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Die Schweiz ist über Jahrhunderte aus verschiedenen Territorien (Städten und Landorten) zu dem Land gewachsen, das sie heute ist. Im Laufe der Zeit hat sich sie sich von einem lockeren Staatenbund autonomer Kantone zu einem modernen Bundesstaat gewandelt.
Im Mittelalter schufen sich die verschiedenen Territorien, die oft auch zusammen arbeiteten, langsam, aber stetig mehr Freiraum von den imperialen Herrschern, deren Untertanen sie nominell lange waren.
Die Geschichte der Schweiz wurde stark geprägt von der Reformation und den darauf folgenden Kämpfen und Kriegen zwischen Katholiken und Protestanten.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts besetzte das revolutionäre Frankreich die Schweiz und errichtete die Helvetische Republik, einen zentralistischen Staat nach französischem Vorbild. Bald brachen innere Kämpfe aus, französische Truppen kamen erneut in die Schweiz.
1803 wurde unter Napoleon in Paris die Mediationsakte unterzeichnet, die Helvetische Republik wurde wieder ein Staatenbund von damals 19 Kantonen.
Am Wiener Kongress 1815 garantierten die europäischen Mächte der Schweiz die "immerwährende Neutralität". Wallis, Genf und Neuenburg traten der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei, womit die Grenzen der heutigen Schweiz in grossen Zügen gezogen waren.
Mit der Bundesverfassung von 1848 wurde die Eidgenossenschaft schliesslich vom lockeren Staatenbund unabhängiger Kantone zu einem modernen Bundesstaat.
Einige wichtige Daten
58 v.Chr. Die Helvetier, ein Kelten-Stamm, der in der heutigen Schweiz angesiedelt war, werden bei Bibracte von römischen Truppen unter Julius Caesar vernichtend geschlagen, als sie versuchen, in den Südwesten das damaligen Gallien (Frankreich) zu übersiedeln.
15 v.Chr. Legionen des römischen Kaisers Augustus erobern die alpinen Gebiete der Rhätier in der östlichen Region der heutigen Schweiz. In den kommenden Jahren erobern die Römer nach und nach das ganze Territorium der heutigen Schweiz.
400 - 1000 Auf das Ende der römischen Herrschaft und den Einfall germanischer Stämme aus dem Norden folgt die grundsätzlich als frühes Mittelalter bezeichnete Periode. Während einer kurzen Zeit um 800 regiert Karl der Grosse über einen grossen Teil Westeuropas, inklusive die Schweiz, doch sein Reich zerfällt rasch wieder. Danach entwickelt sich ein Feudalsystem. Klöster bewahren das Erbe des lateinischen Lernens und entwickeln neue landwirtschaftliche Methoden.
1291 Gilt als Gründungsjahr der Schweizer Eidgenossenschaft: Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden schwören, ihre Freiheit mit vereinten Kräften zu verteidigen. (Rütlischwur). Ihre Vereinbarung, die heute als Gründungsakte der Schweizer Eidgenossenschaft gilt, halten sie in einem Dokument fest, dem Bundesbrief.
Weitere Informationen zu schweizerischen Bundesbriefen liefert das historische Lexikon, der Wortlaut des Bundesbriefes findet sich bei der Bundesverwaltung.
Der Legende zufolge wird Wilhelm Tell vom Habsburger Vogt Gessler gezwungen, mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf seines Sohns zu schiessen. Tell schafft den Apfelschuss und tötet kurz darauf den Vogt. Tell und seine Geschichte wurden Teil des Gründungsmythos der Eidgenossenschaft. Ob Tell wirklich gelebt hat, lässt sich weder schlüssig beweisen, noch völlig widerlegen. Die Geschichte könnte einen historischen Kern haben.
1499 Mit demFriedensschluss im Schwäbischen Krieg gegen den Habsburger Herrscher Maximilian I. gelingt es der Eidgenossenschaft, ihre faktische Unabhängigkeit innerhalb des Reiches zu verteidigen.
1513 Dem lockeren Staatenbund der Eidgenossenschaft gehören unterdessen 13 Orte an.
1523 Reformation in Zürich unter Huldrych Zwingli. Zwingli kommt bei einer Schlacht gegen katholische Truppen in der Innerschweiz 1531 ums Leben.
1536 Reformation in Genf, bei welcher der aus religiösen Gründen aus Frankreich geflüchtete Jean Calvin eine führende Rolle spielt. Seine strikte Doktrin wird auch protestantische Kirchen in anderen Ländern beeinflussen.
1618-48 Der Dreissigjährige Krieg verwüstet grosse Teile Europas. Der Eidgenossenschaft gelingt es, neutral zu bleiben. Graubünden, das zu der Zeit noch nicht zur Eidgenossenschaft gehört, wird wegen seiner strategischen Bedeutung zum Schlachtfeld zwischen den französischen sowie den österreichisch und spanischen Armeen.
1648 Mit dem Westfälischen Frieden wird der Dreissigjährige Krieg beendet. Mit dem Vertragswerk anerkennen die europäischen Mächte auch de jure die staatliche Unabhängigkeit der Schweizer Eidgenossenschaft an.
1798 Grosse Teile des Territoriums der heutigen Schweiz werden von französischen Truppen besetzt, auf eidgenössischem Boden kommt es zu Kämpfen, in die auch österreichische und russische Armeen verwickelt sind. Unter dem Druck Frankreichs wird die nach französischem Vorbild zentralistisch strukturierte Helvetische Republik eingerichtet. Nachdem diese bald wieder von inneren Kämpfen zerrissen wird, kommen französische Truppen erneut in die Schweiz.
1803 Da die zentralistische Helvetische Republik nicht funktioniert, wird auf Druck Napoleons in Paris die Mediationsakte unterzeichnet: Die Helvetische Republik wird wieder ein Staatenbund von damals 19 Kantonen.
1815 Am Wiener Kongress 1815 garantieren die europäischen Mächte der Schweiz "immerwährende Neutralität". Wallis, Genf und Neuenburg treten der Schweizer Eidgenossenschaft bei, womit die Grenzen der heutigen Schweiz grundsätzlich gezogen sind.
1847 Der Sonderbundskrieg, die bis heute letzte militärische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden, ist ein kurzer Bürgerkrieg zwischen sieben konservativen katholischen Kantonen und den meisten liberalen protestantischen Kantonen.
1848 Der Ausgang des Kriegs (die katholischen Kantone kapitulierten) führt schliesslich dazu, dass der bisher lockere Staatenbund mit einer neuen Bundesverfassung zu einem modernen Bundesstaat mit einem Bundesparlament aus zwei Kammern wird.
Eine zentrale Regierung übernimmt in Bereichen wie der Aussen- und Finanzpolitik Aufgaben von den Kantonen. Die Verfassung hatte zum Ziel, die unterschiedlichen Interessen der Kantone mit den Gesamtinteressen des Bundesstaates zu verbinden.
1871 Das 1. Vatikanische Konzil verkündet 1870 das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes. In der Folge verlassen rund 400'000 Schweizer die Römisch-Katholische Kirche und konstituieren die Christkatholische Kirche (auch Altkatholische Kirche genannt).
1914 Die Schweiz bleibt im Ersten Weltkrieg neutral.
1939 Die Schweiz bleibt im Zweiten Weltkrieg neutral.
1971 Die Schweizer Männer nehmen die Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen auf eidgenössischer Ebene in einer nationalen Volksabstimmung an. Der Entscheid fällt mit 66% Ja-Stimmen, bei einer Stimmbeteiligung von 58%.
1978 Das Schweizer Stimmvolk heisst die Gründung des neuen französischsprachigen Kantons Jura in einer Volksabstimmung gut. Das Territorium gehörte zuvor zum mehrheitlich deutschsprachigen Kanton Bern. Die Änderung der Bundesverfassung, die es für die Bildung eines neuen Kantons brauchte, kam erst nach Jahrzehnten der Spannungen zwischen Separatisten und Anti-Separatisten zu Stande.
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