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| Fulgentius von Ruspe (467-533) - Fulgentius von Diakon Ferrandus von Karthago (Vita Fulgentii)

11. Kapitel (29). Fulgentius wird der weltlichen Sorgen in der Leitung des neugegründeten Klosters überdrüssig.
Mit Freude nahm der heilige Fulgentius das fromme Angebot des gottesfürchtigen Mannes an und gründete sofort auf dem ihm überlassenen Boden ein Kloster. Mit frommen Ermahnungen lud er sehr viele zum Eintritt in den Ordensstand ein, vermehrte die Zahl der [S. 78] Mönche und wurde so der Vater einer großen Ordensgemeinde. So sehr er da nun wünschte, sich stets der Betrachtung der geistlichen Wahrheiten zu widmen, wurde er doch notgedrungen durch größere irdische Sorgen abgelenkt; und wenn er in der Liebe zur Wahrheit heilige Ruhe suchte, mußte er doch aus Liebe zu den Mitbrüdern sich mit vielen Geschäften beladen. Daher sehnte er sich bisweilen, von Liebe zum beschaulichen Leben getrieben, danach, sich einzig der heiligen Lesung und dem Gebet zu widmen. Lange Zeit dachte er nach, auf welche Art er die Bürde, die auf ihm ruhte, abwerfen und lieber selbst unter der Regel anderer leben als ihnen eine Lebensregel vorschreiben solle; denn er hielt es nach dem Gebot des Herrn für nützlicher, dem Befehl anderer zu gehorchen als selbst Untergebenen zu gebieten. Nachdem er längere Zeit nachgedacht hatte, faßte er plötzlich folgenden Entschluß.