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Ronaldinhos Talent, das ihn zu seiner Blütezeit zum besten Fussballer der Welt machte, zeigte sich schon früh. Nachdem der allseits beliebte Brasilianer die letzten Jahre in der Heimat verbrachte, scheint sein Weg wieder ins Ausland zu führen. Einige Meilensteine des Zauberfussballers, der vielleicht noch eine neue Sprache kennenlernt.
Ronaldo de Assis Moreira, später nur noch unter seinem Künstlernamen Ronaldinho bekannt kommt am 21. März 1980 in der Hafenstadt Porto Alegre zur Welt. In seiner Heimat wird er aufgrund seiner Herkunft aus dem südlichen Bundesstaat passend zum Erzrivalen und Nachbarn Argentinien Ronaldinho Gaúcho genannt. Sein erster Verein ist Grêmio, wo «Dinho» das Fussball-ABC erlernt.
Sein grosser Bruder Roberto Assis spielt da bereits in der ersten Mannschaft. Dank dessen Gehalt kann die ganze Familie in ein Haus mit Pool umziehen, in welchem später ihr Vater João Silva Moreira unter ungeklärten Umständen ertrinkt. Roberto Assis, dem man zu Beginn seiner Profilaufbahn auch eine Weltkarriere zutraut, landet schliesslich 1992 beim FC Sion, wo der Spielmacher mit dem linken Fuss in der Schweiz für Begeisterung sorgt. Der neun Jahre ältere Roberto Assis holt seinen jüngeren Bruder für ein paar Monate in die Jugendmannschaft der Walliser, wo der damals 13-jährige bei den C-Junioren des FC Sion für Aufsehen sorgt.
Danach kehrt Ronaldinho wieder zu seinem Stammverein Grêmio zurück, wo der Offensivspieler wenige Tage vor seinem 18. Geburtstag auch im Fanionteam in der Copa Libertadores gegen Vasco da Gama seine Premiere gibt. Vier Spiele später macht Ronaldinho im Spiel gegen den mexikanischen Verein Deportivo Guadalajara sein erstes Tor als Profifussballer. 1998 führt er mit der prestigeträchtigen Nummer «Zehn» auf dem Rücken die U17-Nationalmannschaft seines Landes unter den Augen von Brasilien-Legende Pelé zum Weltmeistertitel.
In den nächsten drei Jahren macht der 1,80 Meter grosse Ronaldinho bei Grêmio in 110 Spielen beachtliche 37 Tore. Am 26. Juni 1999 gibt «Ronnie» sein Debüt in der Seleçao, nur vier Tage später erzielt er in seinem zweiten Länderspiel den ersten Treffer. Paris Saint-Germain, das damals jahrelang erfolglos einen wichtigen Titel in der Heimat anstrebt, schnappt sich 2001 das grosse Talent für umgerechnet nur sechs Millionen Schweizer Franken. Der Brasilianer erobert die Herzen der Hauptstädter mit seinen Tricks und Toren im Nu und wird zum Publikumsliebling.
Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea überzeugt der 22-Jährige mit seiner Antrittsschnelligkeit und seinen Rushes, obwohl er aufgrund der grossen Konkurrenz im Sturm auf den linken Flügel ausweichen muss. Im Viertelfinale gegen England düpiert er Goalie David Seaman mit einem Freistossheber aus grosser Distanz. Danach holt er sich noch die rote Karte ab, im Finale darf er trotzdem von Beginn weg auflaufen und gewinnt mit einem 2:0-Erfolg über Deutschland den Weltmeistertitel.
2003 wechselt der Jungstar für knapp 40 Millionen Schweizer Franken zum FC Barcelona, wo der Brasilianer, der sowohl neben als auch auf dem Platz immer ein Dauerlächeln trug, zum Weltstar wird. Unter Trainer Frank Rijkaard spielen sich die Katalanen wieder an die Spitze.
In seiner ersten Saison in Spanien erzielt der Brasilianer in 32 Spielen 15 Treffer und Barça erreicht so noch den zweiten Platz, nachdem sie nach der Hinrunde noch auf Platz sieben klassiert waren. In der nächsten Saison holen die Katalanen unter der Regie des Kreativspielers erstmals seit 1999 wieder den Meistertitel und Ronaldinho wird zum Weltfussballer gewählt. Der Brasilianer, der seine Lockenpracht mit einem Stirnband bändigt, führt daraufhin sein Team auch in Europa an die Spitze. Barcelona gewinnt dank einem 2:1-Erfolg über Arsenal die Champions League, Ronaldinho verteidigt seinen Titel als Weltfussballer erfolgreich.
Danach beginnt der Stern des besten Spielers der Welt langsam zu sinken. Bei der WM 2006 enttäuscht Ronnie wie das gesamte Team und scheidet im Viertelfinale aus. Der fröhliche Brasilianer feiert bei seinem Verein oft bis in die Nacht hinein und glänzt nun häufiger mit Trainingsabsenzen und Verletzungssorgen als mit Spektakel.
Mit dem jungen Lionel Messi, den Ronaldinho unter seine Fittiche nimmt, hat der Klub bereits den nächsten Star in der Pipeline. Aufgrund immer grösser werdenden Leistungsschwankungen und der Angst, der Brasilianer könnte das argentinische Jungtalent mit seiner Festfreudigkeit anstecken, trennen sich die Wege von Barcelona und Ronaldinho. Der Brasilianer wechselt 2008 für knapp 30 Millionen Schweizer Franken zur AC Milan. Dort gelingt es dem begnadeten Fussballer leider nicht ganz, an seine frühere Glanztaten anzuknüpfen, auch wenn seine Klasse noch immer unverkennbar vorhanden ist.
Drei Jahre später verlässt Ronaldinho die Mailänder für 3,6 Millionen in Richtung Heimat zu Flamengo. Mit 14 Saisontoren klassiert er sich 2011 unter den Top 5 der besten Torschützen in der Meisterschaft und kann nach der Nicht-Nomination für die WM 2010 wieder hoffen, in der Seleçao auflaufen zu dürfen, um sich für die Heim-WM 2014 empfehlen zu können. Nach dem verheissungsvollen Start verfällt Ronaldinho wieder den Versuchungen des Nachtlebens von Rio de Janeiro, der Spieler wechselt nach 16 Monaten zu Atlético Mineiro.
Dort zeigt er abermals sein Können und wird 2013 zum besten Spieler der brasilianischen Liga gewählt. Ausserdem gewinnt er mit dem Verein aus Belo Horizonte noch die Copa Libertadores, das südamerikanische Pendant zur Champions League.
Zu einer Nomination für die Heim-WM reichen die Leistungen von Ronaldinho trotzdem nicht, der inzwischen 34-Jährige vermietet während der WM stattdessen seine Villa in Rio für knapp 14'000 Franken auf einer Internetseite. Gestern löste der Spielmacher seinen Vertrag bei Atlético Mineiro auf, die Medien spekulieren über einen Transfer ins Ausland. Gerüchten zufolge soll der ehemalige Weltstar Angebote aus der MLS (New York City) und Premier League (Queens Park Rangers) haben. Wo auch immer der Weg des Ausnahmekünstlers hinführen wird, die Fans dürfen sich freuen. Den niemand tanzt Fussball so sehr wie der sympathische Brasilianer, auch wenn die Pirouetten etwas langsamer geworden sind.