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Kunterbunte MischungDiese weiblichen Hormone sollten Sie kennen
Hormone regulieren unseren ganzen Körper. Auch der monatliche Zyklus ist von ihnen abhängig. Diese neun weiblichen Hormone sollten Frauen mit Kinderwunsch deshalb gut kennen.
Der Zyklus ist für die meisten Frauen eine monatliche Routine, die lästig und manchmal sogar beschwerlich sein kann. Doch sie hat auch einen guten Zweck: Sie bereitet den Körper jeden Monat aufs Neue auf eine mögliche Befruchtung vor. Gesteuert wird der dreiphasige Zyklus durch Hormone, die im Gehirn produziert werden.
Er beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung und endet einen Tag vor der darauffolgenden Periode. Sind die Hormone im Ungleichgewicht, kann es zu Beschwerden wie dem prämenstruellen Syndrom oder einem unerfüllten Kinderwunsch kommen. Wer schwanger werden möchte, sollte deshalb Bescheid wissen über die wichtigsten Hormone und deren Wirkung.
Der weibliche Zyklus
Die erste Zyklushälfte wird auch als Follikelphase bezeichnet. Zur Mitte des weiblichen Zyklus hin stellt sich die Eisprungphase ein, auch Ovulationsphase genannt. Darauf folgt die Gelbkörperphase. Ein neuer Zyklus beginnt daraufhin wieder mit der Menstruation. Dieser hat im Durchschnitt eine normale Dauer von 28 Tagen. Alle Phasen und die währenddessen ablaufenden Vorgänge im Körper werden durch verschiedene Hormone gesteuert, die sich auch gegenseitig beeinflussen.
Welche Hormone gibt es im weiblichen Körper und wofür sind sie zuständig?
1. Gonadoliberin
Das Hormon Gonadoliberin wird auch als Freisetzungshormon bezeichnet. Die Abkürzung GnRH steht für «Gonadotropin releasing hormone». Es wird im Hypothalamus gebildet und hat unter den weiblichen Hormonen eine übergeordnete Position inne. Es löst eine Kettenreaktion aus, die den Zyklus der Frau stark mitbestimmt. Es fördert zum Beispiel die Produktion und Ausschüttung von LH und FSH. Diese wiederum wirken ebenfalls stark auf den Zyklus ein.
2. Follikelstimulierende Hormon (FSH)
Gebildet in der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, löst dieses Hormon die Reifung der Eibläschen im Eierstock aus. Damit diese wachsen können, werden Östrogene aktiviert und die Granulosezellen im Inneren der Follikel stimuliert, damit sie die Eizelle mit Nährstoffen versorgen.
3. Luteinisierende Hormon (LH)
Ebenfalls im der Hypophyse wird das Luteinisierende Hormon produziert.
Ihm kommt eine zentrale Bedeutung im Zyklus der Frau und den Eisprung zu. Ab einer höheren Konzentration lässt es die reifen Eibläschen platzen, es löst den Eisprung der Eizelle aus. Darüber hinaus spielt es für die Produktion von Progesteron in der nächsten Zykusphase eine wichtige Rolle, indem es den Gelbkörper stimuliert.
Der Gelbkörper entsteht beim Eisprung, wenn die reife Eizelle das Follikel verlässt und in Richtung Gebärmutter wandert. Granulosa- und Thekazellen bilden einen Gelbkörper.
4. Progesteron
Das Progesteron wird auch Gelbkörperhormon oder Corpus-luteum-Hormon genannt, da es vor allem von dem zuvor beschriebenen Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte produziert wird. Es ist der wichtigste Vertreter der körpereigenen Sexualhormone. Es wird vor allem in der Hirnanhangsdrüse, in kleinen Mengen aber auch in der Nebennierenrinden produziert. Progesteron verändert die Gebärmutterschleimhaut und bereitet sie auf eine mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vor.
Bleibt die Schwangerschaft aus, schrumpft der Gelbkörper, produziert immer weniger Progesteron und löst dadurch schliesslich die nächste Blutung aus. Das ist der normale Vorgang. Manchmal kann sich das befruchtete Ei aber nicht einnisten, weil zu wenig Progesteron vorhanden ist. Grund für die Unfruchtbarkeit ist dann die sogenannte Corpus-luteum-Insuffizienz.
Genau wie Progesteron zählen Gestagene zu den Gelbkörperhormonen. Jedoch sind sie synthetisch und werden vor allem in der Anti-Baby-Pille oder der Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren eingesetzt, oft in Kombination mit Östrogenen. Wirksam sind die synthetischen Gestagene jedoch auch bei der Behandlung von Zyklusstörungen bei Kinderwunsch.
5. Östradiol
Dieses weibliche Geschlechtshormon ist das Wichtigste unter den Östrogenen.
Lebensmittel, die Östrogene enthalten
Soja, Mönchspfeffer, Leinsamen, Kürbiskerne, Trockenfrüchte, Hopfen, Johanniskraut, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
Produziert in den reifenden Eibläschen, wandert es ins Blut. Es stimuliert die flüssigere Konsistenz vom Zervixschleim. Dank diesem können die Spermien den Gebärmutterhals an einigen Tagen im Monat passieren. Zudem sorgt Östradiol dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut sich aufbaut. Das ist für die Monatsblutung wichtig, aber auch für eine befruchtete Eizelle, die sich einnisten möchte.
6. Prolaktin
Das Hormon Prolaktin ist vom Kinderwunsch bis zur Stillzeit wichtig. Unter Stress wird es vermehrt in der Hirnanhangsdrüse produziert. Ein Überschuss schränkt jedoch die Fruchtbarkeit ein, indem die Bildung von Gonadotropin releasing Hormon behindert wird. Das wiederum bringt den gesamten Monatszyklus durcheinander. Diese Nebenwirkung hat Prolaktin auch beim Stillen. Da es in dieser Zeit vermehr gebildet wird, haben viele Frauen kurz nach der Geburt erstmal keine Regelblutung. Aber aufgepasst! Sie können aber trotzdem vor ihrer ersten Regelblutung erneut schwanger werden.
7. Humanes Choriongonadotropin
Das sogenannte Schwangerschaftshormon ist vor allem nach der erfolgreichen Befruchtung der Eizelle wichtig. Es wird von der Plazenta gebildet und ist für den Erhalt der Schwangerschaft wichtig. Es stimuliert den Gelbkörper zur vermehrten Produktion von Progesteron. Dadurch wird die Schleimhaut in der Gebärmutter erhalten und ausgebaut. Die Menge von hCG im Urin dient auch als Nachweis bei den handelsüblichen Schwangerschaftstests.
8. Oxytocin
Mit jeder Schwangerschaftswoche steigt die Konzentration dieses Hormons im weiblichen Körper an. Es wird die Wehentätigkeit auslösen. Nach der Geburt stimuliert es die Milchproduktion.
9. Anti-Müller-Hormon
Für Frauen, die eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehen, ist dieses Hormon wichtig. Es wird in den Granulosazellen, also im Eibläschen gebildet. Je höher der Wert, desto besser steht es noch um die «ovarielle Funktionsreserve». Das bedeutet, es sind noch genügend Follikel in den Eierstöcken vorhanden. Je weniger, umso mehr müssen die Eierstöcke für eine In-vitro-Fertilisation stimuliert werden. Als Folge der hormonellen Umstellung in den Wechseljahren ist bei der Frau kein Anti-Müller-Hormon mehr messbar.
Der Einfluss der weiblichen Hormone auf den Zyklus
Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und Luteinisierende Hormon werden von der Hirnanhangdrüse ins Blut ausgeschüttet. Der Follikel wird durch das FSH im Eierstock entwickelt und nimmt mit der Zeit an Grösse zu. In den Wänden dieses Follikels wird Östrogen produziert. Das sorgt dafür, dass mit dem Wachstum gleichzeitig die Östrogenkonzentration ansteigt.
Der Östrogenspiegel ist daher an den Tagen vor dem Eisprung besonders hoch. Hierdurch wird vermehrt LH ausgeschüttet. Das sorgt dafür, dass der Follikel, der in seiner Entwicklung am weitesten fortgeschritten ist, platzt. Die in ihm befindliche reife Eizelle kann anschliessend in den Eierstock transportiert werden.
Diese Verbindungen zeigen, dass die weiblichen Geschlechtshormone nicht bloss durch das Gehirn reguliert werden. Darüber hinaus beeinflussen sie sich auch gegenseitig. Das macht deutlich, dass die weiblichen Hormone in der richtigen Konzentration vorliegen müssen, damit es zu einem regelmässigen Zyklus der Frau kommen kann. Dieser wiederum ist wichtig für alle Frauen, die gerne schwanger werden möchten. Jedoch ist der Zyklus fragil und vielen hormonellen Veränderungen unterworfen, schon Stress oder lange Flugreisen und Temperaturunterschiede wirken sich auf ihn aus.