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Societas Lusatorum Sorabica
Das Buch beschreibt die Geschichte der Sorabia als älteste aller Studentenverbindungen über nahezu dreihundert Jahre von der Gründung als Prediger Gesellschaft im Jahr 1716 bis zur Fusion mit der Landsmannschaft Westfalen 1969. Der Autor fasst die bis 1867 erschienenen Beiträge zur Geschichte der Gesellschaft zusammen und baut darauf vier weitere Kapitel auf. Er beschreibt zunächst die stärksten Jahre bis 1916, zeichnet den Weg von einer unabhängigen Verbindung in die Deutsche Landsmannschaft auf und dokumentiert die Zeiten als Kameradschaft zur Zeit des Nationalsozialismus bis zum Ende in Leipzig. Das Buch schliesst mit einem Kapitel zum Neubeginn zunächst beim Freundschaftsbund in Marburg und dann der Wiedereröffnung in Münster bis zur Verschmelzung mit den Westfalen.
Auf 450 Seiten beschreibt Rainer Haas detailliert die einzelnen Epochen und die Wandlungen von einer Zweckgemeinschaft von Theologiestudenten über eine wissenschaftliche Institution an der Universität Leipzig zu einer Studentenverbindung, wie wir sie heute kennen. Er konnte sich dabei auf das umfangreiche Archiv stützen, das nicht nur einige Zusammenfassungen der Historie bis 1867 umfasst, sondern vor allem die lückenlose Dokumentation der Ereignisse von 1831 bis 1944 in regelmässigen Publikationen der Gesellschaft mit Berichten über das vergangene Semester, gehaltenen Reden und wissenschaftlichen Abhandlungen bis zu Nachrichten zu den Bundesbrüdern und vollständige Mitgliederverzeichnisse. Rainer Haas hat diese Quellen akribisch erarbeitet und die Geschichte detailliert aus der Sicht des Theologen beschrieben. Das Werk beschreibt daher nicht nur die Geschichte einer Studentenverbindung, sondern ist in weiten Teilen auch ein Stück wendischer Kirchengeschichte.
Rainer Haas
Rainer Haas, Jahrgang 1941, hat in Heidelberg Theologie studiert und war von 1961 bis 1963 bei der Landsmannschaft Teutonia Heidelberg-Rostock aktiv, wo schon sein Vater als Rostocker Teute Mitglied war. 1964 trat er ebenso wie sein Vater der Landsmannschaft Sorabia bei, um die Wiedereröffnung in Münster zu unterstützen. Nach seiner Promotion und Arbeit als wissenschaftlicher Assistent in Marburg war Rainer Haas ab 1971 in mehreren hessischen Gemeinden als Pfarrer tätig. 2006 ist er mit seiner Frau Heide als Emeritus nach Achern gezogen. Als Archivar und Historiograph der Sorabia fand er dort die nötige Zeit, die Bundesgeschichte aufzuarbeiten mit dem Ziel, sie bis zum 300. Geburtstag zu veröffentlichen. Das 300. Stiftungsfest lag ihm immer sehr am Herzen und er hätte sicher auch gern wieder zu diesem Anlass traditionell eine Predigt in der Universitätskirche gehalten. Leider ist ihm dies nicht mehr vergönnt gewesen, da er 2013 den Kampf gegen seine schwere Krankheit verloren hat.
Heide Haas (Hrsg.)
Sören Sasse (Hrsg.)
Sören Sasse, Jahrgang 1958, hat von 1981 bis 1986 in Münster Wirtschaftswissenschaften studiert und wurde Anfang 1983 bei der Landsmannschaft Sorabia-Westfalen aktiv. Er war am Neuaufbau nach den Jahren der Suspension wesentlich beteiligt und hat sich von Beginn an neben den vielfältigen Aufgaben in einer kleinen Aktivitas der Historie der Sorabia gewidmet. Nicht zuletzt durch die weitgehend von ihm organisierten Besuche bei den Alten Herren in der DDR hat er zur Vervollständigung des Archivs beigetragen. Er hat immer eng mit Rainer Haas bei der Archivarbeit zusammengearbeitet und ist heute Archivar der Landsmannschaft Sorabia-Westfalen. Seit 1994 ist Sören Sasse auch Mitglied der Akademischen Landsmannschaft Baltia in Rostock.