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Die Wissenschaftler verfolgen die Entwicklung des Risses schon seit Längerem auf Satellitenbildern der NASA. «Seit dem vergangenen Jahr wächst der Spalt mit zunehmendem Tempo. Sowie er wieder die Eisfront erreicht, werden etwa zehn Prozent der Schelfeis-Fläche abbrechen», sagt AWI-Glaziologin Daniela Jansen.
In Computerberechnungen konnten die Wissenschaftler zudem zeigen, dass ein solcher Abbruch den Zerfall des Schelfeises vorantreiben könnte. «Die Bildung von Rissen und das Kalben von Tafeleisbergen ist nichts Ungewöhnliches. Für ein stabiles Schelfeis wäre ein Kalben in den nächsten Jahren aber zu früh», sagt Daniela Jansen.
Das Larsen C-Schelfeis ist das viertgrösste Schelfeis der Antarktis. Seine Eismassen erstrecken sich bisher über eine Fläche von etwa 50.000 Quadratkilometern, was in etwa der Fläche Niedersachsens entspricht.
Wann der Riss zu einem Abbruch führen wird, können die Wissenschaftler nicht vorhersagen. «Wenn es aber passiert, dann wird es für diese Region eines der grössten Kalbungsereignisse seit den 1980er Jahren sein», sagt der britische Projektleiter Adrian Luckman von der Swansea University.
Unklar ist ausserdem, ob die Entstehung des Risses auf Veränderungen infolge des Klimawandels zurückzuführen sind. Nichtsdestotrotz stellt der neue Riss einen weiteren Beleg für die anhaltende Veränderung der Antarktischen Schelfeise dar – vor allem an der Antarktischen Halbinsel. Dort waren bereits im Jahr 1995 und 2002 die Schelfeise Larsen A und B innerhalb kurzer Zeit zerfallen.
Quelle: AWI, Bremerhaven
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