Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03291.jsonl.gz/697

Die Bull Mountains im Osten Montanas. Der 24-jährige Wendell lebt allein im Familientrailer mitten im Nirgendwo. Vor kurzer Zeit hat er seine Mutter verloren, sein Vater ist seit Jahren verschwunden, nachdem er einen Wildhüter erschossen hatte, der ihn beim Wildern erwischt hatte. Eines Tages liefert die Jugendhilfe den autistischen siebenjährigen Rowdy in Wendells Trailer ab, der Sohn seiner Cousine, die zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Wendell sei der einzige Verwandte und muss sich nun um ihn kümmern. Obwohl Wendell anfangs mit der Situation überfordert ist, kümmert er sich bald rührend um den Jungen, der nicht spricht.
Die Lehrerin Gillian lebt allein mit ihrer fast erwachsenen Tochter Maddy, seit ihr Mann gestorben ist. Bald werden die beiden auf den kleinen Rowdy aufmerksam, der sich in der Schule kaum zurechtfindet. Da sowohl Wendell als auch Maddy ohne Vater aufgewachsen sind, freunden sie sich schnell an, ohne zu wissen, wie ihre Vergangenheit zusammenhängt.
In Joe Wilkins' Debütroman geht es um den Zusammenstoss zwischen dem roten und dem blauen Amerika. Es geht um die Orte in der amerikanischen Landschaft, an denen liberale und konservative Ideale frontal aufeinanderprallen und um die besonderen Spannungen, die dieser Konflikt erzeugt. Da Wilkins selbst aus dieser Gegend stammt, schafft er es, die Kultur der Rocky Mountains gut darzustellen und vermittelt uns ein umfassendes Bild von Armut und Verzweiflung in den westlichen Bundesstaaten zu Zeiten der Obama-Regierung.
Deborah Keller