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Taras Kovach
Im August arbeitet Taras Kovach im Sitterwerk an seinen Projekten.
Das Offene Atelier findet am Mittwoch, 23. August, ab 17 Uhr statt.
Taras Kovach (lebt in Kiew) ist im August für einen Aufenthalt im Sitterwerk und verfolgt hier ein Projekt, an welchem er seit letztem Herbst arbeitet. Am Offenen Atelier zeigt er eine Installation mit Radierungen, plastischen Modellen und einem Wandbild aus der Serie, die sich mit Veränderungen der städtischen Landschaft während des Krieges in der Ukraine auseinandersetzt.
«In meiner künstlerischen Praxis beschäftige ich mich mit der urbanen Landschaft und ihrer Wirkung auf die Menschen. Durch die Darstellung von Befestigungsanlagen und «defensiver Architektur» während des Krieges untersuche ich den neuen Kontext im Alltag der Stadtbewohnenden. Das Auftauchen von Strassensperren und Schützengräben im öffentlichen Raum «Ukriprayons» schafft einerseits ein Gefühl der Sicherheit, andererseits behindern und erschweren die Bauten die gewohnte Wahrnehmung des städtischen Raums. Sie wurden unter Berücksichtigung physischer Eigenschaften des menschlichen Körpers geschaffen. Auf diese Weise erzeugt die Militärarchitektur Reaktionen auf der physischen Ebene, da sie für den direkten Kontakt mit dem Körper des Soldaten geschaffen wurde. Eine weitere Komponente des Projekts ist das Motiv von Natur in der Stadt im Krieg. Der städtische Raum von Kiew hat sich stark verändert. Die «Ukriprayons» befanden sich im öffentlichen Raum, in Parks, auf Plätzen, in städtischen Blumenbeeten, an Strassenkreuzungen, hinter Einkaufszentren und in Wohngebieten. Um Bewegungen des Feindes zu verhindern, waren einige Grünflächen der Stadt und angrenzende Waldgebiete teilweise vermint und den Einwohnenden der Zutritt untersagt worden. Im Frühjahr wurden die Barrikaden und Gräben schliesslich von Unkraut überwuchert. Aufgrund des durchmischten Bodens begannen die Gräser intensiv zu wachsen und bildeten Dickichte. Die städtische Natur begann, neue Gebiete ehemaliger Kampfplätze zu besetzen. Zentrales Medium dieses Projekts ist die Radierung, eine Technik, die häufig bei der Erstellung von Karten, der Festlegung von Routen und der Archivierung der natürlichen Gegebenheiten der Region eingesetzt wird. Da es verboten war, Fotos von militärischen Objekten zu machen, fertigte ich natürliche Skizzen an, die ich im Druck dann detaillierter ausarbeite. Ein weiteres Medium sind Objekte, welche in der Ästhetik einer plastischen Skizze geschaffen wurden. Die Art der schnellen Modellierung der Form, die den physischen Kontakt mit dem Material wiedergibt, bleibt erhalten. Diese Art und Weise verweist wiederum auf die Körperlichkeit dieser Objekte.»
Offene Ateliers
Mittwoch, 23. August
Ab 17 Uhr: Offene Ateliers mit Taras Kovach und Clemens von Wedemeyer in den neuen Werkhallen der Kunstgiesserei St. Gallen
Ab 18 Uhr: Badi und Bar mit Snacks beim Badehaus
20:30 Uhr: Open-Air-Kino Sitter-Ciné mit Filmen von Clemens von Wedemeyer:
Sun Cinema Location, 2010
The Beginning – Living Figures Dying, 2013
Mit Einführung von Clemens von Wedemeyer
Bitte Beschilderung beachten.