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oder
Machine und besondere Waage, vermittelt welcher sich ein Mensch nicht nur selbst bequemlich wägen kan, wie schwehr er ist, und wie sein Corpus ab- oder zu- nimmet? Sondern auch so gar
wie durch die unsichtbare Evaporation oder Transpiration, nemlich Ausdünstungen durch die Schweisslöcher, der Mensch um ein merkliches an seiner Schwehre, doch zu einer Zeit mehr als
zur anderen, abnimmet.
So steht es geschrieben in Jakob Leupold's "Theatrum Staticum" von 1726.
Im gleichen Buch von Leupold wird die links abgebildete kuriose Waage folgendermassen beschrieben:
"Eine Waage wodurch ein Mensch den Ab- und Zugang der Schwehre seines Leibes täglich, ja stündlich, ohne eines anderen Hülffe, erforschen kan."
auf der Welt, als Gesundheit, und nicht elenderes als ein siecher Leib, so haben sich einige Medici aufs äusserste dahin bemühet, fast täglich neue Mittel zu erfinden.
Und hier der passende Text aus dem Buch "Verrückte Experimente" von Reto U. Schneider
1600 Ein gewogenes Leben
Hätte es das Guinness-Buch der Rekorde schon gegeben, Sanctorius Sanctorius wäre bestimmt darin aufgenommen worden: Kein Mensch dürfte längere Zeit auf einer Waage verbracht haben als der berühmte Arzt aus Padua. Sein Arbeitstisch, sein Stuhl, sein Bett: Alles hing an Seilen, die zu in der Decke versteckten Gegengewichten führten. Damit bestimmte Sanctorius dreissig Jahre lang eifrig die kleinsten Veränderungen seines Gewichts. Zudem wog er das Essen, das er zu sich nahm, und die Exkremente, die er ausschied. Die daraus gezogenen Schlüsse über die Funktion des menschlichen Körpers veröffentlichte er als Merksätze in seinem Werk De Statica Medicina, das heute als Klassiker gilt. Der bekannteste davon bezog sich auf die erstaunliche Tatsache, dass der Mensch nur einen kleinen Teil des Gewichts dessen, was er zu sich nimmt, als Urin und Stuhl wieder ausscheidet: "Wenn man an einem Tag acht Pfund Fleisch und Getränke einnimmt, ist die Menge, die in dieser Zeit als nicht wahrnehmbare Ausdünstung weggeht, fünf Pfund." Dass diese unsichtbare Ausdünstung vor allem Schweiss war, wusste Sanctorius nicht, doch er war der Erste, der ihre Menge bestimmte, und wurde damit zum Begründer der quantitativ-experimentellen Medizin. Bis dahin hatten Ärzte beschreibend gearbeitet. Leider hat Sanctorius seine Experimente nirgends genau geschildert. So bleibt es der Fantasie des Lesers überlassen, wie der Versuch für den Merksatz Nummer zwei im Kapitel "Über den Geschlechtsverkehr" ausgesehen haben mag: "Bei masslosem Geschlechtsverkehr wird etwa ein Viertel der üblichen Menge der Ausdünstungen blockiert."
Die Waage ist funktionstüchtig.
Unrestaurierter originaler Zustand mit Altersspuren,
H 182 x B 60 x T 74 cm.
hat mir freundlicherweise
seine Bilder zur Verfügung gestellt.
Personenwaage, aus Schlossbesitz
um 1790,
ungewöhnlich frühes Modell in Kirschbaum massiv,
rechteckiges Postament im Inneren
mit Federmechanismus, daran schlanke,
leicht konische Säule,
bekrönt von Anzeigentafel aus Eisenblech,
farbig bemalt mit Portrait eines Türken,
originaler Messingzeiger, Skala in Pfund,
Eine Pariser Neuheit!
Im Grands Magasins Du Louvre in Paris
gab es um die Jahrhundertwende eine
besondere Attraktion – den Wägesessel
oder
Das erfasste Gewicht wurde direkt auf der Rückseite der Wägekarte eingestanzt.
Bei Damen mit überlangen Kleidern kam es sicher nicht aufs Gramm genau drauf an!
In den Usines de la Moulatière in Lyon bietet der Waagenhersteller B. Trayvou gleich mehrere mit einem Stuhl versehene Waage an.
Der reichverzierte "Wunder-Automat"
von den Grands Magasins du Louvre in Paris.
Hersteller unbekannt. Ist es überhaupt eine Personenwaage?
Belgische Stuhlwaage von
Moniquet & Fransolet & Cie, Bruxelles
"Laufgewichts-Personenwage" aus Eichenholz und Eisen mit Doppel-Traghebeln, beweglicher Brücke und spielenden Pfannen.
Toise 10 C. – Die Personenwaage ist angeschrieben in der alten Bezeichnung "Toise", ein Längenmass. Der Begriff wird aber auch für
die Massverkörperung der Einheit verwendet.
Die Postkarte verrät uns die
"Gewichtserfolge von Fürst Bismarck.
1874 Startgewicht: 207 Pfund
Hollywood greetings!
Madge Evans
(1909-1981)
Madge Evans, Metro-Goldwyn-Mayer, featured player, observing her weight on a scale tested by Charles M. Fuller, Los Angeles County Sealer
Josephine Dunn
(1906-1983)
Pretty Josephine Dunn, Metro-Goldwyn-Mayer player, weighs
in after a hard days work.
Summer 1928
Joan Blondell
(1906-1979)
With blonde hair, big blue eyes and a big smile, Joan was usually cast as the wisecracking working girl who was the lead's best friend.
1935
Joan Blondell auf einer
sogenannten "Lollipop-Waage"
Boston: Die Tänzerin Carolyn Wood wiegt sich, nachdem sie am
11. November im Bradford Hotel in weniger als zwei Stunden sieben Mahlzeiten verputzt hat. Sie hat ein paar Kilo zugenommen. Aber die hübsche New Yorkerin behauptet, dass Essensbummel keinen dauerhaften Einfluss auf ihre Figur haben.
Carolyn, die 1,67 m gross ist, wiegt 125 Pfund. Seit sie neun Jahre alt ist und an rheumatischem Fieber leidet, ist Carolyn ein Jagdhund. Die Ärzte sagten ihr, sie würde nie wieder tanzen können. Aber da sie sich aufs Tanzen konzentrierte, beschloss Carolyn, sich wieder gesund zu ernähren. Seitdem tanzt und isst sie. Carolyn ist seit ihrem sechzehnten Lebensjahr professionelle Tänzerin und immer noch Single. Ein Ehemann? Irgendwo in der Zukunft, sagt Carolyn. Ich hoffe nur, er kann es sich leisten, mich zu ernähren, vertraut sie mir an.
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Ab 1930 kamen in Deutschland erstmals Photowaagen auf den Markt. Dies waren Automaten, die ein einzelnes Photo machten, auf dem zusätzlich das Gewicht des Kunden
und das Datum aufgezeichnet waren.
Eines der bekanntesten dieser "Photogewichtstickets" ist jenes vom 11. September 1934.
Es zeigt die 24 / 25 kg leichte Anne Frank, aufgenommen auf der Photowaage in Bad Aachen.
Weitere Tickets von Photowaagen findet man aus Frankreich, England oder den USA.
Es gab sicher auch noch weitere Länder, aber solche Tickets sind äusserst selten.