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Alles begann mit Kaffee: Anfang der 90er Jahre sank der Weltmarktpreis für Kaffee so stark, dass viele Kleinbauernfamilien in Not kamen. Um die Schweizer Kaffeekonsumentinnen und -konsumenten für die Situation dieser Familien zu sensibilisieren, lancierten die sechs grossen Schweizer Hilfswerke Caritas, Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas und HEKS zusammen mit der heutigen claro fair trade AG und der Weltladenbewegung die Kampagne «sauberer Kaffee». Damit die Schweizerinnen und Schweizer auch wirklich «sauberen Kaffee» in den konnten, sollte in der Schweiz ein Label für fair gehandleten Kaffee eingeführt werden. So gründeten die Hilfswerke am 14. Februar 1992 die Stiftung Max Havelaar nach dem Vorbild der holländischen Max-Havelaar-Stiftung. Bereits im April standen die ersten Fairtrade-Kaffeepackungen in den Schweizer Läden. Der Kaffee war ein riesiger Erfolg, und so folgten Honig, Schokolade, Bananen, aber auch Non-Food-Artikel wie Rosen oder Baumwolle.
Heute gibt es über 2800 Produkte mit dem schwarz-blau-grünen Max Havelaar-Fairtrade-Gütesiegel. Mit einem Durchschnittseinkauf von 75 Franken sind die Schweizerinnen und Schweizer Weltmeister im Konsum von Fairtrade-Produkten. Davon profitieren beispielsweise Kaffeebäuerinnen wie Luz Emilia Rojas Sanchez. Die Fairtrade-Prämie trägt zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen bei. «Viele Frauen tragen als Kleinunternehmerinnen die Verantwortung für ihre Kaffeekulturen. Der Anbau demokratisiert sich und wird partizipativer», sagt die Kolumbianerin stolz. Max Havelaar Fairtrade spielt dabei eine entscheidende Rolle.