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Bernoulli hat Architektur als Teil eines übergeordneten, von ihm im Duktus der Zeit als «organisch» bezeichneten Ganzen verstanden. Ihrer Komplexität gerecht zu werden, bedeutete für Bernoulli städtebauliche Kontextualisierung, theoretische Reflexion und politische Stellungnahme gleichermassen. Angesichts gegenwärtiger Tendenzen, den Städtebau entweder mittels in erster Linie ästhetisch motivierter Stadtbaukunst wiederzubeleben oder als vornehmlich ökonomisch, juristisch und technisch argumentierende Planungswissenschaft zu begreifen, ist es angezeigt, die Vielschichtigkeit des Phänomens Städtebau, nicht zuletzt seine gesellschaftspolitischen Implikationen für die Diskussion zurückzugewinnen, ohne in die blosse Ideologiekritik der 1970er Jahre zu verfallen.
Am Beispiel Bernoullis ist das Forschungsprojekt der zentralen Frage nachgegangen, wie sich Architektur in die Gesellschaft integriert und umgekehrt, welche Relevanz politische und gesellschaftliche Faktoren für die Architektur über ein blosses Postulat hinaus tatsächlich haben. Innerhalb dieser übergreifenden Fragestellung ist das Werk Bernoullis zum einen in der internationalen Städtebaugeschichte positioniert und zum anderen die Bedeutung des spezifisch schweizerischen Kontextes für das Werk Bernoullis und die Rückwirkung dieses Kontextes auf die allgemeine Städtebaugeschichte des 20. Jahrhunderts herausgearbeitet worden.