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80 Hektar Nutzwald: Die Fazenda Vera Cruz
Die bio-zertifizierte Fazenda Vera Cruz von Jennifer Tibbaut und Roland Müller befindet sich in Bahia - der grösste kakaoproduzierende Staat Brasiliens. Die Fazenda umfasst 106 Hektaren - das sind etwa 106 Fussballfelder. Der nachhaltig angebaute Kakao nimmt die grösste Fläche in Anspruch, welche eine Mischung von verschiedenen Sorten von Forastero und Trinitario sind. Diese wird ‘Cacao Superior da Bahia’ genannt. Bis heute wird diese Fläche nach traditionellen Methoden bewirtschaftet.
Die Fazenda Vera Cruz ist Teil der Kooperative Cabruca, einer Organisation von Kleinbauern, die sich mit biologischer und agroforstwirtschaftlicher Produktion beschäftigt. Ihr Ziel ist es, den Atlantischen Regenwald zu konservieren.
Im Gegensatz zu einer monokulturellen Bewirtschaftung gedeiht der Kakao als Teil der natürlichen Flora und Fauna. Diese Anbaumethode wird in Bahia «Cabruca» genannt. In der Sprache der Indios heisst dies soviel wie Unterwald. Die Palmen Açaí und Pupunha werden als Mischkultur zusätzlich neben dem Kakao angepflanzt. Als Nebenkultur bauen Jennifer und Roland zudem noch Vanille, Pfeffer, Nelken und Guarana an.
Durch die Sortenvielfalt der Pflanzen entsteht somit ein Nutzwald. Die meisten der aufgezählten Pflanzen sind Teil der mittleren Schicht des Regenwalds. Zu der Fazenda Vera Cruz gehören auch 22 Hektaren Landreserve, sogenannte «Reserva Legal». Dieser Teil der Fazenda darf nicht bewirtschaftet werden und besteht aus Wald. An diesem Hotspot, Mata Atlantica genannt, gedeihen Pflanzen und Tiere ohne grossen Eingriff durch den Menschen.