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Netzdaten
Im Gegensatz zu den Daten der Abwasserreinigungsanlagen werden Abflussdaten im Abwassersnetz seltener erhoben und basieren meist auf lokalen Problematiken (Analyse der Kapazität der Sammelkanäle, …).
Punktuelle Messkampagnen zielen speziell auf diese Problematiken ab, beispielsweise zum Nachweis von Fremdwasser. Diese Informationen werden im Allgemeinen in den GEP erfasst.
Die Funktionsfähigkeit der Rückhaltebauwerke im Netz (Entlastungsmenge, -häufigkeit und -dauer etc.) war 2017 Gegenstand einer äusserst detaillierten Analyse Manny, 2017. Auf die Befragung in Form von Fragebögen und Interviews antworteten 73 % der Schweizer Abwasserverbände (118 Verbände), zudem nahmen fast alle Kantone an der Befragung teil. Diese Studie zeigt, dass die Daten von Fangbecken in der Schweiz nur teilweise ausgewertet werden. Dies ist erstaunlich, da die meisten Strukturen (84 %) mit einem System zur Füllstandsmessung ausgestattet sind. In 34 % der Fällen werden die Messdaten zu einem grösseren Zeitschritt als die Messung aggregiert, wodurch sich die Analyse dieser Daten verschlechtert. Zudem werden die Messdaten nur sporadisch oder gar nicht kontrolliert und validiert (41 % der Fälle). Die Datenanalyse verbleibt meist bei den Abwasserverbänden, in 61 % der Fälle werden diese Daten nicht an Ingenieurbüros (z. B. zur Optimierung künftiger Planungen) oder die zuständigen Behörden zur Kontrolle der Anlagenleistung übermittelt.
Es fehlen eindeutig Richtlinien, um die Art der zu erfassenden Daten, die empfohlenen Instrumente und die Datenvalidierungskette zu definieren und so eine optimale Qualität der Informationen zu gewährleisten. Richtlinien dieser Art gibt es beispielsweise in Deutschland DWA, 2014.
Im Fall der integralen Wasserbewirtschaftung ist es entscheidend, über verlässliche Daten zur Steuerung der Stellorgane und zur optimalen Nutzung der Rückhaltereserven zu verfügen. Oft ist auch die tatsächliche Funktionsfähigkeit der Regenüberläufe unbekannt.
In Frankreich besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Einrichtung einer Selbstüberwachung von Regenüberläufen mit mehr als 2000 Einwohnerwerten: Messung der Entlastungsdauer und Schätzung der Entlastungsmenge für Regenüberläufe mit 2000 bis 10’000 Einwohnerwerten sowie kontinuierliche Messung der Abflüsse für Regenüberläufe mit über 10’000 Einwohnerwerten zur Schätzung der Schmutzwassereinleitungen.