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Inhalt:
Die Nezu-Kolonie eines Planeten gerät in Gefahr, weil immer wieder Asteroiden niedergehen. Seltsamerweise gelingt es auch der Voyager-Crew nicht, die Gesteinsbrocken abzuschießen. Den Bewohnern der Kolonie bleibt bald nur noch der Ausweg der Evakuierung. Tuvok und Neelix sollen helfen, Dr. Vatm von der Oberfläche auf die Voyager zu holen. Der Nezu Sklar begleitet sie. Vatm glaubt, die Asteroiden seien künstlichen Ursprungs. Als das Außenteam mit den Shuttle abstürzt, hat Neelix die Idee, mit einem der MegLavs, einem magnetischen Orbitalfahrstuhl, in die höheren Sphären des Planeten zu gelangen, um sich von dort auf die Voyager beamen zu lassen. Als sich Sklar als Verräter entpuppt, kommt es zwischen ihm und Tuvok zu einem gefährlichen Kampf, den Tuvok jedoch am Ende gewinnt.
Auf der Voyager stellt man inzwischen fest, daß die Asteroiden von den Etanianern entworfen wurden. Sie zwingen auf diese Weise ein Volk zur Evakuierung, um dann den Planeten übernehmen und ausbeuten zu können. Im letzten Moment kann Tuvok Kontakt zur Voyager herstellen und die Daten von Dr. Vatm übermitteln, die der Voyager auch die Schwachstellen des etanianischen Angreifers verraten.
Kritik:
Die Asteroiden sind los... Asteroiden sind seit einiger Zeit "in". Sie geistern nur so durch TV- und Kinofilme, wobei mir noch immer nicht ganz klar ist, was diesen Boom eigentlich ausgelöst hat. Jedenfalls war "Rise" die Star Trek-Version zum Thema Asteroiden-Einschlag, und wie viele andere Filme zuvor sollte sich auch dieser Beitrag zum Thema als recht überflüssig erweisen.
"Rise" enthält einige sehr gelungene Dilaogszenen zwischen Neelix und Tuvok. Darüber hinaus kann das Drehbuch nicht sonderlich überzeugen. Fast schon ärgerlich ist die Fülle an Klischees, und ich spreche hier nicht von dem Shuttle-Absturz, der sich in "Star Trek - Voyager" schon zu einer Art "Running Gag" entwickelt hat. Leute in Lebensgefahr, eine Situation, die eskaliert, Figuren, die sich streiten und sich dabei gegenseitig (und irgendwie auch mir) auf die Nerven gehen... Das hatten wir schon zu oft. Und als waren die Parallelen zur Classic-Episode "The Galileo Seven" (dt.: Notlandung auf (bzw. der) Galileo 7) nicht schon schlimm genug, müssen sich Tuvok und Neelix auch noch die meiste Zeit über die Vorzüge von Logik und Emotion streiten.
Eine weitere, allerdings weitaus gelungenere Parallele zur Classic-Serie beinhaltete das Finale von "Rise", als Tuvok und Neelix krampfhaft versuchen, das letzte Wort zu haben. Das erinnerte recht deutlich an den ähnlich konstruierten Epilog der Classic-Episode "Journey to Babel" (dt.: Reise nach Babel).
Der Höhepunkt von "Rise" war die Szene, als Neelix der Kragen platzt und er Tuvok gehörig seine Meinung sagt. Das führte nicht nur zu einer längst überfälligen Aussprache zwischen diesen beiden Figuren, der Dialog war auch so geschickt geschrieben, daß man Neelix absolut recht geben mußte, auch wenn man bisher Tuvoks Reaktionen auf den überdrehten Neelix nur allzu gut hatte nachvollziehen können. Besonders treffend war die Bemerkung von Neelix, Tuvoks kühle Logik sei nichts anderes als getarnte Feindschaft: "I'll tell you who's being emotional. You! You hide it beneath that Vulcan calm, but the truth is you're filled with comtempt and sarcasm, and I'm tired of being the target of all your hostility!" (dt.: Wissen Sie, wer hier emotional reagiert? Sie! Sie verstecken sich hinter Ihrer vulkanischen Ruhe, aber in Wahrheit sind Sie voller Sarkasmus und Verachtung. Ich habe es satt, das Ziel Ihrer Feindseligkeit zu sein!) Recht gelungen war auch, daß sich Tuvok, kurz nachdem man den Eindruck hatte, Neelix hätte ihn überzeugt, eine zynische Bemerkung doch nicht verkneifen kann. "I'm looking for Mr. Neelix's instinct", meint er. "Perhaps it will be marked." (dt.: Ich werde nach Mr. Neelix' Instinkt suchen. Möglicherweise ist er markiert.)
Tuvok, das muß man wieder einmal feststellen, ist kein schlechter Lügner. Wenn er leugnet, negative Gefühle gegenüber Neelix zu haben, ist das schlicht die Unwahrheit. Allein die Episode "Meld" (dt.: Gewalt) beweist, daß dem doch so ist. Dort suchte sich Tuvok ausgerechnet Neelix aus, um seine Aggressionen auf dem Holodeck abzureagieren. Immerhin erwürgte er den Talaxianer in einer Simulation. Allein das müßte ihm selbst klarmachen, wie er zu Neelix steht. (Wobei jetzt sicher viele Leser denken werden, daß es anscheinend "logisch" ist, Neelix zu hassen!!!)
Was in dieser Episode aber wirklich in einer Katastrophe mündet sind die Spezialeffekte, die, sagen wir es mal vorsichtig, nicht gerade Kinoniveau besaßen. Ich kann mir nicht erklären, was da passiert ist. Gemeint sind alle Bilder im Zusammenhang mit dem Geschehen auf dem Nezu-Planeten. Nicht nur, daß die Effekte angesichts des hohen Standards, den "Star Trek - Voyager" in Sachen FX an den Tag legt, mißraten waren, die Szene, als Sklar aus dem Kabine geschleudert wird, war derart schlecht, daß sie in so ziemlich jeder Serie negativ aufgefallen wäre. Auch das in den Himmel fahrende MagLev erschienen so flach und unecht, als wären die Bilder einem SF-Serial der 30er Jahre entnommen und später eingefärbt worden.
Ich weiß nicht, wer für diese grauenvollen CGI-Bilder verantwortlich war. Im Nachspann steht nur "Digital Magic", während in der US-Zeitschrift "Cinefantastique" nachzulesen war, daß die Effekte zu dieser Folge "Foundation Imaging" lieferte.
Die Idee des Lifts in den Orbit ist ein immer wieder verwendeter Klassiker in der geschriebenen SF, wobei einem natürlich als erstes der Roman "Fahrstuhl zu den Sternen" von Arthur C. Clarke in den Sinn kommt. In der verfilmten Science Fiction ist dieses Konzept aber bislang wohl noch nicht aufgegriffen worden. Es ist erfreulich, daß man bei "Star Trek - Voyager" offensichtlich darum bemüht ist, dem Zuschauer SF-Elemente zu zeigen, die er zumindest im Fernsehen noch nicht hatte erleben dürfen.
Die "Tri-Ox"-Verbindung, die hier angesprochen wurde, gab es bereits in der Classic -Serie. McCoy hat sie in "The Tholian Web" (dt.: Das Spinnennetz) seinem Patienten injiziert. In der Classic-Episode "Amok Time" (dt.: Weltraumfieber) fand die Substanz erneut Erwähnung.
Kelly Connell, hier in einer undankbaren und nichtssagenden Rolle, ist insbesondere aus der Serie "Picket Fences" bekannt, in der er den Gerichtsmediziner Carter Pike spielte.