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Kapitel 2
Lebensweise der Würmer. (Fortsetzung.)
Art und Weise, in welcher Würmer Gegenstände ergreifen. – Ihr Saugvermögen. – Der Instinkt, die Öffnungen der Röhren zu verstopfen. – Steine über den Löchern angehäuft. – Die hierdurch erlangten Vorteile. – In der Art, in welcher Würmer ihre Röhren verstopfen, entwickelte Intelligenz. – Dabei benutzte verschiedene Arten von Blättern und andere Gegenstände. – Papierdreiecke. – Zusammenfassung der Gründe zur Annahme, dass Würmer etwas Intelligenz entfalten. – Mittel, durch welche sie ihre Röhren aushöhlen, durch Fortdrücken und Verschlucken der Erde. – Erde auch wegen der darin enthaltenen nahrhaften Substanz verschluckt. – Tiefe, bis zu welcher Würmer bohren und der Bau ihrer Röhren. – Röhren mit Exkrementen und im oberen Teil mit Blättern ausgekleidet. – Der unterste Teil mit kleinen Steinen oder Samen gepflastert. – Art und Weise, in welcher die Exkremente ausgeworfen werden. – Das Zusammenfallen alter Röhren. – Verbreitung der Würmer. – Turmartige Exkrementhaufen in Bengalen. Riesenhafter Exkrementhaufen in den Nilgiri-Bergen. – Exkremente in allen Ländern ausgeworfen.
Auf den Töpfen, in welchen Würmer gehalten wurden, wurden Blätter mit Nadeln auf die Erde platt befestigt; des Nachts konnte nun die Art und Weise beobachtet werden, in welcher sie ergriffen wurden. Die Würmer bemühten sich stets, die Blätter nach ihren Röhren hin zu ziehen; und wenn die Blätter hinreichend zart waren, rissen oder sogen sie immer kleine Fragmente davon ab. Sie ergriffen meist den dünnen Rand eines Blattes mit dem Munde, zwischen die vorspringende Ober- und Unterlippe; zu gleicher Zeit wird, wie PERRIER bemerkt, der dicke und starke Schlundkopf innerhalb des Körpers nach vorn geschoben, um für die Oberlippe einen Widerstandspunkt darzubieten. Wenn es sich um breite, glatte Gegenstände handelte, verfuhren sie in einer völlig verschiedenen Weise. Nachdem das vordere zugespitzte Ende des Körpers mit einem Gegenstande dieser Art in Berührung gebracht worden war, wurde dasselbe in die anstossenden Körperringe zurückgezogen, so dass es abgestutzt erschien und so dick wie der übrige Körper wurde. Man konnte dann sehen, dass dieser Teil ein wenig anschwoll; und dies ist, wie ich glaube, Folge davon, dass der Schlundkopf ein wenig nach vorn geschoben wurde. Dann wurde entweder durch das Zurückziehen des Schlundkopfes oder durch dessen Ausdehnung ein luftleerer Raum unterhalb des abgestutzten schleimigen Endes des Körpers gebildet, während dasselbe noch mit dem Gegenstande in Berührung war; durch dies Mittel hingen die beiden, Körper und Gegenstand, fest mit einander zusammen [1]. Dass unter diesen Umständen ein luftleerer Raum gebildet wurde, war bei einer Gelegenheit deutlich zu sehen, wo ein, unter einem welken Kohlblatte liegender grosser Wurm dasselbe fortzuziehen versuchte; denn die Oberfläche des Blattes wurde direkt über dem Ende des Wurmkörpers tief grubenförmig eingezogen. Bei einer anderen Gelegenheit verlor ein Wurm plötzlich seinen Halt auf einem glattliegenden Blatte; und nun sah man einen Augenblick lang das vordere Ende des Körpers becherförmig werden. Würmer können sich in derselben Weise an Gegenstände unter Wasser anheften; ich habe gesehen, wie einer ein unter Wasser getauchtes Scheibchen Zwiebel fortschleppte.
Häufig wurde gesehen, dass die Ränder von auf die Erde befestigten frischen oder nahezu frischen Blättern benagt wurden, und zuweilen war die Epidermis und das ganze Parenchym auf einer Seite über eine beträchtliche Strecke hin vollständig abgenagt; nur die Epidermis der entgegengesetzten Seite war ganz rein übrig gelassen. Die Venen wurden niemals angerührt, und die Blätter wurden in dieser Weise zuweilen zum Teil zu Skeleten umgewandelt. Da die Würmer keine Zähne haben und da ihr Mund aus sehr weichem Gewebe besteht, so darf angenommen werden, dass sie mittelst Saugens die Ränder und das Parenchym frischer Blätter verzehren, nachdem dieselben durch die Verdauungsflüssigkeit erweicht worden sind. Derartige starke Blätter, wie die des Seekohls oder grosse und dicke Efeublätter, können sie nicht angreifen; doch wurde eins der letzteren Art, nachdem es gefault war, stellenweise zum Skelet gemacht.
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[1] Claparède bemerkt (Zeitschr. f. Winsch. Zoologie, 19. Bd. 1869. p. 602), dass der Schlundkopf seinem Baue nach zum Saugen angepasst erscheine.
Würmer ergreifen Blätter und andere Gegenstände nicht bloss um als Nahrung zu dienen, sondern auch, um damit die Mündungen ihrer Röhren zu verstopfen; und dies ist einer ihrer stärksten Instinkte Blätter und Blattstiele vieler Arten, einige Blütenstängel, häufig verdorrte Baumzweige, Stückchen Papier, Federn, Wollbüschel und Pferdehaare werden zu diesem Zwecke in ihre Röhren gezogen. Ich habe nicht weniger als siebzehn Blattstiele einer Clematis aus der Öffnung einer Wurmröhre und zehn aus der Mündung einer anderen vorstehen sehn. Einige von diesen Gegenständen, wie die oben genannten Blattstiele, Federn usw. werden niemals von den Würmern benagt. Auf einem Kieswege in meinem Garten fand ich, dass viele hundert Blätter einer Tannenart (Pinus austriaca oder nigricans) mit ihrer Basis in Wurmlöcher hineingezogen waren. Die Oberflächen, mit welchen diese nadelförmigen Blätter an die Zweige gelenkt sind, sind in einer genauso eigentümlichen Weise gestaltet, wie das Gelenk zwischen den Gliedmassenknochen eines Säugetiers; und wenn diese Flächen im Geringsten benagt worden wären, so würde diese Tatsache unmittelbar sichtbar geworden sein; es fand sich aber nicht eine Spur von Benagtsein. Von gewöhnlichen Dikotyledonenblättern werden nicht alle diejenigen, welche in Wurmlöcher gezogen sind, benagt. Ich habe nicht weniger als neun Lindenblätter in eine und dieselbe Wurmröhre gezogen gesehen, und nicht annähernd sämtliche waren benagt gewesen; derartige Blätter dürften aber als Vorräte für ein späteres Verzehrtwerden dienen. Wo abgefallene Blätter sehr reichlich vorhanden sind, werden zuweilen viel mehr über der Mündung einer Röhre angesammelt als gebraucht werden können, so dass ein kleiner Haufen von nicht benutzten Blättern wie ein Dach über denjenigen übrig bleibt, die zum Teil in die Röhren hineingezogen sind.
Wenn ein Blatt eine kurze Strecke weit in eine zylindrische Röhre gezogen wird, so wird es notwendigerweise bedeutend gefaltet oder zerknittert. Wird noch ein anderes Blatt hineingezogen, so geschieht dies nach aussen von dem zuerst hinein gezogenen, und so fort mit den späteren Blättern; schliesslich werden sie sämtlich dicht gefaltet und aneinander gedrückt. Zuweilen vergrössert der Wurm die Mündung seiner Röhre oder macht eine frische dicht daneben, um eine noch grössere Menge Blätter hereinziehen zu können. Sie füllen die Zwischenräume zwischen den hineingezogenen Blättern häufig oder allgemein mit feuchter klebriger, aus ihrem Körper ausgeworfener Erde aus, und in dieser Weise werden die Mündungen der Röhren ganz sicher verstopft. An vielen Stellen, besonders während der Herbst- oder ersten Wintermonate, kann man Hunderte solcher verstopfter Wurmlöcher sehen. Wie aber später noch gezeigt werden wird, werden Blätter nicht nur deshalb in die Röhren hineingezogen, um dieselbe zuzustopfen oder um als Nahrung zu dienen, sondern auch um den oberen Teil der Mündung damit auszukleiden.
Wenn Würmer keine Blätter, Blattstiele, Zweigstückchen usw., mit denen sie die Mündungen ihrer Röhren verstopfen könnten, erlangen können, schützen sie dieselben oft mit kleinen Häufchen von Steinen; und solche Häufchen glatter abgerundeter Steinchen sind auf Kieswegen häufig zu sehen. Hier kann es sich natürlich nicht um Nahrung handeln. Eine Dame, welche sich für die Lebensweise der Würmer interessierte, entfernte die kleinen Steinhäufchen von den Mündungen der Wurmröhren und reinigte die Oberfläche der Erde auf einige Zoll rings herum. In der nächsten Nacht ging sie mit einer Laterne hinaus und sah, wie die Würmer, während ihre Schwanzenden in den Röhren festhielten, die Steine mit Hilfe ihres Mundes, ohne Zweifel durch Ansaugen, nach innen zogen. „Nach zwei Nächten lagen auf einigen von den Löchern 8 oder 9 kleine Steine; nach vier Nächten lagen auf einem ungefähr 30, auf einem anderen 34 Steine [2].“ Ein Stein, welcher über den Kiesweg bis zur Öffnung der Röhre geschleppt worden war, wog zwei Unzen; und dies beweist, wie stark die Würmer sind. Sie offenbaren aber noch grössere Kraft dadurch, dass sie zuweilen in einem festgetretenen Kieswege Steine aus der Lage bringen; dass sie dies wirklich tun, kann daraus geschlossen werden, dass die von den aus ihrer Stellung gebrachten Steinen gelassenen Höhlungen genau von den Steinen ausgefüllt werden, welche über den Öffnungen in der Nähe befindlicher Wurmlöcher liegen, wie ich selbst beobachtet habe.
Arbeit dieser Art wird gewöhnlich des Nachts ausgeführt; ich habe aber gelegentlich auch erfahren, dass Gegenstände während des Tags in die Höhle gezogen worden sind. Was für einen Vorteil die Würmer davon haben, dass sie die Mündungen ihrer Röhren mit Blättern usw. zustopfen, oder dass sie Steine über denselben anhäufen, ist zweifelhaft. Zu denjenigen Zeiten, in denen sie viel Erde aus ihren Röhren auswerfen, verfahren sie nicht in dieser Weise; denn
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[2] Eine Schilderung ihrer Beobachtungen ist mitgeteilt in: Gardeners‘ Chronicle, March 28. 1868. p. 324.
dann dienen die Exkrementrollen dazu, die Mündung zu bedecken. Wenn Gärtner die Würmer auf einem freien Platze töten wollen, so ist es notwendig, zuerst die Exkrementhaufen von der Oberfläche wegzukehren oder wegzurechen, damit das Kalkwasser in die Röhren eindringen kann [3]. Aus dieser Tatsache könnte gefolgert werden, dass die Öffnungen deshalb mit Blättern usw. zugestopft werden, um bei heftigem Regen das Eindringen von Wasser zu verhüten; gegen diese Ansicht kann aber eingewendet werden, dass einige wenige, lockere, gut abgerundete Steine dazu schlecht angepasst sind, das Wasser abzuhalten. Überdies habe ich in den senkrecht abgeschnittenen Rasenrändern an Kieswegen viele Wurmröhren gesehen, in welche kaum Wasser fliessen konnte und welche doch ebenso gut verstopft waren, wie Röhren auf einer ebenen Fläche. Können die Pfropfe oder die Steine dazu beitragen, die Röhren vor den Skolopendern zu verbergen, welche nach der Angabe von HOFFMEISTER [4] die bittersten Feinde der Regenwürmer sind? Oder könnten nicht Würmer, wenn sie in dieser Weise geschützt sind, im Stande sein, mit Sicherheit mit ihren Köpfen dicht an den Mündungen ihrer Röhren zu bleiben, was sie bekanntlich sehr zu tun lieben, was aber so vielen von ihnen das Leben kostet? Oder dürften die Pfropfen nicht den freien Eintritt der untersten Luftschicht verhindern, wenn dieselbe durch die Strahlung des Nachts von dem umgebenden Boden und vom Laube abgekühlt ist? Ich bin geneigt, die letzte Ansicht anzunehmen; erstens, weil Würmer, wenn sie in Töpfen in einem geheizten Zimmer gehalten wurden, in welchem Falle keine kalte Luft in die Röhren dringen konnte, die Mündungen derselben in einer liederlichen Weise zustopften, und zweitens, weil sie häufig den oberen Teil ihrer Röhren mit Blättern auskleiden, augenscheinlich um zu verhüten, dass ihr Körper mit der kalten feuchten Erde in dichte Berührung komme. Es kann aber auch der Prozess des Verstopfens vielleicht sämtlichen oben erwähnten Zwecken dienen.
Was das Motiv auch sein mag, allem Anschein nach haben die Würmer es durchaus nicht gern, die Mündungen ihrer Röhren offen zu lassen. Nichtsdestoweniger öffnen sie dieselben wiederum des Nachts,
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[3] Loudon’s Gard. Mag. XVII. p. 216, zitiert in dem Catalogue of the British Museum Worms. 1865. p. 327. [4] Familie der Regenwürmer. p. 19.
mögen sie dieselben später wieder schliessen können oder nicht. Auf frisch gegrabenem Boden kann man zahlreiche offene Röhren sehen, denn in diesem Falle werfen die Würmer die Exkrementrollen in im Boden gelassene Höhlen oder in die alten Röhren, anstatt dieselben über den Mündungen ihrer Röhren anzuhäufen; auch können sie keine Gegenstände an der Oberfläche zusammentragen, mit denen die Mündungen geschützt werden könnten. Ferner öffneten die Würmer auf einem vor Kurzem ausgegrabenen Pflaster einer römischen Villa in Abinger (welche später beschrieben werden wird) ihre Röhren hartnäckig fast jede Nacht, wenn dieselben durch das häufige Drauftreten geschlossen worden waren, obschon sie selten im Stande waren, einige wenige minutiöse Steinchen zu finden, mit denen sie sie bedeckten.
Intelligenz, welche Würmer in der Art, ihre Röhren zuzustopfen, darbieten. – Wenn Jemand eine kleine zylindrische Röhre mit solchen Gegenständen wie Blätter, Blattstiele oder Zweige zu verstopfen hätte, so würde er dieselben mit ihren zugespitzten Enden hineinstecken oder hineinziehen; wären aber diese Gegenstände sehr dünn im Verhältnis zu der Grösse der Höhle, so würde er wahrscheinlich einige mit ihrem dickeren oder breiteren Ende voran hinein bringen. Er würde sich in diesem Falle von seiner Intelligenz leiten lassen. Es schien mir daher der Mühe wert zu sein, sorgfältig zu beobachten, wie die Würmer Blätter in ihre Röhren ziehen, ob mit deren Spitzen oder mit den Basen oder mit den mittleren Teilen. Ganz besonders wünschenswert schien mir dies in dem Falle zu sein, wo es sich um Pflanzen handelte, die nicht bei uns einheimisch sind; denn obgleich die Gewohnheit, Blätter in die Röhren zu ziehen, ohne Zweifel bei den Würmern instinktiv ist, so konnte ihnen doch der Instinkt in dem Falle nicht angeben, wie sie handeln sollten, wenn es Blätter betraf, von denen ihre Vorfahren nichts wussten. Wenn überdies Würmer allein durch den Instinkt oder durch einen unveränderlichen vererbten Antrieb handelten, so würden sie alle Arten von Blättern in ein und der nämlichen Weise in ihre Röhren ziehen. Wenn sie keinen derartigen bestimmten Instinkt haben, könnten wir erwarten, dass es der Zufall bestimmen werde, ob die Spitze oder die Basis oder die Mitte eines Blattes ergriffen wird. Werden diese beiden Alternativen ausgeschlossen, so bleibt nur Intelligenz übrig, wenn nicht der Wurm in jedem einzelnen Falle zuerst viele verschiedene Methoden versucht und dann nur derjenigen folgt, welche sich als die einzig mögliche oder als die leichteste herausstellt; aber auch schon diese Art zu handeln und verschiedene Methoden zu versuchen, nähert sich der Intelligenz bedeutend.
An erster Stelle nun wurden 227 verwelkte Blätter verschiedener Arten, meistens von englischen Pflanzen, an verschiedenen Orten aus Wurmröhren herausgezogen. Von diesen waren 181 mit oder nahe an ihren Spitzen in die Wurmlöcher gezogen worden, so dass die Blattstiele nahezu senkrecht aufwärts aus der Mündung der Wurmröhren vorsprangen; 20 waren mit den Basen hineingezogen worden, und in diesem Falle sprangen die Blattspitzen vor; 26 endlich waren in der Nähe der Mitte ergriffen worden, so dass dieselben quer in die Röhren gezogen worden und sehr gerunzelt waren. Es waren daher 80 Prozent (dabei immer die nächste ganze Zahl annehmend) mit der Spitze eingezogen worden, 9 Prozent mit der Basis oder dem Blattstiel und 11 Prozent quer oder mit der Mitte. Dies allein genügt beinahe schon, um zu zeigen, dass es nicht der Zufall ist, welcher bestimmt, in welcher Weise Blätter in die Wurmröhren gezogen werden.
Von den oben erwähnten 227 Blättern waren 70 abgefallene Blätter der gewöhnlichen Linde, welche beinahe sicher kein eingeborener Baum Englands ist. Diese Blätter sind nach der Spitze zu bedeutend zugespitzt und sind an der Basis sehr breit mit einem gut entwickelten Blattstiel. Sie sind dünn, und wenn sie halb verwelkt sind, vollständig biegsam. Von diesen 70 Blättern waren 79 Prozent mit oder nahe an der Spitze eingezogen worden, 4 Prozent mit der Basis oder nahe an derselben, und 17 Prozent quer oder mit der Mitte. Diese Verhältniszahlen stimmen, soweit die Spitze in Betracht kommt, sehr nahe mit den vorhin mitgeteilten überein. Der Prozentsatz der mit der Basis eingezogenen Blätter ist aber kleiner, und das kann wohl der Breite des basalen Teils der Blattfläche zugeschrieben werden. Wir sehen hier auch, dass das Vorhandensein eines Blattstiels, von dem sich hätte erwarten lassen, dass er die Würmer als ein bequemer Handgriff zu einem Versuche hätte verleiten können, nur geringen oder gar keinen Einfluss auf die Bestimmung der Art und Weise hat, in welcher Lindenblätter in die Wurmröhren hineingezogen werden. Die verhältnismässig grosse Menge von Blättern, nämlich 17 Prozent, welche mehr oder weniger quer eingezogen worden waren, hängt ohne Zweifel von der Biegsamkeit dieser halbverwelkten Blätter ab. Die Tatsache, dass so viele mit der Mitte und einige wenige mit der Basis in die Löcher gezogen worden sind, macht es unwahrscheinlich, dass die Würmer es zuerst versuchten, die meisten Blätter nach einer oder nach beiden dieser letzten Methoden hereinzuziehen und dass sie später 79 Prozent mit ihren Spitzen hereinzogen; denn es ist doch ganz offenbar, dass es ihnen nicht schwer geworden wäre, dieselben mit der Basis oder mit der Mitte hereinzuziehen.
Es wurde nun zunächst nach den Blättern einer ausländischen Pflanze gesucht, deren Blattscheiben nach der Spitze nicht mehr zugespitzt waren als nach der Basis zu. Es ergab sich, dass dies bei den Blättern eines Goldregens (einer Bastardform zwischen Cytisus alpinus und laburnum) der Fall war; denn faltete man die terminale Hälfte über die basale, so passten beide meistens genau aufeinander; und wenn irgendeine Verschiedenheit bestand, so war die basale Hälfte etwas schmäler. Es hätte sich daher wohl erwarten lassen, dass eine beinahe gleiche Anzahl von diesen Blättern mit der Spitze und mit der Basis in die Röhren gezogen worden seien, oder dass sich ein geringer Überschuss zu Gunsten der letzteren ergebe. Aber von 73 Blättern (welche nicht in der ersten Zahl von 227 enthalten waren), die aus Wurmlöchern gezogen wurden, waren 63 Prozent mit der Spitze eingezogen worden, 27 Prozent mit der Basis und 10 Prozent quer. Wir sehen hier, dass eine verhältnismässig bei weitem grössere Menge, nämlich 27 Prozent, mit der Basis eingezogen worden waren, als es bei den Lindenblättern der Fall war, deren Blattscheiben an der Basis sehr breit sind, und von denen nur 4 Prozent in dieser Weise eingezogen worden waren. Die Tatsache, dass nicht eine verhältnismässig noch grössere Menge von Goldregenblättern mit der Basis eingezogen worden ist, können wir vielleicht daraus erklären, dass die Würmer die Gewohnheit erlangt haben, allgemein die Blätter mit den Spitzen hereinzuziehen, um auf diese Weise die Blattstiele zu vermeiden. Denn der basale Rand der Blattspreite bildet bei vielen Arten von Blättern mit dem Blattstiel einen grossen Winkel; und wenn ein derartiges Blatt mit dem Blattstiel hineingezogen würde, so würde der basale Rand plötzlich auf beiden Seiten der Höhlenöffnung mit dem Boden in Berührung kommen und das Hineinziehen des Blattes sehr schwierig machen.
Nichtsdestoweniger verlassen Würmer ihre Gewohnheit, die Blattstiele zu vermeiden, wenn ihnen dieser Teil das bequemste Mittel darbietet, die Blätter in ihre Röhren zu ziehen. Die Blätter der in endloser Weise hybridisierten Varietäten des Rhododendron variieren bedeutend in ihrer Gestalt; einige sind am schmälsten nach ihrer Basis zu, andere nach der Spitze zu. Nachdem sie abgefallen sind, wird häufig die Blattscheibe zu beiden Seiten der Mittelrippe während des Austrocknens aufgerollt, zuweilen der ganzen Länge entlang, zuweilen hauptsächlich nach der Basis, zuweilen nach der Spitze zu. Unter 28 abgefallenen Blättern auf einem Torfbeete in meinem Garten waren nicht weniger als 23 in dem basalen Viertel ihrer Länge schmäler als im terminalen Viertel; und diese Schmalheit war hauptsächlich Folge des Einrollens der Ränder. Unter 36 abgefallenen Blättern auf einem anderen Beete, in welchem verschiedene Varietäten von Rhododendron wuchsen, waren nur 17 nach der Basis zu schmäler als nach der Spitze zu. Mein Sohn WILLIAM, welcher zuerst meine Aufmerksamkeit auf diesen Fall lenkte, las 237 in seinem Garten (wo das Rhododendron im natürlichen Boden wächst) abgefallene Blätter auf, und von diesen hätten 65 Prozent von den Würmern leichter mit der Basis oder dem Stielende in ihre Höhlen gezogen werden können als mit der Spitze; und dies war zum Teil Folge der Gestalt des Blattes, und in einem geringeren Grade nur Folge des Einrollens der Ränder; 27 Prozent hätten leichter mit der Spitze als mit der Basis eingezogen werden können; und 8 Prozent mit ungefähr gleicher Leichtigkeit mit jedem der beiden Enden. Die Gestalt eines abgefallenen Blattes muss vorher beurteilt werden, ehe das eine Ende in eine Höhle gezogen worden ist; denn nachdem dies geschehen ist, vertrocknet das freie Ende, mag dies die Spitze oder die Basis sein, schneller als das in dem feuchten Boden eingetauchte Ende; in Folge dessen werden die exponierten Ränder des freien Endes die Neigung haben, stärker nach innen eingerollt zu werden, als sie es zu der Zeit waren, wo das Blatt zuerst vom Wurm ergriffen wurde. Mein Sohn fand 91 Blätter, welche von Würmern in ihre Röhren hineingezogen worden waren, wenn schon nicht in eine grosse Tiefe; von diesen waren 66 Prozent mit der Basis oder dem Blattstiel und 34 Prozent mit der Spitze hineingezogen worden. In diesem Falle beurteilten daher die Würmer mit einem ansehnlichen Grade von Korrektheit, wie die verwelkten Blätter dieser ausländischen Pflanze am besten in ihre Röhren zu ziehen seien, trotzdem dass sie dabei von ihrer gebräuchlichen Gewohnheit, den Blattstiel zu vermeiden, abgehen mussten.
Auf den Kieswegen in meinem Garten wird eine sehr grosse Zahl von Blättern dreier Arten von Pinus (P. austriaca, nigricans und sylvestris) regelmässig in die Mündungen der Wurmröhren hineingezogen. Diese Blätter bestehen aus zwei Nadeln, welche in den beiden zuerst genannten Arten von beträchtlicher Länge und in der zuletzt erwähnten Art kurz sind, und die mit einer gemeinschaftlichen Basis verbunden sind; und mit diesem letzteren Teile werden sie beinahe ausnahmslos in die Wurmlöcher gezogen. Ich habe bei Würmern im Naturzustande nur zwei oder höchstens drei Ausnahmen von dieser Regel gesehen. Da die scharf zugespitzten Nadeln ein wenig divergieren und, da mehrere Blätter in ein und dieselbe Röhre gezogen werden, so bildet jedes Büschel einen vollkommenen spanischen Reiter. Bei zwei Gelegenheiten wurden des Abends viele solcher Büschel aus der Röhre herausgezogen; am folgenden Morgen aber waren frische Blätter hineingezogen worden, so dass die Röhren wiederum gut beschützt waren. Diese Blätter konnten nicht in die Röhren bis zu irgendeiner Tiefe anders als mit ihren Basen hineingezogen werden, da ein Wurm nicht die beiden Nadeln gleichzeitig ergreifen kann, und da, wenn nur eine mit der Spitze ergriffen würde, die andere gegen den Boden angedrückt werden und den Eintritt der ergriffenen verhindern würde. Dies war in den oben erwähnten zwei oder drei Ausnahmefällen offenbar. Damit daher die Würmer ihre Arbeit ordentlich ausführen können, müssen sie Tannenblätter mit den Basen, wo die beiden Nadeln verbunden sind, in ihre Löcher hineinziehen. Auf welche Weise sie aber bei dieser Arbeit geleitet werden, ist eine ziemlich verwirrende Frage.
Diese Schwierigkeit veranlasste meinen Sohn FRANCIS und mich selbst, Würmer in der Gefangenschaft während mehrerer Nächte mit Hilfe eines trüben Lichts zu beobachten, während sie die Blätter der oben angeführten Tannen in ihre Höhlen zogen. Sie bewegten die vorderen Enden ihrer Körper um die Blätter herum und bei mehreren Gelegenheiten fuhren sie, wenn sie das scharfe Ende einer Nadel berührten, plötzlich zurück, als wären sie gestochen. Ich bezweifle aber, dass sie dadurch verletzt waren, denn sie verhalten sich gegen scharfe Gegenstände indifferent und verschlingen selbst Dornen von Rosen und kleine Glassplitter. Es dürfte auch bezweifelt werden, dass die spitzen Enden der Nadeln dazu dienen, ihnen zu sagen, dass dies das falsche Ende zum Ergreifen des Blatts sei; denn an vielen Blättern wurden die Spitzen in einer Länge von ungefähr einem Zoll abgeschnitten, und siebenundfünfzig derselben wurden mit ihren Basen und nicht mit den abgeschnittenen Enden voran in die Wurmlöcher gezogen. Die gefangen gehaltenen Würmer ergriffen häufig die Nadeln in der Nähe der Mitte und zogen sie nach den Mündungen ihrer Höhlen hin; ein Wurm versuchte in einer ganz sinnlosen Art, sie durch Biegen derselben in die Höhle zu ziehen. Sie schleppten zuweilen viel mehr Blätter über den Mündungen ihrer Röhren zusammen (wie in dem früher erwähnten Fall mit den Lindenblättern) als in dieselben hineingehen konnten. Bei anderen Gelegenheiten benahmen sie sich indessen völlig verschieden; denn sobald sie die Basis eines Tannenblattes berührten, wurde dasselbe ergriffen, wobei es zuweilen vollständig in dem Munde der Würmer verschlungen wurde, oder es wurde ein der Basis sehr nahe liegender Punkt ergriffen, und das Blatt wurde dann schnell in die Röhre gezogen oder vielmehr geschnellt. Sowohl meinem Sohne als mir selbst kam es so vor, als ob die Würmer es augenblicklich wahrnähmen, wenn sie das Blatt in der richtigen Art und Weise ergriffen hatten. Es wurden neun solche Fälle beobachtet; in einem derselben aber gelang es dem Wurme nicht, das Blatt in seine Höhle zu ziehen, da er sich mit anderen in der Nähe befindlichen Blättern verwickelte. In einem anderen Falle stand ein Blatt nahezu aufrecht mit den Spitzen der Nadeln zum Teil in eine Röhre eingesenkt, wie es aber da stand, wurde nicht beobachtet; dann richtete sich aber der Wurm rückwärts auf und ergriff die Basis, welche nun in die Mündung der Röhre durch Biegen des ganzen Blatts gezogen wurde. Andererseits wurde, nachdem ein Wurm die Basis eines Blattes ergriffen hatte, diese bei zwei Gelegenheiten aus irgendeinem unbekannten Motive wieder losgelassen.
Wie bereits bemerkt wurde, ist die Gewohnheit, die Mündung der Röhren mit verschiedenen Gegenständen zu verstopfen, ohne Zweifel bei Würmern instinktiv; und ein in einem meiner Töpfe geborener, sehr junger Wurm zog ein Kieferblatt, dessen eine Nadel so lang und beinahe so dick war wie sein eigner Körper, eine Strecke mit fort. In diesem Teile von England ist keine Kieferart einheimisch; es ist daher unglaublich, dass die richtige Art und Weise, Kieferblätter in die Röhren zu ziehen, bei unseren Würmern instinktiv sein könnte. Da aber die Würmer, an welchen die obigen Beobachtungen gemacht wurden unterhalb oder in der Nähe von einigen Kiefern gegraben worden waren, die vor ungefähr vierzig Jahren dort gepflanzt worden waren, so war es wünschenswert zu beweisen, dass ihre Handlungsweise nicht instinktiv war. Dem entsprechend wurden Kieferblätter auf dem Boden an Stellen ausgestreut, die von irgendeinem Kieferbaume weit entfernt waren, und 90 von ihnen wurden mit ihrer Basis in die Wurmhöhlen gezogen. Nur zwei wurden mit der Spitze der Nadeln eingezogen, und diese waren keine wirklichen Ausnahmen, da eins davon nur eine sehr kurze Strecke weit hineingezogen wurde und die beiden Nadeln des anderen zusammenhingen. Andere Kieferblätter wurden Würmern gegeben, welche in Töpfen in einem warmen Zimmer gehalten wurden, und hier war das Resultat verschieden; denn unter 42 in die Wurmröhren gezogenen Blättern wurden nicht weniger als 16 mit der Spitze der Nadeln eingezogen. Diese Würmer arbeiteten indessen in einer sorglosen oder liederlichen Art und Weise; denn die Blätter wurden häufig nur bis in eine geringe Tiefe gezogen; zuweilen wurden sie nur über der Mündung der Röhren angehäuft, und zuweilen wurden gar keine hineingezogen. Ich glaube, dass diese Sorglosigkeit dadurch erklärt werden kann, dass die Luft des Zimmers warm war und die Würmer in Folge dessen nicht ängstlich darauf bedacht waren, ihre Röhren wirksam zu verstopfen. Von Würmern bewohnte und mit einem Netze, welches den Zutritt kalter Luft gestattete, bedeckte Töpfe wurden mehrere Nächte hindurch im Freien gelassen, und nun wurden 72 Blätter, und zwar sämtlich in der richtigen Weise mit ihrer Basis eingezogen.
Aus den bis jetzt mitgeteilten Tatsachen dürfte vielleicht gefolgert werden, dass die Würmer irgendwie eine allgemeine Vorstellung von der Gestalt oder der Struktur der Kieferblätter erlangen und es einsehen, dass es für sie notwendig ist, die Basis, wo die zwei Nadeln verbunden sind, zu ergreifen. Die folgenden Fälle machen dies aber mehr als zweifelhaft. Die Spitzen einer grossen Anzahl von Nadeln von Pinus austriaca wurden mit in Alkohol aufgelöstem Schellack zusammengekittet und einige Tage aufbewahrt, bis, wie ich glaube, aller Geruch oder Geschmack verschwunden war; dann wurden sie an Stellen, wo keine Kieferbäume wuchsen, auf dem Boden verstreut in der Nähe von Wurmröhren, aus denen die Pfropfen entfernt worden waren. Derartige Blätter hätten bei jedem der beiden Enden mit gleicher Leichtigkeit in die Röhren hineingezogen werden können; und nach Analogie zu urteilen, und besonders nach dem sofort mitzuteilenden Falle der Blattstiele von Clematis montana, erwartete ich, dass die Spitzen vorgezogen werden würden. Das Resultat war aber, dass unter 121 Blättern mit zusammengekitteten Spitzen 108 mit ihren Basen und nur 13 mit ihren Spitzen eingezogen wurden. In der Meinung, dass die Würmer möglicherweise den Geruch oder Geschmack des Schellacks wahrnehmen und als unangenehm empfinden möchten, obgleich dies sehr unwahrscheinlich war, besonders nachdem die Blätter während mehrerer Nächte im Freien liegen gelassen worden waren, wurden die Spitzen der Nadeln vieler Blätter mit feinem Faden zusammengebunden. Von in dieser Weise behandelten 150 Blättern wurden in Wurmhöhlen gezogen: 123 mit der Basis und 27 mit den zusammengebundenen Spitzen, so dass also zwischen vier und fünfmal so viel mit der Basis hineingezogen wurden, wie mit der Spitze. Es ist möglich, dass die kurzen abgeschnittenen Enden der Fäden, mit denen sie zusammengebunden waren, die Würmer dazu verführt haben dürften, eine verhältnismässig grössere Zahl mit den Spitzen hineinzuziehen, als wenn Kitt gebraucht wurde. Rechnet man die Blätter mit zusammengebundenen und zusammengekitteten Spitzen zusammen (271 von Anzahl), so wurden 85 Prozent hiervon mit der Basis und 15 Prozent mit der Spitze eingezogen. Wir können daher schliessen, dass es nicht die Divergenz der beiden Nadeln ist, welche die Würmer im Naturzustande beinahe ausnahmslos dazu führt, Kieferblätter mit ihrer Basis in die Wurmhöhle hineinzuziehen. Auch kann es nicht die Schärfe der Spitze der Nadeln sein, welche die Würmer bestimmt; denn wie wir gesehen haben, werden viele Blätter mit abgeschnittenen Spitzen mit ihrer Basis in die Löcher gezogen. Wir werden hierdurch zu dem Schlusse geführt, dass bei Kieferblättern irgendetwas an der Basis für die Würmer anziehend sein muss, trotzdem nur wenige gewöhnliche Blätter mit der Basis oder dem Blattstiel eingezogen werden.
Blattstiele. – Wir wollen uns nun zu den Stängeln oder den Blattstielen zusammengesetzter Blätter, nachdem die Blättchen abgefallen sind, wenden. Die Stiele von Clematis montana, welche über einer Veranda wuchs, wurden zeitig im Januar in grosser Anzahl in die Wurmhöhlen auf einem naheliegenden Kieswege, Grasplatz und Blumenbeete eingezogen. Diese Blattstiele variieren in der Länge von 2 1/2 bis 4 1/2 Zoll, sind steif und von nahezu gleichförmiger Dicke, ausgenommen dicht an der Basis, wo sie sich ziemlich plötzlich verdicken und hier ungefähr zweimal so dick sind wie an irgendeinem anderen Teile. Die Spitze ist etwas zugespitzt, verwelkt aber bald und wird dann leicht abgebrochen. Von solchen Blattstielen wurden 314 aus Wurmlöchern auf den eben erwähnten Orten herausgezogen; und es ergab sich, dass 76 Prozent mit den Spitzen und 24 Prozent mit den Basen hineingezogen worden waren, so dass die mit der Spitze hineingezogenen ein wenig mehr als dreimal so viel betrugen wie die mit der Basis eingezogenen. Einige von den aus dem festgetretenen Kieswege herausgezogenen wurden von den anderen getrennt gehalten; und von diesen (59 der Zahl nach) waren nahezu fünfmal so viel mit der Spitze wie mit der Basis hineingezogen, während bei denen aus dem Rasenplatz und dem Blumenbeet herausgezogenen, wo in Folge des Umstands, dass der Boden leichter nachgibt, beim Verstopfen der Röhren weniger Sorgfalt notwendig sein dürfte, das Verhältnis der mit der Spitze hineingezogenen (130) zu den mit der Basis hineingezogenen (48) etwas weniger als drei zu eins betrug. Dass diese Blattstiele in die Wurmröhren gezogen worden waren, um dieselbe zu verstopfen und nicht als Nahrung, ging daraus offenbar hervor, dass, soweit ich sehen konnte, keins von beiden Enden benagt war. Da mehrere Blattstiele gebraucht werden, um ein und dasselbe Loch zuzustopfen, in einem Falle nicht weniger als 10, und in einem anderen Falle nicht weniger als 15, so dürften die Würmer vielleicht zuerst einige wenige mit dem dickeren Ende voraus hineinziehen, um sich Mühe zu ersparen; später aber wird die grosse Mehrheit mit dem zugespitzten Ende hineingezogen, um die Höhle sicher zu verstopfen.
Zunächst wurden dann die abgefallenen Blattstiele unseres einheimischen Eschenbaums beobachtet, und hier wurde die bei den meisten Gegenständen befolgte Regel, dass nämlich eine grosse Mehrzahl mit dem zugespitzten Ende in die Röhren gezogen wurde, nicht eingehalten; und diese Tatsache überraschte mich anfangs sehr. Diese Blattstiele variieren in der Länge von 5 bis 8 1/2 Zoll; sie sind nach der Basis zu dick und fleischig, von wo aus sie dann nach der Spitze zu sich sanft verdünnen; die Spitze selbst ist ein wenig verdickt und abgestutzt, wo das terminale Blättchen ursprünglich befestigt war. Unter einigen auf einem mit Gras bewachsenen Stück Feldes wachsenden Eschen wurden 229 Blattstiele aus Wurmröhren zeitig im Januar herausgezogen, und von diesen waren 51,5 Prozent mit der Basis und 485 Prozent mit der Spitze hineingezogen worden. Diese Anomalie wurde indes leicht erklärt, sobald das dicke Ende untersucht wurde; denn bei 78 unter 103 Blattstielen war dieser Teil dicht über der hufeisenförmigen Gelenkfläche von Würmern benagt worden. In den meisten Fällen konnte über das Benagtsein gar kein Irrtum bestehen; denn nicht benagte Blattstiele, welche untersucht wurden, nachdem sie dem Wetter noch weitere acht Wochen ausgesetzt worden waren, waren in der Nähe der Basis nicht mehr zerfallen oder zersetzt als irgendwo anders. Es geht hieraus offenbar hervor, dass das dicke basale Ende des Blattstiels nicht nur zum Zwecke des Verstopfens der Mündungen der Röhren, sondern auch zur Nahrung eingezogen wird. Selbst die schmalen abgestutzten Spitzen einiger weniger Blattstiele waren benagt worden; und dies war bei 6 unter 37 zu diesem Behufe untersuchten Stielen der Fall. Nachdem die Würmer das basale Ende hineingezogen und benagt haben, schieben sie die Blattstiele häufig wieder aus ihren Röhren heraus und ziehen dann frische herein, entweder mit der Basis als Nahrung oder mit der Spitze zum wirksameren Verstopfen der Mündung. So waren unter 37 mit ihren Spitzen in den Röhren steckenden Blattstielen 5 vorher mit ihren Basen hineingezogen gewesen, denn dieser Teil war benagt worden. Ferner sammelte ich eine Handvoll lose auf dem Boden dicht bei einigen zugestopften Wurmröhren liegender Blattstiele, wo die Oberfläche dick mit anderen Blattstielen überstreut war, welche augenscheinlich niemals von Würmern berührt worden waren; und 14 unter 47 (d.i. nahezu ein Drittel) waren, nachdem die Basis benagt worden war, aus den Röhren herausgestossen worden und lagen nun lose auf dem Boden. Aus diesen verschiedenen Tatsachen können wir schliessen, dass die Würmer einige Blattstiele der Esche mit der Basis hereinziehen, um als Nahrung zu dienen, und andere mit der Spitze, um die Mündungen ihrer Röhren in der allerwirksamsten Weise zuzustopfen.
Die Blattstiele der Robinia pseudoacacia variieren in der Länge von 4 oder 5 bis zu nahezu 12 Zoll; dicht an der Basis sind sie dick, ehe die weicheren Teile weggefault sind, und verjüngen sich bedeutend nach dem oberen Ende zu. Sie sind so biegsam, dass ich einige wenige gesehen habe, welche auf einander gebogen und in dieser Weise in die Röhren von Würmern gezogen worden waren. Unglücklicherweise wurden diese Blattstiele nicht eher als im Februar untersucht, in welcher Zeit die weicheren Teile vollständig abgefault waren, so dass es unmöglich war, zu ermitteln, ob die Würmer die Basen benagt hatten, obgleich dies an und für sich wahrscheinlich ist. Unter 121 zeitig im Februar aus Wurmlöchern herausgezogenen Blattstielen waren 68 mit der Basis und 53 mit der Spitze voran hineingebracht worden. Am 5. Februar wurden sämtliche Blattstiele, welche in die Wurmröhren unter einer Robinia hineingezogen worden waren, herausgezogen; und nach einem Verlauf von elf Tagen waren wiederum 35 Blattstiele, und zwar 19 mit der Basis und 16 mit der Spitze hineingezogen. Nimmt man diese beiden Sätze zusammen, so wurden 56 Prozent mit der Basis voran eingezogen und 44 Prozent mit der Spitze. Da alle anderen weichen Teile schon längst weggefault waren, so können wir, besonders in dem zuletzt erwähnten Falle, sicher sein; dass keiner als Nahrungsmittel hineingezogen worden ist. In dieser Jahreszeit ziehen daher die Würmer diese Blattstiele ganz gleich mit jedem der beiden Enden in ihre Röhren, wobei der Basis ein unbedeutender Vorzug gegeben wird. Diese letztere Tatsache dürfte aus der Schwierigkeit erklärt werden, eine Wurmröhre mit so ausserordentlich dünnen Gegenständen, wie diese oberen Enden sind, zu verstopfen. Zur Unterstützung dieser Ansicht mag noch angeführt werden, dass an den 16 Blattstielen, welche mit ihren oberen Enden in die Röhren eingezogen worden waren, die stärker verjüngte terminale Spitze bei 7 von ihnen vorher durch irgendeinen Zufall abgebrochen worden war.
Papierdreiecke. – Es wurden aus mässig steifem Schreibpapier längliche Papierdreiecke ausgeschnitten, welche auf beiden Seiten mit rohem Fett eingerieben wurden, um zu verhindern, dass sie übermässig weich würden, wenn sie des Nachts dem Regen und Tau ausgesetzt würden. Die Seiten aller dieser Dreiecke waren drei Zoll lang; die Basis mass bei 120 einen Zoll und von den anderen 183 einen halben Zoll in der Länge. Diese letzteren Dreiecke waren sehr schmal oder bedeutend zugespitzt [5]. Als eine Kontrolle für die sofort mitzuteilenden Beobachtungen wurden ähnliche Dreiecke im feuchten Zustande mit einer sehr schmalen Pinzette an verschiedenen Punkten und in allen möglichen Neigungen in Bezug auf die Ränder ergriffen und dann in eine kurze Röhre von dem Durchmesser einer Wurmröhre hineingezogen. Wenn das Dreieck bei der Spitze ergriffen wurde, so wurde es gerade in die Röhre hineingezogen mit einwärts gefalteten Rändern; wurde es in einer geringen Entfernung von der Spitze er-
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[5] An diesen schmalen Dreiecken misst der Spitzenwinkel 9° 84′ und die basalen Winkel 85° 13′; bei den breiteren Dreiecken misst der Spitzenwinkel 19° 10′ und die basalen Winkel 8° 25′.
griffen, z.B. einen halben Zoll, so wurde dies Stück innerhalb der Röhre zurückgeschlagen. Dasselbe war mit der Basis und den basalen Winkeln der Fall, obschon, wie ja hätte erwartet werden können, die Dreiecke dem Hineingezogenwerden viel mehr Widerstand entgegensetzten. Wurde das Dreieck in der Nähe der Mitte ergriffen, so wurde es zusammengefaltet und sowohl die Spitze als die Basis blieben aus der Röhre vorgestreckt. Da die Seiten der Dreiecke drei Zoll lang waren, so kann man die Resultate der Beobachtung der Art und Weise, wie sie in eine Röhre oder in ein Wurmloch eingezogen werden, ganz passend in drei Gruppen Teilen: in diejenigen Blätter, welche mit der Spitze oder innerhalb eines Zolls von ihr entfernt eingezogen wurden; in die, welche mit der Basis oder innerhalb eines Zolls von ihr entfernt, und in die, welche an irgendeinem Punkte in dem mittleren Zolle eingezogen wurden. Um zu sehen, wie die Dreiecke von den Würmern ergriffen werden würden, wurden einige im feuchten Zustande Würmern gegeben, die gefangen gehalten wurden. Die Dreiecke wurden, und zwar sowohl die schmalen als die breiten, in drei verschiedenen Arten ergriffen, nämlich mit dem Rande, mit einem der drei Winkel, welcher dann häufig vollständig in der Mundhöhle aufgenommen wurde, und endlich mit irgendeinem Teile der platten Oberfläche, auf welcher Saugen ausgeübt wurde. Wenn mit der Basis parallele und einen Zoll voneinander entfernte Linien quer über ein Dreieck gezogen werden, dessen Seiten drei Zoll lang sind, so wird es in drei Teile von gleicher Länge geteilt werden. Wenn nun Würmer nach dem Zufall irgendeinen Teil ergreifen, so werden sie sicher den basalen Teil oder Abschnitt viel häufiger ergreifen als jeden der beiden anderen Abschnitte. Denn die Oberfläche des basalen Teiles verhält sich zum spitzen Teil wie 5 zu 1, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass der erstere durch Saugen in eine Wurmröhre gezogen wird, sich zu dem Spitzenteil wie 5 zu 1 verhält. Die Basis bietet zwei Winkel dar und die Spitze nur einen, so dass die erstere eine zweimal so grosse Wahrscheinlichkeit (ganz unabhängig von der Grösse der Winkel) haben würde, von dem Munde eines Wurmes umschlungen zu werden, wie die Spitze. Es muss indes angeführt werden, dass der Spitzenwinkel selbst nicht häufig von Würmern ergriffen wird; der Rand in einer geringen Entfernung von der Spitze auf jeder Seite wird vorgezogen. Ich schliesse dies daraus, dass ich in 40 unter 46 Fällen, in denen Dreiecke mit ihren spitzen Enden in Wurmröhren gezogen worden waren, gefunden habe, dass innerhalb der Röhre die Spitze in einer Länge von 1/20 Zoll bis zu einem Zoll zurückgefaltet worden war. Endlich ist das Verhältnis zwischen den Rändern der basalen und Spitzenteile für die breiteren Dreiecke wie 3 zu 2 und für die schmalen Dreiecke wie 2 1/2 zu 2. Nach diesen verschiedenen Betrachtungen hätte unter der Annahme, dass die Würmer die Dreiecke nach Zufall ergreifen, sicher erwartet werden können, dass eine verhältnismässig ansehnlich grössere Zahl mit dem basalen als mit dem Spitzenteil in die Höhle gezogen werden würde; wir werden aber sofort sehen, wie verschieden das Resultat war. Dreiecke von den oben speziell angeführten Grössen waren an vielen Orten und in vielen aufeinander folgenden Nächten auf dem Boden in der Nähe von Wurmlöchern ausgestreut, aus welchen die Blätter, Blattstiele, Zweige usw., mit denen sie zugestopft gewesen waren, entfernt waren. Im Ganzen wurden 303 Papierdreiecke von Würmern in ihre Höhlen eingezogen; 12 andere waren mit beiden Enden hineingezogen worden; da es aber unmöglich war, zu entscheiden, an welchem Ende sie zuerst ergriffen worden waren, so wurden sie ausgeschlossen. Von den 303 Dreiecken waren 62 Prozent mit der Spitze eingezogen worden (unter dieser Bezeichnung alle diejenigen begreifend, welche mit dem einen Zoll langen Spitzenteil eingezogen worden waren); 15 Prozent waren mit der Mitte eingezogen und 23 Prozent mit dem basalen Teil. Wären sie ganz unterschiedslos gleichmässig mit jedem Teil eingezogen worden, so würde das prozentuale Verhältnis für einen jeden Teil, den Spitzenteil, den mittleren und den basalen, 33,3 gewesen sein; wie wir aber soeben gesehen haben, hätte erwartet werden können, dass eine verhältnismässig viel grössere Anzahl mit dem basalen als mit irgendeinem der beiden anderen Teile eingezogen worden sein würde. Wie aber die Tatsachen vorliegen, wurden nahezu dreimal so viel mit der Spitze eingezogen wie mit der Basis. Wenn wir die breiten Dreiecke für sich allein betrachten, so wurden 59 Prozent mit der Spitze, 25 Prozent mit der Mitte und 16 Prozent mit der Basis eingezogen. Von den schmalen Dreiecken wurden 65 Prozent mit der Spitze eingezogen, 14 Prozent mit der Mitte und 21 Prozent mit der Basis; so dass hier die mit der Spitze eingezogenen dreimal so viel waren wie die mit der Basis eingezogenen. Wir können daher schliessen, dass die Art und Weise, wie die Papierdreiecke in die Wurmlöcher hinabgezogen werden, keine Sache des Zufalls ist.
In acht Fällen waren zwei Dreiecke in ein und dieselbe Röhre gezogen worden, und in sieben von diesen Fällen war das eine Dreieck mit der Spitze, das andere mit der Basis eingezogen worden. Dies weist wiederum darauf hin, dass das Resultat nicht durch den Zufall bestimmt wird. Würmer scheinen zuweilen im Akt des Hereinziehens der Dreiecke sich zu drehen, denn fünf aus der ganzen Zahl waren an der Innenfläche der Röhre zu einer unregelmässigen Spirale aufgewunden. In einem warmen Zimmer gehaltene Würmer zogen 63 Dreiecke in ihre Röhren; wie es aber bei den Kieferblättern der Fall war, so arbeiteten sie hier in einer ziemlich sorglosen Weise, denn nur 44 Prozent waren mit der Spitze, 22 Prozent mit der Mitte und 33 Prozent mit der Basis hineingezogen. In fünf Fällen waren zwei Dreiecke in eine und dieselbe Röhre gezogen.
Es könnte mit augenscheinlich grosser Wahrscheinlichkeit vermutet werden, dass eine verhältnismässig so grosse Anzahl von Dreiecken mit der Spitze in die Löcher gezogen wurde, nicht weil die Würmer dieses Ende als das zweckmässigste sich ausgewählt haben, sondern weil sie es zuerst auf andere Weise versucht und es damit nicht fertig gebracht haben. Diese Ansicht wurde durch Beobachtung der Art und Weise unterstützt, in welcher gefangen gehaltene Würmer die Papierdreiecke herumziehen und wieder fallen lassen; dann führen sie aber ihre Arbeit nachlässig aus. Ich sah nicht gleich anfangs die Bedeutung dieses Gegenstandes ein, sondern bemerkte nur, dass die Basalteile derjenigen Dreiecke, welche mit der Spitze eingezogen worden waren, meist rein und nicht zerknittert waren. Später wandte ich dem Gegenstand sorgfältige Aufmerksamkeit zu. An erster Stelle wurden mehrere Dreiecke, welche mit dem basalen Winkel oder mit der Basis selbst oder ein wenig oberhalb der Basis eingezogen worden waren, und welche dadurch stark zerknittert und beschmutzt waren, einige Stunden in Wasser liegen gelassen und dann noch unter Wasser tüchtig geschüttelt; es wurden aber dadurch weder der Schmutz noch die Brüche im Papier entfernt. Nur unbedeutende Falten konnten beseitigt werden, selbst nach Durchziehen der nassen Dreiecke mehrere Male durch meine Finger. In Folge des von den Körpern der Würmer herrührenden Schleims war der Schmutz nicht leicht abzuwaschen. Wir können daher schliessen, dass, wenn ein Dreieck, ehe es mit der Spitze eingezogen wurde, mit seiner Basis auch nur mit einem geringen Kraftaufwand in eine Wurmröhre hineingezogen worden wäre, der basale Teil dann noch lange seine Falten und Brüche und seinen Schmutz behalten würde. Es wurde nun der Zustand von 80 Dreiecken (65 schmalen und 24 breiten), welche mit der Spitze eingezogen worden waren, untersucht; und die Basalteile von nur 7 unter ihnen waren überhaupt faltig und gleichzeitig meistens auch schmutzig. Von den 82 nicht zerknitterten Dreiecken waren 14 an der Basis schmutzig; aus dieser Tatsache folgt aber nicht, dass dieselben zuerst mit ihren Basen nach der Wurmröhre hingezogen worden wären; denn die Würmer bedeckten zuweilen grosse Stücke der Dreiecke mit Schleim, und wenn dieselben dann mit der Spitze voran über den Boden hingezogen wurden, wurden sie natürlich schmutzig; während Regenwetters wurden die Dreiecke häufig auf einer ganzen Seite oder auch auf beiden Seiten beschmutzt. Wenn die Würmer die Dreiecke mit ihren Basen ebenso häufig wie mit ihren Spitzen nach den Mündungen ihrer Röhren gezogen und dann wahrgenommen hätten, ohne faktisch den Versuch zu machen, sie in die Röhren zu ziehen, dass das breitere Ende für diesen Zweck nicht so gut passe, – selbst in diesem Falle würde der basale Teil einer verhältnismässig grossen Zahl wahrscheinlich beschmutzt gewesen sein. So unwahrscheinlich nun auch der Schluss sein mag, so können wir doch schliessen, dass die Würmer durch irgendwelche Mittel zu beurteilen im Stande sind, welches das beste Ende ist, mit welchem Papierdreiecke in ihre Höhlen gezogen werden können.
Die prozentualen Resultate der vorstehenden Beobachtungen über die Art und Weise, in welcher die Würmer verschiedene Arten von Gegenständen in die Mündungen ihrer Röhren hineinziehen, können in folgender Übersicht abgekürzt dargestellt werden.
|Name des Gegenstandes||Mit der Spitze oder nahe derselben in die Röhre gezogen||Mit der Mitte oder nahe derselben in die Röhre gezogen||Mit der Basis oder nahe derselben eingezogen.|
|Blätter verschiedener Arten||80||11||9|
|– der Linde, basaler Rand der Blattfläche breit, Spitze zugespitzt||79||17||4|
|– von Laburnum, basaler Teil der Blattscheibe ebenso schmal oder zuweilen ein wenig schmäler als der Spitzenteil||63||10||27|
|– von Rhododendron, basaler Teil der Blattscheibe häufig schmäler als der Spitzenteil||34||…||66|
|– von Kiefern, aus zwei von einer gemeinsamen Basis entspringenden Nadeln bestehend||…||…||100|
|Blattstiele eines Clematis, nach der Spitze zu etwas zugespitzt, an der Basis stumpf||76||…||24|
|– der Esche, das dicke basale Ende oft als Nahrung eingezogen||48,5||…||51,5|
|– der Robinia, äusserst dünn, besonders nach der Spitze zu, so dass sie schlecht dazu passen, die Röhren zuzustopfen||44||…||56|
|Papierdreiecke von beiden Grössen||62||15||23|
|-, die breiten allein||59||25||16|
|-, die schmalen allein||65||14||21|
Wenn wir diese verschiedenen Fälle in Betracht ziehen, so können wir die Folgerung kaum vermeiden, dass Würmer in der Art und Weise ihre Röhren zuzustopfen einen gewissen Grad von Intelligenz entfalten. Es wird ein jeder besonderer Gegenstand in einer zu gleichförmigen Art ergriffen, und zwar aus Ursachen, welche wir nicht einsehen können, um das Resultat dem blossen Zufall zuzuschreiben. Dass nicht jeder einzelne Gegenstand mit dem spitzen Ende in die Röhre gezogen worden ist, dürfte daraus zu erklären sein, dass dadurch Arbeit erspart worden ist, dass einige mit dem breiteren oder dickeren Ende voraus hineingeschafft worden sind. Ohne Zweifel werden die Würmer durch ihren Instinkt dazu geleitet, ihre Röhren zuzustopfen, und es hätte wohl erwartet werden können, dass sie auch durch den Instinkt darauf geführt worden wären, wie sie, ganz unabhängig von Intelligenz, in jedem einzelnen Falle am besten zu verfahren hätten. Wir sehen, wie schwierig es ist zu beurteilen, ob Intelligenz mit ins Spiel kommt, denn man möchte zuweilen meinen, dass selbst Pflanzen dadurch geleitet werden: z.B., wenn aus ihrer Stellung gebrachte Blätter ihre oberen Fläche durch äusserst komplizierte Bewegungen und auf dem kürzesten Wege wiederum nach dem Lichte hin wenden. Bei Tieren können Handlungen, welche scheinbar Folge der Intelligenz sind, durch vererbte Gewohnheit ohne Intelligenz ausgeführt werden, obschon sie ursprünglich durch dieselbe erlangt worden sind. Oder es kann auch die Gewohnheit durch die Beibehaltung und Vererbung wohltätiger Abänderungen irgendeiner anderen Gewohnheit erlangt worden sein; und in diesem Falle wird die neue Gewohnheit unabhängig von Intelligenz durch den ganzen Verlauf ihrer Entwicklung erworben worden sein. Darin besteht a priori keine Unwahrscheinlichkeit, dass die Würmer spezielle Instinkte durch beide der letztgenannten Mittel erworben haben. Nichtsdestoweniger ist es aber doch unglaublich, dass sich Instinkte in Bezug auf Gegenstände entwickelt haben sollten, wie auf Blätter oder Blattstiele ausländischer Pflanzen, welche den Vorfahren der Würmer, welche in der beschriebenen Art und Weise verfuhren, vollständig unbekannt gewesen sind. Auch sind ihre Handlungen nicht so unabänderlich fest oder unvermeidlich, wie es die meisten echten Instinkte sind.
Da die Würmer nicht in jedem besonderen Falle durch spezielle Instinkte geleitet werden, obschon sie den allgemeinen instinktiven Trieb besitzen, die Mündungen ihrer Röhren zu verstopfen, und da Zufall ausgeschlossen ist, so scheint die am meisten wahrscheinliche Folgerung die zu sein, dass sie auf viele verschiedene Weisen versuchen, Gegenstände in ihre Höhlen zu ziehen, und dass es ihnen zuletzt auf irgendeine spezielle Weise gelingt. Es wäre aber überraschend, wenn ein auf der Stufenleiter so tiefstehendes Tier, wie ein Wurm, die Fähigkeit haben sollte, so zu handeln, da viele höhere Tiere diese Fähigkeit nicht besitzen. So kann man z.B. sehen, wie Ameisen vergebens versuchen, einen Gegenstand quer zur Richtung ihres Wegs fortzuschleppen, welcher längsweise leicht fortgezogen werden könnte; obschon sie meistens nach einiger Zeit in einer weiseren Art verfahren. Mr. FABRE gibt an [6], dass eine Art Sphex, – ein Insekt, welches zu derselben hochbegabten Ordnung gehört, wie die Ameisen, – ihr Nest mit gelähmten Heuschrecken versorgt, welche ausnahmslos bei den Antennen in ihre Höhlen hineingeschleppt werden. Wenn diese dicht am Kopfe abgeschnitten wurden, so ergriff die Sphex die Palpen; wenn aber auch diese noch abgeschnitten wurden, so wurde der Versuch, die Beute in die Höhle zu ziehen, voller Verzweiflung aufgegeben. Die Sphex hatte nicht Intelligenz genug, eines der sechs Beine oder die Legeröhre zu ergreifen, welche, wie Mr. FABRE bemerkt, ganz gleiche Dienste geleistet haben wurden. Wenn ferner die gelähmte Beute mit einem daran befestigten Ei aus der Zelle herausgenommen wird, so verschliesst die Sphex, nachdem sie hineingekommen ist und die Zelle leer gefunden hat, dieselbe trotzdem in der gewöhnlichen mühsamen Weise. Bienen versuchen stundenlang durch ein Fenster zu entfliehen und fahren stundenlang fort, daran umherzusummen, obgleich die andere Hälfte offen gelassen ist. Selbst ein Hecht fuhr drei Monate lang fort, gegen die Glaswand eines Aquariums loszustürzen und sich an ihr zu stossen, in dem vergeblichen Versuche, die auf der anderen Seite der Scheibe befindlichen Elritzen zu ergreifen [7]. Mr. LAYARD hat gesehen [8], wie eine Cobra-Schlange viel weiser handelte, als sowohl der Hecht als die Sphex; sie hatte eine Kröte, die in einem Loche gelegen hatte, dort verschluckt und konnte nun ihren Kopf nicht zurückziehen, die Kröte wurde daher wieder ausgeworfen und fing an fortzukriechen; die Schlange ergriff sie von neuem, verschlang sie wieder und brach sie nochmals aus. Nun hatte aber die Schlange durch Erfahrung gelernt; denn nun ergriff sie die Kröte bei einem ihrer Beine und zog sie damit aus dem Loche. Selbst höhere Tiere folgen ihren Instinkten häufig in einer sinnlosen oder zwecklosen Art und Weise; der Webervogel windet mit Ausdauer Fäden um die Stäbe seines Käfigs, als baute er ein Nest; ein Eichhorn bringt Nüsse auf einen hölzernen Boden, als habe es dieselben in der Erde vergraben; ein Bieber schneidet Holzstücke ab und schleppt sie herum, obgleich kein Wasser vorhanden ist, was abzudämmen wäre, und Ähnliches in vielen anderen Fällen. Mr. ROMANES, welcher das Seelenleben der Tiere speziell studiert hat, ist der Meinung, dass wir nur da mit Sicherheit Intelligenz annehmen können, wo wir sehen, dass ein Individuum aus seiner eigenen Erfahrung Vorteil zieht. Nach dieser Probe zeigte die Cobra etwas Intelligenz; dies würde aber viel deutlicher gewesen sein, wenn sie bei einer zweiten Gelegenheit sofort die Kröte an ihrem Beine aus der Höhle herausgezogen hätte. Wenn nun Würmer versuchen, Gegenstände in ihre Röhren zu schleppen und zwar zuerst auf die eine Art und Weise und dann auf eine andere, bis es ihnen zuletzt gelingt, so ziehen sie, wenigstens in jedem besonderen Falle, aus ihrer Erfahrung Vorteil. Man hat aber Zeugnisse vorgebracht, welche zeigen sollen, dass die Würmer nicht gewohnheitsgemäss versuchen, Gegenstände auf verschiedene Weisen in ihre Löcher zu ziehen. So hätten halbzersetzte
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[6] s. sein interessantes Werk: Souvenirs entomologiques, 1879. p. 168-177.
[7] Möbius, Die Bewegungen der Tiere etc. 1873. p. 111.
[8] Annals and Mag. of Nat. Hist. Ser. Vol. 9. 1852. p. 333.
Lindenblätter wegen ihrer Biegsamkeit an ihrem mittleren oder basalen Teile hineingezogen werden können und wurden auch in dieser Weise in beträchtlicher Anzahl in die Röhren gezogen; und doch wurde die grosse Mehrheit mit der Spitze oder nahe bei derselben hineingezogen. Die Blattstücke der Clematis hätten sicherlich mit gleicher Leichtigkeit an der Spitze wie an der Basis hineingezogen werden können; und doch wurden drei Mal, und in gewissen Fällen fünf Mal so viel mit der Spitze, wie mit der Basis eingezogen. Man hätte wohl meinen können, dass die Stiele der Blätter die Würmer als ein sehr bequemer Angriffspunkt hätten reizen können; und doch werden sie in keinem hohen Masse benutzt, ausgenommen wenn die Basis der Blattscheibe schmäler ist als die Spitzen. Eine grosse Anzahl von Blattstielen der Esche wird in dieser Weise eingezogen; dieser Teil dient aber den Würmern als Nahrungsmittel. In dem Falle mit den Kieferblättern zeigen die Würmer deutlich, dass sie das Blatt wenigstens nicht nach dem Zufall ergreifen; ihre Wahl scheint aber nicht durch das Auseinanderweichen der zwei Nadeln und den davon abhängigen Nachteil und die daraus fliessende Nötigung, die Blätter mit ihrer Basis in die Röhren zu ziehen, bestimmt zu werden. Was die Papierdreiecke betrifft, so war an denjenigen, welche mit der Spitze eingezogen wurden, selten die Basis zerknittert und schmutzig; und dies beweist, dass die Würmer nicht oft zuerst versucht hatten, sie mit diesem Ende voraus hineinzuziehen. Wenn Würmer, entweder ehe sie einen Gegenstand nach den Öffnungen ihrer Röhren hinziehen oder nachdem sie denselben dorthin gezogen haben, zu beurteilen im Stande sind, auf welche Weise sie ihn am besten hineinziehen können, so müssen sie irgendeine Vorstellung von seiner allgemeinen Gestalt erlangen. Dies erlangen sie wahrscheinlich dadurch, dass sie ihn an vielen Stellen mit dem vorderen Ende ihres Körpers, welches als ein Tastorgan dient, berühren. Wir müssen uns hier daran erinnern, wie vollkommen der Gefühlssinn bei einem Menschen wird, der blind und taub geboren ist, wie es ja Würmer sind. Wenn die Würmer das Vermögen haben, irgendeine, wenn auch noch so rohe Vorstellung von der Gestalt eines Gegenstandes und ihrer Höhlen zu erlangen, wie es der Fall zu sein scheint, so verdienen sie intelligent genannt zu werden; denn sie handeln dann in nahezu derselben Art und Weise, wie ein Mensch unter ähnlichen Umständen handeln würde.
Um dies zusammenzufassen: da der Zufall nicht die Art und Weise bestimmt, in welcher Gegenstände von den Würmern in ihre Höhle hineingezogen werden, und da die Existenz spezialisierter Instinkte nicht für jeden besonderen Fall angenommen werden kann, so ist die erste und natürlichste Vermutung die, dass die Würmer sämtliche Methoden versuchen, bis es ihnen endlich gelingt; aber viele einzelne Tatsachen stehen einer derartigen Annahme entgegen. Es bleibt nur eine einzige Alternative übrig, dass nämlich Würmer, obgleich sie in der Stufenleiter der Organisation tief stehen, doch einen gewissen Grad von Intelligenz besitzen. Dies wird einem Jeden als sehr unwahrscheinlich auffallen; aber es darf wohl bezweifelt werden, ob wir genug von dem Nervensystem der niederen Tiere wissen, um unser natürliches Mistrauen in eine solche Schlussfolgerung zu rechtfertigen. Was die geringe Grösse der Hirnganglien betrifft, so müssen wir uns daran erinnern, was für eine Masse vererbter Kenntnis, mit einiger Fähigkeit, Mittel einem Zwecke anzupassen, in das minutiöse Gehirn einer Arbeiterameise zusammengedrängt ist.
Mittel, durch welche die Würmer ihre Röhren aushöhlen. – Dies wird auf zweierlei Weisen ausgeführt: durch das Wegdrängen der Erde auf allen Seiten und durch das Verschlingen derselben. Im ersten Falle bringt der Wurm das ausgestreckte und verdünnte vordere Ende seines Körpers in irgendeine kleine Vertiefung oder Höhlung; und nun wird, wie PERRIER bemerkt [9], der Schlundkopf in diesen Körperteil vorgestossen, welcher in Folge dessen anschwillt und die Erde auf allen Seiten wegdrängt. Das vordere Körperende dient hiernach als Keil. Es dient aber auch, wie wir früher gesehen haben, zum Ergreifen und zum Saugen und als Tastorgan. Ein Wurm wurde auf lockere Ackererde gelegt, und er bohrte sich in einer Zeit von zwischen zwei und drei Minuten in dieselbe ein. Bei einer anderen Gelegenheit verschwanden vier Würmer in 15 Minuten zwischen den Seiten des Topfes und der Erde, welche mässig niedergedrückt worden war. Bei einer dritten Gelegenheit wurden drei grosse Würmer und ein kleiner auf lockere Ackererde, die mit feinem Sande ordentlich durchmischt und fest niedergedrückt worden war, gelegt, und sie verschwanden sämtlich, mit Ausnahme des Schwanzes von einem, in 35 Minuten. Bei einer vierten Gelegenheit wurden sechs grosse Würmer auf tonigen Lehm, mit Sand vermischt und fest niedergedrückt, gelegt, und sie verschwanden, ausgenommen die äussersten Schwanzspitzen von zweien unter ihnen, in 40 Minuten. In keinem dieser Fälle verschluckten, soweit man es sehen konnte, die Würmer irgendwelche Erde. Sie drangen meist dicht an den Wänden des Topfes in die Erde ein.
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[9] Archiv. de Zoolog. expérim. T. 3. 1874. p. 405.
Es wurde nun zunächst ein Topf mit sehr feinem eisenschüssigen Sande gefüllt, welcher niedergedrückt, ordentlich begossen und auf diese Weise äusserst kompakt gemacht wurde. Einem grossen, auf der Oberfläche liegen gelassenen Wurme gelang es stundenlang nicht, sich einzubohren, und er hatte sich nicht eher vollständig eingegraben, als bis 25 Stunden 40 Minuten verflossen waren. Dies wurde dadurch bewirkt, dass der Sand verschluckt wurde, wie daraus offenbar hervorging, dass eine grosse Quantität durch den After ausgeworfen wurde, lange ehe der ganze Körper verschwunden war. Exkrementmassen von ähnlicher Beschaffenheit wurden während des ganzen folgenden Tages fortdauernd aus der Röhre ausgeworfen.
Da von einigen Schriftstellern darüber Zweifel ausgedrückt worden sind, ob die Würmer jemals Erde verschlucken allein zu dem Zwecke, ihre Röhren auszuhöhlen, so sollen noch einige weitere Fälle angeführt werden. Eine, 23 Zoll mächtige Masse feinen rötlichen Sandes, welche nahezu zwei Jahre lang auf dem Boden liegen gelassen worden war, war an vielen Stellen von Würmern durchbohrt worden; und ihre Exkrementmassen bestanden zum Teil aus dem rötlichen Sand, zum Teil aus schwarzer Erde, welche von unterhalb der Masse heraufgeschafft worden war. Dieser Sand war aus einer beträchtlichen Tiefe ausgegraben worden und war von einer so armseligen Beschaffenheit, dass Unkraut nicht auf ihm wachsen konnte. Es ist daher in hohem Grade unwahrscheinlich, dass er von den Würmern als Nahrung verschluckt worden sei. Ferner bestanden auf einem Felde in der Nähe meines Hauses die Exkrementmassen häufig aus beinahe reiner Kreide, welche nur in einer geringen Tiefe unter der Oberfläche liegt; und hier ist es wiederum sehr unwahrscheinlich, dass die Kreide wegen der sehr geringen organischen Substanz verschluckt worden sein sollte, die aus der ärmlichen darüber liegenden Weide in dieselbe durchgesickert sein könnte. Endlich wurde ein durch den Zement und den zersetzten Mörtel zwischen den Ziegeln, mit welchen die jetzt in Ruinen liegende Apsis der Beaulieu Abbey früher gepflastert gewesen war, emporgeschaffter Exkrementhaufen ausgewaschen, so dass nur die gröbere Masse übrig blieb. Diese bestand aus Körnern von Quarz, Glimmerschiefer, anderen Gesteinsarten und von Ziegeln oder Fliesen, von denen viele von 1/20 bis 1/10 Zoll im Durchmesser massen. Niemand wird nun annehmen mögen, dass diese Körner als Nahrung verschluckt wurden, und doch machten sie mehr als die Hälfte der Exkrementhaufen aus, denn sie wogen 19 Gran, während die ganze Exkrementmasse 33 Gran gewogen hatte. Sobald nur immer ein Wurm bis zu einer Tiefe von einigen Fussen in nicht gestörtem, kompaktem Boden sich eingräbt, muss er sich seinen Durchgang durch Verschlucken der Erde erzwingen; denn es ist unglaublich, dass der Boden auf allen Seiten dem Drucke des Schlundkopfes nachgeben könnte, wenn derselbe innerhalb des Wurmkörpers vorgestossen wird.
Dass die Würmer eine grössere Quantität Erde zu dem Zwecke verschluckten, irgendwelche nahrhafte Substanz, welche dieselbe enthalten möge, auszuziehen, als um ihre Röhren zu bauen, scheint mir sicher zu sein. Da aber diese alte Annahme von einer so hohen Autorität wie CLAPAREDE bezweifelt worden ist, so müssen die Belege zu ihren Gunsten mit einiger Ausführlichkeit mitgeteilt werden. Eine derartige Annahme hat a priori nichts Unwahrscheinliches; denn ausser andern Anneliden, ganz besonders der Arenicola piscatorum, welche eine solche ungeheure Menge von Exkrementhaufen auf den zwischen den Flutgrenzen liegenden Sandflächen der britischen (und nordeuropäischen) Küste auswirft, und von welcher angenommen wird, dass sie sich in dieser Weise ernährt, gibt es zu den verschiedensten Classen gehörige Tiere, welche nicht bohren, aber gewohnheitsgemäss grosse Mengen von Sand verschlucken, namentlich die Molluskengattung Onchidium und viele Echinodermen [10].
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[10] Ich führe dies nach der Autorität von Semper an, Reisen im Archipel der Philippinen, 2. Th. 1877. p. 30.
Wenn Erde nur dann verschluckt würde, wenn die Würmer ihre Röhren tiefer grüben, oder wenn sie neue Röhren bauten, so würden Exkrementrollen nur gelegentlich ausgeworfen werden; aber an vielen Orten sind frische Exkrementmassen an jedem Morgen zu sehen, und die Menge der aus einem und demselben Wurmloche im Laufe mehrerer Tage ausgeworfenen Erde ist bedeutend. Und doch bohren sich die Würmer nicht bis zu einer grossen Tiefe ein, ausgenommen wenn das Wetter sehr trocken oder intensiv kalt ist. Auf meiner Rasenfläche hat die Schicht der schwarzen Ackererde nur eine Mächtigkeit von ungefähr 5 Zoll und liegt über einem hellfarbigen oder rötlichen tonigen Boden; wenn nun Exkrementhaufen in der allergrössten Menge ausgeworfen werden, so ist nur ein verhältnismässig kleiner Teil hell gefärbt, und es ist doch unglaublich, dass die Würmer Tag für Tag frische Röhren nach allen Richtungen hin in der dünnen oberflächlichen Schicht dunkelgefärbten Humus bauen sollten, wenn sie nicht irgendwelche Nahrung aus ihm zögen. Ich habe einen durchaus analogen Fall auf einem Felde in der Nähe meines Hauses beobachtet, wo hellroter Ton dicht unter der Oberfläche lag. Ferner wurde ermittelt, dass auf einem Teile der Downs in der Nähe von Winchester die vegetabilische über der Kreide liegende Ackererde nur eine Mächtigkeit von zwischen 3 bis 4 Zoll hatte; und die vielen dort aufgeworfenen Exkrementhaufen waren so schwarz wie Tinte und brausten mit Säuren nicht auf, so dass sich also die Würmer auf diese dünne oberflächliche Schicht von Humus beschränkt haben müssen, von welchem täglich grosse Mengen verschluckt wurden. Auf einer anderen Stelle in keiner grossen Entfernung davon waren die Exkremente weiss; warum die Würmer an gewissen Stellen sich in die Kreide eingebohrt haben und an anderen nicht, bin ich nicht im Stande zu vermuten.
Auf meiner Besitzung waren zwei grosse Haufen Blätter zum Verwesen liegen gelassen worden, und noch Monate nach ihrer Entfernung war die nackte, mehrere Yards im Durchmesser haltende Oberfläche so dicht mit Wurmexkremente mehrere Monate hindurch bedeckt, dass sie eine beinahe zusammenhängende Schicht bildeten; die grosse Anzahl von Würmern, welche hier lebte, muss während dieser Monate von der in der schwarzen Erde enthaltenen nahrhaften Substanz gelebt haben.
Von einem anderen Haufen faulender Blätter wurde die unterste, mit etwas Erde vermischte Schicht unter einer starken Vergrösserung untersucht; die Anzahl von Sporen verschiedener Form und Grösse, welche dieselbe enthielt, war erstaunlich gross; und diese im Kaumagen der Würmer zerquetscht, wird in hohem Masse dazu beigetragen haben, sie zu ernähren. Wo nur immer Exkrementmassen in der grössten Menge aufgeworfen werden, werden wenig oder gar keine Blätter in die Röhren eingezogen; so wurde beispielsweise der Rasen entlang einer ungefähr 200 Yards langen Hecke im Herbste täglich während mehrerer Wochen beobachtet, und jeden Morgen waren frische Exkrementhaufen zu sehen; aber nicht ein einziges Blatt wurde in diese Höhlen hineingezogen. Nach der schwarzen Färbung dieser Exkrementmassen und nach der Beschaffenheit des Untergrundes konnte dieselbe aus keiner grösseren Tiefe als aus 6 oder 8 Zoll heraufgeschafft worden sein. Von was hätten nun die Würmer während dieser ganzen Zeit leben können, wenn nicht von der in der schwarzen Erde enthaltenen Substanz? Wo dagegen andererseits nur immer eine grosse Zahl von Blättern in die Röhren gezogen wurden, schienen die Würmer hauptsächlich von ihnen zu leben, denn dann werden nur wenig erdige Exkremente auf der Oberfläche aufgeworfen. Diese Verschiedenheit in dem Benehmen der Würmer zu verschiedenen Zeiten erklärt vielleicht eine Angabe CLAPARDE’S, dass nämlich zerkleinerte Blätter und Erde immer in verschiedenen Teilen ihres Darmkanals gefunden werden.
Würmer sind zuweilen an Stellen ausserordentlich häufig, wo sie nur selten oder niemals abgestorbene oder frische Blätter erhalten können, so beispielsweise unter dem Pflaster in sorgfältig gekehrten Höfen, wohin nur gelegentlich Blätter geweht werden. Mein Sohn HORACE untersuchte ein Haus, dessen eine Ecke sich gesenkt hatte; und hier fand er im Keller, welcher im äussersten Masse feucht war, kleine Wurmexkrementhaufen zwischen den Steine aufgeworfen, mit denen der Keller gepflastert war; und in diesem Falle ist es unwahrscheinlich, dass die Würmer überhaupt jemals Blätter erlangt haben.
Aber den besten mir bekannten Beweis dafür, dass Würmer wenigstens während beträchtlicher Perioden ausschliesslich von der in der Erde enthaltenen organischen Substanz leben, bieten einige Tatsachen dar, welche mir Dr. KING mitgeteilt hat. In der Nähe von Nizza finden sich grosse Exkrementmassen in ganz ausserordentlicher Anzahl, so dass häufig 5 oder 6 innerhalb eines Quadratfusses Oberfläche gefunden wurden. Sie bestehen aus feiner, blassgefärbter, kalkige Substanz enthaltenden Erde, welche, nachdem sie durch den Körper der Würmer durchgegangen und getrocknet worden ist, mit beträchtlicher Kraft zusammenhängt. Ich habe Grund zur Annahme, dass diese Exkrementmassen von Arten der Gattung Perichaeta gebildet worden sind, die aus dem Orient hierher versetzt und naturalisiert worden sind [11]. Sie erheben sich wie Türme (Fig. 2); ihre Gipfel sind häufig ein wenig breiter als ihre Basen; ihre Höhe beträgt zuweilen über 3 und häufig 2 1/2 Zoll. Der höchste unter denen, welche gemessen wurden. war 3,3 Zoll hoch und 1 Zoll im Durchmesser. Ein kleiner zylindrischer Gang läuft in der Mitte eines jeden solchen Turms in die Höhe; durch denselben steigt der Wurm hinauf um die Erde, welche
Abbildung 2
Fig. 2. Turmähnlicher Exkrementhaufen aus der Nähe von Nizza, aus Erde gebildet und wahrscheinlich von einer Spezies von Perichaeta ausgeleert; natürliche Grösse, nach einer Photographie kopiert.
er verschluckt hatte, auszuwerfen und dadurch die Höhe des Turmes etwas zu vergrössern. Ein Gebilde dieser Art würde es nicht leicht
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[11] Dr. King gab mir einige in der Nähe von Nizza gesammelte Würmer welche seiner Meinung nach diese Exkrementtürme gebildet haben. Sie wurden Herrn Perrier zugeschickt, welcher sie mit grosser Liebenswürdigkeit untersuchte und mir bestimmte: es waren Perichaeta affinis, ein Eingeborener von Cochinchina und den Philippinen, P. luzonica, ein Eingeborener von Luzon und den Philippinen, und P. Hoolleti, welcher in der Nähe von Kalkutta lebt. Mr. Perrier Teilt mir mit, dass Arten von Perichaeta in den Gärten in der Nähe von Montpellier und in Algier naturalisiert worden sind. Ehe ich irgendeinen Grund zur Vermutung hatte, dass die turmartigen Exkrementhaufen von Nizza von Würmern gebildet worden seien, weiche nicht in dem Lande endemisch sind, war ich sehr überrascht zu sehen, wie ausserordentlich ähnlich dieselben den Exkrementmassen waren, die mir aus der Nähe von Kalkutta zugeschickt worden waren, wo es bekannt ist, dass Arten von Perichaeta äusserst häufig sind.
gestatten, dass Blätter von dem umgebenden Boden in die Röhren eingezogen werden; und Dr. KING, welcher sorgfältig danach suchte, sah niemals auch nur ein Bruchstück eines Blattes in eine Röhre gezogen. Auch konnte keine Andeutung dafür entdeckt werden, dass die Würmer etwa an der äusseren Fläche dieser Türme hinabgekrochen wären um Blätter zu suchen, und wenn sie dies getan hätten, würden beinahe sicher an dem oberen Teile, so lange er weich geblieben war, Spuren zurückgeblieben sein. Es folgt indes hieraus noch nicht, dass diese Würmer nicht während einer anderen Jahreszeit, in welcher sie keine solchen Türme bauen, Blätter in ihre Röhren ziehen.
Nach den verschiedenen vorstehend mitgeteilten Fällen kann es kaum bezweifelt werden, dass Würmer Erde verschlucken, und zwar nicht bloss zum Zwecke, dadurch ihre Röhren auszuhöhlen, sondern auch um Nahrung zu erlangen. HENSEN kommt indes nach seinen Humusanalysen zum Schlusse, dass Würmer wahrscheinlich nicht von gewöhnlicher vegetabilischer Ackererde leben könnten, obschon er zugibt, dass sie bis zu einem gewissen Masse von Blätterhumus ernährt werden könnten [12]. Wir haben aber gesehen, dass Würmer gierig rohes Fleisch, Fett und tote Würmer verschlingen, und gewöhnliche Ackererde kann kaum anders als viele Eier, Larven und kleine lebendige oder tote Geschöpfe enthalte, ebenso Sporen kryptogamer Pflanzen und Mikrokokken, wie diejenigen, welche den Salpeter entstehen lassen. Diese verschiedenen Organismen, in Verbindung mit etwas Cellulose aus allen den nicht vollständig verfaulten Blättern und Wurzeln, dürften wohl den Umstand erklären, dass so grosse Quantitäten von Humuserde von den Würmern verschluckt werden. Es dürfte vielleicht der Mühe wert sein, hier an die Tatsache zu erinnern, dass gewisse Spezies von Utricularia, welche an feuchten Orten in den Tropen leben, wundervoll zum Fangen kleinster unterirdisch lebender Tierchen eingerichtete Blasen besitzen; und diese Fallen würden nicht entwickelt worden sein, wenn nicht viele kleine Tiere einen derartigen Boden bewohnten. Die Tiefe, bis zu welcher Würmer vordringen und die Konstruktion ihrer Röhren. – Obschon die Würmer gewöhnlich in der Nähe der Oberfläche leben, so bohren sie sich doch während lange fortdauernden trockenen Wetters oder strenger Kälte bis zu einer
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[12] Zeitschr. f. wiss. Zoolog. 28. Bd. 1877. p. 364.
beträchtlichen Tiefe ein. In Skandinavien, nach der Angabe von EISEN, und in Schottland, nach der Angabe von Mr. LINDSAY CARNAGIE, erstrecken sich die Röhren hinab bis in eine Tiefe von 7 bis 8 Fuss, in Nord-Deutschland, nach der Angabe HOFFMEISTER’S, von 6 bis 8 Fuss, doch gibt HENSEN nur eine Tiefe von 3 bis 6 Fuss an. Der letztgenannte Beobachter hat Würmer in einer Tiefe von 1 1/2 Fuss unter der Oberfläche gefroren gesehen. Ich selbst habe nicht viele Gelegenheiten zur Beobachtung gehabt, ich habe aber häufig Würmer in Tiefen von 3 bis 4 Fuss angetroffen. In einer auf der Kreide ruhenden Schicht feinen Sandes, welche nie gestört worden war, wurde bei 55 Zoll Tiefe ein Wurm in zwei Stücke zerschnitten, und ein anderer wurde hier im Dezember bei 61 Zoll unter der Oberfläche auf dem Boden seiner Röhre gefunden. Endlich wurde in Erde in der Nähe einer alten römischen Villa, welche viele Jahrhunderte nicht aufgestört worden war, ein Wurm in der Tiefe von 66 Zoll angetroffen; und dies war in der Mitte des August.
Die Röhren laufen senkrecht oder gewöhnlicher ein wenig schräg hinab. Es wird zuweilen angegeben, dass sie sich verzweigen; so viel ich aber gesehen habe, kommt dies nicht vor, ausgenommen in frisch gegrabenem Boden und nahe der Oberfläche. Sie sind meistens, oder wie ich glaube ausnahmslos, mit einer dünnen Schicht feiner, dunkel gefärbter, von den Würmern ausgeleerter Erde ausgekleidet, so dass sie ursprünglich ein wenig weiter gemacht worden sein müssen, als ihr schliesslicher Durchmesser beträgt. Ich habe mehrere Wurmröhren in ungestört gewesenem Sande bei einer Tiefe von 4 Fuss 6 Zoll in dieser Weise ausgekleidet gesehen. Die Wände frischer Röhren sind häufig mit kleinen kugligen Ballen aus dem Darm entleerter Erde. die noch weich und klebrig ist, besetzt; und allem Anscheine nach werden diese durch den Wurm, wie er in seiner Röhre auf- und abwärts fährt, gleichmässig nach allen Seiten ausgebreitet. Die so gebildete Auskleidung wird, wenn sie beinahe trocken ist, sehr kompakt und glatt und passt genau über den Körper des Wurms. Die äusserst kleinen, rückwärts gerichteten Borsten, welche in Reihen an allen Seiten des Körpers vorspringen, haben dadurch ausgezeichnete Unterstützungspunkte, und im Ganzen ist die Röhre für die rapiden Bewegungen des Wurms vortrefflich eingerichtet. Der Überzug scheint auch die Wände der Röhren zu verstärken und sichert vielleicht den Wurmkörper vor dem Gekratztwerden. Ich glaube dies deshalb, weil mehrere Röhren, welche durch eine Schicht gesiebter und über Basen in einer Mächtigkeit von 1 1/2 Zoll ausgebreiteter Kohlenschlacken durchtreten, in dieser Weise in einer ungewöhnlichen Dicke ausgekleidet waren. Nach den Exkrementmassen zu urteilen, hatten in diesem Falle die Würmer die Schlackenstückchen nach allen Seiten fortgeschoben und hatten keine derselben verschluckt. An einer anderen Stelle traten ähnlich ausgekleidete Wurmröhren durch eine Schicht grober Kohlenschlacken von 3 1/2 Zoll Dicke. Wir sehen hieraus, dass die Wurm- röhren nicht einfache Aushöhlungen sind, sondern eher mit Tunnels verglichen werden können, die mit Zement ausgekleidet sind.
Die Mündungen der Röhren sind ausserdem häufig mit Blättern ausgekleidet oder gefüttert; und dies ist ein von dem, die Mündungen zu verstopfen, verschiedener Instinkt, welcher bis jetzt noch nicht bemerkt worden zu sein scheint. In zwei Töpfen gefangen gehaltenen Würmern wurden viele Blätter der gemeinen Kiefer oder Föhre (Pinus sylvestris) gegeben; und als nach mehreren Wochen die Erde sorgfältig aufgebrochen wurde, stellte sich heraus, dass die oberen Teile dreier schräger Wurmröhren in einer Ausdehnung von 7, 4 und 3 1/2 Zoll mit Kieferblättern, zusammen mit anderen Blättern, welche den Würmern zur Nahrung gegeben waren, umgeben waren. Glasperlen und Stückchen Ziegel, welche auf die Oberfläche des Bodens gestreut worden waren, waren in die Zwischenräume zwischen die Kieferblätter eingesteckt, und diese selben Zwischenräume waren gleichfalls noch mit den klebrigen, von den Würmern ausgeleerten Exkrementrollen gepflastert. Die in dieser Weise hergestellten Gebilde hingen so gut zusammen, dass es mir gelang, ein solches mit ein wenig daran hängender Erde zu entfernen. Es bestand aus einem unbedeutend gekrümmten zylindrischen Gehäuse, dessen Inneres durch Löcher in den Seiten und an beiden Enden gesehen werden konnte. Die Kieferblätter waren sämtlich mit ihrer Basis hineingezogen worden, und die scharfen Spitzen der Nadeln waren in den Überzug von ausgeleerter Erde hineingedrückt worden. Wäre dies nicht in erfolgreicher Weise ausgeführt worden, so würden die scharfen Spitzen das Zurückziehen der Würmer in ihre Höhlen verhindert haben, es wurden dann diese Gebilde Fallen ähnlich geworden sein, die mit konvergierenden Drahtspitzen versehen, den Eintritt eines Tieres leicht, seinen Austritt aber schwierig oder unmöglich machen. Die von diesen Würmern entfaltete Geschicklichkeit ist beachtenswert, und sie ist um so
merkwürdiger, als die Kiefer in diesem Teile Englands nicht einheimisch ist.
Nachdem ich diese von gefangen gehaltenen Würmern verfertigten Röhren untersucht hatte, sah ich nach einigen in einem Blumenbeete in der Nähe einiger Föhren. Sie waren sämtlich in der gewöhnlichen Art und Weise mit den Blättern dieses Baumes, welche bis zu einer Länge von 1 bis 1 1/2 Zoll eingezogen worden waren, zugestopft; aber die Mündungen vieler von ihnen waren gleicherweise mit diesen Blättern, untermischt mit Bruchstücken anderer Blätterarten, die bis zu einer Tiefe von 4 oder 5 Zoll hineingezogen worden waren, ausgefüttert. Wie früher angegeben worden ist, bleiben Würmer häufig lange in der Nähe der Mündungen ihrer Röhren liegen, augenscheinlich der Wärme wegen; und die korbartigen, aus Blättern hergestellten Gebilde werden ihren Körper davor hüten, dass sie mit der kalten feuchten Erde in dichte Berührung kommen. Dass sie gewöhnlich auf den Kieferblättern ruhten, wurde dadurch wahrscheinlich, dass diese reine und beinahe polierte Oberflächen hatten.
Die Röhren, welche sehr tief in den Boden hinab laufen, enden meistens, oder wenigstens häufig mit einer kleinen Erweiterung oder Kammer. Hier verbringen, nach der Angabe von HOFFMEISTER, ein oder mehrere Würmer, zu einer Kugel aufgerollt, den Winter. Mr. LINDSAY CARNAGIE Teilte mir (1838) mit, dass er viele Wurmröhren über einem Steinbruch in Schottland untersucht habe, wo der darüber liegende Lösston und die Humusschicht vor kurzem weggeräumt und ein kleiner senkrechter Felsabhang übrig gelassen war. In mehreren Fällen war eine und dieselbe Röhre an zwei oder drei Stellen, einer über der anderen, ein wenig erweitert, und sämtliche Röhren endeten in einer Tiefe von 7 oder 8 Fuss unter der Oberfläche in einer ziemlich grossen Kammer. Diese Kammern enthielten viele kleine scharfe Steinstückchen und Hülsen von Flachssamen. Sie müssen auch lebende Samen enthalten haben, denn im folgenden Frühjahr sah Mr. CARNAGIE Graspflanzen aus einigen der durchschnittenen Kammern herauswachsen. Ich fand in Abinger in Surrey zwei Röhren, welche in einer Tiefe von 36 und 41 Zoll in ähnlichen Kammern endeten, und diese waren mit kleinen Geschiebesteinen, ungefähr so gross wie Senfkörner, ausgekleidet oder gepflastert; und in einer dieser Kammern war ein verfaultes Haferkorn mit seiner Hülse. HENSEN gibt gleichfalls an, dass der Boden der Röhren mit kleinen Steinen gepflastert ist; und wo diese nicht zu beschaffen waren, waren Samenkörner, wie es schien, von der Birne, benutzt worden; davon waren nicht weniger als fünfzehn in eine einzige Röhre hinabgeschafft worden, und eines derselben hatte gekeimt [13]. Wir sehen hieraus, wie leicht hier ein Botaniker getäuscht werden könnte, welcher zu erfahren wünschte, wie lange tief eingegrabene Samen am Leben bleiben können, wenn er aus einer beträchtlichen Tiefe Erde sammelte, unter der Voraussetzung, dass sie nur solche Samenkörner enthalten könne, welche lange Zeit begraben gelegen hätten. Es ist wahrscheinlich, dass die kleinen Steinchen ebenso wie die Samenkörner dadurch von der Oberfläche hinabgeschafft worden sind, dass sie verschluckt wurden; denn von in Töpfen gehaltenen Würmern wurde eine überraschend grosse Zahl von Glasperlen, Ziegel- und Glasstückchen sicher in dieser Weise hinabgeschafft; einige dürften aber auch im Munde gehalten hinabgebracht worden sein. Die einzige vermutungsweise Vorstellung, welche ich mir darüber bilden kann, warum die Würmer ihren Winteraufenthaltsort mit kleinen Steinen und Samen auskleiden, ist die, dass sie dadurch verhüten wollen, dass ihr dicht aufgerollter Körper mit dem umgebenden kalten Boden in dichte Berührung kommt; eine derartige Berührung würde vielleicht ihre Respiration stören, welche nur durch die Haut vermittelt wird.
Nachdem ein Wurm Erde verschluckt hat, mag er es behufs Aushöhlung seiner Röhre oder zur Ernährung getan haben, kommt er all die Oberfläche um seinen Körper zu entleeren. Die ausgeworfene Erde ist mit den Absonderungen der Darmwände durch und durch vermischt und ist dadurch klebrig geworden. Nachdem sie ausgetrocknet ist, wird sie hart. Ich habe Würmer während des Aktes der Entleerung beobachtet; war die Erde in einem sehr flüssigen Zustande, so wurde sie in kleinen Stössen ausgeworfen, war sie nicht so flüssig, so folgte die Entleerung durch eine langsame peristaltische Bewegung. Sie wird nicht unterschiedslos auf irgendeine Seite hingeworfen, sondern mit ziemlicher Sorgfalt zuerst nach der einen Seite und dann nach einer anderen; der Schwanz wird dabei fast wie eine Kelle benutzt. Sobald ein kleiner Haufe gebildet worden ist, vermeidet der Wurm augenscheinlich, der Sicherheit wegen, seinen Schwanz vorzustrecken; und die erdige Masse wird durch die vorausgehend entleerte weiche Masse hinaufgetrieben. Die Mündung einer und derselben Röhre wird
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[13] Zeitschr. f. wiss. Zoologie. 28. Bd. 1877. p. 356.
eine beträchtliche Zeit hindurch zu diesem Zwecke benutzt. Was die turmartigen Exkrementhaufen (s. Fig. 2) aus der Nähe von Nizza und die ähnlichen, aber noch höheren aus Bengalen (welche später noch beschrieben und abgebildet werden) betrifft, so wird ein ansehnlicher Grad von Geschicklichkeit bei ihrer Bildung entfaltet. Auch beobachtete Dr. KING, dass der Gang aufwärts durch diese turmartigen Massen kaum jemals in genau derselben Linie mit der darunter liegenden Röhre verlaufe, so dass ein dünner zylindrischer Gegenstand, wie z.B. ein Grashalm, nicht durch den Turm in die Röhre eingeführt werden konnte; diese Änderung in der Richtung dient wahrscheinlich in irgendwelcher Weise zum Schutze. Wenn ein Wurm auf die Oberfläche kommt, um Erde auszuwerfen, so streckt er den Schwanz vor; wenn er aber Blätter einsammelt, muss er seinen Kopf vorstrecken. Es müssen daher die Würmer die Fähigkeit haben, sich in ihren, ihrem Körper dicht anpassenden Röhren herumzudrehen; und dies ist, wie es uns scheint, eine schwierige Leistung. Würmer werfen nicht immer ihre Exkrementhaufen auf die Oberfläche des Bodens aus. Wenn sie irgendeine Höhle finden können, so z.B. wenn sie in frisch umgegrabene Erde bohren oder zwischen den Stämmen umdämmter Pflanzen, so legen sie ihre Exkrementmassen an solchen Orten ab. So wird ferner jede Höhle unter einem grossen an der Oberfläche der Erde liegenden Steine bald mit ihren Exkrementmassen ausgefüllt. Nach der Angabe von HENSEN werden gewöhnlich alte Wurmröhren zu diesem Zwecke benützt; soweit aber meine Erfahrung reicht, ist dies nicht der Fall, ausgenommen diejenigen in der Nähe der Oberfläche in vor Kurzem umgegrabenem Boden. Ich glaube, dass HENSEN dadurch getäuscht worden sein dürfte, dass die Wände alter mit schwarzer Erde ausgekleideter Röhren eingesunken oder zusammengefallen waren; denn hierdurch werden schwarze Streifen zurückgelassen, und diese sind, wenn sie durch hellgefärbten Boden durchziehen, in die Augen fallend und dürften wohl für vollständig angefüllte Röhren gehalten werden können. Es ist sicher, dass alle Wurmröhren mit der Zeit zusammenfallen; denn, wie wir im nächsten Kapitel sehen werden, die feine von den Würmern ausgeleerte Erde würde, wenn sie gleichmässig ausgebreitet würde, an vielen Stellen im Laufe eines Jahres eine Schicht von 1/5 Zoll Mächtigkeit bilden, so dass jedenfalls wenigstens diese grosse Menge
nicht innerhalb der alten nicht gebrauchten Röhren abgelagert wird. Wenn die Röhren nicht zusammenfielen, würde der ganze Boden zuerst mit Röhren bis zu einer Tiefe von ungefähr zehn Zoll dicht durchsiebt sein und in fünfzig Jahren würde ein hohler, nicht unterstützter Raum von zehn Zoll Tiefe übrig sein. Auch die durch das Wegfaulen der nacheinander gebildeten Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen gebildeten Höhlen müssen im Verlaufe der Zeit zusammensinken. Die Röhren der Würmer laufen senkrecht oder ein wenig schräg nach unten, und wo der Boden nur überhaupt etwas tonig ist, begegnet die Annahme keiner Schwierigkeit, dass die Wandungen während sehr nassen Wetters langsam nach innen fliessen oder gleiten. Wenn indes der Boden sandig oder mit vielen kleinen Steinen vermischt ist, kann er kaum klebrigzäh genug sein, um selbst während des nassesten Wetters nach innen zu fliessen; es dürfte hier aber eine andere Erscheinung ins Spiel kommen. Nach vielem Regen schwillt der Boden an, und da er sich nicht nach der Seite hin ausdehnen kann, erhebt sich die Oberfläche; während trockenen Wetters sinkt sie wieder ein. So sank beispielsweise ein grosser flacher, auf die Oberfläche eines Feldes gelegter Stein, solange das Wetter trocken war, zwischen dem 9. Mai und 13. Juni um 3,33 mm ein und erhob sich zwischen dem 7. und 19. September wieder um 1,91 mm, nachdem während des letzten Teils dieser Zeit viel Regen gefallen war. Während der Fröste und der Periode des Taues waren diese Bewegungen zweimal so gross. Diese Beobachtungen wurden von meinem Sohn HORACE angestellt, welcher später eine Darstellung der Bewegungen dieses Steines während aufeinanderfolgender nasser und trockener Zeiten und der Wirkungen des Unterminierens desselben durch die Würmer veröffentlichen wird. Wenn nun der Boden von zylindrischen Röhren, wie von Wurmröhren, durchbohrt ist, so werden, wenn die Erde anschwillt, die Wandungen der Röhren leicht nachgeben und nach innen gedrückt werden; und in Folge des bedeutenden Gewichts der darüber liegenden Erde wird das Nachgeben in den tieferen Teilen (vorausgesetzt, dass das Ganze gleichmässig durchfeuchtet ist) grösser sein als in den Teilen näher an der Oberfläche. Wenn die Erde zusammentrocknet, werden die Wandungen ein wenig zusammenschrumpfen und die Röhren werden ein wenig erweitert werden. Ihre Erweiterung durch die seitliche Zusammenziehung des Bodens wird indessen durch das Gewicht der darüber liegenden Erde nicht begünstigt, vielmehr eher verhindert werden.
Verbreitung der Regenwürmer. – Regenwürmer finden sich in allen Teilen der Erde, und einige Gattungen derselben haben eine ungeheure Verbreitung [14]. Sie leben auf den aller isoliertest gelegenen Inseln; sie sind auf Island äusserst zahlreich und es ist bekannt, dass sie in West-Indien, auf St. Helena, Madagaskar, Neukaledonien und Tahiti existieren. Aus den antarktischen Gebieten sind Regenwürmer von Kerguelen-Land von RAT LANKESTER beschrieben worden; und ich habe solche auf den Falkland-Inseln gefunden. Auf welche Weise sie derartige isolierte Inseln erreichen, ist für jetzt vollständig unbekannt. Sie werden leicht durch Salzwasser getötet, und es scheint nicht wahrscheinlich zu sein, dass junge Würmer oder Eierkapseln mit, den Füssen oder Schnäbeln von Landvögeln anhängender Erde weiter geschafft werden könnten. Übrigens wird Kerguelen-Land gegenwärtig nicht von einem einzigen Landvogel bewohnt.
Wir haben es in dem vorliegenden Bande hauptsächlich mit der von Würmern aufgeworfenen Erde zu tun, und ich habe einige Tatsachen über diesen Gegenstand in Bezug auf entfernte Länder gesammelt. In den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika werfen die Würmer Massen von Exkrementhaufen auf. In Venezuela sind Exkrementhaufen, welche wahrscheinlich von Arten der Gattung Urochaeta aufgeworfen werden, in den Gärten und auf den Feldern häufig, wie ich aber von Dr. ERNST in Caracas höre, nicht in den Wäldern. Auf dem, eine Flächenausdehnung von 200 Quadrat-Yard haltenden Hofraume an seinem Hause sammelte er 156 Exkrementmassen. Sie schwankten in der Grösse von einem halben Kubikzentimeter bis zu fünf Kubikzentimeter und massen im Mittel drei Kubikzentimeter. Sie waren daher klein, verglichen mit denen, welche man häufig in England findet, denn sechs grosse Exkrementmassen von einem Felde in der Nähe meines Hauses massen im Mittel 16 Kubikzentimeter. In St. Catharina in Süd-Brasilien sind mehrere Spezies von Regenwürmern häufig; und FRITZ MÜLLER Teilt mir mit, „dass an den meisten Stellen der Wälder und Weideländereien der ganze Boden bis zur Tiefe von einem Viertel-Meter so aussieht, als wäre er wiederholt durch die Darmkanäle von Würmern gegangen, selbst wenn kaum irgendwelche Exkrementhaufen auf der Oberfläche zu sehen sind.“ Man findet dort, freilich sehr selten, eine riesengrosse Art, deren Röhren zuweilen nicht weniger als zwei Zentimeter oder nahezu 4/5 Zoll im Durchmesser gross sind und welche allem Anschein nach den Boden bis zu einer bedeutenden Tiefe durchbohren. Ich hatte kaum erwartet, dass in dem trockenen Klima von Neu- Süd-Wales Würmer gemein sein würden; Dr. G. KREFFT von Sydney Teilt mir aber, nachdem er sich bei Gärtnern und anderen Leuten erkundigt hatte, ebenso wie nach seinen eigenen Beobachtungen mit, dass Wurmexkremente äusserst häufig sind. Er schickte mir einige nach heftigem Regen gesammelte, sie bestanden aus kleinen Häufchen von ungefähr 0,15 Zoll Durchmesser; die schwarze sandige Erde, aus welcher sie gebildet waren, hing noch immer mit beträchtlicher Zähigkeit zusammen.
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[14] Perrier, in: Arch. de Zoolog. expérim. Tom, 3. 1874. p. 378.
Der verstorbene Mr. JOHN SCOTT vom botanischen Garten in Kalkutta hat in meinem Interesse viele Beobachtungen über die in dem heissen und feuchten Klima von Bengalen lebenden Würmer angestellt. Die Exkrementhaufen sind beinahe überall äusserst häufig, in Jungles und auf offenem Boden, und zwar, wie er meint, in noch höherem Masse als in England. Nachdem sich das Wasser von den überfluteten Reisfeldern zurückgezogen hat, wird die ganze Fläche sehr bald mit Exkrementmassen dicht besetzt, – eine Tatsache, welche Mr. SCOTT sehr überraschte, da er nicht wusste, wie lange Würmer unter Wasser leben können. Im botanischen Garten rufen sie viele Unannehmlichkeiten hervor; „denn einige unserer schönsten Rasenplätze lassen sich nur dadurch einigermassen in Ordnung halten, dass sie täglich gewalzt werden; lässt man sie nur einige wenige Tage ungestört, so werden sie mit grossen Exkrementhaufen dicht besetzt.“ Dieselben sind denen ausserordentlich ähnlich, welche als bei Nizza sehr häufig vorkommend erwähnt wurden; sie sind wahrscheinlich das Werk einer Spezies von Perichaeta. Sie erhoben sich wie kleine Türme, mit einem offenen Gange in der Mitte. Es wird hier eine Abbildung eines dieser Exkrementhaufen nach einer Photographie mitgeteilt (Fig. 3). Der grösste, den ich erhalten habe, mass 3 1/2 Zoll in der Höhe und 1,35 Zoll im Durchmesser; ein anderer mass nur 3/4 Zoll im Durchmesser, und 2 3/4 Zoll in der Höbe. Im folgenden Jahre mass Mr. SCOTT mehrere von den grössten Exkrementhaufen; der eine war 6 Zoll hoch und hatte nahezu 1 1/2 Zoll im Durchmesser; zwei andere waren 5 Zoll hoch und massen beziehungsweise 2 und 2 1/2 Zoll im Durchmesser. Das mittlere Gewicht von den 22 mir gesandten Exkrementmassen war 35 Gramm (1 1/4 Unze), und einer derselben wog 44,8 Gramm (oder 2 Unzen). Diese sämtlichen Exkrementmassen wurden entweder in einer Nacht aufgeworfen oder in zweien. Wo in Bengalen der Boden trocken ist, wie unter grossen Bäumen, finden sich Exkrementmassen einer verschiedenen Art in ungeheurer Zahl: dieselben bestehen aus kleinen ovalen oder konischen Körpern von ungefähr 1/20 bis etwas über 1/10 Zoll Länge.
Abbildung 3
Fig. 3. Ein turmartiger Exkrementhaufen, wahrscheinlich von einer Spezies von Perichaeta ausgeworfen, aus dem botanischen Garten in Kalkutta, natürliche Grösse nach einer Photographie in Holz geschnitten.
Sie werden offenbar von einer verschiedenen Spezies von Würmern ausgeleert. Die Periode, während welcher die Würmer in der Nähe von Kalkutta eine solche ausserordentliche Tätigkeit entfalten, dauert nur wenig über zwei Monate, nämlich während der kühlen Jahreszeit nach der Regenperiode. Zu dieser Zeit sind die Würmer meistens ungefähr 10 Zoll unterhalb der Oberfläche zu finden. Während der heissen Jahreszeit bohren sie sich in eine grössere Tiefe ein und sind dann zusammengerollt und augenscheinlich Sommerschlaf haltend zu finden. Mr. SCOTT hat sie nie in einer grösseren Tiefe als 2 1/2 Fuss gefunden, er hat aber dann gehört dass sie bei 4 Fuss Tiefe gefunden worden sind. Innerhalb der Wälder sind frische Exkrementhaufen selbst während der heissen Jahreszeit zu finden. Im botanischen Garten ziehen die Würmer während der kühleren und trockenen Jahreszeit viele Blätter und kleine Zweigstückchen in die Mündungen ihrer Röhren, wie unsere englischen Regenwürmer; während der Regenzeit tun sie dies aber nur selten. Mr. SCOTT hat Wurmexkrementmassen auf den hohen Bergen von Sikkim in Nord-Indien gesehen. In Süd-Indien fand Dr. KING an einer Stelle, auf dem Plateau der Nilgiris, in einer Erhebung von 7000 Fuss „ziemlich viel Exkrementhaufen“, welche ihrer bedeutenden Grösse wegen interessant sind.
Abbildung 4
Fig. 4. Ein Exkrementhaufen von den Nilgiri Bergen in Süd-Indien natürliche Grösse, nach einer Photographie in Holz geschnitten.
Die Würmer, welche dieselben auswerfen, sind nur während der nassen Jahreszeit zu sehen, und sollen dem Berichte nach, von 12 bis 15 Zoll in der Länge messen und so dick sein wie der kleine Finger eines Mannes. Diese Exkrementmassen wurden von Dr. KING nach einer Periode von 110 Tagen ohne irgendwelchen Regen gesammelt; sie mussten entweder während des Nordost-Monsun oder noch wahrscheinlicher während des vorhergehenden Südwest-Monsun ausgeworfen worden sein, denn ihre Oberflächen hatten etwas durch Zersetzung gelitten, auch waren sie von vielen feinen Wurzeln durchsetzt. Es wird hier eine Abbildung von einer derselben mitgeteilt (Fig. 4), welche noch am besten ihre ursprüngliche Grösse und ihr ursprüngliches Ansehen bewahrt zu haben scheint. Trotz etwas Verlustes in Folge der Zersetzung wogen von fünf von den grössten dieser Exkrementmassen (nachdem sie gut in der Sonne getrocknet waren), im Mittel eine jede 89,5 Gramm oder über 3 Unzen, und die grösste wog 123,14 Gramm, oder 4 1/3 Unzen, – d.h. über ein Viertel Pfund! Die grössten Windungen waren etwas mehr als einen Zoll im Durchmesser; wahrscheinlich aber hatten sie sich, während sie weich waren, etwas gesenkt, und es war dadurch ihr Durchmesser etwas vergrössert worden. Einige waren so stark auseinander geflossen, dass sie gegenwärtig aus einer Säule übereinanderliegender, platter zusammenfliessender Kuchen bestanden. Sie waren sämtlich aus feiner, im Ganzen hell gefärbter Erde gebildet und waren überraschend hart und kompakt, ohne Zweifel in Folge der tierischen Substanz, durch welche die Erdpartikelchen mit einander verkittet waren. Sie fielen nicht auseinander, selbst wenn sie einige Stunden lang im Wasser liegen gelassen wurden. Obgleich sie auf die Oberfläche eines kiesigen Bodens ausgeworfen worden waren, enthielten sie doch nur äusserst wenig Steinstückchen, von denen das grösste nur 0,15 Zoll im Durchmesser hatte.
Dr. KING sah in Ceylon einen Wurm von ungefähr 2 Fuss Länge und 1/2 Zoll im Durchmesser; es wurde ihm gesagt, dass dies eine während der nassen Jahreszeit sehr häufige Spezies sei. Diese Würmer müssen Exkrementhaufen auswerfen, welche mindestens ebenso gross sind wie die auf den Nilgiri-Bergen; während seines kurzen Aufenthalts auf Ceylon sah aber Dr. KING keine davon. Es sind nun Tatsachen in genügender Zahl aufgeführt worden, welche zeigen, dass die Würmer mit dem Heraufschaffen feiner Erde auf die Oberfläche in den meisten oder allen Teilen der Erde und unter den allerverschiedenartigsten Klimata eine grosse Arbeit verrichten.