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Bereits im letzten Artikel im Rahmen der “I robot”-Serie habe ich den vierbeinigen Transportroboter “BigDog” kurz vorgestellt. “BigDog” ist 1m lang, 70cm hoch, 75kg schwer und macht maximal 6,5 km/h. Er kann Material bis 150-170kg transportieren, ist dabei in Gelände mit schwierigem Untergrund und bis zu einer Steigung von 35% einsetzbar. Im März 2008 gab es Gerüchte, dass der “BigDog” in Afghanistan ausgetestet werden soll. Bis Mitte Mai war dies jedoch nicht der Fall und Marc Raibert, ehemaliger MIT-Professor sowie Gründer von Boston Dynamics, die nicht nur hinter BigDog, sondern mehreren anderen interessanten Roboter-Projekten steckt, verneinte dementsprechenden Pläne. Hier noch ein etwas älteres Video (anfangs 2008), welches den Einsatz des elektronischen Packesels auf schwierigem Untergrund gut aufzeigt:
Um einen erfolgreichen Einsatz des “BigDog” sicherzustellen, müssten jedoch die beiden Hauptnachteile gelöst werden: die Abhängigkeit von Treibstoff und die Lärmentwicklung. Dabei existiert bereits eine Alternative: Maultiere. Schon die CIA erkannte während der sowjetischen Invasion Afghanistans in den 1980er-Jahren die Wichtigkeit des Maultiers als Lastenträger und importierte 10.000 Maultiere für die Mudschaheddin. Wegen den schwierigen Umweltbedingungen in Afghanistan starben viele dieser importierten Maultiere. Deshalb benutzen Sonderoperationskräfte seit dem Beginn des US-amerikanischen Kriegs in Afghanistan afghanische Maultiere. Auch die US Marine scheint in Afghanistan auf Maultiere zu setzen. (Quelle: Gordon Lubold, “Fighting a high-tech war with a low-tech mule“, The Christian Science Monitor, 03.05.2009). Schliesslich existieren auch in der Schweizer Armee noch vier aktive und zwei inaktive Train Kolonnen, die mit Maultieren und Freiberger Pferden bestückt sind.
Apropos Maultier: unter dem Projektnamen MULE will die israelische Firma Urban Aeronautics unbemannte, senkrecht startend und landende (VTOL) Luftfahrzeuge, welche Truppen in unzugänglichem Gelände mit Nachschub versorgen und Verwundete bergen könnten (2 Verwundete pro Luftfahrzeug). Der Prototyp steht kurz vor der Fertigstellung, rund 25km südlich von Tel Aviv, der Jungfernflug ist für Juni 2009 geplant. Mit 1.200kg Eigengewicht soll MULE 250kg transportieren können und eine Reichweite von 450-500km bei einer Maximalgeschwindigkeit von rund 180km/h haben. Eine zivile, grössere und bemannte Variante wird unter dem Namen X-Hawk entwickelt und ist in erster Linie für Baulichtorganisationen gedacht, die beispielsweise bei einem Unfall schnell zum Unfallort müssen, auch wenn Strassen gesperrt und verstopft sind. X-Hawk soll bis zu 11 Personen transportieren können und geschätzte 3.2 Millionen Dollar pro Stück kosten.
Weitere Informationen
- BigDog-Overview von Boston Dynamics vom 22.11.2009 von Boston Dynamics vom 22.11.2009.
- Flying Plattforms and flying Jeebs aus den 1950er und 1960er.
Boston Dynamics PETMAN soll ein zweibeiniges Brüderchen von BigDog werden. Gemäss Boston Dynamics wäre PETMAN zum Testen chemischer Schutzanzüge vorgesehen – ich vermute jedoch, es wird für ihn sicherlich noch andere zukünftige Einsatzmöglichkeiten geben. Mit von der Partie bei der Entwicklung des PETMANs ist auch die Bucknell Universität, welche einen dem Bild entsprechenden Prototypen dem demokratischen US-Kongressmitglied (und Navy Commander in der Reserve) Chris Carney vorführte. Carney, frisch zurück von einer Reise des US-Kongresses durch Pakistan, Israel, Afghanistan und der Turkei, sagte dazu:
“[This is] exactly the kind of thing we need. We’re going to be fighting a lot of urban war for which this application is well-suited. We will have an opportunity probably sooner than we would like to deploy the kind of product you guys are working on.” — Chris Carney zitiert auf Sam Alcorn, “Engineers demonstrate legged robots’ first steps“, Bucknell University, 17.04.2009
Der Prototyp wiegt rund 50kg und ist ca. 1.50m hoch. Derzeit ist er noch sehr “beinbetont”, das soll sich aber ändern – als nächstes wollen die Entwickler eine Kamera als Kopf sowie zwei Arme, die den Roboter noch besser ausbalancieren sollen, hinzufügen. Würde man PETMAN noch eine Waffe in die Hand drücken, hätte man schon beinahe einen Infanteristen