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Das Jahr ist vorbei, George W. Bush bleibt – jedoch nur noch bis zum 20. Januar 2009, dann ist nämlich die Amtseinführung und Vereidigung des neuen US-Präsidenten Barack Obama. Zeit, einige statistische Daten über den scheidenden Präsidenten aufzulisten.
George W. Bush hatte bereits vor seiner Wahl starke Partner im Hintergrund. Für seinen Wahlkampf im Jahre 2000 konnte er auf die Business-Jets von Enron und Halliburten zurückgreifen und zahlte dafür 15.400 US-Dollar. Nach der Wahl waren unter den 189 ernannten Berater George W. Bushs 98 Lobbyisten der Industrie und 42 waren bereits Berater seines Vaters George H. W. Bush. Auch die Mitarbeiter von George W. Bush waren fleissig. Condoleezza Rice beispielsweise arbeitete von 1991 bis 2001 als Direktorin bei Chevron. Sie wurde am 22.01.01 Nationale Sicherheitsberaterin der Vereinigten Staaten. Daraufhin benannte Chevron einen ca. 135 Millionen Liter fassender Supertanker nach ihrem Namen. Nach einigen Kontroversen wurde der Tanker jedoch Ende April 2001 auf den Namen “Altair Voyager” umbenannt.
Der Vizepräsident Dick Cheney war zwischen 1995-2000 Aufsichtsratsvorsitzender und CEO von Halliburton, er profitierte aber auch nach 2000 davon:
Mr. Cheney’s financial disclosure statements from 2001, 2002 and 2003 show that since becoming vice president-elect, he has received $1,997,525 from the company: $1,451,398 in a bonus deferred from 1999, the rest in deferred salary. He also holds options to buy Halliburton stock. […] Halliburton, basically an oil services and engineering company, won a large contract in competitive bidding in 2001 to provide food, housing, fuel and other logistical support for troops in the Middle East. That contract has so far been worth about $5 billion. […]
In March 2003, Kellogg Brown & Root, Halliburton’s construction and engineering subsidiary, received from the Pentagon what is called a sole-source contract, meaning it was awarded without bidding, to restore and operate Iraqi oil wells. The contract, which was classified when it was awarded just before the invasion of Iraq, could be worth as much as $7 billion. — David E. Rosenbaum, “A Closer Look at Cheney and Halliburton“, The New York Times, 28.09.2004.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Cheney’s Energie Task Force die irakischen Öl-Ressourcen bereits 6 Monate vor dem 9/11 untersuchte.
Nach dem 9/11 wurde in den USA die gesetzliche Grundlage zu einer stärkeren Verfolgung des Terrorismus geschaffen. Am 25. Oktober 2001 verabschiedete der Kongress den USA PATRIOT Act und bereits am 13. November 2001 erliess der George W. Bush eine Anordnung zur Verschärfung des PATRIOT Act. Damit ermöglichte er, dass Terrorverdächtige ohne US-Staatsbürgerschaft unbeschränkte in Haft zu nehmen. Der rechtliche Status dieser Individuen wird so ausgelöscht und gleichzeitig ein Wesen hervorgebracht, das juristisch weder eingeordnet noch benannt werden kann. Diese Anordnung schuf schlussendlich die rechtliche Grundlage für Guantanamo. (Quelle: ORF). Am 26. Januar 2004 erklärte ein Bundesrichter zum ersten Mal Teile des Gesetzes für verfassungswidrig. Die American Civil Liberties Union (ACLU) geht davon aus, dass mit dem PATRIOT Act gegen ca. 50% des Inhaltes der Bill of Rights verstossen wird. Damit wird der allgemeinen Paranoia Vorschub geleistet – bereits im Herbst 2001 erhielt das FBI von mindestens 20 Einwohnern Utahs die Meldung, sie hätten Bin Laden gesichtet. Den Flugpassagieren wurden innerhalb der USA seit Januar 2001 insgesamt 105,075 Cutter abgenommen. Im Jahre 2006 ermittelte eine Gallup-Umfrage, dass 39% der US-Amerikaner eine Einführung eines Personalausweis für Muslime begrüssen würden.
Am 20. März 2003 begann der Irakkrieg und bereits am darauf folgenden Tag wollte Sony den Markennahmen “Shock & Awe” schützen (Quelle: Julia Day, “Sony to cash in on Iraq with ‘shock and awe’ game“, Guardian, 10.04.2003). 25 Tage später liess Sony dieses Anliegen jedoch wieder fallen. 2006 war die Wahrscheinlichkeit, dass ein irakischen Bürger stirbt um den Faktor 3,6 höher, als in den letzten Jahren der Herrschaft Saddam Husseins – Gewalteinwirkung als Todesursache nahm sogar um den Faktor 120 zu. Statistisch hatte einer von sechs irakischen Bürger die Möglichkeit aus dem Irak zu fliehen. Auf Grund der Gewalt hatten 2007 3/4 der Einwohner Baghdads verwundete oder getötete Familienmitglieder oder Freunde zu beklagen. Aber auch auf der Seite der US-Streitkräfte waren negative Effekte des Krieges zu erkennen: 35% der Irak- und Afghanistan-Veteranen beantragten wegen einer Behinderung beim Kriegsveteranenministerium der Vereinigten Staaten eine Unterstützung – 452.677 Gesuche wurden jedoch abgelehnt. Die Strapazen gingen auch an George W. Bush nicht spurlos vorüber. Zur Erholung verbrachte er nach Angaben des CBS White House Correspondent Mark Knoller 1/3 seiner Zeit als US-amerikanischer Präsident auf dem Weg in die Ferien oder in den Ferien selber. Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz schätzt, dass die achtjährige Bush-Ära die USA rund 10.3<ip-pii> US-Dollar gekostet hat.
Hauptquelle
Die statistischen Daten stammen aus: Harper’s Magazine, “Harper’s Index“, Januar 2009.