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Vincent Capretta ist ein beliebter Priester in seiner Gemeinde «Community of Charity» in Columbus, Ohio. Doch die Kirchgänger kennen ihren Pastor auch von einer völlig anderen Seite – als Transformierungskünstler «Big Mama Capretta».
«Als ich noch jung war, war ich schlank. Jetzt sehe ich aus wie eine alte, dicke Italienerin», witzelt Pater Vincent «Anthony» Capretta über sich selber. Capretta hat auch keine Hemmungen zuzugeben, dass er schwul ist und dass er ab und zu abends seine Soutane gegen schrille Frauenkleider austauscht. Dann heisst er nicht mehr «Pater Anthony», sondern «Big Mama Capretta».
Einen Konflikt mit der katholischen Kirche gebe es nicht, behauptet der bekennende Schwule. Die Tradition der unabhängigen katholischen Kirche sei nicht so streng wie die der römisch-katholischen, sagt er.
Sein bisher grösster Erfolg als Künstler schaffte es auf Platz 25 der Billboard-Liste in der Kategorie ‚Dance’. Doch nun ist es der Tod von Michael Jackson, den Capretta zum definitiven Coming-out bewegte: Vor lauter Trauer nahm er eine eigene Version des Vaterunser auf, die er «Saint Michael, Erzengel der Musik» nannte. «Ich tat das mit sehr viel Respekt», behauptet der Geistliche. «Aber ich weiss, der eine oder andere wird es als ‚Blasphemie’ betiteln». Auf seiner MySpace-Seite bietet er seine Komposition gratis zum Download an.