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- Im letzten Jahr gab es weltweit so viele Flüchtlinge wie noch nie.
- Ende 2017 waren 68,5 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, wie aus dem Jahresbericht des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervorgeht.
- Damit waren drei Millionen Menschen mehr auf der Flucht, als im Vorjahr.
- 85 Prozent der Flüchtlinge leben in teils bitterarmen Ländern oder solchen mit niedrigen oder mittleren Einkommen.
Neu oder zum wiederholten Mal vertrieben wurden allein im Laufe des vergangenen Jahres statistisch gesehen pro Tag fast 44'500 Menschen – insgesamt 16,2 Millionen. Andere sind seit Jahren vor Kriegen, Konflikten, Gewalt und Verfolgung auf der Flucht.
Flüchtlinge sind für das UNHCR alle Menschen, die aus ihrem Land geflohen sind. Es betreute im vergangenen Jahr 19,9 Millionen Flüchtlinge. Um mehr als fünf Millionen palästinensische Flüchtlinge kümmert sich eine eigene UNO-Organisation (UNRWA). Die Zahl der Flüchtlinge wächst nicht nur durch neue Konflikte und Vertreibungen, sondern auch durch Geburten.
Grösste Bürde tragen ärmere Länder
Die grösste Bürde tragen ärmere Länder, wie UNHCR-Chef Filippo Grandi betont: «Manche Leute glauben, die Flüchtlingskrise sei eine Krise in den reichen Ländern. Das ist nicht der Fall.» 85 Prozent der Flüchtlinge lebten in teils bitterarmen Ländern oder solchen mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Er appellierte an die humanitäre Verantwortung reicher Staaten. «Niemand wird freiwillig zum Flüchtling. Aber wir anderen können helfen.»
In keinem Konfliktgebiet sei eine Lösung in Sicht, kritisierte Grandi. Fast 70 Prozent der Flüchtlinge stammen nach Angaben des UNHCR aus fünf Ländern. «Wenn es Lösungen für diese Länder gäbe, könnten die Zahlen deutlich sinken», sagte er. Es handelt sich um Syrien, Afghanistan, den Südsudan, Burma und Somalia.
Mehr als die Hälfte minderjährig
Unter den Flüchtlingen seien mehr als die Hälfte – 52 Prozent – minderjährig, oft handelt es sich um Kinder, die von ihren Familien getrennt wurden. Die USA waren nach Angaben von Grandi mit einem Beitrag von 1,3 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr der grösste Geber des UNHCR. Allerdings hätten sie die Zahl der Plätze für die Umsiedlung von Flüchtlingen von 110'000 auf 45'000 reduziert.
Grandi legt grosse Hoffnungen in eine neue weltweite Vereinbarung über den Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen, die im Herbst bei den Vereinten Nationen in New York verabschiedet werden soll. Dabei geht es unter anderem um mehr Geld für die Bekämpfung der Fluchtursachen.
100'000 kehrten zurück
Fünf Millionen Vertriebene seien im vergangenen Jahr in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Eine permanente neue Heimat fanden aber nur 100'000 Menschen, 40 Prozent weniger als im Jahr davor. Es seien nicht genügend Plätze angeboten worden, so das UNHCR.