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Italienische Autos - und die Lancia ganz besonders - haben sich schon immer durch ihre technische Raffinesse und Eleganz auszeichnen können. Einen großen Beitrag zu diesem Erfolg leisten die italienischen Karosseriebauer, unter denen sich vor allem der Turiner Battista “Pinin” Farina einen Namen gemacht hat.
Pinin Farina, mit Vicenzo Lancia geschäftlich und in persönlicher Freundschaft verbunden, sind einige der kultigsten Autos der Marke, einschließlich des Appia Coupé, zu verdanken. Der Lancia Appia, um einen kompakten, schmalen VierzylinderV-Motor gebaut, eine Geometrie, die dem Turiner Haus sehr am Herzen lag, hatte einen älteren „Bruder“, den Aurelia, dessen Eleganz der Linien und Stil er übernommen hat. Parallel zur Produktion der drei in den Jahren 1953-1963 entwickelten Appia-Baureihen ließ Lancia ab 1956 zahlreiche Fahrgestelle von italienische Karosseriebauer ausrüsten, weil diese Versionen mit Sonderausstattung fertigten: Coupés, Cabrios, aber auch Luxuslimousinen oder Kombiwagen.
Die speziellen Rahmen, für Karosseriebauern gedacht, sind mit einer verbesserten Version des 1100 mit 53 PS bei 4800 U/min ausgestattet sowie mit einem Vierganggetriebe mit Schalthebel am Fahrzeugboden. Wie beim serienmäßigen Appia gibt es auch hier ein Einzelradaufhängung, während die Hinterachse über eine starre Brücke und vier Trommelbremsen verfügt.
Einige dieser Autos sind im Katalog von Lancia selbst enthalten, deren Vermarktung über das eigene Vertriebsnetz verwaltet wird: Zagato produzierte leichte und aerodynamische Coupés mit Renncharakter, Viotti schuf eine Kombiversion „Giardinetta“, Vignale eine geräumige 2-türige Limousine namens „Lusso“ und ein Cabrio, Pinin Farina war stattdessen verantwortlich für die Produktion eines eleganten Coupé 2+2.
Zeigt die Limousinenserie Appia Ähnlichkeiten mit dem äußerst eleganten Aurelia, dann ist das Coupé von Pinin Farina vom neuen Flaggschiff Flaminia inspiriert.
Der vordere Teil mit der Motorhaube, die durch den langen dynamischen Griff gekennzeichnet ist, und die Kotflügel, die in den runden Scheinwerfern enden, nehmen die Linien des Flaggschiffs Flaminia auf, während die klassischen „amerikanischen Flossen“ charakteristisch für das Automobildesign von damals sind. Der ursprüngliche Fahrzeuginnenraum zeichnet sich durch eine große Glasfläche und das kontrastierende Dach aus. Letzteres wird durch die charakteristische V-förmigen Säule getragen, umgeben von viel Chrom, das fast an ein Hardtop oder an das geschlossene Verdeck eines Spiders erinnert. Der elegante und luxuriöse Innenraum verfügt auch über eine Fondsitzbank, die zwei „improvisierte“ Plätze bietet. Da der Appia Coupé Pinin Farina eher elegant als sportlich wirkt, wurde er von der Jetset-Welt und insbesondere vom vornehmen weiblichen Publikum heiß geliebt. Die Schauspielerin Sylva Koscina sitzt im Film von Luigi Zampa “Il vigile” (1960) mit Alberto Sordi, am Steuer eines Appia Coupé. Es scheint, dass sich das Auto wirklich im Besitz der Schauspielerin befand, die behauptete nur ein Auto fahren zu können: ihren Appia Pinin Farina.