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Geschichte FELIX PLATTER: vom Arzt zur Institution
Renaissance, Reformation, Humanismus … Felix Platters Geburtsjahr 1536 fiel in eine Zeit der verstärkten Hinwendung zum Menschen. Heute steht der Name FELIX PLATTER für das schweizweit erste Spital mit dem Fokus Altersmedizin – und zugleich für viele Kompetenzen darüber hinaus.
Felix Platter: Namensgeber des Basler Spitals für ältere Menschen
Doch zurück zum Namensgeber: Unterrichtet wurde Felix Platter zunächst von seinem Vater Thomas Platter, dem damaligen Rektor der Basler Lateinschule (heutiges Gymnasium am Münsterplatz). Bereits im Jahr 1552 nahm Felix Platter das Studium an der Medizinischen Fakultät von Montpellier in Frankreich auf. 1556 schloss er dort mit einem Bakkalaureus ab, bevor er nach Basel zurückkehrte und hier sein Doktorexamen ablegte.
Er sezierte während seiner Laufbahn rund 300 menschliche Körper, um Todesursachen nachvollziehen zu können. Berühmt wurde er durch die öffentliche Demonstration seiner Arbeit 1559 in der damaligen Elisabethenkirche. Felix Platter schenkte der Universität Basel im Jahr 1573 das Skelettpräparat einer Frau, das in Teilen heute noch im Anatomischen Museum Basel zu besichtigen ist. Auch die heute europaweit älteste Abbildung eines Frauenskeletts stammt von ihm.
Das Felix Platter-Spital an der Burgfelderstrasse in Basel
Das gleichnamige Spital FELIX PLATTER gibt es seit November 1956, wobei die Wurzeln bis ins Jahr 1890 zurückreichen. Das damals überfüllte Basler Bürgerspital benötigte ein zusätzliches Hospital mit 120 Betten an der Burgfelderstrasse. Zu dieser Zeit fand sich dort nichts als eine idyllische Landschaft mit Gärten und Bäumen. Das Hospital wurde im Laufe der Zeit vielfältig genutzt, während der beiden Weltkriege auch als Magazin für das Militär und als Unterkunft für die Soldaten. Dazwischen und vor allem nach den Kriegen wurden im Spital zunehmend Patienten aus Chirurgie, Neurologie, Allgemeinmedizin und Gynäkologie betreut. 1956 wurde aus dem bisherigen «Hilfsspital» das «Felix Platter-Spital». Bald darauf begann die Planung für den Neubau und für die zwei Personalhäuser durch die Architekten Fritz Rickenbacher und Walter Baumann. 37,7 Millionen Franken waren dafür bewilligt worden. Am 24. Februar 1967 wurde der Neubau festlich eingeweiht. Seither sind hier das über die Grenzen hinaus bekannte Geriatrische Kompetenzzentrum, die Orthopädische Universitätsklinik und die Rheumatologische Universitätsklinik angesiedelt.
FELIX PLATTER heute: Universitäre Altersmedizin
Die letzte grosse Renovation und Erweiterung des ursprünglichen Felix Platter-Spitals wurden 1999 abgeschlossen; vier Jahre später zog die Orthopädische Universitätsklinik ins Universitätsspital Basel. Sowohl Notfall- als auch Wahloperationen befinden sich seither an diesem zentralen Ort. Gleichzeitig wurde die Orthopädische Rehabilitation aufgewertet. Die Umbau- und Renovierungsarbeiten Ende 2011 beendeten eine weitere wichtige Etappe in der Geschichte des Spitals. Zum 1. Januar 2012 wurde das Felix Platter-Spital eine «öffentlich-rechtlich selbstständige Anstalt» und ist somit nicht mehr Teil der Verwaltung des Kantons Basel-Stadt. Anfang 2013 erweiterten das Universitätsspital Basel und das Felix Platter-Spital ihre Zusammenarbeit. Die Akutgeriatrie (AGUK, Memory Clinic, Basel Mobility Center) des Universitätsspitals Basel wurde mitsamt dem universitären Lehrstuhl für Geriatrie mit dem Felix Platter-Spital zusammengeführt.
Dies war der Grundstein zu einer neu konzipierten Universitären Altersmedizin für die ältere Wohnbevölkerung in der Region. Im Gegenzug wechselte der universitäre Lehrstuhl für Rheumatologie vom Felix Platter-Spital zum Universitätsspital Basel.
Aus dem Felix Platter-Spital wurde 2018 folgegemäss die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER. Der neue Name spiegelt die universitäre Lehre und Forschung wider sowie die erweiterten Kompetenzen als Zentrum der vielfältigen stationären und ambulanten Leistungen für die gesundheitlichen Bedürfnisse älterer Menschen. Der Anspruch, durch eigene patientennahe klinische Forschungsprojekte der Zeit immer ein Stück voraus zu sein, kommt dazu im Slogan zum Ausdruck: «Dem Alter voraus».
Mit der vollständigen Betriebsaufnahme des Neubaus zum April 2019 verlagert sich der gesamte Betrieb in das neue Gebäude.