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Asthma
(grch., d. i. Beklemmung), Brustbeklemmung, Brustkrampf, wurde von den ältern ¶
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Ärzten und wird von Laien vielfach noch jetzt als eine besondere selbständige Krankheit angesehen, läßt sich aber nach
dem jetzigen Standpunkte der Wissenschaft nur als eine Krankheitserscheinung, als ein Symptom zahlreicher, ihrem Wesen nach
sehr verschiedener Krankheiten auffassen. Von der kontinuierlich andauernden Schwer- oder Kurzatmigkeit (s. Dyspnoe), die sich
bei vielen chronischen Lungenkrankheiten findet, unterscheidet sich das
Asthma dadurch, daß periodisch in
längern oder kürzern Anfällen, meist ganz plötzlich schwere Atemnot mit heftigen krampfhaften Atembewegungen, keuchendem,
weit hörbarem Atmen, mit heftigem Erstickungsgefühl, Husten und Auswurf sich einstellt.
Derartige
asthmatische Anfälle entwickeln sich im allgemeinen dann, wenn plötzlich, durch irgendwelche Veranlassung,
die Ausscheidung der Kohlensäure aus dem Blute und die Aufnahme von Sauerstoff in dasselbe, wie solche in den Lungenbläschen
normalerweise vor sich gehen, in dem Grade gehindert werden, daß das mit Kohlensäure überladene Blut plötzlich einen sehr
intensiven Reiz auf die Nervencentren im verlängerten Mark ausübt und dadurch klonische (krampfhaft
zuckende) Reflexbewegungen in den Atmungsmuskeln hervorruft.
Ein solcher Zustand kann durch die verschiedenartigsten Krankheiten hervorgerufen werden: bald sind es mechan. Verhältnisse,
welche die Luftwege beengen (Krankheiten des Kehlkopfes, der Schilddrüse, Aneurysmen der großen Brustgefäße, Beengung der
Brusthöhle durch Unterleibskrankheiten), bald Erkrankungen der Lungen (am häufigsten bei Erwachsenen Lungenerweiterung [s.
Emphysem], Lungenentzündung, Brustfellentzündung, Ansammlung von Flüssigkeit in den Brusthöhlen, Lungenschwindsucht,
Katarrh der Luftröhrenäste), bald Krankheiten des Herzens und seiner Klappen, zumal Fettsucht des Herzens und des Herzbeutels
(sog. kardiales
Asthma), bald endlich Störungen im Nervensystem, welche
asthmatische Anfälle zur Folge haben (sog. nervöses s.
Bronchialasthma).
Indem nämlich die feinen Muskeln
[* 3] der mittlern und der feinsten Luftröhrenäste infolge einer krankhaften
Reizung der zu ihnen führenden Nervenfasern in einen mehr oder weniger heftigen Krampf geraten, wird die Lichtung jener feinen
Röhrchen so stark verengt oder verschlossen, daß die eingeatmete Luft nicht mehr in die Lungenbläschen gelangen kann, und
so die starke Überladung des Blutes mit Kohlensäure eintreten muß, die die Ursache jedes
asthmatischen
Anfalls ist.
Die Behandlung des
Asthma richtet sich streng nach der Ursache, die durch eine genaue physik. Untersuchung zu ermitteln ist. Während
des Anfalls selbst sind alle beengenden Kleidungsstücke zu lösen, Hautreize anzuwenden, wie Anspritzen mit kaltem Wasser,
warme Hand- und Fußbäder, Senfteige auf Brust, Vorderarme und Waden, Riechmittel u. s. w. sowie Ableitungen
auf den Darm
[* 4] durch Klystiere zu versuchen, wie auch nicht selten Einatmen von frischer Luft, Chloroform, Salpeterdünsten (durch
Verbrennen von Salpeterpapier) im Anfall selbst wesentliche Erleichterung zu verschaffen im stande sind. Auch die Einatmungen
komprimierter Luft (s.d.) leisten gegen
asthmatische Anfälle vortreffliche Dienste.
[* 5] Bei schwerem
Asthma ist
oft auch die Anwendung von Brechmitteln nützlich. Bei dem der Kinder, welches zumeist auf einem krampfhaften Verschluß der
Stimmritze beruht (Stimmritzenkrampf, s. Kehlkopf
[* 6] [Krankheiten 6]), ist das Hauptgewicht der Behandlung auf eine möglichst
zweckmäßige
Ernährung des Kindes zu legen (s. Auffütterung der Kinder).