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Schweizer Schüler nur durchschnittlich begabt an Computern
Eine Studie beweist, was viele vermuteten: Schweizer Jugendliche sind lediglich Durchschnitt im Umgang mit Computern. Schuld daran sind vor allem die Schulen bzw. die Lehrer.
Rang 9 von 20. Dieses Resultat erreichte die Schweiz in der «International Computer and Information Literacy Study», welche die Informatikkompetenz von Schülern der 8. Klasse testete. Die Schweizer Schülern kommen gesamthaft auf 526 Punkte und liegen damit über dem internationalen Mittelwert von 500 Punkten. Damit liegt man gleichauf mit Deutschland, hinter Tschechien (553 Punkte), Dänemark (542) oder Polen (537) und deutlich vor Russland (516), Argentinien (450) oder der Türkei (361). Die Werte der Schweizer Schülerinnen und Schüler lagen zusammen mit elf anderen Ländern in einem breiten Mittelfeld. Mädchen und Jungen schnitten in der Schweiz etwa gleich gut ab. Die Deutschschweiz und die Romandie zeigten bessere Werte als das Tessin.
Hinsichtlich Computernutzung liegt die Schweiz sowohl in der Schule als auch in der Freizeit unter dem internationalen Durchschnitt. Dabei wird der Computer deutlich öfter in der Freizeit genutzt, obwohl die Schweizer Schulen eine technische Infrastruktur zur Verfügung stellten, die über dem internationalen Durchschnitt liegt, heisst es in der Studie. Allerdings handle es sich oft um veraltete Geräte, die nicht zur Nutzung animierten.
Grund für die geringe Nutzung an Schulen sind auch die Lehrpersonen. Schweizer Lehrpersonen nutzten ICT im Unterricht im Durchschnitt weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in den anderen untersuchten Ländern. Rund zwei Drittel der befragten Lehrer haben den Studienautoren angegeben, dass ICT keine Priorität in ihrer Schule besitze. Da im Lehrplan 21 Informatik eine wichtigere Rolle als auch schon spielt, keine unwichtigen Erkenntnisse.
Jeder 3. kam mit Cybermobbing in Kontakt
Gemäss der Untersuchung haben 35 Prozent der antwortenden Schülerinnen und Schüler auch schon Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht. Davon hätten sich sechs Prozent als Täter und neun Prozent als Opfer, zwei Prozent als Opfer und Täter bezeichnet. 18 Prozent seien bloss Beobachtende gewesen. Interessanterweise unterscheide sich in der Ablehnung von Cybermobbing die Gruppe mit Erfahrungen als Täterin beziehungsweise Täter nicht von der Opfergruppe, heisst es in der Studie weiter.
Die «International Computer and Information Literacy Study» (ICILS) ermöglicht nach eigener Angabe zum ersten Mal einen internationalen Vergleich des ICT-Wissens Jugendlicher. Sie wurde bei rund 600 000 Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse durchgeführt. In der Schweiz waren es über 3000 Teilnehmer. Neben dem theoretischen Wissen wurden auch die praktischen Fähigkeiten am Computer untersucht. In der Schweiz haben neun Hochschulen an der Studie mitgearbeitet.