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Indonesien und Malaysia sind für über 80 Prozent der Weltproduktion von Palmöl verantwortlich. Im September haben nun beide Länder Gesetze erlassen, die den Ausbau von Palmöl-Plantagen stoppen sollen.
In Indonesien unterschrieb Präsident Joko Widodo ein Moratorium auf die Neueröffnung von Palmöl-Plantagen. Weiterhin fordert er, dass die Genehmigungen aller bereits eröffneten Plantagen überprüft werden müssen.
In Malaysia verkündete Industrie-Ministerin Teresa Kok, dass die Regierung per sofort keine Ausweitung der Plantagen erlauben. Die Plantagen bedrohen die Wälder Malaysias. «Wir sehen uns verpflichtet, mindestens 50 Prozent der Landfläche Malaysias bewaldet zu halten. Darum lassen wir es nicht zu, dass sich diese Palmöl-Plantagen weiter ausbreiten», sagte Ministerin Kok. Sie drängte weiterhin darauf, dass alle Plantagen-Betreiber sich für das Zertifikat für nachhaltig produziertes Palmöl einsetzen müssen.
Mit den neuen Beschlüssen soll auch die Überproduktion von Palmöl eingedämmt werden. Diese schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch der Wirtschaft. Denn die Preise für das Öl sinken, worauf die Plantagen-Betreiber noch mehr produzieren wollen. Eine Teufelsspirale.
Darum ist Palmöl so schädlich für die Umwelt
Jedes vierte Produkt im Supermarkt enthält Palmöl. Es ist das billigste Pflanzenfett der Welt. Vor allem Lebensmittel, aber auch Kosmetika, enthalten oft Palmöl. Um den Hunger der Industrienationen zu stillen, werden Tausende Hektaren Regenwald gerodet oder abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu machen. Das hat einen verheerenden Einfluss auf die dort lebende Flora und Fauna.
Über die Hälfte der weltweit bedrohten Säugetiere leben in Gebieten, wo Palmöl gewonnen wird. 193 Tiere und Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind, nahmen dadurch bereits erheblichen Schaden. Allen voran der Orangutan, der nur in Indonesien und Malaysia lebt.
Schätzungen gehen davon aus, dass pro Sekunde ein halbes Fussballfeld Wald abgerodet wird. Weltweit bedecken Palmöl-Plantagen eine Fläche in der Grösse Italiens.
Während in Malaysia und Indonesien die Ausbreitung inzwischen eingedämmt wird, sind die Plantagen in Südamerika und Zentralafrika auf dem Vormarsch. Für die dort lebenden Tiere und Pflanzen keine rosige Aussicht.
Der Ort ist das Problem
«Palmöl-Plantagen an sich sind nicht böse. Das Problem ist, der Ort, an dem sie angelegt wurden», sagt Andrew Steer, CEO des Weltressourceninstituts. Im indonesischen Teil Borneos gäbe es beispielsweise grosse Flächen degradierten Bodens, dem Palmöl-Plantagen sogar helfen würden. Doch stattdessen wurden sie in artenreichen, unberührten Regenwäldern angepflanzt.
Aber auch für Menschen sind Palmöl-Plantagen gefährlich. Wälder werden in Indonesien oft durch von Menschen gelegte Waldbrände gerodet. Diese grossflächigen Feuer pusten Unmengen CO2 in die Luft. Anwohner der umliegenden Gebieten atmen dadurch stark verpesteten Smog ein. Allein in Indonesien starben innerhalb eines Jahres über 90’000 Menschen vorzeitige Tode durch von Menschenhand verursachte Waldbrände.
Palmöl ist einer der wichtigsten Exporte der beiden Länder. Doch der Grossteil des Gewinns fliesst an wenige Kongolmerate. Laut eines Berichts von «Amnesty International» kommt es in diesen Konglomeraten immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen an den Arbeitern. Auch von Kinderarbeit ist die Rede.
Bilder: Shutterstock, Flickr / Wakx, energie-experten.org
Leo hat Journalismus studiert und arbeitet seit 4 Jahren in der Medienbranche. Er ist Textchef von Improve und interessiert sich für kreative Lösungen des Plastikproblems, grüne Energie und die Erforschung des Weltalls.
«When the wind of change blows, some people build walls, others build windmills.» – Chinesisches Sprichwort