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Mindestlohn von 5000 Franken für Lehrabgänger?
Das hört sich zu gut an um wahr zu sein. Und tatsächlich handelt es sich nicht um eine Tatsache, sondern um eine aktuelle Forderung der Sozialdemokratischen Partei. Geschehen soll dies mithilfe einer höheren Abdeckung von Gesamtarbeitsverträgen.
Dass die Berufslehre mit der zunehmenden Akademisierung unter Druck gerät und deshalb attraktiver gestaltet werden muss, steht ausser Frage. Dennoch stellt die Forderung nach einem Mindestlohn von 5'000 Franken nach dem Lehrabschluss eine Utopie dar, die in keiner Weise umsetzbar ist. Es stellen sich nämlich folgende Fragen:
1. Wie wird die Berufserfahrung gewichtet? Würden dann bei den Unternehmen einfach die Lohnbänder proportional nach oben korrigiert oder würde der Lohnanstieg alternativ abflachen?
2. Wie sollen Unternehmen – insbesondere jene in wertschöpfungsarmen Branchen – diesen Mindestlohn bezahlen können?
3. Wie verhindert man einen Verlust der Kaufkraft, wenn durch die signifikante Lohnerhöhung alles massiv verteuert wird?
Man muss diesem Vorschlag zu gute halten, dass er die Problematik der schwindenden Attraktivität der Berufslehren in den Vordergrund rückt. Mit derart überzogenen Forderungen ist aber niemandem geholfen. Stattdessen wäre es sinnvoll, über Lösungen zu diskutieren, die auch umsetzbar sind. Wie zum Beispiel:
Eine Erhöhung der Anforderung für Hochschulabschlüsse. Diese Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren nämlich mehr als verdoppelt zulasten der Lehrabschlüsse, die im Vergleich signifikant zurückgegangen sind.
Es wäre spannend zu hören, welche sonstigen Optionen es gäbe, um dieser Problematik zu begegnen. Eine überstürzte Erhöhung des Mindestlohns auf 5'000 Franken nach der Lehre ist aber definitiv nicht zielführend!