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Der 32-jährige Emmentaler startete aus der ersten Reihe und führte das Rennen für die ersten drei von 25 Runden an. Dann konnte der Kalex-Fahrer die Pace nicht mehr halten und fiel zwischenzeitlich in den 8. Rang zurück. Trotzdem war es ein positives Rennen für Lüthi, der nach den Stürzen von Simone Corsi und Remy Gardner noch zwei Ränge gutmachen konnte.
Zudem profitierte Lüthi vom Missgeschick von Baldassarri. Der dreifache Saisonsieger schied schon in der zweiten Runde nach einem Crash mit Mattia Pasini aus und liegt noch sieben Zähler vor Lüthi (75:68). Baldassarri musste mit einer ausgekugelten Schulter und einer Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus in Le Mans gebracht werden. Ob er zum nächsten Grand Prix in zwei Wochen in Mugello antreten kann, ist noch offen.
Für Lüthi, der auf dem 4,185 km langen Circuit Bugatti schon vier Siege (2005, 2006, 2012, 2015) und zwei zweite Plätze (2016, 2017) feiern konnte, war es ein schwieriges Wochenende mit einem missglückten ersten Trainingstag (17.) und zwei Stürzen am Freitag und Samstag. "Ich bin alles andere als happy", erklärte Lüthi nach dem Rennen, "aber im Hinblick auf die Gesamtwertung sind die zehn Punkte sehr wertvoll. Heute haben wir einfach die Abstimmung nicht gefunden. Als ich über den Ausfall von Baldassarri per Boxentafel informiert wurde, bin ich nicht mehr auf Teufel komm raus gefahren."
Bis zum Grand Prix von Italien wird Lüthi diese Woche am Mittwoch und Donnerstag noch zwei Tage in Barcelona Testfahrten absolvieren. "Ich hoffe sehr, dass wir unsere Probleme in den Griff kriegen."
Gewonnen wurde das Moto2-Rennen vom Spanier Alex Marquez. Der Bruder von MotoGP-Champion Marc Marquez verwies bei seinem 8. GP-Triumph seine Landsleute Jorge Navarro und Augusto Fernandez auf die Ehrenplätze. Pole-Setter Navarro und Marquez konnten in der Gesamtwertung Lüthis Teamkollegen Marcel Schrötter, der Achter wurde, überholen. Der Deutsche liegt nun 19 Zähler hinter Baldassarri.
Ein starkes Rennen zeigte der von Position 25 aus gestartete Dominique Aegerter. Der 28-jährige Oberaargauer überholte Gegner um Gegner und war auf seiner MV Augusta drauf und dran, zum dritten Mal in Serie in die Punkteränge zu fahren. In der letzten Runde lag Aegerter ungefährdet im 13. Rang, als wenige hundert Meter vor dem Ziel der Motor abstellte.
"Plötzlich hatte ich Aussetzer. Ich hatte wohl zu wenig Benzin im Tank", erklärte ein enttäuschter Aegerter. Er war derart sauer, dass er sich zuerst eine halbe Stunde lang beruhigen musste, ehe er die Box verliess und die Heimreise antrat. Die offizielle Bestätigung der Techniker, dass der Tank leer war, wartete Aegerter gar nicht mehr ab.
(sda)