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Aquamanile : bust of a young man.
This standing recipient has a handle and spout for pouring water or a scented liquid onto guests' hands to clean them at the beginning and end of a banquet. While most aquamaniles were in the shape of an animal, this example depicts the bust of a young, well-dressed man.
Das Händewaschen gehört besonders ab dem 13. Jahrhundert zu den Tisch- und Reinheitssitten. Die Hände werden zu Beginn und am Ende der Mahlzeit gewaschen, aber auch jederzeit wenn nötig. Neben den Servietten dienen auch die langen Tischtücher manchmal als Handtücher.
Der Mesnagier de Paris, ein Buch über die Führung des Haushalts, das Ende des 14. Jahrhunderts verfasst wurde, enthält ein Rezept für Waschwasser: Um Wasser zu machen, mit dem die Hände zu Tisch gewaschen werden, kocht Salbei auf, lasst Wasser zulaufen und lasst es abkühlen, bis es lauwarm ist. Entweder gebt ihr Kamille und Majoran zu oder Rosmarin und kocht es mit Orangenrinde. Auch Lorbeerblätter sind gut.
Es handelt sich um Pflanzensude, die medizinische und desinfizierende Eigenschaften haben und manchmal mit Rosenwasser gemischt werden.
Vor den Mahlzeiten oder vor der Messe werden die Hände mit der Hilfe von Aquamaniles gewaschen. Das sind Gefässe aus Keramik, aus Legierung oder aus Edelmetallen, welche oft die Form einer menschlichen Figur oder eines Tieres – meistens eines Löwen – haben. Dieses Exemplar ist in gotischem Stil gestaltet und stammt vermutlich aus Norddeutschland, vielleicht aus einem Kloster in Hildesheim.
Diese von dem Musée de Cluny-Musée national du Moyen Âge großzügig verliehene Aquamanile ist vom 14. September 2018 bis 28. April 2019 im Château de Chillon™ im Rahmen der Sonderausstellung "Lecker! Essen und Trinken im Mittelalter" zu sehen.