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Das BWV enthält 27 Sonaten, deren Echtheit sich nicht immer zweifelsfrei bestätigen lässt. Eindeutig Bachs Schaffen zuweisen lassen sich die drei Sonaten BWV 1027–1029 für Cembalo und Viola da Gamba, die um 1720 in Köthen entstanden sind. Die Sonate Nr. 2 stellt dabei ein Frühwerk des zukunftsweisenden galanten Stils dar, der sich zu dieser Zeit an den Fürstenhöfen zu etablieren begann. Bach schrieb die Sonate in D-Dur vermutlich für den Fürsten Christian Ferdinand Abel, der selbst Gambe spielte. In den ersten beiden Sätzen ist erkennbar, dass Bach die Sonate aus einer früheren Triosonate herausgearbeitet hatte. Die sangliche Führung der Oberstimmen als Dialog wird im «Siciliano» durch imitatorische Elemente ergänzt. Erst kurz vor Schluss, im hochvirtuosen Finale, treten Gambe und Cembalo hervor mit Soloepisoden, die kadenzartige Züge aufweisen.
Beethoven widmete seine Sonaten op. 5 König Friedrich Wilhelm II. von Preussen. Geschrieben hatte er die beiden Jugendwerke 1796 auf einer Konzertreise und damit den Grundstein für die Gattung der Cellosonate gelegt. Heute nimmt man an, dass Hofcellist Jean-Louis Duport an der Ausgestaltung der Solostimme beteiligt war. Die Besonderheit beider Sonaten liegt in ihrer langsamen Einleitung. Das Adagio der g-Moll-Sonate beginnt mit einer expressiven Fantasie, die in das bewegte Allegro mündet. Das Rondo des Finalsatzes erinnert hingegen an den heiteren und galanten Stil.
Lange Zeit galten Schumanns drei Violinsonaten von 1851 als «schwach». Und tatsächlich hatte auch dem Komponisten selbst seine erste Violinsonate nicht besonders gefallen. Dann schrieb Schumann seine zweite, die «grosse Sonate» – und gab ihr damit einen Titel, der sich sowohl auf die Virtuosität wie auch die Ausdehnung des Werks auf vier Sätze beziehen lässt. Gewidmet hat er die Sonate op. 121 dem Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters, Ferdinand David. Wie bereits in anderen Kompositionen baute Schumann den Namen des Widmungsträgers mit der Tonfolge d-a-f-d zentral in den ersten Satz der Sonate ein. Die beiden Mittelsätze zeichnen sich durch ihre enge thematische Verbundenheit aus. Im überaus bewegten Finale mit marschähnlichen Anklängen mündet die d-Moll-Sonate schliesslich in einem strahlenden, triumphalen D-Dur.
«Lieux retrouvés» von Thomas Adès vereint nicht nur Stile verschiedenster Komponisten wie Couperin, Offenbach, Fauré und Janáček, sondern spielt darüber hinaus mit Naturbildern, wie die Titel der vier Sätze «Wasser», «Berge», «Felder» und «Stadt» verraten. Adès hat in der Musik bildliche Bezüge geschaffen; so ist beispielsweise die Cellostimme im zweiten Satz in überaus hohen und schwierigen Lagen notiert. Um den natürlichen Klang des Cellos zu unterstützen, spielt Steven Isserlis das für ihn komponierte Werk zumeist auf Darmsaiten.
(1685–1750)
(1770–1827)
(1810–1856)
(Arr. Steven Isserlis)
(*1971)