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1.0 km
Publiziert: 27 Mai 2012
Neben dem Goetheanum in Dornach gibt es in der Schweiz nur noch einen Tempelbau: das Elisarion des estnischen Malers und Dichters Elisàr von Kupffer in Minusio.
Das Elisarion wurde 1927 vom estnischen Maler und Dichter Elisàr von Kupffer (1872-1942) erbaut nach den Grundsätzen des Klarismus, einer von ihm entwickelten dualistischen Ideologie, die auf der Gegenüberstellung von Chaos und Klarheit beruht und im Kontrast zum Christentum steht. Eine kleine Bibliothek enthält Publikationen über den Klarismus. In einem Elisar von Kupffer gewidmeten Saal sind einige seiner Werke zu sehen. Sein Riesengemälde Klarwelt der Seligen ist nur noch als Kopie vorhanden, das Original wird auf dem Monte Verità ausgestellt. Das Gesamtwerk von Kupffers und seines Lebensgefährten Eduard von Mayer sei „etwas salopp gesagt, die schwule Variante eines idealen Lebensentwurfs“, so ist auf www.network.ch zu lesen. „Ihr Gesamtkunstwerk vermachten von Kupffer und von Mayer nach ihrem Tod der Gemeinde Minusio. Nur die Gemeinde wusste nicht so recht, was damit anfangen und das Gebäude wurde im Innern in den späten Siebzigerjahren weitgehend zerstört, obschon Harald Szeemann früh auf die kulturelle Bedeutung des Sancutarium Artis Elisarion aufmerksam gemacht hatte. Unwissen und eine latente Ablehnung von Homoerotik und schwuler Lebensweise mögen zu dieser Zerstörung der Auslöser gewesen sein. Heute wird das Gebäude als Kulturzentrum genutzt und enthält ein (verschämtes) Archiv mit Teilen des Werkes. Nur dank Szeemann haben sich viele Werke, insbesondere das in den Zwanzigerjahren gemalte grosse Rundbild, erhalten. Dieses Rundbild ist eines der bedeutendsten europäischen Paradies-Entwürfe des 20. Jahrhunderts.“
Hier der Link zum Verein Pro Elisarion: www.elisarion.ch