Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03648.jsonl.gz/726

FAQ (DE)
>> FRANCAIS
Februar 2023
Wiederholung der Argumente für 5G und Prüfung im Lichte der neuesten Informationen
5G sei wie 4G
Wenn man ausschliesslich die thermischen Effekte der Strahlung betrachtet, könnte diese Aussage stimmen. Aber die Wissenschaft zeigt immer wieder nichtthermische Effekte. 5G verwendet mehr Bandbreite, ist unregelmässiger, und hat weist starke Pulsationen auf. Menschen, die bereits von 4G beeinträchtigt waren, sind von 5G stärker betroffen, und Menschen, die vorher nicht beeinträchtigt waren, sind neu seit der Einführung von 5G betroffen.
Wir bräuchten 5G
Einige Hightech-Industrien brauchen 5G. Die Betreiber brauchen 5G, um mehr Geld zu verdienen. Etwa 80 % der mobilen Daten sind für Videos. Ist es sinnvoll, viele neue Antennen aufzustellen, um noch mehr Videos zu schauen? Es ist möglich, Videos herunterzuladen, wenn man mit dem Festnetz verbunden ist, und sie danach mobil zu konsumieren. Und das Festnetz ist perfekt für Telearbeit, dafür braucht man kein 5G, ausser an einigen wenigen Orten ohne Anschluss.
5G würde in vielen Bereichen, einschließlich der Landwirtschaft, zu mehr Umweltfreundlichkeit führen
Die vernetzten Anwendungen gab es bereits vor 5G. Die weitere Verbreitung der Anwendungen, die durch 5G ermöglicht würde, verlagert lediglich die Umweltverschmutzung: Materialgewinnung, Herstellung, Datenspeicherung, Elektroschrott. Darüber hinaus begünstigt sie die Verwendung von noch mehr Ressourcen, von denen der grösste Teil nicht erneuerbar ist. Swisscom rühmt sich, klimaneutral zu sein. Welche anderen Sektoren würden von all den erneuerbaren Energien, die Swisscom für sich beansprucht, profitieren, um klimaneutral zu werden? Sind diese Sektoren nicht wichtiger als der Mobilfunk? Außerdem können Agrarroboter durchaus nahezu autonom arbeiten, mit dem aktuellen Netz, aber nicht unbedingt mit 5G.
Mit 5G sei man weniger exponiert
Das ist die grosse Lüge. 5G ist tatsächlich effizienter pro übertragene Dateneinheit (wobei dies nur im Labor und nicht in der Praxis zutrifft), aber mehr Verbindungsmöglichkeiten führen zu einer höheren Nutzung. Eine höhere Nutzung bedeutet eine höhere Belastung.
Die Betreiber erklären, dass das Telefon des Nutzers weniger stark strahlt, je näher die Antenne beim Nutzer ist. In der Theorie ist das plausibel. In der Praxis bedeutet das "ultimative Nutzererlebnis", das die Betreiber Ihnen bieten wollen, dass Ihr Telefon und alle seine Anwendungen so oft wie möglich mit einer Antenne verbunden sein müssen. Ausserdem planen die Telefonhersteller für die nahe Zukunft, dass Telefone dank Entfernungssensoren immer mit dem maximalen SAR-Wert senden können.
Es ist einfach, die Strahlenbelastung durch das eigene Handy zu verringern, indem man es vom Körper entfernt, es für eine Weile in den Flugmodus versetzt, die mobilen Daten vorübergehend ausschaltet oder sogar das Handy zeitweise ausschaltet. All dies ermöglicht es, die Strahlenbelastung je nach Wunsch und Bedarf zu verringern. Mit einer Antenne ist das nicht möglich. Wenn sie einmal installiert ist, wird sie viele Jahre lang ununterbrochen senden.
Adaptive Antennen könnten zu einer geringeren Strahlenbelastung führen
Adaptive Antennen ermöglichen es tatsächlich, "nur" in die Richtung des Nutzers zu senden. Herkömmliche Antennen senden meist in einem Winkel von 120°. Mit adaptiven Antennen kann dieser Winkel verringert werden. Es gibt Hinweise darauf, dass dieser Winkel auf bis zu 5° reduziert werden könnte. Bei 200 Metern Entfernung von einer Antenne ergibt dies eine Strahlbreite von 20 Metern. Das ist ganz anders als die Bilder, die Ihnen die Betreiber und die Medien vermitteln. So schmal ist der Strahl ausserdem nur bei den leistungsstärksten Antennen, d.h. bei denen mit vielen Antennenelementen (sub-arrays). Die in ländlichen Gebieten installierten Mobilfunkanlagen haben in der Regel breitere Beams. Es genügt, wenn der Nachbarjunge auf seinem Handy eine Serie streamt, dann Sie sind ebenfalls dem Strahl ausgesetzt, der aufgrund der Tricks, die die Betreiber in der NISV umsetzen konnten, stärker strahlen darf als konventionelle Antennen.
Wenn nicht ständig Daten gesendet werden, wird die Signalisierung der adaptiven Antennen Dutzende Mal pro Sekunde in alle Richtungen gesendet. Ihre Sendeleistung kann schwächer, gleich stark oder stärker sein als die für die Daten. Das hängt von der installierten Antenne ab und ist eine sehr schwer zu erhaltende Information.
Eine Mobilfunkanlage besteht nie nur aus adaptiven Antennen. Es gibt immer andere Antennen, die ständig senden, oder Teile von Antennen, die ständig senden. Jede neue Anlage ist eine neue Quelle für Dauerexposition!
Mit einem schwankenden Teil der Strahlung.
Die Messungen des Bundes hätten ergeben, dass die Strahlung in den letzten Jahren durch 5G zurückgegangen wäre
Beim Monitoring wurde mit anderen Geräten an anderen Orten als beim letzten Mal gemessen. Ein direkter Vergleich ist daher gar nicht möglich. Das sagt auch der Bericht. Effektiv steigt die Strahlenbelastung mit jeder neuen Mobilfunkanlage, da die Grenzwerte pro Anlage gelten.
Es bräuchte unbedingt neue Mobilfunkanlagen, da das mobile Datenvolumen stark ansteigt und das Netz bald zusammenbrechen könnte
Der Anstieg des mobilen Datenvolumens ist in der Schweiz seit 2018 stark rückläufig. Das heisst, es nimmt nur noch wenig zu. Einen grossen Teil des mobilen Datenvolumens könnten die Anbieter selbst vermeiden, wenn sie keine Daten-Flatrates mehr anbieten würden, die auch noch billiger als ein Festanschluss sind, die Auflösung und/oder Priorität von Videos herabsetzen, und keine Festnetzanschlüsse mehr über das Mobilfunknetz abwickeln würden. Es wäre sinnvoll, den Konsum nicht weiter zu forcieren, indem man keine unbegrenzten Abonnements zu Schleuderpreisen mit kostenlosem vernetztem Spielzeug anbietet, um die Verbraucher zu ködern und sie abhängig zu machen. Die Mobilfunkbetreiber wollen den mobilen Datenverkehr unbegrenzt steigern. Grenzenloses Wachstum führt in die Katastrophe. Digitale Nüchternheit sollte bevorzugt werden.
Die Betreiber würden sich um Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit kümmern
Sie versuchen, Ihnen das zu vermitteln. In der Praxis zeigt die "Phonegate"-Affäre, also der Verkauf von Mobiltelefonen, die zu stark strahlen (SAR-Wert zu hoch), dass die Betreiber sich nicht um die Exposition der Nutzer kümmern. Alle drei nationalen Betreiber haben derartige Mobiltelefone verkauft. Es wäre für sie ein Leichtes, ihre Kunden zu warnen. Die Betreiber wissen sehr gut, wer in ihren Netzen diese übermässig stark strahlenden Handys benutzt. Es wäre einfach für sie, automatisch eine SMS-Kampagne zu starten, um die Nutzer zu warnen. Seit mehreren Jahren tun sie dies nicht. Siehe www.info-emf.ch/phonegate und www.phonegatealert.org
Eine Gemeinde hätte nicht das Recht, sich dem Bau von Antennen zu widersetzen
Völlig unzutreffend. Die Gemeindeordnung kann Zonen festlegen, in denen Antennen nicht näher als soundso weit bei einem bestimmten Gebäudetyp gebaut werden dürfen, und andere Zonen, in denen Antennen vorrangig aufgestellt werden müssen. Diese Vorgehensweise ist legal und wurde vom Bundesgericht bestätigt. Die Betreiber versuchen, die Gemeinden davon abzubringen, damit sie ihre Antennen nach eigenem Gutdünken aufstellen können. Üblicherweise spricht man bei diesen kommunalen Bestimmungen vom "Kaskadenmodell".
Wenn eine Antenne erst einmal geplant ist, könnte ihrer Umsetzung nichts mehr verhindern
Falsch.
Fehlende Unterlagen in einem Baugesuch führten dazu, dass ein Baugesuch in Forel-sur-Lucens zurückgezogen wurde.
Der Druck der Bevölkerung auf einen gewählten Politiker, der sein Land für eine 5G-Antenne in Esmonts (FR) vermieten wollte, führte dazu, dass der Politiker seine politische Karriere der Antenne vorzog.
Ein Formfehler bei den Unterschriften in Mézières (FR) ermöglichte es dem, der den Mietvertrag mit dem Betreiber allein unterzeichnet hatte, sich der geplanten 5G-Antenne zu widersetzen und ein Gerichtsurteil zu erwirken, dass die Bewilligung nicht erteilt wurde.
Eine Person hatte ihr Grundstück für die Errichtung einer Antenne in Vers-chez-Perrin, in der Nähe von Payerne, verpachtet. Das Grundstück befand sich vor dem Wohnhaus seines Cousins. Angesichts des Familienstreits, den dies ausgelöst hatte, wurde das Projekt aufgegeben.
In Belfaux (FR) hat sich Bundesrat Alain Berset, der derzeitige Bundespräsident (2023), gegen eine in der Nähe seines Hauses geplante Antenne ausgesprochen. Das Projekt soll aus Gründen des Denkmalschutzes aufgegeben worden sein. Experten auf diesem Gebiet bezweifeln, dass es sich dabei um triftige Gründe gehandelt hat. Der Denkmalschutzverantwortliche verstrickte sich in die Aussage, dass die Aussicht auf ein historisches Denkmal durch die Antenne beeinträchtigt worden wäre. Als ihm entgegengehalten wurde, dass Bäume die Sicht auf das Gebäude verdecken, entgegnete er, dass im Winter die Blätter fallen. Allerdings handelt es sich dabei um Tannen...
Möglicherweise hat ja der Satz über Gesundheit und Strahlung, der von diesem Bundesrat in seiner Einsprache erwähnt wurde, vielleicht die Betreiber erschreckt: s. www.antennes-partout.ch
Derzeit (Ende 2022) sind 18 Beschwerdeverfahren beim Bundesgericht hängig, tausende Bauanträge sind durch Einsprachen seit Jahren gestoppt.
5G wäre sicher. Die strengen Grenzwerte der Schweiz würden uns vollkommen schützen
Die Unschädlichkeit einer Technologie kann nicht bewiesen werden. Frühere Generationen von Mobiltelefonen haben jeweils die Anzahl der Masten in der Schweiz erhöht. Orte, die nicht exponiert sind, werden immer seltener. 5G beschleunigt die flächendeckende Exposition in der Schweiz. Die Antennen werden mit höheren Sendeleistungen als bei den vorherigen Generationen ausgestattet. 4G hatte bereits mit diesem Leistungsanstieg begonnen und 5G hat Antennen, die derzeit mit viermal höheren Leistungen oder sogar noch mehr senden. Da sich auch die Technik verbessert hat, ermöglicht der Antennengewinn, dass die abgestrahlte Sendeleistung viel stärker ist. Im Jahr 2012 kam man auf 4'500 Watt ERP. Ab 2019 wird in öffentlichen Ausschreibungen von einer Leistung von 40'000 Watt ERP ausgegangen. Heute wird diese Leistungssteigerung der Antennen durch die "Korrekturfaktoren" verdeckt. Dennoch ist sie real.
Die Schweizer Grenzwerte für die gleichzeitige Exposition gegenüber mehreren Quellen (die Immissionswerte) basieren auf den internationalen Standards der ICNIRP, einem privaten Verein, die nur die thermischen Effekte nichtionisierender Strahlung berücksichtigt, da diese nach Ansicht dieses Vereins die einzigen nachgewiesenen Effekte seien. Ein tieferer Grenzwert, der Anlagegrenzwert, wurde im Schweizer Recht eingeführt, um zu verhindern, dass andere Effekte auftreten. Diese anderen Effekte sind in der Regel nicht-thermisch sondern biologisch oder gesundheitlich. Es ist inzwischen bekannt, dass einer dieser nicht-thermischen Effekte, der oxidative Stress, bei Expositionswerten auftritt, die weit unter den Schweizer Anlagegrenzwerten liegen, und dass empfindliche Personen wie Kinder, ältere Menschen und Kranke nicht über die nötige Widerstandskraft verfügen, um die durch den oxidativen Stress verursachten Schäden wirksam genug zu reparieren (BERENIS, Januar 2021). Die Beeinträchtigungen der Gesundheit und des Wohlbefindens, die Menschen erleben, die als "elektrosensibel" (intolerant gegenüber elektromagnetischen Wellen) bezeichnet werden, sind ein weiterer Beweis dafür, dass die derzeitigen Grenzwerte zu hoch sind. Rund 800'000 Menschen sind heute in der Schweiz in unterschiedlichem Ausmass betroffen.
Das Antennenrecht würde Sicherheit bieten
Nein, wie oben aufgezeigt, sollten die gesetzlichen Grenzwerte verschärft werden, um die derzeit auftretenden Gesundheitsschäden zu verhindern und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu erhalten. Tatsächlich geschieht jedoch das Gegenteil über die Einführung von "Korrekturfaktoren", die es Antennen ermöglichen, wiederholt in kurzen Zeiträumen die Grenzwerte zu überschreiten.
Sechsminütige Durchschnittswerte der Strahlung und anderen Tricks wurden in die Verordnung aufgenommen, um die Einführung von 5G zu ermöglichen, das höhere Sendeleistungen erfordert. 2019 hatte Swisscom ausgesagt, dass 16-mal mehr Leistung erforderlich sei, um 5G funktionsfähig zu machen. Und das ist noch nicht das Ende. Die Betreiber wussten von Anfang an, dass sie für 5G höhere Grenzwerte benötigen. Sie haben zweimal auf Parlamentsebene versucht, diese vor der Einführung von 5G zu lockern. Dies war ein Fehlschlag. Sie machen mit allen Mitteln weiter. In Briefen, die direkt an die Parlamentarier in Bern gerichtet sind, wird gefordert, die Mittelwerte über 30 statt 6 Minuten berechnen zu können. Eine laufende Motion, 20.3237, verlangt hinter vorgehaltener Hand, die Grenzwerte auf 20 V/m anzuheben. Wie kann man heute eine Bewilligung für eine Anlage erteilen, wenn man weiss, dass die Betreiber alles in ihrer Macht stehende tun werden, um ihr zu ermöglichen, in drei Monaten, sechs Monaten oder einem Jahr stärker zu senden? Die Rechtsunsicherheit ist permanent.
Für weitere quellengestützte und von der Mobilfunkindustrie unabhängige Informationen : www.info-emf.ch
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es immer weniger strahlungsarme Gebiete gibt, welche eine immer knapper und wertvoller werdende Ressource darstellen. Wenn Sie von einer solchen Umgebung profitieren, nutzen Sie sie und tun Sie alles, was Sie können, um sie so zu erhalten, wie sie ist. Mobilisieren Sie Ihre Angehörigen, Nachbarn, die Menschen in Ihrem Quartier und in Ihrer Gemeinde und verteidigen Sie dieses wertvolle Gut.
5G ist keine Notwendigkeit :
Außerdem gibt es derzeit keine wirkliche Notwendigkeit, 5G so zu verbreiten, wie es derzeit geschieht. Es werden viele Gründe für die Befürwortung angeführt, die einer objektiven Analyse jedoch nicht standhalten. Hier sind 12 Argumente, die Liste ist jedoch nicht vollständig.