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Als Kommunikationsagentur arbeiten wir den ganzen Tag mit Wörtern. Darum haben wir das Online-Wörterbuch immer offen und schauen oft nach, wie sich ein Begriff korrekt schreibt. Damit auch Sie davon profitieren, stellen wir hier regelmässig Begriffe vor, deren Schreibweise nicht so ganz klar ist.
Spielt es eine Rolle, ob Max das Hemd offen lässt oder offenlässt? Ja. Denn wie so oft in der deutschen Rechtschreibung verändert sich durch die Schreibweise die Bedeutung.
Der Begriff «offen lassen» steht dafür, dass ein Objekt physisch geöffnet ist. Die Regel dazu lautet: Immer wenn sich «offen lassen» durch «geöffnet lassen» ersetzen lässt, ist die Getrenntschreibung korrekt.
Demgegenüber drückt «offenlassen» einen Vorbehalt, einen unklaren Zustand oder eine Wahlmöglichkeit aus. In diesem Kontext braucht es die Zusammenschreibung.
Beispiele:
- Max liebt es, das Hemd offen zu lassen.
- Der Chef hat es Max offengelassen, an der Präsentation ein Hemd zu tragen – oder bloss ein T-Shirt.
- Sie wollte ihr Geschäft am Sonntag vor Weihnachten unbedingt offen lassen.
- Der Schlussbericht wird keine Zweifel offenlassen.
- Diese Frage kann ich nicht beantworten. Ich muss sie offenlassen.
Der Doppelpunkt ist ein vielseitiges Satzzeichen und ein ideales Stilmittel, um bestimmte Satzteile ins Rampenlicht zu rücken. Am häufigsten trifft man ihn bei der direkten Rede. Doch er hat viel mehr zu bieten, als bloss auf Äusserungen oder Gedanken hinzuweisen. Warum er trotzdem nicht häufiger verwendet wird? Unter anderem wegen der Unsicherheit, ob nach dem Doppelpunkt klein- oder grossgeschrieben wird.
Mit einem Doppelpunkt lassen sich Aufzählungen, nähere Angaben oder Erläuterungen ankündigen. Er steht auch vor Sätzen, die das Gesagte zusammenfassen oder ein Fazit daraus ziehen. Ein Satz wird nach einem Doppelpunkt grossgeschrieben, wenn er als selbständiger Satz stehen kann. Lässt sich der Satz nach einem Doppelpunkt wie ein Teilsatz mit einem Gedankenstrich oder Komma anschliessen, kann er gross oder klein beginnen. Nur klein fortgefahren wird, wenn der Satzteil kein eigenständiger Satz ist.
Beispiele:
- Max rief: «Komm her!»
- Im Set enthalten sind: grosse Schrauben, dicke Muttern und lange Nägel.
- Kurz gesagt: Relevantes Content Marketing ist glaubwürdiger als Werbung.
- Sie hat alles eingepackt: ihren Pass, ihr Flugticket und ihre Wasserflasche.
«Wo waren Sie gestern Abend zwischen 18 und 20 Uhr?», fragt der Kommissar den Verdächtigen. «Zu Hause», antwortet dieser. Der Protokollführer stutzt und überlegt, ob er zuhause, zu Hause oder Zuhause schreiben soll. Er hat Glück. Die deutsche Sprache erlaubt alle drei Schreibweisen. Diese sind jedoch kontextabhängig.
Damit sich keine Fehler einschleichen, sollte als Erstes geklärt werden, ob es sich bei diesem Begriff um ein Substantiv handelt. Lässt sich ein Possessivpronomen, ein bestimmter oder ein unbestimmter Artikel davorsetzen, handelt es sich um ein Substantiv. In diesem Fall lautet die richtige Schreibweise «Zuhause». Andernfalls ist es ein Adverb und kann getrennt (zu Hause) oder zusammengeschrieben (zuhause) werden. Der Duden empfiehlt die Schreibweise «zu Hause».
Beispiele:
- In meinem Zuhause fühle ich mich wohl.
- Ein schönes Zuhause bringt Freude.
- Abends bleibe ich gerne zu Hause/zuhause.
Die drei Punkte – auch Auslassungspunkte genannt – sind beim Storytelling ein beliebtes Stilmittel, um im Text Spannung zu erzeugen. Ausserdem kommen sie zum Einsatz, wenn ein Satzteil, ein Wort oder ein Teil davon bewusst weggelassen wird, etwa bei bekannten Sprichwörtern oder Schimpfwörtern. Doch wann stehen vor oder nach den Punkten Leerschläge?
Auslassungspunkte stehen immer anstelle des Ausgelassenen – und zwar auf den Leerschlag genau. Es wird also kein Leerschlag gesetzt, wenn nur ein Wortteil fehlt. Lässt man aber ein ganzes Wort oder einen Satzteil weg, steht zwischen dem letzten ausgeschriebenen Wort und den Auslassungspunkten ein Abstand. Das gilt auch, wenn die drei Punkte kein konkretes Wort ersetzen, sondern bloss der Spannung dienen.
Endet ein Satz mit einer Auslassung, entfällt ausserdem der Satzschlusspunkt. Frage- und Ausrufungszeichen hingegen müssen immer gesetzt werden. Folgen auf einen weggelassenen Satzteil weitere Wörter, zum Beispiel um eine Pause anzudeuten, steht auch zwischen den Auslassungspunkten und dem nächsten Wort ein Leerschlag.
Beispiele:
- Schöner S…, dass es schneit.
- Ich … weiss es nicht mehr.
- Wer nicht hören will …
- Hallo! Ist da jemand …?
Oft werden zwei Ausdrücke fast gleich geschrieben, haben aber eine völlig unterschiedliche Bedeutung. Ein Beispiel dafür: «zurzeit» und «zur Zeit».
Zusammengeschrieben bedeutet «zurzeit» so viel wie «im Moment». Die getrennte Form meint etwas anderes, nämlich «zu einer bestimmten Zeit». Sie wird also für einen Rückblick verwendet.
Beispiele:
- Viele Unternehmen bauen zurzeit ihr Content Marketing auf.
- Zur Zeit Napoleons wurden blutige Kriege geführt.
Die Sprache verändert sich – und genauso die Schreibweise einiger Begriffe. Zu dieser Kategorie zählt «gleich bleiben». Einst in einem Wort geschrieben, ist seit der Rechtschreibreform die Schreibweise in zwei Wörtern korrekt.
Anders verhält es sich mit dem zugehörigen Adjektiv. Zwar ist «gleich bleibend» nicht falsch. Die Duden-Redaktion empfiehlt aber, den Begriff in einem Wort zu schreiben.
Beispiele:
- Manche Dinge werden gleich bleiben, andere ändern.
- Die Kosten fürs Content Marketing sind gleich geblieben.
- Dank gleichbleibend hoher Qualität des Blogs hat sich die Leserschaft im letzten Jahr verdoppelt.
Darf man beim Adjektiv «hundertprozentig» auch eine Schreibweise mit Ziffern wählen? Klar, das verbessert in vielen Fällen sogar die Lesbarkeit. Doch es lauert eine Tücke. Denn nicht immer braucht es einen Bindestrich.
Korrekt sind folgende Schreibweisen: 100-prozentig und 100%ig – also einmal mit Bindestrich und einmal ohne. Bei der zweiten Variante steht auch kein Leerschlag vor dem Prozentzeichen.
Beispiele:
- Sein Alibi ist 100%ig wasserdicht.
- Auf diese Kommunikationsagentur kannst du dich 100-prozentig verlassen.
Ob per E-Mail oder auf der Neujahrskarte: Wer sich schriftlich bedankt, sollte dies korrekt tun. Doch das ist gar nicht so einfach: Schreibt man «danke sagen» gross oder klein? Und wie steht es mit «danke für …»?
Bei der Formulierung «Danke sagen» ist sowohl Grossschreibung als auch Kleinschreibung korrekt. Der Duden empfiehlt jedoch die Grossschreibung. Steht das Wort danke für sich allein, ist es ein Partikel und wird grundsätzlich kleingeschrieben – ausser am Satzanfang. Der Dank hingegen ist ein Nomen und beginnt immer gross.
Beispiele:
- Willst du nicht Danke sagen?
- Hallo Susanne, danke für dein Geschenk.
- Danke für die gute Zusammenarbeit!
- Herzlichen Dank für das spannende Interview.