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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
XVI. Kapitel
133.
1. Als Beispiel wollen wir im Vorübergehen zur gnostischen Veranschaulichung die zehn Gebote vorführen. Und daß die Zehnzahl heilig ist, dies zu sagen ist für jetzt überflüssig. Wenn aber die beschriebenen Gesetzestafeln "ein Werk Gottes"1 sind, so wird sich finden, daß sie auf die natürliche Weltschöpfung hinweisen. Denn unter dem "Finger Gottes"2 ist die Macht Gottes zu verstehen, durch die die Erschaffung des Himmels und der Erde vollführt wird, und als Sinnbilder von beiden werden die beiden Tafeln aufzufassen sein.
2. Denn die Schrift Gottes und die Formgestaltung, die sich auf den Tafeln findet, ist die Erschaffung der Welt.
3. Wenn man den Dekalog als Bild des Himmels ansieht, so umfaßt er Sonne und Mond, Gestirne, Wolken, Licht, Wind, Wasser, Luft, Finsternis, Feuer. Dieses ist der natürliche Dekalog des Himmels.
4. Als Bild der Erde aber umfaßt der Dekalog Menschen, Haustiere, kriechende Tiere, wilde Tiere und von den im Wasser lebenden Tieren Fische und Seeungeheuer und von den Vögeln ebenso die Raubvögel wie die von Pflanzen sich nährenden Vögel und von den Pflanzen in gleicher Weise die fruchttragenden wie die ohne Früchte. Dieses ist der natürliche Dekalog der Erde.
[S. 330] 5. Und die Arche, die all dies in sich aufgenommen hat, dürfte wohl die Kenntnis der göttlichen und menschlichen Dinge und die Weisheit sein.3 Vielleicht sind aber diese zwei Tafeln eine Weissagung auf die beiden Testamente.
1: Vgl. Ex 34,30.
2: Vgl. ebd. 31,18.
3: Vgl. Paid. II 25,3 mit Anm.