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Lebensbedrohliche Erkrankung verhindern
Prävention Die Folge des unbehandelten Burn-outs, die Depression, ist eine schwerwiegende Erkrankung. Nicht selten endet sie tödlich.
Ein Burn-out hat selten eine einzige Ursache. Meist führt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren aufgrund einer angeborenen, das heisst einer genetischen, Anfälligkeit zur Erkrankung. Akute psychosoziale Faktoren, die eine Anpassung an neue Umstände erfordern, der Verlust oder Tod einer wichtigen Bezugsperson oder chronische Überlastungssituationen können Auslöser sein.
Jedoch sind nicht bei allen Betroffenen derartige deutliche Auslösefaktoren im Spiel. Berufliche und private Belastungen verursachen zwar eine gedrückte Stimmung und Befindlichkeitsstörungen, jedoch nicht zwangsläufig ein Burn-out. Oft besteht jahrelanger Stress, der häufig sehr lange noch nicht zu einer Erkrankung führt. Meist genügt dann ein für sich betrachtet relativ kleines Ereignis, wie zum Beispiel ein Stellenwechsel oder eine Beförderung, welches das Fass zum Überlaufen bringt und die Krankheit auslöst.
15% aller Patienten mit schweren depressiven Episoden begehen Suizid
Die Folgen eines Burn-outs sind erwiesenermassen unter anderen fehlender Antrieb, Appetit- und Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und weitere Symptome. Antidepressive Medikamente setzen an dieser Stelle an und bringen den Hirn-Stoffwechsel wieder ins Gleichgewicht, indem sie die Stresshormonregulation normalisieren. Dasselbe geschieht in der Psychotherapie. Daraus ergibt sich, dass bei mittelschweren und schweren Stressdepressionen die Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten die besten Resultate erzielt.
Suizid und Suizidgedanken
Die Folge des unbehandelten Burn-outs, die Depression, ist eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung. Nicht selten endet sie tödlich: 15 Prozent aller Patienten mit schweren depressiven Episoden begehen Suizid. Fast alle Patienten mit schweren Depressionen leiden zumindest unter Suizidgedanken. Rund die Hälfte der Patienten mit depressiven Störungen begeht in ihrem Leben einen Suizidversuch. Umgekehrt besteht bei der Mehrheit der Personen, die Suizide begehen, eine depressive Erkrankung. Der «Freitod», das heisst der im gesunden Zustand getroffene Entschluss, sich das Leben zu nehmen, kommt so gut wie nicht vor. Ist die Depression erkannt und behandelt, verschwindet auch der oft übermächtige Todeswunsch.
Verschiedene Therapieansätze
Die wissenschaftlich fundierte Behandlung des Burn-outs erfordert ein ganzheitliches Konzept. Unterschiedliche Psychotherapieansätze wie kognitive Verhaltenstherapie, psychodynamische Therapie und Gesprächstherapie werden den Bedürfnissen des einzelnen Betroffenen entsprechend ausgewählt und individuell kombiniert. Je nach Symptomatik werden zusätzlich körperorientierte beziehungsweise kreativ-therapeutische Therapieansätze, Entspannungsverfahren und Stressbewältigungstrainings in unterschiedlicher Zusammensetzung angewendet.
Um einem Burn-out vorzubeugen, gilt es, die eigenen körperlichen und seelischen Grenzen anzuerkennen beziehungsweise zu akzeptieren. Ein ständiges Überschreiten der eigenen Grenzen und Fähigkeiten macht auf die Dauer krank. Ebenso wichtig ist es, sich Zeit für Freizeit und Musse zu nehmen. Von grosser Bedeutung sind auch ausreichend Schlaf und genügend Bewegung. Ebenso eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Alkohol und Kaffee in moderaten Mengen sind unbedenklich, im Übermass jedoch schädigend. Wird Koffein regelmässig zum Aufputschen benötigt und Alkohol zur Entspannung eingesetzt, ist eine kritische Grenze erreicht. Nicht zuletzt tragen auch angenehme, zweckfreie Sozialkontakte zur Stressreduktion bei.