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„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Johannes 14,6
„Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Johannes 8,32
Riemann Verlag / Bertelsmann ISBN 3-570-50018-7
Auszüge aus Kapitel 15 „Der Markenbumerang“ (S. 355 ff.)
Das Branding hat, wie wir gesehen haben, grosse Ähnlichkeit mit einem Ballon: Es lässt sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit aufblasen, enthält jedoch nichts als heisse Luft. …Kritiker.. brennen darauf, den Ballon mit spitzer Feder zum Platzen zu bringen und die kläglichen Gummireste fallen zu sehen. Je ehrgeiziger ein Konzern die Kulturlandschaft markiert hat und je unvorsichtiger er seine Arbeiter im Stich gelassen hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass er ein stilles Bataillon von Kritikern herangezüchtet hat, die nur darauf warten zuzustechen. Ausserdem macht das Rezept des Brandings die Konzerne sehr verwundbar für die naheliegendste Taktik im Arsenal von Aktivisten: Man bringt die Produktionsmethoden eines Konzerns in Konflikt mit seinem Markenimage…
..“Wenn sie für irgendein Produkt Werbung machen“, lautet die berühmte Warnung von Helen Woodward, einer einflussreichen Werbetexterin der Zwanzigerjahre, „sehen Sie sich nie die Fabrik an, wo es hergestellt wird.. Sehen Sie den Leuten nicht bei der Arbeit zu,,, denn, sehen Sie, wenn Sie die Wahrheit über irgendetwas wissen, die wirkliche innerste Wahrheit, dann ist es sehr schwer, die oberflächliche Schaumschlägerei zu schreiben, durch die es verkauft wird“.
Lora Jo Foo zieht bei ihren Seminaren über Sweatshops jedes Mal eine Schere heraus und fordert die TeilnehmerInnen auf, die Labels von ihrer Kleidung zu schneiden….Auf einer Weltkarte versammeln sich die kleinen Flicken zu einem Wald: Liz Claiborne, GAP, Calvin Klein, .. in Asien, Lateinamerika. Nach dem Aufkleben verfolgt Foo die globale Reiseroute eines Konzerns. Sie beginnt, als seine Produkte noch in Nordamerika hergestellt wurden, dann führt sie nach Japan und Südkorea, dann nach Indonesien und zu den Philippinen, dann nach China und Vietnam.
Jiu-Jitsu Strategie: den künstlichen Glanz einer Marke gegen sie selbst wenden! Man lädt einen Arbeiter aus der Dritten Welt ein und lässt ihn, vor vielen laufenden Kameras, einen Superstore in der Ersten Welt besuchen. Nur wenige Nachrichtenmacher können dem höchst fernsehgerechten Moment widerstehen, wenn einem indonesischen Nike-Arbeiter der Mund offen stehen bleibt, weil die Schuhe, die er für zwei Dollar am Tag produziert, im Nike Town von San Francisco 120 Dollar kosten.
Charles Kernaghan vom National Labour Committee NLC … nimmt bei Besuchen in Exportzonen in Haiti und El Salvador seine Tragtasche mit Logo ? Kleidung samt Preisschildchen mit: „Bevor ich nach Haiti aufbrach, ging ich in einen Wal-Mart auf Long Island und kaufte mehrere Kleidungsstücke von Disney, die auf Haiti hergestellt waren. Ich zeigte sie einem Haufen Arbeiter, und sie erkannten sofort die Kleidung, die sie hergestellt hatten … Ich hilet ein Pocahontas-T-Shirt Grösse 4 in die Höhe. Ich zeigte ihnen das Preisschild, 10,97 Dollar. Aber erst als ich die 11 Dollar in die Landeswährung umrechnete ? 172 Gourdes ? schrien alle Arbeiter plötzlich auf vor Schock, Unglauben, Wut und mit einer Mischung von Schmerz und Traurigkeit, wobei sie die Augen fest auf das Pocahontas-Shirt geheftet hielten … An einem einzigen Tag verarbeiteten sie Hunderte von Disney-T-Shirts. Doch der US-Verkaufspreis eines einzigen T-Shirts betrug fast das Fünffache ihres Tageslohns.
Slogans der internationalen Anti-Nike-Bewegung:
Just Don’t Do it ? Nike, do It Just ? Just Boycott It ? Nein, Ich Kaufe Es nicht! ?