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Netzwerk Kinderrechte
Einfluss der Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
In den Jahren 2020 und 2021 wurden zahlreiche Studien zu den möglichen Folgen der Covid-19-Pandemie durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studien sowie die Indikatoren des regulären Bulletins «Psychische Gesundheit» werden im aktuellsten Bulletin von Obsan präsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht substanziell in ihrer psychischen Gesundheit beeinträchtigt wurde, dass die Pandemie aber soziale und gesundheitliche Ungleichheiten verstärkt hat. Vor allem die jüngere Bevölkerung scheint stärker von den psychischen Folgen der Pandemie betroffen zu sein.
Bei den Jungen hat sich der Anteil der Betroffenen zwischen 2017 und 2020/2021 mehr als verdoppelt. Die psychiatrischen Hospitalisierungen von Kindern und Jugendlichen hat bereits seit 2012 kontinuierlich zugenommen (+40%). Im ersten Pandemiejahr 2020 zeigt sich vor allem ab September eine Zunahme, die vor allem Mädchen und junge Frauen mit Depressionen betrifft. Ebenfalls zugenommen haben die Hospitalisierungen aufgrund eines Suizidversuches bei Kindern und Jugendlichen seit 2017, auch hier insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen.
Obsan hält im Bulletin als Schlussfolgerung fest, dass die auffallende Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen weiter beobachtet werden muss. Die festgestellte erhöhte psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen, die Zunahme der Hospitalisierungen und die Zunahme der stationär behandelten Suizidversuche, insbesondere bei den Mädchen und jungen Frauen bis 18 Jahre lassen aufhorchen. Vieles weist darauf hin, dass ein Teil der Entwicklungen pandemiebedingt ist, andere haben sich bereits vor 2020 abgezeichnet.
Das vorliegende Bulletin gibt anhand ausgewählter Indikatoren auf nationaler Ebene einen Überblick über den psychischen Gesundheitszustand der Bevölkerung, die Inanspruchnahme von ambulanten und stationären medizinischen Leistungen zur Behandlung psychischer Krankheiten und deren Kosten. Aufgrund der Covid19-Pandemie wird der Fokus des Bulletins ausgeweitet: Es werden Ergebnisse von weiteren nationalen Studien aufgenommen und auch monatliche Analysen abgebildet. Ausserdem werden erstmals schweizweite Zahlen zu Hospitalisierungen aufgrund mutmasslicher Suizidversuche publiziert.
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