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Der Gründer des US-Kabelnetzbetreibers Adelphia, der Jahre alte John Rigas, und sein Sohn Timothy Rigas, früher Finanzchef des Unternehmens, sind von einem New Yorker Richter zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. John Rigas wurde zu 15 Jahren Gefängnis, Timothy Rigas zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.
Die beiden waren letztes Jahr für schuldig befunden worden, rund 100 Millionen Dollar aus dem Unternehmen unrechtmässig für private Zwecke abgezweigt zu haben - unter anderem liessen sie sich von Adelphia 17 Autos und eine Masseuse bezahlen, die 40'000 Dollar im jahr kostete. Ausserdem sollen sie gegenüber der Öffentlichkeit über den finanziellen Zustand von Adelphia gelogen und Private schulden in der Höhe von 2 Milliarden Dollar versteckt haben.
Der Richter ist zwar mit seiner Strafzumessung nicht dem Antrag der Staatsanwälte gefolgt, die wie inside-it.ch bereits berichtete
, für beide Angeklagten 215 Jahre Gefängnis gefordert hatten. (In den USA werden solche unrealistisch langen Strafen verhängt, wenn verhindert werden soll, dass die Verurteilten je vorzeitig entlassen werden könnten.)
Die ausgesprochenen Strafen sind allerdings trotzdem verglichen mit früheren Urteilen recht hoch. In der US-Presse werden die Urteile allgemein als ein weiteres Signal gewertet, dass Wirtschaftskriminelle und Bilanzmanipulateure nicht mehr mit Samthandschuhen angefasst werden. Auch eine ganze Reihe von verurteilten Ex-Manager aus der IT- und Telco-Industrie, zum Beispiel der WorldCom-Gründer Bernie Ebbers, warten gegenwärtig auf die Verkündung ihres Strafmasses. (hjm)