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Allgemeines
Portugal wird im Westen und Süden durch den Atlantik bzw. im Norden und Osten durch Spanien begrenzt. Der Norden wird grob unterteilt in die dicht besiedelte bzw. grüne Provinz „Minho“ im Nordwesten sowie in die sehr gebirgige Provinz „Tras-os-Montes“ (Hinter den Bergen) im Nordosten. Durch beide Provinzen fliessen zahlreiche Flüsse wie die wohl bekanntesten Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder der Rio Douro, welcher bei Porto in den Atlantik mündet. Der einzige Nationalpark Portugals, der „Peneda-Geres“ liegt ebenfalls im Norden, die Berggipfel dort erreichen 1300 m.ü.M. bis 1538 m.ü.M. (Altar dos Cabroes).
Auch Mittelportugal ist grösstenteils hügelig bis gebirgig und mit 1993 m.ü.M. befindet sich hier auch der höchste Berg Portugals, der „Torre“ (Serra da Estrela).
Der Süden Portugals ist eben bis hügelig und hat ein trockenes bis heisses Klima. Die bekannteste Region ist wohl die Algarve, welche die gesamte Südküste des Landes einnimmt und sehr touristisch ist.
Klima Nord Portugal
Bevor ich mich entschieden hatte, im März den Norden Portugals mit dem Fahrrad zu bereisen, war mir bewusst, dass im Norden vor allem in den Frühlingsmonaten ein relativ kühles und feuchtes Klima herrscht. Dies war auch ein Mit-Grund, das Zelt für diese kurze Tour zu Hause zu lassen. Regentage gibt es statistisch gesehen deutlich mehr als Sonnentage. Doch aller Statistiken zum Trotz erlebten wir genau in unserer Woche jeden Tag Sonnenschein. Glück muss man haben! Die Temperaturen waren frühmorgens natürlich noch recht kühl (ca. 5 Grad) , doch schon gegen 10.00 Uhr wurde es merklich wärmer und im Verlaufe des Tages erlebten wir gute 20 Grad. Ideale Temperaturen fürs Fahrradfahren also... Achtung: im Sommer gehört die Provinz „Tras-os-Montes“ zu den heissesten Gebieten des Landes, Temperaturen um 40 Grad sind dann keine Ausnahme.
Sprache:
Ich war schon etwas überrascht, dass sogar in Jugendherbergen (Braga) oder auch in vielen Restaurants sogar junge Personen kein Englisch sprechen...Wie wir später erfuhren, ist Englisch erst seit ein paar Jahren Pflichtfach in der Schule.
So unterhielten wir uns entweder auf deutsch oder französisch (weil sie früher in der Schweiz oder in Deutschland gearbeitet haben), Englisch, Joels Mix aus Spanisch/Portugisisch oder halt mit „Händen und Füssen...“
Strassenkarten (Nord-) Portugal
Anscheinend gibt es keine aktuellen Strassenkarten im Handel. Wir waren mit 2 verschiedenen Karten im Massstab 1:300000 unterwegs (ADAC und Michelin) und dreimal ergänzten sie sich ideal, als einen Verbindungsstrasse fehlte (wo jedoch eine vorhanden ist..). Auf der Michelin-Karte fehlte z.B. die Strasse von Germill nach Brufe (NP Peneda-Geres). Auf der ADAC Karte fehlte die direkte Verbindungsstrasse von Rio Caldo über den Rio Cavado hoch zur Hauptstrasse 103 (sonst wäre ein grosser Umweg nötig geworden) sowie vor der Ortschaft Cinfaes der Douro-Uebergang von der südlichen auf die nördliche Flussseite.
Radfahren im Norden Portugal
Selten habe ich auf einer Tour so wenig Verkehr erlebt (davon ausgenommen ist die Route Porto - Braga) wie hier im Norden Portugals. Obwohl Radwege fehlten, empfanden wir auch die Ueberholmannöver und das Tempo der Autos / Lastwagen als völlig normal und problemlos. Gehupt wurde in Ausnahmen in jeder Region, doch nur um uns zuzuwinken und anzufeuern, dies empfand ich als sehr sympathisch. Die berüchtigten Pflasterstrassen erlebten wir natürlich auch; doch diese fanden wir höchstens bei Ortsdurchfahrten und waren entsprechend kurz. Ansonsten waren alle Strassenabschnitte unserer Tour asphaltiert und in soweit gutem Zustand. Den einzigen wirklich schlechten Strassenabschnitt fanden wir für nur wenige km auf einer kleinen Nebenstrasse zwischen Murca und der Hauptstrasse 212 vor. Im ganzen Norden Portugals ist es hügelig / bergig, ebene Strecken gibt es entsprechend nur selten. Die Anstiege waren jedoch von der Steigung her meist gut zu bewältigen.
Uebernachtung / Campen
Wir übernachteten immer wenn möglich in Jugendherbergen (Kostenpunkt ca. 12 Euro / Person bzw. ca. 32 Euro für ein 2er Zimmer inkl. Frühstück) oder sonst in Ho(s)tels. Mit Ausnahme der Jugendherberge in Braganca waren wir praktisch immer die einzigen Gäste. Ausserhalb der Saison können gewisse Jugendherbergen / Hotels ev. noch geschlossen sein. Campingplätze sahen wir vor allem in der Gegend des Nationanlparks. Wild campen wäre grundsätzlich möglich gewesen.
Bei der Routenplanung zu berücksichtigen
- NP Peneda-Geres
- Abfahrt von Alijo nach Pinhao mit Blick ins Douro-Tal
Nord Portugal aus meiner Sicht
Sieben Tage verbrachten wir im Norden von Portugal, vorher war ich noch nie in diesem Land. Die Tour hat meine Erwartungen ganz klar erfüllt, wenn auch nicht übertroffen. Den Charakter / den Umgang mit den Menschen empfand ich als sehr positiv und angenehm. Ihre Freude, dass wir ihr Land auf dem Fahrrad besuchen, spürten wir fast überall und besonders das Liegerad von Joel zog die Faszination auf sich. Selten auch erlebte ich auf einer Fahrradtour durchgehend so wenig Verkehr wie hier im Norden von Portugal, was ev. auch mit der Jahreszeit (März) zusammen hängen könnte. Mir bleibt dieser Teil Portugals vor allem als ruhige, ja fast einsame Gegend mit vielen kleinen Dörfern in hügeliger Landschaft in Erinnerung. Wir sahen viele Steinhäuser aber auch wahre Barracken und als Gegensatz neue, moderne Häuser. Die Kirchen an den Strassenrändern waren schön aber klein und spannend fand ich auch, wie in einzelnen Regionen die Uhrzeit mit einem schönen, lauten Glockenspiel „zelebriert“ wurde und so durch das ganze Tal hallte. Tiere sahen wir vor allem Schafe und Kühe in kleinen Herden aber auch einzeln gehaltene Pferde, Esel, kleine totgefahrene Schlangen sowie Hunde, die sich vor allem im östlichen Teil bellend bemerkbar machten. Wir sahen wunderschön blühende Mandelbäume, Orangen und Zitronen leuchteten von den Bäumen und einer Eiche wurde gerade die Korkrinde abgenommen. Sehr eindrücklich war auch die Fahrt hinunter ins Douro-Tal, wo wir das riesige Anbaugebiet des Portweins bestaunen konnten, auch wenn natürlich im März noch keine Trauben zu sehen waren. In höheren Lagen sowie Richtung Braganca war die Vegetation dann deutlich spärlicher und deshalb mit der Zeit etwas eintönig. Ein weiteres typisches Merkmal des Nordens sind die unzähligen Flusstäler, kleine Wasserfälle, etliche Stauseen und nicht zu vergessen der Atlantik die immer wieder tolle Ausblicke gewährleisten. Dieser ganze Mix aus Bergen, Gewässer, einsamen Landschaften, leeren Strassen und natürlich dem sonnigen Wetter hat uns eine tolle Zeit im Norden Portugals erleben lassen.
Anforderungen
Der Norden Portugals ist hügelig & bergig. Jeden Tag gibt es diverse Aufstiege zu bewältigen.
Persönliche Bewertung
empfehlenswert