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WM Flandern
Die Schweizerinnen mischen ganz vorne mit
Nicht eine der hoch gehandelten Niederländerinnen, sondern die Italienerin Elisa Balsamo gewinnt an der Rad-WM in Flandern die Goldmedaille im Strassenrennen. Mit Elise Chabbey (13.) und Sina Frei (15.) erreichen auch zwei Schweizerinnen das Ziel mit der Spitze.
Wie schon an den Olympischen Spielen in Tokio, wo die Österreicherin Anna Kiesenhofer nach langer Flucht den Sieg davon trug, wurden die Niederländerinnen auch an den Titelkämpfen in Belgien ihrer Favoritenrolle nicht gerecht. Nach 157 km von Antwerpen nach Leuven schlug die Italienerin Elisa Balsamo im Sprint eines kleinen Feldes Marianne Vos um eine Radlänge und verwehrte der Niederländerin damit den vierten WM-Titel. Bronze ging an die Polin Katarzyna Niewiadoma.
Für die 23-jährige Balsamo war es der erste grosse Titel bei der Elite, nachdem sie 2016 in Doha bereits Junioren-Weltmeisterin und vor einem Jahr in Plouay U23-Europameisterin geworden war. Während sich die Italienerinnen über das erste Regenbogentrikot seit zehn Jahren freuen konnten, reichte es den Niederländerinnen erstmals seit 2016 nicht zum WM-Titel.
In einem hektischen Rennen mit zahlreichen Attacken konnte Marlen Reusser, die am Montag die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen hatte, nicht in die Entscheidung um die Medaillen eingreifen. Die Bernerin fühlte sich nach einer langen Saison „physisch und mental müde“. Nachdem sie auf der zweitletzten Runde mit einem Solovorstoss noch ihr Glück versucht hatte, verlor Reusser 15 km vor dem Ziel den Anschluss an die Spitze.
Mit Elise Chabbey und Sina Frei waren dennoch zwei Schweizerinnen in der Spitzengruppe vertreten, die den Sieg unter sich ausmachte. Die Genferin und die Mountainbike-Spezialistin klassierten sich als 13. und 15. „Im Ziel fehlte mir eine Kleinigkeit, um um eine Medaille zu sprinten. Ich habe nach 50 km eine Speiche verloren und mir einen Schuh gebrochen, aber das hat am Ergebnis nichts geändert“, bilanzierte Chabbey.
Frei bewies zwei Monate nach dem Gewinn ihrer Olympia-Silbermedaille im Mountainbike, dass sie auch auf der Strasse mit den Besten mithalten kann. Die 24-jährige Zürcherin hatte zuletzt an der Strassen-WM 2018 in Innsbruck ein Rennen über eine so lange Distanz bestritten. Nun sattelt sie wieder aufs Bike um und bestreitet Mitte Oktober in Südafrika das Cape Epic.
Im U19-Rennen der Frauen war Swiss Cycling in der ersten Gruppe durch Noëlle Rüetschi vertreten, bis die Aargauerin in der vierten von fünf Runden durch die Kleinstadt Löwen zu Fall kam. Die 17-Jährige musste das Rad wechseln, verlor dadurch den Anschluss und erreichte das Ziel letztlich auf Rang 31. «Ich wusste, dass ich in dieser Kurve vor dem schwierigsten Aufstieg vorne sein muss, damit ich eine Chance auf einen Spitzenplatz habe. Ich ging als Fünfte in die Kurve und rutschte aus, das ist sehr ärgerlich», liess Rüetschi verlauten, sogleich ergänzend, dass sie ihre erste WM als «super Erfahrung» betrachte und sich schon jetzt auf das nächste Jahr freue. sda/SC