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von Peter Voser
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem grossen Bevölkerungswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Spitalbetten zunehmend zur Mangelware. Besonders betroffen davon waren die Menschen im Limmattal, die immer länger auf eine Behandlung in einem Zürcher Spital warten mussten. Dies gab den Ausschlag zur Gründung des Spitalverbands Limmattal und zum Bau eines eigenen Spitals. Am Knotenpunkt der beteiligten Gemeinden, auf der grünen Wiese, wurde ab 1964 das modernste Spital der Schweiz errichtet, das 1970 feierlich eröffnet wurde. Um mit den schnellen Entwicklungen in der Medizin Schritt zu halten, wurden in den folgenden Jahren stets die modernsten Gerätschaften angeschafft, und auch die Ärzte und das Pflegepersonal blieben immer am Puls der Zeit, um den Patienten die bestmögliche Betreuung zu bieten.
Spital Limmattal 1970
Im Zentrum des Dreiecks Dietikon/Urdorf/Schlieren (die grössten Limmattaler Gemeinden) wurde das Spital errichtet, damit es für die Einwohner aller Gemeinden leicht erreichbar war. Neben dem Hauptgebäude mit dem Bettenhochhaus, welches die gesamte Region überragte, befanden sich eine Apotheke, ein Blutspendezentrum, Personalhäuser sowie die Schwesternschule Theodosianum, die vom Klusplatz Zürich in die neuen Schulräumlichkeiten eingezogen war. Das Spital umfasste 406 Pflegebetten. 195 Mitarbeiter fanden in den Personalhäusern eine Unterkunft.
Spital Limmattal 2018
Die Bevölkerung im Limmattal wuchs in den letzten Jahrzehnten weiterhin sehr stark, so dass die Umgebung des Spitals inzwischen relativ dicht bebaut ist. Die Bettenanzahl wurde inzwischen auf 200 redimensioniert. Der Fortschritt der Medizin erlaubt es, immer mehr Menschen nach der Behandlung am gleichen Tag wieder nach Hause zu lassen. Dieser Trend setzt sich in Zukunft fort. Der alte Spitalbau hat ab November ausgedient. Das angebaute Pflegezentrum bleibt vorerst bestehen. Die meisten Mitarbeitenden wohnen heute extern, so dass es nur noch ein Personalhaus in Urdorf gibt.
Krankenwagen 1970
Schon im Eröffnungsjahr wurden zwei Chevrolet-Krankenwagen gekauft. Die spartanisch eingerichteten Fahrzeuge erfüllten fast ausschliesslich Transportfunktionen und boten kaum medizinische Versorgung. Vier Verletzte konnten gleichzeitig transportiert werden. Fünf Fahrer sorgten im Schichtbetrieb für die Gewährleistung des 24-Stunden- Betriebs.
Rettungsdienst 2018
Die aktuellen Rettungsdienstwagen sind hochmoderne «Intensivstationen auf Rädern», in denen die Besatzung – ausschliesslich diplomierte Rettungssanitäter – Verletzte stabilisieren und erstversorgen. Der Rettungsdienst des Spitals Limmattal umfasst 35 Mitarbeitende. Er verfügt über vier Rettungsfahrzeuge sowie einen Notarztwagen.
Meniskus-Operation 1970
Die Orthopädie steckte noch in den Kinderschuhen. Als eigene Disziplin etablierte sie sich erst 1973. Eine Meniskus- Operation verursachte mindestens vier Wochen Spitalaufenthalt, in der Regel gefolgt von einer Rehabilitation. Bei der offenen Operation wurde mit Messer, Stanzer und Zange der gesamte Meniskus entfernt.
Meniskus-Operation 2018
Heute ist die Meniskus-Operation ein minimal-invasiver Eingriff, der ambulant erfolgt. Mittels MRI-Bildern wird die Operation vorbereitet. Anschliessend wird diese mit dem Kniearthroskop durchgeführt. Vom Meniskus werden nur noch Teile entfernt. Bereits nach vier Stunden kann der Patient das Spital verlassen und schon nach wenigen Tagen wieder ohne Stöcke gehen.
Notfall 1970
Obwohl ursprünglich gar nicht vorgesehen, wurde schliesslich doch eine schlichte Notfallstation (auch Triagestation genannt) mit fünf Betten geschaffen, die in den ersten acht Monaten 1 273 Personen betreute.
Notfall 2018
Heute ist die Notfallstation mit 12 Einzelzimmern und einem Isolationszimmer ein wichtiger Bestandteil des Spitals. Bis zu 28 000 Patienten werden hier jährlich versorgt, einfache Fälle direkt in der integrierten hausärztlichen Notfallpraxis.