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Mit seinem Sieg am US Open hat sich der Senkrechtstarter Brooks Koepka aus den USA auf ein Niveau gehoben, das ihn zum Favoriten am 148. British Open in Royal Birkdale macht.
Wenn der 27-jährige Brooks Koepka schon in seiner sechsten Saison in Southport nördlich von Liverpool als erster Siegesanwärter in das heute Donnerstag beginnende älteste Golfturnier steigt, hängt dies auch mit der Verfassung der Spieler zusammen, denen der Sieg normalerweise am ehesten zugetraut wird. Keiner von ihnen hat zuletzt überzeugen können.
Der Schwede Henrik Stenson blieb nach seinem letztjährigen British-Open-Triumph ohne jeden Sieg. An den Olympischen Spielen in Rio wurde er Zweiter, ebenso im letzten Herbst an zwei Turnieren der US PGA Tour sowie im Februar in Dubai. Bei fünf seiner letzten sechs Turnierstarts in den USA schied der 41-Jährige aus Göteborg jeweils nach zwei Runden aus.
Johnsons Formaufbau
Der Amerikaner Dustin Johnson, die Weltnummer 1, gewann im ersten Saisonviertel drei Turniere in Serie. Danach baute er, möglicherweise auch infolge einer Rückenverletzung, kontinuierlich ab. Am prestigeträchtigen Memorial Tournament in Ohio wie auch am US Open verpasste er den Cut für die beiden Finalrunden. Die letzten vier Wochen nutzte er für den Formaufbau im Hinblick auf das British Open.
Johnsons Landsmann Jordan Spieth gibt in dieser Saison Rätsel auf. Zwei Siegen - zuletzt gewann er Ende Juni auf dem amerikanischen Circuit - stehen drei verpasste Cuts gegenüber. Als er 2015 nacheinander das US Masters und das US Open gewann, schien der 23-jährige Texaner in der Lage zu sein, eine Reihe weiterer Majorturniere für sich zu entscheiden. Danach blieb er aber achtmal ohne grossen Erfolg.
Von allen namhaften Golfern dieser Jahre ist Rory McIlroy in der schlechtesten Form. Der 28-jährige Nordire schied zuletzt sowohl an dem in seinem Namen organisierten Irish Open in Londonderry als auch am Scottish Open in Troon, der Hauptprobe für das British Open, mit schwachen Ergebnissen nach zwei Runden aus. Eine bedeutsame Steigerung, die ihm in dieser Woche den Sieg einbringen könnte, scheint fast nicht möglich zu sein. Dabei wäre McIlroy nach dem amerikanischen Veteranen Phil Mickelson (5 Majortitel) und dem nach wie vor fehlenden Tiger Woods (14 Majortitel) jener noch aktive Golfer, der am besten weiss, wie man die Turniere mit Grand-Slam-Charakter gewinnt. Unter seinen vier Majortiteln ist auch jener vom British Open 2014.
Jason Day spielt ähnlich rätselhaft wie Jordan Spieth. Mit seinem Triumph an der US PGA Championship 2015 und der Eroberung der Leaderposition in der Weltrangliste kam der 29-jährige Australier für eine Weile dort an, wo er angesichts seines immensen Talents eigentlich hingehört: ganz oben. Seine Saison 2017 jedoch ist ein Auf und Ab. Ein 2. Platz auf der US PGA Tour Mitte Mai war Days bestes Ergebnis. Zuletzt scheiterte er zweimal vorzeitig, so auch am US Open.
Starke Oldies am ältesten Turnier
Das British Open ist seit geraumer Zeit nicht nur das älteste Golfturnier, sondern auch das Turnier der alten Sieger. Seit 2011 waren vier der sechs Gewinner mehr als 40 Jahre alt: Darren Clarke 42, Ernie Els 42, Phil Mickelson 43 und Henrik Stenson 40. Ein weiterer Sieger, der Amerikaner Zach Johnson, war 39, als er im Jahr 2015 triumphierte. Als einziger Champion der letzten sechs Jahre war Rory McIlroy kein Oldie. Der Nordire war 2014 erst 25-jährig.
SDA-ATS