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Im ersten Semester 2017 stieg der operative Gewinn vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 37% auf 75,4 Mio CHF. Nach wie vor werde eine strenge Kostenkontrolle verfolgt, und der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft sei gestiegen, heisst es von GAM am Donnerstag zur Begründung.
Das bereinigte Ergebnis - von GAM selbst als operativer Reingewinn bezeichnet - legte 39% auf 58,7 Mio zu, und das verwässerte operative Ergebnis pro Aktie - Basis für die mittelfristige Gewinn-Guidance - verzeichnete ein Plus von 37% auf 0,37 CHF.
Der IFRS Konzerngewinn schliesslich lag bei 67,7 Mio CHF (+27%). Im Unterschied zum "operativen Reingewinn" wurden hier nicht wiederkehrende Posten mit einem negativen Beitrag von 7,3 Mio und akquisitionsbezogene Posten mit einem positiven Beitrag von 16,3 Mio berücksichtigt. Zum einen handelt es sich um eine Wertminderung von Kundenverträgen, Umstrukturierungskosten sowie Integrationskosten in Bezug auf im zweiten Halbjahr 2016 abgeschlossene Akquisitionen. Die akquisitionsbezogenen Posten umfassen eine tiefere Schätzung der aufgeschobenen Zahlungen für die Übernahme von Arkos (mittlerweile GAM Lugano), THS und Cantab.
AUF KURS MIT KOSTENEINSPARUNGEN
In den ersten sechs Monaten nahm der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft um 11% auf 257,7 Mio zu. Dabei stiegen die Netto-Vermögensverwaltungsgebühren und Kommissionen um 3% auf 238,4 Mio und die performanceabhängigen Erträge auf 19,3 Mio nach 1,2 Mio im Vorjahr. Unter dem Strich legte der Betriebsertrag in der Berichtsperiode um 9% auf 257,5 Mio CHF.
Der Geschäftsaufwand stiegt gleichzeitig um 1% auf 182,1 Mio stieg. Der Personalaufwand blieb verglichen mit dem ersten Halbjahr 2016 praktisch unverändert, während der Sachaufwand leicht anstieg. GAM will bekanntlich bis 2019 die Fixkosten um bis zu 30 Mio (im Vergleich zu 2016) senken - davon 10 Mio CHF 2017. Da sei man auf gutem Wege, heisst es am Donnerstag. Auswirkungen früherer Akquisitionen würden allerdings nicht berücksichtigt.
Nettoneugelder flossen der Gruppe in den ersten sechs Monaten in der Höhe von 6,4 Mrd zu - nach einem Abfluss von 4,7 Mrd im Vorjahr. Seit April war bereits bekannt, dass im ersten Quartal Neugelder von netto 2,8 Mrd CHF generiert wurden.
Im Halbjahr fiel der kleinere Teil auf den Bereich Investment Management mit Nettozuflüssen von 1,9 Mrd an (AuM +6% auf 72,7 Mrd). Auf Private Labelling, das Fondslösungen für Dritte anbietet, entfielen Nettozuflüsse von 4,5 Mrd (+13% auf 59,1 Mrd). Insgesamt betrugen die verwalteten Vermögen (AuM) damit per Ende Juni 131,3 Mrd nach 126,9 Mrd zum Ende des ersten Quartals.
Die flüssigen Mittel gingen derweil auf 281,2 Mio CHF nach 352,7 Mio per Ende 2016 zurück. Hauptursachen seien die Dividendenausschüttung für 2016 gewesen sowie Bonuszahlungen für dasselbe Geschäftsjahr, so GAM. Zur im April angekündigten Überprüfung der Vergütungspolitik durch den Verwaltungsrat gibt es derweil keine Neuigkeiten. Lediglich heisst es: Man werde sicherstellen, dass sich die Vergütung am langfristigen Geschäftserfolg orientiert.
REBRANDING DER JULIUS-BÄR-FONDS
Mit den Zahlen erfüllte die Gesellschaft die Erwartungen der Analysten, übertraf diese beim operativen Reingewinn und Nettoneugeld gar. "Allmählich widerspiegeln sich unsere Anstrengungen, die Transformation von GAM voranzutreiben, positiv in unseren Finanzergebnissen", lässt sich CEO Alexander Friedman in der Mitteilung zitieren. Die in den vergangenen zwei Jahren umgesetzten Schritte würden messbare Erfolge zeigen, und der Ausblick stimme hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Geschäfts zuversichtlich.
Zudem werden die Mittelfristziele über einen Geschäftszyklus von fünf bis acht Jahren bestätigt. Demnach soll das verwässerte operative Ergebnis pro Aktie auf annualisierter Basis um über 10% gesteigert und eine Umsatzrendite von 35 bis 40% erreicht werden.
Ausserdem macht GAM Fortschritte bei strategischen Initiativen, um die operative Effizienz zu steigern und den Vertrieb zu verbessern. Auch das Produktangebot soll weiter vereinfacht werden. Im ersten Halbjahr seien weitere sechs Fonds geschlossen oder verschmolzen worden - zusätzlich zu den 66 Fonds in den vergangenen zwei Jahren. Bekanntlich wurde auch die die Lizenz zur Verwendung der Marke Julius Bär aufgekündigt. Die zuvor unter dieser Marke angebotenen Fonds wurden jetzt Anfang Juli einem Rebranding unterzogen.
ys/cp
(AWP)