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Stäfelers, deren Familienname eigentlich Riedo lautet, sind eine Familie, die im Sensebezirk den meisten bekannt ist. Vermutlich auch, weil sie so viele Mitglieder hat–mittlerweile fünf Generationen gehen im Haus von Josef Riedo in Plaffeien ein und aus. Anna Riedo ist 102 Jahre alt, ihr Sohn Josef 79 Jahre, dessen Sohn Roland 56 Jahre, und Rolands Sohn Markus zählt 29 Jahre. Markus wurde soeben Vater von Dario, der nun zwei Wochen alt ist. Der Familienstammbaum würde noch viele weitere Ästchen aufweisen, auch ist Dario nicht der erste der fünften Generation Stäfeler–aber Anna Riedo und ihre vier männlichen Nachkommen repräsentieren die Generationenfolge.
Gerne Kontakt mit Leuten
Rohkostdiät, exzessiver Sport, irgendwelche Wundermittel–was ist Stäfelers Geheimnis, das ihnen in etlichen Fällen ein solch langes Leben ermöglicht? «Reines Glück», sagt Josef Riedo. «Na ja, Grossmutter hat immer gesagt, sie habe jeden Abend ein kleines Gläschen Schnaps getrunken», so Roland über die Familienälteste. Stäfelers sind aus dem Plaffeier Dorfleben nicht mehr wegzudenken: Josef, der seit einem halben Jahrhundert mitten im Dorfkern einen Bauernhof besitzt. Roland, der als Briefträger jeden Morgen den Plaffeiern ihre Zeitungen, Briefe und Päckchen vorbeibringt und sich gerne auf einen kurzen Schwatz einlässt. Markus, der die Plaffeier Strassen und Plätze sauber hält. Rolands Schwestern Claudia und Annelies etwa, die beide Verkäuferinnen im Coop sind. Alle sind sie Mitglieder in traditionellen Vereinen wie dem Schwingklub oder dem Theaterverein. «Typisch Stäfeler» sei deshalb, dass sie alle kontaktfreudig und menschenverbunden seien. «Wenn ich es mir so überlege, sind die meisten unserer Familie da, um den Leuten zu dienen», sagt Roland.
Die Plaffeier schlechthin
Riedos sind für ihren Familienzusammenhalt bekannt–kaum ein Familienmitglied hat Plaffeien verlassen. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg, 1935, kam Anna nach Plaffeien. Im Jahr 1936 kam ihr erster Sohn, Josef, zur Welt. Kurz vor der Geburt ihres dritten Sohnes verstarb Annas Ehemann, Josefs Vater, aufgrund eines Unfalls. «Danach hat sie nie mehr geheiratet. Seit 74 Jahren ist sie Witwe», sagt Roland. «Sie hat drei kleine Kinder alleine aufgezogen, und das während des Krieges–das muss man sich mal vorstellen», sagt Josef über seine Mutter. Trotz vieler Schicksalsschläge musste die 102-Jährige fast keine Medikamente nehmen und kaum zum Arzt gehen. «Bis zum Alter von 95 Jahren hat sie alleine zu Hause gelebt, noch letztes Jahr hat sie häufig gejasst», sagt Roland. Auch ihren 101. Geburtstag hätten sie noch gebührend gefeiert. «Nun geht’s langsam bergab, aber das ist selbstverständlich in dem hohen Alter.»
Zweimal im Jahr trommeln sie alle zusammen, dann versammeln sich fünf Generationen Stäfelers vor Weihnachtsbaum oder Osterzopf. Auf die Nerven gehen sie sich nicht–oder jedenfalls nicht häufiger als andere Familien, sind sich die drei Männer einig: «So richtig gefetzt haben wir uns auf jeden Fall noch nie.»