Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03161.jsonl.gz/1829

Auch wenn die Elpida-Insolvenz die Aussichten für den DRAM-Weltmarkt laut Gartner-Analyst Brady Wang trübt, gibt es doch ein Lichtblick. Denn mit einem Vergleich in nicht genannter Höhe endet nun ein 2010 von Oracle eingereichter Streit mit Micron wegen zehn bis 14 Jahre zurückliegender Preisabsprachen, denen Sun Microsystems zum Opfer gefallen sein soll. Die neue Oracle-Tochter soll in dem Zeitraum DRAM-Chips im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar von Micro eingekauft haben. Wie Micron in einer Presseerklärung mitteilte, habe man sich nun in dem Vergleich darauf geeinigt, dass die Klage eingestellt und alle Anschuldigungen zurückgenommen werden.
Über die Höhe der Schadensersatzzahlungen nebst der von Oracle geforderten Anwaltskosten kann zwar nur spekuliert werden, aber daran, dass der US-Hersteller Micron die Bilanz fürs zweite Fiskalquartal um 58 Millionen Dollar nach unten korrigiert und den Nettoverlust entsprechend auf 282 Millionen Dollar nach oben, lässt sich doch ermessen, dass es sich um eine recht hohe Summe handeln dürfte.
Aus einem 2002 vom US-Justizministerium angestrengten Verfahren wegen illegaler Preisabsprachen gegen vier Chiphersteller ist Micron als mit den Behörden zusammenarbeitender Kronzeuge noch glimpflich davongekommen. 16 Beteiligte wurden damals zu Geldstrafen in einer Gesamthöhe von 731 Millionen Dollar verurteilt, Micron musste dagegen in einem Vergleich, Preisabsprachen zwischen 1999 und 2002 betreffend, 2007 "nur" 80 Millionen Dollar berappen.
Gartner-Analyst Wang zufolge wird die Elpida-Pleite das Wachstum des DRAM-Markts nach verkaufter Kapzität gesehen 2012 auf 26,9 Prozent verlangsamen. Die zunehmende Konsolidierung brächte auch mit sich, dass die Hersteller weniger unter Druck stehen, den Übergang zu neuen Fertigungstechniken (wie bei Intel derzeit von 32 auf 22 Nanometer) zu forcieren. (kh)