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Für die Zuschauer war es alle vier Jahre ein Spektakel. Für die meisten Reiter hingegen bildete die Vergabe der Medaillen bei Weltmeisterschaften durch Pferdewechsel ein abzuschaffendes Übel. Fünf schwere Runden mussten die Pferde bis zum Finale absolvieren. Im Endkampf dann weitere vier - unter jedem Final-Reiter. Die Millionen-Pferde musste an ihre Leistungsgrenze gehen, einige sogar darüber hinaus.
Und Weltmeister wurde unter Umständen nicht der beste Reiter. Jener, der seinen Konkurrenten einen leicht zu reitenden Vierbeiner anbot, war der Geprellte. Populärstes Beispiel ist Willi Melliger mit dem legendären Calvaro. Der Solothurner stiess 1998 in Rom in den erlesenen Kreis vor - und wurde Vierter. Der Schimmel machte unter anderen Reitern am wenigsten Fehler und erhielt die Auszeichnung als bestes Pferd. Ein schwacher Trost für Melliger.
Der Weltverband wollte, in dem er das beste Pferd und den besten Reiter erkor, einen Kontrapunkt zu den Olympischen Spielen setzen, bei denen die gängige Art eines Championats zur Anwendung kam. Nun ist aber Schluss damit. In Tryon folgen nach dem Jagdspringen und den zwei Umgängen à la Nationenpreis am Sonntag noch zwei Runden - mit den Top 25 und zum Schluss mit den Top 12.
«Ich bin ein Befürworter des neuen Reglements», betonte Steve Guerdat. «Der Reiter mit dem besten Pferd war zu stark benachteiligt. An Weltmeisterschaften soll man das beste Paar küren.» Er und sein Pferd würden eine Einheit bilden, fügte er an. «Der alte Modus war primär ein Spektakel für die Zuschauer.»
Auch der Schweizer Equipenchef Andy Kistler findet den Wechsel hin zum traditionellen Championat in Ordnung. «Aus Sicht des Sports ist der Entscheid korrekt», hielt er fest. Weltmeister werde ein Reiter mit seinem Pferd, die Änderung nehme Rücksicht auf die Pferde und letztlich würden Reiter, die ein schwer zu führendes Pferd präsentieren, nicht mehr bevorteilt. «Aber der Vierer-Final liess sich natürlich sehr gut verkaufen.»
Mit Martin Fuchs auf Clooney in 3. Position und Steve Guerdat im Sattel von Bianca im 9. Rang liegen zwei Schweizer in aussichtsreicher Position.