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Tatsächlich ist ein Schneckenhaus im Wiler Wappen abgebildet, wie kommt er dort hin? hallowil erkundigte sich bei dem Ortsbürgerrat und langjährigen Stadtführer Ruedi Schär nach den geschichtlichen Hintergründen.
«Seit dem 15. Jahrhundert ist der Bär im Wiler Wappen bekannt.» Er nimmt Bezug auf die Legende des Heiligen Gallus, der einem Bären befahl, ein Stück Feuerholz zu bringen. Dafür erhielt das Tier ein Stück Brot und die Anweisung, für immer zu verschwinden.
Bär in verschiedene Wappen
«Verschiedene Gemeinden mit engerer Beziehung zum ehemaligen Kloster St. Gallen tragen den Bär im Wappen, so etwa die Stadt St. Gallen, Gossau und Altstätten», weiss Schär.
Die Art der Darstellung unterscheidet sich: «Im Wiler Wappen ist der Bär nach links gerichtet und männlich.» In Altstätten geht er auf allen Vieren. Um Verwechslungen mit anderen Gemeinden zu vermeiden, wurde zusätzlich ein W ins Wiler Wappen aufgenommen.
Juristenfutter
Gemäss Angaben von Ruedi Schär gestaltete der Wiler Kunstmaler Karl Peterli in den fünfziger Jahren die Darstellung des Bären neu. Es kam dabei zu Unstimmigkeiten, die schliesslich von einem Gericht geklärt werden mussten.
Mit der Fusion von Wil und Bronschhofen ab 2013 musste das Stadtwappen entsprechend angepasst werden. Die schematische Darstellung einer Schneckengehäuses, das für den sogenannten Schneckenbund, zu dem Bronschhofen, gehörte, steht, musste ins Wappen integriert werden. «Das war ein zwingender Teil des Fusionsvertrages», betont Ruedi Schär. «Andernfalls wäre der Zusammenschluss nicht zustande gekommen.»
Damit die Proportionen stimmen, wurde ein Heraldiker bei der Anpassung des Stadtwappens beigezogen. «Man wollte verhindern, dass der Wiler Bär magersüchtig wirkt», schmunzelt Ruedi Schär.