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Mit der Muldenzentrale – ein Recyclingpionier
Bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Bauschutt und Hausmüll vorwiegend mit Schnappkarren oder den berühmten Ochsner-Kübeln entsorgt. 1951 lancierte die Uetiker Firma Ernst Wirz AG in der Schweiz den sogenannten Wechselladekipper (Welaki), der die Entsorgung vieler Abfälle revolutionieren sollte. In Basel tauchte 1957 der erste Welaki auf – bei Settelen.
Die Regio Basiliensis stand damals am Anfang einer starken baulichen Entwicklung, vornehmlich ausgelöst durch die chemische Industrie. Settelen sah die Zukunft des Welaki als Ergänzung und Ersatz der Schnappkarren. Dank des Baubooms florierte das Welakigeschäft in den 1960er Jahren, in das immer mehr Fuhrhalter einstiegen. Ende 1971 gründete Settelen mit fünf anderen Unternehmen die Muldenzentrale Basel (MZB), die Anfang 1972 mit 635 Mulden ihren Betrieb aufnahm.
Von der breiten Bevölkerung wahrgenommen wurde die MZB spätestens im Sommer 1979, als sie das erste Altglas-Sammelsystem Basels aufbaute, indem sie 18 Container mit drei Öffnungen – für farblose, braune und grüne Flaschen – in der Stadt aufstellte.
Das Glasrecycling in Basel boomte. Zwischen 1980 und 1989 wuchs der durch die MZB eingesammelte Altglasberg von drei Tonnen auf acht Tonnen. Aber mit dem Transport von Bauschutt fing es an zu hapern. Zu Beginn der 1990er Jahre stürzten sehr hohe Bank- und Hypothekarzinsen sowie überhöhte Bodenpreise den Hochbau in die Krise. Der Zementverbrauch in Basel sank massiv. Die Bautätigkeit nahm rapide ab. Mitte der 1990er Jahre mussten einige Hochbauunternehmen in Liquidation gehen. Der Wettbewerb unter den Fuhrhaltern verschärfte sich, die Margen schrumpften. Zu Beginn des Jahres 1998 einigten sich deshalb die Partner der MZB, ihr Unternehmen an die Onyx AG zu verkaufen – und der letzte Welaki verliess die Türkheimerstrasse.