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Viele Länder führen seit Jahren HBM Programme durch. Immer mehr werden longitudinale multidisziplinäre Studien durchgeführt - sogenannte Kohorten Studien -, die längerfristig HBM Daten in Zusammenhang mit Gesundheitsdaten bringen.
HBM Programme
Mehrere Länder in Europa und Nord-Amerika führen langjährige HBM Programme durch (z.B. Deutschland, Tschechische Republik, Canada, USA), um einen Überblick über die chemische Belastung der Bevölkerung zu erhalten.
HBM in Deutschland
Das deutsche Umweltbundesamt führt seit 1985 bundesweit repräsentative Umweltstudien (GerES German Environmental Survey) zur Analyse der Belastungssituation der Deutschen Bevölkerung durch. Im 2017 wurde die fünfte Erhebung durchgeführt, mit dem Ziel Umweltschadstoffe bei Kindern und Jugendlichen zu messen.
Die in den Surveys erworbenen Daten bilden die Grundlage für die Kommission Human-Biomonitoring zur Ableitung und Begründung von sogenannten HBM Referenzwerten (HBM-I und -II Werte) eines chemischen Stoffes in einem Körpermedium (z. B. Urin, Blut).
Zwischen 2010 und 2012 hat die Schweiz an DEMOCOPHES, der ersten koordinierten HBM Studie in Europa, teilgenommen. Seit dieser Studie hat sich das Konsortium HBM4EU gebildet, mit dem Ziel, Human Biomonitoring Daten in Europa zu harmonisieren.
Nationale Kohorten
Immer öfter wird Human Biomonitoring in Zusammenhang mit anderen Gesundheitsdaten gebracht, um verschiedene Faktoren aus derselben Perspektive zu betrachten und so die Effekte einer bestimmten Exposition besser zu verstehen. Multidisziplinäre Folge-Studien, die sogenannten Kohorten, sind somit zustande gekommen. Diese Initiativen sind häufig mit der Errichtung von Biobanken verbunden, damit Proben standardisiert aufbewahrt und weiteranalysiert werden können.
Solche Programme wurden zum Beispiel in England (UK Biobank), Deutschland und Frankreich eingeführt. Die Studie CONSTANCES in Frankreich und NaKo in Deutschland umfassen 200‘000 Freiwillige der Allgemeinbevölkerung, die sich einer ausführlichen Gesundheitsuntersuchung unterzogen haben.
Folge-Studien können sich ebenfalls mit dem ungeborenen Kind befassen, wie zum Beispiel die Geburtskohorten in Dänemark und Japan. Ein HBM vor und während der Schwangerschaft kann nämlich Rückschlüsse über einen möglichen Zusammenhang von "äusseren" Einflüssen auf die Entwicklung des Kindes geben. Diese Erkenntnisse könnten zur Umsetzung von präventiven Massnahmen miteinbezogen werden.
Letzte Änderung 14.09.2020