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In der Metro nach Asien
Die Ausreise aus Europa beginnt mit einer Rolltreppe. Sie führt am Rand der Fussgängerzone Istiklal in die Tiefe. Am Ende der Rolltreppe folgt eine weitere Rolltreppe und dann noch eine. Es sind sehr viele Rolltreppen. Ganz weit unten riecht es nach einer Mischung aus feuchtem Keller und Topferde. Es ist angenehm kühl. Im Marmorboden spiegeln sich die Deckenleuchten. In die Tunnelwand ist eine Plakette mit dem Namen der Station einbetoniert: Sishane. Die Plakette ist mit Blumen und Schnörkeln verziert, aber die Tunnelwand wölbt sich aus Rohbeton und Kabel hängen heraus. Ein säuselnder Wind kommt auf, gefolgt von einem Surren. Der Zug hält. Eine halbe Stunde später zucken an der Tunnelwand Lichtquadrate auf. Ein Mann sitzt neben einem Turm aus Kartonschachteln. Mütter wiegen Babys in den Armen. Irgendwo über uns sind Fische, Schiffe, Tanker und Möwen. Diese Metro-Strecke unter dem Bosporus durch wurde letztes Jahr vom Präsidenten persönlich eingeweiht – sein Vorzeigeobjekt. Der Spass dauert nicht lange. Draussen wird es plötzlich hell. Die Türen des Zuges gleiten zurück. Wir sind weg aus Europa. Asien.