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Der Schweizer Film "Tout un hiver sans feu" von Greg Zglinski hat am Filmfestival von Venedig zwei Auszeichnungen geholt. Der Goldene Löwe ging an "Vera Drake" des britischen Regisseurs Mike Leigh.
"Vera Drake" ist ein Film über das Arbeiter- und Arme-Leute-Milieu im London der 50er-Jahre.
Eine strahlend-schöne Sophia Loren überreichte die Auszeichnung bei einer Gala am Samstagabend im prunkvollen La-Fenice-Theater in Venedig.
Enttäuschung dagegen für die Deutschen: Wim Wenders und sein Beitrag "Land of Plenty" gingen leer aus. Und wie bereits in den Vorjahren kam auch diesmal wenig echte Begeisterung am Lido auf: Es fehlten, zumindest im Wettbewerb, schlichtweg die "großen Filme".
Imelda Staunton, beste Schauspielerin
Die britische Schauspielerin Imelda Staunton (48) bekam für ihre Hauptrolle in "Vera Drake" den Preis als beste weibliche Darstellerin. Sie spielt darin eine Frau, die als "Engelmacherin" jungen Mädchen bei Abtreibungen hilft.
Der spanische Schauspieler Javier Bardem (35) wurde für seine Rolle in "Mar adentro" als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet: Er spielt einen
Querschnittsgelähmten, der Hilfe sucht, um aus dem Leben zu scheiden.
Insgesamt liefen 22 Filme im Wettbewerb bei der Biennale, die neben Berlin und Cannes als weltweit wichtigstes Filmfestival gilt.
Schweizer Film ausgezeichnet
Der Schweizer Film "Tout un hiver sans feu" wurde zwei Mal ausgezeichnet. Das Spielfilmdebüt von Greg Zglinski erhielt den von der cinavvenire vergebene Preis für den besten Nachwuchsfilm.
Die katholische Jury zeichnete ihn mit dem SIMGIS-Preis des Besten Films aus, wie SWISS FILMS am Samstag mitteilte.
"Tout un hiver sans feu" mit Aurelien Recoing, Marie Matheron und Gabriela Muskala in den Hauptrollen ist das Spielfilmdebüt des in Polen geborenen und in Wettingen (AG) aufgewachsenen Greg Zglinski.
Das im Neuenburger Jura gedrehte Drama kommt voraussichtlich Anfang 2005 in die Schweizer Kinos. Der Film erzählt die Geschichte von Jean und Laure, die ihre kleine Tochter Marie beim Brand ihres Bauernhauses verloren haben. Dabei umgibt sie die Kälte des jurassischen Winters.
Stanley Donen und Kim-Ku-Duk
Einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt der 80-jährige US-Regisseur Stanley Donen, zu dessen zahlreichen Werken "Indiskret" von 1958 mit Ingrid Bergman und Cary Grant und "Charade" aus dem Jahr 1963 mit Audrey Hepburn und Cary Grant gehören.
Der Spezialpreis für die beste Regie ging an den Koreaner Kim-Ku-Duk für seine verschlungene Liebesgeschichte "Binjip".
Organisatorische Mängel und Hollywood-Stars
Alles in allem wohl eine eher gemischte Bilanz für den neuen Festivaldirektor Marco Müller: Wie seit längerem am Lido konnte auch diesmal keiner der Wettbewerbsfilme die Kritiker durchgehend begeistern; daher gab es auch keinen echten Favoriten vor der Preisvergabe.
Zudem gab es schwere organisatorischen Mängel am Lido. Dagegen gelang es Müller, viele Hollywood-Stars anzulocken, wie Steven Spielberg, Denzel Washington und Meryl Streep - aber auch deren Streifen überzeugten längst nicht immer und liefen außer Konkurrenz.
swissinfo und Agenturen