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Erweiterungsbau Kunstmuseum
Die Öffentliche Kunstsammlung Basel umfasst wesentliche Werke vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart, rund 4'000 Gemälde, Skulpturen, Installationen und Videos sowie 300'000 Zeichnungen und Druckgrafiken aus sieben Jahrhunderten. Für die zeitgemässe Präsentation der Sammlung und für Sonderausstellungen wurde neben der Sanierung des Altbaus von Rudolf Christ und Paul Bonatz ein Neubau als Erweiterung des Museums geplant.
Kunstmuseum Basel,
St. Alban-Graben 8
4010 Basel
Erweiterungsbau
Bauzeit 2012-2016
Christ & Gantenbein
4056 Basel
Der Neubau nimmt von aussen Bezug zum alten Hauptgebäude: Die Traufen beider Bauwerke sind gleich hoch, der Eingang des Neubaus ist auf die alten Arkaden ausgerichtet. Sein auffälliger Einschnitt im Volumen ist die Antwort auf die gegenüberliegende markante Ecke des Hauptbaus und die Kreuzung, die zwischen beiden Häusern liegt. Die beiden monumentalen Bauten ergeben ein gleichgewichtiges Erscheinungsbild, auch wenn sie aus unterschiedlichen Zeiten stammen.
Die Fassade des Neubaus ist ein selbsttragendes monolithisches Mauerwerk, die Läden der wenigen Fenster und breite Bänder vor den Eingangstüren aus feuerverzinktem Stahl markieren hermetisch, wenn das Museum geschlossen ist. Das leicht vor- und zurückspringende Backsteinkleid aus unterschiedlich grauen dänischen Wasserstrichziegeln ist so konzipiert, dass sich der Bau klassisch in Sockel, Körper und Abschluss gliedert und die Horizontale betont. Ein drei Meter breites, das Gebäude umlaufendes Fries in zwölf Metern Höhe entspricht zwar einem tradierten Architekturkanon, seine konkrete Ausführung ist allerdings absolut neuartig: In die 40 horizontal verlaufenden Fugen der Friessteine sind, von der Strasse aus nicht sichtbar, weisse LED-Streifen eingelegt. Die archaisch anmutende Mauer leuchtet mit unterschiedlicher Intensität, so dass ein geheimnisvolles Spiel von Licht und Schatten entsteht, das Figuren und Muster ermöglicht. An hellen, von der Sonne bestrahlten Stellen verschwindet die Wirkung in der Fassade.
Im Foyer verbinden sich der Marmor des Bodens und feuerverzinkter Stahl an den Wänden. Auf jedem Geschoss befinden sich zwei rechtwinklige, von Kabinett bis Halle dimensionierte Ausstellungstrakte – grösser und flexibler als im Altbau, aber dennoch mit klassischen Ausstellungsräumen. Ihr Boden besteht aus Industrieparkett aus Eichenbrettern, die mit Holzzement verkittet sind. In die sandgestrahlten Betonelemente der Decke ist eine LED-Beleuchtung eingebaut.
Alt- und Neubau sind unter der Dufourstrasse durch ein grosszügiges Raumgefüge miteinander verbunden. Es führt vom Hauptbau in eine Halle, die multifunktional als Foyer, Ausstellungssaal, Bühne, Experimentierfläche, Vortrags- oder Veranstaltungsraum nutzbar ist. Die zentrale Haupttreppe verweist auf Motive des alten Treppenhauses und ist in kühlen Grautönen gehalten, die Wand aus rauem, strukturiertem Kratzputz und der Marmor am Boden kommt aus Carrara.