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Im Zeichen des Austausches und der Überwindung der Einbahnstrasse in den Beziehungen zwischen europäischen und überseeischen Kirchen war der schwarze Pfarrer Francis Dankwa einer der Brückenbauer in Mission und Kirche. Die Aufnahme in den bernischen Kirchendienst und die Tätigkeit als Gemeindepfarrer in Merishausen-Bargen SH zeugen von der beidseitigen Offenheit zu Gemeinschaft und Dienst.
Francis Dankwa wurde noch während des Ersten Weltkrieges, am 8. Jan. 1918 in Abonse, einem kleinen Dorf des ehemaligen Königreiches Akuapem an der Goldküste geboren. Sein Vater war Bauer und gleichzeitig Priester der höchsten Gottheit seines Heimatdorfes. Nach dem frühen Tod des Vaters kam Francis als Schüler in die Missionsschule. Nach Schulabschluss arbeitete er dort sofort als Hilfslehrer. Nach einer professionellen Lehrerausbildung in Akropong 1939-1943 und weiterer Lehrtätigkeit war er von 1947 bis 1951 Gastschüler im Missionsseminar in Basel. Nach Studien 1951 in Edinburgh kehrte er in seine Heimat Ghana zurück und arbeitete als Hilfspfarrer in Accra, dann von 1952-1962 als Pfarrer in Obuase/Ghana. Am 29. Jan. 1956 war er in Accra ordiniert worden. 1962 begann er in Hamburg sein Weiterstudium, das er mit dem Magisterdiplom abschloss. 1971-1972 war er der erste afrikanische Dozent am Trinity College in Legon, wo er Vorlesungen über Neues Testament und Islam hielt.
Die Kooperation Evangelischen Missionen und Kirchen KEM (die Vorläuferin von mission-21) berief ihn 1972 in den Dienst in der Schweiz, zunächst im überregionalen Team „Brennpunkt Welt“. Hier fand er in Begegnungen und Einsätzen in zahlreichen Gemeinden in der Schweiz vielfältige Kontakte, hielt Vorträge und war auch gefragt für Interviews im Radio und beim Fernsehen. Die Kirchen hatten in jenen Jahren gemerkt, dass Mission nicht nur Sache von Missionsgesellschaften und Vereinen ist, sondern zu den Kernaufgaben der Kirchen gehört und in diese integriert werden musste. Der Austausch von Mitarbeitenden zwischen einer überseeischen Kirche und schweizerischen Kirchen sollte dies unterstreichen und zum Ausdruck bringen. Mission ist keine Einbahnstrasse. Francis Dankwa war von 1972 bis 1980 einer der Zeugen und Förderer dieser Entwicklung in der Schweiz. Als erster Afrikaner wurde er 1975 ins Komitee der Basler Mission gewählt. Die Evangelische Landeskirche des Kantons Bern berief ihn als Mitarbeiter an ihre OeME-Koordinationsstelle und nahm ihn später, am 30. März 1977, auch offiziell in den bernischen Kirchendienst auf, mit Anerkennung der Ordination, welche Dankwa schon 1956 in Ghana zuteil geworden war.
Im Jahre 1978 wurde der Wanderprediger, Seelsorger, Missionsbeauftragte vorübergehend sesshaft: Im Pfarramt der schaffhausischen Landgemeinde Merishausen-Bargen, einer der nördlichsten Gemeinden der Schweiz, diente er während gut zweier Jahre als vollamtlicher Provisor. Er nahm auch regen Anteil an regionalen Anlässen im Bereich Oekumene und Mission und an den Treffen des Pfarrkapitels Reiat-Hegau und des kantonalen Pfarrkonventes.
1980 folgte er seiner Frau Beatrice Kumi Dankwa in die USA. Nach einem freiwilligen diakonischen Dienst in einem Behindertenheim in Ein Kerem in Israel 1983-1988 kehrte er nach Accra zurück, wo er auch seinen Ruhestand verbrachte. Am 25. Aug. 2003 ist er dort vom Schöpfer und Erlöser in die Ewigkeit abgerufen worden.
1951-1952 Accra / Ghana
1952-1962 Obuase / Ghana
1971-1972 erster afrikanischer Dozent am Trinity College in Legon
1972-1977 überregionaler Mitarbeiter der Basler Mission und der OeME-Koordinationsstelle Bern
1978-1980 Pfr. in Merishausen-Bargen SH (Provisor)
Christoph Buff, u.a. nach Angaben seitens der Basler Mission und der Evang.-ref. Landeskirche BE-JU-SO