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«Choco» wuchs im Humboldt Park von Chicago auf, in einem der rausten Viertel der Stadt. Als jüngstes von sechs Kindern wuchs er grösstenteils ohne Vater auf, einen Bruder verlor er durch Bandengewalt, die meisten anderen Geschwister brachen die High-School ab.
Er wuchs kirchenfern auf und erinnert sich an den Aufstand 1975 zwischen Einwanderern aus Puerto Rico und der Polizei. Es war derart schlimm, dass der Gouverneur die Nationalgarde anforderte, um den Humboldt Park zu umstellen. «Choco» sah Gewalt und Unrecht und begann, Mitgefühl für seine Mitmenschen zu entwickeln.
«Leg das zurück!»
Jede Menge Leute lungerten herum und brachen in Geschäfte ein. «Einmal ging ich in einen gerade geplünderten Laden hinein, öffnete die Kühlschrank-Tür und nahm ein Pepsi heraus.» Beim Hinausgehen, auf der Schwelle, vernahm er eine Stimme: «Leg das zurück.» Längst wisse er, dass dies damals die Stimme des Heiligen Geistes war. Er stellte das Getränk zurück in den Kühlschrank.
Einige Jahre später erhielt Choco von der Regierung zusammen mit Tausenden anderen jungen Menschen einen Job, um die Strassen von Chicago während 90 Tagen auf Vordermann zu bringen. Ihm wurde ein Gebiet in der Nähe einer Pfingstkirche zugewiesen.
Er ging in die Gemeinde und sagte: «Mein Name ist Wilfredo de Jesus. Ich bin hier, um Strassen zu putzen.» Doch vor der Schicht wurde gebetet, «ich sass hinten, weil ich nicht in der Kirche aufgewachsen bin. Ich kannte Jesus nicht.»
«Wo ist Jesus? Ich möchte mit ihm sprechen»
Bald darauf fragte Choco einen Mitarbeiter der Kirche, was die Jugendlichen vorne taten. Die Antwort war, dass sie zu Jesus beteten, gekoppelt mit der Frage: «Möchtest du Jesus kennenlernen?» Choco war interessiert, er fragte aufrichtig: «Wo ist er? Ich möchte mit ihm sprechen.»
Nun bildeten die anderen jungen Menschen einen Kreis um ihn, um mit ihm zu beten. Er schloss die Augen und betete: «Gott, wenn du existierst, ändere mein Leben.» Tatsächlich veränderte er sich komplett. Längst ist er mit der Tochter des Pastors verheiratet und wurde selbst im Jahr 2000 zum Pastor ordiniert.
Immobilienkauf
Die Gemeinde begann immer mehr zu evangelisieren und ab und an auch Immobilien zu kaufen. Unter anderem einen Schnapsladen an einer markanten Strassenecke, um darin Arztpraxen und Kleidergeschäfte einzurichten. Weitere Grundstücke wurden hinzugekauft und in den Gebäuden wurden unter anderem ein Teenager-Zentrum und weitere Kliniken eingerichtet. Laut Choco ist in dieser Gegend die Kriminalität um 42 Prozent zurückgegangen.
Hierbei wurde der Dienst für die Öffentlichkeit über den eigenen Komfort der Mitarbeiter gestellt, welche sich noch längere Zeit in einer High-School zu den Gottesdiensten trafen.
«Folgt mir»
Eines Tages legte ihm Gott aufs Herz, einen Bauernhof zu kaufen, um Prostituierten zu dienen. Er begann damit, seine Assistentin loszuschicken und fünf Prostituierte zu fragen, wie viel sie für eine Stunde berechnen würden. Die Assistentin brachte fünf Frauen zurück, und nachdem Choco ihnen insgesamt 225 Dollar bezahlt hatte, fragten sie: «Was sollen wir tun?»
Er antwortete nur: «Folgt mir.» Er führte die fünf Frauen in einen Raum, in dem sein Team ein Bankett organisiert hatte. Choco half, jede Frau an ihren Platz am Tisch zu setzen, der mit romantischen Dekorationen bedeckt war. Chocos Frau leitete die Anbetung, und das Schauspielteam führte eine Darbietung zum Evangelium auf. Die fünf Besucherinnen waren tief berührt.
Über 640 Frauen aus Menschenhandel gerettet
«'Die Prostituierten sagten: Pastor, noch nie hat uns ein Mann so behandelt. Wir wollen dein Geld nicht.' Und von 2000 bis heute – wir haben den Hof immer noch – wurden über 640 Frauen zur Ehre Gottes aus Prostitution und Menschenhandel gerettet.»
Der kulturelle Wandel in der Gegend ist enorm, weil Choco und seine Gemeinde der Botschaft Jesu radikal gehorchen. Aber er weiss, dass nichts davon möglich gewesen wäre, wenn Gott ihm nicht seine Liebe für die Verlorenen und Gebrochenen offenbart hätte.
«Wir haben die Liebe verloren»
«Wir haben unsere Liebe zur Menschheit verloren», sagt Choco über die amerikanische Kirche. «In Lukas 15 geht es um dich. Geh raus. Finde die Verlorenen. Warum? In Lukas 19 sagt Jesus: ‘Ich bin gekommen, um das zu suchen und zu retten, was verloren ist.' Wenn ihr also über euren Wert, eure Arbeit nachdenkt... unsere Aufgabe ist es, die zu suchen und zu retten, die verloren gegangen sind, weil unser Vater sie liebt.»
Hätten alle Christen die gleiche Leidenschaft, die Verlorenen zu gewinnen, könnte die christliche Kirche revolutionär wirken. Diese Art von Veränderung beginnt aber im Herzen.