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Saisonrückblick
Die Hallen-Europameisterschaften in Belgrad sowie die Weltmeisterschaften in London bildeten die Höhepunkte der diesjährigen Leichtathletik-Saison. Nach der erfolgreichen Titelverteidigung in der Halle lief es Selina im Freien nicht wunschgemäss.
Das Leichtathletik-Jahr 2017 begann mit einem Paukenschlag. Nach guten Rennen über 400 und 800 Meter gelang es Selina anlässlich der Hallen-EM in Belgrad ihren Titel zu verteidigen. In einem dramatischen Finale setzte sich die Toggenburgerin mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung gegen die Britin Shelayna Oskan-Clarke durch. Mit 2:00.28 Minuten verbesserte sie den Schweizer Rekord von Regula Zürcher aus dem Jahr 1997 um 52 Hundertstelsekunden. Weniger gut gelang der Einstieg im Freien. Am Läufermeeting in Pliezhausen erwischte Selina nicht ihren besten Tag und musste sich mit der für sie unbefriedigenden Zeit von 1:28.81 und Rang drei zufrieden geben. Umso überraschender, dass sie bereits im ersten 800-Meter-Rennen der Saison, welches sie am berühmten «Prefontaine Classic» in Eugene bestritt, die Zwei-Minuten-Grenze knacken konnte. «So gut bin ich noch nie in die Saison eingestiegen. Im Vorjahr blieb ich erst im August unter zwei Minuten, was mich für den weiteren Verlauf sehr zuversichtlich stimmte.» Auch über 400 Meter deutetet sie ihre gute Form an. Am Susanne Meier Memorial steigerte sie ihre Bestzeit um eine halbe Sekunde auf 53.53 Sekunden.
Podestplatz in der Diamond League und 400-Meter-Bestzeit
Am Diamond-League-Meeting in Stockholm schaffte Selina in 1.59.66 Minuten als Drittplatzierte den Sprung aufs Podest. Erst einmal – im Jahr 2015 als sie mit 1:57.95 Minuten Bestzeit und Schweizer Rekord lief – war ihr dies zuvor gelungen. An der Team-EM in Vaasa (Finnland) trug Selina mit ihrem zweiten Rang über 800 Meter und dem dritten Rang mit der 4x400-Meter-Staffel einen wesentlichen Teil zum historischen Aufstieg des Schweizer Teams in die Super League bei. An der Athletissima in Lausanne erwischte Selina keinen guten Tag. Nach schnellem Beginn brach sie auf der Zielgeraden ein und musste mit Rang zehn vorliebnehmen. In 1:59.77 Minuten blieb sie dennoch unter zwei Minuten. Am internationalen Meeting Galà dei Castelli in Bellinzona setzte sich Selina in einem unrhythmischen Rennen gegen die gesamte Konkurrenz in 1:59.85 Minuten durch. Die Schweizermeisterschaften im Zürcher Letzigrundstadion bildeten die Hauptprobe für die Weltmeisterschaften in London. Bereits im Vorlauf konnte Selina ihre 400-Meter-Bestzeit auf 53.29 Sekunden senken. Im Final konnte sie sich noch eimal steigern und gewann in 52.97 Sekunden die Silbermedaille – ein geglückter Test für die bevorstehenden Titelkämpfe in London.
WM-Final um 38 Hundertstel verpasst
Doch unglücklicherweise erkältete sich Selina an der SM stark und musste mehrere Tage aufs Training verzichten. Dementsprechend war sie an der WM nicht in Topform. Nach der direkten Halbfinalqualifikation verpasste sie den Finaleinzug als Gesamt-Elfte um 38 Hundertstelsekunden. «Ich war leer und habe mich auf den letzten Metern verkrampft.» Mit 1:59.85 – vier Zehntelssekunden über der Saisonbestzeit – verpasste sie den Finaleinzug um 38 Hundertstelsekunden. Das ist extrem schade. Die Finalqualifikation wäre möglich gewesen. Doch am Ende fehlte mir die Form.» Vor zwei Jahren in Peking hatten Selina sechs Hundertstelsekunden zum Finaleinzug gefehlt. In Rio waren es drei. «Schade, dass ich an diesen zwei Tagen nicht in Topform gewesen bin. Der Finaleinzug wäre wirklich möglich gewesen.» Zum Abschluss der Saison stand Selina in Birmingham und bei Weltklasse Zürich über 800 Meter im Einsatz und versuchte noch einmal all ihre Kräfte zu mobilisieren. In Birmingham lief sie in 2:01.32 auf den vierten Rang. In Zürich wurde das Diamond-Race-Final ausgetragen. Mit am Start waren fünf WM-Finalistinnen. In einem schnellen Rennen musste Selina zwar mit Rang acht Vorlieb nehmen, in 1:59.83 Minuten blieb sie jedoch ein weiteres Mal unter zwei Minuten.
Ziele 2018: Hallen-WM und EM
Insgesamt war die Saison 2017 extrem konstant – sechsmal lief Selina die 800 Meter unter zwei Minuten. Doch der Exploit blieb aus, sowohl zeitlich als auch an der WM in London. Höhepunkte waren die Verteidigung des EM-Titels in der Halle mit neuem Schweizer Rekord sowie die Verbesserung der 400-Meter-Bestzeit um über eine Sekunde. «Als ich in Topform war, fehlten mir die passenden Rennen für schnelle Zeiten. Für einmal gelang es mir nicht, beim Saisonhöhepunkt die bestmögliche Leistung abzurufen. Ich werde weitertrainieren und hart an mir arbeiten, um mir meinen grossen Traum von einem globalen Finale zu ermöglichen.» Nach einer dreiwöchigen Saisonpause, die Selina auf Sardinien und in den Schweizer Bergen genossen hat, befindet sie sich bereits im Aufbau für die neue Saison. Auch 2018 möchte sie an zwei Grossanlässen teilnehmen. Anfangs März lockt die Teilnahme an der Hallen-WM in Birmingham. Im August will Selina an den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin in Topform sein und um den Titel kämpfen. In den Wintermonaten wird sie an diversen Strassenläufen in der ganzen Schweiz starten. Im Oktober nimmt sie am Cross-Trainingslager des Schweizerischen Leichtathletikverbandes in Tenero teil. Kurz vor dem Jahreswechsel wird sie wie in den Vorjahren für gut zwei Wochen nach Portugal reisen und sich in Monte Gordo auf die Hallensaison vorbereiten.