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Tschäppät
Während Rikschas mit seinem Porträt die Touristenherden vor dem Zytglogge aufscheuchen, ist der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät auf Mission in den USA: Eingeladen von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg stellt er dessen Stadtreinigung effiziente Massnahmen gegen Littering vor.
Wir haben Alex Tschäppät in der City Hall gesprochen. Sein Händedruck ist auch im achten Amtsjahr kräftig.
Herr Tschäppät – Sie stehen kurz vor der Wiederwahl …
Halt! Ob ich wiedergewählt werde, entscheidet sich am 25. November.
Hatten Sie Lampenfieber, als Sie Ihrem Amtskollegen gegenübertraten?
Nein.
Was haben Sie Bloomberg in Sachen Müll geraten?
Ich habe Berns Sauberkeitskampagne von 2001 vorgestellt. Provocation and Role Play, sagte ich.
Der öffentliche Raum strotzte damals vor Hinweisen wie „Chotzbrocke“ oder „Dräckfötzu“.
Nach den hübschen Kübel-Sujets wie „Schmutzengel“ zündeten wir die zweite Stufe, richtig.
Haben Sie Bloomberg von Ihrer Kampagne überzeugen können?
Er ist überzeugt, mit klaren Zeichen eine markante Verhaltensänderung bei der Bevölkerung herbeiführen zu können. Unsere Strategie löste bei seiner Entourage Adrenalinschübe und Schreibzirkel aus.
„Schysshung“-Schilder wurden damals in Bern gewaltsam demontiert.
Die Kampagne wurde nicht von allen geschätzt. Aber das wird Politik nie. Wissen Sie, was Bloomberg zu mir gesagt hat?
Nein.
Alex, sagte er, do you know what you are? You’re a Do-er. There are Do-ers in the world and there are Watchers. And the Watchers sit around watching the Do-ers do. Und wissen Sie, was ich gesagt habe?
Nein.
Well, sagte ich. Mike, when I see your garbage out there, it is harder for me to watch than to do.
Vielen Dank für das Gespräch.
Ich danke Ihnen.