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Europarat bemängelt Überbelegung in griechischen Gefängnissen
Der Europarat hat eine Überbelegung in griechischen Gefängnissen bemängelt. Das Anti-Folter-Komitee (CPT) der Strassburger Organisation forderte in einem Bericht, Häftlinge nicht mehr unter überfüllten, gefährlichen und schlechten Bedingungen unterzubringen.
Gefängnisse in Griechenland müssten sich zu Orten entwickeln, die menschenwürdige Bedingungen anböten und Menschen auf die Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereiteten, heisst es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht weiter.
Bei Besuchen in Gefängnissen in Griechenland im November vergangenen Jahres habe das Anti-Folter-Komitee festgestellt, dass 24 von 34 Gefängnissen überfüllt waren. In einem Gefängnis habe die Belegungsquote bei 190 Prozent gelegen.
Das CPT empfahl den griechischen Behörden, dringend und entschieden Massnahmen gegen die Überbelegung zu ergreifen sowie verstärkt auf Strafmassnahmen ohne Freiheitsentzug zurückzugreifen. Darüber hinaus legten die Experten den griechischen Behörden gründliche Untersuchungen bei Todesfällen in Haft sowie ein genaueres Vorgehen bei Autopsien nahe.
In ihrer Antwort auf den Bericht des Anti-Folter-Komitees wiesen die griechischen Behörden auf den geplanten Bau mehrerer neuer Gefängnisse im Land hin. Ein bereits fertig gestelltes Gefängnis mit 600 Plätzen solle noch dieses Jahr in Betrieb genommen werden.
Zudem berichteten die Behörden von Renovierungen und Instandhaltungen in den verschiedenen Gefängnissen. Künftig könnten angesichts gelockerter Corona-Massnahmen auch mehr Programme und kulturelle Aktivitäten angeboten werden.
Zum Europarat zählen 47 Länder. Die Länderorganisation mit Sitz in Strassburg setzt sich für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ein. Die Schweiz ist seit 1963 Mitglied im Europarat.