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Basel, 2. Hälfte 16. Jh.
Simson und Delila
Ehemals Stäblinsbrunnen
Basel, Freie Strasse
Roter Sandstein
H. 84, B. 52, T. 35 cm
Inv. 1914.481.
Im Alten Testament (Buch der Richter 16,4) wird von dem mit gewaltiger Kraft begabten Simson berichtet, der im Kampf gegen die Philister 1000 Mann mit der Kinnbacke eines Esels erschlug. Delila, eine der Geliebten Simsons, wurde von den Philisterfürsten bestochen, damit sie das Geheimnis dieser Kraft erschleiche und verrate. Nach einigen Versuchen fand sie heraus, dass der bis dahin Ungeschorene seine Kraft verliere, wenn ihm seine sieben Locken abgeschnitten würden. Die Brunnengruppe mit dem schlafenden Simson im Schosse Delilas, beide in der Mode der Renaissancezeit gekleidet, zeigt diese Begebenheit. Sie versinnbildlicht die alle Stärke und Weisheit bezwingende Macht der Frau, wie sie auch in anderen Paaren als Beispielen der Weiberlist oder Weibermacht mit Adam und Eva, Aristoteles und Phyllis oder Judith und Holofernes verbreitet ist. Der Basler Brunnen, der 1577 von Theodor Zwinger erwähnt wird und dessen Bildhauer nicht bekannt ist, war bereits dem 1844 in Mulhouse erschienenen Reiseführer "Voyage pittoresque en Alsace" eine Abbildung wert. Er wird dort als "un monument d'une naiveté charmante" treffend charakterisiert. Eine Kopie steht am Barfüsserplatz.