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Sixtoo ist das Pseudonym des aus Halifax/Kanada stammenden Robert Squire, welcher seine Teenie-Jahre auf Skateboards zubrachte, an Punk-Konzerten herumhängend, irgendwie aber auch Verbindungen zur Hip Hop und Graffiti-Szene aufbauend.
Mit Buck 65 als Sebutones unterwegs, hinterliess er bald Spuren in der Hip Hop-Gemeinde Nordamerikas, arbeitete mit Leuten wie Sage Francis, Peace von der Freestyle Fellowship, Aquasky, diversen Anticon-Acts zusammen, bevor er unter eigenem Namen zu produzieren begann.
Sein Album «Duration» (Audio Boxcutter-LP/Cease & Desist-CD, 2002) entstand im selben Jahr, in welchem er nach Montreal zog, wo er schnell in die lebendige Untergrund-Musikszene eintauchte, während sein Album-Debut schon beim Erscheinen als Klassiker des instrumentalen Hip Hop abgefeiert wurde.
Basierte dieses Werk vor allem auf von existierenden Schallplatten gelifteten Samples, richtete er sein Studio bald auch mit einem Fender Rhodes Electric Piano ein, auf welchem der musikalische Autodidakt seine eigene Musik zu komponieren begann. Nach einer weiteren instrumentalen 12″/EP letztes Jahr, den «Antagonist Survival Kit» – Instrumentals für das Label Vertical Form, wurde er von Ninja Tune in deren Labelkatalog aufgenommen, wo er mit der 12″ «Boxcutter Emporium» und dem Album «Chewing On Glass And Other Miracle Cures» dieses Jahr sein fulminantes Debut gegeben hat.
Das Album basiert ausschliesslich aus mit befreundeten MusikerInnen eingespieltem Material, darunter der Cellistin Norsola und dem Perkussionisten Thierry von Godspeed You Black Emperor, Eric Craven von den Hanged Ups, seinem Kumpel Matt Kelly, der ihn auf der Tour auch als Live-Musiker begleiten wird, und der Stimme vom früheren Can-Sänger Damo Suzuki, welchen er eigens für eine Aufnahme-Session nach Montreal einfliegen liess, um neben von ihm selbst gesungenen/gerappten Texten Stimm-Parts zu übernehmen.
Das Werk rechtfertigt seinen Ruf als Chefarzt für das Audio-Sanatorium von Leuten, welche gebrochene Herzen, Verzweiflung und Entwurzelung als generelle Leiden mit sich tragen: Düsternis und Schönheit, Melancholie und Euphorie, Jazz und Rock halten sich die Waage als Ingredienzen der angebotenen Kur.
Seine Ambition, diese auch als Live-Act zu verabreichen, ist hoch, und zu diesem Zweck hat er sich mit Matt Kelly, der auch einen grossen Teil zu der Produktion seines letzten Albums beigesteuert hat, an Bass und Synthesizern, dem Kid Koala-Mitstreiter P-Love an Fender Rhodes und Trompete, und DJ Signify zusammengetan.
Den Abend abrunden werden mit Blockhead, mit einem Live-Set am Laptop, ein weiterer Ninja Tune-Act aus Amerika, welcher schon als Produzent von Aesop und Mike Ladd etc. in Erscheinung getreten ist, und DJ Signify an den Plattenspielern. Hej, Homey: Die totale Therapie!