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Kartoffelwickel
Der Kartoffelwickel ist ein sehr beliebtes, altes Hausmittel, weil er nicht nur den Körper, sondern auch die Seele wohltuend erwärmt. Nachdem der Kartoffelwickel angelegt wurde, wird der Patient warm in eine Wolldecke eingepackt.
Allgemeine Vorbereitungen
Die angegebene Menge heisse Pellkartoffeln auf einem Küchenhandtuch verteilen, grob zerquetschen, einschlagen und anschliessend mit einem Nudelholz glatt verteilen. Je nachdem, wo der Kartoffelwickel angelegt wird, wird der Kartoffelbrei auf ein schmales langes Tuch (für den Halswickel) oder flächig auf ein Küchentuch (für den den Rücken) verteilt.
Achtung: Prüfen Sie die Temperatur am eigenen Unterarm für 15 Sekunden lang, da der Kartoffelbrei sehr heiss ist und zu Verbrennungen führen kann.
Brustwickel
Vier bis fünf Kartoffel reichen für den Brustwickel aus. Der Kranke legt sich mit dem Rücken auf ein grosses Handtuch und erhält das Kartoffelbreipäckchen auf die Brust gelegt. Das Handtuch wird um die Brust herumgeschlagen und auf der Brust festgesteckt.
Halswickel
Für den Halswickel nehmen Sie zwei heisse Pellkartoffeln. Das warme Kartoffelpäckchen um den Hals wickeln, aussen noch ein Handtuch drum und feststecken.
Rückenwickel
Fünf bis sieben heisse Pellkartoffeln, je nach Größe des Patienten, werden für den Rücken benötigt.
Zunächst ein grosses Handtuch aufs Bett legen und darauf das warme Kartoffelpäckchen. Der Kranke legt sich nun mit dem Rücken auf das Kartoffelpäckchen und das Tuch wird um die Brust herumgeschlagen und vorne festgesteckt.
Unterleibwickel
Etwa sieben heiße Pellkartoffeln werden für den Unterleibswickel benötigt.
Zunächst ein großes Handtuch aufs Bett legen und darauf das warme Kartoffelpäckchen. Der Kranke legt sich nun mit dem Po darauf und das Tuch wird um den gesamten Unterleib geschlungen.
Dauer
20 Minuten oder bis die Wickel abgekühlt sind
Zutaten
Zwei bis sieben heisse Pellkartoffeln
2 Küchentücher
ein grosses Handtuch.
Der Kartoffelwickel wird oft bei Husten angewendet, jedoch nicht nach 15 Uhr, da er sehr stark lösend wirkt und der Patient sonst wegen dem Abhusten evtl. nicht schlafen kann.
Kohlwickel
Vorbereitung und Anwendung
Je nach Grösse reichen drei oder vier Blätter. Dabei sind die inneren besonders gut geeignet, weil sie saftiger sind. Mit einem Messer den mittleren, harten Strunk entfernen. Damit die Blattrippen aufbrechen und der Saft austritt, die Blätter mit einer Glasflasche oder dem Nudelholz flach walzen. Achtung! Das Nudelholz sollte möglichst aus Stein oder Metall sein. Die Blätter überlappend auf die betroffene Körperstelle legen und mit einem Leinentuch umwickeln. Anschliessend ein Wolltuch oder einen Netzverband darüber streifen. So können die Heilkräfte des Wirsings längere Zeit einwirken, auch über Nacht.
Zutaten
3-4 Blätter Wirsing oder Weisskohl
1 Baumwolltuch
1 Netzverband oder Wolltuch
Gelenkschmerzen, Gicht oder Rheuma lassen sich mit einem Kohlwickel lindern.
Leinsamenwickel
Zubereitung
Die Leinsamen mit etwas Wasser (1/3 Leinsamen, knapp 2/3 Wasser) zum Kochen bringen. Dann den heissen Brei fingerdick auf das Tuch geben und als Kompresse falten.
So warm wie möglich auf die gewünschte Stelle legen. (Nase, Kieferhöhle oder Stirn) evtl. mit Woll- und Seidentüchern bedecken um die Wirkung zu verstärken.
Bei Abkühlung eine frische Kompresse nehmen, da sie eine größere Heilwirkung hat.
Warmhalten kann man die Kompresse zwischen zwei Wärmflaschen.
Einwirkungsdauer
Die Kompressen häufiger wechseln, da sie nur gut tut solange sie warm ist (4 – 5 Min). Insgesamt wechselt man die Kompresse während ½ – 1 Stunde. Der Kopf soll nicht zu lange warm behandelt werden. Anschliessend mind. ½ – 1 Std. im Bett bleiben (Zugluft vermeiden = Erkältungsgefahr).
Zutaten
300 g Leinsamen (ganz, geschrotet oder gemahlen) für 8 Kompressen
6 – 8 kleine, dünne Tücher oder Teefilter evtl. 1 Woll- oder Seidentuch
2 Wärmflaschen
Wirkungsweise
Leinsamenanwendungen sind reine Wärmebehandlungen mit der Wirkung der feuchten Wärme. Die erhitzten Leinsamen dienen dabei als Wärmespender. Sie geben milde Wärme ab, machen die Haut geschmeidig und wirken aufweichend. Sie werden als Brustwickel bei Husten angewendet und bringen eitrige Entzündungen zur Entleerung. Bei Nasennebenhöhlenentzündung sind Leinsamenkompressen sehr hilfreich, weil es den normalen Abfluss des Schleims und Eiters beschleunigt, durch das durchgängig werden der feinen Abflusskanäle.
Leinsamenwickel helfen bei Schnupfen, Stirn– und Kieferhöhlenentzündungen, Husten / Bronchitis, Lebererkrankungen, „Gerstenkorn“ und Furunkel (oberflächlich).
Quarkwickel
Der Halswickel aus Quark ist ein altes Hausmittel gegen Halsschmerzen. Kommt der Quark mit der Haut in Berührung, beginnt ein Milchsäureprozess. Dieser wirkt positiv auf entzündliche Geschehen. Ein Quarkwickel wirkt abschwellend und schmerzlindernd. Dank seiner guten Hautverträglichkeit eignet er sich auch für empfindliche Haut.
Es gibt kalte und warme Quarkwickel. Während einer akuten Entzündung wirken kalte Wickel besser, später wird oft ein warmer Wickel besser vertragen.
Warmer Quarkwickel
Ein Küchentuch der Länge nach zweimal zusammenfalten, dass eine schmale schalähnliche Stoffbahn entsteht. Das Tuch zwischen zwei Wärmflaschen erwärmen, den Quark etwa einen Zentimeter dick auf das Tuch auftragen und dieses dann wie einen Schal eng anliegend (nicht zu eng) um den Hals legen. Das zweite Tuch aussen drum herum wickeln und eventuell mit einer Sicherheitsklammer feststecken. Wird der Wickel abends angelegt, kann er über Nacht bleiben, am Tag bis zu drei Stunden bzw. bis der Quark trocken ist.
Kalter Quarkwickel
Den Quark etwa einen Zentimeter dick auf ein Tuch auftragen und dieses dann wie einen Schal eng anliegend (nicht zu eng) um den Hals legen. Das zweite Tuch aussen drum herum wickeln und eventuell mit einer Sicherheitsklammer feststecken. Wird der Wickel abends angelegt, kann er über Nacht bleiben, am Tag bis zu drei Stunden bzw. bis der Quark trocken ist.
Zutaten
250g Magerquark
2 Küchentücher
Wärmflasche
Der Quarkwickel hilft bei Halsschmerzen.