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Fünf Problemkinder lernen sich beim Nachsitzen kennen, verbringen ihre Nachmittage bei einer Mine und machen Unsinn. Einer hat ein wenig Sprengstoff dabei. Als er den falschen Felsen in die Luft jagt, weckt er dadurch eine böse Macht, die die Welt zerstören will. Glücklicherweise finden er und seine Kumpanen und Kumpaninnen Zaubersteine, die ihnen Superkräfte verleihen.
Das beste Zitat
«Ich verstehe keinen Humor oder Sarkasmus», hört man einen der Power Rangers sagen. Ein Zitat, wie eine Warnung für Power-Rangers-Fans, die den Trash-Charakter der alten Serie liebten. Der Kinofilm nimmt sich leider viel zu ernst.
Der Schauspieler
Die fünf Ranger werden von fünf nahezu unbekannten Nachwuchsschauspielern dargestellt. Arthouse-Freunde kennen vielleicht Ronald Cyler, der den humorlosen, blauen Ranger verkörpert. Er hat in der Tragikomödie «Me and Earl and the Dying Girl» mitgespielt. Eine Perle von Film, der auf Festivals mehrere Preise abgeräumt hat. Darin konnte Cyler sein schauspielerisches Können entfalten.
Das blieb ihm in «Power Rangers» leider verwehrt. Doch er gab sein Bestes. Trotz schlechter Dialoge schafft er es, sich mit Witz und Charme von den anderen Darstellern abzuheben.
Fakten, die man wissen sollte
Die amerikanische TV-Serie «Power Rangers» ist eine Kopie der japanischen Serie «Super Sentai». Medienmogul Haim Saban, der die Serie in den 1990er-Jahren gekauft hatte, befürchtete, dass sich amerikanische Kids nicht mit den Gepflogenheiten asiatischer Teenager identifizieren könnten. Deshalb übernahm er nur die Kampfszenen zwischen den Monstern und den Helden aus dem japanischen Original und drehte die Rahmenhandlung mit amerikanischen Darstellern nach.
Das funktionierte, weil die Power Ranger im Einsatz Helme tragen, die das Gesicht komplett bedecken. Mit der Detailgenauigkeit nahm es Saban nicht so ernst. Denn bei den Japanern gab es nur einen weiblichen Ranger, in der amerikanischen Version dagegen zwei. Wer genau hinsah, erkannte, dass die gelbe Rangerin aus der US-Serie in den Kampfszenen plötzlich zum Mann wurde.
Das Urteil
Die Serie war in den 1990er-Jahren eindeutig eine Billigproduktion ohne Computereffekt, aber mit so vielen wunderbar schrägen Momenten, dass man darüber lachen konnte. Was Fans und Actionfilm-Freunde bei «Power Rangers» sehen wollen, sind akrobatische Kämpfe in irren Kostümen, haushohe Roboter, die ganze Städte platt walzen, sinnfreie Handlung und schlechte Dialoge. Diese Erwartungen erfüllt der der neue Kinofilm nicht.
Das Hochglanzspektakel versucht Spannung mit Tiefgang zu vereinen. Jugendproblemen von heute wird auf den Zahn gefühlt. Bis endlich mal richtige Zähne ausgeschlagen werden, vergehen eineinhalb Stunden.
Noch enttäuschender wird das Ganze, weil sich die Macher nicht entscheiden konnten, ob sie auf Nostalgie oder auf eine innovative Geschichte setzen sollen. Da hilft nicht mal die CGI-Orgie beim Showdown gegen ein goldenes Monster namens Goldar. Oder doch? Nein. Diesen Film sollten sich nur Fans mit bedingungsloser Liebe für die Power Rangers antun. «Go, go Power Rangers!»
Kinostart: 22.03.2017