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Der Maler, Zeichner und Illustrator Tobias Stimmer (1539–1584) gilt nach Hans Holbein d. J. als bedeutendster Schweizer Künstler des 16. Jahrhunderts. Leider haben sich von seinen Wandmalereien und Gemälden nur wenige erhalten, so dass sein Name vor allem unter Spezialisten bekannt ist. Das Basler Kupferstichkabinett besitzt jedoch einen eindrucksvollen Bestand an Zeichnungen und Holzschnitten Stimmers, aus dem eine Auswahl von rund 40 Werken in den Grafikkabinetten im ersten Stock des Hauptbaus präsentiert wird.
Viele der Zeichnungen Stimmers sind Entwürfe, beispielsweise Vorlagen für Wand- und Deckenbilder oder für den Holzschnitt oder sogenannte Scheibenrisse, nach denen Glasmaler kleinformatige Bildscheiben herstellten – eine vor allem in der Schweiz sehr verbreitete Kunstgattung. Stimmers Holzschnitte kamen zum einen als Einzelholzschnitte auf den Markt, zum anderen dienten sie als Illustrationen in Büchern. Der Künstler war regelmässig für verschiedene Buchdrucker und Verleger tätig, unter anderem für Bernhard Jobin in Strassburg oder Thomas Gwarin und Pietro Perna in Basel. Die florierenden Verlage publizierten religiöse Bücher, aber auch Historiografien, Porträtwerke, Satiren und Emblembücher.