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Australien besitzt keine eigenen Reben. 1788 pflanzte der britische Gouverneur in seinem Garten in Sydney erstmals Shiraz Rebstöcke, die er aus Südafrika mitgebracht hatte. Drei Jahre später hingen an ihnen Trauben. Bald darauf blühte in Victoria, Neusüdwales und Westaustralien, wo sich viele Engländer angesiedelt hatten, der Weinbau. Die Franzosen kultivierten auf der Insel Tasmanien Wein. Mitte des 19. Jahrhunderts liessen sich viele deutsche Religionsflüchtlinge im südaustralischen Barossa Valley nieder und begannen dort, europäische Reben zu kultivieren. Shiraz hiess bei ihnen Hermitage, Pinot Noir Red Burgundy, Weisswein Chablis oder Rhineriesling. Vor allem aber spezialisierten sich die Australier darauf, süsse Likörweine zu erzeugen – beziehungsweise diese aufzuspritzen und so „Australian Port“ wie den The Wise One zu produzieren. Die langsame Rückkehr zu trockenen Tischweinen begann erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Der steigende inländische Weinkonsum und vor allem die starke Nachfrage des Auslands führten zu einer stetigen Ausweitung der Rebflächen. Wenngleich Australien mit seinen ungefähr fünf Prozent der Weltproduktion nur einen Bruchteil derselben darstellt, kennt doch jeder Weinfreund Australien als Weinland. Viele australische Weine sind von hoher Qualität. Vor allem neuerdings zeichnen sie sich aus durch mehr Ele¬ganz und Komplexität, anders als wie sie in den 1990er Jahren in Europa und auch in der Schweiz bekannt und beliebt wurden. Der Export begann zu boomen als die lokale Weinindustrie den Wandel weg vom süssen, likörartigen Stile zugunsten trockener, kraftvoller und ausdruckstarker Tischweinen vollzog. Besonders an australischen Weinen ist bis heute, dass das Klima wichtiger ist als der Boden. Sonne und Licht hat es sehr viel in fast allen Landesteilen, aber nicht das geeignete Klima. Die grösste Gefahr geht denn auch von den gefürchteten Trockenperioden aus, weshalb Weinbau ohne künstliche Bewässerung fast nicht möglich ist. Die besten Anbauzonen werden als „Cool Cli¬mate Areas“ bezeichnet, wo die Weine ihren fri¬schen, fruch¬ti¬gen Aro¬men Charakter ohne über¬trie¬bene Schwere am besten entwickeln können. In West¬aus¬tra¬lien sind dies Margaret River, Frankland, Mount Barker sowie in Südaustralien die Adelaide Hills wo unser Weingut Bleasdale, bekannt für den Frank Potts liegt, Eden Valley, Coonawarra, McLaren und Barossa Vale. Wein ist in Australien normalerweise nicht Ausdruck des bestimmten Bodens und Klimas, sondern – anders als in Europa - Ausdruck der Rebsorte. Viele Weine stammen aus von Trauben verschiedener Anbaugebiete. Diese können auch einmal bis zu 1500 Kilometer voneinander entfernt liegen. Moderne Kühllastwagen ermöglichen es diese frischen Trauben auf Tage nach der Ernte zu verarbeiten und nach einer bestimmten Formel mit Weinen anderer Gebiete verschnitten. In der Fachsprache nennen sich diese dann „Multi-District-Blend“. Davon kommen die meisten kommen als Rebsorten Weine auf den Markt: als Chardonnay, Sauvignon Blanc, Merlot oder Cabernet Sauvignon mit weitgefassten Herkunftsangaben. Natürlich gibt es auch viele Weine, die nur aus einer einzigen Anbauregion stammen: vor allem von kleinen und mittleren Gütern, deren Weine ganz aus eigenen Trauben produziert, so wie das Bleasdale aus den Adelaide Hills mit grossem Erfolg macht. Bleasdale ist zudem der Produzent mit den grössten Malbec Anlagen von ganz Down under – Grund genug, dass vom Malbec in fast diversen Weinen wie beim Frank Potts ein kleiner Anteil mit dabei ist.
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