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Zwischen 1840 und 1920 richteten viele Schweizer Städte Kunstmuseen ein, häufig als erste Museumsbauten überhaupt. Das Kunstmuseum Thun wurde 1948 als «Kunstsammlung der Stadt Thun» in vier Räumen des Thunerhofs eröffnet. Zwar hatte bereits zuvor eine kleine städtische Kunstsammlung bestanden, diese war aber der Öffentlichkeit nicht zugänglich gewesen. Nur die 1923 gegründete Kunstgesellschaft Thun (KGT), welche sich anfänglich hauptsächlich der Pflege der Literatur, der bildnerischen Kunst und der Musik widmete, hatte gelegentlich Kunstausstellungen im Schloss Schadau durchgeführt. Wegbereiter des Kunstmuseums war unter anderen der Thuner Künstler Alfred Glaus (1890–1971), der 1945 die Errichtung einer öffentlichen Kunstsammlung in Thun forderte. Er stiess bei Politikern auf offene Ohren: Der Thuner Gemeinderat setzte 1947 eine Kommission ein mit dem Auftrag, eine öffentliche Kunstsammlung zu schaffen, Kunstausstellungen durchzuführen und für «den künstlerischen Schmuck» von neuen Gebäuden und Plätzen zu sorgen.33
Plakat zur Ausstellung «We proudly present ... Sammlung Kunstmuseum Thun», 2012.
Das Museum zeigte damals einige Perlen aus seinem Depot.
Glaus wurde zum ersten Konservator der Kunstsammlung ernannt. Anfänglich präsentierte man vorwiegend die eigene Sammlung, 1950 konnten dank einer Leihgabe des Kunstmuseums Bern Werke von Schweizer Malern des 19. Jahrhunderts gezeigt werden. Hin und wieder gab es Ausstellungen mit Kunstwerken aus dem Privatbesitz von Personen aus der Region Thun. So waren 1956 etwa Bilder von namhaften Künstlern wie Rubens, Spitzweg und Liebermann zu sehen. 1984 wurde die Institution in Kunstmuseum Thun umbenannt. Heute werden jährlich vier bis fünf grosse Wechselausstellungen gezeigt, wobei der Fokus auf dem zeitgenössischen Kunstschaffen liegt. Mit der Präsentation von vielfältigen Arbeiten nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler, die an die Sammlung anknüpfen oder ihr neue Impulse verleihen, erlangte die Institution überregionale Ausstrahlung. Zudem zeigt sie alljährlich in einer Sammlungsausstellung einen Teil ihrer Bestände. Tatkräftig unterstützt werden das Museum und das dazugehörige Thun-Panorama von Marquard Wocher durch den Förderverein Kunstmuseum Thun, der 1959 unter dem Namen Vereinigung der Freunde der Kunstsammlung Thun gegründet worden war.34