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Die Mutter als Hexe und der verwünschte Prinz
Der Sohn als Ersatzpartner: Unverdiente «Königswürde»
Die Anima wird als erstes durch die Mutter geprägt. Ist die Beziehung der Mutter zu ihrem Partner unerfüllt und steckt sie in einer negativen Dynamik der Macht, dann ist sie versucht, statt dessen von ihrem heranwachsenden Sohn männliche Energie zu nehmen. Dies kann sie, denn als Sohn ist er ja von ihr abhängig. In Märchen wird eine solche Mutter als «Hexe» bezeichnet, denn sie übt Macht durch «Magie» aus (indem sie unbewusste Strukturen zu ihren eigenen Gunsten manipuliert). Früh macht sie ihren Sohn zum Ersatzpartner und ihrem «König», der einmal den ungerechten König-Vater entthronen soll. Viel zu früh ist der Sohn damit mit Macht und Herrschaft konfrontiert und hält dies für die normale Art, in Beziehung zu treten.
Konsum und Geld als Ersatzmutter
Als ihr «König» ist er von seiner Mutter verzogen und verwöhnt worden. So hat sie ihn an sich gebunden und ihm die Überzeugung eingeimpft: «Niemand wird dich je so lieben wie ich. Niemand wird dir je geben können, was ich dir gegeben habe …» (nämlich ein Königreich für nichts).
Es stimmt: In der harten Realität wird er für nichts tatsächlich auch nichts bekommen. Das lernt er schnell. Darum strebt er nach Geld und Macht, um weiter nehmen und konsumieren zu können, um herrschen zu können und bedient zu werden, ohne etwas von sich geben zu müssen (sein Herz).
Der verwünschte Prinz als Biest
Was er nicht weiss, ist: Der Preis für seine vermeintliche «Königswürde» war unermesslich hoch: Die Mutter hat seine Seele, sein Herz für sich genommen. Er hat es «verloren» und findet sich stattdessen gefangen im Körper mit seinen Trieben, zum «Tier» gemacht.
Durch reine Liebe kann er wieder «erlöst» werden, wie im Märchen «Die Schöne und das Biest» zum Ausdruck kommt.
[Mehr s. Die negative Anima als Hure oder Schlange und Die Befreiung von der Mutter]