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Wie einstellen?
Weil die Leinen im Flug durch den Fahrtwind nach hinten durchgebogen werden, wird die Führung der Kabel im inneren Randbogen um den Betrag "s" so eingestellt werden, dass der Rumpf dennoch tangential fliegt:
Zur Berechnung von "s" stehen auf dem Internet zwei Programme zur Verfügung:
"LINE III", herunterzuladen von: www.stunthanger.com
"Rake Analysis", direkt nutzbar auf: www.nclra.org
Beide Programme geben den Wert "s" (in inch) heraus. Dabei gilt es folgendes zu beachten:
Der Betrag "s", um den die Kabelführung nach hinten versetzt werden muss, bezieht sich auf den Schwerpunkt des Modelles im Flug, d.h. mit Treibstoff.
Dem Durchmesser, der Anzahl und der Länge der Leinen
Der Spannweite des Modelles
Dem Gewicht des Modelles
Der Grösse der Tragfläche (mit Klappen)
Der Fluggeschwindigkeit
Hier ein Beispiel aus dem Programm "Rake Analysis". Das Eingabefenster für die Daten sieht so aus:
Umrechnungen
1 inch = 25.4 mm
1 feet= 0.305 m
1 ounce = 28.35 Gramm
1 pound = 543 Gramm
1 sq.inch (Quadratzoll) = 0.065 qdm
Wing area in sq.in. = Fläche (inkl. Klappen) in qdm dividiert durch 0.065
Das Programm gibt diese Werte hinaus:
Line sweep angle
Winkel der Leinen im Flügel nach hinten, ausgehend vom Schwerpunkt (mit Treibstoff): 1.54
Line sweep
Versatz der Leadout-Kabel im Flügel nach hinten: 0.807 in. bzw. 20.49 mm
Total System drag
Gesamter Luftwiderstand von Modell und Leinen: 0.65 pounds bzw. 282 Gramm (100%)
Line Drag
Luftwiderstand der Leinen: 0.30 pounds (135 Gr.) oder 46.8 % des Gesamtwiderstandes
A/C Drag
Luftwiderstand des Modelles: 0.35 pounds (152 Gr.) oder 53.2 % des Gesamtwiderstandes
Nach diesen Werten eingestellt fliegt der Rumpf des Beispielmodelles im Horizontalflug exakt tangential.
Da nun jedoch beim Flug durch den Zenit der Flughalbkugel, z.B. im Wingover, im höchsten Punkt der Flugbahn das gegen die Fliehkraft wirkende Gewicht des Modelles den Leinenzug erheblich verringert, wird in dieses Situation der Leinenzug nicht mehr ausreichen, um die Durchbiegung der Leinen durch den Fahrtwind auszugleichen. In der Folge fliegt der Rumpf nicht mehr tangential, sondern mit der Nase nach innen. Um diese kritische Situation zu vermeiden, ist es notwendig die Führung der Kabel so einzustellen, dass der Rumpf beim Durchfliegen des Zenits, und nicht im Horizontalflug, tangential fliegt.
Den Versatz der Kabelführung so einzustellen, dass der Rumpf beim Durchfliegen des Zenits mit einem positiven Anstellwinkel fliegt kann sinnvoll sein, solange als dass durch den dadurch zunehmenden Luftwiderstand die Geschwindigkeit nicht zu stark abfällt. (Zur Erinnerung: Der Leinenzug verändert sich im Quadrat zur Geschwindigkeit)
Die Überprüfung der Einstellung der Kabelführung im Flug
Am der inneren Rumpfseitenwand und am inneren Randbogen werden gut sichtbare Marken angebracht. Hier in blau am Rumpf und weiss am Randbogen. Die Marken befinden sich im gleichen Abstand von der Flaps-Scharnierlinie:
Sind diese Marken vom Piloten im Flug exakt übereinander zu sehen, so fliegt der Rumpf genau tangential:
Mit einer beim Einfliegen gefundenen Einstellung der Kabelführung (Mitte) von 28 mm hinter dem Schwerpunkt sieht das im Horizontal- oder Rückenflug so aus:
Photos im Flug: René Berger
Gut sichtbar ist der Versatz der Marken um ca.1 Breite (hier 20 mm), d.h. der Rumpf fliegt mit der Nase um ca. 1.5 nach Aussen.
Beim Durchfliegen des Zenits im Wingover wird der leinenstreckende Zug erheblich geringer und deswegen fliegt der Rumpf hier, bei geringstmöglichem Luftwiderstand, exakt tangential.
Photos im Flug: René Berger
Alle Resultate mit 0 Aussenzug Motor und 0 Einstellung Seitenruder.
Peter Germann, 17.Juni 2012