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Brüssel - Belgiens König Albert II. hat für eine Überwindung des Sprachenstreits geworben, der im April zu einer tiefen politischen Krise und dem Rücktritt der Regierung geführt hatte. Es gelte, "die kniffligen Fragen, die gespalten haben, zu lösen", sagte er.
Zwischen den Gliedstaaten und der Zentralregierung in Brüssel müssten "neue Balancen gefunden werden", mahnte der Monarch in einer am Dienstag ausgestrahlten Rede im Fernsehen. Einen Tag vor Belgiens Nationalfeiertag hielt Albert die traditionelle Ansprache, die vom Regierungschef gebilligt werden muss.
Im April war die Regierung unter Yves Leterme am Streit über die Rechte von französischsprachigen Belgiern in Flandern zerbrochen, sie blieb danach kommissarisch im Amt. Nach den Neuwahlen im Juni gibt es weiter keinen Durchbruch bei den Verhandlungen über eine neue Koalition.
Albert ernannte aber inzwischen den französischsprachigen Sozialisten Elio Di Rupo zum "Vor-Bildner" einer Regierung. Kompliziert dürften insbesondere die Verhandlungen mit der flämischen Partei NVA über eine Staatsreform sein. Die NVA strebt auf lange Sicht ein unabhängiges Flandern an.
Die Rede war der Tradition gemäss auf Französisch und auf Niederländisch verfasst und endete mit einigen Sätzen auf Deutsch. Deutsch ist dritte Amtssprache, da im Osten des Landes eine deutschsprachige Minderheit lebt. Seit dem 1. Juli hat Belgien für sechs Monate den EU-Ratsvorsitz inne.
SDA-ATS