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Warendorf Theater am Wall
Geschichte
Das Theater am Wall wurde am 02. November 1950 als Lichtspielhaus eröffnet. Mit nahezu 600 Sitzplätzen hatte der Erbauer Theodor Sparenberg in der Stadt Warendorf ein vergleichsweise großes Kino errichtet. Durch die Auflage der Stadt, eine Bühne mit Orchestergraben einzubauen waren auch die Voraussetzungen geschaffen, gastierende Tourneetheater nach Warendorf zu holen. Doch zunächst stand die Nutzung des neuen Veranstaltungsraumes als Lichtspielhaus im Vordergrund. Innerhalb der ersten zehn Betriebsjahre hatte das Theater am Wall über 4 Millionen Zuschauer. Zudem wurde das Haus für Theateraufführungen, Vereins- und Firmenjubiläen und andere feierliche Anlässe, wie z.B. den Festakt aus Anlass 750. Jahre Stadt Warendorf genutzt.
Ab Anfang der 70er Jahre hat die Stadt Warendorf über den sogenannten Kulturring ein regelmäßiges Theaterabonnement im Theater am Wall angeboten. Seit dieser Zeit waren viele bekannte Fernseh-, Film- und Bühnenschauspieler im Theater am Wall zu sehen. Mit dem großen "Kinosterben" Mitte der achtziger Jahre hat auch Mary Meyer-Sparenberg, die das Kino nach dem Tode Ihres Vaters übernommen hatte, den Kinobetrieb eingestellt.
1990 wurde das Haus von der Stadt Warendorf gekauft, damit weiter ein regelmäßiges Theaterangebot stattfinden konnte. Doch als Mitte der 90er Jahre der städtische Haushalt immer knapper wurde und die Zuschauerzahlen zurück gingen, standen auch das Theater am Wall und der Kulturring zur Disposition. Doch gegen das Vorhaben, das Theater zu schließen und den Betrieb einzustellen, formierte sich bürgerschaftlicher Widerstand. Dies führte letztendlich zur Gründung des Vereins TaW e.V. (Theater am Wall), der sich seit 1996 mit der "Erhaltung des Theater am Wall und Förderung der lokalen Kultur" befasst. Als Betreiberverein kooperiert TaW e.V. seit 1997 erfolgreich mit der Stadt Warendorf. Nachdem es gelungen war, auch das Land NRW vom Projekt TaW e.V/Stadt Warendorf zu überzeugen, konnten Fördermittel für die grundlegende Sanierung des Theaters bereitgestellt werden, durch die auch der Einbau eines Kleinkunsttheaters (Dachtheater) in der ehemaligen Wohnung der Kinobesitzer möglich wurde. Am 9. Oktober 2004 wurde die komplette Renovierung des Theaters abgeschlossen. Bemerkenswert bleibt, dass das denkmalgeschütze Theater am Wall das einzige original erhaltene 50er-Jahre-Kino im Münsterland und eines der ganz wenigen in NRW ist. Text: Theater am Wall e.V.