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Frisch, Max, der: Schweizer Frauenrechtler, Selbstfinder, Kierkegaard-Exeget, Philanthrop und Architekt wirkte von 1911 bis 1991 in der Schweiz. Als seine grösste Leistung gilt gemeinhin – darüber kamen Germanisten mehrmals überein – die Förderung hygienischer Standards und körperlicher Ertüchtigung im verslumten Gebiet um den Letzigrund in Zürich, durch den Entwurf und den eigenhändigen Bau einer öffentlichen Badeanstalt und einer zugehörigen Eisdiele.
In seinen Büchern stellte der Wohlgeformte die für Pubertierende und Mittvierziger wichtige Frage: «Wer bin ich und wenn ja, wie viele?», und beantwortete sie gekonnt wiederholend in Theaterstücken und Prosatexten. Daneben bekämpfte er die – bis dahin in der Schweiz weitverbreitete – Praxis des Inzests (siehe dazu das Werk →Homo Faber), erklärte den Schweizern mit dem Schulstück →Andorra, wie der →Faschismus funktioniert (eine wegen fehlender historischer Erfahrung dringend notwendige Lektion) und er zeigte, dass man nicht jeden dahergelaufenen →Wirtschaftsflüchtling bei sich auf dem Dachboden leben lassen sollte (auch dies eine Lektion, welche die von ihrer humanitären Tradition zuweilen allzu sehr berauschten Schweizer bitter nötig hatten), siehe dazu →Biedermann und die Brandstifter. Er war kurzum ein Mann, der einiges zu entwerfen, vieles zu sagen und noch mehr zu lehren hatte.