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Was tun bei Haarausfall?
Täglich verlieren wir etwa 80 bis 100 Haare durch einen vom Haarfollikel ausgehenden natürlichen Erneuerungsprozess. Fallen jedoch mehr als 100 Haare pro Tag aus, spricht man von Haarausfall bzw. Alopezie.
Die Ursachen von Haarausfall können sehr unterschiedlich sein
Sie reichen von Hormonumstellungen über Medikamenteneinnahme bis hin zu Stress.
Im Gegensatz zum Mann überwiegt bei der Frau der diffuse Haarausfall.
Dieser zeichnet sich durch einen Haarverlust aus, der über die gesamte Kopfhaut verteilt auftritt.
Diffuser Haarausfall kann behandelt werden
In einem ersten Schritt sollte die auslösende Ursache erkannt und eliminiert werden. Zusätzlich kann eine Behandlung mit haarbildenden Stoffen wie Cystin und Vitaminen der B-Gruppe das Haarwachstum fördern.
Arten von Haarausfall
Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen zwei Arten von Haarausfall (Alopezie) – dem vernarbenden und dem nicht-vernarbenden. Der nicht-vernarbende Haarausfall ist dabei die weitaus häufigere Form und in der Regel reversibel.
Vernarbend: Das bedeutet, dass die Haarwurzel beispielswiese durch eine Infektion, einen Tumor oder eine Verbrennung irreversibel geschädigt ist.
Nicht-vernarbend: Das heisst, die Wurzel ist in einer ersten Phase noch funktionsfähig. Hierzu gehören die Alopecia areata, die androgenetische Alopezie und die diffuse Alopezie.
Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall)
Die Alopecia areata zeichnet sich dadurch aus, dass auf dem Kopf der betroffenen Person eine oder mehrere rund-ovaläre kahle Areale auftreten.
Nach allgemeiner Annahme handelt es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, deren genauen Ursachen bisher noch nicht völlig geklärt sind. Jedoch wird angenommen, dass eine genetische Disposition Auslöser dafür ist. Diese Form des Haarausfalls kann in jedem Lebensalter auftreten.
Androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall)
Als häufigste Erkrankung, die zum Haarausfall führen kann, steht die androgenetische Alopezie mit einer Inzidenz von ungefähr 75 % an erster Stelle. Vorwiegend manifestiert sich die androgenetische Alopezie in höherem Alter. Jedoch sind 38 % aller Männer sowie 17 % aller Frauen zwischen 30 und 39 Jahren bereits davon betroffen.
Verursacht wird die androgenetische Alopezie von einer genetischen Disposition und dem Einfluss von Androgenen. Das Abbauprodukt des Testosterons (DHT) führt dabei zu einer Verkürzung der Anagenphase (Wachstumsphase) und somit zu einer fortschreitenden Verkümmerung und folglich zur Erschöpfung des Haarfollikels.
Unterschiedliches klinisches Bild bei Männern und Frauen
Das klinische Bild der androgenetischen Alopezie ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. Beim Mann bilden sich typischerweise Geheimratsecken, zudem weicht die Stirnhaargrenze im frontalen Kopfbereich zurück. Später bildet sich eine Tonsur im hinteren Kopfbereich bis sich beide Areale in späteren Stadien verbinden und es entsteht eine Glatze.
Bei der Frau beginnt der androgenetische Haarausfall hingegen in der Scheitelregion als zunehmender Verbreiterung des Scheitels und weitet sich zur Seite hin aus. Anders als beim Mann erfolgt die Miniaturisierung der Haarfollikel bei der Frau nicht in der gesamten Region, wodurch es meist nicht zur Glatzenbildung kommt, sondern lediglich zur Ausdünnung der Haare. Die Haare zur Stirn hin und am Hinterkopf bleiben in normaler Dichte bestehen.
Diffuse Alopezie (diffuser Haarausfall)
Etwa 19 % aller Frauen ab 20 Jahren sind von diffusem Haarausfall betroffen. Auch Männer können davon betroffen sein, wobei der androgenetische Typ deutlich überwiegt.
Der diffuse Haarausfall zeichnet sich durch einen Haarverlust aus, der über die gesamte Kopfhaut verteilt auftritt. Dadurch kommt es zu einer Ausdünnung und Verringerung des Haarvolumens. Dieser Form des Haarausfalls geht meist ein konkreter auslösender Faktor vorher. Der Ausfall selbst lässt sich aufgrund der Haarwachstumszyklen und der Dauer der Ausfallphase (Telogenphase) erst ca. drei Monate später beobachten. Daher muss nach der Ursache für einen diffusen Haarausfall anders als weithin angenommen stets drei Monate in der Vergangenheit gesucht werden.
Ursachen Haarausfall
Wieso leide ich an Haarausfall? Die Ursachen von Haarausfall können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von Hormonumstellungen über Medikamenteneinnahme bis hin zu Stress.
Hormone
Hormone sind biochemische Botenstoffe, also sozusagen körpereigene Informationsübermittler. Sie nehmen eine Vielzahl an Aufgaben im Körper wahr und haben unter anderem einen grossen Einfluss auf die Dauer des Haarzyklus sowie die Teilungsaktivität der Haarfollikel.
Das weibliche Hormon Östrogen regt bei der Frau den Haarwuchs an. Eine verminderte Hormonproduktion oder ein Anstieg der männlichen Hormone können dementsprechend einen Haarausfall auslösen. Dies ist beispielsweise nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren der Fall. Auch die Einnahme und das Absetzen der Anti-Baby-Pille haben einen Einfluss auf den Östrogenspiegel.
Mangelernährung
Die Versorgung der Haarwurzel findet über die Blutbahn statt. Eine ausgewogene Ernährung ist daher essenziell für gesundes und starkes Haarwachstum. Radikaldiäten hingegen können zu ungesundem Haarwachstum bis hin zu Haarausfall führen.
Stress
Sowohl akuter als auch chronischer Stress kann Auslöser für Haarausfall sein. Denn befindet sich der Körper unter Stress, so schüttet er verstärkt Neurotransmitter und andere Botenstoffe aus. Diese schädigen die Haarfollikel. Es kommt zu einem programmierten Zelltod im Gewebe des Haarbalgs und die Haare fallen aus.
Medikamenteneinnahme
Auch Arzneimittel sind wesentlich häufiger die Ursache für Haarausfall, als weithin angenommen. Insbesondere in der empfindlichen Wachstumsphase können Wirkstoffe, die über die Blutbahn in die Haarwurzel gelangen, das Wachstum bremsen.
Saison
In den Sommermonaten leiden wir nachweislich unter verstärktem Haarausfall. Eine mögliche Ursache für dieses Phänomen ist die Veränderung des Tageslichts.
Haarausfalldiagnose
Um herauszufinden, ob der eigene Haarverlust tatsächlich das gesunde Mass von 80 – 100 Haaren pro Tag überschreitet, gibt es zahlreiche Diagnosemethoden, die teilweise vom Betroffenen selbst oder vom Arzt durchgeführt werden können.
Bei vermehrtem Haarausfall sollte ein diagnostisches Gespräch geführt werden. Zum einen gilt es zu klären, ob der Haarausfall tatsächlich einer Alopezie entspricht und zum anderen sollte das Ausmass, der Beginn und die Dauer herausgefunden werden. Im Anschluss sollten mögliche familiäre Prädispositionen, der allgemeine Gesundheitszustand, die Einnahme von Medikamenten inklusive Hormonpräparate, die Ernährung sowie die Haarpflege besprochen werden. Eine Untersuchung der Haare, der Kopfhaut und der übrigen Haut und Nägel kann weitere Aufschlüsse geben. Sobald die Ursache des Haarausfalls bekannt ist, kann gezielt mit einer entsprechenden Therapie begonnen werden.
Vom Patienten durchzuführende Methoden:
- Haarwaschtest
- Haarsammeltest
Vom Arzt durchzuführende klinische- und Laboruntersuchungen:
- Haarzugtest
- Biopsie
- Laboruntersuchungen
Vom Arzt durchzuführende mikroskopische Untersuchungen:
- Trichogramm
- Phototrichogramm
- TrichoScan®
Diffuser Haarausfall
Im Vergleich zum androgenetischen Haarausfall zeichnet sich der diffuse Haarausfall durch einen Haarverlust aus, der über die gesamte Kopfhaut verteilt auftritt. Dies führt zu einer Ausdünnung und Verringerung des Haarvolumens. Knapp 20 % aller Frauen zwischen 20 und 75 Jahren sind von dieser Form des Haarausfalls betroffen.
Zeitgleiches Ausfallen der Haare
Im gesunden Zustand durchlaufen unsere Haare den Haarwachstumszyklus asynchron zueinander. Jedes Haar befindet sich somit an einem ganz individuellen Zykluspunkt, wodurch der physiologische Haarverlust von 80 bis 100 Haaren pro Tag in der Regel nicht überschritten wird. Beim diffusen Haarausfall kommt es nun zu einer plötzlichen Synchronisierung der Haarwachstumsphasen. Dadurch fallen die Haare zeitgleich aus.
Diffusen Haarausfall therapieren
Möchte man einen diffusen Haarausfall therapieren, geht es in einem ersten Schritt darum, die auslösende Ursache zu erkennen und zu eliminieren. Nach erfolgreicher Eliminierung stabilisiert sich der Haarzyklus und ein physiologisches Haarwachstum stellt sich wieder ein. Wichtig dabei: Bei der Ursachenforschung muss aufgrund des Haarwachstumszyklus stets etwa drei Monate zurückgeblickt werden.
Neben der Ursachenbeseitigung ist die Versorgung mit haarbildenden Stoffen essenziell wichtig.