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Spitalinfektionen bleiben auf gleichem Niveau
Die Zahl der Infektionen, die Menschen während ihres Aufenthalts in einem Schweizer Spital erleiden (sogenannte Healthcare-assoziierte Infektionen), ist in den letzten Jahren konstant geblieben.
Mit einem Wert von knapp sechs Prozent, das sind rund 70'000 Patienten, liegt die Schweiz im europäischen Mittelfeld. In der letzten europäischen Erhebung 2017 erreichte die Schweiz ebenfalls einen Wert von sechs Prozent.
Am häufigsten sind Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen (29 Prozent aller Spitalinfektionen), gefolgt von Harnwegsinfektionen (16,3 Prozent), unteren Atemwegsinfektionen (15,8 Prozent) und Blutstrominfektionen (8,9 Prozent). Wie 2017 erhielt etwa jeder Dritte Krankenhauspatient Antibiotika. Grundsätzlich melden grosse Schweizer Spitäler mehr Infektionen als kleine und mittlere, weil die Krankheiten der Patientinnen und Patienten in grösseren Institutionen komplexer und die Eingriffe risikoreicher sind. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion in der Intensivmedizin.
An der nationalen Erhebung haben 108 Schweizer Akutspitäler teilgenommen, was 80 Prozent aller Akutbetten entspricht. In diesen Erhebungen werden die Daten pro Abteilung eines Spitals an einem einzigen Tag erfasst. Insgesamt wurden 14'000 Patientinnen und Patienten untersucht, woraus ein repräsentativer Wert resultierte. Die neuesten Schweizer Resultate werden mit den europäischen Daten verglichen, sobald diese vorliegen.
Die meisten Spitäler füllten auch die WHO-Checkliste über Aktivitäten in der Infektionsbekämpfung und -Prävention aus. Verbesserungsbedarf besteht bei der kontinuierlichen Ausbildung des Personals, beim Audit von Präventionsprozessen im Alltag und vor allem in der Durchführung von gezielten Projekten zur Infektionsprävention. Dabei zeigten sich keine Unterschiede zwischen den kleinen, mittleren und grossen Spitälern.
Der Verein Swissnoso stellte fest, dass 35 bis 55 Prozent der Spitalinfektionen, je nach Typ, vermieden werden könnten. Das grösste Verbesserungspotenzial besteht bei den Infektionen durch Venen- oder Blasenkatheter. Blasenkatheter werden beispielsweise oft routinemässig und nicht aus medizinischer Notwendigkeit gelegt. Verzichtet man in solchen Fällen auf einen Katheter, verringert man das Risiko einer Harnwegsinfektion einfach und effizient.
Christian Scharpf
Geschäftsleiter