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Veronicas Mann und seine Komplizen kamen bei einem Raubüberfall ums Leben. Er hinterlässt ihr ein Notizbuch. In dem findet sie Pläne für weitere Diebstähle. Veronica (Viola Davis) gründet eine Bande mit den anderen Witwen, um einen Safe zu knacken und leerzuräumen. Die vier unterschiedlichen Frauen haben nichts gemeinsam ausser ihren Schulden.
Zusammen mit seiner Ko-Autorin Gillian Flynn («Gone Girl») gelang es dem Regisseur und Oscar-Preisträger Steve McQueen («12 Years a Slave») starke, aber zugleich verletzliche Frauen zu porträtieren.
Das rassistischste Zitat
Seit mehreren Generationen regiert die Familie Mulligan über den 18. Bezirk Chicagos. Plötzlich kandidiert ein Afroamerikaner für das Amt, das schon so lange von den wohlhabenden Mulligans besetzt war. Tom Mulligan (Robert Duvall) fühlt sich bedroht und macht seinem Sohn Jack (Colin Farrell) Beine: «Ich will nicht, dass du der erste Mulligan bist, der gegen einen Nigger verliert!»
Die Hauptdarstellerin
Die 53-jährige Viola Davis spielt die Witwe Veronica. Regisseur Steve McQueen sei auf sie zugekommen und habe gesagt, er sehe sie in der Rolle. Es habe ihr gefallen, eine echte, verletzliche aber auch starke Frau zu spielen. Die Schauspielerin glaubt, dass es die Fantasie jeder Frau sei, etwas Mutiges, etwas nicht Nettes zu tun, um soziale Normen zu sprengen.
Davis war die erste schwarze Schauspielerin, die die sogenannte «Triple Crown of Acting» erreichte. Das bedeutet, dass sie einen Oscar, Emmy Award und Tony Award gewonnen hat. Den Oscar bekam sie für den Film «Fences» (2016) und den Emmy Award für die Serie «How to Get Away with Murder» (2014). Mit dem Tony Award wurde sie sogar zweimal prämiert, das erste Mal für «King Hedley II» (2001) und das zweite Mal für ihre Rolle in der Theaterversion von «Fences» (2010).
Fakten, die man wissen sollte
Steve McQueen liess sich für «Widows» von der gleichnamigen britischen Mini-TV-Serie von 1983 inspirieren. Anstatt in Chicago spielte diese in London.
Als 13-Jähriger hatte McQueen die Serie gesehen. Mit den Frauen in der Serie konnte er sich sofort identifizieren: «Sie wurden nach ihrem Äusseren beurteilt und als unfähig eingestuft, ähnlich wie ich als schwarzes Kind in den 1980ern in London verurteilt wurde.»
Die Serie ging dem heute 49-Jährigen 35 Jahre lang nicht aus dem Kopf, bis er nun seine Filmversion der Geschichte drehen konnte. Traurig sei, dass sich in diesen 35 Jahren nichts geändert habe, meinte McQueen.
Das Urteil
Fast schon beiläufig behandelt der Film rassistische Gewaltübergriffe der Polizei, Feminismus und die enge Verflechtung von Politik, Korruption und Kriminalität. Diese Gesellschaftskritik ist dezenter als in Steve McQueens bisherigem Werk.
Klischees werden zuhauf gebrochen. Die Handlung und die Entwicklung der Figuren sind unvorhersehbar. Deswegen gibt es viele Überraschungsmomente. Der Film spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und tut alles, um diese nicht zu erfüllen.
Kinostart: 06.12.2018