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Schmerzen von rheumatoïder Arthritis mit Ernährung minimieren
Wenn jemand das Hippokrates-Zitat „Let food be thy medicine and medicine thy food“ illustrieren kann, so ist es Petra Müller, Autorin des Blogs Freakfood und Initiantin von Foodmovement. Nachdem sie mit rheumatoider Arthritis diagnostiziert worden war, änderte sie ihre Ernährung vollständig und linderte ihre Schmerzen von Arthritis drastisch. Für FOOBY entwickelt Petra ebenfalls entzündungshemmende Rezepte, da Gesundes nicht unbedingt mit Frust und Lustverlust einhergehen muss.
Hier ihr Weg:
Wie haben Sie entdeckt, dass Sie rheumatoide Arthritis haben?
Ende 2010 hatte ich aus blauem Himmel Schmerzen an ein paar Fingergelenken. Diese Schmerzen sind dann während ein paar Tagen an verschiedenen Gelenken „herumgewandert“. Das war aber nur ein erstes Aufmucksen, das ich nicht ernst nahm. Danach hatte ich fast ein Jahr keine Schmerzen mehr. Als die Schmerzen zurückkehrten, meinte meine Gynäkologin, dass es sich um Wechseljahresbeschwerden handelt und sie hat mir eine Hormoncrème verschrieben (ohne die Werte zu messen, was ich seltsam fand – heute würde ich das nicht mehr akzeptieren). Erst 2013 wurde mir von einem Rheumatologen dann rheumatoide Arthritis diagnostiziert.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihre Ernährung umzustellen um Ihre Schmerzen zu minimieren?
Ich litt auch mit den verschriebenen Rheumamedikamenten an grossen Schmerzen, sodass ich nachts Ruheschmerzen hatte und nicht schlafen konnte. Für 3 Monate war ich sogar zu 50 % krank geschrieben. Es ging mir so schlecht, dass mein Mann mir helfen musste, mich an- und auszuziehen. Ich konnte kaum einen Apfel schneiden, so sehr schmerzten meine Hände. Ich fing an zu recherchieren und fand heraus, dass ich mit einer entzündungshemmenden Ernährung eine Besserung erwirken könnte. Nach einer Ausschlussdiät habe ich herausgefunden, welche Lebensmittel ich nicht vertrage, sprich nach kurzer Zeit zu Schmerzen führen, die dann 24 Stunden anhalten.
„Nach einer Ausschlussdiät habe ich herausgefunden, welche Lebensmittel ich nicht vertrage, sprich nach kurzer Zeit zu Schmerzen führen, die dann 24 Stunden anhalten.“
War Ihre frühere Ernährung so schlecht?
Mit meinem heutigen Wissen habe ich mich nicht sehr ausgewogen ernährt. Sehr kohlyhydratlastig (viel Brot, Pasta etc.), zu viel Zucker, zu wenig Gemüse und Kräuter. Ich denke jedoch nicht, dass ich wegen meiner Ernährung krank wurde, sie ist aber wohl einer von etlichen Faktoren. Inzwischen habe ich die Erfahrung gemacht, dass nebst kluger Ernähung auch regelmässige Bewegung, Entspannung und genügend Schlaf eine grosse Rolle spielen.
Was ist eine entzündungshemmende Ernährung konkret?
Besonders entzündungsfördernd sind Zucker, Weizen, Fertigprodukte, schlechte Öle und in meinem Fall auch Milchprodukte, Mais und Nachtschattengewächse (Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Peperoni). Eine Ernährung reich an Nähr- und Ballaststoffen lindert Entzündungen: Saisonales Gemüse und Früchte, Kräuter und Gewürze wie Kurkuma und Ingwer, aber auch dunkle Schokolade (mind. 80 % Kakaoanteil). Seit über zwei Jahren habe ich mit sogenanntem intermittierendem Fasten begonnen, das heisst, dass ich zwischen meinen 3 Hauptmahlzeiten nichts esse. Daduch kann mein Körper die Nahrung verdauen und sich erholen, bevor wieder neues Futter kommt. Mit diesen Pausen zwischen den Mahlzeiten haben sich meine Schmerzen nochmals deutlich verringert. Zu Beginn musste ich jedoch herausfinden, was mich so lange satt hält. In meinem Fall sind dies Fett und Protein. Ich achte deshalb auf gesunde Fette wie Nüsse, gute Öle oder Avocado und Proteinquellen wie Hanfpulver, Linsen oder Bohnen. Beim Nachtessen verzichte ich inzwischen auf Proteine wie Hülsenfrüchte – ich schlafe dann besser.
„Besonders entzündungsfördernd sind Zucker, Weizen, Fertigprodukte, schlechte Öle.“
Nach wieviel Zeit haben Sie die Wirkungen Ihrer Ernährungsumstellung gespürt?
Nach ungefähr zwei Monaten konnte ich eine erste Linderung feststellen. Nach 4 Monaten hatte ich keine sogenannte „Rheuma-Schübe“ mehr. Bis ich meine Rheumamedikamente absetzen konnte, dauerte es jedoch fast 3 Jahre. Heute sind lediglich meine Finger und ein Handgelenk stark entzündet, sodass ich wieder mehrstündige Wanderungen machen kann.
Verzichtet man dabei auf Genuss?
Natürlich nicht! Auf meinem Blog Freakfood findet man Rezepte für leckere Speisen, verschiedene Müeslis, aber auch Basics wie Cracker sowie die cremigste Nussmilch. Auch auf Süssigkeiten muss man nicht verzichten. Selbstverständlich muss man sich umgewöhnen und andere Zutaten verwenden. Ich habe jedoch das Glück, sehr neugierig zu sein, ich probiere laufend neue Sachen aus. Inzwischen bemitleide ich eher die „anderen“, die immer noch „normal“ essen. Mein Speiseplan ist viel bunter und abwechslungsreicher als früher, ausserdem fühle ich mich trotz chronischer Krankheit besser, körperlich wie auch geistig.
Easy Peasy Mini Brownies
Zutaten
100 g gemahlene Mandeln
100 g Walnüsse
120 – 150 g Datteln
3 EL Kakaopulver, ungesüsst
1/2 TL Vanillepulver
1 Prise Salz
40 g Kakaobutter (gibt es im Bioladen oder Reformhaus)
1 EL Granatäpfelkerne (optional)
1 TL Kokosöl
Zubereitung
Vorabend: Die Datteln in kaltem Wasser in einer Glas- oder Keramikschale einweichen
Brownie-Masse
- Das Einweichwasser abgiessen und die Datteln fein pürieren (ev. wenig Wasser hinzufügen)
- 2 EL Dattelpüree für die Glasur in einem Schälchen zur Seite legen
- Walnüsse nach Wunsch grob oder klein hacken
- Walnüsse, Mandeln, 2 EL Kakaopulver, Vanillepulver, Salz und das Dattelpüree gut mit einem grossen Löffel mischen, bis eine dicke, feuchte Masse entsteht (wenn sie zu feucht wird, einfach mehr gemahlene Mandeln dazugeben)
- Brownie-Masse in einer Cakeform (ca. 22 cm) ausstreichen und mit einem Löffel gut andrücken >> vorher mit einem Backpapier auslegen, geht einfacher zum wieder Herausnehmen (das hatte ich beim Fotografieren dieses Posts vergessen)
- Cakeform in den Kühlschrank stellen
Glasur
- Die Kakaobutter in kleine Stücke schneiden und mit dem Kokosöl in einer kleinen Metallschüssel im heissen Wasserbad schmelzen
- 1 EL Kakaopulver hinzufügen und mit dem Schwingbesen mischen
- 2 EL Dattelpüree hinzufügen und erneut gut mischen >> hier nicht rumtrödeln, denn die Kakaobutter wird relativ schnell wieder fest!
Die Cakeform aus dem Kühlschrank nehmen und die Glasur gleichmässig über die Brownie-Masse giessen
Granatapfelkerne auf der Glasur verteilen
Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kühl stellen und die Glasur aushärten lassen (oder eine Viertelstunde im Gefrierfach, wenn es schneller gehen soll)
Brownie vorsichtig aus der Form heben und in beliebig grosse oder kleine Stücke schneiden
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