Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03360.jsonl.gz/249

Teilen
Drucken
Kommentare
Artikel teilen
Mail
Facebook
Messenger
Twitter
LinkedIn
Xing
GetPocket
Pinterest
Ist die Periode sehr stark, schwach oder unregelmässig, spricht man von einer Zyklusstörung. Was sind die Ursachen, und wann sollten Betroffene zum Arzt?
Irgendeine Form von Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) kennt fast jede Frau: Entweder es tritt eine zu starke oder zu schwache Regelblutung auf, die Periode kommt zu früh oder bleibt aus, oder es kommt zu Schmierblutungen oder Zwischenblutungen. Abweichungen von den Normalwerten sind nicht zwingend ein Grund zur Sorge. Zum Arzt gehen sollte eine Frau, wenn
Alle Abweichungen vom normalen Monatszyklus der Frau kann man in zwei grosse Gruppen unterteilen: Zyklusstörungen in Form von Abweichungen bei den Blutungsintervallen bezeichnet man als Tempostörungen (oder auch Rhythmusstörungen); Menstruationsstörungen mit Abweichungen in der Blutungsstärke nennt man Typusstörungen.
Zu den Tempostörungen gehören:
Zu den Typusstörungen gehören:
Die Ursachen von Zyklusstörungen sind vielfältig: Sie reichen von funktionellen oder hormonellen Störungen über organische Veränderungen bis hin zu erblichen Defekten oder Erkrankungen der Geschlechtsorgane, der Schilddrüse, Leber, Niere oder allgemeinen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Ausserdem können Zyklusstörungen durch Stress, psychische Belastungen, falsche Ernährung oder auch Leistungssport bedingt sein.
Die Therapie von Menstruationsstörungen richtet sich danach, in welcher Form die Menstruation gestört ist und ob bei den Betroffenen ein Kinderwunsch besteht.
Was kann man gegen chronische Schmerzen und für ein gutes Leben tun?
Der Ratgeber zeigt auf, wie Betroffene trotz Schmerzen ein besseres Leben führen können und stellt ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten vor.
Mehr Infos
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) bezeichnen per Definition Abweichungen vom normalen, regelmässigen Monatszyklus der Frau.
Die Menstruation – auch Periode, Regelblutung oder Monatsblutung genannt – setzt meist zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr ein. Setzt Sie früher ein, sprechen Mediziner von einer Frühmenarche, bei späterem Eintreten von einer Spätmenarche. Die Regelblutung ist das äussere Zeichen des im weiblichen Körper ablaufenden Menstruationszyklus. Als Zykluslänge versteht man dabei den Zeitraum zwischen zwei Regelblutungen; der Zyklus beginnt am ersten Blutungstag und beträgt im Durchschnitt 28 Tage (+/- 3 Tage). Die Regelblutung dauert meist 4 bis 5 Tage. Während dieser Zeit verliert der weibliche Körper insgesamt etwa 50 bis 100 Milliliter Blut. Am zweiten Tag der Menstruation ist die Blutung im Allgemeinen am stärksten.Eine reguläre, ohne Beschwerden verlaufende Regelblutung bezeichnet man als Eumenorrhö. Zeigt der Zyklus Veränderungen, die von diesen Regelmässigkeiten stark abweichen, liegt eine sogenannte Zyklusstörung oder Menstruationsstörung vor (auch als Blutungsanomalien bezeichnet). Zyklusstörungen lassen sich wie folgt unterteilen:
Wenn bei Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) das Blutungsintervall verändert ist, spricht man von Tempo- beziehungsweise Rhythmusstörungen:
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen), bei denen die Blutungsstärke verändert ist, bezeichnet man als Typusstörungen.
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) können sich auch in Form von Schmierblutungen äussern: Eine Schmierblutung kann vor und nach der Periode auftreten, man spricht dann vom sogenannten prä- beziehungsweise postmenstruellen Spotting. Aber auch während der Menstruation selbst sind Schmierblutungen möglich; manchmal kommt es auch nur zu einer Schmierblutung statt der Periode.
Für Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) kommen viele Ursachen in Betracht: So können hormonelle Faktoren zu Zyklusstörungen führen, aber auch erbliche Defekte oder Erkrankungen der Geschlechtsorgane, der Schilddrüse, der Leber oder Nieren sowie ein Diabetes mellitus. Ausserdem können sich Ernährungsgewohnheiten, Leistungssport oder psychische Belastungen auf den Monatszyklus der Frau auswirken.
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) haben oft erbliche Ursachen, wenn bei Erreichen des 16. Lebensjahrs noch keine Regelblutung aufgetreten ist. Dieses Ausbleiben der Periode (sogenannte primäre Amenorrhö) kann seine Ursachen aber auch in Fehlbildungen im Bereich der Geschlechtsorgane haben. Auch Leistungssport im Kindes- und Jugendalter kann dazu führen, dass die Periode nicht einsetzt. Bei einer primären Amenorrhö ist es dringend zu empfehlen, den Grund für die Zyklusstörung abklären zu lassen.
Kam es bereits zu Menstruationsblutungen und treten dann Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) ein, die durch ein mehr als dreimonatiges Ausbleiben der Periode gekennzeichnet sind (sekundäre Amenorrhö), ist die häufigste Ursache hierfür eine Schwangerschaft. Allerdings können auch Funktionsstörungen des Gehirns – genauer gesagt Funktionsstörungen des Hypothalamus, eines Abschnitts des Zwischenhirns – und Störungen der Eierstöcke dafür verantwortlich sein. Grund ist ein dadurch ausgelöster Mangel an den Hormonen, die für die Reifung des Follikels (Hülle der Eizelle) zuständig sind.
Die möglichen Ursachen dieser hormonellen Fehlsteuerungen sind vielfältig: In Frage kommen körperliche Ursachen wie eine Fehlbildung der Eierstöcke, das polyzystische Ovarialsyndrom, Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute (Meningitis), Tumoren und Eierstockkrebs, sowie psychische Ursachen wie Stress, aussergewöhnliche Belastung, Leistungssport, Magersucht und andere psychische Erkrankungen.
Daneben kann eine Fehlbildung der Gebärmutter oder der Vagina zu einem Ausbleiben der Monatsblutung führen. Auch andere Erkrankungen können eine Amenorrhö verursachen, zum Beispiel Morbus Addison, eine Erkrankung der Nebennierenrinde, Nebennierenrindenkrebs, das androgenitale Syndrom, eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion sowie Diabetes mellitus.
In seltenen Fällen sind Medikamente (wie Psychopharmaka, blutdrucksenkende Mittel, Hormonpräparate) die Ursachen für das Ausbleiben der Regelblutung. Das Absetzen der Anti-Baby-Pille führt mitunter ebenfalls dazu, dass die Periode ausbleibt (sogenannte Post-Pill-Amenorrhö).
Für Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen), bei denen die Zyklusintervalle länger oder kürzer sind, kommen als Ursachen vor allem natürliche hormonelle Veränderungen infrage. Daher tritt ein verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö) oder ein verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö) im Allgemeinen nach der ersten Regelblutung (Menarche) oder vor Beginn der Wechseljahre (Klimakterium) auf. In dieser Zeit befindet sich der hormonelle Funktionskreis in einer Umgestaltungsphase, die Follikelreifungsphasen sind verkürzt oder verzögert. Zyklusstörungen in Form veränderter Zyklusintervalle können jedoch auch durch Stress und psychische Belastungen entstehen. Ausserdem kann ein verkürzter Menstruationszyklus auf eine beginnende Funktionsstörung der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz) hindeuten.
Eine Oligomenorrhö entsteht aufgrund einer verzögerten oder nicht ausreichenden Reifung des Follikels (Hülle der Eizelle). Dadurch verzögert sich der Eisprung, wodurch auch die Regelblutung später einsetzt. Die Oligomenorrhö geht häufig in eine Amenorrhö über. Die Abstände zwischen den Regelblutungen werden dabei zunehmend grösser, bis die Blutungen ganz ausbleiben. Umgekehrt kann die Oligomenorrhö auch ein Zeichen dafür sein, dass der Zyklus nach längerer Pause wieder einsetzt.
Eine Polymenorrhö entsteht im Gegensatz dazu durch eine verkürzte Reifungsphase des Follikels. Dies kommt insbesondere in Lebensphasen vor, in denen sich die hormonellen Funktionskreise im Körper verändern und neu einspielen müssen, zum Beispiel nach der ersten Regelblutung oder vor dem Beginn der Wechseljahre (Klimakterium). Auch eine sogenannte Gelbkörperschwäche kann aber Ursache einer Polymenorrhö sein. Der Gelbkörper entsteht nach dem Eisprung aus der Hülle der Eizelle und bildet dann das Hormon Progesteron. Produziert der Gelbkörper nicht genug davon, tritt die Blutung früher auf. Frauen mit Gelbkörperschwäche haben zudem meist Schwierigkeiten, schwanger zu werden.
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) in Form einer verstärkten oder verlängerten Menstruationsblutung haben als Ursachen meist organische Krankheiten der Geschlechtsorgane wie etwa Myome (Gebärmuttergeschwulste), Tumore, Polypen, Entzündungen der Gebärmutter (Endometritis) oder der Eierstöcke (Adnexitis), eine Endometriose, oder hormonelle Störungen wie zum Beispiel eine Gelbkörperschwäche. Eine sehr starke Regelblutung (Hypermenorrhö) und lange Regelblutung (Menorrhagie) kann ihre Ursachen aber auch in allgemeinen Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-, Nieren- und Blutkrankheiten sowie Stoffwechselkrankheiten haben. In seltenen Fällen haben derartige Zyklusstörungen funktionell-hormonelle Auslöser, zum Beispiel bei einer unterentwickelten Gebärmutter.
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) in Form einer zu schwachen Regelblutung (Hypomenorrhö) können nach der wiederholten Ausschabung der Gebärmutter oder der hormonellen Verhütung mit Gestagenen auftreten. Auch eine Entzündung der Gebärmutter (Endometritis), eine Funktionsstörung der Eierstöcke, Östrogenmangel und zu hohes oder tiefes Gewicht können zu einer Hypomenorrhö fühen.
Hormonelle Veränderungen können dazu führen, dass die Blutung kürzer andauert als sonst. Bei Frauen, deren Regelblutung immer nur einige Stunden oder höchstens anderthalb Tage andauert, kann auch eine angeborene Veränderung der Gebärmutterschleimhaut (sogenannte Endometriumanomalie) die Ursache der Brachymenorrhö sein.
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) mit zusätzlich zur normalen Monatsblutung auftretenden Zwischenblutungen haben oft hormonelle Ursachen: Die unregelmässige Regelblutung (Metrorrhagie) ist vor allem während der Pubertät und der Wechseljahre häufiger. Ein Grund für Zwischenblutungen kann ein Mangel an Östrogen sein, welches normalerweise dafür sorgt, dass sich zu Beginn des Zyklus die Gebärmutterschleimhaut regeneriert. Auch bei der sogenannten Ovulationsblutung zur Mitte des Zyklus gehen Mediziner davon aus, dass der absinkende Östrogenspiegel nach dem Eisprung verantwortlich ist.
Daneben kommen als Ursache einer Metrorrhagie auch Tumoren in der Gebärmutter, eine Gebärmutterentzündung, eine Endometriose, eine Ausschabung, von der sich die Gebärmutterschleimhaut noch nicht erholt hat sowie eine Fehlbildung der Gebärmutter in Frage.
Treten Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) im späteren Leben als schmerzhafte Regelblutung auf, die neben den Regelschmerzen (sekundäre Dysmenorrhö) mit allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden ist, können anatomische Ursachen dahinterstecken. Mögliche Gründe hierfür sind zum Beispiel:
Tritt die schmerzhafte Regelblutung von der ersten Monatsblutung an auf (primäre Dysmenorrhö), hat dies oft andere Gründe. Mögliche Ursachen für diese frühen Zyklusstörungen mit Regelschmerzen sind:
Je nach Art der Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) können sich die Symptome auf die Veränderungen der Zykluslänge oder der Monatsblutung beschränken oder aber weitere Beschwerden hervorrufen.
Die mit Zyklusstörungen einhergehenden Beschwerden beginnen meist einige Tage vor der Menstruation und sind gewöhnlich am ersten und zweiten Blutungstag am stärksten. Neben den körperlichen Schmerzen können bei Menstruationsstörungen auch Symptome wie seelische Verstimmungen, nervöse Reizzustände und Depressionen auftreten. Die Brüste sind oft schmerzhaft gespannt und sehr druckempfindlich. Das Körpergewicht steigt durch Wassereinlagerungen leicht an; dies ist besonders im Gesicht sowie an Händen und Beinen in unterschiedlicher Ausprägung zu bemerken.
Um bei Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) eine Diagnose stellen zu können, ist es zunächst nötig, Informationen zur Krankengeschichte der Betroffenen zu erfassen (Anamnese). Daher interessiert sich der Arzt zum Beispiel für:
Eine gynäkologische Untersuchung bringt weiteren Aufschluss für die Diagnose von Zyklusstörungen. Dabei tastet der Arzt Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke ab, manchmal ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Beim Ausbleiben der Regelblutungen wird der Arzt zuerst einmal eine Schwangerschaft ausschliessen, bevor er weitere Untersuchungen vornimmt.
Eine Ganzkörperuntersuchung kann weitere Anhaltspunkte liefern, da sich hormonelle Störungen häufig durch sichtbare Veränderungen – etwa verstärkten Haarwuchs (Hirsutismus), Akne und Wassereinlagerungen – äussern.
Mithilfe von Blut- und Urinuntersuchungen lässt sich die Konzentration von Hormonen wie Östrogen, Gestagen, Androgen oder Prolaktin ermitteln. So kann der Arzt mögliche hormonelle Störungen oder andere Erkrankungen, die für Menstruationsstörungen verantwortlich sein können, feststellen.
Die Verschiedenheit der Zyklusstörungen zeigt, wie wichtig es ist, die jeweiligen Menstruationsprobleme genau zu beschreiben. Häufig ist es zur Diagnose von Menstruationsstörungen sogar erforderlich, dass die Betroffenen einige Monate lang Angaben zu Blutungshäufigkeit, Blutungsstärke, Regelschmerzen, Zwischenblutungen und Eisprung in speziellen gynäkologischen Kalendern genau notieren.
In manchen Fällen ist es bei Menstruationsstörungen zu Diagnose sinnvoll, über einen oder mehrere Monatszyklen die morgendliche Körpertemperatur kurz vor dem Aufstehen (Basaltemperatur) zu messen. Sie zeigt an, ob und wann ein Eisprung stattfindet, und lässt daher Rückschlüsse auf die Funktion der Eierstöcke zu.
Bei unklaren Zyklusstörungen können zur weiteren diagnostischen Abklärung eine Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage) und eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) folgen. Durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT, CT oder eine Gebärmutterspiegelung kann der Arzt zudem ermitteln, ob gutartige oder bösartige Tumoren der Geschlechtsorgane für die Zyklusstörungen verantwortlich sein könnten.
Bei Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) hängt die Therapie entscheidend davon ab, worin das Ziel der Behandlung besteht: Soll eine Unfruchtbarkeit behoben oder nur die Regelabstände normalisiert werden? Zudem kommt es auf die Form der Störung an. In den meisten Fällen sind Zyklusstörungen durch entsprechende Hormonpräparate leicht zu behandeln.
Sind die Menstruationsstörungen durch Funktionsstörungen von Organen bedingt, ist es unter Umständen möglich, sie operativ zu beheben. Bei Zyklusstörungen, die durch Stress oder psychische Belastungen entstanden sind, kann eine Therapie mit Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training oder – in schwerwiegenden Fällen – eine Psychotherapie helfen.
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen) können sich im weiteren Verlauf oftmals von selbst wieder normalisieren, vor allem wenn psychische Belastungen und auslösende Umweltfaktoren die Ursache für die Zyklusstörungen sind und dann wegfallen. Treten Zyklusstörungen als Symptom von Erkrankungen auf, hängt der Verlauf davon ab, wie sich die Erkrankung entwickelt und wie erfolgreich die Behandlung ist.
Zyklusstörungen (Menstruationsstörungen), für die erblich bedingte oder organische Erkrankungen verantwortlich sind, können Sie nicht vorbeugen. Spielen jedoch hormonelle Faktoren eine ursächliche Rolle für Ihre Zyklusstörungen, können Sie mit einer Reihe von allgemeinen Massnahmen Ihren Menstruationszyklus positiv beeinflussen. Zur Normalisierung und Stabilisierung Ihres Menstruationszyklus kann zum Beispiel Folgendes beitragen:
Coronavirus
Wie hilfreich sind Schutzmasken?