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Krise und Chance
Nach dem Krieg sinkt die Nachfrage nach Dosenmilch durch das Militär, was Nestlé & Anglo-Swiss 1921 in eine grössere Krise stürzt. Das Unternehmen erholt sich, wird aber erneut erschüttert durch den Wall-Street-Crash von 1929, welcher die Kaufkraft der Konsumenten verringert. Insgesamt bringt diese Zeit aber auch vieles Positives mit sich: Die Unternehmensleitung wird professionalisiert, die Forschung zentralisiert und Pionierprodukte wie Nescafé werden eingeführt.
1921-1922
Sinkende Preise und hohe Lagerbestände führen zum ersten finanziellen Verlust für Nestlé & Anglo-Swiss im Jahr 1921; es sollte in der gesamten Geschichte von Nestlé der einzige bleiben. Der Banker Louis Dapples tritt als Krisenmanager in das Unternehmen ein und setzt sich dafür ein, dass das Unternehmen erstmals professionelle Manager ernennt. Die Verwaltung wird zentralisiert und die Forschung wird in einem Labor in Vevey zusammengelegt.
1929
Das Unternehmen kauft Peter-Cailler-Kohler, den grössten Schweizer Schokoladehersteller. Dessen Ursprung geht zurück ins Jahr 1819, als Francois Louis Cailler mit Cailler eine der ersten Schokoladenmarken des Landes gründet. Schokolade wird ab sofort wesentlicher Teil der Geschäfte von Nestlé & Anglo-Swiss.
1934
Das Malz-Schokoladegetränk Milo wird in Australien eingeführt und aufgrund des Erfolgs später in andere Märkte exportiert. Das Unternehmen entwickelt in der Zeit zwischen den Kriegen weiterhin Baby- und Säuglingsnahrung und lanciert 1934 Pelargon – ein Vollmilchpulver für Babys, das mit Milchsäurebakterien angereichert ist, damit es die Säuglinge besser verdauen.
1936
Der konkurrenzgetriebene Markt für Schokolade in der Schweiz ermutigt Nestlé-Peter-Cailler-Kohler zu Innovationen: Das Unternehmen lanciert die weisse Schokolade Galak und nur ein Jahr später Rayon, eine Schokolade mit Honig und Luftbläschen. In den 1930er Jahren sind Vitamine ein wichtiges Verkaufsargument für Gesundheitsprodukte; 1936 führt Nestlé daher das Vitaminpräparat Nestrovit ein.
1938
Nescafé wird eingeführt als ein „Pulverextrakt aus reinem Kaffee“, welches den natürlichen Geschmack des Kaffees beibehält, aber durch simples Hinzufügen von heissem Wasser leicht zubereitet werden kann. Das Produkt ist der geniale Einfall von Max Morgenthaler, der seit 1929 daran gearbeitet hat, als die brasilianische Regierung Nestlé & Anglo-Swiss anfragte, eine Absatzmöglichkeit für deren Kaffeeüberschuss zu finden.