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Digitale Plattformen, die Organisationen und Privatpersonen dazu nutzen, Arbeitsaufträge auszuschreiben und diese von der Community gegen Entgelt erledigen zu lassen, haben in den letzten Jahren das Licht der Welt erblickt. Es wird davon ausgegangen, dass diese Plattformen mit ihren riesigen Datenbanken und ausgeklügelten Algorithmen das digitale Zeitalter bestimmen.
Die Rolle dieser Plattformen kann gleichgesetzt werden, wie die der Fabriken während der industriellen Revolution. Auch die Fabriken waren damals Ausgangspunkt tiefgreifender Veränderungen. Diese Entwicklung führt dazu, dass wir von einer sogenannten «Platform Economy» sprechen. Wenn es um die Vermittlung von Arbeit geht, wird grundsätzlich zwischen Crowdsourcing und Gig Economy unterschieden. Weil es sich um zwei verschiedene Arbeitsformen handelt, ist es wichtig, diese zu differenzieren, auch wenn sie zum Teil symmetrisch verwendet werden. Der Unterschied besteht vor allem darin, ob die Arbeit virtuell, also am Computer, oder im Sinne traditioneller Arbeit vor Ort ausgeführt wird.
Crowdsourcing
Crowdsourcing bezeichnet die Vermittlung von virtueller Arbeit über eine Internetplattform. Es geht darum, einzelne Aufträge outzusourcen und an die «Crowd» zu geben. Die «Crowd» bezeichnet eine Vielzahl im Web vernetzter User. Plattformen wie Amazon’s Mechanical Turk, Upwork, Clickworker etc. sind Beispiele dafür. Auch Coople kann als Crowdsourcing Plattform verwendet werden.
Gig Economy
Werden über die Plattform reale Jobs vor Ort vermittelt, werden diese unter dem Begriff «Gig Economy» subsumiert, um damit auf den kurzfristigen und eventartigen Charakter der Einsätze hinzuweisen. Bekannte Vermittler dafür sind Transportdienste (Uber, Lyft, Sidecare etc.), Plattformen für Haushalts- und Reinigungsdienste (z. B. Care, Bookatiger) oder für Einsätze im Event-, Promotions-, Gastro-, KV- und Logistikbereich und Gesundheitswesen (z. B. Coople).
Die Gemeinsamkeit der beiden Modelle besteht darin, dass die Arbeitseinsätze auf Nachfrage und in der Regel für eine kurze, befristetete Zeit angeboten werden. Sie nutzen die räumliche und zeitliche Unabhängigkeit virtueller Plattformen, d. h., sie sind jederzeit und überall erreichbar, wo Internetverbindung besteht. Damit wird der Zugang zu einem erweiterten, schier grenzenlosen Arbeitsmarkt in quantitativer und qualitativer Hinsicht geschaffen.
Mehr als ein vorübergehendes Phänomen
Die Zahlen der Beschäftigen, die sich über solche Plattformen registriert haben, zeigen, dass es sich bei diesen Flexibilisierungstrends der modernen Arbeitswelt nicht bloss um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Uber zum Beispiel verzeichnet bereits über 160'000 registrierte Arbeitnehmende, Coople schon über 120'000 Arbeitnehmende und Plattformen wie Crowdflower oder Crowdsource schon einige Millionen User. Es ist kaum möglich zu sagen, wie viele Plattformen dieser Art heute existieren, da sich ständig neue bilden und vorhandene verändern.