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Geschichtliches
Die Geschichte
Vor 200 Jahren gehörten die fünf Weiler "ob dem Feld" politisch zur Nachbargemeinde Ottenbach. Diese Abhängigkeit war den betroffenen Bauern ein Dorn im Auge. So beschlossen die "fünf Zivilen im oberen Feld" sich durch den Bau einer eigenen Kirche mit Pfarrhaus von der Gemeinde Ottenbach loszulösen.
1847 stimmte der Kantonsrat dieser Loslösung zu, machte aber zur Bedingung, dass die Bewohner der 5 Weiler "ob dem Feld" dieses Projekt gänzlich aus eigener Kraft und ohne Beiträge des Kantons realisieren müssen.
Bereits eine Woche nach diesem Entscheid, begannen die Vorbereitungs- und Bauarbeiten für die neue Kirche und ein Pfarrhaus. In Fronarbeit, neben der ohnehin schon harten Arbeit auf den Feldern, wurde an die Verwirklichung des Projektes gegangen. Schon um 3 Uhr in der Früh standen Mannschaft und Vieh zur Arbeit bereit. Unter Baukosten von 52'150 Franken entstand so in rund einjähriger Bauzeit eine Kirche im damals modernen neugotischen Stil.
Am 29. Oktober 1848 - einem Reformationssonntag - konnte dann die sehnlichst erwartete, festliche Einweihung stattfinden. Die Festpredigt stand unter dem Bibelwort: "Ziehe deine Schuhe aus, denn der Boden auf dem du stehst, ist heiliges Land" (2.Mose 2.5).
Damals war es Pflicht und Brauch, dass aus jedem Haushalt mindestens ein Mitglied den sonntäglichen Gottesdienst besuchte, weshalb die Kirche mit 160 bis 200 Gottesdienstbesuchern stets sehr gut besetzt war.
1880 ersetzte eine Orgel das damals vorhandene Harmonium. Gleichzeitig mit der Orgel wurde auch eine Heizung eingebaut, denn Trauungen fanden auch im Winter um fünf Uhr morgens statt.
1932/33 erfolgte der Umbau in eine einfache Landkirche, welcher der Kirche das heutige Aussehen gab.
1988 erfolgte aus Gründen des Unterhalts eine umfassende Sanierung und Renovation der Kirche. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die Neugestaltung des Chorfensters mit dem Titel "Ich bin das Licht der Welt" durch den Obfelder Künstler Franz K. Opitz
Am 1. November 1998, dem Reformationssonntag, feierte die Kirchgemeinde Obfelden das 150-jährige Jubiläum ihrer Kirche. Als bleibende Erinnerung an diesen Festtag erhielt die Kirche einen wunderschönen Abendmahlstisch als Geschenk der benachbarten Kirchgemeinden, der politischen Gemeinde Obfelden und zahlreichen privaten Spendern.
(nach einem Text von Dorothée und Franz Leutert)
Das Opitz-Fenster - "Ein Weg - mein Weg"
Franz-Karl Opitz, Kunstmaler
1916 - 1998
„Opitz hat eine nur für ihn gültige Farbenwelt erfunden; schon sie allein macht seine Werke völlig unverwechselbar, und ich kenne keinen andern zeitgenössischen Künstler, der das Spiel zwischen gebrochenen und reinen Farbtönen derart virtuos beherrscht wie er. ... Die Blätter von Opitz sind heute in der ganzen Welt bekannt und verbreitet, vor allem in der heute selten gewordenen Aquatintamanier. Iris Burgdorfer-Elles schreibt von kleinen Meisterwerken und fährt fort: «Mit ihren collageartig zusammengefügten und sorgfältig aufeinander bezogenen Form- und Farbsegmenten strahlen sie eine Gelassenheit und Harmonie aus, die heiter stimmt.» Ähnliches könnte auch über Opitz' Glasmalerei gesagt werden, wo er allerdings ein ganz anderes Format bewältigt. Sein Kirchenfenster in der Kirche Obfelden von 1988 scheint wie eine Summe der Erfahrungen des Künstlers in der Bewältigung grosser Flächen und der entsprechenden Technik, die Opitz nun ganz ausnützt. Es ist ihm hier gelungen, die grosse Tradition der kirchlichen Glasmalerei eines Augusto Giacometti und Max Hunziker fortzuführen. Wirksamer als in den zahlreichen früheren Mosaikwänden kann Opitz in der Glaskunst das stets wechselnde Licht berücksichtigen und dadurch eine übersinnliche mystische Atmosphäre erzeugen. ...
Man wünscht der Schweiz mehr Künstler wie Opitz.“
Auszug: "Zu Franz K. Opitz" von Hans A. Lüthy