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Die Kadetten am Tris Rotondo Schweizer Meisterschaft Skitourenrennen im Tessin
Der Tris Rotondo im Bedrettotal bildet dieses Jahr den Rahmen für die Schweizer Teammeisterschaft. Am 11. März starten die Kadetten zum ersten Mal an diesem Rennen. Thomas Corthay (1996) aus Vollèges/VS ist Favorit.
Der Tris Rotondo im Bedrettotal ist für das Tessin, was die Patrouille des Glaciers für das Wallis. Das Mannschaftsrennen spielt sich in beeindruckender Ambiance mehrheitlich über 2000 Metern Höhe ab. Das Hochgebirge macht die Vorbereitung eines solchen Rennens natürlich nicht einfacher, wie Rennleiter Giovanni Galli erläutert: «Es gibt keine Bahnen, mit denen man in die Nähe der sehr steilen Couloirs und der luftigen Grate gelangen könnte.» Der Tessiner ist allerdings überzeugt, dass die getroffenen Massnahmen den Anforderungen entsprechen. «Die Topografie des Tris Rotondo kommt nahe an diejenige der Patrouille des Glaciers und der prestigereichsten Rennen der Grande Course heran, für die wir offiziell Kandidat sind», sagt er.
Corthay ist der Favorit
Heuer haben die Kadetten (15 bis 17 Jahre) erstmals die Gelegenheit, auf einem Kurs zu laufen, der in der Umgebung des Start-/Zielbereichs der Strecke für die Elite verläuft und einen Höhenunterschied von 870 Metern aufweist. Unter den Startenden sind die vier Kadetten des SAC Regionalzentrums Thomas Corthay, Maxime Brodard, Tassio Serra und seine Schwester Elena.
Thomas Corthay (1996) aus Vollèges/VS ist der Favorit. Der junge Walliser, Mitglied des Swiss Team des SAC, wurde 2011 in Claut (I) Staffelweltmeister. In Gryon/VD holte er sich Anfang Jahr den Schweizer Meistertitel im Vertical Race. Der selbstbewusste junge Mann träumt von einem Sieg in einem Weltcuprennen: «Mein Ziel ist es, im Weltcup mitzumachen und auf dem Podium zu stehen. Am Tris Rotondo nehme ich hauptsächlich teil, um mich auf die Pierra Menta vorzubereiten.»
Talent und Disziplin reichen nicht
Um heutzutage an die Spitze zu kommen, muss man sehr früh anfangen: «Ich war sechs Jahre alt, als ich zum ersten Mal ein Fell auf meine Ski klebte», erinnert sich Thomas Corthay. «Das war mit meinen Eltern, beim Hospiz des Grossen St. Bernhard. Mit sieben nahm mich mein Vater an die Patrouille des Glaciers zwischen Zermatt und Arolla mit. Von diesem Moment an hat mich der Virus gepackt.» 2009, mit 13 Jahren, erzielte Thomas Corthay im Verlauf des Winters gute Resultate. Anschliessend wurde er ins Swiss Team berufen. Für das Wunderkind aus dem Wallis, das Mitglied der SAC-Sektion Monte Rosa Martigny ist, wurde ein Traum wahr.
Doch Talent und Disziplin reichen nicht aus. Der finanzielle Aspekt darf nicht ausser Acht gelassen werden. Für Sébastien Nicollier, Nationaltrainer des Nachwuchses, ist es zwar nicht zwingend, von Anfang an mit einer professionellen Ausrüstung zu starten. Wenn man Erfolg haben wolle, komme man allerdings nicht darum herum: «Es stimmt, dass die Qualität des Materials in den Wettkämpfen eine bedeutende Rolle spielt, denn leichtes Gerät verschafft dem Athleten bereits vor dem Start einen Vorteil» (vgl. «Die Alpen» 2/2012). Und dieses Material geht ins Geld: Die durchschnittlichen Ausgaben für eine wettkampftaugliche Ausrüstung (Ski, Bindung, Schuhe, Felle) belaufen sich auf rund 1600 Franken.
Jeder für sich
Im Unterschied zu anderen Kategorien, in denen in Teams gelaufen wird, sind die Kadetten am Tris Rotondo auf sich allein gestellt. Sie starten eine Stunde nach der Elite. Da ein Teil des Aufstiegs auf der Elitestrecke verläuft, können die jungen Athleten ihre Leistung mit den Besten vergleichen. Der Aufstieg endet für die Kadetten auf einer Höhe von 2349 Metern; anschliessend fahren sie auf der gleichen Strecke wieder ab.