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In der neusten Version 3.0 bietet WordPress einige wichtige Neuerungen, welche die Einsatzmöglichkeiten der populären Blog-Software wesentlich erweitern.
Zunächst erlaubt es WordPress nun endlich standardmässig, mit einer einzigen Installation mehrere Blogs zu betreiben (was als Blog-Netzwerk bezeichnet wird). Hierfür wurden die “normale” WordPress-Version und die bisherige Multi-User-Version WordPress MU (auch WordPress µ genannt) fusioniert. Nach der Installation von WordPress 3.0 ist diese Option zwar deaktiviert und es erfordert Anpassungen an den Konfigurationsdateien wp-config.php und .htaccess, um sie zu aktivieren. Der Vorgang ist aber gut dokumentiert und einfach zu bewältigen, wenn man dieser Anleitung folgt. Anschliessend gibt es im Backend einen neuen Navigationsblock mit dem Titel “Blog-Netzwerk”, über welchen der Administrator die verschiedenen Blogs aufsetzen und verwalten kann, während die Autoren der einzelnen Blogs weiterhin nur ihren Blog sehen. Das Feature vereinfacht also primär die Arbeit des Administrators, der mehrere Blogs managen muss, während sich die Arbeit des Autors nicht verändert.
Eine zweite Neuerung sind die Custom Post Types, welche es erlauben, nebst den Standard Post Types (z.B. “Artikel”, “Seite”) auch eigene Post Types zu definieren. Möchte man beispielsweise seinen Blog dazu nutzen, um Hotelbewertungen, DVD-Rezensionen oder ein Literaturverzeichnis zu publizieren, dann kann man die Post Types “Hotel”, “DVD” oder “Buch” definieren. Dadurch stehen dann im Backend individuelle Eingabemasken zur Verfügung, so dass man die gewünschten Attribute in separaten Feldern erfassen kann. Ähnlich wie bei einer einfachen Datenbank kann man so gleichartige Daten strukturiert ablegen. Das Einrichten eines neuen Post Types erfordert etwas Arbeit, ist aber keine Hexerei, wie obiger Screencast zeigt. (Wem die Standard-Lösung nicht gefällt, der hat mit Pods CMS sowie einigen anderen Plugins aber auch Alternativen zur Auswahl.)
In eine ähnliche Richtung gehen die Custom Taxonomies. Taxonomien sind – ganz allgemein gesprochen – Klassifikationssysteme, und zwei solche Taxonomien kennt jeder Blogger: Kategorien und Tags. Taxonomien erlauben es, gleichartige Objekte zu gruppieren und wiederzufinden. Als durchschnittlicher Blogger kommt man mit Kategorien und Tags gut zurecht. Wer hingegen eine Website mit Computer-Testberichten publiziert, der wird froh sein, wenn er beispielsweise den Hersteller, die Bildschirmgrösse, den Prozessor oder die RAM-Grösse als separate Taxonomien zur Verfügung hat und nicht alle diese Ordnungskriterien über den normalen Kategorienbaum abbilden muss. WordPress 3.0 perfektioniert Custom Taxonomies, indem nun auch hierarchische Taxonomien möglich sind. (Details in diesem Artikel.)
Eine weitere Neuerung ist der Menü-Editor. Sofern das Template dies unterstützt, kann der Blog-Autor hier Navigationsstrukturen aufbauen, wobei als Navigationspunkte Seiten, Artikelkategorien und externe URLs hinzugezogen werden können.
Das neue Default-Theme “Twenty Ten” und das überarbeitete Backend-Design sind hübsch, aber letztlich nur Zugaben. Seine wahre Bedeutung bekommt das jüngste WordPress-Update durch die oben beschriebenen Features, und so ist die Version 3.0 eines der wichtigsten Releases in der Geschichte von WordPress.