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Die Zahl der Kinder mit Fettleibigkeit und mit Übergewicht steigt weltweit rasch an. Tatsächlich hat sich diese Zahl zwischen 1980 und 2017 verdoppelt. Die Weltgesundheitsorganisation hält sie gegenwärtig für eine «nicht infektiöse Epidemie» bedeutenden Ausmasses. Diese Epidemie stellt eine der grössten Herausforderungen für die Gesundheit dar, und die Prävention ist zu einer Priorität geworden. In der Schweiz sind 19% der Kinder übergewichtig (BFS – 2017). Diese Zunahme ist beunruhigend. Die wichtigsten Ursachen liegen in der fehlenden Bewegung und in einer ungesunden Ernährung.
Welche Risiken bestehen bei Übergewicht/Fettleibigkeit?
Für ein übergewichtiges oder fettleibiges Kind bestehen zahlreiche medizinischen Risiken:
- Diabetes Typ 2
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bluthochdruck
- Krebs
- Gelenkprobleme
- Psychologische Risiken: diese psychologischen Probleme entstehen oft wegen Verhöhnung, Spitznamen oder Ausgrenzung durch Klassenkameraden. Fettleibige Kinder oder Jugendliche werden häufig stigmatisiert.
Was kann man als Eltern tun?
Die Prävention kann mittels einiger einfacher Massnahmen erfolgen:
- Zwischen den Mahlzeiten nicht naschen: das Kind muss lernen, ausserhalb der Mahlzeiten nicht zu naschen. Der Wechsel zwischen Mahlzeit und Sättigungsperiode ist nämlich sehr wichtig, damit das Kind lernt, seine Nahrungsaufnahme zu kontrollieren.
- Langsam essen und gut kauen: es ist wichtig, dass Ihr Kind sich dessen bewusst wird, was es isst. Deshalb wird nicht empfohlen, es zum Beispiel vor einem Bildschirm essen zu lassen. Ausserdem stellt sich das Sättigungsgefühl erst nach 20 Minuten ein. Es ist deshalb äusserst wichtig, langsam zu essen.
- Bewegung und Sport fördern: das Kind muss dazu motiviert werden, sich zu bewegen. Zudem sollte die Zeit, welche es vor Bildschirmen verbringt, auf höchstens 2 Stunden pro Tag begrenzt werden. Übergewicht steht nämlich in einem sehr engen Zusammenhang mit der Untätigkeit und der vor Bildschirmen verbrachten Zeit.
- Den Zuckerkonsum begrenzen: die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die Aufnahme von Zucker auf unter 10% der täglichen Energiezufuhr zu beschränken. Vermeiden Sie deshalb Produkte (Süssigkeiten, Fruchtgetränke und Getränke mit Kohlensäure) mit übermässigem Zuckergehalt. Bevorzugen Sie den natürlichen Zucker, der in Früchten, frischem Gemüse und Milch enthalten ist.
- Es ist jedoch wichtig, das Kind nicht einzuschränken, auf Diät zu setzen, oder ihm gewisse Nahrungsmittel zu verbieten. Das Ziel besteht darin, dem Kind dabei zu helfen, das Gefühl von Hunger und Sättigung wiederzuerlangen.
- Die Zeit vor den Bildschirmen begrenzen: Aktivitäten im Freien fördern und für eine gute Schlafqualität sorgen (zum Beispiel keine Bildschirme in den Zimmern aufstellen).
Das Programm Contrepoids des Spital Wallis
Mit diesem Programm soll Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht sowie ihren Eltern bei einer ausgewogenen Ernährung und vermehrter Bewegung im Alltag geholfen werden. Mit spezialisierten Sprechstunden, ambulanter Ernährungsberatung, einer angepassten sportlichen Aktivität und einer multidisziplinären Betreuung werden Kinder mit Übergewicht unterstützt.
Das Programm Contrepoids ist vor rund zehn Jahren von Prof. René Tabin und Frau Dr. Nathalie Farpour-Lambert in der Abteilung Pädiatrie des Spitals Sitten geschaffen worden. Dr. Dominique Durrer und Dr. Michel Russo führen die spezialisierte Sprechstunde in der Abteilung Pädiatrie des Spitals Sitten durch. Es handelt sich um einen multidisziplinären Ansatz mit einem Team aus:
- Ernährungsberaterinnen
- Psychologen
- CRR Suva
- Stiftung Théodora, deren Clowns bei der therapeutischen Bildung der Familien eine wichtige didaktische Rolle spielen
- Stiftung Jean Troillet, welche für die betroffenen Kinder und Jugendlichen Kurzaufenthalte in den Bergen organisiert
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