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Zur Einführung in den zweiten Teil von Yin und Yang eine kleine Geschichte, die ich irgendwo (wo, weiss ich nicht mehr) gelesen habe: Zwei Jungs treffen sich am Montag Morgen auf dem Weg zur Schule. Sagt der eine: ‚Ich hätte am Wochenende fast eine Erkältung bekommen. Meine Oma hat aber gesagt, ich soll mit Kamillendampf inhalieren. Das habe ich gemacht, und dann war die Erkältung weg. ‚Sagt der andere Junge: ‚Komisch. Bei mir hat auch eine Erkältung angefangen. Aber meine Oma hat gesagt, ich soll kaltes Wasser in die Nase hochziehen. Und das hat dann auch geholfen.‘
Wie können wir diese komische Geschichte nun aus dem Blickwinkel von Yin und Yang erklären? Stellen wir den ausgeglichenen Zustand zwischen Yin und Yang einmal graphisch dar:
Yin und Yang sind etwa gleich stark – ein Zustand, der praktisch nie vollkommen ereicht wird. Das Kennzeichen von Leben ist Bewegung, also fluktuiert dieser Zustand. Alles andere wäre auch langweilig.
Setzen wir uns nun, z.B. im Winter, zu sehr der Kälte aus, wird diese Kälte in unseren Körper eindringen, wir `er-kälten´ uns. Das ist in der Geschichte der erste Junge. Dieses Verhältnis zwischen Yin & Yang wird von der unteren Zeichnung bildlich dargestellt:
Entsprechendes passiert natürlich beim Eindringen von Hitze. Das kann übrigens auch im Winter passieren – da liegt es z.B. an überwärmten Räumen. Der Yang-Anteil der Energie nimmt zu. Dazu folgendes Bild:
Diese Zustände finden wir natürlich nicht nur beim Eindringen von äusseren pathogenen Faktoren (Kälte, Hitze, aber auch Bakterien, Viren, etc.), sondern auch, wenn innere pathogene Faktoren oder andere zu Störungen führen.
Diese Darstellungen sind wichtig für die Behandlung. Ziel jeglicher Behandlung ist es, den Energiefluss wieder herzustellen, damit das System weiterhin auf die Herausforderungen des Lebens reagieren kann. Dazu kann man 2 verschiedene Prinzipien nutzen:
- Allopathisch (gegensätzlich behandeln – das macht vor allem die westliche Medizin): Ist es kalt, wärmt man, ist es warm, kühlt man. Dadurch findet ein Ausgleich statt und das System kann wieder fliessen.
- Homöopathisch (Gleiches mit Gleichem behandeln – das machen die Homöopathen): Ist es kalt, kühlt man noch ein bisschen, ist es heiss, dann wärmt man noch ein bisschen. (Oma hat schon immer gesagt, Du sollst nach der Schneeballschlacht, siehe unten, die Hände mit kaltem Wasser wärmen.)
Wie kann man jetzt (in der Diagnostik) die Unterschiede zwischen Yin- und Yang-Fülle erkennen? Klar, bei Kälte hat man kalt und bei Hitze heiss, das wissen wir ja schon. Aber achten Sie mal darauf, wie es aussieht, wenn Sie sich schneuzen. Kälte macht farb- und geruchlos, Hitze macht Farbe und Geruch. Jetzt wissen Sie auch, was die schöne gelbe und grüne Farbe bedeutet. Und dann schauen Sie sich noch den Zungenbelag an (der dicker wird, wenn etwas von aussen eindringt). Ist er weiss oder gelb (oder braun oder schwarz…)?
Und falls Sie grade nicht erkältet (oder erhitzt) sein sollten, probieren Sie es mal bei einer Schneeballschlacht aus (ich weiss, es hat so viel Schnee): Welche Farbe haben die Hände nach dem 10. Schneeball? Und welche, wenn sie wieder warm (oder heiss) werden? Jetzt höre ich die Stimme – meine sind aber blau! Für diese Erklärung müssen wir dann etwas tiefer gehen: Blau ist hier die Farbe der Blutstagnation. Kälte lässt das Blut langsamer fliessen und in diesem Fall so langsam, dass es (fast) stehen bleibt. Das tut dann auch entsprechend weh. Und durch die Stagnation kommt es, wenn genügend Energie hinten dran drückt, zur Stagnationshitze. Deshalb wird aus der Er-kältung (ich meine jetzt wirklich die Kälte) dann auch ein Fieber. Und weil zum Beispiel Kinder viel Energie haben, wird das Fieber bei Ihnen schneller kommen und höher werden.
So, das reicht mal. Ich werde im nächsten Beitrag dann auf die Zustände eingehen, die sich zeigen, wenn das Ganze nicht ein Fülle-Zustand ist (wenn etwas von aussen eindringt), sondern ein Mangel-Zustand – das ist dann das Gebiet der chronischen Erkrankungen.