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Erkrankungen in Verbindung mit Diabetes mellitus bei Hunden
Bestimmte Erkrankungen können zur Entstehung des Diabetes bei Hunden führen:
Akromegalie
Akromegalie ist eine seltene endokrine Erkrankung, die durch übermäßige Sekretion von Wachstumshormon verursacht wird. Sie ist gekennzeichnet durch eine chronische Hypertrophie von Bindegewebe, Knochen und Eingeweiden. Zu den klinischen Symptomen gehören insulinresistenter Diabetes, eine Vergrößerung von Weichteilorganen sowie die Proliferation von Gingivagewebe.
Bei Hunden entsteht Akromegalie im Allgemeinen aufgrund der Sekretion von Progesteron und der Produktion von Wachstumshormon in den Brustdrüsen. Nur in seltenen Fällen kann Akromegalie auch durch eine Neoplasie in der Hypophyse oder im Hypothalamus verursacht werden.
Bei Hündinnen wird durch Kastration normalerweise eine Heilung erreicht, auch wenn der gleichzeitig auftretende Diabetes permanent werden kann, je nachdem, wie viel Insulin das Pankreas noch sezernieren kann.
Exokrine Pankreasinsuffizienz ist eine erbliche oder erworbene Erkrankung, die sowohl bei Hunden als auch bei Katzen auftritt, jedoch bei Hunden häufiger ist. Sie betrifft normalerweise junge erwachsene Hunde, vor allem Deutsche Schäferhunde.
Bei Hunden wird EPI in der Regel durch Pankreasazinusatrophie (PAA) verursacht. Sind sowohl das exokrine als auch das endokrine Pankreas geschädigt, kann EPI mit Diabetes mellitus einhergehen.
Pathophysiologie
- keine normale Sekretion von Verdauungsenzymen durch das Pankreas
- keine ausreichende Verdauung und Verarbeitung der Nahrung
- Diarrhoe und Gewichtsverlust trotz normalen oder erhöhten Appetits
Diagnose und Behandlung
EPI wird mit Hilfe von Bluttests diagnostiziert und durch Substitution von Pankreasenzymen behandelt. Durch die Enzymsubstitution kommt es normalerweise zu einer Verbesserung der klinischen Symptome und der Diätbehandlung. Wird die EPI durch eine chronische Pankreatitis verursacht oder geht mit Diabetes mellitus einher, ist eine erfolgreiche Behandlung eventuell schwieriger.
Hyperadrenokortizismus ist bei Hunden eine relativ häufige endokrine Erkrankung, kommt jedoch bei Katzen selten vor.
Ätiologie Cushing-Syndrom
- Übermäßige Produktion von endogenem Kortisol
- Hypophysentumor (85% der Fälle), der übermäßige Mengen von Adrenokortikotropin (ACTH) produziert oder
- Nebennierentumor (15% der Fälle), der übermäßige Mengen von Kortisol produziert
- Iatrogene Gabe von exogenen Glukokortikoiden (iatrogener Hyperadrenokortizismus).
Klinische Symptome
Hyperadrenokortizismus ist eine langsam fortschreitende Erkrankung mit Symptomen, deren Schweregrad je nach Dauer und Ausmaß des Kortisolüberschusses unterschiedlich ist. Die klinischen Symptome sind ähnlich wie bei Diabetes mellitus:
- Polyurie
- Polydipsie
- Polyphagie
Darüber hinaus haben Hunde häufig einen Trommelbauch oder leiden an Alopezie oder anderen Veränderungen von Haut und/oder Haarkleid. Aufgrund der durch übermäßige Produktion von Kortisol verursachten Insulinresistenz kann Hyperadrenokortizismus einen Diabetes mellitus zur Folge haben.
Behandlung
Hyperadrenokortizismus kann medikamentös oder chirurgisch behandelt werden. Bei gleichzeitig auftretendem Diabetes mellitus ist eine Insulinbehandlung erforderlich.
Pankreatitis
Pankreatitis ist eine Entzündung des Pankreas. Verdauungsenzyme treten ins umliegende Pankreasgewebe ein und schädigen es.
Ätiologie
In den meisten Fällen tritt Pankreatitis idiopathisch auf. Prädisponierende Faktoren könnte
- Nahrung mit hohem Fett- und niedrigem Proteingehalt
- sonstige Erkrankungen (Cushing-Syndrom, Diabetes mellitus)
Risikofaktoren für Pankreatitis sind:
- Rasse – Zwergschnauzer, Zwergpudel und Cocker-Spaniel haben ein höheres Risiko
- Adipositas
- Diabetes mellitus
- Cushing-Syndrom
- chronische Niereninsuffizienz
Eine akute Pankreatitis kann zu temporärem Diabetes mellitus führen. Dieser kann bei extensiver Pankreasnekrose zu einer bleibenden Erkrankung werden. Ähnliches gilt bei Vorliegen einer Pankreasneoplasie.