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Wie kann man eigentlich im Ernst annehmen, dass eine Welt, in der es als vernünftig gelten muss, keinen Gedanken zu Ende zu denken, weil die Zeit, die man dafür aufwenden und dadurch verlieren würde, einem danach uneinholbar fehlte, um den jederzeit prekären Anschluss an den menschungemäss beschleunigten sozialen Wandel jemals wieder herstellen zu können und diese Welt demnach eine ist, in der jeder Mensch, dem je ein zu Ende gedachter vernünftiger Gedanke gelungen sein mag, als unzeitgemässer Sonderling zu gelten hat –, dass eine solche Welt, sogar wenn man es mit allen Kräften wirklich anstrebte, grundsätzlich vernünftig organisierbar wäre?
Und wenn man von dieser Annahme im Ernst nicht ausgehen kann, wenn ich also davon ausgehen muss, dass allein schon die umständliche Formulierung dieser Frage mich für die demokratische Mehrheit im Land zum Sonderling machen würde, würde ich sie öffentlich stellen – was bringt mich dann dazu und was erhoffe ich mir von wem, dass ich nun hier auch noch diesen zweiten Satz hingeschrieben habe?
[08.07.2012; 22.05.2018]