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Erfolgreiche Hilfsexpedition für die geschädigten Tiere
im Krisengebiet des Vulkans Ubinas, Moquegua, Peru
Bericht von Fabiana Portal - 11. Mai 2006
Die in letzter Zeit anhaltende Aktivität des Vulkans Ubinas hat Tausende von Tieren in eine Notlage gebracht, ohne Aussichten sie zu evakuieren. Die Bewohner einiger am Fusse des Vulkans gelegener Dörfer, wie Querapi, wurden in andere Gegenden verlegt und mussten ihre Tiere zurücklassen.
Diese Leute fahren nun jeden Tag mit Lastwagen nach Querapi, um ihre Tiere zu füttern und so gut wie möglich für sie zu sorgen. Wir stellten fest, dass einige Ortschaften tierärztliche Hilfe von SENASA, dem örtlichen Gesundheitsamt für Tiere, erhalten hatten; viele von ihnen blieben aber ohne Hilfe, weil entweder die Entfernung zu gross war oder die Mittel nicht ausreichten. Vor allem die Tiere in den Hochgebirgszonen, von mehr als 4.500 m.ü.M., erhielten keine tierärztliche Hilfe und keine Medikamente.
|Beethoven und sein Besitzer in Chagchegen||Austretender Rauch aus dem Vulkan Ubinas|
|Fabiana Portal (mitte) mit Indio-Kindern, die ihre vierbeinigen Freunde auf den Armen tragen|
So beschloss eine Gruppe von Freiwilligen verschiedener Tierschutzorganisationen aus Lima, in das hoch gelegene Ubinas zu reisen, um dort den Tieren, von denen der grösste Teil Lamas und Alpakas sind, die bestmöglichste Hilfe zu bringen. Auch in den unteren Regionen wurde eine Bestandesaufnahme der Tiere vorgenommen. Es handelte sich hier vor allem um Rinder und Schafe, die aus irgendeinem Grund nicht behandelt wurden und denen wir die erforderliche Hilfe brachten. Wir stellten fest, dass es dort fast keine Hunde gab; wir sahen in diesem ganzen Gebiet nur 6 oder 7 Hunde. Es scheint, dass die Familien, die von dort weggezogen sind, ihre Haustiere mitgenommen haben.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt weidet das Vieh auf den durch die Vulkanasche vergifteten Wiesen. Die Bewohner reinigen das Gras, in dem sie es fleissig mit Tüchern abklopfen, damit es die Tiere trotzdem fressen können. Es ist dies sicher keine optimale Lösung, aber sie haben so erreicht, dass die Tiere wenigstens überleben konnten.
Die vom Vulkan ausgestossene Asche verursachte bei den Tieren Durchfall, Augen- und Atemproblemen, deshalb wurden besonders Medikamente zum Schutz der Leber, Vitamin B12, Antibiotika und Atropina verabreicht, in einigen Fällen auch Gentamicin-Augentropfen sowie lösliche Vitamine. Glücklicherweise musste kein einziges Tier euthanisiert werden.
Wir gingen bis nach Quinzachata hinauf und haben überall die Medikamente persönlich verabreicht . Es braucht aber noch viel Hilfe in andern Dörfern. Wir hoffen, dass der Staat die Tiere in die Nothilfe miteinbezieht und noch weitere Sendungen von Medikamenten schickt, damit alle Hilfe erhalten.
Anzahl der durch die Expedition behandelten Tiere:
1173 Alpakas, Lamas, Kühe, Schafe.
Diesen wurden entweder Medikamente direkt injiziert oder
lösliche Vitamine oral verabreicht.
Besuchte Gegenden:
Querapi, Quinzachata, La Yunta, Chaclaya
Teilnehmer der Expedition:
Wendy Flores (Tierärztin)
Enrique Michaud (Tierarzt)
Jenny Mishti (Freiwillige)
Heidi Paiva (Freiwillige)
Fabiana Portal (Freiwillige)
Folgende Tierschutzorganisationen waren an dieser Expedition beteiligt:
UNIDOS POR LOS ANIMALES UND ANIMAL LIFE
(KOORDINATION UND FINANZIERUNG DER REISEKOSTEN )
AMOANIMAL (MEDIKAMENTE)
APDA (KOORDINATION)
ALCO (KOORDINATION)
VIDA DIGNA (KONTAKT ZWISCHEN EXPEDITION UND HILFSORGANISATIONEN IN LIMA)
Allen, die zum Gelingen dieser Hilfsexpedition beigetragen haben,
danken wir herzlich!
|© 2006 by Animal Life. Alle Rechte vorbehalten.|