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Unsere Geschichte, also die meiner Frau und mir in Kurzfassung:
Die Grosstante meiner Frau heiratete einen Tunesier. Sie hatte 2 Kinder,
die eine Tochter hat einen Libyer geheiratet. Diese nahm die Eltern mit nach Tripolis.
Mein noch nicht Schwiegervater suchte einen Job und fand ihn via dem Mann der Tochter und kam so anfangs der 60er nach Libyen. Kurz danach zog die Familie nach.
Mein zukünftiger Schwiegervater arbeitete in einem Bohrcamp und war dort zuständig für Personal und Verpflegung, Logistik, etc. So kam es, dass er auch immer wieder libysche Studenten einstellte, die in den Ferien Geld verdienen
wollten. Einer der Studenten wollte allerdings weniger arbeiten und mehr politisieren und Stunk machen. Mein Schwiegervater musste diesen vom Camp wegschicken. Sein Name war Muammer a.G.
Das Leben ging dann wieder normal weiter bis 1971, da bekam mein Schwiegervater eine Vorladung von der Regierungsbehörde und musste dort vom Polizeichef erfahren, dass er, auf Weisung von höchster Stelle, des Landes verwiesen werde. Seine Familie könne bleiben, aber er müsse gehen.
Natürlich blieb seine Familie nicht und 1972 kam so die ganze Familie wieder in die Schweiz. 1973 lernte ich meine zukünftige Frau kennen und wir verliebten, verlobten und heirateten schliesslich im Sommer 76.
Ende 76 reisten wir für 2 Monate nach Libyen um unsere Familie dort zu besuchen. Zusammen mit meinem Onkel und dem sudanesischen Botschafter durfte ich auch Gaddafi besuchen und ein paar Worte mit ihm sprechen. Damals war ich sehr beeindruckt vom Charisma dieses Mannes und dankte ihm dafür, dass er meinen Schwiegervater rausgeschmissen hat. Ich hätte nämlich meine Frau sonst nie kennen gelernt. Er fand das amüsant! Es war ein „schöner“ Nachmittag und als wir am Abend zu Hause waren kam ein Jeep vorbei und brachte ein paar Geschenke von Muammer al Gaddafi für mich und meine Frau vorbei.
Nun denn, unsere Familie hat eine sehr grosse Farm in Libyen, Orangen, Zitronen, Datteln, Hühner, ob auch noch Ziegen, Schafe oder gar Kamele, weiss ich nicht mehr. Der Besuch im Dezember/Januar mit den frischen Orangen und Zitronen vom Baum, das war ein Erlebnis, das man nie vergisst, der Vater vom Onkel hat mich dann auch eingekleidet.
Ein zweites Mal gingen wir 1984 nach Libyen und verbrachten wieder ein paar unvergessene Wochen dort. Leider ging es dann beruflich nicht mehr aber wir hatten hie und da Kontakt per Telefon, per Brief oder die Freunde besuchten uns. Allerdings wurde die Lage immer schwieriger!
Nach der Revolution vom Februar 2011 hatten wir vermehrt Kontakt mit unserer Familie und dieser Kontakt hält bis heute an. Auch unsere entfernten Verwandten sind von den Wirren betroffen und mussten/müssen sich im Ausland in Sicherheit bringen.
Diejenigen die Ausharren „bewachen“ die Häuser der Familie und hoffen, dass es besser geht. Ihre schönen Häuser an der Strasse zum Flughafen mussten Sie aufgeben.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und so hoffen wir Alle, dass es bald wieder aufwärts geht. Soweit die Kurzfassung, welche nun doch ein wenig länger geworden ist.