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Summary
Bürgerort Uri
Uri bestand ursprünglich aus vier Kirchgemeinden Altdorf, Bürglen, Silenen (Bistum Konstanz) und Andermatt/Ursern (Bistum Chur).Daneben entwickelten sich die Dorfschaften. Ausser in kirchlichen Fragen war Uri praktisch autonom. Die Landleute, ca. 90 % der Bevölkerung, waren die vollberechtigten Mitglieder des Volkes. Die Staatsbürgerschaft wurde als Bürger von Uri definiert. Sie wählen an der Landsgemeinde und Dorfgemeinde ihre politischen Führer, Richter und andere Amtsträger.
Die Dorfgemeinschaft war derjenige Ort, in dem ein Landmann Rechte an den gemeinsamen Gütern hatte; dazu gehörten zum Beispiel Allmendweide und Holzgerechtigkeiten, also geldwerte Vorteile. Die wohlhabenden Landleute gehörten zur Dorfelite (Dorf-, Kirchenvogt, Dorfrichter etc.) beziehungsweise zu den Magistraten mehrheitlich wohnhaft in Altdorf, die die Landesämter innehatten.
Nachdem der alte, feudale und ministeriale Adel langsam am Aussterben (Attinghausen, Rudenz, Hospenthal etc.) war erlangten die Urner Magistraten durch Vermittlung von Söldner an Fürsten und Monarchen nicht nur Söldnergeld (Pensionen) sondern oft auch noch ein auswärtiges Adelsdiplom. So kamen im Laufe der Zeit doch einige neue Aristokraten (a Pro, Bessler ect.) in das urdemokratische Uri. Der Titel war eigentlich wertlos und diente lediglich als autoritative Anerkennung.
Die minderberechtigte Bevölkerungsgruppe der Hintersassen (ca.7 %) stand zum Lande in einer lockeren Form von Staatszugehörigkeit. Fremde (ca. 3 %) waren Dienstleute und Handwerker die sich in der Regel vorübergehend in Uri aufhielten.
Wer das Landleuterecht erwerben wollte, hatte sich in der Regel einzukaufen, wie ein neuer Gesellschafter in ein Unternehmen. Bisweilen wurde es auch unentgeltlich an Berufsleute mit gemeinnützlichen Tätigkeiten (Pfarrer, Ärzte) oder für geleistete Kriegsdienste vergeben. Zuständig war die Landsgemeinde.
Das Bürgerrecht wurde vom Vater auf die Kinder vererbt. Im Urner Landleutebuch wurde die Landsrechtserteilung seit 1400 festgehalten. 1818 wurden die Dorfgerichte verpflichtet, von den Einwohnern ein Gemeindebürgerregister zu führen. Die schweizerische Bundesverfassung von 1848 erklärte dann alle Kantonsbürger zu Schweizer Bürgern. Der Regierungsrat des Kanton Uri vollzog am 30 Juni 1856 die Einbürgerungen aller Heimatlosen.
Jeder Schweizer Bürger besitzt einen Bürgerort (auch Heimatort), er ist Bürger einer Gemeinde, eines Kantons und der Schweiz. Der Bürgerort ist unabhängig von Geburts- oder Wohnort einer Person. Auch heute wird der Bürgerort vom Vater auf die Kinder vererbt. Früher übernahm die Ehefrau bei der Heirat das Bürgerrecht des Ehemannes als Doppelbürgerrecht. Seit Inkrafttreten des neuen Namens- und Bürgerrechts per 1. Januar 2013 hat die Heirat keinen Einfluss mehr auf das Bürgerrecht der Ehefrau; diese behält ihr altes Bürgerrecht als einziges Bürgerrecht. Man kann nicht Schweizer Bürger werden, ohne Bürger einer Gemeinde zu sein (Art. 37 Abs. 1 der Bundesverfassung).
Uri hat 20 Gemeinden:
- Altdorf
- Bürglen
- Silenen mit Amsteg und Bristen
- Schattdorf
- Spiringen mit Urnerboden
- Erstfeld
- Wassen mit Meien
- Seelisberg
- Attinghausen
- Seedorf
- Sisikon
- Isenthal
- Flüelen
- Unterschächen
- Gurtnellen
- Bauen
- Göschenen mit Göscheneralp
- Andermatt
- Hospental mit Zumdorf
- Realp
Die Heimatgemeinde führte lange Zeit ein Familienregister, welches unter anderem bestätigte, dass jemand Bürger einer bestimmten Gemeinde ist. Das Familienregister wurde 2003 durch das elektronische Personenstandsregister «Infostar» mit zentraler Datenbank und gesamtschweizerischer Vernetzung der Zivilstandsämter abgelöst. Heutzutage ist der Bürgerort von geringer praktischer Bedeutung, wird aber im Reisepass und auf der Identitätskarte genannt, während in anderen Ländern auf entsprechenden Dokumenten der Geburtsort vermerkt ist.
Quelle: H. Stadler, Geschichte des Landes Uri (Uranos Verlag Schattdorf 2015)
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Staatssekretariat für Migration