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London, 13. August 2012 Brasilien will bei der kommenden Heim-Olympiade 2016 in Rio de Janeiro erstmalig in die Top10 der Medaillen kommen. Dies gab das Nationale Olympische Komitee (COB) auf einer Pressekonferenz am Sonntag (12.) bekannt. Bei den Olympischen Spielen in London war man quantitativ mit 17 Medaillen (3x Gold, 5x Silber und 9x Bronze) am Ende gemeinsam mit Spanien und Ungarn auf Rang 14 gelandet.
„Das COB ist mit einer realistischen Erwartung nach London gereist, die vorsah, ähnliche viele Medaillen wir in Peking zu erkämpfen. Das Endresultat liegt damit innerhalb der Erwartungen und stimmt mit den Planungen des COB für die Olympischen Spielen Rio de Janeiro 2016 überein. Wir planen, Brasilien in die Top 10 zu bringen und arbeiten daran. Das COB hat einen detaillierten Plan für jeden Wettbewerb, übereinstimmend mit dem derzeitigen Niveau eines jeden Einzelnen und was erreicht werden kann. Gemeinsam mit den brasilianischen Olympiaverbänden und mit Unterstützung des Sportministeriums, der Regierung, den Bundesstaaten, den Stadtverwaltungen und den Sponsoren werden wir die Trainings-Infrastruktur perfektionieren und alle Voraussetzungen bieten, damit unsere Athleten eine exzellente Vorstellung für die brasilianischen Fans 2016 abgeben können“, sagte der Präsident des nationalen olympischen Komitees, Carlos Arthur Nuzman.
Für London 2012 habe man sich zudem so gut wie nie zuvor vorbereitet. Nuzman betonte in diesem Zusammenhang das eigens in London für Brasilien errichtete Trainingszentrum „Crystal Palace“ sowie die Vorbereitungs-Trainingslager in Sheffield (Boxen) oder dem belgischen Gent (Kunstturnen Männer). Laut dem COB hat die Teilnahme an den diesjährigen Olympischen Spielen umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro gekostet, davon seien 1,3 Millionen Euro für das Trainingszentrum aufgewendet worden. Rund 200.000 Euro habe man für die Akklimatisierung der Athleten in 20 verschiedenen europäischen Städten investiert, die Reise- und Aufenthaltskosten für die brasilianische Delegation lagen nach offiziellen Angaben bei umgerechnet 3 Millionen Euro.
Das brasilianische olympische Komitee hat zudem nach eigenen Angaben von 2009 bis 2012 umgerechnet insgesamt 133 Millionen Euro als Sportförderung erhalten. Diese gehen jedoch keinesfalls ausschliesslich in den Leistungssport. Laut dem entsprechenden Gesetzesrichtlinien muss das COB mindestens 15 Prozent davon in den Schul- und Universitätssport investieren. Die Zahlungen erfolgten dabei in spezielle Programme, die entweder vom Komitee selbst oder den jeweiligen Sportverbänden ausgearbeitet wurden. Mit den staatlichen Fördergeldern wurden zudem zahlreiche internationale Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Sportarten unterstützt, darunter waren Weltmeisterschaften, Grand Prixs, Turniere aber auch die panamerikanischen Spiele 2011 oder die Südamerikaspiele 2010.
Mit den 17 errungenen Medaillen in London haben die brasilianischen Athleten gleich zweimal mehr Edelmetall erkämpft mehr als in Peking vor vier Jahre. Gold ging dabei erstmalig an das Judo der Frauen sowie das Kunstturnen der Männer. Zudem wiederholten die Volleyball-Frauen ihren Olympiasieg von 2008. Die fünf Silbermedaillen wurden im Schwimmen, Beach-Volleyball, Volleyball, Fussball und Boxen geholt. Bronze konnten Athleten im Judo, Schwimmen, Segeln, Boxen, Beach-Volleyball, Volleyball und Modernem Fünfkampf gewinnen. Gleich sieben Medaillen wurden in Kampfsportarten errungen, weitere sechs gingen an Mannschaftssportarten, rechnet man die Duos im Segeln und Beach-Volleyball mit ein.
Wie 2008 hat Brasilien bei den abgelaufenen olympischen Spielen damit erneut als bestes Land Südamerikas abgeschnitten. Mit Kolumbien (1x Gold, 3x Silber, 4x Bronze), Argentinien (1x Gold, 1x Silber, 2x Bronze) und Venezuela (1x Gold) konnten allerdings nur drei weitere Länder des Subkontinenten Edelmetall erringen. Im offiziellen Medaillenspiegel des IOC belegte Brasilien in London Rang 22.