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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz ist im Bereich der Innovation weltweit führend. Eine Voraussetzung, diese Position auch in Zukunft zu halten, ist ihr Humankapital. Es braucht unternehmerisch denkende und handelnde Angestellte, die Verantwortung für ihren Wirkungsbereich übernehmen und Unternehmen mitgestalten (Intrapreneurship), GründerInnen, die Innovationen erfolgreich lancieren und NachfolgerInnen, die dafür sorgen, dass bestehende Unternehmen, deren Nachfolge ungeregelt ist (im Jahr 2020 ca. 75 000, Bisnode D&amp;B, 2020) weitergeführt werden. </p><p>Unternehmerische Kompetenzen sind eine wichtige Voraussetzung dafür, die Zukunft der Schweiz aktiv, verantwortungsbewusst und innovativ zu gestalten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob unternehmerische Kompetenzen im Bildungssystem in der Schweiz auf allen Bildungsstufen genügend gefördert werden. </p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Die EU zählt "Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenz" seit 2006 zu den acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen (Europäischer Rat, 2018). Inwiefern sieht der Bundesrat unternehmerische Kompetenzen als Schlüssel für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz?</p><p>2. Viele europäische Nachbarländer haben das Thema "Entrepreneurship Education" in nationale Strategien verankert. Existiert hierzu in der Schweiz eine nationale Strategie? Wenn nein: Erkennt der Bundesrat Handlungsbedarf, ein entsprechendes nationales Rahmenkonzept über alle Stufen der Bildung und des Föderalismus - unter Einbezug der Kantone - zu erarbeiten?</p><p>3. Während unternehmerische Kompetenzen punktuell an Universitäten und Fachhochschulen gefördert werden, bleibt das unternehmerische Potenzial vielerorts ungenutzt. Welchen Handlungsbedarf und welche Möglichkeiten der Förderung sieht der Bundesrat im Bereich der Hochschulen?</p><p>4. Aktuell fehlt in der Berufsbildung (Grundbildung &amp; höhere Berufsbildung) eine systematische Verankerung der Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen. Einerseits bleibt damit unternehmerisches Potential trotz der Praxisnähe dieser Bildungsgänge ungenutzt, andererseits wirkt sich dieser Umstand - verglichen mit den Chancen, die sich Studierenden an Universitäten im Bereich "Entrepreneurship" bieten - negativ auf die Chancengerechtigkeit aus. Welchen Handlungsbedarf sieht der Bundesrat hier?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Unternehmerische Kompetenzen sind eine wichtige Voraussetzung für eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Unternehmerinnen und Unternehmer werden vom Bund unterstützt, indem ihnen auf dem KMU-Portal (<a href="http://www.kmu-admin.ch">www.kmu-admin.ch</a>) umfassende Informationen über alle wichtigen Themen von der Gründung bis zur Auflösung eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden. Gemäss Global Entrepreneurship Monitor 2019-2020 gaben 49,2 Prozent der Befragten in der Schweiz an, über entsprechende Fähigkeiten zur Gründung eines Unternehmens zu verfügen.</p><p>2. Auf Ebene der Volksschule sehen die drei sprachregionalen Lehrpläne den Erwerb transversaler Kompetenzen vor, die für die spätere Entwicklung unternehmerischer Kompetenzen von Nutzen sein können. Im Rahmen des gemeinsamen Projektes von Bund und Kantonen "Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität" wird derzeit analysiert, ob die aktuellen obligatorischen Fächer - darunter Wirtschaft und Recht - zukünftig als Grundlagenfächer festzulegen sind und wie den transversalen Kompetenzen mehr Gewicht beigemessen werden kann. Auf die übrigen Bildungsstufen wird im Folgenden eingegangen.</p><p>3. Entrepreneurship und Innovation sind an den Schweizer Hochschulen ein wichtiges Thema. Dabei wird das kreative Entwickeln und Umsetzen von Ideen und die unternehmerische Herangehensweise breit verstanden, von betriebswirtschaftlicher und technologischer bis zu sozialer, kreativer und künstlerischer Innovation. Entrepreneurship bzw. Innovation sind in zahlreichen Aus- und Weiterbildungen implementiert (vgl. <a href="http://www.studyprogrammes.ch">www.studyprogrammes.ch</a>) und Gegenstand der Forschung an vielen Lehrstühlen und Instituten (vgl. z. B. Research Institute of Entrepreneurship &amp; Management HES-SO Wallis). Universitäre Hochschulen und Fachhochschulen fördern zudem Start-ups und Spin-offs durch Hubs, Clubs und Unterstützungsorganisationen (vgl. z. B. Innovation &amp; Entrepreneurship Lab der ETHZ). In den strategischen Zielen 2021-2024 des Bundesrates für den ETH-Bereich ist die Förderung des Unternehmertums ausdrücklich festgehalten. Die Schweizerische Hochschulkonferenz (SHK) unterstützt derzeit das Pilotprojekt "Entrepreneurial Competence in Science" der ZHAW. Entrepreneurship und Innovation werden bundesseitig auch über die Forschungs- und Innovationsförderung unterstützt: Innosuisse unterstützt Start-ups bei der Entwicklung einer Geschäftsidee, der Geschäftsgründung sowie der Wachstumsstrategie über Start-up-Coaching und -Training. Das gemeinsame Programm BRIDGE des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Innosuisse unterstützt Forschende, ihre Resultate im Hinblick auf eine mögliche Markteinführung weiterzuentwickeln.</p><p>4. Nach der Annahme des Postulats 20.4285 ist bereits eine Analyse vorgesehen, um den Stellenwert des Unternehmertums in Ausbildungsprogrammen der Berufsbildung zu untersuchen. Die Berufsbildung bietet verschiedene Möglichkeiten, unternehmerische Kompetenzen zu erwerben, sowohl im Rahmen formaler Kurse auf Sekundarstufe II und Tertiärstufe als auch in der berufsorientierten Weiterbildung. Es gibt auch spezifische Abschlüsse in Unternehmensführung (z. B. die Berufsprüfung Unternehmensführung KMU mit eidg. Fachausweis oder die höhere Fachprüfung für eidg. dipl. Gastro-Unternehmerinnen und -Unternehmer).</p><p>Aufgrund dieser Ausführungen sieht der Bundesrat in diesem Bereich keinen weiteren Handlungsbedarf.</p>  Antwort des Bundesrates.