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Malaysischer Politiker wegen Korruption verhaftet
Ehemaliger Regierungschef von Sabah soll mit Abholzung des Tropenwalds 63 Millionen US-Dollar verdient haben - Schweizer Grossbank UBS soll Geld gewaschen haben
(KUALA LUMPUR, MALAYSIA). In einer Überraschungsaktion hat die malaysische Justiz heute Montag den prominenten malaysischen Politiker Musa Aman verhaftet. Nach einer Befragung durch die malaysische Antikorruptionskommission MACC wurde der ehemalige Regierungschef des malaysischen Bundesstaats Sabah heute in Kuala Lumpur vor Gericht gestellt. Gemäss der dem Bruno Manser Fonds vorligenden Anklageschrift soll gegen ihn wegen Korruption in 35 Punkten Anklage erhoben werden. Ihm wird zur Last gelegt, dass er sich an der Vergabe von Konzessionen zur Abholzung des tropischen Regenwalds im malaysischen Bundesstaat Sabah illegal bereichert habe. Die Deliktsumme beträgt 63,3 Millionen US-Dollar.
Der ehemalige Regierungschef des Bundesstaats Sabah auf Borneo ist in der Schweiz kein Unbekannter: Auf Grund einer Strafanzeige des Bruno Manser Fonds ermittelt seit 2012 die schweizerische Bundesanwaltschaft gegen die UBS wegen Geldwäscherei für Musa Aman. Dem Bruno Manser Fonds zugespielte Dokumente zeigen, dass malaysische Holzunternehmer Millionenbeträge auf UBS-Konten von Strohmännern des malaysischen Politikers in Hong Kong und Singapur einzahlten. Einzelne Zahlungsbelege tragen den Vermerk "Deposit for Logging Concession" (Einzahlung für Holzkonzession).
Die Anklageschrift gegen Musa Aman rückt denn auch die Schweizer Grossbank in ein schlechtes Licht: Die in 18 Anklagepunkten erwähnte Bank soll 45,6 Mio. US-Dollar für den Politiker gewaschen haben - deutlich mehr als alle anderen involvierten Banken, nämlich JP Morgan Chase (6,97 Mio. US$), HSBC (6,86 Mio. US$), Fortis Private Bank (3,04 Mio, US$), Credit Suisse (0,64 Mio. US$) und City Bank (0.13 Mio. US$).
Der Bruno Manser Fonds begrüsst das Vorgehen der malaysischen Justiz und fordert nun die Schweizer Behörden zum Handeln auf: „Wir verlangen von der Bundesanwaltschaft, dass sie jetzt rasch gegen die UBS Anklage erheben wird“, sagte BMF-Geschäftsleiter Lukas Straumann „Nach dem entschiedenen Vorgehen der Justiz in Malaysia gibt es keine Entschuldigung mehr, länger zuzuwarten.“ Die Bundesanwaltschaft hatte bisher argumentiert, sie könne mangels Rechtshilfe aus Malaysia und Singapur den Fall nicht zum Abschluss bringen.
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