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GemeinwohlAtlas 2015:
In 2015 wurden insgesamt 5052 Personen im Alter zwischen 18 und 90 Jahren, die in der deutschsprachigen Schweiz wohnen, befragt.
GemeinwohlAtlas 2014:
Die Datenerhebung in 2014 umfasste insgesamt 4483 Personen im Alter zwischen 18 und 88 Jahren mit Wohnsitz in der deutschsprachigen Schweiz.
Kannten die Befragten mindestens drei der aufgelisteten Organisationen, wurden sie aufgefordert, für einzelne, randomisiert ausgewählte Organisationen den Beitrag zum Gemeinwohl in den vier Dimensionen Lebensqualität, Aufgabenerfüllung, Zusammenhalt und Moral zu bewerten. Beide Stichproben wurden als proportional geschichtete Zufallsauswahl gezogen; die Schichtung erfolgte bevölkerungsrepräsentativ (gemäss aktuellen Daten des Bundesamts für Statistik) nach Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und Wohnregion. Unterschiedliche Rücklaufquoten in verschiedenen Schichten wurden im Laufe der Untersuchung überwacht und durch zusätzliche disproportional geschichtete Zufallsstichproben ausgeglichen. Aufgrund von fragebogenspezifischen Screening-Kriterien kam es zu geringen Abweichungen der Repräsentativverteilung in Bezug auf das Alter von ± 3 Prozent und in Bezug auf die Wohnregion von ± 4 Prozent. Die Quoten hinsichtlich Geschlecht und Schulbildung konnten ohne Abweichung eingehalten werden (Abweichung in 2014: Alter ± 3 Prozent, Wohnregion und Schulbildung ± 5 Prozent).
Bei den Befragten handelt es sich um registrierte Teilnehmer des Online-Panels des Marktforschungsinstituts intervista, das über 50.000 registrierte Teilnehmer in der Schweiz verfügt und stetigen Qualitätskontrollen unterliegt.
Die Auswahl der untersuchten Unternehmen und Organisationen erfolgte in zwei Schritten.
Im ersten Schritt wurde anhand bestimmter Kriterien, wie z.B. dem Umsatz oder der Reichweite (bei Medien), eine Liste der bedeutendsten Unternehmen und Organisationen erstellt. Im zweiten Schritt liessen wir die ausgewählten Unternehmen und Organisationen von einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe auf ihre Bekanntheit hin bewerten. Nur die bekanntesten Organisationen wurden in die Hauptbefragung aufgenommen und sind Bestandteil des GemeinwohlAtlas.
Bei den ausgewählten Organisationen für die Datenerhebung in 2014 handelte es sich um die grössten und bekanntesten Schweizer Unternehmen, Banken, Versicherungen und Genossenschaften.
Darunter waren die 50 umsatzstärksten Schweizer Unternehmen, alle SMI (Swiss Market Index) kotierten Unternehmen, sowie die zehn grössten Versicherungen, Banken und Genossenschaften in der Schweiz (insgesamt 79 Organisationen).
Darüber hinaus wurden zusätzlich folgende Medien, NGOs und Organisationen des öffentlichen Sektors in die Befragung aufgenommen: Schweizer Radio und Fernsehen, Blick, NZZ, Schweizer Armee, Schweizerisches Rotes Kreuz und WWF.
Im Vergleich zu 2014 kamen im Jahr 2015 in die Liste für die Bekanntheitsabfrage die 50 international wertvollsten Marken (Studie Brand Finance) hinzu. Darüber hinaus wurde die Liste um die zehn grössten Schweizer Familienunternehmen und Hilfswerke der Entwicklungszusammenarbeit (aidrating.ch), gemessen am Umsatz, um die Medien mit der grössten Reichweite innerhalb der deutschsprachigen Schweiz sowie um Verbände und Organisationen des öffentlichen Sektors (z.B. Spitex, TCS, Rega, Bundesamt für Polizei) ergänzt.
GemeinwohlAtlas Kanton St.Gallen
Aufgrund der Verwurzelung des Center for Leadership and Values in Society in St. Gallen haben wir ein grosses Interesse, auch den Beitrag regionaler Organisationen zu erheben. In mehreren Expertengesprächen haben wir daher zusätzlich besonders wichtige kantonale Organisationen (wie z.B. Schützengarten und FC St. Gallen) ermittelt und in die Erhebung aufgenommen. In 2015 haben wir die Anzahl kantonaler Organisationen von neun Organisationen aus 2014 auf insgesamt 15 Organisationen vergrössert. Ausschliesslich Personen aus dem Kanton St.Gallen konnten die kantonalen Organisationen bewerten. Aufgrund der unterschiedlichen Stichproben sind die Ergebnisse aus beiden Jahren separat von den Ergebnissen des GemeinwohlAtlas auf nationaler Ebene dargestellt und über den Filter „Region Kanton St.Gallen“ abrufbar.
Lediglich die bekanntesten Unternehmen und Organisationen wurden in die Hauptbefragung aufgenommen. Um diese zu identifizieren, liessen wir in einer Voruntersuchung in der Deutschschweiz lebende Personen die Bekanntheit der grössten und bedeutendsten Unternehmen in der Schweiz bewerten. Im Jahr 2015 nahmen insgesamt 465 Personen (mind. 200 Bewertungen pro (inter-)nationale Organisation, mind. 50 Bewertungen pro kantonale Organisation im Kanton St.Gallen) an der Bekanntheitsabfrage teil, im Jahr 2014 insgesamt 800 Personen.
GemeinwohlAtlas 2015: Die anonyme Befragung erfolgte über einen Zeitraum von vier Wochen im Juni/Juli 2015.
GemeinwohlAtlas 2014:
Die Befragung erfolgte anonym über drei Wochen im Februar/März 2014.
In einem Online-Fragebogen konnten Items auf einer Likert-Skala von 1 bis 6 bewertet werden (z.B. Stimmen Sie der folgenden Aussage zu oder lehnen Sie diese ab? Die/der (jeweilige Organisation) verhält sich anständig. 1 = lehne ab; 6 = stimme zu).
Der Online-Fragebogen wurde einem Pretest unterzogen, um die durchschnittliche Bearbeitungszeit zu ermitteln und die Verständlichkeit der Formulierungen zu überprüfen. Neben einer quantitativen Erhebung wurde auch ein qualitativer Beobachtungs-Pretests durchgeführt, in dem die Reaktionen der Befragten bei der Bearbeitung des Fragebogens dokumentiert wurden.
Pretest-Stichprobe GemeinwohlAtlas 2015:
Insgesamt 100 Personen.
Pretest-Stichprobe GemeinwohlAtlas 2014:
Insgesamt 65 Personen.
Befragte konnten Organisationen in der Hauptbefragung nur dann bewerten, wenn sie ihnen ausreichend bekannt waren (Item: Hier sehen Sie nun einen Liste von einigen Schweizer und internationalen Unternehmen und Organisationen. Wie gut kennen Sie diese Unternehmen und Organisationen? Bitte nutzen Sie für Ihre Antwort die untenstehende Skala, wobei 1 bedeutet, Sie kennen das Unternehmen/Organisation gar nicht und können dazu keine Meinung abgeben. 6 bedeutet Sie kennen das Unternehmen/Organisation und haben eine Meinung dazu. Mit den Werten von 2 bis 5 können Sie Ihre Antwort abstufen).
Zu Beginn der Erhebung wurden die Studienteilnehmer aufgefordert, auf einer Skala von 1-6 zu bewerten, wie gut sie die einzelnen Organisationen kennen. Nur Teilnehmer, die bei der Bekanntheit den Wert 4 oder mehr angekreuzt haben, wurden aufgefordert, den Gemeinwohlbeitrag der Organisationen zu bewerten.
Waren die Organisationen ausreichend bekannt, erhielten die Studienteilnehmer eine Auswahl von bis zu sechs Organisationen zur Bewertung des Gemeinwohlbeitrags. Dabei wurden Organisationen aus dem Kanton St.Gallen nur von Personen bewertet, die im Kanton wohnen.
Die Messung des Gemeinwohlbeitrags erfolgte in den vier Dimensionen Aufgabenerfüllung, Zusammenhalt, Lebensqualität und Moral:
Der Gemeinwohl-Score gibt Auskunft darüber, wie der Beitrag von Organisationen zum Gemeinwohl von der Deutschschweizer Bevölkerung wahrgenommen wird. Er berechnet sich aus dem ungewichteten Durchschnitt der Bewertungen in den vier Gemeinwohl-Dimensionen. Organisationen, die insgesamt gut abgeschnitten haben, weisen in allen vier Dimensionen einen hohen Wertbeitrag auf.
Jede der 102 internationalen und überregionalen Organisationen wurde 2015 von mindestens 250 in der Deutschschweiz lebenden Personen bewertet. 2014 wurde jede überregionale Organisation von mindestens 400 Personen bewertet. Zu den in 2015 erhobenen 15 St.Galler Organisationen gaben mindestens 227 Personen aus dem Kanton St.Gallen ihre Bewertung ab. In 2014 waren es neun kantonale Organisationen, die von mindestens 300 Personen aus dem Kanton bewertet wurden.
Die Gemeinwohl-Scores bewegen sich in 2015 zwischen den Werten 5.41 und 2.87 (im Jahr 2014 zwischen 5.39 und 2.64). Diese Werte sind für die untersuchte Stichprobe, d.h. die befragten Personen, gültig bzw. „wahr“. Möchte man allerdings auf dahinterliegende „wahre Werte“ schliessen, die für eine gesamte Population gelten können, muss man sich eines statistischen Hilfsmittels bedienen – dem Konfidenzintervall. Das Konfidenzintervall gibt einen Bereich bzw. ein Intervall an, auf dem der „wahre“ Wert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit liegt. Damit wird man der Schwankung bzw. Varianz in den Antworten und der Anzahl befragter Personen gerecht. Für die Einteilung der Gruppen wurde ein Konfidenzintervall mit dem Konfidenzniveau von 99.9% festgelegt. Dies bedeutet, dass wir zu 99.9% davon ausgehen können, dass der „wahre“ Wert sich innerhalb des ermittelten Wertebereiches zwischen der oberen und unteren Grenze des Intervalls befindet. Je höher man das Konfidenzniveau wählt und damit das Risiko einer Fehleinschätzung mindert, desto breiter wird das Intervall. Dieses Konfidenzintervall wird für jede Organisation neu berechnet, da sie sich in ihren Charakteristika unterscheiden: Der Anzahl befragter Personen, der Varianz bzw. Standardabweichung und dem Mittelwert.
Das gleiche Prinzip des Konfidenzintervalls wurde auch für den Mittelwert aller Organisationen angewendet, der die Grundlage für die Einteilung der Organisation bildet. Die Begründung liegt darin, dass auch dieser Mittelwert geschätzt ist, und abhängig von den Schwankungen der Mittelwerte der Organisationen ebenso schwankt.
Eine Organisation gelangt demnach in die Spitzengruppe, wenn der niedrigste Wert ihres Konfidenzintervalls über dem höchsten Wert des Konfidenzintervalls des Mittelwertes aller Organisationen liegt. Denn nur dann können wir behaupten, dass der Mittelwert der jeweiligen Organisation zu 99.9% über dem Mittelwert aller Organisationen liegt. Hierdurch kann es mitunter passieren, dass eine Organisation zwar einen höheren Mittelwert hat, aber im Vergleich zu Organisationen der Spitzengruppe mit niedrigerem Wert nicht in diese Gruppe kommt, da die Schwankung der Antworten und damit das Konfidenzintervall zu gross sind. Dann überschneiden sich die Konfidenzintervalle der Organisation und die des Mittelwertes aller Organisationen.
Im umgekehrten Fall gelangt eine Organisation in die Gruppe der Geforderten, wenn der höchste Wert ihres Konfidenzintervalls unterhalb des niedrigsten Wertes des Konfidenzintervalls des Mittelwertes aller Organisationen liegt. Mehr Infos hierzu in den FAQ.
Der GemeinwohlAtlas zeigt die grössten und bekanntesten internationalen und überregionalen Unternehmen in der Schweiz sowie weitere ausgewählte Organisationen. Damit stellt er nur einen Ausschnitt aller in der Schweiz bedeutenden Organisationen dar.
Bei den Ergebnissen des GemeinwohlAtlas handelt es sich um eine Momentaufnahme. Vergleiche zwischen den Ergebnissen des GemeinwohlAtlas 2014 und des GemeinwohlAtlas 2015 erlauben erste Schlussfolgerungen hinsichtlich der Entwicklung des Gemeinwohlbeitrags einzelner Organisation im Zeitverlauf. Es wird interessant sein, die Entwicklung in nachfolgenden Datenerhebungen über weitere Messzeitpunkte hinweg zu beobachten.
Es ist zu beachten, dass sich die Ergebnisse auf einen spezifischen kulturellen Kontext beziehen. Zum Beispiel kann der Beitrag zum Gemeinwohl von Organisationen, die international tätig sind, in anderen Ländern und Kulturkreisen anders eingeschätzt werden. Vergleiche mit anderen Kulturkreisen sind nur bei Durchführung der Studie in anderen Ländern möglich.
In 2015 Jahr wurde die Studie erstmals auch in Deutschland durchgeführt und am 30. Oktober 2015 veröffentlicht. Den GemeinwohlAtlas Deutschland können Sie hier einsehen.