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In diesem Jahr startete ich zum zweiten Mal beim Snow Bike Festival in Gstaad. Nachdem ich das Etappenrennen auf Schnee im letzten Jahr auf dem 5. Rang beendet hatte, ging ich sehr zuversichtlich und auch schon mit einer gewissen Erfahrung in das viertägige Rennen. Da das Rennen in diesem Jahr den UCI-Status S1 besass, waren viel mehr Fahrer als im vergangenen Jahr am Start.
Prolog:
Am ersten Tag mussten wir einen acht Kilometer langen Prolog absolvieren, welcher auch mit zwei kürzeren Anstiegen gespickt war. Gestartet wurde einzeln und in der umgekehrten Reihenfolge der Weltrangliste. Da ich schon im letzten Jahr fast am Ende starten musste, wusste ich, mit welchen Verhältnissen wir letzten Fahrer konfrontiert sein würden. Durch den weichen Schnee und den zusätzlichen Regen war es sehr schwierig zu fahren.
Ich liess mich nicht aus der Ruhe bringen und versuchte, so ruhig und fehlerfrei wie möglich durchzukommen und auf die Fahrer, welche am Anfang gestartet waren, nicht zu viel Zeit zu verlieren. Ich beendete den Prolog mit einigen spektakulären Stürzen auf dem fünften Rang und dies zwei Minuten hinter dem Sieger.
Stage 1:
Wie beim gestrigen Prolog regnete es am Start und ich erwartete eine harte und anstrengende Etappe in dem aufgeweichten Schneematsch. Die Verhältnisse und die Hektik, welche wir gleich nach dem Start antrafen, überraschten aber alle Fahrer.
Da der grösste Teil des Uferweges an der Saane fast unfahrbar war, entschieden sich die Veranstalter, die Etappe zu kürzen. Die Schlaufe nach Rougemont wurde ausgelassen und nach der Durchfahrt in Saanen nahmen wir gleich den Anstieg aufs Eggli in Angriff.
Irgendwie schaffte ich es, den sieben Kilometer langen Aufstieg aufs Eggli und die darauffolgende Abfahrt, teilweise rennend und fahrend zu meistern und mir in einer spannenden Zieleinfahrt vor dem letztjährigen Gesamtsieger den zweiten Etappenrang zu sichern. Mit diesem Rang und dem Vorsprung auf den gestrigen Prologsieger konnte ich mir das Leader-Jersey holen.
Die Verhältnisse dieser ersten Etappe kann man fast nicht in Worte fassen, diese muss man selber erlebt haben. Gratulation an alle, die sich ins Ziel gekämpft haben. Trotzdem freue ich mich riesig auf die morgige Etappe und eine neue Challenge.
Stage 2:
Mein Ziel für die heutige Etappe war klar, ich wollte unbedingt mein Leader-Jersey verteidigen. Am Renntag waren die Temperaturen auch endlich wieder im Minusbereich und somit konnten die Streckenverantwortlichen die Etappe, welche zuerst ins Turbachtal und danach noch um den wunderschönen Lauenensee führte, optimal präparieren, so dass einem guten und fairen Rennen nichts im Wege stand.
Gleich am Anfang konnte ich mich mit dem Vorjahressieger Rohrbach entscheidend absetzen und zusammen erreichten wir den Bergpreis im Turbachtal. Die darauffolgenden Kilometer verliefen sehr taktisch, denn ich konnte mich mehrere Male auf den mit Eis bedeckten Abfahrten und den Skipistenteilen absetzen. Rohrbach jedoch konnte mich zwei Mal wieder einholen. Bei meinem dritten Angriff nach der Durchfahrt durch die Verpflegungszone nach dem Lauenensee, wagte ich den dritten Angriff und dieses Mal konnte ich meinen Vorsprung ausbauen und ich liess mich bis ins Ziel nicht mehr einholen. Ich erreichte das Ziel mit einem Vorsprung von mehr als einer Minute auf Rohrbach und konnte meine erste Etappe am Snow Bike Festival gewinnen und dies auch noch im Leader-Jersey.
Somit werde ich in die letzte und morgige Etappe mit einem Vorsprung von drei Minuten und acht Sekunden starten.
Stage 3:
Der Plan der Veranstalter für die dritte und letzte Etappe war es, auf den Langlaufloipen von Gstaad bis nach Gsteig und zurück und danach noch über die Skipiste aufs Eggli und wieder runter zu fahren. Da es aber in der Nacht und am Renntag ununterbrochen geregnet hatte, entschieden sich die Veranstalter für eine andere Strecke, denn mit solchen Verhältnissen wäre der grösste Teil der Etappe unfahrbar gewesen. Somit legten wir die gesamte Etappe auf den mit Schneematsch bedeckten Strassen rund um Gstaad zurück und nur zwei kurze Teile führten über eine Skipiste, auf welcher alle Fahrer rennen mussten.
Mit drei Minuten und acht Sekunden startete ich in diese letzte Etappe, aber heute fühlte ich mich körperlich sehr schlecht. Schon beim ersten Anstieg konnte ich Rohrbach nicht mehr folgen und musste ihn mit drei weiteren Fahrern ziehen lassen. Von nun an hiess es für mich nur noch kämpfen, denn ich wollte meinen Gesamtsieg natürlich nicht mehr verlieren. Die Etappe kam mir ewig vor und ich wusste bis zum Schluss nicht, ob es für den Gesamtsieg noch reichen würde.
Irgendwie schaffte ich es doch noch als Sechstplazierter ins Ziel und als ich die Ziellinie überquerte, hatte ich keine Kraft mehr und brach vor Erschöpfung zusammen. Nur nebenbei hörte ich einen Fahrer sagen, dass es für den Gesamtsieg gereicht hätte. Dieses Gefühl war einfach grandios.
Ich schaffte es tatsächlich als U23-Fahrer, mich gegen einige der besten Elite-Fahrer durchzusetzen und konnte das Snow Bike Festival gewinnen. Mit diesem Sieg konnte ich also auch mein erstes internationales Rennen in der Elite-Kategorie gewinnen.