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Service public in Zahlen
Einnahmen und Ausgaben im Überblick
Die SRG legt dar, wie sich ihr Budget zusammensetzt und wie sie die Mittel verwendet:
- Das erste Kapitel zeigt die Ausgaben in drei Dimensionen: nach Programminhalt, nach Eigen- und Fremdproduktion sowie nach den Vektoren Audio und Video.
- Das zweite Kapitel weist einzelne Kostenblöcke separat aus: Produktion und Informatik, Distribution, Immobilien, Sportrechte, Drittgeschäft sowie Public Affairs.
- Das dritte Kapitel ist den Sendungskosten der Unternehmenseinheiten gewidmet. Seit Mai 2016 veröffentlichen die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RSI und RTR jeweils mit der Publikation dieses Geschäftsberichts eine umfangreiche Auflistung der Kosten der TV-Sendungen. Zusätzlich zu den TV-Sendungskosten legen alle Unternehmenseinheiten die Kosten ihrer Radiosender offen.
Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen
In ihrem Geschäftsbericht weist die SRG durchgehend Vollkosten aus: In den angegebenen Beträgen sind somit sämtliche Kosten enthalten, die bei der Herstellung der Programme anfallen. Dazu zählen auch die Aufwände für die Supportbereiche Finanzen und Controlling, Human Resources, Kommunikation, Logistik und Informatik, Archivierung und Immobilienverwaltung, die nicht einem einzigen Programminhalt zugeordnet werden können – diese Kosten werden auf alle Programmsparten verteilt.
Einnahmen
Die SRG finanziert sich zu 76 Prozent aus Gebührengeldern. Weitere 14 Prozent des Budgets stammen aus TV-Werbung, 3 Prozent aus Sponsoring. Mit Programmverkäufen an andere Medienhäuser, private und öffentliche Institutionen sowie mit Erträgen aus Koproduktionen erwirtschaftet die SRG 2 Prozent. Die restlichen 5 Prozent stammen hauptsächlich aus Bundesbeiträgen für SWI swissinfo.ch und tvsvizzera.it sowie für die Zusammenarbeit mit 3sat und TV5 Monde, aus Dienstleistungserträgen der Gebäudevermietung, Einnahmen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Sat-Access-Karten sowie Einnahmen aus dem Verkauf von Liegenschaften.
Die SRG ist mehrheitlich gebührenfinanziert, damit sie den Leistungsauftrag des Bundesrats erfüllen kann: die Produktion und Verbreitung gleichwertiger Radio- und Fernsehprogramme für die deutsche, französische und italienische Schweiz sowie eines angemessenen Angebots für die rätoromanische Schweiz. Das heisst: Programme für einen kleinräumigen, in vier Sprachen aufgeteilten Markt von weniger als 8,5 Millionen Menschen.
Die SRG verteilt ihre Einnahmen nach einem Finanzierungsschlüssel an ihre Unternehmenseinheiten in den vier Sprachregionen. Dank dieses solidarischen Finanzausgleichs erhalten die Sprachminderheiten einen grösseren Anteil der Mittel: Obschon die Deutschschweiz rund 70 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, erhält sie von jedem Franken Einnahmen lediglich rund 43 Rappen. Der Rest dient der Finanzierung eines guten Radios und Fernsehens in der französischen, italienischen und rätoromanischen Schweiz.
Ausgaben
Ausgaben nach Programminhalt
Die SRG bietet ein Generalistenprogramm in fünf Sparten. Im Jahr 2017 entfielen 38 Prozent der Ausgaben der SRG* auf die Sparte Information, 23 Prozent auf Unterhaltung und Film, 19 Prozent auf Kultur, Gesellschaft und Bildung, 13 Prozent auf Sport sowie 7 Prozent auf Musik und Jugend.
Die Gesamtausgaben sind 2017 leicht zurückgegangen. Dieser Rückgang ist in allen Sparten ersichtlich – mit Ausnahme des Kostenblocks Kultur, Gesellschaft und Bildung. Im Sport nahmen die Ausgaben mangels Grossereignissen wie die Olympischen Sommerspiele um rund 12 Millionen Franken ab. Dafür stiegen sie bei der Kultur und Bildung um rund 18 Millionen Franken. Das Geld wurde insbesondere in Dokumentarfilme und fiktionale Serien investiert.
Ausgaben nach Eigen- und Fremdproduktion
Die Unternehmenseinheiten der SRG (SRF, RTS, RSI, RTR und SWI) produzieren den Grossteil ihrer Sendungen selbst: 86 Prozent der Ausgaben fliessen in Radiosendungen wie «Echo der Zeit» (SRF), «Forum» (RTS), «Millevoci» (RSI), «Marella» (RTR), in Fernsehsendungen wie «10vor10» (SRF), «Couleurs locales» (RTS), «Il Quotidiano» (RSI), «Telesguard» (RTR) oder in eigens für das Internet produzierte Webserien wie «True Talk» (SRF), «Carac Attack» (RTS) oder «Spam» (RSI). Im Vergleich zum Vorjahr (85 Prozent) hat die SRG bei den Eigenproduktionen 2017 leicht zugelegt (86 Prozent).
Fremdproduzierte Audio- und Videoinhalte ergänzen das Angebot. Sie machen 14 Prozent der Ausgaben der SRG* aus. Dazu gehören eingekaufte Spiel- und Dokumentarfilme sowie populäre Serien wie «House of Cards» oder «Mad Men».
Ausgaben nach Audio und Video
Der Bereich Audio umfasst alle Tonbeiträge, die im Radio gesendet, im Web live gestreamt, in Online-Plattformen der SRG eingebettet oder über Apps sowie im Player der SRG abrufbar sind. Analog dazu umfasst die Kategorie Video die Filmbeiträge, die im Fernsehen zu sehen sind und auf den vorgehend erwähnten Online-Kanälen zur Verfügung stehen. 2017 investierte die SRG rund 28 Prozent (437,0 Millionen Franken) in die Audioproduktion und rund 72 Prozent (1106,8 Millionen Franken) in die Videoproduktion.
Das Verhältnis der Ausgaben in den beiden Bereichen bleibt stabil und zeigt: Audiobeiträge sind in der Herstellung viel günstiger als Videos, die sehr hohe Fixkosten haben. Mit der Konvergenz der Medien und der Verschmelzung von Ton, Bild und Text im Internet wird eine exakte Zuweisung der Kosten zum einen oder anderen Vektor indessen immer schwieriger. Der Trend geht in Richtung einer Gesamtkostenbetrachtung für die audiovisuelle Produktion, unabhängig davon, ob die Inhalte am Radio, im TV oder online genutzt werden.
* Ausgaben ohne Kosten des nicht konzessionierten Drittgeschäfts und ohne Sondereffekte 2017 (Minderkosten Sparprogramm, Minderkosten Senkung technischer Zinssatz Pensionskasse sowie Sondereffekte Immobilien).