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Wenn «Experten» bis vor kurzem behaupteten, dass Kampfpanzer als Mittel der modernen Kriegführung «passé» seien, dann dürften sie heute durch zwei Ereignisse eines Besseren belehrt worden sein. Das erste Beispiel ist der von Assad und seinem russischen Schutzherrn Wladimir Putin in Syrien gewonnene Krieg. Ohne den Einsatz von Kampfpanzern hätten weder Assad noch Putin Syrien erobern können.
Das zweite Beispiel dürfte die Parade vom 9. Mai 2015 auf dem Roten Platz gewesen sein, die wie jedes Jahr anlässlich des Sieges der UdSSR über das Dritte Reich erfolgt ist. Das Prunkstück der Parade war der neue russische Kampfpanzer T-14 Armata.[i] Mit diesem Panzer demonstrierte Russland seine Fähigkeit, neue Kampfpanzer zu entwickeln, und den Willen, diese in zukünftigen Kriegen auch einzusetzen.
Der Aufbau des T-14 könnte die Entwicklung zukünftiger Kampfpanzer in der Welt beeinflussen. Ausgerüstet mit einem Geschütz des Kalibers 125 mm – in der Zukunft könnte es ein Geschütz des Kalibers 152 mm sein – ,[ii] verfügt der Kampfpanzer über eine automatische Ladevorrichtung. Dank dieser automatischen Zuführung kann die Mannschaft eines T-14 auf drei Mann beschränkt werden. Die Feuerleitung des Geschützes und des Maschinengewehrs auf dem Turm erfolgen zentral. Weder der Kommandant noch der Kanonier befinden sich im Turm, was auch die tiefe Silhouette eines T-14 ermöglicht. Dank der kombinierten Panzerung aus Keramik und Metall sowie der zweiten reaktiven Panzerung konnte das Gewicht eines T-14 auf unter 50 Tonnen reduziert werden.
Ein Kampfpanzer T-14 dürfte aufgrund seiner Beweglichkeit, Schnelligkeit, Panzerung und Feuerkraft heute nicht nur den westlichen Kampfpanzern M1A2 Abrams (USA), Challenger2 (UK) und Leopard2 (D) überlegen sein, er dürfte auch mit allen in den letzten Jahren eingeführten Leichtpanzern wie Stryker in einem Gefecht kurzen Prozess machen. Diese, bis vor kurzem in den USA, aber auch in Europa geförderte Entwicklung und Einführung von Leichtpanzern muss aufgrund eines Erscheinens von T-14 auf einem Gefechtsfeld als eine gefährliche Illusion und Totgeburt bezeichnet werden.
[i]The Military Balance 2019, The International Institute for Strategic Studies, London, 2019, P. 220.
[ii]The Military Balance 2016, The International Institute for Strategic Studies, London, 2016, P. 167.