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Zum Buch
Alberto Giacomettis Lebenswerk – seine statischen, im Boden verankerten Frauen, seine Männer, die in den Abgrund laufen –, hätte dieses urzeitliche Werk entstehen können, wenn es Diego Giacometti, den Rettenden, nicht gegeben hätte? Der binäre Rhythmus zweier verbrüderter Bildhauer im Pariser Exil, fern von den Bergen ihrer Heimat. Alberto, der Dunkle, und Diego, der Helle; Alberto, der pausenlose Erzähler und grosse Redner, und Diego, der Schweigsame; Alberto, das vereinnahmende Genie, von seinen Ängsten meteorhaft angetrieben, und Diego, der Beständige, Wohltuende, Albertos Kunsthandwerker, seine rechte Hand. Alberto wird weltberühmt, Diego bleibt vertraulich verborgen, bis zu seines Bruders Tod – dann erst breitet er die Flügel aus.
Claude Delay
Die vorliegende Doppelbiografie der Psychoanalytikerin und Schriftstellerin Claude Delay entspringt ihrer Freundschaft mit Diego Giacometti und wurde unter anderem mit dem viel beachteten Prix Cazes der Brasserie Lipp Paris ausgezeichnet. Es ist die erste Biographie über das Verhältnis der zwei berühmten Brüder. Sie dringt tief in ihre komplizenhafte Blut- und Schicksalsgemeinschaft ein, bis an den Rand des Unsagbaren.