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Rachel Ruysch
Biographie, Biografie, Leben
und Werk 1664-1750
Hinzugefügt am 18. Juni 2013
Am 3. Juli 2013 kommt bei
Sotheby's in London ein Blumenstillleben mit Insekten von Rachel Ruysch aus
dem Jahr 1710 zur Versteigerung. Das Werk wird auf £1 Million bis £1,5
Millionen geschätzt. Es wurde vom schwerreichen Textilkaufmann Pieter De la
Court van der Voort (1664-1739) direkt bei der Künstlerin in Auftrag
gegeben, die damals laut Zeitzeugen nur zwei Stillleben pro Jahr malte,
eines davon jeweils für den Kurfürsten von der Pfalz, Johann
Wilhelm (1658-1716), deren Hofmaler sie war.
Siehe zum Kurfürsten den Artikel
Die Medici, denn er war mit Anna Maria Luisa de'
Medici (11.8.1667-18.2.1743) verheiratet, der einzigen Tochter von Cosimo
III und die letzte Vertreterin der Hauptlinie der Medici. Unter dem
Paar erlebte Düsseldorf eine künstlerische Blüte, wovon unter anderem die
Stillleben von Rachel Ruysch zeugen.
Rachel Ruysch: Biographie, Biografie, Leben
und Werk 1664-1750
Artikel vom 21. Dezember 2009
1664 wurde im Haag die
Stilllebenmalerin Rachel Ruysch als
eines von zwölf Kindern eines wohlhabenden Ehepaares
geboren. Als dreijähriges Mädchen zog sie mit ihren Eltern nach Amsterdam.
Ihr Vater Frederick Ruysch (1638-1731) arbeitete dort als Anatomie- und
Botanikprofessor und Direktor des botanischen Gartens. Die
„wissenschaftliche“ Auseinandersetzung mit der Natur wurde ihr folglich
fast in die Wiege gelegt. Neben Blumen, Früchten und Insekten zeichnete und
malte sie früh auch Reptilien, angeleitet von ihrem Vater, einem
Amateurmaler, der als Wissenschaftler der Beobachtung der Natur grosse
Bedeutung beimass. Die Mutter von Rachel Ruysch war die Tochter des
Architekten Pieter Post, der früher in seiner Karriere als Landschafts- und
Schlachtenmaler gearbeitet hatte.
Die Familie Ruysch wohnte am Blumenkanal in Amsterdam (Bloemgracht). In
derselben Strasse hatten sich auch Künstler wie der niederländische
Stilllebenmaler Willem van Aelst (ab 1657) und der deutsche Maler Ernst
Stuven (um 1657 - 1712), ein Schüler von van Aelst, niedergelassen.
Das malerische Talent von Rachel Ruysch wurde früh erkannt. Sie studierte ab
ihrem 15. Altersjahr beim Delfter Willem van Aelst (1625/26 - um 1683) bis
zu dessen Tod. Ihre jüngere Schwester, Anna Elisabeth Ruysch (1666 - nach
1741) studierte wohl ebenfalls bei van Aelst, dessen Einfluss in ihrem Werk
noch stärker sichtbar ist als bei der begabteren Rachel. Einige Autoren
spekulieren darüber, ob Anna lediglich von ihrer Schwester Rachel
unterrichtet wurde, da ihr frühes Werk auch spezifische Eigenschaften von
Rachels Malerei beinhaltet. Anna signierte ihre Werke nicht. Rund zehn sind
heute bekannt. Die Zuschreibung ist naturgemäss schwierig. Von Rachels
signierten Ölarbeiten hingegen haben rund einhundert überlebt; insgesamt
soll sie rund 250 Gemälde geschaffen haben.
Der aus Rotterdam stammende Maler Willem van Aelst hatte sich in Italien
weitergebildet und bei seiner Rückkehr in die Niederlande in Amsterdam
niedergelassen. Er zeichnete sich Zeit seines Lebens durch die Pflege einer
breiten malerischen Palette aus, die von Blumenstücken über tote Vögel und
„ontbijtjes“ (mit Frühstücksstillleben nur annähernd umschrieben) bis zu
Prunkstillleben reichte.
Laut Sam Siegel in Die Magie der Dinge war
Rachel Ruysch in ihrem zwischen 1681 und 1700 entstandenen Frühwerk
eindeutig von ihrem Lehrer Willem van Aelst beeinflusst. Wobei zu Beginn
daneben noch der Einfluss von Abraham Mignon (1640-1679) und von Otto
Marseus van Schrieck (1619/20-1679) durchscheint. Rachel Ruyschs Werk
zeichnet sich durch die detailgetreue Abbildung von Pflanzen, Früchten und
Insekten aus.
Laut Sam Siegel - in Die Magie der Dinge - war
Rachel Ruysch wohl teilweise von Jacob van Walscapelle (1644-1727)
inspiriert, einem Schüler von Cornelis Kick (1631/34-1681) in Amsterdam.
Doch war die Tiefenwirkung durch die nach hinten abgedunkelten Objekte bei
Ruysch konsequenter umgesetzt als bei Walscapelle. An Walscapelle erinnert
bei Ruysch laut Siegel zudem die Anordnung bestimmter Blumen.
Doch Rachel Ruysch war eine eigenständige Malerin und wurde als solche auch
anerkannt. Von 1708 bis 1716 diente sie dem Kurfürsten Johann Wilhelm von
der Pfalz (1658-1716) in Düsseldorf als Hofmalerin. Der barocke Kurfürst
(auch als Jan Wellem bekannt) war ein „geliebter Verschwender“, so der Titel
der Biografie von Otto Wirtz (bestellen bei
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Ruschs Ehemann war der Porträtist Juriaen Pool (um 1665-1745), den sie 1693
ehelichte und mit dem sie zehn Kinder hatte, von denen sechs jung starben.
1701 wurde Rachel Ruysch Mitglied der Confrerie Pictura und 1709 zusammen
mit ihrem Mann Juriaen Pool Mitglied der Malergilde in Den Haag. Das
Malerehepaar lebte in Den Haag, ehe es nach Düsseldorf ging. Nach dem Tod
des Kurfürsten 1716 liessen sie sich in Amsterdam nieder, wo sie bis zum
Lebensende blieben.
Datierte Werke von Rachel Ruysch sind für fast alle Jahre von 1681 bis 1723
nachweisbar. Danach ging ihre Produktion zurück. Doch malte die fromme
Künstlerin bis ins hohe Alter weiter auf höchstem Niveau, wie zum Beispiel
das Photo rechts ihres Gemäldes Rosenzweig und Käfer auf einer
Steinbrüstung von 1741 dokumentiert. Ihr letztes Werk schuf Rachel
Ruysch 1747, als sie bereits 83 Jahre alt war. Sie starb am 12. August 1750
in Amsterdam. Ihre Werke erzielten bereits zu ihren Lebzeiten hohe Preise.
Rachel Ruysch gehört zu den wenigen Frauen der Kunstgeschichte vor dem 20.
Jahrhundert, die mit den besten männlichen Künstlern ihrer Zeit mithalten
konnte. Sie verband realistisch-wissenschaftliche Genauigkeit mit
Sensibilität und künstlerischen Flair.
Bibliographische Hinweise zu
Rachel Ruysch
Die Hauptquelle für diesen Artikel: Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei von
1500 - 1800. Hatje Cantz, 2008, 368 Seiten, 246 farbige Abbildungen.
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Marianne Berardi: Science into Art: Rachel Ruysch's Early Development as
a Still-life Painter. Ph. D. diss., University of Pittsburgh, 1998.
Delia Gaze: Concise Dictionary of Women Artists. Routledge, 1997, 2
Bände, 1600 Seiten. Bestellen bei
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Seventeenth century sheet music.
Im North Carolina Museum of Art in Raleigh befindet sich ein Porträt von
Rachel Ruysch gemalt von Constantine Netscher. Es zeigt die Malerin sitzend,
mit der 1710 von Kurfürst Wilhelm von der Pfalz erhaltenen Ehrenmedaille um
ihren Hals.

Rachel Ruysch: Rosenzweig und Käfer auf einer Steinbrüstung (1741).
Photo
© Copyright Kunstmuseum Basel. In ihren späten Jahren schuf Rachel
Ruysch einfachere Blumenstillleben mit losen Blumen, die auf einer Steinplatte
liegen, so auch dieses Werk von 1741 aus dem Kunstmuseum Basel, das nicht nur
wegen Rachel Ruysch eine Reise wert ist.
Juriaen Pool: Das Künstlerehepaar Juriaen Pool und Rachel Ruysch mit Sohn.
Ausgestellt im Stadtmuseum Düsseldorf als Dauerleihgabe der
Stiftung Schloss und Park Benrath. Foto Copyright © Stiftung Schloss und Park
Benrath.
Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei von 1500 - 1800. Hatje Cantz,
2008, 368 Seiten, 246 farbige Abbildungen. Der Katalog zur gleichnamigen
Wanderausstellung, die 2009 im Kunstmuseum Basel endete. Dem prächtigen und
informativen Band entstammen die meisten Angaben zu Leben und Werk von Rachel
Ruysch auf dieser Seite. Buch bestellen bei
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Die englische Ausgabe des Katalogs, The Magic of Things (ebenfalls Hatje
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