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Richtiges krabbeln bei Babys
Krabbelnde Babys!
Manche Babys mögen es nicht zu krabbeln. Sie rutschen fröhlich auf ihrem Gesäss, machen eine asymmetrische Bewegung auf 1 Fuss und 1 Knie oder schleichen wie eine Raupe. Wieder andere Babys überspringen das Krabbeln komplett und beginnen sofort zu laufen. Supersüss natürlich, aber hat die mögliche Konsequenzen? In diesem Artikel erzähle ich Ihnen mehr über die Bedeutung der Krabbelphase und was Sie tun können, um Ihrem Baby dabei zu helfen.
Motorische Entwicklung bei Baby
Die motorische Entwicklung eines Kindes verläuft normalerweise nach logischen, aufeinanderfolgenden Schritten. Wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, entwickelt sich dieser motorische Plan automatisch nach dem menschlichen „Bauplan“: Ihr Baby gewinnt zuerst die Kontrolle über seinen Kopf, später stemmt es sich in Bauchlage auf die Arme, es lernt zu rollen, sitzt nach unten, und geht ins Krabbeln über.
Das Üben all dieser Fähigkeiten wird ihn körperlich stärker machen. Wenn ein Baby beginnt, sich an Möbeln hochzuziehen und zu stehen, beginnt sich die normale Krümmung seiner Wirbelsäule zu entwickeln und seine unteren Rücken- und Beinmuskeln werden stärker. Mit anderen Worten, die Krabbelphase leistet die Vorbereitungsarbeit für das Stehen und Gehen.
Mögliche Störsender in das Krabbelmuster
Wenn alle Bedingungen vorliegen, würde ein Kind also anfangen zu krabbeln, wenn die vorherigen Meilensteine erreicht sind. Kommt es jedoch zu Bewegungseinbussen im Körper, kann dies Auswirkungen auf die motorische Entwicklung des Kindes haben.
Beispielsweise kann ein Kind, das längere Zeit in Steisslage war oder starken Druck auf das Kreuzbein (z.B. beim Drücken auf den Bauch, bei der Kontraktionsstimulation, …) Hüfte oder Wirbelsäule, die beim Krabbeln leicht im Weg sein können.
Bewegungseinbussen weiter oben in der Wirbelsäule, im Schultergürtel, im Brust- oder Nackenbereich können dagegen die richtige Abstützung der Arme behindern. Außerdem ist es wichtig, dass alle primitiven Reflexe ausreichend integriert sind. Mit anderen Worten, es gibt verschiedene Störsender, die es einem Kind erschweren können, dem normalen Krabbelmuster zu folgen.
Jeder Meilenstein zählt
Jeder Schritt oder Meilenstein dieser Entwicklung bildet die Basis für den nächsten Schritt. Ist ein Schritt automatisiert, lässt sich der nächste viel leichter erlernen. Das Überspringen eines Meilensteins wirkt sich also nicht nur auf die Fertigkeit selbst aus, sondern auch auf viele andere, wie die Hand-Augen-Koordination, die Feinmotorik, das Gleichgewicht usw.
Krabbeln bedeutet für Ihr Baby also viel mehr als nur eine Möglichkeit, sich fortzubewegen.
Gekreuzte Koordination
Beim Krabbeln nutzt ein Kind gekreuzte motorische Fähigkeiten: Während es seinen rechten Arm nach vorne legt, kommt sein linkes Knie nach vorne und umgekehrt. Sein rechter Arm wird von der linken Gehirnhälfte gesteuert, sein linkes Knie von der rechten Gehirnhälfte. Beide Gehirnhälften arbeiten also zusammen, um das Krabbeln koordiniert ablaufen zu lassen.
Dieser während der Krabbelphase automatisierte Prozess bildet eine solide Grundlage für alle späteren Lernprozesse mit Cross-Koordination wie Lesen, Rechnen, Gehen, Radfahren, Tanzen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass ein Kind, das nicht krabbelt, Legasthenie, Dyskalkulie oder andere Lernschwierigkeiten entwickelt.
Es ist jedoch möglich, dass das Erlernen dieser Fähigkeiten mehr Energie kostet, als wenn das Überqueren der Mittellinie in der Kriechphase automatisiert wäre.
Räumliche Orientierung
Krabbeln bietet einem Baby viele Möglichkeiten, räumliche Konzepte zu verstehen. Zum Beispiel wird ein Butt Pusher normalerweise um ein Objekt herumgehen, während ein Crawler die Möglichkeit hat, darunter, darüber oder um ihn herum zu kriechen.
Dadurch fördert es die Orientierung der physischen Welt um ihn herum, die Beziehung zu ihr und die Position darin, Eigenschaften, die später im Leben nützlich sein werden, um Probleme zu lösen, den Weg zu finden oder sich selbst zu sichern.
Visuelle Fähigkeiten
Visuelle Fähigkeiten werden auch beim Krabbeln geübt. Indem er abwechselnd auf seine Hände und in die Ferne schaut und nach Dingen greift, trainiert er die Anpassung seiner Augen und das Einschätzen von Entfernungen, was ihm später beim Ball Fang, beim Übertragen von Wörtern von der Tafel oder (viel später) beim Autofahren hilft.
Hier sind einige Tipps, um ein gutes Krabbelmuster zu fördern:
- Lassen Sie Ihr Baby von Anfang an regelmässig in der Trage.
- Auf diese Weise lernt er, spontan mit Veränderungen seines Körpers im Raum umzugehen, an die er sich automatisch anpasst. Durch das ergonomische Tragen Ihres Babys sorgen Sie zudem für eine optimale Position von Rücken, Becken und Hüfte, damit es sich richtig entwickeln kann.
- Vermeiden Sie es, Ihr Baby immer in die gleiche Position zu bringen
- Geben Sie Ihrem Baby viel Bewegungsfreiheit, wenn es wach ist
- Legen Sie ihn im Wachzustand regelmäßig auf den Bauch
- Laden Sie Ihr Baby zum Rollen ein
- Wenn Ihr Baby sitzen kann, fordern Sie es auf, sich umzudrehen
Ist Ihnen aufgefallen, dass sich Ihr Baby ungewöhnlich zu bewegen beginnt?
Vereinbaren Sie so schnell wie möglich einen Termin bei einem Kinderosteopathen. Wenn Sie warten, bis Ihr Kind diesen Weg gemeistert hat, wird es viel schwieriger, das Kind zum Krabbeln lernen zu motivieren, selbst wenn Blockaden gelöst wurden.
Je früher Bewegungseinbussen angegangen werden, desto besser kann sich Ihr Kind in Freiheit vom Körper entwickeln.