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Der Wabenbau der Honigbiene ist ein architektonisches Wunderwerk der Natur. Die sechseckigen Zellen, in Reihen beidseits der Mittelwand, gewähren bei kleinem Materialaufwand ein grosses Fassungsvermögen. In der Wabe ist jede Zelle von sechs rechteckigen Ebenen begrenzt, die in einem Winkel von ungefähr 120° zueinander stehen. Auf der Rückseite des Zellbodens treffen sich immer drei Zellen der Wabengegenseite und bieten so grosse Stabilität der Zellstruktur. Die Zellen von Naturbauwaben können von unterschiedlicher Anordnung sein.
Die drei Zellarten: Arbeiterinnen-, Drohnen- und Königinnenzellen.
Zellenmuster bei Naturbau
Zellarten und ihre Funktionen
Die Waben dienen den Bienen bei der Brutaufzucht und als Speicherraum für Honig, Pollen und Wasser. Es werden drei Zellarten unterschieden.
- Arbeiterinnenzellen dienen zur Speicherung von Honig und Pollen sowie zur Aufzucht von Arbeiterinnen. Nach jedem Schlüpfen verengt sich durch Rückstände (Puppenhäute, Kokon sowie Kotreste) der Innenraum der Zellen. Nach zehn geschlüpften Bienengenerationen misst der Durchmesser 0,1-0,2 Millimeter weniger. Bei einer drei- bis vierjährigen Wabe werden die Zellen etwa 40-mal bebrütet und ihr Durchmesser reduziert sich dabei um rund 8 Prozent. Gleichzeitig reduziert sich das Schlupfgewicht der Arbeiterinnen um 16 Prozent.
- Drohnenezellen zur Aufzucht von Drohnen und zur Lagerung von Honig
- Königinnenzellen (Weiselzellen) zur Aufzucht von Königinnen
Königinnenzellen werden vor dem Schwärmen, wenn eine Königin keine Leistung mehr erbringt oder abhandengekommen ist, gebaut. Dementsprechend wird zwischen Schwarm-, Umweiselungs- oder Nachschaffungszellen unterschieden. Die Königinnenzellen sind zapfenförmig, hängen senkrecht nach unten und haben eine Länge von 20 bis 25 Millimeter. Normalerweise haben Weiselzellen keinen Platz auf den Waben und liegen daher meist am seitlichen und unteren Wabenrand.
Verdeckelung
Zellen von Arbeiterinnenlarven werden von den Bienen um den achten, und diejenigen von Drohnenlarven um den elften Tag nach der Eiablage verdeckelt. Mit einem Gemisch aus Wachs und Kokonhäuten wird der Brutzelldeckel ausgezogen. Die mit Honig gefüllten Zellen werden mit Wachs luftdicht verschlossen. Durch die Verdeckelung der Zellen erhöht sich die Stabilität der Wabe.
Bauverhalten
Für den Wabenbau verwenden die Bienen körpereigenes Wachs. Dieses wird von Wachsdrüsen auf der Bauchseite des Hinterleibes ausgeschieden und erstarrt zu Wachsplättchen. Mit den Hinterbeinen werden diese abgestreift und zu den Oberkiefern geführt. Dort werden sie zu kleinen Wachskrümelchen geformt und mit Sekreten der Speicheldrüsen vermengt. So wird das Wachs leichter formbar. Mit den Mandibeln werden die Wachsstrukturen geglättet und mit der Zunge die Zellwände gereinigt. Die Form der Zelle und die Dicke der Zellwände prüft die Biene mit den Sinnesorganen der Fühler.
Umbauarbeiten von altem Wachs führen junge Bienen bis zum zehnten Lebenstag aus. Der eigentliche Wabenbau mit gleichzeitiger Wachsproduktion übernehmen Baubienen im Altersbereich vom 10. bis 18. Lebenstag. In dieser Zeit stehen die Wachsdrüsen auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität. Das Bauverhalten wird nur durch die Königin durch deren Pheromon ausgelöst. Zum Bauen brauchen Bienen Energie, die sie in Form von Nektar und Zucker aufnehmen. Fehlt die Energiezufuhr, unterbleibt die Bautätigkeit. Um ein Kilo Wachs herzustellen, benötigen die Bienen 9-14 Kilogramm Nektar, für zehn Waben etwa 10 Liter Zuckerwasser. Alles immer in Abhängigkeit von der Aussentemperatur, Zustand des Volkes sowie dessen Pollenversorgung.