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Louis Specker bietet die erste ausführliche und systematische Darstellung der ostschweizerischen Arbeiterbewegung von den Anfängen der Industrialisierung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
Der Begriff «Arbeiterbewegung» wird hier im umfassendsten Sinne verstanden. Zunächst schildert Specker die Lebensumstände und die zunehmende Verelendung weiter Bevölkerungskreise: Dazu gehörten die Handwerker, die durch die Mechanisierung der Arbeitswelt ihre Erwerbsgrundlagen verloren, die Fabrikarbeiter und Fabrikarbeiterinnen, die den Wechselfällen des Lebens und des Marktes zunächst schutzlos preisgegeben waren, sowie die Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen, die den Konkurrenzdruck der Maschinen verstärkt zu spüren bekamen. Anschliessend macht sich der Autor auf die langwierige Suche nach jenen Mitteln, mit deren Hilfe die Arbeiterschaft ihre Situation zu verbessern hoffte. Specker stellt dabei die ganze Palette der damals propagierten Möglichkeiten der Arbeiterselbsthilfe dar: die politische Aktion mit kommunistischen und sozialistischen Zielvorstellungen oder den gewerkschaftlichen Zusammenschluss, der in der Ostschweiz nicht nur unter sozialistischen, sondern auch unter christlichen und liberalen Vorzeichen erfolgt war. Des Weiteren finden die Hilfeleistungen bürgerlicher Philanthropen und die zuweilen abstrusen Ideen schwärmerischer Weltverbesserer gebührende Erwähnung. Erhebliche Erfolge verzeichnete die mittlerweile institutionell gefestigte Arbeiterbewegung gegen Ende der dargestellten Zeitspanne, in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg