Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03355.jsonl.gz/3022

Medienmogul Rupert Murdoch tritt als Vorsitzender von Fox und News Corp zurück und beendet damit eine mehr als sieben Jahrzehnte lange Karriere. Der 92-Jährige übergibt den Staffelstab an seinen Sohn Lachlan Murdoch, wie am Donnerstag bekannt wurde. Dieser werde alleiniger Vorsitzender von News Corp und bleibe Vorsitzender und CEO von Fox, teilten beide Unternehmen mit.
Damit wird Lachlan's Rolle als Chef des Medienimperiums gefestigt und Zweifel an der Nachfolge innerhalb der Familie werden beseitigt. «Wir haben jeden Grund, für die nächsten Jahre optimistisch zu sein», heisst es in einem Brief von Murdoch Senior an die Beschäftigten. «Unsere Möglichkeiten übertreffen bei weitem unsere geschäftlichen Herausforderungen.»
Beide Firmen Fox und News Corp seien «bei robuster Gesundheit - so wie ich.» Der Kampf um die Meinungsfreiheit und letztlich um die Freiheit der Gedanken sei nie so intensiv gewesen wie heute.
Von «Wall Street Journal» bis «The Sun»
Murdoch hat ein Medienimperium geschaffen, das sich von Australien bis in die USA erstreckt. Dazu gehören etwa das «Wall Street Journal», die seriöse Londoner «Times» und das britische Boulevardblatt «The Sun». Vor einiger Zeit hatte der Manager Pläne verworfen, Fox und News Corp zu fusionieren. Murdoch, der an beiden Firmen massgebliche Anteile hält, wird zum «Chairman Emeritus» beider Unternehmen ernannt.
Murdoch kontrolliert News Corp und Fox Corp über eine Familienstiftung mit Sitz in Reno, Nevada. Sie hält etwa 40 Prozent der stimmberechtigten Aktien beider Unternehmen. Darüber hinaus hält der Manager auch einen kleinen Anteil an Aktien der Unternehmen ausserhalb der Stiftung. Nach Bekanntwerden von Murdochs Rücktritt stiegen die Papiere von Fox um rund zwei Prozent und die Aktien von News Corp um knapp ein Prozent.
«Keine Grenzen zwischen Politik, Geld und Macht»
Als Sohn eines berühmten Kriegskorrespondenten übernahm Murdoch Anfang der 1950er Jahre in Australien das Zeitungsgeschäft seines Vaters und baute es zu einem globalen Medienimperium aus. Er liess sich 1974 in den Vereinigten Staaten nieder und wurde 1985 US-Bürger. Murdochs vierte Ehe mit Schauspielerin und Model Jerry Hall wurde 2022 geschieden. Murdoch hat sechs Kinder.
Sein Sohn James war Chef von Twenty-First Century Fox, bevor das Unternehmen beschloss, seine Film- und Fernsehassets für 71,3 Milliarden US-Dollar an Walt Disney zu verkaufen. «Die Murdoch-Dynastie zieht keine Grenzen zwischen Politik, Geld und Macht. Sie alle arbeiten nahtlos im Dienste des übergeordneten Ziels der imperialen Expansion zusammen», hiess es 2019 in einem Artikel des Magazins der «New York Times» über Murdochs Familie.
Kritik am TV Sender Fox News
«Viele seiner Unternehmen produzieren immer noch viele wichtige Nachrichten, die dazu beitragen, die Welt auf eine Weise zu informieren, die ohne seine Führung vielleicht nicht möglich gewesen wäre», sagte Brian Wieser, Medienanalyst bei der Beratungsfirma Madison & Wall. «Aber es ist unmöglich, die andere Seite davon zu ignorieren.» So habe etwa der TV Sender Fox News die «Giftigkeit» im politischen Umfeld der USA verstärkt.
(reuters/gku)