Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/2182

Der Fernsehmoderator Sean Hannity, ein rechtslastiges Aushängeschild von Fox News, sagte dieser Tage: Er habe keinen Moment an die Wahlbetrugsvorwürfe von Donald Trump geglaubt. Die Aussage machte er unter Eid an einer Anhörung vor Gericht, wie die «New York Times» berichtet. Die Zeitung beruft sich auf einen Anwalt des Wahlmaschinen-Betreibers Dominion, der Rupert Murdochs Fernsehsender wegen Verleumdung vor Gericht gezerrt hat. Es geht dabei um eine 1,6 Milliarden Dollar schwere Klage. Anlass dafür sind Aussagen, die Fox News nach der Abwahl von Trump vor zwei Jahren verbreitete. Hannity und weitere Fox-Mitarbeiter gaben dabei Trump-Unterstützern das Wort, welche Betrugsvorwürfe auch an den Wahlmaschinen-Betreiber Dominion richteten. Die Journalisten brachten aber nicht zum Ausdruck, dass diese Behauptungen weder Hand noch Fuss hatten.
Wenn ihnen und den Senderchefs nun nachgewiesen werden kann, dass sie dabei wider besseres Wissen und damit arglistig informierten, könnte Fox von einer Jury wegen Verleumdung verurteilt werden. Die Anwälte von Dominion sagten vor dem Obergericht in Delaware, dass sie über genügend Beweise verfügten. Sie können sich auch auf Mails stützen, welche Fox-Mitarbeiter untereinander austauschten. Es handelt sich um mehr als 52 000 Dokumente, welche Fox zuhanden des Wahlmaschinen-Betreibers Dominion offenlegte. Eine Veröffentlichung dieser internen Kommunikation lehnte das Gericht allerdings ab. Gemäss den Anwälten von Dominion haben auch andere wichtige Angestellte von Fox, unter anderen der Moderator Tucker Carlson, unter Eid gesagt, dass sie die Betrugsvorwürfe gegen Dominion niemals geglaubt hätten.
Auch wenn es zu einer Verurteilung von Fox kommt, werden damit die Behauptungen über einen Wahlbetrug nicht aus der Welt geschafft. Zu gross ist die Zahl jener, die das ohnehin glauben. Doch könnte in diesem Fall die Verbreitung von Falschinformationen in finanzieller Hinsicht schwere Folgen haben.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.