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Was ist das Problem des Positivismus?
Der Positivismus versucht die Verifikation von allgemeinen Aussagen. Aus gültigen Prämissen können aber falsche Sätze gefolgert werden, ohne dass dies im Rahmen des Dreisatzsystems der Induktion sichtbar werden müsste.
Was wird also als Induktionsproblem bezeichnet?
Die aus Induktion gewonnenen Erkenntnisse sind insofern provisorisch als sie bei jeder nächsten Beobachtung widerlegt werden können. Aus der Tatsache, dass bis anhin alle Beobachtungen dasselbe zeigten, lässt sich keine Sicherheit gewinnen, dass die nächste Beobachtung nicht zu einem anderen Ergebnis kommt. Der aus der Induktion hervorgehende allgemeine Satz bietet keine Sicherheit für Gültigkeit.
Was kann als die Lösung des Induktionsproblems gesehen werden?
Der Anspruch des Kritischen Rationalismus.
Was wird als Deduktion bezeichnet?
Prämisse (Allgemeiner Satz und Zuordnender Satz) führen zu einer Konklusion (beschreibender Satz). Bei einer Deduktion wird von allgemeinen Sätzen auf den einzelnen Fall geschlossen; der beschreibende Satz zum Einzelfall wird aus dem allgemeinen Satz abgeleitet. Deduktion ist das Fundament des Kritischen Rationalismus.
Worin unterscheiden sich unterschiedliche wissenschaftstheoretische Positionen?
Aufgrund des Verfahrens der logischen Schlussfolgerung, die sie für die Wissenschaft als zentral erachten und aufgrund der methodischen Annahmen, die sie treffen.
Karl R. Popper legt die Grundlagen für den Kritischen Rationalismus. Er versteht diese Position als Lösung des Induktionsproblems. Was bleibt?
Auch der Kritische Rationalismus versteht sich als Fundierung einer empirischen Wissenschaft (Natur- wie auch Sozialwissenschaften). Die Beobachtung bleibt dabei zentral. Der Kritische Rationalismus weist der Beobachtung aber einen anderen Platz zu als der Positivismus. Beobachtungen sind nicht der Ausgangspunkt von Forschung. Beobachtungen sind vielmehr das Material, mit dem Hypothesen geprüft werden.
Ausgangspunkt für Forschung sind Hypothesen (behauptete allgemeine Sätze bzw. Regularitäten). Was bedeutet das für die Forschung?
Wahrnehmungen/Beobachtungen sind immer schon theoretisch gelenkt, deshalb ist es kohärent, von diesen theoretischen Annahmen auszugehen. Diese werden anhand der Beobachtung des Gegebenen auf ihre Gültigkeit hin geprüft.
Damit nimmt der Kritische Rationalismus in einem zentralen Punkt eine radikale Umkehr der Forschungslogik vor. Das bedeutet…
Es geht nicht um die Hervorbringung & Verifikation von Aussagen. Es geht vielmehr darum, behauptete Aussagen zu prüfen. Erweisen sich Hypothesen als falsch, so kann dies (im Gegensatz zur Behauptung der Gültigkeit von Sätzen) als sichere Erkenntnis gelten.