Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/330

Es kam in der Vergangenheit in der Schweiz mehrfach zu Abstimmungen über Vorlagen, die den vollständigen oder zumindest teilweisen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie forderten:
1979: Eine erste Volksinitiative mit dem Zweck, den Bau neuer Kernanlagen zu verhindern und die Betriebsbedingungen der bestehenden Werke zu erschweren, wird vom Schweizer Stimmvolk abgelehnt.
1984: Die Volksinitiative «Für eine Zukunft ohne weitere Kernkraftwerke» fordert ein Verbot für den Bau neuer Kernanlagen. Auch sie scheitert am Nein des Stimmvolkes.
1990: Die Volksinitiativen «Für den Ausstieg aus der Atomenergie» fordert nicht nur den Verzicht auf neue Kernkraftwerke, sondern auch die Stilllegung bestehender Anlagen und zwar «so rasch als möglich». Die Vorlage wird abgelehnt, womit das Stimmvolk den Entscheid von 1984 bestätigt. Die Volksinitiative «Stopp dem Atomkraftwerkbau (Moratorium)» wird hingegen angenommen. Während zehn Jahren dürfen keine Rahmen-, Bau-, Inbetriebnahme- oder Betriebsbewilligungen für neue Einrichtungen zur Erzeugung von Atomenergie erteilt werden.
2003: Die Volksinitiative «Strom ohne Atom – für eine Energiewende und die schrittweise Stilllegung der Atomkraftwerke» fordert erneut den Atomausstieg sowie die Stilllegung aller Schweizer Kernkraftwerke nach maximal 30 Jahren Betriebsdauer. Die Kernkraftwerke Beznau-1 und -2 sowie Mühleberg sollen sogar innerhalb zweier Jahre vom Netz gehen. Das Verdikt des Schweizer Stimmvolks fällt überaus deutlich aus: Zwei Drittel der Abstimmenden sagen Nein. Auch eine zweite Vorlage scheitert an der Urne, allerdings nicht ganz so deutlich: Über 58 Prozent erteilen der Volksinitiative «MoratoriumPlus – für die Verlängerung des Atomkraftwerk-Baustopps und die Begrenzung des Atomrisikos» eine Absage.
Eine Übersicht über alle bisherigen eidgenössischen Abstimmungen im Bereich Energie finden Sie hier.