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Bourbaki-Mütze
Im Februar 1871 tritt die mehr als 87.000 Mann zählende französische Bourbaki-Armee auf der Flucht vor deutschen Truppen im Neuenburger Jura auf Schweizer Boden über. Der noch junge Bundesstaat hat kaum 2,7 Mio. Einwohner. Ihre Unterbringung und Verpflegung wird als kollektive Leistung im Gedächtnis bleiben und gilt als Meilenstein der Neutralitätspolitik.
Alle Kantone nehmen Kontingente auf, mit Ausnahme des Tessins: Der Marsch über den Gotthard kann den teils völlig entkräfteten und erkrankten Soldaten im Winter nicht zugemutet werden. Von den im Thurgau Internierten sind rund 500 auf dem Schlossgut Castell oberhalb Tägerwilen vier Wochen einquartiert. Marmortafeln auf den Friedhöfen Bernrain und Münsterlingen gedenken der damals Verstorbenen.
Eindrücklich schildert das Luzerner Bourbaki-Panorama den Grenzübertritt. Lithografien halten die Erinnerung an das gemeinschaftliche humanitäre Engagement der Schweizer Bevölkerung wach. Eine rote Uniformmütze bleibt am Bodensee zurück und gelangt Jahrzehnte später aus Privatbesitz in die Sammlung des heutigen Museums Rosenegg.