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oder
Grütli(Kt. Uri,
Gem.
Seelisberg). 502 m. Von
Wald umrahmte Bergwiese mit einem Wohnhaus und
drei weiteren Gebäuden, am W.-Ufer der Urnerbucht des
Vierwaldstättersees und 4 km ssw.
Brunnen. Im Sommer Dampfschiffstation
und Postablage. Aufstieg von der Schifflände in 10 Minuten. Hier versammelten sich die durch Kaiser Albrecht's Landvögte
hart bedrückten Leute der drei
Waldstätten um Martini 1307, um den ewigen
Bund vom aufs neue
zu beschwören.
Die drei Führer der Bewegung sollen nach der Volksüberlieferung Walter Fürst von Uri,
Werner Stauffacher von Schwyz
und Arnold an
der
Halden von
Unterwalden gewesen sein.
Drei auf dem
Rütli entspringende Quellen sollen die Stelle bezeichnen,
wo diese
drei "Eidgenossen» damals gestanden seien. 1859 wurde das
Rütli Eigentum der schweizerischen Jugend, deren freiwillige
Liebesgaben den Ankauf des Geländes ermöglicht hatten. Die Aufsicht und Verwaltung besorgt seither die schweizerische Gemeinnützige
Gesellschaft.
Das im Chaletstil gehaltene Wohnhaus, wo einfache Erfrischungen gereicht werden, ist mit prachtvollen Glasmalereien geziert,
die die Wappen der Kantone und der Eidgenossenschaft darstellen, und enthält auch eine Sammlung alter
Waffen. Hier wird jedes Jahr ^[Ergänzung: seit 1861] im November das sog. Rütlischiessen abgehalten, das abwechslungsweise
eine der Schützengesellschaften der ^[Berichtigung: vier
Waldstätte] drei Urkantone veranstaltet. Gedenkstein mit zwei Bronzemedaillons
von J. Krauer (1792-1845) undJos. Greith (1798-1869), dem Dichter und dem Komponisten des Rütliliedes.
Auf dem
Rütli fanden am die grossen Festlichkeiten zur 600jährigen Stiftungsfeier der schweizerischen Eidgenossenschaft
mit der Aufführung einer von Gustav Arnold auf diesen Anlass hin eigens komponierten und von 900 Sängern vorgetragenen
Kantate ihren würdigen Abschluss. 1783 wollte der französische Abbé Raynal auf dem
Rütli der
Freiheit
ein Denkmal errichten, wurde aber mit seinem Gesuch von der Urner Regierung unter
der Begründung abgewiesen, dass ein Denkmal
in dieser grossen Natur unnötig sei und dass die Taten ihrer Vorväter den Schweizern auch so ewiglich im Gedächtnis bleiben
würden. Ein bequemer Fussweg erklimmt den steilen Berghang und führt durch
Wald in 1¼ Stunden hinauf
auf die Terrasse von
Seelisberg (Hotel
Sonnenberg in 850 m).