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Alabasterfarbener Mamor verziert mit Halbedelsteinen als letzte Ruhestätte – das Maussoleum für die Geliebte an den Ufern des Jamuna
(sh)„Stell Dir vor“, sagt sie zu mir: „Dein Geliebter lässt Dir als Zeichen seiner ewigen, unsterblichen Liebe ein Grabmal bauen, das nach 400 Jahren als eines der neuen Weltwunder gilt und seit 1983 UNESCO Weltkulturerbe ist. Stell Dir das einmal vor!“
Ein wunderschönes Bild, das vor fast 400 Jahren Wirklichkeit wurde. Im Jahre 1631 begannen die Bauten für das Tja Mahal. In Auftrag gegeben vom Grossmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine verstorbene Hauptfrau Arjumand Bano Begum oder besser bekannt als Mumtaz Mahal. Auf einer 100 m mal 100 m grossen Marmorplattform wurde das 58 m hohe und 56 m breite Mausoleum 1648 fertig gestellt, umgeben von einem 18 Hektar grossen Garten.
Eine Bauzeit von siebzehn Jahren für die letzte Ruhestätte der Geliebten Eine Baustelle der Superlative; rund 20.000 Handwerker aus Süd- und Zentralasien arbeiteten unter der Leitung des aus dem heutigen Afghanistan stammenden Architekten Abu Fazel, der geschickt persische Architektur mit indischen Elementen zur perfekten Harmonie verschmolz. Aus ganz Indien und Asien wurden Baumaterialen herbeigeschafft, die von über 1000 Elefanten transportiert wurden. 28 verschiedene Edel- und Halbedelsteine wurden in dem weissen Marmor eingefügt.
Entgegen der üblichen Bauweise von persischen Grabmälern steht das Taj Mahal nicht in der Mitte des Parks, sondern am Rande. Ursprünglich wollte der Grossmogul Shah Jahan ein gleiches Mausoleum für sich selbst auf der anderen Seite des Flusses errichten lassen, verbunden durch eine Brücke. Durch das zweite Grabmal wäre die Symmetrie wieder hergestellt worden und die beiden Ruhestätten wären das Zentrum der Anlage geworden, wie es dem persischen Verständnis vom Himmel entspricht. Heute ist nur noch das Fundament des zweiten Gebäudes zu sehen.
Es kam allerdings nicht mehr zu diesem Bau, denn sein Sohn Muhammad Aurrangzeb Almagir entmachtete ihn im Jahre 1666. Shah Jahan verbrachte den Rest seines Lebens in Gefangenschaft und wurde nach seinem Tod neben seiner geliebten Mumtaz Mahal beigesetzt.
Die vier Minarette, die das Hauptgebäude umgeben, sind leicht geneigt, damit sie im Falle eines Erdbebens nicht auf die Grabstätte stürzen, sondern nach aussen wegkippen. Gekrönt wird das Gebäude von einer 7 m hohen Kuppel, verziert mit einer bronzenen Spitze und dem islamischen Halbmond. Der liegende Halbmond und die Spitze sind so angeordnet, dass sie einen Dreizack bilden; das Symbol für den Hindugott Siva. Ein weiteres Beispiel für die fliessende Integration von islamisch-persischer und Hindu-Architektur. Halbedelsteine in Blumenmuster und Suren aus dem Koran schmücken das Mausoleum.
Im Westen befindet sich die Moschee, mit Ausrichtung nach Mekka, das von dort aus gesehen westlich liegt, während sich im Osten ein Gästehaus befindet, welches in der Symmetrie der Moschee gleicht. Beide Gebäude sind in rotem Sandstein gehalten.
UNESCO Kriterium Nummer 1: Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft
Das Taj Mahal befindet sich im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, im Agra Bezirk, am rechten Ufer des Flusses Jamuna. Ursprünglich gehörte das Land den Rajputen von Ajmer in Rajasthan. Im Jahre 1983 wurde das Taj Mahal zum Weltkulturerbe ernannt. Es erfüllt damit den Anspruch auf UNESCO Kriterium 1 als Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft.
„Hmm“, antworte ich ihr ein wenig wehmütig. „Was für eine Vorstellung. Uns wird das nicht passieren“. Allerdings freue ich mich, von dieser ewigen Liebe zu profitieren, wenn auch nicht als Geliebte, sondern als Besucherin dieser einzigartigen und wunderschönen Anlage.