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Am 18.3.1962 schlossen die franz. Regierung und die provisorische Regierung der Alger. Republik in Evian ein Abkommen, welches den im Nov. 1954 von der Nationalen Befreiungsfront Algeriens ausgelösten Kampf gegen die Kolonialherrschaft Frankreichs beendete. Frankreich akzeptierte die Unabhängigkeit Algeriens. Nach dem Scheitern der Vorgespräche in Melun bei Paris im Juni 1960 hatten beide Parteien die Guten Dienste der Schweiz erbeten. Im Nov. 1960 autorisierte Bundesrat Max Petitpierre als Chef der Schweizer Diplomatie Olivier Long, einen seiner Diplomaten, die Ersuchen positiv zu beantworten. Anfang Jan. 1961 übermittelte Long dem franz. Minister für alger. Angelegenheiten den Wunsch der algerischen provisor. Regierung, Kontakt mit Paris aufzunehmen. Von nun an wurde die Schweiz zu den Verhandlungen beigezogen, welche in einem durch das Abkommen von E. besiegelten Waffenstillstand in Algerien mündeten. Treffen zwischen Algeriern und Franzosen fanden zunächst in Luzern und Neuenburg statt, dann nahe der Schweizer Grenze in Evian, Lugrin und Les Rousses, da sich die alger. Gesandten in der Schweiz aufhielten. Die Schweizer Diplomatie und die Sicherheitsorgane - Polizei und Armee - boten Hilfestellungen jeder Art, um die Durchführung der Verhandlungen zu erleichtern. Der Schweizer Beitrag zur Beilegung des franz.-alger. Konfliktes stellt das herausragendste Kapitel der Diplomatie der Guten Dienste dar.
Literatur
– O. Long, Le dossier secret des Accords d'Evian, 1988
– R. Malek, L'Algérie à Evian, 1995
– Politorbis 31, 2002
Autorin/Autor: Antoine Fleury / EB