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Ungefähr 20 Marooner, davon etwa 10 als Gruppe mit dem Zug unterwegs, stürzten sich letzten Sonntag abenteuerlustig in die Tiefen der Romandie.
Im Zug dominierten diverse skurile Themen (u.a. Blasenentzündung) und so war es schon fast erlösend, dass man in Genf endlich im Stadion war und man sich auf das Spiel konzentrieren konnte.
Das Spiel startete mit einigen Minuten Verspätung bei überraschend angenehmen Temperaturen. So ging es auch nicht lange, bis die Spieler warm gelauffen waren.
Bei seinem Comeback gab MarcosDeAzevedo mit einem Schuss nach 2 Minuten bereits die Richtung vor, in die sich der SFC orientieren wollte.
Für den FCA kam Aco Stojkov zu einer ersten Chance, als er sich nach ein bisschen mehr als 10 Minuten und einem Stellungsfehler von Routis plötzlich in guter Abschlusposition befand. Stojkovs Schuss ging dann aber knapp am Genfer Gehäuse vorbei.
7 Minuten später waren es dann aber trotzdem die Aarauer, die etwas zu bejubeln hatten. Bengondo spielte den Ball zurück zu Benito, dieser lancierte Gashi und der fand mit seinem Flankenball den ins Zentrum geeilten Bengondo, welcher Gonzalez mit seinem Kopfball gegen den Lauf erwischte und das 0:1 erzielte.
Nun war Servette schon wieder im Rückstand. Man fragte sich, wie die Mannschaft diesen erneuten Rückschlag hinnehmen werde.
Die Antwort gab MarcosDeAzevedo mit einem Freistoss nur 3 Minuten nach dem Führungstreffer. Ein erster Versuch wurde kurz vor der Strafraumgrenze von Stojkov mit der Hand abgewehrt. Beim zweiten Versuch zirkelte der Brasilianer den Ball über die Mauer hinweg ins Netz. Bolli im FCA-Tor setzte nicht einmal mehr zu einem Abwehrversuch an. Das 1:1 kam genau zum richtigen Moment.
Von da an übernahm Servette das Spieldiktat. João Alves stellte in Minute 24 bereits zum ersten Mal das System um, indem er Verteidiger Routis vom Platz nahm und Stürmer Karanovic einwechselte. Eine Minute danach hämmerte Nater einen Ball aus der Distanz um ungefähr 50 Zentimeter am Tor vorbei.
In der 33. Minute kam Servette zu einem Eckball. DeAzevedo spielte flach zurück auf Rüfli. Dieser setzte zu einem Sprint an, rannte an Ionita vorbei und donnerte das Leder aus umöglichem Winkel zum 2:1 ins Tor. Wieder sah der überraschte Bolli im gegnerischen Tor nicht gut aus.
Chancenmässig gab es in der ersten Halbzeit nichts mehr zu berichten. Eine, respektive zwei Szenen muss man noch ansprechen. Nach einem Foul in der 35. Minute kassierte Aaraus Bengondo die Gelbe Karte. 2 Minuten später der gleiche Spieler auf Höhe des Mittelkreises hart gegen Kouassi ein, was selbstverständlich Gelb-Rot bedeutete. Böse Zungen behaupteten, dass Bengondo Servette in diesen 2 Minuten mehr brachte, als vor ein paar Jahren noch in einer ganzen Saison. Zur Pause stand es 2:1 für die Heimmannschaft, welche zu überzeugen vermochte. Vor allem die Präsenz De Azevedos tat der Mannschaft sichtlich gut.
Nach der viertelstündigen Pause, kamen die Servettiens wieder selbstbewusst aufs Feld zurück. Moubandje lief am linken Flügel nach vorne und flankte zur Mitte. Dort zog BenitoEudis die Beine weg. Anstelle zu reklamieren brauste im Rücken der Abwehr Ex-Aarauer Varela heran und brachte den Ball souverän zum 3:1 im Tor unter. 52 Minuten waren bis dahin gespielt.
Die Calvin-Städter drückten auf das 4:1. G. K. aus G. vergab innerhalb von 5 Minuten zweimal mit dem Kopf, De Azevedo scheiterte mit einer Direktabnahme nach G. K.‘s erstem Kopfballversuch und einem Lupfer aus spitzem Winkel, und Nater verpasste mit einem Halb-Volley aus der Distanz den Torerfolg.
In der 67. Minute lag der Ball schon wieder im Tor der Aargauer. Karanovic spielte einen genialen Pass zwischen 3 Aarauern hindurch zu Eudis, der passte zur Mitte und Karanovic schob ins leere Tor ein. Der Linienrichter sah aber eine Abseitsposition von Eudis und hob die Fahne. Das Tor zählte also nicht. Im Nachhinein zeigen die TV-Bilder aber, dass Eudis klar nicht im Abseits gestanden wäre.
Nach gespielten 71 Minuten musste dann auch Gonzalez wieder einmal eingreifen. Nach einem Zuspiel von Sabanovic auf Ionita konnte der Torwart der Genfer den Ball an sich nehmen.
Im Gegenangriff kam Karanovic zu einer Flankenmöglichkeit, die von einem Aarauer mit dem Oberarm ins Toraus geklärt wurde. Der Schiedsrichter entschied in dieser heiklen Situation aber nicht auf Penalty.
Die „Genfer Festspiele“ gingen weiter. Der eingewechselte Vitkieviez spielte den Ball scharf von rechts in den 5-Meterraum. Bolli zeigte wieder Schwächen und liess den Ball unter sich hindurch rollen. Karanovic nahm diese Tormöglichkeit dankend an und schob locker zum 4:1 nach 79 Minuten ein.
Auch der FCA kam noch einmal zu einer Abschlussmöglichkeit. Stojkov spielte hoch in den Sechzehner hinein. Dort stieg Sabanovic am höchsten und nickte zum 4:2 ein. Gonzalez half da mit einer schlechten Positionierung allerdings noch etwas nach. Dann war Schluss und der SFC ging verdient als Sieger vom Platz. Wenn man die Leistung des spielfreudigen De Azevedos ansieht muss man erkennen, dass man mit seinen Standart-Künsten wohl bereits gegen Kriens und vor allem gegen Wil hätte gewinnen müssen.
Item - für uns Marooner gings dann an die Heimreise.
Trotz eines Chauffeurenstreiks eines Idioten von Bus-Chauffeurs reichte es uns in „Extremis“ auf den geplanten Zug. Steini ergatterte trotz Zeitdruck sogar noch ein paar Bier!
Die restliche Heimreise verging ohne Probleme. Auch der Autosalon zeigte sich nicht störend im Hinblick auf Überbelegung des Zuges.
Am Schluss waren dann alle zu Hause und freuen sich auf das nächste Meisterschaftsspiel vom nächsten Samstag in Nyon.
Servette FC – FC Aarau 4:2 (2:1)
Stade de Genève : 4‘755 Zuschauer Schiedsrichter : Patrick Graf