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Ich kam gerade von einem wunderschönen Kino, Hanami und lass die zwei Kommentare von Romeo und Suzanne. Das Thema des Verlustsgefühls und des bewussten Lebens verbindet die beiden Kommentare und ebenfalls das Kino.
Im Garten von Carola fragte sie mich, was ich machen würde, wenn heute mein letzter Tag am Leben wäre. Sie sagte, sie würde Dinge nie mehr verschieben, weil sie den Abschied eines wertvollen Freundes verpasste. Ich würde alle Menschen anrufen, die mich einmal zähmten, ihnen zu wünschen, glücklich zu sein. Die Liebe, die man einmal empfunden hat, geht nie verloren. Es wird nur anders, es wird anders aufbewahrt im Garten. Und wenn der Körper erlischt, wird alles zu Sternchen im Himmel verwandelt – hoffe ich. Meine Leute könnten dann die Sterne anschauen und sich glücklich fühlen.
„Man läuft Gefahr, ein bisschen zu weinen, wenn man sich hat zähmen lassen…“ schrieb Antoine de Saint-Exupery als Ich-Erzählter im „Der Kleine Prinz“. Es ist beim Tee so: man lernt ungeplant ihn kennen; man lässt sich unbemerkt zähmen, bevor man sich wehren kann; man nimmt ungewollt hin, dass man nun ohne ihn auskommen muss. Aber würden wir ohne Duft eines Tees und seine Nebenwirkung weiter leben? Wie schaffen wir den Duft und die Sprache des Tees zu vergessen?
„Ich kenne einen Planeten, auf dem ein puterroter Herr haust. Er hat nie den Duft einer Blume geatmet. Er hat nie einen Stern angeschaut. Er hat nie jemanden geliebt. Er hat nie etwas anderes als Additionen gemacht. Und den ganzen Tag wiederholt er wie du: Ich bin ein ernsthafter Mann! Ich bin ein ernsthafter Mann! Und das macht ihn ganz ungewollt vor Hochmut. Aber das ist kein Mensch, das ist ein Pilz.“ (S. 27)
Wir wollen nicht Pilz sein. Zum Glück lernen wir den Duft einer Blume zu bewundern und die Schönheit der Schöpfung einzuatmen. Ohne Sich Zähmen zu lassen geht es wohl nicht.
„Wenn einer eine Blume liebt, die es nur ein einziges Mal gibt auf allen Millionen und Millionen Sternen, dann genügt es ihm völlig, dass er zu ihnen hinaufschaut, um glücklich zu sein…“weinend erzählte der kleine Prinz. „Ich habe das damals nicht verstehen können! (…) Sie duftete und glühte für mich. Ich hätte niemals fliehen sollen! Ich hätte hinter all den armseligen Schlichen ihre Zärtlichkeit erraten sollen. Die Blumen sind so widerspruchsvoll! Aber ich war zu jung, um sie lieben zu können.“ (S.31)
Der kleine Prinz liess sich von einer schwierigen Blume zähmen, die ihm mit Worten quälte. Beim Abeschied entschuldigte sie für ihre Dummheit und gestand ihm, dass sie ihm liebt. (S.32)
Naja, so ist es mit dem Zähmen. Wer könnte ohne Duft einer Blume oder Tee morgens aufwachsen, könnte sich das Weinen nach dem Zähmen ersparen. Als ein gewöhnliches sterbliches Wesen bevorzuge ich das Weinen. Und der Tee, der nicht immer verfügbar ist, ist eben eine Rarität. Fast einzig, ebenfalls wie bei Menschen.
„Die Menschen bei dir zu Hause“, sagte der kleine Prinz, „züchten fünftausend Rosen in ein und demselben Garten… und doch finden sie dort nicht, was sie suchen…“
„Und dabei kann man das, was sie suchen, in einer einzigen Rose oder in ein bisschen Wasser finden…“
„Aber die Augen sind blind. Man muss mit dem Herzen suchen.“ (S.79)
Antoine de Saint-Exupery: Der Kleine Prinz. Zürich-Hamburg 2006.