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Anlässlich der „Vision Mercedes-Maybach 6“ Studie, die auf dem Concours d’Élegance 2016 vorgestellt wird, wagen wir einen Blick zurück auf seinen geistigen Ahnen, den Maybach Exelero aus dem Jahr 2005. Dieses riesige Coupé ist so luxuriös wie schnell. Denn Geschwindigkeit war seine einzige Mission. Erst beim zweiten Anlauf schaffte er es, allerdings ohne viel Aufregung. Sechs Jahre später gab es einen grossen Wirbel um einen möglichen Verkauf an einen Rapper. Wir möchten einen genaueren Blick auf das fulminante Coupé werfen, und mit den Gerüchten über seinen Verbleib aufräumen.
Bereits Ende der 1930er Jahre beauftragte der Pneuhersteller Fulda, den Luxusautomobilhersteller Maybach ein Erprobungsfahrzeug zu bauen, um Hochleistungspneu zu testen. Der berühmte Maybach Stromlinienwagen entstand unter der Prämisse, über lange Strecken über 200km/h fahren zu können. In der Damaligen Zeit waren das unvorstellbare Geschwindigkeiten.
An die Grenze der Vorstellungskraft schaffte es auch die Höchstgeschwindigkeit des Exelero. Zur Erprobung von Hochgeschindigkeitspneus benötigte der Pneuhersteller Fulda ein Erprobungsfahrzeug dass eine Höchstgeschwindigkeit von mindestens 350 km/h erreicht. Im Jahr 2003 nahm ein Projektteam die Arbeit auf.
Mercedes-Benz Ingenieure sind für die Technik verantworlich. Unter der Leitung von Prof. Harald Leschke sind Designer, sowie zwei Professoren und vier Studenten aus dem Fachbereich „Transportation Design“ der Fachhochschule Pforzheim ebenfalls am Projekt beteiligt. Nach einem Dreivierteljahr standen einige Design-Vorschläge bereit, worunter ein Design eines Studenten für das tatsächliche Forschungsfahrzeug ausgesucht wurde. Ihm sei “ die eleganteste Symbiose der Formen-Verwandtschaft vergangener und jetziger Fahrzeuggenerationen gelungen“. Im Anschluss zur Modellphase folgte der Aufbau beim bekannten Fahrzeugstudienhersteller Stola in Turin. In dieser Phase entstand ebenfalls der Name dieses Coupés. Es besteht aus den beiden italienischen Wörtern ex-cello/eccelso, was „erhaben“, „ausgezeichnet“, oder „hervorragend“ bedeutet, und accelero was schlicht „beschleunigen“ bedeutet. Somit ist in Kombination der beiden Wörtern der Name „Exelero“ entstanden.
Die technische Basis des Exelero ist ein Maybach 57. Auch mit seinem bärenstarken 5,6 Liter V12 mit Biturboaufladung vermag der Motor noch nicht genug Leistung um das 2.730 kg schwere Coupé-Ungetüm auf 350 km/h zu beschleunigen. Der Hubraum wurde also auf 5,9 Liter erweitert, und die Turboaufladung optimiert. Das Ergebnis sind 700 PS, und ein Drehmoment von beeindruckenden 1.000 Nm, die für das angepeilte Ziel ausreichend schienen. Das hohe Gewicht von knapp 3 Tonnen war ebenfalls Absicht, um den neuen Pneu weitestgehend an seine Grenzen zu bringen.
Obwohl die Aufgabe des Exelero sich prinzipiell auf Testen von Hochleistungsreifen beschränkte, wurde er auch im Innenraum luxuriös ausgestattet. Naturleder, Neopren, beschichtetes Aluminium-Lochblech sowie glänzende Kohlefaseroberflächen in Schwarz und Rot schmeicheln auch dem verwöhntesten Fahrer. Nach der Testphase, konnte er ohne weiteres als exclusives Show-Car fungieren.
Nach gerade einmal 25 Monaten Entwicklung und Fertigung, war der Exelero im Frühjahr 2005 fertig. Auf der Rundstrecke in Nardó konnte er nun zeigen was in ihm steckt. Auf Reifen mit der Dimension 315/25 ZR 23 fuhr Klaus Ludwig, deutschlands erfolgreichster Tourenwagen Fahrer, den Wagen an seine Grenzen. Im zweiten Anlauf erreichte der Exelero sein Ziel mit 351,45 km/h. Ebenfalls bemerkenswert ist die Beschleunigung von 0 auf 100 von 4,4 Sekunden, und das mit einem fast 3 Tonnen schweren Fahrzeug.
Im Jahr 2011 wurden Meldungen verbreitet, dass der Rapper „Birdman“ den Exelero für 8 Millionen US-Dollar gekauft hätte. Andere Meldungen besagen jedoch dass dieser den Kaufpreis nicht bezahlen wollte, oder konnte, sodass es nicht zum Kauf kam. Wahrscheinlicher ist dass es eine „Ente“ war. Der Exelero befindet sich aktuell im Besitz des Mercedes-Benz Spezialisten Mechatronik in Pleidelsheim bei Ludwigsburg / Deutschland. Mechatronik ist ein Spezialist für Oldtimerrestaurationen der Marke Mercedes-Benz und hat sich einen Namen mit der Implementierung von moderner Technik in älteren Mercedes-Fahrzeugen gemacht. Nun schmiedet der Inhaber Frank Rickert Pläne für eine Fertigung in Kleinserie von etwa 25 Exemplaren. Ob sein Traum in Erfüllung geht, oder nicht, bei Mechatronik ist der Exelero sicherlich in sehr guten Händen.
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