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Headcoach Jason O'Leary muss mit seinem Team in der zweiten Qualifikationshälfte endlich vom Fleck kommen. / Bild: Peter Eggimann (ped)
Eishockey:
Die enttäuschende erste Hälfte der Qualifikation ist vorbei. Wollen die SCL Tigers nicht glanzlos am Tabellenende bleiben, so haben sie noch 26 Runden um sich zu verbessern.
Ein Blick auf die Torverhältnisse der 13 Mannschaften der National League sagt zwar nicht alles, aber doch sehr viel aus. Vor allem über die grossen Probleme der SCL Tigers. Mehr Tore als die Emmentaler (79, davon allein 17 gegen den Tabellenletzten Ajoie) haben nur das zweitklassierte Davos (80 bei 55 Gegentoren) und das auf Rang vier liegende Biel (81 bei 64 Gegentoren) erzielt. Noch mehr Gegentore als das Team von Jason O´Leary (93) hat aber lediglich der schwache Aufsteiger Ajoie (105) kassiert. Diese krassen Differenzen zwischen offensiver Stärke und defensiver Schwäche sind die Erklärung dafür, dass Davos (49) und Biel (48) auch mehr als doppelt so viele Punkte wie die Emmentaler (23) gewonnen haben. Deren Chancen auf eine Teilnahme am Pre-Playoff sind mit acht Niederlagen in den letzten neun Runden weiter gesunken.
Man kann davon ausgehen, dass die Teamverantwortlichen der SCL Tigers den zweiwöchigen Meisterschaftsunterbruch für eine gründliche Analyse der ersten Hälfte der Qualifikation genutzt haben und nun versuchen, die notwendigen Korrekturen vorzunehmen. Die verbleibenden 26 Runden sind Runden der Zukunft. Sie müssen dazu dienen, eine schlagkräftige Mannschaft für die Saison 2022/23 zu formen. Die SCL Tigers haben schon zwei schwache Saisons mit den Rängen 11 (2019/20) und 12 (2020/21) hinter sich, eine dritte ohne Fortschritte können sie sich jetzt nicht mehr leisten. Denn ab nächster Saison gibt es wieder einen Absteiger.
Das Leistungsgefälle reduzieren
In der ersten Qualifikationshälfte war nicht alles schlecht. Wer hätte gedacht, dass die vier neuen ausländischen Stürmer Olofsson, Pesonen, Grenier und Saarela zur Attraktion der National League werden? Die leihweise Übernahme von Robert Mayer hat zudem die Torhüterposition gestärkt. Die Verteidigung war durch Verletzungen, Krankheit und Spielsperren wochenlang arg geschwächt. Insgesamt fehlten Routiniers wie Leeger (12-mal), Zryd (7), Elsener (6), Powerplayspezialist Huguenin (5), Erni und Schilt (je 4) sowie Nachwuchstalent Guggenheim (13) in total 51 Spielen. Nun aber sind die meisten Verteidiger wieder einsatzfähig und dies sollte allmählich zu Fortschritten führen.
Das Hauptziel der zweiten Qualifikationshälfte muss sein, das bisher viel zu grosse Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft mit einem disziplinierteren Defensivverhalten, mit taktischem Geschick und System und einem klar ersichtlichen Spielplan zu reduzieren. Es kann und darf nicht sein, dass weiterhin dermassen viel von der Leistung der vier Ausländer und der Torhüter abhängt wie in den ersten 26 Runden.