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Larry Laffer – mit Halbglatze und im weissen Sakko –, war 1987 der Held der Computerbildschirme. «Der Mann, der Zürich lahmlegt», titelte die Zürcher «Weltwoche». Der Grund: Larry war die Hauptfigur des PC-Spiels «Leisure Suit Larry». Es war das erste Adventure Game, das buchstäblich um die ganze Welt ging. Antiheld Larry Laffer sucht in einer pixelig-bunten, heruntergekommenen Kleinstadt nach käuflicher Liebe. Nur – das Game bestand vor allem aus Sackgassen. Wie kommt Larry an der Bar zu einem Whisky, wie in der Apotheke zu Kondomen? Und vor allem: wie zu einer Frau? Und so tauschten die Spieler per Telefon Tipps aus, vorzugsweise im Büro.
Sie lesen richtig: im Büro. Denn PCs zählten noch nicht zu den Haushaltsgeräten, und Larry verfügte über einen sogenannten boss key, eine Cheftaste – Ctrl-B rief eine fingierte Säulengrafik auf den Bildschirm; war der Chef erst wieder weg, wurde munter weitergespielt. Stunden-, tagelang.
Dabei war Larry am Anfang ein Flop. Nur 4000 verkaufte Spiele liessen Al Lowe, Spielentwickler bei der Softwareschmiede Sierra und einstiger High-School-Musiklehrer in Kalifornien, verzweifeln. Aber dann griff das Virus um sich: Mund-zu-Mund-Werbung befeuerte die Verkäufe, und im Juli 1988 war Larry das drittbeste in den USA je verkaufte Spiel.
Larry machte süchtig, und das lag am gelungenen Plot, an der putzigen Grafik, am schlüpfrigen Humor – und an der revolutionären Spielsteuerung: Anweisungen wurden ganz einfach eingetippt – «Buy whisky» trug Larry an der Bar ohne weiteres einen Rausch ein, «Buy condoms» – Sie wissen schon.
Larry machte seinen Vater Al Lowe weltberühmt: «Leisure Suit Larry» war der erste Blockbuster der Game-Industrie. Und Larry war das erste Game, das, mit einem Virus infiziert, weltweit Schrecken verbreitete.