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…. dass ich mein Potential nicht ausgeschöpft habe. Laut diesem Quiz bei Facebook hätte ich eine unbegrenzte Anzahl Kinder haben können. Gut, mehr als zwölf sollte man nicht haben, werde ich noch ermahnt, weil sonst die „individuelle Erziehung“ nicht gewährleistet werden könne. Nun ja, wenn man meinen Post von heute Morgen gelesen hat, weiss man, dass das mit der individuellen Erziehung auch bei fünf Kindern schon hin und wieder hapert…..
Wie ich überhaupt dazu gekommen bin, bei diesem unsinnigen Quiz mitzumachen? Nun, meine von Natur aus begabte Babysitter-Nichte hat bei dem Quiz bestätigt bekommen, dass sie dazu geeignet wäre, vier Kinder zu haben und da wollte ich herausfinden, ob ich ihr vier meiner Kinder überlassen muss, weil das Quiz mir nur eines zutraut. Aber ich kann aufatmen: Nach Beantwortung der fünf Fragen wurde mir bescheinigt, dass ich „sehr geeignet“ sei, viele Kinder zu haben. Ich darf also meine Kinder behalten und meine Nichte kann ihre Ausbildung fortsetzen.
Gut, wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich ein klein wenig geschummelt habe. Zum Beispiel bei der Frage, ob ich meinem Kind eine zweite Softgun kaufen würde, wenn es darum bettelt. Weil die Antwort „Mein Kind bekommt nicht mal eine Softgun und wenn es mich auf Knien anfleht“ nicht zur Verfügung stand, habe ich eben das kleinste Übel gewählt und meinem imaginären Kind erlaubt, mit seinem eignen Geld so ein elendes Ding zu kaufen. Meine sehr realen Kindern würde ich das mit einem kurzen Exkurs über die moralische Verwerflichkeit von Waffen ausreden, so dass sie am Ende ihr sauer verdientes Taschengeld zugunsten von Landminen-Opfern spenden würden.
Auch die Frage, wie ich reagiere, wenn mein Kind mit einem Regenwurm in der Hand daherkommt, habe ich nicht ganz wahrheitsgetreu beantwortet. Ich habe behauptet, ich würde die Begeisterung meines imaginären Kindes teilen und ihm danach erklären, wie sich Regenwürmer fortbewegen. Wenn meine realen Kinder mit Regenwürmern auftauchen – was Luise mit Vorliebe tut – kreische ich zuerst mal, sie sollten das Ding so schnell als möglich verschwinden lassen und dann erkläre ich ihnen nicht nur, wie sich die ekligen aber sehr nützlichen Viecher fortbewegen, nein, ich erzähle auch, wovon sie sich ernähren, was passiert, wenn sie versehentlich halbiert werden, wie die Verdauung funktioniert, dass der Körper behaart ist und wie die Dinger aussehen, wenn man sie seziert. Man sieht also, ich bin zwar eine Memme, die aber auch in den schlimmsten Momenten noch daran denkt, den Horizont ihrer Kinder zu erweitern. Und das ist doch viel besser, als bloss die Begeisterung der Kinder zu teilen, nicht wahr?
Alles in allem bin ich ja sehr beruhigt über das Resultat dieses Tests. Wenn ich mich das nächste Mal als Versagermama des Jahres fühle, kann ich mich jetzt auf eine anerkanntes Assessment berufen, welches mir bescheinigt, dass ich gar nicht so unfähig bin, wie ich hin und wieder meine.