Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03622.jsonl.gz/1984

Das wichtigste Geschäft zwischen der Nationalbank und den Banken ist das Repo-Geschäft. Dabei kauft die Nationalbank von einer Geschäftsbank Wertpapiere und vereinbart schon beim Kauf, dass diese Bank die Wertpapiere später wieder zurückkauft. Die Bank erhält auf diese Weise einen Kredit, die Nationalbank vorübergehend die Wertschriften. Für den Kredit verlangt die SNB einen Zins, den Repo-Zins.
Durch den Zins und die Bestimmung, welche Wertschriften repofähig sind, steuert die SNB auch die Ausweitung oder Reduktion der Notenbankbilanz.
Beim Ausweiten der Bilanz „printen von CHF“ vermehrt die SNB die Notenbankbilanz, verwässert den Franken und stellt das „geprintete“ Geld via Geschäftsbank den jeweiligen Emittenten der repofähigen Papiere zur Verfügung. (Respektive dem Verkäufer der jeweiligen Papiere, welcher mit dem frei werdenden Kapital jeweils wieder neue Papiere des Emittenten erwerben kann, und so weiter und so fort.)
Umgekehrt bei einer Streichung von der Liste müsste das Papier verkauft werden und der ausstehende Kredit bei der SNB zurückbezahlt werden. (Reduktion der Bilanz/Vernichtung von Franken).
Die Liste der repofähigen Papiere wird lang und länger. Nebst dem Bund, Schweizer Kantonen, deutschen Städten, Ländern, Banken, EIB, der Entwicklungsbank der EU, Europarat sind auch honorige Adressen wie die Erste Abwicklungsanstalt (Badbank der WestLB), ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus, dessen dankbarer Abnehmer jeweils der griechische Staat ist), Corp. Andina Fomento der bolivarischen Republik von Venezuela (Was auch immer die tun) und viele mehr.
Der Schweizer Sparer wird also durch die Bilanzausweitung der SNB in seiner Kaufkraft verwässert (enteignet), um damit die endlose Liste obiger Institutionen zu finanzieren. Durch den negativen Reposatz sind die Renditen der repofähigen Papiere über kurz oder lang auch negativ.
Wär ja auch zuviel verlangt, wenn man für die Finanzierung der obigen Adressen noch ein Zins bekäme. Nein, man muss sogar noch draufzahlen.
[simple-google-ads-ad-tag id=“ip_content_middle“]
In der aktuellen Diskussion über Autobahnvignetten/Mineralölsteuererhöhung zwecks Finanzierung des Nationalstrassennetz ist ein speziell pikantes Detail, dass auch die Autobahn-Schnellstrassenfinanzierung Austria repofähig ist.
Eigentlich könnte stattdessen ja auch der Nationalstrassenfonds der Schweiz repofähig gemacht werden. Dann könnte man wenigstens mit den geprinteten Franken die Schweizer Strassen sanieren statt die unserer Nachbarn. Aufgrund der Negativzinsen könnte der Nationalstrassenfonds allenfalls jedem Autofahrer noch eine Tankfüllung pro Jahr spendieren.
Aber nix da. Zum Dank wird dem Schweizer Sparvermögen in den Pensionskassen der Negativzins belastet. Nun gut, irgendjemand muss halt immer zahlen. (Früher bekam man für das Aufrechterhalten der Hoffnung, dass das ausgeliehene Geld jemals zurückbezahlt wird, wenigstens noch einen Zins.)
Zumindest eine Reduktion der Austria-Vignette für unsere Skiurlauber und ein geschenkter dritter Platz beim nächsten Hahnenkamm-Rennen für unsere Schifahrer wäre als kleines Dankeschön angebracht.