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Die Gruppe der Beckenbodenmuskeln hat wichtige Halte- und Stützfunktionen im Körper. Sie spannt sich in den verschiedensten Situationen automatisch an, z. B. beim Ausatmen mit dem Bauch (v. a. wenn heftig, z. B. Husten, Lachen), bei sexueller Erregung und bei gewissen Emotionen (z. B. Schreck, Stress). Sie hat also ein Eigenleben, das sich unserer bewussten Kontrolle entzieht. Durch Lernprozesse ist sie aber auch der willentlichen Kontrolle zugänglich. Schon lange werden solche Lernprozesse eingesetzt, um die Muskulatur zu stärken bei Menschen, die bei Belastung (beim Lachen, Husten oder Joggen) ungewollt Urin verlieren (das so genannte «Beckenbodentraining»), oder als Vorbeugung in der Wochenbettsgymnastik.
Weniger bekannt ist, dass diese Muskeln bei vielen Menschen andauernd angespannt zu sein scheinen. Die Auswirkungen dieser chronischen Muskelspannung im Beckenboden auf die Funktion der benachbarten Organe und auf die Befindlichkeit sind noch wenig untersucht. Man vermutet aber eine Anzahl von möglichen Störungen. So wurden Folgen beobachtet für das Verdauungssystem (chronische Verstopfung) und für die Harnblase (chronische interstitielle Cystitis).
Daneben kann es bei Männern zu Schmerzen im Bereich der Prostata und des Geschlechts kommen, zu Erektionsstörungen oder vorzeitigem Samenerguss; bei Frauen zu wiederkehrenden Entzündungen der Scheide und der Harnblase, Orgasmusproblemen sowie Vaginismus (Scheidenkrampf), und bei Männern und Frauen zu Schmerzen und eingeschränktem Lustempfinden beim Geschlechtsverkehr. Es wird auch postuliert, dass die wegen der Muskelspannung verminderte Durchblutung des Beckenraums sich sogar einschränkend auf die Fruchtbarkeit auswirken kann.
Deshalb spielt im ZiSMed die Lösung der Muskelspannung sowie die Schulung der Wahrnehmung und bewussten Beweglichkeit des Beckenbodens eine grosse Rolle in der Behandlung von einer ganzen Reihe von sexuellen und medizinischen Störungen.