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Wie der Kantonsrat gewählt wird
Die Mitglieder des Kantonsrates werden als Volksvertreterinnen und -vertreter der einzelnen Wahlkreise alle vier Jahre von den Stimmberechtigten gewählt. Der Kanton St.Gallen kennt acht Wahlkreise: St.Gallen, Rorschach, Rheintal, Werdenberg, Sarganserland, See-Gaster, Toggenburg und Wil. Massgeblich für die Zuteilung der Parlamentssitze ist die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner: Bevölkerungsarme Wahlkreise entsenden dementsprechend weniger Ratsmitglieder als bevölkerungsreiche. Vor jeder Wahl wird neu ermittelt, wie viele Sitze jedem Wahlkreis zustehen. Die st.gallischen Wahlkreise und die Zuteilung der 120 Sitze für die Amtsdauer 2016/2020:
Während die Zuteilung der Parlamentssitze gewährleistet, dass jeder Wahlkreis angemessen im Kantonsrat vertreten ist, sorgt das Wahlverfahren dafür, dass auch kleinere Parteien im Parlament Einsitz nehmen können. Zur Anwendung kommt das Verhältniswahlrecht, auch Proporzverfahren genannt. Es stellt weniger die Personen in den Vordergrund, sondern die Parteien und ihre politischen Ziele. Zusätzlich verfeinert wird das Verfahren dadurch, dass Wählerinnen und Wähler Wahlzettel verändern können, indem sie Kandidierende streichen, andere zweimal auf den Wahlzettel setzen (kumulieren) oder gestrichene Namen durch solche von Listen anderer Parteien ersetzen (panaschieren).
Das Proporzverfahren ist zweistufig aufgebaut: In einem ersten Schritt wird ermittelt, wie viele der Sitze, die dem jeweiligen Wahlkreis zustehen, auf die einzelnen Parteien entfallen. In einem zweiten Schritt wird für jede Partei eine interne «Rangliste» der Kandidierenden erstellt; gewählt sind jene mit den höchsten Stimmenzahlen innerhalb jeder Liste. So kommt es vor, dass gewählte Abgeordnete einer kleinen Partei weniger Stimmen erzielt haben als nicht gewählte Kandidierende einer grossen Partei. Die Ergebnisse der letzten Kantonsratswahlen 2012 und 2016:
Die Amtsdauer des Kantonsrates beträgt vier Jahre. Im Gegensatz zu anderen Kantonen kennt St.Gallen keine Amtszeitbeschränkung. Es bleibt jedem Ratsmitglied überlassen, wie lange es im Kantonsrat mitwirken und wie oft es sich zur Wiederwahl stellen will.
Das Kantonsratsmandat ist ein Nebenamt, das nur mit Sitzungsgeldern und Spesenentschädigungen abgegolten wird. Der Aufwand für Aktenstudium, Fraktions- und Kommissionssitzungen und die Sessionen beträgt bis zu einem Arbeitstag pro Woche.