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Viele Jahre lang wütete im Wasen ein Brandstifter und Dieb. Im Mai 1909 wurde der Beschuldigte in Burgdorf verurteilt.
Am Montag Nachmittag begannen die Verhandlungen im schwersten Fall der Tagung. Als Angeklagter wurde aus der Haft vorgeführt Gottfried Schütz, geb. 1890 , Zimmermann, wohnhaft im Süllenbach bei Wasen, angeklagt der Brandstiftung, Versuch der Brandstiftung, Diebstahl, Eigentumsbeschädigung und Entweichung. Schütz wird von Amtes wegen verteidigt duich Fürsprecher Schorer in Langnau. Die Bevölkerung von Wasen wurde in der letzten Zeit durch eine Reihe von Brandausbrüchen geängstigt, denen einige Gebäude in der nächsten Umgebung zum Opfer fielen, und die ganz unzweifelhaft durch Schützes willige Hand gestiftet worden waren. So brannte am 24. Juni 1906 das Wohnhaus mit Scheune und Schweisswerkstätte des Gottlieb Reist in Wasen vollständig nieder. In der Nacht vom 18. / 19. Oktober 1908 wurde das Wohnhaus mit Scheune des Johann Haslebacher, im unteren Hornbach zu Wasen durch Feuer zerstört. In der selben Nacht brach im Gebäude der Witwe Elise Lüthi-Stalder auf dem Wasen ebenfalls Feuer aus, und zwar zu der gleichen Stunde, in der das Haus des Johann Haslebacher in Flammen aufging. Daselbst konnte indessen das Feuer im Entstehen gelöscht werden, bevor es weiteren Schaden anstiftete. Beim Wohnhaus des Rudolf Gehrig im oberen Großenbach zu Wasen fand man auf der Einfahrt beim Eingangstor das Schindeldach angebrannt vor. Der Angeklagte Schütz hatte anfänglich dem Untersuchungsrichter von Trachselwald ein Geständis über diese Brandlegungen abgelegt. Im weiteren Verlauf der Untersuchung dieselben aber samt und sonders widerrufen. Er will nur gestanden haben, um mit dem Gstürm fertig zu werden . Die Anklage wird indessen durch eine Reihe von ihn belastenden Tatsachen unterstützt. Zum Beispiel wählend er sich an den Löscharbeiten im unteren Grossenbach beteiligte, trug er ein auffällig verstörtes Wesen zur Schau. Sodann ist durch die Untersuchung festgestellt worden, daß Schütz an vielen Orten versuchte, Weibspersonen zu besuchen , aber überall abgewiesen wurde. Die Vermutung, sah Schütz sich für die ihm gewordene Abfertigung durch Brandstiftung rächen wollte, ist durchaus nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Schütz ist ferner geständig, zum Nachteil des Jakob Bärtschi, im Unterfuhrenberg eine Peitsche entwendet zu haben. In der Nacht vom 2. / 3. Januar entwich er mit drei andern Angeklagten aus dem Gefängnis in Trachselwald , konnte aber nach einigen Tagen wieder zur Haft gebracht weiden. Schütz ist trotz seiner Jugend ein verdorbener Bursche. Lehrer, Pfarrer und Pflegeeltern, selbst der eigene Vater stellen ihm bezüglich Betragen und Charakter kein günstiges Zeugnis aus. Früher zeigte er ausgesprochenen Hang zum Stehlen, und bereits im Alter von sieben bis acht Jahren soll er vorsätzlich Feuer eingelegt haben . Für die Verhandlungen dieses Falles wurden vier Tage angesetzt.
Brand vom 24. August 1908
In Wasen ist das große Bauernhaus des Haslebacher im Großenbach abgebrannt. Acht Schweine fand man nach dem Brande noch lebend im Stalle, weil dieser solid aus Zement gebaut war. Dagegen kam der Hofhund an der Kette um. Es liegt böswillige Brandstiftung vor.
Brand vom 27. Juni 1906
Aus unbekannter Ursache brach morgens 3 Uhr in dem Haus des Schreiners Reist auf dem Wasen Feuer aus, welches das Gebäude vollständig einäschert.
Brand vom 10. Juni 1905
In Wasen bei Sumiswald ist am Montag Vormittag ein von drei Familien bewohntes Haus abgebrannt. Sämtliches Mobiliar, sowie Fr. 150 in barem Gelde sind in den Flammen geblieben. Zwei Familien hatten nichts versichert und erleiden empfindlichen Schaden.