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Auf dem Grat unter der obersten
Spitze sieht man noch Reste eines seit verschiedenen Jahren in Trümmern liegenden kleinen
Gasthauses. Kann von
Martinach über das Hôtel de
la Pierre à
Voir in 7, von diesem Hotel aus in 3, von
Saxon in 5 und von
Le Châble imVal de Bagnes in 4-5 Stunden bestiegen werden. Bildet eine Pyramide aus dunkeln brecciösen
Jurakalken, unter denen dolomitische
Felsen anstehen. Das Ganze ruht auf einer Unterlage von Glanzschiefern, die ebenfalls
jurassischen
Alters sind, aber einer andern Facies angehören. Der Name wird verschieden gedeutet: entweder von der nahen
Lage des
Berges an der
Römerstrasse von
Saxon nach den Bädern von
Bagnes
(Pierre à Voie) oder von einem
hier errichteten Wachtturm, von dem aus man das
Rhonethal «übersehen (voir)» konnte. Vergl. Les Voëttes
(im Thal der
Ormonts)
=
Ort, von dem aus die Zugangswege überwacht werden können.
àVoir(Hôteldela) (Kt. Wallis,
Bez. Entremont),
1555 m. Gasthof; etwas unterhalb dem Scheitel des
Col du
Lens, nahe der La Lioux genannten Stelle und auf dem Kammrücken des
Mont Chemin zwischen dem
Rhonethal und der
Vallée
de
Bagnes, unmittelbar über
Charrat. Postablage. 4 Stunden onö.
Martinach und mit dieser Stadt durch eine
kleine Strasse verbunden, die über
Chemin und das auf dem
Col des Planches stehende Hôtel du
Velan führt. Ein malerischer
und von Liebhabern origineller Vergnügen oft praktizierter Sport besteht darin, im Sommer auf steilem Weg direkt gegen
Saxon
hinab zu schlitteln. Prachtvolle Lärchengruppen. Alpiner Kurort mit trockener und erfrischender Luft.
Gewöhnlicher Ausgangspunkt für die Besteigung der Pierre à Voir.
Die nahe der Passhöhe
stehenden
Hütten werden während des grössten Teiles des Winters und hie und da auch den ganzen Winter
hindurch bewohnt, gehören somit zu den höchsten ständigen Siedelungen in den Waadtländer
Alpen.
Von der Passhöhe schöne
Aussicht auf den
Mont Blanc.
Benannt nach einem mächtigen Kalkfelsen, der mitten im Flysch sitzt und weder von einem
Bergsturz
herrührt noch als erratischer Block angesprochen werden kann. Da östl. über ihm Trias (Gips, Rauhwacke
und dolomitischer Kalk) ansteht, muss er als ein tektonisches Gebilde angesehen und als letzter Ueberrest einer Schicht gedeutet
werden, die durch eine die Trias des
Mont d'Or auf den Flysch hinaufschiebende Faltenverwerfung ausgewalzt worden ist.
Pertuis(Kt. Bern,
Amtsbez.
Münster, Gem.
Tavannes). 803 m. Felsige Einsattelung zwischen dem
Monto im O. und der
Montagne du Droit
im W., 900 m ssw.
Tavannes und 2,5 km nö.
Sonceboz. Die hier 5 m dicke Felsschicht ist von einer unregelmässig
gestalteten Oeffnung von 14 m
Höhe und 8 m Breite durchbohrt, durch welche die sog.
Route de Pierre Pertuis
(Biel-Sonceboz-Tavannes-Delsberg)
führt. Mit Hinsicht auf die Zusammensetzung und Lagerung der Felsbänke muss angenommen werden, dass dieses natürliche
Loch einst kleiner gewesen und dann von den Römern vergrössert worden ist, um hier ihre nach Rauracien
gehende Heerstrasse durchzuführen.
Manche weiteren Veränderungen haben dann in späteren
¶
mehr
Zeiten noch die Strassenbauingenieure vorgenommen. Unmittelbar s. der Pierre Pertuis weist die Strasse ein Gefälle auf,
das das grösste und eines der gefährlichsten im Jura ist. An der gegen N., d. h. gegen Tavannes gekehrten Front sieht man
über der Oeffnung eine 3,8 m hohe und 1,8 m breite geglättete Fläche mit einer noch sichtbaren lateinischen
Inschrift, die so gut als möglich gegen die Einflüsse der Temperatur und Verwitterung gesichert worden ist und folgendermassen
lautet: NvminiAvgvsTvmViaVctaPerMDviVmPaterIIVIIColHelvet.
Sie ist von Vinzenz Bernhard v. Tscharner, der im 18. Jahrhundert zusammen mit Amadeus Emmanuel v. Haller
einen Dictionnaire histor., polit. et géograph. de la Suisse (Nouv. éd. 3 vol. Genève 1788) herausgegeben hat, als NuminiAugustorum via ducta per montem Durum. Paternus Duumvir Coloniae Helveticae ^[Latein] gedeutet worden. Heute unterfährt
die Bahnlinie Biel-Basel den Sattel der Pierre Pertuis in einem 1,3 km langen Tunnel. 1332: foramen Byrperthoz;
1342: Pirre pertusch.