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Was ihnen im März 2019 in Silkeborg gelang, wollen die Spielerinnen des CC Aarau ab diesem Freitag in Calgary wiederholen. Die WM 2020 fiel aus.
97 Spiele, die je bis zu drei Stunden dauern können. Dieses mächtige Programm wollen die Organisatoren der Curling-WM der Frauen in der vermeintlich sicheren «Bubble»-Eisarena von Calgary an zehn Wettkampftagen möglichst störungsfrei durchführen. Erheblich stören könnte wiederum das Coronavirus, obwohl sich die Athletinnen und die Coaches die ganze Zeit in der geschlossenen Umgebung des Stadions und des damit verbundenen Hotels bewegen werden. An der Anfang April gleichenorts ausgetragenen WM der Männer verschaffte sich das Virus am drittletzten Wettkampftag einen Zugang, sodass die WM zuletzt nur mit grösster Mühe und mit einem beispiellos dichten Spielplan zu Ende geführt werden konnte.
Das Programm wird auch bei einem reibungslosen Ablauf reich befrachtet sein, zumal der Curling-Weltverband WCF ab diesem Jahr darauf übergegangen ist, Teams aus 14 statt 13 Nationen zum WM-Turnier zuzulassen. Allein in der Round Robin wird jedes Team 13 Mal spielen müssen. Für die Sieger der Viertelfinals werden sich insgesamt 16 Partien ergeben. Dies ergibt mehr als 45 Stunden auf dem Eis in einer Sportart, die von den Akteuren in den letzten Jahren auch körperlich immer mehr abverlangt hat.
Übergeordnetes Ziel Olympia
Für alle Teams wird es in Calgary das übergeordnete Ziel sein, ihren Ländern einen Startplatz an den Olympischen Spielen 2022 in Peking zu sichern. Wegen des pandemiebedingten Ausfalls der letztjährigen WM zählt nur dieses WM-Turnier als Olympia-Qualifikation. Die sechs Teams, die die mit zwei Viertelfinals beginnenden K.o.-Spiele erreichen, gewinnen einen Olympia-Platz. Der Siebtklassierte wird auch berücksichtigt, falls der fix qualifizierte Olympia-Gastgeber China unter die besten sechs kommt. Alle übrigen Teams müssen Ende Jahr zu einem gesonderten Qualifikationsturnier antreten, an dem noch drei oder vier Olympia-Quotenplätze vergeben werden.
Für Melanie Barbezat, Esther Neuenschwander, Silvana Tirinzoni und Alina Pätz hätte es nur Vorteile, wenn sie schon in Calgary alles klarmachen könnten. Swiss Curling hat die Aarauerinnen als Olympia-Team gesetzt. Diese müssten demnach nicht noch interne Ausscheidungen bestreiten, wie es die WM-Dritten des CC Genf (Peter De Cruz) im September gegen den EM-Zweiten Bern Zähringer (Yannick Schwaller) werden tun müssen. Also könnten sie die anstehende Olympia-Saison mit Bedacht planen.
Schweizerinnen herausgefordert
Haben Sie in Calgary die WM-K.o.-Phase und damit den Olympia-Startplatz erreicht, können sich Tirinzoni und ihre Mitspielerinnen der Kür zuwenden - und sich ganz darauf konzentrieren, ihren WM-Titel vom März 2019 erfolgreich zu verteidigen. Für die abgesagte WM 2020 wäre für die Schweiz das Team Oberwallis (Elena Stern) qualifiziert gewesen.
Es wird für die Aarauerinnen nicht einfach werden, auch wenn sie diesen Frühling an den Schweizer Meisterschaften sowie an der WM-Ausscheidung in Biel 14 von 14 Partien gewannen und in den Direktduellen gegen das Team Oberwallis eine blendende Form ausspielten.
Die Schwedinnen um Skip Anna Hasselborg sind als erste Herausforderinnen zu nennen. Sie spielen seit Jahren auf höchstem Niveau. 2018 wurden sie Olympiasiegerinnen, aber den WM-Titel haben sie noch nicht im Palmarès. Besonders harte Gegenwehr haben die Schweizerinnen auch von den kanadischen Meisterinnen um Skip Kerri Einarson und den von der ehemaligen Weltmeisterin Eve Muirhead angeführten Schottinnen zu erwarten. Das estnische Team hat es erstmals an eine WM gebracht. Coach der Estinnen ist die frühere Schweizer Spitzencurlerin Nicole Strausak.
Die Form ist gut
Vor der WM dürfen die Schweizerinnen sicher sein, dass die Form stimmt. An zwei ausgezeichnet besetzten Turnieren, die vorgängig ebenfalls in Calgary stattfanden, erreichten sie die Halbfinals respektive den Final. Zahlreiche der 14 Teams, die die WM bestreiten werden, waren in diese Turniere involviert.