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Bern d. 15. Decbr 1862.
Mein lieber Freund!
So eben in den Besitz Deiner werthen Zeilen gelangt, beeile ich mich Dir zu erwiedern, daß ich bereit bin, nächsten Samstag od. Sonntag an einem von Dir zu bestimmenden Orte zusammen zu treffen. Vielleicht wäre Baden od. Aarau zu einer Zusammenkunft noch geeigneter als Olten. Vor Samstag kann ich nicht wohl fort.
Ihr werdet wohl den famosen Rechnungsfehler auf Seite 6. der Broschure St. schon entdeckt haben. Die Verzinsung von 250. Millionen à 4½% macht nicht 11,125,000 Fr., sondern 11,250,000 Fr. Dadurch reduzirt sich der angebliche Vorschuß auf Seite 8. von 134,550 Fr. auf bloße 9,550 Fr. Ich glaube, es wäre gut, diesen Punkt separat ins Licht zu stellen, da er a priori alle andern Berechnungen in ein ungünstiges Licht stellt.
Der Widerspruch Knüsels ist allerdings, wenigstens theilweise, vorhanden; | doch läßt er eine befriedigende Erklärung zu, wenn Knüsel, wie wahrscheinlich, die Broschure erst in letzter Zeit im Manuscript gelesen hat. Ich möchte ihn zur Zeit nicht besonders urgiren, da Knüsel sich gegen das Projekt ausspricht. Ueber Fornerod bin ich im Unklaren, doch habe ich Zweifel, ob er mitmachen würde.
Gestern sprach ich hier Allet. Er sagte mir, es könnte ihnen nur angenehm sein, wenn die Eidgenossenschaft so viel für die Aktien der Ligne d'Italie bezahlen würde. Trotzdem seien sie aber doch gegen das Projekt, da sie den Simplon noch offen halten wollen. Es ist dieß von einiger Wichtigkeit, da St. auf das Wallis als sicher baute &. da auf der andern Seite das gleiche Motiv auch Herr Eytel & Cp. bestimmen dürfte, sich gegen das Projekt auszusprechen.
Mit Euerm Vorgehen bin ich ganz einverstanden. Auch die Wahl Honeggers zum Nat.Rath würde mir gefallen.
Weiteres mündlich. Mit freundschaftlichem Gruße
Dein
Jb. Dubs