Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/146366

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die bestehenden Anforderungen an frühe pränatale Untersuchungen dergestalt zu präzisieren, dass deren Missbrauchsrisiko zur geschlechtsspezifischen Selektion weitestmöglich reduziert wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Meinung der Motionärin, dass die frühe Kenntnis über das Geschlecht bei pränatalen Untersuchungen die Gefahr mit sich bringen kann, dass eine Schwangerschaft einzig aufgrund des Geschlechts des Embryos oder des Fötus abgebrochen wird. Die neuen nichtinvasiven pränatalen Untersuchungen können bereits in einem frühen Stadium der Schwangerschaft durchgeführt werden, und die Resultate liegen bereits vor Ablauf der zwölften Schwangerschaftswoche vor. Je nach Test teilen die Laboratorien den behandelnden Ärztinnen und Ärzten in der Regel die Befunde über die untersuchten Chromosomen inklusive Geschlechtschromosomen mit.</p><p>Die in der Motion erwähnte Möglichkeit, es den Laboratorien (ausser bei Abklärungen zu geschlechtsspezifischen Krankheiten) zu untersagen, Informationen über das Geschlecht an die Ärztin oder den Arzt weiterzugeben, kann eine mögliche Lösung dieses Problems darstellen. Anders als die meisten anderen genetischen Untersuchungen werden die nichtinvasiven pränatalen Untersuchungen aber zumeist in ausländischen Laboratorien durchgeführt, bei denen ein solches Mitteilungsverbot kaum durchgesetzt werden kann. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass in naher Zukunft Tests erhältlich sind, die direkt von der Ärztin oder vom Arzt ohne Beizug eines Laboratoriums angewendet und ausgewertet werden können. Der Bundesrat prüft deshalb im Rahmen der laufenden Revision des Bundesgesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen auch andere Lösungsansätze, die die Gefahr des genannten Missbrauchs reduzieren können.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.