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Peru hat die Wahl zwischen links und rechts: Nach der ersten Runde der Präsidentenwahl liegen der Linksnationalist Humala und die rechtskonservative Fujimori in Führung. Beide sehen sich als Anwalt der Armen. Die Entscheidung fällt nun im Juni in einer Stichwahl.
Der Linksnationalist Ollanta Humala hat bei der ersten Runde der Präsidentenwahl am Sonntag mit voraussichtlich mehr als 30 Prozent die meisten Stimmen erzielt. Er verfehlte die notwendige absolute Mehrheit und muss sich in der Stichwahl der rechtskonservativen Keiko Fujimori stellen.
Damit entscheidet sich erst am 5. Juni die Nachfolge von Amtsinhaber Alan García, der nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren durfte. Während Garcías Amtszeit erlebte Peru ein Rekordwachstum von zuletzt 8,8 Prozent, doch bereitet die wachsende soziale Ungleichheit und die hohe Armutsrate Sorgen.
Die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption zu 25 Jahren Haft verurteilten früheren Präsidenten Alberto Fujimori kam nach den offiziellen Teilergebnissen der Wahlbehörde Onpe vom Montag auf etwas mehr als 22 Prozent und damit auf Platz zwei.
Beide warben um die Stimmen der Armen und stossen in der städtischen Ober- und Mittelschicht auf starke Ablehnung. Das offizielle Endergebnis der Wahl liegt erst in einigen Tagen vor.
Zerstrittene Bürgerliche
Dass es zu einer Stichwahl zwischen den Kandidaten der politischen Pole kommt, hat sich nicht zuletzt das gemässigte bürgerliche Lager zuzuschreiben. Indem es gleich drei starke Kandidaten ins Rennen schickte, stellte es sich selbst ein Bein. Hätten sich die Bürgerlichen auf einen einzigen Kandidaten geeinigt, wäre dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Stichwahl eingezogen.
So kam der frühere Ministerpräsident Pablo Kuczynski aber nur auf knapp 20 Prozent, der frühere Präsident Alejandro Toledo landete bei etwa 15 Prozent und der Ex-Bürgermeister von Lima, Luis Castañeda, bei knapp zehn Prozent.
Die Aussicht, zwischen den zwei Extremen Humala und Fujimori entscheiden zu müssen, hatte der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa schon zuvor als Wahl "zwischen Aids und Krebs im Endstadium" bezeichnet.