Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03221.jsonl.gz/1167

Treibhausgasemissionen infolge menschlicher Aktivitäten wirken sich auf den Treibhausgaseffekt aus. Dieser Effekt ist ein an sich natürliches Phänomen, dessen Gleichgewicht vom Menschen durch die Emission von Treibhausgasen beeinflusst wird. Eine erhöhte Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre verstärkt diesen Treibhauseffekt und führt global betrachtet zu einer Erwärmung des Klimas, wobei die Temperaturentwicklung auch von weiteren Faktoren abhängt. Hauptursache für die anthropogenen Treibhausgasemissionen ist die Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe. In diesem Zusammenhang stellen die Treibhausgasemissionen einen Indikator für die Auswirkungen der Aktivitäten auf das natürliche Kapital dar. Die Schweizer Klimapolitik ist auf das Erreichen der Emissionsziele des CO2-Gesetzes und des Kyoto-Protokolls ausgerichtet.
Stand 16. November 2020
Die wichtigsten Ergebnisse
Die Treibhausgasemissionen der Schweiz haben gemäss Umweltgesamtrechnung des BFS zwischen 1990 und 2018 um 8% abgenommen. Da in derselben Periode das Bruttoinlandprodukt (BIP) jedoch gewachsen ist, entspricht dies einer Zunahme der Treibhausgaseffizienz. Auch die Wohnbevölkerung hat zugenommen, womit die Emissionen pro Person zurückgegangen sind. 2018 beliefen sie sich auf 6,1 Tonnen CO2-Äquivalente. Werden die im Ausland für die Herstellung und den Transport der Schweizer Importe anfallenden Treibhausgasemissionen mitberücksichtigt, waren es rund 13 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person.
Kontext
Die Treibhausgasemissionen wurden im Rahmen der Erstellung der Luftemissionskonten in Übereinstimmung mit den Resultaten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, wie z.B. dem Bruttoinlandprodukt (BIP), berechnet. 2018 wurden in der Schweiz rund 52 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (inkl. internationaler Flugverkehr, jedoch ohne CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse) emittiert, wobei dies zu 82% auf CO2-Emissionen zurückzuführen ist.
Wird die Verbrennung von Biomasse berücksichtigt, beliefen sich die Treibhausgasemissionen der Wirtschaft und der privaten Haushalte auf 60 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Die Wirtschaft war für rund 67% dieser Emissionen verantwortlich, wobei der primäre Sektor 12%, der sekundäre Sektor 30% und der tertiäre Sektor 26% verursachte. Die restlichen 33% stammten von den privaten Haushalten.
Werden die Daten des Treibhausgasinventars betrachtet, die für das Kyoto-Protokoll massgebend sind, haben die Emissionen seit 1990 um 14% abgenommen und beliefen sich im Jahr 2018 auf rund 46 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Mit der Ratifikation des Kyoto-Protokolls hat sich die Schweiz verpflichtet, die Treibhausgasemissionen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 um 8% unter das Niveau von 1990 zu senken. Dieses Ziel wurde erreicht. Bis 2020 sollen gemäss dem revidierten CO2-Gesetz, welches seit dem 1. Januar 2013 in Kraft ist, die inländischen Treibhausgasemissionen um mindestens 20% gegenüber 1990 gesenkt werden.
Vergleich mit subjektiven Daten
Der Klimawandel wurde 2019 von der Bevölkerung in der Schweiz als deutlich gefährlicher für Mensch und Umwelt eingeschätzt als noch 2015: Galt der Klimawandel damals noch für 34% als sehr gefährlich, waren 2019 gar 51% dieser Meinung (vgl. Umweltindikator «Einschätzung von Gefahren»).
Internationaler Vergleich
|Tonnen CO2-Äquivalente

pro Person
|Schweiz||5,4|
|Italien||7,1|
|Frankreich||7,0|
|Deutschland||10,3|
|Österreich||8,9|
|USA||20,3

|EU (OECD Länder)||8,1|
|OECD - Total||12,0

Tabellen
Methodologie
Die Daten stammen vom Luftemissionskonto der Umweltgesamtrechnung, welche durch das Bundesamt für Statistik (BFS) erstellt wird. Das BIP wird jährlich vom BFS im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet. Die Angaben zur Bevölkerungsentwicklung sind bis 2010 der Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP) und ab 2011 der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) des BFS entnommen (ständige Wohnbevölkerung am Jahresende). Die Daten zur subjektiven Wahrnehmung der Bevölkerung stammen von den Omnibus-Erhebungen des BFS 2011, 2015 und 2019.
Definitionen
Definition des Indikators
Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen, Treibhausgaseffizienz – gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Treibhausgasemissionen – sowie die Treibhausgasemissionen pro Person. Das BIP ist in realen Preisen, also teuerungsbereinigt angegeben.