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Roberto Campos Neto, Präsident der Zentralbank von Brasilien, äusserte sich zu den Plänen bezüglich einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC). Als möglichen Startpunkt setzte er das Jahr 2022 fest.
Die Banco Central do Brasil ist nicht die einzige Zentralbank, die sich momentan mit digitalen Währungen beschäftigt. Derzeit forschen 80% der Zentralbanken weltweit zu eigenen CBDCs (Central Bank Digital Currency) und 40% haben bereits Pilotprojekte gestartet, mit denen eine digitale Zentralbankwährung noch weiter untersucht werden soll.
Ein Beispiel ist China, das seinen digitalen Yuan noch vor den Olympischen Winterspielen 2022 herausgeben möchte. In Thailand werden bereits Testläufe absolviert, wo grössere Unternehmen ihre Zahlungen mit CBDCs tätigen.
Warum eine digitale Zentralbankwährung?
In einem Bloomberg-Interview äusserte sich der Zentralbankpräsident von Brasilien zu den Plänen bezüglich CBDC. Er beschreibt eine CBDC als eine „glaubwürdige, konvertierbare und internationale Währung“. Die Einführung einer digitale Zentralbankwährung sei die logische Konsequenz aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre und der nächste Schritt der Modernisierung.
„Eine digitale Zentralbankwährung unterscheidet sich grundlegend von Kryptowährungen wie Bitcoin, da sie eigentlich nur eine digitale Repräsentation der jeweiligen Landeswährung ist.“ – Roberto Campos Neto, Zentralbankpräsident von Brasilien
Als Roberto Campos Neto im Jahre 2019 seine jetzige Position einnahm, sorgte er für die Einführung der BC#-Agenda, welche die finanzielle Demokratisierung des Landes fördern soll.
BC#-Agenda
Die Banco Central do Brasil möchte mit dieser Agenda das Finanzsystem des Landes stabilisieren und erneuern. Das Programm ist eine Weiterentwicklung der Agenda BC+ und soll die folgenden Punkte verbessern/steigern:
- Inklusion
- Wettbewerbsfähigkeit
- Transparenz
- Bildung
Unter anderem wird der Zugang zum Finanzsystem erleichtert, damit es beispielsweise Privatpersonen ermöglicht wird, am Kreditmarkt aktiv zu werden. Das ganze Finanzsystem soll durch dieses Programm allgemein vereinfacht und Regierungseingriffe überflüssig gemacht werden.
Noch kein klares Datum bekannt
Gemeinsam mit dem geplanten PIX-Transaktionssystem (Brazilian Instant Payment Scheme), welches im November dieses Jahres online gehen soll, werde Brasilien für die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung vorbereitet sein. Der genaue Startpunkt für die CBDC bleibt offen. Roberto Campos Neto ist sich jedoch sicher, dass die brasilianische Zentralbank 2022 bereit sein wird. Jetzt ist die Politik gefordert: Sie muss den Weg dafür ebnen.
Mit den notwendigen Abklärungen und Planungen für das Projekt hat die Banco Central schon begonnen. Laut Neto werden sie in ungefähr einem Jahr ihre Forschungsergebnisse über den Einfluss und das Potenzial einer CBDC veröffentlichen.
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