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Alisher Usmanov wird von den EU-Behörden gejagt. Seine Superjacht wurde arrestiert. Der Tages-Anzeiger meldete vor 2 Wochen, dass Usmanov „mindestens 700 Millionen“ über seine Bär- und CS-Konten fliessen liess.
Der war vor 9 Jahren von der Bär zur Luxemburger BIL-Bank gezogen und konnte einen Teil von Usmanovs Vermögen – laut Tages-Anzeiger 15 Milliarden – zur neuen Arbeitgeberin mitnehmen.
Im Herbst 2020 machte Usmanov-Berater Benischke einen grossen Sprung. Er wurde Managing Director bei der Zürcher Vontobel.
Damit das gelang, musste er einen „Business-Case“ präsentieren. Dieser bestand laut der Auskunftsperson aus dem Umfeld von Usmanov. Ob auch der gejagte Oligarch dazu gehörte, ist umstritten.
Ein Sprecher der Bank betonte, man sei nicht gross im Oligarchen-Private-Banking aktiv. Die meisten Vermögen stammten von Kunden aus der Schweiz, dann auch aus Deutschland, England, den USA und Italien.
„Vontobel hält sich an die beschlossenen Sanktionen der Schweiz, der EU, Grossbritanniens und der USA“, betonte der Sprecher.
„Sämtliche Regeln und Vorgaben werden genaustens überwacht. Zudem hat Vontobel entschieden bis auf weiteres kein Neugeschäft mit russischen Kunden mit Wohnsitz Russland einzugehen.“
Eine entscheidende Rolle spielt der Chef des Family Office von Usmanov, ein Ex-Vermögensverwalter der Credit Suisse.
Dieser wurde zusammen mit zwei weiteren letzten November gemäss OffshoreAlert von der Isle of Man Financial Services Authority gebüsst, und zwar mit 225’000 Pfund: „regulatory breaches“.
Die BBC berichte 2017 rund um die „Paradise Papers“ von einer Isle of Man-Firma namens Bridgewaters, die „independent due diligence tests on firms“ durchgeführt habe, welche sie selber verwalte, „including dozens linked to Alisher Usmanov“.
Das staatliche englische Medium von Weltruf legte Screenshots von Dokumenten offen, in denen Bridgewaters und der Ex-CS-Berater auftauchten.
Die Auszüge deuteten darauf hin, dass ein „Russian client“ seine Strukturen von Bermuda auf die Isle of Man verschieben wollte. Ein weiterer Screenshot legte den Namen des Schweizers offen.
Laut der Quelle verwaltet dieser das Vermögen von Usmanov sowie weiterer mit dem Oligarchen verbundene Moskau-Leute.
Usmanov ist seit Jahren eng mit der Schweiz liiert. Er präsidiert den Welt-Fechtverband FIE, der in Lausanne seinen Sitz hat.
Als Russland die Ukraine überfiel, trat Usmanov sofort in den Ausstand. Er werde seine Ehre verteidigen, teilte er per Communique mit.
Ein Genfer Anwalt, Olivier Carrard, sitzt im Ethik-Gremium des Welt-Fechtverbands. Bis vor kurzem war Carrard auch Teil der obersten Führungsriege des Schweizer Fechtverbands.
„J’interviens à titre bénévole (ehrenamtlich) comme Président du Comité d’éthique et ne suis par conséquent pas rémunéré pour cette activité“, sagte Carrard.
„A titre indicatif je vous signale que cette fonction est rémunérée dans certaines fédérations internationales mais pas à la FIE. Je n’ai pas de mandat de la FIE non plus.“