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Gendern und der Gender Stern erhitzen seit geraumer Zeit die Gemüter der Gegner und Befürworter. Fakt ist, dass am 14.7.2023 der Rat für deutsche Rechtschreibung weiterhin abgelehnt hat, die Gendersprache wie Stern, Unterstrich, Doppelpunkt etc. ins offizielle Regelwerk aufzunehmen, mit der Begründung, dass das Erlernen der Deutschen Sprache nicht durch eine gendergerechte Sprache erschwert werden darf.
Dies im Hinterkopf verursacht das “Gendern” für Betreiber einer Website nun eine Vielzahl von Problemen.
1. Wie positioniert sich das Unternehmen zu diesem Thema? Wird diese Positionierung von der Zielgruppe aufgenommen?
2. Suchmaschinenoptimierung ist häufig einer der wichtigsten Kanäle im Online Marketing. Wie verhalten sich textbasierte Suchmaschinen auf gendergerechte Sprache?
Gerade letzteres werden wir als Growth Hacking Agentur häufig gefragt, wie denn der Impact der Gendersprache auf das Ranking und die organische Entwicklung der Website ausfällt. Aus diesem Grund soll nachfolgend eine kurze Ausführung über den Gender Stern und das Verhältnis zu Suchmaschinen getätigt werden.
Was ist der Gender Stern?
Der Gender Stern hat seinen Ursprung in der feministischen Bewegung der 1980er Jahre. In vielen Sprachen war das generische Maskulinum Standard, was bedeutet, dass in der Regel nur die männliche Form verwendet wurde, um sowohl Männer als auch Frauen zu bezeichnen. Um diese Unsichtbarkeit zu bekämpfen, wurde der Gender Stern entwickelt. Der Gender Stern wird in der Regel als * oder auch als der griechische Buchstabe Omega mit einem Punkt darüber dargestellt. Er wird verwendet, um Frauen, Männer und andere Geschlechter in einem einzigen Wort zu berücksichtigen. Auf diese Weise sollen insbesondere maskuline Begriffe wie Jobbezeichnungen geschlechtsneutral dargestellt werden, indem ein Genderstern integriert wird, z. B. „Beraterinnen“ oder „Lehrerinnen“. Gendersternchen werden also verwendet, um eine geschlechtsneutrale Sprache zu ermöglichen, indem sie das generische Maskulinum umgehen. Häufig wird dies in der Schriftsprache angewandt, aber auch in der Bildung und der Politik.
Impact der Gender Stern auf SEO?
Um zu sehen, welche Auswirkungen das Gendern auf die SEO hat, ist es zunächst sinnvoll zu analysieren, wie sich das Suchvolumen zwischen den Geschlechtern verhält.
Vergleicht man z.B. Berufe wie „Grafikerin“ (monatliches Suchvolumen: 390) mit „Grafiker“ (monatliches Suchvolumen: 3.600) zeigt dies deutlich, dass die meisten Menschen nach der männlichen Form suchen. Im Gegensatz dazu liegt das Suchvolumen bei klassischerweise eher weiblichen Berufen wie z.B. Flugbegleiterin mit 720 Anfragen pro Monat ca. 3x so hoch wie bei der männlichen Form. Wie zu erwarten, spiegeln Suchmaschinen das Suchverhalten in der Gesellschaft wider. Das Ziel der SEO ist es, passenden Content zur richtigen Zeit der richtigen Zielgruppe zur Verfügung zu stellen. Die Frage ist es, wenn es also aktiv geschlechtsspezifisch gesucht wird, warum sollte dies nicht so bedient werden?
Im nächsten Schritt ist es wichtig zu prüfen, wie die Suchmaschine den Gender Stern * und ähnliche Symbole interpretiert. Dazu haben wir folgende Variationen des Keywords “Lehrer” verwendet.
Lehrer – Suchvolumen 1900 pro Monat in der Schweiz
Lehrerin – Suchvolumen 1600 pro Monat in der Schweiz
Lehrer*in – Suchvolumen 0 pro Monat in der Schweiz
Lehrer_in – Suchvolumen 0 pro Monat in der Schweiz
Lehrer:in – Suchvolumen 0 pro Monat in der Schweiz
Hier wird sehr deutlich, dass Versuche über künstliche Wortkonstrukte nicht nur die Lesbarkeit des Textes deutlich behindern, sondern nicht von Suchmaschinen anerkannt werden. Das Resultat ist ein deutlicher Trafficverlust.
Fun Fact: Aktuell ist davon auszugehen, dass Suchmaschinen den * als Leerzeichen interpretieren. So hat das Keyword “Lehrer*in Zürich” nicht nur kein Suchvolumen, sondern wird als Lehrer in Zürich interpretiert. Ob dies im Sinne der Verwendung des Genderns ist, ist zu bezweifeln.
Gerade für unsere Kunden im B2B Bereich ist das Keyword Kund*innen sehr relevant. Hier kann eine ähnliche Auflistung analog zu dem Keyword Lehrer getätigt werden.
Kunde – Suchvolumen 1000 pro Monat in der Schweiz
Kundin – Suchvolumen 210 pro Monat in der Schweiz
Kunde*innen – Suchvolumen 0 pro Monat in der Schweiz
Kunde_in – Suchvolumen 0 pro Monat in der Schweiz
Kunde:in – Suchvolumen 0 pro Monat in der Schweiz
Kundschaft – Suchvolumen 00 pro Monat in der Schweiz
Die Verwendung von gendergerechter Sprache auf Webseiten kann für die Suchmaschinenoptimierung problematisch sein. Gender-Symbole werden von Suchmaschinen nur unzuverlässig erkannt.
SEO-freundliche Alternativen zum Gendern
Im Allgemeinen versuchen wir von der Verwendung des Gendersterns abzuraten. Es gibt Möglichkeiten, genderneutrale Sprache zu verwenden, ohne die Auffindbarkeit in der Suchmaschine nachhaltig zu beeinträchtigen. Die Unternehmen müssen nicht immer auf Gendersternchen, usw. zugreifen, sondern können auch genderneutrale Elemente verwenden.
1. Verwendung von geschlechtsneutralen Begriffen, wie z.B. „Kundschaft“, „Mitarbeitende“ oder „Lehrkörper“
2. Verwenden Sie Browser-Erweiterungen – Es gibt viele Browser-Erweiterungen wie „Genderize“ oder „Gender Decoder“, die Ihnen helfen können, geschlechtsneutrale Alternativen zu finden. Diese Erweiterungen analysieren Texte und Webseiten und geben Empfehlungen zur geschlechtergerechten Schreibweise und der Verwendung von Inklusiv Sprache.
3. Männliche Keywords an “versteckten” Stellen einzubinden, die nur von Google gesehen werden, z.B.:
in der URL
den Alt-Tags, Dateinamen und Titeln von Bildern
oder in HTML-Beschreibungen von Videos
Dabei geht es um eine bessere Auffindbarkeit zu erreichen.
Zusammenfassung
Aktuell ist von der Verwendung des Gender Sterns deutlich abzuraten. Die Verwendung kann nicht nur für Leserinnen und Leser irritierend wirken, sondern auch die Arbeit von Suchmaschinen erschweren. Zudem haben zumindest aktuell Keywords in der Version mit *, _ oder u.a. kein Suchvolumen, was zu deutlichen Einbrüchen im Traffic und Umsatz führen kann.
Es gibt jedoch Alternativen wie Verwendung von geschlechtsneutralen Nomen und Pronomen oder generischen Maskulinformen. Wir würden ebenfalls empfehlen, dass Unternehmen eher Geld und Zeit investieren, um es zu ermöglichen, dass Frauen und Männer gleich behandelt, bezahlt und gestellt werden.
Obwohl wir bei Lean & Sharp nicht Gendern, sind wir grosse Verfechter der Gleichberechtigung. Wir sind der Meinung, durch aktives Leben der Gleichberechtigung mehr zu erreichen, als das Problem mit einer vorgeschobenen Sprache zu kaschieren. So arbeiten mehr Frauen als Männer bei uns. Auch werden alle Angestellten nach Qualifikation gleich und nicht nach Geschlecht oder Herkunft bezahlt.