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Während wir als Individuen mit unserer bisherigen Strategie der Vereinfachung komplizierter Fragestellungen relativ erfolgreich waren, versagen wir vor den komplexen Problemen, deren Reduktion auf einfache Fragestellungen keinen Beitrag zum Verständnis liefert. Wir haben als Einzelne keinen Überblick über die Einflüsse der einzelnen Faktoren auf das Gesamte. Kollektive Intelligenz im weitesten Sinne ist da ein mit viel Hoffnnug verbundener Ansatz.
Das Internet und insbesondere die Web 2.0-Tools haben das Potenzial, Wissen zu „demokratisieren“. Auch wenn mir als „altem Naturwissenschafter“ sich dabei die Rückenhaare kräuseln, wie ich in einem früheren Beitrag ausgeführt habe.
Die Community bestimmt letztlich, was richtig ist. Ein darwinistischer Prozess, könnte man sagen.
In diesen Kontext passt der Begriff der Schwarmintelligenz, zu dem ich bei Beat Döbeli (Donnerstag, 9. April 2009) ein Definition von Peter Kruse gefunden habe:
„Der Begriff „Schwarmintelligenz“ wird von Peter Kruse folgendermassen definiert:
„Schwarmintelligenz ist im Prinzip eine Form der Selbstorganisation, bei der relativ unintelligente einzelne Elemente sich über Regelwerke zu übergreifender Ordnungsbildung vereinen.“
Damit ist aber noch nicht alles über die Qualität dieser Intelligenz ausgesagt. Vor allem nicht, was diese Intelligenz leisten kann. Schwarmintelligenz wäre also eine Art primitive kollektive Intelligenz (das ist nicht wertend gemeint). Als wesentliches Unterscheidungsmerkmal erscheint mir da die Frage, ob die Intelligenz auf ein Entwicklungsziel hinwirkt oder sich mit der Freude des „Kollektiv seins“ begnügt.
Auch da ist natürlich immer die Frage der eigenen, westlich-zentraleuropäischen Werthaltung, was denn wichtig sei und was blosser Zeitvertreib. Siehe auch die Diskussion über Jugend und neue Medien.