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Name: Gast Permalink: http://tierrechtsforen.de/1/7406/9724

Datum: 20.07.12 11:21
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Vorweg, ich behaupte nicht, dass jede mögliche Bedeutung von Gerechtigkeit sinnvoll ist, ich behaupte bloß (entgegen deiner Aussage) dass es eine solche gibt.
>Mehr diffuse Orientierung an Pseudo-Irgendwas ist also gut?
Nein. Damit es etwas geben kann, muss es (der Begriff) erstmal eine Bedeutung haben. Von etwas, dass es schon aus Prinzip nicht geben kann, kann es auch nicht zu wenig oder zu viel geben.
Von zuviel Orientierung an einem Pseudobegriff habe weder ich noch du (vorher) geschrieben
Es gibt einen Unterschied zwischen einem Pseudobegriff (also keinem Begriff), und einem Pseudo[irgendein konkreter Begriff], was sehr wohl ein Begriff sein kann.
Zu deinem Einwand zu 2)
Mir war schon klar, dass das kein Argument ist, sondern eher in Richtung Polemik ging, deshalb habe ich das »Argument« auch in Anführungszeichen gesetzt. Ob es nun tatsächlich Polemik war oder nicht, es war zumindest deutlich off topic, dazu kommt, dass so etwas von denen, die es schreiben, oft als Argument verstanden wird, und hier (im Bezug auf das Thema) keinen Sinn macht, daher habe ich vermutet, dass du es als Argument verstehst. Scheinbar habe ich mich hier geirrt.
>Zum einen sind Normen Produkte (ggf. mehrerer) individueller Geschmäcker, nämlich derer, die sie setzen.
Soweit richtig. Allerdings widersprechen individuelle Geschmäcker (innerhalb der Einstellung) immer noch einer nomistischen Einstellung, außer eben bei jenen, die die Gesetze diktieren.
>Zum anderen geht es bei "Gerechtigkeit" um nichts anderes, als die "angemessene" Anwendung des (vorgefundenen) "Rechts", und was der einzelne für angemessen hält, kann geschmäcklerischer nicht sein.
Hier diskutieren wir aber über etwas ganz anderes. Du hast recht, dass nicht jeder Anhänger derselben Ethik ist, wenn das allerdings gegen (jede Bedeutung von) Gerechtigkeit sprechen soll, ist das zumindest ein naturalistischer Fehlschluss.
>Sich an Gesetze gebunden zu fühlen, _ist_ ein individueller (gleichwohl gesellschaftlich konstruierter) Geschmack
Wieder richtig, aber was Gesetz ist, ist nicht dem individuellen Geschmack unterworfen (wieder gibt es die oben erwähnten Ausnahmen, wobei hier nur eingeschränkt) (ich weiß, es gibt bedingt durch die Bedeutung des Begriffs Nomismus die Auswahl zwischen staatlichem und biblischem Gesetz, aber für individuellen Geschmack ist das etwas wenig)
>erst Recht die konkrete Art, _wie_ man das tut und ausgestaltet ("angemessen").
Außerhalb des Nomismus ja.
>Auch umfangreiche rechtsphilosophische Literatur ändert nichts daran, dass jede*r eine individuell verschiedene Vorstellung davon hat, wie genau denn nun "jedem gleichermaßen sein Recht gewährt" werden sollte.
Hat wieder nichts mit Nomismus zu tun. Nomismus ist
>Bindung an Gesetze, Gesetzlichkeit, besonders die vom alttestamentlichen Gesetz bestimmte Haltung der strengen Juden und mancher christlicher Gemeinschaften
während es dem Individuum überlassen sein mag, ob es einer nomistischen Weltsicht anhängt, ist, sobald dies einmal mit »ja« entschieden ist, alles weitere eben nicht mehr frei wählbar.
Dass jeder(?) eine individuelle Vorstellung von Gerechtigkeit hat, spricht doch nicht dagegen, dass (die Vorstellung vor) Gerechtigkein nicht einer nomistischen Weltsicht entspringen muss
Des weiteren sei darauf verwiesen, dass du ursprünglich argumentiert hast, Gerechtigkeit sei etwas schlechtes, weil jeder seine eigene Vorstellung davon habe (wobei mir nicht klar ist, weshalb das gegen jede dieser Vorstellungen sprechen sollte). Jetzt argumentierst du, alles sei eine individuelle Vorliebe. Dies ist zwar nicht direkt ein Widerspruch, führt aber zwingend dazu, dass du argumentierst, dass alles schlecht ist, und das ist imho absurd.