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Gebärmutterhalskrebs durch HPV-Infektion
In der Schweiz erkranken jährlich 229 Frauen an Gebärmutterhalskrebs; 88 davon sterben daran. Gebärmutterhals-Krebs ist in Europa nach Brustkrebs das zweithäufigste Krebsleiden bei jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren und der vierthäufigste Krebs bei Frauen nach 45.
Bei Gebärmutterhals-Krebs weiss man, dass ein Virus für die Entstehung hauptverantwortlich ist. Das humane Papilloma-Virus (HPV), respektive Subtypen davon, werden für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses verantwortlich gemacht.
Über sexuellen oder anderen Intimkontakt kann sich die Frau mit dem HP-Virus infizieren. Die Infektion kann auch still verlaufen, ohne dass die Frau Beschwerden hat. Sie gilt dann aber als Trägerin und kann das Virus weitergeben. Bestimmte Typen des HP-Virus können die Schleimhaut des Gebärmutterhalses krankhaft verändern. Zunächst entsteht eine Krebsvorstufe, Jahre später kann sich Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Durch einige bestimmte HPV-Viren entstehen Genitalwarzen (sogenannte Feigwarzen oder Kondylome). Diese sind meistens nicht gefährlich, aber lästig.
Wichtig sind regelmässige Kontrollen und Inspektionen des Gebärmutterhalses durch den Gynäkologen. Nur er kann eine HPV-Infektion rechtzeitig feststellen und entsprechend behandeln. Wird ein drohender Krebs frühzeitig entdeckt, bestehen gute Heilungschancen. Seit Anfang 2007 ist in der Schweiz ein Impfstoff gegen 4 HP-Viren auf dem Markt.
Die genaue Entstehung von Gebärmutterhals-Krebs ist unbekannt.
In 75% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind zwei Hochrisikotypen des HP-Virus (Virustyp 16 und 18) für die bösartigen Veränderungen der Schleimhaut verantwortlich; andere HP-Virustypen (6 und 11) verursachen 90% der Genitalwarzen.
Vornweg: Gebärmutterhalskrebs ist nicht ansteckend und nicht vererbbar!
Das HP-Virus wird aber leicht von Mensch zu Mensch übertragen.
- Humane Papillomaviren werden unbemerkt sexuell übertragen.
- 70–80% der sexuell aktiven Bevölkerung infizieren sich im Laufe des Lebens mit humanen Papillomaviren.
- Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos und heilen aus
- In einigen Fällen reicht die Immunreaktion jedoch nicht aus, die HP-Viren zu bekämpfen. Es entsteht eine andauernde Infektion und es können Veränderungen am Gebärmutterhals entstehen. So bleiben die Viren unbemerkt im Körper und können Veränderungen am Gebärmutterhals hervorrufen.
- Die jährliche Infektionsrate in der Schweiz durch humane Papillomaviren-Typen 16 und 18 beträgt bei den 16- bis 25-jährigen Frauen 7–9 Prozent.
Enstehung von Gebärmutterhalskrebs
- 1. Papillomaviren gelangen durch eine Mikroläsion** in das Zervixepithel*** und infizieren die Basiszellen.
- 2. Die infizierten Zellen vermehren sich.
- 3. Die infizierten Zellen können sich in abnorme Zellen umwandeln, was zu einer tiefgradigen Läsion*** führen kann.
- 4. Daraus entsteht eine Krebsvorstufe.
- 5. Krebs: Die Krebszellen können die Basalmembran durchbrechen und in das angrenzende Gewebe eindringen.
Häufig macht eine Infektion mit dem HP-Virus keine Beschwerden. Bei 9 von 10 Frauen ist die körpereigene Abwehr der Frau stark genug, die Viren zu bekämpfen. Wenn die Viren im Gewebe bleiben, entstehen krankhafte Veränderungen an der Schleimhaut des Gebärmutterhalses. Unentdeckt und unbehandelt können sich die Zellen derart verändern, dass eine Krebsvorstufe entsteht und Jahre später eventuell Gebärmutterhalskrebs.
Vorsorgeuntersuchung:
Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sind sehr wichtig, um Erkrankungen wie Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebsfrühzeitig erkennen und entsprechend behandeln zu können. Durch den regelmässigen Gebärmutterhals-Abstrich können Zellveränderungen am Gebärmutterhals als Folge einer Infektion mit dem humanen Papillomavirus erkannt werden. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung kann die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindern.
Kondom:
Das Kondom garantiert keinen 100%igen Schutz vor humanen Papillomaviren, da die Virusübertragung bereits beim Hautkontakt erfolgen kann. Trotzdem ist steter Kondomgebrauch für einen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (beispielsweise AIDS) unerlässlich.
Sexualität:
Bereits ein einziger Intimkontakt kann eine Infektion verursachen.
Impfung:
Seit anfangs 2007 gibt es eine Impfung gegen bestimmte HP-Viren. Diese Impfung schützt vor den häufigsten HPV-Typen, welche krankhafte Veränderungen machen. Nebenwirkungen der Impfung sind selten und harmlos; gelegentlich können lokale Rötungen und Schwellungen entstehen).
Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Impfung allen Mädchen und jungen Frauen von 11 bis 19 Jahren als Basisimpfung. Für die Impfung von Frauen zwischen 20 und 26 entscheidet der Arzt gemeinsam mit der Patientin, ob eine Impfung sinnvoll ist oder nicht.
Die Kosten für die Impfung werden im Rahmen von den kantonalen Impfprogrammen für alle Mädchen und Frauen von 11 bis 26 Jahren übernommen.