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Forscher des Freiburger Adolphe-Merkle-Instituts haben zusammen mit Kollegen der Universität Cambridge und der Botanischen Gärten Kew in London herausgefunden, dass viele Arten von Blumen einen sogenannten «blauen Lichthof» aufweisen, dessen blauer Schimmer Bienen erlaubt, sie einfacher zu identifizieren. Diese Farbe entsteht durch die Nanostruktur von Blütenblättern, die Licht im blauen bis ultravioletten Spektrum streut, wie das Adolphe-Merkle-Institut mitteilt.
Indem sie künstliche Oberflächen herstellten, die dieses Phänomen nachmachten, waren die Forscher fähig, den Effekt an weiteren Bestäubern zu testen, namentlich an Hummeln. Ihre Erkennenisse, die in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht wurden, zeigen auf, dass Bienen den blauen Lichthof wirklich sehen können und ihn als Signal gebrauchen, um Blumen effizienter und schneller zu lokalisieren.
«Wie ein Paket Spaghetti»
Auf der Oberfläche eines Blütenblatts sehen die Kämme und Rillen des blauen Nimbus «wie ein Paket trockener Spaghetti» aus. Aber indem die Forscher verschiedene Blumenarten untersuchten, merkten sie, dass diese Strukturen in ihrer Höhe, Breite und Anordnung stark variieren. Selbst auf einem einzigen Blütenblatt seien diese Licht-manipulierenden Strukturen überraschend irregulär. Dennoch produzieren alle untersuchten Blumen einen ähnlichen Lichthof-Effekt. Das sei ein Beispiel für eine sogenannte «konvergente Evolution».
Die ältesten Beispiele für einen blauen Lichthof dürften laut dem Adolphe-Merkle-Institut über 100 Millionen Jahre alt sein – was dem ersten Auftreten von Bienen entspreche. Zu den Pflanzen, bei denen ein blauer Lichthof nachgewiesen wurde, gehören die Nachtkerzen, die Schöne Bärenkamille und der Stunden-Roseneibisch.