Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/156399

<h2>SubmittedText<h2><p>Obwohl bei der Förderung der Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung Fortschritte gemacht wurden, darf nicht über den Evaluationsbericht "Förderung der Mehrsprachigkeit" (vom Bundesrat am 13. März 2015 genehmigt) hinweggesehen werden, aus dem hervorgeht, dass immer noch ein grosses Verbesserungspotenzial besteht, insbesondere was die Vertretung der rätoromanischen und der italienischen Sprache betrifft. Letztere liegt mit 6,8 Prozent zwar knapp über der unteren Soll-Grenze von 6,5 Prozent gemäss Sprachenverordnung (SpV); doch wenn man die Kader der Bundesverwaltung betrachtet (4,8 Prozent), zeigt sich ihre Untervertretung trotz den klaren Bestimmungen in Artikel 7 Absatz 1 SpV deutlich.</p><p>Deshalb frage ich den Bundesrat:</p><p>Wie will der Bundesrat auf mittlere Frist eine angemessenere Sprachenvertretung insbesondere in den höheren Lohnklassen und in den Kaderfunktionen der Bundesverwaltung erreichen, damit die Zielsetzungen auch tatsächlich umgesetzt werden können und es nicht bei Absichtserklärungen bleibt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat stimmt mit der Analyse des Interpellanten überein und teilt die daraus resultierende Besorgnis.</p><p>Die bisher unternommenen Schritte, die in Kapitel 2 des Berichtes "Förderung der Mehrsprachigkeit" zusammengefasst werden, zeugen vom Willen des Bundesrates, die Verantwortung wahrzunehmen, die ihm für die Förderung der Landessprachen und für die Wahrung des nationalen Zusammenhalts obliegt.</p><p>Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Mehrsprachigkeit der Kitt ist, der alle Mosaiksteine der politischen und kulturellen Zusammenarbeit in unserem Land zusammenhält; er anerkennt ferner die Mehrsprachigkeit als einen ökonomischen Schlüsselfaktor, der unsere geschäftlichen und kulturellen Beziehungen erleichtert, berufliche Perspektiven eröffnet und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht.</p><p>Jede und jeder sollte demnach im eigenen Tätigkeitsbereich einen Beitrag leisten, um die Bevölkerung für die grosse Bedeutung der Landessprachen zu sensibilisieren. Die Entwicklung der Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung ist ein Abbild dessen, was sonst im ganzen Land in allen Tätigkeitsbereichen und auf allen institutionellen Stufen zu ihrer Förderung unternommen wird.</p><p>Die Bundesverwaltung muss selber mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie für eine ausgewogene Vertretung der Sprachgemeinschaften sorgt und der Sprachkompetenz bereits bei der Personalgewinnung viel Gewicht beimisst.</p><p>Der Bund setzt in der Personal- und Beschaffungspolitik, im Rahmen der Kulturbotschaft sowie mit der Stärkung der Sprachdienste auf eine solide institutionelle und individuelle Mehrsprachigkeit. Auch die Inhalte des Berichtes über die Förderung der Mehrsprachigkeit befolgen diesen globalen und systemischen Ansatz. Der Bericht dient als Referenzdokument, wenn es darum geht, die neuen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, die am 1. Oktober 2014 in Kraft getreten sind. In diesem neuen Kontext, der höhere und gleichzeitig verbindliche Anforderungen stellt, sind die Departemente, die Bundeskanzlei und die Verwaltungseinheiten der Bundesverwaltung gefordert, sich weiterhin gezielt für eine ausgewogene Vertretung der Sprachgemeinschaften einzusetzen.</p><p>Mittelfristig dürfte die Umsetzung der Empfehlungen zur Ausrichtung und Unterstützung der im Bericht vom 13. März 2015 aufgeführten Aktivitäten der obengenannten Akteure sowohl zu einer besseren Vertretung der Sprachgemeinschaften als auch zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung beitragen, dies auch in den höheren Lohnklassen und in den Kaderfunktionen.</p><p>Der Bundesrat hat in den Bereichen Ausbildung, Integration und Anstellung von neuen Mitarbeitenden, Evaluation und Informationssystem sowie Koordination, Sensibilisierung und Information bereits eine Reihe von Massnahmen verabschiedet. Sie sind im genannten Bericht aufgeführt. Bis 2019, wenn die nächste 4-Jahres-Evaluation stattfindet, wird die Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen in Form punktueller Follow-ups regelmässig überprüft. Bei Bedarf werden die Massnahmen ergänzt.</p>  Antwort des Bundesrates.