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Abhängigkeit
Der Übergang von einem problematischen Alkoholkonsum zu einer Abhängigkeit ist fliessend. Menschen reagieren unterschiedlich auf Alkohol. Manche werden relativ rasch alkoholabhängig, bei anderen kann es lange dauern. Manche trinken vergleichsweise wenig und entwickeln eine Abhängigkeit, bei anderen entsteht sie erst bei grösseren Konsummengen.
Abhängigkeit hat nichts mit ungenügender Disziplin oder Willensschwäche zu tun. Wenn man regelmässig viel trinkt, kommt es aufgrund einer Fehlsteuerung des Belohnungssystems zu neurologischen Veränderungen im Gehirn. Je nach Veranlagung geschieht das nach ein paar Monaten oder Jahren, manchmal sogar erst nach Jahrzehnten.
Grundsätzlich gilt: Wer abhängig ist, hat die Kontrolle über den Alkoholkonsum verloren.
Weitere Anzeichen für eine Alkoholabhängigkeit sind:
- nicht mehr auf Alkohol verzichten können
- steigende Konsummenge (Toleranzbildung)
- Entzugssymptome beim Absetzen oder Reduzieren des Konsums (z.B. Zittern, starkes Schwitzen, Pulsanstieg)
- Vernachlässigung anderer Interessen
- Weitertrinken trotz schädlicher Folgen
Diese Anzeichen müssen nicht alle vorhanden sein, damit man von einer Abhängigkeit spricht. Ob wirklich eine Abhängigkeit vorliegt, kann nur eine Fachperson feststellen.
Eine Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, für die es Hilfe gibt. Die Wege aus einer Abhängigkeit sind unterschiedlich. Fachpersonen von Beratungsstellen oder Ärzte und Ärztinnen können helfen, den richtigen Weg zu finden.
In der Schweiz leben schätzungsweise 250'000 alkoholabhängige Menschen.