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Der Zugang zu medizinischen Leistungen ist ein wichtiger Indikator für die Integration. Zahlreiche Hindernisse, wie z.B. unzureichende Grundkenntnisse über die Institutionen des Gesundheitswesens, Sprachbarrieren oder ein fehlendes Netzwerk können diesen Zugang erschweren. Dieser Indikator untersucht in erster Linie die aus finanziellen Gründen entstehenden Probleme beim Zugang zu ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen. Die Entbehrungen bei zahnärztlichen Behandlungen sind besonders aussagekräftig, da diese Art von Leistungen in den meisten Fällen zulasten der Patientinnen und Patienten gehen und im Gegensatz zur medizinischen Grundversorgung nicht von den Krankenkassen übernommen werden.
Allgemein bestand 2017 bezüglich des Anteils der Personen, die zahnärztliche Untersuchungen nicht in Anspruch nehmen können, ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund (5% gegenüber 2%). Bei ärztlichen Behandlungen ist der Unterschied zwischen der Bevölkerung ohne bzw. mit Migrationshintergrund statistisch nicht signifikant.
Zwischen 2014 und 2017 kam es zu einem signifikanten Rückgang beim Anteil der Personen mit Migrationshintergrund, die aus finanziellen Gründen medizinische oder zahnärztliche Leistungen nicht in Anspruch nehmen konnten. Dieser Rückgang ist jedoch teilweise auf einen Bruch in der Datenreihe zwischen 2014 und 2015 zurückzuführen (veränderte Fragenstruktur und -formulierung gemäss Richtlinien von Eurostat). Der Anteil der Personen ohne Migrationshintergrund, der aus finanziellen Gründen medizinische oder zahnärztliche Leistungen nicht in Anspruch nehmen konnte, blieb demgegenüber zwischen 2014 und 2017 stabil. Die Unterschiede zwischen der Bevölkerung ohne und jener mit Migrationshintergrund haben sich folglich zwischen 2014 und 2017 verringert.
Im Espace Mittelland (5% gegenüber 3%) und in Zürich (4% gegenüber 1%) bestehen signifikante Unterschiede nach Migrationsstatus zu Ungunsten der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, die zahnärztliche Behandlungen häufiger aus finanziellen Gründen nicht in Anspruch nehmen kann.
Hinsichtlich die ärztlichen Leistungen gibt es in allen Grossregionen keine signifikanten Unterschiede zwischen der Bevölkerung ohne und jener mit Migrationshintergrund.
Tabellen
Definitionen
Anteil der Personen, die aus finanziellen Gründen eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung nicht in Anspruch nehmen können.
Auf Anordnung von Eurostat wurden die Fragen zum Zugang zu medizinischen Leistungen 2015 überarbeitet. Die wichtigste Änderung besteht darin, die Notwendigkeit einer medizinischen (oder zahnärztlichen) Behandlung zu prüfen, bevor gefragt wird, ob die Person immer Zugang zu den erforderlichen Untersuchungen oder Behandlungen hatte. Daher wird der Hauptgrund für die Nichtkonsultation ab 2015 nur bei den Personen erhoben, die angaben, dass sie wirklich eine Untersuchung oder Behandlung benötigten und keinen Zugang dazu hatten. Ist dieser Hauptgrund finanzieller Natur, gilt die betroffene Person nach wie vor als benachteiligt in Bezug auf die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen.
Methodologie
Infolge des neuen Stichprobenrahmens und der Verbesserung des Gewichtungsmodells sind die Resultate ab 2014 nicht mehr direkt mit den Resultaten der Vorjahre vergleichbar (Bruch in der Zeitreihe). Mehr dazu im unten stehenden Dokument.