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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
XVIII. Kapitel
166.
1. Ferner muß man dem, der über sich selbst die Wahrheit nicht sagen kann, nicht noch viel weniger glauben, wenn er über Gott spricht? Denn so sehr der Mensch an Macht hinter Gott zurücksteht, ebensosehr ist auch seine Rede zu schwach, auch wenn sie nicht Gott selbst nennt, sondern nur über Gott spricht und über die Lehre von Gott.
2. Denn von Natur ist die Sprache des Menschen schwach und unfähig, Gott zu verkündigen, ich meine nicht seinen Namen (denn diesen zu nennen, ist etwas ganz Gebräuchliches nicht nur bei den Philosophen, sondern auch bei den Dichtern) und auch nicht sein Wesen (denn das ist unmöglich) sondern die Macht und die Werke Gottes.
3. Kommen doch sogar diejenigen, die Gott zu ihrem Lehrer gewählt haben, nur mit Mühe zu einer Vorstellung von Gott, obwohl die Gnade ihnen zu einer gewissen Stufe der vollen Erkenntnis verhilft, indem sie sich gleichsam daran gewöhnen, den Willen (Gottes) mit Hilfe seines Willens und den Heilgen Geist mit Hilfe des Heiligen Geistes anzuschauen; "denn der Geist erforscht die Tiefen Gottes, der psychische Mensch aber nimmt das nicht an, was vom Geiste kommt."1
4. Demnach ist allein die Weisheit, die sich bei uns findet, von Gott gelehrt, und aus ihr entspringen alle Quellen der Weisheit, soweit sie die [S. 354] Wahrheit zu erreichen suchen.
5. Allerdings gibt es von Anfang an seit der Erschaffung der Welt Unzählige, die darauf hinwiesen, daß der Herr zu den Menschen kommen und unser Lehrer sein werde, und viele, die ihn verkündeten, ihm den Weg bereiteten und seine Vorläufer waren, die durch Taten und Worte anzeigten und weissagten, daß er kommen werde, und wo und wie das der Fall sein werde und unter welchen Zeichen.
1: 1Kor 2,10.14.