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Die Gründe für die eine oder andere Schreibung sind vielfältig, manchmal konsequent und logisch, manchmal konsequent und unlogisch. Wir schreiben zum Beispiel "wenig" und "wenige" mit dem gleichen "g", obwohl wir ganz verschiedene Laute sprechen, aber wir schreiben "Schluß" mit "sch" und "Stuß" mit "s", obwohl sie mit gleichem Anlaut gesprochen werden. Die Sprachwissenschaftler unterscheiden allein bei der alphabetischen Schrift ein phonetisches, ein phonologisches und ein morphologisches Prinzip, und ein Blick auf die englische oder die französische Orthographie zeigt, daß man mit den sehr verschiedenen Konsequenzen dieser Prinzipien gut leben und schreiben kann. Der Glaube, daß es eine "richtige" Schreibung gibt, der man durch die Reform näher kommen könnte, ist also nicht einmal eine Fiktion, er ist einfach ein Irrtum.
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Bierwisch, Manfred
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