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Einen erfreulichen Einstand in die internationale Saison für die Schweiz: In ihrem ersten Lauf über 3000 m Steeple belegte Anita Weyermann hinter der Weltrekordlerin Cristina Iloc-Casandra (Rum) in 9:57,06 Minuten den 2. Platz. Schweizer Rekord über diese Distanz lief auch Christian Belz mit 8:22,24.
Noch vor einer Woche, nach ihren missglückten Rennen bei der SVM in Bern, wollte Weyermann den Start für Hengelo rückgängig machen. Nach einem guten Training letzten Mittwoch im Zürcher Sihlhölzli liess sie sich davon überzeugen, doch in der holländischen Provinz zu starten. "Eine Zeit über 11 Minuten" würde sie beim Debüt auf der neuen Steeple-Distanz wohl laufen, sagte sich Weyermann vor Wochenfrist, doch vor dem Start setzte sie sich schliesslich 9:50 Minuten zum Ziel.
Iloc-Casandra, die mit 9:40,20 seit 2000 den Steeple-Weltrekord hält, wollte diese Marke in Hengelo angreifen. Weyermann versprach ihr, sie dabei zu unterstützen. Die 23-jährige Bernerin übernahm gleich von Anfang an die Spitze und überquerte jeweils als einzige Läuferin den Wassergraben direkt, ohne auf dem Balken abzustehen.
900 m vor dem Ziel sprengte die rumänische Weltrekordlerin Iloc-Casandra das Spitzenquartett und verbesserte mit 9:45,12 die erst vor drei Tagen von Elisabeth Jackson (USA) in Eugene aufgestellte Jahres-Weltbestzeit. Dahinter setzte sich Weyermann nach einem knallharten Spurt von der Spitze aus gegen die zeitgleiche Rumänin Luminita Gogirlea und gegen die Französin Laurence Duquenoy durch.
Acht Konkurrentinnen waren zu dieser relativ neuen Disziplin der Frauen-Leichtathletik gestartet. Anita Weyermanns Zeit von 9:57,06 bedeutet gleichzeitig den ersten Schweizer Rekord über die Distanz. "Aha", sagte sie, als ihr dies nach dem Rennen gesagt wurde, "dann muss ich wohl schleunigst zur Dopingkontrolle."
Belz schlug 15-jährigen Rekord
Bei den Männern stand der Schweizer Rekord über 3000 m Steeple seit 15 Jahren auf 8:22,49, aufgestellt von Roland Hertner in Koblenz. Jetzt packte der 27-jährige Berner Christian Belz nicht nur die WM-Limite für Edmonton (8:25), sondern verbesserte auch diese Altmarke um 25/100 und seine persönliche Bestzeit (8:24,10) von 1999 um fast zwei Sekunden. Belz zeigte in dem von drei Kenianern dominierten Rennen eine taktisch hervorragende Leistung. "Technisch wie läuferisch liegt noch Einiges mehr drin", sagte er nach seinem 5. Rang, "aber es hat sich gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin."
Belz ging erstmals seit Jahren beim Saisoneinstieg einen anderen Weg. Nachdem er jeweils in Zofingen auf sich allein gestellt war, tauchte er diesmal gleich in ein internationales Feld ein. "Von der läuferischen Trainingsleistung her war ich zuversichtlich, aber ob ich den Rhythmus würde halten können, schien mir nicht sicher", sagte er. Schliesslich gelang es Belz, die Hindernisse mehrheitlich "zu überlaufen und nicht zu überspringen", wodurch er viel Kraft sparte.
swissinfo und Peter A. Frei (Si)