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AHVplus: ein Bonus, der sich bei den Frauen sofort auswirkt
Schweizerischer Gewerkschaftsbund
Beim Rücktritt aus dem Erwerbsleben sind die Frauen viel schlechter gestellt als die Männer. Ungleiche Löhne sowie Erwerbsunterbrüche, um sich um Kinder oder Angehörige zu kümmern, sind die Ursache dafür. Wenn Frauen über eine Zweite Säule verfügen, ist sie mager. Oft ist dann ein anständiges Lebensniveau nicht mehr möglich.
Weil in der Zweiten Säule Rentensenkungen bereits programmiert sind, wird sich die ohnehin schon prekäre Lage der Frauen nochmals verschlechtern. AHVplus dagegen brächte ihnen 10 % mehr Rente, und das ohne viel Kosten.
Frauen: Bei Pensionierung benachteiligt
Bei der Pensionierung ist die finanzielle Lage der Frauen viel schlechter als die der Männer. Ein paar wenige Zahlen beweisen dies:
- 38 % der Frauen beziehen einzig eine AHV-Rente (Männer: 19 %).
- Die Frauen beziehen aus der Zweiten Säule monatlich durchschnittlich 1390 Franken (Männer: 2580.-), also fast nur die Hälfte.
- Nur 20 % der Frauen haben eine Dritte Säule (Männer: 33 %).
Angesichts dieser frappanten Ungleichheit bei der Rentenhöhe bildet Pensionierungsalter 64 der Frauen nur einen schwachen Trost. Aber auch dieser Trost droht zu verschwinden. Denn die rechtsbürgerliche Mehrheit des Parlaments will das Rentenalter der Frauen auf 65 erhöhen – ohne jeglichen Ausgleich. Jede Frau würde so im Schnitt nochmals 43‘000 Franken verlieren.
Frauen über 55: berechtigte Rentensorgen
In der AHV erhalten die Frauen annähernd die gleichen Renten wie die Männer, dies vor allem dank Splitting und Erziehungsgutschriften. Dem gegenüber ruht das System der Zweiten Säule auf einem archaischen Familienmodell: das Paar bleibt verheiratet bis zum Erwerbsrücktritt. Ein solches System, in welchem die Rente des Gatten die schwache Rente der Frau kompensieren soll, entspricht nicht mehr der Lebenslage einer Mehrheit der über 50jährigen Frauen. Viele von ihnen sind geschieden und ihr Alterskapital ist bescheiden. Sie haben nicht mehr die Zeit, in der Zweiten Säule genügend Kapital aufzubauen, um dann später anständige Renten zu erhalten. Und weil schon viele Pensionskassen die Renten gekürzt haben und weil dies immer häufiger der Fall sein wird, verlieren die Frauen auf der ganzen Linie. (Siehe dazu Doris Bianchis Rentenblog)
Die 10 % Rentenerhöhung via AHVplus würde sich hingegen sofort auswirken. Denn die auf dem Lohn erhobenen Beiträge werden als Renten sofort umverteilt. Um AHVplus zu finanzieren, schlagen wir vor, die Lohnabzüge um je 0,4 % für Arbeitnehmende und Arbeitgebende zu erhöhen. Das macht bei einem Lohn von 5000 Franken monatlich 20 Franken aus, bei einem Lohn von 4000 Franken sind es 16 Franken pro Monat. Dafür aber gibt es rund 200 Franken mehr Rente! Dieses Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es sonst nirgends. In der Zweiten Säule wäre viel mehr zu sparen, um nur das heutige Niveau der Renten zu halten – ohne Erfolgsgarantie!
Nur mit AHVplus können wir die zu tiefen Renten der Frauen verbessern und die in der Zweiten Säule angekündigten Verluste auffangen. Deshalb Ja zu AHVplus am 25. September.