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Samoa-
Inseln,
Navigatoren oder Schiffer
inseln, eine im
NO. der
Tonga-Inseln zwischen 13 und 15° südl.
Br. und 169 und
173° westl. L. von Greenwich gelegene Inselreihe Polynesiens, die aus vier großen und zehn
kleinen vulkanischen
Inseln besteht, welche zusammen 2787 qkm umfassen. (S. Nebenkarte zur Karte: Oceanien.) Die großen sind
Savaii (s. d.) mit 1707 qkm,
Upolu (s. d.) mit 881 qkm,
Tutuila (s. d.) mit 139 qkm und Manua oder
Tau (s. d.) mit 58 qkm. Die
Inseln haben hohe, meist steile
Küsten, aber bei dem
Mangel an Dammriffen keine besonders guten Häfen,
und sind alle voll hoher
Berge, die auf Savaii eine Höhe von 1650 m erreichen und deren Gestein durchaus vulkanisch ist.
Schöne Ebenen, welche die
Berge an den
Küsten umgeben und die einzigen bewohnten
Teile bilden, zeichnen sich durch gut bewässerten,
sehr
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forlaufend
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fruchtbaren Boden und eine reiche Tropenvegeta- tion aus. Die
Samoagruppe gehört zu den er- giebigsten und anmutigsten Inseln der
Südsee. Das Klima ist tropisch. Die Temperatur des wärmsten Monats (Dezember) ist in Apia 26,7°, des kältesten (Juli) 24,i° 0. Östl.
Winde
[* 3] herrschen vor, nur im Sommer (vom November bis April) kommen westliche mit Regen vor; der Februar
und März sind reich an verheerenden Orkanen. Sehr groß ist die Feuchtigkeit. Die Tierwelt ist nur spärlich ver- treten;
von einheimischen Säugetieren giebt es nur Hunde
[* 4] und Schweine,
[* 5] von Vögeln nur Papageien und Tauben.
[* 6]
Den größten Tierrcichtum hingegen bietet das Meer mit seiner unendlichen Fischfauna, den Schildkröten,
[* 7] dem Trepang und Perlmutter- muscheln. Die Flora ist die gewöhnliche der Süd- see
inseln; die Vegetation die denkbar üppigste.
Ihr ist auch die Bedeutung zuzuschreiben, welche die S. für den Handel erlangt haben. In erster Linie ist es die in Plantagen
wachsende Kokospalme, dann Baumwolle
[* 8] und Kaffee fowie frische Früchte, welche fast ausschließlich den
Export ausmachen.
Neuer- dings pflanzt man Kakao. Eingeführt werden haupt- sächlich Manufaktur-, Eisen-, Leder-, Kurz- und Galanteriewaren, Waffen [* 9] und Munition, Chemika- lien und Droguen, Schiffsbedürfnisse, Steinkohlen und Vier. Die Deutsche [* 10] Handels- und Plantagcn- gesellschaft der Südseeinscln, die Nachfolgerin des Hamburger Kaufmanns Godesfroy (s. d.), welche ihre Hauptagentur in Apia auf Upolu hat, hatte 1885 für den von ihr versorgten Teil der Südsee eine Gesamt- einfuhr imWerte von 1207 700 M.undeineAusfuhr im Werte von 2129000 M. zu verzeichnen; 1884 be- liefen sich beide Werte auf 985112 und 2640696 M. Nach der von der Landkommission veröffentlichten Schätzung besitzen an Land: die Deutschen 30375 Ka, davon 3200 lia, mit 2000 Arbeitern unter Kultur, die Engländer 14580 da, darunter nur 3001i^ in Kultur, die Amerikaner 8100 Ka, aber nur unkultiviertes Gebiet, und verschiedene andere Nationalitäten zu- sammen ungefähr 2000 Im. Die Bevölkerung besteht, abgesehen von etwa 400 weißen Fremden und un- gefähr 1000 Plantagenarbeitcrn, die von andern Südseeinseln hierher gebracht wurden, aus 36000 Eingeborenen polynes.
Rasse, welche sich zum vor- wiegend prot. Christentum bekennen; sie sind hell- farbig, kräftig und schön gebaut, reinlich und sitten- strenger als die meisten der andern von Europäern «civilisierten» Inselgruppen. (E. Tafel: Austra- lische Völkertypen, [* 2] Fig. 6 u. 12.) Im äußern wie im Vildungsstande den Tonga-Insulanern ziem- lich ähnlich, stehen sie diesen auch an Kunstfertigkeit nicht nach, treiben jedoch weniger Landbau. Entdeckt wurden die S. 1722 vom Holländer Rog- gevccn, der sie Vaumannsinseln nannte; Vougain- ville erforschte sie 1768 näher und nannte sie Navi- gatoreninseln. 1830 begann der Missionar Williams mit der Einführung des Christentums.
Ihm folgten 1836 sechs Glaubensboten der Londoner Missions- gefellfchaft, und feitdcm sind die Inseln ein Haupt- feld der Missionsthäügkeit
in der Südsee geworden. Geschichte. Eine staatliche Einheit hatten die S. bis in die neueste Zeit hinein nicht gehabt;
die 10 Distrikte, in welche die Gruppe zerfällt, standen fast stets selbständig und gleichberechtigt unter ihren obersten
Häuptlingen, den Tuis. Er- warb im Laufe der häusigen innern und äußern Kämpfe einer der Tuis einmal eine ausgedehntere
Macht und selbst den Königstitel von
Samoa,
[* 11] so war seine Macht doch
nur eine scheinbare und durch andere
Tuis sowie durch die Vertretung der Vezirks- ältesten (die Taimua) sowie durch die der Dorfälte- sten (die Faipule) beschränkt.
Seit der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts hatte eine Häuptlingsfamilie, Malietoa, welche von der Infel Savaii stammt, mehrere derartige Könige gegeben. 1868 wollten die Kolonisten eine Verfassung einführen, nach welcher neben einem Könige, Malietoa Laupepa, die Taimua gewissermaßen als Oberhaus und die Faipule als Unterhaus wirken sollte. Dies führte zum Kriege und zur Aufstellung eines Gegenkönigs. Nach lan- gen Kämpfen wurde 1873 eine Einigung dahin er- zielt, daß die Negierungsgewalt lediglich in die Hände der beiden Versammlungen gelegt wurde.
Diese erwählten zu ihrem Berater den amerik. Aben- teurer Oberst Steinberger, dem es bald gelang, alle Macht an sich zu reißen, und der diese Macht dazu zu benutzen suchte, die Inselgruppe den Ame- rikanern in die Hände zu spielen. Letzteres scheiterte nur an dem Widerstände des Kongresses zu Washing- ton. Nachdem es Steinberger, um die Macht der Taimua und Faipule völlig zu brechen, gelungen war, wieder einen jüngern Malietoa Talavou zum Könige lind sich zu seinem Premierminister zu machen, setzte er jegliche Rücksicht beiseite, so daß er die Mis- sionare, die Europäer und bald auch Malietoa gegen sich hatte.
Nach einigen Wirren gelang es letzterm, Steinberger außer Landes zu bringen. Doch hatte dieser Erfolg für ihn die weitere unangenehme Kon- sequenz, daß er selber wieder durch die Taimua und Faipule abgesetzt wurde. Hiermit hörten indessen die Bestrebungen, das Protektorat der Vereinigten [* 12] Staaten zu erlangen, nicht auf, der amerik. Konsul Grifsin versuchte sogar einen Handstreich 1877, wurde aber von seiner Regierung verleugnet und abberufen. Ein Abgesandter der Taimua erreichte Juni 1878 in Washington [* 13] einen Freundschafts- und Meistbegünstigungsvertrag, welcher unter anderm den Amerikanern den auf der Tutuila-Insel ge- legenen Hafen Pago-Pago zusprach.
Dem energi- schen Eingreifen des deutschen Kapitäns von Werner, der vor Apia lag und welcher als Repressalie
sofort die beiden Häfen Saluafata und Falealili auf der Infel Upolu besetzte, gelang es, gestützt auf Ver- pflichtungen
der
samoanischen Regierung vom3. Juni 1877, unter dem einen gleichlautenden Vertrag und den Hafen Saluafata als
Kohlenstation zu erhalten. Auch England erzielte einen ähnlichen Vertrag. Als die Deutsche
Südsee- gefcllfchaft in finanzielle Bedrängnis geraten war, versuchte Bismarck, um nicht den Engländern den Nutzen des bisher
Erreichten überlassen zu müssen, dem Reiche Garantien für die Südfeegesellschaft auf- zuerlegen.
Dcr Reichstag lehnte aber 1880 die Vor- lage ab. Um Eifersüchteleien möglichst vorzubeugen, einigten die drei beteiligten Mächte sich mit Malietoa Laupepa, welcher 1880 zum König gewählt wurde, namentlich über die Verwaltung des Distrikts Apia dahin, daß an der Spitze derselben die dortigen Kon- suln stehen sollten. Eine andere Partei wählte Tamasese zum Gegenkönig, und da beide Könige auf Upolu residierten, so wurde bei den verschie- denen Überfällen u. s. w. auch das Eigentum der Weißen, namentlich der Teutschen, nicht geschont. Um dem ein Ende zu machen, wurde MaÜetoa im Aug. 1887 auf ein dcutfches Kriegsschiff gefangen gesetzt und nach Kamerun fortgeführt, während Tamasese anerkannt wurde. Die Amerikaner ¶