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Der
NomosMessenien hat 3443 qkm (62,52 QM.) Flächeninhalt
mit (1879) 155,760 Einw. und zerfällt in fünf Eparchien. ist seinem
Kerne nach das
Thal
[* 3] des wasserreichen
Pamisos (jetzt
Pirnatza), eine schöne weite Kulturebene, welche in
eine nördliche und eine südliche Hälfte zerfällt. Erstere ist die von Stenyklaros, wie das Heerlager der eindringenden
Dorier hieß; die zweite ist die fruchtbare Küstenebene Makaria. ist durch vereinzelt auftretende
Gebirge reich gegliedert:
im äußersten
Süden der Akritas
(Hagios Dimitri, 516 m), nördlich davon der Mathia (Lykodimo, 957 m), im
W. des
Landes das Ägaleongebirge (bis 1220
m) und im
Zentrum von Messenien die Gipfel
Ithome (802
m) und Eua.
Dagegen war das Land zu großem Wohlstand gediehen, da die Ebenen außerordentlich fruchtbar, die Küsten
hafenreich und für den Handel günstig waren. Dies erregte den Neid und die Eroberungsgier der Spartaner, welche in zwei Kriegen,
den Messenischen, 743-724 und 685-668 das Land nach tapferm Widerstand unterwarfen. Die messenischen Geschlechter, welche übriggeblieben
waren, wanderten meist aus, nach Arkadien und übers Meer nach Italien.
[* 7] Die Zurückbleibenden wurden Heloten
der Spartaner und mußten die Ackerlose der Sieger bebauen.
die südwestlichste Landschaft des Peloponnes, wird im O. durch den Taygetos von Lakonien, im N. durch das
Lykäongebirge (jetzt Tetragi und Diaphorti) und die tief eingeschnittene Schlucht, in welcher die Neda fließt, von Arkadien
und Elis getrennt, im W. und im S. vom IonischenMeere bespült, das von S. her tief in das Land eindringt
und so denMessenischenMeerbusen (Golf von Koroni) bildet. Die Mitte der Landschaft nehmen zwei, durch einen niedrigen Hügelzug
getrennte Ebenen von üppiger Fruchtbarkeit ein, beide vom Flusse Pamisos durchflossen; die nördl. Ebene wurde
nach einer alten Ortschaft Stenyklaros, die südliche Makaria («die gesegnete»)
genannt. Im O. der Ebenen erheben sich die dürren Ausläufer des nördl. Taygetos, worüber Bergpässe nach Sparta und Megalopolis
führen; den westl. Teil der Landschaft nimmt dagegen ein breites Faltengebirge aus
Thonschiefer und Kalkstein mit nordnordwestl.
Richtung ein, das im Sechi (1391 m) und Hagia Varvara (1220 m) gipfelt und gegen O. in die Ebenen
hinein den steilen Berg Ithome (s. d., jetzt Vurkano) vorschiebt, gegen W. aber zum Meere hin von einer fruchtbaren Bergterrasse
begleitet wird, heute wichtig durch ihren Korinthenbau. Nach S. setzt sich dieses Gebirge in eine Halbinsel
fort, die im Berge Mathia (jetzt Lykodimo, 957 m) gipfelt und im KapAkritas (jetzt Gallo) endet. Vor dieser Halbinsel liegen
im S. die kleinen Önussischen InselnSchiza und Sapienza, vor der Westküste die InselSphagia (Sphakteria), die die Bucht von
Pylos (Navarino) vom Meere abscheidet, und weiter nördlich das Inselchen Proti. Messenien wurde nach der Überlieferung
in den ältesten Zeiten von Lelegern und Achäern bewohnt und bildete zum Teil ein Staatsgebiet mit der Hauptstadt Pylos, als
dessen Herrscher in der Homerischen DichtungNestor (s. d.) erscheint.
Mit dieser ältern Bevölkerung vermischten sich die von Norden
[* 12] her eindringenden Dorier; ihr Führer war
der Sage nach Kresphontes, der ganz Messene unter seine Herrschaft einte. Der Eroberungsdrang der östlich benachbarten Lacedämonier
führte bald zu Reibungen, schließlich zu erbitterten Kämpfen, die unter dem NamenMessenische Kriege bekannt sind, und in
denen die Messenier trotz verzweifelter Gegenwehr schließlich erlagen. Einzelheiten dieser Kämpfe sind wenig bekannt
und meist sagenhaft ausgeschmückt; nicht einmal die Zeit kennt man genau.
Den ersten Krieg verlegen die Alten in die J. 743–724 v. Chr., wahrscheinlich aber hat er etwas später, am Ausgang des 8. Jahrh.
stattgefunden. Auf Spartas Seite führten ihn die Könige Polydorus und Theopompus, an der Spitze der Messenier stand
Aristodemus (s. d.). Der Krieg endete mit der Eroberung des Ithome nach langer Belagerung. Den zweiten Krieg setzt die Überlieferung
685–668 v. Chr., doch gehört er wahrscheinlich in die zweite Hälfte des 7. Jahrh. Diesmal führte
die Messenier Aristomenes (s. d.), die bereits im Kampf nachlassenden Spartaner entflammte
mit seinen Kampfliedern der Dichter Tyrtäus.
Nach einer schweren Niederlage wurden die Messenier wieder in einer Bergfeste (Ira im Norden) eingeschlossen und mußten endlich
kapitulieren. Danach wanderte ein Teil der Bevölkerung nach Sicilien aus, wahrend die Zurückgebliebenen wieder zu Heloten gemacht
wurden. So war Messenien aus der Reihe der selbständigen griech. Staaten gestrichen und blieb, da auch ein späterer
Versuch der eingeborenen Bevölkerung, ihre Unabhängigkeit wiederzugewinnen (der sog. dritte MessenischeKrieg, 464–455 v. Chr.,
der wieder den Ithome zum Mittelpunkt hatte), unglücklich ausfiel, eine ProvinzSpartas bis zur Demütigung dieses Staates
durch die Thebaner unter Führung des Epaminondas.
Dieser stellte 369 als selbständigen Staat her und gab ihm durch die Gründung der Stadt Messene am Fuße
des Ithome (bedeutende Reste namentlich der Befestigungen sind jetzt noch vorhanden) einen neuen Mittelpunkt und festern
Halt. Doch gelangte die neue Schöpfung zu keiner selbständigen polit. Bedeutung und spielte namentlich in den letzten Kämpfen
vor dem Untergang der griech. Selbständigkeit, in den Kriegen des Achäischen Bundes und Macedoniens, weder
eine glänzende, noch ehrenvolle Rolle. AußerMessene und den andern genannten Städten waren im
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mehr
Altertum von gewisser Bedeutung Ardania (im Norden) und Thuria (im Süden). In den folgenden Jahrhunderten lösten sich in
Messenien die Herrschaft der Byzantiner, Franken, Venetianer, Türken ab. Gegenwärtig ist Messenien ein Nomos des Königreichs Griechenland,
der sich nordwärts bis zum untern Alpheios (Ruphia) ausdehnt, mit 3341 qkm Areal und (1889) 183232 E.
Der Nomos erzeugt große Mengen von Korinthen, Wein, Feigen und Oliven; auch Seidenbau wird betrieben. Der Hauptort ist Kalamä
(s. d.). Der Name des alten Messene ist jetzt (neugriech. Aussprache Messini) auf das im Volksmunde Nisi genannte Ackerbaustädtchen
übertragen. Dasselbe, am linken Ufer des bis hierher schiffbaren untern Pamisos in üppig fruchtbarer
Umgebung gelegen, ist Hauptort der Eparchie Messinia und zählt (1889) 6925, als Gemeinde (Pamisos) 8022 E.