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Der US-Hauptsitz der UBS in Stamford ist von Umweltaktivisten blockiert worden. Sie fordern, dass die Schweizer Grossbank die Finanzierung von destruktivem Kohle-Abbau in den USA stoppt.
Die Umwelt-Aktivisten starteten ihren Protest am gestrigen Montagmorgen in Stamford, im US-Bundesstaat Connecticut, wie die Regionalzeitung «Connecticut Post» berichtet. Einige von ihnen befestigten ein Banner auf einem Baukran vor dem UBS-Gebäude mit der Aufschrift «UBS Stop Funding Mountaintop Removal», einige weitere ketteten sich an die Eingangstüren.
Zwei Aktivisten seien ins Innere des Gebäudes gelangt und hätten sich dort angekettet. Die lokale Polizei musste Strassen absperren, um die Aktivisten in Schach zu halten. Bis am frühen Nachmittag wurden 14 Personen verhaftet.
Der Protest wurde von den zwei Gruppen «Hands Off Appalachia» und «Capitalism vs. the Climate» angeführt. Ihr Ziel: Sie wollen, dass die UBS ihre Finanzierungstätigkeit im Zusammenhang mit dem so genannten Mountaintop Removal stoppt.
Eine halbe Million Hektaren Wald zerstört
Dabei handelt es sich um eine brachiale Methode des Kohleabbaus: Minenunternehmen sprengen die Spitze eines Berges oder einer Erhebung weg und waschen anschliessend die Kohle aus dem weggesprengten Material aus. Der Vorteil dieser Methode: Die Kohle kann deutlich schneller gefördert werden.
Dies allerdings zum Nachteil der Natur: Die Sprengungen hinterlassen zerstörte Waldlandschaften. Das Auswaschen und der Aushub verseuchen in den Abbaugebieten die Gewässer mit Giften und Metallen. Inzwischen ist auch die UN auf Mountaintop-Removal aufmerksam geworden und untersucht mögliche Menschenrechtsverletzungen.
Annähernd eine halbe Million Hektaren Waldgebiete in den Appalachen sind gemäss Angaben von Umweltorganisationen so zerstört worden. Das Gebirge zieht sich durch die Bundesstaaten Kentucky, Tennessee, North Carolina und Virginia. Die Rolle der UBS im Kohleabbau in den Appalachen war auch schon einmal Thema der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF gewesen.
UBS mittlerweile ein Hauptakteur
Die Mineure und ihre Finanzierer sind bereits seit Jahren Ziel von Protestaktionen, wobei die UBS immer stärker in den Mittelpunkt rückt. Gemäss «Hands Off Appalachia» gehört die UBS zu den Hauptakteuren in der Beratungs- und Finanzierungstätigkeit von Firmen, die Mountaintop Removal betreiben wie Alpha Natural Resources, Patriot Coal, und Arch Coal.
Die jüngste Protestaktion in Stamford folgte auf jahrelange erfolglose Versuche der Aktivisten, die UBS dazu zu bewegen, ihre Aktivitäten in diesem Bereich zu überdenken. Noch vergangene Woche seien Mitglieder der Gruppen in Stamford zu Gesprächen gewesen.
Nachdem die UBS offenbar nicht zu Zugeständnissen bereit gewesen war, entschlossen sich die Umweltgruppen zur Protestaktion vor dem US-Hauptsitz.
CS sogar noch stärker involviert
Die UBS ist keineswegs das schwarze Schaf der Branche im Bereich der weltweiten Kohleabbau-Finanzierungen und Beratungsaktivitäten. Gemäss einer Credit Suisse sogar weit stärker involviert.
Demnach hat sie ihr Engagement mit Krediten sowie Aktien- und Anleihen-Emissionen von 2011 bis 2013 auf rund 5 Milliarden Euro um mehr als 2 Milliarden Euro ausgeweitet. Nur fünf Banken sind stärker involviert, nämlich die Citigroup, Bank of America, Morgan Stanley, J.P. Morgan Chase und die Deutsche Bank.
Finanzierungen verdoppelt
Die UBS kommt mit einem Volumen von rund 4 Milliarden Euro an elfter Stelle. Sie hat ihre Finanzierungs-Aktivitäten gemäss der Banktrack-Studie innert zwei Jahren mehr als verdoppelt.
Im Gegensatz zur UBS ist die Credit Suisse aber aus dem eigentlichen Mountaintop-Removal-Geschäft ausgestiegen. Sie hält zwar fest, dass sie keine dieser Projekte in den Appalachan direkt finanziert. Aber mit den entsprechenden Unternehmen werden dennoch Geschäftsbeziehungen im Rahmen von Finanzierungen, Krediten und Beratungen unterhalten.
Wie Christian Leitz, Leiter Corporate Responsibility Management bei der UBS, sagt, setze die UBS dabei jeweils «einen erweiterten Due Diligence- und Bewilligungs-Prozess ein». Potenzielle Transaktionen mache die UBS zudem davon abhängig, in welchem Mass das Betriebseinkommen des Unternehmens von Mountaintop Removal abhänge und «ob sich der Kunde dazu verpflichtet, den Einsatz dieser Abbaumethode graduell zu reduzieren».
Dies sind relativ neue Richtlinien.Dollar verurteilt worden war wegen über 4'600 Verstössen gegen das Gewässerschutzgesetz..