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Friedensnobelpreisträger Mohamed El Baradei will Präsident Ägyptens werden. Er werde für die Nachfolge des im Februar nach drei Jahrzehnten gestürzten autokratischen Herrschers Husni Mubarak kandidieren, sagte der 68-Jährige im ägyptischen Fernsehen.
Der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA galt bereits seit längerem als potenzieller Bewerber, da er im Laufe der Proteste zu einer der führenden Figuren der Opposition aufstieg. Er selbst hielt sich bislang aber weitgehend bedeckt, was seine Ambitionen auf das höchste politische Amt im Staat anging.
El Baradei kündigte an, den Kampf gegen die Armut zu einem Schwerpunkt zu machen. Sollte er gewählt werden, würde er seine erste Pressekonferenz in einem Slum geben, sagte er.
"Ich werde mich im Namen aller Ägypter bei jenen 40 Prozent der Bevölkerung entschuldigen, die wegen der Vernachlässigung, die ihnen widerfahren ist, unter der Armutsgrenze leben und weil sie keine Häuser haben sowie ein Leben, das sie nicht verdienen", sagte El Baradei.
Komplett neue Verfassung gefordert
Allerdings knüpfte El Baradei seine Kandidatur an Bedingungen. Bleibe es bei den von der Armee vorgeschlagenen Reformen, trete er nicht an, sagte El Baradei dem privaten TV-Sender ONTV. In Ägypten führt seit dem Abgang von Husni Mubarak das Militär das Land.
El Baradei sprach sich einerseits gegen die von der Armeeführung geplanten Verfassungszusätze aus. Nicht eine Änderung, sondern eine komplett neue Verfassung sei notwendig. Die aktuelle Verfassung gehöre wie Mubarak der Vergangenheit an. "Es wäre eine Beleidigung für die Revolution, wenn wir diese Verfassung retten", sagte er.
Die vorgeschlagenen Änderungen nannte El Baradei "oberflächlich". Er forderte die Streitkräfte auf, die Vorschläge zu verwerfen oder ein für den 19. März festgelegtes Referendum dazu zu verschieben.
SDA-ATS