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Walter Kälin ist nicht mehr für den Vertrieb der SJW-Hefte zuständig:Der ehemalige Lehrer übergab den Verkauf der SJWHefte an seine Nachfolgerin aus Stäfa. Während 40 Jahren vertrieb der Grosser die Kult-Hefte an den Primarschulen der Region.
Das Schweizerische Jugendschriftenwerk gab vor über 80 Jahren das erste «SJW-Heftli» heraus. Bis heute veröffentlichte der Verlag über 2300 Titel. Einer, der sich gut mit den kleinen, dünnen Heftchen auskennt, ist der ehemalige Lehrer Walter Kälin. Bereits als Schüler las er diese Hefte sehr gerne. An das Heft «Der rollende Franken», kann er sich heute noch bestens erinnern. «Auf dem Titelbild war ein Franken», weiss der heute 68-Jährige noch genau. Seit seiner Kindheit hatte Kälin schon viele SJWHefte in den Händen. Als Lehrer las er die Heftchen nicht nur mit seinen Schülern, er vertrieb diese auch während vielen Jahren an den Primarschulen im Bezirk Einsiedeln, Alpthal, Studen, Unteriberg und Oberiberg.
Eine gute Sache
Vor über 40 Jahren startete Walter Kälin mit dem Vertrieb der SJWHefte in Immensee. Da es damals noch nicht in jedem Schulhaus eine Bibliothek gab, wollte Kälin den Schülern das Buch durch die spannenden Kurzgeschichten näherbringen. Ein paar Jahre später fragte ihn eine Lehrerkollegin an, ob er nicht dasselbe auch in der Region tun würde. Da Kälin bereits mit dem Vertrieb vertraut war und SJWHefte für eine gute Sache hielt, übernahm er vor 37 Jahre diese Aufgabe.
Zeitintensive Aufgabe
Der Vertrieb ist eine zeitaufwendige Angelegenheit. Die eigentliche Aufgabe von Kälin war es, jedes Jahr die aktuellen Hefte in jedes Schulhaus zu bringen und die Lehrer mit den entsprechenden Unterlagen zu bedienen. Davor musste er einige Vorbereitungen treffen. Der ehemalige Lehrer arbeitete mit zwei Wandausstellungen, welche er jährlich aktualisieren musste. Vergriffene Hefte aussortieren und Neuerscheinungen einordnen, waren die typischen Arbeiten. Das Sortiment umfasste jeweils etwa 100 deutschsprachige Hefte und viele in französisch, italienisch und rätoromanisch. Seit einigen Jahren wird das Angebot durch englischsprachige Hefte ergänzt. Oftmals handelt es sich dabei um die Übersetzung eines deutschen Heftes für Erstleser. Diese Vorbereitungen dauerten meist einige Stunden.
Anschliessend ging es an die Belieferung der Schulhäuser. Kälin startete meist kurz nach Beginn des neuen Schuljahres, sodass er noch vor Weihnachten alle Primarschulhäuser der Region bedienen konnte. Für das Bringen und Holen hatte der ehemalige Lehrer jeweils einen Aufwand von ein bis zwei Stunden pro Schulhaus. Kälin musste alle Bestellungen aufneh men, zusammenfassen und weiterleiten. Sobald die Hefte eintrafen, schrieb er die Rechnungen und brachte beides den Schulen. Während seiner Zeit als Lehrer unterstützte ihn seine Frau Heidi tatkräftig. «Dafür bin ich ihr sehr dankbar», so der Grosser.
Vielfältige Hefte
Als Walter Kälin noch als Lehrer tätig war, las er mit seinen Schülern gerne SJW-Hefte. «Ich schätzte vor allem das handliche Format und den eher geringen Umfang», so der 68-Jährige. Viele Schüler hätten nämlich Mühe mit «ganzen» Büchern. Daher seien SJW-Hefte perfekt, da bei diesen ein Lese-Ende absehbar sei. Aber auch die Vielfalt der Hefte sagte Kälin zu. Von der Thematik sind die Hefte breit gefächert, von spannenden Kurzgeschichten für Kinder, über geschichtliche Themen wie Pfahlbauer oder geografische Hefte über die Erde, bis hin zu Bastelhefte gibt es alles. Zudem gebe es für die Lehrerschaft auch Vorschläge, welche Hefte im Unterricht eingesetzt werden könnten. «Die SJW-Hefte sind für verschiedene Altersstufen geeignet», weiss der Grosser. Obwohl Walter Kälin viel über die Kult-Hefte weiss und diese auch sehr schätzt, wollte er den Vertrieb nicht länger weiterführen. Aufgrund seiner Pensionierung distanzierte er sich von vielen seiner Nebenbeschäftigungen - auch von den SJW-Heften. Nach 37-jähriger Tätigkeit in der Region übergab er diese Aufgabe an seine Nachfolgerin Elsbeth Felde
Autor
Einsiedler Anzeiger
Kategorie
- Literatur
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/EfrMPU