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Wusstest du, dass Coca-Cola das erste Softgetränk war, das im Weltraum konsumiert wurde? 1985 startete die Raumfähre Challenger zu ihrer achten Weltraum-Mission ins All. Erstmals mit dabei: eine Coca-Cola! Wir erzählen, wie es dazu kam und welche technischen Hindernisse es zu überwinden galt, bevor die Astronauten ihre Coke in der Schwerelosigkeit geniessen konnten.
Am 29. Juli 1985 startete die Raumfähre Challenger zur insgesamt 19. Weltraummission des NASA Space Shuttle Programms vom Kennedy Space Center in Florida. Keine gewöhnliche Mission, denn die siebenköpfige Crew führte eine ganz spezielle Ladung mit sich: die Coca-Cola Space Can. Erstmals sollte nämlich das populärste Getränk der Erde auch im Weltraum Durst löschen. Eine Herausforderung, deren Bewältigung eine technische Innovation voraussetzte.
Die Coke Space Can
Bekanntlich müssen Astronauten während ihren Aufenthalten im Weltall auf eine Vielzahl irdischer Annehmlichkeiten verzichten. Dazu gehörte lange auch der Genuss von kohlendioxidhaltigen Getränken. Anders als auf der Erde, wo die kohlendioxidhaltigen Bläschen aus der Flüssigkeit in die Atmosphäre entweichen, bleiben diese aufgrund der Druckverhältnisse im Getränk – oder in einfachen Worten: Es sprudelt nicht!
Zugleich erschweren die strengen Sicherheitsanforderungen den Konsum von flüssigen Getränken in Raumschiffen. So muss beispielsweise unbedingt verhindert werden, dass lose Tröpfchen in die Raumkapsel gelangen, welche die technischen Geräte beschädigen könnten.
Dies war die im Jahr 1985 extra für die Raumfähre Challenger entwickelte Coke Space Can.
Die Lösung war die Coca-Cola Space Can, deren Entwicklung die Coca-Cola Company rund 250'000 US Dollar kostete und sich optisch nur geringfügig von einer herkömmlichen 330ml Coca-Cola Dose unterschied. Im Innern des Behälters befand sich das Getränk jedoch in einer Blase, die von Kohlendioxidgas ständig unter Druck gehalten wurde. Gleichzeitig verhinderte ein Durchflussbegrenzer, welcher das Ausströmen der Flüssigkeit durch das Mundstück mithilfe eines Bedienungshebels regelte, ein unkontrolliertes Ausströmen der Brause.
Die Erfindung der Coke Space Can war revolutionär und bescherte der Besatzung der Challenger ein völlig neues Trinkerlebnis. Schliesslich war es der damals 43-jährige US-Amerikaner Anthony W. England, der erstmals ausserhalb der Hemisphäre in den Genuss einer Coca-Cola kam. Ein grosser Schluck für die Menschheit und ein erfolgreiches Experiment, das sich auch in nachfolgenden Weltraummissionen fortsetzte.
Von der Dose zum Getränkeautomaten
Trotz aller Schwierigkeiten gelang es den Ingenieuren von Coca-Cola die Astronauten mit einem immer breiteren Sortiment an Softgetränken auszustatten. Nachdem die Coca-Cola Space Can sechs Jahre später erfolgreich an Board der Sowjetischen Raumstation Mir mitgeführt wurde, folgte im Februar 1995 eine dritte Mission, bei der mit der Diet Coke der erste kalorienreduzierte Softdrink seinen Weg ins Weltall fand.
Dies war der Getränkeautomat, welcher an Bord des Space Shuttle Discovery im Jahr 1995 in Betrieb war. Er beinhaltete sowohl die normale Coca-Cola sowie die Diet Coke und ermöglichte den Astronauten ihre Getränke gekühlt zu geniessen. Es war der erste Softdrink-Getränkeautomat, der jemals im Weltraum im Betrieb war.
Der Coca-Cola Getränkeautomat in Aktion.
Spätestens mit der Installation des ersten funktionstüchtigen Softgetränke-Automaten im Space Shuttle Discovery etablierten sich die Produkte von Coca-Cola in der Raumfahrt. Die Besatzung der Endeavour konnte im Jahr 1996 bereits aus drei verschiedenen Getränkesorten (Coca-Cola, Diet Coke und Powerade) auswählen.
Im Jahr 1996 entwickelte Coca-Cola einen weiteren Getränkeautomaten für die Besatzung der Endeavour. Dieser enthielt neben Coca-Cola und Diet Coke auch Powerade.