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Ist eine Reise in ein Zika-Virus-Endemiegebiet unumgänglich, so sei vorgängig eine ausführliche Reiseberatung notwendig, schreibt die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in ihren am Freitag veröffentlichten Empfehlungen.
Dabei sollte insbesondere der optimale Schutz vor Mückenstichen besprochen werden. Empfohlen werden etwa lange helle Shirts und Hosen, die imprägniert sind, sowie Moskitonetze und optimale Repellentien, Wirkstoffe gegen die Insekten.
Falls ein Paar, das sich im Endemiegebiet aufgehalten habe, eine Schwangerschaft anstrebe, sollten mindestens drei Menstruationszyklen abgewartet werden, bei symptomatischer Zika-Erkrankung sogar sechs Monate.
Weil das Virus im Sperma bis zu 62 Tage nachgewiesen werden konnte, erfordere auch ein Aufenthalt des Mannes in Zika-Gebieten eine sechsmonatige Wartezeit. So sollten bis zum Ausschluss einer Zika-Infektion an einem spezialisierten Zentrum wiederholte, detaillierte Ultraschalluntersuchungen und Blutkontrollen durchgeführt werden.
Falls sich der Partner einer schwangeren Frau in einem Endemiegebiet aufgehalten hat, sollte bis zum Ende der Schwangerschaft bei sexuellem Kontakt ein Kondom verwendet werden. Schwangere, die an einer Zika-Virus-Infektion erkranken, müssten durch einen Facharzt für feto-maternale Medizin untersucht und behandelt werden. Sie müssten unbedingt an einem spezialisierten Zentrum betreut werden.
Die Gynäkologen weisen darauf hin, dass die Infektion in den meisten Fällen harmlos verläuft. Selten komme es zu unspezifischen, milden Krankheitssymptomen mit Ausschlag und Juckreiz, Fieber, Bindehautentzündung, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen oder Kopfschmerzen.
Selten würden auch neurologische Komplikationen beobachtet wie Hirn- und Hirnhautentzündungen oder das so genannte Guillain-Barré-Syndrom. Bei Schwangeren könne eine Zika-Virusinfektion zu Fehlgeburt, Frühgeburt, Wachstumsverspätungen und fetaler Mikrozephalie führen, sowie zu Gehirn- und Augenfehlbildungen und Hörminderung beim Kind.
Das Zika-Virus breitet sich derzeit auf dem amerikanischen Kontinent aus. Gemäss einem WHO-Bericht von Anfang August sind inzwischen 68 Länder betroffen. In 14 Ländern sind Fälle von Mikroenzephalopathie oder andere neurologische Missbildungen bei Neugeborenen aufgetreten, die mit dem Virus in Zusammenhang stehen.
Das Zika-Virus wird durch die Tigermücke übertragen. Menschen können aber auch bei sexuellen Kontakten infiziert werden. Allein in Brasilien sollen bis zu 1,5 Millionen Menschen infiziert sein.
Zwar ist das Virus aus der Familie der Flaviviren bereits seit den 1950-er Jahren bekannt und erste Erkrankungen wurden in den Folgejahren in Afrika, Asien und Südamerika beschrieben. Zusammenhänge zwischen der Erkrankung der Mikroenzephalopathie bei Embryos wurden allerdings erst im Herbst 2015 aus Brasilien berichtet.
Das Gehirn der betroffenen Babys entwickelt sich nicht voll. Sie leiden nach der Geburt an neurologischen Störungen und sind oft geistig behindert.
In der Schweiz sind Zika-Virus-Infektionen meldepflichtig. Für den Virusnachweis kann eine Laboruntersuchung erwogen werden. Ein negativer Test schliesst allerdings eine Infektion nicht aus.
(SDA)