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Übersetzungen in China Der Bahnhof der haarigen Busse
- Montag, 7. August 2017, 17:41 Uhr
Unglückliche, dafür aber witzige Übersetzungen kennt der eine oder andere aus dem Ferienhotel. In China soll damit bald Schluss sein: Tausende Beamte und Übersetzer arbeiten an einem nationalen Übersetzungskatalog.
Schlechte Übersetzungen in China
«Ewig junges Gras, Fuss habe Mitleid»: Cai Mingjiong zeigt ein Schild auf einem Rasen, dass er mit dem Handy fotografiert hat. Was der Übersetzer eigentlich damit sagen wollte: «Rasen betreten verboten».
Cai Mingjiong hat eine ganze Reihe von schlechten Übersetzungen gesammelt. Er leitet das Institut für Fortgeschrittene Übersetzungen an der Schanghaier Hochschule für Internationale Studien. Cai ist auch der Chef des landesweiten Übersetzungsprojekts in China.
« ‹Ewig junges Gras, Fuss habe Mitleid› – was der Übersetzer eigentlich sagen wollte: ‹Rasen betreten verboten›. »
Die Krux mit den automatischen Übersetzern
Ob Strassenschilder, Übersetzungen in Tempeln oder Infotafeln im Spital: Seit fünf Jahren arbeiten Professoren, Übersetzer, Beamte und Branchenvertreter aus ganz China an Tausenden von Beispielen und Vorschlägen. Denn bisher übersetze jedes Geschäft, jedes Amt nach eigenem Gutdünken, klagt Cai.
Oft werde das chinesische Original einfach in einen automatischen Übersetzer getippt. Mit entsprechenden Folgen: Beispielsweise kann das chinesische Zeichen «Fa» sowohl «abfahren» als auch «Haar» bedeuten. So verkommt der Busbahnhof dann zum «Bahnhof der haarigen Busse».
« Das chinesische Zeichen ‹Fa› kann sowohl ‹abfahren› als auch ‹Haar› bedeuten. So verkommt der Busbahnhof dann zum ‹Bahnhof der haarigen Busse›. »
Wenn er dann jeweils nachfrage, wieso es so übersetzt worden sei, sagt Cai, erhalte er oft fragende Blicke und die Antwort: Das sei doch das chinesische Zeichen.
Viel Überzeugungsarbeit nötig
Übersetzer würden in China vielerorts eben nicht als eigene Berufsgattung gesehen. Jeder denke, dass er das selbst auch könne. Die Tausenden von Übersetzungsvorschlägen von Cai und seinem Team werden Ende Jahr veröffentlicht.
Auch wenn sie im ganzen Land verteilt werden, sagt er, müsse noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Denn: Bis die lustigen Übersetzungsfehler ganz aus China verschwänden, werde es wohl noch Jahre dauern.