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Er hat es geschafft: Roman Josi wurde in der Nacht auf heute Dienstag mit der Norris Trophy für den besten NHL-Verteidiger der Regular Season ausgezeichnet. Das Verdikt der Mitglieder der Professional Hockey Writers' Association war eindeutig: Der 30-jährige Berner setzte sich deutlich vor John Carlson von den Washington Capitals und Viktor Hedman von den Tampa Bay Lightning durch. 109 der 170 Hockey-Journalisten setzten Josi an die Spitze, 52 auf den zweiten Rang und nur 9 auf Platz 3. Konkurrent Carlson sahen dagegen nur 56 Experten als besten Verteidiger der Saison, Hedman gar nur 4.
In der wegen der Corona-Pandemie Mitte März abgebrochenen Regular Season sammelte Josi in 69 Partien 65 Punkte (16 Tore/49 Assists). Damit war er hinter Carlson der zweitproduktivste Verteidiger. Mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 25:47 Minuten pro Spiel gehörte er auch zu den absoluten Dauerbrennern, nur Thomas Chabot (Ottawa Senators, 26:00) und Drew Doughty (Los Angeles Kings, 25:49) wurden noch häufiger eingesetzt.
Dennoch galt Josi im Vorfeld nicht als absoluter Favorit auf die Auszeichnung. Carlson ist offensiv deutlich produktiver und Hedman gilt defensiv als etwas verlässlicher. Auf NHL-Network zeigt Experte Mike Kelly aber eindrücklich auf, warum es keinen anderen Gewinner als Josi geben konnte.
«Ich glaube, Hedman ist generell der beste Verteidiger der Liga», beginnt Kelly seine Analyse. «Aber das heisst nicht, dass er jedes Jahr der Beste sein muss.» Roman Josi habe die Auszeichnung in diesem Jahr definitiv verdient, vor allem aufgrund seines starken Transition-Spiels. «Er ist ein unglaublicher Antreiber. Man sieht nicht oft einen Verteidiger, der das Spiel einer Mannschaft so bestimmt, wie Roman das macht. Er bringt den Puck in die Offensive. Aus der Defensiv-Zone raustragen, in die Offensiv-Zone reinbringen, den Puck vors Tor bringen, Chancen kreieren – er ist überall die Nummer 1.»
Vor allem die Zahl der Entries in die Offensive Zone bringt Kelly ins Schwärmen. «Mit 369 war er über 170 vor dem nächstbesten Verteidiger. Das zeigt seine grosse Stärke im Transition-Spiel. Roman ist der beste ‹Puck-moving Defenseman› der Liga und bringt die Scheibe immer wieder in die gefährliche Zone vor dem Tor. So kreiert er Chancen für sich selbst und seine Teamkollegen. Das führt zwangsläufig zu Punkten.»
Dass Josi 10 Skorerpunkte weniger auf dem Konto hat als John Carlson, spielt für Kelly keine Rolle. «Carlson muss für seine Punkte weniger tun als Josi. Die Capitals setzen mehr auf Pässe aus der eigenen Zone, Roman dagegen trägt den Puck mal für mal nach vorne.» Deshalb sei Josi «my guy». Der Schweizer habe in dieser Saison so hart gearbeitet und so viel für die Predators getan, «deshalb war er der beste Verteidiger der Liga.»