Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03246.jsonl.gz/1885

- - Gebaut von 1922 bis 1927
- - 2641 Exemplare gebaut
- - Erster Targa-Florio-Sieg
Montagmorgen: Alfa Romeo RL
Peter Ruch | 27.11.2023
Wer ein wahrer «petrolhead» sein will, muss einmal einen Alfa Romeo besessen haben, sagte schon Jeremy Clarkson. Wir geben immer am Montagmorgen eine Auswahl, heute: Alfa Romeo RL.
Hunderttausende zog es an die Rennstrecken (Fernsehen gab es ja noch nicht), Rennsiege waren die beste Werbung - Rennsport musste einfach sein nach dem 1. Weltkrieg.. Mit dem RL, der 1922 auf den Markt gekommen war, hatte Alfa Romeo auch eine gute Basis für einen potenziellen Sieger, denn der von Giuseppe Merosi konstruierte Wagen mit seinem Reihen-Sechszylinder kam von Anfang an in zwei Versionen, als Normale (2916 cm3, 56 PS) und als Sport (2994 cm3, 71 PS). Das Fahrzeug, das als Alfa RL Targa Florio in die Geschichte einging, hatte gegenüber dem Sport einen nochmals verkürzten Radstand (2,88 anstatt 3,14 Meter). Und auch etwas mehr Pferde, deren 95.
Das Kleeblatt wurde erst nach der Targa Florio aufgemalt.
Der Alfa Romeo, dessen Hubraum 3154 cm3 betrug, war von Anfang an siegfähig. Doch seinen grössten Auftritt hatte er an der Targa Florio von 1923, wo Ugo Sivocci den ersten von insgesamt 10 Siegen von Alfa Romeo bei diesem so legendären Rennen auf Sizilien nach Hause fahren konnte. Doch eigentlich schrieb nicht Sieger Sivocci Geschichte, sondern Antonio Ascari, der als Zweiter ins Ziel kam.
Damals hatten die Rennfahrer noch Ersatzreifen mit dabei - und auch den Mechaniker.
Es begab sich so: Ascari, Vater des späteren F1-Weltmeisters, führte das Rennen souverän an, als in der letzten Runde kurz vor dem Ziel der Motor seinen Dienst quittierte. Ascari und sein beifahrender Mechaniker prügelten auf den Wagen ein, doch erst ein paar herbeigeeilte Alfa-Mechaniker konnten die Maschine wieder zum Leben erwecken. Ascari packte sie alle ins und aufs Auto, mit fünf Personen an Bord überquerte der Alfa als vermeintlicher Sieger die Ziellinie. Doch die Funktionäre – gab es schon damals – waren der Meinung, dies sei nicht reglementskonform, Ascari müsse mit seinem eigenen Mechaniker ins Ziel kommen. Also fuhr dieser auf der Rennstrecke zurück, konnte dort aber seinen Beifahrer nicht finden, deshalb packte er kurzerhand einen verdutzten Zuschauer in den Wagen und raste wieder ins Ziel. Für den Sieg reichte es aber nicht mehr, den holte wie erwähnt Sivocci.
Sivocci auf dem Weg zum ersten Targa-Florio-Sieg für Alfa Romeo.
Es war dies übrigens auch aus anderen Gründen ein wichtiger Tag für Alfa Romeo. Denn nach dem Rennen pinselten die Mechaniker das «Quadrifoglio Verde», das vierblättrige Kleeblatt auf den Wagen von Ascari. Ob das Glückssymbol auch als Erinnerung an die vier Mechaniker in und auf Ascaris Fahrzeug dienen sollte, ist nicht mehr bekannt. Unten zeigen wir noch einige RL in ziviler Ausführung.
In der monatlich erscheinenden Klassik-Beilage der AUTOMOBIL REVUE finden Sie immer schöne Old- und Youngtimer. Abos gibt es: hier.
Kommentare
Keine Kommentare