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An der Versammlung werde man die Angestellten über ihre Rechte informieren und darlegen, wie sie von den Gewerkschaften begleitet würden, sagte Rébecca Lena, die zuständige Regionalsekretärin bei der Gewerkschaft Unia, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Danach müsse das BAT-Personal entscheiden, ob es Unia und Syna ein Mandat zu seiner Vertretung erteilen wolle. So oder so werde man sich für die Gewerkschaftsmitglieder in den Reihen des Personals einsetzen.
British American Tobacco Switzerland (BAT) beabsichtigt, die gesamte Produktion in andere Fabriken in Europa zu verlagern. Das Unternehmen hatte die jurassische Kantonsregierung am Donnerstag über die Eröffnung eines vierwöchigen Konsultationsverfahrens informiert.
Die Personalversammlung im Hinblick auf das Verfahren soll gemäss Lena bereits in der kommenden Woche stattfinden. Dies sei sehr wichtig, denn die Frist sei relativ kurz, betonte sie. Die Gewerkschaften wollten die Kantonsregierung beim Wort nehmen. Diese hatte am Donnerstag mitgeteilt, sie erwarte einen beispielhaften Sozialplan.
Schock wirkt nach
Am Freitag stand das Personal nach Aussage der Unia-Regionalsekretärin noch unter dem Eindruck der Ankündigung vom Vortag. "Sie müssen durchatmen", sagte Lena. Im Vorfeld habe es keine Anzeichen für einen derartigen Ausgang gegeben.
Gegen Entscheidungen multinationaler Unternehmen wie BAT könne man nicht viel ausrichten, so Lena. Der Konzern hat seinen Sitz in London.
Auch andere Akteure der jurassischen Wirtschaft sehen die Ankündigung als schweren Schlag für die Wirtschaft des Kantons. "Es ist ein Schock, eine Enttäuschung, ein Gefühl der Verzweiflung und des Chaos", sagte etwa der Gemeindepräsident von Boncourt, Lionel Maitre.
Ein Stück Industriegeschichte
Setzt BAT den Rückzug aus dem Werk im Jura wie angekündigt um, würde damit ein Stück Industriegeschichte in der Region verschwinden.
Die Fabrik wurde 1814 von der Familie Burrus gegründet. 1996 ging sie in den Besitz von Rothmans International über. Rothmans International wiederum fusionierte 1999 mit BAT. Der Standort im Jura wurde in der Folge Hauptsitz des fusionierten Unternehmens in der Schweiz.
Seit 1887 werden in Boncourt die "Parisienne"-Zigaretten hergestellt, die am zweitmeisten verkaufte Zigarettenmarke der Schweiz. In den letzten Jahrzehnten nahm der Absatz allerdings kontinuierlich ab.
Definitiv über das Schicksal der Fabrik in Boncourt entschieden wird voraussichtlich im Dezember.
(AWP)