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Grosse Kennerin Seebachs. 3.4.1893 - 8.1.1993. Frau Schulthess-Meier wurde an der Buhnstrasse 15 geboren und unter Mithilfe der bekannten Hebamme Maria Benninger-Tanner zur Welt gebracht. 1918 heiratete sie den Hermann Schulthess vom Sperletweg 54, mit dem sie zusammen die Schule besucht hatte. Hermanns Schwester Hermine heiratete gleichzeitig einen Emil Weber aus der Enge. Die Trauung der beiden Brautpaare fand in der alten Kirche Seebach statt und Traupfarrer war Jakob Winkler. Nach der Trauung fuhren sie mit einer Kutsche des Fuhrhalters Kuhn von der Wehntalerstrasse 1 (heute Glatttalstrasse) nach Herrliberg zum Restaurant "Raben".
Bald nach ihrer Heirat mit Hermann Schulthess, der als Elektro-Ingenieur bei der MFO arbeitete, wohnte das junge Paar bis 1926 am Sperletweg im späteren Gemeindehelferhaus. 1921 bekamen sie einen Sohn, 1925 eine Tochter und 1926 nochmals einen Sohn. Dann zogen sie nach Genf, wo Hermann eine Stelle als Oberingenieur bei Sécheron antrat. 1933 zogen sie, einem erneuten Ruf der MFO folgend, wieder zurück nach Zürich, fanden in Seebach aber trotz grossen Anstrengungen keine passende Wohnung, sodass sie ins Allenmoosquartier (Ligusterstrasse) nach Örlikon zogen. Kurz zuvor gebar Emma noch einen weiteren Sohn. 1937 schliesslich zogen sie an der Regensbergstrasse in ein eigenes Haus, welches später ihr jüngster Sohn übernahm. Als 1956 nach langer, schwerer Krankheit ihr Mann starb, blieb sie noch 10 Jahre im eigenen Haus und vermietete die überflüssigen Zimmer.
Danach zog sie in eine kleinere Wohnung im Gorwidenquartierteil und letztlich ins Haus ihres Schwiegersohnes nach Hottingen und wieder einige Jahre später ins Altersheim Römerhof. Von dort aus nahm sie weiterhin viel Anteil am Geschehen in Seebach und besuchte oft die Dorfchilbi und andere Feste, aber auch regelmässig den Friedhof. Leider verstarben immer mehr Leute, die sie noch kannte und in den späten 1980er Jahren soll es vorgekommen sein, dass sie überhaupt niemanden mehr traf, den sie noch kannte. Sie wusste die Geschichte von jedem Haus auf der Buhn, sogar wer alles darin wohnte.
Sie hat Ernst Benninger viele Informationen weitergeben können. Sie schrieb auch vieles auf und hinterliess diese Aufzeichnungen in Form zweier langer Briefe, die fast so eine Art Memoiren darstellen. Sie waren an Ernst Benninger gerichtet, der sie mir später zum Kopieren weitergab und mir so ermöglichte, über zahlreiche Häuser und Bewohner des alten Seebachs ein bisschen mehr zu schreiben, welches nun den geschätzten Lesern und Leserinnen der OGS zugute kommt. Auch mit Kurt Wirth, später Ehrenpräsident des Quartiervereins hatte sie regelmässig schriftlichen Kontakt. Die OGS durfte auch hier einige Unterlagen einsehen und historisch interessante Hinweise notieren, welche sie für die Verbesserung und Vervollständigung zahlreicher Beiträge benutzen konnte.
Emma Schulthess-Meier sammelte auch alle Informationen über ihre väterliche Stammlinie Meier, insgesamt 12 Generationen zurück und mit Daten zurück bis 1564. Diese hat sie von ihrem äusserst umtriebigen Vater erhalten, welcher noch vielen historisch interessierten Seebachern als Gottlieb Meier bestens bekannt ist. Es war jener Meier, welcher sich als Sektions-Chef, Schulgutsverwalter und Präsident des Verschönerungsvereins Seebach einen Namen machte, siehe dort!
Quellen: - Emma Schulthess-Meier - Kurt Wirth jun. - Vorstadt 21.10.1987