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Ballspielendes Mädchen und Knabe, 1930, Carl Fischer
Körper- und Lebenskultur
Die zwei steinernen Rundbrunnen mit Bronzefiguren von Carl Fischer betonen die symmetrische Anordnung des imposanten Schulbaus von Albert Fröhlich aus dem Jahre 1928. Ein Mädchen und ein Junge spielen auf dem Pausenhof seit 1930 symbolisch mit ihren Bällen. Die wohlgeformten jungen Körper aus Bronze weisen in Bezug auf ihre offensichtliche Naturhaftigkeit und provokante Gesundheit auf die damals landesweit vorherrschende Kunstästhetik hin. Da im Zuge der Rezession in den 1920er und -30er Jahren vermehrt Künstler/-innen für öffentliche Aufträge angefragt worden sind, realisierte die Stadt während dieser Zeit zahlreiche Skulpturen, die ein eher klassisches Menschenbild verkörpern. Von 1914 bis 1953 lehrte Fischer an der Kunstgewerbeschule Zürich Holzschnitzen, Modellieren und Formenlehre. Er war Mitglied der Mazdaznan-Bewegung und wohnte ab 1920 in der Aryana-Kommune in Herrliberg, wo sich das Schweizer Zentrum dieser religiösen Heilslehre befand. Diese fand grosse Resonanz in Kreisen der Lebens- und der Körperkulturbewegung. Carl Fischers Brunnen- und Relieffiguren sind an mehreren Orten in Zürich anzutreffen.
Charlotte Tschumi