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Die Sonnenkorona
Der Lichtkranz, der bei Totalität um die Sonne erscheint, und den man heute Korona nennt, wurde früher manchmal mit dem bei ringförmigen Sonnenfinsternissen übrigbleibenden Teil der Sonne verwechselt. Er scheint zum ersten Mal bei einer grossen Sonnenfinsternis im Jahre 1567 beachtet worden zu sein, wo er zur irrtümlichen Meinung führte, dass die Sonnenfinsternis nicht total gewesen sei. Die Korona wurde sonst meistens mit dem Monde in Verbindung gebracht: Viele Astronomen glaubten in ihr die Mondatmosphäre oder eine am Mondrande durch Diffraktion entstehende optische Erscheinung zu sehen.
Nur von wenigen wurde die Korona der Sonne selbst zugeteilt. Johann Jakob Scheuchzer (Link verlässt diese Seite) schrieb in seiner "Beschreibung der Natur-Geschichten des Schweizerlands (Link verlässt diese Seite)" (Zürich, 1707), bei Anlass der totalen Sonnenfinsternis von 1706, es sei
"klärlich angezeiget, dass der um den Mond in währender völligen Finsternuss gesehene bleiche (durch die Ferngläser aber feuerrohte) Ring anders nicht gewesen, als ein von der Sonnen seitwarts geworffener, und durch unsere Luft zu uns in gebrochenen Strahlen fortgesetzter Glanz..."
Die Zugehörigkeit der Korona zur Sonne konnte erst 1860 durch Messungen belegt und definitiv festgestellt werden.
Die Korona ändert ihre Form von einer Sonnenfinsternis zur anderen
Die Form der Korona hängt mit dem Sonnenfleckenzyklus zusammen. Im Fleckenmaximum ist sie nahezu kreissymmetrisch, die Strahlen sind regelmässig um die Sonne verteilt, während im Fleckenminimum eine starke Abplattung mit langen, ausgeprägten Strahlen am Sonnenäquator und kurzen radialen Büscheln an den Polen eintritt. Die polaren Strahlen scheinen dabei mit dem Magnetfeld, das im Fleckenminimum reiner hervortritt, in Zusammenhang zu stehen.