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Günther Kieser (*1930), Holger Matthies (*1940) und Gunter Rambow (*1938) setzten qualitative Maßstäbe in der Plakatkunst und bestimmten über Jahrzehnte die Entwicklung der kreativen Plakatgestaltung in Deutschland und darüber hinaus. Durch die Verwendung von eigens für das Plakat gefertigten Bild-Objekten und speziell für die Anwendung im Plakat konzipierten Fotos und Fotomontagen von inszenierten Räumen wurde die Gestaltungsfläche um eine „plakative Tiefe“ bereichert. Auch der Umgang mit Typografie griff erstmals in den Raum und erzeugte eine „virtuelle Dreidimensionalität“. Bis dahin galt Räumlichkeit als nicht plakatgemäß, die Fläche sollte rein flächig besetzt und erobert werden.
Kieser, Matthies und Rambow erweiterten die Formensprache des Plakats durch ihre „Raumeroberungen“ auf entscheidende Weise, wobei diese Entwicklung immer die Wirksamkeit des Plakats im öffentlichen Raum steigern sollte.
Die erste Ausstellung des Deutschen Plakat Museums in den neuen Räumen im Museum Folkwang vereint diese drei Gestalter um zu zeigen, welche Kraft von einem Plakat ausgehen kann, mit welcher Dichte an Informationen und Emotionen die Wirkung des Plakats im öffentlichen Raum gesteigert werden kann und damit eine andere Eroberung des Raums möglich ist.