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Antiker Schrank
In der ausgehenden Renaissance, mit der Jahrhundertwende vom 16. ins 17. Jahrhundert, vollzieht sich die Entwicklung des zweitürigen Dielenschrankes, abgeleitet vom massigen, trägen Doppelschrank.
Der doppeltürige Schrank stellt nichts anderes als zwei übereinandergestellte Truhenmöbel dar, die vorn erschlossen werden. Nun vollzieht sich mit dem Dielenschrank der weitere Schritt zu einer einfachen Handhabung. Der gesamte zur Verfügung stehende Stauraum beim Schrank wird über zwei grossflächige Türen zugänglich gemacht. Gründe für diese Entwicklung mögen die fortgeschrittene Technik im Möbelbau in Bezug auf den Schrank, aber auch die geänderten Anforderungen an ein solch dimensioniertes Behältnismöbel sein. Dieser entscheidende Schritt zum ersten grossdimensionierten Kastenmöbel mit ungeteiltem Korpus vollzieht sich sicherlich nicht aus formalen oder gar stilistischen Überlegungen. Die stilistische Veränderung bei der Gestaltung der Schauseiten vollzieht sich erst durch die neue Grossflächigkeit der Frontalansicht. Frühe zweitürige Schränke zeigen deutlich, dass sie das Gestaltungskonzept der vorangegangenen Doppelschränke fast unverändert übernehmen.
Des Weiteren hat die geänderte Mode mit ihren voluminösen Kleidungsstücken des Barock massgeblichen Einfluss auf die Möbelentwicklung und das Design der Schränke. Konnte man sich früher noch mit der gefalteten Aufbewahrung von Gewändern begnügen, hätte diese Methode bei den empfindlichen Textilien rasch zu Unansehnlichkeit geführt. Diese mussten in Schränke gehängt werden, um brauchbar bleiben zu können. Formal vollzieht sich die weitere Entwicklung weg von der horizontal ausgerichteten Fassadengliederung hin zur barock durchgestalteten Front im dritten Drittel des 17. Jh.
Die konsequente Fassadenansicht, vertikal zweigegliedert und höchstens von durchgehenden Pilaster- oder Rundsäulen flankiert, tritt zurück und weicht letztlich einem Gesamtkonzept, das sich vornehmlich der geometrisch geprägten Dekoration widmet. Mehr und mehr treten durchgehende Füllungsfelder mit Schanzen oder nur schlichte Rahmenfelder an die Stelle der filigran durchgegliederten Fassaden beim Kleiderschrank.
In den grossräumigen Dielen und Hallen der Bürgerhäuser hält diese Möbel seinen Einzug als"Dielenschrank"und verdrängt den doppelseitigen Kleiderschrank, der sich letztlich bis in die siebziger Jahre des 17. Jh. halten kann. Neben dem zweitürigen"Dielenschrank"existieren jedoch auf den Gesamtzeitraum vom Barock gesehen noch eine Reihe von Sonderformen. Hierzu zählt besonders der "Stollenschrank", der den zweitürigen Korpus verkleinert aufweist und auf einem Unterbau ruht.
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