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Als Geochemiker Charles Keeling 1958 mit seinen Messungen begann, war die Klima-Erwärmung noch lange kein Thema in der Öffentlichkeit.
Aber einige Wissenschaftler fragten sich bereits damals, ob sich das Treibhausgas CO2 in der Atmosphäre ansammelt, weil die Menschen Öl und Kohle verbrennen.
Keeling wollte diese Frage klären. Er baute sein Observatorium auf dem Gipfel des Mauna Loa im Archipel von Hawaii. Weit weg von störenden Einflüssen wie Abgase vom Autoverkehr. Darum erwartete er konstante Messwerte.
Keine konstanten Messungen
Bereits nach der ersten Messung brach der Stromgenerator zusammen. Als Charles Keeling nach einigen Tagen wieder messen konnte, war die CO2-Konzentration tiefer und sie sank weiter. War das Instrument vielleicht defekt? Keeling mass erst einmal weiter.
Nach einem Jahr verstand der Forscher, was die Messresultate bedeuteten. Der CO2-Wert stieg und sank mit den Jahreszeiten: Keeling schaute der Erde beim Atmen zu.
Auf der Nordhalbkugel liegt das meiste Land, in den Weiten Sibiriens und Kanadas stehen riesige Wälder, die im Sommer CO2 aufnehmen, weil die Bäume wachsen. Im Winter ruhen sie, Blätter verrotten, CO2 gelangt wieder in die Luft.
Die Messkurve stieg an
Nach ein, zwei weiteren Jahren entdeckte Charles Keeling, dass die Messkurve insgesamt anstieg. Es stimmte also: Der Mensch erhöhte die CO2-Konzentration in der Luft.
Das erregte Aufsehen. Zahlreiche Wissenschaftler richteten wegen Keelings Ergebnissen ihre Forschung neu aus und schufen so eine neue Disziplin: die Wissenschaft vom Klimawandel.
Finanzierung war schwierig
Die ursprüngliche Frage war beantwortet, aber Charles Keeling mass weiter. Er wollte die Entwicklung verfolgen. Dafür zahlte er einen hohen Preis, erzählt sein Sohn Ralph Keeling.
Von einem Forscher werde stets Neues erwartet, keine dröge Langzeitbeobachtung: «Viele sagten, er habe keine neuen Ideen oder Ansätze mehr. Die hatte er sehr wohl. Doch mein Vater hatte entschieden, dass es wichtig war, die Messungen fortzuführen.»
Die Lücke in der Kurve
Trotz der fundamentalen Bedeutung seiner CO2-Messung folgten für Charles Keeling schwierige Jahre. Die meisten Geldgeber für Forschung wollten die Langzeitmessung nicht finanzieren.
Keeling musste immer wieder für die Finanzierung kämpfen. Einmal ging ihm das Geld tatsächlich aus, erzählt Ralph Keeling: «Wer die Keeling-Kurve genau betrachtet, findet im Jahr 1964 eine Lücke.»
Wie der Vater so der Sohn
Als Charles Keeling 2005 starb, übernahm der Sohn. Ralph Keeling hatte seine eigene Forscherkarriere, er war Professor für Atmosphärenphysik. Aber die CO2-Messung war ihm so wichtig, dass er diese Aufgabe zusätzlich übernahm.
Das tut er immer noch – und er digitalisiert die alten Messdaten seines Vaters. Denn aus den alten Daten lassen sich heute neue Zusammenhänge herauslesen.
Klimaforschung in Zeiten von Trump
Trotzdem ist die Finanzierung der CO2-Messung auf dem Mauna Loa immer noch eine Zitterpartie. In anderthalb Jahren braucht Keeling wieder neues Geld – ob das in Zeiten der Regierung Trump klappt?
«Es wird einiges an Schweiss kosten», sagt Ralph Keeling. Aber mittlerweile sei die Messreihe so berühmt, dass es schwierig sei, sie einfach zu stoppen. Doch würden solche Messungen tatsächlich angehalten, würden wir blind in die Klimazukunft stolpern.
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