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Fall Nr. 20
Einzelansicht
“Ich trainiere eine Tennisspielerin, 16-jährig, R1 (oberstes regionales Niveau). Sie versucht seit zwei Jahren erfolglos gegen Spielerinnen der nächst höheren Klasse (N) zu gewinnen, obschon dies von ihrem Können her möglich sein müsste. Die Spielerin, und ich selber auch, empfinden die Klassengrenze mittlerweile als Barriere. Wenn die Spielerin gegen eine höherklassierte Gegenerin spielen muss, dann gehen ihr Gedanken durch Kopf wie: ‘Vermutlich werde ich wieder verlieren, wenn ich doch gewinnen sollte, dann wird dies ein unheimlicher Krampf’.
Vor dem Spiel befasst sich die Spielerin mit dem Aussehen und Verhalten ihrer Gegnerin und macht diese in Gedanken grösser und stärker als sie wirklich ist. Sie lässt sich durch Aussagen wie: ‘Gegen die hast du wenig Chancen!’ leicht verunsichern. Spieltaktisch passt sie sich immer zuerst dem Spiel der Gegnerin an und versucht dann relativ spät der Gegnerin ihr eigenes Spiel aufzuzwingen. Gewinnt sie den ersten Satz, so ist sie rasch zufrieden und strengt sich weniger an. Steht der Satz 5:0 für sie, so kommt es öfters vor, dass sie erst beim Stand von 5:4 wieder einen Punkt machen kann. Gemäss eigenen Aussagen der Athletin denkt sie während des Spiels häufig: ‘Was ist, wenn ich gewinne?’ oder, wenn ein Game verloren geht: ‘Hätte ich doch...’.
Anliegen des Trainers:
Welche Massnahmen könnten dazu beitragen die Barriere zu überwinden?