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Im Wissen, dass mein NEIN akzeptiert und geliebt ist, gibt mir Ruhe, Gelassenheit und die Möglichkeit mit vollem Herzen „JA!“ zu sagen.
"Könntest Du bitte schnell...?"
"Hilfst Du mir bei...?"
"Bist Du zuhause? Hast Du Zeit für mich, weil..."
Kommst Du auch öfters an Deine Grenzen, wenn Du "Nein" sagen möchtest, aber Du merkst, dass Du es einfach nicht über Deine Lippen bringst?
Ja sagen fällt Dir immer noch leichter?
Jemand, aus Deiner Familie, Freunden, Bekanntenkreis oder auf der Arbeit bittet Dich um einen Gefallen, dem Du aber eigentlich nicht nach kommen willst, weil Du zu wenig Zeit, keine Lust, etwas anderes vor hast oder einfach gerne Zeit für Dich alleine brauchst.
Wie sieht Deine Antwort aus? Sagst Du meistens "Ja", bürdest Dir damit eine Last auf und fühlst Dich im Nachhinein frustriert? Schlimmstenfalls lässt Du Deinen Dampf hinter dem Rücken dieser Person ab und beklagst Dich über sie?
Harmoniebedürfnis und andere Hürden des Nein sagens
Nein zu sagen fällt manchen Menschen leichter als anderen. Ich gehöre zu den Menschen, die das Nein sagen als unangenehme Last empfinden. Warum? Weil mir das Wohl der Menschen am Herzen liegt und ich mir wünsche, dass alle zufrieden und glücklich sind. Ausgeprägtes Harmoniebedürfnis, kann man das nennen ;)
Was ist denn nun so verkehrt an diesem Harmoniebedürfnis? Ganz einfach: wenn Du so unterwegs bist, dann ist für die Anderen gut gesorgt, die Person, die ständig zu kurz kommt und am Schluss müde und erschöpft ist, bist Du selbst! Der Dank für die Aufopferungsbereitschaft fällt in der Regel aus. Doppelt zermürbend.
Es gibt viele Gründe, weshalb das Nein sagen so schwer fällt:
- Vielleicht hast Du Angst davor abgelehnt zu werden oder einen Streit zu entfachen?
- Du kommst mit den Vorwürfen Deines Gegenübers nicht klar?
- Du wirst überrumpelt und kannst in diesen Momenten nicht so reagieren, wie Du möchtest?
- Du hast Angst vor möglichen Konsequenzen, die ein Nein nach sich ziehen oder hast Schuldgefühle und fühlst Dich Verantwortlich für die Gefühle Deines Gegenübers?
Nicht Nein sagen können bedeutet gefangen zu sein in Erwartungen von Aussen
In diesem Konstrukt zu leben, bedeutet gefangen zu sein. Die Ketten des „Nicht Nein sagen könnens“ sind schwer und es ist jetzt an der Zeit, diese Ketten ab zu legen. Bist Du dabei?
Als erstes wechseln wir nun die Perspektive und Du wirst Dir bewusst, dass Du nicht für die Gefühle von anderen verantwortlich bist. Wenn Du also jemandem einen Bitte abschlägst, und er oder sie dann sauer auf Dich ist, dann ist das nicht Dein Problem. Es steht jedem frei, wie er sich verhalten will. Alles klar?
Bedenke, dass ein Nein nach Aussen ein Ja zu Dir selbst ist. Wenn Du schon daran interessiert bist, dass es allen gut geht, dann beziehe Dich ebenfalls mit ein. Denn Du gehörst bei „Allen“ auch mit dazu ;)
Nein sagen hat auch nichts mit Egoismus zu tun. Es geht vielmehr darum, authentisch zu sein und Deinen eigenen Raum und Energiehaushalt zu schützen. Meine Botschaft ist auch nicht die, dass Du jetzt einfach immer Nein sagen sollst! Du fühlst sicherlich sehr gut, wann Du ja sagen kannst und willst und wo ein Nein angebracht ist.
Die wichtigste Person in Deinem Leben bist Du! Es ist Deine Aufgabe gut für Dich zu sorgen.
Wenn es Dir nicht gut geht, kannst Du in der Welt auch nichts Gutes bewirken. Wenn Du ständig genervt, erschöpft oder frustriert bist, bist Du wahrlich keinen Segen für Dein Umfeld.
Bitten vs. Fordern
Ist Dir auch schon aufgefallen, dass es Menschen gibt, bei denen Dir das Nein sagen viel leichter fällt? Weisst Du was den Unterschied ausmacht? Diese Menschen lassen Dich frei. Sie fragen Dich
aufrichtig, ob Du Zeit hast. Sie Bitten Dich und fordern nicht. Sie reagieren nicht beleidigt und machen Dir keine Vorwürfe. Eine Bitte lässt Dich frei im Entscheiden. Eine Forderung setzt Dich
unter Druck, da es für Dich Konsequenzen hat, wenn Du Ihr nicht nach kommst.
Wie ist es bei Dir?
Wie reagierst Du, wenn Du jemandem um einen Gefallen bittest?
Bestehst Du darauf, dass Dein Gegenüber deiner Bitte nach kommt egal wie er sich dabei fühlt?
Ich denke nicht. Wenn ich Dich richtig einschätze, dann wünschst Du Dir vielmehr Ehrlichkeit und nimmst auf die Bedürfnisse Deines Gegenübers Rücksicht.
Ja und Darum verdienst Du genau das gleiche auch für Dich!
Menschen, die Dich respektieren, Deinen Raum achten und ehrlich und aufrichtig sind.
In der Liebe bleiben
Menschen, die Deine Grenzen missachten oder Dich unter Druck setzen sind es ohnehin nicht wert, dass Du Dich wegen Ihnen schlecht fühlst. Das ist ein bisschen krass ausgedrückt, aber es ist meine
ehrliche Meinung. Wichtig für mich ist immer, dass ich in der Liebe bleibe. Also die andere Person nicht verurteile oder abschätzig behandle. Aus Liebe zu mir, grenze ich mich ab, weil Respekt
und Ehrlichkeit zu meinen Grundwerten gehört. Ich bin also nicht GEGEN die Person, sondern FÜR mich. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis, die ich hatte. Seit diesem Zeitpunkt, fällt es
mir viel einfacher, mich abzugrenzen und Nein zu sagen.
Nochmals: Nicht GEGEN jemand sein, sondern FÜR sich selbst sein.
5 Schritte aus der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Wie Du Nein sagen kannst, ohne zu verletzen.
1. Beobachten
Beschreibe, ohne zu bewerten, was Dein Gegenüber macht.
Beispiel: Du fragst mich, ob ich Zeit habe XY zu tun.
2. Gefühle
Hier sprichst Du aus, wie Du Dich dabei fühlst.
Beispiel: Ich fühle mich dadurch unter Druck gesetzt, da ich Dich nicht verletzen möchte.
3. Bedürfnisse
Hier sprichst Du Deine Bedürfnisse aus, die hinter diesem Gefühl stehen.
Beispiel: Ich möchte heute gerne meine eigene Arbeit zu Ende führen.
4. Bitten
Hier sprichst Du eine spezifische Bitte aus.
Beispiel: Kannst Du jemanden anderen um Unterstützung bitten?
5. Gegenvorschlag
Vielleicht kannst Du morgen oder nächste Woche? Mit einem Gegenvorschlag, kommst Du immer gut an, denn zu signalisierst, dass Dir Dein Gegenüber wichtig ist.
Beispiel: Nächste Woche habe ich am Dienstag Zeit, passt das für Dich?
Lass Dir Zeit und setze Dich nicht unter Druck
Natürlich braucht es seine Zeit, bis Du eine Meisterin im Nein sagen wirst. Schuldgefühle und Angst lassen sich nicht so einfach weg denken. Es ist viel mehr ein Training. Als ich damit begonnen habe, vermehrt Nein zu sagen, da hat mein Körper rebelliert! Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen und Druck auf der Brust gehörten mit voller Wucht zum Programm mit dazu. Es war manchmal kaum auszuhalten und ich hätte am liebsten mein Nein wieder in ein Ja umgetauscht! Doch es geht vorbei. Du wirst mit jedem Nein entspannter und sicherer :)
Angst beim Nein sagen? Hier erfährst du mehr über die Angst. Warum Du sie hast und wie Du sie wieder los wirst.
Bis dahin alles gute beim Trainieren ;)
~Andréa