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World Energy Trilemma
Zentrales Arbeitsinstrument des Weltenergierates ist das von ihm definierte «Energietrilemma»: Es beschreibt den natürlichen Konflikt zwischen den drei energiepolitischen Zielen «Energieversorgungssicherheit», «soziale Gerechtigkeit» und «Umweltverträglichkeit».
Der World Energy Trilemma Index Report 2021, der in Zusammenarbeit mit Oliver Wyman entwickelt wurde, liefert eine objektive Bewertung der nationalen Energiesystemleistung über die drei Trilemma-Dimensionen hinweg. Der Index zeigt die Auswirkungen der unterschiedlichen politischen Wege, die die Länder in den letzten 20 Jahren in jeder der Dimensionen genommen haben.
Energy Trilemma Index
Die Schweiz zeigt eine sehr stabile und ausgewogene Leistung in allen Dimensionen. Sie nimmt den zweiten Platz im globalen Trilemma 2021 ein, nachdem sie 2019 und 2020 den ersten Platz belegt hatte. Starke Energiesicherheitsindizes zeugen von der (derzeit) geringen Importabhängigkeit der Schweiz und von der Widerstandsfähigkeit des Energiesystems. Gerechtigkeit steht für Energieüberfluss und relativ günstige Preise. Die Nachhaltigkeit wird durch die Optimierung der CO2-Intensität der Wirtschaft und die Verbesserung der Emissionen in allen Bereichen bestimmt. Letztlich steht die Bestnote AAA für integrierte und ausgewogene Prioritäten der schweizerischen Energiepolitik.
Trends und Ausblick
Die hohe Trilemma-Bewertung der Schweiz spiegelt die energie- und energiebezogenen politischen Entscheidungen des Landes in der Vergangenheit wider. Die jüngsten politischen Entscheidungen dürften sich jedoch in den nächsten 15 Jahren sowohl auf den Erzeugungsmix des Landes (und damit auf seine Energie-Nachhaltigkeitsbilanz) als auch auf seine Energiesicherheit auswirken, da die Abhängigkeit von Stromimporten voraussichtlich zunehmen wird. Darüber hinaus könnten Importe in Zukunft schwieriger werden, da die Verhandlungen über das institutionelle Abkommen zwischen der EU und der Schweiz im Mai 2021 beendet wurden, was zu einer potenziellen Verschlechterung der Bewertung der Energiesicherheit der Schweiz in Zukunft führen könnte.
Die Energiestrategie 2050 der Schweiz basiert auf drei Säulen: Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden, Geräten und Verkehr, Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien, vor allem der Wasserkraft, und schrittweiser Ausstieg aus der Kernenergie. Die Umsetzung dieser Strategie begann 2018, als das revidierte Energiegesetz der Schweiz in Kraft trat. In einer Volksabstimmung im Mai 2017 hat die Schweizer Bevölkerung diese ersten Maßnahmen tatsächlich angenommen. Eine weitere Revision des Schweizer Energiegesetzes ist derzeit in Vorbereitung und umfasst aktualisierte Ziele für erneuerbare Energien, die vollständige Liberalisierung des Strommarktes sowie die Schaffung einer "Winterreserve" (verstärkte Wasserspeicherung), um potenzielle Stromversorgungsengpässe aufgrund des schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie zu verhindern.
Im Jahr 2020 war die Covid-19-Pandemie die Hauptursache für den starken Rückgang des schweizerischen Endenergieverbrauchs (über 10 % im Vergleich zu 2019). Der Energieverbrauch war in der Tat stark von den beiden Sperrungen betroffen, die zu einem Rückgang des Personenverkehrs und der Industrieproduktion führten. Die langfristige Klimastrategie der Schweiz beinhaltet ein Netto-Null-Emissionsziel für 2050. Der Bundesrat hat diese Strategie für die Schweiz im Januar 2021 verabschiedet und die Übermittlung der Strategie an das UNO-Klimasekretariat genehmigt. Im Juni 2021 lehnte die Schweizer Bevölkerung jedoch das CO2-Gesetz ab, das eine Reihe von Maßnahmen enthielt, mit denen der CO2-Ausstoß bis 2030 durch eine Kombination aus finanziellen Anreizen, Investitionen und neuen Technologien weiter reduziert werden sollte. Dieser Entscheid wird zu einer Überarbeitung des CO2-Gesetzes führen und erhöht die Unsicherheit in Bezug auf die Umsetzung der Schweizer Klimastrategie. Um den Übergang zu einem langfristig kohlenstoffarmen Energiesystem zu erreichen, dürfte die Schweiz mittelfristig stärker von Stromimporten abhängig werden, es sei denn, technologische Entwicklungen im Bereich der Stromspeicherung, Möglichkeiten der Sektorkonvergenz oder zusätzliche inländische Photovoltaikkapazitäten tragen wesentlich dazu bei, die vorgesehene Lücke zu schließen.