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Die Unterbrechung der physischen Integrität eines oder mehrerer der fünf Mittelfußknochen rechtfertigt die Diagnose Fraktur der Metatarsalknochen (MTF). Die MTF ist immer die Folge der Einwirkung hoher Energien, die die Widerstandsfähigkeit der Knochen überschreiten. Das geschieht beispielsweise beim stumpfen Trauma, wie es Opfer von Verkehrsunfällen erleiden, aber auch nach wiederholter Belastung im Training. Vor allem Langstreckenläufer haben ein erhöhtes Risiko für eine metatarsale Stressfraktur. Schließlich ist es auch möglich, dass Anomalien der ossären Struktur die MTF begünstigen, zum Beispiel im Rahmen von Osteopenie und Osteoporose.
Es werden drei Arten der MTF unterschieden und Betroffene machen in der Anamnese ganz verschiedene Angaben:
Starke Fußschmerzen dominieren das klinische Bild. Für gewöhnlich nehmen die Schmerzen unter Belastung an Intensität zu und klingen in Ruhe mehr oder weniger vollständig ab. Die umgebenden Weichgewebe sind in der Regel geschwollen und vermehrt schmerzempfindlich. Selbst eine leichte Berührung kann unverhältnismäßig starke Schmerzen auslösen. Der Druckschmerz ist über der Fraktur am größten, aber in vielen Fällen verbietet sich eine Lokalisation der MTF durch Ertasten.
MTF werden in der Regel in Röntgenaufnahmen erkannt. Es sind anteroposteriore und schräge Projektionen zu empfehlen, um alle fünf Mittelfußknochen beurteilen zu können. Frakturen stellen sich als Linien erhöhter Strahlendurchlässigkeit dar, die die Kontinuität der Knochenstruktur unterbrechen. Grundsätzlich kann jeder Metatarsalknochen brechen und traumatische MTF betreffen nicht selten mehr als ein Os metatarsale. Am häufigsten treten jedoch MTF des Os metatarsale V auf [7]. Hier werden weiter Avulsionsfrakturen (höchste Inzidenz), Jones-Frakturen und diaphysäre Stressfrakturen unterschieden. Die letzten beiden werden häufiger verwechselt [8], bedürfen aber jeweils anderer therapeutischer Regimes und sind mit unterschiedlichen Prognosen verbunden. Laut Lawrence und Botte betreffen Jones-Frakturen den distalen Bereich des Gelenks zwischen Os metatarsale IV und V, während diaphysäre Stressfrakturen in der proximalen Diaphyse geschehen [8] [9]. Stressfrakturen gehen regelmäßig mit intramedullärer Sklerose, kortikaler Hypertrophie und Periostitis einher [2].
Es sei darauf hingewiesen, dass das Röntgen zur Detektion von Stressfrakturen nur von begrenzter Sensitivität ist und bei begründetem Verdacht eine Magnetresonanztomographie oder Szintigraphie indiziert ist [10]. Wegen der hohen Strahlenbelastung sollte die Computertomographie nur eingesetzt werden, wenn die genannten Verfahren nicht realisierbar sind. Für einen erfahrenen Untersucher kann die Sonographie allerdings eine wirkliche Alternative zur Diagnosestellung darstellen [11]. In jedem Fall dienen die Befunde der bildgebenden Diagnostik als Grundlage zur Planung der Behandlung [12].
Weitere diagnostische Maßnahmen können angezeigt sein, um pathologische Frakturen einer Grunderkrankung zuzuordnen, z.B. Blutanalysen und Messungen der Knochendichte.