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Resonánz
(lat.), das Mittönen eines Körpers beim Erklingen des ihm eigentümlichen Tons. Wird von zwei nebeneinander aufgespannten Saiten die eine angeschlagen, so tönt auch die andre mit, wenn beide gleich gestimmt sind; sie bleibt dagegen stumm, wenn sie in ihrer Stimmung auch nur ein wenig von jener abweicht. Die angeschlagene Saite sendet nämlich Schallwellen aus, welche, an der ruhenden Saite anlangend, diese in Bewegung zu setzen suchen. Erfolgt der Wellenschlag in gleichem Tempo wie die Schwingungen, deren die Saite fähig ist, d. h. sind beide Saiten gleich gestimmt, so erhält die Saite, wenn sie vorwärts zu gehen im Begriff ist, einen Stoß nach vorwärts und, während sie zurückgeht, einen Stoß nach rückwärts.
Die folgenden Stöße wirken in dieser Weise unausgesetzt zur Verstärkung [* 3] der Bewegung, welche durch den ersten nur schwach eingeleitet worden ist, und die Saite gerät in lebhafte Schwingungen. Ist dagegen die Schwingungszahl der ankommenden Welle von derjenigen der Saite verschieden, so geraten die spätern Stöße sehr bald in Widerstreit mit der durch die frühern hervorgebrachten leisen Erzitterung und heben deren Wirkung wieder auf, so daß die Saite in Ruhe bleibt.
Ein
Beispiel von ist auch das Mitklingen einer in eine
Röhre eingeschlossenen Luftsäule mit einer
Stimmgabel, welche denselben
Ton gibt, den jene beim Anblasen geben würde (s.
Schall).
[* 4] Die
Töne von
Saiten werden bekanntlich erst dann kräftig hörbar,
wenn letztere über einem hölzernen
Resonanzboden oder Resonanzkasten (s.
Schall) aufgespannt sind. Die
elastischen
Fasern des
Holzes sowie die in dem
Kasten enthaltene
Luft verstärken nämlich durch ihr Mitklingen den
an sich nur
leisen
Ton der
Saiten. Der Wert eines Saiteninstruments ist wesentlich von der
Güte seines
Resonanzbodens abhängig.