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Corona-konforme Abschlussfeier?
In einer Primarschule findet normalerweise im Sommer eine Abschlussfeier in der Turnhalle statt, wo alle Klassen und Eltern die 6. Klässler*innen von der Schule verabschieden. Wegen Corona werden bis zu den Sommerferien keine solche Feiern möglich sein. Wie könnten die Schüler*innen trotz Corona würdig verabschiedet werden?
Input 1:
Ideenfindungsprozess mit den Schüler*innen
Warum nicht gemeinsam mit den Schüler*innen kreativ werden und eine alternative, corona-konforme Abschlussfeier gestalten? Zum Beispiel in einem gemeinsamen Design Thinking Prozess:
1. Bedürfnisse der ermitteln
...der Schüler*innen, der Lehrerin, der Eltern, der Schulleitung
Die verschiedenen Bedürfnisse könnten auf Post-its geschrieben und geclustert an die Wand gehängt werden. So sind sie immer sichtbar und zum Schluss kann kontrolliert werden, ob die Bedürfnisse mit der Idee erfüllt werden. Tipp: Für jene Bezugsgruppen, die nicht vor Ort sind (Eltern, Schulleitung), können Bedürfnisse auch erraten werden (oder sie später fragen).
2. Ideenfindung
Jetzt geht es darum, so viele Ideen wie möglich zu finden. Es sollte schnell gehen, nicht zuviel überlegt werden, und soviel wie möglich aufgeschrieben oder aufgezeichnet werden. Mögliche Methoden, um viele Ideen zu generieren, sind zum Beispiel:
Brainwriting
A4-Blätter mit verschiedenen Fragestellungen/Begriffen (“Ort”, “Thema”, “Inhalt”, “Format” usw. - nur 1 Hauptbegriff pro Blatt), die in der Klasse umhergegeben werden. Jede* Schüler*in schreibt eine Idee dazu auf und gibt das Blatt weiter. So entstehen pro Fragestellung mehrere verschiedene Ideen.
oder:
Alle Fragestellungen/Begriffe in einer Tabelle vorbereiten. Jede*r Schüler*in hat eine Tabelle und schreibt pro Begriff eine Idee dazu. Wenn die Linie voll ist, Tabelle weitergeben. Der/die nächste Schüler*in ergänzt eine weitere Idee, idealerweise auf Basis der vorherigen Idee (muss aber nicht sein).
Brainstorming
Diskussion in kleineren Gruppen mit einem Flipchart in der Mitte: Alles, was besprochen wird, aufschreiben oder aufzeichnen. Nachher aufhängen und der Klasse kurz vorstellen.
Interview-Challenge / Rollenspiel
“Stellt euch vor, es ist das Jahr 2040. Ihr erinnert euch zurück an eure Abschlussfeier vor 20 Jahren. Es war Corona-Zeit und deshalb war es eine ganz spezielle Feier…”
Die Schüler*innen gehen zu dritt zusammen, eine Person hat die Rolle eines/r Journalisten/in, eine Person gehörte zur Abschlussklasse 2020 und eine Person ist Beobachter*in. In einem Interview schwelgen sie in Erinnerung und erzählen, wie diese Abschlussfeier war. Der/die Journalist/in stellt Fragen: Wie war die Abschlussfeier, wo fand sie statt, was habt ihr gemacht, warum war die Feier so speziell, wie waren Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen, weitere Personen eingebunden? Wie konnten die Corona-Regeln trotzdem eingehalten werden? Usw. Die Antworten dürfen auch ganz verrückt sein, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Der/die Beobachter*in macht Notizen, diese werden nachher mit den anderen Gruppen geteilt.
3. Entscheidung I
Die Schüler*innen erhalten eine gewisse Anzahl Punkte oder Sterne, die sie an die verschiedenen Ideen oder Aspekte, die ihnen gefallen, verteilen/einzeichnen können.
4. Konkrete Ideen
Die Schüler*innen teilen sich in Gruppen auf und formen aus jenen Ideen und Aspekten, die am meisten Punkte erhielten, konkrete Abschlussfeier-Ideen. Sie zeichnen / schreiben auf ein Flipchart auf, präsentieren nachher die Idee der Klasse und beantworten allfällige Fragen dazu.
5. Ergänzungen und Entscheidung II
Die Schüler*innen schauen sich die verschiedenen Flipcharts nochmals an und ergänzen, wenn ihnen dazu noch mehr in den Sinn kommt. Danach erhalten alle eine gewisse Anzahl Punkte oder Sterne, die sie an die aus ihrer Sicht besten Ideen verteilen/einzeichnen können.
Diskussion rund um die ca. drei Projekte mit den meisten Punkten. Für welches entscheiden wir uns? Gibt es Bedürfnisse aus Schritt 1, die in diesem Projekt nicht erfüllt sind und das Projekt deshalb noch angepasst werden könnte? Gibt es zusätzliche Ideen für das Projekt von den Schüler*innen, die nicht in dieser Gruppe waren? Können Ideen aus anderen Projekten noch in dieses einfliessen?
6. Nächste Schritte
Wer macht was bis wann? Die Klasse macht einen Plan, wie das Projekt umgesetzt werden kann.
Tipps und Gedanken zum Prozess:
In diesem Prozess muss noch nicht jedes Detail ausgereift sein. Es geht darum, die Kreativität anzukurbeln und – vor allem in den Schritten 2 und 4 – schnell Ideen zu generieren. Der Prozess wirkt oft stressig auf die Teilnehmenden, weil wenig Zeit verwendet wird (was absichtlich so ist, es soll anfangs nicht bewertet und nur wenig diskutiert werden – alle Ideen gelten zu Beginn, egal wie unrealistisch sie sind). Deshalb ist es wichtig, dass sie verstehen, dass nicht alles ausgereift sein muss, die Detailplanung folgt dann ab Schritt 5.
Input 2:
Mögliche Outputs
Von den Schülern selber gestalten lassen -> Rückblick / Ausblick
Padlet Pinnwand gestalten
"Distanzversammlung" vor Ort oder via Videokonferenz
Ausstellung / Schaukasten, der gestaffelt besucht werden kann
Film gestalten, in dem die Kinder ihren Abschluss selber inszenieren
Video (Theater, Stop Motion, Interview)