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Darstellung:
Kamel und Sänfte sind summarisch von Hand geformt. Die beiden Gesichter sind mit Hilfe einer Form in den Ton gepresst [ergänzter Text von Keel/Staubli 2001
: Nr. 23
: Die Vorderbeine und ein Hinterbein sind abgebrochen].
Diskussion:
Sorgfältiger ausgeführte Varianten zeigen zwei Frauen mit segnend erhobener Hand oder musizierend mit Doppelflöte oder Handpauke. Wahrscheinlich stellen die beiden Frauen die arabischen Göttinnen Al-Lat «die Göttin» und Al-˓Uzza «die Gewaltigste, die Mächtigste» dar. Ursprünglich wurden sie durch zwei heilige Steine repräsentiert (vgl. den Kommentar nach Keel/Schroer 2004
: Nr. 160
), später durch anthropomorphe Frauenfiguren oder auch durch zwei lebende Frauen dargestellt. Der Islam ersetzte sie durch zwei Exemplare des Koran. Das Göttinnenpaar wurde zum Schutz von Kriegs- und Raubzügen mitgenommen. [ergänzter Text von Keel/Staubli 2001
: Nr. 23
: Kostbarere Varianten des Motivs zeigen zwei Frauen mit prachtvollen Gewändern und Frisuren, mit segnend erhobener Hand oder musizierernd, mit Doppelflöte oder Handpauke. Bei arabischen Stämmen gab es in vorislamischer Zeit die Sitte, Gottheiten in Steinen zu verehren, die in kostbaren Palladien auf Kamelen transportiert wurden. Wie bei den Bundestafeln der biblischen Lade spielte dabei die Zweizahl eine Rolle. Erst unter dem Einfluss des Hellenismus wurden die Gottheiten auch menschengestaltig dargestellt. Vermutlich handelt es sich bei den Frauen um die Göttinnen al-Lat und al-Uzza. Die Popularität ihres fröhlichen Prozessionskultes war durch die muslimischen Reformen nicht auszumerzen, sondern nur umzuwandeln. Die islamische Variante war der Transport von zwei Koranexemplaren in einem kostbar geschmückten Palladium auf der Wallfahrt nach Mekka. Bei Beduinen diente das Kamel bis in die Neuzeit als Träger von Stammesheiligtümern].