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Komplizenschaft ist der Zustand des Beteiligtseins, für gewöhnlich an einer als unrechtmässig erachteten Handlung. Mitunter impliziert es partnerschaftliches Handeln. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen Verb complicare, „zusammenfalten“ oder „zusammenlegen“ (com-, zusammen, + plicare, falten, zusammenlegen). Im wörtlichen Sinne handelt es sich also um das Zusammenlegen von Beteiligung, was aktiv oder passiv geschehen kann.
Verflechtung lässt an Fäden und Schnüre denken, die komplex und unregelmässig miteinander verwoben sind – es impliziert Chaos ebenso wie Verbundenheit. Der Begriff findet in ökologischen und theoretischen Schriften – von der Gaia-Theorie bis hin zu Multispezies- und More-than-human-Konzepten – häufig Gebrauch, um wechselseitige Abhängigkeit und vor allem Untrennbarkeit zu betonen. Verwendung findet er auch im Hinblick auf Beziehungen des Menschen zu einer Vielzahl anderer Spezies und Lebensräume sowie zu Erdsystemen und -kreisläufen.
Antwortfähigkeit („Response-ability“) lautet Donna Haraways Weckruf, mit dem sie uns auffordert, „weniger tödlich zu sein, responsabler, besser gestimmt, offener für Überraschungen, fähiger, die Künste des guten Lebens und Sterbens in artenübergreifender Symbiose […] auf einem beschädigten Planeten zu praktizieren“. Das Konzept der Responsabilität trotzt angstbesetzten Narrativen und betont stattdessen positive Wahlmöglichkeiten: „Es ist unsere Aufgabe, Unruhe zu stiften, zu wirkungsvollen Reaktionen auf zerstörerische Ereignisse aufzurütteln, aber auch die aufgewühlten Gewässer zu beruhigen, ruhige Orte wieder aufzubauen.“1
1 Donna J. Haraway: Unruhig bleiben, Frankfurt am Main 2018, S. 1.