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Philipp Madörin
Allebildergenerator
Für die Arbeit Allebildergenerator hat der Basler Künstler Philipp Madörin, der ursprünglich aus der medizinisch-diagnostischen Bildherstellung kommt, einen Algorithmus entwickelt, welcher alle Bilder zu generieren vermag, die sich auf einem s/w Monitor mit 480 x 360 Pixel darstellen lassen. Insgesamt gibt es 2480 x 360 solcher Kombinationsmöglichkeiten – eine Zahl, deren 52'018 Stellen sich über den Ausdruck an der Wand neben dem Monitor erstrecken. Er veranschaulicht die Eigenschaft der digitalen Welt als universelles, zeitübergreifendes Bildarchiv und Gedächtnis der Menschheit, welches jedes auch nur erdenkliche Bild der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in jeder Kombination bereits enthält.
Schon 1941 hat Jorge Luis Borges in seiner Erzählung Die Bibliothek von Babel dieser Vorstellung Ausdruck verliehen in der Beschreibung einer unermesslichen Bibliothek, als universelles, textuelles Gedächtnis der Menschheit, die jede mögliche Kombination von Buchstaben mit jedem möglichem Tippfehler in jeder Sprache bereits enthält. Mit Borges verbindet Madörins Experiment die Auflösung der Vorstellung des Künstlers als Autor, er ist vielmehr ein möglicher unter anderen, welcher Konstellationen aus einem unendlichen virtuellen Pool von immer bereits vorhandenen Möglichkeiten konkretisiert.
(Text: Bettina Back)