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Edgar Lawrence Doctorow galt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren der USA. Seine Bücher wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Für sein Werk erhielt der Enkel jüdisch-russischer Einwanderer nahezu alle wichtigen nationalen Preise und Auszeichnungen, darunter den PEN/Faulkner Award.
In seinen Romanen, Kurzgeschichten, Essays und Theaterstücken siedelte E.L. Doctorow häufig fiktionale Charaktere in historischen Kontexten an. International bekannt wurde Doctorow 1975 mit seinem nostalgisch-sozialkritischen Roman «Ragtime». Kritiker nannten dieses Werk eines der wichtigsten und zugleich witzigsten Bücher der zeitgenössischen amerikanischen Literatur. «Ragtime» wurde später auch verfilmt und als Musical aufgeführt. Zuletzt war im vergangenen Jahr Doctorows Roman «Andrew's Brain» erschienen.
«Seine Bücher haben mir viel beigebracht»
E.L. Doctorow wurde 1931 im New Yorker Stadtteil Bronx geboren. Er studierte in Ohio und an der Columbia-Universität in New York, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernte. Das Paar heiratete kurz darauf in Deutschland, wo Doctorow für die US-Armee stationiert war. Zurück in den USA, schlug sich Doctorow zunächst mit Gelegenheitsjobs durch. Er schrieb erste Bücher und arbeitete bei Verlagen, bis er Anfang der 1970er-Jahre mit «Daniel» seinen ersten grossen Erfolg als Autor feierte.
Besonders ausgezeichnet habe ihn «Originalität, Vielseitigkeit und der Mut seiner Vorstellungskraft», würdigte die «New York Times»: «Er war einer der ruhelosesten Ausprobierer der zeitgenössischen Literatur». Doctorow sei «einer der grossen amerikanischen Romanautoren» gewesen, twittere US-Präsident Barack Obama: «Seine Bücher haben mir viel beigebracht und wir werden ihn sehr vermissen.»
E.L. Doctorow lebte in Manhattan und in New Yorks Villenvorort Sag Harbor. Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf seinen Sohn, dass er am Dienstag im Alter von 84 Jahren an Lungenkrebs gestorben sei. Doctorow war Vater dreier Kinder.
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 22.7.15, 6:03 Uhr.