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Gewitter nicht nur in den Alpen
In einer schwachen südwestlichen Höhenströmung konnten sich heute vor allem in den Alpen einige Schauer und Gewitter bilden. Mit dem Gewitterregen und der Abkühlung stieg der Luftdruck in den Alpen markant an. Damit baute sich zwischen den Alpen und dem Flachland ein grossser Druckunterschied auf.
Allmählich feuchtere Luft
Der Freitag, 17. Juli 2015 war auf der Alpennordseite am Vormittag sehr sonnig mit nur wenigen hohen Wolkenfeldern. Im Tessin startete der Tag hingegen mit einigen Quellwolken. Gegenüber der Alpennordseite lag hier nämlich, wie bereits schon am Vortag, deutlich feuchtere Luft. Einzelne, jedoch schwache Schauer konnten sich schon am Vormittag bilden, vor allem im Mitteltessin. Mit einer schwachen südwestlichen Strömung gelangte heute aber auch zur Alpennordseite feuchtere Luft. Das ist gut in den beiden Payerne-Sondierungen von gestern und heute Mittag zu sehen. Auch die Taupunkttemperatur lag heute Nachmittag etwa 3 bis 8 Grad höher als 24 Stunden vorher.
Ab etwa Mittag in den Alpen auflebende Gewitteraktivität
Mit der instabil geschichteten Luft bildeten sich im Verlauf des Vormittags über den Alpen zunehmend Quellwolken und gegen Mittag in den südlichen Walliser Alpen sowie in der Grimselregion erste Schauer und Gewitter. Schon am frühen Nachmittag lebte dann die Schauer- und Gewitteraktivität in den Alpen und Voralpen verbreiteter auf, später alllmählich auch im Jura. Einzelne Zellen waren kräftiger und brachten Hagel - wenn auch meist nur kleinkörniger - sowie Starkregen. In Disentis fielen innert 10 Minuten knapp 23 mm und innert einer halben Stunde 36.7 mm Regen.
Aufbau eines grossen Druckunterschieds
Mit den Gewittern und den Niederschlägen in den Alpen stieg der Luftdruck am Nachmittag markant an, während er im Mittelland mit oft noch sonnigen Verhältnissen kaum änderte oder sogar noch leicht sank. Entsprechend baute sich ein grosser Druckunterschied von 8 bis 10 hPa zwischen den zentralen und östlichen Alpen- und Voralpenregionen und dem Mittelland auf. Solch grosse Druckunterschiede auf relativ kleinem Raum haben natürlich starke Windböen zur Folge. Bis Redaktionsschluss um 19 Uhr gab es die kräftigsten Windböen aus südlicher Richtung in der Ostschweiz mit bis zu 81 km/h in Chur und 78 km/h in St. Gallen. In Altenrhein wurde gar eine Böe von 109 km/h registriert! Die Druckwelle breitete sich auch in Richtung zentrales und östliches Mittelland aus mit Windböen meist zwischen 40 und 60 km/h aus Süd bis Südost.
Im Flachland geringere Gewitteraktivität
Im Flachland blieb es bis am frühen Abend meist trocken. Einzelne Zellen konnten sich zunächst vor allem in der Zentralschweiz bilden, auch Zürich wurde am Nachmittag von einem kurzen und eher schwachen Schauer erwischt. Grund für die nur geringe Schauer- und Gewitteraktivität war vor allem die fehlende Feuchtigkeit in den bodennahen Schichten über dem Flachland.
Labilisierung in der Höhe
Am Abend konnten sich dann im Jura, in der Region Bern sowie im Wallis nochmals einige, zum Teil auch kräftigere Gewitterzellen bilden. Hierfür ist der Grund eher in den hohen Luftschichten zu finden. Von Frankreich her näherte sich nämlich ein Höhentrog, der für zusätzliche Instabilisierung und Hebung sorgte. Gleichzeitig gab es zusätzlich Bodenkonvergenzen, also zusammenströmende Luft in bodennahen Luftschichten. Dies trug wahrscheinlich zusätzlich dazu bei, dass sich Schauer und Gewitter bilden konnten.