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Herta Müller, 2009 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, publiziert in diesem Frühjahr ihren fünften Collagenband und führt damit die beachtliche lyrisch-intermediale Dimension ihres Werks fort. Mit dieser Studie widmet sich nun erstmals eine Monographie ausschließlich dem Collagenschreiben Herta Müllers. Im Spannungsfeld von Lyrikanalyse und literarischer Intermedialitätsforschung, von Surrealismus und Entgrenzungsdiskursen wird in erster Linie die Frage nach Rezeptionsmöglichkeiten der Collagen gestellt. Dabei wird ein Modus des "sehenden Lesens" entfaltet, der sich methodisch in struktural-semantischen Analysen im Raum der Collagenkarte nachvollziehen lässt. Wahrgenommen werden dabei wiederkehrende dominante Strukturen, die auf werkübergreifende thematische Verdichtungen verweisen. Mit einer archivarischen Auswertung der zwischen 1970 und 1976 in Rumänien entstandenen Gedichte Herta Müllers und bislang unveröffentlichter Collagen aus dem Jahr 1989 werden im Rahmen der Studie auch neue Quellen erschlossen. Zugleich werden neue literaturhistorische Bezüge hergestellt, indem Müllers Collagenpraxis poetologisch mit Schreibweisen des rumänischen Surrealismus kontextualisiert wird.
Autorentext
Christina Rossi studierte Jura sowie Germanistik in Augsburg und Triest. Mit dieser Arbeit wurde sie 2018 an der Universität Augsburg promoviert, wo sie seit 2014 lehrt und von 2015-2017 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war. Aktuelle Publikationen im Bereich der Gegenwartsliteratur, der rumäniendeutschen Literatur sowie der Lyrik.