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“Wir können aus diesem Loch herausklettern”, sagte Kolanovic, Co-Chef der Analyseabteilung von JPMorgan Chase, vergangene Woche im Bloomberg-Interview. “Es wird in diesem Jahr keine Rezession geben. Im Sommer wird der Konsum aufgrund der Wiedereröffnung der Wirtschaft zunehmen, und China wird seine geldpolitischen und fiskalischen Massnahmen ausweiten.”
Gestützt wird seine Meinung durch die Überzeugung, dass die Inflation in den USA wohl ihren Höhepunkt erreicht hat, oder kurz davor steht. Das würde den Preisdruck senken und der Federal Reserve ermöglichen, das Tempo der geldpolitischen Straffung zu verringern. Fed-Chef Jerome Powell sagte am Dienstag, die US-Notenbank werde die Zinsen so lange anheben, bis es “klare und überzeugende” Beweise dafür gibt, dass die Inflation auf dem Rückzug ist.
Schlechte Dinge bereits passiert
Im April stiegen die Preise für eine Reihe von Gütern des täglichen Bedarfs in den USA so schnell wie nie zuvor und die Ausgaben für diskretionäre Konsumgüter ebenfalls. Bei den Verbraucherpreisen insgesamt liess die Jahresteuerung im Vergleich zum März leicht nach. Im Monatsvergleich stiegen die Preise indessen stärker als prognostiziert.
“Die meisten schlechten Dinge sind in diesem Jahr bereits passiert”, sagt Kolanovic. Dazu gehöre, dass “die Fed eine sehr drastische Kehrtwende vollzogen hat und sehr aggressiv auf eine Straffung zusteuert.” Der Krieg in Europa indessen treibe die Rohstoffpreise, was Auswirkungen auf die Verbraucher habe. Zu China bestand die Hoffnung auf eine Stabilisierung und eine schnellere Ankurbelung der Wirtschaft ohne umfangreiche Lockdowns.
Fernhalten von defensiven Unternehmen
Kolanovic sieht erhebliche Chancen in den Bereichen Innovation, Biotechnologie und internationale Wachstumsaktien. Er empfiehlt, sich von defensiven Unternehmen wie Dividendenzahlern und den Herstellern von Massengütern fernzuhalten, da diese teuer seien.
Die US-Börsen sind am Mittwoch so stark abgerutscht wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Angesichts von Inflationsängsten und schwachen Unternehmenszahlen schloss der S&P 500 4 Prozent im Minus, wobei der Subindex für Konsumwerte 6 Prozent fiel.
(Bloomberg)