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Die Tramwartehalle am Bellevue wurde renoviert – und auch gleich mit einer neuen Bar ausgestattet. Der Berichterstatter des Tages-Anzeigers ist von dieser so beeindruckt, dass er in der heutigen Ausgabe schreibt :
“Entstanden ist das trendige Lokal Caffè & Bar Bellevue, das mit verschiedenen Kaffees, Panini und Pizze ganz auf Italianità pur setzt.”
Sprachmurks in Ehren, aber das ist des Schlechten zuviel.
Erstens: Das nachgestellte “pur” ist ein Schnitzer grober.
Zweitens: “Sie setzen auf etwas”, nun ja. Aber “Sie setzen ganz auf etwas pur”? Also bitte.
Drittens: “Italianità” ist ein hochrangiges Feigenblatt. Was ist damit gemeint? Der Duft von Kaffee und Meerwasser? Eine Kübelpalme auf dem Trottoir? Oder die Ahnung eines grandiosen Gefühls, das man mangels Klarheit nur ungefähr beschreiben kann?
Die “Italianità”, die in Zürcher Presseerzeugnissen so oft und so gerne verwendet wird, gehört zu einer Wischiwaschi-Sprache, die von Ingeborg Bachmann böse und präzise beschrieben wurde: “Sie deutete, über die Sache hinweg, verzweifelt ins Ungefähre.”
Zu hoffen bleibt, dass das “trendige” neue Lokal trotz seiner Marketingkampagne einen anständigen Espresso anbietet. Alles andere wäre Ablöscher pur.