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Um es gleich klarzustellen: Als längster Ballwechsel der Tennis-Geschichte gilt einer, der dieses Prädikat gar nicht verdient hat. 3 Stunden und 33 Minuten schlagen sich Will Duggan und Ron Kapp am 12. März 1988 bei einem offiziellen Turnier im kalifornischen Santa Barbara die Bälle zu, bis die Rally einen Sieger findet.
Unglaubliche 6202 Mal fliegt der Ball dabei übers Netz. Der 47- und 50-Jährige machen aber nicht ernst, sondern wollen nur den Rekord brechen – was ihnen auch gelingt. Bilder vom vermeintlichen Rekord-Ballwechsel gibt es allerdings nicht.
Nun gibt es allerdings zwei ernsthaftere Anwärter auf den längsten Ballwechsel der Tennis-Geschichte. John Patrick-Smith (ATP 163) und Kevin King (ATP 333) duellieren sich im Viertelfinal des Challenger-Turniers im kanadischen Drummondville. King verliert die Partie zwar in drei Sätzen (6:7, 6:3, 3:6), gewinnt im dritten Satz aber eine unglaubliche Rally: 87 Mal fliegt der Ball in zweieinhalb Minuten übers Netz, ehe King sein Gegenüber zu einem Fehler zwingen kann.
Ob es auch wirklich der längste Ballwechsel im Profi-Tennis ist, ist leider unklar. Die ATP hat auf eine Anfrage von watson (noch) nicht geantwortet. Verdient hätten es die beiden aber allemal.
Schliesslich haben sie den epischen Ballwechsel zwischen Björn Borg und Guillermo Vilas im French-Open-Final 1978 übertroffen. Damals machte Borg nach einem Netzangriff den Punkt, weil der Lob von Vilas hinter der Grundlinie landete. Der Schwede gewann schliesslich locker 6:1, 6:1, 6:3.
Spezialisten für lange Ballwechsel sind auch Gilles Simon und Gaël Monfils. Beim Australian Open 2013 hetzen sich die beiden Franzosen in der 3. Runde 4:43 Stunden über den Platz. Simon gewinnt den längsten Ballwechsel der Partie und schliesslich auch den Match mit 6:4, 6:4, 4:6, 1:6, 8:6.
Schon beim Masters-1000-Turnier 2011 in Hamburg kommt es zu einem epischen Ballwechsel, bei dem die Filzkugel 61 Mal übers Netz fliegt. Wieder gehen Punkt und Partie (6:4, 3:6, 6:0) an Simon.
Auch die Topcracks werden immer mal wieder in lange und spektakuläre Ballwechsel verwickelt. Andy Murray profitiert 2009 in Cincinnati von einem verschlagenen Smash von Julien Benneteau.
Im US-Open-Final 2013 liefern sich «Nole» und «Rafa» einen harten Fight. Nadal gewinnt zwar das Turnier und komplettiert seinen Karriere-Slam, dafür geht der längste Ballwechsel der Partie an Djokovic.
Schon im Jahr davor hatte Djokovic im US-Open-Final – diesmal gegen Andy Murray – den Kürzeren gezogen, dafür die längste Rally für sich entschieden.
Auf kürzere Punkte steht bekanntlich Roger Federer. Doch auch der «Maestro» himself wird hin und wieder in längere Ballwechsel verwickelt. Episch die 44-Shot-Rally 2005 im Final von Indian Wells, als Lleyton Hewitt nur nach diesem Punkt, nicht aber am Ende jubeln konnte.
Als «Moonball»-Rally ging dieser Ballwechsel zwischen Caroline Wozniacki und Angelique Kerber in die Tennis-Historie ein. Die beiden spielten sich im Indian Wells den Ball immer wieder hoch zu, bis sich Wozniacki beim 39 Schlag ein Herz fasste und die Rally mit einem Vorhand-Winner beendete.
Den längsten Tennis-Ballwechsel überhaupt lieferten sich 2014 Frank und Dennis Fährmann. Während 10:12 Stunden spielten Vater und Sohn die gelbe Filzkugel 50'970 Mal übers Netz und sicherten sich damit den Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. Um Toilettenpausen zu vermeiden, trugen die beiden Windeln. Mit Flüssigkeit versorgten sie sich über Trinkrucksäcke, die Verpflegung hatten sie in den Taschen ihrer Kleidung verstaut.
Ons Jabeur machte nie einen Hehl aus ihrem Ziel: eine der besten Tennisspielerinnen der Welt zu werden. So weit so gut. In ihrer Heimat Tunesien stand ein Mädchen mit dieser Ambition aber ziemlich alleine da. «Man nannte mich ein Grossmaul, weil ich sagte, ich wolle Grand Slams gewinnen», erinnert sie sich. «Und sie lachten mich aus.» Heute lacht niemand mehr über die nur 1.67 m grosse Frau.