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Eine Freundin erfuhr diese Woche, dass ihr sechsjähriger Sohn Leukämie hat.
Mein sechsjähriger Sohn räumte diese Woche mit seinem Freund alle Briefkästen in unserer Strasse aus. Laut eines Anrufs der Kindergärtnerin haben die beiden auch sonst noch so einiges auf dem Kerbholz, was ihren Kindergartenweg angeht. Was mein Junior selbstverständlich vehement dementiert. Lustig finde ich das nicht. Aber ist es wirklich wichtig?
Ihr Sohn ist zwölf Tage älter als meiner und hat den gleichen Vornamen.
Mein Sohn schnitt diese Woche - in einem «Experiment», wie er das nennt - eine Stuhllehne auf, grübelte den gesamten Schaumstoff heraus und verteilte ihn schön gleichmässig über den Kinderzimmerboden. Der Stuhl gehört natürlich seiner Schwester. Auch diverse Barbie-Puppen von ihr überlebten sein Experiment nicht. Es nervt mich, dass er so leichtfertig mit Dingen umgeht, die anderen gehören. Aber ist es wirklich wichtig?
Ihr Sohn hat ein herzerwärmendes Lächeln und «den coolsten Quad der Welt» (findet meiner).
Mein Sohn hat diese Woche mal wieder in die Hosen gepinkelt. Wenn er gerade besseres zu tun hat, ist er schlicht zu faul, um aufs WC zu gehen. Ich finde, in seinem Alter sollte es doch langsam drinliegen, dass man fünf Minuten aufhört zu spielen, um schnell aufs Klo zu gehen. Es ist anstrengend, immer wieder das Gleiche zu «predigen». Aber ist es wirklich wichtig?
Ihr sechsjähriger Sohn liegt im Spital und kämpft gegen den Krebs.
Mein sechsjähriger Sohn ist gesund. Nur das ist wirklich wichtig.