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Die Hände im Schoss gefaltet sitzen sie nebeneinander auf der Holzbank. Drei alte Frauen – Nachbarinnen – haben sich schon viel gesagt. Nun ruhen sie stillschweigend im Jetzt, wartend, bis das nächste Ereignis Stoff zum Reden bringt.
Während die rechte Frau müde ins Nichts blickt und die linke sich erwartungsvoll den anderen zuwendet, blickt die mittlere mit ihren hellen, blauen Augen milde, aber direkt den Betrachtenden entgegen. Sie trägt, im Gegensatz zu den anderen Frauen kein Kopftuch, sondern ein rot-blaues Halstuch, das als buntes Element im Bild auffällt. Klar beobachtend porträtiert Klara Cécile Borter die drei älteren Damen. Die Künstlerin konzentriert sich in ihrer Komposition vollkommen auf sie. Die drei füllen das gesamte Bild in der Breite aus und der mauerartige Hintergrund ist neutral gehalten. Borter verwendet für ihre Malereien meist Motive und Modelle aus dem Berner Oberland. Während des Entstehungsdatums dieses Werkes wohnt sie selbst in Interlaken, verbringt aber den Sommer im Hotel ihres Vaters, dem Grand Palace in Wengen. In ihren autobiografischen Notizen, welche sie 1942 verfasst, vermerkt Borter, dass dieses Gemälde für sie als eines der wichtigsten Werke ihres Schaffens gilt.
Anja Seiler
Die 3 Frauen sind Nach-barinnen.
Vielleicht kennen sie sich schon lange.
Sie verstehen sich ohne Worte.
Die linke Frau liest im Gesicht der anderen beiden Frauen.
Diese beiden schauen die Malerin an
oder uns beim Betrachten.
Die Malerin wohnte in Interlaken.
Den Sommer verbringt sie im Hotel des Vaters in Wengen.
Sie wählt für ihre Bilder oft Motive aus dem Berner Ober-Land.
Die Kleidung zeigt Leben auf dem Land.
Sara Smidt