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16 Aug Triebfaktoren
„Jedem Menschen sind von der Natur erbgemäss acht Triebfaktoren (Bedürfniskomplexe) als Radikale seines Triebhaften Tuns und Verhaltens zur Verfügung gestellt. Aus je zwei Triebfaktoren werden durch das erbgemäss gesetzte gemeinsame Triebziel und die gleiche Triebstrecke unbewusst vier Vektoren gebildet, welche die besonderen Triebräume des Handelns begründen. Und zwar:
- das Sexualleben
- das ethisch-moralische Verhalten
- das Ich-Leben
- und die zwischenmenschlichen, kommunikativen Kontaktbeziehungen.
Trotz dieser Abgrenzungen der vier Daseinsgebiete bilden diese dennoch eine unzertrennliche Ganzheit im individuellen Sein. Diese Reduktion der mannigfaltigen Trieb- und Ich-Schicksalsmöglichkeiten auf eine einzige oder auf eine äusserst beschränkte Zahl von Schicksalsformen ermöglicht überhaupt erst die Diagnostizierbarkeit der verschiedenen seelischen Erkrankungen, Charaktertypen und sozialen Entwicklungsstufen im Test.
Denn: seelisch krank sein bedeutet eben Einschränkung der Schicksalsmöglichkeiten auf eine für diese Erkrankung spezifische Form des Schicksalsplans. Auch bei den Ausprägungen von besonderen Charaktertypen und sozialen Entwicklungsstufen zeigt sich eine besondere Monotonie der Planung sowohl im Trieb- wie auch im Ich-Leben der Personen.“ (Szondi, Triebdiagnostik, S. 65)