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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den westlichen Industriestaaten die häufigste Todesursache. Bei Männern sind die herzbedingten Todesfälle seit den 80er Jahren stetig gesunken – bei Frauen hingegen sind sie gleich geblieben und, bei jüngeren Frauen, sogar angestiegen. Aktuell sterben derzeit deshalb mehr Frauen als Männer an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Laut WHO sterben 39 % der Männer und 46 % der Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Tatsache, dass Männer unter 65 Jahren etwa drei- bis viermal häufiger einen Herzinfarkt erleiden als gleichaltrige Frauen, hat lange zu einer Unterschätzung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen geführt. Es ist jedoch bekannt, dass bereits ab dem 55. Lebensjahr die Herz-Kreislauf-Erkrankungen den Brustkrebs in der Todesstatistik der Frauen überholen. Frauen bis zur Menopause sind durch die natürlichen Östrogene vergleichsweise gut vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt. Östrogen hat zum einen einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel und den Cholesterinspiegel, zum anderen wirken weibliche Hormone gefässerweiternd. Beides beugt der Entstehung von Ablagerungen an der Gefässwand vor. Das durchschnittliche Herzinfarkt-Alter bei Frauen liegt deshalb zehn Jahre über dem der Männer, also in dem Alter, in dem der Hormonschutz nach den Wechseljahren nachlässt.