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Was tun bei einem Fieberkrampf?
Versuchen Sie auf keinen Fall, die Zuckungen zu unterdrücken. Während des Anfalls darf ein Kind nicht festgehalten werden. Legen Sie das Kind mit kopfwärts abgewinkelten Armen auf den Bauch beziehungsweise in der stabilen Seitenlage in sein Bett oder auf den Boden, damit es sich nicht verletzt und decken Sie es nur leicht zu, mit einem Laken zum Beispiel. Der Kopf sollte dabei zur Seite gedreht und leicht nach hinten gerichtet sein, eventuell mit einem Kissen oder Kleidungsstücken gepolstert. Übergibt sich das Kind, lagern Sie es auf die Seite, damit das Erbrochene nicht in die Lunge gelangt. Wenn der Anfall länger dauert als zehn Minuten, rufen Sie den Notarzt. Am nächsten Tag sollten Sie mit dem Kind zum Haus- oder Kinderarzt gehen, um die Ursache zu klären. Aufwändige Untersuchungen wie eine Analyse der Rückenmarksflüssigkeit (Lumbalpunktion) oder eine Ableitung der Hirnströme (Elektroenzephalogramm = EEG) sind nur selten gerechtfertigt.
Wenn Ihr Kind schon einmal einen Fieberkrampf hatte, und es wird wieder krank, werden Sie als Eltern besonders ängstlich sein und versuchen wollen, Fieber in Zukunft schon früh zu bekämpfen. Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin kann Ihnen vorsorglich fiebersenkende Medikamente verschreiben. Die Senkung des Fiebers kann einen Fieberkrampf jedoch nicht verhindern, da der Krampfanfall häufig ganz zu Beginn des Fieberanstiegs erfolgt. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind Acetylsalicylsäure, wie Aspirin oder ASS geben. Bei Kindern kann das in seltenen Fällen zu sehr schweren Nebenwirkungen führen. Gegen Fieber helfen auch sehr gut Hausmittel, wie zum Beispiel Wadenwickel.
In bestimmten Fällen kann man Ihnen vorsorglich ein krampflösendes Medikament in einer kleinen Tube (Rectiole), die über den After eingeführt wird, verschreiben. Viele Eltern sehen dies als Beruhigung an, dass sie im Wiederholungsfall selbst aktiv etwas tun können. Weil die meisten Krämpfe von kurzer Dauer sind und von alleine aufhören, soll man trotzdem 2-3 Minuten nach Krampfbeginn abwarten, bis das Medikament verabreicht wird. Und wenn das Kind presst und der Rektioleninhalt wieder herausgedrückt wird, darf man auf keinen Fall eine weitere Rektiole geben. Vor allem bei kleinen Kindern besteht dann die Gefahr einer Überdosierung mit der möglichen Folge eines Atemstillstands (Apnoe). Besser sollte man nach der ersten Verabreichung den Notarzt abwarten. Ein Krampfanfall von bis zu 15 Minuten schädigt das Gehirn normalerweise nicht, eine Apnoe dagegen sicher.
Alles über Affektkrämpfe (Wegschreien)
Letzte Aktualisierung : 06.2019, BH