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"Der Aufstieg und Fall von Ziggy Stardust und den Spinnen vom Mars" (1972) heißt das Album, das David Bowie zu internationalem Durchbruch verhalf und ihn in die Umlaufbahn der Pop- und Glamourwelt der Siebziger brachte. Die Autoren und Zeichner Michael Allred, Steve Horton und Laura Allred haben ihr Werk über David Bowie genau dieser Periode gewidmet und zeigen sowohl die kulturellen Hintergründe als auch das Leben und Sterben in den Swinging Seventies. Neil Gaiman, selbst Comiczeichner und Autor, träumte stets von einem David-Bowie-Comic und bestätigt in seinem Vorwort, dass dies nun mit diesem Werk von Michael Allred, Steve Horton und Laura Allred endlich Wirklichkeit geworden ist.
Mit den Alben "Space Oddity" (1969), "The Man who sold the world" (1970), "Hunky Dory" (1971), aber auch dem Soundtrack und Film "The Man Who Fell to Earth" (1976) hatte sich der geborene David Robert Jones ein Science Fiction Image verpasst, das viele Fans wirklich daran glauben ließ, dass er ein Alien from Outer Space sei. Dazu trug sicherlich auch der Umstand bei, dass er zwei verschiedenfarbige Augen hatte und von der Statur her unheimlich schlank, insgesamt also eine sehr androgyne Erscheinung war. Dass ausgerechnet der selbsternannte "Major Tom" Flugzeuge scheute und auf seiner Ziggy-Stardust-US-Tournee lieber Linienschiffe benutzte, ist nur eine der vielen Überraschungen in diesem neuen Comic über den Überflieger aus Brixton. David Robert Jones spielte etwa auch gerne mit dem Image bisexuell zu sein, was vielleicht nur ein Marketing-Gag war, aber dennoch wesentlich zu seiner Kreation "Ziggy Stardust" - oder sollte man sagen "David Bowie" - beitrug.
Vom Avantgarde-Theater einer Lindsay Kemp und der Commedia dell’Arte habe er gelernt, aber auch Marc Bolan von T. Rex spielte eine gewisse unverzichtbare Rolle. Die beiden Glamrocker wurden von der britischen Presse zwar gerne als Konkurrenten stilisiert, hatten anfangs aber oft zusammen gespielt. Auch das Verhältnis zu dem amerikanischen Punkmusiker Iggy Pop oder Lou Reed (Velvet Underground) wird in vorliegender Comic-Biographie als wesentlicher Einfluss für Bowies Musik genannt. Die durchwegs chronologische Erzählung folgt dem Aufstieg des anfangs wenig erfolgreichen Singer/Songwriters David Robert Jones, dem es bald mit etwas Chuzpe gelang, seinen Seltenheitswert zu steigern und als Popchamäleon in die Geschichte einzugehen.
Auch wenn sich die vorliegende Comic-Biographie von Michael Allred, Steve Horton und Laura Allred stark am chronologischen Ablauf der Ereignisse orientiert, ist sie doch auch ein Sittengemälde jener Zeit. Biographische Daten kommen zwar vor, werden aber nicht überstrapaziert. Sein älterer Halbbruder Terry, der sein Leben in einer Irrenanstalt verbrachte, um sich dann vor einen Zug zu werfen, wird als biografische Information zwar eingestreut, aber nicht weiter verfolgt. Auch die vielen Frauen, die Bowie anfangs hatte, werden erwähnt. Man erfährt auch sehr viel über andere Musiker, deren Veröffentlichungen, Erfolge und Misserfolge wie etwa den Tod von Brian Jones. So entsteht ein buntes Kaleidoskop der Siebziger, das informativ popkulturelles Wissen verbreitet und in bunten und schrillen Farben an einer ganz besonderen Ära teilhaben lässt. Nicht nur Neil Gaiman hat wohl schon immer von einem David-Bowie-Comic geträumt.