Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03247.jsonl.gz/2731

Céline Burnand stellt Archivbilder eines ehemaligen Sanatoriums südlich von Kairo in den Dialog mit neuen Fotos und Videos, die sie vor Ort mit Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Statist*innen produzierte.
Ausgangspunkt der Ausstellung von Céline Burnand ist das Fotoarchiv ihres Urgrossvaters René Burnand (1882-1960). Der Schweizer Schriftsteller und Arzt leitet von 1926 bis 1929 die Sanierung und den Betrieb eines Sanatoriums in Helwan (südlich von Kairo). Sein persönliches Archiv umfasst 700 Fotos und mehrere Bücher über diese Episode seines Lebens.
In der Ausstellung werden die Archive von René Burnand im Dialog mit Foto- und Videobildern präsentiert, die von Céline Burnand produziert wurden. Sie kehrt an den Ort des Sanatoriums zurück, der heute eine Ruine und in den Händen der örtlichen Mafia ist, und filmt Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Statist*innen in einer zeitgenössischen und fiktiven Neuinterpretation der Geschichte des Krankenhauses und seines Erbes.
Anhand von Studioporträts ihrer Freund*innen und Bekannten erforscht die in Kairo lebende Künstlerin die historischen Codes der westlichen fotografischen Porträtkunst und deren Auswirkungen auf die Darstellung der ägyptischen Bevölkerung und ihrer Identität. «Ohne eine endgültige Lösung anzustreben, setzt sich die Ausstellung mit Themen wie der kollektiven und familiären Geschichte sowie der Beziehung zwischen Medizin, kolonialem Erbe und visueller Kultur auseinander», schreibt Kuratorin Danaé Panchaud in der Vorschau.