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Das Niederschlagsereignis vom 9.-13. August 2002 lässt sich in der Schweiz in 3 Phasen aufteilen. Die erste Niederschlagsphase am 9. August wurde durch die Advektion von feuchter Luft aus dem Westen in die Schweiz verursacht, was in Verbindung mit einem Tiefdrucksystem mit Kern über den Britischen Inseln und Nordfrankreich stand.
Am 10. August entwickelte sich ein zweites bodennahes Tiefdruckgebiet über dem Golf von Genua. An seiner östlichen Seite wurde mediterrane, feucht-warme Luft vom Süden nach Norditalien und Österreich transportiert, während an seiner westlichen Seite kalte und feuchte Luft vom Atlantischen Ozean aus dem Norden in Richtung Westeuropa floss. Das Zusammentreffen dieser beiden Luftmassen in der Konvergenzzone führte dabei zu weiteren Niederschlägen. Die Schweiz, welche sich genau unter dieser Zone befand, erfuhr damit die zweite Niederschlagsphase, mit Regenfällen auf beiden Seiten der Alpen.
An den folgenden Tagen verstärkte sich das Tiefdrucksystem und verlagerte sich langsam nach Nordosten. Am 11. August befand sich sein Kern über Norditalien, während weiterhin feuchte mediterrane Luftmassen durch die antizyklonale Strömung in nordöstlicher Richtung an die Alpen herangeführt wurde. Dabei führte die Topographie der Alpen zur Hebung dieses feuchten Zustromes, was die dritte und letzte Niederschlagsphase einläutete. Davon betroffen waren vor allem der zentrale und östliche Teil der Schweiz, welche relative grosse Regenmengen an diesem Tag verzeichneten.
Mit der sukzessiven nordöstlichen Verlagerung des Tiefdruckgebietes nach Osteuropa am 12 und 13. August verlagerte sich der Feuchtetransport in Richtung Osteuropa, und verursachte intensive Niederschläge über Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik. Gleichzeitig gingen in der Schweiz die Niederschlagsmengen zurück, im östlichen Teil des Landes jedoch etwas später als im Westen.