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Das Substantiv Pareidolie (die) bezeichnet das Phänomen, in zufälligen oder mehrdeutigen visuellen Mustern vertraute Objekte oder Gesichter zu erkennen.
Eine Pareidolie ist eine Form der Illusion, bei der unser Gehirn bekannte Muster wie Gesichter, Tiere oder Gegenstände in Strukturen „sieht“, die eigentlich keine solche Bedeutung haben. Dies geschieht oft bei Wolkenformationen, Felsstrukturen oder Flecken an Wänden, wo Menschen plötzlich Gesichter oder andere vertraute Formen wahrnehmen.
Leonardo da Vinci war einer der Ersten, der dieses Phänomen beschrieb. In seinen Notizen erwähnte er die Fähigkeit, in unbestimmten Formen wie Wänden oder Wolken verschiedene Gestalten zu erkennen. Für ihn war das nicht nur ein psychologisches Phänomen, sondern auch eine Quelle künstlerischer Inspiration.
Die Forschung zeigt, dass die Pareidolie eine Folge der Art und Weise ist, wie unser Gehirn Informationen verarbeitet. Es sucht aktiv nach bekannten Mustern, um Sinn in der umgebenden Welt zu finden. Dieser Prozess ist tief in der menschlichen Evolution verwurzelt, besonders in der Notwendigkeit, schnell Gesichter und emotionale Ausdrücke zu erkennen.
Der Begriff Pareidolie stammt aus dem Griechischen, zusammengesetzt aus „para-“ (neben, darüber hinaus) und „eidolon“ (Bild, Gestalt). Er wurde erstmals 1994 von dem deutschen Psychiater Karl Ludwig Kahlbaum in einem klinischen Kontext verwendet.
Aussprache
Lautschrift (IPA): [paʁaɪ̯doˈliː]
Verwendungsbeispiele
In den Wolken eine Figur zu sehen, ist ein klassisches Beispiel für Pareidolie.
Die Pareidolie erklärt, warum einige Menschen im Mond ein Gesicht erkennen können.
In der Kunstgeschichte gibt es zahlreiche Werke, die die Pareidolie nutzen, um versteckte Bilder oder Botschaften zu vermitteln.
Psychologische Studien zur Pareidolie helfen zu verstehen, wie unser Gehirn Muster und Gesichter verarbeitet.