Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/3931

Wie notiert man sich Wichtiges so, dass man sich am besten daran erinnern kann? In den USA haben Forscher die Vor- und Nachteile elektronischer Notizen untersucht und dabei Erstaunliches entdeckt: Der gute alte Stift hat Vorteile, die beim Schreiben am Bildschirm verloren gehen.
Stift versus Tastatur
Die Studie kommt zum Schluss, dass zwischen verschiedenen Arten von Notizen unterschieden werden muss:
- Handelt es sich um reines Faktenwissen (zum Beispiel: «Der Eifelturm ist 301 Meter hoch»), schnitten beide Notizarten gleich gut ab.
- Sobald es sich aber um eine komplexe Fragestellung handelt, um sogenanntes Konzeptwissen, (zum Beispiel: «Wie unterscheiden sich die politischen Systeme von Finnland und Italien?») schnitt die Handschrift deutlich besser ab.
Wird die Frage von Hand beantwortet, setzt sich die Person viel mehr mit den einzelnen Punkten auseinander. Sie schreibt langsamer, verarbeitet direkt im Hirn die Fragestellung und notiert sich auch nur das Nötigste. Es wird in eigenen Worten gedacht, was einen dazu zwingt, sich mit dem Thema mehr auseinanderzusetzen und stärker mitzudenken.
Erfolgt die Verarbeitung der Gedanken elektronisch, notieren die Personen fast wortwörtlich ohne selber wirklich mitzudenken.
Die Studie im Detail
Im ersten Experiment mussten 65 Studenten 15-minütige Videos von Vorträgen anschauen. Die eine Hälfte durfte Stichwörter in einen Laptop eintippen, die andere konnte handschriftliche Notizen machen. Dabei war ihnen freigestellt, ob sie viel oder wenig notierten.
Daraufhin wurden die Freiwilligen mit verschiedenen Aufgaben abgelenkt. Etwa 30 Minuten später sollten sie verschiedene Fragen zu den Vorträgen beantworten – und zwar sowohl reine Faktenfragen als auch solche, die ein tieferes Verständnis der Thematik erforderten. Im Hinblick auf die Faktenfragen schlugen sich beide Gruppen gleich gut. Ging es aber um Verständnisfragen, schnitt die Handschrift-Gruppe wesentlich besser ab.
Das selbe Resultat erzielten die Forscher in zwei weiteren Versuchen. Jedes Mal merkte sich die Laptop-Gruppe weniger. Respektive: Sie hatte ein schlechteres Verständnis der Thematik.