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Die Hornhauttransplantation
Bei Infektionen oder bei Erkrankungen, bei denen die Hornhaut immer mehr Flüssigkeit einlagert (Endotheldystrophie), kann die Sicht dramatisch abnehmen. In solchen Fällen kann die kranke Augenhornhaut durch eine gesunde Spendenhornhaut ersetzt und so die Sehfähigkeit wiederhergestellt werden.
Die Augenhornhaut
Wann wird eine Hornhauttransplantation notwendig?
Kann die Hornhaut eine oder mehrere ihrer Funktionen (Transparenz, Form, Integrität) nicht mehr ausreichend erfüllen und wenn eine medikamentöse Therapie nicht zum Ziel führt, muss die Augenhornhaut durch eine Hornhauttransplantation ersetzt werden. Ursachen hierfür können Infektionen sein, Defekte in der Hornhaut durch Verletzungen, eine Gewebsschwäche mit Vorwölbung der Hornhaut oder auch Erkrankungen, bei denen die innere Zellschicht (Endothel) die Pumpfunktion nicht mehr ausreichend wahrnimmt.
Moderne Operationstechniken
Transplantation und Transplantationstechniken
Schweizweit werden zurzeit etwa 1000 Hornhaut-Transplantationen jährlich durchgeführt. Je nachdem welche Schicht der Augenhornhaut erkrankt bzw. betroffen ist, wird die Patientenhornhaut durchgreifend ausgestanzt und ersetzt (perforierende Keratoplastik), oder nur gewisse innere oder äussere Schichten der Hornhaut durch Gewebe einer Spenderhornhaut ersetzt (lamelläre Keratoplastik).
Perforierende Keratoplastik
Das Hornhauttransplantat wird entweder mit vielen Einzelknopfnähten oder mit zwei sternförmigen, fortlaufenden Nähten eingenäht. Die Fäden werden ungefähr für ein Jahr belassen und dann nach ausreichender Abheilung entfernt.
Hintere lamelläre Keratoplastik
Bei dieser Technik braucht es keine Fäden. Es wird nur die innerste Schicht der Augenhornhaut ersetzt, welche anfangs mit einer Luftblase gegen die Patientenhornhaut gepresst wird.
Vordere lamelläre Keratoplastik
Wenn nur die vorderen Schichten der Augenhornhaut ersetzt werden, braucht es Nähte, die das Transplantat fixieren.
Sie haben Fragen?
Gerne können Sie uns per E‑Mail erreichen.
Keradonum Stiftung Hornhautbank
Solothurnerstrasse 257
4600 Olten
Wie wir vorgehen
Ablauf einer Augenhornhautspende
Erfahren Sie wie eine Augenhornhautspende von der Entnahme im Spital bis hin zur Transplantation abläuft.
Einwilligung und Eignung zur Spende
Ist ein Mensch in einem unserer Partnerspitäler verstorben, führen die zuständigen Ärzte und Ärztinnen erste Abklärungen zum Spendewillen und zur Eignung für die Hornhautspende durch: Gibt es medizinische Ausschlusskriterien? Ist ein Spendeausweis vorhanden oder sind Angehörige erreichbar, die Auskunft über den Spendewillen des verstorbenen Menschen geben können?
Nur wenn eine Einwilligung vorliegt und keine medizinischen Gründe gegen eine Hornhautspende sprechen, wird Keradonum über die Spende informiert.
Organisation der Entnahme
Wir sind bei Keradonum telefonisch rund um die Uhr erreichbar. Wird eine Spende angemeldet, organisiert unsere Koordinationsstelle jemanden aus dem mobilen Entnahmeteam, um die Entnahme im Spital durchzuführen.
Die Entnahme kann innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod erfolgen.
Entnahme der Augenhornhaut beim Spender oder der Spenderin
Die Entnahmetechnik bei Keradonum ist sehr schonend: Es werden ausschliesslich die Augenhornhäute unter sterilen Bedingungen in der Grösse eines Zehnrappen-Stücks entnommen.
Anschliessend wird das Auge mit einer stabilen Kontaktschale gedeckt und die Augenlider werden wieder geschlossen, sodass äusserlich nicht mehr erkennbar ist, dass eine Entnahme durchgeführt wurde.
Transport ins Labor nach Olten
Nach der Entnahme werden die Augenhornhäute in speziellen Transportfläschchen zum Keradonum-Labor nach Olten gebracht. Gleichzeitig geht eine Blutprobe des Spenders oder der Spenderin zur gesetzlich vorgeschriebenen Analyse auf übertragbare Krankheiten ins Labor des Kantonsspitals Olten.
Lagerung der Augenhornhäute im Brutschrank
Die entnommenen Augenhornhäute werden in einer Nährlösung und im Wärmeschrank bei einer Temperatur von 34° bis zu 30 Tage gelagert.
Prüfung auf Transplantations-Tauglichkeit
Im Reinraum der Hornhautbank wird die Hornhaut untersucht, insbesondere wird die innere Zellschicht (Anzahl und Form der Zellen) begutachtet. Auch werden Proben aus dem Nährmedium, in dem die Hornhaut gelagert wird, auf Keime (Bakterien und Pilze) untersucht.
Sofern eine hohe Qualität der Hornhaut (z.B. ausreichende Anzahl von Endothelzellen), keine Kontamination durch Keime und keine Infektionen des Spenders oder der Spenderin bestätigt wurden, kann die Hornhaut für die Transplantation freigegeben werden.
Suche nach einem passenden Empfänger oder Empfängerin für das Transplantat
Bei Keradonum gehen Anfragen von Operateuren und Augenkliniken aus der ganzen Schweiz ein. Die vorhandenen Hornhäute werden dann nach ihrer Freigabe unter Abarbeitung der Warteliste zugeteilt.
Notfälle werden prioritär behandelt.
Anonymisierung
Weder die Hinterbliebenen der Spendenden noch der Empfänger oder die Empfängerin erhalten Einsicht in das Ziel respektive in die Herkunft der Spendenhornhaut.
Versand des Transplantates und Operation
Kurz vor der geplanten Operation wird die Augenhornhaut nochmals geprüft und mit einem spezialisierten Kurierdienst in versiegelten Transport-Flaschen und speziellen Taschen mit Thermofunktion verschickt.
Wollen Sie Helfen?
Unterstützen Sie unsere wichtige Arbeit mit einer Spende und ermöglichen einem Patienten wieder sehen zu können