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Die Labmagenverlagerung tritt vorwiegend bei Milchkühen auf und es können neben weiblichen aber auch männliche Tiere betroffen sein. Das Auftreten ist altersunabhängig, kommt jedoch am häufigsten bei Kühen vor, die mindestens einmal gekalbt haben. Je nach Quelle treten rund 50 Prozent der Verlagerungen in den ersten zwei Wochen nach der Geburt und etwa 80 Prozent der Verlagerungen im ersten Laktationsmonat auf. Wenige (2 bis 10 %) zeigen sich in den letzten drei Wochen vor dem Abkalben. Die Grenze zwischen «normal» und «Bestandesproblem» liegt bei zwei Prozent: Haben pro Jahr mehr als zwei Prozent der Kühe eine Labmagenverlagerung (bei 50 Kühen ist das eine Kuh), empfehle ich, Ursache und Risikofaktoren zu eruieren, respektive Massnahmen zu ergreifen.
Meistens linksseitig
Normalerweise liegt der Labmagen als ein gebogener Sack auf dem Bauchhöhlenboden. Der vordere Teil ist am Übergang zum Blättermagen gut fixiert. Der mittlere und hintere Teil des Labmagens ist «beweglich». Eine linksseitige Labmagenverlagerung entwickelt sich durch Gasansammlung, wobei der Labmagen ähnlich einem Luftballon zwischen Pansen und Bauchwand in die Höhe gezogen wird. Seltener ist die Labmagenverlagerung nach rechts, die im Gegensatz zur linksseitigen Verlagerung ein Notfall ist.
Risikofaktoren
- Fütterungsfehler (vor und nach dem Abkalben) und Stoffwechselstörungen
- Genetische Faktoren
- Stresszustände und Begleitkrankheiten (siehe unten)
- Mechanische Einwirkungen
- Tiefrahmige Kühe und Kalziummangel
Ist ab ungefähr 14 Tagen vor dem Abkalben der NEFA-Wert (freie Fettsäuren, im Blut messbar) erhöht, hat die Kuh ein 3,6 Mal höheres Risiko, dass nach dem Kalben eine Labmagenverlagerung auftritt. Die Beta-Hydroxybutyrat-Konzentrationen (BHB, Indikator für den Energiestoffwechsel) im Blut unterscheidet sich nicht vor der Geburt. Bekannte Risikofaktoren nach dem Abkalben sind Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündungen, erhöhter NEFA- und BHB-Wert. Kühe mit einem BHB-Wert über 1,2 mmol / l haben ein achtmal höheres Risiko einer Labmagenverlagerung.
Prävention
Wichtig ist ein langsamer Wechsel von der Galtration zur Ration mit höherer Energiedichte. Die Kraftfuttermenge vor dem Abkalben muss limitiert sein, sollte aber langsam gesteigert werden. Auch eine Stabilisierung des Pansens mit genügend Struktur wirkt sich positiv aus (2 kg; > 40 mm). Überkonditionierte Kühe (BCS > 3,5) sollten vermieden werden, denn dies führt unter anderem zu einer reduzierten Futteraufnahme nach dem Abkalben. Zudem muss der Energiestoffwechsel vor und nach der Geburt regelmässig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Entweder direkt mit einer Energiequelle (z. B. Propylenglykol) oder durch Anpassen der jeweiligen Rationen. Genügend Bewegung kann den Kühen auch helfen.

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