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Eine weitere, in der TCM häufig angewendete Methode ist das Schröpfen. Diese Methode ist sehr alt und wurde vor hundert Jahren auch in Europa angewandt. Wind, Kälte und Feuchtigkeit gehören zu den drei wichtigsten äusseren Einflüssen, welche rheumatische Erkrankungen verursachen. Sie blockieren die Gelenke und Muskeln, behindern den Kreislauf von Qi und Blut und führen so zu Schmerzen (Xinnong C 1987). Die Platzierung der Schröpfkugeln fordert vom Therapeuten etwas Übung. Durch einen brennenden Gazetupfer, der mit Hilfe einer Pinzette oder Zange gehalten wird, wird die Luft in der Schröpfkugel erwärmt. Ist die Luft genügend warm geworden, wird der Gazetupfer herausgezogen und die Kugel rasch auf die entsprechende Körperstelle aufgesetzt. Mit dem Abkühlen der Luft in der Kugel entsteht ein Vakuum und die Kugel saugt sich an der Haut fest.
Durch die Anwendung der Schröpfkugeln werden Wind, Kälte und Feuchtigkeit, die in den Körper eingedrungen sind, wieder aus dem Körper abgeleitet. Die Meridiane werden befreit, die Zirkulation von Blut und Qi verbessert, Schmerzen und Schwellungen gelindert und die Genesung gefördert (Kaptchuk TJ 1990). Besonders das Ableiten der Feuchtigkeit kann gut direkt beobachtet werden. Am Anfang der Therapie sammelt sich unter den Schröpfkugeln eine deutliche Menge Flüssigkeit an. Nach mehreren Behandlungen wird diese Flüssigkeit immer weniger. Nicht nur zum Behandeln, sondern auch zum Vorbeugen von rheumatischen Erkrankungen ist das Schröpfen eine sehr gute und sehr beliebte Methode.
Nachdem das Schröpfglas aufgesetzt ist, verspürt man ein leichtes Ziehen und Spannen an der Haut, das schliesslich in ein Wärmegefühl übergeht. Die Haut wird unter der Kugel rot bis bläulich verfärbt, welches eine normale Reaktion ist. Die Rötung verschwindet nach einigen Tagen von selbst.