Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03329.jsonl.gz/413

Muttertag: Ein Feiertag, der immer wieder neu erfunden wurde
Wer denkt, dass der Muttertag eine Erfindung der Amerikaner ist, hat nicht Unrecht. Als Begründerin des Muttertags gilt nämlich die Amerikanerin Anna Marie Jarvis. Wer es genau nimmt, sollte aber wissen, dass sich die Ursprünge des Muttertags bis zu den Verehrungsritualen der Göttin Rhea im antiken Griechenland zurückverfolgen lässt. Dementsprechend hatten die Griechen da die Nase vorn.
Ach ja, da gab es auch noch den englischen König Heinrich III der im 13. Jahrhundert jeden vierten Sonntag in der Fastenzeit als sogenannten «Mothering Sunday» benannte. Zwar feierte sich die Kirche an diesem Tag vor allem selbst, dennoch gab es immer mehr Bürger, die an diesem Sonntag ihre Mutter verwöhnten. Doch zurück zu Anna Marie Jarvis, denn für den Muttertag in seiner heutigen Form war diese Dame verantwortlich.
Warum die Mutter des Muttertags den Feiertag wieder abschaffen wollte
Die Idee für einen Muttertag kam Anna Marie Jarvis im Jahre 1905 an einem ungewöhnlichen Ort. Der Plan für die Einführung des offiziellen «Mother’s Day» kam ihr nämlich am Sterbebett ihrer Mutter. Schon ihre Mutter Ann Maria Reeves Jarvis kämpfte während des amerikanischen Bürgerkrieges für einen Muttertag – leider erfolglos. Doch ihre gleichnamige Tocher Anna Marie Jarvis ist hartnäckig und setzt durch, dass 1908 der erste Muttertag in West Virginia gefeiert wird, übrigens anlässlich des dritten Todestages ihrer Mutter. Jarvis war es auch, die eingeführt hat, weisse Rosen an die verstorbenen Mütter und rote Rosen an die noch lebenden Mütter zu verschenken.
Jarvis Idee wird immer populärer. So populär, dass der Muttertag 1914 zum nationalen Feiertag ernannt wird und schliesslich amerikanische Soldaten den Brauch während des Ersten Weltkries in Europa verbreiten. Man würde meinen, dass sich Anna Marie Jarvis darüber freut, doch falsch gedacht. Kaum eingeführt, setzt sie alles daran, den Muttertag wieder abzuschaffen. Der Feiertag wurde ihr zu kommerziell gehandhabt. Sie wollte ein Denkmal für Mütter errichten und nicht, dass Unternehmen wie die Floristen daraus Profit schlagen. Apropos Floristen: Es waren übrigens die Blumenhändler, die die Kosten für Pflege und Unterkunft für das Altersheim übernahmen, in dem Anna Marie Jarvis in den Monaten vor ihrem Tod lebte.
Die Nazis und der Muttertag
Als sich der Muttertag nach dem ersten Weltkrieg auch auf dem euopäischen Festland durchsetze, bekam der Feiertag einen bitteren Nachgeschmack in Deutschland. Denn die Deutschen feierten zur Zeit des Nationalsozialismus am Muttertag, der Ideologie entsprechend, die Mütter, die den Fortbestand der arischen Rasse sichern sollten. Im Jahre 1945 war das dann zum Glück auch vorbei und der Muttertag wurde so gefeiert, wie wir ihn heute kennen.
Und die Schweiz so?
In der Schweiz sah man lange nicht ein, den Brauch zugunsten der Mütter einzuführen. Religiöse Gemeinschaften haben es zwar immer wieder versucht, jedoch erfolglos. Als die Floristen und Konditoren hierzulande aber sahen, wie in Deutschland an diesem Tag Profit geschlagen werden kann, wächst auch ihr Interesse. 1930 ist es dann soweit und der erste Schweizer Muttertag wird gefeiert. Es wird beschlossen, künftig jeweils am zweiten Sonntag im Mai, die Mutter zu würdigen. Und hier wären wir also und feiern den Muttertag dieses Jahr am 10. Mai.
Passende Geschenkideen für Mütter
Unsere Mütter leisten tagtäglich Grosses, um uns zu unterstützen und uns ein schönes Leben zu ermöglichen. Der Muttertag gibt uns die Gelegenheit, den Mamas Danke zu sagen und ihnen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen. Doch auf welche Weise bedanken wir uns?
Es ist schon fast zur Tradition geworden, die Mütter mit Blumen und Schokolade zu beschenken. Doch ist es auch das, was Mütter sich wünschen? Da ich selbst nicht Mutter bin, habe ich in meinem Umfeld die Fühler ausgestreckt und nachgefragt. Dabei bin ich auf spannende Inputs gestossen, die ihr vielleicht auch als kleine Anregung nutzen könnt, um eurer Mutter eine Freude zu machen.
Rosen
Blumen gehen nach wie vor immer. «Es ist ein kleines Zeichen der Dankbarkeit», erklärt mir die Mutter einer guten Freundin. Mit Augenzwinkern fügt sie noch an, dass die Blumen ja auch irgendwann wieder verwelken und nicht ewig rumstehen. Sie mag nämlich sonst keine materiellen Dinge, die sie nicht selbst aussuchen kann.
Zum Essen einladen
«Nicht in der Küche stehen und kochen müssen» sagt mein Gotti, als ich sie frage, was sie sich wünscht. Am liebsten wird sie bekocht oder in ein feines Restaurant entführt. «Ich geniesse dann die gemeinsame Zeit mit meiner Familie sehr.»
Wellness und Massage
Ja, und dann habe ich natürlich auch noch bei meiner eigenen Mutter nachgefragt. Sie würde sich am meisten über einen Wellness-Tag oder eine Massage freuen. «So habe ich mal wieder Zeit für mich, muss nichts tun und kann für einen Moment abtauchen.» Als aufmerksame Tochter habe ich mir das natürlich notiert. 🙂