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Gmelin fehlt an der WM der Reservetank
Jeannine Gmelin beendet die Ruder-WM in Racice auf dem 8. Platz. Die Ustermerin klassierte sich im B-Final hinter der Deutschen Alexandra Föster als Zweite.
Erstmals seit dem Weltcup in Luzern im Jahr 2016 hatte Jeannine Gmelin an den Weltmeisterschaften in Tschechien an einer Regatta den Sprung in den A-Final verpasst.
Wie hoch in diesem post-olympischen Jahr die Leistungsdichte im Frauen-Einer war, zeigte aber der Fakt, dass im B-Final mit der Deutschen Alexandra Föster und Gmelin zwei Medaillengewinnerinnen des Weltcup-Finals von Luzern um die Ränge 7 bis 12 kämpften.
Diese beiden Ruderinnen sollten diesen B-Final denn auch weitgehend prägen. Den schnellsten Start hingegen hatte die Französin Emma Lunatti und die besten ersten 500 Meter die tschechische Lokalmatadorin Lenka Antosova.
Dann aber übernahmen Föster und Gmelin das Zepter. Bei Streckenhälfte führte Föster, aber lediglich 0,71 Sekunden vor Gmelin. Dicht dahinter folgten die Boote aus Tschechien und Frankreich.
Die Schlagzahl erhöht
In der Folge erhöhte die Ustermer Skifferin die Schlagzahl auf 36 Schläge pro Minute. Die zwei führenden Boote mit Föster und Gmelin konnten sich leicht absetzen.
Auf den letzten 300 Metern versuchte die 32-Jährige, mit einem letzten grossen Effort die Deutsche vor der Zieldurchfahrt noch abzufangen, was diese mit sehr schnellen letzten 250 Metern konterte. Gmelin erkämpfte sich als Zweitplatzierte den achten WM-Rang.
«Es brauchte viel Mut und mentale Stärke, unter den gegebenen Umständen an den Start zu Gehen.»
Jeannine Gmelin
«Es brauchte viel Mut und mentale Stärke, unter den gegebenen Umständen an den Start zu gehen – im Wissen, dass meine Form nicht für ganz nach vorne reichen würde», sagte die Weltmeisterin von 2017. «Ich bin aber sehr froh, dass ich es trotzdem gewagt habe und gewann Erkenntnisse, die mich in den nächsten zwei Jahren prägen werden – sowohl mental als auch physisch.»
Gmelin wird die Ergebnisse der abgeschlossenen Saison nun analysieren. «Ich habe in jedem Rennen gekämpft und konnte die WM versöhnlich abschliessen auf einem Rang, der für eine Olympia-Qualifikation reichen würde. Ich freue mich auf die bevorstehende Arbeit.»
Ein Scheitern mit Ansage
Den Final, die ersten drei erreichten, hatte Gmelin im Halbfinal als Vierte um 2,72 Sekunden verpasst. Es war allerdings ein Scheitern mit Ansage, hatte sie doch die Halbfinals via Hoffnungslauf erreicht und danach zugegeben, nicht mehr allzu viele Reserven zu haben.
Für Gmelin ist diese Saison ein Zwischenjahr, dementsprechend trainierte sie. Nach den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in Tokio (5.) ruderte sie während fünf Monaten nicht, danach absolvierte sie einen «sehr langsamen» Aufbau.
Zudem erkrankte sie während der EM in München an Corona, weshalb sie dort nicht zum Halbfinal antreten konnte. «Mir fehlte der Reservetank, den man sich im Winter erarbeitet», sagte Gmelin. (sda/zo)