Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/182565

<h2>SubmittedText<h2><p>Die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen minime positive Bewegungen. Gleichzeitig hat der unerklärte Anteil am Lohnunterschied nur wenig abgenommen, von 40,9 auf 39,1 Prozent. Ernüchternd ist die gegenläufige Entwicklung im öffentlichen Sektor.</p><p>- Wie erklärt sich, dass der Lohnunterschied im öffentlichen Sektor leicht und der unerklärte Anteil davon stark angestiegen ist?</p><p>- Wirkt die Charta zur Lohngleichheit nicht?</p><p>- Massnahmen des Bundesrates?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es ist erst das zweite Mal, dass das Bundesamt für Statistik die Lohnungleichheiten im gesamten öffentlichen Sektor gemessen hat, nämlich 2012 und 2014. Es ist deshalb heikel, bereits jetzt Tendenzen abzuleiten. Im öffentlichen Sektor sind die Lohnunterschiede stabil geblieben (16,5 Prozent im Jahr 2012 und 16,6 Prozent im Jahr 2014). Der unerklärte Anteil bleibt bedeutend; er liegt bei rund 40 Prozent des festgestellten Lohnunterschieds, was immerhin 6,9 Prozent des Lohns ausmacht. Um diesen unerklärten Anteil zu erhellen, bedarf es einer vertieften Analyse.</p><p>Die Charta zur Lohngleichheit im öffentlichen Sektor wurde am 6. September 2016 von Bundesrat Alain Berset mit den Kantonen und Gemeinden lanciert. Deshalb konnte sie noch gar keine Auswirkungen auf die Zahlen von 2014 haben. Die Resultate der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2014 zeigen aber, dass die Charta und damit das verstärkte Engagement von Bund, Kantonen und Gemeinden in Sachen Lohngleichheit notwendig sind. Die Charta wurde inzwischen von 20 Gemeinden, 10 Kantonen und dem Bund unterzeichnet. Am 26. Oktober 2016 hat der Bundesrat zudem das EJPD beauftragt, bis Sommer 2017 eine Teilrevision des Gleichstellungsgesetzes vorzubereiten. Demnach sollen alle öffentlichen und privaten Arbeitgebenden, die fünfzig und mehr Arbeitnehmende beschäftigen, alle vier Jahre eine betriebsinterne Lohngleichheitsanalyse durchführen.</p>