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Ungleich verteiltes Einkommen ist schlecht. Das will uns der Gewerkschaftsbund weismachen. Die Gewerkschafter sprechen jeweils von einer Lohnschere, welche sich immer weiter öffnet. Die Bürgerlichen sprechen hingegen von einer Neiddiskussion.
Ökonomen und Statistiker messen mit dem Gini-Koeffizient Ungleichheiten in der Verteilung.
Die Schweiz liegt mit einem Gini-Koeffizient von 30,2 im europäischen Mittelfeld. Während Länder wie Ungarn mit 24 und Slowenien mit 23 das Einkommen gleicher verteilt haben. Länder wie Italien, Spanien und Rumänien haben eine ungleichmässigere Verteilung als die Schweiz.
Nur weshalb sind die Einkommen in Ungarn gleichmässiger verteilt als in Italien, obwohl Ungarn eine tiefere Fiskalquote hat im Vergleich zu Italien?
Betrachten wir nun auch Länder ausserhalb Europa: Äthiopien hat einen Gini-Koeffizient von 30. Soll das nun heissen, dass es den Menschen in Äthiopien besser geht als uns in der Schweiz? Sollen wir keine Entwicklungshilfe mehr nach Äthiopien schicken?
Äthiopien ist wirklich arm und bedarf unserer Hilfe. Im Club der Milliardäre ist derjenige mit nur einer Milliarde der ärmste., ist aber so reich, dass er sein Leben ohne Hilfe der Allgemeinheit bestreiten soll.
Folgerungen:
1) Die Ungleichheit in der Einkommensverteilung ist per se nicht schlecht oder gut.
2) Eine höhere Steuerbelastung bzw. mehr Umverteilungen bedeutet nicht automatisch eine gleichere Einkommensverteilung.
3) Statt einer Gleichheitsdiskussion sollte eine Armutsdiskussion stattfinden.
Quellen: