Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03604.jsonl.gz/1490

FOCUS OCPE/SRED Nr. 6 – August 2015: Einfluss soziodemografischer Faktoren auf die familienergänzende Betreuung
In der FOCUS-Ausgabe Nr. 6 wird untersucht, welche Rolle die soziodemografischen Eigenschaften beim Entscheid der Eltern spielen, ihre Kinder familienergänzend betreuen zu lassen oder sie selbst zu betreuen.
Aus der im Frühling 2014 durchgeführten Umfrage geht hervor, dass der Entscheid oft davon abhängt, ob die Mutter berufstätig ist und wie alt die Kinder sind sowie von soziodemografischen Faktoren wie dem Einkommen, der Nationalität oder dem Bildungsniveau.
Das Alter des Kindes – ein wichtiges Kriterium
Laut der Umfrage sind familienergänzend betreute Kinder im Vergleich zu Kindern, die von den Eltern betreut werden, häufiger älter als 2 Jahre und leben öfter in einem Haushalt mit relativ hohem Einkommen, wobei die Mutter, oft Schweizerischer Staatsangehörigkeit, über einen relativ hohen Beschäftigungsgrad und ein hohes Bildungsniveau verfügt.
Die Kinder, die einzig von den Eltern betreut werden, sind hingegen jünger, leben in kinderreichen Familien oder in einem Haushalt mit geringem Einkommen, wobei die Mutter in der Regel nicht berufstätig und häufig ausländischer Staatsangehörigkeit ist und über ein tieferes Bildungsniveau verfügt.
Der Einfluss des sozioökonomischen Status der Mutter
Aus der Analyse geht ebenfalls hervor, dass ein Grossteil der über 2-jährigen Kinder, deren Mutter nicht erwerbstätig ist, eine Betreuungseinrichtung besuchen oder einer Drittperson anvertraut wird. Ist die Mutter hingegen berufstätig und werden die Kinder nicht familienergänzend betreut, handelt es sich in den meisten Fällen um eine nicht freiwillig gewählte Situation. So warten die Eltern entweder auf einen freien Betreuungsplatz oder sie können sich aufgrund der für sie zu hohen Kosten keine externe Betreuung leisten. Schliesslich zeigt die Analyse ebenfalls, dass eine Mehrheit der Kinder, die nur von den Eltern betreut werden, aus benachteiligten Familien stammt.
FOCUS 7 OCPE/SRED Nr. 7 – August 2015: Einfluss soziodemografischer Faktoren auf die Wahl der frühkindlichen Betreuungsform
In der FOCUS-Ausgabe Nr. 7 wird untersucht, welchen Einfluss die soziodemografischen Faktoren auf die Wahl eines bestimmten Betreuungsangebots haben (Kita, Kindergarten, Tagesmütter/Tagesväter usw.).
Bedingte Wahlfreiheit
Die Analyse der Umfrageergebnisse zeigt, dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen dem sozioökonomischen Profil der Eltern, der Wahl der angebotenen Betreuungsform(en), den verfügbaren Angeboten, der zu Hause fliessend gesprochenen Sprache und dem Alter der Kinder.
Die Situation der Mutter, genauer gesagt ihr Bildungsniveau und ihr Beschäftigungsgrad, ist beim Entscheid, die Kinder familienergänzend betreuen zu lassen, und bei der Wahl der Betreuungsform ausschlaggebend. Die gewählte Betreuungsform hängt daneben aber auch stark von den vorhandenen Möglichkeiten und den verfügbaren Ressourcen ab, wobei diesbezüglich von Familie zu Familie grosse Unterschiede bestehen. Es zeigt sich, dass die Wahl der Familien durch das Angebot bedingt ist, das in der Nähe des Wohnorts verfügbar ist, und dass die Bedürfnisse der Familien dabei in den Hintergrund rücken.