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Außerkörperlich durch die Löcher des Netzes fliegen
5. Kapitel
Werner Zurfluh
|Erstmals veröffentlicht in: Der Wissenschaftler und das Irrationale - Bd. 1: Beiträge aus Ethnologie und Anthropologie, Hg. Hans Peter Duerr, Frankfurt a.M.: Syndikat, 1981:473-504. 2.Aufl. 1996 im HTML-Format, teilweise ergänzt.|
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5. Kapitel:
Von "außen" gesehen
Von der außerkörperlichen
Erfahrung aus gesehen kommt es zu einer etwas anderen Beurteilung z.B. der "Ekstase".
Vieles kann leichter verstanden werden mit dem Wissen um die Aufrechterhaltung
der Kontinuität des Ich-Bewußtseins bei schlafendem Körper oder
in "Trance". Es ist möglich, präzisere Fragen zu stellen und
manche Phänomene aus ihrer widersprüchlichen Verflechtung herauszulösen.
Die Entflechtung wird zeigen, wie eine Kritik an gewissen Auffassungen vom persönlichen
Erleben und/oder der axiomatischen Begründung der Außerkörperlichkeit
bestimmt wird. Bei einer Konfrontation mit Erfahrungen, für die man selbst
keine Entsprechung hat, wird die Sicht getrübt. Man wird auf theoretische
Konzepte zurückgreifen, in denen eben gerade die fragliche Beobachtung
nicht vorgesehen ist und die Außerkörperlichkeit nicht als eigenständiges
Phänomen anerkannt wird. Das führt letztlich zu einer Synonymisierung
von Begriffen und zur Verwischung von semantischen Feldern, die nur für
diejenigen eine unterschiedliche Bedeutung haben, die selbst erlebt haben, wovon
der andere spricht - oder über eine Theorie verfügen, die
entsprechende Beobachtungen erlaubt. Es käme einem durch nichts zu
rechtfertigenden Elitarismus gleich, ein Konzept zu entwickeln, das Erfahrungen
impliziert, die nicht erbracht werden können, weil keine Möglichkeit
besteht, die dafür notwendigen Voraussetzungen zu erfüllen. Eine
Theorie, die sich nicht experimentell falsifizieren läßt, ist bloß
eine Ideologie mit dogmatischem Anspruch.
Die axiomatische Begründung der Außerkörperlichkeit kann als Arbeitshypothese aufgefaßt werden. Sie läßt sich durch einen Selbstversuch verifizieren oder falsifizieren. Die notwendigen experimentellen Rahmenbedingungen sind bekannt - ich habe einige angeführt und außerdem gibt es eine Unmenge von praktischen Hinweisen in den Schriften aller Völker. Die Schwierigkeit besteht "bloß" darin, die notwendigen Bedingungen von den unnötigen Anweisungen zu trennen. Man kann auch von einem Selbstversuch absehen, auf eigene Erfahrungen verzichten und statt dessen die Theorie der Außerkörperlichkeit auf die Auffassungen im Umkreis des Phänomens der "Ekstase" anwenden. Auf diese Weise wird der "hologrammatische" Charakter jeder Sichtweise deutlich:
Ein Hologramm wird mit Hilfe von Laserstrahlen hergestellt und hat die Eigenschaft, daß die Beleuchtung bloß eines Teiles der Fotoplatte wieder das gesamte vormals fotografierte Bild sichtbar werden läßt. Nur verliert das Bild um so mehr an Schärfe und gehen um so mehr Einzelheiten verloren, je kleiner das Fragment ist. Das Gesamtbild bleibt stets erhalten, aber die Konturen lösen sich auf und die einzelnen Formen verschmelzen miteinander. (Anm.44) Von einem Teilbild kann nicht behauptet werden, daß es falsch sei; es ist nur unscharf, weil gewisse Teile fehlen. Und solch ein wichtiger Teil für das Verständnis der "Ekstase" ist das Konzept der Außerkörperlichkeit. Wenn es fehlt, dann muß man z.B. von psychiatrischen und psychologischen Ansätzen ausgehen und wird große Mühe haben, gewissen Aussagen von Ekstatikern eine Bedeutung zuzusprechen - es kommt zu einer Verwischung der semantischen Felder.
Vom Blickwinkel der Außerkörperlichkeit her wird eine ganze Lawine von Bedeutungsveränderungen ausgelöst, deren Ausweitung alptraumartig wäre, entstünde dadurch nicht auch ein besseres Verständnis, das vor der Depression und dem sozialen Tod rettet. Der Nigredo-Zustand der Alchemisten dürfte eng mit dieser "katastrophalen" Situation gekoppelt sein, wie überhaupt das gesamte alchemische Opus vom Erlebnis und der Theorie der Außerkörperlichkeit aus eine Neubewertung erfährt.
Die Alchemisten haben ihren seelischen Entwicklungsprozeß eng mit der stofflichen Transmutation und der Verwendung von Substanzen gekoppelt, die ihnen u.a. den "magischen Flug" ermöglichten. (Anm.45) Dieses Fliegen ist im außerkörperlichen Zustand eine durchaus adäquate Fortbewegungsweise, eine Realität, die nur für diejenigen zum Problem wird, die nicht wissen, in welchem Zustand sie sich befinden. Zu Beginn war für mich die Tatsache, daß ich fliegen konnte, derart verblüffend und ungewohnt, daß ich mehrere Male einen "Schock" erlitt und wieder in den physischen Körper zurückkehrte. (Anm.46) Später habe ich mir während mehrerer Flüge im außerkörperlichen Zustand die Mühe genommen, das Fliegen im Rahmen meiner Kenntnisse der Tiefenpsychologie zu deuten, um zu sehen, was geschehen würde - aber nichts geschah, ich flog einfach weiter über die manchmal wundervollen Landschaften. Selbstverständlich hatte ich dabei oft ein herrliches Gefühl, aber keinen Orgasmus, denn dafür ist für mich - auch im außerkörperlichen Zustand - ein Partner nötig. (Anm.47) Fliegen ist kein sexuelles Geschehen, weder im außerkörperlichen Zustand noch im Traum oder im Alltag, und bedeutet auch nicht einen Koitus. Bei einem Interpretationsversuch des Fliegens bei Außerkörperlichkeit hat man etwa den gleichen Erfolg wie während eines Fluges in einem Flugzeug im innerkörperlichen Zustand. Beides kann symbolisch betrachtet werden, ohne daß sich dabei die Flugbahn verändert. Beides bleibt Wirklichkeit. Es ist berechtigt, das Fliegen mit erkenntnistheoretischen Fragen zu verbinden, denn sowohl der Flug mit einem Flugzeug wie der Flug im außerkörperlichen Zustand bedingen entsprechende theoretische Vorentscheidungen. Im einen wie im anderen Fall gibt es aber auch praktische Probleme, die sich nicht allein durch erkenntnistheoretische Überlegungen lösen lassen. Letzteres hat H.P. Duerr im Buch Traumzeit versucht, doch kommt man gerade bei der Diskussion des "Fliegens" und des Fliegens nicht darum herum, eigene Erfahrungen mitzuberücksichtigen.
Hätte ich vor meinen ersten Flugerfahrungen das 8. Kapitel der Traumzeit, "A midsummernight's dream?" (Anm.48) von H.P. Duerr gelesen, wäre mir das Fliegen wohl schwerer gefallen; "Unsere Seele löst sich nicht vom Körper, doch die Grenzen unserer Person decken sich nicht länger mit jenen Grenzen unseres Körpers, die wir auf einer Photographie sehen mögen. ... Wir fliegen weniger, als daß unsere gewöhnlichen 'Ich-Grenzen' verfliegen." (Anm.49) Das Fliegen als "Erweiterung unserer Person" (Anm.50) zu bezeichnen, ist - wenn auch keineswegs falsch - wenig dazu geeignet, die praktischen Probleme zu lösen, die sich im außerkörperlichen Zustand infolge dieser Fortbewegungsweise ergeben. Wie kann beispielsweise bei sehr hoher Geschwindigkeit ein Bewußtseinsverlust vermieden werden? Wie ist es möglich, die Flugrichtung zu ändern, ein Ziel anzufliegen, sanft zu landen oder nach eigenem Ermessen wieder zu starten? Vom Gefühl meiner Ich-Identität aus gesehen ist das Fliegen im außerkörperlichen oder im innerkörperlichen Zustand nicht mit einer Erweiterung meiner Person verbunden, sondern mit einer Erweiterung meines Erfahrungsbereiches. Definiere ich meine Person einzig mittels ganz bestimmter Erfahrungen, so bin ich gezwungen, davon abweichende Erfahrungen als unwirklich und irrelevant einzustufen. Wird dagegen eine absolute Identifizierung vermieden, gibt es keine Identitätsprobleme bei der Aktualisierung neuer Erfahrungen. Durch die Verlagerung des Ichs als eines Kristallisationspunktes, in welchem die verschiedensten Beziehungen bewußt werden, bleibt die Ich-Identität trotz Veränderungen der Beziehungsfelder erhalten. Geht bei einer Verlagerung das Erinnerungsvermögen verloren, dann besteht keine Ich-Kontinuität mehr. Ohne Erinnerungsvermögen ist keine Bewußtwerdung der Situation und keine willentliche Veränderung der Verhaltensweise möglich. Verfügt man dagegen über die Erinnerung an alle früheren Ereignisse und ist man gewillt, sein Verhalten und seine Auffassung nicht durch einen einzigen Maßstab bestimmen zu lassen, dann werden situationsadäquate Anpassungsleistungen möglich.
Trotz aller außerkörperlicher Erfahrungen fühle ich mich im innerkörperlichen Zustand als eine Entität, weil der Erfahrungsbereich "Körper" zu diesem Zeitpunkt mein Ich-Feld mitkonstituiert und keine Trennung notwendig ist. Unter gewissen Umständen ist aber eine Trennung möglich, und ich meine, daß die traditionelle Metaphysik durchaus eine Erfahrungstatsache beschreibt. Würde ich dies ablehnen, dann müßte ich gleichzeitig auch alle meine außerkörperlichen Erlebnisse verleugnen - oder in einen theoretischen Rahmen einbetten, der mich zwingt, sie als Halluzinationen aufzufassen, sie zu interpretieren oder durch Synonymisierung bis zur Unkenntlichkeit zu verfremden.
Ich möchte zwei Fälle von typischer Synonymisierung anführen, die sich nur bei Beachtung der Empirie und/oder der Theorie der Außerkörperlichkeit befriedigend auflösen lassen. Im ersten Fall handelt es sich um die von H.P. Duerr vollzogene Gleichsetzung der Bezeichnungen "leer werden lassen", "abaissement du niveau mental" und "Grenzen preisgeben", während im zweiten Fall die Auffassung von Mircea Eliade diskutiert werden soll, wonach der "schamanische Flug" mit dem "rituellen 'Tod'" und der "Fähigkeit, willentlich den Körper zu verlassen" als gleichbedeutend zu betrachten ist.
Duerr behandelt auf eindrückliche Weise die Fragen rund um die Traumzeit vom erkenntnistheoretischen Standpunkt aus und schlägt damit eine Bresche in die Mauern "unseres" Paradigmas "Es hat also den Anschein, daß unsere Person sehr viel mehr ausmacht als das, was die Kultur des Alltags uns von uns selbst vor Augen führt. Und es hat überdies den Anschein, daß gerade die archaischeren Kulturen den Menschen oder zumindest einige Menschen dazu anleiteten, in gewissen Augenblicken ihre gewöhnliche Natur 'leer' werden zu lassen, wie der Indianer sagt, ein 'abaissement du niveau mental' herbeizuführen, wie die Parapsychologen sagen, oder ihre Grenzen preiszugeben." (Anm.51) Im letzteren Satz werden drei Begriffe gleichgesetzt, die in der Praxis eine unterschiedliche Bedeutung haben, nämlich "Leerwerden", "abaissement" und "Preisgabe der Grenzen". Für die Außerkörperlichkeit ist es vor allem wichtig, das "abaissement du niveau mental" ganz klar vom "Leerwerden" und der "Preisgabe der Grenzen" zu unterscheiden, weil es sonst zu Verwechslungen zwischen Körperzustand und Ichzustand kommt. Für das Ich ist es unumgänglich, "leer" zu werden, damit die absolute Identität mit den bisherigen Vorstellungen und Bewußtseinsinhalten (den Körperempfindungen miteingeschlossen) aufhört.
Das hat schon im Alltag zu geschehen und kann praktisch z.B. durch eine Sinnesdeprivation im Zusammenhang mit einer Punktmeditation erreicht werden. Dieser "Entleerungsvorgang" führt zur Auflösung der Grenzen, durch die sich das Ich bis zu diesem Zeitpunkt definiert hat. Auf diese Weise wird das Ich auf die Transzendenz ausgerichtet und erlangt eine prinzipielle Offenheit. Es ist nun nicht mehr ausschließlich durch die bisherigen Erfahrungsmöglichkeiten bestimmt und bestimmbar, sondern bereit, die Rahmenbedingungen aufzugeben und gegen andere einzutauschen. Im idealsten Fall besteht eine vollkommene Gedankenleere und gleichzeitig eine totale Gelassenheit. Der Begriff "abaissement du niveau mental" paßt nun überhaupt nicht in die semantischen Felder der beiden anderen Bezeichnungen, sondern spiegelt das Mißverständnis einer Theorie, welche die Außerkörperlichkeit nicht axiomatisch festgelegt hat.
Bei Pierre Janet (1898 und 1903) bedeutet ein "abaissement du niveau mental" eine "Einengung des Bewußtseins" bzw. eine "Herabsetzung der Aufmerksamkeit", (Anm.52) was eine Dissoziation, einen Bewußtseinszerfall zur Folge hat. "Unter Dissoziation verstand die französische Schule eine Schwächung des Bewußtseins dadurch, daß eine bis mehrere Vorstellungsreihen abgespalten wurden, das heißt sich von der Hierarchie des Ichbewußtseins befreiten und ein mehr oder weniger selbständiges Dasein begannen." (Anm.53) Die Verwendung des Begriffes zeigt, daß mit einem "abaissement du niveau mental" nicht eine Verlagerung der Aufmerksamkeit von einem Bewußtseinsinhalt auf einen anderen gemeint ist, sondern ein Zerfall der Kontinuität des Ichs und ein Verlust des Erinnerungsvermögens. Und das widerspricht dem "Leerwerden" und der "Grenzauflösung", weil dabei das Gedächtnis nicht verloren geht, sondern nur die Aufmerksamkeit von etwas Bestimmtem abgezogen wird. Dieses "abaissement du niveau mental" geschieht ohne Dissoziation. Doch stehen diesem Verständnis des Begriffes die geschichtlich gewachsenen Verwendungsarten entgegen, weshalb er nicht unmißverständlich in diesem Sinne gebraucht werden kann. Deshalb sollte er im Zusammenhang mit dem Gebrauch des Begriffes "Entleerung" vermieden werden.
Einen anderen Weg ist Eliade gegangen. Er hat den "schamanischen Flug" mit dem "rituellen 'Tod'" und der "Fähigkeit, willentlich den Körper zu verlassen", gleichgesetzt. (Anm.54) Erkenntnistheoretisch ist seine Sicht richtig, aber praktisch handelt es sich in allen drei Fällen um ganz verschiedene Erlebnisse. Alle drei bedingen eine bestimmte Einstellung, ohne die weder das eine noch das andere realisierbar wäre - doch müssen sie nicht zusammen auftreten. Wenn ich die Äußerungen von Schamanen richtig beurteile, unterscheiden sie exakt zwischen den drei Erlebnisformen, verwenden sie aber manchmal aus praktisch-technischen Gründen in einem direkten Kausalzusammenhang und sogar "synchronistisch". Der initiatorische Tod kann durch ein Ritual induziert werden, läßt sich aber nicht durch ein Ritual ersetzen. Nach der Initiation kann das Ritual unter Berücksichtigung der persönlichen Initiationserfahrung nach den eigenen Bedürfnissen modifiziert und auf diese Weise optimiert werden. Die Beibehaltung starrer ritueller Muster ist oft ein Anzeichen für die Zweckentfremdung des Rituals. Es dient nicht mehr als Mittel z.B. zur Auslösung der Außerkörperlichkeit und hat seine Wirkung verloren. Der "rituelle Tod" erlaubt es einem Schamanen, schneller in den für die Ablösung erforderlichen inneren Zustand zu geraten, sich einzustimmen und durch die Vergegenwärtigung der eigenen initiatorischen Todeserfahrung von neuem in den außerkörperlichen Zustand zu geraten. Die Ablösung selber kann mit einem sofortigen Hoch- und Wegfliegen verbunden werden, weshalb denn auch "Ablösung" und "Fliegen" den gleichen Sachverhalt bezeichnen.
Flug, Tod und Ablösung können aber völlig voneinander getrennt erlebt werden. Wie die Beschreibung meiner eigenen außerkörperlichen Erfahrungen gezeigt hat, erlebte ich die Ablösung vom Körper nicht als Sterbeprozeß und auch nicht als Flug, sondern als gewöhnliches Aufstehen aus dem Bett, allerdings mit überraschenden Effekten. Was nun das Fliegen betrifft, so begann ich erst später, mich auf diese Weise fortzubewegen, wobei ich aber nur selten direkt bei der Ablösung wegflog, sondern normal aufstand, etwas umherging und erst dann zu fliegen begann. Und nun zum initiatorischen Tod: Wer im außerkörperlichen Zustand stirbt, erlebt diesen Vorgang bei vollem Bewußtsein. Bei der Begegnung mit dem eigenen Sterben und dem eigenen Tod wird das persönliche Verhalten von den Vorstellungen geprägt, mit denen man sich identifiziert. Als ich mich selbst - im außerkörperlichen Zustand! - mit der Frage der Akzeptierung des Sterbenmüssens konfrontiert sah, versuchte ich zuerst, meinen Tod symbolisch aufzufassen. Merkwürdigerweise mußte ich jedoch lernen, von dieser Auffassung abzulassen. So kam es nach einigen Fehlschlägen dazu, daß ich im außerkörperlichen Zustand bei vollem Bewußtsein starb und überzeugt war, daß der physische Körper ebenfalls davon betroffen sein würde! Ich wußte nicht, daß der Tod des Ichs nicht mit dem Tod des Körpers identisch ist und hatte eine grauenhafte Angst - und war danach zutiefst erschüttert, "überlebt" zu haben und wieder auferstehen zu dürfen. Dieser initiatorische Tod veränderte meine Einstellung dem Tod gegenüber vollständig und prägte meine Auffassung nachhaltig.
Eine initiatorische Todeserfahrung kann im Rahmen eines Rituals stattfinden, aber das ist von den äußeren Umständen und vom theoretischen Konzept abhängig. Für eine willentliche Ablösung vom Körper ist es nicht notwendig, den "Tod" rituell zu vollziehen, denn die Ablösung kann "sanft" geschehen, ohne den geringsten Bruch der Ich-Kontinuität. Und mit der Meinung, der Tod im außerkörperlichen Zustand sei ein symbolisches Geschehen, wird man nicht verstehen, welche Tragweite ein initiatorisch erlebter Tod für das Leben besitzt, und wie groß trotz aller erkenntnistheoretischer Gemeinsamkeiten der Unterschied zur willentlichen Ablösung des Ichs vom physischen Körper und zum Fliegen im außerkörperlichen Zustand ist. .
Anmerkungen
Anm 44: Für die Beschreibung eines Hologramms benutzte ich die Ausführungen
von Koestler (1976) 1980:272-273.
Anm.44 Ende - zurück zum Text
Anm 45: Vgl. Eliade (1956) o.J.:141-142.
Anm.45 Ende - zurück zum Text
Anm 46: Die Probleme, die sich mit der Außerkörperlichkeit ergeben, sind eindrücklich und hübsch in der Comic-Reihe Shayawaya von Christoph Roos dargestellt. Über die Schwierigkeiten beim "magischen Flug" vgl. Roos 1980b:38-39.
Anm.46 Ende - zurück zum Text
Anm 47: Garfield (1974) 1980 geht von anderen (theoretischen) Vorentscheidungen aus als ich und ist stark dem gestaltpsychologischen Ansatz verbunden. Deshalb hat sie meines Erachtens mit dem außerkörperlichen Zustand immer wieder Probleme: sie kann ihren eigenen Namen nicht laut aussprechen (S.176) (was mir stets problemlos gelingt) und möchte bei den verschiedensten Gelegenheiten einen Orgasmus herbeiführen. Letzteres beschreibt sie vor allem in ihrem zweiten Buch Pathway to Ecstasy. Für Garfield ist Orgasmus "a natural part of lucid dreaming" (1979:44), der auch beim Fliegen auftreten kann. Für mich gibt es aber gefühlsmäßige Unterschiede zwischen einer Liebesbeziehung und einem Flugerlebnis!
Anm.47 Ende - zurück zum Text
Anm 48: Duerr 1978:96-109.
Anm.48 Ende - zurück zum Text
Anm 49: Duerr 1978:108-109.
Anm.49 Ende - zurück zum Text
Anm 50: Duerr 1978:109.
Anm.50 Ende - zurück zum Text
Anm 51: Duerr 1978:108.
Anm.51 Ende - zurück zum Text
Anm 52: Vgl. Jung 1907 in: Jung GW 3:10.
Anm.52 Ende - zurück zum Text
Anm 53: Vgl. Jung 1907 in: Jung GW 3:31.
Anm.53 Ende - zurück zum Text
Anm 54: Eliade 1960.
Anm.54 Ende - zurück zum Text
Literaturverzeichnis
Duerr, Hans Peter: Traumzeit. Über die Grenze zwischen Wildnis und
Zivilisation. Frankfurt am Main 1978.
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Eliade, Mireea: Schmiede und Alchemisten. Aus dem Französischen von Emma von Pelet. (1956 Forgerons et Alchimistes) Stuttgart o.J.
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Eliade, Mircea: Der magische Flug in: Antaios 1/1960:1-12.
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Garfield, Patricia: Kreativ träumen. Aus dem Amerikanischen von F.Walter und Werner Zurfluh. (1974 Creative Dreaming) Schwarzenburg: Ansata, 1980.
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Garfield, Patricia: Pathway to Ecstasy. The Way of the Dream Mandala. New York 1979.
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Jung, Carl Gustav: Über die Psychologie der Dementia praecox. 1907. In: GW3: 1-170.
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Koestler, Arthur: Worüber man nicht sprechen darf. (1976) In: Koestler 1980; 259-286.
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Koestler, Arthur: Die Armut der Psychologie. Der Mensch als Opfer des Versuchs, irrationalem Verhalten mit rationalen Methoden beizukommen. Bern 1980.
Roos, Christoph: Shayawaya. Fantastische Comics zwischen Traum und Wirklichkeit. Band 3: 1980a; Band 4: 1980b. Kai Stellmann Verlag, Adlerstraße 14, 28 Bremen.
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