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Nach viel Sonne und milden Temperaturen in den Bergen über den Jahreswechsel hielt der Winter Einzug mit Sturm, kalten Temperaturen und Neuschnee, vor allem im Norden. Die Lawinengefahr stieg in den Niederschlagsgebieten deutlich an.
Über den Jahreswechsel strahlte in den Bergen die Sonne und es war weiterhin mild mit einer Nullgradgrenze um 2000 m und meist schwachem Wind. Das angenehme Wetter wurde auf unterschiedlichste Art und Weise für Ausflüge genutzt (vgl. Abb. 2 bis 5). Erst am Berchtoldstag, 02.01. zogen im Tagesverlauf mit zunehmendem Wind aus zuerst westlichen, dann nördlichen Richtungen Wolken einer Kaltfront auf. Am Nachmittag setzte im Norden schwacher Schneefall ein.
Am Dienstag war der Schneezauber bereits wieder vorbei. Wie der Abbildung 6 zu entnehmen ist, fielen bis am Dienstagmorgen am Alpennordhang vom Berner Oberland bis nach Liechtenstein und in Nordbünden 5 bis 10 cm Schnee, sonst blieb es trocken. Die Temperatur sank um 5 bis 10 Grad und lag mittags auf 2000 m zwischen -5 °C im Westen und Süden und -9 °C im Osten.
In der Nacht zum Mittwoch fiel besonders im Nordosten etwas Schnee. Am Vormittag gab es im Norden kurze Aufhellungen, bevor am Nachmittag erneut Schneefall einsetzte, welcher in den östlichen Gebieten bis am Donnerstagnachmittag anhielt. Der Wind aus nördlichen Richtungen nahm in der Nacht zum Mittwoch zu und blies am Mittwoch und Donnerstag stark bis stürmisch. Ganz im Süden war es mit Nordföhn vor allem am Mittwoch mehrheitlich sonnig. Die Temperatur sank erneut und erreichte am Donnerstagmittag auf 2000 m -12 °C.
Bis zum Redaktionsschluss am Donnerstagnachmittag fielen die in Abbildung 7 dargestellten Neuschneemengen.
Bis am Dienstag, 03.01. war die Lawinengefahr gering (Stufe 1). Die verbreitet dünne Altschneedecke war kleinräumig sehr unterschiedlich aufgebaut und häufig vom Wind geprägt (vgl. Abbildung 8): Oft waren mehrere Krusten vorhanden, teils war sie komplett aufbauend umgewandelt und locker, teils lagen harte, alte Triebschneeschichten auf weichen Schichten. An windgeschützen Schattenhängen waren die oberflächennahen Schneeschichten meist aufbauend umgewandelt und locker, an sehr steilen Sonnenhängen bis in hohe Lagen oft frühlingshaft verkrustet (vgl. Abbildung 4). Teilweise waren aber auch hier lockere Zwischenschichten eingelagert.
Wummgeräusche und Risse wurden immer wieder beobachtet, betrafen aber nur dünne Schichten und breiteten sich nicht über grössere Distanzen aus. Die allenfalls ausgelösten Schneemengen waren nur klein. Die grösste Gefahr bestand darin, im extremen Steilgelände von einem Rutsch mitgerissen zu werden und abzustürzen.
Auf 2500 m lag im flachen Gelände meist 20 bis 50 cm Schnee, im nördlichen Wallis sowie am Oberwalliser Alpenhauptkamm, im Nordtessin sowie im Calancatal und im Misox 50 bis 80 cm oder etwas mehr. Die Schneegrenze lag an Schattenhängen oft im Bereich der Waldgrenze oder darunter. Sonnenhänge waren bis in hohe Lagen (2200 m bis 2800 m) je nach Exposition und Steilheit meist oder ganz schneefrei (vgl. Abbildungen 2, 3, 5).
Wo Schnee über grössere, zusammenhängende Flächen vorhanden war und vor allem an eher windgeschützten Nordhängen war die bestehende Schneedecke eine verbreitet ungünstige Unterlage für neuen Schnee. Die Lawinengefahr stieg deshalb mit Neuschnee und starkem Wind am Donnerstag, 05.01. vor allem in hohen Lagen deutlich an. Sie wurde in den meisten Gebieten als erheblich (Stufe 3) eingeschätzt.
Mit der Aussicht auf wiederholte Schneefälle und zunehmender Dynamik der Lawinensituation startete der Lawinenwarndienst am Mittwoch, 04.01. die Ausgabe der Lawinenbulletins am Morgen. Damit sind zwei Einschätzungen pro Tag verfügbar. Im ebenfalls schneearmen Frühwinter 2015/16 startete die Ausgabe der Morgenbulletins nur einen Tag früher, sonst normalerweise etwa Mitte Dezember.
Trotz der lang ersehnten Schneefälle sind die Schneehöhen mit Ausnahme der Stationen unterhalb 1000 m weiterhin stark unterdurchschnittlich, d.h. grösstenteils ist die Schneedecke nur halb so mächtig wie normal um diese Jahreszeit. Noch am Mittwoch, 04.01. verzeichneten 25 von 72 langjährigen Stationen, d.h. 35%, eine rekord-niederige Schneehöhe. Dazu gehört auch die Station Weissfluhjoch (GR, 2540 m), deren Messreihe mehr als 80 Jahre zurückreicht und in den letzten Wochen mehrfach sehr nah an die bisherigen Minima von 1952/53 und 1948/49 herangekommen ist (vgl. Abbildung 9). Am Donnerstag, 05.01. verzeichnen folgende vier langjährigen Stationen immer noch rekord-niederige Schneehöhen: Zermatt VS 1600m (1 cm) , Sass Fee VS 1790 m (0 cm), St. Moritz GR 1850 m (6 cm) und Lauchernalp VS, 1975 m (25 cm).
In dieser Wochenberichtsperiode wurden dem Lawinenwarndienst keine Lawinenunfälle gemeldet.
Hast Du Alarmzeichen wie Wummgeräusche oder Lawinen beobachtet? Hat der Wind viel Schnee verfrachtet? Oder hast Du nichts beobachtet, was auf eine erhöhte Gefahr schliessen lässt? Stimmt Dein Eindruck mit der Beschreibung im Lawinenbulletin überein? Oder nicht? Teile uns Deine Beobachtungen mit. Nutze dafür unsere Webseite oder die App WhiteRisk. Herzlichen Dank!
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.