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Baldrian kommt bei uns in Europa und in den klimatisch gemäßigten Zonen Asiens vor. Er bevorzugt feuchte Wiesen oder sumpfige Waldränder. Seine Anpassungsfähigkeit erlaubt es ihm, auch an trockenen, schattigen Orten bis zu 2400 Meter über Meer zu wachsen. Je trockener und sonniger der Standort ist, umso filigranere und kleinere Blattabschnitte entwickelt die Pflanze. Die Bergformen sind im Allgemeinen aromatischer als die Sumpfformen. Der Baldrian war schon bei den griechischen und römischen Ärzten bekannt. Die Wurzel wurde zur Zubereitung von Tee oder Tinkturen verwendet und als allgemeines Stärkungsmittel eingesetzt. Vermutungen, dass der lateinische Name der Pflanze von „valere“ (kräftig) abgeleitet wurde, werden daher sicher untermauert. Interessanterweise wurde Baldrian in dieser Zeit nicht als Beruhigungsmittel eingesetzt. Anhand von Versuchen konnte festgestellt werden, dass die zentral beruhigende Wirkung des Baldrians nicht von einer Substanz abhängt, sondern nur durch die Anwesenheit der übrigen Bestandteile der Wurzel zu erklären ist. Heute zählt Baldrian mit einer Vielzahl von Eintragungen in pharmazeutischen Stofflisten zu den meistverwendeten Extrakten in pflanzlichen Medikamenten in Europa.
Anwendungen
Akut
Bei Ein- und Durchschlafstörungen, Angst- und Spannungszuständen, Unruhezuständen mit nervösem Gedankenfluss und bei leichten krampfartigen Beschwerden.
Kur
Baldrian fördert die Schlafqualität und kann als Kur zur Behandlung von Ein– und Durchschlafstörungen angewendet werden.
Tee
1 Teelöffel der fein zerschnittenen, getrockneten Wurzel mit kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen. Baldrian kann in Kombination mit Passionsblume, Lavendel, Melisse und etwas Minze als Schlaf- und Nerventee eingenommen werden. Für Kinder und Erwachsene geeignet.
Tinktur
Die Tinktur kann innerlich angewendet werden. 30 Tropfen mit etwas warmem Wasser verdünnen und einnehmen. Für Kinder und Erwachsene geeignet. Äußerlich kann die Tinktur als Badezusatz verwendet werden.
Wirkung
Innerlich wirkt Baldrian beruhigend (sedativ), fördert die Schlafbereitschaft und wirkt leicht krampflösend (spasmolytisch).
Wirkstoffgruppe: Ätherisches Öl (Valepotriate)
Hinweis
Im Umgang mit der Baldriantinktur ist die Dosierung von großer Wichtigkeit. Es gibt Menschen, die bei einer zu geringen Dosierung von 3 mal täglich 10 Tropfen aktiv und unruhig werden. Bei diesem grundsätzlich positiven Zeichen sollte die Dosierung erhöht werden.