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Am Donnerstag, 4. September 2014 haben Naturschützer_innen im Südwesten Frankreichs in einer grossen Aktion zahlreiche Ortolane befreit, die von Wilderern als Lockvögel gebraucht wurden. Die Aktion wurde von der französischen Naturschutzorganisation LPO organisiert. Wilderer fangen und töten jedes Jahr tausende Ortolane in Missachtung europäischer und französischer Gesetze.
Aktivisten_innen verschiedener Naturschutzorganisationen befreiten am Donnerstag, den 4. September 2014 während des Vormittags in rund 20 Dörfern des französischen Départements Landes Ortolane, die von Wilderern als Lockvögel gebraucht wurden. Während der Aktion musste die Polizei mehrmals eingreifen und die Naturschützer_innen vor Übergriffen schützen.
Die Präsidenten der Organisationen LPO (Ligue pour la protection des oiseaux) und ASPAS (Association pour la Protection des Animaux Sauvages) übergaben dem Präfekten des Département Landes symbolisch fünf verletzte Ortolane, um auf die Wilderei aufmerksam zu machen. Obwohl die Zugvogeljagd auch in Frankreich seit 1999 verboten ist, wird sie weiterhin betrieben. Die LPO wirft den Behörden vor, zu wenig gegen den illegalen Vogelfang zu unternehmen und nur in sehr seltenen Fällen Bussen auszusprechen, die ausserdem viel zu niedrig seien.
Der Ortolan gilt in Frankreich als Delikatesse, und Wilderei ist weit verbreitet. Alleine während des Vogelzugs im Herbst werden jedes Jahr gegen 30’000 Ortolane gefangen und zur Mast weiterverkauft. Diese Praxis stellt eine grosse Bedrohung für den Erhalt der Art dar, deren Bestand in Frankreich stark abnehmend ist. In den letzten 11 Jahren ging die Anzahl brütender Ortolanpaare um 42% zurück, und viele Populationen an der Atlantikküste sind heute sehr klein und stark fragmentiert. Zudem werden während der Jagd im Herbst auch durchziehende Vögel gefangen, was sich negativ auf Ortolanpopulationen in anderen europäischen Ländern auswirkt.
Besorgt über die fortdauernde Zugvogeljagd hat die Europäische Kommission im Jahr 2013 Frankreich dazu aufgefordert, den Verpflichtungen aus der Vogelschutzrichtlinie der EU besser nachzukommen und Massnahmen gegen die Wilderei zu ergreifen.
Mehr Informationen zur Aktion sind hier auf der Webseite der LPO zu finden.