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Seit Jahrtausenden übt der Mensch grossen Einfluss auf die Erdoberfläche aus und begann diese für sich zu modifizieren. So wurden zum Beispiel mit dem Aufkommen der Landwirtschaft grossflächig Wälder gerodet um Platz für neue Äcker und Viehweiden zu gewinnen, was die Bodenerosion stark ansteigen liess und den Kohlenstoffkreislauf bis heute massgeblich beeinflusste.
Das PALEOFARM-Projekt untersucht den Einfluss der Landwirtschaft auf die Bodenerosion sowie die Entwicklung der Bodenbeanspruchung über die Zeit der letzten 10‘000 Jahren. Dafür werden Sedimentkerne aus drei Seen mit unterschiedlicher landwirtschaftlicher Vergangenheit in ihrem Einzugsgebiet analysiert. Mit Hilfe von Bodenresidenzzeiten von spezifischen terrestrischen Biomarkern (fossile Moleküle) können bestimmte Rückschlüsse auf die Bodenerosion gezogen werden. So interessiert uns zum Beispiel die Frage welche landwirtschaftlichen Praktiken den Boden am meisten beansprucht haben. Dabei wird vor allem das Datieren von komponenten-spezifischen Biomarkern mit der Radiokarbon-Methode eine zentrale Rolle spielen.
Der Murtensee, im Drei-Seen-Land der Schweiz, dient als Beispiel für eine kontinuierliche Intensivierung der Landwirtschaft seit der Besiedlung der Römer vor 2000 Jahren. In Karelien, dem Grenzgebiet zwischen Finnland und Russland, arbeiten wir an Sedimenten des Lavijärvi-Sees und untersuchen den Übergang von intensiver Ackerwirtschaft zu Weidwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg. In den Sedimenten des Timerliit-Sees südwestlich von Grönland hoffen wir Hinweise auf die Erholung von landwirtschaftlich beanspruchten Böden nach dem Rückzug der Bauern im 15. Jahrhundert zu finden. Denn nach einer 500 jährigen Besiedlung durch die Wikinger kehrte die verlassene Landschaft zu natürlichen Bedingungen zurück und begann sich zu erholen.