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War Requiem
Oper
für Sopran, Tenor, Bariton, gemischten Chor, Knabenchor, Orchester und Orgel op. 66. Text nach der Missa pro Defunctis und Gedichten von Wilfred Owen
Stückinfo
- Chor des Jahres 2013 (Opernwelt)
Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges. Die Poesie liegt im Mitleid ... Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist warnen.» Diese Worte Wilfred Owens stellte der bekennende Pazifist Benjamin Britten als Motto vor seine Partitur des «War Requiem». Britten hatte die schonungslos realistischen Kriegsgedichte des mit nur 25 Jahren im 1. Weltkrieg gefallenen Owen zur textlichen Grundlage des Oratoriums genommen und sie mit dem lateinischen Text des Requiems kontrastiert. Anlass zur Komposition, die er vier seiner im Krieg gefallenen Freunde widmete, war die Einweihung der neuerbauten Kathedrale von Coventry am 30. Mai 1962. Die englische Industriestadt war im 2.Weltkrieg bei der Bombardierung durch die deutsche Luftwaffe vollkommen zerstört worden. Über 1’000 Menschen hatten ihr Leben verloren. Zum Zeitpunkt der Komposition hing bereits erneut das Schreckgespenst eines bevorstehenden Krieges in der Luft: Britten konnte beim Arbeiten die Kampfjets über sein Haus in Aldeburgh fliegen hören, die in Zeiten des Kalten Krieges einen möglichen Einsatz übten.
«War Requiem» setzt ein eindrückliches Zeichen der stillen Trauer und des Gedenkens an die unermesslichen Leiden des Krieges. Doch das Stück prangert nicht nur die Sinnlosigkeit des Krieges. Britten wollte auch ein Zeichen der Versöhnung setzen: Als Besetzung der Solo-Partien wünschte sich der Kompo-nist drei Sänger aus ehemals verfeindeten Ländern: die russische Sopranistin Galina Wischnewskaja, den englischen Tenor Peter Pears und den deutschen Bariton Dietrich Fischer-Dieskau. Sein Wunsch konnte erst anlässlich der CD-Einspielung ein Jahr später in London umgesetzt werden. 1962 ver-
weigerten die russischen Behörden Galina Wischnewskaja die Ausreise nach England, kurzfristig musste die englische Sängerin Heather Harper einspringen.
Auch Regisseur Calixto Bieito hat sich in seinen Arbeiten immer wieder mit den Gräueln des Krieges und der Sehnsucht nach einer friedlichen Welt auseinander gesetzt. Für Basel wird er nun szenische Bilder zu Brittens Meisterwerk entwerfen.