Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03444.jsonl.gz/84

Stephen Rimbault
Der berühmte Uhrmacher Stephen Rimbault war besonders bekannt für seine sogenannten «Twelve-tuned Dutchmen»-Uhren, die zwölf verschiedene Melodien spielen, während sich Figuren vor einem verzierten Hintergrund bewegen. Er war ab ca. 1760 ein angesehener Handwerker, arbeitete in der Londoner Great St. Andrew’s Street in St Giles und war Mitglied der Company of Clockmakers. Ein wesentlicher Zweck der 1631 gegründeten Company war die Regulierung und Förderung des Uhrmacherhandwerkes. Innerhalb Londons sollte neben den Zunftmitgliedern niemand Uhren und Uhrenteile herstellen und verkaufen oder Uhrenteile ankaufen dürfen.
Die «Twelve-tuned Dutchmen»-Uhr
Das auffälligste Merkmal von «Twelve-tuned Dutchmen»-Uhren sind Szenen mit beweglichen Figuren über dem Zifferblatt. Dazu spielt ein anhand eines Fadens ausgelöstes Glockenspielwerk eine Melodie. Weil man aus zwölf Melodien auswählen kann und diese Uhren in Holland besonders beliebt waren, erhielten sie den Namen «Twelve-tuned Dutchmen»-Uhren.
Die Gastuhr im Uhrenmuseum Winterthur ist eine reich mit Bronzeverzierungen ausgestattete Uhr. Die Szenerie stellt vermutlich die englische Gesellschaft oder die Königsfamilie im Theater dar. Während das Carillon (Glockenspiel) spielt, tanzt ein Pärchen vor dem im Hintergrund zuschauenden und lauschenden Publikum hin und her. Nebst dem Carillon und den Automaten hat die Uhr einen holländischen Halbstunden- und Stundenschlag. Beim holländischen Schlag wird bei der halben Stunde die Anzahl Schläge der kommenden Stunden auf die hohe Glocke geschlagen, bei der vollen Stunde dann erfolgen diese Schläge auf die tiefe Glocke. Über dem Ziffernring befindet sich rechts über der Ziffer X und links über der Ziffer II je ein kleines Hilfszifferblatt. Am rechten Hilfszifferblatt kann man wählen, welche der zwölf Melodien gespielt werden soll. Links stellt man einen kleinen Zeiger auf «Slaan» (schlagen) oder auf «Niet Slaan» (nicht schlagen). Diese holländischen Inschriften lassen den Schluss zu, dass die Uhr ursprünglich nach Holland exportiert wurde.
Die barocke George III. Stockuhr
Stilistisch zeigt die Gastuhr grosse Ähnlichkeiten mit den George III. Stockuhren, die dem spätbarocken englischen Dekorations- und Möbelstil entsprechen und nach den englischen Königen Georg I. Ludwig, Georg II. August und Georg III. Wilhelm Friedrich benannt sind. Georg III. Wilhelm Friedrich (1738–1820) war von 1760 bis 1801 König von Grossbritannien und Irland sowie langjähriger Auftraggeber des Hofmalers Johann Zoffany.
Der Hofmaler Johann Zoffany
Die Miniaturmalerei auf dem Zifferblatt ist vermutlich das Werk des deutschen Malers Johann Zoffany (1733–1810), der ab den 1760er-Jahren Hofmaler am britischen Königshaus bei Georg III. war. Von den Galanterien von Nicolas Lancret (1690–1743) oder Jean-Antoine Watteau (1684–1721) inspiriert, entwickelte sich Zoffany zu einer der berühmtesten Persönlichkeiten der britischen Kunst des 18. Jahrhunderts, insbesondere als Porträtmaler der königlichen Familie.
Informationen für Medienschaffende
Medieninformationen und hochaufgelöste Medienbilder finden Sie als Downloaddateien auf unserer Website.
Wir freuen uns über die Zusendung eines Belegexemplares oder eines Links mit Berichterstattungen über das Uhrenmuseum Winterthur.
Vielen Dank!