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Antoniuskapelle
Die Geschichte lehrt uns:
„Im Jahre 1692 erstellten die Gemeinde Saas-Balen und einige Wohltäter nur wenige Schritte von dem kleinen Gebetshäuslein entfernt eine schöne und grössere Kapelle, die dem hl. Antonius von Padua geweiht wurde.“ Unter den Wohltätern Antoni Anthamatten, der nachmalige Stifter des Rektorats (1710) des hl. Antonius in Tamatten und seine Brüder.
Die St. Antoniuskapelle „ Zum Leng Acher“ steht unmittelbar am alten Saumweg vis-à-vis dem national geschützten Weiler Bidermatten.
Ihr Standort ist ausserordentlich. Wie ein Riegel steht sie an jener Stelle, wo sich die Talenge hinter Saas-Balen zum breiten Talbecken von Saas-Grund öffnet.
Das Äussere der Kapelle scheint auf den ersten Blick etwas monoton, die Fenster sind klein und ohne jeden Schmuck. Der Erbauer hat hier auf die klimatischen Verhältnisse des Tales Rücksicht genommen, da die Kapelle wegen ihrer vorgeschobenen Lage an steiler Berglehne stark den Winden (Guxa) ausgesetzt ist.
Der Turm trägt überraschenderweise einen offenen Glockenstuhl mit Holzstrebewerk ähnlich der Gommer Kirchtürmen aus dem 17. Jahrhundert mit Schindeldach.
Das Innere der Kapelle ist einfach und ganz in weiss gehalten. Die schön vergoldeten qualitätsvollen Barockaltläre stechen von den weissen Mauerflächen stark hervor.
Der Hauptalter zeigt eine Statue des hl. Antonius, überlebensgross. der Seitenaltar rechts ist der Altar der hl. Familie geweiht. Auf der linken Seite der Rosenkranzaltar mit einem Bild der hl. Jungfrau mit den 15 Medaillons, welche die Rosenkranzgeheimnisse darstellen (1708). Die Altäre sind nicht wesentlich später als die Kirche von 1692. Sie könnten vielleicht von Johann Ritz stammen (1668-1729), dem Vater des Johann Jost Ritz.
1830 sah sich der Bischof veranlasst, den Gottesdienst in der Kapelle wegen Einsturzgefahr zu untersagen. 1838 wurde die baufällige Kapelle renoviert, jedoch nur zum Teil mit Erfolg. 1926 und 1957 erfolgten weitere grosse Renovationen. 1982 – 1984 erfuhr die Kapelle unter der Führung von Kilchherr Josef Zimmermann, Saas-Grund, eine gründliche, gelungene Renovation. Gross waren die Kosten, aber für den Talheiligen hatte das Volk ein offenes Herz. Die Kapelle erhielt wiederum – wie zu Beginn- einen Steinboden, der Turmhelm seine Schindeln.
Am 13. Juni trifft sich die Talbevölkerung zum Fest des hl. Antonius von Padua bei der Kapelle um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.
Lourdeskapelle in Bidermatten
Die Lourdeskapelle unterhalb der Antoniuskapelle trägt an ihrer Aussenfront die Jahrzahl 1619 und ist somit das älteste heute noch erhaltene kirchliche Gebäude unseres Tales und darf bald auf stolze 400 Lebensjahre zurückblicken.
Dieses wurde irgendwann im Laufe der Zeit – wahrscheinlich 1926/27 – der Muttergottes von Lourdes geweiht.
Ursprünglich war dieses Kapellchen ja der Hl. Familie geweiht, als dann aber die Saaser mehr Geld hatten, wurde im Jahre 1692 eine grössere Kapelle gebaut.
In den Jahre 1990/91 wurde das Bethäuschen einer Gesamtrenovation unterzogen.
Kommen wir auf dem Fussweg hinauf zum Antonius doch einfach zuerst einmal hier in der Lourdeskapelle zum „Schnüf“ – damit wir nicht gehetzt mit unseren Bitten vor Antonius treten, sondern zuerst Ruhe, Stille, Gelassenheit neben Bernadette vor der Grotte finden.