Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/2922

Vor mittlerweile 13 Jahren hat Entwickler Rocksteady mit "Batman: Arkham Asylum" nicht nur die Marke "Batman" zurück ins Rampenlicht der Videospiele gerückt, sondern ganz nebenbei auch noch das Genre der Action-Adventures revolutioniert. Insbesondere das Kampfsystem, das den Fokus auf fliessende Bewegung und auf das Kontern gegnerischer Angriffe setzt, wird heute noch als Inspiration für viele Titel herangezogen. Die nachfolgenden Titel "Batman: Arkham City" und "Batman: Arkham Knight" gehören ebenfalls zu den besten Spielen ihrer Generation. Ein Game geht dabei jedoch oft unter: Die Vorgeschichte zu "Batman: Arkham Asylum" wurde in "Batman: Arkham Origins" erzählt. Das Projekt wurde aber nicht von Rocksteady entwickelt, sondern von WB Games Montréal selber, und tat sich schwer, die Fans der vorherigen Teile zu begeistern. Ein ähnliches Schicksal erwartet jetzt "Gotham Knights", das abermals von WB Games Montréal kommt. Von vielen Fans schon als "Live-Service" abgetan, hat dieses Spin-off der "Arkham"-Serie einen schweren Start.
Das Ende einer Ära
Einen schweren Start haben auch die vier Protagonisten von "Gotham Knights", denn ihr Ziehvater und Mentor Bruce Wayne (bzw. Batman) ist tot. In einem Kampf mit seinem Erzfeind Ra's al Ghul wird Batman tödlich verwundet und schafft es gerade noch, sich selbst mit dem unsterblichen Assassinen in seiner Höhle einzusperren und die Selbstzerstörung zu aktivieren. In einer letzten Nachricht an seine Familie übergibt er Batgirl, Robin, Nightwing und Red Hood die Verantwortung über Gotham und die Aufgabe, seinen letzten Fall zu lösen.
"Gotham Knights" ist ein schwieriger Fall, wenn es um Kontinuität geht. Vermutlich weil sich ursprünglich eine Fortsetzung zu „Batman: Arkham Knight“ von Rocksteady selbst in Entwicklung befand, diese aber mittlerweile nicht mehr erscheint. Das Resultat ist, dass "Gotham Knights" zwar ungefähr dort startet, wo "Batman: Arkham Knight" aufhörte, es aber eigentlich ein komplett eigenes Universum ist. Zwar werden wichtige Plot-Punkte wie der Tod von Joker übernommen, andere Elemente der Vorgeschichte passen aber nicht mit den früheren Spielen zusammen.
Die düstere und korrupte Stadt Gotham wird nach wie vor von verschiedenen Banden heimgesucht, die dieses Mal eine noch grössere Rolle spielen als zuvor. Als Mitglied der Bat-Familie ist es nämlich eure Aufgabe, Gotham Nacht für Nacht von der Übernahme durch die kriminellen Banden zu bewahren. Zwischen Hauptmissionen erkundet ihr dabei oft die Stadt und verhindert Verbrechen der verschiedenen Banden. Habt ihr aber genügend Hinweise, um das nächste Kapitel einer kriminellen Akte zu starten, sind die Missionen deutlich ähnlicher als Abschnitte in der "Arkham"-Reihe. Lediglich die offene Spielwelt zwischen den Missionen wird hier deutlich anders umgesetzt. Neu sind auch einige der Schurken, denen ihr euch stellt. Der mysteriöse Court of Owls gehört zu den gefährlichsten Gegnern Batmans und wird sich euch im Verlauf der Geschichte entgegenstellen, genauso wie die League of Shadows, die jetzt ohne Ra's al Ghuls Führung einen Grossangriff auf Gotham startet.
Mittendrin sind die vier jungen Protagonisten, die lernen müssen, zusammenzuarbeiten und ihre eigene Vergangenheit und Ängste aufzuarbeiten, wenn sie die Nachfolge von Batman wirklich angehen wollen. Dieser Fokus weg von Batman auf die Geschichte Gothams und seiner Bewohner sowie die Entwicklung der Bat-Familie hat uns sehr gut gefallen und wird in den vielseitigen Missionen und ruhigen Momenten in der Basis gut erzählt. Zwar kommt "Gotham Knights" nicht an die bombastischen Geschichten von "Batman: Arkham City" und dessen Weggefährten heran, es zeigt aber eine andere Seite des Batman-Mythos, die wir so nur selten sehen.