Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03611.jsonl.gz/402

Das Ehepaar Hedy und Arthur Hahnloser-Bühler hat zwischen 1907 und 1930 eine Sammlung mit Schweizer und französischer Kunst von aussergewöhnlicher Qualität aufgebaut. Ihre Stärke liegt in der Konzentration auf einen ausgewählten Kreis von Malern und Bildhauern, die zu den bedeutendsten Künstlern der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert zählen. Schwerpunkt bildet der Nachimpressionismus, insbesondere Künstler, die sich in ihrer Frühzeit «Nabis» nannten, und Maler, die zu der Gruppe der «Fauves» gehörten.
Die «Nabis», zu denen Pierre Bonnard, Maurice Denis, Kerr-Xavier Roussel, Félix Vallotton und Edouard Vuillard zählen, verstanden sich als Propheten einer neuen Malerei. Ihr gemeinsames Ziel war die Erneuerung der Kunst in Reaktion auf die an den Akademien gelehrte Imitation der Natur mit illusionistischen Mitteln. Die «Nabis»-Künstler liessen den Bildgegenstand in seiner Bedeutung hinter den rein bildnerischen Mitteln zurücktreten. Mit Linien, Flächen und Farben brachten sie die Wesenszüge der Dinge und ihre eigenen Emotionen zum Ausdruck.
Die 1905 an die Öffentlichkeit getretene Künstlergruppe der «Fauves», mit unter anderen Matisse, Marquet, Rouault und Manguin, liessen ihre Werke von der reinen, sinnlich leuchtenden Farbe leben, die in ihrer Flächenordnung den Ausdruck des Bildes bestimmt. Das Motiv interessierte die Künstler nicht so sehr in seiner Gegenständlichkeit, sondern mehr als Auslöser eines «choc», durch den die Inspiration zur Bildidee geweckt wurde.
Hedy und Arthur Hahnloser betteten die Werke dieser Künstler in das Umfeld der vorhergehenden Generation ein. Das Ehepaar war sich bewusst, dass sich die «Nabis» und die «Fauves» reiche Anregungen bei Gauguin, Cézanne und van Gogh geholt hatten, die als «Väter der Moderne» gelten. Besonders breiten Raum gewährten sie darüber hinaus Odilon Redon, den die «Nabis» als grosses Vorbild verehrten.
Hedy Hahnloser-Bühler (1873-1952), Tochter des Textilfabrikanten Karl Bühler-Blumer, heiratete 1898 den Augenarzt Arthur Hahnloser (1870-1936). Hedy Hahnloser fühlte sich zur französischen Kunst hingezogen. Von ihrem Ehemann tatkräftig unterstützt, förderte sie die damals noch wenig bekannten Vertreter des Nachimpressionismus und baute von 1907 bis 1930 die Sammlung Hahnloser auf.
Vallotton, Félix-Edouard
La Blanche et la Noire, 1913
Öl auf Leinwand
Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur / Foto: Reto Pedrini
Seit Ende April 2014 ist in der Villa Flora Winterthur der bisherige Ausstellungsbetrieb vorübergehend eingestellt.
Die bedeutenden Werke aus Winterthur werden nun auf einer Tournee in namhaften Museen Europas gezeigt.
Anstelle der Ausstellungen werden zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt.
Zudem besteht die Möglichkeit, in der Villa Flora für private und geschäftliche Anlässe Räume zu mieten.
Werden Sie Mitglied des Trägervereins Flora und unterstützen Sie damit das Bestreben zur Wiedereröffnung der Villa Flora!