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Historischer Wimbledon-Titel für Federer
Roger Federer gewinnt zum siebten Mal in Wimbledon. (Keystone)
Roger Federer schreibt Geschichte: Der Schweizer Tennisspieler gewinnt Wimbledon zum siebten Mal. Nach einem hart umkämpften Spiel siegt er gegen den Lokalhelden Andy Murray in vier Sätzen 4:6, 7:5, 6:3, 6:4.
Der historische Triumph von Roger Federer ist gleichbedeutend mit weiteren Bestmarken des Schweizer Ausnahmekönners. Dank dem 7. Triumph in Wimbledon zog Federer mit Rekordsieger Pete Sampras gleich.
Da er zudem ab Montag erstmals seit Juli 2010 wieder die Nummer 1 der Weltrangliste ist und damit garantiert seine 286. Woche auf dem Tennisthron verbringt, egalisiert er auch hier den Rekord von Sampras.
Erster Grand-Slam-Titel seit 2010
Nach 204 Minuten war der geschichtsträchtige Augenblick für Federer gekommen. Der Schweizer verwertete seinen 2. Matchball zum 17. Grand-Slam-Triumph, dem ersten seit den Australian Open 2010.
Federer verdiente sich den grossen Erfolg dank einer über weite Strecken überragenden Leistung. Die 4. Niederlage Murrays in einem Major-Final bedeutet, dass einerseits der Schotte weiter auf einen ganz grossen Sieg, andererseits Grossbritannien weiter auf einen einheimischen Wimbledon-Champion warten muss.
2. Satz entscheidend
Die weiteren Einträge in die Sport-Geschichtsbücher musste sich Federer in seinem 8. Wimbledon-Final hart erkämpfen. Murray, dem die Chance auf seinen 1. Grand-Slam-Titel winkte, war bis mindestens zur Hälfte des 2. Satzes der bessere Spieler.
Die Wende führte Federer schliesslich in der Schlussphase des 2. Durchgangs herbei. Nachdem er beim Stand von 2:2 und 4:4 Breakbälle abwehren musste und auch bei 5:5 Mühe bekundete, seinen Service durchzubringen, gelang ihm wenig später dank dem schönsten Punkt des Tages das immens wichtige Break zum 7:5 und damit zum Satzausgleich.
Murray mit perfektem Start
Dass Federer am Ende des 2. Satzes stärker wurde, war der Schlüssel in einer Partie, die bis zu diesem Zeitpunkt von Murray dominiert wurde. In seinem 4. Grand-Slam-Final erwischte der Schotte einen Start nach Mass.
Im Gegensatz zu den Endspielen bei den US Open 2008 und den Australian Open 2010, wo er gegen Federer jeweils keinen Satz gewinnen konnte, wirkte er vom ersten Ballwechsel an konzentriert und vor allem effizient. Der 25-Jährige beging kaum Fehler, retournierte gewohnt stark und nutzte beide seine Breakchancen. Federer wirkte in dieser Phase nervös und teilweise unsicher und musste den Startsatz mit 4:6 seinem Gegner überlassen.
Federers Leistungssteigerung
Spätestens nach dem Satzausgleich war dann aber Federer der bessere Spieler. Allein im 3. Durchgang gelangen dem 30-Jährigen 15 Winner und kaum noch unerzwungene Fehler. Dem Baselbieter dürfte zudem entgegen gekommen sein, dass die Partie nach einer rund 40-minütigen Regenpause bei geschlossenem Dach fortgesetzt wurde.
Plötzlich konnte er Murray immer wieder unter Druck setzen. Der Lohn für die Leistungssteigerung war das satzentscheidende Break zum 4:2. Murray konnte zwar 5 Breakbälle Federers abwehren, die 6. konnte dieser dann aber nutzen und den Satz in der Folge ins Trockene bringen.
Murrays Kampf nicht belohnt
Das Momentum war nun definitiv auf der Seite von Federer. Auch in den längeren Ballwechseln war der Schweizer mittlerweile der sicherere und erfolgreichere Spieler. Murray wehrte sich zwar mit allen Mitteln, Federer war aber nicht mehr aufzuhalten. Dank dem insgesamt 4. Break erspielte er sich eine Führung, die er in der Folge nicht mehr aus der Hand gab.
Nach dem Matchball gab es ein aufwühlendes Ende mit vielsagenden Emotionen auf beiden Seiten: hier der neue, 17-fache Grand-Slam-Champion Roger Federer, dort Andy Murray, der einmal mehr trotz starkem Spiel und aufopferndem Kampf in einem wichtigen Endspiel gescheitert war.
Die Briten müssen weiterhin auf ihren ersten Grand-Slam-Titel seit Fred Perry in Wimbledon 1936 warten. Federer seinerseits, der am 8. August seinen 31. Geburtstag feiern wird, hat die Tennisgeschichtsbücher um neue Kapitel angereichert - und seine Matchbilanz mit Murray auf 8:8 ausgeglichen. (fors, si)
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