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Gasser,
Joseph, Bildhauer der ältern Wiener Schule, geb. 1818 zu Wallhorn in Tirol, jüngerer Bruder des Bildhauers Hans G. (gest. 1868), erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater, einem Holzschnitzer, und brachte es schon mit 13 Jahren dahin, daß er geschnitzte Statuen verfertigte. 1839 erreichte er seinen Wunsch, dem 1838 nach Wien gegangenen ältern Bruder folgen zu können, und wurde nun Schüler der Akademie unter Schaller, Klieber und Kähßmann. Sein erstes Werk, das lohnenden Erfolg hatte, war 1844 eine Statuette Leopolds des Glorreichen; sie brachte ihm eine Pension für einen Aufenthalt in Rom, welchen er 1845-1849 benutzte, indem er eifrig nach der Antike studierte.
Nach seiner Rückkehr führte er zunächst für das Portal des Doms zu Speier fünf kolossale Statuen der heil. Jungfrau, des Erzengels Michael, der Heiligen Stephanus, Johannes der Täufer und Bernhard v. Clairvaux und mehrere kolossale Medaillons aus, die große Anerkennung fanden. Dazu kamen bald nachher die Büsten des Kaisers und der Kaiserin von Mejiko, die noch mehr Glück machten und zahlreiche Aufträge zur Folge hatten. Es sind namentlich die drei Statuen für das Wiener Arsenal: Kaiser Maximilian I., Friedrich der Streitbare und Leopold von Habsburg;
ferner je sechs Statuen für die Paläste der Erzherzöge Wilhelm und Ludwig Victor, die Marmorstatuen der sieben freien Künste im Treppenhaus der Neuen Oper, die Statue Rudolfs IV. für die Elisabethbrücke sowie verschiedene Skulpturen für den Stephansdom, für den Dom in Linz und namentlich für die neu erbaute Votivkirche in Wien die Krönung der Maria am Hauptgiebel, die Gruppe der Dreieinigkeit, eine Statue des Erlösers und Reliefs in den Bogenfeldern der drei Portale der Westfassade.
Neben allen diesen Arbeiten war er auch mit Grabdenkmälern (Engel aus Bronze, Tod Josephs, Christusstatue auf dem Friedhof ins Innsbruck) und kleinen Skulpturen beschäftigt. Er ist Ritter des Franz-Joseph-Ordens und seit 1865 Rat der Akademie in Wien.