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August Weilenmann (1843–1906)
Titularprofessor für Meteorologie an der ETH Zürich
August Weilenmann wurde am 9. Januar 1843 als Sohn einfacher Bauern in Knonau geboren.
Nach dem Besuch der Schulen seiner Heimatgemeinde und dem Besuch des Lehrerseminars absolvierte er 1861/62 den mathematischen Vorkurs am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich. Anschliessend nahm er das Studium an der Abteilung für Fachlehrer in mathematischer und naturwissenschaftlicher Richtung auf.
Assistent an der Sternwarte
Er bestand 1865 die Diplomprüfung in Mathematik und Physik mit glänzendem Erfolg. Professor Rudolf Wolf ernannte ihn zum Assistenten an der eben erst gegründeten Sternwarte. Dort wurde August Weilenmann die Leitung von meteorologischen Beobachtungen übertragen. Seine Aufgaben als Assistent für Astronomie nahm er bis Ende Sommersemester 1874 wahr.
Lehrertätigkeit und Tod
Ab 1867 unterrichtete er, zunächst als Hilfslehrer, die Schüler der Kantonsschule Zürich in Mathematik. 1873 wurde er Mathematiklehrer am Gymnasium, später Physiklehrer an der gesamten Kantonsschule. Seit 1869 hielt er am Polytechnikum Vorlesungen über Meteorologie und Klimatologie. Diese Anstellung als Privatdozent wurde 1876 um eine Privatdozentenstelle an der Universität ergänzt. 1901 wurde ihm in Anerkennung seiner, der Schule geleisteten Dienste und seiner wissenschaftlichen Tätigkeit der Titel eines Professors am Polytechnikum verliehen. Die wissenschaftliche Tätigkeit, der er sich zeit seines Lebens widmete, zeichnete sich durch vorbildliche Verarbeitung des reichhaltigen Materials und durch scharfe Logik aus.
August Weilenmann starb am 9. November 1906 im Alter von 63 Jahren an einem Schlaganfall.
Handschrift
Kurzkommentar mit Unterschrift von Weilenmann unter einen Rundbrief 24. Mai 1887 von Professor Wilhelm Fiedler, der als damaliger Vorstand der "Abteilung für Bildung von Fachlehrern in mathematischer und naturwissenschaftlicher Richtung" seinen Kollegen einen neuen Plan für die "Conferenzen der VI. Abthlg. des Eidgenössischen Polytechnikums" vorschlägt (Hs 87: 1781).
Werk (Auswahl)
- Die Meteore vom 11. Juni und 5. September 1868, Vierteljahresschrift der Zürcher Naturforschenden Gesellschaft, 1868
- Beziehungen zwischen Barometerstand, Temperatur und Höhe, Vierteljahresschrift der Zürcher Naturforschenden Gesellschaft, 1871
- Der geometrische Unterricht an Mittelschulen, Programm der Kantonsschule Zürich, 1882
- Progress and present state of research on the evaporation of moisture in the atmosphere. Bearbeitet für die Weltausstellung in Chicago, 1893
- Die elektronischen Wellen und ihre Anwendung zur drahtlosen Telegraphie nach Marconi, Zürich, Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft, 1902
Bestand
Angaben zum Leben finden sich im biographischen Dossier des Hochschularchiv der ETH Zürich. Die Schulratsprotokolle online enthalten weitere Einträge, unter anderem zur Anstellung am Polytechnikum.