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Die Speiseröhre ist ein Muskelschlauch, der den Rachen mit dem Magen verbindet. Sein unterer Schliessmuskel verhindert, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfliesst (Reflux).
Die häufigsten Krankheiten des Ösophagus sind die Refluxkrankheit, eventuell mit einer Barrett-Schleimhaut, Tumoren, Divertikel wie z.B. das Zenker Divertikel oder Funktionsstörungen wie Krämpfe (Spasmen) oder die Achalasie.
Als Risiko für Speiseröhren- oder Magenkrebs gilt eine familiäre und genetische Belastung. Prophylaktisch sollten ein ezessiver Alkoholgenuss, Rauchen und gesalzene und industriell behandelte Lebensmittel vermieden werden. Bei Clarunis werden Patienten mit Erkrankungen der Speiseröhre interdisziplinär abgeklärt, um die individuell beste Therapie für jeden Patienten zu finden.
Das Speiseröhrenkrebszentrum am Claraspital Basel hat sich erfolgreich durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifizieren lassen. Die DKG attestiert damit, dass Patient/-innen mit Speiseröhrenkrebs von einer Behandlung gemäss international höchsten Qualitätsrichtlinien profitieren.
Speiseröhrenerkrankungen machen sich vor allem mit Schluckstörungen bemerkbar: Es bleibt etwas stecken oder das Herunterschlucken macht Schmerzen.
Die Refluxkrankheit verursacht typischerweise saures Aufstossen und Magenbrennen. Patienten mit einer Leberzirrhose können Krampfadern der Speiseröhre ausbilden (Oesophagusvarizen).
Die Symptome sind bei Speiseröhrenkrebs unspezifisch und treten meist spät auf. Der Krebstyp, der Ort und die Grösse des Tumors sowie die Lage zu benachbarten Strukturen und die Metastasierung entscheiden darüber, ob der Tumor operativ entfernt werden kann. Die Therapie eines gastro-ösophagealen Refluxes gilt als Vorbeugung des Speiseröhrenkrebses.
Eine Endoskopie wird mit einem Endoskop durchgeführt und ist ein unkomplizierter Routineeingriff. Ein langer Schlauch wird durch den Mund in die Speiseröhre eingeführt, um diese auszuleuchten und untersuchen zu können. Das Endoskop überträgt ein vergrössertes Bild des Inneren der Speiseröhre auf einen Monitor. So kann genau gesehen werden, ob Verletzungen, Entzündungen oder Krampfadern in der Speiseröhre vorliegen.
Während der Endoskopie lassen sich Instrumente durch einen Kanal in das Endoskop schieben, damit direkt auch kleinere Eingriffe vorgenommen werden können. Häufig werden dabei Gewebeproben der Schleimhaut entnommen, die später im Labor untersucht werden können. Zudem kann der behandelnde Arzt bereits überschüssiges Gewebe abtragen. Auch Verengungen (Stenosen) der Speiseröhre können noch während einer Ösophagoskopie geweitet werden. Dabei werden kleine Röhrchen aus Metall als Stütze eingeführt, welche die verengten Stellen öffnen und die Engstellen beseitigen.
Abgeklärt werden diese Beschwerden zuerst mit einer Magenspiegelung gefolgt von weiteren Röntgenuntersuchungen. Funktionsabklärungen werden mit Manometrie, pH-Metrie oder Impedanz-pH-Metrie durchgeführt.
Mit der Gastroskopie und eventuell einer Biopsie kann häufig eine genaue Diagnose gestellt werden.
Beschwerden können oft medikamentös behandelt werden, z.B. mit Säureblockern. Engstellen (Stenosen) können mit einem Ballon erweitert werden.
Standardverfahren zur Behandlung von Zenker Divertikeln an unserer Klinik ist die endoskopische Schwellenspaltung des Divertikel mit einem Staplergerät.
Die Refluxkrankheit kann meist sehr gut medikamentös beherrscht werden. In wenigen Fällen kann eine chirurgische Therapie notwendig sein. Diese Patienten werden präoperativ ausführlich abgeklärt. Die Operation ist eine laparoskopische Fundoplicatio. Dabei wird aus Anteilen des Magens eine Manschette um die Speiseröhre gebildet, um den Säurereflux zu verhindern.
Am häufigsten werden Operationen an der Speiseröhre wegen bösartiger Tumoren durchgeführt. Die genaue präoperative Diagnose durch innovative Untersuchungstechniken erlaubt eine Individualisierung des Behandlungskonzepts. Nach wie vor bleibt die chirurgische Resektion die einzige gesicherte Heilungschance für die Patienten.
Die Lokalisation des Primärtumors und dessen Ausdehnung bestimmen das Vorgehen. Sie sind ausschlaggebend dafür, ob vor der Operation bestrahlt oder eine Chemotherapie verabreicht wird. Bei der Operation handelt es sich um einen anspruchsvollen Eingriff. Letzterer muss zum Teil durch Bauch und Brustkorb (sogenannter 2-Höhlen Eingriff) durchgeführt werden. Dies erfordert eine enge Kooperation mit Anästhesie und intensivmedizinischen Spezialisten.
Clarunis ist Pionier in der roboter-assistierten Viszeralchirurgie und setzt den DaVinci Xi®-Roboter regelmässig bei der Speiseröhrenentfernung wegen Krebs ein. Bei der Operation werden ein Teil der Speiseröhre und die umliegenden Lymphknoten entfernt. Die Wiederherstellung der Nahrungspassage geschieht durch das Zusammenschalten eines Magen- oder Darmanteils. Diese Operation wird bei Clarunis häufig durchgeführt, was zu einer niedrigen Komplikationsrate beiträgt.
Dank hoher Fallzahlen wurde das Claraspital schweizweit zum ersten Referenzzentrum für hochspezialisierte minimal-invasive DaVinci Xi®-Operationen.