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«Ein guter Film,» soll Alfred Hitchcock gesagt haben, «ist dann gut, wenn sich der Preis für das Abendessen, den Kinobesuch und den Babysitter gelohnt hat.» Jeden Sonntag im Oktober sind Sie eingeladen, zu beurteilen, ob ein von Hitchcock inspirierter Thriller den Test des Regisseurs besteht. Es könnte gruselig werden, aber Audrey Hepburn, ein liebenswerter Dingo und eine schöne Tasse heisse Schokolade sollten Ihnen helfen, sich von all den grausamen Morden zu erholen. Oder sie könnten Sie einfach in falscher Sicherheit wiegen…
(Bitte die Covid-19 Hinweise fürs Kino Nische beachten.)
Programmation: Michael Simpson (SwissMeDeadly.com)
Die glamouröse Jetsetterin Regina Lampert (Audrey Hepburn) kehrt aus dem Urlaub zurück und muss feststellen, dass ihr Gangster-Ehemann abgeknallt wurde – und alle möglichen Halunken hinter ihrem Geld her sind. Kann der charmante und mysteriöse Peter (Cary Grant) ihr helfen zu entkommen, oder ist er Teil der Falle? Diese Meisterleistung an Charme, geistreichem Geplänkel und versteckter Identität des legendären Regisseurs Stanley Donen (Singin‘ in the Rain) wurde zwei Wochen nach der Ermordung von John F. Kennedy ins Kino gebracht. Die prickelnde Chemie zwischen Hepburn und Grant erinnerte Amerika an glücklichere Zeiten.
113 Min, ov/de, digital
Regie: Stanley Donen
Der Vater ist tot und der Trauerprozess von India Stoker (Mia Wasikowska) wird durch die Labilität ihrer Mutter (Nicole Kidman) erschwert. Die Ankunft des charismatischen, aber höchst zweifelhaften Onkel Charlie wird das Fass zum Überlaufen bringen. Die Prämisse von «Stoker» mag direkt aus Hitchcocks «Im Schatten des Zweifels» stammen, aber der gothische Exzess und das herrliche Chaos tragen den einzigartigen Stempel des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-Wook («Oldboy», «The Handmaiden»).
99 Min, ov/de, digital
Regie: Park Chan-Wook
«Man könnte Road Games morgen neu auflegen», sagte Quentin Tarantino einmal, «und kein einziges verdammtes Wort davon ändern, und es würde jeden zu Tode erschrecken.» Dieser kultige Outback-Thriller handelt von einem Lastwagenfahrer, der quer durch Australien reist und mit Hilfe eines Anhalters einen Serienmörder aufspürt. Mit dabei sind eine gute Dosis trockenen Hitchcock’schen Humors, eine schwungvolle Jamie Lee Curtis und ein Dingo. «Ein erstaunlicher Film», fasst Tarantino zusammen. Oder in den Worten seines Regisseurs Richard Franklin: «Rear Window in einem Truck».
101 Min, ov/de, digital
Regie: Richard Franklin
Wir befinden uns im Hollywood der 1980er-Jahre und begleiten den erfolglosen Schauspieler James Scully in die Porno-Unterwelt, während er den Mord an der Schönheit untersucht, der er nachstellte. Nach dem Erfolg von «Scarface» spaltete Brian De Palma die Kritiker mit diesem erotischen Neo-Noir-Thriller, der eine direkte Hommage an «Das Fenster zum Hof» und «Vertigo» darstellt. Der Film wurde zu einem Kultklassiker, inspirierte aber auch einen filmischen Serienmörder – Patrick Bateman («American Psycho») schaute «Body Double» 37 Mal.
114 Min, ov/en, digital
Regie: Brian De Palma
Hitchcocks treuester französischer Anhänger Claude Chabrol hat eines seiner letzten Mini-Meisterwerke in der Westschweiz gedreht – in der Villa, die David Bowie einst besass. Die Katz- und Mausspiele der Schokoladenerbin Mika Müller (Isabelle Huppert) und ihres klaviervirtuosen Ehemanns (Jacques Dutronc) erinnern vor allem an «Verdacht». Das Ergebnis ist laut Variety «eine köstliche Mischung aus Perversität, Verspieltheit und tödlicher Leidenschaft, die sich unter der ruhigen, geldgeilen Oberfläche der Schweizer Bourgeoisie verbirgt.»
99 Min, ov/en, digital
Regie: Claude Chabrol