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Mittwoch, 5. Oktober 2016
Am Vormittag fuhren wir auf die Halbinsel Sinis. Auf der südlichen Spitze konnten wir die Ruinen von Tharros besichtigen. Die Phönizier gründeten diese Stadt ca. 800 Jahre vor Christus, die Punier bauten sie aus, und um ca. 300 vor Christus übernahmen die Römer die Stadt und bauten sie nach ihren Plänen um (Thermen, Tempel). Im Mittelalter war es dann Bischofssitz, bis die Bewohner es dann gegen 1070 wegen den dauernden Piraten-Angriffen (Sarazenen) verliessen und das weiter im Landesinnern gelegene Oristano gründeten.
Als es dann am Nachmittag zu heiss für archäologische Studien wurde, sind wir an die Westküste an den Strand Mari Ermi gefahren. Dieser besteht ausschliesslich aus weissen runden Quartzkörnchen (2 – 5 mm), welche Überbleibsel aus einem Granitgebirge sind. Damit diese herrliche Pracht erhalten bleibt, ist es strengstens verboten Sandkörner mitzunehmen! Da das Wasser immer noch schön warm ist, haben wir natürlich auch im Meer gebadet.
Auf dem Heimweg machten wir noch Halt bei der Kirche Ipogeo di San Salvatore. Unter dieser schlichten Wallfahrtskiche befindet sich ein Kultraum aus vorchristlicher Zeit (nuraghisches Brunnenheiligtum), welches man über eine Treppe in der Kirche erreicht. Rund um die Kirche sind zudem zahlreiche Pilgerhäuschen angeordnet, welche aber nur bei der Corsa degli Scalzi genannten Prozession von Cábras nach San Salvatore anfangs September benützt werden.
Dass in diesem Dorf 1968 ein Teil des Filmes «Giarrettiera Colt» (zu deutsch: Das Coltstrumpfband), ein sogenannter «Spaghetti-Western», gedreht worden ist, haben wir erst später erfahren.