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<h2>SubmittedText<h2><p>Beim Lehrstellenbeschluss LSB 2 war die Vorgabe des Parlamentes, 40 Millionen der 100 Millionen Franken für niederschwellige Angebote (Brückenangebote, Attestausbildungen und niederschwellige Berufe, Präventions- und Interventionsangebote) zu verwenden. Nach Abschluss der Projekte sind nur 24 Millionen Franken in diesen Bereich geflossen, dafür deutlich mehr als geplant in die anderen, insbesondere in den ICT-Bereich. Dies weist die Vertiefungsstudie zum Lehrstellenbeschluss 2: Niederschwellige Angebote, 2004 aus.</p><p>Zudem bringen die schrittweise Einführung der neuen Bildungsverordnungen und die neue zweijährige Grundbildung mit Attest, die die bisherige Anlehre ablösen soll, neben der Qualitätssteigerung eine grosse Verunsicherung bei den Lehrbetrieben in der Umstellungsphase. Dies führt dazu, dass in gewissen Branchen (aktuell z. B. Verkauf) viele Lehrbetriebe (vorübergehend) auf das Anbieten von Lehrstellen verzichten. Bei der zweijährigen Grundbildung mit Attest führen die gegenüber der Anlehre ambitionierteren Bildungsziele dazu, dass schwächere Jugendliche keinen Lehrbetrieb mehr finden können, da die Lehrbetriebe fürchten, den Betreuungsaufwand nicht aufbringen zu können, um den Lernenden oder die Lernende durch die Abschlussprüfung bringen zu können. Dieser Effekt könnte ohne Gegenmassnahmen dauerhaft wirken. Daraus resultiert mittelfristig eine Steigerung von Jugendlichen ohne Ausbildung.</p><p>Die aktuelle kritische Situation im Bereich Jugendarbeitslosigkeit bzw. -ausbildungslosigkeit wird dadurch erschwert, dass sich die Zuständigkeiten und Aktivitäten von BBT (z. B. Brückenangebote, Lehrstellenförderung usw.) und Seco (z. B. Motivationssemester für Schulabgängerinnen, Berufspraktikum für Lehrabgängerinnen usw.) überschneiden. Eine systematische Zusammenarbeit in diesem Bereich findet bis heute nicht statt.</p><p>Es stellen sich daher folgende Fragen:</p><p>1. Welche Massnahmen hat das BBT geplant, um den nur teilweise berücksichtigten Willen des Parlamentes, niederschwellige Angebote speziell zu fördern, mit anderen Mitteln zu erreichen?</p><p>2. Welche Massnahmen hat das BBT geplant, um die in der Vertiefungsstudie zum Lehrstellenbeschluss 2: Niederschwellige Angebote (2004) formulierten Schlussfolgerungen und Empfehlungen umzusetzen?</p><p>3. Was unternimmt das BBT, um diese negativen, nicht beabsichtigten Folgen des neuen Berufsbildungsgesetzes im Bereich der Attestausbildung zu verkleinern?</p><p>4. Wie gedenken das Seco und das BBT, ihre Massnahmen in Zukunft zwecks Effizienzsteigerung durch eine gemeinsame Strategie aufeinander abzustimmen, um so gemeinsam Know-how, Erfahrungen und Synergieeffekte nutzen zu können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Parlament hat 1999 im Rahmen des Lehrstellenbeschlusses II (LSB II) für niederschwellige Angebote der beruflichen Grundbildung als Richtwert 40 Millionen Franken budgetiert. Damit sind in den Jahren 2000-2004 insgesamt über 100 Einzelprojekte finanziert worden. Die Kantone, die für die Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung zuständig sind, haben davon rund 90 Projekte bewilligt.</p><p>Obwohl noch Mittel vorhanden gewesen wären, wurden diese nicht ausgeschöpft. Dies hängt damit zusammen, dass Projekte für dieselbe Zielgruppe auch im Bereich des Lehrstellenmarketings finanziert worden sind. Darunter fallen die Tätigkeiten der Lehrstellenförderinnen und -förderer, das Mentoring (individuelle Begleitung) und Coaching für Jugendliche ohne Lehrstelle sowie Programme für Migrantinnen und Migranten. Die Anstrengungen von Bund und Kantonen haben dazu geführt, dass es in den vergangenen Jahren allen interessierten Jugendlichen gelungen ist, einen Ausbildungsplatz oder eine Übergangslösung zu finden.</p><p>1. Den Erfahrungen aus den LSB-II-Projekten ist im neuen Berufsbildungsgesetz (BBG) Rechnung getragen worden. Das BBG enthält ein breitabgestütztes Instrumentarium an Förderangeboten für praktisch begabte Jugendliche. Im Weiteren beteiligt sich der Bund an der Finanzierung der kantonalen Brückenangebote. Auch sieht er jährlich 10 Prozent seiner Mittel für Innovationen und besondere Leistungen im öffentlichen Interesse vor (z. B. für Massnahmen zugunsten benachteiligter Gruppen, zur Integration Jugendlicher mit schulischen, sozialen oder sprachlichen Schwierigkeiten, zur Sicherung und Erweiterung des Lehrstellenangebotes usw.).</p><p>2. Der Bund hat Einsitz in der Arbeitsgruppe der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren zur Nahtstelle Sekundarstufe I - Sekundarstufe II. Diese Arbeitsgruppe hat u. a. bereits das Zusammenführen der verschiedenen Angebote im niederschwelligen Bereich sowie die Verbesserung der Information und Dokumentation in die Wege geleitet - Massnahmen, die in der Vertiefungsstudie empfohlen werden. Auch hat die Eidgenössische Berufsbildungskommission die Nahtstellenfrage als Schwerpunktthema aufgenommen.</p><p>3. Die zweijährige Grundbildung bietet eigenständige Berufe. Ihr Ziel ist die Arbeitsmarktfähigkeit der Absolvierenden. Damit möglichst viele infrage kommende Jugendliche einen eidgenössischen Abschluss erreichen können, stehen flankierende Massnahmen zur Verfügung (fachkundige individuelle Begleitung, Stütz- und Freikurse sowie Verlängerung der beruflichen Grundbildung). Die zweijährigen Grundbildungen werden so konzipiert, dass sich Ausbilden auch in Zukunft für die Lehrbetriebe lohnt. Der Bund hat zur Untersuchung der Kosten-Nutzen-Aspekte eine Fachstelle für Bildungsökonomie eingerichtet. Die ersten zweijährigen Grundbildungen sind Anfang 2005 in Kraft getreten. Über die Entwicklung der Lehrverhältnisse liegen noch keine Zahlen vor. Zwar sind Reformen immer mit Unsicherheiten verbunden. Neue, modernisierte Lehrberufe werden jedoch von den Lehrbetrieben auch als Chance erkannt. Dies beweist das Lehrstellenbarometer vom April 2004: Die Betriebe haben die KV-Reform als Grund für die Schaffung neuer Lehrstellen angegeben.</p><p>4. Brückenangebote und Motivationssemester ergänzen sich in sinnvoller Weise: Erstere sind berufsbildungsorientiert. Im Vordergrund steht die Vorbereitung der Jugendlichen auf den Besuch einer beruflichen Grundbildung. Motivationssemester sind arbeitsmarktorientiert. Sie tragen dazu bei, dass die Jugendlichen, die sich bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet haben, nicht ohne Ausbildung in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das BBT und das Seco koordinieren ihre Tätigkeiten bereits im Rahmen einer Arbeitsgruppe. Um weitere Grundlageninformationen über den Transformationsprozess von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung und die Arbeitswelt zu erhalten, finanziert das BBT ausserdem die Forschungsbereiche Bildungsökonomie und systemtheoretische Verläufe.</p>  Antwort des Bundesrates.