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Architekt I.M. Pei gestorben
Der amerikanisch-chinesische Stararchitekt und Pritzker-Preisträger Ieoh Ming Pei ist im Alter von 102 Jahren gestorben. Dies ist von seinem Büro in New York bestätigt worden. Berühmt wurde Pei unter anderem mit der Glaspyramide am Louvre in Paris. Ein weiteres Werk ist der vielbeachtete Anbau mit einem spiralförmigen Treppenhaus aus Glas und Stahl für das Deutsche Historische Museum in Berlin.
Pei wurde am 26. April 1917 im chinesischen Guangzhou (Kanton) geboren. Schon mit 17 Jahren zog es ihn in die USA. Die Kunst der Architektur lernte er dort ab 1935 an der University of Pennsylvania, ehe er am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und 1946 an der Harvard Graduate School of Design Abschlüsse in Architektur machte. Unter seinen Dozenten waren unter anderem die Bauhaus-Architekten Marcel Breuer und Walter Gropius.
Als der Zweite Weltkrieg seine Rückkehr nach China verhinderte, waren Boston, New York und Los Angeles bald seine neuen Wirkungsstätten. Während dieser Zeit schuf er etwa das Mile High Center in Denver, Colorado (1955), den neu gestalteten Hyde Park in Chicago (1959) und den Place Ville-Marie in Montreal (1965). Danach folgten prestigeträchtige Aufträge wie der Ostflügel der "National Gallery of Art" in Washington (1978) und die Bibliothek für den ermordeten Präsidenten John F. Kennedy in Boston (1979). Mit seiner Frau Eileen Loo, die er schon aus Studienzeiten kannte, hatte er drei Söhne und eine Tochter.
Peis Architektur: "Niveau der Poesie"
Pei galt als Vollender der klassischen Moderne, viele seiner Entwürfe basieren auf einfachen geometrischen Formen wie Dreiecken, Würfeln und Pyramiden. Er ist mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet worden, der bedeutendste dürfte der Pritzker-Preis gewesen sein, mit dem er 1983 geehrt worden ist.
Aktiv war Pei - zumindest als grosser Taktgeber seiner ausführenden Architekten - bis zum Schluss. Ob das Century Plaza in Los Angeles, das Charles Darwin Centre in Australien oder verschiedene Bauten in Indien - Pei schien kaum müde sowie neuer Ideen und Projekte nicht überdrüssig zu werden. "Seine Vielseitigkeit und sein Können beim Materialgebrauch nähern sich dem Niveau von Poesie", schrieb die Pritzker-Preis-Jury seinerzeit in ihrer Begründung.
Womöglich zeigt sich Peis Können aber vor allem in dem Bau, der ihm persönlich am meisten bedeutete: das Miho Museum in der Nähe von Kyoto in Japan. Die spektakuläre Anlage mit Tunnel-Eingang und hohen Glasdächern hat er mitten in die japanische Hügellandschaft gesetzt. Architekturkritiker und Gründer des Architektur-Newsportals Archdaily David Basulto schrieb über den Bau: "Durch seine Einfügung in die Umgebung und seine 'architektonische Promenade' erzeugt das Museum eine Reihe unverwechselbarer Erfahrungen und Momente, eine Synthese dessen, was Architektur sein sollte." (sda/mai)