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Geschichte, Ursprung und Hintergründe über Wikinger-Tätowierungen
Man kann bis heute nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob die Wikinger Tattoos hatten oder nicht. Gemäss Geschichtsbücher spricht aber vieles für sich, dass sie tätowiert waren. Trotz mehreren Forschungen gibt es aber keine schlüssigen Beweise, dass die Wikinger sich tätowierten oder tätowieren liessen. Denn es konnte auch nie eine Leiche aus der Wikingerzeit gefunden werden, die gut erhalten war mit einer intakten Haut – so wie es bei Ötzi oder den Mumien der Fall war. Man konnte zwar Wikinger-Skelette und Asche aus dieser Zeit ausgraben, anhand deren man selbstverständlich nicht ersehen kann, ob die Person tätowiert wurde. Aber es gibt eine Reihe von Anzeichen dafür, dass Wikinger unterschiedliche Muster und Motive auf dem Körper trugen. Lesen Sie weiter um mehr darüber zu erfahren..
Ibn Fadlan
Die Geschichte der Wikinger-Tattoos begann mit einem Araber namens Ibn Fadlan. Ein arabischer Diplomat dieser Zeit. Dieser wurde im frühen 10. Jahrhundert von der Hauptstadt des Kalifats in Bagdad an die Wolga (Russland) gesendet, wo er auf einen Volksstamm traf, den er als „Rus-Volk“ bezeichnete. Wissenschaftler glauben heute, es handelte sich dabei um reisende Wikinger.
Ibn Fadlan beschreibt, wie die Rus-Leute einen Häuptling in seinem Schiff mit verschiedenen Opfertieren und allen möglichen Grabbeigaben begruben. Dies ist eine Begräbnisform, wie einzig die Skandinavier sie verwendeten, sie wird bei keiner anderen Kultur dieser Zeit gefunden.
„Dieser Rus-Stamm bestand wahrscheinlich aus Wikingern“, sagt ein renommierter Professor für Geschichte an der Universität Aarhus.
Fadlan berichtet, dass diese Leute Bäume und Figuren von den Fingerspitzen bis an den Hals trugen, verlockt das zu dem Schluss, dass die Wikinger tätowiert waren.
Einige Übersetzungen von Ibn Fadlans Text besagen, dass die Wikinger-Figuren auf den Körpern dunkelgrün waren. Sollten diese Übersetzungen korrekt sein, so meinen Experten, waren die Figuren etwas anderes als Tätowierungen. Denn Dunkelgrün ist keine typische Tattoo-Farbe. Damals wurden Tätowierungen wahrscheinlich mit Asche oder Holzkohle gemacht. Es wäre natürlich, dass sie grau oder schwarz waren. Daher ist es auch möglich, dass die Zeichen eine Art von Farbe waren.
Neben Ibn Fadlans Bericht gibt es aber eine Reihe von weiteren Hinweisen darauf, dass die Wikinger die Tattoo-Kunst für sich entdeckt hatten.
Es wurden Tätowier-Nadeln aus der Bronzezeit in Dänemark gefunden, was beweist, dass die Körperkunst in der nordischen Region bereits viele Jahrhunderte vor der Wikingerzeit bekannt war.
Aber selbst wenn die nordische Tattoo-Kultur ausgestorben sein sollte, bevor die Wikinger auftauchten, ist es immer noch wahrscheinlich, dass die Wikinger Menschen mit tätowierten Körpern auf einigen ihrer Reisen angetroffen haben.
Begegnung mit Skythen
Laut Geschichte weiss man, dass die Wikinger den Skythen, Nomaden iranischer Herkunft in Russland, begegnet sind. Was man heute auch weiss ist, dass die Skythen Tätowierungen hatten. Also geht man davon aus, dass Wikinger spätestens durch die Skythen das Tätowierungen mit grosser Sicherheit kennengelernt haben.
Tätowierungen in England
Auch die Briten hatten das Vergnügen, auf die Wikinger zu treffen. Wikinger plünderten die englischen Küsten zum ersten Mal im 8. Jahrhundert. Sie eroberten und besiedelten Teile des Landes im 9. Jahrhundert und unterwarfen das ganze Land im Laufe des 11. Jahrhunderts.
Die historischen Quellen zeigen, dass Tattoo-Kunst in Teilen von England weit verbreitet war, bevor die Wikinger kamen.
Als die Römer England um die Geburt Christi eroberten, stiessen sie auf ein Kelten genanntes Volk. Und diese Kelten waren tätowiert. Die Römer trafen auch ein weiteres Volk an der Grenze zu Schottland, das sie Pikten nannten, und dieser Volksstamm wird als bemalt beschrieben. Das bedeutet wahrscheinlich, dass sie tätowiert waren“, sagt ein Professor für prähistorische Archäologie an einer Universität in Dänemark.
Wikinger und ihr Aussehen
Die Wikinger waren gemäss Wissenschaft nicht nur sauber. Sie waren sogar eitel! Sie legten sehr grossen Wert auf ihr Aussehen. Man hat sowohl Kämme, als auch Pinzetten und Ohrreiniger in Wikingergräber gefunden. Es könnte ein Argument für Tattoos sein, dass sie ihren Körper schmücken wollten. Da man weiss, dass tätowierte Menschen den Weg der Wikinger kreuzten, stellt man sich jetzt die Frage, ob sie inspiriert genug waren, um sich selbst zu tätowieren.
Man könnte sich vorstellen, dass mit Körperkunst vertraute Völker vielleicht keine besondere Faszination auf blutrünstige Skandinavier ausübten.
Schlussfolgerung
Die Schlussfolgerung muss also lauten, dass wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen können, ob die Wikinger Tattoos hatten, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sie tätowiert waren.
Es ist daher an der Zeit zu prüfen, wie ihre Tätowierungen ausgesehen haben könnten.
Erik Reime, ein bekannter Tattoo-Künstler ist sich sicher, dass Wikinger sich mit klassischen Wikinger-Motiven tätowiert haben, wie sie unter anderem auf dem bekannten Jelling-Stein erhalten sind.
Wikinger machten die gleichen Motive auf Holz, Metallarbeiten, Waffen und Schmuck. Reime sagt, das Ganze sei eine universelle menschliche Möglichkeit, seine Kultur zum Ausdruck bringen, und die Wikinger haben sie auch für ihre Tattoos angewendet. Wikinger haben also wahrscheinlich die gleichen Motive auf die Haut tätowiert, mit denen sie ihre Objekte dekorierten.