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Das Bild verfehlt seine Wirkung nicht. Brad Pitt mit strahlend blauen Augen, Schnurr- und Kinnbärtchen, schulterlangem Haar, in weissem Hemd und rotem Überwurf.
Wobei, das Hemd ist eigentlich ein antikes Gewand. Der Film spielt ja auch bei den alten Griechen, und Brad Pitt spielt darin den Philosophen Platon. Es ist eine tolle Besetzung: Sokrates wird von Sean Connery verkörpert, und Meryl Streep steht Brad Pitt als Frau Platon zur Seite. Hollywood at its best.
Für das Drehbuch verantwortlich ist der französische Philosoph Alain Badiou. Der umstrittene Grossdenker hat in der französischen Ausgabe von «Vanity Fair» erklärt, dass er in Kontakt mit «Freunden in Los Angeles» stehe. Zwar, das Drehbuch sei noch nicht geschrieben, und auch die Zusagen von Pitt, Connery und Streep stünden noch aus. Aber zweifellos würde das Leben und Werk Platons längst eine grosse Filmkiste verdienen. Die Zeitschrift hat das schon mal mit einer Fotomontage illustriert.
Allerdings hat Badiou bereits vor vier Jahren erklärt, er stehe in Kontakt mit Freunden aus der Filmbranche. Aber wenn es um Platon geht, muss man die Dinge in weiter historischer Perspektive sehen.
Badiou hat sich unter anderem einen Namen gemacht mit einer Neuübersetzung von Platons «Der Staat». Neuübersetzung meint dabei: Versetzung in die Gegenwart. Anachronismen werden als Stilmittel eingesetzt, um Platon als Vertreter von Badious neukommunistischer Philosophie zu rekonstruieren. Auch des berühmten Höhlengleichnisses nimmt er sich an. Platon beschreibt darin, wie wir Menschen in einer Höhle angebunden leben und das, was wir sehen, nur die Schatten sind, die ein unsichtbares Licht in unserem Rücken von nicht sichtbaren Gegenständen auf die Höhlenwand wirft. Badiou macht aus der Höhle einen riesigen Kinosaal. Die Schatten, die wir fälschlich als Realität wahrnehmen, sind die Filme von Traumfabriken wie Hollywood. Der revolutionäre Wahrheitssuchende muss sich aus der Höhle befreien, dann zurückkehren und das Licht/die Wahrheit den geknechteten Massen bringen.
Platon schreibt freilich, ein solcher Heilsbringer würde wohl von den Zurückgebliebenen getötet. Wenn Brad Pitt die Wahrheit erklären würde, wären seine Erfolgsaussichten womöglich grösser. Aber der wäre ja nicht real, sondern nur ein Schatten, der an uns vorbeizieht. Und erst noch nur in der Imagination von Alain Badiou. Die Revolution muss wohl doch vertagt werden.