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Wir halten das Werk, das Herr Beudant veröffentlichen wird, für eines der bemerkenswertesten, die in der Geologie seit langem erschienen sind, sowohl was seinen Umfang und seine Vielfalt als auch was seine wissenschaftliche Leistung betrifft. Wir sehen es daher als unsere Pflicht an, der Akademie einen ausführlichen Eindruck davon zu geben, damit sie es beurteilen kann.
Wir werden diesen Bericht in drei Abschnitte einteilen:
1. Hauptziel, das der Autor sich bei seiner Reise nach Ungarn gesetzt hat;
2. Aufbau des Werkes, das aus dieser Reise hervorgeht und dessen Manuskripte er der Akademie zur Beurteilung vorgelegt hat;
3. Überblick über die in diesem Werk enthaltenen Beobachtungen und wissenschaftlichen Forschungen.
Im ersten Teil stellen wir die wichtigsten geologischen Fragen vor, die der Autor sich vorgenommen hatte; in den beiden folgenden Abschnitten wird mitgeteilt, wie er sie gelöst und mit welchen weiteren Forschungen er sich befaßt hat.
I. Hauptziel der Reise
Herr Beudant hat Ungarn im Jahr 1818 besucht; als Unterdirektor des Königlichen Mineralienkabinetts Seiner Majestät wurde er vom König entsandt. Er war beauftragt, Proben zur Bereicherung des Kabinetts zu sammeln und geologische Beobachtungen durchzuführen.
Mehr als jedes andere Land verdiente Ungarn in jeder Hinsicht Aufmerksamkeit, nicht nur wegen seiner Gebirge und der berühmten Bergwerke, die dort betrieben werden, sondern vor allem wegen des Dunkels, das ihre mineralische Beschaffenheit bis jetzt umgeben hat.
Darüber darf man sich zunächst wundern, wenn man bedenkt, daß es in Schemnitz eine seit langem zu Recht berühmte Bergbauschule gibt und daß Ungarn, wenn auch tatsächlich selten, von einigen kundigen Mineralogen besucht worden ist.
Aber die meisten der Dokumente und beschreibenden Werke, die wir von diesem Königreich besitzen, sind mehr als 25 Jahre alt, das heißt, sie stammen aus einer Zeit, da die Geologie noch nicht mit so viel Sorgfalt und Eifer betrieben wurde wie heute. Die Werke von De Born sind sogar um die 35 Jahre alt; im übrigen hat er sich fast ausschließlich auf metallführende Gebirge beschränkt.
Etwa zur gleichen Zeit veröffentlichte Fichtel umfangreichere Werke, in denen er behauptete, es gebe in Ungarn vulkanische Bildungen; er war jedoch von dieser Idee derart durchdrungen, daß er fast überall nur Laven, Ströme, Krater sah und zahlreiche Gebirgsarten dem vulkanischen Feuer zuschrieb, während die Gelehrten seiner Zeit, wie auch die nachfolgenden, ihnen einen ganz anderen Ursprung gaben. Wegen dieser offensichtlichen Übertreibung und mehr noch wegen des heftigen Einspruchs der Freiberger Schule, welche ihrerseits die neptunistische Auffassung bis zum Äußersten trieb, wurden Fichtels Doktrin verworfen und seine Werke mißachtet; doch unter einer Menge von Irrtümern enthielten sie, mehr als irgendein anderes Werk, zumindest einen wahren Grundgedanken.
Diese Vorherrschaft der neptunistischen Auffassung, auf die Natur der Gebirge in Ungarn bezogen, ist vor allem einigen hervorragenden Schülern jener Schule von Freiberg zuzuschreiben, die dieses Land einige Jahre nach Fichtel besuchten, besonders Herrn Esmark, der in der Darstellung seiner Beobachtungen kein einziges Gebilde erwähnt, für das er einen vulkanischen Ursprung anerkennt.
Man muß sich daran erinnern, daß die erloschenen Vulkane, die es in Deutschland gibt, einzeln betrachtet keine offensichtlichen Merkmale ihrer feurigen Entstehung aufweisen. Daher mußte in Sachsen natürlich die entgegengesetzte Meinung vorherrschen; und man kann sich vorstellen, wie schwierig es für die im übrigen höchst verdienstvollen Reisenden war, sich in ihren Urteilen nicht von solch einer Scheinwahrheit beeinflussen zu lassen, welche von der berühmten Schule, die sie besucht hatten, sanktioniert wurde.
Seit zwanzig Jahren hat sich die Auffassung deutlich geändert. Die Mehrheit der deutschen Geologen nimmt heute an, daß es in ihrem Land erloschene Vulkane gibt, weniger, weil sie diese genauer untersucht hätten, als vielmehr aufgrund von Reisen in die Auvergne und den Vivarais, wo die erloschenen Vulkane unbestreitbare Merkmale ihres Ursprungs zeigen und damit Typen bilden, auf die sich leicht alle anderen zurückführen lassen, bei denen die Spuren des Feuers ganz verschwunden sind.
Nach dieser Umstürzung der Auffassungen hat man die alten Beschreibungen Ungarns erneut gelesen und darin starke Argumente für die Annahme gefunden, daß mehrere Gebirge jenes Landes vulkanisch sind. Herr von Buch hat sich in einer Abhandlung, die er 1813 in der Akademie der Wissenschaften zu Berlin vortrug, in dieser Hinsicht sehr entschieden geäußert.
Aber die Schwierigkeit war, die Grenze zwischen den vulkanischen Gebieten und anderen, dem Aussehen nach sehr ähnlichen, zu bestimmen. Fichtel, De Born, Esmark, Becker und andere, der einen oder der anderen Meinung, hatten alles verwechselt. Mehrere der Gebirgsarten, die sie beschrieben hatten, gehörten offensichtlich zu den Trachytgebilden, das heißt zu den ältesten vulkanischen Bildungen wie die des Mont d’Or, aber da solche Gebilde in der Umgebung von Schemnitz sehr häufig sind, hatten sie diese nicht von jenen unterschieden, die in derselben Gegend und in anderen Teilen Ungarns Golderze einschließen: man wußte nicht, ob sie getrennt betrachtet werden müßten, und wegen dieser Ungewißheit hat man vorläufig die alten, ziemlich ungenauen Angaben beibehalten, auch jene, deren Richtigkeit man mit dem größten Recht hätte anzweifeln müssen.
Es war daher äußerst wichtig, sich endlich darum zu bemühen, die Meinung der Geologen über die Natur dieser in Frage stehenden Gebilde in Ungarn durch verläßliche Beobachtungen abzusichern, ihre Unterschiede festzustellen und ihre jeweiligen Grenzen zu bestimmen.
Dies ist das unendlich nützliche Vorhaben von Herrn Beudant für seine Reise nach Ungarn.
Das goldhaltige und das trachytische Gebilde waren die wichtigsten Gegenstände seiner Untersuchungen; beide ergaben darüber hinaus eine weitere interessante Frage, nämlich die nach den Beziehungen zwischen den Bildungen in Ungarn und jenen an mehreren Stellen in Mexiko, auf die einer von uns schon vor langer Zeit aufmerksam gemacht hat.
Der Rahmen seiner Forschungen war also im Voraus festgelegt und vorbereitet. Wir werden jedoch sehen, daß er sich bei weitem nicht ausschließlich darauf beschränkt hat und darüber hinaus eine Menge interessanter Beobachtungen über alle anderen Formationen zu sammeln wußte.
II. Aufbau des Werkes
Aus dem soeben über die Ziele von Herrn Beudant für seine Ungarn-Reise Gesagten läßt sich schließen, daß er seine Reiseroute so einrichtete, daß er alle Stellen, wo goldhaltige Erze abgebaut werden, und diejenigen Bezirke, in denen trachytische Gebilde zu vermuten waren, besuchen konnte.
Er war zunächst nach Schemnitz gereist und hatte den Ort für mehrere Wochen zum Ausgangpunkt für seine Exkursionen, auch über weite Entfernungen, gemacht; dann drang er immer weiter nach Osten vor, wobei er sich stets in dem gebirgigen Gelände nördlich der großen ungarischen Ebenen aufhielt, das allgemein als Karpatenkette bezeichnet wird; allerdings machte er große Umwege, von denen einer ihn bis zu den Salzbergwerken von Wieliczka führte. Der Beginn der schlechten Jahreszeit zwang ihn zu seinem großen Bedauern, an der Grenze zu Transsylvanien zu verweilen. Von dort begab er sich zurück nach Pest, von wo er, die Donau überquerend, in südwestlicher Richtung zum Balaton-See reiste, um dort ausgedehnte basaltische Gebilde zu untersuchen.
Das Werk, welches aus dieser Reise hervorging, hat zwei Teile: die Reisebeschreibung und die geologische Übersicht.
Die Reisebeschreibung ist sozusagen nichts anderes als Herrn Beudants Reisetagebuch, mehr oder weniger in der Reihenfolge seiner Exkursionen. Zu jeder Lokalität enthält sie neben den geologischen Tatsachen, die das Hauptziel der Forschungen des Autors waren, verschiedene Beobachtungen, die er sammeln konnte, ohne sie sich zu einer besonderen Aufgabe zu machen. Sie ist in zwanzig Kapitel eingeteilt, die sich auf ebensoviele Rundreisen oder Stationen beziehen; und damit diese geologischen Einzelheiten, die beinahe in topographischer Anordnung dargeboten sind, den Leser nicht zu sehr verwirren, hat Herr Beudant sich bemüht, sie am Ende jedes Kapitels zusammenzufassen und die Ergebnisse in Schnitten darzustellen, die auf den Tafeln zu finden sind.
Es handelt sich um sieben Tafeln; sie enthalten 47 kolorierte geologische Schnitte.
Vier geographische Karten sind dem Werk ebenfalls beigegeben, davon zwei Generalkarten von Ungarn und den angrenzenden Ländern sowie zwei Spezialkarten.
Von den beiden Generalkarten soll eine, in kleinem Maßstab, nur die Verwaltungsbezirke und die wichtigsten Städte und Flüsse Ungarns darstellen; die andere, viel größer und mit größerer Sorgfalt ausgeführt, ist rein geologisch und hat nur den Zweck, die Lage der verschiedenen Gebilde sichtbar zu machen, die geschickt eingezeichnet sind.
Die zwei Spezialkarten, ihrerseits koloriert, sind ebenfalls geologische Karten. Sie stellen die Gebiete dar, die in dem Werk ausführlicher beschrieben sind, nämlich die Umgebung des Balaton-Sees und die Gegend von Schemnitz.
Alle diese Karten und Tafeln werden in einem gesonderten Atlas enthalten sein, der dem Werk beigegeben wird. Der Autor hat eine große geologische Tafel hinzugefügt, auf deren Gegenstand wir noch hinweisen werden.
Wir haben erwähnt, daß Herr Beudant Transsylvanien nicht besuchen konnte; er war auch nicht im Banat. Dennoch hielt er es für notwendig, diesen beiden großen Provinzen ein ziemlich langes Kapitel zu widmen, um einen Überblick über ihre mineralische Beschaffenheit zu geben und um die Möglichkeit zu haben, in seiner geologischen Übersicht einige Fakten zu zitieren, die man dort beobachtet hat und diejenigen bestätigen, welche er in Ungarn selbst festgestellt hat. Dieses Kapitel hat er sowohl nach einigen Werken über die Bodenbeschaffenheit dieser Gegenden verfaßt als auch nach den Dokumenten, welche er sich in Ungarn bei mehreren Gelehrten, die diese Gegenden durchreist hatten, beschafft hatte, sowie in den Sammlungen, die sie von dort mitgebracht hatten. Aufgrund der Beziehungen zwischen den Gebirgen des Banats und vor allem Transsylvaniens einerseits sowie Ungarns andererseits versetzten ihn seine eigenen Beobachtungen in die Lage, diese verschiedenen Dokumente und Werke zumeist mit Sicherheit zu beurteilen.
Der zweite Teil, die geologische Übersicht, wird den ganzen dritten Band einnehmen; er enthält in wissenschaftlicher Anordnung die wichtigsten Beobachtungen, die der Autor in Ungarn gesammelt und im ersten Teil verstreut nach der Reihenfolge seiner Exkursionen dargestellt hat. Hier stellt er ähnliche Fakten nebeneinander, diskutiert sie, vergleicht sie mit Beobachtungen in anderen Gegenden und zieht daraus Schlußfolgerungen: dies genügt, um zu zeigen, daß dem Autor weder Doppelungen noch unnötige Wiederholungen vorzuwerfen sind.
In dieser Übersicht ist er der allgemein üblichen Ordnung der Felsarten gefolgt: zuerst die uranfänglichen, intermediären, sekundären und tertiären, dann die Trachyt- und das Basalt-Gebilde.
Damit der Leser dieser Reihe der Gebirgsarten in Ungarn besser folgen und zugleich ihre Beziehungen und ihre Gesamtheit erfassen kann, hat der Autor sie in der bereits erwähnten großen geologischen Tafel dargestellt.
Unabhängig von den beiden bereits beschriebenen Teilen, welche die Substanz des Werkes ausmachen, hat Herr Beudant ihm eine Einleitung vorangestellt, in der er zunächst die allgemeinen Motive seiner Reise darlegt und dann einen Abriß der Geographie und Politik Ungarns gibt. Wir beschränken uns darauf, diese Arbeit, die sicherlich verschiedene Leserkreise interessieren wird, aber nichts mit Physik und Naturwissenschaften zu tun hat, zu erwähnen. Die kleine Generalkarte gilt vor allem dem Verständnis dieser Einleitung.
Es folgen einige Tabellen, darunter eine der barometrischen Höhen, die der Autor beobachtet hat oder die ihm mitgeteilt worden sind.
III. Übersicht der in dem Werk enthaltenen Beobachtungen und wissenschaftlichen Forschungen
Wir haben den Umfang und die materielle Bedeutung der Arbeiten von Herrn Beudant dargestellt und werden nun versuchen, ihr wissenschaftliches Verdienst zu würdigen, zumindest soweit dies in einem solchen Bericht möglich ist.
Über den ersten Teil, den Reisebericht, werden wir wenig sagen. Er wird den Mineralogen, welche dieselben Gegenden Ungarns bereisen wollen, höchst präzise Angaben über die Stellen liefern, die sie besuchen müssen; für sie wird er ein unentbehrlicher Führer sein.
Aber dieser Reisebericht wird nicht alle Leser gleichermaßen interessieren können. Das ist allerdings das Schicksal aller Berichte dieser Art. Doch diejenigen, welche die geologischen Überlegungen des zweiten Teils vertiefen und die Fakten, auf die der Autor seine Ansichten stützt, gründlich diskutieren wollen, müssen unbedingt auf den ersten Teil, also den Reisebericht, zurückgreifen, in dem diese Fakten sehr viel ausführlicher im einzelnen dargestellt sind. In dieser Hinsicht kann man sagen, daß der erste Teil die Nachweise für den zweiten enthält, und daß jener zweite Teil sehr viel weniger nützlich wäre, wenn der Autor den ersten weggelassen hätte.
Im übrigen zeichnen die Ordnung und Klarheit dieses Reiseberichtes und vor allem die Sorgfalt, mit welcher der Autor bei jeder Exkursion im Voraus das Ziel darstellt, das er sich gesetzt hat, und am Schluß jedes Kapitels seine wichtigsten Beobachtungen zusammenfaßt und durch Schnitte verdeutlicht, diesen Bericht vor anderen der gleichen Art aus; und trotz seines großen Umfangs hat uns die Lektüre bis zum Schluß beständig interessiert.
Auch hat der Autor ihm gelegentlich allgemeinere Bedeutung verliehen, indem er einige geologische Diskussionen einschaltete, die in natürlichem Zusammenhang mit den von ihm berichteten Beobachtungen stehen.
Die besondere Aufmerksamkeit der Akademie verdient der zweite Teil, die geologische Übersicht.
Die Anordnung, welcher der Autor, wie erwähnt, in dieser Übersicht gefolgt ist, macht sie in der Tat zu einer geologischen Beschreibung Ungarns.
Seit man die allgemeinen Theorien aufgegeben hat, welche den Fortschritt der Geologie so sehr verzögert haben, und sich damit begnügt, Fakten zu sammeln, wird mit Recht viel Wert darauf gelegt, Beschreibungen dieser Art zu vermehren. Sie sind begehrt, weniger wegen des Wunsches, die beschriebenen Gegenden im einzelnen kennenzulernen, als vielmehr wegen der Anwendungen und der allgemeinen Schlußfolgerungen für den Fortschritt einer vernünftigen Geologie. Nur indem man diese Beschreibungen miteinander verglich, konnte man eine gewisse Menge an Daten von hoher Wahrscheinlichkeit über die wahren Gesetze der mineralischen Beschaffenheit des Erdballs zusammentragen. Oft schon wurden die unbedeutendsten Einzelheiten, sobald sie veröffentlicht waren, durch ihre Ähnlichkeit mit späteren Beobachtungen hochinteressant.
Betrachtet man die geologische Übersicht von Herrn Beudant nur als eine Beschreibung der Gebirgsarten Ungarns, kann sie durchaus als ein Versuch bezeichnet werden, da sie das Ergebnis einer einzigen Reise ist; doch der Autor hat, soweit wir dies beurteilen können, viel Scharfsinn bei seinen Beobachtungen bewiesen und ein gutes Urteilsvermögen bei der Auswertung der oft ziemlich obskuren Dokumente, die er sammeln konnte. Man kann also annehmen, daß sein Werk die Wertschätzung der Reisenden verdient, welche Ungarn nach ihm erforschen, auch wenn sie mehrere seiner Beobachtungen berichtigen müßten.
Aber die geologische Übersicht hat noch ein weiteres Verdienst, auf das wir schon zu Beginn dieses Berichts hingewiesen haben und das wir der Akademie erläutern müssen.
Wenn der Autor nur zum Ziel gehabt hätte, eine geologische Beschreibung Ungarns zu verfassen, hätte er sich damit begnügt, alle in seinem Reisebericht enthaltenen Fakten zu ordnen und klar darzustellen; aber er wollte darüber hinausgehen; er hat diese Fakten diskutiert, indem er sie mit denen verglich, die anderenorts gesammelt worden waren, und hat aus seinen Beobachtungen allgemeine Überlegungen über die Merkmale der verschiedenen Gebirgsarten abgeleitet.
Diese Art der Darstellung führt zweifellos zu langen Ausführungen, aber wir sind der Meinung, daß dies die einzige Methode ist, geologische Beschreibungen interessant und wirklich nützlich zu machen. Sonst sind es nur trockene und langweilige Bestandsaufnahmen von Fakten, die man schwer einzeln darstellen kann, ohne sie mit bereits bekannten ähnlichen Fakten zu vergleichen. Dann kommt es vor, daß Leser, die fürchten, sich nicht zurechtzufinden, weil der Autor Vergleiche oder Anwendungen nicht gewagt oder nicht für nötig gehalten hat, aus solchen dürren Beschreibungen nur sehr selten für den Fortschritt der Wissenschaft Nutzen ziehen können.
Bei den erwähnten Untersuchungen ließ der Autor in klugem Maße jenen Geist des Zweifels walten, der in der Geologie der beste Führer ist, und er bewies profunde Kenntnisse auf allen Gebieten dieser Wissenschaft.
Seine geologische Übersicht enthält in jedem Kapitel Erörterungen dieser Art, deren wichtigste wir hier mitteilen werden.
Wenn man sich an jene in Frage stehenden Gebilde erinnert, die das Hauptziel der Reise von Herrn Beudant nach Ungarn waren, versteht man leicht, daß er sie nicht beschreiben konnte, ohne die verschiedenen widersprüchlichen Meinungen dazu gründlich zu prüfen, aber ohne eine davon zu übernehmen. In der Tat hat er einen ausgedehnten Artikel den Formationen von Syenit und porphyrartigem Grünstein und ein sehr langes Kapitel dem Trachyt gewidmet.
Diese Bildung von Syenit und porphyrartigem Grünstein ist nichts anderes als das, was wir bereits als goldhaltiges Gebilde erwähnt haben, denn dort werden die Gold- und Silbererze von Schemnitz, Kremnitz usw. gewonnen.
Herr Beudant macht deutlich, daß dieses Gebilde der Reihe der Übergangs-Gebirgsarten zuzurechnen ist, höchstens aber dem Ende der Reihe der Urgebirge. Er stützt sich auf eine große Zahl von Beziehungen zwischen den Felsarten, aus denen es zusammengesetzt ist, und jenen der Übergangs-Gebirge, und grundsätzlich auf das, was die Felsarten bedeckt, welche, nach unserem gegenwärtigen Wissen, höchstens den letzten Ablagerungen der Urgebirge angehören können. Er macht auch auf die große Ähnlichkeit dieses Gebildes mit den Syenit-Graniten in Norwegen, in Sachsen und auf dem Cotentin, mit einigen Gebilden der Vogesen aufmerksam, die alle der Klasse der Übergangs-Gebirgsarten zugeordnet wurden.
Der Autor widmet sich auch der Frage nach dem vulkanischen oder nicht-vulkanischen Ursprung dieser Bildung. Ohne Parteinahme legt er die Gründe für die eine und die andere Meinung dar und kommt zu dem Schluß, daß die letztere (der nicht-vulkanische Ursprung) unendlich viel wahrscheinlicher sei. Seine Hauptargumente sind: das Vorhandensein von bestimmten untergeordneten Schichten von Glimmerschiefer, Quarz, mit Talk gemengtem Kalk, die in den bekannten vulkanischen Ablagerungen völlig fehlen, und die Anwesenheit der metallhaltigen Erze, stets in Gängen, die darin eingeschlossen sind.
Er erörtert mehrere mögliche Einwände zugunsten des vulkanischen Ursprungs, die sich stützen auf: – die oft unmittelbare Bedeckung dieses Übergangsgebildes durch vulkanisches Trachytgestein, wie es nicht nur in Ungarn, sondern an mehreren Stellen in Äquatorial-Amerika beobachtet wurde; – das Vorhandensein von Feldspatkristallen, sehr ähnlich dem glasigen Feldspat der Trachyte; – schließlich das Vorkommen von Pyroxen.
Seine Meinung ist: – daß der Kontakt der beiden Gebilde als solcher keinerlei Beweis für die Ursprungsidentität liefert, vor allem, wenn das untere Gebilde auffallende Unterschiede in der Zusammensetzung aufweist.; – daß der erwähnte glasige Feldspat in diesem Gebilde sich unter Gegebenheiten zeigt, die keinesfalls als Beweisgründe dienen können; – und schließlich, daß, nachdem in einer Vielzahl von Gesteinsmassen, die nichts mit vulkanischen Produkten zu tun haben, durchaus Pyroxen gefunden wurde, das Vorkommen dieses Minerals in einer Felsart nur dann einen realen Wert für die Annahme seines vulkanischen Ursprungs hat, wenn dieses Merkmal von geologischen Gegebenheiten begleitet ist, die zum selben Ergebnis führen.
Beim Vergleich dieses Gebildes mit denjenigen, welchen viele Geologen einen neptunischen Ursprung zuschreiben, erklärt Herr Beudant im übrigen, er wolle den Begriff nicht in seiner eigentlichen, auf die Bildung durch Wasser hinweisenden Bedeutung übernehmen; er sage nichts anderes, als daß dieses Gebilde sich in seiner Zusammensetzung essentiell von den vulkanischen Gebilden, den einzigen, deren Ursprung aus dem Feuer allgemein anerkannt ist, unterscheide; und er glaubt, daß dieser essentielle Unterschied immer bestehen bleiben müsse, selbst wenn man einst beweisen könne, daß auch dieses Gebilde vom Feuer hervorgebracht sei.
Das Trachyt-Gebilde ist Gegenstand einer sehr ausführlichen Beschreibung. Sie wird mehr als ein Drittel des dritten Bandes einnehmen. Solches Terrain findet sich in Ungarn sehr häufig und weist dort mehrere auffallende Merkmale auf; die besonderen Gründe, warum der Autor darüber hinaus veranlaßt war, dem betreffenden Kapitel so großes Gewicht zu geben, müssen wir darlegen.
Zunächst ist es vielleicht nicht unnütz, sich hier ins Gedächtnis zu rufen, daß die Geologen heute drei Klassen von Gebirgen annehmen, die von erloschenen Vulkanen hervorgebracht wurden; die trachytischen Gebilde, welche die ältesten sind, zusammengesetzt aus porphyroiden, stark feldspatigen Felsarten; – die basaltischen Gebilde, in denen das pyroxenische Gestein, bekannt unter dem Namen Basalt, vorherrscht; – schließlich die eigentlichen erloschenen Vulkane, nach der Art ihrer Felsarten wie auch nach ihren Lavenströmen und Kratern den Ablagerungen der brennenden Vulkane ganz und gar ähnlich.
Es ist lange her, daß die Geologen die Trachyt-Gebilde zum ersten Mal bestimmt haben, wenn auch unter anderen Bezeichnungen. Dolomieu hatte sie vor mehr als dreißig Jahren unter dem Namen granitoide und porphyroide Laven beschrieben. Er hatte ihren vulkanischen Ursprung bewiesen, der seitdem in Frankreich und Italien allgemein anerkannt war. – In Deutschland wird diese feurige Entstehung tatsächlich erst seit wenigen Jahren angenommen, aber dort kannte man schon vorher die Trachyte als Trapp-Porphyr und unter anderen Namen. Doch wir besitzen bisher – und man ist mit Recht überrascht – nur sehr ungenaue Beschreibungen der Gebilde dieser Art. Diejenigen, die sie beobachtet und beschrieben haben, sprachen fast nur von den eigentlichen Trachyten, das heißt einer porphyroiden Felsart, so benannt von Herrn Haüy, die in diesen Gebilden vorherrscht und die ihnen ihren Namen gegeben hat; sie haben nicht einmal die einzelnen Varietäten unterschieden, die unter ihnen zu erkennen sind, und die anderen Felsarten, die sie begleiten, haben sie kaum erwähnt; sie haben sie zuweilen sogar anderen Formationen zugeordnet. Dieses gewisse Vakuum in der Wissenschaft führte dazu, daß Herr Beudant zumeist keine Möglichkeit fand, seine Beobachtungen mit bereits verbreiteten und anerkannten wissenschaftlichen Ergebnissen zu vergleichen. Er war also gezwungen, selbst die nötigen mineralogischen und geologischen Unterscheidungsmerkmale für die Glieder dieser großen Formation festzulegen und daraus, mit einem Wort, eine Monographie zu machen.
Wenn wir die Arbeit von Herrn Beudant über die Trachyt-Gebilde mit diesem Ausdruck bezeichnen, müssen wir gleichwohl erklären, daß der Autor sich zwar bemüht hat, die Beobachtungen in anderen Ländern in seine Arbeit einzubeziehen, daß diese Monographie aber dennoch nur als speziell auf Ungarn bezogen anzusehen ist; der Autor selbst behauptet nicht, daß sie allgemein gelte.
Aber jeder, der den Fortgang der Geologie seit zwanzig Jahren verfolgte, konnte feststellen, daß sie ihre größten Fortschritte solchen Einzelmonographien verdankt, das heißt detaillierten Beschreibungen eines oder mehrerer Gebilde, wie sie in einer bestimmten Gegend vorkommen.
Wieviel Licht haben doch das Werk von Herrn Freiesleben über den Kupferschiefer Thüringens und das von unseren Kollegen Herrn Cuvier und Herrn Brongniart über die Umgebung von Paris verbreitet, das erste über die alten Flözgebirge, das zweite über die Tertiärgebilde. Wir befürchten nicht, der Schmeichelei gegenüber Herrn Beudant bezichtigt zu werden, wenn wir sagen, daß man von seiner Arbeit über die Trachyte Ungarns ein ähnliches Ergebnis erwarten darf. Sicherlich wird man an einigen Punkten Änderungen vornehmen, neue Fakten hinzufügen, neue Unterscheidungsmerkmale; man wird denjenigen, die er überbewertet haben mag, ihre eigentliche Bedeutung zumessen; aber die Gesamtheit dieser Arbeit wird Bestand haben und, zumindest für lange Zeit, den Geologen als grundsätzlicher Rahmen für ihre Beobachtungen dienen.
Es wäre uns nicht möglich, dem Autor durch diese lange Beschreibung der Trachyt-Gebilde Ungarns zu folgen; im übrigen hat die Akademie bei einer der Vorlesungen, die Herr Beudant dort zu halten die Ehre hatte, bereits die Zusammenfassung mehrerer Teile seiner Arbeit gehört; wir beschränken uns darauf, einige wichtige Punkte aufzugreifen.
In den Trachyt-Gebilden unterscheidet er, wie es bei den Basalt-Gebilden üblich ist, die Felsarten, die dieser Formation angehören, und die aus ihren Trümmern gebildeten Konglomerate.
Unter den ersten erkennt er vier Felsarten: die eigentlichen Trachyte, die trachytischen Porphyre, die Perlsteine und die Mühlstein-Porphyre.
Die letzteren werden so genannt, weil sie wegen ihrer Zelligkeit und der eingeschlossenen kieseligen Nester und Adern für die Herstellung von Mahlsteinen für Getreidemühlen abgebaut werden.
Diese kieseligen Nester und Adern sind nicht außergewöhnlich; das gilt nicht für die kristallinen Quarzkörner, die sich sehr häufig, fast immer, im Teig dieser Felsarten finden, wie auch in jenem der Trachyt-Porphyre. Diese bemerkenswerte Tatsache, die eine ähnliche Beobachtung bestätigt, welche einer von uns am Chimborazo gemacht hat, widerlegt endgültig die lange Zeit vorherrschende Auffassung, der Hyalit-Quarz gehöre nicht den vulkanischen Erzeugnissen an oder befinde sich unendlich selten und völlig zufällig darin.
Herr Beudant unterscheidet auch mehrere Arten von Konglomeraten, von denen die meisten ihren Namen von den Felsarten ableiten, deren Trümmer sie enthalten, Trachyt-Trümmergesteine, Konglomerate von Trachyt-Porphyr und Mühlstein-Porphyr, Bimsstein-Konglomerate, porphyroide Konglomerate und Alaunsteine.
Die drei letzten Konglomerate entstanden im wesentlichen aus der Aggregation der Trümmer der Perlsteine und vor allem der Bimssteine. Die porphyroiden Konglomerate unterscheiden sich von den Bimsstein-Konglomeraten darin, daß, da ihr Material sehr viel stärker verwittert und verändert ist, der sandige Teig mehr oder weniger homogen wurde und sich darin Kristalle erhalten oder vielleicht gebildet haben, die Felsart eine porphyroide Struktur angenommen hat, woraus Herr Beudant ihren Namen abgeleitet hat; eine äußerst wichtige Beobachtung, die nach unserer Ansicht von allgemeinerer Bedeutung ist, denn wenn sie sich bestätigt, kann sie ähnliche Vermutungen bei anderen Gebilden, wo man auf Übergänge von wahren Sandsteinen in Porphyre hingewiesen hat, stützen.
Die Alaunsteine bilden Haufen in den porphyroiden Konglomeraten. Der Autor hat diesen interessanten Felsarten einen langen Artikel gewidmet, welchen er der Akademie vorzulesen die Ehre hatte; er schreibt, wie bereits andere Naturforscher zur gleichen Zeit, ihren hohen Gehalt an Alaun dem Vorhandensein eines speziellen Minerals zu, bisweilen kristallisiert, das er unter dem Namen Alunit beschreibt. Er teilt eine Vielzahl wertvoller Einzelheiten über die Lagerung dieser Felsarten in Ungarn mit und zeigt ihre Ähnlichkeit mit bekannten anderen alaunhaltigen Felsarten, in Tolfa im Kirchenstaat, im griechischen Archipel usw.
Die vier dem Trachyt-Gebilde eigentümlichen Felsarten, die wir genannt haben und die der Autor in mehrere Varietäten einteilt, sind nicht geschichtet und miteinander vermengt. In jeder trachytischen Gruppe oder Ablagerung bilden sie deutliche, voneinander weitgehend unabhängige Massen, die aber nach bestimmten, kaum veränderlichen Regeln verteilt zu sein scheinen.
Im Zentrum einer Gruppe findet man im allgemeinen die eigentlichen Trachyte, welche die größte Höhe erreichen. Davor bilden die trachytischen Porphyre niedrigere Vorsprünge; weiter entfernt befinden sich die Perlsteine und schließlich die Mühlstein-Porphyre. Darauf folgen die Konglomerate, die sich in verschiedenen Richtungen in mehr oder weniger große Entfernungen fortsetzen bis in die Mitte der Ebenen.
Herr Beudant hat diese symmetrische Anordnung bei den fünf trachytischen Gruppen beobachtet, die er in Ungarn besuchte; einige Beispiele von Bedeckung, die er gefunden hat, ließen ihn vermuten, daß diese Lagerungsbeziehungen recht deutlich die Altersfolge in der Bildung dieser Felsarten darstellen, deren älteste dann der Trachyt wäre.
Bis jetzt hatte man allgemein angenommen, daß die Opale Ungarns, so berühmt in der Schmuckherstellung, in einem Gebilde von Ton-Porphyr gelagert seien. Herr Beudant zeigt, daß sie sich fast ausschließlich in den trachytischen Konglomeraten finden. Der Übergang dieser Konglomerate in den porphyroiden Zustand erklärt die Bezeichnung Tonporphyr, die man diesen opalführenden Felsarten gegeben hatte. Aber der Autor hat diese Frage der Lagerung der opalinen kieselartigen Materie in dem trachytischem Gebilde allgemeiner behandelt und ihr einen eigenen umfangreicheren Artikel gewidmet, welchen der Akademie vorzulesen er die Ehre hatte.
Die schillernden und die milchweißen Opale trifft man in Nestern und kleinen Adern in den Trachyt-Trümmergesteinen an, sehr selten in Konglomeraten von trachytischem Porphyr und in Bimsstein-Konglomeraten. Erwähnt werden einige Beispiele in Perlstein.
Die undurchsichtigen Opale und Jasp-Opale finden sich vor allem in den Bimsstein-Konglomeraten, wo sie Nieren bilden, sehr ähnlich den Kreide-Feuersteinen, welchen diese Konglomerate manchmal ähneln, wenn sie stark verwittert sind. Sie zeigen sich außerdem in Adern in den oberen Teilen der festen Gesteine der trachytischen Formation, wenn diese von eben jenen Konglomeraten überlagert sind.
Den Holzopalen begegnet man ebenfalls besonders in den Bimsstein-Konglomeraten; sie weisen überdies vegetabile Abdrücke ähnlich Schilfhalmen und manchmal von Meeresmuscheln auf, oft ähnlich mit denen des Pariser Kalks.
In den Alaunsteinen finden sich versteinerte Hölzer, zum Teil in kieseligem Zustand, und zum Teil (was bemerkenswerter ist) als kompakter Alunit.
Die Trachytgebilde an den Rheinufern, in der Auvergne und auf einigen Inseln des Archipels enthalten ebenfalls versteinerte Hölzer in ihren Konglomeraten.
Der warzenförmige durchsichtige und farblose Opal, unter dem Namen Hyalit bekannt, kleidet oft die Spalten einzelner Felsen des Trachytgebildes aus. Hier ist so deutlich wie nirgends sonst die Bildung durch Infiltration erkennbar.
Um schließlich das Bild der kieseligen Materien in diesem Gebilde zu vervollständigen, erinnern wir an die oben bereits erwähnten kieseligen Nester und Adern des Mühlstein-Porphyrs; aber diese Kiesellager nähern sich eher der Natur des Feuersteins oder des Kalzedons an als der des Opals.
Bei der Beschreibung dieser verschiedenen Substanzen und ihrer Lagerung vertieft sich der Autor in eine Menge neuer oder kaum bekannter Einzelheiten; ein Bericht darüber wäre zu lang.
Auch die erdigen Eisenerze können wir nur kurz erwähnen, die an mehreren Stellen in den Trachyt-Konglomeraten abgebaut werden; ihre Lagerung paßt sehr gut zu der häufig eisenhaltigen Natur dieser Konglomerate und der Felsarten, deren Trümmer sie einschließen.
Ungewöhnlicher ist aber, daß in eben diesen Felsarten goldhaltige Silberglanzerze in unregelmäßigen Haufen vorkommen, die in Königsberg und in Telkebanya abgebaut werden. Herr Beudant weist darauf hin, daß das Trachyt-Gebilde dieses große Phänomen nur dort bietet, wo es sich innerhalb des Gebildes von Syenit und porphyrartigem Grünstein, also in dem eigentlich goldführenden Gestein, entwickelt hat. Gewissenhaft vergleicht er diese einzigartige Lagerung mit jener der Goldminen von Villalpando in Mexiko, die einer von uns bekannt gemacht hat und die vollkommen ähnlich ist, wie auch mit einigen anderen Beispielen, die vergleichbare Fälle aufweisen könnten.
Je mehr man die geologischen Beobachtungen vervielfacht, desto mehr erkennt man, daß die gleichen Ursachen ungefähr in den gleichen Epochen an den entferntesten Punkten des Erdballs die gleichen Resultate hervorgebracht haben; durch diese allmähliche Anhäufung von Fakten, die von Tag zu Tag besser ermittelt und wechselseitig überprüft werden, hat die Geologie jenes Vertrauen verdient, das man ihr heute entgegenbringt, das aber ihre unnützen Systeme lange Zeit verhindert hatten.
Zwei wichtige Fragen, die der Autor nicht außer Acht lassen konnte, betreffen die jeweilige geologische Position der Trachyt-Gebilde und ihren Ursprung. Er zeigt, daß sie tatsächlich auf unterschiedlichen Gebilden ruhen, aber in allen Gegenden nur von tertiären Gebilden bedeckt sind, entweder von Pariser Kalk oder von Süßwasser-Bildungen; daß folglich ihr Platz zwischen den Sekundär- und den Tertiär-Gebirgen bestimmt werden zu müssen scheint.
Ihren Ursprung macht Herr Beudant zum Gegenstand einer sehr umfangreichen Diskussion. Er legt zunächst eine Vielzahl von Argumenten zugunsten der verschiedenen Meinungen dar, worüber wir hier nicht berichten können, und kommt zu dem Schluß, daß beim gegenwärtigen Stand der Wissenschaft die Hypothese eines Ursprungs aus dem Feuer sehr viel wahrscheinlicher ist als die einer Entstehung aus dem Wasser. Bekanntlich ist das heute die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Geologen, aber wir erinnern uns nicht, daß diese Frage jemals so detailreich, so erhellend und so objektiv behandelt worden wäre.
Obwohl er diese Felsarten als vulkanisch betrachtet, lehnt der Autor jedoch die oft dafür verwendete Bezeichnung Laven ab; in der Umgangssprache erwecke das Wort Laven die Vorstellung von einem Auswurf in Strömen, und die Trachyte wiesen kein Merkmal auf, das es erlauben würde, ihnen diesen Ursprung zuzuschreiben. Der Autor glaubt, daß wir noch nicht genügend Fakten besitzen, um die Art der Erzeugung der Trachyte zu bestimmen; er hält es lediglich für wahrscheinlich, daß es eine untermeerische Bildung sei.
Die hier berichteten Einzelheiten sollten genügen, um der Akademie einen Eindruck von dem Verdienst und der Bedeutung von Herrn Beudants Arbeit über die Trachyt-Gebilde zu vermitteln. Wir sind sicher, daß sie in einer eigenen Publikation als ein neues und wahrhaft klassisches Werk aufgenommen werden wird.
Da wir diesen langen Bericht abschließen müssen, begnügen wir uns mit der Aufzählung derjenigen weiteren Gegenstände des zweiten Teils, welche die größte Aufmerksamkeit der Geologen verdienen.
Ein Kapitel über die Basalte, in dem der Autor eine Vielzahl von Fakten und nützlichen Erwägungen darlegt über diese andere Klasse von Gebilden vulkanischen Ursprungs, die er sehr häufig in Ungarn sah, abseits von den Trachyt-Gebilden.
Mehr oder weniger ausführliche geologische Abrisse zu verschiedenen Themen: – über die bemerkenswerte Lagerung der Quecksilbergruben von Szlana in einem Tonschiefergebilde; – über die geologische Position der Euphotid- und Serpentin-Gesteine; – über die Lagerstätten von Eisenerzen im Komitat Gômôr in den Tonschiefern und ihre Ähnlichkeit mit denen Norwegens; – über die Porphyre und Mandelsteine, der Grauwacke untergeordnet, in den Übergangsgebirgen Ungarns; – über die Formationen von Sandstein und Kalk, die in Ungarn dem alten roten Sandstein (old red sandstone) und dem Bergkalk (mountain limestone Englands) entsprechen; über die Kohlensandsteine und die roten Sandsteine der Karpaten; – über die Magnesienkalke in Ungarn; – über die berühmten Salzgruben von Wieliczka; – über die Natron-Seen bei Debreczin; – über die Lagerung der Molasse, des Nagelfluhs und der großen Lignit-Ablagerungen mit Süßwassermuscheln; – über einen Kalk in Ungarn, der dem Pariser Kalk ähnlich ist; über einen Kalk, der sich täglich absetzt auf dem Boden der Moraste in der großen ungarischen Ebene, usw.
Jeden dieser Gegenstände hätte der Autor, wie bereits erwähnt, in ebenso vielen Abhandlungen oder Aufsätzen einzeln behandeln können, deren Vorlesung die Akademie sicherlich mit Interesse gehört hätte.
Auch wenn wir uns hier auf die Angabe der Titel beschränken, müssen wir jedoch erklären, daß die Lektüre uns stets zufriedengestellt hat, daß der Autor damit sehr umfassendes geologisches Wissen und großen Scharfsinn bei seinen Untersuchungen wie bei seinen Erörterungen bewiesen hat.
Wir möchten ebenfalls hervorheben, daß seine Arbeiten außerordentlich vielfältig sind und daß es keine Klasse und fast keine Art von Gebilden gibt, zu denen sie nicht neue Fakten und neue Erkenntnisse bieten. Wir scheuen uns auch nicht, zu behaupten, diejenigen, die den zweiten Teil des Reiseberichts von Herrn Beudant, das heißt, seinen dritten Band, aufmerksam lesen werden, werden tatsächlich einen fast vollständigen Lehrgang der Geologie durchlaufen haben.
Nach allem, was über Herrn Beudants verdienstvolle Arbeiten hier gesagt wurde, haben wir die Ehre, der Akademie zu empfehlen, sie möge ihm ihre Anerkennung aussprechen für die Manuskripte, die er ihr zur Beurteilung vorgelegt hat, und den Wunsch äußern, daß deren Veröffentlichung ausgeführt werde.
Gezeichnet HUMBOLDT, LELIÈVRE, BROCHANT DE VILLIERS, Berichterstatter.
Die Akademie genehmigt den Bericht und nimmt die Empfehlungen an.
Der ständige Sekretär, Staatsrat, Kommandant des Ordens der Ehrenlegion.
Baron G. Cuvier.
Auszug aus dem Bericht der Herren von Humboldt, Lelièvre und Brochant an die Académie des Sciences über ein Manuskript mit dem Titel Voyage minéralogique et géologique en Hongrie von F.-S. Beudant