Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03128.jsonl.gz/823

Als die Swiss-Maschine am Sonntag kurz vor halb zwei am Nachmittag in Zürich-Kloten aufsetzte, war das EM-Kapitel für die Schweizer schon geschlossen. Die letzte EM-Tür war zu, eine neue tat sich in Frankreich nicht mehr auf. Die Spieler verabschiedeten sich in die Ferien, für den Staff begann die Zeit der Analysen. Bald kommt ein nächstes Kapitel. Dazu die wichtigsten Fragen:
Wie schon in den letzten zwei Jahren entfällt der Testspiel-Termin im August. Für die Schweiz geht es gleich mit dem ersten Spiel der WM-Qualifikation weiter. In Basel trifft sie am Dienstag, 6. September, auf Gruppenfavorit Portugal. Der Zusammenzug ist in der Woche zuvor am Dienstag oder Mittwoch. Ein Testspiel wenige Tage vor der Partie gegen Portugal wäre möglich, ist aber nicht geplant.
Nimmt man die Resultate der EM-Endrunde als Grundlage, ist die Schweiz in eine sehr schwierige Gruppe eingeteilt. Mit der SFV-Auswahl sowie Portugal und Ungarn gehören zur Gruppe B drei Teams, welche in Frankreich die Achtelfinals erreicht haben; so viele wie in keiner anderen Gruppe. Im Gegensatz zur EM qualifiziert sich nur der Gruppensieger direkt. Die acht besten der neun Zweiten bestreiten eine Barrage. Das Startprogramm der Schweizer ist happig. Nach dem Heimspiel gegen Gruppenfavorit Portugal folgt am 7. Oktober das Auswärtsspiel in Ungarn. Ein Fehlstart wie in der letzten EM-Qualifikation mit zwei Niederlagen könnte fatal sein.
Es gibt nach der EM keinen Grund für personelle Änderungen. Steve von Bergen (33) gab den Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt, er gehörte aber schon länger nicht mehr zum Stamm. Captain Stephan Lichtsteiner (32) bekräftigte nach dem EM-Ausscheiden, dass er weiterhin zur Verfügung steht. “Ich bin in Form, ich fühle mich gut. Es wäre schade, jetzt aufzuhören.” Valon Behrami (31) erklärte schon im Frühling, dass er nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Vladimir Petkovic motiviert ist, weiterzumachen. Der Rest des EM-Kaders ist ohnehin noch sehr jung oder im besten Alter. Die Schweiz stellte in Frankreich mit einem Durchschnitt von 26,1 Jahren das drittjüngste Team. Nur vier Spieler waren älter als 30 Jahre, dafür waren neun 24-jährig oder jünger.
Vladimir Petkovic hat ihn aus sportlichen Gründen in diesem Jahr nicht mehr aufgeboten. Sollte Gökhan Inler den Klub wechseln und in der neuen Saison wieder zu Spielpraxis kommen, wäre eine Rückkehr denkbar, denn Inler hat nie den Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt. Doch die Personalie ist heikel. Ohne Inler wurde mit Lichtsteiner als respektierter Captain und Granit Xhaka auf Inlers Position als sportlicher Leader auf dem Platz eine neue Hierarchie aufgebaut. Die Tendenz: Inler gehört zumindest zu Beginn der WM-Qualifikation im Herbst nicht zum Schweizer Team.
Bei der Vertragsverlängerung im Frühling haben viele die Nase gerümpft, in Frankreich hat sich Petkovic mit mutigem Coaching (Wechsel) auch international einen Namen gemacht. In den fünf Wochen der intensiven Arbeit mit dem Team hat er der Mannschaft ein Gesicht gegeben. Seine Handschrift ist klar ersichtlich. Deshalb: Er muss nichts ändern. Dass es an Effizienz im Abschluss mangelt, liegt nur sehr bedingt in seiner Verantwortung. Dem Problem will sich der Verband auf ganzheitlicher Ebene annehmen. Entsprechend äusserte sich der SFV-Sportdirektor Laurent Prince am Tag nach dem EM-Ausscheiden zur Thematik. Diese Erkenntnisse würden sofort in die Trainingsarbeit und die Ausbildung auf Junioren-Stufe einfliessen.
(SDA)