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Glanzlichter 2017
Zwei CBM-Projekte wurden an der Zero Project Konferenz im Februar 2017 in Wien prämiert: Einerseits das «Nhat Hong»-Projekt in Vietnam, das Kindern und Jugendlichen mit Seh- oder Mehrfachbehinderung Frühförderung, inklusive Schulbildung und Berufsbildung ermöglicht. Andererseits ein Agrarprojekt zur Einkommensförderung von Menschen mit Behinderungen in Indien. Zero Project ist eine Plattform, welche die wirksamsten und innovativsten Projekte für die Probleme von Menschen mit Behinderungen bekannt macht.
Anfang Oktober 2016 beraubte Hurrikan Matthew 1,4 Millionen Menschen ihrer Lebensgrundlagen. Die CBM erbrachte und vermittelte Nothilfe für Familien mit behinderten Angehörige: 2016 und 2017 erhielten 5'000 Menschen die Mittel für den Neustart, und bei mehr als 6'000 Menschen mit Behinderungen wurden individuell die Bedürfnisse analysiert, um sie an geeignete, zuvor geprüfte Dienste zu verweisen.
Die bislang umfassendste Studie in Lateinamerika zur Lage der Personen mit Behinderungen stützt bisherige Einschätzungen. In drei von zehn Haushalten lebt mindestens ein Mensch mit Behinderung. Mit mindestens einer Behinderung lebt jeder Zwanzigste der unter 18-Jährigen und unter den über 50-Jährigen fast jeder Vierte. Vorherrschend unter den Erwachsenen sind chronische Ängste und Depressionen, eingeschränkte Mobilität sowie schwaches Sehen oder Hören. All diese Menschen sind wirtschaftlich und sozial stark benachteiligt. Die Studie wurde von der CBM gefördert und in Guatemala landesweit durchgeführt.
Die WHO hat im Mai 2017 eine neue Resolution über die Verbeugung gegen Hörverlust verabschiedet. Als einzige der teilgenommenen Nichtregierungsorganisationen wird darin die CBM erwähnt. Das widerspiegelt die Anerkennung, welche die CBM als WHO-Partner geniesst. Jährlich werden mehr als eine halbe Million ohrenkranke Menschen in CBM-geförderten Projekten behandelt. Die Hälfte der Hörschäden, so die WHO, könnte vermieden werden. Rund 360 Millionen Menschen leben mit starker Hörbehinderung, unter ihnen 32 Millionen Kinder.
Für obdachlose Menschen mit psychischen Störungen ist mit Hilfe der CBM Schweiz ein Zentrum erbaut worden. Das Land dazu hat die Stadt Ouahigouya kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Zentrum erhalten die Betroffenen ein Bett, hygienische Versorgung, Betreuung, Gemeinschaft sowie handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeit. Auch werden die jeweiligen Familien beraten und unterstützt, um die betroffenen Angehörigen wieder aufzunehmen.
Die CBM hat für Katastrophensituationen eine neuartige App entwickelt. Die Smartphone-Anwendung «Humanitarian Hands-on Tool» soll dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderungen, die bei Katastrophen besonders benachteiligt sind, Zugang zur Nothilfe erhalten. Die App soll allen Nothilfeorganisationen dienen und beschreibt mit konkreten Anleitungen, wie eine gerechte Verteilung von Lebensmitteln aussehen kann. Oder wie barrierefreie Notunterkünfte, sanitäre Anlagen und Brunnen gebaut werden sollten, und vieles mehr.
Im Hunger geplagten Südosten Nigers hat die CBM Schweiz 800 Familien Nothilfe gebracht. Unter ihnen befinden sich viele, die vor dem Terror Boko Harams aus Nigeria flüchteten. Alle unterstützten Familien haben verletzliche Angehörige, solche mit Behinderungen, Kleinkinder oder betagte Menschen. Die Monate bis zur nächsten Ernte können die Betroffenen nun ohne Mangelernährung und Hunger überbrücken. Den Familien hat die CBM Schweiz über lokale Mitarbeitende einen monatlichen Betrag geben lassen. Dieser weltweit bewährte «Cash Transfer» ist auch hier erfolgreich. Die Familien besorgen jeweils genau das, was ihnen aus ihrer Notlage hilft. Das stärkt den lokalen Markt und vermeidet Transporte, die in dieser Region risikoreich wären.
Gemeinsam mit Sight Savers ist die CBM im September mit dem António-Champalimaud-Vision-Award ausgezeichnet worden. Der von der WHO unterstützte Preis wird seit 2006 vergeben und ist mit 1 Million Euro dotiert. Erhalten haben ihn beide Werke für ihren jeweils jahrzehntelangen Kampf gegen Blindheit und Pionierleistungen in Prävention, Heilung und Infrastruktur. CBM-Leiter für inklusive Augengesundheit Dr. Babar Qureshi sagte bei der Preisvergabe: «Besonders Menschen im sozialen Abseits müssen Zugang zu effektiven Programmen der Augenmedizin haben und bei deren Umsetzung eingebunden sein.»
Für Zentralafrika ist in Yaoundé das augenmedizinische Referenzzentrum Magrabi eröffnet worden. Ein Team von Spezialisten meistert Augenprobleme von Hornhaut über Grauer Star bis zu Grünen Star und zu Netzhauterkrankungen. Die CBM hat mittels Ausrüstung, Gerät und leitenden Fachkräften zum Gelingen beigetragen. Unterstützt von der CBM Schweiz ist zudem auf Madagaskar die einzige augenmedizinische Abteilung für Kinder gebaut und ausgerüstet worden. Seit Oktober 2017 erhalten dort im CBM-Projekt MAHITA auch Kinder ärmster Familien die Sehkraft rettende Behandlung.
Im November 2017 engagierte sich die CBM seit genau 50 Jahren in Indien! Die CBM hat sich in Indien dafür stark gemacht, dass Menschen mit Behinderungen Zugang zu Gesundheitsdiensten und Bildung erhalten und sich eine Existenzgrundlage aufbauen können. An der Jubiläumsfeier, an der auch Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO und der indischen Regierung anwesend waren, betonte unser Geschäftsleiter Hansjörg Baltensperger in seiner Rede: «Wir müssen Behinderung als Teil der menschlichen Vielfalt ansehen. Alle Menschen sollen als gleichwertig respektiert sein sowie gleichberechtigt teilhaben und mitgestalten können.»
Herzlichen Dank!
All dies wäre nicht möglich gewesen ohne Sie, liebe CBM-Spenderinnen und Spender. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung!