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Erst als die Bauarbeiten der Anlagen bei Airolo dem Ende entgegen gingen, befasste sich die Befestigungskommission vertieft mit dem Raum Andermatt. 1889 lag ein bereinigtes
Konzept für die Anlagen auf dem Bäzberg vor. Wie Motto Bartola in Airolo das Fort, so sollte das Fort Bäzberg in Andermatt das tiefer gelegene Fort Bühl aus seiner überhöhten
Position decken.

Im Sommer 1889 begann man als erstes mit dem Bau der Strasse von der Schöllenen auf den Bäzberg. Diese war Basis für alle weiteren Bauarbeiten dort oben. Zur Sicherung dieser
wichtigen Kommunikation erstellte man ein Blockhaus auf dem Brückwaldboden. 1890 begann man mit dem Bau der Anlagen auf dem Bäzberg. Auch dieses wurde wie das Fort Bühl als
Felswerk errichtet. Seine erste Bewaffnung bestand aus drei 12 cm Kanonen in drei Panzertürmen und drei 5.3 cm Schnellfeuerkanonen in Versenk-Panzertürmen. In einer weiteren
Bauetappe erstellte man für die Unterbringung der Truppe eine Kehlkaserne, welche jedoch nur für den Friedensdienst taugte. Im Jahre 1891 wurde nach dem Muster von Motto Bartola
eine offene Batteriestellung mit Schussrichtung Furkapass bei Rossmettlen am Westrand des Bäzbergplateaus projektiert. Der Standort erwies sich als ideal, da diese Stellung
bereits mit einem Weg vom Fort Bäzberg aus erschlossen war. Zur Verbesserung der wichtigen Sturmfreiheit des Bäzbergs wurde ein vierter 5.3 cm Versenkpanzerturm eingebaut. 1904
erstellte man in unmittelbarer Nähe des Bäzbergwerks die sogenannte Annexbatterie. Mit drei auf Pivotlafetten montierten 8.4 cm Geschützen liess sich der Talboden zwischen
Andermatt und Hospenthal beschiessen. Zur Feuerleitung wurde ein gepanzerter Beobachtungsstand errichtet. Für die Verbesserung der Sturmfreiheit wurden Stellungen für 5.3 cm
Fahrpanzer erstellt und zahlreiche Gewehrgalerien - die Vorläufer der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg - gebaut. Ergänzt wurde das Ganze durch Stellungen und Unterstände für
mobile Schweinwerfer.
Plan Grundriss Fort Bäzberg [ Friends only ]
Im Ersten Weltkrieg wurden auf dem ganzen Plateau weitere Stellungen für mobile Artillerie erstellt. Die obere Batterie Rossmettlen mit Schussrichtung Furka ergänzte man mit
einer unteren Halbbatterie für 2 Kanonen. Westlich des Forts Bäzberg wurde die Batterie Fleuggern erstellt mit Geschützen, die die Schussrichtung Gotthardpass hatten. In den
Nachkriegsjahren reichte das Geld kaum für den Unterhalt der permanenten Anlagen. Immerhin konnte man 1923 für die 12 cm Geschütze neue Munition anschaffen. Mit den neuen
Spitzgranaten konnte die Schussweite der Kanonen auf rund 11 km erhöht werden.
Die Bewaffnung im Zweiten Weltkrieg blieb dieselbe. Jedoch wurde an die in Fels gehauene Kaserne eine Seilbahnstation angebaut. Diese verband den Bäzberg mit der Anlage
Teufelswand in der Schöllenenschlucht. Angeblich soll sogar ein Stollen mit Treppen vom Bäzberg zur Schöllenenschlucht existieren, jedoch haben wir dafür noch keine Belege
gefunden.
Als man 1951 die alte Bewaffnung aus dem Inventar strich, erhielt das Werk im Anschluss eine neue schlagkräftige Waffe. Man baute in den Bäzberg zwei der neuen 12 cm
Festungsminenwerfer der ersten Generation ein. Diese erhöhten die Schlagkraft enorm. Die alten Stellungen der Panzertürme wurden zubetoniert und die alten Panzerkuppeln wieder
etwas erhöht darauf montiert. Entstanden sind so gedeckte Waffenstellungen für die Infanterie. Ebenso verstärkte man den Bäzberg mir zahlreichen Unterständen, offenen
Waffenstellungen und Stellungen für die Fliegerabwehr. Für die hier oben stationierte Truppe wurde gegen Ende des Kalten Krieges auch eine moderne Gebirgsunterkunft erbaut,
welche immer noch genutzt wird.
Wirkungskarte 12cm Festungsminenwerfer 59 [ Friends only ]
Die Zeiten sind ruhig geworden auf dem Bäzberg. Alle Anlagen - inklusive der beiden 12 cm Festungsminenwerfer der ersten Generation - wurden entklassifiziert und stillgelegt.
Die Seilbahn wurde abgebrochen und die Kanonen alle entfernt. Nur noch die drei 12 cm Panzertürme stehen wie Ufos auf dem Bäzberg herum und die offenen 12 cm Festungsminenwerfer-Deckel
rosten friedlich vor sich hin. 2010 jedoch hat die armasuisse keine Mühen gescheut und - trotz chronischen Geldmangels im VBS - Felsbrocken herauf gekarrt und auf einen der
Minenwerferdeckel gekippt. Dies, obwohl man die Anlagen gemäss ADAB Broschüre als einen militärhistorischen Park erhalten möchte.
Im Herbst 2011 sanierte man zuletzt das Dach und die Aussenfassade der alten Friedenskaserne.

Kapitel Hauptseite
Blockhaus Brückwaldboden
Ansicht / Seilbahn
Eingang / Kasernen
Panzerkuppeln
12cm Festungsminenwerfer
Aussenbunker
Waffenstellungen und Unterstände
Annex Batterie
Batterie Fleuggern
Batterie Rossmettlen