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Im ersten Band hat er sich noch zurückgehalten, jetzt packt er aus: Der französische Ex-Präsident Jacques Chirac fand seinen Nachfolger Nicolas Sarkozy immer schon anstrengend.
"Nervös, ungestüm und nie zweifelnd, vor allem nicht an sich selbst", so beschreibt Chirac seinen früheren Minister in dem am Freitag veröffentlichten zweiten Band seiner Memoiren. Als Chirac 2002 im Amt bestätigt wurde, erwog er kurz, Sarkozy zum Ministerpräsidenten zu machen.
"Er schien am besten für den Posten geeignet", räumt er im Rückblick ein. Aber dann befand er: "Zwischen uns gab es zu viele (...) Missverständnisse."
Chirac gesteht auch, dass Sarkozy oft bissige Bemerkungen machte, die ihn verletzten. "Ich habe so getan, als ob ich mich nicht angegriffen fühlte, als Sarkozy sich über Anhänger des Sumo-Ringens und über Japan lustig gemacht hat, was mir beides am Herzen liegt", schreibt er.
"Aber ich habe mir dann gesagt, dass wir eben nicht denselben Geschmack und dieselbe Kultur haben", fügte er hinzu. Beleidigt war er auch, als Sarkozy in seiner ersten Rede nach der Amtsübernahme seinen Vorgänger mit keinem Wort erwähnte.
Das 600 Seiten dicke Buch erzählt von Chiracs zwei Amtszeiten im Elysée - von seiner umstrittenen Auflösung des Parlaments 1997, dem französischen Nein zur EU-Verfassung, den Konflikten in Ex-Jugoslawien und im Irak.
Chirac erinnert sich auch, dass der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl heftig protestiert hatte, als der Name "ecu" für die geplante europäische Währung aufkam. "Die Deutschen würden das niemals akzeptieren, weil das nach "Kuh" klingt", habe er Chirac damals gesagt.
SDA-ATS