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«Tschernobyl» (ukrainisch: «Chornobyl») ist das Synonym für das Atomkraftwerk, bzw. die Kernkarftwerksanlage am Dnjepr im Norden der Ukraine. Zurzeit der Planung und des Baubeginns gab es die Stadt Prypjat noch nicht. Es erhielt seinen Namen vom Fluss Prypjat, der in der Nähe fliesst.
Tschernobyl ist die nächste grössere Stadt (bzw. war, da heute fast unbewohnt), ca 20km südlich vom Standort der AKW’s entfernt. Die Anlage erhielt deshalb den Namen der Stadt (Чорнобильська атомна електростанція). Prypjat, nur 3 Kilometer von den AKW’s entfernt, wurde gleichzeitig mit dem Bau der Kraftwerke ab 1970 aus dem Boden gestampft. Es sind 6 Reaktorblöcke geplant gewesen, vier waren in Betrieb, als Block 4 explodierte. Block 5 und 6 waren zu 85% und 15% fertig. Block 1 bis 3 hat man auf Druck und mit viel Geld der EU nach und nach abgestellt, Block 3 als letzter im Jahr 2000. Block 4 ist, wie man weiss, sarkophagiert. Es brüten dort unter mehreren Metern Beton noch immer etwa 80% des radiokativen Kernmaterials und das wird wohl auch die nächsten ca. 10 Milliarden Jahre so bleiben.
Das Gebiet um die AKW-Anlage wurde nach dem Unfall weiträumig gesperrt (Chernobyl Eclusion Zone) gelegt. Innerhalb der Zone direkt um die Anlage (10-km-Zone/gelbe Umrandung auf der Karte unten) darf nicht gewohnt, wohl aber sich aufgehalten, gearbeitet oder besichtigt werden. Der Aufenthalt in dieser Zone ist auf 12 Stunden begrenzt. Prypjat, die Anlage selbst, ein paar (evakuierte) Dörfer und die Grenze zu Weissrussland liegen in dieser Zone. In der 30-km-Zone (orange Umrandung auf der Karte) darf man sich 15 Tage lang aufhalten, d.h. auch Ferien machen, wenn man das möchte. In dieser Zone liegt die Stadt Tschernobyl und die Radaranlage «Duga», die von der ehemaligen Sowetunion betrieben und am 26. April, am Tag des Unfalls, evakuiert worden ist. In der Stadt Tschernobyl leben trotz des Daueraufenthaltverbots etwa 30 ältere Menschen, die ursprünglich mit allen anderen evakuiert wurden, aber im Lauf der Jahre wieder zurückgekehrt sind. Der Zugang in die Zone wird restriktiv gehandhabt und kontrolliert. Beim Verlassen muss jeder Besuchende einen Detektor passieren. Danach darf man makabre Souvenirs kaufen, z.B. Tschernobyl-Glacé oder T-Shirts.