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- Familie: Aeshnidae – Edellibellen
- Gattung: Aeshna – Mosaikjungfern
- Art: Aeshna affinis (Vander Linden, 1820)
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- DE: Südliche Mosaikjungfer
- FR: Aeschne affine
- IT: Aeshna affine, Dragone occhiblu
- EN: Blue-eyed Hawker, Southern Migrant hawker
Wissenswertes
Von Grösse und Statur ist sie der häufigeren Herbstmosaikjungfer (Aeshna mixta) sehr ähnlich. Männchen wirken im Flug blau-gelb-blau und sind am besten an heissen Augusttagen zu beobachten. Die Art hat ihren europäischen Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum und ist in der Schweiz nicht häufig zu beobachten.
MerkmaleGesamtlänge: 57-66 mm
Kleine Aeshna mit eher langen Pterostigmen. Die Thoraxseiten sind grösstenteils hell, die schwarzen Linien entlang der Nähte sind auffällig dünn und zierlich, trotzdem aber prominent. Kurze, helle Antehumeralstreifen. In der Färbung sind Männchen und Weibchen sehr unterschiedlich.
Männchen
Die Augen leuchten auffällig hellblau. Gesicht weiss mit kräftiger T-Zeichnung auf der Stirn. Thoraxseiten gelb/bläulich/grünlich, im Alter blau verwaschen. Abdomen schwarz mit grossen, mosaikartigen blauen Flecken, nur S1 ist seitlich gelb. S2 oberseits mit typischer schwarzer Masken-Zeichnung. Der ganze Körper wirkt darum von blossem Auge betrachtet schon im Flug blau-gelb-blau (Augen-Thorax-Abdomen). Die Farben sind einiges intensiver als bei anderen Arten.
Weibchen
Augen olivbraun bis gelbgrün, Gesicht hell gelbbraun, ebenfalls mit T-Zeichnung auf der Stirn. Thoraxseiten gelbgrün. Abdomen hellbraun, hintere Segmente dunkler, mit mosaikartigen gelben bis gelbgrünen Flecken. S2 mit gelbem Keil, der aber nicht wie bei Aeshna mixta schwarz gerandet ist und dadurch deutlich weniger prominent wirkt. Die Hinterleibsanhänge sind kurz (kürzer als S9-S10). Auch androchrome Weibchen mit Blaufärbung kommen vor.
Jungtiere
Das Abdomen von Jungtieren ist anfangs weibchenfarbig hellbraun bis fast orange. Die Grundfärbung dunkelt nach und die blaue Färbung des Männchens erscheint später. So können reifende Männchen sowohl blaue als auch gelbe Flecken auf diffus braun-schwarzem Untergrund zeigen. Beobachtungen von Jungtieren sind jedoch selten.
Belegfoto
Ganze Libelle von oben (inkl. Flügel/Pterostigmen). / Seitenansicht parallel zur Kamera.
Verbreitung
Aeshna affinis ist eine südliche Art mit Hauptverbreitungsgebiet im Mittelmeerraum, zeigt aber eine starke Tendenz zu Wanderungen in den Norden, wo sie, meist temporär, auch bodenständig werden kann.
In der Schweiz war sie früher sehr selten, entwickelte dann zwei grössere, wenn auch nicht ganz stabile Populationen im Raum Neuenburgersee/Seeland und im Aargauer Reusstal. Momentan breitet sie sich im Zuge der Klimaerwärmung weiter im Mittelland aus. Entwicklungsnachweise bleiben dabei aber spärlich. Als weitere Erklärung für diese „Zunahme“ wird eine gestiegene Aufmerksamkeit der Beobachter auf diese Art nicht ganz ausgeschlossen. Als typische Tiefland-Art wurde sie bisher in der Schweiz fast ausschliesslich unterhalb von 700 m nachgewiesen.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Juni bis Anfang Juli.
Flugzeit: Ende Juni bis Anfang September.
Lebensraum
Bewohnt sonnenexponierte flache Gewässer mit ausgeprägten Röhrichten, die im Sommer schnell austrocknen. Bei zu früher Austrocknung kann sie Schaden nehmen. In den meisten Entwicklungsgewässern Mitteleuropas schlüpft Aeshna affinis nur unregelmässig.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit wird abseits der Gewässer verbracht. Auch die geschlechtsreifen Tiere halten sich nicht häufig an Gewässern auf. Die Revierflüge des Männchens finden meist über ausgetrockneten Wasserflächen oder auch ganz über Land statt, ähnlich wie bei der ansonsten sehr verschiedenen Somatochlora flavomaculata (Gefleckte Smaragdlibelle). Dazwischen setzen sie sich auch auf trockene Halme und Ästchen oder auf erhöhte Bodenstellen.
Das Paarungsrad bildet sich in der Luft nachdem das Paar kurz im Tandem geflogen ist. Die Paarung wird dann an Zweigen oder im Röhricht fortgesetzt. Vor der Eiablage fliegt das Tandem auf der Suche nach geeigneten Stellen niedrig über dem Boden.
Die Eier werden in trockenen oder feuchten Schlamm abgelegt. Das Paar landet dabei auf dem Boden. Das Männchen koppelt sich dann oft nach einer gewissen Zeit ab und das Weibchen legt alleine weiter.
Der Schlupf findet meist am Vormittag statt. Am Anfang der Saison schlüpfen vor allem Weibchen. Exuvien sind bis über 1 m hoch an Rohrkolben- oder Schilfstängeln zu finden.
Lebensweise Larven
Aeshna affinis überwintert im Ei. Die Entwicklung dauert 1 Jahr. Die Larvalentwicklung beginnt im Frühjahr und ist bereits nach ca. 3 Monaten abgeschlossen. So können sich die Larven auch in Gewässern entwickeln, die im Sommer oft austrocknen.
Gefährdung und Schutz
In Europa ist Aeshna affinis nicht gefährdet. Da in der Schweiz bisher keine langfristig dauerhaften Populationen bekannt sind, ist ihre Gefährdung bei uns noch nicht beurteilt (NE).
Ob sich Aeshna affinis tatsächlich auf Grund des wärmeren Klimas ausbreitet, oder ob sie einfach besser wahrgenommen und darum häufiger beobachtet wird, ist nicht mit letzter Sicherheit zu sagen. Zur Förderung von Aeshna affinis sollen temporär überflutete Gewässer auf jeden Fall erhalten werden. Zudem soll die Verbuschung und damit Beschattung geeigneter Entwicklungsgewässer vermieden werden. Dazu sollen diese jährlich, am besten aber erst nach der Flugzeit im September, gemäht werden. Die im Naturschutz gängige Bewirtschaftung von Streuwiesen kommt der Art also entgegen.
- Rote Liste: NE - Nicht beurteilt
- Nationale Priorität: Keine
- NHV: -
Ähnliche Arten
Aeshna affinis kann mit verschiedensten Vertretern der Aeshnidae (Edellibellen) verwechselt werden. Beide Geschlechter von Aeshna cyanea (Blaugrüne Mosaikjungfer), Anax imperator (Grosse Königslibelle) und Brachytron pratense (Früher Schilfjäger) haben ebenfalls einfarbig grüne Thoraxseiten. Bei Aeshna mixta (Herbst-Mosaikjungfer), Aeshna caerulea (Alpen-Mosaikjungfer) und Aeshna juncea (Torf-Mosaikjungfer) haben die Männchen ebenfalls eine vorwiegend blaue Mosaikzeichnung auf dem Abdomen und die Weibchen eine braune. Alle drei Arten haben aber dunkle Thoraxseiten mit zwei hellen Seitenbinden. Die ähnlichste Art, welche ähnlich gross ist und auch im selben Lebensraum vorkommt, ist Aeshna mixta (Herbst-Mosaikjungfer).
Anax imperator – Grosse Königslibelle
Deutlich grösser (66-84 mm). Das Abdomen hat sie im Flug meist typisch nach unten gekrümmt. Die Thoraxseiten sind einfarbig apfelgrün, praktisch ohne schwarze Linien. Abdomen nicht mosaikartig gefleckt, sondern mit breiter dunkler Mittellinie und zwei durchgehenden farbigen Längsbändern.
M: Augen grünlich bunt.
W: Abdomen braun und grün, ohne hellere Braun- und Gelbtöne.
Aeshna mixta – Herbst-Mosaikjungfer
Grösse und Statur sehr ähnlich. Thoraxseiten braun mit zwei auffälligen breiten Seitenbinden. Fliegt schneller und oft auch über Wasser. Pterostigmen kürzer.
M: Augen weniger leuchtend blau. Keil auf S2 gelb.
W: Gesamthaft dunklere Grundfarbe. Hinterleibsanhänge länger als S9-S10.
Aeshna juncea – Torf-Mosaikjungfer
Deutlich grösser und träger, mit zwei breiten gelben Bändern an der braunen Thoraxseite. Der Rand der Vorderflügel ist gelb gefärbt. Gelbe Flecken hinter den Augen.
M: Augen weniger leuchtend blau. Lange helle Antehumeralstreifen.
W: Dunkler braun, ohne deutlichen gelben Keil auf S2.
Aeshna caerulea – Alpen-Mosaikjungfer
Ist Aeshna affinis sehr ähnlich, kommt aber nur im Alpenraum vor. Die Verbreitungsgebiete überlappen nicht.
Aeshna cyanea – Blaugrüne Mosaikjungfer
Sehr breite, ovale, grüne Antehumeralstreifen. Thoraxseiten einfarbig grün mit dicken schwarzen Linien.
M: Mosaikflecken auf S1-S7 grün.
W: Mosaikflecken auf Abdomenoberseite grün.
Brachytron pratense – Früher Schilfjäger
Frühjahrsart, fliegt von Mai bis Anfang Juli (überlappt nur sehr kurz mit Aeshna affinis). Thorax und oberes Abdomen dicht behaart. Thoraxseiten mit zwei durchgehenden schwarzen Linien. S1 mit arttypischem kleinem Fleck.
M: Abdomen nicht tailliert.
W: Grundfarbe schwarz (nicht hellbraun).
Aeshna isoceles – Keilfleck-Mosaikjungfer
Beide Geschlechter ähneln dem Weibchen von Aeshna affinis. Abdomen ohne mosaikartigen Flecken. Augen auffällig grün. Thoraxseiten mit zwei schrägen gelben Bändern.