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von Cécilie Gut und Peter Frey
Umbau und Auskernung der Liegenschaften Rathausgasse 7 und 9 führten 2014/15 zu einer Voruntersuchung durch die Kantonsarchäologie Aargau. Dabei konnten in Haus Nr. 9 Fragmente eines hölzernen Kernbaus aus der Wiederaufbauphase nach dem Stadtbrand von 1491 dokumentiert werden. Es handelte sich um einen 11 m x 18 m grossen, mehrschiffigen und zweigeschossigen Firstständerbau, von dem mehrere Riegelwände und der Dachstuhl erhalten geblieben sind. Letzterer zeichnete sich durch einen sehr stabilen Abbund und eine doppelte, stehende Stuhlkonstruktion aus, in den die Firstständer eingebunden waren. Die Konstruktion ermöglichte es, das Dach mit Ziegel einzudecken.
Im 16./17. Jh. wurden die Gassenseitige Mauer in Stein neu aufgebaut und mittels einer Brandmauer in einen westlichen und einen östlichen Hausteil gegliedert. Beide Gebäudehälften wurden im frühen 18. Jh. (1710d bzw. 1727/28d) um ein Stockwerk erhöht, im 19. Jh. im Bereich des Hinterhauses vergrössert und mit neuen Fassaden versehen. Im Gegensatz zum östlichen Hausteil, der bereits nach der Abparzellierung erstmals einen neuen Dachstuhl erhielt, blieb im westlichen Hausteil die Firstständerkonstruktion von 1491/92d bis zur akutellen Auskernung bestehen.
Mit Rathausgasse Nr. 7 konnte ein Haus erfasst werden, das frühestens 1492 entstanden und an Haus Nr. 9 angebaut worden ist. Dem Bau liegt ein 16,5 m x 3,5 m grosser und 9 m hoher Firstständerbau zu Grunde, der undatiert geblieben ist. Im 18./19. Jh. wurden die Fassaden in Stein neu erbaut und das Haus einseitig verlängert.
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: Rathausgasse 7 und 9. Zwei Altstadtliegenschaften im Herzen der Stadt Lenzburg , Peter
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 23. Jahrgang 2018, Heft 2, 92 -102.