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Wir gratulieren René Botteron zu seinem 68. Geburtstag.
René Botteron war Fussball-Junior und Aktiv-Spieler beim FC Glarus, ehe er ab 1973 eine tolle Fussball-Profi-Karriere hinlegte, welche die Krönung mit der ersten Teilnahme an einem Europapokal-Final-Spiel eines Schweizer Spielers im Jahr 1982 fand.
Geboren am 17.10.1954, spielte René Botteron bis 1973 beim FC Glarus.
Botteron schaffte 1973 den Sprung vom Zweitligisten FC Glarus direkt in die erste Mannschaft des Zürcher Stadtklubs (FC Zürich), 1974 debütierte er bereits im Nationalteam. Nach Köbi Kuhns Rücktritt wurde er 1977 FCZ-Captain. 1980 wechselte er zum FC Köln, und spielte mit Standard Lüttich 1982 als erster Schweizer überhaupt in einem Europacupfinale. Botteron war das Idol einer ganzen Generation von FCZ-Fans. Er absolvierte 307 Pflichtspiele und erzielte dabei 61 Tore für Zürich.
René Botteron war der auffälligste Schweizer Fussballer der siebziger Jahre. Wegen seines Stils verglich man ihn mit Johan Cruyff, und 1982 spielte er als erster Schweizer in einem Europacup-Final. Wenn er mit wehenden Haaren auf der linken Seite nach vorne rannte, die Verteidiger des Gegners wie Pappkameraden stehen liess, und dann mit dem Aussenrist seines rechten Fusses scharf nach innen flankte, so war das eine Attacke auf die Welt des Althergebrachten. René Botterons Art zu spielen war der Regelverstoss, der das wohlgeordnete Spiel des FCZ der mittleren siebziger Jahre unberechenbar und gefährlich machte. Die sehr langen Haare, die Stulpen zusammengerollt am Knöchel, das Leibchen über der Hose: Botteron war die Verkörperung des Zeitgeistes, mit ihm drang das Hippietum auf den Fussballplatz vor. Doch Botteron sah und sieht sich keineswegs als Rebell. Die langen Haare seien nicht als Provokation gedacht gewesen, sondern er trug sie, «weil ich lange Haare mochte», wie er heute sagt. Dass es deswegen blöde Sprüche gab, war ihm egal. 1973 kam er als 19-Jähriger auf den Letzigrund, und knapp ein Jahr später spielte der junge Mann, der eben noch in der 2. Liga gekickt hatte, in der Nationalmannschaft. Botterons Karriere war eine der furiosesten im Schweizer Fussball, vergleichbar nur mit der seines Glarner Compagnon Fritz Künzli. Der hatte den FCZ ja unmittelbar vor Botterons Verpflichtung verlassen müssen; Botteron übernahm nicht nur die Glarner Vertretung beim FCZ, sondern auch Künzlis Rolle als Popstar. Bald schmiss er seine Lehre, wurde Profi, kaufte sich einen Porsche und logierte fortan im Hotel, im Holiday Inn in Regensdorf. Man verglich Botteron seiner schlaksigen Bewegungen und seiner Unwiderstehlichkeit wegen mit Hollands Superstar Johan Cruyff. Und man glaubte, er werde bald ins Ausland ziehen. Ajax Amsterdam, Cruyffs ex-Klub, und Bayern München interessierten sich, hiess es. Heute sagt Botteron, falls es diese Angebote tatsächlich gab, so habe er sie nie zu sehen bekommen. Botteron blieb bis 1980 beim FCZ, nach Köbi Kuhns Rücktritt 1977 war er – als 23-Jähriger – Captain geworden. In seinem Wesen ist Botteron ein anderer Typ, als der Rebell, der auf dem Spielfeld war. Ein ausgeglichener, ausgleichender Mensch. Am liebsten hätte er im zentralen Mittelfeld gespielt – doch da waren «immer andere». Und so wurde er links, im Sturm oder als Aussenverteidiger aufgestellt. «René war unglaublich anständig», sagt der damalige Trainer Timo Konietzka. «Er war schneller als alle, aber im Training hielt er sich zurück, weil er die anderen nicht bloss stellen wollte.» Konietzka findet, Botteron hätte gegenüber seinen Kollegen «auch mal auf den Putz hauen können». «Ich bin ein kritischer Mensch. Auch gegen mich. Aber ich halte mit Kritik zurück», sagt Botteron. «Denn manche Leute vertragen sie schlecht.» Und so sind auch heute pointierte Aussagen von ihm rar. Die deutlichste macht er über Fredy Scheiwiler: «Er war der Beste, mit dem ich je zusammenspielte. Er war beidfüssig technisch hervorragend, und auch menschlich ein Supertyp». 1980 wechselte Botteron zum 1. FC Köln die Bundesliga, als erst zwei Ausländer pro Team erlaubt waren. Es folgte ein Abstecher nach Belgien zu Standard Lüttich, mit dem er Meister wurde und 1982 den Final des Europacups der Cupsieger erreichte. Das Spiel, das gegen den FC Barcelona 1:2 verloren ging, bezeichnet Botteron als Höhepunkt seiner Karriere. Es war eine Premiere, nie zuvor hatte ein Schweizer bei einem Europacup-Final auf dem Platz gestanden. Botteron spielte danach beim FC Nürnberg und ab 1983 beim FC Basel. Eine schwere Knieverletzung bedeutete 1987 das Karrierenende. Nach seiner Fussball-Karriere arbeitete er bei einer Basler Privatbank im Back-Office. Lange Haare, inzwischen sind sie grau, trägt er noch immer, und die neckische Zahnlücke zwischen den Schaufeln natürlich auch. Text: Michael Lütscher