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Klar ist: Die Wahrscheinlichkeit, von einem Meteoriten getroffen zu werden, ist nie gleich Null. Die Lottogesellschaft «Lottoland» hat eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 840 Millionen berechnet. Zum Vergleich: Dass du bei EuroMillions den Jackpot knackst, ist viel wahrscheinlicher (1 zu 140 Millionen).
Aber eben: Ausgeschlossen ist es nicht. Die Chance, dass du bei einem Treffer durch einen Meteoriten überlebst, ist sogar noch kleiner. In der ganzen Geschichte der Menschheit gibt es bisher erst einen überlieferten und bestätigten Fall. Ann Hodges wurde 1954 von einem Meteoriten getroffen und hat überlebt.
Zumindest war das bis anfangs Juli noch der einzige überlieferte Fall. Denn eine Frau aus dem Elsass erzählt, dass sie am 6. Juli auf ihrer Terrasse von einem Meteoriten getroffen worden sei. Nach einem Ablenker von ihrem Dach habe das ausserirdische Gestein immerhin noch blaue Flecken auf ihrem Oberkörper hinterlassen.
Seither haben viele Medien über das aussergewöhnliche Ereignis berichtet. Doch stimmt es auch?
«In 99 Prozent der Fälle ist es keiner»
Dass ein Meteorit auf einem Haus landet, ist schon mal sehr selten. Die Steine landen in der Regel in Gebieten, in denen niemand wohnt – rein statistisch völlig normal, da der grösste Teil der Erde nicht bewohnt ist.
Nicht nur deshalb haben in den vergangenen Tagen mehrere Forscherinnen und Forscher Zweifel an der Geschichte geäussert. Barbara Gollain, die Leiterin des Mineralogischen Museums in Strassburg, sagt gegenüber «France 3»: «Mindestens einmal pro Woche kommt jemand zu uns und bittet uns, einen Stein zu untersuchen, weil er glaubt, einen Meteoriten entdeckt zu haben. Und in 99 Prozent der Fälle ist es keiner.»
Meteorit hätte Loch in Dach gerissen
Weiter sagt Gollain zum aktuellen Fall: «Man findet kein Kriterium, das einen Meteoriten charakterisiert.» So sind «richtige» Meteoriten von einem dünnen schwarzen Film überdeckt, der sogenannten «Schmelzkruste» Das ist beim Gestein im Elsass nicht der Fall. Die Museumsleiterin sagt: «Der angebliche Meteorit ist mit vielen Löchern und Blasen gefüllt. Das wird man in einem Meteoriten nie finden. Das ist ein Killermerkmal.»
Ein weiteres Argument, das gegen die Meteoriten-Theorie spricht: Aufgrund der Geschwindigkeit, mit der ein Meteorit einschlägt – schätzungsweise 10 Kilometer pro Sekunde (36'000 km/h) –, hätte der Stein ein Loch in das Dach gerissen. Das war auch der Fall im ersten dokumentierten Fall von Ann Hodges.
Trotzdem bleibt der Fall ein Rätsel
Aber was hat nun die Frau im Elsass getroffen? Woher kommt der Stein? Gollain geht davon aus, dass es ein Schlackestück ist. «Es gibt davon zwei Arten: eine Vulkanschlacke und eine Stahlschlacke, die aus der Metallindustrie stammt. Davon findet man bei uns in der Gegend viel», so Gollain.
Wie der Stein die Frau treffen konnte, weiss nun niemand so genau. Einige Leute haben die Theorie, dass Einbrecher den Stein auf das Haus geworfen haben, um zu schauen, ob jemand daheim ist. Gollain: «Das ist möglich. Ich weiss es aber nicht. Oder kann ein Vogel so etwas transportieren? Ich habe keine Ahnung!»
So berichtete das «Life»-Magazin über Ann Hodges, die einen Meteoriten-Treffer überlebt hat:
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