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VENUS-TANSIT
„Transit“ nennen wir das Vorüberziehen eines Planeten vor der Sonnenscheibe. Mit geeigneten Instrumenten (Siehe roter Kasten rechts oben) lässt sich dann der Planet als schwarze Kreisfläche vor der Sonne ausmachen. Für uns kommen nur zwei Planeten in Frage, die vor der Sonne vorüberziehen können, Merkur und Venus (die „inneren“ Planeten [von der Erde aus gesehen]).
Ein spezieller Fall eines „Transits“ ist der des Mondes vor der Sonne. Da sich die Mondscheibe in einer Distanz befindet, die es ihr erlaubt bei ihrer Grösse die Sonne fast oder manchmal ganz (total) abzudecken, sprechen wir hier von einer „Sonnenfinsternis“ (der Mond deckt die Sonne ab!).
Transite bzw. Sonnenfinsternisse sind relativ selten, weil die Bahnen der Planeten (oder des Mondes) gegenüber der Erdbahn geneigt sind. Die Sonne hat einen scheinbaren Durchmesser von nur einem halben Winkelgrad (30 Winkelminuten) am Himmel. Zu Transiten oder Finsternissen kommt es nur, wenn die Planeten (oder der Mond) innerhalb dieser 30 Winkelminuten auf einer Linie stehen. Das ist nur in unmittelbarer Nähe der Knoten (auf- oder ansteigend) der Bahnen der beiden Himmelskörper der Fall.
Solche Planetentransite sind eine Methode, um bei fernen Sternen Planeten nachzuweisen. Zwar sind sie dort draussen im Weltall nicht direkt beobachtbar, aber die Transite beeinflussen die Leuchtkurve eines Sterns. Ein Transit macht sich durch ein kleineres oder grösseres Abfallen der Lichtkurve bemerkbar.
Der Venustransit vom 6. Juni 2016 fand an einem Arbeitstag statt, weshalb meine möglichen Beobachtungsstandorte (längs meines Arbeitswegs) beschränkt waren. Um 7 Uhr Ortszeit wäre die letzte Phase dieses Ereignisses von uns aus zu beobachten gewesen [Universal Time UT(C) = Koordinierte Weltzeit hat als Zeitstandard die Zonenzeit von Greenwich (GMT) abgelöst. Für uns vereinfacht gilt: UTC = GMT = MEZ + 1 Std. (Sommerzeit + 2 Std.)].
Ich packte erwartungsfroh mein kleineres Teleskop mit Sonnenfilter ein und machte mich auf den Weg Richtung Niesenberg (bei Wohlen AG). Und wie zu erwarten war, verdeckte eine fette Wolkenschicht jeden Ausblick auf die Sonne. Damit hatte ich meine Chance, noch einen Venustransit zu beobachten, vertan, denn die nächste Gelegenheit bietet sich erst am 11.12.2117 wieder und dann werde ich sicher nicht mehr unter den Lebenden weilen. Meine Kollegen hatten bei der Linde in Linn (ca. 20 km NW von meinem Standort) etwas mehr Glück (Foto unten: Fabienne Dubler, Astronomische Vereinigung Aarau AVA). Mindestens zeitweise riss dort die Wolkendecke auf und erlaubte einen Blick auf das seltene Schauspiel.