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Wir schlafen sehr lange, fast bis um 9h30. Es ist schon 11h30 als wir uns auf den Weg für die heutige Wanderung machen. Es regnet heute nicht. Wir stellen das Auto auf einem Parkplatz am Rand des Nationalparks ab und laufen durch den berühmten Lorbeerwald im Nationalpark, nach El Cedro.
Der Nationalpark Garajonay liegt inmitten der Kanarischen Insel La Gomera.
Mit einer Größe von 3.984 Hektar bedeckt der 1981 gegründete Nationalpark 10 Prozent dieser Insel. Sein einmaliges Ökosystem steht seit 1986 als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNESCO.
Die Wälder im Park sind ein Relikt der während des Tertiär auch in Europa und im Mittelmeerraum (Südeuropa, Nordafrika und Südwestasien) häufigen subtropischen Lorbeerwälder. Während in Europa diese Pflanzen durch die Eiszeiten verschwanden (im Mittelmeerraum während der letzten Eiszeit), konnte sich diese Pflanzengesellschaft teilweise auf La Gomera, auf den übrigen Kanarischen Inseln, sowie auf Madeira und den Azoren halten.
Der Nationalpark umfasst die zentrale Hochfläche der Insel mit dem 1.487 Meter hohen Garajonay und die nördlich anschliessenden, steilen Inselflanken, wo sich beim Aufsteigen der feuchten Passatwinde durch Abkühlung oft dichte Passatwolken bilden. Wenn dann die Feuchtigkeit der Wolken an der üppigen Vegetation kondensiert, spricht man auch von horizontalem Regen. Wie ein Schwamm nimmt der Boden das Wasser auf, und es kann zu einem nicht unerheblichen Grundwassereintrag kommen. Das zur Regenzeit schnell versickerte, gespeicherte Wasser tritt aus zahllosen Quellen wieder an die Oberfläche.
Im Nationalparkgebiet herrschen gemäßigte Temperaturen mit Mittelwerten von 14 bis 15 °C. Die Niederschlagswerte liegen bei 600 bis 900 mm im Jahr. Die meisten Niederschläge treten im Herbst und im Winter auf.
85 Prozent der Nationalparkfläche sind mit kanarischem Urwald bedeckt. Das Herzstück des Nationalparks besteht aus immergrünem Nebelwald mit bis zu zwei Meter hohen Farnen, von den Bäumen hängenden langen Bartflechten und moosbewachsenen, knorrigen Ästen.
Das knapp 1.500 Meter hohe Zentralmassiv fungiert als Wetterscheide. Die Nordseite ist wesentlich feuchter, während es nach Süden immer trockener wird. Durch das erwähnte Anstauen der Passatwolken an der Nordseite wachsen hier noch bis zu 30 Meter hohe Bäume, wie sie vor Millionen von Jahren im Mittelmeerraum zu finden waren, als dort ein feuchtwarmes Klima das Gedeihen üppiger Urwälder möglich machte. Dazu gehört auch der märchenhafte Lorbeerwald (spanisch Laurisilva) El Cedro, von dessen Gesamtbestand mehr als die Hälfte auf La Gomera wächst.
Je höher man im Nationalpark Garajonay die Hänge hinaufsteigt, desto niedriger wird der Wald. Er geht in einen etwa 3 bis 10 Meter hohen Buschwald über, der sich vor allem aus Baumheide (Erica arborea) und dem endemischen Gagelbaum (Morella faya), aber auch aus Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis) und zwei endemischen Ginsterarten (Adenocarpus foliolosus und Chamaecytisus proliferus) zusammensetzt.
Im Nationalpark leben mehr als 1.000 Tierarten, davon über 150 endemische Arten. Nirgendwo in Europa findet man so viele endemische Arten pro Flächeneinheit.[3] Die einzigen Säugetiere, die ohne Zutun des Menschen auf die Insel kamen, waren Fledermäuse. Unter den Vögeln fallen besonders die Bolles Lorbeertaube (Columba bollii) und die Lorbeertaube (Columba junoniae) auf. Außerdem kommen im Park Reptilien, wie die Kleine Kanareneidechse (Gallotia caesaris gomerae), der Kanarenskink (Chalcides viridanus coeruleopunctatus) und Amphibien wie der Mittelmeer-Laubfrosch (Hyla meridionalis) vor. Die Mehrzahl der Tiere im Nationalpark sind wirbellose Tierarten.
Die Menschen La Gomeras schützen ihren Lorbeerwald und gehen vernünftig mit ihm um. Nach der Eroberung der Kanaren durch die Europäer im 15. Jahrhundert schrumpfte die ursprüngliche Waldfläche von 90.000 Hektar, das 10 Prozent der Kanaren ausmachte, auf knappe 17.000 Hektar, die es heute noch gibt. La Gomera schaffte es, auch dank des Nationalparks, die Hälfte seiner ursprünglichen Lorbeerwälder zu erhalten. Sie zeigen uns, wie es einmal auf der Welt ausgesehen haben könnte. Die Wälder und eine große Zahl bedrohter Pflanzen und manche urzeitlichen Arten werden streng geschützt, denn der Nationalpark Garajonay hat jährlich etwa eine knappe Million Besucher. Auf Führungen, aber auch selbständig auf Wanderwegen, kann man das Gebiet genau erkunden.
Im kleinen Restaurant „La Vista“ in El Cedro gibt es einen Cortado.
Cortado ist eine spanische Kaffeespezialität und besteht aus Espresso, der mit wenig heisser, aufgeschäumter Milch „verschnitten“ wird (cortado natural).
Und dann beginnt ein heftig steiler Aufstieg. Ziemlich schweisstreibend und schmerzhaft in meinen Wadenmusklen…! Nach ca. 8,6 km sind wir wieder zurück beim Auto. Über Agulo kehren wir zurück zu unserer Wohnung. Edith und ich machen zwei Maschinen Wäsche. Es dauert ziemlich lange, bis wir die Waschmaschine zum waschen bewegen können. Paul und Heinz würfeln unterdessen. Abendessen im Restaurant „Las Chacaras“. Paul Kaninchen, 3 x Thunfischfilet. Die zweite Maschine mit Wäsche hört nicht mehr auf zu waschen. Stundenlang, bis Paul sie mit einem Trick stoppen kann.