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- Angesichts der verheerenden Buschbrände zieht Australiens Regierung bis zu 3000 Reservisten der Armee zur Bekämpfung der Flammen heran.
- Bei einem Brand in einem Nationalpark auf der bei Touristen beliebten Känguru-Insel kamen zwei Menschen und zahlreiche Wildtiere ums Leben.
- Derweil sind in der Nähe von Melbourne erste mit Marineschiffen evakuierte Menschen angekommen.
Premierminister Scott Morrison erklärte, bis zu 3000 Reservisten würden aufgeboten. Ein Zwei-Sterne-General sei mit der Beaufsichtigung der Bekämpfung der Buschbrände durch das Militär beauftragt worden. «Die Regierung hat diese Entscheidung nicht leichtfertig gefällt», betonte Verteidigungsministerin Marise Payne. Es sei das erste Mal in der Geschichte Australiens, dass Reservisten in so grosser Zahl herangezogen würden.
Nach 20-stündiger Schifffahrt gerettet
«Die heutige Entscheidung bringt mehr Füsse auf die Erde, mehr Flugzeuge in die Luft und mehr Schiffe auf See», sagte Scott Morrison. Er kündigte ausserdem den Einsatz eines dritten Kriegsschiffs, eines Helikopter-Trägers, zur Unterstützung der Evakuierung aus Küstenstädten an. Die ersten mit Marineschiffen geretteten Menschen sind am Samstag nach einer über 20-stündigen Fahrt in der Nähe der Stadt Melbourne angekommen, wie australische Medien berichten.
Australiens Armee unterstützt die Einsatzkräfte im Kampf gegen die Buschbrände bereits seit Monaten mit rund 2000 Soldaten sowie mit Erkundungsflügen und Logistik.
Premierminister beschimpft
Der australische Premierminister war wegen seiner Reaktion auf die dramatischen Brände in die Kritik geraten. Er war zunächst in den Urlaub nach Hawaii geflogen, während sein Kontinent in Flammen stand. Bei einem Besuch der halb zerstörten Stadt Cobargo wurde er am Freitag ausgebuht. Eine weinende Schwangere und ein freiwilliger Feuerwehrmann weigerten sich, Morrison die Hand zu geben. Schliesslich machte der Premier kehrt, die Bewohner riefen ihm Beschimpfungen hinterher.
Am Samstag verteidigte Morrison seinen Umgang mit der Krise. Dem Vorfall in Cobargo wollte er keine grössere Bedeutung beimessen. «In dieser Situation haben Menschen gemischte Gefühle», betonte er. Er habe bereits «viele Umarmungen» verteilt, fügte er hinzu.
«Erhebliche Verluste» unter Wildtieren
Die Polizei teilte unterdessen mit, dass ein Buschbrand den Flinders-Chase-Nationalpark auf der Känguru-Insel nahezu zerstört habe. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen, als die Flammen auf ihr Auto übergegriffen hätten. Sie seien noch nicht identifiziert worden.
Der Premier von Südaustralien, Steven Marshall, sagte, durch den Brand auf der Känguru-Insel gebe es auch «erhebliche Verluste» unter den Wildtieren. In dem Nationalpark leben unter anderem Kängurus, Koalas und Ameisenigel.
Seit dem ungewöhnlich frühen Beginn der Brandsaison im September wurde in Australien bereits eine Fläche weitaus grösser als die Schweiz zerstört. Für dieses Wochenende wurde eine neue Zuspitzung der Lage erwartet – mit Temperaturen weit über 40 Grad. Nahezu im gesamten Südosten des Landes gilt der Ausnahmezustand. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten New South Wales und Victoria.