Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03108.jsonl.gz/2440

| Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

17. Homilie.
12.
[S. 170] Die geistige Worte verkünden, ohne sie zu erleben, gleichen einem Menschen, der in brennender Sonnenhitze durch eine öde Gegend wandert und in seinem heftigen Durste sich eine sprudelnde Wasserquelle malt, wobei er sich selbst als Trinkenden hinzeichnet, indessen seine Lippen und seine Zunge vor lauter Durst austrocknen. Oder [sie gleichen] einem Menschen, der von der Süßigkeit des Honigs redet, ohne ihn verkostet zu haben, also die Kraft der Süßigkeit nicht kennt. Ja, so sind die, die von Vollkommenheit, Wonne oder Leidenschaftslosigkeit reden, ohne deren Kraft erfahren zu haben und davon fest überzeugt zu sein. Nicht alles verhält sich so, wie sie sagen. Denn wird ein solcher einmal gewürdigt, nur zum Teil das wirklich zu erleben, was er redet, so urteilt er bei sich selbst: Nicht so, wie ich meinte, habe ich es gefunden. Denn anders sprach ich und anders wirkt der Geist.