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Die Verkaufszahlen der ersten Dezembertage sind robust. Neue Wiederverkäufer könnten hinzu kommen. Die iPhone-Absatzzahlen könnten enttäuschen.
Am Thanksgiving-Wochenende und den darauf folgenden Tagen waren die Geschäfte und Shopping-Center in der Innenstadt von San Francisco praktisch wie ausgestorben. Die wenigsten Besucher trugen Einkaufstaschen. Und wenn einmal eine volle Tasche zu sehen war, dann lagen die Griffe in der Hand einer Dame aus Asien.
Eine Ausnahme bildete das Apple-Geschäft unweit der Market-Street. Dieses war immer voll. Und auch wenn nicht alle Besucher gleich mit teuren Notebooks heraus kamen – das Verkaufspersonal, das sich nicht um SEC-Quiet-Period-Vorschriften zu kümmern braucht, berichtete von guten Umsätzen und vielen Käufern von kleineren Produkten.
Systematischer wird der Apple-Geschäftsgang von anderen überwacht
Ben Reitzes, Technologie-Analysten-Veteran, arbeitet jetzt bei Barclays Capital. Barclays hatte aus dem Lehman-Nachlass unter anderem die Nordamerika-Analysten übernommen. Apple verfolgt Reitzes separat auf Wochenbasis und fasst die Nachrichten in besonderen Berichten zusammen.
Die wichtigsten aktuellen Neuigkeiten sind:
Neuer Wiederverkäufer?
Wal-Mart, die gigantische Detailhandelskette in den USA, wird Ende Jahr mit dem Verkauf von iPhones beginnen. Die gerüchteweise herum gereichten Verkaufspreise von 99 US-Dollar dürften auf dem Hintergrund der aktuellen Ladenpreise von 199 Dollar für das günstigste Modell zu tief gegriffen sein. Es ist nicht zu erwarten, dass Apple ein spezielles Handy für einen Distributionskanal entwickelt, der dem Unternehmen nicht gehört und Kunden möglicherweise vom Besuch der eigenen Geschäfte abhält. Wahrscheinlicher ist es, dass Apple es Wal-Mart erlaubt, das iPhone in einer Standardausführung zu einem Preis verkauft, den Wal-Mart für angemessen hält – und das läuft in der Regel auf einen gewissen, aber keinesfalls grossen Rabatt im Vergleich zur Apple-Webseite oder dem Online-Store hinaus.
Die iPhone-Verkäufe in Übersee verlieren etwas Momentum. Reitzes rechnet für das laufende Quartal mit 4,5 Mio. verkauften iPhones und damit weniger als der Analystenkonsens erwartet. Sowohl Wal-Mart als auch ein Partner in China könnten helfen, das Geschäft wieder auf den hohen Wachstumskurs zurück zu führen.
Neue iPhone-Varianten
Reitzes rechnet mit einem High-End-Modell mit 32 GB sowie einem leicht abgespeckten low end-Modell für den Prepaid-Markt, die beide Anfang 2009 in den USA lanciert werden dürften.
Die Marktforscher von NPD, welche die Daten von US-Elektronik-Retailern sammeln, weisen für die iPods einen Rückgang von lediglich 3% aus. Der Markt rechnet für das laufende Quartal mit einem Einbruch um 11%. In der Thanks-Giving-Woche stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um23%. Und wenn die erste Dezemberwoche berücksichtigt wird, blieb der iPod-Umsatz stabil. Die NPD-Daten schliessen die Apple-Geschäfte aus. Berücksichtigt werden Einzelhändler und teilweise die grossen Ketten Best Buy und Circuit City. IPods gelten auch deshalb als Renner, weil sie im Vergleich zum Vorjahr billiger geworden sind und ein ideales «Trade-Down»-Geschenk sind (wenn auf ein teureres iPhone aus Kostengründen verzichtet werden muss).
Praktisch alle Apple-Geräte ind Online und in den Geschäften innert 24 Stunden erhältlich. Ausnahmen sind das im Oktober lancierte MacBook Air in der 1,6GHz-Version und der 3,06GHz-iMac.
Gefragteste Computer
In der ersten Dezemberwoche waren das MacBook, das MacBook Pro und der iMac die gefragtesten Computer auf
Gefragteste iPods
Hier führt der Nano vor dem Touch, dem Classic und dem Shuffle.
Morgan-Stanley-Analystin Kathryn Huberty liess 2500 US-Konsumenten über ihre für Apple relevanten Anschaffungspläne befragen.
Die drei wichtigsten Hinweise sind:
- Trotz grosser Preiskürzungen sind nur noch 5% der Befragten am iPhone «extrem» interessiert. Vor knapp 2 Jahren waren es noch 7%. Huberty kürzt deshalb ihre Verkuafsprognose für das laufende, bis nächsten September laufende Geschäftsjahr, auf 14 Mio. Stück gegenüber 19 Mio. zuvor.
- Gegenüber 2005 haben sich die Anschaffungspläne für PCs und Notebooks glatt halbiert. Damit dürften diese Verkäufe bestenfalls stabil bleiben.
- Bis Ende September 2009 ist kein Wachstum bei iPods zu erwarten, weil die Durchdringung in den USA ihrem Sättigungspunkt entgegen strebt.