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Kopf, Zügel und unter den Wangen braun, mit zwei rostgelben Streifen über und unter dem Auge, [* 2] schwarzblauen Mantelfedern mit vier rostgelben Hauptstreifen, an den Seiten grau, bräunlich gewellt und gefleckt, übrigens weiß, Schwung- und Steuerfedern schwarz, letztere rostgelb eingefaßt, findet sich in Rußland und Westsibirien, geht bis Indien und Nordafrika, erscheint bei uns mit der Haarschnepfe, ist aber seltener und brütet auch weniger häufig bei uns. Die Eier [* 3] sind denen der Bekassine ähnlich, aber kleiner und glattschaliger.
[Jagd.]
Die Waldschnepfe wird auf dem Zug (Schnepfenstrich), auf der Suche und beim Suhlen geschossen, auch in Laufdohnen gefangen. Mit dem Eintritt warmer Frühjahrswitterung erscheinen die Waldschnepfen zuerst spärlich, dann häufiger, bis der Durchzug gewöhnlich im ersten Drittel des Aprils, wenn die Frösche [* 4] zu quaken beginnen, beendet ist und nur noch die wenigen hier brütenden Exemplare zurückbleiben, die später um Johannis in ähnlicher Weise des Abends wieder laut streichen. Man hat den bekannten Jägerspruch für die Zugzeit:
Reminiscere - Gewehr in die Höh',
Okuli - da kommt sie,
Lätare - ist das Wahre,
Judika - ist sie auch noch da,
Palmarum - Tralarum!
Selbstverständlich ist derselbe nicht immer zutreffend, da Ostern sehr verschieden fällt. Die Ankunft der Bachstelze, [* 5] des roten Milans etc. zeigt auch die der Waldschnepfe an. Zuerst erscheinen gewöhnlich kleine Exemplare derselben (Blaufüße, Spitzköpfe, Dornschnepfen), später folgen die größern »Eulenköpfe«. Hoffmann hält die erstern für Vögel, [* 6] die unter ungünstigen Verhältnissen erwachsen sind, und für junge, im ersten Lebensjahr stehende, noch nicht fortpflanzungsfähige Männchen. An warmen Frühjahrsabenden zieht oder streicht die S. in langsamem, wiegendem Flug über junge Kulturen, Bruch- und Schlagflächen etc., wobei sie den Balzlaut »quarr, quarr-psik-psik« ab und zu hören läßt. An windigen und kalten Abenden streicht sie schnell und stumm oder doch nur puitzend.
Der Abendzug beginnt mit Eintritt der Dämmerung und dauert etwa bis zum Erscheinen der ersten Sterne. Zwar streicht die S. auch des Morgens, sobald der Tag graut, aber nur kurze Zeit und meist nicht laut. Die Suche wird mit einem ruhigen und kurz zu führenden Vorstehhund, dem man zweckmäßig ein Klingelhalsband umhängt, weil man ihn oft im Gebüsch nicht zu sehen vermag, im Frühjahr in feuchten, im Herbst in trocknen Jungholzbeständen geübt. Die S. hat besondere Lieblingsplätze, an welchen man sie vorzugsweise findet, sie vermeidet festen, graswüchsigen Boden, auf dem sie nicht stechen (mit dem in die Erde gebohrten Schnabel nach Würmern suchen) kann.
Bei anhaltender Dürre fällt sie gern bei kleinen Wassertümpeln ein, um dort zu baden und zu stechen, und wird hier leicht auf dem Anstand erlegt. Um sie in Laufdohnen zu fangen, kehrt man in solchen Schonungen, in denen sie gern zu liegen pflegt, schmale gras- und unkrautreine Steige und stellt auf denselben aus schwachen Gerten gefertigte, mit Schlingen von Pferdehaar versehene Bügel, in welchen sie beim Durchkriechen hängen bleibt (s. Laufdohne). [* 7] Auf solchen Revieren, wo im Frühjahr und Herbst die Waldschnepfen häufig einfallen, veranstaltet man auch wohl zur Erlegung derselben Treibjagden.
Die übrigen Schnepfenarten werden zur Zugzeit im Frühjahr und Herbst auf Bruchflächen mit dem Vorstehhund gesucht und geschossen. Die Pfuhlschnepfe ist im ganzen selten, sie liebt mehr mäßig nasse Brücher, hält den Hund gut aus und fällt selbst nach einem Fehlschuß bald wieder ein. Die Bekassine und die Stummschnepfe ziehen durchbrüchige, sumpfige Brücher vor; erstere liegt weit weniger fest als letztere, läßt beim Auffliegen den Laut »etsch, etsch« hören und zieht meist weit fort, ehe sie wieder einfällt, während die Stummschnepfe oft so aushält, daß man fast darauf treten kann, bis sie ohne Laut auffliegt und auch nur kurze Strecken fortstreicht.
Sämtliche Schnepfenarten liefern sehr schmackhaften und von Feinschmeckern hochgeschätzten Braten; bei dem überaus schnellen Flug, besonders der Bekassine, gelingt es jedoch nur sehr gewandten Flugschützen, sie mit einiger Sicherheit, ohne viele Fehlschüsse zu erlegen. Aus den fein gehackten, in Butter gedünsteten Eingeweiden, Magen, [* 8] Leber etc. wird der sogen. Schnepfendreck bereitet, welchen man, auf geröstete Weißbrotscheiben gestrichen, genießt. Neben dem Schnepfendreck schätzen Feinschmecker besonders den Kopf der S. - Die Herbstschnepfe ist fleischiger, zarter und wohlschmeckender als die magere Frühlingsschnepfe, der man jedoch einen besonders pikanten Geschmack nachrühmt.
Vgl. Hoffmann, Die Waldschnepfe (2. Aufl., Stuttg. 1887);
v. Thüngen, Die Waldschnepfe (Würzb. 1879).