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Dicke Post erhielten fünfzehn Nachtwirte im Kanton Wallis: Ende Juli, mitten in der Ferienzeit, liess der Staatsrat die Cabaret-Betreiber in einem Zirkularschreiben wissen, dass die Kontingente für L-Bewilligungen auf 1. Januar 2005 gestrichen werden.
Der Brief basierte lediglich auf dem Ergebnis einer Regierungssitzung, welche aber nur protokolliert und nicht publiziert wurde. Er kam völlig überraschend und ohne Vorankündigung. Als Grund wurde unter anderem angegeben, es liessen sich genügend Tänzerinnen in der EU und im EFTA-Raum rekrutieren. Dass dem nicht so ist, zeigen die Erfahrungen in der Ostschweiz und im Aargau: Dort führte die Streichung der L-Bewilligungen zur Schliessung der meisten konventionellen Cabarets. Gleichzeitig schossen dubiose Kontakt-Bars mit "Touristinnen" und Saunaclubs wie Pilze aus dem Boden, viele junge Frauen wurden in die Schwarzarbeit oder in Scheinehen getrieben.
Die ASCO Romandie wurde sofort tätig. Präsident Roberto Monai und der Walliser ASCO-Vertreter René Mabillard verlangten mit Hilfe eines Anwalts einen rekursfähigen Beschluss. Rechtlich gesehen, stehen die Chancen aber schlecht. Wir versuchen deshalb, mit Argumenten zu überzeugen. Es kann nicht sein, dass alle Betriebe wegen einiger weniger Schwarzen Schafe abgestraft werden. Die wirtschaftliche Bedeutung der Cabarets scheint leider auch in einem Tourismus-Kanton wie dem Wallis niemanden zu interessieren.