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Mit Lotuseffekt
Bei der Kapuzinerkresse kannst du den Lotuseffekt fabelhaft beobachten oder demonstrieren. Die Blätter der Pflanze sind so beschaffen, dass das Wasser in Tropfen abperlt und dabei Schmutzpartikel mitnimmt.
Die Kapuzinerkresse ist ursprünglich in Südamerika und Mittelamerika zu Hause. Sie kommt vorwiegend im Gebirge von Mexiko bis Mittelchile und Argentinien vor. Die knollige Kapuzinerkresse wird in Südamerika als Nahrungsmittel angebaut, um ihre Knolle zu essen. Andere Arten werden weltweit als Zierpflanzen verkauft. Bei uns ist die Große Kapuzinerkresse beliebt.
Ein typisches Kennzeichen der Kapuzinerkresse ist ihr üppiges, dichtes Blätterkleid. Einige Pflanzen erreichen eine Höhe von bis zu drei Metern und winden ihre Ranken um Zäune, Bäume oder Gitter. Andere Sorten wachsen eher buschig und niedrig.
Die Blätter der Kapuzinerkresse sind mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm etwa doppelt so groß wie die Blüten. Auffällig ist die fast runde bis leicht kantige Blattform, bei der vom Zentrum aus die Blattachsen strahlenförmig verlaufen. Die Farbe der Blüten variiert zwischen gelb, orange und rot. Oft finden sich alle Farben in einer Blüte indem eine Zeichnung oder Tupfen in den anderen Farben vorhanden sind.
Die Kapuzinerkresse ist eine recht anspruchslose Pflanze, die sich im Kräutergarten oder auf dem Balkon prima anpflanzen lässt. Sie mag einen nährstoffreichen, leicht feuchten Boden und hat gerne ein sonniges Plätzchen. Je nach Sorte werden die Samen zwischen April bis Mai ausgesät und bereits nach ein oder zwei Wochen zeigen sich erste Keimblätter. Von Ende Mai bis Anfang Oktober erfreut sie uns dann mit ihrer Blütenpracht.
Der Duft der Kapuzinerkresse offenbart sich erst, wenn die Blüten oder Blätter von der Ranke abgeschnitten werden. Er ist intensiv „grün“. Anders verhält es sich mit dem Geschmack der Kapuzinerkresse. Sowohl die Blüten als auch die Blätter sind essbar und schmecken pikant-pfeffrig und angenehm scharf.
Die Pflanze kann sehr vielseitig in der Küche eingesetzt werden. Von der Großen Kapuzinerkresse sind neben den Blüten auch die Blätter, Knospen, Früchte und Samen essbar. Dabei können die Pflanzenteile sehr schmackhaft und unterschiedlich in der Küche verwendet werden. Die Blüten eignen sich prima als essbare Dekoration. Junge Blätter haben ein mild-scharfen Geschmack und können in Salaten, Quark oder Butter verarbeitet werden. Unreifen Knospen können wie Kapern eingelegt werden und reife Samen geben einen Pfefferersatz ab.
Ein simples und leckeres Rezept, mit dem das Aroma der Kapuzinerkresse konserviert werden kann, ist die Herstellung eines Essigs mit den Blüten. Die unbehandelten Blüten werden dazu in ein verschliessbares Gefäss gelegt und mit Apfelessig bedeckt. Die Blüten müssen komplett in der Flüssigkeit schwimmen. Anschliessend wird das Gefäß fest verschlossen und an einen dunklen Platz gestellt. Die Essig-Blüten-Mischung muss einmal am Tag gut geschüttelt werden, damit sich kein Schimmel bildet. Nach ca. vier Wochen ist der Essig fertig. Dann hat er den Geschmack der Kapuzinerkresse und ein wenig die Farbe der Blüten angenommen.
Die Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse wirken gegen bestimmte Viren, Bakterien und Hefepilze. Von Wissenschaftlern der Universität Würzburg wurde die Große Kapuzinerkresse sogar zur „Arzneipflanze des Jahres 2013“ gewählt. In Versuchen mit getrockneter und frischer Kapuzinerkresse konnte nachgewiesen werden, dass die Pflanze Bakterien, Viren und Pilze abtötet und dabei ähnlich effektiv sein kann wie Antibiotika. Der regelmäßige Verzehr von frischen Blüten und Blättern kann helfen, das Immunsystem zu stärken und grippalen Effekten vorzubeugen.
Die Kapuzinerkresse kann gegen Schmerzen, zur Verbesserung der Wundheilung, bei Akne, bei Verdauungsstörungen sowie kombiniert mit Meerrettich gegen Blasenentzündungen und Infekte der oberen Atemwege eingesetzt werden.