Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03227.jsonl.gz/613

Pädophile Aktivitäten in User-Chaträumen entdeckt.
Yahoo hat im Laufe der letzten Woche alle von Usern eingerichteten Yahoo-Chaträume geschlossen, wie eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber US-Medien erklärte. Ein US-Fersehsender hatte im Vorfeld berichtet, dass in gewissen Chaträumen pädophile Aktivitäten stattfinden, worauf einige grosse Werbekunden von Yahoo wie Georgia-Pacific oder PepsiCo ihre Werbeaufträge stornierten. Yahoo will nun die Nutzungsbedingen anpassen, bevor die Chats wieder geöffnet werden. Wieviele von Usern eingerichtete Chaträume genau vorhanden sind, gab Yahoo nicht bekannt, es dürften aber mindestens einige Hundert sein.
Ins Rollen gebracht wurde die Affäre von dem in Houston stationierten Fernsehsender KPRC. Dieser hatte allerdings keinen grossen Spürsinn benötigt, um herauszufinden, dass in den Chaträumen nicht alles koscher ist: Chatraumnamen wie "9-17-Year-Olds Wantin' Sex" sprechen wohl für sich selbst.
Für die Unternehmen, die Werbung zurückzogen, geht es nicht nur darum, Yahoo unter Druck zu setzen. Für sie besteht auch die Gefahr, ganz direkt mit den illegalen Chats in Verbindung gebracht zu werden, da ihre Werbung auch in User-Chaträumen eingeblendet wird.
Anzumerken ist, dass solche Chaträume auch nach den bestehenden Nutzungsbestimmungen von Yahoo nicht hätten existieren dürfen. User müssen sich zum Beispiel einverstanden erklären, nichts Ungesetzliches, Vulgäres oder Obszönes zu posten und nichts zu tun, wodurch Minderjährige zu schaden kommen könnten. Yahoo war aber offenbar nicht fähig oder willens, die eigenen Regeln durchzusetzen. (Hans Jörg Maron)