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Landgrabbing
Nur rund 10 Prozent der Landgrabbing-Projekte haben explizit die Produktion von Lebensmitteln – meist für den Export – zum Ziel. Viel grösser ist die Nutzung des Landes für den Anbau exportierbarer Rohstoffe, für die Treibstoff- und Energieproduktion, Fasern, Futtermittel, Schnittblumen oder klassische Genussmittel wie Kaffee, Tee und Kakao. Einen hohen Anteil machen so genannte Flex Crops wie beispielsweise Ölpalmen, Mais, Soja. aus, die als Nahrung, aber auch zu anderen Zwecken dienen können – je nach Weltmarktsituation.
Die Konzentration von Landbesitz hat sich auch in Europa und gerade in Osteuropa (z.B. in der Ukraine oder in Rumänien) extrem beschleunigt. In der EU kontrollieren heute drei Prozent der Grundbesitzer die Hälfte des landwirtschaftlichen Landes.
Einem grossen Teil der im Zuge von Landgrabbing verkauften oder verpachteten Landflächen liegen brach. Auch die Rate der aufgegebenen Projekte ist erheblich, wie etwa das Beispiel von Addax zeigt.
Obwohl ländliche Gemeinden 65 Prozent der globalen Landfläche nutzen, haben sie für drei Viertel ihres angestammten Landes keine gesetzlich festgeschriebenen Landrechte. Das betrifft rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit. Nur 18 Prozent der Fläche ist für Indigene und lokale Gemeinden legal abgesichert oder zugewiesen.