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IMBs KI-System Watson reiht sich in die Gruppe der illustren Gestalten ein, die den Preis des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) entgegennehmen durften. Unter den Geehrten finden sich etwa Václav Havel (1990), Joschka Fischer (2004), Kofi Annan (2008) und zuletzt Tim Berners-Lee (2015). Der in unregelmässigen Abständen verliehene und mit 100'000 Franken dotierte Preis geht damit erstmals an eine nicht-humanoide "Lebensform".
Laut Stiftungsurkunde des GDI wird der Preis an jene "Personen" verliehen, die sich durch "hervorragende Leistungen zum Wohle der Allgemeinheit verdient gemacht haben für eine kulturelle, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Umwelt, in der ein jeder sich entfalten und an deren Weiterentwicklung ein jeder eigenständig mitwirken kann".
Entsprechend salbungsvoll fällt dann auch die Begründung aus: "Watson steht für eine Zukunft, in der übermenschliche Komplexität mit übermenschlicher Intelligenz bewältigt wird. Ohne sie werden wir Probleme wie Klimaerwärmung, Krankheiten oder ungenügende Bildung nicht lösen", schreibt das GDI in einer Mitteilung.
Watson sei auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz die leistungsfähigste Computerplattform der Welt, heisst es in der Begründung weiter. Insbesondere auf den Gebieten des Gesundheitswesens, der Mobilität und des Handels erbringe Watson Leistungen von unschätzbarem Wert.
Widersprüchliche Berichte über den Erfolg von Watson
Es gab also aus der Wirtschaft widersprüchliche Meldungen zum KI-System und dessen Erfolg. Fest steht: In den letzten Quartalszahlen wurden von IBM in der Sparte "Cognitive Solutions", wo auch Watson zu Hause ist, schrumpfende Zahlen vermeldet.
Mit kontroverser Preisverleihung zur Diskussion beitragen
Darum geht es aber schliesslich bei einer philantropischen Preisverleihung nicht. Und so wird John E. Kelly lll von IBM, dessen Team Watson unter anderem in der Schweiz entwickelt, den Preis am 7. Mai 2019 in Rüschlikon in Empfang nehmen. "Im Namen aller, die zur Entwicklung von Watson beigetragen haben: Wir fühlen uns geehrt diesen renommierten Preis zu erhalten", lässt er sich in der Mitteilung zitieren.
Neben dem Entwicklungsbeitrag aus der Schweiz dürfte ein weiterer Aspekt für die Wahl des Preisträgers ausschlaggebend gewesen sein: Das Morgen gehöre Teams aus Menschen und Maschinen, schreibt das GDI. Die Ära der Einzelkämpfer scheine indes zu Ende. Wie genau das Zusammenspiel von Mensch und Maschine aussehen soll, sei eine Diskussion, zu der "das GDI mit seiner bewusst kontroversen Preisvergabe beitragen" wolle, so Stiftungspräsidentin Sarah Kreienbühl. (Thomas Schwendener)