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Schauspieler-Regisseur
Radio- und Fernsehschaffender
Im Buch "O mein Papa" erzählt Ettore Cella:
"Vor der Premiere des 'Schwarzen Hechts' 1948 hatte ich den Onkel Fritz geprobt, war erkrankt und wurde durch Lukas Ammann ersetzt. Während der Spielzeit erkrankte Gustav Knuth und Ammann übernahm dessen Rolle als Obolski und ich - wieder gesund - erneut den Onkel Fritz. Allerdings konnten wir nur eine musikalische Verständigungsprobe ansetzen, und uns war allen angst und bange bei den komplizierten Ensembles. [...] Da kam Päuli (Burkhard), der jeweils am Klavier sass und dirigierte, in die Garderobe und tröstete:
'Schau immer nur auf mich, du kannst es, hab' keine Angst!'
Doch nach der Vorstellung, als alles gut gegangen war, musste er zugeben:
'Ich habe mehr Lampenfieber gehabt als ihr alle zusammen!' "1
Als Schauspieler, Regisseur, Radio- und Fernsehschaffender wurde Cella weit herum bekannt und trat, über 80-jährig, noch immer in bemerkenswerten, unvergesslichen Filmrollen auf. So im 2001 zum besten Schweizer Film gekürten "Utopia Blues" von Stefan Haupt, wo er den Grossvater gab.
Auch als Übersetzer italienischer Autoren machte sich Ettore Cella um die Literatur seines ursprünglichen Vaterlandes verdient. Besonders am Herzen lagen ihm die Dramen von Luigi Pirandello (1867-1936), 1934 Nobelpreisträger, von denen er etliche ins Deutsche übertrug, sodass sie auf deutschen Bühnen Einzug hielten.
1977 wurde Cella vom Centro Nazionale Studi Pirandelliani in Pirandellos sizilianischer Geburtstadt Agrigento der "Premio Pirandello Maschere Nude" feierlich überreicht.
Bei der ersten im Zürcher Stadttheater (heute Opernhaus) in italienischer Originalsprache aufgeführten Oper - Donizettis "Lucia di Lammermoor" (Spielzeit 1958/59) - war Cella für Inszenierung und Regie verantwortlich. Sie stand, ein damals seltener Erfolg, über mehrere Spielzeiten hinweg insgesamt 25 Mal auf dem Spielplan. Die musikalischen Leitung hatte der damals 29-jährige Nello Santi.
Bei Hörspielen in den 30er bis 50er Jahren arbeitete Ettore Cella unter anderem auch mit Karl Meier / Rolf zusammen. Eine langjährig-lebendige Freundschaft verband die beiden. Wohl war Ettore Leser, aber nie Abonnent des Kreis. Sein Privatleben schirmte er vor der Öffentlichkeit ab, ohne seine Veranlagung je zu verleugnen. Dazu war er viel zu gradlinig.
1951 lernte er den damals 21-jährigen Richard Lenggenhager kennen. Schon vom zweiten Tag an lebten sie als Paar zusammen, zuerst an der Dienerstrasse unweit des Cooperativo, später in einem Bauernhaus in Brütten bei Winterthur. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagte uns Richard in der sehr harten Zeit nach Ettores Tod. 53 Jahre lang hatten sie zusammengelebt.
Ettore Cella pflegte intensive Briefkontakte zu Künstlern in ganz Europa. So etwa zu Jean Cocteau, von dem es in Ettores Sammlung etliche handgeschriebene und mit Zeichnungen ausgestaltete Briefe gibt. Er hatte sich im Januar 1947 in Paris sowohl mit Cocteau wie auch Jean Marais und Jean Genet getroffen, wie er in einem Interview mit Carl Zibung erwähnte2.
Ernst Ostertag, Oktober 2004