Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03570.jsonl.gz/1587

Die Kirche von Hunzenschwil wurde in den Jahren 1959/60 erbaut und ist am 11. September 1960 ihrer Bestimmung übergeben worden. Die Planungen hatten bereits 1953 begonnen, Baubeginn war Mai 1959, die Grundsteinlegung erfolgte am 5. Juli 1959. Der Kirchenbau ist zu mehr als einem Drittel durch Spenden ermöglicht worden. So wurden z. B. alle fünf Glocken gestiftet und der Turm ist ein Geschenk der ausführenden Baufirma Zubler. Die Orgel im hinteren Teil der Kirche wurde nachträglich installiert.
Der Grundstein der Kirche, der sich auf der Rückseite befindet, trägt die Aufschrift: «V • VII • MCMLIX / JESAJA LIV • X» («Denn die Berge werden weichen und die Hügel wanken, meine Gnade aber wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund wird nicht wanken, spricht, der sich deiner erbarmt, der HERR.») In die beiden Eingangstüren links und rechts sind Schafe und Fische geschnitzt. Die Schafe verweisen auf Gott als unseren guten Hirten, die Fische darauf, dass Jesus «Menschen fischt» und will, dass wir als christliche Gemeinde ebenfalls «Menschen fischen». Auf dem Glockenturm ist ein Hahn angebracht, der an die dreimalige Verleugnung Jesu durch Petrus erinnert und damit die Gemeinde vor Überheblichkeit warnt und zur Selbstkritik auffordert.
Für den Grundriss hat man das herkömmliche Schema des Kirchenschiffes verlassen, ohne gleich zur Form einer Rundkirche überzugehen. Die gewählte Struktur ist ein Sieben-Eck. Die Zahl 7 steht in der Bibel für Fülle und Vollkommenheit; z. B. ist der 7. Tag der Woche deren End- und Höhepunkt. Das Innere der Kirche kennzeichnet sich durch eine helle Holzbinder-Konstruktion, die dank ihrer sternförmig aufsteigenden Form den Besuchenden ein Gefühl der Geborgenheit wie in einem Zelt vermittelt. Im Zenit der Konstruktion sieht man eine runde mit 7 Schrauben befestigte Metallplatte. Der schlichte Natursteinboden fällt nach vorn leicht ab und lenkt den Blick zusammen mit der halbrunden Anordnung der Sitzbänke auf den Abendmahlstisch, an dem auch das Wort verkündet und die Taufe vollzogen wird (eingearbeiteter Taufstein).
Beide Tendenzen, das Gefühl der Geborgenheit und die Orientierung der Gemeinde auf das Wort, das Abendmahl und die Taufe hin, sind zu schöner Synthese gebracht. Der kostbarste Schmuck der Kirche sind die farbigen Glasbildfenster.
Die Schlichtheit und Schönheit des Raumes, dessen einzelne Elemente eine wohltuende Einheit bilden, lässt die Besuchenden sich als Glieder einer Gemeinschaft fühlen, ausgerichtet auf das, was der Wandspruch bezeugt: HERR IST JESUS CHRISTUS.
Die Glasbildfenster der Kirche Hunzenschwil wurden 1960 von Arnold Zahner, Rheinfelden, in Glas und Beton gestaltet.
Der Fensterzyklus beginnt vorn links mit der Schöpfung und endet vorn rechts mit der Auferweckung, die abstrakt und in lichtgelb als Neuschöpfung verstanden ist.
Die übrigen drei Fenster auf der Ostseite setzen in loser Folge Erzählungen des Alten Testaments ins Bild, die übrigen vier der Westseite setzen der Chronologie des Lebens Jesu folgend Erzählungen des Neuen Testaments ins Bild.