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Gleich zu Beginn des neuen Jahres treten die "Chinigrosslini" auf. Meistens drei Jugendliche stellen in der Gestalt eines schön geschmückten Rosses die drei Weisen dar.
Das Ross ist gebildet aus einem Holzreif mit einem zierlichen Pferdekopf. Wallende Gewänder zieren den Leib, bunte Bänder flattern am Rossschweif, und ein Diadem zeigt, dass sie Könige sind. Begleitet werden sie von jeweils zwei "Goigglärn".
Sie sind bunt gekleidet und stellen Beduinen dar. Sie präsentieren das Ross den Schaulustigen.
Gemäss katholischer Tradition verstummen die Kirchenglocken in der Messe am Gründonnerstag bis zur Osternacht. Das Glockengeläut wird durch Lärminstrumente aus Holz, wie das „Täggi“ und die „Räära“ ersetzt. Während die grossen „Räärä“ eher im Kirchturm gebraucht werden, ziehen die Schulkinder am frühen Morgen des Karfreitags und Karsamstags mit den „Täggini“ und kleineren Ratschen durchs Dorf, um die Gläubigen ans Gebet und den Gottesdienst an diesen Tagen zu erinnern. Dieses lärmende Treiben der Schulkinder nennt man „rääru“ und „tägginu“.
Das „Täggi“ besteht aus einem Holzbrett, auf dem ein Holzklöppel montiert wird. Die „Räära“ ist eine Holzratsche mit verschieden grossen Holzlamellen.
Die Osterspende von Ferden geht auf ein Gelübde aus dem 14. Jahrhundert zurück, das die Sennen dreier Lötschentaler Alpen abgegeben haben, um Unheil abzuwenden, das unter ihrem Viehstand oft eintraf.
In der Lötschentaler Fasnacht, die am Tag nach Mariä Lichtmess (2. Februar) beginnt und in der Nacht vor dem Aschermittwoch, am „Gigiszischtag“ endet, trifft man auf die Tschäggättä.
Die Tschäggättä tragen traditionellerweise alte, umgestülpte Kleider, über die Schultern hinten und vorne Tierfelle (Schaf-, Ziegen-, Gämsfell; neuzeitlich auch Rentier und andere Wildtierfelle), die mit einer Kuhglocke befestigt werden. Um den Körper ganzheitlich zu vermummen, werden an den Händen „Triämhändschen“ getragen (Wollhandschuhe, die mit Wollresten auf der Vorderseite beknüpft werden) und die Beine und Schuhe in Jutesäcke oder ähnliche Stoffe gehüllt. Um die ganze Gestalt eindrücklicher und grösser wirken zu lassen, wird unter den Fellen auf die Schultern der sogenannte „Puggl“ aufgesetzt, eine Art gepolstertes Kissen. Am eindrücklichsten ist jedoch die grosse, fratzenhafte Holzmaske von ca. 50 cm mit Fell, innen am Kopf festgehalten mit einem Tuch, das an die Maske genagelt wird und ausgeschnitzten Augen. Der Vielfalt scheinen fast keine Grenzen gesetzt und Einflüsse aus Medien inspirieren die Maskenschnitzer immer wieder zu neuen „Larven“ – wie die Masken im Lötschentaler Dialekt genannt werden.
Die Tschäggättä sind wochentags, vor allem abends anzutreffen, wo sie in Gruppen oder alleine durch die Dörfer ziehen, immer zu einem Schalk bereit und angsteinflössend für Mädchen und Kinder. Am Sonntag wird traditionellerweise nicht „gitschäggättud“.
Die organisierten Anlässe wie der Tschäggättu-Lauf von Blatten nach Ferden am Abend des Fetten Donnerstag oder den Umzug vom Fastnachtssamstag in Wiler finden jedes Jahr statt.
Ursprung
Über den Ursprung der Lötschentaler Holzmasken kursieren mehrere Legenden und zahlreiche Theorien. Doch handelt es sich dabei ausschliesslich um Spekulationen ohne wissenschaftliche Grundlage. Entstanden ist der Brauch vermutlich vor wenigen Jahrhunderten.
Die Schurten Diebe
Eine der am häufigsten genannten Ursprungslegenden der Tschäggättä ist die Sage von den Schurtendieben:
„In den Wäldern auf der Schattenseite des Tales wohnten früher die ‚Schurten Diebe’. Noch heute erkennt man die Hofstätten, am besten auf dem Giätrich, dem Wilerdorf gegenüber. Es waren dies kleine, aber gedrungene Männer, die in der Nacht auf Raub und Diebstahl auszogen. Sie nahmen keinen in ihren Bund auf, wenn er nicht mit einer Bürde von hundert und einem Pfund bei ‚Gsellisch Chinn’ über die Lonza zu springen vermochte.“
Bei den Schurten Dieben (schurt = kurz, kleingewachsen) soll es sich also um eine Art Männerbund gehandelt haben, dessen Kostümierung manchmal mit den Tschäggättä in Verbindung gebracht wird: Die Schurten Diebe sollen Holzmasken, Felle und umgehängte Schellen getragen haben.
Während die „Chinigrosslini“ gemäss Dreikönigsbrauchtum mit ihren „Goigglärn“ am Samstag vor oder nach dem Dreikönigsfest (6. Januar) durchs Dorf ziehen und dabei den Behörden sowie einzelnen Familien einen Besuch abstatten, singen die vom Sternträger angeführten Sängerinnen und Sänger vor den Fenstern alte Neujahrs-, Dreikönigs- und Kirchenlieder. Für das Sternsingen war früher die ledige Jugend zuständig, in jüngster Zeit organisiert der Jugendverein mit der Unterstützung des Dirigenten des Gesangsvereins das „Stärnsing“. Im Anschluss treffen sich die „Stärnsingär“ zu einem von den Gemeindebehörden offerierten, „z‘Abend“. Sie werden mit Speis und Trank für ihr Engagement verdankt. Das „Stärnsing“ wird bei den jungen Sängern als christlicher und geselliger Brauch sehr Geschätzt.
In Anlehnung an die Bedeutung des Dorfnamens Ferden (Garten, Lustgarten) haben engagierte Frauen den Verein "Viridarium" gegründet. Sinn und Zweck ist das Beleben von traditionellem Kunsthandwerk, v.a. das Spinnen und Weben. Die instand gestellten Webstühle konnten in einem Lokal im Schulhaus von Ferden aufgestellt werden. Regelmässig treffen sich hier die Frauen zum Weben und mitunter auch zum gemütlichen Beisammensein.
Montag
08.00 - 10.30 Uhr
Mittwoch
13.30 - 17.30 Uhr
Freitag
08.00 - 10.30 Uhr
13.30 - 17.30 Uhr
Terminvereinbarungen ausserhalb der Öffnungszeiten sind telefonisch möglich.
Gemeindeverwaltung Ferden
Leischa 1b
CH-3916 Ferden
Telefon 027 939 12 58
Fax 027 939 12 58
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