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Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Früchten und Gemüse machen satt. Britische Forscher haben nun einen neuen Mechanismus entdeckt, warum das so ist.
Im Darm werden die unverdaulichen Pflanzenfasern von Bakterien zu sogenannten kurzkettigen Fettsäuren abgebaut, unter anderem zu Essigsäure. Diese hat mit Salatessig wenig zu tun, sondern ist eine Substanz, die aus dem Darm ins Blut und von dort ins Gehirn wandern kann. Im Gehirn reichert sie sich an, was zur Produktion von Botenstoffen führt, die den Hunger dämpfen.
Hungergefühle während mehrerer Stunden gedämpft
Diese Erkenntnis haben Forscher aus Versuchen mit Mäusen. Einmal liessen sie die Tiere Ballaststoffe essen, einmal injizierten sie die Essigsäure direkt in den Darm. Anschliessend beobachteten sie das Fressverhalten. Tatsächlich frassen die Mäuse während mehrerer Stunden weniger. Ansonsten verhielten sie sich völlig normal, auch der Zuckerspiegel im Blut blieb unbeeinflusst.
Wird diese Wirkung von Essigsäure auch beim Menschen bestätigt, könnte die Substanz einst als natürlicher Appetitzügler gegen Übergewicht eingesetzt werden, hoffen die Forscher.
Was sind Ballaststoffe?
Ballaststoffe werden die pflanzlichen Bestandteile von Lebensmitteln genannt, die der Körper nicht abbauen kann. Sie fördern die Verdauung, machen satt und können gar vor Krankheiten schützen. Deshalb sind sie längst nicht nur «Ballast», wie früher irrtümlicherweise angenommen wurde.