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Geschichte
Stehend von links: unbekannt, Thomann Otto, Vögeli Armin, Zürcher Hansruedi, Wasser Rudolf, Lüthi Fritz, Eberhart Armin
Kniend von links: Eggimann Ernst, Studer Hans, Junker Kurt, Studer Ernst, Thomann Fritz, Eberhart Willy
Gründung
Der Sport-Club Grafenried wurde am 15. April 1926 vorerst als «FC Jegenstorf» im Restaurant Kreuz in Jegenstorf gegründet. Erster Präsident war Max Grimbühler, erster Sekretär Ernst Marti.
Der neu gegründete Fussballclub bezog seine Spieler hauptsächlich aus der Firma Haenni in Jegenstorf, aus Grafenried und aus Moosseedorf. Der Fussballplatz befand sich zunächst bei der Sägerei in Jegenstorf, ein Jahr später im Hambüel, auf halbem Weg zwischen Jegenstorf und Grafenried.
Mit Sense und Rechen
In einer Waldschneise gelegen, wurde die Anlage doppelt genutzt. Während des Sommers musste der Boden bewirtschaftet werden, da dem Landwirt nicht sehr viel Miete gezahlt werden konnte. Es musste noch geheut und geemdet werden. Mitunter mussten die Spieler selbst mit Hand anlegen. Sie nahmen vor den Spielen Sense und Rechen, um den Platz noch ein wenig zu frisieren. Da es noch keine Beleuchtung gab und der Platz geschont werden musste, fanden die Trainings in der Regel am spielfreien Sonntagmorgen statt.
Der Platz im Hambüel war vor allem im Frühjahr und im Herbst recht sumpfig. Daher begab sich der Club im Jahre 1929 erneut auf die Suche nach einem neuen Spielfeld. Es war zu jener Zeit jedoch nicht sehr einfach, von einem Landwirt eine Wiese zu pachten, war doch der Fussball auf dem Lande noch wenig bekannt. "Sie verstüpfe wieder d'Schueh, hets albe tönt".
Erneute Platzsuche
Nach längerer Suche wurde der Club in Münchringen fündig. Drei Jahre lang spielte die Mannschaft fortan auf dem Platz nahe dem Restaurant zum Bad, wo es auch eine Umkleidekabine gab. Nach drei erfolgreichen Jahren in der Meisterschaft machten Finanzsorgen das Leben schwer. Die Eintrittsgelder und Mitgliederbeiträge reichten nicht mehr aus, um den Verpflichtungen nachzukommen.
Als sich auch noch die Platzmiete verteuerte, wurde eine erneute "Platz-Züglete" unumgänglich. Da das Gros des Nachwuchses hauptsächlich aus Grafenried stammte und Gründungsmitglied Ernst Balzli dort zu Hause war, ging es auf Platzsuche in Grafenried. Mit Rudolf Iseli, Gastwirt zum "Sternen" in Grafenried, konnte schliesslich 1932 ein Mietvertrag unter Dach gebracht werden. Die "Iseli-Matte" diente fortan als Sportplatz und sollte es knapp sechzig Jahre bleiben.
Mit dem Umzug erfolgte im Frühjahr 1932 auch die Umbenennung in Sport-Club Grafenried. Sportlich konnte nur ein Jahr später bereits der erste grosse Triumph gefeiert werden: die Oberaargauische Meisterschaft. Es sollte nicht der letzte grosse Sieg bleiben. Drei Jahre hintereinander holte die Mannschaft des SCG diesen Titel.
Eine kleine Episode am Rande zeigt, mit welcher Hingabe und mit welchem Eifer die Spieler damals zu Werke gingen:
Der Club hatte einen schon älteren Spieler aus Fraubrunnen namens Walter Huber. Als Stationsvorstand bei den SZB kam er des öfteren in arge Not, wenn er Sonntagsdienst hatte und zugleich Fussballspielen sollte. Einmal wollte er in der Halbzeit einen Zug abfertigen. Wegen einer Spielverzögerung reichte es ihm nicht ganz. Der Zug war schon eingefahren, als er mit dem Velo auf die Station gerast kam. In einem Rapport war die Rede von einem nicht sachgemässen Tenue bei der Abfertigung des Zuges, von geringelten Strümpfen und Fussballschuhen....
Schwierige Kriegsjahre
Die Wirtschaftskrise der 30-er Jahre war für den Verein und seine Mitglieder eine böse Zeit. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit 1938 wurden viele stellenlose Vereinsmitglieder in den Zivildienst eingezogen, beim Bergstrassenbau oder anderen öffentlichen Arbeiten eingesetzt. Dies hatte zur Folge, dass der Fussballbetrieb vorläufig eingestellt werden musste. Während des Aktivdienstes (1941 - 1945) ruhte der Betrieb ebenfalls.
Nach dem Krieg nahmen die Sportler den Spielbetrieb wieder auf. Wie die Chronisten berichten, holte der SCG in den Jahren 1953, 1958 und 1961 jeweils den seinerzeit bekannten Berner-Cup. Ende der 50er Jahre widmete sich der Sport-Club verstärkt der Jugendarbeit. Erstmals konnte der Verein für die Saison 1957/1958 eine Junioren-A-Mannschaft stellen. Bereits in den folgenden Saisons wurden auch Junioren B und C nominiert. Abgesehen von einem Unterbruch in den Jahren 1962 bis 1965 stellte der SCG seither jedes Jahr mindestens eine Jugendmannschaft.
Aufstieg in die 3. Liga
In der Saison 1970/71 schaffte die erste Mannschaft in der Meisterschaft den grossen Durchbruch: Als Gruppensieger in der 4. Liga und nach erfolgreich bestrittenen Aufstiegsspielen erfolgte erstmals der Aufstieg in die 3. Liga. Nach dem erfolgreichen Aufbau der Jugendabteilung, für die sich nicht zuletzt der heutige SCG-Ehrenpräsident Fritz Liechti mit grossem Einsatz stark gemacht hat, verfügt der Club ab 1973 auch über eine eigene Seniorenmannschaft.
Einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bildete das 50-Jahr-Jubiläum im Sommer 1976. Es wurde zu einem wahren Jubiläums-Dorffest. Aus allen Teilen des Fraubrunnenamtes, so berichten die "Tages-Nachrichten" am 26. Juli jenes Jahres, strömten die Gratulanten nach Grafenried, um mit ihrer Präsenz dem jubilierenden Verein ihre Verbundenheit zu dokumentieren.
"Iseli-Matte" ade
In den folgenden Jahren rollte der Ball wie gewohnt auf der "Iseli-Matte". Ende der 80er Jahre revidierte die Gemeinde Grafenried die Ortsplanung, womit auch die Zukunft des Fussballplatzes zur Diskussion stand. Die Kündigung erfolgte per Ende 1989. Sie trat am 30. Juni 1991 in Kraft. Der Verein ergriff jedoch sofort die Initiative und erstellte ein Ersatz-Spielfeld hinter der "Iseli-Matte", die überbaut wurde.
Dass dies keine Dauerlösung sein konnte, war allen Beteiligten klar. Für die rund zwölf Mannschaften des SCG war das Ersatz-Spielfeld zu klein. Nach der Kündigung des Trainingsfeldes neben der "Iseli-Matte" und der Umkleidekabinen im Restaurant "Sternen" drängte sich eine umfassende Lösung auf.
Diverse Bauprojekte
Die Suche nach einer geeigneten Fläche für eine neue Sportanlage blieb jedoch zunächst erfolglos. Vier mögliche Standorte stiessen auf Ablehnung der Behörden oder erwiesen sich als ungeeignet. Schliesslich fasste der SCG Ende 1993 den Entschluss, eine eigene Lösung am Riedweg zu realisieren.
Das neue Spielfeld neben dem Ersatzplatz nahm zuerst in den Köpfen, dann auf dem Papier und schliesslich in der Realität Form an. Vorausgegangen waren intensive Verhandlungen mit den Landbesitzern und umfassende Abklärungen bei den Behörden, sollte doch eine komplette Anlage mit Umkleidekabinen, Club- und Materialhaus erstellt werden.
2000 Stunden Fronarbeit
Schliesslich war es soweit. Der erste Spatenstich erfolgte im März 1995. Um die Kosten tief zu halten, waren alle Clubmitglieder gefordert. Insgesamt leistete der Club 2000 Stunden Fronarbeit. Der damalige Jugendbetreuer Rolf Gygax, Vizepräsident Hansruedi Kunz, Tiefbauchef André Spühler und Hochbau-Spezialist Daniel Iseli waren mit ihren Teams unermüdlich im Einsatz und erstellten in nur einem halben Jahr eine neue Anlage.
Die neuen Sportanlagen konnten am 10. September 1995 im Rahmen eines Festanlasses offiziell in Betrieb genommen werden. Das Einweihungsfest wurde zu einem Höhepunkt in der Clubgeschichte. Der damals amtierende Bundesrat Adolf Ogi, der in der Nachbarschaft wohnt, nahm am Eröffnungsspiel teil. Wie berichtet wird, liess es sich der populäre und sportbegeisterte Bundesrat nicht nehmen, selbst einige Treffer beizusteuern....
Auch sportlich konnte der SCG in jener Zeit Glanzlichter setzen. Unvergessen sind die Aufstiegsspiele zur 2. Liga im Sommer 1996. Sie lösten eine Welle der Euphorie rund um den Club aus, auch wenn der SCG den Aufstieg knapp verpasste. Nach einer Auswärtsniederlage in Allmendingen schlug der SCG den FC Breitenrain daheim 3 : 0 und schaffte in Belp ein 2 : 2. Nur ein Tor fehlte am Ende und die Sensation wäre perfekt gewesen.
Drei Jahre später hiess es für den SCG erneut, Schaufel und Spaten zur Hand zu nehmen. Wegen der Kündigung des Trainingsplatzes durch den Eigentümer musste ein neuer Hauptplatz erstellt werden. Einmal in Übung gelang auch dies problemlos. Erneut konnte mit viel Engagement und bescheidenen Geldmitteln ein schöner Platz erstellt werden, der im September 1998 im Rahmen eines kleinen Festes eingeweiht wurde.