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Das ehemalige Bauernhaus an der Unterdorfstrasse 21 (entstanden ca. drittes Drittel des 18.Jh.) gehörte mit weiteren Gebäuden zu einer Reihe von prägenden ländlichen Bauten im historischen Dorfkern Eschenbachs und bildet in seiner Gesamtform (Volumen, Gliederung) einen wichtigen Baukörper in diesem Kontext. Erst um 1897 wird in der Lücke zwischen den Häusern der Unterdorfstrasse 13 und 21 das Ökonomiegebäude erstellt, welches danach mit dem ehemaligen Bauhernhaus ein Ensemble bildete.
Das ehemalige Bauhernhaus als ‚Zeuge bäuerlicher Vergangenheit‘, beinhaltet Themen des ‚Bewahrens‘, des ‚Erinnerns‘ an eine frühere Lebensform, an eine Bautradition, die ihren Ausdruck, ihre Prägnanz gewinnt mit einfachen Formen und ‚ehrlichem‘ Handwerk.
Mit dem Neu- und Ersatzbau fügen sich die zwei Gebäude in das Ortsbild und mit geschichtlicher Bedeutung zu einem Ensemble. Entsprechend übernimmt das Projekt die charakteristische Gesamtform des eh. Bauernhauses, insbesondere die Neigung des Daches, die Stellung der Firstlinie und das traufseitige, weit auskragende Vordach. Nur die Höhe des Firstes wird leicht angehoben (Raumhöhen,Nutzung des Dachgeschosses).
Der Ersatzbau für das bestehende Ökonomiegebäude übernimmt dessen längliche, leicht geknickte Form und bestehende Trauf- und Firsthöhen. Besondere Beachtung wurde der Ausformulierung des Dachgeschosses geschenkt. Die Fassade des neuen Volumens läuft nur an zwei Orten ins dritte Geschoss. Einerseits im Osten als Abschluss zur Gebäudegruppe der Liegenschaft Meyer (und als Pendant zu den Giebelfassaden), andererseits als raumbildendes Element zum Hof auf der Westseite.
Zum Haupthaus und zur Strasse wird das dritte Geschoss leicht zurückversetzt. Diese Staffelung ermöglicht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den beiden Bauten und ein rücksichtvolles ‚aufeinander eingehen‘. Das Überlagern und Aufnehmen der verschiedenen aufgefundenen Geometrien schafft im Dachgeschoss spannende räumliche Bezüge und Aussenräume.
Das flach geneigte Dach ermöglicht einen präzisen Abschluss nach oben, sein First ‚bricht‘ die Dachlinie ähnlich, wie es die geknickte Form mit der Fassade tut. Insgesamt entsteht ein Baukörper, der mit seiner etwas skulpturhaften Form die gefundenen Proportionen in neuer Weise wahrt.
Im Zwischenraum der beiden Bauten entsteht das ‚Herz‘ der Anlage, eine Art ‚neue Laube‘. Hier bilden das weit auskragende Vordach und die breite Eingangstreppe den Eingangsbereich zu den Innenräumen und schaffen die Öffnung der Strasse zum Hof. Hier entsteht funktional und räumlich eine starke Verbindung der beiden Bauten, noch verstärkt durch die präzise geometrische Übereinstimmun einzelner formbildender Elemente (Traufhöhe, Dachrand).
Insgesamt entsteht ein Ensemble, das erst auf den zweiten Blick als solches erkennbar ist, die Einzelbauten herausschält, aber mit feinen Bezügen (Geometrie, Nutzung, Materialisierung) das Gemeinsame betont.
René und Karin Gabriel