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Bei der Diamond League in Chrystal Palace ist Hürden-Star Liu auf Weltrekord-Kurs. Über 100 m duellieren sich Powell und Gay. Die Olympia-Hauptptobe ist lanciert.
Liu Xiang gewann 2004 in Athen Olympisches Gold in 12,91 Sekunden
Von Rainer Nachtwey
München/London - 12 Kilometer Luftlinie trennt das Olympiastadion in London vom Chrystal Palace National Sports Centre im Süden der britischen Hauptstadt.
Und während die Samsung Diamond League am Freitag und Samstag Station im National Athletic Stadium macht, wird der eine oder andere Athlet Richtung Norden blicken.
Denn drei Wochen später starten die Leichtathletik-Bewerbe der Sommerspiele 2012.
Unter 12,8 Sekunden
"Das ist mein letztes Rennen vor den Spielen, deshalb versuche ich, eine möglichst starke Leistung zu zeigen", sagt Chinas 110-Meter-Hürdensprinter Liu Xiang. "Die Londoner Diamond League ist das ideale Rennen, um meine Vorbereitung abzuschliessen."
Weit aggressiver als sein Schützling gibt sich Manager Jos Hermens. "Wir gehen davon aus, dass er bis zum olympischen Finale sogar unter 12,80 laufen kann", sagt der Niederländer über die Zielsetzung für die Sommerspiele.
Kein Duell mit Robles
Für den Olympiasieger von 2004 ist das Rennen am Freitag etwas Besonderes, er feiert seinen 29. Geburtstag.
"Für mich ist es auch eine grossartige Möglichkeit, die Bedingungen und Atmosphäre hier in England zwei Wochen vor den Spielen wahrzunehmen", sagt Liu.
Zum von den Zuschauern erhofften Duell mit Dayron Robles kommt es allerdings nicht. Der Weltrekordler aus Kuba lässt den Wettkampf in Chrystal Palace aus.
Chinese gegen Ami-Trio
Zuletzt war ein Vergleich der derzeit besten Hürdensprinter in Eugene aufgrund von Robles' Visa-Problemen gescheitert. Liu hatte in Oregon den Weltrekord von 12,87 Sekunden eingestellt, 2,4 m/s Rückenwind verhinderten jedoch einen Eintrag in die Rekordbücher.
Mit den Amerikanern Aries Merritt, Jason Richardson und Jeff Porter wartet auf den Chinesen dennoch eine harte Konkurrenz.
"Bei einem so starken Teilnehmerfeld wird das ein ausgezeichneter Test für mich", freut sich Liu auf die Herausforderung.
Deutsches Trio gegen Lavillenie
Eine Herausforderung wird auch der Stabhochsprung für die deutschen Olympiastarter Raphael Holzdeppe und Björn Otto. Einzig Malte Mohr fehlt, dafür tritt Karsten Dilla an.
Das deutsche Trio trifft dann auf starke Kontrahenten um den französischen Europameister Renaud Lavillenie, Olympiasieger Steve Hooker aus Australien und den amerikanischen 6,04-Meter-Springer Brad Walker.
Bei der EM hatten Otto als Zweiter und Holzdeppe als Dritter gegen Lavillenie noch den Kürzeren gezogen. Nun will das Duo die fast schon unheimliche Siegesserie des Franzosen mit 11 Erfolgen am Stück noch vor Olympia beenden.
100 Meter ohne Bolt und Blake
Während mit dem Franzosen der Weltjahresbeste an den Start geht, fehlt bei den 100 Metern der Herren, die Glanzfigur Usain Bolt. Und auch der zweifache Bolt-Besieger bei den jamaikanischen Meisterschaften Yohan Blake fehlt im Oval.
Dafür präsentieren die Veranstalter mit dem Amerikaner Tyson Gay und Bolts Landsmann Asafa Powell die Zweit- und Drittschnellsten Männer aller Zeiten hinter Bolt.
Gay auf dem Weg zur Topform
Für Gay ist der Lauf in Chrystal Palace der letzte Schritt, um zu seiner Wettkampfhärte für die 100 Meter im Olympiastadion zurückzufinden.
"Ich komme immer besser in Form", sagt Gay, der in Paris Justin Gatlin in 9,99 Sekunden besiegt hatte. Mein Körper kommt langsam dahin, wo ich ihn haben will. Ich habe die letzten Jahre gezeigt, dass ich ein Kämpfer bin und hoffe, dass ich um die Olympische Goldmedaille kämpfen kann."
Letztes Aufbäumen von Powell
Powell geht sehr optimistisch in das letzte vor-olympische 100-m-Duell: "Für mich ist das ein sehr wichtiges Jahr. Ich bin nicht mehr der Jüngste", sagt der Weltrekordhalter vor Usain Bolt. "Ich habe gute Erinnerungen an England. Ich weiss, dass ich 9,8, 9,7 oder 9,6 laufen kann."
Nicht mehr der Jüngste ist auch Kim Collins. Der Weltmeister von 2003 vom Inselstaat St. Kitts und Nevis bewies mit Bronze bei der WM 2011 in Daegu, dass man aber auch im Alter von damals 35 Jahren noch Grosses zu leisten im Stande ist.
Insgesamt treten im National Athletic Stadium 16 amtierende Olympiasieger und Weltmeister im Londoner Süden an.
SPORT1