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2003 - 1941
Autres vues aériennes de Wangen a.d. Aare
Die Gegend von Wangen a. d. Aare und Herzogenbuchsee gehörte als zähringisches Erbe, als besondere Herrschaft oder "Grafschaft", den Grafen von Kiburg. Hartmann und Eberhard von Kiburg übergaben im Jahre 1313 die Eigenschaft der Burg und Stadt zu Wangen nebst Herzogenbuchsee und Huttwil Herzog Leopold III. von Österreich und seinen Brüdern und empfingen sie von ihnen wieder zu Lehen. Burg und Stadt Wangen waren wohl im Laufe des 13.Jahrhunderts als kiburgische Gründung entstanden. Den Kiburgern stand ebenfalls die Vogtei über die schon 1257 in Wangen bestehende Benediktinerpropstei zu, welche in der Umgebung begütert war, aber hier nur die niedere Gerichtsbarkeit besass. Die Verwaltung der gräflichen Rechte sowie der Vogtei übertrugen die Kiburger im 14.Jahrhundert ministerialischen Vögten aus dem niedern Ritteradel der Gegend, die wohl ihren Sitz in der Burg zu Wangen aufschlugen.
Albrecht Kauw um 1670
Dieses Vogteischloss - die Burg zu Wangen erhob sich in der nordöstlichen Ecke der Stadt und schützte hier den alten wichtigen Aareübergang wie den Zugang zur Stadt, dessen Torturm dicht ans Schloss angebaut ist. Die Propstei stand in der benachbarten Nordwestecke der Stadt; das alte Propsteigebäude dient heute als Pfarrhaus.
Unaufhaltsamer politischer und wirtschaftlicher Niedergang zwang endlich 1406 die Grafen von Kiburg, zugleich mit der Landgrafschaft in Burgund auch Wangen an der Aare nebst dem Hof zu Buchsi (= Herzogenbuchsee) mit allen Lehen und Pfandschaften und Pfandgütern an die Stadt Bern zu verkaufen. Noch musste die Stadt bedeutende Pfandrechte der Freiherren von Grünenberg, denen Wangen 1385 und 1387 verpfändet worden war, einlösen. Bern setzte nun seine Landvögte nach Wangen.
Der erste von ihnen, Heinrich Gruber, erhielt die Landvogtei für 15 Jahre verliehen; er verpflichtete sich, die Brücke und die Mauern instand zu stellen, sowie am Turm ein neues Sässhaus zu erbauen. Später lösten sich auch hier die bernischen Landvögte alle sechs Jahre ab. Das Landvogteischloss wurde 1687 gründlich umgebaut, ansehnlich und wohnlich eingerichtet und erhielt damals auch seine heutige elegante Front nach dem Stadtplatz zu. Schon 1630 war auch der schöne Treppenturm, der heute den Hauptzugang zu den Amtsräumen der Statthalterei bildet, dem alten Bau angefügt worden. Im Gegensatz zur freundlichen Stadtfront steht die etwas düstere und kasernenmässige Nordseite des Schlosses, wie es uns von der alten gedeckten Holzbrücke her empfängt; hier ist noch der alte Burgcharakter dieses ehemaligen Sitzes gräflicher Vögte erkennbar.
Bibliographie