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Mit der Integration von Intentia steigt Lawson in die kleine Liga der weltweit aktiven ERP-Hersteller auf.
Letzte Woche wurde die Übernahme des schwedischen ERP-Spezialisten Intentia (Movex) durch den US Software-Hersteller Lawson vollzogen. Über 97 Prozent der Intentia-Aktionäre haben das Angebot von Lawson akzeptiert – die wechselhafte Geschichte von Intentia
ist damit beendet.
Mit einem Jahresumsatz von 750 Millionen Dollar und 3'600 Mitarbeitenden gehört der US-schwedische ERP-Konzern Lawson nun neben SAP, Oracle, Microsoft und der Infor-Gruppe (ehemals Agilisys) zur Liga der Top-5 der weltweit aktiven ERP-Hersteller.
Aus Movex wird "M3"
Die Übernahme von Intentia durch Lawson macht - zumindest aus der Vogelperspektive des Journalisten - durchaus Sinn. So gibt es geografisch wenig Überschneidungen: Lawson war in den USA stark, während Intentia in Europa verankert ist. Die "neue" Lawson macht nun je 45 Prozent des Umsatzes in Nordamerika und Europa und etwas 10 % im Asien-Pazifik-Raum. Auch von den Produkten her ergänzen sich die zwei Firmen während die technologische Grundlage der ERP-Pakete mit Java bei beiden die gleiche ist.
Die Intentia-Software 'Movex' wird neu als "M3" (Make, Move, Maintain) vermarktet. Die (ehemals schwedische) ERP-Lösung mit Branchenausprägungen für die Textilindustrie, Nahrungsmittel, Grosshandel und anlageintensive Branchen soll unter dem Lawson-Brand nun auch vermehrt in den USA vermarktet werden.
Die "alten" Lawson-Lösungen werden neu als "S3" (Staff, Source, Serve) mit Branchenausprägungen für das Gesundheitswesen, Einzelhandel, Behörden, Erziehungswesen, Banken und Versicherungen vermarktet. Lawson wird versuchen, vor allem die US HR-Lösungen auch in Europa zu verkaufen und eine neue Asset-Management-Suite zu bauen, die sich sowohl für die Verwaltung von technischen Ausstattungen (z.B. im Gesundheitswesen) wie auch für das Personalwesen eignet.
Zeichen der lange angekündigten Konsolidierung
Während der weltweite ERP-Markt im KMU-Umfeld noch immer stark zersplittert ist
, zeichnet sich nun auch bei der Software für mittelgrosse Unternehmen der lange angekündigte Konzentrationsprozess ab. Neben vielen lokalen Playern schälen sich fünf Firmen und Firmengruppen heraus, die ihre Lösungen weltweit vermarkten: SAP (viele eigene und Partner-Branchenausprägungen), Oracle (mit Oracle E-Business Suite, Peoplesoft, J.D. Edwards und Siebel), Microsoft (Great Plains, Axapta, Navision), Infor und eben Lawson.
Während SAP, Oracle und Microsoft praktisch alle Industrien bedienen wollen, fokussieren Lawson und vor allem die Infor-Gruppe auf genau definierte vertikale Märkte. Infor bedient mit buchstäblich Dutzenden von zusammengekauften Lösungen (z.B. Infor, Brain, …) die Automobilindustrie, die diskrete Industrie, den Grosshandel und die Prozessindustrie. (Christoph Hugenschmidt)