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Mit der Erfindung und Etablierung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert stiegen die aus dem Verkehr stammenden CO2-Emissionen deutlich an. Die in den Anfangsstunden der Zugfahrt lebenden Menschen bekamen die Auswirkungen der Treibhausgasemissionen der fossil betriebenen Dampflokomotiven noch nicht zu spüren - dafür aber die riesigen Mengen an ausgestossenen Luftschadstoffen.
Der Zug war dann aber jedoch das einzige Transportmittel, dessen direkter Schadstoffausstoss sich schon vor langer Zeit deutlich reduzierte. Im 19. Jahrhundert wurden zwar auch bereits das Elektroauto und das elektrisch betriebene Schiff erfunden; durchsetzen konnte sich die elektrische Antriebsform jedoch nur beim Zug. Dampflokomotiven wurden ab der vorletzten Jahrhundertwende durch elektrisch betriebene Züge und Diesellokomotiven ersetzt. Bereits etwa um die Mitte des 20. Jahrhunderts wies das SBB-Netz einen Elektrifizierungsgrad von 99.5% auf. Dadurch konnten Luftschadstoffe sowie CO2-Emissionen massiv reduziert werden.
Klimafreundlicher als das Elektroauto
Mit dem heutigen Elektrifizierungsgrad von 99.98 % liegt die SBB im europäischen Vergleich deutlich an erster Stelle. Gefolgt werden die Schweizer Bundesbahnen von der Schwedischen Trafikverkert, die einen Elektrifizierungsgrad von über 80% aufweisen können.
Heute entstehen die CO2-Emissonen der Zugfahrt vor allem bei der Herstellung des Zuges und dem Aufbau der Infrastruktur. Ein kleinerer Teil fällt bei der Energiebereitstellung an. Ein Vergleich der CO2-Verbräuche der neuen TGV Lyria Flotte mit Verbrenner-Autos, Elektroautos und dem Flugzeug zeigt, dass diese sowohl bezüglich der Herstellung als auch der Energiebereitstellung besser abschneidet. Während der Fahrt selber stösst der Zug im Gegensatz zum Verbrenner-Auto und dem Flugzeug überhaupt kein CO2 aus.
Dass der Zug als eines der klimafreundlichsten Fahrzeuge heraussticht, ist nicht nur auf seine meist elektrische Antriebsart zurückzuführen, sondern auch auf seine Effizienz in der Transportkapazität: Da in einem Zug viele Menschen gleichzeitig transportiert werden, fällt der CO2-Ausstoss pro Person kleiner aus als bei den meisten anderen Transportmitteln. Das ist neben der energieintensiven Produktion der Elektroauto-Batterien einer der Gründe, weshalb Züge grundsätzlich eine bessere Klimabilanz aufweisen als Elektroautos. Für die TGV Lyria Studie wurde berechnet, dass bei einer Fahrt von Basel nach Paris in einem der neuen Lyria-Züge rund sechsmal weniger CO2 ausgestossen wird als auf der gleichen Strecke in einem Elektroauto.
Der Zug soll noch nachhaltiger werden
Auch wenn der Zug bereits heute ein nachhaltiges Verkehrsmittel ist, kann der Energieverbrauch auf den Schienen noch weiter verringert werden. Bis 2030 will die SBB ihren Energieverbrauch um 30% senken. Dabei sollen intelligente Steuerungssysteme helfen. So erhalten die Lokführerin oder der Lokführer seit kurzem Fahrempfehlungen, die zu einem geringeren Energieverbrauch führen sollen. Ein weiteres Ziel der Schweizer Bundesbahnen ist die Erreichung kompletter Klimaneutralität bis 2030. Bis dahin will die SBB gänzlich auf fossile Treib- und Brennstoffe verzichten.
Quellen und weitere Informationen:
Infras: Wie die Bahn im ökologischen Vergleich abschneidet
SBB: Infrastrukturen
SBB: Gemeinsam unterwegs in eine klimafreundliche Zukunft