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Olivia Abächerli «Ibu Silla»
Täglich 20.00 Uhr
Die Künstlerin Olivia Abächerli untersucht in ihrer Video-Arbeit die Leerstellen in der Erzählung über Ibu Silla von Borneo und ihre Spuren nach Nidwalden.
Bei ihren Recherchen über die koloniale Verstrickungen der Zentralschweiz stiess Olivia Abächerli im Staatsarchiv Nidwalden auf die Tagebücher des Nidwaldner Söldners Louis Wyrsch, die zuvor der Historiker Bernhard C. Schär ausgegraben und Brigitt Flüeler der Künstlerin zugänglich gemacht hatte.
Louis Wyrsch, auch «Borneo Louis» genannt, stand rund 20 Jahre in holländischen Diensten. Ab 1824 war er auf Borneo stationiert und kehrte 1832 in die Schweiz zurück, zusammen mit zwei seiner Kinder, einem Sohn und einer Tochter. Der Sohn, Alois Wyrsch, wurde 1871 der erste Schweizer Nationalrat of Color. Die Mutter – Ibu Silla, Johanna oder Belle genannt – wurde zurückgelassen oder kam nie in der Schweiz an. Alle Stellen in den Tagebüchern von Wyrsch, an denen Ibu Silla erwähnt wird, sind zensiert, ausgeschnitten oder geschwärzt, wahrscheinlich von ihm selbst. Über die Gründe für die Zensur lässt sich nur spekulieren. In ihrer Arbeit hebt Olivia Abächerli diese Lücken hervor, indem sie über mögliche Biografien von Ibu Silla spekuliert.
Angesicht der Prämisse, dass Geschichten von (weissen) Männer produziert und geformt wird, versucht die Arbeit rund um Ibu Silla Gegen-Erzählungen vorzuschlagen, in der Raum für Para-Geschichten und Multiperspektiven geschaffen wird.
Mi – Sa | 20.00 – 22.30 Uhr | Chäslager