Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/2110

Der ehemalige Staatsanwalt Dr. Cornel Borbély lehrte zahlreiche Fussballfunktionäre das Fürchten, als er bei der FIFA Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethikkommission war. In dieser Funktion hatte er schwierigste Ermittlungen orchestriert, darunter oftmals komplexe Fälle mit dem Verdacht weltumspannender Korruptionshandlungen - bis er im Mai 2017 abgesetzt wurde.
Weniger bekannt ist, dass Cornel Borbély im Hauptberuf als erfolgreicher Strafrechtsanwalt schwierige Wirtschaftsstrafälle betreut. Still und entschieden, so wie es seine Art ist.
Borbély wurde 2006 im Kanton Zürich als Rechtsanwalt zugelassen und im gleichen Jahr Juristischer Sekretär bei der Staatsanwaltschaft des Kantons. 2007 erfolgte seine Berufung zum Staatsanwalt mit Zuständigkeit für allgemeine Strafsachen. Borbély wechselte 2008 in die Abteilung für Wirtschaftskriminalität und war dort ab 2011 Gruppenleiter. Nach seinem Ausscheiden 2014 war Borbély als Rechtsanwalt bei einer Kanzlei in Zürich tätig. 2015 eröffnete er in Zürich eine eigene Kanzlei für Straf- und Wirtschaftsrecht.
Ende 2016 wählte das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» Borbély zu einem der zehn wichtigsten Wirtschaftsanwälte der Schweiz.
Borbély wurde 2013 stellvertretender Vorsitzender der Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission. Ab 2014 leitete er die Kommission. Er untersuchte die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar. Der Untersuchungsbericht wurde im September 2014 an die Rechtsprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission übergeben.
Im Mai 2017 wurde Borbély ohne Angabe von Gründen mitgeteilt, dass er beim FIFA-Kongress in Bahrein nicht zur Wiederwahl als Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethik-Kommission nominiert würde. Borbély wertete dies als ein Versanden hunderter weiterer Fälle, die auf seinem Schreibtisch gelegen hätten, und kommentierte: «Der Ethikkodex der FIFA ist damit ein totes Blatt Papier.»
Wir unterhalten uns mit ihm über seine Tätigkeit als Staatsanwalt und Anwalt sowie über seine Zeit bei der FIFA. Weitere Themen unseres Gesprächs sind Wirtschaftskriminalität und Korruption.
Hinweis betreffend Foto- und Videoaufnahmen
Wir weisen Sie darauf hin, dass während unseren Veranstaltungen Foto- oder Videoaufnahmen gemacht und in digitalen Medien und/oder in unseren Drucksachen veröffentlicht werden. Sollten Sie etwas dagegen haben, sprechen Sie uns bitte an. Vielen Dank!
(kostenlos für Mitgliedschaft Förderer und Freund)