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Was ist Asbest?
Asbeste sind eine Gruppe von feinen mineralischen Fasern, die in serpentin- und hornblendehaltigem Gestein vorkommen. Die fasrige, beständige Struktur bildet auch die Besonderheit des Asbests. Er gehört wie Glimmer und Bergkristall zu der Gruppe der gesteinsbildenden Silikate. Asbest ist feuerfest. Der Name stammt vom griechischen ''Asbestos'' und bedeutet ''unzerstörbar''.
Asbest findet sich zum Teil oberflächlich, meistens ist er jedoch in Felsmaterial eingeschlossen.
Asbest ist die faserförmige Form von mehreren, natürlich vorkommenden Mineralen. Die
Hauptformen sind:
Chrysotil (Weißasbest)
Krokydolith (Blauasbest)
Amosit (brauner Asbest)
Aktinolith
Anthophylit
Tremolit
Die ersten drei Formen waren die in der Hauptsache im Handel verwendeten Asbestformen.
Obgleich anhand ihrer Farbe bekannt, können sie nicht zuverlässig allein aufgrund ihrer Farbe
identifiziert werden. Dazu ist die Laboranalyse notwendig.
Asbest kann in einer Reihe von Produkten enthalten sein. Wenn die Fasern
freigesetzt werden können, besteht Gefahr durch das Einatmen von Asbestfasern in der
Atemluft. Die mikroskopisch kleinen Fasern können sich in der Lunge absetzen, dort viele
Jahre verbleiben und viele Jahre, gewöhnlich mehrere Jahrzehnte später, Erkrankungen
verursachen.
Eine schwache Bindung der Asbestfasern im Produkt oder im Material wegen der
Sprödigkeit oder des Zustands des Produktes/Materials erhöht das Risiko der Freisetzung der
Fasern. Sind die Fasern jedoch fest an ein Material gebunden, das nicht spröde ist, ist die
Freisetzung der Fasern weniger wahrscheinlich.
Gefahren
Asbest ist gefährlich, da die sehr feinen Fasern mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind. Das
Einatmen dieser Asbestfeinstfasern kann zu einer von drei Erkrankungen führen:
Asbestose behindert die Atmung und kann zum Tod beitragen. Lungenkrebs führt in etwa
- Asbestose, eine Vernarbung des Lungengewebes
- Lungenkrebs
- Mesotheliom, ein Krebs des Brustfells oder des Bauchfells
95% aller Fälle zum Tod. Lungenkrebs kann auch der Asbestose folgen. Mesotheliom ist nicht heilbar und führt gewöhnlich innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach der Diagnose zum
Tod.
Vorkommen
Die grössten Asbestvorkommen befinden sich in Kanada, im Ural und im südlichen Afrika. Weitere ausbeutbare Vorkommen kennt man in Italien, Zypern, Finnland, in Teilen von Süd- und Nordamerika sowie in Australien. Auch in der Schweiz sind rund 50 Asbestlagerstätten bekannt. Wegen der unbedeutenden Mengen wurde Asbest jedoch nur in Poschiavo (GR) und Zeneggen (VS) anfangs des 20. Jahrhunderts abgebaut.
Anwendung
Seinen Eigenschaften verdankte der Asbest seit ca. 1930 seine weit verbreitete Verwendung in Industrie und Technik. Jahrzehntelang galt Asbest als das Material der tausend Möglichkeiten, da er wie keine andere Faser für viele technische Produkte optimale Eigenschaften besitzt. Asbesthaltige Produkte wurden eingesetzt als Platten, Matten oder Formmassen für den Brandschutz und die Wärmeisolation, als Brems- und Kupplungsbeläge im Fahrzeugbau sowie als Dichtungen bei hohen thermischen oder chemischen Beanspruchungen. Mit der beginnenden Industrialisierung und der aufstrebenden Motorfahrzeugindustrie stieg die Nachfrage nach hitzeisolierenden Dichtungsmitteln im Maschinenbau und hitzeresistenten Bremsbelägen. In den Vor- und Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkriegs stieg der Bedarf an unbrennbarem Isolationsmaterial für Kriegsschiffe und Stahlskelettbauten. Aus Gründen des Brandschutzes wurde Spritzasbest für Isolationen in Gebäuden und Eisenbahnwagen verwendet. Grosse Mengen an Asbest wurden von der Asbestzementindustrie benötigt, namentlich für Dach- und Fassadenplatten. Bis zu Beginn der 1980er Jahre wurde Asbest in über 3000 Anwendungen und Produkten eingesetzt.
- Verkleidungen für Brandschutztüren, Heizkörpernischen, Fensterbrett-Untersichten
- Wandverkleidungen, insbesondere für Brandschutzwände
- Schürzenverkleidung bei Brandschutzwänden
- Leichtbau-Ständerwände und Elementtrennwand-Systeme
- Verkleidungen von Treppen- und Deckenuntersichten
- Abgehängte Deckenflächen
- Isolationen in der Raumlufttechnik
- Belüftungs- und Entlüftungskanäle, Entrauchungskanäle
- Feuerschutzklappen
- Abdeckung von Kabelkanälen, Kabeltrassen, Kabelschächten
- Platteneinlagen in Kabinen von Liftanlagen
- Im Bereich von Heizkesseln
- Dämmung und Auskleidung von Nachtstrom-Speicheröfen.
- Hinterlagen bzw. Auskleidungen von Einbauteilen bei Elektroinstallationen
- Hinterlagen, Unterlagen von Leuchten
Asbest Verbot
- Am 1. März 1989 ist in der Schweiz ein weitgehendes Asbestverbot in Kraft getreten. Es umfasst heute sowohl die Verwendung von Asbest als auch die Abgabe, die Einfuhr und die Ausfuhr asbesthaltiger Zubereitungen und
- Das Asbestverbot untersagte die Verwendung der meisten asbesthaltigen Erzeugnisse und Gegenstände ab 1. März 1990. Für bestimmte Anwendungen gab es Übergangsfristen bis 1. Januar 1995. Die Anwendung von Spritzasbest wurde bereits 1975/1976 eingestellt