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Oscar Grether, der Vater des verstorbenen Ehemanns von Esther Grether, war Mitinhaber einer kleinen, 1899 in Basel eröffneten Apotheke. Mit den Jahren entstanden aus dieser zunächst ein Grosshandels-, dann ein Distributions- und schliesslich auch noch ein Produktionsunternehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich die Herstellung von Nivea-Produkten und deren Vertrieb in der Schweiz zum wichtigsten Umsatzträger des Familienbetriebs.
Erst als Doetsch Grether Anfang der sechziger Jahre die Produktion von Eigenmarken aufnahm, begann sich die Abhängigkeit von Nivea-Salben, -Deodorants und -Lotionen allmählich zu relativieren. Inzwischen erwirtschaftet das Basler Handelshaus rund die Hälfte seines Jahresumsatzes in Höhe von über 100 Millionen Franken mit Eigenmarken; die bekanntesten davon sind Fenjal sowie Grether’s Pastillen gegen Heiserkeit.
«Eigentlich fast nichts», antwortete Esther Kast bei ihrem ersten Vorstellungsgespräch, als sie von Hans Grether gefragt wurde, was sie beruflich denn so könne. Dem Patron und Eigentümer von DG machte die attraktive junge Frau mit ihrer schonungslosen Selbsteinschätzung solchen Eindruck, dass er Esther Kast zunächst als Direktionsassistentin einstellte und drei Jahre später zur Frau nahm.
Dieser zweiten Ehe von Hans Grether entstammen die beiden Kinder Hans Christoph (Jahrgang 1970) und Susanne (1972). Als Hans Grether 1975 verstarb, entschloss sich seine damals 39-jährige Witwe, die Leitung des Handelshauses selbst in die Hand zu nehmen. Mit Erfolg: Heute ist Esther Grether eine der reichsten Frauen der Schweiz. Ihren Wohlstand hat sie dabei nicht nur ihrem Geschick als Unternehmerin zu verdanken, sondern in erster Linie ihrer vortrefflichen Urteilskraft als Kunstsammlerin. Lange bevor andere dieselben Künstler entdeckten, das heisst bei vergleichsweise tiefen Preisen, hatte Grether zahlreiche Meisterwerke der klassischen Moderne und der Gegenwart erworben. Ihre Kollektion reicht von Pablo Picasso bis Robert Rauschenberg und zählt laut dem US-Fachmagazin «Artnews» zu den 200 wichtigsten Sammlungen weltweit.