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Viele Menschen ekeln sich vor den langen, glitschigen Würmern die nach einem verregneten Tag über die Strassen kriechen. Bei genauerem Hinschauen wirst auch Du merken, wie faszinieren unsere Kompostwürmer sein können.
In Kürze
- Kompostwürmer sind wie alle Regenwürmer Zwittertiere. Sie brauchen jedoch einen zweiten Wurm zur Befruchtung
- Regenwürmer haben 10 paarweise angeordnete Ringherzen und zwei Mägen.
- Weltweit gibt es 3000 verschiedene Arten Regenwürmer
- Der von den Würmern ausgeschiedenen Kot ist ein idealer Wachstumsverbesserer für Pflanzen.
Körperbau
Äusserlich bestehen Kompostwürmer und alle anderen Regenwürmer aus teilweise über hundert Körperringen, Segmente genannt. Jedes vollständige Segment besitzt vier Borstenpaare, welche der Fortbewegung dienen. Die Segmente sind nicht über den gesamten Wurmkörper gleich aufgebaut.
Stoffwechselorgane
Das vordere Ende der Würmer ist spitz zulaufend. Das erste Segment besteht aus einem Mundlappen. Darunter liegt die Mundöffnung, welche direkt in den Schlund führt. In diesem wird die Nahrung mit in der Schlundtasche produzierter Flüssigkeit vermengt. Dies sorgt für genügen Feuchtigkeit der Nahrung. Sie kann so den Darmkanal besser passieren.
Anschliessend an den Schlund wird die Nahrung durch die Speiseröhre weitergeleitet. Entlang der Speiseröhre sorgen mehrere Kalkdrüsen für den richtigen pH-Wert der Nahrung. Ist die Nahrung etwa zu sauer würde die Aufnahmefähigkeit von Sauerstoff ins Blut vermindert. Die Kompostwürmer können sich damit ideal an unterschiedliche Bodenverhältnisse anpassen.
Etwa beim 15. Segment erreicht der Nahrungsbrei erst den Drüsenmagen, bevor er in den Muskelmagen weitertransportiert wird. Der Drüsenmagen dient ebenfalls zur Regulierung und Erhöhung der Feuchtigkeit der Nahrung. Die Hauptaufgabe des Muskelmagens besteht dagegen darin, die Nahrung durch den langen Darm des Wurms zu pressen. Die Muskulatur der Regenwürmer ist deshalb in den Bereich besonders stark ausgeprägt.
Jetzt beginnt im Mitteldarm die eigentliche Verdauung der Nahrung, wie etwa Rüstabfälle aus der Küche oder das Laub im Herbst aus dem Garten. Dabei wird die Nahrung insbesondere von Bakterien- und Pilzorganismen abgebaut. Die so freigesetzten Stoffe werden durch die Darmwand in das Blut der Würmer aufgenommen. Um diese Darmwand zu vergrössern, verfügt der Dünndarm der Kompostwürmer über eine in den Darmkanal ragende Falte.
Der letzte Drittel des Regenwurms wird durch den Enddarm gebildet. Dort werden die unverdaulichen Nahrungsreste zusammen mit diversen Ausscheidungen der Würmer vermischt und schlussendlich der Wurmkot ausgeschieden. Je nach Wurmart wird dieser an der Erdoberfläche in Form von Wurmhäufchen abgegeben. Der Wurmkot, der auch Wurmerde, Wurmhumus oder Wurmkompost genannt wird, kann aber auch in Form eines körnigen Erdsubstrates ausgeschieden werden. Dieser Wurmkompost ist nicht nur reich an Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor. Er enthält auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Bakterien und Pilzen, welche insbesondere das Pflanzenwachstum nachhaltig fördern.