Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03548.jsonl.gz/1695

« ZurückWeiter »
Band XXIX. No. 28.
11. Juli 1885.
Patentbericht.
543
Sägeblattes im Holze weiter laufen könne, ohne einen Schub auf das Blatt auszuüben, ist die von der Kurbelscheibe s mit verstellbarem Hube getriebene Pleuelstange a geschlitzt, kann also auf die zwischen festen Rollen r geführte untere Spindel u und das mit beweglichen Rollen zwischen Stangen f geführte
hl Querhaupt t nur ziehend wirken; die obere Spindel o wird von der Gummischnur g mittels Gleitstückes v emporgezogen. Um beide Spindeln uo und damit die Ebene des Sägeblattes gleichmässig zu drehen, sind die Spindeln in den Zapfen zweier Kegelräder prismatisch geführt, welche sammt den Rollen p durch das Handrad h und fünf Kegelräderpaare o gedreht werden.
Kl. 48. No. 31504. Motor mit Handdruckantrieb. A. Schmied, Zürich. Um Werkzeuge für Graveure, Optiker usw. oder kleine physikalische Instrumente in schnelle Umdrehung zu versetzen, verbindet man dieselben mit der Welle q und drückt dann die Zunge d des Hebels b ein- oder mehrmal in den hohlen Griff a. Dabei wird ein mittels Zahnbogens getriebenes kleines Rad, welches mit der Kurbelscheibe i fest auf der Welle sitzt, mittels der Bremsklötze k, die in dem losen Führungsstück o vorgeschoben werden, mit dem losen Rade n gekuppelt, also q durch p angetrieben, während beim Rückgange von d vermöge der Federe die Kupplung sich löst. 8 ist ein Schwungrad.
Kl. 46. No. 31128 (II. Zusatz zu 14129, vgl. I. Zusatz 18458, W. 1883 S. 15). Neuerung an geschlossenen Heissluftmaschinen. G.A. Buschbaum, Darmstadt. Innerhalb des oben hohlen Verdrängers c ist der Arbeitscylinder f und Kühlwasserbehälter H angebracht, in welch letzterem das Wasser durch ein doppelwandiges Rohr J möglichst kalt auf den
Fig:1.
Fro:2.
Kl. 13. No. 31373. Zusatz zu No. 11990. Kleindampferzeuger. G. Goepel und Fr.Reck, Schweinfurt a. M. Der Verdampfungskörper besteht aus gusseisernen Röhren C, die oben durch ein doppelringförmiges Kopfstück, unten durch kurze Kanäle mit einander in Verbindung stehen, und in welche die dünnen schmiedeisernen Röhren 1 und 2 eingehängt sind. Der frühere Blechmantel ist gleichfalls durch einen Kranz gusseiserner, durch Rippen verbundener Röhren b ersetzt, welche oben wie unten in je einen gemeinschaftlichen Ringkanal münden. Seitlich schliesst sich an b noch ein vom Abdampfe der Maschine durchströmter Vorwärmer an.
Kl. 20. No. 31327. Verschlussklappe für die Versenköffnung der Schiebefenster vom Eisenbahnwagen. G. D. Peters, Lon
don. Um den Zug und das Klappern zu vermeiden und zugleich an Raum zu sparen, läuft das Fenster b mit geringem Spielraum in den Falzen *a, und die durch Feder oder Gewicht getriebene, um Stift i drehbare und mit Rolle c versehene Klappe legt sich fest gegen das Fenster, fällt sogar in der gezeichneten höchsten Stellung unter dasselbe, eine Stütze gegen Herabsinken bildend und zugleich die Versenköffnung a verschliessend.
Kl. 20. No. 31340. Selbstthätiges Abschlussventil an Compound-Lokomotiven. A. v. Borries, Hannover.
Beie wird zum Anfahren dem grossen Cylinder frischer Dampf durch eine so geringe Oeffnung zugeführt, dass
mit beabsichtigter Druckverminderung bei b dem Schieberkasten desselben zuströmt, während die Klappe k den Rücktritt zu dem bei a angeschlossenen Receiver und damit zum kleinen Cylinder verhindert.
Nach einigen Hüben des kleinen Cylinders wird die Spannung bei a so gestiegen sein, dass sich k öffnet und mittels des Ventiles d die fernere Zuströmung frischen Dampfes bei e verhindert.
Kl. 38. No. 31505. Decoupirsäge. L. Bauer, Ehrenfeld. Damit die Maschine beim Festklemmen des
er
Boden gelangt, so dass die Arbeitsluft auf dem Wege von b nach f mit stetig kälter werdenden Wänden in Berührung kommt, und umgekebrt. Die Teile B De sind dieselben wie in 14129;
deutscher Ingenieure.
KI. 47. No. 31445.
No. 31445. Triebwerk für gewinkelte Wellen. K. Hofmann, Kaiserslautern. Um kleine Kräfte geräuschlos von der Welle a auf p zu übertragen, ist (statt der gebräuchlichen Kegelräder) auf a ein excentrischer Cylinder b mit schräg liegender (elliptischer) Nute e angebracht, deren Hub gleich dem von b, nur um 900 versetzt ist, wodurch der Pendelrahmen c mittels der Rolle f eine Kreisbewegung erhält. Der Zapfen i kann auch unter Fortfall der oberen centralen Lagerung parallel zu p in d gelagert werden, in welchem Falle die Achsen a und p in verschiedenen Ebenen liegen dürfen.
statt der dortigen Hubveränderung des Verdrängers wird derselbe jedoch vom Regulator in der nahezu höchsten Lage
abgefangen, indem die Regulatorstange s, Fig. 2, mittels Hakens E die Verdrängerschwinge no
fasst. Die Verdrängerkurbel schleift dann in d
einem Schlitz der zugehörigen Pleuelstange, so dass sie den Verdränger nur in ihrer tiefsten Lage jedesmal ein wenig lüftet, um den Regulator frei zu geben.
KI. 47. No. 31415, Treibriemenaufleger. Fr. Schulze, Berlin. Mittels der Backen a c und Schraube b wird der Aufleger an demjenigen Rande der Riemscheibe befestigt, neben welchem der Riemen lose auf der Welle liegt, darauf der Riemen über den Dorn d gelegt und die Scheibe angedreht. Für Deckenscheiben kann d auch kürzer ausgeführt werden.
Kl. 49. No. 31223. Planfrictionshammer. W. Hassel, Hagen i/W. Die zwischen den Rollen c geführte und mit dem schmiedeisernen Hammerbären B verbundene Holzstange b wird von den ebenen Reibungsscheiben a und al erfasst und in die Höhe gehoben, sobald letztere mittels der Hebel h und des Keiles ke an der Steuerstange s aus einander gedrückt werden; die Feder / zieht den Keil k beim Freilassen der Steuerstange, welche durch einen Tritt- oder Hand
a
Kl. 59. No. 31495. Neuerung an Rotationspumpen. Hofmann & Zinkeisen, Zwickau. Von den beiden gleich schnell umlaufenden Rädern hat das obere die Form einer Walze, welche eine Querwand und dieser gegenüber 2 Zahnlücken besitzt. Das untere Rad besteht aus einer Scheibe n, auf welcher parallel zur Welle w 2 Zähne z befestigt sind. Diese bewegen sich in einem ringförmigen Arbeitsraume k, welcher durch den Gehäusemantel g und den mit ihm fest verbundenen Cylinder C gebildet wird. Letzterer besitzt eine dem oberen Radmantel entsprechende Einbiegung, deren Länge etwas grösser ist, als die einer Zahnlücke des oberen Rades. Die Wellen der beiden Räder sind ausserhalb des Gehäuses mit gleich grossen Zahnrädern verbunden. Die Trennung des Saugund Druckraumes bewirkt der Mantel des oberen Rades, die Fortbewegung der Flüssigkeit übernimmt einer der Zähne z.
hebel hoch gehoben werden kann, zurück, während die Feder 1 die Scheiben a und at mit b ausser Eingriff bringt. Der Handhebel ist mit einem verschiebbaren Gewichte versehen, welches ein fortwährendes Heben des Bären B zur Folge hat; dabei ist die Stange bei ii ... ausgeschnitten, um dieselbe zwischen den Reibungsscheiben in einer gewissen Höhe nur schwebend zu erhalten.
entgegen, so verschiebt sich der Bolzen m in der Scheere. Der Schlagstockbolzen m befindet sich bei der in Fig. 2 dargestellten Einrichtung in einem geschlitzten Schlagstockstelleisen n; er ist durch einen Kolben mit einer Kette verbunden, welche letzere über die am Stelleisen angebrachte Roller geführt und mit einer Feder s vereinigt ist. Bei normalem Gange wird der Bolzen infolge des Federzuges in der dargestellten Lage_festgehalten, aus welcher er sich bei einer Störung (in der Pfeilrichtung) verschiebt.
Selbstverlag des Vereines.
Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N.
A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin 8.
ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE .
Band XXIX.
Sonnabend, den 18. Juli 1885.
No. 29.
Angelegenheiten des Vereines.
An die Mitglieder des Vereines deutscher Ingenieure!
Stettin, im Juli 1885. Aachener Bezirksverein.
Diejenigen Mitglieder des Vereines deutscher Ingenieure, Léon Petry, Dampfkesselfabrikant, i/F. Petry-Dereux, Düren,
welche die diesjährige Hauptversammlung vom 16. bis 20. August Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein.
iu Stettin zu besuchen gedenken, werden freundlichst gebeten, K. Bormann, Ingenieur und Chemiker des Eisenwerkes Neunkir- dieses dem Festcomité zu Händen des Hrn. Willy Müller, chen, Reg.-Bez. Trier.
Klosterhof 14 in Stettin, baldmöglichst mitteilen zu wollen, Bezirksverein an der niederen Ruhr.
um, der Arrangements wegen, eine Uebersicht der Beteiligung Franz Mattick, Ingenieur, Münster i/W.
rechtzeitig gewinnen zu können. Keinem Bezirksverein angehörend. Herm. A ders, Fabrikant, Neustadt-Magdeburg.
Da die hiesigen Hôtels nur imstande sein werden, einen W. Dittmann, Ingenieur des Hörder Berg- und Hüttenvereines, Teil der Festgenossen aufzunehmen, das Comité daher für Hörde i/W.
anderweitiges Unterkommen der Gäste Sorge tragen muss,. 80 Wilh. Laub, Ingenieur, Karlsruhe.
bitten wir, Anmeldungen und Wünsche bezüglich einer WohHugo Martini, Ingenieur, Kiel.
nung bis spätestens zum 10. August an uns gelangen zu lassen. H. Þeilert, Ingenieur, Berlin. S.W., Lindenstr. 82. Georg Pfisterer, Civilingenieur, z. Z. Schatthausen, Post Wiesloch
Das Bureau der Hauptversammlung befindet sich im Concerti/B., pr. Adr. Bürgermeister Hessenauer.
und Vereinshause 1 Treppe (decorirtes Portal) und wird am Julius Racher, Ingenieur, Bruck a/Mur, Oesterreich.
Sonntag den 16. August eröffnet; daselbst erfolgt die Ausgabe Hugo Sack, Ingenieur der Duisburger Maschinenbau-A.-G. vorm. der Fest- und Wohnungskarten und wird jede weitere AusBechem & Keetmann, Duisburg,
kunft bereitwilligst erteilt. Herm. Schmaltz, Ingenieur, c. o. George F. Ott, Progress works, 213 Buttonwood Štr., Philadelphia.
Das Festcomité des Pommerschen Bezirksvereines Theodor Schwartze, Civilingenieur, Readnitz-Leipzig.
für die XXVI. Hauptversammlung. R. H. Thurston, Director, Libley College, Cornell University, Ithaca, V. S. A.
Verstorben.
Zur XXVI. Hauptversammlung.
Der königl. preussische Minister der öffentlichen Arbeiten
hat auf unser Gesuch die königl. Eisenbahndirectionen erH. Damert, Professor an der techn. Hochschule, Aachen.
mächtigt, die Giltigkeitsdauer der Retourbillets, welche von den Rudolf Welke, Ingenieur des Eschweiler Bergwerksvereines, Esch
durch ihre Mitgliedskarte legitimirten Teilnehmern an weiler-Pumpe.
der diesjährigen Hauptversammlung des Vereines deutscher Bergischer Bezirksverein.
Ingenieure zur Reise nach Stettin in den Tagen vom 15. bis 0. Woytt, Betriebsingenieur bei Budde & Müller, Barmen.
18. August d. J. gelöst werden, bis zum 22. August d. J. einKölner Bezirksverein.
schliesslich zu verlängern. Heinr. Geist, Ingenieur des Helios, A.-G. für elektr. Licht und Telegraphie, Ehrenfeld-Köln.
Die gleiche Vergünstigung ist von der königl. GeneralMannheimer Bezirksverein.
direction der sächsischen Staatseisenbahnen bewilligt worden, Hartmann Appel, Mühlenbaumeister, Worms a/Rh.
Für noch entfernter wohnende Mitglieder (Süddeutschland) Mittelrheinischer Bezirksverein.
habe ich gleiche Schritte unterlassen in der Voraussetzung, Otto Stadler, Agent, Coblenz.
dass denselben ohnedies Retourbillets mit achttägiger, bezw. Keinem Bezirksverein angehörend.
combinirbare Rundreisebillets mit 35 tägiger Giltigkeit zur Rudolf Schwarz, Ingenieur, Wien III, Reisnerstr. 29.
Verfügung stehen.
Th. Peters.
bei
Ueber hydraulische oder pneumatische Ausgleichungen der Pumpengestänge
Wasserhaltungsanlagen.
Von H. L. Deking, Ingenieur in Düsseldorf-Grafenberg.
Vorgetragen in der Sitzung des Niederrheinischen Bezirksvereines am 3. Februar 1885.
(Hierzu Tafel XXII.)
»M. H. Die meisten älteren Wasserhaltungsanlagen haben den Uebelstand, dass der Ueberschuss des Gestängegewichtes nicht ausreichend ausgeglichen ist; sehr oft fehlt ein Contrebalancier gänzlich, oft ist er nicht stark genug, um damit die notwendige Ausgleichung zu bewerkstelligen. Dies hat zur Folge, dass die Wasserhaltungsmaschine sehr wenig sparsam arbeiten muss. Damit die Maschine keine nutzlose Arbeit, sondern nur die zum Heben der Wassermasse, zur Ueberwindung der Reibung und zur Beschleunigung der Massen erforderliche Arbeit zu verrichten habe, ist es notwendig, dass die Ausgleichung eine vollständige sei.
Gestatten Sie mir, ehe ich zu dem eigentlichen Gegenstande meines Vortrages übergehe, eine kurze Betrachtung der bei solchen Anlagen vorkommenden Beziehungen; der Einfachheit halber soll eine directwirkende Maschine mit Gestänge und mehreren über einander stehenden Pumpen (Drucksätze), wie umstehend schematisch dargestellt, mit Ausgleichung durch einen Balancier gewählt werden.
Man hat nun, je nach Art der Maschine und Pumpen, ob sie doppelt oder einfach wirkend sind, folgende Beziehungen:
deutscher Ingenieure.
lan
Es bezeichne: 1 Sa
Pa den Dampfdruck unter dem
Dampfkolben beim Aufgange
des Gestänges; Pn den Dampfdruck über dem
Dampfkolben beim Niedergange
des Gestänges; We das Gewicht der Wassersäule
beim Aufgange des Gestänges; Wn das Gewicht der Wassersäule
beim Niedergange des Ge
stänges;
Wassersäule = Wat Wr;
Aufgange des Gestänges;
Niedergange des Gestänges;
beweglichen Pumpenteilen und
deren Belastungsgewichten; C das Gewicht der erforderlichen Ausgleichung bezw. die Be
mit lastung des Balanciers Ū
gleichlangen Hebelarmen. Man hat nun 4 Fälle zu unterscheiden und die bezüglichen Gleichungen aufzustellen. 1. Die Maschine und die Pampen sind einfachwirkend :
a) Aufgang: Pa+C=G+ Wat Ra
b) Niedergang: -- C=-G+WE+ Rx; hieraus
C=G. - W - Rr. 2. Die Maschine ist doppelt-, die Pumpen sind einfachwirkend:
a) Aufgang: Pa +C=G+Wa+ Ra
b) Niedergang: Pn ---C=-6 + W. +R; hier ist Pe=Pzu setzen; die Gleichung b) von a) abgezogen ergiebt: 20=2G - Wn+ W- Rm + Ra
Wa
Ra
2
2 3. Die Maschine und die Pumpen sind doppeltwirkend:
a) Aufgang: Pat C=G + Wat Ra
b) Niedergang: Pn-C - G+ Win + Rn. In diesem Falle ist Pa= Pn, Wa=Wn, Ra Rn, und man erhält durch Subtraction der Gleichung b) von a)
C=G. 4. Die Maschine ist einfach-, die Pumpen sind doppelwirkend:
a) Aufgang: Pa+C=G+Wa+Ra
b) Niedergang: -=- G+W + Rr. Aus Gleichung b) wird ohne weiteres
C=G - Wine - Rn. Aus den 4 Fällen ergiebt sich die grösste Ausgleichung im Falle 3, wo C=G, also gleich den gesammten bewegten Teilen im Schachte.
Die Formeln 1 und 4 sind in ihrer Aufstellung ganz gleich; doch kann C sehr verschieden gross ausfallen, je nachdem Wn in den beiden Fällen verschieden ist. So ist z. B. Wni in 1 für eine gewöhnliche Druckpumpe doppelt so gross als Wn in 4 für eine gleich grosse Rittingerpumpe. Die genauen Werte für Ra und Rn sind nur mit Hilfe des Indicators zu ermitteln; in der Praxis nimmt man sie gewöhnlich im Mittel zu 0,125 (1/8) der Wassersäule an.
Bis vor 5 bis 6 Jahren wurde diese Gewichtsausgleichung fast ausschliesslich durch einen festen starren Balancier bewerkstelligt; hier und da fand man auch im Schachte eine hydraulische Ausgleichung vor, bestehend aus 1 oder 2 seitlich an das Gestänge angeschlossenen Druckpumpen, mit einer Wassersäule von etwa 60 bis 100m Höhe arbeitend. Dass man
auf letztere Art und Weise keine grosse Ausgleichung erreichen konnte, liegt auf der Hand; zudem spielt auch die Raumfrage hierbei eine wichtige Rolle.
Seitdem hat sich nun an Stelle des festen starren Balanciers der hydraulische Balancier, wenn ich ihn so nennen darf, vielfach Bahn gebrochen. Derselbe besteht im wesentlichen aus einer oder zwei an das Gestänge angeschlossenen Ausgleichpumpen, die mit einem ausserhalb des Schachtes aufgestellten Gewichtsaccumulator mittels Rohrleitung in Verbindung stehen. Als Uebertragungsglied dient hier das in der Rohrleitung befindliche Wasser, welches unter dem Drucke der Accumulatorbelastung steht. Die Wirkungsweise ist nun genau dieselbe wie beim festen Balancier. Geht das Gestänge abwärts, so bewegt sich der Accumulatorplunger mit den Gewichten aufwärts, und umgekehrt, wie beim Gegenwichte des Balanciers. Der Druck in der Leitung kann zwischen 40 bis 100 Atmosphären gewählt werden oder gleich einer Wassersäule von 400 bis 1000m Höhe; es ist hierin also ein grosser Spielraum möglich.
Die hydraulische Ausgleichung lässt sich sowohl bei neuen Anlagen wie auch nachträglich bei bestehenden Wasserhaltungsanlagen, ohne Schwierigkeit unter und über Tage anbringen. Bei grofsen Pumpenanlagen mit grossen Teufen, wobei sich ein schweres Gestänge ergiebt, empfiehlt es sich, auch unter Tage bei 100 bis 200m Teufe eine so grosse Ausgleichung anzuordnen, wie dem darunter befindlichen Gestängeübergewichte entspricht. Hierdurch wird das obere Gestänge bedeutend leichter, die Gesammtausgleichung viel geringer und folglich auch die Gesammtausgabe wesentlich vermindert.
Auf der linken Hälfte der Tafel XXII ist eine doppelt- und directwirkende Wasserhaltungsmaschine dargestellt, welche drei über einander stehende Rittingersätze von 900 bezw. 640 mm Plungerdurchmesser bei 250m Gesammtdruckhöbe betreibt und mit 1 Hub (Auf- und Niedergang) 1,85 cbm Wasser netto, mithin bei 7 Hüben in der Minute 7 · 1,85 12,95 cbm hebt, also
1,85 · 250 einer Leistung von 7.
= 720 N, entspricht.
4,5 Diese Maschine mit Balancier wurde an einem anderen. Platze aufgestellt und reichte bei erhöhter Dampfspannung zum Heben des Wassers aus; dagegen war der Balancier für diese Anforderungen zu schwach, um die Gesammtausgleichung von rund 200t zu bewerkstelligen; derselbe war nur mit höchstens 60t zu belasten, und wurde, da die Anlage eines zweiten festen Balanciers unmöglich war, zu der in der Zeichnung dargestellten hydraulischen Ausgleichung von 140t geschritten. Letztere ist seit Ende 1880 ununterbrochen in Betrieb und hat sich ganz vorzüglich bewährt.
Mit Hilfe einer besonderen Accumulator-Dampfspeisepumpe ist man in der Lage, das gesammte Gestänge mit Dampfkolben usw. mit der grössten Leichtigkeit in etwa 20 Minuten auf die ganze Hublänge zu heben, und geschieht das Senken, indem das vorher eingedrückte Wasser abgelassen wird, was bei vorkommenden Reparaturen und besonders bei Dampfkolben- und Pumpenventilauswechselungen von grösster Wichtigkeit ist. Bei dieser Maschine kamen im ersten Betriebsjahre vier Kolbenbrüche vor, und hörten diese erst auf, als man an Stelle des gusseisernen Kolbens einen solchen von Schmiedeisen (System Hammer)) einbaute. Infolge der genauen Ausgleichung blieben die ganzen bewegten Teile jedesmal im Augenblicke des Bruches stehen, so dass weitere Schäden an Pampen und Gestänge nicht herbeigeführt wurden; nur bei einem Bruche riss auch der Dampfcylinder in der Länge einseitig durch, der darauf gebunden wurde und bis heute noch in Thätigkeit ist. Wie bereits angedeutet, wurde mittels der Accumulator-Speisepumpe das Gestänge in die höchste Stellung gehoben, und konnte man die Aus- und Einwechselung des Kolbens leicht vornehmen.
Auf der rechten Hälfte der Tafel ist eine einfach- und directwirkende Wasserhaltungsmaschine dargestellt, welche mittels zwei übereinander stehender Rittingerpumpen von 850 bezw. 600 mm Plungerdmr. und einer Hebepumpe von 850 mm Dmr. das Wasser auf 200m hebt. Diese Maschine ist von vornherein mit hydraulischem Balancier gebaut und gegenwärtig in der Aufstellung begriffen. Seit 2 bis 3 Jahren sind
1) W. 1883 S. 476.
Banu XXIX. No. 29.
18. Juli 1885.
Oeking, Hydraulische oder pneumatische Ausgleichungen der Pampengestänge bei Wasserhaltungsanlagen. 547
bereits mehrere dieser Wasserhaltungen lediglich mit hydraulischer Ausgleichung im Betrieb und bewähren sich überall
sebr gut.
Da bei den hydraulischen Ausgleichungen zwei oder drei Stopfbüchsen vorkommen und bekanntlich diese auf die Dauer nicht gänzlich dicht zu erhalten sind, so war es nötig, eine Vorrichtung ausfindig zu machen, welche den eintretenden Wasserverlust auch sofort wieder ersetzte.
Diese Vorrichtung besteht aus 1 oder 2 an dem Accumulator angebrachten einfach wirkenden Plungerspeisepumpen mit Saug- oder Druckventil, welche aus einem Behälter Wasser ansaugen und dasselbe in den Accumulatorcylinder oder in die Rohrleitung einpressen.
Da der Hub des Gestänges gleich bleibt, so sinkt bei eintretendem Wasserverluste der Accumulatorplunger mit den Gewichten unter seine tiefste normale Lage; das Belastungsgewicht drückt die Speiseplunger nieder. Beim darauf folgenden Aufgange werden die Speiseplunger frei und durch vorgesehene Schraubenfedern wieder in die höchste Stellung gehoben, wodurch gleichzeitig ein Ansaugen von Wasser aus dem Wasserbehälter erfolgt, welches beim folgenden Niedergange durch das Accumulatorgewicht in den Accumulatorcylinder gedrückt wird. Dies wiederholt sich so lange, bis das verloren gegangene Wasser ersetzt und der Accumulatorplunger mit den Gewichten wieder in seine tiefste normale Stellung gebracht ist. Auf diese Weise wird der Wasserverlust selbstthätig ersetzt; die hydraulische Ausgleichung bedarf keinerlei Wartung. Mit Hilfe eines eingeschalteten Dreiwegebahnes kann mit einer oder beiden Speisepumpen gearbeitet werden.
In den letzten Jahren habe ich vielfach Wasserhaltungsmaschinen angetroffen, bei denen entweder ein Gegengewichtsbalancier gänzlich fehlte oder die Gewichtsausgleichung höchst unvollkommen stattfand. Bei allen diesen Maschinen wurde mit starker Drosselung des Dampfes beim Rückgange gearbeitet; der Dampf muss in solchem Falle beim Aufgange des Gestänges das nicht ausgeglichene Gestänge nutzlos heben, und damit nun beim folgenden Niedergange das Gestänge nicht hinunterschnelle, wird zur Drosselung des Dampfes ge
griffen. Ja, man hält es kaum für möglich, dass es Wasserhaltungsanlagen giebt, bei denen jahraus jahrein 20 bis 50 Tonnen Gestängeübergewicht nicht ausgeglichen sind, somit fortwährend nutzlos gehoben und dann wieder gedrosselt werden. Berechnet man die Kohlen, welche dieser Mehrarbeit entsprechen, so gelangt man zu ganz unglaublichen Summen, welche jährlich leicht gespart werden könnten. Dass ferner auch die so unvollkommene Ausgleichung von sehr nachteiligem Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Wasserhaltung sein muss, liegt klar auf der Hand.
Ich komme jetzt zu einem neuen Systeme hydraulischer oder pneumatischer Gestängeausgleichungen (D. R.-P. No. 305811)). Bei Pumpen mit Kunstkreuzbetrieb, wie beispielsweise Fig. 1 bis 3 darstellen, welche durch eine liegende oder eine stehende Maschine betrieben werden, erhält man bei grossen Abmessungen und grosser Teufe Kunstkreuze von derartigen Verhältnissen, dass deren Herstellung grossen praktischen Schwierigkeiten begegnet. Ausserdem hat diese Anordnung den Nachteil, dass die Stillsetzung eines Pumpensystemes gleichzeitig ein Stillsetzen. des anderen bedingt. Ferner müssen die Kunstkreuze ausser dem Dampfdruck auch das Gestängeübergewicht aufnehmen und übertragen, welches oft zwei- bis dreimal so gross ist wie ersterer.
Endlich hat diese Anordnung noch den weiteren Nachteil, dass die Zapfen der Zug-, Schub- und Kuppelstangen infolge der dauernden einseitigen Belastung sehr leicht heiss werden und mit Wasser gekühlt werden müssen.
Bei kleinen Pumpenanlagen und bei geringen Teufen lässt sich nun
zwar die Ausschaltung der einen oder anderen Pumpe in der Weise bewerkstelligen, dass man die Kunstkreuze doppelarmig macht und je mit einem Gegengewichte versieht, wie nachstehende Skizze zeigt, so dass die Ausschaltung des Pumpenstranges 2 durch Abschlagen
der Kuppelstange a geschehen könnte, während aber die Ausschaltung der Pumpe 1 ein Mitlaufen des Gestänges 1 bedingen würde; es müsste daher das Gestänge unten an der Pumpe abgekuppelt werden. Bis zu einer gewissen Grenze, bis zu 156 Ausgleichung, würde diese Anordnung gewählt werden können, darüber hinaus aber Schwierigkeiten begegnen.
Zur Beseitigung sämmtlicher vorhin genannter Uebelstände werden die Gestänge auf hydraulischem oder pneumatischem Wege jedes für sich abbalancirt, und zwar wird z. B. für jeden Gestängestrang eine hydraulische Ausgleichung mit Gewichtsaccumulator gemäls Fig. 1 und 2 eingeschaltet. Hiernach wird nur noch die Dampfarbeit durch die Kunstkreuze übertragen, und können sämmtliche Abmessungen derselben bedeutend kleiner werden. Um beim Stillsetzen einer Pumpe nicht auch die andere ausser Thätigkeit setzen zu müssen, wird die Ausgleichung der ersten Pumpe durch Lösung der Zugstange mit ausgeschaltet oder vermittels Absperrschiebers oder Ventiles abgestellt. Da nun das nicht ausgeschaltete Gestänge ausgeglichen bleibt, so hat die Maschine beim Weiterarbeiten mit der einen Pumpe nur die halbe Arbeit zu verrichten.
In gleicher Weise kann man auch bei zwei neben einander angeordneten Kunstkreuzen, die durch eine liegende Maschine betrieben werden, deren Kurbeln unter 1800 oder einem beliebigen Winkel stehen, von einander unabhängige Gestängeausgleichungen herbeiführen.
Die Wirkungsweise ist in allen Fällen folgende:
Geht ein Gestänge a (Fig. 1) mit den Plungern der Ausgleichungspumpe b abwärts, dann macht der damit verbundene
1) Z. 1885 S. 233.