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Owetschkin krönt Karriere mit Stanley-Cup-Sieg
Alex Owetschkin ist am Ziel seiner Träume angelangt. Der 32-jährige Russe gewinnt mit den Washington Capitals zum ersten Mal den Stanley Cup.
Ausserdem wurde er zum wertvollsten Spieler der NHL-Playoffs gekürt. Dass Owetschkin einer der besten Eishockeyspieler aller Zeiten ist, war schon lange unbestritten. Es blieb jedoch der Makel der Erfolgslosigkeit mit Washington in den Playoffs. Seit seiner Ankunft in der amerikanischen Hauptstadt im Jahr 2005 kamen die Capitals in der entscheidenden Meisterschaftsphase nie über die Viertelfinals hinaus, obwohl sie 2010, 2016 und 2017 die President's Trophy für die beste Mannschaft der Regular Season gewonnen hatten. Als Superstar im Team wurden diese Misserfolge an ihm festgemacht.
Dabei sind die Zahlen von Owetschkin in der NHL eindrücklich. Er war siebenmal der beste Torschütze in der Qualifikation, traf immer mehr als 30 Mal, selbst in der Lockout-Saison 2012/13 (32), als nur 48 Partien ausgetragen wurden. Inklusive Playoffs schoss er in 1124 Spielen in der besten Liga der Welt sagenhafte 668 Tore. Dreimal wurde er zum wertvollsten Spieler der Regular Season gekürt und nun auch zum MVP der Playoffs. Letztere Auszeichnung verdiente er sich mit 15 Treffern in der entscheidenden Meisterschaftsphase, wovon drei in der Finalserie gegen die Vegas Golden Knights.
Ein vorbildlicher Leader
Allerdings brillierte Owetschkin nicht nur mit Toren, sondern war er sich auch nicht zu schade, «Drecksarbeit» zu verrichten und in der Defensive gut zu spielen. Es war zu spüren, dass er diesen Titel unbedingt wollte. Washingtons General Manager Brian MacLellan attestierte ihm, eine seiner besten Saison bestritten zu haben. Er habe mehr fürs Team gespielt, sei die gesamte Saison ein Leader gewesen.
Verteidiger John Carlson ergänzt: «Wenn der Captain alles macht, was es braucht, folgen die Jungs dem Leader». Ein Vorteil dürfte zudem gewesen sein, dass den Capitals in den diesjährigen Playoffs wenig zugetraut wurde. Sie bewiesen jedoch Moral, drehten in der ersten Runde gegen die Columbus Blue Jackets ein 0:2 und im Halbfinal gegen die Tampa Bay Lightning ein 2:3.
«Es bedeutet mir alles», sagte Owetschkin an der Pressekonferenz zwischen dem Stanley Cup und dem MVP-Pokal sitzend. «Es waren schwierige Zeiten. Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet.» Nun fühle es sich noch besser an als erwartet. Es sei eine harte und lange Saison gewesen. «Jeder Spieler war auf der gleichen Seite». Owetschkin ist der erste Russe überhaupt, der als Captain den Stanley Cup gewonnen hat.
Schicksalsschlag als Motivation
Die Erfolge des dreifachen Weltmeisters haben auch mit einem Schicksalsschlag zu tun. Im Alter von zehn Jahren verlor er seinen ältesten Bruder Sergei, der nach einem Autounfall wegen eines Blutgerinnsels verstarb. Sergei trug massgeblich dazu bei, dass Owetschkin Eishockeyspieler werden konnte. Denn die Eltern, der Vater war professioneller Fussballer und die Mutter zweifache Olympiasiegerin im Basketball, waren zunächst dagegen, da sie Angst hatten, dass ihr Sohn in dieser rauen Sportart verletzt werden könnte.
Sergei trat jedoch für seinen Bruder ein, sodass die Eltern schliesslich nachgaben. Er brachte ihn auch oft in die Trainings. Der Tod traumatisierte Alex Owetschkin und motivierte ihn gleichzeitig, machte aus ihm jenen leidenschaftlichen Spieler, der er ist. Insofern war es auch ein Triumph für Sergei.