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Josef Balzer (1876-1958), Sohn des Christian und der Regina Balzer-Bieler von Alvaneu, Lenz und Schmitten, geboren am 11.2.1876 in Mühlen, verheiratet mit Sara Sutter, 1881 – 1946, 4 Kinder (Lydia, Oscar, Christian, Clara) alle aufgewachsen in Tiefencastel/GR.
Mit der Eröffnung der Schmalspurbahn der Linie Landquart – Chur – Thusis 1896 und der Fortsetzung der Linie Thusis – Tiefencastel – Filisur – Albula – St. Moritz 1903 war der Personenverkehr durch Postkutschen ins Engadin stark konkurrenziert. Pferdewechselstationen und die Hotelerie in Mühlen und Bivio erlitten einen Gästeschwund und mit dem Aufkommen des Automobilverkehrs um 1920 standen sie endgültig vor dem aus.
Josef Balzer erlebte diese Entwicklung in jungen Jahren und als eingefleischter aber auch tüchtiger Fuhrhalter in voller Härte mit. Am schlimmsten traf es den ganz und gar in seiner Arbeit aufgehenden Fuhr- und Pferdeposthalter Balzer aber im Militär.
Im Herbst 1917 musste er mit dem Landsturm-Kavalleriedetachement Graubünden in Thusis einrücken. Dieses wurde nach Zug transportiert, wo es ein Pferdedepot zu betreiben hatte.
Bei einer Ausfahrt schlug das Pferd aus, weil die Latten zu kurz waren und zerschmetterte dem auf dem Bock sitzenden Josef Balzer den Unterschenkel vollständig. Er sprang vom Wagen herunter, was zur Folge hatte, dass die Knochensplitter in den Oberschenkel eindrangen.
Im Spital Zug wurde er operiert. Bald zeigte sich, dass das Bein nicht mehr gerettet werden konnte und über dem Knie amputiert werden musste.
Zeitlebens bekam er schliesslich vom Militär-Departement eine Rente. Sein Sohn Christian Balzer (1907) heiratete am 25.5.1931 Anna Willi welche ihrerseits 7 Kinder hatten. Ab diesem Zeitpunkt zogen Sara und Josef Balzer-Sutter die im ersten Stock ihres Hauses in Tiefencastel liegende Wohnung und überliessen die Erdgeschoss-Wohnung der Familie Balzer-Willi mit ihrer Weinhandlung.
Mit dem Tod von Sara Balzer-Sutter in den 1940er Jahren und der grösser werdenden Familie von Balzer-Willi blieb der beinamputierte Josef weiterhin Teil der Familie Balzer-Willi während die Söhne und Töchter teilweise auch Zimmer im Estrich bewohnten. Jedenfalls nannten die jüngeren Enkelinnen ihren Neni liebevoll auch „Franz-Josef vom Estrich“ als Pendant zum „Kaiser Franz-Josef von Oesterreich“.
Josef Balzer blieb bis zu seinem Tod 1958 im Hause Balzer-Willi und wurde von seiner Schwiegertochter Anna bis ins hohe Alter von 82 Jahren gepflegt.