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Ich musste mich korrigieren lassen, als ich sagte, dass der italienische Philosoph Norberto Bobbio (1909-2004) Atheist sei. Als ich Texte kommentierte, in welchen Bobbio über seinen Atheismus sprach, sagte ich dies. Ein anderer Philosoph entgegnete mir: «Nach dem Tod seiner Frau kam unser Freund Norberto zu Besuch und sagte uns, dass er sie wiedersehen würde. Das ist nicht das Wort eines Atheisten.» In der Tat … Es zeigt, dass die Auferstehung unserer Hoffnung entspricht. Das ist gut so! Aber es könnte natürlich auch eine Illusion sein. Ist das die ganze Botschaft von Ostern?
Der jüdische Theologe Pinchas Lapide (1922-1993), Österreicher und Israeli, fragte sich, warum die Jünger Jesu ihr Leben änderten. Er stellte sich diese Frage, als er auf das jüdische Umfeld blickte und die Bedeutung dieser Veränderung erkannte. Dazu sah er, dass die Jünger dadurch sogar ihr Leben riskierten. Übrigens wurden fast alle getötet. Wie ein Polizist eine Situation basierend auf den ihm zur Verfügung stehenden Informationen untersucht, stellte er sich diese Frage. Die Schlussfolgerung dieses Theologen, der ja kein Christ war, lautete: Die einzige ausreichende Erklärung für diese Veränderung im Leben der Jünger ist, dass Jesus auferstanden war.
Für die Jünger Jesu, angefangen bei Maria von Magdala, der ersten Verkünderin der Auferstehung, und dann den Aposteln, war Ostern nicht einfach die Erfüllung einer natürlichen Hoffnung. Sie erlebten dieses Ereignis in dem Masse, wie das Leben Jesu auf sie gewirkt hatte. Sie hatten gesehen, dass Jesus sie liebte, so sehr, dass er schliesslich für sie starb. All das nahmen sie wahr, als sie den auferstandenen Jesus erblickten. Es ist nicht das Gleiche, an ein Leben zu glauben, das weitergeht – etwas vage ausgedrückt –, oder die Auferstehung einer Person zu sehen, die uns liebt und die wir lieben.
Ostern kommt nach dem Karfreitag. Beide lassen sich zusammen verstehen. Das bekannteste Symbol des christlichen Glaubens ist das Kreuz, das oft den Körper Jesu trägt. Es ist ein Symbol des Lebens. Für mich ist Ostern kein Symbol für das Leben im Allgemeinen – wie Hasen und Eier. Es ist das Geschenk, das uns die Person Jesu bereitet. Und ich verstehe es in dem Masse, wie ich Jesus kenne und liebe; wie er uns in den Evangelien gezeigt wird, und wie ich ihn in der Eucharistie empfange. Sie hat Christus am Gründonnerstag, kurz vor seinem Tod, eingesetzt, um bei uns zu bleiben. Die Liturgie der Karwoche erinnert mich jedes Jahr daran, und es ist eine grosse Freude, die ich mit Ihnen teilen möchte.