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Die Schweiz hat wegen des Krieges in der Ukraine weitere Personen und Organisationen auf die Sanktionsliste gesetzt. Für die Betroffenen gelten Finanz- und Reisesanktionen.
Die Schweiz hat im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine weitere 197 Personen und 9 Organisationen auf die Sanktionsliste gesetzt. Dazu gehören unter anderem auch die beiden russischen Oligarchen Roman Abramowitsch und Andrej Melnitschenko.
Melnitschenko soll nach Medienangaben in St. Moritz wohnhaft sein. Gemäss der Sanktionsliste des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ist er der Haupteigner des Düngemittelkonzerns EuroChem und des Kohle-Unternehmens Suek. Beide Firmen gaben bereits den Rückzug des Milliardärs aus den jeweiligen Vorständen und als Begünstigter bekannt.
Melnitschenko gehöre zu den einflussreichsten russischen Geschäftsleuten mit engen Beziehungen zur russischen Regierung. Sein Name wurde vor einigen Tagen in Zusammenhang mit einer in Italien festgesetzten Jacht mit einem geschätzten Wert von 530 Millionen Euro gebracht. Melnitschenko will sich nach Angaben seines Sprechers gegen die EU-Sanktionen zur Wehr setzen.
Von Putin profitiert
Der 55-jährige Abramowitsch ist Eigentümer des britischen Fussballclubs FC Chelsea und einer der grössten Aktionäre der Stahl-Gruppe Evraz. Das Unternehmen sei eine der wichtigsten Steuerzahlerinnen in Russland. Abramowitschs Vermögen wurde vom US-Magazin «Forbes» auf zuletzt 7,2 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Der Milliardär habe enge Beziehungen zu Wladimir Putin und damit einen privilegierten Zugang zum russischen Präsidenten. Diese Beziehung habe dazu beigetragen, dass Abramowitsch sein Vermögen halten konnte. Damit habe Abramowitsch von denjenigen Personen profitiert, die für die Annexion der Krim und die «Destabilisierung der Ukraine» verantwortlich seien.
Gelder eingefroren
Für die betroffenen natürlichen Personen, darunter weitere Oligarchen und einflussreiche Geschäftsleute, gälten Finanz- und Reisesanktionen, teilte das Seco weiter mit. Ihre Vermögen in der Schweiz müssten gesperrt werden. Die betroffenen Unternehmen würden den Finanzsanktionen unterstellt.
Die Schweiz habe sich damit – gestützt auf das Embargogesetz – den Massnahmen der EU vom Dienstag angeschlossen. Die Sanktionslisten seien nun identisch. Die Änderungen traten am Mittwochmittag in Kraft.