallen in die niedrige (die tiefsten 33.3% der regionalen Haushaltseinkommen) respektive hohe Einkommensklasse (die höchsten 33.3% der regionalen Haushaltseinkommen). Weiters wird der Median des Haushaltseinkommens (weisse Trennlinie innerhalb des farblichen Balkens) ausgewiesen. 50% der regionalen Haushaltseinkommen liegen unter diesem Wert.
Für die nach der Haushaltseinkommensklasse gruppierte Darstellung eines Indikators werden die lokalen Einkommensklassen zusammengefasst. Eine gesamtschweizerische Betrachtung der hohen Haushaltseinkommen etwa betrachtet alle Haushalte, welche regional als hoch eingestuft werden. Eine weitere Eingrenzung anhand eines bestimmten Markttyps betrachtet nur Haushalte mit hohen Einkommen in den Regionen des gewählten Markttyps.