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Begonnen hat die Geschichte der SGV anno 1835 mit der Gründung der Dampfschiff-gesellschaft durch den Kaufmann Casimir Friedrich Knörr. Der erste Dampfer, die «Stadt Luzern» (hergestellt bei Escher Wyss in Zürich), absolvierte am 24. September 1837 seine Jungfernfahrt als erstes Dampfschiff des Unternehmens. Die Schale der «Stadt Luzern» aus dem Jahre 1837 blieb bis 2005 als Dienstboot erhalten, zuerst als Kohletransportschiff, dann als Bilgenwasser-Entleerungsboot mit dem Kurznamen «Biebo».
Der Verkehr entwickelte sich gut, trotz anfänglicher Widerstände durch den Kanton Uri. 1843 beschaffte die Gesellschaft mit der «St. Gotthard» ein zweites Schiff, das für eine tägliche Postverbindung über den Gotthard benötigt wurde. Im November 1846 gründete der Urner Landammann Karl Emanuel Müller eine konkurrierende Postdampfschiffgesellschaft (P.D.G.). Die beiden Dampfschiffe für diese Gesellschaft wurden bei Ditchburn & Mare in London bestellt, da Escher Wyss sich vertraglich verpflichtet hatte, während 25 Jahren keine Schiffe an Konkurrenzunternehmen der Knörrschen Gesellschaft zu liefern. Es handelte sich um die «Waldstätter» (1847) und die «Rigi» (1848). Letztere ist als Ausstellungsstück im Verkehrshaus der Schweiz erhalten geblieben.
1913 verfügte die Gesellschaft von Casimir Friedrich Knörr, die seit dem Jahr 1885 «Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees» (DGV) hiess, über 13 Salondampfer, je vier Halbsalondampfer und Glattdeckdampfer sowie sechs Motorboote. 1960 wurde das Unternehmen in «Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees» (SGV) umbenannt. Diese Umbenennung stand im Zeichen einer Abkehr von den Dampfschiffen, die nach und nach durch Dieselmotorschiffe ersetzt werden sollten. Gemäss der Festschrift der SGV zu ihrem hundertjährigen Bestehen 1970 sollten nach Abschluss ihrer Flottenerneuerung von den damals noch sechs Dampfern nur das Flaggschiff «Stadt Luzern» von 1928 und die «Gallia» von 1913 als Zeugen vergangener Dampfschiff-Romantik auch künftigen Generationen erhalten bleiben. Als jedoch 1970 der Raddampfer «Wilhelm Tell», der heute als ortsfestes Restaurant in Luzern dient, ausser Dienst gestellt wurde, setzte ein öffentlicher Druck für die Erhaltung der Dampfer ein. Dieser verstärkte sich, als Mitte der 1970er Jahre auch die «Unterwalden» durch ein Motorschiff ersetzt werden sollte. 1972 wurde die Vereinigung Dampferfreunde Vierwaldstättersee gegründet, die sich seither erfolgreich für die Vierwaldstätterseedampfer einsetzt. Mit ihrer finanziellen Unterstützung konnten alle fünf verbleibenden Raddampfer restauriert werden. Auf den 01. Januar 2013 wurde die Werft als Tochtergesellschaft Shiptec AG verselbständigt. Eine Umstrukturierung fand 2018 durch die Einführung einer Holdingstruktur als SGV Holding AG mit den drei Tochtergesellschaften SGV AG (Schifffahrt), Shiptec AG (Werft) und Tavolago AG (Gastronomie) statt. Eine weitere Tochtergesellschaft, die SGV Express AG, wurde eigens für das neue Shuttleschiff Bürgenstock gegründet. Die SGV Express AG beschäftigt keine eigenen Mitarbeitenden und hat die SGV AG mit dem Schiffsbetrieb beauftragt.
Die aktuelle Flotte der SGV besteht aus insgesamt 19 Schiffen: fünf Seitenraddampfer und 14 Salon-Motorschiffe, die 32 Schiffstationen am See bedienen. Die meisten Schiffe sind nach Ortschaften, Bergen oder anderen geographischen Objekten um den Vierwaldstättersee benannt. Die topmodernen Neuheiten wie die Motorschiffe «Diamant», «Saphir» und «Bürgenstock», wurden im eigenen Werftgebäude durch die Shiptec AG erbaut.
Nach der kompetenten Beantwortung verschiedener Fragen unserer Mitglieder hat sich Stephan Grau bei Jörg Hunziker bedankt. Anschliessend wurden alle zum gemeinsamen Flying Dinner auf der Seeterrasse des LUZ Seebistros eingeladen, wo man sich bei schönstem Wetter und toller Aussicht persönlich austauschen konnte.