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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Strombedarf der Rechenzentren und Serverräume in der Schweiz ist gewaltig und steigt weiter an. Die kürzlich publizierte Studie im Auftrag von EnergieSchweiz "Rechenzentren in der Schweiz - Stromverbrauch und Effizienzpotenzial" zeigt auf, dass sich durch Effizienzmassnahmen fast eine Milliarde Kilowattstunden pro Jahr oder 46 Prozent des Strombedarfes einsparen liesse. Heute machen die Rechenzentren und Serverräume rund 3,6 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs aus. Steigende Sicherheitsanforderungen und Datenschutzbesorgnisse seitens der Unternehmen führen zunehmend dazu, dass die grossen Cloud-Anbieter in die Schweiz ihre Daten speichern. Gleichzeitig dürfte die digitale Transformation durch Big Data, Internet der Dinge, Industrie 4,0, Cloud-Computing etc. zu einem stark anwachsenden Datenvolumen führen und damit die Nachfrage nach Rechenzentren weiter vorantreiben. Der jährliche Strombedarf wird voraussichtlich in den nächsten 5 Jahren von heute 2,1 TWh auf bis 4 TWh ansteigen. </p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist der Bundesrat bereit für Rechenzentren und Serverräume Effizienzanforderungen einzufordern?</p><p>2. Hat der Bundesrat Kenntnis, ob in absehbarer Zeit eine SIA Norm erstellt wird? Wenn ja, wann ist diese Norm zu erwarten und kann die Erstellung beschleunigt werden? Wenn nein, wird der Bund selber tätig, um Energieeffizienz auf dem neuesten Stand der Technik einzufordern? </p><p>3. Für Rechenzentren existiert ein Schweizer Effizienz-Label vom Verband Swiss Data Center Efficiency Association (SDEA) mit einem Gold-, Silber- und Bronzestandard für Energieeffizienz und CO2-Footprint. Könnten entsprechende Standards für Datenzentren vorgeschrieben werden?</p><p>4. Für die Baubewilligungen sind lokale Behörden zuständig. Wie können diese Behörden unterstützt werden, um von den Datenzentren Effizienzmassnahmen einzufordern. </p><p>5. Ist der Bundesrat bereit zu prüfen, ob Datenzentren in die Pflicht genommen werden für ihren Strombedarf in erneuerbare Energien zu investieren?</p><p>6. Ist der Bundesrat bereit zu prüfen, ob neue Rechenzentren nur erstellt werden können, wo eine sinnvolle Abwärmenutzung möglich ist?</p><p>7. Ist der Bundesrat bereit raumplanerische Richtlinien für Datenzentren zu erstellen, damit nicht wertvolles Industrie- und Gewerbeland für Datenspeicherung neu verbaut wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat will alle geeigneten Massnahmen ergreifen, um den ökologischen Fussabdruck von Schweizer Rechenzentren und Serverräumen über den gesamten Lebenszyklus zu minimieren. Insbesondere soll das Energieeffizienzpotenzial dieser Zentren ausgeschöpft werden, und sie sollen gleichzeitig zur Nutzung und gar Erzeugung von erneuerbaren Energien ermutigt werden.</p><p>Die unten stehenden Antworten beziehen sich hauptsächlich auf grosse Rechenzentren, die - im Unterschied zu Serverräumen, die kleiner sind und weniger Energie benötigen - in gesonderten Gebäuden untergebracht sind.</p><p>Zur Frage 1:</p><p>Für die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden sind die Kantone zuständig (vgl. Art. 89 Abs. 4 BV). Die grossen Rechenzentren unterstehen den Grossverbraucherartikeln der kantonalen Gesetze und können mit dem Bund freiwillige Zielvereinbarungen im Energiebereich abschliessen, damit ihnen der Netzzuschlag rückerstattet wird. In der Energieeffizienzverordnung (EnEV; SR 730.02) legt der Bund Mindestanforderungen an die Effizienz beim Inverkehrbringen von Servern und Datenspeichern sowie von Leistungstransformatoren, Raumklimageräten und Lüftungsanlagen fest.</p><p>Zur Frage 2:</p><p>Das Bundesamt für Energie (BFE) und der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) prüfen die Schaffung einer spezifischen Norm für Rechenzentren. Falls dies als machbar und zweckmässig beurteilt wird, könnte die Ausarbeitung einer neuen Norm innert ein bis zwei Jahren abgeschlossen werden.</p><p>Zur Frage 3:</p><p>Das Label des Verbands "Swiss Datacenter Efficiency Association" (SDEA) wurde von Vertreterinnen und Vertretern der IKT-Branche und Schweizer Hochschulen mit Unterstützung von EnergieSchweiz entwickelt. Dieses Label ist neu (Fertigstellung 2020), und die ersten Zertifizierungen werden erst im laufenden Jahr erwartet. Es ist noch zu früh, um die tatsächliche Auswirkung des Labels auf die Effizienz zu beurteilen und darüber zu befinden, ob es als Grundlage für gesetzliche Anforderungen dienen kann.</p><p>Zur Frage 4:</p><p>Im Rahmen der Programme EnergieSchweiz und Vorbild Energie und Klima erarbeitet das BFE auf der Basis von Best Practices Empfehlungen für Effizienzmassnahmen und stellt diese interessierten Gemeinden zur Verfügung. Falls eine SIA-Norm entwickelt werden sollte (siehe Antwort 2), könnten die Gemeinden künftig die Erteilung von Baubewilligungen von der Erfüllung dieser Norm abhängig machen, sofern ihre geltenden Gesetze dies vorsehen.</p><p>Zu den Fragen 5, 6 und 7:</p><p>Der Bund unterstützt die Erzeugung von erneuerbaren Energien, die Nutzung von Abwärme und effiziente Systeme. Die entsprechenden Finanzierungsmöglichkeiten stehen auch den Betreiberinnen von Rechenzentren offen. Der Bundesrat zieht jedoch keine speziell und ausschliesslich für Rechenzentren geltenden Anforderungen in Betracht, sei es in Bezug auf die Verpflichtung zu Investitionen in erneuerbare Energien, zur Nutzung von Abwärme oder im Hinblick auf die Raumplanung. Für Massnahmen, die den Verbrauch von Energie in Gebäuden betreffen, sind vor allem die Kantone zuständig. Die Kantone und Gemeinden können als Bewilligungsbehörden Auflagen bezüglich der Nutzung von Abwärme formulieren, die auch für Rechenzentren gelten.</p>  Antwort des Bundesrates.