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Am 27. November 2017 wurde der dritte Umweltprüfbericht der OECD für die Schweiz präsentiert. Verbesserungen in gewissen Bereichen des Klima- und Umweltschutzes wurden gewürdigt, gleichzeitig aber Lücken bei der Ausscheidung von Schutzgebieten, dem Artenschutz und der Umsetzung von Massnahmen zur Förderung der Biodiversität identifiziert.
Die Grundlage für die Beurteilung der Umweltleistungen des Landes bilden die Fortschritte bei der Verwirklichung nationaler Zielsetzungen und der Erfüllung internationaler Verpflichtungen. Der Bericht nennt Empfehlungen zur Stärkung der Umweltpolitik und der Umweltleistung der Schweiz.
Lobend erwähnt werden die Verbesserungen, die bei der Landwirtschaft erzielt worden sind, indem ein Teil der Direktzahlungen von Leistungen zur Förderung der Biodiversität und der Landschaft abhängig sind. Kritisch beurteilt wird der deutlich zu hohe Einsatz von Dünger und Gülle in der Landwirtschaft und die Wasserqualität vieler Seen, welche durch Eutrophierung und Mikroverunreinigungen beeinträchtigt ist. Auch die Ökosysteme von stehenden Gewässern, Uferzonen und Feuchtgebieten sind bedroht.
Über ein Drittel aller Arten sind gefährdet
Im OECD-weiten Vergleich weist die Schweiz einen hohen Anteil an bedrohten Arten auf, obschon die Schweiz 2012 eine nationale Biodiversitätsstrategie entwickelt hatte. Der Aktionsplan wurde aber erst mit 3 Jahren Verspätung im 2017 veröffentlicht. Obwohl Schutzgebiete – dazu gehören auch Waldreservate – erweitert wurden, seien die Flächen nicht ausreichend gross, deren Qualität teilweise mangelhaft und die Vernetzung derselben zu gering.
Die meisten inländischen Wasserökosysteme gelten als bedroht, artenreiche Wiesen gehen verloren und die Auen und Moore haben zwischen 1900 und 2010 36 % respektive 82 % ihrer Fläche eingebüsst. 2012 wurden 36 % aller untersuchten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten als gefährdet eingestuft, 3 % als regional ausgestorben und 5 % als vom Aussterben bedroht klassiert. Mehr als
50 % der Insekten, bei denen Rote Listen vom BAFU existieren, sind mindestens gefährdet oder potentiell gefährdet. Rote Listen sind publiziert für Heuschrecken, Libellen, Prachtkäfer, Bockkäfer, Rosenkäfer und Schröter, Tagfalter und Widderchen, Eintagsfliegen, Steinfliegen, Köcherfliegen.
Geld fehlt
Obwohl die finanziellen Mittel zur Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität erhöht worden sind, seien sie nicht ausreichend, um die für die nächsten Jahre gesteckten Ziele umzusetzen. Es gebe aber Potential, Gelder zu generieren, die für Artenschutz und Biodiversitätsförderung eingesetzt werden könnten. Als Beispiele werden genannt: die Besteuerung von Pflanzenschutzmitteln oder Stickstoffüberschüssen, die Erhebung von Zugangsgebühren im Tourismus oder Biodiversitätsausgleichzahlungen.
Im Gegensatz zu den Begutachtern der OECD ist die Schweizer Bevölkerung bei Umfragen mehrheitlich der Ansicht, der Natur gehe es gut.