Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03301.jsonl.gz/2793

Ein kurzes Interview von Colette Schmidt mit Daniel Häni in der Österreichischen Zeitung der STANDARD:
Ausschnitt:
Standard: Freiwilligkeit ist auch eine Säule einer Gesellschaft mit Grundeinkommen. Würden dann viele gar nicht mehr arbeiten?
Häni: Nein, wenn destruktiver Druck und Existenzängste wegfallen, würde das viele zu selbst gewählter Arbeit beflügeln. Wir könnten uns von der Fixierung auf die Erwerbsarbeit lösen und Arbeit als Ort der Entwicklung pflegen.
Standard: Könnte ein Grundeinkommen Faulheit fördern?
Häni: Im Gegenteil. Faulheit ist eine Folge von nicht gewollter Tätigkeit und mangelnder Wertschätzung. Folge von nicht gegebener Freiheit. Das hat eine gewisse Teilnahmslosigkeit hervorgebracht. Grundeinkommen ist eine Initiative gegen Faulheit. Man hätte weniger Ausreden zu tun, was man wirklich will.
Standard: Wie viel Franken oder Euro sollte man erhalten?
Häni: So viel, dass man menschenwürdig leben kann, zu unsinnigen Bedingungen Nein sagen und Talente einbringen kann. Es soll zu selbstbestimmter Leistung befähigen. 2500 Franken oder 1000 bis 1500 Euro.
Standard: Und andere Sozialleistungen würden ersetzt werden?
Häni: Nein, wo ein Bedarf über dem Grundeinkommen besteht, muss die Sozialleistung erhalten bleiben. Zum Beispiel bei Invalidität. Das Grundeinkommen würde auch eine Vereinfachung der Berechtigungsbürokratie bringen.
Artikel als PDF:
Eine Initiative gegen Faulheit