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TI (8 Sitze): Linke verschenkt Sitz
Im Kanton Tessin braucht es 11,1 Prozent der Stimmen für einen sicheren Sitz im Nationalrat. Wie vor vier Jahren sind die Listen der Lega dei Ticinesi und der SVP sowie jene der SP und der PdA verbunden. In der Mitte stärkt die erstmals kandidierende GLP die CVP.
6 der 8 Sitze sind sicher vergeben: je 2 für Lega/SVP und für die FDP, je einer für CVP und SP. Die CVP gewinnt zudem fast sicher den zweiten Sitz (Restmandat). Das zweite Restmandat geht wohl wie vor vier Jahren ans Bündnis Lega/SVP. Nur: Dieser Sitz ginge sicher an die SP, wenn eine Listenverbindung SP/Grüne zustande gekommen wäre. Die beiden Parteien konnten ihren Streit aber nicht beilegen und treten wie vor vier Jahren getrennt an.
Mit 75 zu 72 Stimmen hatten die SP-Delegierten zunächst eine Listenverbindung ermöglicht, indem sie die Bedingung fallen liessen, dass der grüne Präsident Sergio Savoia nicht auf der grünen Nationalratsliste sein dürfe. Daraufhin forderte Savoia, er sei zusätzlich als gemeinsamer Ständeratskandidat von SP/Grünen zu nominieren. Die SP winkte ab. Die Linke ohne Grüne muss nun mehr als zwei Drittel der Stimmen von Rechtsaussen erreichen, um dennoch einen zweiten Sitz zu ergattern. 2011 fehlten ihr dafür nur 0,4 Prozent. Bei den Grossratswahlen diesen Frühling gewann die Linke nur minime 0,15 Prozent WählerInnenanteil dazu, Rechtsaussen aber 1,8 Prozent. Ohne Trendwechsel bleibt die Sitzverteilung wie gehabt.
LU (10 Sitze): GLP-Sitz bedroht
Für einen sicheren Nationalratssitz im Kanton Luzern braucht es 9,1 Prozent der Stimmen. Das Listenbündnis GLP/BDP/EVP von 2011, das der GLP einen Sitz brachte, hat sich aufgelöst. BDP und EVP schliessen sich neu der CVP an, die sich erstmals auch mit der FDP verbündet. Die GLP schliesst sich im Gegenzug dem Bündnis SP/Grüne an. Vor vier Jahren hätten solche Bündnisse (48,3 Prozent für die Mitte, 25,9 für Mitte-links, 25,1 für die SVP) nichts an der Sitzverteilung geändert.
Dieses Jahr sind 5 Sitze für die Mitte und je 2 Sitze für Mitte-links und SVP sicher. Für das einzige Restmandat gilt: Mitte-links verteidigt sein drittes Mandat, wenn es grösser als die SVP bleibt und mindestens die Hälfte der Stimmen des Mittebündnisses erreicht. Bei den Kantonsratswahlen in diesem Frühjahr wäre beides nicht der Fall gewesen, und der Sitz wäre zur CVP gewandert. Diese hat somit etwa gleich grosse Chancen auf ein viertes Mandat wie die SVP auf ein drittes und das Mitte-links-Bündnis auf die Verteidigung des dritten Sitzes. Verteidigt Mitte-links den Sitz, so ginge je ein Sitz an SP, Grüne und GLP, solange die GLP die Hälfte der Stimmen der SP erreicht; ansonsten gewänne die SP zwei Sitze.
Alle bereits erschienenen Prognosen finden Sie unter www.woz.ch/wahlgymnastik.