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Das Interview mit Pfarrer Morand habe ich gemacht, weil mich die Arbeit des Pfarrers interessierte und ich habe auch mit ihm über seine Reise in die Afrikanische Wüste geredet.
Er hat nicht sofort Theologie studiert. Er absolvierte als erstes eine Lehre zum Elektromechaniker kam dann zur Swissair, hat dort Flugzeuge repariert. Danach hat er bei der AGFA Entwicklungsautomaten repariert.
Die Arbeit als Pfarrer ist sehr abwechslungsreich und vielseitig. Am Morgen macht er schriftliche Arbeiten wie Briefe beantworten, Telefone entgegennehmen und Veranstaltungen vorbereiten. Dann besucht er Leute aus der Gemeinde die im Spital liegen oder im Altersheim in Seuzach und im Stammerthal in Stammheim sind.
Es gibt viel im voraus zu planen, zum Beispiel verschiedene Pilgerreisen, den Religionsuntericht oder den Konformandenuntericht.
Nach zwölf Jahren Arbeit als Pfarrer bekam er letztes Jahr seinen Bildungsurlaub zur Horizonterweiterung. Da ihn die Wüste und ihr Volk schon immer fasziniert hat, entschied er sich mit einer Karawane durch die Sahara zu ziehen.
Er war im Staat Niger eines der ärmsten Länder der Welt. Zuerst ist er mit Einheimischen bis zu einer Salzoase gefahren, in der sich viele Karawanen zum Tauschhandel treffen, die Fahrt dauerte drei Tage. In der Oase hat er sich einer Karawane angeschlossen mit 120 Kamelen und 13 Personen. Sie waren 14 Tage zu Fuss unterwegs. Es wurde im gehen gegessen und getrunken, nur in der Nacht wurde angehalten zum schlafen. Wenn die Karawane in einer Oase hält, dann sagt der Chef wann angehalten wird und als erstes werden die Kamele von ihrer Last befreit, bekommen Futter und Wasser. Danach wird das Essen für die Menschen gemacht. Am nächsten Morgen steht man schon um vier Uhr auf und die Kamele werden wieder beladen und bei Sonnenaufgang geht es weiter. Am frühen Morgen, während des Sonnenaufganges, zeigt sich die Wüste in wunderschönem goldfarbenem Ton. Während der Mittagszeit ist die Hitze stechend und es ist vierzig bis fünfzig Grad heiss. Die Karawane bleibt unter Tags nie stehen sie geht weiter wenn Tee getrunken oder gegessen, wird nicht einmal zum täglichen beten. Nur wenn ein Kamel irgendwann unter seiner Last zusammenbricht, die Last abwirft und total nervös ist. Dann beruhigen die Tuareg die Kamele, sprechen sanft auf sie ein und helfen ihnen wieder auf die Beine, sie bestrafen die Kamele nicht für ihr Verhalten. Ihr Leben hängt ja vom Kamel ab darum behandeln und pflegen sie sie gut. Die Karawane steht für den Fluss des Lebens. Die Tuareg leben ganz einfach und geben sich mit sehr wenig zufrieden. Für sie zählt Freundschaft und Verlässlichkeit, sie sind sehr naturverbunden und machen fast alles selber was sie brauchen. Die Tuareg können leider schon lange nicht mehr so Leben wie Nomaden. Es widerfährt ihnen das gleiche Schicksal wie den Indianern oder Zigeunern. Nach diesen vierzehn Tagen in der Karawane ist Herr Morand noch einige Wochen in Afrika geblieben.
Eine weitere Frage an Herrn Morand von mir war «Was er über andere Religionen denkt wie Buddhismus, Islam etc». Er sieht uns alle in einem Haus mit vielen Wohnungen und jede Wohnung steht für einen Glauben. In jeder Glaubensrichtung geht es ja um das gleiche, jeder glaubt an einen Gott nur auf andere Weise. Er ist gegen Gewalt und läst jedem seinen Glauben.
rr