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Der Fluss Santa Lucía, der Montevideos Süsswasser liefert, wurde seit vielen Jahren nicht gepflegt. Experten hatten schon seit langem davor gewarnt, dass das versandete Flussbett und die vor der Agrochemie ungeschützten Randzonen eine schwere Versorgungskrise auslösen könnten – bis es soweit war: aufgrund der ausbleibenden Regenfälle im südamerikanischen Subkontinent in diesem Sommer und Herbst fiel auch der Wasserpegel der Flüsse in Uruguay, und große Mengen Meerwasser drangen in die Mündungen im Flussdelta des Rio de la Plata ein. So wurde auch die Wasserader der Hauptstadt mit einem hohen Salzgehalt verunreinigt. Das berichtet amerika21.
Auf die Warnungen von Wissenschaftlern gab es keine Reaktion seitens der Regierung von Präsident Luis Lacalle Pou, aber auch keine Mobilisierung seitens der Bevölkerung. Erst als im Mai die Katastrophe nicht mehr zu verbergen war, drangen die ersten Nachrichten ins öffentliche Bewusstsein: Das Wasser habe mit 400 Milligramm (mg) pro Liter einen Salzgehalt, der weit über der Norm der Weltgesundheitsorganisation von 200 Milligramm liegt. Im ärmsten Teil von Montevideo (Cerro) beträgt er sogar 800 mg.
Es hat im Monat Mai zweimal kurze Regenfälle gegeben.