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Verfasst von Stannah In 26-08-2019
In ihrem im National Geographic veröffentlichten Artikel «The Downside of Upright» beantwortet die bekannte Wissenschaftsautorin Jennifer Ackerman die Frage folgendermassen:
«Die Menschen gaben Stabilität und Geschwindigkeit auf. Wir verzichteten auf die Füsse als Hilfsmittel und schwächten Knochen und Gelenke.» Jennifer Ackerman
Bei Vierbeinern wird die Spannung, die sich beim Rennen und Springen entwickelt, gleichmässig auf vier Extremitäten verteilt, und normalerweise absorbieren die Muskeln den grössten Teil der entstandenen Spannung. Als unsere Vorfahren begannen, sich auf 2 statt auf 4 Extremitäten fortzubewegen, verdoppelte sich die Traglast unsere Beine beim Rennen und Laufen.
Obwohl aus biologischer Sicht bereits tausende von Evolutionsjahren vergangen sind, sind die Muskeln noch nicht bereit für die zweibeinige Körperhaltung, wodurch die Knochen stärker unter den Anstrengungen leiden. Es sind nämlich genau unsere Knochen, die alle Spannungen dämpfen und abfedern. Kurz gesagt hat sich der menschliche Körper aus evolutionärer Sicht noch nicht zu 100 % an die stehende Haltung angepasst.
Welche Funktion haben unsere Knie?
Das Knie ist das Paradebeispiel des menschlichen Körpers, der sich noch nicht ideal an die stehende Körperhaltung und den zweibeinigen Lebensstil angepasst hat. Laut Jennifer Ackermans Essay «The Downside of Upright» und wie von Scott Dye bekräftigt, ist das Kniegelenk eine «360 Millionen Jahre alte Struktur, die perfekt gestaltet wurde, um ihre Funktion als Lastübertragung zwischen den Gliedmassen auszuüben».
Evolutionär bedeutet die Einnahme der zweibeinigen Haltung jedoch, dass der Rücken, die Knie, die Knöchel und die Füsse stärker belastet werden. Tatsächlich gehören die Kniegelenke zu den am leichtesten verletzbaren Gelenken des menschlichen Körpers, was Millionen von Knieoperationen jährlich erfordert.
Das Kniegelenk mag wie ein einfacher Drehpunkt erscheinen, sein Funktionsmechanismus ist jedoch äusserst komplex und ermöglicht den Menschen, zu rennen und zu springen. Das Kniegelenk besteht aus verschiedenen «Teilen», die alle gleichzeitig eine komplexe Arbeit verrichten. Das Knie ist zudem das zweite untere Gliedgelenk der Beine. Es trägt beinahe unser gesamtes Körpergewicht und wird mehr beansprucht als die höher gelegenen Gelenke, insbesondere beim Rennen, Springen oder Treppensteigen.
Die Schmerzen können manchmal durch Muskelschwäche verursacht werden, die auf mangelnde Aktivität, Müdigkeit oder Traumata zurückzuführen ist. Schmerzen oder Verletzungen am Knie können die Beweglichkeit einschränken. Denn intakte Knie sind eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität, das Gleichgewicht und die Flexibilität des Körpers. Bei Kniebeschwerden fällt uns das Bücken oder Strecken schwer. Alle diese Einschränkungen haben eine unvermeidliche Auswirkung auf unsere Fähigkeit, zu stehen, zu gehen, zu rennen, sich hinzuknien, zu springen oder sich beispielsweise bei einem Richtungswechsel zu drehen.
Das Knie alleine funktioniert jedoch nicht. Andere Körperteile unterstützten das Knie, damit es einwandfrei funktioniert.
- Die Knochen
- Die Knorpel
- Die Muskeln
- Die Bänder
- Die Sehnen
Eine Verletzung eines dieser Körperteile, die dem Knie beim einwandfreien Funktionieren helfen, könnte Schmerzen verursachen oder die Knie selbst beeinträchtigen.
Eine der häufigsten Verletzungen ist der Riss des vorderen Kreuzbandes.
Wie bemerkt man einen Riss des vorderen Kreuzbandes?
Das vordere Kreuzband des Knies ist so anfällig und leicht reissbar, weil es einer höheren Belastung ausgesetzt ist, als eigentlich vorgesehen. Um das Ganze besser zu verstehen, versuchen wir, einen Menschen mit einem stehenden Affen zu vergleichen. Unsere Beine sind ziemlich gerade, während die Beine des Affen mehr gewölbt und normalerweise gebogen sind. Die Affen nutzen ihre Muskeln, um ihr Gewicht zu tragen. Die Menschen verwenden dazu die Knochen.
Die gerade Position unserer Beine hilft uns, normal zu gehen und zu rennen. Das Problem entsteht, wenn wir plötzliche Bewegungen oder Richtungsänderungen vornehmen. Wenn wir beim Rennen plötzlich stoppen oder schnell und abrupt die Richtung ändern, müssen unsere Knie der Kraft der plötzlichen und intensiven Spannung standhalten, die sich aus dem abrupten Stopp entwickelt. In diesem Fall ist das vordere Kreuzband nicht robust genug, um die Bewegung der Knieknochen zu unterstützen, wodurch sich dies «verdrehen» und häufig und leicht brechen. Ein Riss am vorderen Kreuzband kann nur operativ behoben werden, weil es sich im Innern des Knies befindet.
Auf den chirurgischen Eingriff folgt eine sehr lange Genesungs- und Rehabilitationsphase, da die Bänder über wenige Zellen und Blutgefässe verfügen, was den Heilungsprozess verlangsamt. Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist eine der am meisten gefürchteten Verletzungen bei Profisportlern, genau aufgrund der langen Genesungszeit. Unabhängig vom ausgeübten Beruf sind die Auswirkungen eines Kreuzbandrisses immer negativ, da wir in der Bewegung eingeschränkt werden und möglicherweise das Haus nicht verlassen können.
Hinzu kommt, dass der Mensch immer grösser wird, was die Auswirkung auf die Knie noch verschlimmert, besonders bei solchen abrupten Bewegungen.
Darüber hinaus besteht ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen Kniearthrose und Übergewicht, da die biomechanische Überlastung das Auftreten eines degenerativen Entzündungsprozesses begünstigt. Bei Patienten mit Osteoarthritis reduziert eine Gewichtsabnahme die Symptome deutlich.