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Der Mathe-Professor Grégoire Nicollier (HES-SO) erwägt hier verschiedene Szenarien für den 20. Oktober.
Der Raspille-Graben zwischen beiden Kantonsteilen klafft bei der FDP am weitesten auseinander. Und das wirkt sich auf ihren politischen Einfluss in verschiedener Weise aus. So stellt die FDP im Kantonsparlament zwar die grösste Fraktion. Auf jedem fünften Grossratssessel sitzt ein FDPAbgeordneter. Aber nicht ein einziger davon ist Oberwalliser.
Die fehlenden Parteistrukturen im deutschsprachigen Teil zeigten sich auch bei den Nationalratswahlen vor vier Jahren. Nur jede 20. Stimme für den Freisinn kam aus dem Oberwallis. So machte der fehlende Rückhalt östlich der Raspille die Liberalen 2015 zum schwächsten Listenverbund der vier grossen Polit-Familien, sie holten einen Sitz. Die FDP wurde fast ausschliesslich im Welschwallis unterstützt.
Und obwohl das Verhältnis der Bevölkerungszahlen zwischen Ober- und Unterwallis gut 1 zu 4 ist, gab es 2015 im Welschwallis weniger als 70 Prozent der Gesamtstimmen zu holen. Auch weil die Lust am Wählen entlang des Rottens immer kleiner wird. 2015 lag die Wahlbeteiligung im Oberwallis bei 67,6 Prozent. Im unteren Unterwallis (zwischen Saxon und St-Gingolph) bei gerade mal 54,2 Prozent.Grégoire Nicollier