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"If I’d be your age, I’d go Alaska. It’s 'The Last Frontier’. Up there you can be anyone you want.", meint Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks) zu Jesse Pinkman (Emmy-winner Aaron Paul). Wer sich an diese Szene aus der letzten Staffel von Breaking Bad erinnert und weiß, was danach passierte, findet sich mühelos ein in dieses Sequel zur besten Serie der Seriengeschichte.
Auch viel altbekanntes Personal aus Breaking Bad kommt in El Camino nochmal zu einem Auftritt. Etwa Todd Alquist (Jesse Plemons), der hinter seinem Bubengesicht einen schrecklichen Charakter verbirgt und Jesse nur deswegen aus seinem Gefängnis befreit, damit er ihm einen Gefallen tut. Zynischer Humor entsteht, wenn er sich wundert, was seine Putzfrau wohl in seiner mit Geld präparierten Enzyklopädie suchte. "M for Mexico", resümiert er und dieser Witz bleibt trocken in der Kehle sitzen. "El Camino" erzählt die Geschichte, wie sich Jesse aus seiner Gefangenschaft befreien konnte in Rückblenden und erzeugt gerade so ein immenses Potential an Spannung, das der Breaking Bad verwöhnte Zuseher in vollen Zügen genießt. Man weiß zwar, dass Jesse fliehen konnte, aber nicht wie und gerade das macht wohl den Reiz dieses zweistündigen Spielfilmes aus. Ganz abgesehen von dem unvergleichlichen Robert Forster, der als Ed Galbraith auch in der Fünften Staffel von Better Call Saul eine wichtige Rolle spielt.
Auch als sich Walter White und Jesse nochmals in einem klassischen Edward Hopper Diner begegnen und sich wie Vater und Sohn über andere Optionen des doch einige Jahrzehnte jüngeren Jesse unterhalten, kommt der Humor nicht zu kurz. Statt Crystal Meth zu kochen, hätte er eventuell das College besuchen und Business/Marketing-Kurse besuchen können. "At least you didn’t have to wait your whole life to do something special", schließt White die Karriereoptionen Jesses schließlich abrupt ab. Aber es geht auch um die Freundschaft von Jesse zu seinen Kumpels Skinny Pete (Charles Baker) und Brandon "Badger" Mayhew (Matt Jones), die ihm helfen, besagten "El Camino", ein 1978er Chevrolet Modell, verschwinden zu lassen. Aber natürlich steht "El Camino" (spanisch: der Weg) auch für den "Weg", den Jesse noch vor sich hat, als er mit seiner imaginierten Freundin Jane Margolis (Krysten Ritter) am Beisitz in den Sonnenaufgang Richtung Alaska fährt. "Daylight’s burning and you know where you’re going". Extras: Ein Ensemble-Audiokommentar mit 46 Mitgliedern aus Besetzung und Crew, Die Entstehung von El Camino, Promotionsmaterial, und vieles mehr.