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Im Delta der Newa an der Ostsee siedelten seit dem 10. Jh. Menschen. Im 14. Jh. stritten Schweden und die Nowgoroder Rus um das Gebiet. Die Schweden legten 1611 die Festung Nyen an. Im Zweiten Nordischen Krieg zerstörten russische Truppen 1656 Nyenschanz und zogen wieder ab. Im Grossen Nordischen Krieg nahmen die Russen das Gebiet dauerhaft ein. Zar Pjotr I. befahl die Stadt Nyen und die Schanze niederzubrennen. Auf der Haseninsel begann 1703 der Bau der Peter-Paul-Festung, ab 1706 wurde eine ganze Stadt entworfen. 1712 erklärte Zar Pjotr I. die nach dem Apostel Simon Petrus benannte Stadt zur neuen Hauptstadt Russlands. Aus ganz Europa holte er Handwerker und Ingenieure, um ein Zentrum der Technik und Wissenschaften zu schaffen. Unter den Zarinnen Anna und Katharina II. wurden im 18. Jh. die Hauptachsen angelegt und Prunkbauten errichtet, die bis heute das Stadtbild prägen. 1810 nahm die militärische Ingenieursschule ihren Betrieb auf, 1819 die Petersburger Universität. Die Aufhebung der Leibeigenschaft 1861 und die beginnende Industrialisierung brachten der Stadt einen grossen Wachstumsschub. Ein Massaker auf dem Schlossplatz im Januar 1905 löste in ganz Russland revolutionäre Unruhen aus. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde die Stadt zu Petrograd (Петроград) umbenannt. Die Februarrevolution 1917 gipfelte in der Abdankung des Zaren Nikolaj II. Dieser folgte wenig später die Oktoberrevolution, als die Bolschewiki unter Wladimir Uljanow Lenin die provisorische Regierung absetzten. Das neue Sowjetregime verlegte die Hauptstadt nach Moskau. Nach Lenins Tod wurde die ehemalige Zarenstadt 1924 in Leningrad umbenannt. Während des Zweiten Weltkriegs belagerten Truppen der deutschen Wehrmacht die Stadt während 871 Tagen. In den Nachkriegsjahren wurde Leningrad wiederaufgebaut und um neue Stadtteile vergrössert. Die unter Denkmalschutz gestellte Innenstadt gilt seit 1990 als UNESCO-Weltkulturerbe. In einer Volksabstimmung befürwortete am 12. Juni 1991 eine Mehrheit der Bürger:innen die Rückkehr zum historischen Namen Sankt Petersburg.
Die Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel ist gleichsam der Nabel und die Keimzelle der imperialen Stadtgründung.
Museum der Stadtgeschichte
Zarin Anna liess das Stadtzentrum auf die Admiralitätsseite verlegen – kalte Nadel…
Innenstadt mit Schlossplatz – Alexandersäule erinnert an den Sieg in den Koalitionskriegen gegen Napoléons Grande Armée.
Winterpalast – heute Eremitage
Smolny
Museum für politische Geschichte, Ausstellung 1917
Das Gosudarstvennyy Memorial’nyy Muzey Oborony I Blokady Leningrada erinnert an die fast vierjährige Blockade der Stadt Leningrad während des Grossen Vaterländischen Kriegs. Der systematischen Aushungerung der nördlichen Metropole fielen über eine Million Zivilisten zum Opfer. Im langen Titel der Gedenkstätte steht nicht nur die Blockade, sondern auch die Verteidigung der Stadt. Auf gefährlichen Wegen gelangten über den teilweise gefrorenen Ladogasee Nahrungs- und Heizmittel in die Stadt; die legendäre «Strasse des Lebens» wird im Museum ebenso thematisiert wie das karge Leben in der belagerten Stadt. Interessant ist, dass schon 1944 die ersten Exponate in einer Ausstellung gezeigt wurden. Dem Stalin-Regime gefiel die Ausstellung weniger gut als der Stadtbevölkerung; nach einer Untersuchung wurde das Museum 1949 erstmals geschlossen. Seit der Wende 1989 ist die Ausstellung dauerhaft für Besucherinnen geöffnet. Uniformen, Waffen, Gegenstände von Soldaten und einfachen Bewohnern sind ebenso zu sehen wie schwere Artillerie oder Teile von Flugzeugen. Mit den vielen Fundstücken, die meist aus privaten Quellen stammen, ist es eine einmalige Gelegenheit, in die Zeit von 1941 bis 1943 einzutauchen. Allerdings ist der Grossteil des Textmaterials und der Erklärungen, wo solche überhaupt zu finden sind, nur in russischer Sprache zu lesen.
Metro