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Seit heute Morgen hat Gianna Fetzen in der Milch.
Es geht ihr gut, sie frisst normal und hat kein Fieber. Gianna hat vor zwei Monaten ohne Probleme gekalbert und ist jetzt in der vierten Laktation.
Vor einem Monat hatte sie vorne rechts schon einmal Fetzen in der Milch. Damals war der Viertel aber nicht hart und die Fetzen gingen mit Phytolacca schnell weg.
In den letzten Laktationen war die Zellzahl immer um die 130, jetzt gegen 350. Vor 3 Jahren hatte sie 1x eine akute Mastitis.
Jetzt ist wieder der Viertel vorne rechts betroffen. Er ist verhärtet und vergrössert. Zu Beginn kommen kleine und gelbe Fetzen mit brandwasserartigem Sekret, danach Milch. Der Geruch des Sekrets ist unauffällig. Der Viertel ist nicht schmerzhaft, man kann ihn gut ausmelken.
Im Allgemeinen ist Gianna eine sehr nervöse, schreckhafte Kuh. Sie wird nervös, sobald man irgendetwas von ihr will. Sie hat ein sehr schönes Fell und frisst sehr gut. Sie kommt immer etwa in der Mitte zum Melken.
Die Beraterin empfiehlt das Mittel Pyrogenium, als Folgemittel Conium. Zudem soll der Viertel vorne rechts möglichst oft ausgemolken werden.
Rückmeldung fünf Tage später
Die Milch ist schön. Sie hat gar keine Fetzen mehr drin. Das Euter ist schön weich, sie gibt noch ganz wenig an beim Schalmtest.
Pyrogenium
und Conium sind eher seltenere Mastitismittel, aber dennoch sollte man immer
auch an solche Mittel denken.
Pyrogenium kennt man im Zusammenhang mit akuten Mastitiden mit schlechtem Allgemeinzustand und stinkenden Sekreten. Hier war das Brandwasser wegweisend zum Mittel.
Conium ist bekannt für Verhärtungen nach Schlägen ins Euter und chron. steinharten Vierteln. Beide Mittel führten in diesem Fall sehr schnell zu einer zufriedenstellenden Verbesserung der akuten Symptome.
In der Folge muss jetzt die Zellzahl im Auge behalten werden. Allenfalls wird im Anschluss an die Akutphase eine vertiefte Fallaufnahme notwendig, bei der die ganze Krankengeschichte und das Verhalten des Tieres (z.B. die Nervosität) mit einbezogen wird, um ein geeignetes konstitutionelles Mittel zu suchen, dass die Veranlagung zu akuten Ausbrüchen minimiert oder gar verhindert.