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Schulferien,
diejenigen Zeiten des Jahrs, in denen der Schulunterricht regelmäßig ausgesetzt wird. Wie schon der Name andeutet (vgl. Ferien), schlossen sich in älterer Zeit diese Freizeiten fast nur den kirchlichen Festen an oder beschränkten sich (vor der Reformationszeit) auf diese, die damals mit den Sonntagen einen nicht unerheblichen Teil des Jahrs ausmachten. Dazu kamen noch einzelne Tage und selbst Wochen, wo durch Jahrmärkte, Messen, Schützenfeste oder durch öffentliche Examina, Aufzüge, [* 3] Spiele in der Schule selbst die Schularbeit unterbrochen wurde, und die heiße Jahreszeit (Hundstagsferien, feriae caniculares), in der jedoch vielfach nur die Nachmittage oder einzelne Wochentage (Montag und Donnerstag) schulfrei blieben.
Erst allmählich, mit der Aufhebung vieler kirchlicher Festtage, dem vermehrten Reisebedürfnis und der sorgfältigern Rücksicht auf die Gesundheit der Schüler, ist man dazu fortgeschritten, die S. an gewissen Jahreszeiten [* 4] zusammenzulegen und dafür die versprengten schulfreien Tage einzuziehen. An den höhern Unterrichtsanstalten in Deutschland [* 5] gibt es gegenwärtig zwei Arten der Ferienverteilung. Entweder (Norddeutschland) sind zu Weihnachten, Ostern und Michaelis je zwei, im Juli vier Wochen, zu Pfingsten das Fest und zwei Reisetage frei, oder (Süddeutschland) im Spätsommer findet eine längere Unterbrechung des Unterrichts von sechs Wochen (Anfang August bis Mitte September) statt, und daneben gibt es nur Weihnachts- und Osterferien. An den Volksschulen werden zwar im großen und ganzen dieselben Zeiten innegehalten; bei der Begrenzung und zeitlichen Bestimmung der Sommer- und Herbstferien dagegen finden die landwirtschaftlichen Verhältnisse des Ortes oder des Kreises Berücksichtigung. S. auch Universitäten.