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Die Persuasionskraft populistischer Rhetorik
Der Erfolg von populistischen Parteien und Akteuren wird häufig nicht nur ihren politischen Programmen, sondern auch ihrer provokanten Kommunikation zugeschrieben. Das zentrale Element dieser Kommunikation ist der Konflikt zwischen einem tugendhaften Volk und einer selbstbezogenen politischen oder wirtschaftlichen Elite, welche das Volk um seine Souveränität, seine Werte und seinen Wohlstand betrügt. Daher fordern populistische Akteure, dass das Volk, und nicht die Elite, die Macht im Land haben sollte. Dieser Vortrag zeigt anhand von zwei medienpsychologischen Experimentalstudien, dass dieses konfliktive Framing sowohl emotionale wie auch kognitive Prozesse anstösst, welche dazu führen, dass Personen selbst entgegen ihrer politischen Ausrichtung von populistischen Forderungen überzeugt werden. Einerseits löst populistische Kommunikation mit ihrem Fokus auf die unfaire Behandlung des Volkes und Bedrohungsszenarien Emotionen wie Ärger und Angst aus. Andererseits spricht populistische Kommunikation durch ihre moralistische Weltsicht Personen an, denen bestimmte Werte wichtig sind, und die denken, diese Werte würden von der Elite verraten.
Die populistische Rhetorik appelliert also an Verlustängste, sowohl im ökonomischen als auch im kulturellen Sinn, und erreicht damit insbesondere Personen, welche sich in ihrem Status bedroht fühlen. Die Forschung zeigt, dass insbesondere Personen mit niedriger formaler Bildung für populistische Argumente zugänglich sind. Dies mag einerseits damit zusammenhängen, dass diese Personen die persuasiven Absichten weniger gut durchschauen, andererseits steht diese Bevölkerungsgruppe sowohl auf dem Arbeits- wie dem Wohnungsmarkt oft in direkter Konkurrenz mit Immigranten und sieht ihren Wohlstand durch diese bedroht. Auch in der heutigen Zeit spielen daher Reichtum und Macht eine wichtige Rolle in der politischen Persuasion.