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Brombeerrost
rouille des ronces (franz.); blackberry rust (engl.)
wissenschaftlicher Name: Phragmidium violaceum (C.F. Schultz) G. Wint.
Taxonomie: Fungi, Basidiomycota, Pucciniomycetes, Pucciniales, Phragmidiaceae
Der Brombeerrost (Phragmidium violaceum) ist ein Rostpilz mit vollständigem Entwicklungszyklus (fünf verschiedene Sporenstadien) und ohne Wirtswechsel. Er überwintert hauptsächlich als Teleutospore auf alten Blättern, die auf der Pflanze verbleiben. Im Frühjahr bildet der Brombeerrost an der Blattoberseite violette oder rote kreisförmige Flecken. Direkt unter diesen Flecken erscheinen goldgelbe Uredolager und später schwarze Teleutolager.
Abb. 1. Die Uredolager des Brombeerrosts wachsen an der Blattunterseite.
Schadbild
Die häufigsten und offensichtlichsten Symptome des Brombeerrosts (Phragmidium violaceum) treten auf Blättern auf (Ellis et al. 1991).Zuerst entwickeln sich an der Blattoberseite violette oder rote kreisförmige Flecken (bis zu 4 mm Durchmesser) mit gelben oder braunen Zentren (Spermogonien). An der Blattunterseite erscheinen orange-gelbe Aecidien mit Aecidiosporen, später goldgelbe, pulverförmige Uredolager mit einem Durchmesser von bis zu 1 mm (Abb. 1). Die goldenen Uredopusteln werden innerhalb weniger Wochen durch schwarze pulverförmige Teleutolager ersetzt.
Krankheitserreger
Sämtliche Grössenangaben stammen aus Ellis et al. 1991. Brombeerrost wird durch den Pilz Phragmidium violaceum verursacht und ist ein Rostpilz mit vollständigem Lebenszyklus ohne Wirtswechsel (makrozyklischer, autözischer Rostpilz). Uredo- und Teleutolager sind die beiden am häufigsten beobachteten sporenbildenden Strukturen.
Die Uredolager sind orange-gelb und von zahlreichen farblosen, keulenförmigen und gekrümmten Paraphysen (sterile Zellen) umgeben. Die Uredosporen (22-32 x 19-24 µm) sind ellipsoid und haben eine hyaline, stacheligen Wand und undeutliche Poren.
Die Teleutosporen (60-110 x 31-38 µm) sind zylindrisch und oft an den Septen leicht eingeschnürt. Sie haben eine abgerundete Spitze und sind ein- bis fünfzellig, dunkelbraun und mit Warzen bedeckt. Der Stiel ist 90 bis 150 µm lang und an der Basis geschwollen. Die Teleutosporen keimen aus und bilden vierzellige Basidien, die Basidiosporen tragen.
Die Spermogonien sind halbkugelförmig und sitzen dicht gedrängt in der Mitte der Blattflecken. Sie produzieren ovale Spermatien.
Die Aecidien sind sind orange-gelb. Die Aecidiosporen ähneln in Aussehen und Grösse den Uredosporen.
Lebenszyklus
Der Brombeerrost überwintert hauptsächlich als Teleutospore auf alten Blättern, die auf der Pflanze verbleiben (Ellis et al. 1991). Die Teleutosporen keimen im zeitigen Frühjahr und bilden Basidien, von denen jede bis zu vier Basidiosporen trägt. Die Basidiosporen infizieren im Frühjahr junge Blätter. An der Blattoberseite bilden sich dunkelgrüne Flecken. In deren Mitte bilden sich gelbe Spermogonien und bald darauf an der Blattunterseite Aezidien. Innerhalb kurzer Zeit folgen Aecidiosporen, die weitere Infektionen auf anderen Blättern verursachen. Etwa 10 Tage nach der Infektion mit Aecidiosporen werden auf den infizierten Blättern Uredolager mit Uredosporen gebildet. Die Sporen des Erregers werden durch den Wind verbreitet und es können sich wiederholte Infektionen während der gesamten Vegetationsperiode entwickeln. Später werden in den Uredolagern die gelben Uredosporen durch schwarze Teleutosporen ersetzt.
Junges, schnell wachsendes Gewebe ist am anfälligsten für eine Infektion, und die Resistenz gegen den Rost nimmt mit dem Alter der Blätter zu.
Wirtsspektrum
Brombeeren (Rubus ssp.)
Vorbeugende Massnahmen und Bekämpfung
- Befallenes Laub an den Pflanzen entfernen
- Für eine gute Luftzirkulation zwischen den Pflanzen sorgen, damit die Pflanzen schneller abtrocknen
- Wild wachsende Brombeerstöcke in der Nähe von Kulturen entfernen
Literatur
Ellis MA, Converse RH, Williams RN, Williamson B, 1991. Compendium of Raspberry and Blackberry Diseases and Insects. The American Phytopathological Society, St. Paul Minnesota: 100 p.