Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03556.jsonl.gz/376

Wohl Basel, um 1300
Messing
Umschrift in gotischen Majuskeln:
+ S' PISTORVM DE BASILEA
Dm. 3,5 cm
Inv. 1892.44.
Die Brotbeckenzunft vereinigte die Bäcker, die ihre Produkte in den Brotlauben verkauften, aber auch die Hausfeurer, die für Lohn den Bürgern aus deren eigenem Mehl Brot backten. Zu dieser Zunft gehörten auch die Kornmesser. Wann diese Berufsgenossenschaft förmlich zur Zunft erhoben wurde, ist nicht bekannt, da sich die Gründungsurkunde nicht erhalten hat. Mit Sicherheit gehen die Anfänge ins 13. Jahrhundert zurück. Die Verkaufsstände - neben Brot wurden auch Bretzel, Weggen und andere Backwaren feilgeboten - waren über die ganze Stadt verteilt. Das Backen war wegen der Brandgefahr aber nur in den Vorstädten erlaubt. Solche Vorschriften führten zur wirtschaftlich und sozialpolitisch interessanten Erscheinung von berufs- und gewerbespezifischen Strassenzügen und Quartieren. Mit dem Erstarken der Zünfte begannen diese, in Nachahmung des Adels und kirchlicher Würdenträger, auch Wappen und Siegel zu führen. Das formschöne Siegel der Brotbeckenzunft zeigt das Zunftwappen: Vor einem Sechspass erscheint der Dreieckschild mit einer Bretzel und zwei Weggen. Zwei Perlkreise bilden den breiten Schriftring mit der lateinischen Inschrift (übersetzt): "Siegel der Bäcker von Basel".