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Die Wurzeln der Brüder-Unität liegen in der böhmischen Reformation des 15. Jahrhunderts, als sich Anhänger des 1415 hingerichteten Reformators Jan Hus im ostböhmischen Kunvald zu einer Gemeinschaft, der Unitas Fratrum ("Brüder-Unität"), zusammenschlossen. Im ersten Jahrhundert zur Volkskirche in Böhmen gewachsen, dann lange Zeit verfolgt, ging eine der ersten protestantischen Kirche beinahe unter. Einige Anhänger gelangten nach Sachsen, wo die Glaubensflüchtlinge auf den Besitzungen von Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760) ein sicheres Asyl erhielten. 1722 wurde in der Oberlausitz der Ort Herrnhut gegründet, in dem sich in den folgenden Jahren eine Lebens- und Glaubensgemeinschaft, die Herrnhuter Brüdergemeine, entwickelte. Neben den Flüchtlingen aus Böhmen und Mähren zog die Ausstrahlung des Ortes auch zahlreiche Angehörige anderer christlichen Denominationen (meist Reformierte oder Lutheraner) an.