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1883-1932
1883
Wohl war nun der Rhein-Club gegründet. Noch aber besass er keine eigenen Schiffe, kein Fahrgeschirr und kein Geld. Aus diesem Grund war man froh über das Angebot von drei Gründern, welche ihre eigenen Weidlinge zur Verfügung stellten. Aber schon an der nächsten Versammlung am 23. Juni war die Rede davon, dass der Club eigene Schiffe haben sollte. Auf den 26. August wurde eine Generalversammlung einberufen. Diese begann morgens um acht Uhr. Der Präsident stellte den Antrag, einen Weidling zu kaufen, denn dies halte den Verein zusammen. Der Antrag wurde lebhaft unterstützt. Und so beschloss man, bei Xaver Hurt in Mumpf anzufragen, ob er in der Lage sei, zu einem billigen Preis einen Weidling mit folgenden Massen zu liefern: 37 Fuss lang, 17 Zoll hoch in der Mitte vom Bord und 2 Fuss 9 Zoll Bodenbreite.
Der erste Weidling dürfte im September, genau lässt sich dies nicht mehr feststellen, in den Besitz des Rhein-Clubs gelangt sein. Geliefert wurde er aber nicht von Xaver Hurt, sondern von den Gebrüdern Baumann in Still. Weil das Schiff nicht ganz nach Mass ausgefallen war, wollte man auch nicht den ganzen Preis bezahlen. Der Weidling wurde mit freiwilligen Beiträgen finanziert und kostete ca. Fr. 100.--, die in zwei Raten bezahlt wurden.
Im November wurde einer Einladung des Rheinclubs Breite Folge geleistet und das erste Wettfahren ausgetragen. Dieses verlief zur Zufriedenheit aller.
1884
Da sich die Mitgliederzahl stark vermehrt hatte, wurde am 2. Februar wiederum ein Weidling bestellt. Die Gebrüder Baumann in Stilli erhielten den Auftrag, ein weiteres Schiff zu liefern. Dieser Weidling wurde am 15./16. März durch Mitglieder in Stilli abgeholt und auf dem Wasserweg nach Basel gebracht. Gleichzeitig holte auch der Ruderclub Basel in Stilli einen Weidling, so dass diese Fahrt gemeinsam unternommen wurde. Dies war die erste Fernfahrt.
Bericht der Fahrt von Brugg nach Basel 15./16. März 1884.
"Laut Vereinsbeschluss wurde die Bruggerfahrt an obgenannten Tagen folgendermassen ausgeführt.
Samstag, den 15. März reisten drei Mann, Gustav Schardt, Präsident, Albert Winkler, Kassier, und Hans Mäder mit dem Mittagszug 2.35 NOB nach Brugg, woselbst die Weidlinge in Augenschein genommen wurden und im Rössli bei Herrn Schatzmann Quartier bestellten. Abends kamen mit dem letzten Zug noch weitere fünf Mann. Nach einem allgemeinen Nachtessen begab man sich zur Ruhe und schlief einen gesunden Schlaf bis morgens 5 Uhr, wo sämtliche Mannschaft durch eine fürchterliche Tagwache alarmiert wurde. Nach dem Morgenessen begab man sich zum Landungsplatz um noch verschiedenes an den Schiffen auszurüsten und dieselben mit Fahnen und Tannenbäumen zu dekorieren. Punkt 6.30 Uhr wurde abgefahren, man musste aber wegen dem dicken Nebel einen Steuermann bis in die Stilli mitnehmen und wegen dem Wuhr in Laufohr. Es wäre aber nicht nötig gewesen, da wir später schlimmere Stellen zu passieren hatten. Die Fahrt auf der Aare ging gut vonstatten bis in den Rhein, wo wir in einen sogenannten Sack fuhren und einige Zeit kräftig stromaufwärts fuhren. Glücklicherweise merkten wir den Unterschied bald, machten kehrt und fuhren unter schallendem Gelächter wieder zurück in die Aare. Mit Kanonendonner und einem kräftigen Hurra liefen wir dann um halb neun Uhr in den Vater Rhein ein. Sogleich, wie auf Kommando, verschwand der lästige Nebel, der uns auf der Aare nicht verlassen wollte.
In Rheinsulz, oberhalb Laufenburg, kamen uns zwei Mitglieder vom Club entgegen, welche einstiegen, und wir kamen 3/4 10 Uhr unter freudiger Begrüssung der dort wartenden Mitglieder in Laufenburg an. Sofort wurden die Schiffe auf einen bereitstehenden Wagen geladen um unterhalb des Laufens gebracht zu werden. Nach eingenommener Stärkung gings nach Schäfftigen, wo die Schiffe wieder ins Wasser gesetzt wurden. Um ein Uhr landete man glücklich in Mumpf. Bei Joseph Günther im Anker wurde das Mittagessen eingenommen und die Vorbereitungen für das Gwild getroffen. Um zwei Uhr wurde weiter gefahren und zwar unter Begleitung eines engagierten Steuermannes, um in Rheinfelden die letzte Rast zu halten. Je näher wir Rheinfelden kamen, sahen wir von weitem die Gischt der sich bäumenden Wellen. Es war ein imposanter Anblick, die beiden Schiffe durch die brausenden Wellen fahren zu sehen. Wir kamen ohne gewälzt zu werden glücklich hindurch. Wir hatten dies unseren Fahrleuten zu verdanken, die mit einer bewunderungswürdigen Kaltblütigkeit durch die Wellen steuerten.
In Rheinfelden landeten wir beim Kastell, wo wir von einer Masse Zuschauer empfangen wurden. In der Brauerei Dietschi machten wir 1 1/2 Std. Rast und erwarteten weitere Gäste. So vom Rheinclub Breite und Herrn Fritz Brändle, Redaktor vom Volksfreund.
Um 4.30 Uhr wurde nach herzlichem Abschied vom Rheinclub Rheinfelden aufgebrochen um die letzte böse Stelle, das Augstergwild zu passieren, wo wir im grossen Schiff die Taufe erhielten. Und zwar durch eine heimtückische Welle, die uns übergoss, was aber nicht viel zu bedeuten hatte, da es nur Wasser war. Gegen Grenzach begrüssten uns Mitglieder vom Rheinclub Breite mit Kanonendonner, was eine freudige Überraschung war. Und so ging es unter Geschützdonner und Hurras nach Basel, wo wir mit dem Glockenschlag 6 Uhr unter der Wettsteinbrücke durchfuhren.
Der letzte Akt spielte sich im Vereinslokal ab. Wir glauben, dass jedem der diese Fahrt mitgemacht hat, diese in Erinnerung bleiben wird, da dieselbe ohne Unfall abgelaufen ist.
Die Fahrt wurde bei kleinem Wasserstand in 7 Stunden Fahrzeit und 4 Stunden Aufenthalt, somit in 11 Stunden zurückgelegt.
Gezeichnet: G. Schardt, Maler, Präsident
Am 14. Juni endete das erste Vereinsjahr. Nach den Angaben des damaligen Präsidenten traten 32 Mitglieder neu in den Verein, fünf erklärten den Austritt und fünf wurden ausgeschlossen.
An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 19. Juli musste ein neuer Präsident gewählt werden. Der Bisherige, obwohl erst am 14. Juni bestätigt, trat mit sofortiger Wirkung aus dem Verein.
Am 3. August wurde mit dem Rheinclub Breite zusammen ein Wettfahren am Birskopf durchgeführt. Jeder teilnehmende Verein musste Fr. 40.-- aufbringen, jeder einzelne Fahrer bezahlte zusätzlich Fr. 2.--. Das befürchtete Defizit blieb aus, im Gegenteil, beide Vereine konnten einen kleinen Überschuhs der Vereinskasse zuführen.
1885
Im Februar wurde das Eintrittsgeld von Fr. 2.-- auf Fr. 4.-- erhöht, da der Rhein-Club unbedingt zu Geld kommen musste.
Am 7. Juni ertranken drei Mitglieder im Rhein. Das Unglück war der Unaufmerksamkeit einzelner Mitglieder zuzuschreiben. Erstmals wurde dann der Beitritt zu einer Versicherung diskutiert. Es kam aber zu keinem Abschluss.
1886
Am 25. Februar wurde folgender Passus in die Statuten aufgenommen:
1. Die obligatorischen Fahrübungen nehmen im Monat April ihren Anfang und enden mit dem Oktober. Dieselben erstrecken sich auf zwölf Übungen, welche die ersten 12 Sonntage, bei günstiger Witterung morgens von 6 - 8 Uhr stattfinden sollen und werden durch ein Endfahren beschlossen. Nicht begründetes Ausbleiben bei Fahrübungen wird mit 20 Cts. bestraft.
2. Bei nicht obligatorischen Fahrten haften sämtliche Teilnehmer für Beschädigung oder verlorenes Material.
Im Frühjahr 86 wurden in Stilli zwei weitere Weidlinge bestellt. Diese wurden am 28. März nach Laufenburg geliefert, wo sie Vereinsmitglieder abholten. Die beiden Schiffe kosteten zusammen Fr. 203.--. Auf der Talfahrt wurde man in Rheinfelden vom dortigen Rheinclub begrüsst. Der Rheinclub Breite kam unseren Talfahrern bis zum Rothaus entgegen.
Im April wurden die zwei neuen Weidlinge an zwei Sonntagvormittagen gestrichen. Die benötigte Farbe kostete Fr. 52.--.
Am 29. Mai wurde beschlossen, wochentags freiwillige Fahrübungen abzuhalten. Eine Stachelfahrt nach Rheinfelden fand am 11. Juli statt. Morgens um 4.30 Uhr fuhren 16 Aktive ab, um 12.15 Uhr trafen sie in Rheinfelden ein. Dort begegneten sie auch Freunden vom Limmatclub Zürich.
Am 18. Juli fuhr man - wie alle Basler Wasserfahrvereine - dem Limmatclub Zürich, welcher sich auf einer Talfahrt nach Basel befand, bis zum Hörnlifelsen entgegen. Nach Salutschüssen und der Begrüssung fuhren ca. 18 Schiffe stromabwärts. Auf der alten Rheinbrücke bewunderte das zahlreich erschienene Publikum das imposante Schauspiel.
Am 26. August fuhren zwei Mitglieder nach Zürich. Sie folgten dabei der Einladung des Gründers des Limmatclubs und fuhren mit ihm in einem alten Stadtweidling nach Basel. Der Verein übernahm die Kosten von Fr. 20.-für die Fahrt nach Zürich, da das Versprechen vorlag, dass der Verein das Schiff übernehmen könne. Die Fahrt nahm aber einen ungünstigen Verlauf. Beim Passieren eines Wuhrs zerschellte der etwas morsche Weidling und die Insassen mussten ans Ufer schwimmen. Bei dieser Gelegenheit haben sich unsere Mitglieder, nach Aussage des Zürchers, "durch grösste Kaltblütigkeit bewährt". So sind alle nachmittags per Bahn wohlbehalten in Basel angekommen.
1887
Nachdem der Vorstand neue Statuten ausgearbeitet hatte, wurden diese am 26. Februar mit wenigen Änderungen gutgeheissen.
Am 3. Juli ertrank der überall beliebte und geachtete Präsident in den Fluten des Rheins und hinterliess eine grosse Lücke.
Zum Wettfahren des Limmatclubs in Zürich reisten acht Aktiv- und drei Passivmitglieder. Sie wurden dort herzlich empfangen und erlebten zwei schöne Tage.
Eine Stachelfahrt nach Rheinfelden wurde am 4. September bei schlechtem Wetter durchgeführt.
Im Jahr 1887 wurden 13 obligatorische Fahrübungen abgehalten.
1888
Die Vereinsversammlung fasste im Juni den Beschluss, in Zukunft eine einheitliche Bekleidung zu tragen. Es sollten Flanellhemden angeschafft werden.
In diesem Jahr wurde eine Gesangssektion gegründet. Sie existierte allerdings nicht lange.
Erstmals wird 1888 die Teilnahme am St. Jakobsfest erwähnt. Mit Fahne, Schalten- und Riementrägern und einem Hornisten (Hornträger) nahm man am Umzug teil.
Die obligatorische Stachelfahrt - diese fand übrigens jährlich statt wurde am 11. September trotz Hochwasser gestartet. Bei Grenzach mussten die Schiffe zurückgelassen werden, die Mitglieder erreichten das Ziel Rheinfelden zu Fuss. Wiederum trafen sie dort Freunde vom Limmatclub.
Als Geschenk erhielt der Rhein-Club am 29. November Handschuhe und Manschetten für den Fähnrich, ebenfalls eine selbstgemachte Fahnenspitze.
Einem Mitglied, er war Schiffmann, wurde die Bewilligung erteilt, im Winter an Wochentagen einen Weidling zu benützen. Er musste pro Tage eine Entschädigung von 50 Rappen bezahlen.
An der Generalversammlung vom 16. Dezember wurde folgender Antrag eingebracht und angenommen: "Kein Mitglied darf allein auf dem Wasser ein Frauenzimmer mitfahren. Ansonst verfällt er der Strafe, einen Monat keinen Weidling betreten zu dürfen. Im Wiederholungsfall riskiert er den Ausschluss."
1889
Der Beschluss, eigenes Briefpapier und umschlage mit eigenem Vereinszeichen anzuschaffen, wurde am 26. Januar gefasst. Erstmals wurde auch Vereinsgeld (Fr. 100.--) auf einem Bankbüchlein angelegt
Am 26. August wurde die erste Fahne eingeweiht. Taufpate war der Rheinclub Rheinfelden. Die Fahne war auf der einen Seite blau, auf der anderen weiss. Silberfransen verzierten die Ränder. Sie kostete zwischen Fr. 300.-- und Fr. 350.-- Hersteller der Fahne war ein Maler aus Darnach. Bis zu diesem Zeitpunkt besass man nur eine einfache, von der Lokalwirtin geschenkte Fahne.
Im November wurde ein alter Weidling für Fr. 50.-- verkauft.
1890
Um die Vereinskasse zu sanieren, wurde eine Tombola durchgeführt. Am 13. April konnten in Rheinfelden zwei neue Weidlinge in Empfang genommen werden. Ein Schiff kam auf Fr. 125.-- zu stehen.
Am 6. Juli wurde der Vorstand beauftragt, für die vielen jungen Fahrer Fahrhemden anzuschaffen und diese zu möglichst günstigen Bedingungen abzugeben.
1891
Am 7. Juni stellte der Verein dem Rheinclub Rheinfelden zwei Schiffe zur Durchführung eines Wettfahrens anlässlich ihres 15- jährigen Bestehens zur Verfügung. Die Weidlinge wurden am Samstag vor dem Wettkampf nach Rheinfelden gebracht.
In diesem Jahr wurde im Protokoll erstmals festgehalten, dass der Rheinclub dem Jugendfestverein Kleinbasel ein Schiff für den Kinderumzug zur Verfügung stelle, wie dies auch in vorangegangenen Jahren praktiziert worden sei.
Am 26. Juli wurde dem Rheinclub Neudorf ein Besuch abgestattet.
Einen der schönsten und grössten Festtage erlebten die Mitglieder am 11. Oktober. An diesem Tag wurde das End- und Preisfahren durchgeführt. Auch der Rheinclub Rheinfelden und Rheinclub Neudorf beteiligten sich daran.
Auf Antrag des Präsidenten wurde am 31. Oktober beschlossen, den Vorstand durch Abzeichen kenntlich zu machen.
1892
Trotz eines Schneegestöbers wurde am 13. März wiederum ein Weidling in Mumpf abgeholt und in flotter Fahrt nach Basel gebracht. Das Schiff kostete Fr. 105.--.
Am 26. März wurde beschlossen, dass am Oster- und am Pfingstsonntag, am Bettag und Karfreitag keine Fahrübungen stattfinden sollten.
Anfangs Mai wurde gemeinsam mit dem Rheinclub Neudorf eine Fahrt nach Kembs unternommen.
Ein Mitglied stellte einen Fahnenkasten her. Dieser war so billig, dass dem Hersteller eine Zulage von Fr. 5.-- bewilligt wurde.
Die Regierung überliess dem Verein im Juli dieses Jahres ein Geschirrlokal am Oberen Rheinweg 92.
Am 18. Dezember wurden der Versammlung die revidierten Statuten und Fahrreglement vorgelegt. Beides wurden einstimmig angenommen.
Zum Abschluss des ersten Jahrzehnts schrieb der Aktuar folgenden Vers in Protokollbuch:
10 Jahre sind verflossen
Der Rhein-Club blüht noch unverdrossen
Mit heut sind wir nun 32 sprossen;
Der Dichter aber , dieser stroffen
Will nun hoffen
Das die nächsten Jahre zehn!
Zwei mal zweiundreissig
Solche würden bestehn.
Das erste Jahrzehnt war durch einen starken Mitgliederwechsel gekennzeichnet. Dies dürfte verschiedenen Gründen zuzuschreiben sein. So begaben sich damals viele Handwerker auf die Wanderschaft, einige Mitglieder mussten in ihrer Heimat in Deutschland Wehrdienst leisten. Viele spätere Wiedereintritte untermauern diese These. Der Mitgliederbestand war in diesem Jahrzehnt aber trotzdem immer etwa gleich. Im November 1884 verzeichnete der Verein 27 Aktive und 2 Passive. Im Dezember 1887 waren es 20 Aktive und 4 Passive und im Juni 1890 wurde die Höchstzahl erreicht mit 5 Ehren-, 30 Aktiv- und 9 Passivmitgliedern.
1893
Im Februar wurde ein alter Weidling verlost. Er brachte Fr. 52.-ein. Das Schiff wurde aber dem Gewinner für Fr. 15.-- wieder abgekauft und noch eine Saison weiter benützt.
Am 7. Mai wurde ein Fressbummel in die Hard unternommen. Mitglieder brachten folgende Esswaren mit: "3 Pfund Kalbfleisch, 1 Pf Anken, 3 Pf vom Ochsenmetzger, 1 Portion Kartoffelsalat, 2 kg Brot und 1 Fass Bier." Die übrigen Teilnehmer mussten einen Taler bezahlen. Abmarsch war morgens um vier Uhr.
Der Limmatclub befand sich am 2. Juli auf einer Fahrt nach Strassburg. Mitglieder des Rhein-Clubs fuhren ihm mit Schiffen nach Rheinfelden entgegen und empfingen ihn mit Kanonendonner. Im Zeichen der Freundschaft wurde dem Limmatclub ein Ehrenlorbeerkranz übergeben. Gemeinsam wurde dann nach Basel gefahren.
1894
Zu Beginn dieses Jahres konnten wieder zwei Weidlinge in Stilli bestellt werden, die am 8. April nach Laufenburg geliefert wurden, wo Mitglieder sie abholten. Die acht Männer, welche mit der Bahn nach Laufenburg fuhren waren aber mit den Schiffen nicht zufrieden. Sie entsprachen nicht den geforderten Bedingungen. Aus diesem Grund bezahlte man statt der geforderten Fr. 180.-- nur Fr. 160.--. Die anschliessende Fahrt nach Basel verlief bei niedrigem Wasserstand ohne den geringsten Unfall.
Am 13./14. Juni unternahmen 15 Männer mit zwei Schiffen eine Fahrt nach Strassburg. Trotz schlechtem Wetter war es sehr gemütlich. Unterwegs mussten sieben Schiffbrücken passiert werden. Bei der Rückkehr am Montag wurden die Fernfahrer von der Feldmusik abgeholt. Nach einem Umzug durch die Stadt verbrachten sie einen gemütlichen Abend im Lokal. (Heute heisst dieses Lokal "Alti Schmitti".)
Am 22. Juli stachelten 15 Männer in drei Schiffen nach August. Vor dem Start versammelten sich die Teilnehmer im Lokal, um zuerst eine Mehlsuppe einzunehmen. In Augst wurde dem Limmatclub Zürich eine Depesche mit den besten Glückwünschen zum 25jährigen Stiftungsfest übersandt.
Gemeinsam mit dem Rheinclub Rheinfelden besuchte der Rhein-Club Basel am 7. Oktober das Wettfahren in Neudorf. Vor der Abfahrt mit den Schiffen wurde der Rheinclub Rheinfelden am Badischen Bahnhof abgeholt. Da, wie es im Protokollbuch heisst "um diese Zeit die Priester an der Arbeit waren, durfte nur leise neben der Clarakirche vorbei, zur Abfahrstelle bei der alten Brücke (Mittlere Rheinbrücke) marschiert werden. "Um 11 3/4 Uhr wurden die Weidlinge bestiegen und Neudorf angesteuert. Der Wettkampf am Nachmittag dauerte eine Stunde. Den Rückweg nach Basel legten die Teilnehmer zu Fuss zurück, anschliessend wurde gemütlich gefeiert.
1895
Im Januar ist dem Baudepartement ein grosser Anker ausgeliehen worden. Am Pfingstmontag fand eine Ausfahrt mit den Angehörigen nach Istein statt.
Ende des Jahres führten Unstimmigkeiten in der Vereinskasse dazu, dass der Kassier einen Schuldschein in der Höhe von FR. 39.45 unterschreiben musste.
1896
Am 12. Januar beteiligte sich der Rhein-Club Basel gemeinsam mit dem WFV Basel, dem WFV St. Johann (Rhenania) und dem Fischerclub an einer Sitzung zwecks Gründung eines Kantonalverbandes im Restaurant Belvedere.
Im Frühjahr mussten wieder Fahrhemden angeschafft werden,
Am Pfingstmontag beteiligte sich der Verein an der ersten Verbandsstachelfahrt nach Rheinfelden. Gleichzeitig konnte in Mumpf ein weiterer Weidling zu Fr. 105.-- abgeholt werden.
Von der Kembserfahrt im September wurden die Weidlinge mit einem Fuhrwerk zurückgebracht.
1897
Zu Beginn des Jahres wurde "im Kassawesen ein Übelstand beseitigt und dem Antrag des Präsidenten folgend ein neues Kassabuchsystem eingeführt".
An einer Versammlung im Mai wurde beschlossen, Flanellstoff zu Fr. 2.-per Meter und Kappen anzuschaffen. Zudem führte man an zwei Wochentagen Fahrübungen ein, um "einen alten Übelstand betreffs Fahren unter der Woche" besser zu regeln.
Eine Pfingstfahrt von Olten nach Basel wurde am 6./7. Juni mit drei Schiffen durchgeführt. Als Gast fuhr Herr Nico, der Wasserbauinspektor mit.
Drei Mitglieder folgten einer Einladung des Nautischen Clubs Strassburg und brachten als Geschenk einen Krug mit. Im Oktober desselben Jahres erhielt der Rhein-Club Basel von den Strassburgern eine Medaille als Anerkennung.
Das Endfahren musste in diesem Jahr wegen Hochwasser um eine Woche verschoben werden.
1898
Der Nautische Club von Strassburg wurde als Ehrenmitglied aufgenommen und erhielt ein Ehrendiplom zugestellt.
In dieser Saison waren die Fahrübungen auf Dienstag und Freitag angesetzt. Die Fahrbewilligung wurde von der Regierung wiederum bestätigt. Neuerdings trugen die Vereinsmitglieder Strohhüte mit schwarz-weissem Band anstelle der Kappen.
Am 2. Maisonntag wurde wiederum eine Beefsteakfahrt in die Hard unternommen.
Am 18. Juni empfingen unsere Mitglieder den WVF Aarau auf seiner Fahrt nach Strassburg. Einige gingen den Aarauer Freunden, die sich bei der Oltenerfahrt in so ausgezeichneter Weise ihrer angenommen hatten, mit den Schiffen entgegen. Dabei wurde ein Ehrentrunk gespendet.
Der Nautische Club Strassburg wurde am 3. Juli, an ihrem Wasserfest, mit einem Besuch beehrt.
Der Ankerplatz unserer Schiffe befand sich jetzt unter der Wettsteinbrücke, weil sie dort besser geschätzt waren und auch besser befestigt werden konnten.
Bei der im Jahr 1894 durchgeführten Tombola hat der damalige Kassier Geld unterschlagen. Da dieser den Zahlungen, trotz wiederholten Aufforderungen nicht nachkam (er befand sich jetzt in Zürich) wurde die Sache dem Betreibungsamt übergeben. Später musste das Verfahren eingestellt werden da der Schuldner starb.
Am 25. September nahm der Rhein-Club am Endfahren des RC Rheinfelden teil.
1899
Am 14. Januar wurde eine Neujahrsfeier mit Abendunterhaltung durchgeführt.
Die Verlosung von zwei alten Weidlingen am 22. Januar ergab einen Gewinn von Fr. 169.70.
Bei Hurt in Mumpf konnten am 30. April zwei neue Schiffe abgeholt werden, welche zusammen Fr. 205.-- kosteten.
Mit einer stattlichen Zahl von Aktiven fuhr man am Pfingstmontag, den 22. Mai nach der Saline, um den Pontonierfahrverein Zürich auf seiner Fernfahrt abzuholen.
An Montagen und Samstagen bestand für die Weidlinge ein Fahrverbot. Dafür fanden aber jeweils an Dienstagen und Donnerstagen obligatorische Fahrübungen statt. Auch wurden am Sonntagmorgen jeweils Übungen durch geführt. Jedes Aktivmitglied war verpflichtet, monatlich mindestens vier Fahrübungen zu besuchen, tat er dies nicht, so musste er eine Busse von 20 Rappen bezahlen.
Bei der Fahnenweihe des Wasserfahrvereins Basel war unser Verein Pate.
An der letzten Sitzung des Jahres, am 30. Dezember, erinnerte ein Mitglied den Vorstand daran, dass früher am Ende des Jahres ein Fass Bier auf Kosten des Vereins gespendet wurde. Der Präsident betonte, dass er es in der gegenwärtigen Zeit nicht für gut erachte, wenn die Vereinskasse über Gebühr beansprucht werde. Somit wurde auf den Gratisausschank verzichtet.
1900
15 Teilnehmer meldeten sich für eine freiwillige Ausfahrt nach Rheinfelden. Die Bewilligung dazu wurde nicht ohne Ermahnungen und Hinweisen auf die Gefährlichkeit des Vorhabens erteilt. Eine schriftliche Teilnehmerliste musste dem Präsidenten abgegeben werden, damit dieser sich überzeugen konnte, dass genügend fahrkundige Mitglieder dabei waren. Trotzdem stiess auf dieser Ausfahrt dem Verein ein Unglück zu. Auf der Rückfahrt von Rheinfelden kenterte der dritte Weidling im Augstergwild. Dabei ertranken zwei Gäste und zwei Aktivmitglieder. Vier weitere Insassen des Unglücksschiffes konnten vom Fischerclub gerettet werden. Man beschloss eine Trauerfrist von vier Wochen, während welcher keine Fahrübungen abgehalten wurden. Ebenso verschob man das auf den 24. Juni angesetzte Wettfahren aufs nächste Jahr. Dabei spielte aber auch das eidgenössische Pontonierwettfahren, das vom Genieverein und vom Pontonierfahrverein Breite organisiert wurde eine Rolle.
1901
Auch in diesem Jahr fanden die Fahrübungen an Dienstagen und Donnerstagen, sowie an Sonntagen in der Früh statt.
Ein interkantonales Wettfahren wurde am 18. August vom Rhein-Club Basel organisiert. Neben dem Rheinclub Rheinfelden, dem WFV Basel, dem WFV St. Johann (Rhenania) und dem Fischerclub beteiligten sich auch die Pontonierfahrvereine Olten und Rheinfelden am Wettkampf. Damals war es üblich, dass der organisierende Verein am Wettkampf nur ausser Konkurrenz starten durfte. Als Festmusik konnte die Feldmusik mit 40 Mann zum Preis von Fr. 200.-- verpflichtet werden. Bei Einnahmen von Fr. l'572.22 und Ausgaben von Fr. l'546.67 blieb ein Gewinn von Fr. 25.55 übrig. Später wurde der WFV St. Johann zu einem Trunk eingeladen, 6-jeil er an diesem Wettfahren den Polizeidienst versah.
Gegen Ende des Jahres war die Vereinskasse leer. Rückständige Beiträge mussten sofort bezahlt werden. Zusätzlich wurde bei allen Mitgliedern ein Extrabeitrag von Fr. 5.-- eingezogen. Der Präsident und der Kassier streckten dem Verein Geld vor, welches im kommenden Jahre wieder zurückbezahlt werden konnte.
1902
An der Generalversammlung am 9. Februar wählten die Mitglieder den Vorstand erstmals für ein ganzes Jahr. Dazu musste der Paragraph 12 der Statuten abgeändert werden.
Dem Limmatclub Zürich wurde am 27. Juli ein Glückwunschtelegramm zu seinem Wettfahren gesandt.
Mitte Jahr verschob man die Monatsversammlungen vom letzten auf den ersten Samstag im Monat.
Im November kam dem Vorstand zu Ohren, dass sich die Jungmannschaft vom Stammverein trennen und einen eigenen Verein gründen wolle. Es soll sogar schon eine Fahne in einer deutschen Fabrik bestellt worden sein. Die Antwort dieser Fabrik ist aus Versehen dem Präsidenten zugestellt worden. Dies löste eine grosse Diskussion aus. Es stellte sich aber heraus, dass die ganze Angelegenheit ein Bubenstreich war. Jedenfalls haben sich Alt und Jung versöhnt.
Im zweiten Jahrzehnt hat sich die Mitgliederbewegung etwas beruhigt, aber noch immer war der Mitgliederwechsel sehr gross.
Bis 1902 fanden die Generalversammlungen noch immer halbjährlich statt. Erst von diesem Jahr an war der Vorstand ein ganzes Jahr im Amt. Die Beiträge wurden jeweils an den Versammlungen eingezogen.
In den meisten Jahren, oft sogar zweimal, fanden Beefsteakfahrten in die Hard statt. Auch Ausfahrten nach Augst oder Rheinfelden wurden regelmässig durchgeführt. Nach der Gründung des Kantonalverbandes beteiligte sich der Verein auch immer an den jährlich stattfindenden obligatorischen Ausfahrten vom Verband.
Das Endfahren wurde oft gemeinsam mit einem befreundeten Verein durchgeführt. Auch der Endfahrbummel unternahm man gemeinsam. Bummelorte waren Kleinhüningen, Birsfelden, Muttenz, Riehen, Neubad u.a.m.
Jedes Jahr fand eine Christbaumfeier statt.
Das Fahrübungsgelände, welches zu Beginn dieses Jahrzehntes noch unterhalb der alten Brücke (Mittlere Rheinbrücke) lag, wurde unterhalb die Wettsteinbrücke verlegt.
Meistens nahm der Verein an der jährlich stattfindenden St. Jakobsfeier teil. (Ausgenommen waren die Jahre 1901 und 1902). Diese Feiern waren beliebte Volksfeste. Mit der Fahne, mit Horn- und Schaltenträgern marschierten die Aktiven im Umzug mit.
Beim Rheinclub Neudorf, Rheinclub Rheinfelden und beim WFV St. Johann wurden Wettfahren besucht.
Das Verinslokal befand sich noch immer an der Rheingasse 12 (heute alti Schmitti), zeitweise aber auch an der Rheingasse 11 (heute Rheinkeller). 1902 zog man für kurze Zeit ins Weisse Kreuz und im Juni zu Villareth an die Obere Rheingasse 2 (später Schwalbennest).
Die Mitgliederzahl war grossen Schwankungen unterworfen. 1893 zählte der Verein 43 Mitglieder, davon waren 6 Ehren-, 23 Aktiv-, und 14 Passivmitglieder. Die höchste Mitgliederzahl in diesem Jahrzehnt wurde im Jahr 1894 erreicht. Damals konnte der Verein 61 Mitglieder - davon 38 Aktive aufweisen. Die Zahl fiel jedoch wieder zurück und im Dezember 1896 waren es nur noch total 33 Mitglieder, davon 15 Aktive.
1903
An der ersten Versammlung im Jahr, am 3. Januar, wurde wie schon so oft kritisiert und bedauert, dass die Mitglieder nur spärlich an die Versammlungen kamen. Um gegen diesen "Schlendrian" vorzugehen, beschloss man, Aktivmitglieder mit 50 Rp. zu büssen, wenn sie einer Versammlung fernbleiben würden.
Am 7. März ist der erste Teil der neuen Statuten, welche eine Revisionskommission vorlegte, genehmigt worden. Ein Fahrreglement sollte später folgen.
An einer Weidlingsverlosung nahm der Verein Fr. 124.20 ein, benötigte aber Fr. 260.--, um zwei neue Weidlinge anzuschaffen. Diese wurden am 24. Mai von fünf Mitgliedern in Stilli abgeholt.
Das 20-jährige Stiftungsfest wurde mit dem am 11. Oktober durchgeführten Endfahren verbunden. Gefahren wurde nur am Vormittag, das Mittagessen nahm man im Lokal bei Villareth ein, den Nachtmittag verbrachte man mit einem Tanzbummel in die Rheinhalle und am Abend war Unterhaltung in der Glashalle der Burgvogtei.
1904
Für Passivmitglieder wurden durch Beschluss an der GV im Januar Beitragskarten zur halbjährlichen Zahlung eingeführt.
Am 6. Februar entschlossen sich die Mitglieder, den Privatweidling des Fahrchefs zu kaufen. Als Preis wurden die Kosten der vorgesehenen Pfingstfahrt nach Strassburg vereinbart, das heisst, der Fahrchef wäre gratis mitgefahren. Die Fahrt konnte aber wegen einem Unglück nicht durchgeführt werden.
Fünf Mann, zwei davon waren Vereinsmitglieder, lösten am 12. April einen Weidling am Ankerplatz unterhalb der Wettsteinbrücke und unternahmen nach einem feuchtfröhlichen Abend eine Lustfahrt. Sie stachelten bis zur Rheinburg (Rheinhalle). Bei der Talfahrt fuhren sie bei hohem Wasserstand auf der grossbasler Seite in einen Pfeiler der Wettsteinbrücke, wobei das Schiff zerschellte. Drei Männer ertranken, zwei wurden durch den Genieverein gerettet. Unter den Ertrunkenen befand sich der Kassier, der als das zur Zeit aktivste Mitglied galt, der Lokalwirt war einer der Geretteten. Wegen diesem Unglücksfall wurde die vorgesehene Pfingstfahrt nach Strassburg nicht durchgeführt.
Eine im Herbst gewählte Revisionskommission überarbeitete die Statuten nochmals und legte sie der GV am 18. Dezember vor. Sie wurden nach längerer Diskussion angenommen.
1905
Auf Antrag wurde am 7. Januar ein Fahnenfonds gegründet. Im Frühling fuhren sieben Mitglieder nach Mumpf und holten dort zwei Weidlinge ab, für welche sie zusammen Fr. 210.-- bezahlten.
Ein von einer Dreierkommission ausgearbeitetes Reglement wurde am 15. Juli genehmigt. Einige Mitglieder fuhren dem Wasserfahrverein Aarau, welcher eine Lustfahrt von Schaffhausen nach Basel unternahmen, entgegen und holten ihn bei der Saline ab.
Im Herbst wurden dem WFV Basel zwei Weidlinge zur Verfügung gestellt, damit das Endfahren durchgeführt werden konnte.
1906
Der Beschluss, dass jedem Vereinsmitglied bei seiner Verheiratung ein Geschenk im Wert von Fr. 10.-- aus der Vereinskasse gemacht wird, wurde am 3. Februar gefasst, zwei Jahre später aber bereits wieder verworfen.
Eine 7-köpfige Fahnenkommission erhielt am 3. März den Auftrag, bis zum 25-jährigen Jubiläum für eine neue Fahne besorgt zu sein.
Kurzfristig musste das bisherige Depot geräumt werden, aber niemand wusste, wohin mit dem Material. Man wurde beim Baudepartement vorstellig und hoffte auf eine glückliche Lösung, Es sollten aber noch fast drei Jahre vergehen, bis dieses Problem endgültig gelöst wurde.
Am 7. April wurde über eine Unfallversicherung diskutiert. Der Beitrag pro Aktivmitglied sollte auf Fr. 1.-- zu stehen kommen. Es wurde einstimmig beschlossen, dass der Kantonalverband um diese Versicherung besorgt sein soll.
Ein Weidling wurde bei der St. Albanfähre beschädigt. Ausser den beiden Fahrern, die für den Schaden aufzukommen hatten, belangte man auch den Fährmann.
Wegen zu hohen Kosten wurde im Herbst der Antrag, eine Schiessektion innerhalb des Kantonalverbandes zu gründen, abgelehnt.
Im Oktober wurde eine Kanone für Fr. 15.-- angeschafft.
Bis zum Dezember war die gewählte Fahnenkommission noch nie zusammengekommen. Sie war zudem durch Austritte geschrumpft und musste durch Neuwahlen ergänzt werden.
1907
Eine Weidlingsverlosung am 13. Januar brachte Fr. 90.-- ein.
Am 2. März wurden die Statuten der neuen Unfallversicherung des Kantonalverbandes durchberaten und für ziemlich gut befunden.
Die erste Sitzung der Fahnenkommission fand nun ein Jahr nach ihrer Wahl endlich statt. Man fühlte sich verpflichtet, die Sache nun speditiv an die Hand zu nehmen. Die Chargen wurden verteilt, das weitere Vorgehen besprochen. Das wichtigste Problem war die Beschaffung des Geldes. Mit einem Schreiben wandte man sich an die Brauereien. Zudem organisierte die Kommission eine Tombola. Dort wurden 3500 Lose zu 50 Rappen pro Stück verkauft. Im Jahr 1907 tagte die Fahnenkommission elf Mal und Trieb ihre Aufgabe soweit voran, dass Ende Jahr ein Entwurf vorlag.
Am 19./20. Mai führte der Rhein-Club gemeinsam mit dem Fischerclub, dem WVF Basel und dem Musikverein Vorwärts eine Fahrt nach Strassburg durch.14 Vereinsmitglieder beteiligten sich an dieser Fahrt. Auf der ganzen Strecke blies ein kalter Nordwind, der jedoch der guten Stimmung nichts anhaben konnte. In Strassburg wurden die Fahrer von einer über 1000köpfigen Volksmenge begrüsst.
Im Juni wurde dem Nautischen Club Strassburg zu ihrem 20-jährigen Stiftungsfest eine Gedenkmünze überreicht.
Für das vom Kantonalverband organisierte Waldfest musste der Rhein-Club für das Polizeikomitee vier Mann stellen.
An der GV im Dezember beschloss man, sich um die Durchführung des Kantonal-Wettfahrens zu bewerben. Dies sollte anlässlich des 25-jährigen Jubiläums organisiert werden.
1908
Um die Fasnachtszeit taten sich einige Mitglieder zusammen und gründeten das Neuhorburgkämmerli. Sie organisierten zwei Maskenbälle im Restaurant Kellerhals und übergaben den Reingewinn von Fr. 40.-der Fahnenkasse.
Am 4. April bestimmte man ein Organisationskomitee für das Ka-We 1908, verbunden mit der Fahnenweihe zur Feier des 25-jährigen Jubiläums.
Die Fahnenkommission führte ihre Aufgabe zu einem guten Ende. Es waren in diesem Jahr aber noch weitere acht Sitzungen nötig. Am 9. Februar fand im Vereinslokal Maser die Ziehung der Fahnentombola statt, welche manche schöne Überraschung brachte. Nach vielen Prüfungen wurden endlich die Grundfarben der Fahne bestimmt. Sie sollte auf der einen Seite blau und auf der andern Seite cremefarben sein. Lieferant war die Fahnenfabrik Fräfel in St. Gallen. Zur Fahne bestellte man auch eine Spitze aus Guss. Der Fähnrich erhielt schwarz-weisse Straussenfedern, eine schwarz-weisse Rosette, eine Schärpfe aus denselben Farben mit Goldfransen, sowie Stulpen mit einem Gummizug. Am 23. Juli traf die Fahne ein, und alle waren von dem Prachtwerk entzückt. Auf der neuen Fahne fehlte auch der Wahrspruch nicht: "Den Wellen zum Trutz, dem Nächsten zum Schutz". Die Fahne kostete Fr. 416.50.
Auch in diesem Jahr wurde ein Antrag zur Gründung einer Gesangsektion abgelehnt.
Noch vor dem Jubiläum befasste man sich mit dem Tenue. Neue Filzhüte in einer gediegenen Form wurden gewählt, die blauen Kragen der Fahrhemden wurden abgeschafft.
Das Fest mit dem kantonalen Wettfahren und der Fahnenweihe fand am 1./2. August statt. Taufpate war der WFV Basel. Der Festplatz befand sich zwischen der Kaserne und der Johanniterbrücke. Als Festmusik wirkte die Jägermusik mit. Sieben Vereine mit über 60 Sektionen stellten sich dem Kampfgericht. Ausser Konkurrenz starteten unsere Fahrer an achter Stelle. Das Wetter sah am Samstag nicht gerade vielversprechend aus, wendete sich aber bis zum Mittag zum Guten. Für den Samstagabend war ein tadelloses Programm zusammengestellt worden, welches beim zahlreich anwesenden Publikum gut ankam. Zu Tausenden sollen sich die Zuschauer auf dem Festplatz und darum herum befunden haben. Am Sonntagvormittag fand der Sektionswettkampf statt, welcher wegen der Abfahrt des Dampfers Wilhelmshafen beim Totentanz eine halbe Stunde unterbrochen werden musste. Das Festbankett begann um 13 Uhr im Greifenbräu Horburg. Nach dem Bankett führte ein Umzug mit über 300 Teilnehmern vom Greifenbräu durch die Stadt zum Festplatz. Es war ein farbenprächtiger Umzug. Die Fahrer aller Vereine trugen ihr Tenue. Besonders aufgefallen sind die Strassburger Freunde vom Nautischen Verein in ihren weissen Uniformen mit medaillenbehangenen Brüsten. Der Umzug dauerte eine Stunde. Am Nachmittag fand die Fahnenweihe statt. Mit nautischen Spielen wurden die vielen Zuschauer unterhalten. Nach der Preisverteilung kam es zu einem Radau, weil ein Verein mit seiner Klassierung durch das Kampfgericht nicht zufrieden war, und der errungene Kranz auf dem Festplatz zertreten wurde. Diese Radaugeschichte fand ihren Abschluss erst im nächsten Jahr. Nach den vorhandenen Aufzeichnungen hat dieser Skandal eine schlechte Note ins gut gelungene und vorbildlich organisierte Fest gebracht. Mit dem Reingewinn von Fr. 931.90 war man mehr als zufrieden.
In diesem Jahr wurden zwei Jahresfeiern durchgeführt. Die erste am 3. Samstag im Januar, die zweite am 31. Oktober. Beide verliefen so gemütlich, dass es auch an Übermut nicht fehlte. So sah man hin und wieder einige Droschken mit unseren Mitgliedern in der Stadt spazierenfahren, welche den Passivwirten einen Besuch abstatteten.
Aus dem Jubiläumsjahr ist der Jahresbericht und ein Rückblick auf die vergangene Zeit des damaligen Präsidenten vorhanden. "Das verflossene Jahr war entschieden das Erfolgreichste, brachte aber gleichzeitig auch am meisten Arbeit". Über 70 Fahrübungen wurden abgehalten. Der Kassenabschluss war ausgezeichnet. Bei nur Fr. 388.45 Ausgaben und Fr. 1546.79 Einnahmen, blieb ein Überschuss von Fr. 1158.34. Zusammen mit dem Inventar betrug das Vereinsvermögen Fr. 3422.59.
1909
Der Wasserfahrverein Basel wurde am 30. Januar zum Ehrenmitglied ernannt.
In Mumpf wurden am Ostermontag zwei neue Weidlinge abgeholt. Ein Schiff kam auf Fr. 125.-- zu stehen. Die Weidlinge waren mit Spritzborden ausgerüstet.
Ein alter Weidling brachte am 7. März bei einer Verlosung Fr. 86.90 ein.
Am 3. April konnte der Präsident der Versammlung von erfolgreichen Verhandlungen mit dem Baudepartement berichten. Seit langem war man auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ein Depot. Noch im vergangenen Jahr hat der Polizeihauptmann eine Bitte zur Verlegung des Depots zur Kaserne abgelehnt. Ein zweiter Wunsch wurde ebenfalls abschlägig beantwortet. Einem Dritten aber wurde entsprochen. Der Verein erhielt einen Platz am Klingentalgraben (Schindgraben). Auch der Stadtgärtner gab sein Einverständnis. Es fehlte nur noch der Bericht der Baupolizei. An der gleichen Sitzung lag ein von einem Mitglied ausgearbeiteter Bauplan vor, welcher eine Hütte mit einem Giebeldach vorsah. Der Kostenpunkt für die äussere Ausstattung belief sich auf Fr. 1000.--. Es wurde eine Depotbaukommission gewählt, um die nötigen Arbeiten möglichst schnell vorantreiben zu können Am 1. Mai wurden für den Bau Fr. 500.-- bewilligt. Die Regierung sicherte eine Subvention von Fr. 300.-- zu. Die Mitglieder wurden ersucht, Beiträge zu zeichnen. Ein weiterer Kredit von Fr. 250.-- wurde am 5. Juni bewilligt.
Am 2. Mai konnte der Pontonierfahrverein Sisseln auf seiner Fahrt nach Basel empfangen werden.
Im Juni konnten wir den Limmatclub Zürich beim Grenzacherhorn abholen.
Schon am 18. Juli konnte das neue Depot am Klingentalgraben mit einem bescheidenen Fest eingeweiht werden. Dabei wurde ein Einzelwettfahren durchgeführt. (Nebenstehend ein Bericht der Basler Nachrichten vom 20. Juli 1909).
Den Sicherungsdienst beim Baden einer Abteilung des militärischen Vorunterrichtes übernahm der Verein am 8. August. Pro Mann wurden 20 Rp. bezahlt.
1910
In diesem Jahr wurden ein neues Beitragszahlungssystem eingeführt.
Der bisherige Zahlungsmodus konnte nicht befriedigen, da immer allzuviele Mitglieder im Rückstand waren. Neu mussten die Passivmitglieder ihre Beiträge jeweils für das laufende Semester bezahlen. "An den Sitzungen im Mai und November mussten die Beiträge bezahlt sein, ansonsten Nachnahmen verschickt würden".
Anlässlich der Verbandsstachelfahrt nach Rheinfelden vom 17. April wurde bei Hurt in Mumpf ein Weidling mit Spritzborden zum Preis von FR. 125.-abgeholt.
Ein altes Schiff ist für Fr. 15.-- nach Hüningen verkauft worden.
Ein Schreiben vom Baudepartement verbot Anpflanzungen rings ums Depot.
Am 4. Juni wurde dem Fischerclub ein Weidling für ihr Wettfahren zur Verfügung gestellt. 12 unserer Leute halfen diesem Verein am Fest die Arbeit zu bewältigen. Zu diesem Fest trugen die Mitglieder des Rheinclubs wieder Strohhüte.
Ein Wettschwimmen fand am 31. Juli statt. Das Organisationskomitee dazu war bereits am 19. März gewählt worden. Damals setzte sich ein OK wie folgt zusammen: Der OK-Präsident, ein Vizepräsident, ein Aktuar, ein Kampfgerichtspräsident, das Finanzkomitee mit 4 Mann, das Polizeikomitee mit 4 Mann, das Baukomitee mit 2 Mann, ein Schwimmkomitee mit 3 Mann, ein Unterhaltungskommitee mit 3 Mann, ein Wirtschaftskomitee mit 5 Mann und das Illuminations- und Feuerwehrkomitee mit 3 Mann. Es brauchte also ohne Kampfrichter 28 Personen.
Das Schwimmen selbst war vom Wetter nicht begünstigt. Die 62 Teilnehmer mussten die Strecke vom Kinderspital bis zur Johanniterbrücke bei hohem Wasserstand und Regengüssen zurücklegen. Ein Schiffscorso wurde wegen dem schlechten Wetter abgesagt. Aber die nautischen Spiele konnten vorgeführt werden. Bei Einnahmen von Fr. 1691.30 und Ausgaben von Fr. 1371.80 schloss die Veranstaltung mit einem Gewinn von Fr. 319.50 ab.
Ende August wurde als Dank für die guten Resultate beim Wettfahren des Fischerclubs und für die gelungene Durchführung des Wettschwimmens ein gemütlicher Abend mit Freibier durchgeführt.
Im goldenen Hirschen am Riehenring fand am 26. November vor vollem Haus eine gut gelungene Jahresfeier statt. An diesem Abend wurde dem langjährigen Präsidenten ein Geschenk nach Hause gebracht, welches ihn bei seiner Heimkehr überraschte.
1911
Im Januar stand den Mitgliedern wieder ein Fass Freibier zu. Es wurde ein Metzelessen auf Samstag, den 21. Januar angesetzt. Jeder Teilnehmer musste für das Essen Fr. 1.50 bezahlen.
Ein Markstein in der Clubgeschichte wurde am 26. März dieses Jahres gesetzt. An diesem Tag wurde in Mumpf das am 4. Februar bestellte 14 m Langschiff abgeholt. An Pfingsten sollte damit die grosse Wasserfahrt Ragaz-Basel durchgeführt werden. Die Vorbereitungen dazu liefen seit der Generalversammlung im Dezember 1910. Für das Langschiff wurden Fr. 250.-bezahlt. Die Schlagruder konnten beim Limmatclub Zürich für Fr. 49.60 (Porto inbegriffen) gekauft werden. Der Anstrich kostete weitere Fr. 35.--. Das Schiff erhielt den Namen Loreley.
Über Pfingsten, vom 1.-5. Juni, fand die grosse Fahrt von Ragaz nach Basel statt. Einige Teilnehmer reisten über Luzern nach Göschenen, dann zu Fuss nach Andermatt, über den Oberalp nach Disentis und weiter bis Ilanz. Ein Teil der Strecke konnte mit einem Zweispänner zurückgelegt werden. In Ilanz bestiegen sie die Bahn und trafen in Ragaz die Kameraden, welche nur die Schiffahrt mitmachen wollten. Die erste Etappe führte nach Konstanz, die zweite bis Eglisau und die dritte bis Basel. Die umfangreichen Vorarbeiten wurden mit viel Sorgfalt getroffen. Ein günstiger Stern stand über dem ganzen Unternehmen. Das Wetter hielt sich wider Erwarten gut, kein Unfall war zu beklagen und keine Misstimmung trübte das kameradschaftliche Einvernehmen.
Einmal mehr wurde ein Anlauf zur Gründung einer Gesangsektion unternommen. Sie wurde am 2. September gegründet. Der Verein bewilligte Fr. 20.-- zur Anschaffung der nötigen Utensilien.
Die Verlosung eines Schiffes brachte Fr. 95.-- ein.
Um den Mitgliedern zu ermöglichen, für grössere Fahrten Geld anzulegen, wurde im Oktober ein Reisekassier gewählt.
Die Basler Chemie offerierte dem Rhein-Club im November Tambourenblech zu 8 Rp. per Kilo, um Weidlinge beim Überwintern zu decken. Da dies zu teuer war, wurde von der Offerte kein Gebrauch gemacht.
1912
Um die finanziellen Angelegenheiten der Gesangsektion besser zu regeln, wurde am 27. Januar beschlossen, ein Reglement auszuarbeiten.
Das Reglement sah vor, dass der Verein dieser Sektion jährlich Fr. 30.-zur Verfügung stellen musste. Es wurde am 2. März gutgeheissen.
Dem Polizeigericht musste eine Busse von Fr. 10.-- bezahlt werden, da an der Osterausfahrt verbotenerweise mit dem Böller geschossen wurde.
Bei einem Unfall am 12. Mai ertranken zwei Fahrgäste. Das Unglück ereignete sich, als ein Schiff unseres Vereins auf der Rückfahrt von der Hard mit der Birsfelder Fähre kollidierte, Der Unglücksweidling war der vierte oder fünfte einer ganzen Flottillie. Als die Weidlinge etwa 100 Meter von der Fähre entfernt waren, legte der Fährmann plötzlich vom Kleinbasler Ufer ab. Trotz Zurufen liess sich die Kollision nicht mehr vermeiden und es kam zur Katastrophe.
Im September befasste man sich bereits mit der Erweiterung des Depots. Durch den Anbau eines Schopfes oberhalb des bestehenden Depots sollte die Möglichkeit geschaffen werden, die Weidlinge im Winter unterzubringen. Im Oktober mussten die bereits gemachten Planarbeiten eingestellt werden, weil mit dem Baudepartement keine Einigung möglich war.
Einer Einladung vom Nautischen-Club Bern im November zur Gründung eines schweizerischen Verbandes wurde Folge geleistet.
Das dritte Jahrzehnt war sehr wichtig für den Verein. Er wurde in dieser Zeit so stark, dass er die bevorstehenden harten Kriegsjahre gut überleben konnte.
Da die GV nur noch einmal jährlich durchgeführt wurde und der Vorstand somit für ein ganzes Jahr gewählt war, kam Ruhe in den Verein. Die Vorstandsmitglieder blieben mehrere Jahre im Amt, dies wirkte sich sehr gut aus. Grosse Probleme wurden mit viel Weitsicht gemeistert. Das freudigste Ereignis dürfte die Jubiläumsfeier zum 24-jährigen Bestehen gewesen sein. Aber auch der Depotbau, der nach Überwindung vieler Hindernisse so erfolgreich und speditiv abgeschlossen werden konnte, zeugt vom Willen und Können der damaligen Mitglieder. Viele aus jener Zeit brachten es auf 50 und mehr Mitgliedjahre.
Die Lokalfrage wurde in diesem Jahrzehnt für lange Zeit gelöst. Nachdem man zu Beginn bei Villareth an der Rheingasse 2 (später Schwalbennest) war, dann 1904 zum Passivmitglied Lämmle, Ob. Rebgasse 49 zog und 1906 bei Taschner an der Ob. Rheingasse beheimatet war, wurde das Lokal im Januar 1907 für die nächsten 20 Jahre zu Christian Maser an die Horburgstrasse 30 (später Industriehalle und heute Chinarestaurant) verlegt.
Wettfahren wurden besucht beim: Fischerclub, WFV St. Johann (Rhenania), Limmatclub, WFV Basel, Rheinclub Rheinfelden und WFV St. Alban.
Jahresfeiern und Weihnachtsfeiern fanden jährlich statt. Erstmals 1909 wurde eine Kinderbescherung an der Christbaumfeier durchgeführt.
Die Beefsteakfahrten in die Hart und die Ausfahrten nach Rheinfelden waren immer beliebte Ausflüge.
Das Endfahren kam regelmässig zur Austragung und am Bummel kam es auch vor, dass eine vereinseigene Kapelle zum Tanz aufspielte. Auch die Fasnacht wurde nicht vernachlässigt, wie ein Bild aus dem Jahre 1911 zeigt.
Die Mitgliederzahl stieg dauernd, besonders die Zahl der Aktiven war immer recht hoch. Genauere Angaben finden wir nur für das Jahr 1908. In jenem Jahr konnte man 66 Mitglieder zählen, davon waren 15 Ehren-, 23 Aktiv- und 28 Passivmitglieder.
1913
Im März erhielt der Verein vom Kantonalverband eine Entschädigung von Fr. 35.-- für den im letzten Jahr beim Unfall mit der Birsfelder Fähre verlorenen Weidling.
Die Pfingstfahrt führte nach Strassburg. Der Nautische Club, der sein 25-jähriges Bestehen feierte, wurde dabei besucht. Man überreichte ihm einen silbernen Fahnennagel und überraschte den jubilierenden Verein mit der Aufführung "Ein helvetischer Waffentanz". Für diesen Zweck wurden Kostüme mitgenommen, die man für Fr. 18.70 gemietet hatte.
Ein neuer Weidling wurde vom Verein für Schiffahrt auf dem Oberrhein zum Preis von Fr. 135.-- geliefert.
Das 30-jährige Bestehen des Vereins wurde zusammen mit dem Endfahren gefeiert.
Am 4. Oktober lagen die Musterfotografien für ein Vereinsfoto mit Brustbilder vor. Ein solches Vereinsbild mit allen damaligen Mitgliedern wurde dann auch angefertigt.
1914
Am 7. März wurde ein Weidling verlost. Gewinner war ein Mitglied. Anstelle des Schiffes erhielt er eine Entschädigung von Fr. 10.-und der Club konnte den Weidling weiterhin benützen.
Am 3. Mai anlässlich einer Ausfahrt nach Rheinfelden, wurde in Mumpf ein neuer Weidling abgeholt. Fr. 130.-- mussten dafür bezahlt werden.
Für ein Wettfahren am 1./2. August war alles vorbereitet. Die Festkommission wurde schon am 14. März gewählt. Doch es sollte ganz anders als geplant kommen. Am 31. Juli war Generalmobilmachung und die meisten Mitglieder mussten ins Militär. Viele rückten auch nach Deutschland oder Österreich ein. An die Durchführung eines Wettfahrens konnte nicht mehr gedacht werden. Es entstand ein grosser Schaden für den Verein. Man tröstete sich mit den gesammelten Gaben, welche einen geschätzten Wert von Fr. 475.-- darstellen.
Am 5. September wurden die Jahresbeiträge vorläufig sistiert. Das Vereinsleben litt stark in der Kriegszeit, die Vereinstätigkeit ruhte.
1915
Im März wurden noch immer keine Beiträge erhoben, und man entschloss sich, einige der gesammelten Gaben vom letztjährigen Wettfahren zu verkaufen.
Ein totales Fahrverbot bei der Birsmündung gab in jener Zeit viel zu Reden. Kein Verein durfte in die Nähe der Birs fahren.
Im Protokollbuch fehlen die Aufzeichnungen bis zum Juni 1916. Einnahmen wurden 1915 Fr. 24.50 und 1916 Fr. 25.50 verbucht.
1916
Am 1. Juni waren so viele Mitglieder aus dem Militärdienst zurück, dass Ende des Monats die Schiffe ins Wasser gesetzt werden konnten.
Auch sollten ab Juni die Beiträge wieder erhoben werden. Ein Endfahren wurde aber in diesem Jahr nicht durchgeführt.
Eine freiwillige Sammlung an der GV vom 16. Dezember ergab die Summe von Fr. 28.50. Jedem Mitglied, das zur Zeit im Dienst stand, liess man Fr. 5.-- zukommen. Sechs, in deutschem Dienst stehende Mitglieder, erhielten Geschenke.
1917
fanden infolge der Kriegswirren nur zwei Sitzungen statt.
Im Laufe der Saison haben sich infolge Hochwasser zwei Weidlinge losgerissen. Einer verschwand spurlos, der andere wurde vollständig zerschlagen. Man erhielt vom Kantonalverband eine Entschädigung von Fr. 75.--. Weitere Fr. 27.-- ergab eine Tellersammlung an der GV des Kantonalverbandes.
1918
Am Ostermontag fand nach langer Zeit wieder eine Verbandsausfahrt statt, an welcher der RCB auch teilnahm.
Der Mitgliederbestand war in den Kriegsjahren stark zurück gegangen. Nach der langen Zeit sind viele nicht mehr zurückgekehrt, so mussten auf der Mitgliederliste über 17 Namen gestrichen werden.
In dieser Saison stand nur das Langschiff zur Verfügung, und dieses sollte am Ende verkauft werden. Da kein Käufer gefunden wurde, musste der RCB es nochmals überwintern.
1919
fanden die Versammlungen wieder regelmässig statt. Nach und nach kehrten die Mitglieder aus den verschiedenen Heeren zurück. viele versuchten den Verein mit neuen Impulsen am Leben zu erhalten. Dies ist sehr gut gelungen. Durch grosse Aktivität konnten wieder Neumitglieder aufgenommen werden. Angesichts der schweren Zeiten wurde den Delegierten des KVB pro Sitzung 50 Rp. vergütet. Sollte ein Delegierter aber an den Sitzungen unentschuldigt fehlen, musste er eine Busse von Fr. 2.-- bezahlen.
Am 16. März fand im Lokal eine gemütliche Zusammenkunft statt. Man feierte die Rückkehr von fünf Mitgliedern aus dem Ausland. Der Verein offerierte ein Nachtessen zu Fr. 1.80 pro Person. An diesem Anlass soll es recht gemütlich zu und her gegangen sein.
Das Langschiff wurde am 27. April verlost und brachte Fr. 152.- ' - ein. Für einen neuen Weidling mit zwei Rudern, der im April bei Hurt in Mumpf abgeholt wurde, musste der RCB aber Fr. 285.-- bezahlen.
Im Juni erhielt der Verein, wie alle hiesigen Wasserfahrvereine, ein Schreiben vom Polizeiinspektorat, des jegliches Befahren und Anhängen bei der Frauenbadanstalt verbot.
Um über Bargeld zu verfügen, wurden im November Anteilscheine in der Höhe von Fr. 10.-- an die Mitglieder ausgegeben. Sechs solche Scheine wurden übernommen.
1920
Im Januar beschloss man, zur Sanierung der Vereinskasse eine Tombola durchzuführen. Am 3. April fand die Verlosung im Lokal, der Industriehalle, statt. Bei Fr. 284.70 Einnahmen und Fr. 118.50 Ausgaben verblieb ein Gewinn von Fr. 166.20
Hurt in Mumpf lieferte im Juni einen Weidling für Fr. 285.-- nach Rheinfelden, wo er von Mitgliedern des Vereins abgeholt wurde.
Das Ka-We wurde am 4. Juli abgehalten. Wegen starkem Regen mussten die nautischen Spiele auf den 11. Juli verschoben werden. Schon beim Frühschoppen herrschte frohe Stimmung, die sich am Nachmittag noch um einiges steigerte. Vor allem trug die Familie Meder mit ihren Akrobatiknummern im zweiten Joch der Johanniterbrücke zum guten Gelingen des Festes bei. Neben dem Reingewinn von Fr. 400.-- konnte auch das Gabenkomitee noch Fr. 150.-- abliefern.
Im August' teilte des Eidg. Polizeidepartement in einem Schreiben mit, dass der Rhein bis Rheinfelden für Fahrübungen freigegeben werde.
Nach langem hin und her wurde im Oktober ein Verinsabzeichen angeschafft, welches zu Fr. 1.50 an Vereinsmitglieder abgegeben wurde.
Die im Vorjahr ausgegebenen Anteilscheine konnten im Dezember wieder zurückgekauft werden.
1921
Im August wurde bekannt, dass der Regierungsrat gedenke, den Wasserfahrvereinen höhere Subventionen zu zahlen.
Im Oktober wurden Fr. 200.-- bewilligt, um wie es hiess-. "Die Valuta" auszunutzen und in Deutschland günstig Gaben einzukaufen. Die Gaben wurden erst später verwendet.
Auf Antrag eines Ehrenmitglieds wurde am 5. November eine Beraterkommission gewählt, die dem Vorstand beizustehen und ihn zu beraten hatte. Gewisse Reorganisationen sollten vorbereitet werden, um dem Verein mehr Ansehen zu verschaffen. Ein erster Antrag dieser Kommission wurde an der nächsten GV angenommen. Dieser verpflichtete jeden Aktiven im folgenden Jahr pro Monat zwei Schiffsmarken ä 20 Rp. zu kaufen. Die Vergütung von 50 Rp. an die Delegierten des KVB wurde gestrichen.
1922
Im Februar war ein Winterausmarsch nach Säckingen geplant. Dazu wurde beim Deutschen Zoll ein Gesuch für einen Kollektivpass eingereicht. Dieses wurde aber wegen zu geringer Dringlichkeit abgelehnt.
Nach langer Diskussion an der GV im Dezember wurden erstmals in der Clubgeschichte drei Weidlinge auf einmal bestellt. Das dritte Schiff sollte durch Ausgabe von Anteilscheinen an die Mitglieder finanziert werden. Ebenfalls an dieser GV wurde das Festkomitee bestimmt, welches das 40-jährige Bestehen im kommenden Jahr vorbereiten und durchfuhren sollte.
Der Beschluss, Schiffsmarken zu kaufen, blieb für ein weiteres Jahr in Kraft.
Im vierten Jahrzehnt war man ungemein froh, dass der Verein im dritten so stark geworden war. Die harten Prüfungen in den langen Kriegsjahren forderte von den idealgesinnten, aufopferungswilligen Mitgliedern einiges an Mut und Selbstvertrauen. Wohl litt wegen der langen Militärdienstzeit der Kontakt unter den Mitgliedern stark, aber immer wieder brachten einige den Mut und die Kraft auf, sich weiter für den Verein einzusetzen: dies nicht zuletzt wegen den erfolgreichen und schönen Jahre der vorausgegangenen Zeit.
Die aktive Tätigkeit nahm in den Nachkriegsjahren immer mehr zu. Verschiedene Wettfahren wurden besucht. beim Nautischenclub, WFV Horburg, WFV St. Johann und Fischerclub.
Die obligatorischen Ausfahrten nach Augst und Rheinfelden des KVB fanden auch wieder statt. Mit Ausnahme der Kriegsjahre wurden die Jahres- und Christbaumfeiern wie auch die Endfahren regelmässig abgehalten.
Vereinslokal war in diesen zehn Jahren die Industriehalle.
Genaue Zahlen über den Mitgliederbestand fehlen aus dieser Zeit.
1923
Die drei bestellten Weidlinge konnten am 21. Mai in Rheinfelden in Empfang genommen werden. Pro Schiff mit zwei Kreuzen und zwei Sitzbrettern wurden Fr. 280.-- bezahlt. Lieferant war wiederum Hurt in Mumpf. Zur Bezahlung des dritten Schiffes übernahmen Mitglieder Anteilscheine im Wert von Fr. 315.--.
Im Juli wurde dem Limmatclub Zürich ein Weidling überlassen.
Mit dem Einzelfahren wurde am 21./22. Juli das 40-jährige Bestehen gefeiert. Unser Verein konnte an diesem Wettkampf den Sieger stellen. Das Fest schloss mit einem Defizit.
Die Verlosung einer Tombola brachte am 11. August einen Gewinn von Fr. 183.15. Ein Antrag, dass arbeitslose Mitglieder keinen Beitrag bezahlen müssen, wurde am 1. September mit Stichentscheid des Präsidenten abgelehnt.
1924
Die in früheren Jahren gegründete Gesangsektion war wieder aufgelöst worden und am 5. Januar wurde eine erneute Gründung abgelehnt.
Aktive mussten auch im Jahr 1924 pro Monat zwei Schiffsmarken ä 20 Rp. kaufen.
Im April ertrank bei Hochwasser der pflichtbewusste Materialverwalter während der Ausführung seiner Arbeit. Mitschuldig an diesem Unglück war ein morscher Holzboller am Ufer, an welchen die Weidlinge angebunden werden konnten.
Für das diesjährige Konkurrenz- und Examenfahren des KVB wurden Schiffe und Fahrgeschirr zur Verfügung gestellt.
Im Dezember erhöhte man die Beiträge für Aktivmitglieder auf 70 Rp. Pro Monat, für Passive auf 60 Rp. Die Schiffsmarken waren ab sofort nicht mehr obligatorisch.
In diesem Jahr wurden ausgegebene Anteilscheine im Wert von Fr. 150.-zurückgekauft.
1925
Im Februar wurden dem KVB Fr. 50.-- geschenkt, da dieser wegen Unregelmässigkeiten seines Präsidenten mittellos war und auch der WFV Horburg eine Schenkung beschlossen hatte.
Eine Pfingstfahrt von Schaffhausen nach Basel wurde am 31. Mai/l. Juni mit zwei Weidlingen und 17 Mann durchgeführt.
Das erste eidgenössische Wettfahren organisierte der WFV St. Johann (Rhenania) am 1./2. August. Es nahmen 13 Sektionen teil. Der Rhein-Club Basel erkämpfte sich den 4. Rang.
Auf Antrag hin gründeten einige Mitglieder am 7. November eine Theatersektion.
Auch in diesem Jahr konnten weitere Anteilscheine zurückgekauft werden, total für Fr. 165.--
1926
Im Frühling wurde ein neues Langschiff angeschafft. Die Vereinskasse wurde dadurch aber nicht belastet, da die Kosten des Schiffes durch eine Sammlung, den Verkauf von grünen Vereinsmarken und die Verwendung des Geldes aus der Fluchkasse gedeckt waren. Das Schiff erhielt den Namen "Möve", dies wurde am 3. April ausgelost.
Vom 22.-24. Mai wurde die Pfingstfahrt Thun-Basel mit der "Möve" durchgeführt. Zeitweise regnete es auf dieser Fahrt und man war oft in Zeitnot. Unterwegs mussten 15 Kraftwerke und 61 Brücken passiert werden. In diesen zwei Tagen feuerten die Teilnehmer 105 Böllerschüsse ab.
Sein 50-jähriges Bestehen feierte der Rheinclub Rheinfelden am 26./27. Juni mit einem Wettfahren. Wegen Hochwasser musste dieses Fest jedoch verschoben werden. Sieger wurde eine Sektion aus unserem Verein.
An der GV vom 4. Dezember wurden die Wahlen einmal in umgekehrter Reihenfolge vorgenommen. Man begann beim Passivbeisitzer und endete mit der Wahl des Präsidenten.
1927
Eine Weidlingsverlosung, die am 15. Januar im Lokal Leininger (Industriehalle) stattfand, schloss mit einem Reingewinn von Fr. 98.--
Vom 4.-6. Juni sollte die Pfingstfahrt von Rapperswil nach Basel führen. Ein Unglück in Baden beendete diese Fahrt vorzeitig. Das Wetter war ungünstig, die Limmat führte Hochwasser. In Baden zog man einen ortskundigen Steuermann, einen Pontonierwachtmeister zu, um die schwierigsten Stellen zu passieren. Beim Elektrizitätswerk wurde das Schiff auf ein Joch getrieben und zerbrach in zwei Teile. Die meisten Insassen konnten sich
über die Schleusenbrücke retten oder ans Ufer schwimmen. Vier Personen hielten sich an der einen Hälfte des Schiffes fest und wurden so etwa 200 Meter abgetrieben. Das Wrack blieb an der Schiffsmühle hängen. So mussten die vier Männer ' mehrere Stunden im Wasser ausharren, bis sie gerettet werden konnten. Bei diesem Unglück ertrank ein Teilnehmer.
Für Fr. 50.-- wurde im August ein Weidling verlost.
Der Rhein-Club eröffnete in diesem Jahr ein Postcheckkonto.
An der GV vom 3. Dezember hat die am 5. Februar eingesetzte Statutenrevisionskommission ihren Entwurf vorgelegt. Mit einigen Änderungen wurden die Statuten angenommen und ersetzten somit die aus dem Jahre 1904 stammende Version.
1928
Am 7. Januar wurde das neue Lokal, das Klybeckkasino, bezogen. An der ersten Sitzung kam die Tenuefrage zur Sprache. Man beschloss, weisse Hemden mit aufgenähtem Monogramm, eine einheitliche Kravatte und eine schwarze Schärpe zu tragen. Auch auf den weissen Leibchen sollten die Initialen RCB stehen.
Im Februar wurden zwei Weidlinge für Fr. 60.-- verkauft. Zwei neue Schiffe konnten an Ostern bei Lehner in Turgi abgeholt werden. Dafür musste der RCB je Fr. 260.-- bezahlen. Die Schiffe wurden auf dem Wasser nach Basel gebracht.
Anstelle einer Pfingstfahrt auf dem Wasser wurde diesmal eine Reise ins Berneroberland unternommen.
Das Depot erhielt im Herbst einen neuen Anstrich, das Bild über der Eingangstür wurde erneuert. Die Arbeit wurde aber stark kritisiert und gerügt.
An der Septembersitzung diskutierten die Mitglieder über den Ausbau des Wassersportbetriebes. Der Verein sollte durch Schwimmen und Rudersport neuen Aufschwung erleben.
Als Ersatz für die verunglückte "Möve" sollte auf nächstes Frühjahr ein neues Langschiff bestellt werden. Bei der Bestellung lag bereits ein Entwurf des Präsidenten für den Anstrich vor. Er sah vor, das Schiff mit schwarzen Winkeln auf weissem Grund und in der Mitte einem Baslerstab zu bemalen. Diese Idee fand bei den Mitgliedern Beifall. Noch heute werden unsere Schiffe nach dem gleichen Muster gestrichen.
Um die Vereinskasse zu sanieren, wurde im Depot ein Bajazzokasten (Spielautomat) aufgestellt.
An der GV wurden die Jahresbeiträge auf Fr. 12.-- für Aktive und Fr. 10.für Passive erhöht.
1929
Das neue Langschiff, die "Loreley" kannte am 16./17. März in Turgi bei Lehner abgeholt werden. 14 Teilnehmer brachten es in einer Talfahrt nach Basel.
Ein neues Fahrtreglement wurde ausgearbeitet. Es sollte aber vor der definitiven Genehmigung zuerst getestet werden.
Am zweiten eidgenössischen Wettfahren, welches der WFV Birsfelden organisierte, starteten zehn Sektionen des Rhein-Clubs und erzielten den zweiten Vereinsrang.
Beim 60-jährigen Jubiläum des Limmatclubs am 3./4. August weilte eine Delegation in Zürich.
In dieser Saison wurden mit dem neuen Langschiff 210 Personen, mit den Weidlingen 246, von Rheinfelden, Augst oder vom Auboden rheinabwärts nach Basel transportiert. Total fanden in diesem Jahr 69 Fahrübungen statt.
Zwei treue Vereinsmitglieder verabschiedeten sich in diesem Jahr und suchten ihr Glück in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Bei der Abreise wurden sie mit der Fahne zum Bahnhof begleitet und verabschiedet.
1930
Die Pfingstfahrt führte in diesem Jahr von Basel nach Mannheim und Heidelberg. Diese Fahrt war an Gemütlichkeit kaum zu übertreffen. Bereits am ersten Tag wurde die Loreley mit 20 Mann an Bord von einem Kahn ins Schlepp genommen. Auf dem Kahn wurde mit der mitgenommenen Gulaschkanone das Mittagessen zubereitet. Am ersten Tag erreichte man Maxau, am zweiten Mannheim. In Mannheim wurde eine gemütliche Breakfahrt in den Stadtpark unternommen. Per Bahn wurde am Pfingstmontag Heidelberg erreicht. Dort nannte man die Pfingstfahrer den Krawattenclub, da alle dasselbe Tenue mit einer auffallenden Krawatte trugen. Am Abend fuhren die Reiseteilnehmer per Bahn nach Basel und marschierten mit zwei Tambouren vom Badischen Bahnhof ins Lokal.
An der GV vom 1. November wurde dem Antrag eines Mitgliedes zugestimmt, der besagte, dass an Sitzungen ein Redner nicht länger als fünf Minuten pro Traktandum sprechen darf. Zudem wurde der Neudruck der Statuten beschlossen.
1931
Die aktiven Mitglieder erhielten Ausweiskarten.
Ein Mitglied fertigte einen schönen Stammtischaschenbecher an, auf welchem die bisherigen Fernfahrten eingraviert waren und die folgenden noch eingraviert werden konnten. Dieses Geschenk wurde dankbar entgegengenommen.
Am 7. März wurde eine Altherrensektion gegründet. Die Fahrübungen fanden jeweils am 1. und 3. Mittwoch des Monats statt.
Die Pfingstfahrt führte von Solothurn nach Basel.
Beim Umbau des Klybeckkasinos wurden uns zwei Fahnenkasten im Saal eingebaut. Das renovierte Lokal konnte am 15. August eingeweiht werden.
Am 20. September unternahm man nochmals eine Langschiffahrt nach Breisach.
1932
Der VSWV, damals noch ZSWV genannt, wählte in diesem Jahr unseren Präsidenten Fritz Starke zum Verbandsvorsitzenden. Er übte dieses Amt vier Jahre aus. Gleichzeitig wurde auch unser Sekretär zum Verbandssekretär gewählt.
Ein Mitglied rahmte Vereinsphotos ein, welche im Lokal aufgehängt wurden. So entstand dort eine besonders ' gemütliche Ecke, was speziell verdankt wurde, (heute hängen die Photos in der Klause).
Bei Lehner in Turgi konnten am Ostersonntag, den 27. März drei neue Schiffe abgeholt werden. Man fuhr in zwei Etappen nach Basel (Übernachtung in Laufenburg). Ein Weidling kostete Fr. 260.--. Elf Mitglieder übernahmen Anteilscheine, total für Fr. 185.--, damit die Weidlinge bezahlt werden konnten. Ein alter Weidling brachte beim Verkauf an ein Mitglied Fr. 50.-- ein.
Zur Feier des 45-jährigen Jubiläums des Nautischenclubs fuhr man am 14./ 15. Mai mit dem Langschiff nach Strassburg.
Um für Feste besser gerüstet zu sein, wurde ein vereinseigenes Buffet angeschafft. Die meiste Arbeit daran führten Mitglieder aus, was auch entsprechend verdankt wurde. Der Verein kaufte sich ebenfalls einen Vervielfältigungsapparat.
Wegen liederlicher Arbeit musste der Sekretär am 9. September abgesetzt werden. Sein Nachfolger übernahm auch gleichzeitig den Posten im Zentralverband.
An der GV vom 10. Dezember beschloss die Versammlung, eine Schreibmaschine anzuschaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Protokolle fein säuberlich mit Handschrift ins Protokollbuch eingetragen. Das Protokoll vom 10. Dezember 1932 ist das erste mit Schreibmaschine geschriebene Protokoll der Vereinsgeschichte. An der gleichen Sitzung wurde ein Antrag zur Gründung einer Damensektion mit acht zu drei Stimmen abgelehnt.
Nun wurde der Verein 50 Jahre alt. Er überstand viele schwere und harte Prüfungen gut. Freudig rüstete man zur Jubiläumsfeier, um das 50-jährige Bestehen würdig zu feiern. Die Zwanzigerjahre brachten dem Verein einen grossen Aufschwung. Viele sportliche Erfolge wurden erzielt. Trotz der harten Jahre konnte die Mitgliederzahl erhöht werden. Zu Beginn des Jahrzehntes wies die Mitgliederliste ca. 60 Namen auf, am Ende waren es 95. Dieser Erfolg muss durch die gute und zielstrebige Vereinsleitung in der schweren Zeit begründet werden. Ein Höhepunkt dürfte der Eintritt in den Zentralverband gewesen sein.
Neben den eidgenössischen und kantonalen Wettfahren wurden weitere Wettkämpfe bestritten beim WFV Horburg, WFV Birsfelden, Rheinclub Rheinfelden und WFV Rheinhalle.
Das Vereinslokal wurde 1927 von der Industriehalle ins Klybeckkasino verlegt. Jetzt war man in der Nähe des Depot, was sich als vorteilhaft erwies.
Vieles hat sich in diesen 50 Jahren geändert, vor allem jedoch das Gesicht des Rheins. Vom wilden, schier unüberwindbaren Strom blieb nicht mehr viel übrig. Mit der Inbetriebnahme der Kraftwerke Rheinfelden 1898 (dem ersten am Rhein), Augst 1912 und Kembs 1932 wurde der reissende Strom zum ruhigen Wasser. Noch immer aber waren Stachelfahrten nach Augst tolle Ausfahrten und sportliche Erlebnisse.