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Unterwegs durch Burjaten-Land
Heute steht ein Reisetag an. Dies ist unschwer daran zu erkennen, dass das Wetter schlecht ist. Während mindestens Dreivierteln des Tages regnet es entweder stark oder es nieselt. Aus Platzgründen wird das schwere Gepäck in einem separaten Geländewagen vorausgeschickt. Im firmeneigenen Minibus fahren wir hinten nach. Wir verlassen den Touristenort Listwjanka in Richtung Irkutsk, wo wir uns am Mittag durch erheblichen Stossverkehr kämpfen. Die Vegetation wird zusehends trockener und die Taiga wird durch eine Steppenlandschaft abgelöst. Wir durchqueren Burjaten-Land sind. Laut Wikipedia sind Burjaten eine mongolische Ethnie, welche in Sibirien lebt und zwar hauptsächlich in den Gebieten von Tschita und Irkutsk. Kleinere Gruppen sollen in der Mongolei und der Volksrepublik China leben. 1989 soll es in der Sowjetunion über 400‘000 Burjaten gegeben haben und damit die größte nationale Minderheit in Sibirien darstellen. Die historischen Wurzeln der burjatischen Kultur sind mit denen der Mongolen verwandt. Nachdem Burjatien Russland eingegliedert worden war, wurde es zwei Traditionen ausgesetzt: dem Christentum und dem Buddhismus. Die Burjaten westlich des Baikalsees (Irkutskische Burjaten) wurden "russifiziert" und gaben bald die hirtennomadische Lebensweise zugunsten von Ackerbau auf, wohingegen die östlich lebenden Burjaten (Transbaikalen) den Mongolen näher stehen, oft noch in Jurten leben und meist auch Buddhisten sind, so Wikipedia. Dann verlassen wir das Burjatengebiet in Richtung Tageran-Steppe. Weil das Wetter aber noch noch nicht wirklich gut ist, wird das heutige Programm etwas umgestellt. So fahren wir nicht zur Sababucht, sondern auf dem Hügel Sachurte, wo wir etwa 4’000, bzw. 2’000 Jahre alte Felszeichnungen sehen. Danach besichtigen wir am Berg Schebete eine Festungsmauer der Kurykanen aus dem 8. Jahrhundert. Nach langer Fahrt von rund 380 km, wovon viele Kilometer auf nicht befestigter Strasse waren, erreichen wir dann unsere Unterkunft am «Kleinen Meer». Als Kleines Meer wird der Baikalsee zwischen dem Festland und der Insel Olchon bezeichnet. Ab morgen soll das Wetter wieder besser werden, versprechen uns die Meteorologen. Nach dem bisher Erlebten, müsste es auch so sein. Denn morgen ist wieder wandern angesagt.