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Marco* zog mit seinen Eltern in die Deutschschweiz, als er 11 Jahre alt war. Weg von seinen Freunden, raus aus der vertrauten Umgebung. In eine Stadt, deren Sprache er nicht mächtig war. Er besuchte zuerst die Kleinklasse, später die Sek C. Aber immer fühlte er sich fremd, nicht gut genug. Für Fördermassnahmen hatten seine Eltern, die selbst überfordert waren, kein Geld. So kam es, dass sich Marco wegen Schulkoller und Geldmangel ohne Berufslehre durchschlug – mit Gelegenheitsjobs auf der Baustelle, in der Reinigung, in der Gastronomie.
Heute arbeitet Marco, inzwischen Vater einer dreijährigen Tochter, tagsüber als Hilfskoch in einer Mensa und abends als Kurier für einen Restaurant-Lieferdienst. Er ist einer von 155 000 Working Poor in der Schweiz, die trotz Arbeit am Existenzminimum leben. Marco weiss jetzt, dass eine Ausbildung essenziell ist, und möchte sich weiterbilden. Doch dafür fehlen ihm das Geld und die Zeit. Die Lohneinbussen während des Lockdowns brachten ihn an den Rand der Verzweiflung.
Bis er Hilfe bei der Caritas fand. Die Mitarbeitenden der Sozialberatung erstellten Budgetpläne und zeigten Berufsperspektiven auf. Und dank den Entlastungsangeboten erhielt Marco finanzielle Unterstützung.