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Bei der Krisenvorsorge bereiten wir uns gemeinhin auf eine überlebensfeindliche Situation vor. Diese kann sich völlig unangekündigt ergeben oder sich nach einer Reihe von Vorwarnungen entwickeln.
Vorwarnungen können jedoch oft verwirrend sein und widersprüchliche oder unklare Informationen enthalten. Unter Umständen ist nicht sofort klar, wie ernst die Krise ausfallen wird oder wie gross die Gefahr tatsächlich ist.
Nach einer Katastrophe werden oft Informationen an die Öffentlichkeit gegeben, die nicht darstellen, wie ernst die Situation ist oder wie gross die Gefahren tatsächlich sind. Die Informationen sind widersprüchlich. Wenn die Art der Gefahr oder Katastrophe unbekannt ist, nie zuvor erlebt wurde, ist dies umso gefährlicher. Unbekannte Bedrohungen bedeuten grosse Probleme für Ersthelfer und erst recht für Politiker und in der Öffentlichkeit als Anführer anerkannte Personen, wenn diese weder das Wissen noch die Erfahrung und Ausrüstung haben, um mit solchen Situationen umzugehen.
Sie verstehen besser, was in einer Krisensituation passiert, was auf Sie zu kommt und wie Sie am besten darauf reagieren, wenn Sie die unterschiedlichen möglichen Bedrohungen schon vorher durchdenken und sich darüber informieren. Es ist sehr wichtig, dass Sie sich kontinuierlich auf dem Laufenden halten, die Medien nutzen und sich informieren, was passiert – und selbst reflektieren, wie sich die Situation entwickelt.
Wichtig: Krisenvorsorge beinhaltet auch die Krisenbeobachtung.
Die richtige Reaktion bei einer aufkommenden Krise
- Versuchen Sie, den Nachrichten in den Medien stets zu folgen, vor allem per Radio. Schreiben Sie die wichtigsten Informationen auf und halten Sie die zeitliche Abfolge fest.
- Kontaktieren Sie Familie und Freunde. Versuchen Sie zu erfahren, wie deren Situation gerade ist.
- Falls es zu einer Evakuierung kommen sollte, kontrollieren Sie die Überlebensrucksäcke und die Fluchtfahrzeuge. Kontrollieren Sie mögliche Fluchtrouten und finden Sie heraus, ob möglicherweise eine oder mehrere blockiert sind und welche Alternativen bestehen.
- Gibt es ausser der Standardausrüstung noch irgendwelche anderen Werkzeuge oder Dinge, die Sie in Ihrem Überlebensrucksack brauchen?
- Machen Sie Inventur: Wie sieht es mit Wasser, Essen, Licht, Benzin und Zugang zu Medikamenten aus? Was können Sie tun, um Engpässe zu vermeiden und die Situation von vornherein zu entschärfen?
- Füllen Sie trinkbares Wasser in Flaschen, Kanister und andere Behälter ab, sofern dies möglich ist.
- Forschen Sie weiter über die aufziehende Gefahr nach, über die vorhergehenden Ereignisse und denken Sie darüber nach, welche Konsequenzen das alles hat.
- Sehen Sie sich den Wetterbericht für die nächsten Tage an.
Eine Krise bedeutet immer Stress und Frust zugleich. Manchmal ist die Hilfe sehr schnell vor Ort, doch manchmal ist die Katastrophe so gross, dass die ganze Gesellschaft schlichtweg überfordert ist. Wenn Hilfe von aussen nicht verfügbar ist, sind Sie auf sich selbst angewiesen – seien Sie also deshalb vorbereitet!
Informationen, die während einer anhaltenden Krise herausgegeben werden, sind immer von der Katastrophe selbst beeinflusst. Selbst wenn Regierungsbehörden Hilfe in ein Katastrophengebiet schicken wollen, kann die Ankunft der Ersthelfer und Hilfsgüter durch unpassierbare Strassen, andere Schäden in der Infrastruktur oder mangelnde Ressourcen verzögert werden. Ebenso sind Reisen per Flugzeug, Bahn oder Bus vielleicht nicht möglich – zumindest sollten Sie mit Verzögerungen und Problemen rechnen.
Krisenvorbereitung
Wer nicht vorbereitet ist, den kann ein Ernstfall tödlich treffen. Diejenigen, die sich früh genug Gedanken gemacht haben, können nur gewinnen. Wer sich vorbereitet und im Falle einer Krise Zugang zu Wärme, Wasser, Essen, Licht und medizinischer Versorgung hat, kann unvorhergesehene Situation sehr viel leichter bewältigen und erlebt sie als weniger bedrohlich als andere.
Ihre geistige Vorbereitung und die Ausrüstung, die Sie bereitgestellt haben, all das kann schnell den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Selbst wenn es nicht so extrem kommt, ist es durchaus von Bedeutung, ob Sie eine Krise unter grössten Entbehrungen überleben oder ob Sie sie relativ leicht durchstehen.
Checkliste Krisenvorsorge
- Wasser und die Ausrüstung, Wasser zu sammeln und zu reinigen
- Essen, das ohne Kühlschrank haltbar ist
- ein Ofen, auf dem Essen im Falle eines Stromausfalls zubereitet werden kann
- Lichtquellen, Ersatzbatterien und ein Ersatzkanister Benzin
- Erste-Hilfe-Kasten und eine Reiseapotheke mit den wichtigsten Medikamenten
- ein Radio, das auch bei Stromausfall funktioniert
- Schlafsäcke, Decken, Kleidung, irgendeine Art von Heizofen
- Ausrüstung, um ein Feuer zu entzünden
- eine Notfalltoilette
Ganz egal, wie ernst die Situation ist …
- Denken Sie positiv, Seien Sie aufmerksam und bleiben Sie ruhig.
- Seien Sie im Jetzt. Was gestern schief gelaufen ist, ist vorbei – konzentrieren Sie sich auf das aktuelle Geschehen.
- Planen Sie weiter und nehmen Sie sich immer einen Schritt nach dem anderen vor. Sehr wahrscheinlich verändert sich Ihre Situation kontinuierlich, und Sie müssen immer aktuelle Informationen zur Hand haben und ggf. Ihre Strategie ändern.
- Halten Sie sich selbst in Sachen Wasser- und Essensvorrat auf dem Laufenden. Seien Sie sich über Ihre Prioritäten im Klaren.
- Stellen Sie sicher, dass jeder eine Aufgabe hat und in Bewegung bleibt – organisiert natürlich. Stellen Sie sicher, dass Wasser gesammelt und gereinigt wird, dass Essen immer rechtzeitig vorbereitet ist und dass hygienische Mindeststandards eingehalten werden. Erklären Sie, wenn etwas nicht funktioniert, wie es besser geht und warum das so ist. Wenn Sie keine Antworten auf Fragen haben, sagen Sie das.
- Geben Sie auf Ihre Familie und Ihre Freunde acht. Ihre Aufgabe ist es nicht, das Überleben der Menschheit zu sichern, sondern Ihr eigenes und das der Menschen um Sie herum.