Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/1774

Smartvote ist eine praktische und sinnvolle Wahlhilfe: Aufgrund von Fragen zu diversen Themenbereichen kann jedermann die Übereinstimmung zu den Kandidierenden in seinem Kanton ermitteln. Grundsätzlich fragwürdig ist aber das daran angehängte Politschema 'Smartmap', welches die politische Landschaft stark vereinfacht in konservativ-liberal und links-rechts unterteilt. Unzutreffend ist die Gegenüberstellung von "konservativ" und "liberal". Der Gegenpol von "konservativ" (bewahrend, vergangenheitsbezogen) ist nach meinem Verständnis "progressiv" (fortschrittlich, zukunftsorientiert). Der Gegenpol zu "liberal", welche die Freiheit der Einzelpersonen meint, ist "sozial", was soviel bedeutet, wie der Gemeinschaft verpflichtet. Liberale Ansichten sind nicht zwingend "progressiv", so wenig wie soziale Bestrebungen mit "konservativ" gleichzusetzen sind. Dazu nur ein Beispiel: Wer Umweltanliegen als "konservativ" qualifiziert oder gar als politisch „links" einstuft, negiert, dass fortschrittliche Unternehmen in der Berücksichtigung von grünen Anliegen eine grosse Chance für technischen Fortschritt und die Sicherung von Arbeitsplätzen sehen. Den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ist daher zu empfehlen, ihre Antworten direkt mit jenen der Kandidierenden zu vergleichen. Zudem sollten die Betreiber von Smartvote möglichst bald einmal ihr Gedankenschema überprüfen. Dieses ist so wissenschaftlich problematisch und politisch irreführend.