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Urbane und rurale Räume: ein transphilologischer Dialog
In den letzten 20 Jahren ist das Verhältnis von urbanen und ruralen Räumen zu einem vieldiskutierten Thema in der Linguistik im Allgemeinen und in der Soziolinguistik im Besonderen avanciert. Die Literatur zeigt, dass sich dieses Verhältnis je nach Art und Zusammensetzung der Gesellschaft, dem Status der beteiligten Sprache(n) bzw. Varietäten und in Betracht gezogener Ebene unterscheidet. Der Themenkomplex beinhaltet verschiedene Aspekte wie internationale und intranationale Migration, Urbanisierung und Kontraurbanisierung, Globalisierung, industrieller Wandel oder Wandel in den Konsumgewohnheiten, an die angeknüpft werden kann und soll. Nicht zu vergessen sind auch verschiedenartige mediale Darstellungen, die das gesellschaftliche Verständnis der genannten Aspekte und deren Auswirkungen auf urbane und rurale Räume in den vergangenen Jahren massgeblich geprägt haben.
Zweck der Plattform
In der vorliegenden Plattform wird ein Dialog zwischen Wissenschaftler*innen, die innerhalb ihrer spezifischen Forschungsbereiche das Verhältnis von urbanen und ruralen Räumen untersuchen, aufgebaut. Durch diese Bündelung von individuellen Forschungsexpertisen in verschiedenen Bereichen sollen die eingangs erwähnten Aspekte des Themenkomplexes aus verschiedenen soziolinguistischen Perspektiven beleuchtet werden.
Die Plattform stellt ein offenes Forum für Kolleg*innen und Studierende des CSLS, der Philosophisch-historischen Fakultät und darüber hinaus dar. Damit soll insbesondere im Hinblick auf die unten aufgeführten Punkte eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Forschungsgegenstand ermöglicht werden.
- Die Plattform soll Forschungsarbeiten zu verschiedenen Sprachen und Varietäten umfassen. Von Beginn weg sind durch die Mitglieder der Plattform die vier Nationalsprachen der Schweiz sowie Englisch und Spanisch – zwei Sprachen mit globaler Reichweite – vertreten.
- Die Plattform soll Forschungsarbeiten zu verschiedenen Ebenen umfassen. Die Bandbreite erstreckt sich aktuell von globalen Städten wie London oder Lima über regionale Varietäten nationaler Sprachen wie Schweizerdeutsch oder schweizerisches Französisch und schweizerisches Italienisch hin zu Rätoromanisch als regionale Minderheitensprache und isolierten, ruralen englischen Insel-Varietäten wie die der Falkland-Inseln oder Palaus.
- Die Plattform soll Arbeiten innerhalb verschiedener methodisch-theoretischer Paradigmen umfassen. Vertreten sollen sowohl qualitative als auch quantitative Ansätze sein. Dabei sollen Daten und Analysen verschiedener Natur (z. B. korpusbasiert, crowdsourcing mit mobilen Applikationen und Internet-Umfragen, soziolinguistische Interviews etc.) eingebracht werden. Auch hinsichtlich der theoretischen Herangehensweisen sollen möglichst verschiedene Bereiche wie Forschung zu Sprachideologien, Spracheinstellungen, Sprachkontakt und zu Sprachvariation und -wandel etc. aufgenommen werden.
Ziele der Plattform
Die Plattform verfolgt drei Hauptziele. In einem ersten Schritt sollen die Forschungsinteressen, Schwerpunkte und Kompetenzen innerhalb der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern in Bezug auf die Erforschung von urbanen und ruralen Räumen identifiziert werden. Darauf aufbauend soll in einem zweiten Schritt Wissenschaftlicher*innen, die zu urbanen und ruralen Varietäten arbeiten, ein Forum geboten werden, indem entsprechende Veranstaltungen (z. B. Workshops) abgehalten werden. Schliesslich soll drittens im Rahmen der Plattform auch ein Teilprojekt zur Erstellung und Auswertung eines Korpus gesprochensprachlicher Daten des Rätoromanischen auf den Weg gebracht und begleitet werden. Grund hierfür ist, dass es im Moment keine Daten zu aktueller rätoromanischer Alltagssprache gibt, die im Hinblick auf den Themenkomplex der Plattform ausgewertet werden könnte.
Koordination
Mitglieder
- Prof. Dr. David Britain, Center for the Study of Language and Society/Institut für Englische Sprachen und Literaturen
- M.A. Andrin Büchler, Institut für Germanistik
- Prof. Dr. Yvette Bürki, Center for the Study of Language and Society/Institut für Spanische Sprache und Literaturen
- Dr. Susan Fox, Institut für Englische Sprachen und Literaturen
- Prof. Dr. Adrian Leemann, Center for the Study of Language and Society
- PD Dr. Silvia Natale, Institut für Italienische Sprache und Literatur
- Dr. Mathieu Avanzi, Sorbonne Université Paris/Center for the Study of Language and Society
- Prof. Dr. Matthias Grünert*, Universität Freiburg/Université de Fribourg
*Fungiert als externer Experte für Rätoromanistik.
Koordination
Veranstaltungen
Hier werden im Zusammenhang mit der Plattform geplante Veranstaltungen angekündigt.