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Die Elfenbeinküste ist der grösste Kakaoproduzent der Welt. Kaum ein Grosskonzern kann auf die Kakaobohnen aus diesem Land verzichten. Ein Viertel der Bevölkerung arbeitet für die Kakaobranche.
Eine Viertelmillion Kinder arbeiten auf Kakaoplantagen in Westafrika, die meisten in der Elfenbeinküste. Davon sind 10'000 Sklaven, die jahrelang fern von ihrer Familie arbeiten müssen. Daniel, Kind aus Burkina Faso
«Kassensturz» zeigt die erschütternde Geschichte von Daniel aus Burkina Faso. Er wurde mit 10 Jahren von seiner Familie getrennt. Seit fünf Jahren arbeitet er auf einer kleinen Plantage in der Elfenbeinküste.
Ein Mann habe ihn mitgenommen und gesagt, er werde mit Kakao arbeiten. Daniel ist pausenlos am Schuften: «Meine Arbeit ist sehr ermüdend. Manchmal verletzt man sich dabei mit der Machete.»
Im Juni hat die ivorische Polizei Schlepper verhaftet, welche 15 Kinder aus Burkina Faso in die Elfenbeinküste gebracht haben. Auch sie hätten wie Daniel als Sklaven auf Plantagen im Kakaogürtel arbeiten müssen. Die Polizei hat die Kinder zurück zu ihren Eltern gebracht.
Andrea Hüsser von der Hilfsorganisation «Erklärung von Bern» klagt in der Sendung Kassensturz an: «Diese Kinder haben keine Zukunftschancen. Sie tragen physische und psychische Schäden davon.»
Kakao aus der Elfenbeinküste verwenden grosse Konzerne wie Ferrero, Kraft, Mars und Nestlé. Er findet sich auch in Produkten von Aldi, Maestrani und der Migros-Tochter Frey.
Der grösste Kakao- und Schokoladekonzern, die Schweizer Firma Barry Callebaut, profitiert vom derzeit rekordhohen Kakaopreis mit einem Umsatz von 4.8 Milliarden Franken. Paul de Petter, Afrika-Chef bei Barry Callebaut
Viele Schokoladehersteller kaufen ihren Kakao bei Barry Callebaut. Doch auch der Kakao-Riese kämpft mit dem Problem der Kinderarbeit: «Niemand kann garantieren, dass keine Kinderarbeit im Kakao steckt», sagt Afrika-Chef Paul de Petter gegenüber «Kassensturz».
Verschiedene Schweizer Schokoladeproduzenten beziehen keinen Kakao aus der Elfenbeinküste: Lindt, Camille Bloch, Sprüngli und seit einem Jahr Coop Tochter Chocolats Halba. Halba möchte für Natur und Bauern gute Bedingungen schaffen. Dies sei in der Elfenbeinküste für sie nicht möglich gewesen. « Es ist schwierig, direkt mit den Bauern zu arbeiten. Es gibt zu viele Zwischenhändler, die daran verdienen», sagt Christoph Inauen.
Die Erklärung von Bern fordert, dass sich die Schweizer Schokoladeunternehmen in der Elfenbeinküste engagieren: «Grund für die Armut ist der niedrige Preis, den die Bauern haben. Die Industrie muss Verantwortung übernehmen.»