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Am Pessach feiern wir den Auszug aus Ägypten, die Geburt des jüdischen Volkes und am Schawuot, am Wochenfest, welches auch als jüdisches Erntedankfest in der Literatur aufgeführt ist, den Erhalt der zehn Gebote. In Ägypten waren die Juden ein Volk von Sklaven und am Berg Sinai empfängt genau dieses Volk die Zehn Gebote. Es sind dies die moralischen und ethischen Grundlagen der gesamten Menschheit. In den zehn Geboten sind die spirituellen und ethischen Gebote enthalten.
Zwischen Pessach und Schawuot, dem Wochenfest, wird Omer („Garben“) gezählt; der Brauch gründet im landwirtschaftlichen Charakter des jüdischen Jahres. Pessach feiert nicht nur die Befreiung der Juden aus der ägyptischen Knechtschaft und die Begründung des Volkes Israel, sondern war auch das Dankfest für die ersten Früchte des Jahres. Noch vor dem ersten Brot aus der neuen Ernte wurden Garben in den Tempel gebracht (3. Mose 23,9–16)
Das Omer-Zählen ist ein Ritual und läuft so ab:
Der erste Tag, ab dem gezählt wird, ist der zweite Pessach-Abend. Man spricht: „Heute ist ein Tag seit dem Omer.“ Am zweiten Tag heißt es: „Heute sind es zwei Tage seit dem Omer“ und so fort. Am achten Abend sagt man: „Heute sind es acht Tage, das sind eine Woche und ein Tag nach dem Omer.“
Warum finden keine jüdischen Feste in dieser Zeit statt?
Historisch waren die Omer-Tage geprägt von Katastrophen für das jüdische Volk. Dazu gehören der Tod vieler Schüler von Rabbi Akiba als Folge des Bar-Kochba-Aufstandes gegen die Römer (132 bis 135), die Ausschreitungen während der Zeit der Kreuzzüge (1096–1099) oder der Aufstand im Warschauer Ghetto und dessen Niederschlagung. In diesen traurigen Tagen findet eine Art von Trauerzeit im jüdischen Volk statt. Es finden keine Feste statt, es werden keine Hochzeiten gefeiert, man verzichtet auf Musik hören und neue Kleider werden nur gekauft, wenn es unbedingt nötig ist. Es gelten die gleichen Gesetze wie während der Trauerzeit nach dem Verlust eines Angehörigen. Die Omerzeit wird von 3 Tagen der Freude unterbrochen. Es sind dies Lag BaOmer, Jom Ha’atzmaut und Jom Yerushalayim.
Diese Zeit wird mit dem Schawuotfest, dem jüdischen Pfingstfest aufgelöst. Um so feierlicher wird der Festtag begangen. Die Synagogen werden mit Blumen geschmückt und die Menschen tragen neue, schöne Kleider für den Feiertag.
Viele neue Ideen gerade zu dieser Zeit findet man in den folgenden Büchern aus dem Morascha Verlag:
Durchs Jahr von Rabbiner Dr. H. Ehrmann https://morascha.ch/produkt/durchs-jahr/
Das jüdische Jahr von Elijahu Kitow https://morascha.ch/produkt/das-juedische-jahr/
Im Kreis des Jahres von Rabbiner Samson Raphael Hirsch https://morascha.ch/produkt/im-kreis-des-jahres/