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In der Schweiz wurden in den Jahren 2003-2007, wie in anderen vergleichbaren Ländern, erhebliche regionale und zeitliche Unterschiede in der Behandlungsrate von Herz- Kreislauferkrankungen beobachtet. Es bleibt allerdings unklar, inwieweit diese Muster effektive Unterschiede im Vorkommen der zugrundeliegenden Entwicklungen reflektieren oder inwieweit die Folge von Unterschieden in der Angebotsstruktur oder von Präferenzen der Patienten ohne medizische Begründung sind. Die Rate kardiovaskulärer Operationen variierte regional mehr als ein Faktor 10, was darauf hindeutet, dass in einigen Regionen Leistungen beansrpucht werden die überflüssig sind, während in anderen Regionen notwendige Leistungen nicht beansprucht bzw. vorenthalten werden.
Das geplante Projekt hat deshalb folgende Zielsetzungen:
- Die Dokumentation von Hospitalisationen und Arztkunsultationen für Herz-Kreislauferkrankungen in der Schweiz und die Bestimmung regionaler und zeitlicher Unterscheide für die Jahre 2008-2010.
- Die Bestimmung der Ursachen dieser Unterschiede, wobei der Fokus auf strukturelle Charakteristiken des Angebots sowie auf sozio-ökonomische und kulturelle Faktoren der Inanspruchnahme in verschiedenen Regionen der Schweiz gelegt wird.
Dabei sollen folgende Hypothesen geprüft werden:
- Es bestehen regionale Unterschiede in den pro-Kopf Ausgaben für Behandlungen von Herz-Kreislauferkrankungen (z.B. Stadt-Land Unterschiede, Sprachregionen,...)
- Eine höhere Dichte der Versorgung ist mit höheren pro-Kopf Ausgaben assoziiert.
- Strukturelle Eigenschaften der Versorgung, wie das regionale Verhältnis zwischen Hausärzten und Spezialisten, die regionale Verfügkarkeit spezifischer Angebote (spezialisierte Kliniken, Katheterlabors u.ä.), das regionale Angebot von intergrierten Versorgungsmodellen sowie unterschiedliches Vergütungssystem (DRG's vs. Einzeilleistungen ) sind mit einer unterschiedlichen Inanspruchnahme von Leistungen assoziiert.
- Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Struktur der regionaler Versorgung und regionaler kardio-vaskulärer Mortalität.
- Es besteht ein Zusammenhang zwischen regionaler Inanspruchnahme von Leistungen und regionaler kardio-vaskulärer Mortalität.
Methoden
Die geplanten Untersuchungen werden im Rahmen der Swiss National Cohort (SNC) durchgeführt und stützen sich auf spezifische Versorgungsregionen von Schweizer Akutspitälern als geographische Einheit. Diese Regionen werden mit Hilfe der 706 MEDSTAT Regionen gebildet, die vom Budesamt für Statistik definiert werden und widerspiegeln die effektive Nutzung von stationären Gesundheitsleistungen durch die Schweizer Bevölkerung. Indikatoren des Angebots, der Bevölkerungsstruktur und der regionalen Mortalität werden auf Niveau MEDSTAT und Versorgungsregion mit den Daten von Hospitalisationen und Arztkonsultationen (Inanspruchnahme) verbunden. Daten der pro-Kopf Behandlungskosten stammen aus der medizinischen Statistik der Krankenhäuser (APDRG's/1000 Einw.), von santésuisse und von ärztlichen Trustzentren (TARMED Taxpunkte/10000 Einw. ). Für die statistische Auswertung werden hierarchisch strukturierte statistische Modelle verwendet, die für jede der oben genannten Hypothesen einzeln spezifiziert werden.
Bedeutung
Das Projekt ermöglicht eine umfassende Analyse von regionalen und zeitlichen Unterschieden in der Behandlung von Herz-Kreislaufproblemen in der Schweiz für die Jahre 2008-2010. Die Resultate werden es erlauben, die Interaktion zwischen Verfügkarkeit und Inanspruchnahme von medizinischen Ressourcen besser zu verstehen. Zudem bilden sie die wissenschaftliche Grundlage, um die Effizienz des Schweizerischen Gesundheitssystems zu verbessern.