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Zur Ermittlung Pro-Kopf-Konsums wird das Gesamtangebot durch die mittlere ortsanwesende Bevölkerung der Schweiz geteilt, die neben der ständigen Wohnbevölkerung u.a. den Tourismus- und Grenzverkehrsüberschuss berücksichtigt (Quelle: Agristat/BFS). Der resultierende Wert ist der statistisch erfasste Pro-Kopf-Konsum, der ausgewiesen und mit internationalen Konsumdaten verglichen wird.
Diese Kennzahl ist ein statistischer Wert, der gewisse Aspekte nicht berücksichtigt, etwa
1. Lagerentwicklungen: Eierzeugnisse, die bei Jahresende gelagert sind und erst im Folgejahr verbraucht werden;
2. Food Waste und Verluste entlang der Handels- und Verarbeitungskette;
3. Einkaufstourismus: Eier, die im grenzüberschreitenden Personenverkehr in die Schweiz gelangen;
4. Importe von Eiern, die in stark verarbeiteter Form in Lebensmittelzubereitungen wie z.B. Getreide- und Backwaren, Getränken oder anderen verarbeiteten Nahrungsmitteln in die Schweiz gelangen.
Daten zu Lagerentwicklungen und Lebensmittelverlusten können mangels entsprechendem Monitoring nicht erfasst werden. Für den Einkaufstourismus liegen nur ungefähre Schätzwerte vor, welche jedoch in einem tiefen Prozentbereich einzuordnen sind. Zum Eierimport in stark verarbeiteter Form hat der Fachbereich Marktanalysen des BLW eine Analyse erstellt, die die Grössenordnung der «versteckten» Importe aufzeigt.
Versteckte Importe können nur abgeschätzt werden
Die Analyse stützt sich auf die Aussenhandelsdaten der Eidgenössischen Zollverwaltung von Lebensmittelzubereitungen in den Zollkapiteln 19 und 21, die potenziell Eier als Zutat enthalten. Die verwendeten Umrechnungsfaktoren basieren auf der Nahrungsmittelbilanz von Agristat (Statistikabteilung des Schweizer Bauernverbands), in der die zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel gesamtheitlich geschätzt werden. In Anbetracht der hohen Komplexität und fehlender Daten auf Einzelproduktebene werden mit fixen Umrechnungsfaktoren je Aussenhandels-Tariflinie nur grobe Annahmen zu den Importen von verarbeiteten Eiern getroffen.
Die nachfolgende Auswertung ist darum statistisch nicht erhärtet, sondern soll als Schätzung zur Illustration des Sachverhalts verstanden werden.
Importe von Lebensmittelzubereitungen nehmen zu
Die Entwicklung der «versteckten» Eierimporte zeigt insgesamt einen deutlich steigenden Trend. Zwar wurde der Höchstwert von umgerechnet 134 Mio. importierten Eiern in Lebensmittelzubereitungen von 2016 im Jahr 2018 unterschritten. Seit 2005 haben sich die Importe von 44 Mio. auf 127 Mio. Eier fast verdreifacht. Die Exporte hingegen sind mit umgerechnet <1 Mio. Eier vernachlässigbar. Die Verlagerung von Teilen der inländischen Industrie ins Ausland und die damit günstigeren Produkte dürften die Hauptgründe für diese Entwicklung sein.
Damit wird das Eierangebot in der Schweiz von 1 545 Mio. Eier um 8,2 % erhöht. Insgesamt machen versteckte Eierimporte aus Lebensmittelzubereitungen über den ordentlichen Aussenhandel demnach schätzungsweise rund 7,5 % des gesamten Eierangebots aus.