Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03513.jsonl.gz/1330

Wie erwartet erzielte im ersten Wahlgang kein Kandidat das absolute Mehr von knapp 62'000 Stimmen. Der zweite Wahlgang findet am 28. März statt. Die von der SP unterstützte Kandidatin der Grünen, Fabienne Fischer, lag mit 36'237 Stimmen, was einem Wähleranteil von knapp 30 Prozent entspricht, deutlich in Führung. Dieses Ergebnis liegt leicht unter dem Potenzial der beiden Parteien.
Auf Platz zwei mit 28'029 Stimmen erntete Maudet die Früchte einer engagierten Kampagne, in der er sich hauptsächlich auf die von der Gesundheitskrise betroffenen Unternehmen konzentriert hatte. Seine Verurteilung in erster Instanz wegen Vorteilsannahme im Zusammenhang mit seiner Luxus-Reise nach Abu Dhabi hat fast 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler nicht abgeschreckt.
Schlappe für FDP
Das ehemalige FDP-Zugpferd lag damit deutlich vor dem Kandidaten seiner ehemaligen Partei, Cyril Aellen, der 19'275 Stimmen erzielt hatte. Für die Freisinningen «ein klarer Misserfolg», wie der Präsident der FDP Genf, Bertrand Reich, das Resultat kommentierte. Aellen kündigte an, im zweiten Wahlgang in drei Wochen nicht mehr anzutreten. Die FDP hatte Maudet im vergangenen Juli aus ihren Reihen ausgeschlossen.
Auf dem vierten Platz lag der SVP-Kandidat Yves Nidegger (16'456 Stimmen), gefolgt vom Kandidaten der Grünliberalen, Michel Matter (11'512 Stimmen). Auf den hintersten Plätzen klassierten sich Morten Gisselbaek von der Partei der Arbeit (6006 Stimmen), Olivier Pahud von der Liste Evolution Suisse (1442 Stimmen) und Yann Tesat von der BDP (731 Stimmen).
Neben Aellen gaben auch Gisselbaek und Testa ihren Verzicht für die zweite Runde bekannt. Pahud seinerseits hält seine Kandidatur aufrecht.
Magistrat ohne Macht
Die Ersatzwahl war durch den Rücktritt von Maudet nötig geworden. Der seit dem Ausschluss aus der FDP parteilose Staatsrat gab sein Mandat ab, nachdem ihm seine Amtskollegen seiner letzten, verbliebenen Kompetenzen beraubt hatten.
Die Kantonsregierung hatte Maudet das Departement für Wirtschaftsförderung aufgrund eines Berichts über das Personalmanagement in seiner Abteilung entzogen, den sie als alarmierend bezeichnete.
Maudet kritisierte den Entscheid seiner Amtskollegen als verfassungswidrig und sprach von einem persönlichen Angriff auf ihn. Die Regierung verfüge über keine Legitimität einen vom Volk gewählten Amtskollegen vollständig zu entmachten