Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03474.jsonl.gz/1469

Der Begriff Bruxismus bezieht sich auf eine unbewusste Aktivität der Kaumuskulatur, die sich in Form von Knirschen und Pressen mit den Zähnen äussert. Dies ist eine Methode der Psyche, mit aufgestautem seelischen Stress wie Sorgen, Frust oder Angst umzugehen.
Beim Zähneknirschen reiben die Zähne aneinander, beim Zähnepressen werden Ober- und Unterkiefer zusammengedrückt, ohne sich zu bewegen. Der Grund für das Knirschen und Pressen liegt in der Verbindung zwischen dem limbischen System (unserem Gefühlszentrum im Gehirn) und dem Kausystem, wenn wir emotional gestresst sind.
Diese Verbindung kann bei kurzfristigem und gesundem Stress sinnvoll sein, wird aber zu einem grossen Problem für die Gesundheit, wenn der Stress über einen längeren Zeitraum anhält. Die ständige Kaumuskelaktivität führt dazu, dass sich krankhafte Bewegungsmuster festsetzen und einprogrammieren.
Diese unnatürlichen Bewegungsmuster lassen die CMD-Symptome verstärkt auftreten und verschlimmern. Die Kaumuskulatur übt enorme Kräfte aus, die über die Zähne auf die Kiefergelenke übertragen werden. Aus diesem Grund ist es ideal, wenn die Kräfte über eine grosse Anzahl von Zahnkontakten gleichmässig auf alle Zähne verteilt werden.
Lässt der Biss jedoch eine gleichmässige Verteilung der Kräfte nicht zu, so kommt es zu einer massiven Belastung der Zähne und der Kiefergelenke. Als Folge der punktuell hohen Belastung kann es zum Abbrechen oder Absterben von Zähnen kommen. Alle Beschwerden einer Kiefergelenkerkrankung können sich allmählich entwickeln. Eine häufige Ursache für CMD ist Bruxismus, bei dem der gesamte Kauapparat starken Druck- und Zugbelastungen ausgesetzt ist.
Man unterscheidet zwischen Schlafbruxismus und Wachbruxismus, je nachdem, ob die Patienten eher nachts oder tagsüber bruxieren. In der Nacht, während des Schlafes, verarbeiten wir unbewusst alles, was uns auf der Seele brennt, so dass Schlafbruxismus häufig ein Phänomen ist, das nur schwer unter Kontrolle zu bringen ist. Im Wachzustand bemerken die Betroffenen häufiger, dass sie die Zähne aufeinanderpressen - Wachbruxismus. Menschen, die unter Schlafbruxismus leiden, können am nächsten Morgen mit Schmerzen in den Kiefergelenken, mit Kopf- und Nackenschmerzen oder mit Verspannungen der Muskulatur im Bereich des Kausystems aufwachen. Die Betroffenen fühlen sich müde und stellen häufig einen Verlust der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit fest.