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Progesteron verhindert Frühgeburten besser als Pessare
Wird bei Schwangeren eine verkürzte Zervix festgestellt, steigt ihr Risiko für eine Frühgeburt. Dieses kann mit mehreren Optionen verringert werden – darunter vaginal appliziertes Progesteron oder ein Zervixpessar. In einer neuen randomisierten Studie schnitt die Progesteronbehandlung bei Frauen mit einer stark verkürzten Zervix dabei besser ab.
Die Studie im Journal BMJ zeigt, dass Frauen mit einer Zervixlänge von weniger als 25 Millimetern um die 20. Schwangerschaftswoche mehr extreme Frühgeburten erlitten, wenn sie ein Zervixpessar statt einer Progesteronbehandlung erhielten.
Bei Frauen mit einer Zervixlänge von < 35 Millimetern gab es allerdings keine Unterschiede beim Frühgeburtrisiko und bei negativen Ergebnissen beim Neugeborenen – egal ob sie ein Pessar oder Progesteron anwendeten.
Was bringen Zervixpessare?
Frühgeburtlichkeit – also eine Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche – ist weltweit die häufigste Todesursache bei Neugeborenen. Darüber hinaus ist sie oft mit langfristigen, teils schweren, Gesundheitsproblemen verbunden.
Haben Schwangere Millimetern im zweiten Schwangerschaftstrimenon eine Zervxlänge von weniger als 35, ist ihr Risiko für eine Frühgeburt erhöht. Besonders gefährdet sind Frauen, deren Zervix zu diesem Zeitpunkt unter 25 Millimeter lang ist. Bei ihnen steigt das Frühgeburtrisiko um ein Drittel.
Zur Prävention steht unter anderem vaginales Progesteron in Kapsel- oder Gelform zur Verfügung. Zu seiner Wirksamkeit besteht ein breiter Konsens, betonen die Autoren der vorliegenden Studie. Eine zweite mögliche Behandlung ist die Verwendung von Zervixpessaren. Bei diesen ist die Studienlage aktuell jedoch vergleichsweise uneinheitlich. Einen direkten Vergleich von Pessaren gegenüber vaginalem Progesteron gibt es zudem für Frauen ohne erhöhtes Frühgeburtrisiko noch nicht.
Quadruple P: Was reduziert Frühgeburten effektiver?
Die holländische Studie Quadruple P schloss 612 Frauen ein, bei denen im Zuge einer Routine-Ultraschalluntersuchung zwischen der18. und der 20. Schwangerschaftswoche eine Zervixlänge von unter 35 Millimetern festgestellt wurde. Einschlusskriterien waren eine Einlingsschwangerschaft, sowie kein bekanntes erhöhtes Frühgeburtrisiko (z.B. frühere Frühgeburten, vaginale Blutungen, vorzeitige Wehen).
Die Teilnehmerinnen erhielten randomisiert entweder ein Arabin-Pessar (n=303) oder eine tägliche Behandlung mit vaginalen Progesteronkapseln (n= 309).
Als primäres Ergebnis der Studie diente ein zusammengesetzter Endpunkt aus ungünstigen perinatalen Ergebnissen, die bei Frühgeborenen vermehrt auftreten (z.B. Lungenerkrankungen, nekrotisierende Enterokolitis, Sepsis, oder Tod des Babys vor oder kurz nach der Geburt). Sekundäre Ergebnisse waren die Raten spontaner Frühgeburten vor Vollendung der 28., 32., 34. und 37. Schwangerschaftswoche.
Weniger extreme Frühgeburten mit Progesteron bei stark verkürzter Zervix
Bei den negativen neonatalen Ergebnissen gab es in der Gesamtpopulation, die Frauen mit einer Zervixlänge von unter 35 Millimetern umfasste, keinen Unterschied bei Schwangeren mit einem Pessar gegenüber mit Progesteron behandelten Frauen.
Der zusammengesetzte Endpunkt trat bei 19 Teilnehmerinnen mit Pessaren (6% auf, sowie bei 17 (6%) der Schwangeren, die mit Progesteron wurden. Auch die Rate an spontanen Frühgeburten war hier nicht signifikant unterschiedlich.
Frauen in einer vordefinierten Subgruppe von Schwangeren mit einer Zervixlänge von unter 25 Millimetern hingegen hatten einen Vorteil, wenn sie mir Progesteron behandelt wurden. Bei ihnen traten mit einem Pessar öfter Frühgeburten vor der vollendeten 28. Schwangerschaftswoche ein, als mit Progesteron (10 von 62 [16%] vs. 3 von 69 [4 %]; relatives Risiko [RR] 3,7 [95%-KI: 1,1-12,9]). Auch unerwünschte perinatale Ergebnisse waren in der mit Progesteron behandelten Frauen – nicht signifikant – seltener (12 vs. 24 %; RR 2,1; 95 %-KI: 0,95%-KI: 0,95 – 4,6).