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Endometriose
Als Endometriose wird die Ansiedelung von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausserhalb der Gebärmutter bezeichnet. Es bilden sich sogenannte Gebärmutterschleimhaut-Inseln, die sich überall im Bauchraum befinden können. Häufig sind sie an den Eierstöcken, am Bauchfell, an der Blase oder zwischen Scheide und Darm anzutreffen.
- Ursachen der Endometriose
- Welche Beschwerden treten auf?
- Unerfüllter Kinderwunsch bei Endometriose
- Diagnose der Endometriose
- Therapie
Die Ursache der Endometriose ist nicht vollständig geklärt. Vermutet wird, dass während der Periode ein Teil des Menstruationsblutes über die Eileiter in den Bauchraum fliesst. Dieses Menstruationsblut enthält lebensfähige Gebärmutterschleimhaut-Zellen, die sich im Bauchraum ansiedeln können.
Die Endometrioseherde reagieren wie die Gebärmutterschleimhaut auf den weiblichen Zyklus. Es kommt somit auch ausserhalb der Gebärmutter zu einem Auf- und Abbau der Schleimhaut und dementsprechend zu Blutungen während der Menstruation.
Entsprechend treten die Beschwerden typischerweise rund um die Menstruation auf und werden aus diesem Grund oftmals falsch interpretiert.
Typische Symptome der Endometriose sind:
- Starke Schmerzen im Unterleib, welche schon einige Tage vor der Menstruation beginnen
- Dauerhafte Unterbauchschmerzen
- Rückenschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Energielosigkeit und Antriebsschwäche
- Erschwertes Wasserlassen (Blase) oder Entleerungsstörungen (Darm)
Oft werden die Symptome nicht gleich erkannt, weil sie von den betroffenen Frauen als "normaler" Schmerz während der Menstruation interpretiert werden. Man geht davon aus, dass jede zehnte Frau an einer Endometriose leidet. Die Endometriose gehört somit zu den häufigsten Frauenkrankheiten. In manchen Fällen lösen Endometrioseherde keine Symptome aus und bleiben somit ein Leben lang unbemerkt.
Die Erkennung der Krankheit ist vor allem deshalb wichtig, weil sie nicht selten den Grund für Unfruchtbarkeit darstellt, besonders wenn sich Endometrioseherde im Bereich der Eierstöcke oder in den Eileitern befinden. Beinahe die Hälfte aller Frauen mit unerfülltem Schwangerschaftswunsch sind von der Erkrankung betroffen. Eine medizinische Abklärung kann in diesem Fall zu Klarheit führen.
Zur Diagnose werden verschiedenen Untersuchungen eingesetzt. Gelegentlich sind Endometrioseherde zwischen Darm und Scheide schon bei der gynäkologischen Untersuchung tastbar. Mit der Ultraschalluntersuchung können die Ansammlungen ausserhalb der Gebärmutter gefunden werden. Manchmal sind weitere Untersuchungen wie ein MRI oder sogar eine Bauchspiegelung notwendig.
Die Behandlung richtet sich nach der Lokalisation und dem Schweregrad der Erkrankung. Da die Endometrioseherde hormonabhängig sind, können Hormone zur Therapie eingesetzt werden. Ist eine Operation in Form einer chirurgischen Entfernung notwendig, kann diese meist mit einem minimalinvasiven Eingriff durchgeführt werden. Ein allfälliger Kinderwunsch spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob eine medikamentöse oder chirurgische Behandlung durchgeführt wird.