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Rund um die Murmel
Historisches
Funde aus babylonischer, römischer und germanischer Zeit belegen, dass das Murmelspiel bereits sehr alt ist. Die ältesten Murmeln datieren von 3000 vor Chr. Eine Anzahl runder Schmucksteine fand man als Beigabe im Grab eines ägyptischen Kindes in Naqada.
Im Britischen Museum lagern Murmeln aus Kreta, die auf 2000 – 1700 vor Chr. datieren. Gefunden wurden sie in der Minoischen Ausgrabungsstätte beim Berg Petsofas in der Nähe von Palekastro.
Seit der Zeit um 1500 scheinen aufgrund archäologischer Funde die verschiedenen Spiele, die man mit Murmeln, Klickern oder Schussern spielen konnte, in Mitteleuropa an Beliebtheit deutlich zuzunehmen. Kugelgrösse, Material und Farbigkeit der Murmeln wurden vielfach variiert: Neben unterschiedlichen Murmeln aus unglasierter oder weiss engobierter roter Irdenware, finden sich vor allem braune Faststeinzeugmurmeln oder seit der Mitte des
19. Jh. Murmeln aus Glas.
Die Produktion von Glasmurmeln begann erst 1848 im thüringischen Ort Lauscha. Dort erfand der Glasbläser Christoph Simon Karl Greiner die so genannte Märbelschere. Märbel ist das itzgründische Wort für Murmel, das auch in das Hochdeutsche übernommen wurde. Im
September 1848 erhielt Christoph Simon Karl Greiner die Konzession zur alleinigen Herstellung von Künstlichen Achat- und Edelstein-Kugeln. Die in allen möglichen Farben mit kunstvollen und geschwungenen Spiralmustern im Inneren der Glasmurmel hergestellten Kugeln werden auf traditionelle Weise durch Zugabe von Farbe oder farbigen Glasbändern und Schleifen zu dem entnommenen Glasposten hergestellt.
Namen
In deutschsprachigen Ländern sind das Murmelspiel und die Murmel unter zahlreichen Namen bekannt: Bucker, Datzer, Dötze, Duxer, Glaser, Heuer, Klickern, Knicker, Marbeln, Marmeln, Märbeln, Schnellern, Schussern und Wetzel sind nur einige gängige davon. Der Name Murmel kommt von Marmor, dem früher häufigsten Herstellungsmaterial. Die übrigen Namen beschreiben entweder das klackernde Geräusch der aneinanderstossenden Kugeln oder die Art ihrer Bewegung.
Material
Steinmurmeln (meist Marmor) besassen bereits die Kinder im alten Rom. Doch überall auf der Welt spielten die Kinder auch mit Glasmurmeln, Perlen, Steinen, Nüssen oder Muscheln. Lange Zeit waren in Europa farbige Murmeln aus Ton weit verbreitet.
Heute gibt es fast ausschliesslich Glasklicker. Gelegentlich trifft man auf Schusser aus Stahl, die meist aus Kugellagern stammen. In nur wenigen Kugelmühlen werden in den Alpen auch heute noch Steine zu Murmeln verschliffen.