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Die Sparte Lawinenhund (LawH) umfasst drei Schwierigkeitsstufen, die Klassen LawH 1, LawH 2 und LawH 3. Sie ist insbesondere für mittlere bis grosse Hunde geeignet, ganz kleine bzw. ausserordentlich grosse und schwere Hunde haben im tiefen Schnee Schwierigkeiten, sich fortzubewegen.
Die Sparte Lawinenhund verlangt vom Hund eine gute Kondition, Sucheifer, Führigkeit sowie einen guten Appell. Bevor eine Prüfung in der Sparte Lawinenhund gemacht werden kann, muss der Hund bereits eine bestandene Prüfung mit Unterordnung (mindestens BH 1) absolviert haben.
Zu der jeweils nächst höheren Stufe ist zugelassen, wer die vorherige Stufe mit Erfolg bestanden hat, das heisst an einer offiziellen Prüfung der SKG in jeder Sparte mindestens 70% der Höchstpunktzahl und somit das AKZ (Ausbildungskennzeichen) erreicht hat.
Jede der drei Klassen besteht aus den Disziplinen Grobsuche und Feinsuche. Die einzelnen Arbeiten innerhalb dieser Disziplinen werden nachfolgend kurz erläutert.
Grobsuche
Der Hund hat innerhalb einer bestimmten Zeit auf einem natürlichen oder künstlich präparierten Lawinenfeld nach 2 verschütteten Personen zu suchen und diese anzuzeigen. Die beiden Versuchspersonen liegen je in einer Tiefe von ca. 2 Metern in einem zugeschütteten Schneeloch. Der HF meldet sich mit Tourenausrüstung (Skis, Tourenbindung, Felle), Rucksack sowie Lawinenschaufel beim Richter an. Während der Arbeit kann er den Rucksack im Materiallager deponieren. Die Lawinenschaufel hat er während der ganzen Arbeit bei sich zu tragen.
Zu Beginn hat der HF aus einem 23 Fragen umfassenden Katalog 5 Fragen zu beantworten. Anschliessend stellt der Prüfungsrichter dem HF eine taktische Aufgabe, das heisst er schildert die "Unfallsituation". Durch geschicktes Fragen erhält der HF allenfalls noch zusätzliche nützliche Informationen, welche ihm eventuell erlauben, den Suchbereich noch etwas einzuschränken. Der HF gibt dem Prüfungsrichter seinen ermittelten primären Suchbereich bekannt und setzt daraufhin seinen Hund an einem frei wählbaren Punkt auf der vorgegebenen Grundlinie ein. Die Zeitrechnung beginnt mit dem Betreten des Lawinenfeldes durch HF oder Hund.
Der Hund muss sich auf grosse Distanzen lösen, selbständig und intensiv suchen, ohne sich am HF zu orientieren, und sich auch auf weite Distanzen mit möglichst wenigen Kommandi gut führen lassen. Hat der Hund eine Person gefunden, hat er dies in unmittelbarer Nähe der Vergrabestelle durch intensives, ununterbrochenes Scharren anzuzeigen. Der HF begibt sich möglichst rasch zum Hund und meldet dem Prüfungsrichter die Anzeige durch Rufen oder durch Hochheben des Skistocks. Bei Richtigkeit bestätigt der Prüfungsrichter die Anzeige. Der Hund muss bis zum Eintreffen des HF beim Fundort ohne Unterbruch scharren. In der Klasse LawH 1 kann der HF seinem Hund unter Mithilfe einer Grabmannschaft den Kontakt zu beiden Versuchspersonen ermöglichen. In der Klasse LawH 2 ist dies nur noch bei einer Versuchsperson möglich; der HF kann selber entscheiden, bei welcher Anzeige er Kontakt haben möchte. Während dieser Zeit wird die Zeitmessung unterbrochen. In der Klasse LawH 3 erfolgt keine Kontaktnahme mehr. Nach der ersten Anzeige setzt der HF seine Suche in unmittelbarer Nähe der Fundstelle fort. Die Suche ist mit der zweiten Anzeige oder nach Ablauf der vollen Suchzeit (20 Minuten) beendet.
Abgesehen vom Erfolg sowie den Anzeigen werden auch die Fragen, das taktische Verständnis, das Verhalten des Hundes, die Fehlanzeigen, die Führigkeit, das Verhalten des Hundeführers sowie die Erfolgszeit bewertet. Der Hund hat ohne Punkteabzug 10 Minuten Zeit, beide Personen aufzufinden. Nach Ablauf von 10 Minuten wird pro angebrochene halbe Minute ein Punkt abgezogen.
Für die einzelnen Klassen gelten folgende Angaben:
LawH 1: primärer Suchbereich ca. 5000 m2, 2-
LawH 2: primärer Suchbereich ca. 7000 m2, 2-
LawH 3: primärer Suchbereich ca. 9000 m2, 1-
Feinsuche
Die Feinsuche findet unmittelbar nach der Grobsuche statt. Der Hund hat innerhalb einer bestimmten Zeit eine durch Fähnchen an den 4 Eckpunkten markierte Schneefläche systematisch, das heisst in Querschlägen, nach einem vergrabenen Rucksack abzusuchen. Die Suchrichtung wird durch den Prüfungsrichter vorgegeben und ist für alle Teilnehmer gleich. Der HF darf seine Skier während der ganzen Arbeit nicht abschnallen und hat in der Feinsuche eine Sondierstange mitzuführen.
Der HF darf sich nur innerhalb einer Bandbreite von je 3 Metern beidseitig der Mittellinie bewegen. Von dort aus schickt er seinen Hund in geraden Querschlägen abwechslungsweise nach rechts und nach links. Hat der Hund den Rucksack aufgefunden, hat er diesen durch intensives, ununterbrochenes Scharren anzuzeigen. Nach dem Melden der Anzeige geht der HF zu seinem Hund und hilft ihm beim Ausgraben des Rucksacks. Der Hund muss bis zum Eintreffen des HF beim Fundort ohne Unterbruch scharren. Der HF nimmt den Rucksack auf den Rücken und übergibt ihn erst nach Beendigung der Arbeit dem Prüfungsrichter. Nach dem Auffinden des Rucksackes haben Hund und HF weiter zu revieren, bis das ganze Feld abgesucht bzw. die Zeit abgelaufen ist.
Für die einzelnen Klassen gelten folgende Angaben:
LawH 1: Reviergrösse 50x30 Meter, Vergrabetiefe (überdeckt) 30 cm, Zeitdauer 10 Minuten (Abbruch frühestens nach 6 Minuten möglich)
LawH 2: Reviergrösse 50x40 Meter, Vergrabetiefe (überdeckt) 40 cm, Zeitdauer 10 Minuten (Abbruch frühestens nach 8 Minuten möglich)
LawH 3: Reviergrösse 50x50 Meter, Vergrabetiefe (überdeckt) 50 cm, Zeitdauer 10 Minuten (Abbruch nicht möglich, der Hund muss ausrevieren)