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Vor fünfzehn Jahren starb der politisch engagierte Gestalter Erich Odermatt bei einem Verkehrsunfall. Seine Person und sein Schaffen sind bis heute weitgehend undokumentiert geblieben. Einerseits weil er selber nie die Öffentlichkeit suchte und andererseits aufgrund seiner langjährigen Abwesenheit in Lateinamerika. Im Rahmen unseres Bachelor-Projekts ergab sich die Möglichkeit, seinen Nachlass in Form einer Publikation aufzuarbeiten. Darin zu sehen sind unter anderem Flugblätter aus den bewegten 80er-Jahren in Zürich, gestalterische Beiträge zur Alphabetisierungskampagne in Nicaragua, internationalistische Solidaritätsplakate aus Kuba und ein unveröffentlichtes Manuskript, welches die Gestaltung als revolutionäre Praxis definiert. Die von uns getroffene Auswahl der abgebildeten Arbeiten steht stellvertretend für das Lebenswerk von Erich Odermatt. Im vorliegenden Buch ist die Vereinbarkeit von ideologischen Prinzipien und gestalterischer Tätigkeit zentral und wird exemplarisch veranschaulicht. Um die Wechselwirkung dieser beiden Aspekte aufzuzeigen, verlaufen die zwei Geschichtsstränge parallel zueinander. Unser Projekt entstand bewusst in einer Zeit der stattfindenden Entpolitisierung und Ökonomisierung der Design- und Grafikdisziplin. Wir beabsichtigen damit, einen Teil zu dieser Debatte beitragen zu können und mit unserer Arbeit einen anderen Blickwinkel im Bezug auf die Rolle der Gestalterin oder des Gestalters zu zeigen.