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Ein Gottesdienstbesuch bei der C3 Church Zürich
Nicole Rieder, 2016
In dem relativ grossen Raum waren reihenweise Stühle aufgestellt. Hinten standen Tische, wo sich einige Leute in Gruppen unterhielten, während sich vorne Instrumente, Mikrofone und eine Leinwand befanden. Ein iPad auf einem Ständer liess einen Countdown zum Gottesdienstbeginn auslaufen, an dessen Ende alle Besucher auf den Stühlen sassen und eine Live-Band anfing, Musik zu spielen. Der Text zweier Lobpreis-Lieder auf Englisch und eine Übersetzung wurden mit einem Beamer an die Leinwand projiziert, und bald sang der ganze Saal von etwa 50 Leuten die sich immer wiederholenden Strophen zu den eingängigen Melodien mit.
Der Gottesdienst wurde sowohl auf Schweizerdeutsch als auch Englisch gehalten, indem das Gesagte sofort von einem Dolmetscher übersetzt wurde. Abgelesen wurde nicht von einem Papier, sondern von Notizen auf dem Handy. Die Predigt war interessant und einfach zu verstehen, da sie mit persönlichen Erfahrungen aus dem Leben der Redner erläutert wurde, wodurch auch eine familiäre, ungezwungene Atmosphäre entstand. Dazu beigetragen hat ebenfalls, dass die Zuhörer einmal zwischendurch aufgefordert wurden, dem Nachbarn die Hand zu schütteln und Hallo zu sagen. Zum Teil wurde erneut der Beamer hinzugezogen, z.B. wenn eine Textstelle der Bibel zitiert wurde. Dann wurde besagte Textstelle auf die Leinwand geschrieben.
Der Inhalt der Predigt war ermutigender Natur. Es ging darum, seinen Glauben bewusst zu stärken, da man aus ihm Kraft schöpfen und lernen könnte, unabhängig zu sein. Nach der Predigt, die etwa 20 Minuten dauerte, wurden nochmals die Instrumente hervorgenommen und die Lieder vom Anfang wiederholt. Dieses Mal aber wurden Strophen und Refrain beider Songs abwechselnd gespielt, so dass das Ganze wie ein einziges Lied wirkte.
Wie schon zu Beginn des Gottesdienstes wurden die Anwesenden gebeten, für den Gesang und das Gebet aufzustehen. Da insgesamt relativ viel Zeit mit Singen verbracht wurde, stand man entsprechend lange.
Im Anschluss an den einstündigen Gottesdienst kamen die Anwesenden bei Kaffee oder Tee ins Gespräch. Es war eine durchmischte, offene Gruppe von allerlei Nationalitäten – einige von ihnen sprachen nicht einmal Deutsch – und verschiedenen Altersklassen, vom Studentenalter bis zu Rentnern. Für Kinder lief parallel zum Gottesdienst ein Kinderprogramm im Nebenraum, welches von aktiven Kirchenmitgliedern betreut wird. Dieses Programm findet jede Woche statt, wobei die Kinder einmal im Monat nach draussen gehen, z.B. in den Park.