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Alec Baldwin erschiesst aus Versehen Kamerafrau
Der Hollywood-Star feuert beim Dreh mit einer Requisitenwaffe – die Kamerafrau wird tödlich getroffen, der Regisseur verletzt. Was ist da passiert?
Alec Baldwin ist als Ko-Produzent und Hauptdarsteller in dem neuen Western beteiligt. (7. Oktober 2021)
Foto: Mark Sagliocco (Getty Images)
Bei den Dreharbeiten für den Western «Rust» mit Alec Baldwin hat der Schauspieler versehentlich eine Kamerafrau erschossen. «Nach Angaben der Ermittler scheint es, dass beim Filmen einer Szene eine Requisitenwaffe zum Einsatz kam, die abgefeuert wurde», erklärte der Sheriff von Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico am Donnerstag. Später erklärte er, dass es Baldwin gewesen sei, der die Waffe abgefeuert habe.
Was ist genau passiert?
US-Schauspieler Alec Baldwin hat nach Angaben der Polizei bei einem Filmdreh mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an.
«The Hollywood Reporter» zitierte einen Sprecher der Produktionsfirma, wonach es sich um einen Unfall gehandelt habe. Die Waffe, die am Set verwendet wurde, hätte demnach mit Platzpatronen geladen sein sollen.
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag bei den Dreharbeiten zu dem Western «Rust» auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico. Baldwin ist bei dem Film als Hauptdarsteller und als Produzent an Bord. Regie führt der beim Vorfall schwer verletzte Joel Souza, der zuvor den Cop-Thriller «Crown Vic» (dt. Titel: «Im Netz der Gewalt») inszeniert hatte. Eigentlich hätte der Dreh ausserhalb von Santa Fe noch bis in den November dauern sollen.
Wer sind die Opfer?
Bei der Toten handelt es sich den Angaben zufolge um die Kamerafrau Halyna Hutchins. Per Notruf sei die Polizei zum Set gerufen worden. Laut Mitteilung der Behörden wurde die 42-Jährige mit einem Helikopter in ein Spital geflogen und dort für tot erklärt.
Hutchins hatte 2015 ihren Abschluss am Amerikanischen Filminstitut gemacht und war 2019 von der Branchenzeitschrift «American Cinematographer» zu einem «aufstrebenden Star» gekürt worden. Zuletzt hatte sie beim Film «Archenemy» als Kamerafrau gearbeitet. «Ich bin so traurig, Halyna verloren zu haben. Und so wütend, dass das auf einem Set passieren konnte», erklärte «Archenemy»-Regisseur Adam Egypt Mortimer auf Twitter.
Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins wurde bei dem Unfall tödlich verletzt.
Foto: Mat Hayward (Getty Images)
Auch der Regisseur Joel Souza sei bei dem Vorfall verletzt worden. Der 48-jährige sei im Krankenauto zu einem anderen Spital gebracht worden. Er werde dort auf der Intensivstation behandelt. «The Hollywood Reporter» berichtete unter Verweis auf Polizeiangaben, er schwebe in Lebensgefahr.
Wie konnte das passieren?
Das Unterhaltungsmagazin «Deadline» berichtete bereits, dass «ein Hauptdarsteller» des Films während der Proben den Hahn der Waffe gespannt habe, ohne zu wissen, dass sie scharfe Munition enthielt. Ein Sprecher der Produktionsfirma bestätigte, dass es einen «Unfall» gegeben habe, «bei dem versehentlich ein Schreckschussrevolver abgefeuert wurde».
Wie die News-Plattform «Showbiz 411» berichtet, stand Schauspieler Baldwin nach der Schussabgabe unter Schock. «Wieso hat man mir eine Waffe mit echter Munition gegeben?», habe er immer wieder gefragt. «In all den Jahren hat man mir nie eine scharfe Waffe gegeben.»
Dem Bericht zufolge wurde Baldwin selbst sofort ins Spital gebracht, ohne das Schicksal der Opfer zu kennen. «Er hatte keine Ahnung, wie schwer sie verletzt sind oder das Halyna tot war», wird ein Augenzeuge zitiert.
Was sagt Alec Baldwin zum Unfall?
Am Freitag hat sich der Schauspieler in den Sozialen Medien zum Unfall geäussert. Er schreibt auf Twitter und Instagram, dass es keine Worte gebe, um seinen Schock und seine Traurigkeit zu beschreiben. Der tragische Unfall habe das Leben einer Ehefrau, Mutter und geschätzter Kollegin gefordert. Er kooperiere bei den Polizeiermittlungen vollumfänglich, um herauszufinden, wie das passieren konnte.
Zudem sei er in Kontakt mit dem Ehemann der getöteten Kamerafrau und biete ihnen seine Unterstützung an. Sein Herz sei gebrochen, schreibt Alec Baldwin.
Welche Folgen hat der Unfall?
Die Filmproduktionsfirma stoppte den Dreh zu dem Western, bei dem auch Baldwin selbst als Produzent agierte. «Die gesamte Besetzung und die Crew sind von der heutigen Tragödie zutiefst erschüttert», teilte die Produktionsfirma laut US-Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. «Wir haben die Dreharbeiten auf unbestimmte Zeit unterbrochen und kooperieren voll und ganz mit der Polizei von Santa Fe und deren Ermittlungen», hiess es weiter.
Die Produktionsfirma sprach Hutchins› Angehörigen ihr Beileid aus und versprach dem gesamten Team Unterstützung, um «dieses schreckliche Ereignis zu verarbeiten».
Die Zeitung «Santa Fe Mexican» berichtete, Baldwin habe danach in Tränen aufgelöst vor dem Büro des Sheriffs gestanden. Der britische TV-Moderator Piers Morgan veröffentlichte auf Twitter zwei Fotos, die den 63-Jährigen unmittelbar nach dem Vorfall zeigen sollen. Der Schauspieler telefoniert und wirkt dabei völlig bestürzt.
Ein Polizeisprecher sagt, die Ermittlungen dauerten noch an. Es müsse geklärt werden, welche Art von Patrone abgefeuert wurde. Man sei dabei, Zeugen zu vernehmen, um Klarheit über die Hintergründe des Zwischenfalls zu bekommen. Strafrechtliche Vorwürfe wurden nach Angaben der Polizei bislang nicht erhoben.
Erinnerungen an den Fall Brandon Lee
Der Vorfall erinnert an ein ähnliches Ereignis im Jahr 1993: Damals starb der Schauspieler Brandon Lee, Sohn des Kampfsportstars Bruce Lee, am Set des Films «The Crow» durch einen Bauchschuss.
Die Autopsie ergab, dass Lee von einer Kugel scharfer Munition getroffen worden war, die im Lauf der Waffe stecken geblieben war und sich durch die Detonation einer Platzpatrone gelöst hatte. Der mit den Ermittlungen beauftragte Staatsanwalt entscheid später, dass das Unglück aus Fahrlässigkeit passiert sei.
Brandon Lee wurde 1993 am Set eines Films durch einen Bauchschuss tödlich verletzt. (Archivbild)
Foto: Barry King (Getty Images)
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