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Die USA sind über Chinas raschen Aufbau seiner Atomstreitkräfte besorgt. Wie der Sprecher des US-Aussenministeriums, Ned Price, auf einer Pressekonferenz mitteilt, weiche China offenbar von seiner jahrzehntelangen Nuklearstrategie ab. Bezugnehmend auf einen Bericht der «Washington Post» erklärt Price, dass Entwicklungen wie der von der Zeitung berichtete Bau von mehr als 100 neuen Raketensilos in einem Wüstengebiet im Westen des Landes darauf hindeute, dass das nukleare Arsenal schneller wachse als bisher angenommen.
«Diese Aufrüstung ist besorgniserregend. Sie wirft Fragen über die Absichten der Volksrepublik China auf», so Price. Man habe Peking aufgefordert über Massnahmen zu verhandeln, um die Risiken eines Wettrüstens zu verringern.
Das Gebiet mit den etwa 100 Baustellen erstreckt sich über Hunderte von Quadratkilometern trockenen Geländes in Chinas Provinz Gansu. Die 119 nahezu identischen Baustellen weisen Merkmale auf, die denen der bestehenden Startanlagen für Chinas Arsenal an ballistischen Raketen mit Nuklearspitzen entsprechen.
China soll zwischen 250 und 350 Atomwaffen zur Verfügung haben. «Der Bauboom deutet auf eine grosse Anstrengung hin, um die Glaubwürdigkeit von Chinas nuklearer Abschreckung zu stärken», sagte der Forscher Jeffrey Lewis der Zeitung. Bei den Raketen handele es sich wahrscheinlich um die chinesische ICBM, bekannt als DF-41, die bis zu 15'000 Kilometer erreichen kann. Damit kann auch das Festland der USA als Ziel nicht ausgeschlossen werden.
Die Baustellen sind in zwei riesigen Schwaden angeordnet und bedecken Teile eines Wüstenbeckens, das sich westlich und südwestlich von Yumen erstreckt, einer Stadt mit 170'000 Einwohnern entlang Chinas alter Seidenstrasse.
(rtr/t-online)