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Smartvote könnte man als eine Art Fiebermesser bezeichnen: Es ermöglicht die Übersicht über die momentan Stimmung einzelner Politiker und Parteien in bestimmten Themengebieten.
Dabei kommen aber viele Fragestellungen viel zu kurz: Warum denkt diese Partei so? Wie kommt dieser Kandidat zu seiner Meinung? Welche Grundgedanken, Ideologie oder Werte stecken dahinter? Der Meinungsbildungsprozess wird komplett ausgeblendet, eine Begründung wird nicht verlangt. Dies führt zu einer massiv vereinfachten Darstellung von Politik, das Verständnis von Politikern, Parteien und ihren Positionen bleibt oberflächlich, Zusammenhänge werden nicht sichtbar.
Ein weiterer Aspekt wird ausgeblendet: Ein Politiker soll in einer Debatte durchaus auch seine Meinung ändern dürfen, sollte er von einem besseren Argument überzeugt worden sein. Politiker weichen in wichtigen Abstimmungen in Parlamenten von ihren grundsätzlichen Positionen ab - oder sollten dies zumindest, dem Gemeinwohl zuliebe. Smartvote stärkt die Parteipolitik und das Verharren auf entsprechenden Positionen - dies widerspricht den schweizerischen Prinzipien der Kompromissfindung. Diese Mechanismen lassen sich bei Smartvote für Wähler nicht nachvollziehen. Das erfährt man nur durch regelmässige Information und Bildung in qualitätsbewussten Medien.