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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Sechstes Buch
35. „Ausgang” ist die geeignete Bezeichnung für die Geburt des Sohnes.
[S. 308] Denn nicht wie es bei einer menschlichen Geburt geschieht, wird Gott aus Gott geboren, und auch nicht nach den Grundgesetzen unseres Ursprungs wird er als Mensch von einem Menschen zum Dasein gebracht. Es ist eine vollständige, vollkommene, unbefleckte Geburt (bei demjenigen), der vom Vater eher ausgegangen als geboren ist. Denn er ist einer von einem. Er ist kein Teil, er ist keine Abspaltung, er ist keine Schwächung, keine Herleitung, keine Erstreckung, kein Erleiden; es ist vielmehr die Geburt eines lebensvollen Wesens aus einem, der lebt. Gott geht aus von Gott, nicht wurde ein Geschöpf zum Namen eines Gottes erhoben; er begann nicht vom Nichts her, um sein Dasein zu haben, sondern ging von demjenigen aus, der in seinem Sein beharrte; und dieses Ausgegangen-sein hat die Bezeichnung (und den Sinn) als Geburt, nicht aber als eines Anfangens. Denn es ist nicht dasselbe, (zu sagen) ein selbständiges Wesen habe sein Dasein begonnen, und: Gott sei von Gott ausgegangen. Wenn auch das Wissen um diese Geburt mit Worten nicht faßbar ist, wegen seiner Unsagbarkeit ―, so hat es doch in der Lehre des Sohnes die Sicherheit des Glaubens, der ja klar lehrt, daß er von Gott ausgegangen sei.