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| Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)

Fünftes Buch
Nr. 37
Betrachten wir, was man in dieser Beziehung spricht. Im Hain von Enna, sagt man, pflückte einstmals die Jungfrau Proserpina Blumen. Dieß ist noch unentstellt und mittelst richtigem Ausdruck gesagt: denn was Hain, Blumen, Proserpina, männliche Jungfrau sey, ist allgemein unbezweifelbar bekannt. Summanus kam auf vierspännigem Wagen schnell aus der Erde herauf. Auch dieß ist auf gleiche Weise ganz einfach: denn Viergespann, Wagen und Summanus bedürfen keiner Erklärung. Unversehens raubte er die Proserpina und entführte sie mit sich unter die Erde. Man sagt, das Verbergen der Saat werde in dem Raube der Proserpina bekannt gemacht. Was ereignet sich, frage ich, daß plötzlich die Erzählung sich umändert und die Saat Proserpina genannt wird? daß die Jungfrau, welche man beim Blumenpflücken glaubte, nach dem Staube und der Entführung die Bezeichnung von Saat zu erhalten anfing? Jupiter, sagt man, in einen Stier verwandelt, habe die Begattung mit seiner Mutter Ceres vollbracht. Wie oben auseinandergesetzt worden, wird unter diesen Namen die Erde und der fallende Regen offenbart. Ich sehe das allegorische Gesetz durch dunkle [S. 160] Zweideutigkeiten zur Anwendung gebracht. Ceres erzürnt entbrannte und empfing zur Sühne und Rache des Widders Hoden. Dieß bemerke ich dagegen in gewöhnlicher Rede ausgedrückt: denn Zorn, Hoden, Genugthuung sind in der ihnen zukommenden Weise und Beschaffenheit ausgesagt. Was fällt also hier vor, daß von Jupiter, welcher Regen, und von Ceres, welche Erde genannt worden, die Sache zum wahrhaftigen Jupiter und zu der Dinge eigentlichstem Ausdruck übergeht?