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Das zeigt die am Dienstag publizierte Aufstellung zur Kaufkraftparität des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Jahr 2019. Schweizerinnen und Schweizer mussten demnach vergangenes Jahr für einen Warenkorb, der im Durchschnitt der 27 EU-Länder 100 Euro kostet, 155 Euro bzw. zum Durchschnitts-Umrechnungskurs des letzten Jahres 173 Franken bezahlen. Damit lag das Preisniveau auf Stufe Bruttoinlandprodukt 2019 im Vergleich zum Durchschnitt der 27 EU-Länder (ohne Grossbritannien) bei 155,2 Prozent.
In Deutschland kostete derselbe Warenkorb im vergangenen Jahr 111 Euro, wie der Statistik zu entnehmen ist. Noch etwas teurer war Österreich mit 114 Euro, während Frankreich und Italien mit 109 bzw. 99,5 Euro unter dem europaweiten Durchschnitt lagen.
Damit ist die Schweiz laut BFS das teuerste Land im EU-Vergleich vor Island (152,5) und Norwegen (147,6). Das tiefste Preisniveau fand sich in der Türkei (44,4), gefolgt von Nordmazedonien (45,6) und Albanien (50,0).
Am meisten mussten Herr und Frau Schweizer im EU-Vergleich für Gesundheitsdienstleistungen bezahlen (302 Euro). Klar höher ist das Preisniveau auch bei den Kategorien Erziehung und Unterricht (270 Euro) oder Fleisch (234 Euro). Allerdings gab es auch Positionen, wo die Schweizer Preise unter dem europäischen Mittel lagen - dazu gehörten etwa Einrichtungsgegenstände und Teppiche (94 Euro).
Schweizer Währung sehr teuer
Gemäss der sogenannten Kaufkraftparitätstheorie müssten sich Wechselkurse zwischen zwei Ländern eigentlich so ausgleichen, dass ein vergleichbarer Warenkorb für den gleich hohen Betrag erworben werden kann. Ein Schweizer oder eine Schweizerin müsste somit also eigentlich 1,73 Franken für 1 Euro bezahlen müssen, damit er oder sie im Euroraum gleich viel bzw. in diesem Fall gleich wenig kaufen könnte.
Die Theorie gilt vor allem für Güter oder Dienstleistungen, die gut handelbar sind oder gut vergleichbar sind. Das britische Wirtschaftsmagazin «Economist» zieht dazu jeweils einen Big Mac von McDonald's als Vergleich hinzu. Dieser wird überall auf der Welt gleich hergestellt. Gemäss der letzten Ausgabe dieses Big Mac Index von 2020 war der Schweizer Franken im internationalen Vergleich gegenüber der Basiswährung US-Dollar um gut 20 Prozent überbewertet und war damit die teuerste Währung überhaupt.
Dass die Theorie vor allem kurzfristig nicht immer aufgeht, hat im Falle des Schweizer Frankens vor allem auch damit zu tun, dass er aufgrund seines Sicherheits-Status (Safe haven) eine stark nachgefragte Investitionswährung ist.
uh/tt/rw