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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Gregory C. McIntosh:
Christoph Kolumbus und die Pīrī-Reʿīs-Karte von 1513
Cartographica Helvetica 11 (1995) 36–42
Zusammenfassung:
Den Wandel der Zeiten haben keine Karten überlebt, die Christoph Kolumbus selbst geschaffen hat oder die unter seiner Aufsicht entstanden sind. Da das geographische Wissen laufend wuchs, wurden ältere und weniger genaue Karten dem Abfall übergeben. Dies geschah sogar mit Karten des Kolumbus, weil deren historischer Wert nicht erkannt wurde. Allerdings ist die Pīrī-Reʿīs-Karte von 1513 die einzige zeitgenössische Karte, von der bekannt ist, dass sie die geographischen und kartographischen Ideen des Kolumbus bewahrt. Eine Analyse zeigt, dass die Bahamas, Kuba und Hispaniola von einer Karte des Kolumbus kopiert worden sind.
Hispaniola kann mit Hilfe der Ortsnamen und wegen der unüblichen Orientierung identifiziert werden, die der Idee des Kolumbus entspricht. Pīrī Reʿīs zeigte auf seiner Karte Kuba als Festland. Dies steht im Einklang mit der Meinung des Kolumbus, dass Kuba ein keilförmiger Teil des asiatischen Festlandes sei. Vieles, was im nordwestlichen Teil der Pīrī-Reʿīs-Karte wie ein heilloses Durcheinander von Entwürfen aussieht, entspricht dem geographischen Konzept und der Nomenklatur von Kolumbus.
Einige Merkmale, die nur auf der Pīrī-Reʿīs-Karte vorkommen, unterstützen die Angaben ihres Autors, dass er eine Karte des Kolumbus kopiert habe. Die Karte zeigt somit das ursprünglichste Kartenbild von Kuba, Hispaniola und der Bahamas, das noch älter ist als dasjenige auf der bekannten Karte von Juan de la Cosa (1500). Diese Ursprünglichkeit deutet an, dass die ältesten kartographischen Spuren der Entdeckungen der Neuen Welt – nämlich eine Karte von Kolumbus selbst oder seiner Gehilfen von ca. 1495 oder 1496 – in der Pīrī-Reʿīs-Karte von 1513 überlebt haben.
Bibliographische Anmerkung