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die soziale Frage – von heute auf gestern
Unter der sozialen Frage bezeichnet man die Arbeiterfrage, welche durch die Industrialisierung einherging. Die Industrialisierung hatte ihren Ursprung in England. Der Auslöser war der Bevölkerungsboom, welcher im 18. Jahrhundert stattfand. Zu der Zeit ließ sich die zuwachsende Bevölkerung anständig versorgen, welches an der Verbesserung des Hygienezustands lag. Dies zur Folge starben weniger Kinder und es entstand ein wachsendes Arbeitskräftereservoir. Ebenso stieg die Nachfrage nach Gütern der heimischen Gewerbeproduktion. (Während in England die Sonne schien, sah man in Deutschland den Sturm aufziehen)
In Deutschland fand der Industrialisierungsprozess später statt, war aber umso umfangreicher. Durch die Industrialisierung kamen viele Arbeitnehmer in eine schlechte Situation, sowohl am Arbeitsplatz als auch zuhause. Da die Modernisierung in Fabriken manche Berufe überflüssig machte und die Nachfrage nach diesen Berufen verschwinden ließ, kam es zur steigenden Arbeitslosigkeit. Viele Arbeiter zogen in Industriegebiete, um dort in den Fabriken neue Arbeit zu tätigen. Die Wohnmöglichkeiten nahe den Industriegebieten waren klein und teuer.
Um sich zu finanzieren, mussten alle Familienmitglieder anfangen harte Arbeit zu leisten, um dadurch ihr Brot und Wasser zu verdienen. Die Wohnmöglichkeiten boten nicht genug Platz für alle. Oft mussten bis zu 8 Personen in einer Zweizimmerwohnung unterkommen. Zusätzlich hatten die Arbeiter ein enormes Hygieneproblem, da diese Wohnung kein Wasser oder Elektrizität bat, sodass die Bewohner kein funktionierendes Bad hatten. Außerdem schliefen sie auf Strohsäcken. Einzelne Arbeiter teilten sich oft einen Strohsack, der nicht gleichzeitig, sondern zu verschiedenen Zeiten besetzt wurde. Beispielsweise beanspruchte der eine Arbeiter tagsüber das Bett während der andere nachts das Bett beanspruchte.
Das hat funktioniert, da sie an verschiedenen Arbeitszeiten gearbeitet haben. Arbeitnehmer hatten sowohl am Arbeitsplatz als auch Zuhause Beschwernisse, mit denen sie leben mussten. Neben der Versorgungsprobleme kam noch dazu, dass sie keine Privatsphäre hatten und dazu noch zu wenig Platz in einem teuren Wohnraum. Am Arbeitsplatz hatten die Arbeiter keine Rechte gegenüber ihres Arbeitsgebers und wurden zu schlechten Löhnen sehr hohen Gesundheitsrisikos ausgesetzt und mussten bis zu 12 Stunden eine monotone Aufgabe in der Fabrik übernehmen, wodurch häufiger Unfälle geschahen. Nun kommt die soziale Frage ins Spiel. Sie lautet: „Wie kann man die Lebensverhältnisse der Arbeiter verbessern und menschenwürdig machen?“
Im Laufe der Jahre organisierte sich 1863 eine Gruppe von Arbeiter, welche unter der Leitung von Ferdinand Lasalle den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“ bildete. Dieser forderte das allgemeine Wahlrecht für Männer. Einige Jahre später folgte im Jahr 1869 die „Sozialdemokratische Arbeiterpartei“, die von Wilhelm Liebknecht und August Bebel gegründet wurde. Beide vereinigten sich 1875 zur „Sozialistischen Arbeiterpartei“.
Neben dieser Partei gab es aber auch Gegenwirkungen aus religiösen Seiten. Die moderne kirchliche Sozialarbeit wurde von Theologen, sowie der Hamburger Lehrer, Johann Hinrich Wichern und dem katholischen Priester Adolph Kolping entwickelt. Der evangelische Theologe Wichern machte massenhafte Armut und die damit entstehenden Komplikationen wie Alkoholismus und Prostitution als Ferne zum Glauben deutlich. Er wollte dem seelsorgerisch entgegenwirken. Er erbaute 1833 das „Rauhe Haus“ für „aussichtslosen“ Jugendliche, 1843 die Diakonie und 1848 die Innere Mission. Kolping hingegen setzte sich für ledige Arbeiter und Handwerkern ein und wollte ihnen über Gesellenvereinen Bildung, Geselligkeit und religiöse Belehrung zukommen zu lassen.
Einige Unternehmer bauten für ihre Arbeiter Unterkünfte nahe der Arbeitsstelle forderten dafür aber die bedingungslose Loyalität und dass sie sich politischen Organisationen fernhalten.
Heutzutage bietet der Staat finanzielle Unterstützung (Hartz4) für arbeitslose Personen, die aber wieder
durch Arbeitssuche abgearbeitet werden müssen. Ausnahmsweise muss man die finanziellen Zuschüsse
beim BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) nicht zurückzahlen, da es im Finanztransferkonzept jedem Bürger, unabhängig seiner wirtschaftlichen Lage, zusteht.