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Der Dokumentarfilm «Tiny Treasure» erzählt die Geschichte der Bernerin Ruth Soucek-Jenzer. Körperlich fällt Soucek-Jenzer auf: Mit rund drei Jahren hat sie aufgehört zu wachsen und ist weniger als ein Meter gross. Der Film zeichnet das Leben von Soucek-Jenzer anhand verschiedener Stationen nach. Nach Schule und Ausbildung in der Schweiz, zog sie als Teil einer Gruppe von kleinwüchsigen Menschen, den «Bob Hermines‘ Midgets», durch die Staaten. Sie lebte in New York, hatte mehrere Rollen am US-amerikanischen Fernsehen und in Theaterstücken, heiratete, gründete ein eigenes Schmuck-Label und lebt heute in Florida.
Formal ist der knapp einstündige Film konventionell, inhaltlich jedoch einzigartig. Ruth Soucek-Jenzer war in ziemlich allem was sie tat erfolgreich und schlug Kapital aus ihrer körperlichen Besonderheit. «Sie hatte eher ein Problem damit, wenn sie mal nicht im Mittelpunkt stand», so die Regisseurin Linda Geiser.
Die in New York lebende Berner Schauspielerin Linda Geiser hat den Film zusammen mit dem Fotografen Reto Sterchi gedreht. Geiser und Soucek-Jenzer kennen sich seit der Kindheit, die sie in den 1940er/50er Jahren im Spiegel bei Köniz verbracht haben. Zufälligerweise traf Geiser die alte Bekannte in New York wieder – und entschied Jahre später, kurz vor ihrem eigenen 80. Geburtstag, einen Film über die Freundin zu drehen. Entstanden ist eine Hommage an das Leben einer grossartigen kleinwüchsigen Bernerin, die ausgewandert ist, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Die Vorpremiere von «Tiny Treasure» läuft am Sonntag, 8. Mai 2022, um 11 Uhr im Kino Rex. Ab dem 12. Mai 2022 ist der Film im regulären Kinoprogramm zu sehen.