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Tunnel an der Hochstrasse
Frau V. / 25.April 2008:
Meine Grossmutter hat im Gundeli gelebt. Sie hat mir einmal von einem Tunnel erzählt, der einem vom Gundeli unter der SBB durch zur Stadt führte. Sie hat aber nicht die Unterführung SBB gemeint, wo heute die Passarelle steht. Wissen Sie vielleicht was für einen Tunnel sie gemeint hat?
Antwort von altbasel.ch:
Im Basler Stadtbuch 1967 berichtet Margrit Plüss von den Anfängen des Gundeldingerquartiers. Dabei spricht sie auch die Tatsache an, dass das Quartier durch die Gleise der Eisenbahn von Basel abgeschnitten war. Da sie im Sevogelschulhaus im heutigen Quartier St.Alban zur Schule ging, war ihr Schulweg von den Gleisen der Eisenbahn durchtrennt. Es gab aber eine Stelle an der man sicher die Schienen überwinden konnten.
Der 1901 zugemauerte Torbogen an der früheren Unterführung an der Hochstrasse. Man kann vor dem Bogen den Brunnen erkennen, der einst an der Schifflände stand.
An der Hochstrasse, wo heute bei der Poststelle Basel 2 die Peter Merian Brücke über die diversen Schienen der Bahn führt, gab es eine Unterführung. Diese wurde damals "Tunnel" oder schlicht "Loch". Genannt. Es war nicht wirklich ein Tunnel, denn die Unterführung unter den Gleisen war nicht übermauert sondern zwischen den Schienensträngen nach oben hin offen. Der Durchgang lag unter dem Niveau der Umgebung.
Dies war nötig um unter den Schienen hindurch zu kommen. Allerdings hatte die Unterführung als Tiefpunkt auch die Neigung sich mit Wasser zu füllen bei starken Niederschlägen. Margrit Plüss berichtet, dass die Unterführung einmal nach einem Gewitterregen derart mit Wasser vollgelaufen war, dass sie vorübergehens unpassierbar wurde. Mit dem Bau der Peter-Merian Brücke 1901 wurde der Tunnel überflüssig.
Er wurde aufgehoben, aber noch heute sieht man den zugemauerten Torbogen der an diese frühe Verbindung zur Stadt erinnert. Vor dem vermauerten Bogen wurde 1902 der früher an der Schifflände stehende Kronenbrunnen aufgestellt. Wer heute von der Pfeffingerstrasse (die früher direkt in den Tunnel führte) her auf die Hochstrasse trifft sieht diesem Brunnen mit seinem wasserspeienden Delphin sofort, wenn kein Auto davor steht.
Quellen:
primär genutzte
Margrit Plüss, Aus den Anfängen des Gundeldingerquartiers, im Basler Jahrbuch 1967, 1966 Verlag Helbing & Lichtenhahn, Seiten 85 bis 86
Arthur Burger, Brunnengeschichte der Stadt Basel, 1970, Herausgegeben vom Verkehrsverein Basel, Seite 142
sekundär genutzte
Othmar Birkner/Hanspeter Rebsamen, Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850-1920: Basel, 1986, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Seite 192 (Pfeffingerstrasse)
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