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Wenn man so will, waren die ersten Werbefachexperten die Marktschreier auf den Märkten im Mittelalter. Sie zogen von Markt zu Markt, um dort ihre Waren anzupreisen. Mündlich erklärten sie den Besuchern des Marktes die Vorzüge ihrer Produkte. Am Markt selbst konnte sich das Publikum über die Vorzüge informieren und die Ware direkt kaufen. Neben der mündlichen Werbung gab es auch schriftliche Werbung. So fand man zum Beispiel in Pompeji Werbetafeln mit Produktbeschreibungen.
Im Zuge der industriellen Revolution veränderte sich die Werbung. Es begann die Massenproduktion von Konsumgütern. Einher ging die Entwicklung, dass die Produkte nicht mehr nur produziert wurden, um die Existenz des Menschen zu sichern. Immer mehr Ware entstand, die die psychologischen und emotionalen Bedürfnisse der Leute ansprachen und befriedigen wollten. Zudem entstand das Konzept der Marke. Es entstanden Marken, die bei der Gesellschaft für Werte standen.
Ab 1849 kann man Werbeanzeigen in der Presse belegen. Zeitungen nutzen die Anzeigen um Einnahmen zu genieren. 1855 entstand die erste Werbeagentur für Zeitungsanzeigen. Ferdinand Haasenstein eröffnete sie, um den Anzeigenmarkt besser zu organisieren. Die sogenannte „Annoncen-Expedition“ kann somit als eine Art Vermittlungsinstitut zwischen Unternehmen und Presse gesehen werden. 1854 wurde in Berlin die erste Litfaßsäule aufgestellt. Werbung wurde mehr und mehr Bestandteil im Alltag. Das führte natürlich auch zu Kritiken an der Werbung und den Anzeigen. Diese wurde unter anderen auch von Philosophen geäußert.
Der Konsum der Gesellschaft stieg an und wurde Teil des Lifestyles. Marken- und Markenprodukte wurden immer wichtiger, um sich damit in der Gesellschaft zu behaupten. Auch die Werbeanzeigen änderten sich und wurden professioneller. Die grafischen Darstellungen wurden professionalisiert und nahmen im Stadtbild, zum Beispiel in Schaufenstern, zu. In den 1920er Jahren erstanden auch die ersten Leuchtreklamen. Somit war Werbung auch in der Nacht in den Schaufenstern zu sehen.
Im Jahr 1930 entstand das Phänomen, auf dem die heutigen Supermarkt-Ketten basieren. Vor dieser Zeit bestimmte der Verkäufer, welche Waren in seinem Angebot erhältlich waren. Das war aufgrund des knappen Angebot an Produkten auch nicht anders möglich. Um 1930 wechselte diese Situation hin zu einem Käufermarkt: Der Käufer dominierte aufgrund seiner Nachfrage den Markt und konnte aus einer großen Produktvielfalt auswählen. Dabei wurden nicht nur Waren gekauft, die für das Leben notwendig waren. Immer mehr stieg der Kauf von Produkten aus dem emotionalen Effekt heraus zu. Daneben stieg die Wichtigkeit von Markenprodukten. Natürlich entwickelten die Warenhersteller aufgrund ihrer Erfahrung die ersten Markenstrategien, um noch mehr Käufer zu erhalten. Ein Vorzeigebeispiel für den europäischen Markt ist die deutsche Marke Dr. Oetker. Bei der Einführung des Backpulvers bediente sich die Marke einer neuen Werbestrategie.
Zwischen 1950 und 1960 setzte ein neuer Trend im Konsumverhalten der Leute ein: Der Selbst-Bedienungsladen. Hier musste die Unternehmen überlegen, wie sie ihr Produkt neben den Konkurrenzprodukten herausstechen lassen. Durch Steigerung des Bekanntheitsgrades durch Werbemaßnahmen sollte das gelingen.