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In dem stattlichen alten Ftaner Haus, dessen Stallungen und Scheune landwirtschaftlich nicht mehr genutzt wurden, sollten für ein befreundetes Paar, das sich teilweise ins Engadin zurückziehen wollte, um dort zu arbeiten, zwei einfache Wohnungen eingefügt werden. Wir waren schon lange fasziniert von der Idee der Sulèr, jener grossen ungeheizten Eingangshallen, die nie richtig kalt und nie richtig warm sind und von denen aus sich die Grundrisse der alten Engadiner Häuser organisieren. Eine solche gemeinsame Eingangshalle mit Zwischenklima wollten wir für die beiden Wohnungen im untersten Geschoss des ehemaligen Stalles einrichten. Um zwei separate Treppenhäuser zu vermeiden, entwickelten wir ein System von ineinander verschlungenen einläufigen Treppen, welche in der gleichen Ebene, aber völlig getrennt die beiden Wohnungen wie Leitern erreichen.
Damit lagen beiden Wohnungen in den oberen Geschossen, aber sie überkreuzten sich gewissermassen in ihrer Vertikalen. Die Geometrie der Räume reagierte auf die verzogenen Winkel der alten Scheune und auf die Linearität des Treppenkörpers. Die Steinpfeiler in den Ecken wurden belassen und dienten als Auflager für die neuen Decken. Ganz anders die Füllung aus Holz in der Aussenwand: diese ersetzten wir durch leicht grün gefärbte, geschliffene Betonbretter – ein leiser Hinweis auf die vorgenommene Nutzungsänderung; im Engadin wohnt man nicht in Holz.
Ftan war eine akribische Recherche zur heiklen Frage nach der Umwandlung agrarischer Bauten zu Wohnzwecken. Sie behauptet, dass die damalige Logik des Denkmalschutzes eine sorgfältige Auseinandersetzung mit diesen Häusern und die entwerferische Integration des Alten ablehnte oder gar verhinderte.≥ Download Projektdokumentation