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Massimo Ciancimino, Sohn des verstorbenen Bürgermeisters von Palermo, ist am Donnerstag in Italien verhaftet worden. Er wird beschuldigt, den Staatsanwälten falsche Dokumente vorgelegt zu haben, die Verstrickungen zwischen der Mafia und dem Ex-Polizeichef Gianni De Gennaro bezeugen würden.
Ciancimino wurde in Bologna aufgrund eines Haftbefehls der Staatsanwälte in Palermo in Gewahrsam genommen. Er beteuerte seine Unschuld.
Ciancimino, der wegen Geldwäscherei bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden war, ist ein Schlüsselzeuge in mehreren Mafia-Untersuchungen. Als ausschlaggebend gelten seine Zeugnisse über mögliche Verstrickungen zwischen der sizilianischen Cosa Nostra und dem Staat in den 90er Jahren.
Laut Massimo Ciancimino hatte die Cosa Nostra Anfang der 90er Jahre eine Reihe von Forderungen an den Staat gestellt, unter anderem die Abschaffung der für Mafiosi erschwerten Haftbedingungen.
Dafür wollte die Mafia keine weiteren Anschläge wie jene verüben, die 1992 zum Tod der Anti-Mafia-Jäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino geführt hatten. Die Glaubwürdigkeit Cianciminos ist höchst umstritten.
Der Sohn des 2002 verstorbenen Bürgermeisters von Palermo war bereits 2006 verhaftet worden. Danach hatte er sich zur Zusammenarbeit der mit der sizilianischen Justiz entschlossen. Er soll in der Schweiz die Schwarzgelder seines einflussreichen Vaters gewaschen haben.
Vito Ciancimino, der zur Zeit des Baubooms in den 60er Jahren Bürgermeister von Palermo gewesen war und Mafia-Firmen Milliardenaufträge zugeschanzt haben soll, war 1991 wegen Amtsmissbrauchs und Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte enge Kontakte zu prominenten Mafia-Bossen wie Bernardo Provenzano. Er starb im Jahr 2002.
SDA-ATS