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Viele Zeitzeugen erinnern sich an Armut, harte Strafen und emotionale Kälte.
Jeden Tag bekam ich entweder keinen Znacht, keinen Zmorgen oder keinen Zmittag (...) Ich habe nie so Hunger gelitten.
Und immer auf den baren Arsch, wir haben häufig geblutet.
Ich besuchte das Heim auch nachher (...) das war mein Daheim.
Der Bericht über die Jahre 1945 bis 1984 zeige eindringlich die strikte Ordnung im Heim und die einfachen Lebensbedingungen, so die Innerrhoder Regierung. Auch wenn zur damaligen Zeit die Lebensverhältnisse in Appenzell Innerrhoden allgemein einfach waren und körperliche Strafen gesellschaftlich toleriert, machten die beschriebenen Ereignisse sehr betroffen.
Historischer Bericht: Die Historiker Mirjam Janett und Urs Hafner verfassten ihren Bericht einerseits aufgrund von überlieferten Dokumenten. Vor allem aber beruht der Bericht auf Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen (20 Interviews). Wie die Historiker einräumen, ergibt sich daraus kein widerspruchsfreies Bild. Ziel war es «ein Bild davon zu gewinnen, wie der Heimalltag in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts vor allem für die Kinder (...) ausgesehen hat».
Auslöser des Berichts waren Zeitungsartikel aus dem Jahr 2015 über ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner des früheren Kinderheims Steig. Die Innerrhoder Regierung gab darauf die historischen Abklärungen in Auftrag.
Zeichen an die Opfer
Die heutige Innerrhoder Regierung entschuldigt sich bei den Betroffenen für das ihnen widerfahrene Leid. Sie zahlt ausserdem 200'000 Franken in den Solidaritätsfonds für Opfer von Zwangsmasnahmen und Fremdplatzierungen ein.