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Osteopathische Behandlung beim Bandscheibenvorfall
Entstehungsmechanismus eines Bandscheibenvorfalls
In der Literatur treten die meisten Fälle von Bandscheibenvorfällen aufgrund eines Unfalls, eines Sturzes, des Hebens einer schweren Last, einer unbeholfenen Bewegung oder einer längeren Sitzposition auf.
Andere Ursachen können im normalen Alterungsprozess, Degeneration oder genetischen Faktoren liegen. Oft ist es eine Kombination aus Trauma und Degeneration, die ausschlaggebend für das Einsetzen einer frühen Bandscheibendegeneration ist.
Anzeichen und Symptome eines Bandscheibenvorfalls
Ein Bandscheibenvorfall in der unteren Wirbelsäule kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen. Bandscheibenvorfälle werden nicht immer sofort diagnostiziert. Patient*innen kommen oft mit undefinierten Schmerzen.
In einigen Fällen ist ein Bandscheibenvorfall ohne Schmerzen oder auffällige Symptome möglich, da der Nucleus pulposus zwar extrudiert wird, aber nicht auf Weichteile oder Nerven drückt und somit keine Symptome verursacht.
Die typischsten Symptome im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall sind akute Lendenschmerzen und ausstrahlende Schmerzen, entweder verursacht durch eine Einklemmung der L3-L4 oder L5-S1 (Ischias) Nervenwurzeln.
Die ausstrahlenden Schmerzen können von Muskelschwäche, Lähmungen, Parästhesien und verminderten Reflexen begleitet sein.
In schweren Fällen, kann ein Bandscheibenvorfall Symptome wie plötzliche Schwäche der unteren Extremitäten, Parästhesien der unteren Extremitäten und des Perineums, sexuelle Impotenz, Harnverhaltung und Verstopfung hervorrufen.
Therapie
Ob und wie weit sich eine Bandscheibe regenerieren und somit auch heilen kann, ist nach wie vor Gegenstand von Untersuchungen. Neuere Studien zeigen jedoch eine Regenerations- und Heilungsfähigkeit.
Entscheidend dafür ist eine gezielte und adäquate Rehabilitation – und eine grosse Mitarbeit und Disziplin der Patient*innen, da die vollständige Erneuerung einer verletzten Bandscheibe eine lange Zeit in Anspruch nimmt.
Die grosse Herausforderung für die Patient*innen ist es nicht in alte Muster zu verfallen. Nachdem die Schmerzen abgeklungen sind, ist mit eventuellen Rückfällen zu rechnen.
Die teils lange Rehabilitation sollte sich an den physiologisch ablaufenden Stadien der Wundheilung orientieren. Eine erneute und ständige Schädigung des neu aufgebauten Gewebes durch Über- oder Fehlbelastung sollte vermieden werden.
Häufige Positionswechsel zur regelmässigen Ent- und Belastung, sowie eine aktive Haltung der Wirbelsäule mit einer allfälligen Haltungskorrektur fördern die physiologischen Reize auf die Bandscheiben.
Weiter ist oft eine Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Koordination nötig, da sich auch diese durch einseitige Belastungen oder Fehlhaltung verschlechtert bzw. abgeschwächt hat.
Die Therapeut*innen kennen die anatomischen und physiologischen Gegebenheiten und wissen bei Verletzungen oder Beschwerden / Problemen, welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen. Gerne beraten und instruieren wir Sie bezüglich Trainings- und Übungsmöglichkeiten.