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Viele prominente Journalisten haben das Handwerk beim «Luzerner Tagblatt» gelernt. Jetzt hat der Fotograf Emanuel Ammon den Bildband «Luzerner Zeitung, Eine Mediengeschichte» veröffentlicht.
Stephan Klapproth, der spätere Moderator verschiedener Radio-und Fernsehsendungen, hat während des Studiums als freier Mitarbeiter für die Zeitung geschrieben. Auch der damalige Chefredaktor des Tagesanzeigers und Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, Peter Studer, schrieb während seiner Gymnasiumzeit für das Blatt an der Baselstrasse 11 in Luzern.
Der mehrfache Buchautor und Mit-Gründer der «Züri Woche», Karl Lüönd, schrieb seine ersten Artikel im Luzerner Tagblatt und Urs Heller, Leiter der Publikumszeitschriften Ringier Axel Springer, startete seine journalistische Karriere ebenfalls dort.
Folgende weitere Personen waren dabei: Der Wirtschaftsjournalist Markus Köchli (Handelszeitung); Der Kultur-Journalist Fritz Schaub (Biografie «Carl Spitteler in Luzern); Der Fernsehreporter, Drehbuchautor und Regisseur Fritz Muri und neben vielen anderen auch André Häfliger, Chefreporter Schweizer Illustrierte und Buchautor. Und Eva Roelli (1923-2020), die Kulturredaktorin, die als Mädchen die Bücherverbrennung in der Reichskristallnacht 1933 in München miterleben musste.
Alle gingen durch das Stahlbad von Lehrmeister Hans Peter Jaeger, der auch immer mit einer Leica-Kamera unterwegs war, die Filme selber entwickelte und die Bilder vergrösserte. Hanns Fuchs erinnert sich: «Ohne Hans Peter Jaeger wäre mein Traumberuf ein Traum geblieben. Ihn interessierte nicht, ob und welche Diplome ich vorzuweisen hatte. Ihn interessierte, ob ich neugierig war, ob ich einigermassen verständliche Sätze schreiben konnte und ob ich an der Arbeit in seiner kleinen Dunkelkammer im ersten Zwischenboden im Tagblatt-Haus interessiert war.»
Ungesichertes Datum 20er- oder 30er-Jahre: Emil Synnberg lebte von 1866 bis 1934
Karl Lüönd erinnert sich im Buch «Als Jagdhund unterwegs» an seine wilden Zeiten beim Tagblatt. Er hat von 1965 bis 1973 als Lokalreporter dort gearbeitet, hatte bei einem Mittagessen im bekannten Restaurant Galliker den Vertrag auf der Rückseite einer Speisekarte unterschrieben. Darin hiess es, Lüönd werde für 600 Franken als «Jagdhund» angestellt
Der aus dem Valsertal im Engadin stammende Hans Peter Jaeger (1920-2016) hatte so seine Rituale bei der Anstellung neuer Mitarbeiter. Urs Heller erinnert sich: «Wer taugte, wurde vom Meister höchstpersönlich fotografiert, unaufgeregt, mit Naturlicht, im Querformat. Das Schwarzweissbild, 9×13 cm, wurde mit Nadeln an die Wand gepinnt. Ein erster Ritterschlag. Die Aufnahme in den Club.»
Hans Peter Jaeger in Action
Hans-Peter Jaeger gönnte sich zum Lunch ein Gläschen Wein und dann ein kurzes Mittagsschläfchen. Auf seinem Pult herrschte oft ein heilloses Durcheinander. Urs Heller: «Auch das habe ich von ihm gelernt. Man lebt mit einem wilden Durcheinander auf dem Tisch gar nicht so schlecht; «clear desk» ist eher etwas für die Jungen.
1991 verschmolz das Luzerner Tagblatt mit dem Vaterland zur Luzerner Zeitung.
Emanuel Ammon begann die Recherchen für das Buch im Jahr 2018. Viele der Fotografien fand er in Alben und in Zeitungs-Archiven. Er nahm mit dem Sohn von Hans Peter Jaeger Verbindung auf und so entstand die Idee zum Buch. 17 Schreibende haben mit ihren Beiträgen Rückschau auf die Zeit in der Redaktion der Zeitung an der Baselstrasse 11 in Luzern gehalten.
Das Buch: ISBN: 978-3-906105-14-7/Online-Verkauf:www.aurabooks.ch