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Ein Aspergillom ist eine nichtinvasive Ansammlung von Hyphen, Mucus und zellulären Partikeln, die meist in pulmonalen Hohlräumen oder in den Nasennebenhöhlen wächst, nachdem diese durch den Pilz Aspergillus fumigatus kolonisiert worden sind. Aspergillome treten gehäuft bei Patienten mit strukturellen Anomalien in den Lungen auf und sind in den meisten Fällen asymptomatisch. Eine Untersuchung mit radiographischen Verfahren kann vorliegende Aspergillome feststellen und lokalisieren. In selten Fällen kann Hämoptysis auftreten. Bei dieser Symptomatik ist eine chirurgische Entfernung des Aspergilloms sowie engmaschige darauffolgende Kontrolluntersuchungen notwendig, um ein potentielles Wiederauftreten von Aspergillomen frühzeitig zu erkennen.
Pulmonale Aspergillome werden durch eine Pilzinfektion mit Aspergillus fumigatus, Pseudallescheria boydii, Cryptococcus neoformans, Candidae oder Mocurales verursacht, welche in vorab existenten pulmonalen Hohlräumen kugelförmige Konglomerate bilden. Aspergillome können auch in den Nasennebenhöhlen, im Gehirn, den Nieren und in anderen Organen auftreten. Aspergillus fumigatus kommt vorwiegend auf Vegetationsresten und in Vogelkot vor. Patienten mit einer Vorgeschichte von abgeheilter, rezidivierender oder aktuell diagnostizierter Tuberkulose, Kokzidioidomykose, zystischer Fibrose, Histoplasmose, Lungenabszess, primärem oder sekundärem Lungenkarzinomen sowie einer HIV Infektion oder Sarkoidose haben ein erhöhtes Risiko. Aspergillome kommen gehäuft nach Tuberkuloseerkrankungen vor und werden üblicherweise in den posterioren Segmenten des oberen bzw. in den superioren Segementen des unteren Lungenlappens diagnostiziert. In der Mehrheit der diagnostizierten Fälle sind pulmonale Aspergillome asymptomatisch [1] [2] [3] [4] [5].
Mögliche Symptome bei einer Aspergillomaerkrankung der Lunge sind Brustschmerzen, Hustenanfälle, Erschöpfung, Fieber sowie plötzlicher und unerwarteter Gewichtsverlust. Wenn die Hustenanfälle von blutigem Auswurf begleitet werden, ist eine sofortige Gegenmaßnahme vonnöten, denn dieses Symptom kann eine mögliche Beeinträchtigung der bronchialen Arterie indizieren [2]. Aspergillome in den Nasennebenhöhlen zeigen eine ähnliche Symptomatik wie Rhinosinositis. In komplizierteren Aspergillomamanifestationen können zusätzlich Entzündungssymptome beobachtet werden, die das Krankheitsbild einer Aspergillose definieren. In diesem Fall kann u.a. auch Gelbsucht auftreten [1].
Die Wachstumsdynamik eines Aspergilloms wird durch die allmähliche Zunahme des Myzels des Aspergillus Pilzes charakterisiert. Das Myzelwachstum beginnt typischerweise an der Wand des Hohlraums und breitet sich langsam in das Innere des Hohlraums aus. Die Myzelschichten lagern sich schrittweise übereinander und definieren nach einiger Zeit ein schwammartiges kugelförmiges Konglomerat. Diese Masse kann innerhalb des Hohlraums auch eine begrenzte Mobilität zeigen. Die umliegenden Bronchiolen können durch die Größe des Aspergilloms eingeengt werden, was zu einer Bronchiektasie führen kann [6].
Eine erfolgreiche Aspergillomdiagnose erfordert den Beweis einer Pilzinfektion und die genaue Lokalisierung des Aspergilloms mittels bildgebender Verfahren. Am häufigsten werden für den Beweis einer Pilzinfektion Bluttests angeordnet, die entweder eine direkte Anwesenheit des Aspergillus Pilzes oder eine spezifische Immunantwort gegen den Aspergillus überprüfen. Zudem können eine Lungenbiopsie oder eine Sputumkultur weitere Indizien für eine Infektion liefern [1].
Computertomographische (CT) Scans und radiographische Untersuchungen können Aspergillome abbilden. Radiographische Untersuchungen werden allerdings nur bei fortgeschrittener Aspergillomagröße zielführend sein [7]. Ein typisches CT Ergebnis ist charakterisiert durch den Nachweis eines weichen gewebeähnlichen Fremdkörpers im Zentrum eines pulmonalen oder paranasalen Hohlraums, welcher sichelförmig von Luft umgeben ist (Monad Zeichen). Das beobachtete Konglomerat ist üblicherweise kugelförmig oder ellipsoid und zeigt bei einer Repositionierung des Patienten eine beschränkte Mobilität [8].
Asymptomatische Aspergillome müssen nicht behandelt werden. In zehn Prozent der Fälle verschwinden Aspergillome nach einer gewissen Zeit spontan [9]. Symptomatische Aspergillome sollten im Rahmen einer (videounterstützten) chirurgischen Prozedur, in ernsteren Manifestationen eines pulmonalen Aspergilloms im Rahmen einer Lobektomie, entfernt werden. Bei diesem Eingriff können als Komplikationen schwer stillbare Blutungen, Wunddehiszenz und respiratorische Insuffizienz auftreten [10].
Aspergillome können nach einem Eingriff wieder auftreten, besonders bei einer Manifestation von chronischer Aspergillose. Patienten sollten daher nach der chirurgischen Entfernung eines Aspergilloms im Jahresrhythmus mit radiographischen Verfahren untersucht werden, um ein erneutes Aspergillomwachstum frühzeitig diagnostizieren zu können. Antifungielle Therapien haben bei experimentellen Medikationen in ausgewählten Aspergillomafällen einen begrenzten Heilungseffekt gezeigt [11].