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Kantonales Aktionsprogramm «Psychische Gesundheit»
Psychische Gesundheit wird als vielschichtiger Prozess definiert, der Aspekte wie Wohlbefinden, Optimismus, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Beziehungsfähigkeit, Sinnhaftigkeit, Alltagsbewältigung und Arbeitsfähigkeit umfasst.
Laut WHO (2003) fühlt sich eine Person psychisch gesund, wenn es ihr möglich ist, ihre geistigen und emotionalen Fähigkeiten zu nutzen, die alltäglichen Lebensbelastungen zu bewältigen, produktiv zu arbeiten und in der Gemeinschaft einen Beitrag zu leisten. Neuere Definitionen gehen davon aus, dass Gesundheit nicht ein Zustand ist, sondern ein dynamischer Prozess, der neben individuellen Aspekten auch massgeblich von sozioökonomischen, kulturellen und ökologischen Faktoren beeinflusst wird (WHO 2011). Entscheidend dabei ist das Verhältnis von Ressourcen und Belastungen. Je mehr Ressourcen einer Person zur Verfügung stehen, desto besser ist sie in der Lage, Belastungen zu bewältigen.
Durch breit abgestützte und spezifische Massnahmen und Projekte sollen verschiedene Zielgruppen in den jeweiligen Settings erreicht werden, um die Rahmenbedingungen zur Förderung der psychischen Gesundheit zu stärken.
Das Kantonale Aktionsprogramm «Psychische Gesundheit» befindet sich aktuell in der Phase 3, das von 2021 bis 2024 umgesetzt wird. Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Eckpunkten des Programms und den Massnahmen.
Eckpunkte
In Uri bleibt der Anteil psychisch gesunder Menschen - insbesondere der Kinder und Jugendlichen - in den nächsten Jahren gleich oder steigt noch weiter an.
Das Kantonale Aktionsprogramm soll dazu beitragen, dass Personen im Kanton Uri psychisch gesund sind und über eine gute gesundheitsbezogene Lebensqualität verfügen. Mit dem Programm werden folgende übergeordnete Ziele verfolgt:
FRÜHE KINDHEIT
- Das Umfeld für Kinder in der Lebensphase «frühe Kindheit», deren Eltern und Erziehungsberechtigten ist so gestaltet, dass es die psychische Gesundheit der Kinder fördert. Institutionen und deren Fachpersonen, die die Eltern, Familien / Erziehungsberechtigten und deren Kinder in der frühen Kindheit begleiten, beraten, betreuen und bilden, sind sich bewusst, dass in der frühen Kindheit die Ressourcen und Lebenskompetenzen der Kinder gestärkt werden können, damit diese langfristig psychisch gesund bleiben. Sie integrieren diese Themen in ihre Arbeit.
VULNERABLE GRUPPEN
- Verschiedene Bevölkerungsgruppen, insbesondere vulnerable Personen, werden in ihren Ressourcen und Gesundheitskompetenzen gestärkt und über Beratungs- und Unterstützungsangebote informiert (z.B. Personen in sozioökonomisch- und soziokulturell schwierigen Situationen, in kritischen Lebensübergängen, während der Schwangerschaft, Eltern, Kinder und Jugendliche aus psychisch belasteten Familiensituationen). Diese sollen sie präventiv oder in belastenden Situationen unterstützen.
SCHULE
- An Urner Schulen wird die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen und Schulleitungen thematisiert und gezielt gestärkt. Die Urner Schulen sind sensibilisiert und setzen sich dafür ein, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Ressourcen und Lebenskompetenzen stärken, sich mit Themen rund um ein positives Körperbild auseinandersetzen und dadurch psychisch gesund bleiben.
ÖFFENTLICHER RAUM
- Der Lebensraum im Kanton Uri ist so ausgestaltet, dass Bewegung und Begegnung möglich und attraktiv sind und die Kinder und Jugendlichen am gemeinschaftlichen Leben teilhaben können. Es sind Rahmenbedingungen geschaffen, die Gesundheitsrisiken beseitigen, reduzieren oder kontrollieren.
SENSIBILISIERUNG UND INFORMATION
- Die Urner Bevölkerung und Organisationen werden zum Thema psychische Gesundheit sensibilisiert. Das Bewusstsein für die Wichtigkeit der psychischen Gesundheit für das gesunde Aufwachsen und die positive Entwicklung der Kinder wird gestärkt. Der Bevölkerung werden aktuellen Informationen zu psychischer Gesundheit sowie zu bestehenden Angeboten im Kanton Uri zur Verfügung gestellt.
GESUNDHEITSFÖRDERUNG STÄRKEN
- Das Kantonale Aktionsprogramm ist breit abgestützt, kommunal, kantonal, regional und national gut vernetzt. Die verschiedenen Sektoren (Gesundheits- / Sozial- / Umwelt- / Bildungs- / Wirtschafts-) übernehmen Verantwortung für die gesundheitlichen Belange. Alle in der Gesundheitsförderung tätigen Akteure werden bei den Massnahmen partizipativ miteinbezogen - denn Gesundheitsförderung verlangt ein koordiniertes Zusammenwirken unter Beteiligung breiter Kreise, die die Gesundheit beeinflussen können.
Das Kantonale Aktionsprogramm spricht gemäss den Vorgaben von Gesundheitsförderung Schweiz schwerpunktmässig folgende Zielgruppe an:
- Kinder und Jugendliche im Alter von -9 Monaten (Schwangerschaft) bis zum 20. Lebensjahr
Erwachsene Personen werden zudem als wichtige Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen miteinbezogen sowie über Massnahmen im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements BGM angesprochen.
Das Kantonale Aktionsprogramm KAP «Psychische Gesundheit» wird seit dem 1. Oktober 2012 umgesetzt und wurde 2020 durch den Regierungsrat um weitere vier Jahre von 2021 bis 2024 verlängert.
Folgende vier Ebenen bilden das zentrale Element für die Umsetzung von Massnahmen und Projekten:
Interventionen
Wir verbreiten erprobte Projekte
Policy
Wir streben positive und dauerhafte Veränderungen des Lebensumfelds in der Bevölkerung an
Vernetzung
Wir regen Akteure auf Kantons-, Gemeinde- und Organisationsebene an, sich zu vernetzen
Öffentlichkeitsarbeit
Wir sensibilisieren die Bevölkerung zu psychischer Gesundheit
Das Gesamtbudget für die vierjährige Programmdauer beträgt 702'000 CHF. Jährlich stehen somit rund 175'500 CHF zur Verfügung. Das Kantonale Aktionsprogramm wird durch den Kanton Uri und Gesundheitsförderung Schweiz finanziert.
Einzelne Projekte werden durch andere Institutionen und Organisationen mitfinanziert.