Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03248.jsonl.gz/423

Im Gegensatz zu normal Träumenden, bei denen die Motorik während des Schlafes abschaltet, kommt es bei Menschen mit RBD, rapid eye movement sleep behavior disorder, zu lebhaften Träumen, oft mit aggressiven Inhalten. Im Traum wird der Betroffene gejagt oder attackiert und reagiert mit Schlagen, Treten oder Schreien. Es kann zu Fremd- oder Eigengefährdung kommen. Das Verhalten des Träumenden inklusive seiner Sprache ist nicht typisch für jenes in der Wachphase. Die Auffälligkeiten in der Nacht werden durch die Fehlfaltung von Alpha-Synucleine, einem Transportprotein, verursacht. Als Folge ist die Motorik-Hemmung aufgehoben. Da Synucleine gleichzeitig für die Dopamin-Bildung verantwortlich sind, kommt es wegen der Fehlfaltung zur Verringerung der Dopamin-Produktion.
Unfälle und Stürze aus dem Bett
Zu über 90 Prozent sind Männer von dieser Schlaf-Verhaltensstörung betroffen. RBD tritt meist im Alter von 40 bis 70 Jahren auf. In den meisten Fällen sind Betroffene über 60. Nur sehr selten erkranken Menschen unter 40 Jahren an einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung. Die Häufigkeit der Anfälle liegt zwischen einmal in der Woche bis zu mehrmals in der Nacht. Eine REM-Schlaf-Verhaltungsstörung erhöht in erster Linie das Risiko für Unfälle und Stürze aus dem Bett. Oft schämen sich die Traumschläfer für ihr Verhalten und gehen nicht zum Arzt. RBD sollte immer durch einen Arzt behandelt werden. Eine medikamentöse Therapie kann die Lebens- und Schlafqualität vieler Patienten verbessern.
Vier von fünf Betroffenen erkranken an Parkinson
Es gibt noch einen weiteren Grund, warum eine rechtzeitige Diagnose wichtig ist. RBD wurde als Risikofaktor zur Entwicklung von Parkinson eingestuft. Es ist bekannt, dass 80 Prozent aller Betroffenen mit RBD in den nächsten 15 Jahren an Parkinson erkranken. Diese Gewissheit gibt RBD-Patienten die Möglichkeit, sich mit der drohenden Krankheit auseinanderzusetzen und frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen. Laufende Forschungen zu neuen Therapieverfahren, die das Fortschreiten von Parkinson verlangsamen könnten, machen Hoffnung. Nach einer schwedischen Studie können die körperlichen Symptome von Parkinson durch Sport und Bewegung gelindert werden.