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Das Sanskrit-Alphabet
Im Sanskrit gibt es 50 Buchstaben, welche interessanterweise den Blütenblättern der unteren sechs cakren als sog. Samenbuchstaben zugeordnet werden (siehe Abb. ‚Blütenblätter und Samenbuchstaben der cakren‘ ganz unten).
Es werden 10 einfache Vokale, 4 Diphthonge, 3 sekundäre Lautzeichen und 33 Konsonanten unterschieden.
Die Reihenfolge der Sanskrit-Buchstaben
Im Sanskrit kennt man folgende alphabetische Lautfolge:
a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au (ṁ ṁँ ḥ)1) k kh g gh ṅ c ch j jh ñ ṭ ṭh ḍ ḍh ṇ t th d dh n p ph b bh m y r l v ś ṣ s h
1) ṁ (Anusvāra), ṁँ (Anunāsika) und ḥ (Visarga) haben ihren Platz im Alphabet, gelten aber als sekundäre Lautzeichen.
Orte der Lautbildung der Sanskrit-Buchstaben
Das Sanskrit-Alphabet ist nicht wie in den lateinischen Sprachen angeordnet (a, b, c, usw.), sondern die Reihenfolge der Buchstaben ist nach phonetischen Gesichtspunkten gruppiert. Entsprechend ist auch die Reihenfolge in klassischen Sanskrit-Wörterbüchern.
Insbesondere die Stellung der Konsonanten weist auf den Ort der Erzeugung hin (siehe Abbildung ‚Orte der Lautbildung der Sanskrit-Buchstaben‘).
Die 17 Vokale
An erster Stelle des Sanskrit-Alphabets steht die Gruppe der Vokale. Diese Vorrangstellung gebührt ihnen, da sie die eigentlichen Träger des Klanges sind. Vokale sind Selbstlaute, welche nicht noch einen zusätzlichen Laut benötigen, wie die Konsonanten.
Es gibt folgende 17 Vokale, wovon 16 (ohne ṁँ – Anunāsika) als Samenbuchstaben den Blütenblättern des Nackenzentrums zugeordnet werden, siehe Abb. ‚viśuddha cakra‘:
a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au ṁ ṁँ ḥ
Diese 17 Vokale werden wie folgt eingeteilt:
- 10 einfache Vokale: a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ
- 4 Diphthonge: e ai o au
- 3 sekundäre Lautzeichen: ṁ ṁँ ḥ
Man unterscheidet Kurz- und Langlaute. Ein Strich über dem Buchstaben zeigt an, dass der Laut lang ausgesprochen wird. Auch die Laute e und o sind immer lang, wie z.B. bei der Aussprache der deutschen Wörter Leben oder rot.
Aussprache der Vokale:
Die Vokale a, i und u werden kurz gesprochen, wie z.B. Blatt, Sitz und kurz, wogegen ā, ī und ū lang gesprochen werden, wie z.B. Bad, Fliege und gut. Die Diphthonge e, ai, o und au werden ebenfalls lang gesprochen, wie z. B. See, Laie, Boot und jaulen. Das vokalische ṛ (ri) sowie das vokalische ḷ (li) wird jeweils mit einem kurzen i-Nachklang gesprochen, wie ṛṣi = Rishi.
Die sekundären Lautzeichen wie ṁ (Anusvāra), ṁँ (Anunāsika) und ḥ (Visarga) kommen meistens am Wortende vor. Aussprache: ṁ lässt das Wort ausklingen wie beim französischen ‚bon‘, das gleiche gilt für ṁँ mit einem etwas nasalen Nachklang, ḥ wird so gesprochen, dass der letzte Vokal vor ḥ noch schwach nachklingt (tapaḥ = tapaha).
Die Konsonanten
Wie der Name Konsonant (= Mitlaut) meint, wird immer ein zusätzlicher Laut mitgesprochen. Im Sanskrit ist es ein kurzes a (im Deutschen meistens ein e), das immer angehängt wird. Bei einem k wird somit ein a angehängt und ka gesprochen, siehe auch unten stehendes Bild ‚Sanskrit Buchstaben (IAST)‘.
Die Reihenfolge der Konsonanten entspricht dem Bildungsort des entsprechenden Lautes (siehe auch Abbildung oben ‚Orte der Lautbildung der Sanskrit-Buchstaben‘).
Man unterscheidet Gutturale (Hals- oder Kehllaute), Palatale (Gaumenlaute), Linguale oder Cerebrale (Laute mit Zunge gegen das Gaumendach), Dentale (Zunge gegen die Zähne) und Labiale (Lippenlaute). Dann gibt es noch Halbvokale, Zisch- und Hauchlaute.
Wie oben erwähnt, erfolgt die Einteilung der Konsonanten nach folgenden Gesichtspunkten:
Gutturale: k kh g gh ṅ
Palatale: c ch j jh ñ
Linguale (Cerebrale) ṭ ṭh ḍ ḍh ṇ
Dentale: t th d dh n
Labiale: p ph b bh m
Halbvokale: y r l v
Zischlaute: ś ṣ s
Hauchlaut: h
Die Anordnung ist völlig systematisch (siehe auch Bild unten). Bei den ersten fünf Entstehungsbereichen (guttural bis labial) kommt immer zuerst die starke Form des entsprechenden Lautes (z.B. bei den Gutturalen k dann g). Zudem ist der entsprechend erste Laut immer unbehaucht und der zweite Laut behaucht (mit einem h).
Aussprache der Konsonanten:
Die gutturalen Konsonanten k, kh, g, gh und ṅ werden in der Kehle gesprochen wie z. B. Kanne, Eckhaus, gut, wegholen und Engel. Die palatalen Konsonanten c, ch, j, jh und ñ sind Gaumenlaute wie z. B. Tscheche, tsch+h, Dschungel, dsch+h und spanisches ñ (Señor). Die cerebralen Konsonanten ṭ, ṭh, ḍ, ḍh und ṇ werden mit nach oben gerollter Zunge gesprochen wie z. B. Töne, Sanftheit, danken, Südhalbkugel und Andacht. Die dentalen Konsonanten t, th, d, dh und n werden so gesprochen, dass die Zunge die Zähne berührt wie z. B. Tonne, Theodor, Deckel, Dharma und Name. Die labialen Konsonanten p, ph, b, bh und m sind Lippen- oder bilabiale Verschlusslaute wie z. B. pressen, engl. uphill, Banane, Grobheit und Mutter. Die Halbvokale y, r, l und v werden gesprochen wie Joghurt, Rasen, Lager und Vene. Die Konsonanten ś, ṣ und s sind stimmlose Zischlaute wie z. B. Schiene, Schuh und Sache. Der stimmhafte Konsonant h wird als Hauchlaut gesprochen wie z. B. Haus.
Die Ligaturen
Damit die Sanskritbuchstaben zusammengefügt werden können, benötigt man sog. Ligaturen.
Man unterscheidet vokalische und konsonantische Ligaturen.
Vokalische Ligaturen für den Buchstaben k
Vokalische Ligaturen
Einem Konsonant wird in der Grundform immer a angehängt, z.B.: k = ka (Grundkonsonant).
Damit ein entsprechender Konsonant auch im Zusammenhang mit anderen Vokalen dargestellt werden kann, gibt es vokalische Ligaturen (siehe nebenstehend die vokalische Ligatur für das Wort Yoga).
Eine Liste von vokalischen Ligaturen für den Konsonant k in Devangarī-Schriftzeichen und wissenschaftlicher Umschrift ist im Bild ‚vokalische Ligaturen für den Buchstaben k‘ zu sehen.
Das gleiche Schema kann auf alle anderen Konsonanten angewendet werden.
Konsonantische Ligaturen
Wenn zwei oder mehrere Konsonanten direkt zusammengefügt werden, so werden diese konsonantische Ligaturen genannt. Siehe nachstehend die konsonantische Ligatur für das Wort ātmā:
Eine vollständige Liste der konsonantischen Ligaturen ist hier zu sehen:
Bemerkung:
Bitte verwenden Sie für die Schreibweise des Wortes Yoga immer ein Y.
Obwohl die deutsche Rechtschreibung Joga zulässt, ist dies aus Sanskrit-Sicht völlig falsch. Ein J ist ein anderer Buchstabe im Sanskrit-Alphabet und würde als weiches dsch ausgesprochen (wie das j im Englischen – z.B. just)