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For the last 32 years the Locarno Film Festival's Pardo d’onore has been awarded to one of the most outstanding personalities of cinema ever previous recipients include filmmakers of such stature as Manoel de Oliveira, Bernardo Bertolucci, Ken Loach, Jean-Luc Godard, Abbas Kiarostami, Terry Gilliam, Aleksandr Sokurov, William Friedkin, Alain Tanner, Jia Zhang-ke, Leos Carax, Werner Herzog, Agnès Varda, Michael Cimino, Marco Bellocchio, Alejandro Jodorowsky, Jean-Marie Straub, Todd Haynes, Bruno Dumont and, John Waters, John Landis, and in 2022 Kelly Reichardt.
Since 2017, the Pardo d’onore award has been supported by Manor, Main Partner of the Locarno Film Festival.
John Waters ist nicht nur eine Schlüsselfigur des zeitgenössischen Kinos, John Waters ist auch eine Ikone der amerikanischen Kultur, vielleicht die authentischste der jüngsten Zeit. Wie er einmal erklärte, wurde er zunächst von den Gore- und Exploitation-Filmen beeinflusst, die er in Downtown von Baltimore – seiner Heimatstadt und ständigen Inspirationsquelle, in der er noch heute den grössten Teil des Jahres lebt – gesehen hatte. Dazu kamen alle avantgardistischen und experimentellen Filme der Film-Makers’ Cooperative und die radikale Haltung ihrer Gründer; und schliesslich seine Liebe zum europäischen Kino, dem er treu blieb, wie seine berühmten Dezember-Top-Ten im Artforum jedes Jahr beweisen. Mit diesen drei Elementen – seiner brillanten Beobachtungsgabe für die Popkultur, seiner ausgeprägten Ironie und einer Gruppe wirklich einzigartiger Freunde – entwickelte er seine eigene filmische Welt und einen einzigartigen Stil, der sich in fast 40 Jahren Karriere mit absolut subversiver Kohärenz seit seinen ersten Provokationen entwickelt hatte. Wie seine Vorbilder Warhol und Fassbinder schuf John Waters von Anfang an ein persönliches und verrücktes Star System, aus dem er eine Ästhetik ableitete, die er der Welt beharrlich aufzuzwingen vermochte, ohne sich – genauso wie die unbestechlichen Filmemacher der New Yorker Underground-Szene, die ihn inspirierten – jemals anzupassen. Der kommerzielle Erfolg kam fast wie ein Missverständnis – verdient und unerwartet – mit einigen seiner Werke aus den späten Achtzigern und gab ihm eine Auszeit, die es ihm erlaubte, seine literarische Karriere – die ebenso bedeutsam ist wie die filmische – fortzusetzen. Hier offenbarte er uns seine ganze Intelligenz, seine unermessliche Kultur, seine Hingabe für die Künstler der Vergangenheit und nicht zuletzt seine ganze Würde als Chronist der amerikanischen Gesellschaft. Im Laufe der Zeit, und wahrscheinlich ohne es zu beanspruchen, wurde John Waters zu einem moralischen Gewissen Amerikas, stets lustig, originell, locker, aber scharfsinnig und mutig gegenüber den Mächtigen und den Gegnern der Freiheit. Eine Hommage an ihn bedeutet eine Hommage an die Nichtkonformität in ihrer erhabensten Bedeutung, in ihrer differenziertesten Ausprägung.
(Albert Serra)
News · 13 | 04 | 2022
The author of free, independent, and brave cinema, the American director who got to know the audience of the Festival during Locarno 2020, will receive the award in Piazza Grande on August 12
News · 21 | 06 | 2021
The brilliant director of comedy and soul will accept the award in Piazza Grande on August 13, before the screening of National Lampoon’s Animal House
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