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Red. – Die Autorin dieses Artikels arbeitet am Geografischen Institut der Universität Zürich und als freie Wissenschaftsjournalistin. Ihr Artikel erschien in «Horizonte» Nr. 137/2023, dem Forschungsmagazin des Schweizerischen Nationalfonds und der Akademien der Wissenschaften Schweiz. Die erwähnte Studie wurde in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.
Feuchtgebiete beherbergen eine immense Biodiversität, mindern das Hochwasserrisiko und speichern Kohlenstoff. Trotz ihrer Bedeutsamkeit hat die Menschheit in den letzten dreihundert Jahren weltweit Feuchtgebiete von der Grösse Indiens zerstört, wie ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung herausgefunden hat.
Die Forschenden stellten Tausende lokaler Datensätze zusammen, um das historische Ausmass des Verlustes auf globale Ebene hochzurechnen. Dabei kombinierten sie nationale Statistiken mit regionalen Aufzeichnungen und modellierten Feuchtgebietskarten. «Die vielen einzelnen Datensätze zusammenzutragen und zu harmonisieren war eine äusserst aufwändige Arbeit», sagt Benjamin Stocker von der Universität Bern. «Doch jetzt haben wir ein beispiellos datengestütztes Gesamtbild der Situation.»
Dieses brachte zum Vorschein, dass zwar ein Fünftel aller Feuchtbiotope verschwunden sind, es jedoch immer noch grosse Flächen gibt, die geschützt werden können. «Unsere Resultate zeigen deshalb auch eine Chance auf», so Stocker. Die räumlichen Informationen, die der Datensatz liefert, dokumentieren auch, wo noch besonders grosse intakte Feuchtgebiete existieren: vor allem im Norden − in Kanada und Sibirien − sowie in tropischen Regenwäldern wie im Kongo oder im Amazonas.
Eine einzige globale Lösung, um Feuchtgebiete zu schützen oder zu renaturieren, gibt es aber nicht. Denn je nach Weltregion wurden die Biotope für unterschiedliche Zwecke zerstört. So wurden in weiten Teilen Asiens Sumpfgebiete für den Reisanbau genutzt, während sie in Nordeuropa der Forstwirtschaft zum Opfer fielen. In Russland, Irland und Finnland verschwanden mehrere tausend Hektaren Moore durch den Abbau von Torf.
Der Verlust von Feuchtgebieten beträgt in Teilen Europas und Asiens denn auch bis zu neunzig Prozent. Umso wichtiger sei es, dort die verbleibenden Gebiete zu schützen, so Stocker, damit die Menschheit weiterhin auf deren wichtige Funktion für Klimaschutz, Biodiversität und Gewässerregulierung zählen könne.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Die Autorin dieses Artikels arbeitet am Geografischen Institut der Universität Zürich.
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