Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03535.jsonl.gz/832

Die Migrationspolitik ist die grösste Sorge der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO). Anlässlich der nächsten IAK, die zwischen dem 5. und 16. Juni in Genf stattfinden wird, ist denn auch eine allgemeine Aussprache rund um das Thema Arbeitsmigration traktandiert. Dabei werden zwei Kernpunkte des IAO-Programms für eine faire Migration von Arbeitskräften aufgegriffen: die Lenkung der Arbeitsmigration und faire Einstellungsverfahren. Diese Debatte wird im Rahmen eines Prozesses geführt, der 2018 in die Annahme des «Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration» (Globaler Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration) durch die Vereinten Nationen münden soll.
Die Interessen der Arbeitgeber werden durch die Internationale Arbeitgeberorganisation (IOE) vertreten, die 140 nationale Arbeitgeberverbände umfasst und der auch der Schweizerische Arbeitgeberverband angehört. In einem Leitfaden zur Arbeitsmigration vom März dieses Jahres unterstreicht die IOE die Vorreiterrolle, welche die Arbeitgeber bei der Ausarbeitung der Migrationspolitik einnehmen müssen.
Im Vorfeld der Diskussion hat die IAO einen Bericht mit dem Titel «Arbeitsmigration im Wandel: Die damit verbundenen ordnungspolitischen Herausforderungen angehen» verfasst, der die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Migration auf globaler Ebene aufzeigt. Ein paar Zahlen daraus sollen die Dimension des Phänomens Migration auf unserem Planeten veranschaulichen.
Im Jahr 2015 belief sich die Zahl der internationalen Migranten auf 244 Millionen. Das sind 71 Millionen oder 41 Prozent mehr als im Jahr 2000 und 3,3 Prozent der Weltbevölkerung. Im Jahr 2013 zählte man 150 Millionen migrierende Arbeitskräfte, davon 83,7 Millionen Männer (55,7 Prozent) und 66,6 Millionen Frauen (44,3 Prozent). Ihr Anteil an den weltweiten Arbeitskräften beträgt 4,4 Prozent. Fast die Hälfte der ausgewanderten Arbeitskräfte (48 Prozent) konzentriert sich auf Nordamerika und Europa. Von diesen sind wiederum 70 Prozent im Dienstleistungssektor beschäftigt. Auch wenn die irreguläre Migration definitionsgemäss schwierig zu messen ist, scheint sich rund ein Fünftel (50 Millionen) der gesamten internationalen Migranten in irregulärem Status zu befinden.
Mit Migration wird häufig der durch die Alterung der Bevölkerung bedingte Mangel an qualifizierten Arbeitskräften kompensiert. Gemäss einigen Schätzungen droht bis 2020 ein weltweites Defizit an hoch und mittel qualifizierten Arbeitskräften von 85 Millionen Personen. Die Europäische Kommission rechnet damit, dass bis 2020 16 Millionen neue Arbeitsplätze in der EU höhere Qualifikationen erfordern.