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Manchmal ist es nicht ganz einfach, bestimmte Berufe zu verweiblichen, sowohl auf dem Papier als auch in Fleisch und Blut.
Geschichte der Sprache
Lange Zeit wurden bestimmte Berufe mit einem eher weiblichen oder eher männlichen Geschlecht in Verbindung gebracht. Die Feminisierung von Berufsbezeichnungen ist ein viel diskutiertes Thema und hat eigene Einträge auf Wikipedia. Es handelt sich dabei um eine Sprachpolitik, die darauf abzielt, die Substantive für Berufe zu feminisieren, um die Rolle der Frauen im öffentlichen und beruflichen Leben sichtbarer zu machen.
Frauen für Berufe zu gewinnen, die bislang hauptsächlich von Männern ausgeübt wurden, ist nach wie vor ein aktuelles Problem. Vor dem Hintergrund des Strebens nach mehr Geschlechtervielfalt in den Unternehmen erweitert sich die Frage auch darauf, Männer zu Berufen zu bewegen, die als weiblich wahrgenommen werden.
Kunst, Fürsorge und Sensibilität
Diese Werte schreibt man vor allem dem weiblichen Geschlecht zu. Laut dem letzten Jahresbericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums waren im Jahr 2021 in der Schweiz 84 % des Gesundheitspersonals weiblich. Auch die Kunstberufe waren bei Frauen sehr beliebt. Hätte man sich in den 1950er Jahren eine French-Cancan-Show aux Folies-Bergères vorstellen können, die aus weiblichen Künstlern bestand?
Mannhaft und stark sollst du sein
Dennoch eignen sich bestimmte Berufe, die als hart oder körperlich anstrengend gelten, eher für Männer.
Der Einbezug des Gender-Konzepts ermöglicht es, die Dichotomie Mann-Frau zu überwinden und darauf hinzuarbeiten, dass sowohl das Männliche als auch das Weibliche im Beruf berücksichtigt wird. Sei es bei der Auswahl, den damit verbundenen Verhaltensweisen oder der wahrgenommenen Anerkennung.
Das Ziel besteht also nicht mehr darin, Berufe danach zu vergleichen, wie viele Frauen oder Männer sie ausüben, sondern zu verstehen, wie jeder Beruf männliche oder weibliche Werte, Codes, Vorstellungen und Verhaltensweisen integriert.
Im Jahr 2023 sind wir froh und erleichtert zu sehen, dass einige Codes über Bord geworfen werden.
Mit dem Wandel der Mentalitäten wurde uns klar, dass der Beruf den Menschen nicht definiert, aber auch, dass sich gesellschaftliche Muster nur schwer weiterentwickeln lassen. Einige Berufswege führen die Beschäftigten weit über die ausgetretenen Pfade hinaus und dekonstruieren Klischees über sogenannte «männliche» Berufswelten – oder bestätigen sie im Gegenteil.
Gibt es eine Tendenz zur Feminisierung technischer Berufe?
Angestellte Schweiz hat diese Frage Kareen Vaisbrot, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin des Bereichs Arbeitgeberpolitik bei Swissmem, gestellt.
Mit 13 Jahren Erfahrung in der Branche stellt sie ein enormes Engagement der Branche fest, um junge Frauen zu motivieren, in die Branche einzusteigen, insbesondere auf der Ebene der Schule und der Lehre. «Wir müssen es schaffen, den Mädchen die Berufe der MEM-Branche näher zu bringen. Ich lade Eltern und Schülerinnen ein, unsere Berufe zu entdecken, insbesondere auf der Website Faszination Technik», betont sie.
«Es braucht in diesem Thema einen langen Atem», bedauert Kareen Vaisbrot, «denn wenn man sich die schulische Orientierung von Mädchen ansieht, ist sie noch zu wenig auf diese Berufe ausgerichtet».
Sie erwähnt auch, dass die Unternehmen der MEM-Branche die Lohngleichheit respektieren und alle Voraussetzungen schaffen, damit mehr Frauen in ihre Reihen aufgenommen werden.
Swissmem hat eine spezielle Website zur Berufsorientierung eingerichtet, «find-your future.ch», auf der zahlreiche Publikationen zu spannenden Berufen zu finden sind.
«Wir wollen nicht sagen, dass Frauen nicht für die Technik geeignet sind – die Mehrzahl der medizinisch-technischen Assistentinnen sind doch Frauen, oder?», scherzt Kareen Vaisbrot. Die Branche hat vor allem ein Imageproblem, sie wird gerne darauf reduziert, nur aus Staub und grossen Maschinen zu bestehen. Dabei profitiert sie von einer grossflächigen Digitalisierung und einer nachhaltigen Modernisierung ihrer Betriebe. Das Problem ist nur, dass dies noch nicht ausreichend bekannt ist.
Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) in der Schweiz
- Ist mit über 320 000 Arbeitsplätzen der grösste industrielle Arbeitgeber der Schweiz
- Beschäftigt 27% Frauen
- Bildet jährlich 20 000 Lehrlinge aus
In einer Welt, die sich bewegt, verschwinden die Barrieren; Interesse und Neugierde stehen im Vordergrund und überwinden Geschlechterstereotypen. Ist es nicht vor allem wichtig, einen Beruf auszuüben, der Freude macht?
Für die künftigen Generationen
Ab der Primarschule werden Strukturen geschaffen, um die Jüngsten zu sensibilisieren und ihnen alle Arten von Berufen näher zu bringen. Der in einigen Kantonen und Unternehmen durchgeführte «Zukunftstag» belegt den Willen, geschlechtsspezifische Codes zu durchbrechen.
Dieser Tag befasst sich mit der Zukunft und den zahlreichen Berufsperspektiven, die sich heute für Mädchen und Jungen bieten. Einen Tag lang tauchen sie in verschiedene Berufsfelder ein und entdecken neue Lebenswege.
Der Zukunftstag ermöglicht es ihnen, neue Horizonte zu entdecken, über ihre Berufswahl und ihre Lebensperspektiven nachzudenken, ohne Vorurteile oder vorgefasste Meinungen.
Angestellte Schweiz begrüsst diese Initiative nachdrücklich. Bitte merke dir den 9. November 2023 vor.
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