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Lesen gilt als eines der wichtigsten Kommunikationsmittel in der modernen Gesellschaft und ist entscheidend für eine erfolgreiche schulische und berufliche Karriere.
Wie häufig kommen Leseschwächen vor?
Trotz guter Voraussetzungen zeigen ca. 5-10% der Kinder unerwartet Probleme beim Lesenlernen. Man spricht von einer Legasthenie bzw. Lese-Rechtschreibstörung (LRS) oder Dyslexie, wenn die Schwierigkeiten der Kinder trotz angemessener Beschulung, altersgemässer Entwicklung und normalen intellektuellen Fertigkeiten auftreten und weder auf Einschränkungen des Sehvermögens oder auf neurologische respektive psychiatrische Erkrankungen zurückzuführen sind. Lese- und Rechtschreibprobleme treten dabei nicht zwingend gemeinsam auf, sondern kommen auch isoliert vor. Der Begriff Dyslexie wird vor allem im englischsprachigen Raum ("developmental dyslexia") verwendet, während im deutschen Sprachraum der Begriff Legasthenie oder LRS verbreiteter ist.
Dyslexie tritt gehäuft in Familien auf: Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil oder ein Geschwister betroffen ist, haben ein sehr wesentlich höheres Risiko, auch selbst betroffen zu sein ("Risikokinder", 30-65%).
Was sind die Folgen und was kann man tun?
Kinder mit Dyslexie entwickeln als Folge ihrer negativen Schulerfahrungen häufig soziale, emotionale oder psychologische Probleme. Eine Früherkennung von Kindern, die ein besonders hohes Dyslexie-Risiko haben, wäre insbesondere deshalb sehr wünschenswert, weil die betroffenen Kinder bereits vor dem Schulbeginn oder gleichzeitig mit dem Schulstart unterstützt und gefördert werden könnten.
Eine verbesserte Voraussage, wie sie in dieser Studie angestrebt wird, wäre vor allem für Risikofamilien erstrebenswert, einerseits als Entwarnung für Kinder, die nicht betroffen sind, andererseits um Kinder mit besonders hohem Risiko frühzeitig zu unterstützen.