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nunmehr den Körper kräftig nach vor- und aufwärts vom Boden abstößt und während des Schwebens in der Luft das andre Bein
zum Auffangen des Körpers möglichst weit nach vorn wirft. Dem Laufen der Menschen entspricht das Traben der Tiere. Beim kurzen Trab
währt die Dauer des Auftretens etwa doppelt so lange wie die Zeit, während welcher der Körper in der
Luft schwebt; beim gestreckten Trab hingegen weilt der Körper länger über als auf dem Boden. Durch photographische Momentaufnahmen
trabender Pferde
[* 5] wurde festgestellt, daß die diagonal gestellten Vorder- und Hintergliedmaßen nicht genau korrespondierend
arbeiten, sondern daß die erstern etwas früher den Boden verlassen als die letztern. So erheblich ist
diese Differenz, daß es gelingt, Bilder zu fixieren, in denen das Pferd
[* 6] nur noch mit einem Hinterbein den Boden berührt.
Die obigen Figuren sind Momentaufnahmen, gewonnen an einem in der Galoppbewegung begriffenen Pferd. Fig. 1 stellt das Tier dar,
wie es im Begriff steht, das rechte Vorderbein, das allein noch den Boden berührt, und dessen Stützpunkt
hinter dem Schwerpunkt des Körpers gelegen ist, vom Boden abzustoßen. Die nun folgenden beiden Aufnahmen zeigen das Pferd in der
Luft schwebend. Im 4. Bild fängt das weit unter den Körper gebrachte linke Hinterbein die Körperlast
zuerst auf, um sie, wie die folgende
Abbildung darthut, unverzüglich aufs neue nach vorn schleudern zu helfen. Im 6. und 7. Bild
führt das rechte Hinterbein eine ähnliche Funktion aus.
Aus dem 7. und 8. Bild folgt, daß die beiden Hinterbeine beim Aufschlagen des linken Vorderfußes den Boden bereits wieder
verlassen haben. Das 9. und 10. Bild beweisen, daß das andre Vorderbein erst ausschlägt, nachdem auch das linke Vorderbein
sich vom Boden gelöst hat. Die vorletzte Aufnahme zeigt das Pferd in einer Haltung, die im wesentlichen mit derjenigen des ersten
Bildes übereinstimmt.
[* 4]
Fig. 12 hat mit den übrigen Bildern keinen weitern
Zusammenhang und stellt das Pferd im Zustand der Ruhe dar.
Kunsthandlung, bildet es die Eingangspforte zur Fischenzen, d. h. dem am Fuß des Schloßbergs in den Fall hinausgebauten,
früher hölzernen, jetzt geschmackvoll von Eisen
[* 9] konstruierten Pavillon, von dem aus der Wassersturz sich in seiner ganzen
imposanten Größe betrachten läßt. In einem Tunnel
[* 10] passiert die Eisenbahn den Schloßfelsen und auf einer Steinbrücke,
unmittelbar oberhalb des Falles, den Strom. - 3) Landstädtchen im schweizer. Kanton Bern,
im »Laufenthal«
der Birs, die hier nach Aufnahme der Lützel einen hübschen Wasserfall bildet, Station der jurassischen Bahnlinie Basel-Biel
(-Bern), mit (1880) 1264 Einw. -
französisch Laufon. Amtsbezirk des Kantons Bern.
8280 ha Fläche und 7491 Ew., also 91 Ew. auf einem km2. Bezirkshauptort
ist Laufen. Der Bezirk umfasst folgende 12 Gemeinden: Blauen, Brislach, Burg, Dittingen, Duggingen, Grellingen,
Laufen, Liesberg, Nenzlingen, Röschenz, Wahlen und Zwingen. Er zählt 11 römisch-katholische Kirchgemeinden, wovon 6 staatlich
anerkannt sind, ferner eine altkatholische und eine 1897 errichtete reform. Kirchgemeinde (Laufen). 7491 Ew. in 976 Häusern
und 1580 Haushaltungen; 6585 Katholiken, 873 Reformierte und 33 Israeliten; 6945 Ew. deutscher, 223 französischer und 319 italienischer
Zunge.
Bei Bärswil, wo von S. her der Bärswilerbach mündet, erweitert sich das Thal etwas, um sich aber sofort wieder einzuengen.
Unterhalb der Mündung der Lützel, des grössten (linksseitigen) Nebenflusses der Birs, treten die Berge auseinander und geben
einem grossen ebenen Thalboden Raum, in dessen Mitte die Ortschaft Laufen liegt. Es ist dies eine breite
jurassische Mulde, in der noch oligocäne und in einzelnen Fetzen auch miocäne (Aargauer Nagelfluh) Ablagerungen eingeschlossen
sind.
Hier erhält die Birsvon S. her den Wahlenbach und bildet beim Eintritt in die Stadt einen schönen, hufeisenförmigen Wasserfall.
Nachdem ihr bei Zwingen von rechts die Lüssel oder Lüsslein zugekommen, tritt sie nochmals in eine enge,
wilde und malerische Kluse ein (Kessiloch; s. diesen Art.), die letzte im n. Jura. Sie nimmt hier von rechts den Ibach, Kastelbach
und Seebach (gegenüber Grellingen) auf, biegt dann nach N. um und verlässt im Engpass von Angenstein (309
m) zugleich mit dem Juragebirge auch den Kanton Bern,
um in die Rheinebene auszutreten. Den NW. des Bezirkes entwässert einer der Quellarme
des Birsig, der den Schlossfelsen von Burg umfliesst.
Der Amtsbezirk Laufen hat fruchtbaren Boden, besonders in seinem untern Abschnitt, wo lohnender Ackerbau getrieben wird und
von Grellingen an auch Wein gedeiht. Grosse Waldungen und bedeutender Holzhandel. Klima gesund und in den Thälern dem von
Basel
entsprechend. Die Bodenfläche verteilt sich auf
Während in den Flüssen ausgezeichnete Forellen gefangen werden, wird das jagdbare Wild (wie übrigens
im ganzen Jura) selten, da die Wilderer alles zusammenschiessen. Haupterwerbsquellen der Bewohner sind Ackerbau, Rindviehzucht,
Holzschlag, Abbau von Steinbrüchen, sowie die Fabrikation von Zement, Gips (Gruben bei Bärswil), hydraulischem Kalk, Ziegeln
und Backsteinen. In der Stadt Laufen stehen eine der grössten Mühlen der Schweiz mit Teigwarenfabrik
(an der Vereinigung der Lützel mit der Birs) und eine Ziegelei mit Backsteinfabrik in Betrieb.
das Ueberwiegen der Männer ist hier wie in Delsberg den vielen Fabriken
und Steinbrüchen zuzuschreiben. 805 Gemeindebürger, 517 Berner aus anderen Gemeinden, 501 übrige Schweizer und 354 Ausländer. 1727 Katholiken, 417 Reformierte
und 30 Juden. 1946 Ew. deutscher, 98 französischer und 133 italienischer Zunge.
Alle Schulen sind deutsch.
Die Lage an der Vereinigung der Thäler der Birs und Lützel und an der Kreuzung verschiedener wichtiger Strassenzüge, die
Fruchtbarkeit der umliegenden Thalebene, die zur Verfügung stehenden beträchtlichen Wasserkräfte, die nahe der Stadt befindlichen
Brüche auf erstklassigen weissen Kalkstein, der Unternehmungsgeist der Bewohner - alle diese günstigen
Umstände wirken zusammen, um Laufen rasch zu einer ansehnlichen und wohlhabenden Ortschaft zu gestalten. 1888 war Laufen
noch ein umwalltes kleines Städtchen mit einer einzigen breiten Strasse, die an beiden Enden durch mächtige Tore geschlossen
war und mit dem gegenüberliegenden rechten Ufer der Birs durch eine unmittelbar unter dem Wasserfall befindliche
gedeckte Holzbrücke in Verbindung stand.
Heute ist an die Stelle dieses altertümlichen Bauwerkes eine eiserne Brücke getreten, die von der Altstadt zum neuen Bahnhofquartier
hinüberführt, während ein eiserner Steg für Fussgänger oberhalb des Wasserfalles die Oberstadt und das Industriequartier
miteinander verbindet. Die alten Umfassungsmauern sind zum grössten Teil niedergelegt worden; einzelne
Reste davon sieht man noch um den Garten der Amtsstatthalterei. Bemerkenswerteste Gebäude: die 1699 geweihte katholische
St. Katharinenkirche, die neue reformierte Kirche auf einer Anhöhe gegenüber dem Bahnhof, das neue Postgebäude.
Nennenswert sind auch die beiden Tortürme der Altstadt. Sehr bedeutende Ziegelei und Backsteinfabrik,
eine der grössten Mühlen der Schweiz mit Teigwarenfabrik, eine Portlandzementfabrik, eine Korkwarenfabrik, zwei Buchdruckereien
mit zwei Zeitungen, Bankgeschäft, Bezirkssparkasse, mehrere Gasthöfe, eine Obsthandlung. Nahe der Stadt einer der grössten
Steinbrüche der Schweiz. Laufen hat ausgezeichnete Primarschulen, eine Sekundarschule, drei Armen- und Hilfsvereine, mehrere
Musik-, Theater-, Schützengesellschaften etc. Grosser Monatsmarkt.
Ueberreste römischer Siedelungen, Münzen. Der Name Laufen rührt von dem hier von der Birs gebildeten
Wasserfall her und erscheint zum erstenmal in einer Urkunde von 1141 als Loufen;
1265: Lovfen;
1307: Laufenawe;
1355: Louffen;
1356: Louffon;
1383: Loffont;
1435: Laufon. Laufen hat bis 1793 die Geschicke des Bistums Basel
geteilt. 1296 erhielt
der Ort von Bischof Peter von Aspelt das Stadtrecht und die gleichen Freiheiten und Vorrechte wie die Stadt Basel.
Von dieser
Zeit an hatte Laufen seinen von den Bürgern gewählten eigenen Rat und Bürgermeister. Bischof Johannes Senn von Menzingen erweiterte
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mehr
1329 diese Vorrechte noch um neue Vergünstigungen. Ein Edelgeschlecht von Laufen wird in den Urkunden vom 13.-16. Jahrhundert
erwähnt. Nachdem die Stadt Laufen dann mehrfach in den Besitz anderer Herren, so u. a. in den der Edeln von Ramstein, gekommen,
verblieb sie 1459-1793 unangefochten den Fürstbischöfen von Basel.
Sie nahm in der Ständeversammlung des
Fürstbistums den sechsten Rang ein. Die Bewohner von Laufen, Birseck und Pfeffingen traten 1529 zur Reformation über und verburgrechteten
sich zugleich mit der Stadt Basel, wurden aber vom Fürstbischof Christoph von Blarer 1585 zur Rückkehr zum alten Glauben
gezwungen.
Der Kulturkampf von 1873 teilte die Katholiken in zwei Lager, deren eines zum altkatholischen Glauben
überging. Aus dieser Zeit datiert die altkatholische Kirchgemeinde. Die reformierte Kirchgemeinde, die alle Reformierten
des Amtsbezirkes umfasst, stammt aus dem Jahr 1897, und die die Stadt beherrschende reformierte Kirche ist 1903 eingeweiht
worden. Das Chor der ersten katholischen Pfarrkirche ist heute zur St. Martinskapelle umgewandelt, die
bemerkenswerte kirchliche Altertümer (schöne gotische Monstranz aus dem Ende des 15. Jahrhunderts) birgt. Die römisch-katholische
Kirchgemeinde Laufen umfasst die Stadt und Gemeinde Laufen und die Gemeinde Zwingen. In der Glashütte bei Laufen ist 1814 der
berühmte Jurageologe Amanz Gressly geboren worden.
Man unterschied den Obern Laufen und Untern Laufen, d. h. die Stromschnellen bei Schaffhausen
(heute die Lächen genannt) und den eigentlichen
Fall. Dann übertrug man die Bezeichnung Laufen auf die am Fall entstandenen industriellen Betriebe (Hüttenwerke und Mühle).
Heute ist aber diese Bezeichnung veraltet und wird in der Form «Im
Laufen unten» nur noch etwa für den untern Teil des Dorfes Neuhausen (7 Häuser, 33 reform. Ew.) gebraucht.
Oberhalb des Falles führt eine steinerne Eisenbahnbrücke über den Fluss. In Uferhöhlen über dem Fall hat man Scherben
von vorhistorischen Töpferwaren und in solchen unter dem Fall gallische und römische Münzen (aus der Zeit Trajans, Hadrians,
Antonins etc.) gefunden. 858: Loufen. Die Güter zu Laufen gehörten 858 dem Wolven, kamen 875-877 an
Graf Gozbert und 892 an das Kloster Reichenau. 1155 gehörte Hof und Kirche dem Bischof von Konstanz, der den Kirchensatz bis 1804 innehatte. 1360 erscheint
die Burg als Lehen der Freiherren von Thengen in der Hand der Herren Am Stad; vor ihnen hatten sie die von
Urzach, nach ihnen die von Tüffen, alles Schaffhauser Bürger, inne. 1430 kam die Burg an die von Fulach (ebenfalls aus Schaffhausen),
denen
sie 1441 nach längerer Belagerung durch Herzog Albrecht von Oesterreich entrissen wurde. 1452 gelang es den Fulach, sich
durch nächtlichen Ueberfall der Burg wieder zu bemächtigen, worauf sie sie 1554 an die Stadt Zürich
verkauften. Diese liess die Burg als Grenzveste ihres Gebietes völlig umgestalten und stark befestigen. Später ist sie
dann im Innern nochmals neu hergerichtet worden. Die 1546 erbaute Ringmauer ist teilweise noch erhalten. Zwei Türme: ein
einstöckiger viereckiger Torturm und ein dicker Rundturm. Auf Schloss Laufen sass der Obervogt der grossen
Zürcher Obervogtei Laufen. Vergl. Zeller-Werdmüller, H. Zürcher. Burgen.Zürich
1894.