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Basel und seine Münzgeschichte

Unter jenen Schweizer Städten in denen im Mittelalter Münzen geprägt wurde, kann Basel auf eine der längsten Traditionen zurückblicken. Die ersten bekannten Münzen mit der Prägung "Basilea" sind zwei goldene Trientes aus dem 7.Jh die in den Tagen der Merowinger geschlagen wurden. In der folgenden Epoche der Karolinger fand der silberne Denar in römischer Tradition zunehmende Verbeitung im fränkischen Reich.

Aus der Regierungszeit des 911 verstorbenen Königs Ludwig IV. ist heute noch ein in Basel geprägter Denar erhalten. Auf die Karolinger folgten die Burgunder, unter deren Königen Ludwig der Friedfertige und dem 1032 verstorbenen Rudolf III. aus Basel Denare, Oboli und Hälblinge bekannt sind. Die späte Epoche der Burgunder fällt eine Neuheit - zum ersten mal erscheint der Name eines Bischofs von Basel auf einer Münze.
Am Fischmarkt (links im 17.Jh nach dem Stadtmodell im Museum Klingental) wo die Bänke der Geldwechsler lagen und der Birsig mit seiner Wasserkraft nahe war, befanden sich die ersten bekannten Prägestätten von Basel.
Adalbero II. war von 999 bis 1025 Bischof von Basel. Unter ihm ging das königliche Münzrecht an den Bischofsstuhl über, was Adalbero mit der Prägung seines Namens auf die ersten bischöflichen Münzen unterstrich. Von nun an lag das Prägen der Basler Münzen in den Händen der Kirche. Besonders wichtig für die Münzprägung war die im Jahr 1028 erfolgte Verliehung der Breisgauer Silberbergwerke durch Konrad II. an den Bischof von Basel.
Die Münzen der Bischöfe
Mit solchen Aufmerksamkeiten bereitet der deutsche Herrscher den Boden für die Einverleibung Basels in das Reich. Nach Rudolfs Tod ging Basel tatsächlich an das Deutsche Reich unter Konrad II. über. Die 1028 erfolgte Verleihung der Breisgauer Minen wurde 1073 von Kaiser Heinrich IV. bestätigt. Die Bischöfe hatten das Privileg jährlich neue Münzen zu prägen, mit der Auflage dass der Feingehalt des Silbers unverändert bliebe.
Die frühen Münzen waren beidseitig geprägte Denare. Sie zeigten den Namen des amtierenden Bischofs sowie jenen der Stadt Basel als Münzstätte. Als Bildmotiv trugen sie jeweils häufig ein Kreuz oder ein turmähnliches Bauwerk. Der 1213 verstorbene Bischof Lüthold von Aarburg liess als erster sein Portrait auf eine Münze prägen. Allmählich wurden die bischöflichen Denare durch einen schlichteren Typ von Münze abgelöst.
Auf die beidseitig geprägten Denare folgten die nur noch einseitig geschlagenen Münzen, die aus einem dünnen Silberblech bestanden und deren Fertigung ein Minimum an Aufwand erforderte. Vom lateinischen bractea (dünn) abgeleitet, werden die Münzen von Numismatikern "Brakteaten" genannt. Wegen dem darauf abgebildeten Bischofskopf der stets die Mitra trug, kamen die Münzen einst zum Beinamen "Mönchskappen".
Das wachsame Auge der Hausgenossen
Die Münzherstellung war einem bestimmten Personenkreis aus dem bischöflichen Haushalt anvertraut. Diese Leute im Dienste des Bischofs führten daher den Beinamen "Hausgenossen". Sie waren der Urkern der späteren Zunft gleichen Namens. Konkret für das Münzwesen waren der Münzmeister und seine Münzer verantwortlich. Unter der kundigen Leitung des Münzmeisters wurden die bischöflichen Münzen von Basel geprägt.
Der Münzmeister und die Hausgenossen waren auch zuständig für die Überwachung des Münzverkehrs und des Handels mit Silber und Gold. Zu diesen Pflichten gehörte auch das aus dem Verkehr ziehen von ungültigen oder falschen Münzen. Ihnen oblag auch die Verfolgung von Falschmünzern. Auf das Fälschen von Münzen stand damals in Basel eine überaus drakonische und abschreckende Strafe, nämlich das zu Tode kochen in heissem Öl.
Die Fassade des Zunfthauses zu Hausgenossen an der Freien Strasse 34. Die Zunft der Geldwechsler und Goldschmiede ging hervor aus jenen Dienstmännern des Bischofs, denen das Münzwesen seines Haushalts anvertraut war.
Man erkennt daraus welch ernste Sache die Wahrung des guten Rufes der Basler Münze war, die von echtem Schrot und Korn zu sein hatte. Während Schrot das Gesamtgewicht einer Münze bezeichnete, stand Korn für den Gehalt an Feinsilber oder Feingold. Das Verhältnis war festgelegt und nur wenn es eingehalten wurde war die Münze durch und durch vertrauenswürdig. Wankte das Vertrauen, litt der ganze Finanzhaushalt darunter.
Münzprägung am Fischmarkt
Die frühsten bekannten Prägestätten von Basel befanden sich am Fischmarkt wo man auch die Geldwechsler fand. In der Mitte des 13.Jh teilte sich die Bürgerschaft Basels, dank vergebener Darlehen der Stadt an den Klerus, die Aufsicht mit dem Bischof über die bischöfliche Münzstätte. Der "Schlagschatz" genannte Profit aus der Münze ging aber ausschliesslich an den Stuhl der Bischofs. Die Bürger indes, begehrten das Münzrecht in eigener Hand.
Das Bistum versank mit der Zeit immer tiefer in Schulden und mit dem Feingehalt des Silbers in den ohnehin schon billig gefertigten Münzen sah es auch zunehmend schlechter aus. In der Mitte des 14.Jh erscheint nebenbei erwähnt erstmals der Baselstab wie er uns bekannt ist auf einer Münze, rechts neben dem Bischofskopf prangend, während links davon ein "B" für Basel zu sehen war. Bald sollte der Stab die Münze dominieren.
Es fiel Bischof Jean de Vienne zu die Schulden des Bischofsstuhls mit harten Massnahmen zu mindern. Er verpfändete unter anderem am 12.März 1374 für 4000 der begehrten Florentiner Gulden das Münzrecht welches seine Vorgänger im 11.Jh erlangt hatten. Mit einem letzten Effort gelang es dem neuen Bischof Imer von Ramstein die Pfändung des Münzregals zu lösen. Doch schon 1385 musste er es für 1000 Goldgulden erneut versetzen.
Basel übernimmt das Münzrecht vom Bischof
Es gelang dem Bischof nicht auf das folgende Jahr die Pfandschuld zurückzuzahlen, so verfiel das Münzrecht definitiv an die Stadt. Für die Bürgerschaft Basels war dies eine Sache des Prestiges, denn nunmehr war die Stadt und nicht mehr der Bischof Herr über das Münzwesen, und der Schlagschatz ging in ihre Kasse. Was man da allerdings in die Hand bekam war bezüglich Schrot und Korn nicht so handfest wie es sein sollte.
Der Feingehalt an Silber war unter den Basler Bischöfen gesunken. Stete Geldnot machte kreativ, so scheint man bei den Münzen an Silber gespart zu haben um damit anderorten Löcher in der Kasse zu dichten. Diese Praxis nagte erheblich am eigentlich so wichtigen am Ansehen der Basler Münzen, die im Handel vielfach ungern angenommen, ja gar abgelehnt wurden. Die Stadt übernahm damit also eine inflationsgeplagte Münze.
Die Spiegelgasse mit deren Ausbau umd Verlägerung im 20.Jh die Schwanengasse in diesem Areal verschwand. An der Schwanengasse 2 (heute Raum Blumengasse) gab es vor 1450 eine Münzprägestätte.
Als äusseres Zeichen der neuen Münzherrschaft bekamen die Münzen nunmehr nicht mehr einen Bischofskopf sondern nur den Baselstab in ihre Mitte geprägt. Damit kam dann auch der Beiname "Stäbler" oder "Stebler". für die Basler Münzen. Neue Quellen mussten erschlossen werden um den gesunkenen Silbergehalt wieder zu heben. Basel streckte die Fühler nach anderen oberrheinischen Städten und Herrschern aus.
Der Rappenmünzbund
Die Zeiten waren schwer denn zwischen der Eidgenossenschaft und Österreich herrschten Spannungen, und erst mit Friedensschluss 1387 Frieden wurde die Basis zur Reform des Münzwesens stabiler. Ein Durchbruch brachte der 1403 als "Rappenmünzbund" geschlossene Münzvertrag. Dieser Bund vereinigte Basel, Freiburg, Breisach, Colmar und Thann und gab den Baslern Zugriff auf das notwendige Silber aus Minen in den Vogesen.
Mit einer ursprünglichen Geltungsdauer von sechs Jahren hatte der Rappenmünzbund schliesslich Bestand bis Ende des 16.Jh. Die Silbermünze war mittlerweile in Bedrängnis geraten. Goldgulden aus Florenz gewannen im 14.Jh zunehmend an Bedeutung in Europa, und erschienen vermehrt in Basel ab 1365. Der goldene Florentinergulden wurde allmählich zur Hauptwährung und brachte die Basler Silbermünze aus dem Gleichgewicht.
Der Rappenmünzbund half das Verhältnis zwischen Goldgulden und Silbermünze zu stabilisieren. 1425 beschloss der Bund die veralteten Brakteaten durch beidseitig geprägte Münzen zu ersetzen. In Basel erschienen Vierer im Wert von 2 Rappen und Doppelvierer zu 4 Rappen. Der Rappen war ein Kind des Rappenmünzbundes. Auch kam der Plappart zu 2 Schilling auf. Damit verschwanden die von den Bischöfen eingeführten simplen Hohlmünzen.
Anfänge der Goldprägung
Zugleich begann in Basel die Vorgeschichte der Prägung von Goldmünzen, die gegen den bereits genannten Goldgulden aus Florenz antreten sollten. König Sigismund beschloss 1425 als deutsches Reichsoberhaupt der Stadt Basel das Privileg zum Schlagen goldener Münzen zu verleihen. Der Rat von Basel bekam über den Reichserbkämmerer Konrad von Weinsberg mitgeteilt, dass in Basel eine Reichsmützstätte eröffnet werden sollte.
Die Goldmünzen schienen Sigismund ein rentables Geschäft, und Basel war ein wichtiger Handelsplatz wo viel Geld durchfloss. Ferner hatte im Vorjahr der Papst die Stadt Basel zum Ort des kommenden Konzils bestimmt, was über Jahre hinweg Konzilgänger und Entscheidungsträger aus ganz Europa dorhin bringen wird. Also eine idealer Ort und eine perfekte Zeit um die neuen goldenen Münzen unter die Leute und in Umlauf zu bringen.
Ein Vierer des 15.Jh. wie er in der Zeit nach den simplen Hohlmünzen auftauchte (links). Nach der Übernahme des Münzregals wurde ab 1388 an der Weissen Gasse im Bereich der früheren Liegenschaft 28 (Bild rechts) eine Münzstätte unterhalten.
Ein Beschluss alleine macht noch keine Goldmünzen, denn die Basler liessen sich Zeit. Im September 1429 befahl König Sigismund daher nochmals die Einrichtung einer Reichsmünzstätte in Basel. Wie vier Jahre zuvor, wurde wiederum der Basler Münzmeister Peter Gatz dazu berufen diese Münzstätte zu führen. Nun ging es schneller voran. Gatz bekam jährlich 80 Gulden aus dem Schlagschatz für seinen Unterhalt zugesprochen.
Zweifel über den Gulden aus Basel
Um 1430 begann die Prägung königlicher Goldgulden unter Peter Gatz. Basel war somit nebst Frankfurt und Nördlingen eine der drei Reichsmünzstätten des deutschen Reiches. Nebst den bereits erwähnten Prägestätten am Fischmarkt hatte Basel im Mittelalter noch mehrere andere. Vor 1450 lag in der Schwanengasse (heute im Komplex alte Börse aufgegangen) eine Münze, und an der Weissen Gasse 28 gab es eine weitere ab 1388.
Schon bevor in Basel Goldmünzen geprägt wurden, waren entlang des Rheins Goldgulden der rheinischen Kurfürsten in Umlauf. Diesen Fürsten waren die königlichen Gulden eine unerwünschte Konkurrenz, was sie dazu bewog den Goldmünzen des Konrad von Weinsberg übles nachzusagen, nämlich dass sie minderen Werts seien. Sigismund, seit vergangenem Mai Kaiser, bestätigte die reine Qualität der Basler Gulden im November 1433.
Die Münzen von Peter Gatz waren also kaiserlich zertifiziert und nicht minderwertig, aber ein gut gestreutes Gerücht schadet jedem Ruf, so dass Sigismund im Dezember 1434 erneut beteuern musste dass goldenen Gulden aus Basel gut und gerecht seien, um weitere Zweifel auszuräumen. Derweil war die Basler Reichsmünzstätte für drei weitere Jahre an Gatz vergeben worden, die er mit seinem Gesellen Heinrich von Rommersheim führte.
Die goldene Münze an der Sporengasse
Die Reichsmünzstätte in Basel florierte. Jährlich verliessen zehntausende von Goldgulden die Prägestätte. Konrad von Weinsberg selbst geriet indes in finanzielle Nöte, was dem Rat von Basel 1436 Gelegenheit gab ihm den Schlagschatz der Münze Basels und auch jenen der anderen beiden Reichsmünzen in Frankfurt und Nördlingen für 1600 Gulden zu erwerben. Schliesslich entschloss sich von Weinsberg sogar zum Verkauf der Münzen.
Er bot Basel 1437 die Reichsmünze zum Preis von 7000 Gulden an, aber der Rat winkte ab das ihm dies zu teuer erschien und die Münze selbst mit Schulden belastet war. Ein weiteres Angebot 1439 wurde ebenfalls abgelehnt, obwohl nun nur noch 4000 Gulden gefordert wurden. Von Weinsberg hausierte noch über ein halbes Jahrzehnt mit seinen drei Reichsmünzstätten, und niemand wollte sie haben. Er starb im Januar 1448.
Wo das Warenhaus Globus am Markplatz steht (links) lag bis 1904 an der einstigen Sporengasse das Haus zur Goldenen Münze, wo im späten 15.Jh Goldgulden geprägt wurden. Die Hausfassade steht heute an der Theaterpassage (rechts).
Seinen Erben hinterliess er nicht nur die Basler Münze sondern auch viele Schulden. Basel forderte sogleich ausstehende 1600 Gulden, ansonsten man die Münzbriefe für eigene Zwecke nutze. Die Erben verstanden es jedoch auf dem Rechtsweg die Münze in der Hand zu behalten bis zum Ableben von Philipp von Weinsberg dem Jüngeren 1503. Für die Zeit des ausgehenden 15.Jh ist der Standort der Münzstätte in Basel konkret bekannt.
Im Jahr 1487 erwarb der Thomas Brünner der Münzmeister das Haus an der Sporengasse 1. Dort wurde danach die Münzstätte zum Prägen der Basler Goldgulden eingerichtet, weshalb das 1904 abgerissene Haus den Namen "Zur goldenen Münz" trug. Die Fassade mit dem Hausnamen im Portal wurde jedoch gerettet und steht heute an einer anderen Stelle (siehe dazu letzten Abschnitt). Das Ende des Reichsmünzstätte Basel nahte.
Basel prägt eigene Goldgulden
Im Jahr 1503 ging die Münze an Eberhard von Königsstein über, der sie 1509 mit dem Segen von Kaiser Maximiliam I. nach Augsburg verlegte. Es dauerte nicht lange und die Basler begannen den Verlust der kaiserlichen Münzstätte schmerzlich zu fühlen. Um den Wegfall auszugleichen trachtete man danach eine eigene Münze einzurichten. Erst holte man beim amtierenden Papst Julius II. das Privileg zum Schlagen von goldenen Münzen ein.
Der Segen des Papstes genügte allerdings alleine nicht, denn die nach wie vor geltenden Direktiven des Münzrechts wollten befolgt sein. Daher bat man auch Kaiser Maximiliam I. um die Erlaubnis zur Einrichtung einer eigenen Münze. Das Privileg dazu verlieh der Kaiser am 10.Januar des Jahres 1516, womit die Stadt ermächtigt war goldene Basler Gulden zu schlagen. Die Prägung eigener Goldmünzen wurde nun wieder aufgenommen.
Inzwischen hatten sich bei den Silbermünzen neue Dinge ergeben. Der Rollbatzen aus süddeutschen und schweizerischen Münzstätten machte sich auch in Basel breit. Mit seinem kümmerlichen Silbergehalt brachte auch das Basler Silbergeld aus dem Gleichgewicht. Neue Münzsorten wurden geprägt, aber zunehmend wurde es schwerer an Silber zu gelangen. Zugleich breitete sich der billige Rollbatzen unaufhaltsam in die Geldbeutel aus.
Von den Münzschneidern
Der Rappenmünzbund musste nachziehen und einen vergleichbar billigen Batzen rausbringen. König Ferdinand I. von Österreich verbot schliesslich in seinem Hoheitsgebiet das weitere Prägen bisheriger Batzen.Der Rappenmünzbund drohte vom Silberkauf abgeschnitten zu werden. Man bat wiederholt bis der König neuen und grösseren Silbermünzen zustimmte. In der Folge wurden in Basel 1542 erstmals Silbertaler geprägt.
Ein Doppel-Assis (links) mit dem Schriftzug Moneta Nova Basiliensis, wie ihn schon der obige mittelalterliche Vierer trug. Solche Münzen wurden in der 1623 eingerichteten Münzstätte am heutigen Münzgässlein (rechts) geschlagen.
Basel brachte im 16.Jh eine regelrechte Dynastie von Münzenschneidern hervor. Zünftig zu Hausgenossen, wurde 1533 der Basler Münzenschneider Jörg Schweiger vom Rappenmünzbund beauftragt, für Batzen, Plappart sowie für Vierer und Doppelvierer neue Muster zu schneiden um einheitliche Masse zu bekommen. Sein Sohn Hans schnitt 1542 die ersten Prägestöcke für silberne Taler und Halbtaler der Städte des Rappenmünzbundes.
Ein weiterer Münzenschneider war der ab 1513 genannte Gregorius Spiel. Er schuf für Basel die etwas schlichteren Plapparte, Dicken und Doppelvierer seiner Tage. Im 17.Jh erscheint der begnadete Friedrich Fecher aus Strassburg, von dessen Hand ab 1640 Prägstöcke für Doppeltaler, Taler, Halbe Taler, Doppelte Guldentaler und Halbe Guldentaler stammen. Die Basler Münzen wurden zu Fechers Zeit in der Kuttelgasse geschlagen.
Die Münzstätte an der heutigen Münzgasse
Ab 1621 wurden in Basel wieder grobe Sorten geprägt. Darin waren inbegriffen die oben genannten Taler- und Guldentypen sowie die sogenannten Dicken, Zwölfer und Doppelassis. Man erkennt dass in den Tagen vor der Banknote eine für heutiges Verständnis irritierende Vielfalt an Münzen herrschte. Im Jahr 1623 erwarb Basel das Haus "zum Kessel" in der Kuttelgasse, eine frühere Metzgerei, direkt am Rümelinbach gelegen.
In dieser Liegenschaft wurde die neue Basler Münzstätte eingerichtet. Ein Wasserrad trieb zwei Streckwerke an. Daneben gab es in der Münze ein Rappenwerk sowie ein Präghaus. Ferner unter anderem ein Münzgewölbe und natürlich die Schmelzofenwerkstätte. Ab 1760 liess Basel zunehmend Münzen in der leistungsfähigeren Berner Münzstätte fertigen. Eine Praxis die im 19.Jh umfassend wurde, zu Ungunsten der Basler Münzstätte.
Eine letzte Glanzstunde kam mit der unter französischem Druck entstandenen Helvetischen Republik. Damals sollte in der ganzen Schweiz das Münzwesen vereinheitlicht werden, und die Münzstätten in Bern, Solothurn und Basel sollten das Einheitsgeld, den Helvetischen Taler, prägen. Den nationalen Münzen war allerdings kein langes Leben beschieden, denn ab 1803 begann in der Schweiz die Rückkehr zu den kantonalen Münzen.
Das Ende der Basler Münze
Noch einige Jahrzehnte behielt Basel seine immer weniger genutzte Münzstätte, da auch das neue kantonale Geld in Bern geprägt wurde. 1825 wurde Basel einer der sieben Kantone die das Münzkonkordat vereinbarte, welches die kantonale Münzhoheit aufhob. Die Münzstätte an der Kuttelgasse wurde kaum noch genutzt. Schulmeister Heinrich Weiss richtete 1824 in der Wohnung des früheren Münzmeisters eine Schule für Taubstumme ein.
Basler Münzen des 19.Jh. Links fünf Batzen von 1810 aus der Epoche nach der helvetischen Münzunion 1798-1803. Rechts ein Basler Batzen mit Schweizerkreuz auf der Rückseite aus den Tagen nach dem Münzkonkordat von 1825.
Am 22.Juni 1835 wurde die letzte Basler Münzstätte offiziell geschlossen und die Liegenschaft in Privathände verkauft. Es war der Basler Johann Jakob Speiser, der als Münzexperte der Bundesrats im Rahmen der eidgenössischen Münzreform dem Schweizer Franken 1850 zum Durchbruch verhalf. Damit war schliesslich auch das Basler Geld, faktisch seit Jahren tot, nunmehr definitiv bestattet. Die Münzen aus Basel waren Geschichte.
Im Jahr 1861 wird das Kuttelgässlein erstmals offiziell als "Münzgässlein" genannt; eine Reverenz an die verschwundene Münzstätte. Bis ins 20.Jh sah man an der alten Liegenschaft noch das steinerne Baslerwappen, welches an ihre einstige Bestimmung erinnerte. An ihrer Stelle erhebt sich der heutige Neubau Münzgasse 3. Nur an einer anderen Stelle kann man noch Bausubstanz einer ehemaligen Basler Münzstätte antreffen.
Das Haus Sporengasse 1 (später Marktplatz 1), wo im späten 15.Jh Thomas Brünner mit der Prägung von Basler Goldgulden begann, wurde 1764 umgebaut. Schliesslich riss man es ab um 1904/05 an seiner Stelle das Warenhaus von Julius Brann zu erbauen (1907 von Magazine zum Globus AG übernommen). Die Fassade des Hauses "Zur Goldenen Münze" wurde gerettet und steht heute an der Rückseite des Musiksaals an der Theaterpassage.

Beitrag erstellt 27.01.08 / Nachgeführt 17.04.08
Quellen:
primär genutzte
Casimir Hermann Baer, Kunstdenkmäler des Kantons Basel Stadt, Band 1, Basel, 1932, Birkhäuser Verlag, Seiten 75 bis 82
Bernhard Harms, Der Stadthaushalt Basels im ausgehenden Mittelalter, Erste Abteilung, Band 1, H.Laupp'sche Buchhandlung, 1909, Seite 15 (XV)
Paul Koelner, Anno Dazumal, Basel, 1929, Lehrmittelverlag des Erziehungsdepartements Basel-Stadt, Seiten 88 bis 92
Lorenzo Vasella, Basel und das liebe Geld, publiziert im Internet unter http://pages.unibas.ch/deja-vu/archiv/geld/muenzgeschichte.html
Christian Winterstein, Goldgulden von Basel, 1977, herausgegeben von der Numismatischen Abteilung des Schweizerischen Bankvereins, Seiten 11 bis 18 und 29
Münzen und Medaillen, publiziert im Internet auf der Website gravura basiliensis unter http://www.gravurabasiliensis.ch/muenzen-medaillen.html
sekundär genutzte
E. Blum und Th. Nüesch, Basel Einst und Jetzt, Eine kulturhistorische Heimatkunde, Basel, 1913, Verlag Hermann Krüsi, Seiten 92 bis 93
Eugen A.Meier, Verträumtes Basel, Basel, 1974, Birkhäuser Verlag, ISBN 3-7643-0730-7, Seite 88
André Salvisberg, Die Basler Strassennamen, Basel, 1999, Christoph Merian Verlag, ISBN 3-85616-104-X, Seite 293

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