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00:00:04 Diskussion der «Bewegung» über das koordinierte Besetzen von Häusern. Konkret hat eine «Besetzergruppe» leerstehende, bezugsbereite Liegenschaften eruiert, deren Besetzung an diesem Abend diskutiert und geplant werden soll.
00:02:00 Koni Frei spricht über leerstehende Abbruchhäuser und die drohende Wohnungsnot im Kreis 4, wo zu dem Zeitpunkt ca. 300 Wohngemeinschaften lebten. Dann erzählt er von der Besetzung der Hellmutstrasse, bei der sich gekündigte WGs in einem Verein organisiert und dank guter Verhandlungstaktik erfolgreich bei der Stadt für Wohnraum gewehrt hätten.
00:05:10 Pause.
00:05:24 Ein weiterer Mann berichtet von einer missglückten Hausbesetzung.
00:08:48 Ein Mann der «Aktionsgruppe Notwohnungen» berichtet vom desolaten Zustand der städtischen Notwohnungen, auf die Wohngemeinschaften kein Anrecht hätten. Für ein paar Zwischenrufe («d’ Fraue…») sorgt seine Aussage, dass «die Frauen nicht einmal waschen können». Das Notwohnungsamt wirtschafte die von ihm übernommenen Liegenschaften gezielt herunter.
00:10:48 Pause.
00:11:00 Kleine Diskussion, ob ein Mann oder eine Frau ans Mikrofon gehen soll. Der Mann überlässt es der Frau mit den Worten: «Ich bin überhaupt nicht mikrofongeil.» Die Frau berichtet von einem erfolgreich ausgehandelten Mietverhältnis mit der Stadt.
00:13:26 Pause.
00:13:45 Eine «Genosse aus Köln» berichtet von der Besetzung einer leerstehenden Schokoladefabrik durch ca. 500 Leute, in welche die Besetzer/innen selber Wohnungen eingebaut hätten, um der Stadt zu beweisen, dass man die Fabrik nicht abreissen müsse, um Wohnungen zu erstellen. Er berichtet von der inneren Organisation mit Arbeitsgruppen und einer Volksküche, über die Ambitionen, einen Ort zum Leben und Arbeiten bzw. ein Kulturzentrum einzurichten. Nach 2-3 Wochen liessen die Kräfte aber nach und es gab Probleme mit Drogen, Alkoholikern, Obdachlosen etc. Diese Probleme führten auch zur Spaltung und zu Auseinandersetzungen unter den Besetzer/innen. Am Ende musste mit der Stadt Köln eine Lösung für die verfahrene Situation ausgehandelt werden, um zu «retten, was zu retten war». Es werden für den späteren Abend auch zwei Videos aus Köln für Interessierte angekündigt.
00:20:04 Ein weiterer Mann aus Zürich berichtet von seiner Wohnungssuche. Er ist mit 350 anderen Leuten im Verein «Räbhügel» organisiert, der die städtische Siedlung «Räbhügel» in Wiedikon übernehmen möchte, wo rund 100 Wohnungen zu dem Zeitpunkt leer stehen. Nach fruchtlosen Verhandlungen mit der Stadt will der Verein «Räbhügel» die Siedlung nun besetzen. Aus diesem Grund findet auch dieser Anlass im AJZ und die Demonstration am 30. August [1980] statt, die sich um die Mieterfrage dreht.
00:26:47 Guy Barrier (später selber Immobilienmakler) spricht über eine Serie von kurz währenden Besetzungen, an denen er beteiligt war. Dann macht er einen Rückblick auf die Besetzung der Hellmutstrasse, bei welcher eine Legalisierung erreicht worden war. Das neue Ziel sind entsprechend «gemeinschaftliche» Besetzungen, bei denen die verschiedenen Gruppen einander solidarisch unterstützen. Aus diesem Grund auch dieser Abend im AJZ. Vier Häuser der Stadt wären konkret einzugsbereit, und es werden neuen Besetzergruppen gesucht.
00:32:19 Weitere Besetzer sprechen über die Probleme mit der Polizei und mit der öffentlichen Meinung.
00:35:40 Guy Barrier findet es klar, dass man mit den Besetzer/innen von «vis-à-vis» (?) solidarisch sei. Es sei wichtig, das AJZ vor der kommenden Kantonsratssitzung sauber (= keine Drogen) zu halten. Jetzt ginge es darum, «Besetzergruppen» zu bilden. Interessierte sollten am Montag um 20 Uhr an die Sitzung ins AJZ kommen.
00:38:40 Ein Mann bittet um Kollekten für die Spesen der Band («Shift»).
00:40:07 Eine Frau am Mikrofon berichtet von einer Besetzung in Holland, bei der ein taktisches Ablenkungsmanöver der Besetzer/innen zum Erfolg führte.
00:44:57 Weitere Diskussion über ein erfolgversprechendes Vorgehen mit einer grossen Demonstration. Ein Mann äussert den Wunsch, jetzt einfach Musik zu hören. Eine Frau widerspricht.
00:48:10 Ein weiterer Mieter berichtet von Sabotageakten durch die Verwaltung in seinem Mietshaus, das den Gebrüdern Kobel (?) gehört, welche zu den grössten Liegenschaftsbesitzern in der Stadt Zürich zählen (ihnen gehören nebst Mietshäusern auch zahlreiche Bars und Nachtclubs). Er bezeichnet dies als «Gewalt» und stellt die Frage in den Raum, wie die Bewegung auf solche «sichtbare», aber auch auf die häufig «unsichtbare Gewalt» antworten solle. Die Zuhörerschaft reagiert kaum. Der Mann schlägt vor, Vorkommnisse wie in seinem Haus zu melden und zu sammeln.
00:51:09 Dann geht es wieder um die Demonstration (am 30. August 1980). Es soll klar werden, um welche Probleme es den Demonstrierenden konkret geht. Dies könne mit Flugblättern, die in grosser Zahl verteilt werden, erreicht werden.
00:52:37 Selbstkritische Stimmen dazu, wie konstruktiv diese VV verlaufen sei. Ein junger Mann plädiert für mehr Beteiligung auch von Jungen, von Lehrlingen und Schüler/innen, in der Bewegung. Diese hätten praktisch keine Möglichkeit, nicht bei den Eltern zu wohnen.
00:54:40 Ein junger Mann spricht nochmals das Problem mit dem AJZ an: Wie schaffe man es, dass die Polizei da nicht hereinkomme? Eine Frau bedauert, dass nur etwa 10% der Anwesenden im Saal seien und diskutierten, während die anderen 90% nur draussen herumlägen. Trotzdem findet sie diese VV besser als die vorangehenden.
00:56:05 Ein weiterer Redner würdigt die geführte Diskussion. Es fehle nun noch eine Einigung zu den Themen Wohnen, geplante Demonstration und Polizei im AJZ. Auch Guy Barrier fasst noch einmal die besprochenen Probleme sowie die nächsten Schritte zusammen. Zum Abschluss des Abends werden die Videos von den Aktionen in Köln gezeigt werden.