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Im 18. Jahrhundert spielte die Musik in den Dörfern noch keine Rolle. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm sie einen mächtigen Aufschwung und wurde ein bedeutsames Kulturelement. In den größeren Städten und besonders in den Klöstern begann damals eine eifrige Musikpflege. In Zürich hatte schon 1791 der " Vater des schweizerischen Volksgesanges", Hans Georg Nägeli, eine Handlung und Bibliothek für Musikalien, das erste derartige Institut in der Schweiz. In Zürichs Mauern wurden die ersten schweizerischen Musikfeste von 1809, 1812 und 1818 abgehalten, von denen das musikalische Leben ausging. In Breitenbach wurde die Instrumentalmusik schon vor 90 Jahren gepflegt. Den Protokollen des am 30. November 1862 gegründeten eidgenössischen Musikvereins entnehmen wir, dass dieser Organisation bis Ende 1863 14 Musikvereine beitraten, darunter die Musikgesellschaft Breitenbach mit 8 ! Mitgliedern. Es war die weit herum bekannte "Kesslermusik", so genannt nach ihrem Gründer und Dirigenten Adolf Kessler, Wirt und Militärtrompeter. Der kleine Verein konnte dann seine Mitgliederzahl rasch auf 15 erhöhen. Es waren dies: Ad. Kessler, Georg Kessler, Peter Schnider, Augustin Schnider, Joh. Georg Roth, Urs Peter Haberthür, Urs Viktor Roth, Fridolin Schnider, Beda Jeger, Stuber, Förster, Jakob Kilcher, Alb. Schnider, Markus Ackermann, Joh. Miesch, Pius Altermatt, Büsserach. Im Jahre 1867 führte die "Kesslermusik" in Breitenbach ein kantonales Musikfest durch. Leider fehlen über dieses Fest nähere Angaben.
Am 19. August 1877 hielt der neugegründete Kreisgesangverein Dorneck- Thierstein ein erstes Gesangfest in Breitenbach ab. Als Festmusik wirkten mit, die "Kesslermusik" Breitenbach und die Musikgesellschaft Bärschwil. Nach dem im Jahre 1879 erfolgten Tode des begeisterten Musikanten Adolf Kessler, den seine Kameraden mit einem Trauermarsch zur letzten Ruhe begleiteten, ruhten auch die Instrumente einige Zeit. Doch schon 1881 fanden sich wiederum junge, musikfreudige Leute zusammen und erweckten mit 4 alten "Kesslermusikanten" den Verein zu neuem Leben. Den Dirigentenstab führte Georg Studer, Lehrer. Von den Musikanten aus jener Zeit weilen noch 4. Veteranen unter uns :
Albin Allemann, Adolf Jeger, Julius Haberthür, Adolf Studer. Noch heute erzählen diese alten Musikanten mit Freude von einem fröhlichen Ausflug nach Hofstetten, wo damals ihr Dirigent Georg Studer als Lehrer amtete.
Von 1889 an wurde die Musikgesellschaft einige Jahre von Lehrer Leo GaugIer geleitet. Am 19. September 1900 wurde unter neuer Direktion von Viktor Rauber und des heutigen Ehrenpräsidenten Th. Brosi als Aktuar die Musikgesellschaft zu neuer Blüte gebracht.
Ein besonders schönes Fest war der 3. thiersteinische Musiktag vom 17. Juli 1904 in Breitenbach. Leider soll der finanzielle Erfolg sehr gering gewesen sein. Mit diesem Feste war auch die Einweihung einer neuen Vereinsfahne verbunden.
Von dieser Zeit an machten sich unter den Musikanten Spannungen politischer Natur bemerkbar, die mehr und mehr zu einer Entfremdung führten. Ende 1906 kam es zur Trennung in 2 Musikvereine nach politischen Richtungen. Von nun an gab es in Breitenbach eine Musikgesellschaft und einen Musikverein "Harmonie". Wenn man auch am Anfang dieser Trennung einen musikalisch gesunden Konkurrenzkampf betrieb und die Geteiltheit, wie es schien, nie mehr aufhören wollte, so hat es doch bald nach der Trennung einige beherzte Mannen aus beiden Lagern gegeben, die mit aller Kraft auf eine neue Zusammenschließung hin arbeiteten. Jahrelang blieb diese geheime Arbeit der Bevölkerung enthalten, jedoch in den 20-iger Jahren traten die Initianten an die Öffentlichkeit und mit einer Intensivität ohne gleichen wurde auf das Ziel hin geschafft, einen politisch neutralen Verein aus den beiden bestehenden Gesellschaften zu gründen. Das Jahr 1924 brachte den unentwegten Musikanten den Erfolg. E. E