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«Den Beruf des Lehrers wählst du nur, wenn dir nichts anderes übrig bleibt», erklären Lehrpersonen vor allem von ländlichen Schulen in Entwicklungsländern. Das Einkommen liegt oftmals unter der Armutsgrenze. Dies ist in vielen Ländern in Afrika der Fall. Aber auch in Kambodscha beträgt das Gehalt einer Lehrperson in der Primarschule gerade mal 33-100$ pro Monat (Stand 2012).
Damit gehören die Lehrer/innen zu den Armen des Landes. Sie müssen Landwirtschaft betreiben oder auf andere Art Geld verdienen, um sich und ihre Familien zu ernähren. Als Folge dieser Zusatzarbeit ist der Schulbetrieb unregelmässig.
An abgelegenen ländlichen Schulen in Afrika und Asien ist kaum für eine anständige Unterkunft gesorgt. Die Lehrpersonen wohnen in alten, notdürftigen Behausungen oder müssen sich gar im Schulzimmer einrichten. Die schlechten Arbeitsbedingungen drücken auf die Moral. «Die geringe Motivation, eng verbunden mit dem niedrigen Lohn und den schlechten Arbeitsbedingungen, ist ein zentrales Hindernis betreffend einer besseren Unterrichtsqualität», fasst ein Bericht der UNESCO zur globalen Bildungssituation zusammen.
Der soziale Status der Lehrer/innen ist gering. «Ich wurde Lehrerin, weil ich meinen Vater bewunderte, der Lehrer war. In seiner Zeit war das Unterrichten eine gut bezahlte Arbeit. Ein Lehrer war eine Person, die respektiert wurde. Heute ist die Reputation nicht mehr die Gleiche. Lehrer wird man nur zur Not», sagt Agatha Kunihira, Primarlehrerin in Uganda. In vielen Ländern gibt es grosse Probleme bei der Rekrutierung von gut qualifizierten Lehrpersonen. Die Verlierer dabei sind die Kinder aus armen Familien und in ländlichen Regionen.
Die Bildungsprojekte von CO-OPERAID verbessern darum auch die Situation der Lehrer/innen. Eine verbesserte schulische Infrastruktur und neues Unterrichtsmaterial bringen einen Fortschritt in didaktischer Hinsicht an unsere Partner-Schulen. Direkt den Lehrer/innen zugute kommen Weiterbildungen. Sie bringen Ideen und Motivation und verhelfen im besten Fall zu Zusatz-Qualifikationen, die sich in der Zuteilung in eine höhere Lohnstufe niederschlagen. Um das niedrige Einkommen zu erhöhen, ermöglicht CO-OPERAID zum Teil auch einen bescheidenen Lohnzuschlag, verbunden mit zusätzlichen Leistungen der Lehrer/innen, zum Beispiel Sozialarbeit.
Eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung des Lohns sind landwirtschaftliche Einkommensprojekte, welche Lehrer/innen starten können. Dabei muss natürlich berücksichtigt werden, dass die Unterrichts-Tätigkeit nicht gestört wird.
Vor allem aber bringen unsere Projekte neue Impulse für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Gemeinden. Komitees aus Eltern, Einwohner/innen und Lehrer/innen diskutieren und planen Massnahmen zur Verbesserung ihrer Schulen und setzen sie um. Dazu gehören auch Leistungen für die Lehrer/innen, zum Beispiel Lieferung von Nahrungsmitteln oder Bereitstellung und Unterhalt der Lehrer-Unterkunft. An einigen Schulen baut CO-OPERAID selber Lehrerunterkünfte. Mit diesen verschiedenen Massnahmen gelingt es, die Situation der Lehrer/innen zu verbessern.