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Wir alle kennen das Logo der Post und des Postautos. In vielen europäischen Ländern wurde das Horn zum Symbol der Post. Woher kommt das? Und wie ist es ein so einprägsames Symbol der Post geworden?
Die Geschichte beginnt schon sehr früh – lange bevor es die organisierten Postdienste von heute gab. Im frühen Mittelalter nutzte man das Horn als Signalinstrument. Damals waren es noch echte Tierhörner die von geschlachteten Rindern stammten. Die ersten Hörner aus Metall wurden erst Anfang des 15. Jahrhunderts gefertigt.
Schön, aber was hat das Horn mit Briefen und Paketen zu tun?
Nun ja … Vor der Abfahrt zum Viehkauf bliesen die Metzger in Tierhörne der geschlachteten Tiere. Damit signalisierten sie, dass sie bereit waren, Briefe auf ihren Fahrten mitzunehmen.
Mit der Zeit entstanden Postkutschen, die nur für das Überbringen der Post zuständig waren. Unterwegs nutzte der Fahrer der Postkutschen das Posthorn (ähnlich wie der heutige Autofahrer die Hupe), um andere Verkehrsteilnehmer vor der herannahenden Kutsche zu warnen bzw. um sie aufzufordern, Platz zu machen, da die Postkutsche Vorrang besaß.
Wer unbefugt als Reisender, Kaufmann oder gewöhnlicher Bote ein Posthorn blies, wurde mit einer Geldbusse bestraft oder riskierte in besonderen Fällen eine Körperstrafe. Im 18. Jahrhundert kamen statt des einfachen Horns Instrumente mit bis zu drei Windungen und mehreren Öffnungen in Gebrauch. Ein Postillion, der die Signale nicht beherrschte, drohte die Entlassung, während ein herausragender Bläser mit einem Ehrenposthorn belohnt werden konnte.
Bis heute behielten wir das Horn als Symbol
Heute denken die wenigsten Menschen an einen Viehhändler der kräftig in ein Horn bläst, wenn sie an die Post denken. Trotzdem bleibt das Horn bis heute Symbol der Post. Das Symbol ist Teil unserer Kultur geworden, ohne dass jemand bewusst ein Piktogramm für die Post entwickeln musste.
Wir finden das Hornsymbol heute in vielen Postlogos europäischer Länder. Aus einem einfachen Symbol, dessen Bedeutung für die Menschen früher sehr einleuchtend und verständlich war, entstanden Markenlogos, die sich heute in unseren Köpfen einbrennen, ohne dass wir die Bedeutung dahinter bewusst wahrnehmen. Das Horn ist Teil unserer Kultur geworden.
Und wie sieht es in anderen Kulturen aus?
Da unser Name Aimara aus Peru kommt, fühlen wir uns fast verpflichtet euch auch einen Einblick in die peruanische Postgeschichte zu geben:
Peru war Teil des riesigen Inkareichs. Um ein so großes Gebiet miteinander zu verbinden, legten die Inkas ein Straßennetz an, das über mehr als 30 Tausend Kilometer erstreckte. Diejenigen, die für das Versenden von Nachrichten aus Cusco zuständig waren, waren die Chasqui. Diese kräftigen und gut trainierten Männer waren die grundlegenden Charakterem, die das peruanischen Kommunikationssystems wortwörtlich am Laufen hielten. Die Chasqui brachten die Post zuverlässig von A nach B. Meist wurden die Strecken in Teile aufgeteilt, so wurde aus dem Postweg eine Art Staffellauf. Der Begriff Chasqui kommt von einem Quechua-Wort namens „chaskiq“ oder „chaskj“, was „derjenige, der empfängt und gibt“ bedeutet. Man schätzt, dass etwa 25 Chasquis in einem Tag eine Strecke von 240 Kilometern zurücklegen können. Die Nachrichten konnten Todesbefehle, Änderungen der Strategien im Krieg, Entlassungen oder Ernennungen von Beamten usw. enthalten.
Auf Abbildungen sieht man Chasqui oft mit einer Muschel in der Hand. Das ist dann wohl das Horn der Peruaner.
Quelle Wikipedia