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Herzlichen Glückwunsch. Du hast den ersten Teil des Kurses abgeschlossen und bereits ein lauffähiges Linux-System auf deinem Computer installiert. In diesem Kursteil geht es darum dein neues Betriebssystem besser kennenzulernen.
Wenn Du dein System zum ersten Mal startest, sieht es wie folgt aus:
Die Zeichen, die Du im Bereich Generating public/private key pair siehst, wurden ausgegeben, da beim allerersten Systemstart ein sogenanntes SSH-Schlüsselpaar erzeugt wurde. Bei SSH handelt es sich um ein Protokoll mit dem Du von einem entfernten Rechner verschlüsselt auf deinen Linux Computer zugreifen kannst.
Du siehst ausserdem, dass der Dienst gpm gestartet worden ist. Dieser sollte dir bereits von der Installation her vertraut sein. Es ist der Dienst, der für die Bereitstellung der Maus in der Konsole (tty) verantwortlich ist.
Melde dich nun bitte am sogenannten Login-Prompt an. Das ist die Zeile, die mit darkstar login: beginnt. darkstar ist der Hostname des Computers.
Gebe als Benutzername bitte den Benutzer root, gefolgt von Enter ein. Das Passwort siehst Du während der Eingabe nicht, also wundere dich bitte nicht. Das Passwort hast Du während der Installation für den Benutzer root vergeben.
Nachdem Du dich angemeldet hast, bist Du in der Shell angekommen, einem wichtigen Herzstück des Linux-Systems. Bei Slackware ist die Standardshell Bash, es gibt allerdings auch viele Alternativen wie zsh oder csh. In diesem Kurs beschränken wir aus auf die Bash (Bourne-again shell).
Folgende Informationen werden ausgegeben:
Hinweis: Der rechteckige Klotz, den Du auf dem Bildschirmfoto siehst, ist übrigens der Mauscursor, den das Programm gpm bereitstellt.
Der Bash-Prompt ist wie folgt aufgebaut: Benutzername@Hostname:$ORT, wobei $ORT das aktuelle Arbeitsverzeichnis ist. In diesem Fall ist es ~, was eine Abkürzung für das Homeverzeichnis darstellt.
Mit dem Befehl:
pwd
kannst Du dir jederzeit den genauen Pfad ausgeben lassen, in dem Du dich befindest. pwd steht bezeichnenderweise für print working directory.
Wenn Du pwd im Homeverzeichnis des Benutzers root eingibst, sollte die Ausgabe wie folgt aussehen:
/root
Mit dem Befehl:
ls
kannst Du dir den Verzeichnisinhalt ausgeben lassen. Da das Heimatverzeichnis des Benutzers root bisher leer ist, wird keine Ausgabe erscheinen. Doch aufgepasst: es gibt unter Linux sogenannte versteckte Dateien. Diese werden mit einem Punkt vorangestellt. Ein einfaches ls zeigt die versteckten Dateien nicht an. Versuche es noch einmal aber diesmal mit dem Befehl
ls -al
Die Ausgabe sollte dabei wie folgt aussehen:
Doch woher kommen diese Dateien und was bedeuten sie? Und was hat es mit den Zahlen und Zeichen auf sich?
Schauen wir uns einmal eine der Dateien an:
-rw-------
1 root root 100 May 4 06:41 .bash_history
Der erste Bereich,
-rw-------, gibt die Rechte der Datei an. Diese werden von Linux in Oktalform verwaltet (4-2-1). Das hört sich erst einmal kompliziert an, ist aber ganz einfach, wenn Du es verstanden hast.
Das allererste
- gibt den Typ an. In diesem Falle ist er nicht speziell definiert worden. Würde es sich um ein Verzeichnis handeln, würde dort d für Directory stehen.
Danach folgt ein
rw-. Es gibt drei Blöcke, mit jeweils drei Werten. Die Blöcke stehen für Owner / Group und Others, also dem Dateieigentümer, der Gruppe und allen Anderen. Die drei Werte innerhalb der Blöcke stehen für:
Für die Datei .bash_history sind nur die Werte
r und
w für den Owner definiert worden:
-rw------- . Der Eigentümer der Datei kann diese also lesen und schreiben:
Owner:
rw- = 4+2+0 = 6 / Group:
---: 0+0+0 = 0 / Others:
---: 0+0+0 = 0 oder zusammengesetzt: 600
Falls der Eigentümer die Datei auch ausführen können soll, sähe die Definition wie folgt aus:
-rwx------
Oktal wäre dies Owner:
rwx = 4+2+1 = 7 / Group:
---: 0+0+0 = 0 / Others:
---: 0+0+0 = 0 oder zusammengesetzt: 700.
Kommen wir nochmals auf das Beispiel zurück:
-rw------- 1
root root
100 May 4 06:41 .bash_history
Der Eigentümer und die Gruppe sind beide root root. Falls auch die Gruppe und alle Anderen lesend auf die Datei zugreifen können soll, würden die Rechte wie folgt dargestellt:
-rw-r--r--
Oktal wäre dies Owner:
rw- = 4+2+0 = 6 / Group:
r--: 4+0+0 = 4 / Others:
r--: 4+0+0 = 4 oder zusammengesetzt: 644.
Diese Rechte könntest Du testweise mit folgendem Befehl ändern:
chmod 644 .bash_history
Wenn Du nun nochmals ein ls -al eingibst, könnte die Ausgabe jetzt wie folgt aussehen:
-rw-r--r--
1 root root 264 May 4 06:48 .bash_history
Ändere die Rechte der Datei daraufhin bitte wieder zurück auf den Ursprungswert:
chmod 600 .bash_history
Du hast wahrscheinlich beobachtet, dass sich der Zahlenwert hinter der Owner und Group Definition erhöht hat, ebenso die Änderungszeit:
-rw-r--r-- 1 root root
264
May 4
06:48
.bash_history
Das hat damit zu tun, dass die History Datei in der Zwischenzeit angewachsen ist.
Die versteckte Datei .bash_history enthält eine Historie der vom Benutzer eingegebenen Befehle. Ausgeben lassen kannst Du sie dir einfach mit dem Befehl:
history
Dort sollte auch deine Eingabe von pwd mit einer Nummer davor aufgeführt werden. Möchtest Du dieses Kommando erneut ausführen, kannst Du einfach !$NUMMER eingeben, also das Ausrufezeichen, direkt gefolgt von der angegebenen Nummer, zum Beispiel !3, wobei Du die 3 natürlich durch die entsprechende Nummer ersetzen musst.
Du kannst in der Bash auch ganz einfach mit den Pfeil-hoch, Pfeil-runter Tasten die History durchblättern. Enter löst dann jeweils den gefundenen Befehl aus.
Mit Hilfe von Ctrl+R kannst Du die History durchsuchen. Gebe einfach Ctrl+R gefolgt von dem Suchbegriff ein, zum Beispiel pwd. Wenn Du Ctrl+R erneut eingibst wird der nächste Treffer angezeigt (falls es einen weiteren Treffer gibt). Enter löst auch hier den Befehl aus.
Der Befehl history -c löscht den gesamten Inhalt der History.
Die beiden weiteren versteckten Dateien, die Du auf dem Bildschirmfoto gesehen hast (.xinitrc und .xsession), wurden während der Installation vom setup Kommando erstellt, welches wiederum den Befehl xwmconfig ausgeführt hat. Rufe xwmconfig erneut auf. Die Anzeige sollte dir von der Installation vertraut sein:
Belasse die Einstellung bitte auf xinitrc.xfce.
Im Bildschirmfoto, das die ls -al Ausgabe anzeigt, hast Du vielleicht bemerkt, dass ein weiterer Befehl ausgeführt worden ist:
/etc/rc.d/rc.gpm stop
/etc/rc.d/rc.gpm ist der Befehl und stop der Parameter.
Damit wurde der Dienst gpm, der für die Maus in der Konsole zuständig ist, beendet. Dieser Befehl wurde nur für den Kurs ausgeführt, damit auf den folgenden Anzeigen der Mauscursor nicht mehr erscheint. Du kannst es dennoch gerne einmal testen. Der Mauszeiger sollte, nachdem Du den Befehl ausgeführt hast, verschwinden. Beim nächsten Systemstart würde er allerdings wieder angezeigt. Mit Hilfe des folgendem Befehls kannst Du den Dienst wieder starten:
/etc/rc.d/rc.gpm start
Falls Du nicht möchtest, dass ein Dienst beim Systemstart gestartet wird, kannst Du unter Slackware einfach die Startdatei als nicht-ausführbar markieren.
Schaue dir zuvor einmal die Datei mit dem ls -al Kommando an.
ls -al /etc/rc.d/rc.gpm
Du siehst, dass die Datei für jeden ausführbar ist, beschreiben darf allerdings nur der Owner, in diesem Falle root.:
-rwxr-xr-x
Oktal wäre dies Owner:
rwx = 4+2+1 = 7 / Group:
r-x: 4+0+1 = 5 / Others:
r-x: 4+0+1 = 5 oder zusammengesetzt: 755.
Der chmod Befehl bietet einen einfachen Parameter, um eine Datei nicht mehr als ausführbar zu markieren:
chmod -x /etc/rc.d/rc.gpm
Dies entfernt alle executable Rechte von der Datei. Gebe erneut ls -al ein um die Änderungen zu prüfen:
ls -al /etc/rc.d/rc.gpm
-rw-r--r--
Somit wird der Dienst beim Systemstart nicht mehr gestartet. Möchtest Du, dass er wieder gestartet werden soll, führe den chmod Befehl einfach mit +x aus:
chmod +x /etc/rc.d/rc.gpm
Bevor wir mit den Grundsätzen des Linux-Dateisystems fortfahren, stelle bitte zunächst sicher, dass die Zeitzone und Uhrzeit des Systems richtig eingestellt sind.
Wenn Du dich erinnerst, so hast Du während der Installation die Zeitzone bereits angegeben. Wir werden nun überprüfen, ob diese korrekt gesetzt worden ist. Die Zeitzonendefinitionen liegen im Verzeichnis /usr/share/zoneinfo/ und dort in nach Kontinenten benannten Unterverzeichnissen. Schaue dich dort ein wenig um. Dazu kannst Du zunächst mit dem Befehl cd in das Verzeichnis wechseln:
cd /usr/share/zoneinfo/
Gebe dort
ls ein
In unserem Beispiel gehen wir von der Zeitzone Europe/Zurich aus.
Sollte die Zeitzone in deinem Falle abweichen, passe die folgenden Befehle bitte an deine Gegebenheiten an.
Dort siehst Du die Zeitzonendatei Zurich. Die aktive Zeitzone wird unter /etc/localtime gesetzt. Als nächstes vergleichen wir die beiden Dateien mit dem Befehl diff
diff /usr/share/zoneinfo/Europe/Zurich /etc/localtime
Es sollte keine Meldung erscheinen. In diesem Falle stimmen die Dateien überein und die aktive Zeitzone ist korrekt auf Europe/Zurich eingestellt worden. Du kannst es testweise mit einer anderen Datei versuchen, zum Beispiel:
diff Oslo /etc/localtime
Die Ausgabe sollte wie folgt aussehen:
Binary files Oslo and /etc/localtime differ
Du hast wahrscheinlich bemerkt, dass wir beim zweiten Aufruf nicht den kompletten Pfad zur Oslo Datei angegeben haben. Das war in diesem Falle möglich, da wir uns bereits im richtigen Verzeichnis befinden (wir sind zuvor mit cd /usr/share/zoneinfo/ und cd Europe dort hinein gewechselt. Du kannst es mit pwd überprüfen).
Tipp: Sollte die Zeitzone nicht stimmen oder Du möchtest eine andere Zeitzone einstellen, kannst Du einfach das entsprechende Zonenfile nach /etc/localtime kopieren:
cp /usr/share/zoneinfo/Europe/Zurich /etc/localtime. Da die Zeitzone richtig eingestellt sein sollte, musst Du diesen Schritt nicht durchführen.
Du hast in diesem Abschnitt bereits viele wichtige Linux-Befehle kennengelernt, wie zum Beispiel cd , um Verzeichnisse zu wechseln oder das Powerkommando diff , um Dateiinhalte zu vergleichen.
Lass uns als nächstes die Uhrzeit des Systems anschauen.
Gebe dazu bitte den Befehl date ein.
In diesem Beispiel stimmt die Uhrzeit nicht und wir möchten sie korrigieren. Dies erfolgt auch mit Hilfe des date Kommandos. Die einzustellende Zeit kann in unterschiedlichen Formaten angegeben werden. Wir haben uns für die Eingabe im Format $JAHR-$MONAT-$TAG $STUNDE:$MINUTE entschieden:
date --set "2019-5-15 09:30"
Bei Bedarf kannst Du die :$SEKUNDE ergänzen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir die Uhrzeit allerdings über das Internet mit einem Timeserver abgleichen, daher ist eine minutengenaue Eingabe vorerst durchaus ausreichend.
Diese Uhrzeit muss nun noch in das BIOS des Computers geschrieben werden.
Dazu wird folgender Befehl ausgeführt:
hwclock --systohc --utc
Damit wird die aktuell auf dem System eingestellte Uhrzeit im UTC-Format in das BIOS übertragen.
Die Standardsprache bei Slackware ist Englisch. Diese lässt sich sehr leicht umstellen. Eine Liste mit allen verfügbaren Sprachen kannst Du dir mit folgendem Befehl ausgeben lassen:
locale -av
Du wirst feststellen, dass es sich um eine sehr lange Liste handelt, die in der Konsole vorbei rauscht. Du kannst die Ausgabe mit Hilfe des more Kommandos so anpassen, dass sie zeilenweise oder seitenweise blätterbar ist:
locale -av | more
Das Pipe Zeichen | erreichst Du auf der schweizerdeutschen Tastatur mit Hilfe von "AltGr + 7"
Nun kannst Du mit Enter zeilenweise in der Ausgabe fortfahren und mit Space seitenweise blättern. Ctrl+c bricht die Ausgabe ab und bringt dich wieder zurück auf die Shell.
Wichtig für uns ist die Bezeichnung der jeweiligen locale. Im Falle der Schweiz ist dies: de_CH.utf8, für Deutschland de_DE.utf8 und für Österreich de_AT.utf8. Überprüfen kannst Du dies mit folgendem Befehl:
locale -av | grep -A 11 de_CH.utf8
Mit Hilfe des | Zeichens leiten wir die Ausgabe an einen weiteren Befehl namens grep weiter. Dieser Befehl durchsucht den Text nach Vorkommnissen von de_CH.utf8 und gibt alle Treffer gefolgt von den nächsten 11 Zeichen aus (Parameter: -A 11).
Da Du nun herausgefunden hast, wie die passende Locale heisst, kannst Du diese entsprechend konfigurieren. Dazu benötigst Du einen Texteditor. Ein einfacher Editor unter Linux ist nano. Wenn Du das Programm das erste mal startest, präsentiert es sich wie folgt:
Im oberen Bereich kannst Du einfach los tippen wie es von einem gewöhnlichen Editor bekannt ist.
Unten findest Du eine Übersicht von Befehlskürzeln. Das ^ Steht für Ctrl. Das M für Alt. Um zum Beispiel die Hilfe aufzurufen, reicht ein Druck auf Ctrl+g. Die Hilfe verlassen kannst Du mit Ctrl+x. Die Kürzel werden zwar mit grossen Buchstaben angegeben, also zum Beispiel Ctrl+G, aufgerufen werden sie allerdings mit Kleinbuchstaben. Konkret heisst das, Du musst nicht Ctrl+Shift+G eingeben sondern nur Ctrl+G. An dieser Stelle widerspricht nano etwas dem Linux-Konzept, da unter Linux in der Regel immer zwischen Gross- und Kleinschreibung unterschieden wird.
Wenn Du nano ohne Parameter startest, wird eine leere Datei geöffnet. Mit Ctrl+o würde nano nachfragen wo diese gespeichert werden soll. Dort muss der gesamte Pfad angegeben werden, andernfalls würde nano die Datei in dem Verzeichnis abspeichern in dem Du dich gerade befindest.
Machen wir einen kleinen Test. Tippe in nano folgenden Text ein: Dies ist nur ein Test.
Gib dann Ctrl+o ein und Du wirst nach einem Speicherort gefragt. Du kannst die Datei beispielsweise im Heimatverzeichnis des Benutzer root (/root) speichern. Gebe bei File Name to Write:
/root/test.txt
ein. Mit Ctrl+x verlässt Du den Editor wieder. Nun kannst Du prüfen, ob die Datei tatsächlich erstellt worden ist:
cat /root/test.txt
Der Befehl cat gibt den Inhalt einer Datei aus. Wenn an dieser Stelle Dies ist nur ein Test. ausgegeben wird, hast Du es geschafft und Du bist bereit deine erste Konfigurationsdatei zu bearbeiten.
Die systemweite Sprachkonfiguration kannst Du in der Datei /etc/profile.d/lang.sh konfigurieren. Öffne diese Datei mit nano.
nano /etc/profile.d/lang.sh
Hinweis: In der BASH gibt es eine Wortvervollständigung. Du kannst zum Beispiel anfangen zu tippen:
nano /etc/prund dann die Tab-Taste drücken. In diesem Falle passiert noch nichts, da der Pfadname noch nicht eindeutig ist. Gebe also
nano /etc/prgefolgt von Tab-Tab ein und es werden dir alle Dateien und Verzeichnisse angezeigt die mit pr beginnen:
Probiere ein wenig die Tab-Autocompletion aus. Diese Funktion mag im Moment noch ungewohnt erscheinen, wird dir in Zukunft sehr viel Arbeit einsparen.
Nachdem Du die Datei /etc/profile.d/lang.sh im Editor nano geöffnet hast, bearbeite bitte die Zeile export LANG=..., so dass dort
export LANG=de_CH.utf8
oder die zuvor ermittelte Locale steht. Speichere die Datei mit Ctrl+o und verlasse den Editor mit Ctrl+x.
Hinweis: um im Editor nano an ein Zeilenende zu springen, kannst Du die End Taste auf deiner Tastatur verwenden. Home springt an den Anfang einer Zeile. In der Bash kannst Du eine ähnliche Funktion verwenden. Wenn Du in der Bash in einer Zeile stehst, springst Du mit Home an den Anfang der Zeile und mit End an das Ende. Alternativ funktioniert in der Bash auch Ctrl+A für den Zeilenanfang und Ctrl+E für das Zeilenende.
Gehe bitte analog für die Datei /etc/profile.d/lang.csh vor. Dabei handelt es sich um die entsprechende Profildatei für die C Shell, einer Alternative zur BASH.
Abschliessend prüfen wir noch die Konfiguration des Bootloaders lilo. Diese sollte bereits während der Installation korrekt geschrieben worden sein, da wir dort UTF-8 ausgewählt haben.
Öffne dazu bitte mit nano die Datei /etc/lilo.conf
nano /etc/lilo.conf
Wichtig ist, dass dort am Anfang append=" vt.default_utf8=1" steht. Wenn Du gerade in der Datei bist, kannst Du noch zwei Anpassungen vornehmen. Möglicherweise ist dir aufgefallen, dass lilo beim Systemstart 2 Minuten wartet, bevor der Defaulteintrag gebootet wird. Ausserdem lädt der Kernel am Anfang recht langsam. Dies kannst Du durch die zwei Parameter compact und timeout beeinflussen.
Entferne als erstes die # vor compact, dadurch sollte der Kernel schneller starten. Ändere daraufhin den timeout von 1200 auf 120. Die Datei sollte nun wie folgt aussehen:
Zusätzlich kannst Du die Bildschirmauflösung der Konsole erhöhen, indem Du den Werg vga = normal auf vga = 791 änderst. Dadurch wird erreicht, dass die Konsole in einer Bildschirmauflösung von 1024x768 angezeigt wird. Weitere mögliche Auflösungen werden in der Datei beschrieben.
Speichere die Datei ab und verlasse nano. Die Änderungen werden erst aktiv, wenn Du lilo neu in den MBR schreibst. Gebe dazu in der Shell den Befehl lilo ein:
lilo
Starte dein Linux mit Hilfe des Befehls reboot neu:
reboot
Der lilo Timeout sollte deutlich kürzer sein und auch der Kernel sollte schneller starten. Logge dich erneut als Benutzer root ein und prüfe ob die Spracheinstellungen übernommen worden sind. Am einfachsten geht das mit dem Kommando man, das Hilfeseiten zu fast allen Linux-Kommandos ausgibt. Schaue dir beispielsweise einmal die Manpage für das Kommando man an:
man man
Die Hilfe sollte in deutscher Sprache ausgegeben werden. Blättern kannst Du mit Pfeil-rauf und Pfeil-runter, Space wechselt die Ansicht seitenweise. Verlassen kannst Du die Manpage durch Eingabe von q.
Leider sind nicht viele Manpages in die deutsche Sprache übersetzt. Die meisten Kommandos bieten aber zusätzlich einen Parameter --help an.
Versuche es mit dem cp Kommando:
cp --help | more
Auch hier ist eine Weiterleitung an das Kommando more sinnvoll, da sonst die Ausgabe sehr schnell durchläuft.
Bisher warst Du immer als Benutzer root angemeldet. Dieser Benutzer hat alle Rechte auf einem Linux-System. Insbesondere wenn Du später mit einer grafischen Benutzeroberfläche arbeitest, solltest Du dich immer mit einem normalen Benutzerkonto anmelden und nur mit root-Rechten arbeiten, wenn dies wirklich notwendig ist. Mit folgendem Befehl kannst Du als Benutzer root ein neues Konto für einen normalen Benutzer anlegen:
useradd -m -s /bin/bash -g users -c 'Linux User' -G audio,cdrom,floppy,plugdev,video linuxuser
Hinweis: Das Single-Tick Zeichen findest Du auf der Schweizerdeutschen Tastatur wenn Du die Taste mit dem ? drückst.
useradd ist ein Kommando zum Anlegen eines Benutzerkontos. Der Parameter -m stellt sicher, dass auch das Heimatverzeichnis für den Benutzer erstellt wird, falls dieses noch nicht existiert.
Wie Du bereits gelernt hast, ist das Heimatverzeichnis für den Benutzer root
/root. Die Homeverzeichnisse für normale Benutzer befinden sich in der Regel im Verzeichnis /home. In diesem Verzeichnis sollte sich nun ein neues Unterverzeichnis mit dem Namen des Benutzers befinden. Prüfen kannst Du dies mit:
ls -al /home
Damit man in einen Ordner wechseln kann, müssen read (r) und execute (x) vergeben sein. Die Standardberechtigungen für neue Verzeichnisse sind:
-rwxr-xr-x
Oktal wäre dies Owner:
rwx = 4+2+1 = 7 / Group:
r-x: 4+0+1 = 5 / Others:
r-x: 4+0+1 = 5 oder zusammengesetzt: 755.
Der Eigentümer linuxuser kann lesend und schreibend auf das Homeverzeichnis zugreifen. Die Gruppe users und alle anderen haben ebenfalls die Möglichkeit in das Verzeichnis zu wechseln.
Damit nur der Benutzer selbst auf sein Homeverzeichnis zugreifen kann, empfiehlt es sich diese Rechte anzupassen:
chmod 700 /home/linuxuser
Prüfe die Ausgabe erneut mit:
ls -al /home
Schauen wir uns noch einmal das useradd Kommando an:
useradd -m -s /bin/bash -g users -c 'Linux User' -G audio,cdrom,floppy,plugdev,video linuxuser
Der Parameter -s /bin/bash besagt, dass die BASH als Login Shell verwendet werden soll. -g users definiert die primäre Gruppe des Benutzers. Alle Dateien, die von dem Benutzer angelegt werden, erhalten standardmässig diese Gruppenberechtigungen, sofern nichts anderes definiert wurde.
Über -c 'Linux User' wird der Klarname des Benutzers angegeben. Falls dieser Leerzeichen oder Sonderzeichen enthält muss er in Single Ticks Anführungszeichen angegeben werden, da sonst die BASH damit nicht umgehen kann.
Mit Hilfe von -G audio,cdrom,floppy,plugdev,video kannst Du zusätzliche Gruppen angeben, zu denen der Benutzer hinzugefügt werden soll. Die Gruppennamen sind oftmals selbsterklärend. Durch die Angabe der obigen Gruppen erhält der Benutzer Zugriff auf Audiogeräte, CD- und DVD-Laufwerke, Floppydrives, angeschlossene externe Datenträger und auf die Videoausgabe.
Es folgt der Loginname linuxuser. Dieser darf ausschliesslich aus Kleinbuchstaben bestehen und sollte keine Leerzeichen enthalten.
Überprüfen kannst Du die Gruppenzugehörigkeit mit dem Befehl id. Als Parameter ist der Loginname des Benutzers anzugeben, in diesem Beispiel linuxuser.
id linuxuser
Die Ausgabe von id enthält immer zuerst den numerischen Bezeichner, gefolgt vom wörtlichen Bezeichner. uid= ist die id des Benutzers (hier 1000) gefolgt vom Loginnamen. gid gibt die primäre Gruppe an, in diesem Fall users mit der id 100. Darauf folgen alle weiteren zugeordneten Gruppen.
Der Befehl ls bietet mit dem -n Parameter die Möglichkeit an, numerische Bezeichner anzeigen zu lassen. Dabei ersetzt der Parameter -n den zuvor verwendeten Parameter -l:
ls -an /home
Du siehst, dass anstatt wie zuvor der Benutzer linuxuser und die Gruppe users ausgegeben wird, nun die numerischen Bezeichner an der gleichen Stelle angezeigt wird. Im Normalfall wirst Du allerdings die wörtlichen Bezeichner verwenden.
Linux speichert die Informationen über Benutzer in der Datei /etc/passwd. Gruppeninformationen werden in der Datei /etc/groups hinterlegt.
Diese Dateien sollten nicht direkt bearbeitet werden, sondern mit den Kommandos vipw (für /etc/passwd) und vigr (für /etc/groups).
Die Kommandos vipw und vigr starten den Editor elvis und öffnen die entsprechenden Benutzer- respektive Gruppendateien. Bei elvis handelt es sich um einen Clone des Editors vi.
Elvis wird aufgerufen, wenn man unter Slackware vi eingibt, da vi ein sogenannter symbolischer Link ist, der auf das Programm elvis zeigt.
Gebe folgenden Befehl ein, um dir den Link anzeigen zu lassen:
ls -al /usr/bin/vi
Du siehst, dass /usr/bin/vi auf eine Datei Namens elvis zeigt. Wird beim Linkziel kein Pfad angegeben, wird davon ausgegangen, dass sich das Ziel im gleichen Verzeichnis wie der Link befindet (/usr/bin)
Symbolische Links werden in der Ausgabe von ls -al wie folgt dargestellt:
lrwxrwxrwx
Das erste l gibt an, dass es sich um einen Link handelt. Die Permissions des Linkfiles sind immer 777. Das heisst, der Link selbst darf von allen aufgelöst werden, bedeutet aber nicht, dass man Zugriff auf das Linkziel hat. Denn es gelten letztendlich die Berechtigungen, die auf dem Linkziel gesetzt sind.
Wir möchten statt elvis/vi die erweiterte Version mit dem Namen vim verwenden (vi impoved). Dazu müssen wir dem System zunächst mitteilen, dass bei einem Aufruf des Kommandos vi nicht elvis sondern vim gestartet wird.
Das können wir lösen, indem wir einen Symlink erstellen, der auf vim statt auf elvis zeigt.
Linux sucht ausführbare Programme (Binaries) anhand der sogenannten PATH Variable. Diese wird linear abgearbeitet. Du kannst dir den Inhalt der Pfad Variable mit folgendem Befehl ausgeben lassen:
echo $PATH
Das System sucht in diesem Fall Programme zunächst im Verzeichnis /usr/local/sbin dann in /usr/sbin, /sbin, /usr/local/bin /usr/bin und so weiter.
Die sbin Verzeichnisse stehen nur dem Benutzer root zur Verfügung, normale Benutzer haben diese Verzeichnisse nicht in der $PATH Variable.
Du siehst, dass immer erst in den /usr/local Verzeichnissen gesucht wird. Diese Verzeichnisse dienen lokalen Systemanpassungen. Gleichnamige Programme in diesen Verzeichnissen werden bevorzugt. Das heisst, wenn in /usr/local/bin eine Datei oder ein Link mit dem Namen vi existiert, wird dieser vor einer gleichnamigen Datei oder einem Link in /usr/bin bevorzugt.
Diesen Mechanismus können wir uns zu nutze machen, indem wir einen symbolischen Link für vi in /usr/local/bin anlegen, der auf vim zeigt:
ln -s /usr/bin/vim /usr/local/bin/vi
Der Befehl ln erstellt einen Link. Der Parameter -s gibt an, dass es sich um einen symbolischen Link handelt. Darauf folgt das Linkziel (/usr/bin/vim) und der Name des Links (/usr/local/bin/vi).
Damit die Änderungen appliziert werden, musst Du dich einmal abmelden und erneut als Benutzer root anmelden. Eine aktive Shellsitzung kannst Du mit Strg d oder durch Eingabe von exit beenden.
Wenn Du nun vi eingibst, öffnet sich der Editor vim.
Ein wichtiger Befehl vorab:
Esc
+
:
+
q
+
!, also Escape gefolgt von einem :, einem q und einem !. Dieser Befehl verlässt den Editor ohne die Änderungen, die Du gemacht hast, abzuspeichern. Dies ist besonders jetzt in der Übungsphase hilfreich, da Du so nicht unbeabsichtigt etwas an wichtigen Systemdateien verstellen kannst.
Hinweis: im Folgenden verzichten wir auf die Verwendung des + Zeichens zur Erläuterung der Befehlsverkettungen.
Testweise kannst Du elvis aufrufen, indem Du den kompletten Pfad zu dem Systemsymlink angibst:
/usr/bin/vi
Du siehst, dass dich elvis nicht mit dem ausführlichen Willkommenstext von vim begrüsst.
u
Die Grundkommandos in elvis/vi und vim sind allerdings identisch. Auch hier kannst Du
Esc :q! eingeben um den Editor zu verlassen.
Nun kannst Du deinen Ausflug in die Welt des Editors vim beginnen.
Der Editor vim ist ganz anders als alle Editoren, die Du wahrscheinlich kennst. Er ist sehr mächtig und wird von vielen Linux-Anwendern gerne verwendet. Alle Funktionen des Editors zu erklären würde den Rahmen dieses Kurses sprengen.
Bevor Du vim das allererste mal startest, bietet es sich an, einige Vorkonfigurationen vorzunehmen. Diese Einstellungen kannst Du mit dem Editor nano vornehmen:
nano ~/.vimrc
Das ~/ steht für das Homeverzeichnis des aktuell angemeldeten Benutzers, in diesem Falle /root. Wir bearbeiten die vim Konfigurationsdatei .vimrc im Verzeichnis /root.
Folgende Konfiguration hat sich bewährt:
Speichere die Datei in nano mit Strg o ab und verlasse nano mit Strg x.
Wir schauen uns als nächstes die Grundfunktion von vim am Beispiel des Kommandos vipw an. Doch zuvor sichern wir die wichtige Systemdatei /etc/passwd mit folgendem Befehl:
cp /etc/passwd /etc/passwd.orig
Daraufhin kannst Du vipw starten:
vipw
Der grösste Unterschied von vim im Vergleich zu anderen Editoren ist, dass es einen Befehlsmodus und einen Eingabemodus gibt. Der Editor startet standardmässig immer in den Befehlsmodus. Dort kannst Du zwar mit den Cursortasten navigieren, allerdings nicht einfach lostippen. Du kannst jederzeit wieder mit der Escape-Taste in den Befehlsmodus zurückkehren.
Befehle werden in vi am unteren Bildschrimrand angezeigt und mit der Entertaste ausgelöst.
Versuche nun einmal den Anzeigenamen deines Benutzers zu ändern. Navigiere dazu mit den Pfeiltasten auf den ersten Buchstaben des Anzeigenamens deines Benutzers; in unserem Beispiel wäre dies Linux User.
Drücke die i Taste um in den Eingabemodus zu gelangen. Dieser wird unten links signalisiert.
Erst jetzt hast Du die Möglichkeit Text einzufügen. Schreibe nun etwas anderes dort hinein, in diesem Beispiel Slackware Linux User.
Wenn Du einen Fehler gemacht hast, kannst Du mit
Esc u, also Escape gefolgt von u deine letzte Änderung rückgängig machen. vim kann im Gegensatz zu elvis/vi beliebig viele Befehle rückgängig machen.
Beachte bitte, dass Du nach der Nutzung der undo Funktion erst wieder mit i in den Eingabemodus wechseln musst, um erneut Text einzufügen.
Abspeichern kannst Du deine Änderung jederzeit mit
Esc :w!. Mit Hilfe von
Esc :wq! speicherst Du die Änderungen ab und verlässt den Editor.
Wie Du vielleicht festgestellt hast, beginnt die Eingabe genau an der Stelle, an der sich der Cursor befindet, wenn Du den Eingabemodus mit i gestartet hast. Alternativ kannst Du a verwenden um die Eingabe rechts neben dem Cursor zu starten.
Nachdem Du ein wenig herumexperimentiert hast, wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass insbesondere das Löschen von Zeichen oder Wörtern anders funktioniert als in anderen Editoren.
Am einfachsten geht das Löschen von Zeichen im Eingabemodus mit Hilfe der Delete Taste. Diese löscht das Zeichen unter dem Cursor.
Noch komfortabler geht es im Befehlsmodus. Gehe dazu mit dem Cursor auf den ersten Buchstaben des Wortes, das Du löschen möchtest. In unserem Beispiel möchten wir versuchen, den Benutzernamen von Slackware Linux User auf Slackware User abzuändern. Wenn Du auf dem L von Linux stehst, drücke
Esc dw, also Escape gefolgt von d und w und das gesamte Wort unter dem Cursor wird gelöscht.
Alternativ kannst Du mit
Esc d Pfeil-rechts oder Pfeil-links ein Zeichen rechts oder links neben dem Cursor entfernen. Mit Hilfe von
Esc dd löscht Du eine ganze Zeile.
Noch ein paar nützliche Kommandos:
Esc Shift_a, Escape gefolgt von Shift und a (gleichzeitig) springt an das Ende einer Zeile und startet den Eingabemodus
Esc Shift_gEscape gefolgt von Shift und g (gleichzeitig) springt in die letzte Zeile der Datei, bleibt allerdings im Befehlsmodus
Esc /SuchwortEscape gefolgt von / und einem Suchwort (z.B.
Esc /User) durchsucht die Datei nach dem Suchwort und springt mit dem Cursor zum ersten Treffer. Weitere Treffer können angezeigt werden, wenn Du nach der Suche direkt n für next angibst.
Ein wirklich praktisches Features ist die integrierte Suchen-und-Ersetzen Funktion von vim. Sie wird wie folgt aufgerufen:
Esc :%s/Suchwort/Ersatz/g
Dieser Befehl ersetzt alle Vorkommnisse von dem Begriff Suchwort durch Ersatz.
Damit hast Du die wichtigsten Kommandos zum Umgang mit dem Editor vim gelernt, den wir auch in diesem Kurs in Zukunft zum Bearbeiten von Dateien verwenden werden.
Solltest Du dir während der Tests die wichtige Systemdatei /etc/passwd verstellt haben, kannst Du die Sicherung mit folgendem Befehl zurückspielen:
cp /etc/passwd.orig /etc/passwd
Mit Hilfe des rm Befehls kannst Du die .orig Datei löschen:
rm /etc/passwd.orig
rm hat die Datei ohne Nachfrage entfernt. Das möchten wir gerne ändern, damit nicht versehentlich wichtige Dateien gelöscht werden.
Erstelle dazu bitte die Datei .bash_profile. Dabei handelt es sich um eine benutzerspezifische Konfigurationsdatei der BASH, die bei jeder interaktiven Anmeldung an einem Terminal ausgeführt wird.
vi /root/.bash_profile
Trage dort folgende Zeile ein:
alias rm='rm -i'
Mit dieser Konfigurationseinstellung (alias) legst Du fest, dass jedes Mal wenn Du den Befehl rm ausführst, stattdessen rm -i gestartet wird.
Der Parameter -i sorgt dafür, dass vor dem Entfernen einer Datei eine Nachfrage erscheint.
Damit die Einstellung auch in der aktuell laufenden Shell appliziert wird, kannst Du die Konfigurationsdatei einlesen. Man spricht bei diesem Vorgang auch von sourcen:
. /root/.bash_profile
Achte bitte hierbei auf das Leerzeichen zwischen dem Punkt und dem /. Alternativ könntest Du dich abmelden und als Benutzer root erneut anmelden.
Teste ob die Anpassungen aktiv sind, indem Du zunächst eine leere Datei anlegst und daraufhin versuchst diese zu löschen.
Leere Dateien lassen sich einfach mit Hilfe des Befehls touch erstellen:
Die Nachfrage, die erscheint, kannst Du mit y bestätigen.
Du hast bereits gelernt wie man mit useradd einen unprivilegierten Benutzer mit dem Loginnamen linuxuser und dem Klarnamen Slackware Linux User erstellt. Diesen kannst Du mit dem usermod Kommando auf Deinen eigenen Namen anpassen.
Ein Beispiel für Maria Muster:
usermod -c 'Maria Muster' -d /home/mmuster -m -l mmuster linuxuser
Hier wurde der Loginname in der Form $ERSTER_BUCHSTABE_VOM_VORNAMEN gefolgt von $NACHNAME angegeben (mmuster). Du kannst natürlich auch einfach deinen Vornamen oder einen Fantasienamen angeben.
Der Parameter -c 'Maria Muster' legt den neuen Klarnamen des Benutzers fest. -d /home/mmuster ist das neue Homeverzeichnis. Es wird empfohlen, dass der Name des Homeverzeichnisses dem des Loginnamens entspricht (in diesem Fall mmuster). Mit -m legst Du fest, dass der Inhalt des vorhandenen Homeverzeichnisses übernommen werden soll. -l mmuster gibt den neuen Loginnamen an. Der Parameter am Ende des Befehls ist der Loginname des Benutzers den Du ändern möchtest (hier: linususer).
Überprüfen kannst Du die Änderungen wie gelernt mit
ls -al /home und dem Befehl vipw sowie dem Befehl id gefolgt vom Loginnamen des Benutzers. Alternativ zu id kannst Du das Kommando groups verwenden, welches ebenfalls mit dem Loginnamen als Parameter aufgerufen werden kann.
Hinweis: Im Verlauf des Kurses wird weiterhin der Benutzer linuxuser als Beispiel verwendet. Bei entsprechenden Befehlsaufrufen musst Du diesen durch deinen neuen Loginnamen ersetzen:
groups linuxuser
Dem neu erstellten Benutzer wurde bisher noch kein Passwort zugewiesen. Dies kannst Du nun mit dem Befehl passwd nachholen.
passwd linuxuser
Den Loginnamen des Benutzers kannst Du durch deinen neuen Loginnamen ersetzen. Das Passwort wird während der Eingabe nicht angezeigt.
Abschliessend kannst Du dich mit deinem neuen Benutzerkonto am System anmelden. Öffne dazu eine weitere tty durch Eingabe von
Strg Alt F2. Die Tasten werden gleichzeitig gedrückt. Bei einer tty handelt es sich um eine virtuelle Konsole. Üblicherweise gibt es unter Linux sechs virtuelle Konsolen, die Du mit
Strg Alt F1 - F6
Strg Alt F7 anwählbar sein.
Melde dich dort mit deinem Benutzernamen und Passwort des normalen Benutzerkontos an.
Zu deiner Rootshell kannst Du mit Hilfe von Strg Alt F1 zurückwechseln.
Falls Du dein Linux-System in einer VirtualBox installiert hast, kannst Du die Gasterweiterungen einbinden. Wähle dazu um VirtualBox Menü den Punkt Geräte den Punkt Gasterweiterungen einlegen. In diesem Moment wird eine virtuelle CD an das System angehängt die Du mit folgendem Befehl mounten kannst:
mount /dev/cdrom /media/cdrom
Wechsle mit Hilfe von
cd in das Verzeichnis:
cd /media/cdrom
Führe dort das Script zur Installation der Erweiterungen aus:
./VBoxLinuxAdditions.run
Somit hast Du die ersten Schritte in deinem Linux-System getan, erfolgreich die Sprache umgestellt, Systemdienste kennengelernt und erste Erfahrungen mit vielen wichtigen Kommandos machen können. Du hast dein eigenes Benutzerkonto erstellt, mit dem Du dich an deinem Linux-System anmelden kannst. Im nächsten Kursteil geht es um die Einrichtung der grafischen Benutzeroberfläche.
Grafische Oberfläche < PDF > ↪ https://linuxkurs.ch/kurs/Grafische_Benutzeroberflaeche.pdf
Grafische Oberfläche < HTML > ↪ https://linuxkurs.ch/kurs/Grafische_Benutzeroberflaeche.html
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