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Die Erde in ferner Zukunft: Die Menschen haben im Krieg einen Grossteil des Planeten zerstört. Seither ziehen die Überlebenden auf fahrenden Städten umher. Auf der Suche nach den letzten Ressourcen verschlingen die grösseren Siedlungen die kleineren.
In der mobilen Stadt London trifft der brave Historiker Tom (Robert Sheehan) auf die Rebellin Hester (Hera Hilmar). Sie will Rache nehmen am berühmten Archäologen Valentine (Hugo Weaving). Der hat ihre Mutter umgebracht.
Als Tom und Hester von der fahrenden Stadt fallen, verbünden sich die beiden zwangsweise. Und decken gemeinsam Valentines schrecklichen Plan auf.
Das ekligste Zitat
«Ablaufdatum 2118. Das ist 1000 Jahre alt!», sagt Tom angeekelt, als Hester einen eingepackten Kuchen hervorholt. «Das Essen der Damaligen ist unzerstörbar», meint die und beisst hinein.
Das Gebäck hat sogar der Wucht einer sogenannten Quantenenergie-Waffe standgehalten. Die sind noch schlimmer als Atombomben und verantwortlich dafür, dass ein grosser Teil des Planeten unbewohnbar ist.
Die Bösen sind auch Jahrhunderte später noch fasziniert von der fatalen Macht dieser Wunderwaffe.
Der Autor
«Mortal Engines» beruht auf einem Jugendroman aus dem Jahr 2001. Er ist der erste von vier Teilen. Geschrieben hat ihn der Brite Philip Reeve.
Der heute 52-Jährige wollte seine Geschichte eigentlich für Erwachsene verfassen. Das Manuskript wurde aber von mehreren Verlegern abgewiesen. Reeve vereinfachte die Geschichte daraufhin für Jugendliche. Und hatte damit Erfolg.
Sein Buch-Quartett gehört zum sogenannten Steampunk-Genre, einer Untergattung der Science-Fiction. Dampfmaschinen spielen im Steampunk-Universum eine zentrale Rolle, da andere Technologien fehlen. Entweder weil sie erst gar nicht erfunden wurden. Oder weil die Menschheit nach einer Katastrophe wieder auf sie zurückgeworfen wird – wie in «Mortal Engines».
Fakten, die man wissen sollte
Shakespeare lässt grüssen: Der Titel «Mortal Engines» beruht auf dessen Tragödie «Othello». Darin heisst es: «And O you mortal engines whose rude throats / Th’immortal Jove’s dread clamors counterfeit …».
Auf Deutsch ungefähr: «Und o du Mordgeschoss, des rauher Schlund / Des ew'gen Jovis Donner widerhallt …».
Wörtlich übersetzt, bedeutet «Mortal Engines» so viel wie «tödliche Maschinen», kann aber auch mit «sterbliche Motoren» übersetzt werden. Letztere Übersetzung macht deutlich, dass die fahrenden Städte mit ihren riesigen Triebwerken keine nachhaltige Lösung sind.
Das Urteil
Tom und Hester haben es schwer. Sie müssen vor unzähligen Bösewichten fliehen. Eine Verschwörung aufdecken. Die Welt retten. Und sich natürlich auch noch ineinander verlieben.
«Mortal Engines» bietet mit seinem «Städte-Darwinismus» zwar eine originelle Ausgangslage. Macht daraus aber herzlich wenig. Der interessante Aspekt des urbanen Fressens und Gefressen-Werdens tritt allzu rasch in den Hintergrund.
Übrig bleibt ein überladener, nicht wirklich stringenter und ziemlich konventioneller Teenie-Actionfilm.
Kinostart: 13.12.2018