Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/1262

Soziale Netzwerke und Aufenthaltsorte von Familien mit Kindern im Vorschulalter
Eine qualitative Forschungsarbeit in der S5-Stadt
Soziale Beziehungen von Erwachsenen verteilen sich in einer modernen Gesellschaft über einen grossflächigen geografischen Raum, der sich über Regionen oder gar Länder erstrecken kann. Die Aufrechterhaltung dieser sozialen Netzwerke kann nur mittels Mobilität gewährleistet werden. Eine wichtige Rolle spielen soziale Netzwerke bei kritischen Lebensereignissen wie beispielsweise der Fami¬liengründung. Sie übernehmen die Funktion von sozialer Unterstützung und leisten damit einen Beitrag zur erfolgreichen Meisterung dieser Situationen. So schränkt die Geburt eines Kindes einerseits die Mobilität der Eltern ein und führt andererseits zu neuen Bedürfnissen. Beide Aspekte haben Auswirkungen auf bestehende soziale Netzwerke von jungen Müttern und Vätern. Daraus folgt die These, dass sich das soziale Netzwerk von Familien mit Kindern im Vorschulalter auf den Nahraum verlagert. In elf geführten Interviews mit Familien mit Kindern im Vorschulalter bestätigt sich diese These. Durch die Familiengründung haben sich bei ihnen das soziale Netzwerk und die Aufenthaltsorte in den Nahraum verlagert. Ein Vergleich von Unterschichts- und Mittel-/Oberschichtsfamilien ergibt, dass die befragten Unterschichtsfamilien mehrheitlich in wenig attraktiven Umgebungen wohnen. Mit der Folge, dass sie mit ihrer Wohnsituation unzufrieden sind und kein Interesse haben, sich in der Nachbarschaft zu vernetzen. Durch das Zusammenspiel der Raum- und Stadtplanung sowie der Soziokulturellen Animation können attraktive Wohnumgebungen sowie Begegnungs-Gelegenheiten für Familien geschaffen und zu deren Nutzung animiert werden. Familien treffen somit auf andere Familien, vernetzen sich und werden im Veränderungsprozess ihres sozialen Netzwerks unterstützt.