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Diese Ansicht vertritt das renommierte Londoner Finanzblatt "Financial Times" (FT) unter dem Titel "Nukleares Durcheinander" prominent auf der Titelseite seiner Ausgabe vom 29. September 2000.
Fast ein Jahr nach der von der Regierung verordneten Abschaltung des Blockes 1 von Barsebäck zeichneten sich Schwierigkeiten ab. Der kürzliche Beschluss der schwedischen Regierung, die für 2001 vorgesehene Schliessung des Blockes 2 ins Jahr 2003 zu verschieben, sei die Anerkennung dieser wirtschaftlichen Realitäten, so die FT.
Die nordische Strommarktliberalisierung habe den schwedischen Entscheid rasch als Fehler entlarvt. Als Folge des freien Handels seien die Strompreise massiv gesunken. Die billigere Elektrizität habe dann sowohl den Anreiz zum Stromsparen wie auch den Anreiz zu teurer erneuerbarer Stromproduktion vermindert.
Die FT attestiert der Kernenergie - Tschernobyl ausgenommen - einen vorzüglichen Sicherheitsausweis. Insbesondere verzeichneten Konkurrenzenergien wie Kohle, Gas und sogar Windkraft stets mehr Unfälle als die Kernindustrie.
Ohne grundsätzlich gegen erneuerbare Energien zu sein, bezeichnet die FT die vorzeitige Schliessung bestehender KKW als Verschwendung von Kapital. Sie ist allerdings zuversichtlich, dass in "Ausstiegsländern" wie Deutschland und Schweden die sich öffnenden Energiemärkte mit ihrer grösseren Transparenz dem "gesunden Menschenverstand" in diesem Bereich nur förderlich sein können.
Quelle
H.K. nach Financial Times vom 29. September 2000