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Telefongebühren bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Leistungsverbesserung, Rentabilität und angemessenen Preisen.
Der Aufbau des Telefonnetzes kostete viel Geld. Immer wieder musste investiert werden, um das Netz störungsfreier und leistungsfähiger zu machen. Telefongebühren sorgten schon früh für Diskussionen. 1909 diskutierte das Parlament eine Erhöhung der Telefongebühren. Oder in der Publikation «Unser Telephon» von 1939 rechtfertigte die Eidgenössische Telephonverwaltung ihre Preise mit hohen Investitionen und Leistungsverbesserungen.
Wie berechnet man Telefontarife?
In seiner Dissertation von 1909, erklärte der Ober-Postpraktikant Erwin Günther aus Halle (Saale) die Tarifgestaltung durch «technische», «organisatorische» und «finanzpolitische Grundlagen». Distanz, Dauer, Dringlichkeit sind Stichworte für die Gestaltung der Tarife. Aufgrund der Distanz-Abhängigkeit wurden komplizierte Tarif-Tabellen erstellt. Wer die österreichischen Tarife für Fernsprechverbindungen (1930) studiert, wird leicht ratlos zurückbleiben.
Was kosteten internationale Gespräche?
Telefonieren war teuer. Die Tarife bezogen sich meist auf eine Gesprächsdauer von 3 Minuten. (Jede weitere Minute kostete logischerweise «1/3 der Taxe»). Gemäss «auslands-telephon-tarif» von 1935 kostete ein Gespräch in die USA 165 Fr., nach Hawaii bis 255 Fr. Europa war massiv günstiger, aber strikt distanzabhängig, wie die Karte zeigt.
1952 waren die Europa-Preise gestiegen. Übersee war viel günstiger geworden: 3 Minuten telefonieren in die USA (Etats-Unis) kosteten 52.50 Fr. Grosse Länder waren in Zonen unterteilt: Milano z.B. war für 3 Fr. zu erreichen, Rom kostete 5.85 Fr.; aus dem Wallis und dem Tessin konnte man günstiger mit Milano sprechen. Dabei handelte es sich immer um Gespräche aus der Schweiz ins Ausland. Einen Quantensprung an Kompliziertheit machte das Tarifsystem erst mit der Erfindung des Mobiltelefons und dem Entstehen der beliebten Roaming-Tarife.
Welches waren die Etappen der Telefonie-Geschichte?
Der Beginn des elektrischen Nachrichtenwesens in der Schweiz war im Jahr 1852. Damals wurde das Telegraphennetz in Betrieb genommen – acht Jahre nach der ersten Linie mit dem Morse-System in den USA. Die Erfindung des Telefons wird auf 1876 datiert (Graham Bell in den USA), und schon 1877 war das Telefon in der Schweiz angekommen. Zuerst konnte nur innerhalb von Städten telefoniert werden, wenige Jahre später dann im ganzen Land. Die erste Auslandverbindung war 1886 von Basel nach St Louis. Verbindungen ins Ausland über längere Distanzen waren ab ungefähr 1900 möglich. Der grosse Ausbau der internationalen Telefonnetze in Europa erfolgte in den 1920er Jahren. Mit dem 1940 in Betrieb genommenen Kurzwellensenders Schwarzenburg wurden drahtlose Telefongespräche nach Übersee möglich. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Ära des weltweiten Telefonierens.
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