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Bei vielen Personen in Führungspositionen ist der Autor Friedemann Schulz von Thun bekannt mit seinem im ersten Buch erschienen "Kommunikationsquadrat" oder "Vier-Ohren-Modell". Weniger
geläufig ist das "Wertequadrat" aus dem zweiten Band: Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Reinbek bei Hamburg
1989
Jede Tugend (Wert) hat eine Schwesterntugend und muss mit dieser ausbalanciert werden. Konflikte können dadurch entstehen, wenn jeweils gegenseitig die durch Übertreibung gesehene Untugend dem
Anderen vorgeworfen wird.
Als Beispiel haben wir einen Mitarbeiter, der besonderen Wert auf Genauigkeit und Fehlerfreiheit (Qualität) legt, dadurch jedoch seine Zeit braucht, um einen Kundenauftrag zu erfüllen. Der Kollegin dagegen liegt Schnelligkeit weit mehr am Herzen und sie erledigt die Aufträge so, dass möglichst viele Kunden schnell zufrieden sind (Quantität). Wenn die beiden Angestellten sich gegenseitig eine unzumutbare Perfektion oder Oberflächlichkeit vorwerfen, wird nur die jeweilige Entwertung gesehen und der Konflikt geschürt. Die Entwicklungsrichtungen beider Mitarbeitenden finden sich in den Diagonalen wieder. Indem die entwertende Übertreibung aufgegeben und die Schwestertugend akzeptiert wird, entsteht in der gegenseitigen Würdung ein nun positives Spannungsverhältnis zwischen den beiden Personen, die sich nun als in ihrer Arbeit ergänzend wahrnehmen.
Schulz von Thun nutzt das Werte- und Entwicklungsquadrat für Beurteilungsgespräche oder für Rückmeldungen nach einem Assessment-Center. In der modernen Personalarbeit wird es auch als Grundlage für 360°-Feedback genutzt, welches sich häufiger an den Stärken (Das Positive im Verhalten) als an den Defiziten (Die Schatten der Tugend) orientiert.
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