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Kleiner Abstecher in die Geschichte
Da es Hortensien auf allen Kontinenten gibt, liegt der Schluss nahe, dass dies auf eine lange Entstehungsgeschichte, deren Ursprung bereits vor dem Auseinanderdriften der Kontinente liegen muss, schliessen lässt. Fossilienfunde in Europa, Amerika und Asien belegen, dass die Pflanze schon seit rund 40–70 Millionen Jahren auf der Erde gedeiht. In der westlichen Literatur taucht der Name «Hydrangea» das erste Mal um 1739 auf. Jan Frederik Gronovius beschreibt in seinem Werk «Flora Virginica» über diese neu entdeckten Pflanzen, welche von Forschungsreisen aus Nordamerika stammen. Im Laufe der nächsten 200 Jahre wurden immer mehr Varianten entdeckt und festgehalten. Doch hatte zu diesem Zeitpunkt im Westen niemand eine Ahnung davon, dass in Asien und vor allem Japan die Hortensie seit Menschengedenken in Gärten und der freien Natur wuchsen und sich grosser Beliebtheit erfreuten. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts trafen die ersten Pflanzen aus China in Europa ein und fanden ihren Platz in den Universitätsgärten und von dort auch in die Gärtnereien Belgiens und dann in die restlichen Länder Europas.
Botanik
Grundsätzlich umfasst die Gattung Hydrangea eine überschaubare Gruppe von Sträuchern, kleinen Kletterpflanzen und Bäumen. Wie bereits erwähnt, findet man Hydrangea in Nordamerika, Ostasien und auf den Philippinen, diese sind auch die bei uns am meisten zu findenden Hortensien im Handel. Sehr verbreitet bei uns ist die «Hydrangea arborescens». Sie verliert im Winter die Blätter und Blüten und ist winterhart. Sie wird rund 1m hoch und der Blütenschirm besteht aus einer Vielzahl von fruchtbaren Blüten und einiger steriler Blüten, die den Rand bilden. Natürlich wird diese grosse Gruppe in viele weitere Untergruppen aufgeteilt. Diese Gruppe ist Wasseransprüche angeht, im Gegensatz zu vielen ihrer Artgenossen. Bekannte Vertreter sind «Annabelle» und «Grandiflora». Die «Hydrangea quercifolia» findet man hier zu Lande leider wenig. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, sind vor allem ihre eichblattförmigen Blätter ein Erkennungsmerkmal. Während des Reifeprozesses der Blüten nehmen die Randblüten rosa bis purpurrote Farbtöne an.
Ebenfalls zu erwähnen ist die «Hydrangea macrophylla», sie zählt zu den Ballhortensien und wurde lange irrtümlich als deren echte Wildform betitelt. Diese prachtvolle Hortensie wird schon lange in Japans Gärten gezüchtet, erweist sich aber in unserem Klima als etwas pflegeintensiver. Hier spielt der richtige Standort, genügend Wasser auch in heissen Sommern eine grosse Rolle für gutes Gedeihen.
Neben diesen drei grossen Gruppen kommen noch viele weitere kleine Untergruppen oder Züchtungen der allerseits beliebten Hortensien vor und jedes Jahr kommen weiter dazu, um unsere Gärten und Balkone zu verschönern.
Im Garten – was ist zu beachten?
Grundsätzlich sollten Sie sich im Klaren sein, dass jeder Garten oder Balkon seine Begebenheiten hat und man die Pflanzen je nach Bodenbeschaffenheiten, Klima und Standort auswählt und nicht umgekehrt. Auch wenn das manchmal schwerfällt, in Anbetracht der opulenten Auswahl moderner Gärtnereien und Gartencenter.
Doch auch bei den Hortensien gibt es Sorten, die ein wenig heikler und andere, die etwas grosszügiger sind, was Standort und Klima angeht. Bestimmt werden Sie für jeden Ort die passende Pflanze finden. Zweifellos kann der Gärtner Ihres Vertrauens Ihnen dabei einige hilfreiche Tipps geben.
Die grösste Gruppe von Hortensien machen die oft bunten Ballhortensien aus, die es in unzähligen Farben und Variationen zu erwerben gibt. Bitte beachten Sie aber, dass die Farbe der Blüten von der Bodenbeschaffenheit her rührt, Säuregrad und Standort machen den Unterschied. Natürlich kann hier auch etwas getrickst werden mit sogenanntem «Hortensienblau», welches Sie jeweils im Herbst und Frühling den Pflanzen zuführen, wenn Sie die Blütenstämme ausbilden Die Blühfreude von Hortensien ist eine ihrer grossen Vorzüge, denn kaum eine andere Pflanze blüht von Frühling bis in den späten Herbst hinein in einer solchen Pracht und Beständigkeit. Wobei sich die Färbung je nach Blühgrad und Jahreszeit leicht verändert und so noch mehr an Schönheit gewinnt.
Einige nützliche Tipps zum Thema «richtig pflanzen»
Meistens werden Hortensien in Topfware verkauft. Suchen Sie eine kompakte Pflanze mit drei bis vier Trieben aus und achten Sie darauf, dass sie allgemein gesund aussieht. Natürlich ist es hilfreich, wenn die Pflanze gerade in Blüte steht und so einen besseren allgemeinen Überblick gibt, aber das ist nicht zwingend nötig. Vorsicht bei Unkraut im Topf– das ist ein schlechtes Zeichen. Pflanzen Sie die Hortensie zu Hause so rasch als möglich in den Garten oder einen anderen Topf um, da die Erde im ursprünglichen Topf meistens kaum noch Nahrung für die Pflanze hergibt.
Dabei sollte das zu bepflanzende, quadratische Loch etwa doppelt so gross sein wie die Pflanze selber. Der Pflanzcontainer kann Ihnen hier als Massstab für die ideale Tiefe dienen. Besser die Erde an der Oberfläche nur festdrücken und nicht mit den Füssen feststampfen. Es macht auch durchaus Sinn, spezielle Hortensienerde zu benutzen, alternativ geht hier auch Azaleen- oder Rhododendrenerde als Ersatz. Und nie das Giessen weglassen, auch wenn es kurz darauf regnen sollte, denn denken Sie daran, schon im Namen «Hydrangea» steckt das Wort «Wasser». Anschliessend mit passendem Dünger (verrotteter Kompost oder im Handel erhältlicher) düngen und mit Mulch zudecken.
Der Schnitt
Vor ein grosses Problem gestellt sehen sich immer wieder viele Hortensienfreunde, wenn es um den korrekten Rückschnitt ihrer Lieblinge geht. Die einen Sorten darf man beliebig zurückschneiden, ohne dass die Blühfreude im nächsten Jahr wegfällt. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass viele Sorten Ihre Blütenknospen bereits im Herbst für das nächste Frühjahr anlegen. So schneiden Sie also bei einem Rückschnitt auch die Knospen mit ab und Sie werden sich im nächsten Jahr nur über saftig grüne Blätter freuen dürfen. Aus eigener Erfahrung nach diversen Kursen empfehle ich Ihnen folgende einfache Faustregel: Sämtliche weissen «Hydrangea arborescens» können Sie zurückschneiden, allerdings verpassen Sie dann das romantische spätherbstliche oder winterliche Bild von mit Frost oder Schnee bedeckten Wippeln. Allerdings alle bunten, bereits im Herbst Knospen machenden Ball- oder Tellerhortensien lassen und erst im kommenden Frühling, wenn wirklich klar ist, wo sich Blüten entwickeln, noch etwas nachhelfen mit Schneiden und Trimmen. Hortensien sind wunderschön auch als Dekoration in Blumensträussen und Gestecken. Allerdings sollten Sie bedenken, dass sie nicht verzehrt werden dürfen und sich so als Dekoration auf Torten und Ähnlichem nur bedingt eignen. Dafür können Sie einfach getrocknet werden und uns so auch viele Monate nach dem Blütenhöhepunkt noch Freude bereiten.