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Viele Hürden mussten genommen werden
Seit 1974 betreibt der Reiterclub Sissach in Tenniken im Gebiet Weitermatt eine kleine Reitsportanlage. Diese besteht im Moment noch aus einem Sandplatz und einer grösseren Wiesenfläche, welche allerdings nur beim jährlichen Concours beansprucht wird. Das Problem war, dass sich die Reitsportanlage in der Landwirtschaftszone befand. Der Reiterclub wollte den Sandplatz schon seit Jahren sanieren und auf Turniergrösse erweitern. Damit das Baugesuch eingereicht werden konnte, musste die Anlage aber zuerst in eine geeignete Zone überführt werden. Eine Einzonung am bestehenden Ort kam aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, weshalb man den Reitplatz 2009 im Rahmen des neuen kommunalen Richtplanes in das Gebiet Lammet auf der rechten Talseite zwischen Tenniken und Diegten verlegte. Leider hielt die Freude über die gefundene und vom Kanton bewilligte Lösung nicht lange an. Denn dieser Teil des Richtplanes wurde auf Bundesebene nicht genehmigt, da der Reitplatz der vom Bund geplanten Wildtierüberführung in die Quere kam.
Dank alten Luftaufnahmen zu neuem Reitplatz
2016 kam der Reiterclub wieder auf den Gemeinderat zu. Inzwischen war das Anliegen noch dringlicher geworden. Die zwei Mal jährlich stattfindenden Concours (Sissach und Tenniken) fanden nicht mehr so grossen Anklang, da diese auf Wiesen stattfanden. Dieser Untergrund war je nach Witterung mit grosser Sturzgefahr verbunden und fand auch bei guten Bedingungen immer weniger Zuspruch. Zudem war die Parkierung in Sissach nicht mehr sichergestellt. Es musste also eine Lösung her und zwar besser heute als Morgen. Denn der Verein ist auf die Einnahmen aus den Turnieren angewiesen. Beim neuerlichen Anlauf wollten wir den Reitplatz am bestehenden Ort belassen, dazu musste zuerst einmal bewiesen werden, dass es diesen schon seit 1974 und nicht erst seit 1990, wie vom BUD angenommen, gab. Zum Glück haben wir noch ein paar alte Luftaufnahmen aus den Jahren 1970 und 1976 im Archiv gefunden, auf denen klar zu erkennen war, dass der Reitplatz in dieser Zeit erstellt wurde, noch vor Entstehung des ersten Raumplanungsgesetzes. Dann musste dargelegt werden, dass es keine andere Parzelle gibt, die geeignet ist, sei es wegen der geplanten Wildtierbrücke oder weil geeignete Grundstücke in bestehenden Gewässerschutzzonen liegen. Natürlich musste auch der Bedarf eines solchen Platzes nachgewiesen und noch zwei, drei andere Hürden überwunden werden, bis dann die Gemeindeversammlung im November 2018 der Mutation zur Spezialzone zustimmte und der Regierungsrat die Mutation im Juni 2019 genehmigte.
Wir sind froh, dass wir damit die Grundlagen für den Fortbestand des Reiterclubs schaffen konnten und die Anlage nach mehr als 15 Jahren nun erneuert werden kann. Wann die Wildtierbrücke kommt, steht in den Sternen.
Sandra Bätscher, Gemeindepräsidentin, EVP, Tenniken