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Städtebauliche Revolution
Der «Dom Revolucije» wurde 1978 als Denkmal an die sozialistische Revolution in Niksic erbaut. Nach 11-jähriger Bauzeit lief das Projekt jedoch aus dem Ruder und ist seither wohl die grösste Bauruine des Landes – mitten im städtischen Gefüge von Niksic. Nun haben HHF aus Basel und Sadar + Vuga einen vielversprechenden Ansatz gefunden.
Die Stadt Niksic liegt heute in Montenegro. Sie ist die zweitgrösste Stadt des Landes. Noch immer ist ihr Gesicht von den politischen wie wirtschaftlichen Umwälzungen geprägt. Die Ruine des «Dom Revolucije», oder «Haus der Revolution» legt ein eindrückliches Zeugnis davon ab. Mitten im Zentrum gelegen, wurde sie glücklicherweise nicht abgerissen. Stattdessen wird ihre existierende Struktur in den nächsten Jahren in eine urbane Landschaft verwandelt: Mit pragmatischen Eingriffen wird die Architekten-Gemeinschaft aus Slowenien und der Schweiz eine Infrastruktur schaffen, die das Vokabular des städtischen Raumes weiterentwickelt.
HHF und Sadar + Vuga gewannen den Wettbewerbsbeitrag Ende letzten Jahres. Ihre Idee fusst dabei auf zwei Beobachtungen, aus welchen sich das architektonische Konzept entwickelte: 1. Braucht die Stadt dringend eine Art sozialen Aktivator. 2. Da die Ruine des «Dom Revolucije» noch immer steht, scheint sie nach wie vor ein wichtiges Zeugnis für die Bewohner zu sein. Doch es fehlt an intakten öffentlichen Einrichtungen, die das städtische Leben zusammenhalten. Es braucht also etwas, das der Stadt und seinen Einwohnern dient.
Analysen und lokale Konsultationen hatten jedoch gezeigt, dass ein klassisches Weiterbauen – sprich ein Vollenden der bestehenden Megastruktur als geschlossenes Gebäude nicht funktionieren würde. Ein solches Projekt wäre für die zehnfache Grösse von Niksic geeignet. Deshalb griffen die Architekten eine Strategie auf, die mit drei Zahlen umrissen wie folgt lautet: «10 / 20 / 70». Darin erhalten nur 10 Prozent des gesamten Bauvolumens eine definierte Funktion (wie zum Beispiel Coworkingspace, Café), die ganzjährig genutzt werden kann.
Zwei Promenaden von Nord nach Süd und von Ost nach West machen weitere 20 Prozent des Raumprogramms aus; sie werden aber nur so weit als nötig renoviert. Die restlichen 70 Prozent des Gebäudes werden in ihrem Zustand belassen.Mit dieser Strategie berücksichtigt der Entwurf das gesellschaftspolitische Umfeld von Niksic, ohne die bestehende Architektur zu diskreditieren und ohne ihre Vergangenheit zu ignorieren. (nka)