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In der am Freitag beim Stand von 0:1 und Deuce im dritten Satz abgebrochenen Partie verlor die als Nummer 11 gesetzte Waadtländerin am Samstag gegen die unorthodox mit vielen Vorhand-Slices spielende Weltnummer 47 kein Game mehr. Sie agierte gegen die Verteidigungskünstlerin äusserst konzentriert, machte Druck und rückte im richtigen Moment mutig ans Netz vor.
Die einzige heikle Phase hatte sie nach Breaks zum 2:1 und zum 4:1 zu überstehen, als sie bei eigenem Service ein 40:15 verspielte. Sie blieb jedoch ruhig und sicherte sich das Game trotzdem. Niculescu kam am Samstagvormittag in den sechs Games zu keinem einzigen Spielball.
Die Rumänin, die bereits im letzten Jahr (im Achtelfinal) in drei Sätzen gegen Bacsinszky verloren hatte, ist eine äusserst unangenehme Gegnerin, die mit ihren unzähligen Vorhand-Slice-Bällen fast jede Gegnerin nahe an die Verzweiflung treiben kann. Serena Williams bezeichnete sie einmal als “Albtraum”. Bacsinszky fand aber die perfekte Mischung zwischen Geduld und Aggressivität.
Die Situation war auch für Bacsinszky neu, die wegen des miserablen englischen Wetters nun fünf Tage brauchte, um zwei Spiele zu gewinnen. “Als Profi musste ich noch nie eine angefangene Partie am nächsten Tag zu Ende spielen”, erzählte die 27-jährige Waadtländerin. Als sie im Hotel aufgewacht sei, habe sie im ersten Moment nicht realisiert, wo sie sich befinde und sei kurz in Panik geraten. Dann erinnerte sie sich aber schnell wieder daran, dass sie ja eine Partie zu Ende spielen müsse.
Coach Dimitri Zavialoff, bekannt für seine Metaphern, gab ihr die richtige Einstellung auf den Weg. “Sei wie ein Löwe im Käfig und lass die Türe zu, bis du auf dem Court bist”, habe Zavialoff ihr gesagt. “Du entscheidest, wann du die Türe öffnest.” Als Bacsinszky dann die Türe öffnete, spielte sie tatsächlich wie eine hungrige Löwin – aggressiv, motiviert und hochkonzentriert.
In der 3. Runde trifft Bacsinszky am Sonntag auf die Russin Anastasia Pawljutschenkowa (WTA 23). Sie führt in den Direktbegegnungen 2:1, die letzte Partie gewann Anfang Jahr in Brisbane aber Pawljutschenkowa, die 2013 einmal kurz von Martina hingis trainiert wurde, klar.
(SDA)