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Bittet man Kindergartenkinder um eine Zeichnung von einem Nachthimmel, dann sieht man Monde, manchmal kreis-, manchmal sichelförmig. Sterne glitzern am Himmel, mit Spitzen in allen Richtungen. Die Zeichnungen zeigen, dass die Kinder eine Vorstellung vom Firmament in der Nacht haben, die mehr von Trickfilmen und Bilderbüchern über den Mann im Mond beeinflusst ist, als von eigentlichen Beobachtungen.
Genau hier liegt die Aufgabe des wissenschaftlichen Unterrichts im Kindergarten: Die Sinne der Kinder zu öffnen, und beginnen die Welt durch Beobachten zu verstehen. Wie können wir aber den Mond und die Mondphasen beobachten, wenn wir tagsüber in der Schule sind? Die Lehrpersonen führen zu diesem Zweck das Mond-Logbuch ein. Jedes Kind erhält das Mond Logbuch über Nacht, mit der Aufgabe den Mond so zeichnen, wie es ihn abends zu Hause am Himmel sieht. Mit jedem Tag steigt die Zahl der Bilder, und bald haben die Kinder klar vor Augen, wie der Mond seine Form allmählich verändert, von Neumond zu Halbmond zu Vollmond und wieder zurück.
Die nächste Frage kommt wie von selbst: Wieso geschieht das? Eigene Beobachtungen helfen jetzt nicht mehr und wir Lehrpersonen müssen das Phänomen anhand von Modellen demonstrieren. Auch wenn die Idee vom Sonnensystem und von einem grossen Universum abstrakt bleibt, lernen auch kleine Kinder vieles dabei. Sie sehen, dass der Mond von der Erde aus zwar wie eine Scheibe aussieht, in Tat und Wahrheit aber eine Kugel ist; dass der Mond sich um die Erde dreht und dass der Mond selbst keine Lichtquelle ist, sondern das Sonnenlicht spiegelt.