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Es gibt kein Zins mehr auf dem Sparkonto. Schlimmer noch, Gebühren und Negativzinsen nagen am Kontostand. Kein Wunder öffnen in Deutschland Goldshops und in Österreich wird gar eine Bitcoin-Börse zum grössten Goldhändler des Landes. Die beliebteste Goldmünze der Welt heisst Krügerrand. Doch warum schaffte es gerade eine südafrikanische Münze an die Spitze? 1967 führte die südafrikanische Rand Refinery den Krügerrand ein, der heute zu den beliebtesten Goldmünzen der Welt zählt. Sein Weg an die Spitze führte ihn über zahlreiche Hindernisse, die sich immer wieder mit Erfolgen abwechselten. Sein Siegeszug begann allerdings erst in den letzten Jahrzehnten, in denen er über 60 Millionen Mal verkauft wurde. Warum, das sei ganz am Ende dieses Blogposts verraten!
Die 1960er-Jahre sahen Gold nicht als herausragende Anlageform. Der Fokus von Privatanlegern befand sich auf klassischen Sparformen, wie beispielsweise Sparbüchern. Diese generierten beachtliche Zinsen und erforderten somit kein Umdenken auf alternative Investitionsmöglichkeiten.
Goldverbot in den USA
Des Weiteren galt in den USA ein Goldverbot, das sich bis in die 70er-Jahre erstreckte. Zwar wurden zahlreiche Versuche unternommen, um die Sanktion zu umgehen. Doch orientierte sich die Mehrheit aller Anleger an den üblichen und erlaubten Investitionsmöglichkeiten.
Der Preis verschiedener Anlageklassen bestimmte sich dabei durch das System von Bretton-Woods. Es berücksichtigte jedoch nur die weltweit wichtigsten Leitwährungen und umfasste feste Wechselkurse. Die Kursschwankungen, die Anleger heute für den An- und Verkauf nutzen, ergaben sich somit nicht.
„Krummes Gewicht“
Was viele auch heute noch nicht wissen: Der Krügerrand besteht nicht 100% aus Gold. Mit „reinen“ Goldmünzen wie die kanadische Maple Leaf kann der Krügerrand nicht verglichen werden. Der Krügerrand ist eine Legierung, was ihn dafür auch ewas härter macht. Einen bestimmten Verwendungszweck hatte der Krügerrand auch nicht, gilt aber bis heute als gesetzlich anerkanntes Zahlungsmittel in Südafrika. Als der Krügerrand 1967 schliesslich seine Einführung feierte, zog er aufgrund dieser Unreinheit auch einige Kritiken auf sich. Die südafrikanische Rand Refinery sah sich nicht nur Fragen gegenüber, die das „krumme“ Gewicht und das „leere“ Design der Goldmünze ansprachen. Zur Geburtsstunde des Krügerrand bemängelten Investoren ebenfalls, dass die südafrikanische Goldmünze keinen Sinn verfolge und nicht der Nachfrage durch Privatanleger entspräche.
Die Vorurteile gegen die südafrikanische Goldmünze hielten sich lange Zeit und behinderten ihre Etablierung als ernstzunehmende Anlagemöglichkeit. Erst in den 1970er-Jahren konnten erste Erfolge verbucht werden. So verbesserte sich das Ansehen des Krügerrandes schlagartig, als es 1974 zur Aufhebung des Goldverbotes in den USA kam. Das Interesse an Gold wuchs und verursachte in den 80er-Jahren einen enormen Anstieg der Nachfrage. Die südafrikanische Rand Refinery nutze den grossen Erfolg des Krügerrandes und erweiterte das Sortiment um Münzen, die ein Gewicht von einer halben Unze, einer Viertel- sowie einer Zehntelunze aufwiesen.
Zwischen den Jahren 1989 und 1999 kam es jedoch zu einer sinkenden Exportnachfrage. Grund war die immer noch vorhandene Apartheid, die den Erfolg des Krügerrandes durch fallende Prägezahlen eingedämmte. Durch ein Handelsembargo, das unter anderem die USA und zahlreiche Staaten Europas gegen Südafrika schlossen, musste die Goldmünze zudem weitere Verluste hinnehmen.
Erst nach dem Ende der Apartheid wurde das Handelsembargo beendet. Durch wachsende, aussenpolitische Sympathie, die beispielsweise Nelson Mandela Südafrika entgegen brachte, konnte sich der Krügerrand wieder als Anlagemöglichkeit etablieren. Es dauerte jedoch einige Jahre, bis die südafrikanische Goldmünze ihre führende Position zurück erobern konnte.
Dank Fussballweltmeisterschaft an die Spitze
Auf ihrem erneuten Weg an die Spitze halfen ihr etwa die erfolgreich durchgeführte Fussballweltmeisterschaft 2010 und die Wiederentdeckung von Gold als Anlageform. So verkaufte sich der Krügerrand in den letzten Jahrzehnten über 60 Millionen Mal, wobei jede zweite Münze nach Deutschland exportiert wird. Seit ihrer Einführung 1967 hat sich die Goldmünze ausserdem kaum verändert und zeigt nach wie vor den Springbock, das Nationaltier Südafrikas, auf ihrer Rückseite.