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«Wo wir gerade beim Erdöl sind: Leichensaft» (René Barjavel). Ein Satz, der auch von Herzog stammen könnte, so sehr sind seine «Lektionen in Finsternis», die die Verwüstungen des Ersten Golfkriegs vor Augen führen, eine gesellschaftswissenschaftliche filmische Oper, durch die er als fiktiver Reisender, der einen unbekannten Planeten entdeckt, im Begleitkommentar führt. Oder vielmehr das beschreibt, was nach einer Apokalypse wie dem Anzünden hunderter Ölquellen durch irakische Streitkräfte bei ihrem Rückzug aus Kuwait davon noch übrig ist. Das breite Bildformat, der Einsatz langsamer Travellings und die Musik (Grieg, Malher …) wurden gewählt, um dem Zuschauer das Ausmass der Zerstörung von Mensch und Natur durch Mark und Bein gehen zu lassen – Flammen oder Millionen Tonnen Erdöl, soweit das Auge reicht, und von denen die Massenmedien seinerzeit nur einige Sekunden leerer Bilder zeigten, die das Versprechen in sich trugen, schnell und schmerzlos wieder in Vergessenheit zu geraten. Gegen diese Entdramatisierung des Schreckens komponierte Herzog ein filmisches Trauerlied in dreizehn Strophen, dessen beunruhigende Schönheit nur von seinem grundlegenden Pessimismus gegenüber der Menschheit übertroffen wird, deren selbstmörderisches Gebaren einen Punkt ohne Wiederkehr erreicht zu haben scheint.