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Sicherlich war dies ein gutes Argument der UBS, um Ralph Hamers zu ködern: Sein Lohn wird als UBS-Chef immens steigen. ING zahlte Hamers umgerechnet gut 2 Millionen Franken jährlich in den letzten Jahren, einschliesslich Gehalt und einer relativ kleine variablen Vergütung. Im Vergleich dazu erhielt Sergio Ermotti, der die UBS seit fast einem Jahrzehnt leitet, 2018 rund 14 Millionen Franken.
Es gibt keine einheitlichen Regeln, wie die Löhne von Firmenchefs festgelegt werden. Verwaltungsräte berücksichtigen üblicherweise den Umsatz und den Marktwert des Unternehmens und die Höhe der Vergütungen bei der Konkurrenz.
Darüber hinaus müssen die Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben und die Lohnkultur berücksichtigen in dem Land, in dem sie ihren Hauptsitz haben. Daraus ergeben sich manches Mal erhebliche Unterschiede bei Unternehmen, die global operieren und die selbe Zielgruppe anvisieren, die aber unterschiedliche Standorte haben.
Boni von Hamers bisher streng begrenzt
Die Niederlande, wo Ralph Hamers bisheriger Arbeitgeber ING sitzt, begrenzen die Vergütungen für Top-Manager so streng wie wenige andere Staaten in der Europäischen Union. Die Boni dürfen maximal 20 Prozent des Grundgehaltes betragen, verglichen mit 100 Prozent in der europäischen Norm. Mit der Sache vertraute Personen berichten, dass Ralph Hamers nicht glücklich mit dieser Deckelung seiner Kompensation gewesen sein soll.
Anfang 20 schlug der ING-Vorstand vor, die Gehälter von Hamers zu erhöhen, um mehr als 50 Prozent auf umgerechnet 3,6 Millionen Franken, hat aber den Plan dann wieder aufgegeben, nachdem niederländische Politiker und Gewerkschaften sie als übertrieben kritisiert hatten.
Im gleichen Jahr haben Hamers und andere ING-Topmanager entschieden, ihre variable Vergütung nicht zu beziehen, nachdem das Unternehmen eine Busse von 900 Millionen Dollar gezahlt hat zur Beilegung eines Geldwäscheskandals.
Hamers wird am 1. November die Leitung der UBS übernehmen. Als Ermotti 2012 den Spitzenposten bei der grössten Schweizer Bank übernahm, erhielt er eine Entschädigung von rund 9 Millionen Franken. Dennoch gilt: Wie hoch Hamers Vergütung auch sein wird, sie wird verblassen im Vergleich zu den Gehältern der US-Bankenchefs von JPMorgan Chase, Citigroup und Morgan Stanley. Ihre Chefs haben 2019 Löhne von 24 Millionen Dollar und mehr erhalten.
(bloomberg/me)