Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03243.jsonl.gz/2179

Matt Nagy, Chicago Bears, 4. Saison: Die Bears haben in drei Saisons unter Matt Nagy zweimal die Playoffs erreicht. Dennoch wackelt sein Sitz, denn in einer Division, in der sowohl die Green Bay Packers als auch die Minnesota Vikings in Reichweite zu liegen scheinen, und da die Bears schon lange nichts mehr gewonnen haben, sind die Erwartungen höher als anderswo. Nagy, einst als Quarterback-Guru hochgelobt, gelang es nicht, Mitchell Trubisky auf NFL-Starter-Niveau zu führen. Nun hat man einen Erstrunden-Draft-Pick in Justin Fields investiert. Vieles wird deshalb davon abhängen, wie schnell Matt Nagy den früheren Ohio State-Star an die NFL heranführen kann. Und ob die traditionsbewusste Halas-Familie weiterhin mit ihm Geduld hat, wenn es nicht so schnell wie erhofft klappt und man bis auf weiters auf Veteran Andy Dalton setzen muss.
Zac Taylor, Cincinnati Bengals, 3. Saison: Die dritte Saison ist für einen neuen Head Coach immer ein wichtiger Gradmesser: Ein Cheftrainer hatte so zwei Jahre lang Zeit, gemeinsam mit dem Front Office, das Kader nach den eigenen Vorstellungen umzugestalten. In Saison 3 müssen sich dann die Früchte der Arbeit zeigen. Im Fall von Zac Taylor ist dafür nicht zwingend eine Playoff-Qualifikation von Nöten, das ist angesichts der anderen Teams in der NFC North auch nicht realistisch. Aber ein in etwas augeglichene Bilanz müsste es wohl doch sein. Hoffnung schöpfen kann Taylor aufgrund der guten Leistung von Joe Burrow in seiner Rookie-Saison, bevor eine Knieverletzung das Jahr vorzeitig beendete. Auch auf anderen Positionen konnte man sich verstärken. Wenn allerdings das Verletzungspech nochmals zuschlägt, könnte es für ihn eng werden.
Mike McCarthy, Dallas Cowboys, 2. Saison: Mike McCarthy ist ein grosser Trainername: Er hielt während mehr als eines Jahrzehnts die Green Bay Packers in der Spitzengruppe der Liga, gewann 2010 die Super Bowl XLV. Doch Dallas ist natürlich ein ganz anderes Umfeld als die Kleinstadt Green Bay. Und Cowboys-Besitzer Jerry Jones ist, nachdem der letzte Titelgewinn 25 Jahre zurückliegt, ein ungeduldiger Mann. Und so muss McCarthy in seiner zweiten Saison in Texas liefern. Unmöglich ist dies nicht: Letzes Jahr bremste die Verletzung von Dak Prescott das Team. Und wenn auch Ezekiel Elliott wieder besser spielt, dann ist zumindest die Offense ganz gut aufgestellt. Zudem ist die NFC East aktuell eine der schwächsten Divisionen, ein Divisionstitel und damit die wohl einzige Chance auf die Playoffs durchaus in greifbarer Nähe.
Vic Fangio, Denver Broncos, 3. Saison: Als die Broncos Vic Fangio vor der Saison 2019 als neuen Head Coach verpflichteten, gab es bereits kritische Stimmen, die meinten, Fangio sei wohl der Fall eines exzellenten Coordinators, der aber als Head Coach scheitern werde. Und bislang haben sie recht behalten. Mit ein Problem ist dabei, dass auf der Quarterback-Position in den letzten beiden Jahren ein Kommen und Gehen herrschte. Und auch dieses Jahr geht man in Teddy Bridgewater mit einem neuen Quarterbacks in die Saison. Weiter kommt erschwerend hinzu, dass die AFC West ein ziemlich hartes Pflaster ist und die Zukunft des Teams ungewiss ist. General Manager John Elway hat sich zurückgezogen und es ist gut möglich, dass die Erben von Pat Bowlen das Team verkaufen. Und ein neuer Besitzer würde dann sicher auch einen Mann seiner Wahl installieren wollen.
Mike Zimmer, Minnesota Vikings, 8. Saisons: Man kann nicht behaupten, dass die bisherige Amtszeit von Mike Zimmer in Minneapolis eine Enttäuschung wäre. Seine Bilanz bezüglich Siegen ist positiv, jedes zweite Jahr – interessanterweise immer in den ungeraden Jahren – qualifizierten sich die Vikings für die Playoffs und einmal stand man sogar im Championship Game und damit an der Schwelle zur Super Bowl. Und trotzdem: Irgendwie hat man das Gefühl, dass die Vikings nicht wirklich vorwärts kommen: Auf jeden Schritt nach vorne, folgt ein Schritt zurück. Es ist das gleiche Gefühl, dass man von Vikings-Quarterback Kirk Cousins hat: Zumeist solide, manchmal sogar richtig gut, aber wirklich selten überragend. Und dieses Aufderstelletreten spricht zunehmend gegen den amtierenden Head Coach. Auch deshalb wird Mike Zimmer dieses Jahr gefordert sein, will er seinen Job behalten wollen, zumal Divisionsrivale Green Bay aktuell nicht unbezwingbar erscheint. Sollten die Vikings dieses Jahr die Playoffs verpassen, ist es gut möglich, dass Teambesitzer Zygi Wilf sich für einen Neuanfang entscheidet.