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Den Südlichen Glattwal (Eubalaena australis) – in Brasilien heisst er “Baleia-franca“ – eine Walart aus der Familie der Glattwale (Balaenidae), kann man an der Küste Südbrasiliens zwischen Juli und Oktober regelmässig beobachten, wenn sie aus der Arktis in wärmere Gewässer ziehen, um sich fortzupflanzen und ihre Jungen zu gebären.
Die Wissenschaftler des Projekts Projeto Baleia Franca haben in der vergangenen Woche einen Albino-Jungwal dieser Gattung entdeckt, als sie einen Kontrollflug vor der Küste des Bundesstaates Santa Catarina durchführten. Im Durchschnitt wird in jeder Reproduktions-Saison dieser Spezies nur ein einziges Albino-Exemplar an der brasilianischen Küste gesichtet.
Während desselben Fluges registrierte die Equipe auch zwei Wale mit Resten von Fischereinetzen, die sich an den Schwielen ihres Kopfes verfangen hatten. Eins dieser Tiere war die Mutter des Albino-Babys und das andere ein anderer Jungwal. Wie ein Forscher des “Centro Mamíferos Aquáticos“ des Instituts “Chico Mendes de Concervação da Biodiversidade (ICMBio)”, berichtet, in beiden Fällen ging es den Tieren gut, sie wiesen keinerlei physische Schwäche auf, die ihr Überleben hätte gefährden können.
Bis jetzt hat die Equipe 123 Glattwale in dieser reproduktiven Periode registriert, davon 56 Jungtiere. Nach Aussage der Forschungs-Direktorin des “Projeto Baleia-franca“, bestätigt die Zahl der in diesem Jahr gesichteten Wale den Durchschnitt der letzten Jahre. Wie sie sagt, werden zirka 90 Wale jedes Jahr vom ICMBio, mit Sitz in Imbituba (Santa Catarina), katalogisiert.
Die Forscherin berichtet weiter, dass die gegenwärtige reproduktive Saison sich von den Vorjahren dadurch unterscheidet, dass man auch eine grosse Anzahl Wale vor den Stränden von Laguna (Santa Catarina) gesichtet hat. “Es gibt keinen spezifischen Grund dafür, aber der Vorfall zeigt die Komplexität des beanspruchten Lebensraums durch die Glattwale. Und es beweist auch die Bedeutung der Flugkontrollen durch die Wissenschaftler, denn erst dadurch bekommen wir eine systematische Analyse von der Verteilung der Spezies im gesamten Gebiet, das die wichtigste reproduktive Konzentration der Südlichen Glattwale in Brasilien darstellt“.
Die Kontrollflüge
Insgesamt wurden 280 Kilometer der brasilianischen Küste überflogen – zwischen den Stränden von “Moçambique“, in Florianópolis (Santa Catarina), und “Torres“, der Nordküste von Rio Grande do Sul. Die Sichtungen der Wale konzentrierten sich auf das Kap von “Santa Maria“ (in Laguna), “Ibiraquera“ und “Ribanceira“ (in Imbituba), “Guarda do Embaú“ und “Gamboa“ (in Paulo Lopes), Buchten, die sich innerhalb der “Área de Proteção Ambiental“ (des Schutzgebietes) für die Glattwale befinden. Eine grosse Anzahl von Walen wurde allerdings auch vor den Stränden von “Moçambique“, “Morro das Pedras“ und “Armação“ – alle vor der Hauptstadt Florianópolis, registriert.
Der nächste Kontrollflug dieser Art ist im November geplant, wenn die Reproduktionsphase der Glattwale an der Küste von Santa Catarina zu Ende geht. Der Reproduktionshöhepunkt liegt im Monat September, aber die Präsenz einer grossen Anzahl von Walen in den Buchten ihrer grössten Konzentration erstreckt sich bis in die erste Oktoberhälfte.
Die Kontrollflüge sind Teil des Programms “Monitoramento das Baleias Francas no Porto de Imbituba” und Umgebung, mit dem Ziel, die Bevölkerungsdynamik der Südlichen Glattwale in dieser Region, mittels Zählung und fotografischer Identifizierung der gesichteten Individuen, zu analysieren. Das Programm wird in Kooperation der “Área de Proteção Ambiental (APA)” und des “Centro Mamíferos Aquáticos” des ICMBio durchgeführt.