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Die Zunahme des weltweiten Bestands an Industrierobotern von rund 65 Prozent auf 2,4 Millionen Einheiten per Ende 2018 ist nur das Eine. Für den Zeitraum zwischen 2017 und 2020 geht die IFR bei den Industrierobotern von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14 Prozent aus, was heisst, dass Ende 2020 der Gesamtbestand über 3 Millionen betragen wird.
Zurück zum Zeitraum von 2013 bis 2018: Dafür meldete das US-amerikanische Amt für Arbeitsstatistik positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung in der Automobilindustrie - dem grössten Roboteranwender - stieg um 22 Prozent von 824.400 auf 1.005.000 Arbeitsplätze (2013-2018). Diese Tatsachen widersprechen den kürzlich von der Pressestelle des Massachusetts Institute of Technology MITveröffentlichten Schlussfolgerungen zur Forschung des Ökonomen Daron Acemoglu. Basierend auf Daten aus dem Zeitraum zwishcne 1990 und 2007 leitet er einen insgesamt negativen Effekt von Robotern auf die Beschäftigungsentwicklung in der Industrie der USA ab. Die jüngsten Erfahrungen in den USA, Europa und Asien beweisen jedoch das Gegenteil: Die Einführung von Robotern wird wahrscheinlich eine entscheidende Determinante für das Produktivitätswachstum der Wirtschaft nach Covid-19 sein. Dies sind Ergebnisse der International Federation of Robotics IFR.
«Die Auswirkungen der Automatisierung auf die Beschäftigung unterscheiden sich in keiner Weise von früheren Wellen des technologiegetriebenen Wandels», sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. «Produktivitätssteigerungen und Wettbewerbsvorteile der Automatisierung ersetzen keine Arbeitsplätze - sie automatisieren Aufgaben, erweitern Arbeitsplätze und schaffen neue.»
OECD-Forschung: «Zehnmal produktiver»
Untersuchungen der OECD zeigen, dass Unternehmen, die Technologie effektiv einsetzen, zehnmal produktiver sind als solche, die dies nicht tun. Um die Belegschaft mit den in der Post-Covid-19-Wirtschaft erforderlichen Soft Skills und technischen Kenntnissen auszustatten, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Regierung und Bildungseinrichtungen erforderlich. Anreize von Seiten der Politik sollten deshalb Unternehmensinvestitionen in die Ausbildung fördern und die Finanzierung der Bildung unterstützen.
Renaissance der industriellen Produktion
Unternehmen auf der ganzen Welt überdenken ihre globalen Geschäftsmodelle in der Lieferkette als Reaktion auf die Konsquenzen der Corona-Pandemie. Dies wird vermutlich den Einsatz von Robotern beschleunigen und in einigen Regionen zu einer Renaissance der Industrieproduktion führen - und dabei Arbeitsplätze zurückbringen. Nach der Krise erwartet die IFR einen erheblichen Schub für Robotik und Automatisierung, auch wenn sich die Branche derzeit nicht vom wirtschaftlichen Abschwung abkoppeln kann.