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In der Ukraine ist am Freitag der Opfer der Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 27 Jahren gedacht worden. Bereits im Morgengrauen legten dutzende Menschen Blumen am Mahnmal für die Opfer in der Kleinstadt Slawutitsch nahe des Unglücksortes nieder und zündeten Kerzen an.
In der Hauptstadt Kiew begingen Angehörige der Opfer und ukrainische Funktionäre eine Zeremonie vor einem Denkmal.
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch erklärte, das Gedenken an die Tragödie rufe dazu auf, "die Anstrengungen der Regierung und der Gesellschaft zu verstärken", um in Tschernobyl "wieder eine sichere Umwelt zu schaffen". Dazu müssten entsprechende Projekte umgesetzt werden.
Die Ukraine hatte im vergangenen Jahr mit dem Bau eines neuen Schutzmantels um den beschädigten Reaktor begonnen. Der nach dem Unglück 1986 zur Eindämmung der radioaktiven Strahlung errichtete Beton-Sarkophag über dem Reaktor war über die Jahre brüchig geworden. Der Bau der 20'000-Tonnen-Konstruktion soll voraussichtlich im Oktober 2015 beendet sein.
Die Explosion des vierten Reaktors des Kraftwerks in Tschernobyl am 26. April 1986 war die historisch bislang schwerste Nuklearkatastrophe. Damals wurde die rund 2000 Tonnen schwere Betondecke in die Luft geschleudert.
Mehr als sechs Tage dauerte es, bis die brennende Ruine gelöscht war. Grosse Teile Europas, vor allem in Russland, Weissrussland und der Ukraine, wurden radioaktiv verstrahlt. Zehntausende Menschen sind seither gestorben, Tausende leiden weiterhin unter den gesundheitlichen Folgen der Katastrophe.