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1959 war ein historisches Jahr für Kuba. Die Militärdiktatur wurde – unter massgeblicher Beteiligung der Brüder Fidel und Raúl Castro – gestürzt. Ab 1961 wurde Kuba zum sozialistischen Staat, dessen Präsidentschaft bis 2016 bei den Castro-Brüdern lag. Bis 2006 amtete Fidel, anschliessend übernahm Raúl, 2018 übernahm Miguel Díaz-Canel das Staatspräsidium.
Díaz-Canel hat keine leichte Aufgabe, Kubas Wirtschaft darbt, 2020 verschlechterte sich die Wirtschaftsleistung um 11 Prozent. Verschiedene politische Ereignisse sowie die Corona-Pandemie setzen dem Staat zu. Reformen sollen die Kehrtwende bringen, dazu gehört auch eine Währungsreform, die per 2021 in Kraft getreten ist.
Per Januar wurde der umtauschbare Peso, kurz CUC, aus dem Verkehr gezogen. Der CUC wurde 1994 eingeführt und war nebst dem kubanischen Peso, CUP, im Umlauf. Die Währung konnte anders als der CUP in US-Dollar getauscht werden, das diente dem Tourismus und dem Aussenhandel. Ein CUC entsprach dem Wert von einem US-Dollar.
Während Bürger*innen und Privatbetriebe 24 kubanische Pesos für einen CUC bezahlten, zahlten Staatsbetriebe einen Peso für einen CUC. Staatsbetriebe profitierten also von einem besseren Wechselkurs. Nun gilt seit 2021 für alle: 24 kubanische Pesos entsprechen einem US-Dollar, der CUC ist Geschichte.
Diese Zusammenführung der Währungen entspricht faktisch einer Abwertung des kubanischen Peso. Der deutsche Spiegel spricht von einer Konfrontation «einer durch einen künstlichen Wechselkurs gepäppelte Staatswirtschaft mit der Realität des Marktes». Dafür zahlt die Bevölkerung, die Preise für Konsumgüter steigen, im Juli kam es zu Massenprotesten.
Der Ökonom und ehemalige Mitarbeiter der kubanischen Zentralbank Pavel Vidal rechnet dieses Jahr mit einer Inflation von 500% bis 900%. Um sie abzufedern, erhöhte die Regierung die Gehälter und Renten von Staatsbetrieben um das Fünffache. Diese Massnahme betrifft etwa 60% der Bevölkerung. Inwiefern die restlichen Arbeitnehmer*innen unterstützt werden, ist bisher ungewiss.