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Krone Töss
66 Jahre stand das markante Gebäude Krone an der Einfallachse zum Winterthurer Vorort Töss. Als Restaurant, Hotel und Saalbetrieb hat es Dorfgeschichte geschrieben und war der Treffpunkt in guten und in schlechten Zeiten.
Am 13. Juli 1898: wurde die erste Winterthurer Tramlinie mit vier Motorwagen und einem Anhänger in Betrieb genommen. Und exakt im selben Jahr wurde auch das Hotel-Restaurant Krone direkt, an der Töss gelegen, als Tor zur Stadt eröffnet.
Das Haus mit seinem grossen Saal mit Galerie war Jahrzehnte lang der kulturelle Mittelpunkt von Töss, aber auch von Winterthur. Selbstverständlich fanden hier sämtliche Vereinanlässe der Tössemer Vereine statt. Die eigene Frösche-Fasnacht, die über Jahre der FAKOWI-Fasnacht in der Innenstadt Paroli bot, feierte hier ihre Höhepunkte. Nicht weniger hoch ging es jeweils am Chilbi-Wochenende im Herbst zu und her. Denn der Rummelplatz war direkt über der Zürcherstrasse, die man dann zumal noch einigermassen ring überqueren konnte, gelegen. Der Autor erinnert sich auch noch sehr gerne an Jazz-Konzerte und international Radballturniere, die alle in den Räumen der Krone stattgefunden hatten.
Das Traditionshaus kam ins Alter und sein damaliger Besitzer, Heinrich Lüscher, war bereits zu stark verschuldet, um eine Erneuerung zu finanzieren. Da auch die Suche nach einem Investor erfolglos verlief, wurde das Haus am 12. März 1959 versteigert. Die betreibungsamtliche Schätzung betrug 225‘000 Franken. Für 378‘000 Franken ging das Haus an einen Herrn Moser. Bereits ein Jahr später folgte eine erneute Handänderung. Das Zürcher Unternehmen „Möblierungs AG“ erwarb das Hotelgebäude und richtete darin 1962 eine Möbelausstellung ein. Das Restaurant im Erdgeschoss blieb unter der Führung von Eduard Gohl bestehen. Der Saal hingegen stand nicht mehr zur Verfügung. Dort wurden nun Möbel verkauft.
Wenig später ging’s nun aber auch dem Haus als Ganzes an den Kragen. Es stand dem Bau der Autobahn N1 (heute A1) im Wege. Der Kanton Zürich erwarb das Gebäude und im März 1965 wurde es in einer grossangelegten Luftschutzübung mit samt dem angebauten Garagebetrieb und den Wohnhaus gesprengt. Nach dem der „Musentempel“ nicht mehr zur Verfügung gestanden war, regte sich bei der Tössemer Bevölkerung kein Wiederstand mehr.
Als Ersatz für den Kronen-Saal wurde im Zentrum Töss 1970 wieder ein Saalbau eröffnet. Obwohl dieser neue Saal gefällig und modern ausgerüstet daher kam, konnte er die Krone nicht eigentlich ersetzen. Der einzige Verein, der seit Anfang in der Krone gastierte und nun immer noch im Zentrum-Saal auftritt war und ist der Dramatische Verein Töss.
Die Kronenbrücke
Ein grosser behauener Stein steht bei der Einmündung der 1. C. Heer-Strasse in die Zürcherstrasse am Bord zur Schallschutzmauer der Autobahn, gleich neben einem Wohnmobilhändler und hinter dem Cafe Lienhard, teilweise verdeckt von Sträuchern. Daran sind die Jahreszahlen 1851 und 1997 mit eisernen Lettern angebracht, dazwischen weniger prominent 1939 und 1968 in den Stein gehauen.
Die Erklärung dazu konnte Heinz Hinrikson geben:
„«Es handelt sich um den Schlussstein der einstigen, 1850 bis 1851 erbauten Tössbrücke. Vor dem Autobahnbau führte die Zürcherstrasse nach der Liegenschaft Bärengraben (Cafe Lienhard) und dem anschliessenden, ehemaligen Restaurant Frohsinn rechtwinklig über diese Brücke zur ehemaligen Krone. Die Brücke von 1851 war die Nachfolgebrücke zur gedeckten Holzbrücke. Sie wurde auch Kronenbrücke genannt. Die weiteren Zahlen bezeichnen bestimmt weitere Wegstationen dieser Tössquerung. Zusätzliche Informationen zur ehemaligen Tuffstein-Bogenbrücke von 1851 hat alt-Stadtpräsident Urs Widmer zusammengetragen. Sie sind im Winterthurer Jahrbuch 1996 und in der 1996 im Verlag Vogel, Winterthur, erschienenen Broschüre "Die Tössbrücken von Winterthur" publiziert.
Der Bau der Autobahn erforderte 1964/65 nicht nur den Abbruch dieser Brücke sondern auch der oben erwähnten, angrenzenden Liegenschaften Frohsinn und Krone. 1968 erfolgte die Eröffnung des Autobahnabschnittes Töss-Ohringen, welcher (am Ort der einstigen Brücke) 300 Meter weit über den in einen Tunnel verbannten Tössfluss verläuft. Diese Fluss-Einhausung wurde Mitte der 1990er-Jahre total renoviert. Die Zahl 1997 markiert vielleicht den Abschluss dieser Arbeiten. Zur Jahreszahl 1939 ist in Urs Widmers Erläuterungen nichts zu finden. Er schreibt jedoch, dass 1938 die Planung einer neuen Tössbrücke begann, welche den zu schmalen und kurvigen Flussübergang entlasten sollte. Kriegsbedingt wurde die Ausführung aufgeschoben; die neue Brücke konnte erst 1949 eröffnet werden. Sie übernahm von da an den grossen Verkehr, während die alte Brücke von 1851 nur noch lokale Bedeutung als Zubringer zur Nägelseestrasse hatte.»