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Degu (lat. Octodon degus)
Familie: Trugratten (lat. Octodontidae)
Unterfamilie: Stachelschweinverwandte (lat. Hystricomorpha)
Der Degu stammt ursprünglich aus Chile in Südamerika. Er bewohnt dort unterirdische Bauten in trockenen Steppengebieten ohne dichte Vegetation. Sein Lebensraum zieht sich von tiefer gelegenen Küstenregionen bis in die Anden in einer Höhe von 1200m. Der Degu ist ein sehr soziales Tier und lebt immer in einer Gruppe.
Der Degu ist noch garnicht lange als Heimtier bekannt. Vermutlicht wurde er erst 1975 das erste mal als Heimtier gehalten. Damals wurde er noch zu einem Hörnchenartigen Nagetier gezählt wie z.B. der Prärie-hund. Heute werden Degus oft mit Ratten oder Mäusen verwechselt. Dabei gehören sie in Wirklichkeit wie die Meerschweinchen zu den Stachelschweinverwandten.
Dass der Degu oft mit Ratten oder Mäusen verwechselt wird, zeigt sich ganz besonders in handels-üblichen Futtermarken und wird dort mit diesem falschen Futter gleich doppelt bestraft. Es sind nicht nur die Extrudate, Pellets und andere industriell hergestellten Zuckerbomben, die ein Degu auf keinenfall zusich nehmen sollte, sondern sogenannte "Degu Hauptfutter" werden praktisch immer wie jedes andere handelsübliche Nagerfutter gemischt: Haferflocken, Weizenflocken, Weizen, Mais, Weizen gepoppt etc. das heisst, das Futter besteht hauptsächlich aus Getreidekörner und industriell hergestellte Getreide-produkte.
Steppenlandschaft, der natürliche Lebensraum des Degus, gibt keine reichhaltige Nahrung ab. So ist der Stoffwechsel eines Degus an sehr karge Kost gewöhnt. Pflanzenteile wie Gräser,
Sträucher und deren Samen, Äste und Wurzeln bilden das Grundnahrungsmittel eines Degus.
Man nimmt an, dass Tiere aus kargen Steppengebieten eine angeborene Insulinresistenz aufweisen, weshalb sie Kohlenhydrate (Zucker, Getreide etc.) nicht so gut abbauen können. Füttert man einem
Degu also über einen längeren Zeitraum zu Kohlenhydrat-haltige Nahrung, kann, und wird er vermutlich, an Diabetes erkranken. Ein anderes grosses Problem bei einer zu Getreide- oder algemein
Körner-futterlastigen Ernährung ist der fehlende Zahnabrieb. Die Zähne der Degus wachsen ständig nach. Als wortwörtliches Nagetier nagt ein Degu immer und an allem herum, so ist der Zahnabrieb
der vorderen Schneidezähne gewährleistet. Doch die Backenzähne wachsen ebenfalls nach und werden bei Getreide/ Saaten oder auch bei Pellets wenig bis garnicht abgerieben. Dazu sind möglichst
lange Pflanzenfasern nötig. Durch das kauen auf Heu, Gras, Kräuter etc. schleift die in der Zellulose enthaltene Kieselsäure die Backenzähne über einen natürlichen weg ab. Ohne diesen Abrieb
kommt es zu schmerzhaften entzündlichen Zahnfehlstellungen. Werden diese nicht bemerkt, kann ein Degu verhungern da er durch die langen Zähne nicht mehr kauen kann.
Sollte hauptsächlich aus Pflanzenfasern bestehen. Hochwertiges, frisches Heu ist ein Ersatz für die frischen Kräuterwiesen der südamerikanischen Anden. Frische Wiese im Sommer oder getrocknet als Heu ist das Grundnahrungsmittel eines jeden Degus. Es muss zwingend in regelmässigen Abständen, am besten täglich, frisches Heu gegeben werden, und nicht erst, wenn alles aufgefressen wurde. Es ist normal, das viel Heu übrig bleibt, denn die Tiere selektieren täglich selbst, was ihr Nährstoffbedarf gerade verlangt und welche Gräser nicht geniessbar sind. Sorgen Sie auch für Abwechslung im Heu und verfüttern nicht immer das selbe Heu vom selben Hersteller. Wann immer möglich, sollten ungiftige, frische Gräser von unberührten Wiesen gepfflückt und verfüttert werden. Dabei sollten Degus aber immer langsam an Frischfutter gewöhnt werden, da sie sonst durch das plötzliche viele Wasser gefärhliche Verdauungsbeschwerden bekommen können.
Der Speiseplan soltel durch getrocknete oder frische Kräuter ergänzt werden. Am besten geeignet sind Kräuter-/ Blüten- und Blättermischungen mit möglichst vielen Komponenten. Denn auch hier sollten die Tiere selektieren können, was ihr Nährstoffbedarf gerade verlangt. So sind Kräuter, die allesamt als Heilpflanzen gelten auch absolut unbedenklich. Denn das Tier wird nicht gezwungen, grössere Mengen von nur einer Pflanze zu fressen.
Äste von ungiftigen Bäumen wie z.B. Haselnuss, Apfelbaum, Birnenbaum etc. werden gerne zum nagen, klettern und natürlich zum fressen angenommen. Frischfutter in Form von Gemüse kann bei langsamer Angewöhnung ebenfalls täglich in Degu-gerechten Portionen verfüttert werden. Doch auch hier sollte das Gemüse langsam angewöhnt werden um Verdauungsbeschwerden zu vermeiden. Obst sollte aufgrund des hohen Zuckergehaltes nicht verfüttert werden. Eine Samenmischung speziell auf Degus abgestimmt runden das gesunde, artgerechte Futterkonzept ab.