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Badekleidung zu Beginn des 20. Jahrhunderts
erstellt am 18.1.2016
Unlängst wurde auf Facebook in einer befreundeten Gruppe hitzig über die Bademode des späten, resp. frühenh 20. Jahrhunderts diskutiert.
Für uns natürlich ein Anlass, das Thema bei uns im Blog anhand von Teilen aus unserem Fundus, sowie Bildern von historischen Veranstaltungen zu erörtern
Die Badeanzüge der Damen bestanden meist aus Woll- oder Baumwollstoff oder Trikot. Um 1880 trugen die Damen zum Badeanzug hohe Strümpfe, sowie zum Teil auch eine Art Bademantel, in welchen am Saum Bleigewichte eingenäht hatte, damit dieser unter Wasser blieb. Die Form der Anzüge für Damen waren zudem meist noch sehr unförmig und verdeckten die Weiblichkeit der Trägerin. Ein weiterer Nachteil war das Gewicht der Badekleider. Viele Damen mussten vor dem ertrinken gerettet werden, da die Badekleider mit Wasser vollgezogen das Schwimmen fast verunmöglichten. Wahrscheinlich lag es aber auch daran, dass viele Damen der bürgerlichen Oberschicht einfach gar nicht schwimmen konnten.
Badeanzug der 1890er Jahre aus blauenm Baumwollstoff.
Bild Links: Drei originale Badeanzüge, resp. Badekleider zwischen 1900 und 1920. v.l.n.r. einteiliger Badeanzug aus Baumwolle. Ist im nassen Zusatdn nicht Blickdicht. - Herrenbadeanzug aus schwarzer Wolle um 1915. - Badekleid aus schwarzer Wolle um 1918.
Bild rechts: Originalpostkarte um 1910 mit dem Bild einer Dame in einem Badeanzug. Dieses Badeanzugsmodell dürfet jedoch für viel Aufregung gesorgt haben.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Damenanzüge der Mode angepasst und die Dame zeigt vermehrt ihre Weiblichkeit. Die figurbetonte Mode rief dabei aber auch zunehmend die Feministinnen auf den Plan. Selbst noch 1907 wurde Anette Kellermann aus Australien bei einem Auftritt in den USA als Unterwasser-Ballerina wegen unsittlichem entblössen festgenommen. Ihr Badeanzug hatte weder lange Arme noch lange Hosenbeine.
Bild: Details zum schwarzen Damenbadeanzug der Firma Myers Manufacturing Company aus Los Angeles im Bild oben. Unter dem kleinen Rock verbirgt sich in wirklichkeit eine kleine Schosstasche, welche mir einem weissen Hornknopf geschloessen werden konnte.
Den Herren erging es Bademodetechnisch um 1880 ähnlich der Damen. So waren ihre einteiligen Badeanzüge mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen ausgestattet.
Auch in diesem Fall änderte sich die Mode zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Ärmel komplett verschwanden und die Hose kurz wurde. Der Anzug war aber weiterhin meist einteilig. Auch in den Stoffen standen sich die Herrenmodelle den Damenmodellen in nichts nach. Vor allem Badekleidung aus Wolle ist äusserst kratzig.
Herrenbadeanzüge aus Trikot und Wolle.
Da in vielen Ländern das gleichgeschlechtliche Baden bis Anfang 1900 verboten war, gab es eine ganze Fülle von gesetzlichen Vorgaben, wie dies zu verhindern sei. Vor allem sollten Frauen nicht in der Blickweite von Herren öffentlich baden.
Zum einen wurde in Badeanstalten Stundenpläne verwendet, wann Herren und wann Damen diese benutzen durften und zum anderen kamen an Stränden sogenannte Badekarren zum Einsatz, in welchen sich die Damen umziehen und von diesem direkt ins kühle Nass gehen konnten. Der Badekarren wurde so gleichzeitig als Garderobe wie auch als Sichtschutz verwendet.
Das Thema baden war natürlich auch öfters ein Thema bei Karikaturisten der Jahrhunderwende.
Wir immer können alle hier geziegten Kleider und Accessoires bei uns gemietet werden.