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In Neuseeland hat sich am Montag erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Das Beben der Stärke 6.2 habe ein Gebiet rund 120 Kilometer nordöstlich der Stadt Christchurch auf der Südinsel Neuseelands erschüttert, meldete die US-Erdbebenwarte.
Zuvor war es bereits zu Dutzenden schwächeren Nachbeben gekommen, nachdem am Sonntag bei einem schweren Erdbeben zwei Menschen getötet worden waren. Das Zentrum dieses Bebens der Stärke 7.5 bis 7.9 hatte nördlich von Christchurch auf der Südinsel gelegen. An einigen Küsten brachen mehr als zwei Meter hohe Tsunami-Wellen herein.
Schäden gab es vor allem in dünn besiedelten Regionen. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich deshalb in Grenzen halten, sagte der Chefökonom der ASB-Bank, Nick Tuffley am Montag. «Einige Provinzstädte sind schwer betroffen, aber in den grösseren Städten sind die Schäden offenbar überschaubar», sagte er der Fairfax-Nachrichtenredaktion.
Erdrutsche verschütteten zahlreiche Strassen, hunderte Häuser wurden teils schwer beschädigt und in grösseren Landstrichen fiel der Strom aus. Strassen wiesen tiefe Risse auf. Videos aus Überwachungskameras zeigten Supermärkte, in denen Flaschen und Nahrungsmittel aus den Regalen geschleudert wurden. Einwohner veröffentlichten Fotos von umgekippten Regalen und bröckelnden Zimmerdecken in sozialen Medien.
Regierungschef John Key überflog die Region im Helikopter und sah an der Küste nördlich von Christchurch die massiven Felsabstürze. «Dort ist einfach absolute Verwüstung. Das wird Monate dauern, das wieder herzurichten», sagte er. Am Morgen hatte er in der Hauptstadt Wellington 40 Touristen besucht, die in der Nacht im Parlamentsgebäude Zuflucht bekommen hatten. Sie schliefen in der Lobby, weil unsicher war, ob ihr Hotel noch sicher war.
Besonders betroffen war der Ort Kaikoura etwa 180 Kilometer nördlich von Christchurch. Er hat rund 2000 Einwohner. Dort wurde nach Medienberichten eine mehr als Hundertjährige aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. Eine Person kam ums Leben, wie der Arzt des Kaikoura-Spitals, Christopher Henry, im Fernsehen bestätigte. Sechs Menschen seien mit Verletzungen nach Christchurch geflogen worden, 15 würden vor Ort behandelt.
Nördlich von Kaikoura ging ein Erdrutsch in das Flussbett des Clarence nieder und staute das Wasser. Die Behörden warnten die Menschen in der Region, Abstand zum Fluss zu halten, weil das gestaute Wasser jederzeit durch die Schlammmassen brechen und eine Flutwelle auslösen könnte.
Bereits 2011 waren bei einem verheerenden Beben der Stärke 6.3 in der Gegend um Christchurch 185 Menschen ums Leben gekommen. (cma/sda/dpa/reu)