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Die Vorwahl hat daher fast die Bedeutung eines ersten Wahlgangs für die Wahl am 25. Oktober, bei der Präsidentin Cristina Kirchner nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Mit ersten Ergebnissen der Abstimmung wurde erst am Montag gerechnet.
"Das ist eine grosse Wählerbefragung, die zugleich wie ein erster Wahlgang wirkt", sagte der Soziologe und Meinungsforscher Ricardo Rouvier. Die Mehrheit der Argentinier werde im Herbst genauso abstimmen.
Bestimmt werden sollten die Präsidentschaftskandidaten der jeweiligen Parteien. Unter den 15 Bewerbern gab es drei Favoriten: Daniel Scioli, der einzige Kandidat von Kirchners peronistischer Mitte-links-Partei, dann der Bürgermeister von Buenos Aires, Mauricio Macri, von der konservativen Allianz Cambiemos (auf Deutsch in etwa: "Lasst uns etwas ändern"), und der Mitte-rechts-Kandidat Sergio Massa für die Koalition UNA (Unidos por una Nueva Alternativa, "Vereint für eine neue Alternative").
Alle Umfragen sprachen Scioli etwa 37 Prozent zu, während sein grosser Rivale Macri bei rund 29 Prozent lag, der jedoch bei der Wahl im Herbst dann Stimmen von ausgeschiedenen Mitbewerbern aus seinem Lager auf sich vereinigen könnte.
"Wenn Macri fünf Punkte oder weniger hinter Scioli liegt, kann er es glaubhaft machen, dass er erfolgreich antritt", sagte der Politologe Rosendo Fraga. Es wäre das erste Mal, dass ein konservativer Politiker in Argentinien durch eine Wahl an die Macht kommt.
Wer die Wahl im Herbst auch immer gewinnt, es wird ein Einschnitt für das Land werden. Der Kirchner-Clan ist dort seit 2003 an der Macht, zuerst mit dem inzwischen verstorbenen Néstor Kirchner als Präsident, danach mit dessen Ehefrau Cristina als Präsidentin.
Nach der argentinischen Schuldenkrise war die Wirtschaft des Landes unter der Präsidentschaft Néstor Kirchners jährlich deutlich gewachsen. Derzeit schwankt die Wirtschaft zwischen Stagnation und kümmerlichem Wachstum, die Arbeitslosigkeit stieg auf rund 7 Prozent an und die Inflation auf über 20 Prozent.