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Der Tag ist geprägt vom immer wiederkehrenden Regen, der meist sanft auf uns niederprasselt. Wir beginnen unsere Wanderung in Landau. Die Strecke Herxheim - Landau haben wir mit dem Bus zurückgelegt.
Landau wurde 1260 als befestigte Stadt zum Schutz für die nahe Burg Landeck gegründet. Bereits 1274 erhielt Landau von König Rudolf I. von Habsburg das Stadtrecht und 1291 den Status einer Reichsstadt. 1324 wurde Landau an den Bischof von Speyer verpfändet. 1511 wurde die Stadt durch Kaiser Maximilian I. wieder ausgelöst und der Vogtei Haguenau unterstellt. 1521 trat Landau der im 14. Jh. gegründetes Dekapolis, dem Elsässischen Zehnstädtebund, bei.
Hurra, es regnet gerade nicht! Beim Stadtring wandern wir am im Jugendstil erbauten Café Klimt vorbei.
Wir wandern durch die Königsstrasse zur ...
Pfarrkirche Heilig Kreuz
Am Eingangsportal ist ein modernes Relief. Es zeigt den gemarterten Jesus und die Symbole der vier Evangelisten.
Die ehemalige Klosterkirche der Augustiner-Eremiten wurde im Stil einer gotischen Basilika errichtet (15. Jh.). Sie wurde im Krieg zerstört und 1952-1954 wiederaufgebaut. Besonders sehenswert sind die gotischen Wandmalereien, eine überlebensgroße Madonna mit Kind (2. Hälfte 17. Jh.) und der mittelalterliche Kreuzgang aus der Gründungszeit, der noch teilweise vorhanden ist.
Die dreischiffige Kirche wurde nach Vertreibung der Mönche im Jahre 1794 als Magazin, Konzert- und Ausstellungshalle verwendet. Erst 1893 wurde sie wieder Pfarrkirche für die Katholiken. Bei der Restaurierung nach den Kriegsschäden erfolgte der Einbau einer Betonempore und die Umgestaltung des Chorraumes.
Nach der morgendlichen Einstimmung in der Kirche regnet es wieder. Wir wandern zum Rathausplatz.
In der Mitte des Platzes steht das Reiterstandbild des Prinzregenten Luitpold von Bayern (errichtet 1892).
Altes Kaufhaus am Rathausplatz. Man beachte die Glockenschläger am Dach.
Fresko am alten Kaufhaus:
Der Name „Landauer“ soll entstanden sein, als König Joseph I. 1702 von Wien nach Landau in der Pfalz fuhr, um dort den Oberbefehl bei der Belagerung dieser damals französischen Grenzfestung zu übernehmen: der seinerzeit Aufsehen erregende Vorgang, bei dem der König mit einem Gefolge von 77 Kutschen die Strecke in 14 Tagesetappen zurücklegte, soll den dabei verwendeten Reisewagen neuartigen Typs in der Folgezeit dauerhaft mit dem Namen Landaus verknüpft haben.
Der moderne Stadtbrunnen stellt die wechselhafte Geschichte von Landau dar.
Inschrift: Geschichtliche Momente der Stadt Landau, gestaltet von Hubertus von Pilgrim (1991)
Unsere Gruppe verlässt die Stadt.
Wir trotzen dem Dauerregen ...
... und kommen in die Weinberge. Von nun an geht es ständig bergauf und bergab.
Immer wieder sehen wir Wegkreuze, wie hier in Arzheim.
Bunte Sträucher am Wegrand, beim Aufstieg auf den kleinen Kalmit
Der Kleine Kalmit (von lat. calvus mons = kahler Berg) ist mit 270,5 m die höchste Erhebung unserer heutigen Wanderung im Bereich der südlichen Weinstrasse. Auf der Kuppe steht die Mater-Dolorosa-Kapelle (Kapelle zum Troste der Armen) als weithin sichtbares Wahrzeichen.
Ein etwas trüber Ausblick vom kleinen Kalmit in die Weinberge.
So sieht es bei sonnigen Wetter aus:
Blick vom kleinen Kalmit auf den Weinort Ilbesheim.
Das Ilbesheimer Rathaus von vorne ...
... und von der Seite
Interessanter Erker in Ilbesheim
Auf einem Höhenrücken wandern wir zum Leinsweiler Hof, passieren ihn und steigen einen Rebberg hinauf. Hier ein Blick zurück.
Wir nähern uns Eschbach.
Die Eschbacher werden im Volksmund mit dem „Esel“ in Verbindung gebracht. Vermutlich geht dieser Spitzname auf jene adligen Besitzer der Madenburg zurück, die im 15. Jh. der Ritter- und Turniergesellschaft derer „mit dem Esel“ angehörten. Sie pflegten fromme Lebensformen, christliche Tugendideale und ritterlich höfische Sitten. Der Esel als Gesellschaftszeichen schmückte ihre Kleider und wurde an einer silbernen Halskette getragen. Die am Fuss der Madenburg wohnenden Eschbacher Bürger waren Untertanen der „Eselsritter“. Wahrscheinlich entstand daraus die Kurzform „Esel“, die den Eschbachern von den Bewohnern der Nachbardörfer gegeben wurde. Als Reminiszenz daran werden seit 2004 künstlerisch gestaltete Eselskulpturen im ganzen Ort aufgestellt.
Seit 1405 gab es in Eschbach eine Kapelle. 1495 wurde die Antoniuskapelle zur Pfarrkirche erhoben. Der Kirchenpatron der alten Kirche war St. Antonius, Mönchsvater in Ägypten. Nach dem Neubau der Kirche im Jahre 1832 gab es ein neues Patrozinium: St. Ludwig, König von Frankreich. Der Kirchturm wurde 1962 erbaut. Die letzte große Kirchenrenovierung war im Jahr 1989/90.
Das Schönste an dem Foto ist, dass die Sonne wieder scheint!
Beim Kircheneingang links und rechst stehen zwei Sandsteinfiguren. Links, Maria Immaculata. Den Mond unter ihren Füssen, zertritt sie einer Schlange den Kopf.
Rechts steht eine Statue des Hl. Johannes Nepomuk. Sie stammt aus dem Jahr 1766. Er steht auf einer Wolke mit einem Engelchen zu seinen Füssen.
Nach der Mittagspause in Eschbach wandern wir weiter Richtung Klingenmünster. Am Berg sehen wir die Silhouette der Burg Landeck.
Durch Weingärten wandern wir auf Klingenmünster zu. Auf dem Hügel in der Ferne sieht man die Gebäude der Pfalzklinik für Psychiatrie und Neurologie.
Vor dem Aufstieg zur Klinik werden wir begrüsst.
Wir umrunden die Klinik und kommen zur Nikolauskapelle.
Die romanische Nikolauskapelle ist ein Kleinod staufischer Sakralarchitektur. Über ihre Geschichte ist wenig bekannt. Sie stammt bis auf die barocke Turmhaube aus dem 12. Jh.
Ein Blick ins Innere zeigt der Kirchenpatron St. Nikolaus auf einer Wandmalerei an der Nordwand des Chors
Links vor der Kapelle sieht man zwei steinerne Türpfosten. Sie gehörten zum abgerissenen Magdalenenhof, ein Wohn und Wirtschaftsgebäude, das einst zur Kapelle gehörte.
Vor uns liegt Klingenmünster.
Wir freuen uns schon auf unser Quartier in der ehemaligen Klostermühle.
Einmarsch in den Ort
Erfahren Sie mehr über das Kloster Klingenmünster.