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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Hanspeter Fischer:
Die «Carte de la Souabe» 1:100 000 (1818–1821)
Cartographica Helvetica 27 (2003) 3–12
Zusammenfassung:
Die Epoche der Französischen Revolution 1789 und der dadurch ausgelösten politischen Umwälzungen bis 1815 war gleichzeitig auch ein Zeitabschnitt mit gewaltigen kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa. Während dieser Zeit erstellten die Militärkartographen der beteiligten Armeen Karten über ausgedehnte Gebiete, so unter anderem auch die Carte topographique de l'ancienne Souabe et d'une portion des pays limitrophes im Massstab 1:100 000.
Dieses grosse Kartenwerk über den ehemaligen Schwäbischen Kreis und die angrenzenden Gebiete entstand während der französischen Besatzung Südwestdeutschlands und umfasst 17 Blätter sowie eine Übersichtskarte. Es wurde im Jahr 1801 auf Veranlassung des die Rheinarmee kommandierenden Generals Jean Victor Moreau (1763–1813) begonnen. Die Carte de la Souabe wird im Norden begrenzt durch die Linie Philippsburg am Rhein – Nördlingen, im Osten durch den Fluss Lech, im Süden durch die Linie Füssen – Bodensee – Basel und im Westen durch den Rhein. Im Süden wird auch ein schmaler Streifen Schweizer Gebiets entlang des Hochrheins abgebildet. Aus finanziellen und politischen Gründen verzögerte sich der Druck der Carte de la Souabe, so dass die Blätter schlussendlich erst zwischen 1818 und 1821 herausgegeben wurden.
Bei der Carte de la Souabe ist die systematische Vorgehensweise – Aufbau eines trigonometrischen Netzes als Gerüst für die topographische Aufnahme, Wahl einer mathematisch einwandfreien Abbildung und die durch genaue Instruktionen geregelte Signaturenwahl und die Reliefdarstellung durch Schraffen – vorbildlich gewesen. Weil aber viele militärkartographische Werke als handgezeichnete Originale aus Geheimhaltungsgründen nicht an die Öffentlichkeit gelangten, war ein richtungsweisender Einfluss auf die allgemeine Entwicklung der amtlichen wie privaten Kartographie gering geblieben.