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Die älteste Tanksäule in meiner Sammlung stammt aus der Zeit zwischen 1908 - 1912, die Gilbert & Barker in unrestauriertem Zustand. Kurz danach, zu Beginn der Zwanzigerjahre, folgten die Stand und Wandsäulen mit den zwei 5l Gläsern. Die freistehenden Metall-Tanksäulen nennt man Eiserne Jungfrauen. Sie sind nur so hoch, weil es damals keine Pumpmotoren gab, der Tankwart musste mittels eines Hebels das Benzin oder den Diesel hochpumpen. Die Gläser befanden sich so hoch oben, weil der Treibstoff, je nach Höhe des Einfüllstutzens, abfliessen musste. Sie sind unter Sammlern sehr gesuchte Stücke. In den Dreissigerjahren kamen die sogenannten Uhrengesichter, im Englischen; Clock Face genannt, zum Einsatz. Ein Zeiger, genau gleich wie bei einer Armbanduhr, drehte im Uhrzeigersinn und zeigte so die Literzahlen an. Übrigens wurden viele der Tanksäulen in der Schweiz gebaut! Namen wie BREVO aus Horgen, Sauser in Solothurn oder Garba in Zürich, sind Begriffe unter Sammlern. In den Vierzigerjahren kamen dann schon die sogenannten Computertanksäulen. Auch wenn noch rein mechanisch mit einem sehr komplexen Zählwerk, wurden sie bereits als Computer bezeichnet. Wann genau dieser Ausdruck für Tanksäulen verwendet wurde, kann ich nicht sagen. Diese drehenden Zahlen haben sich bis zur Digitalisierung Ende der Neunziger gehalten.
Die ersten Tanksäulen standen vor Restaurants und vor der Dorfschmiede. Sie standen dort, wo die Menschen sich trafen und beim Schmied, weil der für den Unterhalt und die Reparaturen der ersten Autos verantwortlich war. Garagen im Sinn wie man sie heute kennt, entwickelten sich aus Schmiedebetrieben oder Werkstätten. Bald einmal merkte man, dass mit Benzin nicht nur Geld gemacht werden kann wenn man den Treibstoff verkauft, sondern auch noch mit allem drum herum, was Herr und Frau Schweizer im täglichen Leben benötigten. Tankstellenshops schossen aus dem Boden wie Pilze, alle wollten von dem boomenden Geschäft profitieren. Anfangs noch bedient vom Tankwart, der dem Kunden nebst dem Auftanken gleich noch einen kleinen Service am Auto machte, ist heute alles Selbstbedienung. Öl wechselt oder füllt der Garagier nach, Luft wird nur nachgefüllt, wenn die digitale Anzeige im Auto danach verlangt und auch das wird meist von einem Mechaniker gemacht. Kaum ein Autolenker heutzutage weiss, wie viel Reifendruck die Pneus an seinem Auto brauchen. Früher gab es dafür Reifendrucktabellen .