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22.01.2018 02:13:00

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Die Eisenbahn kommt1870 - 1894
"Wir leben gegenwärtig im Zeitalter des Dampfes. Überall Eisenbahnbestrebungen – nur am rechten Seeufer regt sich keine Maus." Was das Wochenblatt am 9. Juli 1870 schreibt, ist durchaus richtig und trifft auch für Männedorf zu.
Nach der Gründung des Bundesstaates 1848 geht es in der Schweiz mit dem Eisenbahnbau richtig los. In zwei Bauwellen – die erste in den fünfziger und sechziger Jahren, die zweite in den siebziger Jahren, wird das gesamte Mittelland mit einem modernen Streckennetz überzogen. Nur am linken Ufer tut sich nichts. Das hat wesentlich mit den finanziellen Schwierigkeiten der Schweizerischen Nordostbahn zu tun, die sich im Wettstreit mit dem Konkurrenzunternehmen Nationalbahn fast ruiniert (und dabei die Nationalbahn ganz zu Grunde richtet).
In Männedorf wird der Bahnbau 1871 zum Thema. Am 30. April 1871 gründen 11 Persönlichkeiten aus Gemeinden des rechten Zürichseeufers die "Gesellschaft zur Begründung der rechtsufrigen Zürichseebahn". Am 12. Mai bewirbt sich das Komitee um eine Eisenbahnkonzession, noch im selben Jahr stimmen der Kantonsrat und die Bundesversammlung dem Bau zu. Betrieb und Bau wird der Nordostbahn Alfred Eschers übertragen, die 1875 zu bauen beginnt. 1877 müssen die Bauarbeiten wegen der wirtschaftlichen Notlage eingestellt werden. Erst als die Bundesversammlung 1889 die Nordostbahn ultimativ auffordert, die Strecke zu beenden, werden die Bauarbeiten fortgesetzt. Am 14. März 1894 kann die Strecke eingeweiht werden, Männedorf hat endlich einen Bahnanschluss.
Bild: Bau des Bahndammes auf einer Aufnahme von 1892.
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