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Am Samstagabend um 18 Uhr traf der erste Alarm in der Einsatzzentrale der Rega ein: Zwei Kletterer waren in einer Felswand beim Bockmattli im Kanton Schwyz von der Route abgekommen und blockiert. Die Rega-Einsatzleiterin bot daraufhin die Helikopter-Crew der Einsatzbasis Mollis sowie einen Bergretter des Schweizer Alpen-Club SAC auf, welche zum Einsatzort flogen. Nach einem ersten Rekognoszierungsflug vor Ort zeigte sich, dass die beiden Kletterer unterhalb eines Überhangs blockiert waren und deshalb nicht direkt von oben aus der Wand geflogen werden können. Weil zudem dichter Nebel aufzog, musste die Rettung vorerst verschoben werden.
Zweite Seilschaft ganz in der Nähe blockiert
Kurze Zeit später wurde die Rega-Einsatzzentrale von einer zweiten Seilschaft in Not alarmiert, die aufgrund eines blockierten Seils weder nach oben noch nach unten klettern konnte. Rasch stellte sich heraus, dass sich die beiden Kletterer im selben Gebiet, nur rund 400 Meter weit von der ersten, ebenfalls blockierten Seilschaft entfernt, befanden. Aufgrund der schlechten Sicht am Einsatzort kam zu diesem Zeitpunkt aber weder eine Rettung aus der Luft noch durch eine bodengebundene Aktion in Frage. Die Rega-Einsatzzentrale stand in Kontakt mit den Kletterern und informierte diese, dass man auf eine Verbesserung der Sichtverhältnisse warten müsse.
Plötzlich gute Sicht nach Mitternacht
Nach Mitternacht besserte sich die Sicht plötzlich, weshalb die Rega-Crew und zwei SAC-Bergretter einen zweiten Anlauf für die komplexe Rettungsaktion nahmen. In völliger Dunkelheit wurde der erste Bergretter an der Rettungswinde bei der Seilschaft mit dem blockierten Seil abgesetzt, um diese für die Rettung vorzubereiten. Anschliessend wurde der zweite Bergretter auf dieselbe Höhe wie die blockierten Kletterer unter dem Überhang heruntergelassen, von wo aus er sich mit Hilfe einer sogenannten «Jelkstange» an die Wand und unter den Überhang zu den Blockierten heranziehen konnte. Schliesslich konnten alle vier blockierten Kletterer zwar leicht unterkühlt, aber unverletzt an der Rettungswinde ausgeflogen werden.
Einsätze mit der Rettungswinde in der Nacht sind besonders anspruchsvoll und komplex, weil es für die Crews schwieriger ist, in der Dunkelheit die Distanzen einzuschätzen und das Gelände zu lesen, was bei einem Rettungswindeneinsatz zentral ist. Um für solche Einsätze bestmöglich vorbereitet zu sein, trainieren die Rega-Crews den Einsatz der Rettungswinde in der Nacht regelmässig.