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Venezuela braucht Hilfe und Gebete
Venezuela leidet unter einer der schwersten ökonomischen und politischen Krisen seiner Geschichte. Die venezolanische Kirche leidet mit den Menschen mit.
Laut dem aktuellen Bericht von Caritas Venezuela stiegen die Lebensmittelpreise aufgrund der Inflation im Jahre 2017 um mehr als 1.300%. Der Internationale Währungsfonds schätzt die Inflation in Venezuela für das Jahr 2018 auf 13.000%. Sie ist damit die höchste weltweit.
Am 1. Mai erhöhte sich der Mindestlohn von 1,3 Mio. auf 2,5 Mio. Bolívar, d.h. um 95%. Es handelt sich um die neunte Lohnsteigerung seit Januar 2017 und um die dritte in diesem Jahr. Trotz der Lohnsteigerung ist es schier unmöglich, irgendetwas zu erwerben. Ein Kilo Hähnchen kostet 2,5 Millionen; ein Kilo Reis, 600.000 Bolívar; zwei Rollen Toilettenpapier, 500.000; eine Flasche Wasser 200.000 Bolívar. Der repräsentative Warenkorb für Grundnahrungsmittel entspricht in etwa 50 Mindestlöhnen.
Die Geistlichen leiden auch
Die venezolanische Kirche leidet mit den Menschen mit. Die Priester und Ordensschwestern leisten Übermenschliches, um ihr Volk zu stützen, zu begleiten und zu trösten. Aber wer kümmert sich um sie, damit sie weder psychisch noch geistlich ermatten? Die durchschnittliche wöchentliche Kollekte beträgt ca. 80.000 Bolívar. Insbesondere die Priester aus den Stadtrandgebieten haben kaum Einnahmen, um den Lebensunterhalt oder die Transportkosten zu bestreiten. Ein Autoreifen kostet 30 Mio. Bolívar. Die Lage wird im Krankheitsfall noch kritischer. Die Arzneimittel sind sehr teuer – viele chronische Krankheiten werden zu tödlichen Erkrankungen. Zu der Wirtschaftslage kommt die politische Krise hinzu. Die Regierung hatte Präsidentschaftswahlen für den 20. Mai angesetzt - Nicolás Maduro wurde wiedergewählt. Die Bischofskonferenz von Venezuela schrieb in ihrer letzten Stellungnahme, dass diese Wahlen widerrechtlich sind: „So, wie sie konzipiert sind, ohne die ausreichenden, für eine freie, zuverlässige und transparente Wahl erforderlichen Garantien, mit Sperrungen von zahlreichen Kandidaten, tragen sie nicht zu einer Lösung der Krise im Land bei. Vielmehr können sie die Krise verschlimmern und zu einer nie dagewesenen humanitären Katastrophe führen.“
Aufruf zur Hilfe
Dem Hilfswerk «Kirche in Not» ist das Leiden des Landes sehr bewusst und ruft dringend zu einer Gebets- und Unterstützungskampagne für Venezuela im Monat Mai auf: „Opfern Sie eine Heilige Messe für Venezuela auf.”
Es geht darum, die Heilige Messe diesem Anliegen in einem doppelten Sinn zuzuwenden: Einerseits durch das Hilfswerk Mess-Stipendien zu bestellen, um den venezolanischen Priestern zu helfen, andererseits öffentlich oder auch privat darum zu bitten, dass in der ganzen Welt in der Heiligen Messe für „den Frieden und das Wohl Venezuelas“ gebetet wird.
Das Böse wird im Überfluss des Guten erstickt. Das Gebet ist die Grundlage für eine Wende. Jede auch noch so kleine Hilfe ist eine grosse Unterstützung für Venezuela. Wenn Sie eine Heilige Messe für Venezuela feiern lassen möchten. Im Namen der Priester in Venezuela danken wir Ihnen für Ihre Unterstützung.
«Kirche in Not» unterstützte Projekte in Venezuela im Jahr 2017 im Umfang von CHF 820.000
Fotos: Impressionen aus Venezuela (Bilder: «Kirche in Not»)