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Als Roger Federer den Ball kurz nach 19.00 Uhr Ortszeit und knapp fünf Stunden Spielzeit bei einer Vorhand mit dem Rahmen traf, war das Drama vorbei. In einem Final, der alles beinhaltete, sorgte eine Premiere in der Geschichte des Turniers für die Entscheidung. Beim Stand von 12:12 war es erstmals in diesem Turnier im Einzel zu einem Tiebreak gekommen, in dem Djokovic wie in den Sätzen 1 und 3 das bessere Ende für sich hatte. Rekordhalter Federer verpasste damit seinen neunten Titel in Wimbledon.
"Leider muss am Ende einer verlieren", sagte Djokovic an der Siegerehrung. Er selbst habe gehofft, dass er es im fünften Satz irgendwie ins Tiebreak schaffe. Nachdem der Serbe während der ganzen Partie mehrheitlich in Führung gelegen war, stand er in der Schlussphase öfter mit dem Rücken zur Wand. Als Federer mit einem brillanten Crosscourt-Passierball das Break zum 8:7 geschafft hatte, boten sich dem Baselbieter bei 40:15 und eigenem Service zwei Matchbälle. Ein einfacher Fehler und ein Passierball Djokovics machten die beiden goldenen Möglichkeiten zunichte.
Einen ersten Vorteil hatte Djokovic aus der Hand gegeben. Nachdem er zu Beginn des finalen Durchgangs der bessere Spieler gewesen war, gelang ihm im fünften Anlauf das Break. Doch Federer schlug sogleich zurück und schaffte das Rebreak zum 3:4. "Wir hatten beide unsere Chancen", sagte Federer, der vom Publikum einmal mehr frenetisch bejubelt wurde. Er sei sehr zufrieden mit seiner Leistung und hoffe, er könne andere inspirieren, dass es mit 37 noch nicht vorbei sei. Später bekannte er: "Ich habe eine unglaubliche Chance verpasst."
Letztlich kosteten den Rekordsieger drei schwächere Tiebreaks einen weiteren Titel im All England Club. Im ersten funktionierte die Vorhand nicht, im zweiten unterliefen ihm vier Fehler mit der Rückhand. Und bei der finalen Kurzentscheidung geriet er gleich zu Beginn in Rücklage - ebenfalls nach Eigenfehlern. Djokovic wirkte weniger unwiderstehlich als auch schon, schaffte es aber, sich in den entscheidenden Momenten zu steigern.
Mit Ausnahme der Tiebreaks konnte sich Federer wenig vorwerfen. Er schlug vier Sätze lang brillant auf und musste dem besten Returnspieler der Welt erst nach 2:47 Stunden den ersten Breakball und das erste Break zugestehen - bei 5:2 im vierten Satz.
16. Grand-Slam-Titel für Djokovic
Djokovic unterstrich mit seinem Triumph, dass er derzeit der beste Spieler ist. Mit seiner erfolgreichen Titelverteidigung und dem fünften Titel zog er mit Björn Borg gleich. Nur Federer sowie William Renshaw und Pete Sampras (je 7) haben mehr Titel im All England Club gewonnen als der Serbe, der vier der letzten fünf Grand-Slam-Turniere gewann.
Mit seinem 16. Grand-Slam-Erfolg näherte sich Djokovic bis auf vier Titel Federer an. Zwischen den beiden liegt noch Rafael Nadal, der 18 der vier wichtigsten Trophäen gewonnen hat.