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Belastungsstörungen.
Sind Belastungen sehr gross oder dauern sie aussergewöhnlich lange an, so können die Bewältigungsfähigkeiten der betroffenen Person überstiegen werden und es kommt zu Störungen der Anpassungsreaktion. Viele psychische Symptome können auftreten:
Angst und Hoffnungslosigkeit aber auch Ärger und Aggression,
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
erhöhte Schreckhaftigkeit und Schlafstörungen
sozialer Rückzug
Vermittelt durch das vegetative Nervensystem können auch viele körperliche Symptome auftreten:
Herzklopfen, Herzrasen und Atemnot
Bauchweh, Durchfall und Miktionsstörungen
Muskelverspannungen, Zittern, Schwitzen
Je nach Akuität, Schwergrad und Dauer der Belastung können verschiedene Formen der Belastungsstörung unterschieden werden:
Akute Belastungsreaktion
Von einer akuten Belastungsreaktion spricht man, wenn innerhalb einer Stunde nach einer aussergewöhnlichen Krisensituation (z.B. Unfall oder Tod eines Angehörigen) Symptome wie Bewusstseinseinengung, eingeschränkte Aufmerksamkeit oder Desorientiertheit auftreten und der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, auf äussere Reize zu reagieren. Klingen die Symptome nicht innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen ab, muss die Möglichkeit der Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bedacht werden.
Anpassungsstörung
Typische Ereignisse, die zu einer vorübergehenden Überforderung der Bewältigungsstrategien führen können, sind zum Beispiel Hochzeit, Geburt eines Kindes, Scheidung, Arbeitsplatzverlust, Pensionierung, Verlust eines Angehörigen oder Migration. Die Symptome sind - wie oben beschrieben - typischerweise vielfältig. In der Regel klingen Anpassungsstörungen innerhalb weniger Wochen ab, können aber in andere psychische Störungen wie Angststörungen oder Depressionen übergehen, weshalb es bei länger andauernden Symptomen Sinn macht, eine Behandlung in Anspruch zu nehmen.
Erschöpfung und Burnout
Neben akuten und aussergewöhnlichen Belastungen kann auch mässiger, dafür aber chronischer Stress - d.h. ein anhaltendes Ungleichgewicht zwischen den eigenen Fähigkeiten und äußeren Anforderungen - zu einer Überforderung und langfristig zu Erschöpfung und “Burnout” führen. Neben der körperlichen Erschöpfung, Müdigkeit und Energielosigkeit wird typischerweise über eine innere Unruhe, “nicht mehr abschalten können” und subjektive Überforderung geklagt. Aufgrund der anhaltenden Stressreaktion kommt es über vegetative aber auch hormonelle Mechanismen (Cortisol) zu körperlichen Symptomen wie Muskelverspannungen, Verdauungsproblemen, Übelkeit, Gewichtsschwankungen, Schlafstörungen und einer erhöhten Infektionsanfälligkeit. Neben Depressionen sind Somatisierungsstörungen häufige Folgekrankheiten. Sind alle körperlichen, emotionalen und kognitiven Ressourcen aufgebraucht, kann es zum “Nervenzusammenbruch“ kommen.
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Erlebt jemand eine außergewöhnlich Belastung (z.B. gewalttätiger Überfall oder Angriff, Vergewaltigung, Geiselnahme oder Terroranschlag) mit direkter Bedrohung des eigenen Lebens oder desjenigen einer anderen Person, so kann dies eine PTBS auslösen. Nach der akuten Belastungsreaktion kommt es direkt oder auch zeitlich verzögert zu Flashback (plötzlich, real erlebte Erinnerungen), Alpträumen, massiven Furcht- und Angstzuständen mit erhöhter Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen und Vermeidung von Orten oder Situationen, die an das traumatische Ereignis erinnern.
Wie behandeln wir Belastungsstörungen?
Bei Anpassungsstörungen stehen die Psychoedukation bzw. Psychotherapie an erster Stelle. Bei Schlafstörungen können vorübergehend schlafregulierende Antidepressiva hilfreich sein. Chronischer Stress ist häufig auch Ausdruck ungünstiger Selbstregulation und Schwierigkeiten, zu entspannen, so dass Neurofeedback hilfreich ist. Zur Ergänzung der Psychotherapie bei PTBS existieren rTMS-Protokolle.