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Die Tempelritter
Der Orden wurde im Jahre 1119 von Hugo de Payens gegründet und machte sich in erster Linie den Schutz der Pilger, welche nach Jerusalem reisten, zur Hauptaufgabe. Der Ordenssitz war in Jerusalem selbst; im Tempel des Salomons (daher auch der Name Tempelritter). Im Jahre 1139 erfolgte die Anerkennung des Ordens durch Papst Innozenz II und verschaffte dem Orden der Tempelritter zahlreiche Privilegien.
Die Ordenstracht der sog. “Rittermönche” war ein weisser Mantel mit einem roten Kreuz. Zum Ordensvermögen gehörten riesige Grundbesitze im Heiligen Land und in ganz Europa. Zusätzlich beherrschten die Tempelritter das damalige Bank- und Kreditgeschäft.
An der Spitze des Tempelritterordens stand der sog. Grossmeister. Das oberste Organ war der Konvent zu Jerusalem. 1307 schaffte es der damalige König von Frankreich, Philipp IV., aufgrund von inszenierten Intrigen und abstrusen Behauptungen, dass alle Tempelritter verhaftet wurden. Die Anklage gegen den Orden lautete auf Häresie, widernatürliches Verhalten und schwarze Magie. 1312 wurde der Orden der Tempelritter von Papst Clemens V. aufgehoben.
Der Wahlspruch der Tempelritter lautete:
“NON NOBIS DOMINE NON NOBIS SED NOMINE TUO DA GLORIAM”
(Nicht uns, Herr, nicht uns sondern Deinem Namen gib die Ehre - resp.- Nichts für uns, Herr, nichts für uns; sondern alles zu Ehren Deines Namens)
Nach dem ersten Kreuzzug im Juli 1099, in dem durch die “christlichen” Heerscharen 70‘000 Männer, Frauen und Kinder in Jerusalem niedergemetzelt wurden, und sich die adligen Christen nach der Besetzung einer überaus verwerflichen Lebensweise hingaben, wurde der Kirche immer stärker bewusst, dass sie disziplinierte und loyale Männer benötigte, auf die sie sich in allen Situationen verlassen konnte.
Hugo de Payens, ein Edelmann aus der Champagne, der damals gerade 19 Jahre alt war, wurde Zeuge des Massakers. Entsetzt kehrte er nach Frankreich zurück, wo er sich in die Dienste seines Onkels Hugo de Champagne begab.
Beide reisten um ca. 1104 nach Jerusalem und suchten dort seltsamerweise in der Umgebung fünf Jahre lang nach uralten Schriften. Aufgefundene Dokumente übergaben sie in Frankreich dem Zisterzienserorden zur Auswertung und Deutung. Scheinbar waren diese Texte von enormer Wichtigkeit, denn sie reisten 1114 noch einmal ins Heilige Land, um weitere hebräische Überlieferungen mit nach Frankreich zurückzubringen.
Hugo de Champagne war sehr dankbar für die Mithilfe des Ordens, so dass er ihm nicht nur ein grosses Stück Land schenkte, sondern ihn auch mit der Gründung der Abtei von Clairvaux beauftragte. Diese sollte ein junger Mönch namens Bernhard de Fontaine, der später als "Heiliger Bernhard" in die Geschichte einging, leiten.
Anno 1119 gründeten Hugo de Payens, André de Montbard, Godefroi de Saint-Omer, Payens de Montdidier, Archambald de Saint Amand, Godefroi Bisol und zwei Zisterziensermönche, Konrad und Gundemar, den Orden der Tempelritter.
Ihre Aufgabe war es, Pilger vor Wegelagerern und weiteren Angriffen zu schützen. Frei vom Streben nach Reichtum und in völliger Hingabe an Gott, sahen sie sich nur an die Regeln ihres Ordens gebunden. Ihr Name bezieht sich der Überlieferung nach auf den Tempel Salomons in Jerusalem. Auf dessen Überresten befand sich damals - im östlichen Teil des Palastes von König Balduin dem I. - das Quartier der Tempelritter.
Der vollständige Titel des Ordens lautete:
“PAUPERES COMMILITONES CHRISTI TEMPLIQUE SALOMONIS”
(Arme Kriegskameraden Christi und des Tempels Salomons)
Das Templerkreuz oder Tatzenkreuz, war rot auf weissem Grund. Die Farbe Rot stand für das Blut, dass die Ritter im heiligen Krieg zu opfern bereit waren. Weiss unterstrich ihre reine und makellose Gesinnung. Das Kreuz symbolisierte die Macht des christlichen Kreuzes.
Mutmassungen zufolge soll das erste Ziel der Templer, die Christen in Jerusalem zu beschützen, nur ein Vorwand für ihr wirkliches Vorhaben gewesen sein: Das Auffinden von geheimen Manuskripten aus den Zeiten Moses und der Wiederaufbau des Tempels Salomons entsprechend den Plänen der Prophezeiungen des Ezechiels. Oder waren sie vielleicht (erfolgreich) auf der Suche nach der Bundeslade?
Seltsam war, dass sie bei ihrer Gründung gelobten, in den neun ersten Jahren des Ordens keine neuen Mitglieder aufzunehmen. Auch traten sie zu dieser Zeit bei keiner Schlacht auf. Stattdessen unternahmen sie archäologische Ausgrabungen ...
Für die Annahme der archäologischen Grabungen sprechen auch Funde britischer Soldaten, welche 1894 eine Karte von den unterirdischen Gewölben erstellen wollten, die sich unter dem Tempel des Herodes befinden. Sie fanden zahlreiche Spuren und Überreste der Tempelritter. Was suchten die Tempelritter damals wohl?
Hugo de Payens, der an der Synode von Troyes im Jahre 1127 offizieller Großmeister der Templer war, wurde zum Führer über ein unabhängiges und internationales Reich, in dessen Handlungen und Kompetenzen sich keine andere weltliche Macht einmischen durfte.
Papst Innozenz II. verlieh den Templern 1139 die Freiheit, nur noch seinen Weisungen unterstellt zu sein, eigene Steuern erheben zu können, ihre eigenen Kirchen bauen zu dürfen sowie das Recht, vom kirchlichen Glauben abweichen zu dürfen!
Die Zahl der Ordensbeitritte stieg stetig an und der Reichtum des Ordens wuchs. Er gewann nicht nur an Grösse, sondern auch an Einfluss. Die Ordensmacht erhöhte sich besonders auch dadurch, indem Geld gegen Zinsen verliehen wurde. Besonders auch die Vermittlerrolle zwischen Europa und der islamischen Welt gewann immer mehr an Bedeutung. Als Begründer der gotischen Baukunst waren die Kenntnisse der Tempelritter betreffend Architektur der damaligen Zeit weit voraus. Überall in Europa wurden nach ihren architektonischen Grundsätzen Kathedralen, Kirchen und Schlösser gebaut.
Auch der heilige Bernhard beherrschte dieses Wissen, denn er war beim Bau der Kathedrale von Chartres sehr engagiert. Die Bauzeit der Kathedrale betrug damals nur 26 Jahre, ein Wunder für die damalige Zeit und Technik. Noch heute geben uns die Tafeln von Chartres Rätsel auf, denn ihre Architekten hatten ein sehr fortgeschrittenes Wissen. Neben den Werken genialer Bildhauerei fand man auch den Spruch:
HIC AMICITUR ARCA DERIS
(Arca ist das lateinische Wort für Bundeslade).
Während der wirtschaftliche Einfluss des Ordens immer mehr zunahm, verliess jedoch die Ritter stetig der Erfolg bei den Schlachten - vielleicht waren sie durch ihre Erfolge zu leichtsinnig geworden.
Als schliesslich am 17. Mai 1291 die Festung Akkon in die Hände der Muslime fiel und auch die Städte Sidon, Tyrus und Beirut als verloren wurden, nahm der Niedergang des Ordens seinen Anfang. Es erfolgte ein Rückzug auf Zypern, wo 1293 Jacques de Molay zum neuen Grossmeister gewählt wurde. Unter dem Befehl Molays erfolgten noch Angriffe gegen Alexandria und die syrische Küste. Diese schlugen aber allesamt fehl.
Aufgrund der unermesslichen Reichtümer schlug dem Templerorden auch ein grosser Neid entgegen. Besonders der verarmte Adel und König Philipp IV. von Frankreich (genannt “der Schöne”) schuldeten dem Orden sehr viel Geld.
Der kürzlich neu eingesetzte Papst Clemens der V., war dem französischen König zu grossem Dank verpflichtet, hatte dieser doch nicht unerheblich zu seiner Ernennung zum Papst beigetragen.
Es galt nun einen Weg und eine Anklage zu finden, um den Tempelritterorden zu zerschlagen. Man konstruierte eine Anklage und diese lautete auf Ketzerei. Im Morgengrauen des 13. Oktober 1307 begann die Verfolgung aller Mitglieder des Ordens mit dem Ziel, alle Tempelritter in Frankreich zu verhaften, und ihre Reichtümer zu beschlagnahmen. Die Anzahl aller Tempelritter in Frankreich schätzte man damals auf ca. 15‘000.
Von denjenigen, welche verhaftet wurden, endeten viele auf dem Scheiterhaufen oder starben unter der Folter. 1312 wurde der Orden vom Papst offiziell aufgelöst, ohne dass je eine Schuld bewiesen wurde. Im März des Jahres 1314 wurden der Grossmeister Jacques de Molay, und der Grosspräzeptor der Normandie, Geoffrey de Charnay, zum Tode durch das Feuer verurteilt. Aber glücklicherweise ging König Philipps Plan nicht auf. Das unermessliche Vermögen des Ordens, deswegen ja seine Vernichtung hauptsächlich erfolgte, war spurlos verschwunden, ebenso wie viele Bücher und Aufzeichnungen. - Die Tempelritter sind sicherlich gewarnt worden!
Der Verbleib der riesigen Ordensreichtümer indes, bleibt bis anhin unbekannt....