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Stippe
Als Stippe oder Stippigkeit bezeichnet man eingesunkene Flecke von meist brauner Farbe, direkt unter der Fruchtschale der Äpfel. Meist bilden sich diese Stippen erst nach einiger Zeit im Obstlager. Allerdings sind gelegentlich schon bei der Ernte die ersten Symptome an einzelnen Äpfeln zu beobachten. Im Laufe der Zeit bilden sich immer mehr Stippen, die dann auch tiefer im Fruchtfleisch zu finden sind. Stärker betroffene Früchte werden unbrauchbar. Sie schmecken bitter und auch nicht mehr für die Verarbeitung, z.B. als Apfelmus geeignet. Werden bei den eingelagerten Früchten erste Stippesymptome beobachtet, so sollten die Früchte möglichst schnell verwertet werden.
Die Ursache für diese Erkrankung der Äpfel ist eine Ernährungsstörung auf Grund eines Calciummangels in der Frucht. Meist liegt allerdings kein Mangel des Nährstoffs im Boden vor, sondern die Ursache für die Stippe ist ein mangelnder Calciumtransport im Baum. Der Nährstoff wird von den Wurzeln aufgenommen und mit dem Transpirationsstrom in den Leitungsbahnen in die Blätter transportiert. Starkes Trieb- und Blattwachstum im Frühjahr kann dann dazu führen, dass in erster Linie die jungen Blätter mit Calcium versorgt werden. In den Früchten bewirkt dies eine relative Unterversorgung mit dem Nährstoff, der u.a. für die Stabilität und der Zellwände verantwortlich ist.
Als besonders anfällig für die Stippe gelten z.B. die Sorten 'Schweizer Glockenapfel', 'Boskoop', 'Ontario', 'Cox Orange', 'Jonagold, 'James Grieve'.
Massnahmen gegen die Stippe
Alle Massnahmen, die das Triebwachstum der Bäume anregen, fördern auch die Stippe. Vor allem ein regelmässiger, kräftiger Rückschnitt im Winter und eine übermässige Düngung kann daher die Stippe begünstigen. Bei längeren Trockenperioden im Frühjahr sollten vor allem kleinwüchsige Apfelbäume auf schwach wachsender Unterlage ausreichend mit Wassere versorgt werden.
Im Erwerbsobstbau werden auch spezielle Calciumdünger auf Blätter und Früchte gespritzt. Für eine ausreichende Wirkung sind allerdings 4 bis 6 Behandlungen erforderlich.