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Als sich in den dreissiger Jahren die Gefahr einer neuen kriegerischen Auseinandersetzung im Umfeld der Schweiz abzeichnete, wuchs die Überzeugung von der Wichtigkeit einer vormilitärischen Ausbildung der Jugendlichen. Nach einem negativen Volksentscheid über die Einführung des obligatorischen militärischen Vorunterrichts förderte der Bund den freiwilligen turnerischen Vorunterricht, wobei er sich in erster Linie auf die Turn- und Sportverbände abstützte.
Nachdem schon in verschiedenen Gemeinden unseres Kantons katholische Turnsektionen entstanden waren, reifte der Gedanke einer solchen Gründung auch in unserer Gemeinde. Im Mai 1940 konnten dem Schweizerischen Katholischen Turn und Sportverband 17 Mitglieder der "Katholischen Turnsektion Escholzmatt" gemeldet werden.
Als Präsident stellte sich Josef Stadelmann, Sektionschef, zur Verfügung. Erster Oberturner war Otto Portmann, als Aktuare walteten Otto Felder, und Hans Rindlisbacher, und als
Kassier funktionierte Franz Krummenacher.
Kaplan Anton Frei, später Pfarrer in Geiss, förderte als Präses nach Kräften die Bestrebungen der jungen idealgesinnten Turnerschar. Der Turnverein "Fides" Ruswil stand der jungen Sektion zur Seite. An vielen Abenden führten die Turnerfreunde von Ruswil unsere noch wenig erfahrenen Turner in das Geräteturnen ein und schmiedeten dadurch feste Bande der Freundschaft. Schon bald wurde der Turnsektion eine Jugendriege angegliedert, deren erster Leiter Hans Rindlisbacher war.
Anfänglich hiess der Verein "Kath.Turnsektion Beichlen", eine Bezeichnung, die man von dem damals schon bestehenden Skiklub Beichlen übernommen hatte. Nach Eingliederung des Skiklubs Beichlen als Skiriege in den Turnverein übernahm man dann die Bezeichnung "Turn- und Sportsektion St. Georg".
Die enge Verbindung mit dem KTV "Fides" Ruswil brachte es mit sich, dass der Schwerpunkt der Sektion auf dem Gebiete des Geräteturnens lag, erst später verschob sich das Schwergewicht auf die Leichtathletik.
Von allem Anfang an war die Sektion bestrebt, an kantonalen, regionalen und schweizerischen Turnfesten ihre Stärke unter Beweis zu stellen. Solche Turnertreffen waren jedesmal eine Herausforderung für den Verein und vor allem für den Oberturner.
Schon 1941 nahm die Sektion am Turnfest in Grosswangen teil, 1942 in Ruswil. Höhepunkte waren jeweils die Schweizerischen Turnfeste des SKTSV, die lückenlos besucht wurden: 1943 in Zürich, 1947 in Basel, 1952 in Lugano, 1956 in Dietikon, 1965 in Zug, 1970 in Freiburg, 1975 in Luzern, 1980 in Baden und 1986 in Frauenfeld.
Meist trat die Sektion St. Georg den Heimweg goldbekränzt an, manchmal sogar als Siegerin im ersten Rang in der betreffenden Kategorie. Erwähnt seien hier der erste Rang am Turnfest des ZSKTSV 1946 in Rotkreuz, der erste Rang in der 3. Stärkeklasse am Regionalturnfest 1955 in Ruswil mit 145,540 Punkten. Am Turnfest in Baar 1961 siegte St.Georg in der 4. Stärkeklasse mit 147,225 Punkten, am Interkantonalen Turnfest in Ruswil 1967 in der 6.Stärkeklasse mit 148,3 Punkten. Es würde zu weit führen, die vielen Erfolge an solchen Turnertreffen einzeln aufzuführen.
Die grösseren Erfolge wurden auch zu Hause gebührend gefeiert, wobei dem Turnverein befreundete Vereine, ihnen jeweils einen würdigen Empfang bereiteten.
An zahlreichen Unterhaltungsabenden, die jeweils ein dankbares Publikum fanden, wussten unsere Turner bei der einheimischen Bevölkerung Sympathien zu gewinnen und die immer notleidende Vereinskasse etwas zu speisen. Der Besuch der Turnfeste, aber auch der vielen Kurse war stets mit erheblichen Kosten verbunden. Obwohl die Turner auch selbst grosse finanzielle Opfer brachten, waren sie auf die Mithilfe von Freunden und Gönnern angewiesen, die auch immer wieder grosszügig gewährt wurde.
Die turnerischen und organisatorischen Erfolge der Turn- und Sportsektion St. Georg fanden auch ausserhalb unserer Gemeinde Beachtung. 1945 wurde Hans Rindlisbacher zum Aktuar des ZSKTSV (Zentralschweizerischer Katholischer Turn- und Sportverband) gewählt, 1948 wurde er dessen Präsident. An der Delegiertenversammlung des ZSKTSV 1946 in Menznau wurde Oberturner Otto Portmann zum Skiobmann des Verbandes gewählt.
Ein Höhepunkt im Vereinsleben war der Einzelturntag im Jahre 1944, als der Verein eine künstlerisch wertvolle und farbenprächtige Fahne erhielt.Am Jugendriegetreffen am 20. Juni 1965, an dem über 400 Buben teilnahmen, konnte auch die Jugendriege ein stolzes Banner entgegennehmen. Doch wie nahe Freude und Trauer manchmal beisammen sind, erlebte die junge Sektion im Herbst 1944. Beim Bootsunglück auf dem Vierwaldstättersee am 12. Oktober 1944 fanden zahlreiche Freunde und Gönner unseres Vereins den Tod, darunter drei aktive Turner.
Das neue Banner war zum ersten Mal schwarz umflort und senkte sich über sieben Gruften mit 17 Verstorbenen.
Im September 1945 wurde aus den Reihen der aktiven Turner ein Turnerchörli gegründet, das unter der Leitung von Franz Wicki manchen Turneranlass verschönern half.
Die Männerriege wurde 1947 gegründet, sie widmete sich neben einem allgemeinen Fitnessprogramm hauptsächlich dem Faustball, wo sie schöne Erfolge feiern konnte. So konnte sie 1979 von der 3. in die 2. Liga aufsteigen. Im Jahre 1983 erhielt der Verein eine eigene Vereinszeitung unter der Bezeichnung "Schorschli", ein "aufgestelltes" Organ, das in humorvoller Weise über die Ereignisse des Vereinsjahres orientiert und sie kommentiert. Ein bedeutsames Ereignis war der Zusammenschluss der Damen- und Frauenriege mit dem Gesamtverein, der im Jahre 1974 erfolgte. Dieser Zusammenschluss hatte zur Folge, dass die bisher dem Schweizer Verband Kath.Turnerinnen (SVKT) angeschlossenen Turnerinnen dem Schweiz. Kath.Turn- und Sportverband (SKTSV) beitraten, womit sich auf Sektionsebene ein Vorgang abspielte, der auf schweizerischer Ebene immer noch auf sich warten liess. Unser Verein konnte für diesen wichtigen Entschluss die Glückwünsche der Kantonalpräsidenten Dr. Erwin Erni und Dr. Josef Kurmann entgegennehmen.
Am 27. bis 29.Juni 1975 fand in Luzern ein Schweizerisches Turnfest des SKTSV statt, an dem sich unsere Damenriege erfolgreich beteiligte, erstmals an einem "Schweizerischen", am 24. Juni 1979 beteiligten sich Damen- und Aktivriege an den Sektionsmeisterschaften in Willisau und beide brachten Gold nach Hause. Am Schweiz. Turnfest in Baden erkämpften sich unsere Damen den 3. Rang in der 4. Stärkeklasse, die Aktiven den 9. Rang in der 5. Stärkeklasse. Beide Riegen kamen wiederum mit einem Goldkranz nach Hause.
Schliesslich sei erwähnt, dass das MuKi- Turnen, das im Herbst 1985 auf neutraler Basis wieder ins Leben gerufen wurde, auch in das Ressort unserer Damen-Turnerinnen gehört.