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Das Wichtigste in Kürze
- Wissenschaftler sehen die Verwendung von Aspirin gegen Herzinfarktrisiko kritischer.
- Eine neue Studie spricht sogar von einer deutlich erhöhten Herzschwäche-Gefährdung.
Viele Millionen Menschen versuchen durch die Einnahme von Aspirin einem Herzinfarkt vorzubeugen, denn das Medikament enthält einen blutverdünnenden Wirkstoff. Eine neue Studie spricht jetzt von einer deutlich erhöhten Gefährdung durch Herzinsuffizienz bei Einnahme von ASS.
Es sei die erste Studie, die berichtet, dass Personen mit Herzschwäche unter der Verwendung von Aspirin häufiger eine Herzinsuffizienz entwickeln. Dies sagte Erstautor Blerim Mujaj von der deutschen Universität in Freiburg. Er fokussiert sich dabei auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung, die im Fachmagazin «ESC Heart Failure» erschienen sind.
Personen wird weltweit relativ häufig zur Einnahme von täglich 50 bis 100 Milligramm Acetylsalicylsäure geraten: Dazu gehören Raucher, an Adipositas oder Bluthochdruck leidende, Personen die erhöhte Cholesterinwerte aufweisen, Diabetiker sind oder bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben. Das soll die Bildung von Blutgerinnseln im Rahmen eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls verhindern.
Daten von über 30'000 Patienten analysiert
7698 Probanden nahmen Aspirin ein, das waren 25 Prozent der Patienten. Die Beobachtungsdauer betrug 5,3 Jahre. 1330 der Patienten entwickelten eine Pumpschwäche des Herzens.
Auswertung zeigt Risikoerhöhung für Herzinsuffizienz
Bei der Auswertung der Informationen glichen die Wissenschaftler rechnerisch andere Risiken aus. Das Ergebnis: «Die Einnahme von Aspirin war unabhängig von anderen Faktoren mit einer um 26 Prozent erhöhten Gefährdung durch eine Herzinsuffizienz korreliert.»
Die Ergebnisse der Beobachtungsstudie wurden danach überprüft: Man stellte individuell jeder Person, die von ASS-Verwendung berichtet hatte, eine Kontrollperson ohne Einnahme von ASS gegenüber. In dieser Auswertung zeigte sich ebenfalls eine Risikoerhöhung für Herzinsuffizienz um 26 Prozent. Auch bei 22'690 Studienteilnehmern ohne diagnostizierte Herz-Kreislauferkrankung wurde bei Einnahme von ASS ein um 27 Prozent erhöhtes Herzschwäche-Risiko registriert.
Aspirin nur vorsichtig verschreiben
Laut dem deutschen Kardiologen Mujaj sollten jetzt grosse internationale Studien mit Zuteilung zu Vergleichsgruppen per Zufall diese Ergebnisse verifizieren. So können endgültige Aussagen getroffen werden. Bis dahin sollte bei der Verschreibung von ASS vorsichtig vorgegangen werden.