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Im Jahre 1880 wurde der See um 20 Zentimeter abgesenkt. Dabei handelte es sich nur um eine kleine Absenkung und war daher für den See nicht von grosser Bedeutung. Der Seespiegel wurde abgesenkt, um Landwirtschaftsland zu gewinnen und den Torfabbau zu fördern. Torf benutzten die Leute damals als guten und billigen Brennstoff zum Feuern. Infolge der Absenkung und Nutzung von Torf verkleinerten sich die Moore.
Arbeiter beim Torfabbau, Bild aus Privatsammlung von Hans Luterbacher
In den Jahren 1939 bis 1945 beherrrschte der Zweite Weltkrieg ganz Europa. Obwohl sich die Schweiz während des Krieges neutral verhalten hatte, stieg die Angst auch in der Schweiz. die Nahrungsmittel wurden knapp und es gab Versorgungsschwierigkeiten. In dieser Zeit veröffentlichte der Bundesbeamte und spätere Bundesrat Friedrich Traugott Wahlen seinen 1937 ausgearbeiteten "Plan Wahlen", auch Anbauschlacht genannt. Der Plan war ein Programm zur Förderung des schweizerischen Lebensmittelanbaus.
Durch die Erhöhung der Eigenproduktion, der Reduzierung der Viehzucht, die gleichzeitige Ausweitung des Ackerbaus und die Rationierung sollte die Selbstversorgung in der Schweiz gesichert werden.
Überall wo es möglich war, wurden nun Nahrungsmittel, vor allem Kartoffeln angepflanzt. Um dies im Sumpfgebiet rund um den See zu ermöglichen, wurde der See im Jahre 1943 um zwei Meter abgesenkt. Um dies zu erreichen, musste ein neuer, künstlicher Abfluss, der Seebach gebaut werden.
Dadurch konnten rund 50 Hektaren Ackerland gewonnen werden.
Mit dieser Absenkung wurde ein grosses Moorgebiet zerstört. Durch den tieferen Grundwasserspiegel gelangte Sauerstoff in den Moorboden und setzte durch die Mineralisierung grosse Mengen an Nährstoffen frei. Diese gelangten zusammen mit dem Dünger aus der umliegendenden Landwirtschaft durch Bäche und Drainagen in den See und lösten eine massive Überdüngung aus.
In den 1970er Jahre hatte der See Mühe und war in einer schlechten Verfassung. Das Wasser war stark mit mineralischen Nährstoffen angereichert, welche ihm durch die Zuflüsse zugeführt wurden. In den obersten Partien die unter dem Einfluss des Sonnenlichts stehen, entstand eine starke Wasserpflanzenvegetation, vor allem Algen und Kleinlebewesen.
Die abgestorbenen Pflanzen sanken zu Boden, zersetzten sich und verringerten den Sauerstoff. Das Wasser in den tiefen Schichten verlor dadurch immer mehr an Sauerstoff ohnen diesen ist dort kein Leben mehr möglich.
Damals bestand jeden Sommer die Gefahr eines Fischsterbens.
Um die Verschlechterung aufzuhalten wurde von Dezember 1976 bis April 1977 eine Kunststoffleitung, die Heberleitung, von 280 Meter Länge und 35 Zentimeter Durchmesser vom
Seegrund bis zum Abfluss gebaut. Das sauerstoffarme Wasser und die giftigen Rückstände werden seither abgeleitet. Zum Seebach hin wurde ein Auslaufbauwerk gebaut, der Bach gestaut und so ein sicherer Abfluss angelegt. Mit dem Schieber wird der Seespiegel auf 464,85 Meter über Meer reguliert.
Das Prinzip der Heberleitung ist ganz einfach. Es braucht weder eine Pumpe noch irgendeinen Motor der das Wasser aus dem See pumpt. Benötigt wird nur eine Leitung, einen Bach und eine Schleuse, welche die beiden Gewässer trennt. Solange der Wasserspiegel höher als die Sohle des Bachs ist, fliesst das Wasser selbstständig ab.
(Quelle: Textauszug Maturaarbeit Sina Grossenbacher, 2012)
Heberleitung:Skizze aus Sammlung von Hans Luterbacher
Heberleitung beim Seebach