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Welcome to Vietnam: Motorräder, so weit das Auge reicht!
In Cu Chi kann man die Tunnel besichtigen, welche in den 70er Jahren von den Vietnamesen zum Schutz vor fremden Mächten gebaut wurden. Als die Amerikaner die Existenz der Stollen entdeckten, hatte sich das Labyrinth bereits Hunderte von Kilometern mehrstöckig, von der kambodschanischen Grenze bis ins Stadtzentrum Ho Chi Minhs, ausgeweitet!
Wir verliessen Cu Chi in der Früh, damit wir die Grosstadt Ho Chi Minh, die etwa 7 Mio. Einwohner zählt, vor dem grossen Verkehrschaos erreichten. Bereits um sechs Uhr radelten wir jedoch bereits mit tausenden von Motorrädern stadteinwärts. Es war einfach ein riesiges Wirrwarr: von allen Seiten kamen die Motorräder...und trotzdem, der Verkehr fliesst einiges besser als in Tehran.
Gill, unsere Kollegin aus Schottland, macht in Ho Chi Minh Forschungen über die traditionelle Medizin. Sehr interessant war das Treffen von zwei Amerikanern mit dem Chefarzt des Institut für traditionelle Medizin. Die beiden präsentierten eine neue Methode der Akkupunktur, welche sie auch am 11. September in NY und in New Orleans u.a. zur Schmerzlinderung angewendet hatten. Diese Methode wurde dann zugleich an den Patienten praktiziert. Das Kriegsmuseum "War Relics", welches gesponsort ist von den Amerikanern, ist interessant und lehrreich, aber auch tragisch.
Die Vietnamesen bestaunten immer wieder unsere langen Nasen und Kurts Haare an den Armen und Beinen. Sie zupften voller Freude daran und drückten an unseren "Riechern" rum.
In Ho Chi Minh liessen wir uns von Blinden massieren. Die "sehenden
Hände"-Massage war gut und sie erkannten unsere Schwachpunkte. Jedoch
vergassen sie Kurt im klimatisierten Raum und nach einer halben
Stunde, nachdem er bereits zu frösteln begann, machte er sich mit
einem vorgetäuschten Hustenanfall bemerkbar. Bei Nathalie hatten die
Frauen eine Riesenparty und die Massage wurde einige Male durch
Handyanrufe unterbrochen.
Seitdem wir unterwegs sind, essen wir eher selten Fleisch und
bevorzugen Tofugerichte. Die vegeterischen Restaurants in Vietnam
bieten auf ihren Speisekarten vegetarisches "Fleisch" an: Würste,
Poulet und Rindsgeschnetzeltes wird mit Sojaprodukten hergestellt und
sehen dem Original verwechselnd ähnlich. Ohne Fleisch, auch wenn es
eine gelungene Imitation ist, geht es nicht bei den Asiaten.
Am 7. Februar, dem Mondkalender entsprechend, wurde in Vietnam das
Chinesische Neujahr der Ratten gefeiert und bereits Wochen vorher
wurden die Pärke geschmückt mit Lampions und Bändern.
Die Luftverschmutzung und der andauernde Lärm von den Motorrädern in
Ho Chi Minh ist enorm und wir waren glücklich, als wir wieder im
Sattel waren und weiter radelten in den Süden nach Vinh Long. Die
Fahrt war "gratis", der Wind war optimal und gegen Mittag zeigte das
VDO 137 km. Ansonsten gönnten wir uns Mittagspausen und relaxten in
den gemütlichen Hängematten, die in den meisten Strassen-Cafés
angeboten werden.
Vinh Long befindet sich am Mekongdelta und der Obere Mekong teilt sich
hier in viele kleine und grosse Mündungsarme auf. Fähren führen zu den
vielen bezaubernden und fruchtbaren Inseln.
Wir besuchten mit einem Boot die An Binh Insel und da es gerade Flut
war, konnten wir durch die kleinen Kanäle tuckern, vorbei an den
Mangroven-Wäldern und kleinen Dörfern, die alle mit dem Boot
erreichbar sind.
Auf dem Cai Be floating market (Markt auf dem Fluss) werden viele
lokale Produkte wie Früchte und Reis angeboten. Um die Produkte zu
präsentieren, wird ein Muster am Mast aufgehängt, damit die Kundschaft
weiss, was es auf dem Boot zu kaufen gibt. Einige Leute wohnen sogar
auf den Schiffen.
In Chau Doc, die letzte vietnamesische Stadt vor der kambodschanischen
Grenze, welche umgeben ist von Flüssen und Kanälen fast wie in
Venedig, verbrachten wir eine unruhige Nacht. Die Erde bebte immer
wieder leicht und einmal vibrierten sogar die Fenster. Einerseits war
dies sehr beängstigend, andererseits aber auch faszinierend.