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Das Dufour-Schulhaus / L' école Dufour 1908
Hans Schöchlin (1893-1978), Architekt, Politiker, Technikumsdirektor, Olympiasieger, Poet,
Publizist
Schüler am Progymnasium von 1903 bis 1908
Schüler am Obergymnasium von 1908 bis 1912
Hans Schöchlin kam am 6. März 1893 als Sohn des Uhrentechnikers und Kaufmanns Heinrich Otto Schöchlin-Römer (1844-1903) und der Bertha Römer (1860-1951) in Santiago de Chile zur Welt.[3] Das Paar heiratete 1887 und wanderte 1888 nach Zentral- und Südamerika aus. Heinrich betrieb dort ein Geschäft für Schweizer Uhren, Optik und Bijouterie. Nach dessen frühen Tod kehrte Hans mit seiner Mutter und zwei Geschwistern nach Biel zurück, wo sie im grosselterlichen Römerhaus (Seevorstadt 5/7) am See wohnten. Die künstlerisch begabte Mutter erwarb in Bern das Zeichenlehrerinnenpatent und versah anschliessend an der hiesigen Mädchensekundarschule die Stelle einer Zeichenlehrerin.[2] Von 1903 bis 1912 verbrachte Hans Schöchlin die Schulzeit im Dufourschulhaus, wo er 1911 am Obergymnasium sein Reifezeugnis entgegennahm. Einer seiner Schulkameraden war der weltweit anerkannte Spitzenkoch Werner Hauri. 1911 stellte Schöchlin, der das Zeichnen liebte, erstmals an der Weihnachts-Ausstellung des Kunstvereins zusammen mit seiner Mutter im Kunsthaus Aquarelle aus.
Architekturstudium
Nach dem Bieler Gymnasium studierte Schöchlin an der ETH in Zürich Architektur. Das Studium setzte er an der damals in besonderem Ansehen stehenden Technischen Hochschule in Karlsruhe und in München fort. Mit der höchsten Auszeichnung bestand er 1916 in Karlsruhe das Examen als Architekt. Er praktizierte den anspruchsvollen Beruf die nächsten vier Jahre im Büro und auf dem Bauplatz.
Weltmeister im Rudern
Am 14. Mai 1886 wurde der Seeclub Biel von 19 ruderbegeisterten Bielern gegründet. Die Mitgliederzahl stieg rasch. Schon früh gesellten sich die am Bielersee aufgewachsenen Jugendlichen Hans Schöchlin und sein jüngerer Bruder Karl (1894-1974) zu ihnen und entwickelten sich im Seeclub Biel zu begeisterten und brillanten Wettkampfruderern. Karl feierte bereits erste Erfolge, als er 1914 die Schweizer Skiff-Meisterschaft gewann. Bereits im Alter von 17 Jahren hatten die beiden Brüder die nationale Elitequalifikation. Hans Schöchlin: «Ich musste als 17-jähriger meine beiden ersten Rennen fahren. Man setzte mich gleich in einen Senior-Vierer. Nach dem zweiten Rennen war ich vollständig ausgepumpt. Es war mir schwarz vor Augen, und für eine halbe Stunde wollten die Beine mich kaum mehr tragen. Ich habe mir zwar keinen bleibenden Schaden zugezogen, aber ich muss sagen, dass ich dabei mehr Glück hatte als Verstand.» [14]
«Wir trainieren nicht, um regattieren zu dürfen, wir regattieren, um trainieren zu dürfen»
Hans Schöchlin, Olympiasieger im Rudern
Die Europameister und Olympiasieger Karl und Hans Schöchlin (rechts), Sammlung Seeclub Biel.
Die Brüder Schöchlin vertraten die Schweiz während mehr als zehn Jahren in vier verschiedene Bootsgattungen an Europa-Meisterschaften. Das Brüderpaar gewinnt 1918 zum ersten Mal die Schweizer Meisterschaften und wiederholte diese erstklassige Leistung 1920, 1921 und 1922. 1919 gewinnen sie im Doppelzweier, mit einer Sekunde Vorsprung, an der Zürcher Ruder-Regatta zum dritten Mal den Herausforderungspreis. Anlässlich der europäischen Regatta in Amsterdam wurde ihnen die europäische Meisterschaft durch unkorrekten Richterspruch nicht anerkannt. Dafür gewannen die Bieler 1922 in Barcelona im Doppelzweier die Europameister. 1923 erreichten die Brüder für den Seeclub Biel in Luzern an der internationalen Regatta im Senior-Vierer und im Senior-Achter zwei Siege. 1925 konnten sie in Prag mit dem Achter «Seebutz» den Europameistertitel hohlen. 1926 gewannen sie in Luzern die Silbermedaille.
«Du bist nun olympischer Sieger. Was darfst du dir darauf einbilden? - Nichts.
Habe deine stille Freude daran und bleibe bescheiden.»
Hans Schöchlin [14]
Die Olympiasieger 1928 von links nach rechts: Hans Schöchlin, der 14-jährige Steuermann Hans Bourquin auf den Schultern seines Vaters und Karl Schöchlin. Foto: Wikipedia
Grösster Erfolg war die von Königin Wilhelmine überreichte Goldmedaille zum Sieg im Zweier mit Steuermann an den Olympischen Spielen 1928 in
Amsterdam.[3] Die Presse urteilte damals: «Die Gebrüder Schöchlin vom Seeclub Biel
sind schon ältere Ruderer, ihre Höchstform ist wohl auch eher schon vorüber, doch haben sie in einem prächtigen Spurt noch eine Weltmeisterschaft geholt.»[15] Am 15. August 1928 trafen die Sieger mit ihrem 14 Jahre alten Steuermann Hans Bourquin
(1914-1998) in Biel ein. Ein überwältigender Empfang mit tausenden von Leuten und die Klänge der Stadtmusik erwartete sie bereits am Bahnhof. Die Schöchlins brachten der Stadt Biel den ersten
internationalen Sieg. Hans Schöchlin bedankte sich bei seinen Sportfreunden, dem Verein, den Behörden und der ganzen Bevölkerung.
1930 gewannen die Schöchlin-Brüder an der Europaweltmeisterschaft in Lüttich zusammen mit Paul Kaeser und Hans Niklaus Silber den 2. Platz im Vierer. 1931 erhielt das gleiche Team mit Steuermann Antoine Mambretti die Bronzemedaille.
1932 zog Hans Schöchlin als Olympiasieger ins Olympische Komitee ein, als er den zurückgetretenen Rico Fioroni ersetzte. Im Bieler Verlag Ernst Kuhn erschien 1936 Schöchlins philosophisches Buch «Geist und Sport». 1938 hielt er im Hotel de la Gare einen Vortrag zum Thema «Sport und Erziehung» und stellte fest: «Der Einzelwettkampf gleicht der Wettertanne, die frei am Berghang steht. Sie hat Licht, Luft, Sonne und Raum ganz für sich. Der Mannschaftssport gleicht der Tanne im Wald, sie teilt Licht, Luft, Sonne und Nahrung mit andern. Sie ist nicht Einzelerscheinung, sondern Teil eines Ganzen. Welche Vorteile würde es für unsere Gesellschaft bedeuten, wenn wir einsehen lernten, dass nicht jeder eine Wettertanne sein kann.» 1944 nahm er in Lausanne am «Kongress für Sportpsychologie» teil. Sein Grundsatz, sich nie ohne gründliche Vorbereitungen auf einen Wettkampf einzulassen, wollte er von allen ernsthaften Wettkämpfern befolgt wissen.
Die schönsten Rudererfolge der Brüder Schöchlin: [30 / 8]
JAHR
1918
1920
1921
1921
1921
1922
1922
1923
1923
1924
1924
1925
1925
1925
1925
1926
1926
1927
1927
1928
1928
1928
1929
1930
1930
1930
1930
ORT
Zürich
Luzern
Neuchâtel
Neuchâtel
Neuchâtel
Bern
Barcelona
Lausanne
Villa D'Este
Interlaken
-
Zürich
Grandson
Grandson
Prag
Zug
Luzern
Genève
Como
Thun
Thun
Amsterdam
Lugano
Zürich
Zürich
Zürich
Lüttich
BOOTSGATTUNG
Schweizer Meister im Doppelzweier ohne Steuermann
Schweizer Meister in der Vierer-Yole mit Steuermann
Schweizer Meister im Doppelzweier ohne Steuermann
Schweizer Meister in der Vierer-Yole mit Steuermann
Schweizer Meister in der Achter-Yole mit Steuermann
Schweizer Meister im Doppelzweier ohne Steuermann
Europameister im Doppelzweier ohne Steuermann
Schweizer Meister in der Achter-Yole mit Steuermann
Zweiter in der Europameisterschaft in der Achter-Yole
Schweizer Meister in der Achter-Yole mit Steuermann
Zweiter in der Europameisterschaft in der Achter-Yole
1. Preis. Vierer-Yole mit Steuermann
Schweizer Meister in der Achter-Yole mit Steuermann
Schweizer Meister in der Vierer-Yole mit Steuermann
Europameister in der Achter-Yole mit Steuermann
Schweizer Meister in der Vierer-Yole mit Steuermann
Zweiter in der Europameisterschaft im Vierer mit St.
Schweizer Meister in der Vierer-Yole mit Steuermann
Zweiter in der Europameisterschaft im Vierer mit St.
Schweizer Meister im Zweier ohne Steuermann
Schweizer Meister im Zweier mit Steuermann
Olympiasieger im Zweier mit Steuermann
Schweizer Meister in der Vierer-Yole ohne Steuermann
Schweizer Meister in der Vierer-Yole mit Steuermann
Schweizer Meister in der Vierer-Yole ohne Steuermann
Schweizer Meister in der Achter-Yole mit Steuermann
Zweiter der Europameisterschaft im Vierer ohne St.
ZEIT
7:26
7:34
7:38
8:28
6:55
7:20
8:09
6:46
-
7:13
-
7:21
6:38
7:17
5:41
7:10
7:31
7:14
-
8:24
9:21
7:42
7:20
7:21
7:23
7:05
-
Impressionen aus der Sanmmlung vom Seeclub Biel
Soldat
1917 wurde Schöchlin zum Leutnant der fahrenden Mitrailleur-Kompanie befördert. Während den beiden Weltkriegen war er zum Grenzschutz aufgeboten. Als Infanteriehauptmann schloss er seine militärische Karriere ab.[2] An den Bataillonstagungen des 1938 aus Infanteristen der Amtsbezirke Biel, Nidau und Büren gegründeten Ter Bat 168 hielt Hauptmann Schöchlin gerne Ansprachen. Eine eindrückliche Erinnerung während seiner Aktivzeit war der Fahneneid beim Zeughaus Biel. Von 1939 bis 1945 leistete das Bataillon 559 Diensttage.[6]
Lehrer am Kantonalen Technikum Biel von 1920 bis 1932
1920 wurde Diplom-Architekt Schöchlin von der Regierung zum Lehrer für Zeichenunterricht an die Bau- und Kunstgewerbeschule des Technikums (KTB) gewählt. 12 ½ Jahre
gab er neben dem Zeichnen auch Unterricht in Kunstgeschichte. Besonders schätzte er die Kunstgewerbliche Abteilung. Neben gründlichem Zeichenunterricht und guter Allgemeinbildung waren
Plakatkunst und Schaufensterkunst die Hauptziele dieser Abteilung, die sich damit zielbewusst in den Dienst von Handel und Gewerbe stellte. An der Kunstgewerblichen Abteilung begann Schöchlin
1927 einen öffentlichen Kurs über die Kunstgeschichte des Altertums zu leiten. Er behandelte jeweils Dienstagabend während zehn Wochen, die Architektur, Plastik, Malerei und das Kunstgewerbe der
orientalischen Völker, der Ägypter und Römer. Der Kurs fand seine Fortsetzung an späteren Winterkursen mit dem Übergang in die neuere Kunstgeschichte. Im Winter 1929 führten Schöchlin zusammen
mit Grupp eine Reihe von Spezialkursen für die Kunstgewerbliche Abteilung durch: Den Dekorations- und Flachmalern wurde Gelegenheit geboten, sich in Farbenlehre und Materialkunde weiterzubilden,
den Ladeninhabern und Kaufleuten stand ein Kurs für Schaufensterdekoration offen. Neben seiner Lehrertätigkeiten blieb er seinem Beruf als praktischer Architekt treu und erstellte eine ganze
Reihe von Ferienhäusern in der Nähe von Twann.
«Die Qualität einer technischen Schule hat ihren Massstab nicht in der Quantität
diplomierter Schüler, sondern in der Quantität des vermittelten Wissens und Könnens,
der entwickelten Talente und der Förderung geistiger Fähigkeiten und sittlicher Werte.»
Hans Schöchlin, Technikumsdirektor
Direktor am Kantonalen Technikum von 1932 bis 1958
Am 6. September 1932 wurde Schöchlin zum Direktor dieser höheren technischen Lehranstalt berufen. Zu diesem Zeitpunkt bestand das eigentliche Technikum aus den Abteilungen, Maschinentechnik, Elektronik und Bautechnik. Dazu kamen die angegliederten Fachschulen: Schule für Kleinmechanik, Uhrmacherschule, Kunstgewerbeschule, Eisenbahnschule, Postschule und Schule für Automobiltechnik. Sein Amt trat er in einer Zeit an, in der die Stadt Biel an grosser Arbeitslosigkeit zu leiden hatte. Die Fabriken standen teilweise still. Besonders betroffen war die Uhrenindustrie. Am Dezember veranstaltete das Kantonale Technikum eine Wohltätigkeits-Veranstaltung zugunsten der Arbeitslosen. In der Hoffnung auf einen alternativen Job liessen sie sich an den Fachhochschulen umschulen und am Technikum in zusätzlichen Kursen ausbilden. Die Uhrmacherschule betätigte sich in praktischer Arbeitslosenfürsorge mit Kursen von 6 Wochen Dauer.
Im Jahresbericht 1933 stellte Schöchlin in seinem Artikel «Krise und Schule» und fest: «Die Schulen sind nicht nur voll besetzt, sondern weit über das Zulässige hinaus überfüllt.» Dabei stellte er sich die Frage: «Darf die technische Schule ihre Klassen masslos überfüllen, nur um Leute zu beschäftigen, die gerade nichts Günstigeres für ihre Laufbahn erkennen als einen technischen Beruf, ganz unbekümmert, ob sie das geistige Rüstzeug und die nötigen Fähigkeiten und Talente dazu haben?» 1934 entschloss sich Schöchlin zu einer strengeren Auswahl und es mussten ein Drittel der Kandidaten abgewiesen werden. Schöchlin: «Eine sorgfältige Ausbildung kann nur bei beschränkter Schülerzahl gewährleistet werden.» Das Konzept ging auf, und das Technikum bildete eine grosse Anzahl zuverlässige Schüler/innen aus. Einen ersten Erfolg verzeichnete die Kunstgewerbliche Abteilung, als an einem Plakat-Wettbewerb der «Bieler-Woche» drei Entwürfe prämiert wurden. Sie erhielten zur grossen Überraschung den 1., 2. und 3. Preis. Schöchlins Tätigkeitsbereich als Direktor war äusserst vielschichtig. Der gelernte Architekt hielt 1933 erstmals eine Grabrede für den verstorbenen Lehrer Alfred Jeanmaire, was ihn tief bewegte.
In Jahresbericht 1934 referierte Schöchlin über «Techniker und Zweisprachigkeit» und stellte fest: «Das Kantonale Technikum Biel ist die einzige technische Mittelschule mit zweisprachigem Unterricht. Für Techniker hat die Zweisprachigkeit nur Vorteile. Ein grosser Teil der Techniker wird durch unsere Export-Industrie, durch Gewerbe und Handel als Verkaufs-Ingenieur verwendet. Sie werden als Vertreter, Vermittler und Verkäufer in andere Länder geschickt. Dabei spielen die Sprachkenntnisse eine ebenso wichtige Rolle, wie die rein beruflichen Fähigkeiten. Und wie wird der zweisprachige Unterricht durchgeführt? Der Unterricht in den technischen Fächern besteht zum grossen Teil im Vorzeichnen, Konstruieren und Demonstrieren an der Wandtafel. Während der Lehrer den Deutschsprechenden erklärt, zeichnen die Französischsprechenden und umgekehrt. Diese Art des Unterrichts bedeutet für den Lehrer eine Mehrbelastung, da die Beherrschung der Fachausdrücke in zwei Sprachen viel Arbeit und Zeit braucht. Der Schüler hat jedoch den Vorteil, sämtliche Fachausdrücke notieren und erlernen zu können.»
1934 bis 1936 gab das Technikum Kurse für arbeitslose Uhrmacher. 83 Arbeitslose wurden in der Uhrmacherschule umgelernt oder weiter ausgebildet. Von diesen konnten
90 % wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Neben den Kursen in den Technikumswerkstätten organisierten die Lehrer der Uhrmacherschule in leeren Uhrenfabriken Weiterbildungskurse für
etwa 150 arbeitslose Uhrenmacher. In den darauffolgenden Kriegsjahren herrschte beim Technikum ein ausserordentlicher Schülerandrang, ganz besonders bei den Maschinen- und Elektrotechnikern.
Allerdings entstanden durch die häufigen Militärdienstleistungen der Lehrer und Schüler grosse Lücken in der Ausbildung. Schöchlin baute in der Nachkriegszeit die Schule zielbewusst aus und
zeigte sich neuen Erkenntnissen gegenüber aufgeschlossen. Bestes Beispiel ist die Gründung der Holzfachschule. [1]
Am 11. Dezember 1952 wurde als neunte Technikumsabteilung nach 10 ½ Jahren Vorbereitungszeit die «Schweizerische Holzfachschule» (heute «Höhere Fachschule Holz Biel»), mit ihren 8 Gebäuden eingeweiht: Lehrgebäude, Verpflegungshaus, Platzwart- und Unterkunftshaus, Sägereihalle, thermische Zentrale, Zurichterei-, Schärferei- und Maschinenhalle. Das Unterrichtsprogramm verzeichnete Weiterbildungskurse (keine Lehrzeit) für Säger, Schreiner, Zimmerleute und Forstpersonal. Die Holzfachschule war eine Bildungsstätte zwischen Gewerbeschule und einem Technikum.
Hans Schöchlin bezeichnete die Eröffnung dieser Schule als seinen schönsten Erfolg. Anfang der 40er Jahre zeichneten sich in der Holzwirtschaft immer deutlicher die
Notwendigkeit ab, den in diesen Bereichen tätigen Fachleuten eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen und damit dem Werkstoff Holz den ihm gebührenden Platz als Rohstoff und Baumaterial zu
geben. [10] Bereits 1942 prüfte Schöchlin die Angliederung einer solchen Schule an das Kantonale Technikum Biel. Ein Jahr später richtete er ein Gesuch an die Gemeinde Biel zur Überlassung
des notwendigen Terrains.
Von 1945 bis 1947 wurde die Beteiligung des Schweizerischen Zimmermeister- und des schweizerischen Schreinermeisterverbandes gesichert. 1949 beschloss der Grosse Rat des Kantons Bern einstimmig die Gründung und Garantierung einer schweizerischen Holzfachschule.[5] Schöchlin: «Nachdem das Bauland und der Baukredit von Fr. 1 730‘000.- gesichert waren, begangen die Bauarbeiten am 7. Mai 1951. Die Grundsteinlegung geschah am 7. Juni 1951 durch einen schlichten Akt. Eine Kupferkassette mit Dokumenten unserer Zeit wurde unter dem Eingang zum Lehrgebäude eingemauert. Am 17. August 1951 fand das Aufrichtefest nach gutem altem Zimmermannsbrauch statt. Der Innenausbau, mit den vielen Maschinen, Apparaten und Einrichtungen brauchte geraume Zeit.» Bis 1957 konnten bereits 1248 Holzfachleute in 98 Kursen ihr Fachwissen vertiefen, darunter auch Italiener, Österreicher, Franzosen, Belgier und Engländer. Durch den neusten Stand der Technik wandelten sich mit den Jahren Ausbildungskonzept und Name der Schule. Als Anerkennung für Schöchlins grossen Bemühungen um die Weiterbildung im schweizerischen Holzgewerbe ernannte ihn der «Schweizerische Holzindustrieverband» zu seinem Ehrenmitglied.[4]
1958 zog sich nach 38 Dienstjahren Hans Schöchlin vom Technikum in den Ruhestand zurück. Im Technikum-Jahresbericht verabschiedete er sich mit dem Artikel «Rücktritt vom Amt» und hoffte «dass die Schule mit ihren vielfältigen, grossen und schönen Aufgaben stets tüchtige Lehrer und zielbewusste Leiter finden möge, welche ihren Beruf als Berufung auffassen».
Freund der Bäume
Schöchlin war Präsident des Holzproduzentenverbandes Biel-Seeland und Südjura. Mit welchem Verantwortungsgefühl er dieses Amt auf sich nahm, geht am besten aus den Worten hervor, als er die Präsidentschaft seinem Nachfolger übergab: «Möge es meinen Nachfolgern gelingen, Interesse, Waldfreundlichkeit und Verantwortungsbewusstsein zu erhalten, zu stärken und zu vertiefen. Möge bei allen Gemeinden unseres Verbandes die Erkenntnis wach bleiben, dass der Wald anvertrautes Heimatgut ist, dass wir Treuhänder sind und dass es später darauf ankommen wird, in welchem Zustand wir den Wald denen überlassen, die nach uns kommen werden.»
An der Weltausstellung 1937 in Paris fand er, ins Französische übersetzt, den Mahnruf des jugoslawischen Forstmeisters Josip Kozarac. Das «Gebet des Waldes». Er
übersetzte ihn mit bewundernswertem Einfühlungsvermögen ins Deutsche.[4] Anlässlich der Drei-Länder-Holztagung, die 1959 in Wien stattfand und zu der
sich Vertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treffen, wurde Schöchlin die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die Übergabe der Ehrenurkunde fand im Mozartsaal des Konzerthauses in Wien
statt. Sie wurde ihm in Anerkennung für die Förderung des Holzes als Architekt, langjähriger Präsident des Holzproduzentenverbandes Seeland und besonders für sein Verdienst an der Schaffung der
weit über die Landesgrenzen bekannten Holzfachschule, verliehen.[11]
Mitglied der Burgergemeinde Biel von 1924 bis 1952
Von 1924 bis 1952 stellte Hans Schöchlin seine Dienste der Burgergemeinde Biel zur Verfügung, zuerst als Burgerrat, von 1932 bis 1936 als Ratspräsident, danach für
kurze Zeit als Vizepräsident und nach dem Tod von Eduard
Amsler 1937 wieder als Ratspräsident.
Die Burgergemeinde bewirtschaftete 1270 ha Wald und vermochte jährlich 7000 Kubikmeter Holz zu erwirtschaften. Mit Landkäufen ersparte sie manch schönem Ort, das Schicksal der Überbauung. Schöchlin bereitete besonders Sorgen, dass die prekäre Lage auf dem Holzmarkt, dessen ungenügende Preise schwer auf die Einnahmen vom Holzverkauf lasteten, zu einem wachsenden Defizit der Burgergemeinde führte. Es brauchte nun eine innovative Lösung. 1940 wurde die Burgergemeinde modernisiert durch einen neu erstellten Holzlagerschopf mit Trocknungsanlage, in der eine Maschine vollständig mechanisch klein gespaltenes Gasholz herstellte. Das nach Plänen von Architekt Lanz erstellte Lagergebäude an der Reuchenettestrasse konnte 1200 Ster Holz aufnehmen, 660 Ster Gasholz abgegeben und sieben Holzgasastwagen mit einer Jahresleistung von 50‘000 Kilometer beliefern. 2005 wurde der Schopf abgerissen und an seine Stelle ein neuer Forstwerkhof erbaut. Am kantonalen Technikum richtete Schöchlin am November 1940 eine Versuchsstation für fortschrittliche Brennholzfeuerung ein, die bis März 1941 in Betrieb war. Die Anlage wurde von Forstleuten aus der ganzen Schweiz und insgesamt von 650 Personen besichtigt. [9]
Stadtrat von 1928 bis 1948
Hans Schöchlin gehörte zu den treuesten und zuverlässigsten Mitgliedern der Freisinnig-demokratischen Partei Biel. Die Bieler Stimmbürger wählten ihn 1928 auf Vorschlag der Freisinnigen in den Stadtrat, dem er während 20 Jahren angehörte. Von 1935 bis 1936 war er Stadtratspräsident. [1] An den Stadtratssitzungen setzte er sich für die Altstadt ein, als er vorschlägt, der Gemeinderat solle ein Alignement mit Bauvorschriften im Sinn des Heimatschutzes für die Altstadt aufstellen. Beim Umbau des städtischen Gaswerkes wurde seine Idee, eine Einrichtung anzubringen, welche die Abwärme nutzbar mache, um die Wirtschaftlichkeit des Werkes steigern könnte, einstimmig angenommen. Seine Motion «Aufnahme einer Arbeitsbeschaffungsmillion zur Milderung der Arbeitslosigkeit» wurde am 22. November 1938 gutgeheissen. Eine Herzensangelegenheit war für ihn der Bau vom Sportzentrum Magglingen. Er unterstützte dieses Projekt als Präsident des Vereins «Pro Stadion» mit einer Eingabe an den Stadtrat.
Förderer vom Nationales Sportzentrum Magglingen
Bereits 1858 hatte der Eidgenössische Turnverein (ETV) die Idee, eine Eidgenössische Turn- und Sportschule (ETS) zu schaffen. 1932 versuchte dies ebenfalls erfolglos
die Eidgenössische Turn- und Sportkommission (ETSK). Während des Zweiten Weltkriegs verfolgte der Bieler Major Ernst Hirt, Seminarturnlehrer in Aarau und technischer Leiter im Wehrsportkurs der
Armee, die Idee weiter. Zu diesem Zweck studierte er 1938 das bekannte Sportzentrum in Vierumäki, Finnland. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz brachte er die Idee nach dem Motto «Starke Jugend,
freies Volk» mit einem Plan ins Rollen und zeigte ihn der ETSK sowie dem Schweizerischen Landesverband für Leibesübungen (SLL). General Henri Guisan, Förderer des Sportes und vor 1939 Mitglied
des Internationalen Olympischen Komitees, unterstützte die Initiative, Jugendliche auf ihre bevorstehenden Dienstleistungen in der Armee in einem Vorkurs körperlich vorzubereiten. Guisan verfügte
1940 in seinem «Sportbefehl» Fitnessmassnahmen für zukünftige Solden.
Am 15. November 1941 macht die ETSK die Öffentlichkeit mit dem definitiven Plan bekannt, dem die Schaffung der ETS zugrunde lag. Nun galt es, die Idee in die entscheidenden Kreise der Politik zu tragen. Bundesrat Kobelt und Oberst A. Raduner führten verschiedene Kommissionen der Eidgenössischen Räte und den Ständerat nach Magglingen und trugen damit den Gründungsgedanken auf wichtige Gremien über. Unterdessen hatte der damalige Stadtpräsident von Biel, Nationalrat Guido Müller, mit dem Burgerratspräsident und Olympiasieger Hans Schöchlin, in Biel eine Welle der Begeisterung ausgelöst.[12]
Hans Brunner: «Architekt Hans Schöchlin war als Architekt, Präsident des Gemeinderates und ehemaliger Ruder-Olympiasieger prädestiniert, das Sportpublikum und andere Gruppen für die Realisierung dieses Projektes auf Bieler Boden zu gewinnen. Er selbst war kritisch und zurückhaltend, aber gerade deshalb wusste er zu überzeugen. Jeder spürte, dass die Sache, die er empfahl, vielfach geprüft und überdacht worden war. Was Guido Müller im Parlament gelang, gelang Hans Schöchlin in der Öffentlichkeit. Er rief alle örtlichen Turn- und Sportvereine zusammen und überzeugte sie von seiner Idee. Das Ergebnis war eine einstimmig beschlossene Resolution, die bei der Gemeindeabstimmung ihre Früchte trug. Dank Schöchlin entstand ein enger Kontakt mit der grössten Landbesitzerin Magglingens und der Gemeinde Biel, den man als Zusammenarbeit bezeichnen konnte.» [22]
1942 schuf man die «Eidgenössische Zentralstelle für Vorunterricht, Turn-, Sport und Schiesswesen» (EZV) und ernannte Ernst Hirt zum ersten Sektionschef für den
Vorunterricht. Ihm fiel damit die Aufgabe zu, nachdem das Volk eine Gesetzesvorlage über den obligatorischen Vorunterricht am 1. Dezember 1940 ablehnte, den Vorunterricht auf freiwilliger Basis
aufzubauen. Bereist 14 Tage nach seinem Amtsantritt führte Hirt in Magglingen die ersten Vorunterrichts-Leiterkurse durch.[17]
Ein von 30 Nationalräten mitunterzeichnetes Postulat von Nationalrat Müller aus Aarberg verhalf Hirts Idee auf politischer Ebene zum Durchbruch. Das Projekt zur Errichtung einer schweizerischen Turn- und Sportschule in Magglingen, begann am 30. September 1942 mit der Eingabe des Bieler Gemeinderates an den Bundesrat, resp. an das Militärdepartement.
Hans Schöchlin beantworte 1943 die Frage, warum sich Biel um die Erstellung der ETS in Magglingen beworben habe, wie folgt: «Ausgedehnte, gut eingerichtete Turn- und Sportplätze sowie ein grossangelegtes Seebad sind in Biel sprechende Zeugen einer sportfreundlichen Bevölkerung und verständnisvoller Einstellung der Behörden. Aus diesen Gegebenheiten erklärt sich das natürliche Interesse der Bieler an einem nationalen Turn- und Sportinstitut. Die Bieler Behörden bewerben sich um den Sitz der ETS, weil sie überzeugt sind, dass die örtlichen Verhältnisse in Magglingen den gestellten Anforderungen entsprechen.»
Die Wahl des Standorts sorgte für politische Diskussionen und für viel Aufsehen in der Öffentlichkeit. Es gab mehrere Bewerber, darunter Thun, Basel, Brunnen, Luzern, der Zugerberg, Neuchâtel und Biel. Die beiden letzteren kamen schliesslich in die engere Wahl. Um die Frage zu klären ob Chaumont oder Magglingen der Sitz des Institutes wurde, versammelten sich am Morgen des 25. November 1943 am Bahnhof von Neuchâtel 90 Personen. Zu den Anwesenden gehörten die Delegierten der Kantone, der Sportverbände, der Städte Biel und Neuenburg sowie die Vertreter der Presse Chaumont und Magglingen. Ausserdem Bundesrat Kobelt, General Guisan und mehrere hohe Offiziere. Biel entsandte Stadtratspräsident Jacobi, Stadtrat Hans Schöchlin, Villars und Baumgartner. General Guisan verliess die Gruppe im Lauf des Vormittags.
Auf dem Gipfel von Neuchâtels Hausberg Chaumont überraschte der Schnee die Teilnehmer. Im Anwesen Beau-Site erläuterte Major Hirt die Vorteile des Chaumont und führte die Gäste zu den Grundstücken und Immobilien, die für das nationale Turn- und Sportinstitut in Frage kommen würden. Während des Besuchs hatten drei Experten die Gelegenheit, sich zu den geologischen, klimatischen, medizinischen und architektonischen Bedingungen von Chaumont zu äussern. In Magglinen gaben sie dann ihre Meinung ab: Im Chaumont würde das Institut bereits Räumlichkeiten, Chalets und Anwesen finden, die nahe beieinander liegen. Schöne Grundstücke würden sich für die Schaffung von Sportplätzen eignen. Die Stadt Neuchâtel verpflichtete sich, die notwendigen Anschaffungen zu machen.
Doch den Experten bot das sonnigere Magglingen mehr Möglichkeiten. Da der Chaumont sehr bewohnt war, schien es dem Institut an Platz zu fehlen. Aus medizinischer Sicht war die Höhenlage von Magglingen günstiger als die vom Chaumont. Magglingen war zentraler gelegen, in der Nähe eines zweisprachigen Dorfes und des Bielersees, der sich besser zum Rudern eigne. Die Natur ist vielfältiger und die Entwicklungsmöglichkeiten grösser. Im Winter bot Magglingen bessere Gelegenheiten zum Skifahren. [24] Die Fachleute liessen erkennen, dass Magglingen den Vorzug über den Chaumont davontragen werde. Finanziell lohnte es sich ebenfalls: Die Stadt Biel hatte mit Unterstützung von Guido Müller und Hans Schöchlin Land aufgekauft und konnte es dem Bund mit tiefen Baurechtszinsen billiger abgeben.
Am 3. März 1944 wurde die Standortwahl entschieden. Die Bevorzugung Biels statt Neuenburgs führte zu einer unsachlichen Pressekampagne, auf die Hans Schöchlin als Präsident der 1939 gegründeten Vereinigung «Pro Stadion» (9700 Mitglieder) sofort reagierte. Er rief eine Versammlung ein, um den Vertretern der Gemeindebehörden und der Turn- und Sportvereine Gelegenheit zu einer Aussprache über die Eidg. Turn- und Sportschule in Magglingen zu geben. Stadtpräsident Guido Müller schilderte die Entstehungsgeschichte des Instituts. Über die Platzverhältnisse und baulichen Pläne orientierte der Bieler Stadtgeometer Felix Villars, wobei er unterstrich, dass das Landschaftsbild nicht die geringste Veränderung erfahren wird. Nachdem Major Ernst Hirt einige zusätzliche Auskünfte über Sinn und Zweck der ETS gegeben hatte, hiess die Versammlung der Resolution gut: «Pro Stadion Biel, als freie Vereinigung von 51 Turn-, Sport- und militärischen Vereinen der Stadt Biel, stellt sich geschlossen hinter die Eidg. Turn- und Sportschule in Magglingen.»
Magglingens Pionierwerk in der touristischen Erschliessung der Region war das 1877 eröffnete Grand Hotel. Der Dichter Robert Walser beschrieb es als «Kurhaus mit zahlreichen Zimmern, von wo man eine prima
Aussicht geniesst.» [16] Während des Zweiten Weltkrieges stand es praktisch leer. Ideale Voraussetzungen, um das ganze Projekt von da aus zu gründen und zu organisieren. Allerdings begann dieses
zukünftige Unterkunfts- und Schulgebäude allmählich zu verfallen und es wurde ihm notdürftig ein «face-liftig» verpasst. [19] Für den Verkehr leistete
die seit 1887 vorhandene Drahtseilbahn wertvolle Dienste.
Am 3. März 1944 genehmigte der Bundesrat den Standort Magglingen und die ETS nahm am 1. Juli 1947 den Betrieb auf. Das an den Bund abgetretene Kurhaus wurde zur Unterkunft für Sportler und Personal. Als Aufgabe des Institutes bezeichnete der Chef des Eidg. Militärdepartements, Bundesrat Dr. Kobelt die «turnerisch-sportliche Grundbildung verbunden mit theoretischer Ausbildung in Turn- und Sportpädagogik, Sporthygiene, Sportmedizin und Sportethik. Das nationale Institut soll nicht unter militärischer, sondern unter ziviler Leitung stehen. Den Leitern der Turn- und Sportverbände soll Gelegenheit geboten werden, sich die nötige Aus- und Weiterbildung im Institut zu holen. Für militärische Kurse kann eine militärische Leitung zugezogen werden.»
Zur Gestaltung der ETS fand 1944 ein vom eidgenössischen Militärdepartement eröffneter Ideenwettbewerb statt, an dem 23 Architektenfirmen teilnahmen. Hans Brunner: «Schöchlin war neben anderen führenden Sport- und Bauexperten Mitglied der Jury des Wettbewerbs und später der Baukommission. Er setzte sich hartnäckig für die Erhaltung der Landschaft ein. Da er solide Kenntnisse in diesem Bereich, Freude an Schönheit und Respekt vor der Natur in sich vereinte und seinen Standpunkt zu vertreten wusste, beeinflusste sein Beitrag die Struktur der Schule massgeblich.»[22] Damit die geplanten Bauten nicht das natürliche Landschaftsbild zerstörten, schufen Architekt Hans Schöchlin und Major Hirt präzise Richtlinien, von denen sich die Jury leiten liess. Darin stand: «Die Landschaft ist weitgehend zu schonen, grosse Landschafträume sind zu erhalten. Unnötiges Ausholzen muss abgelehnt werden. Die Combe à l'Eau ist der natürliche Platz für die Schwimmanlage. Das Kulturland und die Naturschönheiten der Prés Macolin bleiben erhalten. Das Gelände von Magglingen soll der Bevölkerung als Ausflugs- und Erholungsgebiet zur Verfügung stehen, ebenso der Skiweg Hohmatt La Combe-Maison Blanche.»[23]
Die Entwürfe mussten bis spätestens 31. Oktober 1944 eingereicht werden. Das neunköpfige Preisgericht setzte sich aus folgenden Herren zusammen: Oberst A. Raduner (Präsident), Major Hirt (Stellvertreter des Präsidenten), Dr. Paul Martin, die Architekten Hans Schöchlin, Hans Hofmann, Otto Pfister, Fernand Decker, Edmond Virieux und Joseph Kaufmann. Zur ersten Bau-Etappe gehören eine Sporthalle, Turnhalle, Nebenräume, Trainingslaufbahn, Laufwege, Turnplatz, Freischwimmbad, verschiedene Unterkünfte für Kurse, Instrukteure usw., Fussballfeld, Tennisanlage, Reitplatz, Übungsplätze für Schnellauf, Kugelstossen, Weitsprung, Hochsprung, Schwerathletik und Kleinkaliberschiessen, Wintersportanlage, Eisbahn und eine kleine finnische Sauna als Blockhäuschen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden schliesslich in der «Schweizerischen Bauzeitung» vom 13. Oktober 1945 veröffentlicht.[21] Durchsetzten konnte sich das Bauprojekt der Architekten Werner Schindler, Biel und Dr. Edy Rudolf Knupfer. Der anhand von Plänen und eines gross angelegten Modelles am Olympia-Architekturwettbewerb in London gezeigte Entwurf «Gesamtanlage Magglingen» gewann 1948 die silberne Medaille.
Die allererste Hausordnung der ETS gab die Anweisung:
Seien sie fröhlich. Doch nicht ausgelassen. Benehmen Sie sich überall einfach, freundlich und ihrer Kinderstube entsprechend.
Das Eternitdach ist kein Spazierweg. Es hält den Regen, doch nicht ihr Gewicht.
Feuchte Kleider hängen Sie so zum Trocknen auf, dass das Haus nicht wie eine Waschanstalt aussieht.
Können Sie ohne Zigaretten und Pfeife nicht restlos glücklich leben, tun sie sich keinen Zwang an.
Die Zimmer unserer weiblichen Gäste sind für Männer tabu.
Wasserhähne sind nicht nur zum Öffnen, sondern auch zum Zudrehen da.
Rasierklingen oder andere Abfälle nicht aus dem Fenster schmeissen. Fragen sie unseren Gärtner. [17]
Nachdem die erste Bauetappe 1948 abgeschlossen war, kamen in den folgenden Jahre neue Sportanlagen und Unterkunftsgebäude dazu, so etwa das Bärnerhus (1951),
Kampfsport- und Gymnastikpavillon (1954), die für die Fussballweltmeisterschaft 1954 erbauten Häuser Brésil I und II für die Brasilianer und das Schweizerhaus für die Nationalspieler. Besondere
Beachtung erhielt Magglingen in den 70er und 80er Jahren mit dem Hauptgebäude der Hochschule (1970), dem Bezug des Hans Schachenmann-Hauses (1971), das Waldhaus (1972), der Halle «End der Welt»
(1976) und der Jubiläumshalle für Kunstturner und Sportgymnastik (1982). In der 1987 erschienen Broschüre «Die ETS stellt sich vor» wird erwähnt: «Der Staat ist nicht allein Eigentümer der ETS.
Der grösste Teil der Anlagen liegt auf Boden, der von der Gemeinde Biel dem Bund zur Verfügung gestellt wurde. Der Schweizerische Landesverband für Sport (SLS), die vom Staat unabhängige
Dachorganisation der nationalen Turn- und Sportverbände, hat mit Sport-Toto-Geldern mehrere Einrichtungen finanziert. Die Bernische Arbeitsgemeinschaft der Turn- und Sportvereine stiftete ein
Unterkunftshaus für Jugendkurse, der Eidg. Turnverband (SVT) die Jubiläumshalle. Das Areal der ETS erstreckt sich auf drei Gemeinden (Leubringen, Biel und Lamboing), zwei Amtsbezirke (Biel und
Nidau) und zwei Burgergemeinden (Biel und Leubringen).» [18] Gebäude neueren Datums sind die Sport-Toto-Halle (1999) und das Unterkunftsgebäude Bellavista
(2003). Insgesamt verfügt Magglingen über 7 Sporthallen (Stand 2023).
Ab 1949 erfolgten Sportkurse für Offiziersschulen der leichten Truppen sowie der Verpflegungs-Offiziersschulen. Ab 1950 konnten Sportlehrer in freien Berufen ausgebildet werden. [13] Zu den populären Ausbildnern gehörte Jack Günthard, Vorturner der Nation. 1959 begann der erste zweijährige Studienlehrgang für Sportlehrerinnen und Sportlehrer. 1966 nahm das Forschungsinstitut seinen Betrieb auf. [18] Während Jahren fanden Kurse vom Jungschützenverein statt, indem sich die Schützen in ihren grünen Trainingsanzügen zu Leitern ausgebildeten. Die Schule formte sich mit dem kontinuierlichen Ausbau des Programms zum Bundesamt für Sport (Baspo) und zum Förderer von Turnen und Sport als Element der Kultur. Zu den grossen Veranstaltungen gehören u.a. die Leichtathletikhallenmeisterschaften und der Invalidensporttag. Höhepunkte waren die Besuche vom Bundesrat und am 12. September 1958 der Besuch vom griechischen Königspaar mit Kronprinz Konstantin und Prinzessin Sophie.
Bauetappen vom Nationalen Sportzentrum Magglingen
Mitbegründer der Genossenschaft Bieler Woche (BIWO)
Hans Schöchlin: «Die Jahre 1930 bis 1938 brachten eine schwere Wirtschaftskrise über unser Land. Sie traf unsere Stadt besonders hart, weil ihre Erwerbsquellen einseitig auf die Uhrenindustrie und ihre verwandten Gebiete ausgerichtet waren. Angesichts dieser Notlage schlossen sich einige beherzte Männer zusammen, um Mittel und Wege zu suchen, der Arbeitslosigkeit und dem Pessimismus aus eigener Kraft entgegenzuwirken. Das führte 1932 zur Gründung der Genossenschaft Bieler Woche.» Angeregt durch Kreise der Uhrenindustrie und begründet von Paul Brandt wurde 1933 und 1934 die BIWO als Industrie- und Gewerbeschau durchgeführt, mit Schöchlin als Präsident vom Bau- und Dekorationskomitee. Die abwechslungsreichen Erzeugnisse des Bieler Gewerbes fanden auf dem Areal und in den Turnhallen des Neumarkt-Schulhauses durch die Besucher vermehrt Absatz. Die BIWO wollte beweisen, dass Bielerware auch Qualitätsware ist. Die Ausstellerlisten wiesen für die beiden Jahre mehr als 400 Namen von Unternehmen und Verbänden auf. Teilnehmende der Lotterie hatten die Möglichkeit, ein einheimisches Produkt zu gewinnen. Von besonderem Interesse war die Kollektivschau der Uhrenindustrie mit ihren dazugehörigen Zweigen. Wie es für einen Grossanlass wie diesen üblich war, machten sich auch kritische Stimmen breit. Es grassierte die Meinung, die BIWO wolle der Mustermesse Konkurrenz machen. Das Kantonalen Technikum, in dem Schöchlin als Direktor tätig war, erwähnte im Jahresbericht 1933/34: «Die Kunstgewerbliche Abteilung verzeichnet einen schönen Erfolg, indem in einem Plakatwettbewerb für die BIWO 1933 von 29 Entwürfen die drei erstprämiierten aus dieser Abteilung stammen.»
BIWO-Altstadt-Bielerwoche
Vorgeschichte: Als Folge der hohen Teuerung waren jahrelang die Aussenrenovationen von Bauten in Biel nahezu unterblieben. Ein 1922 bewilligter eidgenössischer Kunstkredit in der Höhe von Fr. 300‘000.-, den Städte wie Basel, Bern, Zürich und St. Gallen in Anspruch nahen, könnte auch in Biel eine Veränderung bewirken. Im Bieler Tagblatt schilderte Autor A. B. in «Farbe im Stadtbild»: «Von Bedeutung wäre es, die Altstadt zu ihrem farbenfreudigen Kleid zu verhelfen, das sie einst besass. Die Gewöhnung an das trostlose Grau hat unser Auge für die Farbe abgestumpft. Dem Stadtbewohner mag es schwerfallen, sich eine Vorstellung zu machen von der Farbenfreundlichkeit unserer Städte im Mittelalter und in den späteren Zeiten bis gegen das 18. Jahrhundert. Jedes Bürgerhaus war farbig bemalt, ja selbst die Stadttore und Umwallungen waren in Farbe gesetzt. Die alte Stadt bot damals ein prächtiges Bild. Die Gemeinde sollte nun in Zusammenarbeit mit Hausbesitzern, Architekten und dem Malermeisterverband einen Wettbewerb unter unseren Künstlern veranstalten, zur Erlangung von Entwürfen für die durchzuführende Behandlung der Altstadt. Künstler Philipp Robert verdeutliche den hier geäusserten Gedanken mit neun Altstadtbildern, die in Postkartenform jedermann zugänglich sind.» [28] Aber erst 13 Jahre später sollte diese Idee durch Hans Schöchlin umgesetzt werden. Der triste, graue Eindruck, den die Altstadt machte, wurde durch Flecken und Risse an den Hausfassaden noch verstärkt. Hans Schöchlin: «Um die Jahrhundertwende wurden die farbigen Häuser der Altstadt fast ausnahmslos in Grau angestrichen. Die Fassaden erhielten einen glatten Verputz. Darauf wurde dreimal Ölfarbe gestrichen. So bekamen sie ein unangenehm speckig-glänziges Aussehen. Damit nicht genug, hatte der Maler den Naturstein, weisser oder gelber Jurakalk, auf Sockeln, Strebepfeilern, Gurten und Gesimsen, Tür und Fensterfassungen auch noch mit Ölfarbe überschmiert. Begründung: Schutz vor Verwitterung.» [27]
1935 hatte Schöchlin, als Präsident der BIWO-Baukommission, die Idee an Stelle der Gewerbeschau die Altstadt zu renovieren und damit dem erliegenden Baugewerbe,
besonders die Kleinhandwerker (Steinmetz, Maurer, Zimmermann, Schlosser, Maler) Verdienstmöglichkeit zu bringen. Durch ein Arbeits- und Finanzierungsplan und der Zusammenarbeit mit dem
Altstadtleist, insbesondere mit Leistpräsident Eduard Amsler und Cäsar Zimmer, konnte das Projekt verwirklicht werden. Schöchlin: «Bei den Verhandlungen leistete uns der Präsident des
Altstadtleistes ausgezeichnete Dienste. Diese Verhandlungen waren in vielen Fällen schwierig und langwierig. Misstrauen bildeten die Haupthindernisse, weil man in unserer materialistisch
eingestellten Zeit Mühe hat, zu glauben, dass es noch Leute gibt, die aus reiner Freude an einer schönen und gute Sache Zeit und Können hergeben, ohne irgendwie materiell daran interessiert zu
sein.»[26]
Mit dem Kapital von BIWO, Kanton Bern, Bund, Gemeinde Biel und den Hausbesitzern, die für Renovationskosten 50 % beisteuerten, erfolgte von 1935 bis 1936 in zwei Etappen die Umsetzung. Schöchlin: «Bei der Renovation wurden durch Steinhauer (der Beruf mit der höchsten Arbeitslosenquote) an den Fassaden die Ölfarbkrusten abgeschlagen, die Hausteine kunstgerecht neu bearbeitet und der Fassadenputz handwerksgerecht neu erstellt. Und statt wieder alles Grau in Grau zu tönen, hat man einen begabten Maler (Albert Büetschi) zugezogen und diesen herzhaft in seine Farbtöpfe greifen lassen. Er hatte seine Aufgabe wohlüberlegt und mit künstlerischem Geschmack ausgeführt. Seine Grundidee ist deutlich erkennbar: die Plätze, wo Licht und Sonne reichlich einfallen, sind in warmen Tönen in vielen Abstufungen vom hellen Ocker bis zum satten Braunrot gehalten. In den engen Gässchen, wo Licht und Sonne nur spärlich einfallen, hat er kühle Farben verwendet: grünlich bis bläulich in zahlreichen Abstufungen. Unsere engen Altstadt-Gässchen erscheinen seither heller, luftiger und weiter.» [27]
Als Technikumsdirektor freute es Schöchlin besonders, dass die Aushängeschilder von der Kunstgewerbeschule entworfen wurden. Schöchlin: «Im Technikum entwarfen die Schüler/innen hölzerne Firmen-Zeichen (Sinnbilder und Embleme), welche in einen Kranz aus Tannenreisig gefasst wurden. Sie symbolisierten die Tätigkeiten der Geschäfte. Später fertigte man die Sinnbilder in Eisen aus. Das brachte manchem Schlosser willkommene Arbeit.»
«Mit der Renovation ihrer Altstadt waren die Bieler die allerersten,
die bei Bund und Kanton Subventionen für Hochbauarbeiten auslösen konnten.»
Hans Schöchlin [26]
Der Abschluss der ersten Etappe 1935 bestand in einem grossen Altstadtfest. Im Freilichtspiel «Der Bieler Ring» spielte Isolde Milde, Schauspielerin des Stadttheaters, die Hauptrolle. Sie starb 1950 und verbrachte ihre letzten Lebensjahre im Altersheim Schlössli in Pieterlen. Unter Schöchlins Anweisungen wurde am 4. September 1935 die erste Altstadtchilbi durchgeführt. Schöchlin: «Die Chilbi war ein voller Erfolg. Alle Musik- und Gesangsvereine, alle Turn- und Sportvereine haben spontan und ohne jeglichen finanziellen Anspruch zugesagt. Die Altstadtchilbi beeinflusste nachhaltig, in Biel kam 1936 die erste Braderie.» 1936 konnte die Renovation mit der Ober- und Untergasse beendet werden.
BIWO Bielersee-Woche
1936 wurde die BIWO zur Bielersee-Woche ausgebaut. Hans Schöchlin: «Die Dörfer und Kleinstädte am See sollen, was die Häuserfassaden anbelangt, renoviert werden. Diese Arbeiten sind vorgesehen für Nidau, Tüscherz, Wingreis, Twann, Ligerz, Schafis, Neuenstadt und Erlach. Die farbige Behandlung unterscheidet sich zwischen der Stadt und den Dörfern, indem bei den Dörfern die landschaftliche Note berücksichtigt werden musste. Gleichzeitig werden Uferschutzarbeiten am See fertig gestellt. Das Seeufer wird dem Spaziergänger wieder erschlossen und öffentliche Badeplätze und gute Ländte-Anlagen geschaffen. Für alle diese Arbeiten stehen die notwendigen Mittel aus den Seva-Lotterien bereits zur Verfügung und die Gemeinden können durch diese Arbeiten ihre Arbeitslosen beschäftigen.»[25]
Am Plakatwettbewerb beteiligte sich wieder das Bieler Technikum. Diesmal waren die Arbeiten der kunstgewerblichen Abteilung so gelungen, dass das Preisgericht auf den ersten Preis verzichtete. Dafür wurden drei Preise im zweiten Rang ausgesprochen. Zu den Gewinnern gehörten die Schülerinnen Elsbeth Humbel und Yvonne Racine (Lengnau). Spannend fiel der literarische Wettbewerb der BIWO 1936 aus. Eingegangen waren 86 Gedichte und 26 Arbeiten in Prosa. Darunter «Zwäierläi Bräichi» vom Bieler Arnold Jaberg (1. Rang), «Der Seebutz» von Hans Schöchlins Frau Maria Schöchlin-Helbling (2. Rang), «Bieler Strandbad» vom Lengnauer Dichter Emil Schibli (3. Rang). An der BIWO waren nahezu 100 Handwerker und 400 Arbeiter beteiligt.
1938 lud der Basler Heimatschutz Hans Schöchlin zu einem Vortrag über die Bieler Altstadt ein. Die Basler Altstadt sollte mithilfe des Arbeitsrappen-Fonds saniert
werden. Schöchlin berichtete im Basler Stadthaus mit Lichtbildern über die Bieler Vorgehensweise, wobei er betone, das Schwierigste dabei war die Geldbeschaffung. [29] 1939 stellte die BIWO ihre Tätigkeiten ein. Die Altstadtchilbi wurde unter der Obhut vom Altstadtleist fortgesetzt.
Entstehung vom Bieler Altstadtleist-Archiv
Am 24. April 1977 erhielt Altstadtleist-Archivar Heinz Strobel einen Anruf von Ehrenmitglied Hans Schöchlin, mit der Bitte, er möge unverzüglich zu ihm nach Hause kommen. Dort angekommen berichtet Strobel: «Der schon lange pensionierte Schöchlin überreichte mir seine umfangreichen BIWO-Akten in der Hoffnung, diese nicht sofort verschwinden zu lassen. Ich versprach ihm, dass sie beim Leist sicher aufbewahrt werden. Aus seinen Unterlagen erstellte ich daraufhin zwei umfangreiche, geordnete Ordner und zeigte sie ihm. Er war sehr zufrieden. Mit der systematischen Aufbewahrung dieser Akten war das Altstadtleist-Archiv geboren.» Doch wieso erhielt gerade der Altstadtleist und nicht etwa das Stadtarchiv diese Zeitdokumente? Schöchlin: «Leistpräsident Fritz Schänzli und seine Mitarbeiter setzten sich unermüdlich über Jahre hinweg für die Interessen der Altstadt ein und trugen zu ihr Sorge. Und das, ohne Zeit, Mühe und Arbeit in Rechnung zu stellen.» 1967 führte der Leist anlässlich der Altstadtchilbi in der «Alten Krone» eine Kunstausstellung durch, in der Schöchlin sein Buch «Wanderung durch die Bieler Altstadt» und die darin gezeigten 20 Originalbilder präsentierte.
Im Altstadtleist hängt das von Hans Schöchlin erhaltenes Foto «Der Kesselflicker auf dem Rosius-Platz Biel» von 1898/99.
32 Jahre Vorstandsmitglied vom Verein Seeuferschutz
Ziel und Zweck dieses Vereins erläuterte ihr Mitbegründer und Sekretär Schöchlin im Bieler Jahrbuch 1935: «Am Bielersee wurden in kurzer Zeit und in grosser Anzahl Strandparzellen gekauft. Wochenend-Häuschen schossen wie Pilze aus dem Boden. Die Preise stiegen in kürzester Zeit um das Vier- bis Zehnfache. Die Wochenend-Mode und Spekulation rief den Bielerseeschutz auf den Plan. Die Gemeinde trat dem Problem mit Landkäufen entgegen und konnte damit öffentliche Anlagen schaffen. Der Bielerseeschutz bezweckt die Erhaltung des Landschaftsbildes am Bielersee und seiner Ufer. Zu den Hauptprojekten zählen Strandwege für Fussgänger, öffentliche Strand-, Bade-, Spiel- und Bootanlageplätze, Reservate, Aussichtspunkte, ein Rebenzonenschutz und Baureglemente.» Schöchlin führte als Fachmann insgesamt weit über tausend Baubegutachtungen aus.[2]
Verkehrs- und Verschönerungsverein Biel und Umgebung
Im Verkehrsverein hatte Schöchlin während 20 Jahren ein Vorstandsmandat und war 1937 bis 1946 deren Präsident. Eine wichtige Aufgabe des Vereins war Werbung für die Stadt Biel durch Plakate, Prospekte und Broschüren. Zu diesem Zweck brachte Schöchlin die Bücher «Wanderung durch die Bieler Altstadt» (1966) und «Bielersee-Heimat» (1968) heraus. Letzteres entstand durch die Zusammenarbeit mit dem Verein Bielerseeschutz und zeigt die von Schöchlin im Laufe der Jahre entstandenen Kohlestift-Zeichnungen. Die Stimmung der Bilder wurde mit treffenden Zitaten von Dichtern untermalt. Schöchlin selbst verfasste ein poetisches Stück.
Kommissionsmitglied vom Bezirksspital Biel
In der Kommission des Bezirksspitals Biel (heute Spitalzentrum Biel) gehörte Hans Schöchlin während 18 Jahren zu den aktivsten Mitgliedern.[1] Er hatte während dieser Zeit in den Baukommissionen für den Westanbau, für das erste Schwesternhaus und für die Pflegerinnenschule massgebend mitgearbeitet. Als 1960 der Bauausschuss für den Gesamtausbau des Spitals neu ernannt wurde, übernahm er dessen Präsidium. 1963 trat er aus Altergründen zurück.[7]
Kulturpreisträger
Für das Projekt der Altstadtrenovation, der Förderung der Kunst als Zeichenlehrer, den Beiträgen zur Verschönerung Biels und Umgebung und dem illustrierten Führer «Wanderung durch die Bieler Altstadt», verlieh die Stadt Biel am 17. 1. 1967 an Hans Schöchlin den Kulturpreis 1966. Er nahm ihn am 18. Februar 1947 entgegen.
Familienleben
Das Leben von Hans Schöchlin war geprägt durch einen ausgesprochenen Familiensinn. In Verehrung sprach er stets von seiner im hohen Alter verstorbenen Mutter. Seiner Ehe mit der Pfarrerstochter Maria Bertha Helbling (1902-1948) aus Nidau entsprossen vier Kinder. Als seine Frau einem schweren Leiden erlag, bedeutete dies für Hans Schöchlin einen Schlag, von dem er sich nur langsam erholte. In der Bieler Sekundärlehrerin Emma Margaritha Schweizer, aus Lauterbrunnen, fand er 1951 eine verständnisvolle zweite Gattin. Eine zahlreiche Enkelschar bildete die besondere Freude des Grossvaters. [1] Hans Schöchlin starb am 3. 6. 1978.
Philipp Wilhelm K
Quellen/Sources: 1) Fritz Stähli (ehemaliger Stadtpräsident), «Hans Schöchlin alt Technikumsdirektor zum Gedenken» in Der Bund, Bern, 9. 6. 1978, S. 33; 2) Werner
Bourquin, «Hans Schöchlin, alt Technikumsdirektor» in Bieler Tagblatt, Biel, 7. 6. 1978, S. 3; - 3) Werner und Marcus Bourquin, Biel Stadtgeschichtliches Lexikon, Büro Cortesi, Biel 1999, S.
370f); - 4) Fritz Stähli, «Hans Schöchlin» in Neues Bieler Jahrbuch 1978, Biel 1978, S. 126ff; - 5) ann, «20 Jahre Schweizerische Holzfachschule»
in Bieler Tagblatt, Biel, 22. 5. 1973, S. 6; - 6) J. L., «Bataillonstag Ter Bat 168 1939-1945» in Bieler Tagblatt, Biel, 29. 10. 1974, S. 15; - 7) Kl, «Aus dem
Bezirksspital Biel», Bieler Tagblatt, Biel, 28. 12. 1963, S. 3; - 8) «Die Bieler Hans und Karl Schöchlin Olympiasieger im Zweier» in Bieler Tagblatt, Biel, 28. 9. 1968, S. 16f; - 9) «Die
Burgergemeinde Biel» in Der Bund, Bern, 25. 12. 1940, S. 3; - 10) 1952-1992, Schweizerische Ingenieur- und Technikerschule für die Holzwirtschaft (SISH) Biel, Biel, 1992, S. 4: - 11) «Ehrung von
alt Technikums-Direktor Hans Schöchlin» in Bieler Tagblatt, Biel, 25. 6. 1959, S. 3; - 12) Ernst Hirt, F. Stähli, Dr. H. Steinegger, «25 Jahre Turn- und Sportschule Magglingen» in Jugend und
Sport, Nr. 3, Biel, 1969, S. 3ff; - 13) Roland Hug, «Magglingen - Zentrum der Leibeserziehung» in Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 19. 10. 1957, S. 19; - 14) Hans Schöchlin, Geist und Sport, Biel
1936, S. 22ff; - 15) «Die olympischen Spiele» in Die Berner Woche in Wort und Bild, Nr. 33, Bern, 1928; - 16) Robert Walser, Die Stadt, 1932 - 17) Lutz Eichenberger, Die Eidgenössische
Sportschule Magglingen 1944-1994: 50 Jahre im Dienst der Sportförderung, Biel, 1994, S. 51ff; Sammlung Sportmediathek BASPO; - 18) Die ETS stellt sich vor: Eidgenössische Turn- und Sportschule
Magglingen, 3. überarbeitete Fassung, Magglingen, 1987, S. 2ff, Sammlung Sportmediathek BASPO; 19) Arnold Kock, Jubiläumsschrift 50 Jahre Eidg. Sportschule Magglingen: Ansprachen - Pressexte,
Magglingen 1994, S. 2ff, Sammlung Sportmediathek BASPO; - 21) Ideen-Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen über die Gestaltung einer eidgenössischen Turn- und Sportschule in Magglingen-Biel,
1944, S.1ff, Sammlung Sportmediathek BASPO; 22) Hans Brunner, «Un quatuor méritoire» in Journal du Jura, Biel, 24. 6. 1969, S. 11; - 23) klp., «Pläne für die Magglinger Turn- und Sportschule» in
Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 26. 3. 1945, S. 13; - 24) «Où sera placé l'Institut national de gymnastique et de sport? Macolin, Chaumont ?» in Journal du Jura, 26. 11. 1943, S. 3; - 25) «Ligerz
und die Bielersee-Woche» in Bieler Tagblatt, Biel, 6. 3. 1936, S. 2: - 26) Hans Schöchlin, «Bieler-Woche 1935 und Bielersee-Woche 1936» in Bieler Tagblatt, Biel, 12. 12. 1936, S. 4; - 27) Hans
Schöchlin, «Alt-Biel» in Der Bund, Bern, 22. 1. 1953, S. 11; - 28) A. B., «Die Farbe im Stadtbild» in Bieler Tagblatt, Biel, 16. 8. 1922, S. 3; - 29) «Biel als Beispiel der Altstadtpflege» in
Bieler Tagblatt, Biel, 15. 6. 1938, S. 1; 30) Ehrentafel der Meisterschaftsruderer, Seeclub Biel.
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