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«Das Rathaus ist seit jeher Symbol für ein kulturreiches Leben und Kommunikation.»
Unser Rathaus wurde 1474 gebaut. Ursprünglich war es ein freistehender Bau, heute ist es in die Häuserzeile integriert. Ehemals umfasste es alle für ein öffentliches Gebäude notwendigen Räumlichkeiten: Kleiner und Grosser Saal, Archivräume, Kapelle und offene Lauben für den Markt. Das Haus besitzt, an der Grösse der Stadt gemessen, recht bedeutende Dimensionen.
Im ersten Stock befand sich eine offene Laube, die heutige Tuchlaube. Hier wurden zu der Zeit als Sempach noch ein Marktort war, Waren verkauft und gelagert (u.a. Tuche und Stoffe). Gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts, als das Marktleben an Bedeutung verlor und Ladengeschäfte die Stadt umgestalteten, benutzte man die luftdurchflossene Laube als Trockenraum für die im nahe gelegenen Waschhaus gereinigte Wäsche. Der Ort wurde zur Tuchlaube in einem anderen Sinn. Während des 2. Weltkrieges diente sie als Unterkunft für Internierte. Von 1946 bis 1954 war im seeseitigen Teil der Tuchlaube die Schweizerische Vogelwarte untergebracht.
Im zweiten Stock liegt der gotische Bürgersaal. Grosse Teile davon wurden allerdings Ende des 19. Jahrhundert durch Seraphin Weingartner erneuert. Er diente als Rats- und Gerichtssaal, als Schulstube und Ort öffentlicher Lustbarkeiten. Seit den Umwälzungen der französischen Revolution ist das Rathaus und damit auch der Saal im Besitze der Korporation (Nachfahren der alt-eingesessenen Familien). Er diente dieser bis zur Einführung des Frauenstimmrechtes als Versammlungsort, unter anderem auch anlässlich der jährlichen Verlosung des Bürgernutzens in Form einer Holzbeige. Heute ist der Saal ein Teil des Museums und kann für Empfänge und Apéros gemietet werden.
Im Saale befinden sich heute sieben Kabinettsscheiben von grossem Wert. Sie werden Jakob Wägmann zugeschrieben und sind anlässlich von Bautätigkeiten als Geschenke ins Rathaus gekommen: Uri mit Apfelschuss-Szene, 1639; Schwyz mit Bannerträger, 1641; Unterwalden mit dem Kampf Winkelrieds gegen den Drachen, der Erschlagung Wolfenschiessens durch Baumgarten, 1639; Zug mit Bannerträger, 1641; Willisau mit der Heiligblutgeschichte, 1621; Sempach mit dem Bild der Schlacht, 1639.
Unser Museum in der einstigen Tuchlaube versucht, Einblick in das alltägliche Leben vergangener Jahrhunderte zu geben. Es zeigt vor allem, wie Handwerker und Bauern mit einfachen Mitteln ihren Lebensunterhalt verdienten.
An das städtische Element erinnern Banner, Ratssilber, Weibelschild und Weibelstab. Die zögernde, zeitweise rückläufige Entwicklung der Stadt ist an den beiden Stadtmodellen zu sehen. 1806 wurde der See um nicht ganz zwei Meter abgesenkt. Darum liegt das Städtchen heute nicht mehr direkt am See. Erst Ende des vorletzten Jahrhunderts begann Sempach aus seinen Mauern herauszuwachsen.
Das Museum bekommt im Rahmen des Umbaus und der Restaurierung einen neuen Standort und ein neues Konzept und soll damit die Attraktivierung des Rathauses als Gesamtwerk steigern.