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Um 1800 waren die Wälder im gesamten Alpenraum heruntergewirtschaftet und kahlgeschlagen. Dies führte im Entlebuch dazu, dass zwischen 1837 und 1903 Flühli siebenmal, Marbach zwischen 1828 und 1891 sechsmal verwüstet wurden. Ähnliches erlebten zahlreiche weitere Gemeinden um den Napf und entlang der Kleinen Emme.
Hauptgründe für die abgeholzten Wälder waren die bereits seit Jahrhunderten permanente Übernutzung durch unerlaubtes Holzen und im 18. Jahrhundert die Zunahme der Bevölkerung und die Industrialisierung. Das Holz wurde für Bauten aller Art und natürlich als Brennholz dringend gebraucht. Die Anbauflächen für Nahrungsmittel und Weiden genügten nicht mehr und mussten auf Kosten des Waldes vergrössert werden.
Der Zustand des Entlebucher Waldes blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts denkbar schlecht. Mit einschneidenden Bestimmungen für die Waldbesitzer wurde 1875 ein revidiertes kantonales Forstgesetz und ein Jahr später das Forstgesetz des Bundes eingeführt. Jede Waldparzelle kam unter Aufsicht eines Bannwarts. Und es wurde aufgeforstet: „In Gebirgsgegenden, im Quellgebiet schädlicher Wildbäche soll der Staat insofern (…) Bedacht nehmen, um durch zweckmässige Anforstung der Gefahr von Erdrutschen und Überschwemmungen möglichst vorzubeugen" (Peter Hahn 2011). Damit wurde der Entlebucher Wald in den folgenden Jahrzehnten quantitativ und qualitativ gestärkt. Bis 1930 entstanden durch Aufforstungen rund 1400 Hektaren Neuwald. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Waldfläche vor allem durch natürlichen Aufwuchs zu. Zudem stieg der Holzvorrat in den Wäldern deutlich an. Das waren die Geburtsstunden der Entlebucher Staats- und Schutzwälder!
Die untenstehenden Bilder zeigen die Entwicklung der Aufforstungen am Hörndli, Gemeinde Marbach. Hier wurden 1'026'000 Bäume gepflanzt. Bilder: Josef Isenegger (1931, 1932, 1953) und Dokumenta Natura, Bern (1991)