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Ein eigener Schwarm kann in einer neuen Beute am selben Standort aufgestellt werden, wo sich auch das Muttervolk befindet. Bisher konnten wir nicht beobachten dass die Flugbienen des Schwarms signifikant wieder in ihren alten Stock zurück fliegen, selbst wenn die neue Beute direkt daneben aufgestellt wird.
Der Gemeinsinn eines Bienenvolkes nimmt ab, sobald es in Schwarmstimmung kommt. Lässt der Imker den natürlichen Trieb der Bienen zu oder übersieht ein gut verstecktes Weiselnäpfchen, dann fliegen mit der ausziehenden Königin nur jene Bienen mit, die sich zu ihrer Majestät auch bekennen. Das Volk kann deshalb ohne weiteres in eine neue Beute am alten Standort aufgestellt werden.
Dies gilt nicht für einen Kunstschwarm. Hierbei greift der Imker in das Volk ein und entnimmt Bienen (evtl. auch die Königin) um sie zu einem neuen Volk aufzubauen. Ein Kunstschwarm muss zwingend mindestens 3 km Abstand vom alten Standort haben.
Der hohen Schweizer Bienen(stand)dichte wegen, sollte ein Schwarm eher die Ausnahme als die Regel sein. Schwarm und Muttervolk sollten in Zukunft mit einer effektiven Schwarmkontrolle und Schwarmverhinderung am Abschwärmen gehindert werden. Nicht wieder eingefangene Schwärme haben eine schlechte Überlebenschance.
Benötigtes Material:
- neue Beute
- Handzerstäuber mit Wasser
- Bruträhmchen mit eingelöteten Mittelwänden
- Futtergefäss für Zuckersirup
- evtl. Bienentrichter, Leintuch oder Aufstiegshilfe
Vorgehen:
- Beute am vorgesehen Ort aufstellen und 2-3 Bruträhmchen pro kg Schwarmmasse*) einhängen, in der Mitte eine Lücke lassen, damit die Bienenmasse gut zwischen die Rähmchen eingeschlagen werden kann
- Eine bebrütete Wabe wird von der Königin gerne angenommen, es kann jedoch sein, dass die Mittelwände dadurch weniger schnell ausgebaut werden
- Evtl. Bienentrichter platzieren
- Der Schwarm in der Box wird sich am Deckel zusammen gezogen haben. Vorsichtig den Deckel öffnen und die Bienen mit Wasser besprühen um ein Auffliegen beim Einkehren verhindern
- Durch einen kräftigen Ruck den Schwarm in die Beute abschlagen
- Alternativ kann auch der Kistenboden geöffnet und die Bienen direkt vor der Beute auf ein weisses Leintuch abgeschlagen werden, das zum Flugloch führt. Die Bienen werden in die neue Beute einlaufen
- Das Flugloch nur auf knapp 1 cm bis maximal 2 cm öffnen. Da der Schwarm stetig gefüttert werden muss, sollte das Flugloch möglichst klein gehalten werden um Räuberei zu verhindern
- Abends füttern (siehe Fütterung)
Nach dem Einlogieren:
- Brutwaben mit ca. einer Mittelwand / Woche erweitern.
- Nach einigen Tagen auf Weiselrichtigkeit (Königin vorhanden) kontrollieren: Sind Stifte vorhanden?**)
- Die brutfreie Zeit kann und sollte zur Varroabehandlung (Oxalsäure) genutzt werden
- Das junge Volk soll warm und eng gehalten werden, damit sich die neue Brut optimal entwickeln kann
Wasser statt Rauch!
Viele Imker arbeiten mit Rauch um die Bienen «zu beruhigen». Die Bienen arbeiten dann einen Brandalarm ab und verschwinden in die Wabengassen und füllen ihre Honigblase mit Futter, um im Ernstfall Reserve dabei zu haben. Durch die Futteraufnahme werden sie etwas träger. Da wir die Bienen auf neue Mittelwände einkehren, funktioniert der Rauch nicht. Daher muss mit einem wassergefüllten Handzerstäuber gearbeitet werden. Der Handzerstäuber funktioniert auch gut als Rauchersatz bei sonstigen Arbeiten im Brutraum.
Fütterung
- Der frisch einlogierte Schwarm wird jeweils abends mit dünnem Zuckerwasser (600 g Zucker / 1 l Wasser) gefüttert, bis die zu Beginn installierten Mittelwände ausgebaut sind. Die Bienen verbrauchen hierbei 5 – 8 Liter Zuckerwasser. Je nach Grösse des Volkes dauert der Ausbau von wenigen Tagen bis zu einer Woche.
- Eine abendliche Fütterung, kurz vor Sonnenuntergang und ein möglichst enges Flugloch (1 bis max. 2 cm) verhindern Räuberei der benachbarten Bienenstöcke.
- Nach dem Ausbau der Waben sollte der Schwarm stetig vorsichtig dosiert Futter erhalten. Die Menge soll so dosiert sein, dass das Volk nie hungern muss, jedoch auch das Brutnest nicht beeinträchtigt wird.
- Der Schwarm muss wie ein Jungvolk behandelt werden. Aufgrund der Fütterung kann in dieser Saison kein Honigraum mehr geschleudert werden. Sollte das Volk stark und trachtreif und ein Honigraum unumgänglich werden, so können diese Waben wunderbar als Futterwaben dienen.
*) Die Angaben beziehen sich auf die Schweizer Brutwabe mit einer Mittelwanddimmension von 264 x 335 mm.
**) Ein sogenannter Vorschwarm mit weiselrichtiger (begatteter) Königin wird innerhalb weniger Tage zu stiften anfangen. Anders bei einem Nachschwarm mit unbegatteter Königin. Hier kann es ohne weiteres drei Wochen dauern, bis die junge Königin auf dem Begattungsflug war und zu legen beginnt. Der Vorschwarm lässt sich häufig in Beutenähe auf ca. 1 m Höhe nieder. Der Nachschwarm fliegt oft mehrere Kilometer und setzt sich gerne in mehreren Metern Höhe nieder. Diese Schwärme lieber ziehen lassen, als einen Unfall zu riskieren!