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23.08.2018
Bei der Hochwasserentlastung (HE) Bielstrasse wird bei Starkniederschlägen Mischabwasser aus der Kanalisation in den Lyssbach entlastet.
Da die Sohle der Kanalisation tiefer liegt als die Sohle des Lyssbachs, muss das entlastete Mischabwasser im Entlastungspumpwerk (PW) Bielstrasse in den Lyssbach gepumpt werden.
In der Nacht vom 04./05.09.2011 waren im Einzugsgebiet oberhalb der HE Bielstrasse etliche Liegenschaften von Rückstau aus der Kanalisation betroffen. Dies allein auf Grund der im Einzugsgebiet gefallenen Regenmenge, d.h., ohne dass eine Überschwemmung des Lyssbachs stattgefunden hat.
Im Zusammenhang mit der Abklärung der Ursache des Rückstauereignisses wurde auch eine detaillierte hydraulische Überprüfung des Kanalisationsnetzes vorgenommen. Die Erkenntnisse aus diesen Arbeiten können wie folgt zusammengefasst werden:
- Die drei best. Entlastungspumpen waren auf Grund einer technischen Störung der Steuerung nicht in Betrieb. Die Kapazitäten der drei Pumpen hätten nicht genügt die Rückstauprobleme zu verhindern. Der Niederschlag vom 04./05.09.2011 verursachte über eine relativ grosse Dauer von über einer Stunde eine sehr grosse Wassermenge („Wasservolumen“). Im Vergleich mit den vorhandenen Regenstatistiken ist ein solches Ereignis nur ca. alle 5 Jahre zu erwarten
- Die hydraulischen Berechnungen ergaben, dass eine Verbesserung der Situation durch Kalibervergrösserungen von Zu- oder Abflusskanälen nicht erreicht werden.
Es wurde auch geprüft, ob ein Neubau eines zusätzlichen Entlastungspumpwerks an einem am anderen Ort eine wesentliche Verbesserung der Situation bringen könnte.
Es zeigte sich aber, dass eine wesentliche Reduktion der Wasserspiegel im Kanalisationsnetz und somit eine wesentliche Reduktion der Gefahr von Rückstau in Liegenschaften am einfachsten mit einer Erhöhung der Kapazität der Entlastungspumpen bei der HE/PW Bielstrasse erreicht werden kann.
Auf Grund von Berechnungen mit Regendaten mit verschiedenen wurde empfohlen, die Entlastungsmenge um mind. 2‘200 l/s zu erhöhen.
Projektbeschreibung
Ziele
- Erhöhung der Kapazität der Entlastungspumpen auf eine Menge von mind. 3‘200 l/s (d.h. Erhöhung der Fördermenge um mind. 2‘200 l/s)
- Verbesserung der Betriebssicherheit durch den Einbau von redundanten Überwachungs- und Steuereinrichtungen.
Durch die Realisierung dieser Massnahmen kann ein Ausfall wie am 04./05.09.2011 praktisch ausgeschlossen werden. Ein Totalausfall des Entlastungspumpwerks muss somit nur noch bei einem Ausfall der öffentlichen Stromversorgung in Kauf genommen werden.
Realisierte Arbeiten
Das Projekt umfasste im Wesentlichen folgende Arbeiten:
- Einbau einer zusätzlichen Entlastungspumpe (Mantelrohrpumpe) mit einer Kapazität von 2‘400 l/s. Dies erfordert die Erstellung einer neuen Öffnung über dem Pumpensumpf.
- Die Tauchmotorpumpe weisste einen Durchmesser von ca. 60cm auf und wird von einem Motor mit einer Leistung von 200 kW angetrieben. Die Pumpe wird in einem Mantelrohr aus Chromstahl mit DN 1000mm aufgehängt.
- Integration der Steuerung der neuen Pumpe in die best. Schalt- und Steueranlage der 3 bestehenden Pumpen
- Aufbau einer redundanten Steuerung (d.h., eine 2. SPS überwacht die Funktionstüchtigkeit der „Master – SPS“)
- Anbau eines Auslaufbauwerks. Darin wird am Ende der Druckleitung eine Rückstauklappe vorgesehen. Diese verhindert, dass Flusswasser aus dem Lyssbach bei Hochwasser in die Kanalisation eindringen kann
- Neubau eines neuen, separaten Entlastungskanals (GUP Ø1000mm, Länge ca. 12m) in den Lyssbach.
Kostenvoranschlag
Baumeisterarbeiten 100'000.00
Pumpensystem 180‘000.00
Steuerung / Elektroinstallation 130‘000.00
Übrige Arbeiten 80‘000.00
Honorar 85‘000.00
Unvorhergesehenes 50‘000.00
Total Kostenvoranschlag 625‘000.00 (inkl. Mwst.)
Realisierung
- Baubeginn: Mitte August 2012
- IBS Mantelrohrpumpe: Ende November 2012
- Bauabnahmen: Frühling 2013
Bauabrechnung
Die Erstellungskosten gemäss Bauabrechnung betrugen rund Fr. 580‘000 CHF (inkl. Mwst.).