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Jörg Schild ist noch bis Ende Jahr Präsident des Schweizerischen Olympischen Komitees. Eine Taskforce von Swiss Olympic prüft nun die beiden Bewerbungsdossiers, die gestern eingereicht wurden. Bis im April entscheidet Swiss Olympic, ob die Schweiz eine Kandidatur für Olympische Winterspiele 2026 ausarbeiten soll.
SRF: Graubünden und die Westschweiz haben eine Bewerbung eingereicht. Können Sie sich vorstellen, die beiden Projekte miteinander zu kombinieren?
Jörg Schild: Selbstverständlich. Der Lead ist ganz klar bei Swiss Olympic. Unser Ziel ist es, am Schluss eine gute Projektidee auf dem Tisch zu haben – aufgrund der verschiedenen Ideen, die nun eingereicht wurden.
Die Agenda 2020 ist für mich im Moment noch Makulatur.
Mit dem Reformprojekt «Agenda 2020» des IOC sind neu Spiele mit mehr Austragungsorten möglich. Graubünden beispielsweise plant acht Austragungsorte und vier Olympische Dörfer. Wie dezentral können solche Spiele neu sein?
Beide Projekte nutzen die Möglichkeiten, die die Agenda 2020 bietet. Das hilft Kosten zu sparen und es sind grössere Distanzen als früher möglich. Die beiden Projekte halten auch die Vorgaben von Swiss Olympic ein, nämlich bereits vorhandene Sportstätten und Infrastrukturen zu nutzen. Wir wollen keine teuren Neubauten.
Die Agenda 2020 ist für mich im Moment noch Makulatur. Es wird sich bei künftigen Kandidaturen zeigen, wie ernst es dem IOC mit seinem Reformwillen ist. Aber wenn man diese Agenda strikt anwendet, dann lassen sich die Kosten sicher senken.
Die Klimaerwärmung dürfte den Kreis derjenigen, die Olympische Winterspiele austragen können, sehr einengen.
Swiss Olympic selber sagt, Winterspiele wären eine grosse Chance für den Wintertourismus. Angesichts der Klimaerwärmung, macht es noch Sinn, in die Wintersportinfrastruktur zu investieren?
Sie sprechen ein grosses Problem an. Aber ich glaube, wir können in der Schweiz noch Skipisten präsentieren, die genügend hoch liegen. Die Klimaerwärmung dürfte aber den Kreis derjenigen, die Olympische Winterspiele austragen können, sehr einengen.
Man darf aber nicht vergessen, touristisch und wirtschaftlich gibt es Probleme in den Alpenregionen, es gibt in der Schweiz Interessenten für die Austragung und schliesslich die «Agenda 2020» - diese drei Punkte schaffen andere Voraussetzungen als bei der letzten Abstimmung in Graubünden. Deshalb kann man nochmals einen Versuch wagen und schauen, wohin dieser führt.
Macht es Sinn, in Wintersportanlagen zu investieren, wenn man diese wegen den höheren Temperaturen nach den Spielen bald nicht mehr benutzen kann? Ist die Klimaerwärmung ein Faktor für Sie?
Sicher. Das ist eine Bedingung von uns. Wir lassen keine Neubauten zu, die nachher nicht mehr genutzt werden. Nur für Olympische Spiele und danach nie wieder brauchen, da hat man bei Swiss Olympic keine Chance.
Das Gespräch führte Stefanie Hablützel.
SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs