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Vergleich mit einer Kabelvariante
Das Projekt wurde auf der gesamten Strecke und auf 4 Teilabschnitten mit einer neuen 380-kV-Kabelleitung verglichen. Der Vergleich wurde im Sinne des Bewertungsschemas für Übertragungsleitungen des Bundesamtes für Energie (BFE) ausgeführt. Der Vergleich zeigte auf, dass die Mehrkosten für eine Voll- oder Teilverkabelung unverhältnismässig hoch wären und nur eine teilweise Entlastung des Landschaftsbildes zur Folge hätten.
Ersatzmassnahmen
Die Engadiner Kraftwerke und Repower als Eigentümerinnen des Engadiner Verteilnetzes beabsichtigen, das bestehende 60-kV-Netz durch ein neues 110-kV-Netz zu ersetzen. Die auf 110-kV umzubauende 60-kV-Leitung Pradella–Zernez–Bever soll als Kabelleitung erstellt werden; dies dient zum Teil als Ersatzmassnahme für die geplante Nachrüstung der 380-kV-Leitung Pradella – La Punt. Der zwischen Pradella und Zernez auf der Leitung mitgeführte 220-kV-Strang wird durch einen 380-kV-Strang ersetzt.
Projektgeschichte
Das Projekt Pradella – La Punt wurde in den 1990er Jahren mit einem Vorverfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gestartet. Im Januar 2000 wurden die Projektierungsarbeiten aufgrund der bevorstehenden Marktöffnung, der Verzögerungen bei grenzüberschreitenden Leitungsbauvorhaben sowie den Forderungen aus dem UVP-Vorverfahren sistiert.
Im 2007 wurden die Projektarbeiten mit der Ausarbeitung des Detailprojektes und des Berichtes über die Umweltauswirkungen wieder aufgenommen. Ein Jahr später wurde auf Verlangen der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für Energie (BFE), anhand des Sachplans Übertragungsleitungen (SÜL) der sogenannte SÜL-Check durchgeführt. Im Dezember 2008 verfügte das BFE, dass auf Grundlage des durchgeführten SÜL-Checks auf ein SÜL-Verfahren verzichtet werden kann. Hingegen musste eine UVP-Prüfung durchgeführt werden.
Im 2009 und 2010 fand die Überarbeitung der Planvorlage und des Berichtes über die Umweltauswirkungen gemäss Vorgaben des BFE statt. Ende Oktober 2010 wurde der Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) an das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) zur Vorprüfung und Genehmigung des Pflichtenheftes eingegeben. Im Februar 2011 fand ein Augenschein mit den kantonalen und eidgenössischen Fachstellen unter Federführung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) statt. Aufgrund dieser Begehung wurde der UVB überarbeitet.
Im Januar 2012 fanden Informationsveranstaltungen in Zernez statt, in deren Rahmen die Gemeinden, Umweltorganisationen und Öffentlichkeit sowie die Presse informiert wurden. Zwischen April 2012 und November 2013 wurden die Gesuchs-Unterlagen aufgrund des neuen Bewertungsschemas für Übertragungsleitungen des BFE und wegen verschiedener Gerichtsurteile grundlegend überarbeitet. Mit Eingabe der Plandossiers an das ESTI am 9. Dezember 2013 wurde das Plangenehmigungsverfahren (PGV) eingeleitet. Im Mai 2016 hat das ESTI die Bewilligung für den Ausbau der 380-kV-Leitung zwischen Pradella und La Punt erteilt.
Projektfortschritt und Meilensteine
Die Bauarbeiten haben 2017 im Oberengadin begonnen und wurden im Sommer 2018 im Unterengadin fortgesetzt. In dieser Zeit wurden an jedem Maststandort die Mastfundamente verstärkt und die Betonsockel saniert.
Die Montagearbeiten (Masterhöhungen, Austausch der Isolatorenketten und Aufsatz der Mastspitze) werden in den kommenden Jahren durchgeführt.
Das Projekt umfasst insgesamt eine Sanierung und Verstärkung von 126 Masten.