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Wichtige Dokumente wurden jahrhundertelang von Hand abgeschrieben, bis im 15. Jahrhundert in Europa der Buchdruck aufkam. Rasch und unkompliziert eine Kopie von Papier auf Papier zu machen, ohne einen Fotografen oder Schriftsetzer zu bemühen, war jedoch noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts unmöglich. Es war Chester Carlson, dessen Hartnäckigkeit wir letztlich die heutigen Kopiergeräte und Laserdrucker verdanken.
Erfinder unter widrigen Umständen
Chester F. Carlson, 1906 in ärmlichen Verhältnissen geboren, musste schon als Jugendlicher mit kleinen Jobs für den grössten Teil des Familieneinkommens sorgen. Dennoch schaffte er es daneben, mit guten Noten die Schule zu absolvieren, und träumte davon, Erfinder zu werden. Er interessierte sich für Naturwissenschaften und experimentierte mit einer Druckerpresse, die er bei seiner Arbeit für eine Druckerei kennengelernt hatte. Die Idee, wie praktisch ein einfaches Kopierverfahren für den Bürogebrauch wäre, kam ihm schon früh. Als er sich nach seinem Physikstudium zum Patentanwalt weiterbildete und aus Geldmangel zahlreiche Texte aus der Bibliothek von Hand abschreiben musste, wuchs seine Entschlossenheit, ein Kopiergerät zu entwickeln.
Die Elektrofotografie …
Carlsons erste Experimente mit der Elektrofotografie, wie er sie nannte, sorgten für viel Rauch und Gestank in seiner kleinen Wohnung. Im Jahr 1937 reichte er ein vorläufiges Patent dafür ein, doch erst mit der Hilfe des Physikers Otto Kornei, den er als Assistenten einstellte, entstand 1938 ein funktionierender Prototyp. Das Kopierprinzip, das sich Carlson ausgedacht hatte, funktionierte! Dazu wurde eine Zink-Platte mit Schwefel beschichtet und mit einem Tuch durch Reiben elektrostatisch aufgeladen. Ein beschriftetes Glasplättchen wurde auf die aufgeladene Platte gelegt und dann mit Licht bestrahlt. Das Licht entlud die Platte überall – ausser an den Stellen, an denen sich Buchstaben befanden. Dann wurde feines, schwarzes Pulver auf die Platte gestreut, das an den noch elektrisch geladenen Stellen hängenblieb. Darauf wurde ein Wachspapier gedrückt, leicht erwärmt – und das Pulver blieb daran haften und bildete den Schriftzug ab. Fertig war die Kopie! (Ein digitalisiertes Bild dieser allerersten Fotokopie ist hier zu sehen.)
… eine Methode des „Trockenschreibens“
Das Konzept war neu und genial, denn kein photographischer oder drucktechnischer Prozess hatte bisher Kopien „trocken“, also ohne Entwicklerflüssigkeiten und chemische Reaktionen, erzeugen können. Der Machbarkeitsnachweis der Methode, die später „Xerografie“ genannt wurde („trockenes Schreiben“), war gelungen. Es dauerte allerdings noch mehr als zwei Jahrzehnte, bis der „Xerox“ kommerziellen Erfolg hatte.