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Nicht einfach als Beobachter, sondern wie ein Mensch, der teilnimmt am Alltags-dasein der einfachen Leute und der mit ihren Gedanken denkt
»Erstrebenswertes Ziel würde es sein, in der Seele des Lesers einen lebendigen Eindruck des Lebens in Japan zu schaffen.« Lafcadio Hearn ist Nomade zwischen den Kulturen. Sein Leben liest sich selbst wie ein Buch. In Japan ist er eine Ikone. Noch in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts stiess sein breites Werk auch in Deutschland auf grosse Resonanz. Hugo von Hofmannsthal und Stefan Zweig schwärmten enthusiastisch. Seitdem ist er verschollen.
Lafcadio Hearns einfühlsame Auseinandersetzung mit Religion und Kultur, seine Reiseschilderungen, seine Erzählungen, seine poetischen Skizzen, erschliessen für uns Geheimnisse einer fremden »alten« und verschwundenen Kultur. Er stirbt am 26. September 1904 - seine Asche ist auf einem buddhistischen Friedhof hinter seinem ehemaligen Wohnhaus bestattet.
Bald nach seiner Ankunft in Japan, am 4. Juli 1890, wird er Englischlehrer an einer Schule in Izumo. 1891 heiratet er eine Japanerin aus einer Samurai-Familie und nimmt die japanische Staatsbürgerschaft und den Namen Koizumi Yakumo an. 1895 erhält er schliesslich den Ruf als Professor für englische Literatur an der Kaiserlichen Universität in Tokio.