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Ein Skiunfall kann insbesondere dann teuer werden, wenn der Unfallverletzte mit dem Hubschrauber ins Hospital gebracht wird. Die Grundversicherung zahlt in der Regel nur einen kleineren Teil der Kosten und manch einer ist in solch einem Fall froh, wenn
- a) die Verletzungen nicht so schlimm sind und wenn er
- b) eine Zusatzversicherung abgeschlossen hat, die weitere Kosten der Rettungsaktion übernimmt.
Wie teuer ein Transport mit dem Helikopter in ein Spital werden kann, erfährt man von der Groupe Mutuel in der aktuellen Ausgabe der Versichertenzeitung „Login“. In einer Beispielrechnung verrät der Versicherer auch, wie viel von den Kosten die Grundversicherung und eine eventuell vorhandene Zusatzversicherung übernehmen.
Wintersportunfälle und Transporte – ein paar Zahlen
Laut Statistik der Nichtberufsunfälle und des Sicherheitsniveaus in der Schweiz, die von der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung herausgegeben wird, kam es in der Wintersaison 2012/2013 in 55% aller Verletzungstransporte bei Skifahrern zum Einsatz von Rettungsschlitten. Motorschlitten und Ambulanz wurden bei jeweils 26% aller Transporte verletzter Skifahrer eingesetzt. Es folgten Seilbahn (21%) und Helikopter (18%). Tendenziell ähnlich sieht es bei verletzten Snowboardfahrern aus. Am häufigsten werden Rettungsschlitten eingesetzt. Ein Helikopter kam bei 14% aller Fälle zum Einsatz.
Bei der Gesamtzahl an Ski- und Snowboardunfällen liefert die Statistik Daten aus dem Jahr 2010. Damals gab es in der Schweiz 51.300 Skiunfälle im Vergleich zu 54.040 im Jahr 2009 sowie 53.400 (2008) und 45.500 (2007) in den Vorjahren. Bei den Snowboarden gab es 2010 insgesamt 13.920 Verletzte: Das war der geringste Wert in der Zeitreihe von 2006 bis 2010. Insgesamt gab es 2010 eine Zahl von 91.300 Verletzten im Wintersport. Erfreulich ist die Entwicklung der Helmtragquoten. Während in der Wintersaison 2002/2003 erst 14% der Skifahrer und 20% der Snowboardfahrer Helm trugen, waren es in der Saison 2012/2013 bereits 87% beziehungsweise 89%, wobei sich aber deutliche regionale Unterschiede zeigten: Deutschschweiz (91%), Romandie (76%).
Hubschraubertransport – Kosten und Versicherungen
Die Groupe Mutuel hat in der aktuellen Ausgabe 4/2013 ihrer Versichertenzeitung „Login“ einmal eine Beispielrechnung aufgemacht, was der Abtransport eines verletzten Wintersportlers von Grächen mit dem Hubschrauber ins Portal in Visp (wie Grächen: Kanton Wallis) kostet und welchen Anteil der Kosten Versicherungen übernehmen. Laut Beispielrechnung werden für den Hubschraubertransport 2.471 Franken fällig. Die Obligatorische Krankenpflegeversicherung zahlt davon 500 Franken. 500 Franken sind die Obergrenze pro Jahr für medizinische notwendige Transporte, bei der die Obligatorische Krankenpflegeversicherung bis zur Obergrenze 50% der Kosten übernimmt.
Nicht zu verwechseln sind Transport- mit den Rettungskosten, bei denen die Obergrenze bei 5.000 Franken liegt und bei denen die Grundversicherung ebenfalls 50% der Kosten bis zur Obergrenze übernimmt. „Unter Rettung versteht man die Befreiung einer Person aus einer gesundheitsgefährdeten Situation und/oder aus einer lebensbedrohlichen Lage“, schreibt die Groupe Mutuel. Das bedeutet: Holt ein Hubschrauber einen verletzten Skifahrer aus einer einsamen Region heraus, in der er erfrieren könnte, ist das ein Rettungsflug. Ist der Wintersportler dagegen beispielsweise in einem Skigebiet, umgeben von Menschen, die ihn bereits versorgt haben, und bringt ihn ein Helikopter dann ins Hospital, handelt es sich um einen Transportflug.
Die Obligatorische Grundversicherung übernimmt also im Beispiel 500 von 2.471 Franken, wodurch nur noch 1.971 Franken an Kosten verbleiben. Allerdings muss man wiederum den Selbstbehalt von 10% im Beispiel einrechnen, sodass wieder 50 Franken (10% von 500) hinzukommen. Die Kosten, die beim Unfallopfer verbleiben, liegen demnach bei 2.021 Franken. Eine weitere Kostenübernahme erhält man mit einer Zusatzversicherung. So übernimmt etwa die Groupe Mutuel Zusatzversicherung „Global Stufe 2“ weitere 1.000 Franken der Kosten. Für den Versicherten bleiben damit 1.021 Franken, die er selbst bezahlt. Das ist immer noch nicht ganz wenig, was zeigt: Auch aus finanzieller Sicht ist Vorsicht, die einen Unfall verhindert, besser als die beste medizinische Versorgung NACH einem Unfall. Aber wenn trotz Vorsicht etwas passiert, kann eine passende Zusatzversicherung selbst zu tragende Kosten deutlich senken.