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Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine hormonelle Erkrankung bei der Katze, die über die letzten Jahre immer häufiger festgestellt wird. Ursachen dafür sind das höhere Alter unserer Hauskatzen, vermehrtes Übergewicht wie auch die Zunahme an Wohnungshaltung und die damit verbundene verringerte Aktivität unserer Stubentiger.
Text: Mirjam Equilino
In der Bauchspeicheldrüse werden diverse Verdauungsstoffe sowie Hormone (Insulin, Glukagon) gebildet und gelagert. Die Hormone Insulin und Glukagon sind wichtig für die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels. Wie beim Menschen werden in der Tiermedizin zwei Typen von Diabetes mellitus unterschieden. Bei einer Typ-1-Zuckerkrankheit (häufig beim Hund) kommt es zu einer Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen und damit zu einem Insulinmangel. Die Typ-2-Zuckerkrankheit (häufig bei der Katze) wird durch ein fehlendes Ansprechen auf das Insulin (Insulinresistenz) und eine damit verbundene Ermüdung der Bauchspeicheldrüse ausgelöst.
Die häufigsten Risikofaktoren für einen Diabetes mellitus sind hohes Alter, Übergewicht, Bewegungsarmut und gewisse Medikamente (Kortison, Verhütungsmittel). Aber auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann zur Zuckerkrankheit führen.
Klinische Zeichen (Symptome)
Zuckerkranke Katzen zeigen trotz vermehrter Futteraufnahme Gewichtsverlust, eine gesteigerte Wasseraufnahme und damit verbunden einen erhöhten Urinabsatz. Die Fellqualität kann sich verschlechtern oder aber die Katzen werden träge in ihrem Verhalten.
In seltenen Fällen zeigen betroffene Katzen einen plantigraden Gang. Dabei läuft die Katze mit den Hinterbeinen nicht nur auf ihren Pfoten sondern knickt beim Laufen bis zum Sprunggelenk ein.
Diagnosestellung
Zeigt Ihre Katze die oben beschriebenen Veränderungen, sollte sie einem Tierarzt vorgestellt werden. Eine Blutuntersuchung (Blutzuckermessung) wie auch eine Urinuntersuchung sind empfehlenswert. Da Katzen in Stresssituationen (zum Beispiel Autofahrt, Tierarztbesuch, Blutentnahme) einen erhöhten Blutzuckerspiegel haben können ohne an Diabetes mellitus erkrankt zu sein, empfiehlt es sich, zusätzlich das Fruktosamin (an Eiweiss gebundener Zucker) zu bestimmen. Dieses spiegelt den Blutzuckerwert der letzten zwei Wochen wider. Ist dieser Wert ebenfalls erhöht, leidet die Katze an Diabetes mellitus. Um ein Problem der Bauchspeicheldrüse (Entzündung, Krebs) auszuschliessen, kann eine Ultraschalluntersuchung des Bauches durchgeführt werden.
Behandlung
Da Katzen häufig an einer Typ-2-Zuckerkrankheit leiden, besteht die Möglichkeit, dass sie bei früher und intensiver Behandlung geheilt werden können. Ein erster wichtiger Schritt ist die Futterumstellung auf eine spezielle Diät mit hohem Eiweissanteil und niedrigem Kohlehydratanteil. Nassfutter hat prinzipiell einen geringeren Kohlehydratanteil als Trockenfutter und sollte bevorzugt werden.
Zusätzlich sollte eine Therapie mit einem lang wirkenden Insulinpräparat gestartet werden. Dabei wird zweimal täglich (möglichst im Abstand von zwölf Stunden) ein vom Tierarzt verschriebenes Insulinpräparat unter die Haut gespritzt. Die Dosierung wird vom Tierarzt bestimmt und sollte regelmässig (zu Beginn alle zwei Wochen) nachkontrolliert werden. Unter keinen Umständen sollte die Menge des zu verabreichenden Insulins durch den Besitzer selbst verändert werden. Durch die Verwendung eines Insulin-Pens ist die Handhabung und genaue Dosierung des Insulins sehr einfach und die Katzen reagieren kaum auf den Einstich.
Lesen Sie den ganzen Artikel von Mirjam Equilino im Katzen Magazin 5/2015.