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Hier einige Facts über den bitteren Grossmeister:
Campari ist älter als Italien
Gaspare Campari begründete diese epische Marke im Jahr 1860 in Novara, rund 45 Kilometer westlich von Mailand. Damit kam Campari der Vereinigung Italiens um gut 10 Jahre zuvor.
Klassische Cocktails und die renommierteste italienische Shopping Mall verhalfen Campari zu Weltruhm
Kurz nach der Marken-Lancierung eröffnete Campari eine Weinbar in Italiens ältestem Einkaufszentrum, der Galleria Vittorio Emanuele gleich neben dem Mailänder Dom. Im Jahr 1915 wurde aus der Weinbar eine Campari-Aperitif-Bar, serviert wurden eigene Aperitifs und Liköre. Keiner davon war aber populärer als der bittere rote Orangenlikör, der natürlich auch in viele neue Cocktails gemixt wurde.
Nur zwei von Gaspares Drinks überlebten die neue Generation Besitzer
Bei der Übergabe der Führungsverantwortung an Davide und Guido, die Söhne Camparis im Jahr 1920, reduzierten diese das Markenportefeuille, das unter Gaspare noch einige experimentierfreudige Mixturen beinhaltete, auf den Campari Bitter und den Campari Cordial, einen auf Himbeeren basierenden Likör, dessen Produktion aber in den 90-er Jahren endete.
Die Erfindung der Cocktail-Ikonen
In den 20-er Jahren umfasste die Liste der klassischen Cocktails der International Bartenders Association auch zwei Campari-Cocktails. Damit wurde dem Americano und dem Negroni der Ruhm zuteil, zu den wenigen Cocktails zu gehören, bei deren Ingredienzen eine spezifische Spirituosenmarke aufgeführt ist.
Nicht auf dieser Liste, aber trotzdem nicht unbekannt, sind der Negroni Sbagliato (ein Teil Campari, ein Teil Vermouth, ein Teil Schaumwein), und der Milano-Torino oder „Mi-To“, bei dem gleiche Teile Campari aus Mailand und Vermouth aus Turin gemixt werden.
Einige Campari-Cocktails repräsentieren die Vereinigung Italiens
Benannt nach Giuseppe Maria Garibaldi, dem italienischen General, der massgeblich zur Vereinigung Italiens beitrug, werden beim Garibaldi Campari Zuckerrohrsirup und frisch gepresster Orangensaft zusammen gemixt. Der Drink symbolisiert so die Vereinigung von Italiens Norden und Süden, wobei Campari den Norden und die Orangen den Süden Italiens repräsentieren sollen.
Viel mehr als ein bitterer roter Aperitif
Obschon der Name Campari meistens mit dem bitteren roten Aperitif assoziiert wird, ist dieser bloss einer von mehreren berühmten Spirituosen, die die Marke Campari heute ausmachen. Die Firma besitzt heute Geschäftstellen und Produktionsstätten in 25 Ländern und umfasst mehr als 50 Spirituosensorten, darunter Aperol, Grand Marnier, Skyy Vodka und Wild Turkey.
Die Bedeutung der Kunst in der Geschichte Camparis
Ab den 20-er Jahren engagierte Campari verschiedene Künstler, um Werbeplakate für den Brand zu kreieren, darunter Ugo Mochi, Adolf Hohenstein, Marcello Nizzoli und Leonetto Cappiello, der das berühmte „Spiritelle“-Poster schuf, auf welchem ein Kobold mit einer Flasche Campari in der Hand aus einer Orangenschale springt.
Ein anderes Plakat, das „Manifesto Campari“, designt von Bruno Munari im Jahr 1964, erschien zeitgleich mit der Eröffnung der M1-Metrolinie in Mailands. Das Bild zeigt eine fragmentierte Komposition von Campari-Logos, die so dargestellt sind, dass sie nur bei starker Geschwindigkeit korrekt erkannt werden können (z.B. aus einem fahrenden U-Bahnwagen). Das Bild ist heute permanentes Ausstellungsstück des MoMAs in New York.
Die Campari-Galerie
Die Campari-Galerie öffnete ihre Tore im Jahr 2010, zum 150. Geburtstag der Marke Campari. Sie befindet sich im Liberty-Gebäude in Sesto San Giovanni, wo die erste Campari-Produktionsstätte liegt.
Campari war schon immer „bitter“, wird aber heute nicht mehr so verkauft
Traditionsgemäss wurde früher der Beschreibung des roten Aperitifs das Wort „BITTER“ zugefügt, während der klare Likör „CORDIAL“ genannt wurde. Seit dem Produktionsende des Campari Cordial wurde diese Unterscheidung aber unnötig, und das Wort „BITTER“ wird heute in der Werbung etc. nicht mehr verwendet, und ist seither auch auf der Flasche nicht mehr so prominent vorhanden.
Campari ist überall auf der Welt unterschiedlich
Abhängig vom Land, in welchem Campari abgefüllt und verkauft wird, verändert sich auch sein Alkoholgehalt. Island und Schweden erhalten mit 21% den schwächsten Campari (hier könnte man sich nun über die Gründe dafür unterhalten…), wohingegen in den Vereinigten Staaten 24 Volumenprozent gemessen werden. Diejenigen unter euch, die Campari mit einem etwas grösseren Kick erleben möchten, müssen nach Jamaika gehen – dort enthält der Campari nämlich 28.5 Volumenprozent.
Das Campari-Rezept ist ein gut gehütetes Geheimnis
Der Aufguss von Wasser und Alkohol mit bitteren Kräutern, aromatischen Pflanzen und Früchten verleiht Campari seinen bittersüssen Geschmack. Gemäss Eligio Bossettio, dem Historiker der Villa Campari, kennen nur gerade 3 Personen die exakte Zusammensetzung. Vermutet werden über 80 einzelne Zutaten. Die genaue Formel ist sogar so geheim, dass auch die Identität der drei Personen im Besitz des Rezepts genau gehütet wird.
Die Farbe ist (meist) künstlich
Traditionellerweise stammte die scharlachrote Farbe Camparis von getrockneten Schildläusen. Ab dem Jahr 2006 wurde aber aufgrund der vermuteten Abneigung der Leute gegen diesen Farbstoff stattdessen zu künstlicher Farbe gegriffen.
Mindestens ein Markt scheint aber nach wie vor die natürliche Farbe „Cochenille“ zu verwenden: auf den schwedischen Campari-Flaschen ist die Farbe „E120“ aufgeführt, die auch als „karmesinrot“ oder „cochineal“ bezeichnet wird, und sich auf die Originalfarbe der getrockneten Schildläuse bezieht.