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Kristina Timanowskaja ist nach ihrer Flucht vor der eigenen Regierung in Polen angekommen. Am Mittwoch gegen 15:00 Uhr landete die Sprinterin zuerst in Wien. Von dort aus reiste sie noch am Abend nach Warschau, wo sie gegen 20:00 Uhr ankam. Timanowskaja hatte mit einem Hilferuf am Sonntag verhindert, dass sie gegen ihren Willen nach Belarus zurückgeschickt wurde.
Polen hat ihr nun ein humanitäres Visum angeboten, das sie annehmen will. «Das polnische Aussenministerium hat schon Kontakt mit mir aufgenommen, und auch der Leichtathletik-Verband hat mir Unterstützung zugesagt. Ich hoffe sehr, dass ich in Polen in Sicherheit sein werde», sagte Timanowskaja der Bild. Auch ihr Ehemann erhält ein polnisches Visum.
IOC reagiert mit Disziplinarverfahren
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) nimmt unterdessen die Funktionäre des Nationalen Olympischen Komitees aus Belarus (NOK) ins Visier. Das IOC setzte in Tokio eine Disziplinarkommission ein und kündigte an, Leichtathletik-Trainer Juri Moisewitsch und Funktionär Artur Schumak zum Fall Timanowskaja zu befragen.
Timanowskaja hatte der Bild gesagt, es sei ihr nicht um Politik gegangen. «Ich habe nur kritisiert, dass unsere Cheftrainer über das Staffellauf-Team entschieden haben, ohne sich mit den Sportlern zu beraten», erklärte die 24-Jährige. «Dass das solche Ausmasse annehmen und zu einem politischen Skandal werden kann, hätte ich nie gedacht.»