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Futterleguminosen
Die Hülsenfrüchtler (Familie der Fabaceae oder Leguminosae), auch Leguminosen genannt, sind eine der artenreichsten Pflanzenfamilien. Die Hülsenfrüchtler haben ihren Namen von der „Hülse", der typischen Frucht der Leguminosen.
Die meisten Leguminosen leben in einer mutualistischen Symbiose mit Bakterien (Rhizobien). Die Bakterien leben in den Wurzelknöllchen und besitzen die Fähigkeit elementaren, molekularen Stickstoff zu binden und in biologisch verfügbare Verbindungen zu überführen. Davon profitiert die Pflanze zuerst einmal selbst. Ein Teil der Stickstoffverbindungen bleibt im Boden und nachfolgende Kulturen können ihn aufnehmen. Leguminosen tragen dadurch viel zur Fruchtbarkeit des Bodens bei (Gründüngung), beziehungsweise sind dadurch in extrem stickstoffarmen Böden erst lebensfähig.
Futterleguminosen wie Rot- und Weissklee werden meistens in Klee-Gras Mischungen verwendet.
Zahlreiche wichtige Futterpflanzen gehören zu den Leguminosen. Die Luzerne (Medicago sativa) ist wohl die am weitesten verbreitete Futterleguminose. In der Schweiz werden vor allem der Rotklee (Trifolium pratense) und der Weissklee (T. repens) als Futterpflanze verwendet. Weitere für die Schweizer Landwirtschaft wichtige Kleearten sind Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum), Perser Klee (T. resupinatum), Inkarnat-Klee (T. incarnatum) und Schotenklee (Lotus corniculatus). Auch Esparsette (Onobrychidis viciifolia) wird gelegentlich ausgesät.
Kleeanbau ist in ganz Europa und Nordamerika weit verbreitet. Er erstreckt sich auch um das ganze Mittelmeer inklusive der afrikanischen Anrainerstaaten bis nach Asien. In Australien und Neuseeland findet Kleeanbau in beträchtlichem Masse statt.
Klee wird als Futtermittel eingesetzt und kann sowohl als Grünfutter genutzt werden, als auch siliert oder zu Heu getrocknet werden. Klee wird vor allem wegen seines hohen Anteils an verdaulichem Eiweiß verfüttert.
Viele Kleearten enthalten schädliche Stoffe, die beim Vieh Krankheitssymptome auslösen können:
- Einige Kleearten enthalten Thiocyanate, die bei Tieren phototoxische Reaktionen hervorrufen und zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Licht führen. Diese Erkrankung wird Trifoliose oder Kleekrankheit genannt. Sie äußert sich in geröteten und geschwollenen Augenlidern und Lippen, auch andere ungeschützte Hautpartien können betroffen sein. Trifoliose tritt vor allem bei Pferden, Rindern und Schafen auf.
- Bei Rindern kann es nach der Aufnahme von jungem Klee zu einer schaumigen Gärung der löslichen Proteine kommen. Gärgase können dann nicht mehr entweichen und der Pansen bläht sich auf (Pansentympanie).
- In Klee enthaltene cyanogene Glykoside, vor allem Linamarin und Lotaustralin (Bsp. Weissklee), können zur Blockierung der Atmungskette und zu Krämpfen führen.
- Phytoöstrogene, vor allem verschiedene Isoflavone, aus Klee können zu Fruchtbarkeitsstörungen führen.