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Der Winterthurer Farbwissenschaftler und -praktiker Aemilius Müller (1901–1989) veröffentlichte zahlreiche Farbenatlanten und Farbtafeln sowie Schriften zur Farbtheorie und zur Farbenharmonie. Er entwickelte die Farbenlehre des deutschen Chemie-Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald weiter und stellte mit den Publikationen in seinem Chromos Verlag den Fachleuten der Textilbranche, der Innendekoration und des grafischen Gewerbes wertvolle Hilfsmittel bereit. Seine Tafeln, Bücher und Lehrmittel zur Farbwissenschaft sind nicht nur für die Fachwelt interessant, sondern auch ästhetisch äusserst ansprechend.
Der Farbexperte Werner Spillmann hat Aemilius Müllers Farbwerke noch zu Müllers Lebzeiten erworben und Ausstellungen in Winterthur, Frankfurt a. M., New York und an weiteren Orten initiiert. Dieser reich illustrierte Band gibt einen Überblick über Müllers OEuvre, wobei der Schwerpunkt auf dem grossen Spätwerk «Ästhetik der Farbe» liegt. Einführende Texte erklären Aemilius Müllers Farbentheorie und Farbenharmonielehre und richten den Blick auf das Leben dieser eigenwilligen Persönlichkeit im Spannungsfeld zwischen Kunstgewerbe und Wissenschaft.
Aemilius Müller, geboren 1901, promovierte 1929 in Volkswirtschaft, arbeitete als Werbeleiter in verschiedenen Firmen sowie als Redaktor, Journalist und Grafiker. 1938 verfasste er die Schrift «Schweizer Schiessausbildung», die in mehreren Auflagen gedruckt wurde, im Zweiten Weltkrieg war er im Aktivdienst Oberleutnant der Infanterie.
Um 1941 macht er zufällige Bekanntschaft mit der Farbenlehre von Wilhelm Ostwald und widmete sich fortan ganz der Farbwissenschaft. In Winterthur gründete er den Chromos-Verlag, der im Einmannbetrieb über 20 Farbatlanten (systematische Farbmustersammlungen), Farbtafeln und weitere Werke zur Farbenlehre herausgab, die meisten in Handkolorierung mit mehreren tausend Farbmustern. Noch zu Lebzeiten Müllers wurde sein Werk an Ausstellungen in Winterthur, Frankfurt a. M., New York und an weiteren Orten gezeigt. Aemilius Müller starb 1989 in Winterthur.