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Nach dem Untergang eines Frachters bei schwerem Sturm südwestlich der griechischen Insel Lesbos gibt es nur noch wenig Hoffnung auf Überlebende. Die Suche dauerte am Montag an, zwölf Menschen wurden weiterhin vermisst.
Ein Mitglied der 14-köpfigen Mannschaft war am Sonntag kurz nach dem Untergang gerettet worden - der Mann hatte sich an eine Tonne geklammert und wurde von einem Rettungshubschrauber entdeckt. Ein weiterer wurde tot geborgen. Derweil häufen sich Hinweise darauf, dass das Schiff seeuntauglich war und illegale Fracht an Bord gehabt haben könnte.
Kritik hat bereits der bislang einzige Überlebende des Unglücks geübt. Der Mann sei unversehrt, stehe aber unter Schock, hiess es bei der griechischen Küstenwache. Er habe angegeben, dass es auf dem Frachter «Raptor» bereits in der Nacht zu Sonntag Probleme mit den Maschinen und einen Wassereinbruch gegeben habe, die der Kapitän aber nicht gemeldet hätte. Das berichtete ein Sprecher der griechischen Küstenwache am Montag im Sender ERT.
Vielmehr habe der Kapitän erst am Sonntag gegen 7.00 Uhr Informationen über einen Motorschaden gesendet und rund eineinhalb Stunden später dann das Notsignal «Mayday» abgesetzt. Kurz danach verschwand der Frachter vom Radar. Ein Sprecher der Küstenwache verwies darauf, dass der Kapitän den Wassereinbruch sofort hätte melden müssen, damit die Einsatzzentrale schneller Rettungsmassnahmen hätte einleiten können. Es werde zur Unglücksursache ermittelt.
Das auf Handelsmarine spezialisierte Portal «maritime-executive.com» berichtete am Montag, das Schiff habe eine Geschichte «schwerwiegender Inspektionsmängel» und veröffentlichte eine entsprechende Liste. Demnach hätten rumänische Behörden bei umfassenden Kontrollen im August dieses Jahres insgesamt 65 Mängel festgestellt, darunter ein kaputtes Notstromaggregat, fehlende Feuerlöscher, durchgerostete Löcher im Rumpf und korrodierte Lukendeckel.
Der griechischen Tageszeitung «Kathimerini» zufolge stand das Schiff auf der «schwarzen Liste» und hätte gar nicht unterwegs sein dürfen. Deshalb verstärke sich der Verdacht der Behörden, dass die «Raptor» neben rund 6300 Tonnen Salz auch illegale Fracht wie Drogen oder Waffen an Bord gehabt haben könnte. Dafür spreche auch, dass der Kapitän die Probleme erst so spät meldete. Fraglich sei zudem, ob das Schiff wirklich Istanbul zum Ziel hatte - so soll der Überlebende angegeben haben, eigentliches Ziel sei die Ukraine gewesen.
Unklar bleibt ausserdem, warum die Crew sich nicht mit Rettungsbooten in Sicherheit brachte, obwohl sich das Schiff bei schwerem Sturm über mehrere Stunden in grosser Gefahr befunden haben muss. Bei den Seeleuten soll es sich um elf Ägypter, einen Inder und zwei Syrer gehandelt haben. Der Gerettete ist Ägypter, auch der tot geborgene Seemann wurde als Ägypter identifiziert. (sda/dpa)
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