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Abb. 105: Gipfelkrater des Ätnas (im Vordergrund die bocca nuova)
Auch der Ätna wird heute intensiv touristisch genutzt, insbesondere auf der Südseite, wo neben dem sommerlichen Vulkantourismus (Seilbahn und Geländerfahrzeuge bringen Touristen bis auf 2900m zu Nebenkratern) vor allem winterlicher Skitourismus betrieben wird (mit einem Skilift bis auf 2600m). Daneben spielt am Fusse des Ätnas die Landwirtschaft eine wichtige Rolle, denn der vulkanische Boden der verwitterten basischen Lava ist sehr fruchtbar und der Ätna ist im ansonsten sehr trockenen Sizilien ein wichtiger Wasserspender.
Ursachen des Vulkanismus
Die geologischen Ursachen des Ätna – Vulkanismus sind, obwohl der Ätna einer der am intensivsten erforschten Vulkane ist, nicht restlos geklärt. Die grosse Schwierigkeit liegt darin, dass die Form zwar zu einem Subduktionsvulkan passt, die Förderprodukte allerdings eher einem Vulkan einer konstruktiven Plattengrenze zuzuordnen sind. Der Ätna liegt südlich, nahe an der beim Vesuv beschriebenen Subduktionszone Italiens, gleichzeitig aber auch auf einer Dehnungszone (vgl. Abb 106 "Aufweitungszone"), welche sich dem östlichen Sizilien entlang zieht. Diese Messina – Verwerfung scheint denn auch eher die Hauptursache des Vulkanismus zu sein, sie erklärt übrigens auch die verheerenden Erdbeben in dieser Region (z.B. Messina 1908). In dieser Dehnungszone kann Magma aufsteigen und beim Ätna als Lava an die Erdoberfläche gelangen.
|Abb.106: Messinaverwerfung||Abb.107: basaltische Stricklava|
Vulkantyp
Vom Aufbau her ist der Ätna wie der Vesuv ein Schichtvulkan, der vor allem bei Subduktionszonen anzutreffen ist. Allerdings fördert der Ätna eher basische und damit dünnflüssige Lava, was, wie oben beschrieben, eher auf einen Vulkan einer Dehnungszone schliessen lässt. Durch den eher basischen Vulkanismus bricht der Ätna viel häufiger aus als der Vesuv und ist bedeutend weniger gefährlich, da sich kein so grosser Druck aufbauen kann und es dadurch nicht zu heftigen Explosionen kommt. Neben den Hauptkratern im Gipfelbereich existieren an den Flanken des Ätnas ca. 200 weitere Krater oder Vulkanspalten. Die Ausbrüche finden dementsprechend nicht nur in der Gipfelregion statt, sondern rund um den Vulkan herum. Der Ätna gilt nach dem Stromboli als aktivster Vulkan Europas, alle paar Jahre ist ein Ausbruch zu verzeichnen (der letzte im Mai 2008). Dadurch verändert sich die Landschaft am Vulkan immer wieder und auch die Höhe des Vulkans ist relativ kurzlebig.
|Abb.108: Sylvestrekrater||Abb.109: Südostkrater|
Aktuelle Gefahren
Wie oben beschrieben sind beim Ätna keine gewaltigen Explosionen wie beim Vesuv zu erwarten, es sind eher die Lavaströme, welche die Menschen, das Kulturland und die Infrastruktur immer wieder bedrohen. Da die Lava nie so schnell fliesst wie z.B. eine Glutwolke, können Menschenleben durch Evakurierungen meistens gerettet werden. Sachschäden sind aber häufig zu verzeichnen, so wurden z.B. 1669 grosse Teile der Stadt Catania zerstört. Regelmässig zerstört werden die Zufahrtsstrassen und vor allem die touristischen Einrichtungen des Skigebiets auf der Südseite des Ätnas. Letztmals geschah dies 2001 und 2002, als die Bergstation der Seilbahn niederbrannte, die Seilbahn zerstört und die Zufahrtsstrasse zum Skigebiet von Lava überdeckt wurde
|Abb.110: improvisiertes Rifugio||Abb.111: 2001 verschüttetes Rifugio|