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"ICH" und "MEIN"
HOMÖOPATHIE
Oft ergeben sich Schwierigkeiten bei der Bestimmung des wahren Krankheitsursprungs. Moderne Krankenhäuser, perfekt ausgestattete Laboratorien, gut ausgebildete Ärzte, alle geben ihr Bestes.
Jeder Virus und jedes Bakterium wird Identifiziert und sorgfältig mit einem Namen versehen.
Jede Krankheit wird diagnostiziert, ohne dass man überhaupt weiss, was Krankheit bedeutet oder wer tatsächlich krank ist.
Der Körper wird studiert, die Krankheit wird identifiziert, und es wird ein Präparat verschrieben, das stark genug ist, den «Verursacher» zu vernichten. Die Röntgenbilder und andere diagnostische Tests vor und nach der Behandlung werden verglichen, und das endgültige Urteil basiert ausschliesslich auf sogenannten «wissenschaftlichen Daten».
Bei einem Patienten mit Knochensarkom des Schienbeins wird das Schienbein amputiert, und nach einer Reihe von Nachbehandlungen und Untersuchungen wird er als geheilt erklärt. Ein Patient, der unter Verstopfung leidet, sucht seit 20 Jahren immer wieder seinen Hausarzt auf und klagt: «Herr Doktor, ich bin verstopft».
Aber alles, was er erhält, ist ein Abführmittel. Diese Symptome sind nichts als die Sprache der Natur, die das dynamische Wesen seiner Krankheit ausdrückt. Der Patient sagt nicht: «Meine Eingeweide sind verstopft», sondern: «Ich bin verstopft».
Wenn ein Patient seinen Arzt aufsucht und sagt: «Herr Doktor, ich bin krank, ich fühle mich nicht wohl», so wird er an unterschiedliche Spezialisten überwiesen, und alle physischen Untersuchungen werden durchgeführt. Natürlich beziehen sie sich auf seinen Körper. Wenn sich nichts finden lässt, wird die Krankheit als psychosomatisch eingestuft, und der Patient wird zum Psychologen oder gar zum Psychiater geschickt.
Findet sich etwas auf der physischen Ebene, dann wird es sofort als Krankheit deklariert. Plötzlich erhält unsere physische Ebene eine eigene Identität, so als wäre sie in der Lage, sich selbst gesund zu erhalten oder zu erkranken.
Schon bald gleicht der Körper einem kaputten Auto in der Werkstatt, das repariert werden kann; wenn nötig, wird gehämmert, oder es werden Teile ersetzt. Wenn es nur so wäre. Das wäre phantastisch, es wäre so einfach!
Es kann keine Heilung geben, solange man sich nur auf die organische Pathologie stützt. Krebs lässt sich nicht durch die Entfernung des erkrankten Teiles heilen. Krebs ist nur die Manifestation der Krankheit an einer bestimmten Stelle. Krankheit ist zuerst eine innere, dynamische Störung, die eine gewisse Zeit braucht, bevor sie sich an der Oberfläche zeigt. Ein toter Körper hat keine Allergien und Infektionen. Was in einem toten Körper fehlt, ist das, was denkt, wünscht, fühlt und reagiert. Geist ist ein direkter Abkömmling der Natur. Durch ihn nehmen wir wahr, analysieren, denken und erfreuen uns an der ungebundenen und unbegrenzten Landschaft des Lebens.
Wenn der Wille infiziert und der Verstand nicht mehr in der Lage ist, zwischen falsch und richtig, zwischen gut und böse zu unterscheiden, dann beginnt sich das kristallklare Prisma des Lebens zu trüben. Die Menschen beginnen, sich selbst zu vernachlässigen, sie verstecken sich, sie lügen und betrügen. Im Bestreben, die Wahrheit zu verbergen und sich trotzdem noch als starke und aufrechte Menschen darzustellen, verlieren sie sich selbst. Alles strengt übermässig an, alles verletzt, und wenn etwas wider den Plan läuft, fängt die ganze Welt an zu splittern und zu bersten.
Um in diesem wahnsinnigen Wettlauf im beruflichen und familiären Leben immer mitzuhalten, bieten wir uns selbst dar. Wir leben in zwei Extremen - völlige Vernachlässigung unserer Seele und des immerwährenden Friedens einerseits und zuviel Liebe und Sorgfalt für unser physisches Selbst andererseits.
Gefangen in dieser langen und seltsamen Rolle, die der Geist spielen muss, bleibt nie die Zeit, darüber nachzudenken «Wer bist Du? Was ist Deine Realität? Was ist Deine Aufgabe? Was sind Deine Pflichten gegenüber Dir selbst und Deinem Körper?»
Die Natur hat uns dieses wunderbare Leben geschenkt. Alles ist bereits fertiggestellt, die Seele lebt in einem wunderschönen Haus, auf dass wir diesen Segen pflegen.
Der Mensch ist wie andere Lebewesen auch eine Mischung aus Seele und Körper. Im täglichen Leben weisen wir ständig auf diese Identitäten hin. Auch wenn wir krank sind, beschreiben wir unser Krankheitsbild auf diese Weise. Ein Patient sagt: «Mein Kopf schmerzt, und meine Beine sind schwer, aber ich fühle mich ruhig und friedlich». «Ich mag Süssigkeiten, aber mein Magen verträgt sie nicht». «Ich bin verstopft». «Mein Hals ist steif, ich habe Schwindel». Wiederholt verwenden wir «lch» und «Mein». Alles, was wir berühren und betasten, ist der Körper, aber sind wir uns im Klaren darüber, dass wir «Ich» nie werden berühren können? Nur mit einem freundlichen, liebevollen Wort oder einem Zeichen unseres guten Willens und unserer Lieblichkeit lässt es sich berühren. Dies deutet auf das Vorhandensein einer dynamischen Existenz hin, die sich nicht betasten oder röntgen lässt und unter keiner modernen Maschine zu erkennen ist. Die Seele kann nur durch Seele wahrgenommen und berührt werden.
Ein Beispiel: Ein unheilbar Kranker liegt mit schrecklichen Schmerzen im Krankenhaus, und kein noch so starkes Schmerzmittel kann ihm helfen. Die Verwandten des Patienten beten und wünschen seine Erlösung, dass er sterben möge. Aber es zieht sich hin, Tag um Tag. Bis ihn jemand besucht, der etwas Besonderes für ihn ist. Jemand, der ihm viel bedeutet, der ihn versteht. Nach diesem kurzen Treffen findet er Frieden und begibt sich kurz danach schmerzlos und frei auf die letzte Reise.
Es ist keine Frage von Glauben oder Nicht-Glauben, es geht darum, die Realität zu beobachten. Wäre es nicht wahr, so würden wir nicht zwei verschiedene Wörter der Identifizierung gebrauchen. Und wenn es stimmt, dass «Ich» meinen Körper nur als «Meine» Identifikation trage, warum sollten wir dann die Ursache von Krankheit auf der physischen Ebene suchen?