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Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) trägt in seinem Schlichtkleid eine eher unauffällige Färbung verschiedener Brauntöne. In seinem Prachtkleid jedoch erhalten seine Wangen und Halsseiten ein warmes Kastanienbraun, während sich sein Kopf, Schnabel, Hals und Rücken dunkelbraun bis fast schwarz färben. Ein Kernmerkmal ist der weissgelbe Fleck an seinem Schnabelwinkel. Als Mitglied der Familie der Lappentaucher, zu denen auch der bekanntere Haubentaucher gehört, kommt der Zwergtaucher hervorragend unter Wasser zurecht. Seine Füsse besitzen sogenannte Schwimmlappen, die ihm ähnlich wie Schwimmhäute einen besonders guten Antrieb geben. Gleichzeitig können sie sich beim vorwärtsziehen der Beine zusammenklappen, wodurch kaum Wiederstand entsteht. Doch auch sein Gesang ist nicht zu unterschätzen. Vor allem während der Balzzeit von April bis Juni trillern Männchen wie auch Weibchen äusserst hörbar, oft auch im Duett.
Als Standvogel ist der Zwergtaucher bei uns das ganze Jahr über zu beobachten. Jedoch lebt er vor allem während der Brutzeit eher versteckt. Sein Nest baut er am liebsten in Uferbereichen inmitten von dichten Röhrichten oder mit Wasserstellen durchzogenen Seggenriedflächen. Bis Juli brütet er oft zweimal. Pro Brut legt das Weibchen im Schnitt fünf Eier. Nach ca. 22 Tagen schlüpfen die Jungen und sind recht unmittelbar danach bereits fähig zu schwimmen und zu tauchen. Dies kann bei Gefahr sehr nützlich sein. Oft sieht man sie jedoch auf dem Rücken der der Eltern ruhend. Nach etwa anderthalb Monaten sind sie flügge.
Der Zwergtaucher ernährt sich sowohl von Insekten und deren Larven, kleinen Schnecken und Kaulquappen. Gelegentlich und vermehrt im Winter kommen auch Fische auf den Speiseplan. Die Nahrungssuche findet vor allem während den Tauchgängen statt, die bis zu 15 Sekunden dauern können. Der kleine Wasservogel bewohnt eine sehr breite Fassette an Gewässern. Man findet ihn in grösseren Seen, natürlichen und künstlich angelegten Kleingewässern, sowie in langsam fliessenden Flussabschnitten und Altarmen. Der Hauptfaktor für ihr Vorkommen in diesen Lebensräumen ist die Qualität des Wassers. Nur intakte, vegetationsreiche Gewässer bieten für sie gute Nist- und Brutbedingungen sowie ausreichende Futterquellen.
Vom gewaltigen Rückgang der schweizerischen Feuchtgebiete der letzten 150 Jahre ist der Zwergtaucher wie unzählige andere Arten stark betroffen. Nur noch etwa 15% der damaligen Flächen bestehen heute noch und auch nur ein sehr kleiner Teil der verlorenen Gebiete wurde in den vergangenen Jahrzehnten zurückgewonnen. Zudem werden die beträchtlichen Pegelschwankungen infolge des Klimawandels dem Wasservogel oft zum Verhängnis. Auch bestehende Feuchtgebiete mit schlechter Wasserqualität bieten oft nicht ausreichend Nahrung. Die Konkurrenz mit anderen Tauchern verstärkt dieses Problem. Der Zwergtaucher gilt momentan nicht als bedroht, doch seine Bestände gehen zurück.
Mit Küken im Schwimmnest © Volker Jungbluth zVg von BirdLife Schweiz
Damit der Zwergtaucher hier auch weiterhin fröhlich trillernd anzutreffen ist, sind mehrere Dinge nötig. Zum einen müssen viele Feuchtgebiete wieder aufgewertet und gepflegt werden. Zum anderen braucht es auch dringend eine Schöpfung von neuen Lebensräumen. Als Pionierart besiedelt der Zwergtaucher diese bei guten Bedingungen sehr gerne. In allen Fällen ist die Wasserqualität essenziell. Der Eintrag von Düngemitteln und Pestiziden muss folglich reduziert und besser reguliert werden.
Eine Landschaft mit vielfältigen Gewässern bietet nicht nur dem Zwergtaucher eine Heimat, sondern auch etlichen anderen Arten. Im Mosaik der Ökologischen Infrastruktur dürfen vitale und diverse Feuchtflächen auf keinen Fall fehlen.
Schilfgürtel bei Bolle di Magadino © Chiara Scandolara zVg von BirdLife Schweiz
Quellen und Informationen: BirdLife Schweiz / Schweizerische Vogelwarte
Haben Sie gewusst?
Das Nest des Zwergtauchers schwimmt häufig im Wasser und ist oft auch an Wasserpflanzen verankert. Dies ist vor Allem nützlich, wenn der Wasserspiegel steigt. Meist wird an den Nestern kontinuierlich weiter gebaut, um zu verhindern, dass noch nicht ausgebrütete Eier herausfallen. Nach dem die Jungvögel geschlüpft sind, ist dies jedoch kein Problem mehr, denn sie können von früh auf gut schwimmen, obwohl sie sich sehr gerne auf dem Rücken der Eltern mittragen lassen. Zwergtaucher gehören zu den sogenannten Nestflüchtern, welche im Gegensatz zu den Nesthockern beim Schlüpfen schon eher weitentwickelt sind.
Schlechte Flieger?
Zwergtaucher sind nicht die besten Flieger. Meistens benötigen sie einen längeren Anlauf um vom Wasser abzuheben. Trotzdem legen sie gelegentlich kleinere Strecken zurück, um sich beispielsweise im Winter in Regionen mit grösseren Gewässern zu begeben. Dort kann man sie dann sehr gut beobachten, oft auch in Gruppen.
Hier finden Sie den vollständigen Pressetext, Materialien und Fotos zum Download von BirdLife Schweiz:
Am 9. März findet die Exkursion "Balzende Zwergtaucher" am Klingnauer Stausee statt. Mit der Leitung vom Naturzentrum, wird nach dem Vogel des Jahres bei seinem markanten Balzritual gesucht. Mehr Infos finden sie in unserem Exkursionsprogramm.
Zur Anmeldung: hier
Die Gewässer-Initiative setzt sich für den Schutz, die Sicherung und den Erhalt von Feuchtbiotopen im Kanton Aargau ein, wovon auch der Zwergtaucher profitieren würde.