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Haus Hohlandstrasse 4-8
Das Bauernhaus geht im Kern auf das 16. Jahrhundert zurück und setzt sich aus zwei Wohnteilen, einer Scheune und einem im 19. Jahrhundert im Süden angebauten Wohnhaus zusammen. Das Haus Nr. 4 weist im Rohbau noch Teile der spätmittelalterlichen Ständerbohlenkonstruktion auf. Spätestens im frühen 19. Jahrhundert wurde es im Osten durch das Haus Nr. 6 erweitert. 1896 wurde an Stelle einer ehemaligen Scheune das Wohnhaus Nr. 8 erstellt.
Die Kirche Oberwinterthur und auch das Haus an der Hohlandstrasse 4 bis 8 liegt auf einem Hügelvorsprung des Lindbergs. Diese „Bergterrasse“ und eine grössere Umgebung hat eine Geschichte seit der Römerzeit. Die ältesten Häuser gehen bis in die Jahre 4 und 1 vor Christus zurück. Die Rettungsgrabungen im Unteren Bühl dokumentieren diese Zeit.
Dazu die Kantonsarchäologen: „Das antike Oberwinterthur ist die römische Siedlung Vitudurum, die ihre Blütezeit während des 1. und 2. Jh. n.Chr. hatte. Im Jahr 294 n.Chr. wurde der Kirchhügel unter Kaiser Diocletian in Zusammenhang mit der Sicherung der Reichsgrenzen mit einer Mauer umgeben. Ein 6 m breiter Strassenkoffer aus Kies, zum Teil auf einem hölzernen Unterbau, konnte im Westquartier der Siedlung beobachtet werden. Eine von Gräbern gesäumte Ausfallstrasse in Richtung Osten ist in einem Abschnitt beim Hotel Römertor noch erhalten. Sie bestand aus einer 4 m breiten und bis zu 60 cm mächtigen Kiesschüttung, die auch in nachrömischer Zeit weiter befahren und erst 1775 grundlegend ausgebaut wurde.“
Auf dem Weg zur Oberwinterthurer Kirche stehen rechter Hand auf der Hohlandstrasse drei zusamengebaute Wohnhäuser, die auf ein Vielzweck-Bauernhaus zurückgehen. Jahrzehntelang waren sie unbewohnt und dem Zerfall anheim gestellt. Im Volksmund mockierte man sich und wies auf Römische Überreste hin. Dem ist freilich nicht so. Die ältesten Bauteile gehen auf das Jahr 1503 zurück, wie Ausgrabungen ab 2019 eindrücklich belegen.
Dass aber an dieser Stelle römische Spuren vorhanden sind, ist ebenfalls sicher gestellt. 2019 haben Archäologen des Kantons Zürich das Gebäude und auch den Untergrund wissenschaftlich untersucht. Nebst vielen Elementen, die auf die Römer zurückschliessen lassen, sind auch Reste der ehemaligen Kastellmauer zum Vorschein gekommen. Die Spuren aus alter Zeit, die bei den Grabungen nun zu Tage treten, beweisen, dass die Unterstellungen als kommunales Inventarobjekt zu Recht erfolgt ist.
Noch ist nicht geklärt wie es mit dem geschichtsträchtigen Gebäude weitergeht. Es ist im Besitz von Bruno Stefaninis Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte. Bettina Stefanini, die nach dem Tode ihres Vaters das Sagen hat, wird zusammen mit der städtischen Denkmalpflege das weitere Vorgehen absprechen. Vorerst sind weitere Abklärungsarbeiten der Archäologen im Fokus.