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„Das Schloss und Weiherhaus“ vom Chronisten Johannes Stumpf um 1550 so benannt.
Zeichnung nach Skizzen von Georg Hartmann und nach der Phantasie von Patrick Lamprecht (als 5. Klässler).
Archiv des Historischen Vereins
Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in einem Vertrag von 1407 zwischen Verena von Ebersberg (Heinrich von Hettlingen ist ihr Mann und Rechtsbeistand) und der Stadt Zürich, in dem sie mit ihrer Feste Wetzikon und dem „Turm“, genannt Wissnang, auf ewig Bürgerin der Stadt Zürich wird. Sie soll ihre Feste und den Turm offen halten für die Stadt Zürich. Wenn Zürich in die Festen Knechte und Söldner legen will, so soll die Stadt dies auf eigene Kosten tun…
Nach dem Tode von Verena von Ebersberg im Jahre 1414 erneuert ihr Mann, Hch. von Hettlingen, im Jahre 1417 den Vertrag mit Zürich: Seine Burg Wilberg und der „Turm“ zu Wissnang stehen Zürich immer offen. Eine Besetzung der beiden Burgen mit Kriegsleuten geht aber auf Kosten Zürichs…
Auch 1440 wird in der Klingenberger Chronik vom „Turm“ Weisslingen gesprochen.
Von 1439-1446 wütet der Alte Zürichkrieg in der Landschaft des Kantons Zürich, die Schwyzer ziehen mehrfach brandschatzend und plündernd durch die Gegend. Heinrich von Hettlingen muss im Krieg ein Landrecht gegen Schwyz beschwören und 40 Gulden bezahlen zur Verhinderung der Zerstörung seines Turmes.
Der Badstubenprozess, leider in der Chronik von Brüngger S.285 in der Übersetzung mit mehreren Fehlern behaftet, hat uns ein überaus interessantes Protokoll geliefert ( StAZ Signatur: A 131 2 Nr. 200a-b / Kopien in der Chronikstube). Im Prozess klagt der Bader Ulrich Lehner von Fehraltorf den Bader Niklaus N. von Weisslingen ein; eine neue Badstube zu bauen, dies sei nicht erlaubt in Orten, wo nicht schon früher eine bestanden habe.
Die Dorfbewohner nennen also gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Burg „Schloss“ und es wurde darin ein Gewerbe betrieben, nämlich eine Badstube. Weitere, spätere Urkunden:
Es ist zu vermuten, dass dies auf einen Um- und Anbau, evtl. Neubau zurückzuführen ist. Leider zerfiel dieses Schloss und später wurde ein Bauernhaus auf dem Burghügel erbaut.
Die Steine wurden für weitere Hausbauten verwendet, belegt ist die Verwendung beim ersten Fabrikbau um 1811 von Heinrich Schellenberg auf dem heutigen Areal der ehemaligen Fa. Moos AG. Der nördliche Teil des Hügels wurde als Kiesgrube beim Ausbau des Strassensystems der Gemeinde im 19. Jahrhundert ausgebeutet.
Auffallend ist die damals noch grosse Mauer gegen die Strasse. Heute sind nur noch wenige Steine übrig geblieben.
Beim heutigen Bauernhaus stellt sich die Frage, ob dieses auf den Grundmauern des Schlosses steht, oder ob es unabhängig davon auf dem Areal neu gebaut wurde. Beim Keller, der gegen Süden eine Türe aufweist, fragt man sich, ob hier wohl noch Mauerwerk, bzw. Wände des Turmes oder des Schlosses verwendet wurden.
Auf Grund der Namen von Zeugen auf Urkunden bei denen jeweils der Wohnort der Zeugen genannt wird und der gesellschaftliche Stand abgeleitet werden kann, lässt sich vermuten, dass es sich um Adelige gehandelt hat, wobei deren Statussymbol meist eine Burg bildete.
1044
1094, 1130
1180
Um 1200
1216
Eine Strassburger Schenkungsurkunde nennt als Zeugen die Brüder Herthart, Herhart, Folkerat von Wizenanc in Gesellschaft adeliger Herren.
Gerhart von Wizenanch wird als Zeuge urkundlich erwähnt.
Heinrich de Wizenanch wird unter einem Schiedsspruch des Bischofs von Konstanz aufgeführt.
Rudolf von Weisslingen schenkt dem Kloster St. Johann ein Gut.
Rudolf wird in einer Appelationsurkunde als „nobilis vir“ betitelt, was nur bei Freiherrn und Grafen üblich war.
Es kann vermutet werden, dass um diese Zeit herum der Turm in Weisslingen gebaut wurde. Allerdings bestehen keine direkten Hinweise und eine archäologische Untersuchung konnte bisher nicht durchgeführt werden.
1243-1297
Die späteren Träger des Namens „von Weisslingen“ werden in zahlreichen Urkunden nicht mehr als „nobilis“ bezeichnet. Sie waren kyburgische Lehensträger und Gefolgsleute geworden. Ihre Namen waren Heinrich, Hartmann, Berchtold und Adelheid.
Der Historiker Peter Niederhäuser vermutet*:
„Es ist kaum ein Zufall, dass die Frau des künftigen Schlossbesitzers, Johann von Hettlingen, ebenfalls Adelheid heisst. Johann, dessen Vorfahren wiederholt zusammen mit den Herren von Weisslingen aufgetreten sind, dürfte die Erbtochter Adelheid geheiratet und damit Turm und Güter übernommen haben. Bis zu ihrem Aussterben im Mannesstamm um 1460 residieren die Herren von Hettlingen fortan auf der bescheidenen Burg.“
*= Heimatspiegel im Verlag von „Zürcher Oberländer“ und „Anzeiger von Uster“ Nr.10 / Oktober 2003