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Kürzlich verschickte die 7132 AG, die in Vals ein neues Luxushotel bauen will, eine Pressemitteilung mit dem Titel „Achitekturwettbewerb entschieden“. Im Studienauftrag habe man sich für das Konzept von Morphosis Architects entschieden. Die Jury habe sich für drei finale Projekte ausgesprochen; die Entwürfe von Stefen Holl Architects in New York, 6a Architects in London und eben Morphosis Architects in Los Angeles. Diese Projekte seien der Bauherrschaft als Empfehlung genannt worden. Auf die Wahl eines Siegesprojekts habe man verzichtet, „da der Investitionsentscheid in hohem Mass von der Unternehmensstrategie und vom Business Model bestimmt wird“.
„Keine Empfehlung genannt“
Nun distanziert sich ein Teil der Fachjury. Die Juroren Louisa Hutton, Stefan Cadosch, Vittorio Magnago Lampugnani, Sacha Menz und Daniel Niggli schreiben in einem Communiqué, dass der Sachverhalt in der Pressemitteilung der 7132 AG „mehrfach unkorrekt dargestellt“ wurde. Der Studienauftrag sei weder entschieden worden, noch habe sich das Beurteilungsgremium für drei finale Projekte ausgesprochen beziehungsweise diese als Empfehlung an die Bauherrschaft genannt. In der Mitteilung der Juroren heisst es ausserdem, dass das gewählte Projekt „in Bezug auf die architektonische Ausformulierung, die Massstäblichkeit, die Einbindung in die ortsspezifischen Gegebenheiten, die Ankunftssituation und Übergänge zum Bestand sowie Materialisierung erheblich Fragezeichen aufweist“. „Entsprechend distanzieren sich die unabhängigen Fachexperten des Beurteilungsgremiums von der Wahl des Projekts von Morphosis Architects zur Weiterbearbeitung durch die Ausloberin des Studienauftrags.“
„Mustergültiges Verfahren“
Dabei hatte anfangs offenbar alles seine Ordnung. Wie dem Schreiben der fünf Fachjuroren zu entnehmen ist, haben sie sich einverstanden erklärt, im Beurteilungsgremium mitzuwirken, wenn das Verfahren nach den Vorgaben der SIA 143 „Ordnung für Architektur- und Ingenieurstudienaufträge“ durchgeführt wird. Das Verfahren ist denn auch „mustergültig“ durchgeführt worden, inklusive Zwischenbesprechung mit den Projektverfassern. Nach einer „intensiven mehrtätigen Beurteilung“ seien Ende Dezember drei Projekte in der engeren Wahl verblieben. Die Projekte hätten im Grundsatz unterschiedliche Lösungsansätze dargestellt, die in Teilen „faszinierende Antworten“ zur gestellten Aufgabe gegeben hätten, in anderen Bereichen aber „wichtige Fragen“ offen gelassen hätten. Ein eindeutiger Sieger konnte offenbar auch nach einer zusätzlichen Beurteilungsrunde nicht bestimmt werden. Man habe keine Einigkeit für ein Siegerprojekt erzielen können. Eine Überarbeitung der vorgelegten Projekte in der engeren Wahl sei verworfen worden. Sie hätte kaum zu einer Klärung der aufgeworfenen Fragen geführt. In der Folge hat das Begleitgremium dann beschlossen – „abschliessend und einstimmig“ –, das Verfahren „ohne Ergebnis und ohne Empfehlung“ zu beenden. (mt/pd)