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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

XVIII. Rede
40.
[S. 388] Was sagst du, Vater? Genügen meine Worte? Nimmst du diese Lobrede, welche dir das Ehrengeleite geben, bzw. dein Grab segnen soll, als Dank für die Mühen hin, die du dir um meiner Ausbildung willen gemacht hast? Gibst du nach altem Brauch meiner Rede den Frieden, und wünschest du aus Abscheu vor einem Zuviel, daß ich sie beende, damit sie maßvoll bleibe? Oder was soll ich noch beifügen? Ich weiß, du willst, daß ich die Rede schließe. Sie genügt auch. Genehmige jedoch, daß ich noch folgendes bitte! Teile uns mit, wo der Ort deiner Herrlichkeit ist und welches Licht dich umgibt und bald auch deine Gattin umgeben wird! Berichte über diejenigen Kinder, welche du selbst noch zu Grabe getragen hast! Nimm auch mich in deine Zelte auf, wenn ich auch noch nichts oder nur erst wenig in diesem Leben gelitten habe!1 Zuvor aber nimm mich auf in diesem werten Grabdenkmal, das du für uns beide errichten ließest, um auch hier deinen geweihten gleichnamigen Sohn zu ehren! Schenke Nachsicht der Gemeinde (von Sasima), die ich verlassen, wie der (von Nazianz), die ich dir zulieb übernommen habe2! Vor allem die ganze Herde und alle Hirten, deren Vater du genannt worden warst, ganz besonders aber den, der von dir bezwungen und väterlich und geistig überwältigt worden war, schütze auf ihren Wegen vor Gefahren, damit ich nicht weiter mehr über deine Gewaltherrschaft zu klagen brauche!
1: Der Schriftsteller widerspricht sich; denn soeben - am Schlusse des vorigen Kap. - erwähnt er seine eigenen Leiden und seinen eigenen Opfermut.
2: Der Redner will wohl von den seelsorglichen Verpflichtungen da wie dort befreit werden.