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Umweltverschmutzung, Ausgangssperren, sinkende Erträge in der Landwirtschaft: Die Menschen im Südwesten Tschads leiden unter der Ölförderung.
Nun akzeptierte der Ombudsmann der Weltbank-Tochter IFC, die das Ölprojekt mitfinanziert hatte, eine Klage von 25 Dörfern, die von SWISSAID unterstützte Organisationen koordiniert hatten. Ein erster Erfolg auf dem Weg zu Entschä- digungen und zur Verbesserung der Lage.
Die Zahlen sind beeindruckend: Seit im Oktober 2003 das im Südwesten Tschads geförderte Öl durch die Pipeline an die Küste Kameruns zu fliessen begann, hat sich das Budget des bitter armen Sahelstaats von rund 500 Millionen auf über 2,5 Milliarden Franken erhöht - Resultat der Lizenzgebühren und Dividenden, welche das von Esso geführte Ölkonsortium der Regierung zahlt. Und die Zahl der Bohrtürme in den Fördergebieten um die Stadt Doba ist von ursprünglich geplanten 301 auf über 1100 gestiegen.
Gemeinsame Initiative gegen die Weltbank-Tochter
Das Problem ist nur: Die Bevölkerung profitiert kaum von den Ölmilliarden, und mit der Ausdehnung der Förderung sind immer mehr Menschen von den negativen Konsequenzen betroffen.
25 Dörfer, in denen mehr als 25'000 Menschen leben, haben nun gemeinsam die Initiative ergriffen und beim Ombudsmann der Weltbank-Tochter IFC Beschwerde eingereicht. Die Weltbank hatte das Ölförderprojekt massgebend finanziert und trägt deshalb auch Mitverantwortung für dessen Folgen.
Die Beschwerde, die mit Hilfe von fünf durch SWISSAID unterstützte Organisationen zustande gekommen ist, wurde vom Ombudsmann bereits als relevant beurteilt und akzeptiert.
Einvernehmliche Lösung wird angestrebt
Der Ombudsmann hat nun rund vier Monate Zeit, um zwischen den Parteien - den betroffenen Dörfern, der Regierung Tschads und dem Erdölkonsortium - zu vermitteln und ein einvernehmliches Vorgehen zur Lösung der Probleme zu finden. Gelingt dies nicht, kann er die eingehende Untersuchung der vorgebrachten Klagen veranlassen.
Diese Klagen beziehen sich vor allem auf die Umweltverschmutzung, sinkende Erträge der Landwirtschaft, Schikanen der Sicherheitsbehörden und die mangelnde Investitionen der staatlichen Einnahmen aus dem Ölexport zugunsten der betroffenen Regionen. So verfügen viele der Dörfer in der Erdölregionen immer noch nicht über Schulen und über sauberes Trinkwasser und medizinische Versorgung.
Bild: Michael Würtenberg