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LES ARTS FLORISSANTS ist ein Ensemble von Sängern und Instrumentalisten, das sich auf die Aufführung von Barockmusik mit historischen Instrumenten spezialisiert hat und in der ganzen Welt bekannt ist. 1979 vom französisch-amerikanischen Cembalisten und Dirigenten William Christie gegründet, und nach einer Kurzoper von Marc-Antoine Charpentier benannt, hat das Ensemble eine Vorreiterrolle bei der Wiederbelebung eines lange Zeit vernachlässigten Barockrepertoires gespielt (u. a. durch die Wiederentdeckung zahlreicher Schätze in den Sammlungen der Bibliothèque Nationale de France). Heute wird dieses Repertoire weithin aufgeführt und bewundert: nicht nur die französische Musik aus der Zeit Ludwigs XIV., sondern die europäische Musik des 17. und 18. Jahrhunderts im Allgemeinen. Seit 2007 wird das Ensemble auch von dem britischen Tenor Paul Agnew geleitet, der 2019 zum musikalischen Co-Direktor von Les Arts Florissants ernannt wurde.
In jeder Saison geben Les Arts Florissants rund 100 Konzerte und Opernaufführungen in Frankreich - in der Philharmonie de Paris, wo sie Artists in Residence sind, im Théâtre de Caen, in der Opéra Comique, im Théâtre des Champs-Élysées, im Château de Versailles sowie bei zahlreichen Festivals - und sind aktive Botschafter der französischen Kultur im Ausland. Sie werden regelmäßig nach New York, London, Edinburgh, Brüssel, Wien, Salzburg, Madrid, Barcelona, Moskau und in andere musikalische Zentren eingeladen wird.
Seit der Inszenierung von Lullys Atys an der Opéra Comique in Paris 1987, die im Mai 2011 mit großem Erfolg wiederaufgenommen wurde, haben Les Arts Florissants ihre größten Erfolge auf der Opernbühne gefeiert. Zu den bemerkenswerten Produktionen gehören Werke von Rameau (Les Indes galantes, Hippolyte et Aricie, Les Boréades, Les Paladins, Platée), Lully und Charpentier (Médée, David et Jonathas, Les Arts florissants, Armide), Händel (Orlando, Acis und Galatea, Semele, Alcina, Serse, Hercules, L'Allegro, Il Penseroso ed il Moderato), Purcell (King Arthur, Dido and Aeneas, The Fairy Queen), Mozart (Die Zauberflöte, Die Entführung aus dem Serail), Monteverdi (seine Operntrilogie), aber auch von weniger häufig gespielten Komponisten wie Landi (Il Sant'Alessio), Cesti (Il Tito), Campra (Les Fêtes vénitiennes) und Hérold (Zampa).
Für ihre Theaterproduktionen haben Les Arts Florissants die Talente einiger der größten Regisseure in Anspruch genommen, darunter Jean-Marie Villégier, Robert Carsen, Adrian Noble, Andrei Serban, Luc Bondy, Deborah Warner, Jérôme Deschamps und Macha Makeïeff, sowie renommierte Choreographen wie Béatrice Massin, Ana Yepes, Jirí Kylián, Blanca Li, Trisha Brown, Robyn Orlin, José Montalvo, Françoise Denieau und Dominique Hervieu.
Les Arts Florissants genießen auch im Konzertsaal einen hohen Stellenwert, wie ihre zahlreichen gefeierten konzertanten oder halbszenischen Aufführungen von Opern und Oratorien zeigen (Rameaus Zoroastre, Anacréon und Les Fêtes d'Hébé, Charpentiers Actéon und La Descente d'Orphée aux Enfers, Campras Idoménée und Mozarts Idomeneo, Montéclairs Jephté, Rossis L'Orfeo und Händels Giulio Cesare mit Cecilia Bartoli sowie sein Messias, Theodora, Susanna, Jephtha und Belshazzar), ihre weltlichen und geistlichen Kammermusikprogramme (Petits Motets von Lully und Charpentier, Madrigale von Monteverdi und Gesualdo, Airs de cours von Lambert, Hymnen von Purcell u. a.) und ihre Herangehensweise an große Werke (insbesondere die Grands Motets von Rameau, Mondonville, Campra und Charpentier sowie Händels Messias und J. S. Bachs Matthäus- und Johannes-Passion).
Das Ensemble hat eine beeindruckende Diskografie vorzuweisen: fast 100 Aufnahmen (CD und DVD) und eine eigene Sammlung in Zusammenarbeit mit harmonia mundi France unter der Leitung von William Christie und Paul Agnew.
In den letzten Jahren haben Les Arts Florissants mehrere Ausbildungsprogramme für junge Musiker ins Leben gerufen. Das bekannteste ist die Akademie «Le Jardin des Voix», die 2002 gegründet wurde, alle zwei Jahre stattfindet und bereits eine große Anzahl neuer Sängerinnen und Sänger hervorgebracht hat. Das 2007 ins Leben gerufene Programm Arts Flo Juniors ermöglicht es Studenten, während der gesamten Dauer einer Produktion, vom ersten Probentag bis zur letzten Aufführung, im Orchester und Chor teilzunehmen. Und dann ist da noch die Partnerschaft zwischen William Christie, Les Arts Florissants und der New Yorker Juilliard School of Music, die seit 2007 einen fruchtbaren künstlerischen Austausch zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich ermöglicht. Ab 2021 wird ein jährliches Programm von Meisterkursen in Thiré (Vendée, Pays de la Loire) durchgeführt. Diese Reihe von Programmen mit kurzen Arbeitssitzungen unter der Leitung von William Christie und Paul Agnew helfen jungen Musikerinnen und Musikern, ihre Fähigkeiten zu verbessern.
Les Arts Florissants organisieren auch zahlreiche Veranstaltungen, um ein neues Publikum zu gewinnen. Sie sind an das jährliche Konzertprogramm gekoppelt und richten sich sowohl an Amateurmusiker als auch an Nicht-Musiker, an Erwachsene und Kinder.
Im Jahr 2012 riefen William Christie und Les Arts Florissants in Zusammenarbeit mit dem Conseil départemental de la Vendée das Festival «Dans les Jardins de William Christie» ins Leben. Das jährlich stattfindende Festival bringt Künstler von Les Arts Florissants, Schüler der Juilliard School und Finalisten von Le Jardin des Voix zu Konzerten und musikalischen Promenaden in den von William Christie angelegten Gärten in Thiré in der Vendée zusammen. Neben dem Festival arbeiten Les Arts Florissants zusammen mit dem Stiftungsfonds «Les Jardins de Musique de William Christie» an der Schaffung eines ständigen Kulturzentrums in Thiré. 2017 wurden Les Arts Florissants und der Stiftungsfonds «Les Jardins de Musique de William Christie» auf Beschluss des französischen Kulturministeriums mit dem nationalen Label «Centre culturel de Rencontre» ausgezeichnet, das Projekte prämiert, die das Neu-Schaffen, das kulturelle Erbe und die Vermittlung miteinander verbinden. 2018 wurde aus Les Arts Florissants die «Stiftung Les Arts Florissants – William Christie».
Les Arts Florissants erhalten finanzielle Unterstützung vom Staat, der Regionaldirektion für kulturelle Angelegenheiten (DRAC), dem Département de la Vendée und der Region Pays de la Loire. Seit 2015 sind sie Artists in Residence in der Philharmonie de Paris. Die Selz-Stiftung und die American Friends of Les Arts Florissants sind Hauptsponsoren.