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In den letzten Tagen wurden einer Vielzahl von Imkerinnen und Imkern per E-Mail ein paar hundert Kunstschwärme angeboten. Verkäufer ist die Swiss Imkerei Genossenschaft mit Sitz in Oberägeri ZG. In einem ersten Mail tritt ein Herr S. als Geschäftsführer auf, in einem weiteren Mail, welches einen Tag später versandt wurde, dann ein Herr H., Swiss Imkerei Mitglied. Gemäss Auskunft des für dieses Gebiet zuständigen Bieneninspektors ist keine 'Swiss Imkerei' bzw. 'Swiss Imkerei Genossenschaft' in Oberägeri bekannt. Auch ist weder eine Firma 'Swiss Imkerei' noch eine 'Swiss Imkerei Genossenschaft' im schweizerischen Handelsregister eingetragen, was für nach kaufmännischen Grundsätzen geführten Firmen bzw. Genossenschaften gesetzlich zwingend erforderlich wäre. Damit ist schon Einiges über den Anbieter ausgesagt.
Da wir von unseren Mitgliedern viele Anfragen bekommen haben, ob wenigstens das Angebot seriös sei, hat der VDRB trotzdem an Herrn S. schriftlich ein paar Fragen gestellt. Unter anderem wollten wir wissen, woher die Bienen stammen, wie es möglich ist Mitte April Schweizerköniginnen zu haben, über welche Wege die Bienen importiert werden, und wie es mit den benötigten Bewilligungen und Kontrollen aussieht.
Die Antwort haben wir von einem Herrn H. erhalten, der behauptet, dass die Schwärme hauptsächlich aus der Ostschweiz und dem Kanton Tessin stammen würden. Die Königinnen würden aus dem Tessin stammen. Wenn es bis Mitte April nicht möglich sein sollte, Königinnen aus dem Tessin zu beziehen, würden überwinterte Königinnen aus dem Jahre 2011 verwendet (die Frage sei erlaubt, wo denn ein paar hundert überwinterte Königinnen hergenommen werden).
Schliesslich wurde uns verboten, über die Swiss Imkerei zu berichten und die Namen der Geschäftsleitung (also Herr S.) resp. Mitglieder der Swiss Imkerei (also Herr H.) zu nennen, alles selbstverständlich unter Androhung rechtlicher Schritte und Schadenersatzansprüchen.
Wir haben Herrn S. am Telefon gebeten, uns die Lieferanten offenzulegen, resp. die Namen der Völkerlieferanten einem amtlichen Bieneninspektor oder Kantonstierarzt bekanntzugeben, damit sich diese über die Herkunft ein Bild machen können. Leider ohne Erfolg.
Die Frage unserer Mitglieder, ob das seriös sei, brauchen wir nicht zu beantworten, diese Beurteilung bleibt jedem selber überlassen. Einige Angaben, welche mir von Mitgliedern, welche sich als Scheinkäufer ausgaben, zugetragen wurden oder über die Firma recherchiert haben, möchte ich aber nicht vorenthalten.
Wir unterstellen der Firma damit kein unlauteres Geschäftsgebaren, zeigen aber Tatsachen auf, zu welchen sich jeder selber einen Reim machen kann.
Tragen Sie Verantwortung für unsere Bienen, verzichten Sie generell auf Käufe unklarer Herkunft.
Die grosse Geissel der heutigen Imkerei – die Varroa – wurde durch Bienenimporte eingeschleppt. Müssen wir wirklich auch noch den kleinen Beutenkäfer oder weitere Schädlinge einführen?
Wenn Sie ohne Importe, respektive Zukäufe nicht leben können, verlangen Sie bitte auf jeden Fall ein Gesundheitszeugnis und orientieren Sie den zuständigen Bieneninspektor. Sollte Ihnen der Verkäufer kein Gesundheitszeugnis vorlegen können: Hände weg!
Der VDRB hat auf seiner Webseite eine Gratisbörse eingerichtet. Haben Sie für Ihre Imkerkollegen Jungvölker zu verkaufen? Suchen Sie Ableger? Unter www.vdrb.ch können Sie Ihr Angebot gratis platzieren.