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Potzblitz: Wie würden Sie die aktuelle Tigermücken-Situation beschreiben?
Im Kanton Basel-Stadt haben wir zurzeit zwei fest etablierte Populationen entlang der Grenze zu Frankreich (Saint Louis) und an der Grenze zu Deutschland (Weil am Rhein). Im Quartier Neubad haben wir Hinweise auf eine weitere Population. In den letzten Jahren hat sich die Tigermücke langsam ausgebreitet.
Potzblitz: Wie kam die asiatische Tigermücke in die Schweiz?
Die genauen Wege sind nicht bekannt. Vermutlich wurden Mückeneier vor allem durch den Verkehr und den Warentransport in die Schweiz eingeschleppt. Mückeneier werden z.B. mit Frachtgut über Bahn- und Wasserwege transportiert. Bekannt sind Fälle beim Transport von Bambuspflanzen für den Gartenhandel oder bei alten Autoreifen. Mückeneier überleben den Transport im ausgetrockneten Zustand und entwickeln sich später in feuchter Umgebung zu einer ausgewachsenen Tigermücke.
Potzblitz: Was ist das Besondere an der asiatischen Tigermücke?
Sie ist schwarz mit deutlichen weissen Streifen auf dem Körper und den Beinen. Auf ihrem Rücken verläuft zudem eine eindeutig weisse Linie.
Potzblitz: Was ist das Problem wenn sich die Tigermücke hier ausbreitet?
Die Tigermücke ist im Vergleich zu anderen Mücken sehr viel aktiver. Sie sticht mehrfach und auch tagsüber. Damit wird sie schnell sehr lästig. Die Tigermücke kann auch Krankheiten wie das Denguefieber, das Chikungunya- und das Zika-Virus übertragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies in Basel-Stadt passiert, wird zurzeit als sehr niedrig eingeschätzt. Dies vor allem, da diese Krankheiten hier nur sehr selten auftreten.
Potzblitz: Kann die Tigermücke das neuartige Corona-Virus übertragen?
Nein. Bisher ist kein Fall dazu bekannt.
Dr. Stephan Husen arbeitet bei der Fachstelle Gefahrenprävention des Kantons Basel-Stadt.
Das Interview wurde von Janko per E-Mail geführt.