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Die Langen Erlen erstrecken sich von der Stadtgrenze Basel bis nach Riehen an die deutsche Grenze und sind Basels wichtigstes Naherholungsgebiet. Der früher ausgedehnte Wald wurde sukzessive durch Rodung verkleinert und durch die Gewässerkorrektion in seiner Zusammensetzung verändert. Mit dem Konzept «Landschaftspark Wiese» sollen unter anderem auch die Langen Erlen als Erholungs- und Naturraum aufgewertet werden.
Verschwundenen Auenlandschaft
Die Langen Erlen sind die Reste eines einst ausgedehnten Waldes, der vom Überschwemmungsgebiet der Wiese bis in den Breisgau reichte. Urkundlich wird das Gebiet erstmals im Jahre 1008 erwähnt, als Kaiser Heinrich II. den Wildbann dem Basler Bischof Adalbero II. schenkte. Am verzweigten Unterlauf der Wiese mit dem sich ständig ändernden Nebeneinander von Kiesbänken und Seitenarmen entwickelte sich eine typische Auenvegetation. Verantwortlich für den Namen des Gebietes ist die in Auen typische Schwarzerle (Alnus glutinosa), die heute aufgrund der Flusskorrektionen praktisch verschwunden ist.
Extensive Nutzlandschaft
Im Eigentum des Klosters St. Alban wurden grossflächige Rodungen durchgeführt, Wasserläufe reguliert und Gewerbekanäle gegraben, um Kornmühlen und Sägereien anzutreiben. Die etwas weiter vom Fluss entfernten Flächen waren von einem Eichenmischwald bestockt. Bis ins 18. Jh. wurden im Herbst Hunderte von Schweinen zur Mast in diese Wälder getrieben. Im Jahr 1799 fand die Rodung einer Waldfläche mit über 80 Eichen zur Sicherung einer französischen Befestigungsanlage an der Wiesenbrücke statt. Der Eichenwald beim heutigen Eglisee musste weichen, weil dort eine Batterie
errichtet werden sollte. Die Basler Regierung ordnete 1831 die Abholzung des vorwiegend aus Eichen bestehenden Waldgebiets zwischen dem heutigen Pumpwerk und der Schliesse an. Militärische Interessen und die Verwendung des Holzes zum Häuserbau veränderten also das Bild des Waldes in den Langen Erlen nachhaltig.
Vom Wald zur Erholungslandschaft
Später schenkte Basel seinen Waldungen mehr Beachtung und ab 1863 wurden die Langen Erlen in einen Waldpark umgewandelt. Zwischen den Jahren 1863–1867 wurde der Erlenwald durch den Basler Gartengestalter Theiler trockengelegt, gesäubert und besser zugänglich gemacht. Breite Fusswege und eine zweite Wiesenbrücke erschlossen das Gebiet neu. Mit Spielplätzen, Reitwegen und der Gründung des Tierparks 1870 wurden die Langen Erlen zum stadtnahen Ausflugsziel.
Wiesekorrektion und Trinkwassernutzung
Um Hochwasserschäden im Wald, im angrenzenden Kulturland und im Tierpark zu vermeiden, wurde ab 1870 der Lauf der Wiese korrigiert. Die Wiese wurde auf der gesamten Strecke zwischen Hausen und der Mündung in Kleinhüningen in ein künstliches Bett gebannt. Dies erlaubte auf dem Gebiet von Basel und Riehen eine Nutzung des Grundwassers für die Trinkwasserversorgung, welche durch den Bau eines Pumpwerkes 1879–1881 in den Langen Erlen möglich wurde. Der Wald wurde wieder gefördert, weil er einen optimalen Schutz für das Grundwasser darstellt. Bald wurde die Wasserentnahme so gross, dass ab 1911 auch Flächen zur Anreicherung des Grundwassers angelegt wurden. Die heutigen Anlagen bestehen aus einer bewaldeten Versickerungsfläche und nachgelagerten Pumpbrunnen zur Förderung des Grundwassers.
Langer Weg zur Revitalisierung
Um 1995 wurden im Kanton Basel-Stadt aus Naturschutzkreisen im Grossen Rat Vorstösse für die Revitalisierung
der Fliessgewässer eingereicht. In den Jahren 1999 und 2000 wurde in der Folge eine Pilotstrecke zwischen Erlenparksteg und der Freiburgerbrücke innerhalb der bestehenden Hochwasserdämme revitalisiert. Aufgrund von Beeinträchtigungen der Grundwasserqualität wurde jedoch vorerst auf eine Weiterführung der Revitalisierungen verzichtet. Im Projekt «WieseVital» werden in Zusammenarbeit von Projektträgern aus Deutschland und der Schweiz die Möglichkeiten einer Revitalisierung bei gleichzeitigem Schutz der Grundwasserqualität geprüft.
Landschaftspark Wiese – deutsch-schweizerische Erholungslandschaft
Die Langen Erlen sind heute Teil eines Erholungsgebietes an der Wiese zwischen den Gemeinden Basel, Riehen, Weil am Rhein und Lörrach. In einem Projekt «Landschaftspark Wiese» werden unter dem Dach der IBA Basel 2020 umfassende Konzepte zur Erholungsnutzung und zur Aufwertung der Natur erarbeitet. Es soll ein grenzüberschreitendes übergeordnetes Planungsinstrument für eine sechs Quadratkilometer grosse Fläche im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet werden. Dabei wird versucht, die verschiedenartigen Nutzungen gleichzeitig zu berücksichtigen.
DK / AY