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Französische Julirevolution von 1830 und Auswirkungen, politische und wirtschaftliche Verhältnisse in den 1840ern, Ziele der Märzrevolution, «Märzforderungen», Frankfurter Paulskirche, Ergebnis der Revolutionen in massgeblichen europäischen Städten (Paris, Wien, Berlin), oktroyierte Verfassung
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Epochenjahr 1848: Was war die französische Julirevolution?
Die Julirevolution 1830 in Frankreich gab der europäischen Freiheits- und Nationalbewegung neuen Aufschwung. Frankreich war nach denNapoleonischen Kriegen in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt worden. Die Bourbonen wurden wieder als Könige eingesetzt. Im Juli 1830 kam es in Frankreich zu einem großen Tumult, weil König Karl X. die Pressefreiheit aufheben und den politischen Einfluss des Adels vergrößern wollte. Als Reaktion schlossen sich Bürger und Arbeiter zum Widerstand zusammen und lösten die Julirevolution aus.
Einen Tag nach dem Erlass der Juliordonnanzen starteten die Barrikadenkämpfe gegen König Karl X. Das Bündnis aus Arbeitern, Handwerkern und Studenten erbrachte schnelle Erfolge und führte zu Karls Abdankung. Er musste anschließend die Flucht nach Großbritannien ergreifen. Als neuer Herrscher wurde „Bürgerkönig“ Louis Philippe eingesetzt, der sich aus gemäßigten Kreisen des Großbürgertums rekrutierte. Dieser war sehr liberal eingestimmt und vermischte Elemente der konstitutionellen und parlamentarischen Monarchie.
Epochenjahr 1848: Was waren die Auswirkungen der Julirevolution?
Die Julirevolution hatte langfristige Auswirkungen und schwappte auch auf andere Staaten im Deutschen Bund über. In Kurhessen, Sachsen, Hannover und Braunschweig wurden somit nach langer Verzögerung endlich Verfassungen eingeführt. Die liberale Bewegung gewann neues Selbstbewusstsein und wurde im deutschen Vormärz immer bedeutender. Charakteristisch dafür wurde das Hambacher Fest. Als sich König Louis Philippe 1848 deutlich von seiner liberalen Politik entfernt hatte und sich der Heiligen Allianz anschloss, kam es schließlich zum Ausbruch der Februarrevolution. Diese löste dann eine Kettenreaktion aus und führte zum Ausbruch der Revolution 1848/49.
Epochenjahr 1848: Wie sahen die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse aus, die den 1848 Revolutionen vorausgehen?
Wirtschaftliche Verhältnisse
Es herrschte Arbeiterkrise in vorindustriellen, handwerklichen Berufen, die auf der Überbevölkerung ganzer Regionen beruhte. Dies begünstigte die Proletarisierung (Land- und Besitzlosigkeit) in den Grossstädten und in weiten Teilen der ländlichen Gebiete, was zu einem endgültigen Zusammenbruch der Ständeordnung führte.
Es herrschte ein Pauperismus (=Massenarmut), beginnende Industrialisierung, Handwerkskrise. Ab 1845 kam es zu Teuerungs-, und Hungerkrisen aufgrund der Missernten, dies führte in ganz Europa zu einer grossen Hungersnot mit grosser öffentlicher Resonanz. Die Hungerkrise wurde von der Konjunkturkrise sogar noch überlagert und führte schon im April 1848 zur Streikwelle in den deutschen Städten.
Politische Verhältnisse
Überall in Europa entwickeln sich innerpolitische Kämpfe im Streit um eine neue, konstitutionelle Ordnung (=Verfassung als Basis). Die Menschen der unteren Schichten wollten ihre Menschenrechte mit einer Verfassung durchsetzen.
Epochenjahr 1848: Was für eine Bedeutung hatte die Frankfurter Paulskirche?
Im April 1848 war die Kirche Versammlungsort des Vorparlaments, eines Treffens von Liberalen und Demokraten, das die Wahl zur Frankfurter Nationalversammlung vorbereitete. Am 18. Mai 1848 trat die Nationalversammlung zum ersten Mal hier zusammen und wurde deshalb auch Paulskirche oder Paulskirchenparlament genannt.
Epochenjahr: Was waren die Ergebnisse der 1848 Revolutionen? in Paris? in Deutschland? in Wien?
Paris: Der "Bürgerkönig" Louis Philippe ist geflüchtet, eine neue Verfassung wurde verabschiedet und am Ende wurde Louis Napoleon nach einem Staatsstreich, durch das Volk zum Kaiser gewählt.
Deutschland: Verabschiedung einer deutschen Reichsverfassung in der Paulskirche führt zu einer konsitutionellen Monarchie.
Wien: Flucht Metternichs, Auflösung des österreichischen Reichstages, oktroyierte Verfassung einer konstitutionellen Monarchie mit gewissen liberalen Zugeständnissen (liberale Minister, Entlastungen der Bauern, Verwaltungs-, und Rechtsreform), Ende 1851 erklärt Kaiser Franz Josef die konsitutionelle Monarchie für beendet.
Epochenjahr 1848: Was ist eine oktroyierte Verfassung?
Eine oktroyierte Verfassung ist eine aufgezwungene Verfassung, das heißt eine einseitig vom Staatsoberhaupt gegebene Verfassung. Bekannte historische Beispiele sind: in der Geschichte Deutschlands: Preußische Verfassung in der Geschichte der österreichischen Monarchie: Oktroyierte Märzverfassung