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Wir wissen normalerweise, was ein Kilo ist, eindeutiger sogar, wenn man eines zu viel isst. Mit Watt ist physikalisch eine Leistung definiert, aber was ist eine Kilowattstunde?
Eine Kilowattstunde ist der Verbrauch eines Elektrogeräts, das 1’000 Watt in einer Stunde umsetzt. Ein Haartrockner mit der Angabe 2’000 Watt weist einen Energieverbrauch von zwei Kilowattstunden auf. Aus gleichem Grund, wie unsere meist langhaarigen Pseudogrüninnen jeglichen Geschlechts die Kühe verbieten wollen, müssten lange Haare aus energietechnischen Gründen untersagt werden. Ein Skandal, wieviel unnötige Energie bei fünfzehn Minuten verföhnt wird, nämlich 500 Wattstunden! Nehmen wir mal an, dass das Föhnen bei kurzem Haar zehn mal weniger Energie, also nur 50 Wattstunden, verbraucht, und wir rechnen, dass vielleicht zwei Millionen Leute in der Schweiz zu lange Haare tragen, dann verbrauchen wir 0.45 Kilowattstunden, multipliziert mit zwei Millionen, zu viel Energie, entsprechend 900’000 Kilowattstunden, was 0.9 Gigawattstunden ausmacht. Haare föhnen zweimal in der Woche, macht 100 Föhnungen im Jahr, somit sind wir jährlich bei 90 Gigawattstunden langhaarbedingter, verlorener Energie. Dies entspricht bei einem geschätzten, jährlichen Verbrauch von 5 Megawattstunden pro Einwohner mehr als einem Viertel des gesamten Energieverbrauchs der Bevölkerung der Stadt St. Gallen!
Mein persönlich grösster Stromfresser mit dem Stern verbraucht 28 Kilowattstunden auf 100 Kilometer, was im Jahr bei 31’000 Kilometern rund 9’000 Kilowattstunden entspricht. 100 solche Boliden verbrauchen im Jahr ebenso 0.9 Gigawattstunden. Jetzt wissen Sie, weshalb Langhaarige keine Elektrofahrzeuge fahren sollten, und ich keine Haare mehr habe.
Aber schon 28 Kilowattstunden für 100 Kilometer im E-Auto sind viel, wenn ich die Produktion von Solarstrom anschaue. In unserem Mehrfamilienhaus mit neu Photovoltaik-bestücktem Flachdach werden maximal pro Jahr 40’000 Kilowattstunden produziert. Mit all diesem Strom könnten nicht einmal fünf solcher Elektrofahrzeuge ein Jahr lang betrieben werden. Sie können jetzt denken, dass es auch mit leichteren Fahrzeugen als dem zweitönnigen Mercedes geht, dann sind es bei halbem Verbrauch aber auch immer noch nur 10 Fahrzeuge, die ein Jahr lang fahren. Das heisst im Klartext, dass Solarstrom völlig ungeeignet für E-Fahrzeuge ist, auch wenn alle grünen KlimawandlerInnen bei diesem Gedanken rot werden. Dieses Rot wird in einigen Jahren der Grund sein, dass grössere E-Fahrzeuge ein rotes Tuch und somit verboten sein werden, und der Individualverkehr einmal mehr mit schweren Restriktionen zu rechnen hat.
Soviel zu globalen Energie-Gedanken. Der Mensch ist aber eigentlich ein Egoist, bei dem die persönlichen Überlegungen vordergründig sind. Bei meinen verbrauchten 9’000 Kilowattstunden habe ich auf den 30’000 gefahrenen Kilometern im ersten Jahr über 2’500 Franken an Diesel- oder Benzinkosten gespart. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn ich vom Saulus zum Paulus geworden bin und dieses Auto, das ich vor einem Jahr noch kritisert habe, jetzt mit hundertprozentiger Überzeugung propagiere. So wie Saulus nach der blendenden Begegnung mit Christus nur vorübergehend erblindete, gingen dem E-fahrenden Autor zunehmend die Augen auf, und dies keineswegs nur wegen des Portemonnaies sondern wegen des mittlerweile realisierten Luxus einer solchen Limousine.
Einzig der Gedanke an eine nur noch E-mobile Nation lässt mich erschaudern. Entweder wird, wie oben beschrieben, jegliche private Mobilität runtergefahren, ein Gedanke, den selbstverständlich niemand hegen und schon gar nicht kommunizieren darf, oder es werden wieder viel potentere Energiequellen angezapft, so auch neue Atomkraftwerke, wie dies weltweit ausser in Deutschland und der Schweiz der Fall ist. Wussten Sie, dass China den weit mehr als zehnfach höheren Energiebedarf als Deutschland aufweist, wobei wir dann im Thera- und Petawattstunden-Bereich sind? Kein Wunder bei 50 laufenden Atomreaktoren und rund 20 im Bau befindlichen! Da spielt dann wenigstens die Haarlänge auch keine Rolle mehr.