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Bilaterale Beziehungen Schweiz - Aserbaidschan
Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Aserbaidschan sind gut. Sie beruhen vor allem auf der Zusammenarbeit in der Energiepolitik und in den «Bretton-Woods»-Institutionen. Die Schweiz ist mit verschiedenen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit in Aserbaidschan aktiv.
Die Tatsache, dass Aserbaidschan zur von der Schweiz präsidierten Stimmrechtsgruppe bei der Weltbank und beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie bei der Globalen Umweltfazilität (GEF) gehört, ist für die bilateralen Beziehungen von besonderer Bedeutung.
Der Import von fossilen Energien aus Aserbaidschan in die Schweiz hat stark zugenommen.
Die Schweiz engagiert sich in Projekten der technischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Aserbaidschan.
Aserbaidschan ist für die Schweiz der wichtigste Handelspartner im Südkaukasus. Das Land ist einer der grossen Rohöllieferanten der Schweiz. Schweizer Unternehmen sind an der Realisierung der Gaspipeline «Trans Adriatic Pipeline» (TAP) beteiligt, die aserbaidschanisches Erdgas via Türkei, Griechenland und Albanien nach Italien und Mitteleuropa transportieren soll.
Die Schweiz exportiert vor allem Maschinen, Uhrmacherprodukte und Präzisionsinstrumente. Sie importiert neben Energieträgern hauptsächlich Textilien und Kleidung.
Forschende und Kulturschaffende aus Aserbaidschan können sich beim Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) um ein Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Als Mitglied der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) unterstützt die Schweiz die Bemühungen der Minsker Gruppe um eine friedliche Lösung des Konflikts um Nagorno-Karabach.
Die Schweiz setzt sich im Rahmen der wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit ein für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Modernisierung des Finanzsektors, die Förderung eines gesunden Geschäftsumfelds, die Wasserinfrastruktur und die ländliche Entwicklung. Zudem engagiert sie sich in der humanitären Hilfe. Zwischen 2008 und 2011 betrugen die Aufwendungen der Schweiz im Durschnitt rund 6 Mio. CHF pro Jahr, davon 4 Mio. CHF für die technische Zusammenarbeit mit wirtschaftlichem Schwerpunkt.
Ende 2011 lebten 15 Schweizerinnen und Schweizer in Aserbaidschan.
Zwischen der Schweiz und Aserbaidschan findet ein reger Kulturaustausch statt. Die Schweizer Botschaft nimmt mit eigenen Veranstaltungen sowohl an einem Filmfestival wie auch an der «Settimana della lingua italiana» und an der Francophonie-Woche teil. Zudem sind mehrere Bücher von Schweizer Autoren in aserbaidschanischer Sprache erschienen.
Die Schweiz hat Aserbaidschan nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion am 23. Dezember 1991 als unabhängigen Staat anerkannt. Im Oktober 2005 eröffnete Aserbaidschan eine Botschaft in Bern. Die Schweiz etablierte im Jahr 2001 ein Kooperationsbüro in Baku und verfügt seit Ende 2007 auch über eine Botschaft. Die Botschaftsräumlichkeiten wurden im Mai 2008 von Bundespräsident Pascal Couchepin offiziell eingeweiht.