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Stiftshütte,
in Luthers Bibelübersetzung Name des beweglichen Heiligtums, das die Israeliten nach der elohistischen Darstellung wie nach dem Priestercodex auf ihrem Zuge durch die Wüste mit sich führten. Die S. des Elohisten und die des Priestercodex (s. Pentateuch) bedeuten jedoch sehr verschiedene Dinge. Die des Elohisten bedeutet ein bloßes Obdach für die Lade, das außerhalb des Lagers steht. Die des Priestercodex ist der Mittelpunkt des Lagers Israels, der Ort, wo Gott allein sich Israel offenbart und wo ihm allein gedient wird, ein prächtiger Zelttempel.
Die Offenbarung der S. ist die Grundlage der gesamten sinaitischen Gesetzgebung. Nach der in der Bibel [* 2] gegebenen Beschreibung nahm sie einen Raum von 6 m Länge und 18 m Breite [* 3] ein. Ihre verschlossenen Seiten bestanden aus 48 übergoldeten Brettern von Akazienholz, die durch goldene Ringe zusammengehalten und mit Pfählen befestigt wurden. Über diesen Wänden hingen Teppiche. Die vordere Seite war mit einem an fünf Säulen [* 4] befestigten Vorhange bedeckt. Das Innere teilte ein Zwischenvorhang, der das Allerheiligste, die hintere Abteilung, von dem Heiligen, der ¶
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vordern Abteilung, sonderte. Im Heiligen stand der Tisch mit den Schaubroten (s. d.), der goldene Leuchter und der Räucheraltar; im Allerheiligsten die Bundeslade (s. d.). Um das ganze Gebäude lief ein für das Volk bestimmter Vorhof. Diese S. des Priestercodex ist eine histor. Fiktion, dazu bestimmt, die Einheit des Kults, die ein Produkt der Geschichte Israels ist, in die Zeit der Wüstenwanderung zurückzutragen. Die Anfertigung eines solchen Prachtzeltes unter den primitiven Zuständen des Wüstenzugs ist nicht nur undenkbar, sondern aus der Beschreibung selbst ist auch ersichtlich, daß die S. ein Abbild des Salomonischen Tempels vorstellt, den man sich transportabel gemacht denkt.
Dazu kommt, daß die gesamte vorhistor. Überlieferung von der Existenz einer S. im Lande nichts weiß, sondern dieselbe geradezu ausschließt. Die Vielheit der Kultorte erscheint bis 621 als herkömmlich und legal, während die Existenz der S. zur Voraussetzung hat, daß nur an einem Orte geopfert werden darf. Wo in alter Zeit die Lade erscheint, geschieht es ohne die S., ja deren Existenz ist nach dem Zusammenhang ausgeschlossen. In Silo steht die Lade in einem Tempel. [* 6] Als David sie in seine Burg bringt, muß er ihr ein besonderes Zelt bauen, das mit der S. nicht verwechselt werden darf. Erst durch nachexilische Bearbeiter ist die S. in einige alte Geschichtsbücher hineingebracht. In den Büchern der Chronik (s. d.) wird die Fiktion des Priestercodex weiter gesponnen und die S. an einzelne der alten Heiligtümer des Landes verlegt. -
Vgl. Schick, Die S., der Tempel in Jerusalem [* 7] und der Tempelplatz der Jetztzeit (Berl. 1896).