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Jahr zuvor eine dritte
Reise nach Rußland unternommen, die ihm die höchsten
Ehren eingebracht hatte. Während seiner letzten
Lebensjahre von seinen Landsleuten wenig beachtet, wurde er nach seinem
Tod Gegenstand der
Aufmerksamkeit des französischen
Publikums, und neuerdings sind seine größern Werke in
Paris
[* 2] durch wiederholte Aufführungen fast populär geworden.
Selten oder nie sind die Meinungen in künstlerischen
Dingen so geteilt gewesen wie in Bezug auf Berlioz'
Musik,
und noch jetzt steht der
Partei, die ihn als den französischen
Beethoven betrachtet, eine andre schroff gegenüber, welche
seiner
Kunst jeglichen Wert abspricht. Nur über seine Meisterschaft in der Behandlung des
Orchesters, dessen
Ausdrucksfähigkeit er noch über
Beethoven hinaus steigerte, ist
man in allen Künstlerkreisen einerlei Meinung, und sein
»Traité d'instrumentation« (Par. 1844; deutsch von A. Dörffel, Leipz.
1864) hat ungeteilten Beifall gefunden.
Sie versehen
New York mit kostbaren Frühgemüsen, während sie sich selbst mit den von den
Vereinigten Staaten
[* 13] eingeführten
ordinären Lebensmitteln begnügen. Die Ausfuhr betrug 1883: 91,103, die Einfuhr 238,701 Pfd. Sterl.
Weitere Hilfsquellen bieten die Beliebtheit der Bermudas als klimatischer
Kurorte im
Winter und die englische
Garnison, welche die
auf der kleinen
Insel Ireland gelegenen Kriegswerften (mit schwimmendem
Dock)
[* 14] und die gepanzerten
Batterien,
welche den Zugang zu denselben verteidigen, besetzt hält.
quer über fast die ganze Breite der Schweiz ausgedehnt, erstreckt sich über alle vier Terrainzonen: Hochalpen, Voralpen,
Ebene und Jura, vergleichbar einem Sitz mit ungleich hohen Seitenlehnen. Steigt die alpine Lehne, das Berner Oberland, bis zum
Grate des Hochgebirges hinauf (s. Berner Alpen), so erhebt sich die jurassische zu geringerer Höhe, aber
zu einem nicht weniger ausgedehnten Bergland (Leberberg oder BernerJura), jenseit dessen selbst noch ein Fetzen, das Pays d'Ajoie
(Elsgau, um Pruntrut), zu den Ebenen des Oberelsaß niedersteigt, durch den Bergrücken des Repais von dem übrigen Kantonsgebiet
abgetrennt.
Dazu kommen über 1300 Juden. Die Bauernschaft des Mittellandes ist der Kern des Landes, sehr wohlhabend,
aber auch stolz. Fleiß und Sparsamkeit, teilweise verbunden mit der Gunst großer Güterkomplexe (durch das Minorat), haben
sie zu solcher Blüte
[* 27] erhoben. Der deutsche Berner hat eine zähe, kühle Natur, ist kräftig, derb, schwerfällig, behaglich
und phlegmatisch, von mäßiger Intelligenz. Der Jurassier und auch der weinbauende Seeländer sind weit
beweglicher und leidenschaftlicher und nähern sich dem französischen Charakter. Die Bevölkerung des Oberlandes, von Natur
ein gutmütiger, intelligenter, hübscher und kräftiger Schlag, zeigt heutzutage mehrfache schlimme Einwirkungen des ungemein
starken Fremdenbesuchs: der Reisende klagt über Zudringlichkeit und Bettelei, über teure Preise und Übervorteilung, und
man bedauert, daß Arbeitsscheu und Genußsucht überhandnehmen.
Der bernische Feldbau hat seinen Hauptsitz in der Hochebene, erzeugt aber nicht genug Getreide.
[* 28] In neuerer Zeit wird die Hebung
[* 29] des Obstbaues, behufs Bekämpfung der Branntweinpest, kräftig angestrebt. Wein, fast nur im Seeland gebaut, ist einzuführen
(meist aus der Waadt).
Die Wälder sind kaum mehr ausreichend; selbst im Jura, der zwar immer noch Holz
[* 30] zur Ausfuhr
bringt, sind die Waldungen sehr gelichtet, noch mehr im Oberland. Viel Rindvieh, von schönstem Schlag (Fleckvieh) im Simmenthal
(Erlenbacher Schlag), im Saanenland, im Frutigen- und Emmenthal.
Zufolge der noch in Kraft
[* 42] bestehenden Verfassung vom bildet der Kanton Bern einen demokratischen
Freistaat und ein Bundesglied der SchweizerEidgenossenschaft. Die Souveränität ruht in der Gesamtheit des Volkes. Es übt
sie teils unmittelbar (seit 1869 auch durch das Referendum), teils mittelbar durch die verfassungsmäßigen Behörden. Die
Verfassung garantiert die in den schweizerischen Republiken üblichen Grundrechte, enthält Periodizität der Beamtungen (seit
1870, resp. 1874 auch der geistlichen und Lehrerstellen), erklärt den Primärunterricht für
obligatorisch, verpflichtet den Staat, für den Unterricht zu sorgen, und macht die Niederlassung und Lehrthätigkeit kantonsfremder
religiöser Korporationen von der Bewilligung der gesetzgebenden Behörde abhängig.