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Renate wurde am 4. März 1959 in Einsiedeln geboren. Ihre Eltern, Gertrud und Othmar Leuppi, waren ein Jahr zuvor frischvermählt von Zug nach Einsiedeln gezogen. Nach einer kurzen Zeit an der Benzigerstrasse zogen sie schon bald in eine grössere Wohnung im Senkgraben. Dort konnte sie viele Freundschaften schliessen und ihre Frage war stets: «Mutti, darfi veruse?» Fünf Jahre lang blieb sie einziges Kind bis das nächste ihrer drei Geschwister auf die Welt kam. Dies war am Anfang etwas ungewohnt für sie. Später war sie jedoch gerne die «grosse» Schwester.
Mit ihrer offenen und zugänglichen Art fand sie schnell Freundschaft und Anschluss. Ihre beste Freundin wohnte im gleichen Haus und war während der ganzen Schulzeit mit ihr in derselben Klasse. Während dieser Zeit war sie einige Jahre im Turnverein wie auch im Blauring aktiv. Nur zu gerne erzählte sie von den Turnerchränzli und vor allem von den Blauringlagern, welche die Blauringmädchen jeweils unter der Leitung von Pater Edgar nach Savognin führten. Geschwärmt hat sie immer von der feinen Rösti, die er in den Lagern zubereitet hat. Damals waren Reisen und Ausflüge nicht so häufig möglich und sie genoss es, nebst den jüngeren Geschwistern auch mit gleichaltrigen Kindern zusammen zu sein.
Das Sommer-Ferienziel der Familie war oft das Tessin. Mitte der Sechziger Jahre logierte die Familie in Ferienwohnungen und später im Familienzelt auf dem Campingplatz in Tenero.
Renate hatte schon in ihrer Kindheit gerne Musik. Sie lernte Blockflöte spielen. In der Sekundarschule wurde ihr grosser Wunsch nach einem Kassettenrekorder erfüllt. Ihre Stars waren Vicky Leandros und Wencke Myhre, die sie häufig abspielte.
Neben der Musik hatte Renate immer sehr gerne Tiere und wünschte sich einen Hund als Haustier. Das war nicht möglich, stattdessen wurde ein Wellensittich angeschafft. Nach der Schulzeit begann Renate eine Coiffeur-Lehre im damaligen «Salon Stefan» in der Strählgasse, welche sie 1978 erfolgreich abschloss.
Als junge Frau mit immer modisch gepflegter Frisur hat Renate wohl gar manchem jungen Mann den Kopf verdreht. Es war aber ihr zukünftiger Ehemann, mit dem sie ein Rendez-vous vereinbart hat.
An einem schönen Herbsttag und gut zwei Jahre später gab sie in der schlichten Kapelle des Bildungszentrums ihrem Mann Martin das Ja-Wort und ist danach in die kleine Junggesellenwohnung an der Etzelstrasse eingezogen. Nachdem ihre Eltern und Geschwister ein Jahr später ein Eigenheim an der Kornhausstrasse bezogen, erfolgte der Umzug in die Wohnung im Senkgraben, wo sie schon die Jugendjahre verbracht hat.
Durch die Geburt von Karin, Alexa und Priska sorgte ein lebhaftes Dreimädelhaus für viel Betrieb. Renate hat sich ganz der Arbeit als Mutter gewidmet. Mit Geduld und Fürsorge, aber auch der manchmal notwendigen Strenge, hat sie die Hauptaufgabe der Erziehung übernommen.
Im Jahre 2000 zügelte die ganze Familie ins Einfamilienhaus ihrer Mutter an die Kornhausstrasse. Es war die Zeit, wo Renate sich besonders um die berufliche Ausbildung der Kinder, aber auch deren Freizeitgestaltung, gekümmert hat. Es war manches Gespräch notwendig, um ihre Anliegen mit denen der Töchter jeweils in Übereinstimmung zu bringen.
Kreatives Arbeiten erfüllte sie mit Befriedigung. Jahrelang fertigte sie Trachtebäbis an und malte ihnen ein freundliches Gesicht. Mit viel Elan kümmerte sie sich um Haushalt und Garten. Das Wohl der Familie lag ihr immer sehr am Herzen. Mit feinen Menüs hat sie gar manchen Festanlass bereichert. Legendär waren ihre liebevoll hergestellten feinen Weihnachtsguetzli. Renate hat noch eine Teilzeitarbeit in der Wäscherei im Alters- und Pflegeheim Langrüti angenommen. Diese Arbeit musste sie vor fünf Jahren dann aufgeben, als sich ein hartnäckiges Leiden bemerkbar machte, das sich als Weichteilrheuma – genannt Fibromialgie – herausstellte.
Gross war die Freude, als sie im Jahre 2006 erstmals Grossmutter geworden ist. Die Enkelin Joy und zwei Jahre später der Enkel Lenny haben ihr gar manche Stunde bereichert, wo sie als aufmerksames «Mutti» mit den Kindern zusammen war.
Als gute Sängerin ist Renate schon im Alter von 19 Jahren dem Singkreis St. Cäcilia beigetreten. Ihre Arbeit als Materialverwalterin und als Vizepräsidentin wurde allseits geschätzt. Letztmals hat sie am 3. April 2014 ohne erkennbare Probleme die Chorprobe besucht. Am anderen Morgen ist sie bewusstlos zusammengebrochen. Es folgten ärztliche Untersuchungen, die schlussendlich in einer niederschmetternden Diagnose endeten: bösartiger Hirntumor, nicht operierbar. Ihre Aufenthaltsorte waren jetzt Unispital Zürich, Spital Einsiedeln und Altersheim Gerbe. Die Bestrahlungs- und Chemotherapie über sechs Wochen Dauer waren anstrengend und machten sie zunehmend müder. Am geplanten Umzug an die Mythenstrasse 25 von Mitte Mai konnte sie nicht mehr teilnehmen.
Es war eine schwierige Zeit, in der sie tapfer ihr Schicksal getragen hat. Am Samstagmorgen, 28. Juni 2014, hat ihr Herz im Spital Einsiedeln im Beisein ihrer jüngsten Tochter aufgehört zu schlagen.
Deine Kinder haben sich am Trauergottesdienst mit den Worten «Mier wüssid alli, du bisch jetz dr bescht Schutzängel im Himmel, won üs wird begleite uf all üsne Wäge. Mami, mier liebid dich für immer, du fählsch üs u hejbsch» von dir verabschiedet.
Liebe Renate, ruhe in Frieden.