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Zwischen 2020 und 2021 stieg die Zahl der stationären Spitalaufenthalte wegen psychischer und Verhaltensstörungen bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 10 bis 24 Jahren um 26%, bei gleichaltrigen Männern um 6%. Zum ersten Mal waren psychische Störungen die häufigste Ursache für eine Hospitalisierung bei den 10- bis 24-Jährigen (19 532 Fälle), gefolgt von Verletzungen (19 243 Fälle). Die Spitaleinweisungen aufgrund von Suizidversuchen nahmen in derselben Altersgruppe um 26% zu, die ambulanten psychiatrischen Leistungen im Spital um 19%.
Vom 25. November bis zum 10. Dezember treten alljährlich über 100 Organisationen an die Öffentlichkeit und machen sich stark gegen geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» findet weltweit in 187 Ländern statt. In der Schweiz werden die Aktionstage seit 2007 von der feministischen Friedensorganisation cfd koordiniert.
Das Fokusthema 2022 ist Feminizid
Jede zweite Woche wird eine Frau oder als Frau gelesene Person in der Schweiz getötet, weil sie eine Frau ist oder als Frau gelesen wird (z.B. non-binäre Personen oder trans Männer). 2021 wurden 20 Frauen und Mädchen durch häusliche Gewalt getötet.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe gibt fünf Empfehlungen ab für die unnötigsten Untersuchungen. Dazu gehören:
- Keine routinemässige Antibiotikagabe bei unkomplizierter Blasenentzündung und asymptomatischer Bakteriurie;
- Kein jährlicher zytologischer Abstrich im Rahmen der regelmässigen gynäkologischen Kontrollen;
- Keine routinemässigen Hormonabklärungen bei menopausalen Beschwerden;
- Keine unbegründete Behandlung von Myomen oder Gebärmutterentfernung wegen Myomen;
- Keine operative Entfernung harmloser Ovarialzysten ohne akute Beschwerden.
Kernstück von «Choosing Wisely» sind sogenannte «Top-5-Listen» aus jeder klinischen Fachdisziplin. Der Verein Smarter Medicine will nach dem Motto «weniger ist mehr» auf das Thema Fehl- und Überversorgung in der Medizin fokussieren.
Frauen mit tiefem Einkommen waren von den Massnahmen im Zusammenhang mit COVID-19 besonders betroffen. Dies geht aus einer von der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen (EKF) veröffentlichten Studie hervor, die beim Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) in Auftrag gegeben worden war. Einschränkungen wie die Schliessung von Kindergärten und Schulen sowie die obligatorische Telearbeit haben «die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung verstärkt», stellen die Autorinnen und Autoren der Studie fest. Frauen übernahmen mehr Kinderbetreuung und reduzierten ihre Erwerbstätigkeit, wie BASS feststellt. Der Rückgang des Arbeitsvolumens traf Frauen, die zu weniger als 50 % angestellt waren, am stärksten. Vor allem Haushalte mit tiefen Einkommen und damit überdurchschnittlich viele Frauen verdienten weniger. Die Untersuchung der staatlichen Geldflüsse zeigt auch, dass weniger Hilfen in Form von Kurzarbeitsentschädigung und finanziellen Hilfen an Betriebe in die Branche der «sonstigen Dienstleistungen», zu denen Coiffeur- und Kosmetiksalons mit hohem Frauenanteil an Beschäftigten gehören, flossen als erwartet. Ganz ausgeschlossen von Covid-Hilfen waren Beschäftigte in privaten Haushalten, fast 90 Prozent davon sind Frauen, oft mit sehr tiefen Einkommen und unsicherem Aufenthaltsstatus. Die EKF schlägt eine Reihe von Empfehlungen für künftige Krisen vor: den Ausbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung, Förderung der beruflichen Neuqualifizierung von Frauen, besseren Lohnschutz in Krisenzeiten, spezifische Unterstützung für Arbeitnehmerinnen in Privathaushalten, Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kleinunternehmen in frauenspezifischen Bereichen.
Quelle: SRF vom 23. Mai, www.srf.ch
Siehe auch die Medienmitteilung der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen, www.admin.ch