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Unter den Schweizer Fachleuten befinden sich zur Zeit 12 Ärzte. Im Universitätsspital in Port-au-Prince haben sie bis jetzt rund 60 Operationen durchgeführt und bei einem Dutzend Geburten medizinische Hilfe geleistet. Ein Teil der ersten Ärzteequipe wird am Wochenende abgelöst.
Die Schweizer Wasserspezialisten arbeiten an der Instandstellung der Wasserversorgung. Zwölf Trinkwasser-Verteilzentren (öffentliche Zisternen) werden nach der Reparatur 20’000 Personen hauptsächlich in ärmeren Quartieren mit Wasser versorgen. Im Universitätsspital ist ein 2,5-Tonnen-Wasserreservoir für die Patienten installiert und in Betrieb genommen worden.
Die Humanitäre Hilfe des Bundes hat zwei Frachtflugzeuge mit Hilfsgütern für das Erdbebengebiet losgeschickt. Sie enthielten u. a. Grundmedizin für 20’000 Personen (über drei Monate), chirurgische Grundausrüstung, Verbandsmaterial, einen Sanitätscontainer der Armee (Notoperationssaal), zehn Tonnen Mehrzweckplanen für Notunterkünfte, 31 Grossraumzelte (je 60 m2), 2000 Familien-Küchensets (Pfannen, Teller, Becher etc.), 8300 Wasserkanister, zwölf Wasserreservoirs inklusive Pumpen und Verteilungsanlagen. Das Material des ersten Flugs wird bereits eingesetzt oder ist über kontrollierte Kanäle an die Bedürftigen verteilt worden. Ein Teil der Medikamente wurden von Novartis zur Verfügung gestellt.
Drittes Flugzeug mit Hilfsgütern
Ein drittes Flugzeug, eine Boeing 747 mit ca. 95 Tonnen Hilfsgütern, wird für den Abflug am Sonntag, 24. Januar, vorbereitet. Hauptteil der Ladung werden 600 Familienzelte von 20 m2 Grösse sein. Geladen werden zudem 20 Tonnen Mehrzweckplanen, mehrere Sterilisierungsgeräte, weitere Grundmedizin für 40’000 Personen sowie Spitalausrüstung. Für das Albert-Schweitzer-Spital werden Medikamente geliefert.
Die Nothilfe-Kits und die Zelte sollen mehrere tausend Menschen das Überleben in Port-au-Prince und in der stark verwüsteten Region südwestlich der Hauptstadt erleichtern. Zwei Grossraumzelte werden zugunsten von 80 Kindern beim Waisenhaus aufgestellt. Im Hof des Universitätsspitals werden drei Grossraumzelte errichtet.
Die Botschaft in Port-au-Prince konnte seit der Naturkatastrophe mit mehr als 190 Schweizerinnen und Schweizern Kontakt aufnehmen. Davon sind lediglich drei verletzt. Mit vier in Haiti vermuteten Personen konnte noch kein Kontakt aufgenommen werden. Ausreisewillige Schweizer Bürger werden von der Botschaft und der EDA-Krisenzelle unterstützt. Bisher wurden rund zwei Dutzend Personen ausgeflogen bzw. ausgefahren.
Dem Welternährungsprogramm der UNO stellt die Humanitäre Hilfe des Bundes einen Transporthubschrauber für die Verteilung und Logistik in schwer zugänglichem Gebiet zur Verfügung. Die bisherigen Beiträge der Humanitären Hilfe an Haiti belaufen sich auf 7,5 Millionen Franken. Darin enthalten sind drei Millionen Franken für das Schweizerische Rote Kreuz, IKRK, World Food Programme und OCHA (UN-Koordination für Humanitäre Angelegenheiten). Die Schweizer Hilfe an Haiti wird auch nach der Phase der Überlebenshilfe fortgesetzt werden.
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