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Die Herrschaft Charmey war wohl nicht, wie man vermutet, schon im 11. Jahrhundert, sondern erst im Jahre 1249 zugleich mit der von Jaun gebildet worden, als die grosse Herrschaft Corbieres unter den Söhnen Kunos von Corbières geteilt wurde und Gerhard von Corbieres das Tal Charmey erhielt. Die Herrschaft war anfangs reichsunmittelbares Lehen, doch wusste Graf Peter II. von Savoyen auch sie unter seine Oberhoheit zu bringen, und wie seine Brüder musste auch Gerhard von Charmey diesem 1295 den Lehnseid leisten. Gerhard habe, so wird uns überliefert, ein sehr lockeres Leben geführt, und um seine Jugendverfehlungen zu sühnen, habe er die Karthäuser ins Land gerufen, die im heiligen Tal, dem Valsaint, 1294 ein Kloster begründeten, das sie schon im nächsten Jahre beziehen konnten.
Gerhard hatte nur einen unehelichen Sohn gleichen Namens, den aber Kaiser Rudolf von Habsburg ehelich erklärt hatte. Auch dieser hatte keine Kinder und so folgte er dem Beispiele und Wunsche seines Vaters und schenkte ebenfalls einen beträchtlichen Teil seines Besitzes dem neuen Kloster, so dass dieses schliesslich fast die ganze ehemalige Herrschaft besass. Aber, so berichtet etwas boshaft der Chronist, die ob solcher Freigebigkeit erfreuten dankbaren Mönche hätten allzu eifrig gebetet, und so wurde Gerhard eines Tages noch ein Töchterchen beschert. Darob grosse Verlegenheit beim Vater, denn er hatte doch fast seinen ganzen Besitz fortgegeben, so dass für seine Tochter nicht mehr viel blieb. Aber auf Bitten Gerhards gaben die Mönche ihm alles zurück, was sie von ihm und seinem Vater erhielten.
doch unter der Bedingung, dass seine Tochter eheliche männliche Erben haben würde. Das trat nicht ein. Sie vermählte sich mit Franz Magnyn von Aubonne, die Ehe blieb kinderlos, und so erlosch mit ihr um 1360 dieser Zweig des Hauses Corbieres.
Der Besitz fiel an ihre Verwandten, wurde aber durch Heiraten vielfach zersplittert. 1529 kaufte Freiburg, soweit die ehemalige Herrschaft nicht der Karthause gehörte, das redliche Gebiet vom damaligen Inhaber Bartholomäus von Prez und vereinigte es mit dem kurz vorher erworbenen Gebiet von Jaun zu einer Vogtei.
Die Burg Charmey wird ebenso wie die von Jaun im Anschluss an die Errichtung der Herrschaft um 1250 entstanden sein. Sie lag auf dem Hügel gegenüber der Kirche, der heute noch im Namen La Motte daran erinnert. Nach dem Tode der letzten Herrin wurde sie anscheinend nicht mehr bewohnt und verfiel sehr bald. Der Plan von 1389, sie wiederherzustellen, wurde nicht ausgeführt, und so schritt der Verfall rasch weiter. 1577 heisst es, dass von der Burg nur noch Ruinen da seien. Ein Bild aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts zeigt noch einen Mauerrest, zu wenig, um daraus auf die weitere Anlage schliessen zu können.
Ausser dieser Anlage der Herren von Corbieres Stand in Charmey eine zweite Burg, die den Herren von la Baume gehörte. Der Felsen, auf dem sie lag, trägt im Namen, Pierre de la Baume, die Erinnerung daran. 1624 ist von der Motte, worauf die Burg Gerhards von Corbieres lag, und von der Burg von Charmey, nämlich dieser zweiten Burg, die Rede. Nach Kuenlin sah man Ende des 18. Jahrhunderts noch ihre Spuren.
Als dritter Herrensitz Stand in Charmey ein Haus der Herrn von Prez.
In diesem Zusammenhang ist auf den Rest des Turmes auf der Höhe von Biffi hinzuweisen, der aber nur als Signalturm diente, keine Wehranlage und kein Herrensitz war.
Bibliographie