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Martin Suters «Val Grisch»
«Sie bekam die Türklinke zu fassen, öffnete die Tür, schlüpfte hinein und schaffte es gerade noch, sie zuzuschlagen und den Schlüssel zu drehen.
Und wieder die gleichen Bilder: Die zerberstende Scheibe neben der Türklinke.
Die Hand, die hineinfaßte.
Der noch blutleere tiefe Schnitt zwischen Daumen und Zeigefinger.
Die Hand, die nach dem Schlüssel tastete.
Der Schnitt, der plötzlich blutete.
Die Speichelfäden, in den Mundwinkeln.
Die drei Worte. Drei scharf geschliffene, stahlglänzende Dreiecke Ich. Kill. Dich.
Aber diesmal gelang es ihr, den Schlüssel abzuziehen.»
Ein Unterengadiner Krimi in einem düsteren Tal: Sonia, eine verletzliche Heldin, will nach einer gescheiterten Ehe mit dem steinreichen, gewalttätigen Fréderic nur eines: einen Neuanfang. Eine Chance sieht sie in einer Anstellung als Physiotherapeutin in einem Unterengadiner Wellness-Hotel. Doch die Ruhe währt nicht lange, denn bald mehren sich unheimliche Vorkommnisse und Zeichen: Steckt etwas dahinter oder spielt Sonias überreizte Wahrnehmung ihr einen Streich? Allmählich kommt sie auf eine Spur, die nichts Gutes verheisst: Offenbar stellt jemand eine alte Unterengadiner Sage nach – «Der Teufel von Mailand». Als Sonia das Spiel durchschaut, ist es schon fast zu spät. Aber diesmal kann sie sich wehren und ihr Peiniger wird von ihr ins Jenseits befördert...
Martin Suter, 1948 in Zürich geboren, verdiente sein Geld bis 1991 als Werbetexter und Creative Director, bevor er sich ausschliesslich aufs Romane-Schreiben verlegte. Er lebt auf Ibiza und Guatamala und publiziert einen Bestseller nach dem anderen. (BP)