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Veränderung der Körperhaltung – Geburt bis ins höhere Alter
Schwangerschaft und Neugeborene
Während der Schwangerschaft befindet sich der Fötus in der Gebärmutter und schwimmt im Fruchtwasser. Nach der Geburt muss der Körper sich an die Gesetze der Schwerkraft anpassen.
Aufgrund der gekrümmten fetalen Lage in der Gebärmutter weist das Neugeborene eine gebogene Wirbelsäulenverkrümmung auf, ohne dass eine Kurvatur die Hals- und Lendenwirbelsäule prägt.
Die charakteristischen Krümmungen der erwachsenen Wirbelsäule sind beim Neugeborenen nur teilweise vorhanden und treten erst im Verlauf der postnatalen Entwicklung auf. Dies dank dem gesamten Prozess der neurologischen und motorischen Entwicklung. Dies ermöglicht die Umwandlung der primären Flexion des Babys in eine vollständige und leicht aufrechterhaltene, doppelte S-Kurve der Wirbelsäule, die wir im Erwachsenenalter sehen.
Ab drei Monaten
Im Alter von drei Monaten beginnt sich die Halslordose zu entwickeln, um den Kopf auszubalancieren. Durch das Anheben des Kopfes wird die Rückenmuskulatur gestärkt, was zu einem stabileren Sitzen, Stehen und Gehen führt. (Deswegen ist die Bauchlage bei Neugeborenen so wichtig).
Vergleich mit Wirbeltieren
Evolution und Entwicklung der menschlichen Wirbelsäule im Laufe der Jahrhunderte
Wenn man die Anatomie aller Wirbeltiere vergleicht, ist der Mensch das einzige Wirbeltier mit einer ausbalancierten Wirbelsäule mit drei Kurven.
Die Kurvatur im unteren Teil des Rückens kommt bei keiner anderen Art vor. Der Mensch ist die einzige Spezies, die ohne Zuhilfenahme von Attributen wie einem Schwanz (Kangeroo) oder Flügeln (Vögel) in der Lage ist, eine aufrechte Position zu halten.
Mensch in aufrechter Haltung
Das Stehen in einer aufrechten Position ermöglicht Menschen, ihre Arme zu benutzen, was zu einer großen Variation in fein und grobmotorischen Aufgaben führt.
Leider hat diese aufrechte Haltung auch seinen Preis. Diese vertikale Position erhöht die Arbeit des Herzens, erhöht die Belastung des menschlichen Körpers und verringert die Stabilität des Körpers.
In unserer westlichen Welt ist das Sitzen eine der häufigsten Aktivitäten. Das Sitzen nimmt die Beine mehr oder weniger von ihrer Stützfunktion, so dass das Becken als Hauptstützpunkt für die segmentierte Zeltstange der menschlichen Wirbelsäule bleibt. Dieser Ausgleichs-mechanismus führt zu einer Devolution der Wirbelsäule.
Falsche Sitzposition als Gewohnheit
Wenn unsere stabilisierende Muskulatur nicht mehr stark genug ist, wird leider eine falsche Sitzposition zur Gewohnheit. Aus dieser zusammengesunkenen Sitzposition ergibt sich folgende Haltung: Der Kopf kommt durch Beugen der unteren Halswirbel nach vorn, der obere Nacken geht in Überstreckung, die Brust und die Vorderseite des Brustkorbs sind im Ausatmungszustand fixiert, das Becken rollt sich zurück, was eine abgeflachte Lendenwirbelsäule (Flexionsbewegung) zur Folge hat.
Belastung der Bandscheiben
Wenn sich die Lendenwirbelsäule in die Flexion bewegt, werden die Bandscheiben doppelt so stark belastet als wie beim Stehen, was zu einer grossen Chance auf Hexenschuss und Bandscheibenvorfälle führen kann.
Folgen der schlechten Körperhaltung
Die Einflüsse von unserem modernen Leben auf einen normalen gesunden Menschen sind extrem. Durch die zunehmenden Arbeitszeiten, Stress, verminderte körperliche Aktivität etc. sind in fast jedem menschlichen Körper Muskelschwäche und -verkürzungen zu finden.
Diese muskulären Ungleichgewichte bilden die Basis vieler Verletzungen wie z.B. Muskelschmerzen, Zerrungen, Überlastungsverletzungen und frühe Degenerationsprobleme.
Langfristig Rückenprobleme vermeiden
Eine gute Körperhaltung reduziert nicht nur die Belastung der Gelenke und reduziert Überlastungsverletzungen durch die Erhöhung der Dämpfungskapazität des menschlichen Körpers, sondern es unterstützt auch die vielfältigen Aktivitäten des Zwerchfells (Diaphragma).
Mit anderen Worten, eine schlechte Körperhaltung kann sich auf die Biomechanik der Wirbelsäule und ihrer Extremitäten auswirken und funktionelle und strukturelle Probleme verursachen, aber auch zu Atemwegsschwierigkeiten, schlechter Durchblutung und sogar Reflux führen.
Wenn Sie Rückenprobleme langfristig vermeiden wollen, wäre es sinnvoll vermehrt kleinere Bewegungseinheiten in Ihren Alltag einzubauen und mit einem gezielten Rückentraining anzufangen. Sogar ein paar einfache, alltagsnahe Übungen für Stabilisation und Kräftigung haben eine präventive Wirkung.