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Ein E-Scooter, E-Tretroller oder Elektro-Tretroller ist ein Fahrzeug, das einem Tretroller ähnelt, aber üblicherweise nicht durch Treten, sondern von einem Elektromotor angetrieben wird. Die Fortbewegung durch Treten ist dennoch möglich. Es gibt Ausführungen mit und ohne Sitz, sodass der Fahrer sitzt oder steht. Die Bezeichnung E-Scooter wird auch für Elektromotorroller und Elektromobile für Gehbehinderte verwendet, die hier nicht gemeint sind.
Zweck
Elektroroller sind für die Nutzung auf kurze Entfernungen konzipiert, beispielsweise von zu Hause zum nächsten Stadtbahnhof oder vom Pkw-Parkplatz nach Hause, wenn vor dem Haus kein Parkplatz zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang sprechen die Betreiber von der „letzten Meile“. Viele Städte haben die Einführung von E-Roller-Mietangeboten (E-Scooter-Sharing) positiv gesehen und erhoffen sich von der Verwendung auch eine Verringerung des Autoverkehrs und damit eine Entlastung der angespannten Verkehrssituation und der Parkplatznot.
Viele E-Scooter befinden sich nicht in Privatbesitz, sondern werden für einzelne Fahrten von Verleihfirmen vermietet. Angemeldete Interessenten können mittels einer App die Fahrzeuge ausfindig machen und über einen Entriegelungscode ausleihen. Bezahlt wird mit Kreditkarte für jede verbrauchte Minute und/oder per Fahrstrecke, manche Anbieter erheben eine Grundgebühr für jede Anmietung. In grossen Städten wie San Francisco, Washington D.C., Las Vegas, Paris und Wien sind Elektroroller Bestandteil des Stadtbildes (Stand Anfang 2019).
In deutschen Grossstädten wie Berlin, Dresden, Köln und München haben seit Juni 2019 zahlreiche Unternehmen bereits Hunderte oder sogar Tausende E-Roller aufgestellt.
Aufbau und Eigenschaften
- Ein Elektroroller ist ein Fahrzeug aus Kunststoff, Stahl, Aluminium oder Carbon mit zwei (selten drei) Rädern, zwischen denen sich ein Trittbrett befindet. Über dem Vorderrad erhebt sich die Lenkstange, die auch als Knüppel ausgeführt sein kann. Die leichtesten Modelle wiegen ca. 7 kg, die schwersten Modelle mehr als 20 kg.
- Die Reifen haben einen Durchmesser von 5 bis 12 Zoll (12,5 bis 30 cm). Unterschieden werden drei Kategorien von Reifen:
(a) Vollgummireifen: Der Grossteil der am Markt erhältlichen Elektroroller hat Vollgummireifen. Deren Vorteil liegt darin, dass sie bei Schnitten keine Luft verlieren können, widerstandsfähig sind und eine lange Lebensdauer aufweisen. Andererseits sind sie auch relativ hart und schwer und können Vibrationen und Erschütterungen kaum abfangen.
(b) Luftbereifung: Reifen, die mit Luft befüllt werden. Sie bieten einen höheren Fahrkomfort, da sie Vibrationen und Unebenheiten besser abfedern als Vollgummireifen. Luftbefüllte Reifen sind aber anfälliger für Beschädigungen, etwa durch spitze Steine oder Gegenstände mit scharfen Kanten oder Glassplitter.
(c) Luftkammerreifen: Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Vollgummi- und Luftreifen, welche die Vorteile dieser beiden Varianten vereinen sollen. Der Reifen besteht aus Kunststoff und ist in Kammern unterteilt (segmentiert), so dass bei Schäden an der Lauffläche nur unbedeutende Mengen Luft austreten.
- Die elektrische Energie für den Motor liefert eine aufladbare Batterie, die entweder unter dem Trittbrett, in der Lenkstange oder im Bereich des Vorderreifens verbaut ist. In den meisten Modellen werden Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Einige Modelle bieten die Möglichkeit, einen zusätzlichen Akku einzubauen oder den bestehenden Akku zu tauschen.
- Elektroroller müssen eine Beleuchtung (vorn und hinten), eine Klingel und einen Aufkleber einer Versicherungsgesellschaft besitzen.
- Die mit einem Elektroroller erreichbare Geschwindigkeit hängt insbesondere von der Stärke des Elektromotors, dem Gewicht des Fahrers, der Steigung und den Strassenverhältnissen ab. Einige Modelle können eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h erreichen. In den genehmigten Städten können individuelle Höchstgeschwindigkeitsgrenzen gelten, die durch technische Massnahmen eingehalten werden.
- Elektroroller verfügen über zwei voneinander unabhängige Bremsen: eine elektrische Bremse am Vorderrad sowie eine mechanische Schutzblechbremse am Hinterrad. Als Bremssysteme kommen auch Scheibenbremsen oder Trommelbremsen zum Einsatz. Bessere Modelle besitzen eine Nutz- oder Rekuperationsbremse, welche bei jedem Bremsvorgang dem Akku Energie zuführt und damit die Reichweite vergrössert.