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Einführung in die Vererbungslehre von Johann Gregor Mendel
Gregor Mendel (Mendelsche Regel )
Grundsätzliches
Bei der Vererbung der Gene sind Frau und Mann gleichberechtigt. Beide geben ihre Anlagen zu gleichen Teilen an ihre Nachkommen weiter. Trotzdem kommt es unter Geschwistern bekanntlich vor, dass die einen Kinder mehr nach der Mutter und die anderen mehr nach dem Vater kommen. Der Grund dafür ist, dass die unterschiedlichen Merkmale polygenetisch bestimmt werden. Dabei mischt der Zufall die Erbanlagen für jedes gezeugte Kind unterschiedlich.
In jeder Körperzelle trägt ein Individuum auf den Chromosomen die gesamten Erbinformationen in doppelter Ausführung (46 Chromosomen, bzw. 23 Chromosomenpaare). Die befruchtungsfähigen Keimzellen (Eizellen & Spermien) tragen dagegen nur die Hälfte dieser Erbinformationen. Die Chromosomen beinhalten die sogenannte DNS (Dexyrio-Nuklein-Säure), die wiederum in viele tausend Genabschnitte unterteilt ist. Jedes Gen ist für ein Merkmal oder einen Teil davon zuständig. Ist nur ein Gen für die Ausbildung eines Merkmals zuständig, so wird dieses monogen, braucht es mehrere Gene, dann wird es polygen bestimmt. Der zugehörige Erbgang wird entsprechend als monogenetischer, bzw. polygenetischer Erbgang bezeichnet
Reduktionsteilung (Meiose)
Die Auswahl der Erbanlangen für ein neu gezeugtes Individuum erfolgt durch eine Reduktionsteilung, die Meiose genannt wird. Dieser Vorgang ist notwendig, denn würden zwei Keimzellen (Eizellen & Spermien) jeweils ihren gesamten Chromosomensatz einbringen, dann würde sich dieser in den folgenden Generationen jeweils verdoppeln, wodurch Störungen/Defekte vorprogrammiert wären.
Im Laufe der Evolutionsgeschichte entwickelte sich deshalb ein Reduktionsmechanismus, bei dem der doppelte Gensatz der Mutter (in den Eierstöcken), bzw. der des Vaters in den Hoden in einen einfachen vermindert wird. Weil durch diese Reduktionsteilung in den Keimzellen (Eizellen & Spermien) nur noch jeweils die Hälfte der Chromosomen enthalten sind, geben Mutter und Vater dementsprechend auch nur noch die Hälfte ihrer Erbanlangen weiter. Bei jeder Zeugung setzt sich eine neue, einzigartige Mischung zusammen. Je grösser die Übereinstimmungen bei diesen neu zusammengesetzten Erbmischungen bei den Nachkommen sind, desto mehr gleichen sich die Geschwister.
Dominante und rezessive Vererbung
Nachfolgend geht es vornehmlich um den monogenetischen Erbgang, also um Gene, die für die Ausbildung eines bestimmten Merkmals zuständig sind. Jedes dieser Gene kommt in jeder Zelle als Paar vor. Diese „Partnergene“ (Allelen) können entweder identisch oder verschieden sein. Ihre Kombination bestimmt die Ausprägung eines Merkmals. Bei identischen Paaren spricht man von reinerbig oder homozygot, bei gemischten von mischerbig oder heterozygot.
Von einem dominanten Gen spricht man, wenn seine Wirkung, die eines rezessiven Gens überlagert. Es setzt sich durch und wird sichtbar. Dominante Gene werden in Schemata mit einem grossen Buchstaben dargestellt: z.B. A
Umgekehrt werden rezessive Gene von dominanten Genen unterdrückt. Ihre Merkmale sind somit nur noch dann sichtbar, wenn zwei rezessive Gene alleine kombiniert werden oder wenn in weiteren Erbfolgen das Spaltungsgesetz zum Zuge kommt. Rezessive Gene werden in Schemata mit einem kleinen Buchstaben dargestellt: z.B. a
Gemäss den oben verwendeten Buchstaben, stellt man ein identisches Paar von dominanten Genen in Schemata als AA dar, ein identisches Paar von zwei rezessiven Genen als aa und eine mischerbige Kombination als Aa.
Wichtige Anmerkung zu den verwendeten Gencodes
In den Nachfolgenden Beispielen (Tafeln A – E) habe ich für naturfarbene Streifenhörnchen den Gencode (BB) verwendet und für die weissen Streifenhörnchen den Gencode (xx) für Leuzismus. Leider gibt es hierzu noch keine bestätigten und vereinheitlichten Bezeichnungen, weshalb andere Züchter unter Umständen andere Gencodes verwenden.
Man könnte für den Wildtyp selbstverständlich auch die Bezeichnung AA für Agouti verwenden. Agouti wird aber in der Tierzucht nicht immer mit AA angegeben. Bei manchen Tierarten verwendet man aa für farblos, bei anderen wird aa für schwarz verwendet. Deshalb haben wir uns vorerst dafür entschieden die Bezeichnung BB für die naturfarbenen Hörnchen zu gebrauchen.
Uns ist durchaus bewusst, dass bei Ratten oder Hamstern die Bezeichnungen für die Farb- und Fellvarianten viel, viel komplizierter sind. Der Gencode reiner Wildfarben bei Hamstern lautet beispielsweise:
AA BB baba CC DgDg dsds EE HrHr LL lglg PP RdRd RuRu RxRx SS sasa sgsg toto uu whwh
Das bedeutet übersetzt:
Der Hamster ist NICHT schwarz (wird durch AA ausgedrückt), nicht Rust (BB) ohne Weissband (baba), nicht weiss (CC, also weder Albino noch DEW oder Extreme Dilute), nicht Dark Grey (DgDg), nicht Dominant Spot (dsds), nicht Cream (EE), nicht Hairless (HrHr), nicht Langhaar (LL), nicht Light oder Lethal Grey (lglg), nicht Zimt bzw. Rotäugig (PP), nicht Recessive Dappled (RdRd), nicht Ruby Eyed (RuRu), ohne Rexfell (RxRx), nicht spotted bzw. Piebald (SS), nicht Satin (sasa), nicht Silver Grey (sgsg), nicht Yellow bzw. Tortoiseshell (toto bei Weibchen, toY bei Männchen), nicht Umbrous (uu) und auch ohne das Weissbauch-Gen (whwh) – er hat also keine der bislang bekannten Mutationen und ist daher Wildfarben.
Also ehrlich, ich hoffe von ganzem Herzen, dass es bei Streifenhörnchen niemals soweit kommen wird!!!