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Greuze
(spr. gröhs'), Jean Baptiste, franz. Maler, geb. zu Tournus bei Mâcon, erhielt den ersten Unterricht von dem Lyoner Maler Gromdon und bildete sich dann auf der Pariser Akademie nach dem Modell. Sein erstes größeres Bild, ein Familienvater, seinen Kindern die Bibel [* 2] auslegend, fand lebhaften Beifall. Im J. 1755 begab er sich nach Rom, [* 3] ohne jedoch durch diese Reise seine auf andre Ziele gerichtete Kunst zu fördern. Erst auf Andringen der Akademie, welche ihn als »aggrégé« angenommen hatte und auf seine Probearbeit wartete, trat er 1768 mit einem Bild aus dem historischen ¶
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Genre an die Öffentlichkeit: der Kaiser Severus, seinen Sohn wegen des in den Engpässen Schottlands gegen ihn beabsichtigten
Attentats zur Rechenschaft ziehend (im Louvre), welches Bild ihm die Mitgliedschaft der Akademie erwarb. Durch die Revolution
um sein Vermögen gekommen, starb
Greuze zu Paris
[* 5] in dürftigen Umständen. Die Motive zu seinen
besten Bildern sind dem häuslichen Leben der mittlern und untern Klassen der französischen Gesellschaft entnommen, und er
befolgte bei diesen Darstellungen genau die von Diderot für die Bühne aufgestellten Normen.
Berühmt namentlich sind seine Darstellungen junger Mädchen, deren liebenswürdig-naive, wenn auch etwas kokette Haltung einen großen Reiz übt. Im Louvre befinden sich außerdem: die Dorfbraut, des Vaters Fluch und das Gegenstück dazu: der reuevoll zurückkehrende Sohn, der zerbrochene Krug u. a. Das Berliner [* 6] Museum besitzt eins der anziehendsten Bilder des Künstlers: ein kleines Mädchen mit einem schwarzen Tuch um die Schultern, die Eremitage zu Petersburg [* 7] ein andres, nicht weniger treffliches: ein gichtbrüchiger Alter.