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Wolfer-Sulzer Heinrich, Industrieller, 1882-1969
Dr. iur., Industrieller
1906 zog der 24.jährige Jurist von Zürich nach Winterthur und arbeitete als Substitut, später als Gerichtsschreiber am Bezirksgericht.Am 29. Oktober 1908 heiratete er Lucie Sulzer, die Tochter von Dr. h.c. Jakob-Sulzer-Imhoof vom Gut "Zum Büel". Das junge Paar nahm Wohnsitz am Graben 2 im Haus "Zum Grabenfels". Später zog man ins neu erstellte Doppel-Einfamilienhaus an der Pflanzschulstrasse 43. Am 1. Juni 1910 trat Wolfer als einer der ersten Juristen in die Dienste der Gebr. Sulzer ein.
Der in Thalwil geborene Heinrich Wolfer studierte in Zürich und Leipzig die Rechte und trat 1910 als junger Juristin die Dienste der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur ein, wo er dank seines hohen Engagements vier Jahre später in die Direktion des Unternehmens berufen wurde. Später war er auch Mitglied des Verwaltungsrats und Mitglied der geschäftsführenden Delegation sowie Leiter Verkauf. Einen speziellen Namen hat er sich gemacht, als er Rüstungsaufträge für Hitler-Deutschland persönlich in Berlin abgelehnt hatte. 1920-1924 war er Oberst im Geb Inf Rgt 37.
Dr. iur. Leo Heinrich Wolfer (1882-1969) heiratete 1908 Lucie Sulzer (1885-1946), die Tocher von Johann Jakob Sulzer (1855-1922)und der Lucie Imhoof (1864-1944). Auch auf einem ganz anderen Gebiet, leistete er ebenso Wesentliches. Er trug eine Kunstsammlung zusammen unter dem Titel „Schlüsselwerke des Impressionismus und der klassischen Moderne“. Durch seine Nachfahren kamen diese Gemälde später als Legat in den Besitz des Kunstmuseums Winterthur.
Französische Malerei des 19. Jahrhunderts in Winterthur
(aus einer Medienmitteilung des Kunstmuseums Winterthur)
Noch bis zum 25. April 2005 präsentiert das Kunstmuseum Winterthur die Sammlung Wolfer, die sich auf französische Malerei des 19. Jahrhunderts konzentriert und Werke von Eugène Delacroix, Eugène Boudin, Claude Monet, Alfred Sisley, Odilon Redon, Vincent van Gogh, Felix Vallotton, Edouard Vuillard und Pierre Bonnard sowie 11 Skulpturen von Aristide Maillol umfasst. Höhepunkte in der Sammlung setzen bedeutende impressionistische Gemälde: Monets winterliches Meeresufer bei Varengeville, Sisleys Darstellung der Kirche von Moret im Morgenlicht und Gauguins frühe, noch von Pissarro geprägte bretonische Landschaft. Vorbereitet werden sie von frühen Pleinair-Malereien, nämlich von Corot oder von Boudins unverstelltem Blick auf den Hafen von Bruxelles und der expressiven Marine des jungen Monet. Redons Löwenjagd nach Delacroix antwortet auf die Femme d’Alger des romantischen Meisters. Mit einer japanisierenden, dekorativen Blumenwiese ist van Gogh vertreten. Akzentuiert wird die Ausstellung durch Maillols Torso der Ile de France. Er wird begleitet von zehn kleinen Figuren des Bildhauers.
Die Sammlung Wolfer wurde vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgebaut. Heinrich Wolfer-Sulzer, der beruflich an der Spitze der Gebrüder Sulzer in Winterthur stand, begann nach dem Krieg mit den ersten Ankäufen und setzte diese bis in die 1960er Jahre fort. Auf diese Weise entstand eine exquisite Sammlung französischer Kunst, die nach dem Tod des Sammlers an seine Söhne überging. Herbert Wolfer-de Armas, setzte die väterliche Leidenschaft fort und ergänzte seinen Teil der Sammlung durch einige wichtige Werke. 1973, nach seinem Rücktritt aus dem Vorstand des Kunstvereins Winterthur, schenkte er sie dem Kunstmuseum mit dem Vorbehalt, dass er sie zu seinen Lebzeiten in seinem Hause behalten dürfe. Nach seinem Tod im vergangenen Frühling trafen diese Werke im Museum ein. Die andere Hälfte der Sammlung, die im Besitz des anderen Sohnes, Ulrich Wolfer, war, wurde dem Museum im Jahr 2000 von dessen Erben geschenkt. So sind die Werke der ehemaligen Sammlung Wolfer nun wieder vereint und sind erstmals vollständig präsentiert, bevor die Werke im Frühling in die ständige Schausammlung integriert werden.