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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich beziehe mich auf die Interpellation 09.4026 vom 30. November 2009 zum selben Thema sowie auf die Antwort des Bundesrates, die mich nicht vollständig befriedigt hat. Ich stelle deshalb die folgenden Ergänzungsfragen:</p><p>1. Ist die Schweizer Herkunft eine Garantie dafür, dass das Holz aus Wäldern stammt, die nachhaltig bewirtschaftet werden?</p><p>2. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass die Transportwege, die das Holz zurücklegt, ebenfalls berücksichtigt werden sollen, wenn von ökologischen Kriterien die Rede ist? Denn weder die FSC- noch die PEFC-Zertifizierung berücksichtigt die Auswirkungen des Transports auf die Umwelt.</p><p>3. Gemäss dem Bundesrat erfährt nichtzertifiziertes Holz aus der Schweiz keine Benachteiligung, sofern es denselben Kriterien wie FSC-zertifiziertes Holz entspricht. Die heute geltenden Bestimmungen des Forest Stewardship Council (FSC) sind jedoch strenger als die schweizerischen Rechtsbestimmungen. Zudem werden diese Kriterien auch noch regelmässig verschärft. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass die momentan in der Schweiz gültige Rechtslage ausreicht? Und denkt er nicht, dass die Forderung vermessen ist, dass Schweizer Holz denselben Kriterien wie FSC-zertifiziertes Holz entsprechen muss?</p><p>4. Waldbesitzer und die Holzindustrie bezahlen erhöhte Gebühren für die FSC- und PEFC-Zertifizierung. Da die nachhaltige Waldbewirtschaftung in unserem Land durch das Gesetz garantiert ist, könnte dieses Geld besser dazu verwendet werden, über die Vorteile der Nutzung einheimischer Produkte und die dadurch gesicherten Arbeitsplätze in den Randregionen zu informieren. Teilt der Bundesrat meine Meinung in dieser Sache? </p><p>Ich danke dem Bundesrat für die genaue Beantwortung meiner Fragen. Sie zielen darauf hin, dass einer der wenigen Rohstoffe der Schweiz nicht benachteiligt wird. Die Problematik ist momentan umso grösser, als der vom Ausland ausgeübte Druck im Zusammenhang mit dem starken Schweizerfranken gegenüber dem Euro ständig zunimmt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Schweizer Wald wird nachhaltig bewirtschaftet. Schweizer Holz erfüllt somit die Anforderungen nach einer nachhaltigen und legalen Holznutzung hinreichend.</p><p>2. Der Bundesrat teilt die Ansicht, dass der Transport von Waren negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Mit Ökobilanzen (Life Cycle Assessments) können Aspekte wie die Auswirkungen des Transports auf die Umwelt transparent dargestellt werden. Labels wie beispielsweise FSC berücksichtigen die Herkunft des Holzes jedoch explizit nicht. Gestützt auf die Motion WAK-S 06.3415 erarbeitet der Bundesrat zurzeit eine Vorlage, welche eine Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte vorsieht. Damit sollen künftig Konsumentinnen und Konsumenten über Holzart und Holzherkunft informiert werden.</p><p>3. Wie bereits in der Antwort zur Interpellation 09.4026 ausgeführt, ist der Bundesrat der Auffassung, dass in der Schweiz eine nachhaltige Holznutzung gestützt auf die geltenden rechtlichen Grundlagen gewährleistet ist. Die Anwendung privatwirtschaftlicher Labels kann er nicht verbieten. Wollen Käufer Holz aus einer Produktion nach spezifischeren oder strengeren Kriterien berücksichtigen, sieht der Bundesrat keine Handlungsmöglichkeit bzw. keine Handlungsnotwendigkeit.</p><p>4. Es ist den Waldeigentümern und den Holzindustriebetrieben freigestellt, ob sie sich zertifizieren lassen wollen oder nicht. Die Kosten für eine Zertifizierung müssen sie selbst übernehmen. Als Entscheidungsgrundlage liegen Studien über Kosten-Nutzen-Abwägungen vor (z. B. "Kosten und Nutzen der Waldzertifizierung für die Schweizer Waldwirtschaft", Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft SHL, 2009).</p><p>Waldeigentümer und Holzindustriebetriebe sind somit auch frei in ihrer Entscheidung, ob sie lieber Gelder für eine Zertifizierung oder für Kommunikations- und Werbemassnahmen für Schweizer Holz einsetzen oder gänzlich auf solche Ausgaben verzichten wollen. Zu dieser Abwägung gibt der Bundesrat keine Empfehlungen ab.</p>  Antwort des Bundesrates.