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Laila El Omari, geboren in Münster als Tochter einer deutschen Mutter und eines palästinensischen Vaters, studierte Orientalistik, Germanistik und Politikwissenschaften. Sie spricht mehrere arabische Dialekte und hat viele Länder des Orients bereist. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Töchtern in Bonn.
Der Tod der Mutter verändert das Leben von Jana und Marla. Jana, 28 Jahre alt, will ihrem Mann, von dem sie getrennt ist, noch eine Chance geben und ihr nicht sehr befriedigendes Leben neu gestalten. Sie hat das Sorgerecht für ihre 16jährige Schwester Marla und die ist von den... Der Tod der Mutter verändert das Leben von Jana und Marla. Jana, 28 Jahre alt, will ihrem Mann, von dem sie getrennt ist, noch eine Chance geben und ihr nicht sehr befriedigendes Leben neu gestalten. Sie hat das Sorgerecht für ihre 16jährige Schwester Marla und die ist von den Plänen nach Ceuta zu ziehen gar nicht begeistert. In Ceuta, das zwar auf dem afrikanischen Kontinent liegt, aber zu Spanien gehört, ziehen sie in das Haus der Familie Mariscal, dass imposant und geheimnisvoll ist. Das Buch hat mich gleich gefangen genommen. Es ist wundervoll geschrieben. Man kann sich nicht nur Ceuta sehr gut bildlich vorstellen, sondern vor allem dieses Haus mit seinen Mosaiken und Säulen, das einem großen Labyrinth gleicht. Auch die Charaktere sind sehr gut und authentisch beschrieben. Jana ist ein pragmatischer Mensch, der wenig Gefühle zeigt. Aber auch sie lässt sich von der fremden Umgebung einnehmen. Dagegen ist Marla impulsiv und gerade heraus und geht Risiken ein. Man spürt förmlich ihre Einsamkeit und wie wenig sie sich wohlfühlt. Joaquin will über seine Vergangenheit nicht reden, aber es gibt etwas, das zwischen ihm und seinem Vater Alejandro steht. Selbst Jana gegenüber ist er verschlossen, was auch der Grund ihrer Trennung war. Das Buch wird in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Zwischendurch erfährt man, was Ricardo und Javier Mariscal im Jahr 1605 Schändliches angestellt haben. Dann geht es um das Jahr 1978, als Alejandro das Treiben seines Bruders Martin und seines Cousins Diego miterleben muss. Bei ihrem Erkundungsgängen im Haus erfährt Jana nur wenig über die Familiengeschichte, denn es sieht aus, als wäre alles über die Vergangenheit ausgelöscht worden. Gerade das aber macht Jana neugierig. Das Elfenbeinzimmer übt einen seltsamen Reiz aus und dann offenbart sich ein grausiges Geheimnis. Die winzigen Puzzleteile, die so nach und nach aufgedeckt wurden, machten mich genauso neugierig wie Jana, was das Geheimnis der Familie ist, warum alle wie eine Auster verschlossen sind und warum es diese Eiseskälte zwischen Joaquin und Alejandro gibt. Die Atmosphäre dieser Geschichte hielt mich bis zum Schluss gefangen. Eine geheimnisvolle Familiengeschichte in einem ungewöhnlichen Haus.
"Ich bin ein alter Mann in einem sehr alten Haus. Wir haben unsere Erinnerungen." Nach dem Tod ihrer Mutter bricht Jana alle Brücken ab, packt sich ihre 16 jährige Schwester und zieht zu ihrem "Noch"-Ehemann nach Marokko. Hier möchte sie zum einen ihrer Ehe noch eine Chance geben und zum... "Ich bin ein alter Mann in einem sehr alten Haus. Wir haben unsere Erinnerungen." Nach dem Tod ihrer Mutter bricht Jana alle Brücken ab, packt sich ihre 16 jährige Schwester und zieht zu ihrem "Noch"-Ehemann nach Marokko. Hier möchte sie zum einen ihrer Ehe noch eine Chance geben und zum anderen hat sie vor den Stoffhandel ihrer Mutter dort aufzubauen und das Geschäft mit frischen, unkonventionellen Ideen endlich wieder profitabel zu machen und sich so auch eine, von Joaquin unabhängige, Existenz zu schaffen. In Ceuta angekommen übt der palastartige alte Familiensitz der Mariscals eine seltsame Faszination auf die Schwestern aus, denn er ist wunderschön hat aber zugleich etwas unheimliches. Das Haus besteht aus scheinbar unendlich vielen Räumen, Zimmerfluchten, Irrwegen und Täuschungen. Ein Labyrinth aus mit Spiegelmosaiken verzierten dunklen Gängen, Nischen und verschlossenen Türen. ...und einem uralten grausigen Geheimnis, das über Jahrhunderte hinweg wie ein Bann über der Familie liegt. Was ist in den 70iger Jahren geschehen, dass Alejandro und seinen Bruder so entzweit hat? Und warum begegnet Joaquin seinem Vater mit so einer Kälte und Distanz? Hat es wirklich etwas mit den Geschehnissen aus dem 17. Jahrhundert zu tun? ~ ~ ~ Dieses Buch hat mich auf Schlag verzaubert und entführt! Und das gar nicht mal so sehr - wie zuerst angenommen - in die bunte schillernde Welt Marokkos, sondern ich wurde gefangen gehalten in einem uralten, faszinierenden Haus, mit einer immer noch präsenten und unheimlichen Vergangenheit. Laila El Omari beweist vor allem ein tolles Gespür für Atmosphäre und bildhafter Beschreibung, so dass ich sowohl die klingenden Glöckchen und Schatten vorbeihuschender Berbermädchen sah, sich die Ruhe der Essenszubereitung auf mich übertrug und mir der Duft von frisch zubereitetem Couscous in die Nase stieg. Großartig! Dabei ist ihr Schreibstil immer sehr flüssig, klar und unverkitscht. Dazu kommt noch eine, von der Thematik her wohl eher ungewöhnliche, aber dafür umso fesselndere und schockierende Familiengeschichte. Die Geschehnisse um 1608 wie auch die Geschichte Alejandros und seines Bruders werden in sehr kurzen Rückblenden immer wieder eingeflochten. Dadurch bekommt das Buch stellenweise etwas ziemlich Düsteres und das fand ich überaus spannend und faszinierend. Mir haben auch die Charaktere sehr gefallen. Sie sind mit Tiefe und viel Liebe zur Persönlichkeit ausgearbeitet. Ich hatte von allen ein ganz klares, wenn auch nicht immer schönes, Bild vor Augen. Die beiden Schwestern sind sehr unterschiedlich und es ist interessant mitzuerleben, wie sie an der neuen Situation in einem fremden Land wachsen und damit umgehen. Fazit: Wer düstere Häuser und noch dunklere Familien-geheimnisse mag, der sollte sich umgehend auf die Reise ins marokkanische "Elfenbeinzimmer" machen. Wer bislang mehr die locker leichte L&L Variante mit reiner Liebesgeschichte bevorzugt hat, der sollte sich bewusst sein, dass dieser Roman tiefer geht
Nach dem Tod ihrer Mutter wagt Jana mit ihrer Schwester Marla einen Neuanfang in der Küstenstadt Ceuta in Marokko. Gemeinsam ziehen sie in das Haus von Janas Noch-Ehemann Joaquin Mariscal. Marla ist alles andere als Begeistert, muss sie doch die gewohnte Umgebung und ihr Zuhause zurücklassen. Und auch Jana... Nach dem Tod ihrer Mutter wagt Jana mit ihrer Schwester Marla einen Neuanfang in der Küstenstadt Ceuta in Marokko. Gemeinsam ziehen sie in das Haus von Janas Noch-Ehemann Joaquin Mariscal. Marla ist alles andere als Begeistert, muss sie doch die gewohnte Umgebung und ihr Zuhause zurücklassen. Und auch Jana fällt es nicht leicht, denn ihre Ehe ist nicht ganz so harmonisch, wie sie sich das wünscht und dass Joaquins Vater auch bei ihnen wohnt, ist da nicht gerade hilfreich. Doch das Haus in dem sie wohnen macht das alles wieder wett, es ist ein faszinierendes Gebäude, richtiges Labyrinth und verbirgt so manches Geheimnis - denen Jana immer näher kommt. Für mich war es das erste Buch der Autorin und es hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Perspektivenwechsel zwischen Jana, ihrer Schwester Marla und Szenen aus der Vergangenheit der Familie Mariscal macht die Geschichte interessant. Die Beschreibungen des malerischen Ortes Ceuta und des labyrinthartigen Herrenhauses waren sehr lebhaft, detailliert, richtig liebevoll geschrieben. Die Charaktere haben alle ihre Stärken und Schwächen. Jana ist eine selbstbewusste Frau die aber im Innern eine gewisse Unsicherheit verspürt. Sie sorgt sich um ihre Schwester und versucht mit allen Mitteln ihr eine gute Schwester und kein Mutterersatz zu sein. Was mich an ihr etwas gestört hat, ist, dass sie es einfach als gegeben sah, dass sie in dem Haus wohnen darf und sich Zimmer und Mobiliar aussuchen kann, wie es ihr gerade beliebt. Kein Danke und nichts von ihrer Seite. Marla ist mir sehr ans Herz gewachsen. Sie kämpft sehr mit dem Umstand, dass sie nun in Ceuta leben soll und doch versucht sie ihre ältere Schwester zu verstehen. Sie hat eine rebellische und manchmal sehr wütende Ader, die man ihr aber kaum übel nehmen kann. Joaquin war mir auch von Anfang an sympathisch, er ist zwar geheimnisvoll und in sich gekehrt, wirkt dadurch aber auch sehr anziehend. Er sorgt sich um Jana und Marla, versucht sich aber so gut wie möglich aus ihren Familienangelegenheiten raus zu halten. Alles in allem bekommt "Das Elfenbein" 4.5 von 5 Sternen von mir. Ein schöner Roman mit toller Atmosphäre, der es mir angetan hat.