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<h2>SubmittedText<h2><p>In der China Strategie des Bundesrates werden all jene Fähigkeiten und Kenntnisse, die für eine optimale Vertretung der schweizerischen Interessen und eine erfolgreiche Kooperation mit China entscheidend sind als China-Kompetenz bezeichnet: "Dazu gehören neben Sprachkenntnissen und interkulturellen Fähigkeiten auch ein Grundverständnis von Chinas Wirtschaft, Politik, moderner Geschichte und Gesellschaft." Während somit das Ziel klar definiert wurde, steht im selben Dokument, dass die China-Kompetenz in der Schweiz häufig noch unterentwickelt ist. Chinakompetenz ist für eine strategische Chinapolitik aber zentral. Die Bildung von Chinakompetenz - und Chinakompetenz durch Bildung - sollte Teil der Schweizer China Strategie sein.</p><p>1. In Frankreich lernten 2019 auf Sekundarstufe über 46 000 Schülerinnen und Schüler Chinesisch (Quelle: eurostat). Wie viele sind es in der Schweiz?</p><p>2. Besteht die Absicht die China-Kompetenz in der Schweiz systematisch zu erfassen, so wie es in Deutschland 2018 bereits gemacht worden ist?</p><p>3. Wie viele erfahrene China-Spezialisten hat das EDA seit Einführung des Concours Diplomatique II rekrutiert?</p><p>4. Plant der Bund die Mitarbeitenden aller Departemente, die regelmässig in Kontakt mit China sind Kurse in der UNO-Sprache Chinesisch anzubieten?</p><p>5. Ist die Schweiz glaubwürdig und handlungsfähig gegenüber China ohne bessere Abstimmung der Bildungs- und Aussenpolitik?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Weder auf Bundes- noch kantonaler Stufe werden systematisch Daten zur Anzahl Personen, die auf den verschiedenen Bildungsstufen Chinesisch lernen, erhoben. Es kann jedoch festgehalten werden, dass auf der Sekundarstufe II weder in den allgemein bildenden Schulen noch in der beruflichen Grundbildung Chinesisch obligatorisch vermittelt wird. Chinesisch kann jedoch an verschiedenen Bildungsinstitutionen im Rahmen von Freifächern angeboten werden.</p><p>2. Die Schweiz verfügt über herausragende Hochschulen, die China-Kompetenzen vermitteln. Während Chinawissenschaften in der Schweiz schwerpunktmässig an den Universitäten Genf und Zürich gelehrt und geforscht werden, finden sich fachspezifische Module in Aus- und Weiterbildungen mit Chinabezug auch an anderen Hochschulen. Über die Plattform <a href="http://www.studyprogrammes.ch">www.studyprogrammes.ch</a> sowie die Websites der einzelnen Hochschulen können Aus- und Weiterbildungsangebote, Forschung sowie andere Aktivitäten mit China-Bezug eingesehen werden. Mehrere Hochschulen führen zudem China-Kompetenzzentren zur Stärkung des Wissenschafts-, Wirtschafts- und Gesellschaftsaustausches, wie z.B. die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) oder die Fachhochschule Graubünden. Die Universität St. Gallen hat einen eigenen Lehrstuhl für Kultur und Gesellschaft Chinas. Zahlreiche Hochschulen bieten Austauschprogramme mit chinesischen Partnerinstitutionen an und führen chinesische Sprachkurse in ihren Sprachzentren durch. Die ETH Zürich stellt im Rahmen ihres Mandats als Leading House Asia allen Schweizer Hochschulen diverse Mobilitäts- und Kooperationsinstrumente mit China zur Verfügung. Im Bereich der Stärkung der China-Kompetenz spielen neben den Hochschulen auch andere Akteure, wie Handelskammern, Vereine und Think Tanks mit China-Bezug eine wichtige Rolle. Der Bundesrat erachtet es als nicht nötig, eine systematische Studie wie in Deutschland in Auftrag zu geben.</p><p>3. Seit 2016 wurden im Rahmen der Aufnahmeverfahren von Concours I und II drei Kandidaten mit chinesischen Sprachkenntnissen rekrutiert. Die Personalpolitik des EDA zielt darauf ab, Kandidatinnen und Kandidaten zu rekrutieren, die flexibel eingesetzt werden können. Sie müssen dabei primär über Kompetenzen und kognitive Fähigkeiten verfügen, die es ihnen erlaubt, sich rasch in ein neues Themengebiet und in ein neues Arbeitsumfeld einarbeiten zu können. Vertiefte Kenntnisse zu China sind explizit kein Auswahlkriterium, wie dies auch für keine andere Region bzw. Sprache (ausser der Kenntnis von mindestens zwei Landessprachen und Englisch) der Fall ist.</p><p>4. Wenn es im dienstlichen Interesse liegt, können Mitarbeitende der Bundesverwaltung bereits heute im Rahmen von individuellen Aus- und Weiterbildungsmassnahmen Chinesisch-Sprachkurse besuchen.</p><p>5. Mit der China-Strategie unterstreicht der Bundesrat, dass ein besseres Verständnis von China in der Schweiz die Basis für eine effektive Zusammenarbeit ist. Er sendet damit ein Signal an die verschiedenen Akteure in der Schweiz aus, sich zu vernetzen und den Erfahrungs- und Informationsaustausch zu verstärken. Der Bundesrat berücksichtigt dabei die Autonomie der Institutionen und die föderalen Zuständigkeiten im Bildungsbereich.</p>  Antwort des Bundesrates.