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Zugegeben: Das Gedicht war schwierig. Die Sätze waren wenig einprägsam. Denn der Dichter Friedrich Gottlob Wetzel hatte von 1779 bis 1819 gelebt. Mein Sohn musste im Deutschunterricht sein Gedicht «Der Spielmann» auswendig lernen. Diese Aufgabe wurde vor den Weihnachtsferien erteilt. Er habe noch genügend Zeit, er müsse es erst Ende Januar vortragen, lautete jeweils seine Antwort auf meine Ermahnungen. Ich erzählte ihm, dass ich im Gymnasium oft zu spät mit Lernen begonnen hatte und am Tag der Präsentation vor der Klasse sehr aufgeregt war. Um ruhig zu werden, nahm ich damals pflanzliche Beruhigungspillen. Tatsächlich stand ich dann ganz ruhig vor dem theaterversessenen Deutschlehrer, aber ich hatte im Kopf schwarze Löcher, das Gedicht war verschwunden. Mir ist das mehrmals passiert. Mein Sohn stellte klar, dass er nicht vor der Klasse, sondern nur vor dem Lehrer aufsagen müsse. Er werde deshalb nicht aufgeregt sein.
Am Tag der Präsentation musste ich ihn um 5.30 Uhr in der Früh wecken, damit er noch das letzte Drittel des Gedichts lernen konnte. Wir übten und übten, auch die gute Betonung. Am Mittag rief ich ihn an, um zu erfahren, ob es gut gelaufen sei. «Nein», sagte er. «Ich war aufgeregt und hatte im Kopf schwarze Löcher, und betonen konnte ich auch nicht, weil ich mich nicht mehr an den Text erinnerte.»