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UNO-Ziele - wie die Halbierung der Armut - sind nur zu erreichen, wenn die Rechte der Frauen gestärkt werden, sagte Innenminister Couchepin in New York.Dieser Inhalt wurde am 28. Februar 2005 - 19:30 publiziert
Pascal Couchepin wird am Dienstag vor der UNO-Kommission zur Verbesserung der Stellung der Frauen sprechen.
"Wer Armut und Diskriminierung bekämpfen will, muss die Lage der Frauen verbessern", sagte der Schweizer Innenminister am Montag in New York vor den Medien. Wer gegen die Rechte von Frauen verstosse, verletze die Menschenrechte.
Pascal Couchepin wird in seiner Rede vor der UNO-Kommission am Dienstag den Einsatz der Schweiz zur Verbesserung der Stellung der Frauen hervorheben.
Zehn Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking zieht die UNO-Kommission über die Stellung der Frau Bilanz über die weltweite Situation der Frauen und der Gleichstellung.
Gemäss Eidgenössischem Departement des Innern (EDI) werden zahlreiche Minister - vor allem aus der Europäischen Union - sowie über 5000 Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungs-Organisationen zu diesem Treffen erwartet.
USA gegen Recht auf Abtreibung
Grosse Diskussionen werden zum Recht auf Abtreibung erwartet. Ein Vorschlag der USA will schriftlich festhalten, dass ein solches Recht nicht existiere. Dieser Satz würde aber tiefe Gräben zwischen den Ländern provozieren, sagte Couchepin. Der Erfolg der Tagung hänge davon ab, ob die USA auf diesen Zusatz verzichteten.
Im weiteren soll der Handel und Schmuggel von Menschen unterbunden werden. Seit dem Fall der Berliner Mauer sei der Handel mit Frauen aus Osteuropa auch in der Schweiz ein Problem, sagte Couchepin. Schätzungen zufolge hielten sich zwischen 1500 und 3000 solcher Frauen in der Schweiz auf.
Angst vor Abschiebung
Viele dieser Frauen hätten Angst, zur Polizei zu gehen, weil sie sich illegal im Land befänden und sich vor einer Abschiebung fürchteten. Die Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel suche hier Lösungen, sagte die Leiterin des Eidgenössischen Gleichstellungsbüros, Patricia Schulz, in New York.
Ein weiteres Problem der Schweiz sei es, dass zu wenig Frauen in der Wissenschaft und in technischen Berufen tätig seien. Während in den USA bis zu 40% solcher Tätigkeiten von Frauen ausgeübt würden, habe die Schweiz sich nur von 14 auf rund 20% steigern können, sagte Schulz.
Auch in der Politik seien mehr Frauen gefragt. Couchepin sagte, dies sei Sache der Parteien. Es sei in deren Interesse, Frauen in Führungs-Positionen zu haben. Vermehrt würden auch in der Schweiz Frauen ihr eigenes Unternehmen gründen.
Beruf und Familie
Schwierig sei es aber, dieses zum Wachsen zu bringen und zum Erfolg zu führen, sagte Schulz. In der Schweiz müssten die Möglichkeiten verbessert werden, Beruf und Familie unter ein Dach zu bringen.
Zudem müsse vermehrt gegen Gewalt gegen Frauen vorgegangen werden. Dabei sei es wichtig, sich nicht nur mit den Opfern zu befassen, sondern auch präventive Strategien und Erziehungsprogramme einzusetzen.
Neben der Teilnahme an der Sitzung erwarten Couchepin bilaterale Gespräche mit Vertretern der USA, Frankreichs und Finnlands. Am Dienstagabend kehrt der Innenminister in die Schweiz zurück.
swissinfo und Agenturen
Fakten
An der Frauen-Konferenz der UNO werden über hundert Regierungs-Delegationen teilnehmen.
Zu den Delegationen gesellen sich 80 Minister.
Auch Staaten wie Afghanistan, Irak und Peru sind auf Ministerebene vertreten.
Dazu kommen rund 6000 NGO-Vertreterinnen und Vertreter.
In Kürze
Zehn Jahre nach der 4. Welt-Frauenkonferenz in Peking zieht die UNO dieser Tage Bilanz über die Fortschritte zur Gleichberechtigung und Unabhängigkeit der Frauen.
Die Zusammenkunft am Sitz der UNO dauert vom 28. Februar bis zum 11. März.
Sie findet im Rahmen der 49. Session der UNO-Kommission über die Stellung der Frau statt.
Im Rahmen dieser Session wird der Schweizer Innenminister Pascal Couchepin die Position der Schweiz zu den Frauenanliegen darlegen.
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