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Jakob Probst, 1939, Elektra, Solothurn,
am Kreuzackerquai bei der Kreuzackerbrücke
(vor der GIB)
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"Was, mein Herr, dort am Ende der Kreuzackerbrücke steht eine Bronze-Plastik?" - Eine deprimierende Erfahrung - wo bleibt nur die Kultur hier und heute auf der Strecke? Kaum jemand in Solothurn hat diese Figur je gesehen. Seit mehreren Jahrzehnten steht sie schon dort. Man kann in der Nähe auf der Strasse irgend jemand fragen. Jedenfalls so am 9.1.2012 in der Zeit zwischen 14:20 und 15:30. Und wenn jemand sie gesehen hat, so weiß die Person dann nicht, wen die Dame dort oben auf dem Sockel denn auch darstellen sollte. Nur eine Person, ein älterer Mann, kam der Sache nahe: "Das ist die Energia!" So trug es der Schall. Er hatte offensichtlich genügend Zeit in seinem Leben gehabt aufzupassen, wenn etwas erzählt wurde. Energie und Elektrizität haben miteinander etwas zu tun. Elektrizität und Elektra höchstens, wenn es Wut und zucken betreffen könnte. So unbekannt steht Elektra, die Tochter des Agamemnon und der Klytaimnestra, König von Mykene und wesentlicher Mitstreiter im trojanischen Krieg, heute auf dem Sockel. Sie ist die Schwester der Iphigenie und des Oreste, aber von Tisamenos und Chrysothemis. Ursprünglich soll sie Laodice geheißen haben. Aha! - Ja! - Oh, vielleicht ist das der Grund dafür, dass sie heute in Solothurn auf der Strasse in der Nähe ihres Standbildes praktisch niemand mehr als Elektra kennt. Sie schreit trotzdem, auch unerkannt, ununterbrochen ihre Wut, hier in Richtung zur aufgehenden Sonne. Auch die Wut über das Rasseln 1939, zum beim Beginn des 2. Weltkrieges?
Was tat sie denn, die Elektra, über die es sogar eine Oper gibt ? - Hier kurz die Geschichte:
Als König Agamemnon vom Trojanischen Krieg zurückkehrte und seine Gattin Klytaimnestra sehen wollte...
Elektras Vater Agamemnon war auch ein kultisches Epitheton (Hinzugefügtes, später Gekommenes) unter welchem Zeus in Sparta angebetet worden ist. Der Göttervater Zeus schleuderte den Blitz. Und nach dem Tod Agamemnons schleudert also seine Tochter Elektra, auf Rache sinnend, den Blitz ihres Vaters. Diese spartanische Version des Geschehens passt hervorragend an diesen Ort: Elektra steht hier mitten in der Stadt als Anklang an Solothurns Zentrumsfunktion in der alten Eidgenossenschaft, als Sitz des französischen Botschafters, zur Rekrutierung von Soldaten für fremde Mächte. Schnee von gestern? - Nein, die Geschichte lässt sich nicht ändern, auch wenn einige auf der Strasse sie vergessen haben!
Hier entsteht auch die Frage: Kann Elektra als Rechtfertigung und auch als Vorbild für einen auf ideologischer Grundlage geplanten Mord in der eigenen Familie dienen? - Sogar Jahrtausende später, in einer Hochkultur, welche eine Nazi-Zeit erdulden musste?
Die Oper dazu stammt von Richard Strauss, das Libretto von Hugo von Hofmannsthal.
Eine andere gleiche Elektra steht in Pratteln: Siehe Link.
Problem: Ist eine dieser Skulpturen jene Elektra, die Probst angeblich für die Schweizerische Landesausstellung 1939 in Zürich geschaffen hat?
http://www.gebrueder-duerst.ch/turicum/wirtschaft/landi_39/landesausstellung_1939.html

| Bedeutung von Elektra (wie man
sie in Lexika findet):

So wie Freud den Ödibuskomplex, hat Jung den Elektrakomplex entdeckt beziehungsweise gefasst - oder erfasst. Zentral ist darin die überstarke Bindung der Tochter an den Vater...
Fotos mit Canon PowerShot A2100 IS - Blende/ Brennweite automatisch.
Gelinkte Bilder in Länge und Breite je auf 35 % reduziert, aufgehellt bei Bedarf, erstellt am 9.1.2012. Letzte Änderung dieser Seite am: 10.02.2012 .
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