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Nur wenige Strassen und Wege der Stadt Wädenswil sind nach Personen benannt. Frauennamen fehlen überhaupt. Wer waren die besonders ausgezeichneten Männer? Die folgenden Kurzbiographien geben darüber Aufschluss:
Walter Hauser, Sohn des Gerbers Jakob Arnold-Hauser Theiler, wurde am 1. Mai 1837 in der «Gerbe» in Wädenswil geboren. Nach dem Besuch des Zürcher Gymnasiums wollte Walter Hauser das Apothekerstudium ergreifen: er musste aber an Stelle seines verstorbenen Bruders ins väterliche Geschäft eintreten. Hier begann er als Gerberlehrling und Arbeiter und wurde später Geschäftsführer, Leiter und Inhaber der angesehenen Lederfirma «Johann de Jakob Hauser zum Friedberg».
Der Turner und Demokrat Walter Hauser kam 1868 in den Zürcher Verfassungsrat und 1869 in den Kantonsrat und in den Nationalrat. 1879 wurde er Ständerat, 1883 Ständeratspräsident und 1881 zürcherischer Regierungsrat. Als solchen stand er verschiedenen Departementen vor; vor allem aber war er Finanzdirektor. Als erfolgreicher Wirtschaftspolitiker half er bei der Reorganisation der Südostbahn und der Tösstalbahn, und er vertrat die Regierung im Verwaltungsrat der Nordostbahn. 1883 und 1887 amtete Hauser als umsichtiger Präsident des Zürcher Regierungsrates.
Die vielseitige Tätigkeit im Staatsdienst veranlasste Hauser zur Aufgabe seines Geschäftes. 1888 rückte der angesehene Politiker zum Artillerie-Obersten auf, und im gleichen Jahr wählten ihn die Bundesversammlung als fünften Zürcher zum Bundesrat. In den ersten zwei Jahren stand er dem Militärdepartement vor; 1891 übernahm er als Nachfolger von Bundesrat Hammer das Finanz- und Zolldepartement. Damit war er dank seiner Sachkenntnis und mit seinem ausgesprochenen Sinn für Ordnung und Sparsamkeit bis zu seinem 1902 im Amt erfolgtem Tod am rechten Platz. 1892 und 1900 bekleidete er die Würde des Bundespräsidenten.
1904 wurde oberhalb der «Gerbe» in Wädenswil ein vom Bildhauer Adolf Meyer (1867–1940) in Zollikon geschaffenes Denkmal eingeweiht, das heute im Rosenmattpark steht.
Peter Ziegler