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Vor der Pandemie hatte Paula fünf Jobs in der Reinigung. In der Folge des Lockdowns brachen ihre Einkünfte weg, sie konnte ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Mit Hilfe des Corona-Batzens konnte Paula den Engpass überwinden und wieder
neu anfangen.
Der Corona-Batzen wurde von der Reformierten Kirche Zürich im Juni 2021 eingerichtet. Er ist als Überbrückungshilfe für Menschen gedacht, die auf Grund der Folgen der Corona-Pandemie in einen finanziellen Engpass geraten sind. Mitarbeitende des Café Yucca können diese Hilfe für erwerbstätige Menschen beantragen, die in bescheidenen Verhältnissen leben. Dabei handelt es sich um Einzelpersonen und Familien, die in der Stadt Zürich wohnen, keine Sozialhilfe beziehen und die schon vor der Pandemie mit wenig Geld über die Runden kommen mussten.
Ein Beispiel: Paula (Name geändert) arbeitete im Jahr 2020 in verschiedenen Privathaushalten und in zwei Restaurants als Putzfrau. Insgesamt hatte sie fünf Arbeitgeberinnen. Sie ist sehr dankbar, dass sie sich in der Schweiz niederlassen konnte und die Bewilligung B erhalten hat. Ursprünglich stammt sie aus Peru, hat aber das Land schon vor langer Zeit verlassen, um in Spanien Geld zu verdienen. Als alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern sah sie in ihrer Heimat keine Zukunft, da es kaum Verdienstmöglichkeiten gab.
Nur nicht aufs Sozialamt
So liess Paula schweren Herzens ihre Kinder bei der Familie ihrer Schwester in Peru zurück, um in Spanien Geld zu verdienen und ihrer Familie zu schicken. Paula hatte Glück und bekam nach einigen Jahren in Spanien den spanischen Pass, denn sie hatte während dieser Zeit immer eine Arbeitsstelle und konnte bei entfernten Verwandten unterkommen. Als in Spanien jedoch die Wirtschaftskrise ausbrach, konnten sich die Familien keine Haushalthilfen und Nannys mehr leisten und Paula verlor ihre Arbeit. Trotz vieler Bemühungen gelang es ihr nicht, eine neue Erwerbstätigkeit zu finden. Also zog sie weiter und versuchte ihr Glück in der Schweiz.
Dank der Unterstützung einer Freundin konnte Paula in Zürich Fuss fassen und ihr Auskommen mit verschiedenen Arbeitsstellen bestreiten. Paula lebt bescheiden in einem Zimmer in der Stadt Zürich und legt jeden Franken auf die Seite, um ihn nach Peru zu schicken. Ihre Kinder sind in der Zwischenzeit volljährig geworden und absolvieren ein Studium in Lima. Paula tut alles, um ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Wir alle sind aufeinander angewiesen.Barbara Baumann, Beratungsteam Café Yucca
Jeder Job zählt. Gerade in den Zeiten der Pandemie.
Auf keinen Fall möchte Paula Sozialhilfe beantragen, sie will für sich und ihre Familie unbedingt selbst aufkommen. Lieber verzichtet sie auf neue Kleider und auf viele andere Dinge, als zum Sozialamt zu gehen. Ausserdem hat sie Angst, mit dem Bezug von Sozialhilfe ihre Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu gefährden. Als im März 2020 wegen des Lockdowns plötzlich die Restaurants schliessen mussten, verlor Paula zwei ihrer fünf Arbeitsstellen. Auch die privaten Haushalte reduzierten ihre Arbeitsstunden und es reichte Paula kaum mehr, sich selbst über Wasser zu halten, sie war unter das Existenzminimum geraten.
Durchhalten während der Krise
Paula kam im Sommer 2021 zu uns in die Beratung, da sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte. Als wir ihre Einkünfte berechneten und die Situation beurteilten, merkten wir rasch, dass sie eine Kandidatin für den Corona-Batzen wäre.
Das Hauptkriterium dafür war gegeben: Paulas Einkünfte hatten sich als Folge der Pandemie deutlich verringert. Auch die anderen Rahmenbedingungen waren erfüllt. Sie brachte uns die geforderten Unterlagen, die ihre Situation belegten und wir füllten das Formular «Gesuch um Corona-Batzen» gemeinsam aus.
Nachdem der Antrag von der Kirchlichen Sozialberatung geprüft worden war, bekamen wir nach einigen Wochen einen positiven Bescheid. Paula erhielt eine einmalige Überbrückungshilfe von 3’200 Franken und damit den Maximalbetrag für eine Einzelperson. Für sie war das eine grosse Hilfe. Nach den Lockerungen der Corona-Massnahmen konnte Paula ihre Arbeitsstunden zum Glück wieder aufstocken.
Menschen wie Paula erbringen wichtige Leistungen für unsere Gesellschaft. Mit ihrer Arbeit unterstützen sie die Wirtschaft, indem sie in Haushalten und Betrieben für den notwendigen Reinigungsunterhalt sorgen, trotz schwieriger Umstände. Darum ist der Corona-Batzen kein Almosen, sondern vielmehr eine Anerkennung und Wertschätzung für Menschen wie Paula, die während der Krise durchhalten. Wir alle sind aufeinander angewiesen. Jeder Job zählt. Gerade in den Zeiten der Pandemie.