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Maximal dreissig Jahre alt, aber schon milliardenschwer: 15 Menschen, die diese Kriterien erfüllen, gibt es auf der Welt. Sie finden sich auf der am Dienstag veröffentlichten Forbes-Liste der jüngsten Milliardärinnen und Milliardäre der Welt.
Die meisten haben sich den Reichtum freilich nicht selbst erarbeitet. 11 der 15 sind Erbinnen und Erben – darunter auch drei Norwegerinnen und Norweger. Die Jungen wollen mit ihrem Reichtum offenbar anders umgehen als die mindestens 44 norwegischen Milliardärinnen und Milliardäre, die allein im vergangenen Jahr zur Steuervermeidung in die Schweiz gezogen sind.
Die drei norwegischen Milliardärinnen und Milliardäre unter dreissig Jahre:
- Der 29-jährige Gustav Magnar Witzøe, ein 2,9 Milliarden Dollar schwerer "Lachsmilliardär". Ihm gehört laut Forbes fast die Hälfte des Fischzuchtunternehmens Salmar ASA, das er von seinem Vater Gustav Witzøe geerbt hat. Eine operative Rolle hat er dort aber nicht, sondern betätigt sich als Investor in Immobilien- und Technologie-Startups.
- Die beiden Schwestern Katharina Andresen, eine 27-jährige Nachhaltigkeitsmanagerin bei einem Bauunternehmen in Oslo, und Alexandra Andresen, eine 26-jährige professionelle Dressurreiterin und Pferdezüchterin, folgen Witzøe knapp. Durch ihre je 42,2-Prozent-Anteile an der von Vater Johan geleiteten Investmentgesellschaft Ferd besitzen die Schwestern jeweils 1,5 Milliarden Dollar.
Viele ihrer Erben-Gspänli sind wie auch viele ältere norwegische Milliardärinnen und Milliardäre wegen der Steuererhöhungen jüngst in die Schweiz geflohen. Darunter etwa die reichste Frau Norwegens: die 37-jährige Ninja Tollefsen. Für die drei reichsten jungen Norwegerinnen und Norwegern ist der Umzug aber aktuell kein Thema.
Vater Johan unterstützt die Entscheidung
Katharina Andresen lehnt die Steuerflucht sogar aktiv ab. Sie verweist auf die Rahmenbedingungen, die den wirtschaftlichen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht hätten.
"Wir hatten das Glück, Unterstützung und Subventionen zu bekommen. Was Ferd zu dem gemacht hat, was es heute ist, ist norwegisch. Also sind wir Norweger und bleiben Norweger und sind immer noch in Norwegen", sagte Andresen am Rande des vergangenen WEF in Davos gegenüber einem norwegischen Fernsehsender. Ihr Vater Johan drückte ihr dafür sogar stolz einen Kuss auf die Wange.
Ihm gäbe es in der Schweiz schlicht nicht genug Meerforellen und Schleien, hatte der norwegische Grossindustrielle und Investor mit Blick auf seine umziehenden Einkommens-Gspänli bereits zuvor gewitzelt. Den Kindern habe er aber Anteile übertragen, "damit sie entscheiden können, wohin sie ziehen möchten".
«Ich möchte in Norwegen leben»
Anders in der Familie von Gustav Magnar Witzøe, in der es in Steuerfragen offenbar einen Generationen-Gap gibt. Während Vater Gustav Witzøe, der das Fischzuchtunternehmen Salmar ASA 1991 gegründet hat, einen Umzug in die steuergünstige Schweiz nicht ausschliesst, will sein Sohn den Schritt bislang möglichst vermeiden.
Auch wenn er als Eigentümer überlegen müsste, was «das Beste für das Unternehmen sei», sagte der junge Salmar-Hauptaktionär Witzøe im Januar zu "E24": «Wie die meisten Norwegerinnen und Norweger möchte ich in Norwegen leben und auch in Norwegen etwas beitragen.»
Bei drei der jüngsten Milliardäre starb der Vater
Forbes hat die Liste der jüngsten Milliardärinnen und Milliardäre am Dienstag im Rahmen einer jährlichen Rangliste der reichsten Menschen des Planeten veröffentlicht. Der durchschnittliche Milliardär ist demnach 65 Jahre alt.
Unter den 15 Milliardärinnen und Milliardären unter dreissig Jahre sind die jüngsten hingegen noch nicht mal zwanzig Jahre alt: Clemente Del Vecchio, Spross der am Brillengiganten Luxottica beteiligten Holdinggesellschaft, und Kim Jung-youn, deren Vermögen aus dem japanisch-südkoreanischen Online-Gaming-Riesen Nexon stammt. Wie auch im Falle des reichsten Listenvertreters – Red-Bull-Erbe Mark Matschitz – hat der extreme Wohlstand allerdings einen traurigen Grund: Die berühmten Unternehmerväter dieser drei sind alle im vergangenen Jahr verstorben.
Dieser Artikel erschien zuerst in der Handelszeitung unter dem Titel "Warum die reichsten jungen Norwegerinnen und Norweger die Schweiz meiden".
1 Kommentar
WER sagt denn, dass diese Milliardäre alle unbedingt in die Schweiz ziehen müssen ? Die sollen dort bleiben wo sie ihr Geld verdienen und dort auch entsprechend Steuern bezahlen. Der Finanzplatz Schweiz hatte einst einen guten Namen. Aber durch die Misswirtschaft der beiden Grossbanken und durch das Anlocken von Steuerflüchtlingen und Steuerhinterzieher hat vor allem der Name Schweiz gelitten. Es genügt jetzt.