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Lesenswert!
Johann Clopath
"Der Gerüstbauer Richard Coray (1869 – 1946)
448 Seiten, gebunden, in Schuber
Scheidegger
ISBN 978-3-03942-045-2
Brücken und Graubünden: eine Liebesbeziehung, eine Notwendigkeit, eine Tugend, kurz: Graubünden ohne Brücken ist nicht denkbar. Grosse Brückenbauer haben berühmte Brücken gebaut, die weltweit beachtet werden.
Richard Coray gehört zu den ganz Grossen. Johann Clopath aus Trin legte vor kurzem einen Prachtband von 501 Seiten über Leben und Werk von Richard Coray vor, mit Texten von Johann Clopath, Jürg Conzett und Andreas Kessler.
Richard Coray, geboren 1869 in Trin, studierte nach der Zimmermannslehre am Technikum in Winterthur. Mit 25 Jahren gründete er zusammen mit Hans Telli seine erste Firma. Als eine der ersten Arbeiten baute Coray eine Seilbahn bei Rongellen für den Holztransport. Sichtbar von dieser Seilbahn ist heute nichts mehr, im Buch zum Glück dokumentiert mit Fotos. Berühmt wurde Richard Coray aber nicht mit Seilbahnen, sondern mit Lehrgerüsten.
Das erste Lehrgerüst entstand für die Strassenbrücke im Versamertobel. Für Brücken über die Albula und den Rhein baute Coray viele Lehrgerüste, zum Beispiel für die Eisenbahnbrücke über den Hinterrhein von Thusis nach Sils i.D. Berühmt wurde seine Arbeit für das Soliser Viadukt. Auf Fotos sind Männer zu sehen, die 80 m über der Albula auf Gerüsten stehen, ohne Geländer. Weniger gefährlich war der Bau der Treppenanlage in der Viamalaschlucht, in nur drei Monaten wurde die ganze Anlage in mustergültiger Weise gebaut. Das Wiesner Viadukt ist ebenfalls eines der grossen Werke von Coray.
Viele schwarz-weiss Fotos und Pläne illustrieren und dokumentieren das Buch. In der ganzen Schweiz und im Ausland hat Richard Coray seine Spuren hinterlassen. Vieles ist nicht mehr sichtbar, die Lehrgerüste verschwinden ja nach der Fertigstellung der Brücken. Die Fotos von der Hängebrücke von Thusis nach Sils i.D. sind farbig. Die Brücke steht heute noch, Richard Coray baute die Konstruktion 1917, die Holzteile wurden 2020 ersetzt.
Johann Clopath ist ein Buch gelungen, das Geschichte, Technik, Menschlichkeit und Baukunst auf beste Art und Weise vereint.