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Josef Schiffmann
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 8. Januar 1758
Küchenbruder: 1758–17?
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Johann Kaspar Schiffmann und Maria Anna Knüsel.
Paten: Johann Kaspar Knüsel und Maria Christina Hofer.
Firmpate: Josef Martin Rigert
Lebensbeschreibung[1]
Br. Josef war Luzerner aus Udligenswil. Er wurde am 6. Oktober 1730 geboren und auf den Namen Kaspar getauft. Die Namen der Eltern waren gemäss Taufschein vom 21. Januar 1758 Johann Kaspar Schiffmann und Maria Anna Knüsel. Paten waren Johann Kaspar Knüsel und Maria Christina Hofer. Die Firmung spendete ihm der Weihbischof von Konstanz, Karl Josef Fugger, am 21. Juni 1742. Josef Martin Rigert stand dabei Pate. Der Taufschein trägt die Unterschrift des Pfarrers Kaspar Clemens Sidler. Den Personalien im Klosterarchiv ist ein Zettel beigelegt, nach dem das Geschlecht der Schiffmann in der Stadt Bern sesshaft gewesen war, aber ausgestorben sei.
Br. Josef legte am 8. Januar 1758 die Profess ab. Für die Profess erhielt er 1000 flor. und die nötigen Kleider als Mitgift.[2] Er konnte mit 27 Jahren weder lesen noch schreiben. Er muss ein etwas problematischer Charakter gewesen sein. Zwar sagen die Kapitelsakten: er ist fromm, gehorsam, eifrig, von bestem monastischen Geist erfüllt. Er arbeitete dann einige Jahre in der Küche. Als er um 1760 zu einem Dienst innerhalb des Klosters versetzt wurde, begann er aber zu klagen und überall herumzuschimpfen, er habe nur auf die Küche Profess abgelegt. Seine Schimpfereien in Kloster und Tal fielen auf. Abt Leodegar Salzmann beschloss, ihn nach Rom zu schicken. Im Jubeljahr 1775 schickte er ihn in Begleitung von Br. Konrad Stocker auf eine Reise nach Rom.
So sollte nach aussen möglichst nichts auffallen. Br. Josef hatte sich nämlich bereits darum bemüht, in ein anderes Kloster des Ordens überzutreten, etwa nach Einsiedeln oder ein anderes. Einzelheiten sind einem Brief des Johann Pio da Milano vom August 1770 zu entnehmen. Der Brief ist an P. Karl Reichmuth, Propst in Bellinzona, gerichtet, den der Schreiber wohl persönlich kannte. Dieser wollte aber die Entscheidung über den Fall den Äbten von Einsiedeln und Engelberg überlassen und sich damit aus der Sache heraushalten.[3] Abt Leodegar hatte Br. Josef zur "Wallfahrt" nach Rom an den Kardinal Grosspönitenziar mit einem Brief und der Bitte gesandt, ihn von seinen Plänen abzubringen. Aber auch dieses Vorgehen blieb erfolglos.[4] Der Bruder hatte vergeblich gehofft, in Rom Dispens von den Gelübden zu erhalten, nachdem sein Übertritt in ein anderes Klosters aussichtslos war. Im übrigen wird er als eifriger Marienverehrer und als dienstwillig bezeichnet.[5] Er starb am 31. Oktober 1782.
Professnummer
- Nr. 564
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
- Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 34.
- Über P. Karl Reichmuth, dessen Vater wohl in der Vogtei zu Bellenz beschäftigt war, vgl. Henggeler, Einsiedeln, S. 418.
- Acta capitularia IV (Juni 1754 – Dez. 1797), StiArEbg cod. 193, S. 345.
- Ibidem, S. 420.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 133, Nr. 564.
- StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.