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Die Stadt Kriens sieht im Bypass-Projekt die Chance, die gesamte Autobahn zwischen Sonnenberg- und Schlundtunnel zu überdachen. Wie der Bundesrat nun mitteilt, wird das die Realisierung des Bypass zwar nicht gefährden – doch die zusätzlichen Kosten einer Überdachung erachtet er als unverhältnismässig.
Für die Stadt Kriens ist es wohl fast ein Jahrhundertprojekt: Für das Bypass-Projekt auf der A2 hat die Stadt die Vision erarbeitet, den gesamten Abschnitt zwischen Sonnenberg und dem Tunnel «Schlund» einzuhausen (zentralplus berichtete). Durch diese Überdachung würden sich die angrenzenden Quartiere verändern, da sich die Gebiete nicht mehr von der lärmbelasteten Autobahn abwenden müssen. Zudem würde auf dem Dach der Autobahn zusätzlicher öffentlicher Grünraum entstehen.
Der Luzerner FDP-Nationalrat Peter Schilliger hält von dieser Maximalforderung aber wenig, weshalb er beim Bundesrat diesbezüglich eine Interpellation eingereichte. Darin erkundigte er sich über die Auswirkungen einer kompletten Überdachung auf das Gesamtprojekt Bypass. Unter anderem sah Schilliger durch die Krienser Vision gar die Realisierung des Projekts gefährdet (zentralplus berichtete).
Der Bundesrat hat nun zu den Fragen von Schilliger Stellung genommen. Die Stellungnahme wird den Luzerner Nationalrat nur bedingt beruhigen: «Die Projektarbeiten könnten grundsätzlich parallel zum bestehenden Projekt «Gesamtsystem Bypass Luzern» aufgenommen werden. Es ist aber wahrscheinlich, dass eine komplette Einhausung die Realisierung des «Gesamtsystem Bypass Luzern» zeitlich verzögern würde.» Die Realisierung des Projekts wird durch die Überdachung also nicht gefährdet, aber wohl verzögert.
Mehrkosten seien nicht gerechtfertigt
Aus der Stellungnahme des Bundesrats ist zudem zu entnehmen, dass dieser ähnlich wie Schilliger nicht allzu viel von der Vision aus Kriens hält. So schreibt er, dass sich die Lärmbelastung auf die umliegenden Quartiere durch die komplette Einhausung zwar reduzieren würde. Dies würde die geschätzten Mehrkosten von rund 540 Millionen Franken gegenüber dem bereits genehmigten Projekt ohne Überdachung jedoch nicht rechtfertigen. «Der Lärmpegel in den umliegenden Quartieren könnte mit einer vollständigen Eindeckung reduziert werden. Im Sinne des Umweltschutzrechts ist diese Massnahme jedoch nicht als wirtschaftlich tragbar zu betrachten, sodass die Mehrkosten nicht gerechtfertigt werden können.»
Für eine komplette Überdachung des Autobahnabschnitts würde es darum weitere Mittel vom Kanton sowie von den betroffenen Gemeinden benötigen. Ein vergleichbares Vorgehen wurde zum Beispiel bei der Einhausung Schwamendingen gewählt, wo sich der Bund an rund der Hälfte der Gesamtkosten des Projekts beteiligte und der Kanton und die Stadt Zürich für die restlichen Projektkosten aufkamen.