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Das Südpolarmeer rund um den antarktischen Kontinent wird durch die CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) und seine 26 Mitglieder verwaltet. Jedes Jahr trifft sich die CCAMLR in Hobart, Tasmanien, um verschiedene Aspekte zum Wohl des Südpolarmeeres zu diskutieren und beschliessen. Zum neunten Mal wurde auch über die Einrichtung von Meeresschutzgebieten abgestimmt, wiederum ohne Erfolg.
Beschlüsse an den Treffen der CCAMLR müssen gemäss den Kommissionsstatuen einstimmt gefasst werden. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde auch dieses Mal lange und teilweise hitzig darüber debattiert. Von Australien, Frankreich, Grossbritannien und unterstützt durch die EU wurden zwei Vorschläge zur Einrichtung von Schutzgebieten vorgelegt. Doch keiner der Vorschläge erhielt die erforderlich einheitliche Unterstützung. Naturschutzorganisationen wie die Antarctic and Southern Ocean Coalition ASOC sind entsprechend enttäuscht. «Wir benötigen nun dringend globale Führung, um die Bedeutung des Schutzes des Südpolarmeeres rund um Antarktika hervorzuheben. Die Wissenschaft ist sich einig. Nur der politische Wille fehlt zur Schaffung neuer Meeresschutzgebiete im letzten Wildnisrefugium der Erde», erklärt Claire Christian, die Geschäftsführerin der ASOC.
Das Treffen der CCAMLR war die erste Möglichkeit, Schritte und Massnahmen zum Schutz der polaren Meere und Regionen zu unternehmen, nach der Veröffentlichung des Sonderberichts des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). In diesem hatte der Rat vor massiven und schädlichen Veränderungen in den Polarregionen und den Ozeanen aufgrund des Klimawandels gewarnt. Trotzdem war es am Treffen der CCAMLR offensichtlich, dass einige der Länder keine dringende Notwendigkeit sehen, die vorgeschlagenen Schutzgebiete einzurichten und damit dem Bericht Rechenschaft zu tragen. Als Argument gegen die Einrichtung werden die Fangverbote eingebracht, mit denen wissenschaftliche Forschung auch verunmöglich würden, argumentieren die Gegner. Doch betrachtet man die Lage der Schutzgebiete, ist klar, dass es um wirtschaftliche Interessen geht. Dies sehen auch Organisationen wie Greenpeace und The Pew Charitable Trusts’ Antarctic and Southern Ocean work. “Es ist inakzeptabel, dass die Fischerei im Südpolarmeer jährlich wächst, während der Fortschritt zu Einrichtung von Schutzgebieten blockiert wird. Millionen von Menschen weltweit möchten das Südpolarmeer geschützt sehen und die Unfähigkeit der CCAMLR, diese durchzusetzen rührt die Frage nach deren Glaubwürdigkeit auf», sagt Frida Bengtsson von Greenpeace. Diese Frage ist durchaus berechtigt, da die CCAMLR zwar bereits 2009 einstimmig beschlossen hatte, bis 2012 ein durchgehendes Netzwerk von Schutzgebieten um Antarktika einzurichten. Aber diese Frist ist schon lange abgelaufen und Resultate sind keine in Sicht.
Die Bereiche rund um Antarktika verhalten sich aufgrund des Klimwandels zurzeit noch unterschiedlich. Während in einigen Regionen der Ostantarktis die Gletscher noch etwas wachsen, sind aber andere Gebiete wie die Halbinsel und Bereiche zwischen der Halbinsel und dem Rossmeer massiv von schmelzenden Gletschern und abnehmendem Meereis betroffen. Dadurch gehen wichtige Lebensräume für antarktische Arten verloren, besonders für Krill. «Es ist entmutigend zu sehen, dass die CCAMLR in acht aufeinanderfolgenden Jahren es nicht geschafft hat, di ostantarktischen Gewässer zu schützen. Während dieser Zeit haben wir mehrfache Brutverluste bei den Adéliepinguinen gesehen, Lebensraumverluste beobachtet, eine Zunahme der Krillfischerei verzeichnet und die wärmsten Temperaturen im Südpolarmeer gemessen. Die Forschung ist sich einig, dass Schutzgebiete notwendig sind, um die sich erwärmenden und versauernden Ozeane zu stabilisieren», sagt Andrea Kavanagh vom The Pew Charitable Trust. Der Aufruf der Organisationen geht an alle Regierungen der Welt, denn der Schutz des Südpolarmeeres und seiner Bewohner geht alle an.
Quelle: ASOC / CCAMLR