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Der Maiswurzelbohrer ist in der Schweiz als Quarantäneorganismus aufgeführt. Dieser, als westliche Maiswurzelbohrer bezeichnete, Schädling stammt aus Nordamerika, wo er erstmals 1858 erwähnt wurde. Dort ist er mittlerweile der bedeutendste Maisschädling. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Käfer nach Europa verschleppt. Zuerst wurde er in der Umgebung des Flughafens Belgrad entdeckt und hat sich danach vor allem in Ost- und Zentraleuropa ausgebreitet. In der Schweiz wurden erste Maiswurzelbohrer im Jahr 2000 am Flughafen in Lugano gefangen, wo er aus Norditalien eingeflogen wurde. Die Fachwelt geht davon aus, dass er vor allem mit Verkehrsmitteln über weite Distanzen verschleppt wird. Doch die adulten flugfähigen Käfer können je nach Wetterlage bis zu 70 km weit fliegen und sich so sehr rasch verbreiten.
Lebenszyklus
Die adulten Weibchen legen kurz nach ihrem Schlüpfen im Spätsommer einmalig ihre bis zu 440 Eier, bevorzugt in Maisfeldern auf einer Tiefe von 15 Zentimeter, im Boden ab. Diese Eier überwintern und erst im Mai des kommenden Jahres schlüpfen die Larven, welche 10 bis 18 mm lang werden können. Ihre erste bevorzugte Nahrung sind Maiswurzeln. Mit dem Ab- und Ausfressen der Wurzeln wird der Pflanze die Nährstoffversorgung eingeschränkt und die Stabilität massiv reduziert.
Die Larven haben aber einen sehr beschränkten Lebensradius von einem Meter. Nach ihrer Verpuppung im Boden schlüpfen nach sieben bis zehn Tagen die adulten Käfer, welche mit vier bis sieben Millimetern Länge eher klein sind. Die anstehende Flugzeit dauert von Juni bis Mitte Oktober, wobei am meisten Käfer von Mitte Juli bis Ende August aktiv sind. Diese Käfer fressen die Blätter und den Maisbart, was zu einer verminderten Befruchtung führt. Verschwindet langsam der Mais, so wechseln sie auch auf Süssgräser, Kürbisgewächse und Hülsenfrüchte als alternative Nahrungsquellen.
Funde im Kanton Zürich
„In der Schweiz konnte sich der Schädling dank dem Fruchtfolgesystem nicht etablieren und ist daher immer noch ein Quarantäneorganismus und wird jährlich mit Pheromonfallen überwacht“, schreibt Agroscope. Gesamt sind landesweit, im Rahmen eines umfassenden Monitoring und der Überwachung in den Maisanbaugebieten, rasterhaft rund 200 Pheromonfallen aufgestellt. Davon 15 im Kanton Zürich.
Vor wenigen Tagen sind in mehreren Fallen, in der Nordost- und Nordschweiz, Maiswurzelbohrer gefangen worden. Im Kanton Zürich war dies in Regensdorf, Wallisellen und Winterthur – Wülflingen der Fall. Zudem sorgt ein weiterer Fang in aargauischen Oberrohrdorf dafür, dass auch weitere Teile des Limmat- und Furttals den Kanton Zürich am Rand ebenfalls tangieren.
Verfügung erlassen
Innerhalb der festgesetzten Radien von je 10 km liegen das gesamte, südlich der Thur gelegene, Weinland, die gesamte Region um Winterthur, Glatttal und Teile des Bezirks Uster, sowie der grosse Teil vom Bezirk Dielsdorf wie auch Bülach. Das Zürcher Amt für Landschaft und Natur (ALN) hat nun für das entsprechende Gebiet mittels Verfügung ein Verbot erlassen, dass im Jahr 2022 auf Parzellen kein Mais angebaut werden darf, wo bereits 2021 Mais gestanden hat. Diese Einschränkung gilt auch dann, wenn Mais nicht die Hauptkultur ist. Wird beispielsweise nach der diesjährigen Maisernte Gerste angebaut und nach deren Ernte im Sommer nochmals Mais angesät, so gilt dieses Verbot ebenfalls. „Eine intensive Bodenbearbeitung bekämpft den Schädling leider nicht, da er zum Zeitpunkt der Bearbeitung in Form von Eiern im Boden vorkommt und durch diese nicht durch die Bearbeitung geschädigt werden kann“, hält Fiona Eyer Fachstelle Pflanzenschutz am Strickhof fest. Nur mit dem Anbauverzicht von Mais nach Mais kann der Lebenszyklus unterbrochen werden, weil nach dem Schlüpfen der Larven dem Schädling seine wichtigste Nahrungsgrundlage mit den Maiswurzeln entzogen wird. Wer sich nicht daran hält, wird entsprechend der Gesetzgebung mit Bussen bestraft. Zudem werden massive Kürzungen der Direktzahlungen als Sanktionen ausgesprochen.
Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete man am Fallenstandort in Ossingen ein Fang. Dies führte dazu, dass dazumal vor allem das nördliche Weinland, das angrenzende Thurgau und auch Teile vom oberen Schaffhauser Kantonsteil und Dörflingen betroffen waren.
Quelle: Roland Müller