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Paradoxerweise bleibt die Möglichkeit, einen eigenen, echten Alpakapullover zu besitzen den peruanischen Alpakabäuer:innen und ihren Familien in den meisten Fällen verwehrt. In der Regel verkaufen peruanische Alpakabäuer:innen ihre kostbare Wolle – und kaufen dann zu einem relativ teuren Preis synthetische Wolle ein, um für sich selbst Kleidung herzustellen.
Dieser Umstand spiegelt Missstände in der peruanischen Gesellschaft insgesamt wider.
Nicht nur die weltweite Pandemie erschütterte im Jahr 2021 das Land in Südamerika, sondern auch die hierauf folgende instabile politische Situation. Perus politische Führung ist momentan zerrüttet, es gibt keine klaren Ziele oder Ideologie. Vielmehr werden Posten und Staatsgelder an eine Gruppierung verteilt. Ein bekannter Professor aus Peru sagte mit Blick auf diese politische Konstellation, die „Dummheit“ sei an der Macht und das wäre äusserst gefährlich. Der peruanische Kongress hat jedoch keinen Anreiz, den Präsidenten abzusetzen und Neuwahlen anzuordnen. Denn bei Neuwahlen müsste er selbst zurücktreten. Niemand will gehen, obwohl es so keine zielführende Politik für das Land geben kann.
Das EDA (Eidgenössisches Auswärtiges Amt) schätzt die soziale und politische Lage in Peru nach wie vor als sehr angespannt ein (Stand: 16.11.2022)
In Peru konzentriert sich der Grossteil der Wirtschaft auf seine Hauptstadt Lima. Obwohl in Lima das meiste günstig beschafft werden kann, ist es aufwendig, die Güter in die verschiedenen umliegenden Regionen zu bringen. Transportkosten steigen und Möglichkeiten der Mobilität sind begrenzt.
Vor diesem Hintergrund entstand bei claro die Idee, Alpaka Textilien in Peru für die Andenbewohner:innen herstellen zu lassen, dies zusätzlich zu den Strick-Aufträgen für die Alpaka-Textilien in den Slums von Lima. Im ersten Schritt stellte claro kostbare peruanische feine Alpakawolle an «Raymisa» kostenlos zur Verfügung. Unsere langjährige Partnerin Raymisa koordiniert die Textilproduktionen in Cusco, Puno und Ayacucho. Raymisa organisierte, dass die hochwertige Wolle dann zu Kinderpullovern gestrickt wurde. Die kuscheligen Bekleidungsstücke erhielten die Kinder der Andendörfer und Alpakabäuer:innen direkt. Die Kinder durften so das in ihrer Familie produzierte Material Alpakawolle selbst tragen – für die meisten zum erstmal Mal in ihrem Leben. Dies gab der Aktion zusätzlich einen grossen symbolischen Wert.
Überdies bieten die Pullover den Kindern auch Schutz in den kalten Nächten der bis zu 5000 Meter hohen Gebieten der peruanischen Anden. Leider passierte es, dass Kinder die Kälte nicht überlebten. Die weichen Alpakapullover sind ideal für diese harten Wetterlagen, denen die Kinder der Alpakabäuer:innen ausgesetzt sind.
Bei der Aktion wurden 302 Kinderpullover mit der hunderprozentigen Unterstütung von claro produziert und verteilt. Nebst den strahlenden Kindern sind auch die Eltern und Lehrer:innen begeistert darüber, dass die Kinder Pullover aus „ihrer Wolle“ erhalten.
Die lokale Wertschöpfung wurde zudem gefördert: Stricker:innen aus den Slums erhielten Arbeit.
Aktionen wie diese werden bei claro durch den "Produzent:innenförderfond" finanziert. Aus den claro Erlösen fliesst immer ein Teil in diesen Fond sowie auch grosszügige Spenden der claro Läden, um Produzent:innen bei wichtigen Projekten zu unterstützen oder auch Notlagen abzufedern.