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Leichter Vierer im A-Final - als Mitfavorit
Die Schweizer Olympia-Delegation kann sich über eine dritte Finalqualifikation freuen. Im Gegensatz zu Giulia Steingruber und Claudio Capelli im Kunstturnen ist der leichte Vierer sogar ein Medaillenkandidat.
Erstmals seit Sydney 2000 finden die A-Finals im Rudern wieder mit helvetischer Beteiligung statt. Damals bescherte Xeno Müller dem Schweizer Rudersport als Zweiter im Skiff auch die letzte von bisher 23 Olympiamedaillen (nur die Kunstturner waren fleissigere Sammler).
Schlagmann Mario Gyr, Simon Niepmann, Lucas Tramèr und Bugmann Simon Schürch belegten in der ersten Halbfinal-Serie eine halbe Bootslänge hinter den Briten den 2. Platz und qualifizierten sich souverän für das Rennen um die Medaillen am Donnerstag, dem 27. Geburtstag von Simon Niepmann.
Chance auf eine Olympiamedaille
Bei der 1500-m-Marke lagen die beiden stärksten Boote noch gleichauf, doch im Finish, kurz vor dem Erreichen ihres ersten ganz grossen Ziels, machte sich bei den Schweizern eine Nervosität bemerkbar, die sie so nicht kannten. «Auf den letzten 250 Meter ruderten wir technisch schlecht», sagte Simon Schürch.
Die weiteren Finalplätze sicherten sich Holland sowie in der anderen Serie «Titelverteidiger» Dänemark, Südafrika und Weltmeister Australien. China als Sieger der Weltcup-Regatta auf dem Rotsee schied mit der schlechtesten Zeit aus. Apropos Zeit: Dass die Schweizer zweieinhalb Sekunden schneller waren als die Dänen, bedeutet nicht, dass sie als Nummer 2 zum Final antreten. Die einzelnen Serien lassen sich nur unter grossem Vorbehalt miteinander vergleichen. Auch dass die Schweiz ihren Vorlauf vor Südafrika und Dänemark gewann, ist ein Muster ohne relevanten Wert. Aber wie auch immer: Die Chance auf eine Medaille ist da.
2011 bereits im WM-Final
Als sie vor einem Jahr letztmals in Bestbesetzung zu einer Regatta antrat, qualifizierte sich die Crew mit den vier Studenten in Bled (Sln) erstmals für einen WM-Final. Die Debütanten spielten dann allerdings nur noch eine Statistenrolle. Nun stehen die Vorzeichen besser. Damals wurde der Halbfinal zur Grenzerfahrung, im Ziel mussten sich Schürch und Mario Gyr übergeben, Gyr kollabierte sogar. «Hier haben wir es geschafft, ohne die letzten Energiereserven anzuzapfen», stellte Schürch zufrieden fest. (si)