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Wicki und Del Ponte siegen im 100-m-Sprint
Ajla Del Ponte und Silvan Wicki werden an den Schweizer Meisterschaften in Basel ihren Favoritenrollen über 100 m gerecht. Für beide ist es eine Premiere.
Angesichts der Leistungen in diesem Jahr ist es kaum vorstellbar, dass Del Ponte erst zum zweiten Mal nach dem Gewinn von Bronze 2016 an nationalen Meisterschaften in der Königsdisziplin auf dem Podest gestanden ist. Die 24-jährige war in Abwesenheit der Schweizer Rekordhalterin Mujinga Kambundji (10,95), welche die Saison Ende August wegen muskulärer Probleme im hinteren Oberschenkel abgebrochen hatte, eine Klasse für sich. In 11,27 Sekunden verwies sie Cynthia Reinle (11,65) und Natacha Kouni (11,71) deutlich auf die weiteren Podestplätze.
Nicht umsonst hatte Del Pontes Trainer Laurent Meuwly vor den Titelkämpfen von einer «neuen Athletin auf einem neuen Niveau» gesprochen. Sie ist kräftiger, technisch besser und machte auch dank langen Hügelsprints Fortschritte in der Schnelligkeitsausdauer. Und vor allem hat sie sich mental enorm entwickelt. Del Ponte gewann nicht nur an den Diamond-League-Meetings in Monaco und Stockholm, sondern sie führt überdies mit 11,08 Sekunden die europäische Saisonbestenliste an. Vor 2020 hatte ihre Bestzeit über 100 m 11,21 Sekunden betragen. «Dieser Titel ist sicher etwas Spezielles», sagte Del Ponte, die 2019 an gleicher Stätte SM-Vierte geworden war. Insofern sei es eine Revanche gewesen. War es mental schwierig, da sie als Topfavoritin angetreten war? «Es ist wichtig, diese Erfahrung zu machen.»
Auch Wicki ist in diesem Jahr so gut wie noch nie, nachdem er 2019 vom Pfeifferschen Drüsenfieber ausgebremst worden ist. Sein Körper profitierte gemäss eigener Aussage von der Pause und nun schaffte der 25-jährige Basler nach dem 3. Rang 2017 und dem 2. Platz 2018 zum ersten Mal über 100 m den Sprung aufs oberste SM-Podest. Und dies tat er auf äusserst souveräne Art und Weise, distanzierte er doch mit starken 10,18 Sekunden den zweitplatzierten William Jeff Reais um 24 Hundertstel. Dritter wurde Felix Svensson (10,62), der Schwede mit Schweizer Pass. «Die Befriedigung ist gross, das war das grosse Ziel der Saison», sagte Wicki. Mit dem Rennen war er angesichts der Bedingungen - es herrschte mit 0,3 m/s leichter Gegenwind - «sehr zufrieden.» Der Druck sei hoch gewesen. Er wisse jedoch, dass er seine Leistung bringe, wenn der Körper gesund sei.
Auch über 5000 m setzten sich mit Fabienne Schlumpf und Jonas Raess die Favoriten durch. Letzterer wurde über die zwölfeinhalb Bahnrunden zum vierten Mal in Serie Schweizer Meister. Der 26-jährige Zürcher liess den Gegnern auf der letzten Runde keine Chance und siegte in 14:02,09 Minuten - die letzten 400 m absolvierte er unter 53 Sekunden. Ende August war Raess in der Schweizer Allzeit-Bestenliste mit 13:20,08 Minuten in den 5. Rang vorgestossen. Für 2021 verspricht er noch einiges mehr. Silber sicherte sich der Triathlet Max Studer (14:06,43). Bronze ging an Tadesse Abraham (14:09,48), den EM-Zweiten 2018 im Marathon, der mit 14:09,48 Minuten die eigene Bestmarke um beinahe sieben Sekunden verbesserte.
Schlumpf, die Mitte August mit 15:10,31 Minuten die zweitbeste Zeit einer Schweizerin über 5000 m gelaufen war, hielt sich lange zurück, ehe sie auf den letzten beiden Runden unwiderstehlich davonzog. Die 29-jährige Zürcher Oberländerin gewann in 16:30,18 Minuten vor Klubkollegin Chiara Scherrer (16:33,16) und Vorjahressiegerin Nicole Egger (16:36,24). Nicola Spirig (16:46,73), Triathlon-Olympiasiegerin 2012, belegte den 5. Platz.
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