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Ein vor Kurzem von Calcutta Rescue identifiziertes Slumgebiet ist Dakhineshwar. Es liegt im Norden von Kolkata in unmittelbarer Nachbarschaft zur Autobahn. Die Menschen leben in sehr primitiven Behausungen oder auf der Strasse und unter sehr unhygienischen Bedingungen. Es gibt keine Toiletten, kein fliessendes Wasser und keine Schule.
Um an Trinkwasser zu gelangen, müssen sie einen steilen Hügel hinaufsteigen und eine gefährliche Strasse überqueren. Vor allem in der Regenzeit sind Unfälle und Verletzungen auf diesem beschwerlichen Weg häufig.
Die meisten Bewohner von Dakhineshwar sind Analphabeten und haben nie eine Schule besucht. Kinderarbeit ist weit verbreitet. Andere Probleme neben der Armut sind Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt und frühe Heirat und Schwangerschaft. Die meisten Männer sind Tagelöhner und arbeiten als Rikscha- oder Wagenzieher und Lumpensammler, die Frauen als Hausangestellte, die Kinder als Putzkräfte. Zu den Gesundheitsproblemen gehören in erster Linie Infektionskrankheiten, darunter Tuberkulose und Lepra. Es gibt viele Patienten mit chronischen, schlecht heilenden Wunden.
Im August 2016 nahm Calcutta Rescue eine erste Standortbestimmung im Slum vor. Schon bei diesem ersten Besuch konnte das Team des Strassenmedizin-Programms 132 ungenügend oder gar nicht geimpfte Kinder ermitteln. Mit Bussen wurden sie in die Talapark-Klinik gebracht, wo sie untersucht und geimpft wurden. Mittlerweile fährt die Ambulanz des Strassenmedizin-Programms einmal wöchentlich zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung nach Dakhineshwar.
Calcutta Rescue nahm aber auch mit der zuständigen Verwaltung und dem lokalen Elektrizitätswerk Kontakt auf und erreichte, dass innerhalb eines Monats die Stromversorgung installiert wurde. In Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation HOPE konnten auch die anderen dringenden Probleme in Dakhineshwar angegangen werden, nämlich das Fehlen von Trinkwasser, Toiletten und einer Schule. HOPE erklärte sich bereit, das Geld für sechs Toiletten zu spenden, sobald die Wasserversorgung sichergestellt ist, und auch den Aufbau einer Schule zu koordinieren. Calcutta Rescue verteilte ferner noch vor Beginn der Regensaison 150 grosse Plastikblachen, damit sich die Slumbewohner einigermassen vor dem Monsunregen schützen können. Auch Kleider wurden zur Verfügung gestellt, welche teilweise im eigenen Handwerksatelier fabriziert wurden, denn viele Kinder waren äusserst dürftig gekleidet.
Die Arbeit von Calcutta Rescue in Dakhineshwar demonstriert einmal mehr den ganzheitlichen Ansatz, den die Organisation bei ihrem Einsatz für die Ärmsten der Armen verfolgt. Die Menschen brauchen neben medizinischer Versorgung und Bildung weitere Hilfestellungen, um eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien aufbauen zu können.