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Brasilien trauert um Héctor Babenco. Der 70-jährige Filmregisseur ist in der Nacht vom Mittwoch in einem Krankenhaus in São Paulo einem Herzstillstand erlegen. Geboren in Argentinien hat sich der Wahlbrasilianer mit seinen Filmen wie “Der Kuss der Spinnenfrau“ weltweit einen Namen gemacht und mit seinen Werken das südamerikanische Kino revolutioniert.
Der 1946 im argentinischen Buenos Aires geborene Héctor Eduardo Babenco hatte 1977 die brasilianische Staatsbürgerschaft angenommen und dort seine Filmkarriere gestartet. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit der 1984 gedrehten Hollywood-Coproduktionen “Der Kuss der Spinnenfrau“, für den er als erster lateinamerikanischer Filmemacher zum Oscar nominiert worden war. Ihm folgte das Hollywooddrama “Wolfsmilch“ (1987) mit Jack Nicholson und Meryl Streep.
In Brasilien hat er indes mit gesellschaftskritischen Filmen einen unschätzbaren Beitrag zum südamerikanischen Kino geleistet. Sein Schwerpunkt waren die Beziehungen der Menschen in jeglicher Form und die verschiedenen Charaktere.
In “Carandiru“ zeichnete er erschreckend realitätsnah die Tragödie der blutigen Niederschlagung des Aufstands im gleichnamigen Gefängnis nach. Auch dabei zeigte er die zwischenmenschlichen Beziehungen und das Gestrick des Lebens. Das traurige Schicksal brasilianischer Straßenkinder porträtierte er auf dokumentarische Weise in “Asphalt-Haie“ (1981).
Erst unlängst stellte er seinen letzten Film vor, “Meu Amigo Hindu“, in dem Willem Dafoe die Hauptrolle spielt. Er verkörpert einen Krebskranken Filmemacher, der während seiner Behandlung im Krankenhaus mit dem achtjährigen Hindu Freundschaft schließt.
In den Film ließ Babenco seine eigenen Erfahrungen einfließen. Babenco hatte sich in den 90er Jahren einer Behandlung gegen Lymphkrebs unterziehen müssen. Als Biographie wollte er seinen Film jedoch nicht verstanden wissen.
Die Werke des argentisch-brasilianischen Filmregisseurs haben zu seiner Lebzeiten mehrere Auszeichnungen erhalten. Er selbst ist beim zehnten Kinofestival Lateinamerikas und der Karibik im August 2015 geehrt worden.
Héctor Babenco war seit Dienstag wegen einer Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung in einem Krankenhaus in São Paulo. Sein Herz hat Mittwochnacht (13.) aufgehört zu pochen, seine Filmerbe wird indes weiter lebendig sein.