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Seit dem Ausbruch des tödlichen Ebola-Virus in Westafrika vor einem Jahr engagiert sich das SRK mit Fachleuten in der Prävention, der Logistik und der Pflege von Erkrankten. Die Epidemie hat sich zwar abgeschwächt, ist aber noch nicht vorbei.
Im März 2014 brach Ebola im westafrikanischen Guinea aus, der Notstand wurde ausgerufen. Schnell griff die tödliche Krankheit auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia über. Eine weitere geografische Ausdehnung konnte bis heute glücklicherweise verhindert werden. Trotzdem forderte das Virus seit dem Ausbruch vor einem Jahr knapp 10 000 Todesopfer. Und Ebola wütet immer noch, wenn auch mit weniger Intensität. In Liberia wurden seit drei Wochen keine neuen Fälle gemeldet. In Sierra Leone und Guinea indes werden noch immer täglich Neuinfizierte registriert, insbesondere in abgelegenen ländlichen Gebieten.
Nothilfe in Zeiten der Epidemie
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) reagierte früh und entsandte als eines der ersten Hilfswerke bereits im April 2014 eine erste Delegation nach Guinea. Sie unterstützte die Internationale Rotkreuz-Föderation, welche die Rotkreuz-Hilfe im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika koordiniert.
Das Engagement im Kampf gegen Ebola ist einer der personalintensivsten Nothilfe-Einsätze in der Geschichte des SRK. Seit Beginn der Krise hat es nebst Hilfsgütern 24 Logistik- und Gesundheitsfachleute nach Westafrika gesendet. Diese unterstützen das jeweilige lokale Rote Kreuz sowie die Föderation in der Prävention und im Umgang mit der Ebola-Krise. Die Gesundheitsfachpersonen kamen vor allem in den beiden Ebola-Behandlungszentren des Roten Kreuzes in Sierra Leone zum Einsatz, wo sie Patienten behandelten, lokales Personal schulten, die Logistik und Sicherheit unterstützten oder Überlebende sowie nicht infizierte Personen nach Hause begleiteten.
Weiter arbeiteten sie in den SRK-Schwerpunktländern Mali, Ghana und Togo mit den nationalen Rotkreuz-Gesellschaften und den Gesundheitsbehörden in der Prävention und schulten u.a. lokale Rotkreuz-Freiwillige im Umgang mit Ebola, damit diese die Bevölkerung aufklären und bei einem allfälligen Ausbruch des Virus sofort reagieren können.
Die Krise wird die Welt weiter beschäftigen. Denn: Mit knapp 25 000 Infizierten und fast 10 000 Toten in einem Jahr ist diese Ebola-Epidemie die bisher schlimmste. Sie hinterlässt viele zerrissene Familien, Waisen und Menschen, die alles verloren haben sowie ein tiefes Trauma in der Gesellschaft. Zudem wirkt sich die Epidemie gravierend auf die Gesundheitsversorgung der betroffenen Länder aus, wie auch auf die wirtschaftliche Situation sowie die Nahrungsmittelversorgung. Die drei am stärksten betroffenen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone gehören ohnehin zu den ärmsten und fragilsten in Westafrika. Ihre schwachen Gesundheitssysteme sind aufgrund der Epidemie praktisch zusammengebrochen. Es braucht noch immer Hilfe und ein international koordiniertes Vorgehen.
Das SRK engagiert sich weiter gegen Ebola und prüft ein längerfristiges Engagement. In den SRK-Schwerpunktländern Ghana und Togo wird zusammen mit den nationalen Rotkreuz-Gesellschaften und den Gesundheitsbehörden die Prävention und Bereitschaft im Notfall ausgebaut. Rotkreuz-Freiwillige werden geschult und informieren die Bevölkerung, wie sie sich vor Ebola schützen können, damit es zu keinem Ausbruch kommt. Rotkreuz-Freiwillige sowie Gesundheitseinrichtungen werden aber auch auf den Notfall vorbereitet, damit sie rasch und konsequent auf einen Ausbruch reagieren können.
Zahlen per 12. März 2015 (kumuliert seit März 2014, Quelle IFRC):
15 339 würdevolle Beerdigungen durch Rotkreuz-Freiwille durchgeführt (von bestätigten Ebola- und Verdachtsfällen)
über 10 000 speziell im Umgang mit Ebola geschulte Rotkreuz-Freiwillige
962 behandelte/betreute Patienten in den Ebola Treatment-Center der Föderation
505 Menschen wurden geheilt entlassen
Infizierte 24 282 und 9976 Todesopfer
über 205 000 Menschen erhielten psychologische Unterstützung