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Im Januar und Februar habe ich mich durchgekämpft und erst Ende Februar richtig wahrgenommen, dass etwas überhaupt nicht mehr in Ordnung ist. Ich hatte nachts einen Kreislaufkollaps, ausgelöst durch heftige Unterbauchschmerzen. Die Hausärztin hat mich zur Gynäkologin überwiesen und diese überwies mich wieder zurück zur Hausärztin. Diese meinte, sie könne mich nicht krankschreiben, wenn sie nicht wisse, was ich habe. Dies, obwohl ich ihr berichtete, dass ich täglich Fieber bzw. erhöhte Temperatur habe und nachts “pflotschnass” aufwache. Beide Ärztinnen empfahlen mir eine Psychotherapie.
So kämpfte ich mich weiter durch und suchte nach einem ambulanten Psychotherapie-Platz. Den fand ich bei einer Psychiaterin, die zugleich auch Homöopathin ist. Nach einigen Wochen Arbeitsunfähigkeit konnte ich langsam mein Arbeitspensum wieder aufnehmen und steigern. Zwischenzeitlich kontaktierte ich auch noch einen Bekannten, der Arzt ist und mein neuer Hausarzt wurde. Die geschwollenen Lymphknoten, das Fieber und der Nachtschweiss bereiteten ihm Sorgen – da dies alles auf einen Tumor hindeuten könnte. Ich wurde sehr gründlich untersucht und alle Befunde waren in Ordnung, bis auf die erhöhten Entzündungswerte. Mein Hausarzt überwies mich zu einer Infektiologin. Auch diese nahm mich ernst und bestätigte mir mündlich (!) dass meine Symptome nach jeder Virus-Erkrankung auftreten können und es diese schon immer gegeben hat. Neu hätte dies den Namen “Long-Covid”. Da ich nie an Covid erkrankt war (haben zwei Antikörpertests ergeben), fragte ich sie, ob es denn von der Impfung kommen könnte. Dies sei durchaus möglich, erzählte sie mir, diese Symptome könnten von jeder Impfung ausgelöst werden. Ob die Symptome bei mir von der Angina, die ich zwei Wochen vor dem Booster hatte, oder vom Booster ausgelöst wurden, könne man nicht sagen. (Beim Booster-Termin habe ich explizit auf die Angina hingewiesen und man sagte mir, das mache überhaupt nichts.) Die Infektiologin bestätigte aber schriftlich die Diagnose der Psychiaterin / Homöopathin: Postinfektiöses Syndrom. Zudem fügte sie Post Exertional Malaise (PEM) hinzu.
Ganz langsam aber stetig verbesserte sich mein Zustand. Ich konnte mich wieder besser konzentrieren, die Temperatur ging auf 37 Grad zurück (wohlbemerkt täglich, früher hatte ich jedoch Normaltemperatur bei 35,6 und fühlte mich bei 37 wie andere bei 39 Grad), der Nachtschweiss verschwand und ich konnte wieder etwas spazieren gehen. Im Herbst konnte ich sogar wieder im Büro arbeiten und mit dem E-Bike den Arbeitsweg von 20 Km zurücklegen. Geblieben sind die Erschöpfung und Müdigkeit. Und natürlich die “Crashes”. Immer wieder musste ich mich zwischendurch für einen oder mehrere Tage krankmelden, weil einfach nichts mehr ging. Ohne Siesta schaffe ich keinen Tag. Ich war zufrieden und versuchte mich irgendwie mit dem neuen Leben zu arrangieren.
Und jetzt plötzlich, seit einer Woche, geht wieder gar nichts mehr. Täglich über 38 Grad und einfach nur noch kaputt.
Es ist zum Verzweifeln. Ich bin froh und dankbar, diesen Verein gefunden zu haben und danke euch für euren Mut! Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Obwohl das Unverständnis und die Ungläubigkeit in meinem Umfeld vorhanden sind und die Selbstzweifel immer wiederkehren und ich nicht weiss, was ich noch tun soll oder wie es weitergeht, werde ich weiter kämpfen.
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- Sachbearbeiterin
- 13.05.2021 / 10.06.2021 / 22.12.2021
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