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RMI Keyboard Computer KC-II
Inklusive Bedienungsanleitung und 48 Sound-Lochkarten!
Voll funktionsfähig und tadelloser Zustand!
Das Instrument muss in Thun abgeholt werden.
Er ist der wohl erste kommerziell vertriebene, digitale Synthesizer. Das Gerät bietet eine Reihe von Preset-Sounds, die in engen Grenzen verändert werden können; bemerkenswert ist die Tatsache, dass der KC-II via Lochkartenleser mit zusätzlichen Sounds gefüttert werden kann – ein Feature, was damals sehr ungewöhnlich und innovativ war. Ein enger Verwandter der Keyboard Computer ist der RMI Harmonic Synthesizer, der ebenfalls mit digitalen Wellenformen arbeitet und vielfältige Eingriffsmöglichkeiten ins Klanggeschehen erlaubt, jedoch nur (zweifach) monofon spielbar ist.
RMI-Chefentwickler Jerome Markowitz ließ sich bei der Konzeption des KC-II von prominenten Keyboardern wie z. B. Roger Powell beraten, der u. a. für David Bowie oder Todd Rundgrens Utopia tätig war. Der Keyboard Computer-II kostete 4.750 Dollar, wurde bis Anfang der 80er Jahre gebaut und von vielen namhaften Musikern benutzt. Darunter sind z. B. Synth-Wizards wie Rick Wakeman, der den KC-II sogar für die Tormato-Tour von Yes mit auf die Bühne nahm, und Jean Michel Jarre, der das Instrument auf dem Equinoxe-Album (1978) einsetzte und heute noch ein liebevoll restauriertes Exemplar auf seinen Tourneen spielt.
Auch in der Krautrockszene wusste mancher um die Qualitäten des neuartigen Synthesizers; so kann man den KC-II auf Eloys Ocean-Longplayer (auf Harvest) von 1977 hören. Aber nicht nur Progressive-Rock-Acts verwendeten das Instrument, auch fortschrittliche Jazzer zählten zu seinen Usern, wie etwa Terje Rypdal (auf dem großartigen 1977er Album Waves) oder Black Music-Hero Isaac Hayes, bei dem der Synth auf Chocolate Chip (1975) zu hören ist, dem ersten Album, das er nach seiner Trennung von Stax auf seinem eigenen Label Hot Buttered Soul herausbrachte.
RMI wurde 1983 geschlossen, die Mutterfirma Allen Organ Company existiert aber noch heute und ist auch in der Lage, bei alten RMI-Geräten Reparaturen durchzuführen.
Äußeres
Der Keyboard Computer sieht weniger aus wie ein Computer, sondern eher wie ein semi-gelungenes Gen-Experiment, bei dem ein E-Piano mit einer Combo-Orgel gekreuzt wurde.
Anstelle der einfachen Schalter der ersten Keyboard-Computer-Version verbaute man jetzt eine Reihe von Orgel-Wippschaltern für die Presets und Sound-Einstellungen, was dem Synth zwar ein konventionelleres Aussehen verleiht, aber viel Praxis- und Performance-orientierter ist.
Futuristisch wirkt der eingebaute Lochkartenleser von IBM, mit dem man das Soundangebot erheblich erweitern kann.
Ein Drehschalter erlaubt die Anwahl von bis zu vier Lochkartensounds, die ins RAM geladen werden. Die Anschlüsse (zweimal Monoklinke für die beiden Klangerzeugungsblöcke) befinden sich auf der Gehäuseunterseite. Das voluminöse Netzgerät wird in einem externen Gehäuse beherbergt. Dass man den Bühnenmusiker bei der Konzeption des Instruments im Auge hatte, beweist schon die ungewöhnlich große Anzahl an Fußschwellern und -schaltern; mit ihnen lassen sich Lautstärke, Pitch, Vibrato, Chorus, Sustain und Attack sowie Decay der Lautstärke-Hüllkurve kontrollieren.
Klangerzeugung
Die RMI Keyboard Computer sind wohl die Vorfahren der heutigen Rompler und Wavetable-Synthesizer. Ihre zehnstimmige Klangerzeugung arbeitet auf der Basis kurzer, digital erzeugter Wellenformen. Diese durchlaufen eine Reihe von Festfiltern, Hüllkurven und LFOs, die individuell auf den Charakter der Presets abgestimmt sind. Die Palette der Wellenformen enthält sowohl Standardwellenformen wie Sinus, Rechteck, Sägezahn etc. als auch Spezielles wie metallische Spektren, Naturinstrumente, Piano-Artiges usw.
Ein Teil der Vorarbeit für die Entwicklung der damals revolutionären Klangerzeugung wurde übrigens bei Allen Organ geleistet, die schon früh mit einem „Computer Organ“ experimentierten. Der RMI besitzt zwei Klangerzeugungsblöcke, die auch gelayert werden können. Als Effekte stehen ein Chorus und ein etwas merkwürdiger Delay-Effekt zur Verfügung, bei dem die gespielten Noten verzögert noch einmal getriggert werden.
Sound
Der Grundklang des KC-II offenbart seine digitale Herkunft. Er klingt zwar nicht kalt, wirkt aber manchmal etwas statisch. Im Vergleich zu Nachfahren wie etwa dem PPG Wave-Synthesizern klingt er vergleichsweise weniger schmutzig und etwas steriler, bleibt aber trotzdem im Bereich der mittleren und höheren Frequenzen durchsetzungsfähig; Letzteres zeigen auch die Studioaufnahmen im Bandkontext (s. o.).
Sein etwas simplizistischer Klang hat oft einen charmanten Retrocharme, den man mithilfe der Fußpedale z. B. durch Überblenden von Sounds und des internen Chorus’ noch lebendiger machen kann. Mitte der 70er-Jahre war er aber ein Segen für viele Musiker, dank der vergleichsweise opulenten und auf Knopfdruck verfügbaren Klangpalette, die von diversen Orgel- und Piano-Sounds über Strings, Bläser (French Horn.)