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Lawinen, reissende Bäche und Bergstürze
Naturgewalten sind ein ständiger Begleiter der Visp-Zermatt-Bahn. Grössere und kleinere Betriebsunterbrüche fanden in regelmässigen Abständen statt. Doch das gravierendste Naturereignis in der Geschichte der Bahn bleibt der Bergsturz von Randa.
Seit über 125 Jahren schlängelt sich die Visp-Zermatt-Bahn beziehungsweise heute die Matterhorn Gotthard Bahn durch das zerklüftete Visper- und Mattertal hinauf nach Zermatt. Immer wieder musste der Betrieb unterbrochen werden, weil die raue Natur Schäden verursachte. Das verheerendste Unglück geschah im Jahr 1991, genau 100 Jahre nach der Inbetriebnahme der Bahn. Frühmorgens, am 18. April lösten sich riesige Felsmassen und verschütteten die Vispa, Teile des Weilers Lerch und rund 100 Meter des Bahntrassees. Nur drei Wochen später verschüttete ein erneuter Bergsturz weitere 250 Meter der Bahn sowie die Strasse. Das gestaute Wasser der Vispa überschwemmte schliesslich auch den Bahnhof. Sofort wurde eine neue Streckenführung geplant und das neue, insgesamt 2860 m lange Bahntrassee konnte am 1. August 1991 eröffnet werden. Ein schweres Gewitter führte am 8. August jedoch erneut zur Verstopfung des neu ausgehobenen Flussbettes der Vispa. Der Bahnhof wurde innerhalb einer Woche zum zweiten Mal überschwemmt. Am 10. August konnte der Bahnbetrieb definitiv wieder aufgenommen werden.
Bereits rund 100 Jahre früher, 1892, kam es aufgrund von Wildwasser zum ersten Streckenunterbruch bei den Schnellen der Kipfenschlucht. Darauffolgten immer wieder Unwetter, Schneeschmelzen, Murgänge und Lawinenniedergänge, die zu Hochwasser, Unterbrüchen und Störungen führten. Bevor die Bahn im Jahr 1934 definitiv den Ganzjahresbetrieb aufnahm, wurde viel Geld in Galerien und Tunnel, Umfahrungen, neue Brücken und Lawinenverbauungen investiert. Oberhalb von St. Niklaus wurden in diesem Zusammenhang sogar 120 000 Bäume gepflanzt.
Die Sicherheit und der Schutz der Bahnstrecke blieben natürlich auch in den Folgejahren immer ein wichtiges Thema. Wissenschaftler bewachen die Berge mit den neusten technologischen Mitteln. Heute sichert ein ausgeklügeltes und weit verzweigtes Netzwerk von Sensoren, Lasern und Frühwarnsystemen die Talschaften. Zahlreiche Organisationen arbeiten dabei Hand in Hand, rund um die Uhr: die Bahn, Fachkräfte des Kantons Wallis und der Gemeinden. Denn es bleibt eine Tatsache: Im hochalpinen Raum ist die Natur unberechenbar. fern durfte.
Mit einer Funkfernsteuerung ausgestattet kann sie im Winter auch die Schneeschleuder schieben. Für den Fall eines kompletten Fahrleitungsausfalls der normalerweise mit 11 kVAC (Kilovolt Wechselspannung) betriebenen Linie könnte die Lokomotive auch einen Fahrgast-Notbetrieb mit Personenwagen aufrechterhalten. Sie befördert auf der 125 ‰ steilen Strecke maximal 50 Tonnen Anhängelast. Die Bremsausrüstung entspricht den Schweizer Vorschriften für Zahnradbahnen.