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Cudrefin
(Kt. Waadt, Bez. Avenches). 438 m. Gem. und kleine Stadt oder Flecken; 11,7 km n. Avenches und mit ihm durch eine gute Strasse verbunden und 7,5 km sö. Neuenburg; am NO.-Ufer des Neuenburgersees, in der Berglandschaft des Vully und 8 km sw. der Station Champion der Linie Bern-Neuenburg. Station der Dampfschiffe Neuenburg-Murten. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen nach Avenches. Gemeinde, mit Vers chez Jacot und Montet: 127 Häuser, 658 reform. Ew.; Flecken: 47 Häuser, 233 Ew. Kirchgemeinde Montet. Etwas Weinbau. Transitverkehr zwischen Neuenburg und dem Vully. Landwirtschaft.
Alte Siedelung. Pfahlbauten aus der
Stein- und Bronzezeit, in denen ein 11 m langer, heute im Museum von
Avenches aufbewahrter
Kahn aufgefunden worden ist. Schweizer und fremde Münzen. Hier hielt sich im Jahre 999 König Rudolf
III. eine Zeit lang auf. Im 13. Jahrhundert Eigentum der
Grafen von Savoyen und von 1311 an der
Herren von
Grandson, in deren
Besitz
Cudrefin bis zum Erlöschen des Geschlechtes verblieb.
Kam dann zu Beginn des 15. Jahrhunderts wieder
an
das Haus Savoyen zurück, um 1536 zusammen mit dem Waadtland an die Stadt
Bern überzugehen.
Das Schloss 1400 von Truppen des Grafen von Neuenburg genommen und geplündert und 1475 von den Schweizern von neuem erobert, geplündert und durch Feuer zerstört. Die Herzogin von Longueville, der der Ort ebenfalls eine Zeit lang angehörte, hatte hier ihren Wohnsitz aufgeschlagen. Der Flecken 1790 durch eine Feuersbrunst zum grossen Teil zerstört. Die ziemlich umfangreiche Gemeinde liegt im nö. Abschnitt des Kantons Waadt und umfasst ausser den Höhenzügen des Vully noch die zwischen dem Flecken und der Broye gelegene Sumpfebene.
Seit der Juragewässerkorrektion hat sich durch die Tieferlegung des Seespiegels der Strand um
Cudrefin
bedeutend verbreitert; er ist teilweise schon wieder mit einem Pflanzenkleid bedeckt.
Cudrefin ist Hauptort des nördlichsten
Verwaltungskreises des Bezirkes
Avenches, der den ganzen Waadtländer Anteil am
Vully umfasst und die Gemeinden
Cudrefin,
Bellerive,
Chabrey,
Champmartin,
Constantine,
Montmagny,
Mur,
Vallamand und
Villars le Grand in sich begreift. Zusammen 2664 Ew.