Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/2834

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und betrifft ca. 23% der Gesamtbevölkerung in den industrialisierten Ländern. Das sind in der Schweiz ca. 225`000 Patientinnen und Patienten. Diese Autoimmunerkrankung führt einerseits zur Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) und deren Veränderung (Kropf), andererseits aber auch zur entzündlichen Veränderung der Augenhöhlen (endokrine Orbitopathie). Die Veränderungen der Augen sind meist sehr milde und fallen daher kaum auf, können in ca. 2550% der Fälle jedoch erhebliche Ausmasse annehmen, sodass das Gesicht entstellt wird. Je nach Schweregrad der Erkrankung können dabei auch Sehstörungen vorübergehender, in ernsteren Fällen auch bleibender Art auftreten. Eine schwere endokrine Orbitopathie ist insgesamt relativ selten (ca. 525% aller Patienten mit Morbus Basedow) und erfordert eine aggressivere und längere Therapie. Schon Patienten mit milderen Formen der endokrinen Orbitopathie können eine erhebliche Einbusse an Lebensqualität erfahren, welche in schwereren Formen ein invalidisierendes Ausmass annehmen kann. Die Behandlung der endokrinen Orbitopathie ist anspruchsvoll, erfordert von allen Beteiligten spezielle Kenntnisse und nebst dauernder positiv emotionaler Zuwendung an die Patientinnen und Patienten enorme Geduld. Die endokrine Orbitopathie ist somit eine sehr anspruchsvolle und chronische Erkrankung.
Verschiedene Zentren in der ganzen Welt haben sich in der Vergangenheit der Erforschung dieser Krankheit gewidmet und haben viele Studien durchgeführt. Die Schwierigkeit grosse, randomisierte und multizentrische Studien mit grösserer Aussagekraft zur Wirksamkeit und Qualität der verschiedenen Behandlungsmethoden durchzuführen, haben 1999 zur Gründung von EUGOGO (European Group On Graves’ Orbitopathy) geführt. Heute sind zehn führende europäische Spezial- und Referenzkliniken Mitglieder von EUGOGO, darunter auch basedow.ch.
Alle diese Zentren teilen die gemeinsame Verpflichtung die Behandlung der Patientinnen und Patienten mit endokriner Orbitopathie zu verbessern. Sie haben ein spezielles Interesse in der Erforschung der endokrinen Orbitopathie, sind nationale oder regionale Referenzzentren für die Behandlung dieser Erkrankung und behandeln ihre Patientinnen und Patienten in eng vernetzter, multidisziplinärer und hochorganisierten Zusammenarbeit aller beteiligten Fachärzte. Zu diesem Zweck werden die Patientinnen und Patienten regelmässig in sogenannten Joint Clinics (= gemeinsame Sprechstunden mit Patienten und behandelnden Endokrinologen und Ophthalmologen) besprochen.