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Bühlmann ZH-L16 - Eine Einleitung
Einführung
Modifizierter Originaltext von Oliver Maus/www.checkdive.eu
Während eines Tauchgangs sättigt sich der Körper eines Tauchers je nach Tauchgangsprofil mehr oder weniger mit sogenannten Inertgasen auf.
Inertgase sind reaktionsträge (inerte) Gase, die sich nicht oder kaum an Stoffwechselreaktionen beteiligen. Das am häufigsten auftretende Inertgas beim Tauchen ist Stickstoff als normaler Bestandteil der Atemluft (~78%). Aufgrund der negativen Eigenschaften von Stickstoff bei erhöhtem Partialdruck (Stickstoffnarkose/Tiefenrausch), wird im Rahmen des technischen und kommerziellen Tauchens ein Teil des Stickstoff durch andere Inertgase (meist Helium) ersetzt. Grundsätzlich müssen Inertgase im Rahmen des Austauchens kontrolliert wieder abgegeben werden (Dekompression).
Unter Dekompression versteht man beim Tauchen das langsame, kontrollierte Aufsteigen zur Oberfläche, um dem Körper die Gelegenheit zu geben, aufgesättigte Inertgase kontrolliert abzuatmen. Das Nichtbeachten der Aufstiegsregeln kann im schlimmsten Fall zum Auftreten der Dekompressionkrankheit führen.
Um dies zu vermeiden, werden Dekompressionsmodelle herangezogen. Dabei handelt es sich um mathematische Modelle, deren Aufgabe darin besteht, empirisch ermittelte Dekompressionsbefunde mathematisch zu beschreiben und berechenbar zu machen.
Eines der bekanntesten und vielleicht das am häufigsten eingesetzte Dekompressionsmodell ist das ZH-L16 des schweizer Mediziners Prof. Albert A. Bühlmann (16. Mai 1923; † 16. März 1994). Er arbeitete an der Universität Zürich und gründete dort 1960 das Druckkammerlabor. Ende der 1950er Jahre begann Bühlmann mit der Erforschung der Tieftaucherei. Er entwickelte Dekompressionstabellen und Modelle zur Berechnung von Sättigungsvorgängen im menschlichen Körper.
Die Bezeichnung ZH-L16 bildet sich aus ZH für die Stadt Zürich, L für Limit und 16 für die Anzahl der verwendeten Kompartimente.
Die Tabelle ZH-L16 berücksichtigt 16 Gewebe mit einer Stickstoff-Halbwertszeit von vier (Blut) bis 635 Minuten (Sehnen). Das heisst, dass ein langsam sättigendes Gewebe erst nach 635 Minuten die Hälfte des Stickstoffes bei vollständiger Sättigung wieder abgegeben hat. Nach sieben Halbwertszeiten spricht man von vollständiger Entsättigung.
Bei der Tabelle ZH-L17 wurde ein zusätzliches schnelles Gewebe in die Berechnung eingeführt mit einer Halbwertszeit von zwei Minuten (Alveolen).
Der von einigen Tauchcomputern verwendete Algorithmus ZH-L8ADT berücksichtigt nur acht Gewebe aber dafür den Einfluss von Temperatur, Arbeit (Atemfrequenz) und die Mikrogasblasenbildung.
Weiter geht's auf dem folgenden Link mit der detaillierten Erklärung der Inertgassättigung.