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Samstag, 25. Juni 2022
9 Uhr, im Saal des Théâtre du Château
Anschliessend um 11 Uhr Vortrag
Aventicum: Ausgrabungsnachrichten
Pierre Blanc, Archäologe, und Mitarbeiter/innen, SMRA
Der Vorstand der APA begnügt sich mit dem Hinweis, dass das Dossier bei der kantonalen Verwaltung in Bearbeitung ist. Weitere Informationen werden folgen, sobald wir über wichtige Meilensteine berichten können.
Indes freut sich der Vorstand, Ihnen mitteilen zu können, dass er sich für Restaurierungsarbeiten im Zusammenhang mit der Ausstellung einiger wichtiger Stücke der Sammlungen im neuen Museum engagiert und diese finanziell unterstützt. Es handelt sich dabei in erster Linie um die Restaurierung einiger Mosaike von zentraler Bedeutung und zunächst insbesondere um das sogenannte Mosaik der Winde.
Das Mosaik der Winde wurde im Frühling 1786 von Lord Spencer Compton, dem Grafen von Northampton, in einem grossen Herrenhaus in der Insula 12 ausgegraben. Der Freiburger Maler Joseph Emmanuel Curty realisierte damals eine erste bildliche Darstellung. Das Mosaik wurde auf das Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. datiert und ist mit seinen Abmessungen von 9 x 8 m das zweitgrösste je auf der Ausgrabungsstätte von Aventicum entdeckte. Zu seinem Schutz wurde es mit Holzbrettern abgedeckt und in situ wieder vergraben.
Im Herbst 1864 wurde das Bodenmosaik von Auguste Caspari wiederentdeckt, dem damaligen Konservator des Römermuseums in Avenches. Von diesem relativ gut erhaltenen Mosaik wurden etwa dreissig Fragmente entnommen und im Museum deponiert. Da ausreichende Ausstellungsflächen fehlen, schlummern sie derzeit im archäologischen Depot der Ausgrabungsstätte.
Im Hinblick auf die zukünftige Präsentation im neuen Römermuseum in Avenches wird das Mosaik ab diesem Sommer umfassend restauriert. Die Arbeiten wurden dem Labor für Konservierung und Restaurierung der Site et Musée romains d’Avenches unter der Leitung von Noé Terrapon und Francesco Valenti anvertraut.
Parallel dazu werden auch andere Restaurierungsprojekte an antiken Bodenmosaiken durchgeführt. Dazu gehören unter anderen das gelbe Mosaik der Insula 23 und das Mosaik der Sitzbank des Schwimmbads im Thermalbad des Nachbarquartiers. Auf diese verschiedenen Projekte werden wir selbstverständlich zurückkommen, wenn die Arbeiten weiter fortgeschritten sind.
Mosaik der Winde von Joseph-Emmanuel Curty (1786).
Kolorierte Zeichnung aus E. Ritter, Antiquités de la Suisse, 1786-1790. Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h XXIa, N° 44
Eines der 1864 von Auguste Caspari entnommenen Fragmente des Mosaiks der Winde.
Foto Paul Lutz, SMRA
Der Vorstand der APA freut sich über das Erscheinen der neusten Ausgabe des Bulletins (Nr. 61 – 2020), dessen Inhaltsverzeichnis auf unserer Website eingesehen werden kann, und der Nr. 40 – 2021 der Nouvelles de l’Association Pro Aventico die ebenfalls von der Website heruntergeladen werden können.Weiterlesen
In seiner Monographie über den Mont Vully (2004) erinnert Gilbert Kaenel daran, dass die 1978 begonnene Ausgrabung dieser befestigten Anlage aus der Späteisenzeit, die der Gründung von Aventicum vorausging […] «vor allem die Hoffnung erfüllen sollte, [in dieser Anlage] das Modell des Städte-Paares Bibracte-Autun der Haeduer zu finden.» Die Monographie hatte auch den Zusammenhang zwischen Archäologie und Geschichte in Frage gestellt, indem sie die Brandspuren auf dem Wall mit der Wanderung der Helvetier 58 v. Chr. in Verbindung brachte. Welche Fortschritte die letzten vierzig Jahre doch brachten! Mit der Korrektur der Chronologie ist der Vully-Brand um eine Generation gealtert. Vor allem aber hat der Boden von Avenches endlich die Spuren seiner vorrömischen Vergangenheit preisgegeben. Die im 2. Jahrhundert v. Chr. entstandene Agglomeration in der Ebene entspricht einem in der keltischen Welt bekannten Muster.
An einer Pressekonferenz in Avenches am 7. Mai 2021 erklärten die Waadtländer Staatsrätin Cesla Amarelle, Vorsteherin des Bildungs-, Jugend- und Kulturdepartements (DFJC), und ihr Amtskollege Pascal Broulis, Vorsteher des Departements für Finanzen und Aussenbeziehungen, die Absicht des Kantons Waadt, das römische Kulturerbe von Avenches mit der Finanzierung zweier gross angelegter Bauprojekte zu unterstützen.
Das erste ist der Bau eines neuen Römermuseums, das den aktuellen Ansprüchen an die Museographie und den Erwartungen des Publikums gerecht wird. Die Ausstellungsräume sind seit 1838 auf den mittelalterlichen Turm beschränkt, der auf den Resten des Amphitheaters errichtet wurde, und entsprechen längst nicht mehr den Bedürfnissen der heutigen Besucher. Auch kann nur ein winziger Teil der Sammlungen der Öffentlichkeit präsentiert werden, während die meisten dieser Schätze in einem archäologischen Depot ausser Sichtweite aufbewahrt werden. Das neue Museumsprojekt wird auch Gelegenheit bieten, die vielfältigen Aktivitäten auf der archäologischen Stätte von Avenches unter einem Dach zu vereinen: Neben zeitgemässen Ausstellungsräumen sollen auch ein konservatorisch-restauratorisches Labor, ein archäologisches Repositorium, eine Bibliothek sowie öffentliche und kulturelle Räume darin untergebracht werden. Mehrere Studienkredite wurden bereits vergeben, und das Grundstück für das neue Museum in der Nähe des antiken Theaters ist reserviert. Die nächsten Schritte sind der Architekturwettbewerb in 2022, die Aufstellung des kantonalen Nutzungsplans (PAC) in 2023 und die öffentliche Auflage im darauffolgenden Jahr. Der auf 51 Millionen Franken geschätzte Objektkredit soll 2025 abgesegnet werden. Die Arbeiten könnten 2026 nach den archäologischen Ausgrabungen aufgenommen werden. Die Eröffnung des neuen Museums ist für 2028 geplant.
Die andere Grossbaustelle, das römische Amphitheater, soll im Herbst 2022 eröffnet und 2027 abgeschlossen werden. Sie wird insbesondere die vorübergehende Schliessung des Amphitheaters und die Verlegung der beiden wichtigsten Sommerfestivals, Rock Oz’Arènes und Avenches Tatoo, an einen anderen Ort mit sich bringen. Das Amphitheater weist fortgeschrittene Abnutzungserscheinungen auf und muss umfassend restauriert werden. Nachdem 2017 herabfallende Steine beobachtet wurden, sind in den letzten Jahren weitere Veränderungen aufgetreten. Die Arbeiten sind dringend notwendig geworden. Vor allem am Portal, an den Gewölben unter dem mittelalterlichen Turm, den Tribünen und der Podiumsmauer sind Restaurationsarbeiten nötig. Die Arbeiten dürften 23 bis 30 Millionen Franken kosten. Diese relativ grosse Spanne hängt vom Erhaltungszustand der verschiedenen Elemente des Bauwerks und von den technischen Entscheidungen ab. In einem ersten Schritt wird dem Grossen Rat demnächst ein Antrag für einen Studienkredit von 1,33 Millionen Franken vorgelegt. Der Vorstand der Association Pro Aventico begrüsst die festen Absichten, die der Staatsrat auf dieser Pressekonferenz erklärt hat, und wird den seit über 135 Jahren von der APA geleisteten immensen Einsatz für die Erhaltung und Entwicklung der Römerstätte weiter unterstützen.
“Un crédit pour préparer les travaux de conservation et restauration de l’amphithéâtre romain d’Avenches” >
Communiqué du Conseil d’Etat (publié le 7 mai 2021)
“Le Conseil d’Etat précise sa planification pour le site et le futur Musée romains d’Avenches et leur réseau vaudois” >
Communiqué du Conseil d’Etat (publié le 7 mai 2021)
In seiner Monographie über den Mont Vully (2004) erinnert Gilbert Kaenel daran, dass die 1978 begonnene Ausgrabung dieser befestigten Anlage aus der Späteisenzeit, die der Gründung von Aventicum vorausging […] «vor allem die Hoffnung erfüllen sollte, [in dieser Anlage] das Modell des Städte-Paares Bibracte-Autun der Haeduer zu finden.» Die Monographie hatte auch den Zusammenhang zwischen Archäologie und Geschichte in Frage gestellt, indem sie die Brandspuren auf dem Wall mit der Wanderung der Helvetier 58 v. Chr. in Verbindung brachte. Welche Fortschritte die letzten vierzig Jahre doch brachten! Mit der Korrektur der Chronologie ist der Vully-Brand um eine Generation gealtert. Vor allem aber hat der Boden von Avenches endlich die Spuren seiner vorrömischen Vergangenheit preisgegeben. Die im 2. Jahrhundert v. Chr. entstandene Agglomeration in der Ebene entspricht einem in der keltischen Welt bekannten Muster.
Präsentation der Augmented-Reality-Anwendung Erleb-AR von Marcus Hudritsch und seinen Mitarbeitenden, Berner Fachhochschule.
In Avenches können mehrere antike Monumente jetzt mit eome, Tablet oder iPhone in Augmented Reality betrachtet werden: mit der App Erleb-AR («Angereicherte Realität»), die auf Google Play und im Apple App Store zu haben ist, kann man das Amphitheater, das Cigognier-Heiligtum und das Theater an Ort dreidimensional sehen.
Präsentation des Projekts auf www.erleb-ar.chWeiterlesen
Pro Aventico, der erste Verein, der in der Schweiz im Dienst einer archäologischen Fundstätte gegründet wurde, setzt sich seit 135 Jahren für die Erhaltung und Bekanntmachung des reichen antiken Erbes von Avenches ein. Anlass für eine Rückschau und einen Blick auf die Zukunftsperspektiven.
Die Association Pro Aventico war bis mindestens 1917 der Ansprechpartner der Behörden für die Ausgrabungen in Avenches…
Hier der Kantonsarchäologe Albert N .. f (rechts) auf einer Ausgrabungsstätte 1907.
Hier können Sie den kompletten Artikel als PDF lesen (La Broye, 28.01.2021)Weiterlesen
Das Römermuseum von Avenches ist seit seiner Gründung im Jahr 1838 das Museum einer Grabungsstätte. Seine Sammlungen sind mit den präventiven Ausgrabungen auf der antiken Stätte stetig gewachsen. Sie bestehen hauptsächlich aus oft recht fragmentarischem archäologischem Mobiliar, enthalten aber auch wertvolle Objekte wie das 2018 ausgegrabene Mosaik oder das Schwert mit Elfenbeingriff, das 2019 dazukam, um nur zwei aktuelle Beispiele zu nennen. Der Erwerb von Kunstwerken gehört jedoch nicht zur Museumspolitik, und aufgrund der Natur seiner Sammlungen erhält es selten Schenkungen, die diese bereichern würden. Die Sammlungen sind deshalb vollkommen «sauber» und enthalten keine Objekte zweifelhafter Herkunft, wie etwa durch die Plünderung archäologischer Stätten oder die Zweckentfremdung in Zeiten, als Europa andere Kontinente kolonisierte.
Zu wem gehört dieser Knochen?
Sophie Bärtschi Delbarre
Was Werkzeuge und Abfälle über die Handwerker verraten.
Metallverarbeitung in Aventicum
Anika Duvauchelle
Die «chomière» (strohgedecktes Haus) des Grafen von Northampton in Avenches
Jean-Paul Dal Bianco, Denis Genequand
Die beispielhafte Stadtplanung Aventicums
Pierre Blanc
Marc Aymon und Jérémie Kisling in Aventicum
Sophie Bärtschi Delbarre
Die Société Vaudoise d’Histoire et d’Archéologie hat die neuste Ausgabe der «Revue historique vaudoise veröffentlicht. Der diesjährige Band der RHV mit dem Titel «Association passion» stellt in seinem Themendossier die reiche und lange Geschichte des Vereinslebens im Waadtland vor. Zu diesem Thema legt Professor Michel E. Fuchs einen Artikel vor, in dem er die 135-jährige Geschichte des Vereins Pro Aventico nachzeichnet.
Aufgrund der aktuellen sanitären Massnahmen hat die SVHA beschlossen, zu innovieren und den neuen Band in einer Online-Veranstaltung vorzustellen. Bei dieser Veranstaltung präsentiert Michel E. Fuchs, Associate Professor für Archäologie der römischen Provinzen (UNIL), seinen Vortrag mit dem Titel:
Le Pro Aventico : 135 ans de virtus archéologique
Dieser Vortrag via Youtube hier gehört werden.
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