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Die Darstellung der reinen kristallisieren Karbolsäure ist sehr schwierig, und ihre Einzelheiten werden noch vielfach geheim
gehalten. 100 Teile Teer geben etwa 5-6 Teile reine Karbolsäure. Diese ist zwar nicht reines Phenol C6H6O ,
sondern enthält noch andre Phenole, wie Kresol C7H8O und Phlorol C8H10O , ersetzt
aber für die meisten Zwecke das reine Phenol, welches aus Benzol C6H6 erhalten wird, wenn man dieses
mit konzentrierter Schwefelsäure erwärmt, die hierbei entstehende Benzolsulfosäure an Kali bindet und das Kalisalz mit Ätzkali
schmelzt. Das rohe Phenol ist ein braunes Öl und riecht durchdringend empyreumatisch; das reine bildet farblose, glänzende Kristalle
[* 5] vom spez. Gew. 1,084, riecht eigentümlich, schwach kreosotartig, schmeckt brennend,
ätzend, schmilzt bei
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Phenolkalium (karbolsaures Kali) C6H5KO entsteht beim Lösen von Phenol in Kalilauge, bildet farblose, zerfließliche, in
Wasser, Alkohol und Äther leicht lösliche Kristalle und wirkt stark ätzend. Die Natronverbindung ist ähnlich,
aber leichter löslich. Mit konzentrierter Schwefelsäure mischt sich Phenol farblos und bildet Phenolsulfosäuren, Chlor erzeugt
Substitutionsprodukte. Metajodphenol gibt, wie Metaphenolsulfosäure, mit schmelzendem Ätzkali Brenzkatechin, während die
entsprechenden Paraverbindungen auf gleiche WeiseResorcin liefern.
Die ausgedehnteste Verwendung findet aber Phenol in schwacher Lösung als Verbandwasser bei dem antiseptischen oder Listerschen
Verband.
[* 10] Hierbei kommt es mit der Wunde selbst so gut wie gar nicht in Berührung, sondern wirkt nur auf
die abgesonderten Wundflüssigkeiten, und deshalb ist jede schädliche Wirkung ausgeschlossen. Soll die Karbolsäure in flüssiger
Form als Umschläge auf Wunden direkt appliziert werden, so dürfen nur ein-, höchstens zweiprozentige Karbolsäurelösungen
benutzt werden.