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Karl Jenkins wurde am 17. Februar 1944 in Penclawdd (Süd-Wales) geboren. Er ist bekannt als Keyboarder, Oboist, Saxophonist und Komponist. – Seine früheste musikalische Ausbildung erhielt er durch seinen Vater, der im Ort Lehrer, Organist und Chorleiter war und der seinem Kind das Klavierspielen beibrachte. Als Oboist wirkte Karl Jenkins im Nationalen Jugend-Orchester von Wales mit. Seine professionelle Musikerkarriere begann er als Erster Oboist im National Orchestra of Wales.
Karl Jenkins erhielt eine klassische Musikausbildung an der Universität von Wales (Cardiff), die er 1967 mit dem Bachelor of Music abschloss, sowie an der Royal Academy of Music in London, die er 1968 als Lizenziat verliess. An der Royal Academy of Music lernte er auch seine spätere Frau, Carol Barratt, kennen, die bisweilen auch Texte für seine Werke schreibt. In den 1990er Jahren fand Karl Jenkins in breit und konzertant angelegten Chor-Arrangements seine musikalische Sprache. Dazu trug er seine musikalischen Erfahrungen zusammen, die von Pop über Symphonik und geistliche Chormusik bis hin zu ethnischer Musik reichten. Er erfand eine speziell für den Gesang geeignete bedeutungslose Sprache, die nicht mit Inhalten von der Stimmung ablenken sollte. Damit war die Idee für das Projekt "Adiemus" geboren, bei dem es ursprünglich nur um einen Werbespot für eine Fluggesellschaft gehen sollte, das aber um sich griff und von Mike Ratledge und der Sängerin Miriam Stockley unterstützt wurde. Adiemus schaffte es an die Spitze sowohl der Klassik- wie der Pop-Charts auf der ganzen Welt. 17 Gold- und Platinalben zeugen von dem überwältigenden Erfolg. In der Folge hat Karl Jenkins sich fast ausschliesslich klassisch orientierter Musik verschrieben. In seinen Kompositionen verbindet er auf originelle Weise die Tonsprache klassischer Musik mit Elementen von experimentellem Jazz und Weltmusik. Von besonderer Eindringlichkeit sind seine in Grossbritannien ausserordentlich beliebten Chorwerke, die längst auch im deutschsprachigen Raum Verbreitung gefunden haben. Daneben hat Karl Jenkins noch viele weitere Auftragswerke komponiert, u.a. ein "Konzert für zwei Harfen" für Seine Königliche Hoheit, den Prince of Wales, aber auch eine Hymne für die UNESCO. Lang ist die Liste seiner Auszeichnungen, u.a. der "Goldene Löwe" in Cannes. 2005 ehrte ihn die Queen mit einem "Order of the British Empire", ernannte ihn 2010 zum "Commander of the Order of the British Empire". Als Doktor der Musik hat Karl Jenkins Professuren und Ehrendoktorwürden an fünf Universitäten oder Konservatorien inne, darunter an der University of Wales und der Royal Academy of Music.
Raphael Sommer
Raphael Sommer - Autodidakt wird jüngster Schweizer Kino- und Filmmusikkomponist
Der Basler Raphael Sommer ging schon früh unkonventionelle Wege. Nach der Schule bildet sich der feinfühlige Künstler als Filmcutter und Schauspieler weiter. Dort lernt er viele seiner Facetten kennen, es formt seinen Geist und gibt ihm Selbstvertrauen. Doch bald wird klar, seine Welt ist die Musik. In Eigenregie bringt er sich das Klavierspielen bei und, nur gerade 19-jährig, macht er sich selbständig. Konformismus entspricht nicht seiner Lebensphilosophie.
Pressevideo (YouTube) vom Tize-Magazin über die Zuger Filmtage (13. - 15. Oktober 2017), wo Raphael Sommer einen Filmmusik-Workshop gegeben hat.
Als jüngster Schweizer Kinofilm- und Orchestermusik-Komponist arbeitet Sommer hart, um sich in der Branche Gehör zu verschaffen. Durch seinen eigenen Kompositionsstil schafft es der Autodidakt früh, an interessante Kino-, Dokumentarfilme-, Werbe-, und Kurzfilmaufträge zu gelangen. Im Fokus stehen anfangs Soundtracks der Genres Fantasy und Mittelalter, einer in der Schweiz noch unbesetzten Nische, in der sich Sommer voll entfalten kann. Raphael Sommer komponierte die Musik zu den erfolgreichen Schweizer Kino-Dokumentarfilme „Schweizer Geist“ (2013) von Severin Frei und Kultfilm "Camino de Santiago" von Jonas Frei ( 40’000 Kinobesucher ), der 2015 in den Schweizer, Deutschen und Österreichischen Kinos lief. Im Herzen klassisch – Raphael Sommer geht neue Wege
Raphael Sommer bleibt im Kern ein klassischer Komponist. Ein anerkannter Künstler, mit viel Erfahrung im Fantasy-Bereich. In Zukunft will er einen Schritt weiter gehen, eine Brücke zu neuen Genres schlagen, als Querdenker die Fantasymusikwelt erweitern, mit Rock- und Popkünstlern neue Synergien schaffen. Raphael Sommer ist bereit für musikalische Abenteuer.
Werke
REQUIEM von Carl Jenkins
Das Requiem von Karl Jenkins ist ein Werk für Chor, Solisten und Orchester und wurde am 2. Juni 2005 in der Southwark Cathedral in London uraufgeführt. Im selben Jahr wurde Karl Jenkins durch die englische Königin Elisabeth II. für seine Verdienste um die britische Musik mit dem Orden des Britischen Empire ausgezeichnet.
Sein Werk weist insgesamt 13 Sätze auf (in der japanischen Kultur eine göttliche Zahl, der besonderer Segen zuteil wird) und zeichnet sich besonders dadurch aus, dass einige Textelemente des „normalen“ lateinischen Requiemtextes ersetzt werden durch japanische Haiku-Gesänge bzw. mit diesen kombiniert werden.
Jenkins selber über sein Werk
Karl Jenkins äussert sich zu diesem Werk wie folgt: "Grundsätzlich habe ich die üblichen lateinischen Texte verwendet, aber, indem ich wie üblich die Verbindung zu anderen Kulturen suche, habe ich auch fünf japanische Haiku-'Todes'-Gedichte eingefügt. Solche Gedichte verwenden üblicherweise Bilder aus der Natur, drücken nur einen Gedanken (Idee) aus und bestehen aus 17 Silben in drei Zeilen in der Aufteilung 5 - 7 - 5. Wie man aus dem Text entnehmen kann, ist in der japanischen Sichtweise der natürliche Wasserzyklus synonym mit dem Leben ... Für die Instrumentation dieser Haiku-Gesänge habe ich die traditionelle japanische Flöte, die Shakuhachi, verwendet. An anderen Stellen habe ich, wie bei mir üblich, ethnische Trommeln verwendet, aber auch einen Hip-Hop-Rhythmus im 'Dies irae'. Diese Arbeit ist meinem verstorbenen Vater gewidmet, Musiker und Inspiration. In zwei der Haiku-Sätzen hat Jenkins die westlichen (lateinischen) und die asiatischen Texte miteinander verwoben. So enthalten „Having Seen The Moon“ und „Farewell“ das „Benedictus“ bzw. das „Agnus Dei“ des Mess-Ordinariums. Die beiden westlichen Texte hat er als geistliche Gesänge für Männerstimmen geschrieben und damit als einen Kontrapunkt zu den von solistischen Frauenstimmen gesungenen japanischen Texten. Alle Haiku-Gesänge werden musikalisch mit fernöstlichen Melodien interpretiert und können als Auseinandersetzung mit dem Tod verstanden werden. Durch die Fremdartigkeit sowohl des Textes als auch der Musik laden sie die Zuhörer dazu ein, die geäusserten Gedanken nachzuvollziehen, sie auf sich wirken zu lassen und sich eigene Gedanken über den Tod und über das Leben zu machen. Mit seinem weltweit erfolgreichen Requiem beweist Karl Jenkins, dass er die sakrale Aura uralter religiöser Texte in ganz neue, aber emotional unmittelbar ansprechende Töne zu kleiden weiss.
REQUIEM von Raphael Sommer
Die neuen Kompositionen beschäftigen sich mit der Frage was nach dem REQUIEM, der Totenklage, kommt. Das Leben ist ein Kreislauf, von Wiedergeburt und Tod. Nach der Wiedergeburt, stehen wir wieder erneut vor der Frage nach dem Sinn des Lebens und der Aufgabe des Menschseins.
Raphael Sommer beschreibt eine Reise von einer Beduinenfamilie die auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist. Eine lange Reise durch Wüsten und Städten in Israel, begleitet von Hoffnung, Angst, Verzweiflung, Heimatgefühlen und der Weg zu sich selbst.
Die Kompositionen werden mit Kirchenorgel, Orchester, Gitarre und Chor umgesetzt und begleitet. Dabei werden alte Texte aus dem „Vater Unser“ und Messe Gesängen aufgegriffen
Als ich angefangen habe für REQUIEM zu komponieren, habe ich einen außergewöhnlichen Weg gewählt. Ich habe mich zuerst nicht mit der Thematik des klassischen REQUIEM‘s auseinandergesetzt, sondern habe mich allein von der Musik leiten lassen.
Ich habe einige Tage und Wochen auf dem Klavier improvisiert um zu schauen, was passiert wenn ich mich auf das Thema REQUIEM einstelle. Eines Tages bemerkte ich, da entstehen Melodien die mich nach Palästina entführen. Ich sah vor meinem geistigen Auge eine Reise einer Beduinenfamilie die ihr neues Zuhause sucht und auf ihrem Weg Gebete singt.
Als ich die ersten Akkorde für ‚Palestine’ fertig geschrieben hatte, fühlte ich mich schon in der Reise und Geschichte, aber nicht am Anfang. Also suche ich erneut Inspiration vor dem Klavier und plötzlich entstand Galiläa.
Erst einige Monate später, als ich mich weiter in die Gebete und mit den Geschichten aus der Bibel befasst hatte, bemerkte ich – das die Geschichte so wie ich es während dem komponieren gefühlt hatte, übereinstimmte.
Ich habe mich bei der Titelauswahl bei Palästina für ‚Palestine’ - den englischen Ausdruck entschieden. Für mich war das deutsche Wort zu nahe. Palestine sollte sich für mich nach weit weg anhören. Der Chor wiederum, singt Palästina – da hat es mir einfach besser gefallen.
Die letzte Komposition setzt sich mit dem nach Hause kommen auseinander, aber nicht an einem physischen Platz auf dieser Welt, sondern viel mehr wo man das Zuhause in sich selbst findet. Wer am Ende des Lebens zu sich selbst gefunden hat und im Einklang mit sich selbst steht, kommt am Ende des Lebens ins Elysium. Auf die Insel der Seligen (Insel der Helden, die von den Göttern geliebt wurde).
Galilää (lateinische Texte aus Gloria, Kyrie und Credo)
Gloria in excelsis Deo (Ehre sei Gott in der Höhe)
Credo in unum Deum (den allmächtigen Vater)
Patrem omnipotentem (den allmächtigen Vater)
Factorem coeli et terrae (Schöpfer des Himmels und der Erde)
Visibilium omnium et invisibilium (aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge)
Gloria (Ruhm / Ehrerbietung)
Refrain:
Dorem (Helligkeit , Latein)
Farem (Wir werden tun, Katalanisch)
Irem (Gehen, Latein)
Ein Sprach- und Wortspiel zwischen den Wörtern. Katalanisch wurde gewählt, weil es auf der anderen Seite von Europa liegt. Die verspielte Bipolarität in den Gebeten und Sprachen ziehen sich durch.
Kyrie, eleison (Herr, erbarme dich)
Christe, eleison (Christe, erbarme dich)
Palestine (Vater unser auf aramäisch)
Abwun d‘baschmâja (Vater-Mutter unser im Himmel)
Nethkâdasch schmach (Dein Name werde geheiligt)
Tete malkuthach (Dein Reich komme)
Nehwe tzevjânach (Dein Wille geschehe)
aikâna d’bwaschmâja af b’arha (wie im Himmel, so auf Erden)
Hawvlân lachma d’sünkanân jaomâna (Unser tägliches Brot gib uns Heute)
Waschboklân chauben wachtahen (und vergib uns unsere Schuld)
aikâna daf chnän schvoken l‘chaljaben (wie auch wir vergeben unsern Schuldigern)
Wela tachlân l‘nesjuna (und führe uns nicht in Versuchung)
ela patzân min bischa (sondern erlöse uns von dem Bösen)
Metol dilachie malkutha (denn Dein ist das Reich)
washaila wateschbuchta (und die Kraft, und die Herrlichkeit)
l’ahlâm almin (in Ewigkeit. Amen.)
Waschboklân chauben wachtahen (und vergib uns unsere Schuld)
Elysium
Oremus (Lasst uns beten)
Verbum Domini (Wort des lebendigen Gottes)
Deo gratias (Dank sei Gott!)
Gebetsphrasen:
Tyros (Felsen)
Levo (Ich hebe auf)
rho (Griechisch für ‚R’ – hat mir als Ausdruck gefallen )