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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Fünftes Buch
29. Kapitel: Den Gerechten dient alles zum Nutzen; in dem Antichrist wird alles Böse zusammengefaßt
1.
In den vorausgegangenen Büchern haben wir die Gründe dargelegt, warum Gott solches geschehen läßt, und wir haben gezeigt, daß dies alles dem Menschen dient, der gerettet wird, weil es den mit Wahl- und Willensfreiheit begabten Menschen zur Unsterblichkeit heranreifen läßt und ihn zum ewigen Gehorsam gegen Gott anpaßt und vorbereitet. Deshalb dient auch die Schöpfung dem Menschen. Denn der Mensch ist nicht wegen der Schöpfung, sondern die Schöpfung wegen des Menschen geworden. Die Heiden aber, die ihre Augen nicht zum Himmel erhoben, noch ihrem Schöpfer Dank sagten, noch das Licht der Wahrheit sehen wollten, die hat das Wort mit Recht als „einen Tropfen im Eimer und wie Staub auf der Wage“1 und als „nichts“2 erachtet, da die Schöpfung nur den Gerechten nützlich und dienlich ist, wie der Halm zum Wachstum des Weizens und seine Spreu zum Brennen bei der Gewinnung des Goldes dient. Wenn daher am Ende die Kirche plötzlich erhöht werden wird, dann wird, wie geschrieben steht, „eine Trübsal sein, wie sie von Anfang an nicht gewesen ist, noch sein wird“3 . Das ist nämlich der letzte Kampf der Gerechten, in welchem die Sieger mit Unverweslichkeit gekrönt werden.
1: Jes. 40,15
2: Ebd. 30,17
3: Mt. 24,21