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Der Richter kann spontan einen Vertreter benennen, der das Kind im Scheidungsverfahren unterstützt. Dieser Vertreter (Beistand) ist gewissermassen der Sprecher des Kindes im Scheidungsverfahren. Sein Ziel ist es, verträgliche Lösungen im Kindeswohl zu finden.
Ein Beistand wird ernannt, wenn das Kind noch urteilsunfähig ist oder wenn besondere Umstände es verlangen. Wenn die Eltern sich nicht über die Zuteilung der elterlichen Sorge oder das Besuchsrecht einigen können, wird in der Regel ein Beistand ernannt.
Der Richter kann ausserdem einen Beistand ernennen, wenn er an der Angemessenheit der gemeinsamen Einigung der Eltern zur elterlichen Sorge oder zum Besuchsrecht zweifelt. Ist das Kind urteilsfähig, kann es auch selbst beim Richter die Ernennung eines Beistandes für das Scheidungsverfahren beantragen (BGE 5A_619/2007).
Der Beistand hat dieselben Verfahrensrechte wie die Eltern im Scheidungsverfahren. Er kann beispielsweise gegen die Entscheidung zur elterlichen Sorge oder zu wesentlichen Belangen des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und Kind Rekurs einlegen.
Das Bundesgericht hat die Frage offen gelassen, ob das Bundesrecht die Frage der Honorierung des Beistandes regelt. Es scheint eher der Meinung zu sein, dass diesbezüglich die kantonalen Bestimmungen zur Anwendung kommen sollen (BGE 5C.226/2004).