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Eines Tages konnte er (Wladimir Horowitz) in der Carnegie Hall einfach keine Stelle finden, an der er mit der Akustik zufrieden war. Einer der Bühnenarbeiter schlug schliesslich vor: ‚Maestro, am besten ist es, wir bewegen den Flügel, während Sie spielen, und Sie sagen uns dann, wo wir stillstehen sollen. Wir haben genug kräftige Männer hier. Vielleicht finden wir so die richtige Stelle.‘ Horowitz hielt das für einen guten Einfall, und so schoben ein paar der Männer, während er spielte, seinen Hocker und den Flügel herum. …, langsam, ganz langsam. Plötzlich rief Horowitz: ‚Halt! Halt!‘ Er dachte, er hätte die richtige Position gefunden. Alles atmete erleichtert auf, und ich ging von der Bühne und setzte mich zu den anderen, die unten im Saal zusahen und zuhörten.
Doch auf einmal fing er an zu toben und zu schreien: ‚Franz! Franz! Wo ist Franz? Ich falle von diesem Flügel herunter; dieser Flügel steht nicht gerade. Wo ist Franz? Wo steckt er denn? FRANZ!!!‘
Während ich auf die Bühne stürzte, überlegte ich fieberhaft: ‚Was meint er bloss mit ‚gerade‘?‘ Neben ihm stand ein kleiner Beistelltisch mit einem Glas Wasser, und als er mich kommen sah, griff er nach dem Glas und wollte mit diesem nach mir werfen. Doch plötzlich hielt er mitten in der Bewegung inne und stellte das Glas zurück. Nun, wir besahen uns den Flügel von allen Seiten und schoben ihn ein bisschen nach hier, ein bisschen nach dort, nur einige Millimeter. Wir haben jedoch nie herausgefunden, was er eigentlich gemeint hatte und warum er explodiert war. So etwas konnte immer wieder passieren; ohne jegliche Vorwarnung.
Franz Mohr. Grosse Pianisten, wie sieh keiner kennt. Brunnen: Basel, 1993. (18-19)