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«Ein Leben für den Tabak»
In der Basler «Spatz-Zeitung» ist der Artikel «Ein Leben für den Tabak» erschienen, eine längere Abhandlung über das Leben von Zino Davidoff und den Aufstieg der Marke Davidoff, verfasst von Weltwoche-Wirtschaftschef René Lüchinger. Es ist vielleicht der am besten recherchierte Text über die Geschichte von Davidoff, den ich bisher gelesen habe. Der folgende Auszug beschreibt die legendäre Havanna-Verbrennungsaktion nach dem Bruch mit Kuba:
Es ist der 11. Juli 1988. Ein Mittwoch. In der Kehrrichtverbrennungsanlage an der Basler Hagenaustrasse gehen unter den Augen der Schweizer Zollbehörden einhundertunddreissigtausend Havanna-Zigarren, fünftausendzweihundert Kisten à fünfundzwanzig Stück, in Rauch auf. Es ist eine gewollte Brandstiftung. Jahrelang hatte Zino Davidoff mit den Kubanern gut geschäftet, «auch mit Fidel Castro», wie er zu berichten pflegt. Doch dann wurde die gelieferte Qualität immer schlechter und Zino Davidoff beschleicht zunehmend das Gefühl, dahinter könnte Absicht und System von Cubatabaco stecken, mit dem Ziel, den lukrativen Markt für kubanische Zigarren gänzlich in die eigene Hand zu bekommen. Nach jahrelangem zermürbendem Kleinkrieg zieht der grosse, alte Mann im internationalen Zigarrenbusiness die Reissleine, kündigt den Vertag mit Cubatabaco und lässt deren Erzeugnisse in der schmucklosen Kehrrichtverbrennungsanlage zu Basel als Rauch gen Himmel steigen.