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Im Walter Zoo in Gossau SG leben Amurleoparden-Zwillinge, die vom Aussehen her sehr unterschiedlich sind. Eine Kuratorin aus dem Zoo erklärt, warum das so ist.
Die Ampurleopardinnen Nera und Tura könnten unterschiedlicher nicht aussehen und doch sind die beiden Zwillinge. Tura hat das typisch gemusterte Fell eines Leoparden. Nera hingegen ist ein sogenannter «schwarzer Panther» – heisst, eine Leopardin mit schwarzem Fell. Ein Panther ist immer entweder ein schwarzer Leopard, wie in diesem Fall, oder ein schwarzer Jaguar.
Laut Leandra Pörtner, Kuratorin des Walter Zoos, handelt es sich beim Panther nicht um eine eigene Art, sondern um eine Form des Melanismus – also eine schwarze Pigmentierung durch eine Überproduktion des Pigments Eumelanin. Melanismus sei unter Amurleoparden sehr selten und werde vererbt. Er komme in Europa bei rund drei Amurleoparden vor.
Diese Leoparden sind tatsächlich Zwillinge
Kürzlich Geburtstag gefeiert
Bei guten Lichtverhältnissen ist laut Pörtner auch bei Nera die gefleckte Fellzeichnung leicht zu sehen. «Unsere beiden Leopardinnen würden wir eigentlich als Geschwister bezeichnen», so Pörtner. Denn eine Leopardin könne bei einem Wurf bis zu sieben Tiere gebären. Die Bezeichnung «Zwillinge» stimme zwar, aber in der Tierwelt würde man sie strenggenommen nicht so nennen, sondern sie als Geschwister bezeichnen.
Die Lebenserwartung der Tiere betrage in einem Zoo zwischen 15 und 20 Jahre. Am 3. Februar feierten die beiden ihren 20. Geburtstag. «Für die Tiere ist das ein beachtlich hohes Alter», so die Kuratorin. Geboren sind sie im Zoo Dortmund. Der natürliche Lebensraum der Leoparden ist das Amur-Ussuri-Gebiet zwischen China, Russland und Nordkorea. Weltweit gibt es momentan rund 60 bis 70 Amurleoparden, so Pörtner.
Bereits graue Haare
Nera hat mittlerweile sogar graue Haare. Bei Tura sind die grauen Harre aufgrund ihres gemusterten Fells nicht ersichtlich. «Das graue Haar ist ein ganz gewöhnliches Alterszeichen, so wie beim Menschen», so Pörtner. Weitere Alterszeichen seien das verlangsamte Gehen und das ruhige Verhalten.
In den zwanzig Jahren habe man schon vieles mit den Zwillingen erlebt. Das medizinische Training mache besonders Spass: «Der Tierpfleger trainiert den Leopardinnen an, dass sie auf Befehl gewisse Körperteile an das Gitter halten», so Pörtner. Das kooperative Verhalten erleichtere so die Arbeit der Tierärzte.
(gab)