Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03320.jsonl.gz/1115

Dass Schweigen nicht immer Gold ist, kriegt Prinz Andrew, 60, in diesen Zeiten zu spüren. Der Prinz, der seine royalen Ämter mittlerweile niedergelegt hat, verweigerte bislang eine Aussage im Fall Jeffrey Epstein, †66. Mit dem verurteilten US-amerikanischen Sexualstraftäter pflegte der britische Royal eine Freundschaft, die ihm zum Verhängnis wird.
Denn auch Andrew wird vorgeworfen, sich an einer Minderjährigen vergriffen zu haben. 2001 soll er die damals 17-jährige Virginia Roberts Giuffre zum Sex gezwungen haben.
Noch nicht ausgesagt
Der zweitjüngste Sohn von Queen Elizabeth II., 94, hat zwar in einem TV-Interview mit der «BBC» bestritten, Roberts Giuffre überhaupt zu kennen. «Ich erinnere mich weder an ein Treffen noch an sonst irgendwas mit dieser Frau.» Was Giuffre behaupte, sei nie passiert. Auch ein Bild, das die beiden gemeinsam zeigt, entspricht ihm zufolge nicht der Wahrheit. «Man kann nicht beweisen, ob das Foto echt ist oder nicht», der Prinz.
Gegenüber den US-amerikanischen Behörden allerdings hat Andrew bislang nicht Stellung bezogen, ob und inwieweit er in Epsteins Netzwerk involviert war. Wie die «Daily Mail» berichtet, drückt sich Andrew vor einer Aussage. Bereits Ende März beklagte sich der Chefankläger Geoffrey S. Berman über Andrews mangelnden Kooperationswillen – obschon dieser zuvor beteuert hatte, alles tun zu wollen, um den US-amerikanischen Behörden bei den Ermittlungen zu helfen.
Wie «The Sun» berichtet, soll der Druck auf Andrew nun erhöht werden. Dementsprechend haben die US-Behörden den Buckingham-Palast umgangen und einen Antrag auf Rechtshilfe an das britische Innenministerium gestellt. Solche Anträge kommen nur bei Kriminalfällen zum Tragen. Dahingehend könnte Andrew nun gezwungen werden, innerhalb der nächsten Monate vor einem britischen Gericht als Zeuge aufzutreten.
Zeuge belastet ihn schwer
Zu der Zeugenaussage konkret hat Andrew bislang nicht Stellung genommen. Bereits rund drei Monate zuvor hatte er allerdings gegenüber «BBC» beteuert, das mutmassliche Opfer Virginia Roberts Giuffre nicht zu kennen.