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Das Mädchen aus dem Norden
Drama
Schweden 2016
Die 78-jährige Christina (Maj-Doris Rimpi) kommt gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrer Enkelin in den Norden Schwedens, um am Begräbnis ihrer Schwester Njenna teilzunehmen. Als sie von anwesenden Trauergästen auf Samisch angesprochen wird, antwortet sie auf Schwedisch, und nach der Beerdigung zieht sie sich in ihr Hotel zurück. Sie will nichts mit ihrer Vergangenheit zu tun haben.
Eine Rückblende erzählt von Christinas Jugend im Schweden der 1930er-Jahre. Ihr samischer Name ist Elle Marja . Als 14-Jährige muss sie mit ihrer Schwester Njenna auf eine Internatsschule in Lappland, fernab von ihrer Familie, die als Rentierzüchter durchs Land zieht. Der Alltag der Samen ist seit jeher von Diskriminierung und Ausgrenzung geprägt. In der Schule ist es den Kindern verboten, Samisch zu sprechen, weil ihnen die schwedische Kultur nahegebracht werden soll. Elle Marja bemüht sich um die Anerkennung ihrer Lehrerin, in der Hoffnung, so ihrem Traum von einem schwedischen Leben näherzukommen.
Als an der Schule erniedrigende, rassenbiologische Untersuchungen durchgeführt werden, entscheidet sie sich für einen radikalen Schritt: Das willensstarke und rebellische Mädchen bricht mit seiner Familie und macht sich auf den Weg nach Uppsala. Doch die Identität zu wechseln erweist sich als viel schwieriger, als sich Elle Marja das vorgestellt hat.
Die Geschichte des Sami-Mädchens Elle, das seine Identität verleugnet, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, spielt zwar in der Vergangenheit, doch dank der universellen Story, dem Dreh an Originalschauplätzen und der starken physischen Präsenz der Darstellerinnen und Darsteller - zu einem grossen Teil Laien - wirkt sie höchst aktuell und mitreissend. Man merkt, dass die Macherin dank ihrer Biografie nah an der Geschichte dran ist: Die schwedische Regisseurin Amanda Kernell wuchs als Tochter eines samischen Vaters und einer schwedischen Mutter auf.
In einem Interview erzählt sie, dass es ihrem Vater sehr wichtig war, über die Herkunft seiner Familie zu sprechen, weshalb sie ihren ersten Spielfilm als eine Liebeserklärung an die Älteren ihrer Familie und deren Generation sieht. Davor realisierte sie diverse Kurzfilme, unter anderem «Stoerre Vaerie », der als Pilotfilm für «Sami» diente und am Sundance Film Festival Premiere feierte. Das Casting der beiden jungen Protagonistinnen dauerte zwei Jahre, weil es Kernell wichtig war, zwei Schwestern zu finden, die Südsamisch sprechen, eine Sprache, die nur noch von 500 Menschen gesprochen wird. Es war auch deshalb ein langwieriger Prozess, weil das Misstrauen gegenüber Filmemachern und Fotografen in der Sami-Gemeinde gross ist.
Delikatessen zeigt «Sami - Das Mädchen aus dem Norden» in der Originalversion mit deutschen Untertiteln.
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