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Ein Forschungsteam um Michael Simon, Pflegewissenschaftler und Professor an der Universität Basel, erfasste die Häufigkeit und den Schweregrad von verbaler, physischer und sexueller Gewalt von Patientinnen und Patienten gegenüber Pflegenden. Diese sollten angeben, ob sie im Laufe des Monats vor der Befragung, Opfer eines solchen Angriffs geworden waren.
Demnach berichteten 73 Prozent der 1128 Pflegefachpersonen über verbale Gewalt, 63 Prozent über Gewalt an Sachen, 40 Prozent über verbale sexuelle Gewalt, 28 Prozent über körperliche Gewalt und 14 Prozent über körperliche sexuelle Gewalt. Zudem waren fast 30 Prozent im Laufe ihres Berufslebens bereits Opfer eines schweren Angriffs geworden, wie die Forschenden in der Fachzeitschrift «International Journal of Mental Health Nursing» berichten.
Bessere Gewaltprävention nötig
Aus der Studie ging hervor, dass die Gefahr eines verbalen sexuellen Übergriffs bei jüngeren Frauen mit hohem Arbeitspensum und weniger als drei Jahren Berufserfahrung besonders hoch ist, wie die Universität Basel am Dienstag mitteilte. Pflegende mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung wiesen das geringste Risiko für alle Arten von Gewalt auf.
Die etablierten Schutzstrategien auf den Psychiatrie-Stationen wie Aggressionsmanagement-Trainings oder Alarmvorrichtungen haben den Forschenden zufolge offenbar nur eine begrenzte Wirksamkeit, um Patientengewalt gegenüber Pflegenden zu begrenzen. Sie fordern deshalb politische und pädagogische Strategien, um wirksame Präventions- und Interventionsstrategien zur Gewaltvermeidung zu entwickeln.
Die befragten Pflegekräfte, 70 Prozent von ihnen weiblich, waren zum Zeitpunkt der Befragung in 13 Psychiatrie-Kliniken in der Deutschschweiz tätig.
*Fachpublikationslink https://doi.org/10.1111/inm.12905