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Filmmusik
SOHN MEINES VATERS ist ein Spielfilm von Regisseur Jeshua Dreyfus (Halb so wild), produziert von Kaspar Winkler und Sabine Girsberger von TILT Productions (Das Erste und das Letzte).
Am 60. Geburtstag seines Vaters Karl (Dani Levy), der die Familie an einem Schabbat zusammenführt, möchte Simon (Dimitry Stapfer) seinen Eltern die neue Freundin vorstellen. Doch wie üblich sind diese mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt.
Als wäre Simon sein bester Freund, erzählt Karl seinem Sohn, er fühle sich dreissig Jahre jünger, seit er mit Sonja, der neuen Sekretärin, schlafe. Von seiner Mutter Agnes lässt Simon sich dazu verpflichten, das Buch des Vaters zu transkribieren, damit Karl nicht mit Sonja in den Urlaub fährt.
Während sich die Eltern am FKK-Strand sonnen, beginnt Simon ein verführerisches Katz-und-Maus-Spiel mit Sonja und verstrickt sich immer mehr im klebrigen Familiennetz.
Zur Filmmusik:
SOHN MEINES VATERS war eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Die Perspektive, welche die Filmmusik gegenüber dem Film einnehmen sollte, war alles andere als konventionell und konnte nur durch eine lange Trial-and-Error-Phase gefunden werden.
Wir haben mit Jeshua lange über die "Position" der Filmmusik gesprochen. Soll sie hinter dem Bild sein? Vor dem Bild?
Seine Vision war eine Musik, die "kommentierend" wirkt. Eine Musik, die Simon nicht bemitleidet, sonder sich über ihn lustig macht.
Enstanden ist eine schräg instrumentierte Filmmusik: Sopran Saxophon trifft auf Orgel, Marimba, Akkordeon, E-Bass, Perkussion.
Im Zentrum der Musik steht dennoch das Element des Drehmoments Simon kann sich den emotionalen Fängen seiner Eltern nicht entziehen.
Ich wollte also mit einem einzigen Element arbeiten, das sich immer weiter dreht. Enstanden ist ein 4-Ton-Motiv, das sich endlos wiederholt, sich jedoch rhythmisch immer wieder neu arrangiert - es ist, als würden kleine Stolpersteine in seine Weg gelegt.
Das Motiv zieht sich durch den ganzen Film und "verfolgt" Simon auf allen Ebenen: Ich habe "Fernglas" von Marcel Oettiker mit dem Motiv als melodischen Element angereichert und bin soweit gegangen, dass sogar Simon's Klingelton eine Variation des Motivs ist.
Wichtig dabei war, dass die Filmmusik ambivalent bleibt und mehrere Deutungen möglich macht.
Ich glaube, so ist es uns gelungen, eine Perspektive zu schaffen, die es sowohl möglich macht, mit Simon's Schicksal mit zu gehen, als auch sein Schicksal von aussen zu betrachten.