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Meiringen–Reichenbach–Aareschlucht
|Kürzel||MRA|
|Bahntyp||Trambahn|
|Betriebseröffnung||1912-08-24|
|Betriebseinstellung||1956-09-16|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1912 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte MRA war im Besitz einer Aktiengesellschaft. Das Anlagekapital stammte von der Dorfgemeinde Meiringen sowie von Banken und Privaten, darunter von der Aareschlucht AG, welche die enge und tiefe Schlucht 1888 als Publikumsattraktion begehbar gemacht hatte. Die nur gut 3 Kilometer lange Bahn erschloss somit im touristischen Berner Oberland mit den Wasserfällen des Reichenbachs und der Aareschlucht gleich zwei Natursehenswürdigkeiten. Bereits 1899 hatte die Standseilbahn bei den Reichenbachfällen (DR) den Betrieb aufgenommen, was der Einrichtung einer Tramlinie Schub verlieh. 1900 erhielt die Dorfgemeinde Meiringen eine entsprechende Konzession, zögerte die Realisierung aber aus verschiedenen Gründen über Jahre hinaus. Unter anderem gab es Streitigkeiten um die Linienführung. Die MRA war durchgehend eingleisig angelegt.
1912 war die MRA lediglich wenige Wochen in Betrieb, zumal sie nur in der touristischen Sommersaison verkehrte und das bestellte Rollmaterial nicht termingerecht geliefert wurde. Die Resultate des ersten vollen Betriebsjahres 1913 gaben zwar Anlass zu Optimismus, doch die Erfolgsaussichten der touristisch orientierten MRA standen angesichts der nahenden Kriegsereignisse unter einem schlechten Stern. 1914 fuhr die MRA eine verkürzte Saison und rutschte bereits in die roten Zahlen, 1915 stellte sie den Betrieb gänzlich ein, 1916 und 1917 wurde er stark reduziert und weiterhin defizitär durchgeführt. Die MRA konnte die Anleihezinsen nicht mehr aufbringen, weshalb der Passivsaldo anstieg. Für die Jahre 1918 und 1919 enthielt die Statistik keine Angaben zu den Fahrleistungen der MRA. Auch Erträge aus dem Personen- oder Güterverkehr wurden keine aufgeführt (missing data). Das heisst, dass die Bahn für den öffentlichen Verkehr stillstand. Die verschiedenen Einnahmen in diesen zwei Jahren stammten von der Städtischen Strassenbahn Zürich (StStZ), an welche die MRA vorübergehend einen Grossteil ihres Rollmaterials vermieten konnte. 1920 folgte schliesslich wieder ein reguläres Betriebsjahr, doch der erhoffte Erfolg trat nicht ein. 1924 musste die Bilanz der MRA mittels Kapitalschnitt und Schuldennachlass saniert werden.
Die Baukosten der MRA lagen mit 126'900 Franken pro Bahnkilometer (Stand 1920) klar unter dem Mittel aller Trambahnen, waren aber trotzdem höher als ursprünglich veranschlagt, weshalb die MRA 1913 ihr Aktienkapital aufstocken musste. Geldgeber waren die Aareschlucht AG und die Reichenbachfallbahn (DR). Die grössten Ausgabenposten der MRA bildeten das Rollmaterial und der Oberbau, die je 23 respektive 22 Prozent des Gesamtaufwands ausmachten. Bemerkenswert teuer war der Landerwerb mit einem Anteil von fast 11 Prozent an den Kosten.
Im September 1956 stellte die MRA den Betrieb ein.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.