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Chapeau für Vital Burger
Von der Wasserrebellion zur Völkerverständigung
Bekannt geworden ist Vital Burger (*1964) 2006 als Gründer der Wasserrebellen von Emmenbrücke. 2006 hätte die Wasserversorgung von Emmen als erste der Schweiz privatisiert werden sollen – sämtliche Parteien am Ort waren dafür. Vital Burger, der mehrere Jahre in Los Angeles lebte und wusste, was das bedeutete, lancierte mit Freunden eine Gemeindeinitiative, um die Wasserversorgung in öffentlicher Hand zu behalten. Und gewann, ohne einen Franken Geld für Werbung. Die Zürcher, die die Teilprivatisierung vor kurzem ablehnten, hätten nur nach «Zurich» in Kalifornien schauen müssen, sagt er .Die kleine Ortschaft wurde 1911 von der Wasserversorgung von Los Angeles buchstäblich trockengelegt.
2011 gründete Vital Burger den Freundeskreis Schweiz-Iran, um das Verständnis zwischen den Ländern zu fördern, die mehr gemeinsam haben, als viele wissen. Mohammad Mossadegh, der als iranischer Premier die Ölindustrie verstaatlichte und 1953 von den britischen und amerikanischen Geheimdiensten gestürzt wurde, war iranisch-schweizerischer Doppelbürger. Der Freundeskreis organisiert kulturelle Veranstaltungen in der Schweiz und Bildungsreisen in den Iran.
Mit Journalistenvisum und Videoausrüstung reiste Vital Burger 2016 frei durch Syrien und stellte fest, dass das Land ausserhalb der Rebellengebiete viel friedlicher war, als man nach den Medienberichten vermuten musste. Hingehen ist besser als nur darüber sprechen, sagte er sich und fand mit der christlichen Gemeinde aus Kfarbou Helferinnen und Helfer, mit denen er seither drei Gruppenreisen durch Syrien organisierte. Eine vierte beginnt an Ostern.
Um gegen Big Brother gewappnet zu sein, gründete er mit Freunden den Verein Enigmabox, der als einziger Hersteller einer äusserst starken und automatischen Internet -Verschlüsselungstechnik weltweit zum Zwecke der Transparenz den Source-Code vollständig offen legt.
Unbeirrbar eigene Wege zu gehen, scheint schon immer das Motto von Vital Burger gewesen zu sein. Er ist nicht nur Rechtsanwalt und Ökonom (lic. oec. HSG), sondern auch Helikoptermechaniker, -Instruktor und -Inspektor. Im Alter von 20 Jahren hatte er seinen ersten Helikopter und lernte prompt die Korruption kennen. So wollte ein damaliger Nationalrat und Baudirektor 50’000 Franken für eine permanente Landeerlaubnis auf einem innerschweizer Flugplatz. Burger lehnte ab. Solche Burger braucht das Land.
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