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Nationalstürmer Grégory Hofmann (28) ist auf dem Weg in die NHL in die Zielgerade eingebogen. Er ist bereit, in Nordamerika für weniger Geld als in Zug zu spielen.
Nach wie vor hat Grégory Hofmann keinen Vertrag in der NHL. Aber bald dürfte es so sein. In den Verhandlungen mit dem Management der Columbus Blue Jackets (diese Organisation besitzt die NHL-Rechte) geht es um die letzten Details.
Die Strategie ist klar: Es geht primär darum, dass Hofmann die Chance bekommt, sich eine Saison lang in der NHL zu zeigen. Das Geld steht also nicht im Vordergrund.
Sein Agent strebt einen Einweg-Vertrag an. Damit würde Hofmann selbst bei einer Rückversetzung in die AHL die gleiche Summe verdienen wie in der NHL. Waiver-Exemption ist bei seiner ersten Saison in der NHL allerdings Standard. Das bedeutet, dass er nicht über Waiver muss und direkt in die AHL geschickt werden kann.
Ein Einweg-Vertrag hat also keinen Einfluss auf die NHL-Chance, sondern ist eine rein monetäre Sache. Dennoch verzichtet der Zuger Nationalstürmer für diese Chance auf Geld. Bei den Verhandlungen geht es um ein Salär zwischen 850'000 und 900'000 Dollar brutto. Davon geht in den USA die Hälfte durch Steuern weg. Das bedeutet konkret: Grégory Hofmann wird, wenn denn der Vertrag zustande kommt, in Columbus weniger verdienen als in Zug.
Bewährt er sich in seiner ersten NHL-Saison (indem er sich etwa einen Platz in den ersten zwei Linien sichert), dann wird es im nächsten Sommer möglich sein, mehr Geld zu verdienen. Der frühere Ambri-Knipser Dominik Kubalik (25) hat beispielsweise in seiner ersten Saison in Chicago (2019/20) nur 832'000 Dollar brutto verdient. Aber er war so gut (68 Spiele / 46 Punkte), dass er inzwischen einen lukrativen Zweijahresvertrag erhalten hat: 3,4 Millionen Dollar in der abgelaufenen Saison, 4,0 Millionen für die nächste Saison. Kubalik ist nun Millionär.
Auch Hofmann kann Dollar-Millionär werden. In seiner letzten Saison in der Schweiz (2018/19) buchte Kubalik für Ambri in 50 Partien 25 Tore (57 Punkte). Hofmann kam in der vergangenen Saison in 36 Einsätzen auf 18 Tore (41 Punkte). Und noch ein Vergleich aus der WM 2021 in Riga: 6 Tore und 2 Assists in 8 Einsätzen mit der Schweiz für Hofmann, 3 Tore und 3 Assists in 7 Partien mit Tschechien für Kubalik. Also vergleichbare Werte. Der Stil der beiden Flügelstürmer ist zwar unterschiedlich: Kubalik dürfte eine Spur smarter und stocktechnisch besser sein – aber Hofmann ist explosiver und schneller. Tempo kann auch auf den Aussenbahnen in der NHL der Schlüssel zum Erfolg sein. Es gilt das Motto: «Speed kills».
Wichtig auch: Columbus hat den Vertrag mit John Tortorella (62) nicht verlängert. Er ist einer der «härtesten Hunde» an der Bande und unter ihm wäre Hofmann wahrscheinlich nicht glücklich geworden. Nun ist der bisherige Assistent Brad Larsen (43) nach sieben Jahren in diesem Amt zum Cheftrainer befördert worden. Er ist im Umgang mit den Spielern erheblich freundlicher als sein Vorgänger.
Wenn Grégory Hofmann tatsächlich in die NHL wechselt, dann kann ihn der EV Zug durch einen fünften Ausländer ersetzen. Kehrt er in die Schweiz zurück, ist er vertraglich noch bis 2023 an Zug gebunden.