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Das Kraftwerk Nant de Drance bei Finhaut im Wallis wird nach seiner Inverkehrsetzung das zweitstärkste Pumpspeicherkraftwerk der Schweiz sein. 2008 erfolgte der Baustart, 2018 wird Nant de Drance in Betrieb genommen. Es wird dazu beitragen, die Energie aus alternativen Quellen auszugleichen, um im Schweizer Stromnetz ein Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Produktion sicherzustellen.
Wenn der Stromverbrauch hoch ist, stürzt das im Stausee Vieux-Emosson gespeicherte Wasser durch zwei 425 m hohe vertikale Schächte in das unterirdische Kraftwerk. Dort wird es turbiniert und anschliessend in den Stausee Emosson geleitet. Umgekehrt wird bei geringerer Stromnachfrage das Wasser aus dem Stausee Emosson in den Stausee Vieux-Emosson hochgepumpt. Das Kraftwerk Nant de Drance ist somit in der Lage, Energie aus Überschussproduktion zu speichern.
Die Aufgabe von Swissgrid ist es, den Strom von den Kraftwerken in die grossen Verbrauchszentren zu transportieren. Mit dem Bau von Nant de Drance, einem der grössten Pumpspeicherkraftwerke der Schweiz, ist somit auch Swissgrid gefordert: Sie hat den Abtransport der dort produzierten Energiemenge zu gewährleisten. Dafür wird eine neue 380-kV-Leitung zwischen Nant de Drance und Martigny gebaut. Auf den rund 20 km entstehen ausserdem neue Schaltanlagen und Unterwerke.
Das Schweizer Übertragungsnetz weist schon heute strukturelle Engpässe auf. Im Wallis sind insbesondere die Leitungen zwischen St. Triphon und Riddes sowie zwischen Chamoson und Chippis stark belastet. Für die Anbindung der Walliser Wasserkraft an das Schweizer 380-kV-Netz und damit den Abtransport der Energie in die übrige Schweiz sind die Walliser Netzbauprojekte sehr bedeutend.
Insgesamt 130 Kilometer Leitungen werden im Wallis auf neuen Trassees gebaut. Die Situation verbessert sich dadurch massiv: durch die Erneuerung können rund 220 Kilometer Leitungen rückgebaut werden. Zahlreiche Leitungen wie beispielsweise auf dem Plateau von Salvan werden ganz verschwinden.
Ende April präsentierte Swissgrid den Bericht zum Strategischen Netz 2025. Darin wird gezeigt, welche Netzbauprojekte in den nächsten zehn Jahren aus Sicht von Swissgrid notwendig sind, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und das Netz für die Energiezukunft fit zu machen.
Die in den nächsten zehn Jahren nötigen Investitionen werden rund 2.5 Mrd. CHF betragen. Das ist deutlich weniger als bisher veranschlagt. 1 Mrd. CHF ist für den Ersatz und die Instandhaltung bestehender Infrastrukturen vorgesehen, 1.5 Mrd. CHF für Aus- und Neubauten.