Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03473.jsonl.gz/3493

Externer Inhalt
Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.
Paris - Die Affäre um L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt hat Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy erreicht. Nach Angaben der früheren Buchhalterin Bettencourts hat diese Sarkozys Wahlkampf illegal mit 150'000 Euro in bar unterstützt. Der Élyséepalast bezeichnete die Angaben als falsch.
Die Milliardärin habe zusammen mit ihrem Ehemann konservativen Politikern regelmässig Spenden zukommen lassen, sagte die Buchhalterin der Nachrichtenwebsite Mediapart. Arbeitsminister Eric Woerth sei eine Spende in Höhe von 150'000 Euro in bar in unbeschrifteten Umschlägen überreicht worden. Das Geld sei für Sarkozys Wahlkampf bestimmt gewesen.
Woerth ist derzeit Sarkozys Arbeitsminister und Schatzmeister der Partei UMP. Er war Kassenwart von Sarkozys Wahlkampforganisation und bis zum Frühling Budgetminister.
Sarkozy habe auch in den 1990er Jahren in seiner Zeit als Bürgermeister des Pariser Nobelvororts Neuilly regelmässig von Bettencourt Geld erhalten, sagte die Buchhalterin im Gespräch mit Mediapart. Sarkozy sei damals regelmässig Gast in der Villa der Bettencourts in Neuilly gewesen.
"Jeder im Haus wusste das"
Sie selbst habe über viele Jahre grosse Summen bei einer Bank aus dem 16. Pariser Arrondissement eingesammelt, die die Bettencourts an Gäste verteilt hätten, sagte die Buchhalterin. "Ständig marschierten Politiker durch das Haus, vor allem in Wahlkampfzeiten. Dédé (André Bettencourt) war ein grosser Spender. Sie alle kamen, um ihre Umschläge entgegenzunehmen, manchmal bis zu 100'000 Euro oder sogar 200'000 Euro."
"Nicolas Sarkozy hat auch immer seinen Umschlag bekommen. Das geschah in der Regel nach dem Essen; jeder im Haus wusste das." Weil Bettencourt sehr schwerhörig ist, habe jeder sehr laut gesprochen.
Auf die Frage, ob Sarkozy eine Barzahlung erhalten habe, sagte ein Sprecher des Präsidentenbüros am Dienstag: "Das ist absolut falsch." Auch Woerths Mitarbeiter wiesen die Darstellung der Buchhalterin zurück.
SDA-ATS