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In der Schweiz beginnt jetzt eine Pilot Studie, um die Machbarkeit eines nationalen longitudinalen Human Biomonitoring Projektes (HBM, Kohorte Studie) zu evaluieren.
Aktuelle Situation
Im Mai 2017 wurde ein Bericht an den Bundesrat adressiert, um einen Überblick der aktuellen Situation des Biomonitoring in der Schweiz und der künftigen Perspektiven zu geben. Ein erster Bericht, als Antwort auf das Postulat Moser 08.3223, wurde bereits 2009 zum Human Biomonitoring (HBM) geschrieben, um die bisherigen Projekte in diesem Bereich zu erfassen. Der aktuelle Bericht zieht die Bilanz der momentanen Situation und schlägt künftige Perspektiven vor.
Zwischen 2010 und 2012 hat die Schweiz unter der Federführung des BAG an der Studie DEMOCOPHES teilgenommen. In jedem der 17 teilnehmenden Länder wurden Urin- und Haarproben von 120 Müttern und deren Kindern auf bestimmte Substanzen getestet. Parallel dazu haben die Mütter Fragebögen über entscheidendes Verhalten, in Bezug auf die Exposition zu diesen Chemikalien, ausgefüllt.
In der Schweiz gibt es mehrere Studien, wie die Kohorte SAPALDIA oder CoLaus, die HBM Daten im Zusammenhang mit klinischen Untersuchungen und ausführlichen Fragebögen über Lifestyle, Ernährungsverhalten oder sozio-ökonomischen Faktoren betrachten. Mit einem regelmässigen Follow-up der Probanden könnten mögliche Risikofaktoren oder Verhalten für bestimmte Krankheiten erkannt werden.
Alle vorhandenen Initiativen im Bereich Biomonitoring bleiben punktuell, in der Anzahl Teilnehmer und Dauer relativ klein. Oft sind sie auf eine bestimmte Fragestellung begrenzt wie z.B. die Swiss Transplant Cohort Study (STCS). Es gibt keine Studie, die ein globales und repräsentatives Bild über die Exposition der schweizerischen Bevölkerung gegenüber Chemikalien gibt.
Nationales Programm?
In Zusammenarbeit mit akademischen Forschern, plant das BAG, ein nationales Programm aufzubauen, um Biomonitoringdaten sowie Gesundheitsdaten zu sammeln. Es geht um eine multidisziplinäre Follow-up Studie, die es erlauben würde, Daten über den Gesundheitszustand, die chemische Belastung und den Ernährungsstatus der Schweizer Bevölkerung zu sammeln.
Die Ziele einer solchen Studie sind nicht nur Referenzwerte für die Schweizer Bevölkerung zu liefern, aber auch die Einflüsse der Umwelt über unsere Gesundheit besser zu verstehen, und somit die Gesundheitspolitik zu unterstützen.
Pilotphase
Mit dem Bericht an den Bundesrat im Mai 2017 wurde grünes Licht gegeben, eine Pilotstudie über 4 Jahre wird diesem nationalen Programm vorangehen. Diese vorbereitende Phase soll die Machbarkeit einer nationalen Initiative überprüfen, Infrastrukturen und Prozedere validieren sowie die Beteiligung der freiwilligen Probanden evaluieren. Die Pilotphase wird über die von SNF unterstützte Swiss Biobanking Platform laufen, in Kollaboration mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health Institut (SwissTPH) in Basel und dem Institut für soziale und präventive Medizin an der Universität Lausanne (IUMSP).
Dokumente
2e Table ronde sur la biosurveillance humaine: Etude suisse sur la santé (PDF, 218 kB, 29.11.2018)2. Runder Tisch zu Human Biomonitoring: Schweizer Gesundheitsstudie. Zur Zeit nur auf Französisch verfügbar
Letzte Änderung 29.11.2018