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Die Pariser Schauspielerin Mélanie Laurent (38) kann bereits auf eine beachtliche Filmkarriere zurückblicken, die über 20 Jahre umspannt. Nach ihrem nationalen Durchbruch in «Keine Sorge, mir geht’s gut» (2006) folgte drei Jahre später in Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds» der internationale. Bereits ein Jahr zuvor setzte sie sich erstmals auf den Regiestuhl – für einen Kurzfilm.
2011 drehte sie mit «The Adopted» ihren ersten Spielfilm. Besonders Literaturverfilmungen haben es Laurent angetan, denn ausser dem Erstling basieren alle ihre Regiearbeiten auf Romanen. Auch «Le bal des folles», ihr fünfter Film.
Als Vorlage diente der Bestseller «Die Tanzenden» von Victoria Mas. Laurent schrieb auch das Drehbuch und übernahm eine der Hauptrollen, zudem ist es das erste Prime-Video-Original aus Frankreich.
Paris um 1880: Die junge Eugénie (Lou de Laâge) wird vom Vater in die Salpêtrière gesteckt, die grösste und berüchtigtste psychiatrische Klinik der Stadt. Dort macht der angesehene Dr. Charcot (Grégoire Bonnet) dubiose Experimente mit Hysterie-Patientinnen.
Doch Eugénie freundet sich mit Stationsleiterin Geneviève (Laurent) an und plant die Flucht während der «Ballnacht der Verrückten».
In gediegenen Bildern schildert Laurent den damaligen Alltag in der Psychiatrie und zeigt die «Behandlungsmethoden» als das auf, was sie sind: Tortur pur. Wie die Vorlage huldigt sie zudem Frauen, die für ihr Recht auf Selbstbestimmung und gegen die Macht des Patriarchats kämpfen.
Somit erinnert der Film an das zu selten gezeigte und kaum bekannte Schweizer Drama «Das Deckelbad» (2015), das zentrale Aspekte von «Le bal des folles» vorweggenommen hat.
Prime Video | Drama
Mit Lou de Laâge, Mélanie Laurent, Emanuelle Bercot; Regie: Mélanie Laurent
Bewegendes Frauenschicksal, bei dem die Hoffnung lebt
F 2021, ab 17. September 2021