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Über Stans...
Ein vielseitiger Kantonshauptort
Dorfplatz von nationaler Bedeutung, Marktflecken, kulturhistorische Gebäude, Oldtimer-Bahn aufs Stanserhorn, Ort renommierter Gaststätten, Museen über Brauchtum und Geschichte, vielfältige Arbeitsplätze, Freizeit- und Sportanlagen, umrahmt von Bergen, offen zum Vierwaldstättersee, Sitz der Nidwaldner Regierung und der kantonalen Administration, reiches Kulturangebot. gelebtes Brauchtum, vielseitiges und aktives Vereins- und Dorfleben....
Selbst mit dieser Aufzählung wird man der Vielfältigkeit von Stans nur unzureichend gerecht.
Ursprung
Der Dorfkern von Stans zählt zum ältesten Siedlungsgebiet des Nidwaldner Talbodens. Die ersten menschlichen Spuren lassen sich bis in das 2. Jh.v.Chr. zurückverfolgen. Obwohl für eine Besiedlung während der Römerzeit aussagekräftige Quellen fehlen, deuten gallo-römische Brandgräber und die lateinische Wurzel des ursprünglichen Stanser Ortsnamens “stagnum“ (stehendes Gewässer, See,Teich) darauf hin, dass in dieser Epoche Leute in Stans gelebt haben.
Im 7./8. Jh. betraten die ersten Alemannen den Boden des Engelbergertals, womit auch das Christentum hierher kam. Der vorkarolingische Bau des ersten Gotteshauses in Stans (um 750 n.Chr.) diente wohl den Bewohnern des ganzen Engelbergertales als Pfarrkirche. Die Kirche wurde entsprechend der Bevölkerungsentwicklung mehrmals vergrössert, bis es 1647 zur Errichtung der heutigen Pfarrkirche St. Peter und Paul, eine frühbarocke Anlage mit dem romanischen Glockenturm, kam.
1481 wurde die Schweizer Geschichte an der Stanser Tagsatzung, die mit dem Verkommnis und der Begründung der zehn-örtigen Eidgenossenschaft endete, nachhaltig geprägt.
Im Mittelalter muss Stans mit angeblich sieben "Burgen" (Steinhäusern) ein fast stadtähnliches Aussehen aufgewiesen haben, auch wenn es nie zum Bau einer Mauerbefestigung kam.
1713 zerstörte der Stanser Dorfbrand zwei Drittel des Fleckens. Den darauf beschlossenen, einschneidenden Bauvorschriften verdanken wir die heutige, grosszügige Gestaltung des Dorfplatzes von nationaler Bedeutung mit dem Winkelried-Brunnen, den herrschaftlichen Barockhäusern und dem Rathaus.
Mitgeprägt wird das Dorfbild Stans ausserdem von zahlreichen historischen Bauten und Sehenswürdigkeiten, wie die Rosenburg(13./14. Jh.), das Winkelriedhaus (15. Jh.) sowie das Kapuzinerkloster (1583) und das Frauenkloster (1618), wo bekanntlich nach dem Franzosenüberfall von 1798 Heinrich Pestalozzi als Waisenvater gewirkt hat.
Die schmale Schmiedgasse mit dem Charakter einer kleinen “Altstadt“, war einstmals die Gasse der Handwerker.
Entwicklung
Die Errungenschaften moderner Technik und neue Verkehrswege leiteten eine nachhaltige Entwicklung und Öffnung von Stans ein. 1893 fand durch die Eröffnung der Strassenbahn Stansstad-Stans der Anschluss über das Dampfschiff ans Bahnnetz in Luzern statt. Mit dem Anschluss an das Eidg. Schienennetz (1964, Luzern-Stans-Engelberg) und an eine der wichtigsten Nord-Süd-Strassenachsen Europas (1966, A2) wurden nicht nur die Verkehrswege geöffnet. Gleichzeitig erfolgte auch der Anschluss an das neue Denken und eine ausgeprägte, weltanschauliche Öffnung. Eine Öffnung die sich sowohl auf ein geschichtlich bedingtes Traditionsbewusstsein als auch auf ein ausgeprägt demokratisches, wertkonservatives und liberales Gedankengut abstützt.
Rund 600 Arbeitsstätten in diversen Sektoren bieten ihren Beschäftigten Arbeit und Verdienst an. Mehr als 97% der total 6'700 Arbeitsplätze in Stans gehören zum Dienstleistungssektor sowie zu Industrie und Gewerbe, was u.a. auf die zentral angesiedelte kantonale Verwaltung und Anstalten (Kantonsspital, Kantonsschule usw.) zurückgeführt werden kann. Insgesamt hat sich die Wirtschaft in der Gemeinde Stans als relativ stabil erwiesen.
Die optimale Verkehrserschliessung, günstige Steuerbedingungen, ein attraktives Arbeitsplatzangebot und nicht zuletzt die hohe Lebensqualität brachten Stans ein starkes Bevölkerungswachstum. Dies dokumentierte sich natürlich auch in der privaten, gewerblichen und öffentlichen Bautätigkeit. Trotz dem zeitgemässen Ausbau der Infrastrukturanlagen und der übrigen Bauentwicklung konnte bisher die ab dem 13. bis ins frühe 20. Jh. gewachsene Bausubstanz im Zentrum weitgehend erhalten werden. Es ist zu hoffen, dass die Freude und der berechtigte Stolz unserer Bevölkerung “uf iises Dorf“ auch bei künftigen Entwicklungen erhalten bleibt.
Lebensqualität
Die bevorzugte Lage von Stans, umrahmt vom Stanserhorn mit der weiten Fernsicht, dem Bürgenstock, nahen Dreitausendern für Gletscherabfahrten und dem zum Bade einladenden Vierwaldstättersee eröffnen sowohl der Besucherin und dem Besucher als auch den Einwohnerinnen und Einwohner eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten. Das breite kulturelle Angebot, gemeinschaftsförderndes Vereins- und Dorfleben, Feste, gelebtes Brauchtum und echte Gastfreundschaft tragen wesentlich zum unvergleichlichen Dorfcharakter von Stans bei.
Der Stanser Frühlings- und Herbstmarkt
Stans als alter Marktflecken betreibt schon seit dem Mittelalter Märkte. Im Landfriedensbrief von 1456 wird das Marktrecht als schon bestehend erwähnt. Weitere Aufzeichnungen stammen aus dem Jahre 1615 über den Viehmarkt. 1625 wurde verordnet, dass die Marktstände wie bisher aufgestellt werden. Damals organisierten die Amtsleute als Landweibel und Landschreiber den Markt. Eine neue Form erfuhr der Marktplatz nach dem Dorfbrand von 1713, dem über 81 Firste, inklusive Rathaus zum Opfer fielen. Nach dem Plan der Baumeister Josef Aebi und Ludwig Gassmann wurde der Ortskern wieder aufgebaut. Eine Katastrophe grossen Ausmasses legte so den Grundstein zum "schönsten Dorfplatz der Schweiz" wie er schon oft genannt wurde.
Der Viehmarkt im Steinmättli erfreute sich über Jahrhunderte einer grossen Beliebtheit. Durch den Wandel, den die Landwirtschaft erlebte, gingen ab 1970 die Auffuhrzahlen rapid zurück. Seit dem Frühlingsmarkt 1995 wurde der Viehmarkt nicht mehr durchgeführt, nachdem in den vergangenen Jahren weniger als 10 Stück Vieh aufgeführt wurden.
Der Warenmarkt hingegen lockte immer mehr Markthändler an. 1868 waren es noch 120 Marktstände. Als der legendäre Marktchef Johnny Mathis 1973 seinen ersten Markt organisierte, boten 135 Markthändler und Landmaschinenaussteller ihre Waren an. Unter Johnny Mathis erlebte der Stanser-Markt einen grossen Aufschwung bis zu mehr als 240 Händlern. Johnny hat während 25 Jahren den Stanser-Märcht erfolgreich mitgeprägt. In den letzten Jahren pendelte sich die Anzahl der Anbieter auf ca. 220 ein. Anderseits fahren einige Markthändler mit grösseren Marktwagen auf. Da die Anzahl der Plätze nicht mehr erweitert werden kann, müssen immer wieder zahlreiche Absagen erteilt werden. Früher deckten sich die Marktbesucher zweimal im Jahr mit verschiedenen Waren, wie Kleider, Schuhe, Werkzeug und dergleichen ein. Obwohl heute diese Waren das ganze Jahr in den Läden und Zentren zu kaufen sind, hält die Bevölkerung auch zur Zufriedenheit der Anbieter dem Markt die Treue. Der Stanser-Märcht ist auch immer wieder ein Tag der Begegnung, wo man sich aus der ganzen Region und auch viele Heimweh-Nidwaldner trifft. Ein Ereignis für fast alle Bevölkerungsschichten und ein Erlebnis für die Jüngsten und Personen bis ins Greisenalter.