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Gewerbemuseum am Kirchplatz
Kirchplatz 14
8400 Winterthur
Renoviert, erweitert und mit zeitgemässem Konzept: So präsentiert sich das Gewerbemuseum seit dem 18. September 1999 als Haus für angewandte Kunst, Handwerk, Industrie und Gestaltung. Bis zum Bau der Kantonsschule im Lee 1928 war die Mädchenschule im 1849-1852 von Ferdinand Stadler errichteten Gebäude untergebracht.
In Winterthur entstanden viele öffentliche Gebäude des 19. Jhdt. entlang den Grünanlagen rund um die Altstadt. Eine Ausnahme war das 1852 eingeweihte Mädchenschulhaus am Kirchplatz. Der Neubau der Mädchenschule (heute Gewerbemuseum) sollte an der Stelle des alten Zeughauses und der angrenzenden ehemaligen Kaplanei, die bis anhin und seit 1610 bereits eine Mädchenschule beherbergte und erst 1823 neu gebaut worden war, errichtet werden. Der Neubau, als repräsentatives Bauwerk des Spätklassizismus, wurde 1848-1852 durch den Architekten Ferdinand Stadler (1813-1870) geleitet und diente bis 1928 als Schule. 1871, während des Deutsch-Französischen Krieges, waren Teile der Bourbakiarmee im Schulhaus interniert. Seit 1928, nachdem die Mädchenschule in die Kantonsschule Im Lee (und später Rychenberg) verlegt worden ist, beherbergt das Gebäude das Gewerbemuseum und vorübergehend bis zur Verschmelzung mit der Stadtbibliothek die Gewerbebibliothek.
Bis 1826 war der Kirchplatz noch ein Friedhof. Die neue Pflästerung erhielt der Kirchplatz erst 1983. 1999 wurde das Gewerbemuseum vollständig umgebaut und erweitert. 1987 wurde die eindrückliche Fassade des spätklassizistischen Gebäudes renoviert. Gleichzeitig wurde der Dachraum des Museums durch einen Lift und die Verlängerung der Haupttreppe besser erschlossen und für Ausstellungs- und Lagerzwecke voll nutzbar gemacht.
Das Gewerbemuseum wurde 1874 im Zusammenhang mit dem neu entstehenden Technikum mit dem Ziel gegründet, Handwerk und Gewerbe zu fördern. Zu diesem Zweck plante man ein Musterlager mit Handwerkserzeugnissen und Rohstoffen, eine gewerbliche Bibliothek mit technischen Werken, Zeichnungen und Zeitschriften, eine Lesezimmer, ein Auskunftsbüro und ein chemisches Laboratorium. Erstes Domizil war das Technikum. Zu Beginn des 20. Jhdt. herrschte Platzmangel und es entstand der Wunsch nach einer Erweiterung. Der Umzug ins ehemalige Mädchenschulhaus, das baulich angepasst worden ist, sorgte für Abhilfe. Der "Sektor" Maschinen fand hier aber nie Platz. Dieses Anschauungsmaterial kam dann ab 1982 im Technorama in die Gunst des Publikums, dafür umso prächtiger.
1999 erfolgte ein umfassender Umbau (Piotrowski + Bovet). Mit dem Miteinbezug aller Räume konnte zusätzlich Raum geschaffen werden. Die mehr als verdoppelte Fläche umfasst nun ca. 1000m2. Das Museum startete mit einem neuen und zeitgemässen Konzept und widmet sich heute hauptsächlich unserer Alltagskultur. Wechselausstellungen und Veranstaltungen bewegen sich an den Schnittstellen von Kunst, Handwerk, Design und industrieller Produktion. Das Haus ermöglicht Begegnungen mit Gestaltern, es erzählt Objekt- und Materialgeschichten und erlaubt Auseinandersetzungen mit der Arbeitswelt: mit Produktion und Design, mit Werkstoffen und Technologien.
Das Museum bietet Workshops für Schulen, öffentliche Führungen und Veranstaltungsreihen an. Für die Verpflegung sorgt die Cafeteria 'dolce e piccante' - im Winter an der Wärme, im Sommer im lauschigen Hinterhof. Ausgefallene und besondere Objekte für Gross und Klein findet man im Museumsshop.