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Im Zusammenhang mit der beruflichen Vorsorge werden zahlreiche fachspezifische Begriffe und Kennzahlen verwendet. Der Deckungsgrad ist einer davon. Er dient als offizielle Kennzahl für die finanzielle Lage einer Pensionskasse und wird so häufig auch bei Pensionskassenvergleichen zitiert. Im Folgenden erläutern wir die Hauptkomponenten und die Zusammenhänge.
Deckungsgrad (DG)
Der gesetzlich auszuweisende, so genannt technische Deckungsgrad einer Pensionskasse entspricht dem Verhältnis ihres Vorsorgevermögens zu ihren Verpflichtungen.
Ist das Vorsorgevermögen, das die Pensionskasse anlegt und das zum Marktwert bewertet wird, grösser als ihre Verpflichtungen, sprich das zur Deckung der Verpflichtungen notwendige Vorsorgekapital, besteht eine Überdeckung.
Sind die Verpflichtungen hingegen höher als das angelegte Vermögen, so befindet sich die Pensionskasse in Unterdeckung und muss saniert werden.
Bei der Berechnung des Deckungsgrads einer Pensionskasse kommt es folglich auch darauf an, wie die Verpflichtungen bewertet sind. Wird beispielsweise ein hoher technischer Zins bei der Bewertung der Rentenverpflichtungen angewandt, so ist heute für dieselben Rentenhöhen weniger Vorsorgekapital nötig, als wenn eine tiefere Zinsgarantie angenommen würde. Aber auch die «Güte» eines bestimmten Deckungsgrads ist nicht auf den ersten Blick erkennbar: So entspricht ein Deckungsgrad von 110% bei einer Pensionskasse mit einem hohen Rentneranteil nicht der gleichen Sicherheitsmarge wie bei einer jungen Pensionskasse. Dasselbe gilt für die eingegangenen Anlagerisiken. Aus diesem Grund ist es nicht einfach, den Deckungsgrad verschiedener Einrichtungen miteinander zu vergleichen.
Wertschwankungsreserve (WSR)
Die Wertschwankungsreserve (WSR) einer Pensionskasse wird, wie der Name schon sagt, für den Ausgleich von Wertschwankungen auf den Kapitalmärkten bzw. den daraus folgenden Einbussen auf dem Vorsorgevermögen benötigt.
Als Wertschwankungsreserve werden Vermögensteile über 100% Deckungsgrad bezeichnet. Je grösser diese Reserve einer Pensionskasse ist, desto grösser ist ihre Fähigkeit, Risiken einzugehen und allfällige Verluste zu verkraften.
Die Höhe der Wertschwankungsreserve hängt insbesondere vom Kassenprofil und der aktuellen Anlagestrategie der Kasse ab, weshalb für die Festlegung vorgängig detaillierte Informationen zum aktuellen Kassenprofil und der Situation auf der Anlagenseite von den entsprechenden Expertenstellen eingeholt werden.
Freie Mittel
Die Vermögensteile einer Pensionskasse, die nicht für die Deckung von Verpflichtungen oder die Wertschwankungsreserve gebunden sind, d.h. Vermögensteile, die den Zieldeckungsgrad einer Kasse überschiessen, werden als «versicherungstechnisch freie Mittel», Freie Mittel oder «Überschüsse» bezeichnet. Bei der Raiffeisen Pensionskasse ist die Wertschwankungsreserve mit 15% definiert und die Mittel über 115% Deckungsgrad per Datum Rechnungsabschluss somit Freie Mittel. Diese Freien Mittel können vom Gesetz her den Reserven einer Pensionskasse zugeführt, an die Versicherten in Form einer Leistungserhöhung verteilt oder zur Beitragsreduktion verwendet werden.
Bei unserer Pensionskasse entscheidet gemäss Statuten Art.17 die Delegiertenversammlung über die Verwendung von bestehenden Überschüssen.