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Intensiver Dauerregen im Süden und entlang des Alpenhauptkammes. Starker Föhn in den zentralen und östlichen Alpen, sowie Scirocco auf der Alpensüdseite. Wir ziehen eine erste Bilanz.
Wetter
Intensiver Dauerregen im Süden und entlang des Alpenhauptkammes. Starker Föhn in den zentralen und östlichen Alpen, sowie Scirocco auf der Alpensüdseite. Wir ziehen eine erste Bilanz.
Wind
Auf der Vorderseite von Sturmtief Aline hat die südliche Höhenströmung zu stürmischen, lokal orkanartigen Winden in den Alpen geführt. In den Föhntälern der Alpennordseite reichte es für einen starken bis stürmischen Südföhn. An den exponierten Bergstationen wurden dabei Windspitzen von 150 bis 170 km/h gemessen, auf dem Gütsch ob Andermatt wurde eine Windböe von 192 km/h registriert. In den Föhntälern wurden Windspitzen von 80 bis 110 km/h aufgezeichnet, im Churer Rheintal bis 121 km/h. Bereits im Verlauf des Freitagvormittages hat Druckanstieg auf der Alpennordseite für ein Nachlassen der Winde in den Tälern der Alpennordseite geführt.
Südstau
Am Mittwoch baute sich die Staulage auf der Alpensüdseite langsam auf, dabei wurden erste schwache Niederschläge verzeichnet. Im Verlaufe des Donnerstages intensivierte sich das Ereignis und der Süden verzeichnete mehr Niederschlag. In der Nacht auf Freitag begann die Zufuhr von sehr feuchter Mittelmeerluft zur Alpensüdseite. Mit dem herannahen der Kaltfront und der dazugehörenden Höhenkaltluft wurden die Niederschläge auch zunehmend konvektiv durchsetzt. Mit der starken südlichen Höhenströmung wurden die Niederschläge über die Alpen in Richtung Norden transportiert.
Die starken Stauniederschläge haben auf der Alpensüdseite von Donnerstagabend bis Freitagabend (Redaktionsschluss) im mittleren und nördlichen Tessin sowie im Bergell und teils im Puschlav verbreitet 90-170 mm, im Oberengadin und im Mittel- und Südtessin 75-100 mm Regen ausgelöst. Dies wurde mit einer Warnung der Stufe 3 bewarnt. In den Regionen unmittelbar nördlich des Alpenhauptkamms nahmen die Niederschlagswerte gegen Norden stark ab. Dabei lagen die Mengen bei 30-60 mm, direkt an den Hauptkamm angrenzend teils bis über 100 mm, dies wurde mit einer Warnung der Stufe 4 bewarnt. Über die verschiedenen (Regen-) Warnstufen innerhalb der Schweiz lesen Sie hier mehr. Die Schneefallgrenze ist dabei im Tagesverlauf von 3000 Metern gegen 2400 Meter gesunken.
Scirocco (Alpensüdseite)
Der Scirocco tritt im Tessin als Südostwind auf. Seinen Namen scheint aus dem südöstlichen Mittelmeerraum, aus Syrien zu stammen. Manchmal, so wie heute mag dieser Südostwind bis ins Tessin vorzustossen. Dabei bringt er relativ warme und feuchte Luftmassen und meist böig auffrischenden Wind mit sich. Heute Freitagmorgen sorgte der Scirocco in Lugano für Böen bis zu 85 km/h und stiess teils bis in die Alpentäler vor (81 km/h in Cevio, 97 km/h in Magadino, 121 km/h in Biasca). Auf dem Monte Generoso und der Cimetta (rund 1600 m ü.M.) sorgte der Wind für Böen von 99 und 136 km/h. Auf dem Pizzo Matro (2171 m ü.M.) wurden sogar 174 km/h verzeichnet. Dank dem Scirocco waren die Temperaturen heute, im Vergleich zu gestern um 4-9 Grad wärmer und erreichten in den Niederungen Höchstwerte von bis zu 21 Grad.
Mit dem Heranführen der feuchten Mittelmeerluft und dem stationären verweilen der Frontalzone über der Westschweiz heute Freitagmorgen, ist es in der Genferseeregion und im Waadtländer Jura zu grösseren Niederschlägen gekommen. Diese Regionen wurden mit der Stufe 2 bewarnt. Insgesamt sind in den vergangenen 48 Stunden dort im Flachland 50-70 mm, am la Dôle sogar knapp 90 mm Niederschlag gemessen worden.