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Der Sylvia-Michel-Preis fördert und unterstützt Projekte, die Frauen in reformierten Kirchen weltweit auf Führungspositionen vorbereiten. Der mit 5000 US-Dollar dotierte Preis wird in der Regel alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) vergeben. Die Jury besteht aus den Präsidentinnen und Vizepräsidentinnen reformierter Kirchen der Schweiz (PanKS) und dem Referenten der WGRK für Gerechtigkeit und Partnerschaft.
Der Preis wurde von der Reformierten Landeskirche Aargau zu Ehren von Sylvia Michel ins Leben gerufen, die als erste Frau in Europa das Leitungsamt in einer Kirche innehatte. 1980 wurde sie im Aargau zur Kirchenratspräsidentin gewählt.
In dankbarer Erinnerung an ihre Pionierarbeit und in Anerkennung der Kompetenz, mit der Frauen Kirchen tragen und führen, wurde der Sylvia-Michel-Preis im Juli 2007 von der Reformierten Landeskirche Aargau in Partnerschaft mit dem Verein PanKS (Präsidentinnen und Vizepräsdentinnen, amtierende und nicht amtierende, der Schweizer Kirchen) und dem Weltbund der Reformierten Kirchen (heute Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen) geschaffen.
Die Schweizer reformierten Kirchen wollen das Anliegen der Gleichstellung von Frauen in der kirchlichen Leitung an die 214 Kirchen des Reformieren Weltbunds mit 75 Millionen Christinnen und Christen in 107 Ländern weitergeben. Der Sylvia-Michel-Preis soll Frauen in anderen Ländern und Kirchen fördern und zum Leitungsamt ermutigen.
Neue Trägerschaft und administrative Leitung
2021 hat der Verein PanKS die Trägerschaft für die Ausschreibung des Preises von der Aargauer Landeskirche übernommen und kommt nun auch für das Preisgeld auf. Die Ev.-ref. Kirche Schweiz, EKS, unterstützt die Ausschreibung, nimmt die Bewerbungen entgegen und richtet die Feier zur Preisverleihung aus, die im Rahmen der Herbstsynode 2022 der EKS stattfinden wird.
Preisträgerinnen
Der Preis wurde bisher sechs Mal, 2009, 2011, 2013, 2015, 2018 und 2020 verliehen (siehe Medienmitteilung unten). Der 6. Sylvia-Michel-Preis zur Förderung von Frauen in der Kirche ging an Cecilia Castillo Nanjari aus Chile (siehe Bericht unten). Die Theologin und Juristin Cecilia Castillo Nanjari setzt sich in Chile seit mehr als 30 Jahren gegen häusliche Gewalt und für wirtschaftliche Gerechtigkeit als grundlegende Elemente für die Menschenwürde der Frau ein. Der Preis wurde am 8. März 2020 in Zug übergeben.
- 2009: Esther Mombo und Dorcas Chebet Wamalwa, Forschungsprojekt zur Frauenordination in Kenia.
- 2011: Agnes Lisulo Mulemwa, Ausbildung von Frauen in Sambia.
- 2013: Hee Soo Kang und Nan Hee Lee, Koreanische Theologinnenverband (Korean Association of Women Theologians, KAWT, Stärkung der Frauen in den Kirchen Koreas.
- 2015: Pfarrerin Yvette Rabemila und Pfarrerin Dr. Brigitte Rabarijaona, Gleichstellung von Frau und Mann in der protestantischen Kirche Madagaskars.
- 2018: Dr. theol. Mery Kolimon, Präsidentin der Evangelischen Kirche von Timor in Indonesien. Die Pfarrerin setzt sich für Opfer von Menschenrechtsverletzungen ein und kämpft in Indonesien gegen die Diskriminierung von Frauen. Aufbau von Netzwerken für Frauen in Indonesien.
- 2020: Cecilia Castillo Nanjari, Theologin und Juristin aus Chile. Einsatz gegen häusliche Gewalt und für wirtschaftliche Gerechtigkeit als grundlegende Elemente für die Menschenwürde von Frauen.