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Nach der Primarschulzeit in Obermeilen und zwei Jahren Sekundarschule im Dorf zog es Gerlinde vor, nicht weiter zur Schule zu gehen, sondern im Pfarrhaus in Lausen (BL) ein Haushaltlehrjahr zu machen. Sie erzielte bei der Abschlussprüfung das zweitbeste Resultat des ganzen Jahrgangs und wurde auch in Lausen konfirmiert.
Nach ihrer Rückkehr nach Obermeilen absolvierte Gerlinde Portier die Lehre als Damenschneiderin, und zwar im Nachbarhaus, bei Frau Hasler-Affeltranger. Ihre ersten Berufserfahrungen machte sie danach in einem Couturier-Geschäft in Genf. In ihrer Freizeit sang sie dort gerne im Kirchenchor. Zur französischen Sprache kam noch das Englische: In ihrem England-Jahr in einer Familie mit zwei Söhnen hat es die junge Meilemerin sehr schön gehabt.
Kaum zurück, lernte sie ihren Röbi kennen – der junge Primarlehrer Robert Lang war erst vor kurzem aus Wernetshausen am Bachtel nach Meilen gekommen und sang mit Gerlindes Vater zusammen im Männerchor. Die beiden jungen Leute begegneten sich auf einer Treppe – und es war Liebe auf den ersten Blick! Im Februar 1952 heirateten sie. Zuerst wohnten sie am Bahnweg, später an der Unteren Bruech, und schliesslich konnten sie, als junge Familie mit den Kindern Felix (1953) und Beatrice (1954), ein Häuschen am Rauchgässli mieten.
Wie dies von einer Lehrerfrau erwartet wurde, half auch Gerlinde Lang ihrem Mann bei der Leitung von Ferienkolonien und Skilagern, zuerst in Hundwil, dann im Meilemer Ferienhaus in Miraniga. Das Singen im Kirchenchor und dann in der Kantorei war ihr gemeinsames Hobby. Daneben war Gerlinde immer sehr kreativ: Sie gestaltete Batikkarten, töpferte, arbeitete mit Peddigrohr oder schmiedete Gold und Silber, bemalte Broschen und stellte künstlerische Fantasiekarten her. Mit Blumen beschäftigte sie sich auch immer gerne, beim Gärtnern oder beim Stecken von Bouquets. Was bei Frauen eher unüblich ist: Gerlinde Lang war im Zivilschutz Meilen aktiv, und zwar nicht nur in der Zentrale im Dorf, sondern auch mal im Übergwändli und mit Gasmaske.
Als die Kinder ausgeflogen waren, bezogen Gerlinde und Robert eine Wohnung an der Seestrasse. 2005 musste Gerlinde Lang nach 53 Ehejahren Abschied von ihrem Röbi nehmen. Im Oktober 2010 zog sie dann in die Hausgemeinschaft Stelzengarten – hier ist man für sich und doch nicht allein. Sie ist sehr glücklich, dass sie immer noch hier leben kann, auch wenn sie nach zwei Operationen vor einem Jahr an die Wohnung und an den Rollator gebunden ist.
Dies ist nur möglich, weil ihr Sohn Felix bei ihr wohnt und sie liebevoll betreut. Für die viele Hilfe, die sie in gesundheitlich schwierigen Situationen erhalten hat und erhält, ist Gerlinde Lang sehr dankbar. Auch jetzt schmücken viele Blumen, besonders Orchideen, ihre Wohnung und den Balkon. Sie hat grosse Freude daran und geniesst auch die Aussicht auf See und Berge.
Wir gratulieren der Jubilarin und wünschen ihr ein frohes Fest und viele schöne Stunden im Kreise ihrer Familienangehörigen, mit Freunden und lieben Bekannten.