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Île de Gorée, Place du Gouvernement
Das von Roff organisierte Boot war etwas schwieriger zu finden. Zwar hatte Maille eine Adresse – doch das betreffende Gebäude schien ebenso leer wie unzugänglich. Die Villa aus der Kolonialzeit überragte einen staubigen Platz, auf dem sich zwei jugendliche Teams erbitterte Kämpfe um einen Fussball lieferten. Der schweisstreibende Ernst ihres Tuns stand in einem seltsamen Widerspruch zu dem riesigen Baobab-Baum, der wie ein lustiges Gespenst mitten auf ihrem Spielfeld stand. Erstaunlicherweise schien der Baum keinerlei Einfluss auf den Verlauf der Partie zu haben – so mächtig dieses Hindernis auch war, es schien auf seltsame Weise gar nicht zu existierten.
Der mit Stacheldraht besetzte Zaun vor dem Eingang zur Villa aber war ein wirkliches Problem. Sollte er versuchen, ihn vom Ast eines Baumes aus zu überspringen? Das schien keine grosse Sache – anderseits konnte es auch schief gehen. Und schon sah er sich mit blutigen Händen und aufgeschlagener Stirn an den rostigen Maschen baumeln – umringt von schweissüberströmten Fussballspielern, die seinen Fall auf Wolof diskutierten. Oder sollte er einen Drahtschneider besorgen, die Nacht abwarten und sich dann mit ein paar präzisen Schnitten einen Zugang zu dem Gebäude schaffen? Während Maille noch überlegte, wie er wohl am besten in die Villa gelangen könnte, trat ein junger Mann mit einer grossen Trommel auf der Schulter vor das Tor und stiess es auf. Ja, das war natürlich auch eine Möglichkeit – manchmal machte es die Dinge nicht einfacher, wenn man Geheimagent war.