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Aktualisiert: 6. Aug. 2021
Polyamorie ist die Praxis von oder der Wunsch nach intimen Beziehungen mit mehr als eine/r Partner*in, mit dem Einverständnis aller Beteiligten. Zu den Grundprinzipien der Polyamorie gehört der ethische und verantwortungsvolle Umgang mit Beziehungen zu anderen Menschen.
Polyamorie ist eine Möglichkeit für Menschen, die sich in der Lage fühlen, liebevolle Beziehungen mit mehr als einer Person zu führen, diesen Wunsch zu erkunden. Manche Menschen glauben, dass Polyamorie eine Art "Beziehungsorientierung" ist - dass sie so programmiert sind und sich nicht vorstellen können, anders zu sein. Andere glauben, dass Polyamorie eine bewusste Entscheidung ist, die man treffen muss. Ich falle irgendwo dazwischen und glaube, dass es eine Orientierung für mich ist, aber ich könnte definitiv monogam leben, wenn ich wollte, aber ich entscheide mich bewusst dagegen. Und warum? Weil ich offen sein möchte. Ich will neugierig bleiben für mögliche Verbindungen und deren Potenzial - ich muss es nicht durchziehen, aber zu wissen, dass ich es könnte, wenn ich wollte, öffnet viel Raum für authentischere Verbindungen.
Es wäre ein Leichtes, ein ganzes Buch mit Geschichten von polyamoren Menschen zu füllen, wie sie Polyamorie praktizieren und was es für sie bedeutet. Das liegt daran, dass die Menschen, die Polyamorie praktizieren, sie auf so viele verschiedene Arten praktizieren. Innerhalb dieser verschiedenen Geschichten findest du jedoch gemeinsame Themen. Diese Gemeinsamkeiten können als eine sehr grundlegende Einführung in einige der Terminologien und Strukturen dienen, denen du begegnen wirst.
Grundlegende Beziehungsbegriffe & Konfigurationen
Beziehungen innerhalb der Polyamorie können offen oder geschlossen sein. Nicht alle offenen Beziehungen sind polyamor, und nicht alle polyamoren Beziehungen sind offen. Manchmal sind drei (oder mehr) Menschen in einer Beziehung miteinander, wollen aber keine neuen Menschen in ihre Beziehungskonfiguration einbringen.
Ein V/Vee ist eine der einfachsten Konfigurationen einer polyamoren Beziehung. Wie oben dargestellt, umfasst ein V drei Personen, die jedoch nicht alle in einer Beziehung zueinander stehen. In dieser Beziehung wären Simon und Phil Metamour - ein gängiger Begriff für die Partner*in des/der Partner*in.
Triads/Triaden sind Gruppen von drei Personen, die in einer Beziehung zueinander stehen, wie oben abgebildet. Manchmal werden sie auch als "Throuple" bezeichnet.
Auch gängig ist eine Z-Konfiguration, z. B. ein verheiratetes (oder auch nicht verheiratetes) Paar, das jeweils eine/n Partner*in außerhalb der Beziehung hat, aber diese Partner haben keine romantische oder sexuelle Beziehungen zu jemand anderem in der Z-Formation.
Wie du dir vorstellen kannst, können polyamore Netze exponentiell wachsen, je mehr Poly-Partner*innen du hinzufügst. Manche Leute bezeichnen Gruppen von polyamoren Menschen als Polyküle/Polycules. Dieser Begriff kam wegen ihrer visuellen Ähnlichkeit mit einem Molekül zustande, wenn sie abgebildet werden.
Einige Polyküle umspannen mehrere Drei- und Mehrgespanne, die sich weit ausbreiten und in ihren Verbindungen mäandern. Es ist nicht ungewöhnlich, auf Netze von einem Dutzend oder mehr Menschen zu stoßen, die alle in irgendeiner Weise mit verschiedenen liebevollen Verbindungen zwischen ihnen verbunden sind.
“One can be in love with several people at the same time, feel the same sorrow with each, and not betray any of them” - Gabriel García Márquez
Wer praktiziert Polyamorie?
Kurz gesagt: jeder! Es gibt keine stereotypische polyamore Person. Ich habe polyamore Menschen getroffen, die jung und alt sind. Manchmal wussten sie schon von klein auf, dass sie polyamor sind, und manchmal war es etwas, das sie erst später im Leben entdeckten. Oft hatten sie das Gefühl, dass etwas anders war oder dass traditionelle monogame Beziehungen irgendwie nicht passten, aber sie waren sich nicht sicher, warum oder dass es dafür einen Namen gab.
Ich habe dicke und dünne Menschen getroffen, Berufstätige, Hausfrauen und -männer, Student*innen und Arbeiter*innen, die polyamor sind. Manchmal sind sie kinky und manchmal sind sie es nicht. Sie kommen aus verschiedenen Einkommensschichten, mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen und in allen Farben, Größen und Sexualitäten. Die polyamoren Menschen, die ich getroffen habe, haben einige Dinge gemeinsam - sie neigen dazu, aufgeschlossen und offenherzig zu sein, und sind im Allgemeinen liebevolle und mitfühlende Menschen.
Das sind aber mal nur die knappsten Basics. Ich werde in der Zukunft mehr Blogposts teilen, die weitere Fragen bearbeiten. Falls du dich für Polyamorie interessierst und eine tiefgehendere Einführung möchtest, lade ich dich zu meinem "Polyamorie für Einsteiger*innen"- Workshop ein. Dieser 2-teilige Kurs ist in Theorie und Praxis unterteilt. Man kann jedoch auch nur einen Teil besuchen. Neugierig?