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Sträuli-Knüsli Ida, Präsidentin des Frauenbundes, 1847-1918
Ida Sträuli-Knüsli (1847–1918) lernte in der Kanzlei ihres Vaters die gesetzlichen Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen kennen. Von da an setzte sie sich unermüdlich für die Anliegen der Frauen ein. Sie war Mitbegründerin und 26 Jahre lang auch Präsidentin des Frauenbundes Winterthur, welcher noch heute unter dem Namen «familiaris winterthur » besteht.
Ida Sträuli war Gründerin und später von 1892 bis 1916 Präsidentin des Frauenbundes Winterthur. Bereist als Mädchen lernte sie als Tochter des Landschreibers Knüsli Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen kennen. Diese Erfahrungen motivierten sie, sich für solche Schicksale zu engagieren. Seit 1869 war sie mit Winterthurer Johann Werner Sträuli (1845-1913, Kaufmann, Gründer Gelantinefabrik, Handelsrichter), dem jüngsten Sohn des Seifen- und Kerzenfabrikanten Johannes Sträuli verheiratet. Beide setzten sich für soziale Anliegen ein und unterstützen solche Projekte. So war auch das Haus der ersten Kinderkrippe an der Agnesstrasse ein Geschenk von Werner Sträuli. Sie gründete weitere Kinderkrippen und -gärten, ein Stellenvermittlungsbüro und eine Mädchenherberge für Hausangestellte.
Ida-Sträuli-Strasse
Am 1. April 2003 wurde eine Strasse im neuen Stadtteil Neu-Hegi des ehemaligen Sulzer-Industriegebietes auf den Namen der Frauenbund-Gründerin eingeweiht. Die Präsidentin von Familiaris Winterthur, Frau Elsbeth Pfister, würdigte an diesem Anlass Ida Sträuli wie folgt:
Am 1. April 2003 wurde eine Strasse auf den Namen unserer Gründerin Frau Ida Jakobea Sträuli-Knüsli 1847 - 1918 eingeweiht. Die Frau deren Werke wir heute mit der Benennung einer neuen Strasse ehren, hat mich anlässlich meiner Nachforschungen tief beeindruckt. Ida Sträuli-Knüsli war Mitbegründerin und während 26 Jahren Präsidentin des Frauenbundes Winterthur. Dieser hatte die Beförderung und Unterstützung humanitärer Zwecke für soziale und ökonomische Hebung der Frauenwelt zum Ziel. Einerseits war dies die Gründung von Kinderkrippen und Kindergärten und andererseits die Eröffnung eines Stellenvermittlungsbüros, sowie einer Mädchenherberge für Hausangestellte aus dem In- und Ausland. Sie gründete eine so genannte Dienstbotenschule, die später zur Haushaltungsschule wurde.
Ihr Name ist somit verknüpft mit Schönem und Gutem, was die damalige Frauenvereinigung hervorgebracht hat. Sie hatte die Kraft und auch das Durchsetzungsvermögen, den bürgerlichen Frauen Unterstützung in der Suche nach Hausangestellten zu geben und gleichzeitig den Arbeiterfrauen die Kinderbetreuung während der Arbeit abzunehmen.
Der Frauenbund Winterthur wird immer noch im Sinne von Frau Sträuli geführt und die vor zwei Jahren erfolgte Namensänderung in „familiaris winterthur“ hat den Zweck und Sinn des Vereins in keiner Weise verändert.
Die ehemalige Dienstbotenschule heisst heute Berufs- und Fortbildungsschule und ist eine moderne Schule für Zwischenjahre sowie frauenspezifische Berufe.
Die Anerkennung Ihrer Werke, die heute noch sichtbar sind, bedeutet, dass Frau Sträuli eine Frau mit Visionen und Ideen war. Die Aktualität dieser Institutionen beweist auch, dass die Probleme der Frauen heute nicht anders sind als sie damals waren.
Es freut und ehrt mich sehr, heute im Namen des Vereins hier zu sein und mit der Enthüllung des Schildes dieser neuen Strasse ihren Namen und ihr Schaffen auszuzeichnen.
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