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450 Meter tief unter dem Juchlistock
Das Felslabor Grimsel liegt 1730 Meter über Meer in granitischen Gesteinen des Aarmassivs. Es wird über den Zugangsstollen der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) erreicht. Das Labor ist rund einen Kilometer lang und wurde 1983 mit einer Tunnelbohrmaschine und im Sprengvortrieb aufgefahren und 1995/1997 erweitert.
Geologie
Vor rund 300 Millionen Jahren sind im Grimselgebiet Magmen zu granitischen Gesteinen erstarrt. In die Spalten des abkühlenden Gesteins drangen neue Schmelzen ein und erstarrten als Ganggesteine (Lamprophyre). Bei der alpinen Gebirgsbildung, die das Grimselgebiet vor etwa 40 Millionen Jahren erfasste, wurden die Gesteine des Aarmassivs durch die nach Norden vorstossenden alpinen Decken überfahren und dadurch etwa 12 Kilometer tief versenkt. Unter hohen Temperaturen und Drücken wurden sie überprägt, und es bildeten sich Scherzonen und Kluftsysteme aus. Durch Hebung (0,5 bis 0,8 mm/a) und Erosion, die bis heute andauern, kamen die Gesteine des Aarmassivs wieder an die Oberfläche. Die im Grimselgebiet bekannten Kluftmineralien bildeten sich vor rund 16 Millionen Jahren.
Kein Labor im üblichen Sinne
Tief im Berg stellen die unterschiedlichen geologischen Verhältnisse im Felslabor (geklüftete/wasserführende sowie homogene/dichte Gesteinsbereiche) ideale Rahmenbedingungen zur Untersuchung der Wirkungsweise nicht nur der geologischen, sondern auch der technischen Barrieren von geologischen Tiefenlagern dar. Dazu werden Projekte durchgeführt, die Lagerkonzepte im grossen Massstab untersuchen. Eine kontrollierte Zone ermöglicht den überwachten Einsatz von Radionukliden, um den Transport radioaktiver Substanzen im Gestein direkt zu testen.
International anerkanntes Forschungszentrum
Heute beteiligen sich rund zwanzig Partnerorganisationen sowie Universitäten, Institute und Firmen aus verschiedenen Ländern an den Untersuchungen. Die Europäische Union und das Schweizer Staatssekretariat für Bildung und Forschung fördern finanziell einzelne Projekte. Das Felslabor leistet einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt und zur Weitergabe des erworbenen Know-hows an zukünftige Generationen.
|Beteiligte Länder|