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Wäre es nach den Frauen gegangen, wären die Kampfjets an der Urne abgelehnt worden. 55 Prozent der Frauen, die am Wochenende abstimmten, legten ein Nein ein und 45 Prozent ein Ja. Gerade umgekehrt war das Verhältnis zwischen Ja und Nein-Stimmen bei den Männern.
Das zeigt eine Nachbefragung im Auftrag von Tamedia. Die Kampfjet-Vorlage wurde am Wochenende äusserst knapp angenommen, mit 50.1 Prozent Ja-Anteil hiessen die Stimmenden den Kauf neuer Kampfflugzeuge gut, knapp 9000 Stimmen gaben den Ausschlag.
Auch das Alter spielte beim Entscheid eine Rolle: Ab 50-Jährige hiessen die Vorlage mehrheitlich gut. Unter 34-jährige Stimmberechtigte hingegen sagten mehrheitlich Nein. Menschen mit obligatorischem Schulabschluss oder Berufsausbildung wiederum sagten eher Ja als Akademikerinnen und Akademiker.
Eine Minderheit will, dass das Volk auch bei der Auswahl des Jets mitreden kann. Die Frage, ob eine Abstimmung zum Typenentscheid durchgeführt werden müsste, beantworteten sie mit Ja oder «eher Ja». 60 Prozent dagegen beantworteten diese Frage mit Nein oder eher Nein.
Mit 4 Prozent klein ist der Anteil jener, die ein Kampfflugzeug eines US-Herstellers kaufen würden. 28 Prozent würden einen europäischen Hersteller bevorzugen. 24 Prozent dagegen waren der Ansicht, dass eine günstigere Variante evaluiert werden sollte. 31 Prozent wollen den Entscheid dem Bundesrat überlassen.
Beim Nein zum revidierten Jagdgesetz, das den Wolfsschutz gelockert hätte, dürften laut Umfrage ebenfalls die Frauen den Ausschlag gegeben haben: Sie sagten mehrheitlich Nein, während sich unter Männern Befürworter und Gegner in etwa die Waage hielten. Auch das Alter spielte eine Rolle: Rentnerinnen und Rentner sagten mehrheitlich Ja, Jüngere mehrheitlich Nein.
Argumente der Gegner waren, dass Wölfe bereits heute geschossen werden können, wenn sie zu grossen Schaden anrichten. Die Gegner fanden, dass weiterhin der Bund und nicht die Kantone entscheiden soll, ob ein Wolf getötet werden darf. Auch wurde befürchtet, dass weitere geschützte Tiere erleichtert reguliert werden könnten.
Nach dem wuchtigen Nein zur SVP-Begrenzungsinitiative muss der Bundesrat darüber entscheiden, wie es mit dem umstrittenen EU-Rahmenabkommen weitergehen soll. In der Umfrage wünscht sich rund jede dritte Person (32 Prozent) eine weitere Präzisierung des vorliegenden Rahmenabkommens mit der EU.
20 Prozent wollen Neuverhandlungen von der EU verlangen, und 18 Prozent ein Rahmenabkommen mit der EU endgültig ablehnen. Unterzeichnen würden den EU-Rahmenvertrag lediglich rund 16 Prozent der Befragten.
Abgelehnt wurde die Begrenzungsinitiative zwar von allen Altersgruppen. Unter 35- bis 60-Jährigen war der Nein-Anteil allerdings etwas kleiner als in den anderen Altersgruppen. Auch Personen mit niedrigen Einkommen und schlechter Qualifizierte stimmten eher zu als Gutverdienende und Akademiker.
Keine Rolle beim Entscheid über die Initiative spielte gemäss einer zweiten, am Montag veröffentlichten Umfrage von gfs.bern im Auftrag der SRG die Corona-Krise. 89 Prozent sagten, dass die Krise ihre Meinung nicht beeinflusst habe. Und wer die Meinung wegen Covid-19 änderte, wechselte eher ins Befürworter-Lager als zu den Gegnern.
Die Umfrage wurde von Tamedia in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH durchgeführt. Online beantworteten seit Donnerstag und bis Sonntag über 15'300 Personen aus allen Landesteilen die Fragen.
Die Befragung von gfs.bern fand zwischen dem vergangenen Freitag und Sonntag statt, ebenfalls online. Auswertet wurden Daten von rund 11'700 Stimmberechtigten. (sda)