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Mobbing
Begriff
Mobbing wird im Deutschen oft als moralische oder psychologische Belästigung bezeichnet. Es leitet sich vom englischen Verb "to mob" ab, das so viel wie "überfallen", "misshandeln" oder "angreifen" bedeutet. Am Arbeitsplatz äußert es sich darin, dass ein Arbeitnehmer durch feindselige Handlungen seiner Kollegen, seines Vorgesetzten oder seines Chefs destabilisiert und an den Rand gedrängt wird.
Häufigkeit und Dauer
Um Mobbing anzunehmen, muss es eine gewisse Zeit gedauert haben und die feindseligen Handlungen müssen sich mit einer gewissen Häufigkeit wiederholt haben. Es handelt sich nicht um Mobbing, wenn es sich um eine vorübergehende Konfliktsituation oder ein schlechtes Arbeitsklima handelt.
Manchmal ist es schwierig, Mobbing von einer einfachen angespannten Situation oder einem Konflikt am Arbeitsplatz zu unterscheiden. Wie geht man mit der Situation eines Vorgesetzten um, der seinem Angestellten regelmäßig Vorhaltungen macht, die in der Form manchmal verletzend sind, in der Sache aber gerechtfertigt sind?
Ärztliches Zeugnis
Bei schweren Arbeitskonflikten wird der Arbeitnehmer manchmal arbeitsunfähig. In der ärztlichen Bescheinigung steht manchmal, dass der Mitarbeiter aufgrund von Mobbing am Arbeitsplatz nicht mehr zur Arbeit kommen kann. Reicht dieses ärztliche Zeugnis aus, um zu beweisen, dass tatsächlich Mobbing stattgefunden hat?
Richtlinie
Der Arbeitgeber muss die psychische Gesundheit seiner Angestellten schützen. Er muss Mobbing-Situationen im Unternehmen verhindern und beenden. Er ist verpflichtet, eine Richtlinie einzuführen, die auf die Bekämpfung von Mobbing abzielt.
Es muss ein Verfahren eingeführt werden, wenn eine Mobbing-Situation auftritt. Der Arbeitgeber muss eine kompetente Vertrauensperson benennen, die Beschwerden von Arbeitnehmern entgegennimmt. Sie muss bestimmte Merkmale in Bezug auf Unabhängigkeit, Neutralität und Vertraulichkeit erfüllen.
Soziale Netzwerke
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Mobbing am Arbeitsplatz zu verhindern und zu beenden. Aufgrund der fortgeschrittenen Technologie verlagern sich diese Situationen jedoch manchmal ins Internet, in soziale Netzwerke. Welche Verantwortung trägt der Arbeitgeber in solchen Situationen?
Zivilrechtliche Haftung
Der Arbeitgeber haftet, wenn er nicht alle zumutbaren Maßnahmen ergreift, um Mobbing-Situationen zu beenden. Die Rechnung kann gesalzen sein, insbesondere wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Mobbings arbeitsunfähig wird oder wenn der Arbeitgeber ihn entlässt.
Neben einer möglichen Entschädigung für eine ungerechtfertigte Kündigung kann der Arbeitnehmer in besonders schweren Fällen auch eine Entschädigung für immaterielle Schäden verlangen. Um eine solche Entschädigung zu rechtfertigen, muss die Verletzung der Persönlichkeit des Mitarbeiters jedoch besonders wichtig und schwerwiegend sein.
Was ist, wenn es am Arbeitsplatz einen Konflikt gibt, diese angespannte Situation aber formell kein Mobbing darstellt?
Strafrechtliche Verantwortung
Abgesehen davon, dass es sich um Mobbing handelt, können bestimmte Verhaltensweisen strafrechtlich relevant sein, insbesondere im Fall von Verleumdung. Der Arbeitnehmer kann unter bestimmten Bedingungen eine Klage gegen den Mobber einreichen.
Entlassung
Angesichts einer Mobbing-Situation ist der Arbeitgeber manchmal versucht, die belästigte Person zu entlassen. Die Gründe dafür sind vielfältig: der Wunsch, weitere, manchmal mühsame Maßnahmen zu vermeiden, die Entlassung nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit...
Eine solche Entlassung ist äußerst riskant. Sie wird in den meisten Fällen als missbräuchlich eingestuft.
Burnout
Der psychische Zustand eines Mobbingopfers kann sich verschlechtern und zu einem Burnout führen. Der Arbeitnehmer ist nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen und seine Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Die Arbeitsunfähigkeit ist nie weit entfernt.
Kann der Arbeitgeber ihn in einem solchen Fall kündigen? Die Kündigung wird missbräuchlich sein, wenn der Arbeitgeber für die Arbeitsunfähigkeit seines Arbeitnehmers verantwortlich gemacht werden muss.
Ansprüche
Um den Arbeitnehmer dazu zu bewegen, seine Rechte geltend zu machen, hat der Gesetzgeber einen Schutz vor so genannten Vergeltungskündigungen vorgesehen. Ein Arbeitgeber, der einen Arbeitnehmer entlässt, der ihn auffordert, etwas gegen Mobbing-Täter zu unternehmen, riskiert viel. Wie sieht es aus, wenn es sich schließlich nicht um Mobbing handelt?
Kündigung zur Unzeit
Ist ein Arbeitnehmer, der an seinem Arbeitsplatz nur begrenzt arbeitsunfähig ist, vor einer Kündigung zur Unzeit geschützt? Nein hat das Bundesgericht entschieden!
Allerdings muss diese Situation mit äußerster Vorsicht gehandhabt werden. Wenn der Arbeitgeber nicht die notwendigen Schritte unternommen hat, um Mobbing zu verhindern oder zu beenden, muss er eine Entschädigung zahlen, die sich auf mehrere Monatsgehälter belaufen kann.