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Kritisiert wurden von mehreren Bauernverbänden als Initiatoren der Proteste unter anderem die Eingriffe der Regierung in den Agrarmarkt, etwa die Vergabe von Exportrechten bei Getreide. Dadurch würden eine normale Vermarktung und das Funktionieren der Märkte verhindert. Hinzu kämen viel zu hohe Steuern, die die Betriebe „erstickten“ und die Wettbewerbsfähigkeit einschränkten, sowie eine miserable Infrastruktur.
Bauernvertreter zufrieden
Schliesslich litten die Landwirte unter der hohen Inflation im Land und den daraus resultierenden Kostensteigerungen. Die Lage der argentinischen Landwirtschaft sei „entmutigend“, stellten die Bauernvertreter fest. Die Regierung reagiere aber weiterhin nicht. Die Demonstrationen starteten am Montag der vergangenen Woche und dauerten insgesamt fünf Tage an. Ausserdem wurde laut Angaben des Berufsstandes die Vermarktung von Getreide und Ölsaaten sowie von Lebendvieh eingestellt, nicht aber von verderblichen Produkten.
Die Auswirkungen waren laut argentinischen Medienberichten jedoch gering. An den Häfen und den Viehmärkten habe man den Ausstand kaum gespürt. Bauernvertreter zeigten sich dennoch zufrieden. Die Probleme der Landwirtschaft seien in Argentinien in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt worden.
Wahlkampfthema Exportabgaben
Im Wahlkampf spielen die Probleme auf dem Land, allen voran die Exportabgaben, bei allen Präsidentschaftskandidaten eine Rolle. Selbst Daniel Scioli von der Partei Frente para la victoria (FpV), der auch die jetzt scheidende Staatspräsidentin Cristina Fernándezde Kirchner angehört, kündigte eine Überprüfung der derzeitigen Exportabgaben auf Getreide an.
Seine Konkurrenten gehen in diesem Punkt weiter. So will sich der Oppositionskandidat Mauricio Macri von der Partei Propuesta Republicana im Fall seiner Wahl für die Abschaffung der Exportsteuern auf alle Produkte ausser Soja einsetzen.