Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03498.jsonl.gz/2155

Mehr über den Mais
Heute hat die alte Kulturpflanze aus der Familie der Süssgräser grosse Bedeutung als landwirtschaftliche Kultur. Mais wird nicht nur als Viehfutter und zur Herstellung von Maismehl, Maisgries und Maisstärke angebaut, sondern auch in grossem Massstab als Energiepflanze und als Rohstoff für stärkebasierte Kunststoffe. Auch in Privatgärten ist Mais oft gesehen und wird für den Anbau von Maiskörnern für Popcorn, Maismehl oder eigenem Körnermais angebaut.
Herkunft und Botanik
Der Ursprung des Mais liegt in Mittelamerika zwischen Peru und Mexiko. Er ist nach heutigen Schätzungen durch Auslese und Züchtung aus der Wildform Teosinte (Euchlaena mexicana) entstanden. Im Laufe der Jahrtausende wurden viele verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften selektiert. Heute geht man davon aus, dass es weltweit etwa 5.000 Maissorten gibt. Botanisch ist Mais ein einjähriges Gras, das an einer Pflanze weibliche und männliche Blüten bildet. Zuerst bilden sich an der Spitze der Pflanze die männlichen, rispenartigen Blütenstände, erst danach wachsen aus den Blattachseln ein bis vier weibliche Blütenanlagen, die man an den büschelförmigen, fadenartigen Narben erkennt. Die Bestäubung erfolgt, wie bei den meisten Gräsern, durch Wind. Mais ist dank seiner speziellen Assimilationsleistung in der Lage sehr viel Biomasse in kurzer Zeit zu produzieren. Viele Sorten erreichen Höhen von 2 bis 3 Metern.
Kulturansprüche von Mais
Auf der iberischen Halbinsel wurde Körnermais schon im 16. Jahrhundert kultiviert. In Mitteleuropa erfolgte der Anbau über lange Zeit nur in klimatisch begünstigten Regionen, da er von Natur aus einen hohen Wärmeanspruch hat. Für die Schweiz ist der Maisanbau als erstes für Altstätten im St. Galler Rheintal im Jahre 1571 belegt. Sortennamen wie 'Schwarzer Tessiner' und 'Roter Rheintaler', 'Domleschger Mais' oder 'Linthmais' belegen die Entstehung von lokalen Körnermaissorten in der Schweiz.
Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden durch intensive Züchtung Sorten, die auch in kühleren Regionen gute Erträge brachten und begründeten damit den intensiven, landwirtschaftlichen Maisanbau, wie wir ihn heute kennen.
Sorten
Mais wird sehr unterschiedlich genutzt. Im Garten steht der Anbau von Zuckermais im Vordergrund. Er lässt leichter anbauen als die Körnermaissorten, da er eine kürzere Wachstumszeit benötigt, als Popcorn- und Körnermais, die gut ausreifen müssen.
Zuckermais
Die Kolben werden in unreifem Zustand geerntet, da die Körner dann noch saftig und vor allem süss sind. Mit zunehmender Reife werden die Körner teigig und hart und der Zucker wird in Stärke umgewandelt.
Typische Zuckermaissorten mit gelbem Korn sind 'Damaun', 'Golden Bantam' oder 'Tatonka'. Ausserhalb der klimatisch günstigen Weinbauregionen empfiehlt es sich, frühe bis mittelfrühe Sorten zu wählen.
Auch beim Zuckermais gibt es farbige oder mehrfarbige Sorten, bei denen weisse, blaue, rote oder dunkelviolette Körner gebildet werden. Auffällig dunkel ist z.B. die niedrig wachsende 'Blue Jade'. Weisse Kolben bilden 'Stowells Evergreen' und 'Country Gentleman'. Und wer bunte Kolben mag kann es mit dem Anbau von 'Sweet Painted Hills', 'En Mélange de Couleurs Triple Play' oder 'Arc En Ciel Inca' probieren.
Popcornmais
Für die Herstellung von Popcorn braucht man spezielle Sorten. Sie haben eine feste Schale und enthalten mehr Wasser im reifen Korn, als der normale Körner- oder Riebelmais. Popcornmais wird auch als Puffmais bezeichnet es gibt Sorten mit gelbem Korn, wie 'Kremgolyo' oder 'Popcornmais'. Kolben mit Körnern unterschiedlicher Farbe bietet 'Mais Glass Gem' und dunkelviolett fruchten 'Schwarzer' und 'Lila Pop'.
Körnermais, Ribelmais, Speisemais
Der Anbau von Körnermais ist in kühleren Regionen etwas schwierig. Hier reifen die Kolben oftmals nicht ausreichend aus. Geeignete Sorten für klimabegünstigte Regionen sind 'Mergoscia', 'Rheintaler' und 'Schwarzer Tessiner'.
Aussaat von Mais
Da alle Maissorten frostempfindlich und wärmebedürftig sind, wird erst nach den Eisheiligen ab dem 15. Mai ausgesät. In der Regel erfolgt die Aussaat direkt ins Freiland. Als Reihenabstand für Zuckermais wählt man 60 bis 70 cm. In der Reihe wird im Abstand von 20 bis 30 cm je ein Korn gelegt. Sicherer ist es zwei oder drei Körner zu legen und später zu vereinzeln. So geht man sicher, dass es nicht zu Ausfällen kommt, wenn nicht jedes Korn keimt. Im Übrigen lassen sich junge Maispflanzen auch recht gut verpflanzen.
Wer Platz für eine Vorkultur hat, kann Mais auch schon Ende April in Töpfen aussäen und später auspflanzen. Beim Anbau von Körnermais wird verfahren, wie bei Zuckermais. Bei starkwüchsigen Sorten kann der Pflanzenabstand in der Reihe etwas vergrössert werden.
Pflege
Mais ist relativ anspruchslos. Anfangs sollten Unkräuter entfernt werden. Bei Trockenheit sind Wassergaben erforderlich. Da Mais relativ stark wächst, ist auf eine ausreichende Nährstoffversorgung zu achten.
Ernte
Die Ernte von Zuckermais erfolgt, wenn die Körner die so genannte Milchreife erreicht haben. Die Körner der gelben Sorten zeigen dann schon eine hellgelbe Farbe, sind aber noch weich, so dass sich die Kornschale mit dem Fingernagel eindrücken lässt. Dieses Stadium ist i.d.R. erreicht, wenn die Narbenfäden an der Spitze der Kolben anfangen einzutrockenen.
Popcornmais und Körnermais dürfen erst geerntet werden, wenn die Körner hart und ausgereift sind. Am besten hängt man die Kolben nach der Ernte an einem trockenen und luftigen Ort zum Nachtrocknen auf.
Massnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge
Die Larven des Maiszünslers, eines Kleinschmetterlings, fressen in den Stängeln , so dass die Pflanzen umfallen. Im Garten ist es leider schwierig den Schädling erfolgreich zu bekämpfen. Auffällige, blasenartige Gebilde am Stängel entstehen bei Befall durch den Maisbeulenbrand, der aber nur in manchen Jahren mit extremer Witterung auftritt.
Wenn es im Spätsommer feuchter wird, kann es vor allem beim Anbau von Körner- und Popcornmais zu Fäulen an den Kolben kommen. Körner von befallenen Kolben sollten nicht verzehrt werden, da einige Fäuleerreger so genannte Mycotoxine bilden, die gesundheitsschädlich sind.