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In der Intensivstation werden Patienten behandelt, bei denen durch eine Krankheit oder einen Unfall lebenswichtige Organfunktionen komplett oder teilweise ausgefallen sind. Mit lebensrettenden Massnahmen wird versucht, diese ausgefallenen Organfunktionen möglichst rasch wieder herzustellen. In der Regel ist es dabei notwendig, Katheter, Schläuche und Sonden einzulegen, um Diagnose, Überwachung und Therapie erst möglich zu machen. Wir möchten Ihnen helfen, zu verstehen, wie die Schläuche und Sonden heissen, und weshalb sie verwendet werden müssen. Scheuen Sie sich nicht, das Behandlungsteam direkt zu fragen.
Jede einzelne dieser Sonden wird grundsätzlich nur dann eingelegt, wenn sie für den Patienten, bzw. für dessen Therapie auch wirklich notwendig ist. So werden denn auch die meisten dieser Sonden nur vorübergehend eingesetzt und wieder entfernt, sobald der Patient diese nicht mehr benötigt. Einige dieser Sonden und Schläuche können völlig schmerzlos eingeführt werden. Andere werden entweder unter lokaler Betäubung, oder aber beispielsweise während der Operation in Narkose eingelegt.
Wache und kooperative Patienten verstehen in aller Regel die Notwendigkeit dieser Massnahmen gut und tolerieren die verschiedenen Schläuche und Sonden problemlos. Wenn ein Patient hingegen nicht genügend wach oder unkooperativ ist, so kann es für den Patienten schwierig sein, die Wichtigkeit und Notwendigkeit all dieser Massnahmen einzusehen. Deshalb ist es wichtig, ihnen die Notwendigkeit gut zu erklären und sie zu unterstützen.
Die Herzkurve auf dem Monitor nennen wir in der Fachsprache 'Elektrokardiogramm oder auch abgekürzt EKG. Über Elektroden, die direkt auf die Brust des Patienten geklebt werden, und einem Kabel sind die Patienten mit dem Monitro verbunden. Das EKG zeigt die elektrische Aktivität des Herzens an. Damit kann der Herzrhythmus kontinuierlich kontrolliert werden. Der Patient ist auch dann überwacht, wenn sich niemand des Behandlungsteams in der Nähe befindet.
Wird der Blutdruck direkt über eine Kanüle in einer Arterie oder Vene gemessen, so entsteht eine Messkurve auf dem Monitor.
Unter lokaler Betäubung wird ein sehr dünner Plastikschlauch direkt in eine Pulsader (Arterie) eingelegt. In den meisten Fällen wird für diesen Zweck eine Arterie am Handgelenk gewählt. In bestimmten Situationen muss dieser Katheter in eine alternative Arterie (z.B. in die Leistenarterie) eingelegt werden. Auf diese Weise kann der arterielle Blutdruck viel genauer gemessen werden als mit der üblichen Methode mittels Manschette, wie Sie es vielleicht vom Hausarzt kennen. Diese Technik kommt vor allem bei Patienten mit einem kritischen Kreislauf, oder deren Blutdruck aus anderen Gründen sehr engmaschig kontrolliert werden muss, zur Anwendung.
Die Blutdruckmessung erfolgt über eine Manschette, die meistens am Oberarm, seltener am Unterschenkel angebracht wird. Sie wird entweder vollautomatisch oder manuell aufgeblasen. Das angezeigte Resultat auf dem Überwachungsmonitor zeigt den arteriellen Blutdruck an.
Die Überwachung des Sauerstoffgehaltes im arteriellen Blut geschieht über eine kleine, rot leuchtende Messsonde (Pulsoxymetrie), die an den Fingern, an das Ohrläppchen oder an die Nase geklemmt wird. Das Pulsoxymeter misst gleichzeitig auch den Puls.
Wir unterscheiden zwischen einem peripheren und einem zentralen Venenzugang. Diese unterscheiden sich in der Grösse und dem Einlageort. Mittels eines Katheters können dem Patienten Flüssigkeiten (z.B. Infusionen) und Medikamente, aber auch unter Umständen Blut entnommen werden.
Beim zentralen Venenkatheter handelt es sich um einen Gefässkatheter, der in ein grosses, herznahes (zentrales) Venengefäss eingelegt wird. Typische Orte, an denen solche Katheter platziert werden, sind der Hals, im Bereiche des Schlüsselbeins, oder aber die Leiste. Ausserhalb des Körpers hat ein solcher Katheter häufig mehrere Anschlüsse, über die verschiedene Medikamente parallel verabreicht werden können. Solche Venenkatheter sind notwendig, um bestimmte Medikamente oder Infusionslösungen, zu verabreichen. Nebenbei können mit solchen Kathetern die Druckverhältnisse im Bereiche der rechtsseitigen Herzhöhlen gemessen werden. Mit hoch spezialisierten Kathetern können sogar die Druckverhältnisse im Bereiche des Lungenkreislaufs, sowie die Herzleistung genau ermittelt werden.
Katheter zur Blutwäsche (Dialysekatheter) sind spezielle Katheter, die ähnlich wie die zentralen Venenkatheter, in ein grosses venöses Gefäss eingelegt werden. Diese Katheter findet man meistens im Bereiche des Halses, des Schlüsselbeins, oder in der Leiste. Über diese Katheter wird Blut aus dem Gefässsystem des Patienten kontrolliert abgeleitet, in einem durch Pumpen gesteuerten Filtersystem „gereinigt“ und anschliessend dem Patienten wieder zugeführt. Dieses Blutreinigungsverfahren nennt man auch Dialyse oder Hämofiltration. Diese speziellen Katheter müssen immer dann eingesetzt werden, wenn die Nieren des Patienten ihre Funktion nicht oder nur ungenügend wahrnehmen können.
Wenn die Niere ihre Ausscheidungs – und Entgiftungsfunktion nicht mehr wahrnehmen kann, muss die Niere unterstützt werden. Dabei wird das Blut des Patienten in einem sich ausserhalb des Körpers befindlichen Filtersystem gereinigt und den Patienten anschliessend wieder zurückgegeben. Sobald die Niere ihre
Funktion wieder wahrnehmen kann, wird die Nierenersatztherapie gestoppt. Erholt sich die Nierenfunktion nicht mehr oder nur ungenügend, so muss unter Umständen eine definitive Hämodialyse installiert werden.
Der Blasenkatheter wird entweder durch die Harnröhre, oder selten direkt oberhalb des Schambeines durch die Haut in die Blase eingeführt. Der Blasenkatheter erlaubt die Messung der stündlich produzierten Urinmenge. Die genaue Messung des Urinvolumens ist in der Intensivmedizin eine sehr wichtige Messgrösse.
Viele Patienten auf der Intensivstation können aufgrund ihrer kritischen Krankheit nicht selber essen und nicht selber trinken. Dennoch müssen diese Patienten unbedingt ernährt werden, damit sie genügend Kalorien (Energie) und genügend Flüssigkeit erhalten. In den meisten Fällen geschieht diese Ernährung mittels einer den Bedürfnissen angepassten Nährlösung und werden über eine Ernährungssonde über die Nase in den Magen oder aber in den Dünndarm geleitet.Für die Ernährung der Patienten braucht es manchmal eine Ernährungssonde. Die Sonde (Magen – und Dünndarmsonden) wird über die Nase in den Magen oder in den Dünndarm eingelegt. Einerseits können damit angestaute Magen – oder Darmsäfte abgeleitet werden anderseits erlaubt eine solche Sonde den Patienten zu ernähren oder Medikamente zu verabreichen. Kann oder darf der Patient voraussichtlich über eine längere Zeit nicht selber essen, so können diese Sonden (PEG - Sonden) unter lokaler Betäubung durch die Bauchwand hindurch (perkutane endoskopische Gastrostomie) direkt in den Magen bzw. den Dünndarm eingelegt werden.
In einigen Fällen kann die Ernährung nicht über den Magen oder den Darm erfolgen, weshalb die Ernährung über den Blutkreislauf erfolgen muss (parenterale Ernährung). In diesen Fällen müssen die Nahrungskomponenten (Fette, Zucker, Eiweisse, Vitamine und Spurenelemente, Mineralstoffe) in löslicher und in steriler Form über einen zentralen Venenkatheter direkt in den Blutkreislauf verabreicht werden.
Die Thoraxdrainage (Plastikschlauch in der Brusthöhle) hat einen etwas grösseren Durchmesser. Sie müssen dann eingeführt werden, wenn sich viel Flüssigkeit, Blut oder freie Luft zwischen dem Rippen– und Lungenfell ansammelt und den Patienten in seiner Atmung massiv behindert. Sie werden entweder während einer Operation in Narkose oder unter lokaler Betäubung eingelegt.
Die Hirndrucksonde wird meistens während einer Hirnoperation in Narkose eingelegt. Sie kann aber auch schmerzlos in Lokalanästhesie eingeführt werden. Sie dient zur Ermittlung der Druckverhältnisse im Innern des Schädels bei einer Hirnschwellung. Bei einigen dieser Sonden besteht zudem die Möglichkeit das Hirnwasser kontrolliert abzulassen, um den Druck, welcher auf das Hirn einwirkt, zu senken.
Mittels unterschiedlichen technisch äusserst aufwändigen Apparaten kann die Herz- oder Lungenfunktion (Kunstherz, Extrakorporale Membranoxygenierung [ECMO]) unterstützt werden. Erholt sich das Organ (Herz oder Lunge) kann der Patient von diesen Apparaten langsam und kontrolliert entwöhnt werden.