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Beim niederländischen Almere handelt es sich nicht um eine gewachsene, sondern um eine synthetische, auf dem Reissbrett geplante Stadt, deren Grund nach dem Krieg als Polderland dem Ijsselmeer abgewonnen wurde. Der Masterplan für das erweiterte Zentrum dieser Stadt wurde vom Architekturbüro OMA erarbeitet. Auffälliges Charakteristikum des neuen Zentrumsbereichs ist eine künstlich überhöhte, gebogene Grundplatte («Gebogen Maaiveld»), welche das bestehende Ladenzentrum über eine neue Fussgängerebene mit dem Weerwater-See verbindet. Unterhalb dieser Platte ist Raum für die bestehende Ost-West-Verbindung des Privatverkehrs sowie für Anlieferung, Parken und Busverkehr. Das neue Wohn- und Geschäftshaus ist am Scheitelpunkt der gekrümmten Ebene gelegen, an jener Stelle, an der auch die Einfahrten zur ‚Unterwelt‘ liegen.
Der Masterplan sah für den Wohn- und Geschäftsbau ein hohes, aber übertiefes Gebäudevolumen mit einer Grundfläche von 27 x 55 Meter vor. Mit einem trapezförmigen Grundriss, der zudem beidseitig nach innen geknickt ist, konnte innerhalb des vorgegebenen Perimeters ein Maximum an belichteten Wohnräumen geschaffen werden. Der Baukörper entwickelt sich nicht senkrecht in die Höhe, sondern neigt sich Richtung Süden und Osten und weitet sich mit zunehmender Höhe aus.
Im Erd- und ersten Obergeschoss sind Ladenflächen für die Warenhauskette Hema vorgesehen. Im zweiten Obergeschoss liegen die dazugehörigen Lagerflächen. Die beiden Untergeschosse dienen als Parkflächen. Ursprünglich als Eigentumswohnungen konzipiert, werden die insgesamt 72 Wohnungen auf acht Geschossen nun vermietet. Infolge der Ausweitung des Bauvolumens nach oben können in den höher gelegenen, begehrteren Geschossen grössere südorientierte Wohnungen angeboten werden. Die Grundrissformen wurden dabei weitgehend durch die in den Niederlanden gebräuchliche Tunnelschalungstechnik bestimmt.
Die Gebäudeform wird in den Wohngeschossen durch die gläsernen Balkonbrüstungen nachgezeichnet, während die Fensterfronten der Wohnungen jeweils ‚geknickt‘ sind und dabei dreieckige Balkonflächen ausbilden. Dadurch entsteht gleichzeitig eine Abgrenzung zu den Nachbarbalkonen. Die gezackte Form der Geschossflächen wiederholt gewissermassen im Kleinen das Prinzip der Oberflächen- und Lichtmaximierung, dem die Form des grossen Gebäudevolumens folgt.
Die Fassadenhülle besteht vollständig aus Glas: farbig emaillierte Gläser werden als Verkleidung des Sockels verwendet, während die Balkonbrüstungen der Wohnungen aus Sicherheitsgläsern bestehen, die mit Farbfolien laminiert sind. Die Fronten der Wohnräume sind für einen maximalen Lichteinfall geschosshoch verglast. Zusammen mit dem Künstler Adrian Schiess wurde ein Farbkonzept für die gesamte Gebäudehülle entwickelt: sie ist orange über Eck nach Süden und Osten, hellgrün Richtung Fussgängerzone, hellblau nach Norden, sowie stark silbrig reflektierend jeweils hälftig auf den nach innen geknickten Längsfassaden nach Norden und Süden. Die nach innen und nach aussen geneigten Glasflächen reflektieren den Himmel und die Umgebung, die nach innen geknickten, spiegelnden Flächen zusätzlich das Gebäude selbst und die nahen Aussenräume. Der Ort wird dadurch unmittelbar Bestandteil der visuellen Wahrnehmung des Gebäudes.