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Warum müssen extreme Überschwemmungen abgeschätzt werden können?
In der Schweiz wurden 162 Grossstaudämme gebaut (Höhe über 15 m, gemäss der Definition der Internationalen Kommission für Grossstaudämme). Dies entspricht ungefähr 20 Dämmen pro 5'000 km2 und damit einer der höchsten Staudammdichten der Welt. Ein Vergleich zum führenden europäischen Wasserkraftproduzenten Norwegen: Dort beträgt die Staudammdichte ungefähr 4 Staudämme pro 5'000 km2. Und in China, dem weltweit führenden Wasserkraftproduzenten, liegt sie bei 11,5 Dämmen pro 5'000 km2.
Aufgrund dieser hohen Staudammdichte in Verbindung mit einer hohen Bevölkerungsdichte ist die Hochwassersicherheit und deren Gewährleistung ein entscheidendes Thema für Schweizer Ingenieure. In den frühen neunziger Jahren ermöglichten die technologischen und wissenschaftlichen Fortschritte die Initiierung eines Forschungsprojekts zum Thema "Abschätzung von extremen Hochwassern" mit dem Ansatz des wahrscheinlichen maximalen Niederschlags und des wahrscheinlichen maximalen Hochwassers (PMP-PMF). Dieses Projekt hiess CRUEX und wurde vom ehemaligen Bundesamt für Wasser und Geologie (FOWG), heute Bundesamt für Umwelt (FOEN), finanziert. Neben der Erstellung von PMP-Karten für die Schweiz wurden verschiedene Modelle und Methoden entwickelt. Im Jahr 2012 waren die methodischen Entwicklungen im Bereich der Schätzungen extremer Überschwemmungen für die Überprüfung der Sicherheit von Staudämmen noch nicht vollständig abgeschlossen. Dies führte das Bundesamt für Energie (SFOE) zu der Entscheidung, das Forschungsprojekt CRUEX ++ zu initiieren. Ziel war es, eine klare und zuverlässige Methode zur Abschätzung extremer Überschwemmungen für Dammsicherheitsprüfungen zu entwickeln, welche die derzeitigen Mängel ausgleichen kann. Das CRUEX ++-Projekt war interdisziplinär und konnte von der Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus verschiedenen Bereichen profitieren, die bereits an früheren Entwicklungsphasen an der EPFL (Ecole Polytechnicque Fédérale de Lausanne) beteiligt waren.