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Vor allem die Nahrungsmittelindustrie hat Auftragsspitzen erlebt, die wahrscheinlich auf die vorübergehende Lähmung des internationalen Handels und die Bildung von Reserven zurückzuführen sind. Die Entwicklung der Lagerbestände neigt dazu, dieses Phänomen zu bestätigen. Auch die Chemie-, Pharma- und Kunststoffindustrie meldete während der Krise einen Anstieg der Auftragseingänge, während der Trend zuvor rückläufig gewesen war. Trotzdem blieben die Indikatoren für das Produktionsniveau und den Geschäftsgang lange Zeit relativ niedrig, bevor sie gegen Ende des Sommers wieder anstiegen, was womöglich Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Rohstoffen auf dem Höhepunkt der Krise widerspiegeln könnte.
Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosenquote im Sommer stabilisiert und ist sogar leicht zurückgegangen, aber nicht auf das Niveau vor der Krise. Die derzeit hängigen Gesuche für Kurzarbeit (KA) sind zurückgegangen, aber diese Zahlen berücksichtigen noch nicht die Anfragen, die infolge der Massnahmen zur Bekämpfung der zweiten Welle noch eingehen werden. Die Hotelübernachtungen haben im Verlauf des Sommers wieder zugenommen, ohne jedoch das Niveau der Vorjahre zu erreichen. In geringerem Maße gilt dies auch für die Zulassung von Neufahrzeugen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ohne die zweite Welle die - besser als erwartete - Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaft im zweiten und dritten Quartal und die gute Performance der qualitativen KOF-Indikatoren in einem nach wie vor ausserordentlich schwierigen Umfeld eine relativ gute Nachricht hätten sein können. Die Gesamtergebnisse für das Jahr 2020 hängen nun aber wieder von dem ab, was die Pandemie dem Kanton, der Schweiz und der Welt für das Jahresende bereithält.
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