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Anton Čechov hat nie einen längeren Roman veröffentlicht, dafür aber sechs «kleine Romane» geschrieben, in denen er seine Erzählkunst ideal entfalten konnte. «Krankenzimmer Nr. 6» ist der wohl bekannteste von ihnen: Der gebildete und empfindsame Arzt Ragin versieht seinen Dienst in einem Krankenhaus in der Provinz. In der Abteilung für Nervenkranke findet Ragin eines Tages einen faszinierenden Gesprächspartner. Doch je mehr er sich auf die Gespräche mit diesem einlässt, desto mehr wird er von seiner Umgebung selber für krank gehalten. «Erzählung eines Unbekannten» handelt von einem jungen radikalen Adligen, der sich bei einem Petersburger Beamten als Diener verdingen muss. Die beiden Novellen (erhältlich als Diogenes Taschenbuch) zeigen Čechovs differenzierte Charakterzeichnung bei grösster Sparsamkeit des Stils, und zeichnen zugleich ein Porträt des Russlands seiner Zeit.
Alle, die das Buch gelesen haben, sind zur Diskussion herzlich eingeladen.
Eintritt frei