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Beschreibung der Methode "Craniosacrale Körperarbeit"
Was ist „Craniosacrale Körperarbeit”?
„Was haben Sie gemacht? Sie haben doch nur ihre Hand aufgelegt und es geht mir besser.“ Diese Aussage höre ich immer wieder von den Klienten, mit denen ich mich auf eine alternative Behandlungsebene begebe und Craniosacrale Körperarbeit mache. Doch hinter dem, was meine Klienten als ein „einfaches Handauflegen“ bezeichnen, steckt viel mehr.
Craniosacrale Körperarbeit ist nicht neu
Nun ist die Craniosacrale Körperarbeit keine neue Erfindung. Seinen Ursprung hat diese Arbeit in der Osteopathie, die vor ca 100 Jahren von Dr.Still entwickelt wurde. Dr. W. G. Sutherland, Schüler von Dr. Still, stellte in weiteren langzeitlichen Selbstversuchen und durch Untersuchungen seiner Patienten fest, dass sich die einzelnen Schädelknochen gegeneinander verschieben können. Dies ist möglich, da die einzelnen Schädelknochen durch ein flexibles Gewebematerial (Bindegewebe) verbunden sind.
Man nennt diese Verbindung Nähte. Leider vertreten Anhänger der klassischen Schulmedizin immer noch die Meinung, dass diese Nähte mit dem Erwachsenenalter verknöchern und somit keine Mobilität möglich ist. Sogar bei Wikipedia ist zu lesen, dass sich die Schädelnähte mit zunehmendem Alter verknöchern. Mit einer speziellen Konstruktion, die sich Dr. Sutherland auf den Kopf setzte, löste er Druck auf die einzelnen Schädelknochen aus und beobachtete, welche Veränderungen dies in ihm auslöste. Diese Veränderungen bezogen sich auf die körperliche, geistige und seelische Ebene. Mit der Entfernung des Druckes verschwanden diese Veränderungen wieder. Damit stellte er unter Beweis, dass die Einengung der Schädelnähte die menschliche Gesundheit beeinträchtigt. Seine weiteren Forschungen ergaben, dass in dem sogenannten Cranialen System, dass aus Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein, des darin verlaufenden Duralsacks mit dem enthaltenden Rückenmark und der Hirnflüssigkeit, besteht, eine natürliche innere rhythmische Bewegung pulsierte. Diese „Bewegung“ nahm er als gezeitenartige, wellenförmige Pulsation wahr, die für ihn eine primäre Atembewegung oder „the primary respiratory mechanism“ war.
Die Einschränkung dieser inneren Atembewegung kann verschiedene Beschwerden hervorrufen, ähnlich, wie es auch bei traumatischen Ereignissen vorkommt. Dr. Sutherland war der Meinung, dass diese feinstoffliche natürliche „Bewegung“ auf einer tieferen Ebene alle Gewebeschichten, ja sogar alle Zellen und auch Energiefelder des Körpers durchdringt und die ursächliche Matrix (Blaupause) für das Prinzip Gesundheit und für Vitalität im Körper in sich trägt. Er bezeichnete diese subtile dynamische Kraft als den "Breath of Life" , den Atem des Lebens. Das Potenzial des Atems des Lebens wirkt in jedem Menschen als „Potency“ und war für Dr. Sutherland die „göttliche Intelligenz des Lebens selbst“. Dabei gab der dem Liquor, der Gehirnflüssigkeit eine ganz besondere Bedeutung. Diese Flüssigkeit enthielt seiner Meinung nach die universelle innere Heilkraft, unseren inneren Heiler. Die Entwicklung ging mit Dr. John E. Upledger in den 80er Jahren weiter. Er entwickelte eine moderne 10-Schritte Therapieform. Upledger ging dabei von der Existenz so genannter Energiezysten aus, innerhalb derer sich bestimmte Traumata im Gewebe manifestierten und erweiterte den ursprünglichen Ansatz um Verfahren alternativer Psychotherapie. Auch der Brite Franklyn Sills sowie der Amerikaner Hugh Milne entwickelten eigene, individuelle Konzepte mit biodynamischen bzw. schamanistischen Elementen.
CranioSacralen Körperarbeit - Was ist das Besondere?
Der Mensch wird hier als ganzheitliches und komplexes Energiesystem betrachtet und entsprechend behandelt. Das bedeutet, dass es nicht um isolierte Korrekturen von bestimmten Beschwerden geht, sondern um die Auflösung von in den Körper eingeschriebenen physiologisch oder emotional bedingten Blockaden, um so den Menschen wieder in sein energetisches Gleichgewicht zu bringen. Die Behandlung ist sanft, einfühlsam und kommt mit minimalem Druck aus. Der Behandler legt seine Hände da auf, wo er eine Störung im craniosacralen Rhythmus festgestellt hat. Er arbeitet meist mit indirekten Techniken, d.h. er erzeugt keinen Gegendruck, sondern lässt seine Hände in die Richtung gehen, in die das Gewebe oder die Knochen sich von selbst hinbewegen, hält sanft den Druck am Ende dieser Bewegung und wartet, bis eine Entspannung oder Lösung eintritt. Solch eine Art des Zugriffs auf den Körper geht synchron mit der sich immer mehr durchsetzenden Erkenntnis, dass bei der Behandlung des menschlichen Körpers eine über einige Minuten ausgeübte sanfte Kraft mehr bewirken kann als ein schmerzhaftes Durchbrechen von Blockaden, da der Körper keine Signale bekommt, durch die er eine Abwehrspannung aufbaut. Zudem fällt es dadurch dem Klienten leichter, dem Behandler zu vertrauen und loszulassen.
Durch diese vertrauensvolle und ruhige Behandlung können innerhalb der Sitzung auch traumatische Erlebnisse, die zu den Blockaden führten wieder hochkommen und von Klient wie auch Behandler gelöst werden. Doch wie entstehen physiologische und emotionale Blockaden? Stellen Sie sich vor, sie rutschen jetzt bei Glatteis aus und landen unsanft auf Ihrem Po. Die Wucht, mit der man auf dem Boden landet geht als Erschütterung und negative Kraft durch die verschiedenen Gewebeschicht (Bindegewebe, Muskelgewebe, Knochengewebe, Gelenke usw ) in den Körper hinein. Es ist eine von außen kommende negative Energie. Der Sturz an sich ist schon traumatisch genug, doch jetzt kommt es darauf an, was sie in dem Moment, in dem Sie landeten, gedacht haben. Gelingt es Ihnen, über sich selbst und Ihre Ungeschicktheit zu lachen, kann sich diese negative Energie „auflösen“. Die Stelle, auf der Sie so unsanft gelandet sind, wird Sie zwar schmerzen, eventuell entsteht ein blauer Fleck, aber das Gewebe wird keine energetischen Blockaden aufbauen. Sollten Sie jedoch sogenannte negativ besetzte Gedanken gehabt haben, kann sich diese negative Energie, die durch den Sturz in Ihr Gewebe gelangt ist, festsetzten. Solche negativen besetzten Gedanken können sein: -Angst- „Habe ich mir etwas schlimmes getan? Habe ich mich schwer verletzt?“ -Wut- „Ich bin aber auch so blöd? Immer passiert mir so etwas.“ -Scham- „Hoffentlich hat mich niemand gesehen. Es ist mir so peinlich.“ -Schuld- „Wieder habe ich nicht genug aufgepasst.“ Wenn Sie einen dieser Gedanken- oder vielleicht alle vier dieser Gedanken- hatten, bleibt das Trauma des Sturzes in ihrem Gewebe und Zellen gespeichert.
Auf der geistigen Ebene werden Sie sich immer an diesen Sturz erinnern. Auf der emotionalen seelischen Ebene werden Sie sehr vorsichtig sein, weil Sie immer die Angst vor dem Sturz in sich tragen. Auf der körperlichen Ebene werden Sie diesen Bereich Ihres Körpers mit gesunder Lebensenergie schützen und nähren. Dadurch entsteht eine sogenannte Energiezyste. Sie werden, ohne dass dies Ihnen bewusst ist, ihr Bewegungsverhalten ( Gang, Alltagsbewegungen ) so verändern, dass der traumatisierte Bereich Ihres Körpers geschont bleibt. Diese Kompensation kann der Körper nur eine gewisse Zeit aufrechterhalten. Doch irgendwann geht dieses Trauma nach „außen“. Sie bekommen dann Beschwerden, die Sie vermutlich erst einmal nicht mit dem Sturz in Verbindung bringen.
Doch bei einem Sturz auf den Po wird die ganze Wirbelsäule erschüttert, so dass es zu Bandscheibenproblematiken oder Arthrose der Wirbelgelenke kommen kann; und zwar in allen Bereichen der Wirbelsäule. Erst das „Auflösen“ dieses Sturzes aus Ihrem Gewebe, wird Linderung verschaffen. Traumatische Ereignisse können auch ganz anderen Ursprungs sein. Wenn z.B. die eigene Geburt sehr lange gedauert hat, der Geburtsvorgang plötzlich anhielt oder eine Zangengeburt durchgeführt werden musste, kann sich das später in Form von Migräne, HWS- Beschwerden bemerkbar machen. Alle Stöße, Schläge, Stürze und Operationen sind traumatisierend. Aber auch tiefe emotionale Verletzungen, die uns unsere Eltern oder andere Erziehungsberechtigte oder auch Freunde angetan haben, treten irgendwann als körperliche Erkrankung an die Öffentlichkeit. Jedes Organ hat seine eigene Emotion und reagiert auf uns.
Craniosacrale Arbeit - Spektrum der Anwendungen
Das Spektrum der Anwendung craniosacraler Arbeit reicht somit von einer einfachen vitalisierenden und entspannenden Allgemeinbehandlung über die integrative Behandlung von körperlichen Problemen wie Migräne, Rückenschmerzen und Kieferproblemen bis hin zur Aufarbeitung tiefer emotionaler Traumata Wie erfolgt eine Craniosacrale Körperarbeit? Zunächst erfolgt ein kurzes Vorgespräch. Der Klient schildert mir seine Beschwerden, wie lange diese ihn schon belasten und was er bisher alles an Therapien gemacht hat. Zur eigentlichen Behandlung legt sich der Klient in bequemer Kleidung und ohne Schuhe auf den Rücken auf die Behandlungsliege. Meistens decke ich den Klienten mit einer Decke zu, damit er sich geschützter und geborgener fühlen kann. Nun nehme ich mit meinen Händen Kontakt zu den Klienten auf. Ich beginne immer an den Füßen. Hier kann ich mich in den Craniosacralen Rhythmus des Klienten einstimmen, seinen Rhythmus und seine Frequenz wahrnehmen. Dort warte ich einige Minuten ab, um zu erspüren, was sich mir noch zeigen möchte. Wichtig für den Klient zu wissen ist, dass sich nur das zeigt, was er und ich tragen können. Weder der Klient, noch ich werden in einer Sitzung überfordert. Ich kann dann über meine Hände wahrnehmen, wo Blockaden sitzen, an welchen Körperstellen der craniosacrale Fluss behindert ist und wo sich der Körper beginnt zu entspannen oder zu „entwirren“. Während der Behandlung entsteht eine ganz einzigartige, nicht mit Worten beschreibbare Stille, in der ich mitunter auch Bilder oder Gefühle wahrnehmen kann, die mit dieser Stelle in Verbindung stehen. Der Klient hat bei mir die Aufgabe, sich zu entspannen und sich auf meine Berührungen einzulassen. Sehr häufig werde ich durch meine Hände auch zu bestimmen Körperstellen „geführt“, an denen eben diese zuvor geschilderten traumatischen Erlebnisse gespeichert sind.
Um die Arbeit zu unterstützen, kann es vorkommen, dass ich mit dem Klienten auch während der Behandlung ein Gespräch beginne und ihn frage, wie er die Körperstelle wahrnimmt. Hilfreich ist dann alles, was der Klient wahrnimmt, wie z. B Farben, Bilder, Erinnerungen usw. Ich lasse mir seine Eindrücke schildern. Sehr häufig ist der Klient selbst noch in seiner Wut, seiner Angst und seiner Hilflosigkeit gefangen. Es ist dann wichtig, diese Gefühle bewusst loszulassen und sich selbst, den beteiligten Personen und der Situation zu verzeihen und zu vergeben. Auch wenn einer oder alle Beteiligten schon verstorben sind, ist die Vergebung wichtig. Ich bin mir sicher, auf einer anderen Ebene verstehen es die Beteiligten. Craniosacrale Körperarbeit und die neuen Energien? Mit den neuen Energien, die jetzt auf unsere Erde kommen, müssen wir uns unseren Traumen stellen.
Fazit
Wir müssen uns innerlich reinigen und heilen, um den Aufstieg mit machen zu können. Dafür ist es aber nicht immer notwendig, in langfristigen Therapiesitzungen alle traumatischen Erlebnisse des eigenen Lebens noch einmal zu durchleben. Die Craniosacrale Körperarbeit stellt ein hervorragendes „Werkzeug“ da, um den Klienten die Möglichkeit zu geben, sich auf der emotionalen, geistigen und körperlichen Ebene zu reinigen und zu heilen. So kann er sich seiner emotionalen Probleme bewusst werden, sie in Verbindung mit seinen Beschwerden sehen und sich dann von ihnen lösen. In dieser unbeschreiblichen Stille der Behandlung ist es dem Klienten möglich, selbst Lösungen zu finden. Ich aktiviere seine innere Heilkraft und den inneren Heiler, damit die „unbewässerten Felder“ seines Körpers wieder an den Craniosacralen Fluss angeschlossen sind. Dann kann Heilung geschehen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ein Klient über mein „Hand auflegen“ verblüfft ist, ich aber weiß, dass ich ihn ein Stück auf seinem Weg des Heilwerdens damit begleiten durfte.
Raum für neues Bewusstsein
Heilpraktikerin (Psychotherapie)
Petra Alina Lorenz
60386 Frankfurt, DE