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aus dem Kunstmuseum Hamburg
In die chinesischen Wirren griffen die Vereinigten Staaten nur im Anfänge ein; später zogen sie sich zurück. Sie waren durch Sorgen im eigenen Lande beschäftigt. In Nordamerika selbst ist nämlich 1861 der Bürgerkrieg ausgebrochen. Er ist zwar nicht der Ausdehnung des Schauplatzes nach — darin war schon der Streit zwischen Cäsar und Pompejus bedeutender —, wohl aber der Menge der Krieger nach der größte der Weltgeschichte gewesen. Die Nordstaaten, die über eine Million Freiwilliger aufstellten, fochten gegen die Südstaaten, die zwar nicht so ungeheure Heere auf die Beine stellen konnten, die jedoch in General Lee einen Feldherrn von Genie besaßen. Den Anlaß zu dem erbitterten Kampfe gab die Sklaverei. Der Süden bedurfte der Schwarzen, die mit fast vier Millionen ein Achtel der damaligen Gesamtbevölkemng ausmachten, für die Baumwoll-, Zucker- und Tabakpflanzungen; der Norden verlangte Bürgerrechte auch für die Neger. Vielleicht ebenso wichtig war der Gegensatz zwischen dem industriellen Übergewicht des Nordens und der überwiegend landwirtschaftlichen Art des Südens. Jedenfalls war durch die Einwanderung seit einigen Jahrzehnten das zahlenmäßige Übergewicht auf die Seite des Nordens gekommen.
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aus dem Kunstmuseum Hamburg
Da du lebtest, lebte auch ich,
Da hättest du gerne gefangen mich.
Nun bist du tot, nun hast du mich,
Und daß ich sterbe, was hilft es dich?“
Über dem Beginn der griechischen Geschichte steht wie ein Morgenrot die homerische Poesie.
Hellenische und asiatische Fürsten verlassen ihre schimmernden Stadtpaläste, um zehn Jahre hindurch auf dem Gefilde zwischen dem schiffbedeckten Gestade, Priams hoher Feste und dem waldigen Idagebirge um schöne Weiber, Waffen, Schätze und Ruhm mit einander zu ringen. Dann fahren sie von Trojas rauchenden Trümmern in ihren dunklen Schiffen heim, manche von Insel zu Insel, von einem Abenteuer zum andern verschlagen, bis in die Tiefe des Hades hinab. Über alles ragt der Berg Olympos, auf dessen Gipfel unter Vater Zeus Lenkung die glanzvolle Götterfamilie wohnt, ewig und selig und doch oft von Liebe und Haß unter sich entzweit und in Liebe und Haß dem Treiben der Sterblichen dort unten zugewandt. So schwingen sie sich denn auch hilfreich oder verderblich zu ihnen herab oder empfangen droben den Fettdampf ihrer reichen Schlachtopfer oder die Gebete, die aus einfachen Tempeln zu ihnen aufsteigen. Auf einer nicht weiten und fest umrissenen Bühne, den Wogen und Inseln und Küsten des östlichen Mittelmeers, bewegen sich diese Menschen und diese Götter, nach Alter und Geschlecht, Geburt und Schicksal, Wuchs und Gemüt, Rang und Beruf scharf von einander geschieden. Ihre klare, milde, freie Schönheit, die reife und doch so frische Frucht einer langen Kultur, erquickt uns fremde Ungläubige noch heute, und ihr phantastisches Bild schwebt noch heute uns vor Augen wie eine zwar zerronnene, einst aber lebendig gewesene Wirklichkeit.
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aus dem Kunstmuseum Hamburg
Die Entwicklung der städtischen Kultur in Böhmen, von welcher sich die Städtebildung in Mähren und Schlesien geschichtlich nicht trennen läßt, stellt ein recht kompliziertes Kapitel der Wirtschaftsgeschichte dar.
Städte im verfassungsrechtlichen Sinne gibt es in den Sudetenländern erst seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Vor dieser Zeit kann — vielleicht mit einziger Ausnahme der deutschen Kaufmannsgemeinde zu Prag — von einem städtischen Gemeinwesen nicht gesprochen werden.
Es ist bemerkenswert, daß die erhaltenen Werke der romanischen Baukunst (ungefähr bis 1230) sich nicht in den Städten, sondern nur an Burgen, Klöstern und Dorfkirchen finden; auch diesbezüglich bildet Prag fast die einzige Ausnahme. Der planmäßige Städtebau beginnt mit dem Auftreten der Gotik.
Deutscher Städtebau in Böhmen – Siedlungsform und Rechtsgrundlage weiterlesen
Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg
Allgemeine Bemerkungen.
Wie bei den Dämonen ist bei den Naturgöttern der Zusammenhang mit den zugrunde liegenden Naturerscheinungen gelockert, ja oft aufgelöst; der Glaube, daß es die großen Naturmächte sind, von denen Wohl und Wehe des menschlichen Daseins abhängt, ist mehr und mehr zurückgetreten. Die Götter sind zu wunderbarer Größe und Herrlichkeit gesteigerte Menschen, Idealbilder von Königen und Fürsten, von erstaunlicher Kraft und Weisheit. Wie Zeus, Hera, Apollo idealisierte Hellenen sind, so sind Wodan, Frija, Donar ideale Germanen. Eine bestimmte Rangordnung unter den Göttern gab es ursprünglich nicht; jeder war in gewissen Lebenslagen der Höchste, der Donnerer, wenn das Gewitter tobte, der Windgott, wenn es stürmte. Solch ein „Augenblicksgott“ ist ferner die Gottheit, die eine einzelne bestimmte Ernte schützt oder eine einzelne bestimmte Waffe zum Siege lenkt und eben in der Garbe, in der Lanze selbst wohnt. Sie entwickelt sich zu einer „Sondergottheit“, die nunmehr ein für allemal der Ernte, dem Kriege vorsteht, und wird schliesslich zu einem „persönlichen Gott“, der immer reicher und idealer ausgestattet wird und alle zusammen gehörenden „Sondergötter“ in sich vereinigt, Darum haften auch ethische Elemente den Götter anfangs nur locker und äußerlich an; *der Gewittergott ist wohl ein gewaltiger, kriegerischer Held und nur wenig von dem Gescblochte der Riesen unterschieden, aber leuchtende Reinheit und Erhabenheit einer höchsten sittlichen Kraft hat er ursprünglich nicht.
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