Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/1799

Paraquat und andere Pestizide mit akut toxischer Wirkung werden immer wieder als Mittel zum Selbstmord missbraucht.
Eine wissenschaftliche Studie hat mithilfe von Erhebungen aus zahlreichen Ländern abgeschätzt, dass jährlich 233‘997 – 325‘907 Menschen durch die absichtliche Einnahme von Pestiziden sterben. Dies macht knapp ein Drittel aller weltweiten suizidbedingten Todesfälle aus. Das Trinken von hochgiftigen Pestiziden ist somit die am häufigsten angewandte Methode, um Selbstmord zu begehen. Während in Europa und Nordamerika Selbstmorde mit Pestiziden relativ selten sind, sind vor allem Länder in Asien, bedeutend stärker von dieser Problematik betroffen.
Paraquat ist eines der am häufigsten zum Suizid verwendeten Pestizide, denn es wirkt akut toxisch. Ein Gegenmittel existiert nicht. Ein Schluck des Herbizids reicht meist aus für eine tödliche Wirkung. Die Sterblichkeitsrate bei Paraquat-Suizidversuchen ist vergleichsweise hoch und liegt bei 42 bis 80% (verschiedene Studien, die dies belegen finden Sie hier, hier, hier und hier). Die Anzahl von Selbstmorden mit Paraquat werden wird weltweit auf mehrere Zehntausend pro Jahr geschätzt (Dawson and Buckley 2007). Als wirksames Mittel zur Prävention von Pestizid-Suiziden hat sich einzig ein Verbot bzw. eine drastische Einschränkung der Verfügbarkeit bewährt. Entsprechende gesetzliche Regulierungen für Paraquat werden dementsprechend von zahlreichen Ärztinnen und Wissenschaftlern stark betroffener Länder gefordert (Studien hier und hier).