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Den Funkamateuren ist der Q-Code bekannt. So müssen werden bei der Funkamateur-Prüfung vom BAKOM doch einige Codes abgefragt. Doch was ist nun der «Bambini Code». Nein diesmal hat es nichts mit dem Amateurfunk zu tun, sondern wieder mal mit der Fliegerei. Genauer gesagt mit der Militärfliegerei.
Bambini-Code war die nationale Militärpilotensprache im Trainingsverbund der Schweizer Luftwaffe. Er entwickelte sich aus der Notwendigkeit, über Funkverbindungen mit schlechter Qualität in lauter Umgebung eindeutig zu kommunizieren. Die verwendeten Begriffe wurden so gewählt, dass sie lautlich und in der Vokalabfolge möglichst eindeutig waren. Da vokalreiche Wörter diese Anforderung am besten erfüllen, wurde häufig Italienisch als Grundsprache gewählt, da dieses diese Eigenschaft von Natur aus mitbringt.
Der Bambini-Code wurde 1998 durch den in der NATO gebräuchlichen Brevity Code ersetzt, weil gemeinsames Trainieren die gleiche Sprache voraussetzt. Gleichzeitig wurde von der Schweizer Luftwaffe die Verwendung von metrischen Masseinheiten in der Navigation beendet, die Höhe wird nun in Feet, Entfernung in Meilen und Geschwindigkeit in Knoten angegeben, einzig der Treibstoffstand wird nach wie vor in Liter und nicht in Gallonen angegeben.
Der Bambini-Code findet aber noch immer Verwendung bei den Kunstflugteams Patrouille Suisse und dem PC-7 Team.
Quelle: Wikipedia
Eine Übersichtsliste ist bei der virtuellen Swiss Air Force (vSAF) abzurufen.
Die Entstehung des Bambini-Code geht auf den Zweiten Weltkrieg zurück, als noch Maschinen wie die Morane D-3800 oder die Messerschmitt Me-109 den Schweizer Luftraum überwachten. Die lautstarken Motoren und die bescheidene Qualität des Funkverkehrs erforderten eine gut verständliche Funksprache, die Missverständnisse möglichst ausschloss. Das Ergebnis war der Bambini-Code», ein Vokabular von über 500 Wörtern, mit denen sich Piloten und Bodenmannschaften trotz Lärm und Rauschen im Kopfhörer verständigen konnten.
Anders als beim «Navajo-Code», den die US Marines im Zweiten Weltkrieg verwendeten, ging es beim Bambini-Code nicht primär um Verschlüsselung, sondern im Gegenteil um bestmögliche Klarheit. Entsprechend wurden Worte verwendet, die laut Reglement über den Flugfunk «aufgrund ihrer Klangprägnanz» gut zu verstehen waren. Viele Begriffe haben einen italienischen Klang, da sich am damaligen Kurzwellenfunk Vokale am besten übertragen liessen. Bei anderen Ausdrücken liessen die Schöpfer dieser «fünften Landessprache» ihrer Fantasie freien Lauf – und bewiesen auch ihren Sinn für Humor.
So wurden eigene Flugzeuge sinnfällig als «Angeli» (Engel) bezeichnet, fremde dagegen als «Diaboli» (Teufel), und mit «Bambini» ging ein Aufruf «an alle». In gleich bildhafter Weise wurden die Himmelsrichtungen mit Norwega (Norden), Atlanta (Westen), Sudan (Süden) und Mekka (Osten) angegeben, während der Flugplatz schlicht Campo hiess.
Der Funkverkehr konnte sich daher so abspielen:
«Ordine subito partenza für missione CAP – turn subito rera auf corso due tre zero, montare livello uno quattro zero, ab livello uno zero zero libero supersonic.»
«Preparez attacco Siwa auf due diaboli, turn lili attacorso sudan, mach max unterschall, zimut diaboli tre zero grad mit stanz due sexi.»
«Gardez rera basso zwischen kabel und limite silvia – bugatti und barbara! Rera descendz für salto von mekka, uno sohn catena rera, due split»
Und am Schluss folgte natürlich das obligate: «Campari finito, finito, ritorno casino!» Die Landeerlaubnis fragte man mit «Domanda riposo mit quattro bambini» und das Grünlicht bestätigte man – bei Einzellandung – mit «Finale tre verde!»
Quelle: wings-avation.ch
Im YouTube video von «swisstestpilot» ist der Code zu hören.
Im Buch Geschichte der Schweizer Luftwaffe ist diese Bambini Code auch erwähnt.