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RÜckBlick
Gründung
In den 80er Jahren befand sich die audiovisuelle Branche Europas in einer Krise. Der Kinomarkt wurde weitgehend von amerikanischen Produktionen bestimmt, europäische Filme hatten es schwer, sich durchzusetzen. Die rasante Entwicklung der Technik brachte weitreichende Veränderungen in der Branche mit sich.
Die Europäische Gemeinschaft erkannte die Notwendigkeit, gemeinsame rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch Europa vom enormen wirtschaftlichen Potential der audiovisuellen Industrie profitieren konnte.
1990 initiierte die EU das MEDIA Programm. Das audiovisuelle Förderprogramm brachte zum Ausdruck, dass das unabhängige europäische Filmschaffen ein wichtiger wirtschaftlicher und kultureller Faktor für ein vielfältiges, innovatives und wirtschaftlich starkes Europa ist.
Das MEDIA Programm wurde als Ergänzung zu den bestehenden nationalen Produktionsförderungen und zu Eurimages konzipiert.
MEDIA I (1991-1995)
Das erste Förderprogramm startete mit 12 Mitgliedsländern und hatte eine Laufzeit von fünf Jahren. MEDIA I verfügte über ein Gesamtbudget von 200 Mio. ECU und setzte seinen Schwerpunkt auf die Verleihförderung (EFDO). Für die Entwicklung und die Weiterbildung waren nur marginale Massnahmen vorgesehen.
MEDIA II (1996-2000)
Das Folgeprogramm legte den Schwerpunkt auf die drei Förderbereiche Entwicklung, Distribution und Weiterbildung. MEDIA II wurde direkt der Kommission in Brüssel unterstellt. Der Gesamtetat konnte auf 301 Mio. € erhöht werden, um langfristige europäische Kooperationen sicherzustellen.
media plus (2001-2006)
Das dritte MEDIA Programm umfasste die Bereiche Entwicklung, Distribution, Promotion und Weiterbildung. Es war mit einem Gesamtetat von 513 Mio € ausgestattet. Die Zahl der Teilnehmer erhöhte sich durch die EU-Ost-Erweiterung und der Beteiligung der Schweiz auf 30 Mitgliedsländer. Unter MEDIA Plus wurde die technische Abwicklung der Gesuche in die EU-Verwaltung integriert.
MEDIA 2007 (2007-2013)
MEDIA 2007 wurde am 15. November 2006 angenommen und verfügte über ein Budget von 755 Mio. Euro für sieben Jahre. Bosnien-Herzegovina ist das jüngste Mitglied in dem mittlerweile 33 Länder umfassenden Programm.
Die drei Hauptziele von MEDIA 2007 blieben gegenüber den Vorgängerversionen unverändert: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen audiovisuellen Sektors, eine verbesserte internationale Verbreitung der produzierten Werke und die Förderung einer europäischen kulturellen Identität.
Mit der Einführung von Förderlinien für Neue Technologien (Pilotprojekte, Digitalisierung von Kinosälen) und einem Garantiefonds, der den Zugang zu Finanzierung erleichtern soll, reagiert das MEDIA-Programm auf die Veränderungen im audiovisuellen Sektor wie die Fragmentierung des Marktes oder den schwierigen Zugang zu privaten Investitionsgeldern. Zusätzlich wird die internationale Förderlinie MEDIA Mundus ins Leben gerufen, um die Vernetzung zwischen europäischen und aussereuropäischen Filmschaffenden zu unterstützen. 2012 bewilligt das europäische Parlament einen Zusatzkredit von 2 Mio. Euro für die Preparatory Action “Circulation of films in the digital era“. Das Geld ist dafür bestimmt, die Wirkung von Day & Date releases (gleichzeitige Filmstarts auf verschiedenen Plattformen) zu erforschen. Ebenfalls unter MEDIA 2007 wurde die Datenbank MFDB ins Leben gerufen, die alle MEDIA geförderten Projekte enthält.