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Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Eritrea sind nicht sehr intensiv. Sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene sind sie praktisch nicht vorhanden. Die zahlenmässig bedeutende eritreische Gemeinschaft in der Schweiz hat bis heute nicht zu einer Vertiefung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern geführt.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Eritrea
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Eritrea gehörte bis 1993, d.h. bis zur Abstimmung über die Unabhängigkeit des Landes, zu Äthiopien. Die Abstimmung wurde von der Schweiz begrüsst. Sechs Schweizer Beobachter nahmen an der UNO-Mission teil, die zur Überwachung des Urnengangs nach Eritrea entsandt wurde. Die Schweiz nahm mit dem neuen Staat, der 1993 seine Unabhängigkeit erlangte, diplomatische Beziehungen auf.
Zwei bilaterale Abkommen traten in Kraft: 1999 im Bereich des Luftlinienverkehrs und 2002 im Bereich der Zahlungsbilanzhilfe. Seit den 1980er-Jahren ist die Schweiz im humanitären Bereich und in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Der Handel zwischen der Schweiz und Eritrea ist äusserst bescheiden. Das Volumen variiert sehr stark von einem Jahr zum anderen. Die Schweiz importiert überwiegend pharmazeutische Produkte und exportiert hauptsächlich Maschinen, pharmazeutische Produkte sowie optische und medizinische Instrumente. Die schweizerischen Exporte nach Eritrea liegen zwischen 0.3 Mio. CHF und 1.9 Mio. CHF pro Jahr, die Importe aus Eritrea in die Schweiz zwischen Null und einigen Hunderttausend Franken.
Ausser den zwei Abkommen zum Luftlinienverkehr und zur Zahlungsbilanzhilfe haben die beiden Länder keine weiteren Wirtschafts- oder Handelsabkommen abgeschlossen.
Obwohl Eritrea kein sehr rohstoffreiches Land ist, verfügt es doch über verschiedene Ressourcen, namentlich über Erz. Auch das kaum ausgeschöpfte Tourismuspotenzial Eritreas darf nicht unterschätzt werden.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Forschende und Kulturschaffende aus Eritrea können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Ende 2006 hat die Schweiz ihre humanitären Aktivitäten vor Ort stark eingeschränkt, weil es nicht mehr möglich war, die Grundsätze der Neutralität, der Unabhängigkeit und der Unparteilichkeit zu gewährleisten. Gegenwärtig leistet die Humanitäre Hilfe der Schweiz sporadisch Beiträge an das IKRK und unterstützt eritreische Flüchtlinge in den Nachbarländern.
Schweizerinnen und Schweizer in Eritrea
Zurzeit leben weniger als zehn Schweizer und Schweizerinnen in Eritrea. Sie sind entweder Doppelbürger eritreischer Herkunft und nach der Unabhängigkeit nach Eritrea zurückgekehrt. Oder sie arbeiten für das IKRK.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Eritrea sind noch neu und noch nicht sehr intensiv. Dennoch gibt es einige historische Episoden, die vorübergehend zu einer Annäherung zwischen den beiden Ländern führten.
Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich der Schweizer Werner Munzinger als Verwalter und Entdecker einen Namen. Mehr als zwanzig Jahren lebte er in verschiedenen Gebieten Eritreas und diente Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Ägypten, das im Krieg mit Abessinien stand.
Während des Unabhängigkeitskriegs nahm die Schweiz viele Eritreer auf, die vor den Kämpfen flüchteten.
Seit den 1980er-Jahren und bis 2006 trug die Humanitäre Hilfe der Schweiz dazu bei, das Leid der vom Krieg und danach von der Dürre und der Armut betroffenen Bevölkerung zu lindern.