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Refektorium
Das Refektorium ist der repräsentative Speisesaal der Kartause. Im Gegensatz zu anderen Ordensgemeinschaften nehmen die Kartäuser ihre täglichen Mahlzeiten nicht gemeinsam im Refektorium ein, sondern jeder für sich in der Einsamkeit der Mönchszelle. Allein zum Mittagessen am Sonntag versammelten sie sich im Refektorium. An zwei Tischreihen sassen sich die Mönche gegenüber, der Prior hatte seinen Platz allein an einem Tisch an der Schmalseite des Raumes, unter dem grossen Kruzifix.
Die reiche Ausstattung des Raumes besteht aus einer Wandvertäferung, einer Einfassung der Eingangstür, einer Felderdecke und einem Kachelofen. Über dem Portal ist die Jahrzahl 1673 zu sehen, der Ofen ist auf das Jahr 1677 datiert. Etwas älter ist die Reihe von elf Bildnissen des Konstanzer Malers Johannes Asper, die über dem Wandtäfer hängen. Sie stellen herausragende Mitglieder des Kartäuserordens dar, jeweils mit einer Beschriftung unten und einer Szene aus ihrer Vita im Hintergrund. Die Mönche im Refektorium waren somit von bedeutenden Figuren aus ihrer Ordensgeschichte umgeben.
Die bildliche Ausschmückung des Raumes wurde im 18. Jahrhundert durch die hochovalen Medaillons auf den Füllungen des Wandtäfers ergänzt. Die in gelbbraun gehaltenen Darstellungen zeigen Einsiedler – die Vorbilder für die Lebensweise der Kartäuser.
Refektorium im Ittinger Museum