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»Emotionen sind Handlungsimpulse.«
Daniel Goleman, Emotionale Intelligenz, S. 22ff.
Beklemmung, die sich zu Angst steigert.
Ein beklemmendes Gefühl ergreift Besitz vom Körper. Man bremst, hört auf zu tun, was man gerade tut. Die Angst treibt einen dann zur Vorsicht. Man geht langsamer, schaut aufmerksam, um eine allfällige Gefahr zu erkennen, so wie z. B. ein Autofahrer im Nebel abbremst, wenn er zu wenig sieht.
Zorn
Bei Zorn beginnt Blut in die Hände zu strömen, was es dann erleichtert, zur Waffe zu greifen und den Feind zu schlagen. Der Puls erhöht sich, der Adrenalinschub sorgt für die nötige Energie. Der Ausdruck »blinde Wut« sagt bereits, was dann passiert. Der Impuls ist zuzuschlagen, ohne hinzusehen. Manchmal begreift man erst danach, was passiert ist.
Furcht
Furcht bewirkt, dass man zunächst erstarrt, um abzuwägen, ob Grund für eine Flucht bestünde, oder ob man sich vielleicht besser verstecken sollte (wenn z. B. eine Flucht aussichtslos ist). Der Körper wird von einer hormonalen Woge in einen allgemeinen Alarmzustand versetzt. Er ist handlungsbereit. Das Blut fliesst aus dem Gesicht (Blässe) in die Beine, damit eine unmittelbare Flucht möglich ist.
Glück
Im Zustand des Glücks werden negative Gefühle gehemmt und die verfügbare Energie gesteigert. Es kommt zu einer allgemeinen Beruhigung des Körpers, der sich damit rascher von einer Erregung durch negative Gefühle erholen kann, als im normalen Zustand.
Liebe
Liebe, wie auch sexuelle Erregung oder zätliche Gefühle, sind mit der Erregung des Parasympathikus verbunden und damit Gegenspielerinnen der Flucht-Mobilisierung bei Furcht.
Überraschung
Bei Überraschung heben die Menschen die Augenbrauen, um mit dem zusätzlichen Licht, das auf die Netzhaut fällt, mehr Informationen zum unerwarteten Ereingnis zu bekommen. Auch hier hat also die Mimik eine physiologischen Grund.
Ekel und Abscheu
sind starke Gefühle. Der Gesichtsausdruck dazu ist bei allen Menschen derselbe: Die Oberlippe wird hochgezogen und geschürzt, die Nase gerümpft. Oder man hält sich die Nase zu, wenn es abscheulich riecht oder spuckt giftige, und deshalb eklige Nahrung aus. So kann Ekel Leben retten.
Trauer
Der Sinn der Trauer besteht darin, den Verlust eines Menschen oder eine grössere Enttäuschung zu bewältigen. Das Gefühl der Trauer lässt die allgemeine Lebensenergie besonders für Vergnügungen und Zerstreuungen sinken, sie verlangsamt den Stoffwechsel des Körpers, wenn sie sich vertieft. Trauer ist ein innerer Rückzug. Wenn dann mit der Zeit die Lebensgeister zurückkehren, dann ist ein Neuanfang möglich, den man durch das Zurückkommen der Energie auch körperlich spürt.
Emotionen sind »biologische Handlungsbereitschaften« (Goleman, S. 24), die alle Menschen – vielleicht unterschiedlich stark – spüren, und die physiologisch die gleichen biologischen Prozesse im Körper hervorrufen. Nur so ist Mitgefühlmöglich, eine – oder vielleicht auch die – Eigenschaft, die uns Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet. Die Emotionen erfahren aber kulturell unterschiedliche Ausprägungen. So zieht der Tod eines nahen Menschen generell das Gefühl der Trauer nach sich, das sich in den Kulturen jedoch unterschiedlich manifestiert.