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Vor einigen Jahren war ich am Rande mit dabei, als eine Zeitschrift entwickelt wurde, in der es um New York gehen sollte (der Auftraggeber war Dietrich Mateschitz, Mehrheitsbesitzer von Red Bull). Auf jeden Fall war meine Überlegung: Wenn New York, dann Donald Trump. Meine Kollegen fanden die Idee gut, und ich bekam den Job, ein One-on-One-Interview mit Trump zu führen. Ein paar Dutzend Tage, Anrufe und E-Mails später hatte ich den Namen und die Nummer von Trumps sogenannter rechter Hand, personal assistant und Firmensprecherin. Er sei, sagte mir diese, nicht uninteressiert. Ich müsse mich bloss beweglich zeigen – das Gespräch werde möglicherweise mit kurzem Vorlauf stattfinden. «No problem», sagte ich, ich würde den Flieger nehmen und am nächsten Tag am Empfang des Trump Tower stehen. Bloss am selben Tag sei schwierig (das Jahr war 2007, und die Concorde flog nicht mehr). Ungefähr vier Monate und zahlreiche Nachhak-Aktionen später piepste mein Mobiltelefon, und auf dem Bildschirm war eine Nummer zu sehen, die mit +1 212 begann. «Mr. Trump is ready to talk to you», er sei bereit, mit mir zu sprechen, sagte seine rechte Hand sozusagen. «Morgen um 10 Uhr in seinem Office?», fragte ich. «Machen Sie Witze? In zehn Minuten am Telefon», erwiderte sie. Das sei das Beste, was sie tun könne, und eigentlich ziemlich viel, wenn man bedenke, dass Mr. Trump schwer beschäftigt sei und sowieso kaum Leute treffe, sondern fast alles am Telefon erledige. Ich war gerade in Paris, um mir die neuste Mode anzusehen, doch das war allen Beteiligten egal, so sah es aus.
Zehn Minuten später – Catwalk hin, Models her – und nur Sekunden nach Mr Trumps Begrüssungsworten («Machen Sie schnell, ich habe zu tun») schoss ich meine erste Frage in seine Richtung: «Was würde Ihre Mutter über Sie sagen?» – «Okay, Mark, ist das so eine Art Fragebogen?», fragte er zurück und hatte recht. Ich hatte so eine Art Fragebogen aufgestellt in den vergangenen zehn Minuten; weil ich gemeint hatte, ich würde mein Tiefeninterview im Flieger über dem Atlantik vorbereiten. «Okay, Mark, für diesen Mist [this crap] habe ich keine Zeit, senden Sie meiner Assistentin Ihre Punkte.» Am nächsten Morgen waren seine Antworten – tatsächlich seine, ausser seine «rechte Hand» imitiert seinen Duktus perfekt – in meiner Mailbox.
Ihre Mutter würde über Sie sagen:
Dass ich schwierig war, aber wusste, was ich wollte.
Ihre erste Mode-Erinnerung?
Wahrscheinlich meine Uniform auf der Militärschule.
Wie viel Zeit benötigen Sie, um sich anzuziehen, bevor Sie ausgehen?
15 Minuten.
Thema des letzten Tischgesprächs?
Mein Sohn Barron.
Der letzte grössere Streit?
Passierte vor fünf Minuten. Ich bin im Büro, da gibt es immer Streit.
Ihr teuerstes Kleidungsstück?
Mein Kaschmirmantel.
Was tragen Sie daheim an den Füssen?
Pantoffeln.
Ihr Lieblingsgeschäft?
Das Schmuckgeschäft meiner Tochter, Ivanka Trump Collection. Und der Gucci-Laden im Trump Tower.
Welchen Titel soll ein Porträt über Sie tragen?
Der Mann, der ein gewaltiges Vermächtnis hinterlassen hat.
Zum letzten Mal, als ich in einem meiner Häuser selber etwas repariert habe ...
Repariert? Ich habe eine Glühbirne ausgewechselt.
Erste Lust?
Hochhäuser bauen aus Bauklötzen.
Sie sind kein Fan von ...
Veranstaltungen, auf denen man einen Smoking tragen muss.
Dieses Talent gäbe man Ihnen nicht:
Mathematik. Ich war sogar richtig gut in Geometrie.
In Ihrem Koffer gibt es immer ...
Ein Buch. Oder mehrere Bücher. Ich mag Biografien und Geschichtsbücher.
Der beeindruckendste Mensch der Geschichte?
Schwierig. Churchill vielleicht, Lincoln, Aristoteles ...
Wie viel Macht haben Frauen?
Viel Macht. Jedenfalls über mich, ich liebe Frauen, schöne Frauen. Ich kenne auch viele schöne kluge Frauen. Ich bin erschlagen von ihnen.
Sie haben ein Abonnement von ...
Vanity Fair, Variety, Time, Newsweek, Forbes, Business Week, Fortune ... und einer Menge Zeitungen.
Grösste Ausgabe in den letzten 12 Monaten?
Ich habe ziemlich viele Häuser gekauft.
Das möchte ich können ...
Tennis und Golf.
Wunsch von der Fee?
Dass es meiner Familie weiterhin gutgeht, was die Gesundheit betrifft und das Geld.
Wer ist der beste Architekt aller Zeiten?
Mies van der Rohe, Frank Lloyd Wright und Philip Johnson, der mein «The Trump International Hotel & Tower» am Central Park West entworfen hat.
Das beste Lied aller Zeiten?
«New York, New York».
Warum sind Sie beliebt?
Vermutlich, weil ich reich und berühmt und ehrlich bin. Und viel netter zu den Leuten, als man meint.
Donald Trump, 70, ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er war Immobilienunternehmer, TV-Produzent und -Moderator sowie Casino-Besitzer. Der Mann mit Spitznamen«The Donald» hat 2005 zum dritten Mal geheiratet. Er ist Vater von fünf Kindern und lebte die längste Zeit in New York.