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Basierend auf den Gedanken und Taten von Johann Wilhelm Coaz, der als einer der wesentlichen Pioniere der Nationalparkidee gilt, mehrten sich mit Beginn des 20. Jahrhunderts die Stimmen in der Schweiz, die der fortschreitenden Zerstörung der letzten naturbelassenen Regionen des Landes Einhalt gebieten wollten. Der Bundesrat beauftragte eine Kommission, geeignete Gebiete vorzuschlagen, die dem einstigen Urzustand noch möglichst ähnlich sein sollten. Bald konzentrierte man sich auf die Ofenpassregion in Graubünden. Unter der Führung des Basler Zoologen Paul Sarasin schlugen Mitglieder der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, der heutigen SCNAT, 1908 das Val Cluoza vor, das die gewünschten Eigenschaften in hohem Masse in sich vereinigte. Die Gemeinde Zernez als Eigentümerin zeigte sich umso geneigter, als die Region von geringem landwirtschaftlichem Wert war. Nachdem einige Täler ringsum ebenfalls gepachtet werden konnten, wurde 1913 ein Dienstbarkeitsvertrag für 99 Jahre unterzeichnet und im Jahr darauf der Park eröffnet. Damals umfasste er rund 79 km² Fläche, in denen die heutigen Kernzonen schon enthalten waren: Val Cluozza, Ofenpassgebiet und Val Minger. Der 1909 gegründete Schweizerische Bund für Naturschutz (SBN) übernahm die ersten anfallenden Kosten.
Der Vertrag von 1913 regelte die Pachtzahlungen an die Gemeinden durch die Eidgenossenschaft, die langfristige wissenschaftliche Erforschung durch die Naturforschende Gesellschaft und die Auslagen für Aufsicht und Betrieb durch den SBN. Als dieser die anfallenden Kosten nicht mehr bewältigen konnte, übernahm der Bund diese Aufgabe, der Nationalpark wurde in eine Stiftung umgewandelt.
1959 erfolgte eine Neufassung des Bundesbeschlusses für den Nationalpark. Seitdem laufen u. a. die Verträge unbefristet, der Pachtzins wurde neu geregelt und ein Verbot für Freiluft-Stromleitungen ausgesprochen. Ausserdem ist im Gebiet die Wasserkraftnutzung ausser der bereits bestehenden untersagt, eine Reaktion auf das ab 1957 errichtete Ausgleichsbecken der Spölkraftwerke am Südrand des Parks, das dem Spöl ein Gutteil seines natürlichen Durchflusses genommen hat. 1961 fand die bislang vorletzte Vergrösserung und 'Abrundung' des Parkgebiets statt, 2000 die jüngste mit der Aufnahme der Karseen von Macun, einem Hochtal nordöstlich von Zernez auf rund 2600 m Höhe. Einen Gebietsverlust musste der Park 1936 hinnehmen, als der Pachtvertrag für das Val Tavrünicht verlängert werden konnte. 1964 wurde mit dem Basler Zoologen Robert F. Schloeth erstmals ein vollamtlicher Direktor angestellt, der die Entwicklung des Nationalparks für die nächsten mehr als 25 Jahre stark mitprägen sollte. In Schloeths Amtszeit fiel 1968 die Eröffnung des Nationalparkhauses in Zernez und 1976 des Naturlehrpfads am Ofenpass, die Verleihung des Europäischen Diploms für geschützte Gebiete (1967) sowie die Ernennung zum ersten Schweizer Biosphärenreservat der UNESCO (1979).
Schon in den ersten Jahren nach der Unterschutzstellung wurde eine rasche Zunahme der Flora und Fauna festgestellt, 1914 bis 1916 tauchten mehrmals Bären im Parkgebiet auf. Die Zahl der Besucher pendelte in dieser ersten Zeit um 250 pro Jahr. Ab 1920 wurden die Wegeverbindungen im Park verstärkt ausgebaut. Mittlerweile stehen rund 80 km ausgebauter Wege zur Verfügung, darunter zwei alpine Routen.
Quelle: Wikipedia
Schweizerischer Nationalpark
Zernez