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Bislang kommen etwa drei Viertel der französischen Stromproduktion aus dem Atompark des Landes, der mit 58 Reaktoren der zweitgrösste der Welt ist. Hulot sprach sich dafür aus, im kommenden Jahr ein "realistisches Datum" für das Atom-Ziel festzulegen - mit einem klaren Fahrplan, wann wie viele Reaktoren abgeschaltet werden. Im Sender Public Sénat nannte er als mögliche Frist "2030 oder 2035".
"Die Regierung hat sehr klar ihren Wunsch bekräftigt, das Ziel von 50 Prozent Atom-Anteil so schnell wie möglich zu erreichen", versicherte Hulot, "aber natürlich ohne unsere Ziele zum Klimawandel zu opfern oder zu beschneiden". Der sozialliberale Präsident Emmanuel Macron hatte in seinem Wahlprogramm unter anderem versprochen, bis 2022 die letzten Kohlekraftwerke des Landes zu schliessen. Das Klimaschutz-Bündnis Réseau Action Climat kritisierte Hulots Ankündigung und sprach von einem "Rückzieher".
Unter der damaligen sozialistischen Regierung war 2015 ein Energiewendegesetz verabschiedet worden, in dem das 50-Prozent-Ziel für 2025 festgeschrieben wurde. Hulot kritisierte, dass seitdem keine Massnahmen ergriffen worden seien, um dies auch zu erreichen. Die Machbarkeit der Vorgabe ist schon länger umstritten. Der frühere Umweltaktivist, der von Macron im Mai in die Regierung geholt worden war, will mit der mehrjährigen Energieplanung im kommenden Jahr nun einen neuen Fahrplan vorlegen.
Nicht betroffen sind die Pläne zur Schliessung des Atomkraftwerks Fessenheim an der Grenze zu Baden-Württemberg, das in Deutschland seit Jahren in der Kritik steht. Die Reaktoren des Kraftwerks sollen endgültig abgeschaltet werden, wenn ein neuer Reaktor in Flamanville am Ärmelkanal läuft. Dessen Inbetriebnahme hatte sich immer wieder verzögert, Betreiber EDF peilt den Start nun für Ende 2018 an.
Der französische Übertragungsnetzbetreiber RTE hatte am Dienstag Szenarien für die künftige Entwicklung der Stromversorgung in Frankreich vorgelegt. Dieser Analyse zufolge würde der CO2-Ausstoss des französischen Strom-Systems deutlich steigen, falls Frankreich am Datum 2025 für das 50-Prozent-Ziel festhält. Statt 22 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 im Jahr 2016 würden demnach 2025 je nach Variante 38 bis 55 Millionen Tonnen CO2 ausgestossen./sku/DP/he
(AWP)