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Böhm,
Joseph Edgar, Medailleur u. Bildhauer, geb. zu Wien als Sohn des Münzdirektors und Medailleurs Joh. Dan. B. (gest. 1865), erhielt in dessen Kunstsammlung vielfache Anregungen zum eignen Schaffen, bereiste schon als Knabe mit seinem Vater Italien und bildete sich 1848-51 in England aus, wo er die Bildwerke des Parthenon eifrig studierte. Nachdem er 1853 für seine Medaillen den Kaiserpreis in Wien erhalten und dort viel im Medaillen- und Münzfach gearbeitet hatte, ging er 1859 nach Paris und nahm 1862 seinen Wohnsitz in London. Hier trat er anfangs mit ¶
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Porträtbüsten und Reiterstatuetten auf, die zwar oft etwas zu malerisch ausfielen, ihn aber am Hof der Königin sehr beliebt machten und zur Folge hatten, daß er mit größern Aufträgen für monumentale Porträtstatuen bedacht wurde, unter denen die bedeutendsten sind: eine kolossale Marmorstatue der Königin Victoria in Windsor, die bronzene Kolossalstatue des Sir John Bunyan in Bedford, die kolossale Reiterstatue des Prinzen von Wales für Bombay (erst 1879 enthüllt), die Statue des Thomas Carlyle, des Feldmarschalls Sir John Burgoyne auf dem Waterlooplatz in London, des Lords Napier von Magdala für Kalkutta, des Herzogs von Kent und andrer Glieder des königlichen Hauses. 1879 führte er für die verstorbene Großherzogin Alice von Hessen ein prächtiges Grabdenkmal für Darmstadt und ein Replik für das Mausoleum in Frogmore aus. 1889 arbeitete er an einem Denkmal William Tyndales, des ersten Übersetzers der Bibel ins Englische, das, umgeben von den verschiedenen Vorkämpfern des Protestantismus, auf dem Thames Embankment errichtet werden soll. Er wurde Mitglied der Akademie in London und erhielt Medaillen in Wien und Paris.