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Farbfehlsichtigkeit, also die Einschränkung der Farbwahrnehmung, ist ein ziemlich verbreitetes Symptom. Ca. 8-10 % der Menschen nehmen Farben anders wahr als die restlichen 90 %. Im häufigsten Fall sind diese angeboren, und für diese gibt es bis heute noch keine Heilungsmethode. Die Betroffenen müssen also mit ihrer Farbwahrnehmung leben. Das wirkt sich auch auf den täglichen Umgang mit dem PC und dem Internet aus.
Man unterscheidet folgende Fehlsichtigkeiten:
• Protanopie / Rotblindheit
• Protanomalie / Rotschwäche
• Deuteranopie / Grünblindheit
• Deuteranomalie / Grünschwäche
• Tritanopie / Blaublindheit und Tritanomalie / Blauschwäche
Alle die oben genannten Farbschwächen sind angeboren. Grund dafür ist ein Gendefekt. Dieser findet sich in den meisten Fällen auf dem X-Chromosom. Frauen besitzen zwei X-Chromosome, weswegen der Defekt oft ausgeglichen wird. Männer, die nur über ein X-Chromosom verfügen, sind deshalb viel häufiger farbfehlsichtig.
Lichtstrahlen dringen in das Auge ein und treffen dort auf die Netzhaut. Die Netzhaut ist ein feines Geflecht aus Nervengewebe, das an der Aussenseite aus lichtempfindlichen Sinneszellen besteht. Es gibt zwei Arten von Rezeptoren: Zapfen und Stäbchen. Zapfen sind für das Farbsehen verantwortlich, sind aber nicht sehr lichtempfindlich. Die Stäbchen sind auf die Helligkeitswahrnehmung spezialisiert, leisten aber keinen Beitrag zum Farbsehen. Das ist auch der Grund, warum Menschen bei dunklen Lichtverhältnissen keine Farben unterscheiden können. In der Nacht sehen wir Schwarz-Weiss.
Bei den Zapfen gibt es drei Kategorien von Rezeptoren. Diese reagieren unterschiedlich auf die Wellenlängen des Lichts. Die Wellenlänge des Lichts wird in Nanometer (nm) gemessen. Der sichtbare Teil des Lichts liegt zwischen etwa 400nm (bläuliches Licht) bis 700nm (rötliches Licht).
Folgende Zapfenarten werden unterschieden:
• L-Zapfen (lange Wellenlänge), Orange-Rot Bereich
• M-Zapfen (mittlere Wellenlänge), Grün-Gelb Bereich
• K-Zapfen (kurze Wellenlänge), Blaubereich
Wenn eine Farbfehlsichtigkeit auftritt, hängt diese meistens mit den verschiedenen Zapfentypen (L, M, K) zusammen. Der deutsche Physiologe und Physiker Hermann Helmholtz gab den Zapfen in der Netzhaut Nummern:
• Prot... Erster Zapfentyp für langwellige Zapfen (Rot)
• Deuter... Zweiter Zapfentyp für mittelwellige Zapfen (Grün)
• Trit... Dritter Zapfentyp für kurzwellige Zapfen (Blau)
Bei einer Protanopie (Rotblindheit) sind die L-Zapfen defekt und reagieren nicht auf langwelliges Licht. Bei einer Deuteranomalie sind die M-Zapfen defekt aber nicht komplett ausgefallen. Sie reagieren nur auf falsche Wellenlängen welche in die Farbbereiche der anderen Zapfen überlappen. So können beispielsweise M-Zapfen und L-Zapfen ähnlich auf Orange-Rotes Licht reagieren, was für Betroffene die Unterscheidung erschwert.
Bei der Auswahl von Kontrastpaaren ist darauf zu achten, dass die Farben gut zu unterscheiden sind und stimmig wirken. Zu starker Kontrast, zum Beispiel Schwarz-Weiss, ist für Benutzer nicht angenehm und kann das Auge beim Lesen zu stark ermüden. Bei zu schwachem Kontrast leidet die Erkennbarkeit.
Heutzutage werden oft 8 Farbkontraste unterschieden, wovon die Mehrheit auf Johannes Ittens (1888 –1967) Kontrastkategorien basiert.
Unten ist eine Grafik mit allen Farbkontrasten und Beispielen zu sehen. Dazu kann man verschiedene Farbfehlsichtigkeiten wählen und mit dem Regler die Intensität verstellen. So kann die Erkennbarkeit der Kontraste mit verschiedenen Fehlsichtkeiten und Ausprägungen getestet werden.
Was fällt auf? Welche Farbenkombinationen lassen sich nicht mehr unterschieden?
Achromatopsie ist die Bezeichnung für eine totale Farbenblindheit. Betroffene Personen können gar keine Farben untscheiden und sehen die Welt in Grautönen. Das ist oftmals auch mit sehr starken Sehschwäche verbunden.
Für Webdesign ist ein Graustufenfilter aber sehr nützlich. Er zeigt sofort alle problematischen Farbkombinationen. Wenn eine ein Design mit einem Graufilter unleserlich wird, sollte man die Farbgebung nochmals überdenken.