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Die Schweiz engagiert sich in Mali für die Friedensförderung. Auf wirtschaftlicher Ebene gibt es diverse bilaterale Verträge. Das Land ist zudem ein Schwerpunkt der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Mali
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die bilateralen Beziehungen sind eng und haben wegen des Engagements der Schweiz für die Friedensförderung und die Entwicklung in Mali eine politische Komponente.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Schweiz hat eine Reihe bilateraler Verträge (Handel, wirtschaftliche Zusammenarbeit, gegenseitiger Investitionsschutz, Zivilluftfahrt) mit Mali. Sie exportiert hauptsächlich Pharmaprodukte und Maschinen, und importiert vor allem Gold.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Eines der Hauptziele der malischen Regierung ist immer noch, allen Kindern in Mali Zugang zu einem guten Bildungsangebot zu verschaffen. Die Schweiz begleitet die Regierung in diesen Bemühungen. Mit ihren Programmen fördert sie den Zugang von marginalisierten und vom Schulsystem ausgeschlossenen Kindern und Jugendlichen zu hochwertigen Schulangeboten. Im Bereich der Berufsbildung werden Lehrgänge unterstützt, die den Bedürfnissen auf dem Arbeitsmarkt entsprechen. Sie richten sich vor allem an Frauen, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen. Die Schweiz engagiert sich auch im Bereich der Dezentralisierung der Bildung, wo sie die Übertragung von Kompetenzen und finanziellen Ressourcen an die Gebietskörperschaften unterstützt.
Forschende und Kunstschaffende aus Mali können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um ein Exzellenzstipendium des Bundes bewerben.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Seit 2009 hat die Schweiz in Mali eine Reihe von Aktivitäten zur Stärkung der Kapazitäten und zur Förderung des politischen Dialogs mit verschiedenen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Partnern durchgeführt.
Sie berät zudem die Kommission für Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung im Bereich der Vergangenheitsarbeit. Die gleiche Unterstützung lässt sie dem Unterausschuss 4 des Ausschusses zur Überwachung des Abkommens für Frieden und Versöhnung in Mali (Comité de Suivi de l'Accord pour la paix et la réconciliation au Mali, CSA) zukommen. Der Unterausschuss 4 befasst sich mit den Themen Versöhnung und Gerechtigkeit sowie mit humanitären Fragen. Das Friedensabkommen zwischen der malischen Regierung und Rebellengruppen wurde im Mai 2015 unterzeichnet.
Daneben unterstützt die Schweiz Initiativen zur Förderung des Dialogs auf lokaler Ebene, um die Mitwirkung der Bevölkerung im Friedensprozess zu ermöglichen.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Schweiz setzt sich in Mali primär für ländliche Entwicklung/Ernährungssicherheit, Gouvernanz/Friedensförderung sowie Grundschul- und Berufsbildung ein.
Dank ihres langjährigen Engagements und der Fokussierung auf die Partizipation der lokalen Akteure bei Entscheiden, die diese betreffen, kontinuierlich konnte die Schweiz ihre Tätigkeit zugunsten der Bevölkerung und der Institutionen des Landes ausbauen. Sie begleitet private und öffentliche Akteure bei der Durchführung von Projekten, die für die ländliche Entwicklung prioritär sind. Im Norden des Landes hat die Schweiz die Entwicklungszusammenarbeit wieder aufgenommen und ihre humanitären Aktivitäten verstärkt. Der humanitäre Zugang in gewissen Gebieten im Norden des Landes ist weiterhin schwierig. Dies behindert den Zugang der Bevölkerung zu grundlegenden Dienstleistungen.
Die Schweiz fördert in ihren Einsatzgebieten die Ernährungssicherheit und die Bekämpfung von Mangelernährung. Mit der Förderung von wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Produktionssystemen im Bereich der Viehzucht und des Ackerbaus können die Einkommen von Familienbetrieben verbessert werden. Ziel ist es, langfristig Arbeitsplätze und Einkommen für Junge im Privatsektor zu schaffen und eine widerstandsfähige Landwirtschaft zu fördern, die an den Klimawandel angepasst ist.
Ebenfalls beteiligt sich die Schweiz an der Verbesserung der technischen und administrativen Fähigkeiten der Regionen und lokalen Amtsträger und dem Aufbau von öffentlichen Dienstleistungen. Auf nationaler Ebene unterstützt sie die Übertragung von Ressourcen der zentralen Finanzbehörden an Randregionen und die Mobilisierung der Ressourcen, die von Gebietskörperschaften verwaltet werden. Programme im Bereich der Bürgerpartizipation stärken die Akteure der Zivilgesellschaft und ermöglichen Bürgerinnen und Bürgern die Mitwirkung bei öffentlichen Entscheidungsprozessen. Die Schweiz begleitet zudem die Bemühungen im Bereich der nationalen Versöhnung und führt Projekte zum Schutz der Zivilbevölkerung durch (Förderung des humanitären Völkerrechts).
Mali befindet sich seit 2012 in einer sicherheitspolitischen und humanitären Krise. Das Land zeigt aber eine beachtliche Widerstandsfähigkeit und verfügt über zahlreiche Entwicklungschancen. Die Wachstumsrate in Mali belief sich 2015 auf 5 %. Das Land verfügt über ein grosses Potenzial in der Viehzucht und im Ackerbau, das besser genutzt werden sollte, und eine junge Bevölkerung, die es zu mobilisieren gilt (jährliches demografisches Wachstum 3,6%, 65% der Bevölkerung unter 25). Frieden und Sicherheit, Armutsbekämpfung, Gouvernanz, Bildung und Beschäftigung stellen das Land aber weiterhin vor Herausforderungen. Die Schweiz begleitet die Behörden und das malische Volk bei ihren Bemühungen, die Chancen zu nutzen und die Herausforderungen zu bewältigen.
Schweizerinnen und Schweizer in Mali
Im Oktober 2016 waren in Mali 107 Schweizer Staatsangehörige gemeldet.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Der Bundesrat anerkannte die Republik Mali am 26. September 1960 als unabhängigen Staat. 1961 nahm er diplomatische Beziehungen auf. In den Siebzigerjahren begannen sich Chemie-, Textil- und Zementunternehmen für Mali zu interessieren. Diese Entwicklung mündete 1977 in ein Abkommen über technische Zusammenarbeit.
1978 folgte je ein Vertrag über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen.Im Jahr 1989 wurden bilaterale Abkommen über die Umschuldung und die Unterstützung des Strukturanpassungsprogramms der Weltbank abgeschlossen.
1991 wurde der Präsident gestürzt, der von der malischen Presse der massiven Veruntreuung von Staatsgeldern bezichtigt wurde. Das EDA fasste erstmalig den Beschluss, die Demarchen der malischen Regierung finanziell zu unterstützen und ihr bei der Suche und Rückführung der Gelder zu helfen, die man in der Schweiz vermutete. Rund 3,9 Millionen CHF wurden 1997 rückgeführt. Das Vorgehen in Mali diente der Schweiz als Vorbild für weitere Fälle.
Die DEZA ist in Mali seit den grossen Dürren der 1970er-Jahre präsent. Zu Beginn unterstützte sie Aktivitäten in den Bereichen Umweltschutz, Wasserversorgung und Gesundheitswesen.