Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/55972

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die schweizerische Maturitätsprüfung (SR 413.12), die auf freie Kandidatinnen und Kandidaten oder solche, die von Privatschulen kommen, Anwendung findet, wie folgt zu ändern:</p><p>Art. 14 Abs. 2 Bst. g</p><p>Die sieben Grundlagenfächer sind:</p><p>g. bildnerisches Gestalten, Musik oder Sport.</p><p>Art. 15 Abs. 4 (neu)</p><p>Die Maturaarbeit wird bei der abschliessenden Notenberechnung als Bonus berücksichtigt.</p><p>Art. 18 Abs. 2</p><p>In den Grundlagenfächern wird wie folgt geprüft:</p><p>a. Naturwissenschaften:</p><p>1. Biologie und Chemie: mündlich,</p><p>2. Physik: schriftlich;</p><p>b. Geistes- und Sozialwissenschaften: </p><p>1. Geschichte und Geographie: mündlich,</p><p>2. Wirtschaft und Recht: schriftlich.</p><p>Art. 21 Abs. 1</p><p>Die Leistungen in jedem der neun Fächer werden in ganzen Noten ausgedrückt.</p><p>Art. 21 Abs. 3</p><p>Die Punktzahl ist die Summe der Noten in den neun Fächern. Die Noten zählen wie folgt:</p><p>a. doppelt in folgenden Disziplinen:</p><p>1. zweite Landessprache,</p><p>2. dritte Sprache,</p><p>3. Mathematik,</p><p>4. Ergänzungsfach;</p><p>b. dreifach in folgenden Disziplinen:</p><p>1. Erstsprache,</p><p>2. Bereich Naturwissenschaften,</p><p>3. Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften,</p><p>4. Schwerpunktfach,</p><p>5. Grundlagenfach, das auf erweitertem Niveau gewählt wurde;</p><p>c. einfach in bildnerischem Gestalten, Musik oder Sport als Grundlagenfach; diese Fächer werden bei der Berechnung der Anzahl Noten unter 4 nicht berücksichtigt.</p><p>Art. 22 Abs. 1 Bst. b</p><p>Die Prüfung ist bestanden, wenn der Kandidat oder die Kandidatin:</p><p>b. mindestens 88 Punkte erreicht, sofern er oder sie nicht in mehr als drei Fächern eine ungenügende Note hat.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die am 7. Dezember 1998 erlassene Verordnung über die schweizerische Maturitätsprüfung trat am 1. Januar 2003 in Kraft, fand also letztes Jahr erstmals Anwendung. Der Motionär verlangt deren Revision und unterbreitet ausformulierte Änderungsvorschläge.</p><p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass Rechtserlasse nach einer bestimmten Anwendungszeit auf ihre Tauglichkeit hin überprüft und nötigenfalls angepasst werden müssen. Dies ist selbstverständlich auch für die Maturitätsprüfungsverordnung der Fall. In diesem Sinne ist er auch bereit, die Revision dieser Verordnung in absehbarer Zeit zu prüfen und gegebenenfalls an die Hand zu nehmen.</p><p>Die vom Motionär angeführten Anliegen werden bei dieser Prüfung einbezogen werden. Der Bundesrat kann aber nicht verbindlich in Aussicht stellen, dass er die Verordnungsänderung genau wie vorgeschlagen umsetzen wird. Die Revision ist inhaltlich und formell in einen Gesamtzusammenhang zu stellen. Dabei sind allenfalls auch noch andere Anliegen und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass zwischen dieser Prüfungsverordnung und der Maturitätsanerkennungsregelung für die kantonalen Zeugnisse ein Zusammenhang besteht. In beiden geht man von einem weitgehend vergleichbaren Maturitätskonzept aus. Wird beispielsweise in der einen Regelung die Bestehensnorm geändert oder ein Maturitätsfach heraus genommen oder hinzu gefügt, so bleibt dies nicht ohne Auswirkungen auf die andere Regelung.</p><p>Die Maturitätsanerkennungsregelung aus dem Jahre 1995 wird im Übrigen derzeit einer eingehenden Evaluation unterzogen. Es ist wahrscheinlich, dass sich daraus ebenfalls ein Revisionsbedarf ergibt.</p><p>Der Bundesrat kann das Grundanliegen der Motion prüfen, er kann es aber nicht in der vorgeschlagenen strikten Form umsetzen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.