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Bracher, Hans
Hans Bracher, auch: Hans Eduard Bracher (* 24.01.1882; † 05.07.1963)
Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).
Leben
"Hans Bracher wurde als jüngstes Kind des Landjägers Johannes Bracher und der Magdalena Werren geboren. Zusammen mit sieben Geschwistern erlebte er eine glückliche Kindheit in Wattenwil. Zu Fuss ging er an die Aufnahmeprüfung ins Lehrerseminar Hofwil, das Examen bestand er und wurde Lehrer (Patent 1900), später legte er das Sekundarlehrer-Examen ab und doktorierte mit Rahmenerzählung und Verwandtes bei G. Keller, C.F. Meyer und Th. Storm - Ein Beitrag zur Technik der Novelle (1909, 2. Aufl. 1924). Mit Stolz erzählten seine Kinder später, dass eine zweite Auflage der Dissertation gedruckt wurde.
Für kurze Zeit war Hans Bracher Lehrer in Wattenwil, auch unterrichtete er in Oberwil bei Büren a.A., dann, ab 1909 bis zur Pensionierung, an der Knabensekundarschule Viktoria in Bern. Das Gehalt eines Sekundarlehrers reichte zum Unterhalt der Familie nicht aus, Hans Bracher gab deshalb Schwimmunterricht und unterrichtete an einer Abendschule. 1911–1938 betreute er den literarischen Teil der Berner Woche, das gab Kontakte zu verschiedenen Schriftstellern. Er half auch mit bei der Gründung des Schweizerischen Jugendschriftenwerks, SJW, es ist nicht bekannt, in welchem Ausmass und in welcher Funktion. Hans Bracher engagierte sich bei den abstinenten Lehrern. Am Abstinententag in la Chaux-de-Fonsds 1906 lernte er seine spätere Frau kennen. Hans Bracher heiratete 1908 Maria Frey. Sie war Lehrerin. Ihr Abschlussexamen legte sie mit mit 17 ½ Jahren ab. Nach der Heirat gab sie, wie es damals üblich war, die Berufstätigkeit auf. Das Ehepaar hatte 3 Kinder und nahm einen Neffen in die Familie auf, welcher mit neun Jahren Waise geworden war. Die Familie lebte in Bern, zuerst an der Allmendstrasse, später an der Muristrasse 3. Die Jugendbücher schrieb Hans Bracher nach seiner Pensionierung. Seine schriftstellerische Tätigkeit wurde, gemäss den Angaben seines (verstorbenen) Sohns, mit Preisen ausgezeichnet; es ist nicht bekannt, um welche Preise es sich handelte.
In meiner Erinnerung sitzt Grosspapa Hans Bracher in der Veranda und schreibt – er hatte aber immer Zeit für uns Enkel, erzählte und spielte mit uns, zum Beispiel verwandelte er sein grosses, weisses Taschentuch in eine Maus, die er dann im Rockärmel verschwinden liess. Am 5. Juli 1963, neun Jahre nach dem Tod seiner Frau, starb er nach längerer Krankheit im Spital Riggisberg. Ich erinnere mich, dass ich ihm wenige Tage vor seinem Tod einen Zeitungsartikel vorlas, er war bis zuletzt geistig präsent." (Anna-Maria Grossenbacher-Grunder, Enkelin, April 2011)