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Die Eisenversorgung der Ferkel gehört auf Zuchtbetrieben zu den Routinearbeiten. Im Gegensatz zu Frischlingen sind die Saugferkel von Hausschweinen bei normaler Stallhaltung auf eine zusätzliche Eisenversorgung angewiesen. Die Ferkel wachsen nach der Geburt drei bis vier Mal so schnell wie die jungen Wildschweine. Ausserdem nehmen die Frischlinge vom ersten Tag an eisenhaltige Erde auf. Diese Eisenaufnahmequelle bleibt Ferkeln bei Stallhaltung verwehrt.
Milch alleine reicht nicht
Die Eisenreserven bei einem 1,5 kg schweren Ferkel betragen bei der Geburt gerade einmal 30 bis 50 mg. Die Sauenmilch enthält zu wenig Eisen. Pro Tag kann das Jungtier nur zirka 1 mg Eisen über die Milch aufnehmen. Auch bei angepasster Fütterung ändert sich der Eisengehalt in der Sauenmilch nur unbedeutend. Bis zum 28. Tag hat das Ferkel einen Eisenbedarf von 420 mg. Diesen kann es nur zu einem kleinen Teil über die Muttermilch und die Geburtsreserve decken. Der zusätzliche Eisenbedarf beläuft sich auf zirka 350 mg.
Der Tierhalter soll seinen Jungtieren in den ersten zwei Lebenswochen zwei Mal Eisen verabreichen. Es kann vorkommen, dass einzelne Ferkel eines Wurfs heller sind. Diese Tiere leiden unter Blutarmut. Sie zeigen graublasse und struppige Haut, wachsen langsamer und sind anfälliger für Infektionskrankheiten. In der Schweiz kommt es aufgrund von Mykotoxinen immer wieder zu Blutarmut bei neugeborenen Ferkeln. Der Grund: In der Schweiz erhalten Sauen Heu, Emd und Stroh als Beschäftigung und Futter. Das Raufutter kann mit Mykotoxinen belastet sein. Der Tierwohlfortschritt stellt die Sauenhalter vor Herausforderungen. Aufgrund der Mykotoxinbelastung verlieren die Ferkel bereits im Mutterleib Blut. Diese Tiere müssen nach der Geburt mindestens drei Mal Eisen verabreicht bekommen. Bei rechtzeitiger Eisenversorgung sind keine Folgeschäden zu befürchten.