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Waldschenke
100 Jahre Waldschenke auf dem Brühlberg 1915 – 2015
Die Waldschenke auf dem Brühlberg wurde 1915 vom Sozialistischen Abstinentenbund erstellt. Man wollte eine Gelegenheit schaffen, wo sich Jung und Alt treffen kann. Und dies soll ausserhalb einer Beiz und ohne Alkohol möglich sein. Etwas ganz spezielles ist dabei wohl, dass dafür ausgerechnet die Baracke einer ehemaligen Schnapsbrennerei im Waldheim eingesetzt werden konnte. 1926 erfolgte eine Vergrösserung, wobei auch dazu eine nicht mehr benutzte Wohnbaracke verwendet wurde. Es entstanden die beiden Seitenflügel. Zwanzig Jahre später war die Hütte baufällig und eine Renovation stand an. Da die Finanzierung durch den Abstinentenbund nicht zustande kam, übernahm die Arbeiterunion Winterthur das Patronat der Waldschenke. Es gelang Stadt, Kanton und Gewerkschaften zu motivieren, Geld und Unterstützung zu gewähren. Zusammen auch mit vielen Freiwilligen konnte die Waldschenke renoviert und den neuen Bedürfnissen angepasst werden. 1957 konnte sie wieder eröffnet werden.
Der Sozialistische Abstinentenbund wurde später aufgelöst und die Arbeiterunion übernahm die Hütte definitiv. Damals gehörten die SP, die Kommunisten, Gewerkschaften und verschiedene Arbeiterkulturbünde, wie Sänger, Radfahrer, Naturfreunde, Turner, dazu. Den verschiedenen linken Gruppierungen in der Arbeiterunion war es verboten, miteinander zu streiten: Gemeinsame Projekte sollten ohne ideologische Grabenkämpfe realisiert werden können. Deshalb organisiert die Arbeiterunion übrigens auch heute noch die Feier zum 1.Mai.
Nach diesem Umbau war die Waldschenke 37 Jahre lang an die Naturfreunde verpachtet. 2006 wurde der Vertrag nicht mehr verlängert. Aus finanziellen Gründen suchte man eine neue Lösung. Seit 2007 wird die Waldschenke deshalb nun wieder von der Arbeiterunion selber betrieben und kann von Privaten gemietet werden; ein Angebot, das rege genutzt wird. Während der Sommermonate findet zudem einmal pro Monat ein öffentlicher Sonntagsbrunch statt. Die Arbeiterunion ist bestrebt, die Waldschenke zu erhalten und sie auf jeden Fall für die Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.
Quelle
Der Text basiert auf einem Aufsatz von Herrn A. Hoster