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essay on kinematography
Zusammenfassung
Zu kaum einer Zeit ist so viel über das Verhältnis von Film und Kunst und über die Möglichkeiten des „Films als Kunst“ reflektiert worden wie in den zwanziger Jahren. Dabei war die Spannweite des Spektrums enorm. Es gibt bis zum heutigen Tag kaum ein Problem, eine Tendenz, eine Möglichkeit, die nicht schon in der frühen Avantgarde-Bewegung erörtert worden wäre: Fragen betreffend Inhalt und Form, Produktion und Reproduktion, narrativen und „absoluten“ Film, Montage, Probleme der Bewegungsdarstellung, Repetitionen, Close up usw. Von der Anwendung der „filmspezifischen“ Gestaltungsmittel über Möglichkeiten der Multi-Projektion bis zum „expanded cinema“ ist nahezu alles antizipiert worden, was spätere Filmemacher ausgeführt haben.
Kernpunkt dieser Arbeit ist das Protokoll eines fiktiven Kongesses, an dem sieben Vertreter der damaligen „Avantgarde“– Salvador Dali, Theo van Doesburg, Marcel Duchamp, Fernand Léger, Laszlo Moholy-Nagy, Man Ray und Hans Richter – mit drei Kunsthistorikern – Rudolf Arnheim, André Malraux und Erwin Panofsky – über ihr (damaliges) Filmverständnis diskutieren. Rund 300 Originalzitate sind unter mehreren Diskussions-Topics zusammengefasst und eröffnen auch guten Kennern der Epoche neue Zusammenhänge. Zwei klammernde Theorieblöcke führen einerseits in den Kontext und die zentralen Begriffe Film, Kinematographie, Gestaltung, Bewegung, Mimesis, Produktion und Reproduktion ein und helfen anderseits, die gemachten Aussagen aus einer retrospektiven Sicht zu beurteilen und einzuordnen.
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