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Skantscha
Skantscha ist eine Zahlenschrift die vom Nienetwiler-Stamm der Skandaj entwickelt wurde. Nachdem in vielen Ländern ab dem 16.Jh. und in besonderem Masse am Ende des 19. Jh. die Unterrichts-, bzw. Schulpflicht eingeführt wurde, und dieser Zwang meist auch auf die Fahrenden, also auch viele Skandaj, ausgeübt wurde, verlor die Zahlenschrift zunehmend an Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
System
Das Zählsystem basiert ursprünglich auf dem zählen mit den Fingern. Später wurde die Hand symbolisch dargestellt und auf den Boden gezeichnet, bzw. später auf Trägermaterial geritzt oder gezeichnet. Zudem wurden Zeichen für hundert tausend, zehn- und hunderttausend hinzugefügt.
Zählweise und Darstellung
Es wird für eine Zahl von der grössten zur kleinsten Zahl dargestellt, also z.B. 1876 > 1000 | 800 | 70 | 6 wobei es die Möglichkeit gibt je die nächstkleinere in ein Zeichen zu integrieren, also z. B. 1800 und 76 oder 1000 | 870 | 6
Bei ras, also 100 gibt es zudem die Möglichkeit 10er und 1er in das Zeichen zu schreiben.
Ausgesprochen werden Zahlen ebenfalls beginnend mit der grössten, wobei der anzeigenden Zahl jeweils die Grösse hintenangestellt wird. In obigem Beispiel also: 1876 = tosch’skanmeras’skanuetscha’skanna > tosch (1000)’skanme|ras (800)’skanue|tscha (70)’skanna (6)
Die Zahlen 1 bis vier (na, ue, me, ta) werden vom kleinen Finger her abgezählt und tragen auch die gleiche Bedeutung, den gleichen Namen. Der Daumen taucht in der Zählung nicht auf, da, wenn alle vier Finger hochgehalten werden (vergleiche Alaju-Handzeichen), dann ist symbolisiert das die ganze Hand, also skand = 5. Der Daumen hat aber nichtsdestotrotz eine grosse Bedeutung. Er wird mit hom bezeichnet, also der Null.
Rechenbeispiele
- Addition > Das Hinzufügen von Zahlen, in Alaju etate (und dazu) genannt.
- Subtraktion > Das Wegnehmen von Zahlen, in Alaju leta (nehmen) genannt.
- Multiplikation > Das Vervielfachen einer Zahl mit einer anderen Zahl, in Alaju 'tatube (Keimling - (weil dieser sich vervielfacht?)) genannt.
- Division mit einstelligem Divisor > Das teilen einer Zahl mit einer Zahll die kleiner ist als 10, in Alaju 'nadel (kleines Teilen) genannt.
- Division mit zweistelligem Divisor > Das teilen einer Zahl mit einer Zahl die grösser ist als 10, in Alaju 'podel (grosses Teilen) genannt.
Die Null
Die Null bedeutet «Das Allumfassende». Da der Daumen dem Menschen das Greifen und damit das Handwerk ermöglicht, nimmt er in der Nienetwiler-Kultur eine besondere Stellung ein und wird einerseits deshalb, andererseits auch wegen seiner Bedeutung als Zahl Null, in den gedankenwelten der Skandaj als Anregung zu Denkmodellen verstanden. So verfasste die Nienetwiler Dichterin und Denkerin Onei (5945 bis 5867 um 5900v.u.Z. das Lied «po'na, po'na» (alaju=viel'wenig; wobei po der "zweite" Name für den Daumen ist). Das Lied beschreibt den Durst eines Daumens nach Macht und wie er sich über die anderen Finger erheben wollte. Doch ohne die anderen Finger konnte er keinen Hammer halten und nicht schmieden; er konnte keine Nadel halten und nicht nähen, und er konnte keinen Lehm halten, und so konnte er nicht töpfern. Schliesslich musste er klein beigeben und einsehen, dass jeder Finger nur ein Teil einer Hand ist, und jeder von jedem abhängig ist.
Handzeichen
Die Zeigen von Zahlen mithilfe der Hände wird keu genannt. Es ist bis heute nicht vollständig erforscht.
Ethymologie
Entstehung und Ausbreitung
Die genaue Entstehungszeit kann nicht durch Artefakte belegt werden. Der Skandaj-Überlieferung zufolge müsste es ca. eintausend Jahre vor der Entstehung der Städte Ur oder Uruk gewesen sein1. Dieselbe Überlieferung sagt aber auch, dass das Wissen um die Mathematik lange Zeit bei den Skandaj gar keinen Platz fand, und lediglich überliefert, nicht aber angewendet wurde. Nachdem sich in Mesopotamien eine neue Lebensart, nämlich jene der Sesshaftigkeit, durchzusetzen begann, verlor zuerst in dieser Region, im Verlauf der folgenden Zeiten fast weltweit, der Tauschhandel an Bedeutung. Zeitgleich setzten sich in den Städten neue Wissenszentren durch, in denen gemeinsam geforscht wurde. Dazu kamen die grossen Verwaltungsstrukturen welche für den Unterhalt und Betrieb einer Stadt notwendig wurden. All dies führte zu einer enormen Ballung von Wissen welches grossmehrheitlich auch gegen andere Völker als Waffe eingesetzt wurden. Jede Wissenslücke bei den als Ziel und feind auserwählten Stämmen und Völkern wurde gegen diese ausgenutzt. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Skandaj sich ihr eigenes Wissen zunutze machten, um gegen Angriffe und die Gesellschaftsstrukturen der Sesshaften und bewaffneten Stämmen und Völkern gewappnet zu sein. Die einfache Zahlenlehre gehörte da ebenso dazu wie die Mathematik.
Das Skantscha wurde jedoch schnell nur noch für die Kommunikation eingesetzt die, sollte sie in falsche Hände geraten, nicht gelesen werden konnte. Ansonsten waren die Skandaj durch den Handel und Austausch mit den Völkern gezwungen die jeweiligen Zahlensysteme zu übernehmen.
Typografische Varianten
In der Nienetwiler-Forschung sind die runde, als Lienea A und die eckige Lienea B bezeichneten Typografien bekannt.
Literatur
- Carolus von Griffenbach, "Diu Zahlsysteme der Weltenvölker", Heidelberg 1764 (erwähnt in "Oberbayrisches Archiv für Vaterländische Geschichte", München 1823)
- Ibn Batuta, "Die Zahlen und Schrift der Skandai" in einer Beilage welche wohl ursprünglich zu der Schrift "(Tuḥfat an-Nuẓẓār fī Gharāʾib al-Amṣār wa ʿAjāʾib al-Asfār", Marokko 1377 hätte hinzugefügt werden sollen.
Quellen
Nomis Arbogast, aus den Erinnerungen. 2021
|Zahlenwert||Alaju-Wort||Bedeutung||skandscha-Zeichen||Keu-zeichen|
|0||hom||alaju=leere/Daumen/radnabe/Buchstabe O|
|1||na||alaju=klein/Kleiner Finger|
|2||ue||alaju=wo/Ringfinger|
|3||me||alaju=medh(Mitte)/Mittelfinger|
|4||ta||alaju=da/Zeigefinger|
|5||skand||Bedeutet eine hand|
|6||skan'na||1Hand + 1Finger das ‘d’ von skand wird in dieser Zählweise weggelassen|
|7||skan'ue|
|8||skan'me|
|9||skan'ta|
|10||tscha||alaju=klatschen, zwei Hände (als Handueichen die Faust|
|89||skan'me'tscha'skan'ta|
|100||ras||alaju=rascheln|
|380||me'res'skand'me'tscha|
|388||me'res'skand'me'tscha'skand'me|
|1'000||tosch||alaju=tosen|
|8200||skan'me'tosch'ue'res|
|10'000||tscha'tosch|
|47'380||ta'tsch'tosch'skan'ue'tosch-me'res'skan-me-skan'ta|