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Chris Lange wurde am 4. April 1942 in Zürich geboren und verstarb am 7. April 2023.
Chris Lange war einer der ersten in Europa, der die elektrische Bluesgitarre spielte. Ende der 1950er gründete er die Chris Lange Rhythm and Blues Combo. Anfang 1960er lernte Chris den Blues Pianisten Champion Jack Dupree kennen, mit dem er 5 Jahre vor einem Eric Clapton oder einem John Mayall zur Ehre kam, ein Album aufzunehmen. Er trat u.a. auch mit The Barrakudas, Freeway 75, Swiss Blues Legends, Robert Weideli und Dinu Logoz auf. Er spielte Gitarre, Keyboards, Perkussion und Xylophon.
Huey "Piano" Pierce Smith wurde am 26. Januar 1934 in New Orleans, Louisiana geboren und verstarb am 13. Februar 2023.
Huey wurde sehr früh von den innovativen Arbeiten von Professor Longhair beinflusst und als er 15 Jahre alt war, begann er in Clubs zu arbeiten. Mit seinem extravaganten Partner Eddie Johnes der als Guitar Slim berühmt wurde, machte er seine ersten Aufnahmen. Als Huey 18 Jahre alt war, unterzeichnete er einen Plattenvertrag mit Savoy Records, die seine erste bekannte Single "You Made Me Cry" veröffentlichte.
Am 5. Februar 2023 starb Boris Pilleri unerwartet im Alter von 62 Jahren. Seit seinem sechzehnten Lebensjahr stand der Berner Bluesgitarrist auf der Bühne und gehörte zu den besten Bluesgitarristen hierzulande. Jammin’ the Blues hiess seine Band zu Beginn, später wurde sie zu Boris Pilleri’s Jammin’ und wuchs über die Jahre mit wechselnder Besetzung vom Trio zu einem Septett mit Horn Section und Keyboard. Erste Konzerte gab es in lokalen Klubs. Sein Gitarrenspiel war temperamentvoll und wuchtig. Das Publikum schätzte ihn und so eroberte er mit seiner Band die Bühnen über Bern und die Schweiz hinaus. Bald war die Band so erfolgreich, dass sie als Opener für Eric Burdon, Albert Collins und John Mayall eingeladen wurde. Mayall wollte die Band für den Rest seiner Europatour als Opening Act verpflichten.
Jeff Beck wurde am 24. Juni 1944 in Wallington, England geboren und verstarb am 10. Januar 2023. Wie viele Gitarristen der frühen 1960er Jahre in England verdiente Jeff Beck sein Geld als Sessionmusiker. 1965 – nach dem Wechsel von Eric Clapton zu John Mayall – suchten die Yardbirds einen neuen Leadgitarristen. Beck war einer der ersten Gitarristen, die mit Electronic Fuzz Distortion und Noise Experimentierten.
Beck galt als Saitenzauberer, der bisher ungehörte Sounds mit Fingerfertigkeit, technischen Tricks und Raffinessen erzeugen konnte. Experimentelle Klänge hatten es ihm angetan – «ich machte die seltsamsten Geräusche, die ich konnte», sagte er später. «Darum geht es doch, oder? Regeln sind mir egal.»
Willie J Campbell wurde am 19. Juni 1957 in Detroit Michigan geboren und verstarb am 18. Dezember 2022. Seine Liebe zur Musik schrieb er seiner Heimatstadt zu, aber erst der Umzug nach Südkalifornien brachte ihn in Kontakt mit der Musik und der Idee, Musiker zu werden.
Im Alter von 16 Jahren gründete er mit einem Nachbarn seine erste Band, die Southern Select Blues Band. Mitte der 1970er Jahre trat Willie J.s als Bassist der James Harman Band bei, wo er das nächste Jahrzehnt verbrachte. Auf die James Harman Band folgten sechs Jahre bei den Fabulous Thunderbirds, wo er an der Seite seinen besten Freunden Kid Ramos und Jimi Bott spielte. Zuletzt spielte er mit The Mannish Boys, The Blues Giants und The Proven Ones.
Luther "Guitar Junior" Johnson wurde am 11. April 1939 in Itta Bena, Mississippi geboren und verstarb am 25. Dezember 2022. Luthers Geschichte begann, wie die so vieler Blueser, in Mississippi. Seine ersten musikalischen Erfahrungen machte er als Leiter eines Kirchenchors im nahe gelegenen Greenwood, wo er Legenden wie Sonny Boy Williamson, Robert Nighthawk und Muddy Waters sah. Luthers Mutter kaufte ihm seine erste Gitarre und sein Cousin brachte ihm bei wie man sie stimmt.
Walter "Wolfman" Washington wurde am 20. Dezember 1943 in New Orleans geboren und verstarb am 22. Dezember 2022. Er begann seine Karriere als Begleitmusiker für einige der besten Sänger und Interpreten in der Geschichte von New Orleans, darunter Lee Dorsey, Johnny Adams und Irma Thomas, bevor er seine langjährige Band The Roadmasters zusammenstellte. Wie viele afroamerikanische Musiker in den Südstaaten begann Washington in der Schule und in der Kirche zu singen.
Kim Simmonds wurde am 5. Dezember 1947 als Kim Maiden Simmonds in Newbridge Wales geboren und verstarb am 13. Dezember 2022. Als junger Teenager lernte Simmonds das Gitarrenspielen durch das hören der Bluesplatten seines Bruders. Er war der Gründer der Band Savoy Brown, die ab 1966 im Nags Head in London auftrat. Zu den ersten Auftritten gehörten Auftritte mit Cream im Klooks Kleek und die Begleitung von John Lee Hooker.
Die Live-Auftritte führten dazu, dass Savoy Brown bei Decca unter Vertrag genommen wurde. Es dauerte aber bis 1969, bis die Besetzung um Simmonds, mit Lonesome Dave Peverett und Chris Youlden feststand. Die Alben Blue Matter und A Step Further brachten mindestens drei Klassiker hervor, die auf The Best of Savoy Brown zu hören sind: "Train To Nowhere", der live gespielte "Louisiana Blues" und "I'm Tired".
Guitar Shorty wurde am 8. September 1934 als David William Kearney in Houston Texas geboren und wuchs in Kissimmee, Florida, bei seiner Grossmutter auf. Er begann schon als kleiner Junge mit dem Gitarrenspiel, begeistert von den Klängen von B.B. King, Guitar Slim, T-Bone Walker und John Lee Hooker.
Seinen ersten Unterricht erhielt er von seinem Onkel, aber als klar wurde, dass der Junge es mit der Musik ernst meinte, stellte seine Grossmutter einen Lehrer für ihn ein. "Ich lernte so schnell, dass ich meinem Lehrer immer zwei oder drei Seiten voraus war", erinnert sich Shorty. Nach einem Umzug nach Tampa im Alter von 17 Jahren erhielt der junge Kearney eine Stelle als Gitarrist und Sänger in dem dortigen populären 18-köpfigen Orchester unter der Leitung von Walter Johnson. Da er jünger - und kleiner - als der Rest der Band war, gab ihm ein Clubbesitzer den Namen Guitar Shorty, und der blieb hängen.
Howard Lee Grimes wurde am 22. August 1941 in North Memphis Tennessee geboren. Er wuchs in einem Haus auf, in dem ihm das Gefühl für Rhythmus quasi eingebläut wurde.
"Mein erster grosser Einfluss war meine Mutter und das Hören ihrer Musik, die aus Jazz, Duke Ellington und Cannonball Adderley bestand", erinnerte sich Grimes 2021in einem Interview. "Sie hat immer mit den Fingern zur Musik geklopft. Sie schnippte so laut mit den Fingern, dass ich immer sagte, sie würde mir den Beat ins Ohr setzen." Musik aller Art erfüllte den Haushalt der Grimes.
Syl Johnson wurde am 1. Juli 1936 in Holly Springs (Mississippi) als Sylvester Thompson geboren. Im 1959 startete Syl seine Aufnahmen under dem Namen Syl Johnson. Jimmy Johnson, sein älterer Bruder, folgte diesem Beispiel. Syl hat seinen Blues-Hintergrund und sein Gespür für Soul und Funk in eine Hit-Karriere verwandelt, die noch profitabler wurde, als Hip-Hop-Künstler begannen, seine alten Platten zu sampeln.
Sam Lay wurde am 20. März 1935 in Birmingham, Alabama, geboren. Er begann seine Karriere als Schlagzeuger 1954 in Cleveland, wo er mit der Moon Dog Combo arbeitete. Im Jahr 1957 schloss er sich den Original Thunderbirds an und blieb bei dieser Gruppe bis er 1959 nach Chicago ging um mit dem legendären Little Walter zu arbeiten. 1960 begann Lay mit Howlin' Wolf zu arbeiten wo er die nächsten sechs Jahre blieb. Er und der Bassist Jerome Arnold wurden 1966 von Paul Butterfield von Wolfs Band weggeholt und wurden Teil der Paul Butterfield Blues Band, mit der sie ihr erstes Album aufnahmen.
Am 25. November 1928 brachten Verlie und Sam Thompson in Holly Spring, Mississippi, voller Stolz ihren ersten Jungen, James Thompson, auf die Welt. "Ich war der erste Junge von 10 Kindern und hatte nur ein älteres Geschwisterchen, meine geliebte Schwester Annie Mae, die auf mich aufpasste wenn ich spielte und mir geduldig beim Lernen half. Ich liebte die Schule, konnte aber nicht oft hingehen, weil es zu Hause zu viel zu tun gab. Das Leben in Mississippi war sehr hart. An den meisten Tagen arbeiteten wir von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Schon mit 8 Jahren arbeitete ich auf den Feldern, pflückte, hackte und pflügte Baumwolle und half auch bei der Versorgung der Tiere".
In den USA verwendet man den Begriff Bluesman eher als bei uns und man tut dies mit Respekt. Ein Bluesman ist natürlich zunächst ein Musiker, aber nicht nur das. Das Besondere: Undenkbar, dass er etwas anderes spielt. Darüber hinaus bleibt er auch ein Bluesman, wenn er sein Instrument beiseitelegt. Er spielt nicht bloss den Blues, der Blues lebt in ihm und prägt ihn. Wahrscheinlich wählt ein Bluesman nicht den Blues, sondern der Blues sucht sich seine Bluesmen. Cla Nett war ein Bluesman. Er war unverwechselbar. Mit seinem zerknautschten, schwarzen Outback-Lederhut und seiner imposanten Statur machte er auf und neben der Bühne Eindruck; seine Erscheinung konnte einschüchtern. Dabei war er warmherzig, offen, charmant, witzig und belesen. Dazu machte er immer einen entspannten Eindruck. Viel zu früh ist er am 27. September 2021 im Alter von 64 Jahren gestorben.
Bob Koester, Gründer von Delmark Records und des Jazz Record Mart in Chicago, starb am 12. Mai 2021 infolge eines Schlaganfalls in Evanston, Illinois. Geboren am 30. Oktober 1932 in Wichita Kansas, war Robert Gregg Koester eine Schlüsselfigur in Chicago.
Es stand schon seit einigen Jahren nicht gut um Paul Oschers Gesundheit. Unter anderem litt er an Diabetes, Knochenmarkkrebs und COPD. Mitte 2019 wurde eine erfolgreiche fund raising Kampagne ins Leben gerufen, um ihn zu unterstützen und die notwendige medizinische Behandlung zu finanzieren. Zuletzt arbeitete er an einem Buch, in welchem er seine persönlichen Erfahrungen niederschrieb. Vor einigen Wochen musste er erneut hospitalisiert werden, dieses Mal wegen COVID-19. Am 18. April 2021 starb er im Alter von 71 Jahren in Austin.
Am 10. Dezember 2020 starb Joseph 'Mojo' Morganfield, jüngster Sohn von Muddy Waters, in seinem Haus in Waukegan, Illinois. Mojo wurde am 14. April 1964 in Chicago geboren.
Aufgewachsen mit den gleichen Mississippi-Country-Werten an denen Muddy auch in Chicago festhielt, wurde er schon sehr früh von seinem Vater und dem Gitarristen seines Vaters, Bob Margolin auf der Gitarre unterrichtet. Mojo begann seine Karriere bereits in jungen Jahren in dem er mit seinem Vater reiste und auftrat.
Am 26. September 1925 wurde Othella Dallas in Memphis als Othella Strozier geboren. Sie wuchs in einem Frauenhaushalt auf. Ihre Mutter, die als erste afroamerikanische Pianistin im Radio von St. Louis zu hören war, stammte aus einer musikalischen Familie. Die Grossmutter war eine klassisch ausgebildete Musikerin. Neben diesen zwei "Müttern" gab es noch eine Tante, die dritte «Mutter» von Othella.
1943 wurde sie bei einer Schulaufführung in St. Louis von Katherine Dunham entdeckt, die sie in ihre Tanzcompany nach New York holte. Als Solotänzerin der Dunham Company tourte Strozier bis nach Südamerika und Europa.
Klaus Deuss war in erster Linie ein leidenschaftlicher Bluesliebhaber. Er moderierte jahrelang die Sendungen «Bluescorner» und «Stormy Monday Blues» im «Radio freies Wiesental (bis 2013 Radio Kanalratte)», welche im Dreyeckland, der Region um Basel, Bluesfreunde aus Süddeutschland, dem Elsass und der Schweiz begeisterte. Das zweistündige, wöchentliche Bluesmagazin, das auch im kanadischen Blues and Roots Radio ausgestrahlt wurde, erreichte 2019 eine Nomination für den German Blues Award. Später begann Klaus Deuss Livekonzerte zu veranstalten und gründete dazu den Verein Exbluesive, der regionale, nationale und internationale Musiker an zahlreichen Spielorten in Süddeutschland auftreten liess. 2017 rief er mit dem Dreyland Festival das erste trinationale Bluesfestival erfolgreich ins Leben. Am 26. Oktober 2020 ist Klaus Deuss gestorben.
Obwohl er in Memphis geboren wurde und dort auch aufwuchs, blieb er durch seinen Vater musikalisch ein Kind des Hill Country. Dieser war der bekannte und geschätzte Blues- und Gospelsänger Robert Wilkins, der in den Dreissigerjahren mit seiner Mischung aus Gospel und frühem Country-Blues Stil zur Entwicklung des Rock’n’Roll beigetragen hatte. Sein Song «Prodigal Son» wurde später unter anderem von den Rolling Stones (auf «Beggar’s Banquet»), von Ry Cooder, der sogar ein Album nach dem Song benannte, und von Eric Clapton unter dem Originaltitel «That's No Way To Get Along» gecovert.
Am 25. Juli ist in seinem Geburtsland England Peter Green gestorben, Gründungsmitglied der Band Fleetwood Mac und Pionier des Britischen Bluesrock und der British Invasion. Nachrufe von NZZ bis Rolling Stone feiern den am 29. Oktober 1946 geborenen Peter Allen Greenbaum. Peter Green hat in der Schaffensphase von 1968 bis 1970 wunderbare Musik gemacht, er schrieb das zeitlose Instrumentalstück Albatross und Carlos Santanas unsterblichen Hit Black Magic Woman; er spielte für John Mayalls Bluesbreakers und er jammte mit B.B. King. Er fuhr nach Chicago und machte Aufnahmen mit Willie Dixon, S.P. Leary, Walter «Shakey» Horton, David «Honeyboy» Edwards und Otis Spann und er war eine wichtige und einflussreiche Stimme in der Britischen Bluesszene der 1960er Jahre. Das ist unbestritten und sein historischer Verdienst, und dafür hat er seinen unbestreitbaren Platz im Pantheon des Blues, doch die Nachrufe enden mit seinem Drogentrip 1970, weil das so wunderbar ins Narrativ passt: Britischer Gitarrist der Sechziger Jahre vemasselt sein Talent mit Drogen. Im Gegensatz zu Drogentoten wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder Jim Morrison hat Peter Green aber nicht einfach eine «scheene Leich» abgegeben, wie der Wiener sagt, sondern er lebte danach noch 50 Jahre.
All My Dues Are Paid hiess sein letztes Album, erschienen Ende 2019. Der titelgebende Song, eine Mikrobiographie des Soulsängers, klingt im Nachhinein fast, als hätte er gewusst, nicht mehr lange zu leben. Tatsächlich erhielt er vor fünfzehn Jahren und nach fünf Jahren Dialyse eine neue Niere, die vor einem Jahr versagte und ihn erneut zur Dialyse zwang. Am 7. Juni 2020 starb er zuhause in Glenolden, PA. Er wurde 74 Jahre alt. Mit ihm ist eine der schönsten Stimmen des Soul verstummt.
Der allgemein zu Recht als Pionier des Rock’n’Roll gefeierte US-Musiker Little Richard ist dieses Wochenende in seinem Haus in Nashville verstorben. In den letzten Jahren hatte er sich als um die Welt tingelndes Rock’n’Roll-Denkmal gemeinsam mit anderen Legenden wie Chuck Berry, Fats Domino und Jerry Lee Lewis auf kleinen Bühnen verdingt, aber Little Richard war in seiner Blütezeit von 1955–1959 eine entscheidend wichtige Stimme für die Bewegung um Anerkennung der Schwarzen Amerikaner, aber auch der Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen als Heterosexualität, der einzig legalen Orientierung in den 1950er Jahren. Little Richard war ein mutiger Mann, der der Meinung war, zwischen Menschen sollte jede Kombination möglich sein – wie in den gemischten Trockenfrüchten «Tutti Frutti».
Er gehörte zu den letzten einer Generation, die leider bald nur noch in der Erinnerung, aber zum Glück auch in den Musikkonserven weiterleben wird. Am 19. Januar 1925 kam er in Kenner, LA zur Welt, einem Vorort von New Orleans, wuchs allerdings in Alsen in der Nähe von Baton Rouge auf. Er erlernte Klavier als Achtjähriger im Selbststudium und mit Hilfe einer Nachbarin, Mrs. White. Als Jugendlicher spielte er Klavier und Orgel in der Kirche und schliesslich schafften seine Eltern für ihn ein Klavier an. Mrs. White ermutigte ihn, in ihrem Haus Blues zu spielen und als Sechzehnjähriger hatte er die Chance, in einem Klub in der Nachbarschaft zu spielen. Zuhause war zwar Blues verboten und sein Vater bestand darauf, ihn zu begleiten. Als er sah, dass Henry mit dem Blues anständig Geld verdienen konnte, gab er seinen Widerstand auf.
Er arbeitete hauptsächlich hinter den Kulissen und ist dennoch durch seine Songs jedem vertraut, die allesamt von anderen Interpreten erfolgreich verkauft wurden. Am 24. Dezember 1918 kam er in Edgard zur Welt, einem Städtchen östlich von New Orleans. Als Fünfzehnjähriger erlernte er das Trompetenspiel bei Peter Davis, der dies auch Louis Armstrong beigebracht hatte. 1942 holte ihn Jimmie Lunceford in seine Band, die zu den besten der Swing Ära gehörte. Kurz darauf wurde er einberufen und spielte in einer Militärband. Nach dem Krieg begann seine Karriere als Komponist, Produzent und Arrangeur bei Imperial Records. Als eine seiner ersten Aufgaben produzierte er 1949 mit dem neu unter Vertrag genommenen Fats Domino die Single The Fat Man, einen von ihm geschriebenen Song, der zu einem der ersten Millionenhit des R&B werden sollte.
Die Credentials des Pianisten und Sängers Malcolm «Mac» John Rebenack Jr., der freundlicherweise unter dem Künstlernamen Dr. John auftrat, sind unbestritten: Sechs Grammys, geehrt durch Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall of Fame, Dr. John hat sein Leben mit Musik gefüllt, Musik gelebt und sich mit seinem unverkennbaren Gesang zum Original der Blueswelt gemacht mit einzigartiger Stimme und charakteristischem Stil wie die verschiedenen anderen Könige aus dem Reich des Blues. Im Gegensatz zu vielen seiner Vorbilder und Vorgänger, den New Orleans Pianisten Prof. Longhair, Fats Domino umfasste sein Repertoire eine grössere stilistische Breite, die von New Orleans Jazz bis zu Jazz Standards und Rocktitel reichte. Nun ist er im Alter von 77 Jahren einem Herzinfarkt erlegen als die grosse Ikone des New Orleans-Sounds. Viele Nachrufe werden verfasst, in denen Wörter wie «Gumbo» oder «Swamp» vorkommen, Bluesnews.ch versucht ein wenig hinter die Kulisse des Vodoo-Showmans zu sehen.
Es ist das Schicksal der Söhne erfolgreicher Musiker, dass deren Namen ein Leben lang an ihnen haftet. Eddie Taylor Jr.s Vater gehörte noch zur Generation der Bluesmusiker, die vom Delta nach Chicago auswanderten. Dort hatte er Erfolg und wurde ein Teil der Chicagoer Bluesszene während deren Blütezeit in den Fünfzigern. Sein ältester Sohn und sein Stiefsohn waren Blues Schlagzeuger, seine Tochter Bluessängerin, aber der 1972 geborene Eddie Taylor Jr. hatte zunächst mit Blues nichts am Hut, sondern rappte und war als DJ unterwegs.
Gleich zu Beginn des Jahres erreicht uns eine traurige Nachricht. Mike Ledbetter ist im Alter von erst 33 Jahren überraschend gestorben. Seine Karriere war gerade so richtig in Fahrt gekommen. Nach sieben erfolgreichen Jahren als Frontmann in der Nick Moss Band, wo er so etwas wie Partner und Lehrling zugleich war, lernte er «Monster» Mike Welch kennen. Es war für beide eine Art Sternstunde, denn sie verstanden sich persönlich und musikalisch sofort. Eine Sternstunde war es auch für den Blues, denn hier hatten sich zwei gefunden, die füreinander bestimmt waren. Am Montag, dem 22. Januar 2019 starb er an einem medizinischen Notfall.
Ein weiterer Vertreter des Chicago Blues der 50er Jahre ist gestorben. Joseph Leon Williams, der sich Jody Williams nannte, kam am 3. Februar 1935 in Mobile, AL zur Welt, kam jedoch schon als Fünfjähriger nach Chicago. Es war Bo Diddley, sein Schulfreund, der ihn dazu brachte, die Harmonika gegen die Gitarre zu tauschen. Mit ihm und Roosevelt Jackson zusammen spielte war anfangs der Fünfzigerjahre als Strassenmusikant unterwegs. Später wurde man auf sein aussergewöhnliches Gitarrenspiel aufmerksam und er wurde zu einem der begehrtesten Studiomusiker Chicagos, der mit allen Grössen jener Blütezeit des Chicago Blues zusammenarbeitete.
Er erzählte immer wieder gerne die Geschichte seiner ersten Begegnung mit Tina Turner, die ihn für einen Schwarzen gehalten hatte, bevor sie ihn zum ersten Mal traf. Immerhin coverte sie gleich vier seiner Titel auf ihrem 1990 erschienenen Album Foreign Affair, nämlich neben dem titelgebenden Song Foreign Affair die Titel Undercover Agent of the Blues, You Know Who und Steamy Windows. Ausserdem ist er auf dem Album mit Gitarre und Harp zu hören. Aus seinem reichhaltigen Oeuvre stammen auch Rainy Night In Georgia und der Smash Hit Polk Salad Annie, der ebenfalls zahlreiche Musiker zu Covers anregte, vor allem aber durch Elvis Presleys Version bekannt wurde. Der Song war lange Zeit ein Teil von Presleys Standard Konzertrepertoire in seinem Programm. Polk Salad Annie war authentisch, weil White wusste, wovon er sprach. Er wuchs im Milieu der armen Leute auf, die man in den USA «White Trash» nennt.
Am Samstag, 29.9.2018 ist Otis Rush an den Spätfolgen eines Schlaganfalls verstorben, den er 2003 erlitten hatte. Damit endete das Leben eines grossartigen Bluesman und einer in bedeutendem Mass prägenden Person in der Chicago Bluesszene. Seine feurige, aber dennoch spärliche Gitarre und sein emotionsgeladener Gesang waren über Jahrzehnte eine stete Grösse im Blues, wenn in erster Linie auf der Live-Bühne, weniger im Studio. Der Mann schrieb Songs, die rauf und runter gecovert wurden und beeindruckte Mike Bloomfield nachhaltig. Stevie Ray Vaughan nannte sein Trio nach einem seiner Songs, aber Rush blieb dennoch aufgrund einer Menge Pech und vielleicht ignoranten Musikverlagen weit unter seinen Möglichkeiten. Der Mann, der aufgrund seiner Qualitäten ebenso wie seine Kollegen aus der West Side Szene, Buddy Guy oder Luther Allison, relativ grosse Berühmtheit hätte erlangen sollen, blieb ein Geheimtipp, und seine Veröffentlichungen waren allzu wenige. Bluesnews.ch erinnert an sein Schaffen.
Geboren wurde der R&B Saxophonist Cecil James (Big Jay) McNeely am 29. April 1927 in Los Angeles. Seine grosse Zeit begann in den Vierzigerjahren. Es war die Zeit, als afroamerikanische Musik noch race music genannt wurde und bevor die elektrische Gitarre die Bühnen erobert hatte und das Saxophon das dominierende Instrument war. McNeely entwickelte den Saxophonstil, den man «Honking» nannte und war massgeblich an der Entwicklung des Rock’n’Rolls aus dem R&B beteiligt. Bei seinen theatralischen Auftritten spielte er auf dem Rücken, auf den Tischen, oder führte eine Prozession durch das Lokal und prägte damit einen Showstil, der bis heute Musiker beeinflusst. Man nannte ihn deswegen auch «The Wild Man of the Saxophone».
Aretha Franklin ist gestorben! Eine Meisterin der Soulmusik, eine Wegbereiterin der Funkmusik und eine unglaublich begabte Sängern, die als «Mutter aller Diven» ebenso erinnert werden wird wie als «Queen of Soul». Ihre Stimme getränkt von der kirchlichen Gospel-Tradition des Schwarzen Kirchen, hat die Tochter des landesweit bekannten Predigers C.L. Franklin 1968 bei der Beerdigung von Dr. Martin Luther King gesungen, 1980 für die Blues Brothers gesungen und 2009 für Präsident Obama. Ihre erste Veröffentlichung datiert aus dem Jahr 1956, da war sie gerade mal 14 Jahre alt. Sie hat 20 Grammies gewonnen und hatte Nummer 1-Hits in den meisten Hitparaden der Welt. Das Magazin «Rolling Stone» führt sie in der Liste der 100 besten Sänger auf Platz eins (vor Ray Charles und Elvis Presley). Duane Allman hat sie auf The Weight unterstützt, sie sang Musik der Sparten Gospel, Disko, Soul und R&B, allerdings kaum richtigen schmutzigen Blues. Jetzt ist mit Aretha Franklin eine der grossen Stimmen des 20. Jahrhunderts verstummt. Bluesnews.ch unternimmt den Versuch einer Würdigung.
Vor allem die Rolle als Aretha Franklins Ehemann, der von den Blues Brothers im gleichnamigen Kultfilm zur Aufgabe seines Ruhestandes überredet wurde, hat den Gitarristen Matt «Guitar» Murphy zu Weltruhm verholfen. Der am 29. Dezember 1929 in Sunflower, MS geborene Gitarrist war allerdings bereits in den Fünfzigerjahren zusammen mit seinem Bruder Floyd ein bekannter Musiker in Memphis. Später war er als Gitarrist Memphis Slims in Chicago bekannt, diese Zusammenarbeit dauerte über zwanzig Jahre. 1963 gehörte er zu den Musikern, die mit dem American Folk Blues Festival durch Europa tourten.
Er war bereits als junger Musiker gefragt. Schon als vierzehnjähriger jammte er mit Ike Turners Band. Muddy Waters lud ihn ein, in seiner Band in Chicago mitzuspielen, nachdem er ihn bei einem Gig gehört hatte. Dort teilte er sich den Platz am Saxophon mit A.C. Reeds, der mit ihm zusammen zu den bekanntesten Tenorsaxophonisten in der damaligen Blues- und Jazzwelt gehörte. Ab 1972 war er Bandleader in Howlin’ Wolfs Band The Wolf Gang und schrieb die Hälfte der Songs des 1973 erschienenen Albums The Backdoor Wolf.
Einen Hit zu landen ist der Traum jedes Musikers. Edwin Hawkins hatte jedoch keine entsprechenden Ambitionen, als er für seinen 1967 gegründeten Gospel-Chor etwas Geld organisieren wollte, um 1968 die Reise zum «Annual Youth Congress of the Churches of God in Christ» zu finanzieren. Sein Erfolg war Zufall. Er liess eine LP mit dem Titel Let Us Go Into the House of the Lord produzieren, die in der «Ephesian Church of Christ» in Berkeley aufgenommen wurde. Mit uralter Ausrüstung und einer Begleitung aus Piano, Bass und Schlagzeug spielte man acht Kirchenlieder ein. Einer der Titel war Oh Happy Day. Die Auflage betrug 500 Stück. Leadsängerin war Dorothy Combs Morrison.
Im November 2017 sollte sie am Bluesfestival Luzern auftreten, nachdem sie ein Jahr zuvor aus gesundheitlichen Gründen ihren Auftritt verschieben musste. Im Oktober musste sie aber ihr Publikum erneut enttäuschen und die Teilnahme am Festival absagen. Sie war so unglücklich gestürzt, dass ihr in Bein amputiert werden musste. Am 8. Januar 2018 ist sie in Nashville im Alter von 78 Jahren gestorben. Die Blueswelt verliert mit Denise eine aussergewöhnliche Vertreterin des Southern Soul.
Sein Bühnenname klang unglaublich erfunden, besonders in Frankreich und zu einer Zeit, als das Englische noch nicht jeden Winkel in Europa erobert hatte. Dabei war es Lee Hallyday, der Mann seiner Cousine, der den als Jean-Philippe Smet geborenen Künstler Johnny nannte. Später übernahm dieser auch den Nachnamen seines Schwippcousins. Erst Bürgerschreck entwickelte er sich zum nationalen Kulturgut, das man nur noch «Johnny» nannte. Am 6. Dezember 2017 ist Johnny Hallyday im Alter von 74 Jahren gestorben.
Antoine Dominique «Fats» Domino Jr. ist gestorben, im reifen Alter von 89 Jahren. Der New Orleans-Pianist und Bandleader, Komponist und Sänger hat alles erreicht, was ein Musiker erreichen kann: sämtliche Ehren, Jahrzehnte anhaltenden Erfolgs, Einfluss auf die kommenden Generationen, und vor allem das wichtigste: die ungebrochene Verehrung seiner Fans, für die er hart gearbeitet hat. Fats Domino musste man einfach lieben, und wer diesen Grossmeister des Grooves einmal für sich entdeckt hat, der kann diese Songs nie wieder vergessen. Für alle jene, für die Fats Domino nicht mehr ist als Blueberry Hill und I’m Walking aus einem Werbespot soll dieser Nachruf auch als Werbung dienen, dieses Musikgenie zu entdecken.
Er hatte es nicht leicht: Als Kind lernte er Gitarre und Bluesharp spielen. Als Zehnjähriger erkrankte er jedoch an Kinderlähmung und konnte in der Folge seine Hände nur noch eingeschränkt gebrauchen, die rechte Hand war schlimmer betroffen, als die linke. Aber er wollte das Gitarrenspiel nicht aufgeben. Als Rechtshänder lernte, die Gitarre wie ein Linkshänder zu spielen. Das genügte aber nicht, denn auch seine Greifhand war eingeschränkt. So entwickelte er seine eigene Methode, mit einem Buttermesser, dessen Griff er für seine Bottleneck-Spiel einsetzte.
Zwar hatte er bereits 2002 seine erste Single veröffentlicht, aber seinen Durchbruch hatte er erst 2011 mit seinem Debut-Album «No Time For Dreaming». Eine ungewöhnlich späte Karriere für den 1948 geborenen Soul und R&B Sänger. Diverse, teilweise für schwarze Musiker typische Schicksalsschläge hatten verhindert, dass er früher Erfolge feiern konnte. Dafür ging es dann aber richtig los mit ausgedehnten Tourneen durch die USA und Europa, sowie lobenden Kritiken. Doch der Erfolg dauerte war leider nur von kurzer Dauer. Am 23. September 2017 ist er gestorben.
Der Britische Blues-Historiker Paul Oliver (1927–2017) ist Mitte August im Alter von 90 Jahren gestorben. Er hatte den Bluesmen eine Stimme gegeben. Der Quereinsteiger und Blues-Enthusiast veröffentlichte mit Conversation with the Blues ein Buch, das mit dem Mythos aufräumte, dass Bluesmen ihre Geschichten durch ihre Songs erzählten. Indem er sie im Interview selbst und direkt sprechen liess, schuf Paul Oliver nicht nur unwiederbringliche Tondokumente, er ermöglichte einen neuen Zugang zu den Menschen hinter der Fassade als Künstler.
Auf seine alten Tage setze er sich gerne eine Kapitänsmütze auf den Kopf, wie sie auch Chuck Berry, eines seiner grossen Vorbilder und Pionier des Rock’n’Rolls, als alter Herr gerne trug. Ein Pionier war auch er, denn ohne ihn dürfte die Entwicklung des Rock’n’Rolls in der Schweiz anders verlaufen sein. Rund fünfzig Jahre lang war Polo Hofer eine der Gallionsfiguren der Schweizerischen zeitgenössischen Musik. Zu Beginn seiner Karriere lehnte ihn die bürgerliche Schweiz eher ab, am Schluss mochten ihn alle. Am 22. Juli 2017 ist er gestorben.
Der Mitbegründer und Bandleader der Allman Brothers Band, der Solo-Künstler, Pianist, Gitarrist, Organist, Sänger und die 1970er Jahre Celebrity Gregg Allman ist am 27. Mai verstorben. Er hat ein Leben im Rock’n’Roll gelebt, namentlich im «Southern Rock», einer unscharfen Sammelbezeichnung für Musik, die tief im Blues verwurzelt ist. Gregg Allman war in zahlreichen Bands, von The Allman Joys über The Hourglass bis zu der Allman Brothers Band, in deren verschiedenen Inkarnationen er das Kontinuum darstellte. Einen Abriss seines Lebens oder seine Auszeichnungen entnehme man der Wikipedia, wir versuchen, den Mann und sein Schaffen im Bewusstsein seines Schicksals zu würdigen.
Er war ein Musikliebhaber durch und durch und Musik war sein Lebensinhalt. In New Orleans Stil, Jazz und Blues kannte er sich aus. In den frühen Siebzigerjahren stellte er der Schweiz viele Künstler aus New Orleans vor, die das hiesige Publikum bis dahin noch nicht kannte. Er hatte stets den Mumm, etwas Neues zu versuchen und hat dabei einige bemerkenswerte Spuren in der Schweizer Musikszene hinterlassen. Am Samstag, 29. April 2017 ist der gebürtige Ostschweizer, der seit Jahrzehnten im Tessin lebte, im Alter von 76 Jahren gestorben. Noch Anfangs April erhielt er den «Swiss Blues Award». Die Tessiner und die Schweizer Musikszene werden ihn vermissen.
Mit Lonnie Brooks ist ein weiterer Künstler der Chicagoer Bluesszene seiner Generation gestorben. Als Lee Baker Jr. kam er am 18. Dezember 1933 in Dubuisson (Louisiana) zur Welt. Er lernte erst Banjo, wechselte dann aber zur Gitarre, spielte R&B, Country und Rock’n’Roll unter dem Künstlernamen «Guitar Junior» und dabei gelangen ihm einige Hits. Er spielte auch kurze Zeit in Clifton Cheniers Red Hot Louisiana Band. Während einer Tour mit Sam Cooke kam wer nach Chicago und liess sich dort nieder. Weil es in Chicago mit Luther Johnson bereits einen Musiker mit dem Pseudonym «Guitar Junior» gab, änderte er seinen Namen in Lonnie Brooks.
Am 18. Oktober 2016 konnte er seinen neunzigsten Geburtstag nicht bloss bei anständiger Gesundheit feiern, er hatte sogar, zum ersten Mal nach fast vierzig Jahren, ein neues Album angekündigt, das 2017 erscheinen sollte. «Chuck» sollte es heissen und er hat es seiner Frau Themetta gewidmet, mit der er seit 1948 verheiratet gewesen war. Wir haben Chuck Berry zu dessen 90. Geburtstag in diesem Artikel gewürdigt, den wir nun leider um seinen Tod am 18. März 2017 ergänzen müssen.
James Henry Cotton gehörte noch zu der Generation der schwarzen Musiker, die in den Baumwollfeldern aufgewachsen ist. Am 1. Juli 1935 kam er als jüngster von acht Brüdern in Tunica (Mississippi) zur Welt. Als Kind erhielt er zu Weihnachten eine Harmonika, die er bald beherrschte. Etwas später hörte er in der King Biscuit Show den damaligen Star Sonny Boy Williamson II (Rice Miller) und eignete sich dessen Repertoire an. Als Neunjähriger verliess er mit einem Onkel Tunica und zog nach West Helena (Arkansas) und traf dort Williamson. Er erzählte ihm, er sei Waise und Williamson zog ihn auf. In späteren Jahren gab er zu, diese Geschichte erfunden zu haben. Williamson war aber tatsächlich sein Mentor und überliess ihm seine Band, als er von West Helena nach Milwaukee umzog. Cotton war allerdings zu jung, um die Band, die aus erfahrenen Musikern bestand, zusammen zu halten.
Als Charles Goering kam er am 10. July 1958 in Columbus, OH zur Welt. Als sechsjähriger Knirps begann er Schlagzeug zu spielen, später absolvierte er eine Ausbildung am Klavier. Nachdem seine Familie nach Florida übersiedelt war, kam er durch eine Aufnahme Muddy Waters mit dem Pianisten Otis Spann zum Blues und brachte sich das Blues-Pianospiel durch Anhören von Aufnahmen bei. Vor vier Jahren erkrankte er an Krebs. Noch im Oktober 2016 sammelten Freunde weltweit fast 30'000 $ in einem Fundraising Programm, um ihn in seinem Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen und ihm zu ermöglichen, eine entsprechende Behandlung zu bezahlen, leider ohne Erfolg. Am 12. Dezember 2016 ist er an den Folgen seiner Krankheit gestorben.
Manche Künstler werden beim breiten Publikum nie so richtig bekannt, selbst wenn sie eine wichtige Rolle spielen. Von Musikern hingegen werden sie durchaus geschätzt. Winfield Scott Moore III, genannt Scotty Moore war so einer. Er hat die Entwicklung der Popmusik in den Fünfzigerjahren und damit ihren Verlauf merklich beeinflusst und sein Einfluss wirkt bis heute nach.
Sie war eine schillernde Figur wie sie selbst im Showbiz nicht häufig anzutreffen ist. Am 13. November 1961 kam sie in Ventura, Kalifornien zur Welt. Ihr musikalisches Talent zeigte sich früh, als Vierzehnjährige wurde ihr ein Stipendium des Musikkonservatoriums der University of Southern California angeboten, das sie jedoch ausschlug, weil sie mit klassischer Musik und besonders mit Opern nichts anfangen konnte. Viel lieber organisierte sie Konzerte und Musical Aufführungen in ihrem Umfeld. Das ist etwas verwunderlich, zumal ihre späteren Bühnenauftritte durchaus jenen einer Operndiva ähnelten.
Er hiess wirklich so. Als Prince Roger Nelson kam er am 7. Juni 1958 in Minneapolis zur Welt. Die Eltern hatten den Bühnennamen seines Vaters ausgesucht, einem ausserhalb Minnesota kaum bekannten Amateur Jazzpianisten, der zwar eine Profi Karriere anstrebte, jedoch nicht erreichte. Immerhin war er Co-Autor einiger Prince Songs. Sein Wunsch, sein Sohn möge die musikalischen Ziele erreichen, die er für sich erträumt hatte, sollte mehr als in Erfüllung gehen. Prince sollte eine der schillerndsten Figuren der zeitgenössischen, amerikanischen Musik werden. Am 21. April 2016 ist er im Alter von nur 57 Jahren wahrscheinlich als Folge einer Grippe gestorben.
Am vergangenen Freitag ist der Soul- und Gospel-Sänger Otis Clay gestorben. Der 1942 in Mississippi geborene Sänger zog wie die Bluesmen seiner Generation nach Chicago und ersang sich eine Weltkarriere, die ihn neben den USA nach Japan und auch in die Schweiz führte. Trotz seiner soulhaltigen Stimme und den tollen Aufnahmen stand er — was den Bekanntheitsgrad abging — dennoch lange Zeit hinter Boby «Blues» Bland oder Otis Redding zurück. Seine grössten Hits hatte der Sänger in den 1960er und 1970er Jahren. Seine Zusammenarbeit mit Johnny Rawls führte zum erfolgreichen Album Soul Brothers. 2013 wurde Clay in die «Blues Hall of Fame» aufgenommen, doch seine erste Liebe blieb Soul und Gospel. Am 8. Januar 2016 erlag er in seiner Wahlheimat Chicago einem Herzversagen im Alter von 73 Jahren, wie die offizielle Website bekannt gibt.
Mitten im Leben eines Musikers, nämlich während einer Europa-Tournee, die ihn von Basel, wo er noch am 7. November 2015 im Rahmen der Baloise Session aufgetreten war, über Spanien und Belgien nach England führen sollte. In Madrid erlag er am 10. November 2015 im Hotel nach der Show einer Herzattacke. Die Stadt verliert einen ihrer ganz Grossen.
Mit 58 Jahren ist er viel zu früh gestorben. Früh war er auch in seinen musikalischen Erfolgen. Er kam am 30. November 1956 im Städtchen Grove City, PA zur Welt, wuchs jedoch in der texanischen Stadt Irving auf und trat schon als Teenager in den Clubs in und um Dallas mit eigenen Bands auf. Als Neunzehnjähriger spielte er mit Freddie King bis zu dessen Tod. Danach arbeitete er mit dem R&B Sänger Al «TNT» Braggs zusammen. 1985 spielte er bei Bird Records seine erste Single ein.
Wir wussten alle, dass der Tag kommen wird – nun ist er da: B. B. King (1925-2015) ist in der Nacht zum 14. Mai 2015 in seinem Heim in Las Vegas gestorben. King wurde bereits am am 7. April mit Dehydrierungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert und seither zeichnete sich sein Tod allmählich ab. Er hatte seit Jahrzehnten an Diabetes und offensichtlichem Übergewicht gelitten. Am 16. September 1925 in Itta Bena, Mississippi geboren, wurde Riley King, der schon früh den Namen «Blues Boy» oder eben B.B. annahm, im Laufe seines langen 89jährigen Lebens zum bedeutendsten Bluesmusiker des 20. Jahrhunderts und zum einflussreichsten Gitarristen des Blues überhaupt. Mit B.B. Kingverstummt die Bluesstimme mit dem höchsten Wiedererkennungswert, und ebenso die Bluesgitarre schlechthin. Er war der König des Blues, und dazu einer der nettesten Menschen auf Erden. Aber der König ist nun tot und sein Thron ist verwaist und wird es auch bleiben. Die sprichwörtlichen Schuhe des charismatischen Mannes sind zu gross, als dass jemand jemals wieder diesen Platz einnehmen wird.
Der amerikanische Soul Sänger Ben. E. King ist gestorben. Am 28. September 1938 kam er als Benjamin Earl Nelson in einer Kleinstadt in North Carolina zur Welt, wuchs aber in New York auf. In den Fünfzigerjahren wurde er Sänger in der Gruppe Five Crowns, die später zu den Drifters wurde, nachdem deren Manager die ursprüngliche Besetzung entliess und durch die Mitglieder der Crowns ersetzte.
Der Bassist Andy Fraser der britischen Band Free ist am 16. März gestorben. Er wurde leider nur 63 Jahre alt. Der Autor von Frees Superhit All Right Now hat der Welt mehr hinterlassen, als mit seinem Namen allgemein assoziiert wird. Sein gefühlvolles Bassspiel ist trug ebenso viel zur Charakteristik des Bandsounds bei wie Paul Kossoffs Bluesgitarre oder Simon Kirkes Schlagzeug. Einer der besten britischen Bassisten der Blues-Rock-Ära, ist Fraser am ehesten zu vergleichen mit Jack Bruce. Von den Gründungsmitgliedern von Free war Fraser mit lediglich 15 Jahren der jüngste, und seine Zeit mit dieser Band sollte der Höhepunkt seiner Karriere bleiben. Der weitere musikalische Erfolg blieb ihm verwehrt und seine persönliche Leidensgeschichte mit lange geheim gehaltener Homosexualität und einer Erkrankung an Krebs und HIV liessen wenig Raum für kreatives Schaffen.
Robert «Wolfman» Belfour gehörte zu den weniger bekannten Interpreten, war aber ein typischer Vertreter des Hill Country Stils. Der Blues aus dieser hügeligen, nördlichen Gegend in Mississippi unterscheidet sich vom weitaus berühmteren Delta Blues, er ist rauer und montoner, hypnotischer. Seine erste Aufnahme kam auf David Evans' Zusammenstellung The Spirit Lives On, Deep South Country Blues and Spirituals in the 1990s heraus, das auf dem deutschen Label Hot Fox heraus kam. Zur gleichen Zeit organisierte Evans auch eine Tour, es war seine erste grosse Reise. Bis zu diesem Zeitpunkt war er, wie er in einem Interview verriet, nie weiter als bis Nashville gekommen. Am 26. Februar 2015 ist er gestorben.
Der britische Sänger und Interpret Joe Cocker ist am 21. Dezember 2014 verstorben. Er erlag seinem Krebsleiden, wie das Management bekannt gab. Der siebzigjährige Sänger verfügte über eine einzigartige Stimme, die ihn mit einer Silbe erkennbar werden liess. Cocker, der kein Songs schrieb, war als Veteran von Woodstock ein Musiker, der alle Höhen und Tiefen des Business kennenlernte. Späte Erfolge mit Balladen (Unchain My Heart) und rockigen Covern (Summer in the City) machten den Mann für ein Radiopublikum attraktiv und bescherten ihm den ersehnten und verdienten Erfolg, aber es sind insbesondere seine frühen Aufnahmen, die ihn für die Musikgeschichte unsterblich werden lassen. Der Höhepunkt dabei war sicherlich das Album Mad Dogs & Englishmen, das er gemeinsam mit Leon Russell auf einer persönlich verheerenden US-Tournee aufnahm. Eine ausführlichere Würdigung darf hier in den nächsten Tagen erwartet werden.
In der Nacht auf heute Sonntag ist Jack Bruce einem Leberleiden erlegen. Der Bassist und Sänger machte sich unsterblich als Frontman der Band Cream, aber schon vor seinen Weltstarzeiten mit der Supergroup war der am 14. Mai 1943 geborene Bruce ein gesuchter Bassist, der für Alexis Corner Blues Inc. den Tieftöner bediente, und auch nach jenen aussergewöhnlichen Jahren Ende der 1960er Jahre hat er grossartige Aufnahmen gemacht. Sein Gesang machte Cream ebenso gross wie Ginger Bakers Schlagzeug und Eric Claptons Gitarrenspiel, aber sein Bassspiel hat viel zur Entwicklung dieses Instruments beigetragen, denn er spielte bei Cream seinen Bass als drittes Soloinstrument und damit lotete der die Möglichkeiten des E-Bass neu aus.
Er war ein auffällger Mann. Der am 24. Februar 1944 als John Dawson Winter III. in Texas geborene Musiker Johnny Winter kam mit Albinismus auf die Welt, wie auch sein rund zwei Jahre jüngerer Bruder Edgar. Mit ihm, dem Komponisten und Multi-Instrumentalisten, gründete er als Teenager die erste Band Johnny and the Jammers und spielte die Platte School Day Blues ein. Er konnte mehrere Instrumente spielen, konzentrierte sich aber auf die Gitarre, wo er es zur Meisterschaft brachte, die ihm den 63. Platz in der Liste der besten Gitarristen des Rolling Stone Magazins sicherte.
Der «Musikexpress» berichtete gestern «Alvin Lee ist tot». Seine «Rote» mit dem Peace-Zeichen wird nie wieder vom ehemaligen «Ten Years After»-Gitarristen und Sänger gespielt werden…
Wie berichtet wird, starb der britische Gitarrist und Sänger am 6. März 2013 im Alter von 68 Jahren infolge einer Operation. Mit seiner Bluesrock-Band Ten Years After hatte Lee in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern acht Alben in den britischen Top 40. 2003 stieg Lee aus, das letzte Album von Ten Years After erschien 2008. Das letzte von Album von «Graham Alvin Barnes», wie Lee mit bürgerlichem Namen hieß, war «Still On The Road To Freedom» (2012). Meine Lieblingsscheiben von ihm sind «Saguitar» (2007) und «Pure Blues» mit dem Top Song «Real Life Blues» sowie «Nineteen Ninety Four» mit dem Gänsehaut-Slowblues «The Bluest Blues».
Der Originalbeitrag erschien auf bluesfeeling.com
Mit Magic Slim hat der Blues einen weiteren Vertreter der alten Schule verloren. Er war einer der bedeutesten Interpreten des West Side Chicago Blues. Als Morris Holt kam er am 7. August 1937 in Torrence, Mississippi zur Welt. Er verkörperte den klassischen Bluesman: Seine Eltern waren Sharecropper und er musste schon als Kind mitarbeiten. Früh erlernte er das Pianospiel und sang im Kirchenchor. Im Alter von dreizehn Jahren verlor er beim Arbeiten an einer Cotton Gin einen kleinen Finger und wechselte deswegen zur Gitarre. Sein erstes Instrument bestand aus Draht an einem Besenstiel. Die Familie siedelte 1948 nach Grenada. Mit achtzehn kam er nach Chicago, wo ihn ein Freund aus Grenada, Magic Sam (Samuel Gene Maghett) unter seine Fittiche nahm. Magic Sam liess Ihn Bass in seiner Band spielen und gab ihm auch seinen Übernahmen Magic Slim. Sein Erfolg war mässig und so kehrte ins Delta zurück, und spielte einige Jahre mit seinen jüngeren Brüdern Nick (1940 - 2009) und Douglas «Lee Baby» (1944 - 2006) in Grenada, Charleston und anderen Städten im Delta. Daneben half er seinem Stiefvater in dessen Transportgeschäft und verkaufte Holz und selbstgebrauten Whisky.
Am Stephanstag ist im Alter von 72 Jahren die R&B/Blues- und Gospelsängerin Fontella Bass gestorben. Die ehemalige «Chess»-Künstlerin hatte 1965 ihren grössten Hit mit Rescue Me, aber sie war deswegen kein One-Trick-Pony. Fontella Bass hatte mehr zu bieten, sie spielte Klavier und sang mit einer reichen und vollen Stimme. Trotzdem blieb ihr der ganz grosse Erfolg versagt, und nach ihrem zweiten Solo-Album 1972 zog sie sich aus dem aktiven Musikbusiness zurück. Wie andere auch suchte sie zwischenzeitlich Erfolg in Paris, vor allem gemeinsam mit ihrem Ehemann, Jazz-Trompeter Lester Bowie (1941–1999).
Er gehört zu den Musikern, deren Bekanntheit geringer ist, als er es verdient hätte. Immerhin war er ein bedeutender Vertreter des Westcoast Blues, an dessen Entwicklung er massgebend beteiligt war. Er schrieb nach eigenen Worten mehr als tausend Titel, spielte über 30 Alben ein und erhielt vier goldene Schallplatten. Er wurde 1990 mit dem «Pioneer Award» der Rhythm and Blues Foundation geehrt und 2008 in die Blues Hall of Fame aufgenommen. Er war bis ins hohe Alter aktiv, erst seine schlechte Gesundheit zwang ihn in den letzten Jahren zu Zurückhaltung. Nun ist der Pianist, Sänger und Komponist am 20. Dezember 2012 nach längerer Krankheit in San Pablo (CA) gestorben.
In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde mit dem Rock'n'Roll die Musik laut. Leo Fender, Elektroniktüftler und Instrumentenbauer brachte die Telecaster, den Fender Precision Bass und die Stratocaster auf den Markt. Daneben dominierte er mit seinen Verstärkern den Markt. Etwa zur gleichen Zeit gründete Jim Marshall ein Musikgeschäft, das zunächst Schlagzeuge verkaufte. Der britische Schlagzeuger und Unternehmer war während des Krieges in einer Elektronikfirma angestellt, die Rüstungsgüter herstellte. Während dieser Zeit lernte er die Grundlagen der Elektrotechnik und leitete zuletzt die Elektronikabteilung seines Arbeitgebers. Am 5. April 2012 starb Jim Marshall in seinem 88. Lebensjahr in London.
Er ist nie so bekannt geworden, wie er es eigentlich verdient hätte. Er führte ein eher zurückgezogenes Leben und betonte in vielen Interviews, dass seine Familie ihm wichtiger sei, als die Karriere. Am 20. Oktober 1943 in Palm Springs, CA geboren, wuchs Buddy «Bugs» Henderson in Tyler, TX auf und lebte bis zuletzt in Texas. Im November 2011 erkrankte er an Krebs, dem er nun im Alter von 68 Jahren am 9. März 2012 erlegen ist.
Iverson Minter hiess der am 23. März 1932 in Bessemer, AL zur Welt gekommene Bluesmusiker mit bürgerlichem Namen. Er starb kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag am 25. Februar 2012 in Hannover, wo er seit 1981 Jahre gelebt hatte. Mit Louisiana Red verliert der Blues einen weiteren Vertreter der traditionellen Interpreten aus der Gründerzeit.
Er gehörte zu der immer kleiner werdenden Gruppe der frühen Jahre des Blues mit all seinen Schattenzeiten. Kurz nach seiner Geburt starb seine Mutter und er verlor den Vater bei einem Ku Klux Klan Pogrom, als er neun Jahre alt war (Einige Quellen sprechen von fünf Jahren, seine eigene Website nennt 1941 als Jahr des tragischen Mordes. Die Red.) . Nach einem dreijährigen Aufenthalt im Waisenhaus wuchs er in der Folge im Haus seiner Grosseltern in Pennsylvania auf. Auch in seinem weiteren Leben war das Schicksal nicht eben grosszügig mit ihm, so verlor er 1972 seine erste Frau. Dennoch bewahrte er sich ein offenes, fröhliches und freundliches Wesen, wie Freunde und nähere Bekannte einstimmig betonen.
«Something’s Got a Hold On Me», «I'd Rather Go Blind» und «At Last» hiessen drei ihrer grossen Titel. Ihr grösster, der dritte, ist inzwischen ein Hochzeitsstandard in den USA. Sie machte den Song zwanzig Jahre nach dessen Erscheinen zum Welthit. Nun ist die mächtige Stimme verstummt. Am 20. Januar 2012 ist Etta James an den Folgen einer Leukämie in einem Krankenhaus gestorben. Nur wenige Tage später wäre sie 74 Jahre alt geworden.
In Wayne, New Jersey ist am 4. Dezember Hubert Sumlin im Alter von 80 Jahren gestorben. In diesem Jahr stirbt damit ein weiterer der grossen alten Bluesmen, und diesmal müssen wir Abschied nehmen von einem Gitarristen, der stets im Schatten seines Mentors Howlin‘ Wolf gestanden ist, und der doch den Chicago-Bluessound geprägt hat wie wenig andere. Hubert Sumlin (1931-2011) war in höchsten Mass ein Bindeglied zurück zu den Ursprüngen des Deltablues. Er spielte eigentlich akustischen Delta-Blues, bloss transferierte er diese Musik auf die elektrische Gitarre und spielte mit der hierfür erforderlichen Feinheit. Hubert Sumlin wurde zum Virtuosen des Groben und damit war er Vorbild für den elektrischen Blues der nächsten Generation.
Nach Calvin Jones, Pinetop Perkins und Willie «Big Eyes» Smith verliert der Blues mit dem Harmonikaspieler George «Mojo» Buford einen weiteren Vertreter der alten Garde, die in der Muddy Waters Band bekannt geworden sind. Geboren am 10. November 1929 in Hernando, MS zog er in jungen Jahren nach Memphis, TS und war dort eine Zeit lang aktiv und spielte unter anderem mit B.B. King, bevor er zu Beginn der 50er Jahre nach Chicago umsiedelte. Zusammen mit Sam Burden (Schlagzeug) und Dave Members (Gitarre) gründete er die Band «The Savage Boys». Nachdem Muddy Waters sie kennengelernt hatte, engagierte er die Band und sie traten immer dann als Muddy Waters Junior Band auf, wenn der Meister unterwegs war. 1959 löste er Little Walter als Harp Spieler ab und spielte bis 1962 in der Band mit. Er verliess zeitweise die Chicagoer Szene und kehrte 1967 für ein Jahr in Muddy Waters Band zurück. In den frühen 70er Jahren war er dann für längere Zeit dabei und verliess erneut die Band um schliesslich 1980 Jerry Portnoy zu ersetzen, der seine eigene Band gegründet hatte. Dieses Mal blieb er dabei, bis sich die Muddy Waters Band auflöste.
Willie «Big Eyes» Smith ist am Morgen des 16. September an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben, wie seine Homepage bekannt gibt. Smith wurde 1936 in Helena, Arkansas geboren, ging aber spätestens mit 18 nach Chicago, wo er der Drummer der Muddy Waters Band wurde. In den letzten Jahren wurde er vermehrt als Bandleader aktiv und fand auch zu seiner ersten musikalischen Liebe zurück: der Bluesharp. Mit Willie «Big Eyes» Smith verliert die Blueswelt eine weitere Legende an seinem Instrument, aber auch einen netten und umgänglichen Menschen, der nicht nur Augenzeuge war, sondern Teilnehmer bei der Gestaltung des Chicago Blues.
David Honeyboy Edwards hiess der wohl letzte grosse Vertreter der Mississippi Delta Bluesmen. Geboren wurde er am 28. Juni 1915 in Shaw, MS. Sein Leben entsprach stückweise dem klassischen Muster früher Bluesmen aus dem Süden: Arbeit auf den Baumwollfeldern, früher Broterwerb als Musiker, später Umzug nach Chicago. Nach einer Kindheit in Armut verliess er mit vierzehn Jahren das Elternhaus, um mit Big Joe Williams als Wandermusiker zu reisen. Er kannte so gut wie alle frühen Musiker im Delta: Charley Patton, Tommy Johnson, Alex Rice Miller (Sonny Boy Williamson II), Howlin' Wolf, Sunnyland Slim, Lightnin' Hopkins, Big Walter, Little Walter, Magic Sam, Muddy Waters, Peetie Wheatstraw und natürlich Robert Johnson. Letzterer war auch sein Freund und seine Version der Nacht, in der Johnson starb, gilt bis heute als die sozusagen offizielle Version der Ereignisse. Er schildert sie auch im Film The Search for Robert Johnson (1991) Erst 1997 erschien seine Biographie unter dem Titel: The world don't owe me nothing.
Im Februar hatte er noch zusammen mit Willie 'Big Eyes' Smith für das Album «Joined at the Hip» den Grammy für das beste traditionelle Blues Album gewonnen und wurde damit der älteste Grammy Gewinner bisher. Am Montag, 21. März 2011 starb er, 97 jährig, in seinem Heim in Austin, Texas an Herzversagen.Sehr schnell wird man heute als Legende bezeichnet. Pinetop Perkins, der eigentlich Joe Willie Perkins hiess, war wirklich eine. Geboren wurde er am 7. Juli 1913 in Belzoni, Mississippi.
Heute morgen (22.7.2010) ist Philip Walker gestorben. Er kam am 15. März 1937 in Welsh, Louisiana zur Welt. Er stammte aus einem typischen Sharecropper Milieu. Die Familie zog, als er acht jahre alt war, nach Texas. Dort erkrankte sein Vater als er zwölf Jahre alt war und als älterer Sohn musste er dessen Arbeit mit verrichten. Alle seine Onkel spielten Musik, so dass er von frühster Jugend an damit konfrontiert war. Clarence “Gatemouth” Brown war ein Cousin zweiten Grades von ihm. Er begann sein Spiel mit einer selbstgebauten Gitarre.
Er begann mit 15 Jahren in lokalen Bands mitzuspielen und spielte 1952 seine erste Aufnahme als Begleitung von Roscoe Gordon auf. Es folgte Zusammenarbeit mit Long John Hunter. 1999 veröffentlichte er eine CD bei Alligator Records mit dem Titel Lonestar Shootout, unter Mitwirkung von Lonnie Brooks, Long John Hunter und Ervin Charles.1955 tourte er mit seiner Blue Eagles Band, zusammen mit Fats Domino sowie Little Richard. Philip Walker war eher ein Live Musiker und deswegen gibt es nur etwas 10 Aufnahmen (LPs und CDs) von ihm, die letzte erschien 2007 unter dem Titel Going Back Home. Wer ihn kannte, bezeichnet ihn als sehr liebenswürdigen Menschen und grossen Musiker.
Die Blues und Gospelsängerin Marva Wright ist, wie wir erst jetzt erfahren, am 23. März 2010 gestorben im Alter von 62 Jahren. Sie war 2009 wegen eines Schlages gestürzt und hat sich von den Folgen nie mehr erholt. Marva Wright hatte ihre Karriere 1987 erst spät begonnen. Allerdings sang sie bereits als Kind in Kirchen, wobei sie von ihrer Mutter begleitet wurde. Grossen Einfluss auf sie hatte Mahalia Jackson, die eine Schulfreundin ihrer Mutter war.
Sie war eine imposante Erscheinung mit einer kraftvollen Stimme, erreichte aber ausserhalb den USA nie die Popularität, die sie eigentlich verdient hätte, obwohl sie einige Male durch Europa tourte, zuletzt 2002. Sie hatte ihre Karriere in New Orleans aufgebaut, wo sie in den Lokalen der Bourbon Street anzutreffen war. Bis zuletzt war sie dort auch immer anzutreffen und sie hat auch stest betont, wie sehr sie diesem Milieu verbunden sei, ohne welches sie nie bekannt geworden wäre.
Am 13. Februar 2010 ist Dale Hawkins gestorben, der Autor des unsterblichen Hits Suzie Q und einer der wenigen Weissen Musiker, der bei «Chess Records» seine Aufnahmen veröffentliche. Hawkins spielte den Blues so, wie er es zuhause in Louisiana gelernt hatte: hart, mit klarem, reduziertem Rhythmus und einem Drive. Es war die Musik, die man später Rockabilly nannte. Ein Nachruf auf einen Chicago-Blueser der ersten Generation.
Eben erreichte uns die Nachricht, dass Gitarrist, Erfinder und Techniker Lester William Polsfuss am 13.August 2009 in White Plains, N.Y. im Alter von 94 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben ist. Herr Polsfuss war in Musikerkreisen aber bekannt unter seinem amerikanisierten Namen Les Paul. Unter diesem Namen wurde er als Jazz-Gitarrist bekannt und in den 1940er und 1950er Jahren erfolgreich. In die Geschichte der Musik wird er aber zuerst eingehen als der Mann, der die Solidbody erfunden hat und damit die elektrische Gitarre entscheidend weiter entwickelt hat. Nach ihm heisst die oft zärtlich als «Paula» verniedlichte Gibson-Gitarre, die auch im Blues ihres tiefen Spuren hinterlassen hat.
Der amerikanische Rock- und Bluessänger Willy DeVille ist in der Nacht vom 6. zum 7. August 2009 kurz vor seinem 59., Geburtstag gestorben. Er war seit einiger Zeit an Pankreaskrebs erkrankt und musste Anfangs Juni alle Konzerte absagen. Seit dieser Zeit lebte er zuhause.
Er wurde am 25. August 1950 in Stamford, Connecticut als William Borsay geboren, kam aber in den frühen 60er Jahren nach New York, nachdem er mit 14 Jahren die Schule verlassen hatte. Seine Herkunft war gemischt, oder wie er selbst es einmal formulierte "Ich bin ein wenig von diesem, ein wenig von jenem, ein richtiger Strassenköter". Seine frühen musikalischen Vorbilder waren zunächst Bob Dylan und Jimi Hendrix, später kamen Muddy Waters, John Hammond und John Lee Hooker dazu.
Eine grosse Stimme des Blues ist für immer verstummt. Koko Taylor Die Queen Of The Blues starb gestern, 3. Juni 2009 an den Komplikationen einer Magenoperation im Mai. Noch am 7. Mai hatte sie zum 29. Mal den Blues Music Award für die beste traditionelle weibliche Interpretin gewonnen.
Koko Taylor wurde am 28. September 1928 in Memphis geboren, und siedelte 1954 nach Chicago über und wurde dort von Willie Dixon entdeckt. Kokos unvergleichliche Stimme und Präsenz machten sie bald zu einer der erfolgreichsten und bekanntesten Bluessängerinen. Sie hat bis heute mit ihrer Art zu singen, viele Sängerinen beeinflusst, nicht zuletzt Janis Joplin und Susan Tedeschi. Für viele war sie die Bluessängerin überhaupt. Sie wird unvergessen bleiben.
Wie wir erst neulich zufällig sahen, ist kürzlich einer der bemerkenswertesten Musiker der New Orleans-Szene verstorben, der phantasische Snooks Eaglin (1936-2009). Snooks Eaglin kam am 21. Januar als Fird Eaglin, Jr. in New Orleans zur Welt, die er nach einer Herzattacke am 18. Februar dieses Jahres wieder verliess. Der Name Snooks erhielt er in Anspielung auf eine Figur im Radio der 1940er Jahre, die schelmische «Baby Snooks» http://en.wikipedia.org/wiki/Baby_Snooks]. Dazwischen liegen 72 Jahre seines Lebens, von denen er 67 mit der Gitarre und seinem Gesang bestritten hat. Eaglin, der zu Beginn seiner Karriere als «Blind» Snooks Eaglin bekannt war, nachdem er als Einjähriger sein Augenlicht verloren hatte, war primär ein Strassenmusiker in New Orleans, aber durch seine Aufnahmen wurde er auch einem weiteren Kreis bekannt. Eaglin war ein äusserst vielseitiger Musiker, der neben einer Vielzahl von Blues-Stilen und dem typischen New Orleans-Sound auch Jazz, Funk, Rock'n'Roll, Country oder lateinamerikanisch und karibisch inspirierte Musik spielte.
Am 8. März ist Willie King im Alter von 66 Jahren an einer Herzattacke gestorben. Traurigerweise war es sein Geburtstag. Willie King war ein Vertreter des Down Home, Juke Joint Blues und konnte auf vielen Festivals in USA und Europa gehört werden. Er war ein Bewunderer von Howlin' Wolf. Er wirkte zuletzt in Martin Scorseses Blues Dokumentation mit und wurde dadurch einem breiteren Publikum bekannt.
Er gehört zu den Bluesern, die noch auf einer Plantation geboren worden sind und lernte seine ersten Griffe auf einer einseitigen diddley-bo. Er brachte in seinen Texte gerne sozial begründete politische Aussagen ein. Er hatte sich auch für das Freedom Creek Festival engagiert, das er ins Leben gerufen und gesponsort hatte.
Ein warmherziger, freundlicher Mensch und talentierter Musiker hat uns damit verlassen.
Seine Musik kann man hier auf seiner MySpace Seite anhören.
Der ehemalige Frontman der Bluesrockgruppe Canned Heat ist am Sonntag, 23. November 2008 in Long Beach, CA im Alter von 46 Jahren gestorben. Robert war einer von vier Frontsängern,welche die Band in ihrer 40 jährigen Geschichte erlebt hat. Er spielte in der Blues und Boogie Band Bottleneck Gitarre und Harp von 1994 bis 2008. Robert war bekannt für seine enorme Bühnepräsenz und seine Stimmgewalt. Er komponierte und veröffentlichte sieben Soloalben: “Across The River” (1989), “Usin’ Man Blues” (1990), “Luke & The Locomotives” (1991), “Built For Comfort” (1992), “Layaway” (1994), “Robert Lucas” (1996), and “Completely Blue” (1997)
Robert verliess Canned Heat vor nicht allzu langer Zeit, um eine Solokarriere aufzubauen. In der Schweiz wurde er zudem bekannt durch seine Auftritte mit Andy Egert , mit dem ihn eine Freundschaft verband. Andy hätte erneut mit ihm Januar und Februar auftreten sollen. Andy widmet seine Konzerte in diesen Monaten Robert Lucas und wird auch zu seinem Gedenken speziell Songs von ihm spielen.
Der junge Bluesmusiker Sean Costello ist am 15. April, nur einen Tag vor seinem 29. Geburtstag in seinem Hotelzimmer in Atlanta gestorben. ¨Ber die Todesursache ist nichts bekannt.
Sean Costello wurde 1979 in Philadelphia geboren und zog mit seiner Familie nach Atlanta, als er 9 Jahre alt war. Er begann seine Karriere noch in der High School und gewann mit 14 Jahren den Memphis Blues Society's Talent Award. Sein erstes Album, Call The Cops mit 17 Ein Jahr später arbeitete er an Susan Tedeschi's Album Just Won't Burn mit.
Damit verliert der Blues ein vielversprechendes, junges Talent. Sean's soulige Stimme, seine fantastischen Licks und seine anspruchsvollen Songs haben den Blues neu belebt und in der jungen Generation viele Musikfreunde für den Blues gewonnen.
Der kanadische Blues- und Rockgitarrist und -sänger Jeff Healey ist gestern im Alter von 41 Jahren im St. Josephs Krankenhaus in Toronto an den Folgen eines Krebsleidens gestorben. Er lässt seine Frau und seine zwei Kinder (3 und 13) zurück
Jeff Healey spielte sitzend, die Gitarre waagrecht auf seinem Schoss wie eine Zither. Gelernt hatte er Gitarre und auch Trompete in der Blindenschule. Er war seit seinem ersten Lebensjahr blind. Er gründete zusammen mit dem Bassisten Joe Rockman und dem Drummer Tom Stephens 1986 die Jeff Healey Band. Sie spielten klassischen Bluesrock.
Ike Turner ist am Mittwoch, den 12. Dezember in San Diego gestorben. Er wurde am 5. November 1931 in Clarksdale, MS als Izear Luster Turner Jr. geboren. Er wurde 76 Jahre alt. Seine 1951 erschienene Single Rocket 88 gilt als eine der ersten Rock 'n' Roll Aufnahmen und er gilt daher als einer der Mitbegründer des Rock 'n' Roll.