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Baujahr 1597
Bis ins frühe 19. Jahrhundert war die Umgebung der Stadt Zug durch eine Landschaft von Wiesen und Obstgärten geprägt, aus der neben einzelnen Bauerngütern einige herrschaftliche Landsitze hervortraten. Der bedeutendste Landsitz mit der dazugehörigen Kapelle St. Konrad war der Hof der Familie Zurlauben.
Vom Bauerngut zur barocken Hofanlage
Der Zuger Ratsherr Konrad Zurlauben war ein bedeutender Söldner-General in den Diensten der französischen Bourbonen-Könige. Er erbaute auf der Parzelle des ehemaligen Bauernguts «Hof am Schild» ein stattliches Haus. Der vom damaligen Zuger Stadtbaumeister Jost Knopflin in Auftrag genommene Bau wurde 1597 begonnen und 1621 vollendet. Das Innere des sogenannten Herrenhauses weist vor allem zwei bemerkenswerte Räume auf – den «Festsaal» und das «Braune Zimmer». In den Jahren 1623 und 1624 wurde eine freistehende Kapelle – dem heiligen Konrad gewidmet – errichtet und durch eine Passage mit dem Herrenhaus verbunden. 1645 liess der Sohn von Konrad Zurlauben das sogenannte Pächterhaus als Wohnstätte für den Bewirtschafter des Bauernguts errichten. 1736 wurde das Pächterhaus durch eine Loggia mit dem Herrenhaus verbunden und im Obergeschoss des Pächterhauses der «Weisse Saal» oder auch «Gartensaal» eingerichtet. Im 19. Jahrhundert war das Ensemble zahlreichen weiteren Veränderungen unterworfen.
Der Zurlaubenhof war bis 1799 im Besitz der Familie Zurlauben. Als die Zeit des Söldnerwesens nach der französischen Revolution vorbei war, wurde die Familie vom Hof vertrieben und starb 1799 mit dem letzten Zurlauben aus. Von 1843 bis 2022 gehörte das Anwesen der Stadtzuger Familie Bossard.
Vom Familienbesitz in die öffentliche Hand
Der Zurlaubenhof nimmt einen hohen Stellenwert im Stadtbild von Zug ein und ist seit 1964 im Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgeführt. Da der denkmalpflegerische Schwierigkeitsgrad für die Planung und Bauausführung sehr hoch ist, bringt er entsprechend hohe Instandhaltungs- und -setzungskosten mit sich. 1970 ersuchten die damaligen Eigentümer die öffentlichen Instanzen um finanzielle Unterstützung bei der Renovation des Hauptgebäudes. Das Interesse aller Beteiligten lag im möglichst vollständigen Erhalt des bestehenden Bauwerks. In dieser Zeit bauten die Eigentümer auch eine Scheune des damaligen Landwirtschaftsbetriebs zu einem Wohngebäude mit sechs Mieteinheiten aus, um davon einen Beitrag an die Unterhaltsfinanzierung zu leisten. Damit die Eigentümer in Zukunft nicht mehr auf die öffentliche Hand angewiesen sein müssten, planten sie ab 2012 zusammen mit den Behörden, auf einem Teil der landwirtschaftlich nicht mehr genutzten Fläche weitere Wohnungen zu errichten. Das Projekt wurde während rund sechs Jahren mit grosser Sorgfalt entwickelt. Währenddessen zeichnete sich in der Familie Bossard ein Generationenwechsel ab, der die Eigentümer dazu veranlasste, ihrer Wunschpartnerin Stadt Zug das Anwesen exklusiv zum Kauf anzubieten.