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Pfarrei St. Philipp Neri Reussbühl
Pfarrei St. Philipp Neri Reussbühl
Die Geschichte der Pfarrei beginnt 1649, als die einstige, der Mutter Gottes geweihte, Kapelle an der Durchgangsstrasse von Luzern nach Basel erwähnt wird. Anfang 18. Jahrhundert erhält die Kapelle ein Bild von Philipp Neri des Italienischen Malers Carlo Maratti und 1724 Reliquien des Heiligen. Seither gilt sie als Philipp-Neri-Kapelle. Das dem Hof zu Luzern unterstellte Gotteshaus wird immer wieder gerne von Noblen aus der Stadt besucht. Im November 1891 zieht der spätere Erbauer der Pfarrkirche und erste Reussbühler Pfarrer, Johann Baptist Stalder, als Kuratkaplan in Reussbühl ein. 1892 „genehmigt“ die Luzerner Regierung die Errichtung einer Kuratkaplanei. 1893 wird Reussbühl eine eigenständige Pfarrei und erhält einen eigenen Friedhof. 1895 folgt das Pfarrhaus und 1902 kann die neue Pfarrkirche eingeweiht werden. Philipp Neri wird Patron der neuen Pfarrei. 1904 muss die alte Kapelle einer Strassenverbreiterung weichen.
Namenspatron der Pfarrei
Philipp Neri wird bei der Gründung der Pfarrei Reussbühl zum Namens-Patron gewählt. Wer ist dieser Heilige? Filippo Neri, 1515 in Florenz geboren, geht mit 17 von zuhause weg. Er lebt zuerst als Stadtstreicher in Rom. Einer von vielen. Aber Filippo ist fromm. Frömmigkeit ist bei ihm eine tiefe Leidenschaft. Meist erntet er nur Gelächter und Hohn für seine Frömmigkeitsausbrüche. Aber mit Humor bringt Filippo die Lacher immer wieder auf seine Seite. Dieser „Narr Gottes“ wird so etwas wie der „Stadtheilige“ von Rom und gegen seinen Willen zum Priester geweiht. In einer Dachkammer liest er seinen Anhängern religiöse Texte vor. Einer der Anwesenden hält dann die Predigt. Aus diesen Zusammenkünften entsteht eine lockere Wohngemeinschaft, die sich „Oratorium“ nennt. Ohne feste Regeln und gemeinsamen Mahlzeiten lebt man in zwangsloser Frömmigkeit. Am 26. Mai 1595 stirbt Filippo Neri. 1622 wird er heilig gesprochen. Und 1724 verhilft Gardehauptmann Conrad Pfyffer von Altishofen den Reussbühlern zu Reliquien des Heiligen.
Die Pfarrkirche
Die Pfarrkirche St. Philipp Neri von Reussbühl entstand zwischen 1898 und 1902 nach den Plänen des Luzerner Architekten Wilhelm Hanauer.
Bischof Leonhard Haas weihte sie am 28. September 1902 ein. Die Kirche ist einer der schönsten neuromanischen Sakralbauten der Schweiz. Sie steht auf dem Hügel am linken Ufer der Reuss (dem Reuss-Büehl) und ist von der A2 zwischen Emmen-Süd und Luzern gut sichtbar. Die Sandsteinfassade mit behauenen Bossen (Steinquader) wurde letztmals 1995 saniert. Über der Schnittstelle von Längs- und Querschiff erhebt sich das Vierungstürmchen mit den beiden kleinsten Glocken (Taufe, Wandlung, Wettersegen). Über dem Altar- und Chorbereich thront auf dem Dach ein wachsamer Adler, Symbol für den Evangelisten Johannes.
Über dem Hauptportal schuf 1968 der Wolhuser Bildhauer R. Röösli ein Christkönigsrelief mit den Symbolen der vier Evangelisten: v.l. Löwe (Markus), Mensch/Engel (Matthäus), Stier (Lukas) und Adler (Johannes). Von Röösli stammen auch die beiden Relief über den Seiteneingängen: Philipp Neri auf der linken, Bruder Klaus auf der rechten Seite.
Die Orgel erbaute 1981 Orgelbauer Walter Graf, Sursee. Der damalige Hof-Organist Eduard Kaufmann stand als Experte bei. 1998 wurde die Orgel vollständig revidiert und mit einem zusätzlichen Register ausgerüstet.
Der Innenraum der Kirche wurde 1968 renoviert und den neuen liturgischen Formen angepasst. Aus dieser Zeit stammen die Fenster der Chorpartie, in der Vierung (Radfenster, Unterzone) von Glasmaler Josef Schwegler, Reussbühl. Schwegler (1906-1987) stammte aus Wolhusen, war anerkannter Glas- und Hinterglasmaler. Er lernte und arbeitete im Atelier von Eduard Renggli in Luzern. Xaver Hecht von Willisau schuf 1809 die Kopien der beiden, 1668-1670 von Carlo Maratti gemalten Altarbilder aus den Seitenaltären der Philipp-Neri-Kapelle. Die Originale befinden sich im Regierungsgebäude.
Erwähnenswert sind aber auch die Kreuzwegbilder. Der Reussbühler Kunstmaler Joseph Beuret schuf Sie 2002 aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der Kirche. Aus gleichem Anlass schuf die in Reussbühl aufgewachsene Kunstschaffende Margrit Schmid die Installation „Tod“ auf der Wiese zwischen Kirche und Pfarrhaus.
Quartierrestaurant "Obermättli"
Ende August informierten Kirchenrat und Fachleute darüber, wie ein neues Quartierrestaurant "Obermättli" aussehen und finanziert werden könnte.
Pfarreihaus
Im Pfarreihaus aus dem Jahre 1895 und in den 1950er-Jahren erweitert, später mehrmals renoviert und innen umgebaut, befinden sich heute das Pfarreisekretariat, die Büros des Seelsorgeteams und verschiedene Sitzungszimmer. Hier tagen vorab der Kirchen- und der Pfarreirat, aber auch verschiedene Kommissionen und Gruppen der Pfarrei und Kirchgemeinde. Das schmiedeisene Tor, welches Friedhof und Pfarreihaus miteinander verbindet, diente einst als Chorgitter in der ehemaligen Philipp-Neri-Kapelle.