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Die von der Universität Lausanne erarbeitete Studie umfasst 47 Länder und bezieht sich weitgehend auf das Jahr 2014. Gemäss der Studie befanden sich 1,6 Millionen Personen in Haft. Dies entspricht 124 von 100’000 Personen. Damit hat sich die Anzahl gegenüber dem Vorjahr, als dieser Wert bei 134 lag, um sieben Prozent reduziert.
In 13 der analysierten Staaten wurden zu viele Personen untergebracht. Spitzenreiter war Ungarn mit einer Auslastung von 142 Prozent. Im Gegensatz zu den Gefängnissen in Österreich, Frankreich und Italien, wo die Haftanstalten ebenfalls überbelegt waren, lag die Auslastung der Schweizer Gefängnisse bei 95,7 Prozent.
Die Schweiz lag damit über dem Mittelwert von 93,6 Prozent. Im Jahr 2011 lag dieser Wert noch bei 99 Prozent. Die Lage in den Gefängnissen hat sich damit leicht entspannt.
Auffallend in Schweizer Gefängnissen ist der hohe Anteil von inhaftierten Ausländern, der 73 Prozent ausmachte. Übertroffen wurde der Wert nur von Monaco (96,4 Prozent) und Andorra (77,4 Prozent). Am wenigsten inhaftierte Ausländer hatte es mit 0,7 Prozent in Polen.
Von den 6923 in der Schweiz inhaftierten Personen waren 4,7 Prozent Frauen. Mit diesem Wert liegt die Schweiz im Durchschnitt. Von den männlichen Inhaftieren waren 0,3 Prozent minderjährig, von den weiblichen 0,6 Prozent.
Im Durchschnitt bleiben die Häftlinge in der Schweiz 1,6 Monate inhaftiert. Die längste durchschnittliche Haftzeit in Europa weist die Republik Moldau mit etwas mehr als 29 Monaten aus.
Auch bei den Kosten, die ein Staat pro Tag und Häftling ausgibt, gibt es grosse Unterschiede. San Marino lässt sich einen Häftling täglich 685 Euro kosten, die Ukraine dagegen nur 2,70 Euro. Für die Schweiz liegen hierzu in der Studie keine Informationen vor.
Die Studie hat zudem dem Sterben in den europäischen Gefängnissen Beachtung geschenkt. Gemäss dem Bericht kamen von 100’000 Insassen im Durchschnitt 31 während der Haft ums Leben. Diese Zahl stammt jedoch aus dem Jahr 2013. Bei fast jedem fünften Todesfall beging der Häftling Selbstmord. Auch hierzu fehlen Angaben für die Schweiz.
(SDA)