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Quick Facts
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StatusAktiv
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Wohnort
6010 Kriens LU
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Geburtsdatum
05.12.1984
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Beruf
kaufmännische Angestellte
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Wettkampfklasse
T54
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Disziplin
100 m, 200 m, 400 m, 800 m, 1500 m, 5000 m, Marathon
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Behinderung
Paraplégie
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Behinderungsgrund
Unfall auf Spielplatz
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Homepage
Rollstuhlleichtathletin Manuela Schär ist eines der grossen Aushängeschilder des Paralympischen Sports in der Schweiz. Aufgewachsen ist sie in Altishofen (LU). Am Kindergeburtstag einer Kollegin spielte sie als 9-Jährige auf einer Schaukel, welche nicht gut im Boden verankert war, über ihr zusammenbrach und sie schwer am Rücken verletzte. Sie ist seither querschnittgelähmt. Sechs Monate verbrachte sie daraufhin fern von zu Hause in der Erstrehabilitation im Paraplegiker Zentrum Nottwil. Eine äusserst lange Zeit für das junge Mädchen und eine Herausforderung, sowohl für Manuela Schär als auch für die Pflegenden.
Schon vor ihrem Unfall trieb Manuela Schär in einer Läuferriege Sport und so war es nicht erstaunlich, dass sie bald die Community der Rennstuhlfahrenden im Paraplegiker Zentrum kennenlernte. Die gute Stimmung in dieser Gruppe animierte sie, im Sommer zwei bis dreimal pro Woche mit Athleten wie Erwin Zemp, Hugo Müller oder Franz Weber zu trainieren. Bald nahm sie auch an ersten Wettkämpfen teil. Sie musste diese aber mangels Nachwuchskategorien bei der Elite bestreiten.
Neben dem Sport absolvierte sie die obligatorische Schulzeit und begann eine KV-Lehre. Eine abgeschlossene Ausbildung war ihr und ihren Eltern sehr wichtig. Noch während der Lehrzeit nahm Manuela Schär 2004 in Athen an ihren ersten Paralympics teil. An diesem Grossanlass konnte sie völlig unbeschwert und ohne Druck an den Start gehen und gewann prompt über 200m die Silber- und über 100m die Bronzemedaille. Nach Athen schloss sie ihre kaufmännische Ausbildung ab und reiste etwas später für drei Monate nach Mexiko, wo sie sich bei einem Hilfsprojekt engagierte. Anschliessend machte sie während fünf Monaten einen Sprachaufenthalt in den USA.
Nach dieser langen Sportpause war es für Manuela Schäre eine grosse Herausforderung, wieder den Anschluss zu ihren vorherigen Leistungen herzustellen. An den bis damals grössten Paralympics in Peking 2008 konnte sie mit ihrem unermüdlichen Kampfgeist über 200m nochmals über sich hinauswachsen und dank einer neuen persönlichen Bestzeit die Bronzemedaille gewinnen. Danach stellt sie vieles um, wechselte die Trainerin und nahm die 800m Strecke in ihr Rennprogramm auf.
An den Selektionsrennen für die Paralympics von London im Frühling 2012 war Schär ausgezeichnet in Form. Doch leider konnte sie diese Form nicht bis zu den Spielen in London konservieren und fiel in ein Formtief. Aus London kehrte sie enttäuscht und ohne Medaille zurück. Rückblickend gesehen sei London aber das Beste, was ihr habe passieren können, sagte Manuela Schär: «Die Spiele waren ein eye opener für mich. Ich hatte nach London viel Zeit zum Nachdenken und Reflektieren.» Als Fazit wechselte sie erneut den Trainer und legte den Fokus neu auf die Langdistanzen (1500m bis Marathon). Schon immer verfolgte sie die längeren Rennen auf der Bahn gerne und war fasziniert von den taktischen Spielereien und Möglichkeiten. Gleich in ihrer Debutsaison im Marathon wurde sie 2013 in Lyon «Marathon Weltmeisterin» und erreichte in den folgenden Jahren an allen grossen Marathons Podestplätze.
Die Paralympics in Rio schrieben für Manuela Schär nochmals eine unglückliche Geschichte. Die Athletinnen aus den USA und China zeigten sich äusserst dominant und nutzten ihre numerische Überlegenheit für teamtaktische Manöver. So gab es für die Einzelstarterin Schär in den Bahnrennen trotz guter Form kein Vorbeikommen an der chinesischen und amerikanischen Armada und sie musste sich mit Plätzen abseits des Podests zufriedengeben. In diesen Rennen lernte sie aber erneut viel und konnte ihr taktisches Gespür schulen.
An der Rollstuhlleichtathletik gefällt Manuela Schär besonders, dass es eine äusserst dynamische Sportart ist. Ausserdem ist die Leistungsdichte gross, was die Rennen äusserst spannend macht. Der Sport ist nicht von jetzt auf gleich erlernbar, sondern es braucht Jahre harter Arbeit bis man die perfekte Technik beherrscht, um den Rennrollstuhl schnell voran zu treiben. Eine gute Ausdauer und Stehvermögen sind in Schärs Augen weitere wichtige Punkte, um Erfolg zu haben.
Die Weltrekordhalterin über 800m, 5000m und über die Marathondistanz setzte ab der Saison 2018 zu einem wahren Höhenflug auf den Marathonstrecken an. Sie gewann alle grossen Städtemarathons, von London über New York, Boston, Berlin bis Tokio. Damit entschied sie auch die Gesamtserie der «Abbot World Marathon Majors» für sich und knüpfte 2019 nahtlos an diese Leistungen. In London krönte sie sich erneut zur Marathonweltmeisterin.
Das Preisgeld, welches an diesen grossen Marathons zu gewinnen ist, ermöglichte es Manuela Schär, ihr Arbeitspensum stetig zu reduzieren. Heute arbeitet sie noch 20%, um noch mit einem Fuss in der Arbeitswelt zu bleiben. Daneben trainiert sie an sechs Tagen in der Woche. Neben den Einheiten im Rennrollstuhl gehören zu ihrem Trainingspensum Einheiten im Kraftraum und an der Handkurbel.
Aber nicht nur ihr Training gestaltet Schär äusserst professionell. Auch im Materialbereich setzt sie neue Massstäbe. Seit 2017 gehört sie dem Honda Team an und bekommt von Honda einen individuell auf sie abgestimmten Carbon Rennrollstuhl zur Verfügung gestellt. Dazu besuchte sie nach dem Tokio Marathon 2017 das Honda Werk in Japan, wo sie komplett 3D vermessen wurde. Manuela Schär schätzt diese Unterstützung sehr. Honda stellt ihr beispielsweise für die wichtigsten Rennen einen Mechaniker vor Ort zur Seite. Ausserdem kann sie ihre Ideen zur Weiterentwicklung des Materials weitergeben und umsetzen lassen.
Durch diesen starken Bezug zu Japan freut sich Manuela Schär umso mehr auf die Paralympics von Tokyo 2020. Auf diesen Spielen liegt bereits heute ihr Fokus. An den Paralympics möchte sie ihre Bestleistung abrufen können und mit Medaillen um den Hals hängend in die Schweiz zurückkehren.
Leichtathletik Marathon WM London, 28. April 2019
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