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| Gerontius (geschrieben um 440) - Das Leben der heiligen Melania (Vita Melaniae)

69.
Das Totengewand war der Heiligen würdig. Mir scheint es nötig, das genauer anzugeben zum Nutzen jener, die vielleicht dies lesen werden. Den Leibrock1 hatte sie von einem Heiligen, den Schleier von einer anderen Magd Gottes, von einem andern ein Stück des ärmellosen Rockes,2 von einem den Gürtel, den sie schon lebend trug3 und von einem die Kukulle;4 statt eines Kopfkissens falteten wir die härene Kukulle eines Heiligen zusammen und legten sie unter das ehrwürdige Haupt. Denn es ziemte sich, dass sie bestattet ward in den Kleidern jener, deren Tugenden sie besass, solange sie lebte. Wir gaben ihr an Leinwand nur ein Leichentuch; das wanden wir aussen um sie.
1: (xxx) = ein langes Gewand, um die Lenden gegürtet und mit langen Ärmeln bis an die Fingerspitzen.
2: (xxx), ein ärmelloses, hemdartiges Kleid, das man in den Klöstern Ägyptens bei Tag und Nacht trug.
3: Der Gürtel ist jedenfalls der in Kap. 61 erwähnte.
4: Über die Kukulle s. oben Kap. 31.