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Die neue Medelserhütte
Vorgeschichte und Bau.
Die Sektion Uto hatte im Winter 1906/1907 die Erstellung einer Clubhütte auf der Fuorcla de Lavaz beschlossen.
Bereits im Mai 1907 wurde ein Vertrag mit der Gemeinde Medels abgeschlossen, wonach diese den Hüttenplatz nebst Umgelände gratis an die Sektion Uto abtrat und sich ferner verpflichtete, das nötige Bauholz zum Bürgerpreise zur Verfügung zu stellen.
Die Projektarbeiten wurden sofort an die Hand genommen. Es sind drei Projekte ausgearbeitet worden, eines für eine zweistöckige Hütte, eines für einen Bau mit Untergeschoß und ein solches mit zwei Abteilungen nebeneinander angeordnet.
Die angefertigten Pläne wurden der Sektion in ihrer Versammlung vom 5. März 1909 in Projektionsbildern vorgeführt und die verschiedenen Vor- und Nachteile der drei Projekte nach allen Gesichtspunkten eingehend beleuchtet. Die Sektion beschloß dann die Ausführung der eingeschossigen Hütte mit den Abteilungen nebeneinander angelegt.
Es ist damit ein neuer Hüttentyp geschaffen worden, das System der Einheiten. Der Verfasser dieses Projektes wollte womöglich folgende Nachteile, welche den Hütten mit zwei Stockwerken anhaften, beseitigen:
1. Die Störung der bereits zur Ruhe gegangenen Touristen durch später ankommende Gäste.
2. Die gleichzeitige Benützung des Kochherdes durch mehrere Partien.
Die neue Hütte besteht aus zwei Einheiten; jede bietet bequem Platz für zehn Personen. Man betritt zuerst den Koch- und Aufenthaltsraum, der mit einem Kochherd System von Roll ausgerüstet ist und für zehn Personen Sitzgelegenheit aufweist. Davon vollständig abgeschlossen befindet sich der Schlafraum. In der größern Einheit ist ferner ein Damenschlafraum abgesondert. ( Vier Plätze. ) Die Kommunikation zwischen beiden Abteilungen wird durch eine Verbindungstüre vermittelt, um bei größeren Gesellschaften ( Clubtouren ) dem Gefühl der Zusammengehörigkeit keinen Abbruch zu tun.
Nach Anfertigung der definitiven Baupläne und Beschluß der Delegiertenversammlung vom November 1909 konnten die Bauarbeiten sofort vergeben werden. Im Winter 1909/1910 ist dann auf der Alp Plattas das nötige Bauholz gefällt, und in Curaglia sind die Schreiner und Glaserarbeiten angefertigt und letztere noch bis zur Alp Plattas hinauftransportiert worden. Die Bauarbeiten wurden im Frühjahr 1910 trotz der sehr schlechten Witterung rasch gefördert, so daß bereits Mitte Juli eine Einheit aufgerichtet war.
Bis Oberkante des Fußbodens sind die Wände aus Granitsteinmauerwerk erstellt, darüber aus Riegelfachwerk mit innerer und äußerer Bretterverschalung; außen sind die Wände außerdem mit Isolierfilzkarton und Schindelbelag abgedeckt. Das flache Dach ist mit Holzzementbelag versehen. Die Fenster und Vorfenster sind im unteren Drittel fest, damit das Öffnen der Fensterflügel auch bei „ gedecktem Tische " vorgenommen werden kann. Eine besondere Vorrichtung ermöglicht das bequeme Öffnen und Schließen der Fensterläden von innen.
Besonderes Gewicht legte man auf eine solide Verankerung; da, wo die Mutter-schrauben nicht in den gewachsenen Felsen eingelassen werden konnten, wurden sie im Fundamente mit Querstangen armiert, so daß daselbst die ganze Mauerlast auf der Verankerung ruht. Die Maurerarbeiten sind von Andreas Langini, Maurermeister in Disentis, die Zimmer-, Schreiner- und Glaserarbeiten, sowie der Transport von Gebrüder Lutz, Zimmermeister in Curaglia, ausgeführt worden. Die Schlosser-, Spengler- und Installationsarbeiten haben unsere Mitglieder H. Muhr und R. Sträßle in Zürich zum Selbstkostenpreise übernommen, das Inventar lieferte unser Mitglied J. Fritsch gratis.
Abrechnung.
Die Abrechnung zeigt folgende Summen:Voranschlag: Ausführung:
Fr.Fr.
I. Maurerarbeiten1,9001,750 II. Zimmerarbeiten4,5004,100 III. Schlosserarbeiten900700 IV. Spenglerarbeiten800750 V. Transportkosten4,2004,550 VI. Abort300200 VII. Inventar 1,0001,100 VIII. Erstellung von Wegen, Wegmarkierungen, Quellenfassung, Inspektionen, Hütten-Ein-weihung 1,4001,650 Total 15,00014,800 In den Ausführungskosten sind nicht inbegriffen die Kapitalzinsen, sowie die Kosten der Vorbereitungsarbeiten bis zum Abschlüsse des Vertrages mit der Gemeinde Curaglia, Nachnahmeporti und Drucksachen.
Für den Transport mußte bezahlt werden:Höhendifferenz per 100kg MeterFr 1. Von Disentis zum Hüttenplatz, 5 Wegstunden.. 1,393 21 2. Von Curaglia zum Hüttenplatz, 4 Wegstunden.. 1,208 18 3. Von der Alp Plattas zum Hüttenplatz, 1½ Wegstunden 744 12 Das Bauholz ist zu 650 kg, die Bretter zu 600 kg per m3 in Rechnung gebracht worden.
Bei diesen Ansätzen haben die Unternehmer dank guter Organisation einen ordentlichen Gewinn erzielt.
Der Volumeninhalt der Hütte beträgt 320 m3, somit die Kosten per m3 umbauten Raumes Fr. 46, oder per Benutzungseinheit 14,800: 20 = Fr. 740.
Einweihung.
Die Einweihung fand am 9. Oktober 1910 statt; Näheres siehe „ Alpina " vom 15. November 1910.
Das Bild der Hütte befindet sich im Clubhüttenalbum, dem auch die Baupläne als Beilage beigegeben sind.E. Rüegg ( Sektion Uto ).