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Diesen Bericht von William Lyons gab es am 26. April im Business.scotsman.com zu lesen (oder zumindest so ähnlich, denn dies ist eine rudimentäre Übersetzung von mir):
In der Pariser Zentrale von LVMH’s Luxusgüter-Empirium können Führungskräfte oft hören, dass ihr tadellos gekleideter, leise sprechender Chief Executive klassische Musik auf dem Flügel spielt, der sich ausserhalb seines Büros befindet. Es ist nicht bekannt, ob Frankreichs reichster Mann auch am Spielen war als am Dienstagabend die Nachricht hereinplatzte, dass Paul Walsh, der Bier trinkende Geschäftsführer von Diageo, ein 10.6 Milliarden-Pfund-Angebot platzierte um sein Reich zu knacken. Falls er am Spielen war, wählte er bestimmt etwas sehr Beruhigendes!
Seit 25 Jahren war Bernard Arnault damit beschäftigt einige der begehrtesten Marken der Welt, wie Hennessy Cognac, Glenmorangie Whisky, Champagner Krug und Louis Vuitton anzuhäufen. Damit „verdiente“ er sich den Ruf als einer der rücksichtslosesten und wettbewerbsfähigsten Unternehmer unter den Tycoons seiner Branche. Selten geniessen es Sammler zu verkaufen, was sie gesammelt haben, so auch der 60-jährige Vorsitzende und kontrollierende Anteilseigner von LVMH nicht. Aber eine Auflösung des Unternehmens-Cocktails aus Mode- und Premium-Getränke-Marken scheint wirtschaftlich sinnvoll.
Für Walsh, der in der vergangenen Woche an einer Reihe von Treffen mit seinem Strategie Bord im Gleneagles Hotel teilnahm, würde dieser Deal den Zugang zu einem hoch profitablen und qualitativ hochwertigen Business ermöglichen – wie auch den Triumph verschaffen, einige der weltweit ältesten Champagner-Etiketten, einschließlich Moët & Chandon, Krug und Dom Pérignon, unter britischen Besitz zu bringen. Nicht nur wäre es eine Wiederbelebung von Diageos Getränke-Portfolio, sondern es wäre auch ein Weg in den attraktiven Cognac-Sektor. Walsh führt oft Gespräche über „Premiumisierung“ und es wird allgemein davon ausgegangen, dass das langfristige Wachstum in der Branche am oberen Ende stattfinden wird.
„Diageo würde seine Position am oberen Ende des Luxus-Spirituosen-Geschäftes stärken und wäre somit bei sich dem Ende zuneigenden negativen Konjunkturzyklus bereit um profitieren zu können, wenn sich die Weltwirtschaft erholt“, sagte Getränke-Analyst Matthew Webb auf Cazenove. Oder wie eine Quelle aus dem Umfeld von LVMH sagte: „Wir wissen, dass sie die Marken wollen.“
Aber in dieser Woche, als Walsh seine Akquisitionsstrategie mit LVMH plante, wusste er, dass dies nur ein Teil eines viel grösseren Puzzles ist. Seit Diageo aus der Fusion von Guinness und Grand Metropolitan im Jahre 1998 entstand, hatte Walsh eine beneidenswerte Auswahl an Marken wie Johnnie Walker, Smirnoff Wodka und J & B Whisky aufgebaut. Aber mit den europäischen Rivalen Pernod Ricard auf seinen Fersen, die eine Reihe von großen Akquisitionen tätigten, konnte er nicht mehr mithalten.
Es ist kein Geheimnis, dass er liebend gerne mit der Fusion eines Unternehmens wie Bier SAB Miller die Schaffung eines globalen Bier-Dinosauriers geschaffen hätte. Walsh ist bereits in Gesprächen mit dem indischen Tycoon Vijay Mallya im Hinblick auf eine Beteiligung an Indiens grösster Getränke-Gruppe und es gab auch Gerüchte, dass Walsh einen freundlichen Deal mit Brown-Forman, dem Hersteller von Jack Daniel’s und Southern Comfort ausheckt. Für viele Analysten ist LVMH ein Vorwand und die wichtigere Frage lautet: Wohin wächst Diageo von hier aus?
„Diageo hat drei grosse Lücken in seinem Portfolio“, sagt Gerard Rijk, ein Analytiker. „Die erste ist Cognac und Champagner, oder die restlichen Anteile von Moët, die sie nicht kontrollieren. Die zweite ist eine grosse Bourbon-Marke wie Jack Daniel’s oder Jim Beam. Und die dritte Jose Cuervo, der Tequila, den sie vertreiben“.
Eine anderer Getränke-Analyst sagte: „Seit Diageo formiert wurde, wollten sie gross sein in dem, was sie ‚total beverage alcohol‘ nannten und dies wollten sie durch die Fusion mit einer Bier-Company erreichen. Nachdem Bier den langen Weg der Konsolidierung gegangen ist, gibt es Unternehmen, die jetzt die gleiche Größe wie Diageo haben, einschließlich SAB Miller, Heineken und InBev. Auf was Diageo im Moment wartet, ist ein Bier-Unternehmen, das zu ihnen kommt und sagt: „das wollen wir auch“.
Walsh und Arnault haben eine lange gemeinsame Tradition. Als Guinness und GrandMet im Jahre 1997 fusionierten, hatte Arnault’s LVMH einen 14.2% Anteil an Guinness und als sein grösster Aktionär hatte er das Hauptsagen bei der Fusion.
Dann, Arnaults vorgeschlagene Zusammenlegung der Weine- und Spirituosen-Unternehmen Guinness, GrandMet und Moët Hennessy und Entfernung von Guinness-Brauerei, Pillsbury und Burger King, gab ihm eine 35%-Beteiligung und eine wirksame Kontrolle der sich daraus ergebenden Gruppe.
Arnault’s Angriff wurde abgewehrt, aber Diageo folgte den meisten seiner Ratschläge, der Verkauf von Pillsbury und Burger King wurde getätigt, aber das Bier wurde behalten. Arnault verkauft seine Anteile an der sich daraus ergebenden Diageo aber das Moët Hennessy Joint Venture überlebte.
Heute hat Diageo eine 34%-Beteiligung an Moët Hennessy und es scheint, dass die beiden Unternehmen ein gutes Verhältnis zueinander haben. Walsh zählt Moët Hennessy’s Chief Executive Christophe Navarra zu seinen Freunden wie auch Geschäftspartnern. LMVH entstand aus der Fusion des Champagner-Produzenten Moët & Chandon und des Cognac-Herstellers Moët Hennessy, die dann zusammen mit Louis-Vuitton im Jahre 1987 das heutige Super-Luxus-Konglomerat bildeten.
Aber beide, die Mode- und Getränke-Sektoren wurden betroffen vom globalen Abschwung. Die Frage die Arnault beunruhigt, ist, welches der beste Weg für seine Gruppe ist. Soll er sein Portfolio aus Mode, Accessoires und Parfum-Marken wie Louis Vuitton, Fendi, Marc Jacobs und andere unter dem gleichen Dach wie die renommierten Wein-und Spirituosen-Marken halten, oder sollte er sich ganz auf die Mode-Seite konzentrieren?
Der Verkauf von Moët Hennessy würde eine erhebliche Menge an Bargeld, bis zu € 10 Mrd. freisetzen, was er wieder in den Ausbau seines Mode-Portfolio investieren könnte. Es wäre auch eine nützliche Kriegskasse, um einen Angriff auf einige der weltweiten Modemarken-Flagschiffe zu starten. Es ist bekannt, dass er Hermès besitzen möchte und er könnte von Armani oder Chanel angezogen sein. Quellen sagen, Getränke waren nie Arnault’s Vision, er erbte sie nur und er sagt, Mode sei seine Leidenschaft, nicht Weinbau.
Arnault ist auch nicht immun gegen den globalen Abschwung. Er verlor £ 6 Mrd. im vergangenen Jahr und weil die LVMH-Aktie um 29% sank, fiel auch er in der jüngsten Forbes-Liste als weltweit 13. Milliardär auf den 17. Platz mit einem geschätzten Vermögen von 11 Mrd GBP.
Arnault war bisher schnell darin, Gerüchte über einen Verkauf der Getränkesparte zu dementieren. Laut Quellen aus der Nähe von Diageo, empfohlen von Goldman Sachs, hat LVMH £ 8.9 Mrd. geboten, aber die französische Luxusgüter-Gruppe, beraten von Lazard, will £ 10.6 Mrd. Arnault reagierte schnell mit einer Erklärung, dass er nicht „in Diskussionen sei, Moët Hennessy zu veräussern“. Aber Banken und Analysten haben gesagt, der Wortlaut der Verweigerung habe den Weg für eine Einigung offen gelassen.
Alan Gray, Analyst bei Sutherland’s Edinburgh und der Autor des jährlichen Scotch Whisky Industry Review, sagt: „Ich dachte lange Zeit, dass dies eine klare Möglichkeit aufgrund der langjährigen Dauer der Verbindung zwischen den beiden Unternehmen sei. Arnault hatte eine Beteiligung an der damaligen Guinness und Grand Met aufgebaut und, als sie Diageo wurde, hatte er schließlich eine Beteiligung an beiden. Strategisch dachte ich immer, dass dies ein Sprungbrett für ein Angebot wäre.“
Jeder Deal hat einen Anstieg der Fusionen im Getränke-Sektor zur Folge. Kürzlich verkaufte Pernod Ricard Wild Turkey an Campari. Und Brown-Forman, der Hersteller von Jack Daniel’s, führt Gespräche über eine Fusion mit Bacardi.
Es wird davon ausgegangen, dass Walsh bereits die Banker von Goldman Sachs und Credit Suisse beauftragt hat. Glenmorangie, die Whisky-Firma, die LVMH für 300 Mio. £ im Jahre 2004 erworben hatte wäre ein Problem, das es zu lösen gälte, denn Analysten sagen, Diageo wären gezwungen Glenmorangie aus kartellrechtlichen Gründen zu verkaufen.
Zurück in Paris, Arnault’s Business Mantra ist einfach: „Sei am richtigen Ort zur richtigen Zeit.“ Für Walsh könnte das Timing perfekt sein.
Und für alle, die jetzt bei meinen Übersetzungsversuchen nur Bahnhof verstanden haben, gibt es hier den Link zum Originalartikel.