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Arbeitsbericht NAB 04-04
Geologie und Hydrogeologie der Oberen Süsswassermolasse
Mit dem Ziel, den aktuellen Wissensstand zur Hydrogeologie der Oberen Süsswassermolasse (OSM) im Verbreitungsgebiet zwischen Napf und Bodensee zu dokumentieren, führte die Dr. Heinrich Jäckli AG, Zürich, in der 2. Jahreshälfte 2004 eine umfangreiche Literaturstudie durch. Zusätzlich wurden rund 400 Bohrungen (überwiegend Erdwärmesonden) erhoben und im Hinblick auf die Erfassung der Geometrie und der Faziesräume der OSM systematisch ausgewertet (Beilage 1).
Die in Kapitel 4 dargelegte Paläogeographie zur Zeit der OSM gibt einen Überblick über die damalige Verteilung der Faziesräume in der Schweiz. Demnach dominierten während der gesamten Ablagerungszeit der OSM die Schüttungszentren Napf und Hörnli. Sie transportierten den Abtragungsschutt der Alpen in das nördliche Vorlandbecken, wo dieser hauptsächlich sedimentierte. Nördlich dieser Schuttfächer verlief ein Ost-West-verlaufendes Stromsystem («Glimmersandrinne») von bis zu 20 km Breite. Zwischen den Schuttfächern und der Glimmersandrinne entwickelte sich eine ausgedehnte Alluvialebene, durchsetzt von zahlreichen Tümpeln und Seen (vgl. Figur 3).
Diese Alluvialebene erstreckte sich etwa vom heutigen Suhretal im Südwesten bis zum Greifensee im Nordosten. Sie entspricht demjenigen Gebiet, wo aufgrund der Paläogeographie feinkörnige, d.h. gering durchlässige Ablagerungen erwartet werden können. Dementsprechend wurde das Betrachtungsgebiet auf die Mittelländische OSM in diesem Gebiet eingegrenzt (Kapitel 7).
Basierend auf vorhandener Literatur und der Erhebung der genannten Bohrungen wurde der Verlauf der OSM-Untergrenze innerhalb des Betrachtungsgebiets konstruiert und in einem Isohypsenplan dargestellt (Beilage 3).
Die Auswertung der Bohrungen sowie von geologischen Aufnahmen mehrerer Tunnelbauten zeigen insgesamt ein repetitives und monotones Bild der Mittelländischen OSM im Betrachtungsgebiet. Es dominieren Sandstein-/Mergel-Wechsellagerungen mit geringer Durchlässigkeit, zumindest in vertikaler Richtung. Darin eingebettet sind Sandsteinbänke und untergeordnet Süsswasserkalkbänke. Lokale lithologische oder tektonische Besonderheiten sind eher selten, kommen jedoch im gesamten Betrachtungsgebiet vor.
Trotz dieser Monotonie der OSM im regionalen Massstab müssen im lokalen Massstab der lithologische und damit auch hydrogeologische Kenntnisstand und die Prognostizierbarkeit als beschränkt beurteilt werden. Lithologische Besonderheiten wie Sandsteinrinnen oder – zwar nur selten beobachtete – tektonische Störungen können die lokalen hydrogeologischen Verhältnisse beeinflussen.
Für eine detailliertere Charakterisierung von Gebieten, welche als einschlusswirksame Gebirgsbereiche in Frage kommen könnten, müsste die aktuelle Datenlage durch weitere, gezielte Untersuchungen, vor allem auch mittels Sondierbohrungen verbessert werden.