Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03352.jsonl.gz/1713

Badminton wird fälschlicherweise oft als Federball bezeichnet, so wie es vom Grossteil der Bevölkerung als Freizeitsport ausgeübt wird. Während im Federball versucht wird, möglichst lange Ballwechsel zu erreichen, steht der Badmintonspieler stets unter Zeitdruck und muss sich im Raum unter hoher Belastung möglichst explosiv und technisch effizient bewegen, um den Gegner wieder selbst unter Druck setzen zu können. Im Badmintonsport wird der Körper aufs Äusserste gefordert, wie es nur in wenigen anderen Sportarten der Fall ist.
Die Entwicklung des Badminton
Eine Urform des Badminton wurde schon vor 2000 Jahren bei den Inkas und Azteken gespielt. Damals galt es als Freizeitbeschäftigung, so wie es heutzutage in unserer Gesellschaft als Federball bekannt ist. Das „richtige“ Badminton stammt aus der englischen Indien-Kolonie und wurde 1872 offiziell von der Adelsfamilie des Duke of Beaufort als Battledore and Shuttlecock eingeführt. Zuvor wurde das Spiel in Indien Poona genannt. Badminton genoss eine grosse Beliebtheit in der Bevölkerung, so entstand 1934 der weltweite Dachverband IBF, heute BWF - Badminton World Federation genannt. Seit den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona ist Badminton olympisch.
Eine globale Sportart
Badminton ist in vielen asiatischen Ländern eine sehr populäre Sportart. In China, Indonesien, Japan, Korea, Malaysien, Singapur, Thailand und Indien geniesst Badminton einen sehr hohen Stellenwert, in vielen dieser Länder ist es sogar der Nationalsport. In Europa geniesst der Sport nur in Dänemark einen annähernd vergleichbaren Stellenwert. In anderen Ländern, unter anderem in der Schweiz, gilt Badminton als Randsportart. Das Interesse an Badminton ist innerhalb der Badmintongemeinde gross, ausserhalb jedoch geniesst es keinen grosse Aufmerksamkeit.
Obwohl viele Ahnungslose die globale Verbreitung von Badminton als unpopulär bezeichnen würden, beweisen Fakten das Gegenteil. Zum einen erreichte das Badminton-Finalspiel an Olympia 2012 in London im Herreneinzel einen neuen TV-Zuschauerrekord bei Olympischen Spielen: Über einer Milliarde Zuschauer verfolgten das Spiel. Zudem gilt Badminton – dank dem asiatischen Raum - nach Fussball als zweitpopulärste Sportart der Welt.
Badminton zeichnet sich durch eine extreme Komplexität aus: Die Athleten bewegen sich im dreidimensionalen Raum, müssen innert Millisekunden reagieren, wenn ein Smash von über 400 km/h auf sie zukommt, die taktisch klügste Antwort wählen, und gleichzeitig die Spielübersicht behalten, um den Gegner auszuspielen. Ausdauer, Schlag- und Lauftechnik, Taktik, Mentale Stärke, Reaktion und Schnellkraft sind nur ein paar wenige Faktoren, die eine solch hohe Spieldynamik wie im Badminton kreieren. Badminton ist die schnellste Rückschlagsportart der Welt, der offizielle Smash-Weltrekord liegt bei 493 km/h, aufgestellt von Tan Boon Heong (MAS) im August 2013.