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Göttervaters; ja, in der nachhomerischen Dichtung wie in den bildlichen Darstellungen gehört die Ägis zu den stehenden Abzeichen
der Göttin. Den verschiedenen Vorstellungen entsprechend, findet man die Ägis auf Kunstdenkmälern dargestellt bald als Panzer,
mit Schlangengeflecht und dem Gorgonenhaupt in der Mitte auf der Brust der Göttin, bald als Schild, bald
als ein über Schulter und Arm mantelartig geworfenes Fell. Unverkennbar liegt dem Ganzen die Vorstellung der dunkeln, blitzdurchhellten
Gewitterwolke zu Grunde.
Vgl. Stark (»Berichte der Königlich sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften« 1864);
Bader, Die Ägis bei
Homer (»Jahrbücher für Philologie«, Bd. 117, 1878).
in der griech. Mythe Sohn des Thyestes und dessen eigner Tochter Pelopia, der in das
Fluchgeschick des Tantalidenhauses vielfach verflochten ist. Von Pelopia gleich nach der Geburt ausgesetzt, wurde A. von Hirten
aufgefunden und von einer Ziege gesäugt, dann von des Thyestes Bruder Atreus in Mykenä als Sohn angenommen und erzogen. Auf
Atreus' Befehl sollte er später seinen Erzeuger Thyestes töten, wandte sich aber gegen den Pflegevater,
erschlug ihn und setzte sich mit Thyestes in den Besitz der Herrschaft von Mykenä, aus welcher beide von des Atreus Sohn Agamemnon
wieder verdrängt wurden. Während König Agamemnon vor Troja kämpfte, verführte A. dessen Weib Klytämnestra zur Untreue, erschlug
den König meuchlings nach seiner Rückkehr aus dem Krieg und herrschte an Klytämnestras Seite sieben Jahre über Mykenä,
bis endlich Agamemnons Sohn Orestes den Tod des Vaters durch Ermordung des Ägisthos rächte. Vgl. Agamemnon und Orestes.
(Agraulos), in der griech. Mythe Tochter des Königs Kekrops von Athen, weihte sich zur Errettung
des Vaterlands aus langwieriger Kriegsnot freiwillig dem Tod und erhielt dafür auf der Akropolis zu Athen ein Heiligtum (Agraulion),
in welchem fortan die jungen Männer bei ihrer Mündigkeitserklärung und Wehrhaftmachung den Fahneneid leisten mußten. Nach
andrer Sage soll sich Aglauros samt ihrer Schwester Herse, wegen Beleidigung der Athene (sie hatten ein von dieser
ihnen anvertrautes Kästchen, worin der junge Erichthonios [s. d.] lag, gegen der Göttin Willen geöffnet) von Wahnsinn ergriffen,
ins Meer gestürzt haben. Ovid endlich läßt sie durch Hermes in einen Stein verwandelt werden.
(spr. anjano), ehemaliger, seit 1870, weil er Malaria erzeugte, ausgetrockneter See, 4 km westlich von Neapel,
welcher einen der eingestürzten Krater des dortigen vulkanischen Gebiets füllte. Am südlichen Eingang in das ehemalige
Seebecken liegen die Schwefeldunstbäder von San Germano und die bekannte Hundsgrotte (s. d.), nordwestlich und
höher ein andrer kleiner Kratersee, Astroni, in prächtiger Waldumgebung.
Blutsverwandte, die in männlicher Linie von dem gemeinsamen Stammvater herstammen.
Das römische Recht unterscheidet nämlich in der Verwandtschaft die Cognatio, die natürliche Blutsverwandtschaft, das auf der
Zeugung und der dadurch entstandenen Gemeinschaft des Bluts beruhende Verhältnis, und die Agnatio (cognatio
civilis), die Verwandtschaft, welche durch lauter Mannspersonen und durch lauter eheliche Zeugungen begründet ist. Der Grund
der Agnation ist die väterliche Gewalt, und da solche nur Mannspersonen haben können, so kann also auch nur eine Verwandtschaft
durch Mannspersonen Agnation sein. Agnaten sind daher alle diejenigen Personen, welche in derselben väterlichen
Gewalt stehen oder doch stehen würden, wenn das sie verbindende Haupt noch lebte.
Hiernach können auch Frauenspersonen als Endglieder des agnatischen Stammbaums zu denselben gezählt werden, man nennt sie
dann Agnatinnen; aber sie können durch Nachkommenschaft die Agnation nicht fortsetzen, weil die Linie der Abstammung von
lauter Männern durch ein weibliches Zwischenglied gestört wird. Übrigens kann eine Agnation auch auf
künstliche Weise begründet werden, nämlich durch die Adoption (s. d.). Schon Justinian hob in der Novelle 118, auf welcher
das Intestaterbrecht des gemeinen Rechts beruht, den Unterschied zwischen Agnaten und Kognaten beinahe vollständig auf, indem er
das Intestaterbrecht der Verwandten ausschließlich an das Verhältnis der Blutsverwandtschaft knüpfte.
In den modernen Rechtssystemen hat das Agnationsverhältnis vollends jede Bedeutung verloren. Eine besondere Bedeutung
hat dagegen der Ausdruck Agnaten im deutschen Recht in der Lehre von der Succession in Lehen und Familienfideikommisse des Adels. Auch
hält das deutsche Staatsrecht den Grundsatz fest, daß die Rechte des Staatsoberhaupts nach der agnatischen
Linearfolge vererbt werden, dergestalt, daß, solange noch ein Agnat, sei es auch aus einer noch so entfernten Seitenlinie,
vorhanden ist, die Successionsfähigkeit irgend einer weiblichen Linie sowie die einer Agnatin im Sinn des römischen Rechts
unbedingt ausgeschlossen bleibt und auch dann, wenn dieselbe in Ermangelung eines durch Agnation oder
Erbverbrüderung zur Nachfolge berechtigten Prinzen eintritt, von da an ohne weiteres wieder der Grundsatz der Vererbung der Kronrechte
nach der agnatisch linearen Erbfolge Platz greift.
(spr. anjéni), ital. Maler, geb. 1819 zu Sutri bei Rom, widmete sich unter der Leitung von
Fr. Coghetti der Malerei und hatte schon einige Erfolge gehabt, als er wegen seiner Teilnahme an der Revolution von 1848 flüchten
mußte. Er begab sich zunächst nach Paris, wo er mehrere dekorative Malereien ausführte, und 1852 nach London, wo er unter
anderm ein Gruppenbild der königlichen Familie malte. Im J. 1869 kehrte er nach Florenz zurück, wo er
vorzugsweise öffentliche und Privatgebäude mit Fresken