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Seit 1974 setzt sich die Schweizer Menschenrechtsorganisation Incomindios für die Rechte der Indigenen Völker weltweit ein. Wobei ein besonderer Fokus auf Nord-, Mittel- und Südamerika gelegt wird. Seit 2003 hat Incomindios den Beraterstatus an der UNO (ECOSOC).
Die Frage, welche ethnische Gruppen als indigen bezeichnet werden können beziehungsweise sich selbst dieser Kategorie zuordnen, gibt weiterhin Anlass für Kontroversen. Letztlich enden alle Debatten immer wieder bei einer Arbeitsdefinition, die der ecuadorianische Anwalt und Diplomat José Martínez Cobo in seiner von den Vereinten Nationen in den 1970er Jahren in Auftrag gegebenen Studie zur Diskriminierung indigener Bevölkerungen formulierte.
Sie basiert auf verschiedene objektive Kriterien und einer subjektiven Selbstidentifikation. Zu den Gemeinsamkeiten indigener Gruppen zählt er die historischen Erfahrungen von Kolonialismus und Eroberung, die kulturelle Differenz von der nationalen Mehrheitsgesellschaft sowie die gegenwärtige Marginalisierung und Benachteiligung. Indigenität geht also nicht zwingendermassen mit einer bestimmten Lebensweise einher.
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Wie bereits angekündigt führt Incomindios am Samstag 10. Oktober 2015 ein Freiwilligentreffen in Zürich durch. Sinn und Zweck dieses Treffens liegt darin, die neuen Projektideen zu präsentieren und weitere Freiwillige zu begeistern sich aktiv bei Incomindios zu beteiligen. Das Ziel der Freiwilligenarbeit ist, die Öffentlichkeit über die Indigenen Völker zu sensibilisieren und Unterstützung zu bewirken. Wie schon der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano sagte: „Viele kleine Leute, an kleinen Orten, mit kleinen Taten, können die Welt verändern“.
Diverse Projekte in unseren Dossiers „Rechte“, „Ressourcen“ und „Kultur und Bildung“ stehen in folgenden Bereichen voran:
- Pädagogik/Ethnologie: der Ausbau der Module an den Schulen für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie deren Durchführung in der ganzen Schweiz
- Wissenschaftliche Mitarbeit in rechtlicher, ethnologischer und/oder politischer Hinsicht: regelmässige Berichterstattung über Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und Rohstoffabbau im Zusammenhang mit indigenen Völker sowie Studien über indigene Völker
- Germanistik und Publizistik: Reportagen und Übersetzungsarbeit
- Organisatorisches / öffentliches Auftreten / Campaigning: Organisation und Durchführung von Standaktionen und Kampagnen, auch mit Partnerorganisationen (unter Anderem betreffend Atomausstieg oder Gewalt an indigenen Frauen )
- Verschiedenes: UNO-Repräsentation in Genf mit Relevanz für indigene Völker
Nachfolgend die Eckdaten des Freiwilligentreffens:
Datum: 10. Oktober 2015
Ort: Cafe Gloria, Josefstrasse 59, 8005 Zürich
Zeit: 17:00 Uhr
Wir freuen uns auf ein zahlreiches Erscheinen!
Patricia Miranda Wattimena wurde 1990 in der Küstenregion der Maluku Provinz in Indonesien geboren und ist eine Angehörige der Haruku. Sie absolviert zur Zeit ein Studium der Rechtswissenschaften an der Pattimura University in Ambon und arbeitet nebenher für die Indigenous Peoples Alliance of the Archipelago (IPAA), der Dachorganisation aller Indigenen Völker Indonesiens.
Ein Interesse für Menschenrechte war bei Patricia schon früh vorhanden. Bereits als 14- Jährige engagierte sie sich in der Drogen- und Aidsprävention in ihrer Gemeinschaft und setzte sich für Kinderrechte ein. Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters verschob sich ihr Fokus mehr und mehr in Richtung Rechte von Indigenen.
Auf die Menschenrechtslage in Indonesien angesprochen, weist Patricia auf das widersprüchliche Verhalten der Regierung hin, die zwar internationale Verträge und Rechtsabkommen ratifiziert, sich innerhalb der Landesgrenzen jedoch kaum an diese hält. Die junge Aktivistin zweifelt daran, dass die UNO-Deklaration über die Rechte Indigener Völker (UNDRIP) in Indonesien tatsächlich umgesetzt wird und betont die Wichtigkeit der Teilnahme von Repräsentanten indigener Gemeinschaften an UNO-Konferenzen. Es ginge darum sicherzustellen, dass die auf internationaler Ebene existierenden Menschenrechtsinstrumente ihre Wirkung auch auf nationaler und lokaler Ebene entfalten und in die Rechtssprechung des Landes aufgenommen würden. Weiterlesen
Am 5. Juni war internationaler Umwelttag. Die Geschäftsleitung, zusammen mit zwei Freiwilligen des Dossiers Rechte, haben einen Photo Booth über die Wichtigkeit des Schutzes der Umwelt und der indigenen Völker als Hüter unserer Regenwälder und Biodiversität, aufgestellt. Um einen Photo Booth aufzustellen benötigt man drei Dinge: tolle Ideen für die Umsetzung der farbigen, selbstgebastelten Schilder, eine gute Kamera und viel Energie. Incomindios hatte die Möglichkeit, mit einem Photo Booth an einer der grössten lateinamerikanischen Feste der Schweiz anwesend zu sein und Sensibilisierungsarbeit zu leisten. Die Fiesta Candela, welche über sechs Tanzflächen mit diversen Rhythmen verfügt und dreimal im Jahr in Zürich stattfindet, war mit über 800 Personen gut besucht.
Viele der Gäste liessen sich mit Schildern wie „ich liebe meinen Planeten“, „Wasser ist wertvoller als Gold“ oder „die indigenen Völker garantieren mehr Regenwald, mehr Leben“ abblitzen. Einige Schilder waren auch Bilder von typischem indigenen Schmuck aus dem Amazonasgebiet oder von sogenannten „Chuyos“, traditionelle Mützen aus der Andenregion. Die Aktivität hat nicht nur Spass gemacht, sondern die Gäste auf die Wichtigkeit des Schutzes und der Erhaltung der indigenen Völker für uns alle hervorgehoben. Die nächste Fiesta Latina Candela findet am 5. September in Zürich statt und Incomindios plant dafür wieder eine spannende Aktivität. Nicht verpassen!
Text: Cristina Ruiz-Gonzalez
Der Advanced Planning Visit zur Vorbereitung der Training Week im Mai war bereits ein voller Erfolg.
Nach wie vor stehen Indigene auf der ganzen Welt Problemen und Herausforderungen von Marginalisierung und Diskriminierung gegenüber. In den letzten Jahren hat es sich als äussert erfolgreich herausgestellt, Synergien untereinander zu bilden, um so die Möglichkeit zu bekommen gemeinsam auf die Missstände aufmerksam zu machen.
Mit dem Youth in Action Program wird jungen Indigenen aus Schweden, Finnland, Russland, Algerien und der Schweiz zwischen 16 und 30 ermöglicht, sich untereinander auszutauschen und Konzepte zu erarbeiten, wie man auf Missstände und Forderungen hinweist und sich auf dem internationalen Parkett Gehör verschafft.
Ziel dieser Durchführung ist es den jungen Indigenen einen Überblick über die allgemeinen Menschenrechte und die Mechanismen der UNO mit einem speziellen Fokus auf Indigene und Minderheiten zu geben.
Hauptaktivitäten des Youth in Action Program
An der Training Week (13.7-21.7.2015) in Genf treffen sich rund 30 Teilnehmer. Jeweils am Morgen stellt eine Gruppe sich selber und ihre Probleme und Herausforderungen ihrer Gemeinschaft vor. So sollen Themen wie die Erhaltung der Indigenen Sprache, soziale Probleme und allgemeine Probleme mit dem Staat vorgestellt und diskutiert werden. Am Nachmittag gibt es jeweils praktische Workshops, welche dazu dienen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu zeigen wie sie ihre Rechte einfordern und ihre Kultur schützen sowie sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen können, um eine Verbesserung der Situation zu erhalten. Ebenfalls werden verschiedene Menschenrechts- und UN-Organisationen wie das OHCR und die WIPO besucht.
Im zweiten Teil der Woche haben die jungen Erwachsenen die Möglichkeit an einer UNO Konferenz, dem Expert Mechanism on the Rights of Indigenous Peoples (EMRIP) teilzunehmen, welches ihnen ermöglicht ihre Kompetenzen, die sie in den bisherigen Workshops gelernt haben auch im wahren Leben anzuwenden. So wird ein Side Event durchgeführt und ein offizielles Statement der jungen Indigenen an der UNO abgegeben.
Ziel dieses Programmes ist es die Kenntnisse über die Menschenrechte zu vergrössern. Es wird erwartet, dass sich die jungen Indigenen durch das neu angeeignete Wissen mehr aktiv in der politischen Entscheidungsfindung für ihre Gemeinde einsetzen werden. Ebenfalls sollten sie durch das Youth in Action Program lernen, welches die speziellen Rechte der Indigenen sind und wie man diese auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene einfordern kann. Mit der Einbindung von jungen Schweizern, soll auch hier vor Ort über die Umstände von Indigenen aufmerksam gemacht und das Thema der Sprachminderheit und dessen Erhalt diskutiert werden.
Das Youth in Action Program wird zum grössten Teil von der CH-Stiftung finanziert und von Incomindios organisiert und durchgeführt. Die finanziellen Mittel sind äusserst knapp. Um einen erfolgreichen Besuch und Austausch der Indigenen zu garantieren sind wir auf ihre Spenden angewiesen und danken Ihnen schon im voraus!
Spendenkonto INCOMINDIOS Schweiz, Zürich
Postfinance – Die Post
BIC/SWIFT: POFICHBEXXX
IBAN: <iban-pii>
Clearing Nummer: 09000
Kontonummer: 87-4360-6
Inhaberin: INCOMINDIOS Schweiz, Zürich
Vermerk: Youth in Action
Quelle: http://www.ki.gl
Vivi Vold wurde 1981 in Nuuk geboren, ihr Vater ist Norweger und ihre Mutter Inuk. Sie ist Teil des Inuit Circumpolar Council (ICC) sowie einer internationalen Inuit-Jugendgruppe, bestehend aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Alaska, Kanada, Russland und Grönland. Vivi repräsentiert die Inuit regelmässig an UN-Konferenzen, so beispielsweise am diesjährigen UN-Permanent Forum on Indigenous Issues (UNPFII) und an der World Conference on Indigenous Peoples 2014.
Die ersten vierzehn Jahre ihres Lebens verbrachte Vivi im südlichen Teil Grönlands, dann zog die Familie nach Dänemark. Heute leben ca. 18500 grönländische Inuit im Land der ehemaligen Kolonialherren, als Folge eines seit den 1950ern anhaltenden Migrationsstroms. 1953 wurde der Kolonialstatus Grönlands aufgehoben, die Insel ins dänische Königreich integriert und den Bewohnern der dänische Pass verliehen. 2008 wurde ein Gesetz zur Selbstverwaltung per Volksbeschluss angenommen, was dazu führte, dass Dänemark fortan nur noch die Verantwortung für die Aussen- und Verteidigungspolitik obliegt.
Für das Gymnasium kehrte Vivi nach Grönland zurück, ihr Studium in Multimedia Design absolvierte sie jedoch wieder in Dänemark. Nach dem Studium arbeitete sie 5 Jahre in Nuuk als IT-Beraterin, eine Zeit, über welche Vivi im Nachhinein sagt: „Ich tat was die Gesellschaft und meine Eltern von mir verlangten“. Den Drang, mehr für ihr Volk zu tun, verspürte sie immerzu.
Im Jahr 2010 zog Vivi mit ihren zwei Kindern von 6 und 8 Jahren zurück nach Dänemark, damit diese näher bei ihren Grosseltern waren und sie selber eine Ausbildung zur Berufsberaterin und Stresscoach machen konnte. In der Kofoeds Schule in Aarhus, welche Vorlesungen und Berufskurse für arme und sozial isolierte Menschen anbietet, arbeitete sie mit der lokalen Inuit-Gemeinschaft.
Viele Inuit, die ihre Heimat verlassen haben, leiden unter dem Kulturschock und den negativen Vorurteilen, welche die Dänen über sie haben. Mangelnde Dänischkenntnisse und grosse kulturelle Unterschiede führen dazu, dass eine ganze Bevölkerungsgruppe marginalisiert wird. Als dänische Staatsbürger werden Grönländer nicht als „Immigranten“ klassifiziert und haben somit keinen Zugang zu Migrationsberatung. Die dänische Regierung investiert zwar Gelder in Projekte wie die „Greenlandic Houses“ in Kopenhagen und Aarhus, in welchen Studenten aus Grönland billig wohnen können. Diese Hilfe kommt aber nicht jenen zu Gute, welche am meisten darauf angewiesen sind, nämlich die vielen Obdachlosen und Alkoholkranken unter den Inuit in Dänemark. Es sind vor allem Inuit-Männer, von denen traditionell erwartet wird für die Familie zu sorgen, welche an der Arbeitslosigkeit und dem Gefühl, nicht gebraucht zu werden, zerbrechen. Frauen fällt es oftmals weniger schwer, sich in die neue Gesellschaft zu integrieren.
„Ich bin überzeugt, dass unser Volk nur wieder stark werden kann, wenn wir den historischen und sozialen Kontext unserer Situation begriffen haben.“ Weiterlesen
Im Einsatz für Indigene Völker: Geschäftsleitung Incomindios Schweiz
Seit 1974 setzt sich Incomindios für die Rechte der indigenen Völker weltweit, mit einem besonderen Fokus auf Nord-, Mittel- und Südamerika, ein. Incomindios ist bei allen relevanten UNO-Konferenzen vertreten. Incomindios ist als Verein organisiert und arbeitet hauptsächlich mit ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, die themenspezifisch bearbeiten.
Incomindios sucht per 1. August 2015 eine(n)
(Co-)Geschäftsleiter/in (20%)
Es erwartet Sie eine äussert vielseitige Stelle mit viel hohem Entfaltungsspielraum. Hohes Engagement wird geschätzt und gefördert. Zudem erhalten Sie die Möglichkeit, national und international Kontakte zu knüpfen und einen Verein zu repräsentieren, welcher zu den ältesten Menschenrechtsorganisationen der Schweiz gehört und den ECOSOC Beraterstatus an der Uno besitzt.
Möchten Sie Ihre Kompetenzen gewinnbringend für die Einhaltung der Rechte Indigener Völker einsetzen?
Ihre Unterlagen senden Sie bitte bis am 31. Mai 2015 per E-Mail an <email-pii>
Für weitere Auskünfte steht Ihnen Madlen Kobi (Vereinsleitung und Personal) zur Verfügung: <email-pii>
Die Vorstellungsgespräche finden am Donnerstag, 11. Juni 2015 statt.