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Ich bin ein Freund der Ansicht, dass die Deckung der Grundbedürfnisse der Menschen nicht unbedingt dem Markt überlassen werden sollte. Andererseits bin ich der Ansicht, dass man die Folgen seiner Taten überdenken sollte, bevor man zur Ausführung schreitet.
Unter Beschuss sind die großen Wohnungsunternehmen gekommen und es wurde ihre Enteignung gefordert. Dagegen fällt mir auf die Schnelle kein Argument ein. Warum sollte jemand mit dem Grundbedürfnis nach Wohnung ein Geschäft machen. Sehen wir uns das einmal genauer an.
Das größte Unternehmen ist die Vovonia. Sie besitzt ca. 400’000 Wohnungen und machte letztes Jahr einen Gewinn von 1 Mrd. Euro. Es handelt sich um eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Der Wert ihrer Wohnungen beträgt 44 Mrd. Euro.
Nehmen wir mal an, dass die Bundesrepublik die Vonovia enteignet und sie mit 44 Mrd. Euro entschädigt. Was passiert dann? Für die Mitarbeiter und die Mieter ändert sich erstmal nicht viel. Es können eigentlich alle an ihrem Platz bleiben. Sie arbeiten dann nur im öffentlichen Dienst. Die Topmanager sind vielleicht mit ihrem neuen Gehalt nicht einverstanden und gehen. Hier lässt sich ein wenig einsparen.
Die Bundesrepublik hat die 44 Mrd. Euro natürlich nicht in der Portokasse. Aber sie kann sich das Geld am Kapitalmarkt sicherlich besorgen, z.B. mit einer Bundesanleihe mit z. B. 2,3% Zinsen. Die neue verstaatlichte Firma muss die 2,3% Zinsen einfach erwirtschaften. Dafür muss sie ca. 1 Mrd. Euro Gewinn machen.
Wer kauft denn eigentlich solche Bundesanleihen? Da gibt es viele Interessenten, z.B. die ehemaligen Aktionäre der Vonovia. Denen wurden gerade 44 Mrd. Euro ausgezahlt, die sie wieder anlegen möchten.
Was hat der Mieter davon? Er zahlt zwar immer noch die gleiche Miete, aber nicht an die raffgierigen Kapitalisten.