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| Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)

Sechstes Buch
Nr. 5
Wird sich die Sache nun aber nicht so verhalten, dann entschwindet alle Hoffnung auf Beistand, und es wird zweifelhaft seyn, ob ihr von den Göttern gehört werdet oder nicht, wenn ihr einmal die heiligen Dienste nach den gebührenden Zeremonien vollbringt: denn setzen wir zur Verständigung, es habe irgend eine Gottheit einen Tempel bei den kanarischen Inseln, und ebenfalls bei der äußersten Thule; ferner bei den Seren, bei den dunkelfarbigen Garamanten und wo immer wohl Andere sind, welche von gegenseitiger Kunde Meere, Gebirge, Waldungen und die vier Weltgegenden absondern. Wenn nun diese Alle zu einer und derselben Zeit den göttlichen Dienst vollziehen, und was jeden sein Bedürfniß zu erwägen nöthigt sie von der Gottheit erflehen, werden sämtliche eine gewisse Hoffnung der zu gewährenden Wohlthat haben, hört der Gott nicht allenthalben die zu ihm abgeschickte Rede, und findet irgend eine weite Entfernung statt, wodurch das Gebet der Hülfefordernden nicht hindringen kann? denn entweder wird er an keinem Orte gegenwärtig seyn, kann er irgend einmal irgendwo nicht seyn; oder er wird doch an einem Orte wenigstens zugegen seyn, weil er insgesammt [S. 167] und ungetrennt sein Gehör nicht zu verleihen vermag. Und dergestalt geschieht es, daß entweder Keinem der Gott ganz und gar hilft, wenn mit etwas Anderem beschäftigt er zur Erhörung herbeizueilen unterließ, oder daß nur die Einen als Erhörte allein fortgehen, die Uebrigen aber fruchtlos flehten.