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Nachdem er schon als Schuljunge Feuer für die Wissenschaft der Insekten gefangen hatte, zog der junge Forscher Albert Müller von Kleinbasel nach London, wo er in Eigeninitiative weiterforschte. Bald veröffentlichte er seine ersten Publikationen und trat sogar mit dem berühmten Forscher Charles Darwin in Briefkontakt. 1874 nahm seine Karriere eine unerwartete Wendung und der Insektenforscher wurde erster Direktor des heute beliebten Basler «Zolli». Er vermochte den Tiergarten jedoch nicht aus den damaligen Schwierigkeiten führen und gab die Stelle bald wieder auf. Fünf Jahre später gelang ihm ein Coup: Müller wurde zum ersten entomologischen Konservator am Naturhistorischen Museum Bern ernannt.
Doch schon nach zwei Jahren am Museum der Burgergemeinde Bern wurde Müller überraschend krank, bald darauf erhielt er die Diagnose «paranoide Schizophrenie». In diesem Moment nahm die erfolgreiche Karriere des erst 37-jährigen Insektenforschers ein jähes Ende. Nach seiner Kündigung trat er in die sogenannte «Irrenanstalt Friedmatt» bei Basel ein, wo er die restlichen 40 Jahre seines Lebens verbringen sollte.
Aufarbeitung einer einzigartigen Lebensgeschichte
Mit viel Leidenschaft und Hingabe widmete sich Charles Huber, der ehemalige Konservator für Entomologie am Naturhistorischen Museum Bern, der Biografie seines Vorgängers. Als er ein Foto des ihm damals noch unbekannten Basler Forschers entdeckte, begann eine langjährige, akribische Recherche. Charles Huber holt eine unglaubliche Lebensgeschichte aus der Vergessenheit, die nun in Form einer Biografie veröffentlicht wird.
«Das vergessene Leben des Entomologen Albert Müller aus Basel» von Charles Huber erschien in der Reihe «Contributions to Natural History: Scientific Papers from the Natural History Museum Bern» und ist erhältlich bei <email-pii>.