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Das Ende des Kirchenjahres rückt immer näher. Die vergangenen
Monate waren aber besonders von einem bestimmten Geist geprägt: Genau
zum Datum, als sich der Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils zum
50. Mal jährte, hat Papst Franziskus ein Jubiläumsjahr für
die Katholische Kirche ausgerufen: das Jahr der Barmherzigkeit. Dieses
außerordentliche Heilige Jahr sollte die Menschen zur Umkehr aufrufen
und vor allem den Blick auf Bedürftige und Notleidende richten helfen,
die von jeher ein besonderes Anliegen des Heiligen Vaters waren. Darum
lohnt es sich, zum Abschluss des Jahres der Barmherzigkeit auf einen Menschen
der Kirche zu blicken, der in Tun und Denken große geistliche Nachwirkung
entfaltet hat, doch als Person immer eher im Hintergrund geblieben ist.
Heuer vor 500 Jahren verstarb der Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort,
vor allem bekannt als Verfasser des „Goldenen Buches" und zahlreicher Schriften
über Maria und die rechte Verehrung der Gottesmutter.
Er wurde als ältestes Kind einer Großfamilie in Montfort in der französischen Bretagne geboren. Grignions Leben war von Anfang an von einer innigen Marienliebe bestimmt: Schon mit sechs Jahren betete Ludwig täglich den Rosenkranz. Er absolvierte seine ersten Studien bei Jesuiten; dann zog er zu Fuß nach Paris (350 km), um in das berühmte Priesterseminar St. Sulpice einzutreten. Dort wurde er - kaum zu glauben! - belächelt, weil er vor dem Unterricht kniend betete. Im Jahre 1700 empfing er die Priesterweihe und war anschließend als Seelsorger in einem Spital tätig, wo er 1703 die „Gemeinschaft der Töchter der Weisheit" gründete, die Montfortschwestern, die sich der Krankenpflege, dem Schulunterricht, vor allem für Arme, widmen sollten. Unermüdlich war der „gütige Pater von Montfort", wie er genannt wurde, im Nordwesten Frankreichs missionarisch tätig. Stets ärmlich gekleidet, half er überall, nahm sich der Armen an, predigte und verbreitete den Rosenkranz. Der Hl. Ludwig Maria kann uns heute darum als „Missionar der Barmherzigkeit" gelten. Die letzten fünf Lebensjahre war seine Gesundheit angeschlagen, was wohl auf einen Giftanschlag zurückzuführen ist. Doch damals entstand seine wichtigste Schrift: Die vollkommene Andacht zu Maria, die auch heute noch als das „Goldene Buch" bekannt ist. Bei den Jesuiten lernte er das : Arm- und Verachtetsein als Hilfsmittel kennen, um den Kreuzweg Jesu voll und ganz mitgehen zu können. Dass dies nur an der Hand Mariens gelingen kann, das wollte der hl. Ludwig Maria in seinen Schriften verbreiten. Er empfiehlt die Ganzhingabe an die Gottesmutter, um durch sie zu Jesus zu gelangen, zur größeren Ehre Gottes. Mit nur 43 Jahren verstarb Ludwig am 28.04.1716. Lange Zeit blieben seine Manuskripte in einer Truhe verschollen und kamen erst im Jahr 1842 wieder zum Vorschein. Dann aber entfaltete die Schrift ihre volle Wirkung und führte im Zusammenspiel mit neuen Erscheinungen und Offenbarungen, wie 1830 an Katharina Laboure zur Prägung der Wundertätigen Medaille, oder 1858 an Bernadette Soubirous in Lourdes zu einer neuen geistlichen Blüte. Ludwigs größter Wunsch, die barmherzige Liebe Gottes in Jesus zu jedem einzelnen Menschen hervorzuheben, sollte auch heute gerade im ausklingenden Jahr der Barm-
herzigkeit Ansporn für das christliche Tun sein. Nur so bleibt die Barmherzigkeit als Wesensmerkmal der Kirche und des kirchlichen Lebens lebendig und für andere spürbar.
(Quelle: "Erneuerung in Christus", Heft Nr. 11/12-2016, S. 2,, Gaming) - Salvator-Mundi-Verlag - LINK
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