Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03401.jsonl.gz/171

Settelen unterschrieb den ab 1971 laufenden Vertrag mit der Toyota AG «für Personenwagen und Sportwagen» am 22. Dezember 1970. Die Aussichten waren gut, das Händlernetz war noch lose, japanische Autos erlebten in der Schweiz auf tiefstem Niveau einen Boom: Die Verkaufszahlen kletterten von 262 im Jahre 1966 (v. a. Isuzu und Prince, 0 Toyotas) auf über 1100 im ersten Halbjahr 1968 (davon rund 750 Toyotas). Damals rechnete jedoch noch niemand damit, dass Toyota einmal zum grössten Automobilhersteller weltweit werden oder Settelen mit dem Corolla das meistverkaufte Auto der Welt im Angebot haben würde.
Für Settelen war der Einstieg in den Handel mit den Toyotas relativ einfach. Die Modellpalette umfasste den Corolla, den Crown und im Verlauf des Sommers 1971 noch den Celica. Da Frey alle Modelle nur in vier Farben lieferte, reichte bereits ein Ausstellungsraum für vier Autos. Damit konnte Settelen alle Modelle und alle Farben zeigen. Neben Settelen betraute der Generalimporteur die Rosental-Garage mit der zweiten Regionalvertretung auf dem Platz Basel. Solche Doppelvertretungen führte Emil Frey in allen grossen Schweizer Städten ein. Er erhoffte sich dadurch eine bessere Marktdurchdringung. Die Anfangszeiten waren turbulent: Die Toyota AG lieferte ihre Autos den Vertretern so ab, wie sie vom Bahnwagen kamen. Deren Bereitstellung löste bei Settelen enorme zusätzliche Umtriebe aus. Zumal die Carina-, Celica-, Corolla-, Corona- und Crown-Modelle unglaublich gefragt waren. Schon im ersten Jahr verkaufte Settelen 222 Toyotas und insgesamt über 400 Autos – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Fahrzeuge von Toyota waren zwar von der Technik her nicht besonders fortschrittlich und die Karosserieformen entsprachen mehr dem amerikanischen Geschmack als dem europäischen. Qualitativ waren sie den Europäern aber mindestens ebenbürtig, meist sogar deutlich überlegen. Preislich lagen sie am unteren Ende der vergleichbaren Konkurrenzprodukte, was den Verkauf ankurbelte.