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Das Coronavirus hat Basel erreicht. Zwei Personen sind zurzeit im Universitätsspital unter Quarantäne gestellt. Was bedeutet das für die Basler Fasnacht? Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt wird am Freitag um 12 Uhr darüber entscheiden.
Es wäre aber nicht der erste Fall, bei dem ein Virus für den Ausfall beziehungsweise die Verschiebung der «drey scheenste Däg» verantwortlich wäre. 1918 wütete die Spanische Grippe in Basel und sorgte für zahlreiche Todesopfer.
Es beginnt mit einer harmlosen Grippe
Der erste Weltkrieg war damals noch in Gange. Um die Neutralität zu wahren, liess der Bundesrat die Einfuhr von Gütern aus dem Ausland unterbinden. Dadurch fehlte es bei der Bevölkerung an Nahrung und Kohle. Der Krieg der Weltmächte machte sich an der Grenze bemerkbar. Viele waren angeschlagen und verängstigt. Zudem breitete sich eine neuartige Grippe in Europa aus. Vermutlich ausgelöst durch das Gas und den Kanonendampf des Krieges.
Besonders unter den Soldaten in den Kasernen breitete sich die Grippe rasant aus. Trotz mehrerer Erkrankten in Basel, sah die Regierung davon ab, ein Versammlungsverbot auszusprechen. Man rechnete damit, dass sich die Grippe bald wieder legen würde. Im Juli 1918 spitze sich die Situation aber zu und es erkrankten mehrere Menschen an der Spanischen Grippe.
Auch nach Kriegsende wütete die Spanische Grippe weiter. So starben in den Jahren 1918 und 1919 rund 750 Menschen in Basel an der Grippe.
Fasnacht wird verschoben
Im Jahr 1920 waren in Basel-Stadt rund 20 Menschen gestorben, bevor die Regierung entschied, die Basler Fasnacht um vier Wochen zu verschieben. Die Grippewelle war am Abnehmen und man wollte verhindern, dass sie sich erneut ausbreitete. Anfänglich geplant, die Fasnacht ganz abzusagen, wurde sie dann doch um vier Wochen auf Ende März 1920 verschoben.
Es war eine unheimliche, lebhafte Fasnacht, denn es war auch die erste Fasnacht nach dem ersten Weltkrieg.
Wiederholt sich die Geschichte?
Exakt 100 Jahre später steht nun ein neuer Virus auf dem Plan, der das Durchführen der Basler Fasnacht verhindern könnte. Anders als die Spanische Grippe hat das Coronavirus in Basel noch keine Todesopfer gefordert. Auch sind wir medizinisch heute auf einem anderen Stand als noch vor 100 Jahren.
Trotzdem sollte der Coronavirus nicht unterschätzt werden. Genau so falsch wäre es aber auch, in völlige Panik zu verfallen und sich mit Lebensvorräten einzudecken. Im jetzigen Fall tobt zudem auch kein Weltkrieg in den Nachbarländern. Sollte sich der Coronavirus in der Schweiz doch noch mehr verbreiten, dann wäre eine Eindämmung durch ein Versammlungsverbot vielleicht durchaus sinnvoll.
Im Moment herrscht aber noch der Normalzustand. Der Entscheid des Gesundheitsdepartements wird zeigen, ob die Basler Fasnacht (exakt 100 Jahre später) wieder verschoben wird oder sogar ausfällt. Die Vergangenheit hat auf jeden Fall gezeigt, dass sich die Basler ihre Fasnacht nicht so einfach nehmen lassen.