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Personalabwerbung: Steve Jobs drohte Google mit Krieg
Veröffentlicht am Samstag, 29. März 2014, um 11:42 Uhr von Patrick Bieri
Aus neuen Gerichtsdokumenten geht hervor, weshalb sich Apple und Google im Jahr 2005 auf ein Abkommen geeinigt haben, um das gegenseitige Abwerben von Mitarbeitenden zu stoppen.
Steve Jobs soll sehr aufgebracht gewesen sein, als er von Googles Bemühungen hörte, hochrangige Mitarbeiter des Safari- und WebKit-Teams abzuwerben. In einem internen Google-Mail aus dem Jahr 2005 berichtet Google-Gründer Sergey Brin anderen hochrangigen Google-Managern von einem zornigen Steve Jobs, der sich bei ihm gemeldet hat. Steve Jobs soll Brin mitgeteilt haben, dass «es Krieg gibt, wenn Google einen der betroffenen Apple-Mitarbeiter abwirbt».
Brin soll Steve Jobs im Telefonat versichert haben, dass man nicht systematisch auf der Suche nach Mitarbeitern des Safari-/WebKit-Teams sei. Obwohl Brin Jobs versicherte, keinen Browser zu entwickeln, erwähnt er im Mail an seine Kollegen die Arbeiten an einer verbesserten Version von Mozillas Firefox. Aus dem Projekt wurde bekanntlich Googles WebKit-Browser «Chrome».
Google bemühte sich um einen der besten Browser-Entwickler
Später meldete sich auch der frühere Google-Manager Alan Eustace, welcher Googles Anwerbeversuche bei einigen Apple-Angestellten bestätigte. Seiner Aussage zufolge war das Team an einem der besten Browser-Entwickler, der damals bei Apple arbeitete, interessiert. Bei Google war man sich damals bewusst, dass wenn dieser hochrangige Manager gehen würde, auch einige andere Mitarbeiter folgen würden.
Sergey Brin ordnete anschliessend an, die Abwerbung von Apple-Angestellten bis auf weiteres einzustellen. Nur neun Tage später tauchen die ersten schriftlichen Belege auf, die auf ein Anti-Abwerbungs-Abkommen hindeuten.
IT-Konzerne einigten sich auf Anti-Abwerbungs-Abkommen
Nach den zornigen Telefonanrufen von Steve Jobs einigten sich Google, Apple sowie Intel auf ein Abkommen, in welchem sie sich verpflichteten, gegenseitig keine Mitarbeiter abzuwerben. Später traten noch weitere Unternehmen diesem Abkommen bei.
Diese Absprachen waren nicht gesetzeskonform. Im Jahr 2011 wurde eine Sammelklage gegen die betroffenen IT-Unternehmen eingereicht. Den beteiligten Konzernen wird vorgeworfen, die Gehaltsperspektiven der Mitarbeitenden negativ beeinflusst zu haben. Der Gerichtsprozess wird im Mai starten. Von einem Schuldspruch der betroffenen Unternehmen könnten 64’000 Angestellte profitieren.
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