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Martin Ebner (77) versilbert sein Lebenswerk. Der Financier erhielt Ende 2021 rund 2,2 Milliarden Franken beim Verkauf von Vifor an die australische CSL. Mit dem 20-Prozent-Aktienpaket verdiente Ebner rund eine Milliarde. Einige Monate später veräusserte er 70 Prozent seiner BZ Bank an die Bündner Kantonalbank (BKB). Wieder übernahm eine Staatsbank Ebners Vermögenswerte: Schon nach dem Platzen der Dotcom-Blase war ihm die Zürcher Kantonalbank zur Seite gesprungen und hatte die Visionen-Fonds als Pfand für ausstehende Kredite weitergeführt.
Die BZ («Bank von Zürich») war über mehr als 35 Jahre Dreh- und Angelpunkt der teilweise riskanten Geschäfte von Ebner. In den 1990er Jahren versuchte der Financier das Aktiensparen mit seinen Visionen-Fonds unters Volk zu bringen. Dieses Mal springt eine Kantonalbank nicht als Nothelfer ein: Die Bündner führen an, sie hätten die BZ Bank einer gründlichen Due Diligence unterzogen. Die Qualität der Bank und ihre Reputation seien erstklassig. Die BKB will sich mit dem Zukauf von der Abhängigkeit vom Zinsdifferenzgeschäft befreien.
Bereits in den 2000er Jahren hatte sich Ebner mit der Investmentgesellschaft Patinex, die er zusammen mit seiner Frau führt, wieder aufgerappelt. Das Investmentvehikel ist an Temenos mit 10,8 Prozent und an Intershop mit 34,4 Prozent beteiligt. Über die Jahre hat sich das angeschlagene Image von Ebner erholt. Dazu trägt auch bei, dass das Ehepaar mit Helvetic Airlines die einzige «Schweizer» Luftfahrtgesellschaft betreibt.
(Stand: November 2022)