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Zwei Jahre Gefängnis unbedingt für Paraplegiker-Schirmherr Guido A. ZächBasel/Risch, 11. Juli 2003
Das Basler Strafgericht hat Guido A. Zäch, den Präsidenten der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und Aargauer CVP-Nationalrat, am Freitagnachmittag zu zwei Jahren Gefängnis wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt. Vom Vorwurf der Verleumdung gegen seinen früheren Vizepräsidenten Marc F. Suter wurde Zäch freigesprochen. Gegen mehrere Anklagepunkte wurden die Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Dagegen muss Zäch die Urteilsgebühr von 20'100 Franken sowie die Verfahrenskosten von 36'500 Franken zahlen. - Die Staatsanwaltschaft hatte ihm mehrfache Veruntreuung, mehrfache ungetreue Geschäftsführung mit Bereicherungsabsicht vorgeworfen und eine Zuchthausstrafe von 3 3/4 Jahren gefordert. Zächs Verteidiger plädierten auf Freispruch und Entschädigung. - In seiner Urteilsbegründung ging das Gericht grösserenteils auf die Anschuldigungen von Staatsanwältin Kathrin Villiger ein, die Zäch einen Schaden von 62 Millionen Franken zulasten der Schweizer Paraplegiker-Stiftung vorgeworfen hatte. Unter anderem hatte Zäch selbstherrlich Millionen Spendengelder in verlustreichen Immobiliengeschäften verspekuliert und sich selbst sowie ihm ergebene Mitarbeiterinnen und Verwandte begünstigt. - Die Verteidigungsstrategie Zächs hatte während des Prozesses auf der Aussage beruht, dass sich mehr Rechte und Entscheidungskompetenzen herausnehmen dürfe, wer sich derart aussergewöhnlich für Querschnittgelähmte engagiert habe. - Die Urteilsbegründung von Gerichtspräsidentin Marie-Louise Stamm dauerte fünfviertel Stunden. - Der Prozess gegen den umstrittenen Arzt begann am 23. Juni. Zäch kündigte unmittelbar nach dem Schuldspruch an, er werde gegen das Urteil appellieren. Auch die Staatsanwaltschaft wird gegen das nach ihrer Meinung zu milde Urteil Berufung einlegen. - Im Anschluss an das Urteil kritisierte Zäch das Urteil in einer eigens von ihm einberufenen Pressekonferenz im "Hilton"-Hotel als eine "unerhörte Zumutung". Gleichzeitig gab er seinen Rücktritt aus dem Nationalrat bekannt. Noch während der Urteilsberatung hatten Paraplegiker in Zeitungsinseraten offensichtlich versucht, das Gericht in seinem Entscheid zu beeinflussen.
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"Ist die Verurteilung nicht genug?"
Franziska Tschabold, Frutigen BE
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