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Nachdem am Donnerstag Ronald Koeman gefeuert worden ist, braucht der FC Barcelona einen neuen Trainer. Nun scheint die Nachfolge bereits geklärt: Aller Voraussicht nach wird Xavi Hernandez den Posten als Cheftrainer der Katalanen übernehmen.
Mit Xavi wird ein Mann zu Barça zurückkehren, welcher den Verein bereits als Spieler geprägt hat. In seiner Karriere absolvierte der Mittelfeldspieler 767 Spiele für die «Blaugrana», nur Lionel Messi lief noch öfter für Barcelona auf.
Immer wieder haben Teams in den letzten Jahren einer Vereinsikone den Trainerjob anvertraut, auch wenn diese oft nur über wenig Erfahrung verfügte. Diese 14 Trainer gingen einen ähnlichen Weg wie Xavi – mit unterschiedlichem Erfolg.
Auch der Vorgänger von Xavi war ein Trainer, der als Spieler bei Barcelona Geschichte schreiben konnte. Koeman verteidigte von 1989 bis 1995 im Dress der «Blaugrana» und prägte eine erfolgreiche Ära mit dem Gewinn des Meistercups, vier Meisterschaften und einem Cup.
Als Trainer lief es dem Niederländer in Barcelona deutlich weniger gut. Im August 2020 verliess er die niederländische Nationalmannschaft in Richtung Katalonien, um seinen Herzensklub wieder zum Erfolg zu führen. Das Projekt scheiterte: In der Saison 2020/21 blieb Barça ohne Titel, in der laufenden Saison gab es in zehn Meisterschaftsspielen nur vier Siege. So musste Koeman nach gut einem Jahr als Cheftrainer seinen Posten wieder räumen.
Der Norweger übernahm im Dezember 2018 Manchester United ad interim, nachdem José Mourinho aufgrund schlechter Resultate entlassen worden war. Unter dem langjährigen Stürmer der «Red Devils» lief es zu Beginn derart gut, dass sich die Vereinsführung im März des folgenden Jahres dazu entschied, langfristig auf Solskjaer zu setzen.
Unter dem Norweger stabilisierte sich Manchester United in den folgenden Jahren zwar, der erhoffte Erfolg in Form von Trophäen blieb allerdings weitgehend aus. In der Liga resultierten in den Saisons 2019/20 und 2020/21 die Plätze 3 und 2, im vergangenen Sommer stand United zudem im Final der Europa League, wo man aber Villarreal unterlag.
In dieser Saison wackelt der Trainerstuhl des ehemaligen Champions-League-Siegers mit Manchester United allerdings gewaltig. Trotz hochkarätigen Sommer-Neuzugängen liegt das Team momentan nur auf dem siebten Platz der Liga, zuletzt setzte es ein 0:5 gegen Liverpool ab. Bei einer Niederlage im kommenden Spiel gegen Tottenham dürfte Solskjaers Zeit als Cheftrainer der «Red Devils» vorbei sei.
Als Spielmacher war Arteta eine der prägenden Figuren bei Arsenal in den letzten Jahren von Arsène Wenger. Bei den «Gunners» feierte der Spanier zwei Cupsiege, ehe er 2016 zurücktrat. Anschliessend wechselte er gleich ins Trainer-Business, bei Rivale Manchester City wurde er zum Assistenten von Pep Guardiola.
Im Dezember 2019 bekam Arteta bei Arsenal schliesslich seinen ersten Job als Cheftrainer, als Unai Emery seinen Posten räumen musste. Die Erwartungen vieler Fans waren hoch, da der Spanier sowohl von Guardiola als auch von Wenger als talentierter Jung-Trainer geadelt worden war.
Nach bald zwei Jahren ist seine Bilanz bei den «Gunners» aber durchzogen: Im Sommer 2020 durfte Arsenal zwar den Cupsieg feiern, in der Liga ist der Unterschied zu den Spitzenteams aber enorm. In der letzten Saison verpasste Arsenal gar den Europacup, in dieser Saison liegt man bisher auch nur auf dem zehnten Platz.
Pirlo erlebte 2020 einen aussergewöhnlichen Sommer. Das ehemalige Mittelfeld-Genie wurde zuerst als U23-Trainer von Juventus vorgestellt, nur wenige Tage später aber nach der Entlassung von Maurizio Sarri gleich zum Coach der ersten Mannschaft befördert. Dies, obwohl der Italiener zu diesem Zeitpunkt noch über keinerlei Erfahrung im Trainerbereich verfügte.
Dennoch waren die Erwartungen an Pirlo hoch. «Er ist dafür prädestiniert», sagte der damalige Sportchef Fabio Paratici. Auf dem Platz zeigte sich dies aber nur bedingt. Juve gewann unter Pirlo zwar die Coppa Italia und den Supercup, blieb ansonsten aber deutlich unter den Erwartungen.
In der Champions League scheiterten die «Bianconeri» bereits im Achtelfinal an Lyon, in der Meisterschaft gab es nach neun Meistertiteln in Serie gerade noch den vierten Platz. So endete das Experiment Pirlo nach einer Saison bereits wieder – der Italiener musste seinen Posten räumen und diesen seinem Ex-Trainer Massimiliano Allegri überlassen.
13 Jahre lang trug der Engländer als Spieler das Chelsea-Trikot. In dieser Zeit machte er sich bei den «Blues» zur Legende: 211 Tore und 150 Assists sammelte er in 648 Spielen, in dieser Zeit holte er drei Meistertitel, viermal den Cup und 2012 die Champions League. Und auch als Trainer startete seine Karriere vielversprechend: Lampard machte bei Derby County einen guten Job und führte die «Rams» in die Playoffs. So entschied sich die Chelsea-Führung dafür, ihn im Sommer 2019 zum Cheftrainer zu machen.
Zu Beginn schien es tatsächlich so, als könne Lampard auch als Trainer bei Chelsea Erfolg haben. Obwohl die «Blues» aufgrund einer Transfersperre keine neuen Spieler holen durften, qualifizierte man sich für die Champions League. Zudem gelang es Lampard, einige junge Spieler wie Mason Mount oder Tammy Abraham ins Team zu integrieren.
Auf die Saison 2020/21 konnte Chelsea allerdings wieder aufrüsten – mit der Transferoffensive im Sommer und Neuzugängen wie Kai Havertz oder Timo Werner stiegen auch die Erwartungen. Diesen wurde Lampard nicht mehr gerecht. Nach durchzogenen Resultaten wurde er im Januar 2021 entlassen und durch Thomas Tuchel ersetzt – der mit dem Team, das Lampard aufgebaut hatte, die Champions League gewann.
Als Teil der «Galacticos» war der Franzose als Spieler eine der grossen Figuren bei Real Madrid. 2006 beendete er seine Aktivkarriere, ab 2013 wurde er behutsam ins Trainerbusiness geführt. Zuerst war er eine Saison lang Assistent von Carlo Ancelotti, dann anderthalb Jahre Chef der zweiten Mannschaft. Und als im Januar 2016 Rafael Benitez entlassen wurde, war die Real-Führung der Meinung, dass Zidane bereit für den Cheftrainer-Posten der ersten Mannschaft sei.
Mit der Übernahme von Zidane startete in Madrid eine grosse Ära. In knapp zweieinhalb Jahren unter dem Franzosen gewann Real dreimal in Serie die Champions League und einmal den Meistertitel. Zidane wurde von den Fans gefeiert, 2017 wurde er zum FIFA-Trainer des Jahres gewählt.
Wie gross Zidanes Anteil am Erfolg war, zeigte sich auch in der Folge. Als er 2018 zurücktrat, taten sich die Madrilenen sowohl unter Julen Lopetegui als auch unter Santiago Solari schwer. So überzeugte Florentino Perez im Frühling 2019 Zidane zur Rückkehr, welche mit dem Meistertitel 2020 ebenfalls von Erfolg gekrönt war. Nach der letzten Saison trat Zidane abermals als Real-Coach ab, heute wird er als möglicher Solskjaer-Nachfolger bei ManUnited genannt.
Der heute 45-Jährige war um die Jahrtausendwende herum einer der Schlüsselspieler von Lazio. Inzaghi bestritt insgesamt 196 Spiele für Lazio und erzielte 55 Tore, sieben davon auf dem Weg zum bisher letzten Meistertitel in der Saison 1999/2000. Unvergessen ist bei vielen Fans zudem der Viererpack im Champions-League-Spiel gegen Marseille.
Der Start ins Profi-Trainerbusiness war bei Inzaghi dann äusserst kurios. 2016 führte der damalige Coach der U19 die erste Mannschaft ad interim, nachdem Stefano Pioli gefeuert worden war. In der Sommerpause hätte Inzaghi dann wieder abtreten sollen – doch der neuverpflichtete Trainer Marcelo Bielsa erklärte nur zwei Tage nach seiner Ankunft seinen Rücktritt. Deshalb entschied sich der Lazio-Vorstand dazu, auch in Zukunft auf Inzaghi zu setzen.
Für diesen Entscheid wurden die Hauptstädter belohnt. Der Ex-Stürmer leistete gute Arbeit und formte aus Lazio wieder ein Spitzenteam. 2019 feierte Lazio den Cupsieg, 2020 qualifizierte man sich zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder für die Champions League. Ein Happy End gab es zwischen Lazio und Inzaghi aber nicht: In diesem Sommer verliess der Coach die Hauptstadt für Inter Mailand, obwohl er sich mit Lazio bereits auf eine Vertragsverlängerung geeinigt hatte.
Auch Simones Bruder trainierte einst den Verein, wo er zur Legende geworden war. Der Milan-Kultstürmer startete gleich nach seinem Rücktritt 2012 seine Karriere als Trainer bei den «Rossoneri». Er betreute je ein Jahr lang die U17 und die U20, ehe er 2014 zum Cheftrainer der ersten Mannschaft befördert wurde. Ein Missverständnis: Die Mailänder beendeten die Saison 2014/15 nur auf dem zehnten Platz, weshalb Inzaghi danach «mit grossem Bedauern», wie der Klub schrieb, bereits wieder entlassen wurde.
Auch in der Folge schaffte es Inzaghi nie ganz, sich als Trainer in der Serie A zu etablieren. Nach guten Leistungen in der Serie B mit Venedig bekam «Superpippo» 2018 eine Chance bei Bologna, wo er nach einem halben Jahr wieder gefeuert wurde. 2020 stieg er mit Benevento in die höchste Spielklasse auf, wo er aber den Klassenerhalt nicht schaffte und daraufhin abtrat. Heute ist Inzaghi erneut in der Serie B aktiv, wo er mit Brescia derzeit auf dem vierten Platz liegt.
Der Vorgänger Inzaghis war ebenfalls ein Mann, welcher Milan als Spieler prägte. Clarence Seedorf stand von 2002 bis 2012 bei den «Rossoneri» unter Vertrag und holte in dieser Zeit je zweimal die Meisterschaft und die Champions League sowie einmal den Cup.
Als Trainer hatte der Niederländer hingegen bedeutend weniger Erfolg. Er übernahm im Januar 2014 als Nachfolger von Massimiliano Allegri, schaffte es aber nicht, die kriselnden Mailänder zurück in die Erfolgsspur zu bringen. Im Cup scheiterte Milan zuhause an Udinese, im Champions-League-Achtelfinal blieb man gegen Atletico chancenlos und in der Meisterschaft reichte es auch nur zum achten Platz. So endete Seedorfs Zeit als Milan-Coach nach ziemlich genau vier Monaten bereits wieder.
Auch in der Folge blieb der ehemalige Mittelfeldspieler den Beweis schuldig, ein richtig guter Trainer zu sein. Nach einem Intermezzo in China stieg er 2018 mit La Coruña ab, im Sommer 2019 wurde er als kamerunischer Nationaltrainer nach dem Achtelfinal-Out im Afrika-Cup gegen Nigeria gefeuert.
Als Spieler wurde der Spanier beim FC Barcelona nicht mit offenen Armen empfangen – schliesslich spielte er bis zu seiner Ankunft im Jahr 1996 fünf Jahre lang bei Real Madrid. Doch mit guten Leistungen schaffte es Enrique, die Fans auf seine Seite zu bringen. 108 Tore erzielte der langjährige Nationalspieler in seinen 300 Spielen für die «Blaugrana», wo er dann auch seine Karriere beendete.
Vier Jahre nach seinem Rücktritt startete Enrique schliesslich seine Trainerkarriere im Sommer 2008 bei der zweiten Mannschaft der Katalanen. Nach drei Jahren im System von «La Masia» und mässig erfolgreichen Engagements bei Celta Vigo und der AS Roma übernahm er schliesslich 2014 die erste Mannschaft von Barcelona.
«Ein neues Barça» kündigte Enrique damals an, eines, das «wieder träumen lässt». Und damit sollte er Recht behalten: Gleich in seiner ersten Saison holten die Katalanen das Triple, in den zwei folgenden Jahren gab es weitere sieben Titel. Mit seinem Punkteschnitt von 2,41 ist Enrique bis heute der erfolgreichste Barça-Cheftrainer.
Der heutige Nationaltrainer wechselte im Winter 2001 in seine Heimatstadt Basel und half dabei mit, den FCB zurück an die nationale Spitze zu führen. 2002 holte Basel mit Yakin den ersten Meistertitel seit 22 Jahren, bis zum Ende seiner Karriere kamen drei weitere dazu. Unvergessen sind zudem die Auftritte mit dem FCB in der Champions League, als sich die Basler sensationell in einer Gruppe mit Liverpool durchsetzten.
2013 stiess Yakin dann auch als Trainer zum FC Basel, nachdem er zuvor bereits Thun und Luzern in der Super League trainiert hatte. Auch als Coach wusste er am Rheinknie zu überzeugen: Unter Yakin gewann der FCB in zwei Saisons zweimal den Meistertitel, zudem stiess er 2013 in den Halbfinal der Europa League vor.
Dennoch endete Yakins Zeit in Basel nicht ohne Nebengeräusche. Keine 48 Stunden nach dem Meistertitel 2014 gab der FCB die Trennung bekannt. Der Verein schrieb von einem «gemeinsam getroffenen Entscheid», obwohl Yakin kurz zuvor noch bekräftigt hatte, auch künftig noch FCB-Trainer bleiben zu wollen.
Viele Juventus-Fans haben heute eine Art Hassliebe zum aktuell vereinslosen Trainer. Als Spieler wechselte der Süditaliener 1991 von Lecce nach Turin, wo er 13 Jahre lang spielte und in dieser Zeit insgesamt 14 Trophäen holte. Sieben Jahre nach seinem Rücktritt kehrte er 2011 zur «Alten Dame» zurück, wo er aus den kriselnden Turinern wieder ein Spitzenteam formte und eine Ära mit neun Meistertiteln in Serie einleitete.
Anschliessend büsste der Trainer bei den Juve-Fans aber ständig an Beliebtheit ein. Im Juli 2014 verliess er das Team wegen Uneinigkeiten mit der Vereinsführung, im Sommer 2019 übernahm er ausgerechnet Juventus' Erzrivalen Inter Mailand. Mit den «Nerazzurri» holte er in diesem Sommer den Titel, womit er die Turiner Meisterserie beendete, welche er selbst einst gestartet hatte.
326 Partien hat der Stadtzürcher in seiner Aktivkarriere für den FC Zürich bestritten, nur sieben andere haben mehr auf dem Konto. Der Verteidiger, im Jahr 2000 Cupsieger, gehört zu den Vereinslegenden des FCZ.
Nach seinem Rücktritt als Profi 2004 blieb Fischer gleich im Verein und arbeitete sich als Trainer durch die verschiedenen Nachwuchsstufen. Nach Engagements in der U14, der U16 und der U21 wurde er 2010 schliesslich zum Cheftrainer befördert, wo er den entlassenen Bernard Challandes beerbte.
Doch die Zeit beim FCZ endete für Fischer nicht gut. Nach einem starken zweiten Platz 2010/11 tat sich der FCZ in der Folgesaison schwer, weshalb er im März 2012 gefeuert wurde. In der Folge herrschte dicke Luft zwischen den Zürchern und ihrem langjährigen Kultspieler: Der Blick berichtete von einem Gerichtsstreit zwischen Fischer und Canepa, der Trainer gab zu Protokoll, er könne sich nicht mehr vorstellen, unter dieser Führung für den FCZ zu arbeiten.
Als Spieler war Guardiola kein Spektakelmacher, bei Barcelona aber trotzdem ungemein wichtig. Der Katalane wechselte als 13-Jähriger in den Nachwuchs der «Blaugrana» und durchlief dort alle Nachwuchsstufen, ehe er von 1991 bis 2001 für die erste Mannschaft aktiv war. Ganze 16 Trophäen gewann er mit Barça, ehe er nach Italien, Katar und Mexiko wechselte.
2007 kehrte Guardiola schliesslich zurück zu seinem Stammverein. Nach nur einem Jahr als Coach der zweiten Mannschaft übernahm er bereits das erste Team und läutete so die vielleicht erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte ein. In den vier Jahren mit Guardiolas oft zitiertem Tiki-Taka-Fussball holte Barça ganze 14 Trophäen, darunter zweimal die Champions League. 2013 entschied sich der Katalane dann dafür, den Verein zu verlassen – als Grund dafür gab er die Müdigkeit nach intensiven Jahren an.
Elf Tage hielt die Saga um Novak Djokovics Visum in Australien das Land und den Sport in Atem. Am Sonntagabend wurde der beste Tennisspieler der Gegenwart abgeschoben. Der 34-Jährige zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung des Bundesgerichts, bat aber darum, dass der Fokus nun auf dem Tennis und den Australian Open liegen solle, dem Turnier, das er neun Mal gewonnen hat. Es ist ein frommer Wunsch. Der Fall wirft einen Schatten über das Turnier. Und er spaltet die Tenniswelt in zwei Lager.