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Entwicklungskonzeptionen transnational: Die schweizerische Entwicklungshilfe in Asien seit 1945An Lac Truong Dinh
Das vorliegende Promotionsprojekt untersucht die Veränderungen entwicklungspolitischer Konzeptionen und Strategien in der schweizerischen Entwicklungshilfe gegenüber asiatischen Staaten seit 1945. Dabei soll der Entwicklungsdiskurs nicht aus nationalstaatlicher (schweizerischer), sondern aus transnationaler Perspektive untersucht werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die vielschichtigen Interaktionen zwischen schweizerischen und asiatischen Entwicklungshilfe-Akteuren zu gegenseitigen Lernprozessen geführt haben und dadurch den Wandel der schweizerischen Entwicklungskonzeptionen zu prägen vermochten. In empirischer Hinsicht untersucht das Projekt mit Bangladesch und Vietnam zwei Fallbeispiele, die von exemplarischer Bedeutung sind für die schweizerische Entwicklungshilfe in Asien. Aufgezeigt wird, wie die frühen ökonomisch begründeten Entwicklungskonzeptionen ("technische Entwicklungszusammenarbeit") seit den 1960er Jahren durch humanitäre und sozialpolitische Anliegen ergänzt wurden, beziehungsweise wie sich ökonomische, humanitäre und strukturell-sozialpoli tische Entwicklungskonzeptionen gegenseitig beeinflussten. Von besonderem Interesse sind die Ausbreitung der Ernährungshilfe sowie strukturelle Massnahmen wie der Verbesserung der medizinischen Versorgung und weitere gesundheitspolitische Reformen. Methodisch beruht das Projekt auf der quellenkritischen Analyse relevanter Publikationen und Archivbestände (vor allem in der Schweiz) sowie auf der Auswertung von Oral History-Interviews mit schweizerischen und insbesondere auch mit vietnamesischen und bangladeschischen Akteuren.