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Bild vom 11.06.2022
Ich nehme an, du kennst diese Momente: du weisst eigentlich, was du möchtest, aber du fühlst dich zu schwach, verletzlich, unwürdig, dumm oder anderes, um es umzusetzen. Du meinst, andere könnten dies viel besser als du und bewunderst sie, weil sie viel selbstbewusster sind, zudem kompetenter, intelligenter, redegewandter, geschickter und vieles mehr. Was du allerdings nicht weisst, dass du nur die Maske der anderen siehst. Was sich in ihnen drinnen abspielt, bleibt dir meistens verborgen. Warum?
Weil du so sehr mit deinen Minderwertigkeitskomplexen beschäftigt bist, dass dir weder Energie noch Zeit übrig bleibt, dich mit den Problemen der Mitmenschen zu befassen. Also drehst du um dein eigenes Elend. Weil es den meisten Personen gleich geht, kannst du davon ausgehen, dass diese Welt aus einem riesigen Theater besteht, bei dem jeder versucht, möglichst gut seine vermeintlichen Mängel zu verbergen, damit er ein bisschen von dem Glanz abbekommt, der den anderen anzuhaften scheint. So verlieren wir uns und versäumen es, unsere Hausaufgaben zu bewältigen, welche uns das Schicksal mit in dieses Leben gegeben hat.
Die Probleme mit dem Ego
An dieser Stelle bringe ich gerne das Beispiel mit den Lehrerkräften. Vielleicht kannst du dich an eine Lehrperson erinnern, die nur vor die Klasse stehen musste und schon wurde es still. Es brauchte nicht viele Worte, weil diese Frau oder dieser Mann einfach eine gewisse Autorität ausstrahlte, die ganz selbstverständlich akzeptiert wurde. Für uns Schülerinnen und Schüler waren solche Lehrkräfte ein Geschenk. Leider erlebte ich auch etliche der anderen Sorte: sehr wortreich und laut versuchten sie sich Gehör zu verschaffen, aber wir nahmen sie nicht ernst und machten nur Unsinn. Diese Menschen strahlten keine natürliche Autorität aus und versuchten, diesen Mangel mit Techniken auszugleichen. Doch Kinder sind erbarmungslos. Sie durchschauen solche Manöver sofort und zerstören sie lustvoll. Übrig bleiben für den Betroffenen Scherbenhaufen, manchmal gar die Kapitulation und Kündigung.
Die vielen Facetten des Egos
Was zeichnet Menschen aus, welche ein so klares und sicheres Auftreten haben? Die Antwort lautet: An ihnen ist einfach nichts gekünstelt. Sie sind, wie sie sind und sie stehen dazu. Das Bizarre an der Sache ist folgendes:
Solange wir uns nicht getrauen zu sein, wer wir sind und dazu stehen, spielen wir ein Theater. Wir meinen, dadurch einen Mehrwert zu generieren. Aber genau das Gegenteil geschieht. Kinder erkennen dies sofort und entlarven entsprechende Personen gnadenlos. Diese müssen ihre Rolle entsprechend anpassen und sich eine Härte aneignen bzw. mit Leistungsdruck arbeiten, was aber mit Herzlichkeit nicht mehr viel zu tun hat. Oder sie stranden eben.
Entgegen aller Befürchtungen macht man sich nicht zum Hampelmann, wenn man seine „vermeintlichen“ Schwächen ohne Schutzvorrichtung fallen lässt. „Vermeintlich“ steht in Gänsefüsschen, weil man die eigenen Mängel viel krasser erlebt als sie es im Grunde genommen meistens sind. Möglicherweise wird man etwas verwirrt sein, wenn man sich getraut, die schützende Maske einmal abzuziehen und zu erkennen, dass niemand davon Notiz nimmt. Jeder ist nämlich zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Deshalb ist keine Seele daran interessiert, wer das Gegenüber in Wirklichkeit ist. Hauptsache, selber kommt man bei den anderen gut an.
Wie sich das Ego immer wieder einbringt
Vielleicht geht dir jetzt ein Lichtlein auf. Hast du dir ev. vergeblich so viel Mühe mit dem Theaterspielen gemacht? Wenn tatsächlich alle so sehr mit sich selbst beschäftigt sind und es eigentlich niemanden sonderlich interessiert, wer du in Wirklichkeit bist, ist es ja egal, was du lebst. Dann kannst du gerade so gut dich selbst leben. Zumindest wäre es einen Versuch wert. Solange du die anderen dabei nicht gross störst, merkt es nämlich niemand. Wenn du dann sicherer geworden bist, kannst du dich dann auch in diesen Bereichen richtig leben, welche die anderen vielleicht stören könnten: nämlich dort, wo du deine Rechte durchsetzen möchtest und solche Dinge. Dann fängt dir aber möglicherweise das Spiel schon an Spass zu machen und du fühlst dich nicht mehr ganz so klein und elend.
Ich glaube, du verstehst meine Botschaft: solange du dich hinter einer Maske verkriechst und Theater spielst, wirst du dich ewig schwach fühlen. Zudem wirst du dem Irrglauben unterliegen, dass das Offenlegen deiner „Schwächen“ dich angreifbar und minderwertig macht.
Erst wenn du hinter der Maske hervortrittst und deine Echtheit zu erkennen gibst, wirst du die Kraft darin entdecken. Fürchte dich nicht davor, denn die Umgebung wird davon erst Kenntnis nehmen, wenn sie deine Stärke spürt. Eh du dich’s versiehst, wenden sich Personen, die einen Rat brauchen, plötzlich an dich.
Wie man sich vom Ego befreien kann
Wie du vielleicht weisst, habe ich Bücher geschrieben. Mein erstes Buch ist autobiografisch. Dort schreibe ich sehr offen über alle meine Probleme, die ich im Verlaufe meines Lebens zu meistern hatte bzw. die mich noch immer begleiten. Vor der Herausgabe des Textes gab es besorgte Stimmen in meinem Bekanntenkreis, die meinten, ob dies nicht ein bisschen riskant sei. Ich sei ein bisschen gar offen. Das mache mich sehr angreifbar. Meine Antwort: diese Bücher sollen den Menschen helfen. Ich kann ihnen aber nur helfen, wenn ich gewisse Schwierigkeiten sehr detailliert darstelle. So können sich die Leserinnen und Leser wiederfinden und im besten Fall Lösungen für ihre eigenen Probleme erarbeiten. Zudem gibt es nichts Mühsameres als das Hüten von Geheimnissen, denn dies macht erst wirklich verletzlich.
Meine Erfahrungen waren schliesslich folgende: ich bekam viele Komplimente für diese Offenheit, viel Dank und auch Bewunderung. Keine einzige Person hätte mich je unangenehm auf etwas angesprochen. Ging mir eine Frage zu weit, konnte ich dies sehr einfach kundtun und es wurde verständnisvoll akzeptiert. Aber im Allgemeinen waren die Leute berührt und dankbar für die Schilderungen, die ihnen halfen, vieles in ihren eigenen Leben zu verstehen. Damit hatte ich ein wichtiges Ziel erreicht und zudem meine Theorie bestätigt: steh zu deinen „Schwächen“, sie verleihen dir Stärke.
Das Bild
Nun möchte ich zum Bild überleiten.
Hier siehst du im Inneren einen Stern in zarten Grüntönen. Er ist umgeben von satten Violett-Tönen. Aus diesen erwächst wiederum ein grüner Stern. Dieser wirkt aber sehr viel kräftiger und robuster. Umgeben ist er von einer Farbe, die einerseits ins Pink mündet, andererseits aber auch viel Rotaspekte in sich trägt.
Hier steht eine Person, welche ihr verletzliches Inneres gut behütet und beschützt. Sie umgibt es mit viel Weisheit, welche ihr hilft, dieses Verletzliche trotz allem umzusetzen, ihm eine Form zu geben, welche dem täglichen Leben Stand hält. Das dunkle Pink beinhaltet die Liebe, welche diese Person ausstrahlt. Sie spielt kein Theater, sondern drückt ihr Innerstes aus. Dieses ist immer ein Aspekt des Seelenlichtes, folglich Liebe. Zugleich ist damit Aktivität verbunden. Die Person ist ja nicht einfach passiv, sondern bringt sich mit ihren Qualitäten ins Leben ein. Dafür braucht sie feurige Energien, welche durch die rote Farbe symbolisiert sind. Diese Person steht also mit beiden Beinen im Leben und scheut sich nicht, so zu sein, wie sie eben ist.
Falls dir dieses Bild gefällt, wäre die Übung unten eine gute Unterstützung für dich, noch vorhandene Blockaden aufzulösen, damit du zu diesem grünen Stern werden kannst.
Übung
Mach es dir bequem, sammle den Geist und nimm dir einen Moment Zeit. Betrachte dann das Bild und lass es auf dich wirken.
Visualisiere nun den kleinen Stern auf deinem Herzchakra (Mitte Brustbein). Lass ihn dort eine Weile wirken, so dass er sich gut stabilisiert. Anschliessend kannst du weitergehen.
In der Folge soll das Licht dieses Sternes dich völlig ausfüllen und anschliessend nach aussen strömen dürfen. Geh dabei schrittweise vor:
Schritt 1
Stell dir vor, dass grünes Licht vom Stern aus in den Körper zu strömen beginnt. Dieses Licht kann heller oder dunkler sein, ganz so, wie es für dich angenehm ist. Es soll sich langsam in den Körper ergiessen, so dass du fühlen kannst, wie es dich allmählich auszufüllen beginnt. Achte darauf, dass es auch in deine Arme und Beine fliesst, bis in die Finger- und Zehenspitzen. Ebenso soll der Kopf bis zu den Haarwurzeln grün werden. Zwischendurch stell sicher, dass der hell leuchtende Stern im Herzchakra noch da ist. Am Schluss soll ein Gefühl von einer gewissen Ganzheit entstehen, die sich gut anfühlt. Dies kann nur geschehen, wenn du dir genügend Zeit genommen hast, dass sich das Grün überallhin seinen Weg bahnen konnte, auch dorthin, wo es am Anfang vielleicht ein bisschen verengt war. Verweile nun so lange du magst in diesem Zustand. Wenn du möchtest, beende die Übung hier und füge Schritt 2 erst am nächsten Tag an.
Schritt 2
Wenn dein Körper in Grün leuchtet, lass dieses Grün nach aussen strahlen. Sieh zu, wie es langsam in den Raum strömt und diesen zu füllen beginnt. Steuere den Vorgang so, dass du dich dabei wohl fühlst. Mach dir bewusst, dass deine Farbe nach aussen strahlen darf, weil sie weich und warm ist und niemanden verletzt. Wenn du Vorbehalte spürst, dann arbeite diese durch und suche einen Weg, mit ihnen in Frieden zu kommen. Manchmal muss man sie auch einfach stehen lassen, bis sie sich eines Tages während dieser Meditation von selbst auflösen. Mach einfach weiter und lass dich nicht entmutigen. Du wirst dich daran gewöhnen, dass dein Grün nach aussen fliessen darf und es sich stimmig anfühlt. Bleib in diesem Zustand immer wieder eine Weile sitzen, so dass du ihn verinnerlichen kannst.
Anschliessend komm langsam in die Realität zurück. Bedanke dich bei deinen geistigen Helfern und schliesse die Meditation ab.
Das nächste Bild erscheint am 02.07.2022