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GL (1 Sitz): Langweiliger BDP-Sitz
Glarus erwartet einen langweiligen Wahlherbst. Für die zwei Ständeratssitze kandidieren nur die beiden bisherigen Ständeräte, für den einzigen Nationalratssitz nur der bisherige Nationalrat, BDP-Präsident Martin Landolt. Der Sitz wird in einer Majorzwahl vergeben. Vor vier Jahren trat immerhin noch ein Juso-Kandidat gegen Landolt an und erreichte ein beachtliches Viertel der Stimmen. Da im Kanton Glarus stille Wahlen nicht möglich sind, gibt es aber auf jeden Fall auch heuer eine Wahl. Es dürfen alle Stimmberechtigten auf den Stimmzettel geschrieben werden. Von dieser Möglichkeit machten vor vier Jahren immerhin 13,7 Prozent der Wählenden Gebrauch. Da es in Glarus keinen Wahlanmeldetermin gibt, ist es möglich, dass noch bis zur letzten Minute KandidatInnen nominiert werden. Die Glarner SVP greift die BDP nicht an und sichert lieber ihren Ständeratssitz.
Übrigens: Erhält Martin Landolt annähernd alle Stimmen, so ergäbe das eine Erhöhung des gesamtschweizerischen BDP-WählerInnenanteils um 0,5 Prozentpunkte.
SZ (4 Sitze): Spannung bis zuletzt
Im Kanton Schwyz braucht es 20 Prozent beziehungsweise ein Fünftel der Stimmen, um sicher einen Sitz im Nationalrat zu ergattern. Vor vier Jahren wurde es sehr eng: Die SVP blieb mit 38 Prozent knapp unter der Hürde für zwei Sitze, derweil die FDP/BDP-Listenverbindung mit 20,8, die CVP mit 20,6 und die SP/Grüne/EVP-Listenverbindung mit auch 20,6 Prozent alle äusserst knapp die Hürde für einen Sitz schafften.
Dieses Jahr kandidieren BDP und EVP nicht mehr, SP und FDP werden durch den Verlust dieser Listenpartnerinnen geschwächt. Die neu kandidierende GLP schlug darum eine grosse Listenverbindung von der FDP über die CVP bis hin zu SP und Grünen vor, um gemeinsam einen zweiten SVP-Sitz zu verhindern. Damit waren FDP und CVP jedoch nicht einverstanden, sodass sich die GLP dem Bündnis SP/Grüne angeschlossen hat.
Bei den äusserst knappen Abständen ist eine Prognose schwierig. Da die vier Bisherigen von SVP, FDP, CVP und SP erneut kandidieren, ist es gut möglich, dass die Sitzverteilung unverändert bleibt. Wenn es eine Verschiebung gibt, dann gewinnt die SVP auf jeden Fall einen Sitz auf Kosten des schwächsten Bündnisses. Welches das sein wird, ist offen. Entscheidend wird sein, wo die Stimmen der heimatlosen 3,4 Prozent BDP- und der 1,1 Prozent EVP-WählerInnen hinwandern. Gehen diese eher zur CVP und zur GLP und nicht zur FDP, ist Letztere am ehesten von einem Sitzverlust bedroht.
Alle bereits erschienenen Prognosen finden Sie unter www.woz.ch/wahlgymnastik.