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Samir, Schweiz 2023
Ein Abend in zwei Teilen: Zuerst zeigt Samir Ausschnitte aus seinem neusten Film, der noch im Entstehen ist: "Die wundersame Verwandlung der Arbeiterklasse in Ausländer". Danach diskutieren Samir und Stadtpräsident Anders Stokholm über Migration, Arbeit und Demokratie.
Ab Anfang der 1960er Jahre kam fast eine Million migrantischer Arbeitskräfte aus Italien. In ihrer Heimat von Armut bedroht, suchten sie in der Schweiz Arbeit und eine gesicherte Zukunft. Viele von ihnen lebten getrennt von ihren Familien unter menschenunwürdigen Verhältnissen in Baracken. Das Verbot, die Kinder mitzunehmen, führte zu tausendfachen Tragödien. Ende der 60er Jahre lancierte James Schwarzenbach die nach ihm benannte Initiative: Mehr als die Hälfte der sogenannten Gastarbeiter sollten ausgewiesen werden. Zwar lehnten die Schweizer Männer (die Frauen hatten noch kein Stimmrecht) die Initiative knapp ab, doch der Rassimus war in der Mitte der Gesellschaft angekommen und der Schock darüber hat in den Biografien vieler Migrantinnen und Migranten Spuren hinterlassen. Seither gab es unzählige Abstimmungen zur Migrationsfrage und die Gesetze wurden verschärft. Dies im Gegensatz zu den ökonomischen Realitäten und zum realen Leben in der Schweiz, welches durch die Diversität der Migration weltoffener geworden ist.