Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03464.jsonl.gz/1103

Die Generation C64 wird es mit Sicherheit kennen: The Great Gian(n)a Sisters. Der einstige Super Mario "Clone" aus Deutschland machte ein kleines Studio schlagartig berühmt. Verschwörungstheorien rank(t)en sich um das Spiel nachdem es urplötzlich aus dem Handel verschwand... Nun, 25 Jahre später, soll ein echter Nachfolger erscheinen.
Das neue Spiel unter dem Arbeitstitel "Project Giana" soll der Nachfolger des berühmten Spiels "The Gian(n)a Sisters" werden. 2009 erschien für den Nintendo DS das Spiel "Gina Sisters DS", welches den Fans eindeutig zu leicht war; auch für Abwechslung sorgte dieser Ableger eher wenig.
Project Gina soll indes einen ganz neuen und innovativen Weg gehen. Die Entwickler, Black Forest Games, welche aus dem Entwicklerstudio "Spellbound Games" (gegründet von Armin Gessert, dem Original Entwickler des Archetyps) hervorgingen, haben sich dafür eine ganz neue Spielmechanik ausgedacht. Das Projekt selbst wird zur Zeit über Kickstarter finanziert, da sich einfach kein Publisher finden lässt, der ein "Risiko" eingehen möchte. Die Finanzierungsaktion läuft noch bis zum 31. August 2012 und das Ziel ist in Reichweite. Für die "Backers" warten einige schöne Goodies, die zwar meist nicht ganz dem Value der Spende entsprechen, aber man tut es ja primär für das Projekt und nicht weil man möglichst viel in-return möchte. Sollte das Ziel nicht erreicht werden, was äußerst schade wäre, verzögert sich das geplante Release von Oktober 2012 auf unbekannt. Released soll das Spiel zunächst auf dem PC und dann auf Konsolen portiert werden.
Um die Spielmechanik für alle verständlich zu machen, müssen zuerst einige Elemente des Originalspiels erläutert werden. Der Spielverlauf gleicht dem von Super Mario Bros.. Der Klempner versucht hierbei seine Prinzessin zu retten, während Giana in einer Traumwelt gefangen ist und versucht wieder aufzuwachen. Man läuft also durch verschiedene Welten, springt mit seiner Figur auf Gegner und sammelt Gegenstände ein. Während man in Super Mario Bros. einen Pilz einsammelt um größer zu werden, sammelt man in Gian(n)a Sisters einen Ball ein und wird zur "Punk"-Version der Spielfigur; und genau hier setzt die neue Spielmechanik an!
In der neuen Spielmechanik kann man nun ohne Gegenstand zwischen der "süßen Giana" und der "Punk Giana" on-the-fly wechseln. Der Clou an der Sache ist hierbei das realtime morphing. Die "süße Giana" liebt das Gruselige und darum sind ihre Traumwelten düster und gruselig; echte Albtraumwelten. Die "Punk Giana" hasst alles niedliche und wird so richtig aggressiv dabei; darum sind ihre Welten hell und fröhlich; waschechte Lollipop-Welten. Beim realtime morphing wird ausnahmslos alles verwandelt. Gegner, Gegenstände, die komplette Umgebung und auch die Musik! Das wäre nichts besonders, wenn man diese Technik nicht auch noch bräuchte um die Level zu lösen! Beide Gianas haben eigene Spezialfähigkeiten: die "Süße" kann in der Luft wirbeln und so längere Distanzen überwinden, während die "Punkerin" eine powervolle Dashattacke besitzt, welche zielgerichtete Gegner- und Mauervernichtung miteinschließt. Weiterhin verändern sich die Welten teilweise so stark, dass man Passagen nur durch geschicktes Umswitchen meistern kann. Z.B. kann ein dorniger Rosenbusch in der Lollipop-Welt von der "Punkerin" vorhanden sein, aber in der Albtraumwelt ist dort nichts. Am besten man schaut sich das Prinzip in dieser offiziellen Video-Demo einmal an.
Zu den anderen elementaren Dingen des Spieles wie Steuerung, Grafik und Musik soll natürlich auch etwas gesagt werden. Für die Musik verantwortlich zeichnen sich, wie auch beim Original, Chris Hülsbeck, sowie Machinae Supremacy, welche für das Projekt gewonnen werden konnten. Freunde der Elektromusikszene werden jetzt wohl strahlende Augen bekommen. Der Soundtrack klingt einfach nur fantastisch und die nahtlose Transition zwischen beruhigenden und harten Klängen ist einfach nur traumhaft umgesetzt.
Die Grafikengine benutzt DirectX 9, sowie DirectX 11; Besitzer älterer Grafikkarten, wie ich, können somit auch in den Genuss des Spiels kommen. Die Level sind detailreich und liebevoll designt. Es warten schöne Partikeleffekte und nahtlose Morphingeffekte auf den Spieler. Die Anforderungen an die gesamte Hardware scheinen jedenfalls nicht sonderlich hoch zu sein; es läuft alles jedenfalls sehr flüssig.
Die Steuerung ist optimiert auf Controller, in der Beta leider noch auf X-Input-kompatible Controller wie das XBox 360-Gamepad. Natürlich funktioniert auch die Tastatur, welche aber in der Beta noch etwas sperrig und unreif anmutet; dennoch ist es damit gut spielbar. Die Entwickler versprechen aber für die finale Fassung die Unterstützung für DirectInput-kompatible Controller. Wer die momentane Beta mit einem anderen Gamepad testen will, der kann zur Zeit nur auf das XBox360-Pad Emulator Projekt zurückgreifen.
Alles in allem hat Project Giana das potential zu einem richtig guten Platformer. In der Beta, die natürlich noch Kinderkrankheiten hat, kann man das neue Spielprinzip in zwei Leveln ausgiebig testen. Die Entwickler versprechen einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad, sowie verschiedene Endbosse; im Forum wurde, von einem Teammitglied, sogar ein geplanter Hardcoremodus erwähnt!
Macht Euch selbst einen Eindruck von dem Spiel, indem Ihr die Demo von der offiziellen Homepage herunterladet. Mir hat sie, trotz einiger Beta-Krankheiten, eine Menge Spaß bereitet und beim mehrmaligem Spielen fallen einem auch gleich ganz neue Möglichkeiten auf.
Also Leute! Helft dem Team damit eine potentielle Perle das Licht der Welt erblicken kann!