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Nach einer Kontroverse um Kleidervorschriften an Schulen ist im Kanton Waadt das sogenannte «T-Shirt der Schande» verboten worden. Vergangene Woche hatten Dutzende Schülerinnen und Schüler in Genf gegen den «sexistischen Dresscode» an Sekundarschulen protestiert.
Ein ähnliche Praxis sei auch in einigen Waadtländer Schulen angewandt worden, sagte Erziehungsdirektorin Cesla Amarelle (SP) am Montag dem Radio LFM. Schülerinnen und Schüler, die in einer als unpassend empfundenen Kleidung in die Schule gekommen waren, mussten zur Strafe ein Hemd in Übergrösse tragen.
Anders als in Genf gab es im Kanton jedoch keine Shirts mit der Aufschrift «Ich bin angemessen gekleidet». Aber die Strafkleidung sei von jungen Mädchen als stigmatisierend empfunden worden. «Deshalb haben wir beschlossen, diese Praxis zu verbieten», sagte Amarelle.
Man müsse den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern suchen. «Es muss deutlich gemacht werden, dass es einen Rahmen gibt, den es einzuhalten gilt, auch im Hinblick auf die Kleidung», sagte die Sozialdemokratin. Sie wies darauf hin, dass viele Schulen im Kanton Waadt Lösungen gefunden hätten, um dieses Problem zu lösen, ohne auf als erniedrigend empfundene Sanktionen zurückgreifen zu müssen.
Es sei auch nötig, den jungen Mädchen zuzuhören, die sich zur Wehr setzten, dass ihre Körper in der Schule sexualisiert würden, sagte die Staatsrätin weiter. «Das ist auch etwas, das männliche Jugendliche und Lehrer hören müssen», sagte sie. «Die Aufgabe der Schule ist die Förderung der Gleichheit, nicht die Förderung von Stereotypen». (aeg/sda)