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Carlo Bernasconi
Der Italiener
1987
Aus: Carlo Bernasconi. Der Italiener. 1987
Maser
Nur wenige Stunden habe ich geschlafen in dieser Nacht. Das kahle gelbe Licht der Lampen über der Strasse, die Giovanna den Tod gebracht hat.
Noch am Morgen hatte ich mit ihrem Arzt, Dr. Isenzo, gesprochen. Wie eine Besserung eingetreten sei, sie sich ein wenig geöffnet hätte, keine Stimmen mehr gehört, keine Visionen mehr. Dass er entschieden habe, sie nach Hause zu lassen, nachdem sie seit November vergangenen Jahres, von einem kurzen Aufenthalt in Lutrano abgesehen, in der Klinik gewesen sei.
Ja, die Emigration hätte Dinge Vorbereiten können in diesem Menschen, die zu einer gestörten Wahrnehmungsform führten. Aber ich müsse auch die Menopause bedenken.
Ihr Verhältnis zum Mann.
Die Ebene, die Weite, die alles wegnimmt in dieser Nacht, unermesslich und unaufhörlich alles herausreisst aus diesem Körper, der leicht eingesunken auf einem Stuhl am Fenster sitzt und hinausschaut, starr, nur dieses eine Fenster in der Villa Mary, dahinter ein aufglimmender Punkt, wenn dieser Mensch an der Zigarette saugt. Der Wind gehört dazu, der über die Reben flieht, er nimmt die Wörter aus dem Fenster, nimmt das ganze Leben mit und trägt es fort, über die Pappelreihen, hinterlässt eine Regenwand, Wasser, das vom Himmel fällt und die Luft reinigt. Wie hinter dem Fenster die Vorhänge gewogen werden, das Licht ausgeht, ziehen die Wolken nordwärts den Dolomiten zu, zeigt sich Stern um Stern am Himmel. Die Rosenblätter bekommen ihre Farbe zurück, die Trauben ihren Zucker, unten, vor der Eingangstüre zum Hotel, legt eine engelsgleiche Gestalt ein Bilderbuch hin.