Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03174.jsonl.gz/1725

Jährlich legen Fahrzeuge auf Schweizer Nationalstrassen über 25 Milliarden Kilometer zurück. Dies stellt eine grosse Belastung für die Strassen dar. Um den Betrieb, Unterhalt und Ausbau zu sichern, gibt es die Autobahnvignette, die einen Teil dieser Kosten finanziert. Im Jahr 1984 stimmten Volk und Stände der Autobahnvignette für 30 CHF zu. Seit 1995 ist die Autobahnvignette auf dem heutigen Preisniveau von 40 CHF. Am 24. November stimmen wir darüber ab, ob die Vignette zukünftig 100 CHF kosten soll.
Ausgangslage
Der Bund gibt jährlich rund 1,5 Milliarden CHF für den Betrieb, Unterhalt und Ausbau des Schweizer Nationalstrassennetzes aus. Davon stammten 2012 318 Millionen CHF aus den Einnahmen der Autobahn-Vignetten. Der Rest stammt aus Einnahmen der Die Mineralölsteuer ist eine Verbrauchssteuer. Auch die Meh... auf Treibstoffe. 2012 wurden 9,4 Millionen Vignetten verkauft. Mehr als 1/3 davon wurden von Ausländern erworben, was dem Bund 130 Millionen CHF Einnahmen generierte.
Insgesamt erzielt der Bund heute mehr Einnahmen als (die benötigten) 1,5 Milliarden pro Jahr aus dem Strassenverkehr (Autobahn-Vignetten-Einnahmen, Mineralölsteuer, etc.). Ein Teil davon wird für den allgemeinen Finanzhaushalt des Bundes, den öffentlichen Verkehr und den Umweltschutz gebraucht. Die Einnahmen der Autobahn-Vignetten sind jedoch zweckgebunden und dürfen nur für den Betrieb, Unterhalt und Ausbau des Schweizer Nationalstrassennetzes gebraucht werden.
Das Schweizer Nationalstrassennetz verbindet die verschiedenen Landesteile und Zentren miteinander. Die Linienführung der Nationalstrassen basiert auf dem Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz von 1960 und umfasst heute Strassen von einer Länge von ungefähr 1‘800 km. Im Jahr 2006 hat der Der Bundesrat der Schweiz bildet die Exekutive bzw. Regierun... das Nationalstrassennetz geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass es Anpassungen im Netz braucht. Der Der Bundesrat der Schweiz bildet die Exekutive bzw. Regierun... hat vier wichtige Anforderungen für die Aufnahme einer Strasse ins Nationalstrassennetz aufgestellt.
- Eine Anforderung ist, dass die Strasse den internationalen Transitverkehr durchleitet. Transitverkehr ist Verkehr der weder in der Schweiz startet noch endet. Fährt also beispielsweise ein Lastwagen von Köln nach Rom über die Schweiz ist er für die Schweiz Transitverkehr.
- Die zweite Anforderung ist, dass die Nationalstrassen die Schweiz an das Ausland anbinden.
- Zudem sollen die Nationalstrassen die Schweizer Agglomerationen miteinander verbinden.
- Die letzte Anforderung ist die Anbindung der grossen Tourismusregionen und der Kantonshauptorte.
Was wird geändert
Bei einer Annahme der Vorlage wird die heutige Autobahnvignette von 40 CHF auf 100 CHF erhöht. Zudem wird neu eine 2 Monats-Vignette eingeführt, die CHF 40 kosten wird. Sie erlaubt die Benützung der Autobahn während 2 aufeinanderfolgenden Monaten.
Diese Änderungen treten in Kraft, sobald das angesparte Vermögen des Strassenverkehrs unter eine Milliarde CHF sinkt.
Auswirkungen
Bei Annahme der Vorlage werden per Anfang 2014 400 Kilometer Strassen zusätzlich zum Nationalstrassennetz hinzukommen. Diese Strecken waren bisher Kantonsstrassen und sind von den Kantonen betrieben, unterhalten und ausgebaut worden. Zu diesen insgesamt 19 Strecken gehören unter anderem die Zürcher Oberlandautobahn, die Julierpassstrasse und die kantonale Autobahn von Bern nach Biel. Zur Übernahme der Kantonsstrassen kommen Ortsumfahrungen und Neubauten von Nationalstrassen hinzu. Mit den Umfahrungen sollen die Orte vom Verkehr entlastet werden und somit die Sicherheit für die Fussgänger und Fahrradfahrer erhöht werden. Solche Umfahrungen sind unter anderem in La-Chaux-de-Fonds und Näfels geplant. Neubauprojekte sind im Raum Zürich und Lausanne vorgesehen. Mit diesen neuen kurzen Autobahnabschnitten sollen die oft befahrenen Autobahnen in diesen Regionen entlastet werden.
Gemäss Schätzungen betragen die Kosten für den Betrieb der zusätzlichen Strassen und den geplanten Ausbau des Strassennetzes rund 305 Millionen CHF. Davon werden 105 Millionen Franken durch den Unterhalt und Betrieb der neuen Stecken im Nationalstrassennetz verursacht. Die restlichen 200 Millionen CHF werden für Projekte zur Erhöhung der Sicherheit der Strasse und die Ausbauprojekte verwendet.
Diese Zusatzkosten würden gemäss Schätzung durch die Erhöhung der Autobahnvignette gedeckt. Es wird geschätzt, dass die Zusatzeinnahmen genau 305 Millionen CHF betragen.
Im Gegenzug zu den höheren Ausgaben des Bundes werden die Kantone um diese rund 305 Millionen CHF entlastet. Sie müssen sich nun nicht mehr um diese Strassen kümmern und die Ausgaben entfallen.
Es wird erwartet, dass die Erhöhung der Autobahnvignette im Jahr 2016 erfolgt, da gemäss Schätzungen das angesparte Vermögen des Strassenverkehrs dann unter eine Milliarde fällt.
Bei einer Ablehnung werden die geplante Erweiterung des Nationalstrassennetzes und dessen Ausbau nicht durchgeführt. Die Verantwortung für diese Strassen würde weiterhin bei den Kantonen bleiben. Die Umfahrungen und Neubauten werden bei einer Ablehnung ebenfalls nicht realisiert.
Argumente der Befürworter
Die Gesetzesänderung sei gut für den Zusammenhalt der Schweiz. Künftig seien alle Schweizer Landesteile und alle Kantonshauptorte miteinander verbunden. Die neuen Nationalstrassen würden die Anbindung von regionalen Zentren an Tourismusgebieten sowie von Stadt an Land ermöglichen.
Die besser ausgebauten Strassen würden für mehr Sicherheit sorgen. Die Engpassbeseitigung sorge für weniger Staus und damit weniger Auffahrunfälle. Umfahrungsstrassen würden Städte und Dörfer vom Verkehr entlasten. So sänke das Risiko von Unfällen, vor allem bei Fussgängern und Radfahrern.
Die Vorlage sorge für einen flüssigeren Verkehr. Die Vorlage enthalte wichtige Neubauprojekte, die den Verkehr schneller machen würden. Damit würden die Automobilisten Zeit sparen und die Bewohner vom Verkehr entlastet.
Die Gesetzesänderung sorge für eine solide Strassenfinanzierung. Wegen der starken Zunahme des Strassenverkehrs hätten die Kantone vermehrt Mühe, die nötigen Ausbauten zu finanzieren. Die Mehreinnahmen kämen ausschliesslich dem Strassenverkehr zu, es gäbe keine Querfinanzierung zum öffentlichen Verkehr.
Die gefahrenen Kilometer hätten sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt, der Preis der Vignette sei aber seit 1995 gleich. Da die Fahrzeuge immer weniger Kraftstoffe (Benzin, Diesel) bräuchten, breche dem Bund zudem mit der Die Mineralölsteuer ist eine Verbrauchssteuer. Auch die Meh... die wichtigste Einnahmequelle weg.
Die Beschaffung der Mehreinnahmen sei über die Vignette einfach und unbürokratisch.
Argumente der Gegner
Der Bund nehme jährlich 9.5 Milliarden CHF durch Steuern, Gebühren und Abgaben des Privatverkehrs ein. Damit könnte sich der Privatverkehr eigentlich ohne Erhöhung der Autobahn-Vignette kostendeckend finanzieren. Heute würden aber 70% zweckentfremdet und in die allgemeine Bundeskasse und in den öffentlichen Verkehr gesteckt.
Die Erhöhung solle erst erfolgen, wenn ein Strassenfond in der Verfassung festgeschrieben sei. Zudem sei keine Erhöhung der Autobahn-Vignette nötig um die Strecken ins Nationalstrassennetz aufzunehmen, da noch 3,8 Milliarden CHF angespartes Vermögen in der Strassenkasse sei.
Anderen Gegenstimmen zufolge ermögliche die Preiserhöhung der Autobahnvignette den Bau von neuen Nationalstrassen. Das laufe dem Ziel einer umweltgerechteren Mobilität entgegen, fördere die Zersiedlung, verschlinge Kulturland und schade der Landschaft.
Die Autobahnvignette sei eine Pauschalsteuer. Ihr Preis sei unabhängig davon, ob jemand viel oder wenig fährt. Obwohl Autofahren so teurer werde, verhindere sie keine einzige Autofahrt.
Die Autobahnvignetten-Erhöhung habe für KMUs, die aufs Auto angewiesen sind, massive Kostenfolgen. Diese Mehrausgaben würden auf den Kunden abgewälzt.
Die Die Initiative ist in der Schweiz ein politisches Recht der ... würde Ausländer, welche die Schweiz nur durchfahren mit der 40 CHF Vignette besser stellen als Schweizer, die die Autobahn sehr wenig benutzen, die 100 CHF für die Vignette bezahlen müssten.
Literaturverzeichnis
Bundesamt für Strassen (ASTRA) (2013). Autobahn und Netzbeschluss. Gefunden am 18.09.2013 unter Link
Bundesamt für Strassen (ASTRA) (2013). Strassen und Verkehr. Gefunden am 23.09.2013 unter Link
Bundesamt für Strassen (ASTRA) (2011). Verkehrsentwicklung auf Nationalstrassen: Fahrleistung hat sich seit 1990 verdoppelt. Gefunden am 19.09.2013 unter Link
Bürgerliches Komitee für eine vernünftige Verkehrspolitik (2013). Für gute und sichere Nationalstrassen. Gefunden am 21.09.2013 unter Link
CVP Schweiz (2013). Der Preis der Autobahnvignette muss erhöht werden. Gefunden am 21.09.2013 unter Link
UVEK steht für Eidgenössisches Departement für Umwelt, Ve... (UVEK) (2013). Autobahnvignette. Gefunden am 22.09.2013 unter Link
Komitee “Nein zur 100-Franken Autobahnvignette” (2013). Argumente. Gefunden am 22.09.2013 unter Link
Komitee NEIN zur Vignetten-Mogelpackung (2013). Argumentarium Link
swissinfo.ch (2010). Die Autobahn feiert 25. Geburtstag. Gefunden am 18.09.2013 unter Link
Touring Club Schweiz (2013). Vignettenreferendum. Gefunden am 19.09.2013 unter Link
Verkehrs-Club der Schweiz (2013). Nicht noch mehr Geld in den Strassenbau. Gefunden am 22.09.2013 unter Link