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Salicineen
(Weidengewächse), dikotyle Pflanzenfamilie, in den meisten natürlichen Systemen zu den Amentaceen, von einigen Botanikern zur Ordnung der Guttiferen gerechnet, besteht aus Bäumen und Sträuchern mit wechselständigen, einfachen Blättern mit Nebenblättern und mit zweihäusigen, in Kätzchen stehenden Blüten. Die Kätzchen befinden sich endständig auf Seitenzweiglein, welche entweder nur den Blütenstand [* 2] oder auch noch Laubblätter tragen.
Die Deckblätter der Kätzchen sind schuppenförmig, häutig, stehen bleibend und haben in ihrer Achsel je eine Blüte, [* 3] welche bei den männlichen Kätzchen nur aus zwei, drei oder mehr Staubgefäßen besteht. Das Perigon fehlt oder wird vertreten durch eine hinter den Staubgefäßen befindliche Honigdrüse oder durch zwei solche vorn und hinten stehende Drüsen oder durch eine ring- oder beckenförmige Erweiterung des Blütenbodens. Die Blüten der weiblichen Kätzchen haben ebenfalls kein Perigon oder an dessen Stelle eine ähnliche Bildung wie die männlichen; das nackte Ovar wird von zwei Fruchtblättern zusammengesetzt, welche mit ihren Rändern verwachsen, ist einfächerig, endigt in zwei kurze, mehr oder weniger verwachsene Griffel mit zwei- oder dreilappigen Narben und enthält an zwei kurzen, in der Nähe des Grundes befindlichen, wandständigen Placenten zahlreiche aufsteigende, anatrope Samenknospen.
Die Frucht ist eine zweiklappige Kapsel, deren Klappen sich rückwärts schlagen und auf ihrer Mitte am Grunde die zahlreichen sehr kleinen, am Nabel mit langem Haarschopf versehenen Samen [* 4] tragen. Letztere sind ohne Endosperm, der Keimling ist gerade, die Kotyledonen sind flach-konvex, elliptisch, das Würzelchen ist sehr kurz, nach unten gekehrt. Zu den S. gehören nur die Gattungen Weide [* 5] (Salix) und Pappel (Populus), welche über 200 Arten umfassen.
Vgl. Andersen, Salicineae, in De Candolles »Prodromus«.
Bd. 16; Wimmer, Salices europeae (Bresl. 1866).
Die meisten sind in der gemäßigten und kalten Zone der nördlichen Halbkugel einheimisch und gehen in einigen kleinen, dicht am Boden kriechenden Arten bis in den höchsten Norden [* 6] und bis an die Schneegrenze der Alpen; [* 7] die Mehrzahl gehört den niedern Gegenden an, wo sie hauptsächlich in der Nähe der Gewässer, zum Teil auch als Kulturpflanzen vorkommen. Von beiden Gattungen sind auch zahlreiche fossile Überreste aus Kreide- und Tertiärschichten in Blätterabdrücken vorhanden. Anwendung macht man von Weidenzweigen zu Flechtarbeiten; das weiche Holz [* 8] hat wenig Wert.