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Feldspat
(frz.
Feldspathe, engl. Feldspar). Ein sehr verbreitetes
Mineral, von welchem man verschiedne Arten hat, die sich in zwei Gruppen bringen lassen, nämlich monoklinische
und triklinische F. Alle F. sind Alkali-Thonerdesilikate, die monoklinischen enthalten
Kali und heißen deshalb auch Kali
feldspate,
die triklinischen oder natronhaltigen dagegen Natron
feldspate; doch gibt es auch solche, welche beide
Alkalien zugleich enthalten.
Der F. bildet in sehr reiner Kristallform einige Schmucksteine, so den
Adular, welcher ein farbloser oder
schwach rötlich, bläulich gefärbter, durchsichtiger oder milchiger Kali
feldspat ist.
Derselbe zeigt geschliffen einen eigentümlichen, zum Teil in Farben spielenden Lichtschimmer und heißt in seinen verschiednen
Varietäten auch Mond- oder Sonnenstein, Fischauge, Wasseropal. Durch einen Kupfergehalt mehr oder minder lebhaft grün gefärbter
F. heißt
Amazonenstein. Er findet sich besonders schön in Sibirien und wird in Katharinenburg verarbeitet.
Labrador ist meist unkristallinischer, doch in gewissen Richtungen leicht spaltbarer grauer kalkhaltiger Natron
feldspat,
der sich dadurch den Schmuck-Steinen zugesellt, daß er auf solchen Spaltflächen sehr schöne Irisfarben, blau, grün, kupferrot
etc. zeigt.
Der F. kommt als Gemengteil verschiedner Felsarten, z. B. der Granite, Syenite, Porphyre etc. vor und bildet weiße, graue, oder durch Metalloxyde gelblich, rötlich gefärbte Kristalle oder auch dichte mikrokristallinische Massen. Man unterscheidet folgende Hauptarten: Orthoklas, mit den Varietäten Pegmatolith, Paradoxit, Adular (s. oben) und Sanidin, sämtlich monoklinisch;
Albit, Oligoklas, Periklin und Labrador, sämtlich triklinisch.
Der F. ist insofern von großer Wichtigkeit, als aus seiner Verwitterung alle vorfindlichen Thonmassen und auch die echte Porzellanerde hervorgegangen sind. Im unzersetzten Zustande kommt derselbe auch noch massenhaft vor, namentlich in Schweden, Finnland, Grönland, Nordamerika, Böhmen, Sachsen etc. So wie die Masse durch ihren Gehalt an Alkalien leicht verwitterbar, so ist sie aus demselben Grunde in der Hitze schmelzbar und dient daher häufig als Flußmittel für Töpferwaren, Glasuren und Emailmassen. Wo es sich hierbei um eine reine Weiße handelt, wie namentlich beim Porzellan, kann natürlich auch nur völlig weißer F. benutzt werden, der sich aber innerhalb der großen Massen gerade am wenigsten häufig findet und unter Umständen aus der Ferne bezogen werden muß. So sendet namentlich Schweden von seinem schönen F. viel an deutsche Porzellanfabriken.
Der F. bildet den einen Hauptbestandteil des Porzellans (s. d. Art.), den andern die Porzellanerde oder das Kaolin, mit welchem chinesischen Namen sie jetzt meistens bezeichnet wird, seit man weiß, daß die Chinesen ihr Porzellan genau aus denselben Materialien herstellen wie wir das unsere. Der F. seinerseits heißt bei denselben Petuntse. Das Kaolin ist aber an sich eben auch nichts andres als F., nur in einem Zustande der Verwitterung und Zersetzung, in deren Folge er seinen Gehalt an Alkalien und damit seine Schmelzbarkeit eingebüßt hat. Es bleibt daher in der Hauptsache kieselsaure Thonerde, also Thon, gemengt mit fein verteilter Kieselsäure, übrig, welche, wenn aller Alkalien ledig, absolut feuerfest ist, gewöhnlich sind jedoch noch kleine Reste von Alkalien vorhanden. - F. als Material für Porzellanfabriken ist zollfrei.