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In Zeitungskommentaren in der Sonntagszeitung werden mehr übergeordnete journalistische Themen angesprochen (Medienkritik-Master-Themen) angesprochen als in Nachrichten. Sonst sind aber erstaunlich wenig Unterschiede vorzufinden.
In einer Arbeit von Studenten des Instituts für angewandte Medienwissenschaften (IAM) wurde die Medienkritik in Artikeln und Kommentaren untersucht und miteinander verglichen. Dabei konnte ein tendenziell grössere Tiefgründigkeit in Kommentaren festgestellt werden, da in diesen öfter der Journalismus explizit benannt und mehr auf sogenannte Medienkritik-Master-Themen eingegangen wird. Dies stützt die Aussage von La Roche und Buchholz: „der Kommentar die Funktion einer vertiefenden Unterrichtung, der Einordnung des Ereignisses, aber auch der Klärung der Hintergründe und der Folgenabschätzung“ habe. Es bräuchte aber eine qualitative Analyse der einzelnen Artikel und Kommentare um den effektiven Wert der Medienkritik feststellen zu können.
[callout title=Die Untersuchung]
Studenten vom Institut für Angewandte Medien- wissenschaft (IAM) haben 43 Artikel und 22 Kommentare in der Sonntagszeitung untersucht. Der Korpus besteht aus explizit medienkritischen Artikeln und Kommentaren die zwischen dem 1. Oktober 2009 und dem 21. September 2010 erschienen waren.[/callout]
Beitrag zur Glaubwürdigkeit
Die vermutete Oberflächlichkeit in medienkritischen Artikeln konnte nicht verifiziert werden, da die Nennung von Master-Themen und Rahmenbedingungen ebenfalls als hoch scheint. Hier müsste ein Vergleich mit anderen Sonntagszeitungen gemacht werden, damit deren Quantität eingeordnet werden kann. Die vermehrte Nennung von einzelnen journalistischen Beiträgen muss in diesem Kontext nicht zwingend als punktuelle Medienkritik angesehen werden, da in den Artikeln eventuell durch deren Einordnung in Master-Themen und Rahmenbedingungen einen Beitrag zu einer hintergründigen Medienkritik geleistet wird.
Journalistische und sprachliche Fehlleistungen sowie journalistische Rahmenbedingungen (z.B. politische, betriebswirtschaftliche, etc.) werden in Artikeln und Kommentaren prozentual gleich oft thematisiert. Gerade journalistische Fehlleistungen sollten aber in Kommentaren einen höheren prozentualen Anteil erreichen, da Zeitungen durch deren Thematisierung einen Beitrag zu ihrer Glaubwürdigkeit leisten können. Dies ist auch bei der Thematisierung in Artikeln der Fall, aber nicht in gleichem Mass, da in Kommentaren deutlichere Wertungen erlaubt sind.
Kompliment oder Mangel
Bei den Rahmenbedingungen gestaltet sich die Analyse der Ergebnisse etwas komplizierter. Einerseits könnte bei den Kommentaren von einer vergebenen Chance gesprochen werden, da diese die Rahmenbedingungen ungenügend thematisiert hätten. Andererseits muss man in Betracht ziehen, das in den Artikeln diese vorbildlich geschildert worden sind. Sowohl bei den Artikeln, als auch bei den Kommentaren liegt die Quote von der Erwähnung zumindest einer Rahmenbedingung bei über 85 Prozent, daher kann man davon ausgehen, dass das Problem nicht bei der Quantität zu finden ist. Inwiefern aber Rahmenbedingungen erläutert werden, wird durch die Untersuchung nicht bekannt.