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LZ 1.1.1 Motivation für die Verwendung agiler Methoden kennen
Agile Methoden resp. Agilität sind kein Selbstweck
Agile Methoden eignen sich, wenn der Markt oder eine Projektsituation schnelle und kontrollierte Änderungen erfordert
Bei der agilen Methode konzentrieren sich alle Prinzipien letztlich auf häufige Auslieferungen in einer vorgegebenen Qualität
Passender Entwicklungsansatz ist entschiedener Erfolgsfaktor im digitalen Geschäft
Systeme und Produkte in IT-orientierten Branchen müssen einer konstanten Anpassung unterzogen werden, damit sie mit den veränderten Bedürfnissen von Kunden oder dem Markt schritthalten können.
LZ 1.2.1 RE-Werte von IREB kennen
EU 1.2 Denkweisen und Werte im RE und in agilen Entwicklungsprozessen (K1)
Requirement Engineering (RE) ist gemäss IREB Definition:
Ein systematischer und disziplinierter Ansatz für die Spezifikation und das Management von Anforderungen mit den folgenden Zielen:
Verstehen und Dokumentieren der Wünsche und Bedürfnisse der Stakeholder
Kennen der relevanten Anforderungen, Erreichen eines Konsenses der Stakeholder über diese Anforderungen, das Dokumentieren der Anforderungen nach vorgegebenen Standards und das systematische Managen der Anforderungen
Spezifizieren und Managen von Anforderungen, um das Risiko der Auslieferung eines Systems zu minimieren, das nicht den Wünschen und Bedürfnissen der Stakeholder entspricht.
LZ 1.2.1 Denkweise im RE
EU 1.2 Denkweisen und Werte im RE und in agilen Entwicklungsprozessen (K1)
Im RE wird der Begriff "System" bevorzugt, da er die Tatsache betont, dass ein System eine Gruppe von Bestandteilen oder Elementen ist, die zusammen in einer Umgebung funktionieren. Die Umgebung bezeichnet man im RE als Systemkontext
Die 4 Hauptaktivitäten des RE sind: Ermitteln, Dokumentation, Prüfen, Validierung/Abstimmung und Verwaltung von Anforderungen
Ein zentraler Wert des IREB ist, dass das RE ein prozessunabhängiger Ansatz ist (= ein grosser Wissensfundus an Methoden und Techniken)
IREB ist der Überzeugung, dass beide Ansätze (agil und nicht-agil) ihren Wert haben.
LZ 1.2.2 Zentrale Werte des Manifests für agile Softwareentwicklung und die daraus abgeleiteten Prinzipien kennen
EU 1.2 Denkweisen/Werte im agilen Entwicklungsprozessen (K1)
In der agilen Entwicklung // Manifest
Einzelpersonen und Interaktion vor Prozesse/Werkzeuge
Funktionierende Software vor umfassender Dokumentation
Zusammenarbeit mit Kunden vor Vertragsverhandlung
Reagieren auf Veränderungen vor Plan befolgen
LZ 1.2.2 Zentrale Werte des Manifests für agile Softwareentwicklung und die daraus abgeleiteten Prinzipien kennen
EU 1.2 Prinzipien im agilen Entwicklungsprozessen (K1)
Agile Prinzipien:
Zufriedenstellung des Kunden durch frühzeitige und kontinuierliche Auslieferung
Veränderte Anforderungen auch noch in späten Entwicklungsphasen
Funktionierende Software regelmässig innert weniger Wochen ausliefern
Stakeholder/Entwickler arbeiten täglich zusammen
Projekte mit motivierten Einzelpersonen
Persönliches Gespräch als effizienteste/effektivste Methode für Informationsvermittlung im Team
Funktionierende Software als primäres Mass für Fortschritt
Stetiges Augenmerk auf technischer Excellenz und gutes Design
Einfachheit ist wesentlich
Beste Architekturen, Anforderungen, Designs aus sich selbst organisierenden Teams
In regemässigen Abständen Nachdenken um effizienter zu werden.
LZ 1.3.1 Unterschied zwischen Prinzip, Verfahren und Aktivität kennen
EU 1.3 RE@Agile - die Brücke zwischen RE- und agilen Prinzipien (K1)
Differenzierung nach "Prinzipien", "Verfahren" und "Aktivitäten" auf den drei Abstraktionsebenen:
Ein Prinzip ist eine präskriptive Aussage, die abstrakt und falsifizierbar ist.
Ein Verfahren/eine Technik ist eine Instanziierung eines Prinzips in einem bestimmten Kontext.
Eine Aktivität ist eine reale oder geplante Ausführung eines Verfahren
Die wichtigen Begriffe zur Differenzierung der drei Definitionen sind präskriptiv, abstrakt und falsifizierbar. Präskriptiv bedeutet, dass die Aussage eine Aktion steuert, anstatt eine Tatsache oder eine Eigenschaft darzulegen. Ein Prinzip unterscheidet sich von einem Verfahren durch Abstraktheit. Ein Beispiel: „Eine Softwarefunktion vor der Auslieferung testen" ist präskriptiv, wohingegen „einen Unit-Test für jedes Softwarefeature erstellen" ein Verfahren basierend auf dem vorgegebenen Prinzip ist. Eine Aktivität zu diesem Beispiel wäre die Erstellung eines UnitTests für die Suchfunktion eines Bibliotheksystems. Falsifizierbarkeit bedeutet, dass eine Person mit hinreichendem Hintergrundwissen eine andere Meinung zu einem Prinzip haben kann. Das oben angeführte Prinzip („Eine Softwarefunktion...testen") erfüllt dieses Kriterium.
LZ 1.3.1 Unterschiede zwischen agilen und RE-Denkweisen kennen
EU 1.3 RE@Agile - die Brücke zwischen RE- und agilen Prinzipien (K1)
Das RE beschäftigt sich mit der systematischen Ermittlung und Dokumentation von Anforderungen als eigenständigen Artefakten, während bei agilen Entwicklungsprozessen die funktionierende Software im Vordergrund steht und nicht eine umfassende Dokumentation; auch werden Personen und Kommunikation höher bewertet als Prozesse und Werkzeuge.
Ein wichtiger Unterschied zwischen der Anwendung von RE in agilen Entwicklungsprozessen und anderen Entwicklungsmethoden ist die zeitliche Abstimmung und der angewandte Prozess.
Das Manifest für agile Softwareentwicklung hebt den Wert eines Inkrements funktionierender Software (oder eines funktionierenden Produkts) gegenüber einer umfassenden Dokumentation hervor.
LZ 1.3.3 Synergien von Denkweisen und Werten mit Blick auf RE@Agile kennen
EU 1.3 RE@Agile - die Brücke zwischen RE- und agilen Prinzipien (K1)
Das Ziel der Auslieferung von Software auf ein klar definiertem Qualitätsniveau
Dank agiler Methode kann funktionierende Software effizient und schneller ausgeliefert werden (geringere Zykluslaufzeit)
Da RE stellt geeignete Technikgen bereit, mit deren Hilfe ein Verständnis der Wünsche und Anforderungen von Stakeholdern erlangt und die Software mit dem grössten Gewinn (Zuwachs an Business-Wert oder Liderung akuter Probleme) entwickelt werden kann.
RE vereinfacht:
Bedürfnisserkennung und Verständnis der Stakeholder für die Softwareentwicklung
Marktveränderungen erkennen und für Stakeholder Wettbewerbsvorteile generieren
Förderung effizienter Stakeholder Zusammenarbeit durch passende Techniken und Werkzeuge
Unterstützung verbaler Kommunikation durch passsende Techniken und Werkezuge
Das Verständnis um Stakeholder Anforderungen auf das Minimum reduzieren zu können.