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Fragen zur Geschichte von Heinz Hertig und der Agentur C, Vorstandsmitglied von 1985 bis 1997
Wie haben sich Heinz Hertig, Bruno Jordi und Heinrich Rohrer kennengelernt? Respektive, wie, wann und warum entstand die Idee für die Agentur C?
Ich wohnte in Münsingen und kannte Heiri Rohrer. Zu dieser Zeit begann Heiri, Bibelzitate, Inserate mit Bibelzitaten in den Zeitungen zu publizieren. Die Agentur C, wie wir sie heute kennen, bestand damals noch nicht. Auch ich war auf meine Weise aktiv, Gottes Wort zu verbreiten. Einmal schrieb ich einen evangelistischen Bericht, der in einem Anzeiger erschien. Woraufhin Heiri anrief und mich für ein Gespräch treffen wollte. Er hatte die Idee, eine Plattform zu gründen, mit dem Ziel, das Evangelium in Zeitungen zu verbreiten. Kurze Zeit später gründeten wir die Agentur C. Eine unserer ersten Aktionen, in Zusammenarbeit mit dem Journalist Willy Surbeck, war, die Ostergeschichte in moderner Art aufzubereiten und im Blick zu veröffentlichen. Dieser Auftritt hat uns auf einen Schlag schweizweit bekannt gemacht. Auch unsere Bibelsprüche, die wir bei den Todesanzeigen in den Zeitungen publizierten, erhielten eine sehr grosse Resonanz. Zu Beginn mussten wir diese Anzeigen bezahlen. Weil sich aber viele Zeitungsleser bei den Verlagen beschwerten, wenn diese Anzeigen nicht erschienen, begannen die Verlage, diese gratis zu publizieren.
Was war das Ziel der Agentur C?
Heiri Rohrer war ein erfolgreicher Unternehmer. Und, er hatte das persönliche Ziel, Gottes Wort in der Schweiz zu verbreiten. Nachdem wir die Agentur C gegründet hatten, begannen wir alsbald mit unseren öffentlichen Plakataushängen in den Bahnhöfen. Unser erstes Plakat trug den Vers «Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist». Ich habe mich immer riesig gefreut, wenn ich diese Worte inmitten der lebendigen Bahnhofatmosphäre lesen durfte. Ich fand es damals wie heute sehr spannend, dass dieser Satz die Menschen auffordert, eine Entscheidung zu treffen. Besonders berührend für mich war, dass sich einmal jemand bei uns meldete und uns mitteilte, dass diese Worte ihn vom geplanten Selbstmord abgehalten hatten.
Wie hat man den Spenderkreis aufgebaut?
Unsere öffentlichen Auftritte haben die Menschen motiviert, uns Geld zu spenden. Diese reichten von ein paar Franken bis hin zu sehr grossen Beträgen. Aufgrund der sehr vielen positiven Rückmeldungen und Spenden begannen wir, sporadisch einen Spenderbrief zu verschicken. Diese wiederum sprachen weitere Personenkreise an. Und so entstand der Freundes- und Spenderkreis der Agentur C.
Welches waren die grössten Herausforderungen in den Anfängen der Agentur C?
Die Agentur C ist zu Beginn sehr schnell gewachsen. Das hat natürlich einige Herausforderungen mit sich gebracht. Zum einen fühlten wir uns herausgefordert, die «richtigen» Bibelzitate zu veröffentlichen. Wir hatten uns damals oft im Team beraten. Dabei stand uns insbesondere auch Heinz Hügli von der Stiftung «Gott hilft» zur Seite. Auch war die finanzielle Situation nicht immer einfach. Wir hatten unsere Inserate, Plakate und Bibeln zu bezahlen und es galt, das Budget gut im Griff zu behalten. Unsere Arbeit war jedoch immer sehr gesegnet und so konnten wir unsere Rechnungen stets termingerecht bezahlen.
Wann haben die Gründer gemerkt, dass es sich um ein Auftrag für die Schweiz handelt?
Die Schweiz lag uns von Anfang an am Herzen. Ich persönlich hatte damals eine Mission in Asien. Aber wir wussten einfach, dass unser Engagement für die Schweiz bestimmt war und dass die Schweiz Gottes Wort brauchte. Es gab damals erstaunlicherweise viele Familien in der Schweiz, insbesondere Kinder, denen Gottes Worte fremd waren. Mit den heutigen Medien, zum Beispiel mit dem Bibel-TV und den verschiedenen Online-Plattformen sieht die Situation natürlich anders aus.
Wie offen waren damals Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gegenüber dem Wirken der AGC?
Zu meiner Zeit gab es einige gottesfürchtige Politiker, wie zum Beispiel Bundesrat Adolf Ogi. Aus den politischen Kreisen erhielten wir häufig schöne und ermutigende Rückmeldungen. Die Wirtschaftsleute hingegen äusserten sich weniger persönlich, liessen uns jedoch grosszügige Spenden zukommen. Nebst den positiven Reaktionen aus der Gesellschaft ist mir unter anderem ein Ereignis in guter Erinnerung geblieben. Unser erstes Plakat erhielt in seinem Erscheinungsjahr anlässlich des Wettbewerbs «Bestes Plakat des Jahres» den ersten Preis. Wir trafen damals generell auf wenig Widerstand aus der Öffentlichkeit. Vor dreissig Jahren, hatte das öffentliche Proklamieren des christlichen Glaubens zu unserer Kultur gehört. Die Bibelworte stiessen auf eine starke Akzeptanz.
Für was beteten die Gründer zu Beginn ihrer Tätigkeit (Schweiz?)
Unsere Gebete galten immer der Schweiz und den in der Schweiz lebenden Menschen. Wir sind ein traditionell christliches Land. Davon zeugen auch die wichtigen Schweizer Reformatoren, die es überhaupt möglich machten, dass alle Menschen Gottes Worte lesen und verstehen dürfen. Als der Wohlstand in der Schweiz einsetzte, begann auch die Tendenz, sich von Gottes Wort zu entfernen. Uns war es immer ein Anliegen, dass die Menschen zurück zu Gott kommen, sich von Ihm inspirieren lassen, sein Wort ernst nehmen und daraus lernen.
Für was würden sie heute beten?
Mein Grundanliegen ist dasselbe wie vor 30 Jahren. Ich persönlich empfinde die heutige Tendenz, den christlichen Glauben in die Ecke des Fundamentalismus zu drängen, als besorgniserregend. Umso mehr sind wir angehalten, unsere christliche Kultur zu pflegen und zu leben. Und dazu gehört auch, das Evangelium zu verbreiten.
Welche Botschaft schenkt Heinz Hertig der Agentur C zu ihrem 30jährigen Jubiläum?
Ich wünsche der Agentur C, dass sie das Bewusstsein für ihren wichtigen Auftrag nicht verliert. Und dass sie sich auch bewusst ist, dass Gottes Worte nie leer zurückkommen. Auch wünsche ich ihnen, dass sie weiterhin den Aus- und Überblick behalten und sich auf ihren wichtigen Auftrag konzentrieren. Ich wünsche allen Beteiligten, dass sich der Segen ausbreitet und dieser auf sie und ihre Familien zurückfällt.