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Die Geschichte der Kunsthalle Basel ist eine Geschichte des Vorwärtsschauens, des Wegweisens; es ist eine Geschichte des Glaubens an Künstler*innen, bevor sie weltweite Anerkennung bekommen, und ihnen eine wichtige Plattform für den Ausdruck ihrer neuen Ideen und Formen anbieten. Die Institution war noch nie ein Ort, der sich darauf konzentrierte, zurückzublicken (oder dorthin zu sehen, wo alle anderen bereits hinschauten), und so wollen wir auch jetzt an diesem besonderen Jubiläum, nach vorne blicken und die kommenden 150 Jahre feiern.
Es ist der Verdienst von engagierten und genauso vorausblickenden Künstler*innen und Kunstbegeisterten, die vor mehr als 150 Jahren eine Zukunftsvision wahr werden liessen: Sie schufen einen Ort für die Kunst ihrer Zeit; eine Stätte um «das Interesse dafür [für Kunst] anzuregen, zu fördern, zu verbreiten, sowie freundschaftliche Beziehungen unter Künstlern und Kunstfreunden zu pflegen» (1), wie Johann Jakob Im Hof (1815–1900) es als damaliger Präsident des Basler Kunstvereins bei der Grundsteinlegung der Kunsthalle Basel formulierte.
Der Basler Kaufmann und Politiker Im Hof war es auch, der Jahre zuvor die geniale Idee hatte, Fähren über den Rhein zu betreiben, um mit deren Erträge, den Neubau eines Ausstellungshauses mit Vereinslokal für die Basler Künstlergesellschaft zu finanzieren. Das führte zur aussergewöhnlichen und kuriosen Situation, dass die Basler Künstlergesellschaft ab 1854 die erste Rheinfähre im Stadtgebiet Basel betrieb (ab 1862 folgte eine weitere) und damit nachhaltig das Stadtbild von Basel mit den Rheinfähren veränderte. Als die Basler Stadtregierung 1867 dem Basler Kunstverein das erbetene Bauland am Steinenberg kostenlos überliess, gewann der damals sehr erfolgreiche Basler Architekt Johann Jakob Stehlin-Burckhardt (1826–1894) den zweiten ausgeschriebenen Wettbewerb unter Einhaltung der festgelegten Baukosten. Stehlin-Burckhardt sollte später auch das Theater Basel (1873–1874) sowie den Musiksaal (1875–1876) im Stadtcasino Basel in unmittelbarer Nähe der Kunsthalle Basel bauen und schuf damit ein prägendes Ensemble an Gebäuden, welche sich im Herzen von Basel dem kulturellen Leben widmeten. Mit 70 000 Franken, welche die Rheinfähren bis dahin zur Finanzierung der Kunsthalle Basel eingebracht haben, und der zusätzlichen Tilgung von Bauschulden in Höhe von 80 000 Franken durch den langjährigen Kassier des Vereins Rudolf Merian-Iselin (1820–1891) fand am 16. November 1869 die Grundsteinlegung der ersten Kunsthalle in der Schweiz statt und der Bau konnte beginnen. Details zur Geschichte der Kunsthalle Basel finden Sie hier.
«Die Einweihungsfeier am 26. Mai 1872 wurde zu einem von der ganzen Stadt beachteten Ereignis. Mit Fahne und klingendem Spiel zogen die Vereinsmitglieder von ihrem bisherigen Versammlungsort im „Café Spitz“ über die Rheinbrücke zur neuen Kunsthalle (…) Nach dem anschliessenden Bankett im Stadtcasino folgte bis in die frühen Morgenstunden das erste Zechgelage in der neuen Vereinswirtschaft.» (2)
Ganz im Sinne der Gründungsidee feiert die Kunsthalle Basel in diesem Jahr, 2022, ihren 150. Geburtstag mit einer Vielzahl von Aktivitäten, die das Interesse an Kunst anregen, fördern und verbreiten sowie Freundschaften pflegen werden.
Anlässlich dieses besonderen Jubiläums der Kunsthalle Basel, das auch von grosser Bedeutung für die Kulturstadt Basel und ihres engagierten Bürgertums ist, wurde eine aussergewöhnliche Zusammenarbeit mit Ramstein Optik realisiert: Im Juni 2022, zur Zeit der Kunstmessen in Basel, wird die Basler Innenstadt – vom Kleinbasler Claraplatz bis zum Theaterplatz-Quartier im Herzen von Grossbasel – von einer breit angelegten Plakat-Kampagne bereichert werden, die dem Publikum lebendig von der eindrucksvollen Geschichte der Kunsthalle Basel und damit auch von Basel selbst erzählen wird. Künstler*innen, die in der Vergangenheit wichtige Ausstellungen in der Kunsthalle Basel hatten, wie Miriam Cahn, Hanne Darboven, Nam June Paik, Cindy Sherman, Gerda Steiner, Jean Tinguely, James Turrell und Anicka Yi sowie die aktuell ausstellenden Künstler*innen Michael Armitage und Berenice Olmedo werden auf grossformatigen Postern im Stadtraum zu sehen sein. Hierfür gilt ein grosses Dankeschön den beteiligten Künstler*innen und Fotograf*innen, aber insbesondere auch dem Basler Unternehmen Ramstein Optik für die Grosszügigkeit und den Enthusiasmus, diesem bedeutsamen Jubiläum öffentliche Aufmerksamkeit zu verleihen. Begleitet wird diese Kampagne von einer speziellen Präsentation der Ausstellungsgeschichte der Kunsthalle Basel im Schaufester von Ramstein Optik (Sattelgasse 4) am Marktplatz, die vom 6. Juni bis 4. Juli 2022 dort zu sehen sein wird.
Ebenfalls im gleichen Monat, am Mittwoch, den 29. Juni 2022 findet im Anschluss an die alljährliche Mitgliederversammlung das Sommerfest des Basler Kunstvereins ab 20 Uhr statt. Der Anlass soll sowohl bestehenden als auch zukünftigen Mitgliedern, die Möglichkeit bieten, gemeinsam auf das Jahr 2021, auf die vergangenen 150 Jahre sowie auf die noch kommenden anzustossen. Für genügend Getränke, Essen und Musik wird gesorgt sein, für Mitglieder sogar umsonst.
Im Rahmen des Jubiläums wird am Freitag, den 11. November 2022 auf Initiative der Plakatsammlung der SfG Basel ein Kolloquium zur Geschichte der Ausstellungsplakate der Kunsthalle Basel stattfinden. Dabei werden verschiedenen Epochen und die einflussreichen Gestalter*innen jener Zeiten von Expert*innen beleuchtet.
Ausserdem wird die Kunsthalle Basel zum Jubiläum erstmals die komplette Ausstellungsgeschichte des Basler Kunstvereins online stellen und für alle Interessierte frei zugänglich machen. Die Auflistung der über 1300 Ausstellungen, die in den grandiosen Räumen seit 1872 stattgefunden haben, finden Sie im Ausstellungsarchiv der Kunsthalle Basel hier.
Seit 2022 neu können zudem die Mitglieder des Basler Kunstvereins von einem ganz speziellen Vorteil profitieren; sie geniessen von 20 % Nachlass auf à la carte-Gerichte und Getränke im sogenannten «Schluuch», dem braunen Bereich, sowie im Garten des Restaurants Kunsthalle, welches ebenfalls sein 150-jähriges Jubiläum in diesem Jahr feiert. Sie sitzen dort, wo die bekanntesten Künstler*innen der Kunstgeschichte gegessen haben und wo jene, die in die Kunstgeschichte von morgen eingehen werden, heute essen. Mit Ihrer Entscheidung, im Restaurant Kunsthalle zu essen, unterstützen Sie den Betrieb der darüber liegenden Kunstinstitution, denn ein kleiner Prozentsatz der Einnahmen geht an die erste und älteste Kunsthalle der Schweiz. Details zur Mitgliedschaft finden Sie hier.
Und noch viel mehr geschieht hinter den Kulissen: Wir sind stets bestrebt, in die Weiterentwicklung unserer grundlegenden Infrastruktur zu investieren (Heizung, Klimaanlage, Beleuchtung, Alarmsystem, Bibliothek, Registrierkasse, Website, Plattform für das Fotoarchiv und vieles mehr), damit die Kunsthalle Basel weiterhin der Ort sein kann, an dem Sie die Kunst des JETZT gerne ansehen und in den nächsten 150 Jahren auch künftig gerne tun. Zeitgleich achten wir vermehrt auf unseren ökologischen Fussabdruck durch neue umweltbewusstere Lösungen. Zu diesem Zweck suchen wir stets aktiv nach Kooperationspartner*innen und speziellen Unterstützer*innen, die uns bei diesem Anliegen vorantreiben.
Quelle: (1+2) Basler Kunstverein: 150 Jahre Basler Kunstverein 1839–1989, 1989
Presseartikel: Hannes Nüsseler: Risiko als Tradition: Seit 150 Jahren sorgt die Kunsthalle Basel für Aufsehen (25.5.2022, bzbasel)