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Angesichts sehr vieler tragischer Ereignisse in den letzten Jahren (z.B. "Amok"-Fällen, U-Bahn-Schlägereien, Familienmorde) ist die gesellschaftliche Sensibilisierung für Drohungen und Gewalt gewachsen. Drohungen lösen Ängste aus. Sie werden heute ernster genommen und zunehmend auch als ein Problem der öffentlichen Ordnung erkannt. Sie werden inzwischen deutlich häufiger als früher durch Anzeigen ins "Hellfeld" gebracht.
Andererseits stellt sich aber auch die Frage einer Überbewertung verbaler Drohungen. Eine implizit oder explizit ausgesprochene Drohung wird häufig mit der Gefährlichkeit der drohenden Person oder der Situation gleichgesetzt. Allerdings sagt eine Drohung allein noch nichts über die sogenannte Eintretenswahrscheinlichkeit ihrer Umsetzung aus - selbst wenn eine Todesdrohung im Raum steht.
Um die Risikorelevanz einer Drohung beurteilen zu können, müssen die Parameter für Gefährlichkeit festgestellt werden: zu hinterfragen sind die Charakteristik der Drohung, die Merkmale von Persönlichkeit und Verhalten des Drohenden, sowie auf situative Belastungsfaktoren. Treffen mehrere der genannten Risikomerkmale zu, steigt das Risiko der Umsetzunggefahr von Gewaltdelikten. Die Parameter zeigen, wie notwendig eine eingehende Abklärung ist.
Siehe auch: Leistungen, Bedrohungsanalyse