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Urs
Widmer
Mit Romanen und Erzählungen wie Die gelben Männer (1976), Der blaue Siphon (1992) oder der autobiographischen Familientrilogie – Der Geliebte meiner Mutter (2000), Das Buch des Vaters (2004) und Ein Leben als Zwerg (2006) – hat sich der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer über die Grenzen der Schweiz hinaus eine treue Leserschaft gesichert und zählt seit Jahren zu den renommiertesten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seine schriftstellerische Vielseitigkeit bewies er unter anderem mit dem Erfolg seines satirischen Theaterstücks Top Dogs (1996) oder aber seinen Anfang 2007 gehaltenen, vorzüglichen Frankfurter Poetikvorlesungen, die im selben Jahr unter dem Titel Vom Leben, vom Tod und vom Übrigen auch dies und das bei Diogenes erschienen. Widmer, der Germanistik, Romanistik und Geschichte studiert hat und an der Universität Frankfurt auch als Dozent tätig war, erweist sich darin als ein die Literaturlandschaft genau analysierender und humorvoller poeta doctus. Der Vorlesungstitel könnte zugleich eine Überschrift für sein eigenes Schreiben bilden: in einer lockeren und dennoch präzisen Erzählweise kreist Widmers Schreiben um zwischenmenschliche Beziehungen und Abhängigkeiten, um das Individuum und dessen manchmal abenteuerlichen und märchenhaften Erfahrungen in den unwägbaren Zeitläuften; um dessen Bedürfnisse und Sorgen, dessen Einsamkeit, gleichermassen aber auch um die kleinen Freuden des Lebens. Neben seiner Tätigkeit als freier Schriftsteller war Urs Widmer überdies Verlagslektor bei Suhrkamp und Literaturkritiker in der FAZ. Für sein schriftstellerisches Schaffen wurde und wird er seit den 70er Jahren mit zahlreichen Literaturpreisen bedacht, wie etwa dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1985), dem Heimito-von-Doderer-Preis (1998), dem Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg (2000) oder dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2007). Zuletzt erschien 2008 Valentin Lustigs Pilgerreise, ein “Bericht eines Spaziergangs durch 33 Gemälde Valentin Lustigs”.