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Al Gore - Biografie,
Biographie, Familie, Buch
[17.10.2000: siehe die englische Biographie zu Al
Gore]
Artikel
vom 15. August 2000
Al Gores Vater war auf einer Farm in Tennessee geboren worden
und arbeitete als Lehrer, ehe er eine Karriere im Staatsdienst einschlug. Zuerst
diente er als Smith County Superintendent of Schools, danach als Tennessees Secretary of
Labor, später als amerikanischer Senator. 1970 verliess Gore Senior den Senat
und arbeitete als Anwalt und Unternehmer. Er verstarb 1998 im Alter von 91
Jahren. Die Mutter von Gore junior, Pauline LaFon, war eine der ersten Frauen,
die von der
Vanderbilt Law School graduierte. 1937 heiratete sie Albert Gore Senior. Sie
nahm an der Karriere ihres Mannes aktiv Teil und diente ihm als Beraterin. Als
sich ihr Mann von der politischen Bühne zurückzog, arbeitete sie wieder als
Anwältin und bereit junge Frauen, die eben diesen Berufsweg einschlagen
wollten.
Al Gore Junior wurde 1948 in Washington D.C. als Sohn des Senator
Albert Gore Senior und Pauline LaFon geboren. Er wuchs in Carthage, Tennessee,
auf und besuchte die Harvard University, wo er 1969 einen B.A. in Government
erhielt. Er diente 1969-71 freiwillig in Vietnam und studierte danach an der
Vanderbilt University Divinity School in Tennessee (1971-72), an der Vanderbilt Law School
(1974-76) und in Harvard.
1970 heiratete Gore Mary Elizabeth "Tipper" Aitcheson,
die 1975 einen B.A. in Psychologie an der Universität von Boston erwarb. Sie
ist Autorin, arbeitete bis 1976 als Fotojournalistin für The Tennessean und
ist eine Aktivistin. Heute berät sie Präsident Clinton in Fragen der "mental health policy".
Die wie ihr Mann 1948 geborene Tipper engagiert sich auch für die Gesundheit
von Kindern, das Schicksal von Obdachlosen sowie für AIDS-Fragen. Zusammen mit
Susan Baker gründete Tipper ein Zentrum, das Kinder vor für sie ungeeignetem
Material in der Popkultur fernhalten sollte. Die Gores haben
vier Kinder, die zwischen 1973 und 1982 geboren wurden.
In den Ausbildungsjahren arbeitete Al Gore am Abend als
Reporter für The Tennessean. Seine politische Karriere begann 1976 mit
seiner Wahl in das amerikanische Abgeordnetenhaus in Washington, wo er von 1977-85 für den Staat
Tennessee sass. 1987/88 kandidierte Gore innerhalb der Demokratischen Partei
erfolglos für die Kandidatur als
Präsident. 1984 wurde er wie sein Vater zum Senator gewählt. Bei seiner
Wiederwahl 1990 gelang es ihm als erstem Kandidaten der modernen amerikanischen
Geschichte, alle 95 Counties in Tennessee zu gewinnen. 1993 wurde Gore vom Volk
zusammen mit Präsident Clinton als Vizepräsident ins Weisse Haus gewählt.
Der
Baptist Al Gore befürwortet die freie Entscheidung der amerikanischen Frauen in
Fragen der Abtreibung. Er tritt für eine stärkere Waffenkontrolle ein. Er ist
gegen die Privatisierung der Sozialpolitik. Gore steht für die Beibehaltung von
Medicare und ist gegen Steuererleichterungen. Überschüssige Gelder sollten
für den Ausbau der Gesundheitsversicherung sowie für die Rückzahlung der
Staatsschuld eingesetzt werden.
Bücher von und zu Al Gore, Buchtipps:
- Al Gore: Wege zum Gleichgewicht. Ein
Marshallplan für die Erde. Fischer Taschenbuch, 1994, 383 S. Buch bestellen bei
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- Peter Neumann: Al Gore. Eine Biographie. DVA, 2000, rund 200 S. Buch bestellen
bei Amazon.de.
- Bill Turque: Inventing Al Gore. A Biography.
Hardcover,
Houghton Mifflin Company, 2000, 448 S./Mariner Books, 2000. Bestellen bei Amazon.de.
Das Buch des Newsweek-Journalisten Bill Turque zeichnet Gores Leben und Karriere
nach. Mit dem letzten grossen liberalen Senator aus dem Süden zum Vater sowie
der einzigen Frau an der juristischen Fakultät der Universität Vanderbilt zur
Mutter, hatte er es nicht leicht, aufzuwachsen und eine eigenständige
Persönlichkeit zu werden. Turque untersucht die Gründe, weshalb Gore sich
freiwillig für Vietnam meldete oder in den 1990ern behauptete, er habe das
Internet erfunden. Gore hatte sich 1989 auf der gesetzgebenden Ebene dafür
eingesetzt, dass mehr Geld für fiberoptische Recherchen eingesetzt wurde, was
der Entwicklung des Internets, das am CERN in Genf entwickelt wurde, wichtige
Impulse gab. [Hinzugefügt am 4.7.08: Al Gore hat nicht behauptet, er
habe das Internet erfunden. Das war eine Wahlkampflüge der
Bush-Kampagne unter der Führung von Karl Rove. Doch völlig aus der
Luft gegriffen war es insofern nicht, als Al Gore andeutete, sein Beitrag
zur Entstehung des Internets sei bedeutend gewesen].
Gores Schwester starb 1984 an Lungenkrebs,
trotzdem blieben Vater und Sohn Gore der Tabakindustrie noch weitere sieben Jahr
lang über Parteispenden verbunden. 1989 starb Gores Sohn bei einem Autounfall.
In den frühen Jahren der Regierung von Ronald Reagan konnte sich Gore als
Experte in Fragen der internationalen Waffenkontrolle profilieren, womit er sein
Image als vorsichtiger, moderater Politiker abstreifen wollte, der sich für den
Umweltschutz einsetzt, was er natürlich weiterhin tut. Turque geht auch der
Frage nach, warum sich Gore 1992 mit Clinton verbündete und warum er 1996 in
einen Skandal um das Sammeln politischer Spenden verwickelt wurde.
Siehe auch die Artikel zu Bush,
Cheney und Lieberman.