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EU macht mit ausschlaggebenden 28 Stimmen totales Elfenbein-Handelsverbot zunichte.
Botsuana unterstützt nach Kehrtwende nun das Handelsverbot und schliesst sich Koalition für den Afrikanischen Elefanten an.
Entscheidende Siege der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (AEC) und ihrer Schweizer Partnerorganisation Fondation Franz Weber (FFW) in ihrem Kampf gegen die Elefanten-Wilderei. Dies ist ein Ergebnis der 17. Vertragsparteienkonferenz (CoP17) zum Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES), die gestern in Johannesburg, Südafrika zu Ende ging.
Mit überwältigendem Mehr stimmten die Vertreter von 158 Nationen gegen die Weiterführung eines Mandats für die Ausarbeitung einer Verfahrensweise zur künftigen Legalisierung des Elfenbeinhandels. Damit wird die neue Jahre andauernde Debatte dazu beendet.
Am Sonntag einigte sich die CITES, Länder mit Binnenmärkten für rohes und bearbeitetes Elfenbein zu deren Schliessung zu drängen. Dies ist das erste Mal, dass die CITES die Schliessung und nicht mehr bloss die Regulierung inländischer Märkte empfiehlt. Dazu wurde auch ein Verfahren entwickelt, um Leitlinien zur Verwaltung und Vernichtung von Elfenbeinlagerbeständen aufzustellen.
Am Montag verpasste indessen ein Antrag der AEC, alle Afrikanischen Elefantenpopulationen einheitlich unter Anhang I, dem strengst möglichen internationalen Schutzstatus, einzustufen, die nötige Zweidrittelmehrheit. Damit wurde auch die Chance für ein dauerhaftes internationales Elfenbeinhandelsverbot verpasst. Gleichzeitig wurden zwei Gegenanträge, die einen legalen Elfenbeinhandel in globalem Massstab ermöglicht hätten, abgeschmettert.
Während der langwierigen Debatte sorgte Botsuana, eines der vier Länder, deren Elefantenpopulationen nur unter Anhang II gelistet sind, für Verblüffung im Saal, indem es den AEC-Antrag zur Hochstufung aller Elefanten unterstützte. «Obwohl Botsuana bislang einen beschränkten Elfenbeinhandel befürwortete, sehen wir ein, dass wir den Verkauf von Elfenbein nicht länger bejahen können», sagte Tshekedi Khama, Botsuanas Minister für Umwelt, Tierwelt und Tourismus. Botsuana verfügt über die grösste Elefantenpopulation Afrikas.
Die durch die Europäische Kommission (EC) vertretene EU, welche dieses Jahr zum ersten Mal als Vollmitglied alle 28 EU-Mitgliedstaaten vertrat und geschlossen als Block abstimmte, verwarf den AEC-Antrag. Von den grossen EU Ländern hatte sich nur Frankreich innerhalb der EU für einen einheitlichen strengen Schutz der Elefanten starkgemacht.
«Der Strandpunkt der EU ist schockierend», sagt Vera Weber, Präsidentin der FFW. «Er zeugt von beschämender Bevormundung und postkolonialer Arroganz gegenüber der grossen Mehrheit der Afrikanischen Länder, in denen Elefanten leben, und die für deren Listung in Anhang I stimmten. Selbst die Kehrtwende von Botsuana für eine Anhang-I-Hochstufung stiess bei der EU auf taube Ohren.»
«Die EU hat die Listung aller Elefanten unter Anhang I blockiert», sagt Dr. Rosalind Reeve, juristische Beraterin der FFW. «Die Zahlen machen alles klar. Hätte die EU den nunmehr auch von Botsuana getragenen AEC-Antrag gestützt, wäre die einheitliche Einstufung unter Anhang I durchgekommen. Das Blut der Afrikanischen Elefanten klebt an den Händen der EU.»
Nach seiner überraschenden Ankündigung unterstützt Botsuana die AEC und Angola und Somalia schliessen sich der Koalition an. Somit setzt sich die AEC nun aus 31 afrikanischen Ländern zusammen, die insgesamt 78 Prozent des Lebensraums der Elefanten abdecken. Die FFW ist Partnerin der AEC seit ihrer Gründung in 2008.
Die einheitliche Einstufung aller Elefantenbestände unter CITES-Anhang I im Jahr 1989 setzte dem internationalen Elfenbeinhandel wirksam ein Ende. Doch der Schutz wurde 1997 und 2000 aufgeweicht, als die Populationen in vier Ländern (Botsuana, Namibia, Südafrika und Zimbabwe) auf die weniger strikten Schutzbestimmungen von Anhang II herabgestuft wurden. Dies, um 1999 und 2008 zwei Verkäufe von Elfenbeinlagerbeständen nach Japan und China zu ermöglichen. Seit 2008 ist ein Moratorium in Kraft, das auch den vier Ländern, in denen die Elefanten nur unter Anhang II gelistet sind, den Elfenbeinhandel verbietet. Doch dieses läuft Ende 2016 aus. Danach könnte der Weg wieder frei sein für neue Handels-Anträge.
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Die 31 Mitgliedsländer der Koalition für den Afrikanischen Elefanten sind: Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Komoren, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südsudan, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik. Von den 29 Mitgliedsstaaten der AEC befinden sich 26 im Verbreitungsgebiet des Afrikanischen Elefanten. Sie vertreten dadurch eine deutliche Mehrheit (78 Prozent) der 37 Staaten im Verbreitungsgebiet.
Fondation Franz Weber (FFW), mit Hauptsitz in Montreux, Schweiz, kämpft seit 40 Jahren aktiv und an vorderster Front für das Überleben des Afrikanischen Elefanten und für einen kompletten Handelsstopp mit Elfenbein. Die Fondation Franz Weber (FFW) ist Partnerorganisation der Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition, AEC) sowie der UNESCO bei Projekten zum Artenschutz und Schutz der Elefanten in Afrika. Zudem hat die FFW seit 1989 Beobachterstatus bei der CITES. Die Stiftung hat während 25 Jahren den Nationalpark Fazao-Malfakassa in Togo geführt und unterstützt zudem ein Programm zur Wertsteigerung von lebenden Elefanten durch den Tourismus (EleWatch) und eine Studie über Anti-Wilderer-Programme in afrikanischen Schutzgebieten (in Partnerschaft mit der IUCN PAPACO), um deren Massnahmen zu bewerten und Verbesserungen zu erleichtern. Ansonsten ist die FFW mit vielen Projekten aktiv zum Schutz von Tieren, Natur und Artenvielfalt.