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Der amerikanische Freund
Regie: Wim Wenders
Darst.: Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Jean Eustache, Lou Castel u.a.
Der in Hamburg lebende amerikanische Kunsthändler Tom Ripley verkauft über ein Auktionshaus Bilder des Malers Derwatt. Dieser gilt als tot, lebt aber in Wirklichkeit inkognito in New York. Dem Rahmenmacher Zimmermann, dessen Frau Marianne im Auktionshaus arbeitet, fallen Veränderungen an Bildern aus Derwatts angeblichem Nachlass auf. Bei einem Zusammentreffen mit Zimmermann wird Ripley klar, dass dieser etwas von seinen krummen Geschäften ahnt. Nach drei gescheiterten Versuchen, Filmrechte für einen Krimi von Patricia Highsmith zu erhalten, bot die Autorin 1974 Wim Wenders die Rechte zum noch unveröffentlichten Roman «Ripley’s Game» an, dem dritten um den Serienmörder Tom Ripley; Wenders griff sofort zu. Als Ripley wollte Wenders John Cassavetes gewinnen. Dieser lehnte ab, machte ihn aber mit Dennis Hopper bekannt, der seit «Easy Rider» als exzentrisches Enfant terrible berüchtigt war – ein Ruf, dem der Mime schon am ersten Drehtag gerecht wurde. Er prügelte sich mit Bruno Ganz, worauf Wenders die Dreharbeiten abbrach. Ganz und Hopper verschwanden, um nach einer durchzechten Nacht am nächsten Tag sturzbetrunken wieder aufzutauchen. Von da an waren sie Freunde. Neben der Regielegende Nicholas Ray in der Rolle von Derwatt sind mit Samuel Fuller, Daniel Schmid, Peter Lilienthal und Jean Eustache weitere bekannte Regisseure in Nebenrollen präsent. Die weibliche Hauptfigur, Zimmermanns Ehefrau Marianne, wird von Lisa Kreuzer verkörpert, Wenders’ damaliger Lebenspartnerin, die bereits zuvor in drei Filmen ihres Mannes zu sehen war. «Der amerikanische Freund» war Wenders’ erste Zusammenarbeit mit Bruno Ganz, sie fand später ihre Fortsetzung in «Der Himmel über Berlin» und «In weiter Ferne, so nah!». Für Bruno Ganz bedeutete «Der amerikanische Freund» den internationalen Durchbruch; mit keinem anderen Filmregisseur hat er so oft zusammengearbeitet wie mit Wenders. Dieser schrieb vor Monatsfrist in einem Nachruf: «Du hast ein paar von uns zu besseren Regisseuren gemacht, Bruno, aber uns alle zu besseren Zuschauern, Träumern, Mitmenschen.»