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Ein dunkler Keller, nass und kalt, du wanderst durch die Gefilde, ein übler Schauer kriecht über deinen Rücken, Gefahr droht. Du kannst sie riechen, die Bedrohung, etwas lauert in der Finsternis. Etwas Böses, etwas Unberechenbares. Mit einem Mal schnellt eine Monströsität hervor, viele Mäuler schnappen nach dir, unzählige Köpfe wuseln auf einem modernden Rumpf. Ein fester Griff packt deine Beine, du verlierst den Halt. Fängst du dich auf und widerstehst du der Gefahr? Schlägst du die Umklammerung weg und trittst du dem Ungeheuer entgegen oder fliehst du in Panik und erwachst schweissgebadet?
Die Fähigkeit des lebendigen Träumens
Wenn du zur ersten Gruppe gehörst, welche in der Lage ist, sich aus der ungemütlichen Situation zu befreien, dann ist es gut möglich, dass du regelmässig Videogames zockst. Wenn du dem Albtraum erliegst und wehrlos einem ruppigen Aufwachen entgegenfliegst, dann gehörst du wahrscheinlich nicht zur Gruppe der Hardcore-Gamer.
Dies besagt jedenfalls eine aktuelle Studie der amerikanischen Psychologin Jayne Gackenbach. Sie hat, inspieriert durch Beobachtungen, welche sie bei ihrem Sohn gemacht hat, den Umstand untersucht, ob und wie der regelmässige Konsum von Videogames die Art der nächtlichen Träumereien beeinflusst. Die Erkenntnisse ihrer Untersuchungen können sich sehen lassen.
«Die grösste Gemeinsamkeit von Träumen und Games besteht darin, dass es sich bei beiden um imaginäre, interaktive Realitäten handelt, biologisch oder technisch generiert. Es ist interessant, sich damit zu befassen, wie diese alternativen Realitäten sich in den Wachzustand transferieren, wenn man auf echte Inputs der Realität reagiert.» meint Gackenbach in ihrem neusten Paper.
Spannende Erkenntnisse aus Jaynes Forschung gibt es haufenweise. So hat sie zum Beispiel herausgefunden, dass Gamer eher dazu neigen, sehr lebhaft zu träumen während des Schlafes. Gleichzeitig scheinen sie selten unter Albträumen zu leiden. Situationen in Träumen, welche bei Normalsterblichen aka. Nicht-Gamern zu Albträumen auswachsen können, werden nicht etwa gefürchtet, sonderen regelrecht genossen. Dies macht angesichts der vielen Situationen in Videospielen, wo man sich in dunklen, unwirtlichen Orten durch massenhaft Gegner kämpfen und forschen muss, durchaus Sinn. Wo Normalträumer die Kontrolle verlieren über das Traumgeschehen, tendieren Gamer dazu, die Bedrohung als Herausforderung oder Abenteuer zu sehen im Traum, statt einem Grund für schweissgebadetes angsterfülltes Aufwachen.
Einen weiteren interessanten Aspekt bildet die Tatsache, dass viele Gamer in der Lage zu sein scheinen, in Träumen die Perspektive zu wechseln, wie dies in Videgames auf Knopfdruck teilweise ebenfalls möglich ist. So scheinen manche Menschen dank regelmässigem Gamen die Fähigkeit zu entwickeln, in Träumen von der Ego- zur Drittperson-Perspektive und zurück zu wechseln. Dies gilt nicht nur für Träume, sondern auch für Döszustände vor dem Einschlafen, wo man sich manche Szenarien ausmalt, und darin bereits fähig ist, ganz bewusst «die Kamera zu drehen» oder die Ansicht zu wechseln.
Via The Verge
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