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Wissenswertes rund um die Themen Glaskörperabhebung, Glaskörpertrübungen
Sorgt der Glaskörper des menschlichen Auges für Probleme, so kann dies das Sehvermögen der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Zu den besonders häufig auftretenden Beschwerden am Glaskörper zählen die sogenannten „Mouches volantes“, die „Fliegenden Mücken“.
Dabei handelt es sich um kleine, schwarze, tanzende Punkte und/oder Linien vor den Augen, die aufgrund von Glaskörpertrübungen entstehen, und von den Betroffenen als ausgesprochen unangenehm empfunden werden.
Eine Glaskörperabhebung wiederum bezeichnet das Lösen des Glaskörpers von der hinteren bzw. oberen Seite der Netzhaut. In vielen Fällen geht diese mit einer Verflüssigung des Glaskörpers einher, die sich wiederum in den bereits beschriebenen Glaskörpertrübungen äussert.
Eine sehr ernste Folgeerscheinung der Glaskörperverflüssigung ist die sogenannte Netzhautablösung. Entsprechend sollten Patienten, die unter dem sogenannten Phänomen der „Mouches volantes“ leiden, umgehend einen Arzt aufsuchen.
Wenn Sie Lichtblitze und/oder herumschwimmende schwarze Punkte mit einem Auge oder mit beiden sehen, können Sie gerne sowohl an Wochentagen als auch am Wochenende unseren Augenarzt in Zürich Opfikon kontaktieren.
Die folgenden Abschnitte dienen dem Zweck, Ihnen kurz und knapp einen Überblick über potentielle Beschwerden am Glaskörper mit Schwerpunkt auf Trübung und Abhebung, Möglichkeiten der Diagnose, therapeutische Massnahmen sowie weitere, in diesem Zusammenhang relevante Aspekte zu verschaffen.
Aufbau und Funktion des Glaskörpers
Der Glaskörper beschreibt eine lichtdurchlässige, gelartige Konsistenz, die das Innere des Auges bildet. Konkret nimmt der in der medizinischen Fachsprache als Corpus vitreum bezeichnete Glaskörper den zwischen der Retina (Netzhaut) und der hinteren Linsenkapsel liegenden Raum ein.
Der Glaskörper spielt eine wichtige, stützende Rolle bei dem Aufbau des Auges.
Mit rund 98 Prozent besteht ein Grossteil der dicklichen Flüssigkeit aus Wasser. Die verbleibenden 2 Prozent wiederum sind einer Kombination aus Hyaluronsäure und Kollagenfasern vorbehalten. Letzteren ist die gelartige Struktur des Glaskörpers zuzuschreiben.
In einem Satz ausgedrückt ist der Glaskörper für den Erhalt der Form des Augapfels (Bulbus oculi), die eine der Grundvoraussetzungen für ein klares, ungetrübtes Sehen ist, unverzichtbar.
Zudem verhindert der von dem Glaskörper auf die umliegenden Schichten ausgeübte Druck ein Ablösen der Netzhaut selbst bei mechanischer Einwirkung von aussen.
Darüber hinaus ermöglicht er aufgrund seiner lichtdurchlässigen Konsistenz, dass Lichtstrahlen die auf der Innenseite des Auges befindliche Netzhaut ungestört erreichen können.
Wie entstehen Glaskörpertrübungen?
Glaskörpertrübungen sind oftmals auf den fortschreitenden Alterungsprozess zurückzuführen, von dessen degenerativen Begleiterscheinungen auch der Glaskörper nicht verschont bleibt.
Konkret schlagen sich diese in einer Schrumpfung des Glaskörpers und einer sogenannten Entmischung der enthaltenen Substanz nieder.
Zeichnete sich der Glaskörper zuvor durch seine lichtdurchlässige, gut vermischte Konsistenz aus, so werden die in der gelartigen Flüssigkeit enthaltenen Fasern und Eiweisspartikel nunmehr in Form der bereits angesprochenen „Fliegenden Mücken“(„Mouches volantes“) für die Betroffenen erkennbar.
Jedoch ist für Glaskörpertrübungen eine grosse Wandelbarkeit charakteristisch. Entsprechend können sie beispielsweise auch die Gestalt von Sternen, Ästen oder schlangenförmigen Linien annehmen.
Ein heller Hintergrund begünstigt eine besonders intensive Ausprägung dieses Phänomens. Entsprechend wenig Freude haben die Betroffenen unter anderem bei der Lektüre eines Buches.
Hintere Glaskörperabhebung: Begriffs- und Ursachenklärung
Bei der Glaskörperabhebung löst sich der Glaskörper entweder vollständig oder nur partiell von seiner Unterlage. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, von der in erster Linie ältere Menschen betroffen sind.
Je höher das Alter, desto häufiger kommt es zu diesem Phänomen. Um ein Beispiel zu nennen: Während eine Glaskörperabhebung bei rund 6 Prozent der über 50-Jährigen auftritt, sind bei den zwischen 60- und 90-Jährigen bereits um die 65 Prozent betroffen.
Neben einer altersbedingten hinteren Glaskörperabhebung gibt es auch verschiedene Krankheiten wie die sogenannte Achsenmyopie, – die häufigste Form der Kurzsichtigkeit -, die bereits bei jüngeren Menschen zu einer Abhebung des Glaskörpers führen kann.
Darüber hinaus kann ein heftiger Stoss oder Schlag ein sogenanntes Bulbustrauma verursachen. Eine Folge dieser nicht bulbuseröffnenden Verletzung ist die Abhebung des Glaskörpers.
Im Anschluss an eine Operation des Grauen Stars besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko, dass sich der Glaskörper von seiner Unterlage löst.
Doch wie kann man sich nun eigentlich genau eine Glaskörperabhebung vorstellen und warum scheint, wie die Bezeichnung vorschlägt, lediglich der hintere Teil betroffen zu sein?
Die mit dem zunehmenden Alter einhergehende Schrumpfung des Glaskörpers hat die Ablösung der Glaskörpermembran von der Netzhaut zur Folge.
Spricht man von einer hinteren Glaskörperabhebung, so bedeutet dies einfach, dass der Glaskörper mit den vorderen Netzhautteilen verbunden bleibt und sich lediglich im hinteren Teil abhebt.
Je weiter sich die Glaskörpergrenzmembran von der Retina (Netzhaut) entfernt, desto mehr schrumpft der verbleibende Teil des Glaskörpers in sich zusammen, so dass er in einem letzten Stadium nur noch unbrauchbar hinter der Linse hängt.
Zusammengefasst handelt es sich also strenggenommen bei der Glaskörperabhebung um keine Krankheit, sondern vielmehr um eine in der Regel mit dem natürlichen Alterungsprozess einhergehende normale Erscheinung.
Symptome der Ablösung des Glaskörpers
Bei vielen Betroffenen tritt die hintere Glaskörperabhebung ohne nennenswerte Symptome auf. Für den akuten Zustand sind jedoch Beschwerden wie die bereits erwähnten Trübungen inklusive fliegender schwarzer Punkte, Lichtblitze und Blutungen charakteristisch.
Glaskörpertrübungen („Mouches Volantes“)
Dieses Phänomen wurde bereits beschrieben: Durch eine Entmischung des Glaskörpers kommt es zu Trübungen, die das Sehvermögen der Betroffenen beeinträchtigen.
Darüber hinaus bewirkt die Glaskörperabhebung, dass zuvor lichtdichte Strukturen nunmehr aufgrund der Verschiebung in die optische Achse in Form fliegender Punkte oder Linien visuell wahrgenommen werden.
Als besonders störend empfinden Patienten die ständige Mitbewegung der „Mouches volantes“ selbst bei nur geringfügigen Bewegungen der Augen. In besonders ausgeprägter Form zeigen sich die lästigen dunklen Flecken und Spinnennetze vor hellem Hintergrund.
Lichtblitze
Zu blitzartigen Lichterscheinungen kommt es durch eine mechanische Stimulation der Netzhautsinneszellen.
Diese entstehen, wenn der Glaskörper bei Augenbewegungen an den Verbindungsstellen an der Unterlage, sprich der Retina (Netzhaut), zieht. Von den Patienten wahrgenommen werden sie vor allem im Dunkeln.
Blutungen (schwarze Flecken)
Zu winzigen Blutungen, die sich visuell wie ein Regen aus kleinen schwarzen Flecken („Ascheregen“, „Russregen“) äussern, kann es kommen, wenn bei der Abhebung des Glaskörpers Blutgefässe aufgerissen werden.
Die ernstzunehmendere Variante wird durch stärkere Blutungen von einer erheblichen Verschlechterung des Sehvermögens begleitet.
Erfordert eine Glaskörperabhebung das Einleiten therapeutischer Massnahmen?
Diese Frage ist zu verneinen, da sich die genannten Symptome in den meisten Fällen als harmlos erweisen.
Jedoch bedürfen sie einer unbedingten Abklärung durch den Arzt, um ernste und folgenschwere Komplikationen, allen voran den sogenannten Netzhautriss auszuschliessen.
Da dieser in der Regel erst einige Wochen nach einer Glaskörperabhebung auftritt, sind regelmässige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt eine Notwendigkeit.
Komplikation Netzhautrisse: Entstehung, Diagnose und Behandlung
Ist die Grenzmembran zu fest mit der Netzhaut verankert, so kann die Abhebung des Glaskörpers Risse in der Retina verursachen. Wird dabei auch ein Blutgefäss verletzt, zu kommt es zu Blutungen, die sich in Form des bereits beschriebenen „Russregens“ äussern.
Die Diagnosestellung
Im Rahmen der Diagnosefindung erfolgt in einem ersten Schritt die sogenannte Anamnese, sprich Befragung des Patienten, unter Berücksichtigung der individuellen Krankheitsgeschichte sowie der auftretenden Beschwerden.
Klassische Grunduntersuchungen wie eine Prüfung der Sehschärfe folgen.
Mithilfe der Spaltlampe und dem Augenspiegel kann der Augenarzt sowohl den Glaskörper an sich als auch selbst im hinteren Abschnitt des Auges befindliche Netzhautareale sorgfältig in Augenschein nehmen.
Um diesen Vorgang zu erleichtern und möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten, wird die Pupille medikamentös erweitert.
Spezielle Vergrösserungsgläser ermöglichen das Spiegeln des Augenhintergrundes. Oftmals kann auch ein unter örtlicher Betäubung aufgesetztes Kontaktglas Aufschluss über das Vorhandensein von Netzhautrissen liefern.
Die sogenannte Differentialdiagnose wiederum dient dem Ausschluss einer vorhandenen Netzhautablösung, die einen grösseren operativen Eingriff erfordert.
Um die genaue Position der Netzhautrisse in Erinnerung zu behalten, wird während der Diagnosestellung eine Aufnahme des Befundes erstellt.
Therapeutische und prophylaktische Massnahme bei Netzhautrissen
Um ein zukünftiges Ablösen der Netzhaut zu vermeiden, ist eine zuverlässige Abdichtung der Risse bzw. Löcher in der Retina zwingend erforderlich.
Die Behandlung gilt als relativ unkompliziert und erfolgversprechend und erfolgt in der Regel, indem die Risse bzw. Löcher in der Netzhaut mit Laserstrahlen verschlossen werden.
Dabei besteht das primäre Ziel darin, eine möglichst starke Fixierung der Netzhaut an den Untergrund zu erreichen und somit das Risiko einer Netzhautablösung in Zukunft auf ein Minimum zu reduzieren.
Zum Einsatz kommt hier ein Kontaktglas, das nach der Vergabe von örtlichen Betäubungstropfen und dem Auftragen eines Gels auf das betroffene Auge aufgesetzt wird. Dieses ermöglicht eine effektive Behandlung bis in die äusseren Netzhautbereiche.
Die Laserbehandlung (Photokoagulation) an sich umfasst ein intensives und gezieltes Bestrahlen der um den Riss angesiedelten Netzhaut mit Laserstrahlen.
Diese Massnahme führt zu einem starken Anschweissen der Retina an die darunter befindliche Aderhaut und Lederhaut und folglich zu einer optimalen Abdichtung des Risses nach aussen.
Eine Alternative bietet sich mit der sogenannten Kältebehandlung (Kryopexie), bei der das selbe Prinzip zum Tragen kommt. Allerdings wird dieser Eingriff mehrheitlich unter Vollnarkose oder durch eine Betäubung via Injektion durchgeführt.
Mittels Kälteeinwirkung wird auch hier die Retina eng mit anderen Schichten der Augenhülle verbunden. Verwendung findet dabei ein kleines Instrument in Stabform, Kryode genannt, das der Vereisung dient und von aussen an die betroffene Region herangeführt wird.
In seltenen Fällen sind für eine solide und gut haftende Verbindung der Retina mit der Unterlage mehrere Behandlungssitzungen erforderlich.
Beide Behandlungsmethoden werden als weitestgehend risikofrei eingestuft. Erfolgt der Eingriff ambulant, so sollten sich die Patienten bis zu 24 Stunden nach der therapeutischen Massnahme ausreichend Ruhe gönnen.
Wichtige Entscheidungen sollten auf später verschoben werden und das Autofahren ebenso wie das Bedienen von Maschinen anderen überlassen werden.
Informationen zur Nachbehandlung und Vermeidung von Komplikationen
Das Phänomen der Netzhautrisse darf allein aufgrund der potentiellen Folgen nicht unterschätzt werden. Denn werden diese zu spät erkannt, so kann es zu einer gefährlichen Netzhautablösung kommen.
Entsprechend unverzichtbar sind die zuvor genannten, in regelmässigen Abständen durchgeführten Kontrolluntersuchungen.
Exkurs: Faktoren, die die Entstehung eines Netzhautrisses begünstigen können
Im Vergleich zu gesunden Menschen gibt es einige Risikogruppen, bei denen sich ein Loch bzw. Riss in der Netzhaut (Retina) nachweislich rascher bilden kann. Dazu zählen unter anderem:
- Menschen, die unter einer stärken Form von Kurzsichtigkeit (Myopie) leiden.
- Diabetiker, die durch die Zuckerkrankheit verursachte starke Veränderungen am Augenhintergrund aufweisen
- Menschen mit einer Familiengeschichte von Netzhautablösung
- Patienten, die sich von einer schweren Augenverletzung oder einer Operation des grauen Stares erholen
Risikofaktor Netzhautablösung
Gelangt die nach einem Netzhautriss aus dem Glaskörper austretende Flüssigkeit unter die Retina (Netzhaut), so kann dies in einer Abhebung bis hin zu einer vollständigen Ablösung von der Unterlage resultieren.
Ein für die Betroffenen leicht erkennbares Symptom einer Netzhautablösung ist die Bildung schwarzer Schatten bzw. Schleier, die eine klare Sicht unmöglich machen.
Für die genaue Ausprägung der Krankheitszeichen ausschlaggebend ist die Stelle, an der sich die Netzhaut ablöst. Erfolgt die Ablösung im unteren Bereich, so äussert sich dies zumeist in einem schwarzen Vorhang, der von oben nach unten herabfällt.
Eine Ablösung der Retina im oberen Bereich wiederum resultiert in der Bildung dunkler Schatten, die sich von unten nach oben bewegen. Ist die Makula lutea (Gelber Fleck) als Ort, der für eine besonders scharfe Sicht verantwortlich ist, betroffen, so sind unscharfe und verschwommene Bilder die Folge.
Unbehandelt kann eine Netzhautablösung zu einem vollständigen Verlust des Sehvermögens führen.
Entsprechend wichtig sind selbst nach der Erstuntersuchung und Diagnose einer Glaskörperabhebung kontinuierliche Check-ups beim Augenarzt, die sicherstellen, dass eine Netzhautablösung frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.
Grundsätzliche Vorsichtsmassnahmen und Warnhinweise
Besteht der Verdacht auf eine hintere Glaskörperabhebung oder wurde diese bereits eindeutig diagnostiziert, so gilt es, unbedingt ein im Anschluss entstehendes Einreissen der Netzhaut zu verhindern.
Ein in diesem Zusammenhang wichtiger Schritt ist das Unterlassen bzw. Unterdrücken folgender Bewegungen bzw. Tätigkeiten:
- schnelle und abrupte Kopfbewegungen
- Husten und Niesen
- körperliche Anstrengungen wie intensive Workouts sowie das Tragen und Heben schwerer Gewichte
Zeigen sich dennoch einige der oben aufgeführten Symptome, so ist Eile geboten.
Nehmen Sie beispielsweise Lichtblitze und/oder fliegende, schwarze Punkte wahr oder bilden sich Schatten vor Ihren Augen, die die Form einer sich aufbauenden Mauer oder eines sich senkenden Vorhanges annehmen, so sollten Sie innerhalb von 24 Stunden einen Augenarzt aufsuchen.
Nur so lassen sich schwerwiegende Folgen wie die mit einer Netzhautablösung einhergehende Erblindung verhindern.
Sie können gerne unseren augenärztlichen Notfalldienst in Anspruch nehmen. Wir untersuchen Sie sehr schnell.
Prävention
Da es sich bei der Lösung des Glaskörpers von seiner Unterlage in einem Grossteil der Fälle um eine natürliche Alterserscheinung handelt, gibt es keine Möglichkeit, dieser Entwicklung vorzubeugen.
Geht dieses Phänomen ohne Komplikationen einher, so sind für die Patienten in der Regel keine Einschränkungen zu befürchten. Selbst typische Symptome wie die fliegenden dunklen Punkte und/oder Schlieren sinken im Laufe der Zeit ab, so dass sie als weniger störend empfunden werden.
Bedarf die hintere Glaskörperabhebung wie oben ausgeführt an sich keinerlei Behandlung oder vorbeugender Massnahmen, so erfordern Löcher bzw. Risse in der Netzhaut einen zeitnahen Verschluss via Laser oder Kälte, da sonst die Gefahr einer folgenschweren Ablösung der Netzhaut besteht.