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Macron besuchte am Donnerstag Beirut. Die folgenden 3 Videos werden in Erinnerung bleiben.
Zwei Tage nach der schweren Explosion hat Emmanuel Macron Beirut besucht. Der französische Präsident besuchte den Hafen und machte sich ein Bild von der Zerstörung in den umliegenden Strassen. Wie diverse Videos von Macrons Besuch zeigen, liegen die Nerven in der libanesischen Hauptstadt blank.
Für die Bodyguards des französischen Präsidenten muss der Besuch in Beirut ein Albtraum gewesen sein. Wie ein Video des BBC-Journalisten Quentin Sommerville zeigt, war das Gedränge in den Strassen der libanesischen Hauptstadt sehr gross. Viele aufgebrachte Bürger konfrontierten den französischen Präsidenten mit ihren Sorgen und Forderungen. Man hörte etwa einen Mann flehen: «Bitte helfen Sie uns! Was machen Sie, um uns zu helfen?»
Zudem hörte man immer wieder, wie die Menschen in den Gassen den Sturz der libanesischen Regierung fordern: «Das Volk will den Sturz des Regimes!» Macron versuchte trotz des grossen Durcheinanders ruhig zu bleiben und mit einzelnen Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Ein Austausch wird wohl besonders in Erinnerung bleiben. Eine Frau liess ihrem Ärger über die aktuelle und vorhergehende Regierung freien Lauf. Sie warf Macron vor, dass er sich mit «Warlords» treffe. Der französische Präsident wurde vom libanesischen Präsidenten, Michel Aoun, in Empfang genommen. Der Premierminister, der Präsident und der Sprecher des Parlements würden alle unter einer Decke stecken, schimpfte die Frau. «Sie haben uns die vergangenen Jahre manipuliert.»
Der Gast aus dem Elysée-Palast, das erste Staatsoberhaupt, welches den Libanon nach der Katastrophe besuchte, hörte der Frau zunächst geduldig zu. Dann entgegnete er ihr: «Ich bin nicht hier, um denen zu helfen. Ich bin hier, um euch zu helfen.»
Anschliessend nahm der französische Präsident die Frau zu sich und umarmte sie innig. Das Bild der Umarmung wird nun auf Social Media herumgereicht. Es zeigt einen starken Kontrast. Während sich die libanesische Regierung seit der Explosion nicht auf die Strasse wagte, begab sich Macron auf Augenhöhe mit der leidtragenden Bevölkerung.
Mehrfach hörte man von den Menschen auf der Strasse den Wunsch nach einem politischen Wandel im Libanon. Hilfsgüter und Geld alleine würden nicht viel bringen. Macron ging auf diese Forderungen ein und kündigte an, dass er einen neuen politischen Pakt einfordern werde.
Dann fügte er eine Aussage an, die noch für Gesprächsstoff sorgen dürfte, zumal Frankreich im vergangenen Jahrhundert als Kolonialmacht noch das Sagen im Libanon hatte. Macron sagte über seine Pläne für politische Reformen: «Ich werde am 1. September zurückkommen und falls sie es nicht hinkriegen, werde ich meine politische Verantwortung übernehmen.»
(cma)
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