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Man könnte sie auch als die „Kronjuwelen Hollywoods“ beschreiben: die Schmucksammlung von Elizabeth Taylor wird nun versteigert. Ganz nach dem Motto viele Männer, viele Diamanten, sind viele edle Stücke dabei.
Der Schmuck von Elizabeth Taylor wird versteigert – auch der berühmte Pingpong-Ring. Rund 30 Millionen Dollar soll die Sammlung einbringen.
Elizabeth Taylor liebte ihren Schmuck. Sie verehrte ihn. So sehr, dass sie 2002 sogar ein Buch mit dem Titel «My Love Affair with Jewelry» veröffentlichte. Sie habe ihren Schmuck nie als ihre Trophäen gesehen, schreibt sie darin, sie sei nur hier, um die Juwelen zu hüten und zu lieben. «Wenn ich sterbe und mein Schmuck versteigert wird, hoffe ich, dass wer auch immer meine Juwelen kaufen wird, ihnen ein gutes Zuhause geben wird.»
Ob Taylors letzter Wille befolgt werden wird, zeigt sich Mitte Dezember, denn ihr gesamter Schmucknachlass, mit einem geschätzten Wert von 30 Millionen Dollar, kommt im New Yorker Auktionshaus Christie’s unter den Hammer. Bis dahin werden einige der legendären Schmuckstücke in verschiedenen Städten ausgestellt. Am 11. und 12. November sind die Kronjuwelen Hollywoods, wie Taylors Sammlung bezeichnet wird, im Genfer Four Seasons Hotel de Bergues zu sehen.
Diamanten, weil die Sonne schien
Elizabeth Taylor liebte nicht nur Juwelen, sie liebte auch Männer. Und diese liebten es, sie mit teuren Klunkern zu überhäufen. Allen voran Taylors Amour fou, der Schauspieler Richard Burton, mit dem sie zweimal verheiratet war. So machen seine Geschenke auch einen Grossteil der Versteigerung aus, denn die Diva hat sich Zeit ihres Lebens praktisch von keinem Geschenk Burtons getrennt. Burton, der wegen seiner einfachen Herkunft Taylor gegenüber unter Minderwertigkeitskomplexen litt, nützte jede Gelegenheit, um seine Angebetete mit Schmuck zu beeindrucken.
Manchmal schenkte er der Diva einen teuren Ring, «weil Dienstag ist» oder «weil so gutes Wetter war», schreibt Taylor in ihren Memoiren. Oder weil er einen Pingpong-Match gegen seine Frau verloren hatte. Auch der berühmte Pingpong-Ring wird versteigert. Diesen gewann Elizabeth Taylor, als Richard Burton in ihrem Ferienhaus in Gstaad an einem Winterabend seine Frau zu einem Pingpong-Match herausforderte. Er versprach ihr, falls sie gewinnen sollte, ihr einen kleinen Diamantring zu schenken. Burton verlor den Match.
Mit einem geschätzten Wert zwischen 5000 und 7000 Dollar ist der Pingpong-Ring denn auch ein wahres Auktions-Schnäppchen. Denn, der Schmuck, der am 13. und 14. Dezember im New Yorker Rockefeller Center unter den Hammer kommen wird, ist mehrere Millionen wert. Zum Beispiel die legendäre «La Peregrina»-Perle, eine der grössten und wertvollsten Perlen der Welt, die Burton Elizabeth Taylor 1969 zum Valentinstag schenkte.
Die Perle war ursprünglich ein Teil der spanischen Kronjuwelen, geriet später in den Besitz von Napoleon Bonaparte III. und anschliessend in die Hände des Duke of Abercorn. Burton ersteigerte «La Peregrina» an einer Auktion in New York, indem er ein Mitglied der spanischen Königsfamilie überbot. Er bezahlte damals 37’000 Dollar. Später liess er die Perle von Cartier in ein Rubin- und Diamantencollier einfassen. Experten gehen davon aus, dass das Schmuckstück mit dem Los Nummer 12 zwischen zwei und drei Millionen Dollar einbringen wird.
«Mein Baby»
Doch nicht nur Richard Burton zeigte sich seiner Frau gegenüber äusserst spendabel. Auch Taylors dritter Ehemann, der vor Burton mit der Diva verheiratet war, und knapp ein Jahr nach der Hochzeit verstarb, überliess seiner Frau einige unvergessliche Prachtstücke. Zum Beispiel die berühmte «Mike Todd Tiara» (Los Nummer 79), eine antike Diamanten-Krone, die Mike Todd ihr 1957 mit den Worten «Du bist meine Königin» überreichte. Oder das Rubinen-Diamanten-Ensemble von Cartier, das ihr Mike Todd «einfach so» schenkte, als Taylor am Rande des Pools ihrer Ferienvilla in St-Jean-Cap-Ferrat in Südfrankreich sass. Worauf Taylor entzückt das Collier, die Ohrringe und das Armband anzog, in den Pool sprang und mehrere Runden schwamm.
Um diese Vorgeschichten zu überbieten, musste sich Richard Burton schon fast gezwungenermassen etwas Aussergewöhnliches einfallen lassen. Eines der extravagantesten Geschenke, das Burton seiner Frau je machte, ist der später als «Elizabeth Taylor Diamond» bekannte 33,19-karätige Diamant. Den Diamantring, der Taylors liebstes Stück war und den sie liebevoll «mein Baby» nannte, trug die Diva praktisch jeden Tag. Der wertvolle Ring wird zwischen 2,5 und 3,5 Millionen gehandelt und gilt als wichtigstes Auktionsstück.
Die Elizabeth-Taylor-Auktion gilt schon jetzt als eine der wichtigsten Juwelen-Versteigerung in der Geschichte des Auktionshauses Christie’s. Insgesamt sollen 269 Stücke aus dem Taylor-Schatz versteigert werden. Ein Teil der Einnahmen soll an die Elizabeth Taylor Aids Foundation gehen, die Stiftung, die 1991 von der Schauspielerin gegründet wurde.
Auktionshäuser wie Christie’s erzielen immer wieder Rekordgewinne. Seltene Steine und hochkarätige Juwelen locken Sammler und Investoren magisch an. Vor allem die Schmuckstücke mit Promibonus sind sehr beliebt, aber auch wertvolle Raritäten gehen „weg wie warme Semmel“. Die Schmucksammlung von Liz Taylor ist da natürlich für Schmuckliebhaber und Fans ein begehrtes Objekt. Hier gibt es einen kleinen Einblick in die wertvolle Auktions-Ausstattung, die bei Christie’s versteigert wird:
http://www.youtube.com/watch?v=O03z4zAoZ5c