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Die Forschenden wollen transgenen Winterweizen anbauen, der über ein aus Gerste stammendes zusätzliches Transport-Protein für Saccharose (Haushaltszucker) verfügt. Ziel des Versuchs ist es, herauszufinden, wie sich die Pflanzen auf freiem Feld verhalten und ob sie einen besseren Ertrag bringen, wie das BAFU am Freitag mitteilte.
Wie Agroscope im Juni anlässlich der Einreichung des Gesuchs mitteilte, handelt es sich bei dem Winterweizen um die Sorte Certo. Das eingefügte Gen verändert den Zuckertransport im sich entwickelnden Korn und erhöht dort die Aufnahmekapazität für Zucker. Die Körner werden dadurch besser gefüllt, also dicker.
In Gewächshausversuchen habe der transgene Weizen bereits eine Ertragssteigerung von durchschnittlich fünf Prozent gezeigt. Nun soll geklärt werden, ob sich dieser Mehrertrag auch im Feld und mit gleichem Einsatz von Nährstoffen erreichen lässt.
Der Versuch dauert maximal sechs Anbauperioden vom Herbst 2016 bis zum Herbst 2022. Agroscope muss dem BAFU jedes Jahr vor der Aussaht die Grösse der Versuchsflächen sowie weitere Detailinformationen mitteilen.
Zudem müssen die Forscher die üblichen Massnahmen treffen, um zu verhindern, dass sich gentechnisch verändertes Material ausserhalb des Versuchsgeländes verbreitet. Dies geschieht beispielsweise mithilfe von Zäunen und der Schulung der Mitarbeitenden. Eine Begleitgruppe überwacht den Versuch vor Ort und erstattet dem BAFU Bericht.
Während die landwirtschaftliche Produktion von gentechnisch veränderten Pflanzen wegen eines Moratoriums bis Ende 2017 verboten ist, ist der Anbau zu wissenschaftlichen Zwecken möglich. Allerdings müssen alle Versuche bewilligt werden. Diese finden auf einem geschützten Versuchsstandort in Reckenholz, der sogenannten "Protected Site", statt. Derzeit sind mehrere Feldversuche mit transgenen Pflanzen im Gang.
(SDA)