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Am 19. Januar 2008 wurde offiziell mit den Bauarbeiten am neuen, internationalen Flughafen in Lombok begonnen. Investiert werden vorderhand 665 Milliarden Rupiah (damals ca. 72,3 Millionen US Dollar). Eröffnung soll 2010 sein. Der Flughafen liegt nahe dem Dorf Tanakawu, südlich der Stadt Praya und etwa 35 Kilometer von der Hauptstadt Mataram entfernt.
Auf diesem Flugfeld werden auch Grossflugzeuge landen können, und die Passagierkapaziät wird dreimal so hoch sein wie die des alten Flughafens Selaparang in Mataram (rund 2.4 Millionen Passagiere). Die Regierung erhofft sich direktere Verbindungen mit der internationalen Geschäftswelt. Sie hofft auf "viele Investoren, die sich hier niederlassen werden" - so Lalu Serinata, Gouverneur der Provinz West Nusa Tenggara. Und weiter sagte er: "Daher müssen wir nun die Fähigkeiten der Einwohner der Region den neuen Gegebenheiten anpassen." - Dass das vielen aber gar nicht passt, bewiesen schon grosse Demonstrationen 2005, die von der Polizei gewaltsam aufgerieben wurden. Schliesslich wurden 7000 Menschen von ihrem Land vertrieben, ohne dass man sie vorher angehört oder entschädigt hätte.
Der neue Flughafen steht klar im Zusammenhang mit gigantischen Plänen vor allem im Süden der Insel, wo Investoren (v.a. auch arabische aus den Emiraten) gewaltige Investitionen vorhaben (siehe weiter unten).
In der Trockenzeit - sie dauert etwa vom Mai bis in den September - steigen die Temoperaturen auf 30 und mehr Grad im Schnitt. Im Süden ist es heisser und trockener als in den andern Teilen der Insel. Sind die Farben der Vegetation bis weit in den Mai hinein noch bunt und satt grün, wechseln sie dann innert kurzer Zeit in helles Braun-Gelb. Grössere Landstriche nehmen gar steppenartigen Charakter an.
Bereits unter dem Suharto-Regime (vor 1998) wurde versucht, grosse Gebiete Lomboks - auch im Süden bei Kuta - für den Tourismus zu erschliessen. Tausende Bauern wurden bereits damals enteignet und mit lächerlichen Geldsummen abgespiesen. Dann kam die Krise, der Besucherstrom riss jäh ab, die Euphorie war dahin.
Seit einigen Jahren wird von der Regierung wieder versucht, zahlungskräftige Investoren auf die Insel zu holen. Scheinbar ist das gelungen. Hinter den meisten Grossprojekten (auch dem neuen Flughafen) stehen hauptsächlich ausländische Investoren. Die wichtigsten stammen aus den arabischen Emiraten. Eine besonders aggressive Gruppe ist die Emaar, Emirati property company. Sie hat mit der Lokalregierung vereinbart, die Region um Kuta Lombok touristisch zu erschliessen. Auf 1200 Hektaren Land plant diese eine richtige neue Stadt. 600 Millionen USDollar soll der "Spass" kosten. Villen und Hotelprojekte sollen entlang der schönsten Küstenstreifen errichtet werden. Auch Golfplätze und Hafenanlagen für hochseetüchtige Luxusyachten sind geplant. Diese Gebiete befanden sich bis jetzt im Besitz des "Lombok Tourism Development Center". Der Ausverkauf des Landes ist also voll im Gang.
Was das für viele Einheimische, v.a. aber für die Fischer und kleinen Händler bedeutet, die sich bisher unmittelbar in Küstennähe ansiedelten, zeichnet sich für eine genauere Beobachterin wie mich bereits heute ab: Wo vor einem Jahr auf dem Strand noch eine Anzahl Hütten stand, in denen kleine Kunsthandwerk- und Souvenirhändler oder Restaurantbesitzer mit ihren Familien lebten, stehen heute nur noch die Fundamente. Bereits den wenigen heutigen Hotelbesitzern scheinen sie ein Dorn im Auge zu sein. Schliesslich wollen die Touristen ungehinderte Sicht und freien Zugang zum Meer. Was stört, muss weg. Und: Vor allem muss die sichtbare Armut weg. Ab, einige Kilometer weit ins Hinterland...
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