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Tracey Rose
Tits and Ass (2017)
Die Arbeit Tits and Ass umfasst dreizehn Farbdrucke auf Baumwollpapier. Sie zeigen Notizblöcke, platziert vor einem Hintergrund mit dem Logo des Brooklyn Museums, die in unterschiedlichen Farben übermalt und beschriftet sind. Die handgeschriebenen Notizen sind ein Skript zu einer Performance, welche die Künstlerin spontan zur Eröffnung der Ausstellung Global Feminism am 24. März 2007 im Brooklyn Museum aufgeführt hat. Mit Pink und Blau sind die beiden fiktiven Figuren einer Konversation gekennzeichnet, welche sich über die Ausstellung unterhalten und sie scharfzüngig kritisieren. Das Video der Performance zur Ausstellungseröffnung, welches gleichzeitig als Kommentar von Tracey Rose zur Ausstellung dient, sowie die Drucke wurden dann in die Ausstellung im Brooklyn Museum integriert.
Für die Performance stand Rose hinter einem Rednerpult und führte das Gespräch zwischen einer pinken und einer blauen Puppe – verkörpert von zwei verschieden farbigen Socken – vor. Die so gespielte Diskussion führt eine kritische Auseinandersetzung mit der Ausstellung Global Feminism und dem zugrundeliegenden Verständnis von Feminismus als weisse und eurozentristische Theorie, welche sich an gebildete Frauen aus dem Mittelstand richtet. Gleich zu Beginn der Performance verweisen die Figuren darauf, dass die Künstlerin nicht über ihr Werk sprechen möchte. Der Tonfall ist provokant, der Blick auf die Ausstellung – welche von einer reichen amerikanischen Sammlerin unterstützt wurde – kritisch. Tracey Rose analysiert die Ausstellung als Alibi-Übung, welche vor allem die weisse Sicht widerspiegelt. Um die Diskrepanz zwischen weissen und Schwarzen Feministinnen, zwischen Erfahrungen von weissen Frauen und POC zu unterstreichen, behauptet sie frech, dass die amerikanische weisse Künstlerin Barbara Kruger die afroamerikanische Kollegin Adrian Piper getötet habe, um damit zur Folgerung zu gelangen: ‚everyone is dead […] except the W.W.: white and wealthy’.