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Staines, England (ots/PRNewswire) - In Schweden wird für Patienten, die unter neuropathischen Schmerzen leiden, eine neue Therapie angeboten, die nach einer einzigen 30 oder 60 Minuten dauernden Behandlung bis zu drei Monate Schmerzlinderung ermöglicht. Bei der neuen Behandlung wird Capsaicin - die Substanz, die Chilischoten so "scharf" macht - verwendet, um die Funktion der Nerven in dem Bereich der betroffenen Haut zu verändern.[1],[2] Die Agentur für zahnärztliche und pharmazeutische Leistungen (TLV) hat zugesagt, bei den Patienten die Kosten für das Hautpflaster mit 8 Gew.-% Capsaicin zu übernehmen, die eine Schmerzbehandlung mit Amitriptylin oder Gabapentin nicht vertragen oder dadurch keine angemessene Linderung der Beschwerden erhalten.
Neuropathische Schmerzen entstehen aufgrund einer Nervenschädigung. Ungefähr 1,5 % der schwedischen Bevölkerung bedarf aus diesem Grund einer Behandlung.[3] Es handelt sich um eine komplexe und schwer zu behandelnde Störung, die dauerhaft anhalten kann und schwerwiegende Beeinträchtigungen der Lebensqualität des Patienten mit sich bringt.[4],[5]
"Neuropathische Schmerzen haben erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität. Wir können mit den derzeit erprobten pharmakologischen Behandlungen, die häufig lästige Nebenwirkungen hervorrufen, lediglich bei 30-40 % der Patienten den Schmerz in angemessener Form bekämpfen. Deshalb gibt es einen grossen Bedarf an neuen und effizienten Behandlungsformen, die nur geringe Nebenwirkungen hervorrufen und keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben. Mit Qutenza können wir ausgewählte Patienten mit Neuropathien dort behandeln, wo die Schmerzen auftreten.", erklärt Per Hansson, Professor und Senior Consultant am Schmerzzentrum des Karolinska University Hospital in Stockholm. "Es ist jetzt an der Zeit, Erfahrungen mit der Behandlung zu sammeln und sich darüber auszutauschen, damit wir erkennen können, welche Schmerztypen am besten auf diese Behandlungsform ansprechen."
Die Wirksamkeit und Sicherheit des Hautpflasters mit 8 Gew.-% Capsaicin wurden in einer umfassenden klinischen Studie mit 1.327 Patienten untersucht, die mindestens eine Anwendung erhielten. Man kam zu dem Ergebnis, dass durch die Behandlung neuropathische Schmerzen erheblich vermindert werden konnten.[6],[7] Die Schmerzlinderung erfolgt schnell nach dem Auftreten (eine oder zwei Wochen werden benötigt, damit die vollständige Wirkung erreicht wird) und bleibt längere Zeit nach einer einzigen Anwendung bestehen. Die Verringerung der Schmerzen wurde durch die Behandlung mit hoch konzentriertem Capsaicin erzielt, indem dieses Mittel allein oder zusammen mit anderen Schmerzbehandlungen verabreicht wurde. 44 % der Patienten mit postherpetischer Neuralgie, einer Form neuropathischer Schmerzen, die mit dem Pflaster behandelt wurden, berichteten bei den klinischen Versuchen von einer Abnahme der Schmerzen um mindestens 30 % gegenüber 33 % in der Kontrollgruppe.[6] Bei derselben Studie berichteten 55 % der Patienten, die mit dem Hautpflaster mit 8 Gew.-% Capsaicin behandelt wurden, zwölf Wochen nach der Behandlung noch über Verbesserungen bei der Schmerzlinderung gegenüber 43 % in der Kontrollgruppe.[6] Die berichteten Nebenwirkungen des Pflasters mit hoch konzentriertem Capsaicin waren vorübergehender Art, nicht behandlungsbedürftig und von geringem bis mässigem Umfang.[6],[7],[8]
Die Verwendung herkömmlicher Therapien gegen neuropathische Schmerzen kann durch Faktoren wie Nebenwirkungen, Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, langsam eintretende Wirksamkeit, die Notwendigkeit der Vornahme komplexometrischer Titration und die mehrfach am Tag erfolgende Verabreichung beschränkt werden.[6] Da das Hautpflaster mit 8 Gew.-% Capsaicin nur auf die betroffene Stelle wirkt und lediglich minimale Mengen von Capsaicin vom Körper aufgenommen werden,[8] führt die Anwendung des Pflasters nicht zu systemischen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nebenwirkungen wie Sedierung und Schwindelgefühl, die bei den anderen Behandlungen auftreten können, die derzeit gegen Neuropathien verordnet werden.[6]
Das Hautpflaster mit 8 Gew.-% Capsaicin muss von einer medizinischen Fachkraft angewendet werden. Es steht bereits in einer Reihe europäischer Länder zur Verfügung und wird in den nächsten Monaten noch weiter in ganz Europa verfügbar gemacht.
Redaktionelle Hinweise
Über die TLV
Die Agentur für zahnärztliche und pharmazeutische Leistungen (TLV) ist eine zentrale Regierungsbehörde, deren Aufgabe darin besteht, zu prüfen und festzustellen, ob ein pharmazeutisches Produkt oder eine zahnmedizinische Behandlung vom schwedischen Staat finanziell unterstützt werden soll. Eine weitere Aufgabe ist die Überwachung der Wirtschaftlichkeit des reformierten Pharmaziemarktes.
Über das Hautpflaster mit 8 Gew.-% Capsaicin
Das Hautpflaster mit 8 Gew.-% Capsaicin wurde von der Europäischen Arzneimittelagentur für die Behandlung neuropathischer Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen, die nicht unter Diabetes leiden. Die Behandlung kann als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Schmerzen erfolgen.[8] Nachdem das Pflaster auf die schmerzende Hautstelle aufgetragen und nach 30 oder 60 Minuten wieder entfernt wurde, kann es für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten schmerzlindernde Wirkungen entfalten.[8] Bei Bedarf kann die Behandlung nach drei Monaten wiederholt werden.[8]
Das Pflaster überträgt eine hohe Dosis einer synthetischen Form von Capsaicin (der in Chilischoten vorkommenden Substanz, welche diese so "scharf" macht) direkt auf die hyperaktiven schmerzenden Nerven in der Haut, die der Ursprung der neuropathischen Schmerzen sind. Durch die Anwendung in dem schmerzenden Bereich wird die in dem Pflaster enthaltene hohe Konzentration von Capsaicin rasch freigesetzt. Dadurch werden die Nerven, die den Schmerz übermitteln, überstimuliert. Durch die Überstimulation der Nerven, die den Schmerz übermitteln, werden diese "dysfunktional". Im Ergebnis reagieren sie nicht mehr auf Reize, die üblicherweise bei Patienten mit Neuropathien Schmerzen erzeugen.
Über Astellas Pharma Europa Ltd.
Astellas Pharma Europe Ltd. mit Sitz im VK ist die europäische Niederlassung der in Tokio beheimateten Astellas Pharma Inc. Astellas ist ein Pharmaunternehmen, welches sich um die Verbesserung der Gesundheit von Menschen aus aller Welt bemüht, indem es innovative und zuverlässige pharmazeutische Produkte liefert. Ziel ist es, zu einem globalen Unternehmen zu werden. Dies soll durch die Verbindung von ausgezeichneter Forschung und Entwicklung mit Marketingpotenzialen und weiterem Wachstum auf dem Weltpharmaziemarkt erreicht werden. Astellas Pharma Europe Ltd. ist für 20 Zweigniederlassungen in ganz Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung und drei Herstellungsanlagen zuständig. Das Unternehmen beschäftigt in diesen Regionen ca. 3.400 Mitarbeiter.
Nachweise
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[1] Knotkova H, et al. Capsaicin (TRPV1 agonist) therapy for pain relief: Farewell or Revival? Clin J Pain 2008;24 (2):142-154
[2] Qutenza (capsaicin) EPAR summary for the public. Zugänglich über: http://bit.ly/evoQhp Letzter Zugriff: 24. Februar 2011
[3] Läkemedelsverket. Bakgrundsdokumentation. Farmakologisk behandling av neuropatisk smerta. Epidemiologi. Information frän Läkemedelsverket 6: 2007(2) zugänglich über: http://bit.ly/g1y5km Letzter Zugriff: 24. Februar 2011
[4] Gálvez R et al. Cross-sectional evaluation of patient functioning and health-related quality of life in patients with neuropathic pain under standard care conditions. European Journal of Pain 2007;3:244-55
[5] Smith B et al. Health and Quality of Life Associated With Chronic Pain of Predominantly Neuropathic Origin in the Community. Clinical Journal of Pain 2007;23:143-9
[6] Backonja, M et al. NGX-4010, a high-concentration capsaicin patch, for the treatment of postherpetic neuralgia: a randomised, double-blind study. Lancet Neurology 2008;7(12):1106-12
[7] Simpson DM, et al. Controlled trial of high-concentration capsaicin patch for treatment of painful HIV neuropathy. Neurology 2008;70(24):2305-13
[8] Qutenza Summary of Product Characteristics. Zugänglich über: http://bit.ly/hK6WTk Letzter Zugriff: 24. Februar 2011
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