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Der schwach gestartete Lausanne HC besitzt grosses Potenzial, selbst der Meistertitel scheint in naher Zukunft möglich zu sein. Sinnbildlich für die Ambitionen ist der Transfer von Joël Vermin.
Joël Vermin spielte in den letzten drei Jahren in Nordamerika und bestritt 24 NHL-Partien für die Tampa Bay Lightning, davon 18 in der vergangenen Saison. Vorwiegend kam er jedoch in der AHL bei den Syracuse Crunch zum Einsatz, wo er in der vergangenen Spielzeit zu überzeugen wusste. In den Playoffs war er mit neun Treffern der zweitbeste Torschütze seines Teams, das erst im Final mit 2:4 Siegen an den Grand Rapids Griffins scheiterte. In der Qualifikation hatte er in 46 Partien 13 Tore und 19 Assists erzielt.
Trotz dieser guten Werte erhielt er von den Lightning keinen neuen Vertrag. Vermin führt dies einerseits darauf zurück, dass ihm trotz guter Leistungen in den 18 NHL-Spielen nur drei Assists gelangen. Überhaupt blieb er in der besten Liga der Welt ohne Torerfolg. «Hätte ich diesbezüglich bessere Zahlen gehabt, wäre es vielleicht anders herausgekommen», sagte Vermin. Andererseits wusste Tampa Bay, dass für den 25-jährigen Stürmer mit einem niederländischen Vater und einer ungarischen Mutter nur ein Einwegweg-Vertrag in Frage kam. Mit einem solchen hätte er auch bei einer Abschiebung in die AHL den NHL-Lohn erhalten. «Dafür war ich zu wenig gut.»
Olympische Spiele als Ziel
Allerdings war das Geld nicht der Hauptfaktor für die Rückkehr in die Schweiz. «In der AHL ging es mir auch gut», betonte Vermin. Vielmehr reizt in die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. «Ich wollte mir eine gute Ausgangslage verschaffen. Hätte ich in der NHL spielen können, hätte ich es in Kauf genommen, an Olympia nicht dabei zu sein. Deshalb wollte ich einen Einweg-Vertrag», erklärte der Flügelstürmer.
Mit den Einsätzen in der NHL ging für Vermin ein Traum in Erfüllung: «Jedes Spiel war ein Erlebnis, das ich extrem genoss. Es sind Erinnerungen, die ich mein Leben lang nie mehr vergessen werde.» Er hat sich in Nordamerika auch zu einem besseren Spieler entwickelt, da er an vielen Sachen arbeitete, die auf kleineren Eisfeldern wichtiger sind, wie beispielsweise das Verhalten im 1:1, den Puck abzudecken sowie ihn schnell anzunehmen und schnell zu schiessen.
Klar ist für Vermin, dass er ein neues NHL-Angebot annehmen würde. Insofern wären die Olympischen Spiele eine ideale Plattform, doch um dort dabei zu sein, muss er in Lausanne überzeugen. Die Umstellung auf die grösseren Eisfelder gelang ihm gut, auch wenn er noch ein paar Spiele brauche, um sich wieder ganz daran zu gewöhnen. Wieso hat er sich eigentlich für Lausanne entschieden und ist nicht zum SC Bern zurückgekehrt? «Bern war auch eine Option. Ich wollte jedoch noch etwas anderes sehen in der Schweiz. Zudem ist Lausanne ein sehr aufstrebender Verein mit hohen Ambitionen. Ich kann hier sehr viel Verantwortung übernehmen.»
Beständigkeit nach dem Hin und Her
Dass er gleich bis 2022 unterschrieb hat, lag allerdings nicht nur an den guten Perspektiven, vielmehr wollte er nach den Jahren in Nordamerika mit dem ständigen Hin und Her auch wieder Beständigkeit haben. Mittlerweile fand er eine Wohnung in der Nähe des Stadions. «Es ist eine sehr schöne Stadt. Es hat viele coole Orte, an denen man flanieren kann. Ich bin sehr zufrieden, dass ich hierhergekommen bin», sagte Vermin.
In erster Linie will er aber Erfolg haben mit dem LHC. Die Waadtländer streben den nächsten Schritt an, nachdem sie in der vergangenen Saison trotz des 4. Platzes in der Qualifikation sang- und klanglos mit 0:4 Siegen im Viertelfinal am HC Davos gescheitert waren. Auch deshalb holten die Verantwortlichen Joël Vermin, die Erwartungen an ihn sind hoch. «Der Druck ist da, aber für mich ist er nicht spürbar. Ich versuche ihn auszublenden», so Vermin.