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|Weltcup München: Finalrennen olympische Bootsklassen|
Nach den sehr guten Resultaten von Eliane Waser und den Männern Leichtgewichte in den Finalrennen am Samstagabend, schauten in den Finalrennen der olympischen Bootsklassen für die Schweizer Boote ein fünfter und ein sechster Platz hinaus. André Vonarburg und Florian Stofer ruderten lange Zeit in den Spitzenpositionen, ehe sie am Schluss auf den fünften Platz zurückfielen. Im Doppelzweier der Frauen Leichtgewichte ruderten Pamela Weisshaupt und Olivia Wyss ebenfalls eine gute erste Streckenhälfte. Sie belegten in ihrem ersten gemeinsamen Weltcupfinal den sechsten Rang.
Der Finaltag der Münchener Weltcup-Regatta stand unter dem Zeichen der Finalrennen in den olympischen Bootsklassen. Zwei Schweizer Boote hatten sich in für die Runde der besten sechs Boote qualifiziert. Am Vorabend ruderte die Stanserin Eliane Waser (Seeclub Luzern) im Final der Skiff Frauen Leichtgewichte auf den zweiten Platz und gewann die Silbermedaille. Gleich zwei Medaillen für die Schweiz gab es im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte. Das Rennen wurde durch Raphaël Jeanneret (CA Vevey) und Simon Schürch (Seeclub Sursee) gewonnen. Die Bronzemedaille ging an Simon Niepmann (Seeclub Zürich) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz).
Vonarburg/Stofer im Doppelzweier erneut auf dem fünften Rang
Nach den spannenden Halbfinals des Samstagnachmittags war der Ausgang im Finale der Doppelzweier Männer offen. André Vonarburg und Florian Stofer (beide Seeclub Sempach) qualifizierten sich nach Bled bereits zum zweiten Mal für den A-Final im Weltcup. Sie starteten zusammen mit dem favorisierten britischen Boot, den Siegern des ersten Weltcups, schnell. Nach 500 Metern lagen Grossbritannien und die Schweiz gleichauf. Frankreich folgte knapp dahinter und bereits mit etwas Distanz folgten die USA, Deutschland und China. Auf dem zweiten Streckenviertel waren es dann die Franzosen, die zu den Briten und zu Stofer/Vonarburg aufschliessen konnten. Drei Boote lagen dicht beieinander an der Spitze. Vonarburg/Stofer zeigten eine gegenüber dem Halbfinale verbesserte Startphase. Auf dem dritten Streckenviertel erhöhten Frankreich und Grossbritannien das Tempo, das die Schweizer nicht voll mitgehen konnten. Zudem drückten USA und Deutschland zunehmend und setzten Vonarburg/Stofer unter Druck. Nur durch wenige Zentimeter getrennt ruderten USA, Schweiz und Deutschland, wobei die Schweizer auf den letzten 250 Metern im Endspurt die Bootsgeschwindigkeit nicht mehr erhöhen konnten und sich im Endspurt um die Bronzemedaille sowohl den Deutschen wie den USA geschlagen geben mussten. Mit dem fünften Rang im A-Finale resultiert die gleiche Rangierung wie vor drei Wochen in Bled. Die Endphase im Rennen war bislang in beiden Regatten die Schwachstelle im Schweizer Rennprofil. Auf der ersten Streckenhälfte zeigt sich der Schweizer Doppelzweier aber auf Höchstniveau. Gezieltes Training sowie die weitere Verbesserung der Feinabstimmung werden helfen, das Rennprofil auch auf dem letzten Streckenviertel dem Idealprofil anzugleichen. Der Schweizer Doppelzweier hat mit den beiden Finalqualifikationen von Bled und München gezeigt, dass er stärker einzustufen ist als im Vorjahr und der Aufbau hinsichtlich Weltcup Luzern stimmt.
Weisshaupt/Wyss schnell gestartet und letztlich auf dem sechsten Platz
Die Startphase war für Weisshaupt/Wyss bislang immer schwierig zu bewältigen. Heute hingegen starteten die beiden Schweizerinnen schnell und lagen zunächst mit Grossbritannien 1 an der Spitze des Feldes. Bei Streckenviertel waren die Schweizerinnen mitten im Renngeschehen dabei, was ihnen beispielsweise vor drei Wochen in Bled noch nicht gelungen war. Im Mittelteil des Rennens fanden Olivia Wyss und Pamela Weisshaupt aber den Rhythmus des Vortages nicht mehr und vermochten nicht genügend Beschleunigung zu erzeugen, um das Tempo der anderen Boote mitgehen zu können. Bei Streckenhälfte Fünfte, anschliessend bald auf dem sechsten Rang liegend, kamen Pamela Weisshaupt und Olivia Wyss bei ihrem ersten gemeinsamen Weltcup-Finalrennen im Ziel an. Der sechste Platz von München ist gegenüber Rang 10 in Bled vor drei Wochen eine deutliche Leistungssteigerung. Die A-Finalqualifikation der neuen Schweizer Kombination zeigt deren Potenzial. Die Rennverläufe sind jedoch noch zuwenig konstant und voraussehbar. Das gezielte Training wird die beiden Schweizerinnen weiter zusammenbringen und die Harmonie im Boot wird sich entsprechend verbessern. Die nächste Chance für eine weitere Verbesserung bietet sich in drei Wochen an der Heimregatta auf dem Rotsee in Luzern.
Frauen-Doppelvierer auf Rang 8, U23-Doppelvierer auf Rang 12
Ihre letzten Einsätze an der Weltcup-Regatta hatten heute auch die beiden Schweizer Doppelvierer in den B-Finals, den Platzierungsrennen um die Ränge 7 bis 12. Für den Frauen-Doppelvierer mit Martina Ernst (Belvoir Ruderclub Zürich), Katja Hauser (Seeclub Wädenswil), Nora Fiechter (Blauweiss Basel) und Regina Naunheim (Seeclub Wädenswil) ging es nach der knapp verpassten Finalqualifikation darum, den kleinen Final zu gelingen. Das Unterfangen gelang jedoch nicht ganz und die Schweizer Crew, vor drei Wochen in Bled noch strahlende Dritte, ruderte hinter dem zweiten chinesischen Boot auf dem zweiten Platz ins Ziel, was den achten Schlussrang bedeutet. Während die Vorbereitung für die Mannschaft vor Bled ideal verlief, waren die drei Wochen seit Bled durch Verletzungen, Erkältungen und einen Bootsschaden gekennzeichnet. Die Mannschaft wirkte weniger harmonisch und auch die Schlagzahlen waren gegenüber der Konkurrenz jeweils um etwas tiefer gemessen worden. In den kommenden drei Wochen hat die Mannschaft die Chance, die Feinabstimmung mit gemeinsamen Trainings zu verbessern, um sich die Rennen in Luzern gut vorbereitet angehen zu können.
Der junge U23-Doppelvierer mit Michael Schmid (Seeclub Luzern), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen), Jérémy Maillefer (Lausanne Sports Aviron) und Samuel Annen (Seeclub Zug) versuchte sein Glück im kleinen Finale mit einer Flucht nach vorne. Sie führten das Feld auf der ersten Streckenhälfte an und ruderten keck vorneweg. Auf der zweiten Streckenhälfte mussten die jungen Schweizer, deren Saisonziel die U23-Weltmeisterschaften von Ende Juli sind, dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und sich von einem Boot nach dem anderen ein- und überholen lassen. Die junge Mannschaft hat an den drei Rennen in München viel für die künftigen gemeinsamen Rennen gelernt. Der kecke Auftritt im B-Finale zeigt das Potenzial und die Unbekümmertheit der jungen Mannschaft auf.
Positives Fazit für den Schweizer Rudersport in München
Auch wenn die Resultate am heutigen Finaltag nicht ganz den gesetzten Erwartungen entsprachen, hat die Schweizer Delegation in München einen guten Eindruck hinterlassen. Vor Jahresfrist konnte weder von Medaillen noch mehreren Finalqualifikationen geschrieben werden. Mit drei Medaillen in den „International Events“ sowie zwei Finalplätzen in den olympischen Bootsklassen, ist die Mannschaftsleistung gut und breit abgestützt. Für den Weltcup in Luzern ist sicher von allen Booten eine weitere Leistungssteigerung notwendig, um die in Bled und München heraus geruderten Resultate wieder erreichen zu können. Die Männer Leichtgewichte werden in Luzern wieder in ihrem Hauptboot, dem Vierer ohne Steuermann Leichtgewichte, antreten. Die Schweizer Mannschaft wird sich in den kommenden Wochen auf die Rennen in Luzern vom 9.-11. Juli 2010 vorbereiten. Alle Nationalmannschaftsmitglieder werden am 3./4. Juli 2010 in Clubbooten auch an den Schweizermeisterschaften auf dem Rotsee an den Start gehen.
Im Weltcup führt auch nach der zweiten Regatta das Team aus Grossbritannien mit 154 Punkten vor Deutschland (72 Punkte) und China (71 Punkte). Die Schweiz liegt mit 17 Punkten auf dem mit Frankreich und Serbien geteilten 17. Zwischenrang.
Rudern: Ruder-Weltcup-Regatta München (D), Resultate Rennen mit Schweizer Beteiligung vom 20.06.2010 (3. Tag)
Männer, offene Kategorie: Doppelzweier, Final A: 1. Wells/Bateman (Gb) 6:20,90. 2. Berrest/Bahain (Fr) 6:22,68. 3. Johannesen/Peter (De) 6:24,55. 4. Ochal/Anderson (USA) 6:24,71. 5. André Vonarburg/Florian Stofer (Sz) 6:25,88. 6. Liu/Shi (China) 6:38,01.
Doppelvierer, Final B (Ränge 7-12): 1. USA 6:02,76. 2. Belgien 6:06,12. 3. Neuseeland 6:06,74. 4. China 6:06,92. 5. Tschechien 6:07,85. 6. Schweiz (Samuel Annen, Jérémy Maillefer, Nico Stahlberg, Michael Schmid) 6:09,73.
Frauen, Leichtgewichte: Doppelzweier, Final A: 1. Goodsell/Hosking (Gb) 7:10,74. 2. Liu/Huang (China) 7:13,58. 3. Reimer/Noske (De) 7:15,12. 4. Cullen/Dennis (Gb) 7:19,72. 5. Hammond/Geentjens (Be) 7:21,90. 6. Pamela Weisshaupt/Olivia Wyss (Sz) 7:24,73.
Frauen, offene Kategorie: Doppelvierer, Final B (Ränge 7-12): 1. China 6:40,66. 2. Schweiz ( Regina Naunheim, Nora Fiechter, Katja Hauser, Martina Ernst) 6:43,38. 3. Rumänien 6:45,14. 4. Dänemark 6:46,23. 5. Polen 6:49,59. 6. Österreich &:54,16.
Alle Resultate und mehr Infos unter http://www.worldrowing.com/index.php?pageid=91
München, 20. Juni 2010/cs.