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In der engen Talebene von Niuum, fünfzehn Minuten zu Fuss entfernt vom Dorf Palagnedra gelegen, ist die Mühle ex-Fenacci ein interessantes Beispiel der ländlichen Kultur in der vorindustriellen Epoche. 1856 erbaut, wie durch Gravur auf dem Sturz eines der Fensterchen bezeugt, diente sie der lokalen Bevölkerung während zirka sieben Jahrzehnten, in einer Zeit wo das Dorf ungefähr 300 Einwohner zählte.
Der primitive Mechanismus, der durch die Zahnräder die vertikale Bewegung des Rades in die horizontale Bewegung verwandelte, erlaubte die Nutzung der einzigen Energieform, die der Mensch in diesen Tälern bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu nutzen wusste: den Wasserfall. Die Mühlen erlaubten eine erheblich gesteigerte Nahrungsmittelproduktion in ländlichen Gemeinschaften, die auf Subsistenzwirtschaft angewiesen waren. Dank der Arbeit der Mühlen war es mit relativ geringem Aufwand möglich (der Transport der Getreide-/Mehlsäcke zur/von der Mühle war jedoch keine Kleinigkeit) eine grössere Menge Mehl (Roggen, Mais, Hirse) herzustellen.
Die Mühle von Palagnedra, mit all ihren Teilen vollständig, ist heute die letzte Zeugin dieser Manufakturen auf dem Territorium des Centovalli und des Pedemonte geblieben. Einrichtungen dieser Art waren früher jedoch zahlreich. Allein im oberen Tal zählte man etwa zwanzig, heute sind fast alle verschwunden. Ausser den Mühlen gab es Hämmer, Sägewerke, Walkmaschinen,…
Zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts haben alle diese Manufakturen aufgehört zu funktionieren. Viele sind in kurzer Zeit durch die Gewalt der Natur verschwunden, die sich die Räume zurückeroberte, die ihr der Mensch im Laufe der Jahrhunderte genommen hatte. Einige wurden ganz oder teilweise für andere Funktionen umgebaut (darunter die diskutierbaren runden Tische in den Gärten).
2004 wurde die Mühle vom Patriziat von Palagnedra und Rasa, dem heutigen Besitzer, einer bedeutenden Renovierung und Restaurierung unterzogen. Nach der Abholzung des umliegenden Waldes und der Rekonstruktion des Zufahrtsweges wurde das äussere Rad (Durchmesser 3,2 m), der Holzkanal für die Wasserzufuhr und die innere Mechanik, die die Steinmühle antreibt, komplett erneuert.
Nachdem die Mühle während gut eines Jahrzehnts gelegentlich funktionierte, würde sie heute eine Reihe von ausserordentlichen Wartungsarbeiten benötigen, um wieder in Betrieb gesetzt zu werden.
Der Besuch ausserhalb der Mühle ist in der Verantwortung jedes Einzelnen jederzeit möglich. Angesichts der Lage inmitten des Waldes und des steil abfallenden Weges, sind eine angemessene Ausrüstung und gute körperliche Fähigkeiten erforderlich.