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Der Unilever-Konzern hat den Konkurrenten Bestfoods gekauft und verdrängt damit Nestlé als weltgrössten Lebensmittelkonzern. Unilever und Bestfoods hatten 1999 Einnahmen von 52 Mrd. Dollar, der bisherige Branchenprimus Nestlé kam auf 46 Milliarden.Dieser Inhalt wurde am 07. Juni 2000 - 12:24 publiziert
Der Aufsichtsrat der amerikanischen Bestfoods-Gruppe stimmte am Dienstag (07.06.) in New York dem Verkauf an die britisch-niederländische Unilever für 20,3 Mrd. Dollar nach wochenlangem Verhandlungspoker zu.
Für die Aktionäre von Bestfood wurden darin 73 statt der ursprünglich 66 Dollar pro Aktie herausgeholt, hiess es. Der Kaufvertrag sieht auch die Übernahme von Schulden in Höhe von vier Mrd. Dollar vor. Von der Fusion versprechen sich beide Unternehmen Kosteneinsparungen von jährlich 750 Mio. Dollar.
Unilever, das Markenartikel wie Lipton-Tee und die Zahnpasta Pepsodent führt, bekommt mit Bestfoods in den USA hervorragend eingeführte Marken wie Skippy Erdnussbutter und Hellman's Mayonnaise dazu. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden in den USA und Europa genehmigt werden.
Die Übernahme wird nach Einschätzung von Experten Bewegung in die lange ruhige Nahrungsmittelproduktion bringen und zur Bildung neuer Partnerschaften führen. Multinationale Konzerne, die ihre Märkte vergrössern wollen, würden versuchen, starke Markennamen wie Campbell Soup und Heinz ihrem Sortiment hinzuzufügen, hiess es. Der Druck werde von Konzentrations-Entwicklungen bei Supermarkt-Ketten verstärkt.
Bestfoods hatte vor einem Monat das erste Angebot von Unilever abgelehnt und selbst Übernahmeverhandlungen mit anderen Firmen geführt. Am Wochenende tauchten Meldungen auf, die in New Jersey ansässige Firma sei einer Übernahme von Campbell Soup für 15 Mrd. Dollar nahe.
Wall-Street-Analysten lobten das als geschickte Verhandlungsführung, um von Unilever einen höheren Preis für ihre Aktionäre herauszuholen. "Das war ein hochriskanter Poker, hat aber am Ende funktioniert", kommentierte Analyst Mitchell Pinheiro von der Firma Janney Montgomery Scott.
swissinfo und Agenturen
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