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FRAGE | Mein Mann und ich haben vor bald fünfzig Jahren geheiratet. Bald konnten wir ein Eigenheim erwerben, das wir in der Zwischenzeit abbezahlt haben. Ich war bisher immer der Meinung, das Haus gehöre uns beiden, ich war bei den Gesprächen bei der Bank immer dabei und mein Mann sagte auch immer, mir gehöre die Hälfte. Nun behauptet eine Bekannte, dass mir nichts gehört, weil der Kaufvertrag nur auf den Namen meines Mannes laute. Hat Sie Recht?
ANTWORT | Ja, entscheidend ist der Eintrag im Grundbuch. Es ist leider ein weitverbreiteter Irrglaube, dass den Ehepartnern alles gemeinsam gehöre, nur weil sie verheiratet sind.
Die Ehe ändert nichts an den Eigentumsverhältnissen. War nur Ihr Mann Käufer der Liegenschaft und wurde als Alleineigentümer in das Grundbuch eingetragen, so gehört ihm die Liegenschaft rechtlich gesehen alleine. Sie sind nicht Eigentümerin.
Das bedeutet aber nicht, dass Sie im Falle einer Scheidung oder Auflösung des Güterstandes aus anderem Grund (z. B. Gütertrennung, Tod Ihres Mannes), nichts aus der Liegenschaft zugute hätten.
Stark vereinfacht ausgedrückt haben Sie auch als Nichteigentümerin Anspruch auf die Hälfte all jener Investitionen, die aus Ihren Löhnen (also aus der Errungenschaft) bezahlt wurden. Als Investition gilt insbesondere auch die Amortisation der Hypothek. Bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung könnten Sie also nicht die Zuteilung einer Liegenschaft verlangen, aber immerhin eine Ausgleichszahlung, deren Höhe im Einzelfall zu berechnen ist.