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Das amerikanische Wissenschaftsmagazin «Bulletin of the Atomic Scientists» hat am 24. Januar – wie es der Zufall wollte, genau elf Monate seit Beginn der russischen «Spezialoperation» gegen die Ukraine und am selben Tag, an dem abends die Zustimmung des deutschen Kanzlers zur Lieferung von «Leopard 2»-Kampfpanzern an die Ukraine duchsickerte – die Zeiger der symbolischen ‚Weltuntergangsuhr‘, die die Gefährdung der Menschheit, ja: des Planeten signalisiert, von 100 Sekunden auf 90 Sekunden vor Mitternacht vorgerückt. Dies ist der dramatischste Wert seit Einführung der sogenannten ‚Doomsday Clock‘ im Jahre 1947 überhaupt. Zur Erinnerung: Selbst im Jahr der Kubakrise, 1962, lag der Wert bei ‚nur‘ sieben Minuten vor zwölf und sogar Mitte der Achtziger Jahre, als Europa sich bei kürzesten Vorwarnzeiten vollgestopft mit atomaren Mittel- und Kurzstreckenraketen sah, war die Frist mit drei Minuten noch doppelt so lang wie jetzt!
Glückliche Zeiten, als es, wie im Jahre 2012, ‚nur‘ fünf vor zwölf war! Idyllische Zeiten, als 1991 nach dem – vor allem der Politik der damaligen Sowjetadministration um Michail Gorbatschow zu verdankenden – Ende des ersten Kalten Krieges die Uhr auf ganze siebzehn Minuten vor zwölf zurückgestellt werden konnte! Der ‚entspannteste‘ Wert seit Einführung der Doomsday Clock überhaupt.
Waren vor drei Jahren, als die Zeiger von zwei Minuten auf 100 Sekunden vor Mitternacht vorgerückt wurden, die Abwiegler in den Leitmedien noch Legion – multiple Wahnvorstellungen wurden bemüht, den Autoren die wissenschaftliche Qualifikation abgesprochen – so blieb dieses Mal die Reaktion merkwürdig verhalten. Die meisten Medien berichteten kurz über das ‚Event‘ – das heißt, sie übernahmen den betreffenden Bericht der Nachrichtenagenturen – und verzichteten auf einen eigenen Kommentar.