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Seit 1939 bis zum Jahr 2006 hat die Suva insgesamt 2104 asbestbedingte Berufskrankheiten anerkannt. Für diese hat sie über 470 Millionen Franken an Versicherungsleistungen ausbezahlt, den grössten Teil davon – 360 Millionen Franken – als Hinterlassenenrenten. Dies zeigt die Asbeststatistik der Suva.
Die asbestbedingten Berufskrankheiten der Lunge und der sie umgebenden Organe umfassen im wesentlichen Pleuraplaques und andere gutartige Veränderungen des Brustfells, Asbestose (Asbeststaublunge), Bronchuskarzinom (Lungenkrebs) und Mesotheliom (Brustfellkrebs). Allen asbestbedingten Krankheiten gemeinsam ist ihre lange Latenzzeit von 15 bis 45 Jahren ab Beginn der Einwirkung von Asbeststaub.
Die Zahl der als BK registrierten Pleuraplaques – einer gutartigen Bindegewebsvermehrung im Bereich des Brustfells – hat seit 2005 zugenommen, da seither bei Erkennung von Plaques in der arbeitmedizinischen Vorsorge oder bei der Beobachtung der Plaques durch Ärzte in jedem Fall eine BK anerkannt wird. Im Jahr 2006 waren dies 127 Fälle. Fälle von Asbestose werden zurzeit nur noch sehr wenige gemeldet.
Beim Lungenkrebs nach Asbesteinwirkung hat die Suva im Jahr 2006 sieben Fälle anerkannt. Ein Lungenkrebs wird dann als Berufskrankheit anerkannt, wenn eine Asbestose oder beidseitige ausgedehnte asbestbedingte Brustfellveränderungen vorliegen oder wenn die Asbestexposition ein bestimmtes Ausmass erreicht hat. Diese sogenannten Helsinkikritieren werden in verschiedenen nord- und mitteleuropäischen Staaten angewendet. Sie sind unabhängig vom Rauchen, auch wenn medizinisch erwiesen ist, dass das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern durch die Asbestexposition zusätzlich erhöht wird.
Die Suva hat im Jahr 2006 insgesamt 101 Mesotheliomfälle anerkannt. Diese Zahl ist im Steigen begriffen. Aufgrund der Tatsache, dass Mitte der 1970er-Jahre der Höhepunkt der Asbestanwendung erreicht wurde und wegen der langen Latenzzeit vom durchschnittlich 30-40 Jahren ist kaum vor dem Jahr 2010-2015 mit einem deutlichen Rückgang der Fälle zu rechnen. Trotz medizinischem Fortschritt ist die Prognose beim Mesotheliom leider nach wie vor schlecht.
Um mögliche asbestbedingte Berufskrankheiten zu erfassen, ist es wichtig, dass sich auch pensionierte Arbeitnehmende bei der Suva melden bzw. dass der behandelnde Arzt den Fall der Suva meldet. Da Versicherungsleistungen nicht verjähren, erhalten die Betroffenen beim Vorliegen einer Berufskrankheit auch später noch die ihnen von der Suva zustehenden Leistungen.
Seit der erstmaligen Anerkennung einer Asbestose im Jahr 1939 hat die Suva bis Ende 2006 insgesamt 2 104 Fälle von asbestbedingten Berufskrankheiten anerkannt, darunter 1038 Mesotheliomfälle. Dafür hat sie Versicherungsleistungen in der Höhe von 472 Millionen Franken gesprochen, den Hauptteil davon – 360 Millionen Franken – in der Form von Hinterlassenenrenten.
Im Jahr 2006 wurden der Suva 446407Unfälle und Berufskrankheiten gemeldet. Unter diesen 446 407 Fällen befinden sich auch 2 596 Berufskrankheiten, wovon 285 asbestbedingt sind. Rund jede neunte Berufskrankheit ist somit asbestbedingt.
Am stärksten betroffen von asbestbedingten Berufskrankheiten sind diejenigen Branchen, in denen mit asbesthaltigen Isolationen gearbeitet wurde, wie im Bauhaupt- und Nebengewerbe, im Metall- und Maschinenbau oder beim Bau und Unterhalt von Schienenfahrzeugen.
Die Suva hat im Jahr 2006 über 80 000 Arbeitnehmende im Rahmen der allgemeinen arbeitsmedizinischen Vorsorge untersucht. Darunter befinden sich auch rund 5000Personen, die früher beruflich relevant asbestexponiert waren oder heute Asbestsanierungsarbeiten durchführen.
Die Suva hat den gesetzlichen Auftrag, die Anwendung der Vorschriften über die Verhütung von Berufskrankheiten in allen Betrieben zu beaufsichtigen. Zudem erlässt sie Richtlinien über maximale Arbeitsplatz-Konzentrationen gesundheitsgefährdender Stoffe (Grenzwerte am Arbeitsplatz, Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten VUV Art. 50). Zudem ist die Suva zuständig für die Anerkennung von Berufskrankheiten (UVG Art. 9) und das Erbringen der gesetzlich vorgesehenen Versicherungsleistungen.
Der Arbeitgeber ist gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) verpflichtet, zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind (UVG Art. 82).
Für andere Aspekte wie die Entsorgung von Asbestabfällen oder die Exposition der Allgemeinbevölkerung sind das Bundesamt für Umwelt (BAFU) bzw. das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zuständig.
Erich Wiederkehr, Suva, Unternehmenskommunikation, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern, Tel. 041 419 56 23, <email-pii>@suva.ch
Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 100'000 Unternehmen bzw. 1,8 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Im Auftrag des Bundes führt sie auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Ihre Kunden können kompetente, ergebnisorientierte Arbeit und eine faire, zuvorkommende Behandlung erwarten. Die Suva arbeitet selbsttragend, ohne Subventionen. Gewinne kommen den Versicherten zugute. Im Verwaltungsrat sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Bund vertreten.
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