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Air Canada hat angekündigt, dass sie mit der Transat A.T. Inc. – zu welcher unter anderem die Fluggesellschaft Air Transat gehört - einen exklusiven Vorvertrag für eine vollständige Übernahme unterzeichnet hat. Demzufolge wird Air Canada sämtliche Aktien von Transat zu einem Preis von 13 Dollar pro Aktie, insgesamt also rund 520 Millionen Dollar, übernehmen. Die Finanzierung ist gesichert.
Noch ist der Deal nicht komplett über die Bühne; ein Scheitern erscheint allerdings unwahrscheinlich. Air Transat sichert sich damit langfristig ab, während Air Canada gleich auf mehreren Ebenen dazugewinnt. Zum einen wird ein Mitbewerber integriert, der seinen Hauptsitz ebenfalls in Montreal hat. Air Canada kann damit seine Präsenz in Montreal weiter ausbauen – Air Transat war bislang immerhin die viertgrösste Airline Kanadas.
Darüber hinaus wird damit ein in Kanada gut etablierter, vertikal integrierter Reiseveranstalter gekauft. Denn zur Transat A.T. gehören nebst Air Transat auch die Reiseveranstalter Canadian Affair sowie Air Consultants (die ihren Sitz in Frankreich hat), dazu die Reisebüroketten Voyages Transat, Marlin Travel, Club Voyages und Travel Plus (allesamt in Kanada) sowie die DMCs Transat Holidays (USA), Trafic Tours (Mexiko) und Turissimo (Dominikanische Republik) und nicht zuletzt das Rancho Banderas All Suites Resort in Mexiko. Transat A.T. erzielte im vorletzten Geschäftsjahr mit 5000 Angestellten rund 2,9 Milliarden Dollar Umsatz und erwirtschaftete einen Nettogewinn von 41,7 Millionen Dollar.
Flottenvereinigung schafft auch Abhilfe beim B737MAX-Problem
Bei einer Verschmelzung von Air Canada und Air Transat dürften flottenseitig keine Probleme entstehen. Air Transat, als reine Leisure-Airline, steht dem herkömmlichen Geschäft von Air Canada kaum im Weg – es ist anzunehmen, dass die Airline in den eigenen Low-Cost-Arm von Air Canada, Air Canada Rouge, hinein fusioniert wird. Darüber hinaus sind gleich mehrere Flugzeugtypen bei beiden Airlines im Einsatz: A321, A330-200 und A330-300.
Das hat vor dem Hintergrund der aktuellen Krise rund um die Boeing 737MAX weitere Vorteile: Mit den A321 und B737 von Air Transat könnten Strecken, die aktuell wegen dem Grounding der B737MAX nicht bedient werden, aufrecht erhalten werden.
Vorbehalte dürfte es eigentlich nur von Kundenseite geben. Die Fusion folgt kurz auf die Ankündigung, dass Westjet – die zweitgrösste kanadische Airline, mit Sitz in Calgary – an die Onex Corporation verkauft wird, wodurch die Airline privatisiert wird. Ein allgemeiner Preisanstieg wird nun befürchtet. Aus rein schweizerischer Sicht wird interessant zu sehen sein, ob das aktuelle Flugprogramm beibehalten wird. Air Canada fliegt ab Zürich nach Toronto und saisonal nach Vancouver, sowie ab Genf nach Montreal. Air Transat fliegt seit einigen Jahren schon ab Basel nach Montreal, allerdings primär für den französischen Markt. In diesem Jahr wurde ab Basel eine Verdopplung der Frequenzen sowie neues Fluggerät angekündigt.