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Die nach dem Rücktritt von Gerold Meyer-von Knonau (1843–1931) neugeschaffene außerordentliche Professur für griechische und römische Geschichte konnte 1922 Eugen Täubler (1879–1953) übernehmen. Er hatte Glück, stand er doch nach Oskar Leuze (1874–1934) an zweiter Stelle der Liste der Fakultät, doch Leuze war 1921 einem Ruf nach Königsberg gefolgt. Leuze war damals in Halle, während des Weltkrieges hatte er als Kriegsfreiwilliger gedient und war zuletzt Kommandant eines Bataillons im Elsass. Täubler stammte aus Gostyn in der Provinz Posen. 1904 wurde er in Berlin bei Otto Hirschfeld promoviert. Theodor Mommsen zog ihn sofort als Helfer zu seinen Editionsprojekten heran. 1903/04 war er Mitarbeiter Adolf von Harnacks an der Kirchenväterkommission der Berliner Akademie der Wissenschaften. Doch wichtiger wurde ihm die Arbeit für das Judentum und die Zionistische Bewegung. 1906 bis 1918 leitete er das neugegründete Gesamtarchiv der deutschen Juden in Berlin, er war in dieser Zeit indes auch als Dozent tätig. 1913 konnte er ein „bahnbrechendes, aber unvollendetes Werk“, so das Urteil von Karl Christ, vorlegen: Imperium Romanum. Studien zur Entwicklungsgeschichte des Römischen Reiches 1. Die Staatsverträge und Vertragsverhältnisse. Während des Ersten Weltkrieges wurde Täubler als Soldat an die Ostfront in Kurland geschickt und 1916 kriegsdienstbeschädigt entlassen. Es gelang ihm indes erfolgreich, seine wissenschaftliche Karriere wieder aufzunehmen. 1918 habilitierte er sich an der Universität Berlin und widmete sich dem Aufbau einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Er vermochte die Habilitationsschrift rasch zu veröffentlichen, weitere Publikationen folgten. Auch in Zürich gelang es, Täubler, die Ergebnisse seiner Auseinandersetzung mit der Zeit wie mit der Römischen Geschichte in Worte zu fassen, auch wenn er nicht lange dort geblieben ist und bereits 1925 einem Ruf nach Heidelberg folgte. In die Zürcher Zeit gehört seine Monographie zum Bellum Helveticum, eine „Caesar-Studie“ wie er das Büchlein genannt hat. 1925 wurde Täubler nach Heidelberg wegberufen. Dort wurde er 1933 wegen seines Judentums in den Ruhestand versetzt. Ab 1936 sollte auf seinem Lehrstuhl Fritz Schachermeyr wirken, ein österreichischer Althistoriker, der sich bestens mit dem Nationalsozialismus arrangierte.