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2015 wurden in der Schweiz 682 000 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Meistens handelte es sich um Nagetiere. Darunter waren aber auch Hühner, Rinder, Schweine, Hunde, Katzen oder Fische. Fast zwei Drittel der Tiere wurden in der Grundlagenforschung eingesetzt. Weitere Bereiche sind Qualitätskontrolle, Krankheitsdiagnostik und Ausbildung.
Wer führt Tierversuche durch?
Die meisten Tierversuche werden in den Kantonen Basel, Zürich und Bern durchgeführt. Mehr als ein Drittel in der Industrie, fast die Hälfte an Hochschulen und Spitälern. Sämtliche Tierversuche brauchen eine Bewilligung vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.
Woher stammen die Tiere?
Es gibt anerkannte Versuchstierzuchten und -handlungen. Zum Teil stammen sie aber auch aus dem Landwirtschaftsbetrieb, von Tierhändlern, aus dem Ausland oder sogar direkt aus der Wildnis. Versuchslabore können zudem voroperierte oder bereits genetisch manipulierte Versuchstiere ab Katalog bestellen.
Was geschieht mit den Tieren?
Das hängt stark vom Experiment ab. Der Versuchsleiter muss jedoch immer angeben, wie stark die Tiere bei den Experimenten leiden. Beim Schweregrad 0 haben die Tiere keine Schmerzen oder wurden vor dem Versuch getötet. Beim Schweregrad 1 sind die Schmerzen leicht oder kurzfristig, zum Beispiel Infektionen mit Erregern. Der Schweregrad 2 umfasst leichte und lange oder mittelschwere und kurze Schmerzen. Dazu gehört zum Beispiel die Implantation von Tumoren in die Bauchhöhle. Beim dritten und stärksten Schweregrad leiden die Tiere schwer und längerfristig. Meist sterben sie dabei. Im Jahre 2015 waren 2,1 Prozent der Versuche vom Schweregrad 3.
Gibt es Alternativen?
In-vitro-Systeme ermöglichen die Erforschung von Krankheiten und Medikamenten an menschlichen Zellkulturen. Es gibt auch Computerprogramme, mit denen menschliche Organe samt ihrer Prozesse simuliert werden können. Zudem gibt es Microdosing-Studien, bei denen neue Wirkstoffe möglichst risikoarm an Menschen getestet werden.
Gibt es komplett tierversuchsfreie Kosmetika?
Tierversuche ausschliesslich für Kosmetik sind nicht erlaubt. Allerdings werden die einzelnen Inhaltsstoffe von Kosmetika oft an Tieren getestet. Dies wird damit gerechtfertigt, dass die Stoffe noch anderswo gebraucht werden: für Farbsprays. Viele Anbieter behaupten dann, ihre Produkte seien tierversuchsfrei, obwohl die einzelnen Stoffe an Tieren getestet wurden. Einige Marken verzichten aber ganz auf solche Inhaltsstoffe. Dazu gehören Lush, The Body Shop, Faith in Nature, Paul Mitchell und viele mehr.