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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Siebzehnte Unterredung, welche die zweite des Abtes Joseph ist, über das Entscheiden.
3. Cassian’s Rath und Antwort auf die Frage des Abtes German.
Dann sprach ich: Ein Ende möge unsern Ängsten der [S. 170] Rath und das Ansehen des Greises machen, dem wir unsern Kummer vorlegen müssen; und was immer durch seinen Ausspruch bestimmt wird, das möge als eine göttliche und himmlische Antwort unserer Pein ein Ziel setzen. Wir wollen wegen seines Verdienstes und unseres Vertrauens durchaus nicht zweifeln, daß uns Dieß durch den Mund dieses heiligen Mannes werde vom Herrn verliehen werden. Denn durch seine Gnade haben oft Gläubige von Unwürdigen und Ungläubige von Heiligen einen heilsamen Rath erhalten, da der Herr Dieß so verlieh, sei es wegen der Verdienste der Antwortenden, sei es wegen des Glaubens der Fragenden. Da diese Rede von dem frommen Abte Germanus mit solcher Freude aufgenommen wurde, als hätte ich sie nicht aus mir, sondern auf Eingebung des Herrn vorgebracht, warteten wir ein wenig auf die Ankunft des Greises und die schon nahe Stunde der nächtlichen Gebetsversammlung. Nachdem wir ihn nun mit dem gewöhnlichen Gruße empfangen und die festgesetzte Anzahl von Gebeten und Psalmen vollendet hatten, setzten wir uns der Sitte gemäß wieder auf die nemlichen Psiathien (Matten), auf welchen wir zum Schlafen gelegen waren.