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Die Aromatherapie ist vor Jahrtausenden praktiziert worden und dann in Vergessenheit geraten. Archäologen fanden ein mesopotamisches Destilliergerät, das zur Herstellung von ätherischen Ölen diente. Es wird auf ein Alter von 5000 Jahren geschätzt. Von den Aegyptern wissen wir, dass sie schon 4000 Jahre vor der Zeitwende ätherische Öle verwendeten. Die Babylonier gingen so weit und parfümierten den Mörtel mit welchem sie ihre Tempel bauten. Dazu gebrauchten sie Zedernholz, Myrte und Zypresse, alles Öle welche auch heute therapeutisch noch genutzt werden. Die Chinesen und Inder stellten zu ältesten Zeiten ihrer Geschichte ätherische Öle her, vor allem von Rosen und Kalmus. Griechen und Römer zehrten vom Wissen der Ägypter und deren Erfahrung mit Heilpflanzen nach Eroberung des ägyptischen Reiches. Im 2. Mose/Exodus 30/ 22-25 erhielt Mose vom Herrn die Anweisung:
"Besorge Dir kostbare Duftstoffe, 6 Kilo Myrrhe, 3 Kilo Zimt, 3 Kilo Kalmus, 6 Kilo Kassia, gewogen nach dem Gewicht des Heiligtums und dazu 5 liter Olivenöl. Lass daraus das wohlriechende Salbenöl bereiten das für die Weihe von Personen und Gegenständen gebraucht wird."
Diese Mischung war eine sehr starke antivirale und antibiotische Substanz. Zimt ist stark antiviral, antibakteriell und antifungizid, Myrrhe ist ein antiseptikum und eines der besten Wundheilmittel, denn sie ist zellregenerierend und die heilenden Eigenschaften offener Wunden, Geschwüre und Frostbeulen waren legendär vor biblischen Zeiten. Am Ende des 10. Jahrhunderts entdeckte der bekannte arabische Arzt Avicenna (980 - 1037) die Dampf-Destillation wie man sie heute gebraucht. Durch die Kreuzzüge kam das Wissen von den duftenden Wässern und aromatischen Essenzen nach Europa. Handschuhfabrikanten gebrauchten Essenzen um ihre Produkte zu beduften. Es wird gesagt, dass sie zusammen mit den Parfümeuren deshalb zu den wenigen gehörten welche die Pest überlebten.
Die wissenschaftliche Studie über die therapeutischen Eigenschaften ätherischer Öle begann mit dem französischen Chemiker und Parfümeur René-Maurice Gattefossé um 1920. Bei der Herstellung einer Essenz verbrannte er eines Tages seinen Arm. Voller Schmerz tauchte er ihn in die nächstgelegene Flüssigkeit, welche wie sich herausstellte ein Fass voll Lavendelöl war. Zu seinem Erstaunen liess der Schmerz rasch nach und anstelle der üblichen Verbrennungserscheinungen mit Rötung, Hitze, Schwellung und Blasen, heilte die Wunde rasch und hinterliess keine Narbe. Von diesem Moment an widmete Gattefossé den Rest seines Lebens der Erforschung der heilenden Eigenschaften ätherischer Öle. Er formte den Ausdruck Aromatherapie. (Sein gleichnamiges Buch erschien 1939.)
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