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Lesererlebnis
Wir waren Ende September auf Kreta im Urlaub. Plötzlich hörte ich ein jämmerliches Miauen und ging den Schreien nach. So entdeckte ich sechs total abgemagerte Kätzchen mit verklebtem Fell und schlecht aussehend. Eines lag völlig entkräftet wie tot am Boden. Wie ich von der Apartmentbesitzerin der Nachbarin erfuhr, wurde die Mama der Kleinen wahrscheinlich überfahren, da sie nicht mehr kam. Drei Kätzchen wären die letzten Tage gestorben. Das eine sah danach aus, als würden auch seine Kräfte schwinden.
Ich ging sofort in drei Apotheken, um Katzenmilch zu kaufen, doch hatten sie keine. So bat ich meinen Mann, mich in die nächste Stadt zu fahren, um einen Tierarzt ausfindig zu machen, und wurde beim zweiten fündig. Ich rührte sofort diese Katzenmilch an und füllte sie in ein kleines Minifläschchen ab. Dazu kaufte ich noch Katzenfutter für Katzenbabys und fuhr in der Dunkelheit zurück. Ausgerüstet mit der Handylampe unterstützte mich mein Mann, die Kätzchen zu füttern. Das Kleinste und Schwächste bekam das Fläschchen, die anderen stürzten sich aufs Fressen und auf den warmen Hüttenkäse. Das Kleinste verweigerte das Futter, nahm aber tropfenweise die warme Milch von meinem Finger, bis es endlich auch den Gummi am Fläschchen akzeptierte. Inzwischen war es 22 Uhr. Morgens um sechs Uhr stand ich auf, um die Kleinen wieder zu füttern und wiederholte dies viermal täglich. Sie warteten jeweils schon auf mich. Auch der Kleinste, den ich Hope nannte, überlebte! Die Tierärztin, die ich konsultierte, meinte, er wäre dem Tod von der Schippe gesprungen, denn wenn so kleine, schätzungsweise vier Wochen alte Kätzchen zwei Tage ohne Milch seien, würden sie sterben. Er hatte Glück gehabt, weil ich ihn im letzten Moment gefunden hatte.
Ich suchte während meines Urlaubs nach jemandem, der die Kätzchen zu sich nehmen würde, wenn ich abreiste und bekam sieben Absagen, weil alle Tierheime überfüllt waren. Durch die Tierärztin (Tieraerztepool.de), die sich für Kastrationen einsetzt, fand ich jemanden, der wieder jemanden kannte, der meine Tierchen abholte. Denn sie befanden sich zu nahe an einer Strasse und fingen nach den zwei Wochen an, die Umgebung auszukundschaften, was zu gefährlich für sie wurde. Ich erfuhr, dass diese Tierschützerin, Manouela Mynolaki, infolge einer Krebserkrankung selbst mittellos geworden war. Trotzdem hilft sie anderen, die in noch grösserer Not sind, vor allem den armen Strassentieren. Wenn im Herbst die Touristen wegfahren (ab Oktober), sind sie arm dran, wie in anderen südlichen Ländern. Es ist keiner mehr da, der sie füttert oder medizinisch versorgt.
KM-Leserin Ireanah Staub-Haug
Tierschutz im Urlaub
Kleine, magere Kätzchen, übersät mit Parasiten, verschnupft und hungrig, sind in vielen Ländern kein seltener Anblick. An Stränden, auf Strassen und Hotelanlagen – überall finden sich unzählige streunende Katzen, die nur darauf hoffen, etwas Essbares zu finden oder ein paar Streicheleinheiten zu ergattern. Doch was tun, wenn man nur ein paar Tage Sonne, Strand und Meer geniessen wollte?
Ferienzeit ist die schönste Zeit im Jahr: Dolcefarniente, kulturelle Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten, Erholung. Tierleid am Ferienort gehört nicht dazu. Aber gerade in dieser Zeit wird mancher Tierfreund unfreiwillig mit dem Thema konfrontiert. In vielen Ländern gehört Tierelend zum Alltag und wird von der lokalen Bevölkerung oft kaum wahrgenommen oder gar verursacht.
Nicht alle Menschen realisieren das zugrunde liegende Elend. Was manch einer in seinem Heimatland als stossend empfindet, wird in den Ferien oft gar nicht wahrgenommen oder bewusst ignoriert. Doch viele sehen trotzdem hin und wollen handeln, wissen aber nicht wie. In ihrer Not wenden sie sich an Tierschutzorganisationen. So verzeichnet zum Beispiel NetAP – Network for Animal Protection in der Ferienzeit einen massiven Anstieg an Meldungen von besorgten Urlaubern. (…)
Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 3/18 lesen.