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Zweck der Zunft zum Kämbel
Gemäss den Satzungen hat die historische Zunft zum Kämbel den Zweck, die geschichtlichen Traditionen der zürcherischen Zünfte, besonders des Kämbels, zu erhalten, für die Erhaltung des Sechseläutens einzustehen, bürgerlichen Gemeinsinn, edle Geselligkeit und Freundschaft zu pflegen, insbesondere durch Besprechung öffentlicher Angelegenheiten und Vorträge. Sie kann sich auch an patriotischen Veranstaltungen beteiligen.
Geschichte der Zunft zum Kämbel
Die Zunft zum Kämbel hat wie die anderen historischen Zünfte Zürichs ihren Ursprung in der Brun'schen Zunftverfassung von 1336. Die Gartner, Öler, und Grempler (Kleinhändler), aus denen sich dazumals die Zunft zusammensetzte, waren keine Handwerker im eigentlichen Sinne. Die Gartner verkauften Gemüse aller Art, sowie Stein- und Kernobst, die Grempler waren Gewerbetreibende, Salzleute und Kleinhändler mit Lebensmitteln.
Ab 1487 war die Grempler-Zunft im 'Haus zum Kämbel' am Münsterhof anzutreffen und trug fortan den Namen Zunft zum Kämbel. Das noch heute am Haus Münsterhof 18 angebrachte Wappen mit dem Kamel auf blauem Grund deutet auch auf den Ursprung der schon Anfang dieses Jahrhunderts bezeugten Kostümierung (anlässlich des Sechseläutens) der Kämbelzünfter als Beduinen hin. Nach dem Zusammenbruch der alten Ordnung in Zürich wurde das Haus zum Kämbel 1801 verkauft.
1956 erwarb die Zunft zum Kämbel das Haus 'Zur Haue' (Salzhaue) am Limmatquai und kehrte damit nach 500 Jahren wieder an den Ort zurück, wo sie in der Mitte des 15. Jahrhunderts ihre Trinkstube hatte. Der Zunftsaal im ersten Stock wurde 1970 vom bekannten 'Landi'-Architekten Armin Meili gestaltet und ausgebaut. Auf Initiative einiger Kämbel-Zünfter wurde 1980 im Erdgeschoss wieder eine gemütliche Weinstube eingerichtet. Seither entwickelte sich "d'Haue" zu einem Zentrum zünftigen Lebens.
Der bedeutendste Kämbel-Zünfter und Zunftmeister war wohl Zürichs Bürgermeister, Ritter Hans Waldmann (1435 - 1489). Mehr Informationen erhalten Sie auf einer speziellen Seite.
Entstehung der Zünfte Zürichs
Der Zerfall der beiden Autoritäten, Kaiser und Papst, im 13. Jahrhundert machte den Weg frei für neue, materiell orientierte Berufe, Kaufleute und Handwerker, die alle auf eine Repräsentation und einen Anteil an der Macht drängten. Sie scharten sich im Jahre 1336 um den bereits schon im Rate der Stadt Zürich sitzenden, gebürtigen Ritter Rudolf Brun. Dieser schuf eine neue Verfassung, die sog. Zunftverfassung, und stützte diese mit starker, teils brutaler Hand.