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Der Bündner Arthur Wieser arbeitete etwa von 1972 bis 1974 als Fotograf bei der Comet Photo AG in Zürich. Mit seinen Kollegen Walter Schmid und Werner Catrina verband ihn die gemeinsame Herkunft aus dem Kanton Graubünden. Der gelernte Metallbauer kam über die Industriefotografie zu Comet und erledigte als Allrounder alle Arbeiten von der Flugfotografie über die Pressefotografie bis zu Laborarbeiten. Seine handwerkliche Begabung kam ihm auch auf Reportagen im Gotthard, im Seelisbergtunnel oder für die Elektrowatt AG zugute. Der Einstiegslohn bei Comet lag in den 1970er Jahren bei 2’000 Franken.
Walter Schmid: Arthur Wieser, 12/1974 (Com_L23-0947-0001-0003)
Beat Albrecht: Der Allrounder Arthur Wieser als Fotomodell in der Reportage “Der Arbeitnehmer und seine Zeitung”, 17.12.1974 (Com_M23-0223-0003-0001)
Flugaufnahmen wurden in den 1970er Jahren von der Comet Photo AG mit der Piper PA-18 Super Cub tief geflogen. Die Flüge waren gefährlich und erforderten eine behördliche Bewilligung sowie eine sehr gute Ausbildung für Piloten und Fotografen. Wieser erzählt, dass Björn Erik Lindroos und Hans Krebs auf solchen Flügen zuweilen unfreiwillig auf Bäumen oder in Privatgärten gelandet waren.
Arthur Wieser: Amden, Felssturz, 10.10.1974 (Com_L23-0046-0013-0003)
Arthur Wieser: Unterterzen, Terza Zündholz AG, 01/1974 (Com_L23-0042-0003-0006)
Während seiner Zürcher Zeit wohnte Arthur Wieser am Firmensitz der Comet Photo AG im Sonneggschloss an der Turnerstrasse 7a, wo er jederzeit für Piketteinsätze bereit war. Sein Chef Björn Erik Lindroos hörte laufend Polizeifunk und wusste stets, wenn ein Unfall, ein Brand oder ein Überfall passierte. Auch die Neue Zürcher Zeitung und die Polizei meldeten sich, wenn sie dringend einen Fotografen brauchten, so etwa beim tragischen Autounfall von Mani Matter. Am Abend des 24. November 1972 kollidierte der Liedermacher auf der Hinfahrt zu einem Konzert in Rapperswil auf der Autobahn mit einem Lastwagen und starb auf der Stelle.
Walter Schmid: Mani Matter, tödlicher Autounfall, 24.11.1972 (Com_L21-0860-0033)
In der Rezession von 1974/75 kehrte Arthur Wieser in die bündnerische Heimat zurück und gründete in Chur die Firma Air-Foto. Aus dem Helikopter fotografierte er für Hotels, Autogaragen und weitere Privatkunden. In den 1980er Jahren dokumentierte er systematisch alle Bündner Gemeinden und Täler und verbrachte dafür etwa 30 Stunden im Helikopter. Daraus entstand das Loseblattwerk Die Bündner Gemeinden in Bildern, welches von der Bündner Zeitung 1986 herausgegeben wurde.
Mit der Zeit entstand ein umfangreiches Luftbildarchiv von mehreren Tausend 4×5 inch Diapositiven, welches von Arthur Wieser bis heute bewirtschaftet wird.
Literatur:
Dieser Beitrag beruht auf Gesprächen mit Arthur Wieser am 2.11.2021 und am 14.12.2021.
Bisher erschienen in der Reihe Die Cometen:
Geplant sind: Markus Hässig, Rudolf Steiner, Rolf Neeser, Thomas Zwyssig, Ralph Bensberg, Gary Kammerhuber und weitere.