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WIE ALLES BEGANN
Der Tod von Orang-Utan-Männchen «Raya» im November 2013 war glücklicherweise nicht umsonst. «Raya» lieferte die Grundlage für die Entdeckung seiner Artgenossen – die Tapanuli-Orang-Utans.
Ende 2013 wurde ein schwer verletzter Orang-Utan in die Auffang- und Pflegestation des Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramms SOCP eingeliefert. Sofort bemerkten unsere Veterinäre, dass das Männchen um sein Leben kämpfte und pflegten ihn umgehend. Die Behandlung konnte leider nicht zu einem Ende geführt werden. Der Orang-Utan hatte zu starke Verletzungen und Infektionen am ganzen Körper. Da er aus einer Ölplantage evakuiert wurde, liegt die Vermutung nahe, dass der Mensch ihm diese Blessuren zugefügt hat. Im Nachhinein wurden Luftgewehr-Projektile im Körper des Orang-Utans gefunden. Die Beweise verhärteten sich. Dass Menschen sich mit Gewalt gegen hungernde Tiere wehren, um ihre Ernte zu schützen, ist in Indonesien leider kein Einzelfall.
Letztendlich konnten wir ihn leider nicht retten. «Rayas» Tod nützte jedoch glücklicherweise der Wissenschaft. Die Vermutung, dass die Orang-Utans in Batang Toru sich stark von den anderen beiden bekannten Orang-Utan-Arten unterscheiden, hielt sich seit Jahren hartnäckig. Der wissenschaftliche Beweis fehlte jedoch noch. «Rayas »Schädel und sein Unterkiefer lieferten dazu wertvolle Erkenntnisse. Und endlich: Vergleiche mit anderen Orang-Utan Skeletresten bestätigten die Einzigartigkeit der Tapanuli-Orang-Utans!
Der Tapanuli-Orang-Utan ist der am stärksten bedrohteste Grosse Menschenaffe der Welt. Er lebt in Batang Toru, einem Regenwald im Norden der Insel Sumatra. Anfangs November 2017 gelang es uns in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forschungsteam, die Art wissenschaftlich zu beschreiben. Der Tapanuli-Orang-Utan unterscheidet sich demnach wesentlich im Verhalten, in der Genetik und Anatomie vom Sumatra-Orang-Utan und dem Borneo-Orang-Utan.