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Bei seinem ersten Sieg an einem der vier Majorturniere verwies Danny Willett seinen Landsmann Lee Westwood und den amerikanischen Topfavoriten Jordan Spieth um drei Schläge auf den geteilten 2. Platz.
Vorjahressieger Spieth hatte das prestigeträchtigste Golfturnier nach jeder der ersten drei Runden angeführt. In der Schlussrunde im Augusta National Golf Club führte er zeitweise mit fünf Schlägen Vorsprung, bevor er an den Löchern 10 bis 12 mit zwei Bogeys und einem Vierfach-Bogey komplett einbrach. Danach lag der 22-jährige Texaner auf einmal vier Schläge hinter Willett zurück. Er kämpfte sich noch bis auf zwei Schläge heran. Nachdem er jedoch am 16. Loch ein weiteres Birdie knapp verpasst hatte, war die Entscheidung gefallen. Spieth konnte sein vorangegangenes Debakel nicht wettmachen.
Spieth’ grässlich anzusehende Vorstellung am 12. Loch dürfte in die Golfgeschichte eingehen. Das 12. Loch ist ein kurzes, aber sehr tückisches Par 3. Es ist das Herzstück des hintersten Teils des Platzes, der auch Amen Corner genannt wird. In dieser Ecke wurden in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Siegeshoffnungen zerstört. Spieth schlug den Ball an ebendiesem 12. Loch zweimal ins Wasser. Beim zweiten Versuch war er sichtlich gestresst; der Schlag glich dem eines blutigen Amateurs.
Spieth hat nun erstmals in seiner bislang reibungslos verlaufenen jungen Karriere – er gewann 2015 auch das US Open – erfahren müssen, wie schwer die Last eines absoluten Favoriten sein kann.
Die weiteren meistgenannten Siegesanwärter Jason Day aus Australien, Leader der Weltrangliste, und Rory McIlroy aus Nordirland beendeten das Turnier mit einem Rückstand von sechs Schlägen auf Willett im geteilten 10. Rang. Beide konnten in der Schlussrunde nie in den Kampf um den Sieg, das Siegerpreisgeld von 1,8 Millionen Dollar und das berühmte Grüne Jackett, den symbolischen Siegerpreis, eingreifen.
In gewisser Weise erinnerten Willetts Triumph und das dramatische Geschehen in der Schlussrunde an den letzten Sieg eines Engländers in Augusta, jenen des grossen Nick Faldo 1996. Faldo startete damals mit einem hoffnungslos erscheinenden Rückstand von sechs Schlägen auf den Weissen Hai Greg Norman aus Australien in die letzte Runde. Der nervös gewordene Norman büsste Schlag um Schlag ein, während Faldo unbeeindruckt ein Birdie um das andere spielte. Zuletzt lag der Engländer fünf Schläge vor Norman.
Nebenbei beendete Willett die lange Durststrecke der Europäer, die seit dem Erfolg des Spaniers José Maria Olazabal im Jahr 1999 nie mehr den US-Masters-Champion stellen konnten.
(SDA)