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Das Pferd sieht, im Gegensatz zu uns Menschen, monokular. Jedes der beiden Augen funktioniert zwar uneingeschränkt, aber eine Verknüpfung im Kopf geschieht kaum. Dadurch ist das Bild, das beim monokularen Sehen entsteht qualitativ und informativ schlechter. Zudem ist ein räumliches Sehen nicht möglich. Das Gehirn kann dies durch eine Auswertung der Bildinformationen leicht korrigieren und eine räumliche Wahrnehmung simulieren. Beim Reiten hat das monokulare Sehen des Pferdes eine große Wirkung. Es sieht mit dem linken Auge ein anderes Bild als mit dem rechten Auge. Gefahren werden bei 99% aller Pferde mit dem linken Auge erfasst, das rechte Auge ist für den Fluchtweg zuständig. Deshalb sind im Bildspeicher des Pferdes "ursprünglich gefährliche Bilder", die aber nicht zur Flucht führten, vor allem für die rechte Gehirnhälfte verfügbar.
Da beide Gehirnhälften nur begrenzt miteinander kommunizieren (ca. 8 mal weniger schnell als bei Menschen!) erfolgt die Flucht instinktiv, wenn auf dem rechten Auge (linke Gehirnhälfte) eine Situation eintritt, zu der kein Bild mit der Information gefährlich/ungefährlich aus dem Bildspeicher abgerufen werden kann. Verschiedene Studien haben ergeben, dass das Pferd Blau und Gelb und verschiedene Grautöne gut, Rot und Grün aber schlecht unterscheiden können, dass kommt daher dass Sie einen Farbzapfen weniger haben als der Mensch.
Wenn die neuronale Vernetzung gefördert wird, werden die beiden Gehirnhälften besser zusammen arbeiten können. Ein solch gefördertes Pferd wird selbstbewusster und cooler und das Fluchtverhalten nochmals überdenken.