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Mit seinem ikonischen Hope-Plakat, das Frank Shepard Fairey (geb. 1970) zunächst im Eigenauftrag realisierte und ausserhalb des offiziellen Wahlkampfs für Obama verbreitete, erlangte Fairey weltweite Berühmtheit. Das im Pop-Art-Stil umgesetzte Plakat veranschaulicht exemplarisch die übergrossen Hoffnungen, die auf die Kandidatur Obamas gesetzt wurden.
Als Street-Art-Künstler bekannt geworden und mit Guerilla-Marketing gut vertraut, erregte Frank Shepard Fairey bereits mit seiner Obey Giant-Stickerkampagne in den 1990er-Jahren breite Aufmerksamkeit. Für sein in den Nationalfarben gehaltenes Obama-Plakat orientierte sich Fairey an offiziellen US-Wahlplakaten. Vorlage für das im Schablonendruck umgesetzte Obama-Porträt bildete eine im Internet verbreitete Fotografie von Mannie Garcia aus dem Jahr 2006, einem Fotografen der Associated Press. Dies hatte nicht zuletzt auch einen mehrere Jahre währenden Urheberrechtsstreit zwischen Fairey und der Nachrichtenagentur zur Folge. Varianten des Plakats mit der Textunterschrift Progress oder Change waren ebenfalls im Umlauf. Neben der populären Verknappung von Bild- und Textbotschaft besticht Faireys Plakat durch die Tatsache, dass man hier einen Präsidentschaftskandidaten noch vor seiner Wahl zum Idol stilisierte: Obama wird als Visionär gezeigt. Sein Blick begegnet nicht dem Gegenüber, sondern weilt in höheren Sphären, den kommenden Herausforderungen missionarisch zugewandt. Diese Bildrhetorik führte dazu, dass Faireys Plakat rasch in den offiziellen Wahlkampf integriert wurde. Das Motiv fand sich bald auch auf T-Shirts, Tassen und anderen Werbeträgern. Zudem wurde es vielfältig kopiert, imitiert und variiert, was Faireys Absichten entsprach. Im Januar 2009, unmittelbar nach Obamas Wahlsieg, erwarb die Nationale Porträtgalerie der Smithsonian Institution das Plakat für ihre Sammlung und verlieh ihm damit auch museale Ehre. (Bettina Richter)