Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03414.jsonl.gz/723

Autor: karin Aebischer
Tafers Die Kompetenzerteilung zum Verkauf der Liegenschaft Bruchmatte hat am Donnerstag an der Gemeindeversammlung von Tafers für Diskussionen gesorgt. Der Gemeinderat will die Liegenschaft am oberen Nordhang des Quartiers Engelsmatt mit einer Parzellengrösse von 4400 Quadratmetern verkaufen und hat dazu verschiedene Varianten ausgearbeitet. Eine Weitervermietung des Wohn- und Ökonomieteils würde laut Gemeinderat Kuno Bertschy grosse Investitionskosten verursachen und gehöre nicht zum Kerngeschäft des Gemeinderates. Einen Abbruch der Liegenschaft möchte der Rat ebenfalls verhindern, da das Gebäude aus dem Jahre 1902 fest mit der Gemeinde in Verbindung gebracht werde. Für die dritte Variante, den Gesamtverkauf der Liegenschaft für 1,1 Millionen Franken, seien nur Absagen eingegangen.
Der Gemeinderat favorisiert deshalb die Variante, die Liegenschaft mit 3300 Quadratmetern Bauland zu verkaufen, dies zu einem Mindestpreis von 775000 Franken. Ein Interessent sei vorhanden. Das Restland von 1075 Quadratmetern soll abparzelliert und separat verkauft werden. Einige Anwohner können sich mit diesen Plänen nicht anfreunden. Wenn die Gemeinde nicht sicherstellen könne, dass die neuen Besitzer das Haus nicht doch abreissen, mache es auch keinen Sinn, es auf diese Weise zu verkaufen, argumentierten sie. Ammann Josef Cattilaz erklärte, dass die interessierte Familie das Haus unter keinen Umständen abreissen wolle.
Ein Anwohner kritisierte, dass die Liegenschaft zu Beginn für 1,5 Millionen Franken ausgeschrieben war und nun für 1,1 Millionen verkauft werden soll. Dies habe sicher viele Käufer abgeschreckt. Die «Mix-Lösung», die der Gemeinderat jetzt favorisiere, sei nicht konsequent. «Wir wollen etwas, das in sich stimmig ist», sagte ein Bürger. Der Syndic erklärte, dass der Gemeinderat offen sei für neue, gute Angebote. Mit der Kompetenzerteilung werde ein Mindestverkaufspreis festgelegt; dies sei notwendig, um konkret verhandeln zu können.
28 Bürger stimmten schliesslich für und genauso viele gegen die Kompetenzerteilung. Da sich der Gemeinderat der Stimme enthielt, konnte Josef Cattilaz keinen Stichentscheid fällen, und er erklärte, dass der Gemeinderat das Geschäft zurückstellen, neu darüber beraten und es dann erneut vor die Gemeindeversammlung bringen werde.
Budget fast ausgeglichen
Den fast ausgeglichenen Voranschlag 2012 haben die 78 Bürger einstimmig genehmigt. Er sieht bei Einnahmen und Ausgaben von rund 12,5 Millionen Franken ein Defizit von 24700 Franken vor. Auch dem Voranschlag 2012 des Vinzenzhauses wurde zugestimmt. Dieser sieht bei Einnahmen von 107700 Franken einen Gewinn von 13700 Franken vor. Die Kompetenz für den Verkauf des Anteils der Liegenschaft «Hospes» im Oberdorf hat die Versammlung dem Gemeinderat diskussionslos erteilt.
Im Anschluss offerierte die Gemeinde zu Ehren des wiedergewählten Ständerats Urs Schwaller ein Apéro. Der Gemeinderat und die Bevölkerung von Tafers seien stolz, einen Ständerat unter sich zu haben, sagte Josef Cattilaz zu Urs Schwaller, der mit seiner Familie gekommen war. Auch der Sensebezirk sei stolz auf ihn, doppelte Oberamtmann Nicolas Bürgisser nach. Gratulationen durften auch der neu gewählte Grossrat Thomas Rauber sowie der wiedergewählte Oberamtmann entgegennehmen.
Risse in der Decke: Ingenieur soll am Montag Klarheit schaffen
Ammann Josef Cattilaz informierte an der Gemeindeversammlung über die Schäden an der Akustikdecke der Aula der OS, die diese Woche entdeckt worden sind (FN von gestern). Die Unterkonstruktion der Hängedecke weise Risse auf. Dadurch könnten sich die Deckenplatten bei kleinsten Erschütterungen lösen. «Die Akustikdecke besteht aus Pressholzplatten und hat daher ein nicht zu unterschätzendes Gewicht.» Aus Sicherheitsgründen sei die Aula sofort geschlossen worden; dies bleibe vorläufig bis Ende Dezember so. Am Montag werden mögliche Ursachen und Sanierungsmassnahmen mit Fachpersonen besprochen. Die Kosten seien noch nicht bezifferbar, könnten jedoch so hoch sein, dass eine ausserordentliche Gemeindeversammlung darüber entscheiden müsste. Die Bevölkerung werde laufend informiert.ak