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31. Januar 19
-News, IAM
Daniel Pfund, Senior Financial Analyst
Das Vereinigte Königreich ist seit dem 23. Juni 2016, als die Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Union abgehalten wurde, entzweit. Angesichts der geringen Kluft zwischen Befürwortern von Ja und Nein ist dies nicht überraschend. Nun, da der Vorschlag von Theresa May mit einer überwältigenden Mehrheit (432 gegen 202 Stimmen) im Parlament ausser Kraft gesetzt wurde, kann niemand die Abfolge der Ereignisse vorhersagen. Das Vereinigte Königreich wird voraussichtlich in einigen Monaten, am 29. März 2019, die Europäische Union verlassen.
Wenn es keine zusätzlichen Verhandlungen oder eine Verlängerung der Frist gibt, wird es einen “harten” Exit geben. In diesem Fall gelten die WTO-Regeln. Zolltarife und -kontrollen würden in Kraft treten. Nach den Meistbegünstigungszöllen würde der Durchschnitt bei rund 8% liegen, aber einige Sektoren wären stark besteuert, beispielsweise Milchprodukte (35,9%), Zucker und Süsswaren (21,2%) und Fleisch (15,5%). Das Vereinigte Königreich importiert rund 40% seiner Lebensmittel, sodass die Auswirkungen auf die Verbraucherpreise erheblich sein könnten. Darüber hinaus wird es zu erheblichen Verzögerungen beim Zoll kommen. All dies würde sich nicht nur negativ auf das englische BIP auswirken, sondern natürlich auch auf alle seine Wirtschaftspartner, einen grossen Teil Europas.
Die am stärksten gefährdeten Unternehmen sind britische Hersteller; in geringerem Umfang einige Schweizer Unternehmen wie Lindt & Sprüngli oder Emmi, deren Gewinn um 1% sinken könnte. Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass mehrere Unternehmen bereits Vorsorgemassnahmen vorgenommen haben (beispielsweise Nestlé), um das Risiko einer Verknappung zu vermeiden.