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Wie man mehr aus dem Göttibatzen macht
Ich möchte meinem Patenkind, zurzeit 4 Jahre alt, auf ihren 18. Geburtstag und ihre Volljährigkeit ein Startkapital in ihr Erwachsenenleben von 20’000 Franken übergeben. Ich stelle mir vor, dass der Betrag von 10’000 Franken, mit einer Rendite von jährlich durchschnittlich 5 Prozent, angelegt in SMI-Titel über die nächsten 15 Jahre, diesem Ziel ziemlich nahe kommt. Bin ich damit auf dem richtigen Weg? Wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für den Kauf, oder sollte ich noch ein bis zwei Jahre zuwarten? T.E.
Wenn Sie über die nächsten 15 Jahre mit der Aktienanlage wie von Ihnen gewünscht durchschnittlich fünf Prozent erreichen, wachsen die von Ihnen für Ihr Patenkind zur Verfügung gestellten 10’000 Franken dank Zinseszins auf 20’789 Franken. Sie hätten also Ihr Ziel erreicht.
Das Problem dabei ist, dass Sie für diese Rendite keine Garantie haben. Zwar kann man im Langfristvergleich bei Aktieninvestments eine Rendite von durchschnittlich bis zu acht Prozent erwarten. In guten Börsenphasen liegt diese deutlich höher, in schlechten massiv tiefer und kann auch über mehrere Jahre im Minus liegen. Auf einen längeren Anlagehorizont von immerhin 15 Jahren halte ich eine angenommene Rendite von fünf Prozent mit Qualitätsaktien aber als machbar.
Wenn Sie ausschliesslich auf Aktien setzen, die im Swiss-Market-Index enthalten sind, verfügen Sie zwar über ein Portfolio von erstklassigen Titeln und gewichten den Pharmasektor stark. Sollte sich aber der Schweizer Markt im Vergleich zum internationalen Aktienmarkt schwächer entwickeln, hätten Sie einen Nachteil. Zudem sind bei dieser Strategie die Werte der kleinen und mittelgrossen Unternehmen nicht enthalten.
Vor diesem Hintergrund würde ich nicht nur auf den SMI setzen, sondern auf den SPI oder einen Weltaktienindex wie den MSCI World. Bei einem Anlagebetrag von 10’000 Franken macht es allerdings keinen Sinn, auf Einzeltitel zu gehen. Vielmehr würde ich einen Aktienfonds oder einen Exchange Traded Fund dafür nutzen. Da es Ihr Ziel sein muss, dass Ihr Patenkind möglichst viel Rendite erreicht und diese nicht durch zu hohe Gebühren geschmälert werden soll, würde ich einen passiv gemanagten Aktienfonds oder ETF nutzen, der an die Entwicklung der erwähnten Indizes gekoppelt ist.
Konkret könnten Sie je 5000 Franken in Finanzvehikel investieren, welche die Entwicklung des SPI und des MSCI World abbilden. Solche Instrumente bieten alle Banken an. Damit erreichen Sie mit tiefen Gebühren eine breite Diversifikation und haben eine realistische Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihr Renditeziel auf 15 Jahre hinweg erreichen. Zweifellos tragen Sie mit dem reinen Fokus auf Aktien ein erhöhtes Risiko. Da Sie beabsichtigen, dass das Geld über all die Jahre liegen bleibt und frühestens in 15 Jahren gebraucht wird, halte ich dieses erhöhte Risiko für vertretbar. Dafür haben Sie deutlich höhere Renditechancen.
Zuwarten würde ich mit dem Investment nicht: Zwar weiss niemand, wie sich die Börsen in den nächsten zwei Jahren entwickeln. Vielleicht tauchen die Märkte noch weiter. Falls Sie aber zuwarten, verlieren Sie wertvolle Zeit. Denn es gibt immer ein Argument zuzuwarten, und die Märkte könnten immer noch tiefer sinken. Aber sie können genauso gut steigen.
Wichtig ist, dass man investiert und das Geld nicht brachliegen lässt. Denn auf liquiden Mitteln verliert man nach Abzug der Teuerung faktisch Geld.
7 Kommentare zu «Wie man mehr aus dem Göttibatzen macht»
Meine Patenkinder haben Bärte oder ihrerseits Kinder – sie sollten sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie nichts mehr bekommen. Im Gegenteil, es wäre Zeit an den Paten zu denken!
Jetzt hätte ich aber meiner 14 jährigen Enkeltochter gern ein paar Aktien geschenkt. Nicht ohne Hintergedanken. Unseres Familienunternehmen ist nicht börsenkotiert, wir haben bald mal ein Nachfolgerproblem wie alle Familienuternehmen, sie wird früher oder später einen Anteil erben. Antwort des Notars: nur mit Einwilligung der KESB.
Ist das heute normal? So einen grossen Batzen erwarten wir nicht von unseren Paten. Finde die Frage sehr eigenartig…
„Denn auf liquiden Mitteln verliert man nach Abzug der Teuerung faktisch Geld.“
Das ist schon richtig, aber oben, wo Sie auf 8% Rendite historisch kommen, lassen Sie die Teuerung weg.
Grundsätzlich zum Göttibatzen: Wenn Sie die Investition auf Ihrem Konto machen, wo Sie die Anlage bestimmen, bleibt es Ihr Geld, Sie haben lediglich die Absicht, dies später mal Ihrem Patenkind zu schenken: Wenn es wächst, kommen dann Schenkungssteuern zum tragen, falls z.B. Sie pleite gehen, wandert das Geld in die Konkursmasse und nicht zu Ihrem Patenkind. Nur wenn Sie das Geld auf ein auf das Kind als Eigentümer lautendes Konto/Depot übertragen, entsteht der Wertzuwachs beim Kind. Dann entscheiden aber dessen Eltern über die Anlage.
Es gibt noch Banken, die Zinsen zahlen auf Kinderkonten: Gleiches (minimales) Risiko wie bei Erwachsenenkonten, aber mehr Rendite: Ein free lunch also, wenn auch kein üppiger: 0.6% gab es bei der AEK ab 01.09.2018 für unser Kind, 0.8% sogar für die ersten 8 Monate, für Beträge über 25’000.00 hätte es nur noch symbolische 0.05% gegeben.
Aktien rentieren im Schnitt rund 1% besser. Wenn es bei prinzipiell 0% Zinsen 0.6% gibt, scheint mir die Differenz von 0.4% das Risiko nicht wert.
Unser Kind (3J) hat etwas geerbt: Bei 0% Zinsen darauf würde ich Aktien kaufen für ihn, gestaffelt, und auch mal wieder verkaufen bei Euphorie, ich meine, durch Erfahrung recht gut geworden zu sein als Anleger, aber wenn ich 0.6% risikolos haben kann für ihn, nehme ich die für ihn und sage Danke.
Bei der CS gibt es sogar 1% für bis zu Fr. 50’000. Bei Credit Agricole wären es sogar 1.5%, aber da muss man erst mal eine Filiale finden, online ein Konto zu eröffnen hab ich nicht geschafft.
Wie wärs mit Goldvreneli anstelle von Papier? Wenn ich die Rendite meiner 20-er Vreneli von meiner Grossmutter anschaue: nicht schlecht: 2003 zu 80.-, aktuell 230.- –> durchschnittlich 7% pro Jahr. Die Kaufkraft unterliegt keiner Inflation, da es eine begrenzte Resource ist. Das ist besonders in Krisenzeiten sehr interessant (aber die gibt’s ja zum Glück nicht mehr 😉 ).
Da der eingesetzte Betrag in 15 Jahren gerade noch für 1 Jahr Krankenkassenprämie reichen wird, ist ein leichtes Übergewichten im Pharmasektor sicher nicht ganz falsch 😉