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Physische Gewalt in weiblichen Peergroups
Eine Auseinandersetzung mit vorhandenen Interventionsmöglichkeiten für die Bearbeitung weiblicher Jugendgewalt im Rahmen der offenen Jugendarbeit
Die vorliegende Bachelor-Thesis setzt sich mit dem Phänomen Jugendgewalt auseinander, welches von grossem öffentlichen sowie wissenschaftlichen Interesse geprägt ist. Die Peergroup als relevanter Einflussfaktor auf die Sozialisation der Jugendlichen nimmt hinsichtlich der Gewaltbereitschaft einen wichtigen Stellenwert ein und bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung. Trotz der Ubiquität dieses jugendtypischen Phänomens präsentiert sich das theoretische Grundlagenwissen im Zusammenhang mit weiblichem Gewaltverhalten lückenhaft. Folglich bestehen auch in der Praxis für den direkten Umgang mit gewaltorientierten weiblichen Jugendlichen nicht eindeutige Handlungskonzepte. Die Annahme fehlender spezifischer Interventionsmöglichkeiten lässt offen, inwiefern das zur Gewaltprävention beauftragte Berufsfeld der offenen Jugendarbeit in Bezug auf weibliche Jugendgewalt wirkungsvolle und nachhaltige Unterstützungs- und Interventionsarbeit leisten kann. Um die erkannte Forschungslücke untersuchen zu können, wird im Rahmen vorliegender Bachelor-Thesis die folgende Fragestellung bearbeitet:
Inwiefern bestehen im Rahmen der offenen Jugendarbeit Interventionsmöglichkeiten für den Umgang mit weiblichem Gewaltverhalten in Peergroups?
Die Literaturarbeit widmet sich einer Auseinandersetzung mit der jugendlichen Sozialisation, der Peergroup als relevante Sozialisationsinstanz sowie dem Phänomen Jugendgewalt im Allgemeinen und bildet so die Grundlage, um schliesslich eine Verbindung zwischen Peergroups und dem Gewaltverhalten von weiblichen Jugendlichen herstellen und bestehende Interventionsmöglichkeiten für den Umgang mit weiblicher Jugendgewalt untersuchen zu können.
Die Untersuchung bestätigt, die im Fachdiskurs bestehende Auffassung, wonach Interventionsmöglichkeiten, welche spezifisch auf die Arbeit mit weiblicher Jugendgewalt abzielen, fehlen. Allerdings zeigt sich, dass geschlechtsneutrale Interventionen einer zielführenden Bearbeitung von weiblichem Gewaltverhalten nachkommen können, sofern sie bei der Planung und Durchführung geschlechtsspezifische Bedingungsfaktoren berücksichtigen. Die Notwendigkeit Interventionen geschlechtsspezifisch zu gestalten, lässt sich aufgrund der sich differierenden Lebenswelten weiblicher und männlicher Jugendlicher erklären. In diesem Sinne müssen weibliche Jugendliche als eine eigenständige, jedoch aufgrund der vorausgesetzten ganzheitlichen und individuellen Betrachtung, nicht als eine homogene Zielgruppe der Gewaltprävention verstanden werden. Die offene Jugendarbeit hat den Auftrag, diesem Umstand gerecht zu werden und folglich im Rahmen von Sensibilisierungsarbeit zu einem besseren Verständnis weiblicher Jugendgewalt beizutragen.
In Anbetracht des zunehmenden Interesses und dem festgestellten Anstieg weiblicher Jugendgewalt, erweisen sich themenspezifische Forschung sowie Fortbildungsprogramme für die Arbeit mit gewaltorientierten weiblichen Jugendlichen in Peergroups künftig als unerlässlich.