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Dank der Kombination von hoher Reichweite und ultra-schneller Ladung, d.h. wenigstens 100 Km Reichweite in 10 Minuten, können e-Fahrzeuge herkömmliche Autos potentiell auch für Langstreckenfahrten ersetzen: mit einer maximalen Leistung von ca. 120 kW beweist Tesla dies bereits.
Die deutsche Automobilindustrie hat erklärt wenigstens 350 kW anzustreben, mit dem Ziel 450 kW zu erreichen (siehe z.B. hier). Der Porsche Mission E wird das erste Beispiel eines Autos sein, das mit einer maximalen Leistung von 350 kW laden kann. Ist das aber wirklich notwendig? Im Dokument e-power, New Possibility with 800-Volt Charging, zeigt Porsche, in einer Reise von Berlin nach Lindau, die Vorteile einer 350 kW-Ladung auf: während der Mission E, dank einer 350 kW-Ladung, 6 Stunden braucht, d.h. nur 9% mehr Zeit als ein herkömmliches Auto (5.5 Stunden), würde die Dauer der Reise für ein mit 50 kW geladenes e-Fahrzeug um 45% länger sein (8 Stunden). In dieser Studie fehlt aber (gewollt?) der Vergleich mit einem Ladungsniveau, wie dasjenige von Tesla. Eine Wissenslücke, die dank einem Artikel im Journal of Power Sources beseitigt wird.
Dieser Artikel untersucht eine ca. 850 Km lange Reise durch die USA, von Salt Lake City (Utah) nach Denver (Colorado), welche einmal mit einem herkömmlichen Auto, dann mit einem BEV (Battery Electric Vehicle) mit 50kW-Höchstleistung, danach mit einem BEV mit ca. 400 kW-Ladung und schliesslich mit einem Tesla zurückgelegt wird. Gemäss der Verfasser dieser Studie, würde der Tesla 9 Stunden und 16 Minuten brauchen, gegenüber den 8 Stunden und 31 Minuten des 400 kW-BEVs, der seinerseits nur um 8 Minuten langsamer als das herkömmliche Auto ist. Bei solchen Ladungsniveaus gibt es ohne Zweifel praktisch keinen Unterschied in den Anfahrtszeiten eines BEVs und einem traditionellen Fahrzeug. Um derartige Resultate zu erlangen, sind allerdings wichtige Investitionen in der Infrastruktur notwendig, die schlussendlich, der Endkunde zu tragen hat: um, im Vergleich mit der 120 kW-Ladung des Teslas, eine nur um 9% niedrigere Anfahrtszeit zu erzielen, werden eine Ladestation und Netzverbindung benötigt, die dreimal leistungsfähiger sind. Zeit ist zwar Geld, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es sich, gegenüber der 120 kW-Ladung, nur um eine niedrige Zeiteinsparung handelt, taucht folgende Frage auf: ist die 350 kW (oder sogar mehr)-Ladung wirklich unumgänglich, um das herkömmliche Fahrzeug endlich zu beseitigen oder ist sie reines Bedürfnis der deutschen Automobilindustrie, um Tesla zu überholen?
Auf langen Reisen sollte man schon rein aus Sicht der Verkehrssicherheit regelmässig einen Zwischenstopp einlegen und nicht hunderte von Kilometern durchbrettern.
Mit 150 kW werden in 20 Minuten ca. 50 kWh geladen, die bei Autobahngeschwindigkeit für ca. 250 km reichen, also für ungefähr zwei Stunden Fahrt. Mit diesen Intervallen kommen wir in 9 Stunden (8 Stunden Fahrt und 3 x 20min Pause) rund 1'000 km weit. So gesehen ist die Leistung der Tesla Supercharger sehr geschickt gewählt.
350kW ist an ausgewählten Standorten (in der Schweiz z.B. 10, in Deutschland 100) eine gute Sache, die es erst ermöglicht, auch auf Langdistanz Fahrten eine Treibstoff vergleichbare Dienstleistung anzubringen. Für 80% der Schnellbeladungen reichen 150kW, aber 350kW wird man klar in Zukunft verwenden und vermarkten können.
Meiener Meinung nach wird sich die e-Mobilität auch mit den 150 KW-Ladestationen durchsetzten. Aber für manche Menschen ist es wichtig zu wissen (und verstehen), dass es auch schneller geht. Sie meinen wegen 1-2 Urlaubsreisen im Jahr, müsse man mit einem Elektroauto auch ein Strecke bis 1000km in einer vernünftigen Zeit erreichen können (für diesen Zweck gibt es ja auch Car-Sharing oder die Bahn).