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Am 11. November 1918 um 5:45 Uhr unterzeichneten die kriegführenden Parteien ein Waffenstillstandsabkommen, das schliesslich zum Ende des Ersten Weltkriegs führte. 2018 jährt sich dieser historische Tag zum hundertsten Mal.
Im Ersten Weltkrieg führten das Deutsche Kaiserreich und die Österreich-Ungarische Monarchie einen erbitterten Kampf gegen die sogenannte Triple Entente (Frankreich, Grossbritannien und Russland).
Mit dem Kriegseintritt der USA im Jahre 1917 erlangte die Triple Entente eine entscheidende materielle und personelle Überlegenheit. Das Deutsche Kaiserreich und Das Ende des Ersten Weltkriegs wird auch in Frankreich gefeiert. | Bild: Thinkstock Österreich-Ungarn kapitulierten schliesslich und mussten gemäss dem Versailler Friedensvertrag hohe Reparationskosten an die Alliierten bezahlen. Der Krieg dauerte vier Jahre und kostete etwa 9 Millionen Soldaten das Leben.
Der 11. November ist seitdem in vielen Ländern ein nationaler Feiertag, so auch in Frankreich. Jedes Jahr wird der Gefallenen gedacht. In Deutschland hingegen wurde die Kapitulation am 11. November von nationalistischen Kreisen als schmähliche Niederlage dargestellt. Deshalb erfanden sie die «Dolchstosslegende» und behaupteten, dass die deutschen Soldaten gar nicht verloren hätten, sondern von den regierenden Politikern verraten worden seien. Dieser Mythos wurde bis zum Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten verbreitet.
Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Waffenstillstandsabkommens lud der französische Präsident Emmanuel Macron über 60 Staatschefs zu den Feierlichkeiten ein ‒ darunter auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Trump hatte im Vorfeld immer wieder betont, dass die europäischen Staaten mehr für ihre militärische Verteidigung ausgeben sollten; die USA seien nicht mehr bedingungslos bereit, ihre Verbündeten zu schützen. Europäische Staaten, allen voran Frankreich, fordern seitdem eine «EU-Armee», die die Sicherheit aller EU-Staaten gewährleisten solle. Macron betonte vor den Feierlichkeiten, dass eine europäische Armee unumgänglich sei, um sich gegen Bedrohungen von aussen zu schützen. Trump verstand Macrons Aussagen dahingehend, dass auch die USA eine Bedrohung seien. In der Folge setzte der amerikanische Präsident eine Reihe von Tweets ab, in denen er Macron stark kritisierte. Zudem blieb Trump Veranstaltungen, wie etwa einer Friedenskonferenz oder einem Besuch auf einem Soldatenfriedhof fern.
Merkel und Macron zelebrierten währenddessen die deutsch-französische Freundschaft, indem sie gemeinsam einen Gedenkort besuchten und sich in Compiègne ins Gästebuch eintrugen. An diesem Ort unterschrieb Deutschland 1918 den Waffenstillstand; im Zweiten Weltkrieg liessen die Nationalsozialisten dann ebendort die Franzosen die Kapitulation unterschreiben. Dieser demonstrative Akt der ehemaligen Kriegsgegner ist im Hinblick auf die geplante Verteidigungsgemeinschaft zu verstehen, bei der Deutschland und Frankreich eine wichtige Rolle einnehmen werden.
Kriegsopfer der Kolonien
Unter den eingeladenen Staatsoberhäuptern, die den Feierlichkeiten beiwohnten, waren auch viele aussereuropäische Politiker. Während des Ersten Weltkriegs hatten viele europäische Länder Kolonien in Afrika und Asien. Die Kolonien mussten im Namen der Mutterländer am Ersten Weltkrieg teilnehmen. Allein für Frankreich kämpften rund 450 000 Soldaten aus afrikanischen Ländern. Die afrikanischen und asiatischen Opfer wurden aber von der europäischen Geschichtsschreibung vergessen. Erst in den letzten Jahren fand ein Umdenken statt. So sang die französisch-beninische Sängerin Angélique Kidjo vor dem Arc de Triomphe, um an die afrikanischen Soldaten zu erinnern.
Der Waffenstillstand 1918
Macron mahnt Zusammenhalt der Welt
Der Erste Weltkrieg erklärt: Die afrikanische Perspektive
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