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Die Veröffentlichung von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften ist für Forschende das wichtigste Mittel, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu verbreiten. Wissenschaftliche Publikationen enthalten in der Regel die bedeutendsten Resultate der wissenschaftlichen Forschung, da sie einem strengen Auswahlverfahren unterzogen werden, bevor eine Zeitschrift sie zur Veröffentlichung entgegennimmt. Sie widerspiegeln demzufolge die Beiträge zum Wissenszuwachs und sind in vielen Fällen die Grundlage bedeutender Innovationen. Mit einer statistischen Analyse des Outputs von wissenschaftlichen Artikeln lassen sich Indikatoren zur Produktion, Wirkung und Zusammenarbeit berechnen.
Die Veröffentlichung von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften ist für Forschende das wichtigste Mittel, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu verbreiten. Wissenschaftliche Publikationen enthalten in der Regel die bedeutendsten Resultate der wissenschaftlichen Forschung, da sie einem strengen Auswahlverfahren unterzogen werden, bevor eine Zeitschrift sie zur Veröffentlichung entgegennimmt. Sie widerspiegeln demzufolge die Beiträge zum Wissenszuwachs und sind in vielen Fällen die Grundlage bedeutender Innovationen. Mit einer statistischen Analyse des Outputs von wissenschaftlichen Artikeln lassen sich Indikatoren zur Produktion, Wirkung und Zusammenarbeit berechnen.
7.1 Umfang der Publikationen
Um die wissenschaftliche Leistung eines Landes zu beurteilen, wird in einem ersten Schritt der Umfang der im betreffenden Land verfassten Publikationen mit dem gesamten Output an wissenschaftlichen Publikationen weltweit verglichen. Eine Analyse pro Forschungsbereich zeigt die Stärken und Schwächen eines Landes in den verschiedenen Wissenschaftsfeldern auf.
Im Zeitraum 2011–2015 betrug der Anteil schweizerischer Publikationen an sämtlichen Publikationen weltweit 1,1% (Abbildung B 7.1). Schweden und die Niederlande wiesen Anteile in der gleichen Grössenordnung auf. Unangefochten an der Spitze der Rangliste lagen die USA, gefolgt von China, dessen Anteil im Betrachtungszeitraum stark angestiegen ist. Von 2006−2010 und von 2011−2015 verzeichnete die Schweiz eine hohe Wachstumsrate. Nur China, Korea und Dänemark wiesen noch höhere Zuwachsraten auf.
Bei den Publikationen bezogen auf die Anzahl Einwohnerinnen und Einwohner und die Anzahl Forschender lag die Schweiz auf dem ersten bzw. zweiten Rang der Vergleichsländer. Vor allem der letzte Indikator weist auf eine überdurchschnittliche Forschungsproduktivität der Schweizer Wissenschaft hin.
In der Schweiz sind die Forschungsbereiche «Biowissenschaften (Life Sciences)» (26%), «Physik, Chemie und Erdwissenschaften» (23%, bei der Physik ein Drittel vom CERN) und «klinische Medizin» (24%) in den Publikationen am stärksten vertreten (Abbildung B 7.2). Nimmt man das Portfolio der USA als Massstab, zeigt sich, dass das Portfolio der Schweizer Publikationen nur wenig davon abweicht. Die Schweiz ist im Bereich «Physik, Chemie und Erdwissenschaften» stärker und im Bereich «Sozial- und Verhaltenswissenschaften» deutlich schwächer spezialisiert.
7.2 Impact der Publikationen
Zu berücksichtigen ist nicht nur die Zahl der veröffentlichten Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, sondern auch die Qualität oder Wirkung der Publikationen. Indikator dafür ist die Häufigkeit, mit der eine Publikation in anderen Publikationen zitiert wird (Einflussfaktor oder Impact Factor).
Mit dem dritten Rang hinter den USA und UK verzeichnete die Schweiz im Betrachtungszeitraum auch in Bezug auf diesen Indikator eine sehr gute Klassierung (Abbildung B 7.3).
Nach Forschungsbereichen wiesen die Bereiche «Landwirtschaft, Biologie und Umweltwissenschaften», «Biowissenschaften (Life Sciences)» sowie «Technische und Ingenieurwissenschaften, Informatik» in der Schweiz den grössten Einfluss auf (Abbildung B 7.4). Auch die Bereiche «Physik, Chemie und Erdwissenschaften» und «Klinische Medizin» lagen deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Wahrscheinlich ist dieses Ergebnis zu einem gewissen Teil Ausdruck der vergleichsweise hohen Investitionen, die die Schweiz in die Grundlagenforschung tätigt, vor allem im Bereich der Exakten Wissenschaften und der Naturwissenschaften. Nur der Bereich «Geisteswissenschaften und Kunst» schnitt im Vergleich zum Weltportfolio und insbesondere zum Portfolio der USA unterdurchschnittlich ab.
7.3 Internationale Vernetzung mittels Publikationen
Der Anteil der Publikationen, die von mehreren Forschenden aus verschiedenen Ländern erarbeitet werden, ist ein Indikator für die Vernetzung oder den gegenseitigen Austausch von Wissen.
Im Zeitraum 2011−2015 beträgt der Anteil der Publikationen, die auf internationalen Partnerschaften beruhten, in der Schweiz 84%. Damit liegt die Schweiz an der Spitze der Vergleichsländer, gefolgt von Österreich und Schweden (Abbildung B 7.5). Seit dem Zeitraum 2006−2010, in dem die Schweiz mit einem entsprechenden Anteil von 70% ebenfalls die Spitzenposition innehatte, hat sich der Anteil internationaler Partnerschaften in der Schweiz etwas erhöht. Die höchsten Zuwachsraten sind in Japan, Finnland und Italien zu verzeichnen.
7.4 Publikationen der Schweiz nach Regionen
Die überwiegende Mehrheit der wissenschaftlichen Publikationen der Schweiz stammt aus der Genferseeregion und der Region Zürich (64% des gesamten Publikationsaufkommens) (Abbildung B 7.6). In den beiden Regionen befinden sich sieben Hochschulen, drei Forschungseinrichtungen des ETH-Bereichs, mehrere private Laboratorien sowie internationale Organisationen. Die Nordwestschweiz und der Espace Mittelland produzieren 30% und die drei übrigen Regionen (Ostschweiz, Tessin und Zentralschweiz) knapp 6% der Publikationen.
Die Grenzen der bibliometrischen Analyse
Die Bibliometrie erfasst nur wissenschaftliche Artikel, während zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen ihre Ergebnisse in Form von mündlichen Mitteilungen, Monographien und Büchern (z.B. in den Geisteswissenschaften und in der Literaturwissenschaft) oder in Form von Patenten oder Ad-hoc-Berichten verbreiten (z.B. in der angewandten Forschung).
Die Bibliometrie beruht hauptsächlich auf englischsprachigen wissenschaftlichen Zeitschriften. Viele Artikel, die nicht auf Englisch verfasst werden (insbesondere in den Sozial- und Geisteswissenschaften ist dies häufig der Fall), sind demzufolge in den bibliometrischen Datenbanken nicht enthalten.
Der Impact eines Artikels bemisst sich an der Häufigkeit, mit der er in anderen Artikeln zitiert wird: Findet eine Publikation grosse Resonanz unter den Forschenden, wird daraus der Schluss gezogen, dass der betreffende Artikel bedeutend und somit sachrichtig ist. Die Ergebnisse können jedoch durch Modeeffekte verfälscht werden. Ausserdem werden wissenschaftliche Beiträge in gewissen Fällen erst nach langer Zeit anerkannt.