Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/1761

Glion–Rochers-de-Naye
|Kürzel||GN|
|Bahntyp||Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1892-07-02|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1892 in Betrieb genommene GN war eine Aktiengesellschaft und erschloss von der nahe bei Montreux situierten Bahnstation Glion die rund 2000 Meter über Meer gelegenen Rochers-de-Naye. Fast die gesamte Strecke wurde mit Zahnstange (System Abt) befahren und erreichte eine Maximalsteigung von 220 Promille. Ausgehend vom Kurort Glion mit seinen vielen (Luxus-) Hotels säumten die Linie weitere Häuser allerersten Ranges, darunter etwa das 1902 bei der Zwischenstation Caux eröffnete Hotel «Caux-Palace» als damals grösste Hotelanlage der Schweiz. Die GN selbst besass auf dem Gipfel das «Grand-Hôtel des Rochers de Naye», das in der Statistik von 1920 einschliesslich der Nebengebäude mit einem Buchwert von 491'000 Franken erschien. Die Aufwendungen für diese Anlagen sind in der Bilanz der GN enthalten, nicht aber in den Baukosten.
1894 wandelte die GN schwebende Schulden in feste Anleihen um. Der Anteil der Fremdgelder am gesamten Anlagekapital war bei der GN ungewöhnlich hoch, was sich entsprechend auf die Zinslast auswirkte. Dennoch konnte sie vom Betriebsstart an bis 1913 fast durchgehend eine Dividende ausrichten, die im Spitzenjahr 1906 stolze 9 Prozent des Aktienkapitalwerts erreichte. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs war es jedoch wie bei praktisch allen touristischen Bahnen schlagartig vorbei mit den guten Zeiten. Der Personenverkehr als Hauptgeschäftszweig brach dramatisch ein. 1913 beförderte die GN über 127'000 Personen, 1915 waren es noch 26'000. Der Betrieb rutschte in die roten Zahlen. Trotz einem Personalabbau und der Verringerung des Transportangebots schnellten die schwebenden Schulden und die Passivsaldi in die Höhe. Es dürfte sich dabei primär um Zinsrückstände gehandelt haben. Bei einem Betriebsüberschuss von 4336 Franken hätte die GN im Jahr 1920 gesamthaft, also unter Berücksichtigung der schwebenden Schulden, Zinsen in der Höhe von über 153'000 Franken bezahlen müssen.
Die GN verkehrte zwischen Glion und Caux ganzjährig, zwischen Caux und Rochers-de-Naye von zirka April bis Ende September (Stand 1920). Die Elektrifikation der GN erfolgte erst 1938 (Gleichstrom).
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: