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Wäre eine von Frauen beherrschte Welt friedlicher?
Zwei Politikwissenschaftler aus den USA und Kanada analysierten für eine Studie 193 europäische Regierungen, wovon 34 von Frauen geführt wurden. Sie wollten herausfinden, ob eine von Frauen beherrschte Welt friedlicher wäre.
Das Ergebnis gleich zu Beginn: Nein, Frauen regieren nicht friedlicher, nur anders. Die Wahrscheinlichkeit, dass Königinnen in Kriege verwickelt wurden, zeigte sich in den Untersuchungen aus den Jahren 1480 bis 1913 deutlich. Die Chance, dass Regierungsfrauen Kriege führten lag nämlich 27 Mal höher, als jene bei den Königen. Besonders hoch lag der Anteil an Kriegs- und Konfliktwilligkeit bei den verheirateten Monarchinnen.
Die Forscher Oeindrila Dube und S.P. Harish glauben, dass Frauen Kriege und Gewalt eigentlich eher ablehnen als die Männer. Da aber Staatsführungspersonen ihre Entscheidungen generell aus strategischer Sicht treffen müssen, würden Regierungsfrauen die Gewalt weniger werten, als die Überzeugung, für das Land wichtige Entscheidungen zu treffen, auch wenn diese schliesslich Krieg und Gewalt bedeuteten.
Die Kriege der Königinnen liegen vielleicht aber auch daran, dass Frauen von Feinden eher als leichteres Angriffsziel eingeschätzt werden. Am Beispiel von Erzherzogin Maria Theresia von Oesterrreich, die von 1740 bis 1780 regierte, griff der Preussenkönig, Friedrich der Grosse, kurz nach deren Thronbesteigung, die Provinz Schlesien an. «Nur kein Weiberregiment in irgendetwas auf Erden», begründete er seinen Angriff.
Ergebnisse auf heutige Zeit übertragbar?
Die Angriffsentscheidung der Königinnen hatte auch oft einen einfacheren Grund: Sie hatten mehr Zeit, sich um die Kriegsführung zu kümmern. Und einige übertrugen die Staatsgeschäfte während der Kriege gar auf ihre Ehegatten, während das Gegenteil bei Regimes von Königen schlicht unvorstellbar war. Die Forscher gingen auch der Frage nach, ob Königinnen sich durch Kriege beweisen wollten, oder ob sie von Königen beeinflusst wurden. Diese Annahmen haben sich aber nicht bestätigt.
Die Forschungsergebnisse lassen sich auch nicht mit heutigen Ereignissen vergleichen. Eine andere Studie zeigt aber, dass in einer Demokratie, die zwischen 1970 und 2000 von einer Frau geführt wurde, der Verteidigungsetat und das Ausmass externer Konflikte überdurchschnittlich hoch lagen. Waren aber mehrere Frauen an der Regierung beteiligt, lagen die Verteidigungsausgaben und die Zahl der Konflikte aber eher niedriger.