Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03477.jsonl.gz/1175

Ein klassisches Facelift auf operativem Wege bietet zwar vom Ergebnis her mancherlei Vorzüge, doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass es ein chirurgischer Eingriff ist, der Risiken birgt und der sonstige, auch nachteilige Aspekte aufweist. Eine von mehreren, sehr effizienten, nichtoperativen Alternativen zum Facelift ist das sogenannte Fadenlifting. Es kommt unter unterschiedlichen Namen daher wie Aptos-Lifting, Happy Lift, Venus-V-Line oder V-Softlifting, Silhouette Lift, Russen-Lift und ähnlichen. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um ein Lifting, doch das Ergebnis steht dem des Facelift nicht nach. Erzielt wir es durch eine schonende Methode zur Straffung der Haut, indem in die Dermis (die Lederhaut) ein Geflecht von Fäden eingezogen wird, wobei die Haut gestützt und zusammengezogen wird. Gleichzeitig wird dabei das Wachstum des Kollagenfasergeflechtes in der Haut stimuliert, was zu einer zusätzlichen Hautstraffung beiträgt.
Welche Varianten des Fadenliftings gibt es?
Je nachdem, welche Art von Fäden in die Lederhaut eingezogen wird, unterscheiden wir die verschiedenen Formen des Fadenliftings. Die Fäden können aus permanentem Material sein, oder sie können aus Stoffen bestehen, die im Verlauf der Zeit vom Körper resorbiert werden. Wurden früher hauptsächlich permanente Fäden verwendet, vor allem solche aus vergoldetem Material, so benutzt man heutzutage zumeist Fäden aus abbaubaren Materialien wie Polysachariden oder Polymilchsäure. Bei mir kommen ausschiesslich abbaubare Fäden zum Einsatz. Die fürs Fadenlifting verwendeten Fäden können entweder kleine Häkchen haben, die sich mit dem Gewebe verhaken und helfen, es zusammenzuziehen. Oder die Fäden sind glatt, also ohne Häkchen. Werden Fäden mit Häkchen verankert, so erlauben sie es, einen gewissen Zug auszuüben und dadurch eine Raffung des Gewebes herbeizuführen. So könnte z.B. einem rundlichen Gesicht eine etwas ovalere Form gegeben werden. Fäden ohne Häkchen haben lediglich eine Stützfunktion und stabilisieren das Gewebe, in das sie eingezogen wurden. Beide Fadenarten bewirken in der Dermis eine deutliche Kollagenneubildung – und dadurch auch mittelbar eine zusätzliche Straffung der Haut.
Wann und an welchen Körperstellen wird Fadenlifting eingesetzt?
Nicht immer und unter allen Umständen ist es möglich, in die Dermis Fäden einzuziehen. Vielmehr müssen dafür ganz bestimmte Gegebenheiten vorhanden sein, zumal solche, die den Zustand der Haut betreffen. Vor allem darf die Haut nicht zu dünn sein, und sie muss noch ein Minimum an Elastizität aufweisen. Der Hautzustand wird vor Behandlung, im Zuge des Beratungsgesprächs genau geprüft, um ermitteln zu können, ob diese Methode infrage kommt. Als Kontraindikationen für ein Fadenlifting gelten ausserdem Diabetes, entzündliche Hautkrankheiten, Krebs oder Autoimmunkrankheiten. Auch bei Patienten mit Allergien, mit Wundheilungsstörungen oder mit ausgeprägter Narbenbildung ist ein Fadenlifting nicht möglich. Sind die Voraussetzungen für ein Fadenlifting erfüllt, steht einer Behandlung zur Hautstraffung nichts im Wege. Angebracht wird das Fadengeflecht z.B. im Stirn- und Schläfenbereich, an den Augenbrauen oder im Wangen-und Kieferbereich. Immer öfter wird inzwischen nicht allein im Gesicht behandelt, sondern auch in anderen Körperzonen, in denen eine Straffung der Haut bewirkt werden soll; am Hals, am Dekolleté, an der Brust, den Oberarmen, am Oberschenkel oder am Gesäss.
Ablauf und Resultate
Je nach Hautbereich und je nach Zustand der zu behandelnden Region wird das Behandlungsziel definiert. Entsprechend wird die Fadenart dafür ausgewählt sowie die Dichte des einzuziehenden Fadennetzes danach ausgerichtet. Das Einsetzen der Fäden ist relativ schmerzhaft und wird darum unter Lokalanästhesie durchgeführt. Je nach Länge und Anzahl der verwendeten Fäden wird die Behandlung unterschiedlich lange dauern, etwa zwischen 30 Minuten und vier Stunden. Vorteilhaft bei dieser Methode ist ein schon gleich nach Behandlung zu sehendes Resultat. Auch bleibt der natürliche Gesichtsausdruck weitgehend erhalten. Gegenüber dem Facelift stellt das Fadenlifting eine weitaus geringere Belastung für den Körper dar, die Abheilung ist bei weitem schneller und ausserdem entstehen dabei auch kaum Narben. Als Begleiterscheinungen können allenfalls Rötungen, Schwellungen, kleine Blutergüsse und blaue Flecken auftreten, die nach wenigen Tagen abklingen. Das Entzündungsrisiko ist dazu sehr gering. Innerhalb der ersten 12 Wochen stabilisiert sich das Gewebe, die Kollagenneosynthese setzt ein und das Ergebnis selber wird besser. Jedoch ist das Resultat nicht dauerhaft, sondern hält nur etwa ein Jahr, weil die Fäden innerhalb dieser Zeit nach und nach vom Körper aufgelöst werden. Die Behandlung kann danach wiederholt werden. Auch besteht die Möglichkeit, Fadenlifting mit anderen Therapieformen wie Unterspritzung mit Hyaluronsäure zu kombinieren, was das Ergebnis abrunden kann.