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Michel Petrucciani
Michel Petrucciani
Seine äußere Erscheinung war ziemlich verstörend. Michel Petrucciani war kleinwüchsig. Durch seine Glasknochenkrankheit war er stark eingeschränkt. Im Laufe seines Lebens brach er sich hunderte von Knochen. Man kann ihn vermutlich nicht den geborenen Pianisten nennen. Und trotzdem hat er seine Spuren in der Welt des (Jazz-)Klavierspiels hinterlassen.
Seine Kindheit
Sein Vater erkannte sein Talent sehr früh. Mit vier Jahren kaufte er ihm sein erstes Klavier. So spielte Michel damals schon täglich für viele Stunden am Klavier. 2011 wurde ein Album „Conversations“ veröffentlicht, das er mit seinem Vater aufnahm. Auch Michels Brüder sind Jazzmusiker. Als größter Einfluss auf Michel’s Musik gilt Bill Evans.
Wegen seiner Krankheit konnte Michel Petrucciani nicht wie andere Kinder zur Schule gehen. Er bekam Kassetten mit dem Lernstoff nach Hause geschickt. Diese überspielte er jedoch mit Musik. Sein erstes Konzert als Profi gab er mit nur 13 Jahren. Damals musste er noch zum und vom Klavier getragen werden. Seinen Durchbruch feierte er beim Cliousclat Festival
The American dream
Michel Petrucciani brauchte fremde Hilfe. Er ging sogar an Stöcken. Dennoch zog er mit nur 20 Jahren nach Amerika. Und das trotz der Bedenken seiner Familie. Aber er schaffte es auf Anhieb. Mit dem Glauben an seine Fähigkeiten, Ehrgeiz und Disziplin eroberte er die Jazz-Szene. Schon bald spielte er mit den größten Musikern zusammen. Er gab fulminante Solo-Konzerte, bei denen er sein gesamtes musikalisches Können zeigte. Diese lösten regelrechte Begeisterungsstürme aus.
Die Kompositionen von Michel Petrucciani
Was mich an Michel Petrucciani fasziniert, sind seine Kompositionen. Sie sind immer locker und fröhlich. Und das, obwohl er in einem Interview sagte, dass er konstant Schmerzen habe.
Ich selber probiere immer mal wieder Stücke von ihm zu spielen. Dabei tue ich mich aber ziemlich schwer, die Sachen stilsicher zu spielen. Da merkt man nun die Genialität dieses Musikers. Bei ihm klang alles locker und easy. Michel Petrucciani spielte mühelos schlüssige Melodien über die schwierigsten Changes. Und sie ergaben immer Sinn. Doch seine Kompositionen sind alles andere als leicht. Da reihen sich Akkorde an Akkorde, die eigentlich keinen Zusammenhang erkennen lassen. Aber eben fantastisch klingen. Das ist wohl das Genie in Michel Petrucciani.
Michel Petrucciani starb 1999 mit nur 38 Jahren.
Noch ein Hinweis für Pianisten: Wenn du ein Video von ihm ansiehst, dann schau bitte NICHT auf seine Finger/Hände und denk dir, dass dies eine solide Technik darstellt. Michel Petrucciani hat, eingeschränkt durch seine Krankheit, neue Wege finden müssen, um seine Ideen zu verwirklichen.