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Die Messe Schweiz steckt in tiefen Schwierigkeiten. Wegen des Coronavirus mussten die Art Basel und die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld als globale Prestigeveranstaltungen abgesagt werden. Schon zuvor wurden Muba und Züspa mangels Publikum eingestellt. Das Messegeschäft wandelt sich, es wird digitaler, virtueller, globaler.
Unterstützen soll diesen Wandel nun der Medienmanager James Murdoch. Lange galt er als Kronprinz für die Übernahme des Murdochschen Imperiums, das Zeitungen, Fernsehstationen, Filmproduktionsfirmen und Online-Netzwerke in den USA, Grossbritannien und Australien umfasst.
Doch mittlerweile scheint der rechtskonservative Patriarch Rupert Murdoch, der US-Präsident Trump unterstützt und dessen britische Boulevardblätter für den Brexit trommelten, eher auf seinen anderen Sohn Lachlan zu setzen.
James fährt einen anderen Kurs
Und nicht mehr auf James, wie die Journalistin Mara Bernath sagt, die im Februar für die «Finanz und Wirtschaft» ein Porträt über den 47-Jährigen geschrieben hat: «James Murdoch hatte schon viele Positionen im Medienimperiums inne, aber er ist nicht auf einer Linie mit seiner Familie.»
James Murdoch ist nicht auf einer Linie mit seiner Familie.
Anders als sein Bruder Lachlan und sein Vater, die am rechten Rand politisierten, sei James liberalerer Gesinnung, sagt Bernath: Er unterstützte einen gemässigten demokratischen Präsidentschaftskandidaten. Und im letzten Winter sorgte er für Schlagzeilen, als dem Imperium des Vaters Wahrheitsverweigerung in der Klimaberichterstattung vorwarf.
Damals kritisierte James Murdoch die Zeitungen und TV-Stationen seines Vaters, die trotz der schweren Waldbrände in Australien nichts von Klimawandel und Kohleausstieg wissen wollten und Klimaskeptikern eine Plattform boten.
Lupa Systems und Klimastiftung
James Murdoch setzt sich aber laut Bernath nicht erst seit den Waldbränden für die Bekämpfung des Klimawandels ein. Er hat zusammen mit seiner Frau eine Stiftung für Klimabelange und eine eigene Firma Lupa Systems, die in verschiedene Projekte investiert.
Etwa Infrastruktur- und Bildungsprojekte in Entwicklungsländern, aber auch in Unternehmen, die umweltfreundliche Pflanzenschutz- und Düngemittel entwickeln oder vegetarische Fleischersatzprodukte auf Basis von Algen. Hinzu kommen weitere Beteiligungen an Medien oder am Tribeca-Filmfestival von Robert de Niro.
Und jetzt die Messe Schweiz
Ein vielfältiges Portfolio also – ermöglicht durch das Geld der Familie Murdoch, sagt Bernath. In Lupa Systems etwa stecke Kapital des Vaters aus dem Verkauf der Filmstudios von 21th Century Fox an Disney. Damals flossen an jedes der sechs Kinder von Rupert Murdoch zwei Milliarden Dollar.
Ob und wie die Messe Schweiz in dieses Portfolio passt, wird sich weisen. Als global tätiger Investor hat James Murdoch jedenfalls die nötigen Kontakte in die Welt von Wirtschaft, Medien und Kultur.
Doch er wird für seine Millioneninvestition eine Rendite erwarten. Denn Lupa Systems ist ein Investitionsvehikel – und nicht wie seine Klimastiftung ein politisches und philanthropisches Projekt.