Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/2074

Ko-Infektionen
Infizieren sich HIV-positive Menschen mit einer anderen Geschlechtskrankheit, hat diese oftmals einen schlechteren Verlauf und ist schwieriger behandelbar als bei HIV-negativen Menschen. Zudem ist das Risiko der Übertragung von HIV deutlich höher, wenn zusätzlich eine Geschlechtskrankheit vorliegt.
Leichtere HIV-Übertragung
Bei den meisten Geschlechtskrankheiten entzünden sich die Schleimhäute im Genitalbereich. Diese Entzündungen bilden ideale Ein- und Austrittspforten für HIV. Bei einer akuten Herpes-genitalis-Infektion beispielsweise ist das Übertragungsrisiko bis zu 16 Mal höher, bei einer Syphilis-Infektion 3 bis 5 Mal höher. Darum sind HIV-positive Menschen deutlich ansteckender, wenn sie zusätzlich an einer Geschlechtskrankheit erkrankt sind. Und aufgrund ihres geschwächten Immunsystems sind Menschen mit HIV zudem anfälliger für die Infektion mit Geschlechtskrankheiten.
Schwerer Verlauf
Geschlechtskrankheiten nehmen bei HIV-positiven Menschen oft einen anderen Verlauf als bei HIV-negativen. Die Auswirkungen sind meistens schwerwiegender. Dies ist insbesondere bei Herpes, beim Humanen Papilloma-Virus (HPV), bei Syphilis und bei Chlamydien der Fall.
Schwierige Therapie
Spezielle Herausforderungen ergeben sich bei den Therapien der Geschlechtskrankheiten: Sie müssen wegen der Wechselwirkungen auf die HIV-Therapie abgestimmt werden. Einige Geschlechtskrankheiten bei HIV-positiven Menschen erfordern zudem eine längere Behandlungsdauer (bspw. Chlamydien, Candida).
HIV und Hepatitis C
Wer sowohl mit HIV als auch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert ist, hat eine Hepatitis C/HIV-Koinfektion. Hepatitis bedeutet wörtlich übersetzt "Entzündung der Leber". Sie kann verschiedene Ursachen haben, eine davon ist der gemeinsame Spritzengebrauch beim Drogenkonsum. Während Hepatitis A von alleine wieder abheilt, können Hepatitis B und C chronisch werden, also dauerhaft bestehen bleiben. Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen. In den letzten Jahren wurde ausserdem eine Zunahme von Hepatitis C bei HIV-positiven schwulen Männern und Männern, die Sex mit Männern haben, beobachtet. Die Therapie der Hepatits C ist nicht immer einfach und auch nicht immer erfolgreich. Der Verlauf einer Hepatitis C-Infektion ist bei HIV-positiven Menschen beschleunigt. Durch eine erfolgreiche Behandlung von HIV ist es allerdings möglich, den ungünstigen Verlauf der Hepatitis C zu verbessern.
Eine Hepatitis C kann durch einen Bluttest festgestellt werden.
HIV und Tuberkulose (Tbc)
Die Tuberkulose ist weltweit die häufigste aidsdefinierende Krankheit. HIV-positive Menschen können gut gegen Tbc behandelt werden. Die HIV- und Tbc-Behandlung kann jedoch sehr komplex sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Behandlung am besten für Sie geeignet ist.