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Seit der Gründung der WTO im Jahr 1995 prangert La Via Campesina die neoliberale Politik und den Freihandel an, die die bäuerliche Landwirtschaft zerstören und die lokalen Ernährungssysteme weltweit destabilisieren. Unsere Demonstrationen von Seattle (1999), Cancun (2003) bis Buenos Aires (2017) haben es möglich gemacht, die Freihandelsverhandlungen zu blockieren. Seit unserer grossen Mobilisierung in Hongkong 2005 ist die 2001 begonnene Doha-Entwicklungsagenda in der Schwebe. Die WTO wurde jedoch auf der Grundlage des Marrakesch-Abkommens von 1994 gegründet; sie zwingt die Länder nach wie vor, ihre Märkte für multinationale Unternehmen zu öffnen, und verhindert die Umsetzung ambitionierter staatlicher Massnahmen zur Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft.
Darüber hinaus haben sich die bilateralen und regionalen Freihandelsabkommen vervielfacht. Sie zwingen die Länder dazu, dem Export Vorrang einzuräumen und von Importen abhängig zu werden. Sie verstärken die Aneignung von Ressourcen durch multinationale Unternehmen. Sie tragen zur Verschärfung der Klimakrise bei, indem sie den Anbau von Monokulturen, die Abholzung von Wäldern, die Übernutzung von Böden und Wasser und den Rückgang unserer Artenvielfalt beschleunigen.
Der UN-Menschenrechtsrat wird ebenfalls Ende Juni in Genf tagen. Ein wichtiger Moment also um Alternativen aufzuzeigen, die auf den Rechten der Bauern und Bäuerinnen (UNDROP) beruhen muss.
Demonstration: Samstag, 11. Juni 2022, 14 Uhr Place Lise-Girardin in Genf
Treffen mit den Delegierten von La Via Campesina, Montag, 13. Juni, 18.30 Uhr, Uni Mail, Boulevard du Pont-d’Arve 40, Genève