Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/1839

Aus dem Immaculata-Kirchenschatz:
5. Gebet zur
allerheiligsten Dreifaltigkeit
(In der Neujahrsnacht zu verrichten.)
Ablaß (Raccolta S. 14.): Papst Pius IX. verlieh durch Breve vom 5. December 1876 allen Gläubigen, welche mit wenigstens reumüthigem Herzen in der letzten halben Stunde des alten und in der ersten halben Stunde des neuen Jahres beten, um der hh. Dreifaltigkeit für die empfangenen Wohlthaten zu danken, und für den Frieden der christlichen Völker, für die Eintracht unter den christlichen Fürsten, für die Bekehrung der Sünder und für die Erhöhung der h. Mutter, der Kirche, und ihres sichtbaren Oberhauptes, des Römischen Papstes, bitten, einen Ablaß von 7 Jahren.
6. Lob des heiligsten Namens Gottes, um die Gotteslästerungen wieder gut zu machen.
Gott sei gepriesen! Gepriesen sei sein heiliger Name! Gepriesen sei Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch! Gepriesen sei der Name Jesus! Gepriesen sei Jesus im allerheiligsten Altarssakrament! Gepriesen sei die erhabene und allerheiligste Mutter Gottes, Maria! Gepriesen sei ihre heilige und unbefleckte Empfängniß! Gepriesen sei der Name der Jungfrau und Mutter Maria! Gepriesen sei Gott in seinen Engeln und in seinen Heiligen! (1)
(1) In Rom, Florenz und in vielen andern Städten Italiens betet der Priester dieses Lob nach dem Hochamte und nach den Abendandachten, bei welchen das Allerheiligste in der Monstranz ausgesetzt wird, nach dem Segen, bevor das Allerheiligste in den Tabernakel zurückgesetzt wird, auf der untersten Stufe des Altars knieend, laut dem Volke vor, und dieses wiederholt jeden einzelnen Lobspruch. In England geschieht es nach jedem feierlichen Gottesdienste; auch sogar nach der Pfarrmesse an Werktagen.
Ablässe (Raccolta S. 339.): Papst Pius VII. verlieh durch Rescript vom 23. Juli 1801 allen Gläubigen, so oft sie mit wenigstens reumüthigem Herzen und andächtig das vorstehende Lob sprechen, einen Ablaß von einem Jahre. Papst Pius IX. verlieh durch Decret der h. Ablaßcongregation vom 8. August 1847 einen vollkommenen Ablaß einmal im Monate an einem beliebigen Tage Allen, welche wenigstens einmal täglich im Laufe des Monates dieses Lobgebet verrichtet haben, wofern sie wahrhaft rreumüthig beichten, communiziren, eine Kirche oder öffentliche Kapelle besuchen, und dort eine Zeit lang nach der Meinung S. Heiligkeit beten.
7. Anrufungen und Bitten
O Vater, o Sohn, o heiliger Geist! O heiligste Dreifaltigkeit! O Jesus! o Maria! Ihr gebenedeiten Engel und alle Heiligen des Paradieses! erlanget mir folgende Gnaden, um welche ich durch das kostbare Blut Jesu Christi flehe:
1. Stets den Willen Gottes zu erfüllen. 2. Immer mit Gott vereinigt zu bleiben. 3. Nur an Gott allein zu denken. 4. Gott allein zu lieben. 5. Alles für Gott zu thun. 6. Einzig die Ehre Gotts zu suchen. 7. Mich einzig für Gott zu heiligen. 8. Mein Nichts recht zu erkennen. 9. Immer besser den Willen meines Gottes zu erkennen. 10. (Hier kann man eine besondere Bitte nach Belieben einschalten.)
O allerheiligste Jungfrau Maria! opfere du dem ewigen Vater das kostbare Blut Jesu Christi auf für meine Seele, für die heiligen Seelen im Fegfeuer, für die Anliegen der h. Kirche, für die Bekehrung der Sünder, und für die ganze Welt.
Hierauf betet man dreimal Ehre sei dem Vater zu Ehren des kostbaren Blutes Jesu Christi, ein Gegrüßet seist du, Maria zur schmerzhaften Mutter Maria, und ein Herr! gib ihnen die ewige Ruhe für die Seelen im Fegfeueer.
Ablässe (Raccolta S. 131.): Papst Leo XII. verlieh durch Decret der h. Ablaßcongregation vom 3. März 1827 Allen, welche mit wenigstens reumüthigem Herzen und andächtig diese Anrufungen und Bitten sprechen, und eine Zeit lang nach der Meinung Sr. Heiligkeit beten, einen Ablaß von 300 Tagen einmal des Tages; einen vollkommenen Ablaß an einem der drei letzten Tage des Monats Denjenigen, welche sie täglich einen Monat hindurch gesprochen haben, wofern sie wahrhaft reumüthig beichten, communiziren und eine Kirche oder öffentliche Kapele besuchen und daselbst eine Zeit lang nach der Meinung Sr. Heiligkeit beten.
8. Tägliche Aufopferung
Ewiger Gott, hier liege ich vor deiner unendlichen Majestät auf meinen Knieen, und opfere dir, indem ich dich demüthig anbete, alle meine Gedanken, Worte und Werke des heutigen Tages auf, und mache die Meinung, Alles aus Liebe zu dir, zu deiner Ehre zu thun, um deinen göttlichen Willen zu erfüllen, um dir zu dienen, dich zu loben und zu benedeien, um über die Geheimnisse des Glaubens aufgeklärt zu werden, um mein Seelenheil sicher zu stellen und auf deine Barmherzigkeit zu hoffen, um deiner göttlichen Gerechtigkeit Genugthuung zu leisten für so viele schwere Sünden, um den armen Seelen im Fegfeuer Erleichterung zu verschaffen, und um allen Sündern die Gnade einer wahren Bekehrung zu erbitten. Mit einem Worte: ich mache die Meinung, Alles in Vereinigung mit jener reinsten Meinung zu thun, welche während ihres Lebens Jesus und Maria und alle Heiligen des Himmels hatten, und die alle Gerechten auf Erden haben; und ich möchte diese Meinung mit meinem eigenen Blute unterschreiben und so oft wiederholen, als es Augenblicke in der Ewigkeit gibt!
Nimm, o mein lieber Gott, diese gute Meinung gnädig auf, und gib mir deinen heiligen Segen mit der wirksamen Gnade, während meines ganzen Lebens keine Todsünde mehr zu begehen, und ganz besonders an diesem Tage nicht, an welchem ich alle Ablässe zu gewinnen wünsche, die ich gewinnen kann, und allen heiligen Meßopfern beizuwohnen, die in der ganzen Welt gefeiert werden, und die ich für die armen Seelen im Fegfeuer aufopfere, damit sie aus ihren Qualen befreit werden. Amen.
Ablässe (Raccolta S. 20.): Papst Pius IX. verlieh durch Breve vom 6. September 1867 allen Gläubigen, welche mit wennigstens reumüthigem Herzen und andächtig das vorstehende Gebet verrichten, einen Ablaß von 100 Tagen einmal im Tage, und wofern sie es im Laufe eines Monates täglich wie oben verrichtet haben, einen vollkommenen Ablaß an einem Tage dieses Monates, wenn sie wahrhaft reumüthig beichten, communiziren, eine öffentliche Kirche besuchen, und dort andächtig für die Eintracht unter den christlichen Fürsten, für die Ausrottung der Ketzereien und die Erhöhung der h. Mutter, der Kirche, beten.
9. Erweckung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
Uebung des Glaubens. Ich glaube fest, weil Gott, die untrügliche Wahrheit, es so der heiligen katholischen Kirche geoffenbart hat, und durch sie es auch uns offenbart, daß ein einziger Gott ist, in drei göttlichen, gleichen und unterschiedenen Personen, welche Vater, Sohn und heiliger Geist heißen; daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist, indem er durch die Wirkung des heiligen Geistes in dem Schooße der allerreinsten Jungfrau Maria Fleisch und eine menschliche Seele annahm, daß Er für uns am Kreuze gestorben, wieder auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, von dannen er kommen wird am Ende der Welt, zu richten die Lebendigen und die Todten, um den Guten für immer den Himmel zu verleihen, die Bösen aber für immer in die Hölle zu verstoßen; ich glaube ferner aus demselben Beweggrunde alles Dasjenige, was dieselbe heilige Kirche glaubt und lehrt.
Uebung der Hoffnung. Mein Gott, weil du allmächtig und unendlich gütig und barmherzig bist, hoffe ich, daß du mir durch die Verdienste des Leidens und Sterbens Jesu Christi, unseres Heilandes, das ewige Leben geben wirst, welches du, der Wahrhafteste und Treueste, Allen versprochen hast, welche ihren Glauben durch ihre Werke beweisen werden, wie ich es mit deinem heiligen Beistande zu thun mir vornehme.
Uebung der Liebe. Mein Gott, weil du das höchste, und vollkommenste Gut bist, so liebe ich dich von ganzem Herzen und über Alles, und bin bereit, eher alles Andere zu verlieren, als dich zu beleidigen; und weil ich dich liebe, so liebe ich auch den Nächsten, und will ihn lieben, wie mich selbst.
Ablässe (Raccolta S. 16.): In der Erwägung, daß es nicht nur nützlich, sondern sogar zum ewigen Heile nothwendig ist, daß die Gläubigen oft die Akte der drei göttlichen Tugenden, des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe erwecken, bestätigte Papst Benedikt XIV., um sie anzueifern, dieses öfter zu thun, durch ein Decret der h. Ablaßcongregation vom 28. Januar 1756 die Verleihung Benedikt XIII. vom 15. Januar 1728, wonach einen vollkommenen Ablaß einmal im Monate alle Diejenigen gewinnen können, welche täglich im Laufe eines ganzen Monates die erwähnten Akte andächtig und von Herzen verrichten; dieser Ablaß kann an einem beliebigen Tage gewonnen werden, wofern man wahrhaft reumüthig beichtet und communizirt, und für die Eintracht unter den christlichen Fürsten, für die Ausrottung der Ketzereien und für die Erhöhung der h. Kirche betet. In gleicher Weise verlieh S. Heiligkeit einen vollkommenen Ablaß in der Todesstunde. Endlich dehnte derselbe Papst, um die Gläubigen so sehr als nur möglich anzuregen, die erwähnten Akte zu erwecken, den Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen, den man nach der Verleihung Bendikt XIII. nur einmal im Tage gewinnen konnte, dahin aus, daß man ihn so oft gewinnen kann, als man die Akte andächtig und von Herzen erweckt.
Außerdem erklärte Papst Bendikt XIV. noch, daß für die Gewinnung aller dieser Ablässe nicht eine bestimmte Gebetsformel nothwendig sei, sondern daß man jede Art von Ausdrücken und Worten gebrauchen könne, wofern nur die besondern Beweggründe jeder der drei göttlichen Tugenden klar und bestimmt darin ausgedrückt seien. (1)
(1) Mit der bloß innnerlichen Erweckung jener Akte vor oder nach der h. Communion sind nach einem Rescripte der h. Ablaßcongregation vom 30. Juli 1735 keine Ablässe verbunden.
10. Akt des Glaubens an die Vorzüge Mariens und an die lehramtliche Unfehlbarkeit des Papstes.
|"O mi Deus!
credo in Te, credo omnia, quae Tu revelasti, et quae sancta Ecclesia
catholica credenda proponit. Credo in primis, Beatissimam Virginem
Mariam vere esse Dei Genitricem; credo firmiter et indubitanter, eam
esse simul Matrem et Virginem, et liberam ab omni etiam minimo peccato
actuali; item firmiter et indubitanter credo, Mariam in primo instanti
suae Conceptionis fuisse singulari omnipotentis Dei gratia et
privilegio, intuitu meritorum Christi Jesu, Salvatoris humani generis,
ab omni originalis culpae labe praeservatam immunem.

|O mein Gott! ich glaube an Dich, ich glaube Alles, was Du geoffenbaret hast, und was die heilige, katholische Kirche zu glauben vorstellt. Ich glaube insbesondere, daß Maria, die seligste Jungfrau, wahrhaft die Gottesgebärerin ist; ich glaube fest und unbezweifelt, daß sie Mutter und Jungfrau zugleich ist, und frei von jeder auch der kleinsten wirklichen Sünde. Ebenso glaube ich fest und zweifellos, daß Maria im ersten Augenblicke ihre Empfängniß durch besondere Gnade und Bevorzugung von Seite des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechtes, unversehrt von jeder Makel der Erbsünde bewahrt worden ist.|
|Item firmiter et indubitanter credo, Romanum Pontificem, cum ex Cathedra loquitur, id est, cum omnium Christianorum Pastoris et Doctoris munere fungens, pro suprema sua Apostolica auctoritate doctrinam de fide vel moribus ab universa Ecclesia tenendam definit, per assistentiam divinam, ipsi in Beato Petro promissam, ea infallibilitate pollere, qua divinus Redemptor Ecclesiam suam in definienda doctrine de fide vel moribus instructam esse voluit: ideoque ejusmodi Romani Pontificis definitiones ex esse, non autem ex consensu Ecclesiae irreformabiles esse. Haec omnia credo, quia Sancta Tua Ecclesia, quae est columna et fundamentum veritatis, quae nunquam erravit, nec unquam errare potest, haec credenda proponit."||Ebenso glaube ich fest und unbezweifelt, daß der römische Papst, wenn er von seinem Lehrstuhle aus (ex cathedra) spricht, das heißt, wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen, kraft seiner höchsten apostolischen Gewalt, entscheidet, daß eine den Glauben oder die Sitten betreffende Lehre von der ganzen Kirche festzuhalten sei, vermöge des göttlichen, im heiligen Petrus ihm verheißenen Beistandes, jene Unfehlbarkeit besitzt, mit welcher der göttliche Erlöser seine Kirche in Entscheidung einer den Glauben oder die Sitten betreffenden Lehre ausgestattet wissen wollte, und daß daher solche Entscheidungen des römischen Papstes aus sich selbst, nicht aber erst durch Zustimmung der Kirche unabänderlich sind. Dieses Alles glaube ich, weil es deine heilige Kirche, welche die Säule und Grundfeste der Wahrheit ist, die nie geirrt hat, und nie irren kann, zu glauben vorstellt.|
Ablaß (Raccolta S. 19.): Papst Pius IX. verlieh durch Rescript der h. Congregation für die außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten vom 10. Januar 1871 allen Gläubigen, welche den vorstehenden Glaubensakt mit wenigstens reumüthigem Herzen und andächtig verrichten, einen Ablaß von 100 Tagen.
(Fortsetzung folgt)
(196) Die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch - Ein Handbuch für Geistliche und Laien, welche über die Ablässe und die mit Ablässen bereicherten Gebete, Andachtsübungen, Andachtsgegenstände, Bruderschaften und frommen Vereine Belehrung wünschen. - Nach dem Französischen des P. Antonin Maurel, Priesters der Gesellschaft Jesu, bearbeitet von P. Joseph Schneider, Priester derselben Gesellschaft und Consultor der hl. Congregation der Ablässe. Achte, von der h. Ablaßcongregation approbirte und als authentisch anerkannte Auflage. Paderborn. Druck und Verlag von Ferdinand Schöningh. 1884.
Transkription P.O. Schenker, © by Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell