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Die ersten Diskussionen über eine Ausweitung des Jugend+Sport-Programms auf das frühe Schulkindalter (5 bis 9 Jahre fanden im Umfeld des Jahres 2005 statt, als unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UNO) das «Internationale Jahr des Sports und der Sporterziehung» stattfand. Dieses Projekt, das 2003 von der UN-Generalversammlung beschlossen worden war, wurde insbesondere von Adolf Ogi getragen, dem ehemaligen Bundesrat für Sport, der im Anschluss Sonderberater des UNO-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden war. Dieses «Jahr des Sports» mit internationalen und diplomatischen Aspekten wurde auch von Warnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begleitet, die auf eine immer deutlicher werdende weithin grassierende Fettleibigkeit hinwies, die unter anderem auf Bewegungsmangel, insbesondere bei jüngeren Menschen, zurückzuführen sei.
Diese Feststellungen und der Wirbel um die Wahl der Schweiz (zusammen mit Österreich) zum Gastgeberland der Fussball-Europameisterschaft 2008 schafften günstige Bedingungen für die Lancierung von Jugendprojekten, insbesondere im Sportbereich. Von Anfang an hatten die Initiatoren des Projekts ein klares Ziel vor Augen: Es geht darum, die besten Bedingungen für die Aufnahme von Kindern zu schaffen, die nicht bereits an den Aktivitäten des Vereinssports teilnehmen.
Viele Grundsätze, die 1972 schon gestanden sind, sind heute noch aktuell, und das ist das, was mich extrem beeindrucktThomas Richard
Formell startete das «J+S 5-10»-Projekt im Oktober 2006, und im darauffolgenden Winter wurden die ersten Leiterinnen und Leiter für diesen neuen Zweig ausgebildet. Es gab im Schuljahr 2007/2008 211 Kindergruppen konnten an diesem Sportangebot, das jede Woche mit einer zusätzlichen Stunde Sport realisiert wurde, teilnehmen. Die war eine einmalige Chance für Kinder, insbesondere an Orten, an denen sie keinen Zugang zu ausreichend Sportstunden hatten.
Aufgrund einer Motion im Nationalrat konnte direkt im Anschluss des Projekts «J+S 5-10» offiziell im Rahmen von Jugend+Sport das Pilotprojekt «J+S-Kids» lanciert werden. In der Einführungsphase 2008/2009 konnten wurden rund 1’000 Expertinnen und Experten und rund 12’000 Leiterinnen und Leiter ausgebildet. Und der Erfolg stellte sich auch umgehend an der Basis ein, war doch die Nachfrage insbesonders im Vereinssport von Beginn an sehr hoch. 2009, im ersten Jahr nahmen bereits über 85’000 Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren an einem Angebot von J+S-Kids teil. Die weitere Entwicklung verlief ebenfalls sehr erfreulich. 2019, also 10 Jahre später, waren mit fast 230’000 Kindern rund 44% aller in der Schweiz wohnhhaften 5- bis 10-Jährigen in einem Kindersportangebot von J+S.
Herbst 2012 war ein Meilenstein in der Geschichte von J+S Kindersport, als wir endlich die gesetzliche Grundlage hatten für J+S KindersportPatricia Steinmann
Von Anfang an verfolgte «J+S Kids» das Ziel, vielseitige, kindergerechte Sportangebote zu fördern. Dank finanzieller und inhaltlicher Unterstützung von J+S entstanden schliesslich in vielen Sportarten Kindersportkonzepte, die dieses Anliegen aufnahmen. Mit der Einführung des neuen Bundesgesetzes über die Förderung von Sport und Bewegung am 1. Oktober 2012 wurde das Alter für die Teilnahme an Jugend+Sport schliesslich definitiv auf 5 Jahre hinter untergesetzt. Das Pilotprojekt fand damit seinen Abschluss und wurde unter der Bezeichnung «J+S-Kindersport» fester Bestandteil von Jugend+Sport. Das Ziel ist bis heute das Gleiche: In einem sicher Umfeld Kindern Freude an Bewegung und Sport vermitteln und sie so langfristig für einen aktiven, gesunden Lebensstil zu prägen.
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