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Der 12-jährige Bismark aus Ghana auf dem Weg nach Hause. Dank FMNR kann seine Familie nun wieder Nahrungsmittel anbauen und das von Buschbränden verwüstete Land renaturieren.
Text: World Vision Schweiz.
Eine im Mai 2021 veröffentlichte Studie wies nach, dass 37 Prozent der hitzebedingten Todesfälle der vergangenen zwei Jahrzehnte auf die menschengemachte globale Erwärmung zurückzuführen sind. Forscher und Forscherinnen der Uni Bern und der London School of Hygiene & Tropical Medicine haben dafür Daten aus 732 Standorten in 43 Ländern innerhalb der Zeit zwischen 1991 und 2018 untersucht. Allerdings fehlten Daten aus grossen Teilen Afrikas sowie Teilen Asiens und dem Nahen Osten.
Anhand von Modellrechnungen konnten sie herausfinden, welcher Anteil der Hitzetode sich auf die Klimakrise zurückführen lässt. Denn auch ohne die Klimakrise würde es Hitzewellen geben, allerdings nicht in diesem extremen Ausmass, wie es heute der Fall ist.
Das bedeutet auch, dass sich die Klimakrise bereits jetzt direkt auf unsere Gesundheit auswirkt. Für viele Menschen kann extreme Hitze zum Verhängnis werden und schlimmstenfalls tödlich enden. Vor allem für Menschen, die unter Vorerkrankungen leiden oder bereits gesundheitlich geschwächt sind.
Was hilft bei Hitze: Viel trinken. Aber bitte sauberes Wasser. Viele Kinder aus dem globalen Süden sind gesundheitlich geschwächt, weil sie durch verschmutztes Trinkwasser krank werden.
Auffällig an diesen Erhebungen ist auch, dass die Werte dort am höchsten sind, wo Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen in Ländern leben, die nur einen geringen Anteil zu den globalen Emissionen beitragen. So führen die Werte für Ecuador und Kolumbien die Statistik mit bis zu 76 Prozent an, direkt gefolgt von Südostasien.
Je nach Herkunft sind die Menschen mit einer gewissen Hitzetoleranz ausgestattet. Doch die Entwicklungen zeigen, dass die Hitzewellen immer länger anhalten und die Hitzetoleranz vieler Bevölkerungsgruppen übersteigen. Herzschwäche, Überhitzung, Atemnot, Herz-Kreislaufprobleme und der Hitzetod sind hier die fatalen Folgen. Das körpereigene Kühlungssystem kann nicht mehr ausreichend gegensteuern.
Vor allem Kinder und ältere Menschen in den Ländern des globalen Südens sind von diesen Entwicklungen betroffen. Hitzewellen und Dürren zerstören die Ernten der Familien, es fehlt ihnen an Nahrung. Die Körper der Kinder sind geschwächt und können so der Hitze nicht ausreichend standhalten. Auch verunreinigtes Wasser, Viruskrankheiten und mangelnde medizinische Versorgung schwächen ihr Immunsystem. Diese Menschen und vor allem Kinder werden hier schneller zum Opfer der Umstände als Menschen aus privilegierten Ländern. Nur wenige haben ausserdem die finanzielle Möglichkeit, notwendige Gegenmassnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel Klimaanlagen zu installieren oder ihre Häuser zu isolieren.
Vor allem in Grossstädten wie hier in Dhaka, Bangladesch, sammelt sich die Hitze und wird im Zusammenspiel mit Smog zum Gesundheitsrisiko für ihre Bewohner und Bewohnerinnen.
Ein weiteres gefährliches Nebenprodukt der Hitze ist das gesundheitsgefährdende Ozon. Luftverschmutzung und Schadstoffe in Kombination mit lang anhaltender Hitze und intensiver Sonnenstrahlung lassen die Ozonwerte steigen. Menschen mit Herz-Kreislaufschwäche und Atemwegserkrankungen sind dabei besonders gefährdet. Vor allem Grossstädte erhitzen sich besonders stark und leiden unter starkem Smog. Nachts bleiben dort die Temperaturen für lange Perioden ungewöhnlich hoch. Im Wetter-Jargon werden diese Nächte auch als „Tropennächte“ bezeichnet.
Die Entwicklungen sind beunruhigend und stehen laut der Forscher und Forscherinnen erst am Anfang. Aber sie sind ein Beweis dafür, dass die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise bereits jetzt messbar sind. Die extremen Wetterphänomene werden sich weiterhin häufen und dabei immer mehr diejenigen treffen, die sie kaum verursachen.
World Vision versucht mit seiner Arbeit gegenzusteuern und mit Methoden wie FMNR, sauberem Trinkwasser und einer Verbesserung der medizinischen Versorgung dazu beizutragen, dass vor allem Kinder des globalen Südens gut gegen diese Entwicklungen aufgestellt sind. Unterstützen Sie uns dabei.