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Jean-Honoré Nicolas Fragonard wurde am 5 April 1732 in Grasse, Frankreich geboren. Er war ein französischer Rokoko-Maler und Radier.
1738 – da war Fragonard sechs Jahre alt - zog die Familie nach Paris. Während seiner Ausbildung als Notarschreiber, zeigte er ein große Interesse an Malerei und am Zeichnen. Der Anwalt, unter dem Fragonard als Lehrling diente, schlug ihm vor, die Ausbildung bei einem Maler anzufangen.
Um 1748 machte der Franzose seine erste künstlerische Ausbildung bei dem berühmtesten Rokokokünstler seiner Zeit: François Boucher. Boucher bemerkte das Potenzial des Jungen, jedoch fehlten Fragonard die Grundkenntnisse. So fing er die sechsmonatige Grundausbildung im Atelier des Malers Jean-Baptiste-Siméon Chardin an, wo er des Mischens von Farben und Formen lernte. Danach kehre er wieder zurück zu François Boucher, der Fragonards zukünftigen Stil, sowie seine Methoden prägte. Jean-Honoré Fragonard war sehr talentiert und lernte schnell. Der junge Künstler beherrschte Bouchers Stil so gut, dass der ihm erlaubte, Kopien von seinen Gemälden anzufertigen. Er konnte aber auch meisterhaft andere Künstler nachmalen.
1752, nach der Empfehlung von François Boucher, nahm Fragonard am Prix de Rome-Stipendium der Königlichen Akademie für Malerei und Skulptur teil. Der Gewinner erhielt Aufenthalt im Mancini Palace in Rom, einen Besuch der Akademie in Rom und das Studium unter der Leitung des Hofmalers von Louis XV, Carle Van Loo an der École des Élèves Protégés in Paris. Jean-Honoré Fragonard gewann das Stipendium mit seinem Bild "Jeroboam Sacrificing to the Golden Calf".
1756-1759 studierte Fragonard mit anderen Stipendiaten in Rom. In der Akademie kopierte er die Künstler des römischen Barocks und fertigte zahlreiche Skizzen an. Er bewunderte die Meister der niederländischen und der flämischen Schule, darunter Rubens, Hals, Rembrandt und Ruisdael, sowie venezianischen Maler Giovanni Battista Tiepolo. Dieser Einfluss machte sich in einer Reihe kräftiger Köpfe alter Männer und einer Serie von Porträts bemerkbar.
Zum Ende seines Studiums lernte Fragonard den jungen Künstler Jean-Claude Richard de Saint-Non kennen, der sein Förderer werden sollte.
1760 unternahm Fragonard mit seinem Freund Maler Hubert Robert eine Reise durch Italien. Die italienischen Landschaften faszinierten den Künstler. Die Natur und antike Stätten waren eine Quelle der Inspiration für seine Skizzen.
1765 kehre Fragonard zurück nach Paris und wurde in die Royal Academy aufgenommen. Die Eindrücke der Reise förderten seine künstlerische Entwicklung und er machte sich einen Namen mit Landschaftsdarstellungen.
Privatbestellungen einflussreicher Kunden und Aristokraten waren sein Hauptverdienst. Seine einzigartige Pinselführung steigerte die Nachfrage nach seinen Gemälden. Er malte für Madame Dubarry, Louis Jean Marie de Bourbon, duc de Penthièvre, Bergeret de Grandcourt.
1769 heiratete Fragonard Marie-Anne Gérard, die ebenfalls aus seinem Geburtsort Grasse stammte.
Der Künstler fühlte sich von der Landschafte, den Gärten, Terrassen und Tempeln angezogen. Ein hedonistischer Rokoko Stil in Pastellfarben waren ein Leitmotiv für die dekorativen, sinnlichen Szenen in der freien Natur ("Die Schaukel" 1767, „Die Wippe“, „Die Badenden“).
Meisterhaft schuf er die idealisierte Schönheit in duftigen, leuchtenden Farben „Ein junges Mädchen beim Lesen“ 1776. Die klassischen Themen zeigten seine unverwechselbare Individualität. Der Künstler wurde jedoch später dafür kritisiert, dass er die edlen Motive für das erotische, frivole Genre aufgab.
Jean-Honoré Fragonard lebte in der Zeit, in der Neoklassizismus aufblühte. Der Künstler konnte sich dem neuen Stil aber nicht anpassen und blieb seinen farbigen, romantischen Szenen und intimen Darstellungen treu. Das Gemälde "Die Liebesbrunnen" spiegelt seinen fließenden neoklassischen Malstil besonders gut wider. Fragonard war der letzte erfolgreiche französische Rokokokünstler.
Die Französische Revolution 1789 und sein "nicht akzeptabler" Stil beraubten den Maler vieler privater Gönner. Er verlor sein Geschäft in Paris und kehrte mit der Familie in seine Heimatstadt Grasse zurück, wo er die Grisaille-Werke (eintönige Gemälde in Grau, Weiß und Schwarz) mit patriotischen Inhalten und Freimaurer-Botschaften anfertigte.
Nach knapp einem Jahr kam Fragonard wieder nach Paris. Zwischen 1792 und 1797 war er eines von sechs Mitgliedern der Commission du Muséum Central, einer Einrichtung, die alle Prozesse bei der Gründung des heutigen Louvre beaufsichtigte.
Der Tod Fragonards am 22 August 1806 in Paris blieb fast unbemerkt, seine Arbeiten waren fast ein halbes Jahrhundert von vielen Kunsthistorikern ignoriert und galten bis etwa 1850 unmodern.