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Der Begriff «häusliche Gewalt» umfasst physische, psychische oder sexuelle Gewalt innerhalb von bestehenden oder aufgelösten partnerschaftlichen und familiären Beziehungen.
Häusliche Gewalt ist in der Schweiz als gesellschaftliches Problem anerkannt. Auf Kantons- und Bundesebene sind in den letzten Jahren verschiedenste Massnahmen dagegen eingeführt worden.
Häusliche Gewalt ist kein eigener Straftatbestand. Es kommen jeweils Delikte gegen Leib und Leben, die Ehre oder die Freiheit in Frage. Opfer häuslicher Gewalt haben die Möglichkeit, sich an darauf spezialisierte Opferberatungsstellen zu wenden oder bei einer Notunterkunft Unterschlupf zu finden. Auch kann die Polizei meist kurzfristige Massnahmen zum Schutz der gefährdeten Person anordnen. Zu denken ist dabei an eine kurzfristige Wegweisung der gewaltausübenden Person aus der gemeinsamen Wohnung, ein Verbot, sich in der unmittelbaren Umgebung des Wohnorts, des Arbeitsplatzes oder der Schule des Opfers aufzuhalten, ein Kontaktverbot oder sogar Polizeigewahrsam der gefährdenden Person.
Im Strafprozess selber gibt es ebenfalls diverse Bestimmungen, die dem Schutz der Opfer dienen. Es handelt sich dabei etwa um den Ausschluss der Öffentlichkeit bei einer Gerichtsverhandlung, die Möglichkeit des Opfers, sich bei Verfahrenshandlungen durch eine Vertrauensperson begleiten zu lassen, oder die Vermeidung der Gegenüberstellung mit der beschuldigten Person.
Wer Opfer einer Straftat geworden ist, hat ein Recht auf Opferhilfe. Doch was heisst das konkret und wohin können sich Betroffene wenden? Erfahren Sie als Beobachter-Abonnentin unter anderem, welche Schutzmassnahmen Ihnen bei einem Verfahren zustehen und welche Bedingungen für eine finanzielle Entschädigung erfüllt sein müssen.