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Hintergrund: Patienten mit einer schweren Kniearthrose werden häufig mit intra-artikulären Injektionen entweder mit Kortikosteroiden oder Hyaluronsäurepräparaten behandelt. Häufig wird bei unerträglichen Schmerzen und bei schwerer Einschränkung für die Lebensqualität die Indikation für eine Knieprothesenoperation gestellt. Es stellt sich deshalb die Frage, ob Injektionen vor einer Knieprothesenoperation häufiger zu Gelenksinfektionen führen können.
Ziel: In einer Studie sollte untersucht werden wie die Häufigkeit von Knieprothesenoperationen mit dem Zeitpunkt und der Substanz vor der Gelenkersatzoperation zusammenhängen.
Methode : Die Studie wurde anhand von Versicherungsdaten durchgeführt.
Resultate: Von 58’000 Patienten, bei denen eine Knieprothesenoperation durchgeführt wurde, liess sich vor der Operation der intra-artikuläre Einsatz von Kortikosteroiden bei 29% der Patienten und bei 6% von intra-artikulärer Hyaluronsäure dokumentieren. 6 Monate nach der Prothesenoperation konnte man bei 4.2% der mit Hyaluronsäure vorbehandelten Patienten und 3.3% der mit Kortikosteroiden behandelten Patienten eine Infektion nachweisen. Jedoch erlitten 2.7% der Patienten, die keine präoperative Injektion erhalten hatten, ebenfalls eine Infektion. Bei der multivariablen Analyse zeigte sich, dass das Risiko erhöht war, wenn die Injektion in den 3 Monaten vor dem Gelenkeingriff durchgeführt worden war.
Schlussfolgerung: 3 Monate vor einer Kniegelenksprothesenoperation sollten keine intra-artikulären Injektionen mehr durchgeführt werden. Dadurch lässt sich das Risiko eines postoperativen Infekts deutlich senken. Allerdings liegt dieses Risiko nach wie vor nicht bei 0%.
- Richardson SS et al. Comparison of infection risk with corticosteroid or hyaluronic acid injection prior to total knee arthroplasty J Bone Joint Surg Am 2019 Jan 16; 101:112