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n°9_Wer hört wie ich und zu welchen gehöre ich? Zum Begriff kultureller Identität im Kontext einer (interkulturellen) Musikpädagogik
Dorothee Barth
Wer hört wie ich und zu welchen gehöre ich?
Zum Begriff kultureller Identität im Kontext einer (interkulturellen) Musikpädagogik
Die Autorin dieses Textes stellt die Frage, welchen Beitrag die «Interkulturelle Musikpädagogik» zu dem leisten kann, was sie als Ausbildung einer «stabilen, ausbalancierten kulturellen Identität» bezeichnet. Sie bezieht sich für den Begriff der Identität auf einen (post-)modernen Ansatz, bei dem diese als relationales Konstrukt gesehen wird, welches Momente der Reflexion und der Situierung im sozialen Raum beinhaltet. Kultur wird im Sinne eines bedeutungsorientierten Kulturbegriffes nach Reckwitz (2000) als geteilte Sinndeutungen verstanden. Dieses Verständnis zwingt weder Migrant_innen sich an traditioneller Musik ihres Herkunftslandes orientieren zu müssen, noch fordert es von Kindern und Jugendlichen der Mehrheitsgesellschaft, ihre eigene musikkulturellen Wurzeln in der «abendländischen Kunstmusik» zu suchen. Schliesslich führt die Autorin aus, wie die referierten Theorien im Unterricht ihrer Meinung nach berücksichtigt werden müssten, um die Schüler_innen zu einer offenen Identitätsbildung mit mehreren musikalisch-kulturellen Zugehörigkeitsgefühlen heranzuführen und dabei zudem zu einem respektvollen Umgang mit anderen Identitäten beizutragen.
Dorothee Barth
Who hears as I do and to whom do I belong?
About the notion of cultural identity in the context of an (intercultural) music education
This paper discusses the question, how the «Intercultural Music Education» can contribute to develop what the author calls a «stable, balanced cultural identity». The term identity, by reference of a (post-)modern approach, is seen as a relational construct and contains moments of reflections and the location in a social context. Culture is understood in the sense of shared interpretations of meaning according to a meaning-based concept of culture (Reckwitz 2000). This understanding neither forces migrant children to orientate themselves on traditional music of their country of origin, nor demands from children and youths of the majority society to seek for their music cultural roots in the works of the «Occidental Art Music». The paper ends with the authors considerations how these concepts should be taken account in music classes to introduce students to an open identity creation with multiple music cultural senses of belonging and to a respectful interaction with other identities.