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Für Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino ist ein Platz in den Top 4 der Premier League wichtiger als ein Cupsieg. Das kann Ole-Gunnar Solskjaer nicht verstehen. Manchester Uniteds Coach will so viele Titel wie möglich gewinnen.
Innerhalb von vier Tagen flog Tottenham Hotspur unlängst aus zwei Bewerben. Im Liga-Cup scheiterten die Londoner im Halbfinal-Derby an Chelsea, im Sechzehntelfinal des FA Cups war dann gegen Crystal Palace, einen anderen Stadtrivalen, Schluss. Natürlich bedauerte dies Mauricio Pochettino. Aber Tottenhams Trainer wies vor allem darauf hin, wie wichtig ein Platz in den Top 4 der Premier League sei. Dieser ist gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Champions League.
Seine Haltung bescherte Pochettino Kritik, schliesslich lechzen die Fans der «Spurs» nach einem Titel. Die letzte Trophäe, die man in den Vitrinenschrank stellen durfte, hat mittlerweile auch schon wieder Staub angesetzt: 2008 gewann Tottenham den Liga-Cup. Der letzte wichtige Titelgewinn des zweifachen Meisters war der Triumph im FA Cup 1991 mit Paul Gascoigne und Gary Lineker in der Startelf.
Eine andere Einstellung als Tottenhams argentinischer Trainer vertritt Ole-Gunnar Solskjaer, sein Berufskollege bei Manchester United. «Wir sind ein Klub, der Titel gewinnen will», sagte der Norweger. Die Meisterschaft sei leider nicht mehr zu holen, so Solskjaer angesichts der 16 Punkte Rückstand auf den Leader FC Liverpool. «Aber wir kämpfen noch um zwei Trophäen und die wollen wir holen. Wir sind in der Champions League und wir sind im FA Cup. Wir können nicht einfach sagen: ‹Wir wollen in die Top 4 und gut ist.›»
«Wenn du einen Titel gewinnst, dann ist das jedes Mal ein fantastisches Ereignis», schwärmte Solskjaer. Als Stürmer gewann er mit den «Red Devils» sechs Mal die Premier League, zwei Mal den FA Cup und 1999 die Champions League. «Wenn du den Pokal in der Hand hältst, dann ist das die beste Zeit deines Lebens, weil du nie weisst, was als nächstes kommt. Sir Alex Ferguson sagte stets, wir sollten jeden Titel geniessen, ganz gleich welcher er ist.»
Die Wochen von Mitte Februar bis Mitte März werden deshalb zu Wochen der Wahrheit für Manchester United, unter anderem stehen diese Kracher auf dem Programm:
Selbst wenn das Hauptaugenmerk der Champions League und dem FA Cup gilt, so werden die Liga-Spiele gegen die Rivalen Liverpool, Arsenal und Manchester City bestimmt nicht auf die leichte Schulter genommen. Denn auch wenn ein Top-4-Platz in der Liga nicht im Fokus steht – weit weg davon ist United nicht mehr und auch nächste Saison in der Königsklasse spielen zu können, wird selbstredend angestrebt.
Heute Abend (21.00 Uhr) empfängt Manchester United im Old Trafford Burnley, wo es darum geht, Solskjaers Siegesserie fortzusetzen. Seit der 45-Jährige kurz vor Weihnachten von José Mourinho übernommen hat, gewann ManUnited jedes einzelne seiner acht Spiele. So ein Einstand gelang beim Klub noch nie einem Trainer, der legendäre Sir Matt Busby gewann seine ersten fünf Pflichtspiele an der Seitenlinie.
Unter Solskjaer ist das Team aufgeblüht, plötzlich spielt beispielsweise der Franzose Paul Pogba wieder so, wie man es vom Spielmacher eines Weltmeisterteams erwartet. Der Norweger, der eigentlich nur als Interimstrainer bis Ende Saison vorgesehen war, drängt sich immer mehr als Dauerlösung auf. Ein Titelgewinn wäre nicht das schlechteste Argument.