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Wie sieht Ihre tägliche Routine aus?
Ich stehe morgens um 6 Uhr auf und bereite das Frühstück vor. Zwischen 7 und 7.30 Uhr treffe ich an meiner Schule ein, wo ich von Montag bis Freitag den grössten Teil meiner Zeit verbringe. Ich unterrichte Mathematik und christliche Religion und leite die Schule. Am späteren Nachmittag machen wir mit den Kindern Spiele wie zum Beispiel Fussball, Verstecken und Seilhüpfen. Ich komme gegen 17 Uhr nach Hause und bereite das Abendessen für meinen Gatten und mich und den Arbeiter, der sich um unser Haus und Vieh kümmert, zu. Nach dem Abendessen, ruhe ich mich aus.
Was ist Ihr Lieblingsessen?
Mein Lieblingsessen ist ein Gericht auf der Basis von Maismehl (Ugali) mit Sukuma Wiki, einem einheimischen Gemüse und Hirse. Ich habe meinen eigenen Garten, in dem ich Gemüse anpflanze. Leider war dieses Jahr die Trockenzeit sehr lang und ich konnte kaum etwas anbauen. Deshalb kaufe ich die meisten Lebensmittel.
Was mögen Sie an Ihrem Dorf?
Es ist ein schöner Ort mit einem Klima zum Aushalten, es ist nicht zu hügelig, aber dennoch nicht im Tiefland und es hat sehr fruchtbare Erde. Zusammen mit meiner Familie sind wir vor ein paar Jahren hierher gezogen, als man mich an diese Schule versetzt hat. Wir kauften daraufhin einen kleinen Bauernhof und machten diesen zu unserem Zuhause.
Was bereitet Ihnen am meisten Probleme?
Wir haben nicht genug Lehrpersonen, um unseren Schülern eine gute Bildung zu garantieren. Je nach Herkunft haben wir auch Kinder, denen es an den einfachsten Dingen wie Schuhen und Kleidern mangelt. Manchmal sehen wir, dass einige Kinder für längere Zeit nichts Ordentliches zu essen bekommen haben. In solchen Fällen klagen sie vor allem über Bauch- und Kopfschmerzen. Aber am meisten ist ihre Aufnahmefähigkeit beeinträchtigt. Wenn sie hungrig sind, passen sie kaum im Unterricht auf. Wir brauchen mehr Toiletten und einen Trinkwassertank. Manchmal bitten wir die Kinder darum, ihr eigenes Wasser von zu Hause mitzubringen.
Was wünschen Sie sich?
Ich wünsche mir eine sichere Trinkwasserversorgung und mehr Land für die Schule für einen richtigen Sportplatz, auf dem wir auch Leichtathletik praktizieren könnten. Die Schule ist sehr klein im Verhältnis zur Anzahl unserer Schüler.
Was bedeutet Glück für Sie?
Wenn man genau das bekommt, was man braucht im Leben. Da sind genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, ein unterstützendes Umfeld und dass man seine Arbeit gut macht. Ich wäre auch glücklich, wenn ich sehen würde, dass sich der Lebensstandard in der Region allmählich verbessert und die Eltern sich gut um ihre Kinder kümmern. Dies ist der Fall seit die Caritas-Projekt begonnen hat. Es hat dazu beigetragen, dass sich die Kooperation zwischen der Schule und Dorfgemeinschaft verbessert hat. Wenn wir die Eltern darum bitten, die Schule zu unterstützen, klappt das jetzt schnell.
Das Interview wurde von Joëlle Affolter im Mai 2015 durchgeführt.