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Über die Verwendung von Arendt-Zitaten durch die sogennanten Querdenker*innen
Auf dem Blog Philosophy Matters wurde neulich ein Bild veröffentlicht, auf dem Philosoph*innen nach Ihrer Punk-Attitude geordnet wurden.
Auf einer Skala von „They’re not Punk – Punk ist them“ (Sie sind nicht Punk – Punk ist sie) bis „Basically a Cop“ (Im Grunde ein Bulle) lag Hannah Arendt im Mittelfeld zwischen Punkish und Punk. Ob sie sich mit dieser Einstufung identifizieren könnte bleibt dabei natürlich offen. Das Gleiche gilt für eine Bezugnahme auf sie, die in jüngster Zeit in einem ganz anderen politischen Kontext ebenfalls immer wieder auftritt. Unter dem Motto „Querdenken“ und anderen Begrifflichkeiten, gehen seit Beginn der Pandemie Menschen auf die Strasse und demonstrieren gegen die Massnahmen zum Infektionsschutz. Daraus ist eine breite Bewegung gewachsen, innerhalb derer sich nicht selten auf stark umstrittene bis widerlegte Aussagen zur Gefährlichkeit des Virus gestützt wird. Im Kontext dieser Proteste wird sich immer wieder auf Hannah Arendts Philosophie und einzelne Zitate von ihr berufen. Mit Nils Baratella haben wir über dieses Thema gesprochen. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle Hannah-Arendt-Archiv am Philosophischen Institut der Universität in Oldenburg. Dort schreibt er an seiner Habilschrift und verwaltet das Archiv, das als einziges innerhalb Europas den gesamten Nachlass Arendts physisch aufbewahrt. Auf den Demonstrationen der Bewegung sind immer wieder Schilder zu sehen, auf denen das Arendt-zitat „Niemand hat das Recht zu gehorchen“ zu lesen ist. Das hat Baratella für uns zunächst eingeordnet.