Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03500.jsonl.gz/731

Forschungsbericht: Soziale Ausschweifer
Verbreitung
Meist auf Marktplätzen, auf (Bus-) Bahnhöfen, an Jugendhäusern und an Kebab-Ständen anzutreffen.
Sozialverhalten
Die in spezialisierter Sozial- und Rangordnung lebende Spezies belästigt andere, unschuldige Bürger in Rudeln mit Aufgabenteilung. Einer übernimmt dabei das Reden (siehe auch unten),
wobei die restlichen wie Idioten daneben stehen, um die Stärke der Gruppe zu zeigen. Hauptbeutetiere sind Jugendliche unter 18 Jahre. Erwachsene über 40 Jahre werden selten angegriffen.
Viele instinktive Verhaltensmuster des Hundes sind dieser Art enthalten, wie z.B. das aggressive Verhalten, mit der sie ihre nicht vorhandene geistliche Stärke zum Ausdruck bringen möchten.
Erscheinungsmerkmale
Diese Spezies ist stets auffällig gekleidet, wobei er sich vor Normalbürgern eher lächerlich macht. Der Kopf ist meistens mit einer sogenannten "Schildkappe" bedeckt. Das Schild
ist dabei häufig schräg zur Seite gerichtet. Der Rest des Körpers ist meist sportlich bekleidet, wobei die Fila-Schuhe nicht zu vergessen sind. Ein sehr auffälliges Erscheinungsmerkmal ist
die sogenannte "coolness". Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet, hier ein Paar Stichworte zur Erklärung:
Hände meist in der Hosentaschen (außer in Angriffsposition)
Das schräg gerichtete Schild der Kappe
Das stets getürkte (oder geitalienerte) Lächeln beim Vorbeilaufen einer schönen Frau
Das aufgedrehte Verhalten bei Anwesenheit einer weiblichen Schönheit
Das Küssen der eigenen Waffe (meist Pistole, Messer oder vielleicht auch Penis)
Sprachmerkmale
Aussenstehenden fällt es schwer, die Komplexität der Sprachgewandtheit dieser Spezies zu verstehen. Doch mir ist es gelungen die wichtigsten Teile Ihrer Worte und Brunftschreie zu
entschlüsseln:
Verständigung innerhalb der Gruppe: Nun, einem Laien könnte die Sprache dem Bellen eines Hundes oder dem Jaulen eines Wolfes gleichen. Doch beides ist nicht ganz richtig. Sie werden es
nicht glauben, doch die Sprache dieser Art ist verwandt mit unserer Heimatsprache: deutsch. Auffällig dabei ist, dass die Worte weisch? oder wa?
sehr häufig verwendet werden. Nach langem hin und her bin ich darauf gekommen, dass es sich hierbei vielleicht um eine Art rhetorischer Fragen handelt. Denn, zumindest während meiner Forschungszeit, hat NIEMAND diese Frage mit "ja" oder "nein" beantwortet! Laut Statistiken spricht jeder einzelne dieser Spezies das Wort
weisch? ca. 100 mal am Tag aus. Das macht, bei aktueller Bevölkerungszahl ca. 200000000 weisch? pro Tag in Deutschland.
Doch warum diese immense Verschwendung der Sprachenergie? Hängt dies vielleicht mit gewissen Verständigungsproblemen zusammen oder ist das ein Ausdruck der vorhin schon beschriebenen
"coolness"? Das wissen nur die Götter!!
Verständigung nach aussen und wie Verhalte ich mich: Auf den ersten Blick zeigen sie sich sehr fürsorglich nach aussen hin. Aussenstehende werden häufig mit dem Sätzchen
Hasch ‘n Problem, man?
konfrontiert.
Doch die wenigsten wissen, wie man sich tatsächlich in solch einer Lage verhält, wobei eine Hand am eigenen Kragen zusätzlich irritiert. Denken Sie dabei auch bitte wieder an unser
Lieblingshaustier: Den Hund. Genau wie bei einem Angreifen eines Hundes sollte die Flucht vermieden werden, da dies eventuell die Aggressivität des Angreifers verstärken könnte! Sie müssen
sich also weiterhin mit dem Satz Hasch ‘n Problem, man? beschäftigen.
Hier ein paar Beispiele, wie dieser Satz NICHT zu verstehen ist:
Hasch ‘n Problem, man? bedeutet nicht...
- ...dass Sie Ihr Problem darauf hinweist, dass Haschisch Probleme macht!!
- ...dass Sie Ihr Problem nach Ihrem Wohlergehen befragt. Also, informieren Sie ihn niemals über Ihre Zahnschmerzen!!! Das könnte verheerende Folgen haben!!
- ...dass das "Mann sein" ein Problem für ihn darstellt!!
Hasch ‘n Problem, man?
ist eher als rhetorische Frage zu verstehen, wobei wir wieder bei unserer Zahl 200000000 wären, die dadurch natürlich wieder ansteigt. Natürlich haben wir ein Problem: Das Gesicht, keine 20 cm von eigenen entfernt! Es wäre also ratsam zuerst mal mit
ja zu antworten. Nicht mehr und nicht weniger. - Nun heisst es abwarten.
Diese Spezies ist von Natur aus nicht sehr intelligent, deshalb versuchen Sie doch einfach, ihn in solch einer Situation durch Ihre Intelligenz zu
überlisten. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, ihn nicht zu beleidigen.
Die Aggressivität wird dadurch immens gesteigert, und das kann bei dieser Spezies unter Umständen sogar zu Ihrem Tod führen!