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Der Dispokredit
Vermutlich hast du ein Bankkonto, auf das dein Lohn überwiesen wird. Mit diesem Guthaben bezahlst du deine Rechnungen und legst bestenfalls noch ab und zu etwas zur Seite. Wenn sich dein Konto jedoch leert, ist Schicht im Schacht: Du kannst nun logischerweise nichts mehr bezahlen, da auf dem Konto kein Geld mehr vorhanden ist.
Für solche Fälle kannst du bei deiner Bank einen sogenannten Dispokredit beantragen. Er erlaubt es dir, dein Konto bis zu einer festgelegten Summe zu überziehen. Das hat den Vorteil, dass es im Notfall sehr viel schneller geht, als extra einen neuen Kredit zu beantragen. Ausserdem kannst du ihn (passend zu deiner Situation) stetig amortisieren und wieder aufstocken.
Der Nachteil ist, dass diesen Kredit nicht alle Banken anbieten – und wenn sie es tun, wird er streng geprüft und mit hohen Zinsen versehen. Aus diesem Grund hat seine Beliebtheit tendenziell abgenommen.
Der Lombardkredit
Bei einem Lombardkredit musst du bereits Wertschriften wie Aktien oder Obligationen in deinem Besitz haben. Wenn du nun einen Kredit benötigst, kannst du diese Wertschriften der Bank verpfänden. Das bedeutet, dass die Bank das Recht hat, deine Wertschriften eigenmächtig zu verkaufen und den Gewinn sich selbst gutzuschreiben, falls du den Kredit nicht zurückzahlst.
Damit hat die Bank eine zusätzliche Sicherheit in der Hand – das bringt den Vorteil mit sich, dass ihr Risiko geringer ist und sie dir den Kredit zu einem niedrigeren Zins geben kann. Der Nachteil ist natürlich, dass du zuerst mal über die entsprechenden Wertschriften verfügen musst, die du der Bank anbieten kannst.
Das Wort ‘Kredit‘ stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und wurde vom Begriff ‘creditum‘ abgeleitet – was nichts anderes als ‘das auf Treu und Glauben Anvertraute‘ bedeutet.
Der Peer-to-Peer-Kredit
Der Peer-to-Peer-Kredit (auch kurz P2P-Kredit genannt) ist eine vergleichsweise neue Kreditform, da er erst im Zeitalter des Internets entstehen konnte. Der Hauptunterschied zu anderen Krediten ist der, dass hier kein Finanzinstitut als Kreditgeber fungiert, sondern eine Privatperson. Vereinfacht gesagt, funktioniert das so: Privatperson A hat eine Menge Geld auf dem Konto. Aufgrund des tiefen Zinsniveaus wirft das aber so gut wie keine Rendite ab, weswegen sie eine rentablere Investitionsmöglichkeit sucht.
Auf der anderen Seite haben wir Privatperson B, die einen Kredit für ein Projekt benötigt. Nun gibt es spezielle Plattformen, die diese beiden zusammenbringen sollen. Privatperson B stellt sich und ihr Projekt dort vor und sagt, wie viel Geld sie als Kredit benötigt. Privatperson A kann sich dies ansehen und überlegen, ob sie Privatperson B die benötigte Kreditsumme geben will.
Das hat den Vorteil, dass bei einer Übereinkunft beiden geholfen ist: Nehmen wir an, sie einigen sich auf einen Kredit von 3 %. Das ist mehr, als Privatperson A als Zinsen auf ihrem Bankkonto erhalten würde – und Privatperson B zahlt weniger Zinsen als bei vielen institutionellen Kreditgebern. Der Nachteil ist natürlich vor allem, dass es zu keinem Deal kommen kann, und beide mit einem ‘ausser Spesen nichts gewesen‘ leben müssen. In diesem Fall muss sich Person B anderweitig nach einer Geldquelle für sein Projekt umsehen.
Übrigens: Das Leasing ist eine weitverbreitete Form der Fahrzeugfinanzierung. Trotzdem gilt es nicht als Kredit, sondern ist eine Art Miete. Das liegt daran, dass du das Auto gegen eine regelmässige Bezahlung zwar nutzen darfst, es aber weiterhin der Leasingfirma gehört – ähnlich wie bei der Mietwohnung.