Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03631.jsonl.gz/950

Der mehr als ein Jahrzehnt zurückreichende Fall illustriert die Risiken, die sich die UBS mit der Notübernahme der Schweizer Bank eingehandelt hat.
Loreley Financing, eine Tochter der IKB Deutsche Industriebank, hat die Credit Suisse auf 160 Millionen Dollar (146 Millionen Euro) verklagt. Sie wirft dem Institut betrügerische Falschangaben beim Verkauf von Schuldtiteln vor, die im Mittelpunkt der weltweiten Finanzkrise 2008 standen. Die Credit Suisse habe wissentlich Kredite verkauft, die von ihren eigenen Führungskräften als “Schrott” bezeichnet worden seien, und habe gegenüber dem US-Justizministerium im Rahmen eines Vergleichs in Höhe von 5,28 Milliarden Dollar im Jahr 2017 zugegeben, dass sie absichtlich fragwürdige Investitionen angepriesen habe, so die Klägerin.
“Dies war ein systematischer Betrug”, erklärten die Anwälte der Loreley Financing L30, einer Zweckgesellschaft der IKB, in Schriftsätzen für den Prozess, der am Donnerstag begann. “Es handelte sich nicht um einen isolierten Vorfall hier oder da, sondern es infizierte die Praxis der Bank im Geschäft mit hypothekenbesicherten Wertpapieren für Wohnimmobilien.”
Die Credit Suisse wies die Vorwürfe zurück und erklärte, der Vergleich von 2017 enthalte keine Anhaltspunkte für Betrug, Unehrlichkeit oder vorsätzliche Falschdarstellung. “Egal wie fantasievoll konstruiert, die Behauptungen von L30 halten einer sorgfältigen und methodischen Analyse nicht stand. Wie die CS zeigen wird, sind die Behauptungen von L30 auf keiner Ebene haltbar”, schreibt Patrick Goodall, ein Anwalt der Credit Suisse.
Die Credit Suisse schleppt eine lange Liste von Verfahren vor Gerichten in London, Singapur und auf den Bermudas mit sich, mit denen sich nun die UBS nach dem von der Schweizer Regierung hastig eingefädelten Kauf der Credit Suisse befassen muss.
Der IKB habe die Credit Suisse die mit AAA bewertete synthetische Anleihe verkauft, obwohl sie wusste, dass sie “durch ihr eigenes Fehlverhalten belastet war”, so die Anwälte der deutschen Bank. “Einfach ausgedrückt: Sie wusste, dass das Etikett, das sie auf die Dose klebte, nicht dem Inhalt der Dose entsprach.”
Dagegen bringen die Anwälte die Credit Suisse vor, es sei die Markteinschätzung der IKB gewesen, die sich als “katastrophal falsch” erwiesen habe. Das massive Engagement der Bank in US-Subprime-Krediten führte zu einer Vertrauenskrise in die IKB, die schliesslich in einem Rettungspaket der Bundesregierung mündete.
(Bloomberg)