Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03286.jsonl.gz/586

An der Vertragsparteienkonferenz 2022 in Genf (COP 10) diesen Juni fordert Solidar Suisse eine Verbesserung der Rotterdam-Konvention. Im Fokus: Asbest.
Seite an Seite mit verschiedensten Partner-Organisationen kämpft Solidar Suisse seit Jahren für die Regulierung des Handels mit gefährlichen Chemikalien und Pestiziden. Insbesondere fordern wir ein weltweites Verbot von Asbest. Mit der Rotterdam Convention existiert im Grunde ein zentrales internationales Übereinkommen, welches diesem Ziel dienlich wäre. Es spricht zwar keine Verbote gefährlicher Substanzen aus, aber sieht vor, dass Exporteure die Empfänger über bestimmte gefährliche Chemikalien und Pestizide in Kenntnis setzen müssen. Dieser Mechanismus, genannt «Vorherige Zustimmung nach Innkenntnissetzung» («Prior Informed Consent», PIC), verbietet Lieferungen entgegen dem Willen des Einfuhrlandes.
Abkommen mit Konstruktionsfehler
Die Absicht des völkerrechtlich verbindlichen Abkommens ist es, Umwelt- und Gesundheitsrisiken, welche durch bestimmte gefährliche Chemikalien, wie eben z.B. Asbest, entstehen, zu begrenzen. Schon 2006 hatte der zuständige wissenschaftliche Ausschuss die Aufnahme von Chrysotil-Asbest in die Konvention empfohlen. Leider hat die Rottedam Convention aber einen fatalen Konstruktionsfehler: Für die Aufnahme einer gefährlichen Substanz braucht es einen einstimmigen Entscheid aller Vertragsparteien. So kommt es, dass eine kleine Gruppe von Ländern, angeführt von Russland, an jeder Vertragsparteien-Konferenz (COP) die Aufnahme von Chrysotil-Asbest (Weissasbest) und vier weiterer Substanzen blockiert. Schlimmer noch: Die Asbest-Lobby nutzt die Tatsache, dass Asbest nicht vom Übereinkommen erfasst ist, als «Verkaufsargument». In Asien und anderen Weltregionen werben sie für ihr tödliches Produkt.
Mit fatalen Folgen: Jedes Jahr sterben Schätzungen zufolge über 200’000 Menschen an asbestbedingten Erkrankungen. Damit ist Asbest die weltweit am weitesten verbreitete berufsbedingte Todesursache. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an Asbest als in Kriegen und in bewaffneten Konflikten.
Wir fordern: Giftige Substanzen müssen deklariert werden
Dieses Jahr findet in Genf vom 6. bis 17. Juni die zehnte Vertragsparteienkonferenz (COP 10) statt. Auch Solidar Suisse ist präsent. Zusammen mit anderen Organisationen nutzen wir diese Plattform, um unsere Forderungen an die verantwortlichen Parteien zu stellen:
Sämtliche Substanzen, die vom zuständigen wissenschaftlichen Ausschuss (Chemical Review Committee) als gefährlich eingestuft werden, sollen im Anhang III der Rotterdam Konvention aufgenommen werden.
Die Anstrengungen, die Effektivität dieser wichtigen Konvention zu verbessern, müssen verstärkt werden.
Das Informationsrecht sämtlicher beteiligter Vertragsparteien muss in die Konvention aufgenommen werden. Die Empfehlungen des wissenschaftlichen Ausschusses müssen respektiert werden.
Wir haben es hier mit einer tickenden Zeitbombe zu tun. Jegliches Zuwarten führt zu unsäglichem Leid, das mit wenig Aufwand vermeidbar wäre.
Wir fordern: Sämtliche gefährliche Chemikalien und Pestizide müssen in der Rotterdam Konvention gelistet werden!
Im Fokus: Forderung nach weltweitem Verbot
Lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe unseres Magazins Solidarität alles zum Thema Asbest und erfahren Sie, weshalb das Baumaterial tötet und weltweit verboten gehört. Lesen Sie auch unseren offenen Brief an die Delegierten der 10. COP der Rotterdamer Konvention.
Jedes Jahr sterben weltweit über 220‘000 Menschen an den Folgen von Asbest. In Partnerschaft mit einem globalen Netzwerk von Aktivist*innen und Gewerkschaften kämpft Solidar Suisse für ein weltweites Asbestverbot.