Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03586.jsonl.gz/1850

|NEWS - Meldungen|
10.04./ 12.5.2003
Euphorischer Klonarzt Zavos und frustrierte Primatenforscher
Man hat lange nichts mehr von Panayiotis M. Zavos gehört. Die Raël-Sekte hat durch ihre Ankündigungen von Klonbabys die ganze Aufmerksamkeit an sich gezogen. Nun meldete sich der Arzt, der sich das reproduktive Klonen eines Menschen zum Ziel erklärt hat, mit einer Publikation in der Fachzeitschrift "Reproductive Biomedicine Online" zurück. Dabei handelt es sich allerdings um eine Vorpublikation, deren Inhalt sich allenfalls noch ändern könnte. Es wird darin beschrieben, dass neun menschliche Eizellen einer Patientin, die sich klonen lassen will, zunächst entkernt und dann mit Granulosazellen fusioniert wurden. Als Ergebnis präsentiert Zavos ein Foto eines 8-10 Zell-Embryos, der für weitere Untersuchungen kryokonserviert wurde. Die Firma ACT hatte im November 2001 mit einem geklonten 6-Zell-Embryo nicht nur für Aufsehen gesorgt, sondern den Rücktritt eines Beraters der Zeitschrift "Journal fo Regenerative Medicine" ausgelöst.
Es ist wiederum ein Skandal, dass die Publikation eines derart verwerflichen Experimentes überhaupt angenommen wurde, um von den dürftigen Resultaten gar nicht zu sprechen. Der zu den Herausgebern gehörende "Retortenbabypionier" Robert G. Edwards, hiess die Publikation als weiteren Schritt hin zum reproduktiven Klonens willkommen! Fairerweise sei gleich angefügt, dass Azim Surani, ein Entwicklungsbiologe, ebenfalls in der gleichen Ausgabe von RBMOnline massive Kritik an Zavos' Publikation übt. U.a. schreibt er, dass es keinen Beweis gebe, ob der gezeigte Embryo das Resultat eine Nukleustransfers oder einer aktivierten Eizelle sei. Folglich sei auch nicht klar, ob das Paper einen wirklichen Wissensforschritt bedeute.
Zavos Publikation wird durch eine im Fachmagazin Science (Vol 300, S. 297) veröffentlichte Arbeit indirekt relativiert. Die Forscher erzeugten mit verschiedenen Klonmethoden Embryonen von Rhesusaffen. Dazu verwendeten sie 716 Eizellen. Sie erhielten 116 Embryonen, die aus embryonalen Stammzellen und 30 Embryonen, die aus Somazellen erzeugt wurden. Oberflächlich betrachtet sahen die Embryonen normal aus, aber ihre Anordnung der Spindeln war ausnahmslos abnormal. Das stört weniger die Zellteilung, dafür aber die Anordnung der Chromosomen. Das scheint typisch für Primaten zu sein, hingegen nicht für jene Säugetiere, die bisher geklont werden konnten. Ernüchtert schreiben die Forscher: "Mit den gegenwärtigen Ansätzen ist die Produktion von embryonalen Stammzellen in nichtmenschlichen Primaten mittels Nukleustransfer schwierig zu erweisen - und reproduktives Klonen undurchführbar.