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Verena Villiger, Jahrgang 1955, wuchs in Zürich auf. In Freiburg bildete sie sich zur Gemälderestauratorin aus und promovierte hier in Kunstgeschichte mit einer Dissertation zu Peter Wuilleret, einem Freiburger Maler des 17. Jahrhunderts. Nach einer Anstellung beim SNF (Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) wurde sie Assistenzkuratorin am Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne. Ab 1991 arbeitete sie am Museum für Kunst und Geschichte Freiburg (MAHF). Ihre Forschungen zur Malerei des Spätmittelalters (Nelkenmeister, Hans Fries) wie auch zum Söldnerführer Franz Peter König schloss sie mit Ausstellungen ab. Sie präsentierte die Entwürfe von Józef Mehoffer zu den Glasgemälden der Freiburger Kathedrale und gab den Anstoss zu einem SNF-Projekt über die Freiburger Skulptur des 16. Jahrhunderts. Von 2003 bis 2009 hat sie die Neueinrichtung der Dauerausstellung des MAHF geleitet und dazu einen Führer in mehreren Sprachen publiziert. 2008 lancierte sie die Neuinventarisierung der Sammlung, die 2015 mit der Überführung der Werke in ein zentrales Depot vollendet wurde.
Im März 2009 übernahm sie die Leitung des MAHF. Nun entwickelte sie die Institution, unternahm viele Projekte und führte eine Ausstellungsprogrammierung über mehrere Jahre ein. Sie erweiterte das Museumsangebot, insbesondere mit Workshops für Schulklassen, Kursen in Zusammenarbeit mit der Société d'histoire du canton de Fribourg und Konzerten. Sie entwickelte die Aufnahme und die Ausbildung von akademischen Praktikanten und arbeitete mit zahlreichen Museen zusammen; 2010 initiierte sie regelmässige Diskussionsrunden unter den kantonalen Institutionen, die mit dem kulturellen Erbe betraut sind. Sie trieb die Forschung zur Sammlung des Museums voran, unter anderem durch die Veröffentlichung von Museumsblättern (kurzen Werkmonografien) und durch eine Geschichte der Institution aus der Feder von Fabien Python. In Ausstellungen wie etwa zur Jagd, zur Bekleidung oder zum Wirtshaus thematisierte sie kultur- und sozialgeschichtliche Aspekte des Kantons. Als Höhepunkt ihres Berufslebens erachtet sie den Ankauf der kostbaren «Madonna mit Kind» von Hans Fries, das sie 2012 in Madrid wiedergefunden hatte.
Für Verena Villiger Steinauer, Restauratorin, Forscherin und Museumsdirektorin, geht die unverzichtbare materielle Erhaltung der Sammlung stets einher mit der Interpretation der Werke, die deren Sinn erschliesst.
Die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD) und ihr Amt für Kultur danken Frau Verena Villiger Steinauer für ihr wertvolles Engagement für das Freiburger Kulturerbe. Sie wird sie zu gegebener Zeit verabschieden. Die Stelle wird demnächst ausgeschrieben.