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Dass Baumwurzeln stark sind und Asphalt durchdringen können, ist vorstellbar. Aber wie schaffen es kleine, zarte Pflanzen Beton und Asphalt zu bezwingen? Der osmotische Druck ist die Wunderwaffe der Gänseblumen & Co.Das Leben dieser starken Pflanzen beginnt mit der Ausbreitung der Samen. Zuerst dringen Samen durch Risse im Asphalt, die durch Frost und die Belastungen des Verkehrs entstehen. Ein wenig Erde genügt, damit die Samen keimen. Mit dem Wachstum der Sprösslinge wird der Platz aber schnell knapp. Um sich ausbreiten zu können, wählen sie die subtile Strategie des Zelldrucks. Pflanzenzellen besitzen im Gegensatz zu Tierzellen eine Zellwand. Dank dieser Zellwand lässt sich der osmotische Druck erhöhen.
Die Jungpflanze überwindet den Widerstand von Steinen, Zement oder Asphalts mit Hilfe des so- genannten «Wurzeldrucks» indem Wasser aus dem Erdreich nach oben transportiert wird. Das Wasser wandert durch Zellwände, die es nur in einer Richtung durchlassen und lässt den Druck in den Zellen der Pflanze ansteigen. Dieser osmotische Druck kann sehr hoch werden: bis zu 13 Bar. Ein erstaunlich hoher Wert, wenn man bedenkt, dass man einen Autoreifen mit nur zwei Bar aufpumpt. Kein Wunder also, dass der Grashalm sich durch einen engen Riss im Asphalt zwängen kann. Pflanzen sind daher Wegbereiter für die Rückeroberung verlassener Siedlungsgebiete.