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Molay
(spr. mollä), Jakob Bernhard von, der letzte Großmeister des Templerordens, um die Mitte des 13. Jahrh. in Burgund geboren, wurde 1298 Großmeister. Als er eben auf Cypern [* 2] zum Kriege gegen die Sarazenen rüstete, erhielt er 1306 eine Aufforderung des Papstes Clemens V., nach Frankreich zurückzukehren. Er leistete ihr Folge und ließ sich mit dem ganzen Konvent des Ordens im Templerhaus zu Paris [* 3] nieder. Auf Befehl König Philipps des Schönen, der den Orden [* 4] haßte und sich seiner reichen Schätze bemächtigen wollte, wurde er aber nebst allen in Frankreich lebenden Templern verhaftet, auf der Folter zum Geständnis ruchloser Schandthaten des Ordens gezwungen und zu lebenslänglicher Haft verdammt, als er aber diese Geständnisse als erlogen widerrief, zu Paris bei langsamem Feuer verbrannt. Auf dem Scheiterhaufen bekannte er sich wegen seines falschen Geständnisses des Todes für schuldig und forderte den Papst und den König vor den Richterstuhl Gottes.