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Das Aufbrechen bestehender Formen in der Kunst nach dem 2. Weltkrieg ebnete später den Weg für Experimente auch in der Volksmusik. Komponisten benützten elektrische Instrumente oder elektronische Hilfsmittel. Die Folk-Musik und Folk-Bewegung, welche die Schweiz 1968 erreichte, brachte Komponisten klassischer Musik in Kontakt mit ursprünglichen Instrumenten, so auch dem Alphorn.
1972 überraschte das erste Konzert für Alphorn und Symphonieorchester von Jean Daetwyler das Publikum. Jam-Sessions zwischen Jazzbands und Volksmusikern wurden häufiger, die Neugier stieg, andere Musikformen und Instrumente kennen zu lernen.
Anfang der 1970er Jahre, als das mehrstimmige Alphornspiel und weibliche Anwärter an Alphornbläser-Wettbewerben des Eidgenössischen Jodlerverbandes Einzug hielten, begannen gleichzeitig Musiker experimentelle Improvisationen mit dem Alphorn. Jürg Solthurnmanns Jazzband "The Alpine Jazz Herd" wurde um Alphorn und Dudelsack erweitert. Roger Zanetti spielte das Alphorn als Strassenmusiker, begleitet von Playback ab Kassette.
Der Jazztrompeter Hans Kennel nutzte das Alphorn als Perkussionsinstrument, indem die Musiker des "Contemporary Alphorn Orchestra" mit dem Mundstück über die Umhüllung rieben. Der Bläser Hans Streiff verwandelte das Alphorn während Auftritten seiner Gruppe "Gelato misto musicale" in ein "Megaphon", indem er im umgedrehten Alphornbecher seine Stimmlaute verstärkte.