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Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte
Eine Einrichtung der SGEMKO
Im inspirierenden Meran stellt ein faszinierendes Stipendien-Programm Literaturschaffenden zwei ruhig gelegene Wohnungen für konzentriertes Arbeiten zur Verfügung.
Das Aufenthaltsstipendium
Im Herzen des mediterran geprägten Kur- und Kulturorts Meran im italienischen Südtirol befindet sich inmitten einer kleinen Parkanlage das Gebäude, welches die beiden Wohnungen beherbergt.
Nur wenige Fußminuten vom mittelalterlichen Stadtzentrum entfernt, in der Nähe von Therme, Gärten, Schloss und Passer (Fluss), bietet die Residenz Raum für konzentriertes Schaffen während einer bestimmten Zeit.
Als »Writer in Residence« haben sie die Wahl zwischen zwei Wohnungen und einem Schreibaufenthalt von zwei bis zwölf Wochen. Ungestört von alltäglichen Obliegenheiten soll so ein literarisches Projekt konzentriert vorangetrieben werden können.
Literaturschaffende aller Genres dürfen sich für ein Aufenthaltsstipendium bewerben. Dabei ist nicht massgebend, ob bereits eine lange Liste von Publikationen vorliegt oder ob jemand noch ganz am Anfang seiner Karriere als Autorin/Autor oder als Übersetzerin/Übersetzer steht. Ausschlaggebend für ein Aufenthaltsstipendium sind in erster Linie die Ernsthaftigkeit, mit der ein Projekt verfolgt wird, sowie der inhaltlich erkennbare Bezug zu Menschenrechten.
Der Begriff der Menschenrechte ist weit. Wir verstehen ihn primär so, wie er in wichtigen internationalen Erklärung- en und Verträgen umschrieben ist, so beispielsweise in den folgenden:
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948
- Menschenrechtsverträge im Rahmen der Vereinten Nationen, so etwa
- Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UNO-Pakt I)
- Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II)
- Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung
- Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
- Übereinkommen über die Rechte des Kindes
- Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
- Übereinkommen vom 18. Dezember 1979 zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau
- usw.
- Regionale Abkommen für Menschenrechte, wie beispielsweise
- Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK)
- Andere regionale Menschenrechtskonventionen
- Europäische Sozialcharta
- usw.
Wesentlich an den Menschenrechten ist die Auffassung, dass diese jedem Menschen um seiner selbst willen zustehen. Das heisst somit: Nicht nur «guten», angepassten, sondern auch «schlechten», unangepassten. Der allgemeine Leitspruch dabei dürfte wohl sein: «Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg' auch keinem andern zu.»
Literatur und Menschenrechte
Wir wollen, dass die grundlegenden Menschenrechte nicht nur in fachlichen Texten zum Ausdruck gelangen sondern auch und gerade in literarischen, wobei wir den Begriff »Literatur« weit fassen und alle Genres berücksichtigen. Wir sind der festen Auffassung, dass die schriftliche Auseinandersetzung mit menschenrechtlichen Fragen dazu beitragen kann, Leserinnen und Leser für ebendiese Fragen zu sensibilisieren.
Menschenrechte sind keine Errungenschaft, die auf ewig hält, sie müssen immer wieder neu errungen und bestätigt werden.
Der Gründer
Franz Edelmaier (1931 - 2012), ein dem Tiroler Kloster Stams zugehöriger Zisterzienserpater (»Pater Benedikt«), war über 50 Jahre Pfarrer in Meran. Er vermachte seinen Nachlass der Schweizerischen Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention (SGEMKO). Er selbst hat in diesen Wohnungen gelebt und gewirkt und wünschte sich für sie einen fortbestehenden Bezug zur Arbeit für Menschenrechte.
Internationalität
Für das Stipendienprogramm kommen Literaturschaffende aller Nationalitäten infrage. Ausdruck der gewünschten Internationalität ist auch die Namensgebung der Wohnungen, THOREAU, nach Henry David Thoreau (geb. 1817 in Massachusetts, gest. 1862 ebenda; »Über die Pflicht zum Ungehorsam gegenüber dem Staat« u.a.) und KALÉKO, nach Mascha Kaléko (geb. 1907 in Chrzanów, gest. 1975 in Zürich; »Hat alles seine zwei Schattenseiten« u.a.).
Der Austausch mit Literaturkreisen vor Ort wird angestrebt und soll in den kommenden Jahren etabliert werden.
Die Wohnungen
Die Wohnungen THOREAU und KALÉKO wurden 2013/2014 komplett erneuert. Von den beiden obersten Stockwerken des Kondominiums Palazzo Splendor bieten sie einen herrlichen Bick über das Meraner Quartier Untermais und bis in die Berge südwestlich des Etschtals.
Ausgestattet mit Küche, Dusche/WC, Internet (WLAN), Terrasse, bieten THOREAU im 6. Stockwerk und KALÉKO im 5. Stockwerk jeweils zwei Räume mit total ca. 40 m2 Fläche (Nasszellen separat gerechnet).Beide Wohnungen verfügen über einen höhenverstellbaren Arbeitstisch, Lese-Sessel, Bett und die nötige Kücheneinrichtung. Für die gesamte Dauer des Aufenthaltes gilt das Prinzip der Selbstversorgung.
Nennung des Stipendiums
Sollte ein Werk, an dem während des Aufenthaltsstipendiums gearbeitet wurde, zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden, ist eine Nennung des Stipendiums erwünscht.
Auf das Stipendium soll in folgender Weise hingewiesen werden:
»2015 Writer in Residence, Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte, Meran«
Zwei Belegexemplare des Werkes sind an die Projekt-Koordination einzusenden; mit diesen Büchern werden die Wohnungs-Bibliotheken von THOREAU und KALÉKO sinnvoll erweitert.
FAQ - Frequently Asked Questions - Häufig gestellte Fragen
Muss ich eine Versicherung abschliessen, um das Stipendium antreten zu können?
Ja, Sie brauchen eine Privat-Haftpflichtversicherung. Als Stipendiat/Stipendiatin haften Sie im Falle von selbstverschuldeten Schäden. Die Privat-Haftpflichtversicherung bewahrt Sie vor unberechtigten Ansprüchen und übernimmt die Schadensdeckung.
Ich würde gerne zwölf Wochen beantragen, allerdings würde ich diese nicht am Stück nutzen wollen, sondern gestückelt, geht das?
Sie können immer nur für einen zusammenhängenden Zeitraum ein Stipendium beantragen. Wenn Sie mehrmals kommen wollen, müssen Sie sich jeweils wieder neu bewerben.
Wer entscheidet über die Bewerbung?
Ein Board von Fachkundigen aus dem Bereich Literatur und aus dem Bereich Menschenrechte entscheidet über das Stipendium.
Wie viel vorher muss ich ein Gesuch einreichen?
Prinzipiell behandeln wir Gesuche nicht weiter im Voraus als ein halbes Jahr. Wenn Sie also ein Stipendium für Dezember beantragen, werden wir dieses erst 6 Monate vorher, also im Juli behandeln.
Wie schnell sind die Plätze jeweils besetzt?
Das ist unterschiedlich. Aber es gibt immer wieder Stipendiatinnen/Stipendiaten, die ihr Stipendium unerwarteter Weise nicht antreten können, dann ist jeweils kurzfristig ein Platz frei.
Kann ich anstelle einer Textprobe auch ein bereits publiziertes Buch mitschicken?
Nein. Bitte schicken Sie uns ausschliesslich Textproben, die mit dem geplanten Projekt zu tun haben, an dem Sie während Ihres Stipendiums schreiben wollen.
Ich würde gerne ein Stipendium beantragen, habe aber kein konkretes Projekt. Kann ich auch einfach so zum Schreiben kommen?
Nein. Wir wollen uns von Ihrer Ernsthaftigkeit, mit der Sie ein bestimmtes Projekt verfolgen, überzeugen. Dieses Projekt muss einen Zusammenhang mit Menschenrechten aufweisen.
Kann ich auch beide Wohnungen beanspruchen, da ich die Familie mitnehmen möchte?
Nein. Sinn des Aufenthaltsstipendiums ist es, dass man losgelöst von der Alltagssituation konzentriert arbeiten kann.
Wenn ich meinem Gesuch CDs, Bücher, Pressematerialien beifüge, werden mir diese Unterlagen später wieder zurückgeschickt?
Nein. Wir bitten Sie dringend davon abzusehen, Bücher oder andere Belegmaterialien zu schicken; es werden keine Materialien zurückgeschickt.
Wie sieht das optimale Gesuch aus?
Wie auf unserer Homepage beschrieben; nichts mehr, nichts weniger, keine Heftklammern, keine teuren Mappen.
Darf auf dem Balkon geraucht werden?
Nein. Unsere Wohnungen sind beide komplett rauchfrei. Diese Abmachung betrifft auch Balkon, Badezimmer und Küche. Wir bitten allfällige Raucherinnen und Raucher, sich vorgängig Gedanken dazu zu machen, ob diese Einschränkung für sie akzeptabel und ihrem Schreibprozess nicht hinderlich ist.
Mein Wagen ist grösser als 4,50m, kann ich dennoch mit dem Auto anreisen?
Sie dürfen selbstverständlich mit dem Auto anreisen, jedoch können wir Ihnen keinen Garagenplatz zur Verfügung stellen, wenn Ihr Wagen die Höchstlänge von 4,50m übertrifft. Sie müssten dann in der Umgebung nach einem freien Parkplatz suchen und sich an die örtlichen Parkbedingungen und –gebührenzahlung halten.
Welche Verpflichtung gehe ich ein, wenn ich das Stipendium antrete?
Wenn Ihr Gesuch gutgeheissen wird, bekommen Sie einen Gebrauchsleihevertrag zugestellt, der die Nutzung der Stipendiatenwohnung regelt. Über die in diesem Vertrag geregelten Punkte – zumeist die Hausordnung betreffend – gehen Sie keine weiteren Verpflichtungen ein.
Es wäre allerdings wünschenswert, dass Sie auf das Stipendium in schriftlicher Form aufmerksam machen, sollte ein Text, an dem während des Stipendiates gearbeitet wurde, zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden, beispielsweise wie folgt:
»2015 Writer in Residence, Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte, Meran«
Zudem freuen wir uns, wenn Sie uns zwei Belegexemplare des Werkes an die Projekt-Koordination einsenden; mit diesen Büchern werden die Wohnungs-Bibliotheken von THO-REAU und KALÉKO sinnvoll erweitert.
Kann ich meinen Hund mitbringen?
Leider nein. Hunde sind im Kondominium nicht erlaubt (übergeordnetes Privatrecht). Aus diesem Grunde können wir selbst für Blindenhunde keine Ausnahme machen.
Ablauf für Gesuchsstellende
Interessierte füllen das »Formular für Gesuchstellende« aus und senden es zusammen mit einer Textprobe an die Koordinatorin. Es werden nur vollständig und schriftlich mit der Post eingereichte Gesuche bearbeitet.
Ein Board von Fachkundigen entscheidet über Gutheißung oder Ablehnung des Gesuchs.
Bei Gutheißung wird gemeinsam ein passender Zeitpunkt für den Aufenthalt bestimmt. Vor Ort steht eine Kontaktperson für Fragen zur Verfügung.
Das Aufenthaltsstipendium beschränkt sich auf die Zurverfügungstellung der Wohnung; Reise-, Verköstigungs- und Versicherungskosten gehen zu Lasten der Begünstigten / des Begünstigten.
Über den Grund einer allfälligen Ablehnung eines Gesuches wird über die entsprechende Mitteilung hinaus keine Korrespondenz geführt.
Das Gesuch kann in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch eingereicht werden.
Koordinatorin
Literatur- und Menschenrechte
Michèle Minelli
Iselisberg 14
CH-8524 Uesslingen
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