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Freiheit − schon viele kluge Köpfe haben sich darüber Gedanken gemacht. Martin Luther spricht von der «Freiheit eines Christenmenschen» und das Internetlexikon Wikipedia definiert Freiheit als «die Möglichkeit … ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können». Es wird unterschieden zwischen Entscheidungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Willensfreiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit usw.
Interessant ist, dass das Wort Freiheit von dem germanischen Wort „frī-halsa“ abgeleitet wird und bedeutet: «jemand, dem sein Hals selbst gehört», der also frei über seine Person verfügen kann.
In der ersten Sonntagslesung aus dem Buch Jesus Sirach wird indirekt auch von Freiheit gesprochen: «Gott gab den Menschen seine Gebote und Vorschriften. Wenn du willst, kannst du das Gebot halten; Feuer und Wasser sind vor dich hingestellt; streck deine Hände aus nach dem, was dir gefällt.» Gott hat uns Menschen den freien Willen geschenkt. Er vertraut darauf, dass wir diesen freien Willen einsetzen, um seine Gebote zu halten. Gott lässt mir die Wahl zwischen Feuer und Wasser, zwischen Gut und Böse. Und Jesus Sirach macht am Ende der Lesung deutlich: «Keinem gebietet er zu sündigen.»
Neulich habe ich mit einer Gruppe Schülerinnen und Schüler über diesen Begriff Freiheit diskutiert. Was ist eigentlich Freiheit? Ein Schüler sagte spontan: «Ich bin frei, wenn ich tun und lassen kann, was ich will.» Er erntete viel Zuspruch. Dann sagte aber jemand: «Aber wenn das, was du willst, schlecht ist für jemand anderen, was dann?» – «Dafür gibt es dann Gesetze», antwortete er. Im weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde sprachen wir über die zehn Gebote. Die meisten Gebote beginnen mit den Worten: «Du sollst: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst den Namen des Herren, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen. Du sollst den Feiertag heiligen. Du sollst Vater und Mutter ehren. Du sollst nicht töten» usw. Eine Schülerin meinte: «Das hat aber doch nichts mit Freiheit zu tun, wenn man ständig was sollen muss.» Aus der Sicht einer 11-Jährigen ist dieser Protest durchaus verständlich. Was mich jedoch wirklich umgehauen hat, war der Kommentar eines anderen Schülers, der daraufhin sagte: «Ich glaube, richtig frei ist man dann, wenn man auch etwas tun kann, was man nicht will.»