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Fetalperiode
In der Fetalperiode wachsen und differenzieren sich die Organe, welche sich in der Embryonalperiode gebildet haben (Organogenese). Nach Schätzungen treten über 90% der 4500 benannten Strukturen des erwachsenen Körpers bereits während der Embryonalperiode als Anlagen in Erscheinung.
Abbildung 2 stellt die verschiedenen Zeitabschnitte während der Schwangerschaft dar. LMP (Letzte Menstruations Periode) ist nicht der eigentliche Beginn der SS sondern dient als Anhaltspunkt, um das Ovulationsdatum und somit den Zeitpunkt der Fertilisation zu bestimmen. Normalerweise findet diese 14 Tage nach Beginn der Menstruation statt, kann aber zeitlich sehr variieren. Man rechnet ab Zeitpunkt der letzten Periode 40 Wochen, um den ungefähren Geburtstermin festzulegen (erster und zweiter Raster bezeichnen die Lunarmonate [28 Tage] bzw. Wochen nach letzter Menstruation. Die Dauer der eigentlichen SS beträgt aber im Durchschnitt 266 Tage oder 38 Wochen (dritter Raster). Die Embryonalperiode (A) dauert 8 Wochen und die Fetalperiode (B) von der 9. Woche bis zur Geburt. Eine gröbere Einteilung wird mit Angaben von Trimestern (trimenon) vorgenommen.
In der Geburtshilfe werden die Schwangerschaftswochen (SSW) meistens vom Zeitpunkt der letzten Menstrualperiode (LMP) an gerechnet. Dies ist ein Zeitpunkt, an den sich viele Frauen genau erinnern können. Die SS dauert so gerechnet 40 Wochen und die Embryonalperiode entsprechend 10 Wochen. Doch ist Vorsicht angebracht, daraus den Moment des Eisprungs und die damit eng zusammenhängende Fertilisation errechnen zu wollen, weil der Zeitpunkt des Eisprungs variieren kann und von sehr vielen Faktoren (umweltbedingten und psychischen Faktoren) abhängig ist. In der Embryologie beziehen sich die Zeitangaben d.h. SSW (Schwangerschaftswochen) daher immer auf den Zeitpunkt der Fertilisation, obwohl in der praktischen Geburtshilfe nach wie vor häufig mit der Zeit nach LMP gerechnet wird.
Der Fetus nimmt ab 8. Woche typische menschliche Züge an, obwohl der Kopf am Ende des ersten Trimenons immer noch verhältnismäßig groß erscheint. Jedoch rücken die Augen nach vorne und die Ohrmuscheln und der Nasensattel sind gebildet. Auch die Augenlider sind nun deutlich erkennbar.
Am Körper entstehen die feinen Lanugohaare, welche zur Zeit der Geburt durch Terminalhaare ersetzt werden. Der physiologische Nabelbruch, der in der Embryonalperiode entsteht, hat sich weitgehend zurückgebildet.
Im zweiten Trimenon nimmt die Mutter erstmals Kindsbewegungen wahr.
Im letzten Timenon bildet sich das subkutane Fettgewebe und strafft die noch runzelige Haut des Feten. Die Haut wird nach und nach mit Vernix caseosa überzogen. Dies ist eine weissliche, schmierige Masse und besteht aus abgeschilferten Epithelzellen und Talgdrüsensekret. Diese Vernix caseosa ist in der Neonatologie ein wichtiges Kriterium, um die Reife des Kindes zu beurteilen. Ist das Kind übertragen, verschwindet sie wieder.