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Sandro Schanschiashvili (1888-1979) war ein Georgischer Dichter und Theaterautor bekannt für seine Dramen in Vers und Prosa. Er engagierte sich gegen die zaristische Herrschaft und kam deswegen mit 20 Jahren ins Gefängnis. Schanschiashvili war beeinflusst vom georgischen Dichter, Politiker und Diplomat Besiki (1750-1791) und von Paul Verlaine, dem französischen Dichter des Symbolismus. Studien in Berlin, Zürich und Leipzig verstärkten sein Interesse für eine symbolistisch-erzählerische Poesie und Schanschiashvili galt als vielversprechenster und «europäischster» georgischer Dichter. Während des Ersten Weltkrieges trat er der Nationalgeorgischen Demokratischen Partei bei und setzte sich für die Unabhängigkeit Georgiens von Russland ein.
1930 wurde er in der Sowjetunion mit Anzori bekannt, einer Adaptation von Wsewolod Iwanows Panzerzug 14-69 (1922).
Dabei verlegte er dieses Theaterstück über proletarischen Idealismus und Heldentum in den Kaukasus. Sandro Akhmeteli, der damalige Direktor des Rustaveli Theaters in Tbilisi, verwandelte Anzori in ein wagnerianisches Spektakel, das Bühnenbild dazu stammte vom georgischen Künstler Irakli Gamrekeli. Die «linke» sowjetische Kritik kritisierte die Adaptation als eine Trivialisierung der Revolution.
Wegen seiner Freundschaft mit georgischen Intellektuellen war Schanschiashvili bald von stalinistischen Säuberungen bedroht. In den 1930er Jahren versuchte er, Stalin und Beria (im übrigen beides Georgier; Beria war der allmächtige Chef des KGB unter Stalin) zu ehren. 1949 erhielt er den Stalinpreis, die höchste zivile Auszeichnung der Sowjetunion.
Anzori, Bühnenbild von Irakli Gamrekeli für Sandro Schanschiashvilis Adaptation von Wsewolod Iwanows Panzerzug 14-69. Aufgeführt am Rustaveli Theater in Tbilisi 1930.