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Kultautor Gary Shteyngart im Interview«Ich sagte zu meinen Studenten: Sex – wisst ihr, was das ist?»
Gary Shteyngart gilt als einer der scharfsichtigsten US-Schriftsteller der Gegenwart – was er auch in seinem neuen Buch «Landpartie» unter Beweis stellt.
Er mag keine satirischen Romane mehr schreiben, denn die Realität ist zu erschreckend: Gary Shteyngart zu Hause in Red Hook, New York.
Foto: Tony Cenicola (NYT/Redux/laif)
Ihr neues Buch spielt 2020: Ein paar Freunde treffen sich während der ersten Covid-Monate in einer Datscha in Upstate New York. Wann haben Sie angefangen, es zu schreiben?
Kurz nachdem die Pandemie losging, noch im März 2020. Ich war damals ziemlich in Panik. Ich arbeitete schon länger an einem neuen Roman, einer akademischen Satire. Der Plot war, dass die New York University nach und nach von ganz Manhattan Besitz ergreift, die Hauptfigur war ein Professor. Ich hatte schon 240 Seiten. Dann kam die Pandemie, und eine viel schlimmere Dystopie wurde wahr, als dass eine Universität sich ausbreitet. Ich habe mich mit meiner Frau und unserem Sohn nach Upstate New York zurückgezogen, wo wir ein Haus haben, circa zwei Autostunden von Manhattan entfernt. Und dann passierte erst mal nichts. Plötzlich fingen alle an, Brot zu backen. Es war so still. Ich war einsam. Ich las viel Tschechow. Und auf einmal hatte ich die Idee zu «Landpartie».