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Pranayama
Pranayama, eine Vielzahl von Atemtechniken, nimmt innerhalb der Yoga-Wissenschaft einen sehr bedeutenden Platz ein. Diese Wissenschaft lehrt, dass es neben dem physischen Körper auch einen Astral-Körper gibt, und dass das Üben von Asana und Pranayama totale Kontrolle über diese beiden Teile des menschlichen Wesens verleiht. Diese umfassende Kontrolle ist die Grundlage für eine echte spirituelle Entwicklung.
Pranayama besteht aus Einatmung (Puraka), Atemanhalten (Kumbhaka) und Ausatmung (Recaka) und dient generell der Reinigung und Aktivierung von Nervenzentren auf der physischen Ebene und der Nadis (subtile Energiekanäle) im feinstofflichen Bereich, wodurch eine Verjüngung des Körpers einhergeht mit der schrittweisen Bemeisterung und Stilllegung des Geistes. Wenn der Yogi Prana, die universelle Lebenskraft, unter Kontrolle gebracht hat, wird er reif für seine Befreiung. Wenn jemand Yoga praktizieren will, ohne diese Kontrolle der Lebensenergie zu bewerkstelligen, kann man ihn mit einem Toren vergleichen, der den weiten Ozean in einer Nussschale überqueren will.
In der Yoga-Shastra werden zehn herausragende Kumbhakas erwähnt: Nadishodhana-Pranayama (Nadi-Reinigung), Surya-Bhedi oder Surya-Bhedana (Durchstechen der Sonne), Ujjayi (siegreich), Sitkari & Shitali (kühlend), Bhastra-Kumbhaka (Blasebalg-Kumbhaka), Bhramari (Bienengesumm), Murccha (Ohnmacht). Plavini (Schwimmer) und Kevala-Kumbhaka (absolutes Atemanhalten). Kevala-Kumbhaka ist der Schlüssel zu den höheren Stufen der Meditation und zu Raja-Yoga.
Damit diese anspruchsvollen und tiefgreifenden Atemübungen gefahrlos und erfolgreich ausgeführt werden können, ist es erforderlich, dass der Sadhaka sich streng an die Ernährungsvorschriften hält und seinen Körper durch Reinigungsübungen (Sukshma-Vyayama und Shat-Karma) und Yogastellungen (Asana) entsprechend vorbereitet hat.
In der "Hathayoga-Pradipika" steht dazu: "So wie ein Löwe, ein Elefant oder ein Tiger schrittweise und vorsichtig gezähmt wird, so sollte die Lebenskraft unter Kontrolle gebracht werden; andernfalls wird sie den Übenden töten."