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Ab 1943 unterrichtete Franz Egloff (1918-1999) Handharmonika- und Akkordeonschüler an der eigenen Musikschule in Wettingen und Windisch. Schon bald, im Oktober 1944, begann eine kleine Gruppe von 7 Handharmonika-Spielern (Hansruedi Bigler, Gerhard Ebner, Georg Megnet, Hans Meier, Herbert Senn, Josef Steimer und Gerhard Weibel) regelmässig zusammen zu proben, und schon 1946 erfolgte das erste öffentliche Konzert in der Rosenau in Wettingen. Ab diesem Jahr fand jährlich mindestens ein Konzert statt. Deshalb betrachten wir heute das Jahr 1946 als Gründungsjahr des AOEWs, obwohl erst 1950 auch formell ein Verein unter dem Namen "Handharmonika-Klub Egloff Wettingen" gegründet und ein erster Vorstand bestimmt wurde.
Das Sprichwort "Aller Anfang ist schwer" bewahrheitete sich auch für das AOEW. Zum Glück bewies jedoch Franz Egloff selbst in schwierigen Zeiten grossen Durchhaltewillen. Trotz anfänglicher Rückschläge, wie z.B. ein "Orchester" mit nur noch fünf(!) aktiven Mitspielern oder ein hoch defizitäres Jahreskonzert, hielt er an regelmässigen Proben fest und schuf damit die nötige Kontinuität für eine gesunde Vereinsentwicklung. 1949 hatte sich die Zahl der Mitglieder mehr als verdoppelt, wenige Jahre später wurde das Orchester in zwei Gruppen aufgeteilt: die "Junioren" (mit Schülern der Musikschule) und die "Senioren". Nach 1960 hielt das Akkordeon in den Orchestern Einzug und verdrängte die traditionelle diatonische Handharmonika fast vollständig. Das HOEW wurde zum Akkordeon Orchester Egloff Wettingen (AOEW). Da auch immer mehr erwachsene SpielerInnen im Juniorenorchester mitspielten, wurde dieses in Orchester II umbenannt. Mit der Aufteilung in Orchester I (Literatur der oberen Mittelstufe bis Oberstufe) und Orchester II (Mittelstufe), sowie einer unterschiedlich zusammengesetzten Orchestergruppe, die sich auch an Stücke der Höchststufe heranwagte, bot sich nun jeder Spielerin und jedem Spieler unabhängig von ihrem/seinem Alter die Möglichkeit in der ihrem/seinem Können angemessenen Schwierigkeitsstufe zu musizieren.
Viele Spielerinnen und Spieler halten dem AOEW seit vielen Jahren die Treue. Seit mehr als 30 Jahren im AOEW aktiv sind Delia Bettinaglio (seit 1963), Brigitte Meier-Egloff (seit 1972), Christoph Meier (seit 1973), Urs Gribi (seit 1977), Carmen Tranchida und Lukas Heinrich (seit 1979) und Irene Albiez (seit 1981). Dank einer ganzen Reihe von talentierten jungen Spielerinnen und Spielern, immerhin 7 sind unter 20 Jahre alt, beträgt der Altersdurchschnitt des AOEW 38 Jahre.
Nicht nur die Spielerinnen und Spieler, auch der Vorstand glänzte durch grosse Vereinstreue: so stand Franz Michel dem AOEW von 1955 - 1993 als Präsident vor, Hansjörg Willi führte (zusammen mit seiner Schwester Erika Michel-Willi) die Vereinskasse von 1956 - 1993. 1993 legte diese bewährte Crew das Geschick des Vereins in die Hände des neuen Vorstandes.
Die Anzahl der Konzertbesucher nahm über die Jahre stetig zu. Wegen Platzmangels mussten neue Konzertlokale gesucht werden. Beginnend mit dem kleinen Vereinssaal Rosenau wechselte man ins Restaurant Winkelried. Für einige Jahre wurden die Konzerte im Casino in Wettingen abgehalten, danach im Saal des Pfarreiheims St. Sebastian. Als dieser unter dem Ansturm der Besucher zu platzen drohte, wechselte das AOEW 1983 in den grossen Saalbau des Sport- und Freizeitzentrums Tägerhard.
Nach 50 Jahren unermüdlicher Tätigkeit als Dirigent übergab Franz Egloff im März 1994 die musikalische Leitung des AOEWs an seine Tochter Brigitte Meier-Egloff.
Während mehreren Jahrzehnten probte das Orchester in den Räumen der Musikschule Egloff an der Neustrasse. Mit der Zunahme der Spielerzahl musste ein neues Probelokal gefunden werden. Nach einigen Provisorien im Kindergarten Altenburg und im Pavillion der Heilpädagogischen Schule (HPS), dürfen wir nun die Aula der neuen HPS an der Staffelstrasse als Probelokal nutzen.