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Seit den 80er Jahren müssen grosse Flugzeugtriebwerke Schadstoffgrenzwerte erfüllen, welche im Laufe der Jahre schrittweise verschärft wurden. So ist der Schadstoffbeitrag durch den Flugverkehr heute in der Schweiz relativ gering.
Seit den 80er Jahren müssen grosse Flugzeugtriebwerke Schadstoffgrenzwerte erfüllen, welche im Laufe der Jahre schrittweise verschärft wurden. So ist der Schadstoffbeitrag durch den Flugverkehr heute in der Schweiz relativ gering.
Neue Umweltstandards für Flugzeuge
Wie Autos und Ölheizungen stossen Flugzeuge neben gasförmigen Schadstoffen auch ungiftiges aber klimawirksames CO2 sowie Feinstaub aus. Die ICAO schliesst nun eine Lücke und führt zwei neue Umweltstandards ein: Einen CO2-Standard und einen Feinstaubstandard für Flugzeuge. Die Erarbeitung der neuen Standards erforderte 6 Jahre technische und politische Entwicklungsarbeit. Beide neuen Standartds treten weltweit ab 1. Januar 2020 in Kraft.
Der CO2-Standard
CO2-Emissionen sind gleichbedeutend mit Treibstoffverbrauch. Der Treibstoffverbrauch ist für Fluggesellschaften ein gewichtiger Kostenfaktor. Deshalb sind Flugzeuge alleine durch vorherrschende Marktmechanismen sehr sparsam geworden (deutlich unter 100 g CO2 pro Passagierkilometer). Der neue CO2-Standard erfüllt hingegen zwei wichtige zusätzliche Funktionen: Für neue Flugzeugtypen setzt er die Messlatte beim heute maximal möglichen an, und dieses Verbrauchsniveau soll für alle grossen neuen Flugzeugtypen ab 2020 unterboten werden. Noch wichtiger ist der neue Standard für heute in Produktion befindliche Flugzeuge: Viele heutigen Flugzeuge werden noch Jahrzehnte in Betrieb sein und ein rechter Anteil dieser Flugzeuge können die im ICAO Umweltgremium beschlossenen Grenzwerte heute noch nicht erfüllen. Wenn diese Flugzeuge bis 2028 nicht angepasst sind, führt dies zu einem Produktionsstopp. Die Verabschiedung dieser relativ ambitiösen Regulierung im ICAO Umweltgremium erforderte die Gewährung von Ausnahmen für ein paar wenige nicht-westliche Flugzeugtypen, welche global betrachtet unbedeutend für die CO2-Emissionen sind. Für neue Typen von kleinen Flugzeuge mit maximal 19 Sitzen, deren Emissionen und Verbesserungspotenzial ebenfalls gering sind, soll der Standard ab 2023 gelten.
Der Feinstaubstandard
Ein grosses Flugzeugtriebwerk muss heute Schadstoffgrenzwerte einhalten und es darf keine sichtbare Rauchfahne hinter sich herziehen, um im Verkehr zugelassen zu werden. Der neue Standard erfordert zusätzlich die behördlich kontrollierte Messung von stark lungengängigem und potentiell klimarelevantem Russ und weiteren Festpartikeln. Da die Stäube aus Flugzeugtriebwerken (Partikel) unvorstellbar klein und leicht sind, werden sie nicht nur gewogen, sondern auch gezählt. Insbesondere die Zählung der Partikel bis zu einem Durchmesser von weniger als einem hunderttausendstel Millimeter führt zu einer rigorosen Kontrolle dieser Emissionen durch die Luftfahrtbehörden. Das dafür nötige anspruchsvolle Messverfahren und dessen Norm wurde unter massgeblicher Beteiligung der Schweiz entwickelt (siehe Link zum Dokument „Schweizer Innovation führt zur Einführung von Feinstaubgrenzwerten für Flugzeugtriebwerke“).
Der im ICAO Umweltgremium verabschiedete erste Feinstaubstandard gilt für alle ab 1.1.2020 in Produktion befindlichen Triebwerke. Da ein Grossteil der heute produzierten Triebwerke ab 2020 immer noch in Produktion sein werden, müssen Triebwerkhersteller auch viele heutige Triebwerktypen nach diesem neuen Standard messen und von den zuständigen Behörden validieren lassen, sonst dürfen sie das Triebwerk nicht mehr in Verkehr bringen. Auf Basis der standardisiert erhobenen Emissionsdaten aktueller Triebwerke wurden in den drei letzten Jahren die ersten Feinstaubgrenzwerte für die Masse und auch für die Anzahl ausgestossener ultrafeiner Partikel entwickelt. Im Februar 2019 wurden diese Grenzwerte vom ICAO Umweltgremium verabschiedet. Für Neutriebwerke wird ab 1.1.2023 eine erste Stufe der Reduktion der Partikelemissionen erzwungen. Der Luftfahrtsektor ist der bisher einzige Sektor, welcher globale Grenzwerte für ultrafeine Partikelemissionen (insbesondere durch Begrenzung deren Anzahl) einführt.
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