Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03624.jsonl.gz/90

Es ist wieder einmal Equal Pay Day. Der Equal Pay Day (EPD) markiert den Tag im Jahr, an dem die Frauen denselben Lohn im Portemonnaie haben, wie ihn Männer in gleicher Position und gleicher Funktion bereits am Ende des Vorjahres verdient haben.
Und da sich in Punkto Lohngleichheit nicht wirklich viel getan hat, fällt er wiederum auf einen 22. Februar. Die Gemeinden bekennen aber Farbe und machen auf diese Ungleichheit aufmerksam.
Generell gilt: Je höher die Anforderungen der Stelle, desto höher ist auch der Unterschied zwischen Frauen- und Männerlöhnen. Bei Berufen mit hohem Verantwortungsniveau beträgt der Lohnunterschied 22 Prozent. Das sind ganze 7 Prozent mehr als der Durchschnitt von 15 Prozent für alle Berufe und Verantwortungsstufen.
Die beobachtbaren Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern haben verschiedene Ursachen. Eine Lohndiskriminierung im Sinne des Gleichstellungsgesetzes liegt aber dann vor, wenn Frauen und Männer beim/bei derselben Arbeitgebenden für gleiche oder gleichwertige Arbeit ungleich entlöhnt werden.
Wie kommt es zu diesen Lohnunterschieden?
Die Erklärungsversuche sind vielfältig. Oftmals wurde darauf hingewiesen, dass Frauen und Männer ihr Verhalten auf dem Arbeitsmarkt entsprechend ihrer geschlechtstypischen Rolle bei der Familiengründung anpassen. Frauen würden also Erwerbsunterbrechungen im Hinblick auf zukünftige familiäre Entwicklungen quasi vorwegnehmen und familienfreundliche Jobs wählen und/oder ihr Arbeitspensum reduzieren. Die neuesten Studien zeigen allerdings, dass sich ein bereinigter Gender Pay Gap (also die unerklärbare Lücke der Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern) bereits zu Beginn der Erwerbslaufbahn findet, zu einem Zeitpunkt, an dem sich Männer und Frauen in ihrer Arbeitsmarkterfahrung nur wenig unterscheiden und auch die Wahl eines familienfreundlichen Jobs im Hinblick auf eine eventuelle spätere Mutterschaft nur wenig relevant sein sollte. Der Lohnunterschied beträgt dabei etwa 5 Prozent, was bedeutet, dass Frauen trotz gleicher lohnrelevanter Merkmale innerhalb eines Jahres ungefähr einen halben Monatslohn weniger verdienen als Männer.
Lohn(gleichheits)analyse
Die Verpflichtung aller Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden zur Lohn(gleichheits)analyse ab 2021 ist daher ein begrüssenswerter Schritt auf dem Weg zur Lohngleichheit. Gleichzeitig bietet sie den durchführenden Firmen, die diese erfolgreich durchführen, eine Stärkung ihrer Verhandlungsposition bei der Suche nach Fachkräften.
Film zum Thema – mit Apéro
Im Vorfeld des Equal Pay Days 2020 zeigt die Gleichstellungskommission des Kantons Glarus am Donnerstag, 20. Februar, um 19 Uhr, in der Landesbibliothek Glarus, den Spielfilm «Die Berufung» über die frühen Erlebnisse der amerikanischen Ausnahmejuristin Ruth Bader Ginsburg.
Anschliessend wird zu einem Austausch mit Apéro eingeladen.