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<h2>SubmittedText<h2><p>Rund 10 Prozent der Frauen weltweit und in der Schweiz leiden unter der chronischen Krankheit Endometriose. Bei Endometriose wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe (sog. Endometriose-Herde) ausserhalb der Gebärmutter, etwa an Eierstöcken, im Beckenraum, an Darm oder Bauchfell. In manchen Fällen treten Endometrioseherde auch ausserhalb des Bauchraums im gesamten Körper auf. Herde können zyklisch bluten, weiterwachsen und sich entzünden sowie Verklebungen in betroffenen Körperregionen verursachen. Zu den Symptomen der Erkrankungen zählen extrem starke, zyklusabhängige Unterleibsschmerzen, die es den Betroffenen teilweise verunmöglichen, ihrer Arbeit nachzugehen. Auch zyklusunabhängige Schmerzen und ungewollte Kinderlosigkeit gehören zum Krankheitsbild - beinahe die Hälfte aller Frauen mit unerfülltem Schwangerschaftswunsch sind von der Erkrankung betroffen.</p><p>Trotz der weiten Verbreitung der Krankheit und den Konsequenzen der Erkrankung auf die Lebensqualität der Betroffenen ist Endometriose in der Bevölkerung noch wenig bekannt. Auch die Ärzt*innenschaft ist sich der Krankheit noch zu wenig bewusst - im Schnitt vergehen ab Auftauchen der Symptome bis zur Diagnose der Krankheit 7 Jahre. Die Ursachen für die Entstehung der Endometriose sind bislang wissenschaftlich noch ungeklärt. Es existiert momentan auch noch keine Therapie, mit der Endometriose vollständig verhindert, beseitigt oder geheilt werden kann.</p><p>Deshalb bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Was kann der Bund tun, um die Lebensqualität der Frauen, die an Endometriose leiden, zu verbessern?</p><p>2. Wie viele Forschungsgelder sind in den letzten zehn Jahren vom Bund in die Erforschung der Endometriose geflossen?</p><p>3. Welche Leistungen werden von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bei der Behandlung von Endometriose-Betroffenen übernommen, welche nicht oder nur teilweise?</p><p>4. Was unternimmt der Bundesrat, damit die Forschung gefördert wird und wirksame Therapiemethoden entwickelt werden? Was hält er von einem Engagement der Schweiz für eine internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich?</p><p>5. Australien hat seit 2018 einen Nationalen Aktionsplan, der auf die drei prioritären Handlungsfelder Sensibilisierung/Aufklärung, Therapie und Forschung fokussiert. Was hält der Bundesrat von einem solchen Aktionsplan für die Schweiz?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Endometriose ist für die erkrankten Personen äusserst belastend. Die Schmerzen vermindern die Lebensqualität der betroffenen Frauen und führen dazu, dass ihr Alltag, ihr soziales und psychisches Wohlbefinden eingeschränkt sind. Die betroffenen Personen benötigen eine adäquate und kontinuierliche Behandlung und Begleitung. Gemäss Bundesverfassung (BV; SR 101) setzen sich Bund und Kantone dafür ein, dass jede Person die für ihre Gesundheit notwendige Pflege erhält. Für die Gesundheitsversorgung sind die Kantone zuständig.</p><p>2. Gemäss der Forschungsdatenbank P3 des Schweizerischen Nationalfonds SNF wurde bislang ein Projekt zu dieser Thematik im Rahmen eines Stipendiums für angehende Forschende gefördert (<a href="https://p3.snf.ch">https://p3.snf.ch</a>). Daneben gibt es in der Schweiz zehn von der Stiftung Endometriose Forschung zertifizierte Endometriosezentren in allen Landesteilen (<a href="http://www.endometriose-sef.de">www.endometriose-sef.de</a>).</p><p>3. Zur Behandlung von Endometriose sind verschiedene Therapieansätze möglich. Je nach Bedürfnissen und individueller Situation der betroffenen Person und je nach Schweregrad der Erkrankung ist eine medikamentöse oder eine chirurgische Behandlung sinnvoll. Diese Leistungen werden grundsätzlich von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen, sofern sie den Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) entsprechen. Es liegt somit in der Kompetenz der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes, der Patientin eine medizinische Behandlung gemäss dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens zukommen zu lassen. Für die ärztlichen Leistungen besteht keine abschliessende Positivliste aller Pflichtleistungen der OKP. Es gilt das sogenannte Vertrauensprinzip, wonach vermutet wird, dass Ärztinnen und Ärzte Leistungen erbringen, die den WZW-Kriterien entsprechen. Bezüglich der Behandlung von Endometriose ist keine spezifische Regelung und somit auch keine Einschränkungen hinsichtlich von der OKP nicht übernommenen ärztlichen Leistungen vorhanden. Nicht übernommen werden komplementärmedizinische Leistungen, die von nicht-ärztlichen Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt werden.</p><p>4. Im Auftrag des Bundes fördert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) Forschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen, auch in der Medizin. Dabei haben Forschende über die Projektförderung SNF - oder bei eher anwendungsorientierten Themen über die Innosuisse - die Möglichkeit, Mittel für die Durchführung wissenschaftlicher Projekte zu beantragen. Die Mittel werden nach dem Wettbewerbsprinzip vergeben. Nach diesem Prinzip werden vom SNF auch Studien gefördert, die Therapieoptimierungen untersuchen. Ob für die Entwicklung von wirksamen Therapiemethoden bei der Endometriose eine internationale Zusammenarbeit zielführend wäre, sollte durch die medizinisch-pflegerische Fachwelt beantwortet werden.</p><p>5. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass Sensibilisierung/Aufklärung, Therapie und Forschung von grosser Bedeutung sind, um die Diagnose und Behandlung der während langer Zeit vernachlässigten, aber weit verbreiteten Krankheit Endometriose zu verbessern. Die Zuständigkeit für diese Handlungsfelder liegt jedoch hauptsächlich bei den medizinischen Fachgesellschaften, die entsprechende Leitlinien und Standards erarbeiten oder Fortbildungen anbieten. Daher erachtet er aktuell die Erarbeitung eines nationalen Aktionsplans durch den Bund als nicht zielführend.</p>  Antwort des Bundesrates.