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Alle Kompositionen dieses Abends präsentieren im weitesten Sinne Konstruktionen. Sie ermöglichen ein Zusammentreffen verschiedener Ereignisse, welche wiederum etwas in Bewegung setzen. Ferner ist allen fünf Werken eine Reduzierung auf ineinander greifende Strukturen eigen, die in variierter Form den musikalischen Verlauf nach vorne treiben.
John Cages «Third Construction» steht in der Mitte des Programms quasi als Achse und hat einen komplexen, sich verdichtenden und beschleunigenden Verlauf, der zeitweilig durch «Quasi-Naturereignisse» wie Grillen-Zirpen oder das Erklingen eines Muschelhorns aufgebrochen wird. Als ruhiger Kontrast dazu wirkt «Mallet Quartet» von Steve Reich, das mittels sich wiederholender und leicht variierender Patterns eine meditative aber doch treibende Stimmung erzeugt. Bei «Millennium Bug» von Giovanni Sollima hingegen wechseln sich die entspannten Momente mit abrupten, perkussiven Passagen ab. Das Eröffnungsstück «Credo in us» von John Cage präsentiert die grösste Palette an Ereignissen und Konstruktionen in Form einer Collage.
In der abschliessenden Auftragskomposition von Fred Frith verbindet der Einsatz des präparierten Klaviers die Gegenwart mit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie zeigt eine zusätzliche Facette des Themas, indem alltägliche Gegenstände in die Klaviermechanik eingreifen und so den gewohnten Klang des Klaviers verändern. Mit seinem Stück – eine Referenz an die Schaffensperiode der Stücke von Cage – kommen wir programmatisch vom letzten Jahrtausend über das Millenniumsereignis in der Gegenwart an.