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Der Lochkompost9. September 2023
Es gibt keine umstrittenere Pflanze als Cannabis. Für die einen ist sie eine Pflanze mit psychotroper Wirkung, die nichts anderes als eine Droge ist. Für die anderen ist sie eine Heilpflanze mit vielen Qualitäten.
Cannabis wird zu Unrecht verteufelt. Ohne zu sehr auf das Thema des THC-Konsums einzugehen: Intensiver und vor allem früher Konsum kann ein Problem darstellen – und natürlich ist auch der Tabak, mit dem Joints gedreht werden, nicht ohne. Auf der anderen Seite bringt die Verwendung von CBD in der Medizin Vorteile, die bis vor kurzem noch nicht bekannt waren. In der Schweiz ist der Anbau von Cannabis mit weniger als einem Prozent THC legal, auch für Privatpersonen. Bitte informiere dich über die gültigen Bestimmungen in deinem Land. Auf die medizinische Anwendung kommen wir am Ende des Beitrags zurück.
Du hast dich entschieden, Cannabispflanzen zu kultivieren? In diesem Beitrag erfährst du alles, was du für eine erfolgreiche Ernte wissen musst.
Inhaltsverzeichnis
Die Anbausaison
Die empfohlene Anbausaison für das nordeuropäische Klima im Freien ist vom 1. Mai bis zum 30. Juni, normalerweise Anfang Juni. Die empfohlene Hanfsamensorten sind die kälteresistentesten Indica-Sorten.
Die Keimung
Hier sind zwei der vielen Methoden, Cannabis-Samen zu keimen.
Die Küchenrolle-Methode
Du benötigst:
- Küchenpapier
- Messbecher
- Wasser
- Schliessbarer Plastikbehälter
- Pinzette
- Cannabissamen
Feuchte ein Blatt Küchenrolle gut an und lege es in den verschliessbaren Plastikbehälter. Lege den oder die Samen mit Hilfe einer Pinzette sorgfältig auf das befeuchtete Küchenpapier. Mit dem zweiten feuchten Küchenpapier deckst du das Saatgut zu. Wenn du mehrere Samen in den gleichen Plastikbehälter legst, lasse dazwischen einen Abstand von zwei bis drei Zentimetern. Schliesse nun den Plastikbehälter und stelle ihn an einen dunklen Ort bei etwa 22 bis 25 °C Raumtemperatur. Nach zwei bis vier Tagen sollten die Samen gekeimt sein.
Die Kokosfaser-Methode
Du benötigst folgendes:
- Kokos-Quelltablette
- Wasser
- Pinzette
- Cannabissamen
Übergiesse die Kokos-Quelltablette mit Wasser. Nach paar Sekunden quellen die Tabs sichtbar auf. Mache in der Mitte ein kleines, etwa einen halben Zentimeter tiefes Loch. Lege einen Samen in das Loch und überdecke es dann wieder mit Kokosfasern. Stelle die Kokos-Quelltablette mit dem Samen auf einen kleinen Teller und diesen auf den Balkon. Lasse die Samen Keimen und grösser werden. Später kannst du sie direkt mit der Kokos-Quelltablette einpflanzen. Diese Methode ist unsere Lieblingsmethode!
Das Einpflanzen
Wenn du zum Keimen die Küchenrolle-Methode angewendet hast
Fülle für jeden Samen einen Topf mit Grow-Erde. Setze nun die Samen etwa einen halben Zentimeter tief in die Erde. Jeder Samen bekommt einen eigenen Topf. Gib dann noch einmal etwas Erde darüber. Giesse nur feucht und nicht nass – am besten mit einer Sprühflasche. Stelle die Töpfe nun an einen sonnigen Ort auf den Balkon.
Wenn du zum Keimen die Kokosfaser-Methode angewendet hast
Sobald die Samen zu Sämlingen herangewachsen sind, kannst du die Jungpflanzen direkt mit der Kokos-Quelltablette in die Grow-Erde einpflanzen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass es kein Umpflanzschock gibt und dass sie noch einfacher ist als die Küchenrolle-Methode. Unsere Lieblingsmethode J
PS: Achte auf jeden Fall darauf, dass du die Sämlinge tief genug einsetzt. So verhinderst du, dass deine Pflanze zu sehr in die Höhe schiesst und umfällt.
Die Wachstumsphase
Die Wachstumsphase ist der Zeitraum von der Keimung des Samens bis zur Blüte der Pflanze. In der Regel dauert die Wachstumsphase vier bis acht Wochen.
Die Pflege
- Das Erdsubstrat ist vorgedüngt. Deshalb solltest du in den ersten drei bis vier Wochen auf zusätzlichen Dünger verzichten und nur mit Wasser giessen. Bis zur Blütenphase ist die Dosierung geringer als in der Blütezeit. Je nach Angaben des Herstellers mischst du Giesswasser und Dünger im Verhältnis 1:250 und düngst einmal pro Woche. Verwende eher weniger als mehr Dünger!
- Die Erde sollte feucht und nicht nass sein. Als Trick kannst du den Finger drei Zentimeter tief in der Erde stecken. Wenn es trocken ist, giesst du.
- Deine Cannabispflanzen brauchen sechs bis acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag. Ein nach Süden ausgerichteter Standort ist ideal. Schütze deine Pflanzen vor sintflutartigen Regenfällen und Hitzewellen.
Das Beschneiden
Indem du die Pflanze beschneidest, kannst du den Ertrag erhöhen. Manche schneiden ihre Pflanzen nicht, da diese in der Natur auch ohne diesen Eingriff bestens zurechtkommen. Diese Betrachtungsweise finden wir gut. Dennoch schneiden wir die Pflanzen, die wir auf dem Balkon haben, damit diese nicht in die Höhe schiessen, sondern buschig in die Breite wachsen. Ein weiterer Vorteil davon ist, dass eine nicht allzu hohe Pflanze eher vor neugierigen Blicken geschützt ist.
In der Wachstumsphase sollten die Pflanzen erst beschnitten werden, wenn sie 30 Zentimeter hoch sind. Bei der Indica-Sorte kann das bis zu 40 Tage dauern. Achtung: In der Regel beschneidest du deine Pflanzen nie während der Blüte-Phase!
Nun stellen wir dir einige Beschneidungs-Techniken vor. Egal, wie du deine Pflanzen beschneidest: Verwende immer eine sterilisierte Schere!
Die Topping-Technik
Bei dieser Technik wird der oberste Teil der Pflanze entfernt. Dafür machst du einen sauberen Schnitt im 45-Grad-Winkel. Durch diesen Schnitt werden aus dem Hauptstamm zwei Hauptstämme. Sobald die beiden Hauptstämme kräftig sind, kannst du wieder Toppen, sodass aus zwei Hauptstämmen wiederum vier werden.
Die Fimming-Technik
Das Akronym FIM kommt vom englischen “Fuck! I Missed!” Frei übersetzt in die Goethe-Sprache: “Verdammt, das wollte ich nicht!“ Diese Technik wurde zufällig entdeckt. Ein Bauer aus den USA wollte eigentlich seine Pflanzen toppen und verfehlte den richtigen Schnitt. Glück im Unglück: Später stellte er fest, dass mehrere neue Zweige gewachsen waren.
Bei der Fimming-Technik werden beim obersten Teil der Pflanze 80 Prozent der Spitze entfernt. Keine Angst, du kannst nicht so viel falsch machen: Beschneidest du mehr als 80 Prozent, ist die Pflanze getoppt. Beschneidest du 80 oder weniger Prozent, wächst die Pflanze mit der Fimming-Technik weiter. Der grosse Vorteil der Fimming-Technik ist, dass durch sie vier oder mehr neue Haupttriebe entstehen können. Wir mögen diese Methode lieber als das Toppen J
Die Lollipopping-Technik
Während die oben genannten Techniken in der Regel während der Wachstumsphase eingesetzt werden, wird die Lollipopping-Technik zwei Wochen nach der Blüte angewendet.
Der Name der Technik kommt daher, dass die Pflanze nach der Beschneidung wie ein Lollipop aussieht.
Bei der Lollipopping-Technik beschneidest du die unteren Teile der Pflanze. Dadurch bekommt die Pflanze mehr Licht. Ziel ist es, die Energie der Pflanze auf die aus Produktionssicht interessantesten Teile zu lenken, also beispielsweise auf die höchsten Teile.
Wichtig: Entferne nur die Blätter im untersten Drittel der Pflanze.
Die Wurzelbeschneidung-Technik
Wenn Cannabis im Freien in Beeten angebaut wird, können die Pflanzen ihre Wurzeln ungehindert ausbreiten. Beim Anbau von Cannabis in Töpfen können jedoch “wurzelgesperrte” Pflanzen zu einem Problem werden. Das Wachstum wird beeinträchtigt und ein Nährstoffmangel kann auftreten. Mit dem Schneiden der Wurzeln bekommt die Pflanze neue Vitalität und dadurch werden auch die Erträge höher sein.
Wichtig: Schneide nur die dünnen Wurzeln und keine dicken Pfahlwurzeln. Schneide nie mehr als einen Drittel der Wurzelmasse ab und beschneide zwei Wochen vor Beginn der Blütephase keine Wurzeln mehr.
Die Blütephase
Die Blütephase beginnt Ende Sommer, wenn die Tage kürzer werden. Sobald die Pflanzen weniger Licht erhalten, werden sie automatisch beginnen, ihre Energie auf die wachsenden Köpfe statt auf das Laub zu konzentrieren. Die Blütezeit dauert sieben bis zehn Wochen.
In der Blütephase erhöhst du die Menge an Dünger. Aber gib auch hier lieber weniger als mehr Dünger, um eine Überdüngung zu vermeiden.
In der Blütephase beginnen sich nun die weiblichen und die männlichen Pflanzen zu unterscheiden.
Weibliche Pflanzen lassen sich durch die Entwicklung von Hüllblättern mit kleinen weissen Härchen an ihren Knoten erkennen. Ein Knoten ist der Teil der Pflanze, an dem die Zweige und Blätter aus dem Stamm hervorgehen. Männliche Cannabispflanzen erkennst du an der Bildung von Pollensäcken an den Knoten der Pflanze. Falls du männliche Pflanzen entdeckst, solltest du diese entfernen, damit die weiblichen Pflanzen nicht aus Versehen befruchtet werden.
Die Ernte
Eine zu frühe oder zu späte Ernte führt dazu, dass der THC- und CBD-Gehalt geringer ist. Der ideale Zeitpunkt für die Ernte ist dann, wenn die weissen Härchen zu 75 Prozent braun geworden sind. Zehn Tage vor der Ernte solltest du deinen Pflanzen keinen Dünger mehr geben. Am Tag vor der Ernte solltest du die Pflanzen nicht mehr giessen.
Du benötigst:
- Eine desinfizierte Schere
- Saubere Handschuhe
- Karton
- Schnur
Als erstes schneidest du alle Seitentriebe ab. Dann schneidest du den Hauptstamm in ca. 30 Zentimeter lange Teile. Entferne alle grossen Blätter, dann die kleinen Blätter weiter oben am Stamm. Am Schluss schneidest du die kleinen Blätter zwischen den Blüten ab, damit kein Schimmel und keine anderen Pilze entstehen können. Sei vorsichtig, dass du die Blüte nicht abschneidest.
Nach dem Schneiden kannst du die Blüten trocknen. Befestige sie dafür an einer Schnur und hänge sie in einen dunklen, gut durchlüfteten Raum. 21 °C ist die ideale Raumtemperatur. Hänge die Blüten kopfüber auf: Dabei zeigt die oberste Knote nach unten und der Stil nach oben. Achte darauf, dass mindestens zehn Zentimeter Platz zwischen den Pflanzen bleibt. Nun heisst es abwarten. Die Pflanzen brauchen etwa zwei Wochen um zu trocknen.
Die getrockneten Blüten füllst du nun in Gläser. Fülle diese nicht mehr als zu drei Vierteln. So verläuft der Aushärtungsprozess optimal und die Gläser lassen sich gut verschliessen. Bewahre die Gläser an einem dunklen Ort auf. Bravo, du hast es geschafft!
Die heilende Wirkung von Cannabis
Der Wirkstoff CBD in Cannabis ist für seine heilende Wirkung bekannt. Man sieht CBD-Shops an vielen Orten. Ihr Erfolg ist offensichtlich, die Nachfrage nimmt zu.
CBD kann unter anderem gegen Schmerzen, Schlafprobleme, Entzündungen, COPD, Hautprobleme, Migräne, Krebs, Fibromyalgie, Arthritis, Morbus Crohn, Rheuma, multiple Sklerose, Aids, Glaukom, Psychose und Menstruationsprobleme helfen.
CBD wird zu Öl verarbeitet und in Tropfenform eingenommen.
Fazit
Wir hoffen sehr, dass dir dieser Beitrag hilft, deine Cannabis-Pflanze erfolgreich anzupflanzen und reich zu ernten. Ob du CBD- oder THC-Blüten gewinnen will, liegt natürlich an dir.