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Artikel /
Luzern
08.02.2021
Biozide in der Gebäudehülle vermeiden
In der Schweiz werden viele Kompaktfassaden erstellt, also Fassaden mit einer aussenliegenden Wärmedämmung, die anschliessend verputzt und gestrichen werden. Es gibt zwei gebräuliche Varianten von Kompaktfassade: die organische (Dämmung aus Kunststoff, zementöser Verputz, gestrichen) und die mineralische (Steinwolle, zementöser Verputz, gestrichen oder eingefärbt). Aufgrund des tieferen Preises wird oft die organische gewählt; allerdings ist diese wegen der auch anfällig auf Algen- und Pilzbildung. Der Fassadenfarbe wird deshalb Biozid (eine Kombination aus Herbi- und Fungizid) beigemischt, um dem Algenbefall vorzubeugen. Das Biozid wird nachweislich mit dem ersten Regen in hoher Konzentration ausgewaschen; der Rest wird im Verlauf der ersten Jahre ausgewaschen und gelangt so in den Wasserkreislauf. Durch das Auswaschen verliert die Fassadenoberfläche an Schutz und muss nach rund 5-10 Jahren wieder nachgestrichen werden, wobei sich der Effekt wiederholt. Gelangen Biozide in Gewässer, können sie giftig auf das Ökosystem wirken.