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Die 79. Minute im letztlich doch noch dramatischen Spiel zwischen Uruguay und Italien: Uruguays Stürmerstar und Enfant Terrible Luis Suárez nähert sich dem Italiener Giorgio Chiellini von hinten, beugt sich mit dem Kopf zu dessen Schulter hin. Worauf Chiellini sofort signalisiert: Der Südamerikaner hat mich angegangen.
Und alle Fussballwelt fragt sich: Hat er? Hat er wirklich ... ?
Er hat. Wieder seine Beisserchen eingesetzt und im Stile eines modernen Vampirs dem Italiener die Zähne in die Schulter gerammt. Und dann so zynischer- wie unterhaltsamerweise so getan, als habe der Italiener ihm die Schulter ins Gesicht geknallt. Die Pfeife von Schiedsrichter Rodriguez bleibt stumm – anders als in der 59. Minute, als sich Italiens Marchisio wegen eines eher gelb- denn rotwürdigen Fouls vom Platz gestellt sieht.
Der Liverpool-Stürmer, dem in diesen Tagen schon wahlweise der Wechsel zu Real Madrid, Barcelona oder Paris St. Germain angedichtet wurde, ist Wiederholungstäter. Im November 2010 beisst Suarez als Stürmer von Ajax Amsterdam gegen Otman Bakkal von PSV Eindhoven zu.
Im April des vergangenen Jahres dann der Biss gegen den Chelsea-Kicker Branislav Ivanovic – mindestens so herzhaft wie gegen sein jüngstes Opfer Chiellini.
Ersten Meldungen aus Brasilien zufolge droht Suárez das WM-Ende. Wegen ähnlicher Vergehen wurde der Beisser in Holland und England schon für insgesamt 17 Spiele gesperrt. Entscheidend wird sein, was der mexikanische Referee Marco Rodriguez rapportieren wird.
Wenn er die Szene gesehen und beurteilt hat, kann Suarez ohne Strafe davonkommen, so wie der Spanier David Villa an der WM 2010 für einen Schlag ins Gesicht des Honduraners Emilio Izaguirre. Wenn Rodriguez Suarez' Beiss-Attacke aber nicht gesehen hat, droht dem Topskorer der englischen Premier League eine Sperre durch den TV-Beweis. (tom)