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Auf dem Gelände der ehemaligen Schuhfabrik, im Herzen der Stadt Frauenfeld, ist der solitäre Baukörper der Schlossmühlestrasse 11, ehemals als Färberei und Laboratorium genutzt, ein verbliebener noch unsanierter Zeitzeuge. Deutlich höhere Neubauten wurden bereits auf den angrenzenden Grundstücken erstellt, welche das Grundstück dreiseitig einrahmen.
Auf der Westseite schließt das 2- geschossige Gebäude mit Walmdach und einer breiten Hauptfassade an die Schlossmühlestrasse an. Der Hauseingang befindet sich rückseitig und ist über einen Hofbereich fussläufig zugänglich. Ein privater Aussenraum steht nicht zur Verfügung.
Das Gebäude wurde im Jahre 1879 als Büro mit Farbküche/ Laboratorium erstellt, mehrfach umgebaut und diente dann später als Wohnhaus.
Es ist 3-teilig aufgebaut und besteht aus einem Hauptbau mit 5 Fensterachsen und markanten Rundbogenfenstern im Erdgeschoss, einem breiten Dacherker und niedrigeren, sowie schmaleren Seitenflügeln. Die notwendige Sanierung des Gebäudes wurde mit denkmalpflegerischen Auflagen belegt.
Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude in einigen Bereichen zum Teil deutlich umgebaut und überformt. Die Sanierung führte es wieder auf ein ursprüngliches Erscheinungsbild zurück.
Die Erstellung eines zeitgemäßen Wärmeschutzes wurde minimal invasiv innenseitig realisiert. Neue Holzfenster und -türen mit Isolierverglasung komplettieren diesen. Mit frischen Tönen wurden die Farbkombinationen des Bestandes neu interpretiert. Ergänzte Balkone auf der Hofseite der Loftwohnungen und ein kleiner Balkon im Dachgeschoss erweitern die Wohnungen um private Aussenbereiche. Diese sind, wie die Absturzsicherungen der Fenster als verzinkte Stahlkonstruktionen erstellt, welche sich dezent einfügen, aber deutlich als neu absetzen.
Massive Wände aus Feldstein in Unter- und Erdgeschoss, sowie die leichteren Backsteinwände in den Obergeschossen und im Inneren des Baukörpers tragen die bestehenden Holzbalkendecken. Im Erdgeschoss des Hauptbaus wurden zum Teil gemauerte Gewölbedecken vorgefunden, welche die Grundlage für Neukonzeption der Grundrisse in diesen Bereichen bilden. Die Dachkonstruktion musste zum Teil erneuert werden und erfolgte Anpassungen der Tragstruktur wurden zurückgebaut. Die Dacheindeckung konnte mit passenden Ergänzungen wiederverwendet werden
Im Inneren wurden die Wohnungen und das Treppenhaus grundlegend überarbeitet und den heutigen Lebensumständen und aktuellen Vorschriften, vor allem bezüglich des Brand- und Schallschutzes angepasst. Eindeutig als Neuinterpretation erkennbar ist die neue Stahltreppenkonstruktion, welche das marode Holztreppenhaus ersetzt.
Die Wohnungen sind mehrseitig belichtet. Ein zentraler Korridor teilt die Geschosswohnungen des Hauptbaus in die Wohn- und Aufenthaltsräume entlang der Schlossmühlestrasse und die dienenden Räume auf der Hofseite. Das Dachgeschoss bietet auch in der 2.5-Zimmer Wohnung grosszügige Zimmer und Wohnräume und ist deutlich offener gestaltet als die anderen Wohnungen.
Die kompakten Loftwohnungen haben im oberen Geschoss einen Wohn- und Essbereich mit Zugang zum hofseitigen Balkon. Das untere Eingangsgeschoss besitzt neben dem Eingangsbereich ein Zimmer und die Nasszelle. Ein neu eingebrachter Treppenaufgang verbindet die beiden Geschosse.
Klare Formen und Oberflächen, sowie eine dezente Farbgebung komplementieren den Bestand und wiederverwendete Elemente, wie z.B. das Buche-Fischgratparkett. Eine moderne und hochwertige Ausstattung und Oberflächen in Holz und mineralischen Spachtelbelägen wurden ebenfalls umgesetzt.
Pläne
Daten
Adresse
Planung
Ausführung
Programm
- 2.5-4.5-Zi-Wohnungen
- Geschosswohnungen
- Loftwohnungen
- Dachgeschoss-Wohnung
Projektteam
Verantwortlicher Partner: Birgit Rothen