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Was ist ein Bestätigungsfehler und wie wirkt sich dieser aus?
Was versteht man unter dem Bestätigungsfehler und wie beeinflusst er unsere Entscheidungsfindung? Inwiefern spielt der Bestätigungsfehler eine Rolle in unserer täglichen Informationsverarbeitung und Meinungsbildung?
Was ist ein Bestätigungsfehler?
Der Bestätigungsfehler ist eine kognitive Verzerrung, bei der Menschen dazu neigen, Informationen zu bevorzugen, zu suchen und zu interpretieren, die ihre vorbestehenden Überzeugungen und Annahmen bestätigen. Dies führt dazu, dass widersprüchliche Informationen oder Beweise oft ignoriert, übersehen oder abgelehnt werden, was die objektive Bewertung von Fakten erschwert.
Diese Tendenz beeinflusst eine Vielzahl von Entscheidungen und Meinungen, sowohl im persönlichen als auch im öffentlichen Bereich, und kann zu verzerrten Wahrnehmungen und Urteilen führen.
Definition: Bestätigungsfehler
Der Bestätigungsfehler ist eine kognitive Verzerrung, bei der Menschen Informationen bevorzugen und interpretieren, die ihre bestehenden Überzeugungen bestätigen, während sie gegensätzliche Informationen oft ignorieren.
Ursprung des Konzeptes
Bis in die 1960er Jahre galt die Frage, wie Daten zur Hypothesenprüfung ausgewählt und bewertet werden, als ein Kernthema der Wissenschaftstheorie. Peter Wason, inspiriert von Karl Poppers Falsifikationismus, vertrat die Ansicht, dass Menschen dazu neigen, bestehende Hypothesen zu bestätigen, was er als Bestätigungsfehler (confirmation bias) bezeichnete.
Er unterschied diese Neigung von einer richtigen Teststrategie, der Suche nach widerlegenden Hinweisen (disconfirming evidence). Ein Bestätigungsfehler liegt vor, wenn Hypothesen tendenziell bestätigt werden, und zwar unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, durch die Auswahl, das Erinnern und das Interpretieren von Informationen.
Experimente und Forschung
Wason entwickelte verschiedene denkpsychologische Experimente, um den Bestätigungsfehler zu erforschen. Trotz späterer Experimente, die Zweifel an der systematischen Existenz dieses Fehlers aufwarfen, bleibt die Annahme weit verbreitet, dass Menschen ihre eigenen Hypothesen bestätigen wollen. Der Bestätigungsfehler beeinflusst Erinnerung, Wahrnehmung, Interpretation und die Anwendung von Suchstrategien. Die kognitionspsychologische Forschung konzentriert sich dabei auf die Informationsauswahl.
Bestimmende Faktoren des Bestätigungsfehlers
Hauptsächlich tritt der Bestätigungsfehler auf, wenn eine Theorie bereits fest etabliert ist oder wenn die zu bestätigende Erwartung positiv konnotiert oder erstrebenswert ist. Er ist aber auch im Alltag präsent, selbst wenn die Erwartung nicht erwünscht ist. Forscher wie Trope und Liberman betonen dabei die Kosten fehlerhafter Entscheidungen. Menschen streben generell danach, die hohen Kosten von Fehlentscheidungen zu vermeiden, unabhängig davon, ob eine Hypothese bestätigt oder widerlegt werden soll. Bestätigende Informationen werden bevorzugt, wenn sie besser erinnert, höher gewertet werden oder wenn Quellen für gegensätzliche Informationen gemieden werden.
Positive Teststrategie
Joshua Klayman und Young-Won Ha differenzierten die allgemeine Definition des Bestätigungsfehlers von der sogenannten positiven Teststrategie (PTS), einer Methode zum Testen von Hypothesen, bei der Werte oder Ereignisse überprüft werden, die in der Vergangenheit aufgetreten sind oder erwartet werden. PTS wird oft missverstanden als die Tendenz, nur nach bestätigenden Hinweisen zu suchen. Forschungen zeigen jedoch, dass PTS in der Praxis oft effektiv und rational ist und auch zur Falsifikation einer Hypothese führen kann. Ein systematischer Bestätigungsfehler entsteht nur, wenn die nach PTS ausgewählten Daten eine Teilmenge der "korrekten" Daten bilden und somit eine nicht korrekte Hypothese immer wieder bestätigt wird. Zudem neigen Menschen dazu, Fragen so zu formulieren, dass sie zustimmende Antworten erhalten, was ihre Annahmen bestätigt.
Selektives Erinnern
Beim selektiven Erinnern erinnern sich Menschen, die bereits eine feste Meinung haben, an Argumente für ihre Position und oft auch an die gegnerische Position. Es gibt jedoch keine eindeutigen Belege dafür, dass man sich an bestätigende Informationen besser erinnert als an widerlegende.