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Der kleine, weitgehend unberührte Weiler mit drei stattlichen Höfen liegt etwas abseits der heutigen Hauptstrasse auf dem Plateau zwischen Ortschwaben und Meikirch. Er ist Teil der traditionell geprägten Agrarlandschaft mit abwechslungsreichen Fluren, grossen Einzelbäumen und Baumgruppen sowie geschwungener Strassenführung. Im Mittelalter führte die Landstrasse von Bern nach Aarberg wahrscheinlich direkt bei Aetzikofen vorbei. Die Siedlung wurde vermutlich schon im Frühmittelalter, zwischen 600 und 800 n.Chr. gegründet.
Die drei nach Süden ausgerichteten Bauernhäuser mit den sechs Fensterachsen und der grossen Ründe bilden eine wirkungsvolle Reihe.
Bauernhaus mit Sündenfall-Malerei in der Ründe
(Plan Nr. 1)
Bauernhaus von 1829 (Plan Nr. 3)
Bauernhaus von 1797 (Plan Nr. 4)
Besonders eindrücklich ist das nördliche, leicht erhöhte Bauernhaus (Plan Nr. 1) mit der Darstellung des Sündenfalls und dem Wappen der Familie Schmid in der Ründe. Die Familie Schmid liess das Haus um 1800 bauen und betrieb damals angeblich auch noch die Mühle in Ortschwaben. Das Gebäude besitzt ein reich gegliedertes Erdgeschoss und einen Oberbau in Ständerbauweise. Aussergewöhnlich ist der segmentbogige, mit dem Wappen der Familie Schmid verzierte Hauseingang. Ursprünglich war auch das heute verschindelte Ründefeld mit biblischen Szenen bemalt. Möglicherweise stehen diese Malereien mit der religiösen Gesinnung des Erbauers in Verbindung.
Das kleinere Bauernhaus auf der Westseite (Plan Nr. 2) war ursprünglich eine Stallscheune und wurde 1926 auf der Südseite mit einem Wohnteil ergänzt.Die beiden anderen Höfe gehörten spätestens um 1800 zusammen, wurden aber 1886 getrennt, und sind heute besitzmässig aber wieder vereint.
Das nördliche Bauernhaus (Plan Nr. 3), ein prächtiger Riegbau, wurde vermutlich 1829 anstelle eines strohgedeckten Holzbaus errichtet. Zu diesem Hof gehören ein Ofenhaus-Stöckli und ein umgestalteter und erweiterter Speicher.
Das südliche Bauernhaus (Plan Nr. 4) liess der Amtsrichter, Gerichtsstatthalter und Grossrat Christian Schütz 1797 erbauen. Nach seinem Tod gelangte die umfangreiche Liegenschaft an die Erben des mit ihm verwandt gewesenen Statthalters Johannes Schori. Bereits im 19. Jahrhundert ging das Gut an die heutige Besitzerfamilie Bucher über. Das Haus mit ehemals grau bemaltem Fachwerk und dekorativ gestalteten Fensterläden ist heute mit einer Aussenverschalung versehen, zeigt aber immer noch das Ursprüngliche Ründefeld mit dem Wappen der Familie Schütz und dem Baujahr 1797.
Der 2021 total sanierte repräsentative Wohnstock mit ehema-ligem Ofenhaus (Plan Nr. 5) wurde 1808 mit Sandsteingliederung und vorzüglicher Hausteinarbeit erbaut. Mit diesem Gebäude stellte der Bauherr seine gehobene soziale Stellung und seinen Reichtum zur Schau. Schaufronten bilden sowohl die auf den Garten ausgerichtete Giebel- wie auch die dem Hof zugewandte Längsseite.
Zum herrschaftlichen Gesamtbild gehört der geräumige Hof mit grossen Kastanien- und Lindenbäumen und dem klassizistischen, nur noch teilweise erhaltenen Obeliskbrunnen.
Wohnstock von 1808 (Plan Nr. 5)
Quellen:
Caviezel-Rüegg, Zita/Walter, Matthias: Der ehemalige Amtsbezirk Aarberg. Die Kunstdenkmäler der Schweiz, hrsg. von der Gesellschaft für schweizerische Kunstgeschichte. Bern, 2018, S. 292-293.