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Es gibt viele spleenige Engländer. Ein ganz besonderer war Edward Frank Willis James. 1907 in eine englische Aristokraten-Familie geboren – sein Pate war Georg VIII – durchlief er eine unbeschwerte aber langweilige Jugend. 1920 besuchte er das renommierte Eton-College und später die Kunstakademie der Universität Oxford. Während dieser Zeit machte er Bekanntschaft mit Salvador Dali, Max Ernst und René Magritte. Er wurde ein Mäzen von Dali und über die Jahre zum Besitzer der grössten privaten Sammlung an surrealistischer Kunst.
Als 1929 seine Mutter, Evelyne Forbes, starb, hinterliess sie ihm ein Vermögen, das ihn zu einem der reichsten Männern der damaligen Zeit machte. Er lebte ein Leben als Playboy, reiste und hatte einen illustren Freundeskreis zu dem neben renommierten Künstlern und Schriftstellern auch Coco Chanel gehörten. Seine Ehe mit einer Balletttänzerin aus Wien hielt knapp fünf Jahre.
1935 schrieb er eine Novelle und finanzierte die Ausgabe der Kunst-Revue Minotauro, deren Titelseiten zum Teil von Picasso illustriert wurden. 1940 besuchte er in Neu-Mexiko (USA) einen Ashram und begann zu meditieren. 1945 führte ihn sein abenteuerliches Leben nach Mexiko, nach Xilitia im Staat Potosi. Dort kaufte er zwei Jahre später Las Pozos, ein riesiges Grundstück im Urwald mit Flüssen und Wasserfällen.
1947 lernte er in Xilitia Plutarco Gastélum, einen Architekten und José Augilar, einen begnadeten Schreiner und Formenbauer kennen. Mit ihnen und bis zu hundert Arbeitern, entstanden in den nächsten siebzehn Jahren im Urwald Paläste, Säulen, Orchideen und Brücken. Dieser surrealistische Traum aus Zement legt Zeugnis von James Edwards ab, einem der grössten Exzentriker des 20. Jahrhunderts, der 1984 in San Remo starb.
Wir besuchten sein Vermächtnis am 14. März 2019. Es war ein strahlend schöner Tag; und wir kamen in den Genuss eines unvergesslichen Erlebnisses. Thank you, James!