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Swiss-Ski schickt 14 Athleten an die WM in Courchevel/Méribel. Das Potenzial ist, nicht nur dank Gesamtweltcup-Sieger Marco Odermatt, riesig. Die Schweiz hat in jeder Disziplin mehrere Podest-Anwärter.
Die WM in Cortina vor zwei Jahren war aus Schweizer Sicht die erfolgreichste seit 32 Jahren. Insgesamt räumte die Schweiz neun Medaillen ab, vor allem dank den starken Frauen (3x Gold, 1x Silber, 2x Bronze), die auch in diesem Jahr wieder zu den Favoritinnen gehören.
Doch auch die Schweizer Männer dürften an der Ski-WM 2023 gehörig abräumen. Als Teamleader wird Marco Odermatt in drei Disziplinen um Medaillen kämpfen, die Schweizer Männer haben aber noch viele weitere Trümpfe in der Hand. Wir blicken auf die einzelnen Disziplinen und verraten dir, wie hoch die Schweizer Medaillen-Chancen sind.
Abfahrt, 12. Februar
Marco Odermatt
Resultate in dieser Saison
- Rang 3 in Lake Louise
- Rang 2 in Beaver Creek
- Rang 2 in Gröden
- Rang 7 in Gröden (2. Abfahrt)
- Rang 4 in Bormio
- Rang 2 in Wengen
- Rang 54 in Kitzbühel
Noch immer wartet Marco Odermatt auf seinen ersten Weltcup-Sieg in einer Abfahrt. Doch in vier von sieben Rennen in der Königsdisziplin fuhr Marco Odermatt in dieser Saison aufs Podest. In der Disziplinenwertung sind nur Aleksander Kilde und Vincent Kriechmayr vor dem Schweizer. Wir geben Odermatt eine Medaillen-Chance von 60 Prozent.
Niels Hintermann
Resultate in dieser Saison
- Rang 7 in Lake Louise
- Rang 9 in Beaver Creek
- Rang 17 in Gröden
- Ausgeschieden in Gröden (2. Abfahrt)
- Rang 7 in Wengen
- Rang 3 in Kitzbühel
- Rang 10 in Kitzbühel (2. Abfahrt)
Niels Hintermann gehört zur erweiterten Weltspitze, er ist jederzeit für einen Podestplatz gut. Fünfmal fuhr er seit Dezember 2021 auf ein Abfahrts-Podest, gewonnen hat er bisher einmal – im März 2022 im Kvitfjell. In dieser Saison ist Hintermann meist in den Top 10 zu finden, Highlight war sein dritter Rang in der ersten Kitzbühel-Abfahrt. Läuft es ihm gut, ist eine WM-Medaille absolut realistisch.
Stefan Rogentin
Resultate in dieser Saison
- Rang 19 in Lake Louise
- Rang 11 in Beaver Creek
- Rang 10 in Gröden
- Rang 24 in Gröden (2. Abfahrt)
- Rang 15 in Bormio
- Rang 13 in Wengen
- Rang 37 in Kitzbühel
- Rang 24 in Kitzbühel (2. Abfahrt)
Solid, aber doch ziemlich weit weg vom Podest. Das trifft auf Stefan Rogentins Resultate in der Abfahrt zu. Viermal in den Top 15, aber das beste Resultat ist ein zehnter Rang. Eine Medaille in der Abfahrt wäre eine grosse Überraschung. Dennoch darf sich Rogentin hinter dem gesetzten Duo Odermatt/Hintermann Hoffnung auf einen der weiteren zwei Startplätze machen.
Der vierte Startplatz
Ebenfalls in der Verlosung um einen Startplatz sind Gilles Roulin (zweimal auf Rang 8), Alexis Monney (Ränge 10 und 11) und Justin Murisier (Ränge 7 und 12). Die Entscheidung dürfte in den WM-Abfahrts-Trainings am 8., 10. und 11. Februar fallen.
Super-G, 9. Februar
Marco Odermatt
Resultate in dieser Saison
- Rang 1 in Lake Louise
- Rang 2 in Beaver Creek
- Rang 1 in Bormio
- Rang 3 in Wengen
- Rang 1 in Cortina d'Ampezzo
- Rang 1 in Cortina d'Ampezzo (2. Super-G)
Marco Odermatt geht als grosser Favorit in den WM-Super-G. Der Nidwaldner gewann vier von sechs Rennen in dieser Saison, in den anderen beiden Super-Gs war er ebenfalls auf dem Podest. Die Chance auf eine Medaille ist dementsprechend sehr hoch. Odermatt kann sich eigentlich nur mit einem Fehler selbst schlagen. Die Erwartungen sind riesig, doch Odermatt hat schon mehrfach bewiesen, dass er mit Druck hervorragend umgehen kann.
Stefan Rogentin
Resultate in dieser Saison
- Rang 9 in Lake Louise
- Rang 15 in Beaver Creek
- Rang 7 in Bormio
- Rang 2 in Wengen
- Rang 19 in Cortina d'Ampezzo
- Ausgeschieden in Cortina d'Ampezzo (2. Super-G)
Stefan Rogentin sorgte mit seinem zweiten Platz im Super-G von Wengen für Aufsehen. Mit diesem Resultat hat er sich natürlich den Startplatz für den WM-Super-G gesichert und gilt dort zumindest als Geheimfavorit.
Gino Caviezel
Resultate in dieser Saison
- Rang 38 in Lake Louise
- Rang 4 in Beaver Creek
- Rang 10 in Bormio
- Rang 8 in Wengen
- Rang 24 in Cortina d'Ampezzo
- Rang 23 in Cortina d'Ampezzo (2. Super-G)
Mit den Rängen 4 in Beaver Creek, 8 in Wengen und 10 in Bormio zeigte Gino Caviezel, dass er durchaus mit der erweiterten Weltspitze mithalten kann. Eine WM-Medaille im Super-G wäre dennoch eine Überraschung.
Loïc Meillard
Resultate in dieser Saison
- Rang 33 in Lake Louise
- Rang 33 in Beaver Creek
- Rang 3 in Bormio
- Rang 9 in Wengen
- Ausgeschieden in Cortina d'Ampezzo
- Ausgeschieden in Cortina d'Ampezzo (2. Super-G)
Loïc Meillard fuhr in dieser Saison nur in zwei Super-Gs in die Punkte. Zweimal klassierte sich der Schweizer ausserhalb der Top 30 und zuletzt schied Meillard zweimal aus. Doch wenn es ihm aufgeht, ist er schnell, das bewies er in Bormio, als er aufs Podest raste.
Die Alternative
Ob tatsächlich Meillard und Caviezel im Super-G starten dürfen, ist noch nicht sicher. Mit Justin Murisier gäbe es nämlich noch einen fünften Athleten, der sich aufdrängt. Vor allem wird Murisier immer besser. Seine Ränge in dieser Saison bisher: 45, 17, 13, 11, 11, 7.
Riesenslalom, 17. Februar
Marco Odermatt
Resultate in dieser Saison
- Rang 1 in Sölden
- Rang 1 in Val d'Isère
- Rang 3 in Alta Badia
- Rang 1 in Alta Badia
- Rang 1 in Adelboden
- Nicht gestartet in Schladming
Fährt Marco Odermatt einen Riesenslalom, geht der Sieg nur über ihn. Der Gesamtweltcupsieger der Saison 2021/22 ist in fünf Riesenslaloms angetreten und hat vier davon gewonnen, das fünfte Rennen beendete er auf Rang 3. Alles andere als die Goldmedaille für Odermatt wäre eine Enttäuschung.
Loïc Meillard
Resultate in dieser Saison
- Rang 7 in Sölden
- Rang 10 in Val d'Isère
- Rang 11 in Alta Badia
- Rang 4 in Alta Badia
- Rang 3 in Adelboden
- Rang 1 in Schladming
Loïc Meillard ist die Konstanz in Person. Im Riesenslalom näherte er sich dem Podest immer mehr und fuhr in den letzten beiden Rennen auf die Ränge 3 und 1. Sein grösstes «Problem»: Ein Platz auf dem Podest ist bereits für Marco Odermatt reserviert.
Gino Caviezel
Resultate in dieser Saison
- Rang 21 in Sölden
- Rang 21 in Val d'Isère
- Rang 16 in Alta Badia
- Rang 14 in Alta Badia
- Rang 8 in Adelboden
- Rang 2 in Schladming
Einen richtigen Steigerungslauf hat Gino Caviezel in dieser Riesenslalom-Saison hinter sich. Langsam in Fahrt gekommen, krönte Caviezel seine bisherige Saison mit dem 2. Rang in Schladming. Gelingt ihm auch an der WM ein derartiger Exploit? Die grösste Konkurrenz kommt aus dem eigenen Lager.
Der vierte Platz
Der letzte Startplatz dürfte an Thomas Tumler gehen, der die WM-Selektionskriterien mit seinen Rängen 15 in Sölden und 14 in Val d'Isère erfüllt hat. Eine Option wäre auch Justin Murisier, der bisher nur einen Riesenslalom ins Ziel brachte, dabei aber auf dem starken 9. Rang landete.
Slalom, 19. Februar
Daniel Yule
Resultate in dieser Saison
- Rang 7 in Val d'Isère
- Rang 1 in Madonna di Campiglio
- Rang 4 in Garmisch-Partenkirchen
- Rang 11 in Adelboden
- Rang 11 in Wengen
- Rang 1 in Kitzbühel
- Ausgeschieden in Schladming
Daniel Yule hat in dieser Saison in Madonna die Campiglio und in Kitzbühel gewonnen. Er gehört auch an der WM zu den Favoriten. Weil aber die Weltspitze so breit ist, garantiert ihm das noch lange keine Medaille.
Loïc Meillard
Resultate in dieser Saison
- Rang 3 in Val d'Isère
- Ausgeschieden in Madonna di Campiglio
- Rang 8 in Garmisch-Partenkirchen
- Rang 4 in Adelboden
- Rang 2 in Wengen
- Rang 6 in Kitzbühel
- Rang 5 in Schladming
Loïc Meillard hat in dieser Saison im Slalom den nächsten Schritt gemacht. Der Schweizer fährt in der absoluten Weltspitze mit und ist in dieser Saison eigentlich in jedem Rennen um die Podestplätze mitgefahren. In die Top 3 ist er zweimal, in Wengen und in Val d'Isère, gefahren. Eine WM-Medaille im Slalom liegt für Meillard allemal im Bereich des möglichen.
Ramon Zenhäusern
Resultate in dieser Saison
- Rang 14 in Val d'Isère
- Rang 21 in Madonna di Campiglio
- Rang 12 in Garmisch-Partenkirchen
- Rang 8 in Adelboden
- Rang 9 in Wengen
- Rang 7 in Kitzbühel
- Rang 2 in Schladming
Unglaublich konstant und er wird immer besser. Wie Ramon Zenhäusern nach seiner von Verletzungen geprägten letzten Saison zurückgekehrte, ist beeindruckend. Der Walliser kommt in bisher allen Rennen ins Ziel und zeigt mit Platz 2 in Schladming, dass er wieder zur absoluten Slalom-Elite gehört. Für eine WM-Medaille müsste trotzdem alles aufgehen.
Der vierte Startplatz
Um den letzten Startplatz kämpfen Marc Rochat (Ränge 7 und 9) und Luca Aerni (Ränge 11 und 17), wobei Rochat bisher wohl die Nase vorne hat.
Alpine Kombination, 7. Februar
Loïc Meillard
Da die Kombination nicht mehr Teil des Weltcupkalenders ist, gibt es keine Referenz-Werte für diese Disziplin. Doch Meillard, der sowohl im Super-G als auch im Slalom schon aufs Podest gefahren ist, gehört definitiv zu den grossen Favoriten. Neben ihm muss man auch Marco Schwarz, Alexis Pinturault und den Norweger Atle Lie McGrath auf der Rechnung haben.
Parallel-Rennen, 14. Februar
Wer für die Schweiz im Parallel-Rennen startet, wird kurzfristig entschieden.
Team Event, 15. Februar
Auch für den Team-Event wird das Aufgebot kurzfristig bekannt gegeben.