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Während der FC Liverpool sein Stadion Schritt für Schritt erweitert, plant der FC Everton, ein komplett neues Stadion zu errichten. Seit 2017 ist bekannt, dass die neue Heimat der «Toffees» im Quartier Bootle gleich bei den Bramley-Moore-Docks und direkt am Wasser liegen wird.
Geplant ist eine hochmoderne Arena mit 52'000 Zuschauern für rund 500 Millionen Pfund. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Arena auf 62'000 Sitzplätze auszubauen. Neben einem grossen Parkhaus soll es zudem zwei Fan-Plazas vor dem Stadion geben – eine auf der Ost- und eine auf der Westseite des Gebäudes.
Bei der kommenden Sitzung des Stadtrats soll der zweite Liverpooler Traditionsklub die Planungsgenehmigung für das neue Stadion erhalten. Der Planungsbeauftragte hat die Baupläne durchgewunken und dem Stadtradt empfohlen, dem Projekt grünes Licht zu geben. Am 23. Februar wird darüber abgestimmt, der Spatenstich soll im Frühling erfolgen.
Doch es regt sich Widerstand. Die staatliche Denkmalpflegebehörde «Historic England» will den Bau mit den aktuellen Plänen verhindern. Man sieht das Stadion als Gefahr für den historischen Status der Bramley-Moore-Docks an und fürchtet, dass die UNESCO der Hafen-Region den Weltkulturerbe-Status entziehen könne, den diese seit 2004 innehat.
Die Docks wurden in den 1840er-Jahren gebaut und würden im Grossprojekt «Liverpool Waters», zu dem auch das Everton-Stadion gehört, komplett aufgefüllt. «Das Stadion wird einen völlig inakzeptablen, nachteiligen Einfluss auf die Authentizität, Integrität und den herausragenden Wert der ‹World Heritage Site› haben», heisst es in einem Bericht der UNESCO, obwohl als Baumaterial hauptsächlich die klassischen roten Backsteine, Glas und Stahl verwendet würden.
Dennoch pocht die UNESCO auf einen neuen Gesamtplan und empfiehlt dem Stadtrat, das Stadionprojekt abzulehnen. Tue er das nicht, werde man zusammen mit Historic England und Robert Jenrick, dem Minister für Wohnungswesen versuchen, den Bau zu stoppen.
Der Baubeginn könnte sich so bis 2024 verzögern. Gut möglich, dass der altehrwürdige Goodison Park also noch ein Weilchen die Heimat der «Toffees» bleiben wird. (pre)