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Romy – Porträt eines Gesichts
Regie: Hans-Jürgen Syberberg
Mitw.: Romy Schneider, Hans-Jürgen Syberberg, Jean Chapot, Gunther Kortwich, Jean Penzer, Anthony Perkins, Michel Piccoli, Akim Tamiroff, Orson Welles u.a.
Im Februar 1966 verbringt Romy Schneider ihre Skiferien in Kitzbühel als Gast im Haus des Prinzen Ferdinand von Liechtenstein; während dieses Urlaubs soll auch ein Filmporträt entstehen. Die 27-jährige Schauspielerin wünscht sich dafür den Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg, der für unkonventionelle Dokumentationen bekannt ist. Ihr Sissi-Image hatte Romy Schneider zu diesem Zeitpunkt bereits abgelegt; ihre internationale Karriere hatte nach einem Hollywood-Aufenthalt und der Zusammenarbeit mit renommierten Regisseuren erst begonnen. 30 Kinofilme hatte sie bereits gedreht, unter anderem mit Luchino Visconti, Otto Preminger und mit Orson Welles in dessen Kafka-Verfilmung «Der Prozess». Drei Tage dauerten die Dreharbeiten in Kitzbühel; wir sehen Romy beim Skifahren, in der Seilbahn, im Regen, vor dem Kamin sitzend. «Ich bin 27», sagt sie, «das ist ja nicht zu alt.» Das «Porträt eines Gesichts», das der Filmtitel ankündigt, entsteht aus diesen Aufnahmen, Überblendungen mit Szenen auf den Strassen von Paris und Nahaufnahmen der Schauspielerin. Hans-Jürgen Syberberg «erforscht das Gesicht von Romy Schneider in starken Nahaufnahmen, unerbittlich, aber diskret, diese Schönheit, diese Müdigkeit, dieses Schwanken zwischen dem Resoluten und trauriger Unsicherheit», schreibt Fritz Göttler in der Süddeutschen Zeitung im Text über den kürzlich erschienenen Director’s Cut. Denn «Romy» ist der einzige Film, den Syberberg je kürzen musste. Einerseits, weil vertraglich eine Länge von einer Stunde vereinbart war, andererseits weil es zum Eklat mit Schneiders Ehemann Harry Meyen kam: Dieser verlangte etliche Schnitte. Romy habe ihn gewähren lassen, ohne sich selbst einzubringen, sagt Syberberg. Vor kurzem wurde die ursprüngliche Fassung wiederhergestellt. «Romy – Porträt eines Gesichts» bietet einen faszinierenden Einblick in die seelische Verfassung der Schauspielerin. Es ist ein melancholischer Film, «kein Romy-Werbefilm», wie Der Spiegel nach der Erstausstrahlung schrieb, «aber ein werbender Film für eine Sissi-Geschädigte».