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Cuóco
(Coco), Vincenzo, ital. Geschichtschreiber, geb. 1770 zu Cività Campomarano im Neapolitanischen, widmete sich dem Studium der Rechte, betrieb aber zugleich mit Eifer Geschichte und Philosophie. Noch nicht 30 Jahre alt, wurde er ein Opfer der Verfolgungen, welche die Regierung des schwachen Königs Ferdinand IV. gegen den aufgeklärten Teil der Unterthanen richtete, ging als Verbannter nach Frankreich, nahm aber bald darauf seinen Wohnsitz in Mailand. [* 2] Hier schrieb und veröffentlichte er 1800 sein berühmtes Werk »Saggio storico su la rivoluzione di Napoli«, in welchem er die neapolitanischen Verhältnisse des Jahrs 1799, die er handelnd und leidend mit erlebt hatte, mit der Lebendigkeit eines Augenzeugen und doch mit der Unparteilichkeit eines vom Geist klassischer Geschichtschreibung beseelten Mannes und tiefen Denkers schrieb. 1804 veröffentlichte er zu Mailand seinen »Platone in Italia«, ein Werk, in welchem er in der Form der Beschreibung einer Reise Platons und Kleobulos' die Geschichte und die Zustände des alten Italien [* 3] darstellte.
Dies wenn auch nicht klassische, doch immerhin verdienstliche Werk fand seiner Zeit vielen Anklang und wurde in fast alle
gebildeten
Sprachen übersetzt. Nach
Neapel
[* 4] gegen Ende 1806 zurückgekehrt, gelangte
Cuóco im befreiten Vaterland
zu Ämtern und
Würden: er wurde
Staatsrat, Schatzmeister (Direttore del Tesoro), veröffentlichte eine wichtige
Schrift über
den öffentlichen
Unterricht und erfreute sich eines bedeutenden Ansehens.
Als er aber 1815 die Rückkehr der
Bourbonen mit
ansehen mußte, wirkte dies so störend auf sein
Gemüt, daß er in
Wahnsinn verfiel.
Acht Jahre später,
gegen Ende 1823, starb er in
Neapel.
Vgl. M. d'Apala,
Vita di Vincenzo
Cuóco
(Flor. 1865).