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noch besonders verwahrt sein muss, oder in Eisentrommeln mit Holzumkleidung versandt werden.
Acidum arsenícicum. +
Arsensäure.
As2O5 ^[AS2O5].
Bildet eine weisse, amorphe Masse, dargestellt durch Kochen von arseniger Säure mit Salpetersäure und Abdampfen der Lösung bis zur Trockne. Verwendung findet sie bei der Anilinfarbenfabrikation und hier und da als arsensaures Natron in der Zeugfärberei und -Druckerei. Seiner grossen Giftigkeit halber sucht man die Arsensäure auch zu diesen Zwecken durch andere gleichwirkende Substanzen zu ersetzen.
Identitätsnachweis gleich dem der arsenigen Saure.
Die Verbindungen des Arsens mit Schwefel As2S3 ^[AS2S3] Auripigment und As2S5 ^[AS2S5] Realgar siehe Abth. Farbwaaren.
Stibium.
Antimon.
Sb 122.
Stíbium metállicum, Régulus antimónii.
Antimon, Spiessglanzmetall.
Das Antimon, früher allgemein zu den unedlen Metallen gerechnet, wird neuerdings, seiner chemischen Eigenschaften wegen, meistens bei den Metalloiden eingereiht. Es steht in seinem ganzen chemischen Verhalten dem Arsen sehr nahe.
Antimon ist spröde, silberweiss, mit einem schwachen Stich ins Röthliche, grossblätterig, krystallinisch, von 6,70-6,80 spez. Gew. An der Luft bleibt es, wenn rein, lange Zeit blank; es schmilzt bei 425° und verdampft in der Rothglühhitze; an der Luft oxydirt es sich dabei zum Theil.
In Wasser ist es vollkommen unlöslich; verdünnte Salzsäure sowie Schwefelsäure und organische Säure lösen es nicht, dagegen wird es in kochender Salzsäure langsam unter Wasserstoffentwickelung gelöst. Königswasser löst es zu Antimonchlorid; Salpetersäure verwandelt es in Antimonsäure. Das Antimon ist nur in einigen Verbindungen giftig, enthält jedoch in seiner käuflichen Handelswaare stets mehr oder minder grosse Mengen von Arsen, wovon es zur Herstellung pharmazeutischer Präparate befreit werden muss.
Dargestellt wird das Antimonmetall aus den beiden in der Natur vorkommenden Erzen, dem Spiessglanz (Dreifachschwefelantimon s. d.) durch Zusammenschmelzen mit Eisenfeile, oder durch Reduktion des natürlich vorkommenden Antimonoxyds. Letzteres findet sich namentlich auf Borneo und in Algier, ersteres in Australien, China, Ceylon und Canada, ferner im Erzgebirge, im Harz und in Ungarn. Die ungarischen Sorten von Liptau ¶
und Rosenau gelten als die reinsten. Japan lieferte eine Zeit lang grosse Mengen von Schwefelantimon, doch sollen die Lager jetzt erschöpft sein. Anwendung findet das Antimonmetall zur Darstellung der verschiedenen Antimonpräparate und verschiedener Legirungen: Britanniametall, Letternmetall.
Von den Verbindungen des Antimons mit Sauerstoff kommt für uns nur das Antimonoxyd, Sb2O3 , zuweilen auch antimonige Säure genannt, in Betracht, jedoch nicht für sich, sondern in seinen Verbindungen (siehe Tartarus stibiatus).
Von den Verbindungen des Antimons mit Chlor nur das Antimonchlorid, SbCl5 .
Von den Verbindungen des Antimons mit Schwefel dagegen sowohl Sb2S3 , wie Sb2S5 .
Stíbium chlorátum, Butýrum antimónii. +
Chlorantimon, Antimontrichlorid, Antimonbutter.
Sb2Cl3 .
Kommt in doppelter Form vor, entweder als festes, d. h. butterartiges Präparat von weisslicher oder schwach gelblicher Farbe, oder in Lösung als Liquor stibii chlorati; beide Präparate sind sehr ätzend und giftig. Das butterartige krystallinische Präparat raucht an der Luft, zerfliesst alsbald, weil es mit Begierde Feuchtigkeit aufsaugt, löst sich mit Leichtigkeit auch in Weingeist; mit viel Wasser vermengt zersetzt sich die Lösung zum Theil und es fällt ein weisses Pulver aus, welches je nach der Menge des angewandten Wassers verschieden zusammengesetzt ist. Es ist eine Doppelverbindung von Antimonoxyd und Antimontrichlorid, welche früher unter dem Namen Pulvis Algaróthii medizinische Verwendung fand. Der Schmelzpunkt des Antimontrichlorids liegt bei 73°, der Siedepunkt bei 225°. Es ist vollständig flüchtig.
Wird bereitet durch Auflösen von Schwefelantimon in Salzsäure unter Vermeidung eines Ueberschusses der Letzteren. Die Lösung wird, wenn das Präparat krystallinisch dargestellt werden soll, nach dem Klären in eine gläserne Retorte gebracht und der Destillation unterworfen. Man beobachtet das übergehende Produkt, indem man von Zeit zu Zeit einen Tropfen des Destillates auf eine kalte Porzellanplatte fallen lässt. Erstarrt dieser, so wird eine neue Vorlage vorgelegt, während das zuerst Uebergegangene, welches alles im Schwefelantimon etwa vorhanden gewesene Arsen als Chlorarsen enthält, fortgegossen wird.
Anwendung. Die Antimonbutter findet als eines der schärfsten Aetzmittel zuweilen medizinische Anwendung bei brandigen und krebsartigen Geschwüren, namentlich in der Veterinärpraxis. Technisch dient sie zum sog. Bruniren des Stahls, sowie zur Darstellung des Antimonoxyds.
Ist mit grosser Vorsicht zu behandeln! ¶