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US-Präsident Barack Obama hat die bisherige Chefanklägerin in Brooklyn, Loretta Lynch, am Samstag für das Amt der Justizministerin nominiert. Die 55-jährige soll Nachfolgerin von Eric Holder werden, der vor sechs Wochen seinen Rücktritt erklärt hatte. Lynchs Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden.
Nachdem die Republikaner bei den Kongresswahlen Anfang der Woche dort die Mehrheit erobert haben, könnte die Bestätigung theoretisch auf Probleme stossen. Lynch gilt jedoch nicht als Mitglied des engsten Kreises um Obama, was ihr im Abstimmungsprozess zugute kommen könnte.
Der wichtigste Republikaner im Justizausschuss, Chuck Grassley, erklärte, Lynch könne «das Vertrauen in den Justizminister als politisch unabhängige Stimme des amerikanischen Volkes» wiederherstellen. Sie wäre die erste schwarze Frau an der Spitze des Justizministeriums. Holder hatte im September seinen Rücktritt angekündigt. Er war der erste schwarze US-Justizminister in der Geschichte der Vereinigten Staaten und ein enger Vertrauter von Präsident Obama.
Die Wahl ist auch für die Schweiz von Belang, da dem Justizminister oder der Justizministerin im Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA eine wichtige Rolle zukommt. Die Schweizer Banken verhandeln derzeit mit Vertretern des US-Justizdepartements, um ihre Vergangenheit mit unversteuerten Geldern aus den USA zu regeln.
Die 1959 in Greensboro im Bundesstaat North Carolina geborene Lynch ist derzeit Staatsanwältin im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Sie wäre nach Janet Reno unter Ex-Präsident Bill Clinton die zweite Frau an der Spitze des Justizministeriums. Lynch ist seit 2010 wieder Bundesstaatsanwältin in Brooklyn, nachdem sie dieses Amt bereits von 1999 bis 2001 innehatte. Dazwischen arbeitete die Juristin für die Anwaltskanzlei Hogan & Hartson in New York, wo sie vor allem im Wirtschaftsrecht tätig war. Lynch besitzt einen Doktortitel von der Eliteuniversität Harvard. (dhr/sda/afp/dpa)
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