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RATGEBER TIER
Halsbiege-Schmerzen
Was tun, wenn der arme Spaniel wegen Schmerzen nicht mehr nach oben schauen kann?
Meine fünfjährige Spanielhündin hat seit einiger Zeit immer stärkere Phasen von Schmerzen. Sie ist oft apathisch, hebt den Kopf nicht gerne und schreit ohne ersichtlichen Grund auf. Der Tierarzt stellte Halsbiege-Schmerzen fest. Eine Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln hat leichte Besserung gebracht. Sobald wir diese nicht mehr verabreichen, häufen sich die Schmerzsymptome. Was können wir tun? Sonja M., Olten
Liebe Frau M.
Aufgrund der Symptome und der Tierarzt-Befunde handelt es sich wahrscheinlich um eine Problematik aus dem Bereich der Halswirbelsäule. Für eine genaue Einschätzung, auch hinsichtlich der Lokalisation, braucht es eine neurologische Beurteilung.
Für Schmerzen im Halsbereich bei einem erwachsenen Hund gibt es viele verschiedene Grundursachen. Falls kein Fieber und keine Blutveränderungen vorhanden sind, ist eine Hirnhautentzündung relativ unwahrscheinlich. Es gibt aber andere Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarks, die unbedingt abgeklärt werden müssen. Dabei handelt es sich um bakterielle Infektionen der Wirbel und der Bandscheiben, aber auch um immun- bedingte Entzündungen im Bereich des Rückenmarks.
Bei einem Spaniel dieses Alters ist ein Bandscheibenvorfall eine häufige Ursache. Wenn es wie in Ihrem Fall zu keiner klaren Besserung mit Schmerzmitteln kommt oder gar neurologische Ausfälle (schwankender Gang, Stolpern, Zehenschleifen) vorhanden sind, sollten Sie dies unbedingt abklären. Bei Hunden mit neurologischen Ausfällen ist häufig eine Dekompression mittels Operation notwendig.
Eine weitere häufige Grundursache, die insbesondere bei Cavalier King Charles Spaniels vorkommt, ist die sogenannte Syringomyelie. Das ist eine Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Rückenmarks, die durch eine angeborene Problematik im Bereich der hinteren Schädelgrube zustande kommt. Am deutlichsten ist diese Flüssigkeitsansammlung meist im Halsbereich.
Um die verschiedenen Ursachen abklären und unterscheiden zu können, sind weiterführende Untersuchungen wie CT/MRT und eine Rückenmarksflüssigkeitsanalyse nötig. Dies erfordert eine Vollnarkose und eine genaue Beurteilung der Befunde. Abhängig von den Befunden dieser Untersuchungen kann die Behandlung (medikamentös oder chirurgisch) festgelegt werden. Insbesondere bei Halsbandscheibenvorfällen ist die Prognose bei einer erfolgreichen Operation gut.