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Es ist das traurige Ende einer musikalischen Saga, die 25 Jahre lang andauerte. Der Verein Jazz Parade hat seine Bilanz deponiert. Diesen Umstand hatten die Verantwortlichen bereits vorausgesagt, nachdem die diesjährige Ausgabe kurzfristig abgesagt werden musste. Ein Konkursantrag sei beim Bezirksgericht Saane eingereicht worden, bestätigt Isabelle Théron, Anwältin der Jazz Parade. Weil beim Gericht zurzeit Sommerpause herrsche, müsse der Schulbeginn abgewartet werden, bis der Antrag behandelt werde.
Am Mittwoch sind die letzten verwahrlosten Überreste der Festival-Installationen, die auf dem Ilford-Gelände in Marly zurückgelassen wurden, geräumt worden. Auf diesem Platz hätte das Festival vom 3. bis 12. Juli stattfinden sollen. Zelte und andere Gegenstände, auf die niemand direkt einen Anspruch erhebt, sind von ihren Besitzern einfach zurückgelassen und nie mehr abgeholt worden. Die Fortsetzung dieser Geschichte geht nun also vor Gericht weiter.
Mehrere Strafanzeigen sind gegen Jean-Claude Henguely eingegangen. Er wird beschuldigt, gegen Personen, die in die Organisation der Jazz Parade 2014 involviert waren, Drohungen ausgesprochen zu haben. Der Vorstand seinerseits hatte den Gründer und ehemaligen Direktor der Jazz Parade entlassen. Das Komitee wirft ihm Vertragsbruch und Vertrauensmissbrauch vor. Henguely selber kündigt nun an, dass er seine Ex-Arbeitgeber schon bald vor dem Arbeitsgericht wiedersehen werde. Er geht davon aus, einen Lohn von 100 000 Franken ausbezahlt zu bekommen. Darauf habe er Anrecht, behauptet Henguely. Wenn er hofft, dass er das Geld vom Verein Jazz Parade erhält, muss er sich aber noch ein wenig gedulden. Denn die Gläubiger werden immer mehr.
Bands wollen Geld sehen
Gemäss Isabelle Théron gibt der grosse Schuldenberg aus den Jahren, in denen Jean-Claude Henguely die Jazz Parade präsidiert hatte, zu keiner Hoffnung Anlass, dass der Verein jemals wieder auf die Beine kommen könnte. Es würden sogar immer mehr finanzielle Ansprüche geltend gemacht. Zum Beispiel von Künstlern, die sich darüber beklagen, dass sie nie eine Gage erhalten haben. Der Manager der Band UB40, der bereits Ausgaben für die Reise der Band nach Marly getätigt hatte, kündigte bereits an, dass er rechtliche Schritte einleiten werde.
Die Schulden der Jazz Parade liegen im sechsstelligen Bereich. Die Chancen, dass sie eines Tage beglichen werden, stehen schlecht. Gemäss Vereinsstatuten können die Mitglieder nicht persönlich dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Jean-Claude Henguely weist alle Vorwürfe zurück und bekräftigt, dass er vor Gericht einen guten Stand haben werde. Die Klagen seien dermassen unbedeutend, dass die Kläger keine Chance auf Erfolg hätten. bearbeitet von ak/FN
Gelände: Zelte und Platten geräumt
A uf dem Ilford-Gelände in Marly sind von der Jazz Parade keine Spuren mehr zu sehen», sagt ein Bürger aus Marly, der am Mittwoch die Demontage-Arbeiten mitbekommen hatte. Ein Umzugsunternehmen aus der Region sei mit fünf Personen auf Platz gewesen und habe die restlichen zehn Zelte weggeräumt. Ein wenig später habe ein anderes Unternehmen die Bodenplatten mitgenommen, die vor Schlamm schützen sollten. Wem das Material gehört, bleibt unklar. Jean-Claude Henguely und der Verein Jazz Parade streiten ab, die Besitzer dieses Materials zu sein. ara/Lib.