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Von der Milchwirtschaft zum Ackerbau
In der Zeit der Übernahme des Sentenhofes durch Ludwig Brunner und Xaver Ineichen plagte eine Hungersnot die Bevölkerung und die Kartoffeln waren von der Krautfäule (Phytophtora) befallen. Die beiden Landwirte nutzten die Gunst der momentanen Situation und pflügten mit den Stieren sämtliche Weidewiesen um und pt1anzten Weizen, der damals für 60 Franken pro Doppelzentner gehandelt wurde. In den folgenden Jahren wurde rege gebaut auf dem Senten: ein Pferdesta1ll11it 12 Einstellplätzen, die Getreidescheune, die Viehscheune im Wiedental und die Weidscheune in der Firstmatte. Im Jahre 1866 liess sich Ludwig Brunner auszahlen und überliess den stattlichen Sentenhof seinem Schwager Xaver Ineichen. Bereits vier Jahre später starb Xaver Ineichen 52-jährig. Der älteste Sohn, der 20-jährige Ludwig, übernahm mit seiner Mutter Anna Maria Barbara die Führung des Sentenhofes. Später führte Ludwig Ineichen-Beck das Gut zusammen mit seinem Bruder Josef Ineichen-Roth weiter. Am 17. April 1904 erfolgte der Auskauf von Ludwig Ineichen durch seinen Bruder Josef Ineichen. Ludwig zog mit seiner Familie in das von ihm gekaufte Gut in der Langenmatt, das an die Güter vom Sentenhof grenzte. Ludwig Ineichen ist der Grossvater von Armin Ineichen. In den Jahren 1918/19 konnte die Langmattweid gegen das Gelände südlich der vorderen
Kreuzweid mit Ludwig Ineichen und Josef Etterlin, Langenmatt, eingetauscht werden. Gleichzeitig wurde die Südgrenze von Egli und Langmattweid gerade gezogen. Der eingetauschte Boden lag bedeutend näher bei den Wirtschaftsgebäuden des Sentenhofes.
Am 20. Februar 1865 verkaufte L. Strebel aus Buttwil seine in Friedlisberg besitzenden Gebäulichkeiten und die dazu gehörenden Liegenschaften mit 107 Jucharten Land und 50 Jucharten Wald für 30610 Franken und 75 Batzen an Xaver Ineichen vom Sentenhof. Im Juni des gleichen Jahres war Xaver Ineichen auf dem Friedlisberg wieder auf Einkaufstour; von einem gewissen Muntwiler erwarb er ein Wohnhaus mit Scheune, Speicher, Wäschehaus, Baumgarten und Krautgarten für 28 000 Franken. Das Land von Friedlisberg lag zum grössten Teil im Gebiet des heutigen Waffenplatzes Reppischtal. Nach dem Tod von Vater Xaver Ineichen zahlte Xaver Ineichen-Brem im Jahre 1875 seine Geschwister Ludwig Ineichen-Beck, Marie-Anna (verheiratet mit dem Bünzer Rütihofbauer Heinrich Abt) und Josef Ineichen-Roth für 76000 Franken und 80 Batzen aus und übernahm in Friedlisberg alle Liegenschaften und alle Schulden. Nach einigen Jahren konnte das Gut wegen finanzieller Notlage nicht mehr gehalten werden und wurde wiederum vom Sentenhof übernommen. Xaver Ineichen war danach noch einige Jahre Verwalter auf dem Sonnenhof in Friedlisberg. Mit der Übernahme des Sentenhofes wurde Franz Ineichen auch Besitzer des Bauerngutes auf Friedlisberg. Am I. April 1919 ging der Sonnenhof an die Firma Kraft & Cie. in Brugg.
Nach dem frühen Tod seines Vaters Josef Ineichen-Roth im Jahre 1907 musste der 20-jährige Franz das Studium abbrechen und zusammen mit seinem Bruder Hans den Betrieb übernehmen. Acht Jahre arbeiteten die Gebrüder Ineichen zusammen auf dem Sentenhof. Auf den 1. März 1920 wurde Hans Ineichen-Herzog um eine Summe von 120000 Franken ausgekauft; er konnte damit den Hülsenhof in Emmen erwerben, den er bis zur Aufgabe der Landwirtschaft bewirtschaftete. Das Gut wurde dann in den Militärflugplatz eingeschlossen. Der zweite Bruder Max Ineichen-Bühler war Maschinen-Ingenieur und die Schwester Ruth heiratete einen gewissen Alfred Glaser, ein entfernter Verwandter der bekannten Schauspielerin Stefanie Glaser. Franz Ineichen war mit Sophie Huber aus Besenbüren verheiratet. Obwohl der Viehbestand immer zwischen 50 und 80 Tieren pendelte, wurde die Käserei aus wirtschaftlichen Gründen schon bald nach der Übernahme des Betriebes im Jahre 1912 aufgegeben. Die Milch wurde nun an einen Milchhändler nach Aarau verkauft, weil die Käserei Muli die grosse Milchmenge ohne Umbau nicht zu verarbeiten vermochte. Damit die zunehmenden Gerätschaften auf dem Sentenhof selber repariert werden konnten, entstanden im Käsereigebäude eine Wagnerei und eine Schmitte; es konnten nun zusätzlich ein Wagner und ein Schmied beschäftigt werden. In den folgenden Jahren wurde ein rund fünf Kilometer langes Bodenleitungsnetz für die Verteilung der Jauche realisiert, welches noch heute seinen Dienst versieht.
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