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Die Idee war, Rayyan einfach mal ein Rennen zu geben. Ihm zu zeigen, dass so ein Rennen keine Hexerei ist und alles mit rechten Dingen zu und her geht. Alles auf Ruhe bedacht, da sein Nervenkostüm nicht das allerbeste ist und ihn ungewohnte Dinge durchaus schon mal aus der Ruhe bringen können.
Darum bekam er von der Trainerin Karin Suter-Weber eine Ohrenkappe und "Wattebäuschel" auf der Seite verpasst. So dass er sich auf sich konzentriert und die äusseren Einflüsse weniger stark sind. Rayyan war denn auch ruhig im Führring, ging anstandslos in die Startboxe. Und als er drin war, hatte Philipp Schärer das Gefühl, er "schlafe". Wunderbar, alles im grünen Bereich.
Doch als die Boxentür aufschnellte, war Rayyan so schnell draussen, dass er gleich die Spitze hatte. Das war nicht der Plan - Philipp versuchte, Rayyan zurückzuhalten. Doch dieser fand das gar nicht lustig. "Es ist doch Rennen, also lasst mich rennen...", schien er sagen zu wollen. Und Philipp Schärer sah schnell ein, dass dies nicht der geeignete Zeitpunkt war, mit Rayyan-Boy darüber zu streiten. Er liess ihn an der Spitze galoppieren, konnte ihm bald einmal zu verstehen geben, dass ein nicht so schnelles Tempo vorteilhaft wäre. Die beiden sahen richtig gut aus, da an der Spitze des Feldes...
Rayyan (rechts) und Philipp in Front bei der ersten Tribünen-Passage (Fotos: Ueli Wild)
Und weil niemand angriff, blieb Rayyan dort. Auch durch den letzten Bogen noch. Im Einlauf ging es dann zur Sache. Philipp gab ihm zunächst einen Klapps auf die Schulter, Rayyan wusste nicht recht, was zu tun war. Doch beim zweiten Klapps (unterstützt durch Vorwärts-Reiten) kam dann Schub und Rayyan beschleunigte. Nicht ganz so schnell wie die ersten vier, aber doch in schöner Manier. Ganz am Schluss zog auch noch Forrest Gump (der übrigens denselben Vater hat wie Rayyan) vorbei.
Doch Rayyan verlor weniger als 4 Längen auf die Siegerin Gavita, nur eine Länge auf den vierten und eine halbe auf den fünften Platz. Dahinter klaffte schon eine Lücke von 5 Längen. Hinter Rayyan waren immerhin drei Sieger, die zusammen schon 5 Rennen gewonnen haben.
Rayyan war absolut bei den Leuten - respektive Pferden: als 3. von links ist Philipp zu sehen (uw)
Philipp Schärer meinte nach dem Rennen, dass eine Plazierung durchaus möglich gewesen wäre. "Ich hätte früher gehen müssen, dann wären wir im Geld gewesen", erklärte er. Spielt uns in diesem Rennen absolut keine Rolle! Nach dieser Vorgeschichte mit allem, was Rayyan durchgemacht hat, ist dieser 6. Platz für uns wunderschön. Die Erwartungen sind damit deutlich übertroffen.
Rayyan und Philipp haben ihre Sache gut gemacht - und wir freuen uns riesig auf den nächsten Start unseres Youngsters (obschon er schon 4 Jahre alt und doch ziemlich gross ist, bleibt er in unseren Augen unser "Kleiner"...). Es ist einfach etwas ganz besonderes, ein selbst gezüchtetes Pferd laufen zu sehen!
So möchten wir Rayyans Jockey liebend gern mal am Schluss sehen: Kommt da noch jemand??
Als nächstes könnte es (je nach dem, wie Rayyan das Rennen wegsteckt) nochmal in Avenches (aber natürlich nicht schon am 13. April...) oder dann in Dielsdorf weitergehen.
Und hier der Film (ganzes Rennen) von Barbara König (Achtung 25 MB gross!)