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Herr Böttcher hatte beschlossen, dass nun endlich genug war. Zu lange schon war er zu passiv und untätig, und jetzt war damit Schluss.
Also ging er zum Bundeskanzleramt und erklärte dem Wachmann, dass er ab sofort ohne Stützräder Fahrrad fahren könne. Ehrfürchtig und mit tiefer Verbeugung gewahr dieser ihm daraufhin Einlass.
Herr Böttcher machte sich sofort ans Werk.
In einer Fernsehansprache ließ er bekannt geben, dass er ab sofort nur noch an der Decke entlanglaufen werde. Er empfahl allen Bürgern, ihm gleich zu tun, immerhin war das gut für den Blutdruck.
Des Weiteren kündigte er an, die Schwerkraft demnächst per Gesetz verbieten zu wollen. Zur Not würde man dafür die Verfassung ändern müssen, erklärte er den Bürgern vor den Fernsehapparaten.
Nach der Ansprache hielt er ein kleines Schläfchen, um am frühen Nachmittag dann mit seinem Tretroller die Karpaten rauf und wieder runterzufahren.
In den Karpaten war es schön, doch Herr Böttcher hatte keine Zeit, denn er musste weiterregieren.
Kurz bevor er mit der Air Force One, die ihm der amerikanische Präsident ausgeliehen hatten, wieder nach Berlin fliegen konnte, verschluckte er sich an einem Bissen Kielbasa (ohne Senf, nur mit Brot).
Man brachte ihn umgehend ins nächste Krankenhaus, wo er ins künstliche Koma versetzt wurde.
Da er mittlerweile zum Bundeskanzler auf Lebenszeit gekürt wurde, musst er seine Amtsgeschäfte von der Intensivstation eines slowakischen Regionalkrankenhauses aus steuern.
Das gelang ihm gar nicht schlecht und die Bundesdeutschen liebten ihren Kanzler so sehr, dass um ihn ein regelrechter Personenkult entstand. Sie bedruckten T-Shirts und Banner mit seinem Konterfei und trugen diese in Kombination.
Herr Böttcher führte aber nicht nur sein Land in eine bessere Zukunft, denn aus dem Koma heraus erfand er diverse Alltagsgegenstände, für die ihm die gesamte Menschheit auf ewig dankbar war.
Eine dieser Erfindungen war z. B. die Gabel, mit der man Suppe löffeln und Steak schneiden konnte. Außerdem erfand er die endlose Bratwurst, die leider nie produziert werden konnte, weil noch keiner den endlosen Senftopf erfunden hatte.
Kurze Zeit später wurde Herr Böttcher zum besten Menschen der Welt gekürt.
Uli Hoeneß persönlich überreichte ihm die Urkunde und einen Geschenkgutschein der Bäckerei Vogt.
Noch ehe er den Gutschein einlösen konnte, erweckte Herr Böttcher aus seinem Koma und fand sich in der Straßenbahn Linie 1 Richtung Schönau wieder und war sich nicht mehr sicher, ob er das Licht im Büro ausgemacht hatte.
Herr Böttcher hatte beschlossen, dass nun endlich genug war. Zu lange schon war er zu passiv und untätig, und jetzt war damit Schluss.