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Das Gebiß aus verzinntem Eisen
[* 5] ist in der Mitte beweglich. Bei der Knebeltrense befinden sich Eisenstäbe (Knebel) zu beiden
Seiten des Gebisses, welche das Durchziehen des Gebisses durch das Maul verhindern sollen. Bei Wagenpferden sind die Fahrzügel
in die Enden der Trensenzügel eingeschnallt. Die Kandare
[* 6] besteht aus dem Hauptgestell, dem Gebiß und den
Zügeln. Das erstere ist ähnlich dem der Trense, häufig treten noch ein Nasen- und ein Kehlriemen hinzu, die sich aber auch
öfters bei den Trensen finden.
Das Gebiß oder die Stange besteht aus dem Mundstück mit der Zungenfreiheit und den Ballen, welche auf
den Kinnladen liegen, sowie den Balken oder Anzügen, in welche oben die Backenstücke eingeschnallt sind und die Kinnkette
angehakt ist; in die untern Enden sind die Zügel eingeschnallt. Die Kandare wirkt hebelartig; durch das Anziehen der Zügel dreht
sich das Gebiß um die Ballen, wobei diese auf die Backen einen Druck ausüben, sobald die Kinnkette in der
Kinnkettengrube anliegt.
Die Kandare wird sowohl Reit- als Wagenpferden angelegt, bei erstern zugleich mit der Unterlegtrense, weshalb häufig zum Einschnallen
des Kandaren- wie Trensengebisses ein gemeinschaftliches Hauptgestell dient. Ein Mittelding zwischen Kandare und Trense ist
das Pelham.
AlleZügel und Zäume außer denen von Trense und Kandare heißen Hilfszügel und finden meist
bei schwierigen Pferden Verwendung. Der Kappzaum ist eine Art Nasenband, welches durch ein Kopfstück in seiner Lage auf dem
Nasenbein oberhalb der Nüstern erhalten wird, und das auf seiner äußern FlächeRinge zum Einschnallen der Zügel trägt.
Der Kappzaum diente früher zur Dressur der Pferde,
[* 7] kommt jetzt aber nur noch bei der Longe in Anwendung.
Der Sprungzügel wird mit einem Ende unter dem Bauch
[* 8] in den Sattelgurt oder mit zwei Enden von der rechten und linken Seite
des Sattels, mit dem andern unter dem Kinn in den Nasenriemen eingeschnallt. Ebenso wird der Martingal mit
seinem einfachen Ende in den Bauchgurt geschnallt; das andre Ende ist gespalten und trägt an den Enden zwei Ringe, durch welche
die Zügel genommen werden, deren Wirkung so wagerecht nach hinten oder etwas nach unten gerichtet ist.
Vgl. Spohr, Die Zäumung
bei Reit- und Kutschpferden (Hannov. 1887).