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Das Wichtigste in Kürze
- Gegründet wurde die Freisinnig-Demokratische Partei 1894.
- Die Partei hatte lange eine dominierende Stellung in Parlament und Bundesrat.
- 2009 schlossen sich die FDP und LPS zusammen – auch aufgrund zunehmender Verluste.
- Aktuell gilt sie als drittstärkste Partei, gemessen am Wähleranteil.
Die FDP wurde 1894 im Bahnhofbuffet Olten gegründet. Entstanden ist sie aus verschiedenen Bewegungen im 19. Jahrhundert. Doch bereits vor der Gründung herrschte in Parlament und Bundesrat eine freisinnige Dominanz, die lange währte.
Aufgrund von Schwankungen im Wähleranteil sowie ähnlichen Grundüberzeugungen entscheiden sich die FDP und LPS 2008 für den Zusammenschluss.
Radikale und Liberale
Bereits im 19. Jahrhundert gab es in vielen Kantonen liberale und radikale Bewegungen. Zusammen bildeten sie eine nationale «freisinnige Grossfamilie». Dabei wurde jedoch unterteilt in die linkeren «Radikalen» und die föderalistischen und eher konservativeren «Liberalen».
Diese Trennung war nicht in allen Kantonen gleichermassen ersichtlich – in der Westschweiz deutlicher als in der Deutschschweiz.
Die Mehrheit der «freisinnigen Grossfamilie» gehörte zur 1894 gegründeten Freisinnig-Demokratischen Partei der Schweiz. Vor allem in der Deutschschweiz führte diese Partei Liberale, Radikale sowie Demokraten zusammen. Die übrigen Liberalen und Liberalkonservativen gründeten 1913 die liberale Partei der Schweiz (LPS), welche nicht in allen Kantonen überlebt hat.
Dominanz im Parlament
Das Bundesparlament wurde jedoch bereits 1848 von den Freisinnigen beherrscht. Bis 1891 gehörten auch alle sieben Bundesräte zur freisinnig-liberalen Bewegung. Lange besass die Partei eine dominierende Position und galt als Inbegriff der staatstragenden Partei.
Bis 1943 konnte die Partei jedoch die Mehrheit im Bundesrat halten. Nachdem die «Zauberformel» 1959 eingeführt wurde und die SP einen zweiten Sitz erhielt, blieben der FDP schliesslich noch zwei Sitze. Der Wähleranteil der Partei sank in den Folgejahren ebenfalls.
Engagement der FDP
Bereits früh engagierte sich die Partei im Bereich der Sozialversicherungen. So entwickelte der freisinnige Bundesrat Edmund Schulthess ein Projekt zur Altersversicherung, welches 1931 jedoch abgelehnt wurde. Ab 1944 setzte sich FDP-Bundesrat Walter Stampfli für neue Pläne zur AHV ein. Das AHV-Gesetz wurde 1947 angenommen.
Weiter setzte sich die FDP nach dem Zweiten Weltkrieg für die Erweiterung des Sozialstaats ein. Sie unterstützte die Einführung der Invalidenversicherung, der Ergänzungsleistungen sowie der obligatorischen Arbeitslosenversicherung.
Nach der Wirtschaftskrise kritisierte die Partei zunehmend den zu kostspieligen Sozialstaat. Diese Kritik wurde begleitet von Reformen, welche die Leistungen reduzierten und die Kontrolle der Begünstigten verstärkten. Die FDP setzte sich vermehrt für die Begrenzung der sozialen Sicherheit ein.
Schwankungen im Wähleranteil
Bereits 1928 wurde die FDP im Wähleranteil von der SP überholt und verlor zunehmend an Stimmen. 1983 erreichte sie dann wieder den höchsten Wähleranteil, was sie bis 1995 aufrechterhalten konnte.
Die Partei verlor danach jedoch wieder an Wähleranteil. 1999 sammelte sie nur noch die dritthöchste Anzahl Stimmen – hinter der SP und SVP. Diese Verluste waren wegweisend für den Zusammenschluss der FDP und LPS.
Zusammenschluss freisinnige und liberale Partei
2006 schlossen sich die freisinnigen und liberalen Parteien im Kanton Freiburg zusammen. Kurz danach auch in den Kantonen Wallis und Neuenburg. An einer gemeinsamen Delegiertenversammlung der FDP und LPS wurde 2008 eine Neugründung entschieden. Dies hauptsächlich aufgrund der Verluste an Wähleranteil sowie inhaltlich ähnlicher Positionen.
So schlossen sich auch auf Bundesebene die Freisinnigen und Liberalen zu einer Partei zusammen. 2009 trat diese Neugründung in Kraft mit dem Namen «FDP. Die Liberalen».
Parlamentswahlen nach 2010
Als drittstärkste Partei, gemessen am Wähleranteil, verlor die FDP 2011 wiederum 2,5 Prozent der Stimmen. Nach einem Gewinn bei den Parlamentswahlen 2015 musste die Partei auch bei den Wahlen 2019 wieder Verluste verzeichnen.
Der Wähleranteil minimierte sich um 1,3 Prozent. Die Partei erzielte zudem ihr schlechtestes Ergebnis seit 1919. Sie blieb aber, gemessen am Wähleranteil, drittstärkste Partei. Im Nationalrat mussten sie sich von vier Sitzen trennen und im Ständerat von einem.
Die FDP wird aktuell von 29 Nationalräten und 12 Ständeräten vertreten.