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Mitglied der Monty-Python-Gruppe, Schauspieler, Autor - der Brite Michael Palin hat in seinem Leben viel gemacht. Unter anderem spielte er den lispelnden Pontius Pilatus in "Life of Brian" und später den stotternden Fisch-Freund in "A Fish Called Wanda". Am Sonntag, 5. Mai, wird Palin 70.
In den vergangenen Jahren machte der britische Schauspieler als Autor und mit Reiseberichten für die BBC von sich reden. Reisen wolle er weiterhin, sagte er dem "Telegraph" unlängst, "vielleicht um Berichte zu machen oder um zu schreiben". "Oder", fügte er an, "ich mache gar nichts davon und werde Opern-Sänger."
Er habe nie ein besonderes Talent gehabt, erklärte Palin, der 1943 in Sheffield in Mittelengland geboren wurde: "Ich kann nicht kochen, tanzen, kein Instrument spielen, keine andere Sprache sprechen. Ich bin in die Schauspielerei hineingerutscht. Dann in die Komödie."
Erste Erfahrungen auf der Bühne sammelte er bereits in der Schule, als er in "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens mitspielte. Später studierte Palin Geschichte an der Universität Oxford. Dort lernte er den Kommilitonen Terry Jones kennen, die beiden traten einer Theatergruppe bei.
1969 gründeten sie zusammen mit John Cleese, Graham Chapman, Eric Idle und Terry Gilliam die Komikergruppe "Monty Python", die ihre Blütezeit in den 1970er Jahren hatte. Ihre Sketche liefen zuerst bei der BBC, dann in Amerika und Europa im Fernsehen.
Danach folgten mehrere Kinofilme, unter anderem die Satiren "Monty Python and the Holy Grail", "Life of Brian" oder "Meaning of Life". Die TV-Sketche und Streifen waren absurd und schräg und gelten noch heute als Beispiele für den typisch britischen schwarzen Humor.
Klischeebild des "netten" Kerls
In der Python-Truppe spielte Palin häufig Rollen, die übertriebenen Enthusiasmus oder unerschütterliche Ruhe verlangten. Die anderen Pythons bezeichneten ihn als "witzig, aber nicht fies", als "netten Mann", als einen, "der nicht streiten wollte".
Er habe nie für sich beansprucht der netteste Mann der Welt zu sein, erklärte Palin: "Das ist ein Klischee." Er könne sehr ungeduldig werden, wenn es um gewisse Dinge gehe. Laut seiner Frau Helen vor allem, wenn Maschinen oder Pläne nicht funktionieren.
Nach Monty Python wandte sich Palin, der seit 1966 mit Helen verheiratet ist, drei Kinder hat und im Norden von London wohnt, anderen Dingen zu. Zum Beispiel dem Film. Eine schauspielerische Glanzleistung lieferte er in "A Fish Called Wanda" (1988), in dem er den stotternden Ganoven und Tierfreund Ken mimte.
Dafür bekam er den britischen BAFTA-Filmpreis als bester Nebendarsteller. Palin begann auch zu schreiben. 1995 wurde sein erster Roman "Hemingway's Chair" und 2012 sein zweites Buch "The Truth" veröffentlicht. Daneben verfasste er zahlreiche Kinderbücher.
Durch die Wüste und ins Gebirge
Und er wurde Reisejournalist. Für die BBC bummelte Palin "In 80 Tagen um die Welt", "Von Pol zu Pol" und "Rund um den Pazifik", drehte Reisedokumentationen und schrieb über seine Erlebnisse in fremden Ländern. Danach durchquerte er unter anderem die Sahara und das weltgrösste Gebirge, den Himalaya. 2012 besuchte er Brasilien.
Und auch wenn er bald seinen Siebzigsten feiert, möchte er immer noch reisen. Er sei ruhelos, sagte er einmal. Es mache ihm nichts aus, aus diesem bequemen Leben aufzubrechen. Reisen sei sehr gut für ihn: "Je mehr ich von der Welt sehe, desto sicherer fühle ich mich."
SDA-ATS