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Während sich der Ständerat mit seiner Entscheidung über den Beitritt der Schweiz zum UN-Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) noch etwas Zeit lässt – die Abstimmung über Motion 17.4241 steht neu am 12. Dezember auf dem Program – rufen Schweizer Kirchen zum sofortigen Beitritt auf:
Die Wintersynode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn hat eine Resolution verabschiedet, die den Bundesrat und das eidgenössische Parlament auffordert, den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen „unverzüglich zu unterzeichnen“.
Als Menschen sind wir der Menschlichkeit verpflichtet. Die Schweiz soll sich bei dieser Entscheidung zudem von den Grundsätzen des humanitären Völkerrechts und der humanitären Rolle der Schweiz als Depositarstaat der Genfer Konventionen leiten lassen.
Der Vertrag wird die Atomwaffen nicht über Nacht zum Verschwinden bringen. Doch er entzieht ihnen die Legitimität und dient als Abschreckung für ihre weitere Verbreitung. Mit der Unterzeichnung und Ratifizierung des Vertrags sendet ein Staat das klare Signal aus, dass solche Waffen nicht annehmbar sind. Wir erwarten, dass auch die Schweiz diese Haltung einnimmt.
Die Kirchenleitungen, insbesondere den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und die Schweizer Bischofskonferenz bitten wir, die Initiativen für die Durchsetzung des Atomwaffenverbots zu unterstützen und sich bei den Behörden in diesem Sinne einzusetzen. (Resolution der Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn: Beitritt der Schweiz zum Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW), 5.12.2018)
Auch die ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz hat unlängst ihre Hoffnung ausgedrückt, dass die Schweiz den Vertrag „möglichst rasch ratifizieren“ möge.
Papst Franziskus hat sich mehrmals für eine Welt ohne Atomwaffen ausgesprochen, nicht zuletzt auch an der Atomwaffenkonferenz im Vatikan Ende 2017. An der Konferenz wurde betont, dass konkrete nukleare Bedrohungen und die Verbreitung von Kernwaffen zeigen, dass die Idee der Sicherheit durch atomare Stärke eine Illusion ist. (Mediencommuniqué, 29.11.2018, 322. ordentliche Vollversammlung der Schweizer Bischofskonferenz)