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Die Geschichte des «Bergünersteins»
Am Anfang war die Karde
Die erste Idee zu einem Roman über Bergün kam eines Abends im Sommer 2013 auf, nach einem Besuch im Ortsmuseum mit Gästen. Man sass im eindunkelnden Garten, nippte am Veltliner, Fledermäuse kreisten um die hundertjährige Tanne. Es entspann sich ein blutrünstiger Krimi um die Karde, die man im Ortsmuseum gesehen hatte: Jemand wird mit der Karde brutal ermordet, das Dorf ist eingeschneit, der Mörder nicht zu fassen.
Wenige Monate später erbte Antonia Bertschinger von ihrer Bündner Grossmutter das Buch «Bergün/Bravuogn: Heimatkunde» von G.G. Cloetta. Dort erfuhr sie, dass Bergün schon 1603 versucht hatte, am Bergünerstein eine Strasse zu bauen. Die grobschlächtige Krimi-Idee wich dem Vorhaben, einen Roman über das hundertjährige Bauprojekt am Bergünerstein zu schreiben.
Es wird eine grössere Sache
In der «Heimatkunde» war auch zu lesen, Bergün habe zur Finanzierung des (erfolgreichen) Strassenbaus von 1696 dem Landvogt Gubert von Salis «die Podestatereien verkauft». Von «Podestatereien» hatte Antonia Bertschinger noch nie etwas gehört, und auch Google und Wikipedia konnten nicht weiterhelfen. Sie erkannte, dass das Vorhaben mit einiger Recherchearbeit und entsprechendem Zeitaufwand verbunden sein würde.
2017 wurde es möglich, die Idee umzusetzen. Die ersten Recherchen legten nicht nur offen, was eine Podestaterei war, sondern auch, dass es 1663 einen weiteren Versuch zum Strassenbau am Bergünerstein gegeben hatte. Der Plan wurde konkreter: Ein Buch mit drei Teilen sollte es werden, für jeden Bauversuch einen. Die Handlung für alle drei Teile stand in groben Zügen bald fest. Der erste Teil wurde beim Schreiben aber so lang, dass der Plan geändert werden musste. Nicht ein Buch mit drei Teilen sollte es werden, sondern drei Bücher.
Das Projekt geht weiter
Der erste Teil «Bergünerstein: I. Der Krieg» erschien im Sommer 2019 im Eigenverlag «Edition Scumpigl», Band II «Der Mord» wird voraussichtlich 2022 folgen.