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24.06.2018 23:11:32

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Armenwesen und Soziale Einrichtungen
Wie in allen zürcherischen Gemeinden war ursprünglich auch in Hütten die Kirchenpflege für das Armenwesen zuständig. Die Kirchengutsrechnungen von Hütten, die für die Jahre 1689 bis 1796 im Staatarchiv Zürich aufbewahrt werden, weisen immer wieder Ausgaben für die Unterstützung Armer aus. 1689 beispielsweise übernahm das Kirchengut den Schullohn für sieben arme Kinder, und in den 1770er Jahren list man unter der Rubrik „Ausgegeben an die Armen“ von Beiträgen an Arztkosten oder Hauszinse.
Wie in anderen Gemeinden gab es früher auch in Hütten viele arme Familien. Wegen Armut wanderten um 1660 77 Personen nach Süddeutschland und anderen Gegenden aus. Ärmlich und in schlechtem Zustand waren manche Liegenschaften. Im Helvetischen Kataster aus dem Jahre 1801 heisst es über das Haus des Conrad Höhn zu Hütten: „Zerbrechlichkeit dieser beinahe unbewohnbaren Hütte“. Bei Hängerten: „Sehr schlechtes Häuschen“. Bei Bergli: „Güter sehr in Abgang gekommen“. Für den schlechten Zustand von Hüttner Heimwesen dürften die Kriegsschäden von 1656, 1712 und 1799 mitverantwortlich sein.
1837 trat im Kanton Zürich ein neues „Gesetz betreffend die Unterstützung der Armen“ in Kraft. Die Kirchenbehörde, der Stillstand, wurde nun in Kirchenpflege und Armenpflege getrennt. Die neu geschaffene Gemeindearmenpflege Hütten unter dem Präsidium von Pfarrer Hans Konrad Wolf zählte sieben Mitglieder. Ausser dem Pfarrer gehörten der neuen Behörde an: der Gemeindammann, der Gemeindepräsident, der Armenpfleger, zwei Alt-Gemeinderäte und ein Kirchenpfleger. Die Armenpflege hielt jeden dritten Sonntag eine Sitzung ab und entschied dann über Beiträge an Hauszinse, Arztkosten, Wohnungsmiete, Sarg- und Beerdigungskosten oder gewährte Unterstützungen in Form von Lebensmitteln, Brennmaterial, Kleidern und Schuhen. Die Aufwendungen bestritt man aus Kirchenkollekten; aber auch die Kurgäste wurden um Beiträge angegangen. In der „Krone“ und im „Bären“ waren im Jahre 1838 „Armenbüchsen“ aufgestellt.
1839 klärte die Behörde ab, ob die Armen der Gemeinde Hütten im Armenhaus Richterswil verpflegt, beaufsichtigt und beschäftigt werden könnten. Die Richterswiler lehnten ab mit dem Hinweis, die Einwohner würden einer solchen Lösung kaum zustimmen.
Da die Zahl der Armen und Unterstützungsbedürftigen von Jahr zu Jahr zunahm, schlug ein Mitglied der Armenbehörde Hütten 1842 vor, den Bau eines eigenen Armenhauses zu prüfen. Aus finanziellen Gründen strebte man zunächst eine Zusammenarbeit mit Schönenberg an, die aber scheiterte. Im Teuerungsjahr 1844 bezog die Gemeinde Hütten Korn und Kartoffeln en gros und verpflegte damit die Armen.
1844 baute Hirzel ein Armenhaus. Hütten erhielt Gelegenheit, hier seine Bedürftigen aufnehmen zu lassen. Auf Neujahr 1845 traten ein erwachsene Person und drei Kinder aus Hütten ins Armenhaus Hirzel ein. Hütten konnte damit auf den Bau eines eigenen Heims verzichten.
Im Jahre 1974 wurde die Armenpflege Hütten aufgehoben und übergeführt in die Sozialbehörde, welche seither das Fürsorge- und Vormundschaftswesen bearbeitet. 1977 richtete die Politische Gemeinde einen Haushilfedienst ein, der vom Frauenverein Hütten geleitet wird. Ausser der Gemeinde und den Pfarrern sind heute auf sozialem Gebiet auch der 1942 gegründete Samariterverein Schönenberg-Hütten und der 1977 geschaffenen Krankenpflegeverein Schönenberg-Hütten tätig.
Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987
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