Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/165

Light pollution wurde wortwörtlich aus dem Englischen als Lichtverschmutzung übernommen. Dabei entsteht der Eindruck, dass es sich um verschmutztes Licht handelt. Eigentliche Quelle ist aber das Licht selbst. Es wird im Übermaß eingesetzt,was sich zunehmend als Störgrösse in der Umwelt und im Naturhaushalt auswirkt. Chur und ihre Umgebung weist einen Stufenwert zwischen 0.6 und 0.8 auf und weist in etwa denselben Wert auf wie das Mittelland, ohne die Grossstädte wie Zürich, Basel oder Genf mit Werten zwischen 1.2 und 1.4. Es gilt, je höher der Stufenwert, desto entfernter ist man von der nächtlichen Dunkelheit.
In Falera, Standort der grössten Volkssternwarte der Schweiz, sind geradezu noch optimale Verhältnisse mit einem Stufenwert zwischen 0.2 bis 0.5 gegeben. Einzig inneralpin wie im Gotthard- und Lukmaniergebiet ist die Verdunkelung noch etwas stärker vorhanden.
Von Paul Furrer-Bischofberger, Chur
Einschränkung der astronomischen Beobachtung und Forschung [(Quelle: Wikipedia)
Das Sternbild Orion, aufgenommen unter dunklem (links) und lichtverschmutztem Himmel (rechts).
Die Abwesenheit eines wirklich dunklen Nachthimmels beeinträchtigt im besonderen Masse dieastronomische Beobachtung und Forschung. Über einer hell erleuchteten Stadt sind mit blossem Auge in der Regel nur noch wenige sehr helle Sterne zu sehen. Ausgedehnte lichtschwächere Objekte wie die Milchstraße, die Große und die Kleine Magellansche Wolke, die Andromeda Galaxieoder den berühmten Großen Orionnebel kennen viele Menschen nur noch aus der Erzählung.
In einer Studie in der Schweiz wurde bekanntgegeben, dass man Sterne nur noch bis zu Grenzgröße von 4 mag sieht, anstatt bis 6 mag.
Die Zahl der mit blossem Auge sichtbaren Sterne liegt zumeist bei nur noch 200 bis 500, in Innenstädten sogar nur bei einigen Dutzend, während sie früher generell - heute nur noch in sehr dunklen Gegenden - bei bis zu 2500 lag. Sternwarten, die noch im letzten Jahrhundert in manchen Großstädten in Betrieb waren mussten mittlerweile den wissenschaftlichen Betrieb einstellen oder an abgelegene Orte verlagert werden.
Die Lichtemissionen haben aber nicht nur Auswirkungen auf die nächtlichen Beobachtungen am Sternenhimmel. Beeinträchtigungen von Wohlbefinden und Gesundheit, Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen (Insekten, Reptilien, Amphibien, Vögel, usw.) sind nicht wegzudenken. Auf Bundesebene existieren gesetzliche Grundlagen. Kantone und Gemeinden ziehen nach, so beispielsweise Igis/Landquart mit der LED-Beleuchtung. Beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) sind Broschüren zu „Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen" erhältlich.
Chur, Februar 2012