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Der Chef des italienischen Nudelherstellers Barilla, Guido Barilla, hat mit einer Äusserung über Homosexuelle für Aufregung gesorgt. «Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen», sagte er in einem Interview mit dem italienischen Sender Radio24. «Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen.»
Der 55-Jährige erklärte weiter, dass sein Konzern «eine etwas andere Kultur» habe und die «heilige Familie» unterstütze. Barilla warnte zudem ausdrücklich vor einer Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren beim Adoptionsrecht. Kinder aus Regenbogenfamilien hätten «zusätzliche Schwierigkeiten».
Umgehende Entschuldigung
Obwohl sich Barilla für seine Aussagen mittlerweile entschuldigt hat, ist ein regelrechter Shitstorm über den italienischen Nudelkonzern hereingebrochen. «Es tut mir Leid, wenn meine Worte Kontroversen ausgelöst haben oder missverstanden wurden», so Barilla. «Ich wollte nur die zentrale Rolle der Frau innerhalb der Familie herausstellen.»
Ob die Welle der Entrüstung auch auf die Schweiz Auswirkungen hat, bleibt offen: «Uns ist bisher kein ähnlicher Fall bekannt», sagt Coop-Mediensprecherin Nadja Ruch gegenüber handelszeitung.ch. «Daher können wir uns nicht auf Erfahrungswerte stützen.»
Wenn Barilla nur 10% der Leute zurückgewinnt, die angeblich Barilla gekauft haben, aber jetzt boykottieren, hat sich der Umsatz verdoppelt.
Der 1877 in Parma gegründete Konzern, der nicht nur Nudeln herstellt, beschäftigt rund 15'000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von vier Milliarden Euro. 1999 hatte das Unternehmen in Familienbesitz den schwedischen Konzern Wasabröd gekauft.