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Isaak Luttichuys, Amsterdam, 1669 datiert
Ölmalerei auf Leinwand
H. 69,5 cm, B. 54,4 cm
Inv. 1990.343.
Aus der lateinischen Inschrift auf der Rückseite des Porträts geht hervor, dass es sich bei dem Dargestellten um Johann Jacob Birr (1650–1728) handelt, Sohn des Colmarers Johann Jacob Birr-Härtlin (1615–1687), der «später Basler Bürger aus Gründen der Religion» (deinde cives basiliensis religionis causa) wurde. Viele Mitglieder der Familie Birr, die in Colmar hohe Ämter innehatten, hatten Colmar im Zuge der Gegenreformation verlassen, da der Stadt 1628 von Kaiser Ferdinand II. die Rückkehr zum alten Glauben verordnet worden war. Ebenfalls aus Colmar kamen während dieser Phase des Dreissigjährigen Krieges Mitglieder der Familien Glaser und Burger nach Basel.
Nachdem die Stadt Colmar 1632 von den schwedischen Truppen unter General Gustaf Horn eingenommen worden war, begann sogleich die Wiederherstellung der protestantischen Religion. Im folgenden Jahr, im April 1633, erging eine Einladung zur Rückkehr an die nach Basel geflohenen Bürger. Das Angebot wurde nicht von allen befolgt; die Familie Birr blieb in Basel. Johann Jacob Birr- Härtlin wurde 1637, sein Bruder Martin Birr (1617–1661) 1638 in das Basler Bürgerrecht aufgenommen.
Johann Jacob Birr, Sohn des gleichnamigen Vaters, wurde somit bereits als Basler Bürger geboren. Sein Porträt schuf der Amsterdamer Maler Isaak Luttichuys (1616–1673), als der Porträtierte – auch das geht aus der Inschrift auf der Rückseite hervor – bei seinem Verwandten Martin Birr (1624–1671), Doktor der Medizin, in Amsterdam zu Besuch weilte. Dieser, ein Cousin seines Vaters, hatte in Amsterdam Zuflucht gefunden, wo er ungehindert seine Religion ausüben durfte. Der junge Verwandte ist nach holländischer Manier gekleidet. Den in Amsterdam üblichen, kostbaren Spitzenkragen hätte er, da mit den Vorschriften der Basler Reformationsordnung nicht konform, in Basel nicht tragen können.