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Quelle: CH Media Video Unit
«Ich bin von mir selbst enttäuscht», sagt Kariem Hussein bei einer Medienkonferenz am Samstag. Der Sportler wurde am Wochenende der Schweizer Meisterschaften in Langenthal positiv auf Doping getestet. Schuld soll die Lutschtablette Gly-Coramin gewesen sein, die Hussein zweimal zu sich nahm. Nun darf der Thurgauer wegen einer neunmonatigen Sperre auch nicht an die Olympischen Spiele nach Tokio reisen.
Gly-Coramin: Bei Training okay, bei Wettkampf verboten
«Im Herbst 2019 habe ich die Lutschtablette zum ersten Mal genommen», so der Sporter. Er habe die Tablette damals überprüft und war sich zu 100 Prozent sicher, diese einnehmen zu dürfen. Dass die Tablette aber nur fürs Training, nicht aber für Wettkämpfe zugelassen ist, das hatte Hussein am vergangenen Wochenende nicht mehr auf dem Radar. «Ich habe es eingenommen, mit dem Wissen, dass eine Dopingkontrolle ansteht.»
«Zwei Stunden vor dem Rennen habe ich die Tablette aus Gewohnheit eingenommen, in der Überzeugung, dass ich nichts Falsches mache», so der Thurgauer. Er nehme die Lutschtablette jeweils sporadisch vor seinem Krafttraining. Kariem Hussein gibt zu, dass es eine aufputschende Wirkung hat. «Mir war bewusst, was ich nehme.» Er könne jedoch ausschliessen, an anderen Wettkämpfen Gly-Coramin eingenommen zu haben. «Ich werde sehr oft kontrolliert. Als ich mich 2019 für Olympia qualifiziert habe, war alles gut. Es liegen Resultate vor.»
«Es ist mein Fehler»
Hussein möchte sich entschuldigen. «Es ist mein Fehler. Ich hätte das wissen und wieder kontrollieren sollen.» Der Sportler hätte wegen seines Fehlers sehr wenig geschlafen. Er habe Angst wegen des Reputationsschadens. «Der ist vorhanden und ich muss lernen damit umzugehen.» Auch wegen seiner Karriere als Arzt habe sich Hussein Gedanken gemacht.
Die Sportkarriere soll nach den neun Monaten aber wieder weitergehen. «Ich war immer sehr motiviert.» Der Leichtathlet könne sich auch vorstellen, in Zukunft andere Sportler über Doping aufzuklären. «Ich hatte dazu nie eine Schulung.»
(gbo)