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Milica Topalovic
Main content
Milica Topalovic has been Assistant Professor of Architecture and Territorial Planning at the ETH Future Cities Laboratory in Singapore since 2011. In 2006 she joined the ETH as head of research at the Studio Basel Contemporary City Institute and the professorial chairs held by Diener and Meili, where she taught research studios focusing on cities and territories such as Hong Kong and the Nile Valley. Milica graduated with distinction from the Faculty of Architecture at the University of Belgrade and received her Master’s degree from the Berlage Institute in Rotterdam. Since 2000 her work has spanned different scales and media, extending from urban research and design, to architecture and spatial installation.
Date of presentation15 Apr, 2014
Review - Die Perspektive umdrehen
Milica Topalovic hat ihre Lehrtätigkeit an der ETH bei der Professur Diener und Meili aufgenommen und belegt seit 2011 eine Assistenzprofessur im Future Cities Laboratory in Singapur. Sie bewegt sich hauptsächlich auf dem Gebiet der territorialen Forschung. In ihrem Vortrag präsentierte sie die Resultate ihrer zweijährigen Forschungsarbeit über Singapur.
Topalovic steigt mit einer Gegenüberstellung des mittelalterlichen Siena mit dem heutigen Singapur ein. Somit ist gleich zu Beginn klar, dass es ihr um die Betrachtung eines Stadtstaates und dessen Territorium geht. Das Territorium und der Handel sind die beiden lebensnotwendigen Voraussetzungen für das Leben und den Reichtum der Stadt. Auf Singapur übertragen, impliziert das eine Sicht auf die Stadt, die über ihre Grenzen hinweg auch das Hinterland als zentralen Bestandteil der Metropole betrachtet.
Anhand von drei Aspekten erklärt Topalovic ihr Vorgehen. Sie stellt zuerst die topografischen Veränderungen in den Vordergrund, die für die Expansion Singapurs eine zentrale Rolle bilden. Bauland ist in Singapur beschränkt, die Landgewinnung ist für das Wachstum der Stadt deshalb von grosser Bedeutung. Diesen Prozess haben Topalovic und ihr Team umfassend dokumentiert.
In einem zweiten Schritt wird das Hinterland thematisiert, das in Singapur aus seinen unmittelbaren Nachbarstädten und –staaten besteht – den eigentlichen Ressourcen der Stadt. Die Zentralität Singapurs ergibt sich aus den ungebremsten Waren- und Migrationsströmen zwischen Stadt und Umland. Zuletzt beschreibt sie die Eigenheiten der Grenzen und Übergänge der Stadt, die im Falle Singapurs nicht nur Stadtgrenzen, sondern auch Staatsgrenzen sind.
Topalovic sieht ihre Aufgabe darin, die Perspektiven auf die Stadt in den Diskussionen um Singapur umzukehren: von einem Röhrenblick auf den urbanen Kern hin zu einer Betrachtung des vitalen Umlandes und der Peripherie. Sie versucht Themen herauszuschälen, die ein Plan für die Zukunft der Region einschliessen müsste, ein Plan, der auch die scheinbar unsichtbare Peripherie der Stadt miteinbeziehen würde.
Während des Vortrags wurde klar: Topalovic hat es geschafft, ein umfangreiches und beeindruckend differenziertes Bild einer Stadt darzulegen. Die Thesen aus ihrer Forschungsarbeit blieben jedoch sehr allgemein und manch ein Zuhörer wird konkretere Rückschlüsse auf den städtebaulichen und architektonischen Massstab vermisst haben.
Julien Bellot