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Welche Betreuungsleistungen den Passagieren zustehenElias Reichsöllner, 2019-5-3
Unterschiedliche Arten von Betreuungsleistungen
Die europäische Fluggastrechteverordnung unterscheidet verschiedene Betreuungsleistungen voneinander, die abhängig von der Wartezeit und vom individuellen Fall vonseiten der ausführenden Fluggesellschaft zu erbringen sind.
- Im angemessenen Verhältnis zur Wartezeit stehen einem Passagier Erfrischungen und Mahlzeiten zu. Sofern die ausführende Airline nicht in der Lage ist, die betroffenen Passagiere mit Getränken und Speisen zu versorgen, verpflichtet sie sich zur Ausgabe von Wertgutscheinen. Diese können die Gäste in den vor Ort befindlichen Restaurants und Flughafenshops einlösen. Ausserhalb der Öffnungszeiten verpflichtet sich die Airline, eine minimale Grundversorgung für die betroffenen Passagiere bereitzustellen.
- Sofern sich ein Weiter- oder Rückflug erheblich verzögert und erst am darauffolgenden Tag stattfindet, muss die ausführende Airline den Passagieren eine Unterkunft und den Transfer zur Unterkunft organisieren. Dies gilt auch dann, wenn der Flug schon in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages startet. Der Airline obliegt es, die freien Zimmer in der Umgebung zu ermitteln, als auch die Übernachtungsräume für die betroffenen Fluggäste zu reservieren.
- Bei einer erheblichen Verspätung muss die ausführende Airline den geschädigten Fluggästen auf Wunsch geeignete Kommunikationsmittel zur Verfügung stellen. Jedem Fluggast stehen zwei Telefonate oder E-Mails zu.
- Im besonderen Masse hat die ausführende Fluggesellschaft auf die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Personen sowie Kindern, die ohne eine volljährige Begleitperson reisen, zu achten. Die genannten Personengruppen hat die Fluggesellschaft bei Zimmerreservierungen und allgemeinen Beförderungen bevorzugt zu behandeln.
Bei Verweigerung der Leistung können Passagiere Schadensersatzansprüche geltend machen
Unabhängig von der Ursache der Verspätung ist jedes ausführende Luftverkehrsunternehmen verpflichtet, die geschädigten Fluggäste zu betreuen. Kommt es seiner Verpflichtung nicht nach, sind die Passagiere berechtigt, Schadensersatzforderungen zu stellen. Der Europäische Gerichtshof hat die Höhe der Entschädigungssumme nicht genau beziffert. Abhängig vom individuellen Fall hat die Airline einen den Umständen angemessenen, zumutbaren Betrag zu zahlen, um den Ausfall der Leistungen zu kompensieren. Diese Regelung gilt nur dann, wenn den Passagieren weitere zusätzliche Kosten infolge der versagten Betreuungsleistungen, etwa für das Hotel oder die benötigten Mahlzeiten, entstehen.
Sofern das ausführende Luftverkehrsunternehmen seinen Pflichten weiterhin nicht nachkommt, greifen die nationalen Durchsetzungsstellen. Das Gesetz behält sich allerdings gewisse Ausnahmefälle vor, die in bestimmten Notsituationen greifen, etwa wenn die Airline die Fluggäste unverschuldet nicht in einem Hotelzimmer unterbringen konnte.