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«Die Sprache des Herzens» zum Tag der Taubblindheit
Ende des 19. Jahrhunderts nimmt sich eine französische Nonne der jungen taubblinden Marie Heurtin an, die keine Form der Kommunikation kennt. Mit viel Geduld arbeitet sie daran, Marie Sprache beizubringen. SRF zeigt zum Tag der Taubblindheit den Spielfilm, der auf einer realen Gegebenheit beruht.
Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts: Die Nonne Marguerite (Isabelle Carré) gehört dem Orden der Schwestern der Weisheit an, die in Poitiers ein Heim betreiben, das sich der Ausbildung gehörloser Mädchen verschrieben hat. Eines Tages wird die junge Marie (Ariana Rivoire) nach Poitiers gebracht. Sie ist taubblind, völlig verwildert und für ihre Eltern eine grosse Last. Ihr Vater (Gilles Treton) möchte sie vor der Psychiatrie bewahren und hofft auf das weiche Herz der Oberin des Ordens (Brigitte Catillon). Diese aber verweigert ihre Aufnahme, da man mit taubblinden Kindern im Heim keine Erfahrung habe. Als Marie sich während dieses Gesprächs wie ein wildgewordenes Tier verhält und davonrennt, ist es Schwester Marguerite, die sie beruhigen kann. Die junge Nonne ist sich sogleich sicher, dass es ihre Bestimmung ist, für Marie zu sorgen. Sie überzeugt die Oberin, es mit der taubblinden Jugendlichen zu versuchen, obschon es mit Marguerites Gesundheit nicht zum Besten steht.
Das Vorhaben erweist sich als Kraftakt. Nicht nur muss Marguerite Marie unter Einsatz all ihrer Kräfte von ihren Eltern losreissen, die Jugendliche kennt auch keinerlei Manieren und verhält sich unter den anderen Kindern des Heims noch immer wie ein verängstigtes, wildes Tier. Marguerite gewinnt zwar nach und nach Maries Vertrauen, doch ihr Vorhaben, ihr Sprache beizubringen, scheint hoffnungslos. Marguerite gibt aber nicht auf und eines Tages versteht ihr Zögling tatsächlich ein erstes Wort. Nun ist der Damm gebrochen: Die taubblinde Jugendliche fängt an, sich ihre Umwelt mittels Sprache anzueignen. Schwester Marguerite hingegen verliert mehr und mehr ihre Kräfte.
«Die Sprache des Herzens» ist ein Film, der auf der wahren Geschichte von Marie Heurtin beruht. Der französische Regisseur Jean-Pierre Améris war nach eigenen Angaben schon früh fasziniert von Arthur Penns Film «Licht im Dunkel» («The Miracle Worker») aus dem Jahr 1962, der die Kindheit einer anderen bekannten Taubblinden porträtierte: jene der amerikanischen Schriftstellerin Helen Keller. Keller wurde vor genau 140 Jahren in Alabama geboren. Die Geschichte von Marie Heurtin, die zu einer ähnlichen Zeit geboren wurde, gleicht derjenigen von Helen Keller: Beide Frauen lernen trotz ihrer Taubblindheit mit der Aussenwelt zu kommunizieren.
Ausstrahlung: Samstag, 27. Juni 2020, 14.05 Uhr, SRF 1