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Mit dem Winter kommen die Depressionen. Doch das ist kein Grund, zu Prozac zu greifen. Licht wirkt besser und ist billiger.
Die Erkenntnis ist nicht ganz neu, diese Studie hingegen schon. Sie ging so: 122 Patienten mit milden bis schweren Depressionen im Alter von 19 bis 60 Jahren wurden in vier etwa gleich grosse Gruppen eingeteilt. Sie wurden während acht Wochen wie folgt behandelt:
Gruppe 1: Lichttherapie mit jeden Morgen 30 Minuten Bestrahlung mit 10'000 Lux plus eine Placebo-Pille.
Gruppe 2: Täglich 20 Milligramm Prozac plus Placebo-Bestrahlung mit einen inaktiven Ionen-Generator.
Gruppe 3: Echtes Licht und echte Pille.
Gruppe 4. Placebo-Pille plus Placebo-Bestrahlung.
Das schlechteste Ergebnis wurde in der Gruppe 2 mit Prozac und Placebo-Bestrahlung erzielt. Hier wurden nur 19 Prozent der Patienten geheilt, hatten ihre Depression also überwunden. Bei weiteren 7 Prozent (2 Patienten) hatte sich der Zustand um 50 Prozent oder mehr verbessert. Gemessen wurde diese Verbesserung anhand eines anerkannten Standardtests.
Damit schnitten die Prozac-Patienten deutliche schlechter ab als die Patienten der Placebo-Gruppe 4, die nur scheinbar behandelt wurden. Hier waren am Schluss 30 Prozent der Patienten gesund und bei weiteren 3 Prozent (1 Patient) verbesserte sich der Zustand und 50 Prozent oder mehr. Dazu muss man wissen, dass fast alle Depressionen irgendwann mal verschwinden – und wieder kommen.
Das zweitbesten Ergebnis erzielten die Patienten, die echtes Licht und eine Placebo-Pille erhielten. Von ihnen wurden 44 Prozent geheilt und bei weiteren 6 Prozent wurden die Symptome halbiert. Insgesamt war das Ergebnis der Lichttherapie damit etwa doppelt so gut wie bei Prozac.
Am besten schnitt die Gruppe 3 ab, in der Prozac mit echtem Licht kombiniert wurde. Hier lag die Heilungsquote bei 59 Prozent, plus weitere 17 Prozent mit deutlicher Besserung.
Daraus könnte man schliessen, dass es am besten sei, Licht und Prozac (oder eine anderes Antidepressivum) zu kombinieren. Doch damit handelt man sich auch die Nebenwirkungen von Prozac ein. Etwa Übelkeit in 22% der Fälle, Schlaflosigkeit (19%), Müdigkeit (12%) bis hin zu verminderter Libido, schwere Ausschläge usw. Erfolgversprechender ist es beispielsweise die Licht-Dosis zu erhöhen etwa in dem man sich bei jeder Gelegenheit und vor allen in der Mittagszeit draussen aufhält und sich bewegt. Auch Bewegung hilft bekanntlich gegen Depressionen. Ein weiterer Grund für die Anfälligkeit auf Depressionen ist ein Mangel an Vitamin D wie er im Winter oft vorkommt. Mit einer Dosierung von 2000i.E. täglich (siehe hier) liegt man nicht schlecht.