Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03211.jsonl.gz/699

Was sind Wandelanleihen?
Wandelanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die während eines bestimmten Zeitraums in Aktien des emittierenden Unternehmens umgewandelt werden können. Genau wie eine gewöhnliche Unternehmensanleihe hat eine Wandelanleihe eine bestimmte Laufzeit und zahlt einen festen Zins. Die Coupons von Wandelanleihen sind jedoch tiefer als bei normalen Unternehmensanleihen. Der Unterschied zu Unternehmsanleihen liegt im Wandlungsrecht.
Wandelanleihen können gegen eine vorab festgelegte Anzahl von Aktien des entsprechenden Unternehmens umgetauscht werden. Das macht Wandelanleihen interessant, denn diese eingebettete Optionalität bietet Aufwärtspotential für den Kurs der Wandelanleihe, wenn der Aktienkurs des Unternehmens steigt. Gleichzeitig tragen die Anleihenmerkmale dazu bei, die Verlustrisiken bei fallenden Aktienkursen zu verringern.
Der Wert der Anleihenkomponente wird als Bondfloor bezeichnet. Der Bondfloor stellt den theoretischen Mindestwert der Wandelanleihe dar. Der Wert des Bondfloors ändert sich bei Zinsschwankungen oder Änderungen des Kreditaufschlags, der die Bonität des Emittenten widerspiegelt. Je besser die Bonität des zugrundeliegenden Unternehmens, desto höher ist der Mindestwert der Wandelanleihe.
Wandelanleihen liefern Mehrwert
Anlegerinnen und Anleger profitieren durch Wandelanleihen
von Anlagen mit einem asymmetrischen Risikoprofil.
Das heisst, dass Wandelanleihen durchschnittlich stärker
an einer positiven Aktienmarktentwicklung
partizipieren
als dies in Monaten mit negativer Aktienmarktentwicklung der Fall ist. Dies hängt mit dem Bondfloor zusammen. Dank dem Bondfloor verhalten sich Wandelanleihen in Schwächephasen eher wie Obligation. Damit partizipieren Wandelanleihen an steigenden Aktienkursen, bieten jedoch aufgrund der Anleihemerkmale einen gewissen
Abwärtsschutz, weshalb sie sich perfekt als Beimischung in einem Portfolio eignen.
Was sind die Hauptreiber für die Wertentwicklung?
Obwohl Wandelanleihen hybride Instrumente zwischen Obligationen und Aktien sind, unterscheiden sich die Performance-Treiber teils von den traditionellen Anlageklassen. Unterschiedliche Performance-Treiber erhöhen die Diversifikation in einem gemischten Portfolio und bieten damit einen wertvollen Mehrwert. Die Hauptreiber für die Wertentwicklung von Wandelanleihen sind die zugrundeliegende Aktie, der Kreditaufschlag des Unternehmens sowie die Volatilität der Aktie, welche den Preis der Optionalität beeinflusst. Zinsveränderungen spielen als Renditetreiber keine nennenswerte Rolle. Die durchschnittliche Duration der Anlageklasse ist tief, dementsprechend klein ist die Zinssensitivität.
Wandelanleihen glänzen in der Coronakrise
Die diesjährige Wertentwicklung von Wandelanleihen ist beeindruckend und zeigt die Vorzüge dieser Anlageklasse exemplarisch. Per Ende Juli legten Wandelanleihen knapp acht Prozent zu und übertreffen damit die Performance von Unternehmensanleihen und Aktien.
Während der Corona-Krise verloren sie vom Jahreshöchststand rund 16% während die globalen Aktienmärkte mehr als das Doppelte nachgaben. Konkret entsprach die Partizipation in der Abwärtsbewegung 48 Prozent. In der Erholungsphase partizipierten Wandelanleihen hingegen mit 58% am Aktienmarkt. Diese Asymmetrie sowie
der Basiseffekt führen zu dieser ansprechenden Performance seit Jahresbeginn.
Fazit
Wandelanleihen verzeichnen im laufenden Jahr eine beeindruckende Performance. Die
asymmetrische Wertentwicklung macht Wandelanleihen in einem unsicheren Marktumfeld besonders interessant. Durch die Aktienoption können Anlegerinnen und Anleger von der Entwicklung an den Aktienmärkten profitieren, gleichzeitig haben sie die Sicherheit und die regelmässigen Erträge von Obligationen. Dank den unterschiedlichen Performance-Treibern erhöhen Wandelanleihen auch die Diversifikation in einem Portfolio.
Die Graubündner Kantonalbank setzt Wandelanleihen innerhalb ihrer Anlagestrategie breit diversifiziert mit Anlagefonds ein.