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Der ballistische „Wurf“ des Geschosses beginnt im Hülsenmund. Das Geschoss wird dank dem Druck der sich ausdehnenden Gase in der Hülse, die beim Abbrennen des Treibmittels in der Hülse entstehen, aus dem Hülsenmund ausgepresst, beschleunigt und tritt in die Felder/Züge des Laufes ein.
Infolge des Dralls der Züge setzt eine Drehbeschleunigung auf das Geschoss ein. Sie erzeugt eine Rotation, die immer schneller wird, bis das Geschoss den Lauf an der Mündung verlässt. Diese Rotation um die eigene Längsachse hat eine besondere Bedeutung für die weitere Flugbahn.
Selbstverständlich dreht sich das Geschoss als „Flugkörper“ nicht lehrbuchmässig um die eigene Längsachse und damit genau in der Laufachse. In Wirklichkeit wird durch die Schwerpunktverhältnisse des Geschosses und vor allem durch anfängliche fehlerhafte Ausrichtung des Geschosses beim Eintritt in die Züge des Laufes bereits die erste Abweichung der ultimativen Präzision herbeigeführt. Das Geschoss beschreibt nämlich keine schön kreisrunde Rotation, sondern eine äusserst komplexe Kreiselbewegung. Diese fehlerhafte Ausrichtung kann in der Praxis viele Ursachen haben. Die meistgesehene Ursache sind nicht fluchtig in den Hülsenmund gesetzte Geschosse oder durch Transport/Lagerung als Schüttgut versetzte Geschosse.
Die meisten bei uns gebräuchlichen Waffenläufe haben einen Rechtsdrall. Die Drehrichtung des Dralls ist ebenfalls bedeutend für die nachfolgende Flugbahn. Weil sich nun also das Geschoss sich auf der als Dralllänge bezeichneten Strecke genau einmal um seine Längsachse dreht, ergibt sich recht einfach die Umdrehungszahl aus der Geschossgeschwindigkeit geteilt durch die Dralllänge. Es gibt optimale Dralllängen, die passen zu einem bestimmten Geschoss und einer bestimmten Mündungsgeschwindigkeit sind. Diese ideale Dralllänge hängt nicht vom Geschossgewicht, sondern von der Geschosslänge ab. Als Beispiel seien hier Vollmantelgeschosse und Kupfermassivgeschosse herangezogen. Durch die unterschiedliche Dichte von Blei und Kupfer muss ein Kupfermassivgeschoss bei gleichem Geschossgewicht länger als ein Vollmantelgeschoss mit Bleikern sein. Das längere Geschoss braucht einen kürzeren Drall.

Praxis-Tipp
Erfolge lassen sich mit korrekt gelagerter und transportierter Munition erzielen. Stell sicher, dass das Geschoss fluchtig in der Hülse sitzt. Damit kannst Du selber den Ansetzfehler in die Züge beeinflussen.
Beim Wiederladen empfiehlt sich eine Rundlaufkontrolle des Geschosses im Hülsenmund mit einer Messuhr.