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Schweizer Organisationen unter Gleichstellungsdruck? Organisationale Legitimationsweisen bezüglich des Erwartungsdrucks der Gleichstellung von Frauen und Männern
Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der organisationalen Wahrnehmung und dem Umgang der gesellschaftlichen Erwartung von Geschlechtergleichstellung in der Schweiz. Dass die Gleichstellung von Frauen und Männern einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt, wird unter anderem durch den diesbezüglichen Verfassungsartikel und dem Gleichstellungsgesetz aufgezeigt. Auch in der Öffentlichkeit wird das Thema breit diskutiert, sei dies wegen bestehenden Geschlechterungleichheiten (z.B. Lohnungleichheit, tiefer Frauenanteil in Führungspositionen) oder bezüglich möglichen Ansätzen zur Auflösung derselben (z.B. "Lohnpolizei", Frauenquote). Es kann somit davon ausgegangen werden, dass auch Unternehmen einer Gleichstellungserwartung aus der Umwelt gegenüberstehen. Es stellt sich dennoch die Frage, inwiefern diese Erwartungen an einen Modernisierungsprozess und Wandel hin zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf der Ebene von Organisationen wahrgenommen und wie sie organisational verarbeitet werden. Die Leitfrage des Dissertationsprojekts fragt somit nach dem Verhältnis von Organisation und Gesellschaft in Bezug auf Geschlechtergleichstellung und nach der organisationalen Bearbeitung und dem Umgang mit einem angenommenen Gleichstellungsdruck. Woher und in welcher Weise wird eine "Gleichstellungserwartung" von Profit- und Nonprofitorganisationen wahrgenommen? Wie wird diese Gleichstellungserwartung in Organisationen verstanden und übersetzt? Wie versuchen sich Organisationen in dieser Frage zu legitimieren und welche gleichstellungspolitischen Massnahmen und Diskurse sind in Schweizer Organisationen legitim? Diesen Fragen widmet sich das Dissertationsprojekt und versucht anhand theoretischer Überlegungen aus der Geschlechterforschung und dem soziologischen Neo-Institutionalismus sowie durch die empirische Untersuchung von vier Schweizer Organisationen (Profit und Non-Profit-Sektor) mithilfe eines Mixed-Methods-Forschungsdesigns Antworten zu finden.
Supervisor: Andrea Maihofer
Co-Supervisor: Raimund Hasse (Universität Luzern) und Nathalie Amstutz (FHNW)