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MA-Seminar: Körper vermessen. Entstehung und Entwicklung der «Rassen»-Anthropologie, 1850-1950
UE-L15.02023
|Dozenten-innen: Späti Christina
|Kursus: Master
|Art der Unterrichtseinheit: Seminar
|ECTS: 9
|Sprache-n: Deutsch
|Semester: SP-2024
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkte sich das wissenschaftliche Interesse an der Systematisierung von Tieren und Menschen in «Rassen»-Kategorien immens. In der Zoologie, der Anthropologie oder der Paläontologie fanden sich Wissenschaftler, die versuchten, durch Schädelvermessungen, Grössenmessungen oder Untersuchungen von Haut-, Haar-, und Augenfarben die Menschen zu kategorisieren und damit, zumindest implizit, Hierarchien herzustellen.
Im Seminar verfolgen wir aus einer wissenschaftsgeschichtlichen Perspektive, wie versucht wurde, die Menschheit in «Rassen» mit immer wieder variierenden physischen und psychischen Eigenschaften einzuteilen. Wir verfolgen die Radikalisierung solcher Versuche im Laufe des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis hin zu Sozialdarwinismus und «Rassen»-Hygiene. Dabei stützen wir uns auf eine Vielzahl von Quellen, die sich mit menschlichen Überresten auf Friedhöfen und archäologischen Fundstellen befassten, sich aber auch auf Beobachtungen und Messungen in überseeischen Kolonien, an Schulkindern oder Rekruten stützten.