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Nach der Ausstrahlung einer Dokumentation im US-Fernsehen, die den Sänger R. Kelly schwer belastet, hat sich die Justiz eingeschaltet. Staatsanwaltschaften in mehreren US-Bundesstaaten prüfen Anschuldigungen der Pädophilie und sexueller Übergriffe durch den Sänger.
Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Cook im Bundesstaat Illinois rief am Dienstag bei einer Pressekonferenz Zeugen auf, sich zu melden. «Bitte kontaktieren Sie uns», sagte Staatsanwältin Kim Foxx. «Wir können ohne die Kooperation von Opfern und Zeugen nicht ermitteln.»
In der sechsstündigen Dokumentation «Surviving R. Kelly», die in der vergangenen Woche im Sender Lifetime ausgestrahlt wurde, beschuldigen mehrere Frauen den Sänger, Sexbeziehungen mit jungen Mädchen im Alter unter 16 Jahren gehabt zu haben, als er selbst volljährig war.
Andere Zeugen versichern, der Sänger, der mit bürgerlichem Namen Robert Sylvester Kelly heisst, habe sich mit Frauen umgeben, die er zu Sexsklavinnen gemacht habe und die heute ohne Kontakt zu ihren Angehörigen seien. R. Kelly äusserte sich bislang nicht öffentlich zu der Dokumentation.
Foxx bezeichnete die Vorwürfe am Dienstag als «sehr, sehr beunruhigend». Sie sei in Kontakt mit den Familien zweier junger Frauen, die derzeit unter dem Einfluss von R. Kelly stünden.
Im Bundesstaat Georgia berichteten örtliche Medien, die Staatsanwaltschaft im Bezirk Fulton habe Ermittlungen gegen den Sänger eingeleitet. Ein Sprecher wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.
Erste öffentliche Anschuldigungen gegen R. Kelly gab es bereits vor knapp 20 Jahren. 2002 wurde der Sänger und Produzent wegen Filmaufnahmen angeklagt, auf denen er beim Sex mit einer 14-Jährigen zu sehen gewesen sein soll. 2008 wurde er aber freigesprochen. (aeg/sda/afp)