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«Wir retteten uns gegenseitig»
Eine Schicksalsgemeinschaft zwischen Mensch und Tier bildete sich im syrischen Kriegs-Chaos. Findlingshund Barrie und Soldat Sean sind seither unzertrennlich.
Er ist Sprengstoffexperte bei der britischen Armee: Anfang des Jahres musste Sean Laidlaw (30) zu einem Einsatz nach Syrien. Er sollte Bomben und Minen entschärfen. In der umkämpften Stadt Rakka wurden er und sein Team zu einem Gebäude gerufen, das eben explodiert war. Doch anstatt verletzter Menschen fand Sean einen völlig verängstigten Hundewelpen, der bei der Explosion vermutlich seine Familie verloren hatte.
Sean nahm das zitternde Tierbaby mit sich. Der Soldat teilte von nun an seinen Proviant mit dem Welpen, liess ihn auf seinem Feldbett schlafen und nahm ihn tagsüber im Rucksack mit zu seinen Einsätzen. «In diesen Wochen sind wir zu einem unzertrennlichen Team geworden», sagt Sean. Doch als seine Aufgabe beendet war und Sean zurück nach England fliegen musste, durfte er seinen Schützling wegen der Quarantänevorschriften nicht mitnehmen. Es wurde ein trauriger Abschied. Barrie, wie Sean seinen vierbeinigen Freund getauft hatte, blieb bei Kameraden, die auf ihn aufpassen sollten.
Von England aus konnte Sean schliesslich mit Hilfe von Tierschutzorganisationen die aufwendige Überführung seines Lieblings in die Wege leiten. Reguläre Flüge von Syrien gibt es wegen des Bürgerkriegs nicht. Barrie konnte nur vom benachbarten Libanon aus starten. Und auch das erst nach einer zweimonatigen Quarantäne. Zudem musste Sean eine Begleitung organisieren, da Hunde nicht alleine fliegen dürfen.
Nach sieben Monaten war es endlich so weit: Sean konnte Barrie am Flughafen abholen. Doch er fürchtete, dass der inzwischen ausgewachsene Junghund ihn gar nicht mehr erkennen würde. Die Sorge war unbegründet: Barrie jaulte und winselte vor Freude, als er sein Herrchen endlich wieder sah. «Die ganze Aktion hat mich über 5000 Euro gekostet. Ohne Hilfe von Freunden hätte ich das nicht stemmen können», sagt Sean. «Viele sagen, dass ich den Hund gerettet habe. Aber ich weiss, dass er auch mich gerettet hat. Barrie hat mir geholfen, all das Grauen, das ich bei meinem Einsatz erlebt habe, zu ertragen.»