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|Quelle||http://retro.seals.ch - digitalisierte Zeitschriften ETH-Bibliothek|
|Inhalt||Nachruf in der Schweizerische Bauzeitung Band 101/102 (1933) Heft 12 Seite 148|
|Quelle||Sammlung Rolf Ramseier|
|Art||Brief mit eigenhändiger Unterschrift¸ 10x13cm|
|Ort/Datum||Kriens¸ 20.11.1901|
|Inhalt||Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift¸ Kriens¸ 20. November 1901¸ an Peter Emil Huber-Werdmüller "Geehrter Herr! Ich bestätige mein Schreiben von heute morgen & nehme¸ ohne Ihren gegentheiligen Bericht¸ an¸ daß für fragl. Anlaß keine besondere Toilette zu beachten sei. Hochachtungsvoll Th. Bell". Huber-Werdmüller beantwortete das Schreiben am 21.11. mit ""Antwortlich Ihre Karte von gestern teile Ihnen mit¸ dass die 3 Mitglieder des engeren Ausschusses obligater Weise in Frack & weisser Cravatee erscheinen werden.."|
Schweizer Industrieller, Luzerner Grossrat
Geboren am 8.3.1840 in Luzern, gestorben am 17.1.1933 in Kriens, kath., von Luzern und Kriens. Sohn des August (1814-1870). Verheiratet ab 1871 mit Helene Ammann, Tochter eines Mailänder Industriellen. Mechanikerlehre, Maschinenbaustudium in Karlsruhe. 1860 Eintritt in die väterl. Firma. Nach der Stilllegung der Rosshaarflechterei und dem Verkauf der Seidenspinnerei legte B. das Hauptgewicht auf die Maschinenfabrik, deren Fabrikationsprogramm erweitert wurde (v.a. Wasserturbinen, aber auch Brücken, Dampfmaschinen, Drahtseilbahnen). B. war massgeblich beteiligt an der Gründung der Papierfabrik Perlen (1872), der Elektrizitätswerke im Thorenberg (Gem. Littau, 1886) und Rathausen (1894). 1886 gehörte B. zu den Initianten der Kriens-Luzern-Bahn. 1900-20 sass er im Verwaltungsrat der SBB, 1919-31 in jenem der Centralschweiz. Kraftwerke und der Eisenwerke von Moos. 1883 war er Mitbegründer und bis 1920 Vorstandsmitglied des Verbands Schweiz. Maschinenindustrieller. 1918 Dr. h.c. der ETH Zürich. 1867-68 verfasste er einen Bericht über Handel und Industrie im Kt. Luzern, darauf Wahl in die Luzerner Handelskammer. 1871-1923 als Liberaler im Luzerner Grossrat, 1875-79 im Gemeinderat von Kriens. Freimaurer. In der Wirtschaftskrise musste nach B.s Tod die Maschinenfabrik, die sein Vater gegründet hatte, verkauft werden (1936).(1)
Die Bell Maschinenfabrik AG Kriens
Die Bell Maschinenfabrik AG Kriens war ein schweizerisches Unternehmen zur Herstellung von Wasserturbinen, Seilbahnen, Stahlbrücken und anderen Stahlbauten. Der gelernte Goldschmied August Bell gründete 1855 in Kriens eine mechanische Werkstätte zur Herstellung von Flechtmaschinen und Webstühlen für Bordüren, die hauptsächlich im zehn Jahre zuvor gegründeten eigenen Weberei- und Spinnereibetrieb eingesetzt wurden. 1859 wurde die ersten Jonval-Turbine gebaut, die damals den üblichen Antrieb für die Fabriken der Textilindustrie bildete. Nach einem Maschinenbaustudium in Karlsruhe trat Theodor Bell 1860 in den elterlichen Betrieb ein, der nach der Aufgabe der Textilbetriebe endgültig zur Maschinenfabrik wurde. Im gleichen Jahr wurde die erste Papiermaschine gebaut und 1862 erhielt Bell den ersten grossen Auftrag zum Bau einer Eisenbahnbrücke, die Brücke für die Schweizerische Nationalbahn bei Mellingen AG. 1870 ging die Führung des Betriebes von August Bell an Theodor Bell über, der die Aktiengesellschaft der Maschinenfabrik von Theodor Bell & Cie. gründete. Die Firma stieg in das Geschäft mit Seilbahnen ein, denn auch diese Anlagen wurden ursprünglich mit Wasserturbinen angetrieben. 1877 baute Bell auf der Strecke Lausanne-Ouchy die erste Schienenseilbahn der Schweiz, die dem öffentlichen Personenverkehr diente und von zwei Girard-Turbinen angetrieben wurde. Bell baute 1885 das Kraftwerk Thorenberg bei Littau für die Erzeugung von Einphasenwechselstrom. Es gilt als die ältestes derartige Anlage der Welt, dessen Strom für die ersten elektrischen Lichter der Stadt Luzern und im Besonderen für diejenige des Gletschergartens verwendet. Theodor Bell war auch an der Gründung der Centralschweizerische Kraftwerke (CKW) beteiligt und initiierte den Bau der Kriens-Luzern-Bahn (KLB). Die Bell Maschinenfabrik war zunehmend im Export tätig. Standseilbahnen wurden nach Frankreich, Italien, Russland, Litauen, Spanien, Portugal und Japan geliefert, wobei in Japan alleine 14 Anlagen innerhalb von 7 Jahren errichtet wurden. Nachdem Tod von Theodor Bell musste der stark unter der Weltwirtschaftskrise leidende Familienbetrieb 1936 verkauft werden. 1959 wurde das inzwischen in Bell Maschinenfabrik AG umbenannte Unternehmen durch die Escher Wyss AG in Zürich übernommen, die seinerseits 1967 mit der Sulzer AG in Winterthur fusionierte. Bis 1971 wurde die Herstellung von Seilbahnen, Papiermaschinen und Stahlbauten aufgegeben. Die Firma wurde 1991 in Bell - Escher Wyss AG umbenannt und 1995 in Sulzer Hydro AG, womit der Namen Bell von der Bildfläche verschwand. Die Sulzer Hydro AG wurde 2000 von der österreichischen VA Technologie übernommen und zuerst in VA Tech Escher Wyss AG umbenannt, die aber ab 2001 VA Tech Hydro AG hiess. 2005 wurde die VA Technologie von Siemens übernommen, worauf die EU-Kartellbehörde den Verkauf der Wasserkraftwerksparte verlangte. Dadurch gelangte 2006 VA Tech Hydro AG an die österreichische Andritz AG und firmiert nun als Andritz Hydro AG.
Quelle Biografie:

Dieser Artikel (1) basiert auf dem Artikel Theodor Bell aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Markus Lischer. Version : 25.06.2002.

Dieser Artikel (2) basiert auf dem Artikel Bell Maschinenfabrik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.