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In einem Bericht des Tages-Anzeigers lesen wir:
Keine Ahnung, was damit wohl gemeint sein könnte. Der Stör ist ein Fisch, und Kaviar sind die Eier vom Stör, soviel ist schon mal klar. “Die Stör” ist ausserdem ein Nebenfluss der Elbe in Schleswig-Holstein. Aber was heisst wohl “auf die Stör gehen“? Vielleicht so etwas wie “auf den Keks gehen“? Gar nicht so weit weg davon.
Nun, es heisst einfach “für andere eine Lohnarbeit ausführen“. Laut Duden ist die “Stör” die Arbeit, die ein Gewerbetreibender im Haus eines anderen verrichtet. Da wollen wir dann nicht stören, sondern uns lieber weiter den “Eiern vom Stör” widmen. Das Wort “Stör” kommt aber tatsächlich von “stören“. In Norddeutschland wird es mit e geschrieben, ein Dehnungs-E, das man nicht mitliest. Die Stadt “Coesfeld” hat es, sie wird “Kohsfeld” gesprochen, und keinesfalls als Schweizer Diphthong “Co-es-feld“.
Wikipedia meint zu Stöer (mit e)
Die Stöer ist ein alter Ausdruck für die Wanderschaft reisender Handwerker. Sie gingen durch die Dörfer und störten den normalen Tagesablauf (siehe auch Störer und Polizeirecht). (Quelle)
Wo der Schreiber dieses Wikipedia Beitrags nur das Dehnungs-E her hat, ist mir schleierhaft. Unser Duden verzeichnet “Stör” auch ohne e als “schweizerisch“. Scherenschleifer gingen auf die Stör, und ausserdem kennt man in der Schweiz auch den “Stör-Metzger“, der zur Schlachtung eines Tieres zum Bauern auf den Hof kommt.
Moderne Varianten sind heute der Stör-Sender und die Bild-Stör-ung, womit auch ein Druckerstreik im Axel Springer Verlag gemeint sein könnte.
Hand aufs Herz: Sie wohnen in der Schweiz oder sind wohlmöglich ein Schweizer. Hätten Sie gewusst, was “auf die Stör” gehen bedeutet? Dann will ich nicht weiter stören.