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Mary Jiménez
Belgien, 29 min
Weltpremiere
Der Vater der Regisseurin ist 101 Jahre alt und leidet an Alzheimer. Der Gedächtnisverlust führt zu einer unbehaglichen Situation, welche die Frage der Beziehung und der Identität aufwirft. Was ist sie für ihn geworden? Zwischen den beiden Personen entsteht ein Dialog, ein Wortwechsel und ein Austausch von Satzfetzen, die sich im Leeren oder einem halluzinationsähnlichen Zustand verlieren. Die Filmemacherin unternimmt den Versuch einer formalen Strukturierung dieses bruchstückhaften Deliriums und arbeitet dafür an der Textur des Bildes selbst, in dem nichts scharf ist und wo ungewisse und wirre Details den Platz des Ganzen einnehmen. Wie sie sagt, «ruht die Wahrheit in den Augen desjenigen, der schaut». Dennoch ist hinter dieser visionären Inszenierung des körperlichen und geistigen Zustands eines Mannes die Materie von Gefühlen durchdrungen und der Schmerz einer Tochter, die ihr Vater nicht mehr erkennt, drückt sich in Schweigen aus – während die Verzweiflung keinen Ausdruck findet. Das Ergebnis dieser «lynch'schen» Reise in die Krankheit ist mehr als eine Einzelfallbetrachtung und wird zu einem Aufschrei der Menschheit im Angesicht ihres Schicksals.
Luciano Barisone
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