Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03599.jsonl.gz/8

Bemerkung:
Links unten signiert u. datiert.- Colombi, Plinio (1873 Ravecchia, †1951 Spiez), Maler und Grafiker.Nach dem Besuch der Grundschule in Bellinzona und des Gymnasiums in Lausanne beginnt Colombi 1893 ein Architekturstudium am Technikum in Winterthur, wechselt jedoch bald in die kunstgewerbliche Abteilung. 1897 Aufenthalt in Paris, danach lässt er sich in Bern als Dekorationsmaler nieder. Ab 1899 als freier Künstler tätig. Illustrationsauftrag für Lauterburgs Schweizerkalender. Stellt im Jahre 1900 im Künstlerhaus Zürich sein erstes grösseres Werk aus, ist ebenda 1904 und 1905 mit grösseren Werkgruppen vertreten. Malt im Winter 1903–04 in Adelboden Schneelandschaften, mit denen er, begünstigt durch den aufkommenden Skitourismus, erste Erfolge erzielt. 1904 Heirat mit Marguerite Petter; zieht im gleichen Jahr nach Kehrsatz bei Bern. 1906 Reise nach Belgien. Im Winter 1906–07 malt er zusammen mit Eduard Boss, Max Brack und Emil Cardinaux auf dem Jaunpass. Ab 1907 erneut in Bern. 1908 arbeitet Colombi mehrere Monate in Peccia im Maggiatal. Findet seine Motive im Engadin und im Berner Oberland, wo er mit seinem Freund Adolf Tièche malt, sowie im Lötschental, Simmental, Diemtigtal. 1910–1924 lebt er in Kirchdorf bei Wichtrach, danach lässt er sich in Spiez nieder. Nach der Übersiedlung nach Spiez als bevorzugtes Motiv lichtvolle Thunerseelandschaften. Wiederaufnahme der Wintermotive. Neben der Landschaftsmalerei spielen mit Ausnahme von Stilleben (häufig Disteln) andere Bildgattungen eine untergeordnete Rolle.Colombis erste Landschaften verraten noch die Bewunderung für Arnold Böcklin, so etwa der Abend von 1902 (Chur, Bündner Kunstmuseum) mit der für die symbolistische Malerei typischen feierlich-schwermütigen Stimmung. Die frühen Werke zeigen zudem Merkmale des Jugendstils: spannungsreiche Aufteilung des Bildes in klar umgrenzte, in Grösse und Tonwert kontrastierende Flächen sowie Verwendung der Linie als dekoratives Element; die Tendenz zum Grafischen bleibt auch für sein späteres Schaffen gültig. Die Hinwendung zu einer realistischeren Naturauffassung nach 1905 wird durch das Frühwerk Ferdinand Hodlers, dessen Gemälde Die Lawine (Kunstmuseum Solothurn) auf den Künstler einen grossen Eindruck ausübt, befördert.