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Die von ein paar Tagen in Betrieb genommene, hochauflösende Kamera an Bord des neuen Marsorbiters „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) hat ein Foto des Marsrovers Opportunity am Rand des Kraters Victoria gemacht.
Für mich sind diese Bilder absolut faszinierend, ja atemberaubend. Auf der einen Seite steht da auf dem Mars seit über zwei Jahren ein kleiner Rover („Opportunity“, MER-B) und liefert wissenschaftliche Erkenntnisse wie nie zuvor (genau genommen sind es zwei, auf der anderen Seite des Planeten ruht sich derzeit der Marsrover „Spirit“ (MER-A) vom marsianischen Winter). Ausgelegt für eine Missionsdauer von gerade mal 90 Tagen, haben beide Rover ihre Lebenserwartung gewaltig überschritten und zeigen bisher nur kleine Ermüdungserscheinungen. Im Verlauf des letzten Jahres ist der Marsrover Opportunity konstant nach Süden gefahren, rund 2 Kilometer (insgesamt hat er jetzt seit der Ankunft am 4. Januar 2004 rund 9 Kilometer zurück gelegt), und hat sich damit dem mit 800 m Durchmesser vergleichswiese grossen Krater „Victoria“ genähert. Zwischendurch blieb er schon mal in den leichten Dünen aus marsianischem Staub, die die Ebene rund um Victoria bedecken, stecken, konnte sich dann aber wieder befreien. Letzte Woche dann war das Ziel endlich erreicht: Opportunity schickte ein Bild vom Rand des Kraters (siehe das zweite Bild in diesem Artikel). Nun versuchen die NASA-Wissenschaftler, einen Weg ins Innere des Kraters zu finden. Von den geologischen Aufschlüssen an den Kraterwänden, von dem dort exponierten Grundgestein, erhoffen sich sich interessante neue Erkenntisse über die Klimageschichte des Mars.
Auf der anderen Seite hat die NASA diesen Sommer die Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (kurz MRO) in eine Umlaufbahn um den Mars bugsiert, in dem sie sie immer wieder durch die höchsten Atmsphärenschichten des Planeten streifen liess – die damit verbundene Bremsung erlaubte eine konstante Anpassung des Orbits. Vergleicht man MRO mit den bisherigen Raumsonden, ist es etwa so, als wollte man eine DC-3 mit einem kleinen Airbus vergleichen: MRO ist die höchsteentwickelte Raumsonde, die jemals den Mars erreichte. Mit an Bord: Eine hochauflösende Kamera (HiRISE für „High Resolution Imaging Science Experiment“ genannt), mit der sich Aufnahmen von der Marsoberfläche in einer Detailstärke machen lassen, wie man das bisher noch nie gesehen hat, und die vermutlich mit Aufnahmen von Spionagesatelliten vergleichbar ist.
Nun hat die NASA die HiRISE-Kamera von oben auf Opportunity blicken lassen – und siehe da: Plötzlich hat man einen Massstab: der kleine, grau-silbrige Klecks am Kraterrand, das ist Opportunity. Es ist sogar der Schatten des Kameramasten des kleinen Rovers zu erkennen, der im Abendlicht schräg nach rechts unten zeigt (siehe auch Detailbild, drittes Bild in diesem Artikel). Opportunity misst etwa 2 Meter im Durchmesser. Weiter links im Bild sind ganz schwach die Spuren zu sehen, die der Rover im Marsstaub zurück gelassen hat.
Um es nochmals zu sagen, ich finde dieses Bild unglaublich: Da fährt eine Maschine auf dem Nachbarplaneten herum, und wir schicken eine zweite hin, die so gute Bilder aus dem Orbit machen kann, dass wir die andere auch tatsächlich darauf erkennen können. In was für faszinierenden Zeiten wir doch leben.