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Cannabis mit einem THC-Gehalt von über 1% THC-Gehalt ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Auch der legale «CBD-Hanf» erfreut sich grosser Beliebtheit. Ausserdem werden Produkte auf Cannabisbasis in der Medizin eingesetzt. Die Regulierung der verschiedenen Cannabis-Produkte ist auch aktuelles Thema in Bevölkerung, Verwaltung und Politik.
Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Gemäss Suchtmonitoring 2016 konsumieren 5.4% der Schweizer Bevölkerung Cannabis (mindestens einmal in den letzten 6 Monaten vor der Befragung), Männer deutlich häufiger (7.6%) als Frauen (3.4%). 1.1% der Schweizer Bevölkerung sind problematische Cannabiskonsumierende. Männer sowie die Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen sind deutlich häufiger betroffen. Zwischen 2012 (1.2%), 2014 (1.1%) und 2016 (1.1%) gibt es keine wesentlichen Veränderungen in der Prävalenz des problematischen Cannabiskonsums.
In vielen Städten in der Schweiz verkaufen spezialisierte Geschäfte Hanfprodukte mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent. Diese sind legal und bei den Kundinnen und Kunden sehr beliebt. Statt der berauschenden Wirkung des THC (Tetrahydrocannabinol) steht das CBD (Cannabidiol) im Vordergrund, dem eine beruhigende und entkrampfende Wirkung zugeschrieben wird.
Der Fachverband Sucht hat eine CBD-Hanf - Orientierungshilfe für Fachpersonen der Suchtprävention und Suchtbehandlung publiziert. Die Orientierungshilfe wird vierteljährlich aktualisiert. Hinweise und Anregungen dazu nimmt er gerne entgegen.
Der Fachverband Sucht weist darauf hin, dass der Konsum von THC-armem Cannabis auch Nachteile haben kann, insbesondere wenn es gemeinsam mit Tabak geraucht oder in grossen Mengen konsumiert wird. Siehe dazu auch die Medienmitteilung des Fachverbands Sucht zu den CBD-haltigen Zigaretten im Detailhandel.
Cannabis hat ein grosses Potenzial als Schmerzmittel (beispielsweise bei neuropathischen oder durch Krebs verursachten Schmerzen oder bei Spastik und Krämpfen, die durch Multiple Sklerose oder andere neurologische Krankheiten ausgelöst werden) und findet in der palliativen Pflege Anwendung. Aktuell (Stand Mai 2021) werden die rechtlichen Grundlagen für die Verwendung von Cannabisarzneimittel revidiert. Mehr dazu finden Sie im Dossier Cannabispolitik.
Im Jahres-, Zwei- oder Dreijahresabstand führt der Fachverband Sucht Austauschtreffen zu den sogenannten «Cannabis- und Alkohol JugA-Kursen» durch. Das Treffen richtet sich an Fachpersonen, die im Auftrag der Jugendanwaltschaft Kurse für Jugendliche durchführen, die wegen Besitzes und Konsums von Cannabis oder Alkohol im Strassenverkehr verzeigt worden sind. Die Jugendanwaltschaft verpflichtet betroffene Jugendliche, oft an Stelle von oder in Ergänzung zu strafrechtlichen Massnahmen, an einem solchen Kurs teilzunehmen. Die Austauschtreffen bieten Fachpersonen die Gelegenheit, sich über ihren Auftrag und ihre Haltung, die Ziele und Inhalte der Kurse, die Kursmethodik und -finanzierung usw. auszutauschen. Die Treffen stehen allen Beratungs- und Präventionsstellen offen, die Kurse für erstverzeigte Jugendliche bei Cannabiskonsum und/oder Alkohol im Strassenverkehr durchführen.
Die Regulierung der verschiedenen Cannabis-Produkte ist aktuelles Thema in Bevölkerung, Verwaltung und Politik. Alle Informationen zur Regulierung von Cannabis und zu den laufenden politischen Prozessen finden Sie im Dossier Cannabispolitik.
«CBD-Hanf – Orientierungshilfe für Fachpersonen der Suchtprävention und Suchtbehandlung»: Der Orientierungsrahmen des Fachverbands Sucht beantwortet die wichtigsten Fragen, die Sucht-Fachpersonen in ihrer Arbeit begegnen.
Synthetische Cannabinoide
Auf dem Schwarzmarkt werden Cannabisprodukte verkauft, die mit synthetischen Cannabinoiden behandelt wurden. Am Austauschtreffen «Synthetische Cannabinoide – Grundlagen, aktuelle Erkenntnisse, Interventionen» (Januar 2021) des Fachverbandes Sucht wurden verschiedene Aspekte rund um das «neue» Phänomen gründlich vertieft.
Infodrog hat 2020 zwei Faktenblätter zum Thema publiziert.
Synthetische Cannabinoide - Informationen für Suchtfachleute (deutsch)
Synthetische Cannabinoide - Informationen für Konsumierende (deutsch)
Das Faktenblatt «Synthetische Cannabinoide und ihre Risiken» der Stellen für Suchtprävention wurde im April 2020 veröffentlicht.
Factsheet April 2020 - Synthetische Cannabinoide und ihre Risiken
Folgende Online-Beiträge (YouTube und Instagram) können für die Informations-/Präventionsarbeit verwendet werden:
SRF Virus (2020): Das musst du über das gefährliche Gras im Umlauf wissen
https://www.srf.ch/radio-srf-virus/aktuell/synthetisches-cannabis-das-musst-du-ueber-das-gefaehrliche-gras-im-umlauf-wissen
https://www.youtube.com/watch?v=kQcxzSRJhlo&feature=emb_title
Instagram-Video der Stadtpolizei Uster in ZA mit der Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland
https://www.instagram.com/p/CECL1mgjJ88/