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Spannungen um den Islam in Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz
Konstruktiver Umgang dank mediativer Ansätze?
Autor(en): Simon Mason, Abbas Aroua, Annika Åberg
Herausgeber: Andreas Wenger, Victor Mauer, Daniel Trachsler
In: Bulletin 2010 zur schweizerischen Sicherheitspolitik
Serie: Bulletin zur schweizerischen Sicherheitspolitik
Seiten: 157–190
Verlag(e): Center for Security Studies (CSS), ETH Zürich
Publikationsjahr: 2010
Publikationsort: Zürich
In letzter Zeit gab es in verschiedenen europäischen Ländern Spannungen um die Frage, welchen kulturellen, religiösen und physischen Raum der Islam in Europa einnimmt. Der Artikel untersucht anhand des Karikaturenstreits in Dänemark, des Fitna-Films in den Niederlanden und des Minarett-Verbots in der Schweiz die Erfahrungen der Regierungen im Umgang mit solchen konfliktträchtigen Debatten. Die Analyse zeigt, dass die Chancen auf eine Deeskalation steigen, wenn Regierungen Gelegenheiten schaffen, bei denen sich die unterschiedlichen Akteure über ihre Ängste, Hoffnungen und Werte austauschen können. Hingegen scheinen die Spannungen tendenziell zu eskalieren, wenn Regierungen eng mit Akteuren verbunden sind, die den Islam politisieren, wenn Grundwertedebatten geführt werden und wenn ausschliesslich gerichtliche Wege zur Klärung der Differenzen verfolgt werden. Es ist absehbar, dass die kulturelle Vielfalt in Europa bestehen bleibt, wenn sie nicht sogar noch zunehmen wird. Vor diesem Hintergrund sind grosse Anstrengungen erforderlich, um Wege zu finden, mit Differenzen konstruktiv umzugehen. Unter Berücksichtigung der Grundwerte und Identitäten der involvierten Akteure können mediative Ansätze schliesslich dazu beitragen, eine Eskalation solcher Spannungen zu verhindern.