Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03477.jsonl.gz/556

Nachweise im Feld
Spuren
Die Spuren des Braunbären sind unverkennbar. Der Bär ist ein Sohlengänger und hinterlässt in seinen Spuren Abdrücke von fünf Zehenballen mit deutlich erkennbaren Krallen. Wie beim Menschen können rechte und linke Pfoten problemlos unterschieden werden. Die Vorderpfote ergibt einen kurzen, breiten Abdruck. Die Hinterpfote, von der häufig die ganze Fusssohle abzeichnet, ist länger als breit und kann bei adulten Bären bis zu 22 cm lang sein. Die Grösse ist vom Alter des Tieres abhängig und kann bei einem sehr jungen Bären sogar im Bereich einer Dachsspur liegen!
Im typischen Gang liegen die Hinterfussabdrücke etwas vor denen der Vorderpfoten. Soll es schnell gehen, so fällt der Bär in einen Quer-Galopp.
Kot
Das Aussehen des Bärenkots variiert stark abhängig von der Nahrungsquelle des Bären. Der Grossteil der Bärennahrung ist pflanzlichen Ursprungs. So sind im Bärenkot oft Fruchtsamen und Kerne, Gras und Wurzelteile zu erkennen. Bei vegetarischer Nahrung ist der Kot auch meist breiig weich und nicht klar geformt.
Hat der Bär Fleisch gefressen sind die Kotballen geformt und enthalten auch Haare und Knochenteile.
Rissbild
Rissbild:
Der Braunbär tötet seine Beute auf charakteristische Art durch einen oder mehrere scheinbar ungezielte Prankenhiebe in Nasen-, Hals- oder Rückenbereich. Grössere Tiere wie Hirsche werden auch durch Bisse in den Rücken und am Nacken getötet. Einzelteile sind über eine grössere Fläche verteilt. Haut und Knochen werden nicht aufgenommen. Fell oft auf charakteristische Art abgetrennt. Wird ein Bär gestört, kann er selbst grössere Beutetiere über mehrere 100 m verschleppen.
Verletzungen:
Massive Verletzungen sind sichtbar. Prankenhiebe hinterlassen zerquetschte Muskelpartien und starke Blutungen. Krallenspuren sind gut sichtbar. Schädel und Rückgrat sind oft gebrochen. Nasen-Maul-Bereich blutig.
Nutzungsverlauf:
Bären öffnen zuerst den Bauch und Brusthöhle und nutzen die Innereien und Euter. Später auch die Muskulatur. Ein Bär kann mehr als 10 kg pro Tag fressen und nutzt die Beute vollständig, wenn er nicht gestört wird.
Lautäusserung
Braunbären sind eher stille Tiere. Sie können ein raues, tiefes Brüllen ertönen lassen und bei Unsicherheit oder einem Erschrecken ein blasendes Grunzen produzieren. Die häufigste Lautäusserung ist wohl das gedämpfte Brummen.