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27.10.2008, 11:30 Uhr
Compliance? Für viele europäische Firmen ein Fremdwort
Viele europäische Unternehmen riskieren lieber hohe Geldstrafen, als mit Gesetzen wie Sarbanes-Oxley oder Basel II übereinzustimmen.
Fast die Hälfte der befragten europäischen Firmen, nämlich 46 Prozent, stimmen nicht mit den Richtlinien des Sarbanes-Oxley-Act (SOX) überein. US-Unternehmen sind da bedeutend gewissenhafter, hier liegt die SOX-Compliance-Rate bei 89 Prozent.
Ähnlich sieht es mit den Basel-II-Vorschriften aus. Um diese scheren sich 36 Prozent der europäischen Unternehmen nicht. Auch hier stehen die US-Firmen besser da: 17 Prozent von ihnen sind nicht Basel-II-konform.
Die Untersuchung, von CA in Auftrag gegeben, wurde von GMG Insights durchgeführt. Das Marktforschungsinstitut befragte dabei weltweit 575 IT-Leiter. 200 Anworten stammten aus europäischen Firmen.
Selbst wenn die Unternehmen Compliance ernst nehmen, werden meist entsprechende Massnahmen "von Hand" vorgenommen. So führten zwei Drittel der befragten Unternehmen Excel-Tabellen über Compliance-relevante Informationen, die oftmals von Geschäftseinheit zu Geschäftseinheit unterschiedlich aufgebaut sind. Die Hälfte der Befragten gab zudem an, nicht über ein zentrales Repository zu verfügen, in dem Informationen gespeichert sind, welche Compliance-Regeln überhaupt das Unternehmen etwas angehen.
Als Grund für die Compliance-Nachlässigkeit gaben die Firmen hauptsächlich die grosse Komplexität der Materie an, die zu viel Zeit und Geld verschlingen würde.