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Zwei Bereiche beschäftigten uns im Berichtsjahr besonders: Mit Carol Mages und Susanne Frey-Kupper verliessen zwei langjährige Mitarbeiterinnen das IFS, und zwei neue, über Drittmittel finanzierte Projekte konnten in Angriff genommen werden.
Die Kommission trat im Berichtsjahr zwei Mal für die laufenden Geschäfte zusammen. Zudem besorgte ein Ausschuss der Kommission die Neubesetzung der vakanten Stellen. Weitere Geschäfte wurden auf dem Zirkularweg erledigt. Im Lauf des Jahres informierte sich der Kommissionspräsident Markus Peter regelmässig über den laufenden Betrieb.
C. Mages begann ihre Tätigkeit für das IFS 1998 noch in der Arbeitsstelle Lausanne. Nach dem Weggang von Gilles Perret 1999 war sie zuständig für die Kontakte in die Romandie und übernahm in der westlichen Schweiz die Datenerhebung und -erfassung für unser jährlich erscheinendes Bulletin IFS ITMS IRMS. Zudem betreute sie das langjährige Projekt zu den Neuenburger Fundmünzen: Sie musste die Manuskriptfragmente der vielen beteiligten Personen zu einem Ganzen zusammenführen und hat bis zu ihrem Weggang erreicht, dass der Katalog weitgehend fertig gestellt ist. C. Mages verliess das IFS, um sich vermehrt ihrem Beruf als Lehrerin widmen zu können; wir wünschen ihr alles Gute auf ihrem weiteren Weg.
S. Frey-Kupper war zuletzt für die Fundmünzenbearbeitung des Kantons Bern und das Aventicum-Projekt beim IFS angestellt. Sie folgte einem Ruf an die Universität Warwick, Grossbritannien, wo sie eine Professur für antike Numismatik wahrnimmt, und verliess im Herbst die Schweiz. Sie wird die wissenschaftliche Leitung des Aventicum-Projektes beibehalten und dem IFS so verbunden bleiben.
Neu konnten Nathalie Wolfe und Christian Weiss angestellt werden. N. Wolfe hat in Neuenburg Altertumswissenschaften studiert und mit einer Arbeit zu römischen Fundmünzen aus dem Tessin abgeschlossen. Neben ihrem 50%-Pensum im IFS ersetzt sie S. Frey-Kupper im Aventicum-Projekt. Sie übernahm mit ihrem Eintritt im Oktober weitgehend die Arbeitsbereiche von C. Mages. Christian Weiss studierte in Zürich und steht kurz vor dem Abschluss seiner Dissertation zu den nachantiken Fundmünzen vom Monte Iato, Sizilien. Er verfügt über eine breite Arbeitserfahrung in verschiedenen Museen und Kantonsarchäologien. Sein 50%-Pensum teilt sich in zwei Bereiche: Im Oktober übernahm er die Fundmünzenbearbeitung des Kantons Bern, und ab 1.1.2012 wird er auch im IFS selbst tätig sein. Wir freuen uns darauf, in dieser neuen Zusammensetzung die Herausforderungen der nächsten Jahre anzugehen.
Am Jahresende ist das IFS mit 270 Stellenprozenten besetzt; weitere ca. 110% sind über Drittmittel finanziert. Neben den laufenden Aufträgen in der Fundmünzenbearbeitung der Kantone Bern, Zug und Basel wurden das Kelten- und das Aventicum-Projekt weitergeführt. Neu kamen die Aufarbeitung der Börse des sog. Söldners vom Theodul-Pass VS hinzu sowie ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt zur Aufarbeitung der Baselbieter Fundmünzen (siehe unten Forschungsprojekte). – Ein Teil der durch die Vakanzen frei gewordenen Mittel wurde für die zeitlich beschränkte Anstellung dreier studentischer Hilfskräfte verwendet, die sich seit Dezember auf die Nacherfassung bereits publizierter Aargauer Fundmünzen sowie die Aufarbeitung und Neuordnung unserer Handbibliothek konzentrieren.
Auch im Berichtsjahr besorgte das Generalsekretariat der SAGW für uns die Finanz- und Personaladministration, bei unseren Stellenwechseln und verschiedenen Drittmittelprojekten eine nicht immer einfache Aufgabe. Wir danken A. Hofer-Weyeneth und dem SAGW-Team herzlich für die gute und stets freundliche Zusammenarbeit.
Der Alltag war geprägt von vielen kleinen oder auch aufwändigeren Anfragen aus dem In- und Ausland. In einem grösseren Umfang wurden ein Publikationsprojekt der Schweizerischen Numismatischen Gesellschaft (SNG) zur Berner Münzgeschichte sowie die Aufarbeitung der antiken Fundmünzen aus dem Antiquarium (Teil der Historischen Sammlung des Museums Aargau) durch die Kantonsarchäologie Aargau unterstützt. Für zwei Ausstellungsprojekte in der Zentralschweiz wurde José Diaz Tabernero beratend beigezogen.
Mehrere Partner arbeiten regelmässig mit unserer FileMaker-Applikation NINNO. Deren Begleitung und Unterstützung ist uns ein grosses Anliegen. Diese nach einheitlichen numismatischen Kriterien erhobenen Daten können auf einfache Weise selbständig durch die Partner auch im Vergleich mit anderen Beständen ausgewertet oder in geraffter Form in die kantonalen Datenbanken überführt werden. – In der zentralen Datenbank IFSA mussten einige Funktionsstörungen behoben werden; die Weiterentwicklung wird 2012 in Angriff genommen.
Unsere Handbibliothek wächst stetig, vor allem durch Schriftentausch. Im Dezember wurde im Rahmen einer Hilfsassistenz durch Katarzyna Langenegger die Nacherfassung und Neuordnung der Separata in Angriff genommen; die Arbeit wird 2012 weitergeführt. So werden diese Bestände ebenfalls über den Online-Zugriff auf unsere Bibliothek sichtbar.
Die Mitarbeitenden des IFS nahmen an mehreren Tagungen im In- und Ausland teil; an einigen konnten unsere laufenden Projekte mit Vorträgen der archäologisch-numismatischen Fachwelt vorgestellt werden, u. a. durch José Diaz Tabernero an einem Kongress in Ancona, Italien. Rahel C. Ackermann hielt zudem zwei Vorträge vor einem breiteren Publikum in Kopenhagen und in Luzern. Die Tagungen der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Fundmünzen (SAF) und der Schweizerischen Numismatischen Gesellschaft (SNG) wurden von Michael Nick bzw. von J. Diaz im Rahmen ihrer jeweiligen Vorstandstätigkeit mitorganisiert.
Ein Schwerpunkt waren die umfangreicheren, zum grossen Teil über Drittmittel finanzierten Projekte. Hervorzuheben ist unser Projekt zu den keltischen Münzen in der Schweiz, dessen Abschluss durch die SAGW mit Sondermitteln unterstützt wird: Michael Nick hat den Katalog weitgehend abgeschlossen, die Auswertung ist weit fortgeschritten. Das Aventicum-Projekt, finanziert durch die SAGW, musste nach dem Weggang von S. Frey-Kupper zusammen mit den Kolleginnen von Site et musée romains d'Avenches neu strukturiert werden; im Berichtsjahr lag der Schwerpunkt auf den Münzbestimmungen. – Im Auftrag des Geschichtsmuseums Wallis bearbeiten J. Diaz und unser italienischer Kollege Luca Gianazza den Börsenfund des sog. Söldners vom Theodul-Pass, ein Ensemble von ca. 180 Münzen bis um um 1600. Der Katalog ist abgeschlossen, der Kommentar folgt im nächsten Jahr. – Das IFS entwarf in Zusammenarbeit mit der Archäologie Baselland ein Konzept zur Aufarbeitung der Baselbieter Fundmünzen (kommentierter Katalog, kurze Auswertung, Publikation mit Ausnahme von Augusta Raurica und der römischen Hortfunde). Unseren Gesuchen an den Swisslos-Fonds Basel-Landschaft und an die Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel wurde vollumfänglich stattgegeben. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt startete im September, M. Peter und R. C. Ackermann haben die Arbeit aufgenommen.
Im Rahmen kleinerer Aufträge wurden u. a. die keltischen Münzen aus dem Gräberfeld Bern-Reichenbachstrasse (S. Frey-Kupper, M. Nick) und die römischen Münzen von Cham-Hagendorn (Stephen Doswald, M. Peter) zur Publikation vorbereitet.
Im Berichtsjahr erschienen einige Artikel und Beiträge der IFS-Mitarbeitenden in verschiedenen Fachzeitschriften. Der Abschluss der Publikation zu den Tessiner Kirchen musste neben den vielen Projekten etwas in den Hintergrund treten. Das aufwändige Zusammentragen der letzten ausstehenden Informationen und der Katalog sind abgeschlossen, ebenso die einleitenden Kapitel; es bleiben für 2012 das Zusammenfügen zu einem Ganzen und der letzte Kontrolldurchgang durch das Ufficio dei beni culturali in Bellinzona. – Vorbereitungsarbeiten zu weiteren IFS-Bänden sind angelaufen.
Die Informationen für das Bulletin IFS ITMS IRMS 18, 2011, sind weitgehend zusammengestellt; Abschluss und Druck folgen Anfang 2012, wiederum grosszügig unterstützt durch die SNG.
Im Berichtsjahr konnte sich das IFS in zwei Lehrveranstaltungen der Universität Bern vorstellen; zudem begleiten wir die archäologisch-numismatische Aufarbeitung der Funde aus der Höhle von Zillis GR durch das Institut für archäologische Wissenschaften (Abt. Ur- und Frühgeschichte und Archäologie der Römischen Provinzen).
Um unsere Anliegen und Aufgaben einem breiteren Publikum bekannt zu machen, präsentierte sich das IFS auch in diesem Jahr wieder an den Römertagen in Brugg und Augst. Neu nahmen wir am Mittelalterfest auf der Lenzburg teil und erarbeiteten dafür im Vorfeld in Zusammenarbeit mit dem Museum Aargau und Christoph Jäggy den numismatischen Auftritt mit einer kleinen Ausstellung zum mittelalterlichen Geld im Aargau.
Das wichtigste Sprachrohr gegen aussen ist nach wie vor unsere Homepage, die durch André Barmasse regelmässig aktualisiert und ausgebaut wird.
Im zwanzigsten Jahr des IFS konnten wir unsere Tätigkeiten in allen Landesteilen intensivieren. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Institutionen bei Anfragen und in den Projekten war sehr positiv. Die Personalwechsel und die verschiedenen parallel laufenden Projekte, darunter einige in der Abschlussphase, bescherten uns ein turbulentes und intensives Jahr. Nicht alles konnte in den uns zur Verfügung stehenden 260 bzw. am Jahresende 270 Stellenprozenten so zügig abgeschlossen werden wie geplant, einiges musste in das nächste Jahr verschoben werden. Auch vor diesem Hintergrund müssen und wollen wir uns vermehrt in der Nachwuchsförderung engagieren, u. a. mit kleineren Aufträgen an Studierende.
Die zum grossen Teil über Drittmittel finanzierten Projekte werden auch im nächsten Jahr unseren Alltag mitbestimmen. Wichtig sind uns zudem die Kontakte in die verschiedenen Kantone. In der neuen Team-Zusammensetzung werden wir einige unserer Pendenzen bei den Publikationen und den Datenbanken in Angriff nehmen können.
Rahel C. Ackermann
© IFS 2013