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Auswirkungen der Covid-19-Pandemie
Die Covid-19-Pandemie wirkt sich gegenwärtig auf zahlreiche Bereiche unseres Alltags aus. Auch das Verhalten der Akteure im Bildungssystem – d.h. der Personen, Unternehmen und Institutionen – ist davon betroffen.
Die Szenarien 2020-2029 für die Sekundarstufe II berücksichtigen soweit möglich die Auswirkungen der Pandemie auf die Zahl der Lernenden und der Abschlüsse. Dazu wurde untersucht, wie sich die Wirtschaftskonjunktur in der Vergangenheit auf die Verhalten im Bildungsbereich ausgewirkt hat. Die erstellten Hypothesen wurden in Vernehmlassung geschickt.
Es ist jedoch nach wie vor ungewiss, wie sich die Pandemie tatsächlich auswirkt bzw. weiter auswirken wird und wie sich die künftige Wirtschaftslage gestalten wird. Bei der kurzfristigen Entwicklung sind die Szenarien mit Vorsicht zu interpretieren, da sie lediglich den aktuellen Wissensstand widerspiegeln und noch zahlreiche Unsicherheiten bestehen. Die Covid-19-Pandemie dürfte die langfristige Entwicklung weniger stark beeinflussen, da diese hauptsächlich mit dem Bevölkerungswachstum und mit dem strukturellen Wandel zusammenhängt.
Neue Szenarien
Die am 23. November 2020 veröffentlichten BFS-Szenarien 2020-2029 für das Bildungssystem bestätigen, dass die Gesamtzahl der Lernenden der Sekundarstufe II, die zwischen 2009 und 2019 stabil geblieben ist, ab 2020 wieder ansteigen und ihr Wachstum in den nächsten zehn Jahren fortsetzen dürfte.
Gemäss dem Referenzszenario hat die Gesamtzahl der Lernenden des ersten Jahres nach einer rückläufigen Tendenz von 2008 bis 2018 im Jahr 2019 wieder zugenommen und wird diesen Anstieg in den nächsten zehn Jahren kontinuierlich fortsetzen (von 120 000 auf 140 000 Lernende zwischen 2019 und 2029; +17%). Diese Entwicklung hat hauptsächlich demografische Gründe. Insbesondere kurzfristig ist bezüglich Wachstumsrhythmus mit Unterschieden zwischen den verschiedenen Bildungsgängen zu rechnen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie könnte sich der Beginn der neuen Wachstumsphase in der beruflichen Grundbildung um zwei Jahre (bis 2022) verzögern, während sich das Wachstum in den allgemeinbildenden Ausbildungen leicht beschleunigt.
Die Zahl der Abschlüsse der beruflichen Grundbildung (EFZ und EBA) dürfte bis 2024 abnehmen (-3% gegenüber 2019) und in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wieder ansteigen (+10% zwischen 2024 und 2029). Die Anzahl Berufsmaturitäten, gymnasialer Maturitäten und Fachmaturitäten dürfte tendenziell über den ganzen Zeitraum 2019-2029 hinweg ansteigen (+16%).
Bei der beruflichen Grundbildung ist in den einzelnen Bildungsfeldern mit stark unterschiedlichen Entwicklungen zu rechnen. Darüber hinaus unterscheiden sich die kantonalen Entwicklungen in allen Bildungsgängen teilweise markant vom gesamtschweizerischen Durchschnitt; dies ist auf das unterschiedliche Bevölkerungswachstum in den einzelnen Kantonen zurückzuführen.