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Die Zwischensitzung des Ministerrates der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) war von Spanien organisiert, das nach der Schweiz und Luxemburg in Luzern 2016 den Vorsitz übernahm. Das Treffen bot Gelegenheit, die jüngsten Erfolge der ESA wie beispielsweise den Start der Merkur-Mission BepiColombo oder des Satelliten Aeolus (globale Windmessungen) zu würdigen. Es diente aber in erster Linie dazu, die nächste ESA-Ministerratstagung Ende 2019 in Sevilla vorzubereiten und deren Ausrichtung festzulegen.
Die Minister verabschiedeten eine Resolution, die den Generaldirektor beauftragt, die Tätigkeiten der ESA in allen Weltraumbereichen und in Zusammenarbeit mit den Akteuren aus Industrie und Wissenschaft weiterzuführen. Die ESA-Tätigkeiten stützen sich dabei auf vier Grundpfeiler:
- Weltraumwissenschaft und -erforschung, u.a. mit der europäischen Beteiligung am künftigen Lunar Orbital Platform-Gateway (LOP-G);
- Weltraumanwendungen in den Bereichen Telekommunikation (Beitrag der Raumfahrt zum 5G-Netz), Navigation (Entwicklung von Technologien beispielsweise für selbstfahrende Autos) und Erdbeobachtung (Meteorologie, Umweltschutz, Klimawandel);
- Sicherheit im Weltraum und des Weltraums, z.B. mit der Beseitigung von Weltraumschrott für eine sichere Nutzung des Weltraums;
- Betrieb und Support der Weltraumtätigkeiten, z.B. mit einer auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähigen Baureihe von Trägerraketen, sowie Know-how für das gesamte Spektrum künftiger Missionen.
Die europäische Raumfahrt wurde institutionell mit der ESA, der Europäischen Union und den jeweiligen Mitgliedstaaten aufgebaut. Die EU-Programme EGNOS und Galileo (Navigation) sowie Copernicus (Erdbeobachtung), die sich auf die Vorbereitungsprogramme der ESA und ihr Fachwissen stützen, tragen ebenfalls zum Erfolg der europäischen Raumfahrt bei. In diesem Sinn verabschiedeten die Minister eine Resolution, die den Generaldirektor beauftragt, die Zusammenarbeit EU-ESA bei der Umsetzung der verschiedenen Teile des EU-Programms für 2021−2027 weiterzuführen, zu stärken und zu vereinfachen.
Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung, die sich auf die an der Ministerratstagung 2014 in Luxemburg eingegangenen Verpflichtungen bezieht, bekräftigten die ESA und mehrere Mitgliedstaaten, darunter auch die Schweiz, ausserdem die Bedeutung des Einsatzes der von der ESA entwickelten Trägerraketen Ariane 6 und Vega C.
Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio erinnerte daran, dass die Weltraumtechnologie ein Bereich ist, in dem Forschung, Innovation und Spitzentechnologie nahezu virtuos ineinanderfliessen. Die erzielten Resultate geben nicht nur Antworten auf grundlegende Fragen, die uns seit Langem beschäftigen, sondern gewähren uns auch Zugang zu Dienstleistungen, die unser tägliches Leben prägen und vereinfachen. Dank ihrer Mitgliedschaft bei der ESA leistet die Schweiz einen unabdingbaren Beitrag zur europäischen Raumfahrt und bleibt auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig.
Die Schweiz ist Gründungsmitglied der ESA und beteiligt sich mit rund 175 Millionen Franken pro Jahr an den Programmen und Tätigkeiten der Organisation. Diese Investitionen ermöglichen den Eidgenössischen Technischen Hochschulen, den Universitäten, Fachhochschulen und der Schweizer Industrie, sich auf verschiedenen Ebenen an den Raumfahrtmissionen zu beteiligen, von der Spitzenforschung bis zur Entwicklung von Prototypen und von der Industrialisierung bis hin zur Entwicklung von Anwendungen. Die wissenschaftliche Exzellenz und die technischen Innovationen im internationalen Weltraumsektor wie auch die enge Zusammenarbeit zwischen den Forschungsinstituten und der Industrie sind wesentliche Faktoren für das Wirtschaftswachstum.
Adresse für Rückfragen:
Renato Krpoun
Leiter Abteilung Raumfahrt
T +41 58 460 52 56
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