Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03246.jsonl.gz/873

sinnlich wahrnehmbar in einem Werk ausgedrückt ist.
Das URG nennt als Beispiele u.a. schriftliche Werke, Musikstücke, Bilder, Zeichnungen, Pläne, Karten, fotografische oder filmische Werke. Dabei muss ein Werk nicht veröffentlicht sein, um den Schutz zu geniessen.
Keine Werke im Rechtssinne – und damit nicht urheberrechtlich geschützt
– sind z.B.:
durch Maschinen oder Computer erstellte Bilder wie Aufzeichnungen von Überwachungskameras,
Gesetzestexte, Protokolle von Behörden, Vorlagen für Geschäftsbriefe,
Ideen, die nicht in einem Werk ausgedrückt sind.
Wenn ein Werk, das Sie verwenden wollen, nicht unter einer offenen Lizenz (z.B. einer Creative Commons-Lizenz) steht, bitten Sie ggf. die Urheber:in (bzw. Rechteinhaber:in) um Einwilligung. Gehen Sie
dabei möglichst konkret auf die geplante Verwendung ein. Den entsprechenden Schriftverkehr sollten Sie aufbewahren, um die Einwilligung nachweisen zu können. Wenn Sie keine Einwilligung erhalten, können Sie nach
einer Alternative suchen, die unter einer offenen Lizenz steht.
s. unten: Wie finde ich offen lizenzierte Materialien?
Das Urheberrechtsgesetz (URG) enthält eine sogenannte Schrankenregelung im Zusammenhang mit dem Gebrauch für den Unterricht in der Klasse (Art. 19 Abs.
1 lit. b URG). Diese Ausnahme-Regelung gilt für den Unterricht vor Ort, sowohl in der grundständigen Lehre als auch in der Weiterbildung, und für geschlossene Moodle-Kurse. Dort dürfen Sie urheberrechtlich geschützte Werke in Auszügen verwenden und zur Verfügung stellen. Ausgenommen ist jedoch auch hier die Bereitstellung ganzer
Werke (z.B. ganzer Bücher oder Filme), sofern sie noch im Handel erhältlich sind.
Sobald ein fester Klassenverband nicht vorhanden ist, z.B. bei einem Moodle-Kurs zur freien Selbsteinschreibung aber auch in MOOCs, auf einer Konferenz, in Blogs, Social Media oder öffentlichen Vorlesungen, müssen Sie sich an die Einschränkungen des Urheberrechts halten. Hier dürfen allein die Urheber:innen bestimmen, ob das Werk verwendet werden darf.
Verwenden Sie in diesen Kontexten ausschliesslich:
Materialien der Public Domain (70 Jahre nach dem Tod der Urheber:innen) oder
Materialien für die Sie eine persönliche Einwilligung der Urheber:innen eingeholt haben.
Auch das Zitieren von Werken in öffentlich zugänglichen Lehrmaterialien ist erlaubt (s.u.).
Bilder, Filme und Audio-Material dürfen laut Urheberrechtsgesetz ebenso zitiert werden wie schriftliche Texte. Das Zitatrecht (Art. 25 URG) erfordert aber eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Material.
Ein Zitat liegt vor, wenn das fremde Werk der Veranschaulichung oder Erläuterung der eigenen Ausführungen dient. Notwendig
ist ein echter Bezug zwischen Bild und Text. Bilder zur Auflockerung oder als Ersatz für eigenes Material erfüllen dieses Kriterium nicht.
Der Umfang der Darstellung muss dem Zitatzweck entsprechen. Umfangmässig darf nur so viel fremdes Material verwendet werden, wie zur Veranschaulichung / Erläuterung der eigenen
Aussage notwendig ist.
Weiterhin ist die Kenntlichmachung des Zitates als solches laut URG verpflichtend. Wie beim Zitieren von Texten nennen Sie die Originalquelle beim zitierten Bild, Video oder Audio-Beitrag, ggf. mit einer Auflösung einer Kurzzitierweise im Abbildungs- oder Literaturverzeichnis bzw. in einer Fussnote.
Gemäss Art. 29 Abs. 2 URG erlischt der urheberrechtliche Schutz eines Werkes 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers oder der Urheberin,
bei Software beträgt diese Frist 50 Jahre.
Werke, für die das Urheberrecht ausgelaufen ist (das ist in der Schweiz 70 Jahre nach Versterben der letzten Urheberin / des letzten Urhebers), befinden sich in der Public Domain (vgl. Art. 29 URG). Diese Werke dürfen Sie verwenden, verändern und verbreiten, auch wenn keine Lizenz oder kein Public Domain-Mark angebracht wurde.
Das Urheberrecht teilt sich auf in Urheberpersönlichkeitsrechte und Verwendungsrechte.
Die Urheberpersönlichkeitsrechte bleiben unveränderlich bei Ihnen: Sie entscheiden über eine erste Veröffentlichung und Ihr Name muss im Zusammenhang mit dem Werk genannt werden.
Die Verwendungsrechte für urheberrechtlich geschützte Werke, die das Hochschulpersonal in Ausübung der dienstlichen Tätigkeit geschaffen hat, liegen laut Fachhochschulgesetz (FaHG) – Kanton Zürich (§16 Abs. 1 lit. b.) bei der Hochschule. Wenn Sie Ihre eigenen Materialien in einem anderen Kontext als der Lehre an der ZHAW verwenden möchten, können
Sie diese mit Einwilligung Ihrer Vorgesetzen gemäss Open Educational Resources (OER) Policy der ZHAW unter einer offenen Lizenz veröffentlichen (s. Details in einem separaten Fragenblock). Oder Sie lassen sich die Verwendungsrechte für das Material übertragen, wie es z.B. bei der Veröffentlichung von Publikationen in einem Verlag üblich ist (Formular, ZHAW intern).
Für Studierende gilt, dass Arbeiten, die im Unterricht an der ZHAW erstellt und/oder von Dozent:innen der ZHAW betreut werden, der Studiengangsordnung oder Prüfungsordnung unterliegen. Für die Veröffentlichung dieser Arbeiten, z.B. Abschlussarbeiten, Seminar- oder Projektarbeiten benötigen Sie i.d.R. ein Einverständnis Ihrer Dozent:innen. Sprechen Sie sie einmal darauf an.
Wenn Sie Ihre Lehrmaterialien in anderem Kontext als der Lehre an der ZHAW verwenden möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten:
Veröffentlichung unter einer offenen Creative Commons-Lizenz (s. Details in einem separaten Fragen-Block): Holen Sie das Einverständnis Ihrer Vorgesetzten ein. Aus Beweisgründen sollten Sie die Schriftform (z.B. E-Mail) einhalten.
Ihr CC-lizenziertes Material dürfen Sie in jedem Kontext verwenden.
Nehmen Sie die Abmahnung ernst – wenn sie sich auf ein Werk bezieht, das Sie tatsächlich verwendet haben. Unterschreiben Sie jedoch nicht ohne Weiteres Unterlassungserklärungen, bezahlen Sie weder eine Vertragsstrafe noch willigen Sie in einen Vergleich
ein. Überprüfen Sie als erstes, ob der Vorwurf der Urheberrechtsverletzung überhaupt gerechtfertigt ist.
Entfernen Sie zunächst die fraglichen Inhalte aus dem Netz, soweit dies möglich ist.
Holen Sie sich nach Möglichkeit juristischen Rat ein.
Im Zusammenhang mit Arbeiten, die im Rahmen Ihrer Beschäftigung an der ZHAW entstanden sind,
konsultieren Sie am besten den ZHAW-Rechtsdienst.
In den Bilddatenbanken Colourbox
und Adobe Stock finden Sie professionelle Fotos, die Sie im Zusammenhang mit
Ihrer dienstlichen Tätigkeit an der ZHAW verwenden dürfen.
Für Colourbox gilt dies nur für interne Zwecke. Die
Verwendung für kommerzielle Nutzung (Broschüren, externe Flyer usw.) oder die
öffentliche Weitergabe von Lehrveranstaltungen, Präsentationen, usw. ist nicht
gestattet.
Verwenden
Sie keine Bilder von Adobe Stock oder Colourbox, wenn Sie Ihr Material unter
einer Creative Commons-Lizenz als OER – Open Educational Resources veröffentlichen wollen. Bilder
aus Adobe Stock und Colourbox dürfen nicht zur Weitergabe durch Dritte freigegeben
werden.
Viele Bilddatenbanken veröffentlichenBilder unter einer eigenen sehr offenen Lizenz, z.B. Pixabay, Unsplash oder Pexels.
Auch wenn die Lizenzen dieser Bilddatenbanken ebenso wie CC0-lizenzierte Bilder keine Urhebernennung erforderlich machen, ist es dennoch empfehlenswert,
die Herkunft anzugeben und direkt auf das Original zu verlinken.
So können
Sie im Zweifelsfall den Ursprung des
Materials nachweisen, wenn eine Abmahnung kommt.
Sie machen sich das Bildmaterial nicht zu eigen, indem Sie es unter ihrem eigenen Namen weitergeben.
Ob Videos oder andere Inhalte eingebettet werden dürfen, ist laut ccdigitallaw.ch, FAQ 2.2.8-2 (Aufruf am 27.4.23) in der Schweiz noch nicht abschliessend
geklärt.
Aus diesem Grund empfehlen wir das Verlinken.
Gut zu wissen: Creative Commons-lizenzierte Inhalte dürfen Sie in die eigene Seite einbetten. Die Lizenzinformation finden Sie in YouTube unter dem Video unter "Mehr". CC-lizenzierte Videos lassen sich in YouTube mit einer Filterfunktion
über der Trefferliste herausfiltern.
Das Schweizer Urheberrecht schützt laut Art. 2 URG ausschliesslich geistige Schöpfungen (von Menschen). Allein von KI generierte Inhalte sind damit nicht durch das URG geschützt. Sie können aber einen hohen Überschneidungsgrad mit existierenden urheberrechtlich geschützten Materialien aufweisen, mit denen sie trainiert wurden. Auch können die Nutzungsbedingungen der Tools festlegen, dass die generierten Inhalte nicht öffentlich weitergegeben werden dürfen.
Fragen Sie die KI nach Quellenangaben für die generierten Inhalte. Prüfen Sie so nach Möglichkeit, ob und wie eng der Inhalt an geistige Schöpfungen von Menschen angelehnt ist, die ihrerseits vielleicht urheberrechtlich geschützt sind.
Prüfen Sie, ob die Nutzungsbedingungen des Tools eine öffentliche Weitergabe untersagen.
Zeichnen Sie die Herkunft aus, indem Sie das KI-Tool, das Datum und Ihren Prompt / Ihre Anfrage angeben.
Ein Beispiel: Bild erstellt mit DALL-E am 27.4.2023 mit dem Befehl «Forest on a concrete market square».
Urheberrechtlich geschützt ist nur das Werk, nicht die Idee. Es ist darum zulässig, eigene Zeichnungen zu machen, die von anderen Abbildungen inspiriert sind.
Wichtig ist, dass es keine reine Kopie ist, d.h., dass die ursprüngliche Vorlage in der neuen Zeichnung nicht direkt wiederzuerkennen ist. Nutzen Sie den vorhandenen kreativen Spielraum und entfernen Sie sich genügend weit vom Original. Wo wenig Spielraum für Originalität ist (z.B. bei einer anatomischen Zeichnung), kann schneller davon ausgegangen werden,
dass man sich genügend weit vom ursprünglichen Bild entfernt hat. Nur die Farbe zu ändern, reicht aber in aller Regel nicht.
Im wissenschaftlichen Kontext ist die Angabe der ursprünglichen Quelle notwendig, z.B.: Eigene Darstellung in Anlehnung an XY (Jahr) und die Angabe der vollständigen Quelle im Anhang oder Abspann.
Auch das Zitieren von Original-Bildern ist möglich, sofern diese der Veranschaulichung und Erläuterung der eigenen Aussage dienen (s.o.). In dem Fall müssten Sie das Bild gar nicht nachstellen, sondern könnten direkt das Original-Bild verwenden.
Steinhau (2019) schreibt im Blogbeitrag "Die Verwendung von Marken in (freien) Bildungsmedien",
dass Logos und Firmennamen dem Markenschutz und i.d.R. nicht dem Urheberrecht unterliegen. Logos dürfen abgebildet werden (auch in offen lizenziertem Material), wenn nicht der Eindruck erweckt wird, dass die Markeninhaber:innen
das Material herausgeben oder initiiert haben. Steinhau (2019) weiter: "Sollte eine Marke oder ein Logo auf Fotos oder in Filmen zu sehen sein – beispielsweise auf Haushaltsgegenständen, Bürogeräten oder Alltagsprodukten – ist
das solange unbedenklich, wie sie als ‘Beiwerk’ abgebildet sind."
Marken werden durch offene Lizenzen wie Creative Commons nicht mit lizenziert (s. Abschnitt 2.b.2 der Langfassung der CC-Lizenzen, z.B. CC BY-Lizenz).
I.d.R. zitieren Sie Daten, Tabellen, Graphen oder Diagramme, indem Sie sich in Ihrem Werk vertieft mit diesen auseinandersetzen und direkt auf sie beziehen. Das ist nach dem Zitatrecht erlaubt (s.o.).
Wenn Sie nicht zitieren, gilt Folgendes:
Numerische Daten sind an sich nicht urheberrechtlich geschützt. Nur die Art der Visualisierung z.B. einer Tabelle, eines Diagramms, etc. kann als geistige Schöpfung betrachtet werden, wenn sie einen individuellen
Charakter aufweist. Durch Software automatisch erstellte Graphen oder Diagramme, die keine besondere Schöpfungshöhe in der Gestaltung durch einen Menschen aufweisen, unterliegen nicht dem Urheberrecht.
Im Zweifelsfall erstellen Sie ggf. eine eigene Tabelle mit den betreffenden Daten und bilden diese ab oder generieren aus den Daten eigene Graphen oder Diagramme.
Im wissenschaftlichen Kontext ist die Angabe der ursprünglichen Quelle
notwendig, z.B.: Eigene Darstellung in Anlehnung an XY (Jahr) und die
Angabe der vollständigen Quelle im Anhang oder Abspann.
Apropos: Auch Daten können
unter offenen Lizenzen wie den Creative Commons veröffentlicht sein oder sich
in Publikationen befinden, die unter einer solchen Lizenz stehen. Überprüfen
Sie dies und nutzen Sie die Daten in Übereinstimmung mit der Lizenz.
Websites sind urheberrechtlich geschützt, wenn sie eine gewisse Schöpfungshöhe aufweisen, d.h. wenn besondere gestalterische Elemente wie Bilder und Designs verwendet werden. In dem Fall ist es nicht erlaubt, eine Kopie der Website (d.h. einen Screenshot) öffentlich zu verbreiten.
Steinhau (2020) geht in seinem Blogbeitrag "Screenshots richtig nutzen" detailliert auf die Grenzen der Schöpfungshöhe ein und schreibt: "Die betriebssystemseitigen Benutzeroberflächen von Computern und
Mobilgeräten enthalten viele gestalterische Elemente, wie Fenster,
Menüleisten, Icons, Piktogramme, Emojis, Emoticons und so weiter.
Kleinteilige Grafikdesigns und piktografische Elemente von
Benutzeroberflächen unterliegen meist keinem urheberrechtlichen Schutz.
Das heißt, Screenshots solcher Benutzeroberflächen, mitsamt ihren
Symbolen, Navigations- und Funktionselementen lassen sich in der Regel
ohne Weiteres verwenden."
Im Zweifelsfall:
Wie bei allen geschützten Werken gilt eine Ausnahme-Regelung und Erlaubnis für das Zitieren und für die Verwendung für den Unterricht in der Klasse (s.o.).
Achten Sie neben dem Urheberrecht auch auf Personenabbildungen, die noch
einmal besonderen Schutz geniessen und schneiden Sie diese aus dem
Screenshot aus.
Alternativ können Sie eine schriftliche Einwilligung bei den Betreiber:innen von Websites einholen. Beschreiben Sie die Art der Verwendung der Screenshots möglichst genau und bewahren Sie die Einwilligung für den Nachweis auf.
Bei Kartenanbietern wie Google Maps o.ä. wird argumentiert, dass durch die aufwändige Bearbeitung das notwendige Mass an Originalität erreicht wird und somit urheberrechtlich geschützte Werke entstehen.
Bei reinen Umrissen eines Landes oder Kontinents kann davon ausgegangen werden, dass keine Schöpfungshöhe erreicht wird und dass diese nicht urheberrechtlich geschützt sind.
Bei Satellitenbildern ist ausschlaggebend, ob diese automatisch vom Gerät ausgelöst werden (nicht urheberrechtlich geschützt, da es sich nicht um das Werk eines Menschen handelt) oder ob ein Mensch die Aufnahme steuert und auslöst (geschützt). Das lässt sich an den Bildern i.d.R. nicht erkennen. Die NASA und andere öffentlich finanzierte Einrichtungen stellen ihre Materialien aber teilweise zur öffentlichen Weitergabe und Verwendung zur Verfügung (vgl.: NASA Media Usage Guidelines).