Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/1137

Basel, 1438
Holz, geschnitzt, bemalt
H. 64 cm, B. 48 cm
Inv. 1872.88.
Die geschnitzte Wappentafel zeigt das Wappen des Ludwig Aleman (um 1390–1450), der 1438 zum neuen, zweiten Präsidenten des Basler Konzils gewählt wurde. Im Jahr 1437 hatte sein Vorgänger Julianus Cesarini, Kardinalbischof von Frascati, zusammen mit andern Prälaten das Konzil und Basel verlassen, weil sie der kirchenpolitischen Ausrichtung des Konzils nicht mehr folgen wollten.
Der Name des neuen Präsidenten erscheint in der lateinischen Form Ludovicus Alamandi in der Inschrift, die auf dem Rand der Wappentafel umläuft. Diese Beschriftung ist später entstanden, wiederholt aber wohl den ursprünglichen Text. Die Inschrift nennt neben dem Namen die Kardinalswürde Alemans, sein Amt als Erzbischof von Arles sowie die Datierung 1438.
31 Reisen für den Glauben: Wallfahrt und Konzil Zwei fast identische Wappentafeln haben sich in der Kirche der Kartause erhalten, zwei befinden sich im Museumsbestand.
Während die beiden Relieftafeln im Chor der Kartäuserkirche wohl im Zusammenhang mit einer Glasgemäldestiftung für die Kartause 1438 stehen, ist für die beiden Tafeln im Museum eine andere Provenienz erwogen worden.
Der Basler Chronist Christian Wurstisen erwähnte in den 1580er Jahren in einer Beschreibung des Deutschherrenhauses, das während des Konzils dem Präsidenten als Residenz diente, das Wappen des Ludwig Aleman sei noch daran zu sehen. Möglicherweise stammen also die beiden Tafeln im Museumsbesitz von der Ausstattung und angemessenen Kennzeichnung der Residenz des zweiten Konzilspräsidenten.