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Wie virtuelle Teams Rückschläge und Konflikte überwinden, untersuchten die Wirtschaftswissenschaftler William Degbey von der Universität Turku in Finnland und Katja Einola von der Lund Universität in Schweden erstmals in einer Studie. Aus der Psychologie stammend, bezieht sich das Wort «Resilienz» auf die psychische Widerstandsfähigkeit eines Individuums. Mit wachsendem Interesse der Organisationsforschung am Thema wird die Erforschung der Resilienz einzelner Individuen jedoch zunehmend auch auf Gruppen angewandt. Dabei wird Teamresilienz als die Fähigkeit einer Gruppe definiert, sich von Fehlern, Rückschlägen, Konflikten oder anderen Bedrohungen zu erholen.
Um festzustellen, wie Teams resilienter werden, beobachteten die Wissenschaftler Degbey und Einola fünf virtuelle Projektteams während drei Monaten und analysierten, wie diese gemeinsam eine vorgegebene Managementaufgabe meisterten. Um Informationen über die Resilienzentwicklung innerhalb der virtuellen Teams zu erhalten, erhoben sie umfangreiche qualitative Daten wie Videosequenzen aus Teamsitzungen, Tagebucheinträge einzelner Teammitglieder und persönliche Interviews nach Abschluss der Projekte. Die Ergebnisse zeigen, dass erfolgreiche virtuelle Teams spezifische Reflexions- und Aktionsmechanismen entwickelten, die ihre Resilienz förderten. Die Forscher unterschieden zwischen:
- Regulieren der Emotionen (z. B. sich loslösen von negativen Emotionen gegenüber anderen Teammitgliedern, eine konstruktive, persönliche Aussprache suchen)
- Einbezug des gesamten Teams (z. B. Flexibilität und Anpassungen an besondere Bedürfnisse einzelner Mitglieder, frühzeitiges Festlegen der «Spielregeln»)
- Selbstreflexive Praktiken (z. B. Zurücknehmen der eigenen Person, um passiven oder schüchternen Teammitgliedern ebenfalls Raum zu geben; Brücken zwischen älteren und jüngeren Teammitgliedern bilden).
Momentan sind viele Teams dabei, neue Wege der Zusammenarbeit im virtuellen Raum zu finden. Diese Forschungserkenntnisse können Führungskräften und Teammitgliedern helfen, ihre Teamresilienz zu stärken. Das verbessert nicht nur die Leistung eines virtuellen Teams, sondern fördert auch das Wohlbefinden der einzelnen Teammitglieder.
Quelle: Degbey, W. Y. & Einola, K. (2020). Resilience in Virtual Teams: Developing the Capacity to Bounce Back. Applied Psychology.