Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/802

(Colde) oder ColduMont Collon (Kt. Wallis,
Bez. Hérens).
3130 m (3132 m auf der italienischen Karte). Passübergang, über dem
obern Ende der
Combe d'Arolla (SW.-Arm des Eringerthals), die er mit dem
Valpelline verbindet. Kann von
den
MaiensässenArolla über den
Arollagletscher in 3½ Stunden ohne Schwierigkeit erreicht werden; von der Passhöhe durch
die wilde
Combe d'Oren nach Prarayé im
Valpelline in bequem 3½, nach Aosta in 8½ Stunden. Von der durch ein kleines Eisenkreuz
mit der Jahreszahl 1754 bezeichneten Passhöhe oder noch besser vom benachbarten
Mont Brûlé aus öffnet
sich ein zwar nur wenig umfassender aber desto überwältigenderer Einblick in das grossartige
Gletscher- und Hochgebirgsgebiet.
Der
Pass ist schon lange bekannt; 1543 spricht Sebastian
Münster in seiner Cosmographia Universalis von ihm als dem Magnumnivosum montem qui major glacialis etArollavocatur und 1691 hat ihn P. A. Arnod beschrieben. Früher
wurde der Col de Collon von den Bewohnern der umliegenden Thalschaften als Handelsweg zwischen Eringerthal und Aosta viel
begangen, und über ihn trieben auch die
Walliser Bauern ihre zum Verkauf bestimmten Tiere hinüber auf die grossen Viehmärkte
von Aosta. Die erste bekannte touristische Ueberschreitung des Passes ist die
¶
mehr
von Godeffroy im Jahr 1838; 1842 querten ihn vom Valpelline aus der englische Naturforscher J. D. Forbes und Professor Bernhard
Studer aus Bern.
Nahe der Passhöhe wurden 1841 acht Männer aus Evolena von einem Schneesturm überrascht, der dreien von ihnen
das Leben kostete. Noch im Jahre 1853 hat man Fährten von den Gemsen nachstellenden Wölfen entdeckt
und auch Luchse gesehen.
Von Arolla aus über den Col de Pièce und den WNW.-Grat in 6 Stunden; wird aber häufiger von SO. her in
Angriff genommen. Der Mont Collon Antérieur ist vom Mont Collon Moyen oder der Mître de l'Evêque durch den auf der Siegfriedkarte
unbenannten Col de Collon Moyen (3150 m) getrennt, der in ca. 4 Stunden den Uebergang vom Arolla- zum Vuibezgletscher vermittelt,
aber nur von den Besteigern des einen oder andern der umliegenden Gipfel begangen wird und zum erstenmal 1879 von
Cust und Gardiner überschritten worden ist.
Dann folgt die Mître de l'Evêque oder Mont Collon Moyen (3672 m), am gleichen Tag und von demselben Alpinisten unter Ueberwindung
mannigfacher Schwierigkeiten vom Col de Collon Moyen aus zuerst bestiegen. Dieser Gipfel bildet eigentlich
nur eine Schulter seines Nachbars, des Evêque oder Mont Collon Postérieur (3738 m), der höchsten Spitze der Gruppe, die 1867 von
Baltzer und Schröder von Arolla aus über ihren NO.-Grat in 5½ Stunden bezwungen worden ist. Mont Collon Postérieur, Petit Mont Collon
und der Kamm der benachbarten Dents de Bertol bestehen aus einem peridotitischen Gabbro, der hier mitten
im metamorphischen Arollagneiss einen linsenförmigen Stock bildet.