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Ex-Kaderbanker zu Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt
Das Kreisgericht St. Gallen hat am Donnerstag einen Ex-Kaderbanker unter anderem wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren verurteilt. Er soll verschiedene Personen um total 4,8 Millionen Franken geprellt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Beim 44-jährigen Beschuldigten handelt es sich um ein Ex-Kadermitglied einer Grossbank und um einen Generalstabsoffizier. Die Anklage wirft ihm vor, zwischen 2007 und 2019 auf betrügerische Art mit Darlehen, Geldanlagen und Immobilien jongliert und so seinen luxuriösen Lebensstil finanziert zu haben.
Unter anderem kaufte er einen Flügel für 115'000 Franken, ein Cello für 30'000 Franken, einen teuren Diamantring und zwei historische Militärflugzeuge.
Sein Bruder, seine Schwester, sein Schwager und weitere Bekannte hätten dem Finanzspezialisten über Jahre hinweg immer wieder grosse Geldsummen anvertraut. Statt diese wie versprochen anzulegen, habe sie der Beschuldigte verprasst, warf ihm die Staatsanwältin vor. Zu den Geprellten gehöre auch ein vermögendes Mitglied einer christlich-fundamentalistischen Sekte aus dem Toggenburg.
Arbeitslosengeld trotz Job
Als der Beschuldigte 2018 von seinem Arbeitgeber, einer Bank, fristlos entlassen wurde, fand er in Paris eine neue Anstellung. Gleichzeitig bezog er aber in der Schweiz Arbeitslosengeld.
Im Juni 2019 wurde er festgenommen. Der heute 44-Jährige zeigte sich teilweise geständig und anerkannte Forderungen von insgesamt 3,14 Millionen Franken. Eine Liegenschaft, ein Flugzeug und der Flügel wurden verwertet. Laut Anklage blieb aber immer noch ein Gesamtschaden von rund 1,5 Millionen Franken übrig.
Die Staatsanwaltschaft hatte in der Verhandlung unter anderem wegen gewerbsmässigem Betrug und Veruntreuung eine Freiheitsstrafe von acht Jahren verlangt. Die Verteidigung forderte in allen wichtigen Punkten Freisprüche.
Schweres Verschulden
Bei der mündlichen Urteilseröffnung am Donnerstagabend sprach der vorsitzende Richter von einem schweren Verschulden. Der Beschuldigte habe Familienangehörige ausgenutzt, zu denen ein grosses Vertrauensverhältnis bestanden habe. Er habe Lügengebäude aufgestellt und diese immer wieder erneuert.
Bei seinem Entscheid stützte sich das Kreisgericht auf die Begründungen der Staatsanwaltschaft ab. Es verurteilte den ehemaligen Kaderbanker wegen gewerbsmässigem Betrug, Veruntreuung, ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung, Steuerbetrug sowie weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren.
Die Zeit im vorzeitigen Strafvollzug wird wie auch die Untersuchungshaft angerechnet. Weiter sprach das Gericht in seinem noch nicht rechtskräftigen Urteil eine Busse von 500 Franken aus. Weiter muss der Beschuldigte eine Ersatzforderung von 1,5 Millionen Franken begleichen. Unter anderem hätten sich die Bereitschaft, den Schaden zu vermindern und das Geständnis strafmildernd ausgewirkt, sagte der Richter.