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Zuviel des Guten
Aus dem Englischen von Ursula Kösters-Roth
Obwohl Colin längst seinen eigenen Haushalt führt und einen verantwortungsvollen Job hat, kümmert er sich fast täglich um seine alte, zänkische Mutter. Er hält Kontakt mit seiner Zwillingsschwester Tilly, die, nach einem üblen Streit, den Kontakt zur Mutter ganz abgebrochen hat, und reibt sich auf in dem verzweifelten Bemühen, die Familienbande nicht ganz abreißen zu lassen. Bis eines Tages eine falsch ausgefüllte Versicherungspolice und das Testament der alten Frau einen Stein ins Rollen bringen.
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Colin lebt zwar nicht mehr bei seiner alten Mutter, Norah, aber er kommt jeden Tag nach der Arbeit, macht Besorgungen für sie, kümmert sich um Reparaturen am Haus und läßt sich von ihren Launen tyrannisieren. Norah trinkt mäkelig den Tee, den er ihr zubereitet, jammert über ihr wehes Bein, das in Wirklichkeit längst geheilt ist, täuscht vorwurfsvoll Appetitlosigkeit vor, nur um sofort, nachdem Colin das Haus verlassen hat, über den Brotkorb herzufallen. Sie lässt nach und nach Familienfotos verschwinden; zuletzt fehlt auf dem Kaminsims eines der wenigen Fotos, auf denen Colin als Kind zu sehen ist. Aber auf diesem Foto war auch Colins Zwillingsschwester Tilly. Und nachdem die Mutter in einem Streit Tilly an den Kopf geworfen hat, dass sie ihren neuen Job nur wegen ihrer kurzen Röcke bekommen habe, schwört Tilly, das Haus nicht mehr zu betreten, bis sich die Mutter bei ihr entschuldigt hat. Doch die denkt gar nicht daran und kann sich lieber gar nicht mehr erinnern, dass dieses Foto einmal existiert hat. Tilly wird enterbt. Colin erträgt die Launen der alten Lady mehr oder weniger stoisch, denn der Gedanke, sein Elternhaus, ein wunderschönes unter Denkmalschutz stehendes Haus, nie mehr betreten zu können, ist ihm unerträglich. Da findet er eines Tages beim Aufräumen das Testament der alten Frau, das einige Überraschungen birgt.
»Hervorragend geschrieben, perfekt strukturiert und spannend.«
Renate Dubach / Berner Zeitung