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Erreger und Übertragung
Die Tuberkulose wird durch bestimmte Arten von Mykobakterien verursacht, am häufigsten Mycobacterium tuberculosis. Die Übertragung erfolgt, indem eine an Lungentuberkulose erkrankte Person bakterienhaltige Tröpfchen aushustet, die dann in der Raumluft schweben und von anderen eingeatmet werden. Für eine Ansteckung ist meist ein Aufenthalt im gleichen Raum über Stunden erforderlich.
Eine Ansteckung ist erst nach 2 Monaten nachweisbar. Nur 5-10% der Personen mit einer frischen Ansteckung erkranken später einmal, am ehesten innert 2 Jahren, aber durchaus auch noch nach Jahren. Gefährdet für eine frühe Erkrankung sind insbesondere Kleinkinder und Immungeschwächte (z.B. HIV-Infektion oder Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems).
Krankheitsbild und Behandlung
Die Tuberkulose betrifft in 80 % der Fälle die Lunge, kann aber auch andere Organe befallen. Typische Symptome sind Husten, oft mit Auswurf, Fieber und Gewichtsabnahme. Die Tuberkulose ist mit speziellen Antibiotika (Antituberkulotika) über Monate meist gut behandelbar. Ohne Behandlung verläuft sie, nach einer meist längeren Erkrankung, oft tödlich. In wenigen Prozent der Erkrankungen sind die Bakterien gegen die wichtigsten Medikamente resistent, so dass die Behandlung länger dauert und komplizierter ist.
Verbreitung und Häufigkeit
Weltweit gibt es ca. 9 Millionen Erkrankungen pro Jahr. Der weltweite Rückgang der Tuberkulose wurde vielerorts durch die HIV-Epidemie verlangsamt. Die Tuberkulose nimmt bei der einheimischen Bevölkerung von hochentwickelten Ländern seit Jahrzehnten ab. In der Schweiz gibt es jährlich noch ca. 550 Erkrankungen an Tuberkulose. Die Mehrzahl der Erkrankungen in der Schweiz kommt bei Personen aus Ländern vor, in denen die Tuberkulose noch verbreitet ist (insbesondere Afrika und Asien). Bei Einheimischen sind zur Hälfte Personen im Pensionsalter betroffen, die sich noch als Kinder angesteckt hatten.
Vorbeugung
Die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Erkrankten verhindert weitere Ansteckungen. Die korrekte Behandlung über mindestens 6 Monate verhindert Rückfälle und die Entstehung von Medikamenten-Resistenzen. Personen im Asylprozess sollten in der Schweiz zu Ende behandelt werden. Dazu muss das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit dem Formular «Arztbericht» frühzeitig über die Diagnose informiert sein.
Nach einer Ansteckung kann eine Erkrankung mit der Einnahme von Antituberkulotika verhindert werden. Dies ist für Kontaktpersonen von Erkrankten und für Immungeschwächte wichtig.
Die Impfung gegen Tuberkulose wird in Ländern mit hohen Tuberkuloseraten durchgeführt. Sie gibt einen gewissen Schutz in den ersten Lebensjahren. In der Schweiz wird nur ausnahmsweise geimpft und auch dann nur im ersten Lebensjahr.