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Kraftwerk
Idee des Kraftwerks
Das Wasserkraftwerk Gelten nutzt den Höhenunterschied zwischen Rottal und Furggentäli sowie das Wasser des Geltenbaches zur Energiegewinnung. Bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts bestand ein Projekt zur Nutzung des Geltenwassers für die Energiegewinnung. Dabei sollte das Wasser des Geltenbachs durch einen Stollen in den Sanetschstausee geleitet werden. Das hätte jedoch bedeutet, dass der Geltenschuss trocken gelegt worden wäre. Dank des entschlossenen Widerstandes der Bevölkerung der Gemeinde Lauenen konnte das Vorhaben verhindert werden.
Ende der 90er Jahre des letzen Jahrhunderts wurde die Geltenhütte erweitert und umgebaut. In einer ersten Etappe wurde 1998 das Kraftwerk gebaut und in Betrieb genommen. Im Herbst lieferte das Kraftwerk erstmals elektrische Energie. Somit stand für den weiteren Umbau elektrische Energie zur Verfügung.
Kurzbeschreibung
Der Geltenbach fliesst vom Rottal anfangs durch eine schluchtartige Verengung Richtung Furggentäli. Diese Gegebenheit ist ideal um mit einem sogenannten Tirolerwehr das benötigte Wasser auch bei niedrigem Wasserstand abzuleiten. Das Wasser fliesst über eine siebähnliche Wasserfassung. Somit gelangt in die Anlage nur noch Geschiebe das nicht grösser ist als Strassensplitter. Mittels Entsandungsanlage wird das Wasser möglichst gut vom Sand befreit, bevor es durch die unterirdische Druckleitung auf die Peltonturbine gelangt. Mit zwei Düsennadeln wird die Wassermenge auf die Turbine geregelt. Es wird jeweils soviel Energie produziert, wie in der Hütte benötigt wird. Die Steuerung ist so gewählt, dass auch im Winter, wenn der Wasserstand des Geltenbachs niedrig ist, das Kraftwerk betrieben werden kann.
Erfahrungen
Der Geltenbach ist und bleibt ein Wildbach. Bei starken Gewittern und Schneeschmelze führt der Bach eine erhebliche Menge Geschiebe. Das erst gebaute Tirolerwehr wurde nach Gewittern mehrmals unterspült. Deshalb wurde im Jahr 2006 das Wehr neu gebaut und die gemachten Erfahrungen konnten in den Bau der neuen Wasserfassung einfliessen.
Verbessert wurde die Konstruktion des Einlaufsiebes. Da es einer grossen Abnützung durch Geschiebe unterworfen ist, kann es ohne grossen Aufwand bei niedrigem Wasserstand ausgewechselt werden.
Ferner wurde darauf geachtet, dass die Wasserzuleitung zu den Sandabscheidern ein kontinuierliches Gefälle aufweist, damit sich der mitgeführte Sand nicht ablagern kann. Zudem wurde am Ende der Zuleitung zu den Sandabscheidern am Boden des Rohres ein cirka 50cm langer Schlitz gemacht. Hier kann nun das splittergrosse Geschiebe abtauchen. Mit einem Schieber wird es bereits vor den Sandabscheidern zurück in den Geltenbach geleitet.
Elektrischer Betrieb
Bei der elektrischen Anlage handelt es sich um einen Inselbetrieb. Spannungsschwankungen können nicht ausgeglichen werden. Die Spannung kann jedoch durch die Steuerung recht konstant gehalten werden. Die Frequenz von 50 Hz unterliegt jedoch grossen Schwankungen. Probleme entstehen dadurch beim Betrieb der Waschmaschine.
Nach 10 Jahren Betrieb stand eine Reparatur eines Linearmotors zur Steuerung der Düsennadeln an. Dabei zeigte sich, dass die Firma Zobo in Brienz nicht in der Lage war die nötigen Servicearbeiten zu machen. Die Servicegarantie dürfte für alle Projekte in Zukunft ein Problem darstellen, und ist bei der Planung und dem Bau neuer Anlagen sorgfältig zu berücksichtigen.
Technische Daten des Kraftwerkes

Baujahr 1998
Maximale Leistung 15kW
Fallhöhe 57m
Wassermenge 40 l/s
V Wasser 1.5 m/s

Steuerung
Hersteller Imetron AG Bönigen
System Verbrauchssteuerung mit Düsennadelregulierung
Linearantrieb 24 V

Turbine
Hersteller Zobo hydropower GmbH Brienz
System 2 düsige Peltonturbine
Bauart horizontal, mit Schwungrad

Generator
Hersteller Otto Bartholdi AG Koblenz
System Permanent erregter Synchrongenerator
Spannung 3×400 V
Frequenz 50 Hz
Drehzahl 750 u/min