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Im Mittelalter konnten die reichsfreien Orte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation (HRR), zu dem die heutige Schweiz gehörte, während der Übergangsphasen jeweils bis zur Wahl eines neuen Königs nicht auf den zugesicherten und unerlässlichen Schutz eines Königs zählen. Diese Unsicherheit führte im HRR immer zu zahlreichen Städtebünden und anderen Bündnissen, die einander "auf ewig" gegenseitigen Schutz versprachen, d. h., befristet bis zur Krönung eines neuen Königs, in der Regel auf drei Jahre. Die "Wahl" von gleichzeitig zwei Königen, viermal 1197 bis 1411, hatte dieselben Auswirkungen. Die Bündnisse waren also keine Versuche, vom HRR unabhängige Staaten zu bilden, im Gegenteil. Auch in der heutigen Schweiz wurden zahlreiche solche befristeten Bündnisse geschlossen.
Am 19. Februar 1291 bestätigte König Rudolf I. von Habsburg in Baden (im heutigen Aargau) den Abgesandten des reichsfreien Schwyz als Schutzherr schriftlich, dass sie keinen Unfreien als Richter annehmen müssten.
Am 24. April 1291 weilte König Rudolf I. von Habsburg in Basel und verkündete dort den Kauf von Luzern vom Abt von Murbach (Elsass).
Am 30. Juni 1291 forderte der Abt von Murbach die aufgebrachten Luzerner vorläufig ohne Erfolg auf, dem König als neuem privatem Eigentümer ihrer Stadt den Treueid zu leisten.
Am 14. Juli 1291 starb König Rudolf I. Im HRR begann wieder einmal eine königslose Phase, und im ganzen Reich wurden deshalb wieder sofort zahlreiche Koalitionen geschlossen, auch im Bereich der heutigen Schweiz.
Im August 1291 schlossen Schwyz, Uri und das Urserental u. a. auch ein solches Landfriedensbündnis. Die ungewöhnliche Form eines erhaltenen "Bundesbriefs" ohne Datum, Ort und Unterschriften weist darauf hin, dass ihn jemand im 14. Jahrhundert verfasst hat, um rückwirkend Ansprüche zu «belegen». Darin wird nämlich die Zusage des Königs Rudolf I. von Habsburg vom 19. Februar wiederholt, dass keine Richter von ausserhalb eingesetzt und die Gerichtsrechte nicht käuflich erworben werden dürften. Es ging also wieder um das Hohe Gericht, welches allein Todesstrafen verhängen konnte und deshalb damals die Herrschaft über ein Territorium im HRR verkörperte.
Bereits am 5. Mai 1292 wurde Graf Adolf von Nassau (Rheinland-Pfalz) zum neuen König des HRR gewählt und in Aachen gekrönt. Der königliche Schutz der Reichsfreien war damit wieder gewährleistet. Die Landfriedensbündnisse der Reichsfreien fielen dahin.
1291 entstand also keine "Eidgenossenschaft". Auch die anderen republikanischen Nationalstaaten, welche sich im 19. Jahrhundert von den Monarchien ablösten, fanden es wichtig und notwendig, "historisch zu belegen", dass ihr Land bereits seit Urzeiten eigenständig existiert habe, und sie versuchten dies den Bürgern einzuprägen – mit einigem Erfolg.
Die heutige Schweiz wurde aber erst am 12. September 1848 mit der Abstimmung über die Bundesverfassung gegründet. Die Gründung der Schweiz sollte man also erst am 12. September feiern.