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Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf steht vor einer zweiten Amtszeit. Die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin erhielt im zweiten Wahlgang 90,8 Prozent der bisher ausgezählten Stimmen, wie die liberische Wahlkommission am Donnerstagabend mitteilte.
Bislang wurden etwa 87 Prozent der Stimmen ausgezählt. Der Oppositionskandidat Winston Tubman vom Kongress für Demokratischen Wandel (CDC) boykottierte die Stichwahl. Als Grund führte er angebliche Wahlfälschungen zugunsten der 72-jährigen Präsidentin an.
Der Boykott hat nach Angaben der Wahlkommission keine Auswirkungen auf die Gültigkeit der Wahl. Internationale Wahlbeobachter hatten den ersten Wahlgang am 11. Oktober als fair bezeichnet.
Die Stichwahl am Dienstag war von Gewalt überschattet. Am Montag starb mindestens ein Mensch bei Zusammenstössen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei. Viele Wähler blieben aus Angst vor weiterer Gewalt zu Hause. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von Experten bei nur etwa 37 Prozent. Etwa 1,7 Millionen Bürger waren wahlberechtigt.
Die Wahlen galten als wichtiger Test für die demokratische Entwicklung des Landes. Bis zum Jahr 2003 tobte 14 Jahre lang ein Bürgerkrieg im westafrikanischen Land. Mehr als 200'000 Menschen wurden getötet, über eine Million wurde vertrieben.