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„Oma, wenn du dann stirbst …..“, diesen Satz hatte sie noch gut in Erinnerung. Ihre Tochter hatte ihn zu der Großmutter gesagt vor mehr als 40 Jahren. „Oma, wenn du dann stirbst, bringst du uns vorher noch das Eingeweckte?!“ Die Oma lebte noch fast vier Jahrzehnte. Am Ende hatte sie auch das Eingeweckte nicht mehr, weil sie im Altenheim wohnte. Und jetzt der gleiche Satz. Sie selbst war jetzt die Großmutter in einer Patchworkfamilie. Und ihr 17 Jahre alter neuer Enkel Thomas, von Geburt an behindert in einigen Regionen seines Gehirns, aber sonst putzmunter und voller Zukunftsträume, er stellte fest: „Wenn du dann gestorben bist, dann können wir hier in deinem Haus einen Kuhstall einrichten. Und Schafe im Garten.“ „Und auf jeden Fall Hühner“ ergänzte sie und sah in Gedanken schon die Kuh auf dem Sofa und die Hühner vor der Küchentür. Der Junge träumte vom Bauernhof. Die neue Großmutter Helene wurde seine Vertraute, ihr konnte er alles erklären, was ihn bewegte, sie verstand seine undeutliche Sprache, seine halben Wörter, seine Zukunftspläne. Sie las ihm die Überschriften aus der Zeitung vor, denn er konnte nur Bilder entziffern, nicht die Buchstaben. Sie brachte ihm bei, dass Kriege schrecklich sind und den Menschen schaden. Und er behielt ihre Kommentare zu schlimmen Bildern und folgerte daraus: „Wenn du dann gestorben bist, dann sage ich allen Leuten, dass wir keinen Krieg wollen“. Das fand sie total in Ordnung.
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