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Das röm. P., in der heutigen Gem. Studen (BE) gelegen, wird in der "Tabula Peutingeriana" und dem "Itinerarium Antonini" als Station an der Strasse zwischen Aventicum (Avenches) und Salodurum (Solothurn) erwähnt. Der Ortsname ist inschriftlich nicht belegt. Vorröm. Befunde auf dem Jensberg, v.a. ein Wallsystem, weisen auf ein kelt. Oppidum ungewisser Ausdehnung und Belegungszeit hin. Die frühesten Anzeichen röm. Besiedlung stammen aus der Mitte des 1. Jh. n.Chr.; eine erste Strasse im Bereich Vorderberg datiert aber bereits aus dem 1. Jahrzehnt n.Chr. Die auf Gumpboden innerhalb des früheren Oppidums entdeckten Überreste einer Mauer umgaben einen von der Mitte des 1. bis zur Mitte des 4. Jh. frequentierten Tempelbezirk, der aus sechs Umgangstempeln, drei sog. Kapellen, einem Gebäude unbekannter Funktion und einem Brunnen oder Schacht bestand. Auf der südl. Flanke des Jensbergs kamen in der Flur Ried zwei weitere Tempel sowie Gebäudereste zum Vorschein (Mitte des 1. bis Mitte des 2. Jh.). Am südl. Rand der heutigen Kiesgrube bei Vorderberg erfolgte ab der Mitte des 1. Jh. entlang der genannten Strasse der Bau einer Zeile hölzerner Wohn- und Gewerbebauten, die wohl zu Beginn des 2. Jh. durch Steinbauten ersetzt wurden. Im Bereich Rebenweg/Grubenmatt/Grabfeld entstand ab dem 1. Jh. ein grosser Gebäudekomplex unbekannter Funktion, der eine Töpferei und ein Bad sowie eine in der Mitte des 3. Jh. errichtete, mit massiven Steinmauern versehene Torturmanlage umfasste. Die Brandschüttungs- und Körpergräber des Gräberfelds Keltenweg/Römermatte datieren in die Zeit von ca. 75-110 n.Chr. Mitte des 4. Jh. war P. wohl teilweise bereits verlassen. Ob die im benachbarten Aegerten entdeckten militärischen, 368-369 erstellten Anlagen mit P. in einem Zusammenhang stehen, ist nicht eindeutig erkennbar.
Literatur
– Petinesca 1-, 1995-
– SPM 5, 397
Autorin/Autor: Alfred Hirt