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Zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Zahnradbahn wird das heutige Hotel als Teil des Bahnhofensembles von der Rigibahngesellschaft an exponierter Stelle am Ufer des Vierwaldstättersees neben der Schiffstation und der Talstation der Vitznau-Rigibahn als Hotel Restaurant Rigibahn erbaut.
Reisende, die den Berg bisher zu Fuss oder zu Pferd bestiegen haben, können sich nun bequem und ohne Anstrengung auf die Rigi fahren lassen. Dazu bietet das Hotel Restaurant Rigibahn den zahlreichen Besuchern eine Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeit.
1873
Das Haus wird im Volumen von zwei Vollgeschossen und einem ausgebauten Mansardengeschoss sowie einer eingeschossigen offenen Gartenhalle am Seeufer errichtet und in der Gestaltungssprache des Späthistorismus mit Sichtbacksteinmauerwerk und verschiedenen Sandsteinelementen (Einfassungen, Gesimsen und Eckquadrierungen) gestaltet.
1900
Um die Jahrhunderwende findet bereits ein erster Umbau statt: Das Hotel wird um ein weiteres, ebenfalls als Sichtbauwerk gestaltetes Vollgeschoss ergänzt.
Das ganze Gebäude erfährt eine spätklassizistische Überformung: Die einst geschwungenen Fensterstürze werden begradigt und mit waagrechten Verdachungen versehen, der unter dem Traufgesims umlaufende, ornamentarische Fries wird im neu aufgestockten Geschoss nicht mehr aufgenommen. Die Terrasse auf der Nordseite wird um zwei Fensterelemente erweitert, der abgeschrägten Südwestecke wird ein Türmchen mit spitz zulaufendem Helm aufgesetzt und die Zimmer im 2. Obergeschoss werden rythmisch alternierend mit Balkonen versehen.
1908
Um 1908 wird der Name von Hotel Pension Rigibahn auf Hotel Terminus geändert
1930
An Stelle der offenen Gartenhalle wird ein geschlossener, grösserer Vorbau errichtet. Der Architekt Arnold Berger (1882-1956), ein Pionier des Neuen Bauens, projektiert einen modernen, mit einem begehbaren Flachdach überdeckten Baukörper, der mit einer halbkreisförmigen Erweiterung auf Stützen im See errichtet wird.
Der aus einer skelettartigen Eisenbetonkonstruktion mit dazwischen liegenden grossen Panoramafenstern bestehende Bau erweitert das Hotel um einen Speisesaal und das erste Dancing am Vierwaldstättersee.
Der innere Teil wird im Stile des Neuen Bauens errichtet und kann durchaus mit der Architektur aus dem Umkreis des Bauhauses - zum Beispiel mit der Gaststätte Kornhaus in Dessau - verglichen werden. Die originale und äusserst bedeutungsvolle Innenausstattung des Vorbaus ist in allen wesentlichen Teilen erhalten. Dazu gehören nebst den Möbeln des Architekten und Designers Max Häfeli, die runde Deckenlampe sowie ein grosses Wandbild des Luzerner Kunstmalers Eduard Renggli.
Gleichzeitig mit den baulichen Veränderungen wurden auf der Westseite
das Erscheinungsbild des Hauptgebäudes purifiziert. Im Sinne des
damaligen Kunstempfindens und passend zum Vorbau von Arnold Berger wird
dem betehenden Hotel eine strengere architektornische Gestalt gegeben:
Das Ecktürmchen an der Südwestecke wird abgebrochen, die Gewände wurden
auf eine flache Oberfläche zurückgearbeitet, sämtliche Zierelemente
entweder ganz entfernt oder durch schlichtere Elemente ersetzt. Die
gesamte Fassade erhält einen strukturlosen Verputz und wird in einem
hellgrünen Farbton gefasst. Auf die bestehende Masarde wird ein Walmdach
mit Lukarnen aufgebaut.
Aus den im Staatsarchiv Luzern gefundenen ursprünglichen Bauplänen ist ersichtlich, dass Arnold Berger nicht alle seine fortschrittlichen Ideen wie Elektroheizung, Verpflegungsraum für MitarbeiterInnen etc. umsetzen konnte. Der Bauherr hatte diese Pläne nicht genehmigt und dafür Kohlelagerräume bauen lassen.
Der Architekt schliesst so an das bestehende Haupgebäude an, dass die Fenster im 1. Obergeschoss unter den Balkonen zu Türen umgebaut werden können und das neue Flachdach direkt von den Zimmern her erschliessbar ist.
1964
Um die Umstellung von Dampflokomotiven auf elektrische Triebwagen finanzieren zu können, veräussern die Rigi-Bahnen das Hotel Terminus an die Familie Fassbind.
Familie Fassbind ändert in der Folge den Namen auf Hotel Terrasse am See.
1968
Das alte Bahnhofgebäude von 1871 wird abgerissen und durch einen dem Zeitgeist entsprechenden Neubau ersetzt.
1980/81
In diesem Winter wird der Familie Fassbind von der GemeindeVitznau ein um den Berger Vorbau (Restaurant Rondel) verlaufender Holzsteg aufgezwungen. Dieser Holzsteg verunklärt die von der Architektur besonders schön gestaltet Ufersituation. Die kantonale Denkmalpflege und wir hoffen, dass dieser erzwungene Durchgangsweg eines Tages unter den Vorbau verlegt werden kann und so die ursprüngliche architektonische Ausstrahlung wieder voll zur Geltung kommen wird.
1999
Die Aussenfassade wird umfassend renoviert und zusammen mit dem Wandbild von Eduard Renggli sowie der originalen Innenausstattung des seeseitigen Vorbaus unter Denkmalschutz gestellt.
2001
Roland Kocher, Kunstmaler aus Spiegel bei Bern, restauriert das Wandbild von Eduard Renggli im Restaurant Rondel.
2007
Das Hotel wird umfassend geprüft und 2008 als Mitglied von Swiss Historic Hotels aufgenommen. So schliesst sich der Kreis, das Hotel hat zu seinen historischen Wurzeln zurückgefunden.
2009-2010
Das Terrassendach über den beiden Restaurationsräumen muss neu abgedichtet werden. Der bisherige dunkle und bei Sonnenschein sehr heisse Gussasphalt wird durch weisse Platten aus Lägernkalk zugedeckt. Das Klima über und unter der Terrasse wird danach spürbar angenehmer
2011
Mit dem Architekten Vincenz Erni werden die Hotelzimmer umfassend renoviert und zum Teil umgebaut. Dabei reduziert sich die Anzahl Zimmer von 24 auf neu 21 Zimmer.
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2012
Mit dem Architekten Vincenz Erni wird die Eingangshalle neu gestaltet: die roten Fliesen auf dem Boden werden entfernt, der darunter liegende Terrazzoboden freigelegt, fehlende Teile neu gegossen. Die neue Deckenbeleuchtung aus Alabaster LED-Leuchten ist eine Spezialanfertigung von David Szarka. Aufgrund des Bodenfries des Terrazzobodens wird ersichtlich, dass der ursprüngliche Treppenaufgang beim Einbau des Personenlifts um 1934 abgebrochen und durch eine schmalere Holztreppe ersetzt wurde.
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2015
Mit dem Architekten Vincenz Erni werden grosse Umbauten und Renovationen durchgeführt: nebst dem Einbau einer neuen, ökologischen Pelletheizung wird der 1930 eingebaute Schindlerlift ersetzt. Weiter entsteht ein neuer Seminarraum, ein barrierefreies WC, die Sanierung der WC-Anlagen im Untergeschoss, eine akustische Trennwand zwischen Seerestaurant und Rondel, neue Fenster im Seerestaurant, eine neue Lingerie sowie ein neues Backoffice. Mehr dazu