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Wohnbauten in Rundholz
Positionspapier
Wohnhäuser in Rundholz boomen. Sie werden auch in unmittelbarer Nähe von historischen Denkmälern, mitten in schutzwürdigen Gebieten oder gar ausserhalb der Bauzonen geplant.
Vierzig bis sechzig Zentimeter: Das ist der Durchmesser der Holzstämme, die für den Bau eines Wohnhauses in Rundholz verwendet werden. Auf diese Weise entstehen eher grob proportionierte Häuser, die in bestehenden Ortsbildern störend wirken können.
Zwar wurden Rundhölzer früher in der Schweiz für den Bau von Ställen oder Scheunen verwendet, aber praktisch nie für Wohnbauten. Die Holzhäuser der Bergregionen und Voralpen sind meist als Strickbau mit im Querschnitt rechteckigen Stämmen gebaut, während sich im Mittelland das Fachwerkhaus durchgesetzt hat. Die ältesten bestehenden Holzbauten stammen aus dem frühen Mittelalter (vor 1200). Wohnbauten in Rundholz passen nicht zu dieser Holzbautradition der Schweiz.
Der Schweizer Heimatschutz lehnt Wohnbauten in Rundholz in geschützten Zonen und Gebieten ab, denn wegen des fehlenden Bezugs zur Kulturgeschichte des Ortes können benachbarte Bauten, Ortsbilder und Landschaften entwertet werden. Ausserhalb der Bauzonen sollte es ausgeschlossen sein, ein bestehendes Gebäude durch einen Bau aus Rundholz zu ersetzen. In normalen Bauzonen sollten zudem die bestehenden architektonischen Grundsätze respektiert werden.