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eine angesehene Familie zu Frankfurt a. M., die aus Niedersachsen stammt und deren Vorfahren
seit 1416 in Goslar
[* 17] nachweisbar sind. Dort gehörte die Familie seit dem Beginn des 16. Jahrh.
zu den ratsfähigen Geschlechtern und zu den Mitgliedern der ersten Gilde. Ein Angehöriger dieser Familie, Konrad V. (geb. zu
Goslar, gest. zu Mainz), war Münzmeister in Diensten der Fürstin
von Nassau-Holzappel, des DeutschenOrdens in Friedberg
[* 18] in der Wetterau und des Kurfürsten von Mainz.
SimonMoritz wurde vom KaiserFranz vonOsterreich 1808 in den Adelstand erhoben und vom KaiserAlexander von Rußland zum Generalkonsul
und Staatsrat ernannt. Er war ein Wohlthäter der Armen, ein Beförderer der Künste und Wissenschaften,
vor allem aber seiner Vaterstadt Frankfurt ein weiser Berater und werkthätiger Beschützer. Er starb Seine Witwe,
Luise Friederike Boode, aus einer angesehenen holländ. Familie (geb.
verband sich in zweiter Ehe 1828 mit Matthias Franz Borgnis, nachherigem Associé der Gebrüder Bethmann. Von seinen drei
Schwestern, die ihn sämtlich überlebten, ist zu erwähnen Susanna Elisabeth (geb. gest. vermählt 1780 mit
Joh. Jak. Hollweg (geb.
gest. Associé von Gebrüder Bethmann, der Namen und Wappen der Familie annahm und Stifter der Linie Bethmann-Hollweg
wurde.
Der älteste Sohn SimonMoritz B.s, Philipp
HeinrichMoritzAlexanderFreiherr von Bethmann, geb. gest.
war früher königlich preuß. Generalkonsul und wurde in den erblichen bad.
Freiherrenstand erhoben. Dessen ältester Sohn SimonMoritz, geb. ist jetzt Chef der Familie
und des Bankhauses. Zu der Bethmannschen Villa vor dem Friedberger Thore zu Frankfurt, welche im Innern geschmackvoll eingerichtet
und mit Kunstschätzen aller Art ausgeschmückt ist, gehört das sog. Museum, und in diesem
steht die berühmte Ariadne, auf dem Panther reitend, von Dannecker in Marmor ausgeführt.
Friederike Auguste Konradine, Schauspielerin, geb. zu Gotha, wo ihr Vater,
Namens Flittner, herzogl. Beamter war, nach dessen Tode ihre Mutter den Schauspieler Großmann heiratete. Nachdem dieser die
Leitung des kurfürstl. Theaters in Bonn
[* 20] übernommen hatte, betrat sie 1779 in Bonn die Bühne, zuerst in der Oper, und erwarb
in muntern und naiven wie in tragischen Rollen großen Beifall. Sie heiratete 1785 den KomikerUnzelmann
(s. d.), mit dem sie 1788 nach Berlin ging, wo sie allgemein bewundert wurde. 1803 ließ sie sich scheiden und heiratete 1805 den
Schauspieler Heinr. Ed. Bethmann (1774-1857); sie starb in
Berlin. Sie war gleich ausgezeichnet in Schauspiel und Oper, schalkhaft und anmutig in den leichtern Gattungen,
voll poet. Schwungs in der Tragödie, Meisterin des Vortrags und, wie wenige, der geschmackvoll glänzenden Kostümierung.