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Genfer Taxifahrer protestieren gegen ausländische Konkurrenz
Zahlreiche Taxifahrer in Genf haben am Donnerstag aus Protest gegen illegale Konkurrenz aus dem Ausland ihre Arbeit niedergelegt. Den Behörden werfen sie Nachlässigkeit und ungenügende Kontrollen vor. Die Aktion wird am Freitag fortgesetzt.
Anlass des Ärgers der Taxichauffeure sind nicht zugelassene Fahrzeuge aus Frankreich, Litauen, Ungarn, Estland und anderen Ländern. Diese fahren zuhauf Touristen vom Flughafen Genf in die nahegelegenen Skigebiete in der Westschweiz und Frankreich.
Ab 8 Uhr morgens blockierten etwa hundert Taxis die Standplätze am Flughafen. Diese Aktion sei von der Basis beschlossen worden, sagte der Sprecher der Taxifahrer, Mohammed Gharbi.
Die Genfer Taxifahrer sehen sich im Wettbewerb benachteiligt. «Das ist Schwarzarbeit», sagte Salvador Perez, Präsident des Verbands der unabhängigen Taxifahrer in Genf.
35-Euro-Fahrt nach Chamonix
«Diese Transportunternehmen befördern Tausende von Menschen ins Waadtland, ins Wallis oder nach Frankreich, ohne Mehrwertsteuer, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen oder einen Fahrtenschreiber zu verfügen», kritisierte er. «Sie bieten eine 35-Euro-Fahrt nach Chamonix an - Tarife, mit denen Schweizer Taxis nicht konkurrieren können.»
Die Taxifahrer werfen dem Staat und dem Flughafen vor, die Gesetze nicht einzuhalten. Die mehr als 1200 Genfer Taxis müssten eine jährliche Steuer von je 1400 Franken für die durchzuführenden Kontrollen bezahlen, monierte Gharbi. Hinzukomme die Gebühr von 1.50 Franken für jede Einfahrt auf den Taxistandplatz des Flughafens. Dies erhöhe die Taxitarife auf Kosten ihrer Fahrgäste, während illegale Transporteure die Fluggäste ungestraft zur Kasse bitten könnten.
Unterstützung erhalten die Genfer Taxifahrer von ihrem Walliser Kollegen Frédéric Delarze, Taxichauffeur in Verbier VS. «Man nimmt uns unsere Arbeit weg und die Kontrollen sind ungenügend», sagte er.
«Ein Unternehmen mit Sitz in Kroatien und einer österreichischen Telefonnummer, dessen Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen fahren, verlangt 260 Euro für einen Transport nach Verbier, obwohl sich der offizielle Preis auf 500 Euro beläuft», erklärte er. «Mit unseren Tarifen können wir da unmöglich mithalten. Das gleiche Problem herrscht in den Touristenorten in der Waadt und am Flughafen Zürich für die Destinationen in Graubünden.»
Permanente Kontrolle verlangt
Die Genfer Taxifahrer verlangen ein Treffen mit der Flughafendirektion. Sie wollen, dass die permanente Kontrolle durch eine Taxipolizei sowie durch das kantonale Arbeitsinspektorat organisiert wird. Die Forderungen wurden an den zuständigen Staatsrat von Mauro Poggia (MCG) weitergeleitet.
Der Flughafen Genf seinerseits bevorzugt Gespräche mit allen beteiligten Parteien, wie seine Sprecherin Madeleine von Holzen sagte. «Alle haben ein Interesse daran, dass die Transporte in Übereinstimmung mit dem Gesetz durchgeführt werden», sagte sie.