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Dieser hatte ab Sommer 1944 in Budapest damit begonnen, ungarische Juden vor der Vernichtung zu retten. Mit sogenannten Schutzpässen, die er grosszügig erstellen und austeilen liess, sorgte er dafür, dass viele von der Deportation bedrohte Juden verschont blieben. Dadurch und mit weiteren Massnahmen gelang es ihm, Tausende von Juden zu retten. Im Januar 1945 schliesslich war Budapest von der Roten Armee umzingelt. Zu dieser Zeit erhielt er die Aufforderung, sich beim sowjetischen General Malinowski zu melden.
Dieser Einladung musste er aus verschiedenen Gründen nachkommen. Bei seinem letzten Treffen mit drei seiner Freunden verabschiedete er sich mit den eben zitierten Worten. Danach meldete er sich bei den Russen und wurde heute vor 75 Jahren auf Anordnung des Vize-Verteidigungsministers Nikolai A. Bulganin verhaftet und nach Moskau gebracht. Damit war klar, dass er als Gefangener und nicht als Gast aufgebrochen war.
Danach verliert sich die Spur Wallenbergs. Lange Zeit leugnete die Sowjetunion, dass sich Wallenberg überhaupt in der Sowjetunion befunden habe. 1957 gab sie schliesslich bekannt, dass Wallenberg 1947 an einem Herzinfarkt gestorben sei. An dieser Version hält Russland noch heute fest. Eigenartig ist, dass es noch bis 1990 Menschen gegeben hat, die davon berichteten, dass Wallenberg noch lebe. Schweden wurde daher wiederholt heftig dafür kritisiert, dass es all diesen Meldungen nicht ernsthaft nachging. Als 1963 Wallenberg von Yad Vashem als «Gerechter unter den Völkern» geehrt wurde, weigerte sich seine Mutter, den Preis an seiner Stelle entgegenzunehmen, da sie immer noch an eine Rückkehr ihres Sohnes glaubte. Wallenberg ist spurlos verschwunden und hat doch zahlreiche Spuren hinterlassen: In den Leben der Geretteten und in den vielen Ehrungen für sein Wirken.