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Eher kühle Bise im Mittelland
Am Südrand eines Hochs, welches vom nahen Atlantik über Mitteleuropa bis nach Polen reicht, stellte sich heute auf der Alpennordseite eine kühle Bisenströmung ein. Sie sorgte dafür, dass die Temperaturen trotz einige Stunden Sonnenschein die 20 Grad-Marke vielerorts nur unwesentlich überschritt. Den Voralpen entlang, insbesondere im Obwaldnerland und im Entlebuch liess der sogenannte Bisenstau nicht lange auf sich warten. Hier zeigte sich die Sonne nicht oder bloss an wenigen Minuten, und die hochnebelartige Luft liess den nahen Herbst erahnen. Anders auf der Alpensüdseite. Hier sorgte die wärmere, aber instabilere Luft für einige Quellwolken. Daher lief dort bei Temperaturen von 28 Grad der Sommer noch auf Hochtouren.
Zügige und eher kühle Bise im Mittelland
Die aufkommende Bise verstärkte sich im Mittelland im Laufe des Tages. Am Nachmittag blies sie dann mit Spitzengeschwindigkeiten von 30 bis 40 km/h im östlichen Mittelland und von 50 bis 60 km/h in der Westschweiz. Stärker war sie erwartungsgemäss auf den Jurakreten. Auf der La Dôle erreichte sie eine Geschwindigkeit von 91 km/h, dies allerdings bereits in der Nacht auf heute. Auch nicht gerade sanft war sie in Les Charbonnières im Vallée de Joux.
Die Bise ist im Vallée de Joux nicht immer ein sanftes Lüftchen
Das Vallée de Joux zeigt des Öfteren bei Bise recht hohe Windgeschwindigkeiten. Dies hat wohl verschiedene Gründe. Erstens einmal verläuft das Tal von Nordosten nach Südwesten, was die Bise gut kanalisiert.
Weiters ist oft festzustellen, dass bei Bise hie und da noch ein ansehnlicher Teil der Bisenströmung des angrenzenden Mittellandes von Osten her ins Tal eindringt und dann zur Verstärkung der Bise im Vallée de Joux beiträgt. In den diesen Fällen kann die Bise im Vallée de Joux durchaus als Sturm auftreten und mehr als 100 km/h erreichen. Dies tritt besonders im Hochwinter auf. Liegt dann zusätzlich eine Schneedecke, kann die Bise meterhohe Schneeverwehungen verursachen, welche die Verkehrswege für einige Zeit unterbrechen können.
Es kann auch vorkommen, dass bei extremen Kälteeinbrüchen die Bise mit einer mittleren Geschwindigkeit von 60 km/h und Böen von 100 km/h durch das Hochtal fegt, und dies bei Temperaturen von -27 Grad. In solchen Fällen ist ein Aufenthalt im Freien für den Menschen ohne Spezialkleidung kaum auszuhalten. Letzmals passierte ein solches Extremereignis am 2. Februar 1956.
Dem Entlebuch und dem Obwaldnerland stattete der Herbst einen frühzeitigen Besuch ab
Die nach Osten oder Nordosten offenen Tälern der Voralpen sind der Bise im grossen Masse ausgesetzt. Diese dringt mit ihren kühlen und in der Grundschicht hie und da feuchten Luftmassen in die Tälern ein.
Durch die nach Südwesten ansteigende Topografie wird die Bise anschliessend gezwungen, ebenfalls anzusteigen. Ist die Luft genügend feucht, kommt es zur Kondensation und es bilden sich Wolken, wobei es manchmal sogar zu Niederschlägen kommen kann. In der Mehrzahl der Fälle aber bildet sich „nur“ eine zähe Hochbeldecke, welche besonders im Winter und Spätherbst tagelang sich halten kann. Aber auch in den anderen Jahreszeiten kann der Hochnebel sich in diesen Gebieten längere Zeit halten. Prominenteste Gebiete sind das östlichen Napfgebiet und der Kanton Obwalden.
Hochnebel und Sonne im Streit
Und heute herrschte eben Bise, und die Luft hatte genügend Feuchtigkeit. Also hat sich der Hochnebel entschieden, diesen zwei Gebieten der Zentralschweiz einen Besuch abzustatten. Die Sonne hatte zwar etwas dagegen. Doch der Hochnebel sagte zu ihr: "Du in deinen alten Sommertagen bratest mich hier mal nicht weg."
Die Bise kühlte schön und nett und sendete ständig frisches Getränk in Form von Wasserdampf zu.
"Da hast du mit deinen Strahlen, welche an meinem weissen, prächtigen Oberflächenmantel nur so abperlen, keine Chance“.
Die Sonne erwiderte: "Das werden wir ja noch sehen“. Der Hochnebel liess sich nicht beeindrucken und erwähnte: "Du, hör mal, dein Hitzekampf ist vorbei. Diesen Sommer hast du genug eingeheizt. Fertig jetzt, ich stell dir das mal ab, hä, ich schiebe dir mal so cool den Riegel vor !!!“ Die Sonne sagte: "Ach, ich lasse Dir diese Freude, deinen kleinen, lächerlichen Sieg. Aber irgendwann hole ich meine Verbündete, die Subsidenz. Diese haut dir eins auf den Kopf, weisst Du, ein schallende Ohrfeige. Und von wegen weiss… 99 Prozent von Deinem Aussehen ist grau und hässlich, eben was du halt bist, nämlich alt. Jaja, die Subsidenz und ich, wir besiegen einen derart alt aussehenden grauen Esel wie Dich immer noch mit links, wenn es darauf an kommt, musst gar nicht meinen.“
Und so blieb heute der Hochnebel Sieger, fragt sich nur, wie lange.
Im Tessin ist der Sommer noch voll da
Auf der Alpensüdseite wurde die warme Luft von gestern nicht ausgeräumt. Zudem wurde die Atmosphäre auf heute Atmosphäre stabilisiert, was die Bewölkung in der Nacht auf heute weitgehend auflöste. Auf diese Weise konnte die Sonne die bodennahen Luftschichten kräftig erwärmen, so dass in den Niederungen der Alpensüdseite heute Nachmittag rund 28 Grad gemessen wurden. Durch die Erwärwung bildeten sich den Berghängen entlang Quellwolken, und speziell im Südtessin sind am Abend einige Schauer oder Gewitter nicht auszuschliessen.