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Die Zürcher Zünfte feiern am dritten Montag im April das Sechseläuten und ziehen in historischen Kostümen durch die Stadt. Auf dem Sechseläutenplatz am Bellevue wird um sechs Uhr abends der «Böögg» verbannt, ein mit Knallkörpern und Donnerschlägen gefüllter Schneemann aus Stoff und Holz. Reitergruppen umkreisen zu den Klängen des «Sechseläutenmarsches» den Scheiterhaufen, auf dem die Wintergestalt thront. Je kürzer die Zeit, bis der Böögg den Kopf verliert, desto wärmer soll der Sommer werden. Später nehmen die Zünfter und ihre Gäste das Abendessen in ihren Stuben ein. Im Anschluss statten sich die Zünfte gegenseitig Besuche ab.
Das Sechseläuten steht in enger Verbindung mit dem im 14. Jahrhundert gegründeten Zunftwesen. Im 19. Jahrhundert verloren die Zünfte zwar ihre politische Bedeutung, wurden aber als privatrechtliche Vereine weitergeführt. Ein erster Festumzug, allerdings mit fasnächtlichem Charakter, fand 1837 statt. 1862 wurde erstmals der Kinderumzug durchgeführt, der heute am Sonntag vor dem Sechseläuten stattfindet. Seit 1893 organisiert das Zentralkomitee der Zürcher Zünfte das Sechseläuten mit dem Verbrennen des «Bööggs». Heute säumen jeweils Zehntausende von Zuschauerinnen und Zuschauern die Umzüge. Seit einigen Jahren gibt es ausserhalb des offiziellen Programms auf dem Sechseläutenplatz eine «Grillparty» am verglühenden Holzstoss.