Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03564.jsonl.gz/2179

forlaufend
zusammengewehte Detritusmassen, sowie Kies und Sand. (S. Centralasien.) Das nordsibir. Gebirge ist paläozoisch, doch mit starken Mengen jüngerer Eruptivgesteine an der untern Tunguska. Auch mesozoische Gebilde kommen vor, wie in China, [* 3] wo dasselbe zwischen die ältern Gebirgsgerüste gebreitet ist. Hier tritt Quartär im Tiefland der Flüsse [* 4] hinzu. Hinterindien [* 5] s. oben (Bodengestaltung). Vorderindien ist im O. und S. archäisch, im NW. und N. quartär (Ganges, Indusebenen), im W. zwischen 23 und 35° mit einer riesigen Basaltdecke übergossen.
Mesozoische Ablagerungen nehmen auch an dem Aufbau der Gebirge Himalaja, Thian-schan und Karakorum teil. Gegen Westen werden sie häufiger. Der größte Teil der Iranischen Hochebene scheint daraus zu bestehen, wird aber von quartären Gebilden verdeckt. Tertiär nimmt die Mitte von Kleinasien, die südl. Ränder des Iranischen Hochlandes, Teile von Syrien, Oman in Arabien und die Ust-Urt-Platte zwischen Kaspischem und Aralsee ein. Das übrige Syrien ist eine mesozoische Tafel, mit vulkanischen Durchbrüchen, Arabien im N. ebenfalls, im W. archäisch mit starken Eruptivgesteinsdecken, im übrigen von Wüstensand und Kies überzogen, wie Centralasien. Der Kaukasus ist ein mesozoisches Gebirge mit archäischer Centralachse und vulkanischen Kegeln, der Ural ein archäisch-paläozoisches. Die Kirgisensteppe ist quartär, Nordwestsibirien mesozoisch, ebenso Teile von Nordsibirien. Kleinasien bietet sehr große Mannigfaltigkeit, fast alle Formationen sind daselbst vertreten.
An Mineralien [* 6] schließt der asiat. Boden in sich: die Diamanten Indiens und des Urals, das Gold [* 7] Chinas, Hinterindiens und der verschiedenen Inselgruppen des östl. Archipelagus, des Altai, des Kuen-lun und Ural, den Silber- und Kupferreichtum des russischen und türkischen A.s, Eisenminen in fast allen Himmelsstrichen und einen allgemein verbreiteten Reichtum der verschiedensten Nutzmineralien, wie das auf Banka und Billiton im Nordosten von Sumatra häufige Zinn. Die Diamantenfundorte liegen im östl. Vorderindien, südlich des Ganges, ferner auch bei Baganapalli südlich des Krischna. Silber und Rubinen liefert Birma, Gold und Diamanten Borneo, Kohlenfelder bilden einen großen Teil Chinas, von riesiger Ausdehnung. [* 8] Steinsalz findet sich ebendaselbst, namentlich in Jün-nan und Sze-tschwan und in Kaukasien. Naphtha liefert die Umgebung des Kaspischen Meers.
Gewässer. Sehr verschieden sind die hydrogr. Verhältnisse. Die Eigenart des Wüstengürtels der Alten Welt zieht auch in hydrogr. Rücksicht in die asiat. Tief- und Hochsteppen ein, und zwar in größerm Maße als irgendwo. Die tiefe Steppensenke Turans enthält die größten Steppenseen der Erde, den Kaspischen und Aralsee, den erstern mit einer Oberfläche von 438 690, letztern von 67 770 qkm, dieser durch den Syr-darja (Iaxartes) und Amu-darja (Oxus), jener durch Emba, Ural, Wolga, Terek und Kura gespeist.
Nur ein Steppensee von Bedeutung, der
Hamun mit dem Hilmend, bewässert die Scheitelfläche des hohen
Iran, dagegen finden sich in
Armenien der
Wan-, in
Aserbeidschan der Urmia-, in
Kleinasien zahlreiche Steppenseen, in
Palästina
[* 9] See
Tiberias und
Totes Meer. Der
Balchaschsee mit dem Ili, der
Ala-kul und der
Saisan liegen vor, der Issyk,
Baikalsee in dem Thian-schan-Gebirge, der Lob-nor,
Kuku-nor, Tengri-nor in
Centralasien. Charakteristisch für
Asien
[* 10] ist der
Besitz
großer Doppelströme oder
mehrerer mächtiger
Flüsse, die eine Quellgegend und eine Mündungsgegend haben und gleiche Verhältnisse
ihres Laufs entwickeln.
Unter solchen Geschwisterströmen stehen obenan: Euphrat und Tigris, Ganges und Brahmaputra, die Riesenströme Jang-tse-kiang und Hoang-Ho, der Indus und Satladsch mit Nebenflüssen, welche das sog. Pandschab oder Fünfflußgebiet bilden. Ein und demselben Systeme gehören an: die sibir. Ströme Ob mit Irtysch, Tobol und Ischim, Jenissei mit oberer und unterer Tunguska und dem Baikalsee, Lena, Indigirka und Kolyma; die hinterind. Gewässer Me-kong oder Kambodschafluß, Me-nam, Saluen und Irawadi; in der Mandschurei der Amur mit Schilka, Argun, Sungari und Ussuri; die vorderind. Flüsse Mahanadi, Godawari, Kistna (Krischna), Kaweri-Tapti und Narbada, endlich die kleinasiat. Ströme Kisil-Irmak, Sakaria, Susurlu, Menderes (Mäander), [* 11] Seihan, Dschihan. (S. auch die Karten: China, Japan, Malaiischer Archipel, Ostindien [* 12] I und II und Sibirien I, II und III.)
Klima,
[* 13]
Pflanzen- und
Tierwelt. Die gewaltige Häufung von Landmassen bewirkt, daß
das Klima ausgeprägt kontinentalen Charakter
trägt. Dann ist das Bestehen einer Hochgebirgszone inmitten
A.s von großer Wichtigkeit, da dadurch eine stärkere Scheidung
des N. und S. eintritt, als es schon an und für sich den Breitenunterschieden nach zu erwarten war.
Asien greift mit seinen Nordspitzen weit in die Polarregion ein, dagegen erreicht des Kontinents Südende fast den
Äquator. Es besitzt also auch den reichsten Wechsel der Klimagürtel, von den eiserstarrten sibir.
Küsten bis zu den
Palmen- und Bananengegenden der Tropenzone
Indiens.
Der kontinentale Einfluß äußert sich im
Vergleich mit
Amerika
[* 14] in größern Gegensätzen, insofern die
Klimagürtel in
Asien eine noch 4-7,5° niedrigere Winter- und 2,5-4° höhere Sommertemperatur aufweisen; es erscheinen
mithin größere Temperaturunterschiede in sich für diesen Erdteil eigentümlich. In
Asien ist der eigentliche tropische
Klimagürtel nur auf die südlichsten Küstengegenden und
Tiefländer beschränkt; denn die umfangreichen
bedeutendern
Erhebungen ziehen einen großen
Teil der Tropenzone schon in das kühlere
Klima der immergrünen
Bäume und der
Savannen und lassen schon in sehr südl.
Breiten den Niederschlag in veränderlicher Form auftreten.
Wenn die gemäßigte Klimazone durchschnittlich schon mit 30° nördl.
Br. beginnt, also mit dem
Parallel
[* 15] von Nordafrika,
Texas
und Florida, so dehnt sie sich aber auch fast bis zu den Nordgestaden des Polarmeers aus, da, wenn auch auf kurze Zeit, die
Sommertemperaturen verhältnismäßig hoch sind. Die Jahresisotherme von 0° schneidet
Asien schon in 50° im O.,
55° im W. Ganz
Sibirien, mit Ausnahme des äußersten
Südens, sowie das nördl.
Amurland hat daher ein
kaltes
Klima.
Dies steigert sich sogar derart, daß der Nordosten, Werchojansk (68° N.), eine mittlere Jahrestemperatur von -17° hat, eine Temperatur, die in Nordamerika [* 16] erst unter 75° erreicht wird. Dies ist auf den Einfluß der großen Landmasse zurückzuführen, die sich im Winter acht Monate lang stark abkühlt. Gegen S. nimmt die Wärme [* 17] rasch zu. Die Isotherme von +20° zieht nördlich von Kanton [* 18] und Lhassa an Herat, Teheran vorbei. Die wärmsten Gegenden A.s sind Südost- und Mittelindien, sowie Ceylon, [* 19] mit 28° mittlerer Jahrestemperatur.
Asien ist nicht regenreich. Nur der äußerste
Süden erhält starke Tropenregen, die Westseite
¶
forlaufend
Vorderindiens, die Westseite Hinterindiens, beide im Streichungsbereich des Südwestmonsun gelegen, ^[1 Wort unleserlich]
als 2000 mm Regen im Jahr, Tscherrapundschi in Assam nordöstlich der Gangesmündung sogar 12 526 mm, die höchste Zahl auf der
Erde. Auch die südostasiat. Inseln, besonders Borneo, Sumatra, die Philippinen, dann Westjava, Westcelebes haben 2500-5000
mm im Jahr. Endlich gehören die Gegend von Hong-kong, Hai-nan, Formosa und Tokio
[* 21] zu den regenreichern in
Asien. Im übrigen sind nur der Himalaja und Kaukasus, Südostchina, Siam und Nordklein
asien gut mit Regen versehen.
Schon in Mittelindien ist die Regenmenge vielfach geringer als 600 mm, die am Indus liegende Wüste Thar,
ganz Südpersien, Arabien, die Kirgisensteppe, Chiwa, Buchara, das ganze abflußlose Centralasien haben unter 200 mm im Jahre,
ebenso Nordost
asien. Im Norden
[* 22] A.s nimmt der kontinentale Charakter von W. nach O. zu, im S. dagegen in derselben Richtung
ab. Der klimatische Charakter A.s ist daher nicht mit einem einzigen Ausspruch zu bezeichnen, sondern
in getrennten Erdsegmenten zu betrachten, die sich auf die vier Abteilungen des nördlichen, des mittlern hohen, des südlichen
samt südöstlichen und des westlichen A.s beschränken lassen.
1) Das hohe Central- und Ost
asien. Wie in Afrika
[* 23] nehmen hier spärlich bewässerte Ebenen, Wüsten und Steppen mit hartem Gesträuch
und Graswuchs ungeheure Räume ein, unter gleichem Einfluß einer kontinentalen Dürre und Trockenheit
der Atmosphäre. Während aber dort wenig hohe Lage unter glühendem Himmelsstrich diese Verhältnisse begleitet, so ist es
hier bedeutende Erhebung, höhere Breite,
[* 24] Umwallung von schneebedeckten, ein inneres Tiefland umrandenden Gebirgen, die neben
das tropische Bild Afrikas das mannigfaltig gestaltete eines nördlichern Kontinentalgebietes mit sehr
extremem Klima stellen.
Anders als auf der breiten, ebenen Scheitelfläche gestalten sich die Verhältnisse an den Grenzen, [* 25] in den wohlbewässerten Thälern der Randgebirgslandschaften Chinas, der Mandschurei, Baikaliens u. s. w. Hier bekunden hochstämmige Waldungen, dauernde Rasenflächen, auf den Schauplätzen der Kultur im Überfluß vorhandene Nahrungspflanzen, [* 26] eine mannigfaltige und zahlreiche Tierwelt günstigere Naturverhältnisse, die sogar mittels hoher Sommertemperatur unterm 40. bis gegen 49.° nördl. Br. bei 800 m Höhe noch den Anbau von Wein und Baumwolle [* 27] und die Pflege der Seidenraupe unterstützen.
In den höher, aber südlicher gelegenen Hochthälern von Tibet saugen schwammige Moosarten die Feuchtigkeit des 5 bis 7 Monate liegenden Schnees ein, um den Mangel reicher Bewässerung und schattiger Waldungen zu ersetzen zur Zeit des in schnellem Gegensatz folgenden heißen Sommers, dessen Hitze noch bei 2600 m Wein, bei 2860 m Apfel, Nüsse und Aprikosen, bei 4000-4600 m noch Roggen und Gerste [* 28] gedeihen läßt. Solche Verhältnisse sind einzig auf der Erde und nur an eine solche kontinentale Örtlichkeit gefesselt; sie üben auf das einheimische Leben der Tiere und Menschen mächtigen Einfluß. Eigentümliche Rinder- und Schweinerassen, Pferde [* 29] und große Hunde, [* 30] Schafe [* 31] und Ziegen zeichnen Tibet aus, fast alle mit dem feinsten Haar, [* 32] im Erklettern der steilen Höhen und die entsprechenden Tiere zum Lasttragen geschickt.
2) Nordasien, das sibir. Tiefland, die turan. Steppen und die Gebirgsreviere des Nordrandes von Mittelasien in sich fassend, bildet den größten Teil der winterkalten Gebiete der Erde, die alle in ihrer Natur einander ähnlich sind, von denen aber wiederum Asien wegen seiner kontinentalen Eigenart durch gesteigerte Verhältnisse mehrfach von Amerikas Polarzone unterschieden ist. An den Grenzen eines weiten Eismeers öffnet Sibirien seine arktischen Gestade den Nordwinden, während schneebedeckte Gebirgswälle als Grenzen des höchsten Hochlandes der Erde es vor dem milden Einfluß des Südens verschließen.
Die Winter sind lang, die Sommer kurz, der Boden ist weit nach Süden herab (an der Ostküste bis Amurland) beständig gefroren, an riesenmäßigen Strömen ist Überfluß, und in der Nähe des Pols gestattet die unabsehbare Ebene ungehinderte Ausbreitung des kontinentalen Gepräges. Trotzdem gestattet der kurze Sommer doch sogar weit über die Eisbodenlinie hinaus und in den großen Flußthälern über den 70.° nördl. Br. nordwärts bis gegen deren Mündung hin Waldwuchs, so daß Holz [* 33] und Getreide [* 34] noch einige Grad weiter nördlich vorkommen als in Amerika.
Doch erreichen die aus Nadelholz und Birkenbeständen zusammengesetzten Wälder und die großen Grasflächen nicht die Kraft [* 35] des gleichen amerik. Gürtels; auch ist die Armut an Arten bezeichnend, Eichen und Buchen fehlen ganz bis zum mandschurischen Gebiet, und neben dem Weizen in den geschützten Gebirgsthälern gedeiht nicht wie dort europ. Obst oder gar Wein. Ja sogar die nördl. Zone der Moose [* 36] und Beeren ist nicht so reich ausgestattet und wechselt oft mit den eisigen Polarwüsten der Tundra.
Die untere Grenze des ewigen Schnees trifft man auf den südl. Grenzgebirgen Sibiriens nahe 3000 m, in Kamtschatka zwischen 1600-1800 m Höhe an, sie liegt aber an der südlichen, dem innern wüsten Plateau zugewendeten Seite wesentlich höher bis gegen 6000 m im Karakorum. Die Graslandschaften sind besonders ausgedehnt zwischen Tobolsk und dem Altai, reich an hohen Stauden und Birkengehölzen. Hier folgt dem langen, strengen (Werchojanks Januarmittel -49° C, Jakutsk absolutes Minimum -62° C.), von den heftigen erstarrenden Schneestürmen (Burran) begleiteten Winter schnell ein drückend heißer Sommer (Jakutsk 18,8° C. Julimittel), dessen Sonne [* 37] Blüte [* 38] und Früchte schnell entwickelt und die Wärme in den schattenarmen Gegenden so unerträglich steigert, daß die meisten Arbeiten des Nachts und am Abend abgemacht werden.
Doch wird der Boden nur auf der Oberfläche erweicht, der tiefe Untergrund bleibt ewig gefroren; ja man hat ihn in Jakutsk noch bei 200 m Tiefe in eisiger Erstarrung gefunden. Wie das Klima und die Vegetation Sibiriens mannigfach vom nordamerik. Klima abweichen, so auch die Tierwelt. Sie weist weniger Pflanzenfresser auf; nur das Renntier ist wild und gezähmt überall verbreitet. Dagegen wetteifert es mit Nordamerika in Zahl der Pelztiere und besitzt noch mehr Raubtiere, [* 39] da neben dem heimischen Wolf, Bär und Fuchs [* 40] auch in den heißen Sommern Tiger und Panther herübergelockt werden. Neben den allgemein verbreiteten Haustieren finden sich südlich bis zum 50. bis 60.° nördl. Br. das Renntier und in der Nachbarschaft der Wüsten das Kamel.
3) Westasien verrät in seinen meisten physischen Verhältnissen starke Beziehung zu Afrika, besonders aber in Klima und Pflanzenwelt. Am meisten mit Afrika verwandt erscheint Arabien und der benachbarte Teil Syriens. Hier ist Dürre und Vegetationsarmut über Hoch- und Tiefebenen verbreitet ¶
0985a Asiatische Völkertypen 1. Jukagire (von der Kolyma). 2. Ostjakin (Imbak). 3. Mongole, Karakalmück. 4. Radschput (Radschputana). 5. Turk, Kirgise. 6. Tungusin, Tschapogirin. 7. Jakutin (vom Utschur). 8. Tibetaner, Bhutija. 9. Chinesin. 10. Chinese. 11. Singhalese (Ceylon). 12. Mann aus Kaschmir. [* 42] 13. Iranier, Perser. 14. Malaiin. 15. Malaie, Bontokleute (Phillipinen). 16. Toda (Nilgiri, Vorderindien). 17. Andamaner. 18. Andamanerin. 19. Wedda (Ceylon). 20. Negritoweib mit Kind (Philippinen). 21. Japaner. 22. Japanerin. 23. Mann aus Liukiu. 24. Koreaner. 25. Ainu (Jesso). ¶
forlaufend
und die Dattelpalme fast der einzige Ernährer aus dem Pflanzenreich. Vom pflanzengeogr. Standpunkte aus muß man die Grenze zwischen Afrika und Asien nicht in das Rote Meer, sondern in den nördl. Persischen Golf versetzen. Auch Mesopotamien und der pers. Südhang von Schiras an fügt sich wie eine Übergangszone zwischen und Afrika an die Dattelpalmenregion der Sahara und Arabiens, ja es schwinden die letzten Vertreter dieses Pflanzenkleides mit den Wäldchen der euphratischen Pappel erst an der Ostgrenze der Indischen Wüste.
Aber das nördlich vom 30.° nördl. Br. gelegene Gebiet von Kleinasien und Syrien bis zum Pamir [* 44] und westl. Himalaja, Turkestan und Thian-schan bildet das weite orient. Vegetationsgebiet, dessen Westrand völlig in Übereinstimmung mit dem östl. Südeuropa von Mittelmeerflora eingenommen ist, während im Innern die immergrünen Gebüsche gegenüber den dornigen Halbsträuchern (besonders Astragalus, [* 45] Acantholominon, Cousinia) vorherrschen oder weite Salzsteppen an ihre Stelle treten.
Dabei bringt die starke Gebirgserhebung Entfaltung einer reichen Alpenflora von südeurop.-innerasiat. Charakter hervor. In diesen Steppenlandschaften aber ist das Ursprungsland mancher der wichtigsten altweltlichen, uralten Kulturpflanzen zu suchen, zumal das des Weizens und Leins. Denn die Kultur ist ergiebig bei genügender Bewässerung, so in den Terrassen der iran. Randgebirge, wo noch bei 1300 m der Weizen, bei 975 m Höhe die Orange wächst, wo ganze Wälder europ. Obstarten und Myrten mit Weingärten und Rosengehölzen wechseln.
Das Tiefland des Kaspischen und Aralsees trägt noch centralasiat. Charakter in seinen Wüsten und magern Weideländern, die nur das Kamel, Schaf [* 46] und Pferd [* 47] ernähren und regelmäßig von harten Wintern getroffen werden. Auch Gestalten der Tierwelt Afrikas sind heimisch auf arab. Boden, so Gazellen und Strauße, der Löwe, Hyäne und Schakal; das Kamel ist auch hier an die Wüstennatur gefesselt, und auf den steppenartigen, zeitweilig mit trocknen aromatischen Kräutern bedeckten Angern wird die edelste Pferderasse gezogen.
4) In Süd- und Südostasien unterscheidet sich das Klima der Tiefebenen und Küstenstriche von dem der innern Berggegenden, da diese den Einfluß des nahen Oceans nur auf jene beschränken. Noch am Südfuß der schneebedeckten Himalajaketten wie an dem von tropischer Sonne erwärmten Boden des bengal. Tieflandes und der Gestade des Ostindischen Archipels ist eine herrliche Tropenvegetation entwickelt, welche an Ausdehnung nur von der des tropischen Amerikas übertroffen wird.
Von den vielen wichtigen, durch ihre Welthandelsprodukte ausgezeichneten Nutzpflanzen A.s haben hier besonders der Reis und das Zuckerrohr, ebenso die Sagopalme ihre Heimat, von Gewürzen der Zimmet, die Gewürznelken, der Ingwer, Pfeffer und die jetzt auch am meisten in Amerika gebaute Art von Baumwolle, Gossypium herbaceum L. Hier spielt die Betelnuß (Areca Catechu L.) ihre mächtige Rolle als Genußmittel. Beim Ansteigen aus den Tiefebenen auf die Plateaus und Gebirge bleibt die tropische Schwüle mit ihren begleitenden Erscheinungen zurück, die Gewürzpflanzen [* 48] verschwinden, die Kokospalme steigt nur in Ceylon bis hoch auf die Berge des Innern auf, die Banane verliert sich meist oberhalb 1000 m. Dagegen beschatten dichte Waldungen hoch- und dickstämmiger, meist immergrüner Bäume die Gebirgsabhänge; und über den tropischen Hochebenen lagert ein milder Sommer mit der Möglichkeit für kräftige, durch die reiche Natur unterstützte Kulturarbeit.
Auch die Tierwelt entspricht der großartigen Natur. Sie überragt die amerikanische an Größe und wetteifert mit der afrikanischen an Kraft. Die ausgedehnten Reisfluren Bengalens, die Sumpfwaldungen der Sunderban, des Tarai, der arakan., austral-asiat. und vorderind. Küstenebenen sind eine wilde Heimat des Elefanten, des Königstigers, Löwen, [* 49] Panthers und Nashorns und ungeheurer Eber, oder Schlupfwinkel der Riesenschlange, des Krokodils und noch vieler gefürchteter Reptilien.
Neben den tropischen Kulturpflanzen, wie Baumwolle und Zuckerrohr, gedeihen europ. Pflanzen aller Art, wiewohl der Reis Hauptnahrungsmittel bleibt. Neben dem Büffel und Kamel dienen die in Europa [* 50] verbreiteten Haustiere dem Menschen, in beschränktem Grade jedoch nur das vielleicht erst spät hier eingeführte Pferd. Für Südasiens Jahreszeiten [* 51] und Klima sind die zeitweilig herrschenden Winde, [* 52] die Moussons oder Monsune, besonders wichtig. Dieselben bringen, aus der einen Richtung wehend, tropische Regengüsse, aus der andern kommend, Trockenheit und nicht selten sogar empfindliche Kälte, streichen aber nicht in gleich regelmäßiger Weise über alle Länder und Gewässer des Indischen Oceans, dessen Bereich ein Tummelplatz der heftigsten und verschiedensten Luftströmungen ist. In Vorderindien bilden die hohen Westghats eine Wetterscheide.
Denn während die Westküsten und das Innere Hindustans die nasse Jahreszeit zwischen Mai und September haben, so fällt sie auf den Ostküsten vom Oktober zum Januar; und so bestehen ähnliche Unregelmäßigkeiten in Australasien, in Hinterindien und an den chines. Ostküsten, wo die besonders heftigen Orkane unter dem Namen Taifun (bei den Engländern Typhoons) gefürchtet werden. Allmählich tritt in Ostasien die tropische Vegetation zurück, welche über Annam nach Hai-nan in schmalem Küstensaum unter dem nördl. Wendekreise ausläuft und Formosa als letzte Hauptstation besetzt hält.
Auf sie folgt eine gemäßigt subtropische, noch immer aber sehr reiche Flora, die sich über den größten Teil des eigentlichen China und über das südl. Japan ausdehnt, immergrüne Bäume umfaßt, Reiskultur erlaubt und Kampferbaum wie Theestrauch als Charakterpflanzen aufweisen kann. Durch lange Kultur sind in den Ebenen hier wilde Pflanzen ebenso selten wie wilde Tiere, unter den Haustieren das Schwein [* 53] am verbreitetsten. Die Waldungen der Gebirgsabfälle haben in ihren untern Regionen durch baumartige Bambus, Palmenarten und immergrüne Gehölze äußeres tropisches Gepräge und enthalten, neben herrlichen Magnolien, Cypressenarten, Tannen, Eichen, Ahorn u. s. w., mehrere für Chinas Kultur und Handel wichtige Gewächse, wie besonders die Lack und Firnis liefernden kleinen Bäumchen, Rhus vernicifera L., Stillingia sebifera Willd. und Elaeococca verrucosa Juss. Bis 3000 m hoch steigen diese, mit Lorbeerarten und Rhododendren gemischt, in den Gebirgen von Jün-nan auf und treten hier in Verbindung mit der Flora des östl. Himalaja (s. d.). Aber jenseit der Wasserscheide gegen den Stillen Ocean hört dies bunte Bild auf, denn die Mongolei (s. d.) gehört zu der innerasiat. Steppen- und Gebirgswüstenflora. Auf den chines. Voralpen wie in den mittlern Gegenden der nahen Tiefebenen besteht nicht mehr ¶