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Bildnachweis: Fotos: Bad Zurzach Tourismus
...das Glück aus der Tiefe.
Die Entdeckung des natürlichen Heilwassers aus 1‘000 Metern Tiefe wird einem glücklichen Zufall verdankt.
Seither gehen Gäste aus der ganzen Welt in Bad Zurzach baden. Der Ort hat sich in dieser Zeit zu einem internationalen Badekurort entwickelt.
Die Geschichte des Thermalbads Zurzach beginnt 1914.
Die Schweizerische Sodafabrik führte Sondierbohrungen durch um auf Salz zu stossen. Dabei sollen Spuren von Kalisalz gefunden worden sein, dies liess die damalige Regierung des Kantons Aargau auf Bodenschätze hoffen.
Der Grosse Rat bewilligte einen Kredit um weiterbohren zu können. In einer Tiefe von 416 Metern stiess man zufällig auf eine 38°C warme Quelle, die artesisch (auf eigenen Druck) aus dem Bohrloch sprudelte. Untersuchungen bestätigten, dass es sich um vor zügliches Heilwasser handelte.
Aufgrund des ersten Weltkrieges und fehlenden, finanziellen Mitteln, wurde die Quelle nach wenigen Wochen wieder verschlossen.
Die Medizin benötigt das Heilwasser
Dr. Martin Erb, der seit 1923 in Zurzach eine Arztpraxis führte, mobilisierte Interessenten um erneut finanzielle Mittel für eine weitere Bohrung generieren zu können.
Im Jahre 1926 wurde auf Antrag der Thermalquellenkommission ein Fonds eingerichtet, in den die Gemeinde einen jährlichen Betrag einzahlte, „damit Vorbereitungen getroffen werden kön
nen, wenn Private die Finanzierung wagen können“.
Schliesslich konnte der Fonds im Jahr 1954 dem Gremium Dr. Martin Erb, Paul Weber und Dr. Walter Edelmann zur Verfügung gestellt werden. Auch die fehlenden CHF 90‘000.- für die
Bohrung konnten durch weitere Aktionäre generiert werden.
Vor der Erbohrung der Thermalquelle
Unter dem wachsamen Auge der Sodafabrik (Sicherung der Salzlager) und dem zunehmendem Zweifel, ob man auf die erhofften Wassermengen stossen würde, zogen sich die Bohrungen in die Länge. Nach kurzer Einstellung der Bohrungen auf 419 m Tiefe (jeder weitere Meter verursachte erhebliche Zusatzkosten), schoss am 5. September 1955 in einer Tiefe von 429,6 m die 40°C warme Quelle aus dem Urgestein empor. Bad Zurzach stand vor seiner Wende zum Kurort und feierte in überschäumender Freude und voller Hoffnung für die Zukunft.
Bereits am 24. September 1955 waren provisorische Badebaracken und –wannen aufgestellt, um das heilsame Wasser der Bevölkerung zugänglich zu machen.
Das Provisorium wurde durch ein Doppelbassin und Liegeräume erweitert.
Entwicklung zum Kurort
Die Voraussetzungen für eine überlegte Planung wurden sehr schnell geschaffen. Am 10. September 1954 wurde die Thermalquelle AG gegründet. Die Quelle brachte auch den Marktflecken wieder in Schwung, es folgte ein Projekt dem andern. Ab 1957 wurde das Zurzacher Wasser auch als Mineralwasser vermarktet.
1958 entschloss man sich, einen Turm (das heutige Turmhotel) mit Reservoir zu bauen, um einen gleichmässigen Druck von
3,5 bar auf die Leitungshähne auszuüben und die Quelle zu
entlasten. Heute wird der Druck durch Pumpen konstant gehalten, das Reservoir wird nicht mehr gebraucht. Ausserdem wurden Hotelzimmer und ein Restaurant in den Turm eingeplant, denn der Ausbau des Thermalbades sollte im Gleichzug mit der Schaffung von Hotels und Restaurationsbetrieben geschehen.
Gründung der Thermalbad Zurzach AG
1966 wurde die Thermalbad Zurzach AG als Tochtergesellschaft der Thermalquelle AG gegründet. Durch die in den 10 Jahren des Provisoriums zugeflossenen finanziellen Mittel wagte man,
den Ausbau des Bades in Angriff zu nehmen. Im Jahre 1970 konnte das Baderestaurant und das Thermalbad mit zwei Thermalbecken eröffnet werden. Durch die unerwartet hohe Besucherzahl drängte sich 1977 eine Erweiterung auf; das dritte Becken wurde erbaut. Der Rückgang der Besucherzahlen in den 80-iger Jahren veranlasste die Verantwortlichen, das Bad mit Whirl-Pools und Sprudelliegen zu ergänzen. 1987 folgt das vierte Becken, ein Fliessbad mit Strömung und Wasserfall in seiner Mitte. 1998 öffnete das SPA Medical Wellness Center seine Tore.
Die Wellness-, Fitness- und Beautyanlage mit direkter Verbindung zum Thermalbad ist die ideale Ergänzung zum bestehenden Angebot.
Der Weg des Quellwassers
Heute sind vier Quellen bekannt, jedoch werden nur zwei genutzt: die Quellen unter dem ehemaligen Hotel Zurzacherhof sowie diejenige zwischen den Becken 2 und 3 im Thermalbad. Beide nicht genutzten Quellen befinden sich hinter der RehaClinic an der Quellenstrasse sowie unter dem Gebäude der RehaClinic. Aus 430 – 460 m Tiefe fliesst das Quellwasser artesisch mit einer Frequenz von 500 Litern pro Minute und einer Temperatur von 39.5°C empor. Die Leitungshähne werden direkt mit dem fast 40°C warmen Wasser versorgt und dann ohne zusätzliche Abkühlung in die Becken und Duschen verteilt.
Durch technische Steuerung wird das Wasser auf die Temperaturen zwischen 32°C – 36°C abgekühlt, wobei die Abstufung mit der Grösse der Becken zusammenhängt.
Die Temperatur wird bei zu viel Abkühlung durch Wärmezufuhr von aussen konstant gehalten.
Das Wasser der Becken wird laufend entkeimt. Zuerst durch einen Grobfilter, dann erfolgt die Reinigung durch einen Quarzsandfilter (13 Tonnen Quarzsand) und dann mit Ozon, welches geruchsfrei und hautfreundlich ist.
Täglich wird ein Becken entleert, desinfiziert und mit frischem Thermalwasser wieder aufgefüllt. Das entleerte Wasser fliesst dann in den Rhein.
Quelle
Die Quellen in Bad Zurzach sind alkalische Glaubersalz-Thermen, das Wasser schiesst mit 39.9° aus dem Boden in einer Geschwindigkeit von 500 Litern/Minute empor. Die chemische Bezeichnung für die Therme lautet „Natrium-Sulfat-Hydrogencarbonat-Chlorid-Therme“.
Indikationen
Die Motivation der Initianten der Quellen-Erbohrung war von Beginn weg, das kostbare Wasser zum Wohl der Menschen und zur Linderung von Beschwerden einzusetzen. Die heilende Wir
kung des Thermalwassers ist von besonderem Interesse bei Rheuma-Erkrankungen, Bewegungs- und Zirkulationsstörungen, bei Verletzungs- und Unfallfolgen, sowie für Durchblutungsstörun
gen. Badegäste, die an Herz- und Kreislaufbeschwerden oder entzündlichen Gelenkveränderungen leiden, sollten vor dem Baden einen Arzt konsultieren.
Das heutige Angebot im Thermalbad Zurzach & SPA Medical Wellness Center
Die Wasserfläche beträgt über 2‘000m2. Die Becken verfügen über Sprudel-Bänke, -Liegen und – Rondellen sowie Massagedüsen.
Becken 1
ca. 32 – 34° Schwimmbecken mit Hallenteil
Becken 2
ca. 35° Wohlfühlbecken mit LED-Beleuchtung
Becken 3
ca. 36° Ruhebecken (nur für Erwachsene)
Becken 4
ca. 34° Fliessbecken mit Wasserfall
Papa Moll-Kinderbecken
ca. 32 – 34° Kinderbecken mit Rutschbahn
Intensiv-Solebad
8 – 10% Salzgehalt Schweben wie im toten Meer
Naturschwimmbecken
kühleres Wasser
Bohrturmsauna Salz-Erlebniswelt
auf 3 Etagen (Dampfbad, 3 Saunen)
Am Ufer des Naturschwimmbeckens befinden sich ein Massagehaus sowie zwei Textilsaunen, welche mit Badekleidern benutzt werden. Weiter wird die Bade- und Wellnesslandschaft mit einem Kristall-Dampfbad, Kneipp-Kaltwassertretbecken, stündlich stattfindender Wassergymnastik, Elektrolyse Fussbäder, Solarien, Infrarotkabinen, Ruheräumen, Liegewiesen und einer Poolbar ergänzt.
Das SPA Medical Wellness Center bietet folgende Möglichkeiten:
- Massagen, Körper- und Kosmetikbehandlungen
- Fitnesscenter mit Kraft-, Ausdauer-, Gymnastik- und Beweglichkeitstraining
- Breites Kursprogramm (z.B. Zumba, Aerobic, Yoga, Body Pump)
- Kinderhort
- Wellnesslandschaft mit Saunen, Dampfbädern mit Erlebnisduschen (exklusiv für SPA Mitglieder sowie Hotelgäste)
Verantwortungsvoller Umgang mit der Energie
Das Thermalbad Zurzach engagiert sich mit einem nachhaltigen Ressourcenumgang in den Bereichen Energie & Klimaschutz. Ein erster Beitrag liegt bei den installierten Wärmepumpen, diese
gewinnen Energie aus dem gebadeten Wasser und führen sie frischem Badewasser zu. Zudem wird für sämtliche Duschanlagen im Bad Thermalwasser verwendet, welches mit 40° aus den Thermalquellen gefördert wird. Damit entfällt der Energiebedarf für die Aufheizung von Kaltwasser. Eine weitere Massnahme sind die Beckendeckungen, welche jeweils über Nacht montiert werden. Insgesamt konnte der Heizölverbrauch in den letzten acht Jahren (2004-2011) um mehr als 50% reduziert werden.