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Das gekammerte Gehäuse (Phragmokon) ist ein grundlegendes
Merkmal der Kopffüßer, das die Cephalopoden gegenüber
den übrigen schalentragenden Weichtieren kennzeichnet.
Der Phragmokon wird mit dem Protoconch bereits im Ei angelegt
und während des individuellen Heranwachsens (Ontogenie)
durch sukzessiven Einbau von Kammerscheidewänden (Septen)
im hinteren Abschnitt der Wohnkammer vergrößert.
Die einzelnen Kammern sind von der Anfangskammer an durch
einen gut durchbluteten Hautschlauch (Sipho) untereinander
und mit dem Weichkörper in der Wohnkammer verbunden.
Bei den Ammonoideen verläuft der Sipho grundsätzlich
randlich, meist entlang der (ventralen) Gehäuseaußenseite.
Nur bei den Clymenien aus dem Ober-Devon nimmt er eine dorsale
Randlage entlang der Innenseite der Gehäusewindung ein.
Bei den modernen Nautiliden durchzieht er das Zentrum der
Kammern. Der Phragmokon fungiert als Schwebapparat. Den Auftrieb
erhält er durch ein Gasgemisch aus Stickstoff und Kohlendioxid,
das durch passive Diffusion aus dem Blut angereichert wird
und die ursprüngliche Flüssigkeitsfüllung in
den einzelnen Kammern verdrängt.
Beim Nautilus steigt der Gasdruck in den Kammern mit zunehmendem
Alter an und erreicht maximal 0,9 Bar. Der permanente Unterdruck
in den Kammern hält die nach hinten gerichtete Druckbeanspruchung,
die auf den hinteren Körperabschnitt des Nautilus einwirkt,
in allen Tiefenlagen bis hin zur Wasseroberfläche annähernd
konstant.
Der gasgefüllte Hohlraum des Phragmokons ist so austariert,
dass das Gewicht des Tieres weitgehend kompensiert wird, das
heißt, dass das Tier im annähernden Gleichgewicht
mit seiner Umgebung steht. Kopffüßer müssen
demnach - im Gegensatz etwa zu Haifischen - keine Bewegungsenergie
aufwenden, um ihre Position im Wasser zu halten.

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Der dadurch erzielten Energieeinsparung kommt für die
Konkurrenzfähigkeit der Cephalopoden eine besondere Bedeutung
zu. Der Sauerstofftransport im Blut der Kopffüßer
beruht nämlich auf einer Kupferverbindung, dem Hämocyanin,
das gegenüber dem Eisen-basierten Hämoglobin deutlich
weniger effizient ist.
Das Gleichgewichtssystem des Nautilus ist exakt mit dem individuellen
Wachstumsprozeß des Tieres abgestimmt.
Die Gewichtszunahme von Gehäuse und Weichkörper
wird jeweils durch die Anlage neuer Luftkammern kompensiert.
Wir können daher auch für die Ammonoideen von einem
ähnlichen Verhältnis zwischen Wachstum und Gleichgewichtshaltung
ausgehen.

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