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Zur Ausarbeitung der Rede gehört also auch das Erstellen eines Manuskripts. Ein Manuskript sollte so gestaltet sein, dass eine Mischung von freiem Vortragen und Ablesen möglich ist. Man sollte sich jederzeit im Manuskript orientieren und rasch bei "Blackouts" wieder zurechtfinden können.
Grundsätzlich sollte bei der Ausarbeitung von Manuskripten folgendes beachtet werden:
Relativ grosse Schrift wählen, so dass das Manuskript auch aus gewisser Distanz noch zu lesen ist.
Nicht zu enge Zeilenschaltung, damit die Orientierung bei einer Vortragsunterbrechung gewährleistet ist.
Viele Abschnitte machen.
Blätter nur einseitig beschreiben. Seiten nummerieren.
Falls kein Tisch oder Redner/-innenpult vorhanden ist, A5- oder A6-Karten benutzen. Einen breiten Rand freilassen, um Stichworte oder zentrale Ideen zu notieren.
Im Text zentrale Worte farbig markieren. Mit Untertiteln arbeiten.
Am Rande markieren, welche Abschnitte ev. weggelassen werden könnten und welche unbedingt gesagt werden müssen.
Mit Pfeilen Orientierungshilfen für zentrale Stellen geben.
Markierungen anbringen, wenn Bilder/Folien/Dias oder Filme/Videos gezeigt werden sollen.
Bilder/Folien unbedingt nummerieren.
Je mehr man ablesen muss, desto weniger Augenkontakt und Beziehung zum Publikum hat man. Schriftlich vorformulierte Texte sind in ihrer Gestaltung zwar perfekter, dagegen in ihrer Verständlichkeit als gesprochene Sprache problematischer. Darum soll beim Vortragen das Vorlesen unbedingt vermieden werden. Auf jeden Fall sollten Sie den Beginn und den Schluss des Vortrages frei sprechen.
Es gibt unzählige Formen von Manuskripten. Die richtige Form zu wählen ist zu Beginn einer Referentinnentätigkeit/Referententätigkeit nicht ganz leicht und sehr oft eine Frage der Persönlichkeit. Wichtig ist, dass Sie für sich selber allmählich die richtige Form finden und sich wohl fühlen.
1. Form: Reihenfolge der Themen
Die Hauptideen (Stichworte) sind übersichtlich und deutlich zu sehen. Einzelne Nebenpunkte, die Sie noch erwähnen können, sind festgehalten. Beginn und Schluss der Präsentation sind ausformuliert und speziell aufgeführt. Ebenso können Beispiele aus der Praxis noch angefügt werden.
Der Stichwortzettel ist eine ideale Unterlage für Präsentationen und Reden. Die Stichworte bilden und gewährleisten den "roten Faden". Einleitung und Schluss sowie jeder Punkt des Hauptteils können auf eine A5- oder A6-Karte geschrieben werden.
Reihenfolge der Themen mit inhaltlicher Struktur:
Die Vorteile:
Der Stichwortzettel bindet Sie weder thematisch noch rhetorisch starr an ein Papier.
Sie können die Gedanken freier formulieren, die Stimme leichter und vor allem natürlicher variieren.
Der Blickkontakt zu den Zuhörerinnen und Zuhörern ist einfacher.
Dadurch kann Ihre Argumentation überzeugender wirken und das Publikum folgt aufmerksamer.
2. Form: Die Rede Vortrag Kombimethode
Diese Form der Manuskriptgestaltung ist v.a. dann geeignet, wenn Sie sich allmählich von der ausformulierten Textvorlage lösen wollen.
Sie sehen hier ein Vortragskonzept zum Thema "Der Ursprung der grossen Ölgesellschaften". Auf der linken Seite des Manuskripts stehen die wichtigsten Aussagen, die dem/der Referentin die Möglichkeit geben, sich nur anhand eines ganz kurzen Blicks auf das Manuskript zu orientieren. Auf der rechten Seite sind Passagen - zum Ablesen - ausformuliert, falls Bedarf dafür vorhanden ist. Diese Form der Manuskriptgestaltung hat sich in der Praxis sehr bewährt.
3. Form: Die ausformulierte Textvorlage
Mit einer wörtlich ausformulierten Textvorlage haben Sie zwar Ihr Thema "im Griff'; Sie gehen dabei aber gewisse "Handicaps" ein:
Es ist schwierig, sich auf eine veränderte Situation einzustellen.
Ein ausformuliertes Manuskript verleitet zum Vorlesen.
Die stimmliche Ausdruckskraft, das Engagement leidet, der Blickkontakt zu den Zuhörerinnen und Zuhörern wird vernachlässigt. Dies bewirkt, dass die Aufmerksamkeit beim Publikum abnimmt.
Als Einstieg für eine anschliessende Diskussion ist diese Vortragsform weniger geeignet, es mangelt ihr an Lebendigkeit.
Wer mit seinem Thema gut vertraut ist, kann andere Formen von Textvorlagen verwenden und braucht nicht ein vollständig ausgeschriebenes Manuskript.
4. Form: Die freie Rede (ohne Manuskript)
Die freie Rede setzt eine grosse Sicherheit über die Materie voraus, aber auch grosse Erfahrung in bezug auf Präsentationen.
Frei gehaltene Referate mit spontanen Formulierungen reissen am meisten mit. Nur, frei reden, das können nicht viele Menschen.
Das freie Reden ergibt sich gelegentlich nach einem gelungenen Einstieg. Rednerinnen und Redner sprechen ohne Zuhilfenahme von Stichwörtern. Vor übertriebenem Mut ist allerdings zu warnen... Zu leicht gerät man ins Plaudern!
Auf jeden Fall empfiehlt es sich, die Anrede und die ersten Sätze (Einleitung) wörtlich zurechtzulegen, weil der erste Eindruck sehr wichtig ist.