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Wie der Universal-Boss ein Meeting mit Quentin Tarantino verbockte
Tarantino hatte ganz besondere Wünsche, wie er seinen «The Hateful Eight» in die Kinos bringen wollte. Universal-CEO Jeff Shell hatte eine andere Idee - weshalb Tarantino gleich das Weite suchte.
Quentin Tarantino liebt Film. Gemeint sind damit nicht nur die fertigen Werke, sondern auch das Format Film. Auch heute noch dreht Tarantino lieber analog als digital. Bei den Vorbereitungen zu seinem Western The Hateful Eight unterstrich er dies nochmals. So wollte Tarantino seinen achten Film unbedingt auf 70mm-Film drehen und dann am liebsten auch so in die Kinos bringen. Die grösste Herausforderung dabei war es, Projektoren zu finden, welche das heute kaum noch verwendete Format abspielen können. Tarantino machte kurzerhand eine Bedingung daraus. Welches Studio seinen The Hateful Eight in die Kinos bringen will, muss sich dazu verpflichten, diese speziellen Projektoren aufzutreiben. So traf sich Tarantino mit mehreren Studios. Jenes bei Universal dauerte jedoch nicht sehr lange.
Wie NBCUniversal-CEO Jeff Shell in einem Interview mit dem Wall Street Journal sagte, war das Treffen mit Tarantino eine sehr kurze Affäre. Als Tarantino die Angelegenheit mit den speziellen Projektoren erwähnte, sagte Shell nur: «Was wäre, wenn wir den Film einfach auf dem iPhone veröffentlichen?» Tarantino entgegnete daraufhin nur «grossartig» - und lief davon.
Tarantinos Suche ging dann logischerweise weiter. Am Ende machte er einen Deal mit den Leuten der Weinstein Company, die auch seine bisherigen Filme herausbrachten, und die ihm die 70mm-Geschichte ermöglichten.
The Hateful Eight gibt es inzwischen auf DVD, Blu-ray und natürlich auch als Stream. Wer also den Film jetzt auf seinem iPhone schauen will, kann dies gerne tun. Nur, Tarantino wird man damit wohl kaum eine Freude bereiten.