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Nach Kontroversen: Bei den Oscars gelten jetzt neue Regeln
«Die bedeutendste Überarbeitung der Regeln der Geschichte» – so nennt zumindest die Academy die neuen Oscar-Bestimmungen. Die Regeln betreffen hauptsächlich die Kampagnen vor der Wahl.
Im Vorfeld der letzten Oscar-Verleihung gab es viele Diskussionen wegen angeblichen Regelverstössen. Ausgelöst durch die Nominierung von Andrea Riseborough als beste Schauspielerin im Film «To Leslie».
Beispiellose Social-Media-Kampagne
Kaum jemand hatte den Film gesehen, an den Kinokassen generierte der Indie-Streifen nur gerade 27'000 Dollar. Doch plötzlich machten Schauspielerinnen wie Charlize Theron, Gwyneth Paltrow, Kate Winslet und Amy Adams für Risenborough Werbung. Sie veranstalteten öffentliche Vorstellungen und nutzten Social Media, um auf «To Leslie» und die schauspielerische Leistung Risenboroughs aufmerksam zu machen.
Die Academy leitete darauf eine Untersuchung ein und teilte mit: «Wir wollen schauen, ob die Richtlinien im Zeitalter von Social Media und der digitalen Kommunikation angepasst werden müssen.»
Privatparty und Diss gegen Schauspielkollegin
Kontroversen gab es auch um den Produzenten Jerry Bruckheimer («Top Gun: Maverick»), der für ein paar Leute, die bei den Oscars wählen dürfen, eine Party in seiner Villa in Beverly Hills schmiss. Dabei heisst es in den Regeln der Academy: «Nachdem die Oscar-Nominierungen bekannt sind, dürfen für Werbezwecke keine Mitglieder an Partys, Essen oder andere Events ohne Vorführung eingeladen werden.»
Michelle Yeoh, die den Preis als beste Schauspielerin bekam, teilte am letzten Tag des Votings Bildschirmfotos einer «Vogue»-Geschichte, in der ihre Leistung gelobt wird und explizit stand, wieso Cate Blanchett, die ebenfalls nominiert war, nicht gewinnen sollte.
Keine anonymen Empfehlungen gegenüber Medien
Laut den neuen Regeln dürfen weiterhin private Events mit Academy-Mitgliedern organisiert werden, allerdings dürfen sie nicht offziell als «Oscar-Werbung»-Events angekündigt werden. Studios und andere Organisationen dürfen diese Events auch nicht finanzieren oder bewerben.
Auf Social Media dürfen Mitglieder nicht mehr «dazu ermutigen oder entmutigen, gewisse Filme, Schauspieler oder Leistungen zu ehren». Auch über ihr eigenes Wählverhalten dürfen die Mitglieder nicht mehr wirklich sprechen: «Die eigenen und fremden Präferenzen dürfen nicht mehr öffentlich diskutiert werden. Das beinhaltet auch, die Filme, Darbietungen und Leistungen zu vergleichen. Gegenüber den Medien darf das auch nicht mehr anonym geschehen.»
Keine offensichtlichen Werbeveranstaltungen
Die Studios dürfen nur noch vier «hosted screenings» veranstalten. Also Vorstellungen, bei denen in der Regel Promis Werbung für einen Film machen. Sie dürfen hingegen so viele Diskussionsrunden mit Promis veranstalten, wie sie wollen – sofern es keine offensichtliche Werbeveranstaltung ist.
Der Academy-Verwaltungsrat darf gar keine Events mehr durchführen. Egal ob privat oder öffentlich. Die einzige Ausnahme: Die VR-Mitglieder sind direkt in einen Film involviert.
«Durch diese Änderungen soll Klarheit, Fairness und Transparenz gewährleistet sein», heisst es in einer Mitteilung.
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