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Aus Angst vor der harten Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump sind nach Angaben der UNO bereits hunderte Asylbewerber aus den USA ins Nachbarland Kanada geflohen. Die meisten Menschen, die in den vergangenen Wochen zu Fuss über die Grenze kamen, stammen aus Ländern wie Syrien, dem Sudan, Jemen oder der Türkei.
Seit Trumps Amtsantritt und dem von ihm zeitweise verhängten Einreiseverbot für Flüchtlinge steigt die Zahl der sich in den USA aufhaltenden Einwanderer, die nach Kanada wollen. Am Grenzübergang Lacolle, der rund 70 südlich von Montréal liegt, liefen in den vergangenen Wochen ganze Familien mit schwerem Gepäck und Kinderwagen über die Grenze – teilweise mitten in der Nacht und bei klirrender Kälte.
Um sich ein Bild von der Lage zu machen, schickte das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zusammen mit der kanadischen Grenzpolizei und der nationalen Polizei eine Delegation nach Lacolle und Umgebung.
«Diese Leute sind eher Flüchtlinge als Migranten», sagt nun der UNHCR-Vertreter in Kanada, Jean-Nicolas Beuze. Sie kämen nicht zwangsläufig nach Kanada, um ein besseres Leben zu haben, sondern weil ihnen in ihrem Herkunftsland Verfolgung drohe.
In den USA fühlten sie sich offenbar nicht mehr sicher. Die Leute hätten Angst, dass sie sich am Ende in einer Situation wiederfinden, in der sie keinen Zugang zu einem fairen System hätten, sagte Beuze. Die meisten der Neuankömmlinge in Kanada seien zuvor mit einem gültigen Visum in die USA eingereist und hätten wegen der Lage in ihren Herkunftsländern «gute Aussichten», als Flüchtlinge anerkannt zu werden.
Asylsuchende aus den USA, die in Kanada an offiziellen Grenzübergängen, Bahnhöfen und Flughäfen ankommen, werden nach einer bilateralen Vereinbarung von den dortigen Behörden zurückgeschickt. Wer sich jedoch illegal an anderer Stelle durchschlägt, darf erst einmal bleiben und einen Asylantrag stellen.
Die meisten Menschen, die in den vergangenen Tagen nach Kanada gekommen seien, seien gut ausgebildet und gehörten der Mittel- und Oberklasse an, sagte Beuze. «Sie wissen, was sie tun und haben ihre Reise gut vorbereitet».
Viele hätten sich vorab im Internet informiert und «selbst herausgefunden», wie sie in Kanada einen Asylantrag stellen – auf die Hilfe von Menschenschmugglern seien sie daher nicht angewiesen. Trotzdem koste sie die Reise bis zu 5000 kanadische Dollar (rund 3800 Franken).
Sie fühlten sich auch bestärkt durch die Einladung von Kanadas Premierminister Justin Trudeau. Dieser hatte Ende Januar als Reaktion auf das von Trump verhängte, aber inzwischen gerichtlich ausser Kraft gesetzte, Einreiseverbot demonstrativ den Willen seines Landes unterstrichen, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen
«An alle, die vor Verfolgung, Terror und Krieg flüchten, Kanada wird euch willkommen heissen, ungeachtet eures Glaubens. Vielfalt ist unsere Stärke», schrieb Trudeau im Kurzbotschaftendienst Twitter. (sda/afp)
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