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Geschichte
Nachdem die erste südafrikanische Antarktisexpedition 1960 auf einer norwegischen Station überwinterte, errichteten sie ihre erste eigene Station SANAE-I und nahmen diese im Jahr 1962 in Betrieb. Es war eine einfache Holzhütte und diente als Versorgungsbasis für das 350 km südlich gelegene Lager in den Borga-Bergen. 1971 wurde sie durch SANAE-II ersetzt. Die neue Station war wie ihre Vorgängerin in ähnlich einfacher Struktur gebaut. Beide Stationen wurden mit zunehmendem Alter unter den Schneemassen begraben. In den Jahren 1978-79 errichteten die Südafrikaner SANAE-III. Nach den Erfahrungen der Vorgängerstationen wählte man diesmal eine Konstruktion mit Stahlröhren. So konnte der Druck des Schneezuwachses besser verteilt werden. SANAE-III diente als Versorgungsbasis für das Expeditionslager «Sarie Marais» in den 200 km entfernten Grunehogna-Bergen. Als SANAE-III begann Zeichen von strukturellem Zusammenbruch zu zeigen, wurde die Planung einer neuen Station in Angriff genommen.
Die aktuelle Basis SANAE-IV wurde unter Einhaltung des Madrider Protokolls von 1991 auf einer Felsgrundlage bei Vesleskarvet in vierjähriger Bauzeit errichtet und besteht aus drei Stahlblöcken mit insgesamt 3300 m2 Fläche. Seit ihrer Fertigstellung 1997 überwintern hier südafrikanische Forschungsteams. Im Winter schrumpft die Besatzung allerdings auf 9 Personen. SANAE-IV liegt etwa 225 km südöstlich der Neumayer-Station.

Wissenschaft
Forschungsschwerpunkte sind Ozeanographie, Astronomie, Biologie und Geologie, die vorwiegend im Sommer durchgeführt werden.
Das Southern Hemisphere Auroral Radar Experiment (SHARE) ist ein 1988 begonnenes antarktisches Forschungsprojekt zur Beobachtung von Geschwindigkeit und Unregelmässigkeiten in den elektrischen Feldern der Iono- und Magnetosphäre, das gemeinsam von der University of Natal, der Potchefstroom University, dem British Antarctic Survey und der Johns Hopkins University koordiniert wird. Die Untersuchungen werden in der Antarktis auf der südafrikanischen SANAE-IV-Station und den jeweils ca. 1000 km davon entfernten Stationen Halley (England) und Syowa (Japan) durchgeführt.
Dazu sind insgesamt 16 Antennen, jede auf einem eigenen 12 m hohen Turm, im Einsatz, die auf einer festen Frequenz zwischen 8 und 20 MHz operieren. Die Funktionsweise entspricht der eines konventionellen Radars. Alle zwei Minuten wird ein hochfrequentes Radiosignal durch die Antennen in die obere Atmosphäre geleitet.
Die Felder der drei Forschungsstationen überlappen sich so, dass ein Grossteil des antarktischen Kontinentes abgedeckt werden kann. Das Projekt ist auch Bestandteil des internationalen Super Dual Auroral Radar Network und liefert wertvolle Daten zur Bestimmung der solaren Energiefelder, die auf die Erde abstrahlen.
Die Station dient des Weiteren als Telemetriestation für den schwedischen Satelliten Astrid 2, zur Sammlung von meteogeologischen Daten und ist Bestandteil des weltweiten Netzwerkes von International GPS Service.