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| Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe

Erstes Buch. Briefe aus den Jahren 590—591.
XVII. (32.) An Philippus, den Befehlshaber der Leibwache.
Inhalt
XVII.
Gesammtausgabe 32.
An Philippus, den Befehlshaber der Leibwache.
Inhalt: Dank für erwiesene Gunst. Empfehlung Italiens.
So wenig der Mensch die Urtheile des Himmels anstreiten oder in Untersuchung ziehen darf, so sehr ist er schuldig, sein Herz denselben zu unterwerfen. Weil er aber nicht weiß, aus welchem Grunde ihm Etwas zu Theil werde, darum darf er weder übereifrig sich um eine Stellung bewerben, noch hartnäckig eine solche zurückweisen. So habe denn auch ich Unwürdiger mich darein gegeben, die Last der bischöflichen Würde nach Gottes Befehl und nach Eurem [S. 55] Willen auf mich zu nehmen. Mehr aus übergroßer Gunst als nach abwägendem Urtheil habt Ihr gewollt, daß ich in dieses Amt eingesetzt werde. Gott, um dessen willen Ihr mich Unwürdigen liebet, ist indessen mächtig genug, Euch diese Gunst auf ewig zu vergelten und Euch bei Ihm reichlich vervielfältigt die Gnade finden zu lassen, die Ihr seinen unwürdigen Dienern erweiset. Möge sich aber Ew. Excellens die Angelegenheiten Italiens empfohlen sein lassen, damit Ihr, wie Ihr Euch gerne den Hilfsbedürftigen zuwendet, auch schnell in Allem Erhorung erlanget, was Ihr von Gott erbittet.