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Der Leineneinband erweist der Haptik von Pouillons Architektur seine Reverenz.
Fotos: Buillaume Musset
ETH-Architekturprofessor Adam Caruso liess seine Studierenden vier Pariser Ensembles von Fernand Pouillon untersuchen und Pläne zeichnen: Kluge Essays, eigens angefertigte Pläne und Fotografien fügen sich zur liebevollen Hommage.
Es heisst, die Prinzipien von Fernand Pouillons (1912–1986) Architektur erschlössen sich der aufmerksamen Betrachterin ohne Kommentar. Er habe sich deshalb nicht erklärt. Das stimmt nur bedingt. Denn in seinen Memoiren spricht er die Themen direkt an und im Roman ‹Les Pierres sauvages› durch die Hauptfigur eines mittelalterlichen Baumeisters. Dieser sieht den Architekten als Entwerfer, Konstrukteur und Bauleiter, der rohe Materialien liebt und durch seine Intuition und Erfahrung Bauwerke schafft, die in Kontinuität zur Geschichte stehen.Pouillon war einer jener Schattenmodernen, die nicht mit Theorien auftraten und solitäre Meisterwerke bauten. Er akzeptierte die Komplexität der Welt, sah die Zeit als grösste Künstlerin und die die Stadt als Bauwerk, an dem der Architekt weiterbaut. Pouillon war modern, nicht modernistisch. Er stand in Kontrast zu Le Corbusier, obwohl beide Schüler von Auguste Perret waren. Während Le Corbusier mit Perret über das vertikale oder horizontale Fenster stritt, entwickelte Pouillon die Gedanken seines Meisters weiter und baute Tausende Wohnungen von Paris bis Algier. Während Le Corbusier die ‹Unité d’Habitation› als kompakte Wohnmaschine entwarf, baute Pouillon Ensembles mit Höfen, Plätzen und Strassenräumen. Sie verbinden Städtebau und Detail, Massivität und Finesse, Repetition und Variation. Pouillon war ein Konstrukteur und Organisator. Mit Ordnung, Rhythmus und Proportion strebte er nach einer Tektonik. Er wollte Wirkung für den Passanten, der ihm der wahre Kunde des Architekten war.Von 1949 bis 1953 lehrte Pouillon in Aix-en-Provence. Mit seinen Studierenden analysierte er die von ihm verehrte Stadt. Ähnlich liess Adam Caruso in den letzten Jahren an der ETH Zürich seine Studierenden vier Pariser Ensembles von Pouillon untersuchen und Pläne zeichnen. Sie wurden zur liebevollen Hommage, ebenso wie die Bilder von Hélène B...
Konstrukteur und Organisator
ETH-Architekturprofessor Adam Caruso liess seine Studierenden vier Pariser Ensembles von Fernand Pouillon untersuchen und Pläne zeichnen: Kluge Essays, eigens angefertigte Pläne und Fotografien fügen sich zur liebevollen Hommage.