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Sie habe zwei voneinander unabhängige Enforcementverfahren wegen Marktmissbrauch abgeschlossen, teilte die Behörde am Freitag mit. Im ersten Verfahren stellte sie bei einem ehemaligen Verwaltungsrat verschiedener Schweizer Industrieunternehmen Insiderhandel fest. Hier geht es um wiederholten Insiderhandel eines "ehemaligen Verwaltungsrates verschiedener bekannter Schweizer Industrieunternehmen", wie es bei der Finma heisst. Laut der "Finanz und Wirtschaft" handelt es sich dabei um Hans Ziegler.
Der damalige Verwaltungsrat habe zwischen 2013 und 2016 wiederholt und systematisch Informationen aus den Unternehmen genutzt, in denen er als Organ tätig war, um anschliessend - insbesondere durch den Einsatz von Derivaten - von den zu erwartenden Kursbewegungen der Titel zu profitieren.
Die Finma wollte auf Anfrage von AWP zwar offiziell keine Namen nennen, es dürfte sich dabei aber um den bekannten Sanierer Hans Ziegler handeln. Ende November 2016 hatte die Bundesanwaltschaft nämlich bestätigt, dass gegen Ziegler ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Insiderhandel eröffnet wurde. Die Finma hatte in dieser Sache Strafanzeigte bei der Bundesanwaltschaft eingereicht. Am gleichen Tag hatten zudem die beiden Industrieunternehmen Oerlikon und Schmolz+Bickenbach gemeldet, dass Ziegler von seinen jeweiligen Ämtern als Verwaltungsratsmitglied zurückgetreten sei.
Die Finma zieht in diesem Fall laut der heutigen Mitteilung unrechtmässig erzielte Gewinne von rund 1,4 Mio CHF ein, wobei es um elf Einzelfälle bei sechs verschiedenen Titeln geht.
Zweites Verfahren wegen Effektenhändler
Im zweiten Enforcementverfahren führte die Finma ein Verfahren gegen eine im Bereich Eigenhandel tätige kleine Gesellschaft und drei ihrer Händler. Man habe bereits 2015 die Liquidation der Gesellschaft angeordnet, da diese ohne Bewilligung tätig gewesen sei, heisst es.
Die Händler beeinflussten laut Finma von 2011 bis 2015 den Börsenkurs zahlreicher Schweizer Blue-Chip-Aktien, indem sie eine Vielzahl von grossen Aufträgen im Orderbuch erfassten. Die Aufträge waren jedoch mehrheitlich nie ausgeführt worden und sollten auch nicht ausgeführt werden.
Vielmehr hätten die Händler die mittels dieser Aufträge ausgelösten Kursbewegungen genutzt, um mit an diese Aktien gekoppelten Derivaten gewinnbringend zu handeln. Die Kaufaufträge seien anschliessend wieder gelöscht worden.
Der Ersthinweis auf dieses Verhalten kam von der Überwachungsstelle der SIX.
(AWP/cash)