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Piller, Jean (1912-1998)--DB2719
Person
Lebensdaten
27.06.1912-05.01.1998
Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort
Baletswil bei Rechthalten
Zivilstand, Konfession, Nachkommen
Verheiratet mit Marie Guisolan 1943
Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen
Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit
Ausbildung
Berufsausübung
Kantonales Arbeitsamt Fribourg: Direktor 1941-1945; Redaktor; Journalist
Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen
Der Bäuerliche Dienstbote: Redaktor 1945-1947; Schweizerischer bäuerlicher Dienstbotenverband: Sekretär 1945-1947 (als Vorgänger von Tellenbach, Werner--DB3554); Domestique Fribourgeois - Freiburger Dienstbote: Redaktor 1944-1945 (als Nachfolger von Wicht, Léon--DB3792)
Funktionen in anderen Institutionen
Funktionen in der Politik
Grossrat (SP)
Biographische Skizze
Jean Piller besuchte nach der Primarschule das Kollegium St. Michel in Freiburg und erlangte 1932 die eidgenössische Maturität. Danach arbeitete er während seines Studiums der Volkswirtschaft an der Universität Freiburg als Lehrer, in der Verwaltung und auf dem freiburgischen Bauernsekretariat. Später war er Assistent von Jacob Lorenz. Ab 1932 arbeitete der zweisprachige Piller auch als Journalist, ab 1938 als Redaktor beim 'Paysan fribourgeois/Freiburger Bauer'. Gleichzeitig wirkte er als Experte für die christlich-soziale Partei, war Präsident des Katholischen Arbeitervereins Freiburg, dirigierte einen Arbeiter-Männerchor und spielte beim Musikkorps 'Landwehr' Waldhorn.
1940 holte Staatsrat Quartenoud, Maxime (1897-1956)--DB2765 Piller in die Verwaltung und ernannte ihn 1941 zum Direktor des kantonalen Arbeitsamtes. Im gleichen Jahr gründete Piller einen kantonalen bäuerlichen Dienstbotenverein, und 1944 schuf er das zweisprachige Organ 'Le domestique Fribourgeois/Der Freiburger Dienstbote', das ab 1945 nach Sprachen getrennt für die gesamte Schweiz erschien. 1945 verliess Piller den Staatsdienst, wurde Sekretär der katholischen Bewegung 'Das Aufgebot' und widmete sich als Sekretär des Schweizerischen Bäuerlichen Dienstbotenverbandes der Organisation der Dienstboten. 1946 trat er als Sekretär der Aufgebot-Bewegung zurück und kandidierte als SP-Vertreter für den Grossen Rat. Die Liste hatte einen durchschlagenden Erfolg, Piller wurde an erster Stelle, zusammen mit zwölf weiteren Kandidaten gewählt. Schon bald zerstritt er sich jedoch auch mit der SP und mit dem Dienstbotenverband. 1947 zog er sich aus Freiburg, wo er sich verschuldet hatte, zurück und fand eine Anstellung als Direktionssekretär beim Verband Schweizerischer Konsumvereine (VSK) in Basel. 1951 wurde er aus der SP Freiburg ausgeschlossen.
Von 1957 bis 1962 arbeitete Piller beim Migros-Genossenschaftsbund in Zürich und von 1968 bis 1972 als Geschäftsleiter der Gesellschaft für Bauforschung. 1974/75 war Piller im Sekretariat der Schweizerischen Volkspartei (SVP) Zürich und von 1977 bis 1981 in der Stadtbibliothek Bern tätig. Piller wohnte an zahllosen Adressen, hatte jedoch zugleich immer auch Postfachadressen in verschiedenen Städten. Er war in Dutzenden von Organisationen aktiv, redigierte mehrere Zeitungen und schrieb für zahlreiche landwirtschaftliche Fachblätter. In den 1980er Jahren engagierte er sich u.a. für den Schweizerischen Pächterverband und die Vereinigung zum Schutze der kleinen und mittleren Bauern. Er starb am 5. Januar 1998 in Freiburg.
Autor: Peter Moser
Quellen und Literatur
Eigene Publikationen
Quellen
- AfA Personendossier Nr. 706
- Archivbestand Piller Jean (Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg)
- Archivbestand Schweizerischer bäuerlicher Dienstbotenverband (AfA Nr. 311)