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1990 hat das Bundesamt für Landwirtschaft in Bern beschlossen, dass bis ins Jahr 2000 100'000 Hektaren Produktionsfläche für Nahrungsmittel abgebaut werden muss. Die frei werdende Fläche darf nur noch mit einer Kultur bepflanzt werden, welche weder für menschliche noch für tierische Nahrungsmittel verwendet werden kann.
Der erste Anbau von Miscanthus in der Schweiz geht auf das Jahr 1992 zurück. Das Ziel war die alternative Flächennutzung und die Reduktion der Getreidefläche im Hinblick auf den liberalisierten Markt. ökologische Ausgleichsflächen wurden vorgeschrieben, die Landwirte erhalten dafür einen staatlichen Beitrag.
1994 hat das Bundesamt für Landwirtschaft ein Projekt gestartet, mit dem Ziel unsere Böden, die durch die intensive Bewirtschaftung unfruchtbar werden, zu retten.
Also suchte man nach einer Pflanze, die diesem Prozess entgegenwirken könnte. Vorallem die Pflanze namens Miscanthus sinensis giganteus war sehr interessant. Diese Pflanze wurde allen geforderten Ansprüchen gerecht.
Die Mitglieder der GSB produzierten damals pro Jahr um die 3000 Tonnen Trockenmasse und niemand wusste so genau, was man mit diesem Häcksel anstellen sollte.
Ueli Freudiger hat darauf hin einen Mähdrescher umfunktioniert, damit er das Schilf in einem Arbeitsgang zu einem 15 mm Häckselgut ernten und schreddern konnte.
Dieses Häcksel wurde dann entstaubt und mit einer Abpackmaschine zu 25 kg Säcken gepresst und als Tiereinstreu und Bodenabdeckung verkauft. Der grösste Teil der Ernte wurde zu Ballen gepresst und auf diese Weise als Tiereinstreu in Ställen für Rinder und Schweine eingesetzt.
1999 stand die GSB finanziell sehr schlecht da. Nur durch den Verkauf von Einstreu konnte keine so teure Geschäftsführung finanziert werden. So musste im Dezember die GSB Konkurs anmelden.
Jetzt war der Ball bei den Pflanzern und den verbleibenden Mitgliedern. Im Januar 2000 wurde eine neue, viel kleinere Organisation gegründet. In der Form einer Interessengemeinschaft wurden gesamtschweizerisch die verbleibenden Interessenten zur IGM (Interessengemeinschaft Miscanthus) zusammengeführt.
Die Haupttätigkeiten der IGM
Events zur Förderung von Miscanthus als biologisch abbaubaren Kunststoffersatz und ressourcenschonenden Baustoff. Allgemeine Imageverbesserung in der Landwirtschaft.
Die IG koordiniert und organisiert den Anbau ihrer Pflanzer und den Absatz der Produkte.
Die Zusammenarbeit mit interessierten Firmen und die Entwicklung marktreifer Linien hat sich als schwieriger und aufwendiger erwiesen als erwartet. Es hat auch die finanziellen Möglichkeiten der Produzenten bei weitem überstiegen. Der Aufbau einer Verwertungslinie mit hoher Wertschöpfung gelang bis heute nicht.
Es muss unbedingt erreicht werden, dass der Miscanthus in der AP 2017-2021 wieder berücksichtig wird, damit in der Schweiz nicht noch mehr Parzellen mit Miscanthus "vernichtet" werden. Vermehrt muss der Rohstoff Miscanthus im Bau eingesetzt werden, nur so kommen wir zu den CHF 5'400.- pro Hektare aus dem CO2 Fonds. Dieses Geld würden den Pflanzern zustehen.
Miscanthus gedeiht gut an der Wärme und wächst am besten an Orten, wo auch Mais angebaut werden kann. Viel Sonne wird bevorzugt.
Miscanthus wächst besser auf leichten Böden (sandiger Lehm oder lehmiger Sand, leicht humos, mit guter Wasserführung), als auf schweren Böden. Böden mit Staunässe und einer mangelhaften Durchlüftung und sehr trockene, grundwasserferne Standorte sind ebenfalls nicht geeignet. Staunässe oder ein hoher Grundwasserspiegel sind deshalb ungeeignet, weil die Pflanzen in sauerstoffarmer Umgebung ersticken. Auch sollten Böden mit extremen pH-Werten vermieden werden.
Ein leichter bis mittelschwerer humoser Boden, gut strukturiert ist wichtig. Der Miscanthus liebt keine Staunässe.
Mechanische Bodenbearbeitung muss problemlos möglich sein.
Auch an Hanglagen ist es möglich Miscanthus zu pflanzen sofern Erntemaschinen eingesetzt werden können.
Sonnige - möglichst nicht von Wald umgebene Parzellen sind besonders geeignet.
Miscanthus wird nicht mehr wie zu Beginn als Pflanze gesetzt, sondern in Form von Rhyzomen vermehrt. Diese werden nach der Ernte von Parzellen welche schon mehrere Jahre bestehen, durch zerschlagen der Wurzelstöcke gewonnen. Diese Wurzelteile werden dann auf einer neuen Parzelle z.B. mit einem Mistzetter ausgebracht und kurz eingearbeitet.
Unkrautbekämpfung wenn möglich mechanisch und nur in Ausnahmefällen chemisch.
Die ältesten Parzellen in der Schweiz bestehen schon seit 20-25 Jahren und werfen immer noch einen normlen Ertrag ab.
Die Erntezeit ist von Anfang März bis Mitte April. Die der Feuchtigkeitsgehalt des Ernteguts sollte unter 20% sein.
Zu spätes Ernten könnte allerdings die neu auflaufenden Triebe beschädigen. Zu nasses Erntegut kann im Notfall auch getrocknet werden, was aber sehr kostspielig ist.
Geerntet wird normalerweise mit einem Maishäcksler; zurück bleiben 10-15 cm lange Stoppeln.
Das Erntegut wird gehäckselt, verladen und abtransportiert oder direkt nach dem Mähen zu Quaderballen gepresst und ist so besser transportierbar und lagerfähig.
Kaum ein Wissenschaftler bestreitet noch diese Prognose: Die Zukunft gehört denen, die als erste auf 100 &% erneuerbare Energien umgestiegen sind.Franz Alt Dezember 2011
Die Aufladung der Atmosphäre mit Treibhausgasen bringt die Chemie und die Biologie des Lebens auf der Erde durcheinander und zerstört unter anderem Nahrungsketten, die seit Jahrtausenden funktionieren.Bernhard Pötter Tatort Klimawandel 2008
Die Mehrkosten für erneuerbare Energien von heute sind gesicherte Energie, vermiedene Umweltschäden und niedrige Energiekosten von morgen.Hermann Scheer Politiker
Miscanthus ist eine Dauerkultur wie eine Wiese. In den ersten Jahren ist die Fläche eher mit herkömmlichen Ackerböden vergleichbar, erst im Laufe der Jahre kann sie mit Grünland verglichen werden.
Das Wachstum der Pflanze wird nicht negativ beeinflusst, da das Feld nur einmal pro Jahr während der Ernte befahren werden muss.
Da Miscanthus einen sehr geringen Nährstoffbedarf hat, muss eigentlich nie Dünger eingesetzt werden.
Durch das ausgeprägte Wurzelwerk wird Erosion verhindert. Zudem bildet die Pflanze Humus durch das Ablegen ihrer Blätter.
Durch die Unkrautbekämpfung im Pflanzjahr werden andere Kräuter in den meisten Fällen unterdrückt. Doch im Vergleich zu Intensivkulturen kann Miscanthus in den ersten Jahren eine durchaus bessere Beivegetation aufweisen.
Nach diesen Jahren nimmt die Begleitflora jedoch ab. Durch Ausfall von einzelnen Horsten werden immer wieder neue Nischen für andere Pflanzen geschaffen.
Die Insektenpopulation in Miscanthus setzt sich überwiegend aus üblichen Arten der Agrarlandschaft zusammen.
Durch die Dauerkultur weist Miscanthus ein reicheres Bodenleben auf als herkömmliche Intensivkulturen.
Für Vögel ist Miscanthus weniger geeignet. Ein paar Arten nutzen es als Rückzugsgebiet. Dies gilt auch für mehrere Säugetiere.
Insekten und Säugetiere haben grosse Chancen in den Miscanthuskulturen den Winter zu überleben.
Viele dieser positiven Aspekte sind weniger auf die Pflanze Miscanthus sinensis zurückzuführen, als vielmehr auf die Tatsache, dass es sich um eine Dauerkultur handelt. Dauerkulturen stellen deshalb bessere Bedingungen zur Entwicklung der Fauna dar, weil sie nicht jedes Jahr, wie Intensivkulturen, ganz "zerstört" werden.
Frau Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat vor kurzem in New York ein Papier zur Reduktion des CO2 unterzeichnet.
Das Landwirte in der Schweiz genau dieses schon seit 20 Jahren machen scheint im Bundeshaus noch nicht angekommen zu sein, wie ist es sonst zu verstehen, dass die Direktzahlungen bei der letzten AP für Miscanthus gestrichen wurde.
Durch das Dossier der Firma Swiss-Climate in Bern, wird belegt dass der Miscanthus pro Jahr und Hektar 32 Tonnen CO2 bindet. Somit können beim Verbauen von Miscanthus grosse Summen aus der Kasse von KLICK einverlangt werden, was dem Erscheinungsbild und den CO2 Emissionen der Landwirtschaft sehr gut tun würde.