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Diese Wochenberichtsperiode begann mit starkem Südwind und milden Temperaturen in den Föhntälern. Es entstanden dünne, aber kurzfristig leicht auslösbare Triebschneeansammlungen (Abbildung 4). Am Montagnachmittag, 30.01. setzte im Westen und Norden Niederschlag ein. Bis zum Mittwochmorgen, 01.02. fielen besonders in den östlichen Gebieten oberhalb von rund 2200 m ergiebige Neuschneemengen (Abbildung 3). Aus den inneralpinen Gebieten Graubündens wurden nach dem Schneefall etliche Lawinenauslösungen in den bodennahen Schwachschichten gemeldet (Abbildung 1). Zum Schluss drehte die Anströmungsrichtung über den Alpen erneut und am Donnerstag, 02.02. blies ein starker Südwestwind, welcher den Neuschnee in der Höhe intensiv verfrachtete.
Am Freitag und in der Nacht auf Samstag blies im Norden teils starker Südwind (Abbildung 2). In den Alpentälern stiegen die Temperaturen mit Föhn auf milde 8 bis 13 Grad (Blog MeteoSchweiz, 28.01.2017). Dann flaute der Wind ab. Am Sonntag war es in den Bergen abgesehen von hohen Wolken überall sonnig und schwachwindig.
Am Montag zogen mit einer aktiven Warmfront aus Westen rasch Wolken auf. In der Folge setzten schauerartige Niederschläge ein, welche bis am Mittwochmorgen anhielten. Die Schneefallgrenze war sehr variabel. In vielen Gebieten stieg sie zumindest vorübergehend auf etwa 1800 m, im Westen auf 2200 m. Dazwischen schneite es aber auch bis unter 1000 m. Der Wind wehte mehrheitlich mässig aus westlichen Richtungen.
Am meisten Schnee fiel am zentralen Alpennordhang ohne Urseren, am östlichen Alpennordhang, in Nordbünden, sowie im nördlichen Unterengadin mit 40 bis 60 cm (Abbildung 3).
Am Mittwoch wurde es aus Westen zunehmend sonnig.
In der Nacht auf Donnerstag drehte der Wind auf südliche Richtungen und blies zunehmend stark. Im Norden war es nach einer klaren Nacht mit Föhn teils sonnig. Im Süden setzte am Nachmittag oberhalb von rund 1300 m schwacher Schneefall ein.
In dieser Wochenberichtsperiode waren alle Lawinenprobleme vertreten.
Triebschnee
Mit dem Südwind entstanden am Freitag, 27.01. im Norden meist dünne Triebschneeansammlungen. Diese wurden teils auf eine lockere Schneeoberfläche oder Oberflächenreif abgelagert und konnten so leicht ausgelöst werden (Abbildung 4). Aufgrund der unterdurchschnittlichen Schneehöhen waren die Geländeformen und damit die Triebschneeansammlungen gut erkennbar. In der Folge stabilisierten sie sich mit den relativ milden Temperaturen rasch.
An Donnerstag, 02.02. kam starker Südwestwind auf. Dieser verfrachtete den Neuschnee besonders in hohen Lagen und es entstanden weitere Triebschneeansammlungen.
Vom Montagnachmittag, 30.01. bis Mittwochmorgen, 01.02. fielen in hohen Lagen besonders in den östlichen Gebieten ergiebige Neuschneemengen (Abbildung 3). Diese konnten bereits von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden. Auch spontane Lawinenabgänge und Fernauslösungen wurden gemeldet.
Das Problem mit der schwachen Altschneedecke an Schattenhängen zwischen 2200 m und 2800 m blieb auch in dieser Wochenberichtsperiode bestehen. Besonders betroffen waren die inneralpinen Gebiete des Wallis und Graubündens. Die kalten Temperaturen der letzten Wochen führten allerdings dazu, dass die oberflächennahen Schneeschichten zunehmend aufbauend umgewandelt wurden. Dadurch verringerte sich die Bruchausbreitung des „Schneebretts“ auf den Schwachschichten. So waren alle gemeldeten Lawinen in der ersten Wochenberichtshälfte eher schmal, erreichten aber je nach Gelände trotzdem eine für Schneesportler gefährliche Grösse (Abbildung 5).
Mit der Zusatzlast des verbreitet feuchten Neuschnees, welcher ein gutes „Schneebrett“ bildete, wurden vor allem am Mittwoch, 01.02. aus den inneralpinen Gebieten Graubündens etliche Lawinenauslösungen in bodennahen Schichten gemeldet (Abbildung 1, Abbildung 6, Bildgalerie). Am Mittwochmorgen wurde in Teilen von Nordbünden sowie im Unterengadin nördlich des Inns die Gefahrenstufe 4 (gross) ausgegeben (siehe Gefahrenverlauf). Die Gefahr bezog sich dabei auf alpines Schneesportgelände.
Günstiger – was das Altschneeproblem betraf – war die Situation einerseits in den Voralpen, wo praktisch kein Altschnee lag; andererseits im Saastal und im südlichen Simplongebiet, im mittleren Tessin, sowie in den Bündner Südtälern, wo nur wenig Schnee über der schwachen Altschneedecke lag.
In den schneereicheren Gebieten nördlich einer Linie Rhone-Rhein waren die bodennahen Schwachschichten bereits mit den Schneefällen von Anfang und Mitte Januar recht gut überdeckt.
Die zeitweise hohe Schneefallgrenze am Dienstag, 31.01. und Mittwoch, 01.02. führte zu einer oberflächlichen Anfeuchtung, in den niederschlagsreichen Gebieten gar zu einer Durchfeuchtung der Schneedecke in tiefen und mittleren Lagen. Es wurden viele feuchte Rutsche und kleine nasse Lawinen gemeldet (Abbildung 7). Diese rissen an Schattenhängen meist die gesamte Schneedecke mit.
Im Januar 2017 war nicht nur die Sonnenscheindauer durch grosse Gegensätze zwischen oben und unten geprägt (MeteoSchweiz Blog „eisiger Januar“, 30.01.2017). Dasselbe galt auch für die mittleren Januar Schneehöhen. Die Schneefälle von Anfang Januar blieben dank des Nebels und den entsprechend kalten Temperaturen praktisch im ganzen Mittelland bis Ende Januar liegen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel führte dies zu klar überdurchschnittlichen Schneehöhen in den Nebelgebieten, während die höheren Lagen aufgrund der geringen Schneefälle seit November auch im Januar stark unterdurchschnittliche Schneehöhen aufwiesen (Abbildung 8).
Am ausgeprägtesten zeigte sich das Januar Defizit auf der Alpensüdseite, inklusive Engadin und Oberwallis. Einen solch ausgeprägten Gegensatz zwischen unten und oben hat die Schweiz seit Messbeginn noch nie erlebt. Eine am ehesten vergleichbare Situation gab es letztmals im Januar 1995. Allerdings waren die Schneehöhen in den Alpen damals nur leicht unterdurchschnittlich.
In dieser Wochenberichtsperiode wurden dem Lawinenwarndienst bis zum Redaktionsschluss folgende Lawinen mit Personen- oder Sachschaden gemeldet:
Samstag, 28.01.:
Sonntag, 29.01.:
Mittwoch, 01.02.:
Donnerstag, 02.02.:
Eine Skitourengruppe löste an einem Nordhang vom Rossbodenstock (Andermatt, UR) eine grössere Lawine aus. Eine Person wurde ganzverschüttet, konnte aber glücklicherweise von den Kameraden rasch geborgen werden.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.