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Manche Männer, das wissen wir nicht erst seit Donald Trump, haben ein überbordendes Selbstbewusstsein. Als der selbsternannte Super-Chauvinist Bobby Riggs die amtierende Wimbledon-Siegerin zu einem Spiel über drei Gewinnsätze herausforderte, war er bereits 55.
«Frauen wollen einfach überall sein!»
Das hielt den Tennis-Opa nicht davon ab, sich im «Battle of the Sexes» als Favorit zu sehen. Ganz einfach, weil Frauen – ganz allgemein – Männern wie ihm sportlich nicht gewachsen seien.
Auf der Pressekonferenz gab Bobby Riggs zu Protokoll:
«Also, versteht mich nicht falsch. Ich liebe die Frauen – im Schlafzimmer und in der Küche! Aber heutzutage wollen sie einfach überall sein. Sie wollen alles machen! Wo soll das enden?»
Im Film übernimmt Steve Carell den Part des sprücheklopfenden Machos, der seine Einsamkeit mit grossspurigem Gehabe zu überspielen versucht.
In diesem Punkt ähnelt Carells neue Rolle der tragischen Figur im Drama «Foxcatcher», für die er 2015 seine erste Oscarnominierung erhielt.
Kings kühner Kampf für Lohngleichheit
Ebenfalls in starker Form zeigt sich Oscarpreisträgerin Emma Stone, die für «Battle of the Sexes» das Tennisspiel von Grund auf lernen musste. Die 29-Jährige verkörpert die legendäre Billie Jean King, die in ihrer Karriere unter anderem 20 Wimbledon-Titel errang.
Wichtiger als die Erfolge als Sportlerin sind King aber ihre Errungenschaften als Frauenrechtlerin, wie sie im SRF-Interview betont:
«Als ich 1973 gegen Bobby Riggs spielte, kriegten Frauen im Schnitt nur 59 % von dem, was Männer verdienten. Inzwischen sind es – zumindest in den USA – immerhin 79 % des Männer-Lohns.»
Selbst Obama war beeindruckt
Billie Jean King trug mit ihrem Engagement auf und neben dem Tennis-Court viel zur besseren Entlöhnung von Frauen bei. Präsident Obama verlieh ihr dafür 2009 gar die Freiheitsmedaille:
«Präsident Obama erzählte mir bei unserem ersten Treffen, dass ihn das Spiel als 12-jähriger Zuschauer beeindruckt habe. So stark, dass es später die Erziehung seiner zwei Töchter beeinflusste.»
Nur die Mondlandung erreichte mehr Menschen
Billie Jean King machte mit Bobby Riggs kurzen Prozess: 6:4, 6:3, 6:3 lautete das klare Verdikt im mit 30'000 Zuschauern ausverkauften Astrodome in Houston, Texas. Dazu kamen sage und schreibe 90 Millionen Menschen, die via Fernsehbildschirm mitfieberten. Nur ein einziger TV-Event war noch erfolgreicher: die Mondlandung.
Der vom Regie-Paar Valerie Faris und Jonathan Dayton wunderbar bunt inszenierte, neue Film lässt erahnen, was Billie Jean Kings Triumph im echten «Battle of the Sexes» anno 1973 war: Ein kleiner Sieg für sie, aber ein grosser für die Gleichberechtigung.
Kinostart: 23.11.2017