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Aufgrund des ähnlichen Sprachstammes wird vermutet, dass Kelten und Germanen ursprünglich aus Zentralasien stammen. Nach der letzten großen Eiszeit, die um 10.000 v.Chr. endete, erweiterten diese indogermanischen Stämme ihre Siedlungsräume. Ein Teil von ihnen ließ sich in Indien und dem heutigen Iran nieder, andere wanderten weiter in den Westen. Um etwa 2000 v.Chr. besiedelten sie ganz Mittel- und Nordeuropa, dazu Teile von Süd- und Osteuropa, vermischten sich dabei mit den dort lebenden Einwohnern. Um etwa 500 v.Chr. hatten sich die einzelnen Stämme in Sprache und Gebräuchen eigenständig entwickelt. Nun waren deutlich die Germanen im Norden und Osten sowie die Kelten im Westen und Süden zu unterscheiden.
Die Germanen waren in Skandinavien, dem heutigen Polen und Norddeutschland beheimatet. Zwar gab es durchaus regionale Unterschiede und Eigenständigkeiten. Doch werden vereinfachend alle Völker als Germanen bezeichnet, die in der Zeit von etwa 500 vor bis 500 nach Christus in dieser Region lebten.
Germanische Familien lebten in kleinen, ländlichen Gemeinschaften. Meist ließen sie sich als Großfamilie auf verstreuten, einzeln stehenden Gehöften nieder. Das Land war dünn besiedelt. Es gab keine Städte und nur wenige befestigte Dörfer. In diesen fanden sich etwa 100 bis 200 Menschen zusammen. Vorwiegend lebten die Leute von Ackerbau und Viehzucht, dazu gab es unter ihnen Handwerker und Händler. Sie nutzten kein Geld, sondern handelten mit Tauschwaren.
Die Germanen waren zwar patriarchalisch organisiert, doch hatten die Frauen durchaus etwas zu sagen. Auch innerhalb der Stämme ging es demokratisch zu, das heißt, es gab keine herrschende Klasse, sondern es wurde in ihren Ratsversammlungen gemeinsam diskutiert und abgestimmt. Doch waren die Germanen nicht nur friedliche Bauern und Händler. Im Gegenteil, sie waren sehr wehrhaft und ließen sich zu gern in kriegerische Auseinandersetzungen verwickeln. Dabei kämpften sie mit Speeren und Schwertern. Auch trugen sie bemalte Schilde, um feindliche Angriffe abzuwehren.
Die Germanen kannten weder Tempel noch andere Arten von Gotteshäusern. Sie verehrten ihre Götter in der Natur – in heiligen Hainen, Lichtungen und Bäumen, an Quellen, Bächen, Flüssen und Mooren. Auch Priester waren den Germanen nicht bekannt. Die Bitt- und Dankrituale an die Götter führte das Familien- oder Sippenoberhaupt aus. Für die weiblichen Gottheiten waren die Frauen der Familie zuständig. Das Jahr strukturierten sie mit festen Feiertagen. An diesen feierten sie und brachten den Göttern Opfergaben.Zum Seitenanfang
Wotan oder Odin heißt der oberste Gott der Germanen. Er ist der Gott des Atems, der Seele, der Dichtung, des Sturms und des Rausches. Er schenkt Inspirationen, ist weise und allwissend. Auch gilt er als machtvoll und furchteinflößend.
Frigg ist die Ehefrau von Wotan und die oberste Göttin der Germanen. Sie ist die Muttergöttin und wacht über Ehe, Geburt und Mutterschaft. Dazu gilt sie als Göttin der Hausarbeit.
Donar, in manchen Gegenden auch Thor genannt, ist der älteste Sohn von Wotan. Er ist der Gott des Ackerbaus, der Verträge und der Fruchtbarkeit. Donar ist sehr kraftvoll und gilt als Herr über Gewitter und Donner. Er beschützt die Menschen, sorgt für die Guten und bekämpft die Bösen. Insbesondere verleiht er Schutz vor Riesen.
Baldur ist ein weiterer Sohn von Wotan und Frigg. Er ist ein guter Gott, der Gott der Sonne, des Lichts, des Frühlings, der Gerechtigkeit, des Guten. Da ihn sein Bruder versehentlich getötet hat, steht Baldur auch für das Sterben und das Wiederauferstehen.
Ostara ist die Tochter von Wotan und Frigg. Sie ist Göttin des Frühlings, der Fruchtbarkeit und der Morgenröte.
Freya ist nach Frigg die wichtigste weibliche Gottheit. Sie ist die Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit.
Heimdall ist ein Lichtgott. Er bewacht die Regenbogenbrücke, die die Heimat der Götter mit der Welt der Menschen verbindet. Er ist sehr weise, hellsichtig und hellhörig: Sogar in der Nacht kann er 100 Meilen weit sehen. Und er kann das Gras wachsen hören.
Loki ist der Gott des Feuers. Er ist ein gefährlicher Gott, der sich in jede Gestalt verwandeln kann. Daher gilt er auch als Gott der List und der Schlauheit.
Tiuz, auch Tyr oder Ziu genannt, ist der Gott des Krieges und des Rechtes. Er ist Schutzgott über das Thing, die Ratsversammlung der Germanen.Zum Seitenanfang
Sol und Mani sind die Götter von Sonne und Mond. Die beiden sind Geschwister – die Sonnengöttin Sol und der Mondgott Mani. Sie steuert den Lauf der Sonne, er ist für den Lauf des Mondes zuständig.
Der Siedlungsraum der Kelten umfasste das heutige England und Irland, ebenso Frankreich, Nordspanien, Norditalien, Schweiz, Süddeutschland und Österreich bis hinein nach Ungarn und Slowenien.
Die Kelten lebten in dörflichen und städtischen Gemeinschaften mit bis zu 20.000 Einwohnern. Mit Vorliebe errichteten sie ihre Städte auf einer Anhöhe. Bekannt sind dazu die Viereckschanzen der Kelten, deren Überreste an manchen Orten heute noch zu besichtigen sind. Diese Schanzen dienten meist dem Schutz der Bewohner. Manche wurden auch für religiöse Riten genutzt. Auch soll es Schanzen gegeben haben, mit denen die Kelten in der Lage waren, das Wetter großräumig zu beeinflussen.
In der Römerzeit war die keltische Kultur bereits hoch entwickelt. Die Kelten betrieben Ackerbau und Viehzucht, sie waren im Bergbau tätig und prägten eigene Münzen. Dazu florierte der Handel. Ein gut ausgebautes Wegenetz überzog ihr gesamtes Siedlungsgebiet. Vor allem hatten sie eine hoch entwickelte Handwerkskunst. Sie stellten prunkvolle Waffen, reich verzierte Gefäße und fein gearbeitete Schmuckstücke her. Auch erzählten sie sich Sagen und Geschichten – diese jedoch gaben sie in der Regel mündlich weiter. Und sie machten Musik, wie die Darstellungen auf keltischen Münzen beweisen.
Es gab Adlige unter den Kelten, sie hatten das Sagen und galten als sehr einflussreich und mächtig. Kämpfe und Kriege wurden vorwiegend unter diesen Adligen ausgefochten, zuweilen auch stellvertretend im Zweikampf. Die religiösen und geistigen Führer der Kelten waren die Druiden. Sie stammten meist aus der adligen Oberschicht und waren hoch angesehen. Ihre Ausbildung war sehr umfangreich und dauerte extrem lang – nach der Überlieferung etwa 20 Jahre. Die Druiden, unter denen auch Frauen waren, fungierten als Schamanen, Priester, Ärzte und Richter.
Taranis ist der oberste Himmelsgott. Er beherrscht den Himmel und die Kriege. Auch herrscht er über das Wetter, insbesondere über Blitz und Donner – und vermag auch davor zu beschützen.
Teutates, einer der wichtigsten Keltengötter, ist der Kriegsgott. Da er auch der Gott der Stämme ist und Gemeinschaften beschützt, ist er auch ein guter Führer in Friedenszeiten. Zudem gilt er als Erfinder der Künste.
Esus ist ein kraftvoller Gott der Erde, der Pflanzen und des Waldes. Vor allem aber beschützt er die Reisenden, die Wege und den Handel. Er wird in Hainen und an Wegkreuzungen sowie im Lebensbaum verehrt.
Cernunnos ist der Gott der Tiere, der Natur und der Fruchtbarkeit. Von manchen Forschern wird er als Ur-Schamane bezeichnet.
Lug ist der Sonnengott und der Gott der Magie. Auch ist er für Gewerbe, Handwerk, Kunst und Handel zuständig.
Belenus ist der Gott des Lichtes, der Quellen und der Heilung. Er wird als hell strahlend beschrieben und soll die Heilung unterstützen. Belenus wird an Quellen und Brunnen verehrt.
Brigid ist eine Lichtgöttin. Sie gilt als die große Mutter, auch ist sie die Göttin der Fruchtbarkeit, der Poesie und der Heilkunst.
Epona ist die Göttin der Fruchtbarkeit, die Schutzgöttin der Pferde, zudem ist sie eine Muttergottheit.
Arduinna ist die Göttin der Jagd und der Berge.
Nemetona gilt als Kriegsgöttin und als Siegesgöttin.
Merlin war Druide, Zauberer und Magier. Er war Erzieher und Berater von Artus. Bekannt wurde er für seine prophetischen Aussagen, etwa dass nur der wahre Herrscher von England in der Lage sei, das Schwert Excalibur aus dem Stein zu ziehen. Auch soll er den Steinkreis von Stonehenge errichtet haben.Zum Seitenanfang
Artus soll um 500 n.Chr. gelebt haben. Er wurde als Sohn von Igraine und Uther Pendragon auf der Burg Tintagel in Cornwall geboren. Manche Forscher sehen in Artus jedoch auch eine Sagengestalt. Ihm soll es jedenfalls gelungen sein das sagenhafte Schwert Excalibur aus dem Stein zu ziehen. Dies machte ihn zum wahren Herrscher und neuen König von England, denn mit diesem Schwert und seiner Macht vermochte er das zerstrittene Land zu einen. Unter seiner Herrschaft entstand die Tafelrunde, deren Ritter sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral machten.