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A wie Asarenka. Zweifache Melbourne-Siegerin. Fehlte erneut, weil sie sich in einem langwierigen Sorgerechtsstreit um ihren kleinen Sohn Leo in Kalifornien befindet und deshalb die USA nicht verlassen darf. Traurig.
B wie Belinda. Auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Brillanter Auftritt gegen Venus Williams in der 1. Runde, setzte sich dann gegen Kumkhum zu sehr unter Druck. Bleibt sie verletzungsfrei, wird mit ihr zu rechnen sein – hoffentlich bereits beim Fed Cup.
C wie Chung. Der Beste der Jungen. Im November gewann er das «kleine Masters» der Nachwuchsstars. Und jetzt startete der Südkoreaner bei den Grossen durch: Halbfinalist nach Siegen gegen Alexander Zverev und Djokovic. Mit Blasen an den Füssen - Chapeau!
D wie Djokovic. Scheiterte in einem der besten Matches im Männertableau an Chung (siehe auch C). Spielte quasi gegen eine Kopie von sich selber (natürlich nur, was die Spielart betrifft). Und die Kopie war an diesem Tag einen Tick stärker.
E wie Edmund. Der noch überraschendere Halbfinalist als Chung. Schlug US-Open-Finalist Anderson und Dimitrov. Würde an einem «lookalike-contest» locker als Jim Courier durchgehen (und Tennys Sandgren als Al Bundy).
F wie Federer. Im 20. Profijahr an seinem 72. Grand-Slam-Turnier im 30. Final der 20. Titel. Überragend. Siehe auch G.
G wie GOAT (greatest of all times). Federer oder Nadal? Die Tendenz (zumindest bis Roland Garros) deutet Richtung Schweiz. Siehe auch F.
H wie Halep. Scheiterte auch in ihrem 3. Grand-Slam-Final. Überzeugte aber mit ihrem unbändigen Kampfgeist: Steckte eine Knöchelverletzung in der 1. Runde weg und wehrte gleich in 2 Partien Matchbälle ab.
I wie Isner. Big John verlor schon in der 1. Runde gegen Ebden und gehörte damit in eine lange Reihe von US-Spielern, die bereits am ersten Tag ausschieden, wie auch drei der vier US-Open-Halbfinalistinnen von 2017: Stephens, Vandeweghe und Williams.
J wie Jet. Düsenjet. Dank der (kurzen) Rückkehr von Scharapowa erlebte auch das Thema Gekreisch eine (kurze) Renaissance. Wobei: Sabalenka war noch lauter. Wenn sie spielt, würde man einen Düsenjet glatt überhören. Und was sagt die WTA dazu: Wir kümmern uns um das Problem. Tun sie seit 20 Jahren. Geändert hat sich: nichts.
K wie Kerber. 2016 nur schwer zu schlagen, 2017 von fast allen geschlagen. 2018 begann (beinahe) wie 2016. Verlor das beste Match des Turniers gegen Halep im Halbfinal trotz zwei Matchbällen.
L wie Lulu Sun. Schweizerin! Finalistin im Juniorinnendoppel und Achtelfinalistin im Einzel.
M wie Masarova. Baldige Ex-Schweizerin. Vor einem Jahr für die Schweiz im Juniorinnenfinal in Melbourne. Nun will sie für Spanien spielen. Das ist ihr gutes Recht. Sie hinterlässt einen Verband (und Sponsoren), die an sie geglaubt und in sie investiert haben. Nun geht Swiss Tennis juristisch gegen die Familie Masarova vor. Das ist das gute Recht des Verbands.
N wie Nobodies: Es gab einige, die sich mit Siegen gegen grosse Namen ins Rampenlicht spielten: Mertens und Hsieh bei den Frauen; Chung, Edmund, Fucsovics und Sandgren bei den Männern.
O wie on court treatment. Gab es viele. Die Verletzungen nehmen zu, 3 der letzten 5 Night Matches bei den Männern endeten mit einer Verletzung oder gar dem Rückzug eines Spielers. Frustrierend. Nicht nur für die Spieler, auch für die Fans, die sich teure Tickets kaufen.
P wie Paganini. Wenn sich ein Athlet in seinem 37. Altersjahr in einer Weltsportart so gut bewegt wie es dieser Athlet in den letzten zwei Wochen getan hat, sollte man vielleicht etwas öfter über seinen Fitnesscoach sprechen: Pierre Paganini. Siehe auch Q.
Q wie Quintessenz. Des Turniers: Der Älteste ist der Fitteste. Siehe auch P.
R wie Rafa. Makellos bis zum Achtelfinal, dann ein Geknorze gegen Schwartzman. Und schliesslich einmal mehr verletzt out. Dann die Klagen, dass der Kalender überladen sei. Mit Verlaub: Mit seinem Status könnte er es sich erlauben, weniger Turniere zu spielen.
S wie Serena. Sagte kurzfristig ab. War aber trotzdem ein Thema, weil sie auf einen früheren Tweet von Sandgren (in welchem er sie als «widerlich» bezeichnete, weil sie in einem Match gegen Vinci etwas übers Netz rief ) zurücktwitterte, er sollte sich nicht bei ihr persönlich, aber «bei einer ganzen Gruppe von Menschen» entschuldigen. Stark. Siehe auch T.
T wie Tennys. Aus Tennessee. Spielt Tennis. Schlug Wawrinka und Thiem. Fühlt sich nur gegenüber Jesus Christus verpflichtet und mochte deshalb am Turnier auch keine Stellung nehmen zu diversen fragwürdigen (mittlerweile gelöschten) Tweets seinerseits. Siehe auch S.
U wie unglaublich. Siehe auch F, G, P und Q. Und – auf eine andere Weise auch J, M, S und T.
V wie Viktorija. Golubic qualifizierte sich souverän fürs Hauptfeld. Und erlebte dann ein Déjà-vu. Zum wiederholten Mal verlor sie (diesmal gegen Bondarenko) ein Match, das sie hätte gewinnen müssen. Wenn sie es schafft, solche Matches für sich zu entscheiden, wird’s auch wieder aufwärts gehen.
W wie Wozniacki. Sie musste lange auf ihren 1. grossen Titel warten. Und die Dänin strafte alle Lügen, die ihr vor 7 Jahren vorwarfen, keine würdige Nummer 1 zu sein, weil sie (damals) keinen Grand-Slam-Titel hatte.
X wie XXXL. War die Leistung von Cilic an den US Open 2014, als er alle Gegner zerpflückte. Dann fiel er zurück auf L. Seit Wimbledon im letzten Jahr und jetzt auch wieder in Melbourne hat er sich ein XL verdient.
Y wie Ymer. Mikael und Elias. Zwei talentierte schwedische Brüder mit äthiopischen Wurzeln. Elias schaffte es via Quali als einziger Schwede ins Hauptfeld. Die einst so stolze Tennisnation wartet immer noch auf die Nachfolger von Borg, Edberg und Wilander.
Z wie Zverev. Alexander der Grosse (immerhin 198 cm gross und die Nummer 4 der Welt) kriegt es bei den Grand Slams nach wie vor nicht hin: Out in der 3. Runde gegen Chung. Bekam danach Ratschläge von Federer, um es in Zukunft besser zu machen.
Sendebezug: SRF zwei, 28.01.2018, 09:15 Uhr