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Ausgerechnet während der starken Wirtschaftskrise ist in Brasilien die Zahl der Millionäre gewachsen. Sie hat im vergangenen Jahr gleich um 10,7 Prozent zugenommen. Statt der 149.000 Superreichen im Jahr 2015 gibt es jetzt 164.000 Brasilianer, denen mehr als eine Millionen Dollar zur Verfügung stehen. Nicht mit eingerechnet sind dabei Vermögengsgüter wie Haus oder Sammlungen.
Die Zahlen stammen von einem von der Consultingfirma Capgemini vorgelegten Bericht. Danach hat Brasilien 2016 mehr Neureiche bekommen als andere Länder. Der weltweite Durchschnitt wird mit7,5 Prozent angegeben, während es in Brasilien knapp elf Prozent waren.
Erstaunlich daran ist, dass 2016 für die Brasilianer mit einer Rezession von 3,6 Prozent des Bruttosozialproduktes ein extrem schwieriges Jahr war. Dass es dennoch 15.000 Menschen geschafft haben ihr Vermögen auf über eine Million zu erhöhen wird mit Investitionen- in den Immobilien und Börsenmarkt begründet.
Im Vergleich mit den USA (4,8 Millionen Millionäre), Japan (2,9 Millionen) und Deutschland (1,3 Millionen) ist die Zahl der Millionäre in Brasilien mit 164.000 noch gering. Allerdings zeigt eine andere Studie der Organisation Oxfam, dass fünf Prozent der reichsten Brasilianer so viel Einkommen auf sich konzentreren, wie die restlichen 95 Prozent der Bevölkerung zusammen.
Weiter heißt es, dass sechs Milliadäre den Reichtum von über 100 Millionen Brasilianern auf sich vereinen.
In der Studie wird die Schere zwischen Arm und Reich mit Zahlen belegt. Sie zeigt auch, dass Frauen noch mindestens 30 Jahre kämpfen müssen, bis sie gleiche Gehälter erhalten.
Noch schlimmer sieht es bei der Verteilung zwischen Weiß und Schwarz aus. Bis die Afrobrasilianer ähnliche Löhne erhalten, wie es die Weißen tun, werden laut Oxfam noch 70 Jahre vergehen.
In der Studie wird die Ungleichheit auf politische Entscheidungen zurückgeführt. 2017 ist Brasiien beim UN-Ranking der sozialen Gleichheit um 19 Positionen abgerutscht. Damit gehört es zu den zehn Ländern mit dem größten Unterschied zwischen Arm und Reich.