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Text: Hansjakob Baumgartner
Dass das Gelände am Fuss des Valegiòn bei Preonzo (TI) ein unsicherer Ort ist, war schon lange bekannt. Die Felsformationen in diesem Steilhang sind labil. 1702 verschüttete ein Bergsturz das Dorf.
Preonzo wurde danach an anderer Stelle neu aufgebaut. Der Dorfkern ist deshalb nicht mehr gefährdet - wohl aber derjenige Teil der Gemeinde, in dem sich in den 1960er-Jahren Industriebetriebe niederliessen. Heute würden diese nicht mehr bewilligt: Das Areal ist auf der Gefahrenkarte rot markiert.
1990 bildete sich auf der Alpe di Ròscera direkt über dem Valegiòn ein Riss. Seither steht der Hang unter Dauerbeobachtung. Sonden messen die Erdbewegungen und lösen Alarm aus, wenn sich diese beschleunigen. In der Folge wurde die Industriezone wiederholt evakuiert, und es ereigneten sich auch mehrere Bergstürze und Murgänge, die aber keine oder nur geringe Schäden anrichteten.
Im Mai 2012 kam erneut Bewegung in den Valegiòn. Zur besseren Überwachung des Hangs wurde zusätzlich eine Radaranlage installiert, die es erlaubt, Bewegungen aus der Ferne millimetergenau zu beobachten - ohne dass Messgeräte in der Felswand montiert werden mussten, was viel zu gefährlich gewesen wäre. Am 13. Mai wurde die Industriezone geräumt. Zwei Tage später donnerten 300‘000 Kubikmeter Fels zu Tal. Wiederum gab es keine Schäden.