Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03214.jsonl.gz/673

|HOME||INDEX

DEUTSCHER FILM
|DER
DEUTSCHE

FILM
|Max Reinhardt

1873 - 1943
|.

.
Der Theaterregisseur Max Reinhardt wurde als Maximilian Goldmann in Baden/Österreich geboren. Er war der bedeutendste deutschsprachige Bühnenschaffende des frühen 20. Jahrhunderts, bei dem die Schauspieler und die Schauspielkunst im Mittelpunkt standen. Er prägte die deutsche Theaterlandschaft wie kein zweiter und viele Theaterschauspieler, die bei ihm arbeiteten wurden auch grosse Darsteller beim Film.
Begonnen hatte er seine berufliche Laufbahn mit einer Banklehre, doch schon zu jener Zeit war er von der Schauspielerei fasziniert und er nahm trotz seiner Schüchternheit ersten Schauspielunterricht.
Bereits 1890 konnte er seinen Bühnendebüt am kleinen Theater "Fürstlich Sulkowsky Privat-Theater" in Matzleinsdorf feiern und er legte sich zu diesem Zeitpunkt den Künstlernamen Max Reinhardt zu.
In den nächsten Jahren arbeitete er sich langsam auf Österreichs Bühnen nach oben und er gelangte 1893 ans Stadttheater Salzburg. Dort wurde er ein Jahr später nach Berlin engagiert, wo er zunächst als Schauspieler seine Laufbahn fortsetzte.
Doch schon bald fand Max Reinhardt seine wahre Passion in der Regie und im Leiten von Theatern. Er gründete mehrere Theater, darunter die berühmten Reinhardt-Bühnen, welche in den nächsten Jahren die Creme de la Creme der deutschen Theaterszene verpflichtete und zahlreiche eigene grosse Schauspieler hervorbrachte. Sein Bruder Edmund Reinhardt stand ihm als Manager zur Seite.
Schnell wurde Max Reinhardt die prägende Person des deutschen Theaters und er eröffnete der deutschen Bühne nie dagewesene Aussichten des Inszenierungsstils und setzte völlig neue Impulse auch was das Bühnenbild und die Verwendung der Kulissen betrifft.
Seine Meilensteine in den nächsten Jahren umfassen die Mitbegründung der Bühne "Schall und Rauch" (01), die Leitung des Neuen Theaters (02-05), die Leitung des Deutschen Theaters ab 1905, die Gründung der Schauspielschule des Deutschen Theaters 1905, die Leitung der Berliner Volksbühne (15-18), die Gründung des Grossen Schauspielhauses (19), die Gründung der Komödie am Kurfürstendamm (24) und die Leitung des Theater an der Josefstadt (24-33).
Trotz seinem leidenschaftlichen Engagement gegenüber dem Theater stand er de neuaufkommendem Film nicht negativ gegenüber.
Im Gegenteil. Bereits 1910 realisierte er seinen ersten Film als Regisseur mit "Sumurun" (10), dem der Film "Das Mirakel" (12) folgte, welches auf seinem grossen Bühnenerfolg basierte. Mit der Theaterinszenierung von "Das Mirakel" in London ein Jahr zuvor schaffte er auch den internationalen Durchbruch in der Theaterszene. Der Film wurde vom Regisseur Michel Carré fertiggestellt.
Mit seiner Regie-Arbeit zu "Eine venezianische Nacht" (14) folgte seine vorläufig letzte Filmarbeit, danach konzentrierte er sich wieder ganz auf das Theater.
1920 begründete Max Reinhardt die Salzburger Festspiele mit dem Stück "Jedermann", deren Leitung er die kommenden 18 Jahre ausübte. Die Festspiele haben auch heute noch Bestand und erfreuen sich grosser Beliebtheit.
Trotz seines ernormen Beitrags zum deutschen Theater schützte ihn dies nicht vor den aufkommenden Nationalsozialisten. Zwar erhielt er das Angebot, als Ehren-Arier weiter arbeiten zu dürfen, doch unter der Hatz gegen die Juden wollte er seine Arbeit nicht fortführen.
So ging er zurück nach Österreich, wo er sich weiterhin auf das Theater konzentrierte. Es folgten zudem Gastspiele in den USA. Dort entstand auch sein letzter Film als Regisseur mit "A Midsummer Night's Dream" (35).
1937 verliess Max Reinhardt Europa für immer und ging in die USA, wo er in Hollywood die Akademie für Theater und Film namens "Max Reinhardt Workshop" gründete. Drei Jahre später erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Doch ihm blieb nicht mehr genügend Zeit, um in Hollywood eine zweite Theaterlaufbahn wie in Deutschland aufzubauen. Nach einem Hundebiss erlitt er in der Folge mehrere Schlaganfälle, an denen er 1943 verstarb.
Max Reinhardt war mit den Schauspielerinnen Else Heims und Helene Thimig verheiratet.
Weitere Filme mit Max Reinhardt (Darsteller):
Camille (26)
Produzent:
Das Mirakel (12)
|Back|