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Pilates im Golfsport
Der Golfsport boomt in der Schweiz. Die Anzahl der lizenzierten Spielerinnen und Spieler der ASG (Association Suisse de Golf) ist in der Zeit von 2000 bis 2016 um über 50'000 auf 90'725 gestiegen(1). Gemäss Gossheger et.al.(2) verletzen sich im Verlauf einer 2-Jahres-Periode 40% der Amateur- Golfsportler. Der Anteil von Überbeanspruchung im Golfsport liegt bei über 80%, was das Potential von präventiven und sekundärpräventiven Massnahmen verdeutlicht.
Golferinnen und Golfer, welche pro Woche mehr als 200 Trainingsbälle schlagen, resp. mehr als 4 Runden pro Woche spielen, scheinen ein signifikant erhöhtes Verletzungsrisiko zu haben. Weitere Risikofaktoren sind: Fehlendes oder ungenügendes Aufwärmen, mangelhafte Technik sowie mangelndes Training der körperlichen Grundlagen.
Die Entwicklung des modernen Golf- Schwungs mit seinem progressiven, von der Hüfte geführten «Down Swing» und der „Reverse C-position“ erhöhen in der Konsequenz zusätzlich die Anforderungenvon Mobilität und Rumpfkraft (3).
Gemäss dem Leitsatz „distribution of movement = distribution of forces“ fokussiert sich das Pilates Training nicht nur auf die Stabilität, sondern auf eine möglichst harmonische 2 Verteilung der Bewegung über eine gesamte kinetische Kette. In Bezug auf den Golfschwung betrifft dies die Ausrichtung und axiale Verlängerung der Bewegungssegmente der Wirbelsäule, die verbesserte Extension der BWS, eine verbesserte Kongruenz der Gelenkspartner des Schultergelenkes sowie eine Verbesserung der Rotationsfähigkeit im Hüftgelenk.
Michael Brunner, Leiter Spirit-Studio für Yoga und Pilates in Basel, Ausbildungsleiter Polestar Pilates Schweiz (30.11.2017)1. https://www.golfsuisse.ch/asg/binarydata/statistique_developpement_golf.pdf
2. Gosheger G, Liem D, Ludwig K, Greshake O, Winkelmann W. Injuries and overuse syndromes in golf. Am J Sports Med. 2003.31:438-43.)
3. Finn C. Rehabilitation of low back pain in golfers: from diagnosis to return to sport. Sports Health. 2013.5:313-9.