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Voller Hoffnung am Kap der Guten Hoffnung
GastroJournal Report
Stuart Botha, ein junger Winzer von nur 37 Jahren, ist eine wichtige und erfahrene Stimme in der südafrikanischen Weinindustrie. Seit 2017 ist er verantwortlich für die Herstellung von 14 verschiedenen Weinen des renommierten Weinguts Tokara, das sich ausserhalb von Stellenbosch befindet. Die Weinberge, in denen die Trauben zwischen 350 und 550 Metern über dem Meeresspiegel wachsen, gehören zu den Spitzenlagen in der Region.
«Zu unseren grössten Herausforderungen zählt die Elektrizitätsversorgung, die im Land immer wieder ausfällt. Wir erhalten unseren Betrieb mit Generatoren und Sonnenkollektoren aufrecht», sagt Botha gegenüber dem GastroJournal. Und während der Covidkrise hätten Tokara die Exportmärkte geholfen, verkauft das Weingut doch fast die Hälfte der Jahresproduktion von einer Million Flaschen im Ausland, vor allem in Europa. Die Schweiz gehört zusammen mit Deutschland und den Niederlanden zu den wichtigsten Märkten für Tokara, Kapweine ist Importeur.
Europäischer Weinstil angestrebt
Erst im Jahr 1996 wurden die ersten Cabernet Sauvignon-Rebstöcke in Südafrika gepflanzt, was für das Land in der Neuzeit ein stolzer Wert ist. «In Südafrika benützen wir seit 364 Jahren typisch europäische Rebsorten. Stilistisch möchte ich meine Weine klassisch wie in der Alten Welt produzieren, was nicht ganz einfach ist, weil wir hier auch sehr warme Sommer haben», erklärt Botha.
Bruwer Raats (52) war seiner Zeit voraus, als er vor 23 Jahren sein eigenes Weingut gründete und sich auf die Sorten Chenin Blanc und Cabernet Franc konzentrierte. Nach seinem Abschluss am landwirtschaftlichen College Elsenburg bei Stellenbosch sammelte der Vater von drei Söhnen Erfahrungen in Bordeaux (Frankreich), im Napa Valley (USA) und in Rheinhessen (Deutschland).
«Als ich nach Südafrika zurückkehrte, stellte ich fest, dass jene Winzer am erfolgreichsten sind, die sich spezialisieren», begründet er seine Strategie. Er habe sich auf die beiden Traubensorten konzentriert, «weil ich diese liebe. Ich wollte nicht den Traum anderer verwirklichen, sondern meinen eigenen realisieren», sagt Raats. «Nur fünf Winzer in ganz Südafrika arbeiteten damals mit Cabernet Franc. Die beiden Traubensorten galten als die uncoolsten.»
Heutzutage werden jährlich 85 Prozent von Bruwer Raats‘ 120000 Flaschen exportiert, vor allem in die USA und nach Grossbritannien. Südafrika und Europa belegen den dritten Platz in der Rangfolge. «Gerade für uns als Premium-Produzenten ist es unmöglich, alle unsere Weine in Südafrika zu verkaufen. Dazu ist der Heimmarkt zu klein», gibt Raats zu verstehen.
Die Zukunft
Auf die Frage, wo er die südafrikanische Weinindustrie in Zukunft sieht, gibt Bruwer Raats eine humorvolle Antwort: «Vor gut zehn Jahren haben wir uns mit Regionen wie Stellenbosch, Swartland oder Walker Bay Anerkennung verschafft. Vor zwei, drei Jahren wurden in der Weinwelt unsere Terroirs bekannt.» Heute wissen Experten, dass Cabernet Sauvignon besonders gut in der Region Stellenbosch gedeiht, während Syrah das Klima und die Böden von Swartland bevorzugt. Merlot hingegen wächst bevorzugt in der Gegend von Helderberg in Somerset West. «Allerdings hat allein Stellenbosch neun verschiedene Terroirs. Es ist unsere Mission, diese Terroirs zu etablieren und den wahren Charakter mit unseren Weinen auszudrücken», erklärt der Winzer.
Bruwer Raats nutzt dieses Wissen für seinen Spitzenwein MR de Compostella: Die Cabernet Sauvignon und Petit Verdot Trauben werden in Simonsberg bei Stellenbosch gepflückt, die Merlot Trauben in Helderberg und die Cabernet Franc Trauben quasi vor seiner Haustür. Jährlich gibt es 6000 Flaschen dieses Spitzenweins, der als erster südafrikanischer Vertreter in der First Class der Emirates serviert wird und laut «Robert Parker Wine Advocate» zu den Top 50 der Welt gehört.
Entdeckung Taaibosch Crescendo
Das aufstrebende Weingut Taaibosch schreibt quasi schon heute die Zukunft mit seinem Crescendo. Der erste Jahrgang dieser Cuvée aus Cabernet Franc, Merlot und Cabernet Sauvignon wurde erst 2018 produziert und eine Flasche kostet ab Hof weniger als 20 Franken. Der erst 26-jährige Winzer Petri Venter kümmert sich um die Weine. Mit dem Le Chant du Coq, der in alten Eichenfässern gereift ist, bietet das Weingut zudem einen gehobenen Alltagswein an, der stilistisch an das südliche Rhonetal erinnert. Taaibosch befindet sich wie Raats Family Wines im Grossraum von Stellenbosch.
Killer Deal – ab 6 Flaschen
TOKARA
Reserve Collection Cabernet Sauvignon – 2020
CHF 24.90 statt CHF 35.00
92 Points by WINEMAG SA
Killer Deal – ab 6 Flaschen
BOEKENHOUTSKLOOF
Stellenbosch Cabernet Sauvignon – 2019
CHF 43.90 statt CHF 59.00
96 Points by Tim Atkin
Alle Preise in CHF inkl. MWST. Tagespreis vom 17.04.2023.
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