Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/137490

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Jahr 2015 jähren sich verschiedene für die Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz zentrale Ereignisse:</p><p>1. Die Schlacht am Morgarten vom 15. November 1315 war die erste grosse Auseinandersetzung zwischen den Eidgenossen und dem aufstrebenden Adelsgeschlecht der Habsburger. Der Sieg über Leopold I. führte zwar nicht zum erhofften Frieden, verstärkte jedoch den Zusammenhalt zwischen den Ländern Uri, Schwyz und Unterwalden, was sich im erweiterten Bundesbrief von 1315 manifestierte. In der Folge vertiefte sich die Eidgenossenschaft, und während im benachbarten Europa der Adel seine Vormachtstellung ausbaute, bildete sich in der voralpinen Schweiz eine regionale Autonomie heraus, ohne die sich die heutige Schweiz kaum hätte entwickeln können.</p><p>2. Am 13./14. September 1515 fand zwischen der alten Eidgenossenschaft und Frankreich eine kriegerische Auseinandersetzung um das Herzogtum Mailand statt. Es war die letzte grosse Schlacht, an der die Eidgenossen mit aussenpolitischen Ambitionen beteiligt waren. Die "Niederlage von Marignano" bildete den Beginn der schweizerischen Neutralitätspolitik. Zudem wurden die heutigen Gebiete des Tessins von Frankreich/Mailand an die Eidgenossenschaft abgetreten.</p><p>3. Mit dem Ende des Wiener Kongresses 1815 wurden in Europa zahlreiche Grenzen neu festgelegt. Auch die Schweiz war von Zugewinnen und Verlusten betroffen. Mit der Aufnahme von Genf, Neuenburg und Wallis wuchs die Eidgenossenschaft in die heutigen Grenzen. Anerkannt wurden am Wiener Kongress auch die immerwährende bewaffnete Neutralität der Schweiz sowie ihre Unabhängigkeit vor jedem fremden Einfluss durch europäische Grossmächte.</p><p>Alle drei Ereignisse sind entscheidende Wegmarken für die Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz sowie für unsere Identität als souveräner Staat.</p><p>Aufgrund dieser Tatsache ergibt sich folgende Frage:</p><p>Wie gedenkt der Bundesrat diesen für die Schweizer Geschichte zentralen Ereignissen im Jahr 2015 in gebührendem und der Bedeutung angemessenem Masse Rechnung zu tragen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Jahr 2015 wird die Schweiz auf drei Ereignisse zurückblicken, die den historischen Weg der Eidgenossenschaft in massgeblicher Weise beeinflusst haben. Der Bundesrat anerkennt deren Bedeutung und weist gleichzeitig darauf hin, dass es nicht wenige weitere und teilweise für die Entwicklung der Schweiz sogar bedeutsamere Ereignisse gibt, deren ebenfalls gedacht werden könnte. In seinen Antworten auf die Interpellation Stöckli 13.3099 in Bezug auf die Erinnerungsfeiern zum Wiener Kongress und auf die Interpellation Romano 13.3550 zum Gedächtnis an die Schlacht bei Marignano hat der Bundesrat bereits festgehalten, dass der Bund in den vergangenen Jahren nur mit Zurückhaltung Erinnerungsfeiern zu historischen Ereignissen durchgeführt hat. Er hat sich allerdings bereiterklärt, beispielsweise auf Ersuchen der Kantone, eine allfällige Unterstützung im Rahmen einer koordinierenden Tätigkeit des Bundes zu prüfen.</p><p>Das Schweizerische Nationalmuseum wird sich 2015 in Ausstellungen und Veranstaltungen eingehend mit diesen drei historischen Ereignissen auseinandersetzen: Das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz erweitert seine permanente Ausstellung mit einem Morgarten-Parcours. Das Landesmuseum in Zürich stellt in einer Ausstellung die Schlacht von Marignano in den Zusammenhang der politischen Zustände im damaligen Europa. Im Château de Prangins bildet eine Ausstellung das politische Umfeld für den Wiener Kongress ab und fragt nach dessen Einfluss auf die Entstehung der modernen Schweiz.</p>  Antwort des Bundesrates.