Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03554.jsonl.gz/380

Coronavirus und Schwangerschaft
Wie sind die bisherigen Erfahrungen hier und weltweit? Besteht für Schwangere und das Ungeborene eine grössere Gefahr während dieser Pandemie?
Beim neuartigen Coronavirus gab es bisher keine Anzeichen für ein erhöhtes Infektionsrisiko oder einen schwereren Krankheitsverlauf bei schwangeren Frauen. Die neuste Studienlage zeigt jedoch, dass ein schwerer Krankheitsverlauf wahrscheinlicher ist gegenüber nicht Schwangeren. Die Gefahr einer Frühgeburt ist zudem erhöht. Das BAG, zusammen mit verschiedenen Fachgesellschaften, hat deshalb am 5.8.20 Schwangere als Risikogruppe eingestuft.
Sind Schwangere durch das neuartige Coronavirus besonders gefährdet?
Ja, Fachleute zählen werdende Mütter zur Risikogruppe. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass Schwangere mit Covid-19 im Vergleich zu nichtschwangeren Gleichaltrigen schwerere Krankheitsverläufe haben können. Dies gilt v.a. für das letzte Drittel der Schwangerschaft. Schwangere mit einer COVID-19-Infektion müssen häufiger auf einer Intensivstation behandelt und beatmet werden - besonders, wenn weitere Risikofaktoren (Übergewicht, Alter > 35 Jahre) vorliegen. Das Risiko ist besonders hoch, wenn bereits vor der Schwangerschaft eine Herz- oder Lungenerkrankung besteht. Die Gefahr einer Frühgeburt ist zudem erhöht.
Als Gründe werden von den Fachleuten drei Faktoren diskutiert: Eine erhöhte Empfindlichkeit auf Sauerstoffmangel, eine gesteigerte Blutgerinnung und Thrombosegefahr und eine ungünstige Veränderung der Immunfunktion.
Die Auswirkungen des Virus auf Plazenta und Fetus sind nach wie vor nicht hinreichend bekannt, insbesondere bei Infektionen im 1. und 2. Trimester der Schwangerschaft.
Sollte man jetzt besser nicht schwanger werden?
Viele Paare mit Kinderwunsch fragen sich zurzeit, ob sie diesen nicht aufschieben sollten. Weil die Pandemie erst seit ein paar Monaten bekannt ist, hat man bisher nur Erfahrung sammeln können mit Schwangeren, die im letzten Trimenon infiziert wurden. Ob und mit welchen Folgen das Virus die Entwicklung des Kindes in der sensiblen Phase der ersten Schwangerschaftswochen beeinflusst, ist noch unklar.
Die europäische und die amerikanische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (European Society of Human Reproduction and Embryology, kurz: ESHRE sowie American Society for Reproductive Medicine, kurz: ASRM) haben Mitte März aufgrund der Corona-Pandemie die Empfehlung herausgegeben, alle Kinderwunsch-Behandlungen zu beenden bzw. keine neuen Behandlungen mehr zu beginnen. Begründet wurde die Empfehlung unter anderem mit der Neuartigkeit des Virus und der Unklarheit, welche Auswirkungen das Coronavirus in der Schwangerschaft auf Mutter und Kind haben kann. Diese Empfehlung ist aufgrund der aktuellen Stabilisierung am 23.4.20 wieder zurückgenommen worden.
Wie sieht die Schwangerschaftsbetreuung jetzt aus?
Sämtliche Kontroll- und Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft sind notwendig und müssen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, Ihrer Hebamme oder der Frauenklinik durchgeführt werden. Die Betreuung während der Schwangerschaft und der Entbindung erfolgt durch die vorgesehenen und von der Schwangeren gewünschten Institutionen je nach ihrem Gesundheitszustand.
Wenn Sie hingegen COVID-19-Symptome aufweisen und zu einem Kontrolltermin während der Schwangerschaft angemeldet sind, müssen Sie dies vorgängig melden, um den Termin wenn möglich zu verschieben. Ausserhalb der geplanten Untersuchungstermine sollten Sie bei jeder Unsicherheit oder einem ungewöhnlichen Symptom Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, Ihre Hebamme oder die Frauenklinik verständigen.
Wann sollten sich Schwangere testen lassen?
Ein Test auf eine Sars-CoV-2 Infektion bei Schwangeren (Nasen-Rachen-Abstrich) ist nur dann berechtigt, wenn die typischen Symptome einer Infektion bestehen - neu auch ohne begleitendes Fieber. Schwangere ohne Symptome können getestet werden, wenn der Kantonsarzt dies für sinnvoll hält, wenn z.B. Kontakt mit Infizierten bestanden hat.
Sie müssen Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder das nächstgelegene Spital anrufen. Dort werden Sie dann an die Stelle verwiesen, die den Test ausführt.
Wie kann ich mich und mein ungeborenes Baby schützen?
Eine akute Erkrankung (insbesondere auch starker Husten oder Fieber) kann immer ungünstige Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf haben, weshalb Schwangere als Risikogruppe eingestuft wurden. Deshalb sollte eine schwangere Frau sich mit den zur Verfügung stehenden Massnahmen vor einer Infektion schützen.
- Reduzieren Sie Ihre sozialen Kontakte und bleiben Sie, wenn möglich, daheim.
- Arbeiten Sie, wenn möglich, im Homeoffice.
- Halten Sie Abstand zu anderen Menschen, v.a. zu Personen mit Erkältungs- oder Grippesymptomen – auch zu Familienmitgliedern.
- Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände mit Seife.
- Benutzen Sie ein eigenes Handtuch.
Wenn Sie Symptome haben und noch nicht wissen, ob Sie infiziert sind: Routinemässige Kontrolltermine in der Frauenarztpraxis oder bei Ihrer Hebamme können meist zeitlich etwas hinausgezögert werden - ohne Schaden für Sie oder Ihr Kind.
Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen.
Darf ich mich gegen COVID-19 impfen lassen?
Die Corona-Impfung wurde Schwangeren bis Ende Januar 2021 nicht empfohlen, weil bisher weitere Daten zu Nebenwirkungen fehlten. Nun können sich werdende Mütter mit Vorerkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes gegen Covid-19 impfen lassen – allerdings erst im zweiten oder dritten Schwangerschaftstrimenon. Für Schwangere ohne Vorerkrankungen bzw. Schwangere im ersten Trimester empfiehlt das BAG weiterhin, auf die Coronaimpfung zu verzichten.
Kann das Ungeborene im Mutterleib geschädigt werden?
Da es sich um ein sehr neues Virus handelt, fangen wir gerade erst an, etwas darüber zu lernen. Beruhigend ist diese - vorläufige - Meinung der Experten: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung bzw. angeborenen Fehlbildungen zu rechnen. Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Schwangere mit COVID-19 häufiger Fehlgeburten erleiden.
Allerdings sind alle bisher untersuchten Frauen im dritten Trimester an Covid-19 erkrankt. Bislang gibt es noch nicht ausreichend Daten über schwangere Frauen, die im ersten Schwangerschaftsdrittel erkrankt sind - in der Zeit, in der der Embryo am empfindlichsten auf schädigende Einflüsse reagiert.
In Fruchtwasserproben wurde das Sars-CoV-2-Virus noch nicht nachgewiesen.
Ist eine vorgeburtliche Ansteckung möglich (vertikale Übertragung)?
Es gibt inzwischen mehrere Studien zu dieser Fragestellung, die stark darauf hindeuten, dass eine vorgeburtliche Ansteckung möglich ist:
- Eine Studie an infizierten Müttern aus Wuhan zeigte, dass drei von 33 Neugeborenen positiv auf das Virus getestet wurden, sodass eine Übertragung im Mutterleib nicht grundsätzlich auszuschliessen ist.
- Eine weitere chinesische Studie hatte unter allen rund 81.000 Infektionen, die bis Mitte März in China gemeldet wurden, vier infizierte Neugeborene ausfindig gemacht. Die Babys zeigten nur leichte Symptome, bei denen keine Intensivpflege oder künstliche Beatmung erforderlich war. Die Mütter waren ebenfalls infiziert, drei davon zeigten unmittelbar vor der Geburt Symptome von Covid-19. Alle Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Drei der Babys wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt, sondern isoliert. Zudem waren die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis sehr kurz. Die Ansteckung dieser Babys während der Schwangerschaft gilt als sehr wahrscheinlich.
- In Frankreich wurde im Juli erstmals konkret die Übertragung des Virus von einer schwangeren Frau über die Plazenta auf ihr ungeborenes Kind nachgewiesen. Das Baby sei bei der Geburt im März erkrankt gewesen sei - mit Hirnschwellungen und neurologischen Symptomen, wie sie bei Erwachsenen mit Covid-19 auftreten.
- Eine im November 2020 veröffentlichte Studie der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) fand Neugeborene mit Infektionen sehr selten (in 2,6%) und auch nur, wenn die Mutter bei der Geburt aktiv mit SARS-CoV-2 infiziert war. Bei einem früheren Infektionsbeginn der Mutter gab es keine einzige perinatale Übertragung.
Stimmt es, dass es häufiger Frühgeburten gibt?
Bei Schwangeren, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten (12,3% zu 10,2%). Eine US-amerikanische Studie liefert erste Hinweise darauf, dass das Coronavirus die Blutversorgung der Plazenta beeinträchtigen könnte. Der Mutterkuchen zeigte häufig abnorme Blutgefässe sowie Blutgerinsel. Bereits vor einiger Zeit wurde aus der Forschung gemeldet, dass das Coronavirus Blut zu "verdicken" scheint. Unter den infizierten Männern und Frauen gibt es auffallend viele Thrombosen sowie Lungenembolien.
Was tun nach Kontakt mit Infizierten?
Auch wenn Sie keine Symptome haben: Kontaktieren Sie – telefonisch! – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung (zum Beispiel ein Spital). Dort wird man darüber entscheiden, ob ein Test, d.h. ein Abstrich aus dem Mund- und Rachenbereich sinnvoll ist.
Was mache ich, wenn es mir in der häuslichen Quarantäne plötzlich schlecht geht?
Wenden Sie sich telefonisch an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt, wenn Sie sich plötzlich unwohl fühlen oder Wehen bekommen. Ausserhalb der Sprechzeiten informieren Sie Ihre Geburtsklinik. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, Sie stationär aufzunehmen. Nutzen Sie dann ein privates Fahrzeug oder einen Krankentransport und nicht den ÖV.
Gebären in Zeiten der Coronavirus-Pandemie
Aber wie ist die Situation für Schwangere, die in den nächsten Tagen und Wochen ihr Baby zur Welt bringen? Werdende Eltern stellen sich jetzt viele Fragen...
Fragen rund um die Geburt
Kann man in Coronazeiten noch ganz normal gebären? Und was ist mit Hoch-Schwangeren, die Symptome haben oder positiv getestet wurden?
Darf ich mein Baby stillen?
Das Stillen kann die Immunabwehr des Neugeborenen stärken. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen.
Und wie ist die Situation für Schwangere am Arbeitsplatz?
Der Arbeitgeber ist für die Gewährleistung der Sicherheit der schwangeren Arbeitnehmerin verantwortlich. Wo es möglich ist, wird das Arbeiten im Homeoffice empfohlen. Die allgemeinen mutterschutzrechtlichen Bestimmungen (einschliesslich der Mutterschutzverordnung) bieten einen besonderen Schutzrahmen für Schwangere. Der behandelnde Arzt / die behandelnde Ärztin überwacht die Wirksamkeit der Schutzmassnahmen und beurteilt, ob eine "Vermutung einer Gefährdung im Sinne der Mutterschutzverordnung" eine "Beschränkung der Zuweisung zu den jeweiligen Tätigkeiten" (Untauglichkeitsbescheinigung) rechtfertigt.
Newsticker
Schwanger mit CoViD-19 | 24.02.2021
Eine Corona-Infektion bei Schwangeren erhöht nicht die Gefahr für einen Tod des Babys im Mutterleib oder nach der Geburt. Das bestätigt eine neue Studie des Imperial College London. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin "Ultrasound in Obstetrics and Gynecology" veröffentlicht. Schon zuvor hatten Untersuchungen ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen einer Corona-Infektion und dem Tod von Kindern im Mutterleib oder nach der Geburt gibt. Bei der Analyse von Daten 4000 schwangerer Frauen aus Grossbritannien und den USA, die entweder nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren oder bei denen eine Infektion vermutet wurde, wurden allerdings überdurchschnittlich viele Frühgeburten registriert. Demnach brachten 12% der Frauen in Großbritannien ihr Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 7,5%. Ähnlich sah es in den USA aus.
Newsticker
Impfung in der Schwangerschaft? | 25.01.2021
Schwangere gehören bezüglich des Coronavirus zur Risikogruppe. Denn bei einer Infektion sind bei Schwangeren schwere Krankheitsverläufe häufiger als bei gleichaltrigen Frauen. Ausserdem steigt damit das Risiko einer Frühgeburt. Bisher hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Schwangeren jedoch grundsätzlich nicht empfohlen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Nun entscheidet es eine Ausnahmeregelung und passt seine Empfehlung für werdende Mütter mit Vorerkrankungen an. Demnach können sich schwangere Frauen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck, Übergewicht oder Diabetes neu gegen Covid-19 impfen lassen – allerdings erst im zweiten oder dritten Schwangerschaftstrimenon und nach sorgfältiger Abwägung durch die behandelnden GynäkologInnen. Auf diese Anpassung haben sich das BAG und die Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) geeinigt. Für Schwangere ohne Vorerkrankungen bzw. Schwangere im ersten Trimester empfiehlt das BAG weiterhin, auf die Coronaimpfung zu verzichten, weil bisher weitere Daten zu Nebenwirkungen fehlten.
„Hoden-Covid“ | 18.10.2020
In den sozialen Medien verbreitet sich die Befürchtung, das Coronavirus SARS-CoV-2 könne Männer unfruchtbar machen (z.B. #hodencovid). Immerhin ist auch von anderen Virusinfektionen wie Mumps bekannt, dass sie die Hoden befallen können. Fakt ist: Das neuartige Coronavirus nutzt vor allem den ACE2-Rezeptor, um ins Innere der Wirtszelle zu gelangen. Dieser Rezeptor ist an vielen Stellen im Körper zu finden, unter anderem in den Hoden. Theoretisch ist es also möglich, dass SARS-CoV-2 auch die Hoden befallen kann. Ob das praktisch so ist, weiss man noch nicht. Eine sexuelle Übertragung von Covid-19 wird nach aktuellem Kenntnisstand ausgeschlossen. Und auch in der Samenflüssigkeit infizierter Männer liess sich das Virus nur in Einzelfällen nachweisen. Israelische Forscher berichteten jedoch, dass Männer nach einer moderaten SARS-CoV-2-Infektion eine deutlich schlechtere Spermienqualität und -anzahl aufwiesen als Männer mit mildem Infektionsverlauf oder negativem Test. Im Fachblatt »Urology« wird Männern mit Kinderwunsch geraten, nach der Genesung die Hodenfunktion und Fertilität untersuchen zu lassen.
Grippewelle plus zweite Coronawelle? | 25.08.2020
Dieses Jahr könnte die saisonale Grippe (Influenza) ab Oktober mit einer zweiten Corona-Welle zusammenfallen. Um das Gesundheitswesen im Winter zu entlasten, hat das BAG eine neue Impfkampagne lanciert. Der Bund will 1,8 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen – das sind doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Auch Säuglinge ab sechs Monaten sollen nun vermehrt gegen die Grippe geimpft werden – vor allem Kinder mit chronischen Krankheiten, ehemalige Frühgeborene (< 32 SSW bzw. < 1500 g) und Kinder, die mit Risikogruppen im Haushalt in Kontakt stehen (Schwangere, gefährdete Haushaltmitglieder). Auf Wunsch der Eltern können auch Kinder geimpft werden, die engen Kontakt mit weiteren Risikopersonen haben (z.B. Grosseltern > 64 Jahre). Kinder sind zwar nicht die wesentlichen Überträger des Coronavirus, spielen aber als Überträger von Influenza-Viren bei der Grippeverbreitung eine wichtige Rolle. Während Kinder in der Regel nur leicht an Covid-19 erkranken, könne sie eine Grippe schwer treffen. Ausserdem spricht für eine Impfung, dass sie besonders bei kleinen Kindern guten Schutz biete. 90 Prozent der Kinder und jungen Erwachsenen sind nach einer Impfung vor einer Infektion geschützt und übertragen sie so auch nicht an Erwachsene. Pro Jahr sterben schweizweit bis zu 2500 Menschen an der Grippe. Letzten Winter mussten die Ärzte des Kinderspitals Zürich 1400 Kinder mit Grippesymptomen behandeln, 97 davon stationär. Einige Eltern und Impfgegner fürchten bleibende Schäden und einen Schritt Richtung Impfzwang. Führende Kinderärzte halten dagegen, dass zwar keine Impfung ohne Risiko sei, die Gefahren aber viel geringer als bei einer natürlichen Erkrankung. Schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen wie kurzzeitiges Fieber treten bei weniger als einer von 100’000 Anwendungen auf und sind nur eine Reaktion des Immunsystems. www.impfengegengrippe.ch
Coronavirus-Übertragung in der Schwangerschaft | 15.07.2020
Ärzte in Frankreich haben erstmals die Übertragung des neuartigen Coronavirus von einer schwangeren Frau auf ihr ungeborenes Kind nachgewiesen. Ein im März geborener Junge habe nach der Geburt unter Hirnschwellungen und neurologischen Symptomen gelitten, wie sie bei Erwachsenen mit Covid-19 auftreten, erklären die Ärzte in einer Studie, die im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht wurde. Laut Daniele De Luca, dem Leiter der Studie, zeigt dies, dass die Übertragung von der Mutter auf den Fötus über die Plazenta in den letzten Wochen der Schwangerschaft möglich ist. Frühere Forschungen hatten bereits auf die wahrscheinliche Übertragung des Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind hingewiesen, konkrete Nachweise gab es jedoch nicht.
Vorgeburtliche Coronavirus-Übertragung? | 10.04.2020
Da es sich beim Coronavirus um einen sehr neuen Erreger handelt, müssen wir noch viel darüber lernen. Beruhigend ist diese - vorläufige - Meinung der Experten: Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Schwangere mit COVID-19 häufiger Fehlgeburten erleiden. Ausserdem ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen, wenn die Mutter sich in der Schwangerschaft ansteckt. Bisher ist noch kein Neugeborenes mit angeborenen Fehlbildungen auf die Welt gekommen. Es sind aber etliche der Babys positiv getestet worden. Sie hatten nur leichte Krankheitssymptome und mussten nicht beatmet werden. Die Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, sie konnten sich also nicht während einer Vaginalgeburt bei der Mutter angesteckt haben. Sie wurden direkt nach der Geburt von ihren infizierten Müttern getrennt und auch nicht gestillt und die Zeitspannen zwischen Geburt und Infektionsnachweis war sehr kurz, sodass eine Ansteckung unmittelbar nach der Geburt praktisch ausgeschlossen werden konnte. Die Forscher schreiben: „Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Virus in der Gebärmutter übertragen werden kann.“
WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020
Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:
- Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
- Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
- Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
- Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
- Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
- Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.
Welche Symptome sind typisch? | 10.03.2020
Die Coronavirus macht derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können auf eine Infektion hindeuten und welche nicht?
- Erkältung: Halsschmerzen, danach Schnupfen, Niesen und schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung (grippaler Infekt). Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus!
- Coronavirus-Infektion: Das Coronavirus (COVID-19) scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur eher selten auf.
- Grippe: Bei einer echten Grippe (Influenza) kommen zu diesen noch mehr Symptome hinzu: Es besteht neben Husten, evtl. Schnupfen und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit.
Ein wichtiger Punkt für den gerechtfertigten Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in stark betroffenen Gebieten war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten oder positiv getesteten Personen hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich bei einer Gesundheitseinrichtung (Arztpraxis, Notfallambulanz) telefonisch melden. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz
Corona und Schwangerschaft | 08.03.2020
Nach den bisherigen Erfahrungen erkranken Schwangere - wenn überhaupt - dann nur leicht an COVID-19. Insofern reichen die empfohlenen vorbeugenden Massnahmen aus. Beruhigend: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen. Auch eine Virus-Übertragung vor, während oder nach der Entbindung ist bisher nicht beobachtet worden. Bisher ist zudem keines der Neugeborenen von infizierten Müttern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Proben von Fruchtwasser oder Muttermilch wurde noch kein Virus nachgewiesen. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen. Bei den wenigen Schwangeren, die während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten. Ob diese in unmittelbarer Beziehung zu einer mütterlichen Infektion stehen, ist aber aufgrund der geringen Fallzahl unklar. Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Zu unseren laufend aktualisierten Infos...
Arbeitsrecht | 28.02.2020
Das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (Aktuelle Infos). Früher oder später werden auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Virus konfrontiert sein. Doch wer bezahlt Absenzen aufgrund des Coronavirus? Grundsätzlich gilt der Grundsatz, ohne Arbeit kein Lohn. Davon gibt es aber verschiedene Ausnahmen, in denen der Lohn dennoch geschuldet wird - ganz oder zumindest teilweise. Da geht es um die verspätete Rückkehr aus den Ferien, wenn z.B. Flüge gestrichen wurden, Arbeitsverweigerung wegen Angst vor Ansteckung, Behinderung auf dem Arbeitsweg wegen Ausfällen im ÖV, Betreuung erkrankter Kinder oder bei Schliessung einer Kindertagesstätte oder Schule. Antworten auf diese und andere Fragen ...
Coronavirus | 27.02.2020
Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) für Kinder wohl kaum schwere Folgen hat. Die Infektion verläuft weitestgehend ohne schwerwiegende Komplikationen. Für die Studie wurden Daten von rund 44000 Menschen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion analysiert – darunter 416 Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren, bei denen es den Autoren zufolge keine Todesfälle gab. Auch für Menschen im Alter 10 und 39 Jahren ist die Gefahr für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung mit 0,2 Prozent eher gering. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass es bei Frauen mit 1,7 Prozent eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate als bei Männern (2,8 Prozent) gibt. Ausserdem scheint eine Übertragung des Virus im Mutterleib ersten Erkenntnissen nach nicht stattzufinden. Laufend aktualisierte Infos hier...
Letzte Aktualisierung : 04-11-20, BH