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Schrauben verschiedenster Ausführungen
Gewinde und Schrauben sind die verbreitetsten Anwendungen der geneigten Ebene. In Holz geschnittene Gewinde waren um etwa 2500 v. Chr. in Sumer und Ägypten bekannt. Im 1. Jahrtausend v. Chr. stellte man auch Metallgewinde her, indem man einen Draht in einer Schraubenlinie auf einen Bolzen lötete - eine Methode, die sich 2000 Jahre hielt. In der Antike wurden Gewinde vor allem für Pressen und als endlose Schrauben in Getrieben angewendet. Im Mittelalter wurden Gewinde in Holz weiterhin geschnitten, in Metall gefeilt. Wie umständlich und ungenau beide Verfahren waren, bedarf keiner Erläuterung. Das Herstellen eines Gewindes dauerte viele Stunden. Schrauben und Schraubenmuttern als Befestigungs- und Verbindungselemente traten, zum Beispiel in Uhren, erst seit dem 15. Jh. auf. Die Schrauben hatten sechs- und achteckige Köpfe und wurden mit Zangen und Schraubenschlüsseln angezogen oder gelöst. Holzschrauben tauchten um 1550 auf. Geschlitzte Schraubenköpfe und Schraubendreher gab es erst seit etwa 1750. Wegen der Schwierigkeiten, Gewinde und Schrauben herzustellen, ging man mit Schrauben so sparsam wie möglich um.
Von Leonardo da Vinci stammt die Skizze eines Gewindebohrsatzes. Mit Vor-, Mittel- und Fertigschneider mutet er geradezu modern an. Schneideisen für Aussengewinde wurden des Weiteren im 17. Jh. eingeführt. Für eine bedarfsgerechte Produktion von Schrauben waren zwei heute selbstverständliche Voraussetzungen zu erfüllen: Gewindeteile mussten so exakt gearbeitet sein, dass bei gleichen Sollmassen jede Mutter auf jede Schraube passte. Man konnte nicht erst suchen, bis man ein zusammenpassendes Paar gefunden hatte. Zweitens war es unsinnig, für jeden Zweck, für jede Armatur oder Maschine spezielle Gewinde herzustellen. Massenproduktion von Schrauben und Gewinden setzte einheitliche, universelle Gewindetypen voraus.
Werkzeugmaschinen des 19. Jh. erfüllten die technologischen Bedingungen. Das erste Gewindesystem für universellen Einsatz schuf, zugleich mit den erforderlichen Lehren, Kalibriereinrichtungen, der Brite J. Whitworth. Im Jahr 1841 stellte er das auch heute noch benutzte Whitworthgewinde vor. In Mitteleuropa tendierte man zum metrischen Gewinde, das um 1870 in Deutschland eingeführt wurde. Für spezielle Aufgaben entwickelte man weitere Gewindesysteme.
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