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Im frühen Mittelalter war Samnaun mit dem Unterengadin Teil der Grafschaft Samnaun. Samnaun gehörte unter die Hoheit der Grafen von Tirol und der Herzöge von Österreich. Gleichzeitig hatte aber auch das Bistum von Chur Hoheits- und Besitzrechte. Durch die staatsrechtliche Unabhängigkeit im Jahre 1652 kam Samnaun mit dem Unterengadin zur Eidgenossenschaft.
Bis ins 19. Jahrhundert war Samnaun grossteils Selbstversorger, sogar Tabak wurde angebaut. Später machten sich die schlechten Verkehrsverbindungen negativ spürbar. Zuerst gab es nur die Strasse, die nach Österreich führt. Die Verbindung zwischen Samnaun und Martina wurde in den Jahren von 1907 bis 1912 gebaut.
Durch die Strassen von Samnaun - Martina oder Samnaun - Pfunds kam der Tourismus langsam nach Samnaun. Nach der Eröffnung der Strasse Samnaun - Martina, dauerte es nicht mehr lange und in den 30iger Jahren standen die ersten acht Hotels mit 300 Betten für den Tourismus bereit.
Durch den zweiten Weltkrieg erlahmte der Fremdenverkehr fast vollständig. Mit der Gründung des Kur - und Verkehrsvereins Samnaun - Compatsch im Jahre 1951 wurde eine neue Epoche gestartet.
Im Jahre 1954 wurde der erste Skilift gebaut und weitere Aufstiegshilfen kamen in den nächsten Jahren dazu. Im Jahre 1971 waren es schon rund 800 Betten in Samnaun. Bis zum Jahre 2004 wurden daraus 2393 Fremdenverkehrsbetten. Die neue Luftseilbahn, erbaut in den Jahren 1977 und 1978, läutete eine neue Ära im Wintertourismus ein.
Der grenzüberschreitende Skiverbund machte Samnaun-Ischgl zum grössten Skigebiet der Ostalpen. Der Bau der weltweit ersten Doppelstockbahn war ein weiterer wichtiger Schritt zur Qualitätsverbesserung unseres Skigebietes.
Die Samnauner "Zwerge"
Zwischen 1873 und 1892 wurden in Samnaun acht minderwüchsige Menschen ( 5 Frauen , 3 Männer ) in vier Familien geboren. Sie erreichten ein Alter von 29 bis 77 Jahren. Sie starben zwischen 1905 und 1959. Die Touristen fanden die "Samnauner Zwerge" eine Attraktion, aber die anderen Bewohner beachteten sie kaum. Sie wurden oft als "Samnauner Zwerge" fotografiert.
Diese acht Menschen waren von Beruf: Bauer/in, Hausfrau/mann, Schneider/in, Ladenbesitzer/in, Verkäufer/in, Hirte, Maler, Coiffeur, Uhrenmacher, Haushälter/in und Sängerin. Es war so geregelt, dass "Samnauner Zwerge" nicht heiraten durften.
Der Minderwuchs ist nach neusten medizinischem Wissen vererbbar. Die Eltern des ersten "Samnauner Zwerges" haben am 15.Mai 1707 geheiratet. Man vermutet das das vererbbare Gen, dass bei doppeltem Auftreten den Minderwuchs auslöst, hier vorhanden war. Man nennt es auch das Laron - Syndrom Typ 2. Das Wachstum wird sehr früh verringert. Bei der Geburt waren allerdings alle acht "Samnauner Zwerge" normal gross und normal schwer. Die "Samnauner Zwerge" sind ein Phänomen.