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Inhalt aus dem Klappentext:
Krieg zieht herauf. Die Elben, einst hinter der Schattengrenze im Norden zurückgezogen, treten aus dem Nebel heraus und wollen verlorene Gebiete zurückerobern. Aber auch der machtbesessene Autarch im Süden stellt Heere bereit und beide haben die Südmarkfeste zum Ziel. Dort müssen die königlichen Zwillinge Barrick und Briony die Regierungsgeschäfte übernehmen. Dort hütet Chaven, der über geheimes Wissen aus den Alten Tagen verfügt, einen magischen Spiegel. Dort verzehrt sich Ferras Vansen, Hauptmann der Königlichen Garde, in einer Leidenschaft, von der niemand ahnt. Und dort findet der Funderling Chert ein Kind, dessen Schicksal ihn ins tiefste Herz des Schattenreiches führen soll
Meinung:
Schon seit Ewigkeiten steht die Shadowmarch-Reihe von Tad Williams auf meiner Wunschliste. Als ich dann sah, dass über den Hörverlag der Fantasy-Epos vertont wurde, reifte mein Entschluss, endlich diese Reihe nachzuholen und mir diese vorlesen zu lassen. Besonders, da David Nathan das Buch vertont, den man vor allem als Synchronsprecher von Johnny Depp kennt.
Shadowmarch ist ein klassisches Highfantasy-Abenteuer, aber was für eines. In der Südmark ist der Sitz des Königshauses Eddon. Der König selber ist in Gefangenschaft geraten und Prinz Kenrik hat die Regierungsgeschäfte übernommen. Seine jüngeren Geschwister, die 15-jährigen Zwillinge Briony und Barrick vermissen ihren Vater sehr. Als ein Gesandter aus dem Königreich Hirosol eintrifft, um die neuen Lösegeldforderungen für deren Vater auszuhandeln, kommt zu vielen Veränderungen. Prinz Kendrik stirb und die Zwillinge müssen den Thron übernehmen. Zeitgleich kommt es zu Verschiebungen an der Schattengrenze, hinter denen das Volk der Elben seit Jahrhunderten lebt, nachdem es von den Menschen dorthin vertrieben wurde. Der Funderling Chert und seine Frau Opalia finden ein Menschenkind an der Grenze und nehmen den Jungen bei sich auf. Und im Nachbarkontinent Xand erhebt sich der selbsternannte Gottkönig, um sein Königreich zu vergrößern.
Es kommen so viele Protagonisten im Buch vor, da weiß man bald nicht, wen man alles näher beschreiben soll. Eine der wichtigsten Figuren im Buch sind auf jeden Fall die Zwillinge. Briony ist ein sehr lebhaftes Mädchen, obwohl junge Frau in diesem Fall schon fast besser passt. Briony weiß ganz genau, was sie will und fügt sich der Rolle als Edelfrau eher widerwillig. Sie beneidet die Männer um ihre Freiheit und kann mit der für sie vorgesehenen Rolle wenig anfangen. Dafür liegt ihr die regierende Rolle umso mehr und sie versucht, klug und gerecht zu herrschen. Doch der Druck, der auf ihr lastet, wird immer größer. Barrick dagegen leidet unter seinem verkrüppelten Arm. Außerdem hasst er es, im Mittelpunkt zu stehen. Als er den Posten als Prinzregent übernehmen muss, ist er alles andere als begeistert, vor allem, da er das Gefühl hat im Schatten seiner Schwester zu stehen. Aber auch die vielen anderen Figuren sind alle richtig gut ausgebaut, bleiben den ihnen zugedachten Rollen treu und sind unheimlich spannend skizziert. Klassisches Schwarz und Weiß sucht man hier vergebens und die über viele Motive kann man hier intensiv nachdenken. Ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich die Funderlinge Chert und Opalia.
Tad Williams ist für mich kein Unbekannter und bereits zu Schulzeiten habe ich damals seine Fantasy-Saga um den Drachenbeinthron gelesen und verschlungen. Jahre später folgte die Otherland-Reihe und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an Shadowmarch. Um es kurz zu sagen: Ich wurde nicht enttäuscht. Diese Story ist gewaltig, epochal und vielschichtig. Schon zu Beginn der Geschichte ist nicht eindeutig klar, wer Freund ist und wer Feind. Viele fantastische Elemente machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem und der wirklich einnehmende Schreibstil, der so fantastisch von David Nathan vertont wurde, macht dieses Epos zu einem einzigartigen Hörerlebnis, welches mit keiner Minute langweilig ist. Die Buchkapitel sind in mehrere Titel aufgegliedert. Dabei ist die Gliederung flüssig und logisch. Der Spannungsbogen wird konstant von der ersten bis zur letzten Minute gehalten und sehnsüchtig möchte man direkt mit dem nächsten Band weitermachen. Die Einführung in Tad Williams neue Welt ist dabei sehr gut umgesetzt und ich hatte keine Schwierigkeiten, mich in die Geschichte der Welt und ihre Länder hineinzufinden. Außerdem liegen dem Hörbuch auch vier Karten bei und im Inlett findet sich ein Personen-, Orts- und Namensregister zu den Völkern. Auch der Kalender wird dort erklärt, so dass keine Fragen offen bleiben.
Ich habe während des Hörens viele Theorien erstellt, verworfen oder zurückgestellt. Ob sich einige davon Bewahrheiten werden, bleibt noch abzuwarten, aber schon lange hat mich ein Fantasyroman nicht mehr so gefesselt, wie Shadowmarch. Ich könnte noch endlos von dieser Geschichte schwärmen, aber lest oder hört es euch besser selber an :D
Fazit:
Shadowmarch: Die Grenze ist ein gewaltiges, epochales Buch, das auch als Hörbuch fantastisch funktioniert und einen in Tad Williams Welt von Eion versinken lässt. Spannend von der ersten bis zur letzten Minute und richtig gut vertont ist Shadowmarch ein Hörspiel, das man sich als Fantasyliebhaber nicht entgehen lassen sollte.
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.
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