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Das Hinzufügen von E150a – Zuckerkulör im gewöhnlichen Sprachgebrauch – zu Whisky (und Rum) ist alltäglich, aber es bleibt ein sehr umstrittenes Thema. Unterstützt das die Farbkonsistenz und beruhigt es die Konsumenten? Oder ist eine gefakte Farbe einfach ein «Bschiss»?
Whisky wird mit Zucker gefärbt. Während des Reifevorgangs liegt der Whisky in Holzfässern. Holz besteht aus Zellulose, die chemisch gesehen aus Zuckermolekülen zusammengebaut ist. Vor dem Einfüllen des Whiskys werden die Fässer «getoastet», also thermisch behandelt. Dadurch entsteht zum einen ein rauchiges Aroma, aber zum anderen werden die vorhandenen Zuckermoleküle durch das Erhitzen zu Karamell, so wie im Kochtopf bei der Herstellung von Karamellbonbons. Dieses Karamell löst sich dann langsam während der Reifung aus dem Holz und gibt dem Whisky seine schöne bräunliche Farbe. Also zunächst mal nichts Künstliches und nichts Verwerfliches.
Die Fässer, in denen der Whiskys reift, sind in der Regel 4-5 Mal in Gebrauch, manche bis zu 10 Mal. Dadurch wird klar, dass mit jedem Mal nicht mehr so viel Zucker abgegeben werden kann, da einfach nicht mehr so viel im Holz ist. Um nun einen Qualitätsstandard zu gewährleisten und sicherzustellen, dass der Whisky immer fast gleich aussieht, sind viele Destillerien dazu übergegangen, den Whisky mit Zuckerkulör (E150) nachzufärben. Die zweite Charge aus einem Fass ein bisschen, die dritte noch ein bisschen mehr. Auf diese Weise werden Rückfragen bezüglich der unterschiedlichen Farbgebung vermieden.
Die Zuckerkulör (oder Zuckercouleur) ist eine schwarze Lebensmittelfarbe, die in Europa als Lebensmittelzusatzstoff für zahlreiche Lebensmittel unbeschränkt zugelassen ist.
Zuckercouleur wird durch Karamellisierung hergestellt, bei der die Bedingungen auf polymere Endprodukte eingestellt werden. Das Erhitzen von Glucosesirup mit Schwefelsäure in Gegenwart von Ammoniak führt zu gefärbten Produkten. Zur Erhöhung der Löslichkeit und Stabilität können Sulfonsäuregruppen durch Addition von Sulfit an Doppelbindungen erhöht werden.
E 150 ist zwar geschmacksneutral und ungiftig, dennoch verfälscht er das eigentliche Produkt ein wenig. Allerdings rechnen sich viele Destillerien so mehr Chancen auf dem Markt aus und damit dürften sie nicht unrecht haben, schliesslich lassen sich vor allem Whisky-Laien von der Farbe des Getränks beeinflussen.
Der Nachteil des Zuckerkulörs wird erst im Laufe der Zeit sichtbar: Er verblasst nämlich. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass auch Whisky ohne Farbstoffzusatz verblasst, wird er zu lange dem Licht ausgesetzt.
Quelle: Pinterest
Dem Whisky-Liebhaber bleibt oft nur die Möglichkeit, auf besondere Abfüllungen umzusteigen, wenn er partout keinen künstlichen Farbstoff trinken will. Es gibt ein paar wirklich reine Whiskies, die auch keine zusätzlichen Farbstoffe enthalten. Die Destillerie Balbair verzichtet bei einigen ihrer Whiskies auf den Zusatz von Zuckerkulör, genauso Laphroaig oder Highland Park, um nur einige zu nennen.