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Der französische Altpräsident Jacques Chirac hat den zweiten Teil seiner Memoiren für eine Abrechnung mit Nicolas Sarkozy genutzt. Sein Nachfolger sei "nervös, ungestüm, ohne Zweifel an irgendetwas, vor allem nicht an sich selbst", schreibt Chirac laut vorab veröffentlichten Auszügen.
Er berichtet von Spannungen mit Sarkozy, der unter Chiracs Präsidentschaft (1995-2007) mehrere Ministerposten hatte. So habe er nach seiner Wiederwahl 2002 darüber nachgedacht, Sarkozy zum Regierungschef zu machen, berichtet Chirac.
Er verzichtete dann aber darauf, "weil es zu viele Grauzonen und Missverständnisse gab". Auch zwei Jahre später gab er Sarkozy das Amt des Ministerpräsidenten nicht, weil er einen "Knall" befürchtet habe.
Sticheleien aus Minister-Zeit
In schlechter Erinnerung sind dem heute 78-Jährigen auch die Sticheleien Sarkozys über seine Interessen: Sumo und Japan. "Kleine provozierende Sätze, gegen mich ausgesprochen von einem Minister, der sich nach Belieben äussert, ohne den Staatschef schonen zu wollen."
Auch eine umstrittene Äusserung des damaligen Innenministers Sarkozy im Jahr 2005, die Vorstädte mit dem "Kärcher" reinigen zu wollen, bezeichnete Chirac als "impulsiv". Er habe sie nicht gebilligt.
Im ersten Teil seiner Memoiren, die 2009 erschienen, hatte Chirac keine Kritik an Sarkozy geübt. Der konservative Altpräsident ist einer der beliebtesten französischen Politiker, obwohl er sich seit September wegen Scheinarbeitsverhältnissen im Pariser Rathaus vor Gericht verantworten muss. Sarkozy hat hingegen seit Monaten schlechte Umfragewerte.