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Geschichte
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Während sogenannte Talking Boards[1] in Amerika um ca. 1890 ihr Debüt feierten, tauchten in Europa viele ihrer Vorfahren bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Edward O ‚Brian entdeckte das überhaupt erste bekannte Patent für ein Talking Board in den Patentämtern von London.
Adolphus Theodore Wagner, ein Professor der Musik aus Berlin, damals Königreich Preussen, reichte sein Patentgesuch für einen „PSYCHOGRAPH oder Apparat, welcher die menschlichen Gedanken anhand neurogener Elektrizität anzeigt“ am 23. Januar 1854 ein. Das war 36 Jahre bevor das erste Patent für ein Talking Board in den Vereinigten Staaten eingereicht wurde.
In den Vereinigten Staaten stellte das erste Talking Board ein Kuriosum dar. Es war eine Kombination aus einer Planchette[2] und einem europäischem Zifferblatt.
Die Entstehungsgeschichte des ‚sprechenden Brettes’ ist eher ein säkulares Ereignis. Es brauchte die Arbeit von sieben Leuten aus den verschiedensten Sparten, um das erste ‚sprechende Brett’ in fast alle amerikanischen Haushalte einzuführen: Charles Kennard, Harry Welles Rusk, Colonel Washington Bowie, Elijah J. Bond, William H.A. Maupin, E.C. Reiche und William Fuld.
Diese Männer legten ihr Land, ihre Ressourcen und ihr Geld zusammen, um die Kennard Novelty Company of Baltimore, Maryland zu gründen. Sie alle hatten zwei Dinge gemeinsam: alle waren sie risikofreudige Leute und bereit, etwas neues zu probieren, und alle waren sie Freimaurer. Es ist höchst wahrscheinlich, dass sie sich in diesem Orden kennengelernt hatten. Vielleicht beim gemeinsamen Drink und Zigarrenrauchen gründeten sie eines Abends die Kennard Novelty Company.
Als Hauptsponsor hatte Colonel Washington Bowie alle Dinge bezüglich des neuen Unternehmens fest in der Hand. Rusk, mit der grössten Erfahrung in Patentrecht, wurde zum Präsidenten ernannt. Dieser konnte auch noch Geld sparen, indem er die nötigen Dokumente selbst bereit stellte.
Kennard besass Land und Immobilien aus seinen bisherigen Geschäften mit Kunstdünger, die er nun vollständig aufzugeben plante. Als Adresse wurde 220 South Charles Street in Baltimore gewählt. Kennard wurde als Gegenleistung für sein Land im Firmennamen verewigt.
Nach Bond sollten sich Produkte ihrer Firma von denen der Konkurrenz unterscheiden. Es gibt nirgends einen Beweis für Bonds offizielle Zugehörigkeit zur Firma. Seine Patente jedoch wurden, sobald sie eingereicht waren, sofort den Mitgliedern oder der Firma selbst zugewiesen. Maupin bleibt ein Mysterium. Die Patentzuweisungen sind die einzigen Beweise für sein Teilhaben, war er doch verschwunden, bevor alles überhaupt erst anfing.
Als Lackierer spielte William Fuld eine der Hauptrollen im Betrieb inklusive der Produktion. Dies sollte nicht lange andauern. Fuld hatte selbst viele Ideen im Kopf. Wegen seines Alters und seiner finanziellen Lage musste er, anders als seine Partner, hart arbeiten, um an die Spitze zu gelangen. Es dauerte weniger als ein Jahr, bis Fuld die Karriereleiter emporsteigen konnte. Historisch betrachtet gilt Fuld als der Erfinder und Vater des OUIJA®-Talking Boards. Mitglieder und Nachkommen seiner und der Familie der Bowies bestätigen dies. Die Machtaufteilung scheint die einzige Erklärung hierfür zu sein. In Sachen Geld und Erfahrung war Fuld derjenige, der am wenigsten zu bieten hatte. Somit genoss er den geringsten Kredit in der Firma. Es ist gut möglich, dass sein Name nur deshalb im Patent erscheint, weil es das einzige war, was er zu bieten hatte. Bis heute scheint dies die einzige Erklärung zu sein. Niemand konnte bis anhin beweisen, wer das OUIJA®-Brett erfunden hat. William Fuld gilt nach wie vor als dessen Vater. Sein Name wird immer damit in Verbindung gebracht werden.
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Die Machtaufteilung scheint die einzige Erklärung hierfür zu sein. In Sachen Geld und Erfahrung war Fuld derjenige, der am wenigsten zu bieten hatte. Somit genoss er den geringsten Kredit in der Firma. Es ist gut möglich, dass sein Name nur deshalb im Patent erscheint, weil es das einzige war, was er zu bieten hatte. Bis heute scheint dies die einzige Erklärung zu sein. Niemand konnte bis anhin beweisen, wer das OUIJA®-Brett erfunden hat. William Fuld gilt nach wie vor als dessen Vater. Sein Name wird immer damit in Verbindung gebracht werden.
Ab 1891 verkaufte sich das OUIJA®-Brett recht gut. Gerade mal acht Tage, nachdem das Patent erteilt worden war, reichte Kennard ein neues Gesuch für ein neues und verbessertes Talking Board ein, das er auch gleich so bezeichnete. Am 18. Februar 1891 wurde Kennards Patentgesuch (No. 462,819) mit folgendem Wortlaut eingereicht: „Es sei bekannt gemacht, dass ich, Charles W. Kennard, wohnhaft in Baltimore, Bundesstaat Maryland, der Erfinder von neuen und nützlichen Verbesserungen an Talking Boards bin“. Dieses Brett war dem oben erwähnten Zifferblatt sehr ähnlich. Es war mit einem beweglichen Stück versehen, das an einem Ende befestigt war und in einem Bogen auf die Buchstaben, Ziffern und Worte zeigen konnte.
Dies war Charles Kennards letzte Handlung als Mitglied der Kennard Novelty Company. Kurz nachdem das Patent am 10. November 1891 erteilt worden war, wurde er abgewählt. Er gab wohl der Firma seinen Namen und sein Land, er sei aber kein guter Geschäftsmann gewesen. Frustriert und voller Visionen über die Zukunft seiner Firma wurde er von der Geschäftsführung ausgeschlossen, in einer Aktion, die wir heutzutage als ‚unfreundliche Übernahme’ bezeichnen würden. Kennards Sohn, Edward Kennard, sagte im „Chairman of the Ouija® Board“, ihm habe man immer gesagt, sein Vater wäre von William Fuld aus dem Geschäft geworfen worden. Eigentlich war wohl aber Bowie der „Entferner“.
1892 wurde Kennard nicht mehr in Verbindung mit der Kennard Novelty Company erwähnt. Bowie jedoch ist als Manager und William Fuld als Aufseher aufgeführt. Die Firma war in die 909 East Pratt Street gezogen, und im gleichen Jahr änderte der Name offiziell zu The Ouija Novelty Company.
Beinahe unmittelbar danach versuchte Kennard, eine andere Version des Talking Boards zu verkaufen. Diese Version nannte er Volo. Bowie reagierte rasch mit einem rechtlichen und marketing-politischen Schachzug. Die Ouija Novelty Company erwarb von der bekannten sich im Norden des Landes befindlichen Firma W.S. Reed Company den Markennamen Espirito und versah die Rückseite ihres Ouija® mit einer exakten Kopie des Volodesigns Kennards. Die Konsumenten waren erfreut, gleich zwei Bretter für den Preis von einem zu erhalten. Unterdessen ging Kennard vor Gericht langsam seinem finanziellen Ende entgegen. Er hatte keinen eingetragenen Markennamen für sein Volobrett. Ausserdem wurde er beschuldigt, das Design von der Ouija Novelty gestohlen zu haben. Es wurde verfügt, dass er mit der Produktion von Volobrettern aufzuhören habe.
Indes schafft es die American Novelty Company mit einer 1897 lancierten Werbekampagne für „Igili – Das wundersame Talking Board“ an die 220 South Charles Street in Baltimore, Maryland, der alten Adresse der Kennard Novelty Company. War dies etwa Charles Kennard? Von ihm hörte man jedenfalls bis im Jahre 1919 nichts mehr.
Der gewaltige Sieg der Ouija Novelty Company beinhaltete eine unmissverständliche Botschaft. Um das OUIJA® Board würde gestritten werden, und viele versuchten, Anspruch auf das Brett zu erheben.
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Eine erste Freundschaft wurde zerstört durch etwas, das von vielen als blosses Spiel angesehen wurde.
William Fulds erstes Gesuch für die Eintragung des Markennamens ORACLE für sein Talking Board wurde am 22. Januar 1902 (No. 37,806) eingereicht. Am 18. Februar 1902 wurde dem Gesuch entsprochen. William Fulds erstes Patentgesuch (No. 479,266) für ein Talking Board wurde am 28. März 1892 eingereicht. Das Patent wurde am 19. Juli 1892 erteilt. Dieses Patent brachte Verbesserungen am sogenannten „Finger“ (dem beweglichen Stück des Brettes) mit sich. Die Skizzen für das Brett weisen zudem eine eigenartig neue Bildgestaltung des Brettes an sich auf.
Im Jahre 1894 – Bowie behielt mit Fuld und Rusk an seiner Seite die Kontrolle über die Firma – erschienen OUIJA®boards in grösseren Stückzahlen. Die Firma hatte zur 20 North High Street gewechselt, um den grösseren Produktionszahlen gerecht werden zu können.
Ab 1898 wurde das Leben von Col. Washington Bowie immer ausgelasteter. Beides zu sein, sowohl Sachverständiger für Zollangelegenheiten als auch Leiter der Ouija Novelty Company, stellte sich als ein zu grosses Unterfangen heraus. Am 12. April 1898 übertrug die Firma ihr gesamtes Betriebsvermögen inklusive Bonds Patent in den folgenden Proportionen an Rusk und Bowie: 1/6 an Rusk und 5/6 an Bowie. Rusk seinerseits verkaufte 1902 seine verbleibenden 1/6 an Bowie und übergab diesem somit das Eigentum am OUIJA®Markennamen und an allen Patentrechten. Diese Übertragung ist im Patentamt von Washington D.C. festgehalten. Obwohl Bowie die gesamte Produktion des OUIJA® boards an William Fuld abgetreten hatte, übertrug er offiziell nicht alle seine Anteile bis im Jahre 1919.
Da Rusk und Bowie immer mehr in den Hintergrund traten, benötigte Fuld einen Vollzeitpartner. Fuld selber war Zollinspektor. Er wusste, dass er nicht seine ganze Zeit dem Spielzeuggeschäft widmen konnte. Im Jahre 1898 begannen William und sein Bruder Isaac, zusammen Geschäfte zu machen und nannten sich fortan Isaac Fuld & Brother. Sie leasten die Rechte für die Herstellung des OUIJA®boards und teilten sich den Gewinn, der aus dem Verkauf anderer ihrer Spiele stammte. Isaac war fünf Jahre lang Williams Vorgesetzter und brachte selbst etwas Geschäftserfahrung mit. Sie verblieben an der 20 North High Street und erklärten sich am 28. März 1900 offiziell als Partner.
Im April 1901 war sowohl die Partnerschaft als auch die Bruderschaft zu Ende. William und Bowie beschuldigten Isaac der Manipulation an der Buchhaltung und der Veruntreuung. Ihm wurde sofort gekündigt. Obwohl die Anschuldigungen nie bewiesen werden konnten, sprachen Isaac und William ausserhalb des Gerichts nie wieder miteinander. Col. Washington Bowie beauftragte seinen Sohn Washington Bowie Junior, William Fuld vor Gericht gegen seinen Bruder zu verteidigen. William Fuld führte seinen ersten Fall gegen seinen Bruder im darauf folgenden Dezember.
In diesem ersten 1919 wiedereröffneten Fall ersuchte William Fuld das Gericht um die Herausgabe der Bücher und Dokumente der früheren Partnerschaft mit Isaac Fuld, um herauszufinden, wie das verbleibende Geld aufzuteilen sei. William war überzeugt, dass ihm Isaac Geld schuldete und forderte weiter eine gerichtliche Verfügung, welche Isaac Fuld verbieten sollte, OUIJA®boards herzustellen oder zu verkaufen. Dieser Forderung wurde entsprochen. Es wurde ein übler Fall. Col. Washington Bowie and William hielten an Isaac
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adressierte und an die 20 North High Street gelieferte Briefe zurück und öffneten diese. Zu ihrer Verteidigung machten sie geltend, dass es sich um Geschäftsbriefe handelte, die ihm nicht gehörten, weil er nicht länger im Geschäft tätig gewesen sei. Der Fall blieb bis 1919 unerledigt. Die Geschwisterrivalitäten hatten ein neues Ausmass angenommen.
William Fuld änderte den Namen seines Unternehmens in William Fuld Manufacturing Company und wechselte mit seinem OUIJA® Geschäft an die 1208 Federal Street.
Das Geschäft ging plötzlich schlechter. In den Jahren 1905-07 zog Fuld erneut um. Diesmal in sein Haus an der 1306 North Central Avenue.
Ab 1907 führte Elija Bond sein Spielzeuggeschäft in West Virginia fort. Bond reichte am 28. März 1907 ein Gesuch für die Eintragung seines Warenzeichens (No. 63,360) ein, welches dann am 18. Juni 1907 registriert wurde. Dieses Warenzeichen war für ein Spiel bestimmt, welches er NIRVANA nannte und das eine Swastika[1] als Logo aufwies. Am 20. Juni übertrug Bond dieses Warenzeichen an die Swastika Novelty Company. Bis heute ist kein solches Spiel gefunden worden, und bis eines auftaucht, muss davon ausgegangen werden, dass es sich dabei wahrscheinlich um ein Talking Board handelte.
1908 erholten sich die Verkaufszahlen der William Fuld Manufacturing Company wieder. Bis im Jahre 1911 wechselte die William Fuld Inc. ihren Standort an die 331 North Gay Street, und William eröffnete seine offiziellen Ausstellungsräume an der 1226-1228 North Central Avenue. William reichte am 24. Januar 1914 erneut ein Gesuch für ein Patent (No. 1,125,833) ein. Das Patent wurde am 19. Januar 1915 erteilt. Die neue Adresse sollte bis zu einem Rekordverkauf im Jahre 1918 das Zuhause des OUIJA® bleiben.
Unterdessen hatte Isaac Fuld gegen die gerichtliche Verfügung aus dem Jahre 1901 verstossen. Bis 1904 versandte er Muster seiner Version, die er treffend Oriole[2] Board nannte. Diese Bretter waren exakte Kopien des OUIJA-Originals, wie er sie damals in Partnerschaft mit seinem Bruder hergestellt hatte. Isaac gebrauchte Schablonen der alten OUIJA®Boards und entfernte den Teil mit der Aufschrift „OUIJA“. Diese Schablonen sind bis heute im Familienbesitz der Fulds. Isaac Fuld nannte sein Spielwarenunternehmen The Southern Toy Company und führte es von Zuhause aus.
Als viel Öffentlichkeitsarbeit erledigt war, sagte William zu Reportern, dass ihm die Geschäftsleitung mitgeteilt hätte, er solle sich für das grosse Geschäft bereit machen. Er nahm ein riesiges Projekt, nämlich den Bau eines gewaltigen dreistöckigen Gebäudes in Angriff und schuf damit das künftige Zuhause seiner Firma an der 1508-14 Har[t]ford Avenue., Lamont Avenue., Federal. Die Tore öffneten im Jahre 1918. Williams Einsatz zahlte sich aus. Die OUIJA-Verkaufszahlen begannen zu steigen.
1919 sollte ein unvergessliches Jahr für William sein. Er stellte den Antrag für ein Designpatent #56,001, welches den beweglichen Teil seines Spiels revolutionieren sollte. Es wurden ihm sämtliche noch ausstehenden Rechte für das OUIJA von Col. Bowie zugesprochen. Ausserdem erfreute er sich an Einkünften, die er den sprunghaft ansteigenden Verkaufszahlen und dem landesweit guten Ruf zu verdanken hatte. Dies führte schliesslich zur Beendigung des Konflikts mit seinem Bruder
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Isaac. Charles Kennard tauchte seinerseits 1919 mit einer Trademark (No. 127,563) für ein Spiel auf, welches er WEIRD-A nannte. Auffallend ist, dass er sein Geschäft die Kennard Novelty Company nannte.
Im April 1919 begann die William Fuld Incorporation Warnbriefe an Verkäufer von Oriole Talking Boards zu versenden. Diese besagten, dass die Bretter gegen Williams Patentrechte verstiessen und dass der Verkauf dieser Bretter nicht rechtens sei. Die Oriolebretter minderten wohl die Verkaufszahlen des OUIJA, was nicht toleriert werden konnte.
Einst erfuhr Isaac aus jenen Briefen, dass er und seine Firma versuchten, dem Ruf der Southern Toy Company und dessen Eigentümer zu schaden, woraufhin er William verklagte. William entgegnete, Isaac hätte durch den Versand von Oriole-Mustern im Jahre 1904 gegen die gerichtliche Verfügung von 1901 verstossen, er habe sich sozusagen selbst verraten.
Isaac sagte aus, dass seine Bretter anders beschaffen seien, weil diese nicht Beine aus Filz, sondern Stahlroller an den Tischchen hätten (wir wissen von den von ihm versandten Mustern aus dem Jahre 1904, dass diese Behauptung falsch war. Neben denen mit Filzbeinen wurden bis heute keine Tischchen mit Rollen gefunden). Der Fall von 1901 wurde erneut aufgenommen, um herauszufinden, ob Isaac tatsächlich gegen die Verfügung verstossen habe. Beide Gerichte kamen zum Schluss, dass Isaac gegen die Verfügung verstossen hatte. Dass daraus jedoch Schaden entstanden war, konnte nicht festgestellt werden. Isaac führte nicht genau Buch, somit konnten seine tatsächlichen Verkäufe nicht festgestellt werden. Der Fall von 1901 wurde schliesslich beigelegt und William nicht bestraft, weil das Gericht der Ansicht war, William habe zuviel Zeit verstreichen lassen. Das Gericht verfügte, dass beide Parteien je zur Hälfte für die Kosten aufzukommen hätten. Isaacs Klage von 1919 wurde abgewiesen, weil man nicht nachweisen konnte, dass Williams Mustersendungen Isaac Schaden verursachten. Der Richter entschied, dass Isaac sein Oriole-Brett in Verletzung der Verfügung kopiert und in Umlauf gebracht hatte. Isaac nahm für sich in Anspruch, dass er für sein Brett ein eingetragenes Warenzeichen besass, eingereicht am 29. Dezember 1911 und erteilt am 14. Mai 1912. Eine Überprüfung ergab jedoch, dass nicht für seine Talking Boards, sondern für seine Billardtische ein Warenzeichen bestand. Er reichte am 30. April 1919 ein weiteres Gesuch für die Eintragung seines Oriole Brettes ein. Diesem wurde am 22. Juni 1920 entsprochen. Vor Gericht nützte ihm dies jedoch wenig. Isaac hatte sämtliche Prozesskosten des Falles von 1919 zu tragen und stellte nie wieder ein Talking Board her. Die Southern Novelty Company war bis 1927 im Spielwarengeschäft tätig.
Nach all den Streitereien mit seinem Bruder vor Gericht kündigte William seine Stelle und widmete sich fortan ganz dem OUIJA. 1924 war er Mitglied des Staatsparlaments und verlor so nicht den Bezug zur Politik. In einem Interview am 4. Juli 1920 mit einem Reporter der Baltimore Sun sagte William, dass er ungefähr drei Millionen Dollar Gesamtgewinn mit dem OUIJA®board gemacht habe.
Washington Bowie Junior funktionierte in allen OUIJA-Prozessen als Williams Anwalt. Washington Bowie Juniors Sohn, Washington Bowie V, erinnert sich, wie jeweils sein Vater die Kinder an den Tisch setzte und ihnen Spielzeugkataloge zum Durchblättern gab. Er beauftragte sie, sämtliche Talkingboard-Anzeigen, die möglicherweise gegen William Fulds Patente und Warenzeichen verstiessen, anzustreichen. Natürlich gab es viele, und Bowie Jr. verfolgte jeden Verstoss energisch. Er erinnert sich, dass sein Vater nie irgendwelche Entlöhnung für seine Dienste verlangte.
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1920 trat ein weiterer Talkingboard-Hersteller ins Rampenlicht. Die Baltimore Talking Board Company an der 36-38 South Paca Street wurde von zwei Herren namens Charles Cahn und Gilbert Michael geführt. Diese hatten absolut keine Verbindung zu William Fuld oder dessen Firma, aber sie hatten wohl das Recht gekauft, ihre Bretter OUIJA zu nennen. 1920 zog das Finanzamt Steuern aus diesen OUIJA®Board-Verkaufserlösen ein. Die Baltimore Talking Board Company bezeichnete ihr OUIJA als spirituelles Instrument und nicht als Spiel oder Sportgerät. Deshalb sollten sie dafür keine Steuern zu bezahlen haben. Sie gingen mit dem Finanzamt vor Gericht, und seltsamerweise wurden sie von Bowie Jr. vertreten. Sie verloren den Fall, und das Brett wurde als ‚steuerpflichtig’ eingestuft. Sie legten Berufung ein und zogen den Fall bis zum obersten Gerichtshof der USA. Dieser verwarf den Fall, ohne ihn sich anzuhören. Somit müssen Einkünfte aus Talkingboards bis zum heutigen Tage versteuert werden.
Von 1919 bis 1927 reichte William weitere Patentgesuche für seine Talkingboards ein. 1919 erweiterte er seinen Oracle-Markennamen (No. 130,142) zu MYSTIFYING ORACLE. Diese nächste Generation von Talkingboards wurde eingeführt, um die wachsende Zahl von auf dem Markt erscheinenden Billigbrettern zu bekämpfen. William wusste, dass er das Geschäft machen würde, wenn er selbst eine billigere Variante herstellte. Er lag richtig. Er brachte auch noch eine Linie OUIJA Schmuck (No. 140,126) und OUIJA Rheumaöl (No. 143,008) auf den Markt. Das OUIJA®Board wurde fortan als ägyptisches Glücksbrett bezeichnet und unter der Nummer 148,331 eingetragen. Aus dem MYSTIFIYING ORACLE wurde das Hindu Glücksbrett mit der Warenzeichennummer 137,521. William fürchtete sogar die missbräuchliche Verwendung seines Namens OUIJA und liess daher auch die Aussprache WE-JA (No. 142,00) als Warenzeichen eintragen. Sein letztes Warenzeichen (No. 164,563) war die des Erscheinungsbildes des Wortes OUIJA.
Ein Unglück ereignete sich in der Familie der Fulds am 24. Februar 1927. William beaufsichtigte immer jegliche Arbeit in seiner Firma. Als ein Fahnenmast auf dem Dach des dreistöckigen Gebäudes angebracht werden musste, war auch William dabei. Als sich plötzlich das Stahlgeländer, an das er anlehnte, aus seiner Verankerung löste, fiel er rückwärts das Gebäude hinunter. Er konnte sich noch kurz an einem der Fabrikfenster festhalten. Durch die Wucht des Falles jedoch fiel das Fenster zu, und er fiel zu Boden. Eigentlich zog er sich zunächst nur leichte Knochenbrüche und eine Gehirnerschütterung zu. Auf dem Weg ins Krankenhaus jedoch starb er, da sich eine seiner gebrochenen Rippen in sein Herz gebohrt hatte.
Williams Kinder übernahmen das Geschäft. Catherine und William A. Fuld führten die Firma, bis 1942 ihr jüngster Bruder Hubert Präsident der William Fuld Inc. wurde. William A. Fuld konstruierte ein neues Talkingboard und beantragte das Patent für sein elektronisch ausgerüstetes Mystifying Oracle (No. 1.870,677) am 6. Juni 1930. Es wurde am 9. April 1932 erteilt. Das Warenzeichen mit der Seriennummer 336,821 für diese Version des MYSTIFYING ORACLE beantragte er am 15. April 1933. Diese Neuerung hätte die Talkingboards revolutionieren können. Doch es sollte anders kommen. Da die neue Version aus Metal war, kostete sie ca. dreimal so viel wie ein reguläres OUIJA. Die bewegliche Planchette funkte mit Licht, sobald ihre Verbindungsstücke Kontakt machten und über das Brett rollten. Die Wirtschaftskrise erlaubte es aber den Leuten nicht, viel Geld auszugeben, und somit verkaufte sich das Electric Mystifying Oracle schlecht. Nach einem Jahr schlechter Verkäufe wurde das Projekt fallengelassen.
In den Vierzigerjahren verzeichnete die Industrie ein erneutes Interesse an Talkingboards. Um dieses Interesse zu befriedigen, beantragte William A. ein Designpatent für das Brett, welches wir heute als das OUIJA®Brett kennen. Viele Firmen führten ihre eigenen Talkingboards ein. Obwohl das Layout ähnlich war, boten viele extravagante Farben und Grafiken an. Nach und nach, entweder aus Desinteresse oder wegen des schwindenden Marktes, wurden alle diese Firmen von den Fulds übernommen.
Die Fulds dislozierten noch zwei Mal bis sie ihre endgültigen Standorte bezogen. Von 1950 bis 1961 mieteten die Fulds weitere Räumlichkeiten an der Charles Street und Warwick Avenue. 1962 waren die Bauarbeiten an ihrem definitiven Standort abgeschlossen: 1318 Fort Avenue.
Williams Erben erneuerten laufend ihre Trademarks, erlebten über Jahre hinweg Hochs und Tiefs, bis zu einem schicksalhaften Tag: Die Verkaufszahlen des OUIJA®board stiegen wieder an, als den Fulds ein Angebot gemacht wurde, das sie nicht ablehnen konnten. Der Präsident der Parker Brothers, Robert Barton, verkündete, dass sie die William Fuld Inc., samt allen Vermögenswerten, am 23. Februar 1966 übernommen hätten. Dies bedeutete das Ende der Verbindung zwischen den Fulds und dem OUIJA.
Die Trademarks OUIJA® und MYSTIFYING ORACLE® sind gegenwärtig im Besitz der Hasbro Incorporation.