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«The Graduate», «Marathon Man», «Rain Man»: Dustin Hoffman - klein von Statur - zählt zu Hollywoods grossen Charakterdarstellern. Heute wird der zweifache Oscar-Preisträger 80 Jahre alt.
Dustin Hoffman war gerade 30, als ihn die Rolle des Benjamin Braddock in «The Graduate» ins Rampenlicht katapultierte. Unvergesslich ist die Szene, wie er mit der sex-hungrigen Bekannten seiner Eltern, gespielt von Anne Bancroft, plötzlich alleine im Zimmer ist. «Mrs. Robinson, Sie versuchen doch jetzt, mich zu verführen ... nicht wahr?», stammelt der unerfahrene College-Junge.
Hoffman steht weiterhin in gefeierten Auftritten vor der Kamera. Zuletzt lief er im Mai in Cannes über den roten Teppich, wo er die Netflix-Produktion «The Meyerowitz Stories» vorstellte. In der Tragikomödie von Noah Baumbach brilliert er als grantiges Oberhaupt einer kaputten Künstlerfamilie, in der sich Kinder und Eltern kräftig fetzen.
Hoffmans Privatleben ist offensichtlich harmonischer. Er und Ehefrau Lisa feiern im Oktober ihren 37. Hochzeitstag. Sie seien heute «noch mehr ineinander verliebt», sagte die 62-Jährige der US-Zeitschrift «Closer». Sie seien sich das erste Mal begegnet, als sie selbst 10 Jahre alt war, erzählt Lisa Hoffman. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder, zwei weitere Töchter stammen aus der ersten Ehe des Schauspielers.
Schwierige Rollen
Hoffman wollte erst Musiker werden, doch wechselte er als junger Student das Fach, nahm Schauspielunterricht in Kalifornien, dann am Actors Studio in New York. Mit Theaterauftritten und kleinen Fernsehrollen hielt er sich viele Jahre über Wasser. Bis Anfang 30 verdiente er kaum Geld. Auch aus «The Graduate» wäre beinahe nichts geworden, denn Regisseur Mike Nichols wollte eigentlich Robert Redford für die Benjamin-Rolle.
Seither hat Hoffman mit einer enormen Wandlungsfähigkeit oft schwierige Charaktere und Aussenseiter gespielt. In «Midnight Cowboy» gab er den verkrüppelten New Yorker Kleingauner Rizzo, in Arthur Penns Westernsatire «Little Big Man» das kleinwüchsige Bleichgesicht Jack Crabb und in «Tootsie» einen arbeitslosen Schauspieler, der sich zwecks besserer Job-Chancen als Frau verkleidet.
Perfektionist
Begeisterte Kritik erhielten 1976 «Marathon Man» und der Watergate-Film «All the President's Men». Seinen ersten Oscar bekam Hoffman 1980 als Gegenspieler von Meryl Streep im Scheidungsdrama «Kramer vs. Kramer», der zweite folgte 1989 für seine überzeugende Darstellung eines Autisten in Barry Levinsons preisgekröntem Drama «Rain Man». Auf die Rolle hatte er sich unter anderem durch Besuche in psychiatrischen Kliniken vorbereitet - und wurde erneut seinem Ruf als Perfektionist gerecht.
Tom Cruise, der in «Rain Man» den Yuppie-Bruder von Hoffmans Figur spielt, würdigte später die «grenzenlose Neugier» seines Co-Stars. Hoffman trete erst dann vor die Kamera, wenn er «die absolute Wahrheit der Person ergründet hat, die er porträtiert», sagte Cruise 1997 bei der Vergabe der Golden Globes. (sda/dpa)