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„Das Streben nach Glück“ (2006), 113 Min.
Regie: Gabriele Ottorino Muccino
Der Film basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Chris Gardner. Der Originaltitel auch des Buches «The Pursuit of Happyness» bezieht sich auf die in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten 1776 formulierten „unveräußerlichen Rechte“ eines jeden Menschen auf „Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit“. Diese Erklärung ist eine Folge des aufgeklärten Denkens, die jedem Menschen ermöglichen soll, unabhängig von Obrigkeiten frei leben zu können und das Leben selbst in die Hand nehmen zu können, um glücklich zu werden. In diese Erklärung ist die Erfahrung von vielen Flüchtlingen aus Europa eingeflossen, die arm waren und sich mit viel Zuversicht, Engagement und Zusammenarbeit ein Leben in Wohlstand aufgebaut haben.
Aus psychologischer Sicht wird in dem Film sehr beeindruckend dargestellt, wie ein schwarzer Vater unter widrigsten und ganz armen Verhältnissen in den USA der 1980er Jahre so viel Gefühl für seinen Sohn aufbringen kann, dass er ihm eine innige Beziehung vermittelt. Er war sich sicher, dass er seinem Sohn eine väterliche, vertraute und sichere Bindung ermöglichen wollte – gerade weil er diese selber nicht erlebt hatte. In sehr vielen Szenen des Filmes kann man nachvollziehen, wie ein Vater seinem Sohn Vertrauen ins Leben vermittelt und trotz aller schwierigen Verhältnisse gefühlvoll und verbunden bleibt.
Chris Gardener macht mit seinem Leben darauf aufmerksam, dass es vorrangig die gefühlsarme und hoffnungslose Erziehung ist, die dazu führt, dass die arme Bevölkerung in Resignation versinkt und arm bleibt. Damit ist dieser Film eine psychologische Antwort auf die einfache Behauptung, dass man der Armut und Kriminalität nicht entfliehen könne. Die psychologische Antwort darauf ist, dass der Mensch dazu erzogen werden kann, zuversichtlich und realistisch zu sein und sein Leben selbst in die Hand nehmen zu können und deshalb auch unter schwierigen Verhältnissen so viel Mut aufbringen kann, dass auch schwierigste Probleme gelöst werden können. Der Vater lebt seinem Sohn vor, wie man in jeder Situation weitere Lösungen findet. Im Film wird leider nicht deutlich, wie der Vater in einer Erziehung zu dieser unbewussten und gefühlsmässig verankerten Überzeugung gelangt ist und in seinem frühen Erleben dieses Ziel entwickeln konnte, die Menschen genau zu erfassen und darin sich mit anderen verbinden zu können. Zufällig geriet er dabei leider in eine gesellschaftliche Situation, in der er als Immobilien- und Börsenmakler einen Ausweg gefunden hat.
Im Leben unterstützt Chris Gardner heute Arme – finanziell und als persönlicher Berater in Chicago, damit sie Zuversicht und Mut bekommen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Er versucht, ehrenamtlich viele schwarze Väter dazu zu bringen, dass sie ihren Kindern zuliebe eine enge Verbindung zu ihnen pflegen und über ein beziehungsvolles Aufwachsen das scheinbar schicksalhaften Verweilen der ehemaligen Sklaven in der Armut zu unterbrechen.
Tags: Filmbesprechung, lehrreich, sehenswert