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Gondel- und Pendelbahnen
An der Entwicklung von leistungsfähigen und z.T. über riesige Distanzen führenden Transportseilbahnen für Erz, Gestein, Kohle, Holz u.a.m. war die Firma Bleichert in Leipzig seit Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts massgeblich beteiligt. Luftseilbahnen zum Personentransport liessen noch auf sich warten.
Die ersten Schritte in der Schweiz in Bezug auf Seilbahnbau finden in der Ausstellung gebührende Beachtung. Es handelt sich einerseits um die als Windenbahn 1888 (!) projektierte aber nie ausgeführte Seilbahn des spanischen Ingenieurs Torres am Pilatus und anderseits um den 1908 eröffneten, gut funktionierenden aber nach nur 6-jährigem erfolgreichen Betrieb wegen Kriegsausbruch zur Schliessung gezwungenen Wetterhornlift in Grindelwald.
Erst wieder in den späten 20er und in den 30er Jahren folgten Bau und Eröffnung einiger Luftseilbahnen. An ihrer Erstellung beteiligt waren die Firmen Bleichert (in der Ausstellung präsentiert), Von Roll und Robert Aebi. Die erste Bahn war die von Gerschnialp nach Trübsee (1927, in der Ausstellung reich dokumentiert) und die berühmteste die auf den fast 2500 m hohen Säntis (1935). In der ganzen Schweiz bekannt wurde die seequerende Seilbahn der Landi 1939 in Zürich, die post festum aber wieder abgebrochen wurde.
Wenig bekannt ist, dass schon seit 1900 der Unternehmer Remigi Niederberger vor allem in der Innerschweiz zahlreiche Klein-Seilbahnen baute, die, da nicht konzessioniert, nur der lokalen Bevölkerung und der Alpbewirtschaftung dienten und heute noch dienen. Wasserballast war lange ihr Antrieb; heute sind viele dieser einfachen Bahnen elektrisch betrieben. Film und Fotos dokumentieren ausführlich diese Klein-Seilbahnen.
Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden leistungsfähigere und z.T. sehr lange Luftseilbahnen erbaut; die alten harrten der Erneuerung. Als Branchenleader im Seilbahnbau löste ab den späten 50er Jahren die initiative, in Film und Bild dokumentierte Thuner Firma Habegger die Berner Von Roll ab. Nach der Wirtschaftskrise der 80er Jahre übernahm die innerschweizer Firma Garaventa diese Führungsrolle. Die Titlis-Rotair-Bahn (1992, langsam rotierender Kabinenboden) und die Cabriobahn aufs Stanserhorn (2012, doppelstöckige Kabinen mit offenem Oberdeck) sind Garaventas Vorzeigewerke. Die weltweit wirkende Firma ist heute mit der österreichischen Firma Doppelmayer unter dem Dach der Ropetrans AG Holding vereint.
Die Ausstellung präsentiert ein Modell der ehemaligen Luftseilbahn Lungern - Turren in Betrieb.
RG/02.13
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