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«Nach einem knappen Rennen wurde eine französische Bulldogge zum Bürgermeister dieser kleinen Stadt in Kentucky gewählt» – so titelte die «Washington Post» kürzlich. Gestatten, Wilbur Beast, Bürgermeister von Rabbit Hash, Kentucky:
Wilbur, eine französische Bulldogge mit Vorliebe für gestrickte Wollmützen und britische Sportwagen, gewann mit 13'143 von 22'985 Stimmen und verwies somit seine Konkurrenten Jack Rabbit, den Beagle, und Poppy, den Golden Retriever, auf die hinteren Ränge. In seiner Wahlkampagne versprach Wilbur, «lieb zu Katzen zu sein» und «mit halb offenen Augen schlafen zu können». Sein Grundsatz aber ist, «den Menschen Frieden in Politik zu lehren; die Welt zu vereinen, Städtchen für Städtchen, beginnend mit Rabbit Hash, Kentucky».
Seit 1998 wählt das 500-Seelen-Dorf Rabbit Hash seine Bürgermeister aus der Tiergattung canis lupus familiaris. Vorher existierte das Amt noch gar nicht. Bobbi Kayser, Präsidentin der Rabbit Hash Historical Society, erklärt: «Als das uns übergeordnete Boone County damals sein 200-jähriges Bestehen feierte, baten sie alle Bürgermeister, diesen Geburtstag zu ehren. Aber Rabbit Hash hatte keinen Bürgermeister. Und so beschlossen wir, schleunigst eine Wahl abzuhalten.»
Jemand schlug vor, weshalb nicht einen Hund zum Bürgermeister zu wählen, «weil hier die Hunde sowieso den Laden schmeissen», so Amy Noland, Hundemutter von Wilbur, die seit 18 Jahren in Rabbit Hash lebt. Seither hat das Städtchen fünf vierbeinige Bürgermeister:
Technisch gesehen ist die Wahl eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Kandidaten verkaufen ‹Wahlzettel›, deren Erlös dem Rabbit Hash Historical Society zugutekommt (was die viel höhere Stimmbeteiligung gegenüber der eigentlichen Einwohnerzahl erklärt). Der Kandidat mit den meisten verkauften ‹Wahlzetteln›, wird Bürgermeister.
«Natürlich ist diese Wahl überhaupt nicht parteipolitisch. Aber zeitlich fällt es immer mit den Präsidentschaftswahlen zusammen», so Noland. Die Kandidatur Wilburs ist aber durchaus auch als Reaktion auf das politische Klima in den USA zu verstehen, «als Gegenpol zu all den negativen News, die uns, Amerika, die Präsidentschaftswahl und Covid-19 umgeben. Ich wollte, dass Wilbur etwas Positives in die Nachrichten bringt». Laut Noland kommt Wilbur mit dem Stress des neuen Jobs ziemlich gut zurecht: «Er hat eine Menge Interviews gegeben, ganz viele Streicheleinheiten bekommen, eine Menge Bauchkratzen und Ohrenkraulen.»