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Bei einem Schiffswrack vor Haiti soll es sich um die «Santa Maria» handeln, mit der Christoph Kolumbus 1492 Amerika entdeckte. Das Wrack war schon vor elf Jahren in einer Gegend gefunden worden, wo die «Santa Maria» nach Kolumbus' eigenen Angaben auf Grund gelaufen war.
Alle geografischen, archäologischen und topografischen Analysen deuteten stark darauf hin, dass es sich um das Flaggschiff von Kolumbus handle, erklärte der US-Forscher Barry Clifford am Dienstag (Ortszeit). Am Mittwoch will er die Einzelheiten zu seiner womöglich spektakulären Entdeckung in New York der Öffentlichkeit präsentieren.
Die damalige Untersuchung von Fundstücken - unter anderem einer Kanone - habe falsche Ergebnisse gebracht, sagte Clifford dem Sender CNN. Erst vor zwei Jahren, nachdem er das Wrack selbst erforscht habe, sei es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. «Ich wachte mitten in der Nacht auf und sagte: 'Oh mein Gott'.»
Er sei dann mit einem Expertenteam erneut zum Wrack gefahren und habe weitergeforscht und sei sich inzwischen sicher: «Dies ist das Schiff, das den Gang der Menschheitsgeschichte veränderte. Für mich ist es der Mount Everest unter den Schiffswracks.»
Auch der Meeresarchäologe Charles Beeker hält Cliffords Angaben für glaubwürdig. Zwar stehe noch eine detaillierte wissenschaftliche Analyse aus, doch gebe es schon anhand der Fotos von 2003 und jüngster Aufklärungstauchgänge «überzeugende Hinweise, dass es sich tatsächlich um die 'Santa Maria' handelt», sagte er dem «Independent».
Kolumbus war mit dem Dreimaster 1492 auf der Suche «Ostasien» in See gestochen, doch führte ihn seine erste Expedition statt nach Indien auf die Bahamas. Am 25. Dezember soll die «Santa Maria» auf eine Sandbank vor der Insel Hispaniola aufgelaufen sein. Auf der Insel liegen heute die Dominikanische Republik und Haiti. (rey/sda/afp)