Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03300.jsonl.gz/261

Der Walliser CVP-Politiker Nicolas Voide kandidiert bei den Staatsratswahlen vom kommenden März auf einer gemeinsamen Liste mit den SVP-Kandidaten. Der ehemalige Präsident des Kantonsparlaments steht damit in direkter Konkurrenz zum ehemaligen CVP-Präsidenten Christophe Darbellay.
Auch Darbellay bewirbt sich um einen Sitz im Staatsrat. Doch beide Männer wohnen im gleichen Bezirk und die Kantonsverfassung sieht vor, dass nur einer – nämlich derjenige mit dem besten Ergebnis – in die Regierung einziehen kann.
CVP-SVP-Allianz ist ein Novum
Auf der neuen Liste «Rechtsbürgerliches Bündnis» stehen neben Voide die beiden Walliser SVP-Kandidaten Oskar Freysinger (bisher) und Sigrid Fischer-Willa. Eine rechtsbürgerliche Allianz zwischen SVP und CVP – das ist ein Novum in der Walliser Politik. Der «Walliser Bote» nennt das Manöver einen «veritablen Knall, der nachhallen könnte». Denn Aufgrund der Bezirksklausel könnte Voide im Schlepptau Freysingers der Kandidatur Darbellays in die Quere kommen.
In der CVP Wallis gibt es Streit zwischen dem liberalen und dem konservativen Flügel. Die Missgunst der Konservativen ist insbesondere deshalb angestiegen, weil sie realisierten, dass Darbellay seine CVP-Kandidatur zu einer Zeit durchboxte, als er wusste, dass er zum vierten Mal Vater wurde – aus einer Affäre
Darbellays Seitensprung als Mitgrund
Darbellay besiegte im Frühjahr 2016 der amtierende Finanzdirektor Maurice Tornay – ein rechtskonservativer Christdemokrat. Das Kind aus dem Seitensprung Darbellays kam im Herbst zur Welt.
SVP-Staatsrat Oskar Freysinger kommentiert seinen Coup gegenüber dem «Walliser Boten» folgendermassen: «Es ist an der Zeit, dass sich die wertzentrierten rechtsbürgerlichen Kräfte hinter einem Gesellschaftsprojekt vereinen, das in den traditionellen Grundwerten verankert und zugleich zukunftsorientiert ist.»
Und Darbellay? Er interpretiere Freysingers Schachzug als «Angstreaktion». «Freysinger fürchtet, dass ich ihn schlagen werde.» Die Kandidatur Voides werde zudem einen grossen Mobilisierungseffekt innerhalb der CVP auslösen. «Ich habe noch nie so viele Solidaritätsbekundungen erhalten wie in den letzten Stunden», so der ehemalige CVP-Präsident.
Wird Voide jetzt aus der CVP geworfen?
Die Ausgangslage für die Staatsratswahlen vom März werden nun äusserst spannend. Die CVP will ihre bisherigen drei Sitze mit drei Kandidaten verteidigen, die FDP versucht mit Claude Pottier und Frédéric Favre den vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückzugewinnen, die SP geht mit einem Zweierticket – Esther Waeber-Kalbermatten (bisher) und Stéphane Rossini – in den Wahlkampf und der ehemalige Informationschef der Kantonspolizei Jean-Marie Bornet kandidiert als Unabhängiger.
Sollte Voide gewählt werden – ist es dann ein CVP- oder ein SVP-Staatsrat? «Einer der CVP», sagt Freysinger. «Falls sie ihn nicht aus der Partei rausschmeissen.» (nmz)Publiziert am 03.01.2017 | Aktualisiert um 22:16 Uhr