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163 Stipendien zur Förderung von Postdoktorierenden
142 Postdoktorierende werden mit einem Mobilitätsstipendium im Ausland Forschung betreiben. Für die Rückkehr und die Weiterverfolgung der Karriere an einer Forschungsinstitution in der Schweiz erhalten 21 Forschende Unterstützung.
Kraken sind Tiere, die ihre Form verändern können, um sich durch kleine Öffnungen zu bewegen und Gegenstände zu manipulieren. Ihre Arme oder Tentakel spielen dabei eine besondere Rolle: Sie sind robust und flexibel zugleich. Die Ingenieurin Giada Risso forscht auf dem Gebiet der Verbundwerkstoffe und adaptiven Strukturen. Sie wird in die USA reisen, um Metamaterialien mit tentakelartigen Eigenschaften zu entwickeln. Diese sollen in der Lage sein, ihre Form und Steifigkeit je nach Druckveränderung anzupassen.
Die Forscherin ist eine von 142 Postdoktorierenden, die mit einem Postdoc.Mobility-Stipendium bei einem Auslandaufenthalt unterstützt werden. 21 Forschende erhalten derweil einen Beitrag für eine Rückkehr in die Schweiz. Bei der Ausschreibung waren per 1. Februar 2023 337 Projekte eingegangen. Insgesamt wurden 19,4 Millionen Franken für die Stipendien gesprochen, was einem jährlichen Beitrag von durchschnittlich 66’000 Franken pro Projekt entspricht. Die Postdoktorierenden finanzieren mit diesen Stipendien einen Teil ihrer Lebenshaltungskosten. Das Stipendium beinhaltet zudem einen Pauschalbetrag für Reisespesen sowie allenfalls Beiträge an Forschungs- und Kongresskosten.
Schmetterlings-Genome und Ökologisierung der Schädlingsbekämpfung
Auch Hannah Augustijnen erhält ein Stipendium. Während ihres Aufenthalts in Cambridge (Grossbritannien) wird sie sich mit Chromosomenumlagerungen am Beispiel von tropischen Schmetterlingen beschäftigen. Solche Veränderungen der Chromosomen können eine entscheidende Rolle bei der Entstehung neuer Arten spielen. Maud Chalmandrier wird in Paris und Amsterdam die städtische Schädlingsbekämpfung am Beispiel von Ratten und Bettwanzen untersuchen. Sie erforscht insbesondere die Auswirkungen der «Ökologisierung», bei der es darum geht, die Schädlinge nicht direkt zu töten, sondern mit präventiven Massnahmen fernzuhalten. Im Zentrum ihrer ethnographischen Fallstudie stehen die Angestellten, welche für die Schädlingsbekämpfung im urbanen Raum der Stadt Paris zuständig sind.
Von der Natur inspiriert
Die geförderten Projekte verteilen sich wie folgt auf die Fachgebiete: 59 stammen aus dem Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften, 58 aus jenem der Biologie und Medizin. 46 entfallen auf die Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Forschenden können ihre Auslandaufenthalte mit einem Postdoc.Mobility-Stipendium in der Regel bereits 6 Monate nach dem Eingabetermin starten und für 12 bis maximal 24 Monate ins Ausland reisen. Ihre Projekte versprechen originelle und innovative Forschung und sind oft von der Natur inspiriert.