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Die erste Wimbledon-Woche brachte im Turnier der Männer mit Ausnahme des Ausscheidens des angeschlagenen Stan Wawrinka keine Überraschungen. Alles deutet auf ein Gipfeltreffen der «Big Four» in den Halbfinals am Freitag hin.
Einen einzigen Satz gaben Roger Federer, Andy Murray – er siegte gegen Fabio Fognini in vier Sätzen –, Rafael Nadal und Novak Djokovic auf dem Weg in die zweite Turnierwoche ab, womit das Quartett erstmals seit gut zwei Jahren an einem Major-Event wieder komplett die Achtelfinals erreichte. «Für mich ist das keine Überraschung. Ich habe erwartet, dass in der ersten Woche alle ihre Form finden werden», sagte Federer. «Vor allem Andy und Novak haben das gut gemacht.»
Der Baselbieter erreichte bei seiner 19. Teilnahme am Turnier im Südwesten Londons zum 15. Mal die Achtelfinals, zum achten Mal ohne Satzverlust. Er sei sehr zufrieden und froh, dass er die erste Woche ohne grösser Probleme überstanden habe, so Federer. «Die Erkältung hat mir fast mehr Mühe bereitet, als meine Gegner.»
Der Anflug von Nervosität vor der Partie der 2. Runde gegen Dusan Lajovic hatte mehr mit der fehlenden Kenntnis über die Stärken des Gegners als mit den grossen Erwartungen der Öffentlichkeit zu tun. Und die Erkältung war am Samstag, als er am späteren Abend gegen Mischa Zverev 7:6 (7:3), 6:4, 6:4 siegte, bereits wieder am abklingen.
Im Gegensatz zu seinem letzten Auftritt an einem Major-Turnier, als Federer im Januar am Australian Open nach seiner halbjährigen Pause auf die Tour zurückkehrte, wurde er in Wimbledon vor dem Turnier als Topfavorit auf den Titel gehandelt. «In Melbourne war ich die Nummer 17 des Rankings und hatte nichts zu verlieren.» In Wimbledon würden ihm die Leute und die Presse anders begegnen. «Sie sehen mich als grossen Favoriten und denken, ich bin hierher gekommen, um das Turnier zu gewinnen.» Die Ausgangslage hat sich verändert. «Zum Glück», sagte Federer, der nicht verneinte, dass auch bei ihm die Anspannung grösser sei als im australischen Sommer, in dem er sein Comeback mit dem 18. Grand-Slam-Sieg krönte.
In seiner 99. Partie auf dem «heiligen» Rasen trifft Federer am Montag mit Grigor Dimitrov auf einen, der wie er einst das Junioren-Turnier in Wimbledon gewonnen hat (2008). Den Traum vom Titel bei den Grossen trägt der 26-jährige Bulgare, der von Federer und von dessen Manager Tony Godsick gegründeten Agentur Team 8 betreut wird, weiter in sich.
«Immer wenn ich im Aorangi-Park trainiere, sehe ich die Ehrentafel der Junioren mit meinem Namen drauf», sagte Dimitrov. Jedes Jahr mache er dasselbe Foto. «Ich hoffe, dass ich einst auch auf der anderen Seite der Anlage die Ehrentafel fotografieren kann.»
Mit dem siebenfachen Champion Federer stellte sich Dimitrov in den Achtelfinals aber die grösstmögliche Herausforderung auf Rasen. Federer freut sich auf die Partie gegen den Wimbledon-Halbfinalisten von 2014, gegen den er alle fünf Partien gewonnen hat. «Ich habe in der Vergangenheit immer sehr gut gespielt gegen ihn.» Die Spielweise des Bulgaren, der die Rückhand ebenfalls einhändig schlägt, kommt Federer entgegen. «Er hat den Hang dazu, passiv zu sein und nicht mit jedem Schlag Druck zu machen. Das muss ich ausnützen.»
Dass Dimitrov in drei Partien erst 18 Games abgegeben hat, beeindruckt Federer nicht. Dimitrov habe eine einfache Auslosung gehabt und sei noch nicht richtig getestet worden. «Ich hoffe, das wird ihm gegen mich zum Verhängnis.» (zap/sda)