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Dietrich Fischer-Dieskau ist gestorben
18.05.2012 Der deutsche Bariton Dietrich Fischer-Dieskau (Bild) ist tot. Er starb heute, kurz vor seinem 87. Geburtstag, wie seine Ehefrau, die Sängerin Julia Varady, mitteilte. Der "Jahrhundertsänger“ war am 28. Mai 1925 in Berlin geboren worden.
Foto: zVg
"Der 'Jahrhundertsänger' Fischer-Dieskau galt als der wahrscheinlich bedeutendste Vertreter des romantischen Liedgesangs. Er machte aber auch als Opernsänger, Musikpädagoge und Schriftsteller Karriere. Untrennbar verbunden mit seinem Namen bleiben vor allem seine Interpretationen von Franz Schuberts 'Winterreise'."
"Als 'bedeutendsten Sänger des Jahrhunderts' hat ihn der Dirigent Leonard Bernstein gerühmt. Die Terminologie zur Charakterisierung von Dietrich Fischer-Dieskaus künstlerischer Lebensleistung speist sich fast ausnahmslos aus dem Wortschatz der Hagiografie. Wie anders könnte dem Weltrang dieses universellen Künstlers auch entsprochen werden. Nicht nur hat er dem Lied durch sein Wirken zu neuer Geltung verholfen, nicht nur ist er zum Inbegriff des modernen Liedsängers geworden, auch als Bühnendarsteller, der sich nicht auf einen bestimmten Rollentyp festlegen liess, als Dirigent von ganz eigenem Format, als Lehrer, der einer neuen Generation von Sängern entscheidende Impulse zu geben vermochte, und nicht zuletzt als Buchautor von umfassender Bildung hat er höchste Anerkennung gefunden."
"Aufbauarbeit leistete Fischer-Dieskau, den man vielfach mit dem Lied des 19. Jahrhunderts verband, immer wieder für Komponisten des 20. Jahrhunderts: So Hans Werner Henze, der die Hauptrolle seiner 'Elegie für junge Liebende' für den Bariton schrieb. Der Sänger nahm sich Winfried Zilligs 'Troilus und Cressida' und Gottfried von Einems 'Dantons Tod' an, sang die Baritonrollen in Hindemiths 'Mathis der Maler', Busonis 'Doktor Faust' und Bergs 'Wozzeck'. 1978 übernahm er die Titelrolle in der Uraufführung von Aribert Reimans 'Lear'.
Am 31. Dezember 1992 verabschiedete sich Fischer-Dieskau von der Bühne mit einem Galaabend in der Bayerischen Staatsoper."
"Die erste Aufnahme der Winterreise ist aus dem Jahr 1948, später erschienen davon weitere sieben Einspielungen. In einem Interview sagte er, Die Winterreise sei 'das Beste, was einem Bariton passieren kann'. Sein wohl bekanntester Liedpartner am Klavier war der Brite Gerald Moore, aber auch Swjatoslaw Richter, Daniel Barenboim oder Christoph Eschenbach gehörten immer wieder zu seinen Begleitern."
"Benjamin Britten personally asked him to perform in the first performance of his War Requiem in May 1962.
Fischer-Dieskau was most famous for his interpretations of lieder - German art songs written for solo voice and piano.
He performed them around the world, rescued many from obscurity, and made scores of recordings that became the benchmark against which other singers' interpretations were judged.
Klaus Staeck, president of the German Academy of Arts, said his contribution to the German art song was 'phenomenal', adding that 'his performances of some of the great role in opera history shaped the culture of singing'.
Though critics raved about his beautiful voice and musical artistry, Fischer-Dieskau said his aim was simply to get close to the essence of the song.
His intention, he said, was to suppress nothing and make no concessions - either to vocal limitations or popular taste."
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