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US-Sängerin Beyoncé kritisiert diskriminierende Sprache.
Ringen um geschlechtergerechte Sprache
In den USA will eine Initiative für diskriminierende Sprache sensibilisieren. Dahinter stehen prominente Frauen.
«Ban Bossy!» heisst eine Kampagne in den USA, die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg mit prominenten Frauen wie der US-Sängerin Beyoncé, der früheren US-Aussenministerin Condoleezza Rice und der britischen Sängerin und Designerin Victoria Beckham lanciert hat. Sie fordert dazu auf, das Wort «bossy» (herrisch, rechthaberisch) nicht mehr zu verwenden. Als «bossy» werden Mädchen und Frauen bezeichnet, die ehrgeizig und souverän sind. Hingegen werden Knaben und Männer mit den gleichen Eigenschaften als «leader» (Führungskraft) bezeichnet. «Bossy» sei abwertend und entmutigend, sagte Sandberg in US-Medien. Kurz nach dem Start der Kampagne haben schon über 100'000 Menschen mit ihrer Unterschrift versprochen, «bossy» nicht mehr zu gebrauchen.
Empfehlung für männliche Formulierung
In Österreich empfiehlt das Normungsinstitut «Austrian Standards» in den «Richtlinien zur Textgestaltung» (Önorm A 1080) für schriftliche Texte, «beide Geschlechter getrennt und vollständig anzuführen». Als Alternative schlägt das Normungsinstitut die «eingeschlechtliche Formulierung» vor. Eine Generalklausel müsse klarstellen, dass Frauen in der männlichen Formulierung mitgemeint sind. Das Binnen-I empfiehlt «Austrian Standards» aus Gründen der Verständlichkeit nicht. Die «Richtlinien für die Textgestaltung» enthalten erstmals Vorschläge für das geschlechtergerechte Formulieren. Sie sind rechtlich nicht bindend, gelten aber als Leitfaden für Texte in Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und im Unterricht, schreibt der «Standard».
Sturm der Entrüstung
Der Vorschlag von «Austrian Standards», die männliche Form zur Norm zu machen, hat in Österreich einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Sprachliche Gleichstellung dürfe nicht durch die Hintertüre der Standardisierung rückgängig gemacht werden, schrieben die Juristin Birgitta Winkler und die Kommunikationswissenschaftlerin Traude Kogoj im «Standard». SPÖ-Abgeordnete warfen dem Institut vor, «jahrzehntelange gesellschaftspolitische Diskussionen zu missachten» und seine Kompetenzen zu überschreiten. SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm sprach von einem «Rückschritt»und stellte die Frage, weshalb «Austrian Standards» nicht vorschlägt, nur die weibliche Form zu verwenden.
Ende März läuft die öffentliche Begutachtung (Vernehmlassung) ab. Laut «Austrian Standards» gab es sehr viele Reaktionen zu den Vorschlägen für das geschlechtergerechte Formulieren. Nun wird der Entwurf überarbeitet. Danach muss das zuständige Komitee einstimmig entscheiden. Wenn es keinen Konsens gibt, wird der Passus aus der Norm gestrichen.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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