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Am Infoanlass der Gemeinde Galmiz zur Fusion mit Murten thematisierten die meisten Fragen und Anmerkungen die Wasserversorgung. Laut der Präsentation des Gemeindepräsidenten Thomas Wyssa bleiben die Galmizer Quellen und Reservoire bestehen. Die Trinkwasserversorgung werde ab der Fusion von den Industriellen Betrieben Murten bewirtschaftet.
Einzelne Bürger zeigten sich skeptisch: «Wollen wir wirklich wegen ein paar Franken Steuern unsere Wasserhoheit an jemanden Drittes abgeben? Das werden wir bereuen», meinte ein Mann. Die Galmizer Quelle liefere mehr Wasser, als die Gemeinde verbrauche, sagten mehrere Personen. «Nach der Fusion könnten wir höhere Gebühren bezahlen müssen für etwas, was wir hier haben», gab ein Bürger zu bedenken. Er verwies auf die Erfahrungen der drei Murtner Ortsteile Jeuss, Salvenach und Courlevon. Deren Bewohnerinnen und Bewohner stehen derzeit in Diskussionen mit dem Murtner Gemeinderat über die Höhe der Gebühren für Trinkwasser und Abwasser (die FN berichteten).
Wenn Galmiz und Murten fusionieren, muss Galmiz verschiedene Reglemente innerhalb von zwei Jahren nach der Fusion an jene von Murten anpassen. Jedoch präzisierte Wyssa, dass die Gemeinde unabhängig von einer möglichen Fusion ihr Trinkwasserreglement anpassen müsse. Dabei würde vermutlich auch der Wasserpreis von heute 40 Rappen pro Kubikmeter steigen.
Heute bezahlen die Galmizer im Vergleich zu den Murtnern höhere Steuern, aber gleichzeitig niedrigere Gebühren. Für eine durchschnittliche Familie dürfte nach der Fusion die finanzielle Belastung vergleichbar sein mit der heutigen Situation.
Laut Wyssa werden die Gemeinden Galmiz und Gempenach nach der Fusion während der ersten Legislatur Anrecht auf einen einzigen Gemeinderatssitz haben. Galmiz dürfe garantiert vier Einwohnerinnen oder Einwohner in den Generalrat entsenden. Für Gempenach seien zwei Generalratssitze vorgesehen. Ab der Legislatur 2026 gebe es diese garantierten Sitze im Gemeinde- und im Generalrat allerdings nicht mehr.
Dorfverein geplant
Weiter informierte Wyssa über die Übergangsregelung für das Galmizer Pachtland. Die neue, fusionierte Gemeinde Murten übernehme die bestehenden Pachtverträge von Galmiz. Von 2022 bis 2027 werde frei werdendes Pachtland prioritär an Galmizer Landwirte vergeben.
Wie in der Vergangenheit bei anderen Fusionen mit Murten soll auch Galmiz einen Dorfverein erhalten. Diesem werde das Ofenhaus unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der Verein sei für die Aufsicht und den Betrieb zuständig. Dasselbe gelte für den Grillplatz.
Den Dorfvereinen solle ein Vereinslokal – derzeit der Gemeindesaal im Schulhaus – weiterhin unentgeltlich zur Verfügung stehen. Auch der Jugendraum solle je nach Bedarf weitergeführt werden.
Die Gebäude des Werkhofs gehen mit der Fusion in den Besitz der Gemeinde Murten über. Wyssa versicherte, dass die heutige Abfallsammelstelle im Dorf bestehen bleibe.
Zum Zeitplan sagte der Gemeindepräsident, dass an der Gemeindeversammlung am 5. Dezember über die Frage «Fusion mit Murten?» abgestimmt werde. Gebe es ein Ja, stehe am 17. Mai 2020 eine Urnenabstimmung an. Sagten bei dieser alle beteiligten Fusionsgemeinden mehrheitlich Ja, trete die Fusion auf den 1. Januar 2022 in Kraft.