Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03272.jsonl.gz/409

Weisse Weihnachten eine Seltenheit?
Leider ja. Weisse Weihnachten in tiefen Lagen ist eine Seltenheit. Statistisch gesehen gibt es nur alle vier Jahre durchgehend weisse Weihnachtstage. Die Wahrscheinlichkeit auf Schneefall an einem der drei Weihnachtstage liegt beispielsweise in Bern bei ca. 40 Prozent.
Deutlich häufiger tritt das Weihnachtstauwetter in der Schweiz auf. Mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit steigen zu Weihnachten die Temperaturen und allfälliger Schnee schmilzt oder wird weggeschwemmt.
Der Wetterverlauf im Dezember hat seit Jahren System. Gegen Ende November ist in Nordskandinavien die Polarnacht, während dieses Zeitraums ist die Sonne mehrere Tage bis Monate nicht direkt zu sehen. Während dieser Zeit strömt eisige Luft aus Norden in Richtung Mitteleuropa und bringt in der Schweiz meist Schneefall bis in tiefe Lagen. Während es in der Schweiz schneit, bildet sich in der Regel ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, welches dann im Verlauf der Weihnachtstage für wärmere Luft über der Schweiz sorgt. Es kommt zu einem Wärmeeinbruch und zu Tauwetter, dem Weihnachtstauwetter. Die Schneefallgrenze steigt in folge des Wärmeeinbruchs jeweils bis auf über 1'500 Meter.
Seit 2010 gab es in der Schweiz keine Weihnachten ohne das klassische Weihnachtstauwetter. Sowohl 2010 als auch 2011 schmolz in tiefen Lagen der Schnee unmittelbar vor Weihnachten weg. Auch wurden in der Vergangenheit im Flachland Temperaturen von bis zu 17 Grad am Weihnachtstag gemessen. Insbesondere in den Jahren 2013 und 2015 wurden in Basel solch milde Temperaturen registriert. Auch in höheren Lagen gab es in der Vergangenheit milde Weihnachtstage, so zum Beispiel am Weihnachtsnachmittag im Berner Oberland in den Jahren 2017 und 2018.