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Johann Höhn, Danzig, 1675
Silber, geprägt
Dm. 7,1 cm
Inv. 1917.1733.
Die Medaille entwarf der Danziger Medailleur Johann Höhn (1640–1693) aus Anlass der Schlacht von Fehrbellin am 18. Juni 1675, bei der die brandenburgische Kavallerie unter Kurfürst Friedrich Wilhelm (1620–1688) die eingefallenen schwedischen Truppen besiegte. Auf der Vorderseite sieht man im Vordergrund den berittenen Kurfürsten; links neben ihm stürzt, von einer Kugel getroffen, ein Reiter vom Pferd. Dies ist der Basler Emanuel Froben (1640–1675), der als Stallmeister in brandenburgischen Diensten stand. Prinz Friedrich II., Landgraf von Hessen-Homburg, berichtet in einem Brief direkt nach der Schlacht, an der auch er teilgenommen hatte: «der ehrliche Frobenius todt mit einem stücke, kein schrit vom Kurfürsten ». Diese unmittelbare Nähe zum Kurfürsten liess schon bald die Legende entstehen, Froben sei von einer Kugel getroffen worden, die eigentlich dem Kurfürsten gegolten habe. Er habe, um den Kurfürsten zu schützen, dessen auffällig weisses Pferd geritten, sei daher mit ihm verwechselt und getötet worden.
In Heinrich von Kleists Drama «Prinz Friedrich von Homburg» (1809/10 verfasst) wird Froben als «Opfer seiner Treue» und das Geschehen als «die rührendste Begebenheit, die je ein Ohr vernommen» bezeichnet. Der Akt endet mit dem Niederknien des Kurfürsten vor dem Sarge Frobens. Von dieser Sichtweise fi nden sich Spuren in Literatur und Kunst, bis hin zu populären Dichtungen und den Schulbüchern der Kaiserzeit.
Von der Froben-Legende fi ndet sich auf der Medaille, die bald nach der Schlacht geprägt wurde, nur die Darstellung des nah beim Kurfürsten stürzenden Reiters.
Die 15-zeilige Inschrift auf der Rückseite bezieht sich auf die Bedeutung der Schlacht; der Name Froben erscheint nicht. Auch auf den weiteren Medaillen, die anlässlich dieses Schlachterfolges geprägt wurden, kommt der Name Froben nicht vor. Der immer gleiche Text der Vorderseite, der dem 118. Psalm entnommen ist (A DOMINO HOC FACTUM, ET MIRABILE EST IN OCULIS NOSTRIS = Das ist vom Herrn geschehen / und ist ein Wunder vor unseren Augen), ist als Dank für die Errettung des Kurfürsten aus höchster Gefahr zu deuten. Das dargestellte Geschehen dient der Verherrlichung des Herrschers, der von Gott erwählt und durch ihn auf wunderbare Weise verschont wurde.
Kurfürst Friedrich Wilhelm erhielt nach diesem Sieg den Übernamen «der Grosse Kurfürst». Zum einen war der Sieg über die eigentlich überlegenen schwedischen Truppen eine militärische Überraschung, und zum anderen manifestierte sich damit ein Wendepunkt, nach dem die Schweden immer weiter in die Defensive gedrängt wurden.
Gegenüber der Familie des gefallenen Emanuel Froben zeigte sich der Grosse Kurfürst dankbar: Den jüngsten Bruder des Gefallenen, Jacob Christoph Froben, erhob er noch am Tag der Schlacht in den Adelsstand, und Emanuel Froben selbst wurde mit den anderen Gefallenen ehrenvoll im Berliner Dom bestattet.