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Inhalt
Geschichte
Lage
Volken liegt im Flaachtal (Zürcher Weinland) auf 406 Meter über Meer. Höchster Punkt ist der Worrenberg (auch Worbig genannt) mit 453 Metern über Meer. Das Dorf erstreckt sich entlang der Hauptachsen «Flaachtalstrasse» und «Glemetten-/Irchelstrasse». Etwas separiert vom Dorf in der Bachmulde liegt das Mühlequartier. Weiter vom Dorf entfernt befinden sich die Einzelhöfe «Worbigrüti» und «Ribi».
Wappen
Eine Wappenscheibe aus dem Jahr 1610 zeigt eine mit Zapfen behangene Tanne, auf der zwei überdimensionierte Eichkatzen (Eichhörnchen) sitzen. Der Baumstamm ist eingerahmt von zwei Haueisen oder Pflugscharen. 1703 ist der Baum im Wappen verschwunden. Neben der Pflugschar steht das Rebmesser. 1925 setzte die kantonale Wappenkommission das noch heute gültige Wappen fest: «In Rot eine gestürzte silberne Pflugschar, beseitet von zwei zugewendeten silbernen Rebmessern mit goldenen Griffen».
Geschichte
Volken wird im Jahre 1044 erstmals unter dem Namen «Volchinoven» (alemannische Siedlung) erwähnt. Bereits im Mittelalter ist Volken ein stark zersplitterter Grundbesitz. Als Besitzer erscheinen u.a. die Klöster Rheinau und St. Katharinental, Allerheiligen Schaffhausen, die Chorherrenstifte Embrach und Heiligberg Winterthur sowie die Herren von Eschlikon. Volken war Bestandteil der Gerichtsherrschaft Flaach, mit der es 1694 an Zürich kam. Im Jahre 1798 bildete Volken mit Flaach eine Munizipalgemeinde. 1803 wählte es den ersten Friedensrichter und 1805 erhielt die Gemeinde die volle Selbstständigkeit.
Bis 1604 gingen die Volkemer nach Andelfingen zur Kirche. Daran erinnert heute noch ein Wanderweg, der den Namen «Chileweg» trägt und über die Egg nach Andelfingen führt. Seit 1610 ist Volken der näheren Kirchgemeinde Flaach zugeteilt.
Das Dorfbild wird durch das 1892 gebaute alte Schulhaus mit seinem Glockenturm geprägt. Den Turm mit der Uhr erhielt er beim Umbau 1932. Für den Glockenturm üben Bewohner bei Hochzeiten, Trauerfeierlichkeiten usw. die Funktionen des Glöckners aus. Heute beherbert das alte Schulhaus zwei Wohnungen, nachdem 1982 die neue Schulanlage «Ankacker» entstand.
Aus Volkens Vergangenheit
Familienforscher Hans Peter Keller aus Küsnacht ZH hat sich intensiv mit der Geschichte seiner Familie und derjenigen der Gemeinde Volken auseinander gesetzt. Die Ergebnisse hat er in mehreren, sehr interessanten Publikationen zusammen gefasst. Um diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werden Sie mit der Zustimmung von Hans Peter Keller auf der Homepage der Gemeinde Volken veröffentlicht.
Chronik einer Familie Keller aus Volken
- Band 1: Volken und die Keller, von 1314 bis 1888
- Band 2: Die aus Volken wegzogen, aber in der Schweiz bleiben
- Band 3: Die nach Kanada ausgewandert sind
Beitrag über Volken im Radio SRF vom 27.01.2015
350 Einwohnerinnen und Einwohner zählt die beschauliche Gemeinde Volken im Zürcher Weinland. In den letzten Jahren ist die Bevölkerung jedoch gewachsen. Eingesessene Volkemer tun sich nicht leicht damit: Sie möchten am liebsten, dass alles so bleibt, wie es ist.
In Volken stellt immer noch die Landwirtschaft den wichtigsten Wirtschaftszweig. Zwei Drittel der Gemeindefläche werden von Bauern bewirtschaftet. Dieser Umstand könnte erklären, weshalb bei den letzten Nationalratswahlen über 50 Prozent der Volkemer SVP wählten. SP und Grüne erhielten zusammen nur gerade acht Prozent der Stimmen.
In Volken kennt noch jeder jeden
Gemeindepräsident Martin Keller liefert hingegen eine andere Erklärung: "Wir sind stark verwurzelt und heimatbezogen." Viele leben seit ihrer Geburt in Volken: "Es ist ein kleines Dorf, man kennt und grüsst sich." Weder er noch seine vier Kollegen im Gemeinderat sind Mitglied einer Partei. Das sei unnötig: "Volken ist so klein, man sieht auf die Person und nicht aufs Parteibuch."
Die Idylle droht jedoch zu zerfallen: Im letzten Jahr zogen 40 Personen nach Volken, ein Wachstum von rund 15 Prozent. Dieses Wachstum wird nicht von allen Einheimischen gerne gesehen. Sie würden gerne unter sich bleiben und wünschen sich, dass sich möglichst nichts ändert.
"Die Eingeborenen nehmen jemanden als Volkemer wahr, wenn er die Wurzeln hier hat."
Martin Keller, Gemeindepräsident
Obwohl in Volken mit einem Anteil von 13 Prozent nur gerade halb so viel Ausländerinnen und Ausländer leben wie im Rest des Kantons, ist das Misstrauen gegenüber dem Fremden gross. Dies hat sich auch in der Abstimmung zur Einwanderungs-Initiative der SVP niedergeschlagen: Sie wurde von den Volkemern im Gegensatz zum übrigen Kanton deutlich angenommen.Um in Zukunft eigenständig bleiben zu können, ist Volken andererseits auch auf Neuzuzüger angewiesen. Martin Keller hofft, dass sich die Neuen rasch integrieren. Ansonsten wünscht auch er sich, dass Volken so bleibt, wie es ist: "Sympathisch und klein".
(kerf; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)