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Entstehung Ortsgemeinde Flums-Grossberg
Kurzbeschrieb Ortsgemeinde
Bis 1806
Flums wird als eine allgemeine Gemeinde Flums geführt. Ortsgemeinden sind keine vorhanden.
1806
Sieben arme Bürger richten eine Petition an Müller Friedrich, Präsident des Kantons St. Gallen. In der Petition fordern die Bürger die Nutzung des Gemeindegutes für alle. Als Grund nannten die Bürger die Alpen, welche Bürger ohne Vieh nicht nutzten. Diese Bürger hätten folglich weniger Rechte gehabt. In den Folgejahren erhielten die sieben Bürger in den Grundsätzen jeweils Recht, eine Aufteilung konnte aber nicht zufriedenstellend realisiert werden.
1819
Die Gemeinde Flums wird in drei Abteilungen aufgeteilt:
Flums-Dorf, Flums-Grossberg und Flums-Kleinberg.
Damit wollte man eine möglichst gerechte Nutzung des öffentlichen Besitzes erreichen. Beschlussfähig war jedoch vor allem der allgemeine Verwaltungsrat. Da der allgemeine Verwaltungsrat zugleich auch Gemeinderat war, hatten die Abteilungen kaum Kompetenzen.
1834
Aus den drei Abteilungen sind die drei heutigen Ortsgemeinden entstanden mit den entsprechenden Rechtsbefugnissen.
Aktuell
Von den 4839 Einwohner der Pol. Gemeinde Flums sind 48% (2232) Ortsbürger der drei Ortsgemeinden. Die Ortsgemeinde Flums-Grossberg besitzt 794 stimmberechtigte Ortsbürger. Die Pol. Gemeinde Flums umfasst 7515 ha Grundeigentum. Davon sind 74 % (= 5578 ha) in Besitz der drei Ortsgemeinden. Davon besitzt die Ortsgemeinde Flums-Grossberg 2374 ha Land. Dieses Land ist wie folgt aufgeteilt:
677 ha Wald, 30 ha Landwirtschaftsland und Allmeinden und 1407 ha Alpweiden
Die Alpweiden sind eingeteilt in folgende Alpen:
Alpsenten: Matossa-Lauiboden, Tannenboden und Wise - Weitere Alpen: Bödem, Schaffans, Werdenböll und Lärchenbödeli. Die Auftriebszahlen sind jeweils in der Jahresrechnung aufgeführt.
Neben der Bewirtschaftung des Grundeigentums übernimmt die Ortsgemeinde auch kulturelle und öffentliche Aufgaben:
Alp Tannenboden:
In den letzten Jahren hat die Ortsgemeinde Fr. 4.2 Mio. in die alpwirtschaftliche und touristsche Nutzung investiert. Die Besucher können somit die Alpwirtschaft hautnah miterleben.
Mulchenhütte:
Die Ortsgemeinde bietet Feriengästen die Möglichkeit, Ferien wie zu Grossvaters Zeiten zu erleben. Die Alphütte gilt als alphistorisches Beispiel.
Ökonomische Gemeinde:
Die drei Flumser Ortsgemeinden verwalten zusätzlich die Ökonomische Gemeinde, eine ortsbürgerliche Kooperation. Stimmberechtigt sind alle stimmberechtigten Ortsbürger aller drei Ortsgemeinden. Der Verwaltungsrat setzt sich aus den drei Ortspräsidenten zusammen. Die Ökonomische Gemeinde besitzt 44 ha Wald (Maltinawald). Dieser Wald ist nach der Teilung der drei Ortsgemeinden übrig geblieben für Aufgaben, welche die ganze Gemeinde betreffen. Das Holz dieses Waldes wurde früher für Brücken und Stege, für Kirchen und Gemeindehausbauten verwendet. Weiter entspringen die Wasserquellen der Wasserversorgung Dorf auf diesem Gebiet. Heute bildet die Ökonomische Gemeinde ein wichtiges Bindeglied zwischen den drei Ortsgemeinden. An den Sitzungen können gemeinsame Themen behandelt werden und selbständige Unternehmen angegliedert werden. Dies betrifft die beiden Unternehmen Alpenstrassen-Unternehmen und Betreibergemeinschaft Schnitzelheizung.
Alpenstrassenunternehmen:
Dieses Unternehmen erschliesst Alpen und Wälder der Ortsgemeinden im Schilstal.
Betreibergemeinschaft Schnitzelheizung:
Dieses Unternehmen betreibt im Mehrzweckgebäude Flums die Schnitzelfeuerung. Das Unternehmen bezieht von den Ortsgemeinden und der Ökonomischen Gemeinde Holz und erzeugt Heizenergie, welche das Unternehmen an die angeschlossenen Objekte (Mehrzweckgebäude, Altersheim, Kirchen, Werkhof und verschiedene Einfamilienhäuser) verkauft. Insgesamt werden 800'00 kwh Heizenergie verkauft.