Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/241755

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die nötigen Massnahmen zu treffen, damit Personen ohne anerkannte Ausbildung, die sich um Betagte oder Menschen mit Behinderungen kümmern, einerseits berufsbegleitende Ausbildungen absolvieren können und dass zum andern ihre in der Praxis erworbenen beruflichen Kompetenzen anerkannt und sie dafür angemessen entlöhnt werden.  </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie der Bundesrat bereits in seinen Stellungnahmen zu den gleichlautenden Motionen 16.3830 und 19.4280 ausführte, anerkennt und schätzt er das Engagement von Personen, die ihren Alltag der Betreuung und Pflege behinderter oder betagter Personen widmen. Da sich die Sachlage in den vergangenen Jahren jedoch nicht wesentlich verändert hat, hält der Bundesrat auch an seiner Haltung fest: Die bestehenden Rahmenbedingungen zur Ausbildung von pflegenden und betreuenden Personen erfüllen die Anliegen des Motionärs bereits.</p><p>So können sich Personen ihre informell erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen im Pflege- und Betreuungsbereich gemäss Artikel 9 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz (SR 412.10) anrechnen lassen. Zudem setzt sich das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation in Zusammenarbeit mit Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt im Rahmen der Initiative "Berufsbildung 2030" für eine stete Verbesserung der Rahmenbedingungen ein, damit Erwachsene einen anerkannten Berufsabschluss erwerben können. Es fördert namentlich Projekte zur Anrechnung von Bildungsleistungen, zur Schaffung erwachsenengerechter Angebote in der beruflichen Grundbildung oder Projekte im Bereich indirekter Bildungskosten und damit zur Verbesserung der finanziellen Situation. Ausserdem können sich interessierte Personen bereits heute mit der Ausbildung zu "Pflegehelferinnen und Pflegehelfern SRK" des Schweizerischen Roten Kreuzes auf ihre Aufgaben in der Pflege und Betreuung behinderter oder betagter Personen vorbereiten.</p><p>Ein wesentlicher Punkt bleibt zudem die weitreichende Regulierung im Gesundheitswesen: Würde eine zusätzliche offizielle Ausbildung für Betreuungsaufgaben geschaffen, bestünde die Gefahr, dass diese für die entsprechende Tätigkeit künftig vorausgesetzt wird. Patientinnen und Patienten könnten dann nur noch zuhause gepflegt werden, wenn mindestens ein Angehöriger über diese Ausbildung verfügt - was letztlich kontraproduktiv wäre.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.