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Um in zwanzig oder dreissig Jahren keine Enttäuschung zu erleben, würde es sich lohnen, das neue Buch «Unsettled» von Steven E. Koonin zu lesen. Koonin ist ein weltweit anerkannter Physiker und Wissenschafter – und war unter Obama zuständig für die Klimawissenschaft.
Er hat direkten Zugang zu allen Quellen der Klimaforschung und bestätigt die Klimabeeinflussung durch Treibhausgase, primär CO2 und Methan, die durch Menschen und Tiere entstehen. Dann wird aber schonungslos mit Fehlinformationen durch Wissenschaft und Medien abgerechnet – schwergewichtig mit der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), die den Input zum Pariser Abkommen geliefert hat. Alle Ausführungen werden mit Grafiken und Tabellen unterlegt und durch Quellenangaben gestützt. Die wichtigsten Kritiken lauten:
- Es ist heute noch nicht möglich, mit Computer-Modellen das globale Klima darzustellen; es gibt zu viele Einflussfaktoren, und die Leistungsfähigkeit selbst der modernsten Supercomputer ist um Faktoren zu gering.
- Die IPCC-Modelle, durch Trickserei (tuning) zu den gewünschten Resultaten verzerrt, können die Vergangenheit nicht darstellen und die Zukunft nicht voraussagen.
- Weder Dürren noch Waldbrände, Tornados und Fluten haben einen Zusammenhang mit der menschengemachten Klimaveränderung, sondern werden zu Gunsten von Schlagzeilen in den Medien überhöht dargestellt. Tatsächlich haben sich Heftigkeit und Vorkommen dieser Naturphänomene seit 50 Jahren reduziert.
- Die Meeresspiegel steigen seit Jahrhunderten um 1-3 mm pro Jahr und folgen einem Zyklus, der zum grössten Teil nicht durch den Menschen beeinflusst wurde und oft mit tektonischen Verschiebungen im Zusammenhang steht.
- Der Einfluss des Menschen auf alle beobachteten Phänomene ist zwar vorhanden, jedoch gering und in jedem einzelnen Fall genauer abzuklären.
- Die Sonne mit ihren Aktivitäten hat einen erheblichen Einfluss auf die Erdtemperatur, was von IPCC heruntergespielt wird.
- In der Strahlungsbilanz wird der wichtige Effekt der Aerosole nicht berücksichtigt.
Der Hintergrund zu diesen Aussagen ist, dass viele Einflüsse noch nicht genauer erforscht sind, insbesondere auch ihre gegenseitigen Wechselwirkungen. Dazu kommt die Tatsache, dass der Anteil des menschengemachtes CO2 mit 4 % von 410 ppm (0,00164 %) in der Luft äusserst gering ist, so dass selbst kleinste Effekte berücksichtigt werden müssen, welche die Modelle gar nicht erfassen können. Nicht umsonst hat der Klima-Guru der ETH, Prof. Reto Knutti, dieses Jahr ein millionenschweres Projekt namens EXCLAIM gestartet, um Wetter und Klima innert der nächsten sechs Jahre lokal modellieren zu können. Offensichtlich fehlen der Forschung noch wichtige Zusammenhänge, um glaubwürdige Antwort auf die Erderwärmung zu geben.
Intelligenter Ersatz von fossilen Brenn- und Treibstoffen
Die Schweiz sollte sich besser Gedanken machen, wie man die fossilen Brenn- und Treibstoffe intelligent und wirtschaftlich verträglich ersetzt und das Verbot zum Bau von neuen und modernen Kernkraftwerken aufhebt, um den steigenden Strombedarf zu decken. Dies würde auch die Problematik des Stromabkommens mit der EU lösen, denn es ist heute schon klar, dass Deutschland und Frankreich in absehbarer Zeit keinen Strom im Winter in die Schweiz liefen können. Damit könnten wir die erfolgreiche Produktion von CO2-freiem Strom fortsetzen und etwas Konkretes für die Umwelt tun.
Es fällt auf: Je geringer das Wissen der am Klima interessierten Kreise ist, desto kürzere Termine werden für Massnahmen zur CO2-Reduktion vorgeschlagen. Insbesondere möchten die fremdgesteuerte «Klimajugend» und die «Friday for Future» Schulstreiker die Ziele möglichst bis «morgen» realisieren. Der Wissensstand in diesen Gruppen ist praktisch bei null. Dennoch übernehmen Politiker ihre Forderungen für parlamentarische Vorstösse.
Noch viel Forschung nötig
In welcher Zeit man Treibhausgase reduzieren kann, wird noch viel Forschung, ökonomische Überlegungen und weltweite Koordination erfordern. Statt einer professionellen Projektplanung wird ausschliesslich auf einmal festgelegten Zielen beharrt, ohne dass die Verantwortlichen die echten Kostenfolgen nennen und jemals zur Rechenschaft gezogen werden können. Ein Vorprellen der Schweiz mit dem – nun abgelehnten – CO2-Gesetz hätte uns nicht weiter gebracht – im Gegenteil.
von Stephan Amacker