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ENTFERNUNG DER GEBÄRMUTTER (HYSTEREKTOMIE)
Gebärmutteroperation | Curretage
Die Gebärmutterentfernung gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen in der westlichen Welt. In etwa 90 Prozent der Fälle wird eine Hysterektomie aufgrund von gutartigen Erkrankungen bzw. Veränderungen der Gebärmutter durchgeführt. Zu diesen zählen gutartige Geschwülste aus Muskelzellen, sog. Myome. Auch Gebärmuttersenkungen oder eine therapieresistente Endometriose stellen häufige Indikationen dar. Obwohl diese Veränderungen prinzipiell gutartig sind, führen sie bei den betroffenen Frauen zu teils schweren, den Alltag massiv beeinträchtigenden Beschwerden. Nur bei 10 Prozent der operierten Frauen liegt eine bösartige Erkrankung, z.B. ein Gebärmutterhalskrebs oder Eierstockkrebs vor. In seltenen Fällen kann es auch im Zuge eines geburtshilflichen Notfalls (z.B. bei starken, nicht beherrschbaren Blutungen) zu einer Entfernung des Uterus kommen.
Die Entfernung der Gebärmutter kann auf verschiedene Operationsarten resp. Zugänge erfolgen: grundsätzlich möglich sind eine Operation durch die Scheide (vaginal), über einen offenen Bauchschnitt (abdominal) und laparoskopisch (mittels Bauchspieglung). Die heutzutage am häufigsten gewählte Methode ist die laparoskopische Hysterektomie, wo der Zugang über 5 bis 10mm lange Einstiche in die Bauchhöhle erfolgt. Die Gebärmutter kann entweder nur teilweise (suprazervikal) oder vollständig, d.h. mit dem Gebärmutterhals entfernt werden. Dies geschieht über die Vagina, die anschliessend mit einer Naht verschlossen wird. Bei einer teilweisen Hysterektomie werden der verbleibende Gebärmutterhals (Zervix) und der Enddarm hochfixiert. Gewisse Chirurgen wenden hierfür verschiedene Techniken an, die auch vor zukünftigen Senkungsbeschwerden helfen sollten. Falls Eierstöcke und/oder Eileiter ebenfalls entfernt werden müssen – im Fall der Eileiterentfernung spricht man auch von einer Salpingektomie – geschieht dies im gleichen Schritt. Welche Technik im konkreten Fall zur Anwendung kommt, richtet sich nach der Grunderkrankung und der individuellen Situation der Frau (z.B. vorangegangene Operationen, Größe der Gebärmutter, Wunsch nach Erhalt des Gebärmutterhalses, Wechseljahre). Auch ein offener Kinderwunsch oder eine noch nicht abgeschlossene Familienplanung haben einen Einfluss auf die Art der Behandlung und die Wahl des Verfahrens.
Nebenwirkungen und Nachsorge
Der Eingriff ist risikoarm und verläuft im Allgemeinen ohne Komplikationen. Wie bei allen Operationen können aber in seltenen Fällen Infektionen, Nervenverletzungen oder Nachblutungen auftreten. Auch bei grosser Sorgfalt des Operateurs lassen sich Verletzungen der umliegenden Organe nicht vermeiden, insbesondere wenn z.B. bereits Verwachsungen vorliegen. Diese Probleme können meistens während der Operation erkannt und behoben werden, selten wird eine Zweitoperation notwendig. Als Folge der Bauchspiegelung kann es sein, dass man ein paar Tage nach der Operation noch leichte Bauchkrämpfe und Blähungen verspürt. Eine Gebärmutterentfernung dauert zwischen einer und zwei Stunden und erfordert einen Klinikaufenthalt von zwei bis drei Nächten. Starke körperliche Tätigkeit und Heben von schweren Lasten gilt es nach der Operation für einige Zeit zu vermeiden. Eine Weile sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
Die Curettage oder Kürettage, auch Gebärmutterausschabung genannt, wird bei Fehlgeburten oder zum Schwangerschaftsabbruch durchgeführt. Auch übermässige Blutungen, bedingt durch eine hyperaktive Gebärmutterschleimhautproduktion können eine Curettage erfordern. Durch die Scheide wird das Hysteroskop zur Spiegelung der Gebärmutter in die Gebärmutter vorgeschoben. Mit der Kürette, einem scharfen Löffel, wird die Gebärmutterhöhle und der Gebärmutterhals vorsichtig ausgeschabt. Nach dem Eingriff sollte körperliche Belastung vermieden und etwa für drei Wochen auf Baden, Schwimmen und Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
Die Entfernung der Gebärmutter zählt in der westlichen Welt zu den am häufigsten durchgeführten Operationen. Lesen Sie im Beitrag von Prof. Possover, wann eine Gebärmutterentfernung sinnvoll ist. zum Artikel