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Lacrime e Sospiri
Aufführende: 3
Dauer: ca. 50’
Instrumente: Cembalo, Gambe
Musik von S. D’India, G. Frescobaldi, G. F. Sances, G. Ghizzolo, C. Monteverdi
Voi che ascoltate in rime sparse il suono / Di quei sospiri ond'io nudriva il core (Die ihr, wie sie durch meine Reime weben, / Den Seufzern lauscht, womit mein Herz ich nährte): So lautet der Anfang von Petrarcas «Canzoniere». Dieser Text, der von Sigismondo d’India vertont wurde, ist in gewisser Weise eine captatio benevolentiae, um die Zuhörer wohlwollend einzustimmen. Das Flüstern der Liebe, die ewige Leidensquelle, wird im ständigen Dialog mit den Tränen, die für den trauernden Liebhaber ein beliebter und enger Dialogpartner sind, überführt und ausgekostet. Das Verhältnis zwischen Tränen und Leiden ist von Vertrauen und Trost gefüllt (Care lacrime mie, Sì dolce è il tormento). Das ideale Medium, um diese tiefen Emotionen zu vermitteln, ist das «Lamento a voce sola» (Klage für Solo-Stimme), eine von den Komponisten des frühen siebzehnten Jahrhunderts besonders geliebte Form. Die tiefe Ausdruckskraft der Texte bot die Gelegenheit, die ausdrucksvollen Möglichkeiten des neuen Stils, der Seconda Prattica, zu entwickeln, von denen Komponisten wie Sances, Frescobaldi und Monteverdi starke Befürworter waren.