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"Burnout" (engl. "to burn out" = "ausbrennen") ist ein Sammelbegriff und steht für einen emotionalen, geistigen und körperlichen Erschöpfungszustand, der durch eine Antriebs- und Leistungsschwäche gekennzeichnet ist und typischerweise am Ende eines monate- oder sogar jahrelang andauernden "Teufelskreises" aus Überarbeitung und Überforderung steht. "Burnout" und "Burnout Syndrom" meinen das Selbe.
Vor allem die Pflichtbewussten, Menschen die sich einsetzen und denen gute Resultate wichtig sind, die es genau nehmen mit dem was sie tun, die sind besonders gefährdet.
Ein Burnout kann prinzipiell jeden treffen, d.h. nicht nur Berufstätige, sondern auch Hausfrauen, Arbeitslose, Rentner oder Schüler. Da die Burnout-Forschung aber in der Untersuchung spezieller Berufsgruppen wurzelt, beziehen sich die meisten Beschreibungen und Analysen auf Betroffene in der erwerbstätigen Bevölkerung.
Spätestens seit Bekanntwerden prominenter Burnout-Fälle unter weltweit bekannten Sportlern (wie beispielsweise Profifussballer Jan Simák oder Skispringer Sven Hannawald), Popstars (so z.B. Mariah Carey, Chris Watrin von US5 oder Peter Plate von Rosenstolz) und Politikern (z.B. der deutsche Ministerpräsident Matthias Platzeck oder der ehemalige Parteipräsident der FDP Schweiz Rolf Schweiger1)), die deswegen ihre Karrieren beenden oder zumindest zeitweise auf Eis legen mussten, rückt das Burnout Syndrom zunehmend in die öffentliche Aufmerksamkeit und in das Blickfeld der Medien.
Repräsentativen Studien2) zufolge sind rund 7% aller Erwerbstätigen von einem Burnout-Syndrom betroffen, etliche weitere sind Burnout-gefährdet. Die Vorkommenshäufigkeit ist in bestimmten Berufsgruppen (wie z.B. Manager, Unternehmensberater, Unternehmer, Lehrer, Sozialarbeiter, Pflegepersonal, Gefängnispersonal, Pfarrer, Ärzte etc.) deutlich höher als in anderen. Entscheidend für das Zustandekommen eines Burnout-Syndroms ist aber nicht etwa die Anzahl der Arbeitswochenstunden oder die Art der beruflichen Aufgaben, sondern komplexe Wechselwirkungen von Arbeitsbedingungen und individuellen Voraussetzungen, die zu anhaltendem Stress und schliesslich zur vollständigen Erschöpfung führen. (Mehr hierzu unter Burnout-Syndrom Ursachen)
Ein Burnout-Syndrom sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Folgen eines Burnouts können schwerwiegend sein. Es geht los mit einer zeitweiligen Leistungsminderung für die Betroffenen, kann aber durchaus zur Frührente (Invalidität) oder sogar zum Suizid führen. Und mit zunehmendem Schweregrad des Burnouts steigt überdies auch die Wahrscheinlichkeit, im weiteren Verlauf an einer Depression oder an einer Sucht zu erkranken.
Die Konsequenzen eines Burnouts beschränken sich jedoch nicht nur auf die Betroffenen und ihr unmittelbares soziales Umfeld, sondern haben auch ökonomische Auswirkungen: erhöhte Fehlzeiten, höhere Fluktuation und geringere Produktivität in der Organisation sind die Folge. Im Jahr 2000 versuchte das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft in einer Studie3), die volkswirtschaftlichen Kosten von Stress am Arbeitsplatz zu beziffern. Darin heisst es: "Die Studie schätzt die Arztkosten und Kosten wegen Produktionsausfällen aufgrund von Stress-Leiden auf etwas mehr als 4 Milliarden Schweizerfranken, was etwa 1.2% des BIP entspricht." (Ramaciotti und Perriard, 2003)
Für Deutschland beziffert eine Studie4) der Betriebskrankenkassen aus dem Jahr 2008 die durch arbeitsbedingte psychische Belastungen verursachten volkswirtschaftlichen Kosten auf rund 6,3 Milliarden Euro pro Jahr.
In derartige Rechnungen sind allerdings noch nicht die weiteren sozialen Folgekosten (Scheidungen, Verhaltensauffälligkeiten von Kindern) einkalkuliert, die im familiären Umfeld der Burnout-Betroffenen entstehen können.
Mit den o.g. Zahlen werden zunehmend Forderungen laut, das Thema "Stressprävention am Arbeitsplatz" ganz oben auf die Agenda von Unternehmen und Organisationen zu setzen (Mehr hierzu siehe unter Burnout Behandlung / Burnout Therapie). Umgesetzt werden diese Forderungen aber nur zögerlich - noch fehlt in vielen Fällen das Bewusstsein dafür, welchen engen Zusammenhang Stress-Leiden der Mitarbeiter mit unternehmensinternen Arbeitsbedingungen und ökonomischen Folgekosten für das Unternehmen aufweisen.
03.11.2012 - cmz
Fussnoten:
2)
Als Beispiel seien hier zwei repräsentative Studien angeführt:
die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2005/2006 ist eine Repräsentativbefragung von 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland, die gemeinsam vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt wurde. In dieser Befragung wurde Burnout als "chronischer Erschöpfungszustand mit Krankheitsgefühl, der bereits seit sechs Monaten andauert" verstanden. Die Befragten sollten angeben, ob sie "während oder unmittelbar nach der Arbeit häufig" an Burnout litten (Antwort: Ja / Nein). Im Mittel fühlten sich in dieser Befragung 7,1% der Teilnehmer ausgebrannt.
Eine epidemiologische Querschnittsstudie der arbeitenden Bevölkerung von Finnland, in der über 11.000 Erwerbstätige befragt wurden, fand eine Vorkommenshäufigkeit von 25% von mildem Burnout und von 2,4% von schwerem Burnout für Männer und Frauen vor.
4) Das Dokument "BKK: Arbeitsbedingte Gesundheitskosten" der Betriebskrankenkassen ist nicht mehr auffindbar. Der Download-Link auf www.bkk.de existiert nicht mehr.