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Alogos, Kinetisches Multiple
Planung und Realisierung 1996
- Alogos sind bewegliche Wandskulpturen, die nach dem Prinzip eines chaotischen Pendels aus zwei oder drei beweglichen Teilen bestehen. Es sind künstlerische Objekte mit zwei Gesichtern: In Ruhe sind es statische Objekte wie Skulpturen, stösst man jedoch das Objekt an, so beginnt es in nie gleich ablaufenden Bahnen chaotisch zu tanzen. Ein "bewegtes Bild" zum Beobachten, Staunen, Nachdenken und Anregen.
- Alogos sind ein "Spielzeug" für Erwachsene;
Das chaotische Pendel ist ein einfaches Mittel, um Chaos, wie es heute als wissenschaftliches Phänomen verstanden wird, zu veranschaulichen. Überall in der modernen Forschung tauchen unvermittelt Turbulenzen, Unvorhersagbarkeiten und Unregelmässigkeiten anstelle der erwarteten, immer genaueren Prognosen auf, kurz: Chaos. Mit Chaos ist jedoch nicht das Fehlen jeglicher Ordnung und völliges regelloses Durcheinander gemeint, sondern die Unberechenbarkeit von Naturprozessen. Unberechenbar aufgrund der Vernetztheit der vielen Elemente, die miteinander agieren und rückkoppeln.
Das Chaos ist keine Entdeckung des Computerzeitalters, auch wenn es durch die ansprechenden Computerbilder wie jenes des "Apfelmännchens" modisch und populär geworden ist. Seit etwa einem Jahrhundert wird es als ein wesentlicher Bestandteil dynamischer Vorgänge erkannt. Zudem kann sich die moderne Systemforschung auf alte Gleichnisse aus verschiedenen Kulturen für die Rätsel von Chaos und Ordnung beziehen. Zusammen mit den neuen Erkenntnissen hat dies langsam zu einer Veränderung des wissenschaftlichen Weltbildes geführt. Vermutlich wird damit das Ende des Reduktionismus in der Wissenschaft eingeleitet...