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Der Wald von Northern Negros versorgt siebzehn Gemeinden und Städte der Region Calatrava auf der philippinischen Insel Negros mit Wasser. Er ist seit 1935 ein Naturpark und Waldreservat. Dennoch ist er beständig geschrumpft: War er im Jahr 1946 noch 107 727 Hektar gross, umfasst er heute noch 80 454 Hektar. Bewohnerinnen und Bewohner der Provinz sehen die Verantwortung dafür klar bei Investoren und bei Holzfällern. Ausserdem lag ein Entscheid vor, eine Strasse zu bauen, die über weite Strecken entlang dieser grünen Lunge verlaufen hätte sollen – und teilweise die Abholzung bedeutet hätte. Nun ist es anders gekommen.
Seit Jahren setzten sich Bewohnerinnen und Bewohner der Region für den Erhalt des Waldes ein. Zum Beispiel Melfor De Chavez, der dafür als einer unter anderen die Organisation «Malidong Small Water Impounding System Association MSWISA» gegründet hatte. De Chavez und seine Mitstreiterinnen pflanzten Bäume in den abgeholzten Gebieten des Parks, im Rahmen des nationalen Begrünungsprogramms der Regierung und förderten so dessen erneute Begrünung. Der Bau der Strasse brachte ihnen jedoch ein neues Problem: Mehr und mehr Wohlhabende meldeten Interesse am Kauf von Grund-stücken im Park an, da die Region zukünftig ja besser erschlossen sein sollte. «Obwohl das Gebiet unter Umweltschutz steht und für die von ihnen ins Auge gefassten Grundstücke gar keine Landtitel vorliegen, sollten sie wahllos und mit Gewinn an zahlungskräftige Interessenten verkauft werden», erzählt Melfor De Chavez.
Die Baumschule des Umweltbüros Lunhaw: Die gezogenen Setzlinge werden später im Naturpark eingepflanzt. (Foto: Victor Kintanar)
Der Landverkauf auf den Philippinen ist eine komplexe Angelegenheit, da oft nicht klar ersichtlich ist, wem das angebotene Land tatsächlich gehört. Diese unklare Situation hätte derartige Landverkäufe überhaupt ermöglicht. Im März 2020 zum Beispiel wurden offenbar mindestens 24 Hektar Wald abgebrannt – dies im Auftrag von Kaufwilligen, die eine Bebauung innerhalb des Schutzgebiets planten.
Zusammengeschlossen haben sich die Umweltschützerinnen und -schützer von MSWISA mit dem Bischof von San Carlos, auf dessen Bistumsgebiet der Naturpark liegt. Bischof Gerardo Alminasa gilt selbst als überzeugter Umweltschützer und betreibt mit jungen Freiwilligen ein Umweltbüro. Dieses wird vom Hilfswerk «Fastenaktion» unterstützt. Alminasa suchte das Gespräch mit regionalen und nationalen Verantwortlichen und wollte wissen, warum das Millionenprojekt in einem Naturpark betrieben werden darf. Tatsächlich wurde der Bau der Strasse daraufhin gestoppt. Zusammen mit den Freiwilligen des Umweltbüros sind die Menschen vor Ort nun am Aufbau einer Baumschule, um Wissen weiterzugeben und zu forschen, wie die empfindliche biologische Vielfalt im Nationalpark Northern Negros erhalten werden kann.