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Die Olympischen Spiele in Tokio sind nun zu Ende. Der Medaillenspiegel stand für viele Medien im Mittelpunkt ihrer Berichterstattung auch aufgrund der besonderen Zählweise der US-Medien. Wir präsentieren den finalen Stand – skaliert auf verschiedene Einflussgrössen und visualisiert als Weltkarte.
Medaillenspiegel und zusätzliche Vergleichsfaktoren
Der offizielle Medaillenspiegel ist so aufgebaut, dass die Nation mit der höchsten Anzahl an Goldmedaillen ganz oben steht. Somit würde Nation A (50 Medaillen, davon 5 Gold) hinter Nation B (40 Medaillen, davon 6 Gold) stehen. Während der olympischen Spiele überraschten die US-Medien mit einer ganz anderen Zählweise der Medaillen. Nach dieser wurde nach der Gesamtzahl der errungenen Medaillen sortiert. Ausgehend davon lag das Team aus den USA schon früh an der Spitze. Für unsere Visualisierungen waren ebenfalls die Gesamtzahl der gewonnen Medaillen relevant (ohne Wertung nach Gold/Silber/Bronze).
Doch auch der absolute Medaillenspiegel ist nicht zwangsläufig die beste Variante, um die Leistungen verschiedener Nationen miteinander zu vergleichen. Die einzelnen Nationen unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Ausgangslagen in Bezug auf die Landesgrösse, Bevölkerung, Wirtschaftskraft sowie weiterer möglichen Faktoren. Dies zeigt sich in klaren Zusammenhängen.
Beispielsweise korreliert die Anzahl der Medaillen stark mit dem Bruttoinlandsprodukt eines Landes (r = 0.83). Um diese Einflüsse zu veranschaulichen, skalieren wir in der Folge die Länder auf der Weltkarte sowohl nach Medaillen pro Fläche und Medaillen pro Einwohner als auch nach Medaillen im Verhältnis zum BIP.
Eingefärbte Weltkarte nach gewonnener Medaillen
Zu erkennen ist, dass die Nationen USA, Grossbritannien, China und Russland (ROC) mit über 60 gewonnen Medaillen die höchste Anzahl aufweisen, wobei Grossbritannien und Russland bevölkerungsmässig weit unter China und den USA liegen.
In der folgenden Grafik wird nun die Grösse eines Landes in Proportion zu der Gesamtanzahl der Medaillen skaliert. Sichtbar ist, dass die grossen Nationen deutlich am meisten Medaillen gewannen. Grossbritannien, welche zu den Top-4 Nationen der diesjährigen Spiele gehört, wäre in diesem Fall die einzige Ausnahme.
Fläche (Grösse des Landes) in Proportion zu Anzahl gewonnener Medaillen
Grössen proportional zu Medaillen pro Kopf
Eine interessante Erkenntnis liefert die Weltkarte, wenn man die Länder nach Medaillen pro Einwohner:in skaliert: Es zeigt sich eine Verschiebung nach Mitteleuropa und Ozeanien. Während grosse Nationen wie die USA, China oder Russland schrumpfen, blasen sich Nationen wie Jamaika (JAM), Slowenien (SVN), Fiji (FJI) oder Neuseeland (NZL) auf.
Grössen proportional zu Medaillen pro BIP
Um zu veranschaulichen, in welcher Relation die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt in Mrd. USD) zu den gewonnenen Medaillen einer Nation steht, schauen wir uns folgende Grafik an:
Auch hier zeigt sich eine Verschiebung der Nationen allerdings von Mitteleuropa nach Zentralasien sowie zu den kleinen Inselstaaten – Hervorgehoben werden beispielsweise Länder mit geringer Wirtschaftsleistung, welche hingegen eine klare Spezialität in einer Sportart aufweisen. Dazu zählt Jamaika als favorisierte Nation in der Sportart Sprint. Weitere Nationen, die in der Grafik hervorgehoben sind, wären Fiji (7er-Rugby), Georgien (Judo, Wrestling) und Kirgistan (Wrestling).
Weitere Ergebnisse
San Marino weist mit Abstand die höchste Anzahl an Medaillen pro Mio. Einwohner:innen (88 Medaillen) wie auch pro Mrd. USD BIP (ca. 2 Medaillen) auf. Nicht verwunderlich, bei einer Nation mit knapp 34’000 Einwohner:innen und einem BIP von lediglich 1,6 Mrd. USD, die dennoch 3 Medaillen gewann. Im Vergleich zu San Marino schneidet die wirtschaftsstarke Schweiz mit 1,5 Medaillen pro Mio. Einwohner:innen sowie 0,02 Medaillen pro Mrd. USD BIP deutlich schlechter ab.
Gehen wir zurück zum offiziellen Medaillenranking, kann die Schweiz jedoch sicherlich stolz auf die diesjährige Leistung sein – mit 13 Medaillen sind Tokio die erfolgreichsten Sommerspiele der Schweiz seit über 70 Jahren.
Datengrundlage und Visualisierung
Die verwendeten Daten stammen vom Olympic Medal Count Ranking der offiziellen Webseite der Olympischen Spiele Tokio 2020. Die Auswertung und Visualisierung wurde mithilfe der R-Packages «tmap» und «cartogram» umgesetzt.
Visualisierung Ihrer Daten
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