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Kümmel gilt als ein typisch europäisches Gewürz mit einer Tradition, die bis in römische Zeit zurückreicht. Kümmel wird jedoch auch in der Küche Nordafrikas und Nordindiens verwendet. Zur besseren Abgrenzung von Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) spricht man manchmal auch von «Wiesenkümmel», «Mattenkümmel» und in Frankreich von Cumin des prés. In manchen Sprachen wird dieser Kümmel auch mit Deutschland assoziiert – so heisst Carum carvi in Italien cumino tedesco und auf Santa Lemusa cimin alman.
Bei den sog. «Kümmel-Samen» handelt es sich eigentlich um die Früchte einer zweijährigen Pflanze, die etwa 40 bis 60 cm hoch wächst und über zarte, büschelige Blätter und weisse bis lindgelbe Blüten verfügt. Die Kümmelpflanze bringt erst im zweiten Jahr Blüten und Früchte hervor. Man erntet kurz vor der endgültigen Reife der Früchte indem man die Stängel schneidet, 6 bis 10 Tage trocknet und dann drescht. Die Ernte muss früh am Morgen erfolgen – sonst fallen die Früchte von selbst aus den Hülsen. Die Früchte sind braun, 4 bis 7 mm lang, der Länge nach gerippt und an den Enden zugespitzt. Kümmel hat einen angenehmen, fast etwas süsslichen Duft und ein scharfen bis beissenden, bittersüssen Geschmack. Seine Schärfe hinterlässt im Mund eine Empfindung von Wärme. Manchmal klingt auch ein Hauch von Anis oder getrockneter Orangenschale an. Verglichen mit Kreuzkümmel spielt der Cimin alman in der Küche von Santa Lemusa keine allzu bedeutende Rolle – er kommt jedoch in einigen Rezepten vor. Möglicherweise waren es die deutschen Familien aus der deutschstämmigen Gemeinde Palmheim, die den Wiesenkümmel auf die Insel gebracht haben.
Familie: Apiaceae (Doldenblütengewächse)
Wissenschaftlich: Carum carvi
Lemusisch: cimin alman
Deutsch: Wiesenkümmel, Mattenkümmel
Französisch: carvi, cumin des prés
Englisch: caraway, wild cumin
First Publication: 2007
Modifications: 7-2-2009, 6-1'-2011