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Nach Meinung des Freiburger Krippenverbandes gibt es in der ganzen Westschweiz einen Mangel an Kindererzieherinnen und -erziehern mit Hochschulabschluss. Junge Freiburger seien gezwungen, sich in Sion, La Chaux-de-Fonds oder Lausanne ausbilden zu lassen. «Die Situation ist problematisch», schreibt der Krippenverband in einer Medienmitteilung.
Lange Warteliste
Das pädagogische Institut in Lausanne, das die Freiburger aufgrund seiner Nähe bevorzugen, habe eine lange Warteliste. Nach Abschluss eines Praktikums und bestandener Aufnahmeprüfung müssten die interessierten Studentinnen und Studenten zwei Jahre warten, bis sie die Ausbildung beginnen könnten. Dieser Umstand führe dazu, dass sich einige Interessierte für ähnliche Ausbildungen oder weniger qualifizierte Studiengänge entschieden und beispielsweise eine Lehre zur Fachperson Erziehung absolvierten, schreibt der Krippenverband. Es bestehe gar das Risiko, dass Erzieherinnen und Erzieher mit Hochschulabschluss nach und nach durch solche, die eine Lehre absolviert haben, ersetzt werden. Dies umso mehr, da die kantonale Sozialdirektion keine Quotenregelungen vorgibt, nach denen eine gewisse Anzahl des Personals einen höheren Abschluss haben muss.
Berufscharta soll helfen
Die Krippen aber bräuchten weiterhin Personal mit Hochschulabschluss, um die erzieherische Verantwortung einer Gruppe von Kindern gegenüber wahrnehmen und die Entwicklung jedes einzelnen Kindes in einem Gesamtkontext beobachten und unterstützen zu können. Der Krippenverband betont, dass er die Lehre zur Fachperson Erziehung nicht in Verruf bringen wolle. Diese habe ebenfalls ihren Platz in den Freiburger Institutionen. Um aber eine generelle Verschlechterung der Einrichtungen zu verhindern und um die erzieherische Qualität in den Krippen garantieren zu können, hat die Versammlung des Krippenverbandes entschieden, eine Berufscharta vorzubereiten, welches die Bedeutung und Aufgaben der Krippen und die dafür nötigen Mittel präzisiert. Weiter unterstützt der Krippenverein die verkürzte Ausbildung zur Kindererzieherin und Kindererzieher durch die Hochschulen für diejenigen, die bereits eine Lehre zur Fachperson Erziehung absolviert haben. afl