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Holzstich
Der Holzschnitt (Xylographie - Hochdruck) gehört zu den Hochdruckverfahren und wurde vom Engländer Thomas Bewick Ende des 18. Jahrhundert entwickelt.
Ursprüngliches Ziel des Holzstichs war es, dem damals gebräuchlichen Kupferstich ein wirtschaftlich überlegenes Hochdruckverfahren für Buchillustrationen zur Seite zu stellen. Er wurde etwa ein Jahrhundert verwendet und wurde schliesslich von der Fotografie abgelöst.
Das Prinzip des Holzstichs ist sehr eng mit dem Holzschnitt verwandt. Im Gegensatz zum Holzschnitt, bei dem längs geschnittenes Holz verwendet wird, wird die Holzplatte beim Holzstich quer aus dem Baumstamm geschnitten.
Auf hartes Holz (oftmals Buchsbaumholz, das in seiner Härte einer Metallplatte nahe kommt) werden mit dem Grabstichel feinste Linien so eng zueinander graviert (also ausgehoben), dass sie für das Auge nicht mehr als Einzellinien erkennbar sind, sondern, je nachdem, ob sie enger oder weiter geschnitten sind, hellere oder dunklere Flächentönungen ergeben (Schraffuren-Effekt). So werden selbst feinste Tonabstufungen über die ganze Holzfläche gestochen, bis jede Stelle die gewünschte Dunkelheit oder Helligkeit aufweist. Wo Lichter erscheinen sollen, wird sogar Punkt für Punkt in das Holz gestochen, was nur mit Hilfe einer Lupe möglich ist.
Wie beim Holzschnitt wird auch hier zwischen dem Schwarzlinien- oder Faksimile-Holzstich, bei dem sich die erhöhten, schwarzdruckenden Linien kreuzen, und dem Weisslinien- oder Ton-Holzstich, bei dem sich die tieferen Lagen schneiden, unterschieden.
Der Weisslinien-Holzschnitt wurde v.a. gebraucht, um Halbtöne (z.B. Fotografie) auf den Holzstock zu übertragen. Der Holzstecher bildete diese Halbtöne nach, indem er die schwarz druckende Fläche des Holzstocks durch das Stechen feiner Linien und Punkte aufhellte. Deshalb kreuzen sich die weissen Linien, während die schwarzen unterbrochen sind.
Einen Holzstich erkennt man an den stark schraffierten Schattierungen oder Grautönungen. Die Farbe liegt etwas vertieft und ist an die Ränder der Druckelemente gedrängt.
Mehr künstlerischen Charakter als die Buchillustrationen, die Ende 19. Jahrhundert entstanden sind, haben Holzschnitte, die einem Malstil nachempfunden sind, und mit geschickt akzentuierter Stichelführung durchaus Charakter z.B. einer Tuschzeichnung haben können.
Ein sehr variantenreicher Vertreter des Holzstichs war Gaugin, der die Holzplatte mit verschiedensten Werkzeugen bearbeitete und dabei eine Fülle neuartiger Effekte hervorbrachte. Dalí schuf mit seiner «Comédie Divine» 1960 eine Serie von über 100 farbigen Holzstichen.