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Boliviens Präsident Evo Morales ist nach Prognosen mit dem Versuch gescheitert, durch eine Verfassungsänderung bis 2025 im Amt bleiben zu können. Zwei Prognosen sagen dem indigenen Staatspräsident eine Niederlage beim Referendum am Sonntag voraus.
Dem Sender ATB zufolge stimmten 52.3 Prozent mit Nein und 47.7 Prozent mit Ja. Eine andere Prognose kam auf 51 Prozent Ablehnung bei 49 Prozent Zustimmung. 6.5 Millionen Bolivianer waren zur Wahl aufgerufen.
Der frühere Kokabauer ist seit 2006 im Amt. Der linke Politiker hatte schon einmal die Verfassung ändern lassen, um länger im Amt bleiben zu können und wurde 2014 mit rund 61 Prozent für eine dritte Amtszeit bis 2020 gewählt. Durch eine weitere Änderung wollte er eine nochmalige Wiederwahl und dann - im Falle eines Wahlsieges - eine vierte Amtszeit erreichen.
Ergebnisse erst in einigen Tagen
Während Morales' Gegner bereits feierten, sprach Vizepräsident García Linera von einem «technischen Unentschieden» - die Ergebnisse der Bürger, die im Ausland gewählt haben, sowie die aus abgelegenen ländlichen Regionen müssten noch abgewartet werden. Erst in einigen Tagen könne das endgültige Ergebnis der Wahlbehörden vorliegen.
Es wäre die erste schwere Niederlage für den 56-Jährigen, der bereits jetzt so lange regiert wie kein Staatspräsident zuvor seit Boliviens Unabhängigkeit 1825. Im Schnitt wuchs die Wirtschaft während seiner Präsidentschaft um 4.9 Prozent, vor allem auch dank der Einnahmen aus dem verstaatlichten Gasgeschäft.
Der Anteil der Armen konnte zudem deutlich reduziert werden. Kritiker werfen Morales und seiner Partei, der Bewegung zum Sozialismus (MAS), aber autoritäre Tendenzen vor.
Überschattet wurde der Wahlkampf zuletzt von einer Brandattacke von Demonstranten auf das Rathaus der zweitgrössten Stadt des Landes, El Alto, bei der sechs Menschen starben.
Der MAS hatte 2015 nach einer Korruptionsaffäre das Bürgermeisteramt in seiner einstigen Hochburg an Soledad Chapetón von der Oppositionspartei Unidad Nacional (UN) verloren - diese warf Parteigängern von Morales vor, für die Feuer-Tragödie in El Alto mitverantwortlich zu sein. (sda/dpa/afp)