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You are nothing but a boy trying to prove you’re a man.
Bisher waren die Kinohelden aus dem Universum von Marvel entweder Mutanten («X-Men» etc.) oder aber mehr oder weniger gewöhnliche Menschen, die durch Zufall oder einen Unfall zu besonderen Fähigkeiten gelangt sind: ein von einer Spinne gebissener Schuljunge («Spider-Man»), ein bei einem Selbstversuch verstrahlter Wissenschaftler («The Incredible Hulk») oder ein am Herz verletzter Waffenentwickler («Iron Man»). In «Thor» entstammt der Held hingegen aus der Sagenwelt der Nordischen Mythologie. Der mutige Krieger wird aber wegen seiner Überheblichkeit auf die Erde verbannt.
In der Wüste von New Mexico versucht die Forscherin Jane Foster (Natalie Portman, «Black Swan») zusammen mit ihrem Kollegen Erik Selvig (Stellan Skarsgård, «Mamma Mia!», «Ronin») und der Assistentin Darcy Lewis (Kat Dennings) einen Beweis für Portale zwischen verschiedenen Welten zu finden. Da fällt gerade ein Mann vom Himmel, der sich als Thor (Chris Hemsworth, «Star Trek») vorstellt. Wie er in den USA gelandet ist, wird in der Folge erklärt.
Im 10. Jahrhundert wollten die Frostriesen die Erde erobern, wurden aber vom Heer von Odin (Anthony Hopkins, «Dracula», «Alexander») geschlagen. Der Göttervater kehrt anschliessend ins ewige Reich Asgard zurück, wo er seine beiden Söhne Thor und Loki (Tom Hiddleston) aufzieht und auf die Zeit nach seiner Herrschaft vorbereitet. Doch am Tag, an dem Thor die Nachfolge von Odin antreten soll, wird in die Schatzkammer des Palastes eingebrochen. Der aufbrausende Thor bricht sofort mit seinem magischen Hammer Mjölnir und einigen Freunden zum Kampf gegen die Frostgiganten in ihrem Reich Jokünheim auf. In letzter Minute kann Odin die Niederlage seines Sohnes verhindern, muss ihn aber ohne seine Fähigkeiten auf die Erde verbannen. Das war die Absicht eines Verräters in Asgard.
Die neugierigen Wissenschaftler dürfen natürlich auch in dieser Heldengeschichte der Marvel Studios nicht fehlen. Doch für einmal spielen sie ganz klar die Nebenrolle. Ein beträchtlicher Teil der Handlung von «Thor» spielt nicht einmal auf der Erde, sondern auf Asgard und zu einem kleinen Teil auch auf Jökunheim. Die Reise zwischen den verschiedenen Welten der nordischen Mythologie wird – wie es sich gehört – durch die Regenbogenbrücke Bifröst ermöglicht. Doch «Thor» ist eben auch Bestandteil des Marvel-Universums und so drängt sich etwa auch die Sicherheitsbehörde S.H.I.E.L.D. mit Agent Coulson (Clark Gregg) in die Geschichte. Der bringt auch gleich einen mysteriösen Bogenschützen (Jeremy Renner, «The Hurt Locker») zum Einsatz. Wer bis nach dem Abspann im Kino sitzen bleibt, erfährt ausserdem, wie sich womöglich die weitere Geschichte entwickeln wird.
Aber die Geschichte von den rivalisierenden Göttersöhnen Thor und Loki lässt sich auch ohne jegliche Kenntnisse der Marvel-Mythologie geniessen. Regisseur Kenneth Branagh («Hamlet») durfte nämlich bei der Inszenierung mit der ganz grossen Kelle anrühren. Spektakel für die Augen wird geboten. Eine eigene Handschrift lässt Branagh daher nicht erkennen. Vermutlich wurde er sowieso nur als Regisseur ausgewählt, weil er als Shakespeare-Experte mit der ebenso altmodischen Ausdrucksweise der nordischen Götter vertraut ist. Doch für die Umsetzung einer solchen gigantischen Heldengeschichte ist sowieso vor allem viel Vertrauen in die opulenten Bühnenbilder und die gewaltigen Spezialeffekte notwendig. Diese Mittel zur sinnlichen Überreizung des Publikums werden besonders auf Asgard ausgiebig eingesetzt.
Vor lauter Szenenwechseln und Hintergrundinformationen kommt die eigentliche Ausarbeitung der einzelnen Figuren ein wenig zu kurz. Zu offensichtlich ist schon von Beginn weg, welche persönliche Entwicklung für Thor notwendig ist, damit er schliesslich seine wirkliche Aufgabe erfüllen kann. Daneben bleibt sowieso wenig Platz für die Einführung der weiteren Figuren. Doch die Überfülle an Handlung und Personen wird durch den verspielten Ton des Drehbuchs allemal aufgewogen. Besonders nach seiner Bruchlandung auf der Erde sorgt die Überheblichkeit des Kriegers für witzige Momente. Dadurch vermögen die Filmemacher ihre Absicht, in erster Linie kurzweilige Unterhaltung zu erzeugen, voll und ganz erfüllen.
Fazit: «Thor» ist ein fast schon zu üppig ausgestattes Heldenepos, das aber durch zügige Inszenierung und schelmischen Humor zu gefallen vermag.
Bewertung:
(Bilder: TM & ©2010 Marvel ©2010 MVLFFLLC. All Rights Reserved.)
Ein Kommentar to “«Thor» von Kenneth Branagh”
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