Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/3319

Wasser ist nicht gleich Wasser.
Das
Hahnenwasser ist nicht überall gleich und kann je
nach Wohngemeinde hart oder weich sein oder der pH-
Wert ist am einen Ort 7.5 und an einem anderen 8.3.
Dafür kann man die Wasserqualität bei der Gemeinde-
verwaltung anfragen oder im Internet abrufen. Es kann
sogar passieren, dass sich die Wasserwerte plötzlich
ändern, wenn die Wohngemeinde eine andere Quelle
angezapft oder wenn der Hausbesitzer das Wasser
mit einer eigenen Anlage entkalkt, um die Rohre zu
schonen, ohne dass das die Mieter erfahren.
Eine
solche Anlage kann auch wieder außer Betrieb
gesetzt werden, ohne dass das die Mieter wissen.
Darum ist es wichtig, das Hahnenwasser von Zeit
zu Zeit bezüglich PH-Wert und der Härte zu kon-
trollieren.
Wasser für Skalare.
Amazonas ist nicht gleich Amazonas, denn in jenem
riesigen Gebiet gibt es verschiedenartige Gewässer.
Man unterscheidet grob Schwarzwasser, Klarwasser
und Weisswasser. Skalare leben in Flüssen mit Weiss-
wasser, welche darum so heißen, weil sie Lehm mit-
führen und trüb sind. Im Aquarium benötigen wir klares
Wasser mit für Skalare günstigen Werten.

Die Wasseraufbereitung.
Früher verdünnte ich das zu harte Leitungswasser mit
Osmosewasser. Mit der Zeit wurde mir dieses Verfahren
zu umständlich, denn um einpaar Liter Osmosewasser zu
gewinnen, vergehen Stunden. Später reduzierte ich die
die Karbonathärte (KH) mit
Eichenextrakt, einem auf
Huminsäure basierenden Fertigprodukt. Das hat Vor-
und Nachteile:
Wird Hahnenwasser mit Säure versetzt, dann wird Kalk
abgebaut, was zumeist erwünscht ist. Die Beigabe<
säurehaltiger Mittel muss aber genau dosiert werden,
um nicht die Karbonathärte ganz zu zerstören. Je nach
Produkt undd Konzentration ist der Erfolg verschieden.
Nebenwirkungen:
Bei der Einleitung von Säure wird der Kalk nicht nur
abgebaut, sondern chemisch in andere Bestandteile
zerlegt. Unter anderem entsteht Kohlensäure sprich
CO2. Dadurch sinkt der pH-Wert kurzzeitig, erholt sich
dann aber wieder, wenn das Gas entwichen und von
den Pflanzen aufgenommen wurde. Wird zu viel Säure
aufs Mal eingelassen, kann der pH-Wert im Becken
drastisch sinken, was nicht alle Fische vertragen.
Mehr als 0.4 sollte der pH-Wert nicht sofort sinken.
Nachteil gegenüber Osmose:
Beim oben beschriebenen Prozess werden im Hahnen-
Wasser nur die Bildner der KH abgebaut, nicht aber
jene der Nicht-KH oder NKH. Dieses Ungleichgewicht
zwischen stark reduzierter KH und verbleibender NKH
ist aber offenbar nicht relevant.
Legende:
Trotzdem gebe ich jedem Eimer Hahnenwasser ca.
KH= Karbonathärte (vorwiegend Kalk)
NKH = Nicht-Karbonathärte (Salze)
GH = Gesamthärte KH + NKH)
Ph-Wert 7 = neutrales Wasser
pH-Wert über 7 = alkalisches / basisches Wasser
pH-Wert unter 7 = saures Wasser
Warnung:
So lange im Wasser noch KH vorhanden ist (was er-
wünscht ist), kann der PH nicht dauerhaft im sauren
Bereich unter 7 liegen. Das ist eine Illusion. Das heisst:
Wer so lange Säure zugibt, bis das Wasser dauerhaft
sauer bleibt, hat die KH zerstört. Um dauerhaft saures
Wasser zu erhalten, ohne die KH zu zerstören, benö-
tigt man eine CO2- Anlage. Das Gas CO2 macht das
Wasser sauer, greift jedoch die KH nicht an.
Vorteile:
Mit der Beigabe von Säuren ist die Aufbereitung viel
einfacher als mit Osmosewasser. Den selben Effekt
kann man mit Filtrierung über Torf erreichen, denn
Torf gibt Huminäure ab, was jedoch etwas umständ-
lich ist.
Beigabe anderer Säuren als Eichenextrakt:
Eichenextrakt enthält Huminsäure und ist nicht nur
teuer, sondern je nach Hersteller auch unterschiedlich
stark Kalk kann aber auch mit anderen Säuren abge-
baut werden. Im Zoohandel werden teilweise Produkte
auf der Basis von Phosphor- oder Salzsäure etc.
angeboten. Die Frage ist nur, was für Nebenprodukte
während dem chem. Prozess noch entstehen und das
Wasser belasten. Verwendet man Phosphorsäure,
dann entsteht Phosphat, welches zwar den Pflanzen-
wuchs, aber auch die Algen fördert. Mit Salzsäure sind
mir die chemischen Konsequenzen nicht bekannt, denn
ich bin kein Chemiker. Möglicherweise entstehen harm-
lose Salze, welche die Nicht- KH etwas erhöhen.
10 ml verdünnte Salzsäure (10%) bei, worauf die KH
15 auf 4 Grad DH reduziert wird. Das muss aber im
Becken noch kontrolliert und wenn nötig korrigiert
werden. 10%-ige Salzsäure ist in der Drogerie frei
erhältlich. Bei dieser Methode sind bei mir noch keine
nachteiligen Wirkungen aufgetreten. Wenn der Drogist
einen Giftschein verlangt, genügt oft auch ein Foto der
bösen Schwiegermutter. Hihi.
CO2- Anlage mit automatischer Steuerung. Bild
Das in natürlichen Gewässern vorhandene Kohlen
dioxyd fehlt im Aquarium weitgehend. Um das Wachs-
tum der Pflanzen fördern zu können, ist ein Gehalt an
CO2 von durchschnittlich ca. 30mg/l notwendig. Nun
genügt es aber nicht, gewissermaßen als Alibiübung
CO2 einzulassen, ohne eine genaue Kontrolle über die
Dosierung zu haben, aber eine Automatik ist teuer.
Wirksamkeit des CO2-Reaktors ungenügend?
Es kann passieren, dass der pH- Wert im Becken trotz
CO2- Apparatur kaum sinkt. Dann ist darauf zu achten,
dass der sog. Reaktor, welcher das Gas mit dem
Wasser vermischt, genügend weit unter der Wasser-
oberfläche angebracht wird (mind. 10cm) und dass der
Ausströmer des Filters leicht nach unten gerichtet ist,
damit die Wasseroberfläche nicht in Bewegung gerät,
weil sich sonst die Kohlensäure zu schnell verflüchtigt.
Der Reaktor muss der Beckengrösse angepasst sein
und die ins Wasser geleitete Menge Gas muss stim-
men. Bei einem 300Lt Becken sollten sich auf der
untersten Bahn immer etwa 3 Bläschen in Bewegung
befinden.
Auf der
nebenstehenden Tabelle ist ersichtlich, dass
bei einer KH von 4° dH (links) und der Zufuhr von
29 mg/l CO2 (Mitte) ein pH- Wert von 6.6 (oben) einstellt.
Dies ist ein Mittelwert. Die Werte im roten Bereich sind
für Fische schädlich. Solche im grünen sind richtig und
jene im gelben für die Pflanzen wenig bis gar nicht
wirksam.
Die Automatik
öffnet und schliesst ein Magnetventil für
die Zufuhr von CO2. Falls gewisse Fische andauernd auf
einen bestimmten Säuregrad angewiesen sind, muss
die Zufuhr von CO2 auch nachts gesichert werden.
Wenn nicht, kann sie nachts gestoppt werden, weil
dann die Pflanzen kein CO2 benötigen. Um mir diese
zu ersparen, schaltet eine Schaltuhr nachts
das Magnet- Ventil aus.