Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03210.jsonl.gz/725

Nur ein Narr
To get a Google translation use this link.
Als Besitzer verschiedener Tarot-Karten habe ich mich auch noch nicht geoutet (welch ein Wort) – gut, ich gebe zu, daß ich mehrere Tarot-Decks besitze. Und ab und zu benutze. Einige Decks habe ich geschenkt bekommen, einige, mit denen ich nach etwa einem Jahr Probezeit nicht zurechtkam, dann auch weiterverschenkt.
Haindl, Rider-Waite und Crowley gehören aber schon immer zu denen, die ich besitze. Heute noch habe ich sie in meinem Schrank. Dummerweise hatte ich das Crowley-Deck doppelt: Eines davon habe ich natürlich verschenkt.
Das Falsche.
Das mit drei Narren.
So blieb mir nur dieser eine Narr (hier links zu sehen).
Wieso in dem anderen Deck drei waren? Nun, ein Tarot-Deck besteht aus 78 Karten. Auf einen Druckbogen passen aber 80 Karten. Früher wurden – und heute werden wieder – zwei Werbekarten gedruckt. Nur in der Zeit zwischen 1986 und 1999 wurden von einer Schweizer Kartendruckerei statt der Werbekarten zwei weitere Entwürfe des Narren gedruckt (und auch verkauft).
Die Zeichnerin Lady Frieda Harris hatte nämlich in den Jahren bis 1943 für Aleister Crowley mehrere Entwürfe zu einigen Karten geschaffen. Zwei davon, die von Crowley allerdings nicht für “gute” Entwürfe für den Narren befunden wurden, kenne ich also noch aus der Erinnerung. (Übrigens: u. a. hier findet man viele von Crowleys Werken in Englisch. Nur für die, die sich dafür interessieren.)
Aber der Narr ist auch aus anderen Gründen eine besondere Karte. Er wird mit der wertlosen Zahl gekennzeichnet, mit der 0. Der Narr ist frei und wunschlos glücklich. Glücklich ohne Wünsche? Ohne Sehnsucht glücklich? Ist Narrenfreiheit nicht – neben der Möglichkeit, alles ungestraft tun und sagen zu dürfen – auch die Tatsache, nicht wirklich ernstgenommen zu werden?
Sein wie der Narr wollte ich nie, nie ganz. Lange Zeit war ich ein Narr – ohne es zu merken. Jetzt nehme ich meine Karten und lege sie wieder dahin, wo sie hingehören: in meinen Schrank.
Falls jemand wissen möchte, ob ich an den “Budenzauber” glaube: Nein, ich glaube nicht daran.
Ich weiß, daß zumindest Tarot und Pendel – manchmal – funktionieren …
P.S.: Positiv am 14. September 2011 war, daß heute morgen alle Verkehrsmittel pünktlich waren; außerdem fand ich ein Gespräch sehr aufschluß- und hilfreich. Eine Antwort auf eine Nachricht war wirklich sehr aufbauend.
258 / 365 – One post a day (WP-count: 400 words)