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Grande Chaux de Naye (1985
m), dem Pas oder Pertuis de Bonaudon (1750 m) und der Dent de Hautaudon (1874 m). Die NW.-Flanke fällt mit hohen und steilen,
schwierig und gefährlich zu erkletternden Wänden ins Thälchen der Veraye ab, während die NO.- und O.-Flanke
verhältnismässig sanft geböscht ist und einen Teil der Alpweide von Naye trägt. Auf der obersten Terrasse stehen das
Hôtel de Naye und die Endstation der Zahnradbahn Glion-Naye. 10 Minuten ö. vom Gasthof befindet sich ein alpiner Versuchsgarten,
der von der botanischen Gesellschaft zu Montreux 1893 angelegt worden ist und zu Ehren des Waadtländer
Botanikers Favrat den Name Favratia erhalten hat, um dann 1896 nach dem Waadtländer Schriftsteller Eugen Rambert in Rambertia
umgetauft zu werden. Er bildet jetzt einen von den Dentaux bis zu dem zu diesem Zweck von der Gemeinde Villeneuve abgetretenen
Plan d'Arennaz sich hinziehenden grossen alpinen Park, wird von zahlreichen Fusswegen durchzogen
und erhält jedes Jahr zahlreichen Besuch. Am NO.-Ende der Rochers de Naye befindet sich eine tiefe Eisgrotte, der sog. Trou
du Glacier.
Die Rochers de Naye zählen im Ganzen etwa 50 mehr oder weniger geräumige und zugängliche Höhlen, deren bekannteste
die eben genannte ist. Diese von Dekan Bridel schon 1808 erwähnten Grotten sind von den Hirten und Sennen der Gegend schon
oft durchsucht worden, da
nach Volksüberlieferungen Feen oder auch geizige Feudalherren hier Schätze versteckt haben sollen.
Vor wenigen Jahren hat man in einigen der Höhlen verfaulte Leitern, Bretter und primitive Hacken gefunden.
In der N.-Wand der Grande Chaux de Naye öffnet sich 200 m sö. vom Pertuis de Bonaudon (hinten über dem Val de Bonaudon) die
ein kleines Eisfeld bergende grosse Caverne de Naye.
Ihr Eingang liegt 10 Minuten vom Col de Bonaudon entfernt hinter einem das ganze Jahr liegen bleibenden
kleinen Schneefeld, das seine Auffindung wesentlich erleichtert. Zunächst führt ein von scharfem Luftzug durchwehter enger
Gang zu einer zum Teil vereisten Ausweitung, von deren Decke grosse Eisstalaktiten herunterhängen, worauf man durch
ein stark geneigtes und ganz schmales Kamin in den sog. Gletschersaal (Salle du Glacier) gelangt, in dem
ein wirklicher kleiner Gletscher mit schön entwickelter Endmoräne liegt, der durch eine den Fels nach oben durchbrechende
Spalte mit Schnee gespiesen wird.
Hinter diesem Saal folgt noch eine dritte Kammer, in welcher seinerzeit ganz besonders eifrig nach versteckten Schätzen gesucht
wurde. Man hat vor kurzer Zeit zwischen dieser Höhle und einer darüber gelegenen anderen eine künstliche
Verbindung hergestellt, so dass man jetzt weiter oben wieder ans Tageslicht gelangen und dann auf einem guten Fussweg zum
Kamm der Rochers de Naye aufsteigen kann. Es ist ratsam, bei einem Besuch dieser vielfach verzweigten Höhlen den im Gasthof
sich aufhaltenden Führer mitzunehmen. Auf den Gipfel führt die Bahn Territet-Glion-Naye, deren Teilstück
Territet-Glion (1883 eröffnet; s. den Art. Glion) Drahtseilbahn und deren Stück Glion-Naye (1892 eröffnet) Zahnradbahn ist.
Die nach System Riggenbach mit
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Wassergegengewicht erbaute Linie Territet-Glion hat eine Steigung von 40-57%, eine horizontale Länge von 560 m und überwindet
einen Höhenunterschied von 305 m. Die Linie Glion-Naye ist Zahnradbahn nach System Abt und hat Lokomotivbetrieb; die Steigung
beträgt 6-22%, die horizontale Länge 7621 m und die Niveaudifferenz 1285 m. An ihr liegen neben der
Wasserstation Crêt d'y Bau noch die Stationen Caux und Jaman. Die Endstation Naye steht in 1973 m. Die Aussicht von den Rochers de Naye,
dem «welschen Rigi», umfasst im Vordergrund den Genfersee mit den Savoyerbergen einerseits und dem reizenden Waadtländer Ufer
von Montreux bis Nyon andererseits, im Mittelgrund den blauschimmernden Jura, die Waadtländer und GreierzerAlpen und endlich im Hintergrund einen Teil des Mont Blanc Massives, den Grand Combin und den langen Zug
der Berneralpen von den
Diablerets bis zu den Wetterhörnern.
Die kleine Kette der Rochers de Naye bildet wie andere Kämme der Voralpen eine Mulde, in deren Kern Schichten
der obern Kreide liegen, während die ihn umhüllenden Schenkel aus Neocom und obern Jurakalken bestehen. Die Kalkschiefer
der obern Kreide sind besonders beim Gasthaus intensiv rot gefärbt. Auf den Alpweiden von Naye entspringen mehrere sehr
konstant fliessende kleine Quellen. Vergl. darüber das geologische Profil und den Art. Montreux.