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Eine Speicheldrüsenentzündung (= Sialadenitis) entsteht meist durch einen Speichelstein (= Sialolith), der im Ausführungsgang der Speicheldrüse eingeklemmt ist: In dem dahinter angestauten Speichel können sich Bakterien und Viren vermehren und eine Entzündung verursachen.
Für die Bildung der Speichelsteine (sog. Sialolithiasis) – und somit für die nachfolgend entstehende Speicheldrüsenentzündung – kommen als Ursachen eine veränderte Zusammensetzung des Speichels und Vorerkrankungen (wie z.B. Mukoviszidose oder Mumps) mit verengten Drüsengängen infrage. Ein Speichelstein kann sich beim Menschen grundsätzlich in jeder Speicheldrüse des Kopfs entwickeln, meistens tritt er jedoch in einer der grossen Speicheldrüsen auf. Überwiegend entstehen Speichelsteine dort im dritten bis fünften Lebensjahrzehnt, aber auch Kinder können betroffen sein.
Eine Entzündung der Speicheldrüse zeigt sich meist plötzlich und einseitig (nach Mumps allerdings eher beidseitig). Ob ein Speichelstein allein (also ohne gleichzeitige Speicheldrüsenentzündung) Symptome auslöst, hängt von seiner Lage und Grösse ab. Typischerweise machen sich Speicheldrüsenentzündungen und Speichelsteine durch ein Anschwellen der betroffene Drüse und durch Schmerzen bemerkbar. Oft nehmen die Symptome beim Essen zu, weil sich hierbei vermehrt Speichel bildet. Ausserdem kann sich die Haut im Gebiet der betroffenen Drüse röten und Fieber auftreten.
Allgemein ist es bei einer Speicheldrüsenentzündung empfehlenswert, die Speichelbildung anzuregen (durch sog. Speichellocker: z.B. saure, zuckerfreie Bonbons, Kaugummis oder Getränke), um die Speicheldrüse durch den vermehrten Speichelfluss zu reinigen und so womöglich einen kleinen Speichelstein nach aussen zu befördern. Zur Therapie einer Speicheldrüsenentzündung können schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen; gegen bakterielle Erreger helfen Antibiotika. Ausserdem ist es ratsam, einen der Entzündung zugrunde liegenden Speichelstein operativ oder mithilfe anderer Verfahren zu entfernen, um den Speichelstau zu beseitigen. Angemessen behandelt hat die Speicheldrüsenentzündung meist eine günstige Prognose.
Die Speicheldrüsenentzündung ist eine durch Bakterien oder Viren verursachte Entzündung einer Speicheldrüse, die häufig durch einen Speichelstein entsteht. Die fachsprachliche Bezeichnung für die Entzündung der Speicheldrüse lautet Sialadenitis oder auch Sialoadenitis; die Bildung der Steine (= Sialolithen) beziehungsweise Verkalkungen in einer Speicheldrüse nennt man Sialolithiasis. In 80 Prozent der Fälle tritt die Speicheldrüsenentzündung einseitig auf, ansonsten beidseitig. Die entzündete Speicheldrüse schwillt sehr schmerzhaft an.
Die Speicheldrüsen bilden den Speichel und sorgen so dafür, dass wir unser Essen leichter hinunterschlucken können. Jeder Mensch bildet täglich etwa anderthalb bis zwei Liter Speichel, wobei mehr als 90 Prozent dieser Gesamtmenge von den grossen Speicheldrüsen stammt. Die Speichelbildung schwankt im Lauf des Tages stark und ist einem bestimmten Rhythmus unterworfen: Nachts ist sie sehr gering, beim Essen oder aufgrund verschiedener Reize und Sinneswahrnehmungen – besonders mittags – verstärkt. Ein Speichelstein kann in jeder Speicheldrüse des Menschen entstehen und so eine Speicheldrüsenentzündung auslösen. Meist entzünden sich jedoch die sechs paarig angeordneten grossen Speicheldrüsen des Menschen:
Die zahlreichen kleinen Speicheldrüsen, zum Beispiel in den Lippen, der Wange oder dem Rachen, sind dagegen selten von einem Speichelstein beziehungsweise einer Speicheldrüsenentzündung betroffen.
Speichelsteine bestehen vorwiegend aus Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat. Ein Speichelstein kann wenige Millimeter bis etwa zwei Zentimeter gross sein. Die Bildung der Steine – und somit auch die daraus entstehende Speicheldrüsenentzündung – ist vermutlich die Folge einer veränderten Speichelzusammensetzung, zum Beispiel bei Kalziumüberschuss (Hyperkalzämie), Diabetes mellitus, Gicht, einem ständigen Sekretstau bei engen Drüsengängen oder wiederholten Entzündungen.
Die Speicheldrüsenentzündung entsteht zwar meist durch einen Speichelstein, dennoch ist jeweils nicht dieselbe Speicheldrüse überwiegend betroffen: Speichelsteine finden sich mit grösster Häufigkeit (in etwa 63-95% der Fälle) in der Unterkieferspeicheldrüse, während bei der Speicheldrüsenentzündung meist die Ohrspeicheldrüse entzündet ist. Speichelsteine bilden sich gehäuft zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr, können aber auch bei Kindern auftreten.
Einer Speicheldrüsenentzündung liegen meist Speichelsteine als Ursachen zugrunde: Ein Speichelstein (Sialolith) verstopft den Ausführungsgang der Speicheldrüse, so dass es zu einem Speichelrückstau kommt. Im gestauten Sekret vermehren sich Bakterien oder Viren und führen zur Entzündung der Speicheldrüse. Die genauen Ursachen für die Bildung der Speichelsteine ist bisher nicht geklärt.
Als Ursachen für eine Speicheldrüsenentzündung kommen neben Speichelsteinen auch Einengungen, Narben oder Tumoren der Speicheldrüsen infrage: Sie haben die gleiche Auswirkung wie ein Speichelstein. Mangelnde Mundhygiene oder eine entzündete Mundschleimhaut (Stomatitis) begünstigen die Entstehung einer Speicheldrüsenentzündung zusätzlich.
Zu den Viruserkrankungen, die einen Speichelstein, verengte Drüsengänge und eine Speicheldrüsenentzündung verursachen können, gehören Mumps im Kindesalter, aber auch die Zytomegalie oder das Coxsackie-A-Virus. Seltene Ursachen einer Entzündung der Speicheldrüsen sind Autoimmunerkrankungen wie Kollagenosen oder auch das durch starke Mundtrockenheit gekennzeichnete Sjögren-Syndrom.
Medikamente, die den Speichelfluss mindern, kommen ebenfalls als Ursachen für eine Speicheldrüsenentzündung infrage. Dazu zählen zum Beispiel entwässernde Mittel (sog. Diuretika), Tabletten gegen Depressionen (sog. Antidepressiva), gegen Allergien (Antihistaminika) oder gegen Herzbeschwerden. Das Risiko für einen Speichelstein ist durch diese Medikamente aber nicht erhöht.
Eine Bestrahlung, zum Beispiel im Rahmen einer Tumortherapie, kann eine vorübergehende Speicheldrüsenentzündung auslösen: die sogenannte radiogene Sialadenitis.
Bei einer Speicheldrüsenentzündung treten die Symptome meist plötzlich und einseitig auf (allerdings eher beidseitig, wenn die Speicheldrüsenentzündung eine Folge von Mumps ist). Ob ein Speichelstein, der noch keine Speicheldrüsenentzündung verursacht hat, Symptome auslöst, hängt davon ab, wie gross der Stein ist und wo er sich befindet.
Unabhängig davon, ob ein Speichelstein oder eine andere Ursache für die Speicheldrüsenentzündung verantwortlich ist, schwillt die entzündete Speicheldrüse an, ist hart und schmerzt. Diese Symptome nehmen bei Essen zu, da sich dann vermehrt Speichel bildet, der einen Druck auf das entzündete Gewebe ausübt. Häufig kommt es bei einer Speicheldrüsenentzündung zu Fieber. Die Haut über der Drüse ist gerötet und fühlt sich warm an. Manchmal entleert sich Eiter in den Mund und verursacht einen unangenehmen Geschmack. Liegt eine Ohrspeicheldrüsenentzündung vor, kann ausserdem das Kauen schmerzhaft sein, da das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur in unmittelbarer Nähe liegen. Oft können die Betroffenen ihren Mund kaum noch öffnen.
Als mögliches Symptom für einen reinen Speichelstein, der noch keine Speicheldrüsenentzündung verursacht hat, tritt in der betroffenen Speicheldrüse eine schmerzhafte oder schmerzlose Schwellung auf. Manchmal lösen reine Speichelsteine diese Symptome nur aus, wenn sich vermehrt Speichel bildet (z.B. beim Essen).
Bei einer Speicheldrüsenentzündung, der häufig ein Speichelstein zugrunde liegt, erfolgt die Diagnose anhand einer gründlichen Untersuchung der betroffenen Speicheldrüse. Der Verdacht auf eine Entzündung der Speicheldrüse ergibt sich aus den Angaben der Betroffenen darüber, zu welchen Zeitpunkten die typischen Beschwerden auftreten oder zunehmen (z.B. Schmerzen beim Kauen).
Tastet der Arzt die geschwollene Speicheldrüse zur Diagnose ab, entleert sich bei einer Speicheldrüsenentzündung meist Eiter aus dem Ausführungsgang in den Mund. Diesen Eiter lässt der Arzt laborchemisch untersuchen (Abstrich), um den Erreger zu bestimmen. Gleichzeitig sucht er nach Ursachen für eine Entzündung im Mundbereich. Mithilfe einer Blutuntersuchung ist nachweisbar, dass eine Entzündung vorliegt.
Um bei der Diagnose festzustellen, ob der Speicheldrüsenentzündung ein Speichelstein zugrunde liegt, eignet sich die Ultraschalluntersuchung: Hierbei sind Speichelsteine ab einer Grösse von anderthalb Millimetern in bis zu 99,5 Prozent der Fälle in der Speicheldrüse erkennbar. Ausserdem ermöglicht es diese Untersuchungsmethode, zwischen einem Abszess, einem Stein oder einem Tumor zu unterscheiden.
Im Einzelfall kommt bei Verdacht auf einen Speichelstein oder eine Speicheldrüsenentzündung zur Diagnose eine Magnetresonanztomographie (MRT), eine Computertomographie (CT), eine Endoskopie des Speichelgangs oder – bei einer chronischen Speicheldrüsenentzündung – eine Feinnadelpunktion zum Einsatz, um eine Gewebeprobe zu entnehmen.
Eine weitere zur Diagnose einer Speicheldrüsenentzündung oder eines Speichelsteins geeignete Methode ist die sogenannte Sialographie: Diese ermöglicht es, das Gangsystem einer Speicheldrüse oder einen Speichelstein darzustellen. Dabei spritzt der Arzt ein Kontrastmittel in den Ausführungsgang der Speicheldrüse. Dieses breitet sich im Gangsystem der Drüse aus und ist auf einem Röntgenbild sichtbar. Veränderungen oder ein Hindernis, zum Beispiel durch einen Stein, sind so besser zu beurteilen.
Bei einer Speicheldrüsenentzündung hängt die geeignete Therapie von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Ursache (häufig ein Speichelstein) und dem Ausmass der Entzündung. Allgemein ist es zur Therapie einer Speicheldrüsenentzündung empfehlenswert, die Speichelbildung mit sogenannten Speichellockern anzuregen. Dazu gehören saure, zuckerfreie Bonbons, Kaugummi und Getränke, die zum Beispiel Zitronensaft enthalten. Der durch diese Speichellocker vermehrt gebildete Speichel reinigt die Speicheldrüse. Wenn ein Speichelstein vorliegt, befördert der vermehrte Speichelfluss den Stein möglicherweise sogar nach aussen.
Wenn Sie eine bakterielle Speicheldrüsenentzündung haben, ist eine Antibiotika-Therapie wirksam; hat sich die Speicheldrüse durch Viren entzündet, helfen Ihnen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Kühlende alkoholische Umschläge, weiche Kost, viel Flüssigkeit und eine intensive Mundhygiene beschleunigen die Heilung.
Wenn sich infolge der Speicheldrüsenentzündung ein Abszess ausgebildet hat, lassen Sie diesen am besten chirurgisch spalten, damit der Eiter abfliessen kann. Eine Entfernung der Speicheldrüse ist notwendig, wenn gehäuft Speicheldrüsenentzündungen auftreten (ob mit oder ohne Speichelstein) oder wenn der Verdacht besteht, dass ein Tumor vorliegt.
Ist die Speicheldrüsenentzündung durch einen Speichelstein entstanden, hängt die Therapie davon ab, wo sich der Stein befindet und wie gross er ist:
Bei einer Speicheldrüsenentzündung bestimmen viele Faktoren wie Ursache (oft ein Speichelstein) und Dauer der Entzündung Verlauf und Prognose. Wenn angemessen behandelt, verlaufen die meisten Speicheldrüsenentzündungen jedoch gut: Wenn gegen eine bakterielle Speicheldrüsenentzündung beispielsweise Antibiotika zum Einsatz kommen, gehen die Beschwerden meist schnell zurück und die Entzündung heilt folgenlos aus.
Wenn es im Verlauf einer Speicheldrüsenentzündung notwendig ist, die entzündete Speicheldrüse operativ zu entfernen, hat dies keinen spürbaren Einfluss auf die Speichelproduktion: Die noch vorhandenen Speicheldrüsen bilden weiterhin die gleiche Gesamtmenge Speichel.
Wenn die Speicheldrüsenentzündung einen längeren Verlauf nimmt, können verschiedene Komplikationen auftreten: So kann sich ein Abszess – eine eingekapselte Eiteransammlung – bilden. Bricht der Abszess auf und entleert sich nach aussen durch die Haut oder in das benachbarte Halsgewebe, kann dadurch eine Allgemeininfektion und sogar eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) entstehen.
Eine chronische Speicheldrüsenentzündung führt zu einer Vernarbung und einem Schwund des Gewebes. Die betroffene Speicheldrüse bildet dann kaum noch Speichel und ist als derber Knoten tastbar.
Besteht die Behandlung einer Speicheldrüsenentzündung darin, die entzündete Speicheldrüse operativ zu entfernen, sind dadurch in seltenen Fällen Komplikationen möglich: Bei der Operation kann es zu Schäden an den Gesichtsnerven kommen; in Einzelfällen entsteht dann eine Gesichtslähmung (periphere Fazialisparese).
Einer Speicheldrüsenentzündung und ihrer häufigsten Ursache, dem Speichelstein, können Sie bedingt vorbeugen, indem Sie
Auch durch eine vermehrte Speichelproduktion können Sie einer Speicheldrüsenentzündung oder einem Speichelstein vorbeugen: Vermehrter Speichelfluss reinigt die Speicheldrüsen und kann möglicherweise vorhandene kleine Speichelsteine aus den Drüsen hinausspülen. Um die Speichelproduktion anzuregen, können Sie zuckerfreie und saure Bonbons lutschen und entsprechende Getränke zu sich nehmen.
Wenn Sie einen Speichelstein haben, ist es vorbeugend ratsam, ihn in jedem Fall entfernen zu lassen, damit sich keine Speicheldrüsenentzündung entwickelt.