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Mohamed Wasia Charinda
Charinda wurde 1947 in Nakapanya geboren, einem Dorf nahe der Grenze zu Moçambique. Er gehört zum Stamm der Makua.
"Während meiner Kindheit habe ich sehr gerne gesungen. Am Abend trafen wir uns im Dorf. Natürlich auch die Mädchen, denn ohne sie waren wir Jungen weder glücklich noch fähig zu singen. Zwei Knaben trugen die Lieder vor und der Chor fügte sich ein. Wir sangen Lieder, die uns ermutigten, die schwere Feldarbeit zu bewältigen, Erntelieder und Lieder, welche einen instruktiven Charakter hatten, z.B. ein Lied, das uns anwies, das Wort nicht an verheiratete Frauen zu richten."
4 Jahre ging Charinda zur Schule. Zusammen mit seinen 10 Geschwistern half Charinda bei der Feldarbeit. Die Ernte bestand aus Mais, Hirse, Maniok, Bohnen, Erdnüssen, Reis und Cashewnüssen. Die Erträge waren immer ausreichend, und ein Teil der Maisernte konnte auf dem Markt verkauft werden.
Charinda ist ein grosser, kräftiger Mann. Beim Erzählen lacht er oft und laut und seine Augen verschwinden beinahe in seinem runden Gesicht. "Vier Jahre war ich Berufssoldat und diente in Arusha, Songea und Dar es Salaam. Danach war ich zwei Jahre Mechaniker in der Werkstatt eines Transportunternehmens. In dieser Zeit besuchte ich meine Verwandten, die als Tingatinga-Maler arbeiteten. Die Bilder gefielen mir gut und ich sah an den Verkäufen, dass dies eine gute Arbeit war. Malte man gut, war damit ein Lebensunterhalt zu verdienen.
Ich entschloss mich, den Schritt zu wagen. Mein Lehrvater Mr. Mruta war ein guter, geduldiger Meister. Als erstes malte ich Krähen, nur Krähen. Während zwei Monaten. Erst dann erlaubte er mir, zu etwas Neuem überzugehen, zu den Perlhühnern. In der dreijährigen Lehrzeit kamen die anderen afrikanischen Tiere dazu: Zebras, Elefanten, Löwen, Leoparden, Flusspferde, Antilopen. Danach war ich frei, meinen eigenen Stil zu entwickeln."
"Was ich besonders gerne male, sind Geschichten, welche die Realität des Lebens widerspiegeln, oder unsere Tradition auf dem Dorfe festhalten oder solche aus der anderen, unsichtbaren Welt." Ein besonderes Motiv wurden Geister von Verstorbenen. Gute Geister (shetani mzuri), aber auch solche, die die Makua-legende erzählen, wonach Diebe, Räuber und Vergewaltiger nach ihrem Tod zu Geistern zusammenwachsen. "So werden Menschen, die ein Verbrechen begangen haben, bestraft. Die Täter bleiben untrennbar mi ihren Opfern verbunden."
Ein neueres Motiv sind "Gedanken in Köpfen", Ängste und Sorgen, die in einer Art aufgeschittenem Kopf dargestellt werden.
Charinda führte das Malen auf Leinwand in der Kooperative ein, ein wichtiger Schritt, der neue Formate statt der traditionellen quadratischen, die durch die bisher verwendeten fertigen Masonitplatten vorgegeben waren, ermöglichte. Auch war er einer der ersten, die sich für die Partnerschaft mit der Schweiz einsetzten und reiste 1994 nach Basel zur ersten Ausstellung im Tropeninstitut.
Charinda ist einer der ältesten Maler der Kooperative, der den traditionellen Stil pflegt. Seine Gemälde wurden häufig an Ausstellungen gezeigt, und sind sogar in Museen zu finden.
Einige seiner frühen Werke sind auf www.tingatinga-berlin.de zu finden.
Er ist verheiratet und hat 7 Kinder.