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Der Zeichner Otto Garraux (1904 1989)
(kurze Fassung)
© 2011 Markus Kappeler
(erschienen im Buch «Die Schneckenfauna der Schweiz»)
Otto Garraux bestand 1922 in Basel die Maturität. Danach liess er sich an der dortigen Universität und an der Kunstgewerbeschule zum Zeichenlehrer für die Obere Schulstufe ausbilden, um anschliessend während mehr als 40 Jahren in Basel an verschiedenen Schulen zu unterrichten. Daneben arbeitete er als wissenschaftlicher Zeichner und wurde dadurch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Dies hatte zweifellos damit zu tun, dass er naturwissenschaftliche Objekte nicht nur möglichst genau wiederzugeben versuchte, sondern dem Betrachter stets auch die Schönheit der dargestellten Naturformen vermitteln wollte. Für Autoren aus der ganzen Welt illustrierte er in seinem Leben rund 330 wissenschaftliche Arbeiten.
Otto Garraux’ privates Interesse galt den Schneckengehäusen. Während weit über 30 Jahren - schwergewichtig aber zwischen 1950 und 1975 - sammelte er Schneckengehäuse auf jedem Spaziergang, auf jeder Wanderung und in jedem Urlaub, in der Schweiz wie im Ausland. Zuhause säuberte, bestimmte, vermass und archivierte er die Funde wissenschaftlich korrekt und führte für jede Art detaillierte Dokumentationsblätter. Auf diesen hielt er in gepflegter Handschrift die systematische Einteilung, die Fundorte sowie die Gehäusemasse der gesammelten Exemplare fest. Nicht zuletzt fertigte er rund 2000 Bleistiftzeichnungen der von ihm gesammelten Exemplare an und fügte sie den Dokumentationsblättern bei.
Den wesentlichen Unterschied zwischen einer Zeichnung und einer Fotografie hat Otto Garraux einmal folgendermassen beschrieben: «Das Endergebnis ist kein «Sehbild», das heisst kein Bild, welches uns unser Auge oder der Fotoapparat wiedergibt. Bei einem Sehbild bleibt nämlich der Blick ungefähr auf die Mitte des Objekts eingestellt. Je nach der Distanz zum Objekt sind dann die Enden mehr oder weniger stark verkürzt. Mein Blick hingegen steht immer senkrecht über jedem einzelnen Punkt, so dass eine Art Projektion entsteht. Nur bei einer solchen Aufnahme kann der Leser wirklich genau wahre Masse aus der Zeichnung entnehmen.»
Der Zeichner Otto Garraux (1904 1989)
(lange Fassung)
© 2011 Markus Kappeler
Otto Garraux wurde 1904 in Basel geboren. Sein Vater war Buchhalter, seine Mutter Hebamme. 1922 bestand Otto Garraux die Maturität in Basel an der «Oberen Realschule», dem heutigen Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium. Danach liess er sich an der Universität Basel und an der Basler Kunstgewerbeschule zum Zeichenlehrer für die Obere Schulstufe ausbilden.
Nach dem Studienabschluss arbeitete er zunächst als Aushilfslehrer und zog als Ersatz für kranke Lehrer von Schulhaus zu Schulhaus. Originalton Otto Garraux (anlässlich eines Vortrags 1985): «Bei dieser Wanderschaft lernte ich im Pestalozzi-Schulhaus Dr. Hermann Helbing kennen. Er war im Nebenamt an der Paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Basel als Spezialist für ausgestorbene Raubtiere tätig. Schon bald fragte er mich, ob ich einmal einen Raubtierzahn für ihn zeichnen könnte. So ging ich eines schönen Abends nach der Schule mit ihm ins Museum und beschäftigte mich dort mit einem Zahn eines grossen, ausgestorbenen Panthers. Das war im März 1927 gewesen - und ich hatte damals gewiss nicht gedacht, dass da eine Aufgabe für das ganze Leben auf mich wartete! Seither habe ich für rund 60 Autoren aus der ganzen Welt, von Kalifornien bis Teheran, gearbeitet und etwa 330 wissenschaftliche Arbeiten illustriert.» Das war nur möglich gewesen, weil Otto Garraux neben der Schule - er unterrichtete mehr als vierzig Jahre lang - ständig unermüdlich gezeichnet hatte.
Otto Garraux wurde als wissenschaftlicher Zeichner und Illustrator weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Das hatte zweifellos damit zu tun, dass er naturwissenschaftliche Objekte nicht nur möglichst genau wiederzugeben versuchte, sondern dem Betrachter stets auch die Schönheit der dargestellten Naturformen vermitteln wollte. Wohl am bekanntesten war Otto Garraux für seine meisterhaften Federzeichnungen von fossilen Wirbeltierknochen und -zähnen. Auf diesem Gebiet schuf er einen Qualitätsstandard, den bis heute kaum ein anderer Zeichner je erreicht hat. Kein Wunder war er in Fachkreisen sehr begehrt. Er arbeitete mit den bekanntesten Paläontologen seiner Zeit in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich zusammen und illustrierte für sie umfangreiche Monographien. Besonders bekannt wurde er durch seine Illustrationen in Elisabeth Schmids 1972 erschienenem «Knochenatlas» für Prähistoriker, Archäologen und Quartärgeologen. Otto Garraux’s künstlerischer Arbeitsbereich war allerdings erheblich breiter ausgelegt: Neben Knochen von Sauriern und anderen ausgestorbenen Wirbeltieren zeichnete er insbesondere auch Gehäuse von Schnecken und weiteren wirbellosen Tieren, Lebensbilder von Tiergemeinschaften vergangener Epochen und archäologische Objekte in seinem präzisen und gleichzeitig ästhetischen Stil.
Otto Garraux heiratete spät, mit 40 Jahren, und wurde früh, mit 57 Jahren, Witwer, was er 28 Jahre lang blieb. Seine Frau Anna Schmidt hatte als Krankenschwester gearbeitet. Die Ehe blieb kinderlos. Zeitlebens war Otto Garraux im westlichen Grossbasel wohnhaft. Bis zur Heirat hatte er in seinem Elternhaus an der Heinrichsgasse gelebt. Zusammen mit seiner Frau zog er zunächst ein paar Strassen weiter an den Bristenweg. Anfangs der 1950er-Jahre konnte er sich dann, wiederum ein paar Strassen weiter, ein Haus im Holeeletten kaufen, in welchem er bis zu seinem Tod lebte.
Otto Garraux hatte diverse private Interessen. Er pflegte eine reichhaltige Briefmarkensammlung. Er besass eine Bibliothek mit über 4000 Büchern, darunter vielen Kunst-Bildbänden. Er ging regelmässig ins Theater und an Konzerte. Er unternahm gern weite Wanderungen. Und es heisst, dass er ein sehr geselliger und humorvoller Mensch gewesen sei, der oft Familienzusammenkünfte organisierte und an Klassentreffen seiner ehemaligen Schüler teilnahm. Auch im hohen Alter sei er gesund und munter gewesen, stets gut gelaunt und immer emsig arbeitend. Bis er 1989, im Alter von 85 Jahren, einen Herzinfarkt erlitt.
Ein hübsches Licht auf Otto Garraux’s Wesen wirft die folgende kleine Anekdote: Otto Garraux war bekanntermassen kein Freund extrovertierter Künstler. Im Besonderen empfand er eine tiefe Abneigung gegen einen bestimmten modernen Bildhauer und Zeichner, der nicht nur seine Kunst, sondern auch sich selbst im Rahmen von Aktionen gern zur Schau stellte. Er konnte sich so richtig ereifern und über diese «üblen Scharlatane» schimpfen. Als an einer Veranstaltung des Paläontologischen Instituts in Zürich die beiden Präparatoren Heinz Lanz und Fredy Fassnacht einen Schnitzelbank darboten, in welchem sie verschiedene Leute aus dem Institut aufs Korn nahmen, da lautete ein Vers: «Verjaaget dä Schpinner, verbrennet sy Gschmeus! Dasch e Liebeserkläärig, vom Garraux an Beuys.» Der kleine Vers bereitete Otto Garraux eine Riesenfreude.
Hier wollen wir ein privates Interessengebiet von Otto Garraux noch besonders hervorheben: die Schneckengehäuse. Während weit über 30 Jahren - schwergewichtig aber zwischen 1950 und 1975 - sammelte Otto Garraux auf jedem Spaziergang, auf jeder Wanderung und in jedem Urlaub, in der Schweiz wie im Ausland, Schneckengehäuse. Zuhause säuberte, bestimmte, vermass und archivierte er die «Beute» wissenschaftlich korrekt und führte für jede Art detaillierte Dokumentationsblätter. Auf diesen hielt er in gepflegter Handschrift die systematische Einteilung, die Fundorte sowie die Gehäusemasse der gesammelten Exemplare fest. Nicht zuletzt fertigte er fleissig Zeichnungen der von ihm gesammelten Exemplare an und fügte sie den Dokumentationsblättern bei. Insgesamt schuf Otto Garraux in seinem Leben mehr als 2000 Zeichnungen von Schneckengehäusen.
Als Fachmann zeichnete Otto Garraux in erster Linie ausgewachsene Exemplare, da diese für die Artbestimmung massgeblich sind. Wenn es für die Identifizierung einer Art von Bedeutung ist, zeichnete er sie in verschiedenen Ansichten. Bei Arten, welche eine grosse Variabilität aufweisen, zeichnete er mehrere unterschiedliche Individuen.
Seine Zeichnungen entstanden zumeist mit Bleistift auf hochwertigem Zeichenkarton. Die fertigen Zeichnungen schnitt er jeweils aus und klebte sie gruppiert auf seine Dokumentationsblätter. Bei Letzteren handelt es sich um karierte Ringbuchblätter im Format A5, die er in schwarzen Ringordnern aufbewahrte.
Otto Garraux’s schwarze Ringordner befinden sich heute - ebenso wie seine Sammlung von Schneckengehäusen - in der Obhut des Naturhistorischen Museums Basel NMB.
Abschliessend möchte ich Otto Garraux nochmals selbst sprechen lassen. Die folgenden Ausführungen stammen aus seinem bereits erwähnten Vortrag, den er im September 1985, im Alter von 81 Jahren, am Gymnasium ABD (der heutigen Kantonsschule Freudenberg) in Zürich, auf Baseldeutsch hielt. Ich habe sein Manuskript möglichst direkt ins Hochdeutsche übertragen und nur sanft bearbeitet.
«Ich will ihnen nun erzählen, wie ich vorgehe, wenn ich ein Objekt zeichnen will. Ob gross oder klein, zuerst bestimme ich immer das so genannte umschriebene Viereck, das heisst ich messe die grösste Länge und die grösste Breite und umrande das Viereck. Über die Ränder darf also mein Abbild nicht hinausragen.
Wir wollen annehmen, ich sollte etwas Grosses zeichnen, zum Beispiel einen Oberschenkelknochen. Beim Chalicotherium, einem ausgestorbenen weitläufigen Verwandten des Pferds aus dem Miozän, also um 10 bis 20 Millionen Jahre alt, ist dieser etwa 45 Zentimeter lang und 15 Zentimeter breit. So ein versteinerter Knochen wiegt um die zehn bis zwölf Kilogramm, weshalb es nicht leicht ist, ihn in die gewünschte Lage zu bringen. Da nimmt man Plastilin und vielleicht ein paar Holzklötze zu Hilfe. Mit Plastilin gleiche ich auch kleinere Risse, Sprünge oder Löcher aus. Grössere Schäden werden in der Zeichnung angegeben und mit parallelen geraden Schraffen gekennzeichnet.
Ich montiere den Knochen auf einem Bogen kariertes Papier. Mit Hilfe von Winkeln bestimme ich dann die genauen Masse, und wenn es möglich ist, umfahre ich das ganze Objekt mit einem halbierten Bleistift, der dicht am Knochen anliegen kann. Dann habe ich bereits einen guten Anfang, auf dem ich weiter aufbauen kann. Dann versuche ich, die Lage einiger markanter Punkte exakt zu bestimmen. Und danach wird Partie für Partie durchgenommen, wobei ich immer wieder mit der Schublehre kontrolliere, ob zum Beispiel die Breite überall genau stimmt.
Sind der Umriss und die wichtigsten Innenformen in Ordnung, so schaue ich, wie ich die Schraffen für die Modellierung anlegen muss. Bei Knochen modelliere ich in der Regel mit Linien, welche der Form entlang gehen. Bei grossen Objekten ist es eine wesentliche Hilfe, dass man sie mit den Fingern abtasten kann. Da spürt man, wie man die Modellierungslinien verlaufen lassen muss. Das alles mache ich mit dem Bleistift. Zum Abschluss kommt dann die Überarbeitung mit der Feder. Die Formen umfahre ich mit einer Spitzfeder, welche Schwellstriche erlaubt.
Das Endergebnis ist kein Sehbild, das heisst kein Bild, welches uns unser Auge oder der Fotoapparat wiedergibt. Bei einem Sehbild bleibt nämlich der Blick ungefähr auf die Mitte des Objekts eingestellt. Je nach der Distanz zum Objekt sind dann die Enden mehr oder weniger stark verkürzt. Mein Blick hingegen steht immer senkrecht über jedem einzelnen Punkt, so dass eine Art Projektion entsteht. Nur bei einer solchen Aufnahme kann der Leser wirklich genau wahre Masse aus der Zeichnung entnehmen.
Es gibt auch Objekte, darunter viele wirbellose Tiere, bei denen ich die Formen wie bei den meisten archäologischen Objekten statt mit Strichen mit Punkten modelliere. Bei einem fossilen Seeigel beispielsweise hat es schon so viele Linien, dass man nicht auch noch mit Linien modellieren kann.
Bei der Oberansicht eines spitzhöckrigen Backenzahns oder bei fossilen Insekten arbeite ich noch mit einer dritten Technik. Da modelliere ich mit dem Bleistift ganz ohne Tusche, oder ich arbeite mit chinesischer Abreibtusche, indem ich Schicht um Schicht anlege, bis ich überall den gewünschten Ton habe. (...)
Kleine Objekte wie eine Zahnreihe von einem Nager werden mit Hilfe einer Binokular-Lupe in 25- oder 50-facher Vergrösserung gezeichnet. Auch da bestimme ich das umschriebene Viereck, zuerst von der ganzen Reihe und nachher von jedem einzelnen Zahn. Zwei oder drei markante Punkte werden genau fixiert, danach kann ich mich auf mein Auge verlassen. Bei so einem Nagerzahn ist es manchmal sehr schwierig, den Verlauf der Schmelzgrenze, auf die es ankommt, genau zu bestimmen. Da muss man die Lampe immer wieder neu einstellen, um das ganze Objekt herum, bis man das ganze Band zusammen hat.
Einen Zeichnungsapparat brauche ich nie. Da wird mit verschiedenen Spiegeln das Bild vom Objekt auf das Zeichenpapier projiziert, so dass man nur den Rändern nachfahren kann. Aber das Bild ist nur im Zentrum gut. Je weiter man gegen den Rand zu geht, desto stärker verzerrt ist es. (...)
Die Binokularlupen, die man heute verwendet, sind ja wirklich sehr bequem. Man kann einfach geradeaus schauen, so dass das Auge gar nicht ermüdet. Die Lampe ist daran befestigt und erlaubt es, das Objekt fast rundherum zu beleuchten, und falls das nicht reicht, so kann man das Objekt auf dem Objektteller auch umkehren. Eine zweite Lampe beleuchtet das Zeichenblatt mit derselben Lichtstärke. So kann ich zehn bis zwölf Stunden am Stück zeichnen, ohne dass ich müde werde.
Als ich anfing, Fossilien zu zeichnen, hatte man nur eine kleine Lupe, in die man senkrecht nach unten schauen musste. Nach zwei bis drei Stunden begann man jeweils seine Halsmuskeln auf nicht gerade angenehme Art zu spüren. Eine kleine Arbeitslampe beleuchtete das Objekt und das Zeichenblatt gleichzeitig, da zeigten sich auch bei den Augen bald Ermüdungserscheinungen.
Immer wieder werde ich gefragt, ob es denn nötig sei, die Objekte zu zeichnen. Es sei doch viel einfacher, sie zu fotografieren. Wenn Sie einmal eine Zeichnung machen müssen, ohne Objekt, nur nach einer Fotografie, sagen wir mal von einer Schädelunterseite, dann merken Sie gut, was uns die Fotografie geben kann und was nicht. Überdeutlich gibt sie nämlich jeden Riss und jedes Loch wieder, welche für den Wissenschaftler ohne Wert sind. Hingegen sieht man die wichtigen Suturen, das sind die Grenzen zwischen den einzelnen Knochenplatten, nur an wenigen Stellen, weil breite Schlagschatten ganze Partien unlesbar machen.
Sehr oft ist das Objekt auch mehr oder weniger stark beschädigt. Die eine Partie ist nur auf der linken Seite gut erhalten, die andere auf der rechten. Da ist die Fotografie natürlich machtlos, denn sie kann nur den Zustand des Objekts wiedergeben. Der Zeichner aber kann die gut erhaltenen Teile auf die andere Schädelhälfte spiegelbildlich übertragen. Auch kann er fehlende Partien gemäss nah verwandten Formen in seine Zeichnung übernehmen. Natürlich behandelt er die Ergänzungen anders, modelliert sie nicht wie das Hauptstück, sondern kennzeichnet sie bloss mit aufgelösten Strichen.
Einmal hatte ich die Aufgabe, die rund 300 Löffel zu zeichnen, welche bei den Grabungen im Bereich der Römerstadt Augusta Raurica in Augst gefunden worden waren. Es hatte solche darunter, welche aus Knochen geschnitzt worden waren und die man nicht zum Essen, sondern zum Schminken gebraucht hatte. Mehrheitlich waren sie aber aus Metall, meistens aus Bronze. Verschiedene Leute, sogar solche vom Fach, fragten mich damals, ob das nicht eine entsetzlich langweilige Arbeit sei. Es gibt natürlich interessantere Aufgaben, aber es kommt halt auf die persönliche Einstellung des Zeichners zum Objekt an. Man muss ein Verhältnis zu diesen Sachen haben, man muss sie gern haben. Wenn man solch ein Löffelchen in der Hand hält, so muss man sich bewusst sein, dass es ein Stück Kulturgeschichte darstellt und aus den 2000 Jahren, die seit seiner Herstellung vergangen sind, allerhand erzählen könnte. Man muss einfach Ehrfurcht vor dem Objekt haben.»
(Foto © Hans Rieber)
«Wenn man dann wieder einmal frei hat und keine Knochen und auch nichts Römisches zeichnen muss, dann sollte man zur Abwechslung an das Lebendige gehen: im Zoologischen Garten Tiere zeichnen oder draussen eine Landschaft malen. Denn wenn man ein ausgestorbenes Tier rekonstruieren will, dann muss man es mit seinen lebenden Verwandten vergleichen und es auch in eine passende Landschaft hineinstellen können.» Otto Garraux in Aktion am Monte San Giorgio im Tessin.
(Baumlandschaft bei Loco (TI). Temperabild von Otto Garraux. © Heinz Lanz)
(Foto © Heinz Lanz)
Nach seiner Pensionierung arbeitete Otto Garraux regelmässig und über einen langen Zeitraum hinweg jeweils zwei Tage pro Woche im Institut für Paläontologie in Zürich. Mit seinen Zeichnungen bereicherte er die Publikationen des Instituts, und die Paläontologievorlesungen waren ohne seine Bildtafeln nicht vorstellbar. Kaum je nahm er sich in Zürich Zeit, um zu Mittag zu essen. Er konnte unermüdlich arbeiten.
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