Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03380.jsonl.gz/1963

Der neuste Bericht zu den Kosten und Finanzierung des Verkehrs zeigt, dass auch im Strassenverkehr die Nutzer die Kosten nicht selbst tragen und dazu hauptsächlich für die Umweltkosten verantwortlich sind. Zudem wird ersichtlich, dass der Schwerverkehr immer noch hohe Ausgaben für die Allgemeinheit verursacht.
Die Gesamtkosten des Verkehrs in der Schweiz beliefen sich im Jahr 2010 auf 94,7 Milliarden Franken, schreibt das Bundesamt für Statistik. Dies entspricht pro Einwohner rund 12‘000 Franken. Dazu trugen der Strassenverkehr 78,0 Milliarden, der Schienenverkehr 10,3 Milliarden und der Luftverkehr 6,4 Milliarden Franken bei. Keine der Nutzergruppen hat die verursachten Kosten vollumfänglich selbst getragen, weder im Personen- noch im Güterverkehr.
Die Umwelt- und Gesundheitskosten waren anteilsmässig im Luftverkehr mit 15 Prozent am stärksten ausgeprägt. Dies ist vor allem auf CO2-bedingte Klimaschäden zurückzuführen. In absoluten Zahlen betrachtet, war der motorisierte Strassenverkehr mit 6,8 Milliarden Franken aber für über drei Viertel der Umwelt- und Gesundheitskosten verantwortlich.
Allein schon der Personenverkehr verursachte Kosten von 73,6 Milliarden Franken, also mehr als drei Viertel der Gesamtkosten des Verkehrs. Davon entfielen 59,6 Milliarden Franken auf den Strassenverkehr. Dabei wird zwischen privatem motorisierten Strassenverkehr, öffentlichem Strassenverkehr (Linienbusse und Trams) sowie Langsamverkehr (Velofahrende und Fussgänger) unterschieden. Letzterer kostete 5,9 Milliarden Franken, wobei hier drei Viertel auf selbstverursachte Unfälle zurückzuführen waren. Der Schienenverkehr kostete 8,3 Milliarden, der Luftverkehr 5,7 Milliarden Franken.
Demgegenüber war der Güterverkehr mit 21,1 Milliarden Franken lediglich für einen Viertel der Gesamtkosten verantwortlich. Auf der Strasse verursachten die Transporte mit Lieferwagen höhere Kosten als jene mit schweren Fahrzeugen (9,5 versus 8,8 Milliarden Franken). Weit weniger bedeutend waren demgegenüber die Kosten des Güterverkehrs auf der Schiene (2,0 Milliarden Franken) oder in der Luft (0,7 Milliarden Franken).
Die Alpen-Initiative fordert, dass der Bundesrat sein Versprechen von 2011, die Schwerverkehrsabgabe zu erhöhen, nun endlich einlöst. Denn die 300 Millionen Franken, die von der Allgemeinheit jährlich für den Schwerverkehr bezahlt werden müssen, rechtfertigen eine Erhöhung bei weitem. Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative, sagt dazu: «Verzichtet der Bundesrat auf eine Erhöhung der LSVA, kann er nicht mehr behaupten, dass er alles gemacht hat, um das Verlagerungsziel zu erreichen. Dies ist ein vorsätzlicher Verfassungsbruch.»
Für den VCS ist nun endlich der Beweis gebracht, dass die Automobilverbände und anderer Vertreter der Strassenlobby sich zu unrecht beklagen. Der motorisierte Verkehr (Personen und Güter) deckt nur rund 91 Prozent der Kosten von über 72 Milliarden Franken, die er verursacht. Für die restlichen 9 Prozent muss die Allgemeinheit aufkommen. Das Klagelied Autofahrer seien Milchkühe, die mit ihren Abgaben nicht nur die Strassenkosten deckten, sondern auch den Schienenverkehr subventionierten ist in Zukunft noch weniger haltbar als es schon bisher war.