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Eine Auswahl aus Erich Mühsams umfangreichen Werk – Tagebücher, Briefe, Essays und Gedichte – soll ein Licht auf den Schriftsteller, Liebhaber, Freund und scharfen politischen Beobachter werfen, der hohe menschliche Erwartungen an sich und seine Umwelt hatte. Der Literat und Anarchist hatte bis zum Kriegsbeginn von einer besseren Welt geträumt. „Anarchie bedeutet Herrschaftslosigkeit», schrieb er 1912, nicht „Zügellosigkeit». Er wollte den Menschen gut und frei und litt darunter, dass er selber nicht immer gut und frei war. In seinen Gedichten wird geliebt, gekämpft und versagt: „Was ist der Mensch?/ Ein Magen, zwei Arme,/ ein kleines Hirn und ein grosser Mund,/ und eine Seele, – dass Gott erbarme!»
Philipp Theisohn, Professur für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich, wird den umtriebigen Literaten als wachen Zeitgenossen würdigen und der Schauspieler Helmut Vogel wird darauf abgestimmte Texte vortragen. Dabei werden Mühsams Aufenthalte in der Schweiz, München und Wien genauso wie seine politischen Aktivitäten, seine amourösen Abenteuer und seine Dichtkunst zur Sprache kommen.