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1925 – 2015
Der deutsche Architekt und Architekturtheoretiker war ein Pionier der Innovation leichtgewichtiger Konstruktionen und dehnbarer Materialien. Er zählt als zu den bedeutendsten Architekten des 20. Jh. und der biomorphen (organischen) Architektur, da er sich nicht an der bestehenden Architektur orientierte, sondern diese infrage stellte und von der Natur ausging. Seine Forschungsarbeit ist heute noch genauso wichtig wie bei ihrer Entstehung vor rund 60 Jahren. Otto war in vieler Hinsicht seiner Zeit voraus. In seinem Bestreben, den Verbrauch von Material, Fläche und Energie zu minimieren, wendete er das Prinzip der Nachhaltigkeit an, bevor dieser Begriff die Architektur prägte. Sein Interesse, die Grenzen dieser zu sprengen, manifestiert sich in seiner Faszination für Experimente, die dazu dienten, die physikalischen, biologischen und technischen Prozesse zu verstehen, mit denen Objekte gebildet werden. So übersetzte er etwa Objekte wie Vogelschädel, Seifenblasen und Spinnennetze in menschengemachte Formen, die unglaublich delikat und elegant wirken. Während seiner Kriegsgefangenschaft des 2. Weltkriegs in Frankreich war er an der Gestaltung eines Kriegsgefangenenlagers beteiligt und erkannte die Notwendigkeit, eine Architektur zu entwickeln, die unter grossen materiellen und ökonomischen Einschränkungen praktizierbar ist. Aus dieser Idee entwickelte er den Leichtbau mit Seilnetzen, Gitterschalen und anderen zugbeanspruchten Konstruktionen. Die Formenfindung basiert dabei auf natürlich vorkommenden Strukturen. Die Form wird nicht erschaffen, sondern experimentell ermittelt. Internationales Aufsehen erregte er mit dem Deutschen Pavillon der Weltausstellung 1967 in Montréal. Die leichte, flexible Bauweise stand für eine neue, offene Gesellschaft. Bekanntheit erlangte er v. a. mit Gebäuden mit zeltartigen Dachkonstruktionen, wovon das vielleicht Bekannteste das Olympische Stadion in München (1972) ist, eine zeltartige Überdachung, die auch 40 Jahre später noch intakt ist.
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Bremen-Huchting/Deutschland (1971, mit Carsten Schröck)
Olympiapark München/Deutschland (1972)
Multihalle im Herzogenriedpark, Mannheim/Deutschland (1975)
Japan-Pavillon der Expo 2000, Hannover/Deutschland (2000)