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Haus zur Pflanzschule St. Georgenstrasse 5
St. Georgenstrasse 5
8400 Winterthur
Das heute als Pfarrhaus genutzte Haus „Zur Pflanzschule“ wurde 1771/72 durch den späteren Kleinrat Hans Heinrich Biedermann (1743-1813) vom Haus „Zum Steinadler“ an der Marktgasse 9 im spätbarocken Stil erbaut.
Das Haus zur Pflanzschul präsentiert sich heute als bedeutender Vertreter des Spätbarocks in Winterthur und als ein Beispiel erlesener frühklassizistischer Profanarchitektur. Das Haus weist eine regelmässige Gliederung auf und besitzt ein Mansarden-Walmdach. Bisher war ein bäuerliches Giebeldach üblich. Der zweigeschossige Bau hat auf den Schmalseiten drei Fensterachsen und auf den Breitseiten deren sieben. Die Mauern sind in rotem, unverputztem Ziegelwerk ausgeführt, eine äusserste Seltenheit. Das Innere weist einen durchgehenden Mittelkorridor auf, wodurch die Mittelachse prägnant wird. Leider sind aber von der ehemaligen reichen Innenausstattung sämtliche Stuckdecken und Öfen verschwunden. Das Haus „Zur Pflanzschule“ wurde 1771/72 im spätbarocken Stil erbaut und 1952 von der Stadt Winterthur aus Privatbesitz erworben. Es dient seit 1960 als Pfarrhaus. Die Fassadengliederung und das Mansardwalmdach gehen direkt auf den damals von Frankreich übernommenen Bautyp zurück. Das wiedererstellte kleine Riegelhaus und der an seine Stelle zurückgeführte Brunnen auf der Nordseite des Hauses geben dem Eingangsbereich das ursprüngliche Gepräge zurück.
Das Haus „Zur Pflanzschule“ wurde 1771/72 im spätbarocken Stil für den Mörsburger Amtmann Hans Heinrich Biedermann erbaut. Das Landhaus vom späteren Ratsherrn Hans Heinrich Biedermann bekam nicht den Namen seines ursprünglichen Wohnsitzes „Zum Steinadler“ sondern „Zur Pflanzschule“. Das neue Gebäude war eben nicht nur eine Sommerresidenz sondern ein Landhaus. So gehörte auch ein Ökonomiegebäude dazu. Biedermann betrieb einen Versuchsbetrieb zur Verbesserung der Landwirtschaft. Er experimentierte mit neuen Düngungs- und Anbaumethoden. Seine Erkenntnisse gab er interessierten Landwirten weiter. Später übernahm sein Sohn und spätere Stadtrat Hans Heinrich Biedermann zur Geduld den Betrieb. Er blieb bis 1888 im Besitz der Familie.
Nach mehreren Besitzerwechseln innerhalb der Familie Biedermann gelang das Haus 1888 an Dr. iur. Eduard Hasler-Ziegler, 1849-1893, Stadtrat und Gemeindegutsverwalter 1878-1893, Kantonsrat 1881-1892 und Verwaltungsratspräsident der Winterthur Versicherungen und der SLM. Nach mehreren Handwechseln innerhalb der Familie Hasler kam ab 1930 die Familie Schoch in den Besitz der „Pflanzschul“. Ein nächster Besitzer war Harro Fromm. Danach wurde das Areal aufgeteilt, teilweise neu überbaut und 1952 von der Stadt Winterthur erworben. In den 1960er-Jahren kann das altehrwürdige Haus schliesslich in den Besitz der Kirchgemeinde Winterthur-Stadt. Es dient seit 1960 als reformiertes Pfarrhaus.