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During this time, fortunately, one of my fridges breaks down (no big deal) and my generator breathes its last (biiiig deal!) and I am trying to find a solution, quick and fast if possible… Very difficult to accomplish in this part of the world! A new unit would cost too much and take at least two months to arrive. I would still need to remove the old one and install the new one in my narrow engine room by myself. Even then, this is way above my budget and beyond my plans for time!
But sometimes things fall in place. My new co-sailor from Oregon arrives and she happens to have sailing friends who happen to 1. Have a generator on board, 2. Want to sell it, and 3. Are here in Tahiti. Awesome!
The whole process of negotiating and buying it, having it overhauled, and installed on board takes about four weeks and this one works even better than the old one! But a project like this is never straightforward and you have to be willing to walk the extra mile and get down to where it hurts. Bitter pill: After using it for a few hours I discover an oil leak that was not evident during the trial runs. This will mean uninstalling it, taking it to the shop to be fix, and reinstalling it!
Luckily, in between we escape several times to Moorea, Tahiti’s pretty little sister. The anchorages there have been rated as the most beautiful and spectacular in the world by other cruisers and we agree! The jagged green peaks of the volcanic caldera beg you to go hiking among them. But it is a good idea to try and time the weather… The wet season has started here with frequent and intense showers around midday, so typical in the tropics. We start (too) late in the morning on the sunny coast and head inland to the Three Coconut lookout, a hike on a well groomed path steep up the mountain side above which the clouds are already mounting, making walking in the forest and crossing creeks a twilight affair. We arrive at the top only to see the inside of a rain cloud and get completely drenched in a tropical downpour of about an hour, finally finding an overhanging rock to rest and eat our soggy sandwiches. On top of that we lose each other in the dense forest. Shouting does not work because of the great noise the large raindrops make when they hit the leaves and the ground. After some running up and down the trail I find my co-sailor who has gone off the trail and we head back to the coast where the sun shines and we are almost dry again by the time we get back to the boat.
We also get a few close up views of humpback whales who are resting up here before their great journey back to the Southern Ocean. Magnificent creatures!
Während dieser Zeit (glücklicherweise) hat einer meiner Kühlschränke eine Panne (nicht so schlimm) und mein Generator haucht sein Leben aus (seehehr schlimm). Ich versuche eine günstige und schnelle Lösung zu finden, was in dieser Weltecke schwierig zu haben ist. Ein neuer Generator kostet einfach zu viel und braucht ungefähr zwei Monate, um hier einzutreffen. Dann müsste ich den alten erst noch selbst aus-, den neuen einbauen in meinem engen Motorraum. Dennoch übersteigt das mein Geld- und Zeitbudget bei weitem!
Aber manchmal gehen sich die Dinge aus. Meine neue Mitseglerin aus Oregon kommt an und sie hat Freunde, die 1. einen gebrauchten Generator an Bord haben, 2. ihn verkaufen wollen und 3. auch in Tahiti sind. Grossartig!
Der ganze Prozess von verhandeln, kaufen, überholen und installieren lassen an Bord dauert etwa vier Wochen, kostet mich einen Viertel und der neue funktioniert erst noch viel besser als der alte! Aber ein solches Projekt ist nie einfach zu haben und man muss bereit sein, alles zu geben und auch dorthin zu gehen, wo es weh tut. Wermutstropfen: Nach einigen Betriebsstunden stelle ich ein Ölleck fest, welches sich bei den kurzen Probeläufen nicht gezeigt hatte. Dies bedeutet, das ganze Teil muss nochmals ausgebaut, in die Werkstatt transportiert und repariert, sowie wieder eingebaut werden!
Zum Glück können wir dazwischen mehrmals nach Moorea segeln, zur schöneren Schwester Tahitis entfliehen. Die Ankerplätze hier sollen zu den schönsten und spektakulärsten der Welt gehören, sagen andere Segler - wir auch! Die gezackten grünen Gipfel der Vulkancaldera laden förmlich zum Wandern zwischen ihnen ein. Aber es ist eine gute Idee, dabei aufs Wetter zu achten… Die nasse Jahreszeit hat begonnen hier mit häufigen und intensiven Schauern gegen Mittag, so typisch für die Tropen.
Wir starten (zu) spät am Morgen an der sonnigen Küste und wandern landeinwärts zum Drei-Kokosnüsse-Aussichtspunkt, eine Wanderung auf einem gut unterhaltenen Pfad steil bergan. Über den Gipfeln türmen sich bereits die Wolken auf, wir laufen im Wald und überqueren Bäche im Halbdunkel. Oben angekommen sehen wir nur das Innere einer Regenwolke und werden komplett durchnässt in einem tropischen Platzregen von einer Stunde, während dem wir endlich etwas Schutz unter einem grossen Felsvorsprung finden und unsere aufgeweichten Sandwiches essen. Unterwegs verlieren wir einander im dichten Wald. Zurufen funktioniert nicht, weil die Regentropfen auf den Blättern einen solchen Lärm verursachen, dass man nichts anderes hören kann. Nach einigem Hin- und Herrennen auf dem Weg finde ich meine Mitseglerin wieder und wir steigen ab zur Küste, wo die Sonne scheint und wir wiederum fast trocken sind bis wir auf dem Boot am Anker angekommen sind.
Wir kriegen am Aussenriff auch einige Buckelwale von Nahem zu sehen, die sich hier ausruhen, bevor sie die lange Reise zurück in den südlichen Ozean antreten. Ehrfurchteinflössende Tiere!
Das Boot liegt komplett still im Wasser, unsichtbar gehalten von Anker und Kette. Weit draussen auf dem Riff kann ich einzig die Brandung hören. Der Himmel ist klar und der Mond fast voll. Genau über mir leuchtet er wie eine starke Lampe in einer riesigen dunklen Halle. Das Boot wirft auf dem Grund einen Schatten im weissen Sand fünfzehn Meter unter mir. Das Meer ringsum leuchtet in einem toten Licht. Es ist eine mystische, etwas schaurige Atmosphäre, die mich tief ausatmen und entspannen lässt.
Später in der Nacht wache ich auf und schaue in den sternbedeckten Himmel durch die weit geöffnete Luke über mir. Der Mond ist unter gegangen hinter den am hellsten leuchtenden Sternen kann ich schwache und noch schwächere erkennen, die dem Raum eine unglaubliche Tiefe geben. Der alles umfassende Raum, vollständig unbefangen und sogar gleichgültig gegenüber den Mühen aller fühlender Wesen darin. Stille und Frieden hier.
Französisch Polynesien bremst dich. Raum und Zeit weiten sich unendlich aus. Die Bewohner dieser so schönen wie unterschiedlichen Inseln beeindrucken mich mit ihrer entspannten und ruhigen Art, immer bereit in herzliches Lächeln auszubrechen. Zuweilen etwas reserviert, aber im Allgemeinen gutherzig, neugierig, freundlich und ganz einfach herzlich sind weitere Adjektive, die mir in den Sinn kommen. Güte ist definitiv unterbewertet in unserer gegenwärtigen Welt.
Klingt wie im Paradies? Ist es auch oft. Aber COVID hat auch hier vieles verändert. Der Besucher spürt oft Argwohn und es zeigt sich bisher wohl eher schlafende oder unterdrückte Fremdenfeindlichkeit, speziell auch gegenüber den Fahrtenseglern. Vielleicht ist das verständlich, weil viele Segelboote normalerweise zu dieser Jahreszeit Richtung Westen und Süden segeln zu den Cookinseln, Fiji, Tonga, Neuseeland, Australien oder weiter nach Südostasien, um die Pazifische Wirbelsturmzeit zu umgehen. Viele von uns haben entschieden zu bleiben und zwischen diesen wunderbaren Inseln zu kreuzen in der Hoffnung, dass wir in sechs Monaten unsere Reisen fortsetzen können. Historisch gesehen ist ihre abweisende Reaktion umso verständlicher, weil ihnen Europäer Krankheiten, Atomtests und Kolonialismus gebracht haben. Diese haben ihre Kultur stark beeinträchtigt oder sogar ausgelöscht.
Aber Französisch Polynesien begrüsst wieder - und mit dem kürzlichen Anstieg an Fällen muss man sagen immer noch - den Tourismus, weil ein grosser Teil ihrer Wirtschaft mehr oder minder stark davon abhängt. Auch wenn es kompliziert ist, der internationale Flugverkehr ist und ich war sehr erfreut, dass meine Tochter für einige Wochen zu Besuch kommen konnte. Weil ihre Flüge teilweise annulliert wurden, musste ich von Ua Pou in den Marquesas schnurstracks nach Papeete auf Tahiti segeln, um sie von dort abzuholen. Mit günstigem Wind flog Moira förmlich übers Wasser und stellte einen neuen Rekord auf: 800sm in 100h oder eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 8kn!
Gemeinsam segelten wir zurück und gegen den Wind zu den Tuamotus und besuchten mehrere Atolle wie Toau, Fakarava, Faaite und Tahanea. Tara konnte viele Muscheln, Schneckenhäuschen und Kokosnüsse sammeln. Im Südpass von Fakarava konnten wir mit Haien tauchen, sahen Stachelrochen, Schildkröten, unzählige Rifffischarten, Delfine und ganz am Schluss kurz vor der Hafeneinfahrt von Papeete sogar noch eine Familie Buckelwale. Faszinierende Wesen!
Everyone is very welcoming here. Soon after I drop the hook in Taiohae Bay the first cruiser dinghy comes by to ask if I need anything as I am not allowed on shore yet. The yellow quarantine flag is flying until the health officials officially do the math and count my days at sea towards the required 14-day quarantine and let me lose on the local populace. People ashore are very friendly but a bit timid. Their government has just opened all of French Polynesia for international air travel without requiring a quarantine and people are nervous as many here seem to have increased vulnerability such as obesity and diabetes.
To my surprise, walking on land after such a long time requires no adjustment at all. Usually, I do a bit of a moon walk at first. I relish the scent of land and like many women I pick a fragrant Frangipani blossom and stick it behind my ear. I indulge the fruit and vegetable market close to the dock bracing myself for the price level which is like France or Germany, not quite as high as Switzerland. I reconnect with all the sailing friends from Panama and together we celebrate our successful passage.
The locals seem to get up with the roosters and - believe me - they let you know they are up in great numbers and can out-crow the neighbours! Just like the many dogs, chicken roam the streets freely. Going to the bakery is an affair for my headlamp to motor ashore in the dinghy and walk over to the shop in the dark at 5am. When I arrive at 5.30 they are sold out of all the bread and pastry, except for three pain au chocolat and pain au raisin. Incredible!
How everything is relative: After spending more than three weeks in open ocean waves, the swell that works its way into the large bay of Taiohae seems but a gentle nudge. But after a few days of rolling at anchor it is starting to wear on my patience. A week of that is enough and I set out on a circumnavigation of the island with my friends on SV Windchase. We stop in Hakatea, aka Daniel’s Bay. The entry into which feels like you are sailing straight into the underworld close to a steep volcanic rock wall. The bay itself is totally calm and the next day we hike up to the spectacular waterfall. The view from afar is stunning, something out of Jurassic Park. Up close the pool is quite murky and none of the Polynesian virgins are in sight that Paul promised me on the way up. The lunch at a local self subsistence farming family’s home is a nice reward on the way back.
In Anse Haaopu, on the NW coast of Nuku Hiva I swim off the boat and discover two stingrays under the boat and in turn a two meter black tip reef shark discovers me and checks me out for a few seconds… puh, my first shark encounter in the wild! On the N coast we are forced to tack upwind in 20kn and more than 2m waves - not fun! But every bay we stop in rewards us with flat water and a lovely farming village scene ashore. We stay in famous Anaho Bay for a few days before heading around the sheer rock wall of the E coast which rebounds all the ocean waves and makes me feel like I am riding a rodeo while standing at the wheel.
After a few more days in the Taiohae Bay’s cruiser scene I tear myself lose and sail the short distance S to Ua Pou with its magnificent volcanic pinnacles. A stomach flu pins me for a few days in Hakahau where I become a regular at the local bakery with good buttery croissants and excellent wifi. I venture into the hills but invariably end up in someone’s front yard and never find the path over the hill to the next village. Along the way there are lime, mango, coconut, breadfruit, and pamplemousse (grapefruit) trees laden with fruit.
In the next village, Haka-HE-tau, I do not just pick up a syllable from the last town but also my friends from Windchase. Paul and I hike up the steep three hour path to the cigar shaped sheer rock pinnacle of Poumaka and back down through pine, pandanus, and coconut groves with a visit at the garden of ‘Schoko-Mann’ Manfred. A German sauna owner and helicopter pilot who emigrated here some forty years ago, married a real Marquesan princess and started cultivating avocado, lime, grapefruit, starfruit, and cocoa trees, as well as coffee and pepper bushes. As a critical Swiss chocolate snob I am impressed with his ‘ladykillers’: A sumptuous dark chocolate praline filled with a passionfruit cream - all home grown, all organic. Works on men, too!
My daughter is visiting from Europe for three weeks but due to the COVID crisis her flights get all screwed up and on short notice we decide that I will pick her up in Papeete rather than her catching another flight out to the islands to meet me. This means anchor up straight away and off we go on a 800nm passage straight through the Tuamotus with no time to stop. I am able to accomplish this in 100 hours thanks to a Mara’amu (increased SE trade winds) that also brings rain squalls and keeps me on my toes pretty much the whole way.
I am able to find a berth in the choked full Marina Papeete right downtown and catch some shut eye for a few hours before I pick up Tara at the airport. Lying in my berth something is strange: For the first time in almost three months the boat is completely still and horizontal!
Alle heissen mich willkommen hier. Kurz nachdem der Haken fest im Sand sitzt, kommt bereits das erste Fahrtensegler Beiboot vorbei und fragt mich, ob ich was brauche. Noch darf ich nicht an Land und die gelbe Quarantäneflagge flattert bis die Offiziellen offiziell ihre Mathe-Aufgabe gelöst haben und meine Seetage von den 14 Tagen Quarantäne abziehen und ich mich auf die Lokalbevölkerung loslassen. Die Leute am Land sind sehr freundlich aber auch etwas scheu. Ihre Regierung hat Französisch Polynesien vor Kurzem wieder für internationale Flugreisende geöffnet, ohne von diesen eine Quarantäne zu verlangen. Die Lokalbevölkerung ist nervös, weil viele hier ein erhöhtes Risiko haben, beispielsweise wegen Übergewicht oder Diabetes.
Zu meiner Überraschung brauche ich mich nicht erst wieder ans Gehen an Land zu gewöhnen. Normalerweise mache ich erst für eine Weile den ‘Moon Walk’. Ich geniesse die Gerüche an Land und wie viele Frauen hier, stecke auch ich mir eine Frangipaniblüte hinters Ohr. Ich schwelge in Früchten und Gemüse frisch vom Markt gleich am Hafen. Ich muss mich aber erst noch ans Preisniveau hier gewöhnen, was etwa so hoch wie Frankreich oder Deutschland, aber nicht ganz so hoch wie in der Schweiz liegt. Ich treffe viele Segelfreunde von Panama wieder an und zusammen feiern wir unsere erfolgreiche Überfahrt.
Die Menschen hier scheinen mit dem Hahn aufzustehen. Diese lassen dich zahlreich jeden Morgen früh wissen, dass sie bereits wach sind und lauter krähen können als der Nachbar! Genauso wie die Hunde, rennen die Hühner hier frei herum. Zum Bäcker gehen muss ich hier mit der Stirnlampe: Erst mit dem Beiboot ans Land fahren, zehn Minuten durchs dunkle Dorf laufen und das morgens um fünf Uhr! Als ich um fünf Uhr dreissig dort ankomme, ist alles bereits ausverkauft, ausser ein paar Pain au Chocolat und Pain au Raisin. Unglaublich!
Wie doch alles relativ ist: Nach drei Wochen in den Wellen auf dem offenen Ozean scheint der Schwell, der sich seinen Weg in die Bucht von Taiohae sucht nur ein sanftes Wiegen. Aber nach ein paar Tagen vor Anker hin und her rollen ist meine Geduld leicht angegriffen. Eine Woche davon ist genug und zusammen mit meinen Freunden von Windchase wollen wir Nuku Hiva umsegeln. Wir stoppen in Hakatea, auch als Daniel’s Bay bekannt. Die Einfahrt fühlt sich so an, wie wenn man direkt in die Unterwelt einfährt zwischen einem Felsvorsprung und ganz nahe an einer hochaufragenden senkrecht abfallenden Vulkansteilküste. Die Bucht selbst ist total ruhig und am nächsten Tag wandern wir gemeinsam zum spektakulären Wasserfall hinauf. Aus der Ferne scheint alles wie eine Szene aus Jurassic Park. Das Wasserbecken, in das er sich ergiesst, ist aber sehr trüb und von den Polynesischen Jungfrauen, die mir Paul auf dem Weg versprochen hat, ist auch nichts zu sehen. Das Mittagessen auf dem Selbstversorgerhof auf dem Rückweg ist aber eine tolle Entschädigung.
In der Bucht von Haaopu, an der NW Küste von Nuku Hiva schwimme ich vom Boot aus und entdecke zwei Stachelrochen unter dem Boot und umgekehrt hat mich bereits ein Zwei-Meter-Schwarzspitzen-Riffhai entdeckt… Nach ein paar Sekunden, in denen ich ihm tief in seine Katzenaugen blicke, dreht er jedoch ab. Puh, meine erste Haibegegnung in Freiheit! An der Nordküste müssen wir aufkreuzen; 20kn Wind und 2m Welle gegen uns - kein Spass! Aber jede Bucht, die wir anlaufen entlohnt uns mit flachem Wasser und einem kleinen Bauerndörfchen hinter dem Strand. Für einige Tage laufen wir auch die berühmte Anaho Bucht an, bevor wir die steil ins Meer abfallende Felsenküste an der Ostseite umrunden. Die tausende von Kilometern anrollenden Ozeanwellen werden von den Felsen zurückgeworfen und das ganze fühlt sich an wie am Steuer stehen und gleichzeitig Rodeo reiten.
Nach einigen weiteren Tagen in der Seglerszene der Taiohae Bucht reisse ich mich los und segle die kurze Distanz südwärts bis Ua Pou mit seinen spektakulären Vulkanbergspitzen. Aber eine Magengrippe hält mich für einige Tage in Hakahau fest, wo ich in der Bäckerei schnell zum Stammgast werde mit den buttrigen Croissants und dem schnellen WLAN. Ich wandere in die Hügel aber lande immer wieder in der Auffahrt zu irgendeinem Haus und finde nie den Weg über den Bergrücken ins nächste Dorf. Entlang des Wegs gibt es Bäume voller Limetten, Mango, Kokosnüsse, Brotfrüchte und Pampelmusen (eines meiner Lieblingswörter!).
Im nächsten Dorf Haka-HE-tau kommt nicht nur eine Silbe dazu sondern auch meine Freunde Sue und Paul mit Mili von Windchase. Paul und ich wandern drei Stunden den steilen Weg bergan zur zigarrenförmigen Felsnadel Poumaka und wieder runter durch Pinien-, Pandanus- (eine Art Palme auf Stelzenwurzeln) und Kokosnusswäldern. Wir besuchen den Garten des Schoko-Manns Manfred. Ein Deutscher Ex-Saunabesitzer und Helikopterpilot der vor etwa vierzig Jahren hierher ausgewandert ist, eine echte Prinzessin von den Marquesas geheiratet hat und begonnen hat Avocado, Limetten, Grapefruit, Sternfrucht und Kakaobäume sowie Kaffee- und Pfefferbüsche anzupflanzen.
Als kritischer Schweizer Schoko-Snob bin ich von seiner Schokolade beeindruckt, speziell von den ‘Ladykillers’: eine riesige Praline aus schwarzer Schokolade, gefüllt mit Passionsfruchtcreme - alles hier gewachsen, alles bio. Funktioniert auch bei Männern!
Meine Tochter kommt zu Besuch aus Europe für drei Wochen. Aber wegen der COVID Krise purzeln ihre Flüge alle durcheinander und ganz kurzfristig beschliessen wir, dass ich sie in Papeete abhole, damit sie nicht noch einen weiteren Flug in die Marquesas oder Tuamotus machen muss. Das bedeutet für mich direkt nach dem Beenden des Telefongesprächs loszusegeln: Eine Überfahrt von 800sm direkt durch die Atolle der Tuamotus aber ohne Zeit, dort anzuhalten. Dank des Mara’amu (verstärkter Passatwind von Südost), der auch Regenböen mit sich bringt und mich den ganzen Weg auf Trab hält, schaffe ich das in 100 Stunden - neuer Moira-Rekord!
Ich finde in der neuen knallvollen Papeete Marina einen Platz längsseits an der Mole und gönne mir ein paar Stunden Schlaf, bevor ich Tara am Flughafen abhole. Aber als ich in der Koje liege, kommt mir etwas seltsam vor: Erstmals seit fast drei Monaten liegt das Boot komplett ruhig und horizontal da!
With the help of a shopper I am able to provision one last time. I am glad to leave Panama, which is in the middle of rainy season with lots of downpours and lightning. After studying wind and current predictions one last time, I decide to sail SW to reach about 3 degrees N of the equator and then head W for as long as the W setting current lasts and only then drop SW heading straight for Nuku Hiva in the Marquesas.
We are a group of boats that leave around the same time but spread out with a distance of 200 to 600 miles. As one skipper notes: The astronauts on the ISS are likely the closest humans! But still, it creates a sense of community, of shared adventure, and reading each others position reports shared via satellite email every day is a lot of fun. Here’s a quote from my log after one week at sea:
“The first few days after leaving Panama City were difficult because wind and waves were coming from SW which is where I needed to go. And then there was the current and did I mention thunderstorms and rain? For the first day or two I caught a favourable current pushing me SW. But to get further S sooner or later you have to cross the counter current that sets E. Seeing that the SW wind and consequently the waves would also pick up over the next couple of days, I chose to beat into wind and waves to go S as quickly as possible. This meant a lot of motoring for two days until I got to 3 degrees N with a lot of green water on deck. It was worth it because the wind turned to S and I was able to sail W from there. Closer to the Galapagos I also picked up a favourable NW current - or rather it picked me up!
Yesterday afternoon I arrived at Isla Wolf, one of the remote Galapagos islands, which are closed due to COVID. I looked for a temporary anchorage but there was none to be had. This island consists of two half sunken half-moon shaped volcanic craters that drop steeply into the sea. But I got a glimpse of what the Galapagos are about: Still miles away I was greeted by a bunch of rowdy boobies and as I got closer there must have been a hundred of these large sea birds swirling around my boat. It was quite like the Hitchcock movie! Closer to shore I came upon a few schools of dolphins, obviously very curious and playfully showing off their tricks. Later three sea lions came to check me out as well. I really felt like jumping in with them. Wow, what fantastic wildlife, worthy of all the protection it can get!
Adjusting to life at sea again came quite easily for me as I am not prone to seasickness at all and love being at sea. The most difficult part is getting up many times at night to check. But I can nap during the day to catch up. I truly enjoy being out here on the open ocean. It is a unique and quite indescribable experience. I greatly appreciate being able to do this journey as I please, especially in these difficult times with all the travel restrictions still largely in place.”
After the Galapagos the current conveyor belt picks up and the 24h run records keep tumbling with an all time best of 258nm in one day, more than 10kn average! My strategy of staying N of the equator turns out to be very fast and just before crossing the equator at 127W I catch up with my Kiwi friends on Windchase. We decide to stop and exchange gifts mid ocean. Not as easy as it sounds, you cannot just tie up because the boats get rolled wildly by the ocean swell. I float a watertight bag with beers, veggies, and home made tuna dog biscuits on a long line. They pick it up, empty it, and fill it with their goodies. Amongst potato chips and a freshly cooked rice dish (still warm!) I find a furry hat with ear flaps… The text that comes with it reads: “I have been advised to wear this hat, because apparently it is around zero degrees here”. Great sense of humour!
Then, at 0606 on the morning of day 16 the big moment… I cross to the other side and a few hours later Windchase must have, too. So congrats! Thanks to Paul I now know I am no longer a polliwog, but a shell bag. I guess that’s on the way to becoming a salty dog. The British are definitely a seafaring nation and it shows in their language!
There has not been much wildlife after crossing the equator other than the ubiquitous flying fish. No more squid, boobies or storm petrels but some elegant and solitary shearwaters showed up and since yesterday I saw flocks of white birds that look a bit like tropic birds but without the long thin tail feather. I get up in the middle of the night. Drinking from a water bottle I drop the lid on the cockpit floor. All annoyed I search for it in the dark and instead of the lid I grab something cold, wet, and glibbery… Boy, was I awake! It is a dead flying fish who flew all the way in here and has been perfectly trapped. Poor fellow.
Another night I have a magical experience, though. A few dolphins come to visit and I notice I can now distinguish the sound of their blow from the sound of the waves splashing to recognise their arrival. There is no moon and I cannnot actually see the dolphins. All I see is the fluorescent plankton being agitated by the dolphins’ motion which leaves these greenish traces behind them that only linger for a second. Like action painting happening before my eyes. It is utterly beautiful!
Then next day a pod of about eight dolphins come to play in the bow wave for 30 min, a long time. I notice these dolphins look different as their noses are short and there is no distinction between nose and head, only a straight line. Are these called porpoises? One of them is badly injured. It looks like he had a rope or cable tied around his tail which cut into his flesh. Maybe he was caught in a fishing net? I hope he makes it as the gash is really deep!
There is more wildlife of the nasty kind in my cabinets. Now that we are back in the humid tropics the moulds are making a comeback.
Overall this passage has a lot of light winds and true to its name, the Pacific shows its peaceful side. My light wind sails Code 0 and asymmetric Spinnaker, aka Mr Pink, come in handy. All day Mr Pink is up and together with the current pulls us W quickly. But a few days before arrival the wind is up and the waves are too. It is nice to see 20kn on the anemometer for the first time on this passage. When we crossed the Atlantic that was pretty much the average! But running downwind wing on wing is quite easy, except for the rolling. Hold on!
Other boats have trouble with their transmission, clogged fuel filters, generator not starting, a broken boom, sail damage etc. Luckily my list of mishaps is very short with a tear in the Code 0 and changing fuel filters.
On day 23 I can finally call out: “Hooray! I’ve made it!” But it doesn’t quite feel right to say that. I have just as much only been a passenger on this voyage, relying on a well built boat made for such ocean voyages, good gear, a trusty autopilot, the support of my family and - last but not least - my cruiser group! I drop the hook in Taiohae Bay, Nuku Hiva at 0730 am. The arrival timing works out perfectly with dawn breaking about 10nm away from the island, a mighty, imposing one, dare I say. I feel very grateful to be here!
Wegen der COVID Krise ist Panama seit Monaten im kompletten Lockdown und MitseglerInnen zu finden ist sehr schwierig. Aber manchmal können schwierige Umstände Positives bewirken. Die Herausforderung den Pazifik alleine zu überqueren reizt mich sehr!
Mit Hilfe einer Einkäuferin decke ich mich ein letztes Mal mit Lebensmitteln ein. Ich bin froh, Panama verlassen zu können, weil hier Regenzeit herrscht mit häufigen Wolkenbrüchen und Blitzschlag. Nachdem ich die Wind- und Strömungsvorhersagen noch einmal genau studiert habe, entscheide ich mich für eine Route, die zuerst nach SW bis etwas 3 Grad N des Äquators und dann den W Strom so lange folgt, wie er anhält und erst dann den Äquator überquert und direkten Kurs nach SW auf Nuku Hiva in den Marquesas nimmt.
Wir sind eine Gruppe von Booten, die zwar um etwa die gleiche Zeit startet, aber bald mit Abständen von 200 bis 600sm unterwegs sind. Wie ein anderer Skipper bemerkt: Die uns. nächsten Menschen sind wohl die Astronauten auf der ISS! Trotzdem gibt mir diese Gruppe das Gefühl hier draussen nicht ganz allein unterwegs zu sein. Gegenseitig jeden Tag die über Satellitentelefon und E-Mail übermittelten Positionsberichte zu lesen, macht viel Spass. Hier ein Auszug aus meinem Log nach etwa einer Woche auf See:
“Die ersten Tage nach dem Ablegen in Panama City sind schwierig, weil der Wind und die Wellen von SW kommen, genau da wo ich hin will. Und dann ist da die Gegenströmung und habe ich Gewitter und Blitze erwähnt? Für die ersten beiden Tage treffe ich zwar einen mitsetzenden SW Strom an, aber um weiter nach S vorzudringen, muss ich früher oder später den Gegenstrom überqueren. Da der SW Wind und folglich auch die Wellen in den nächsten Tagen zunehmen werden, entscheide ich mich, so schnell wie möglich gegen Wind und Welle nach S zu gelangen, um auszuweichen. Dies bedeutet während zwei Tagen und Nächten mehr oder weniger durch zu motoren, mit viel grünem Wasser an Deck. Im Nachhinein ist es die richtige Entscheidung, denn der Wind dreht bald auf S und ich kann mit W Kurs dem Strom folgen.
Am Nachmittag des sechsten Tages komme ich bei der Isla Wolf vorbei, einer der abgelegenen Galapagos-Inseln, die wegen COVID nicht angelaufen werden können. Ich suche nach einem Ankerplatz für einige Stunden, aber den gab es nicht. Die Insel besteht aus zwei halb versunkenen sichelförmigen Vulkankratern, die steil ins Meer abfallen. Trotzdem erhalte ich einen kleinen Einblick, wofür die Galapagos berühmt sind: Bereits einige Meilen vor der Insel fliegt mir ein Schwarm frecher Tölpel zur Begrüssung entgegen. Bei der Insel angelangt, müssen es gegen 100 Vögel sein, die meinen Mast umkreisen. Hätte ich nur nicht diesen Hitchcock-Film geschaut! An der Küste begegne ich gleich mehreren Delfinschulen, die offensichtlich sehr neugierig sind und mir gerne ihre akrobatischen Kunststücke vorzeigen. Später planschen auch noch drei Seelöwen nahe an meinem Heck. Es macht Lust, gleich ins Wasser zu springen und mit ihnen zu spielen. Was für eine phantastische Tierwelt - sie verdient allen Schutz, den sie kriegen kann!
Mich wieder auf das Leben auf See einzustellen, fällt mir dies Mal leicht. Seekrank werde ich nicht und ich liebe es, auf See zu sein. Das schwierigste ist das häufige Aufstehen in der Nacht, um alles zu überwachen. Aber ich kann ja tagsüber ein Nickerchen machen. Es macht mir viel Freude, alleine hier draussen auf dem weiten Ozean zu sein. Es ist eine einzigartige, schwierig zu beschreibende Erfahrung. Ich schätze es sehr, diese Reise nach meinem Gusto machen zu können, speziell in dieser schwierigen Zeit, wo die meisten Menschen stark in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind.”
Nach den Galapagos läuft das Strom-Förderband so richtig warm und die Rekord-24h-Etmale fallen von Tag zu Tag. 258sm in einem Tag sind Spitze, das sind über 10kn im Schnitt! Meine Strategie, so lange wie möglich N des Äquators zu bleiben, stellt sich als sehr schnell heraus und kurz bevor ich diesen in 127W überquere, hole ich meine Kiwi-Freunde von Windchase ein. Wir wollen uns mitten auf dem Ozean gegenseitig Geschenke übergeben. Das ist nicht so leicht, wie es scheinen mag, wir können nicht einfach aneinander festmachen im wilden Seegang. Also packe ich Bier, Gemüse und selbstgemachte Thunfisch-Hundekuchen in einen wasserfesten Sack und lasse ihn an einer langen Leine achteraus schwimmen. Sie fischen ihn heraus, leeren den Inhalt, füllen ihn mit ihren Überraschungen und ich hole ihn an der Leine wieder ein. Neben Kartoffelchips finde ich ein frisch gekochtes und noch warmes Reisgericht und eine Polarmütze mit Pelzbesatz und Ohrenklappen zusammen mit einem Schild: “Mir wurde empfohlen, diese Mütze zu tragen, es soll hier null Grad sein!” Toller Sinn für Humor!
Am nächsten Morgen um 06 Uhr 06 ist es soweit… ich setze die Mütze auf, quere auf die Südhalbkugel und darf mich jetzt Salzbuckel nennen.
Seit dem Äquator habe ich nicht mehr viel Tierleben gesehen ausser den allgegenwärtigen fliegenden Fischen. Keine Tintenfische, Tölpel oder Sturmschwalben, aber einige der eleganten und einzelgängerischen Sturmtaucher und Gruppen von weissen Vögeln, die fast wie Tropenvögel aussehen, zeigten sich gestern.
Nachts stehe ich auf und trinke aus meiner Wasserflasche, nerve mich im Halbschlaf, weil mir der Deckel im Cockpit herunterfällt. Im Dunkeln greife ich danach, halte aber etwas Kaltes, Nasses und Schlüpfriges in der Hand… Mann, bin ich sofort hellwach! Es ist ein toter fliegender Fisch, der es bis hier hinein geschafft hat und leider hier verendet ist, armer Kerl!
Eine Nacht später habe ich eine magisches Erlebnis. Einige Delfine kommen zu Besuch und mir fällt auf, dass ich deren Blas vom Wellengeräusch unterscheiden kann und sie deshalb in dieser mondlosen Nacht bemerke. Alles was von ihnen zu sehen ist, ist ein grüner Schweif, verursacht durch fluoreszierendes Plankton, durch ihre Schwanzbewegung zum Leuchten angeregt. Wie Action Painting, welches nur für ein, zwei Sekunden sichtbar bleibt. Einfach wunderbar!
Am nächsten Tag kommt eine Schule von acht Delfinen vorbei, um während 30 Minuten in meiner Bugwelle zu spielen, eine lange Zeit. Diese haben kurze Nasen und es gibt keinen Absatz zwischen Nase und Kopf, nur eine gerade Linie. Einer ist schwer verwundet, schwimmt aber mit den anderen mit. Es sieht aus, wie wenn sich ein Tau oder Kabel um seinen Schwanz festgezogen und ihm tief ins Fleisch geschnitten hat. Vielleicht war er in einem Fischnetz gefangen? Ich hoffe, er überlebt!
In meinen Schränken gibt es dagegen Leben der unangenehmen Art. Gegen Ende der Überfahrt bin ich zurück in den feuchten Tropen, was Schimmel, Spak und Konsorten toll finden.
Übers Ganze gesehen gibt es auf dieser Überfahrt oft leichte Winde und der friedvolle Pazifik wird seinem Namen gerecht. Meine Leichtwindsegel Code 0 und Gennaker, Mr Pink genannt, helfen da sehr. Den ganzen Tag über ist Mr Pink oben und zusammen mit dem Strom zieht er uns kräftig gen W. Einige Tage vor Ankunft nehmen Wind und Wellen zu und es ist toll, auf dem Windmesser erstmals 20kn Wind (5 Beaufort) von hinten zu sehen. Während der Atlantiküberquerung war das so ziemlich der Durchschnitt! Im Schmetterling zu fahren (Genua und Grosssegel auf gegenüberliegenden Seiten) ist einfach, wäre da nur nicht das heftige Hin- und Hergeigen des Bootes. Festhalten!
Andere Boote haben Schwierigkeiten mit dem Getriebe, verstopften Treibstofffiltern, Generatoren, die nicht anspringen wollen, einem gebrochenen Grossbaum, Segelrisse usw. Zum Glück ist meine Schadensliste kurz: Der Code 0 hat einen Riss gekriegt und die Dieselfilter muss auch ich wechseln.
An Tag 23 kann ich endlich ausrufen: “Ich hab’s geschafft!” Aber das fühlt sich nicht ganz richtig an. Ich war ebenso ein Passagier auf dieser Seereise und habe mich auf ein hochwertiges, für Blauwasserfahrt gebautes Boot, gute Ausrüstung, einen verlässlichen Autopiloten und die Unterstützung meiner Familie und Freunden, nicht zuletzt meiner Seglergruppe, verlassen können.
Der Anker fällt morgens um 07 Uhr 30 in der Taiohae-Bucht auf Nuku Hiva. Die Ankunftszeit passt perfekt - bei Tagesanbruch kommt die Insel in Sicht; eine mächtige, beeindruckende, darf man sagen. Ich bin sehr dankbar hier zu sein!
After staying overnight in a rolly anchorage close to the Pacific Panama Canal entrance we lift anchor and sail out to the Perlas, a group of picturesque islands some 35nm off the coast of Panama City. But lo and behold, this is the rainy season and soon we are sailing full steam into a black wall of clouds with much rain but fortunately not too much wind in it. All the rivers that dump their water into the large bay of Panama City carry a lot of debris. Anything from plastic trash to whole tree trunks are floating in the water and are sometimes hard to spot and avoid.
On the north side of Isla Contadora we drop anchor amidst friends’ boats from Shelter Bay Marina. Invitations for drinks aboard, pot luck dinners and bonfires on the beach ensue. We all have a merry and relaxing time. I have especially grown fond of my Kiwi friends Sue and Paul on SV Windchase with their Italian water dog Mili, a Lagotto Romagna to be precise. Like her, I cannot wait for the next walk on the beach together!
Anchor aweigh is not happening though. Suspecting something serious I don my newly acquired Scuba gear to explore and find my anchor chain firmly wrapped around the pulpit of a large sunken motor yacht. The following under water disentanglement seems something of a mix between an oversized mikado game and untangling your knitting wool. I am happy to resurface with the last air in the tank, unharmed and happy about a job well done.
SV Windchase and I decide to break away from the pack and sail south to explore some of the other islands in this magnificent archipelago such as Ampon, Pedro Gonzales, Isla del Rey, San Telmo, and Espirito Santo. Again, we head into a dark wall of rain and some lightning and thunder. Close enough to scare me sufficiently and make me throw all my electronics in the oven, which acts as a faradaic cage and is supposed to protect them from lighting strike.
The next day early we explore the Rio Cacique on Isla del Rey in the dinghy. The swell is flowing into the river mouth and as I forgot again, every river mouth has a bar, a sanddune you must cross to enter the river proper. Over that bar the waves mount and can easily overthrow an inflatable like ours…by a hair we manage to keep our balance and ourselves mostly and the camera totally dry! We let the dog run off the leash on the beach as usual until we come to notice a pond behind the beach with three (!) large crocodiles floating in it. As Mili is very fond of water and totally oblivious of any dangers that might lurk we are lucky to catch her in time before the crocs do. As one of the national park rangers with limited English pointed out when we were talking about crocodiles with him: He pointed to the dog and said: Boccadillo! She would be but an appetiser since crocs are apparently especially fond of dogs!
Next we motor around Isla San Telmo to anchor on its NE side. On the small beach there is a semi-submerged wreck of a submarine. It is rusting away since 100 years and to this day remains a mystery as to where it came from and who it belonged to. There is still not enough wind but at least we can motor sail on up the east coast of Isla del Rey, the largest of the Perlas Islands to find the very protected anchorage between it and Isla de Espirito Santo (Holy Spirit) to relax from an exciting day. This little island with its even smaller wooded hills and beaches is so enchanting that it might make one feel quite religious.
The next day, again, we motor back to our favourite anchorage on Isla Chapera. It is time for a last dinner together, a last morning walk on the beach with the dog. My New Zealanders are bidding me farewell and are heading straight to the Marquesas from here. This is a 4000nm passage (7000km) or for their boat speed means about 35-40 days at sea with no land in sight. It is amazing that we can just pick up our anchor and go on such a grand voyage, especially in these difficult times!
Nachdem wir auf der Pazifikseite des Panamakanals an einem rolligen Ankerplatz übernachtet haben, gehen wir drei Boote Anker auf und segeln zu den Perlas, einer Gruppe von pittoresken und weitgehend naturbelassenen Inseln etwa 35sm (65km) von Panama-City entfernt.
Doch man darf hier nicht vergessen, dass Regenzeit herrscht und bald schon segeln wir in eine schwarze Wolkenwand mit viel Regen aber zum Glück nur wenig Wind drin. All die Regenwald-Flüsse ergiessen sich hier in die grosse Bucht von Panama. Sie tragen viel Treibgut mit sich, was von Plastikmüll bis zu ganzen Baumstämmen gehen kann. Diese sind nicht immer einfach auszumachen und zu umschiffen!
Auf der Nordseite der Insel Contadora fällt der Anker zwischen befreundeten Booten aus der Shelter Bay Marina. Von Einladungen zum Drink an Bord bis zur Jeder-bringt-was-mit-Party und Lagerfeuer am Strand gibt es fast jeden Tag einen Anlass und wir alle geniessen und entspannen erst mal. Speziell meine Kiwi Freunde von Segeljacht Windchase Paul und Sue mit Mili ihrem Lagotto Romagna, einem italienischen Wasserhund. Wie sie, kann ich es kaum erwarten bis zum nächsten gemeinsamen Spaziergang am Strand!
Anker auf geht hier leider nicht so leicht und meine neu erworbene Taucherausrüstung kommt ein erstes Mal zum Einsatz: Meine Ankerkette hat sich auf 13m Tiefe um den Bugkorb einer havarierten Motoryacht gewickelt. Die nun folgende Aktion des Kette Entwirren unter Wasser kommt mir vor wie eine Mischung aus überdimensioniertem Mikadospiel und Wollknäuel entwirren. Ich bin froh, läuft alles glimpflich ab und mit dem letzten Luftvorrat kann ich erleichtert auftauchen.
SY Windchase und ich entscheiden, uns von der Rotte zu entfernen und südlich zu segeln um einige der anderen Inseln wie Ampon, Pedro Gonzales, Isla del Rey, San Telmo und Espirito Santo erkunden zu können. Wiederum fahren wir in eine dunkle Regenwand mit Blitz und Donner. Dieser ist nahe genug, dass ich meine ganze Elektronik schnell in den Backofen stecke. Dieser soll wie ein faradäischer Käfig wirken und die Geräte vor Blitzschlag schützen.
Früh am nächsten Tag erkunden wir den Rio Cacique auf der Insel del Rey mit dem Beiboot. Die Wellen stehen in die Flussmündung und wie ich gerne vergesse, hat jeder Fluss eine Barre, eine Sandbank die man überqueren muss, um in den Fluss zu gelangen. Auf der Barre richten sich die Wellen steil auf und können ein Schlauchboot wie unsres leicht kentern… Um ein Haar schaffen wir es, dies zu verhindern und uns mehrheitlich und die Kamera ganz trocken zu halten! Am Strand lassen wir den Hund wie immer von der Leine bis wir hinter dem Strand einen grossen Teich entdecken, in dem drei (!) Grosse Krokodile paddeln. Weil Mili sehr gerne ins Wasser geht und dabei völlig unbedarft ist, was die lauernden Gefahren darin angeht, schätzen wir uns glücklich, sie vor den Krokodilen einfangen zu können. Wie einer der Nationalparkwärter mit beschränktem Englisch vor einer Weile meinte, als wir mit ihm über Krokodile sprachen, und auf Mili zeigte: Boccadillo! Sie wäre nur ein Häppchen für jedes Krok, da diese Hunde offenbar gerne mögen.
Als nächstes motoren wir um San Telmo herum und ankern auf deren NE Seite. Am kleinen Strand soll das Wrack eines hundertjährigen U-Boots liegen. Dieses rostet dort seither vor sich hin und keiner weiss so genau, woher es kam und wem es gehörte.
Es gibt noch immer nicht genügend Wind aber zum Motorsegeln entlang der Ostküste der Königsinsel, wie die grösste heisst, reicht es gerade. Dort finden wir zwischen ihr und der Isla Espirito Santo (Heiliger Geist) eine besonders geschützte Bucht und entspannen erst mal nach diesem aufregenden Tag. Diese kleine Insel mit ihren noch kleineren Hügeln und Stränden ist so bezaubernd, dass man fast religiöse Gefühle dabei entwickelt.
Am nächsten Tag muss wieder der Dieselwind helfen, um unseren Lieblingsplatz bei der Insel Chapera zu erreichen. Es ist Zeit für ein letztes gemeinsames Abendessen und einen letzten Morgenspaziergang mit Hund. Meine Neuseeländer verabschieden sich und segeln von hier direkt bis zu den Marquesas. Ein 4000sm-Törn (7000km) oder für ihre Bootsgeschwindigkeit etwa 35-40 Tage auf See ohne Land in Sicht. Es ist unglaublich, dass wir einfach unseren Anker einholen und auf eine solch grossartige Seereisen gehen können, speziell in diesen schwierigen Zeiten!
Early in the morning on 28 May we are met by our canal advisors in the anchorage outside the marina, where we had spent the night. There is one advisor on each boat but the one in the center has the responsibility for all three and hence is in command. SV Spacegrazer, SV Windchase, and SV Moira motor under the Centenario bridge to catch up with the bulk freighter we are supposed to join in the locks. This bridge has only been opened recently to commemorate one century of the opening of the Panama Canal. It is the third bridge to cross it and hence connect Central and South America for road traffic.
Arriving in front of Gatun locks we tie the boats together with lots of fenders between us and the biggest ones on the outside to protect the boats from scraping against the rough lock walls which almost happens… As a raft we move into the lock and the giant riveted steel doors slowly and silently close behind us. Amazingly, these are the original doors from 1913 and are still in daily service. What an incredible engineering feat the whole canal presents, let alone all the effort and suffering it took to construct it in a tropical climate!
The lock worker on land throws the monkey fist (a ball-shaped weight attached to a thin line) over to us to which we tie the heavy docking line. He then pulls it back and ties it to one of the large bollards. This allows us to tighten it and keep our raft in the middle of the lock. These lines must be tightened continuously as the water level rises and losened when locking down. In the second lock the dock worker is a bit slow to pull over our line and we cannot tighten the line from our end. The strong wash in the lock pushes our raft towards the opposite wall and SV Windchase is inches from getting their wind vane steering damaged. We lucked out this time. But there is a lot of quick and loud Spanish going back and forth between the advisors - maybe better my Spanish is not so good!
After locking up three steps and about 50m (150ft) we arrive in Gatun Lake with a delay. This lake is artificial and in many ways the life blood of this country. All the ships crossing the canal have to traverse it. At the same time it is a freshwater reserve and the hydro-electric dam provides energy for the canal and the country. As we are able to experience firsthand it is also a beautiful sanctuary for many plants and animals. There are no human settlements and private boat traffic allowed on it.
Our freighter is steaming ahead to make his time slot at the locks for descending into the Pacific on the same day. Unfortunately, we cannot keep up with his speed and therefore our advisors are ordered by the canal traffic control to raft us up around a large buoy in Gamboa to spend the night and continue our passage the next day. Shipping traffic is light that day and there is no more matching ship for us. Any ship too large to leave enough room for us or with hazardous cargo such as liquid natural gas or oil is not suitable for us to go in the locks with. Staying overnight in the canal comes as a blessing in disguise because the night is very nice and calm. Notwithstanding the numerous mosquitoes there is much bird life and a crocodile swims past our boats.
The next day new advisors are dropped off by the pilot boat with nimble and accurate steering by the captain. They will escort us through the single chamber Pedro Miguel lock and afterwards to lower us down to the Pacific level in two steps via the Miraflores locks. We steam ahead under the imposing Puente de las Americas into the Pacific Ocean and into a new chapter of my adventures on board Moira.
Am 28. Mai morgens früh treffen unsere Kanallotsen am Ankerplatz vor der Marina ein, wo wir die Nacht verbracht hatten. Auf jedes Boot kommt ein Lotse, obwohl die drei Boote als Paket durch die Schleusen fahren. Derjenige in der Mitte hat das Kommando und die Verantwortung. SV Spacegrazer, SV Windchase, and SV Moira motoren unter der Centenario Brücke hindurch und holen den Stückgutfrachter ein, mit dem wir durch die Schleusen fahren sollen. Wir sind quasi das Füllmaterial.
Diese Brücke wurde erst vor Kurzem eröffnet und soll an die Eröffnung des Panamakanals vor hundert Jahren erinnern. Sie ist die dritte Brücke über den Kanal, die damit Mittel- und Südamerika für den Strassenverkehr verbindet.
Vor den Gatunschleusen angekommen vertäuen wir unsere Boote mit vielen Fendern dazwischen und die grössten auf der Aussenseite, um unsere Rümpfe vor den rauen Schleusenwänden zu schützen, was auch fast passiert wäre… Als Floss fahren wir in die Schleuse ein und die riesigen genieteten Schleusentore schliessen sich langsam und leise hinter uns. Unglaublich aber wahr, dies sind immer noch die Originaltore von 1913 in täglichem Gebrauch. Was für beeindruckende Ingenieursarbeit dieses Ehrfurcht erregende Bauwerk erschaffen hat, ganz zu schweigen davon welche Anstrengung und Schmerz nötig waren, um diesen Kanal in tropischem Klima zu graben!
Der Schleusenarbeiter wirft die Affenfaust (ein ballförmiges Gewicht am Ende einer dünnen Leine) herüber, an der wir die dicken Leinen befestigen. Er zieht diese zu sich an den Schleusenrand und belegt sie auf einem der grossen Poller. Wir können sie dann straff ziehen und unser Floss in der Mitte der Schleuse halten. Diese Leinen müssen ständig dicht geholt beziehungsweise beim Herunterschlugen gefiert werden. In der zweiten Schleuse ist unser Mann am Land etwas langsam mit belegen und die Strudel in der Schleuse treiben uns gefährlich nahe an die gegenüberliegende Schleusenwand, weil wir unsere Leine nicht dicht holen können. SV Windchase wird dabei um ein Haar die Windfahnensteuerung am Heck beschädigt. Glück gehabt, alles gut gegangen. Aber anschliessend geht viel schnelles und lautes Spanisch zwischen den Lotsen hin und her - wohl besser habe ich nichts verstanden!
Nachdem wir die dreistufige Schleuse und ungefähr 50m erklommen haben, kommen wir im Gatunsee mit Verspätung an. Dieser ist künstlich angelegt und ist in vieler Hinsicht die Lebensader dieses Landes. Es dient dem internationalen Schiffsverkehr auf dem Weg in den nächsten Ozean sowie als Frischwasservorrat und das Kraftwerk am Staudamm versorgt den Kanal und das Land mit elektrischem Strom. Wie wir selbst erfahren können, ist dieser See auch ein Naturpark für viele Pflanzen und Tiere. Denn es gibt entlang seiner vielen Verästelungen keine menschliche Siedlung und privater Bootsverkehr und Fischerei sind verboten.
Unser Frachter dampft davon, um sein Zeitfenster beim Abschlössen in den Pazifik noch am gleichen Tag nicht zu verpassen. Leider können wir nicht mithalten und unsere Lotsen werden von der Kanalleitung aufgefordert, uns an einer Lotsenboje in Gamboa für die Nacht zu vertäuen und die Kanalfahrt am nächsten Tag fortzusetzen. Es gibt an diesem Tag nur wenig Schiffsverkehr und von den nachfolgenden Schiffen ist keines geeignet für uns. Jedes zu grosse oder mit Gefahrgut wie Flüssiggas oder Öl beladene Schiff ist nicht geeignet. Im Kanal zu übernachten stellt sich als unerwarteter Segen heraus, weil die Nacht sehr angenehm und ruhig ist. Mal abgesehen von den Mücken gibt es viele Vögel und sogar ein Krokodil schwimmt an unseren Booten vorbei.
Am nächsten Tag werden neue Lotsen vom grossen Lotsenboot mit punktgenauem Manöver abgesetzt. Sie werden uns anleiten bei der Fahrt durch die einstufige Pedro Miguel Schleuse und anschliessend durch die zweistufige Miraflores Schleuse, bis wir auf dem Niveau des Pazifischen Ozeans sind. Aus der Schleuse kommend dampfen wir unter der Brücke der Amerikas (was ist die Mehrzahl von Amerika?) hindurch in den grössten Ozean auf dieser Erde, hinein in neues Kapitel meiner Abenteuer an Bord von Moira.