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Der offene Unterricht mit attraktiven Aufgabenstellungen erlaubt den Lernenden nach ihren individuellen Bedürfnissen und Lerntempi Neues zu erlernen. Die folgenden Beispiele zeigen auf, wie individuelle Methoden sinnvoll umgesetzt werden können.
Problemorientiertes Lernen
Das problemorientierte Lernen basiert auf dem Prinzip «Learning by doing». Im Fokus steht die individuelle Auseinandersetzung mit einem Problem. Die Lernenden analysieren das Problem, suchen nach Informationen und Lernhilfen und vergleichen mögliche Lösungen. Im Erproben verschiedener Lösungen erweitern sie ihr Können und Wissen. Die Lehrperson beeinflusst den individuellen Lernprozess nur so viel wie nötig, begleitet und unterstützt sie aber dabei.
Das problemorientierte Lernen ist auf allen Lernstufen interessant. Die Methode eignet sich aber besonders gut in den Lernphasen des Erwerbens und Gestaltens. Durch die kreative, spielerische Auseinandersetzung mit einem Lerninhalt werden unterschiedliche Lernbedürfnisse berücksichtigt und Türen zu individuellen Lernwegen geöffnet. Achtung: Die Sicherheit der Lernenden muss jederzeit gewährt sein. Birgt eine Lernsituation gewisse Risiken und Gefahren, so sind entsprechende Regeln zu definieren. Es ist immer auch möglich, problemorientierte Teilaufgaben in eine eher strukturierte Methode einzubauen.
Vorgehen
Obschon dem problemorientierten Lernen ein offener Unterricht zu Grunde liegt, strukturieren folgende drei Phasen den Lernprozess:
- das Problem erkennen,
- Lösungen suchen,
- eine Lösung auswählen.
Mit Hilfe eines Fragekatalogs setzen sich die Lernenden zuerst gedanklich mit dem Problem auseinander. Die verschiedenen Überlegungen werden schriftlich festgehalten. Die Lernenden können in Gruppen oder einzeln arbeiten. Gruppenarbeiten haben den Vorteil, dass Handeln und Denken im gegenseitigen Austausch hinterfragt und weiterentwickelt werden kann.
Das Problem erkennen
Die Lernenden analysieren und erörtern das Problem.
- Worum geht es?
- Welche Herausforderungen sind zu bewältigen?
- Welche Rahmenbedingungen bestehen?
- Welche Fähigkeiten/Fertigkeiten sind für die Problembewältigung notwendig? Über welche verfüge ich bereits?
- Bin ich ähnlichen Problemen bereits begegnet?
Lösungen suchen
Die Lernenden suchen nach möglichen Lösungen und probieren diese aus.
- Welche Technik eignet sich am besten?
- Welchen Rhythmus wähle ich?
- Wie viel Kraft muss ich aufwänden?
- Woran orientiere ich mich?
- Kann ich die Aufgabe alleine lösen oder brauche ich evtl. Hilfe (personell oder materiell)?
- Welche Bewegungsverwandtschaften kann ich erkennen usw.?
Eine Lösung auswählen
Die Lernenden entscheiden, welche Lösung ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten
und der gegebenen Aufgabenstellung am besten entspricht. Im Anschluss an die dritte Phase rundet eine Reflektion den Lernprozess ab.
Folgende Fragen können diese Reflektion anregen:
- Welche Faktoren waren notwendig, um das Problem erfolgreich zu lösen?
- Wo gibt es Verbesserungspotential und wie kann dieses in weiteren Schritten
ausgeschöpft werden?
- Konnte das Problem nicht gelöst werden, muss überlegt werden, weshalb nicht.
Beispiellektionen
Stationentraining
Verschiedene Stationen präsentieren den gleichen Lerninhalt auf unterschiedliche Art und Weise. Es sollen so individuelle Zugänge zum Lerninhalt geschaffen und unterschiedliche Lerntypen berücksichtigt werden. Die einzelnen Schwerpunkte stehen allen Lernenden gleichzeitig zur Verfügung.
Grundsätzlich entscheidet jede Person selbst über Verweildauer, Reihenfolge und worauf sie ihr spezifisches Interesse richten möchte. Alternativ kann aber die Lehrperson Pflichtstationen oder eine Verweildauer an den einzelnen Stationen vorgeben.
Das Stationentraining kann auf allen Lernstufen angewendet werden, das heisst beim Erwerben, Anwenden oder Gestalten eines Lerninhalts. Die Aufgaben sind immer dem Lernniveau der Lerngruppe anzupassen.
Unterrichtsphasen
Die Lehrperson erläutert zu Beginn die einzelnen Stationen. Sie erklärt das Lernziel
und den organisatorischen Ablauf des Stationentrainings. Gegebenenfalls
verteilt sie einen Laufzettel. Während der Arbeitsphase an den verschiedenen
Stationen beobachtet die Lehrperson die Lernenden und gibt Rückmeldung zu
ihren individuellen Leistungen. Abschliessend werden die erzielten Lernfortschritte
gemeinsam besprochen und Erkenntnisse aus dem Lernprozess festgehalten.
Die Teilnehmenden reflektieren, was sie an den Posten erarbeitet haben
und wo die Schwierigkeiten/Herausforderungen liegen.
Unterrichtsprinzipien
- Die Lernenden wählen die ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechenden Stationen aus.
- Die einzelnen Stationen sind für mehrere Personen gleichzeitig zugänglich.
- Verweildauer und Postenreihenfolge ist grundsätzlich nicht vorbestimmt.
Beispiellektion