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Obwohl Strassen und Wege über den zwischen Bern und dem Seeland gelegenen Frienisberg mit der Höhe von 820 m beachtliche Steigungen und Gefälle zu überwinden haben, führen seit alter Zeit wichtige Verkehrswege durch unsere Gegend. So auch die Strasse von Bern über Meikirch - Frienisberg nach Aarberg. Gründe für diese Streckenwahl waren wohl die andernorts fehlenden Brücken über die Aare und jährliche Überschwemmungen (z. B. im Lyssbachtal).
Schwere Güter wurden ursprünglich per Schiff verfrachtet. Zwischen dem Seeland und der Stadt Bern geschah dies über die Aare.
Die damals noch unbefestigten Wege wurden hauptsächlich zu Fuss oder reitend auf dem Pferd begangen. Erst der Ausbau der Wege zu Strassen mit befestigter Oberfläche und der Bau von Brücken machten den Transport schwerer Güter über lange Distanzen auf der Strasse möglich.
Für die “Stadt und Republik Bern“ hatten vor allem die aufkommenden Strassentransporte von Salz und Wein grössere Bedeutung für die Staatskasse.
Der historische Verkehrsweg führte einst von Bern über die Neubrück - Hostalen -Ortschwaben - Meikirch (in engem Bogen um Kirche und Pfarrhaus, dann über die heutige Kesslergasse und Hohlwege im Frienisbergwald) zum Kloster Frienisberg, von da weiter nach Aarberg und Neuenburg. Vor dem Bau der Neubrück wurde die Aare mit Fähren bei Bremgarten und Dettigen überquert.
Hohlwegbündel
Die meisten Strassen hatten zu dieser Zeit noch kein festes Schotterbett und waren oft in schlechtem Zustand. Die Fuhrleute mussten daher öfters etwas vom ursprünglichen Trasse abweichen. Dadurch entstanden fast parallel verlaufende Hohlwegbündel die im Frienisbergwald immer noch gut sichtbar sind.
Die heutige Kantonsstrasse Nr. 236 verläuft über die beim Ausbau im 17. Jh. in Meikirch nach Osten verlegte Trasse und seit dem Bau der Halenbrücke (1912/13) direkt über Herrenschwanden nach Ortschwaben.
Sie war über lange Zeit eine der vier wichtigsten Strassen im Kt. Bern und gehörte um 1800 zur Kategorie “Haupt- und Heerstrassen“ des Kantons mit regelmässigem Postkutschenverkehr.
Sogenannte Stundensteine mit eingemeisselter Angabe der Anzahl Weg-Stunden oder -Meilen, von einem zentralen Ort aus gemessen, wurden bereits im Mittelalter in Teilen Europas zur Distanzangabe an Strassen aufgestellt.
Berns Regierung wählte für ihr Staatsgebiet als Zentrum den Zeitglockenturm und setzte von diesem Punkt aus an ihren wichtigsten Strassen solche Stundensteine. Sie dienten den Fuhrleuten als Orientierung. Die Stundensteine stehen vom Zentrum aus gesehen meist rechts der Strasse und sind auf den damaligen Strassenkarten eingezeichnet.
Heute bestehen noch etwa drei Viertel der ursprünglich über 120 Stundensteine im alten Kt. Bern. Die Wegstrecke zwischen zwei Steinen betrug zuerst 18‘000 Berner Fuss (5279 m), wurde dann aber im 19. Jh. auf 16‘000 Schweizer Fuss verkürzt auf die noch heute gebräuchliche Wegstunde von 4800 m.
Dieser Stundenstein, II Stunden von Bern,
steht in der Gemeinde Meikirch bei der Glure.
Wer mehr Informationen über die historische Verbindung haben möchte, findet diese im Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS). Einige Hinweise stammen auch aus dieser Quelle.
Mehr Informationen zu den historischen Verkehrswegen der ganzen Schweiz erfahren sie über die interaktive Karte des IVS.