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Die 1928 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise traf das Car-Geschäft von Settelen besonders hart. Zum einen blieben die ausländischen Touristen aus, zum andern sparten Herr und Frau Basler noch mehr als sonst. Das teure Wagenmaterial stand nur allzuoft unbeschäftigt herum - vor allem an Werktagen.
Da ein Car-Chassis mit beladenem Leichtbaumöbelkoffer etwa gleichviel wog wie eine besetzter Carkarosserie, und für beide Transportarten ohnehin nur die höchsten Fahrkomfortansprüche genügen konnten, rüstete Settelen seine Saurer-Autocars ab 1935 mit zusätzlichen Möbelkarosserien aus.
Ab 1938 waren Carfahrten wieder vermehrt gefragt, doch bereits 1940 wurden diese - kriegsbedingt - verboten.
Gleichwohl mussten die Cars jederzeit für behördliche Spezialeinsätze in Marschbereitschaft gehalten werden. So evakuierte Settelen zum Beispiel in einer riskanten Aktion die Auslandschweizer-Kolonie aus Freiburg i/Br., kurz bevor grosse Teile dieser schönen Stadt am 27. November 1944 durch die US Air Force in Schutt und Asche gelegt wurde. Kaum war der Krieg vorüber, setzte ein ungeheurer Ansturm auf jegliche Art von Carfahrten ein.
Infolge der gesetzlich verordneten Kapazitätsbegrenzung konnte der Nachfrage häufig nicht entsprochen werden. Viele Baslerinnen und Basler bedienten sich deshalb immer öfter der Angebote unserer deutschen und französischen Kollegen. Nach der Eröffnung der Zollfreistrasse zum neuen Flughafen Basel-Mulhouse wurde Settelen 1952 mit dem Transport der Flugpassagiere zwischen Airport und Stadtterminal betraut. Dieser Auftrag ermöglichte es, bereits 1956 den ersten 42-plätzigen FBW-Bus einzusetzen. Der Wegfall der gesetzlichen Restriktionen ab 1960 war Anlass, die Carflotte auf luftgefederte Neoplan-Busse der damals kaum bekannten Firma Gottlob Auwärter, Stuttgart, umzustellen und auf zehn Reisecars zu erweitern. Der sensationelle Passagierkomfort der neuen Busse sorgte bei unserer lokalen Kundschaft für eine wesentliche Nachfragesteigerung bei den ein- bis fünftägigen Fahrten - für eigentliche Ferienreisen zeigte das Basler Publikum hingegen zuwenig Interesse. Folglich musste für die Zeit der Sommerferien ein zusätzlicher Kundenkreis erschlossen werden. Dank dem modernen Wagenpark, der Mehrsprachigkeit unserer Chauffeure und der Gewandtheit unserer Reiseleiter im Umgang mit ausländischen Behörden, Hoteliers und Fremdenführern, gelang es im grossen Stil Gruppenreisen für amerikanische Studenten zu organisieren. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre waren während der Semesterferien für Settelen bis zu 40 eigene und zugemietete Busse gleichzeitig in ganz Europa unterwegs.
Um einen pannenfreien Betrieb zu garantieren, wurden die Cars im Vierjahresturnus erneuert - eine Praxis die auch in den späteren Jahren weitgehend eingehalten wurde.
1973 löste die Erdölkrise eine enorme Teuerung bei den Flugpreisen aus, der stete Zerfall des US-Dollar-Wechselkurses von einst stolzen Fr. 4.30 in die Nähe von Fr. 2.- tat ein Übriges. Nur noch sehr begüterte Amerikaner konnten sich Ferien in Europa leisten. In der Folge geriet die gesamte europäische Tourismusindustrie für längere Zeit in Schieflage, der sich auch die Carbranche nicht entziehen konnte. Die zunehmende Motorisierung weitester Bevölkerungsschichten und die ständige Verbilligung der Flugreisen seit Ende der 1970er Jahre führten auch bei Settelen zu einem neuen Kundenprofil.