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Solidarität
Die Situation der Aidskranken und Sterbenden (man sprach von "Vollbild") war in den USA der 80er Jahre weitgehend hoffnungslos, ja häufig mittelalterlich. Oft von ihren Familien ausgestossen, arbeitsunfähig, vielfach mittellos lagen sie in Zimmern von Freunden oder irgendwo sonst, notdürftig versorgt. Wer Glück hatte, fand Aufnahme in irgendwelchen Hilfsunterkünften und Sonderabteilungen von Heimen, Spitälern, religiösen oder sonstigen Institutionen. Und alle siechten unaufhaltsam dem Tod entgegen.
Spontan entwickelten sich kleine Gemeinschaften und Selbsthilfe-Wohngruppen von Aidskranken, die noch nicht im Endstadium lagen und sich um die Hilflosen kümmerten. Die Not war allgegenwärtig wie auf einem sinkenden Schiff. Hoffnung gab es keine. Aber viel gegenseitige, liebevolle Zuwendung, sogar humorvolle Sterbehilfe.
Spätere Spielfilme und Kurzgeschichten dokumentierten diese Jahre und schilderten in tiefbewegenden Szenen die erstaunlichsten, grossartigen Menschen, die in ihrer Situation weit über sich hinauswuchsen.
In der Schweiz erschien im Jahre 1990 ein solcher Bericht: "Andere Inseln Deiner Sehnsucht" von Marc Philippe Meystre.1 Darin schilderte Marc seine Beziehung zu Nik, sein eigenes Befinden und seine Betreuung des dahinsterbenden Geliebten Niklaus Debrunner.
Ernst Ostertag, August 2007
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Quellenverweise
- 1
Marc Philippe Meystre, AIDS - Andere Inseln Deiner Sehnsucht, Rotpunkt Verlag, Zürich 1990