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ETF sind Produkte, die mit verschiedenen Methoden versuchen, einen Marktindex möglichst genau nachzubilden. Bei der Anlage in Länder ETF kann man auch in Indizes einzelner Länder oder in die Kombination mehrerer Länderindizes investieren. Allerdings sollte man die Struktur seiner Produkte genau kennen.
ETF: drei Methoden der Nachbildung von Marktindizes
Grundsätzlich investiert man bei einem ETF (Exchange-traded fund) in einen bestehenden Marktindex. Das angelegte Geld fliesst in ein Portfolio, welches versucht, den entsprechenden Index möglichst genau nachzubilden. Zur Nachbildung gibt es drei Methoden: die erste Methode ist die exakte Nachbildung, bei welcher der Anbieter sämtliche im Index enthaltenen Titel kauft und anteilig gewichtet. Solche ETF weichen normalerweise leicht vom tatsächlichen Kurs des Index ab, was man als «Tracking Error» bezeichnet. Die zweite Methode der Nachbildung ist die Sampling-Methode, bei der eine Stichprobe der im Index enthaltenen Titel erworben wird. Hierbei ist der Tracking Error etwas grösser, allerdings besteht auch Optimierungspotential gegenüber dem Marktindex, zum Beispiel durch Vernachlässigen wenig verheissungsvoller Titel. Die dritte Nachbildungsmethode und gleichzeitig die komplexeste ist die synthetische Nachbildung. Der Anbieter bildet ein Portfolio und lässt sich für dieses im Rahmen eines Swap-Geschäfts die Performance des nachzubildenden Index versichern; eigentlich handelt es sich also um ein Derivat. Der Tracking Error ist hier natürlich am geringsten, da die Performance des Marktindex normalerweise tagesaktuell nachvollzogen wird. Lesen Sie hier unsere 10 wichtigsten Fragen und Antworten zu ETF.
Mit Länder ETF in einzelne oder mehrere Länder investieren
Wie kann man nun mit ETF in einzelne Länder investieren? Anbieter von ETF können zum Beispiel Banken oder Versicherungen sein, welche versuchen, mit ihren Produkten Marktindizes nachzuvollziehen. So gibt es zum Beispiel Produkte, welche die bekanntesten Aktienindizes aus verschiedenen Ländern nachbilden, wie den Schweizer SMI oder den deutschen DAX. Sehr gut geschlagen haben sich im Jahr 2016 Länder wie Brasilien, Russland und Kanada, schlecht lief es zum Beispiel für Portugal, Italien und Mexiko. Es gibt auch ETF, die Obligationenindizes nachbilden und solche, die mehrere Länder kombinieren. Bei letzteren, und besonders bei Schwellenländer-ETF, sollte man allerdings wachsam sein. Als Faustregel kann man sich immer fragen: würde ich die im ETF enthaltenen Titel in dieser Gewichtung auch selbst in mein Portfolio legen? Denn die Gewichtung der Titel im Index erfolgt je nach Schuldenvolumen. Und die grössten Schuldner sind sicherlich nicht immer die verlässlichsten. Zudem sollte man bei ETF mit mehreren Ländern deren Zusammensetzung genau analysieren, denn häufig werden volkswirtschaftlich unterschiedliche Länder mit komplett verschiedenen Bonitäten «in einen Topf geworfen», und hier lauern Risiken, die man kennen sollte. Informieren sollte man sich zudem über die Kosten des jeweiligen Produkts, angegeben durch die sogenannte Total Expense Ratio (TER), welche für die jeweilige Produktart dem Marktdurchschnitt entsprechen sollte.
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