Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/3046

Vor 50 Jahren widmete Basel erstmals eine Strasse einer Frau: Mathilde Paravicini, der «Mutter der Ärmsten». Zum 50. Jahrestag der Mathilde-Paravicini-Strasse zeigt eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel auch noch nie veröffentlichte Bilder aus dem Familienarchiv.
Mathilde Paravicini, eine junge Frau aus Basel, ergriff 1917 die Initiative, französische Flüchtlinge und Verwundete in Schaffhausen zu betreuen. Gleichzeitig organisierte sie die ersten Kinderzüge und brachte Auslandschweizer-Kinder zur Erholung in die Schweiz.
In den 30er Jahren gelang es ihr, gegen alle politischen Widerstände mit den Kinderzügen tausende bedrohter jüdischer Kinder zu Erholungsaufenthalten in die Schweiz zu bringen. Während des Zweiten Weltkriegs, ab 1942 unter der Ägide der Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes, brachte Mathilde Paravicini zusammen mit Mitarbeitenden in der freien und der besetzten Zone Frankreichs unzählige Kinder zu dreimonatigen Aufenthalten bei Familien in der Schweiz. Nach dem Krieg wurden die Kinderzüge auf weite Teile des kriegsversehrten Europa ausgeweitet.
Als erste Frau wurde Mathilde Paravicini von der Universität Basel mit dem Titel einer Doktorin der Medizin ehrenhalber ausgezeichnet. Zum 50. Jahrestag der Mathilde-Paravicini-Strasse zeigt eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel zum Teil noch nie veröffentlichte Dokumente und Bilder aus dem Familienarchiv. Eine Vitrine enthält Exponate aus dem Archiv des SRK.
Universitätsbibliothek Basel, Schönbeinstrasse 18.20, 4056 Basel, Mo – Fr 8.00 – 22.30 Uhr, Sa 8.30 – 22.30 Uhr. Noch bis am 31. Mai 2014