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Berlin, den 6 Februar 1872
Hochgeehrter Herr Praesident!
Als mich Ihre freundl. Zeilen vom 3t dss. erreichten, war ich gerade im Begriff nach Wien abzureisen, verzögerte indeß meine Abreise, um die von Ihnen gewünschten Erkundigungen einzuziehen.
Diese lauten, dahin, daß Herr Weishaupt aller Wahrscheinlichkeit nach die Wahl annehmen würde, wenn in den desfalsigen Verhandlungen die geeignete Grundlage gewonnen wird. Ich bin übrigens der Ansicht, daß ebenso wie sich Herr Weishaupt vollständige Freiheit der Erklärung beim Eingehen auf eine solche Verhandlung vorbehalten würde, – auf der anderen Seite die Direction der Gotthardbahn- | Gesellschaft je nach dem Verlauf dieser Verhandlungen vollständige Freiheit des Entschlusses behält, wem sie die oberste Leitung des Baues der Gotthardbahn übertragen will. Schwerlich dürfte eine solche Verhandlung auf anderem Wege als persönlich durch Sie geführt werden können. Falls Sie hierherkommen sollten, bin ich event bereit als Mittelsmann die allgemeinen Hauptpunkte zwischen dem Herrn Weishaupt und Ihnen zu erörtern, sodaß Sie Sich in keiner Weise herauszustellen brauchen, bevor eine ernstliche Verhandlungsbasis gewonnen sein wird.
Ich reise sogleich nach Wien und Pesth, gedenke aber in ca. zehn Tagen wieder hier zu sein. Das Ergebniß meiner Erkundigungen | meldete ich Ihnen in folgendem Telegramm: «Ich darf annehmen, daß Sie hier Geneigtheit finden werden. Bei Eingehen auf die Verhandlung wird jeder Theil unbedingt Freiheit des Entschlusses behalten. Näheres brieflich. Ich verreise nach Oesterreich bin in circa zehn Tagen zurück.»
Mit freundschaftlichem Gruße
der Ihrige
A Hansemann
Herrn Praesidenten Dr A Escher Hochwohlgeboren Zürich.