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Ich hätte da eine Frage an den Schöpfer: Wozu eigentlich die Viren? War das eine Idee von Dir, oder vielleicht doch von der Konkurrenz? Aus meiner Froschperspektive sind Viren so überflüssig und meist schädlich wie Finanzmärkte.
Zum Thema Schöpfung aber habe ich folgendes gehört! Da wird der bekannte Ex-TV-Moderator A. gefragt: „Glauben Sie an Gott?“ A. antwortet: „Nein. Ich betrachte die Evolution als Grundlage unserer Existenz.“ Potz Tausend, ist das eine Antwort? Das tönt für mich, wie wenn man fragte: „Glaubst du an Engel?“ Und er: „Nein. Ich nehme den Zug.“ Oder: „Liebst du mich?“ Und er: „Nein. Ich bin Vegetarier.“
Herr A. ist vermutlich dem Hauptargument der modernen Atheisten aufgesessen. Die verbreiten schon länger die Meinung, früher sei es Religion gewesen, die informierte, wie Welt und Leben entstanden. Heute aber hätten wir mit der Evolutionstheorie bessere Information und könnten Religion vergessen. Dieses „Argument“ ist allerdings komplett abwegig. Religion war noch nie daran interessiert, über die Entstehung der Welt zu informieren.
„Gott“ ist keine Information darüber, was vor Milliarden Jahren passiert sein mag. Die Bibel „informiert“ nicht über die Entstehung der Welt. Ja gut, sie besingt die Schönheit der Welt und lobt ihren Schöpfer. Aber sie tut es absichtsvoll mit drei Texten, zwei Liedern und einer Erzählung, die unterschiedlicher nicht sein könnten (Genesis 1; Psalm 104; Genesis 2). Wer die Bibel wirklich liest, merkt: Da ist nicht Information über die Entstehung der Arten. Da ist Poesie und Gotteslob. Poesie hat schon immer unterschiedliche Bilder nebeneinander gemalt.
Religion ist an Ihrem jetzigen Leben interessiert, Herr A. Nicht an seiner Entstehung in ferner Vergangenheit, sondern an Ihrer Zukunft. Wenn wir einst den Löffel abgeben, wird nicht gefragt: „Hast du gelebt?“, sondern: „Hast du geliebt?“ Religion fragt nicht, ob der Mensch aus einem Affen entstanden sei, sondern wie aus dem Affen endlich ein Mensch werden kann. Ich brauche diese Sprache für Sie; denn Sie halten „die Evolution“ für „die Grundlage unserer Existenz“. Wie wird also aus einem „Affen“, den nur sein Wohlbefinden interessiert, der Fremde bekämpft, der Schwache, Frauen und Kinder zu seinen Zwecken missbraucht, ein liebender Mensch?
Mit Information allein kommt man da nicht weit. Wir wissen ja längst, was sich gehört; gut und böse erkennen alle wohl. Aber wie können wir uns langfristig zum Guten verändern? Der irische Autor Michael Foley sagt vom menschlichen Selbst, es sei roh, zitternd, unsicher, ängstlich, kümmerlich. Mir scheint, er sei damit nahe an meiner Wirklichkeit. Ist es so leicht, „ein verantwortungsvoller Mensch“ zu sein, Herr A., wie auch Sie das gern sein wollen? Ein Leben mit Gott und seinem Wort bietet dazu Geborgenheit und Vergebung, Übung und Gemeinschaft.
Mehr als Information.