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Die Cinémathèque suisse beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen des Filmerbes. Ihre Aktivitäten zur Erhaltung und Erschliessung dieses Kulturguts finden dabei an mehreren Standorten statt, darunter zwei Forschungs- und Archivierungszentren. Den Grossteil ihrer Sammlungen bewahrt sie im hochmodernen Zentrum in Penthaz, das 2019 eröffnet wurde. Das Zentrum in Zürich, in dem vorwiegend deutschsprachige Archive untersucht und bewahrt werden, dient der Verankerung der Cinémathèque suisse in der Deutschschweiz.
Die Forschungs- und Archivierungszentren in Penthaz und Zürich sind für Studierende, Forschende, Film- und Archivfachleute, Schulen sowie an Tagen der offenen Tür für die Öffentlichkeit zugänglich.
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Hauptfassade des Forschungs- und Archivierungszentrums in Penthaz © OFCL / Roger Frei
Penthaz
1988 erwarb die Cinémathèque suisse ehemalige Buchbindereiwerkstätten in Penthaz (Kanton Waadt), um ihre Sammlungen zusammenzuführen, die bisher an mehr als zehn verschiedenen Standorten in und um Lausanne aufbewahrt wurden. Die neu gestalteten und 1992 eingeweihten Räumlichkeiten wurden zum ersten zentralisierten Archivierungszentrum der Institution und zu einem Kompetenzzentrum für die Bewahrung ihrer Sammlungen. Um der schnellen und beachtlichen Entwicklung der Cinémathèque suisse gerecht zu werden, kaufte der Bund 1998 das bestehende Gebäude und verabschiedete 2005 einen Beschluss zum Bau eines neuen Forschungs- und Archivierungszentrums in Penthaz. Dank eines vom Parlament bewilligten Baukredits konnten die Bauarbeiten 2010 beginnen, und das Gebäude wurde im September 2019 offiziell eingeweiht.
Das Objekt, das vom Architekturbüro EM2N entworfen wurde, besteht es aus zwei Gebäudeteilen, die durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden sind. Das industriell inspirierte Bauwerk unterstreicht durch seine Architektur und die verwendeten Materialien den Bezug zum Kino und zum Archiv. Das Forschungs- und Archivierungszentrum in Penthaz verfügt auf seinen 13’000 Quadratmetern Fläche über Räumlichkeiten, die der Bewahrung der Sammlungen gewidmet sind. Sie wurden im Untergeschoss gebaut, sodass kein natürliches Licht eindringen kann, und bieten optimale Aufbewahrungstemperaturen. Zu diesen Räumlichkeiten gehören auch ein Labor für die Digitalisierung des Filmerbes, Räume zur Restaurierung und Erschliessung von Dokumenten, ein Ausstellungsraum, ein Kinosaal, eine Bibliothek/Mediathek sowie Konsultations-, Visionierungs- und Arbeitsräume für Studierende, Forschende sowie Film- und Archivfachleute. Insgesamt ist das Gedächtnis des Schweizer und internationalen Films seit seinen Ursprüngen auf rund 51’000 Meter physischen Regalen und 10 Petabyte digitalem Speicher versammelt.
Zürich
Das Forschungs- und Archivierungszentrum in Zürich ist seit 2002 die deutschsprachige Zweigstelle der Cinémathèque suisse. Es hat seine Wurzeln in der Arbeit der Kirche der frühen 1940er-Jahren, die damals Zeitschriften, Bücher, Festivalkataloge, Filmprogramme, Fotografien, Pressedossiers, Artikel und Faltblätter sammelte, um insbesondere die christlichen Filmzeitschriften Filmberater und Zoom : Zeitschrift für den Film herauszugeben. Aus diesen Aktivitäten entstand die Dokumentationsstelle ZOOM Dokumentation für den Film, die das Sammeln von Dokumenten und deren Bereitstellung für ein breites Publikum fortsetzte. Mit der Integration der Dokumentationsstelle in die Cinémathèque suisse konnten ihre Aktivitäten erweitert werden. Die rund 60’000 Dokumentationsdossiers zu nationalen und internationalen Filmen bilden auch heute noch den Kern der Sammlung in Zürich und zeugen von der Promotion und Rezeption von Filmen in der Schweiz im 20. Jahrhundert. Zur Sammlung zählen ausserdem beispielsweise die Archive von Filmschaffenden wie Alexander J. Seiler, Peter Liechti oder Gertrud Pinkus, das Archiv der Praesens-Film AG und weitere wichtige Papierbestände, die Auskunft über die deutschsprachige Filmbranche (Produktion, Verleih, Kinos, Verbände) geben.
Ein Schwerpunkt des Forschungs- und Archivierungszentrums in Zürich ist die Bereitstellung der Bestände im Rahmen von Digitalisierungs- und Publikationsprojekten sowie von Veranstaltungen. Es arbeitet mit mehreren regionalen Kulturinstitutionen sowie mit dem Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich zusammen und ist Teil des Departements Non-Film der Cinémathèque suisse.