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Vom 28. März bis zum 10. April 2022
Wochenlang konnten Valeriia, eine unserer Sanitäterinnen, wie auch andere Teammitglieder aus Mariupol (Маріу́поль) aufgrund einer mangelnden Netzwerkbindung und fehlendem Strom kein Lebenszeichen von sich geben. Sie konnten glücklichweise eine der wenigen Chancen zur Flucht nutzen.
Valeriia erzählte uns, dass sie von ihrer Nachbarin gebeten wurde, sich kurz um ihren Sohn Ilia zu kümmern. Wenige Momente nachdem seine Mutter das Haus verliess, begann erneuter Beschuss woraufhin sie nicht mehr zurückkehrte.
Ilia ist HIV-positiv und braucht fortlaufend Medikamente. Valeriia ging in die Wohnung ihrer Nachbarin, nahm die Geburtsurkunde des Jungen und all seine Medikamente mit. Sie kümmerte sich um den Jungen, während die Angriffe andauerten.
Es gelang ihr, ihn und ihre eigenen Kinder aus Mariupol in das Dorf Osipenko (Осипенко) zu evakuieren.
Seine Medikamente gingen langsam zur Neige, die Apotheken in diesem Gebiet werden nicht mehr beliefert. Ohne seine Medikamente hatte Ilia Schwierigkeiten zu laufen, Valeriia musste ihn weiter nach Westen bringen.
Sie wandte sich an Alexandr (Teamleiter für „Non-Technical Survey“), der Freiwillige fand, die Zugang zu den notwendigen Medikamenten hatten, und einen Transport für ihn über Azovske (Азовське) in die Stadt Zaporizhzhia (Запоріжжя) organisierte, wo sich Iryna (Teamleiterin für Risikoaufklärung) um ihn kümmerte. Sie kontaktierte die zuständige Behörde für Waisenkinder, die mittlerweile nach einer Familie sucht, die sich um Ilia kümmert.
Die Region Charkiw ist seit Wochen unter Beschuss. Die FSD wurde gebeten Bürgern zu helfen, die in einem kleinen Dorf unweit von Lozova (Лозова́/ rot) festsitzen.
Die FSD-Mitarbeiter kauften die notwendigen Medikamente in Chmelnyzky (Хмельни́цький/ grün), das im Westen des Landes liegt. Das Paket wurde mit einem Zug verschickt, der Vertriebene im Osten der Ukraine abholen sollte.
Die Medikamente legten mehr als 1000 Kilometer zurück und retteten Menschen wie Maria und Mykola das Leben.
Mykola (62): «Ich muss mit einer Behinderung leben und stamme aus einem Dorf der Region Charkiw.
Ich leide an Angina pectoris und Kompressionsfrakturen der Wirbelsäule sowie an Rheuma.
Jeden Tag muss ich Tabletten einnehmen, um mein Herz zu unterstützen und die Schmerzen in meinem Rücken und meinen Gelenken zu lindern. Während des Konflikts wurde es sehr schwierig, diese Tabletten zu kaufen, da die Apotheken nicht mehr beliefert wurden.
Vielen Dank für die Medikamente, die die FSD zur Verfügung gestellt hat.»
Maria (56): «Ich bin eine Bürgerin der Region Charkiw. Ich habe Diabetes, das bedeutet, ich brauche jeden Tag Insulin. Ausserdem habe ich Probleme mit meinen Venen und Gelenken. Alle notwendigen Tabletten sind extrem teuer. Früher habe ich sie von den örtlichen Krankenhäusern erhalten. Ich bin zu jung, um eine Altersrente zu bekommen, also erhalte ich eine Sozialhilfe (60 CHF pro Monat).
Vielen Dank für die Unterstützung in einer so schwierigen Zeit. Nachdem ich Ihre Unterstützung erhalten habe, möchte ich nun auch anderen helfen.
Ich werde Gemüse anbauen und es unter den Mitgliedern meiner Gemeinschaft verteilen.»