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Wie und warum Caprylsäure bei Candida eingesetzt werden, können Sie in unserem früheren Artikel Warum Caprylsäuren bei Candida? nachlesen. Im Folgenden wollen wir uns mit einer Studie zu Alzheimer und Caprylsäuren befassen.
Alzheimer ist eine komplexe Erkrankung. Noch immer konnte keine eindeutige Ursache für die Entstehung dieser Erkrankung gefunden werden, jedoch ist ihre Pathophysiologie durch Proteinablagerungen im Gehirn gekennzeichnet. An der Bildung dieser Ablagerungen sind unter anderem Entzündungen und eine durchlässige Blut-Hirn-Schranke beteiligt. Auch Insulinresistenz im Gehirn scheint eine Rolle zu spielen.
Bei Alzheimer wird die Verarbeitung von Informationen zunehmend beeinträchtigt und es treten immer schwerere Gedächtnisstörungen auf. Die Pflege von Alzheimer-Patienten stellt für Familie und Pflegepersonal eine schwere Belastung dar, zum Teil auch aufgrund von zusätzlich hinzukommenden Verhaltens- und Kognitionsstörungen. Diese treten bei 50 bis 90 Prozent der Alzheimer-Patienten auf.
Da eine konventionelle Behandlung oft keine ausreichende Hilfe leisten kann, ist es ratsam, bei Alzheimer und anderen Formen von Demenz ergänzende Ernährungs- und Nahrungsergänzungstherapien einzusetzen. Dazu wurde den letzten zehn Jahren viel Forschungsarbeit geleistet. Diese hat gezeigt, dass mittellangkettige Fettsäuren (MCT) eine vorteilhafte Wirkung auf die kognitiven Symptome ausüben. Ein gutes Beispiel für solche MCT sind Caprylsäuren.
Caprylsäuren sind gesättigte Fettsäuren. Sie werden in kleinen Mengen vom Körper selbst gebildet und sind in geringen Mengen auch in Nahrungsmitteln wie Kokosfett, Palmöl, Hanföl, Muttermilch, Milchprodukten und Butter enthalten. Doch was haben Caprylsäuren mit Alzheimer zu tun? Dazu muss man zunächst wissen, was eine ketogene Diät ist.
Eine ketogene Diät besteht zu etwa 80 % aus Fett und zu 10-20 % aus Proteinen. Kohlenhydrate werden kaum verzehrt (maximal 20 Gramm pro Tag). Ziel einer ketogenen Diät ist es, den Körper von Zuckerverbrennung auf Fettverbrennung umzustellen. Der Körper zehrt zunächst die verbliebenen Glykogenreserven auf und beginnt dann, Fett zu verbrennen. Außerdem bildet der Körper Ketonkörper, energiereiche Verbindungen, die das Gehirn bei fehlender Glucose als Brennstoff verwenden kann. Der Zustand, in dem sich Körper nun befindet, wird Ketose genannt.
Ketose entlastet nicht nur die Bauchspeicheldrüse – es wird immer weniger Insulin benötigt, um Zucker aufzuspalten – sondern hat auch eine positive Wirkung auf das Gehirn. Das Interessante an Caprylsäuren ist nun, dass sie unter anderem auch die Ketose fördern können. Aber wie kommt es, dass das Gehirn davon profitiert?
Normalerweise ist Glucose die wichtigste Energiequelle des Gehirns. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bei Alzheimer eine gehirnspezifische Insulinresistenz auftritt, die neuronale Dysfunktionen und sogar das Absterben von Nervenzellen zur Folge haben kann. Eine Umstellung auf Fettverbrennung bietet sich in dieser Situation als willkommene Strategie an. Daher wurden Untersuchungen zu ketogenen Diäten, Caprylsäuren und Alzheimer durchgeführt.
Bei zwanzig Patienten im Durchschnittsalter von 74,7 Jahren, bei denen leichter bis mittelschwerer Alzheimer diagnostiziert worden war, wurde die Wirkung einer Supplementierung mit Caprylsäure untersucht. Durch Einzeldosen von 40 g Caprylsäuren wurde eine milde Ketose verursacht.
Es wurde eine positive Wirkung beim Merken eines Textes festgestellt. Außerdem wurden bei Nichtträgern des ApoE4-Gens signifikante Verbesserungen im kognitiven Subtest der Alzheimer’s Disease Assessment Scale (ADAS-Cog) gemessen. Träger dieses Gens zeigen ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Alzheimer, aber auch Nichtträger können diese Krankheit entwickeln.
Sowohl eine ketogene Diät als auch die Verabreichung von Caprylsäuren und anderen MCT können eine gute Ergänzung einer Behandlung von Alzheimer und anderen Demenzen darstellen. Die Symptome können dadurch zwar nicht völlig beseitigt, jedoch gelindert werden.