Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03395.jsonl.gz/1615

Die ersten Bohrungen für die Salzgewinnung in Pratteln sollen vis-à-vis der heutigen Produktionsgebäude in Pratteln erstellt worden sein. Über den beiden Bohrlöchern liess Otto Glenck, der Sohn des Salinengründers 1860 eine Villa erstellen. Die Rheinfelderstrasse und ein Gusseisenzaun trennen die sachlichen und klaren Bauten wie die Eindampfungshalle oder das Maschinen- und Kesselhaus von der Villa im Park im Stile eines englischen Landschaftsgartens direkt am Rhein.
Wem der Entwurf für das zweistöckige, quer zum abfallenden Hang gebaute Haus zuzuschreiben ist, wissen wir leider nicht. Zeittypisch präsentiert sich das Gebäude im Historismus und orientiert sich dabei an der Gotik und dem späteren Barock. Die stilisierten Fassaden gehen einher mit der aufwändigen Eindeckung. Das Walmdach verfügt über Quergiebel auf allen vier Seiten. Dabei gliedern diese die breitseitig fünfachsigen und längsseitig sechsachsigen Fassaden in Mittelrisalite. Die Längsseiten sind in ihrer Befensterung etwas unregelmässig; die rheinseitige Ecke weist nur ein Fenster auf, jedoch lässt dies Platz für eine seitlich verglaste Laube zum Rhein hin. Der Fassadenputz ist pastellgelb gestrichen, die Zierelemente, Sockel und Fenstereinfassungen sind grau gehalten. Ebenso die Gesimse. Sie sind umlaufend und trennen die Hauptgeschosse. Die über Ecklisenen hervorgehobenen Gebäudeecken sind zusätzlich mit ein Zahnfries im Bereich der Traufe ausgestaltet.
Nach einer zweijährigen Restaurierung dient die Villa Glenck seit 1997 als hauseigenes Museum. Auf Voranmeldung kann dieses besucht werden. Für das Museum wurde ein ehemaliges Bohrloch freigelegt. Die neogotischen Turmaufsätze und die Laube sind rekonstruiert worden. 1982 bauten Wilfrid und Katharina Steib aus Basel gleich nebenan ein Verwaltungsgebäude. Leider ist der Park nicht öffentlich zugänglich.
Text: Simon Heiniger / Architektur Basel
Villa Glenck Rheinsalinen Pratteln
Adresse: Rheinfelderstrasse 48, 4133 Pratteln
Architektur: unbekannt
Baujahr: 1860
Restaurierung: 1995-1997
Funktion: Wohnhaus, heute Museum
Fotos:
– © Börje Müller Fotografie
Quellen:
– Hasche, K. & Hanak, M. (2010), Bauten im Baselbiet: eine Architekturgeschichte mit 12 Spaziergängen, Schwabe AG, Basel. ISBN: 978-3-7965-2664-0
– Affolter, C. im Auftrag der Denkmalpflege BL (2006), Bauinventar Kanton Basel-Landschaft BIB, Gemeinde Pratteln