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Es ist Frühherbst im Emmental. Die Bäume tragen noch das Laub und inmitten der üppigen Land-schaft aus Wald und Wiesen ist ein stattlicher Bauernhof zu erkennen. Typisch für die Gegend ist das riesige Dach, unter dem sich neben dem Wohntrakt auch der Stall, die Dreschtenne und die Heubühne befindent. Bei näherer Betrachtung lassen sich weiter vereinzelte Bewohnerinnen und Bewohner des Hofs erkennen. Kaum 30 Jahre alt, beginnt Zbinden 1936 mit den Illustrationen für die Neuauflage der Bücher des 1854 verstorbenen Schweizer Autors Jeremias Gotthelf. Ein Engagement, das bis 1953 dauert. Entstanden sind 911 Holzstiche, die für die künstlerische Entwicklung von Zbinden nicht unbedeutend sind. Während er zu Beginn seiner Auftragsarbeit neben den Texten Gotthelfs aus Zeitgründen einzig ein Buch über das Emmental des Dialektologen Emanuel Friedli (1846–1939) zur Verfügung hat, begibt sich der Künstler später an Ort und Stelle der Geschichtsvorlagen. Zbinden geniesst die Entdeckungstouren und nimmt aufgrund dessen weitere Illustrationsaufträge für die geplanten Bände an. Viele Reisen führen ihn ins Emmental, so auch während des Auftrags für den Roman «Zeitgeist und Berner Geist», der 1952 mit einer Abbildung dieses Holzschnitts erscheint.
Katrin Sperry
Mit 30 Jahren fängt Emil Zbinden eine grosse Serie an.
Er illustriert Bücher.
Das heisst,
er gestaltet Bilder zu Geschichten
von Jeremias Gotthelf.
Es entstehen 911 Holz-Schnitte*.
Dieses Herbst-Bild führt ihn ins Emmental.
Das Buch heisst:
Zeit-Geist und Berner Geist.
*Holz-Schnitt