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Die Keimung
Im Samenkorn ist der genetische Bauplan des Hanfes gespeichert. Entstanden durch die geschlechtliche Vermehrung der weiblichen und männlichen Pflanzen, enthält der Samen Erbanlagen beider Elternsträucher. Die vorhandenen Gene sind entscheidend für seine Krankheits- und Schädlingsresistenz, sowie dessen Cannabinoid-Anteile oder das Aussehen. Daher ist ein gutes Saatgut eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Aufzucht.
Die Hanf-Samen reagieren sehr schnell auf den ersten Wasserkontakt. Innerhalb von wenigen Minuten beginnt eine Art Embrio im Korn drei chemische Substanzen zu produzieren: Auxin, Cytokinin und Gibberellin, diese regen das Wachstum des Keimlings an.
- Auxin: Leitet das Wachstum ein. Wird in den Wurzel- und Stengelspitzen nachgewiesen. Verhindert das Wachstum niedriger Zweige.
- Cytokinin: Fördert das Wachstum in die Breite und die Zellteilung.
- Gibberellin: Beeinflusst das Stengel- und Blätterwachstum
Innerhalb kürzerster Zeit durchbricht die Wurzelspitze die Samenschale. In der Regel dauert es zwischen einem und fünf Tagen, wobei das Alter der Samen und die Temperatur der Umgebung diesen Prozess beeinflussen.
Die kleine Wurzel wächst weiter und beginnt Nährstoffe zu absorbieren. Noch ist sie nach wie vor von den Nährstoffen im Korn abhängig. Nach einigen Tagen kommen die Keimblätter zum Vorschein. Die Wurzel wächst weiterhin der Schwerkraft folgend immer tiefer ins Substrat. Die Keimblätter entfalten sich und die Pflanze richtet sich der Sonne oder der Lichtquelle entgegen. Mit dem ersten Licht, das die Blätter erreicht, beginnt die Pflanze mit der Produktion von Zucker durch Photosynthese.
Wie gehe ich vor?
Es existieren viele Techniken, welche zur Keimung angewendet werden können. Grundsätzlich läuft es aber bei allen auf dasselbe hinaus. Die Samen werden befeuchtet und regelmässig kontrolliert. Optimaler Weise bei einer Raumtemperatur zwischen 21 und 26 Grad Celsius. Es sollte genügend Feuchtigkeit vorhanden sein. Sobald die Keimlinge die Schale aufgerissen haben und die Wurzelspitze zu sehen ist, werden sie in ein Medium gepflanzt. Hier ein Beispiel einer häufig genutzten Technik:
Die Samen werden in einer Schale oder Tasse in Wasser für maximal 24h eingeweicht. Länger sollten die Samenkörner nicht im Wasser sein, da sonst Fäulnis und Sauerstoffmangel zum Problem werden.
Bei einigen Samen wird nach dem Einweichen bereits eine Wurzelspitze zu erkennen sein. Die Samen können nun in ein Medium gesetzt werden. Noch geschlossene Samen werden oft zusättlich in ein feuchtes Papiertuch gelegt, bis die Wurzel zu sehen ist. Überflüssiges Wasser sollte in diesem Fall ablaufen können. Danach oder auch ohne das weitere Einlegen, kommen auch diese in ein Medium. Die Samen müssen mit grösster Vorsicht behandelt werden, damit die noch junge Wurzel nicht beschädigt wird. Die nötige Feuchtigkeit wird regelmässig kontrolliert. Die Wurzel darf direktem Licht nicht zu lange ausgesetzt sein.
Schon in dieser frühen Phase gibt es einige Möglichkeiten, die Umstände für das Wachstum der Hanf- Pflanze zu optimieren:
Das Medium spielt eine wichtige Rolle. Im Samenkorn sind Nährstoffe für die ersten Stunden und Tage vorhanden, danach benötigt der Keimling Nährstoffe aus einer anderen Quelle. Eine gute Möglichkeit sind Jiffy Torfquelltöpfe. Diese werden in Form von ziemlich kompakten Pellets verkauft. Im Wasserbad gehen sie auf und legen etwa das siebenfache an Volumen zu. Anschliessend können die Samen eingesetzt werden. Torf besitzt ideale Eigenschaften um die frühe Wurzelbildung der Pflanze zu unterstützen. Nach einigen Tagen wird die Pflanze samt Jiffy in die Erde gesetzt.
Das Wasser bietet eine weitere Möglichkeit der Optimierung. So kann zum Beispiel mit einer 0.5%-igen Wasserstoffperoxid-Lösung ein Schutz gegen Krankheiten geboten werden (Ein Teil Wasserstoffperoxid mit fünf Teilen Wasser mischen). Auch verdünnter Komposttee kann mit seinen lebenden Organismen, Keimlinge und Setzlinge vor Krankheitserregern schützen und das Wurzelwachstum fördern. Auch eine leichte Düngermischung fördert das Wachstum zusätzlich.
Die ersten richtigen Blätter
In den nächsten Tagen werden weitere Blätterpaare wachsen und das Wurzelnetz verdichtet sich. Kurz nach der Keimung ist die Pflanze sehr empfindlich. Ein zu feuchtes oder sauerstoffarmes Medium kann schnell zu Pilzinfektionen oder Stenglefäule führen. Auf keinem Fall darf das Medium komplett austrocknen, da dies die Wurzeln schädigen würde. Gibt es erste Anzeichen für zu wenig Wasser, ist schnelles Handeln gefragt. Oft ist es schon zu spät für eine Korrektur. Zusätzlich sollte genügend Licht zum Sämling gelangen, ansonsten wird der Stängel relativ lang und dünn, was wiederum zu instabilen Pflanzen führt. Sollte dies der Fall sein, kann mit einem Zahnstocher ein bisschen Stabilität geboten werden. Hat man den Samen in einem Torfquelltopf Wurzeln bilden lassen, wird die Pflanze umgetopft, sobald sich zwei bis drei neue Blätterpaare gebildet haben.