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"Schwarze" Bise in Schwachstrom-Form
Neben der „normalen“ Bise gibt es auch eine sogenannte „schwarze“ Bise, die es im klassischen Fall in sich hat – trüb und mit viel Nass. Heute allerdings gab es davon nur eine Sparvariante zu erleben.
Tiefdruckbestimmte Bisenströmung
Die Schweiz befand sich am Donnerstag zwischen einem kräftigen Hochdruckgebiet mit Zentrum über Norwegen und einem ausgedehnten flachen Tief über dem Mittelmeerraum in einer Bisenströmung. Während mit nordöstlichen Höhenwinden allmählich kühlere und etwas trockenere Luft zu den nördlichen Landesteilen gelangte, verblieben die Alpen und die Südseite in der feuchtmilden und labil geschichteten Luftmasse.
Das Hoch über Norwegen weitete sich im Tagesverlauf allmählich etwas gegen Mitteleuropa aus, an seinem Südrand gelangte damit kontinentale Kaltluft von Norden her zur Schweiz. Diese trockenere Luft konnte sich am Nachmittag am Nordrand langsam etablieren, kam aber zunächst noch nicht viel weiter voran. Gegen die Voralpen hin blieb die tiefe Bewölkung hartnäckig, in den Alpen und im Süden konnte sich zumeist die feuchtmilde Luftmasse behaupten, welche vom Tief über dem Mittelmeerraum herangeführt wurde.
Viel Bewölkung, aber im Detail unterschiedlich
Die eingangs des Blogs erwähnte Luftmassengrenze bestimmte heute mehrheitlich unser Wetter. Sie sorgte in zahlreichen Gebieten für viel Bewölkung, wobei es regional und im Tagesverlauf Unterschiede gab.
Bei Tagesbeginn war die Bewölkung meist dicht, nur im Oberwallis und zum Teil am Genfersee gab es am Morgen erste Wolkenlücken.
Im Norden reichte die feuchte Schicht von etwa 1000 auf rund 3500 bis 4000 Meter hinauf. Mit der tiefen Wolkenuntergrenze und der durch etwas Dunst eingeschränkten Sicht sorgte dies für einen eher trüben morgendlichen Eindruck.
Im Laufe des Vormittags lockerten sich die Wolken auch im Unterwallis und in der Westschweiz auf, ab der Mittagszeit auch am Nordrand der Schweiz vom westlichen Jura über die Region Basel bis zum Bodensee, da wie erwähnt von Norden her allmählich etwas trockenere und kältere Luft herangeführt wurde. Am Alpensüdhang gab es dank etwas Nordwind gelegentlich ein paar Sonnenblicke.
In den übrigen Gebieten hingegen machte sich die Sonne rar. An den zentralen und östlichen Voralpen, wo sich die feuchte Luft mit der Bisenströmung staute, gab es kaum Aufhellungen – der Wettereindruck war allerdings nicht unfreundlich, wie das folgende Bild zeigt.
Vom Tief über dem Mittelmeer wurden darüber aus Südosten zeitweise dichtere mittelhohe und hohe Wolken herangeführt, welche insbesondere in den zentralen und östlichen Alpen sowie im Süden recht ausgedehnt waren, sodass dort die Sonne – mit einzelnen Ausnahmen - kaum zum Vorschein kam. Im Mittel- und Südtessin hätten zudem tiefe Stratocumulus-Felder der Sonne sowieso kaum eine Chance gelassen.
Niederschlagsaktivität mit Schwachstrom-"Bise noire"
Die Niederschlagsaktivität war heute insgesamt bescheiden. Am Morgen und am Vormittag gab es noch schwachen Regen, vor allem am Jura und den Voralpen entlang, lokal auch im Mittelland sowie im Mittel- und Südtessin. Somit konnte man zumindest anfangs noch von einer sogenannten „Bise noire“ bzw. einer „schwarzen Bise“ sprechen, wenigstens in einer schwachen Ausführung.
Bei diesem Phänomen handelt es sich ganz generell um eine tiefdruckbestimmte (zyklonale) Bisenströmung, die mit viel Feuchte - und damit Bewölkung und Niederschlag – verbunden ist. In der ausgeprägten Ausführung wird die feuchte, instabil geschichtete und relativ milde Mittelmeerluft am Alpensüdhang gestaut und angehoben, sodass sich dort intensive Niederschläge bilden. Diese können zum Teil auch auf die weiter nördlich angrenzenden Gebiete übergreifen. Im Norden ist es in solchen Fällen oft trüb mit Nieselregen, teils auch mit stärkerem Regen. Heute hingegen dürfte wahrscheinlich das Feuchteangebot und die Zyklonalität bzw. Hebung zu schwach gewesen sein. Deshalb reichte es insgesamt nur für geringe Niederschlagsmengen.
Auch am Nachmittag und Abend gab es trotz der relativ feuchten und labil geschichteten Luftmasse in der Süd- und Südostschweiz nur noch einzelne Schauer. In den übrigen Gebieten blieb es trocken.
Auch unterschiedliche Windverhältnisse
Die Bise hatte vor allem die Westschweiz fest im Griff. Insbesondere in der Genferseeregion wurden Böenspitzen von 50 bis 72 km/h gemessen, im zentralen und östlichen Mittelland „nur“ 20 bis 40 km/h. In den oberen Tessiner Tälern erreichte der Nordwind Spitzen von rund 60 km/h.