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Ihr Film behandelt die Frage, wie Eltern und Kinder mit Demenz umgehen. Wie ist Ihre Antwort dazu? Olivia Coleman: Ich habe keine Ahnung was die Antwort dazu ist. Die Art und Weise wie der Film Demenz darstellt ist brillant. Man sieht wie Menschen sich ärgern über die eigene Demenz oder die von älteren Verwandten. So wie es dieser Film porträtiert versteht man plötzlich ihre Verwirrung. Diese Verwirrung ist nicht absichtlich und es ist ebenfalls nicht etwas, dass sie reparieren können. In ihrer Welt öffnen sich die Türen zu komplett unterschiedlichen Zeiten. Es ist aufrichtige Verwirrung und Angst. Ich liebe die Art und Wiese, in welcher unser Film das aufzeigt. Ich denke, alles was man tun kann, ist eine solche Situation mit unendlich viel Geduld und Liebe anzugehen. Ich bin mir bewusst, dass das nicht immer einfach ist, wenn die Beziehung bis zu diesem Zeitpunkt in der Demenz eher komisch war. Der Film zeigte mir auf, wie unglaublich schmerzhaft es ist, den Menschen, den man liebt, verfallen zu sehen und wie schwer es für die zusehende Person sein muss.
Wie sehen Sie es, Sir Anthony Hopkins, wie würden Sie versuchen dieses Dilemma zu lösen? Anthony Hopkins: Wie ich das Dilemma lösen würde? Das kann man nicht. Es gibt keine Lösung dafür. Man hat Demenz und das war’s. Man durchlebt einfach die Tragödie. Als Beobachter schaut man einen Menschen an, der nicht länger existiert. Der Körper mag noch da sein, aber es ist ein komplett Fremder darin. Meine eigenen Eltern starben nicht an Demenz, sondern an anderen Dingen. Jedoch beobachtete und begleitete ich eine Familie hier in Los Angeles, deren Vater in den 90er oder Ende 80er Jahren war und nicht wusste, wo oder wer er war. Er erkannte nicht einmal seine eigene Tochter. Er dachte, dass es seine eigene Frau sei. Die Art wie sie mit ihm umgingen, war sehr geduldig. Sie sorgten dafür, dass er es gemütlich hate und einen Fernseher bereitstand. Er dachte immer er sei in New York, obwohl er in Kalifornien war. Er schaute auf den Pazifik und meinte, dass der Fluss sehr hoch sei. Er glaubte, dass es sich dabei um den Hudson River handelt.
Das klingt sehr tragisch. Die Familie war sehr geduldig mit ihm. Er war ein grossartiger Mensch. Er schaute oft viel Fernsehen, während er ass. Dann schaute er seine Tochter an, von welcher er dachte, dass es seine Frau sei und fragte nach Jack. Jack war er selbst.
Als Schauspieler müssen Sie unglaublich viel Text auswendig können. Wie gehen Sie damit um und wie lernen Sie diese Texte sich zu merken?
Anthony Hopkins: Ganz einfach, wiederholen, wiederholen, wiederholen. So lange wiederholen bis der Text zur zweiten Natur wird. Es ist zwar eine sehr mechanische Art, allerdings wird so alles kompakt und fest im Hirn. Die Sätze kommen dann fast vollkommen natürlich, wenn man sie am Set spricht (schmunzelt). Es ist zwar eine mechanische Art, aber ich mache dies, um mein Gehirn aktiv zu halten. Zudem lerne ich Poetry und Klavier.
Olivia Coleman: Ah, das Klavier, weil es beide Gehirnhälften verwendet, oder?
Anthony Hopkins: Wundersamerweise fragt man sich dann oft, woher man so spielen kann. Tief im Bewusstsein verankert sich etwas, dass einem an der Oberfläche erstaunt. Man dankt Gott dafür (schmunzelt).
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