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Am Sonntag widmen sich New Yorker dem Körper, um ihn beim Joggen zu straffen - oder aber anderen Formen des Glaubens, dem Herrgott etwa. In der orthodoxen katholischen Kirche in der 7th Street East zum Beispiel feiern die Polen um halb 11 mit inbrünstigen Gesängen Gottesdienst und stehen zugleich vor dem Beichtstuhl Schlange, um darin Ballast abzuwerfen. Der Pope - oder wie sind sie zu nennen, die für das Seelenheil Zuständigen? - ist zu hören, wenn auch nicht zu verstehen, wie er lautstark die Sünden wegredet.
Das rote Licht geht an, sobald die Box belegt ist; es sind betende Hände.
Nachts, bei schlechtem Wetter, fällt alles auseinander. Der Blick hinauf zu einzelnen monumentalen Plastiken aus Licht, den Buildings, durchquert graue Nebelschleier. Was im Normalfall wie eine Stadt wirkt - und auch eine ist - zeigt sich in diesen Momenten als verlorene Ansammlung von Inseln aus visualisiertem Stromverbrauch. Strahlende Energieverschwendung zwischen Wolken aus reiner Natur.
Aber jeder Blick in die Höhe kann sich als fatal erweisen, da er die Pfützen ignoriert, die wie alles andere hier immer etwas grösser und auch tiefer sind als anderswo (nicht, weil sie die Giganten spiegeln, sondern weil die Abflüsse anderswo besser funktionieren).
Guckindieluft - Blick hinauf zur Schuhtrocknungs-Installation am Heizungsrohr.
Die Stadt eignet sich besser, zu Fuss, mit der Subway oder dem Fahrrad durchmessen zu werden, als mit dem Taxi. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die bisher benutzten Taxis fast ausnahmslos von Drivern bedient wurden, die nicht fähig waren, das Ziel selber zu finden. Sei es der Chinese mit den langen dünnen Haaren, der keine Ahnung hatte, welche Brücke nach Brooklyn-Bushwick führt, und der noch nicht mal Zähne hatte, um danach zu fragen. Sei es der Mexikaner, in der schwarzen Limousine ohne Zähler, der sich hartnäckig wiederholt weigerte, noch dazu im Stau, die nötige Ausfahrt in Queens anzusteuern, und der bis zuletzt behauptete, sein gps, das ihm einen anderen Weg zeigte als meines, sei im Recht.
Manhattan hat es einfacher, Hier reicht es fast, die Zahlen zu kennen, es geht einfach rauf oder runter, rechts oder links.
Gut zu sehen hier im Modell - der ganze Grossraum, nachgebaut im Queens Museum.
Was Süsses auf den Weg. Da stecken die Worte drin.
(Koscheres Dessert nach einem Nachtessen im Studio mit Freunden. Sieht lecker aus - war es auch. Die Bronzen kommen bald - bin mit Materialien und Techniken am Werkeln und habe wohl auch die Giesserei gefunden, die dann vollzieht …)