Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03611.jsonl.gz/2251

Hier fällt direkt auf, dass der Escher-Brunnen mit Denkmal nicht mehr am selben Ort steht. Der Brunnen wurde Ende der 60er-Jahre wegen dem Bau des Shop-Ville entfernt und um ein paar Meter versetzt wieder aufgebaut.
Aber nicht nur beim Escher-Denkmal gab es Änderungen. Beim ganz genauen Hinschauen bemerkt man, dass die Statuen seitlich der Bahnhofsuhr nicht mehr dieselben sind. Sogar die Löwen haben sich verändert.
1894 bestaunte man am Bellevue die neue elektrische Strassenbahn, welche soeben in Betrieb genommen wurde. Diese löste das mit Pferden betriebene Rösslitram ab, welches seit dem Jahr 1882 in Zürich verkehrte.
Das Kornhaus hatte grosse Bedeutung für die städtischen Behörden, da alles in die Stadt eingeführte Getreide nur dort weiterverkauft werden durfte und an Steuern gebunden war. Als die Grösse des ursprünglichen Kornhauses am Weinplatz nicht mehr ausreichte, wurde beschlossen weiter Flussaufwärts ein neues, grösseres zu errichten. 1620 waren die Bauarbeiten für das neue, dreistöckige Gebäude im Renaissancestil abgeschlossen, welches auf diesem Bild zu sehen ist. In den 1830er Jahren wurde dann das Zürcher Kaufhaus im Kornhaus untergebracht, und auf dem heutigen Sechseläutenplatz ein neues Kornhaus erstellt, welches 1867 zur Tonhalle umfunktioniert wurde und 1896 wieder abgerissen wurde. Den Abbruch des fast 280 Jahre alten Kornhauses vor dem Fraumünster versuchte man zu verhindern, da es viele als Gegenstück zum Rathaus auf der anderen Flussseite sahen. 1897 wurde das Gebäude aber trotzdem entfernt, da man einen direkten Blick auf die neu errichtete Fraumünsterpost schaffen wollte. Übrig geblieben sind nur noch zwei Bögen, über welche Boote das Gebäude befahren konnten. Zu beachten: das Rösslitram in der Bildmitte.
Auf dem Foto von 1894 sieht man das damals kürzlich erbaute Gebäude mit der Adresse Bahnhofplatz 1. An dieser Adresse befindet sich heute unter anderem eine Filiale des Apple-Partners Data Quest. Gleich daneben steht noch das alte Haus des Cafe und Restaurant Du Nord (Waisenhausgasse 8), welches 1895 schliesslich abgetragen und an dessen Stelle der Neubau des Bahnhofplatz 2 und 3 erstellt wurde. Das „du Nord“ bezog auch den Neubau und führte dort über viele Jahr das „Grand Cafe du Nord“. Seit dem Jahr 2000 ist in den selben Lokalitäten im Erdgeschoss die Newsbar und im ersten Stock das Restaurant Au Gratin.