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Das weitaus bedeutendste Ereignis der Folgezeit war die Gründung des ersten eigentlichen Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) in Zürich im Jahre 1887. Hermann Eidenbenz hatte von dem Amerikaner Wannemaker für den Fall einer solchen Gründung die Mittel zur Auszahlung eines Sekretär Gehaltes auf zwei Jahre angeboten bekommen. Eidenbenz war der eigentliche Gründer des CVJM, trat aber bescheiden zurück. In einer Versammlung mit Pfr. Fröhlich zu St. Anna, Herrn Steiger-Meyer aus Herisau, dem damaligen Generalsekretär des Weltbundes der CVJM, Charles Fermaud und dem Generalsekretär der CVJM Nordamerikas, sowie Präsidenten bestehender Jünglingsvereine und des Vereins Christlicher Kaufleute wurde die Gründung des ersten deutschschweizerischen CVJM beschlossen. Im November 1887 fand die erste Mitgliederversammlung statt. Pfr. Fröhlich übernahm den Vorsitz, Eidenbenz aber die meiste Arbeit, bis ein Sekretär gefunden war. Eidenbenz gehörte bis ins hohe Alter auch zu den regelmäßigsten Versammlungsteilnehmern. Damit war in der Geschichte des Bundes ein Wendepunkt erreicht. Es war zunächst an einer Stelle der Übergang von einer eher erbaulich-bewahrenden Jugendpflege zu einer Leib, Seele und Geist aller nur erreichbaren jungen Männer umfassenden Laienmissionsbewegung gemacht. Die CVJM-Idee konnte sich freilich nur langsam durchsetzen.
Die Entwicklung erfolgte nicht ohne ernsthaften Widerstand von Seiten mancher Jünglingsvereine, die nicht verstanden, dass man einen noch ganz weltlichen jungen Mann erst für Christus gewinnen kann, wenn man sein Vertrauen erlangt hat durch einen Dienst nach Leib, Seele und Geist, welcher seinen tatsächlichen Bedürfnissen entspricht. Sie sahen in der Bildungsarbeit durch Vorträge und Lehrgänge, in Turnen und Sport, im Wohnheim und im Mittagstisch eine Gefährdung der geistlichen Anliegen. Dem CVJM war es gegeben, die Türen weit aufzutun und die unverfälschte, unverkürzte biblische Botschaft auszurichten.
Beherzte Männer haben die Wichtigkeit der Körpererziehung immer wieder vertreten. Seit 1911 werden die Anliegen des Turnens und des Sportes im CVJM durch einen besonderen Verband wahrgenommen.
Wieder ist eines Bahnbrechers zu gedenken, der nicht allein über die Stadt und den Kanton Zürich, sondern sogar über das Bundesgebiet hinaus segensreich gewirkt hat: Karl Egli (1897 bis 1936). Er ist in und mit der Arbeit gewachsen zu der ausgeprägtesten Verkörperung des CVJM-Gedankens. Er war in mancher Hinsicht seinen Zeitgenossen voraus, so als Erbauer des Glockenhofes, der auch im Ausland als Vorbild gedient hat.
Gott hatte ihm eine natürliche Klugheit für sachliche Geschäfte und eine geistliche Weisheit für den Umgang mit Menschen verliehen. Er war selbst, was er einmal von andern gefordert hat mit den Worten: «Nur der Selbstlose hat das Recht, als Führer voranzugehen.›› Er lebte nach dem Wort, das über seinem Schreibtisch stand: «Sei getrost und sei ein Mann und warte des Dienstes des Herrn, deines Gottes››. Militärisch gesprochen war er ein rechter Generalstäbler. Sein Weitblick ist von kleineren Geistern nicht immer verstanden worden. Er stand fest auf der Pariserbasis, doch von manchen Pietisten unterschied ihn eine vielleicht bisweilen zu unkritische Kirchlichkeit, was seinem verbindlichen Wesen entsprach.
Quelle: „Eine Jugendbewegung unterwegs. Zum 100-Jahr-Jubiläum des deutschweizerischen CVJM-Bundes.“ 1962