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Organisationsaufstellung ist ein gestalteter Prozess intuitiver Entscheidungsfindung. Dabei lassen sich Wirkungszusammenhänge buchstäblich in Erfahrung bringen; eine Situation wird durch das In-Szene-Setzen relevanter Merkmale lebendig und konkret fassbar – und nicht nur dies; durch die Veränderung der szenischen Konstellation können versuchshalber Zukunfts- bzw. Lösungsoptionen auf ihre Stimmigkeit hin ausgetestet werden.
Vorgehen
In der Regel geht man wie folgt vor: Für die relevanten Elemente einer schwer durchschaubaren Situation werden Stellvertreter oder Repräsentanten (Varga von Kibéd und Sparrer 2000, S. 107) bestimmt und im Raum hingestellt. Je nach Thema können diese einzelne Personen oder Gruppierungen repräsentieren, oder abstrakte Elemente, wie beispielsweise die sich gegenseitig ausschließenden Optionen eines Dilemmas, ein bestimmtes Ziel und die Hindernisse usw. Beim Platzieren folgt man der Intuition oder dem „inneren Bild“ (Weber 1995, S. 181 ff). Danach werden reihum die Körperresonanzen bzw. „repräsentierenden Wahrnehmungen“ (Varga von Kibéd und Sparrer 2000, S. 98) abgefragt. Daraus lassen sich Dynamiken erschließen, die einer blockierten Situation zu Grunde liegen: Meistens handelt es sich um Entwicklung hemmende Muster. Durch das sukzessive Umstellen der Stellvertreter – deren Körperresonanzen geben jeweils den Anstoß – und durch das Abfragen der wahrgenommenen Veränderungen eröffnet sich eine sinnvolle Lösungsoption wie von selbst. Dabei kann auch die kleinste Umstellung eines Stellvertreters Unterschiede bei den Körperwahrnehmungen der anderen Stellvertreter hervorrufen. Dies gibt den Impuls für die weitere Umstellung von einem oder von auch mehreren Repräsentanten.
Im Verlauf der Aufstellung gilt es eine Konstellation zu entwickeln, die von den Stellvertretern als stimmig wahrgenommen wird. Dies wird von ihnen körperlich als Erleichterung, Entspannung oder Befreiung registriert. Üblicherweise dauert ein solcher Prozess rund eine halbe Stunde. Er kann aber auch kürzer sein oder – in hochkomplexen Situationen – wesentlich mehr Zeit beanspruchen.
Wie funktionieren Aufstellungen?
Wenn man davon ausgeht, dass in einer Aufstellung mittels Repräsentation die Auswirkungen von struktureller Dynamik fassbar wird, dann stellen sich die Fragen „Wie gelangt Wissen in ein soziales Feld (‚in den Raum‘)?“ und „Wie kann dieses Wissen durch Stellvertreter vergegenwärtigt (‚repräsentiert‘) werden?“ Diese beiden Fragen harren weitgehend einer stringenten Erklärung. Einen Hinweis enthält die PSI-Theorie des experimentellen Psychologen Julius Kuhl (Universität Osnabrück): Kunstgerechte Aufstellungsarbeit könnte die rechtshemisphärischen Areale des Gehirns, genauer das Extensionsgedächtnis als Sitz der „ganzheitlich-intuitiven Intelligenz“ aktivieren.