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• Richard Branson und Jeff Bezos schicken Weltraumtouristen für wenige Minuten ins All
• "Inspiration 4" von SpaceX schickt Menschen für einen dreitägigen Trip ins Weltall
• Berühmter Physiker sieht einen der drei Konkurrenten als klaren Gewinner
Branson und Bezos bieten Weltraumtouristen nur ein kurzes Vergnügen
Mitte Juli ist der britische Milliardär Richard Branson mit dem Raumschiff "VSS Unity" seiner Firma Virgin Galactic ins Weltall, auf eine Höhe von etwa 86 Kilometern, geflogen. Nach etwas mehr als drei Minuten in der Schwerelosigkeit setzte die "VSS Unity" zum Eintritt in die Erdatmosphäre ein und Branson landete wieder wohlbehalten auf dem Weltraumbahnhof Spaceport America. Damit gelang Branson ein PR-Coup gegen Amazon-Gründer Jeff Bezos, der in den Wochen zuvor seinen Flug ins Weltall am 20. Juli gross beworben hatte - und dann kam Branson und flog bereits neun Tage früher.
Am 20. Juli startete dann Jeff Bezos wie angekündigt seinen Kurz-Ausflug ins Weltall. An Bord des Raumschiffes "New Shepard" seiner Firma Blue Origin waren neben Bezos selbst sein Bruder, eine 82 Jahre alte frühere US-Pilotin und ein 18-jähriger Niederländer, der den Flug geschenkt bekommen hatte. In diesem Monat nahm Bezos dann den 90 Jahre alten kanadischen "Star Trek"-Schauspieler William Shatner mit auf den zweiten bemannten Flug der Kapsel "New Shepard". Der Ausflug ins All dauerte rund zehn Minuten. Damit ist Shatner der älteste jemals ins All gereiste Mensch.
SpaceX will Menschen auf den Mars bringen - und darüber hinaus
Auch Tesla-Chef Elon Musks schickte mit seinem Unternehmen SpaceX bereits die ersten Weltraumtouristen ins All. Die "Inspiration 4" startete im September mit dem Gründer und Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Shift4 Payments, Jared Isaacman, und drei Begleitern zu einem dreitägigen Trip ins Weltall - während die Konkurrenz, in Form von Virgin Galactic und Blue Origin, den Weltraumtouristen bisher nur ein kurzes Vergnügen mit dem Eintauchen in die Schwerelosigkeit boten. Ihre Flüge näherten sich gerade einmal der Karman-Linie bei rund 100 Kilometern Höhe, die als Grenze zwischen Luft- und Raumfahrt gilt. Mit der "Inspiration 4" startete dagegen die erste bemannte Mission ohne professionelle Astronauten, die weit über die Grenze zum Weltraum hinaus ging - laut SpaceX habe es sich sogar um den am weitesten von der Erde entfernten Flug eines Menschen seit Ende des Apollo-Mondprogramms gehandelt.
Daneben konnte SpaceX bereits mehrere Astronautencrews in den Orbit bringen und grosse Fortschritte bei der Entwicklung des Raketensystems "Starship" machen, das die ersten Menschen seit der Mondlandung 1972 auf den natürlichen Satelliten der Erde bringen soll - und dann irgendwann auch zum Mars und darüber hinaus. "Wir fühlen uns geehrt, Teil des Artemis-Programms der NASA zu sein, um die erste Frau und den nächsten Mann sicher auf der Mondoberfläche zu landen, als erste von vielen, vielen weiteren Menschen, die folgen werden", schreibt SpaceX auf seiner Website.
So ordnet ein berühmter Physiker die Weltraumflüge der drei Milliardäre ein
Unter anderem in diesen Unterschieden sieht der berühmte amerikanische Physiker Michio Kaku begründet, dass es tatsächlich kein so enges Rennen zwischen Musks, Bezos‘ und Bransons Unternehmen ist, wie es n den Medien manchmal dargestellt wird - seiner Meinung nach hat Elon Musk mit SpaceX ganz klar die Nase vorn. In einem Interview mit Fox Business sagte Kaku: "Es ist kein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es die Medien gerne darstellen möchten, wissen Sie, den Kampf der Milliardäre. SpaceX hat einen enormen Vorsprung gegenüber Blue Origin." Das begründete er damit, was SpaceX schon alles erreicht hat: "Sie haben die Erde mehrmals umrundet, sie gehen zur Raumstation. Tatsächlich ging der letzte Start, den sie hatten, sogar am Hubble-Weltraumteleskop vorbei; So weit ging es in den Weltraum. Ausserdem verkauft Elon Musk Tickets für den Mond, und ein japanischer Milliardär hat tatsächlich alle Tickets für den ersten Flug zum Mond gekauft." Laut Kaku gehe es dabei also nicht mehr nur noch um "drei Minuten hochgehen und wieder runterkommen. Nein, wir reden jetzt über den Mond."
Redaktion finanzen.ch