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Olm.
Die Fortpflanzung des Olms erfolgt durch Eiablage; es ist nun auch zum erstenmal geglückt, in der Gefangenschaft gelegte Eier [* 2] zur Entwickelung und die jungen Tiere zum Ausschlüpfen zu bringen. Die Eiablage erfolgte in einem zweckmäßig eingerichteten Aquarium, in welchem aber immerhin die Tiere Wassertemperaturschwankungen von 12° ausgesetzt waren; die Eier wurden an die untere Seite von im Bassin angebrachten Tuffsteinen abgelegt und einzeln angeklebt.
Sie zeigten nach der Ablage noch keine Spur von Entwickelung. Um die 9. und 10. Woche erkennt man die Anlage der Kiemen und gleichzeitig die erste Anlage der vordern Gliedmaßen in Form kleiner zapfenförmiger Hervortreibungen, die zuerst zwei Zehen entwickeln, erst später, doch noch vor dem Ausschlüpfen, welches am 90. Tage erfolgt, erreicht die dritte ihre Ausbildung. Die hintern Gliedmaßen werden in der 12. Woche angelegt, bleiben aber bis zum Ausschlüpfen klein und stummelförmig.
Beim Ausschlüpfen ist die Larve wesentlich weiter entwickelt als die ausschlüpfende Larve der Wassersalamander und des Axolotl; sie ist 22 mm lang, wovon 5 mm auf den Schwanz kommen; die Gestalt ist der des erwachsenen Tieres ähnlich, doch ist noch ein ansehnlicher Flossensaum vorhanden, welcher den Schwanz umgibt und sich über ungefähr drei Viertel der Rückenlänge nach vorn erstreckt. Die drei Kiemenbüschel jeder Seite sind blaßrötlich, nicht entwickelter als beim erwachsenen Tier.
Die Augen erscheinen bei der eben ausgeschlüpften Larve als kleine, scharf gezeichnete kreisrunde, vollkommen schwarze Punkte mit einer vom untern Umfang ausgehenden und bis zur Mitte eindringenden schwachen, aber gut erkennbaren Spalte. Im Laufe der 2. Woche nach dem Ausschlüpfen kommen an den hintern Gliedmaßen die beiden Zehen zum Vorschein, doch bleiben die Hinterbeine bis zur 4. Woche unbeweglich und dem Schwanz dicht anliegend. Sind die Larven dem Licht [* 3] ausgesetzt, so färben sie sich dunkler, wobei durch Anordnung der Pigmentzellen in Längsreihen eine deutliche Streifung zu stande kommt.
Vgl. Zeller, Über die Fortpflanzung des Proteus anguineus und seine Larve (im Jahresheft d. Ver. f. vaterl. Naturk. in Württemberg, [* 4] 1889). ¶