Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/2496

Zustand:
Deckel verstärkt, einige Blätter mit kleinen Eckabrissen - gebrauchspurig, min. fingerfleckig. Etliche Bilder mit Bleistift durchgestrichen - trotzdem gutes u. seltenes Exemplar.
Bemerkung:
19 Tafeln zeigen diverse Taschenmesser, 16 Taf. Scheren, 1 Taf. Pinzetten. - Bereits kurz nach ihrer Gründung 1865 wandte sich die Firma von Carl Bertram der Herstellung besonders ausgesuchter Qualitäten von Taschen- und Federmessern zu und wählte als Firmenzeichen "Hahn und Henne". Die Firma wuchs bis zum Ersten Weltkrieg auf ca. 20 Beschäftigte und ebenso viele Heimarbeiter. Anfang des Jahrhunderts wurde als Erweiterung ein Fabrikneubau an der Beethovenstr. 103 errichtet. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Produktion um feine Scheren, Nagelzangen, Pinzetten und wohl auch direkte Kriegsproduktion erweitert. Die Krisenjahre der 1920er und frühen 1930er konnte die Firma leidlich überstehen, bis es im Zuge des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs aufwärts ging, so daß man sich maßgeblich an der Gemeinschaftsausstellung für Solinger Stahlwaren auf der Pariser Weltausstellung 1937 beteiligen konnte. Ende 1941 beschäftigte die Firma Bertram insgesamt 41 Personen (35 Männer, darunter 1 Schweizer und 6 Frauen). Produziert wurden im Jahre 1941 insgesamt 43000 Taschenmesser, 30000 Scheren und 12000 Nagelzangen, ausschließlich traditionelle Produktion, keine spezielle Rüstungsproduktion. 1942 sank die Produktion um ca. 20% und die Beschäftigungszahl auf zusammen 28 Arbeitskräfte.Im Zuge der totalen Kriegswirtschaft wurde auch die Firma Bertram ab Januar 1943 in die direkte Herstellung von Kriegsgütern einbezogen. Neben der traditionellen Produktpalette fertigte sie nunmehr in Lohnarbeit Einzelteile für die Maschinengewehre MG 42 und MG 44. Höhepunkt dieser Rüstungsproduktion lag im Sommer und Herbst 1944. Am 01.11.1944 wurden 80% der gesamten Produktion für Kriegsteile aufgewendet. (Quelle Fi 1-298)Nach dem Krieg nahm man überwiegend unbeschädigt mit wesentlich reduzierter Mitarbeiterzahl ab August 1945 die Produktion wieder auf, wobei die wirtschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit weitestgehend der allgemeinen der Solinger Stahlwarenindustrie entsprach. 1976 wurde die bis dahin im Familienbesitz gebliebene Firma, die seit 1980 nicht mehr existiert, verkauft.