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Museum der Geschichte Jugoslawiens
Text: LB
Das Museum der Geschichte Jugoslawiens (MIJ, Muzej istorije Jugoslavije) befindet sich im Stadtteil Dedinje im Süden Belgrads. Es wurde 1996 im Rahmen eines Zusammenschlusses des Museums der Revolution (Muzej Revolucije) und des Memorialzentrums «Josip Broz Tito» (Memorijalni centar «Josip Broz Tito») gegründet.
Inhaltsverzeichnis
Struktur des Museums
Zum den musealen Komplexes gehören folgende Teilmuseen:
- Das Museum des 25. Mai (Muzej 25. maj)
- Das Haus der Blumen (Kuća cveća)
- Das Alte Museum (Stari Muzej)
In den Räumlichkeiten des Museumskomplexes wird unter anderem die Sammlung der Geschenke aufbewahrt, die Josip Broz Tito im Verlauf seiner Regierungszeit erhalten hat. Sie alle gleichzeitig öffentlich auszustellen ist aus Platzgründen nicht möglich und würde auch nicht zum modernen Museumskonzept passen. Das MIJ versteht sich nicht ausschliesslich als Ausstellungsort, sondern ebenso als Ort der Forschung, Plattform für Kunst sowie Bildungseinrichtung. Dabei steht die aktuelle, vielseitige Auseinandersetzung mit dem historischen Erbe des sozialistischen Jugoslawiens im Zentrum. [1] Zusätzlich zu den Dauerausstellungen werden regelmässig unterschiedliche thematische Sonderausstellungen lanciert. Ebenso bieten die Kuratoren des Museums auch Aktivitäten ausserhalb des Museumsgeländes an, wie beispielsweise eine Fahrrad-Exkursion durch den Stadtteil Novi Beograd. [2]
Am 4. und 25. Mai, zum Todes- sowie (offiziellen) Geburtstag Titos, ist der Eintritt auf das Museumsgelände jeweils kostenlos.
Das Territorium des MIJ befindet sich unmittelbar neben Titos letzter Belgrader Residenz sowie einige Gehminuten vom Partizan-Stadion, ehemals Stadion der Jugoslawischen Volksarmee (Stadion Jugoslovenske narodne armije) entfernt. Hier hatte Tito alljährlich am 25. Mai die Staffelläufe abgenommen und es fand in seiner Anwesenheit die feierliche Massenveranstaltung des Slet statt.
Museum des 25. Mai
Entworfen hat das Museum des 25. Mai der Architekt Mika Janković. Im Rahmen der Feierlichkeiten zu Titos 70. Geburtstag am 25. Mai 1962 wurde es dem jugoslawischen Staats- und Parteichef von der Stadt Belgrad geschenkt. Ziel und Zweck des Museums war die Aufbewahrung, das Katalogisieren sowie die öffentliche Ausstellung aller in- sowie ausländischen Geschenke, die Tito innerhalb seiner Regierungszeit erhalten hat. Ebenso wurden in einer Dauerausstellung Original-Staffelstäbe der alljährlichen Tito-Staffelläufe (Titova Štafeta) exponiert.
Von 1982 bis 1996 wurde das Museum zum Memorialzentrum «Josip Broz Tito».
Haus der Blumen
Das Haus der Blumen ist das Mausoleum, in dem Tito am 8. Mai 1980 beigesetzt wurde. Auch seine Ehefrau Jovanka Broz Budisavljević, die am 20. Oktober 2013 verstarb, hat hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.
In den ersten Jahren nach Titos Tod wurde das Haus der Blumen rege besucht. Viele Jugoslawinnen und Jugoslawen pilgerten nach Belgrad, um dem ehemaligen Staatschef auch nach seinem Tod ihre Ehre zu erweisen. Vor allem unmittelbar nach Titos Tod war der Besucherandrang überwältigend. Innerhalb der ersten sechs Monaten nach Titos Tod besuchten im Durchschnitt täglich 13’500 Personen das Tito-Mausoleum. [3]
Auffallend ist, dass auf Titos Grabstätte weder der rote Stern noch andere politische Symbole abgebildet sind. Der Grabstein ist schlicht in weissem Marmor gehalten. Wahrscheinlich ist er in Anlehnung an das Grab von Franklin Roosevelt gestaltet worden. Bei einem USA-Besuch 1978 war Tito sehr angetan vom Grab dieses US-Amerikanischen Präsidenten. [4]
Altes Museum
Das Alte Museum wurde vom Architekten Branko Bon entworfen und 1964/65 gebaut. Heutzutage befindet sich in diesem Gebäude eine der Dauerausstellungen des MIJ: «Reise um die Welt» («Put oko sveta»). Darin werden dem Besucher einige ganz wertvolle oder aussergewöhnliche Gegenstände aus Titos umfangreicher Geschenksammlung vorgestellt.
Anmerkungen
- http://www.mij.rs/en/meet-myh/about.html
- http://www.mij.rs/en/programs/201/bajskultura.html
- Halder, Marc: Der Titokult. Charismatische Herrschaft im sozialistischen Jugoslawien. München 2013. S. 232.
- Reinkowski, Ljiljana: Es lebe Tito, es starb Tito. Das Bild Titos im kommunistischen Jugoslawien und in den jugoslawischen Nachfolgestaaten. In: Grossbölting, Thomas; Schmidt, Rüdiger (Hg.): Der Tod des Diktators – Ereignis und Erinnerung im 20. Jahrhundert. Göttingen 2011. S. 213.
Weiterführende Links
- Webseite des MIJ (engl./srb.): http://www.mij.rs/