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Autor: Hubert Reidy
FreiburgPjotr Iljitsch Tschaikowski führt uns mit seinem «Eugen Onegin» in eine Welt tiefer, aufrichtiger Emotionen und Leidenschaften. Gleichzeitig dachte er an eine Oper ohne äussere Dramatik, ohne Knalleffekte, ohne schwülstige Liebesschwüre und ohne reisserische Koloraturen.
Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen Versroman von Alexander S. Puschkin: Tatjana verliebt sich in Eugen Onegin, verrät ihm ihre Liebe in einem Liebesbrief. Sie wird abgewiesen. Nach einem tödlichen Duell mit seinem Freund Lenski irrt Onegin einige Jahre rastlos im Ausland umher. Nach Russland zurückgekehrt, trifft er im Hause des Fürsten Gremin auf die vornehme Gattin des Fürsten: Es ist Tatjana. Onegin entflammt sich für sie. Sie spürt erneut ihre Liebe zu Onegin, reisst sich aber von ihm los, bleibt ihrem Gatten treu, lässt Onegin verzweifelt zurück.
Tschaikowski vertonte eine Opernhandlung, die eine epische Aneinanderreihung eindringlicher Bilder darstellen wollte. «Ich suche ein intimes, starkes Drama, das auf Konflikten beruht, die ich selber erfahren oder gesehen habe, die mich im Innersten berühren können», schrieb Tschaikowski.
Eine aufrichtige, bewegende, transparente Musik voller Inbrunst schrieb der russische Komponist. Das erweiterte Freiburger Kammerorchester wird versuchen, die eindrucksvolle Vertonung adäquat umzusetzen. Und Laurent Gendre dirigiert – wie in den vergangenen Jahren – das Orchester.
Eric Perez inszeniert zum zweiten Male in Freiburg eine Oper. Nach der erfolgreichen, überzeugenden und originellen Regiearbeit 2007/08 mit «Fortunio» von André Messager zaubert er «Eugen Onegin» unaufdringlich, ohne Prunk, auf die Bühne. Dazu gehören ein einfaches Bühnenbild mit leichten, transparenten, beweglichen Elementen (Ruth Gross) und eine Lichtregie (Serge Simon), die das innere Seelendrama, die Gemütslagen der Protagonisten betont.
Solistenensemble und Chor
Junge russische Sängerinnen und Sänger wurden für die Verkörperung des Geschwisterpaares Tatjana und Olga und für die Rollen des Eugen Onegin und seines Freundes Lenski engagiert. Die beiden Freiburger Sänger Michel Mülhauser und Michel Kuhn können sich in kleineren Rollen profilieren. Und der Chor wurde aus semiprofessionellen und professionellen Sängerinnen und Sängern – vorwiegend Freiburger Interpreten – gebildet. Die wichtige Aufgabe als Korrepetitorin nimmt seit 2000 die russische Pianistin Inna Petcheniouk wahr.
Premiere in der Aula der Universität Freiburg: Fr., 31. Dez., 19 Uhr. Weitere Vorstellungen: 7., 14., 16., 21. und 23. Jan. Zudem 27. und 29. Jan. im Podium Düdingen und 2. Feb. im Theater Vevey. www.operafribourg.ch.