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In meiner Habilitation analysiere ich zeitgenössische Theorien der Evolution der Moral (vgl. etwa Tomasello 2016, Kitcher, 2011, Churchland 2011, Prinz 2007) mit den Mitteln der Wissenschaftstheorie, der philosophischen Begriffsklärung und der Ideologiekritik. Vorhandene Theorien stützen sich auf ein geringes Maß an historischen Daten. Stattdessen arbeiten sie zentral mit funktionalen Erklärungen, Analogieschlüssen und fiktionalen Modellen. Die Arbeit erstellt eine Typologie der verschiedenen Erklärungsformen und gibt für diese jeweils Qualitätskriterien an. Mit Verweis auf diese Kriterien lassen sich vorhandene Theorien der Evolution der Moral erstmals vergleichen und evaluieren.
Durch die Vielfalt an Erklärungsformen und die eklektische Verwendung indirekter Evidenz öffnen sich die Arbeiten unreflektierten Vorannahmen darüber, was die menschliche Moral überhaupt ist und welche Merkmale des Menschen ihn moralfähig machen. Die Analyse zeitgenössischer Arbeiten wird durch eine historische Einbettung ergänzt. Die Arbeit zeigt so wie die Entstehung der Evolutionstheorie im 19. Jahrhundert und die mit ihr verbundenen ideologischen Diskussionen über die Natur des Menschen sowie Nietzsches genealogische Methode die heutige Debatte prägen.