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Greinacher-Preis 2008 für einen Teilchenphysiker
Der Physiker Jürg Beringer gehört zu den Pionieren des ATLAS-Experiments am CERN. Jetzt erhält er den mit 20'000 Franken dotierten Preis der Heinrich-Greinacher-Stiftung. Die Preisverleihung findet am 7. November an der Universität Bern statt.
Der Preis der Heinrich-Greinacher-Stiftung geht in diesem Jahr an Dr. Jürg Beringer. Der Preisträger schloss 1992 sein Physikstudium an der Universität Bern ab und erhielt für seine Diplomarbeit den Fachpreis Physik. Mit der anschliessenden Doktorarbeit steuerte er wesentliche Elemente zum ATLAS-Experiment am Large Hadron Collider (LHC) am CERN bei. Das Experiment, an dem das Laboratorium für Hochenergiephysik der Universität Bern weiterhin beteiligt ist, hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, nach dem bisher nur hypothetischen Higgs-Teilchen zu suchen. Dieses könnte erklären, wie Elementarteilchen ihre Masse erhalten. Beringers Arbeiten bildeten die Grundlage für Entwicklungen sowohl im instrumentellen Bereich als auch in der Datenanalyse des ATLAS-Experiments.
Nach seiner Pionierarbeit für das ATLAS-Experiment hat Jürg Beringer seine Karriere mit grossem Erfolg in den USA fortgesetzt. Von 1997 bis 2002 arbeitete er am «BaBar-Experiment» am Stanford Linear Accelerator Center in Kalifornien. In diesem Experiment beschäftigen sich Physikerinnen und Physiker aus aller Welt mit der Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie: Sie versuchen zu erklären, warum Antimaterie im Universum fast vollständig fehlt. Auch hier hat Beringer durch innovative Entwicklungen auf dem instrumentellen Sektor und in der Datenanalyse wesentlich zum Erfolg des Experiments beigetragen. Seit 2004 arbeitet Beringer am Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien, das ihm 2007 den «Outstanding Performance Award» verlieh. Seit 2005 ist er wieder mit dem ATLAS-Projekt beschäftigt.
Die Preisverleihung findet am 7. November 2008 um 16.30 Uhr im Grossen Hörsaal der Exakten Wissenschaften (Sidlerstrasse 5, 3012 Bern) statt. Der Preisträger Jürg Beringer wird einen Vortrag halten, zu dem auch die Öffentlichkeit eingeladen ist. Ausserdem werden zwei junge Physiker mit Nachwuchs-Förderpreisen ausgezeichnet: Dr. Patrik Kaufmann von der Abteilung Klima- und Umweltphysik und Dr. Michael Jaeger von der Abteilung Biomedizinische Photonik. Weitere Informationen zum Preis und zur Greinacher-Stiftung finden Sie auf der Webseite: www.phinst.unibe.ch/greinacher.
Die Heinrich-Greinacher-Stiftung
Der mit 20'000 Franken dotierte Preis der
Heinrich-Greinacher-Stiftung wird alle zwei Jahre verliehen – 2008 zum
fünften Mal. Er geht an Forscherinnen und Forscher, die in Bern Physik
studiert haben oder längere Zeit am Physikalischen Institut der
Universität Bern tätig waren. Ihre Forschungsprojekte sollen Bezug
haben zu den Arbeitsgebieten, in denen Heinrich Greinacher tätig
gewesen ist, oder die sich aus seiner Tätigkeit heraus entwickelt
haben. Greinacher (1880–1974) war von 1924 bis 1952 Professor für
Physik und Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Bern.
Er entwickelte in dieser Zeit verschiedene Instrumente, die später zu
bahnbrechenden Erfolgen in der Kernspaltung und der
Elementarteilchenphysik beigetragen haben. Die Stiftung in seinem Namen
wurde 1988 gegründet.
03.11.2008