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|Bergfried|

Der Bergfried ist der Hauptturm einer Burganlage, der jedoch im Gegensatz zum Wohnturm nicht für das dauerhafte Bewohnen eingerichtet war. Der Name kommt aus dem mittelalterliche bergfrit, in der genannten Bedeutung wurde er aber von der deutschsprachigen Burgenforschung im Lauf der zweiten Hälfte des 19. Jh. eingeführt.
Die Lage des Bergfrieds innerhalb der Burganlage variiert. Es gab frei im Zentrum der Burg stehende Bergfriede. Häufig war der Bergfried aber auch dezentral positioniert. Die meisten Bergfriede hatten ganz oder nahezu quadratische Grundrisse mit Seitenlängen von 6 m bis 12 m, in der Regel etwa 10 m. Weniger häufig waren runde Bergfriede, die meist eine Durchmesser von 7 bis 13 m hatten. Bergfriede hatten sehr unterschiedliche Höhen. Typisch ist die grosse Mauerstärke von üblicherweise 2-3 m. Dementsprechend klein war die Nutzfläche im Innern. Auch das Mauerwerk konnte unterschiedlich ausfallen, häufig aber wurden grosse Findlingssteine (Megalithmauerwerk) oder Grossquader, insbesondere Buckelquader, verwendet, um dem Turm bewusst eine archaische, machtvolle Gestalt zu verleihen. Fast immer konnte der Turm nur über einen Hocheingang in 3-8 m Höhe betreten werden.
Über dem Untergeschoss lagen mehrere Obergeschosse, die nur durch kleine schmale Schlitze beleuchtet wurden. Die Verbindung im Innern erfolgte in der Regel durch hölzerne Treppen, seltener durch Treppen innerhalb der Mauerstärke. Zwischendecken waren als Holzbalkendecken ausgeführt. Häufig überwölbt war hingegen das oberste Turmgeschoss, auf dem sich die Wehrplattform befand. Meist fehlen in Bergfrieden alle Elemente von Wohnausstattungen, gelegentlich gab es aber Kamine, Abortanlagen oder auch Schüttsteine.
Die Frage nach der Funktion des Bergfrieds wird immer noch kontrovers diskutiert. Unbestritten ist aber zum einen, dass der Bergfried eine Wehr- und Schutzfunktion hatte. Die generelle Ansprache als "letzte Zufluchtsstätte" entspringt aber der romantisierenden Sichtweise des 19. Jh.