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Die französischen Behörden warten auf eine Wetterberuhigung, um im Atlantik ausgelaufenes Schweröl abzupumpen. Nach dem Untergang des Frachters «Grande America» treiben zwei kilometerlange Ölteppiche in der Biskaya auf Frankreichs Westküste zu.
Wie die zuständige Meerespräfektur am Freitag in Brest mitteilte, sind sechs Schiffe an Ort und Stelle. Auch ein Flugzeug sei im Einsatz.
Die beiden verunreinigten Zonen treiben westlich vom Küstenort La Rochelle im Meer. Das Containerschiff, das auch über 2000 Fahrzeuge an Bord hatte, war am Dienstag gut 300 Kilometer von der Küste entfernt nach tagelangem Brand gesunken. Das unter italienischer Flagge fahrende Schiff hatte auch Gefahrgut an Bord.
Die Präfektur hatte bereits mitgeteilt, dass erste Einschätzungen das Risiko einer Küstenverschmutzung bestätigten. Potenziell betroffene Bereiche könnten aber erst in einigen Tagen ermittelt werden.
Zwei Ölteppiche
Die erste verunreinigte Zone ist laut offiziellen Angaben etwa 13 Kilometer lang und 7 Kilometer breit. Der zweite Teppich sei rund 9 Kilometer lang, ebenfalls 7 Kilometer breit und weniger kompakt als der erste. Das Öl stammt demnach aus den Treibstofftanks des Frachters.
Die Ölteppiche trieben mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Tag in Richtung Osten, hatte Stéphane Doll, Leiter der auf Wasserverschmutzung spezialisierten Einrichtung Cedre, gesagt. Diese Einschätzung sei weiterhin gültig, hiess es am Freitag bei der Meerespräfektur.
Umweltminister François de Rugy hatte als gefährdete Regionen das Département Charente-Maritime mit der Hafenstadt La Rochelle und das Département Gironde genannt, in dessen Mitte Bordeaux liegt. Er schloss nicht aus, dass das Öl auch an die spanische Biskaya-Küste gelangen könnte. Die französische Westküste mit langen Stränden und dem Weinbaugebiet von Bordeaux zieht im Sommer viele Touristen an.
Unterdessen begann in Frankreich eine Debatte über die Konsequenzen aus der Schiffskatastrophe. De Rugy forderte, dass die Verantwortlichkeiten in dem Fall klar festgestellt werden müssten. Er hatte bereits vorher angekündigt, dass die Grimaldi-Reederei aus Neapel als Eigentümerin des Unglücks-Frachters für den Säuberungseinsatz zur Kasse gebeten werde. Der Minister brachte nun auch eine mögliche Verschärfung von Kontrollen in den Häfen ins Spiel.