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Am 31.7.2019, nach fünf Tagen und 2’000 Kilometern, erreichten wir Baie Comeau, eine Kleinstadt am St. Lorenz-Strom. Wir hatten auf dieser Fahrt viel Wasser gesehen, doch dieser Strom hat eine andere Dimension. Hört man das Wort Strom, dann denkt man als Europäer an grosse Flüsse wie den Rhein oder die Donau. Doch die und manch andere stellt der St. Lorenz Strom in den Schatten.
«Jetzt sind wir wieder am Meer angelangt», äusserte ich spontan, als wir ihn erblickten. Vor uns dehnte sich eine riesige Fläche Wasser. Wasser soweit das Auge reichte, nirgends war Land zu erblicken. Erst mit dem Fernglas entdeckten wir auf der anderen Seite die Umrisse der Gaspé-Halbinsel. Und als es Nacht wurde, waren auf der anderen Seite die schwachen Lichter der Städtchen zu sehen.
Eine Angestellte der Micro-Brauerei in Baie Comeau, die wir am nächsten Tag besichtigten, meinte auf unserer Frage, ob der St. Lorenz Strom nicht ein Meeresarm ist: «No! It is our river and I missed it during the time I was in Québec!». Und in der Tat: Als wir ein paar Tage später in Québec eintrafen, war aus dem breiten St. Lorenz-Strom ein gewöhnlicher Fluss geworden. Seine Mächtigkeit zeigt dieser Strom erst dort, wo er die St. Lorenz Bucht bildet und so breit ist, dass man das andere Ufer nicht sieht.
PS: Der St. Lorenz Strom entwässert die Grossen Seen zum Atlantik. Der Name bezieht sich auch auf die 660 Kilometer lange Bucht, die sich trichterförmig zum Atlantik öffnet. (Quelle: Wikipedia)