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Salix triandra Linné 1753 -- Mandelweide
Viele Kultursorten gründen auf der Mandelweide; meist Sorten für die Korbflechterei. Hauptanbaugebiete waren Frankreich und England. Noch heute werden in den verbliebenen Kulturen jener Länder in einem hohen Prozentsatz Mandelweiden angebaut. Und das aus gutem Grund: Mandelweiden bilden schlanke, biegsame, dabei zähe Ruten sowie unter der Rinde reinweisses Holz. Letzteres macht sie zu beliebten Schälweiden (Ulbrich 1949).
--> ZUR WILDART Salix triandra
Salix triandra 'BLACK GERMAN' -- Mandelweide 'BLACK GERMAN'
Kultursorte GB (/D) ca. 1919
Geschlecht: männlich
Verwendung: Flechtweide
Schwarze Ruten; ursprünglich aus Deutschland?
Eine stark wüchsige Mandelweide mit grau-schwarzer Färbung an der Basis und purpur-farbenen bis dunkelbraunen Rutenspitzen (Stott 2001). Ellmore (1919) unterstellt diese Sorte den Erstklasse-Flechtweiden und rühmt den hervorragenden Ertrag wie auch die Unempfindlichkeit gegen Trockenheit während der Wachstumsperiode. Desweitern sei 'Black German' für gesottene Ware vortrefflich geeignet. Für die Gewinnung von Weissware sei sie besser schälbar nach Schnitt im Mai direkt ab Stock, denn nach Wässerung im Schälteich.
Der Name verweist auf eine Herkunft aus Deutschland; ob dem so ist bleibt zu klären. Unter anderem existierte zu jener Zeit in Deutschland eine Mandelweide mit Namen 'Schwarzer Greveling' (Hilf 1949).
Salix triandra 'BLACK MAUL' -- Mandelweide 'BLACK MAUL'
Kultursorte GB ca. 1870
Syn.: S. triandra 'Black Mauls' oder 'Black Mules' oder 'Black Moles'
Geschlecht: weiblich
Verwendung: Flechtweide
Der Klassiker aus dem Vereinigten Königreich
Das ist sie, die legendäre Flechtweide aus der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands! In den dortigen Flachmooren, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegend und mit einer Ausdehnung von rund 150 Quadratkilometern, wurden seit Beginn des 20. Jahrhunderts Flechtweiden angebaut. Diese mit Lehm und Sand bestückten Torfböden sind für die normale Landwirtschaft ungeeignet; aufgrund der feudablen und gleichmässigen Wasserversorgung eignen sie sich jedoch hervorragend für den Weidenanbau. Gerade Mandelweiden schätzen diese Wachstumsbedingungen, von gut durchlässigem Boden, feucht-warmem Klima und meist windstillen Verhältnissen. Aufgrund der ausgezeichneten, flechterischen Eigenschaften und des sehr hohen Ertragswertes wurde 'Black Maul' zur meist angebauten Kulturweide in Grossbritannien (Stott et al. 2001).
'Black Mules' - bereits 1868 erwähntObwohl das Korbflechtgewerbe weit vor 1500 entstanden ist, wurde der Anbau von Weiden als landwirtschaftliche Kultur erst um das Jahr 1800 angegangen. Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland (Preussen) waren bereits Grossproduzenten, als Grossbritannien über den vermehrten Eigenanbau nachdachte. Korbmacher und späterer Betreiber einer Weidengärtnerei, William Scaling aus Basford, schrieb 1868 eine erste Anleitung zur Kultur. Darin und in der 1871 folgenden Veröffentlichung rühmte er 'Black Mules' als eine der besten Korbflechtweiden. Die leider etwas grosse Anfälligkeit der Mandelweiden für Krankheiten und Schadinsekten war damals auch bereits bekannt.
Hartes Holz und feine SpitzenWie Scaling (1871) lobt auch Jahre später Ellmore (1919) die guten flechterischen Eigenschaften der Mandelweiden und von 'Black Maul' im Besonderen: Hartes Holz, hohe Flexibilität, angenehmer Griff, gleichmässig dünn und lang mit feiner Spitze; sogenannte "Finetops"! DerLobgesangs hallt schliesslich bis in die USA: Diese Flechtweide liefere beste Materialqualität für stabile und langlebige Arbeitskörbe, findet Warren-Wren 1972.Von der Rindenfärbung her besticht diese Sorte gegen Herbst mit braunen, glänzenden Trieben, die bei Schnittzeitpunkt im Winter zu dunkelbraun bis braun-grau übergegangen sind und nach dem Trocknen sowie im Flechtwerk ein dunkles bis silbriges Grau annehmen. Auch als Schälweide bleiben keine Wünsche offen, im gesottenen Verfahren wie insbesondere auch via Naturschäle für schneeweisse Ware.
Von 'Black Mules' zu 'Black Maul' - eine SpurensucheObwohl Ellmore (1919) Bezeichnung und Ursprung der Sorte auf einen Korbmacher aus Leicestershire mit Namen Maul zurückführt, spricht die botanische und flechttechnische Beschreibung dafür, dass die 'Black Mules' oder 'Black Moles' aus den Schriften von Scaling (1868, 1871) im Mindesten die Grundlage zur weiteren Veredlung bildeten. Anfänglich wurde ausserdem von einer Hybride bzw. einem Bastard, denn von einer Sorte ausgegangen. So könnte Mule bzw. Maul Richtung deutsch Maultier weisen und im Sinne von Hybridpflanze interpretiert werden.
Eine historisch sehr bedeutende Kultursorte, die bestimmt irgendwann mal die Schweizergrenze überquert haben mag. Daneben ist 'Black Maul' aber auch eine sehr dekorative Weide mit fantastischer Herbst- und Winterfärbung!
Eintrag erstellt: 28.06.2016/züm - Letzte Aktualisierung: 19.10.2017/züm