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Diese Arbeit zeigt auf, dass durch die expressive Ausformulierung der Tragstruktur ein angemessener städtebaulicher Ausdruck sowie eine prägnante innere Raumbildung generiert werden kann.
Ausgangslage
Durch den Neubau wird das städtische Gesicht gegenüber des Hauptbahnhofes bis zur Sihl fortgeführt. Der Bahnhofplatz funktioniert neu als Bindeglied zwischen Stadtzentrum und der Europaallee. Die Verlegung der Tramhaltestelle vom Bahnhofplatz an die Löwenstrasse spielt den Raum von störender Infrastruktur frei. Der Freiraum wird so zur übersichtlichen Piazza für den Fussgänger, wo die Nähe des umgebenden Wassers allgegenwärtig zu spüren ist. Der unterirdische Bahnhofplatz (Shopville) wird fortgeführt bis zur Sihl und erhält direkte Anbindung an das neue Warenhaus.
Entwurfsidee
Die gerichtete Gebäudestruktur lagert sich um den inneren Lichthof wie die Flügel um die Nabe eines Windrades. Diese Ausrichtung der Struktur ermöglicht es, mit den jeweiligen Fassaden auf die unterschiedlichen Stadtseiten zu reagieren. Zum Bahnhofplatz orientiert sich das mehrgeschossig überhöhte Schaufenster über dem Haupteingang an der neuen Platzsituation und knüpft zur Europaallee an. Die zur Sihl orientierte Fassade nimmt die Überhöhung als Verbindung zur Europaallee auf. Der durch eine Fuge abgesetzte Erschliessungsbereich führt die turmartigen Überhöhungen anderer Bauten entlang der Sihl fort, wie die des Haus Konstruktivs, des Obergebäudes oder der Sihlpost. Die Fassade zur Schützengasse präsentiert sich als Rückgrat des Gebäudes die stärker geschlossen ist. Diese Geschlossenheit wird durch den sich in den Strassenraum orientierenden Erker gebrochen. Die Seite zur Löwenstrasse sucht die Anbindung durch die gemeinsame Traufhöhe der Nachbarsbauten, indem das Attikageschoss zurückgesetzt ist. Dadurch wird zugleich eine einladende Dachterrasse für den Restaurantbetrieb gebildet.
Projektierung
Betrachtet man das Gebäude als Ganzes, wird dessen Ausdruck stark durch die Konzeption des Tragwerks geprägt. Die klare Struktur dominiert den Baukörper von aussen bis tief ins Innere. Der strenge Ausdruck der Tragstruktur wird dann an den Stellen des strukturellen Wechsels durch Elemente wie dem mehrgeschossigen Schaufenster, der geschlossenen Wandfläche und dem Erker gebrochen und gewinnt hier an Leichtigkeit.
Die Tragstruktur selbst wird gebildet durch die in der äussersten Fassadenebene liegenden Stützen, die fest mit dem dahinter angebrachten Durchlaufträger verbunden sind. Dieser kragt an den jeweiligen Enden aus und schafft so den strukturellen Wechsel zu den geschossübergreifenden Freiflächen. Die inneren sichtbaren Unterzüge werden mittels Schöck Isokorb KST Modulen zur Verhinderung von Wärmebrücken kraftschlüssig mit dem äusseren Durchlaufträger verbunden.
Um dem Innenhof seine Grosszügigkeit zu bewahren sowie die Spannweiten der inneren Unterzüge zu reduzieren, wird die umlaufende Galerie und somit der Unterzug auskragend ausgebildet. Die Gebäudeaussteifung funktioniert über die Erschliessungs- und Lagerschicht und über aussteifende Kreuze. Da dem Stahl aus Gründen des Brandschutzes besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, sind die inneren Träger mit Kammerbeton gefüllt. Um deren Leichtigkeit zu bewahren weicht der Beton um die zulässigen 3mm von den Flanschen zurück. Die aussenliegenden Elemente des Tragwerks werden mittels Brandschutzanstrich geschützt.