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Wie wird heute Milch produziert?
Kein Bauer kann Milch produzieren. Dies übernimmt noch immer die Milchkuh für ihn. Doch auch wenn die Kühe als Milchmaschinen genutzt werden, so sind auch die Rinder fühlende Mitgeschöpfe.
Hier eine kurze Übersicht, was eine heutige übliche Milchkuh durchstehen muss, damit der Bauer ihre Milch bekommt, um sie verkaufen zu können:
Künstliche Besamung
Der Sex wurde in der Rinderzucht längst abgeschafft. Die Stiere werden zur Samengewinnung in speziellen Einrichtungen gehalten.
Der Milchbauer wählt aus einem Katalog das passende Sperma für seine Kühe aus und lässt dieses von einem Tierarzt in die Kuh einspritzen. [künstliche Besamung]...
Da auch eine Milchkuh erst Milch gibt, wenn sie zuvor ein Kalb zur Welt gebracht hat, werden die Kühe so früh als möglich besamt. Dies wird dann jährlich wiederholt, um die Milchleistung immer auf dem Maximum zu halten.
Laktation und Trächtigkeit gleichzeitig (gleichzeitige Stillzeit und Schwangerschaft)
Um den Milchfluss immer auf dem Optimum zu halten, wird die Milchkuh künstlich besamt, noch während sie gemolken wird. Das heisst, sie wird monatelang weiter täglich gemolken, während das nächste Kalb in ihr schon heranwächst.
Für den Konsumenten bedeutet dies, dass er eine Mixtur an Hormonen erhält, da die Milch gleichzeitig die Schwangerschafts- und Stillhormone enthält.
Trockenstellen
Kurz bevor das nächste Kalb auf die Welt kommt, wird die Milchkuh künstlich «trockengestellt», da es sonst selbst für den Hochleistungsorganismus einer heutigen Milchkuh eine zu grosse Belastung wäre.
Ein langsames, natürliches Reduzieren des Milchflusses («Abstillen») wäre zu teuer. Deshalb wird künstlich nachgeholfen (meist mit Antibiotika).
Geburt
Die Mutter-Kind-Beziehung ist bei Rindern besonders stark. Deshalb werden die Kälber fast unmittelbar nach der Geburt von ihren Müttern getrennt. So versucht man, diese Bindung möglichst zu verhindern.
Dennoch ist es für die Mutterkuh und für das Kalb immer ein grosser Stress.
Das Kalb darf meist nie Milch von seiner Mutter trinken, da diese für den menschlichen Konsum vorbehalten ist.
Antibiotikaeinsatz bei Kälbern
Die Kälber werden heute so ungesund gehalten, dass praktisch alle mit Antibiotika behandelt werden müssen. 2010 verabreichten Schweizer Bauern ihren Tieren 57 000 Kilogramm Antibiotika. [Schweizer Fernsehen: Der ganz normale Antibiotika-Wahnsinn in Schweizer Ställen(nicht mehr link) und Vegi-Info: 90% der Schweizer Kälber erhalten Antibiotika] nicht mehr auf swissveg.ch
Enthornen
Durch die enge Stallhaltung ist es heute üblich, den Kälbern die empfindlichen Hörner auszubrennen. Dies verursacht lang anhaltende Schmerzen.
Weitere Infos dazu bei KAGfreiland.
Euterentzündungen
Durch die sehr hohe Milchleistung erkranken immer mehr Milchkühe an schmerzhafter Euterentzündung (Mastitis). Dies gilt sowohl für konventionell gehaltene als auch für sogenannte «Biokühe», da in beiden Systemen die Milchleistung optimiert werden muss. [Vegi-Info: Biokühe gleich krank wie die konventionellen]
Schlachtung
Schon nach wenigen Jahren geben die Kühe nicht mehr so viel Milch wie gewünscht und werden deshalb getötet. Eine Milchkuh könnte natürlicherweise über 20 Jahre alt werden. Doch dies rentiert in der Milchwirtschaft nicht.