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Eine Unverträglichkeit für Fruktose (Fruktoseintoleranz oder besser Fruktosemalabsorption) ist eine der häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Schätzungen ergeben dass fast jeder dritte Europäer an dieser Unverträglichkeit leidet. Häufig besteht eine Kombination aus Laktose und Fruktoseintoleranz. Die Fruktoseintoleranz muss streng abgegrenzt werden von einer hereditären Fruktoseintoleranz welche eine schwere Stoffwechselstörung darstellt und sich meist schon im Kindesalter zeigt (für diese Erkrankung muss ein genetischer Test durchgeführt werden).
Wie entsteht eine Fruktoseintoleranz?
Der Dünndarm enthält bestimmte Transporter für Fruchtzucker. Diese Transporter werden GLUT und SGLT genannt und transportieren den Fruchtzucker aus dem Nahrungsbrei durch die Darmwand in unser Blut. GLUT ist die Abkürzung von Glucose-Transporter, SGLT die Abkürzung vom englischen Begriff „sodium-glucose linked transporter", also sozusagen „Natrium abhängiger Glukosetransporter". Die Anzahl und/oder Funktion dieser Transporter kann verringert/gestört sein was zur mangelhaften Aufnahme der Fruktose führt welche dann in den Dickdarm gelangt und hier (wie andere FODMAPs) vergärt wird und so zu Blähungen und anderen Beschwerden führen kann. Insgesamt ist die genaue Ursache der Intoleranz noch nicht vollständig geklärt.
Was sind die Symptome bei einer Fruktoseintoleranz?
Die üblichen Symptome der Fructosintoleranz sind Durchfall, Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit oder Abgeschlagenheit. Doch es gibt durchaus mehr Symptome bis hin zur Depression (s.u.).
Wie kann ich herausfinden ob ich unter Fruktoseintoleranz leide?
Die Fruktoseintoleranz wird mit einem H2-Atemtest, dem Wasserstoff Atemtest, diagnostiziert den wir in unserer Praxis durchführen. Nach Bestimmung des Nüchternwertes werden in verschiedenen zeitlichen Abständen nach Aufnahme von 25g Fruchtzucker (Fruktose) die Wasserstoffwerte in der Ausatemluft gemessen.
Wie kann ich eine Fruktoseintoleranz behandeln?
Es ist sinnvoll die Menge der aufgenommenen Fruktose zu reduzieren. Ein vollständiges Weglassen von Fruktose ist jedoch nicht sinnvoll da es hierbei sogar zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes kommen kann (dadurch dass bei vollständig fehlender Fruktose aus der Nahrung die Transporter für Fruktose noch weiter reduziert werden). Es ist weiterhin sinnvoll die Aufnahme von Fruktose mit der Aufnahme von Glukose zu kombinieren da hierdurch bestimmte GLUT Transporter vermehrt in der Darmwand bereitgestellt werden und die Fruktose so besser aufgenommen werden kann («Traubenzuckertrick»).
In einer Anfangsphase sollte man Fruktose (und Zuckeralkohole) so gut wie möglich vermeiden. Danach kann man mit kleinen Mengen experimentieren, bis man seine «Dosis» herausgefunden hat und nur noch die Menge Fruktose zu sich nimmt die man verträgt. Diese Mengen ändern sich im Laufe der Zeit, man kann also immer wieder neu experimentieren.
Sorbit sollte vermieden werden, da es im Verdacht steht die Fruktoseaufnahme zu hemmen, in dem es den GLUT-5 Transporter hemmt (siehe auch Sorbitunverträglichkeit).
Fruktose wird von vielen Patienten besser am Nachmittag vertragen, evtl. liegt es daran dass am Nachmittag mehr Fruktosetransporter im Darm bereitgestellt werden.
Wir empfehlen die Therapie oder Anpassung an eine Fruktosearme Diät immer mit einer Ernährungsberatung gemeinsam durchzuführen.
Worin ist Fruktose enthalten?
Generell wenig bis keine Fruktose haben Getreideprodukte, Reis, Kartoffeln, Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Fisch, Mineralwasser (ohne Süssungsmittel!), Kaffee, Tee.
Bei Obst und Gemüse sind Kichererbsen, Erbsen, Kartoffeln, Spinat, Mangold, Radieschen, Chinakohl, Blumenkohl (Karfiol), Blattsalate, Gurken, Kaktusfeigen, Avocado, Rhabarber u.a. Fruktosearm.
Nüsse sind bis auf Erdnüsse (Sorbithaltig) ebenfalls gut verträglich.
Viel Fruktose, Mannit oder Sorbit findet sich in fast alleb Obstsorten (Äpfel, Pflaumen, Birnen, ...), allen Trockenfrüchten, Fruchtsäften, Softdrinks, Honig, Wein, Most, Cider u.a. Die Lebensmittelindustrie hat in den vergangenen Jahren immer mehr fruktosehaltige Süssungsmittel zu sehr vielen verschiedenen Produkten (v.a. Fertigprodukte) zugesetzt.
Gerne organisieren wir für Sie eine Ernährungsberatung.
Kann Fructoseintoleranz Depressionen hervorrufen?
Es gibt Hinweise dass die Aufnahme von Fruktose bei Vorliegen einer Fruktoseintoleranz bei manchen Menschen zu Depressionen führen kann. Die Theorie ist dass Tryptophan (eine Aminosäure welche aus der Nahrung aufgenommen werden muss) welches in Serotonin (das sogenannte «Glückshormon») umgebaut wird mit der Fruktose einen festen Komplex im Darm bildet und daher bei hoher Fruktosekonzentration und einer Fruktoseintoleranz nicht aufgenommen werden kann. Ein Mangel an Serotonin kann dann zu einer depressiven Verstimmung oder Depression führen. Unter einer Fruktosearmen Diät können solche Symptome wieder vollständig verschwinden. Natürlich gibt es viele andere Gründe für das Vorliegen einer Depression.
Es gibt Hinweise dass auch andere Lebensmittel unser Wohlbefinden mitbestimmen können (siehe «mood-food»).
Quellen (u.a.): Ledochowski M, Widner B, Bair H, Probst T, Fuchs D.; Fructose- and sorbitol-reduced diet improves mood and gastrointestinal disturbances in fructose malabsorbers.; Scand J Gastroenterol. 2000 Oct;35(10):1048-52.