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Am 1. Januar 2003 nahm Travail.Suisse die Arbeit auf, nachdem die ehemaligen Verbände des Christlichnationalen Gewerkschaftsbundes der Schweiz (CNG) und der Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände (VSA) Ende 2002 fusioniert hatten.
Die Wurzeln von Travail.Suisse
Die Geschichte von Travail.Suisse reicht zurück bis zur Wende zum 20. Jahrhundert, als die ersten christlichen Gewerkschaften entstanden, um soziale Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Üblich waren damals Wochenarbeitszeiten von 60 bis 65 Stunden bei einer Sechstagewoche. Arbeitnehmende hatten kaum Anspruch auf bezahlte Ferien und Männer verdienten 40 Prozent mehr als Frauen. Obligatorische Alters-, Kranken- und weitere Sozialversicherungen existierten nicht. Altersarmut war allgegenwärtig und die grosse Mehrheit arbeitete bis zum Lebensende.
In den folgenden Jahrzehnten kämpften die Gewerkschaften hart, um gesetzliche und vertragliche Verbesserungen zu erzielen. Doch diese Errungenschaften wurden zusehends für selbstverständlich genommen, was ab Ende der 1970er-Jahre zu teils massiven Mitgliederverlusten und Gewerkschaftssterben führte. Mittels Fusionen konnten die Verbände ihr Engagement fortsetzen.
Erreichte Meilensteine nicht immer im Scheinwerferlicht
Was Gewerkschaften und Personalverbände bewirken, ist oft nicht sichtbar, ausser bei handfesten Resultaten wie einem neuen Gesamtarbeitsvertrag. Abgewendetes Unheil aber ist oft rasch vergessen. Doch es war das vom CNG ergriffene Referendum, das die Liberalisierung des Arbeitsgesetzes in den 1990-Jahren verhinderte und sich gegen Sonntags- und Nachtarbeit zur Wehr setzte. Ein denkwürdiger Sieg: Seit damals wurde das Arbeitsgesetz nicht mehr grundsätzlich verschlechtert.
Im Einsatz für die Arbeitnehmenden
Die wertvolle Verbandsarbeit wird von Travail.Suisse weitergeführt, immer mit dem Ziel, die Arbeitswelt für die Arbeitnehmenden zu verbessern. Ein Meilenstein war die 2019 lancierte Initiative für den Vaterschaftsurlaub, die ein grosses Volksmehr erzielte und Familien in der Schweiz stärkt. Ebenfalls ist es Travail.Suisse und seiner Volksinitiative «Für fairere Kinderzulagen» zu verdanken, dass seit 2009 in der ganzen Schweiz einheitliche Kinderzulagen ausbezahlt werden. Genauso wichtig ist das jüngst ergriffene Referendum gegen die Pensionskassen-Rentensenkung. Der Einsatz für Einkommen, Kaufkraft und Lebensqualität der Arbeitnehmenden ist fundamental. Umso mehr in von Krisen geprägten Zeiten, wenn die Verlockung zunimmt, Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Darum ist der Einsatz des Dachverbandes und seiner Verbände heute wichtiger denn je.