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Der Generalsekretär und drei Verwaltungsräte der Swissmetro verlassen den Führerstand. Die Westschweizer Arbeitgeber-Verbände ziehen sich zurück.
Die Luft für die unterirdische Magnet-Schwebebahn, welche zuletzt als Teilstück zwischen Lyon-München-Wien geplant war, ist vorläufig raus.
Der Generalsekretär von Swissmetro SA, Pierre Weiss, Mitglied der Westschweizer Arbeitgeberverbände FSP, gibt seine Funktion auf den 31. Dezember auf. Der Genfer glaubt nicht mehr daran, dass das Projekt Swissmetro, das unter anderem Genf mit St. Gallen verbinden sollte, innert nützlicher Frist eine Konzession erhält.
Das Kapital der Gesellschaft wird von 6,7 Millionen Franken um das Zwanzigfache auf 340'000 Franken reduziert.
Verkehrsmittel für die zukünftige Schweiz?
Swissmetro ist die Vision einer unterirdischen Schnellbahn durch die Schweiz, mit Anschlüssen an ein potentielles europäisches Hochgeschwindigkeits-Netz quer durch Europa. Swissmetro sollte unterirdisch auf einer West-Ost-Achse von Genf nach St. Gallen und später auf einer Nord-Süd-Strecke von Basel nach Bellinzona alle wichtigen Schweizer Städte verbinden, den zukünftigen urbanen Raum Schweiz vernetzen. Die Pilotstrecke sollte zwischen Lausanne und Genf gebaut werden und 2010 abgeschlossen sein.
Die Kosten für diese weltweit einzige unterirdische Hochgeschwindigkeitsbahn wurden auf Dutzende Milliarden Schweizer Franken voranschlagt. Von Anfang an hatte das Projekt mit finanziellen Schweirigkeiten zu kämpfen.
Zweifel des Verkehrsministers als Anlass für Swissmetro-Stillstand?
Ein letzten Donnerstag in der Lausanner Zeitung "24 heures" erschienenes Interview mit Bundesrat Moritz Leuenberger soll, so die nun Zurücktretenden, den aktuellen Stillstand bei Swissmetro ausgelöst haben. Leuenberger erklärte darin, am Rande eines Gesprächs über die neue Lausanner Metro, er glaube "als Verkehrsminister" nicht mehr an Swissmetro. Dies habe bestehende Zweifel der FSP, die das Sekretariat von Swissmetro führt, genährt.
"Swissmetro hat keine Priorität mehr für Moritz Leuenberger", bedauerte Swissmetro-Generalsekretär Weiss. Heute orientiere sich das Projekt in eine Forschungsrichtung. Deshalb ziehe sich der Westschweizer Arbeitgeberverband FSP nun zurück.
SBB verlässt das Zukunfsprojekt
Gemäss Weiss verlassen drei Personen, darunter der Vertreter der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), den Verwaltungsrat der Swissmetro SA. Das Kapital der Gesellschaft sei von 6,7 Millionen Franken auf 340 000 Franken geschrumpft. Der Wert der Aktie betrage noch 50 Franken statt 1000 Franken. Angestrebt werde aber eine Kapitalaufstockung auf ungefähr 500 000 Franken.
Ende oder Neuanfang?
Für den Swissmetro-Generalsekretär bedeuten diese Massnahmen nicht das Ende für die unterirdische Hochgeschwindigkeitsbahn durch die Schweiz. Das Projekt müsse auf neuen Fundamenten neu gestartet werden, so Weiss. Am 6. Dezember wird nun eine ausserordentliche Generalversammlung in Bern stattfinden.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Swissmetro ist das Projekt einer unterirdischen Schnellbahn, welche die Schweiz mit 500 km/h von Genf nach St. Gallen und von Basel nach Bellinzona verbindet
1998 bestätigten die technischen Hochschulen ETH Zürich und EPFL Lausanne sowie private Ingenieurbüros die technische Machbarkeit des Swissmetro-Projekts Die Pilotstrecke Lausanne-Genf sollte laut Plänen bis 2010 gebaut sein
Seit Anbeginn hat das Projekt mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen
Die Kosten für Swissmetro waren auf mehrere Dutzend Milliarden geschätzt