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Der Volksmund nennt sie auch: Bergamota, Mexerica
Wissenschaftlicher Name: Citrus reticulata Blanco
Deutscher Name: Mandarine
Aus der botanischen Familie der: Rutaceae
Herkunft: Asien
Pflanze
Tangerinen oder Mandarinen bilden eine Gruppe der Zitrusfrüchte. Die bedeutendsten kultivierten Tangerinen-Arten (C. reticulata Blanco) sind die “Cravo, Poncã (Ponkan), Dancy und Montenegrina“. Die Pflanze ist kräftig, ein kleines bis mittelgrosses Bäumchen von geradem Wuchs, mit wenigen Stacheln, dichtem Blattwerk – mittelgrossen, länglichen Blättern. Der Baum tendiert zu einer unablässigen Produktion.
Die “Mexerica-Gruppe (Citrus deliciosa Tenore) stammt aus der Mittelmeer-Region. Von mittlerer Wuchshöhe, pflegt dieser Baum langsam und gebogen zu wachsen, mit dünnen Zweigen und fast ohne Dornen. Die Blätter sind klein, lanzettförmig mit Spitze. Eine in Brasilien häufige Art ist die “Mexerica-Rio“.
Die Hybride “Murcott“ (Murcote), genannt “Tangor“, ist das Resultat einer Kreuzung der Tangerine mit der süssen Orange (C. reticulata Blanco X C. sinensis Osbeck). Ihre kommerzielle Bestimmung ist die Saftproduktion.
Früchte der “Mexerica“ und der “Murcote“ sind besonders aromatisch. Die Schale hat eine grössere Dichte, ist nur leicht runzelig und reich an Poren mit essenziellen Ölen. Sie sind mittelgross, mit einem Durchschnittsgewicht von 130 Gramm. Sie hat zahlreiche Samenkerne, sie sind klein und rund.
Frucht
Die Früchte von Tangerinenbaum (Citrus reticulata Blanco) sind von mittlerer Grösse (etwa wie ein mittlerer Apfel), rund, etwas abgeflacht und die Oberseite leicht konkav. Sie hat eine relativ glatte, feste Schale, die leicht zu entfernen ist. Die Färbung der Frucht ist orangerot, ihr Fruchtfleisch ist in 9 bis 13 Segmente unterteilt, die leicht zu trennen sind, ihre Mittelachse ist offen. Das dunkelgelbe Fruchtfleisch ist saftig und aromatisch im Geschmack. Es enthält nur wenige Samenkerne.
Die Früchte des Tangerinenbaumes vom Typ “Ponkan“, der in Brasilien verbreiteter ist, haben eine ähnliche, etwas abgeflachte Form mit 5 bis 8 Samenkernen, einem Durchschnittsgewicht von 138 Gramm, eine stark orangefarbene Schale mittlerer Dichte und auffällige Ölporen. Das orangegelbe Fruchtfleisch ist von schlaffer Textur. Der Saft entspricht etwa 43% des Fruchtgewichts, mit einem durchschnittlichen Gehalt an löslichem Fruchtfleisch von 10,8%. Kultiviert präsentiert der Baum zwischen Mai und Juli seine Fruchtreife.
Kultivierung
Der Tangerinenbaum besetzt wahrscheinlich den grössten Bereich an klimatischer Anpassung unter den Citrus-Früchten. Die Pflanzen sind sowohl tolerant gegenüber hohen wie niedrigen Temperaturen.
Die Produktivität der Sorte “Ponkan“ – sie steht im Mittelpunkt des kommerziellen Interesses in Brasilien – ist hoch und kann 250 Kilo an Früchten pro Pflanze erreichen. Allerdings hat sie eine Tendenz zur abwechselnden Produktion, das heisst, sie produziert besonders viel in einem Jahr und dagegen wenig im Folgejahr. Es empfiehlt sich, eine gleichmässige Düngung in jedem Jahr einzuhalten und – in einigen Fällen – Exzesse an Früchten abzunehmen, um die Produktion zu relativieren.
Die Tangerine gehört, wie die anderen Citrusfrüchte auch, zum “nicht-klimatischen“ Typ, das heisst, sie reift nach der Ernte nicht nach. Deshalb ist es wichtig, den idealen Zeitpunkt für die Ernte abzupassen, um zu verhindern, dass unreife Früchte auf den Markt kommen, ohne den ihnen eigenen charakteristischen Wohlgeschmack.
Einige Citrus-Spezies erreichen ihre interne Reife auch vor dem externen Farbwechsel ihrer Schale – in diesem Fall können sie noch grün geerntet werden – ihr langsamer Farbwechsel vom Grün ins Orange erhöht ihren Wert auf dem Markt. Dieser Farbwechsel kann auch künstlich provoziert werden durch die Anwendung von “Etilen“ (einem vegetativen Hormon) innerhalb von klimatisierten Kammern.
Nutzen
Die Früchte werden sowohl „in natura“ als auch zur industriellen Verarbeitung genutzt – die Industrie verarbeitet sie als Säfte, essenzielle Öle, Pektin und Futtermittel.
Markt
Die Tangerinen-Ernte erstreckt sich in Brasilien normalerweise von März bis September – mit Höhepunkten in den Monaten Mai bis August. Häufig haben die Produzenten in den Monaten des Überflusses mit einem starken Preisverfall zu kämpfen. Forschungen bezüglich der Behandlung von neuen Fruchtvarianten versuchen, die Ernteperioden dieser Früchte in die Länge zu ziehen – ihr Ziel liegt in den ersten Monaten des Jahres.
Es gibt leider keine genauen Angaben über das Industrialisierungsvolumen der Tagerinen in Brasilien, aber man weiss, dass es nicht besonders gross ist. Weniger als 1% der nationalen Ernte wird exportiert.