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aus dem Kunstmuseum Hamburg
Gartenrotschwanz, Erithacus phoenicúrus (L.)
Dieser Vogel wird oft irrig mit dem Namen Rotkehlchen belegt, obschon eine Verwechslung beider Vögel ausgeschlossen ist, wie ein Blick auf die Abbildungen zeigt. Prächtig sieht das Männchen, besonders das alte aus, Venn es einmal tief vor grünem Hintergrund sitzt, der das Rot der Brust und das leuchtende weiße Diadem an der Stirn hervorhebt. Oft sieht man diesen Rotschwanz hoch auf Bäumen, und da verschwinden seine Farben in der Regel gegen den blendenden Himmel. Trotzdem fällt er dabei meist durch seinen hübschen, von dem seines schwarzen Vetters recht verschiedenen Gesang auf. Man kann ohne Gefahr für die Brut einmal eins seiner schönen Eier aus der Baumhöhle nehmen, betrachten und vorsichtig wieder ins Nest legen.
Name: „phoenicurus“, griechisch = Rotschwanz.
Vorkommen: Überall weit häufiger, als es bei oberflächlicher Beobachtung scheint, mit Vorliebe in Kopfweiden.
Artmerkmal: Brust des Männchens, auch des jungen, gelblich rotbraun, nur die Kehle schwarz.
Größe: Etwas kleiner, als der vorige, Flügel 7,5—8,5 cm. Gewicht 15 g.
Weibchen: Braungrau, etwas lichter als das der vorigen Art und zuweilen mehr oder weniger dem Männchen ähnlich.
Junge: Gefleckt.
Lockton: „Füid*) tick tick“ und „Ticktickticktick“.
Gesang: Hübche Strophe, mit Daktylus beginnend.
Eier: 6—7 (8), schön grünblau, zuweilen etwas rötlich gefleckt, Ende April, Mai — Juni, zwei Bruten.
Nest: Halme, dürres Laub usw., innen Haare, Federn usw.
Nistplatz: In Baumhöhlen (oft tief), Erdwänden, Mauerlöchern.
Nahrung: Insekten und Beeren.
Zug: (März), April bis Mai — August bis Oktober.
Realgattung Erithacus Arbóreus. Vielleicht zwei kaum unterscheidbare Formen in Deutschland, von denen die nördliche durchzieht, wenn die einheimische brütet. Die individuelle Aberration „natorpi“ hat in der schwarzen Kehle einen weißen, nicht albinistischen Sternfleck und ist beim Weibchen häufig, beim Männchen selten.
*) Kräftiger als bei den Laubvögeln. Der Volksmund gibt dem Gartenrotschwanz in manchen Gegenden den nicht gerade schönen Namen „Saulocker“, weil Teile seiner Stimme an Laute erinnern, mit denen man Ferkel lockt.
Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.
Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer
Seltenere Arten und Ausnahme-Erscheinungen der deutschen Singvogelwelt.
Vogeleier Abbildungen
Schwebende Nestbauten
Rückblick auf das Singvogelleben in der Gesamtheit
Alle Singvögelabbildungen
Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.
Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“