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Das richtige Benehmen in Japans Zügen
Seit 2009 schreibe ich diesen Blog. Über 4800 Artikel haben sich so angesammelt. In dieser Serie stelle ich einen überarbeiteten Beitrag aus diesem Archiv vor. Der folgende Artikel erschien am 19. April 2019.
Selbst im gut organisierten japanischen Bahnverkehr ist noch nicht alles perfekt. So sind die Bahngesellschaften stets darum bemüht, mit Plakatkampagnen die Passagiere auf das richtige Benehmen und die Gefahren in Bahnhöfen und Zügen aufmerksam zu machen (Asienspiegel berichtete).
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Bahnbetreiber Seibu Railway, der mit seinen Linien Tokio und die Nachbarpräfektur Saitama bedient, hat es mit seinen Plakaten sogar ins renommierte Londoner Victoria and Albert Museum geschafft.
Mit Ukiyoe die Manieren beibringen
Seine Plakate sind ein gelungenes Beispiel dafür, wie man mit traditionellen Elementen den Menschen der Moderne gute Manieren beibringt. 2016 begann das Unternehmen die Aufmerksamkeit der Passagiere auf sich zu ziehen, indem es Figuren und Szenen der Ukyio-e-Welt humorvoll in die heutige Bahnwelt versetzte: Eine Kurtisane mit einem Smartphone in der Hand, ein Mann mit einem Chonmage-Haarknoten, der einen störenden Rucksack trägt, ein mit dem Smartphone beschäftigtes Fabelwesen, das den Eingang zum Wagen versperrt, laut sprechende Tierfiguren oder unachtsame Passanten aus der Edo-Zeit mit Rollkoffern.
Ergänzt werden diese kleinen Kunstwerke mit Textboxen, in denen Hinweise wie «Benutzen Sie kein Smartphone im Gehen», «Lassen Sie andere Passagiere komfortabel sitzen», «Nehmen Sie Rücksicht auf andere, wenn Sie Gepäck dabei haben», «Versperren Sie nicht den Eingang» oder «Mässigen Sie ihre Stimme» stehen. In den letzten Jahren sind mehrere Plakate in diesem Stil entstanden, die man sich auf dieser Website anschauen kann.
Die Bilder der fliessenden Welt
Die Kunst der Ukiyo-e («Bilder der fliessenden Welt») erzählt von der Welt der aufstrebenden Kaufleute und den lebendigen Vergnügungs- und Theatervierteln der Edo-Zeit (1603−1868). Die Technik des Farbholzschnitts ermöglichte die Entstehung einer Verlagsindustrie, die Verlegern, Handwerker, Druckern und Künstlern eine lukrative Einnahmequelle bot. Ukiyo-e wurde zur Popkultur der damaligen Zeit. Die porträtierten Kabuki-Schauspieler, Kurtisanen und schliesslich auch die Künstler selbst wurden zu Stars.
Mit der Öffnung und Modernisierung des Landes kam das schleichende Ende dieser Tradition. Es waren schliesslich die Impressionisten im Westen, die sich vom Ukiyo-e-Stil inspirieren liessen und Katsushika Hokusai (Asienspiegel berichtete), Utagawa Hiroshige (Asienspiegel berichtete), Sharaku (Asienspiegel berichtete) oder Kitagawa Utamaro (Asienspiegel berichtete) zu weltweit gefeierten Meistern der japanischen Kunst machten.
Buchtipp
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