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Misserfolg oder doch Erfolg?
«Leidenschaft erzeugt Durchhaltevermögen, eine essenzielle Unternehmereigenschaft, die es überhaupt ermöglicht, ein aus den eigenen Stärken ermitteltes neues Lösungskonzept für ein Kundenproblem weiter zu entwickeln und gegen alle Zweifler und im Falle des Markterfolges gegen die aufkommende Konkurrenz durchzusetzen.» (D. Grichnik, 2016)
Um durchzuhalten ist es relevant, dass Dein identifiziertes Problem und die damit einhergehende Lösung Deine Leidenschaft weckt. Ein weiterer wesentlicher Faktor für Deinen Erfolg als Unternehmer ist, dass Dein identifiziertes Problem von vielen Menschen als Problem wahrgenommen wird, damit Du Deine Lösung vermarkten und entsprechend skalieren kannst. Ein bedeutender Schritt als Unternehmer ist es folglich, dass Du das Feedback des Marktes richtig deutest, und Dir ehrlich eingestehst, ob Deine angestrebte Lösung erfolgreich sein wird oder nicht. Auch ein allfälliger Misserfolg muss nicht zwingend negativ sein, denn Du bist um eine wertvolle Erfahrung reicher, die Dich näher zu Deinem (nächsten) Ziel bringt. Viele erfolgreiche Entrepreneure sind vor ihrem ersten Erfolg gescheitert und haben dieses «Scheitern» als Chance genutzt. Das Paradebeispiel ist wohl Thomas Edison, der 10'000 Wege kannte, wie eine Glühbirne nicht funktioniert, bevor er die erste funktionierende Glühbirne entwickelte. Aber auch Bill Gates scheiterte, bevor er Microsoft gründete. Gates startete mit einem Freund das Startup Traf-O-Data, mittels welchem sie Verkehrsingenieuren Auswertungsberichte amerikanischer Strassenverkehrszähler anboten, um den Verkehr zu optimieren. Zwei Faktoren führten zum Scheitern dieses Startups, ein interner und ein externer Faktor. Zum einen funktionierte der Prototyp nicht, zum anderen wurden solche Berichte kurz darauf kostenlos von den jeweiligen Bundesstaaten bereitgestellt. Zweitgenannter Faktor machte das Produkt überflüssig. Durch seinen ersten Gründungsversuch lernte Gates jedoch, eine Software zu entwickeln, was zur Gründung von Microsoft führte.
Das Scheitern ist Teil der unternehmerischen Realität. Sei Dir stets bewusst, dass es nicht auf einer persönlichen Ebene stattfindet, sondern auf der Ebene eines Gegenstandes (des Startups). Dieser als Scheitern interpretierte (Miss)Erfolg erhöht Deine Chancen auf den unternehmerischen Erfolg in einem späteren Startup automatisch. Eigne Dir die Fähigkeit an, erlebte Emotionen zu regulieren – Freude und Furcht wahrzunehmen, zu kontrollieren und zu nutzen. Diese Fähigkeit hat unmittelbare Auswirkungen auf Deinen persönlichen wie auch beruflichen Erfolg, denn hierdurch kannst Du Deinen Unternehmergeist entwickeln, das bekannte «Entrepreneurial Mindset».
Bist Du nun bereit, Dein Startup zu gründen, oder brauchst Du noch etwas Motivation?
Falls Du noch Motivation brauchst, dann mach den Meterabstandtest (nein, dies hat nichts mit der Reduktion der Ansteckungsgefahr an COVID-19 zu tun). Besorge Dir einen flexiblen Meter (z.B. diejenigen, die man bei IKEA erhält). Stell Dir vor, dass die abgebildeten Zentimeterangaben Deine Lebensjahre sind. Gehen wir davon aus, dass Du das durchschnittliche Alter von 80 Jahren der Menschen, die in der DACH-Region leben, erreichst und schneide die restlichen 20 cm ab bzw. knick sie um. Nun bemalst Du die Zeitspanne von Deinem heutigen Alter bis zu der 80er-Marke mit einem Highlighter. Der bunte Abschnitt visualisiert die Zeitspanne, die Du noch hast, um unternehmerisch tätig zu sein. Falls dies noch nicht Motivation genug ist, um jetzt mit der Umsetzung Deiner unternehmerischen Tätigkeit zu beginnen, dann haben wir Dir hier die Hardcore-Variante: Geh davon aus, ceteris paribus, dass Dein Leben einen Tag (24 Stunden) lang dauert. Dies bedeutet, dass Du mit 40 Jahren bei 12:00 Uhr mittags angekommen bist. Wie sieht es auf Deiner «unternehmerischen Uhr» nun aus, ist es fünf vor oder bereits zehn nach zwölf?