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Gewinnen die beiden Demokraten die beiden Senatssitze, hat der neue Präsident Joe Biden den US-Senat dank Stichentscheiden auf seiner Seite. Noch nie wurde in einem US-Bundesstaat pro Kopf der Bevölkerung so viel Geld für einen Wahlkampf ausgegeben wie jetzt in Georgia. Seit Oktober sammelten die beiden demokratischen Kandidaten Pfarrer Raphael G. Warnock und Medienunternehmer Jon Ossoff je über 120 Millionen Dollar. Fast die Hälfte der Wahlkampfspenden stammt laut New York Times von Leuten aus den ganzen USA, die je weniger als 200 Dollar zahlten. Vor allem aber reiche Personen und Unternehmen, welche den Wahlkampf der beiden mit viel grösseren Spenden zu mehr als der Hälfte finanzierten, erwarten von den Kandidaten nach einer Wahl Gegenleistungen in der Gesetzgebung.
Republikaner finanziell abgeschlagen
Die beiden Opponenten, die sich zur Wiederwahl stellen, sind Senator David Perdue und Senatorin Kelly Loeffler. Beide zusammen erhielten etwa 140 Millionen Dollar als Wahlkampfspenden.
Zu den Sponsoren des republikanischen Senators David Perdue, der wiedergewählt werden möchte, gehören Grossbanken, Fluggesellschaften, die Koch-Milliardäre, Pharmaunternehmen und ein Baumarktkonzern.
Seine republikanische Kollegin Kelly Loeffler nahm Geld an von
Börsenunternehmen, Steuerberatungsfirmen oder auch der Bank of America.
Der Demokrat Jon Ossoff wiederum lässt seine Kampagne u.a. von Apple, Microsoft, Amazon, Facebook, Pharmakonzernen und privaten Universitäten finanzieren.
Von ähnlicher Transparenz kann man in den meisten Ländern Europas nur träumen.
In Georgia laufen in fast allen TV- und Radiostationen Werbefenster – und von denen gibt es in den USA deutlich mehr als etwa in Deutschland oder in der Schweiz. Die Inhalte der Wahlkampfspots tragen zu einer informierten Meinungsbildung wenig bei. Die Republikaner verbreiten, eine Wahl der Demokraten bringe dem Land den schlimmsten Sozialismus. Die Demokraten nehmen die beiden republikanischen Senatoren in Sippenhaftung mit Donald Trump, der versucht hatte, seine Niederlage in Georgia mit allen Mitteln anzufechten.
Bei den kommerziellen Wetten glauben 65 Prozent der Teilnehmenden, dass die Republikaner das Rennen machen werden. Einige Meinungsumfragen dagegen sehen die Demokraten mit leichtem Vorsprung.
Das Wahlergebnis wird in Europa am Mittwochmorgen, dem 6. Januar bekannt.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
Keine.