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Farbvererbung beim Labrador
Die Fellfarbe beim Labrador ist ein klassisches Beispiel für die Farbvererbung. Da nur drei Farben erlaubt sind, gehört es auch zu den einfacheren Beispielen.
Die erlaubten Farben beim Labrador sind Schwarz, Gelb (beige bis rötlich), und Braun (ocker bis dunkelbraun). Schwarz ist übrigens die „ursprüngliche“ Farbe. Erst später in der Zuchtgeschichte sind gelbe und braune Labradore aufgetaucht.
Um in den Pigmentzellen, Melanozyten genannt, Pigment zu bilden, muss das Hormon Melanocortin 1 an den Melanocortin 1-Rezeptor (MCR-1) andocken. In der Folge produziert das Enzym Tyrosinkinase mehr schwarzes Eumelanin, das die Haare schwarz färbt. Die Ausprägungen (=Allele) des MCR-1-Gens heissen E bzw. e, dabei ist E das dominante Wildtype-Allel. Das rezessive Allel e bedeutet, dass die Tyrosinkinase „abgestellt“ wird und die Rotfarbe ("gelb" beim Labrador) durchdrückt.
Die Elterntiere vererben jeweils eines ihrer beiden Allele. Hunde mit EE und Ee haben also schwarzes Fell und nur Hunde mit ee haben gelbes Fell. Das bedeutet auch, dass eine Verpaarung von zwei gelben Labradoren nur helle Welpen hervorbringen kann.
Dazu ein Beispiel. Bei einer Verpaarung mit zwei schwarzen Labradoren, die beide Ee tragen, sollten 75 % der Welpen ebenfalls schwarz (50 % mit Ee, 25% mit EE) und 25 % der Welpen gelb sein. (Die Natur spielt aber nicht immer mit... )
So weit, so gut. Doch jetzt fehlt ja noch die braune Farbe. Hier spielt neben dem Melanocortin-1-Rezeptor-Gen noch ein weiteres Gen eine Rolle. Dieses Gen ist für ein Enzym verantwortlich, das das braune Pigment weiter in schwarzes Eumelanin verarbeitet. Die Allele heissen hier B und b. B ist wieder die Wildtyp-Variante und dominant; b bedeutet Funktionsverlust und wird rezessiv vererbt. Schwarz ist die ursprüngliche Farbe, ein Hund mit BB oder Be ist also schwarz (Wildtyp!). Nur ein Hund der zwei bs erhält und dazu noch das dominante Schwarz-Gen bekommt, wird braun. Hier wird dann nämlich das Enzym abgeschaltet, das Pigment bleibt braun.
Bei einer Verpaarung mit zwei schwarzen Hunden, die beide EEBB tragen, werden alle Welpen ebenfalls EEBB tragen und deshalb schwarz sein.
Um einiges bunter wird ein Wurf, wenn die Eltern jeweils auch das rezessiv Allel tragen. Auch hier werden zwar theoretisch über die Hälfte der Welpen schwarz sein, ein Viertel könnte aber auch gelb werden und 3/16 braun:
Wie ist es nun mit den hellen Hunden, die ja auch Bs oder bs tragen? Sobald die gelben Labradore mindestens ein B haben, haben sie eine schwarze Nase. Falls sie eine helle Nase haben, weiss man, dass sie zwei e-Allele tragen.
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