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Quelle: Reuters / Eyepress / CH Media Video Unit / Ramona De Cesaris
Demnach waren ausserdem 77 Menschen noch in Gebäuden in der am stärksten betroffenen Stadt Hualien an der taiwanischen Ostküste eingeschlossen. Auch die Zahl verschiedenster Unfälle, etwa durch Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur, stieg auf über 1100. Weiter wurden über 100 Nachbeben registriert.
Taiwans Wetterbehörde registrierte an der südöstlichen Küste der Insel bei der Stadt Hualien in einer Tiefe von 15,5 Kilometern eine Bebenstärke von 7,2. Die Erdbebenwarte in den USA (USGS) gab eine Stärke von 7,4 in dem Gebiet an. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen und Premier Chen Chien-jen wurden am Vormittag in der zentralen Notfall-Leitstelle in Neu-Taipeh erwartet. Das genaue Ausmass der Schäden war zunächst noch nicht absehbar.
In der Ostküstenstadt Hualien wurden Gebäude durch die heftigen Erdstösse teils schwer beschädigt, wie lokale Medien berichteten. Auf Fotos war zu sehen, wie ein fünfstöckiges Haus einsackte und in Schieflage geriet. Laut Augenzeugen war das Beben auch in und um die Hauptstadt deutlich zu spüren.
In Neu-Taipeh, das die Hauptstadt Taipeh umschliesst, wurden demnach drei Menschen verletzt, als ein Lagerhaus einbrach. Bewohner der Hauptstadt berichteten, dass in ihren Häusern und Wohnungen Einrichtungsgegenstände und Geschirr zu Bruch gingen. Der öffentliche Nahverkehr auf der Schiene wurde in mehreren grossen Städten der Insel mit mehr als 23 Millionen Einwohnern eingestellt. Auch der Schnellzugverkehr wurde unterbrochen.
Japan und Philippinen heben Tsunami-Warnungen auf
Japan und die Philippinen haben Tsunami-Warnungen Stunden nach dem schweren Erdbeben wieder aufgehoben. Zuvor hatten kleinere Flutwellen die zum südjapanischen Urlauberparadies Okinawa gehörenden Inseln Yonaguni, Ishigaki und Miyako erreicht, wie die Meteorologische Behörde am Mittwoch bekannt gab.
Sie hatte zunächst vor einem möglichen Tsunami von bis zu drei Metern gewarnt, dies aber später wieder zurückgenommen. Die Stärke des Erdbebens vor der Küste Taiwans gab sie mit 7,7 an.
Auch die Philippinen hoben am Vormittag (Ortszeit) nach mehreren Stunden eine Tsunami-Warnung für mehrere Provinzen wieder auf. Zuvor hatte das nationale Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) vor möglicherweise hohen Tsunami-Wellen gewarnt. Küstenbewohner dort und in Japan waren aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen.
Nach der Tsunami-Warnung war der Flugverkehr auf dem japanischen Flughafen Naha auf Okinawa vorübergehend ausgesetzt worden. Die Passagiere wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Stockwerke des Terminalgebäudes zu begeben, wie der Flughafenbetreiber mitteilte. Der Flughafen befindet sich an der Küste der Hauptinsel der Inselpräfektur.
Die Bewohner wurden immer wieder über Lautsprecher aufgefordert, sich auf höher gelegene Gebiete zu begeben. Auf der Insel Yonaguni wurden die Bewohner in eine Schule gebracht. Das Inselreich Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.
China bietet Hilfe an
Das grosse Nachbarland China bat Taiwan seine Hilfe an. Die chinesischen Behörden seien über die Lage sehr besorgt, sagte die Sprecherin des chinesischen Büros für Taiwan-Angelegenheiten, Zhu Fenglian, am Mittwoch in Peking. Das Festland beobachte die Situation und sei bereit, Katastrophenhilfe anzubieten.
Ob Taiwan die Hilfe Chinas annehmen wird, blieb offen. Zwischen den beiden Staaten gibt es immer wieder Spannungen, weil Peking die Insel zum Gebiet Chinas zählt, obwohl in Taiwan seit Jahrzehnten eine unabhängige und demokratisch gewählte Regierung an der Macht ist.
Produktionsstopp bei wichtigem Chiphersteller
Taiwans wichtiger Halbleiter-Hersteller TSMC hielt die Produktion an, wie die Behörde des Industrieparks der Stadt Hsinchu mitteilte. Die Firma evakuierte laut Berichten Arbeiter während des Bebens aus der Produktion.
Gegenwärtig überprüfe die Firma den Zustand der Maschinen. Zudem beschädigten die Erdstösse diverse Strassen in Taiwan. Der staatseigene Energieversorger berichtete von mehr als 308 000 Haushalten in Taiwan, bei denen mit dem Beben der Strom ausfiel. Zehntausende waren auch danach noch ohne Strom.
Zuletzt wurde Taiwan im September 1999 von einem Beben der Stärke 7,3 getroffen. Damals kamen mehr als 2400 Menschen ums Leben. Taiwan liegt in einer erdbebengefährdeten Zone auf der Grenze der eurasischen Platte und der philippinischen Meeresplatte.
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(sda/red.)