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Ich frage mich, was es bedeutet, wenn Bücher wie Normal People (Sally Rooney) und dieses hier so stark mit mir resonieren. Was sagt es über feministische, bisexuelle, weiblich sozialisierte X-und-zwanzig-Jährige in dieser Generation aus, dass man sich in Büchern wiederfindet, in denen das Begehren zu (cis) Männern derart beschrieben ist, dass die Beziehung zu ihnen schon als selbstverletzendes Verhalten gelten könnte?
Nach ihrem Abschluss zieht Ava etwas lost nach HongKong und lehrt Englisch, einen typischen Expat-Beruf. Dort lernt sie Julian, einen Banker, kennen. Die beiden freunden sich an, sie zieht zu ihm, die beiden schlafen miteinander. Dann ist Julian für einige Monate in London. In dieser Zeit lernt sie Edith kennen, die beiden kommen zusammen. Aber Ava wohnt immer noch bei Julian.
In diesem Fall war es daher interessant davon zu lesen, wie Avas Beziehung zu Edith quasi einen Counterpart zu der undefinierten, eher „ungesunden“ Freundschaft+ mit Julian darstellte: eine Beziehung auf Augenhöhe, mit gegenseitiger Wertschätzung und geteilten Interessen. Eine fast „gesunde“ Beziehung, wenn Ava sie nicht selbstsabotieren würde.