Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/1127

Am 16. Januar 27 vor Christus wurde Oktavian der Titel ,,Imperator Caesar Augustus`` verliehen, und er wurde Kaiser. Er vermied allerdings alles, was ihm als Streben nach einer monarchischen Stellung ausgelegt werden konnte und erhob für sich den Anspruch, der erste innerhalb des Staates zu sein, deshalb nennt man die von Augustus geschaffene Monarchie innerhalb des alten republikanischen Rahmens Prinzipat.
Augustus hatte so die Alleinherrschaft inne, ohne allzuviel an der republikanischen Verfassung zu ändern, und konnte dies sehr gut in der Öffentlichkeit darstellen. Er förderte die Literatur, und deshalb warben Dichter, daß mit der Errichtung des Prinzipats ein goldenes Zeitalter begonnen habe. So war aber doch die alte Republik beendet und Rom war zu einem Kaiserreich geworden, nach Augustus Tod wurde dessen Adoptivsohn Tiberius sein Nachfolger.
Unter den Kaisern entwickelte sich Rom weiter, bis es schließlich unter Trajan seine größte Ausdehnung hatte. Die nun folgenden Jahre waren eine sehr friedliche Zeit für das römische Reich (pax Romana).
Im 3. Jahrhundert nach Christus geriet das römische Reich allerdings in zahlreiche Krisen, sowohl durch äußere Bedrohung als auch durch eine schlechte wirtschaftliche Lage. So wurde Rom langsam zu einem bürokratisierten Zwangsstaat, mit dem sich die Bürger nicht mehr identifizieren konnten. Das römische Reich bot Nährboden für viele Religionen, die sich, obwohl sie manchmal verboten wurden, sehr gut ausbreiten konnten. 313 wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin den anderen Religionen gleichgestellt, unter Kaiser Theodosius wurde es schließlich 391 zur Staatsreligion. Trotzdem wurde 395 nach dem Tode Theodosius das Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt, und das weströmische Reich zerbrach im 5. Jahrhundert. Ein Grund dafür ist, daß wegen der Völkerwanderung zuziehende Völker nicht mehr gut integriert werden konnten, vor allem wegen des Gegensatzes in der Religion, sie waren zwar auch christianisiert, vertraten aber eine andere Richtung des Christentums als die katholische Kirche. So dankte schließlich 476 der letzte weströmische Kaiser ab.
Stefan Röhrich <email-pii>