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Der 66jährige Willie Colón gehört zu den wichtigsten Exponenten der New Yorker Salsa-Szene. Am 3. September gastiert er im Volkshaus Zürich.
Während viele seiner Mitstreiter bei den Fania All Stars mittlerweile verstorben sind, glänzt Willies Stern immer noch. 1950 in eine puertoricanische Familie hineingeboren, wuchs Willie Colón in der Bronx während einer für die Latino-Musik wichtigen Zeit auf. Der kubanische Mambo-Craze erreichte New York, während bereits im Big Apple heimische Kubaner wie Mario Bauza schon in den 40ern zusammen mit US-Musikern den Latin-Jazz kreiert hatten.
Den aktuellen Trends verpasste 1964 der dominikanische Musiker Johnny Pacheco einen innovativen Kick. Zusammen mit dem Juristen Jerry Masucci rief er das Fania-Label zur Kreation ausgesprochen knackiger Latin-Sound-Mixturen ins Leben, die dem Drive im Big Apple entsprachen. Pacheco und Masucci begannen, mit viel Speed New Yorker Salsa-Varianten auf die Szene zu katapultieren. Im erheblich erweiterten Instrumentarium furzten messerscharf Bläser auf knatternder und rasanter Perkussion durcheinander, es wurde ausgiebig experimentiert, was der New Yorker Latino-Musik für rund zwei Jahrzehnte konkurrenzlose Einzigartigkeit bescherte.
Da passte der sechzehnjährige Posaunist Willie Colón, der 1966 zur Fania-Gang stiess, bestens ins Bild. Colón erwies sich als enorme kreative Bereicherung. Er debütierte mit einem Album, das mit seinem Spitznamen "El Malo" betitelt war. Interessant dann vor allem sein instrumentales "The Hustler" von 1968, der hektische musikalische Beschrieb eines im Barrio umher hastenden Drogendealers und/oder Zuhälters. Der vom Piano vorgetragene Clave mündet in eine krude, mit schrägem Posaunen-Gehupe garnierte Latin-Jazz-Perkussionsorgie.
Die musikalischen Innovationen, die Colón einbrachte, hatten vor allem mit seinem Posaunenspiel zu tun, das später einen Crack wie Eddie Palmieri dazu inspirierte, veritable Posaunenwände in seine Gruppe einzubauen. Wichtig dann Colóns langjährige Zusammenarbeit mit Héctor Lavoe (1946 bis 1993), der ebenfalls puertoricanische Wurzel hat. Puerto Rico besitzt eine eigenständige Kultur und Geschichte, das Land ist keineswegs ein "Ableger Kubas", wie das auch schon in der Presse behauptet wurde. Die östlichste Insel der Grossen Antillen wurde 1898 nach dem Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges von den USA besetzt und gehört bis heute zu den Vereinigten Staaten. 1917 erhielten die Puertoricaner zwar die-amerikanischen Bürgerrechte, der umstrittene Status der Insel trägt jedoch nach wie vor kolonialistische Züge.
Willie Colón machte sich Zeit seines Lebens als politischer Aktivist für die Rechte der Purtoricaner stark, von denen über eine Million in NYC leben. Landsleute wie Marc Anthony, Jennifer Lopez sowie die Reggaeton-Musiker Daddy Yankee und Don Omar - um nur einige zu nennen - tragen heute Essentielles zur modernen Latino-Kultur bei. Willie Colón erweist sich da als wichtiger Pionier.
Hans Keller
Colón unterschrieb mit 15 Jahren einen Vertrag bei Fania und gab sein erstes Album mit 17 heraus. Dort arbeitete er als Posaunist und unterstützender Sänger mit Musikern wie den Sängern Héctor Lavoe, Celia Cruz, Rubén Blades und dem Perkussionisten Ray Barretto zusammen.
Nach Lavoes Tod übernahm Colón selbst den Gesang. Eines seiner Alben, Siembra war lange Zeit die erfolgreichste Salsaplatte aller Zeiten.
Erfolgreichte Hits: Gitana, El Gran Varon, El Idilio, Amor Verdadero, Tiempo Pa Matar und noch mehr.
Support Act: Mercado Negro, Salsa Old School Tanz-Show bei Raulito.
Anschliessend After Party mit international- und national DJ’s.
Sa. 3. September, ab 22h
Volkshaus Zürich (Theater Saal)
Stauffacherstr. 60
8004 Zürich
Türöffnung: 21:00 Uhr
Beginn: 22:30 Uhr
Ende: 4:00 Uhr
Eintrittspreis (VK): CHF 78.00
Eintrittspreis mit LatinoCard (nur AK): CHF 65.00
http://salsa.ch/events/star-willie-colon-star-en-concierto-2016-09-03-volkshaus-weisser-saal-8004-zurich