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07. April 2011
Kommentar von Captain Paul Watson
Unsere „schwarzen Schiffe“ haben ihrem Zweck gedient. Seit 2002 waren sie schwarz angestrichen, mit dem Ziel die japanische Walfangflotte aus dem antarktischen Walschutzgebiet zu vertreiben.
Für die Wahl der Farbe schwarz gab es vier Gründe. Erstens ist es eine bedrohliche Farbe, und gegen eine Walfangflotte, die uns zahlenmäßig überlegen war, dachte ich, dass wir so bedrohlich wie möglich wirken sollten. Die schwarzen Schiffe und unsere eigene Piratenflagge hinterließen einen bedrohlichen Eindruck. Zweitens speichert die Farbe schwarz Wärme und dies half uns, in einer Gegend mit 24 Stunden Sonne am Tag, aber Temperaturen um den Gefrierpunkt, Energie zu sparen.
Zusätzlich zur Bedrohlichkeit und der Speicherung von Wärme, gab es einen dritten Grund: die schwarzen Schiffe stehen in der japanischen Kultur seit langem für Veränderung. In Japan hat der Begriff „schwarze Schiffe“ eine besondere Bedeutung. Zum einen brachte die schwarze Flotte der Portugiesen den Katholizismus und den Handel mit dem Westen nach Japan und zum anderen holte die schwarze Flotte, die von dem amerikanischen General Matthew Perry angeführt wurde, Japan im Jahre 1854 aus seinem Isolationismus heraus, der vorher Jahrhunderte angedauert hatte. Unser Ziel war es, Japan zur Beendigung des Walfangs zu bringen und damit hatten wir Erfolg. Wir haben die japanischen Walfänger aus der Antarktis vertrieben – hoffentlich für immer. Wenn sie zurückkehren, werden auch wir zurückkehren, aber die Chancen stehen sehr gut, dass sie das nicht tun.
Der vierte Grund für die Wahl der Farbe schwarz war, dass sie die Trauer um den Tod so vieler Wale durch die japanischen Harpunen im antarktischen Walschutzgebiet symbolisiert.
Mittlerweile müssen wir uns anderen Herausforderungen stellen, wie z.B. dem Shark Finning, der illegalen Thunfischjagd und dem Abschlachten von Robben, Meeresschildkröten und kleinen Walarten. Mit der vor uns liegenden Kampagne im Mittelmeer, Palau, Galapagos und unserer Fahrt über den Indischen Ozean, Äquatorialafrika und den Südpazifik ist die Farbe schwarz nicht die angenehmste. Jetzt muss die Farbe Hitze reflektieren und nicht speichern.
Deshalb kehren wir wieder zu einer Farbzusammenstellung zurück, die wir bereits 2002 während unserer Anti-Wilderer-Kampagne vor Cocos, Malpelo und den Galapagos Inseln verwendet haben. Die Steve Irwin ist bereits neu gestrichen und bei der Bob Barker sind die Arbeiten gerade im Gange. Die marine-tropische und halbtropische Tarnfarbe verleiht unseren Schiffen ein militärisches Aussehen, damit wir auch weiterhin bedrohlich wirken, doch die helleren Farben sorgen dafür, dass es im Innern des Schiffes viel kühler ist.
Die Gojira wird einen silbermetallischen Anstrich erhalten. Die Gründe dafür werden wir Ende Mai verraten. Dann wird auch der neue Name des Schiffes bekannt gegeben. Gojira – japanisch für Godzilla, was Gorillawal bedeutet – ist ein großartiger Name. ABER: Das einzige was Angst einflößender als Godzilla selbst ist, sind Godzillas Rechtsanwälte und es wurde uns gesagt, dass wir keine Rechte besitzen, diesen Namen zu verwenden.
Kein Problem! Wir hatten trotzdem die Möglichkeit Godzilla auf die japanischen Walfänger loszulassen und das war super cool, besonders als die Walfänger einen Notruf aus dem Südpolarmeer absetzten und sagten „Wir werden von Gojira (Godzilla) angegriffen.“ Dieser eine Funkspruch und das anschließende Abspielen des Liedes „Black Samurai“ von Alpha Blondy, das wir der japanischen Flotte über Funk zukommen ließen, waren unbezahlbar. Wir fanden es höchst amüsant, aber die Walfänger schienen keinen Sinn für Humor zu haben.
Der neue Name und das neue Logo für unser schnelles Abfangjäger- und Spähschiff werden wir nächsten Monat während des Cannes Film Festivals geben, kurz bevor wir die Operation Blue Rage II gegen die Blauflossenthunfischwilderer starten.
Wir werden unsere schwarzen und weißen Hemden und Jacken zwar behalten, aber die Mannschaft wir ebenfalls neue Sea Shepherd-Tarnkleidung tragen. Was die Farben anbelangt, wird Sea Shepherd weiterhin unter der dreifarbigen Flagge der Niederlande und zusätzlich unter der Flagge der Ureinwohner Australiens und der Maori-Flagge von Aotearoa fahren. Unsere Schiffe sind auch die einzigen, die die Fahne des Fünf Nationen Staatenbundes der Irokesen flaggen, welche uns von den Frauen des Long House Up the Hill der Mohawks von Kahnawake überreicht wurde. Wir werden mit der Bob Barker während unserer Antiwilderer-Patrouillen in den Gewässern der Republik Palau auch unter deren Flagge fahren.
Neue Kampagnen, neue Ideen, neue Strategien, neue Taktiken und neue Farben. Die Sea Shepherd Conservation Society entwickelt sich immer weiter und verändert sich, um die sich verändernden Probleme, die unsere Meere bedrohen, anzugehen.
Niemals stagnieren und sich immer entwickeln, heißt das Motto einer Kampagne, die den Kampf Leben gegen Tod, Mitgefühl gegen Gier und Bewahrung gegen Zerstörung zum Ziel hat.