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«Tradition» als Rechtfertigung, Fleisch zu essen?
Um die Frage: «Tradition» als Rechtfertigung, Fleisch zu essen beantworten zu können, unterteilen wir diesen Beitrag in fünf Argumentationspunkte.
- Wir schauen uns an, was die Definition von Tradition ist.
- Zeigen einige Beispiele für Traditionen auf, die (hier in Europa) breitflächig sozial eher nicht akzeptiert sind.
- Schliessen daraus, weshalb Traditionen willkürlich kreiert wurden und kein Massstab für Ethik sind.
- Ergründen, was Traditionen wirklich ausmacht.
- Geben positive Umsetzungsvorschläge.
Lasst uns starten.
1. Was bedeutet Tradition?
Gemäss Duden wird Tradition wie folgt definiert: etwas, was im Hinblick auf Verhaltensweisen, Ideen, Kultur o. Ä. in der Geschichte, von Generation zu Generation [innerhalb einer bestimmten Gruppe] entwickelt und weitergegeben wurde [und weiterhin Bestand hat]
Unterstreichen möchten wir hier das "innerhalb einer bestimmten Gruppe entwickelt". Dazu weiter unten mehr.
2. Beispiele für Traditionen
In Teilen Ecuadors und Perus ist es Tradition Meerschweinchen zu essen. In Teilen Chinas, Korea und Vietnam ist es Tradition, Hunde zu essen. Katzenfleisch dient, in jeweils mehr oder weniger geringem Umfang, unter anderem in Südchina, Nordvietnam, Korea und Peru zu Nahrungszwecken.
In Notzeiten wurde Katzenfleisch auch in Europa anstelle von Kaninchen- oder Hasenfleisch verwendet.
Was wir als abstossend und fast schon barbarisch beschreiben würden, beruht nicht etwa auf moralischen Unterschieden von den jeweiligen Tieren, sondern an unserer selektiven Empathie, die uns von klein an weitergebeben wird.
Daraus kann folgendes geschlossen werden:
3. Traditionen sind willkürlich und kein Massstab ob etwas ethisch ist oder nicht.
Tiere unterscheiden sich nicht in ihrer Fähigkeit Freude, und Schmerz zu empfinden. Wer eine Katze für Fleisch nicht töten lassen will, müsste – um moralisch konsequent zu bleiben – dasselbe auch nicht für Kühe wollen.
Tradition ist kein Massstab für Ethik oder eine angemessene Rechtfertigung für Gewalt.
Viel mehr eine angenehm zurechtgelegte Entschuldigung, um sich nicht auf den ethischen Diskurs einzulassen und weiterhin aktiv wegzusehen.
Wer moralisch konsequent sein will und Tiere als die empfindungsfähigen Lebewesen ansieht, die sie sind, oder ihnen zumindest ihre Fähigkeit Leid zu empfinden nicht abspricht, macht sich früher oder später auf die Suche nach Alternativen.
4. Was macht Traditionen wirklich aus?
«Tradition» als Rechtfertigung, Fleisch zu essen? Good news!
Traditionen sind nicht deshalb schön, weil wir einem toten Truthahn Gemüsefüllung in den Anus schieben, Eigelb und Butter zu Keksen verarbeiten oder Beuf Burgignion zwingend aus einem toten Kuh Baby bestehen muss - sondern weil wir mit geliebten Menschen zusammen sind.
Altbekannte, sich wiederholende und positiv konnotierte Muster, vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Im Umkehrschluss heisst das, Traditionen können weitergeführt werden. Einzig der Einkaufszettel verändert sich und wird frei von toten Tieren.
5. Muss man deswegen auf das Fondue in der Holzhütte, die Mailänderli und den Truthahn verzichten?
Wer sich entscheidet, keine Tiere mehr zu essen, hat die Wahl, mit kulinarisch neuen, schmackhaften Produkten wie Linsenbraten, Pulled Pork aus Jackfruit usw. zu experimentieren oder lässt sich auf alt bekannte Menüs in pflanzlicher Ausführung wie z.B Veganer «Turkey», veganer Hackbraten, veganes Fondue und co. ein.
Diese stehen uns im Jahr 2020 bequemerweise ebenfalls zur Verfügung.
"Tradition" ist keine Rechtfertigung für Gewalt.
Ethik entwickelt sich aufgrund neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen weiter, unsere Traditionen können dies ebenfalls.
Und vegan essen war nie einfacher!! 🙂 Wir verlinken euch hier zwei klassische Weihnachtskekse die wirklich IDENTISCH schmecken wie das Original.
- Köstliche vegane Zimtsterne
- Mega leckere Mailänderli
Klickt euch für weitere Rezepte gerne einfach durch.
Auf Instagram teilen wir auch mehr "unperfekte" Alltagsrezepte. Schaut vorbei, wir würden uns freuen.
Herzlichen Dank fürs Lesen. Wir hoffen sehr, es hat euch auf die eine oder andere Art Mehrwert gebracht und die Frage: «Tradition» als Rechtfertigung, Fleisch zu essen? beantwortet.
Wer jetzt Lust hat "vegan sein" mal auszuprobieren: Hier haben wir ein paar Tipps für den Vegan Start für euch.
Alles Liebe, Alessia und Edi