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Das Erweckungserlebnis hatte Harry Halpin, als er herausfand, dass es Akten der britischen und der US-Regierung über ihn gab. Dabei hatte er nur als Doktorand an Protesten gegen den Klimawandel teilgenommen. Als er im Silicon Valley arbeitete, musste er sehen, wie schlecht es Firmen dort gelang, die Privatsphäre ihrer Kunden zu schützen. Für Halpin gibt es nur eine Möglichkeit, das Recht auf Privatsphäre zu erhalten: mit Kryptografie. Halpin möchte die Vorteile der Verschlüsselung nun normalen Menschen zugänglich machen. Die nötigen Instrumente liefert sein Start-up Nym Technologies. «Ich dachte, es ist an der Zeit, den Vorsprung der Staaten bei der Überwachung aufzuholen und Werkzeuge zu bauen, mit denen man sich dagegen wehren kann.» Die Pläne kommen offenbar auch bei Investoren an. Im Sommer schloss Nym eine Finanzierungsrunde über 6 Millionen Dollar ab. Bereits 2019 hatte das Start-up 2,5 Millionen aufgenommen. Nun freut sich Halpin über eine neue Mitstreiterin in Sachen Privacy. «Wir haben gerade Chelsea Manning angestellt», sagt er. Die US-Amerikanerin ist eine bekannte Whistleblowerin, die 2010 Hunderttausende von streng geheimen Dokumenten der US-Regierung an Julian Assange weiterleitete und dafür im Gefängnis landete. Manning hat Nym bereits auf Sicherheitslücken abgeklopft und soll Halpins Privacy-Start-up als ehemalige Regierungsinsiderin zum Durchbruch verhelfen.