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Folgender geschichtliche Querschnitt durfte dem
sehr empfehlenswerten Werk "Visper Geist"
von Josef Salzmann entnommen werden.
Zuerst spielten in Visp die Frauen Volleyball, und zwar im SVKT. Später organisierten sich die Männer im VBC Fischbach, doch stellte dieser seine Tätigkeit bereits nach wenigen Jahren wieder ein.
Die Frauen hingegen schufen sich rasch eine breite Basis. 1978 gründete Ruth Zen Ruffinen den Volleyballclub Visp. Sie wurde dessen erste Präsidentin, ein Amt, das sie während 10 Jahren versah.
1981 war der VBC vorläufig noch dem SVKT angeschlossen und zählte 34 Mitglieder, 24 Damen und 10 Herren.
Verantwortlich für die Teams waren Beatrice Zurbriggen, Trainer Renato Bianchini; Bruno Imboden trainierte die Junioren. In der darauffolgenden Saison übernahm Philipp Egger die technische Leitung des Clubs. Claudia Berchtold gründete 1982 eine Juniorinnengruppe; 1984 wurde diese Wallisermeisterin beim Nachwuchs. 1982 trat der Volleyballclub Visp dem Walliser Volleyballverband bei und beteiligte sich von diesem Zeitpunkt an regelmässig an der schweizerisch organisierten Meisterschaft.
Dem Volleyball gelang 1988 anlässlich der Olympischen Spiele in Seoul weltweit der endgültige Durchbruch. Vor allem die am Fernsehen übertragenen Spiele der Frauen lösten weltweit einen wahren Boom aus, nicht zuletzt in Visp. Die Gründung eines autonomen Volleyballclubs drängte sich 1989 auf, als die Volleyballerinnen mit immer mehr Teams und damit aufwendigerem Spielbetrieb immer öfter in Widerspruch zu den übrigen Frauen im SVKT gerieten. Diese frönten nämlich ihrerseits einer gemächlicheren und daher auch kostengünstigeren sportlichen Tätigkeit.
In der Saison 1989/90 erreichten die Visperinnen ein lange ersehntes Ziel: Nach einer eindrucksvollen Meisterschaft in der 2. Liga erreichten sie mit 15 aufeinanderfolgenden Siegen und einer einzigen Niederlage mit grossem Vorsprung den Titel eines Gruppenmeisters und schafften in der Aufstiegsrunde bravourös den Aufstieg in die dritthöchste nationale Spielklasse. Statt dass sich das Team jedoch für die höhere und anspruchsvollere Aufgabe verstärkte, vermochte es nicht einmal die Aufsteigerformation zusammenzuhalten. Der VBC Sitten, der gleichzeitig aufgestiegen war, lockte einige der besten Visperinnen in die Hauptstadt, wo ihnen bessere Entwicklungsmöglichkeiten in Aussicht gestellt wurden.
In der 1. Liga boten die Volleyballerinnen zwar dennoch eine beachtliche Leistung, am Ende stiegen sie trotzdem wieder ab. Mit 10 Punkten hatten sie zwar gleich viele Punkte erreicht wie Lausanne, wegen des schlechteren Satzverhältnisses mussten sie aber „ins Gras beissen“.
So dauerte das Abenteuer gerade eine Saison lang. Anschliessend wurde in der 2. Liga ein neues Team aufgebaut, das dort während Jahren immer wieder Spitzenränge bekleidete, den Durchbruch aber nie ganz schaffte. 1992 unterlag es Sitten um den Aufstieg nur knapp, nahm dagegen Revanche im Final des Walliser Cups. Für die nächste Saison bereiteten sich die Spielerinnen verhältnismässig professionell vor. Es haute jedoch nicht hin: In den Play-offs waren sie von wenig Glück begünstigt. Ja es kam noch schlimmer: Das Visper Team wurde aufgelöst, weil ein Oberwalliser 2.-Liga-Team gegründet wurde, in dem ohnehin nur noch fünf Spielerinnen aus Visp mitmachten.
Das Experiment war von kurzer Dauer: Das zweite Team sorgte parallel dazu für den Aufstieg in die 2. Liga und so war Visp dort wieder selbst vertreten. Mit neuem Elan stiegen die Sportlerinnen 1995 in die Saison. Gleich neun Teams des Clubs beteiligten sich an der Meisterschaft. Visp I verpasste in den Play-offs den Aufstieg in die 1. Liga knapp. Mehr Mühe hatten sie zwei Jahre später, als sie den Abstieg nur knapp vermeiden konnten.
1999 sorgten die Juniorinnen für Furore, als sie mit 3:1 gegen Orsières den Walliser Cup gewannen und dies ein Jahr später wiederholten.
2003 schaffte der Volleyballclub zum zweiten Mal den Aufstieg, hinter Le Mont, aber vor Chênois Genf. Da sie auch noch den Walliser Cup mit 3:1 gegen Sitten gewannen, kann dies als die erfolgreichste Saison des VBC Visp bezeichnet werden. Als die Visperinnen im Frühjahr 2003 erneut den Aufstieg in die 1. Liga schafften, war dies einerseits ein berechtigter Anlass zur Freude und der Genugtuung. Anderseits waren die Verantwortlichen bereits in Sorge wegen der aufwendigen Reisen in die ganze Westschweiz und bis ins Val de Travers hinauf, die von der Vereinskasse kaum zu verkraften waren. Ohne grosszügige Sponsoren hätten sie keine Chance gehabt, in der dritthöchsten Spielklasse der Schweiz um Punkte zu kämpfen und damit für Visp Ehre einzulegen.
In der 1. Liga wehte wieder ein anderer Wind. Nur dank eines bemerkenswerten Endspurts vermochte sich Visp oben zu halten. In den letzten beiden Begegnungen gegen Cheseaux und Le Mont schaffte es so viele Punkte wie in den 16 Partien zuvor zusammen.
In der zweiten Saison 2004/05 schickte sich das Team an, seinen Platz in der dritthöchsten Liga zu konsolidieren, um den Nachwuchsleuten jeweils das Spielen auf einem höheren Niveau zu ermöglichen. Diesmal blieb der erwartete Endspurt aus und die Relegation wurde unausweichlich. Die Frauen wollten die Flinte deshalb nicht ins Korn werfen, sondern erneut aufbauen.
Schon ein Jahr später waren die Frauen wieder Gruppenmeister, scheiterten aber in den Aufstiegsspielen. 2007 und auch 2008 errangen sie sowohl in der 2. als auch in der 3. Liga mit klarem Vorsprung den Gruppenmeistertitel. Sie sahen sich nicht in der Lage, in der 1. Liga mitzumachen, weil ihnen dafür schlicht das Personal fehlte. So verblieben die Visperinnen in ihren bisherigen Spielklassen. 2009 mussten sie Mörel den Vortritt lassen.
Für die Saison 2007/08 meldete der Club mehr als 100 Jugendliche für die Meisterschaft von U12 bis zur 2. Liga an, dazu vier Teams mit etwa 30 Spielerinnen. Beim Visper Club, der es sich nicht leisten kann, starke auswärtige Spielerinnen zu verpflichten und anderseits überwiegend Studentinnen und auswärts tätige Berufsfrauen in seinen Reihen hat und deswegen oft nicht in der Idealbesetzung antreten kann, findet ein Trainer ein ungünstiges Betätigungsfeld, denn er sieht seine Aufgabe nur erfüllt, wenn er Erfolg haben darf; die Zielsetzungen unterscheiden sich hier wesentlich. Dazu kommt, dass der Niveauunterschied zwischen 1. und 2. Liga nach wie vor beachtlich ist.
2008 absolvierte Visp eine makellose Saison ohne Trainer, mit Barbara Leiggener als Spielertrainerin.
2010 hielt Jugend+Sport Eingang in den sehr aktiven Club. Dank den finanziellen Mitteln, die das mit sich brachte, konnte der Volleyballclub ein neues Angebot für Mädchen ab acht Jahren lancieren, die Volleyball spielen lernen wollen. Als deren Leiterin amtete Letizia Vitetta.
Mit Erfolg beteiligten sich die Walliser Nachwuchsteams an den nationalen Finals. 2010 wurden die Walliserinnen bei den U17 Zwölfte. Vom VBC Visp waren dabei: Sarah Stöpfer, Virgina Briggeler, Viviana Jacopino (Eyholz), Melanie Schmid und Coach Christian Berchtold. Die U15 wurden Fünfte von 24 Teams. Von Visp waren dabei: Tamara Zeiter und Ana Cancar.
Ende Saison 2010/11 holte die 1. Mannschaft nach einer überaus erfolgreichen zweiten Saisonhälfte souverän den Titel in der 2. Liga. In der Aufstiegsrunde schaffte sie trotz einer Niederlage gegen Fernez (GE) dank einem 3:1 über den VBC Lausanne den Sprung in die 1. Liga. Damit wagte sich der Club zum dritten Mal in seiner Geschichte an diese anspruchsvolle Aufgabe. In der darauffolgenden Saison sicherte sich das Team mit dem ehrenvollen 7. Rang die Ligazugehörigkeit.
Als Visp 2012 die Walliser Cupfinals organisierte, rettete Visp II die einheimischen Farben. Zuvor hatten die Spielerinnen bereits 5-mal bei den Damen den Final für sich entschieden, nämlich 1999, 2003, 2006, 2007 und 2008, die Juniorinnen 1999 und 2000.
Heute sind die Visper Volleyballerinnen im Oberwallis nach wie vor klar führend und kantonal gelten sie als leuchtendes Beispiel für die übrigen Vereine. Der VBC setzt nämlich voll auf die Jugend. Nicht weniger als acht Teams nehmen gegenwärtig an den nationalen Meisterschaften teil. Mit Ausnahme von einigen wenigen Mitgliedern des ersten Teams sind sämtliche Spielerinnen noch im J+S-Alter. Dazu gibt es die Interne Oberwalliser Meisterschaft, an welcher der VBC Visp jeweils mit vier Teams – Hofji, Vispa, Wiwanni und NoName – teilnimmt.
Der Club steht in jeder Beziehung gefestigt da und stellt heute das beste Aushängeschild für den Visper Frauensport dar.
Dieses Team schaffte 2011 erneut den Aufstieg in die 1. Liga, v.l.n.r. obere Reihe: Dajana Abgottspon, Simone Ebener, Bozana Vilic, Angela Williner, Barbara Leiggener, Karin Gundi, Aline Halter - vordere Reihe: Christian Zuber (Trainer), Biljana Vilic, Manuela Wenger (heute Tscherrig), Tanja Sterren, Martina Budimir, Kathrin Sarbach, Nathalie Furrer
Ab 1975 organisierte der SVKT jährlich das Volleyballturnier mit immer mehr auswärtiger Beteiligung. 1982 gelangte das erste Visper Volleyballturnier – organisiert vom neugegründeten Club – zur Durchführung. Unter dem OK-Präsidium von Beatrice Anthamatten stellten sich bei der Premiere 10 Teams zum Wettkampf, sechs lizenzierte und vier unlizenzierte – darunter Visp –, ausschliesslich Damen. Mangels Anmeldungen musste auf das Herren-Turnier verzichtet werden.
Schon damals wurde das Visper Volleyballturnier als sehr gute Vorbereitung auf die Meisterschaft betrachtet. Bei den Lizenzierten gewann Martigny vor Raron und Brig, bei den Unlizenzierten Papillon vor Visp und Mörel. Inzwischen ist das Turnier bei immer grösserer Beteiligung bereits 27 Mal über die Bühne gegangen, im Jahr 2009 mit 64 Teams.
Szenen aus dem Visper Volleyballturnier 2013
Auf Initiative einiger Männerturner wurde 1988 der Volleyballclub Fischbach gegründet, von Anfang an gehörten ihm ausschliesslich Männer an. Die durchschnittlich zehn Spieler umfassende Mannschaft schaffte den Aufstieg in die 2. Liga, vermochte sich dort allerdings jeweils erst im Endspurt zu behaupten. Bald liess sich der Abstieg nicht mehr vermeiden.
Der Volleyballclub Fischbach konnte sich nicht dazu bereit erklären, eine Juniorenmannschaft zu gründen, wie es das Reglement vorsah. Es fehlte an Nachwuchs, denn es gab zu viele andere Möglichkeiten für jugendliche Sportler, als dass sie sich für wettkampfmässiges Volleyballspielen zu erwärmen vermochten – dies umso weniger, als sich die Visper Herrenmannschaft öffentlich dazu bekannte, dass vor allem Kameradschaft und geselliges Beisammensein ihr Motto sei. Dass der Club eher auf Plausch getrimmt war, reichte schliesslich auch nicht mehr, und er wurde wieder aufgelöst.