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Der Abschied von Queen Elizabeth II. sorgte weltweit für gewaltige Anteilnahme und ein gigantisches mediales Interesse. Doch die britische Monarchin war nicht die einzige Prominente, deren Tod die Öffentlichkeit im Jahr 2022 bewegte.
Diese Persönlichkeiten verliessen uns im ausklingenden Jahr:
Sidney Poitier (94)
In ärmsten Verhältnissen auf den Bahamas aufgewachsen, schrieb der Schauspieler als Wegbereiter für Schwarze Hollywood-Geschichte. Als erster Afroamerikaner bekam er 1964 einen Oscar für seine Hauptrolle in «Lilien auf dem Felde». Der Star aus Filmen wie «Flucht in Ketten», «Porgy and Bess» und «Ein Fleck in der Sonne» drehte 1997 mit dem Thriller «Der Schakal» seinen letzten Film. 1974 zum Ritter geschlagen, erhielt er 2002 einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk und 2009 die höchste zivile Auszeichnung der USA, die «Presidential Medal of Freedom». Er starb am 6. Januar.
Hardy Krüger (93)
Der Blonde mit dem markanten Gesicht legte im Nachkriegsdeutschland eine rasante Karriere hin. Als «German Hero» und Frauenschwarm war er auch ein international gefragter Leinwandheld. Der Durchbruch gelang ihm 1956 mit dem britischen Kriegsfilm «Einer kam durch». Der gebürtige Berliner spielte in rund 75 Filmen die Hauptrolle, drehte unter anderem mit John Wayne sowie mit James Stewart und Peter Finch. 1963 erhielt er mit dem französischen Film «Sonntage mit Sybill» einen Oscar. Mit der ARD-Reihe «Weltenbummler» schuf er einen TV-Klassiker. Er starb am 19. Januar.
Meat Loaf (74)
Die Karriere des US-Rocksängers, dessen Künstlername auf Deutsch «Hackbraten» lautet, erstreckte sich über sechs Jahrzehnte. Er verkaufte über 100 Millionen Alben und wirkte in über 65 Filmen wie «Rocky Horror Picture Show», «Wayne’s World» und «Fight Club» mit. Nach seinem internationalen Durchbruch mit «Bat Out Of Hell» im Jahr 1977 kam für Meat Loaf erstmal der Absturz. Mit «Bat Out of Hell II: Back into Hell» von 1993 und «Bat Out of Hell III: The Monster is Loose» von 2006 schaffte er aber eindrückliche Comebacks. Meat Loaf starb am 20. Januar.
Madeleine Albright (84)
In Prag als Tochter einer jüdischen Diplomatenfamilie geboren und als Flüchtling in die USA gekommen, wurde die Demokratin 1993 unter Präsident Bill Clinton US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. 1997 rückte Albright als erste Frau an die Spitze des Aussenministeriums der USA und steuerte bis 2001 den Kurs der US-Regierung nach dem Zerfall des Ostblocks. Bis zuletzt meldete sie sich zu Wort, etwa mit Kritik an Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Sie starb am 23. März.
Vangelis (79)
Unter dem Namen Evangelos Papathanassiou geboren, prägte der Grieche die Filmmusik der 80er-Jahre. Mit der Band Aphrodite’s Child gelang ihm bereits ab 1968 eine Reihe von psychedelischen Pop-Hits. Danach startete Vangelis seine Solokarriere und experimentierte mit elektronischer Musik. Er wurde weltberühmt mit Kompositionen für Filme wie dem Oscar-prämierten «Chariots of Fire», «Blade Runner» oder «1492 – Die Eroberung des Paradieses». Er starb am 17. Mai.
Jean-Louis Trintignant (91)
Die französische Filmlegende zählte zu den gefragtesten Charakterschauspielern Europas und drehte mit Regiegrössen wie Costa-Gavras, Roger Vadim, Eric Rohmer und Michael Haneke. Der Südfranzose wirkte als Frauenverführer, Richter, Faschist und Gauner in mehr als 140 Film- und Fernsehrollen mit. Neben der Arbeit am Theater schaffte Trintignant seinen Durchbruch beim Film 1956 mit «Und immer lockt das Weib» als schüchterner Ehemann an der Seite von Brigitte Bardot. Mit Hauptrollen in «Ein Mann und eine Frau», «Meine Nacht bei Maud» und «Drei Farben: Rot» wurde er zum preisgekrönten internationalen Star. Er starb am 17. Juni.
Jean-Louis Trintignant (Bild: Keystone)
Shinzo Abe (67)
Der frühere Ministerpräsident Japans war in seiner Heimat umstritten, doch niemand regierte das Land länger als er. Den einen galt der Rechtskonservative als Patriot, der Japan «zurückholen» wollte zu alter Stärke. Den anderen als skandalumwitterter Populist und aussenpolitischer Hardliner, der Japans pazifistische Nachkriegsordnung revidieren wollte. Bei einem Wahlauftritt in der japanischen Stadt Nara wurde Abe von einem Gegner der umstrittenen Mun-Sekte, mit der er Kontakt hatte, erschossen. Er starb am 8. Juli.
Uwe Seeler (85)
Der 72-malige Nationalspieler war eine Ikone des deutschen Fussballs. Er spielte bei vier WM-Turnieren mit, war Vizeweltmeister 1966 in England und WM-Dritter 1970 in Mexiko. Als einer der besten Mittelstürmer seiner Zeit war er das Gesicht des Hamburger SV, für den «Uns Uwe» von 1953 bis 1972 stürmte. Lukrative Angebote aus dem Ausland schlug er stets aus und blieb dem HSV immer treu. Seine Popularität basierte aber nicht nur auf seinem sportlichen Ruhm, sondern auch auf seinen menschlichen Qualitäten. Er starb am 21. Juli.
Uwe Seeler (Bild: Keystone)
Olivia Newton-John (73)
Mit ihrem Auftritt in dem Filmmusical «Grease» als Sandy an der Seite von John Travolta sorgte die britisch-australische Sängerin und Schauspielerin 1978 für Furore. Die vierfache Grammy-Preisträgerin zählte zu den grössten Stars der 70er- und frühen 80er-Jahre. Und mit «Grease» wurde sie weltberühmt. Newton-John setzte sich seit ihrer Krebsdiagnose 1992 ausserdem für Brustkrebs-Überlebende ein und sammelte Gelder für Forschung und Behandlung. Sie starb am 8. August.
Michail Gorbatschow (91)
Der ehemalige sowjetische Staatschef und russische Friedensnobelpreisträger galt als einer der Väter der Deutschen Einheit und als Wegbereiter für das Ende des Kalten Krieges zwischen Ost und West. Mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) schaffte er die Voraussetzung für den Fall der Berliner Mauer sowie für die Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes. Ende der 80er-Jahre brachte er mit US-Präsident Ronald Reagan eine historische atomare Abrüstung auf den Weg. Für seine Reformen erhielt «Gorbi» 1990 den Friedensnobelpreis. Er starb am 30. August.
Michail Gorbatschow (Bild: Keystone)
Königin Elizabeth II. (96)
«Mein ganzes Leben, sollte es kurz oder lang werden» wolle sie ihren Untertanen widmen, versprach sie an ihrem 21. Geburtstag. Kein Monarch und keine Monarchin sass länger auf dem britischen Thron als sie, die 1952 nach dem Tod ihres Vaters König Georg VI. mit 26 Jahren Königin wurde. Nach sieben Jahrzehnten Regentschaft endete mit ihrem Tod eine Epoche, in der sich Grossbritanniens Rolle in der Welt massiv verändert hat. Die vierfache Mutter war Staatsoberhaupt von Grossbritannien und Nordirland und mehr als einem Dutzend weiterer Staaten, darunter Kanada, Neuseeland und Australien. Ihre Ehe mit Prinz Philipp währte bis zu seinem Tod vor einem Jahr insgesamt 73 Jahre. Sie starb am 8. September.
Jean-Luc Godard (91)
Der französisch-schweizerische Filmregisseur galt als einer der Erneuerer des Kinos. Neben François Truffaut war er Mitgründer der Nouvelle Vague, einer Stilrichtung, die mit technischen und inhaltlichen Konventionen brach. Vielfach preisgekrönt hinterlässt er mehr als 60 Filme, darunter «Ausser Atem» von 1960 mit Jean-Paul Belmondo, «Die Verachtung» von 1963 und «Eine verheiratete Frau» von 1964. Godard erhielt 2010 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, nahm ihn aber wegen seiner Skepsis gegenüber dem Hollywoodkino nicht persönlich entgegen. Er starb am 13. September.
Coolio (59)
«Gangsta’s Paradise» war der grösste Erfolg des US-Rappers, mit bürgerlichem Namen Artis Leon Ivey Jr.. Der Hit hat für viele Hip-Hop-Fans der 90er-Jahre Kultstatus. Der Song, der im Soundtrack des Films «Dangerous Minds» mit Michelle Pfeiffer vertreten ist, brachte Coolio einen Grammy ein. Wegen Drogen- und Waffenbesitzes wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt, wirkte der erfolgreiche Rapper auch in TV-Serien und Filmen wie «Batman & Robin» und «Dracula 3000» mit. Er starb am 28. September.
Jerry Lee Lewis (87)
Der US-Amerikaner zählte mit den bereits verstorbenen Musikern Elvis Presley, Chuck Berry und Little Richard zu den Königen des Rock’n’Roll. Der Rocker mit dem strohblonden Haar gelangte in den 50er-Jahren mit Songs wie «Whole Lotta Shaking Goin› On» und «Great Balls of Fire» zu Weltruhm. Der Künstler mit dem Spitznamen «The Killer» war eine wilde Mischung aus Jazz, Country, R&B und Boogie und berüchtigt für sein aggressives Klavierspiel. Als einer der Ersten erhielt er einen Platz in der Ruhmeshalle des Rock. Sein bewegtes Leben wurde 1986 in «Great Balls of Fire» verfilmt. Er starb am 28. Oktober.
Jiang Zemin (96)
Der frühere Staatschef Chinas und Vorsitzende der Kommunistischen Partei prägte die Theorie der «Drei Vertretungen». Danach sollte die Partei nicht nur Arbeiter, Bauern und Soldaten vertreten, sondern auch die Privatwirtschaft sowie die «fortschrittliche Kultur» und die «breite Masse des Volkes». Unter Jiang Zemin entwickelte sich Chinas Wirtschaft schnell. Auch nach seinem Abgang übte er im Hintergrund Einfluss aus. Er starb am 30. November.
Vivienne Westwood (81)
Mit ausgefallenen Schnitten und provokanten Slogans machte sie den Punk salonfähig: Vivienne Westwood galt als rebellische Kraft in der Mode. Bis ins hohe Alter demonstrierte sie für Umweltschutz und Menschenrechte. Politiker, Künstler und langjährige Wegbegleiter würdigten sie als «kreative Ikone». Gemeinsam mit Malcolm McLaren, dem Manager der Punkband Sex Pistols, führte sie eine Boutique in der Londoner King’s Road. Dann baute sie eine globale Modemarke auf, die heute Geschäfte in Grossbritannien, Frankreich, Italien, Amerika und Asien hat. Sie starb am 29. Dezember.
Pelé (82)
Edson Arantes do Nascimento, wie der brasilianische Fussball-Stürmer mit der Rückennummer 10 hiess, war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Der Weltverband FIFA kürte ihn zum «Spieler des 20. Jahrhunderts». Der Weltmeister von 1958, 1962 und 1970 war mit 77 Treffern in 92 Länderspielen Rekordtorschütze der Seleção. Pelé soll 1281 Tore in 1365 Partien erzielt haben, eine bis heute unerreichte Bilanz. Der Schuhmacherlehrling erhielt beim FC Santos 1956 einen Vertrag und debütierte mit 15 Jahren in der ersten Mannschaft. Mit 16 spielte er erstmals in der Nationalelf und wurde zum «Rei do Futebol». Er starb am 29. Dezember.
Pelé (Bild: Keystone)
Barbara Walters (93)
Die für ihre Talkshow-Moderationen und Interviews mit schillernden Persönlichkeiten bekannte US-TV-Ikone begann ihre TV-Laufbahn 1961 in der «Tonight Show». 1976 avancierte sie zur ersten Nachrichtenmoderatorin im Abendprogramm des US-Fernsehens. Mit ihren Erfolgen ebnete sie den Weg für nachfolgende Fernsehreporterinnen und Nachrichtensprecherinnen weltweit. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren ihre Interviews mit Prominenten wie Fidel Castro, Wladimir Putin, Michael Jackson, Monica Lewinsky und dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad, den sie 2013 von Angesicht zu Angesicht «einen Diktator und Tyrannen» nannte.
Benedikt XVI. (95)
Joseph Ratzinger wurde am 19. April 2005 als Nachfolger von Johannes Paul II. zum Papst gewählt. Knapp acht Jahre später trat der Bayer in einem spektakulären Schritt als erster Papst seit mehr als 700 Jahren freiwillig zurück. Auf ihn folgte der Argentinier Jorge Bergoglio als Papst Franziskus. Benedikt lebte seitdem zurückgezogen im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten. Er starb am letzten Tag des Jahres.
Vic Eugster (82)
Mit Vic Eugster ist am 31. am Morgen der zweite der drei Brüder des legendären Trio Eugster im Alter von 82 Jahren gestorben. Sein hinterbliebener Bruder Alex informierte am Samstag das Schweizer Radio und Fernsehen SRF über den Hinschied. Vics Bruder Guido, das älteste Mitglied des musikalischen Bruder-Gespanns Trio Eugster, war Anfang April 2021 nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren gestorben. Vic Eugster startete seine Karriere mit den beiden Brüdern Guido und Alex im Jahr 1967. Mit Volksmusik-Liedern wie «Läck Du mir» oder «Söll emal cho» erlangte das Trio landesweiten Kultstatus.