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«Kayserlicher Hoff-Ingenieur»[1]
Jugend und Ausbildung in Italien
Johann Lucas Hildebrandt wird am 14. November 1668 in Genua geboren.[2] Sein Vater ist hier Offizier in Diensten der Stadtrepublik.[3] Johann Lucas ist erstmals 1695 wieder urkundlich fassbar. Der schon 27-Jährige dient als Festungsingenieur in der kaiserlichen Armee im Piemont.[4] Vor diesem Armeeeintritt liegt nach seinen Angaben eine Ausbildung in Zivilbaukunst in Rom. Er bezeichnet sich als Schüler des Cavaliere Fontana, bei dem er für viele vornehme Palastbauten Hand anlegen konnte. Der damit genannte Carlo Fontana, ein Mitarbeiter von Gian Lorenzo Bernini, ist nach 1680 führender römischer Baumeister und Lehrer von berühmten Architekten.[5] Er ist auch Verfasser mehrerer Architekturveröffentlichungen, darunter einem wasserbautechnischen Standardwerk.[6] An der Ausbildung Hildebrandts in Rom ist nicht zu zweifeln. Seine ersten Werke belegen nicht nur profunde Kenntnisse der Arbeiten von Bernini, er muss auch die Bauten von Borromini und später, im Piemont, diejenigen von Guarini gründlich studiert haben. Ein Jahrzehnt vorher praktiziert sein späterer grosser Konkurrent Johann Bernhard Fischer auch in Rom, zeitlich zusammen mit dem bei Fontana praktizierenden Nicodemus Tessin aus Stockholm. Von Tessin wissen wir, dass er die Bauten Borrominis während seiner Zeit in Rom ignoriert. Man muss die einseitige Konzentration auf Bernini auch bei Fischer vermuten. Im Unterschied zu Tessin und Fischer ist Hildebrandt offener für die Architektur Borrominis. Ob auch ein Unterschied in ihrem Werdegang vor dem Romaufenthalt besteht, ist unbekannt. Jedenfalls ist der Aufenthalt beider Bürgersöhne in Rom ohne Unterstützung aus Adelskreisen nicht denkbar.[7] Wahrscheinlich schon um 1693, lange vor Hildebrandts Eintritt in die kaiserliche Armee 1695, sind seine römischen Studien beendet.[8] Wieder ist es Hildebrandt, der berichtet, dass er während der Feldzüge im Piemont Militärarchitektur studiert.[9] 1696 müssen sich die Kaiserlichen aus dem Piemont durch das neutrale Mailand und Venetien über Tiroler Pässe zurückziehen, nachdem Louis XIV durch einen Sonderfrieden mit Savoyen einen Waffenstillstand erreicht. Mit den Kommandierenden des Feldzuges trifft auch Hildebrandt in Wien ein.
Erste Bauwerke für den Wiener Adel
Die Ankunft in Wien ist der Beginn einer unglaublichen Karriere. Der böhmische und österreichische Adel im Umkreis des Kaiserhofes ist nach dem Dreissigjährigen Krieg zu Geld gekommen. Fern der westlichen Kriegschauplätze und seit der erfolgreichen Abwehr der Türken in baulicher Aufbruchstimmung, sucht er nach frischen Kräften für die Realisierung neuer städtischer Palais, Landsitzen und Gartenanlagen. Das Netzwerk des kaiserlichen Adels scheinen die beiden Romrückkehrer Johann Bernhard Fischer[10] und Johann Lucas Hildebrandt schon während ihres Romaufenthaltes genutzt zu haben. Zwar ist in Wien seit 1690 der aus Lucca stammende und in Rom ausgebildete Domenico Martinelli Stararchitekt der Adeligen, vorab des Fürsten von Liechtenstein und der Grafen von Kaunitz.[11] Als Hildebrandt nach Wien kommt, ist aber Martinelli schon zwei Jahre nicht mehr in der Hauptstadt, er kehrt erst 1697 zurück. Fischer von Erlach arbeitet seit 1694 für seine berühmten Kirchenbauten in Salzburg. Hildebrandt hat deshalb und auch aufgrund seiner im Heer geknüpften Kontakte schnell Aufträge in Wiener Adels- und Militärkreisen. Sein erster Bauherr ist der Obersthofmarschall Graf Mansfeld Fürst von Fondi, für den er 1697 ein Gartenpalais planen und beginnen kann. Der 1704 im Rohbau fertiggestellte Bau wird später an den Fürsten Schwarzenberg verkauft, es ist das heutige Schwarzenberg-Palais beim Schloss Belvedere. Schon 1699 kann Hildebrandt für den obersten Erbmarschall und Statthalter in Böhmen, den Grafen von Berka, im nordböhmischen Gabel seine erste Kirche bauen.[12] Die Dominikanerkirche von Gabel ist zwar nicht das erste sakrale Bauwerk nördlich der Alpen, das die gekurvte Architektur Guarinis und Borrominis zum Vorbild hat.[13] Mit der Kollegienkirche von Salzburg, die dann für den süddeutschen Barock wegweisend wird, ist Fischer von Erlach dem jüngeren Konkurrenten zuvorgekommen.[14] Der Innenraum der kleinen Kirche Hildebrandts in Gabel ist aber so konsequent bis zu den Gurtbögen der Gewölbe als kurvierte Raumfolge durchgebildet, dass nebst dem klaren Vorbild Guarini auch die überlegene Genialität des Entwerfers spürbar ist.[15]
Architekt versus Baumeister oder der Anfang eines neuen Berufsbildes
1699 bewirbt sich Hildebrandt um die Stelle des kaiserlichen Hofarchitekten anstelle des noch amtierenden, aber schon 70-jährigen Gian Pietro Tencalla.[16] Er erhält die Stelle mit dem Titel «Kayserlicher Hoff-Ingenieur» mit einem Jahresgehalt von 600 Gulden. Sein Vorgänger ist noch aus dem Maurerhandwerk herausgewachsen. Die meisten Hofbaumeister der Jahrhundertwende kommen aus dem Baubetrieb und haben eine Lehre in einer Zunft als Aufstiegsgrundlage. Enrico Zucalli in München, Gabriel de Gabrieli in Eichstätt, Johann Dientzenhofer in Bamberg oder Joseph Greissing in Würzburg, um einige Namen zu nennen, sind solche Baumeister-Architekten. Ihnen verdanken wir grossartige Sakralbauwerke. Selbst Fischer von Erlach ist ursprünglich Bildhauer. Die Ausbildung dieser Praktiker befähigt sie auch, die Bauorganisation und Bauüberwachung, vielfach auch die Ausführung zu übernehmen. Dies ändert jetzt langsam. An den Höfen und beim Adel werden die in Rom oder Paris als Volontäre ausgebildeten, meist auch militärisch geschulten Kavaliere den Praktikern vorgezogen. Ein «Hoff-Ingenieur» liefert Entwürfe und Planungen, die bei wichtigen Bauten bis ins Detail der Ausstattung gehen, die Ausführung und Bauleitung muss er Dritten überlassen. In Wien sind Italiener wie Domenico Martinelli oder Domenico Egidio Rossi schon lange derart tätig. Hildebrandt ist der erste grosse deutsche Vertreter dieses neuen, akademisch geprägten Berufsbildes, das sich in Italien und Frankreich schon lange durchgesetzt hat und dort dem Klassizismus früh zum Durchbruch verhilft. Das neue Berufsbild fördert gleichzeitig den Geniekult, der noch heute für Zuschreibungen an Hildebrandt verantwortlich ist, die nachweisbar Werke von «Nichtakademikern» sind.[17]
Prinz Eugen von Savoyen[18]
1697–1698 baut Johann Bernhard Fischer von Erlach für den Prinzen Eugen den mittleren Teil eines Stadtpalais an der heutigen Himmelpfortgasse. Der siebenachsige Kernbau mit dem wohl schönsten Palast-Treppenhaus Wiens ist für 12 Achsen geplant. Die dazu notwendigen Grundstücke kann Prinz Eugen erst 1702 kaufen. Der Bau wird daher vorläufig als Torso belassen. Der nun auch finanziell erfolgreiche Feldherr kauft in der Zwischenzeit die Donauinsel Czepel beim heutigen Budapest. Im Hauptort Ráckeve will er ein Garten- und Lustschloss nach französischem Vorbild bauen. Dazu zieht er nun überraschend nicht mehr Fischer von Erlach bei, sondern den ihm schon aus dem Piemont-Feldzug bekannten Hildebrandt zu. Dieser baut ihm 1702–1703 die eingeschossige Dreiflügelanlage mit Ehrenhof.[19] Dem Feldherrn Prinz Eugen verdankt Hildebrandt die wohl grossartigste Entfaltung seiner künstlerischen Potenz. Hildebrandt erweitert ihm das von Fischer von Erlach begonnene Wiener Stadtpalais um fünf Achsen im Osten und später, 1723, auch im Westen. Mit dem Kauf von Grundstücken am Hang beim Rennweg, dem späteren Belvederegarten, schafft Prinz Eugen die Voraussetzung für die Bauten des Unteren und Oberen Belvedere. Schon 1702 ist Hildebrandt mit der Garten- und Wasserbauplanung beschäftigt. im unteren Teil des Lustgartens, direkt neben dem Erstlingswerk Hildebrandts, dem Schwarzenbergpalais, entsteht 1714–1716 die neue Schlossanlage des Unteren Belvedere. 1717–1723 folgt das Obere Belvedere, der mächtigste Gartenpalais der Barockzeit in Wien. 1725 erhält Prinz Eugen als kaiserliche Schenkung die Herrschaft Obersiebenbrunn, die der Prinz durch Zukauf von Jagdländereien in der March arrondiert.[20] Hildebrandt baut ihm hier die Schloss- und Gartenanlagen von Schloss Hof und Obersiebenbrunn.[21]
Familie und Nobilitierung
1706 verheiratet sich der noch vermögenslose Hildebrandt mit der sieben Jahre jüngeren Johanna Perpetua Geist (1674–1739), die etwas Geld in die Ehe bringt. Das Ehepaar hat acht Kinder. Drei Söhne und zwei Töchter erreichen das Erwachsenenalter. Keiner der Söhne ist später im Bauwesen tätig. Der unberechenbare und krankhaft egozentrische Charakter Hildebrandts scheint nicht nur die mit ihm Arbeitenden, sondern auch die Familie zu belasten. Jedenfalls ändert die Ehefrau ihr Testament, in dem sie ihn enterbt, erst kurz vor ihrem Tod.[22] 1720 gestatten die verbesserten Vermögensverhältnisse den Erwerb eines Wohnhauses in Wien. Im gleichen Jahr wird er von Kaiser Karl VI. in den Reichsadelsstand erhoben. Er darf sich jetzt «von Hildebrandt» nennen. 1723 stirbt sein grosser Konkurrent Fischer von Erlach. Hildebrandt kann nun auch dessen Hofbaumeisterstelle mit dem Jahresgehalt von 1500 Gulden übernehmen.
Friedrich Carl von Schönborn
1705 wird Friedrich Carl von Schönborn als Reichsvizekanzler gewählt.[23] Der Neffe des Reichserzkanzlers und Kurfürsten von Mainz, Lothar Franz von Schönborn, hat dessen Baulust geerbt und tritt in Wien sofort als Bauherr auf. Befreundet mit Prinz Eugen von Savoyen, mit dem er das Interesse an Baukunst teilt, wird er durch ihn auf Hildebrandt aufmerksam gemacht. Aus dem ersten Auftrag, dem 1706 begonnenen Neubau des Gartenpalais Schönborn in der Alservorstadt, entwickelt sich eine lebenslange und von Achtung geprägte Zusammenarbeit. «Jean Luca», wie ihn die beiden Schönborns nennen, wird zum Vertrauensarchitekten von Friedrich Carl von Schönborn. Für ihn baut er ab 1710 in mehreren Etappen die grosse Schlossanlage in Göllersdorf.[24] 1725–1730 baut er in Göllersdorf auch die Gruftkirche der Schönborns. Weitere Neu- und Umbauten von Schönborn-Schlössern in der Umgebung Wiens sind, auch wenn Quellen fehlen, mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenfalls Werke Hildebrandts.[25]
Friedrich Carl vermittelt seinen Architekten auch für Bauten der Familie in den Fürstbistümern Bamberg und Würzburg. Anfänglich eher widerstrebend akzeptiert sein Onkel 1713 Planungseingriffe Hildebrandts in den Neubau seines von Johann Dientzenhofer geplanten Schlosses in Pommersfelden. Das berühmte Stiegenhaus von Pommersfelden ist allerdings eine Planung Dientzenhofers.
Familiensache der Schönborns ist auch der Wiederaufbau des 1718 durch einen Grossbrand zerstörten Klosters Göttweig. Lothar Franz und Friedrich Carl von Schönborn sind grosse persönliche Förderer des dortigen Abtes Gottfried Bessel. Obwohl die beiden Schönborn sehen, dass die Planung Hildebrandts zugunsten der grossen Form nicht auf die monastischen Bedürfnisse eingeht, wird der Neubau nach seinen Plänen begonnen.[26] Den zwei Prunktreppenhäusern im Westflügel des Ehrenhofes, für die Mönche zu abseits, steht eine einzige Klausur-Treppe im Nordosteck des Klostertraktes gegenüber. Die Ausführung bleibt Torso, das gebaute Prunktreppenhaus stellt Sinnbild einer Fehlplanung dar.[27]
1729 wird Friedrich Carl von Schönborn zum Fürstbischof von Würzburg gewählt. Hildebrandt ist sofort Hauptplaner der neuen Residenz, die seit 1720 im Bau ist und ebenfalls als Familiensache der Schönborn betrachtet wird. Hildebrandt sorgt in Würzburg während zehn Jahren für die Abwehr französischer Einflüsse auf die Architektur und gestaltet mit dem Ehrenhof, dem heute verschwundenen Ehrenhofabschluss, dem Gartenflügel und der Hofkirche die wichtigsten und schönsten Elemente der Residenz. Balthasar Neumann, der verdiente Bauleiter und Hofbaumeister muss sich fügen.
Erst beim 1734 begonnenen Schloss Werneck, dem grossen Sommersitz der Würzburger Fürstbischöfe, kann Neumann grössere Planungseingriffe Hildebrandts abwehren.
Die Reichsgrafen von Harrach
Wie für die Reichsgrafen von Schönborn ist Hildebrandt auch für mehrere Mitglieder der Reichsgrafen von Harrach tätig. In Bruck an der Leitha baut er 1707–1712 mit Einbezug von mittelalterlichen Teilen das Schloss Harrach für Graf Alois Thomas Raimund.[28] Für ihn baut er gleichzeitig auch das Schloss Halbthurn im Burgenland und erstellt auch mehrere Profan- und Sakralbauten. Selbst in Schlesien kann er für die Familie bauen. 1709 kommt ein Mitglied auf den Fürstenthron von Salzburg. Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach tritt die Nachfolge des grossen Baumäzens und Förderers von Johann Bernhard Fischer von Erlach, des Fürsterzbischofs Johann Ernst von Thun an. Harrach entlässt Fischer ehrenvoll und stellt den Hildebrandt für den neubauähnlichen Umbau des Schlosses Mirabell ein, der allerdings erst 1721–1727 durchgeführt wird. In Linz baut er für ein weiteres Familienmitglied 1717–1725 die Deutschordenskirche. Ein letzter grosser Auftrag, wieder für Graf Alois Raimund, ist der Gartenpalais Harrach an der Ungargasse beim Rennweg in Wien, der von 1727–1735 gebaut wird.[29]
Lebensende
Über 40 Jahre, von 1697 bis nach 1740 arbeitet Hildebrandt produktiv, mit wenigen Unterbrüchen immer in Wien. Die ausserordentlich grosse Zahl von Projekten, die mit seinem Namen verbunden sind, erstaunen. Nur die wichtigsten sind oben genannt. Auch wenn bei vielen Bauten beachtet werden muss, dass der ausführende Baumeister die Hauptverantwortung für die Umsetzung seiner vielfach nur begutachtenden Pläne trägt, ist seine immense Schaffenskraft zu bewundern. Sie wird vom Kaiserhof in den 1730er-Jahren nicht mehr in Anspruch genommen, Fischer von Erlachs Sohn wird Hildebrandt vorgezogen. Maria Theresia wird dem alten Hofbaumeister 1740 und 1742 sogar eine Audienz verweigern. Nur in Würzburg, bei Friedrich Carl von Schönborn, hat er im letzten Lebensjahrzehnt noch einen Gönner. Johann Lucas von Hildebrandt stirbt am 16. November 1745 mit 77 Jahren. Sein Alter wird im Totenbuch mit 80 Jahren eingetragen.
Hildebrandt und die süddeutsche Barockarchitektur
Hildebrandt ist neben Fischer von Erlach Hauptvertreter des Wiener Hochbarocks. Er ist grosser Virtuose in der plastisch dekorativen Gestaltung von Fassaden und Innenräumen. Seine wenigen Sakralbauten im Auftrag des Adels sind den Form- und Gestaltungsprinzipien des Turiners Guarini verpflichtet. Sein Ruhm stützt sich nicht auf diese meist kleineren Kirchen, sondern in erster Linie auf die Profanbauten für den Wiener Adel in Niederösterreich und Böhmen. Durch seinen Förderer, den Reichesvizekanzler Friedrich Carl von Schönborn, wird er nach 1730 bei der Würzburger Residenz wichtigster Entwerfer und dem ihm technisch und architektonisch überlegenen Neumann vorangestellt. Im Gegensatz zu diesem hat Hildebrandt keine nennenswerten Schüler, sieht man von der zwielichtigen Gestalt des in Baubüro Neumann eingeschleusten Joseph Raphael Tatz ab. Nicht Hildebrandt, sondern Fischer von Erlach mit seinen Salzburger Kirchen und die Brüder Dientzenhofer in der Nachfolge Guarinis, vor allem der junge Kilian Ignaz Dientzenhofer, sind Leitfiguren der süddeutschen Barockbaumeister. Während nun in Süddeutschland die Barockarchitektur mit Balthasar Neumann, Johann Michael Fischer und Dominikus Zimmermann zu ihren höchsten Leistungen und zu Gesamtkunstwerken schreitet, erlahmt in Wien der Barock.
Pius Bieri 2011
Literatur:
Grimschitz, Bruno: Johann Lucas von Hildebrandt, Wien 1932.
Reuther, Hans: Hildebrandt, Lucas von, in: Neue Deutsche Biographie (NDB) 9, München 1972.
Rizzi, Wilhelm Georg: Johann Lucas von Hildebrandt – Ergänzende Forschungen zu seinem Werk, Wien 1975.
Wagner, Rudolf: Prinz Eugen von Savyen als Mäzen (Diplomarbeit), Wien 2009.
Anmerkungen:
[2] Nach dem Datum am Epitaph in der Pfarrkirche Maria Brunn, nach dem Totenbuch müsste er aber 1665 geboren sein.
[3] Christoph Hildebrandt (vor1645–1709) tritt 1703 als Hauptmann in kaiserliche Dienste ein. 1707–1709 ist er Festungskommandant in Gaeta und stirbt 1709 bei einem Feldzug in Alicante an einer Schussverletzung (Quelle Grimschitz). Seine Ehefrau, die Mutter von Johann Lucas, soll nach einigen Quellen aus Genua stammen. Hildebrandt bezeichnet sich aber selbst als Sohn deutscher Eltern. Weitere Kinder von Christoph Hildebrandt auch aus einer zweiten Ehe sind bekannt. Die bescheidene Quellenlage über die Herkunft seiner Eltern und über die Ausbildungszeit von Johann Lucas ist auf mangelnde Nachforschungen in Italien zurückzuführen. Selbst der wichtigste Hildebrandt-Forscher Bruno Grimschitz, auf den sich alle späteren Arbeiten abstützen, nennt keine einzige italienische Quelle.
[4] Unter dem kaiserlichen Generalfeldwachtmeister Philipp Christoph Graf Breuner. Den Oberbefehl hat Prinz Eugen von Savoyen.
[5]Carlo Fontana (1634–1714), aus Brusata im Tessin, kommt 1653 nach Rom, ist Schüler von Giovanni Maria Bolino und assistiert bei Pietro da Cortona und Carlo Rainaldi. 1655–1667 ist er Mitarbeiter von Gian Lorenzo Bernini (1598–1680) und ab 1680 der führende römische Barockbaumeister. Ab 1690 unterrichtet er auch an der Academia di San Luca. Seine wichtigsten gesicherten Schüler sind 1673 Nicodemus Tessin (1654–1728) aus Stockholm, 1699 Johann Dientzenhofer (1663–1726) aus Bamberg, 1705–1708 der Schotte James Gibbs (1682–1754). In seinem Atelier kopieren sie Zeichnungen von Bernini, der sich selbst Schülern verweigert. Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656–1723) könnte gleichzeitig mit Nicodemus Tessin so Zugang zu Bernini gefunden haben. Um 1690–1694 muss auch Johann Lucas von Hildebrandt (1668–1745) Schüler beim nun bereits an der Akademie unterrichtenden Fontana sein. Siehe auch Online-Biografie http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D24528.php.
[6] 1696 widmet er das wasserbautechnische Werk «Acque correnti» an «Giuseppe Ignazio d'Austria, Re' de Romani», dem späteren Kaiser Joseph I. Sehr ausführlich und gut illustriert ist auch seien 1694 erschienene Baugeschichte des Vatikans, «Il Tempio Vaticano e sua Origine».
[7] Der 12 Jahre ältere Bildhauersohn Johann Bernhard Fischer (von Erlach), lernt ebenfalls Bildhauer und arbeitet nach seinem Eintreffen in Rom Anfang der 1670er Jahre bei Johann Paul Schor (1615–1674) aus Innsbruck, päpstlicher Hofmaler und Architekt. Er hat direkten Zugang zu Bernini, wahrscheinlich über Carlo Fontana. Fischer hat auch Zutritt zum Kreis um die Exkönigin Christine von Schweden. Ohne einen vorhandenen Leistungsausweis und ohne Empfehlungen kann man sich auch den Aufenthalt von Hildebrandt in Rom nicht vorstellen.
[8] Projekte aus der Zeit zwischen 1693–1695 für Stiftsgebäude vor der Collegiata Santa Maria di Carignano in Genua, signiert mit «Gio:Lucca Ildebrandt» belegen, dass er sich um diese Zeit in Genua aufhält. Die Chorherren-Stiftsgebäude werden nie gebaut. Die Pläne Hildebrandts verraten, dass er sich um diese Zeit noch im Architekturkanon der Renaissance bewegt und den gleichzeitigen Wiener Planungen der Baumeister Martinelli und Fischer weit unterlegen ist.
[9] Bei einem Obersten Cerruti, über den aber nichts bekannt ist.
[10] Er wird 1696 mit dem Titel «von Erlach» geadelt.
[11] Domenico Martinelli (1650–1719) ist in erster Linie Entwerfer für die Bauten des Reichsvizekanzlers Graf Dominik Andreas Kaunitz, mit dem er 1694–1697 nach Den Haag reist. Nach der Rückkehr ist Johann Bernhard Fischer von Erlach der führende Architekt. Martinelli, der für die Zeichnerarbeit und Bauaufsicht mangels praktischer Erfahrung auf den Misoxer Gabriel de Gabrieli angewiesen ist, kehrt 1705 wieder nach Italien zurück.
[12] Gabel heisst seit 1945 Jablonné v Podještědí.
[13] Guarino Guarini (1624–1683). Seine Architektur ist von Francesco Borromini (1599–1667) beinflusst. Guarinis Bauten in Turin kennt Hildebrandt vielleicht aus eigener Anschauung, sicher aber aus einer 1686 erschienenen Stichfolge. Der Einfluss der kurvierten Innenräume und Fassaden des Turiner Theatinerpaters Guarini und des Römers Francesco Borromini ist gleichzeitig auch in Prag bemerkbar, hier beinflusst vom Liebhaberarchitekten Jean Baptiste Mathey (1630–1695) und getragen von Baumeister Christoph Dientzenhofer (1655–1722).
[14] Kollegienkirche Salzburg, Bau 1696–1707 durch Johann Bernhard Fischer von Erlach.
[15] Die Kirche der Dominikaner in Gabel wird erst 1729 vollendet, Hildebrandt aber schon 1706 entlassen. 1788 vernichtet ein Brand die Einrichtung und Ausstattung, sodass das heutige klassizistische Innere nicht mehr den Entwürfen Hildebrandts entspricht. Eine im Konzept fast identische Kirche in Wien, mit allerdings deutlich dynamisch verfeinerter Gestaltung, wird ebenfalls Hildebrandt zugeschrieben. Es handelt sich um die 1716–1753 erbaute Piaristenkirche Maria Treu. Sicherer ist die Zuschreibung an Hildebrandt bei der Peterskirche von Wien, die 1702–1708 gebaut wird, auch wenn hier als Planer der Italiener Gabriel Montini vermerkt ist.
[16] Gian Pietro Tencalla (1629–1702) aus Bissone ist Nachfolger von Filiberto Lucchese (1606–1666) aus Melide.
[17] So zum Beispiel Schloss Weissenstein in Pommersfelden, wo Hildebrandt für das Konzept und den Treppenhausentwurf genannt wird. Die Entwürfe stammen aber von Dientzenhofer. Oder das Treppenhaus im Stadtpalais Lichtenstein, das ein von Gabriel de Gabrieli abgeänderter Entwurf Martinellis ist. Noch mehr derartige Geniekult-Zuschreibungen sind allerdings für Balthasar Neumann zu beobachten.
[18] Eugen Franz Prinz von Savoyen-Carignan (1663–1736), Feldmarschall. Zusammen mit seinem Cousin Ludwig Willhelm von Baden-Baden, dem «Türkenlouis», ist er für seine Siege über die Türken und über die französisch-bayrische Allianz im Spanischen Erbfolgekrieg bekannt. Mittellos tritt er 1683 in den Dienst des Kaisers und stirbt als einer der reichsten Adeligen Wiens.
[19] Das Schloss von Ráckeve ist heute nur stark verstümmelt erhalten und wird als Hotel benutzt.
[20] Das Marchfeld liegt östlich von Wien an der Grenze zum Königreich Ungarn (heute Slowakei).
[21] Prinz Eugen setzt im Juni 1730 für die Gartenanlagen von Schloss Hof, welche in sieben Terrassen zum Grenzfluss March abfallen, um die 600 Maurer und Taglöhner ein.
[22] Sie schreibt darin, dass Hildebrandt: «Mier in Meinen, so langwierigen Ehestandt, nicht geben, als schue» (In meinem langen Ehestand hat er nur Tritte ausgeteilt).
[23] Friedrich Carl Reichsgraf von Schönborn (1674–1746), ist 1705–1734 Reichsvizekanzler in Wien, 1729–1746 Fürstbischof von Bamberg und Würzburg.
[24] Göllersdorf liegt 40 Kilometer nördlich von Wien. Der zentrale Bezirk der Schlossanlage von Schönborn ist heute von einem Golfplatz belegt.
[25] Siehe Zuschreibungen.
[26] Gleichzeitig baut Ottobeuren, voll nach den Erfordernissen ihres Klosterbetriebes, einen Neubau nach Plänen des Konventualen P. Christoph Vogt. Ottobeuren wird vollendet und bleibt im Gegensatz zur verfehlten Planung von Göttweig kein Torso. Lothar Franz ahnt die Schwierigkeiten, als er seinem Neffen schreibt: «was nuhn der h. praelat zu köttweig under der direction des H.R.V. canzlers mit zuziehung des Jean Luca ausbruhen wirdt, das wirdt vermutlich nicht so gahr sehr nach den munchen schmecken» (Was nun der Herr Prälat zu Göttweig unter der Leitung des Herrn Reichsvizekanzlers mit Beizug des Johann Lucas ausbrüten wird, das wird vermutlich den Mönchen nicht schmecken).
[27] Die Anlage wird etwa zur Hälfte nach dem Projekt Hildebrandts ausgeführt. Nur eines der zwei Prunktreppenhäuser kann gebaut werden. Isoliert und wie nicht dem Kloster zugehörend liegt es heute im Vorhofbereich. Die grandiose Stiege wird von der Kunsthistorikerzunft angebetet, die Absenz der «Utilitas», ohne die nach Vitruv kein Bauwerk eine genügende Note erhält, wird nicht bemerkt.
[28] Graf Alois Thomas Raimund von Harrach ist Landmarschall von Niederösterreich, kaiserlicher Botschafter in Spanien, Vizekönig von Neapel und Konferenzminister. Das Schloss in Bruck an der Leitha wird im 19. Jahrhundert zu einem neugotischen Märchenschloss umgebaut.
[29] Heute bis auf die Schlosskapelle zerstört.
Gesicherte und ausgeführte wichtige Bauwerke, ohne Ausstattungen und temporäre Bauten.
Auswahl nach der Werkübersicht Rizzi (1975).
|Planung||Beginn||Bauort und Beschrieb der wichtigsten gesicherten Werke||Bauherr|
|1696||1697||Wien. Gartenpalais Mansfeld-Fondi. Ab 1720 Schwarzenberg-Palais, nun mit Fischer von Erlach.||Graf Heinrich Franz Mansfeld Fürst Fondi.|
|1699~||1700~||Wien. Gartenpalais Starhemberg-Schönburg.||Gundaker Thomas Graf von Starhemberg.|
|1699||1699||Gabel (Jablonné v Podještědí). Dominikanerkirche St. Laurenz.||Franz Anton Graf von Berka.|
|1701||1702||Insel Czepel, Ungarn. Schloss Ráckeve.||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1703||1714||Wien. Belvedere-Garten und Unteres Belvedere.||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1704||1704||Rumburg (heute Rumburk, Tschechien). Loreto-Kapelle.||Fürst Anton Florian von Liechtenstein.|
|1705||1705||Breslau (heute Wroclaw, Polen). Schreyvogelhaus.||Christian von Schreyvogel.|
|1706||1706||Wien. Gartenpalais Schönborn in der Alstervorstadt.||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1707||1708||Bruck an der Leitha. Schloss Harrach.||Alois Thomas Raimund Graf von Harrach.|
|1708||1708||Wien. Stadtpalais an der Himmelpfortgasse. Erste Erweiterung (Bau Fischer von Erlach) um 5 Achsen.||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1709||1709||Aschach an der Donau. Schloss. Ostflügel (Turmflügelbau).||Alois Thomas Raimund Graf von Harrach.|
|1710||1721||Salzburg. Schloss Mirabell. Erste Umbauten mit Sala Terrena 1710. Grosser Umbau ab 1721.||Fürstbischof Franz Anton von Harrach.|
|1710||1711||Göllersdorf. Schloss Schönborn. Hauptbauten.||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1710~||1710~||Halbthurn im Burgenland. Schlossanlage und Garten, mit Maierhof (1711).||Alois Thomas Raimund Graf von Harrach.|
|1713||1713||Wien. Stadtpalais Daun-Kinsky an der Freyung 4.||Wirich Philipp Graf Daun|
|1714||1715~||Göllersdorf. Schloss Schönbrunn, mit Garten (heute durch Golfplatz zerstört), Orangerie und Loretokapelle im Dorf.||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1716||1716||Parndorf. Schiff der Pfarrkirche St. Ladislaus.||Grafen von Harrach.|
|1717||1717||Wien. Geheime Hofkanzlei (heute Bundeskanzleramt).||Hof unter Kaiser Karl VI.|
|1717||1721||Wien. Oberes Belvedere.||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1717||1717||Linz. Deutschordenskirche. Heute Priesterseminarkirche.||Grafen von Harrach.|
|1719||1719||Göttweig. Benediktinerstift. Wiederaufbau.||Abt Gottfried Bessel OSB.|
|1723||1723||Wien. Stadtpalais an der Himmelpfortgasse. Zweite Erweiterung (Bau Fischer von Erlach) um 5 Achsen.||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1724||1724||Georgswalde (heute Jiříkov, Tschechien). Pfarrkirche St. Georg. Hildebrandt wird beauftragt, weil Kilian Ignaz Dientzenhofer zeitlich verhindert ist.||Alois Thomas Raimund Graf von Harrach.|
|1725||1726~||Schloss Hof im Marchfeld. Schlossanlage und Garten.||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1726||1726||Kunewald (heute Kunín, Tschechien). Schloss.||Gräfin Eleonore von Harrach.|
|1726~||1726~||Seelowitz (heute Židlochovice, Tschechien). Pfarrkirche der Heiligen Kreuzerhöhung.||Philipp Ludwig Graf von Sinzendorf.|
|1727||1730||Weyerburg. Filialkirche der h l. Kunigunde.||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1727||1727||Wien. Gartenpalais Harrach an der Ungargasse. Umbau 1727–1729. Erweiterung und Januariuskapelle ab 1734.||Alois Thomas Raimund Graf von Harrach.|
|1730||1730||Wien. Merklein'sches Haus am Hof. Planungen für Maurermeister Giessl.||Maria Anna Merklein.|
|1732||1732||Stranzendorf. Pfarrkirche St. Peter und Paul.||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1735||1735||Gross-Stelzendorf. Pfarrkirche St. Andreas.||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1740||1740||Göllersdorf. Pfarrkirche St. Martin und Schulhaus.||Friedrich Carl von Schönborn.|
Kollektivistische Planungsbeteiligung. Nach der Werkübersicht Rizzi (1975).
|Periode||Bauort und Planungsanteil Hildebrandt||Bauherr|
|1713||Pommersfelden. Schloss Weissenstein. Änderungen im Mittelpavillon (Vergrösserung und Verschiebung nach Süden). Hauptplaner ist 1711–1713 Johann Dientzenhofer.||Kurfürst Lothar Franz von Schönborn.|
|1719–1724||Würzburg. Residenz. Begutachtungen der Planung für Friedrich Carl von Schönborn. Keine eigenen Planungen.||Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn.|
|1721||Würzburg. Schönborn-Kapelle am Dom. Hildebrandt ist Begutachter. Planung Maximilian von Welsch und Balthasar Neumann.||Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn.|
|1730–1740~||Würzburg. Residenz. Hildebrandt ist Planer des Gartenflügels, des Südflügels, des Ehrenhofes und der Hofkirche. Planungskollektiv mit Balthasar Neumann.||Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn.|
|1732||Werneck. Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Hauptplaner ist Balthasar Neumann. Beteiligung Hildebrandts beschränkt sich auf Gutachten und Planungskorrekturen.||Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn.|
Zuschreibungen ausgeführter Bauwerke. Nach der Werkübersicht Rizzi (1975).
|Planung, Bau||Bauort und Beschrieb||Wertung [1]||Bauherr|
|1698||1704||Wien. Stadtpalais Corbelli-Schoeller.||***||Johann Andreas Graf Corbelli.|
|1700||?||Wien. Erneuerungsbau alte Hofburg.||*||Kaiserhof unter Leopold I.|
|1703||1703||Wien. Peterskirche.||****||Kaiserhof unter Leopold I.|
|1703||1716||Wien. Piaristenkirche Maria Treu (Bau in Etappen bis 1771). Zuschreibung fragwürdig.||*||Piaristenkolleg Wien.|
|1706||1706||Wien. Palais Weltz (heute Palais Auersperg).||*||Ferdinand Karl Graf Weltz|
|1707||1707||Béllye, Ungarn. Schlossanlage.||***||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1709||1709||Ober-Branna in Böhmen. Pfründnerhaus.||**||Grafen von Harrach.|
|1710||1710||Salzburg. Residenz. Fassaden-Neugestaltung.||***||Fürstbischof Franz Anton von Harrach.|
|1710||1714||Pottendorf. Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere.||****||Graf von Starhemberg.|
|1710~||1711||Guntramsdorf. Schloss und Garten Liechtenstein. 1951 abgetragen.||***||Hartmann Fürst von Liechtenstein.|
|1716||1716||Parndorf. Harrach'sches Herrschaftsgebäude.||***||Grafen von Harrach.|
|1712||1712||Wien. Hofburg. Aufstockung Amalientrakt.||*||Kaiserhof unter Leopold I.|
|1717~||1717||Laxenburg. Blauer Hof. Umbauten.||***||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1717||1717||Promontor (heute Budapest-Budafok). Schlossanlage. Heute zerstört.||***||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1720||1720||Wien. Haus Bartilotti-Partenfeld. Ausführung Baumeister Franz Jäggl.||*||Brüder Bartolotti Freiherren von Partenfeld.|
|1720||1720||Göllersdorf. Jagdschloss Porrau.||***||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1723~||1723||Unternalb. Propstei des Stiftes Göttweig.||**||Abt Gottfried Bessel OSB.|
|1725~||1725||Obersiebenbrunn. Schloss. Gartenpavillon.||***||Prinz Eugen von Savoyen.|
|1727||1727||Aigen bei Göttweig. Kelleranlagen (Prioratskeller). Baumeister Franz Jäggl.||*||Abt Gottfried Bessel OSB.|
|1727||1727||Magersdorf (Hollabrunn). Filialkirche St. Ulrich.||***||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1728||1730||Brunnkirchen. Pfarrkirche St. Urban.||**||Abt Gottfried Bessel OSB.|
|1729||1729||Aspersdorf. Pfarrkirche St. Georg,||***||Friedrich Carl von Schönborn.|
|1729~||1729||Wien. Johann-Nepomuk-Kapelle bei der Augartenbrücke. Zerstört 1741.||*||Unbekannt.|
|1730||1730||Wien. Täubelhof an der Annagasse 8. Baumeister und Eingabe Leopold Giessl.||*||Erben Maria Rosina von Engelshofen.|
|1733~||1733||Göllersdorf. Schloss Schönborn. Johann-Nepomuk-Kapelle im Schlosspark.||****||Friedrich Carl von Schönborn.|
|Johann Lucas von Hildebrandt (1668–1745)|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land|
|14. November 1668||Genua||Genua Italien|
|Land 18.Jh.||Bistum 18.Jh.|
|Stadtrepublik Genua||Genua|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land|
|16. November 1745||Wien||Wien A|
|Land 18. Jh.||Bistum 18. Jh.|
|Erzherzogtum Österreich||Wien|
|Kurzbiografie|
|Johann Lucas von Hildebrandt erwirbt die Kenntnisse der Baukunst beim römischen Baumeister Carlo Fontana und als Festungsingenieur in der Armee. Mit der Beendigung des Feldzuges in Savoyen lässt er sich 1696 in Wien nieder und wird schnell zum gesuchten Planer des Adels für die neuen Paläste in Wien, Ungarn und Böhmen. Er führt seine Bauten nicht selbst aus und ist damit einer der frühen Architekten im heutigen Sinn. Er vertritt eine ausgeprägt plastisch dekorative Architekturauffassung und wird nach 1705 zum Vertrauensarchitekten des Reichsvizekanzlers und späteren Fürstbischofs Friedrich Carl von Schönborn. Die Würzburger Residenz, insbesondere die Hofkirche, werden in den 1730er Jahren massgeblich von Hildebrandt mitgestaltet.|