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Das Zwerchfell ist ein kuppelförmiges Muskel- und Sehnengewebe, das den Bauch- vom Brustraum trennt. Die Speiseröhre geht durch das Zwerchfell hindurch. An dieser Durchtrittsstelle ist das Muskelgewebe etwas lockerer und es können hier einfacher Hiatushernien entstehen. Dabei wird ein Teil des Magens durch diese Öffnung im Zwerchfell nach oben in den Brustraum gedrückt. Hiatushernien können angeboren oder erworben sein. Risikofaktoren, die begünstigen, sind Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, Bindegewebsschwäche, Schwangerschaften und Alter.
Diagnostiziert wird ein Zwerchfellbruch oft zufällig während einer Magenspiegelung. Die Diagnose ist aber auch mittels Röntgenaufnahmen möglich, vor welchen dem Patienten ein Brei mit Kontrastmittel verabreicht wird. Nur etwa 10% der Zwerchfellbrüche fallen durch Beschwerden auf.
Es gibt verschiedene Formen von Hiatushernien:
Relativ häufig kommt ein axialer Hiatusgleitbruch vor, bei dem der oberste Teil des Magens durch den Speiseröhrenschlitz und das Zwerchfell hindurch in den Brustraum gedrückt wird. Der Brucksack kann oft zwischen Bauch- und Brustraum hin- und hergleiten. Meist tritt begleitend eine Refluxkrankheit auf.
Wesentlich seltener, in etwa 10 % der Fälle, tritt die parasösophageale Hernie auf. In diesem Fall schiebt sich ein wesentlicher Teil des Magens neben die Speiseröhre in den Brustraum, oft bleibt jedoch der Mageneingang anders als bei der axialen Gleithernie unterhalb des Zwerchfells. Die Gefahr einer Einklemmung ist grösser als bei axialen Gleithernien. Etwa 70 bis 80 % der paraösophagealen Hernien gründen in einem angeborenen Defekt des Zwerchfells. In diesem Fall verlaufen die Speiseröhre und die Hauptschlagader durch die gleiche grosse Öffnung im Zwerchfell anstatt durch zwei separate.
Hier beginnt es meist mit einer axialen Gleithernie, wobei sich dann mit der Zeit immer mehr Magenabschnitte seitlich neben der Speiseröhre in den Brustraum verschieben.
Wenn bei der paraösophagealen Hernie der Magen komplett in den Brustraum rutscht und „kopfüber“ im Brustraum liegt, spricht man von einem Upside-down Stomach.
Bei einer axialen Gleithernie treten oft keine Symptome auf. Bei paraösophagealen Hernien fällt es dem Patienten immer schwerer zu schlucken. Ein Drittel der Typ II- Hiatushernien werden aufgrund von Blutarmut erkannt, die restlichen zwei Drittel zeigen sich durch Schluckbeschwerden.
Bei Zwerchfellbrüchen, wo grosse Anteile der Bauchorgane in den Bruchsack gedrückt werden, werden Herz und Lunge im Brustraum eingeengt und es kann zu Atemnot und Kreislaufbeschwerden kommen.
ACHTUNG: Bei heftigen Schmerzen, Blähungen und Würgereiz könnte es sich um einen eingeklemmten Bruch handeln. Rufen Sie uns sofort an oder begeben Sie sich in die nächste Notfallstation eines Spitals!
Die Behandlung ist abhängig von den Beschwerden und dem Ausmass des Bruches. Kleine Zwerchfellbrüche machen wenig Beschwerden. Hier werden oft säurehemmende Medikamente gegen das Sodbrennen eingesetzt, was allerdings nur die Symptome bekämpft. Bei grösseren Brüchen, gerade wenn eine Gefahr für eine Einklemmung besteht, wird operiert. Ansonsten können blutende Geschwüre im Magen, Schmerzen oder die Unmöglichkeit zu essen entstehen.
Da Hiatushernien den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre begünstigen, können sich als Folge der Magen (Gastritis) und die Speiseröhre chronisch (Refluxösophagitis) entzünden. Hält dieser Zustand über Jahre an, kann sich durch die chronische Entzündung unter Umständen ein Speiseröhrenkrebs daraus entwickeln.
Wenn Sie an einer Hiatushernie leiden, sollten Sie nicht allzu grosse Portionen aufs Mal essen. Es ist besser mehrmals am Tag kleinere Mahlzeiten einzunehmen. Patienten sollten auf säurehaltige Getränke wie Süssgetränke oder Orangensaft verzichten. Alkohol, Kaffee, Schokolade und sehr saure, scharfe oder fettige Lebensmittel haben ebenfalls negative Auswirkungen. Der Konsum von Schmerzmitteln sollte so gering wie möglich gehalten werden, da diese auch zu Beschwerden im Magen und der Speiseröhre führen können. Direkt vor dem Schlafengehen sollten Sie nicht mehr essen. Das senkt das Risiko für Sodbrennen und Refluxerkrankungen. Gewichtsabnahme, genügend Bewegung und das Vermeiden von zu enger Kleidung helfen ebenfalls. Schlafen mit erhöhtem Kopfteil hilft zum einen das Sodbrennen zu verringern, verhindert bei Gleithernien aber auch, das erneute Hochrutschen der Organe in den Brustkorb.
Wenn mehr als 30% des Magens in den Brustkorb gerutscht ist, sollte operiert werden. Die richtige Positionierung des Magens und das Verschliessen des Loches im Zwerchfell ist meist minimalinvasiv möglich. Teilweise befestigen Chirurgen den Magen an der vorderen Bauchwand oder an einer Stelle am Zwerchfell. Zur weiteren Stabilisierung kann mit einem Netz gearbeitet werden.
Bei einem minimalinvasiven Verfahren sind mit 3-4 Tagen im Spital zu rechnen. Bevor wieder feste Nahrung gegessen werden darf, wird eine Röntgen-Aufnahme mit Kontrastmittel durchgeführt.