Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03255.jsonl.gz/1423

Bei einem Erdbeben in Mexiko sind weit über 200 Personen getötet worden, darunter Dutzende Kinder. Diese kamen beim Einsturz ihrer Schule in Mexiko-Stadt ums Leben.
In den Trümmerbergen der in Mexiko-Stadt eingestürzten Schule Enrique Rebsamen suchten die Helfer in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) nach Dutzenden verschütteten Kindern und einigen Lehrern. «Wir schätzen, dass noch zwischen 30 und 40 Menschen in den Trümmern gefangen sind. Wir hören aber Stimmen, einige sind noch am Leben», sagte Marine-Sprecher José Luis Vergara dem Fernsehsender «Televisa».
Beim Einsturz der Schule kamen mindestens 32 Kinder und fünf Erwachsene um, wie der Fernsehsender «Televisa» unter Berufung auf Helfer berichtete. Die Leichen dieser Opfer seien alle geborgen worden. Elf Kinder seien lebend gerettet worden.
Ein «Televisa»-Reporter, der die Rettungsaktionen aus nächster Nähe verfolgte und unter anderem die Bergung eines toten Mädchens erlebte, sagte: «Mein Herz ist gebrochen.»
In Kontakt mit Verschütteten
Der Unglücksort im Süden der mexikanischen Hauptstadt wurde in der Nacht auch von Präsident Enrique Peña Nieto besucht, der die Solidarität der Menschen hervorhob. An den Rettungsarbeiten nahmen neben Angehörigen der Feuerwehr, des Zivilschutzes, des Heeres und der Marine auch unzählige freiwillige Helfer teil.
Mit Schaufeln, oft aber auch nur mit den Händen, räumten die Rettungskräfte den Schutt weg, um nach Überlebenden zu suchen. Gezittert wurde in Mexiko unter anderem um Víctor – einen kleinen Jungen, der nach Medienberichten mit einem langen Schlauch mit Sauerstoff versorgt wurde.
Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte «Televisa», man sei ausserdem in Kontakt mit einer verschütteten Lehrerin, die ein kleines Mädchen bei sich habe. Das Gebäude beherbergte Kindergarten, Primarschule und Gymnasium.
Das Beben der Stärke 7,1 hatte sich rund 130 Kilometer Luftlinie südöstlich von Mexiko-Stadt bei Axochiapan im Bundesstaat Morelos ereignet. Nach Angaben von Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong kamen mindestens 226 Menschen ums Leben. Der nationale Zivilschutzkoordinator sprach dagegen von 217 Toten im gesamten Land. Die Zahl der Verletzten lag bei rund 700, 400 davon schwer.
Beben am Jahrestag der Katastrophe von 1985
Rund zwei Stunden vor dem heftigen Erdbeben hatten sich viele Behörden, Unternehmen und Schulen noch an der alljährigen Erdbebenübung beteiligt. Kurz darauf, um 13.14 Uhr, bebt die Erde. Das Beben ereignete sich am Jahrestag des verheerenden Erdbebens von 1985. Damals waren mindestens 10’000 Personen ums Leben gekommen.
In Mexiko-Stadt ist beim Beben vom Dienstag vor allem das Zentrum mit den touristischen Vierteln betroffen. Viele der beschädigten oder eingestürzten Gebäude wurden vor dem Erdbeben 1985 gebaut und entsprachen nicht den später eingeführten strengeren Baunormen.
Der Flughafen wurde geschlossen und auf Schäden untersucht. Beschädigte Spitäler wurden evakuiert. Nach Angaben des Elektrizitätsunternehmens CFE waren mindestens 3,8 Millionen Menschen ohne Strom. Mehrere Nachbeben versetzen die Menschen zusätzlich in Angst. Betroffen war mehrmals die Küstenregion vor der Stadt Salina Cruz.
Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen im Land umgekommen, dabei lag das Zentrum aber im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren. Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen. Aus der ganzen Welt richteten sich Solidaritätsbekundungen und Hilfsangebote an Mexiko.