Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03622.jsonl.gz/197

07.09.2007 - 19.10.2007
Seit den 80er Jahren komponiert Hanne Darboven vermehrt Musikstücke und übersetzt ihre mathematischen Berechnungen in Musik. Ihre Arbeit „24 Gesänge, opus 14,15 a, b“ von 1984 besteht aus 678 Din A5 Blättern, durch Postkarten unterteilt, auf denen Putti Buchstaben von A bis X halten, und teilweise mit Glückwunschpostkarten versehen. Zwischen diesen Blättern erscheinen Konstruktionszeichnungen und Seitenberechnungen auf linierten Ringbuchseiten. Der die komplette erste Etage der Galerie füllende „opus“ bedient sich bei seiner Unterteilung musikalischen Bewegungs- und Wiederholungsweisen und Rhythmen und verweist mit seiner Sammlung von Glückwunschkarten zu Geburtstag, Konfirmation und Hochzeit auf festliche Ereignisse, zu deren Anlass häufig musikalische Darbietungen aufgeführt werden. „Meine Systeme sind numerische Konzepte, die nach Gesetzen der Progression und / oder der Reduktion arbeiten, in der Art eines musikalischen Themas mit Variationen“ (Hanne Darboven zit. nach Weiss 1973).
Die musikalische Komponente in Darbovens Schaffen wird in der kleinen „Partitur“ von 1990 mit 16 Blättern noch fortgesetzt, während die ausgestellten Arbeiten „Webstuhl postum“ von 1997 mit 192 Din A4 Blätter und „9 x 11 = 99“ von 1972 mit 305 Din A4 Blättern numerische Regelhaftigkeiten mit Fotografien verknüpfen.