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Adaptiv zu lehren bedeutet, massgeschneiderte personalisierte Lernpfade für jeden einzelnen Schüler und jede einzelne Schülerin bereitzustellen. Dieser Ansatz verspricht eine Reihe von motivationalen und kognitiven Vorteilen für die Lernenden, stellt die Lehrpersonen jedoch vor mindestens zwei grosse Herausforderungen. Erstens erfordert das adaptive Lehren eine kontinuierliche Erfassung des individuellen Lernfortschritts, damit Lernangebote personalisiert werden können. Zweitens muss das adaptive Lehren in einen Klassenkontext integriert werden, um im Schulalltag praktikabel zu sein. Das Projekt «Step forward!» versucht im Rahmen einer Wissenschaft-Praxis-Kooperation beide Herausforderungen anzugehen und kombiniert Erkenntnisse aus Bildungsforschung und Fachdidaktik mit der Erfahrung von Lehrpersonen, um "best practice"-Methoden für das adaptive Lehren zu entwickeln.
Für die kontinuierliche Erfassung des individuellen Lernfortschritts und die Bereitstellung von individualisierten Lernangeboten wird das formative Feedbacksystem Mindsteps eingesetzt. Das System macht es mit Hilfe einer grossen Aufgabensammlung möglich, die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern auf der Grundlage des Lehrplans 21 abzubilden und dadurch individuelle Stärken und Schwächen zu diagnostizieren. Die beteiligten Lehrpersonen entwickeln darauf aufbauend Unterrichtsszenarien für die ganze Schulklasse, in denen das Feedbacksystem zur Differenzierung von Lerninhalten und Lernprozessen eingesetzt wird.
Der Fokus des Projekts liegt auf dem Fremdsprachenunterricht und der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit niedrigen schulischen Kompetenzen.
In der ersten Projektphase stehen der fachdidaktisch unterstützte Einsatz des Feedbacksystems und die Entwicklung von Praktiken und Methoden für den Einsatz im Unterricht im Vordergrund. In der zweiten Projektphase werden die neu entwickelten Unterrichtsmethoden in einem anwendungsorientierten Leitfaden zusammengestellt und in der Schulpraxis evaluiert.