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Die Vorgeschichte: Mit der Kollegin war ich am Wochenende im Kino. Und dann haben wir über Filme geredet. Und sind irgendwie auf Kevin Bacon gekommen. Da sie nicht gerade wusste, wen ich meinte, sagte ich, das sei der Typ aus American Beauty. Um mich danach zu korrigieren, und festzuhalten, dass ich die immer verwechsle. Also Spacey und Bacon. Darum habe ich mein iPhone gezückt, um ihr ein Föteli von Kevin Bacon zu zeigen. Und dann bin ich darauf gestossen. Auf die Bacon-Zahl. Das was jetzt kommt ist völlig offiziell und nicht auf meinem Mist gewachsen. Ehrlich. Das ist eine fucking Wissenschaft!
Die Bacon-Zahl hält fest, wieviele Schauspieler-Verbindungen man vollziehen muss, bis man einen Schauspieler findet, der mit Kevin Bacon zusammenspielte. Konkret: Nehmen wir Josh Hutcherson. Der spielte in The Hunger Games mit Jennifer Lawrence. Und die spielte in X-Men: First Class wiederum mit Kevin Bacon zusammen. Damit hat Josh Hutcherson die Bacon-Zahl 2, da um zu Kevin Bacon zu gelangen zwei Schauspieler nötig waren (Hutcherson und Lawrence). Jennifer Lawrence hat darum logischerweise die Bacon-Zahl 1, Bacon selber hat die 0. Die maximale Bacon-Zahl soll angeblich 8 sein, was jetzt tief klingt, aber dann wenn man nachdenkt eigentlich wieder viel Sinn ergibt, wenn man bedenkt, wieviele Leute in einem Film mitarbeiten und wieviele mögliche Connections das gibt. Laut einem Artikel vom letzten Jahr gibt es gerademal 32 Schauspieler, die eine Bacon-Zahl von 8 haben. Leute, die sich nicht verlinken lassen, haben natürlich keine Bacon-Zahl.
Doch wozu das Ganze? Die Bacon-Zahl ist die Veranschaulichung eines Prinzips von Stanley Milgram, der erkannte, dass es theoretisch möglich ist, dass zwei zufällig ausgewählte Personen (in den USA) durch lediglich sechs Personen, die sie kennen getrennt sind. Also A kennt B, B kennt C, C kennt D, D kennt E, E kennt F und F kennt G. Diese Erkenntnis ist nicht repräsentativ, da er das Experiment nur mit 60 Personen durchführte, die ein Paket an eine zufällige Person senden sollten, aber es ist immerhin ein Ansatz. Und macht theoretisch Sinn. Denn bei all den Leuten, die wir kennen, ist die Möglichkeit ziemlich gross, dass sie jemanden kennen, der jemanden kennt, der jemanden, und so weiter.
Die Bacon-Zahl veranschaulicht diese Theorie mit Schauspielern, denn da kennt man doch ziemlich viele, und kann das Ganze von aussen betrachten. Dass Kevin Bacon für diese Veranschaulichung gewählt wurde, liegt nicht (nur) an seinen vielen Filmen, die die Chance einer Kollaboration mit anderen Darstellern erhöhen, sondern auch an einem Interview in dem er erwähnte, dass er wahrscheinlich mit allen in Hollywood gearbeitet hat, oder zumindest mit jemandem, der mit der Person gearbeitet hat. Wenn man obigen Artikel weiterliest, erklärt dieser auch, dass Kevin Bacon nicht das optimale Hollywood-Zentrum ist, sondern lediglich auf dem 444. Platz weilt, mit einer durchschnittlich produzierten Bacon-Zahl von 2.980. An der Spitze befindet sich Dennis Hopper mit einer Hopper-Zahl von 2.802. Aber eben, es heisst nunmal Bacon-Zahl und das ist auch gut so. Die ganze Top-1000 findet man hier. Das ist alles gut ein Jahr alt, dürfte aber plusminus sicher noch aktuell sein.
Da das im Kopf auszurechnen zwar möglich ist, aber nicht jedermann alle Filme und Kollaborationen von Kevin Bacon kennt, gibts das Oracle of Bacon. Das mithilfe der IMDB die Bacon-Zahl berechnet. Wenn man Zeit und Lust hat. Es macht Spass. Der Durchschnitt ist eine Bacon-Zahl von 3, alles darüber ist sehr selten. Selbst Schweizer Schauspieler kriegen noch eher eine „Infinity-Zahl“, also keine Verbindungsmöglichkeit, als eine 4 oder höher. Darum bin ich gespannt auf die von euch genannten Schauspieler mit einer Bacon-Zahl über 3.