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Schildertext "Kunstgewerbe"
Gute Pflege der Wiesen und Weiden ist eine Kunst. Die Bauern mähen und weiden, düngen und säen, striegeln und walzen, mausen und jäten, um den gewünschten Pflanzenbestand heranzu-ziehen. Kunst beginnt beim Können.
Wie der Bauer seine Wiesen bewirtschaftet und dabei die Pflanzenbestände verbessert
Zweifachziel. Wer meint, Wiesen könnten einfach gemäht und geweidet werden, ohne dass man sie pflegt, täuscht sich. Ein Gang mit einem Bauern über seine Wiesen kann einem die Augen öffnen. Ziel des Bauern ist, auf seinen Wiesen eine optimal zusammengesetzte Pflanzengemeinschaft heranzuziehen, um viel Futter von bester Qualität zu ernten. Diese Optimierungsaufgabe ist eine Kunst.
Mähen und Weiden. Mit einem überlegten Wechsel von Mähen und Weiden kann der Bauer den Pflanzenbestand seiner Wiesen beeinflussen. Zum Beispiel kann eine Frühlingsweide konkurrenzstarke Kräuter zurückdrängen und den Gräsern Platz verschaffen. Oder wenn man eine Wiese zu einem späteren Termin mäht und altes Bodenheu macht, können gewünschte Gräser absamen und ihren Anteil im Bestand halten oder vergrössern.
Düngen. Mit gezielter Stickstoffdüngung kann der Bauer die gewünschte Zusammensetzung eines Wiesenbestandes erreichen. Er kann die Erntemenge steigern und den Futtergehalt verbessern. Wer übermässig oder zum falschen Zeitpunkt düngt, verbrennt möglicherweise Pflanzen, es entstehen Lücken in der Wiese und Unkräuter können keimen.
Säen. Um einen schlechten Wiesenbestand aufzuwerten, kann der Bauer Samen von erwünschten Gräsern einsäen. Wenn er eine solche Übersaat während einer Weideperiode vornimmt, drücken die Tiere die Samen in den Boden. Wo ein Wiesenbestand weniger als 30 Prozent gute Gräser enthält, lohnt sich eine Neuansaat: Der Bauer pflügt dann den Boden und sät die Wiese neu an.
Striegeln, Abschleppen, Walzen. Gestriegelt wird dann, wenn eine Wiese verfilzt oder verkrustet ist und der Boden für eine Übersaat aufgerissen werden muss. Wiesen werden ausgeebnet und Mäusehaufen weggeputzt, indem der Bauer sie mit einem geeigneten Gerät „abschleppt“. Gewalzt werden Wiesen im Frühling, um eine holprige Oberfläche einzuebnen oder wenn Pflanzen im Winter nur noch locker im Boden wurzeln.
Mausen. Mäuse fressen mit Vorliebe die süssen Wurzeln der Kräuter und guter Gräser. Diese sterben ab und die Lücken werden von wertlosen Pflanzen bewachsen. Mäuseschäden können manchmal epidemieartig auftreten und den Erfolg vieler Jahre Wiesenpflege zunichte machen.
Jäten. Nur besonders hartnäckige Unkräuter wie die Blacken werden einzeln ausgestochen oder totgespritzt. Sonst versucht der Bauer vor allem mit der Kunst der Bewirtschaftung Unkräuter am Aukommen und sich der Ausbreiten zu hindern.