Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03362.jsonl.gz/985

Zum Abschluss ging es Anfang August in den Nordwesten von Kroatien nach Rijeka. Wieder fit und bei guten Wetterverhältnissen mit sehr heissen Temperaturen fühlte sich Alain auf dieser Strecke, welche er bereits kannte, sehr wohl und er freute sich auf das letzte Rennen vom diesjährigen EderCup. Er konnte viel trainieren und am Samstag absolvierte er spasseshalber ein Langstreckenrennen, bei dem auch seine Frau Janine mitgefahren war. Sie belegten den 3. Platz.
Am Sonntag war das Qualifying. Aufgrund der starken Böen hat Alain beschlossen, nur wenig am Runden zu fahren. Er erreichte einen guten Startplatz, d.h. die wichtigen Gegner mussten hinter ihm starten. Alain war zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtwertung auf dem 5. Platz beim EderCup. Mit einem guten Rennergebnis rechnete er sich Chancen für den 3. Rang aus. Nach einem sehr guten Start, wo er bereits zwei Fahrer überholte, konnte er ein sehr konstantes Rennen fahren und er erreichte den 3. Platz, womit er sich auch in der Gesamtwertung den 3. Platz sicherte.
«Der 3. Gesamtplatz war mein angestrebtes Ziel. Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Beim ersten Rennwochenende musste ich ja mit einer gebrochenen Hand fahren, welche auch beim zweiten Rennwochenende noch nicht ganz heil war.»
Nachdem Alain beim ersten EderCup-Rennen auf dem Pannonia Ring bei einem Sturz seine linke Hand gebrochen hatte und er eigentlich erst in drei Wochen diese Hand hätte voll belasten dürfen, hat er sich lange überlegt, ob er beim EderCup in Brünn überhaupt teilnehmen soll. Tatsächlich wurden Alain und seinem Teamkollegen Patrick schon vor der beschwerlichen Anreise nach Tschechien zur 1'000 Kilometer entfernten Rennstrecke in Brünn diverse Steine in den Weg gelegt.
Der Freitag war sehr stressig, da sie u.a. nach einer Autopanne noch Pneus für den Bus organisieren mussten, bevor am Abend das erste Rennen stattgefunden hat. Diese Stresssituation und die Tatsache, dass Alain während zwei Monaten keinen Sport machen konnte, waren natürlich nicht die optimalen Voraussetzungen für das Qualifying. Er war dann doch angenehm überrascht, dass es trotzdem recht gut gelaufen ist.
Am Samstag hatte er noch Gelegenheit für ein kleines Training. Am Sonntag fanden dann wieder ein Qualifying und das zweite Rennen statt. Er erreichte den 4. Platz und den 3. Platz im Eder Cup. Beide Rennen waren eine grosse und interessante Herausforderung, da ca. 50 Fahrer (inkl. Gaststarter und Fahrer von einem anderen Cup) am Start waren.
Obwohl Alain bis jetzt alle Rennen vom EderCup unter schlechten Voraussetzungen bestreiten musste, ist er momentan auf dem 5. Gesamtplatz bzw. punktegleich dem 4. Platz vom EderCup. Zum 3. EderCup-Platz fehlen ihm nur wenige Punkte. Das ist eine vielversprechende Ausgangslage für das nächste und letzte Rennen, welches in zwei Wochen in Rijeka stattfinden wird.
Da der SpeerCup dieses Jahr nicht durchgeführt wird, mussten Alain und sein Team eine Alternative suchen. Sie entschieden sich für den Eder Cup. Dieser zeichnet sich durch seine gute Organisation und das gute SSP Starterfeld aus. Das Eder-Rennteam ist in der IDM in der 600er und 1000er Klasse tätig und ist in der 600er Klasse spezialisiert. Für Alain ist es ein grosser Vorteil, dass die freien Trainings in der 600er Klasse stattfinden. Diese Saison werden die Rennen nur an drei Wochenenden durchgeführt. Sie werden aber umso intensiver, da Alain sowohl bei den Sprintrennen als auch bei den Langstreckenrennen an den Start gehen wird.
Das erste Rennwochenende fand auf dem Pannonia Ring statt. Die Rennstrecke, welche sich etwa 55 km vom Thermalkurort Sarvar in Ungarn befindet, kennt Alain bereits von der Motorrad Schweizer Meisterschaft 2020. Gut vorbereitet wurde er von seiner Ehefrau Janine und seinem Mechaniker Diego vom BroBike Racing-Team begleitet, betreut und unterstützt. Es regnete bereits bei ihrer Ankunft. Grundsätzlich fühlt sich Alain wohl bei diesen Bedingungen und um noch Verschiedenes auszuprobieren, entschied er sich für ein Training. Leider hatte Alain bei diesem Training einen Highsider-Unfall in einer Kurve und verletzte sich an der Hand.
Am Freitag haben Janine und Diego das Motorrad wieder repariert. Da Alains’ Hand aber nicht nur schmerzte, sondern auch stark geschwollen war, konnte er nur mit viel Mühe die Rennhandschuhe anziehen. Auch dabei half ihm sein Team. Alain konnte mit der verletzten Hand die Kupplung beim Herunterschalten nicht mehr bedienen. Schon vor längerer Zeit hatte das Team ein System entwickelt, bei dem Alain nicht mehr kuppeln musste. Dieses konnte jetzt in Betrieb genommen werden. Ausserdem haben seine Helfer einen anderen Tank montiert, damit er in den schnelleren Kurven beim Umlegen des Motorrades besser mit den Beinen arbeiten konnte und somit seine verletzte Hand schonen konnte. Am Samstag absolvierte Alain vorsichtig ein paar Runden mit seiner lädierten Hand und konnte feststellen, dass beide Massnahmen ausgezeichnet funktionierten.
Beim Qualifying waren 28 Rennfahrer am Start. Alain konnte mit seinem Handicap den 13. Startplatz herausfahren. Obwohl dieser Startplatz natürlich unter seinen Erwartungen war, war er trotzdem zufrieden. Wegen dem Kuppelproblem war er beim stehenden Start beim ersten Rennen nicht sicher, ob es auch klappen wird. Glücklicherweise funktionierte es aber recht gut. Alain musste sich beim Rennen «durchbeissen», kämpfte um jeden Platz und erreichte schlussendlich den 6. Platz. Diese Leistung ist genial, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass bei der Mittelhand zwei Kochen gebrochen waren.
Alain fühlt sich sehr gut auf seinem Motorrad. Das nächste Rennen findet am 1. Juli 2022 in Brünn statt. Er hofft, dass bis dann alles wieder gut verheilt ist und er dort wieder angreifen kann.