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Pieterlen,
französisch Perles (Kt. Bern, Amtsbez. Büren). 447 m. Gem. und Pfarrdorf am Jurafuss, im Thal zwischen den Steilhängen der ersten Jurakette im N. und dem Büttenberg im S. und an der Strasse Solothurn-Biel; 9 km onö. Biel. Station der Linie Olten-Biel. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen nach Meinisberg an der Aare. Gemeinde, mit Bifang, Schlössli und den Wächterhäusern: 135 Häuser, 1197 Ew. (wovon 52 Katholiken) deutscher Zunge; Dorf: 118 Häuser, 1043 Ew. Gemeinsame Kirchgemeinde mit Meinisberg (Montménil);
1839 wurden Reiben und Romont von ihr abgetrennt und den Pfarreien Büren bezw. Vauffelin zugeteilt.
Die Gemeinde scheint zur Zeit der Reformation noch dem französischen Sprachgebiet angehört zu haben. Fruchtbarer Boden; Acker- und Weinbau. Uhrenindustrie; eine grosse Ziegelei. Das Dorf ist nach einer grossen Feuersbrunst neu und schöner aufgebaut worden. Die Kirche steht sehr malerisch auf einem das Dorf um 38 m überragenden Felskopf und hat einige Glasgemälde. Im Friedhof, wo der Buchs sich zu einer anderswo selten anzutreffenden Höhe entwickelt hat, liegen mehrere Glieder der Familie Wildermett begraben, so z. B. der Freiherr ¶
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Sigismund von Wildermett, der 1882 gestorbene letzte Träger dieses Namens, der den Kinderspital zu Biel gestiftet hat. 1 km
w. vom Dorf steht ein kleines Schloss, das seit 1674 Sitz der Familie Wildermett war. Diese stammte aus dem Thal von Saint Jacques
d'Ayas im Piemont und liess sich um 1570 in Biel nieder, wo sie in der Folge eine grosse Rolle spielte.
Von ihren Angehörigen mögen hier genannt werden der Dekan Konrad Wildermett, der 1702-1739 in
Pieterlen und 1739-1757 in
Biel als Pfarrer wirkte und auch als religiöser Schriftsteller bekannt geworden ist, sowie der Bieler Bürgermeister Jakob
Alexander Wildermett (1715-1786), ein talentvoller Geschichtsforscher. Andere zeichneten sich in russischen
und preussischen Diensten aus.
Römische Ruinen bei Turnis; 1549 hat man nahe dem Dorf einen Schatz von 1500 Stück römischen Münzen aufgefunden. Gräber, die aus der Zeit des ersten Germaneneinfalles stammen sollen. 1228: Berla;
1257: Pelle;
1278: Bietello;
1282: Beterlo;
1332: Beyterlon;
1470: Bieterlo. Das Kartular von Lausanne zählt 1228 unter den Kirchgemeinden des zur Diözese Lausanne gehörenden Dekanates Solothurn auch Berla auf.
Eigene Herrschaft im Besitz der Edeln von Pelle. In der Urkunde, durch welche
Ulrich von Schwanden 1257 dem Kloster Gottstatt das Patronat über die Kirche von Büttenberg verlieh, wird
ein Berchtold von Pelle genannt. Die Herrschaft ging noch im 13. Jahrhundert an die Grafen von Strassberg und dann an die Edeln
von Wildenstein über. Jecklin von Wildenstein, Herr von Eptingen, und seine Schwester Freveline von Wildenstein vergabten dem
Kloster Bellelay u. a. auch den Kirchensatz zu St. Martin und
Pieterlen, dem dieser bis 1798 verblieb.
Daneben besass auch der Bischof von Basel
hier noch die sog. Eichholzgüter. Die sehr bemerkenswerte Kolonenrolle von
Pieterlen
stammt aus dem 14. Jahrhundert. Als zur Zeit der Reformation die Bewohner des Dorfes dem alten Glauben treu bleiben wollten,
zog eine Schaar von Reformierten aus Biel hierher, die die Kirchentüre aufbrachen, die Heiligenbilder
zerschlugen und den katholischen Pfarrer Servus Fridez verjagten. Dieser fand eine Zuflucht im Kloster Bellelay, wo er in der
Folge zu dessen 29. Abt gewählt wurde (1550-1591). Nachdem die Franzosen sich 1793 des deutschen Teiles des Bistums Basel
bemächtigt
hatten, setzte der Fürstbischof Josef von Roggenbach in
Pieterlen einen besonderen Regentschaftsrat
für die ganze Landschaft Erguel ein, der bis 1798 bestand.