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Aber er hat das Fussballerdasein pervertiert. Das ist sein grösstes Vermächtnis.
Der bekannte Spielerberater Mino Raiola ist tot. Der Italiener wurde bloss 54 Jahre alt. Bereits vor zwei Tagen kursierten Gerüchte über den Tod des Spielerberaters, diese wurden auf Raiolas Twitter-Account jedoch dementiert. Nun veröffentlichte Raiolas Familie ebendort die Nachricht seines Todes.
«In unendlicher Trauer teilen wir den Hinschied des fürsorglichsten und erstaunlichsten Spielerberaters, den es je gegeben hat, mit», schreibt die Familie. «Mino kämpfte bis zuletzt mit dem gleichen Einsatz, den er am Verhandlungstisch zeigte.»
Raiola wuchs als Sohn italienischer Einwanderer in den Niederlanden auf. Die Eltern betrieben in Haarlem eine Pizzeria. Das Sprachtalent beherrschte angeblich sieben Sprachen und war schon mit 19 Jahren Millionär. Raiola hatte eine McDonald's-Filiale erworben und sie wenig später mit Gewinn weiterverkauft.
Ins Fussballgeschäft kam er 1992, als er um Hilfe beim Wechsel des niederländischen Nationalspielers Bryan Roy von Ajax Amsterdam zu Foggia in die Serie A gebeten wurde. Wenig später war Raiola in den Transfer von Dennis Bergkamp zu Inter Mailand involviert – es war sein Eintritt in die ganz grosse Fussballwelt.
Raiola war eine streitbare Figur, weil er bei Transfers von ihm betreuter Fussballer angeblich jeweils sehr viel Handgeld verlangt haben soll – die Rede ist von zweistelligen Millionenbeträgen. Ihm wurde untergeschoben, dass er für seine Spieler möglichst viele Wechsel anstrebe, damit diese und er selber jedes Mal von Neuem profitieren könnten.
Eine Marotte des hartnäckigen Verhandlers: Er zog sich selbst zu wichtigen Terminen eher schlampig an und kreuzte auch schon in Sandalen auf. Das verleitete dazu, ihn zu unterschätzen, verriet er einmal seine Taktik hinter der Kleiderwahl.
Zu seinen Klienten zählten unter anderem Zlatan Ibrahimovic und Mario Balotelli. In diesem Sommer wären Mino Raiolas Verhandlungsgeschicke erneut gefragt gewesen: Auch Erling Haaland vertraute auf die Dienste des Italieners. Der norwegische Stürmer von Borussia Dortmund ist einer der grössten Stars des Weltfussballs und wird unter anderem von Manchester City und Real Madrid umworben. Haalands Abgang vom BVB wird nun ohne seinen Berater Raiola arrangiert werden müssen. (ram)