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Eltern sterbender Neugeborener brauchen klare Erklärung der Optionen
Wenn es um die Frage geht, ob lebenserhaltende Massnahmen bei sterbenskranken oder extrem früh geborenen Babys beendet werden sollen, so ist die Eltern-Arzt Kommunikation so mit Missverständnissen und Verständigungsproblemen behaftet, dass die beiden Seiten auch ebensogut in verschiedenen Sprachen reden könnten. Zu dieser Erkenntnis kommt eine kleine aber lehrreiche Studie des John Hopkins Childrens's Center.
Für diese qualitative Studie wurden Interviews mit 26 Müttern geführt von Babys die kurz nach der Geburt verstorben waren. Die Interviews wurden durchschnittlich drei Jahre nach dem Tod des Neugeborenen geführt.
Es gibt eine breite Palette an Möglichkeiten der Behandlung von schwerkranken Neugeborenen die von aggressiver Reanimation bis zu Pflege ohne weitere medizinische Massnahmen reichen. Hier müssen Ärzte und Eltern oft innerhalb kurzer Zeit schwerwiegende Entscheidungen treffen. Dies in einer Situation die erschwert ist durch den emotionalen Stress der Eltern und eventuell auch den gesundheitlichen Zustand der Mutter.
Die Auswertung der Interviews zeigt, dass sich nur wenige Mütter erinnern, dass die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung ausführlich mit ihnen besprochen worden war. Die Erinnerungen der Mütter standen vielfach im Gegensatz zur Dokumentation in der Krankengeschichte wo angegeben war, dass verschiedenste Optionen besprochen worden seien. Die Sprache der Ärzte fanden die Mütter verwirrend und sie gaben an dass ihre Entscheidung primär auf Hoffnung, Spiritualität und Religion gestützt war.
Nancy Hutton, MD, die Leiterin des pädiatrischen Palliative Care Programms am Johns Hopkins Children's Center schliesst aus den Ergebnissen, dass es Ärzten schwer fällt in solchen schwierigen Momenten Gefühle zu zeigen. Dies könnte mit der Angst zu tun haben, den Eltern falsche Hoffnungen zu machen. Gleichzeitig wünschen sich die Mütter dass sie die Ärzte mit einer teilnehmenden Haltung bei der Entscheidung unterstützen. Unabhängig von der positiven oder negativen Einschätzung der Chancen des Neugeborenen hatten die Mütter mehr Vertrauen in Ärzte die Gefühle zeigten.
Es gilt also, nicht nur für die Ärzte sondern für alle an der Behandlung und Pflege Beteiligten, die kommunikativen Kompetenzen zu verbessern und zu lernen offen und klar zu reden und dabei die eigenen Gefühle nicht zu verstecken.
Renee D. Boss, Nancy Hutton, Leslie J. Sulpar, Anna M. West, and Pamela K. Donohue: Values Parents Apply to Decision-Making Regarding Delivery Room Resuscitation for High-Risk Newborns
Pediatrics, Sep 2008; 122: 583 - 589.
Die englischsprachige Zusammenfassung mit einigen Kommentaren finden Sie hier >>