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Wer ist Timothy Balden ? Und was macht ihn so einzigartig? Dies lässt sich nicht in wenigen Worten erklären und so beginne ich seine Lebensgeschichte mehr als 50 Jahre zuvor (Anmerkung: etwa 1950). Damals war Tim noch ein kleiner Junge, der jedoch durch seine außergewöhnlichen Begabungen recht schnell auffiel. Er konnte schon als Dreijähriger lesen und kurze Zeit später überraschte er nicht nur seine Eltern mit seinem fotografischen Gedächtnis und seiner unglaublichen Auffassungsgabe.
So war es nicht verwunderlich, dass Tim mit 6 Jahren in eine Schule für Hochbegabte kam und selbst dort über Jahre hinaus der Klassenprimus war. Doch solch ein Dasein hat auch seine Schattenseiten und genauso wie an jeder anderen Schule sind Klassenbeste nicht immer die Beliebtesten.
Dieses Schicksal ereilte auch den kleinen Timothy, und als er 14 war, traf ihn dies sehr hart. Denn seine Triebe waren die gleichen wie bei jedem 14-Jährigen und wen wundert es, er verliebte sich natürlich nicht in eine Klassenkameradin, sondern gleich unsterblich in eine neue Lehrerin. Mit der Zeit entging dies natürlich auch der Lehrerin nicht mehr und sie bat Timothy deshalb zu einem Gespräch, in dem sie ihm erklärte, dass sie schon liiert sei und außerdem gedenke bald zu heiraten.
Jeder von uns, der als Teenager einmal unsterblich verliebt war, kann sich einigermaßen vorstellen, welche Qualen Timothy durchlebte. Ein Satz der Lehrerin blieb ihm für immer im Gedächtnis: „Mein Mann ist ein sehr reicher Mann, und ich werde die Schule sehr bald verlassen, weil er nicht möchte, dass ich weiterhin als Lehrerin arbeite.“
Timothy lernte aus diesem, für ihn sehr wichtigen, Satz zwei Dinge: Erstens, nur mit viel Geld bekommt man die Frau, die man begehrt und zweitens, man kann auch noch bestimmen, was diese Frau arbeitet. Timothy stellte sich in seinen jugendlichen Gedanken die verrücktesten Dinge vor. Auf jeden Fall war Timothy seit diesem Tag nur noch von der Idee besessen, reich, sehr reich zu werden und während viele seiner Mitschüler vorzeitig zu studieren begannen, nahm Timothy das Angebot einer Marketingfirma an, für diese zu arbeiten.
Ich möchte Sie nicht zu sehr mit Timothys beruflichem Werdegang langweilen, aber es ist wichtig zu verstehen, was einen jungen, hochbegabten Jungen antreibt, zuerst einer der erfolgreichsten Marketingmanager zu werden und später über Leichen zu gehen. Er war gerade einmal 24 Jahre alt, hatte seine eigene Firma, war Multimillionär und nichts anderes als eine Denkfabrik, die den ganzen Tag Einfälle produzierte, wie man andere Menschen über Werbung beeinflussen und betrügen kann. Seine Ideen waren genial, doch er war nicht sehr bekannt, da er die Öffentlichkeit scheute und immer andere zu repräsentativen Events sandte. Nicht einmal alle seine Mitarbeiter bekamen ihn zu Gesicht.
Timothy’s neuer Job
Dann bekam er eines Tages eine Einladung einer ihm unbekannten Firma, in welcher man ihm anbot, ihn mit einem Privatjet nach Hawaii zu fliegen, zu einem Meeting für eine weltweit bekannte Sportfirma. Welche dies war, wurde im Schreiben nicht mitgeteilt, doch Timothy nahm an und flog hin, und zwar ohne Sekretärin, weil man ihn darum bat.
Vom Flughafen auf Oahu wurde er standesgemäß in einer großen Limousine abgeholt und zu seiner großen Überraschung nicht zu einer Firma, sondern zu einem atemberaubenden Privatanwesen chauffiert. Dort bat ihn dann ein Mann herein, der sich als William Benell vorstellte und ihn auf eine Terrasse mit Blick auf das Meer begleitete. Mr. Benell ging sofort in medias res. „Lieber Herr Balden, ich möchte mich aufs Herzlichste bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit genommen haben, hierher in meine bescheidene Residenz auf Hawaii zu kommen. Sicherlich wundern Sie sich, dass Sie hier auf einem privaten Gelände sind und nicht in einem der üblichen Büros sitzen, aber was ich Ihnen vorschlagen möchte ist ebenfalls nicht üblich, und deshalb glaube ich, dass die Rahmenbedingungen so besser stimmen.“
Timothy bedankte sich und wollte gerade fragen, um welche Sportfirma beziehungsweise um welche Marketingkampagne es sich handelte, da antwortete Mr. Benell schon, als ob er seine Gedanken lesen könnte.
„Mr. Balden, der Grund, warum Sie heute hier sind, ist der, dass ich gerne hätte, dass Sie für meine Firma arbeiten und ...“ Hier unterbrach Timothy und erwiderte sofort: „Sie sind ein Headhunter und haben mich deshalb nach Hawaii geholt. Ich bedaure, aber ich besitze eine erfolgreiche Marketingfirma und bin ganz bestimmt nicht an einem Job interessiert. Es tut mir Leid, aber ich denke, wir vergeuden hier beide unsere Zeit“.
William Benell antwortete zuerst einmal gar nicht, und es herrschte eine seltsame Ruhe zwischen den beiden. Doch Timothy hatte zu jenem Zeitpunkt keine Ahnung, wer Benell war und welche Macht dieser Mann hatte. Doch irgendetwas in ihm sagte, dass es sich hier nicht um einen der üblichen Headhunter handelte, und er lehnte sich wieder zurück. „Ich kann verstehen“, sagte Benell, „dass Sie unter diesen Annahmen etwas gereizt reagieren und ja, es stimmt, ich bin so eine Art Headhunter, aber glauben Sie mir, ganz bestimmt nicht ein Headhunter, wie Sie vielleicht welche kennen. Lassen Sie mich Ihnen einmal etwas mehr über meine Firma und meine Arbeit erzählen und auch etwas darüber, warum ich Sie eingeladen habe. Darf ich Sie jedoch zuvor etwas fragen? Wie bringt man Menschen dazu etwas zu tun, das sie weder tun wollen noch für gut befinden?“
Wie aus der Kanone geschossen sagte Timothy mit einer fragenden Stimme: „Indem man sie gut bezahlt?“ Jetzt musste auch Mr. Benell lächeln: „Ja, sie haben Recht, das ist eine Möglichkeit, aber ich rede davon, dass Leute auch noch dafür bezahlen! Es gibt hierfür nur ein Instrument, und das heißt Angst. Wenn Sie es erreichen, bei einem Menschen oder noch besser, bei einer großen Gruppe von Menschen Angst zu erzeugen, dann machen diese Menschen alles was Sie wollen.
Und jetzt möchte ich mich Ihnen gerne etwas näher vorstellen. Ich bin der Chef von Intercommunication und unsere Aufgabe ist, Angst zu erzeugen. Angst vor Kriegen, Angst vor Krankheiten, Angst vor Religionen, Angst vor anderen Staaten. Und glauben Sie mir, wir sind die Besten in diesem Job.
Unsere Auftraggeber sind die mächtigsten Menschen auf diesem Planeten und unsere Arbeit hat die Welt in den letzten fünfzig Jahren mehr beeinflusst als alle US Präsidenten zusammen genommen. Aus diesem Grund ist unsere Arbeit auch so gut bezahlt. Sie haben zum Beispiel letztes Jahr nach Abzug von Steuern rund 105 Millionen U$ verdient, bei uns könnten Sie das Zehnfache verdienen und Sie hätten einen sicheren Job bis an Ihr Lebensende.“
Timothy gingen tausend Gedanken durch den Kopf, und warum dieser Mr. Benell genau wusste, was er letztes Jahr verdient hatte, war sicherlich der unwichtigste. Eine Firma, die nur Angst erzeugt, was soll das Ganze? Und ein Arbeitsangebot, bei dem er über eine Milliarde U$ verdienen kann, soll das ein Scherz sein? Niemand bezahlt solch ein hohes Gehalt. Die nächsten Stunden vergingen wie im Fluge und Timothy stellte unzählige Fragen, die Mr. Benell fast alle beantwortete. Nur wenn es darum ging, Namen zu nennen, lächelte er nur. Benell erklärte ihm im Detail, dass er beziehungsweise unzählige weitere seiner Tochterfirmen Milliarden verdienten, um bei Menschen Angst zu erzeugen. Die größten Auftraggeber sind dabei Regierungen und Pharmafirmen. Egal worum es dabei geht, Angst vor Russland oder in späteren Jahren vor muslimischen Ländern zu erzeugen um beispielsweise größere Budgetierungen im Bundestag oder Kongress zu erreichen oder um Angst vor einer Krankheit zu erzeugen, die es entweder gar nicht gibt oder aber überhaupt nicht so gefährlich ist. Benells Firma schien die weltweite Nummer 1 auf diesem Gebiet zu sein.
Zwei Stunden später stellte Timothy dann die entscheidende Frage: „ Und wofür brauchen Sie denn überhaupt mich, wenn Sie sowieso schon so erfolgreich sind?“ Benell setzte sein schönstes Lächeln auf: „Schauen Sie, obwohl wir weltweit Tausende von Angestellte haben, hauptsächlich in Verlagen, Marketingfirmen und TV/Radiostationen, so besteht der Kopf unserer Firma nur aus 5 Personen und davon sind nur zwei Personen die sogenannten „Kreativen“. Die anderen drei, einer davon bin ich, sind sozusagen die Exekutive und der Rest sind ausnahmslos Befehlsempfänger, die glauben, sie würden einen ganz normalen Medienjob tun.
Einer der beiden Kreativen fällt demnächst aus und so sind wir auf der Suche nach einem Neuen.
Wir beobachten Ihren beruflichen und menschlichen Werdegang seit vielen Jahren und jetzt ist eben der Zeitpunkt gekommen, dass Sie bei uns einsteigen können. That´s it. Nicht mehr und nicht weniger.”
“That´s it” war der Lieblingsspruch Benells und Timothy bekam ihn noch oft in seinem Leben zu hören.
„Ihr Anfangsgehalt wären 150 Millionen U$ und eine Provisionsmöglichkeit, die ihr Gehalt eines Tages auf über eine Milliarde U$ bringen könnte. Ihr erster Job wäre für die amerikanische Regierung und Sie könnten morgen damit anfangen. Außerdem habe ich einen Käufer für Ihre Marketingfirma, der den doppelten Wert bezahlen würde und Sie könnten noch heute unterschreiben. Also, sind Sie unser Mann?“
150 Millionen bis über eine Milliarde U$ Gehalt? Über 200 Millionen für meine Firma? Morgen anfangen bei Mr. Benell, wer zum Teufel ist dieser Mann überhaupt? Fragen über Fragen hämmerten durch Timothys Großhirnrinde und ihm war klar, dass er nicht einfach sagen konnte: Kann ich mir das noch bis nächste Woche überlegen? Irgendwie war es verrückt, aber gerade jetzt musste er seit langem zum ersten Mal wieder an seine Lehrerin denken, und innerhalb weniger Sekunden antwortete er: „Ich bin ihr Mann“.
Geschäfte mit der Angst
Über seinen ersten Job weiß ich nur, dass es darum ging, den Verteidigungsetat deutlich zu erhöhen beziehungsweise möglichst schnell auszugeben. Und seine Auftraggeber waren sehr zufrieden mit ihm.
Doch dann kam das Jahr 1970, und Benell hatte einen neuen Auftrag für Timothy.
„Tim, wir haben folgendes Problem: In den nächsten Jahren werden die Ausgaben für Krebsbehandlungen drastisch steigen und unsere Auftraggeber möchten gerne ein Perpetuum mobile installieren. Diesmal handelt es sich jedoch um eine internationale Angelegenheit und deshalb denken wir an ein Perpetuum mobile für die nächsten 100 Jahre. Sollte es dir gelingen, ein solches zusammenzustellen, dann hast du dich wohl für immer etabliert.“
Benell benützte diesen Begriff für ein System, das permanent Profit abwirft, ohne dass man noch einmal etwas tun muss. Einmal angeworfen lässt es sich fast nicht mehr stoppen und produziert Geld, Geld, Geld.
Tim hörte sich das Ganze an und sagte, er denke es sei möglich. Er benötige hierfür ca. 50 Mitarbeiter und drei Monate um das alles zu planen. Danach könne er sagen, wie viele Jahre die Durchführung dauern würde. Benell nickte anerkennend, denn er kannte Tims Mienenspiel inzwischen und wusste, wenn er so schaut, hat sein geniales Gehirn schon eine geniale Idee.
Die nächsten 3 Monate arbeiteten sich Timothy und sein Team hauptsächlich durch Zahlen und er begann besser zu verstehen, wie Onkologie weltweit funktioniert. In Wahrheit hatte er jedoch schon am ersten Tag eine grandiose Idee und die ganzen nächsten Wochen dienten nur dazu, diese Idee zu analysieren.
Die Situation in der Krebsszene im Jahr 1970 zeichnete folgendes Bild: Jedes Jahr sterben mehr Krebskranke und die klassische Medizin hat nur Operation, Bestrahlung und seit wenigen Jahren Chemotherapien dagegen zu setzen, die jedoch die Erwartungen nicht nur nicht erfüllen konnten, sondern Krebskranke sogar oftmals früher sterben ließen. Hinzu kam immer mehr die Einsicht der Bevölkerung, dass Krebs ein multifunktionales Geschehen ist und eine Tumorzerstörung nicht zum Erfolg führt. Aus diesem Grund starben zwar immer mehr Menschen an Krebs, aber die Umsatzzahlen, vor allem der Chemotherapien, stiegen bei weitem nicht so an, wie erwartet.
Sorgen bereiteten auch die immer stärker aufkommenden alternativen Ärzte, die Patienten mehr und mehr davon überzeugten, dass Krebs weder eine tödliche Krankheit ist, noch dass Tumore unbedingt schnell zerstört gehören. Gerade in den USA gab es mit Max Gerson, Royal Rife, William Coley, Harry Hoxsey, Emanuel Revici und vielen anderen genügend Ärzte, die man nicht einfach als Spinner darstellen konnte, weil sie Patienten oftmals besser helfen konnten als die großen Krebskliniken.
Hinzu kamen mehr und mehr Berichte über europäische, genauer gesagt vor allem deutsche, Krebskoryphäen wie Paul Gerhard Seeger, Otto Warburg, Johanna Budwig, Joachim Kuhl, Josef Issels und andere, die einen alternativen Krebsboom auslösen könnten. Die Betonung lag auf könnten, denn noch hatten sie es nicht erreicht. Doch je länger klar wurde, dass vor allem der Chemotherapieweg eine Sackgasse war, desto mehr erhöhten sich die Chancen, dass diese Menschen eine weltweite Bewegung auslösten, mit dem Ergebnis, dass sich immer mehr Patienten von den großen gewinnbringenden Therapien abwendeten.
Einrichtung eines Perpetuum Mobiles
Timothy verstand natürlich diese Gefahren sofort und hatte innerhalb weniger Sekunden das Bild eines Perpetuum mobiles vor seinem geistigen Auge. Wie mit Benell abgesprochen, lud er die anderen vier Vorstände nach exakt drei Monaten zur Präsentation ein und was diese zu hören bekamen, gefiel ihnen sofort: „Es gibt derzeit drei Hauptprobleme, die wir angehen müssen. Da ist zuerst einmal, dass unsere Kunden die ganzen teuren Forschungen fast ausschließlich selbst finanzieren. Dem muss unbedingt gegengesteuert werden und es muss ein System etabliert werden, dass sie zwar die Gewinne aus dem Verkauf bekommen, aber nicht die ganze Forschung bezahlen müssen. Das nächste Problem ist, dass Krebs in den Köpfen der Menschen immer noch nicht DAS Schreckgespenst ist, das wir brauchen, damit ein Patient exakt das macht, was ein Arzt sagt. Ich denke, dieses Problem lässt sich am einfachsten lösen. Und das dritte Problem ist, dass wir unbedingt die Menschen stoppen müssen, die behaupten, dass man Krebs auch anders als mit konventionellen Mitteln behandeln kann.
Lassen Sie uns mit dem zweiten Problem zuerst anfangen, weil das die meisten Auswirkungen auf das Gesamtprojekt hat. Wir brauchen neue, „verbesserte“ Daten, die aufzeigen, wie gefährlich Krebs ist, dass in wenigen Jahren jeder Zweite an Krebs sterben wird und vor allem, dass Krebs ab einem bestimmten Stadium unheilbar ist. Hierfür benötigen wir nur die üblichen Instrumente wie Buchautoren, unsere Hollywood-Connections und die normale Journalisten-Maschinerie. Das Wichtigste dabei ist die Darstellung, dass Krebs sich in den nächsten Jahren geradezu epidemieartig ausbreiten wird. Das komplette Konzept liegt in diesem Ordner und kann in zwei-drei Jahren in die Köpfe der meisten Menschen implantiert werden.“
Timothy hielt einen ziemlich dicken Aktenordner in seinen Händen mit exakten Vorschlägen, welche Autoren welche Bücher schreiben sollten, wie Krebs besser in Kinos und TV Filmen vermarktet gehört und mit über 100 kompletten Artikeln für verschiedene Yellow Press Magazine.
„Das größere Problem wird sicherlich die Finanzierung der Forschung sein. Nicht, dass unsere Kunden wirklich viel Forschung betreiben müssen, es geht vielmehr darum, wie lassen wir den Kunden gleich zweimal bezahlen. Erstens für die Forschung und zweitens später auch noch für die Therapie.
Dies geht nur mit Unterstützung der Regierungen und leider auch nur in den Ländern, in denen es möglich sein wird, dass unsere Auftraggeber Regierungen kaufen können. Also in fast allen wichtigen Absatzländern.“
Bei diesem Satz konnte sich Timothy ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen, konnte er doch bei seinem ersten Geschäft für seine neue Firma am eigenen Leib erleben, wie einfach sich Politiker kaufen lassen und dass es auch hier nur um Geld ging.
„Hierfür benötigen wir den mächtigsten Mann der Welt, und das ist nun mal der amerikanische Präsident. Es wird aber nicht ausreichen, dass er nur verkündet, dass wir mehr in die Krebsforschung investieren müssen, nein, er muss den Menschen Hoffnung geben.“
Jeder der Anwesendenwusste, was damit gemeint ist. Angst funktioniert nur dann als Geldeintreiber, wenn man den Menschen gleichzeitig auch Hoffnung gibt. Ob diese Hoffnung jetzt real ist oder nicht, interessiert eigentlich niemanden. Es geht nur darum, dass wenn man nur Angst verbreitet, zu viele Menschen resignieren und das wiederum stoppt den Geldfluss.
Genmanipulation
„Wir lassen also den Präsidenten sagen, dass es endlich Hoffnung gibt, den Krebs in wenigen Jahren zu besiegen und dass wir schon heute wissen, wie das geht: durch Genmanipulation.“
Genmanipulation? Alle im Raum schauten sich an und wussten nicht, was sie davon halten sollten.
„Ich kann es in Ihren Gesichtern lesen. Aber glauben Sie mir, Genmanipulationen sind optimal für unser Vorhaben. Ich habe es bis ins Detail durchdacht und die Genforschung ist genau das, was wir benötigen. Wir alle wissen doch, dass wir keine Ahnung haben, was Gene sind und wofür sie im System Mensch eingesetzt werden. Aber genau das ist das Geniale daran. Alle Professoren reden doch heute schon über Gene und Chromosomen, ohne wirklich etwas darüber zu wissen. In unserer „Werbekampagne“, wie unheilbar Krebs ist, werden wir permanent erwähnen, dass wir nur über die Gene das Krebsproblem lösen können, und so werden zukünftig die Steuereinnahmen nicht mehr nur für militärische Konzepte verbraucht, sondern auch für medizinische.“
(Zumindest wissen Sie jetzt, wie es zu der berühmten Rede von Richard Nixon am 23.12.1971 kam, als er Krebs den Krieg erklärte).
Spenden von den Toten
Benell begann leise zu klatschen, denn er erkannte diesen genialen Schachzug sofort, denn jeder weiß, was Gene sind, doch niemand hat eine echte Ahnung. Das war das richtige Produkt zur richtigen Zeit und Benell wusste das sofort, als er Timothys Konzept hörte und sagte nur: „Und wie bekommen wir all die alternativen Ärzte unter Kontrolle?“
„Das ist relativ einfach. Zuerst einmal müssen wir nur verhindern, dass sie sich zusammenschließen. Da die meisten dieser Ärzte jedoch sehr große Individualisten sind und kein Teamplay kennen, sind einzelne nicht wirklich gefährlich.
Parallel dazu müssen wir weltweit gemeinnützige Krebsvereine installieren. Das Beste an diesen Vereinen wird sein, dass diese nur am Anfang Geld benötigen, denn später werden sie vor allem von Spenden leben. Und je mehr sterben, desto mehr Spenden werden sie bekommen. Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, je mehr sie unsere Interessen vertreten, desto größer und einflussreicher werden sie sein, denn sie werden vor allem von Toten Geld bekommen.
Diese Vereine werden absolute Selbstläufer sein und können immer von unseren Auftraggebern kontrolliert werden, ohne dass die Vereine es je verstehen werden. Es wird sogar noch besser kommen. Die Spenden werden fast ausschließlich für unsere Zwecke ausgegeben, zum Beispiel Werbung für konventionelle Onkologie, konventionelle Krebsforschung und so weiter. Alle Patienten denken, dass es sich um unabhängige Vereine handelt. Sie werden in jedem Land die allerbesten Reputationen haben und jeder wird denken, dass sie nur da sind, um die Geißel Krebs zu besiegen.“
Doch Timothy ging sogar noch einen Schritt weiter: „Des Weiteren dürfen wir diesen Ärzten keine Plattformen mehr geben, ihre Therapien mit der konventionellen Therapie zu vergleichen. Zukünftig muss es, aus welchen Gründen auch immer, verboten werden, konventionelle Therapien mit alternativen Therapien zu vergleichen, wie es bis heute leider immer noch geschieht. Wir werden nur noch Chemotherapien mit Chemotherapien und Bestrahlungen vergleichen. Somit wird gewährleistet, dass es in diesem Spiel immer nur einen Sieger gibt, nämlich unsere Auftraggeber. Parallel dazu werden wir so genannte Quacksalber-Jäger unterstützen. Es gibt immer enttäuschte Freaks, die gerne etwas bekämpfen wollen. Diese haben in der Regel kein Geld. Wenn unsere Auftraggeber über dritte Personen diesen doch ein paar Dollar aus ihrer Portokasse zukommen lassen, dann werden diese all die Drecksarbeit übernehmen, für die sich unsere Geldgeber selber zu schade sind. Somit bleiben wir immer schön sauber.“
Jedem im Raum war bewusst, was es bedeuten würde, wenn dieses Perpetuum mobile erst einmal etabliert sein würde. Millionen Krebskranke würden absichtlich nicht die Therapie bekommen, die sie benötigen und Millionen von Menschen würden aus Profitsucht sterben müssen.
Das Geniale an dem System war jedoch, dass es niemandem klar sein würde. Ärzte werden jeden Tag in den Kliniken um das Leben ihrer Patienten kämpfen und wenn ihre Patienten dann gestorben sind, dann werden sie den Angehörigen erzählen, dass der Patient trotz der besten Medikamente oder trotz der besten Therapie gestorben ist. Weder Arzt noch Angehörige werden verstehen, was hier passiert ist. Und das, auf den ersten Blick, Paradoxe wird sein, dass je mehr dieses System versagt, desto mehr wird man daran festhalten. Denn Timothy war schon damals bewusst, dass Ärzte nun mal zu der Gruppe der Besserwisser gehören und deshalb wird es den meisten von ihnen auch schwer fallen, auch nur eine Sekunde daran zu denken, dass das, was sie machen, falsch sein könnte.
Vom Saulus zum Paulus
Das soeben Geschriebene zu verdauen, ist nicht einfach. Aber haben Sie sich überlegt, warum Sie es eventuell nicht glauben wollen? Sie glauben doch auch nicht an den Unsinn, dass der Irakkrieg deshalb stattgefunden hat, weil Saddam Hussein so viele Massenvernichtungswaffen hatte. Oder dass Amerika Angst davor hatte, von irakischen Kriegern angegriffen zu werden. Solche Wahrheiten akzeptieren wir jeden Tag. Sie geschehen ja auch immer weit weg von uns.
Doch wenn es um uns selbst geht, dann glauben wir permanent, dass wir oder unsere Ärzte, Pfarrer, Lehrer selbstverständlich nicht Opfer solcher Systeme sind. Und wir selbst sind doch so intelligent, dass wir auf so was niemals reinfallen würden !
Auch ich hatte beziehungsweise habe bei manchen Systemen bis heute keine Ahnung davon, wie ich manipuliert werde und meine erste Begegnung mit Timothy in Frankfurt war lebensverändernd. Ich habe erst nach unserem ersten Treffen erfahren, wie Timothy durch den Tod seiner ersten Frau sozusagen vom Saulus zum Paulus wurde und heute sein ganzes Vermögen dafür einsetzt, um wenigstens in ein paar Bereichen der Medizin ein Gegengewicht zu der Allmacht der konventionellen Medizin zu erschaffen.
Vor allem die armen Länder in Afrika und Asien haben es ihm angetan und das war auch der Hauptgrund warum er nach Frankfurt kam. Er erzählte uns, wie vor allem in Afrika im Namen von Aids ein Genozid stattfindet und wie einer seiner Nachfolger ein neues Perpetuum mobile in Afrika installiert hat.
Neuere Perpetuum Mobiles
Timothy erzählte uns, wie Pharmafirmen in Afrika in Großversuchen vor allem neue Antibiotika, aber auch immunsuppressive Medikamente unter dem Deckmantel neuer Krankheiten, wie beispielsweise Aids, testen.
Gerade die Antibiotikaforschung steht seit Jahren still, und man braucht hier dringend neue Medikamente, da heutzutage schon Kinder gegen die üblichen Mittel immun sind.
Timothys Nachfolger ist vor allem mit Aids ein unglaublicher Coup gelungen, der es seinen Auftraggebern erlaubt, auch noch von den Regierungen für diese Forschungen bezahlt zu werden.
Timothy berichtete auch noch über eine Krebskampagne, von der er erfuhr. Die Kampagne im eigentlichen Sinn ist gar nicht interessant, aber die Idee, die dahinter steht, möchte ich Ihnen vorstellen, weil sie ein Prinzip beinhaltet, dem man immer wieder begegnet. Sie kennen doch sicherlich den Satz: „Na ja, ein bisschen Wahrheit ist halt immer dabei.“ Dieses sogenannte Übertreibungs-Prinzip funktioniert sehr gut, wenn man einen Keil in eine Ehe treiben will, dann streuen Sie nie nur das Gerücht, Mr. XY hatte eine Affäre mit seiner Sekretärin, nein Sie müssen verbreiten, dass XY ein Kinderschänder ist, sich täglich Pornobilder von den Internetseiten herunterlädt und permanent Affären hat. Herr XY wird dann versuchen, vor allem das Bild des Kinderschänders sofort wieder gerade zu stellen. Glauben Sie mir, die meisten sind dann so froh, dass sie nicht mehr als Kinderschänder oder Pornofreak dastehen, dass es ihnen am Schluss egal ist, ob noch jemand denkt, dass sie ab und zu fremd gehen. Und schon haben Sie erreicht was Sie wollten.