Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03442.jsonl.gz/1109

Seit ihrer Kindheit von den Legenden Griechenlands und Roms und von der hellen mediterranen Welt angezogen, studierte Irene Vallejo Moreu (Saragossa, 1979) Klassische Philologie und erwarb einen europäischen Doktortitel an den Universitäten von Saragossa und Florenz. Die Früchte ihrer Recherchen und ihrer journalistischen Arbeit sind ein Essay, der dem Dichter Marcial gewidmet ist, und zwei Zusammenstellungen der Kolumnen, die sie in der Zeitung Heraldo de Aragón veröffentlicht, ein Beispiel für einen einzigartigen philosophischen Journalismus, der die Themen der Gegenwart und die Lehren der antiken Welt miteinander verwebt: El pasado que te espera (2010) und Alguien habló de nosotros (Contraseña, 2017). Bisher hat er zwei Romane veröffentlicht: La luz sepultada (2011), in dem er den Ausbruch des Krieges im Privatleben schildert und wie er den Alltag unkenntlich macht, und El silbido del arquero (Contraseña, 2015), ein eigentümlicher historischer Roman mit homerischen und virgilianischen Anklängen. Er hat auch zwei Kinderbücher veröffentlicht (2014 El inventor de viajes, mit Illustrationen von José Luis Cano, und 2015 La leyenda de las mareas mansas, mit Illustrationen von Lina Vila) und, in Zusammenarbeit mit der Dichterin Inés Ramón, La mañana descalza (2018), das einen zeitgenössischen Blick auf die Welt der klassischen Mythologie bietet. Im Jahr 2019 erschien sein Essay El infinito en un junco (Preis El Ojo Crítico de Narrativa 2019 und Preis Las Librerías Recomiendan Non Ficción 2020). Derzeit ist er Kolumnist für Heraldo de Aragón und El País Semanal.
In der besten Tradition des ruhigen, kulturellen und philosophischen Journalismus fangen die in El futuro record zusammengestellten Kolumnen den Puls unserer Zeit ein, indem sie an die Stimmen der Vergangenheit appellieren. Unter Verwendung der alltäglichen Materialien des modernen Lebens schafft Irene Vallejo kleine literarische Stücke, in denen sie ein imaginäres Bankett mit illustren Gästen wie Sappho, Thukydides, Seneca, Epiktetus, Gracián, Montesquieu und Wilde und vielen anderen nachstellt. Dank der geheimen Korrespondenzen, die dieses luzide Spiel mit der Zeit ans Licht bringt, wird das Ferne deutlicher. Um die eilige und chaotische Gegenwart zu verstehen, richtet die Autorin ihr Augenmerk auf das, was einmal war und immer noch schlagen und erklären kann. Gleichzeitig lehrt sie uns, wie Mythen, Erzählungen, Legenden und Geschichten dazu dienen, unser Unbehagen zu erhellen und zu lindern.
Die von Irene Vallejo im Heraldo de Aragón veröffentlichten Wortspalten bilden einen angenehmen und klaren Hain, der es uns erlaubt, den ganzen Wald zu sehen: die ganze Menschheit, uns.