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Die italienische Sprache muss respektiert werden
Am 24. und 25. Oktober tagt im Kanton Glarus die Plenarversammlung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren. Anlässlich dieser Tagung wird die Schweizerische Maturitätskommission die Ergebnisse einer Untersuchung zur Stellung der italienischen Sprache als Unterrichtsfach an Schweizer Gymnasien vorstellen. Die Untersuchung wurde von den eidgenössischen Behörden auf Wunsch des Kantons Tessin durchgeführt. Auslöser war der Beschluss des Kantons Obwaldens, an seinen Gymnasien keinen italienischen Sprachunterricht mehr anzubieten und alle Maturanden, die die italienische Sprache als Maturitätsfach wählen, an die Schulen des benachbarten Kanton Luzerns zu senden.
Dazu zwei Bemerkungen: Die eidgenössische Maturitäts-Anerkennungsverordnung verlangt, dass die italienische Sprache in der ganzen Schweiz als Maturafach angeboten wird. Die Studie der Schweizerischen Maturitätskommission wird nun zeigen, dass eine signifikante Anzahl der Kantone die eidgenössischen Vorschriften in dieser Sache nicht respektiert.
Ich habe Verständnis dafür, dass junge Menschen aus der Deutschschweiz oder der Romandie lieber die numerisch gesehen wichtigere Landessprache als Zweitsprache lernen, statt des Italienischen.
Als Vorsteher des Erziehungsdepartementes des Kanton Tessin und als Mitglied des vor einem Jahr zusammen mit dem Kanton Graubünden gegründeten Forum für die italienische Sprache habe ich nur einen Wunsch: Dass man die Diskrepanz aufhebt, gemäss der im Gesetz etwas steht, und in der Praxis anderes gilt, und dieser Widerspruch einfach totgeschwiegen wird. Diese Haltung ist unseres Landes unwürdig, genau so, wie es unseres Landes unwürdig wäre, wenn eine unserer drei offiziellen Landessprachen unter der Hand «halboffiziell» würde.
Ich habe Verständnis dafür, dass junge Menschen aus der Deutschschweiz oder der Romandie lieber die numerisch gesehen wichtigere Landessprache als Zweitsprache lernen, statt des Italienischen. Und ich kann nachvollziehen, dass man im Zeitalter der Globalisierung Englisch lernen möchte. Was ich nicht verstehe, ist, warum eine junge Schweizerin oder ein junger Schweizer nördlich der Alpen nicht wie ihre Kolleginnen und Kollegen des Kantons Tessin alle drei Sprachen erlernen kann: also die beiden Landessprachen und das Englische.
Ich hoffe darum sehr, dass wir in Glarus die Lage klären und dieser paradoxen und illegalen Lage ein Ende setzen können. Die Bestimmungen der eidgenössischen Verordnung müssen wieder im ganzen Land respektiert werden. Sie sind Ausdruck eines wichtigen Grundsatzes unseres eidgenössischen Zusammenhaltes und Zusammenlebens: der Einheit in der Vielfalt.