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Urkundenbeweis.
Beweiskraft
kommt einer
Urkunde (s. d.) nur dann zu, wenn sie echt und wenn sie
unverfälscht ist. Eine nach Form und
Inhalt öffentliche
Urkunde hat die Vermutung der Echtheit für sich.
Über die Echtheit
einer Privat
urkunde hat sich der Gegner zu erklären. (S.
Unterschrift.) Bestreitet er ihre Echtheit, so ist diese mit den
gewöhnlichen
Beweismitteln zu erweisen, wozu auch Schriftvergleichung benutzt werden kann, während der
früher übliche sog. Dissessionseid (s. Dissession) abgeschafft ist.
Inwieweit äußere Mängel (Durchstreichungen, Radierungen u. s. w.) die Beweiskraft einer Urkunde beeinträchtigen, entscheidet das Gericht nach freier Überzeugung. Die echte unverfälschte Urkunde beweist formell in jedem Falle, daß die darin enthaltene Erklärung von dem Aussteller abgegeben ist. Öffentliche Urkunden begründen, wenn sie über eine vor einer Behörde oder Urkundsperson abgegebene Erklärung errichtet sind, vollen Beweis des beurkundeten Vorgangs, jedoch unter Vorbehalt des Gegenbeweises unrichtiger Beurkundung.
Die Antretung des Beweises durch Urkunden erfolgt durch Vorlegung derselben, wenn sie im Besitz des Beweisführers sich befindet; andernfalls muß derselbe zunächst ihre Edition (s. d.) bewirken. Durch die Vorlegung wird die Urkunde gemeinschaftlich; der Beweisführer kann dann nur mit Zustimmung des Gegners auf die Urkunde verzichten. (Vgl. Deutsche [* 2] Civilprozeßordn. §§. 380 fg.; Österr. §§. 292 fg.) - Im Strafprozeß müssen nach der Deutschen Strafprozeßordnung als Beweismittel dienende Schriftstücke in der Hauptverhandlung regelmäßig verlesen werden. (S. auch Beweis, Wiederaufnahme.)