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Die Geschichte von
Zermatt
Artikel vom 18. März 2003
Ausgrabungen zeigen, dass bereit vor Christi Geburt eine Töpferindustrie
in Zermatt bestand, doch wird weitgehend ausgeschlossen, dass damals das
Gebiet am Fuss des Matterhorns bereits ganzjährig bewohnt wurde.
In den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung wurde Zermatt
via Evolena-, Eifisch- und Aostatal aus von alemannischen Volksstämmen
besiedelt (also nicht durch das Vispertal).
Das Dorf wird urkundlich erstmals im Jahr 1280 als "Pratobornum"
erwähnt. Später erscheint es unter Namen wie "Vallis de Pra Borno"
oder "Praborne", was in etwa mit "Matte im
Quellgebiet" oder "Matte in den Grenzmarken" übersetzt
werden kann. Das Zermatter Gemeindesiegel trägt noch heute den Namen
"VALLIS PRATO BORNI". Der heutige Name findet sich erstmals
auf einer Karte von 1495 als "zer Matt".
Das Zermatt des 13. Jahrhunderts mit seinen Einwohnern, Gütern und
Allmenden stand unter der Oberhoheit des Bischofs von Sitten. Der Klerus
übertrug oder verpachtete seine Rechte an verschiedene weltliche
Lehensherren. Die Bewohner von Zermatt besassen allerdings von jeher
gewisse Nutzungsrechte und Verwaltungsfreiheiten, welche sie auch unter
der Herrschaft fremder Herren aufrecht erhalten konnten.
Die Zermatter hielten es daher für zweckmässig, die Gesamtbevölkerung
samt Gütern, Wäldern und Allmenden in vier relativ gleichgrosse Viertel
aufzuteilen. Doch die Vierteilung brachte Unfrieden, und so legten bald
drei davon ihre Güter wieder zusammen. Die Zwistigkeiten mit dem vierten
Viertel dauerten allerdings bis zum Urteil des Meiers im Jahr 1555 an, der
den Rechtsstand festsetzte.
Innerhalb von vier Jahrhunderten gelang es mehr und mehr Zermattern, sich
von ihren Herrschaften und Zehntenrechten loszukaufen. Beim ersten Loskauf
Ende 1538 gelang es mehr als der Hälfte der Bevölkerung, die Freiheit zu
erkaufen. Im Januar 1540 schlossen sich diese 115 Familien in der Kirche
von Zermatt zur ersten Gemeinde in ein Meiertum zusammen. 1576 gründeten
35 weitere Familien eine eigene Gemeinde nach denselben Statuten. 1579
erhoben sich die zwei Gemeinden zu einer Bauernzunft mit abgefassten
Regeln. 1618 kamen die letzten 39 Familien frei und errichten 1621
ebenfalls eine Eigenverwaltung nach den erwähnten Statuten.
Die Verfassung von 1621 hatte bereits für alle drei Gemeinden Gültigkeit
und wurde erst durch den Einmarsch von Napoleon im Jahr 1798 abgelöst.
1791 traten die Vertreter der drei Meiertume und der vier Viertel zusammen
und beschlossen, sich zu einer Gemeinde zusammen zu schliessen. Damit
wurde der Akt von 1555 aufgehoben. Die Wälder, Allmenden, Alpen, Berge
samt den jagdbaren Tiere, wurden zu gemeinsamen und unverteilbaren Gut
erklärt. 1791 war also die Geburtsstunde der Burgergemeinde Zermatt,
begründet auf der Verfassung von 1621 und den Bauernzunftregeln von 1579.
1798 setzte der bereits erwähnte Einmarsch der französischen Truppen
unter Napoleon I. diesem Rechtsstand ein Ende. Das gesamte Gebiet des
heutigen Kanton Wallis wurde Frankreich einverleibt. Nach dem Sturz von
Napoleon Bonaparte 1814 erlangte das Wallis wieder seine Freiheit und trat
1815 dem Bund der Eidgenossen bei.
In den 1860er Jahren waren die Zermatter wegen der Benutzung der
Burgergüter in zwei Parteien gespalten. Der von der hohen Regierung des
Kantons Wallis von Visp nach Zermatt entsandte Statthalter konnte 1867 die
zwei Parteien unter seinem Vorsitz zu einer Versammlung vereinen, die das
erste eigentliche Burgerreglement schuf, das 1914 erneuert wurde.
Die Munizipalgemeinden wurden wahrscheinlich erst mit der französischen
Revolution begründet und verbreitet. In Zermatt entstand die erste 1851,
drei Jahre nach der Einführung der schweizerischen Bundesverfassung. Aus
der Munizipalgemeinde entstand die politische Gemeinde, die heute
sogenannte Einwohnergemeinde. Die Burgergemeinde dagegen entwickelte sich
immer mehr zum Verwaltungsorgan des Burgervermögens. Burger- und
Munzipalgemeinde standen bis 1969 unter der selben Verwaltung, ehe sich
die Burgergemeinde wegen wachsender Belange auf Grund der
Wachstumssteigerung eine eigene Verwaltung ab. Probleme von
gesamtkommunalem Interesse werden jedoch weiterhin von beiden
Körperschaften gemeinsam gelöst.
Quellen: Das Zermatt Gemeinde-Lexikon von 1992 sowie Zermatt Tourismus.
Siehe auch die Artikel zum Tourismus
in Zermatt, zum Glacier
Express sowie zum Grand
Hotel Zermatterhof.

Rothornbahn mit Matterhorn. Foto
Copyright: Zermatt Bergbahnen.
Klein Matterhornbahn. Foto Copyright: Zermatt Bergbahnen.
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