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1978 fand in Pruntrut ein Prozess gegen zwei international gesuchte Mitglieder einer deutschen Terroristenbewegung statt, das von der Schweizer Presse gespannt mitverfolgt wurde. Der Artikel analysiert das stattfindende Medienspektakel im Hinblick auf das Ineinandergreifen der rechtlichen und der medialen Diskurse über den Prozess. Die These ist dabei, dass seit den 1970er-Jahren die Massenmedien im Strafverfahren eine grosse Bedeutung erhielten – etwa, indem die Verteidiger die Medien für ihre Zwecke einsetzten oder indem die Behörden regelmässig über das Verfahren berichteten. Die Medienberichte werden gleichzeitig innerhalb des Narrativs des ambivalenten schweizerisch-deutschen Verhältnisses verortet und dabei festgestellt, dass die Berichterstattung in der Abgrenzung zu Deutschland eine nationale Identität herstellten, die sich durch eine unabhängige Rechtssprechung konstituierte.
Ein Terroristenprozess als Medienereignis. Die Konstruktion von Nation in der Schweizer Presse in den späten 1970er-Jahren
Erschienen in: traverse 2006/3, S. 137