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Das Kircheninnere präsentiert sich dem Betrachter als festlicher, gleichzeitig aber auch etwas kühl wirkender Raum mit typischen spätklassizistischen Stilmerkmalen. Nach den jüngsten Renovationen darf davon ausgegangen werden, dass der ursprüngliche Zustand der 1820er-Jahre heute wieder vorliegt.
Die Innenwände sind durch flache Pilastervorlagen («Scheinsäulen») gegliedert, deren Abschluss ionische, mit Girlanden geschmückte Kapitelle bilden. Das darüber verlaufende Gebälkstück ist mit Zahnschnittfries versehen. Die Stichbögen der Fenster sind mit Ranken und Urnen in Stuck verziert. Die Decke weist die Form eines aus Gips bestehenden Muldengewölbes mit verzierten Pilastern auf. Die dreiseitige, die Kanzel umschliessende Empore mit vollen Gipsbrüstungen steht auf hölzernen, jedoch marmorierten und stuckierten toskanischen Säulen, die ihrerseits auf Postamenten ruhen.
Die Innenausstattung besteht aus einer Kanzel mit rundem, vorgehängtem hölzernen Korb, der jedoch stuckiert und marmoriert ist. Die Kanzel selber ist durch den Turm zugänglich und dominiert hoch hängend den gesamten Innenraum. Der Schalldeckel der Kanzel weist einen Urnenaufsatz auf.
Unterhalb der Kanzel befindet sich ein marmorierter Taufstein aus Mägenwiler Kalk, der die Form einer Muschel zeigt und über einen runden,
mit Girlanden behängtem Schaft verfügt.
Blick vom Haupteingang her in Richtung Kanzel und Taufstein
Die heutige Orgel mit 32 Registern stammt aus dem Jahr 1977/78 und wurde von der Strassburger Firma Mühleisen gebaut. Ab 1875 stand in der Kirche Seengen eine Orgel der Luzerner Orgelbaufirma Goll.
Heute existiert in der nur wenig geschmückten, reformierten Kirche von Seengen keine Glasmalerei mehr.Neben der eigentlichen Innenraumausstattung besitzt die Kirchgemeinde Seengen vier alte und sehr wertvolle Abendmahlskelche aus dem 17.Jahrhundert.