Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/2267

Pachtgebiete
Der NVV Höngg hat zwei Wiesen am Hang zwischen Siedlung und Wald von der Stadt Zürich gepachtet. Sie werden extensiv bewirtschaftet, um die Artenvielfalt zu fördern. Die sonnenexponierte Lage ist ein guter Standort für viele Pflanzen der Blumenwiesen. Von den Blüten angelockt summen Schmetterlinge, Bienen, Käfer und andere Insekten über der farbigen Wiese. Auch verschiedene Heuschreckenarten und Feldgrillen sind zu hören.
Geschnitten werden die Wiesen zweimal im Jahr im Juni und im September. Das Schnittgut bleibt einige Tage liegen, damit die Samen reifen und herausfallen können. Kleintiere haben die Möglichkeit sich neue Unterschlüpfe zu suchen. Danach wird das Schnittgut abtransportiert, damit die Wiesen weiter ausmagern.
Die Hochstammobstbäume, vor allem Äpfel, aber auch Birnen, Quitten, Zwetschgen und Kirschen, sind das landschaftsprägende Element. Damit die Bäume gesund bleiben, alt werden und regelmässig Früchte tragen, schneidet sie der NVV Höngg jeden Winter fachgerecht.
Die Mäharbeiten werden vergeben, alle anderen Pflegemassnahmen werden von Freiwilligen an den Arbeitstagen geleistet.
Ruggernweg
Die Wiese und der Obstgarten wurden im Januar 1993 von der Stadt Zürich gepachtet, mit dem Ziel alte Obstsorten zu erhalten und eine artenreiche Blumenwiese zu fördern.
Wie es dazu gekommen ist:
1986 formierte sich im August eine Bürgergruppe, um gegen eine geplante Überbauung an der Toplage am Südhang des Hönggerbergs zu protestieren. Der Natur- und Vogelschutzverein war bei den Mitunterzeichnern der Petition für den Verzicht der Überbauung.
Im September 1986 reichte Stefan Hohler SP zusammen mit allen Gemeinderäten des Kreis 10 im Gemeinderat ein Postulat ein, welches vom Stadtrat verlangte auf den für die Überbauung nötigen Landabtausch zu verzichten und zu prüfen, ob das Gebiet der Freihaltezone zugeordnet werden könne. Bereits im Dezember des gleichen Jahres unterstützte der Stadtrat das Anliegen und sah vor, das Gebiet in der neuen Bau- und Zonenordnung in die Freihaltezone aufzunehmen.
In den folgenden Jahren wurden Ideen zur Aufwertung des Gebietes gesammelt und geprüft. Die Bachöffnung wurde eingeleitet.
1990 wurde das Gebiet in das Inventar der kommunalen Natur- und Landschaftsschutzobjekte (KSO) aufgenommen.
Im Naturschutzjahr 1991 signalisierte der Natur- und Vogelschutzverein die Bereitschaft die Wiese in Pacht zu übernehmen und selbst zu pflegen. 1993 wurde der Pachtvertrag unterschrieben.
1992 erhielt der NVV den Grünpreis der Stadt Zürich für sein Engagement im Quartier für ein besseres Naturverständnis mit regelmässigen Publikationen und Anlässen.
Seit 1993 pflegt der NVV den Obstgarten, die Wiese und die Hecke am Ruggerneg.
1995 fand im Obstgarten eine grosse Pflanzaktion statt. Baumpaten halfen tatkräftig mit 16 Apfelbäume und 6 Birnbäume zu setzen. Bei der Auswahl der Sorten wurde grosser Wert auf Widerstandsfähigkeit und Robustheit gelegt, sowie auf regionale Sorten mit Seltenheitswert.
In den über 20 Jahren mussten einige Bäume ersetzt werden. Jeden Frühling werden die Bäume am Arbeitstag geschnitten. Im Herbst tragen die Bäume reichlich Früchte, so dass in guten Jahren Most gepresst und verkauft werden kann.
Kappenbühl
Bereits 2005 wurden auf dieser Wiese an einem Arbeitstag Eidechsenburgen aus Stein und Sand gebaut. An sonnigen Tagen sind dort Mauereidechsen zu beobachten.
2009 konnte der NVV die Fläche pachten. Wo früher Kleintierställe standen, wächst mittlerweile ein blütenreiche Blumenwiese. Dank der schonenden Bewirtschaftung (gemäht wird mit dem Balkenmäher, gezettet und gerecht von Hand) sowie den Altgrasstreifen fliegen im Sommer viele Schmetterlinge über der Wiese. Seit etwa 2011 ist hier auch eine Population des Blutströpfchen (oder Widderchen), eines tagaktiven Nachtfalters, zu Hause.