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Damals hatten Martina Hingis und Patty Schnyder die Schweiz bis in den Final geführt, der gegen Spanien knapp verloren ging. Jetzt sind Belinda Bencic (WTA 11) und Timea Bacsinszky (WTA 15) die Hoffnungsträgerinnen im Einzel. Bencic wird am Samstag das Duell gegen Deutschland mit ihrem Match gegen Andrea Petkovic (WTA 23) eröffnen. Bacsinszky soll danach gegen die umjubelte Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber (WTA 2) als Spielverderberin auftreten.
Für das Doppel steht Martina Hingis, die Weltranglistenerste und Seriensiegerin, bereit. Wer an ihrer Seite spielen wird, ist offen. Jede Partnerin ist möglich, auch die unerfahrene Viktorija Golubic, die im letzten April gegen Polen im Doppel eine starke Leistung gezeigt hatte. Die Schweiz ist gut gerüstet für das Duell gegen einen schwierigen Gegner, der als dritte Einzelspielerin Annika Beck (WTA 39) in der Hinterhand hat. Beck schaltete am Australian Open Bacsinszky mit einer überzeugenden Vorstellung aus.
Captain Heinz Günthardt findet, dass die Gastgeberinnen leicht favorisiert sind. Für die Deutschen spricht der Heimvorteil in der 4200 Zuschauern Plätze bietenden Messehalle und die frisch gebackene Grand-Slam-Turniersiegerin Kerber. Wie gut die 28-Jährige die ganze Aufmerksamkeit der letzten Tage vertragen hat und dem Druck bei ihrem ersten Einsatz seit ihrem Coup in Melbourne widerstehen kann, ist eine der womöglich entscheidenden Fragen an diesem Wochenende. Kerbers Selbstvertrauen sei gross, aber die Last, die auf ihren Schultern liege, ebenfalls, meinte Hingis. “Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass der Druck auf sie gross wird.”
Ein Auftakterfolg von Bencic gegen Petkovic würde Kerber unter Zugzwang bringen. Die 18-jährige aus Wollerau hat noch nie gegen Petkovic gespielt. Dafür schon zweimal gegen Kerber, beim US Open 2014 und in Cincinnati vergangene Saison. Beide Begegnungen konnte der Teenager für sich entscheiden. Bacsinszky hat sowohl gegen Kerber als auch gegen Petkovic eine 1:0-Bilanz, wobei beide Partien über sechs Jahre zurückliegen und damit keine Aussagekraft mehr haben.
Im Training machten die beiden Schweizer Einzelspielerinnen auf dem extrem schnellen Belag in Leipzig einen sehr guten Eindruck. Bacsinszky konnte in den letzten beiden Wochen einen Teil ihres Trainingsrückstands wegen der im letzten Oktober zugezogenen Knieverletzung wettmachen. Die Lausannerin freut sich wie immer ganz speziell auf den Fedcup. Seit sie vor zwölf Jahren zum ersten Mal nominiert wurde, hat sie nur eine Begegnung verpasst: “Ich bin zum 20. Mal dabei. Für mich ist es immer aussergewöhnlich, für die Schweiz zu spielen.” Mit drei Siegen im Playoff im letzten Frühjahr gegen Polen trug sie Entscheidendes dazu bei, dass die Schweiz erstmals unter Günthardt in der Weltgruppe I vertreten ist, der nur acht Nationen angehören.
Auf eine Zielsetzung für dieses Jahr will sich Günthardt nicht festlegen. Die Konkurrenz im Wettbewerb ist beachtlich und die Schweiz erstmals seit 2004 überhaupt wieder in der Weltgruppe I und damit im Titelrennen dabei. Sollten die Schweizerinnen im sechsten Fedcup-Duell mit Deutschland den zweiten Sieg einfahren, könnte im Halbfinal Mitte April Titelverteidiger Tschechien warten, der vier der letzten fünf Austragungen für sich entschieden hat. Nur schon dass die Schweiz sich wieder in einer solch guten Position befindet, ist aber bemerkenswert. Als Günthardt im April 2012 das Debüt als Captain gab, konnte er auf keine Spielerin aus den Top 100 zurückgreifen. Die beiden Hoffnungsträgerinnen hatte er allerdings schon im Team: Bacsinszky war damals die Nummer 573 der Welt, die 15-jährige Bencic wurde auf Platz 1111 geführt.
(SDA)