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Tipps für eine gute Höhenakklimatisation
In der Schweiz sind die hohen Berge einfach und schnell erreichbar. Entsprechend fällt die Akklimatisationsphase oft spärlich aus. Grundsätzlich gewöhnen sich zwar alle Menschen an Höhen bis über 4000 Meter, aber nicht alle gleich schnell. Ab rund 2500 Metern kann deshalb die sogenannte akute Bergkrankheit auftreten. Die Symptome setzen rund vier bis zwölf Stunden nach Erreichern der Höhe ein. Im schlechtesten Fall entwickelt sich die Bergkrankheit in der Folge zu einem Lungen- oder Hirnödem. Ein Lungenödem entsteht binnen ein bis vier Tagen, ein Hirnödem kann sich innerhalb von Stunden etwickeln, ist in den Alpen zum Glück jedoch sehr selten. In der Regel bleibt die akute Bergkrankheit harmlos. Lungen- oder ein Hirnödeme können jedoch tödlich enden.
Symptome der akuten Bergkrankheit
Symptome der Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit (inklusive Schnappen nach Luft im Schlaf), aufgedunsene Finger oder Gesichtspartien, Übelkeit, Müdigkeit sowie Schwindel. Je mehr dieser Symptome und je stärker sie auftreten, desto eher drängt sich ein schneller Abstieg um 500 bis 1000 Höhenmeter auf. Eine genauere Einschätzung erhält man mit dem Lake Louise Acute Mountain Sickness Score.
Wie häufig tritt in den Alpen die akute Bergkrankheit auf?
Eine Studie zur Häufigkeit der akuten Bergkrankheit in den Schweizer Alpen zeigt, wie viele Personen auf welcher Höhe an der akuten Bergkrankheit leiden. Eine weitere Studie, die das Höhenödem in der Schweizer Alpen untersucht, listet auf, wie viele Personen wegen einem Höhenödem aus Hütten ausgeflogen werden. Rund ein Drittel von ihnen erholt sich, sobald sie im Tal ankommen. Die andern fühlen sich innert Tagen besser. Hier einige Resultate aus den Studien:
- 9% auf der Konkordiahüttte sind höhenkrank, 2850 m.
- 13% auf der Finsteraarhornhütte sind höhenkrank, 3050 m; ein Gast von 4000 Übernachtenden muss ausgeflogen werden.
- 34% auf der Mönchsjochütte sind höhenkrank, 3650 m.
- 53% auf der Margheritahütte sind höhenkrank, 4559 m; ein Gast von 588 Übernachtenden muss ausgeflogen werden.
Tipps
Hier haben wir unsere besten Tipps und Tricks zum Thema Akklimatisation zusammengestellt:
- Sich langsam der 4000er-Grenze nähern und die erste Nacht nicht über 3000 m schlafen.
- In der Höhe in der ersten Akklimatisationsphase nicht an die Leistungsgrenze gehen.
- Genügend Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen.
- Was viele nicht wissen: Am ersten und zweiten Tag auf 3000 bis 3500 m ab und zu bewusst tiefer und kräftiger atmen als nötig; insbesondere bei beginnenden Kopfschmerzen oder Übelkeit; oft hat der Körper noch nicht registriert, dass wir aufgrund der dünnen Luft stärker atmen sollten.
- Schneller sein als die Höhenkrankheit: Interessanterweise entwickeln sich die Symptome der Höhenkrankheit erst nach rund vier Stunden. Eine Besteigung des Allalinhorns ab Mittelallalin oder des Breithorns vom Kleinen Matterhorn aus sind deshalb für die meisten Menschen auch ohne genügende Akklimatisation machbar.
- Personen, die wissen, dass sie die Höhe eher schlecht vertragen, können präventiv Medikamente nehmen; dies sollten sie vorab mit dem Arzt oder der Ärztin absprechen.
- Symptome der akuten Bergkrankheit können z.B. mit Ibuprofen 600 mg alle acht Stunden behandelt werden; es empfiehlt sich, nicht weiter aufzusteigen; erfolgt innert ein bis zwei Tagen keine Besserung, sollte abgestiegen werden.
Für mehr Informationen zum Thema empfehlen wir dir den Artikel «Im Rausch der Höhe», bergundsteigen, Frühling 2022.
Und ja, Kopfweh haben sehr viele Menschen in der Höhe und auch Migräneanfälle treten gehäuft auf. Aber nicht immer sind die Kopfschmerzen als Ausdruck einer Höhenkrankheit einzuorden. Mehr dazu hier.
Touren und Kurse in eisigen Höhen
Unsere Programme tragen in der Regel der Akklimatisation Rechnung und sind so aufgebaut, dass das Bergerlebnis nicht durch Kopfschmerzen getrübt werden sollte. Bei einzelnen Anlässen empfehlen wir explizit schon am Vorabend anzureisen.