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Die Kernpunkte der sozialen Frage
in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft
Diese Schrift entstand 1919, wenige Monate nach Beendigung des Ersten Weltkrieges, in einer Situation des sozialen Neubeginns. In ihr entwickelt Rudolf Steiner, ausgehend von einer umfassenden Kritik an der Allmacht des Einheitsstaates, systematisch den Gedanken der Sozialen Dreigliederung. Dies bedeutet, daß das gesamte öffentliche Leben in die drei Bereiche: Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben zu gliedern ist, und daß jedes dieser Glieder sich seiner eigenen Struktur und Ordnung gemäß frei entwickeln können muß. Rudolf Steiner zeigt hier zudem, wie eine neue Gesellschaftsordnung nur auf der Grundlage eines neuen Kapital- und Eigentumsbegriffes (Neutralisierung des Kapitals) möglich ist.
Obwohl vor mehr als siebzig Jahren geschrieben, haben die Ausführungen nichts an Aktualität verloren, da die Grundprobleme heute noch dieselben sind wie damals.
(GA 23) Rudolf Steiner Verlag 6. Aufl., 1976
Netzwerk soziale Dreigliederung
Vom Denken zum Handeln
Die Arbeit an einer sozialen Dreigliederung geht von Einzelmenschen und Initiativen aus, die bisher nur ein loses Netzwerk bilden. Es gibt keine allgemeinverbindlichen Interpretationen der sozialen Dreigliederung und dies wird auch so bleiben. Entscheidend ist, daß diese Arbeit intensiviert wird und möglichst viele Menschen sich in den Ansatz einer sozialen Dreigliederung so weit einarbeiten, daß sie jede Gelegenheit nutzen können, sich dafür einzusetzen.
Eine konsequente Einarbeitung in Form eines aufbauenden Studiums bieten zur Zeit vor allem das Institut für soziale Dreigliederung mit dem Basisstudium (Sylvain Coiplet, Johannes Mosmann) und das Institut für soziale Gegenwartsfragen mit dem Studiengang Sozialentwicklung (Christoph Strawe, Udo Hermannstorfer). Darüber hinaus gibt es überall eigenständige Arbeitsgruppen.