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Mikwe, das Ritualbad
Die Mikwe (Plural: Mikwaot) ist ein rituelles Tauchbad, das der Wiedererlangung der religionsgesetzlich vorgeschriebenen rituellen Reinheit dient. Wenn möglich gehört eine Mikwe zu jeder Synagoge. In einer Gemeinde, in der es keine Mikwe gibt, kann kein wahres jüdisches Familienleben geführt werden. Proselyten, Männer und Frauen, müssen auch heutzutage, als letzten Schritt ihres Übertritts zum Judentum, in einer Mikwe untertauchen.
Der Zweck der Mikwe ist nicht das Erlangen hygienischer, sondern allein das ritueller Reinheit. Als rituell unrein gilt nach jüdischer Tradition zum Beispiel Menstruationsblut oder das Berühren von Toten.
Jede Frau muss nach der Menstruation sieben volle reine Tage abwarten und dann am Abend die Mikwe aufsuchen. Viele Männer besuchen vor hohen Feiertagen und am Freitagnachmittag vor dem Schabbat die Mikwe.
Das Wasser dieses Tauchbeckens muss reinstes lebendiges Wasser sein. Entweder wird dafür Grundwasser oder Regenwasser verwendet. Ist keine Mikwe vorhanden, kann nach talmudischer Tradition die Pflicht zum Untertauchen auch im Meer, in einem See, einem Fluss oder tieferem Bach erfüllt werden.
Die Mikwe umfasst mehrere Bereiche.
Im ersten Teil entledigt sich die Frau aller Kleider.
Im zweiten wäscht sie sich gründlich von Kopf bis Fuss, bis sie komplett sauber ist und auch keinerlei Spuren von Lippenstift, Nagellack oder Kosmetika mehr vorhanden sind.
Erst dann steigt sie in die Mikwe. Das Wasser dieses Tauchbeckens muss reinstes lebendiges Wasser sein. Entweder wird dafür Grundwasser oder Regenwasser verwendet.
Die beiden Basler Gemeinden haben je eine Mikwe:
Die Israelitische Gemeinde Basel an der Eulerstrasse, respektive im Hof der Synagoge, die
Israelitische Religionsgesellschaft Basel an der Ecke Blauenstrasse / Thannerstrasse.
Der Eingang befindet sich im Untergeschoss und ist von der Blauenstrasse aus zu erreichen.
Links
Mikwe, aus Wikipedia (29.7.2009)
Mikwe bezeichnet sowohl das Gebäude für das rituelle Tauchbad in einer jüdischen Gemeinde als auch dieses Tauchbad selbst.
Mikwa
Das Ritualbad der Israelitischen Gemeinde Basel mit Fotos.
Gehen Männer ebenfalls zur Mikwe? (Chabad; (von Naftali Silberberg)
«Die Gesetze der Reinheit und Unreinheit betreffen Männer wie Frauen gleichermaßen. In den Zeiten, als der heilige Tempel in Jerusalem stand, wenn er den heiligen Tempel betrat oder wenn er heilige Nahrung zu sich nahm (…), war es für jeden erforderlich [rituell] rein zu sein. Darum gingen sowohl Männer, als auch Frauen (verheiratet und unverheiratet) sehr häufig in die Mikwe. Tatsächlich wurden private Mikwaot in vielen der historischen Häuser, die durch die Archäologen in Jerusalem ausgegraben wurden, gefunden.»
Taharah, Tumah und Mikvvah (aus haGalil)
Erläuterungen im Kontext ritueller Reinheitsgebote
Tahara, rituelle Reinheit, und Tumah, rituelle Unreinheit, sind wichtige Konzepte im Judentum. Die Tora verlangt in bestimmten Situationen die Wiederherstellung physischer und psychischer Unversehrtheit, eine Beschreibung, mit dem Tahara vielleicht besser erklärt werden kann als mit dem Begriff Reinheit, der im Deutschen so sehr an körperliche Sauberkeit geknüpft ist und den Begriff stark einengt.
Mikvah.Org
«Mikvah.Org is a project of Taharas Hamishpacha International, bringing awareness and a deeper understanding of Mikvah to women worldwide.»
Streitfall Mikweh (talmud.de; von Dr. Carolin Hannah Reese)
Das rituelle Bad, das mit mayim chaim ["lebendiges", nicht-stehendes Wasser] gefüllt ist, hat sogar für die meisten Jüdinnen und Juden heute etwas Rätselhaftes. Denn über die Mikve spricht man nicht. …
Literatur
Chajim Halevy Donin: Jüdisches Leben. Eine Einführung zum jüdischen Wandel in der modernen Welt. Zürich 1987 – 5747. (343 S., Abb.):
- Kapitel 8: «Die Zeichen des Bundes: Liebe und Verehrung», Abschnitt M’susa, S. 162–164.
- Kapitel 14: «Sukkot», S. 259–265.
- Kapitel 9 «Die Synagoge: Treffpunkt der Juden», S. 192–215
[int.Nr.:i20e043]
Aktualisiert: 9.3.2010
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