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Häufige Fragen
Wer gilt in der AHV als nichterwerbstätig?
Als Nichterwerbstätige gelten alle Personen, gleichgültig ob Schweizer/innen oder Ausländer/innen, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben und kein oder nur ein geringfügiges Erwerbseinkommen erzielen. Insbesondere können dies vorzeitig Pensionierte, Teilzeitbeschäftigte, Studierende und Bezüger von IV-Renten oder Krankentaggeldern sein. Zudem gilt auch als nichterwerbstätig, wessen jährliche Beiträge aus Erwerbstätigkeit inkl. Arbeitgeberbeiträge weniger als 478 Franken betragen.
Grundsätzlich sind auch die Nichterwerbstätigen beitragspflichtig. Nichterwerbstätige Versicherte, die nicht bereits von einer Ausgleichskasse für die Beitragszahlung erfasst sind, müssen sich selbst bei der Ausgleichskasse ihres Wohnkantons anmelden.
Wie werden die Beiträge der Nichterwerbstätigen berechnet?
Die Beiträge der Nichterwerbstätigen werden aufgrund des Vermögens und des mit 20 multiplizierten jährlichen Renteneinkommens festgesetzt. Bei verheirateten Personen ist ungeachtet des Güterstandes das Vermögen und Renteneinkommen beider Ehegatten zu berücksichtigen, das Resultat jedoch durch zwei zu teilen.
Massgebend für das Vermögen sind die steuerrechtlichen Bestimmungen (gesamtes reines inländisches und ausländisches Vermögen) per 31. Dezember des Beitragsjahres, jedoch ohne Anrechnung der Sozialabzüge.
Welche Beiträge schulden Teilzeit- und Temporärangestellte?
Beitragspflichtig sind auch Versicherte, die zwar erwerbstätig sind, deren jährliche Beiträge aus der Erwerbstätigkeit inkl. Arbeitgeberbeiträge jedoch weniger als der Mindestbeitrag betragen. Zudem zu den Nichterwerbstätigen werden auch Personen gezählt, die nicht dauernd voll erwerbstätig sind und deren Beiträge aus der Erwerbstätigkeit inkl. Arbeitgeberbeiträge weniger als die Hälfte der Beiträge ausmachen, die sie als Nichterwerbstätige entrichten müssten.
Bei nicht dauernd voll Erwerbstätigen, die während weniger als neun Monaten erwerbstätig sind (nicht dauernd) oder nicht während mindestens der halben üblichen Arbeitszeit (50 %) erwerbstätig sind (nicht voll), ist eine Vergleichsrechnung zu machen. Damit soll festgestellt werden, ob sie ihre Beiträge als Nichterwerbstätige bezahlen müssen. Diese Personen leisten die Beiträge wie Nichterwerbstätige, wenn ihre Beiträge vom Erwerbseinkommen zusammen mit denen ihres Arbeitgebers nicht mindestens der Hälfte des Nichterwerbstätigenbeitrages entsprechen.
Müssen nichterwerbstätige Ehefrauen und Ehemänner AHV-Beiträge bezahlen?
Nichterwerbstätige Ehefrauen und Ehemänner sind grundsätzlich beitragspflichtig, können aber von der Beitragspflicht befreit werden, sofern der Ehegatte bei der AHV als Erwerbstätiger gilt und mindestens 956 Franken (doppelter Mindestbeitrag, Stand Januar 2017) pro Kalenderjahr entrichtet.
Sind beide Ehegatten nicht erwerbstätig, bemessen sich die Beiträge für jeden Ehegatten, ungeachtet des Güterstands, auf der Hälfte des ehelichen Vermögens und Renteneinkommens.
Müssen bei Arbeitslosigkeit AHV/IV/EO-Beiträge bezahlt werden?
Vom Taggeld werden automatisch AHV-Beiträge abgezogen. Der Beitragssatz ist gleich hoch wie bei einem "normalen" Angestelltenverhältnis. Die Arbeitslosenkasse zieht die Hälfte des Beitrages vom Taggeld des Arbeitslosen ab und überweist ihn zusammen mit ihrem Anteil an die Ausgleichskasse. Aufgrund dieser Regelung hat man während der Bezugszeit von Taggeldern keine Beitragslücken zu befürchten. Nach der "Aussteuerung" müssen sich Stellenlose zwecks Erfassung als Nichterwerbstätige bei der kantonalen Ausgleichskasse oder deren Gemeindezweigstelle am Wohnort melden.
Welche Beiträge bezahlen nichterwerbstätige Studierende?
Nichterwerbstätige Studierende schulden bis zum 31. Dezember des Jahres, in dem sie das 25. Altersjahr vollenden, den Mindestbeitrag. Danach gelten für sie die ordentlichen Regeln für Nichterwerbstätige (Beitragsbemessung auf Vermögen und Renteneinkommen). Zuständig ist die Ausgleichskasse am Sitz der Lehranstalt.
Welche Ausgleichskasse ist für die Beitragserhebung zuständig?
Nach der gesetzlichen Ordnung werden alle Arbeitgeber und Selbständigerwerbenden, die einem Gründerverband einer Verbandsausgleichskasse angehören, dieser Verbandsausgleichskasse angeschlossen. Arbeitgeber und Selbständigerwerbende, die sowohl einem Berufsverband wie einem zwischenberuflichen Verband angehören, werden nach freier Wahl der Ausgleichskasse eines der beiden Verbände angeschlossen.
Alle übrigen Personen (Arbeitgeber und Selbständigerwerbende, die keinem Gründerverband einer Verbandsausgleichskasse angehören, Nichterwerbstätige und Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber) gehören den kantonalen Ausgleichskassen ihres Wohnsitzkantons bzw. des Kantons, in welchem das Unternehmen seinen rechtlichen Sitz hat, an. Zweigniederlassungen werden der Ausgleichskasse angeschlossen, welcher der Hauptsitz angehört.
Wie können Versicherte erfahren, ob ihr Arbeitgeber für sie abgerechnet hat?
Wenn überprüft werden möchte, ob die Beitragsdauer lückenlos ist oder ob der Arbeitgeber die abgezogenen Beiträge auch wirklich mit der Ausgleichskasse abgerechnet hat, kann bei den Ausgleichskassen, welche für den Versicherten ein Konto führen, ein Kontoauszug verlangt werden - also bei allen Ausgleichskassen, die je für den Versicherten zuständig waren. Er kann auch bei einer einzigen Ausgleichskasse Auszüge aus sämtlichen für den Versicherten geführten Individuellen Konten verlangen.
Falls im Kontoauszug Angaben über bisherige Arbeitsverhältnisse fehlen, müssen der AHV-Ausgleichskasse Kopien der entsprechenden Lohnabrechnungen zugestellt und eine Überprüfung beantragt werden. Zu beachten ist, dass auf der Kontenübersicht keine Zahlungen des laufenden Jahres stehen, da die Arbeitgebenden erst im Folgejahr die gesamten Lohndeklarationen der zuständigen AHV-Ausgleichskasse melden müssen.
Was ist ein individuelles Konto; wie können Versicherte den Stand des individuellen Kontos erfahren?
Das individuelle Konto (IK) ist eine Grundlage für die Rentenberechnung. Die Jahreseinkommen, von denen Versicherte Beiträge an die AHV leisten, dienen als Grundlage für die späteren Rentenberechnungen. Jede Ausgleichskasse führt für jede bei ihr angemeldete Person ein individuelles Konto. Darauf sind u. a. die Einkommen und Beitragszeiten eingetragen, für welche die betreffende Person oder deren Arbeitgeber Beiträge mit der AHV/IV abgerechnet hat. Für die richtige Rentenberechnung braucht es die Angaben aus allen individuellen Konten. Die Eintragungen auf dem individuellen Konto können überprüft werden, indem man bei einer AHV-Ausgleichskasse einen Zusammenzug sämtlicher individueller Konten verlangt.
Wer mit Eintragungen auf seinem Individuellen Konto nicht einverstanden ist, muss sich mit der kontoführenden AHV-Ausgleichskasse in Verbindung setzen und Unterlagen einreichen, welche den Änderungswunsch belegen.
Welche Ausgleichskassen führen ein individuelles Konto?
Alle Ausgleichskassen, bei denen eine Person einmal angemeldet war, führen ein individuelles Konto. Sie können die für Sie kontoführenden Ausgleichskassen via Internet abrufen (https://inforegister.zas.admin.ch/InfoWeb/InfoRegisterAccueil_de.jsp). Einen Zusammenzug der Eintragungen in das individuelle Konto können Sie bei sämtlichen Ausgleichskassen beantragen.
An welchem Tag des Monats werden die Renten ausbezahlt?
Der Anspruch auf eine Altersrente entsteht am ersten Tag des Monats, welcher der Vollendung des Rentenalters folgt. Die Renten werden grundsätzlich bis spätestens am 20. des Monats an die rentenberechtigte Person ausbezahlt und zwar auf deren Post- oder Bankkonto.
Kann die AHV-Rente vorbezogen werden?
Die AHV-Rente kann um ein oder zwei Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter (65/64) vorbezogen werden. Eine vorbezogene Rente wird während der gesamten Bezugsdauer gekürzt. Die Kürzung ist so berechnet, dass der AHV durch den Vorbezug keine Kosten entstehen. Die vorbezogenen Renten werden also über die Kürzung wieder zurückbezahlt. Aktuell wird die vorbezogene Rente um 6,8 % pro Vorbezugsjahr gekürzt (Stand: Janur 2017).
Trotz Vorbezug ändert die Beitragspflicht nicht. AHV-Beiträge müssen stets bis zum regulären Rentenalter bezahlt werden.
Kann die AHV-Rente aufgeschoben werden?
Personen, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben, können den Bezug der Rente um mindestens ein Jahr und höchstens fünf Jahre aufschieben. Damit erhöht sich ihre Altersrente um einen monatlichen Zuschlag. Während des Aufschubes kann die Rente nach freier Wahl abgerufen werden. Die Festlegung im Voraus auf eine feste Aufschubsdauer ist demnach nicht notwendig. Mit dem Aufschub der Altersrente werden auch dazugehörende Zusatzrenten und Kinderrenten aufgeschoben.
Ist eine Rentenvorausberechnung möglich?
Eine Rentenvorausberechnung gibt Auskunft über voraussichtlich zu erwartende Renten der AHV/IV. Für die Vorausberechnung sind die gegenwärtigen persönlichen Verhältnisse (Zivilstand, Familienzusammensetzung etc.) und das heute geltende Recht massgebend. Ändern sich die persönlichen Verhältnisse oder das geltende Recht, kann dies den Rentenanspruch und die Höhe einer Rente wesentlich beeinflussen. Eine unverbindliche Rentenschätzung ist hier möglich. Eine verbindliche Rentenberechnung ist daher erst im Versicherungsfall - Alter/Invalidität/Todesfall - möglich.
Wann besteht ein Anspruch auf Betreuungsgutschriften?
Versicherten Personen können für Jahre, in denen sie pflegebedürftige Verwandte betreuten, Betreuungsgutschriften angerechnet werden. Für Jahre, in denen Erziehungsgutschriften angerechnet werden können, besteht kein Anspruch auf Betreuungsgutschriften. Die Höhe der Betreuungsgutschrift entspricht der dreifachen jährlichen Minimalrente. Bei verheirateten Personen wird die Gutschrift während der Kalenderjahre der Ehe je zur Hälfte aufgeteilt. Der Durchschnitt der Betreuungsgutschriften ergibt sich, indem die Summe der Betreuungsgutschriften durch die gesamte Beitragsdauer geteilt wird.