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Man schließt daraus, daß die Affinität des Chlors zum Eisen größer als die zum Kupfer sei. Die Affinität wirkt nur
in kleinsten Entfernungen, bei unmittelbarer Berührung und ist eine der Ureigenschaften der Elementaratome. Führt sie zur
Verbindung vorher getrennt existierender chem. Körper, so wird chemische Arbeit geleistet, deren Energieinhalt sich nach dem
Zustandekommen der Verbindung in anders geartete Kraftwirkungen, wie Wärme,
[* 7] Elektricität u. s. w.,
umsetzt.
Durch Aufwendung von Energie in diesen Formen kann die Affinität überwunden werden. So tritt durch starkes Erhitzen, intensive Lichtwirkung,
durch elektrische StrömeZersetzung chem. Verbindungen in ihre Bestandteile ein (s. Dissociation, Elektrolyse).
[* 8] Man ist mit wachsendem,
doch noch immer nicht mit ganzem Erfolge beschäftigt, durch Messung der Kräfte, die bei chem.
Verbindungen frei werden, oder die zur Zersetzung der letztern aufzuwenden sind, die Affinität selbst zu messen (s. Avidität).
Die noch übliche Bezeichnung der Affinität als chem. Verwandtschaft gründet sich auf
die frühere Annahme, daß das Bestreben chem. Körper, sich miteinander zu verbinden, um so größer
sei, je ähnlicher sie einander wären. Diese Annahme war eine irrtümliche, doch der Name blieb, auch
nachdem man erkannte, daß die Affinität im allgemeinen um so größer wird, je größer die Abweichungen, ja Gegensätze in den
Eigenschaften der Körper sind. Diese Gegensätze drücken sich namentlich in den elektrischen Eigenschaften aus und haben
öfter dazu geführt, die Affinitätserscheinungen auf polare Gegensätze zurückzuführen. (S. Elektrochemische
Theorie.)