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Fünf von zehn Mannschaften der Super League greifen am Wochenende in den 1/16-Finals in den Schweizer Cup ein. Die vier im Europacup engagierten Mannschaften sind dispensiert. Vaduz nimmt am Cup gar nicht teil.
Das Coronavirus hat so manchen Verband gezwungen, flexibel zu sein und nicht am Alten festzuhalten. Meisterschaften wurden mit englischen Wochen durchgepeitscht, die Europacup-Trophäen wurden in Finalturnieren vergeben, die Qualifikation im neuen Europacup wird grösstenteils ohne Rückspiele ausgetragen.
Auch der SFV, Schirmherr über den Schweizer Cupwettbewerb, musste sich seine Gedanken machen. Die Lösung scheint gut und pragmatisch zu sein. Die 19 Klubs der SFL, die im Herbst ein dicht gedrängtes Meisterschaftspensum absolvieren müssen, greifen erst in der zweiten Runde, den Sechzehntelfinals, oder im Fall der vier in die Europacup-Qualifikation involvierten Klubs gar erst in den Achtelfinals ein.
Dies wiederum bedeutet eine eigentümliche Novität: Die Young Boys, St.Gallen, Basel und Servette werden im ganzen Herbst kein einziges Cupspiel bestreiten, denn die Achtelfinals sind erst für den Februar 2021 programmiert.
Seit Jahr und Tag träumt jeder Klub aus dem Regionalfussball, der es in die 1. Hauptrunde bringt, vom grossen Los, von einem Heimspiel gegen die YB, Basel, die Grasshoppers, Servette und andere. Aber diesmal waren in der 1. Hauptrunde keine Traumlose möglich.
Die Restriktionen während der Pandemie hätten die beliebten Dorf- und Volksfeste ohnehin verhindert. Keine dichten Zuschauerreihen rund um den Sportplatz, kein Gedränge am Bratwurststand. Aber ein einziges Mal überhaupt gegen einen ganz Grossen spielen zu können macht sich in der Chronik jedes kleinen Vereins gut, auch wenn nicht viele Fans Augenzeugen werden können.
Doch die Auslosung der Sechzehntelfinals meinte es mit den wenigen verbliebenen Davids nicht gut. Balerna, der letzte Vertreter aus der regionalen 2. Liga, bekam Monthey aus der interregionalen 2. Liga zugeteilt. Eine Direktbegegnung zweier Kleiner also. Und Schöftland, der zweite noch mitspielende Klub aus der 2. Liga inter, tritt gegen den Erstligisten Solothurn an. Der SFV machte, quasi als Ausgleich, den Unterklassigen ein Zugeständnis. Bis und mit Halbfinals wird die Mannschaft aus der schwächeren Liga immer daheim spielen können.
Am Wochenende sind die Mannschaften der Super League und der Challenge League in sechs der zwölf Partien unter sich. Zum Schlagerspiel treffen sich Thun und Luzern am Sonntag um 16 Uhr. Hier der FC Thun, der trotz einer ausgezeichneten Gesamtleistung in der Rückrunde nach zehn Jahren den Weg zurück ins Unterhaus antreten musste, dort der FC Luzern, der im Frühling unter dem neuen Trainer Fabio Celestini lange Zeit ebenfalls einen guten Eindruck machte.
Die Thuner fahren trotz der herben Enttäuschung in den Barrage-Spielen gegen Vaduz mit Trainer Marc Schneider weiter. Bis anhin ist der Umbruch im Kader, wie ihn mancher Absteiger erlebt, nicht so stark, dass den Berner Oberländern – besonders in den Heimspielen – nicht die gleich guten Leistungen zuzutrauen wären wie in der Rückrunde der letzten Saison.
Von den Leistungsträgern haben nur Verteidiger Basil Stillhart (zu St.Gallen) und Goalie Guillaume Faivre (zu YB) den Klub verlassen. Stürmer Simone Rapp wechselte zurück zu Lausanne-Sport, aber der lange Tessiner war zuletzt im Thuner Angriff längst nicht immer erste Wahl.
Ein Cupduell unter Challenge-League-Vereinen scheint ebenfalls interessant zu sein: Stade Lausanne-Ouchy gegen die Grasshoppers am Samstag um 16.30 Uhr. Man wird zum ersten Mal sehen, was das unter der chinesischen Führung und der Mitwirkung des portugiesischen Spieleragenten Jorge Mendes runderneuerte GC leisten kann. In der letzten Challenge-League-Saison siegten die Zürcher gegen die Waadtländer in drei von vier Duellen. Im Februar jedoch gewann Stade Lausanne-Ouchy daheim 4:1. (abu/sda)
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