Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/2291

Das Winterhalbjahr hat zwar erst angefangen, im Mittelland ist jedoch bereits ein altbekannter "Frühaufsteher" in Erscheinung getreten - der Nebel oder Hochnebel. Er bildet sich in den frühen Morgenstunden bevorzugt in Muldenlagen oder entlang von Gewässern. Für seine Entstehung braucht es einerseits viel Feuchtigkeit und andererseits einen Kaltluftsee in den tiefsten Lagen des Reliefs.
Mit dem immer niedrigeren Sonnenstand im Laufe des Herbstes stellt sich mit jedem Tag umso mehr die Frage: Schafft es die Sonne noch die Nebel- oder Hochnebeldecke im Tagesverlauf komplett aufzulösen?
Studie über Nebelauflösungs-Wahrscheinlichkeit am Säntis
Schaut man sich eine Studie über Nebelauflösungs-Wahrscheinlichkeit über 20 Winterperioden am Beispiel des Säntis an, dann werden verschiedene Einflussfaktoren ersichtlich.
Um den 1. Oktober und 1. März löste sich eine Nebelobergrenze unterhalb von 800 Metern in 100 % der beobachteten Fälle auf. In den Wintermonaten dazwischen gab es Tage, an denen er sich nicht mehr vollständig auflöste. Am zähesten war der Nebel Anfangs Dezember. Dann blieb der Himmel in 45 % aller Fälle den ganzen Tag bedeckt.
Eine weitere wichtige Rolle scheint die Höhe der Nebelobergrenze zu spielen. Liegt sie unterhalb von 800 Metern, löste sie sich Anfangs Oktober mit 100 % Wahrscheinlichkeit auf. Befindet sich ihre Obergrenze zwischen 800 und 1500 Meter, beträgt die Auflösungswahrscheinlichkeit 70 %. Ist das Nebelmeer zwischen 1500 und 2500 Metern zu finden, dann verschwindet der Nebel nur noch in 40 % aller Fälle.
Mechanische und thermische Turbulenz
Den beiden Faktoren Sonnenstand und Nebelobergrenze liegen folgende atmosphärischen Prozesse zugrunde: Die mechanische und thermische Turbulenz. Ist der eine oder beide zusammen genügend ausgeprägt, kann die feuchte Luft im Kaltluftsee derart umgewälzt werden, dass der Nebel sich langsam auflöst oder umso zäher wird. Bei der thermischen Turbulenz gelangen die langwelligen Strahlungsanteile durch den Nebel bis zum Boden und erwärmen diesen allmählich. Folglich durchmischt sich die bodennahe Luftschicht und der Nebel löst sich auf. Zur mechanischen Turbulenz gehört der Wind. Bläst ein starker Wind oberhalb des Nebels, kann er diesen auflösen. Weht jedoch Bise unterhalb des Hochnebels, dann ist die Hochnebeldecke umso beständiger.
Nebelaussichten
Am Freitag wird die Hochnebelobergrenze auf 1000 bis 1200 Meter eingestuft und zudem bläst eine schwache Bise. Der Hochnebel könnte demnach lokal sehr zäh sein. Gemäss der Studie besteht im Mittelland aber aktuell immernoch eine 80 % Chance dass das Grau-in-Grau doch noch in ein Blau-in-Blau übergeht.