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Frage: Im letzten Jahr habe ich viel Überstunden geleistet. Ich wollte mir diese nicht auszahlen lassen, da ich der Meinung bin, dass ich wegen der Gegenwartsbesteuerung schlecht fahren werde. Denn auf den 1. Januar 1999 bin ich in den Kanton Bern gezügelt, worauf eine Zwischenveranlagung vorgenommen wurde. Wenn ich Ihren Artikel (Rat in der BZ vom 27. August) richtig interpretiere, so fällt das Einkommen aus den Überstunden ebenfalls in die Bemessungslücke und würde daher nicht besteuert. Ist das richtig? J. K., Bern
Nein. Eine Bemessungslücke kann nur entstehen, wenn von der Vergangenheits- auf die Gegenwartsbesteuerung umgeschaltet wird. Bei Ihnen ist die Sachlage anders: Mit dem Zuzug in den Kanton Bern
wurde eine Zwischenveranlagung vorgenommen. Diese basiert auf dem Prinzip der Gegenwartsbesteuerung. Insofern gibt es für Sie keine Bemessungslücke.
Um den gleichen Sachverhalt noch im Jargon der Steuerexperten auszudrücken: Da bei Ihnen die Bemessungsperiode mit der Veranlagungsperiode zusammenfällt, gibt es keine Bemessungslücke. Lassen Sie sich die Überstunden auszahlen, so werden diese nachträglich erfasst und Ihrem gegenwärtigen Einkommen aufgerechnet.
Das Gesagte gilt nur für die Staats- und Gemeindesteuer. Bei der weniger ins Gewicht fallenden Bundessteuer sind die Bemessungsjahre auch in Ihrem Fall die Jahre 1997 und 1998. Hier gibt es eine Bemessungslücke.
Erschienen in der BZ am 16. September 1999