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Hier erläutern wir Begriffe und Fragen, die im Zusammenhang mit Adipositas eine Rolle spielen.
Für die Beantwortung dieser Frage nutzt man den Body-Mass-Index (BMI). Er wird mit folgender Formel berechnet:
BMI = Gewicht (kg) / Grösse (m)2
Die Resultate der Berechnung wurden durch die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifiziert und definiert. Ein BMI-Wert zwischen 18.5 und 24.9 gilt als «Normalgewicht», zwischen 25 und 29.9 spricht man von «Übergewicht» – ab hier nehmen die medizinischen Risiken zu. Ab BMI 30 spricht man von «Adipositas». Hier können Sie Ihren BMI berechnen.
Schweizer:innen haben während der Covid-19-Pandemie an Gewicht zugelegt: Laut einer Studie der Universität St.Gallen haben Schweizer:innen 2021 im Vergleich zu 2019 im Schnitt 3,3 kg zugenommen, 45- bis 64-Jährige sogar 6,7 kg.
Menschen mit Adipositas sind nachweislich anfälliger für schwere Covid-Verläufe: Adipositas gehört zusammen mit Nachfolgekrankheiten wie Diabetes Typ 2 zu den Risikofaktoren, die zu einem schweren Verlauf von Covid-19 führen können. Menschen mit Adipositas haben ein höheres Risiko, auf der Intensivstation betreut zu werden, als Nichtbetroffene.
Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Anlaufstellen und Organisationen für Essstörungen, worunter auch Adipositas fällt. Bei den folgenden Organisationen finden sich weitere Informationen:
Unter diesem Begriff versteht man gemeinhin die «Übergewichts-Chirurgie». Operiert wird dabei am Magen-Darm-Trakt nach verschiedenen Methoden, die in den letzten 50 Jahren laufend weiterentwickelt und verbessert wurden. Ursprünglich ging es vor allem darum, den Magen durch einen Eingriff so zu verkleinern, dass nur noch eine geringe Menge Nahrung pro Mahlzeit aufgenommen werden kann, was zu einer verringerten Kalorienzufuhr führt. Die Eingriffe werden heute «laparoskopisch» durchgeführt, mit minimal-invasiver Operationstechnik. Bariatrische Eingriffe sind z.B. das Magenband, der Magen-Bypass und der Schlauchmagen.
Durch bariatrische Eingriffe wird die betroffene Person nicht von Adipositas «geheilt». Nach einer bariatrischen OP müssen die Patient:innen ihr Leben lang gewisse Auflagen beachten, ergänzende Vitamine zu sich nehmen und ihr Essverhalten im Griff haben, da sonst ein Rückfall mit erneuter Gewichtszunahme drohen kann.
Der Begriff bedeutet so viel wie «Mit-Erkrankung» oder «Begleit-Erkrankung», also eine Krankheit, die mit einer anderen, primären Erkrankung einhergeht, durch diese verursacht oder zumindest begünstigt wird. Dies führt dann zu einer Mehrzahl von Krankheiten (Multimorbidität), die einzeln diagnostiziert werden können. Dies kann das ganze Spektrum der verschiedenen Krankheitsbilder betreffen, sowohl was körperliche wie seelische Beschwerden betrifft.
Als Komorbiditäten bei Übergewicht und Adipositas gelten v.a.: Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Blutfett-Veränderungen, Asthma, Urin-Inkontinenz, Fettleber, Gicht, Gelenkprobleme (Arthrose), Rückenleiden, Atemnot und Schlafstörungen (Schlaf-Apnoe), Hautinfektionen, erhöhtes Herzinfarkt-Risiko, Hirnschlag, Krampfadern-Bildung, erhöhtes Risiko für verschiedene Krebs-Arten (z.B. Brust-, Prostata- und Darmkrebs). Eine Reduktion des Körpergewichts kann in den meisten Fällen zu einer Heilung oder doch zu einer Verminderung des Risikos führen, an diesen Komorbiditäten zu erkranken.
Anfänglich war das verstellbare Magenband weit verbreitet. Dabei wurde ein Plastik-Ring mit einem eingebauten Ballon so aussen um den oberen Teil des Magens gelegt, dass sich eine kleine Tasche bildete, wenn der Ballon durch ein am Brustbein befestigtes Ventil mit Flüssigkeit gefüllt wurde. Da dieser implantierte Fremdkörper jedoch oft zu Komplikationen führte, wurde diese OP-Methode inzwischen weitgehend aufgegeben.
Beim Magen-Bypass wird der obere Teil des Magens operativ abgetrennt und zu einer kleinen Tasche («Pouch», etwa so gross wie eine Espressotasse) geformt. Der Dünndarm wird im oberen Abschnitt durchtrennt und der untere Schenkel wird neu mit der kleinen Magentasche verbunden. Der obere Teil des Dünndarms wird weiter unten wieder mit dem Dünndarm verbunden und leitet so die Verdauungssäfte aus dem abgetrennten Magen in diesen zurück. Auf diese Weise wird nicht nur der grosse Magen «umgangen», es wird auch der Darm-Bereich verkürzt, in welchem die Nahrung verdaut und aufgenommen wird.
Beim Schlauchmagen («Sleeve») wird der Magen reduziert auf einen «Schlauch» vom Ende der Speiseröhre bis zum Anfang des Darms (in der Form ähnlich einer Banane), der Rest des Magens wird entfernt. Durch den Eingriff wird nicht nur das Magen-Volumen verringert, sondern es findet auch eine Veränderung im Hormon-Haushalt statt, indem die Ausschüttung des Hunger-Hormons «Ghrelin» und des Sättigungs-Hormons «Leptin» beeinflusst wird, was die Gewichtsabnahme begünstigt.
Die Kosten von konservativen Therapien (z.B. Ernährungsberatung, medikamentöse Behandlungen) und chirurgische Eingriffe werden unter gewissen Voraussetzungen von den Krankenkassen übernommen. Allerdings wird eine ärztliche Verordnung benötigt, wenden Sie sich dafür an den behandelnden Arzt.
Etwa zwei Drittel aller Menschen haben die genetische Fähigkeit, Energie-Reserven in Form von Fettpolstern anzulegen (wie die Tiere für den Winterschlaf). Das war vor vielen tausend Jahren nützlich, weil es nur wenig Nahrung gab, die mühsam gesucht oder gejagt werden musste. Die Menschen legten damals pro Tag bis zu 30 Kilometer zu Fuss zurück. Heute gibt es immer mehr Nahrung mit hohem Kaloriengehalt, und die Leute bewegen sich im Schnitt immer weniger. So werden zwangsläufig viele Menschen immer dicker, wenn sie nicht ihren Kalorien-Konsum drosseln und/oder sich mehr bewegen. Zudem gibt es zahlreiche Umwelt-Einflüsse, die auf den Stoffwechsel einwirken, die aber noch zu wenig erforscht sind, als dass man sie gezielt bekämpfen könnte.
Wer von Übergewicht betroffen ist, kann Unterstützung suchen (z.B. von der Allianz Adipositas Schweiz ALLOB) und sich in ärztliche Behandlung begeben. Je nach Diagnose sind verschiedene Therapien möglich. Auf jeden Fall sollten unbedingt «extreme» Diäten vermieden werden: Keine «Null-Diät» oder unausgewogene Diäten, sonst tritt der Jojo-Effekt ein und man ist am Schluss schwerer als vorher. Gewichtskontrolle ist eine lebenslange Aufgabe.
Hier finden Sie eine Übersicht über die bestehenden Selbsthilfeangebote in der Schweiz.
In Fällen von schwerem Übergewicht können «falsche Diäten» den Stoffwechsel richtiggehend ruinieren. Wer pro Tag z.B. nur noch etwa 500 Kalorien aufnimmt, signalisiert dem Körper: Es herrscht Hungersnot! Der Körper schaltet auf «Sparflamme», reduziert den eigenen Energieverbrauch so weit wie möglich, baut sogar Muskeln ab, die gerade nicht regelmässig verwendet (trainiert) werden. Gleichzeitig entwickelt der Körper ein Programm, wie man den Nahrungsrest optimal auswertet und so viel Nährstoffe wie möglich daraus zieht. Wird die Diät beendet und die Kalorien-Aufnahme wieder erhöht, speichert der Körper diese zusätzliche Energie in Form von Fett-Reserven und man nimmt wieder zu (= Jojo-Effekt).