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Sirocco
(ital.) oder Scirocco, ein feuchter, schwüler, wolkenführender und regenbringender Wind, wie er überhaupt an der Ostseite eines barometrischen Minimums aufzutreten pflegt. Der S. ist der charakteristische Wind der Regenzeit des Mittelmeergebietes, also des Winterhalbjahres. Im Adriatischen Meere tritt er als Südostwind auf, was seinen Grund in der Hauptausdehnung dieses Meeresteils hat. Sicilien und zum Teil auch Süditalien [* 2] haben noch einen andern, von dem oben charakterisierten sehr verschiedenen S. Es ist dies ein heißer, sehr trockner, heftiger und staubführender Wind. Er ist von sehr hohen Temperaturen (bis 35° C. noch um Mitternacht) begleitet, die Luft ist dunstig, der Himmel [* 3] gelblich bis bleifarben, die Sonne [* 4] kaum fähig, die Dunstschichten zu durchdringen.
Menschen und Tiere leiden unter Mattigkeit, Beklemmung und Unlust zu jeglicher Thätigkeit. Von gleicher Schädlichkeit ist er für die Vegetation; tritt er zur Blütezeit der Olive oder des Weins auf, so kann die ganze Ernte [* 5] vernichtet werden. Am häufigsten tritt dieser S. im Frühjahr auf. Seine Richtung ist meist aus Südost oder Südwest, er ist selten regenbringend. Häufig schlägt sich aus ihm ein feiner Staub nieder, dessen Ursprung man in vielen Fällen in der Sahara zu suchen haben dürfte.