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Mein Name ist Miriam, ich bin 15 Jahre alt und besuche an der Sprachschule Dong den Chinesisch-Kurs bei Tang Laoshi.
Vor 3 Jahren begann ich aus einem unbekannten Grund Bücher über China zu lesen, Bücher, deren Geschichten dort spielten. Sie gefielen mir so sehr, dass ich stundenlang im Zimmer sitzen konnte und Buch nach Buch las. Was sie so besonders machten waren die Persönlichkeiten, die Landschaften, das Mysteriöse der Geschichten, die Tatsache, dass sie sich in einem so weit entfernten, fremden Land abspielten. Das Land sollte aber nicht fremd bleiben, denn bald beschloss ich, Chinesisch zu lernen. Meine Eltern unterstützten mich dabei sehr und ermöglichten mir den Eintritt in die Sprachschule Dong.
Ich bin seit Beginn bei der gleichen Lehrerin, Tang laoshi, worüber ich sehr glücklich bin, da sie eine extrem gute Lehrerin ist und ich sie sehr lieb gewonnen habe. Ich verdanke ihr alles, was ich bereits gelernt habe, ich verdanke ihr alle Lektionen, ich verdanke ihr den Eintritt in eine fremde Sprache und Kultur. Deswegen. vielen Dank, Tang Laoshi!
Das erste Lehrmittel war ein dünnes Heft, von der Sprachschule Dong erstellt, das die Grundkenntnisse enthielt. Das Vokabular war sehr einfach und unkompliziert, sodass es für einen Anfänger genau das Richtige war. Meine Motivation in dieser Zeit war sehr gross, ich übte jeden Tag mindestens eine Stunde. Ich sprach die Wörter oft aus, schrieb sie nieder und machte meine ersten Versuche, einen Text zu schreiben. Manchmal half mir sogar meine kleine Schwester, indem sie mich abfragte.
Bald war das Heft auch schon zu Ende und ich erhielt das Lehr- und Arbeitsbuch „Das Neue Praktische Chinesisch 1“, welche noch Pinyin und die Betonungen enthielten. Ich fing an, mit Karteikarten zu arbeiten. Vorne schrieb ich jeweils das deutsche Wort, hinten das chinesische Schriftzeichen und Pinyin. Diese Methode half mir sehr, weswegen ich sie bis heute noch anwende. Wichtig war seit Beginn, die Hausaufgaben zu erledigen und sich am Unterricht zu beteiligen, wenn ich etwas nicht verstand, aufzustrecken und viel üben! Ich schaute ausserdem CCTV 4, den chinesischen Sender. Obwohl ich nur sehr wenig verstand, war dies ein grosser Antrieb für mich, da ich mich jedes mal sehr freute, wenn ich ein Wort oder ein Bruchstück vom Satz verstand.
Meine Nachbarn kommen aus China, sodass ich manchmal mit ihnen meine ersten Kenntnisse benutzen konnte. Das geschah zwar selten, war aber auch eine Art, mich voranzutreiben.
Das nächste Lehrmittel war der zweite Band aus der Reihe „Das Neue Praktische Chinesisch“, bei dem nun Pinyin fehlte, aber die Betonungen vorhanden waren. Dieser Unterschied war ein grosser Sprung, sodass ich anfangs Probleme hatte, Texte zu lesen. Ich beschloss also, mehr Schreiben zu üben: Ich kaufte ein Heft, in welches ich nur das Vokabular und einen Bespielssatz schrieb, mein eigenes kleines chinesisches Wörterbuch also. Ich fing also an, mich auf die Schriftzeichen zu fokussieren. Die vorhandenen Betonungen über den Schriftzeichen waren sehr hilfreich, da das Hirn sie unbewusst aufnimmt und sie gut speichert.
Im dritten Band aber, an welchem ich jetzt arbeite, fehlen sie. Das ist zwar kein so grosser Sprung wie vom ersten zum zweiten Lehrbuch, aber es fehlt doch ein wichtiger Teil. Die Differenzierung der Schriftzeichen dank der Angabe der Betonung ist nun nämlich weg, sodass ich mich jetzt neben den Schriftzeichen auch besonders auf die Betonung konzentrieren muss. Bei meinen Karteikarten habe ich das Pinyin jetzt ausgelassen, es stehen nur noch das deutsche Wort, die Betonung und das Schriftzeichen.
Eine grosse Hilfe ist das Handwörterbuch, das Tang Laoshi mir empfohlen hat und ebenfalls die Website namens handedict.de. Beide Mittel helfen mir immer sehr bei den duty reports, die wir im Unterricht abwechselnd halten müssen.
Was leider fehlt beim chinesischlernen ist die praktische Umsetzung meiner Kenntnisse, da ich nicht wirklich mit jemandem sprechen üben kann (ich sehe meine Nachbarn sehr selten). Aber glücklicherweise können wir bei den Lektionen sehr viel sprechen üben, wir diskutieren über verschiedenste Themen, was meiner Meinung nach der wichtigste Teil beim Erlernen einer Sprache ist. Obwohl man viele Fehler macht, wird man selbstbewusster und mutiger beim Sprechen und schlussendlich ist es das, was zählt.
Generell kann ich noch sagen, dass ich wegen der Schule nicht jeden Tag üben kann. Meistens lerne ich am Dienstag und Mittwoch je zwei Stunden, sodass ich am Donnerstag gut vorbereitet bin. Das reicht zur Zeit aus, aber ich denke, bald werde ich mehr üben müssen, da der Stoff logischerweise immer schwieriger wird.
Was ich empfehle ist nicht nur Interesse für die Sprache zu entwickeln, sondern weiterzugehen und etwas über die Kultur zu lernen. Ich höre beispielsweise chinesische Lieder, seien es traditionelle oder auch modernere Stücke wie Songs der Sängerin Rainie Yang. Ich interessiere mich auch für chinesische Literatur, wie zum Beispiel das Buch „Der Traum der roten Kammer“ oder auch Bücher von Dai Sijie oder Mo Yan. Und ein Kochbuch habe ich auch gekauft, um chinesisch zu kochen. Alles das ist eine grosse Motivation um weiter zu machen und ein wichtiger Bestandteil nebst der Sprache.
Mein grösster Traum ist es, nach China zu gehen. Ich möchte dort nicht als Tourist hingehen, sondern als Kenner. Ich möchte mit den Menschen sprechen können, unter die Oberfläche greifen, tiefgründig reisen. Dies ist erst dann möglich, wenn ich die Sprache beherrsche, deswegen ist das auch meine grösste Motivation nach 3 Jahren. Auch wenn ich meine Fortschritte sehe, wenn mir bewusst wird, wie weit ich eigentlich schon bin, bin ich stolzer, motivierter, aber nie genug zufrieden. Denn mein Ziel ist es, so gut und fliessend Chinesisch sprechen zu können wie eine Muttersprache, damit ich meinen Traum verwirklichen kann. Somit ist der Schlüssel zum Erlernen der chinesischen Sprache der Wille, der Kampfgeist. Denn wenn man etwas ganz fest will und dafür kämpft, erreicht man es auch.