Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/696

Aufrührer der Modeszene – Alexander McQueen
Er war der rebellische Künstler unter den Modeschöpfern, Alexander McQueen sorgte auf seinen Schauen immer gerne für Aufsehen.
Lee Alexander McQueen kam im März 1969 in der englischen Hauptstadt London als jüngster Sohn einer einfachen Familie zur Welt. Er hatte fünf weitere Geschwister. Seine Ausbildung in der Modeindustrie begann der junge McQueen ganz klassisch und solide als Schneiderlehrling beim Traditionsunternehmen Anderson & Sheppard, nachdem er mit 16 die Schule abgebrochen hatte.
Nach Abschluss der Ausbildung wechselte er zur Massschneiderei Gieves & Hawkes auf der berühmten Londoner Savile Row. Einer Legende nach nähte er dort bei der Arbeit dem Prinzen von Wales eine Beleidigung ins Innenfutter eines Jacketts. Wenig später begann er seine Arbeit beim namhaften Theaterkostümbildner Angels & Bermans, ebenfalls in London.
Im Alter von 20 Jahren wurde er von dem japanischen Designer Koji Tatsuno, der mit antiken Stoffen arbeitete, angestellt, danach war er in Mailand als Assistent bei Romeo Gigli tätig und studierte am Central Saint Martin´s College of Art & Design, wo er 1992 seinen Masterabschluss machte. Ein Jahr zuvor wurde seine komplette Abschlusskollektion Jack the Ripper von der zu dieser Zeit einflussreichsten und bekanntesten VOGUE-Stylistin Isabella Blow aufgekauft.
Mithilfe der Gucci-Group gründete Alexander McQueen 1993 sein eigenes Modelabel alexandermcqueen. In den folgenden Jahren etablierte er sich weltweit zu einem der bekanntesten Designer und wurde im Jahr 1996 mit dem British Designer of the Year Award ausgezeichnet. Im Oktober desselben Jahres wurde McQueen Chefdesigner für die Haute Couture des Modehauses Givenchy, wo er bis März 2001 arbeitete. McQueen konnte zwar das Interesse der Medien mit dem neuen Posten auf sich ziehen, jedoch war seine Arbeit nicht von grossem Erfolg gekrönt, da man keine klaren Strukturen bzw. Linien der Designs erkennen konnte. Ende 2000 verlor Alexander McQueen seinen Posten, zudem wurden 51 % seines eigenen Modelabels an LVMH verkauft.
In den folgenden Jahren arbeitete McQueen ehrgeizig an mehreren Projekten. 2002 eröffnete er in Los Angeles den ersten von mehreren Flagship-Stores, arbeitete u. a. mit Puma und Samsonite zusammen, lancierte seine Zweitlinie McQ und kreierte mehrere Düfte. 2003 erhielt der Designer die Auszeichnung Commander of the British Empire für seine Leistung in der Modeindustrie. Ab 2006 entwarf er zudem für Lady Gaga ihre extravaganten, spektakulären Outfits.
Am 11. Februar 2010, dem Tag vor der Beerdigung seiner Mutter, erhängte sich Alexander McQueen in seiner Wohnung. Seit Jahren hatte er unter starken Depressionen und Angstzuständen gelitten, hatte sich besonders nach seinen Shows einsam und niedergeschlagen gefühlt.
Nach McQueens Tod übernahm Sarah Burton, zu diesem Zeitpunkt für die Marke als Head of Women’s Wear tätig, den Posten des Creative Director. Sie führte das Label ganz im Sinne des verstorbenen Designers weiter und verhalf Alexander McQueen durch das Designen des Hochzeitskleides von Catherine Middleton und Pippa Middletons Brautjungfernkleid zu einer noch grösseren internationalen Bekanntheit.
Mit aufwendigen Roben aus hochwertigen Materialien und theatralischen Inszenierungen sorgte Alexander McQueen regelmässig für Aufsehen. Sein Ruf als „Rebell der Modebranche“ eilte ihm schon zu Beginn seiner Karriere voraus – so schickte er beispielsweise einmal blutverschmierte Models auf den Laufsteg. Seine aufwendigen künstlerischen Drapierungen vermischte er vor allem mit düsteren Elementen und futuristischen Designs. Damit zählte Alexander McQueen zu den wichtigsten britischen Designern seiner Zeit.
Modezitat:
„Die Menschen wollen keine Kleider sehen – sie wollen etwas sehen, das die Fantasie anregt.“
Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © TonyV3112 – Shutterstock.com