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Definition
Der französische Begriff “Sophrologie Caycédienne” bezieht sich auf den speziellen Therapieansatz des spanischen Neuropsychiaters A. Caycedo. Dieser entwickelte 1960 eine spezielle “Sophrologie”. Mit diesem Begriff ist die Wissenschaft von Bewusstheit und Ausgeglichenheit beschrieben. Es geht also um eine ausgeglichene Balance zwischen den Instanzen Körper, Seele und Geist.
Anwendung
Mit dieser speziellen Form der Sophrologie legte Caycedo eine Bewusstseinsschulung vor. Diese umfasst verschiedene Entspannungstechniken, Konzentrationsübungen und Atemtechniken. Der therapeutische Nutzen der Sophrologie a la Caycedo ist mehr Ausgeglichenheit.
Die Sophrologie Caycedos basiert auf Denkweisen und Techniken, die dem indischen Raja Yoga entlehnt wurden. Es finden sich außerdem meditative Elemente aus dem tibetischen und japanischen Buddhismus, sowie der Psychologie und Neurologie. Weiterhin fließen Elemente aus der Tiefenentspannung, dem autogenen Training oder der Hypnotherapie ein.
Der geistige Hintergrund ist von den philosophischen und phänomenologischen Theorien Heideggers und Husserls geprägt.
Grundlagen
Die sophrologische “Intervention” wird in Einzel- oder Gruppensitzungen vorgenommen. Die Einzelsitzungen widmen sich persönlichen Problemen. Die Gruppensitzungen sind deutlich allgemeiner. Sie dienen beispielsweise der Schwangerschaftsbegleitung, der Geburtsvorbereitung oder der Stressentlastung.
Ein vorbereitendes Gespräch dient bei Einzelsitzungen als “Anamnese”. Es erfasst die persönliche Problematik. Daraufhin wird ein Plan mit passenden sophrologischen Übungen erstellt. Ein wohlwollendes, respektvolles und freundliches Gesprächsklima ist Basis des sophrologischen Prozesses. Man begegnet sich im Kurs auf Augenhöhe.
Durch gezielt eingesetzte Atemtechniken, Konzentrations- und Entspannungsübungen soll ein tiefenentspannter Zustand herbeigeführt werden. Dieser wird als “sophroliminaler” Zustand bezeichnet. Er ist durch körperliche und geistige Entspanntheit und erhöhte Erlebnisfähigkeit gekennzeichnet.
Der Proband lernt, diesen Zustand auch in Eigenregie herbeizuführen. In diesem Zustand können “sophrologische Interventionen” vorgenommen werden. Deren Ziel ist es, die inneren Ressourcen des Probanden zu aktivieren. Der “Patient” hat – anders als in der Hypnose – die vollständige Handlungskontrolle. Er steuert Denken und Fühlen jederzeit selbstbestimmt.
Die “mentale Entdeckungsreise” wird sitzend und mit geschlossenen Augen durchgeführt, während der Therapeut leise spricht. Anschließend werden die Gefühle und das innere Erleben besprochen. Der Nutzen liegt in der Persönlichkeitsentwicklung. Schmerzen, Schlafstörungen, Prüfungsängste oder Stressfolgen können gemindert werden. Sophrologische Interventionen dienen auch als Vorbeugung gegen Burn-out-Erkrankungen.