Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/153350

<h2>SubmittedText<h2><p>Am 1. Januar 2015 wird voraussichtlich eine neue EU-Bestimmung zu invasiven gebietsfremden Arten in Kraft gesetzt.</p><p>- Welche Auswirkungen sind von dieser EU-Bestimmung für die Schweiz zu erwarten?</p><p>- Wie hoch werden die Kosten in der EU geschätzt?</p><p>- Ergibt sich daraus Handlungsbedarf für die Schweiz?</p><p>- Sind die verschiedenen Akteure und die Öffentlichkeit in der Schweiz ausreichend über das Gefahrenpotenzial informiert und sensibilisiert?</p><p>- Wie wird der Daten- und Informationsfluss sichergestellt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die EU-Verordnung enthält Vorschriften zur Vorbeugung und Minderung der nachteiligen Auswirkungen invasiver Arten auf die Biodiversität, die damit verbundenen Ökosystemdienstleistungen, die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft. Mit dieser Verordnung werden Bestimmungen für invasive gebietsfremde Arten definiert, welche im gesamten EU-Raum gelten. Die davon betroffenen Arten werden in einer Liste der invasiven gebietsfremden Arten von EU-weiter Bedeutung geführt. Die Arten auf dieser Liste dürfen nicht absichtlich in die Europäische Union gebracht werden, sie dürfen nicht gehalten, gezüchtet, transportiert, verkauft oder in die Umwelt gebracht werden.</p><p>Für die Schweiz bedeutet dies, dass damit eine einheitliche Rechtsgrundlage in allen angrenzenden Ländern besteht. Die Regelungen der EU gehen etwas weiter als die bestehenden Bestimmungen der Freisetzungsverordnung, welche die Handhabung für die in der Schweiz verbotenen invasiven gebietsfremden Arten regelt.</p><p>Eine vorsichtige Schätzung der EU-Kommission geht von jährlichen Kosten von 12 Milliarden Euro aus, die durch invasive gebietsfremde Arten in der EU verursacht werden.</p><p>Die Strategie in Erfüllung des Postulates Vogler 13.3636 ist zurzeit in Erarbeitung und wird voraussichtlich im Herbst 2015 vorliegen. Im Rahmen dieser Arbeiten werden die bestehenden rechtlichen Grundlagen überprüft. Die Konsequenzen aus der neuen EU-Bestimmung inklusive der Liste werden mit einbezogen. Grundsätzlich ist zu verhindern, dass die Schweiz eine Eintrittspforte für invasive gebietsfremde Arten wird, die auf dieser Liste der Arten von EU-weiter Bedeutung stehen.</p><p>Die Fachstellen bei Kantonen und Bund sind in der Problematik der invasiven gebietsfremden Arten stark gefordert. In der Öffentlichkeit und in nicht direkt betroffenen Bereichen ist das Problembewusstsein erst gering, und ein Informationsbedarf ist klar gegeben. Die Strategie zu invasiven gebietsfremden Arten wird aufzeigen, wie diesem Koordinations- und Informationsbedarf zu begegnen ist, und auch Massnahmen vorschlagen.</p>