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Die linke Bewegung der Sechziger- und Siebzigerjahre hat für soziale Gerechtigkeit und Umbruch in allen Bereichen der Gesellschaft gekämpft. Ein Linksrutsch fand in Schaffhausen kaum statt. In Sachen Gleichstellung der Geschlechter wurde mehr erreicht als bei anderen Anliegen der 68er.
Kantonale Parlamentswahlen, Stärke der politischen Lager (Kt. SH)
Die Grafik zeigt die Stärken der politischen Lager seit 1956. Zum linken Lager wurden SP, POCH und AL, zum rechten die SVP, SD, EDU und die FP (Freiheits-Partei) gezählt. Die Mitte bilden FDP, CVP, LdU (Landesring der Unabhängigen), EVP, ÖBS, und LS (Liberalsozialistische Partei). Nicht berücksichtigt wurden kleine ÂParteien (übrige) sowie Verschiebungen innerhalb der Parteien nach links oder rechts über die Zeit.
Die politische Landschaft war bis in die 80er Jahre relativ klar aufgeteilt. Ein Linksrutsch um die 68er-Bewegung ist in der Zeitreihe nur schwach zu sehen; Die links von der SP angesiedelte POCH machte in den Wahlen 1976 zwar 3.5 Prozent, die SP verzeichnete aber gleichzeitig einen Rückgang von rund 3 Prozent.
1984 kam es zu einer Umwälzung, in der vor allem die Mitte an die Rechte, aber auch die linken Pateien verloren. Der Aufschwung der Rechten zieht sich bis heute weiter.
Anteil Frauen im Parlament nach Parteien (Kt. SH)
Einer der wichtigsten Anliegen der 68er war die Gleichstellung von Frau und Mann. 1972 lag der Anteil der Frauen im kantonalen Parlament bei 3.8 Prozent. Wahrscheinlich als Auswirkung der Frauenbewegung stieg der Anteil relativ konstant bis ins Jahr 2000, wonach er aber wieder abnahm, bis auf 16.7 Prozent im Jahre 2012. Nach dem Maximum ist kein klarer Trend mehr ersichtlich.
Die linken Pateien, namentlich AL und SP, haben heute einen niedrigen Frauenanteil mit je rund 20 Prozent, wobei letztere im Jahre 2004 über 40 Prozent erreichte. Konstant niedrig ist der Anteil bei der SVP, die seit 2012, ähnlich der FDP, im Kantonsparlament durch 90 Prozent Männer vertreten wird. Ein Drittel der VertreterInnen der CVP sind weiblich, die ÖBS hat als einzige und erste Schaffhauser Partei eine Quote von 50 Prozent erreicht.
Lohnentwicklung (CH)
Eine faire Verteilung der Löhne war schon in den 60er- und 70er-Jahren ein Thema. Die Lohnschere geht aber weiter auf, die hohen Löhne steigen stärker als die mittleren und niedrigen. In der linken Grafik sind die Veränderungen zwischen den Löhnen 2000 und 2010 nach Lohnklassen gegenübergestellt. Die oberen 10 Prozent der Löhne stiegen um 12, das höchste Prozent sogar um 19 Prozent an. Die mittleren (Medianlohn) und die niedrigen Löhne wurden lediglich um 5 Prozent erhöht. In der rechten Grafik ist die selbe Entwicklung seit 1994 (= 100 Prozent) dargestellt. Lediglich 1996 und 2010 gab es bei den sehr hohen Löhnen einen Einbruch.
Lohnunterschiede Frauen / Männer (CH)
Frauen verdienten in den letzten Jahren im Durchschnitt rund 23 Prozent weniger als Männer. Die Frage nach den Ursachen ist eine schwierige. Bei älteren Generationen gibt es Unterschiede im Bildungsstand zwischen den Geschlechtern. Trotz Angleichung des Bildungsgrades in den letzten Jahren hat sich der Lohnunterschied jedoch kaum verändert. Zudem arbeiten Frauen oft in schlechter bezahlten Branchen wie zum Beispiel der Pflege, wo die Löhne unter dem Durchschnitt liegen. Ein Drittel des Unterschiedes kann unter Berücksichtigung von Kriterien wie Qualifikation, Funktion oder Dienstalter nicht erklärt werden und entsteht somit aus einer Diskriminierung.
Erwerbsbeteiligung Frauen / Männer 2011 (CH)
In der Grafik ist der Anteil der Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose) an der Gesamtbevölkerung nach Altersgruppen dargestellt. Die Erwerbsquote der Frauen ist bis in die 90er-Jahre gestiegen und liegt heute stabil auf rund 60 Prozent, während sich diejenige der Männer nach leichtem Rückgang bei 75 Prozent eingependelt hat. In der Gruppe der 24-Jährigen arbeiteten 2011 nur 2.4 Prozent Frauen weniger als Männer. Die Familienplanung hat einen grossen Einfluss auf die Erwerbstätigkeit der Frauen: Von 25 bis 29 beträgt der Unterschied 8.3 Prozent und weitet sich bei 30 bis 34 auf 14.6 Prozent aus. Im höheren Alter driften die Quoten nochmals weiter auseinander.