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An Angel at My Table
Regie: Jane Campion
Darst.: Kerry Fox, Alexia Keogh, Karen Fergusson, Iris Churn, Kevin J. Wilson, Melina Bernecker, Mark Thomson, Katherine Murray-Cowper, Mark Morrison u.a.
Film courtesy of Te Tumu Whakaata Taonga New Zealand Film Commission
Die kleine Janet Frame wächst in den ärmlichen Verhältnissen einer kinderreichen Familie in Neuseeland auf. Mit ihrem pummeligen Äusseren, dem roten Lockenkopf und ihren schäbigen Kleidern wird sie von allen für etwas zurückgeblieben gehalten. Dabei interessiert sich das schüchterne Mädchen schon früh für Literatur und klassische Musik und schreibt schon als Kind erste Gedichte. Nach dem tragischen Tod ihrer geliebten Schwester diagnostiziert man bei der verträumten jungen Frau fälschlicherweise Schizophrenie. Sie wird in die Psychiatrie eingewiesen und jahrelang mit qualvollen Elektroschocks behandelt. Erst ein unverhoffter Literaturpreis bewahrt sie vor der finalen Gehirnoperation … Basierend auf der erschütternden, dreiteiligen Autobiografie der neuseeländischen Schriftstellerin Janet Frame schildert Jane Campion den schmerzhaften Weg des Erwachsenwerdens einer Frau, die sich schon früh als Aussenseiterin begreifen musste und mit dem Schreiben buchstäblich ihr Leben rettete. Das poetische Biopic war die erste neuseeländische Produktion, die es in den Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig schaffte und dort gleich sieben Preise – unter anderem den Grossen Preis der Jury – einheimste. «An Angel at My Table» zählt zu den meistprämierten neuseeländischen Filmen überhaupt und machte nicht nur Jane Campion international bekannt – er bescherte auch Janet Frame einen unerwarteten, späten Ruhm. Immer wieder wurde sie für den Literaturnobelpreis gehandelt, ehe sie 2004 an Leukämie verstarb. Andreas Kilb schreibt in Die Zeit: «Wenn man diesen Film heute wiedersieht, fällt einem die wunderbare Fähigkeit der Regisseurin, inneres in äusseres Geschehen zu verwandeln, noch stärker auf als beim ersten Mal. Das Haus, das Buch, das Gras, das Meer, die Stelle im Wald: Innenwelten. Und dazu die Gesichter: Das pummelige Kind, die Schülerin, die Studentin, die junge Autorin Janet werden von vier verschiedenen Schauspielerinnen dargestellt, aber man spürt nicht den kleinsten Riss zwischen den Episoden, sie verschmelzen wahrhaftig zu ‹einem› Leben.»