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Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums von NewGen, dem Inkubator für Modetalente des British Fashion Council, der bereits mehr als 300 Designer:innen unterstützt hat, wird die Initiative in einer neuen Ausstellung im Design Museum in London gefeiert.
Die Ausstellung "Rebel: 30 Years of London Fashion", die am 16. September eröffnet wird, unterscheidet sich von vielen anderen Modeausstellungen, da das Design Museum nicht das jahrzehntelange Leben eines Designers oder einer Designerin mit all den Erfolgen und der Langlebigkeit in der Branche feiert, sondern die ersten Schritte eines Designers oder einer Designerin in der Modebranche zeigt.
„Dies ist eine Ausstellung, in der einige Superstars der Modebranche vertreten sind, aber jeder einzelne der gezeigten Looks wurde gemacht, als die Designer:innen noch in den Kinderschuhen steckten“, so Tim Marlow, Direktor und Geschäftsführer des Design Museums, sagte bei der Pressevorschau. „Sie sind alle Anfang 20 und es ist der Moment, in dem ihr Talent erkannt wird und in dem sie beginnen, ihr eigenes Talent zu erkennen. Das ist unglaublich aufregend, denn es geht um ihre potenzielle Furchtlosigkeit und Experimentierfreude und darum, London als kreatives Powerhouse zu präsentieren."
Die Ausstellung, die von Sarah Mower, der BFC-Botschafterin für aufstrebende Talente, gemeinsam mit der leitenden Kuratorin des Design Museums, Rebecca Lewin, kuratiert wurde, erzählt die Geschichte von hunderten von jungen Designerinnen und zeigt viele Stücke, die seit dem Debüt der Modeschöpfer:innen noch nie ausgestellt wurden.
Einer der "furchtlosen" und bekanntesten Designer der Ausstellung ist Lee Alexander McQueen, der zu den ersten Mitgliedern der NewGen-Initiative des BFC gehörte. Seine erste Kollektion mit dem Titel "Taxi Driver", benannt in Anlehnung an den berühmten Film von Martin Scorsese aus dem Jahr 1976, wurde 1993 in London vorgestellt und ging anschließend vor einem Nachtclub verloren. Das Design Museum hat sich mit McQueens Freund und Print-Designer Simon Ungless zusammengetan, um mit einem Film und Fotos von Kneipen und Clubs, die den Schauplatz bildeten, Erinnerungen daran zu teilen, wie McQueen die Kollektion zusammenstellte.
Ungless erzählt auch von seinen Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit McQueen und hat zwei Kleidungsstücke mit den in der Kollektion entwickelten Techniken und Formen nachgebildet. Das eine besteht aus schwarzer Spitze, die mit Latex behandelt wurde, das andere ist aus transparentem Harz mit eingefangenen Fäden und Federn geformt.
Design Museum beleuchtet die Geschichte der "Taxi Driver"-Kollektion von Alexander McQueen
Neben der McQueen gewidmeten Sektion legt das Design Museum einen Schwerpunkt darauf, wie die einzigartige Londoner Modeszene Modetalente hervorgebracht hat und wie die Stadt die jungen Talente gefördert hat. Sei es als Ort, an dem sie studiert haben, zum ersten Mal eine Kollektion gezeigt haben oder ihr Netzwerk auf ihrem Weg zum Erfolg auf der globalen Bühne aufgebaut haben.
Dazu werden die Orte, Einflüsse und Erfahrungen beleuchtet, die London zu einem Mode- und Kreativzentrum für aufstrebende Talente machen, indem die Kunstausbildung im Vereinigten Königreich, die Start-up-Szene in der Stadt und die Kleidung der Clubszene näher betrachtet werden. Außerdem wird aufgezeigt, wie NewGen-Designer:innen Farbe und Drucke einsetzen, um die "kaleidoskopische Energie" zu unterstreichen, die von ihnen ausgeht.
Mit fast 100 innovativen Modestücken unterstreicht die Ausstellung die Tiefe und Vielfalt des NewGen-Programms, von Christopher Kanes erster Neon-Laufsteg-Kollektion über die upgecycelte Union-Jack-Jacke von Russell Sage, die von Kate Moss auf dem Cover der britischen Vogue getragen wurde, bis hin zum zuckersüßen blauen Rüschenkleid von Molly Goddard, das sich auf Instagram verbreitete, als es von der Pop-Sensation Rihanna getragen wurde.
Ein spezieller Abschnitt ist der Frage gewidmet, wie fünf Designer:innen, darunter Erdem und Roksanda, ihre Labels gegründet haben. Jeder von ihnen nimmt einen zentralen Look unter die Lupe und verrät, was ihn inspiriert hat, aber auch, welche praktischen Aspekte bei der Gründung eine Rolle spielten.
Die Designerin Roksanda präsentiert ihr "Cloud"-Kleid vom Frühjahr/Sommer 2007 und erzählt, wie sie von der Professorin Louise Wilson beraten wurde, wie jedes einzelne Blütenblatt des Kleides aus rohem Organza gestärkt und mit einem Föhn getrocknet wurde und dass sie modeln musste, um Geld für die Gründung ihrer eigenen Marke zu sammeln. Erdem erzählte, wie er in seinem Wohnzimmer an seiner Kollektion arbeitete, von seiner Zeit am Royal College of Art und wie Roland Mouret ihn als "geschickten Schneider" vorstellte.
Von neuen Designer:innen bis hin zur "Art School"-Ausbildung – ein weitere Abschnit widmet sich der Frage, wie Londons Kunsteinrichtungen die Individualität fördern, und stellt die Arbeiten von Paolo Carzana, Louise Gray und Marta Jakubowski vor.
Der Raum "The Club" zeigt die Kühnheit der Londoner Modeszene mit Looks wie dem "Schwan"-Kleid von Marjan Pejoski, das die isländische Sängerin Björk 2001 bei der Oscar-Verleihung trug, und Sam Smiths aufblasbaren Latexanzug von Harri anlässlich der diesjährigen Brit Awards..
Weitere Highlights sind der schwarze "Pudel" mit riesigen Ohren und Pfoten aus Gareth Pughs NewGen-Debüt von 2006, der sofort den Spott der Boulevardpresse auf sich zog, sowie ein Stück des derzeitigen Leiters von Dior Men und Fendi Womenswear, Kim Jones, aus seiner Rave-inspirierten NewGen-Kollektion von 2007.
Der Bereich "Backstage Pass" ermöglicht den Besucher:innenn einen "VIP-Zugang" zu den Räumen und Momenten, die kurz vor einer Laufstegshow stattfinden, von der Kleidung und den Schuhen bis hin zu Schmuck, Kopfbedeckungen und Make-up, die zusammen den Reiz einer Show vor dem Laufsteg ausmachen. Das Design Museum hat sich auch mit Snapchat zusammengetan und AR-Objektive mit den Designer:innen Charles Jeffery Loverboy, Chet Lo, Gareth Pugh, Henry Holland, Liam Hodges, Louise Gray, Marques'Almeida, Matthew Williamson und Richard Quinn entwickelt. Die Besucher:innen können an Schminkstationen Platz nehmen und sich in Modelle aus den Schaufenstern der Designer verwandeln.
Eine Ausstellung über NewGen wäre ohne Laufsteg nicht denkbar, und das Design Museum lässt die Besucher:innen bei einer exklusiven Show von sechs Designer:innen in der ersten Reihe sitzen, die, wie es heißt, "bahnbrechende Präsentationen boten, die einen großen Einfluss auf die Modewelt hatten". Dazu gehören Christopher Kane, Craig Green, JW Anderson, Meadham Kirchhoff, Wales Bonner und Sinéad O'Dwyer.
Der letzte Raum ist den "Change-Makers" gewidmet und bietet die größte Ausstellung von Modestücken von Designer:innen, die das Museum als "Pioniere" bezeichnet und die Londons kreativen Geist der Rebellion verkörpern, darunter Christopher Raeburn, Nensi Dojaka, Stefan Cooke, Leo Carlton und Phoebe English.
„Es ist unmöglich, den Einfluss Londons auf das britische Modetalent zu unterschätzen - eine Stadt, die eine Welle nach der anderen von jungen Designer:innen hervorbringt, die Wert auf Originalität legen, auf das Tragen dessen, woran sie glauben, und auf das Anpacken sozialer Probleme, um eine bessere Welt zu schaffen“, kommentierte Mower die Ausstellung.
„Diese bahnbrechende Ausstellung nimmt die Besucher:innen mit auf eine bemerkenswerte Reise durch die kreative Landschaft Londons und zu all den Orten, an denen die Magie der Mode stattfindet. Die Kunstschulen, Clubs und Laufstege der Stadt werden wie nie zuvor zum Leben erweckt.“
"Rebel: 30 Years of London Fashion" läuft vom 16. September bis zum 11. Februar 2024 im Design Museum in London. Die Einrichtung hat die Absicht, die Ausstellung weltweit zu zeigen, um britisches Modedesign ins Rampenlicht zu rücken und die nächste Generation zu inspirieren.
Dieser übersetze Beitrag erschien zuvor auf FashionUnited.uk