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2,4 Tonnen an Verpflegung hätte der russische Raumfrachter «M-27M Progress» zur ISS transportieren sollen, doch er verfehlte seine Umlaufbahn und stürzte unkontrolliert auf die Erde. Jetzt liegen seine Überreste auf dem Grund des Pazifiks.
Dort ist der Weltraummüll nicht allein: Im Januar 2012 regneten die Trümmer der russischen Raumsonde «Phobos-Grunt» in den Ozean. Schätzungen der Europäischen Weltraumagentur Esa zufolge hatten sie ein Gewicht von 300 Kilogramm. Nur vier Monate zuvor stürzten etwa 26 Stücke des US-Satelliten «UARS» mit einem Gewicht von bis zu 140 Kilogramm in das gleiche Meer.
Jedes Jahr treten 40 bis 50 Teile des Schrotts im Weltall in die Erdatmosphäre ein. Was viel klingt, ist bei der schieren Menge an Weltraummüll eine winzige Zahl. Denn: Laut Angaben des Space Debris Office der Esa schwirren alleine rund 20‘000 Teile, die grösser als 10 Zentimeter sind, um die Erde.
Weltraumschrott kommt näher
Zwei Drittel dieser Trümmer befinden sich im «Low Earth Orbit», also tiefer als 2000 Kilometer. Die Restatmosphäre um die Erde bremst die Trümmerteile ab und bringt sie zum Sinken.
Je näher sie der Erde kommen, desto schneller fallen sie: Auf 600 Kilometern Höhe dauert es nur rund 25 Jahre, bis der Weltraumschrott in die Erdatmosphäre eindringt. Auf 400 Kilometern Höhe ist es nur noch ein Jahr. Hier befindet sich die Internationale Raumstation ISS.
Besonders stark ist die Abbremsung beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Bei einer Geschwindigkeit von 27‘000 Kilometern pro Stunde wird der Weltraummüll quasi komplett zum Halt gebracht. Dabei wird so viel Energie freigesetzt, dass der Schrott oft vollständig verbrennt.
Überreste lassen sich nicht verfolgen
Übrig bleiben vor allem Tanks oder andere Reste aus hitzeresistenten Materialien wie Stahl oder Titan. «Diese Überreste fallen dann in der normalen Fallgeschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde senkrecht auf die Erde», sagt Holger Krag vom Space Debris Office der Esa.
«Der Wiedereintritt eines Objekts in die Erdatmosphäre kann vom All aus gesehen werden», erklärt Krag: «Denn es wird dabei sehr heiss und hinterlässt eine Signatur im Infrarot-Bereich.» Deshalb kennen die Wissenschaftler den genauen Eintrittspunkt der Trümmerteile in die Erdatmosphäre – so auch im Fall der «Progress M-27M».
Der Verbleib der Teile lösst sich hingegen nicht weiter verfolgen. Sie fallen zwar ausgehend von ihrem Eintrittspunkt auf die Erde, verteilen sich aber in einer 800 bis 1000 Kilometer langen Zone. Insgesamt wurden bisher rund 100 Weltraum-Trümmer per Zufall entdeckt.
Für Menschen kaum gefährlich
Dass der Weltraumschrott für den Menschen gefährlich wird, ist sehr unwahrscheinlich. Selbst als im Jahr 1979 die Überreste des 70 Tonnen schweren US-Weltraumstation «Skylab» über West-Australien niedergingen, wurde niemand verletzt.
Kritischer ist der Weltraumschrott hingegen für die sechsköpfige Besatzung der ISS: Die Raumstation wird regelmässig von Trümmern getroffen. Zwar ist sie durch einen massiven Schutzmantel gegen den Aufprall kleinerer Teile gesichert. Rund ein Mal im Jahr muss sie dennoch Ausweichmanöver fliegen.