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Das Innere der Kirche präsentiert sich sehr schlicht mit langem Rechtecksgrundriss unter flacher Holzdecke. Der Chorabschluss, gegenüber dem Schiff um zwei Stufen erhöht, setzt den Grundriss in der Längsrichtung fort und wirkt architektonisch wenig von diesem getrennt. Er weist den Grundriss von einem halben Zehneck auf – eine seltene Form.
Sowohl Schiff wie Chorabschluss werden von einer flachen Holzdecke nach oben abgeschlossen; die grossen Rundbogenfenster ziehen sich ebenfalls durch und verstärken den einheitlichen Gesamteindruck des schlichten Inneren.
Nicht ganz unproblematisch erscheint die einfache Empore
aus Holz mit dem (zu) modernistischen Orgelprospekt und der Orgel von 1959: Sie ruht auf einer einzigen Säule – das Resultat der Emporenneugestaltung anlässlich der Innenrenovation von 1958/59, die 30 Jahre später seitens der kantonalen Denkmalpflege als unverhohlen misslungen beurteilt wurde (vgl. Baugeschichte
).
die auf einer Säule ruhende Empore auf einer Säule mit Orgel und Orgelprospekt von 1958
Im Chor finden sich Kanzel, Taufstein und Abendmahlstisch.
Der Chor mit den vier grossen Rundbogenfenstern, Taufstein, Abendmahlstisch und Kanzel
Die barocke Kanzel ,mit acheckigem Grundriss trägt im Schalldeckel, zwischen dem Bibelvers, die Jahreszahl 1640. Angefertigt wurde sie aus Eichenholz vom Tischmacher Franz Struss in Lenzburg.
Kanzel und Schalldeckel
Über eine besondere Form verfügt der Taufstein, der anlässlich der Renovation von 1770 gestiftet wurde: Es handelt sich um einen ovalen Zylinder aus Sandstein mit breitem Sockel und vorkragender Platte. Auf der Vorderseite ist in einer bekrönten Rokoko-Kartusche das Wappen des Landvogtes und Stifteres Johann Rudolf Schmalz (1713–1795) eingelassen. Der Taufstein ist 105 cm hoch, der Durchmesser der abschliessenden Steinplatte beträgt 77 cm.
der Taufstein von 1770 mit dem Stifterwappen
Der Abendmahlstisch aus Holz wurde im 20. Jahrhundert erworben und trägt auf der zum Schiff gezeigten Längsseite den Spruch: «CHRISTUS SPRICHT : ICH BIN DAS BROT DES LEBENS.»
Zu den liturgischen Geräten zählen zwei spätgotische Kelche , zwei prismatische Abendmahlskannen und ein Taufkännchen aus Zinn. Letzteres stammt aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts und trägt als Besonderheit einen kleinen Delphin auf dem Deckel. Es trägt die Inschrift «DER KIRCHEN AMERSCHWYL» und ist 28,5 cm hoch.
das Taufkännchen aus Zinn und das zinnerne Wasserbecken im Taufstein
Von den ursprünglichen gotischen Wandmalereien aus der
ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, die den ganzen Innenraum schmückten, ist leider nichts erhalten (vgl. Baugeschichte
). Zu sehen ist an der südwestlichen Wand im Schiff ein Freskenfragment
, ‹museal›
gehängt – es handelt sich um die Replik des originalen Fragments, das 1958 anlässlich der Innenrenovation überraschend zum Vorschein kam. Es zeigt eine Abendmahlsszene
mit elf frontal gesehenen Figuren in rötlichem Grundton. Alle Figuren tragen gelbe Nimben. In der Mitte erscheint Christus, der sein Haupt nach links und unten wendet: zu seinem Lieblingsjünger Johannes, dessen an der Brust Jesu geschmiegter Kopf ebenfalls sichtbar ist. Vereinzelt sind die feinen Gesichtszüge der Figuren (so etwa diejenigen der dritten Jüngers von links und von Christus selber) und die kunstvolle Haare noch gut zu erkennen. Eindrucksvoll das Gesicht des links von Jesus sitzenden Jüngers (Petrus?) und dessen erhobene Hand. Auch wenn es sich um eine Replik des originalen Fragments handelt, vermag diese doch eine gewisse Vorstellung zu vermitteln von der Schönheit der ursprünglichen Bemalung des Innenraumes dieser Kirche.
die Kopie des Freskenfragments mit der Darstellung der Abendmahlsszene auf der linken Schiffseite
Ein Blick in den Dachstock zeigt traditionelle Zimmermannskunst.
der Dachstock
ein Detail des Dachfirsts
Die erste Kirchenuhr entstand 1604. Fast 350 Jahre später (1948) musste sie ersetzt werden. Seit 1992 wird die Uhr über Satellit gesteuert.
zwei schöne Details der Turmuhr von 1948