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Jährlich vom 10. bis 12. August finden die Nächte des Heiligen „San Lorenzo“ oder zu Deutsch „die Laurenziusnächte“ statt. In dieser Zeit, sind hunderte von Sternschnuppen am Himmel zu bewundern.
Hoffen wir auf klaren Himmel und gutes Wetter, dann können Sie sich, liebe Leserin und lieber Leser, romantisch mit Ihrem Partner zusammenkuscheln und das Naturschauspiel von Hunderten von Sternschnuppen bewundern. Ein nachgereichtes 1. August-Feuerwerk, oder ein himmlisches verspätetes Geschenk zum Schweizer Nationalfeiertag.
Warum jährt sich der Sternschnuppen-Regen immer vom 10. bis 12. August? Perseus ist schuld!
Ursprung der Vielzahl an Sternschnuppen sind die Perseiden, ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, der in den Tagen vom 10. bis 12. August ein deutliches Maximum an Sternschnuppen aufweist. Der scheinbare Ursprung dieses Stroms, auch Radiant genannt, liegt im namensgebenden Sternbild Perseus.
Die Perseiden bestehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn immer um den 10. bis 12. August die Staubspur, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Die Staubteilchen rasen dabei mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten. Die Sternschnuppe ist daher nicht das verglühende Staubkorn selbst, sondern wird durch das Rekombinationsleuchten der ionisierten Luft sichtbar.
Tränen des Heiligen Laurentius
Da das Erscheinen der Perseiden mit dem Todestag des Heiligen Laurentius (10. August) zusammenfällt, der seit seinem Tode im Jahre 258 gefeiert wird, werden sie im Volksmund auch Laurentiustränen beziehungsweise Tränen des Laurentius genannt.
Die Legende erzählt: Laurentius war der Stellvertreter des Papst Sixtus und für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung für die Hilfe der Armen zuständig. Nachdem der wahnsinnige römische Kaiser Valerian den Papst Sixtus kurzerhand hatte köpfen lassen und so die ganze Macht Roms an sich riss, wurde gleich danach Laurentius als Stellvertreter des Papstes aufgefordert, alles Eigentum der Kirche innerhalb von drei Tagen an den Kaiser herauszurücken!
Die Armen und Kranken sind „der wahre Reichtum der Kirche“
Laurentius dachte nicht im Traum daran, das ganze Geld der Armen Roms diesem durchgedrehten Kaiser auszuhändigen und er hatte eine umwerfende Idee: Kurzerhand verteilte er das gesamte Vermögen Roms an alle Armen und Kranken. Sodann schritt er mit den ärmsten Mitgliedern der Gemeinde vor den irren Regenten und präsentierte die Armen und Kranken „als den wahren Reichtum der Kirche“.
Das hätte er natürlich besser gelassen. Denn der ansonsten schon reichlich cholerische und leicht durchgeknallte Kaiser schäumte sofort vor Wut und zahlte die Frechheit Laurentius heim und liess ihn durch Feuer töten.
Doch der Überlieferung nach waren San Lorenzos letzte, mutigen Worte, die er an den Kaiser richtete:
„Du armer Mensch. Mir ist dieses Feuer eine Kühle,
dir aber bringt es ewige Pein.“
Mutiger und unerschrockener Lorenz
Die jährlich am Himmelsfirmament erscheinenden, hunderten von Sternschnuppen zum Todestag des unerschrockenen und wohltätigen Laurentius, wurden vom Volk allsdann als seine Tränen gedeutet und die Nächte des Himmelsspektakels als „Nächte des Laurentius“ benannt.
Und wir wissen nicht, wie mancher mutige, unerschrockene und wohltätige „Lorenz“, „Lorenzo“ und „Laurence“ neun Monate nach dem romantischen Himmelsglühn seither jährlich geboren wird.
Bild: Wikipedia