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Divertikulose und Divertikulitis des Dickdarmes
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Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand und treten vor allem im Bereich des Dickdarms auf. Liegen viele Divertikel vor, spricht man von einer Divertikulose. In den Divertikeln kann sich Stuhl ablagern. Die Divertikel können sich dadurch entzünden. Dabei spricht man von einer Divertikulitis. Am häufigsten werden Divertikel im Sigmabereich (80 %) angetroffen. Sie können jedoch im gesamten Magen-Darm-Trakt auftreten.
Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit der Divertikel. In Europa sind etwa 60 % der 70-Jährigen betroffen. Das Auftreten der Divertikelkrankheit vor dem 40. Lebensjahr ist relativ selten, jenseits des 70. Lebensjahres wird sie mit 70 – 80 % angegeben.
Der genaue Entstehungsmechanismus ist noch nicht bekannt. Vermutet wird ein erhöhter Innendruck im Darm, bedingt durch ballaststoffarme Ernährung. Aufgrund der Verteilung der Muskelschichten in der Darmwand kommt es zu sogenannten «Muskel-Lücken». Durch den erhöhten Druck im Darm kommt es zur Ausstülpung der Darmschleimhaut (Abb. 1: Divertikel).
Die Divertikulose macht bei ca. 70 – 80 % der Fälle keine Beschwerden (sogenannte asymptomatische Divertikulose). Bei manchen verursacht sie Bauchschmerzen und Stuhlunregelmässigkeiten (Verstopfung, Blähungen und Durchfälle). Die Divertikulitis äussert sich in der Regel mit starken Schmerzen, typischerweise im linken Unterbauch, Fieber und Verstopfung oder Durchfall.
Neben dem persönlichen Gespräch (Anamnese), körperlichen Untersuchungen und der Laboranalyse erfolgt häufig eine Computertomografie des Bauches. Anhand der Resultate und des Allgemeinzustandes erfolgt die entsprechende Therapie.
Die Therapie der Divertikulitis richtet sich nach folgender Stadieneinteilung:
Die asymptomatische Divertikulose (Stadium 0) benötigt keine Therapie. Eine Divertikulitis in leichten Fällen (Stadium 1) kann mit Einnahme von Antibiotika und Schmerzmittel ambulant behandelt werden. Schwere Formen müssen im Spital behandelt werden. Es erfolgt eine Hospitalisation mit entsprechender Therapie per Infusion (Antibiotika, Nahrungskarenz). Bei gutem Ansprechen auf die medikamentöse Therapie ist keine unmittelbare Operation nötig (Stadium 2a und b). In schweren Fällen, z. B. beim Darmdurchbruch (Stadium 2c) oder Nichtansprechen der Therapie erfolgt die notfallmässige oder beschleunigte Operation.
Nach erfolgter medikamentöser Therapie (Stadien 1 und 2a bis 2c) ist nach Abheilung der Entzündung (ca. nach 6 Wochen) eine Dickdarmspiegelung notwendig.
Wie bereits erwähnt, erfolgt die Operation notfallmässig bei freiem Durchbruch oder Nichtansprechen auf die konservative Therapie. Bei folgenden Indikationen erfolgt eine geplante Operation nach entsprechenden Abklärungen:
Es erfolgen kleine Schnitte, über die Kohlendioxid in den Bauchraum gepumpt wird, und wie bei der offenen Operation erfolgt die Entfernung des betroffenen Darmabschnittes. Zur Entfernung des krankhaften Darmabschnittes bedarf es eines Schnitts (ca. 5 – 7cm) im Bereich der Schamhaargrenze. Bei Frauen besteht die Möglichkeit, diesen Darmabschnitt über die Scheide zu bergen. Die Darmabschnitte werden mit einem speziellen Klammernahtgerät zusammengefügt.
Im Einzelfall kann es je nach Situation notwendig sein, vorübergehend einen künstlichen Darmausgang (Stoma) anzulegen. Dieser wird je nach Situation nach 6 Wochen bis 3 Monaten rückverlegt.
Nach erfolgter Operation ist mit einem erneuten Auftreten einer Divertikulitis von etwa 2 % zu rechnen.
Neben ballaststoffreicher, fettarmer Nahrung und genügendem Trinken gehört die körperliche Bewegung dazu, die Divertikulitis zu verhindern.