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Veröffentlicht in „Die Weltwoche“, 27. Juli 2020
Clint Capela heisst der zweite Schweizer in der besten Basketball-Liga der Welt. Bei den Atlanta Hawks, wo der 26-Jährige ab nächster Saison spielen wird, wird er knapp sechzehn Millionen Dollar pro Jahr verdienen. Der Genfer ist der bestbezahlte Schweizer Teamsportler. Und das mit Abstand, weit vor Roman Josi und Nico Hischier, den beiden NHL-Stars, und noch viel, viel weiter vor den Fussballern Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri.
Wir erreichen den NBA-Star in Texas. Eben erst sei er aufgewacht, habe dann noch etwas gegessen, bevor er sich dem Videoanruf zuschalten konnte. Lässig hängt er im Sessel, das Telefon auf sich und sein weisses Shirt gerichtet. Darauf steht «Basketball Is My Soul», Basketball ist meine Seele. Relaxt fragt er: «How are you doin’, man?», und das Gespräch beginnt.
Herr Capela, Sie sind in Genf geboren. Ihre Eltern – die Mutter stammt aus dem Kongo, der Vater ist Angolaner – haben sich früh getrennt. Was muss man über Sie wissen, um Sie zu verstehen?
In meiner Kindheit lief alles gegen mich. Ich erinnere mich, wie ich mit vier Jahren nach der Schule am Mittwochnachmittag alleine war. Dann, mit sechs, hielt es der Sozialdienst für das Beste, wenn ich in ein Pflegeheim ziehe, um meine Mutter zu entlasten. Sie schuftete den ganzen Tag in einer Fabrik. Im Heim waren viele Kinder, manche verrückt, mit psychischen Problemen. Wenn ich zurückblicke, wird mir klar: Ein Kind sollte das nicht durchmachen müssen, nicht alleine in diesem Alter. Ich aber dachte, das sei normal.
Wie hat Sie die Zeit im Kinderheim geprägt?
Ich lernte früh, mich selber um mich zu kümmern. Mit zehn fühlte ich mich erwachsen. Ich musste lernen, reif zu sein, mich von Ärger, Schlägereien, Drogen fernzuhalten. Das war nicht leicht ohne jemanden, der einem sagt, was gut ist und was nicht. Wenn ich etwas falsch machte, gab’s sofort Stress. Ich hatte nie eine zweite Chance.
Wie konnten Sie trotz allem optimistisch bleiben?
Schwierig. Ich habe einfach versucht, selber herauszufinden, was richtig und was falsch ist, wo ich im Leben landen will. Du siehst ja: Wenn du Fehler machst, endest du wie die anderen Typen, die im Gefängnis landen oder im Park, ohne Arbeit, betrunken, verkokst. Es gab viele mit diesem Schicksal. Daraus wollte ich lernen. Also hörte ich zu.
Gab es Lichtblicke in Ihrer Kindheit?
Oh, natürlich! Ich hatte viele Freunde, in der Schule, besonders im Sport. Ich war jung, als ich mit Fussball begann. Da hatte ich gute Freunde. Aber auch im Heim und beim Basketball.
Was verstanden Sie als «normal»?
Nicht im Heim aufzuwachsen, sondern bei meiner Mutter; einen Vater zu haben, ich hatte aber keinen. Zu Hause zu leben wie jedes andere Kind in der Schule.
Was hat Ihre Beziehung zu Ihrem Vater zerbrochen?
Es gab nie eine Beziehung. Ich wurde geboren und mein Vater war nicht da, weil sich meine Eltern schon getrennt hatten. Ich sah ihn ab und zu während der Primarschulzeit, ohne dass es etwas bedeutete. Als ich älter wurde, als Teenager, dann als Basketballer, versuchte er, in meinem Leben eine Rolle zu spielen – nachdem ich alles gemeistert hatte, alleine. Ich sagte ihm, dass es komisch sei. Ich fühlte mich ihm nie verbunden.
Gibt es eine Vaterfigur in Ihrem Leben?
Nicht wirklich. Ich bin mir aber sicher, dass meine Mutter gerne eine grössere Rolle gespielt hätte. Sie hatte aber einfach keine Zeit, weil sie die ganze Zeit arbeiten musste. Sie kam aus dem Kongo hierher und musste sich in der Schweiz alleine zurechtfinden
Wie ist Ihr Verhältnis zum Kongo?
Ich bin nicht von dort, sondern von Genf. Meine Mutter hat einen Bezug dazu. Sie ist da geboren, und daher wird es auch immer ein Teil von mir sein. Meine Grossmutter, einige Tanten und mein Onkel leben dort. Wir waren mal dort, als ich jünger war.
Erzählen Sie von Ihrer Afrikareise.
Ich war sehr jung, elf Jahre alt. Es war eine lehrreiche Erfahrung, ein Kulturschock, weil ich nur die Schweiz kannte. Ich erinnere mich zum Beispiel an den Brotverkäufer, der nur alle paar Tage in die Nachbarschaft kam. Die Leute wussten, wann er kommt und warteten vor ihren Häusern, um ihren Vorrat zu kaufen. Das war neu für mich. Wie auch das Wetter: Mein Körper hatte Mühe, sich anzupassen. Diese Hitze war ich nicht gewohnt. Während der Reise wurde ich krank, es war ein Krampf. Die Leute merkten auch, dass ich nicht von da war. Ich kleidete mich ganz anders, und das fiel auf.
Wie fühlten Sie sich?
Anders. Und das war komisch. In der Schweiz war ich der Afrikaner aus dem Kongo und im Kongo der Afrikaner aus Europa. Ich hatte nie das Gefühl dazuzugehören.
Auch in der Schweiz nicht?
Nein, ich war wie ein Ausländer. Geholfen hat mir aber, dass meine Freunde auch fremde Hintergründe hatten, in der Schweiz war das nicht schlimm. Aber in Afrika hatte ich wirklich das Gefühl, da nicht hinzugehören.
Sie wuchsen bescheiden auf, sind heute der bestbezahlte Schweizer Teamsportler. Wie ist es, wenn plötzlich ganz viel Geld in ein Leben kommt?
Als ich mit dreizehn begann, Basketball zu spielen, hatte mein vier Jahre älterer Bruder die Chance, mit dem Sport Geld zu verdienen. Er hat sich viel zu viele Sorgen ums Geld gemacht und verkrampfte sich. Mein Trainer sagte: «Clint, mach dir keine Sorgen um Geld, arbeite hart, dann kommt es automatisch.» Das hat mir geholfen.
Wie hat Sie das viele Geld verändert?
Gar nicht. Ich bin relaxt, weil meine Familie abgesichert ist. Mein Glück wird später kommen, meine Träume verwirkliche ich nach meiner Karriere. Ich bin auf Basketball fokussiert, meine Arbeit, um der beste Basketball-Spieler zu sein, der ich sein kann. Klar, ich verdiene gutes Geld, und das ist in Ordnung. Aber ich kann nicht tun, was ich will, nicht einfach Ski fahren oder aufs Motorrad steigen.
Was wäre aus Ihnen geworden, wenn nicht Basketballer?
Es ging alles so schnell. Als ich begann, war ich dreizehn und hörte schon, ich könne es in die NBA schaffen. Es war schwer, da noch an einen richtigen Job zu denken.
Wie gross waren Sie damals?
O Gott, ich war gross. Wahrscheinlich 1,92 m.
Wie kam Basketball in Ihr Leben?
Als ich aus dem Pflegeheim konnte, spielte mein Bruder Landry in Meyrin. Ich wollte Fussball spielen und brauchte neue Nockenschuhe. Im Laden hatte es dann meine Grösse nicht. Da sagte mein Bruder: «Jetzt versuchst du Basketball.» Das tat ich und hörte nie mehr auf.
Was faszinierte Sie an diesem Sport?
Mein Start war ziemlich gut. Der ältere Jahrgang spielte um die Schweizer Meisterschaft, brauchte aber noch einen Spieler. Weil ich sehr gross war, fragten sie mich. Diese Jungs, ich erinnere mich ans erste Training, waren crazy: Noch bevor es losging, waren sie mitten im Workout, am Seilspringen, machten Rumpfbeugen. Das motivierte mich.
War es das harte Training, das Sie packte?
Nicht wirklich, es war das Engagement, der Ehrgeiz – das waren alles motivierte Typen. Meine Jungs, im jüngeren Team, waren Basketball-Fans. Bei den Älteren dachte ich: «Wow, die meinen es ernst.» Diese Leidenschaft steckte mich an.
Was motiviert Sie heute, jeden Tag Körbe zu werfen?
Ich bin glücklich dabei. Ich meine, die Möglichkeit, zu trainieren, mich gut und gesund zu fühlen, ist doch top. Während andere tagsüber arbeiten, um dann noch zu trainieren, ist Trainieren mein Beruf.
Wer waren Ihre Vorbilder?
Die Spieler, die um 2008, 2009 die besten waren. Kobe Bryant – mein Bruder liebte Kobe. Die «Black Mamba». Yeah. Und jeder liebte Allan Iverson, er änderte den Street-Style. Natürlich war da noch LeBron James. Was ich gerne sah, war College-Basketball. Die jungen Spieler, die wie ich hart arbeiten mussten, um es zu schaffen.
Gab es einen Moment, der entscheidend war für Ihren Durchbruch?
2012 wurde ich bei einem internationalen Turnier in Cholet zum «Best Power Forward» ausgezeichnet, ich war der Spieler des Turniers, ich punktete am meisten.
Sie wurden 2014 von den Houston Rockets verpflichtet. Was ging Ihnen damals durch den Kopf?
Es ging alles zu schnell, viel zu schnell. Ich freute mich zwar, war aber gestresst, weil ich nicht wusste, ob ich es auf den Platz schaffen werde. Du weisst, du bist in der besten Liga, mit den Besten der Besten – aber du bist nicht so weit. Es war, als startete ich bei null. Die Leute fragten ständig, wann ich bereit sei und endlich spielen werde. Und als ich spielte, wollten sie Körbe sehen, dann immer mehr Punkte.
Wie hielten Sie dem Druck stand?
Ich hörte gar nicht gross hin und behielt einen kühlen Kopf, obwohl es schwer war. Denn in den ersten vier, fünf Spielen habe ich keinen Punkt gemacht; ich verfehlte alle Schüsse. Die Fans sagten, ich sei schrecklich, ein Albtraum. Aber ich blieb konzentriert.
Wie war es, plötzlich berühmt zu sein?
Das kommt Schritt für Schritt. Ich spiele jetzt vier Jahre auf diesem Niveau. Es ist normal, dass ich Aufmerksamkeit bekomme. Wenn mir jemand Komplimente macht, sage ich: «Okay, cool», ganz entspannt. Wissen Sie, ich realisiere ja, dass ich im Fernsehen bin. Ich erwarte, dass mich Leute erkennen, und das geniesse ich auch.
Erzählen Sie vom Alltag als NBA-Star.
Ich halte es einfach, gehe ins Training, ins Gym, ich achte auf meinen Körper. Ich bleibe oft zu Hause und schaue Fussball.
Ihre Lieblingsmannschaft?
Bitte lachen Sie nicht.
Ich versuch’s.
Ich bin Arsenal-Fan. Ja, ich weiss, ich weiss. (Lacht) Als ich jung war, liebte ich Thierry Henry – und blieb dann treu. Aber wenn Sie mich nach einem Gewinnerteam fragen, das ich mag, ist es Paris St-Germain.
Verraten Sie mir Ihr Rezept, um den alltäglichen Versuchungen zu widerstehen, die ein NBA-Star in Amerika hat.
Look, das habe ich so gewählt. Eine NBA-Karriere dauert im Durchschnitt vier Jahre. Das wird dir beigebracht. Ausreisser liegen nicht drin, du bist schnell weg. Manche hören zu, andere nicht – es ist wie in meiner Kindheit.
Keine exzessiven Partynächte, keine wilden Frauengeschichten?
Nein, so verlierst du den Fokus. Wer das will, der kann. Wer aber widersteht, wird besser, und die Besten bleiben länger.
Wie ist das Gefühl, gegen seine Idole von einst zu spielen?
Das ist crazy. Ich meine, Kobe, er war . . . Wow.
Im Dezember 2015 flog er über Sie und dunkte den Ball in den Korb. Erinnern Sie sich?
Ja, klar. (Lacht) Ehrlich gesagt, ich war total überrascht. Er lief langsam an, sprang und ich mit ihm. Mein Sprung war entspannt, und dann machte es: «Boom!» Das Stadion bebte, alle schrien. Und ich wusste, ich werde diese Nacht nonstop im Fernsehen zu sehen sein.
Im November 2018 gewann Ihr Team ein Spiel, weil Sie LeBron James in letzter Sekunde blockten. Wie war das?
Oh, yes! (Lacht) Hören Sie, wenn man jung ist, kann man das kaum glauben. Du denkst: «Wow, habe ich das wirklich gemacht?» Doch das Spiel, die Saison geht weiter, man muss dranbleiben. Es sind aber diese Momente, als mich Kobe wie einen Rookie aussehen liess oder ich LeBron James blocke, an die ich mich immer erinnern werde.
Charakterisieren Sie sich als Spieler.
Ich bin der Typ, der versucht, das Spiel zu dominieren. Ich rackere mich ab, laufe Risse in den Boden, versuche, jeden Rebound zu erobern und den Ball das ganze Spiel lang zu dunken. Ich bin das Monster auf dem Feld, der Typ, der Würfe blockt und dann den Gegner anschreit: «Get that motherfucker out of here!» Ich bin der, der anderen Angst macht und über den die gegnerischen Verteidiger sagen: «Ich hasse diesen Typ!» – das, genau das bin ich.
Sie sind erst der zweite Schweizer in der NBA, nach Thabo Sefolosha. Wie verstehen Sie sich?
Wir haben eine Super-Beziehung. Nach dem Deal mit Atlanta rief er mich als Erster an und fragte, ob ich etwas brauche. Er hat ein Haus in Atlanta und kennt viele Leute.
Wie steht es um junge Schweizer Talente?
Ich habe noch keine gesehen. Wenn es sie gibt, bringen Sie sie in mein Genfer Camp. (Lacht)
Sie kümmern sich um den Nachwuchs, spielen für die Nationalmannschaft. Wie denken Sie über das Land, in dem Sie geboren sind?
Oh, die Schweiz bedeutet mir alles, es ist mein Land. Da bin ich aufgewachsen und habe angefangen, Basketball zu spielen. In der Schweiz sind meine Freunde, meine Familie, und ich wurde zu dem Menschen, der ich heute bin, trotz der härtesten Zeit meines Lebens.
Was gefällt Ihnen an der Schweiz? Was weniger?
Ich liebe die Bescheidenheit der Menschen, sie haben Klasse, sind anständig, gut erzogen. Manchmal sind sie zu bescheiden. Das ist aber vielleicht in Genf so, Sie leben ja in Zürich. (Lacht)
Sie sind einer der besten Center der NBA. Warum werden Sie bei der Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres nie berücksichtigt?
Keine Ahnung. Ehrlich gesagt, als ich 2018 für den MVP nominiert wurde, war das das erste Mal, dass ich davon hörte. (Lacht) Würde meine Leistung anerkannt, wäre das sicher schön, aber Basketball ist nicht populär. Schauen Sie, in Amerika würde ich sagen: «Die Zahlen sprechen für sich», that’s it. Es ist aber völlig okay für mich.
Wie denken Sie über Amerika?
Wir erleben schwierige Zeiten, weil wir gleichzeitig soziale Probleme und das Coronavirus bekämpfen. Hier in Amerika dreht sich das Leben viel schneller, es gibt mehr Wohlstand, der Lebensstil ist anders. Die Menschen sind es sich gewöhnt, sich zu bewegen, unabhängig zu sein zu sein, sich zu verwirklichen. Vielen Menschen fällt es wirklich schwer, zu Hause zu bleiben. Manche lehnen sich auch gegen die Maskenpolitik auf. Das ist im Kampf gegen das Virus nicht hilfreich.
Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?
100 Prozent!
Auch für Schwarze?
Wenn ich das mit anderen Ländern vergleiche: Ja. Das heisst aber nicht, dass wir jetzt aufhören sollten, Afroamerikanern zu fördern und ihnen mehr Möglichkeiten zu bieten, denn es gibt noch viel zu tun. Trotzdem ist es inspirierend, zu sehen, dass Schwarze in Amerika CEOs von Grosskonzernen sind, erfolgreiche Geschäftsleute – das gibt es nicht überall. Auch dass die «Black Lives Matter»-Bewegung die ganze Welt erreichte, ist, weil sie hier entsprang. Schwarze in Amerika haben Einfluss, und ich bin mir nicht sicher, ob sie in anderen Ländern die gleiche Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten.
Die Credit Suisse hatte einen schwarzen CEO: Tidjane Thiam.
Nie von ihm gehört. In Amerika würde man ihn kennen, weil er im Fernsehen kommt. Kennen Sie Obama? Ja? Und George Floyd? LeBron James, Michael Jordan? Natürlich, Sie kennen alle! Genau das meine ich. In Amerika ist es möglich, als Schwarzer bekannt, mächtig und wohlhabend zu sein.
Würden Sie sagen, dass Amerika ein rassistisches Land ist?
Ja, aber im Vergleich zu den Ländern in Europa rassistischer: nein. Gut ist, dass, wenn hier etwas Rassistisches passiert, sich sofort bekannte schwarze Persönlichkeiten dazu äussern – LeBron James sagt etwas, Obama, Kaepernick. Das ist der Unterschied zu anderen Orten.
Das heisst, Europa ist rassistisch?
Nein, denn Rassismus passiert überall, es existiert kein «gibt es» oder «gibt es nicht». In Amerika gibt es Menschen, die rassistisch sind – genau wie in Europa, Afrika oder Asien auch. Nur ist hier die Chance grösser, dass die Welt davon erfährt. Europa hat Stimmen, die sind aber nicht gleich mächtig.
Zu Ihrer Zukunft: Sie spielen neu für die Atlanta Hawks, als Team-Leader. Wie denken Sie über die neue Führungsrolle?
Ich freue mich einfach, mehr machen zu können. Ich bin hungrig und kann das erste Spiel kaum erwarten.
Ihr ehemaliger Trainer sagte, Sie könnten der beste Center in der NBA werden.
In der NBA kommt es auf die Situation an, in der man sich befindet. In Housten wusste ich, ich erreiche mein Limit. James Harden und Russell Westbrook, die Star-Spieler, werden immer den Ball haben, es ist ihr Team. In Atlanta habe ich die Chance auszubrechen. Daran denke ich aber nicht gross, mich interessiert das Hier und Jetzt. Das heisst, ich halte mich vom Virus fern und bringe mich in Form. Ich will so gut sein, wie ich kann.
Wie geht es privat mit Ihnen weiter? Hochzeit? Kinder?
(Lacht) Ich habe seit vier Jahren eine Freundin. Wir lernten uns in Houston kennen, in meinen ersten Jahren. Sie ist ein guter Mensch.
Auf welche Ihrer Lebensleistungen sind Sie besonders stolz?
Als ich aus dem Pflegeheim rauskam, hatte ich gute Noten und konnte für mich sorgen. Ich hatte keine Probleme und brachte es bis in die NBA. Mit meinem Lohn bezahlte ich die Schulden meiner Mutter. Es war wie ein Traum, ich fühlte mich frei.
Roman Zeller, Reporter bei der Weltwoche – Gastautor, der auch vom Ruhm der Unsportlichkeit profitieren will 😉 Herzlichen Dank!