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Semaglutid Arzneimittelgruppen Antidiabetika GLP-1-Rezeptor-AgonistenSemaglutid ist ein blutzuckersenkender Wirkstoff aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten für die Behandlung eines Typ-2-Diabetes. Es handelt sich um ein langwirksames Analogon des Glucagon-like peptide-1 (GLP-1). Die Effekte beruhen unter anderem auf der Förderung der Insulinsekretion und der Hemmung der Ausschüttung von Glucagon. Die Injektionslösung wird einmal pro Woche subkutan gespritzt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und eine Verstopfung.
synonym: SemaglutidumProdukte
Semaglutid wurde in den USA und in der EU im Jahr 2017 als Injektionslösung zugelassen (Ozempic®).
Der Wirkstoff ist strukturell und pharmakologisch mit Liraglutid (Victoza®) verwandt, das im Unterschied zu Semaglutid einmal täglich gespritzt werden muss (beide Novo Nordisk).Struktur und Eigenschaften
Semaglutid ist ein langwirksames Analogon von GLP-1 (Glucagon-like peptide-1) mit einer Sequenzhomologie von 94%. GLP-1 ist ein Peptidhormon, das aus Aminosäuren besteht und von enteroendokrinen L-Zellen im Verdauungstrakt gebildet wird. Aufgrund des Abbaus durch die Enzyme Dipeptidylpeptidase-4 (DPP-4) und neutrale Endopeptidase (NEP) hat es eine Halbwertszeit im Bereich von lediglich zwei Minuten.
Semaglutid unterscheidet sich wie folgt vom natürlichen Peptidhormon:
- Alanin an Position 8 wurde durch α-Aminoisobuttersäure ausgetauscht (eine synthetische Aminosäure, Schutz vor Abbau durch DPP-4)
- Bindung eines hydrophilen Spacers und einer C18-Difettsäure an das Lysin in Position 26 (Albuminbindung, Verlängerung der Halbwertszeit)
- Lysin an Position 34 wurde durch Arginin ersetzt (damit die Fettsäure an der richtigen Stelle angebracht werden kann)
Semaglutid hat blutzuckersenkende und antidiabetische Eigenschaften. Die Effekte beruhen auf der Bindung an den GLP-1-Rezeptor, einem GPCR (G protein–coupled receptor). Dieser Rezeptor wird auch vom Inkretin GLP-1 aktiviert.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten:
- fördern glucoseabhängig die Insulinsekretion aus den Betazellen des Pankreas.
- senken die Glucagonsekretion aus den Alphazellen und führen dadurch zu einer verminderten Glucoseabgabe durch die Leber (Senkung der Gluconeogenese).
- erhöhen die Insulinsensitivität.
- verlangsamen die Magenentleerung und reduzieren damit die Geschwindigkeit, mit der Glucose in den Blutkreislauf gelangt.
- erhöhen die Sättigung (zentral), senken das Hungergefühl und können zu einer Gewichtsabnahme beitragen.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten lösen tendenziell weniger Hypoglykämien aus, weil ihr Effekt erst bei einem erhöhten Glucosespiegel eintritt.
Die oral verfügbaren → Gliptine (siehe dort) hemmen den Abbau von GLP-1 und verstärken dadurch seine Effekte.Indikationen
Für die Behandlung eines Typ-2-Diabetes.Dosierung
Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird einmal pro Woche subkutan gespritzt.Kontraindikationen
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Unerwünschte Wirkungensiehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformation (USA)
- Kapitza C. et al. Effects of semaglutide on beta cell function and glycaemic control in participants with type 2 diabetes: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Diabetologia, 2017, 60(8), 1390-1399 Pubmed
- Marbury T.C. et al. Pharmacokinetics and Tolerability of a Single Dose of Semaglutide, a Human Glucagon-Like Peptide-1 Analog, in Subjects With and Without Renal Impairment. Clin Pharmacokinet, 2017, 56(11), 1381-1390 Pubmed
- Marso S.P. et al. Semaglutide and Cardiovascular Outcomes in Patients with Type 2 Diabetes. N Engl J Med, 2016, 375(19), 1834-1844 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.