Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/115832

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie in der Entwicklungszusammenarbeit vermehrt Partnerschaften in den Entwicklungs- und Schwellenländern aufgebaut und gepflegt werden können. Neuen Partnerschaften sollen wirtschaftliche, geografische, sicherheits- oder migrationspolitische Überlegungen zugrunde liegen. Ausserdem soll geprüft werden, wie der Privatsektor in den jeweiligen Ländern stärker eingebunden werden kann, da dieser einen immer bedeutenderen Einfluss auf aufstrebende Länder hat.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Anliegen des Postulats. Die aussenpolitischen Berichte des Bundesrates (2009, 2010) zeigen auf, wie die weltwirtschaftliche und -politische Bedeutung der Schwellen- und Entwicklungsländer in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Sie sind unerlässliche Partner, um globale Herausforderungen wie Klimawandel, zunehmende Ressourcenknappheiten, Trinkwasserknappheit, Pandemien usw. bewältigen zu können. Wie andere Länder braucht auch die Schweiz starke und stabile Partner, die wirkungsvolle Beiträge zur Bewältigung globaler Herausforderungen erbringen können. Die Schweiz arbeitet deshalb im Rahmen der wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen sowie mit ausgewählten Programmen (Klima, Wasser, Migration, Ernährungssicherheit) mit Ländern mittleren Einkommens zusammen.</p><p>Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse sind in den Entwicklungs- und Schwellenländern recht unterschiedlich. Die Formen der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, Forschungszentren und staatlichen Behörden sind dementsprechend unterschiedlich zu gestalten.</p><p>Forschung und Innovation sind für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich. Angesichts der Verschiebung der weltwirtschaftlichen und -politischen Kräfte und der rasch wachsenden Anforderungen einer global nachhaltigen Entwicklung wird die Zusammenarbeit des Bundes mit Schweizer Kompetenzzentren, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie mit den Forschungspartnern in Schwellenländern weiter an Bedeutung zunehmen.</p><p>Die Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Akteuren ist auch in der Entwicklungspolitik des Bundes wichtig. Privatwirtschaftliche Unternehmen verfügen über spezialisiertes Fachwissen, Ressourcen und Technologien. Die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor gehört zu den Kernaufgaben der wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen des Bundes. Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit erfolgt mit gezielten Partnerschaften ebenfalls eine Zusammenarbeit mit dem Privatsektor. Sie ist auch ausserhalb der Gruppe der ärmsten Länder relevant, um schweizerisches Know-how bestmöglich zu nutzen.</p><p>Partnerschaften mit Entwicklungs- und Schwellenländern spielen bereits heute eine massgebliche Rolle in der Entwicklungszusammenarbeit. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass das erhebliche Potenzial in den kommenden Jahren noch stärker zu nutzen ist. Der Bundesrat wird das Anliegen des Postulats im Rahmen der Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2013-2016 prüfen und - wenn möglich - die Zusammenarbeit auf weitere Themen ausweiten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.