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1593
Erste geschichtliche Erwähnung der Strohflechterei.
16. Jahrhundert
Die Badenden tragen als Kopfschutz aus geflochtenen Strohbändern genähte Strohhüte, sogenannte «Schienhüte».
1662
Zinsbuch des Klosters von Hermetschwil/AG: Bodenzins wird zum Teil mit zwei Schienhüten abgegolten.
17. Jahrhundert
Die Strohflechterei ist im Kanton Aargau bereits stark verbreitet. Schienhüte werden in erster Linie nur von Frauen getragen.
ab 1780
Männer beginnen Strohhüte – sogenannte Spitzhüte (Röhrlihüte) – zu tragen. Diese werden auch im Kanton Obwalden hergestellt.
1758
Geburt von Jakob Isler, Wohlen, Pionier und Förderer der Strohindustrie. Dieser gründet 1787 eine Firma und unternimmt grosse Reisetätigkeit in ganz Europa.
1783
In Wohlen wird die erste Handelsgesellschaft von acht Wohler Geflechthändlern gegründet.
17./18. Jahrhundert
Die Strohflechterei wird vor allem als Heimindustrie betrieben. Man findet sie im Freiamt, Fricktal, Rafzerfeld, Seetal, Onsernonetal/TI, im Kanton Freiburg, in den
Kantonen Luzern und Obwalden.
Ab 1798
Wohler Fabrikanten und Händler entwickeln rege Handelstätigkeit in ganz Europa. Das Freiamt wird dadurch zum Zentrum der Schweizer Strohindustrie.
1806
Im Kanton Aargau werden die ersten Flechtschulen errichtet.
1815
Ratsprotokolle des Kanton Obwalden weisen auf Tätigkeiten in der Strohflechterei hin. Die Aargauer entdecken das Freiburger Weizenstroh. Die Freiburger liefern ihre Geflechte nun auch den Aargauer Fabrikanten und Händlern. Diese eröffnen später eigene Niederlassungen in Bulle.
Um 1820
Die Strohindustrie erfährt ihre erste grosse Krise als Folge von Absatzschwierigkeiten. Die ersten Bordüren-Webstühle für die Heimarbeit werden eingeführt. Später werden solche auch in den Fabriken eingesetzt.
1825
Verwendung von Hanf und geknüpftem Hanffaden.
Ab 1828
Verwendung von geknüpftem Rosshaar in Verbindung mit Stroh. Beginn der Strohfärberei. Erste Flechtmaschinen werden aus Frankreich eingeführt.
1836
Erste Handelsbeziehungen mit Amerika.
1830–1880
Garniturenperiode: Entwicklung von allerlei Fantasieartikeln für den Hutschmuck, wie z.B. die Agrément – Motive.
1840
Es sind cirka 40'000–50'000 Personen in der Schweizer Strohindustrie tätig. Einführung der gezwirnten Strohschnürli (Drehtli) im Freiamt. Gleich darauf folgen Garnituren, Knöpfli, Platten und Agréments. Verwendung von Bast (Cubabast, Raphiabast, Holzbast, Seidenbast). Rosshaarblonden (Klöppelspitzen) werden aus dem Erzgebirge eingeführt. Entwicklung von Holzstuhl oder Flechtmaschine.
Um 1850
Beginn der Fabrikindustrie in der Region Wohlen. Übergang von der Heimindustrie zur Fabrikindustrie. Stroh wird nun auch mit Chlor gebleicht.
1852
Gründung einer Filiale in Florenz durch M. Bruggisser & Cie, Wohlen. Gründung einer Filiale in New York durch Jakob Isler und Cie, Wohlen.
1862
Erfindung der Baumwollbändel zur Verarbeitung auf Flechtmaschinen (Holzstühlen).
Ab 1870
Krise und Rückgang der Strohproduktion in den Kantonen Aargau und Freiburg. Durch die Globalisierung der Produktion über China bis nach Japan wird der Markt mit billigen Waren überschwemmt. Dazu kommt die europäische Konkurrenz aus Belgien, England, Frankreich und Italien.
Ab 1900
Die Aargauische Strohindustrie wendet sich vermehrt neuen Produkten wie Kunstfasern zu. Stroh verliert an Bedeutung. Auch die Freiburger Drehtli und Geflechte sind nicht mehr gefragt.
1921
Erfolgreiche Kombination von Cellophan mit Hanf (Pedaline).
1924
30 Frauen von Plaffeien und Umgebung lernen durch die Firma Fischer & Co, Dottikon, den Röhrlihut herzustellen. Der Chevalier-Hut (Canotier) erlebt in dieser Zeit einen neuen Aufschwung. Mit dem Röhrlihut gewinnt Stroh noch ein letztes Mal an wesentlicher Bedeutung in der Hutfabrikation.
1976
Gründung Freiämter Strohmuseum, in Wohlen.
1988
Eine der letzten Hutfabriken, die Merz & Co. in Menziken/AG schliesst ihren Betrieb. Im Freiamt verbleiben noch vereinzelte Hutfabrikanten. Neue Kleinbetriebe entstehen in den folgenden Jahren in der ganzen Schweiz.
1993
Gründung Schweizerische Stiftung Strohverarbeitung.
Hubert Boschung, Juni 1998 (Quelle: G. Rodel, Fahrwangen)
© Schweizerische Strohstiftung © Fondation Paille Suisse © Swiss Straw Foundation
c/o Kurszentrum Ballenberg, Museumsstrasse 96, CH-3858 Hofstetten
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