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Wie entstehen eigentlich neue Innovationen? Meisten sind Probleme die Quelle, denn ohne Probleme gibt es keine Ideen und ohne Ideen gibt es keine Innovation oder Weiterentwicklung.
Bereits Henry Ford hat erkannt, dass er das Problem der Mobilität nicht mit derselben Denkweise wie bisher lösen konnte. Er soll gesagt haben «wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde». Stattdessen setzte er Autos, begründete die Massenproduktion und bezahlte seine Mitarbeitenden aussergewöhnlich gut, damit sie diese neuen Massenprodukte auch kaufen konnten.
Wie glauben Sie, sind gute sinnvolle Innovationen entstanden? Ich lade Sie ein, für Ihre Unternehmung Denkanstöße aus diesem Blog mitzunehmen.
Alle für uns heute so selbstverständlichen Innovationen der jüngsten Vergangenheit haben mit einer Problemstellung begonnen. Hier einige Beispiele:
1. Denken Sie an die digitale Fotografie, die heute nicht mehr wegzudenken ist. Was war die Problemstellung? Die Nutzer von Fotoapparaten wollten nicht tagelang warten, bis Sie das Ergebnis ihrer Bemühungen sehen konnten, denn nicht jeder konnte sich ein Fotolabor leisten.
Die Problemstellung: möglichst sofort das Ergebnis der Photographie zu sehen.
2. Kennen Sie auch noch die Zeit, wo es immer Stress mit dem Beifahrer gab, weil die Person keine Karten lesen konnte und der Fahrer somit kaum präzise Anweisungen erhielt? Die Fahrt zum Ziel war häufig geprägt durch eine Vielzahl von Irrfahrten.
Die Problemstellung: jederzeit präzise Anweisungen zu erhalten, um ans Ziel zu kommen.
3. Sie hörten einen guten Song im Radio, den Sie unbedingt als Tonträger haben wollten. Sie kannten jedoch weder den Titel noch den Interpreten. Kannten Sie beides, mussten Sie zuerst eine LP oder CD in einem Geschäft kaufen.
Die Problemstellung: wie bekomme ich sofort den gehörten Song als Tonträger?
Solche Beispiele könnte man weiterführen. Sie kennen bereits die Lösungen und vermutlich nutzen Sie die Technologie auch. Meine Botschaft:
Eine sinnvolle Innovation beginnt mit der Problemstellung und damit, dass Sie nicht mit der bisherigen Denkweise versuchen, das Problem zu lösen.
Denn sonst hätte es nie Navigationssystem gegeben, sondern vielleicht Schulungen für Beifahrer wie man Karten liest. Es hätte keine digitale Bilderfassung gegeben, sondern ein mobiles Bildentwicklungslabor, wie es Polaroid versuchte. Es hätte auch keine Music Streaming Plattformen wie iTunes, Spotify usw. gegeben, sondern vielleicht Tonträgershops an Tankstellen.
Wie kommen Sie nun weiter?
1. Suchen Sie die Problemstellungen für Ihr Business
Problemstellungen für Ihr Business finden Sie am besten, wenn Sie Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden befragen. Wenn Sie Menschen beobachten, die Ihre Produkte und Dienstleistungen nutzen. Stellen Sie beispielsweise Fragen wie:
- Wo haben Sie Probleme bei der Nutzung?
- Was macht Ihnen keine Freude bei der Nutzung?
- Was würden Sie sich wünschen? Warum arbeiten Sie so wie Sie arbeiten?
Nehmen Sie die Problemstellungen auf, indem Sie das Problem beschreiben, mit allem was Sie gesehen und wahrgenommen haben, auch mit den Irritierungen.
2. Nutzen Sie eine andere Denkweise
Innovieren Sie zusammen mit Menschen, die nicht so denken wie Sie. Menschen mit einem anderen Mindset versuchen das Problem auf eine andere Art zu lösen. Verwerfen Sie nicht gleich jede Idee. Lassen Sie Gedanken zu, die Ihnen fremd sind und Sie vollständig irritieren, auch wenn es schwierig ist, das auszuhalten. Zügeln Sie Ihre innere Stimme, die sofort weiß, warum diese Idee zur Problemlösung nicht umsetzbar ist. Und denken Sie daran, jede Problemlösung kann neue Probleme hervorrufen. Auch wenn es paradox erscheint, sind diese Innovationen am Ende des Tages die Besten für Ihre Unternehmung. Beispielsweise hat Thomas J. Watson, CEO IBM, 1943 es für die Computerbranche formuliert: «I believe the world market has room for about 5 computers – not more».
Viel Freude beim Innovieren!
Dieter Conzelmann in Dozent am Schweizerischen Institut für Entrepreneurship (SIFE) an der FH Graubünden.