Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03641.jsonl.gz/1799

Francisco Javier de Olazabal, den alle nur Vito nennen, ist der Doyen der Douro-Winzer. Seine Familie ist baskischer Herkunft und verbandelte sich schon vor Generationen mit den portugiesischen Ferreiras. Als Nachfolger seines Vaters war Vito lange Jahre Generaldirektor von Ferreira, einem der berühmtesten Portweinhäuser. Nach dem Verkauf des Unternehmens an die Sogrape-Gruppe gründete er zusammen mit Sohn Francisco, den alle nur «Xito» nennen, und Tochter Luisa die Quinta Vale Meao.
Vito Olazabal hat den ganzen Umbruch am Douro hautnah miterlebt. «400 Jahre lang wurde hier nur ein Weintyp gekeltert: Port. Und als ich vor 50 Jahren ins Weingeschäft einstieg, gab es kaum etwas anderes. Eine Ausnahme bildete der Barca Velha, ein trocken ausgebauter Douro, konzipiert von Fernando Nicolau de Almeida.» Obwohl der Wein rasch gute Kritiken erhielt, blieb Barca Velha lange Zeit ein Solitär. 18 weitere Jahrgänge sind zwischenzeitlich entstanden, sie werden zu einem Flaschenpreis von mehreren hundert Euro gehandelt. Erst Anfang der 1990er-Jahre kamen im grösseren Stil typähnliche Weine auf den Markt. Später folgten trockene Weisswein, wir haben darüber ausführlich in der September-Ausgabe 2015 («Weisse Welle am Douro») berichtet. Für Vito Olazabal ist kein Ende des Umbruchs in Sicht. «Ein stark wachsender Tourismus auch aufgrund der Aufnahme des Douro-Gebiets in das Unesco-Weltkulturerbe sowie eine neue Generation von Önologen begünstigen die Verschiebung hin zu trockenen Weiss- und Rotweinen.»
Dies unterlegt Paul Syminghton mit Zahlen. Symington vertritt das gleichnamige Portweinhaus, das vermehrt auch mit Weiss- und Rotweinen auf sich aufmerksam macht, allem voran mit dem Gemeinschaftsprojekt Chryseia, für das die Symingtons mit dem Bordelaiser Bruno Prats zusammengespannt haben. Paul Syminghton rief 2004 mit Cristiano van Zeller (Quinta do Vale D. Maria) und Dirk van der Niepoort (Niepoort) die Gruppe The New Douro ins Leben. «Seit dem Jahrtausendbeginn büsste der Portweinverkauf 20 Prozent ein. Bei den trocken ausgebauten Weinen haben wir allein in den letzten fünf Jahren einen Zuwachs von 40 Prozent, ein unglaubliches Wachstum, wie das weltweit nur noch beim Prosecco der Fall ist.» Der Erfolg habe zu einem Stimmungswandel in der gesamten Region geführt. «Die neuen Weine veränderten das Klima unter den Produzenten, weg von Rivalität, hin zu Kooperation.» Und immer mehr Produzenten würden nun auch ihre Quintas bewohnen, um so näher an den Rebbergen und Kellern zu sein. Oft geht das einher mit neuen touristischen Angeboten. So bietet beispielweise die Quinta do Vallado in Pesa da Régua und in Vila Nova de Foz Côa zwei erstklassige Unterkünfte an, die allein ihrer architektonischen Gestaltung wegen eine Reise lohnen.
weiter lesenBitte einloggen fürs Weiterlesen. Sie sind noch nicht Abonnent? Hier geht es zu den Abo-Angeboten.