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Nahtoderfahrungen
Das Gespräch über den Tod kann man in psychologischer Hinsicht als indirektes Annähern an den Tod, nur auf anderem Niveau betrachten. Bei vielen Menschen ruft zweifellos jede Erwähnung des Todes ein sehr realistisches Bild hervor, so dass sie die Nähe ihres eigenen Ablebens zu fühlen beginnen. Sie meiden dieses Thema, soweit es möglich ist, um sich vor diesem Stress zu schützen.
Der andere Grund dafür, warum die Menschen nicht gerne über den Tod sprechen, liegt in der Natur der menschlichen Sprache. Unsere Wörter bezeichnen überwiegend Gegenstände und Erscheinungen, die wir aufgrund eigener physischer Empfindungen wahrnehmen. Und der Tod ist etwas, was ausserhalb unserer Bewusstseinserfahrung liegt. Die Nahtoderfahrung beeinflusst stark das Verhalten der betroffenen Personen gegenüber dem Tod, besonders von denen, die früher glaubten, dass es nach dem Leben nichts gibt. Alle diese Menschen äusserten in der einen oder anderen Form die Meinung, dass sie keine Todesangst mehr haben.
Einige nach dem klinischen Tod reanimierte Personen, mit denen Dr. Moody gesprochen hat, sagten, dass sie sich an nichts ihres sogenannten Todes erinnern konnten. Der Wissenschaftler findet die Fälle von einigen Menschen sehr interessant, die mehrmals in einer Zeitspanne von mehreren Jahren für tot erklärt und danach wiederbelebt worden sind. Sie teilten mit, dass sie in einem Fall gar nichts und im anderen eine volle Nahtoderfahrung erlebt hatten.Aufgrund dieser unterschiedlichen Erfahrungen versuchte keiner von diesen Patienten jemanden zu überzeugen, dass ihre Erlebnisse real sind.
Beschreibung der Nahtoderlebnisse nach R. Moody
R. Moody unterscheidet etwa fünfzehn Arten von Erlebnissen, die man unter vielen Berichten über Nahtoderfahrung findet. Aufgrund dieser Erlebnisarten hat er eine kurze zusammenfassende Beschreibung der Nahtoderfahrung gemacht.
Der Mensch stirbt und hört im Moment seines grössten physischen Leidens, wie der Arzt ihn für tot erklärt. Er hört unangenehmen Lärm, lautes Surren und fühlt, dass er mit hoher Geschwindigkeit durch einen langen schwarzen Tunnel schwebt. Danach findet er sich plötzlich ausserhalb seines physischen Körpers wieder und sieht ihn in einiger Entfernung. Er beobachtet, wie man ihn wiederzubeleben versucht, und steht emotional ziemlich unter Schock.
Nach einiger Zeit fasst er sich und gewöhnt sich allmählich an seinen neuen Zustand. Er nimmt wahr, dass er einen Körper hat, der aber über ganz andere Eigenschaften als der physische Körper verfügt, den er verlassen musste.
Dann passiert das Folgende: Zu ihm kommen die Seelen von anderen Menschen, um ihn zu begrüssen und ihm zu helfen. Er sieht Geister von verstorbenen Verwandten und Freunden, vor ihm erscheint das Lichtwesen, das so grosse Liebe und Wärme ausstrahlt, wie er es nie vorher spürte. Dieses Wesen spricht ihn wortlos an, damit er sein Leben einschätzt, und zeigt ihm augenblickliche Szenen von den wichtigsten Ereignissen seines Lebens, die er vor seinem geistigen Auge in umgekehrter Folge vorbeiziehen sieht.
In irgendeinem Moment findet er sich an einer Grenze, die wahrscheinlich das irdische Leben vom „Jenseits“ trennt. Trotzdem soll er auf die Erde zurückkehren, denn seine Lebenszeit ist noch nicht zu Ende. Seine Todeszeit ist noch nicht gekommen. In diesem Moment weigert er sich, denn er erfuhr jetzt das andere Leben und will nicht zurück. Er empfindet aussergewöhnliche Freude, Liebe und Frieden. Trotzdem vereinigt er sich mit seinem physischen Körper wieder und kommt ins Leben zurück.
Später versucht er, davon anderen mitzuteilen, kann aber keine passenden Worte dafür finden, um diese überirdischen Ereignisse zu beschreiben. Ausserdem stösst diese Person auf Hohn und Unverständnis und hört dann mit den Erzählungen auf. Dessen ungeachtet beeinflussen die Nahtoderlebnisse stark sein weiteres Leben und seine Vorstellung vom Tod.
Die Menschen sind gewöhnlich sehr wortkarg, wenn sie ihre Todeserfahrungen beschreiben. Diese Erlebnisse hatten aber einen sehr feinen und beruhigenden Einfluss auf sie. Viele davon sagen, dass ihr Leben dank diesen Ereignissen überlegter und sinnvoller geworden ist, denn sie interessieren sich nun mehr für gründliche philosophische Fragen. Die Erforscher des Phänomens Nahtoderfahrung sind sich nicht einig in der Meinung darüber, was wirklich mit dem klinisch toten Menschen passiert. Das Fazit lautet, dass es zwei kontroverse Auffassungen gibt: Die Vertreter der einen verneinen das Leben nach dem Tod und die Trennung der Seele vom Körper, die anderen glauben, dass die Visionen der Menschen, die während der Nahtoderfahrung das Jenseits besucht haben oder über ihrem Körper geschwebt sind, realistisch sind.
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