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Acht von zehn Brasilianern glauben, dass die Korruption in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen hat wie aus der Studie “Global Curruption Barometer, People and Corruption: Latin America and the Caribbean“ der Transparency International hervorgeht. Im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern sieht es in Brasilien allerdings besser aus, was die Korruption betrifft.
Abgesehen von den imensen Problemmen der Korruption im politischen System, bei den öffentlichen Ausschreibungen und Verträgen und den Großunternehmen ist sie im Alltag der Brasilianer weniger vertreten, als das bei den Nachbarländern der Fall ist.
Nur elf Prozent der Befragten gaben an, dass sie selbst bereits Bestechungsgelder an Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Polizei gezahlt haben. In den meisten anderen lateinamerikanischen Ländern liegen die Zahlen höher.
Allerdings verweisen Experten Brasiliens darauf, dass das Erkaufen von Vorteilen oder Leistungen auf unteren Ebenen von der Bevölkerung oft gar nicht als Bestechung wahrgenommen wir. Das zeigt sich auch bei den Lava-Jato-Prozessen, bei denen die Angeklagten kaum das Wort Schmiergeld verwenden, sondern lediglich von Zahlungen sprechen.
Dennoch scheint sich in Brasilien einiges zu tun. 81 Prozent der Befragten haben der Affirmation zugestimmt, dass sie im Falle einer Beobachtung von Bestechungsaktionen dies zur Anzeige bringen würden.
Lediglich in Uruguay (83 Prozent) und Costa Rica (82 Prozent) lag die Zahl noch höher. Als positiv wird ebenso bewertet, dass 83 Prozent angaben, dass ein gewöhnlicher Bürger beim Kampf gegen die Korruption eine Differenz machen kann.
Die höchste Prozentzahl unter den lateinamerikanischen Ländern und der Karibik erreicht Brasilien auch beim Einsatz gegen die Bestechung. 71 Prozent der Befragten würden einen ganzen Tag vor Gericht verbringen, um gegen die Korruption vorzugehen. Keine guten Noten bekommt hingegen die aktuelle Regierung. 56 Prozent glauben, dass sie nicht viel gegen die Korruption unternimmt.
Befragt wurden von Transparency International über 22.000 Menschen in 20 Ländern Lateinamerikas und der Karibik.