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Das Areal der Raiffeisenbank Münchwilen-Tobel befindet sich an zentraler Lage in Münchwilen. Die Bebauung im Umkreis der bestehenden Raiffeisenbank aus dem Jahre 1979 ist sehr heterogen und fragmentarisch. Einzig im Bereich der Eschlikonerstrasse lässt sich noch ansatzweise eine historisch gewachsene Struktur erkennen. Diese ist geprägt durch die entlang der Strasse aufgereihten Wohnhäuser und die von dieser abgerückten öffentlichen Gebäude mit ihren, durch Baumreihen akzentuierten, Zugangsbereichen. Im Gegensatz dazu folgt das für den Ort prägendste Gebäude, die ehemalige Strumpffabrik Thomann, nicht dem Strassenverlauf, sondern den rückwärtigen Parzellengrenzen. Dadurch öffnet sich die Vorzone zwischen der repräsentativen Hauptfassade und dem Geleise der Bahn zum Areal der Raiffeisenbank. Durch den Ersatzneubau und die angestrebte Verdichtung bietet sich die Möglichkeit die städtebaulich ausgezeichnete Stelle zu besetzen und aufzuwerten.
Ausgehend vom durchgehend aufrecht zu erhaltenden Bankbetrieb nimmt das Projekt die daraus resultierende Etappierbarkeit zum Anlass, das Bauvolumen auf zwei kompakte Baukörper zu verteilen. Dadurch entsteht einerseits eine dem Ort angemessene Massstäblichkeit und anderseits aufgrund der unterschiedlichen Geschosshöhen eine klare städtebauliche Gewichtung. Dabei folgen die beiden Baukörper den jeweiligen Strassenverläufen und übernehmen entsprechend ihrer Nutzung die Prinzipien der Bebauung entlang der Eschlikonerstrasse. Durch das Abrücken des Bankgebäudes von der Strasse und das gleichzeitige Einbinden der Hauptfassade der ehemaligen Strumpffabrik Thomann entsteht zwischen den beiden Fussgängerübergängen an der Frauenfelder- und der Eschlikonerstrasse eine grosszügige einladende Vorzone.
Über die 24h-Zone betritt man die zweigeschossige Kundenhalle, welche sich an der städtebaulich prominentesten Lage befindet und dadurch auch als Schaufenster gegen aussen dient. Sie bildet das Herzstück der Bank und wird als multifunktionaler Raum interpretiert, welcher mittels raumhohen Schiebeelementen sehr unterschiedlich bespielt werden kann. Die neue Kundenhalle dient somit als architektonische Bühne und bietet der Raiffeisenbank die Möglichkeit, sich ihren Kunden als Gastgeber in sehr unterschiedlichen Rollen präsentieren zu können.
Im Wohngebäude erfolgt der Zugang zu den, gegenüber der Strasse leicht erhöhten, Wohngeschossen von der Hofseite. Im Hochparterre befinden sich vier Kleinwohnungen. In den drei darüber liegenden Geschossen erlaubt die Gebäudestruktur durch geringfügige Anpassungen unterschiedliche Wohnungsgrössen in verschiedenen Kombinationen.
Die äussere Erscheinung der beiden Gebäude ist geprägt durch eine starke Gliederung mit vorfabrizierten hellen Betonelementen, dabei werden die horizontalen Deckenverkleidungen gegenüber den Vertikalen leicht betont. Innerhalb der dadurch entstehenden Geschossbändern ist das Stützenraster entsprechend den jeweiligen Nutzungen bewusst differenziert. Im Gegnsatz zum Wohnhaus mit seinem weiten Achsmass und den grosszügigen Verglasungen, wird beim Bankgebäude durch das enge Büroraster die Vertikalität betont. Zusammen mit den dunkel gehaltenen Fenstern und feine Farbdifferenzierungen der Fassadenelemente erhalten die beiden Bauten eine elegante zurückhaltende Erscheinung. Einzig die beiden öffentlichsten Räume des Geschäftshauses, die Kundenhalle der Bank und das Café werden entsprechend ihrer Bedeutung auch aussen durch andere Fensterformate akzentuiert und beleben die fein gegliederte Fassade der neuen Geschäftsstelle der Raiffeisenbank zusätzlich.