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Israel und die UNO: Israelische Perspektive auf die UNO und die Rolle der Schweiz
Die Botschaft des Staates Israel in Bern (Botschafter Jacob Keidar) und das Institut für Judaistik der Theologischen Fakultät der Universität Bern (Leitung: Prof. Dr. René Bloch) hatten auf Donnerstag, 20. Juni, zu einem öffentlichen Vortrag mit dem Titel «Israel and the United Nations: The Israeli Perspective on the UN Bodies, UNRWA and the Role of Switzerland» eingeladen. Der Referent, Ron Prosor, schilderte die schwierige Situation des Staates Israel bei den UNO-Gremien, bei der von den 193 Mitgliedsstatten nur noch eine Minderheit Demokratien sind. Hier kämpft der Staat Israel gegen die Ausgrenzung und die konsequente Stigmatisierung durch einen bedeutenden Teil der Weltgemeinschaft, wie sie wohl kein anderer Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen erleben muss.
Prosor kam u.a. auch auf die krass einseitige Resolution der UNO-Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 22. Mai 2019 zu sprechen, mit der Israel als einziges Land verurteilt wurde wegen der Zementierung einer (angeblichen) Gesundheitskrise in Ostjerusalem, auf den Golanhöhen und im Westjordanland. 96 Staaten hatten für die Resolution gestimmt, darunter die Schweiz (!), 11 waren dagegen (USA, GB, AUS, CDN, BR, D, CZ, GCA HN und H) und 21 enthielten sich der Stimme.
Eingebracht worden war die Resolution durch Länder wie Irak, Syrien, Ägypten, Libanon, Libyen, Sudan, Jemen und Venezuela, Länder in denen die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zum Teil mangelhaft bis inexistent ist.
Ron Prosor am Radio
In der Sendung «Echo der Zeit» von Radio SRF 1 berichtete Fredy Gsteiger am Donnerstag, 20. Juni, über sein Gespräch mit Ron Prosor.
Am folgenden Morgen war Ron Prosor am Mikrophon von Radio RTS La 1ère in der Sendung «Tout un monde» als Gast von Patrick Chaboudez.
Hervorragender Diplomat
Ron Prosor (geb. 1958) war von 2011 bis 2015 als 16. Ständiger Vertreter des Staates Israel bei den Vereinten Nationen in New York tätig. In seinen mehr als drei Jahrzehnten im Aussenministerium – in dessen Dienste er 1986 getreten war – hat er sich einen internationalen Ruf als einer der angesehensten Diplomaten Israels erworben.
Vor seiner Tätigkeit in New York war Ron Prosor u.a. bei den Botschaften in Bonn (1988-1992 als Sprecher), in Washington D.C. (1998-2002 als politischer Berater) und in London (2007-2011 als Botschafter) sowie im Aussenministerium in Jerusalem (1998-2007, zuletzt als Generaldirektor) tätig gewesen. Er gehörte den Delegationen für das «Wye Agreement» und «Camp David» an und beaufsichtigte die Arbeit des Aussenministeriums während des Rückzugs aus Gaza im Jahr 2005.
Heute ist er Leiter des Abba Eban Institute of International Diplomacy am Interdisciplinary Center Herzliya (IDC) und ein angesehener Fellow am Hudson Institute.
(RK)