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Wir schreiben das Jahr 1903. In einem Hinterhof in Milwaukee, Wisconsin, stellen die Davidson-Brüder Walter und Arthur zusammen mit William „Bill“ Harley ihr erstes Motorrad fertig. Die drei zimmern sich auf dem Grundstück des Davidson-Elternhauses in der 38. Straße, Ecke Highland Avenue eine Bretterbude zusammen und beginnen mit der Produktion. In diesem ersten Jahr verlassen bereits drei Harley-Davidson Motorräder die winzige „Fabrik“. Der Motor hat einen Zylinder mit 400 cm³ Hubraum, knapp drei PS, ein atmosphärisch gesteuertes Einlassventil und Riemenantrieb. Die erste Harley-Davidson wird binnen zehn Jahren 100.000 Meilen zurücklegen.
Im Jahr 1905 zieht die Firma in die 27. Straße, Ecke Chestnut Street in ein zweigeschossiges Holzgebäude mit 200 qm Grundfläche. Gleichzeitig wird das Bike systematisch verbessert: Bill Harley konstruiert eine Springergabel als Vorderradfederung, und die Maschine erhält einen Spannriemen-Mechanismus, der wie eine Kupplung wirkt.
1907 überreden die drei auch noch den dritten Davidson-Bruder William, in das Unternehmen einzusteigen. Die Jahresproduktion steigt auf 150 Motorräder.
Im Jahr 1909 verlässt das Modell „61“ die erneut vergrößerte Fabrik, in der inzwischen 35 Angestellte arbeiten, die in diesem Jahr 1.149 Motorräder fertig stellen. Das Modell „61“, benannt nach seinem Hubraum von 61 cubic inch, ist das erste Harley-Davidson Motorrad mit dem bis heute typischen 45°-V2-Motor. Bald gibt es den V2 wahlweise mit 870 cm³ oder mit 1.000 cm³ Hubraum. Die Jahresproduktion von Harley-Davidson steigt auf 5.625 Motorräder.
1913 beschließen die Inhaber, nach Europa zu exportieren – in Großbritannien wird die erste Auslandsniederlassung eröffnet – und sich noch intensiver im aufkommenden Motorsport zu engagieren. Harley-Davidson fährt eine große Anzahl von Siegen in den damals sehr populären Dirt-Track- und Board-Track-Rennen ein. Diese Erfolge kurbeln den Verkauf weiter an und sorgen für zahlreiche Verbesserungen im Serienbau.