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Chronische und exzessive Stickstoffeinträge in Wäldern setzen Pflanzenarten mit einer geringeren geografischen Verbreitung unter Druck. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die unter Leitung des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Halle-Wittenberg durchgeführt wurde.
Demnach konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Nährstoffeinträge in weiten Teilen Europas mit einer erhöhten Aussterbewahrscheinlichkeit solcher Arten in Zusammenhang stehen. Zurückzuführen sei das nicht so sehr auf die geringe Populationsgröße der betroffenen Pflanzen, sondern vielmehr auf ihre ökologische Nische.
Die weniger weit verbreiteten Arten seien oft an relativ nährstoffarme Böden angepasst. Als Folge der Nährstoffeinträge verbreiten sich den Forschern zufolge zugleich stickstoffliebende, teils exotische Arten. Der Artenreichtum der einzelnen Wälder habe sich daher im Durchschnitt nicht verringert, der Gesamtartenreichtum hingegen schon.
Basierend auf ihren Untersuchungen gehen die Wissenschaftler von einem Rückgang um 4 % während der letzten Jahrzehnte aus. Zu bedenken sei allerdings, dass die Untersuchungsstandorte in geschützten Waldgebieten lägen; wenn man forstwirtschaftlich genutzte Wälder mit einbeziehen würde, könnte der Rückgang weitaus größer ausfallen. Für die Studie wurde laut iDiv die Veränderung der Artenvielfalt krautiger Pflanzen an insgesamt 68 verschiedenen Waldstandorten in Europa untersucht.