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"Ich habe nie eine dicke Frau gemalt", betonte er mal ironisch. Dabei hat er es zu Weltruhm gebracht mit seinen üppigen Damen. Für ihn sind das aber keine dicken Frauen, sondern der künstlerische Ausdruck einer Verherrlichung der Sinnlichkeit und des Lebens. "Ich gebe allem Volumen: einem Tier, einem Mann, einem Pferd, einer Landschaft, was es auch sei. Grosszügigkeit und Üppigkeit stehen für mich in enger Verbindung mit der Sinnlichkeit."
Seinen unverkennbaren Stil begann Botero 1956 in Mexiko zu entwickeln, als er eine Mandoline malte. "Als ich das Loch im Musikinstrument malte, sah ich, dass es sehr klein war und die Mandoline dadurch grösser wirkte. Da sagte ich mir: hier ist etwas geschehen. Ich begann hierüber nachzudenken", erzählte er in Mexiko-Stadt bei einer Retrospektive.
Der malende Torero
Fernando Botero wurde 1932 in Medellín geboren. Sein Vater starb früh und hinterliess der Familie nur wenig. Ein vom Stierkampf begeisterter Onkel schickte Botero mit 15 Jahren in die Torero-Schule. Doch anstatt mit den Stieren zu kämpfen, zeichnete der Junge sie. Er fand Arbeit als Illustrator bei der Zeitung "El Colombiano" und gewann einen Kunstpreis in Bogotá. Mit dem Geld reiste er nach Europa, wo er vor allem in Italien die Künstler der Renaissance studierte.
In Mexiko beschäftigte er sich später mit den Wandgemälden von Diego Rivera und José Clemente Orozco. Auch die lateinamerikanische Tradition der indianischen Kirchenmalerei in ihrer Farbenpracht sowie das Werk von Pablo Picasso und Georges Braque hatten Einfluss auf Botero.
In New York entdeckten ihn 1969 zwei deutsche Kunsthistoriker und Kuratoren, Dietrich Mahlow und Klaus Gallwitz. Sie luden den noch recht unbekannten Künstler nach Deutschland und organisierten Ausstellungen mit seinen Werken. Ab da ging es bergauf mit seiner Karriere. Seine über 3000 Bilder und 300 Skulpturen stehen in Museen und auf öffentlichen Plätzen in 60 Städten und erreichen Rekordpreise. (sda/dpa)