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Ein fester Händedruck signalisiert für viele Menschen Stärke und Seriosität. Dr. Joseph Firth, Psychologe an der Manchester University, liest noch mehr aus ihm: Er beschäftigt sich mit der Wissenschaft des Händedrucks.
Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er die medizinischen Daten der UK-Biobank, die 476’559 Teilnehmer umfasst, analysiert.
Die Datenbank enthält Angaben über die körperliche Gesundheit von Briten im Alter von 37 bis 73 Jahren. Das etwas höhere Alter garantiert, dass der Denkapparat schon vollständig entwickelt war.
Was der Händedruck über die Gesundheit des Gehirns verrät
In der Datenbank wird unter anderem festgehalten, wie fest die Probanden maximal mit der Hand zudrücken können.
Mit einer Kraft, die 22 kg Gewicht entsprach, drückten die Schwächsten unter ihnen zu. Aber es gab auch menschliche Schraubzwingen, die mit einer Stärke von 60 kg zudrückten. Die Forscher nutzten dafür einen sogenannten Hand-Dynamometer.
Der Händedruck sagt aber nicht nur etwas über die körperliche Gesundheit aus, sondern auch über die Gesundheit des Gehirns.
Es zeigte sich, dass die stärkeren Händeschüttler auch zu höherer kognitiver Leistung fähig waren. Die Stärkeren hatten ein besseres visuelles, mathematisches und prospektives Gedächtnis.
Letzteres umfasst die Fähigkeit, sich Pläne für die Zukunft zu merken. Auch die Reaktionszeit bei Denkübungen war bei Menschen mit festem Händedruck tendenziell geringer. Die schwächer Zudrückenden hatten oft eine längere Leitung.
Wie ein ungesunder Lebensstil den Händedruck beeinflusst
Wie Firth anführt, hatte eine vorhergehende Studie bereits gezeigt, dass ein schwacher Händedruck mit einem ungesunden Lebensstil zusammenhängt. Wenn Körper und Geist eine ungesündere Lebensführung mitmachen müssen, liegt es fast auf der Hand, dass das Hirn zu weniger Leistung befähigt ist.
Aber Achtung: Diese Ergebnisse gelten nicht für den Macho-Händedruck!
Ein aufgesetzter, übertrieben stark durchgeführter Händedruck verrät höchstens, dass man ein Bluffer ist. Und vielleicht - wir spekulieren an dieser Stelle -, dass man gleich bei der Begrüssung seinem Gegenüber die eigene Überlegenheit demonstrieren will.