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Jomini, Antoine Henri - Militärstratege + Repond, Nicolas Simon Pierre, Kriegsminister
Der Wert dieses Briefes wird primär durch die sehr seltenen, eigenhändigen Unterschriften des Schweizer Kriegsministers Nicolas Simon Pierre Repond und vor allem von Antoine Henri Jomini (damals Adjutant des Kriegsministers) bestimmt.
Hinweis für den Vorphilatelisten: Schönes Dokument aus der Zeit der Helvetik, datiert 8. März 1799, mit einem Stahlstich Briefkopf des Schweizer Kriegsministers. Dieser Briefkopf hat den Seltenheitswert 9 (bei einem Maximalwert von 13) gemäss Andreas Grünewald*. Auf der Adressseite findet man den roten Poststempel des Zentralpostbüros (Seltenheitswert 8) und den seltenen Handvermerk «bureau de la guerre». * Andreas Grünewald ist der Autor des Buches «Die Helvetische Republik», Band IV, Schriftreihe Schweiz. Postgeschichte.
Der Wert dieses Briefes wird jedoch primär durch die sehr seltenen, eigenhändigen Unterschriften des Schweizer Kriegsministers Nicolas Simon Pierre Repond und vor allem von Antoine Henri Jomini (damals Adjutant des Kriegsministers) bestimmt.
Transkription:
«An den Bürger Nationalpräfekt des Kantons Zürich, Zürich.
Das Kriegsbüro
Luzern, den 8. März 1799
Freiheit – Gleichheit
Der Kriegsminister der einen und unteilbaren helvetischen Republik an den Nationalpräfekten von Zürich. [Korrespondenz des Bürgers Keller mit dem Direktorium]
Bürger Präfekt,
Ich übermache Ihnen anbei die Ausfertigung des Beschlusses des Direktoriums vom 7. des laufenden Monats, der Ihnen anzeigt, mit allen in Ihrer Macht stehenden Mitteln die Kuriere zu unterstützen, die vom Direktorium an den Bürger Keller geschickt wurden, der zum Kommandanten der aktiven Elite ernannt worden ist, und von jenem aus an das Direktorium. Während Sie Ihre Agenten in Kenntnis davon setzen, dass diese Kuriere das Recht besitzen werden, Pferde zu requirieren, werden Sie diese dazu einladen, den größtmöglichen Eifer daran zu setzen, diesen jene zu liefern, indem Sie sie spüren lassen, wie bedeutsam diese Korrespondenz unter den gegenwärtigen Umständen ist.
Republikanischer Gruß
Repond
Durch den Minister
Jomini»
Antoine-Henri Jomini (*1779 in Payerne VD - †1869 in Passy bei Paris) war eine herausragende Persönlichkeit und wurde später, u. a. durch die Publikation von über 30 militärischen Werken, ein international einflussreicher Militärtheoretiker. Seine Karriere startete er im Jahr 1798 als Chefsekretär im Schweizer Kriegsministerium. 1799 wurde er zum Bataillonskommandanten ernannt. Als im Jahre 1801 die verhassten «Helvetier» durch die Eigenossen aus dem Lande gejagt wurden, ging er nach Paris und arbeitete in der Waffenindustrie bei der Firma Delpont, welche er 1803 verliess, um an seinem militärtheoretischen Werk «Traité de grande tactique» zu arbeiten. In dieser Zeit versuchte Jominis besorgter Vater, seinem Sohn einen Posten als Quartiermeister in einem Schweizer Regiment in französischen Diensten zu sichern. 1804 wurde Jomini vom Schweizer Brigadegeneral in franz. Diensten Joseph von der Weid, dem Kriegsminister Napoléons Louis-Alexandre Berthier als potentieller Stabsoffizier empfohlen. Im gleichen Jahr legte Jomini dem französischen Marschall Michel Ney seinen ersten Band der 'Traité de grande tactique» vor, der ihn sofort als freiwilligen Adjutanten in seinen Stab aufnahm. In Marschall Ney fand Jomini ein Förderer und eine Person, die ihm Respekt entgegenbrachte, in Berthier dagegen einen Intriganten, welcher Jomini als Konkurrent verschmähte und seine Beförderung zum Divisionsgeneral verhinderte.
Nachdem Jomini über 10 Jahre in hohen militärischen Positionen in der franz. Armee und Napoleon Bonaparte gedient hatte, trat er im Jahre 1813 - nachdem er den Russlandfeldzug der «Grand Armee» begleitet hatte - in die Diensten des russischen Zaren als Generaladjutant ein. Ein Schritt der später von den Historikern unterschiedlich beurteilt wurde.
In russischen Diensten nahm er als Berater des Zaren an den Kongressen von Aachen und Verona teil und wurde 1826 zum «général en chef» ernannt, was in der russischen Armee einem vollen Generalsrang entsprach. Er beteiligte sich als Berater Nikolaus I. am Krieg gegen das Osmanische Reich 1828/29. Danach zog er sich aus dem aktiven Dienst in der russischen Armee zurück und siedelte nach Brüssel über. 1832 war er an der Gründung der russischen Militärakademie in St. Petersburg beteiligt. 1837 wurde er mit der militärischen Instruktion des künftigen Zaren Alexander II. betraut. Anlässlich des Krimkrieges kehrte er als militärischer Berater nach St. Petersburg zurück. Nach dem Krimkrieg lebte er wieder in Brüssel und wurde 1859 von Napoleon III. um Pläne für den bevorstehenden Krieg in Italien ersucht. Danach zog er sich nach Passy zurück, wo er 1869 starb.
Link Wikipedia: Antoine-Henri Jomini
Link zu Repond: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D44683.php
Grösse und Beschaffenheit des Dokuments: 38x23 cm, Papier.