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Wenn eine verstorbene Person ihren Willen bezüglich einer Organspende nicht zu Lebzeiten dargelegt hat, so werden die Angehörigen mit dieser schwierigen Frage konfrontiert. Dies ist sehr belastend und verlangt vom medizinischen Personal grosse Sensibilität.
Eine Spende von Organen Geweben oder Zellen ist nur möglich, wenn eine Zustimmung dafür vorliegt. Oft gibt es aber keine dokumentierte Zustimmung oder Ablehnung der verstorbenen Person (z. B. eine Spendekarte oder eine Patientenverfügung). Dann müssen die Angehörigen um eine Entscheidung angefragt werden. Diese müssen beim Entscheid den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person berücksichtigen.
Als «nächste Angehörige» gelten Lebensgefährten (Ehegattin, Ehegatte, eingetragene Partnerin bzw. Partner, Lebenspartnerin, Lebenspartner), Kinder, Eltern, Geschwister, Grosseltern oder andere Personen, die mit der verstorbenen Person eng verbunden waren.
Professioneller Beistand
Für die nächsten Angehörigen kann es sehr belastend sein, den Entscheid zur Spende von Organen, Geweben oder Zellen fällen zu müssen. Grund dafür ist unter anderem, dass der Entscheid für oder gegen eine Organspende unter Zeitdruck gefällt werden und gleichzeitig die Todesbotschaft verarbeitet werden muss. Die nächsten Angehörigen dürfen nicht unter Druck gesetzt werden. Diese Situation erfordert einen sensiblen Umgang mit den Angehörigen durch das medizinische Personal, das informieren muss. Weitere Gesprächspartner (z.B. ein Seelsorger) sollten auf Wunsch der Angehörigen zur Verfügung stehen. Nach einer Organentnahme müssen die Angehörigen in Ruhe und in angemessener Umgebung von der verstorbenen Person Abschied nehmen können.
Letzte Änderung 27.11.2017