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Das brauchst du:
- 500 ml Milch (teilentrahmte Milch funktioniert gut)
- 50 ml hellen Essig (z. B. Weissweinessig oder Apfelessig)
- einen Kaffeefilter
- Sieb
- Geschirrtuch
- evtl. Lebensmittelfarbe
Selbstgemachte Milchstein-Kugeln.
Wenn du Essig zur Milch gibst, geschieht etwas Ähnliches wie bei der Käseherstellung: Die Milch scheidet sich in einen flüssigen Teil, die Molke, und das Milchprotein (Kasein) als festen Bestandteil. Dieser Prozess kann auch unkontrolliert stattfinden, wenn Milch verdirbt und Kasein ausflockt: Wir sagen dann, die Milch ist „sauer“ geworden.
Das ausgefallene Milchprotein nennt man „Bruch“ oder Käsebruch, da man daraus auch Käse herstellt. Lässt man das gewonnene Milchprotein einfach trocknen, schrumpft es und wird mit der Zeit zu einem harten „Milchstein“.
Milch ist eine Emulsion, also eine gleichmässig durchmischte Flüssigkeit, in der man die einzelnen Bestandteile nicht von Auge unterscheiden kann. Sie besteht aus Wasser, Milchzucker (Lactose), Fett und Proteinen. Das Protein, von dem es in der Milch am meisten hat, heisst Kasein. Die Säure des Essigs bewirkt, dass das Kasein gerinnt. Das heisst, die winzigen Proteinteilchen klumpen zu einer festen Masse zusammen und trennen sich von der Molke.
Dasselbe passiert, wenn man Rohmilch bei Raumtemperatur stehenlässt. In diesem Fall sind es Milchsäurebakterien, welche die Lactose verbrauchen und dabei Milchsäure produzieren. Diese lässt die Milch dick werden, also gerinnen.
Der halb-synthetische Kunststoff Galalith wurde Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Schon 300 Jahre früher war allerdings bekannt, dass man aus Milchprotein eine harte, formbare Masse herstellen konnte. In grossen Mengen wurde Galalith aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts produziert. Das Material war für Knöpfe, Griffe oder Schmuckstücke sehr beliebt, bis es von späteren Kunststoffen auf Basis von Erdöl verdrängt wurde. Weitere Infos findest du im Artikel Galalith: Ein Kunststoff auf Milchbasis.