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Das Flugzeug mit mehr als 31 Tonnen Säuglingsnahrung von Nestlé
war wenige Stunden zuvor im deutschen US-Stützpunkt Ramstein gestartet.
In den USA herrscht seit mehreren Monaten ein Mangel an Babymilchpulver. US-Präsident Joe Biden kündigte vergangene Woche eine Luftbrücke an, um die Säuglingsnahrung aus dem Ausland heranzuschaffen und somit den Bedarf zu decken.
Die erste Lieferung deckt etwa 15 Prozent des unmittelbaren Bedarfs, sagte der Wirtschaftsberater des Präsidenten, Brian Deese, dem Sender CNN. Es handele sich um Babynahrung der Marke Nestlé. Weitere Lieferungen "werden Anfang der Woche" ankommen, fügte er hinzu.
Die Säuglingsnahrung wurde nach Indiana geflogen, wo sich ein Drehkreuz von Nestlé befindet. Dort soll sie in einem nahe gelegenen Labor auf ihre Qualität geprüft werden, bevor sie im Land verteilt wird.
Mehrere Ursachen
Ursache für die Knappheit der Säuglingsnahrung ist eine Verkettung von Umständen: In der Corona-Pandemie ging die Produktion von Babymilchpulver wegen Lieferengpässen und fehlenden Personals zurück.
Im Februar dann musste die Firma Abbott nach dem Tod von zwei Säuglingen eine Milchpulverfabrik in Michigan schliessen. Die Prüfung der Lebensmittelbehörde ergab, dass das Produkt in Ordnung war - erst vergangene Woche einigten sich die Behörde und Abbott auf die Wiederaufnahme der Produktion. Es wird aber Wochen dauern, bis das Milchpulver wieder in den Supermarktregalen steht.
Nestlé macht Fortschritte im Kampf gegen Abholzung
Nestlé will bis 2025 eine abholzungsfreie Kakao-Lieferkette. Über Fortschritte in diesem Bereich veröffentlichte der Konzern am Montag einen Bericht.
Demnach hat das Westschweizer Unternehmen im Waldreservat Cavally an der Elfenbeinküste seit 2017 über 400 Hektar Wald aufgeforstet. Damit werden gemäss Medienmitteilung Lebensräume von Tieren geschützt und lokale Gemeinden unterstützt.
Zudem hat der Konzern das Nachhaltigkeitsprogramm "Cocoa Plan" von 110'000 auf 127'000 Bauern ausgeweitet. Ebenfalls hat der Lebensmittelmulti 2,2 Millionen Wald- und Obstbäume an Bauern verteilt, um eine regenerative Landwirtschaft zu fördern.
Nestlé nutzt an der Elfenbeinküste Satelliten, um Veränderungen im Waldreservat Cavally zu überwachen. Man habe bereits in der Palmöllieferkette damit gute Erfahrungen gemacht, hiess es. Auch in Lateinamerika setzt der Konzern auf Satelliten zur Waldüberwachung.
An der SIX gewann die Nestlé-Aktie letztlich 1,29 Prozent auf 114,66 Franken.
Washington (awp/sda/afp)