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Wie oft sollte man täglich aufs WC gehen? Wie oft ist zu viel?
Darauf gibt es keine schlüssige Antwort. So oft, dass man sich wohl dabei fühlt, nicht unter Verstopfung leidet und einen geformten Stuhl hat.
Wenn der Stuhl zu dünn ist oder man regelrecht auf die Toilette rennen muss, könnte auch ein Reizdarm vorliegen oder andere Darmerkrankungen. Dies sollte dann beim Arzt abgeklärt werden. In jedem Fall ist ein Ess-/Trink-Tagebuch hilfreich, um herauszufinden, was für einen Einfluss die Ernährung dabei hat.
Ich habe oft einen stark geblähten Bauch. Was würden Sie zur Regulierung des Blähbauchs empfehlen?
Im Akutfall kann man immer etwas zum Binden der Blähungen einnehmen, da gibt es verschiedene Präparate mit Dimethicon oder Pfefferminzöl.
Zur Verbesserung der Gesamtsituation empfehle ich weitgehenden Zuckerverzicht, nicht zu viele Lebensmittel von derselben Sorte (Milchprodukte oder Getreide), eher gekochtes als rohes Gemüse und nicht zu viele Früchte wegen des Fruchtzuckers.
Sie könnten es über mindestens drei Monate mit einem Aufbau der Darmflora versuchen, der allgemein zu verbesserter Verdauung und oftmals auch zu weniger Problemen aufgrund von Lebensmittelintoleranzen führt.
Welche Nahrungsmittel sollte man für einen festeren Stuhlgang zu sich nehmen?
Um einen besser geformten Stuhl zu bekommen, können Sie Reisspeisen, Bananen, getrocknete Heidelbeeren und helles Brot zu sich nehmen. Noch wichtiger ist es, darauf zu achten, welche Lebensmittel den Stuhl zu dünn machen. Führen Sie ein Ess-/Trink-Tagebuch, um herauszufinden, was nicht gut vertragen wird. Dies können Süssstoffe sein, bestimmte Getränke wie Kaffee oder eben bestimmte Lebensmittel. Bei chronischem Durchfall sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden für weitere Abklärungen.
Ich ernähre mich seit kurzer Zeit vegan und habe starke Blähungen. Was kann ich dagegen machen?
Oft isst man bei der Umstellung auf vegane Ernährung zu viele Ballaststoffe in Form von Gemüse und Früchten von einem Tag auf den anderen. Gehen Sie die Umstellung langsam an: Steigern Sie langsam die Gemüse- und Früchtemenge. Die Darmflora muss quasi erst umgebaut werden.
Meine kleine Tochter leidet unter Koliken. Was kann ich machen, dass es ihr nicht so wehtut?
Bei der Bäuchleinmassage sollte auf folgendes geachtet werden: sanft und nicht mit Druck im Uhrzeigersinn reiben. Oft hilft auch eine Lageveränderung beim Halten des Kindes, da dadurch die Gase besser in Bewegung kommen.
Beim Trinken sollten Sie darauf achtgeben, dass das Kind nicht zu hastig trinkt, da es sonst zu viel Luft einsaugt. Bei regelmässig zu viel Luft im Darm können verschiedene Tropfen gegeben werden, die bewirken, dass die Luftbläschen kleiner werden und sich dadurch besser verteilen.
Von der Gabe von Tees mit ätherischen Ölen würde ich eher abraten, jedenfalls nicht in grösseren Mengen. Es gibt spezielle Bäuchleinöle zur Massage, die angewendet werden können. Falls das Kind voll gestillt wird, kann die Mutter auch Basenpulver selbst einnehmen, das kann auch helfen beim Vermindern der Koliken.
Ich habe immer wieder Verstopfung und esse eigentlich sehr gesund, viel Gemüse und Ballaststoffe. Kann ich selbst noch was ausprobieren, das hilft, bevor ich zum Arzt gehe?
Sie können versuchen, morgens drei Deziliter lauwarmes Wasser und einen halben Apfel – gut und langsam zerkaut – einzunehmen. Manchmal helfen auch eingelegte Feigen, Leinsamen oder Flohsamen.
Versuchen Sie auch, sich genügend Zeit zu nehmen für den Toilettengang. Allgemein Stressreduktion und regelmässige Bewegung unterstützen die normale Funktion des Darms.
Falls alles nicht hilft, gibt es osmotische Abführpräparate, die regelmässig eingenommen werden können, ohne eine Gewöhnung zu erzeugen. Dies würde ich aber auch erst nach einer guten Abklärung empfehlen.
Was kann ich tun, wenn mein Kind Magendarm hat und nichts essen will?
Solange das Kind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt (als Bouillon oder Kräutertee) und sich in einem allgemein guten Zustand befindet, muss es nicht unbedingt essen.
Wenn etwas Appetit und Beruhigung des Zustandes eintritt: nur leichtverdauliche, gekochte Speisen in kleiner Menge geben (keine tierischen schwerverdaulichen Eiweisse, keine Rohkost, keine Milchprodukte).
Zur Unterstützung können Sie die Darmflora aufbauende Produkte verabreichen.
Egal, was ich esse, ich habe immer saures Aufstossen. Was hilft denn dagegen?
Versuchen Sie es langfristig mit genügend basenhaltigem Essen, vor allem Gemüse. Eventuell vertragen Sie gekochtes Gemüse und Früchte besser als Rohkost, da diese viel Säure erfordert zum Verdauen. Saure Früchte, kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte und weisses Gebäck lösen dies auch oft aus.
Bei chronischem Reflux mit Magensäure sollte eine ärztliche Abklärung gemacht werden, da nebst dem Magen auch die Speiseröhre mit Entzündungen reagieren kann wie auch Zahnschäden resultieren können.
Wieso muss ich beim Sport so oft pupsen?
Wenn Gas im Darm ist, setzt sich dieses bei sportlicher Tätigkeit in Bewegung, das ist physiologisch schon richtig so. Falls es zu viel und oft so ist, sollte einmal über die Ernährung geschaut werden: Oft führt eine Fehlernährung oder zu viel Zucker zu einer nicht gut strukturierten Darmflora.
Gibt es einen Trick, wie das Völlegefühl nach grossen Mahlzeiten schnell wieder weg geht?
Etwas Bewegung kann etwas helfen, nicht zu viel dazu trinken. Üppige Essen über einen längeren Zeitraum verteilen (wie zum Bespiel mehrgängige Menus).
Was hilft am besten gegen akutes Sodbrennen?
Natron kann gut helfen, da es keine weiteren Zusatzstoffe beinhaltet. Es gibt viele weitere Präparate, die vielleicht etwas effizienter im Neutralisieren der Magensäure sind, sie enthalten aber weitere Stoffe wie Aromen und Süssstoffe. Für den gelegentlichen Gebrauch ist beides okay.
Bei stets bestehendem Problem können Magensäurestopper eingesetzt werden, dies empfiehlt sich aber eher nicht für akutes Sodbrennen.
Ich bekomme auf Reisen immer Verstopfung. Was kann ich dagegen tun?
Die meisten Menschen leiden trotz Freude am Reisen unter etwas Stress: Dies kann zu Verstopfung führen. Achten Sie auf regelmässiges Essen, nicht zu üppig, genügend Trinken und Bewegung. Früchte wie Feigen können auch gut unterstützen. Notfalls darf auch einmal vorübergehend ein Abführmittel eingesetzt werden für solche Sondersituationen.
Zurzeit ist Intervallfasten im Trend. Welche Vorteile hat das Fasten für meine Verdauung?
Das Intervallfasten ermöglicht der Darmflora Erholung, was dem Immunsystem und der Psyche zugutekommt.
Beim Intervallfasten muss auf eine gute Zusammensetzung der Ernährung geachtet werden: genügend faserstoffreiche Lebensmittel (Gemüse, Früchte, Vollkorngetreide), hochwertiges Eiweiss, gesunde Fette und nicht zu viele Kohlenhydrate. Zucker sollte generell vermieden werden. Eine Trinkmenge von 1,5 bis zwei Liter ist empfehlenswert.