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Vor- und Nachteile
Welches sind Vorteile und Nutzen, Nachteile und Risiken der Mammografie im Rahmen eines Früherkennungsprogramms?
Wie bei allen anderen medizinischen Untersuchungen muss auch bei der Mammografie im Rahmen eines Früherkennungsprogramms zwischen Vorteilen und Nutzen, Nachteilen und Risiken unterschieden werden. Die meisten Expertinnen und Experten sind sich einig, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. Dies wurde durch eine unabhängige Untersuchung in England und durch eine Analyse von 25 Jahren Mammografie-Screening in den Niederlanden bestätigt. Erfahrungen aus weiteren Nachbarländern, die schon seit Jahren Brustkrebs-Früherkennungsprogramme anbieten, bestätigen diese Resultate ebenfalls.
Bei einer Frau ab 50 Jahren gilt das Alter als grösster Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs. Die Früherkennungsuntersuchung kann Brustkrebs nicht verhindern. Mit der Teilnahme am Früherkennungsprogramm nutzen Sie die Chance auf eine mögliche frühe Erkennung von Brustkrebs und somit für schonendere und wirkungsvollere Behandlungsmöglichkeiten. Dies trägt zu einer besseren Lebensqualität bei und kann Ihr Leben verlängern.
Sie gehen jedoch auch das Risiko ein, dass ein bösartiger Tumor diagnostiziert wird, der in Ihrem Leben möglicherweise keine Rolle gespielt hätte (Überdiagnose). Die gegenwärtige Medizin ist jedoch nicht in der Lage, das Verhalten der Tumore vorauszusagen. Deshalb werden alle im Screening entdeckten bösartigen Brusttumore behandelt.
Es ist wichtig, dass Sie Veränderungen an Ihrer Brust jederzeit ernst nehmen und eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen.
Qualität
Frauen, welche am Früherkennungsprogramm teilnehmen, profitieren von einer garantiert hohen Qualität:
- Die Programme basieren auf hohen nationalen und internationalen Qualitätskriterien.
- Die Röntgengeräte werden regelmässig auf die Erfüllung von hohen Qualitätskriterien kontrolliert.
- Jede Fachperson für medizinisch technische Radiologie hat eine spezielle Weiterbildung für die Erstellung von Screening-Mammografien absolviert;
- Die Qualität der erstellten Bilder wird regelmässig überprüft.
- Die erstellten Bilder werden von zwei speziell ausgebildeten Radiologinnen/Radiologen unabhängig voneinander beurteilt.
- Bei unterschiedlichen Ergebnissen werden die Bilder entweder im Rahmen einer Konsensuskonferenz von mehreren Radiologinnen/Radiologen gemeinsam oder unter Beizug einer dritten Radiologin/eines dritten Radiologen erneut beurteilt.
- Die Qualität der Programme wird durch eine regelmässige Überprüfung und Messung der Resultate (Evaluation) ständig weiterentwickelt.
Bei einer Untersuchung ausserhalb der kantonalen Brustkrebs-Früherkennungsprogramme ist die Qualität nicht transparent und wird nicht gemessen. Die Kosten der Untersuchung werden zudem nicht von der Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt und sind nicht von der Franchise befreit.
Vorteile und Nutzen
- Frühzeitige Erkennung: Mit einer Mammografie im Früherkennungsprogramm können bereits kleine Tumore entdeckt werden, die meist noch keine Ableger gebildet haben. Durch die frühzeitige Entdeckung und Behandlung verbessern sich die Überlebens- und Heilungschancen.
- Bessere Lebensqualität durch schonendere und wirkungsvollere Behandlungen: Durch das frühzeitige Entdecken der Tumore können Frauen schonender behandelt werden. So kann zum Beispiel oft brusterhaltend operiert und teilweise auf den Einsatz von Chemotherapien verzichtet werden. Dadurch werden Nebenwirkungen reduziert und die Lebensqualität gesteigert - sowohl während der Krankheitsphase als auch später.
- Beitrag zur Reduktion der Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs: Die frühzeitige Erkennung und die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten tragen bei den Frauen dieser Altersgruppe zu einer Reduktion der Brustkrebssterblichkeit bei. In der Schweiz sterben in der Altersgruppe ab 50 jährlich annähernd 1'250 Frauen an Brustkrebs. Die Frauen, die zwischen 50 und 70 Jahren an Brustkrebs sterben, verlieren knapp 4'200 potenzielle Lebensjahre. Eine Frau, die ab 50 Jahren alle zwei Jahre am Früherkennungsprogramm teilnimmt, verringert ihr Risiko, an Brustkrebs zu sterben, deutlich.
- Beruhigung: 95 Prozent der untersuchten Frauen können beruhigt werden, da die Resultate ihrer Mammografie unauffällig sind.
- Hohe Qualität im Programm: Bei der Teilnahme an einem Brustkrebs-Früherkennungsprogramm profitieren die Frauen, weil die Qualität der Untersuchung nach vorgegebenen Standards durchgeführt, regelmässig überprüft und ausgewiesen wird.
Nachteile und Risiken
- Überdiagnose: Damit sind bösartige Tumore gemeint, die ohne Mammografie gar nie entdeckt worden wären und deshalb für die betroffenen Frauen keine Bedeutung gehabt hätten. Da zum Zeitpunkt der Diagnose des bösartigen Tumors nicht bekannt ist, wie er sich weiter entwickelt und ob er gesundheitliche Probleme verursachen wird, erfolgt eine Behandlung gegen Brustkrebs. (Beim Begriff "Überdiagnose" handelt sich um eine rein statistische Beobachtung).
- Falsch-positive Resultate: Werden bei der Mammografie Auffälligkeiten entdeckt, müssen weitere Abklärungen vorgenommen werden, damit die Art der Veränderung festgestellt werden kann. In den meisten Fällen stellt sich jedoch heraus, dass diese Veränderungen gutartig sind und kein Brustkrebs vorliegt. In diesen Fällen wird von falsch-positiven Resultaten gesprochen.
- Intervallkrebs und falsch-negative Resultate: Beim Intervallkrebs handelt es sich um Brustkrebs, der in den zwei Jahren zwischen den Mammografie-Untersuchungen entdeckt wird. Wird die Mammografie als unauffällig beurteilt, obwohl Brustkrebs vorliegt, spricht man von falsch-negativen Resultaten.
- Bei Entdeckung kann der Krankheitsverlauf nicht mehr beeinflusst werden: Es ist möglich, dass der Tumor bei der Mammografie-Untersuchung in einem Stadium entdeckt wird, in dem eine Heilung nicht mehr möglich ist. In diesem Fall leben die betroffenen Frauen länger mit dem Wissen um die Krankheit.
- Strahlenbelastung bei der Röntgenaufnahme: Die Strahlenbelastung ist dank Verwendung von Röntgengeräten guter Qualität und der gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen äusserst klein. Dieses Risiko wird bei Frauen ab 50 Jahren als deutlich geringer eingeschätzt als der Nutzen der Mammografie-Untersuchung.