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In Österreich sorgt man sich um die landestypischen Eigenheiten und Begriffen in der Sprache. Wie in der Schweiz. Die Österreicher finden es problematisch, wenn das «Sackerl» der «Tüte», die «Marille» der «Aprikose» oder das «Servus» dem «Tschüss» weichen muss. Viele Schweizer finden es doof, wenn aus dem «Ross» ein «Pferd», dem «Muul» ein «Mund» oder dem «Spital» ein «Chrankehuus» wird. Noch tragischer wird es dann, wenn sie Würste und Steaks «grillen» statt «grillieren».
Die Bildungsministerin Österreichs schlägt nun Alarm und lässt an den Schulen eine Broschüre verteilen, in welcher sie die Lehrerschaft dazu aufruft, das österreichische Deutsch und dessen sprachliche Eigenheiten im Unterricht zu vermitteln. Witzig dabei finde ich, dass die österreichische Bildungsministerin eine Sozialdemokratin ist. Die Schweizer Sozialdemokraten sind ja in dieser Frage exakt gegenteilig gepolt.
Lobenswert ist auf jeden Fall, dass der Österreichische Staat das Problem nicht nur erkannt hat, sondern auch versucht, etwas dagegen zu unternehmen. In der Schweiz ist das etwas komplizierter, da das Volksschulwesen Sache der Kantone ist. Gesamtschweizersich aber ist klar definiert, dass die Unterrichtssprache Hochdeutsch zu sein hat. Bedauerlicherweise bereits ab dem Kindergarten. In den Kantonen Aargau und Zürich wurden entsprechende Volksinitiativen angenommen, welche vorschreiben, dass zumindest im Kindergarten nur Mundart gesprochen werden muss. Die Stimmbevölkerung des Kantons Luzern hat 2013 eine entsprechende Initiative zwar abgelehnt, jedoch den Regierungsrat zu einem Gegenvorschlag gezwungen. Nun steht im Luzerner Volksschulgesetz, dass im Kindergarten Standardsprache und Mundart gleichwertig zu behandeln seien. Immerhin.
Doch man darf sich die Frage stellen, ob es genügt, nur im Kindergarten neben der Standardsprache auch die Mundart zu pflegen. Die Österreicher sind hier einen Schritt weiter. Ich meine, dass auch in der Schweiz für die höheren Schulstufen eine entsprechende Regelung eingeführt werden muss.