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Die Pille davor: Wirksam auch unter Heterosexuellen
Analog zur Studie bei MSM haben nun zwei weitere Studien die Wirkung der Prä-Expositionsprophylaxe zur HIV-Prävention bestätigt. Ein teures Kondom, würden wir meinen…
Vor gut 7 Monaten hatten wir hier auf infektweb über die gute Wirksamkeit der Prä-Expositionsprophylaxe bei Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, berichtet.
Heute wurden nun Resultate von zwei Studien bei heterosexuellen Paaren bekannt, bei denen ein HIV-Medikament den negativen Partner vor einer Infektion geschützt hat. Die beiden Studien (Partners und TDF2-Studie) bestätigen damit die bisherigen Arbeiten, dass der Einsatz von HIV-Medikamenten eine sehr wirksame, aber allerdings auch teure Prophylaxe darstellen.
Die Partners-Studie
Bei dieser Studie wurden 4758 Paare eingeschlossen, bei denen einer der beiden HIV-positiv war. Der/die HIV-neg. Partner/in erhielt (randomisiert, placebo-kontrolliert) eine Behandlung mit einer Tablette täglich: entweder Placebo, Tenofovir oder Tenofovir+FTC (Truvada). Die Studie wurde in Kenya und Uganda durchgeführt.
Die Studie zeigte eine klare Wirkung der medikamentösen Prophylaxe, wobei die beiden Behandlungsarme mehr oder weniger ähnlich wirksam waren. Das HIV-Übertragungsrisiko wurde mit Tenofovir um 62%, mit der Zweierkombination Truvada um 73% gesenkt (verglichen mit Placebo).
Die TDF2-Studie
war deutlich kleiner und verglich ebenfalls Placebo mit Truvada (nur zwei Arme) und hat insgesamt 1200 sexuell aktive HIV-negative Personen in Botswana eingeschlossen (unabhängig vom HIV-Status des regelmässigen Partners). Diese sehr viel kleinere Studie war eigentlich nicht als Wirksamkeitsstudie geplant, sie wollte nur die Sicherheit der Zweierkombination untersuchen. Doch die Studie zeigte auch hier eine geschätzte Schutzwirkung von 63%.
Nicht besser als Kondome
Natürlich fällt sofort auf, dass diese doch aufwändigen Methoden nicht besser sind als der gute Einsatz von Kondomen. Aber wir wissen auch, dass Kondome – gerade in Afrika – viel zu selten benutzt werden. So gesehen ist diese Methode sicher ein Durchbruch, doch wir sollten nicht allzu euphorisch die medikamentöse Prävention der einfachen und wirksamen Prävention mit Kondomen vorziehen. Noch immer ungelöst sind mögliche Spätnebenwirkungen der Medikamente, die Gefahr der Resistenzbildung aber vor allem der Preis. Doch gerade in Afrika ist diese Form der Prophylaxe möglicherweise die einzige Form des Selbstschutzes für viele HIV-negative Frauen.
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