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Da die heutige Willet-Destillerie erst 2012 ihren Betrieb aufnahm, müssen die Sour Mash Bourbon Whiskys aus Bardstown in Kentucky erst eine Zeit lang reifen, um hochwertige Tropfen zu ergeben und ein stolzes Altersstatement tragen zu dürfen. Immerhin füllte die Willet/Kulsveen-Familie innerhalb von fünf Jahren 25.000 Fässer – das sind rund 5.000 Fässer pro Jahr. Damit die Kundschaft nicht zu lange warten muss, brachte man allerdings schon 2015 den zwei Jahre alten Willett Family Estate Bottled Rye Whiskey heraus. Ein Jahr später folgte ein vierjähriger Bourbon. Der hochpreisige Willet Pot Still Reserve stammt dagegen von den alten Beständen des 1984 geschlossenen Vorgängerbetriebs. Die erste Willet-Destillerie öffnete kurz nach der amerikanischen Prohibition ihre Pforten, verschwand jedoch wenige Jahrzehnte später wieder von der Bildfläche, als die Absatzzahlen von Bourbon in den Keller sanken. Der Norweger Even Kulsveen, der in die Familie einheiratete, gründete daraufhin das Unternehmen Kentucky Bourbon Destillers und widmete sich dem Vertrieb der verbliebenen Lagerbestände. Später bezog er Whisky von naheliegenden Destillerien, reifte diesen in den eigenen Lagerhäusern nach und exportierte ihn weltweit. Während jener Zeit baute sich ein beachtliches Markenrepertoire auf: Johnny Drum, Old Bardstown, Noah’s Mill und Rowan’s Creek sind nur einige der Bourbons, hinter denen sich das Familienunternehmen versteckt. Die Idee, die alten Destilleriegebäude zu renovieren und wieder in Betrieb zu nehmen, muss irgendwann nach der Jahrtausendwende gekommen sein. Heutzutage präsentiert sich die Brennerei mit acht Lagerhäusern aus dem Jahr 1937, einem Besucherzentrum und einer Bar.
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