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Isho Ningyo
Ishō ningyō, wie diese Puppen auf Japanisch bezeichnet werden, setzen sich aus dem Wort ishō衣装（Kleider, Kostüm）und ningyō人形（Puppe）zusammen. Daher wird der Begriff oftmals mit „Modepuppe“ übersetzt. Obschon nicht so traditionsreich wie andere Puppen in diesem Katalog, so gehen sie doch bis ins 18. Jahrhundert zurück. Diese Puppen stehen meist fixiert auf einer Plattform. Sie nehmen unscheinbare, alltägliche Posen ein, auch das Kostüm soll den Alltag repräsentieren. Der Begriff der ishō ningyō kann aber auch ausgeweitet werden, sodass nicht nur jene in anonymen Posen und Kostümen dazugezählt werden können, sondern auch diejenigen, die klar einer Gesellschaftsschicht (Adlige, Kurtisanen, Geisha/Geiko etc.) oder einer bestimmten Rolle in einem Theaterstück zugeordnet werden können. Die ishō ningyō sind, wie auch die musha ningyō, entweder vollständig mit gefärbter Seide überzogen oder haben wie die hina ningyō Porzellan- oder Plastikglieder und -köpfe. Qualitativ gibt es grosse Unterschiede, da die Bandbreite von Bastelkits, die man selber machen kann, bis zu edlen, in Glaskästen ausgestellten ishō ningyō reicht. Einige dieser ishō ningyō können so bewegt werden, dass sie umgezogen oder hingesetzt werden können. Andere haben männliche Geschlechtsteile, welche onnagata 女形 (auch Oyama gelesen) darstellen, das sind männliche Schauspieler, die eine Frauenrolle spielen. Diese veränderbaren Puppen haben oft auch verschiedene Perücken, sodass man die Frau in verschiedenen Rollen (beispielsweise ledig oder verheiratet) sieht oder einen Schauspieler, der in die Rolle eines Charakters aus einem anderen Stück schlüpft.
Die Puppen können auch in Gruppen von zwei oder drei Figuren aufgestellt werden, wobei sie dann meist Rollen eines Kabuki- oder Noh-Stückes repräsentieren. Je nachdem, wie ausgearbeitet sie sind, stehen sie auf einer kleinen Bühne mit einem Hintergrund, auf dem ein Baum oder eine Landschaft angemalt ist. Die vorliegende Sammlung hat von den ishō ningyō eine Fülle an Variationen, darunter vor allem auch jene, deren Ikonographie deutlich auf Theaterstücken des Kabuki, einige wenige auch auf das Noh, basieren. Diese Puppen werden auch oft oyama ningyō 女形人形 statt ishō ningyō genannt. Im Folgenden werden einige ishō ningyō gezeigt, welche unter anderem auch in diese Kategorie fallen.