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Neutrophile Granulozyten werden im Knochenmark produziert und später in den Blutkreislauf abgegeben.
Sie sind die wichtigsten Funktionsträger im Abwehrsystem des Blutes und gelangen über den Kreislauf bis in Schleimhautoberflächen. In ihrer kurzen Lebenszeit – ca. sechs bis acht Stunden – sind sie verantwortlich für das Aufspüren und „Fressen“ von eingedrungenen Bakterien. Ausserdem wehren sie Entzündungsreaktionen sowie Schmerzreize ab.
Ein internationales Forscherteam wollte wissen, weshalb Raucher anfälliger auf bakterielle und entzündliche Angriffe sind. Zu diesem Zweck stellten die Forscher die Umwandlung von Zellen in neutrophile Granulozyten in einem Modell nach. Während des Umwandlungsprozesses wurde den Zellen entweder Nikotin oder ein organisches Lösungsmittel (DMSO) zugegeben.
Nikotin schränkt Funktion der Zellen ein
Es zeigte sich, dass Nikotin die Zahl der für das Immunsystem wichtigen Zellen erhöhte. Ihre Hauptfunktion - Bakterien aufzuspüren und zu vernichten - erfüllten die Neutrophilen unter Nikotin aber wesentlich schlechter.
Die Forscher räumten ein, das die künstlich erzeugten neutrophilen Granulozyten den normalen menschlichen Zellen nicht vollkommen ebenbürtig sind. Dennoch sehen sie die Ergebnisse als Beweis für den hemmenden Einfluss des Nikotins auf das menschliche Immunsystem. Gleichzeit hoffen sie, mit den Erkenntnissen neue Grundlagen zur Behandlung von Entzündungen gefunden zu haben.
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