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Manche Filmemacher bestrafen ihre Figuren für ihre charakterlichen Mängel und Schwächen, andere glorifizieren sie dafür.
Alexander Payne hat sich eine Nische irgendwo dazwischen eingerichtet. Kaum ein anderer Hollywood-Regisseur und -Drehbuchautor schafft es, derart authentische Gefühlswelten für die grosse Leinwand zu erschaffen wie der 56-Jährige.
In einer Filmlandschaft, in der Zurückhaltung und Subtilität alles andere als selbstverständlich sind, ist Payne eine Art akzeptierter Aussenseiter.
Selbstgerechte Möchtegern-Schriftsteller und überforderte Witwer
Seine Filme handeln meist von den Problemen des kleinen Mannes, oft mit dem Schauplatz Omaha, Nebraska – seiner Heimatstadt.
Untreue High-School-Lehrer («Election»), selbstgerechte Möchtegern-Schriftsteller («Sideways»), überforderte Witwer («About Schmidt») – das sind die Figuren, die es Payne angetan haben.
Ihre Probleme beleuchtet Payne mit viel Verständnis und raffiniertem Witz, aber ohne Zynismus. Man könnte ihn als den Menschenfreund unter den Hollywood-Autoren bezeichnen.
Diese Charakterstudien bringen oft das Beste aus seinen Besetzungen heraus: Nicht weniger als sieben Oscar-Nominierungen in den Schauspieler-Kategorien brachten Paynes letzte vier Filme mit sich.
Abkehr vom Realismus
Der Filmemacher selbst wurde für seine Tragikomödien «Sideways» und «The Descendants» mit der goldenen Statuette für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
Mit der Sci-Fi-Satire «Downsizing», in der Menschen geschrumpft werden und damit die Umwelt schonen und ihr Vermögen vermehren, entfernt sich Payne zumindest in der Prämisse erstmals vom Realismus, der seine besten Werke auszeichnet.
Im Mittelpunkt stehen allerdings weiterhin die Probleme des kleinen Mannes – auch wenn dies in diesem Fall als mehrdeutig verstanden werden muss.