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Riesige Geisterstadt in China: Das gescheiterte Xiangyun-Projekt
Es sollte Wohnraum für tausende Menschen bieten, stattdessen wurde daraus eine Geisterstadt. Das Xiangyun International Project in der Nähe der Stadt Shijiazhuang in China befand sich mitten im Bau, als der Immobilienentwickler Konkurs ging.
Im Januar 2020 besuchte das Team des Youtube-Kanals «The Proper People» die Geisterstadt und dokumentierte dies in einem Video. Die Aufnahmen bieten einen Einblick in die gewaltigen Dimensionen des Projekts. (Quelle: The Proper People)
Auf rund 728 Hektar sollte mit dem Xiangyun-Projekt ein komplett neuer Stadtteil in unmittelbarer Nähe von Shijiazhuang in der Provinz Hebei entstehen. Die lokale Regierung sah darin eine strategische Investition, um den Immobiliensektor, den Tourismus und den Kultursektor zu fördern. Entwickelt wurde das Projekt von der Hebei Real Estate Development Group Co., Ltd.
Das Gesamtprojekt gliederte sich in zwei Hauptteile: Im
Süden sollten auf einer Fläche von rund 526 Hektaren zahlreiche High-End-Wohngemeinschaften
mit geringer Dichte entstehen, im Norden auf rund 172
Hektaren waren hingegen öffentliche Unterhaltungseinrichtungen geplant, darunter riesige Einkaufszentren, Hotels, Restaurants sowie ein Themen- und Wasserpark.
Das Gesamtprojekt gliederte sich in zwei Hauptteile: Im Süden sollten auf einer Fläche von rund 526 Hektaren zahlreiche High-End-Wohngemeinschaften mit geringer Dichte entstehen, im Norden auf rund 172 Hektaren waren hingegen öffentliche Unterhaltungseinrichtungen geplant, darunter riesige Einkaufszentren, Hotels, Restaurants sowie ein Themen- und Wasserpark.
Korruptionsvorwürfe gegen Immobilienfirma
Die Gebäude auf dem Areal sollten zudem in verschiedenen europäischen Baustilen errichtet und durch Brücken miteinander verbunden werden. Auch mehrere Wolkenkratzer waren Teil des Projekts. Umgerechnet über 17 Milliarden Dollar sollten in das Vorhaben investiert werden. Schliesslich starteten die Bauarbeiten für das Mega-Projekt.
Diese wurden 2014 jäh unterbrochen, als der Immobilienentwickler von den örtlichen Behörden aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen den gesetzlichen Vertreter Li Sheng untersucht wurde. Dies nahm mehrere Jahre in Anspruch. Währenddessen sanken die Immobilienpreise stetig. Das Unternehmen häufte Schulden in Milliardenhöhe an und meldete 2017 Konkurs an. Das Xiangyun-Projekt wurde daraufhin beschlagnahmt.
Quelle: Screenshot, The Proper People
Die Gebäude auf dem Areal wurden in verschiedenen europäischen Baustilen errichtet.
Zu diesem Zeitpunkt waren aber bereits fast 700 Wohneinheiten verkauft worden. Vielen Eigentümern wurde es aufgrund der Beschlagnahmung jedoch untersagt, die erworbenen Objekte zu beziehen. Teils auch, weil die Appartements aufgrund der unvollständigen Bauarbeiten nicht bewohnbar waren. Und die halbgebaute Stadt sollte bis heute nicht vervollständigt werden. Hinweise dazu, was mit den bereits realisierten Gebäuden geschehen soll, gibt es bislang keine.
Wird die Geisterstadt eine bleiben?
Besucht wird die unbewohnte Stadt heute deshalb auch nur noch von Personen, die von «Lost Places» (verlassenen Orten) fasziniert sind. Wie etwa die Betreiber des Youtube-Kanals «The Proper People», die die Geisterstadt im Januar 2020 erkundeten. Ihre Eindrücke hielt das Team in einem 34-minütigen Video fest. Die Aufnahmen zeigen eindrücklich die riesigen Dimensionen, die das Xiangyun-Projekt ursprünglich beinhaltete.
Die Überbleibsel des Vorhabens stehen auch heute noch und zeugen von seinem Scheitern. In Internetforen wird seit geraumer Zeit aber darüber spekuliert, dass andere Immobilienfirmen Interesse am Standort zeigen dürften. Dies nicht zuletzt, da die Geisterstadt eine ideale Lage aufweist: Sie befindet sich direkt neben der Haltestelle eines Hochgeschwindigkeitszuges und in unmittelbarer Nähe zu unterirdischen Metrostationen.
Ob die Geisterstadt also tatsächlich eine bleiben wird, wird sich zeigen.
Artikelserie «Planungsleichen»
In dieser Serie stellen wir in loser Folge die Geschichten hinter geplanten Projekten auf der ganzen Welt vor, die schlussendlich gar nicht oder nur teilweise realisiert wurden.