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Diese eleganten Kinojuwelen Europas machen Filmschauen zum Erlebnis.
Electric Cinema – Grossbritannien
Das Electric Cinema in London öffnete 1911 seine Pforten. Jahrzehntelang konnte das Kino durchgehend geöffnet bleiben. Als neue Eigentümer in den 80er-Jahren das Gebäude nicht mehr als Kino betreiben wollten, formierte sich eine «Campaign To Save The Electric», die dies verhindern konnte. 2001 brachte der Zufall schliesslich die rettende Idee: Der Nachbarladen des Kinos wurde geschlossen und das Kino wurde zu einem luxuriösen Filmtheater mit angeschlossenem Restaurant umgebaut. Die klassischen Kinosessel wurden durch 98 Armsessel mit Lederüberzug ersetzt, im hinteren Teil gibt es zweisitzige Ledercouches und ganz vorne Liegesofas. Neben dem Kinosaal befinden sich das Electric Diner und im ersten Stock ein privater Club nur für Mitglieder.
Le Capitole – Schweiz
Die Bauarbeiten des Théâtre Capitole, die 1927 begonnen, wurden in einem Film festgehalten, der in der Cinémathèque Suisse aufbewahrt wird. Aufgrund des Gefälles wurde das Lausanner Kino nicht wie damals üblich in die Höhe, sondern in die Breite gebaut und 1928 eröffnet. Im ursprünglichen Saal hatten 1‘077 Personen Platz, heute immer noch 867. Vor allem in der Nachkriegszeit war das Kino, das über modernste Technik verfügte, oftmals mehrere Abende hintereinander ausverkauft und abends konnten in der Avenue du Théâtre keine Autos mehr fahren, da sich so viele Menschen vor dem Kino und auf der Strasse drängten. Im Jahr 2019 begann eine umfangreiche Renovierung des altehrwürdigen Hauses. Es wird um einen zweiten Saal im Untergeschoss, ein Café und eine Mediathek erweitert. Das grösste sich noch in Betrieb befindende Kino der Schweiz soll damit «The Swiss House of Cinema» werden.
Metropolis Kino – Deutschland
Im Oktober 1952 wurde das Metropolis Kino in Hamburg, das nach Plänen des Architekten Johannes Bräger gestaltet wurde, unter seinem anfänglichen Namen Dammtor-Theater eröffnet und zeigte als Non-Stop-Kino an die 100 Vorstellungen pro Woche. Im Laufe der 60er-Jahre wechselte das Kino immer wieder seine Besitzer, bevor es 1979 von der Initiative Kommunales Hamburg e.V. übernommen wurde. Diese eröffnete das Kino unter dem Namen Metropolis und dem gleichnamigen Film von Fritz Lang wieder. Am 1. November 2011 wurde es in den Räumen des 12-geschossigen Metropolis-Hauses neben der Staatsoper wiedereröffnet. Während des Umbaus hatte man die seit 2007 denkmalgeschützten Originalelemente des Kinosaales eingelagert und dann im Untergeschoss des Neubaus wieder eingebaut. Heute besitzt das Metropolis Kino einen modernen Kinosaal mit 270 Sitzplätzen und erstrahlt in einem puristisch-eleganten Stil.
Le Grand Rex – Frankreich
Vorbild für das grösste Kino Europas war bei seiner Errichtung in den 1930er-Jahren die Radio City Music Hall in New York City. Der Architekt Auguste Bluysen, der seit der Weltausstellung in Paris 1900 als Spezialist für Ausstellungs- und Vergnügungsbauten galt, gestaltete das Gebäude mit Unterstützung des renommierten rumänisch-amerikanischen Filmarchitekten John Eberson. Am 8. Dezember 1932 wurde wurde das Pariser Kino im Art-Deco-Stil mit dem unübersehbaren weissen Turm mit Namenszug feierlich eröffnet. Der grosse Saal bietet 2‘650 Zuschauern Platz. Er ist prunkvoll mit Statuen sowie arabischen und mediterranen Stilelementen verziert und die Decke ist mit einem Sternenhimmel bemalt. Heute werden in diesem Hauptauditorium jedoch keine Filme mehr, sondern Konzerte und andere Bühnenveranstaltungen gezeigt. Zusätzlich gibt es sechs moderne Säle mit bis zu 500 Plätzen, in denen Filme und Matineen zu sehen sind.
Escape-Room-Fans aufgepasst: Im Le Grand Rex wartet ein mysteriöses Abenteuer!
Filmcasino – Österreich
Ein echtes Schmuckstück der 1950er-Jahre ist das Filmcasino in Wien. Nachdem Kriegsschäden das Kino, das zuvor an jener Stelle stand, zerstört hatten, wurde 1954 unter der Leitung des Architekten Albrecht F. Hrzan das Gebäude renoviert, neugestaltet und als Filmcasino wiedereröffnet. Die Wände sind geschwungen und mit Holzstäben vertäfelt. Darin gibt es kleine Einlassungen, in denen Plakate und Vorankündigungen angebracht werden. Im Eingangsbereich gibt es eine kleine Kassa und im hinteren Teil des Foyers eine Bar. Nach einer Durststrecke in den 80er-Jahren übernahm die Volkshochschule des Stadtbezirks das Kino und führt es mit Erfolg bis heute. Das charmante Kino zeigt heute nicht nur Programmkino und Werkschauen, sondern beheimatet auch das Queer-Filmfestival «Identities» und das «SLASH – Festival des fantastischen Films».