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Am 125. Geburtstag Ernst Tollers, des Autors, Dramatikers und Mitbegründers der Münchner Räterepublik im November 1919, wurde der Schriftsteller und Liedermacher Wolf Biermann mit dem Ernst-Toller-Preis «für herausragende Leistungen im Grenzbereich von Literatur und Politik» gewürdigt. Er ist der zehnte Preisträger der in Neuburg an der Donau ansässigen Ernst-Toller-Gesellschaft. Zur Preisverleihung heizte Biermann den Honoratioren der Stadt und des Lions Clubs mit seiner Dankesrede und Liedern wie dem von der «Melancholie» ein. «Toller war rebellisch gegen alles Totalitäre, so kannte unsereins in Ostberlin kaum mehr als den Namen», resümierte er: «Er hätte wohl passen können sollen, denn er war ja ein deutscher Sozialist: Ansonsten ein Jude und ein Antifaschist, der von den Nazis ins Exil gejagt wurde» und sich kurz nach Francos Sieg in Spanien in einem New Yorker Exil am 22. Mai 1939 das Leben nahm. Zuletzt erschienen im Wallstein-Verlag «Sämtliche Werke» und seine Briefe der Jahre 1915–1939. Biermann hat Toller nun für sich entdeckt, er hält den Widerspruch aus «zwischen begründeter Verzweiflung und begründeter Hoffnung», an der Toller zerbrach.
Wolf Biermann 07. Dez 2018
Eine Auszeichnung
Ellen Presser