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Dein Kind hat schon wieder die Hausaufgaben in der Schule vergessen!
Dafür hast du doch heute Morgen dein Kind daran erinnert. Gestern hast du auch noch einen Anruf vom Lehrer gehabt, der in einer sehr ernsten Stimme gesagt hat, dass dein Kind endlich die Hausaufgaben machen soll. SO GEHT DAS NICHT WEITER!
Was machst du jetzt?
Rufst du verzweifelt den Klassenkameraden deines Kindes an? Oder nimmst du all deinen Mut zusammen und rufst dem Lehrer an? Noch besser – schreibst du einen Entschuldigungszettel, damit dein Kind morgen keine Strafe bekommt?
Wie wäre es, wenn du deinem Kind die Verantwortung für sein Handeln übergibst?
Darunter verstehe ich nicht, dass du es mit seinen Schwierigkeiten alleine lässt. Gerne zeige ich dir, wie du vorgehen kannst.
Suche das Gespräch mit deinem Kind
Wenn du erfährst, dass dein Kind seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, kannst du mit deinem Kind, das Gespräch suchen. Mach ihm klar, dass es nicht darum geht, dass du ihm Vorwürfe machst. Du möchtest es nicht beschimpfen. Sondern du möchtest mit ihm besprechen, was denn die Vorteile, sind, wenn es die Hausaufgaben nicht macht.
Schreibe die Vorteile auf
Lass dein Kind die Vorteile suchen, zu Beginn ist es vielleicht noch etwas erstaunt, dass du diese Vorteile aufschreiben willst. Dann hilf ihm, die erste Idee zu finden, z.B. „wenn du die Hausaufgaben nicht machst, hast du mehr Zeit zum Spielen.“ Es wird somit Vertrauen fassen und auch Ideen bringen. Schreibe die Ideen auf ein Blatt.
Schreibe die Nachteile auf
Nun frage nach, was denn die Nachteile sind, wenn es die Hausaufgaben nicht macht. Zeig Fingerspitzengefühl, es geht nicht darum, dass du dein Kind blossstellst, kritisierst oder ihm die Sachen noch schwieriger machst. Auch wenn du weisst, was die Nachteile sind, lass dein Kind selber nach den Nachteilen suchen. Das braucht Zeit. Es ist gut möglich, dass dein Kind ein schlechtes Gewissen bekommt und ihm das Gespräch unangenehm wird. Du darfst Empathie zeigen, z.B. „Ich kann gut verstehen, dass du ein schlechtes Gewissen hattest.“ So zeigst du auch, dass es einen Zusammenhang gibt, zwischen den «nicht gemachten» Hausaufgaben und den schwierigen Emotionen.
Bilanz ziehen
Wenn ihr nun die Vor- und Nachteile aufgeschrieben habt, kannst du deinem Kind rückmelden, wie stolz du auf es bist, da das Gespräch sicherlich nicht einfach war. Zusammen könnt ihr nun noch einmal die Vor- und Nachteile anschauen und du kannst dein Kind fragen, was es daraus gelernt hat. Wenn dein Kind sagt: „Ich will ab jetzt die Hausaufgaben immer machen“, kannst du es bestärken. Diese Antwort kannst du dann auch auf das Blatt schreiben.
Dein Kind unterstützen
Auch wenn dein Kind sein Verhalten ändern möchte, ist es nicht in der Lage dies aus eigenen Stücken zu tun. Nun ist es wichtig, dass du mit ihm gemeinsam Lösungsstrategien ausarbeitest. Frage nach: „Welche Hilfsmittel brauchst du um das Ziel erreichen zu können?“ „Wer könnte dich wie unterstützen?“ „Was würde dir helfen, wenn du an diesem Tag keine Lust hast?“ Schreibt euch alle Strategien auf, auch wenn du das Gefühl hast, dass sie deinem Kind nicht helfen werden. Wenn ihr eine lange Liste habt, wählt zwei Dinge aus, welches dein Kind in dieser Woche ausprobieren möchte.
Dran bleiben
Setze dich nach einer Woche wieder mit deinem Kind zusammen. Haben die Strategien funktioniert? Was hat sich verbessert? Was ist noch schwierig? Müssen die Strategien angepasst werden?