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durchschneidet. Das letztere fällt besonders steil gegen die sumpfige östliche Küstenebene ab, während der Abfall zum Pazifischen Ozean durch mehrere Abstufungen vermittelt ist. Auch die Vulkane [* 2] sind hier ganz anders geordnet als in den mittel- und südamerikanischen Kordilleren, insofern sie vorwiegend auf transversalen Spalten in bedeutender Entfernung von den Küsten durchgebrochen sind (so die Vulkanreihe: Citlaltepetl, Popocatepetl, Jorulla ^[richtig: Jorullo], Colima), zum Teil sich inselartig erheben und auf dem breiten Plateaurücken wie fremdartige Bestandteile erscheinen (vgl. Amerika, [* 3] geologische Übersicht).
Hinsichtlich der organischen Schöpfung auf den heißen Niederungen an beiden Meeresküsten bildet das mexikanische Massengebirge wieder eine scharfe Grenze ohne vermittelnde Übergänge. Daher die große Artenverschiedenheit der Flora und Fauna der Küstenebenen am Mexikanischen Golf und am Stillen Ozean. Das Sierra Madre-Plateau (1350 m), zwischen dem Gila und dem Rio Grande, [* 4] scheidet das Hochland von Mexiko [* 5] von den Gebirgsmassen des eigentlichen Nordamerika, [* 6] des Rumpfes dieses Kontinents.
Jenes Plateau, wenn auch keine eigentliche Einsenkung wie die von Panama [* 7] und Tehuantepec in Mittelamerika, bildet trotzdem eine natürliche Scheide, denn nördlich von ihm zieht nun die Kordillere mit unverändert hochgebirgsartigem Charakter durch die ganze Kontinentalhälfte bis über den Polarkreis hinaus. Sie zeigt auch hierin eine größere Analogie mit den südamerikanischen Andes als mit den räumlich näher liegenden mittelamerikanischen und mexikanischen Gebirgsketten, und diese Analogie, die über eine so weite Kluft weg sich erhält, ist einer der Gründe, die am überzeugendsten für den tiefern Zusammenhang der ganzen westlichen Gebirgsmassen sowohl Süd- und Mittel- als Nordamerikas sprechen.
4) Diese nordamerikanischen Kordilleren zerfallen in zwei Hauptkettensysteme. Die östlichen Hauptketten, die eigentlichen Rocky Mountains, sind von dem Nordrand des mexikanischen Tafellandes und der Sierra Madre durch die 223 km breite Hochebene des Rio Gila scharf getrennt. Sie beginnen etwa in 34° nördl. Br. und reichen, dieselbe Streichungslinie bewahrend, wahrscheinlich bis in die Nähe der Küste des Nördlichen Eismeers gegen 66° nördl. Br. Das westliche Kettensystem beginnt mit den Bergen [* 8] der Halbinsel Altkalifornien am Kap San Lucas unter 23° nördl. Br. und reicht wahrscheinlich bis zum Ufer des Jukonflusses in 62° nördl. Br. Unter 35° trennt sich von der Hauptkette eine niedrigere Küstenkordillere ab, während jene unter dem Namen Sierra Nevada östlich von dem Längsthal des Sacramento Kalifornien durchzieht und in das Kaskadengebirge übergeht, das dann seine Fortsetzung wieder in den Nordamerikanischen Seealpen findet.
Die Küstenkordillere zieht sich parallel zu jenen in den Inseln der fjordreichen Westküste weit nach N. Zwischen diesen östlichen und westlichen Hauptketten breiten sich namentlich im Gebiet der Vereinigten Staaten [* 9] ausgedehnte Hochebenen aus, welche von beträchtlichen Gebirgserhebungen (z. B. den Wahsatchbergen) durchzogen und besonders im S., im Gebiet des Colorado River, von tiefen und engen Thalschluchten (den Cañons) durchschnitten sind. Ein Teil dieser Hochebenen repräsentiert abflußlose Becken, in denen sich die Gewässer in Salzseen (Großer Salzsee, 1280 m hoch) und Salzsümpfen sammeln.
Dabei ist der größte Teil jener Hochebenen wegen Mangels an Niederschlägen ödes Land, das im S. zur völligen Wüste wird. Seine größte Breite [* 10] erreicht das gesamte nordamerikanische Kordillerensystem etwa unter dem Parallelkreis des Großen Salzsees von Utah, wo es eine Breite von mehr als 1480 km einnimmt. In Britisch-Nordamerika, wo sich zwischen 54° und 58° nördl. Br. die beiden Hauptketten am meisten nähern, ist das Gebirge noch über 520 km breit, während sich die mittlere Breite desselben auf 700 km belaufen mag, Die mittlere Höhe der Kämme und Gipfel ist noch nicht genau ermittelt.
Der bekannte Southpaß in den Rocky Mountains senkt sich bis auf 2283 m; in der Sierra Nevada von Kalifornien liegt der von der Pacificbahn benutzte Trukeepaß 2139 m hoch. Die höchsten Gipfel der Rocky Mountains sind der Mount Hooker (4900 m) und Mount Brown auf britischem Boden und der Blanca Peak (4411 m) im Unionsgebiet. Überragt werden diese Gipfel des Felsengebirges aber noch durch den Eliasberg auf der Grenze Alaskas, mit 4563 m. Dem Eliasberg schließen sich auf der westlichen Hauptkette an der Mount Fairweather in Alaska (4483 m) und der Mount Whitney am Südende der Sierra Nevada (4404 m), einer der höchsten Berge im Gebiet der Vereinigten Staaten.
Der Eliasberg sowohl als der Mount Fairweather sind vulkanischen Ursprungs und gehören der Vulkanreihe der pazifischen Küste Nordamerikas an (vgl. Amerika, geologische Übersicht). Der Abfall der nordamerikanischen Kordilleren erfolgt nach den Küsten des Stillen Ozeans wie in Südamerika [* 11] schroff und steil, allmählicher dagegen nach O. hin, wo sich weite Hochebenen dem östlichen Fuß des Felsengebirges anlagern; so namentlich im S. die Plateaus von Texas und der Llano Estacado, ein wüstes Sandsteinplateau von 970 bis 1450 m Höhe und etwa 70,000 qkm Grundfläche, welches dann mit einem schroffen, bastionartigen Absturz gegen die um 500-800 m tiefer liegenden Ebenen des Mississippibeckens abfällt.