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Steffen Max, *1924, Kantonsschullehrer/Politiker
Max Steffen war ein beliebter Lehrer an der Winterthurer Kantonsschule. Als Geographielehrer war er spezialisiert auf Erd- und Gesteinskunde. Politisch engagierte sich Steffen in der Demokratischen und später in der Freisinnig-Demokratischen Partei.
Max Steffen kam am 23. April 1924 im Inneren Lind in Winterthur zur Welt. Dass Schulstuben seine Berufung werden sollten, wusste er noch nicht als er als Kindergartenschüler ins nigelnagelneue Kindergartengebäude an der Lindstrasse einzog. Sein Wohnort an der Oststrasse mit Eltern und einem Bruder lag direkt neben dem Schulareal, wo Steffen später sein Wissen 32 Jahre lang den wissenshungrigen Kantonschülern weitergab. Nach der Grundschule besuchte er die Oberrealschule an der Kantonsschule Winterthur, wo er 1943 mit der Matur abschloss. 1945 erwarb er sich das Fähigkeitszeugnis als Primarlehrer. Er schloss dann aber sofort die Ausbildung zum Sekundarlehrer an, die er in Zürich, Neuenburg und Paris absolvierte. In den Jahren von 1948 bis 1951 studierte Steffen an der Universität Zürich Geographie, Geologie, Zoologie und Physik. 1951 erwarb er das Doktorat mit der Dissertation „Zur Geomorphologie (Landformenkunde) des Luxemburger Ardennenrandes“. Anschliessend folgte die erfolgreiche Zeit als Lehrer und Wissensvermittler. Sie begann 1953 an der Sekundarschule St. Georgen Winterthur. 1957 folgte er dem Ruf der Kantonsschule Winterthur als Geographielehrer. Lehraufträge führten ihn in den Jahren 1960 bis 1979 auch zurück an die Universität Zürich. 1989 trat Max Steffen in den Ruhestand.
Lange Jahre widmete er sich dem Reisen in die grosse weite Welt, der er seit jeher sehr verbunden war. Dies tat er aber nicht nur aus eigenem Interesse, sondern in seiner beruflich aktiven Zeit auch im Hinblick auf einen lebendigen und authentischen Unterricht. Seine mit eigenen Bildern dokumentierten Schilderungen des Gesehenen und Erlebten wurden von der Schülerschaft sehr geschätzt. Ausser Australien bereiste Max Steffen die ganze Welt. Sein Interesse galt vorzugsweise den asiatischen Ländern, als diese noch unbeschwert bereist werden konnten.
1953 heiratete Max Steffen seine aus Payerne stammende Frau Paulette, die er in Zürich kennengelernt hatte. 1969 bezog die junge Familie mit Sohn Pierre Alain und den Töchtern Annemarie und Christine das neue Heim im Grafenhag in Oberwinterthur, welches bis heute sein Zuhause ist.
Neben dem Reisen war Schiessen ein grosses Hobby von Max Steffen. So erzielte er als Mitglied der Schiesssektion des Stadtturnvereins sowohl mit der Pistole als auch mit dem Karabiner regelmässig sehr gute Resultate. Noch im Alter von neunzig Jahren bleibt er einem Sport treu, dem Kegeln, wo er noch aktiv teilnimmt.
35 Jahre lang widmete sich Max Steffen in der Kommission für die pädagogische Rekrutenprüfung der Jugendbefragung. Diese Meinungsforschung über Bildung, Arbeit und Beruf, Gesundheit und Sport, Politik und zivile Verantwortung wurde in allen Rekrutenschulen durchgeführt. Steffens Arbeitsgruppe waren die Schulen des Kantons Zürich und Tessin zugeteilt. Mit dieser Aufgabe gelang es ihm das Denken einer breiter gefächerten Jugend kennen zu lernen. Ähnlich gelagert war seine Arbeit in der Rekurskommission für waffenlosen Militärdienst. Hatte ein militärlastiges Gremium ein Gesuch um waffenfreien Militärdienst abgelehnt, konnte der Gesuchsteller eine zweite Beurteilung durch diese Spezialrekurskommission verlangen. In ihr wurden die menschlich psychologischen Aspekte stärker gewichtet. Bei dieser Arbeit versuchte der Gefreite Steffen aus neutralerer Warte zu erkennen, ob ein von Gewissensgründen geplagter Gesuchsteller oder ein Drückeberger zur Befragung erschienen war.
Sein konziliantes Wesen kam auch in der Politik gut an. 1946 trat er der Demokratischen Partei bei. 1966 wurde er in den Grossen Gemeinderat gewählt. Als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission und auch als deren Präsident verschaffte er sich bald Aufmerksamkeit und Anerkennung. Er fiel vor allem als prägnanter Debattierer auf. Seine kurzen Wortmeldungen hatten Gehalt und waren vielfach mit gutem Humor gewürzt. Im Geschäftsjahr 1979/1980 präsidierte Max Steffen das Winterthurer Stadtparlament aus dem er 1982 zurücktrat.
Max Steffen gilt als hervorragender witziger und stets geistreicher Redner. Das bewies er als Stubenmeister von 1983 bis 1991 in der Herrenstubengesellschaft Winterthur und auch bei den Zusammenkünften der lockeren Gesellschaft der ehemaligen Gemeinderäte.
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