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Dürrenmatt, Friedrich: Der Auftrag - Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter". Diogenes Verlag AG Zürich, 1986
Das scheint eine normale Kriminalgeschichte zu sein und dann weitet sich immer wieder der Horizont, ein neuer Beobachter kommt dazu, eine neue Schicht der Zwiebel erscheint ... Aber warum nimmt - in einer Erzählung, nicht in einer wissenschaftlichen Studie - das hohe Einstiegstempo mit jedem Kapitel noch zu? Hat das etwas mit dem letzten Beobachten zu tun?
Volltext (mit PW)
Textstellen:
.. sei die Schilderung Tinas über ihren Mann ins Übertriebene, ins allzu Anschauliche geraten, so die Notizen von Lamberts ins allzu Abstrakte, nicht ein Beobachten, sondern ein Abstrahieren vom Menschen sei hinter diesen Notizen zu lesen,
...
... unmöglich sei zu glauben, Tina sei geflüchtet, weil sie diese Notizen gefunden hätte, wie von Lambert anscheinend vermute, auch wenn ihr Tagebuch mit dem zweimal unterstrichenen Satz »ich werde beobachtet« geendet habe, sie deute diese Bemerkung anders, Tina sei dahintergekommen von Lambert hätte ihr Tagebuch gelesen, dieses sei ungeheuerlich, nicht von Lamberts Notizen, und für jemanden, der im Geheimen hasse und plötzlich wisse, der Gehaßte wisse es, gebe es keinen anderen Ausweg als die Flucht, worauf die F. ihre Ausführungen mit der Bemerkung schloß, etwas stimme an der Geschichte nicht, es bleibe rätselhaft, was Tina in die Wüste getrieben habe, sie, die F., komme sich wie eine jener Sonden vor, die man ins All schieße, in der Hoffnung sie könnten Informationen zurück zur Erde senden, deren Beschaffenheit man noch nicht wisse.
ob der Identitätssatz A = A stimme, da er zwei identische A setze, während es nur ein mit sich identisches A geben könne und wie es auch sei, auf die Wirklichkeit bezogen sei es unsinnig, kein Mensch sei mit sich identisch, weil er der Zeit unterworfen und genau genommen zu jedem Zeitpunkt ein anderer sei als vorher,..