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Abstract: In die zweite Hälfte des 19. Jh. reichen die frühesten Meldungen von prähistorischen Funden aus dem Kanton Schwyz zurück, sporadisch traten während des 20. Jh. weitere Einzelfunde zutage. Zum Gegenstand oder Auslöser wissenschaftlicher Untersuchungen und Publikationen wurden diese Funde nur in Ausnahmefällen. Auf neueren archäologischen Verbreitungskarten wird der Kanton weitgehend als weisser Fleck dargestellt. Eine seit 1998 an den Seeufern des Zürich- und Obersees durchgeführte Bestandesaufnahme des Unterwasser-Kulturgutes erbrachte dann eine beträchtliche Erweiterung der Quellenlage zur Ur- und Frühgeschichte des Kantons Schwyz. In dieser Lizenziatsarbeit werden die Materialien aus diesen Untersuchungen vorgelegt und zusammen mit den neolithischen und bronzezeitlichen Altfunden aus dem Kanton aufgearbeitet. Auf dieser Grundlage werden Aspekte der Besiedlungsdynamik und der natürlichen sowie sozialen Umwelt prähistorischer Gemeinschaften ausgeführt.
Der Beschreibung des geografischen Raumes und der Forschungsgeschichte folgt eine Darstellung des Forschungsstandes zu den einzelnen Fundstellen. Die absoluten Daten (Dendrochronologie und 14C) werden besprochen und das Fundmaterial einer typologischen und chronologischen Gliederung unterzogen. Eine zeitliche Abfolge menschlicher Präsenz- und Siedlungsnachweise wird erstellt und Aspekte der Standortwahl und der Einbindung in überregionale Kontakt- und Verkehrsnetze werden erläutert.
Die aufgearbeiteten Funde und Befunde belegen ein Einsetzen der Siedlungstätigkeit in der ersten Hälfte des 4. Jt. v. Chr. Weitere Siedlungsnachweise werden der Horgener und der Schnurkeramischen Kultur zugeordnet. Auf menschliche Präsenz in der Bronzezeit weisen Einzelfunde und kleinere Fundkomplexe an klimatisch günstigen Lagen im inneren wie äusseren Kantonsteil. Anzeiger überregionaler Kontakte konnten in den Seeufersiedlungen der Gemeinde Freienbach nachgewiesen werden. Das Rohmaterial der dort aufgefundenen Silices wurde nach mikrofazieller Analyse im Tal der Yonne und in Grand-Pressigny (F) sowie am Monte Baldo (I) abgebaut. Am Rosshorn bei Hurden deuten die Reste von Pfostenreihen auf feste Verkehrsverbindungen über den Seedamm seit der ausgehenden Frühbronzezeit. Von derselben Fundstelle liegen Bronzefunde vor, welche als Weihegaben interpretiert werden.
Die Bestandesaufnahme an den Seeufern des Kantons Schwyz und die Aufarbeitung der Altfunde lassen erahnen, wie sehr der Kenntnisstand zu den Mustern prähistorischer Besiedlung von zielgerichteten Untersuchungen abhängt.