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Spektrum moderner Eingriffe
Radiofrequenzablation der Prostata (Positiva)
Radiofrequenzwellen niedriger Leistung werden verwendet, um überschüssiges Prostatagewebe zu zerstören und ein verbessertes Wasserlassen zu ermöglichen. Dabei wird nur der Teil der Prostata zerstört, der die Harnröhre buchstäblich einengt. Die Harnröhre und der nicht behandelte Teil der Prostata bleiben unbeeinträchtigt. Als eine der ersten und einzigen Kliniken in der deutschen Schweiz führt die Klinik Belair diesen ambulanten Eingriff seit 2010 durch.
Botox-Behandlung der Blase
Im Rahmen eines ambulanten oder kurzstationären Eingriffes wird Botulinumtoxin an verschiedenen Stellen in der Blasenmuskulatur injiziert. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und der Patient kann einige Stunden nach dem Eingriff nach Hause entlassen werden. Botulinumtoxin entfaltet seine Wirkung durch eine Abschwächung oder Teillähmung der Blasenmuskulatur. Dadurch entspannt sich die Blasenmuskulatur und die Harnblase kann mehr Urin über einen längeren Zeitraum speichern. Der Patient bemerkt weniger Harndrang, entleert die Blase in größeren Abständen und verliert oft keinen Urin mehr. Nachteil der Therapie ist, dass der Therapieeffekt nach einigen Monaten (ca. 6-12 Monate) wieder nachlässt, was die Wieder-holung der Botulinumtoxin-Therapie notwendig macht. Manchmal hat der Patient für einige Tage nach der Therapie Blut im Urin. Der Urin klart allerdings innerhalb kurzer Zeit von alleine auf. In seltenen Fällen kann eine kurz andauernde Blasenentleerungs-störung nach der Botulinumtoxin-Therapie auftreten; d.h. der Patient kann die Blase nicht vollständig entleeren. Je nach Ausprägung der Blasenentleerungsstörung muss eine vorübergehende Katheterversorgung oder selbständige Entleerung der Blase mit einem Katheter (Selbstkatheterismus) erfolgen.
Sacrale Neuromodulation
Diese Behandlungsform wurde für die Verbesserung der Blasen- und Darmfunktion bei Patienten entwickelt, die unter überaktiver Blase, schlaffer Blase, Stuhlinkontinenz oder Verstopfung (Obstipation) leiden. Bei der Interstim-Therapie wird eine Elektrode unter Röntgenkontrolle im Bereich des Kreuzbeines an den so genannten sakralen Spinalnerven implantiert, welche die Blase und andere Organe des Beckenbodens versorgen. Ein Neurostimulator, der zusätzlich im Gesäss- oder Unterbauchbereich implantiert wird, gibt über die Elektrode ähnlich wie ein Herz- schrittmacher permanent schwache elektrische Impulse an diese Nerven ab. Dadurch werden nicht nur die quälenden Symptome behandelt, sondern es kommt auch zu einer rehabilitativen Wieder-herstellung der natürlichen Funktionalität der Blase.