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Auftreten von gentechnisch verändertem Raps in der Umwelt
In der Schweiz ist die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in die Umwelt zu anderen als wissenschaftlichen Zwecken aufgrund eines Moratoriums verboten. Manche Agrar-Exportländer wie die USA oder Kanada bauen diese jedoch bereits heute grossflächig an. Dies kann dazu führen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen als Verunreinigungen von Importgütern in die Schweiz und schliesslich in die Umwelt gelangen. Dieses Risiko muss möglichst eingedämmt werden, um die Kontaminierung von konventionellen Landwirtschaftskulturen und um allfällige Beeinträchtigungen der Biodiversität zu verhindern.
Die Ergebnisse der Umweltüberwachung zeigen, dass der Anteil von positiv getesteten Pflanzen tief ist (im Durchschnitt unter 2%), wenngleich nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass gentechnisch veränderte Rapspflanzen unbeabsichtigt in die Umwelt gelangen können. Der erhöhte Wert für 2017 (siehe Grafik "Hotspots") lässt sich dadurch erklären, dass in diesem Jahr mehrmals Proben an einem bekannten Umschlagplatz genommen wurden, an dem regelmässig gentechnisch veränderter Raps gefunden wird. Ein wichtiger Grund für das Auftreten von gentechnisch veränderten Organismen in der Umwelt sind Importe verunreinigter landwirtschaftlicher Produkte aus Ländern, in denen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Jedoch veranlassen die Kantone kontinuierlich die Bekämpfung von gentechnisch veränderten Pflanzen an allen Standorten mit positiven Funden und stellen dadurch weiterhin sicher, dass aus den im Boden vorhandenen gentechnisch veränderten Samen keine neuen überdauernden Populationen entstehen können.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die entwickelten Methoden verlässliche Zahlen zum Auftreten von gentechnisch verändertem (GV-)Raps in der Umwelt liefern und eine gute Basis für die Analyse der längerfristigen Entwicklungen legen.
Der Zustand dieses Indikators wird nicht bewertet. Die Daten hängen massgeblich von externen Faktoren wie z. B. von den in die
Schweiz importierten, mit GVOs verunreinigten Mengen ab.
- Verwandte Indikatoren
- Gentechnisch veränderte Organismen in der weltweiten Landwirtschaft
- Selbstversorgungsgrad
Um allfällige Beeinträchtigungen durch das Vorkommen von GVO in der Umwelt frühzeitig zu erkennen, hat das BAFU ein jährliches Monitoring von GV-Raps entlang vom interoperablen SBB-Schienennetz (1340 km) aufgebaut. Dabei werden schweizweit jährlich 30 zufällig gewählte Schienenabschnitte von 1 km Länge auf das Vorhandensein von GV-Raps untersucht. Ergänzend dazu werden Hotspots auf das Vorhandensein von GV-Raps untersucht. Hotspots sind Orte, wo mit erhöhter Wahrscheinlichkeit GV-Raps gefunden werden könnte (Warenumschlagplätze wie Rangier- und Güterbahnhöfe oder Verkehrsknotenpunkte, Zu-und Abfahrtswege von Lebens- und Futtermittelfirmen).
Verschiedene Mandatsträger und kantonale Behörden führen Probenahmen gemäss dem vom BAFU erarbeiteten Konzept durch. Die Proben werden im Referenzlabor (Kantonales Laboratorium Basel-Stadt, KLBS) auf das Vorhandensein von gentechnischen Veränderungen (z.B. Herbizid- oder Antibiotikaresistenzen) mittels real-time PCR analysiert.
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