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Vom Traum-Comeback von Thomas Dressen, über die zwei Podestplätze von Corinne Suter bis hin zu Tommy Fords überraschendem Premierensieg im Riesenslalom – die Weltcup-Rennen in Übersee in den vergangenen zwei Wochen hatten einiges zu bieten.
Bevor in Val d'Isère und St. Moritz die nächsten Rennen anstehen, blicken wir zurück und kommen zu folgenden Erkenntnissen:
Die Lücke hinter Suter
Zum Ende der letzten Saison hin war der Stern von Corinne Suter mit Silber und Bronze an den Ski-Weltmeisterschaften in Are so richtig aufgegangen. Bei den ersten Speedrennen des Winters in Lake Louise lieferte die Schwyzerin mit zwei Podestplätzen nun die Bestätigung. Dahinter klafft im einst so starken Schweizer Speedteam aber eine grosse Lücke.
Michelle Gisin, im Vorjahr in Lake Louise noch zweimal auf dem Podest, kam ebenso wenig auf Touren wie Lara Gut-Behrami. Wobei der Tessinerin nach dem enttäuschenden 27. Rang in der 2. Abfahrt im Super-G mit Rang 12 immerhin eine Reaktion gelang. Den Ansprüchen von Gut-Behrami, die in dieser Disziplin 20 Podestplätze vorzuweisen hat, genügt dies dennoch nicht.
Die Österreicher ohne Hirscher
Nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher sucht man im österreichischen Team ein neues Zugpferd. Gefunden wurde dieses bisher nicht, die Resultate in den technischen Disziplinen fielen ernüchternd aus. Dass im Riesenslalom am Sonntag in Beaver Creek mit Matthias Mayer als 19. ein Speedspezialist für das beste Ergebnis besorgt war, sagt einiges.
Ein Blick auf die Nationenwertung zeigt aber, dass Österreich das Klassement vor der Schweiz und Norwegen anführt. Einerseits hat man dies den beiden Siegen von Nicole Schmidhofer und Mayer sowie dem Podestplatz von Vincent Kriechmayr zu verdanken. Andererseits sammelt der ÖSV aber auch durch seine Breite fleissig Weltcup-Punkte, wenn auch nicht unbedingt mit Podestplätzen.
Beim Super-G am Sonntag fuhren mit Stephanie Venier (4.), Mirjam Puchner (5.), Tamara Tippler (6.), Ramona Siebenhofer (11.) und Ricarda Haaser (15.) gleich 5 Österreicherinnen in die Top 15. In der Abfahrt vom Freitag landeten hinter Venier (3.) 5 weitere ÖSV-Athletinnen in den Top 15.
Kristoffersen und die freie Bahn
Unzählige Male hatte sich Henrik Kristoffersen in der Vergangenheit hinter Hirscher anstellen müssen. Der Norweger hat wohl aufgehört zu zählen, wie oft er im Riesenslalom und Slalom hinter dem Österreicher Zweiter wurde. Nun wäre die Bahn frei. Noch hat sich Kristoffersen die Rolle als neuer Seriensieger aber nicht geschnappt.
Der Saisonauftakt (Platz 18) war für den Norweger eine einzige Enttäuschung. In Levi schlug er im Slalom zu, im Riesenslalom von Beaver Creek wollte es aber erneut nicht klappen. Kristoffersen wurde – hinter Überraschungsmann Ford – mal wieder Zweiter.
Die Saison der Überraschungen
Die Rennen in Übersee hielten sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die eine oder andere Überraschung bereit:
- Thomas Dressen: Nach überstandenem Kreuzbandriss feierte der Deutsche in Lake Louise in der ersten Abfahrt des Winters ein traumhaftes Comeback.
- Marco Odermatt: Im Super-G von Beaver Creek holte sich der 22-jährige Nidwaldner mit Startnummer 2 und einer wilden Fahrt seinen allerersten Weltcupsieg.
- Tommy Ford: Zwei Tage später durfte sich im Riesenslalom der Amerikaner als Premierensieger bejubeln lassen – und das vor heimischem Publikum. Um das zu erleben, musste Ford 30 Jahre alt werden.
- Ester Ledecka: Die Tschechin hat es wieder getan. Mit Startnummer 26 liess die Alpin-Snowboarderin in der 1. Abfahrt in Lake Louise alle hinter sich und schnappte Suter den Sieg weg. Auch bei ihrem Sensations-Gold im Super-G von Pyeongchang war Ledecka übrigens mit Startnummer 26 ins Rennen gegangen.
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 08.12.19, 20:35 Uhr