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Weniger Krebstote
Die OECD veröffentlicht jährliche Statistikreihen ihrer Mitgliederstaaten. Gestern wurde die Reihe „OECD health data“ aktualisiert. Darin werden auch die Todesfälle infolge von Krebserkrankungen erfasst. Die Statistik zeigt OECD-weit einen deutlichen Rückgang der Zahl der Krebstoten: 1980 starben rund 249 Menschen pro 100‘000 Einwohnerinnen und Einwohner an Krebs, 2010 hatte sich diese Rate um 14% auf 214 Menschen reduziert. Bei beiden Geschlechtern ist diese Reduktion ungefähr gleich ausgeprägt, wobei auf 100‘000 Männer fast ein Drittel mehr an Krebs starben als auf 100‘000 Frauen. Total starben 2010 über 20% weniger Menschen an Krebs als noch vor dreissig Jahren. Zwischen 2005 und 2010 hat sich die durchschnittliche Anzahl Krebstote um 3% verringert.
Die Statistik zeigt weiter, dass etwa die Todesfälle infolge HIV-Infektion in den OECD-Ländern seit 1993 deutlich abgenommen haben. Auf 100‘000 Einwohnerinnen und Einwohner starben im Jahr 1993 gut 2.7 Menschen an der Immunschwächekrankheit, 2010 waren es 1.08. In der Schweiz hat sich die Zahl der AIDS-Toten zwischen 1995 und 2007 um 90% reduziert.
Weiterhin steigende Lebenserwartung
Die OECD-Daten verzeichnen weiter eine steigende Lebenserwartung. 2010 lag sie in der Schweiz bei Geburt bei 82.6 Jahren. Nur in Japan können die Menschen mit einem leicht längeren Leben rechnen. Frauen haben dabei eine höhere Lebenserwartung als Männer: Sie betrug 84.9 Jahre, das sind über zehn Jahre mehr als noch vor fünfzig Jahren. Männer können statistisch gesehen auf 80.3 Lebensjahre hoffen, wobei der Zuwachs seit 1960 fast ein Jahr mehr betrug als bei den Frauen. Von allen OECD-Mitgliedsstaaten weisen die Türkei und Ungarn die geringsten Lebenserwartungen aus.
Gesundheitskosten im Vergleich
Die OECD-Länder gaben 2010 im Durchschnitt 9.5% ihres Bruttoinlandprodukts (BIP) für Gesundheitsausgaben aus. In der Schweiz lag dieser Anteil bei 11.4%. Die Ausgaben für Gesundheit lagen damit unter denjenigen der Nachbarländer Deutschland und Frankreich, die 11.6% für Gesundheit aufwendeten. Mit einem Anteil von 17.6% am BIP leisten sich die USA das teuerste Gesundheitssystem der Welt. Von den gesamten Gesundheitskosten wurden in der Schweiz 65% durch öffentliche Ausgaben gedeckt. Diesbezüglich liegt die Schweiz deutlich unter dem OECD-Schnitt. Den höchsten Anteil öffentlicher Beiträge an den Gesamtgesundheitskosten verzeichneten die Niederlande mit fast 86%.
Die jährliche Zuwachsrate der Gesundheitsausgaben in den Jahren 2000 bis 2010 ist mit 4.6% relativ moderat ausgefallen. Die Schweiz liegt damit genau im OECD-Mittel. Den geringsten Zuwachs verzeichnete Deutschland, den grössten mit 11.3% Südkorea. Die Kosten für Medikamente machten 9.7% der gesamten Gesundheitskosten aus, in Deutschland waren es fast 15%, in Italien über 17%.