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Enneastar® greift auf die Typenpsychologie des Enneagramms zurück, das man als psychologisches Opensource-Projekt bezeichnen kann, welches von vielen Gruppierungen als Ausgangspunkt für unterschiedlichste Modelle zur Persönlichkeitsentwicklung verwendet wird.
Video-Einführung zu Enneastar®
Das Enneagramm ist zuerst einfach eine geometrische Figur, die auf den Russen Georges I. Gurdjieff zurückgeht († 1949). Man kann wohl davon ausgehen, dass es sich von einem neunzackigen Stern in einem Kreis ableitet. (Unterschiede zum Stern sind in nebenstehender Grafik rot hervorgehoben.)
Der Bolivianer Oscar Ichazo (* 1931) fügte dieser geometrischen Figur typenpsychologische Deutungen hinzu, die später durch den aus Chile stammenden amerikanischen Psychiater Claudio Naranjo (* 1932) mit wissenschaftlichen Elementen (z.B. Abwehrmechanismen) ergänzt wurden.
Die daraus resultierende Typenpsychologie fand grossen Anklang und wird heute schlechthin als das Enneagramm gehandelt.
Die Typologie des Enneagramms ist wissenschaftlich nicht nachweisbar, arbeitet sie doch mit Motivationsbildern, statt mit objektiver Beobachtung. Während die Deutungen der geometrischen Verbindungslinien des Enneagramms (Trostpunkte und Misstrostpunkte bzw. Stresspunkte) in der Fachwelt umstritten sind, werden die neun Typen durch die wirtschaftspsychologische Belbin Team Roles Theory gestützt, die sich mit erfolgreicher Teambildung beschäftigt. Der britische Forscher Meredith Belbin (* 1926) ging zuerst von acht Teamrollen aus, entdeckte später dann aber noch eine neunte. Alle neun Teamrollen korrelieren mit den neun Typen des Enneagramms und verifizieren dieses indirekt von wissenschaftlicher Seite her, wenn auch Belbin den Teamrollen ganz andere Namen gibt und an keiner Stelle das Enneagramm auch nur erwähnt.
Enneastar® übernimmt in Anlehnung an die Belbin Team Roles Theory die Typenpsychologie des Enneagramms, setzt diese aber in einen anderen Kontext und zwar sowohl in geometrischer als auch spiritueller Hinsicht.
Enneastar® versteht die Bibel als spirituelle Quelle zur persönlichen Inspiration. Es geht nicht um Buchstaben, sondern um den Geist. Unser unsichtbares Herz dient dabei als spirituelles Organ und ist der Schlüssel, um metaphysische (geistliche) Realitäten als Lebensquelle zu entdecken. Mit diesem Ansatz sieht sich Enneastar eher in der Tradition der christlichen Mystiker, als in einer dogmatischen Kategorie.
Für die geometrische Figur bedient sich Enneastar® beim mittelalterlichen Mönch Ramon Llull (1232-1316), der die biblischen Wahrheiten in eine neue spirituelle Sprache giessen wollte, damit sie von seinen Mitmenschen besser verstanden werden könnten. Auf ihn geht der neunzackige Stern als Symbolfigur zurück, der später von verschiedenen Religionen und Gruppierungen als spirituelles Ausdrucksmittel beansprucht wurde. Auch das Enneagramm-Symbol wird sich letztlich von ihm ableiten. Enneastar® ist stolz darauf, den neunzackigen Stern wieder für dessen ursprünglichen Zweck zu gebrauchen. (Die geometrischen Unterschiede zum Enneagramm sind in der obigen Grafik rot hervorgehoben.)
Die Reihenfolge der Typen entnimmt Enneastar® der Bibel (Galater 5,22-23a), was der Struktur ihrer Typenpsychologie einen erstaunlichen Sinn gibt. Diese Entdeckung ist Ausgangs- und Zielpunkt von Enneastar®. Das Enneagramm wird dadurch auf die Bibel ausgerichtet. Dieser Ansatz macht Enneastar® zu einer christlichen Innovation, die sich erlaubt, das Enneagramm in eine neue Entwicklungsphase hineinzuführen.
Markus Brunner hat seinen Persönlichkeitskurs auf der Grundlage des Enneagramms entwickelt. Er ordnet die Enneagrammtypen den Charaktereigenschaften von Gott zu, und zwar in der Reihenfolge, wie
sie die Bibel in Galater 5,22-23 aufzählt: Liebe, Freude, Frieden, Geduld,
Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit. Die Reihenfolge der Typen, die sich daraus ergibt, weicht vom Original-Enneagramm ab. Doch sie macht Sinn. (mehr)
Margit Skopnik-Lambach, Enneagrammlehrerin des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm e.V.
Illmensee, 20.02.2017
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