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Das Titelbild war fälschlicherweise mit dem Titel „Alfred Comte AC-2 am Boden“ in unserer Bilddatenbank E-Pics Bildarchiv Online. Sam Iselin bemerkte zudem, dass eine Dublette (Ans_05035-044, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000031577) mit dem richtigen Titel vorhanden ist. Die Bilder sind beide korrigiert.
Löschen der Dubletten?
Physische Bilder oder Akten, die einmal Eingang in ein Archiv gefunden haben, werden in der Regel nicht mehr aus dem Archiv herausgenommen. Bei dubletten Digitalisaten kann man sich jedoch fragen, ob das sinnvoll ist, oder ob man eines der Bilder auch löschen könnte. So auch der Vorschlag von Sam Iselin. Da aber im vorliegenden Falle beide Silbergelatine-Abzüge jeweils Teil einer anderen kleinen Bildsammlung (Ans_05035 und Ans_05050) sind, löschen wir die Bilder nicht.
„Dewoitine“ ist überarbeitet
Die Korrekturen von Sam Iselin haben zu weiteren Verbesserungen angeregt! Wir haben alle 81 Dewoitine-Bilder, die sich in unserer Bilddatenbank befinden, überarbeitet. Das heisst konkret:
- Alle Titel und Beschreibungen wurden bereinigt.
- Oft konnte Thun als als Standort ergänzt werden
- Die Oberkategorie Flugzeugtyp nach Hersteller wurde erweitert:
Die 81 Bilder stammen aus unterschiedlichen Beständen und zeigen die Vielfalt unseres Fotoarchives exemplarisch. Von der Konstruktion in Thun und dem Gebrauch durch die Fliegertruppen bis hin zu wissenschaftlichen Untersuchungen an der ETH Zürich!
Dewoitine D-27 III, 65 Exemplare, 1930-1944
1929 wurde der vom Franzosen Emile Dewoitine in der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte (K+W) in Thun entwickelte robuste Ganzmetall Jagdeindecker D-27 bei der Fliegertruppe eingeführt.
Bei der aus den Vorgängertypen D.1, D.9 und D.19 weiter entwickelten Konstruktion halfen insgesamt sieben Dewoitine-Leute in der K+W mit: die Ingenieure Marcel Tourret und Jean Brouard, der Einflieger- und Kunstflugpilot Marcel Doret, ein Gruppenchef, ein Mechaniker und zwei Metallarbeiter. Vermutlich sind auf dem folgenden Bild einige der gerade genannten Personen darauf abgebildet.
Die Dewoitine war der erste in einer grösseren Serie beschaffte Ganzmetalljäger der Schweiz. Ab 1934 bekamen die Maschinen die Kennungen J-201 bis J-264, vorher 201 bis 265.
Die D-27 war das wichtigste Schweizer Jagdflugzeug der 1930er-Jahre. Bis zum Eintreffen der Messerschmitt Bf 109E-3 erwiesen sich die D-27 als das Rückgrat der Eidgenossen.
Mit einem vom Genfer Ingenieur Marc Birkigt entwickelten Hispano-Suiza HS-57-12-Mb-Triebwerk von 500 PS Leistung erzielte der wendige Hochdecker eine Maximalgeschwindigkeit von 297 km/h.
Die 65 an die Fliegertruppe gelieferten D-27 Jäger waren aber schon während ihrer Indienststellung satte 60 km/h langsamer als die ebenfalls 1932 von der Swissair beschafften Lockheed 9B Orion Schnellverkehrsflugzeuge.
Der Hochdecker mit starrem Fahrwerk und offener Cockpithaube war bei Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 der zahlenmässig wichtigste Jagdflugzeugtyp im Inventar der Fliegertruppe, aber er war als ein hoffnungslos stumpfes Schwert einzustufen.
Die flache Vrille
Wegen der gehäuften Unfälle mit dem Jagdflugzeug Dewoitine D-27 wurden im Windkanal des ETH-Instituts für Aerodynamik ausführliche Versuche über die Vrillebewegung des Flugzeugs angestellt.
Peter Brotschi führt dies genauer aus:
Nach drei tödlichen Abstürzen und zwei Fallschirmabsprüngen war erwiesen, dass die D-27 ungeübten oder für Akrobatikflüge ungeeigneten Piloten wegen ihrer Eigenschaft des Flachtrudelns gefährlich werden konnte. Die Kriegstechnische Abteilung erteilte deshalb dem Aerodynamischen Institut der ETH in Zürich den Auftrag, anhand von Windkanalversuchen an einem Modell der D-27 festzustellen, ob sich durch Formänderung oder Deplatzierung der Leitwerks- und Steuerflächen eine Verbesserung der Trudeleigenschaften ohne grosse konstruktive Änderungen erzielen lasse.
Laut dem Bericht der ETH sollte es möglich sein, durch das Höhersetzen des Stabilos das Flachtrudeln zwar nicht zu verhindern, aber die Wirkung des Seitensteuers so weit zu verbessern, dass das Flugzeug ohne Schwierigkeiten aus dem Flachtrudeln herausgenommen werden konnte. Die Konstruktionswerkstätte in Thun änderte hierauf das Leitwerk der D-27 entsprechend ab.
Anschliessend wurde die Maschine im Normalflug, Kunstflug und im normalen Trudeln durch drei Piloten ausprobiert. Am 15. März 1938 wurde schliesslich das Flachtrudeln getestet. Hans Rüetschi (*1903) führte zur Mittagszeit einen ersten Flug durch, der zufriedenstellend verlief. Um 14.45 Uhr ging er für einen zweiten Versuchsflug in die Luft und stieg bis auf 2000 Meter über den Flugplatz. Bei diesem Versuch konnte die Maschine aber nicht mehr aus der Vrillenbewegung retabliert werden. Nach etlichen vergeblichen Versuchen rettete sich Hans Rüetschi durch Fallschirmabsprung. Das Jagdflugzeug zerschellte am Boden.
Schliesslich noch das Bild der abgestürzten Dewoitine D-27 Nr. 259 vom 15.3.1938 in Thun.
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Vollständige Bildinformationen
Eidgenössische Konstruktionswerkstätte (Thun): Dewoitine D-21f, AC-2 am Boden in Thun, 18.04.1929 (Ans_05050-025, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000033121)
Quellen
Brotschi, Peter: Gebrochene Flügel: alle Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe, 2006, S. 56