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Wäre der FC Reading ein Kind, müsste er sich aufgrund seines Gründungsdatums, dass sich gestern zum 148. Mal jährte, wohl – ähnlich wie ich – ständig anhören, wie unglücklich es doch sei, nur einmal im Jahr beschenkt zu werden.
Heute jährt sich mein „Gründungsdatum“, welches ich mir ebenfalls nicht ausgesucht habe. Als Entschädigung gibt es an meinem Geburtstag in Grossbritannien stets ein breites Fussballangebot, wovon ich mir das Duell zwischen den Royals und den Hoops aussuchte. Den königlichen Übernamen verdankt der Verein seiner Lage in der Grafschaft Berkshire und nicht etwa Kate Middleton, der hier geborenen Ehefrau des Prinzen William. Ausgesprochen wird der Name der 160’000-Einwohner-Stadt übrigens ohne das a; entsprechend liegt der Ursprung des Namens bei der Farbe und nicht beim Lesen.
Im Süden des wichtigen Wirtschaftsstandorts wurde vor knapp zwei Jahrzehnten auf einer ehemaligen Mülldeponie das Madejski-Stadion erbaut. Es trägt den Namen des Präsidenten und Clubbesitzers und ist ein typischer All-Seater, wird von der doppelstöckigen Haupttribüne abgesehen. Seit dem Abstieg aus der Premier League vor sechs Jahren ist es meist nur noch in Spielen gegen grosse Gegner gut gefüllt. Eine Ausnahme stellt jeweils der Boxing Day dar, wo trotz dem Platz in der hinteren Tabellenhälfte eine stattliche Anzahl an Fans in die Spielstätte strömen. Hatte ich zumindest vorab gedacht; mit 12‘495 Zuschauer, darunter ein Zehntel davon aus der Hauptstadt, enttäuschte die Kulisse doch sehr und stellte den Negativrekord in der laufenden Spielzeit dar. Während die Gästefans schweigen, überraschen mich die Heimfans rund um den Club 1871 und zeigen einen Support der besseren Sorte in England. Trotz der geografischen Nähe pflegen die beiden kein rivalisierendes Verhältnis zueinander. Gekämpft wird lediglich auf dem grünen Rasen, wobei der Gastgeber dank einem sehenswerten Weitschuss zum 1:0 das bessere Ende im zweitletzten Spiel des Jahres (und Jahrzehnts) für sich behält.
Übrigens: Geschenke gab es damals an drei Tagen durchgehend – irgendwie auch nicht schlecht.