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Überraschend entscheidet Ted Cruz die erste Vorwahl um die Nomination durch die republikanische Partei für sich. Der erzkonservative Senator aus Texas verwies Mitbewerber Donald Trump und Marco Rubio auf die Plätze. Bei den Demokraten liegt Hillary Clinton nach Auszählung von mehr als 90 Prozent aller Stimmen hauchdünn vor Herausforderer Bernie Sanders.
Mit den Vorwahlen in Iowa ist am Montag in den USA das Wahljahr gestartet. Im landwirtschaftlich geprägten Bundesstaat im Mittleren Westen begannen Punkt 19 Uhr (2 Uhr MEZ) die Parteiversammlungen der Republikaner und der Demokraten.
Die Anhänger der Kandidaten kamen in den sogenannten Caucus zusammen und stimmen nach eingehender Diskussion ab. Die Wahl ist zahlenmässig als eine von mehr 50 Vorwahlen kaum bedeutend, hat aber als erste Abstimmung grosse Signalwirkung.
Die Wahlbeteiligung war laut Medienberichten im Vergleich zu 2012 signifikant höher. Nicht zuletzt das — für Februar — milde Wetter dürfte dabei eine Rolle spielen.
Ted Cruz hat die erste Vorwahl der US-Republikaner im Bundesstaat Iowa gewonnen. Der texanische Senator verwies Donald Trump auf den zweiten Platz. Der umstrittene New Yorker Milliardär Trump blieb damit hinter den Erwartungen zurück.
Cruz kam nach Auszählung von fast aller Bezirke auf rund 28 Prozent der Stimmen. Trump, der in Umfragen leicht vor Cruz lag, erreichte rund 24 Prozent und damit nur rund ein Prozent mehr als Marco Rubio, der auf dem dritten Platz landete. Der Senator aus Florida schnitt damit deutlich besser ab als erwartet.
Die anderen republikanischen Bewerber waren abgeschlagen. Der frühere Neurochirurg Ben Carson holte etwas mehr als neun Prozent. Senator Rand Paul lag bei 4,5 Prozent vor Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, der auf weniger als drei Prozent kam. Alle anderen Kandidaten blieben unter zwei Prozent.
«Wir sind Zweiter geworden, und ich möchte euch etwas sagen: Ich fühle mich einfach geehrt, sehr geehrt», erklärte Trump vor Anhängern. Der wegen seiner populistischen und teils fremdenfeindlichen Äusserungen umstrittene Geschäftsmann gratulierte Cruz «und allen unglaublichen Kandidaten».
Rubio feierte sein Abschneiden vor Anhängern wie einen Sieg. «Ich bin euch so dankbar, Iowa», sagte. «Ihr habt an mich geglaubt, als andere nicht geglaubt haben, dass diese Nacht möglich sein würde.» Der im Vergleich zu Trump und Cruz weniger extreme Rubio gilt als Kompromisskandidat der Republikaner.
Nach seinem zweiten Platz bei der US-Vorwahl in Iowa will Donald Trump nun alle Kräfte auf die nächsten Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina richten. «Wir werden uns diese Nominierung für die Präsidentschaft holen», rief er seinen Anhängern in Des Moines zu.«Wir werden Hillary oder Bernie Sanders oder wen auch immer sie da aufstellen, locker schlagen», sagte Trump in der Nacht zum Dienstag.
Marco Rubio, der auf dem dritten Rang landete, gratulierte seinem Widersacher Ted Cruz auf Twitter zu dessen Sieg.
Bei den Demokraten liegen die frühere Aussenministerin Hillary Clinton und der Senator Bernie Sanders praktisch gleichauf. Nach Auszählung von rund 94 Prozent der Bezirke führte Clinton mit weniger als einem halben Prozentpunkt vor Sanders.
Clinton sprach zu ihren Anhängern und zeigte sich siegessicher für den ganzen Wahlkampf, ohne aber den Sieg in Iowa für sich zu reklamieren. Sanders sagte vor begeisterten Anhängern, vermutlich würden die Delegiertenstimmen der Demokraten geteilt.
Martin O'Malley, der Dritte im Bunde der Demokraten, wirft nach den Vorwahlen in Iowa das Handtuch. O'Malley, Ex-Gouverneur aus Maryland, galt neben Clinton und Sanders als chancenloser Kandidat. O'Malley dürfte bei den Vorwahlen weniger als ein Prozent der Stimmen erzielen.
Auf Seiten der Republikaner steigt Mike Huckabee aus dem Rennen um die Nomination der Grand Old Party aus.
Und so sah das Ganze aus der Perspektive des SRF-NY-Korrespondenten in der Kleinstadt Osceola aus:
Als Favorit ging in Iowa bei den konservativen Republikanern der New Yorker Immobilien-Mogul Donald Trump in seine erste Wahl überhaupt. Chancen wurden auch dem erzkonservativen Texaner Ted Cruz eingeräumt — zurecht, wie sich nun herausstellt.
Bei den Demokraten zeichnete sich bereits im Vorfeld ein überraschend enges Rennen zwischen der Favoritin und Ex-Aussenministerin Hillary Clinton und ihrem Widersacher Bernie Sanders, Senator aus dem Bundesstaat Vermont, ab. (wst/sda/dpa)