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Schachclub Aadorf: Unentschieden im Spitzenkampf
p.f. In der sechsten von sieben Runden der Schweizerischen Gruppenmeisterschaft 2022/23 hatte das Raiffeisenteam aus Aadorf in Kreuzlingen gegen den favorisierten Schachclub Bodan anzutreten. In der aktuellen Tabelle liegt Bodan hinter Aadorf mit einem Rückstand von zwei Mannschaftspunkten auf Platz 2.Durch einen Sieg gewinnt man zwei Mannschaftspunkte.
Am vierten Brett entwickelte sich in der Eröffnungsphase zwischen Brunner und seinem Gegner ein hartnäckiger Kampf um die Beherrschung des Zentrums. Diesen vermochte schliesslich der Aadorfer durch geschickte Manöver am Damenflügel für sich zu entscheiden, was gleichzeitig eine starke Initiative mit Schwächung der gegnerischen Königsstellung bewirkte. Nach dem durch Brunner provozierten Damentausch entschieden trotz eines Figurenopfers die starken Bauern am Damenflügel die Partie. In hoffnungsloser Endspielstellung gab der Spieler des Schachclubs Bodan auf. Aadorf führte 1:0.
Volker Stief, mit seinem Spiel in den letzten Monaten deutlich unter seinen eigenen Ansprüchen geblieben, diesmal am Brett 2 mit den weissen Steinen spielend, begegnete der sizilianischen Verteidigung seines Gegners, nominell der stärkste der Kreuzlinger Gegner, mit einer unorthodoxen Variante, die ihm zunächst einen zumindest optischen Vorteil brachte. Aufgrund einer unglücklichen Idee verlor Stief aber am Damenflügel einen Bauern, verlegte sich in der Folge auf einen zunächst nicht ungefährlich wirkenden Angriff auf den König des Gegners, der diesen jedoch mit einigen genauen Zügen abwehren konnte. Das Spiel verlagerte sich nun auf den Damenflügel, auf dem Volkers Gegner den Mehrbauer besass. Diesen Vorteil konnte er trotz starker Gegenwehr des Aadorfers nach 37 Zügen in einen Sieg für die Kreuzlinger verwerten. Trotz der Niederlage zeigte sich Stief - bis auf seinen verschlafenen Bauern - mit seinem Spiel zufrieden und hofft nun, dass er seine Form in den kommenden Partien weiter stabilisieren kann.
Paul Frischknecht, mit den schwarzen Steinen spielend, sah sich in der Eröffnung einer seltenen Einigelungs-Strategie seines Gegners gegenüber. Frischknecht liess sich aber nicht beirren und konnte schon bald an Kompliziertheit fast nicht mehr zu übertreffende taktische Verwicklungen auf das Brett zaubern. Leider durchschaute der Gegner ein dargebotenes Qualitätsopfer – die Hergabe eines starken Turmes gegen einen etwas schwächeren Läufer -, welches wohl zu seinem schnellen Verlust geführt hätte und konnte so abwickeln, dass er zwar eine schwächere Position erhielt, aber doch noch gewisse taktische Gegenchancen bewahren konnte. Im Bewusstsein, dass er leicht mit zwei Springern gegen zwei Läufer und zwei Bauernschwächen schlechter stand, bot der Kreuzlinger ein Remis an. Nach reiflichem Überlegen unter Einbeziehung der Tatsache, dass sein Gegner nominell der klar stärkere Gegner war, akzeptierte Frischknecht das Angebot. Damit stand es 1.5 : 1.5.
Raphael Golder spielte am ersten Brett mit den schwarzen Steinen und erhielt die Gelegenheit, eine ungewöhnliche Variante der Sizilianischen Verteidigung zu spielen. Unter den Schachspielern ist diese uralte, leider etwas in Vergessenheit geratene Variante unter dem Begriff «Schach für Müssiggänger» bekannt. Allerdings beging Golder einen kleinen Eröffnungsfehler, als er nicht genügend Aufmerksamkeit auf die mögliche positionelle Schwächung im Zentrum legte. Doch hatte er Glück im Unglück, denn der Kreuzlinger erkannte seine Chance nicht und verpasste die richtige Fortsetzung. Von da an waren beide Spieler gezwungen, äusserst vorsichtig zu spielen, da viele der Züge bis zum Endspiel hin mit gefährlichen Drohungen gespickt waren. In der Folge führte die Partie, wie so oft bei gleichfarbigen Läufern, zu einem verdienten Remis.
Mit diesem 2 : 2 – Unentschieden verteidigte das Raiffeisenteam des Schachclubs Aadorf seine Tabellenführung und hat beste Chancen, mit einem weiteren Teilerfolg in der letzten Runde das Aufstiegsspiel für die nächsthöhere Liga zu erreichen.
Die Resultatübersicht:
Bodan-Kreuzlingen - Aadorf 2.0 : 2:0