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Vincent van Gogh. Biografie
1853–1880
Geburt, Schulzeit und erste Berufserfahrungen
Vincent Willem van Gogh kommt am 30. März 1853 als erstes von sechs Kindern in einer Pastorenfamilie auf die Welt. Vier Jahre später wird sein Bruder Theo, Vincents wichtigste Bezugsperson, geboren. Nach seiner Schulzeit tritt van Gogh 1869 in einer Den Haager Kunsthandlung eine Lehrstelle an. Da sich van Gogh aber nur beschränkt für den Kunsthandel interessiert, kündigt er seine Stelle nach sechs Jahren. Zwischen 1876 und 1880 arbeitet er in England und in Belgien u.a. als Hilfsprediger. Van Gogh leidet zunehmend unter dem Druck, einen Beruf für sich zu definieren, der ihn ernähren, aber auch geistig erfüllen würde. Seine Bemühungen, sich in die Gesellschaft einzuordnen, scheitern – ebenso sein Versuch, ein Theologiestudium aufzunehmen.
1880–1885
Beginn der Künstlerlaufbahn
1880 schlägt van Gogh eine künstlerische Laufbahn ein. Sein Bruder Theo, der inzwischen als Kunsthändler arbeitet, unterstützt Vincent finanziell. Im Oktober 1880 schreibt sich van Gogh an der Kunstakademie in Brüssel ein, das Selbststudium liegt ihm aber näher, so dass er die Akademie bald wieder verlässt. Vincent hat mit Depressionen zu kämpfen; erste Selbstmordgedanken tauchen auf. In Den Haag lernt er die Künstler der Haager Schule kennen und holt sich bei seinem Vetter Anton Mauve Anregungen. Während der Haager Phase arbeitet van Gogh vermehrt direkt nach der Natur und entdeckt die Ölmalerei für sich. 1885 stirbt sein Vater. Ende Oktober reist er nach Antwerpen und versucht sein Glück in der Malerei- und Zeichenklasse der École des Beaux-Arts.
1886–1888
Aufbruch nach Paris
Im Frühjahr 1886 zieht van Gogh nach Paris und landet im Brennpunkt des europäischen Kunstgeschehens. Nach ersten Begegnungen mit John Russell, Henri de Toulouse-Lautrec und Emile Bernard lernt er über Theo bald die wichtigsten Künstler des Impressionismus kennen, darunter Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley, Camille Pissarro, Edgar Degas, Paul Signac und Georges Seurat. Unter ihrem Einfluss wendet van Gogh sich von seinen bislang bevorzugten Braun- und Erdtönen ab und eignet sich eine hellere Farbpalette an. Im Winter schliesst er Freundschaft mit Paul Gauguin. 1887 nimmt van Gogh im Café du Tambourin an einer Ausstellung mit Arbeiten von Bernard, Gauguin und Toulouse-Lautrec teil. Weitere Bilder stellt Vincent unter anderem mit Bernard und Toulouse-Lautrec im Restaurant Du Chalet aus. Die Künstler nennen sich Peintres du Petit Boulevard.
1888–1889
Die frischen und hellen Farben des Südens
Im Februar 1888 bricht van Gogh nach Arles auf. Es sind die frischen, hellen Farben und die warme Atmosphäre des Südens, die ihn in die Provence locken. Dort entstehen nahezu zweihundert Gemälde, über hundert Zeichnungen und Aquarelle. Im Frühling 1888 malt er Bilder von Obstgärten, im Sommer Szenen der Kornernte. Neben den Landschaften arbeitet van Gogh im August 1888 an einer Reihe von Porträts.
1889–1890
Die letzten Jahre
1889 und 1890 werden Werke van Goghs im Salon des Indépendants in Paris, bei Les Vingt in Brüssel und zuletzt im Salon des Indépendants von 1890 ausgestellt. Wichtige Kunstkritiker veröffentlichen anerkennende Artikel über van Gogh. Im Mai 1890 übersiedelt er in das etwa 30 Kilometer von Paris entfernte Auvers-sur-Oise. Dort wird er vom Arzt, Sammler und Hobbykünstler Paul Gachet persönlich betreut. Über achtzig Bilder entstehen in Auvers, vor allem Landschaften und Portraits.