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access_time veröffentlicht 11.08.2020
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum nicht-invasiven Krebs-Screening
Prof. Dr. med. Reto Krapf
Kurz und bündig
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum nicht-invasiven Krebs-Screening
11.08.2020
Die sogenannte „liquid biopsy“ bedeutet die Analyse von zellfreien, zirkulierenden tumor-assoziierten DNA-Mutanten aus peripher entnommenem Blut. Primäre Applikationsgebiete sind momentan die Remissionskontrolle und die Entdeckung von Metastasen. Wie gut ist diese Methode in der primären Früherkennung klinisch nicht vermuteter Tumore (Screening)?
Gut 9900 65- bis 75-jährige Frauen ohne anamnestische oder aktuelle Hinweise auf eine Tumorerkrankung wurden untersucht. Falls eine Tumor-assoziierte DNA-Mutation gefunden wurde, wurde die Diagnose der Neoplasie und deren Lokalisation und Ausbreitung mittels PET-CT bestätigt, bzw. weiter abgeklärt. In 26 Fällen wurde eine Tumordiagnose anhand der „liquid biopsy“ gestellt, in 2/3 der Fälle aufgrund lokaler oder lokoregionärer Ausbreitung. In einem Drittel wurden die Neoplasien in oder ausgehend von Organen gefunden, für die keine anderen Screening-Tests bestehen. Die berechnete Rate falsch positiver Resultate betrug 1%, in Kombination mit dem PET-CT noch 0,4%. Die Studienpopulation entspricht einer Gruppe mit hoher Prävalenz an Tumoren, deren Mutanten mit dieser spezifischen Methode besonders gut erkennbar sein sollten (Ovarial- und Mamma- sowie kolorektale Karzinome). Die falsch positiven Resultate, wenn auch in kleiner Zahl vorkommend, führten zu unnötigen invasiven Abklärungen, inklusive Operationen.