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Der Sommer 2016 glänzte nicht gerade mit langanhaltenden Schönwetterphasen. Vielmehr gab es einen Wechsel zwischen kurzen Zwischenhochs und Fronten. Trotz allem geht der Sommer als deutlich zu warm in die Klimageschichte ein.
Die mittlere Temperatur in Mörschwil-Bitzi lag bei 19.0°C und 1.0°C über dem Normwert. Nochmals deutlich wärmer war der letztjährige Sommer mit 20.1°C.
Der Grund für die überdurchschnittliche Sommertemperatur waren nicht häufige Hitzetage sondern recht warme Nächte. So gab es auch eine Tropennacht mit 21°C Minimumtemperatur. Trotzdem waren immerhin sieben Hitzetage mit mindestens 30°C mit von der Partie, was etwa dem langjährigen Mittel enspricht. Im vergangenen Sommer waren es allerdings 22 Hitzetage!
Auch die Anzahl Sommertage mit über 25°C lag ziemlich genau im Durchschnitt, es waren 39.
Trotz der warmen Temperaturen fiel mehr Niederschlag als üblich. Die Niederschlagssumme betrug 482.8 mm, was etwa ein Viertel mehr ist als die übliche Menge im Sommer.
Juni
Die Temperatur lag minimal über dem Normwert von 1981 bis 2010. Allerdings fiel um die Hälfte mehr Niederschlag als üblich.
Am 11. gab es gleich zwei interessantere Gewitter. Beim ersten wurde über dem Bodensee eine Verdächtige Wolkenabsenkung fotografiert, die auf Rotation und ein leicht erhöhtes Tornadopotenzial hindeutete. An der zweiten Zelle konnte auch ich kurzzeitig Rotation feststellen. Leider zu kurz, um die Fotokamera zu zücken.
Nach der Monatsmitte führten wiederholte und teils kräftige Niederschläge zu stärkerem Hochwasser am Bodensee. Es wurde der höchste Wasserstand seit 17 Jahren gemessen!
Am 23. und 24. wurde es kurz heiss mit bis zu 31.9°C. Danach folgte Abkühlung und bei einem Gewitter am 25. fielen 16.9 mm Niederschlag in weniger als einer halben Stunde.
Juli
Der Juli war rund 1.5°C wärmer als normal und die Niederschlagssumme war leicht überdurchschnittlich. Am 10. wurde nach einer längeren Schönwetterphase ein Hitzetag mit 30.3°C registriert, bevor eine ausgesprochen kühle Woche folgte.
Ein weiterer Hitzetag ist mit dem 20.Juli datiert. Der bisherige Jahreshöchstwert wurde mit 31.2°C aber nicht erreicht.
Am 26. kam es am späteren Abend zu einem kräftigen Gewitter. Die Blitzfrequenz war zwar nur mässig, aber dafür schlugen gleich mehrere Blitze auf Mörschwiler Boden ein. Einer war sogar nur 350 Meter von meiner Wettersation entfernt! Beim Spektakel fielen 18.4 mm Niederschlag in einer Stunde – die vierthöchste Stundensumme seit Messbeginn.
In schwülwarmer Luft entwickelten sich am 30. Gewitter, von denen eines Mörschwil überquerte und dabei Hagelkörner mit 0.5 bis 1 Zentimeter Durchmesser brachte – an sich nichts Spektakuläres, doch es war das einzige Hagelereignis dieses Jahr.
Am Folgetag brachte eine Gewitterfront ergiebigen Regen – in 2 Stunden kamen 26.8 mm zusammen und das Ganze wurde von einigen Böen begleitet.
August
Auch der August war etwa 1°C zu warm, aber die Niederschlagssumme lag ziemlich genau im Soll.
Am 4. und 5. fiel intensiver Regen. Zu Beginn wurde erneut eine Stundensumme von 14.2 mm gemessen. Insgesamt fielen in 24 Stunden 62.1 mm Niederschlag, die nun auf Platz zwei in der Rangliste stehen. Im letzten Augustdrittel stellte sich die Schönwetterphase des Sommer 2016 ein. Im fantastischen Sommerfinale reihten sich sieben Tage mit praktisch wolkenlosem Himmel aneinander. So wurde die Hitzetagstatistik im letzten Moment noch um drei Tage aufgebessert. Der Jahreshöchstwert von 31.9°C blieb aber weiterhin unangetastet.
Kalendarisch gesehen ist der Sommer nun vorbei. Aber wen interessiert das? Wettermässig ist bis auf weiteres klar: Die Tage des Sommers 2016 sind noch lange nicht gezählt! Jetzt folgt erst einmal nochmals warmes Sommerwetter, wenn auch mit einem gewissen Schauerrisiko.