Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03367.jsonl.gz/976

Erfolgreich im Sägemehl und als Funktionär
Familiären Bezug zum Schwingsport hatte Mathias Bleiker keinen, als er als 13-Jähriger im Jahr 1978 einfach Lust bekam Schwinger zu werden. Beim Schwingklub Wattwil gehörte er zu denjenigen Schwingern, die nach vielen Jahren mit wenigen Erfolgen eine neue Ära einleiteten, die in den vier Königstiteln von Jörg Abderhalden (1998, 2004 und 2007) sowie Arnold Forrer (2001) mündeten. Daran hatte Mathias Bleiker als Technischer Leiter auf verschiedenen Stufen massgeblichen Anteil. Neben den Königstiteln gewannen zudem die Wattwiler Beat Abderhalden, Urs Abderhalden, Christian Forrer, Urban Götte und Jakob Roth alle mindestens einmal ESAF-Eichenlaub.
Erster Kranz mit 19 Jahren
Eingeleitet wurden die Erfolge 1984 am St. Galler Kantonalschwingfest, als der Stern von Schwinger Mathias Bleiker ein erstes Mal so richtig aufleuchtete und er seine Kranzpremiere feierte. In der Folge kamen 45 weitere dazu. «Gerne hätte ich die 50 erreicht, aber heute interessiert es niemanden, ob ich 46 oder 51 Kränze gewonnen habe.»
Vier Mal, von 1986 bis 1995, nahm der Sennenschwinger an einem Eidgenössischen Schwingfest teil. 1986 in Sion durfte er als 21-Jähriger erste wertvolle Erfahrungen sammeln. 1989 in Stans waren die Ansprüche schon höher. «Ich stand in diesem Jahr im NOS-Schlussgang und wurde Dritter am Rigi-Schwinget. Da war es eine Enttäuschung, dass ich den Kranzgewinn nicht realisieren konnte.» Viel besser erging es ihm dann 1992 in Olten und vor allem 1995 in Chur. In Olten klappte es mit dem erstmaligen Kranzgewinn, in Chur war er hinter Schwingerkönig Thomas Sutter auf Rang 4 der zweitbeste Nordostschweizer Schwinger überhaupt.
Als wegweisendes Jahr bezeichnet Mathias Bleiker 1991. «Ich konnte das St. Galler Kantonalfest gewinnen und am nationalen Wettkampf in Flüelen (700 Jahre Eidgenossenschaft) belegte ich den 5. Rang.» Nach dem erfolgreichen ESAF in Chur wollte er an die Erfolge sportlich anknüpfen, doch eine Trainingsverletzung 1996 zwei Wochen vor dem Nordostschweizer Schwingfest machte ihm einen Strich durch die Rechnung. «Ich hatte einen guten Aufbau nach der Verletzung, aber die ersten Schwingtrainings zeigten, dass es nicht mehr geht.» So zog er im Frühjahr 1997 die Reissleine und gab den Rücktritt bekannt. «Gerne hätte ich noch ein paar Jahre weitergeschwungen, aber ich musste mir zugestehen, dass es einfach keinen Sinn macht.»
Ehre, wem Ehre gebührt
Nach all den Erfolgen im Sägemehl als Schwinger sowie als Technischer Leiter auf verschiedenen Stufen hatte Mathias Bleiker 2010 nach dem ESAF in Frauenfeld angekündigt, noch ein Jahr weiterzuwirken. «Die Euphorie nach dem Sieg von Daniel Bösch und Rang 2 von Jakob Roth am Unspunnen-Schwinget 2011 sorgten aber dafür, dass ich mein Engagement bis 2013 verlängerte.» Total kamen bei ihm so 25 Jahre Arbeit als Technischer Leiter beim Schwingklub Wattwil, beim Toggenburger Schwingerverband, beim St. Galler Kantonalverband und zuletzt in der Nordostschweiz zusammen. Zusätzlich stand er an den Eidgenössischen Schwingfesten 2001 in Nyon und 2004 in Luzern als Kampfrichter im Einsatz.
Die wertvolle Funktionärsarbeit wurde belohnt mit den Ehrenmitgliedschaften auf Stufe Klub, Toggenburg, Kanton und Teilverband. 2014 an der Jahresversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes wurde ihm als höchste Auszeichnung auch die ESV-Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Restaurant im Toggenburg
Heute verfolgt Mathias Bleiker den Schwingsport entweder vor Ort und sonst online, auch über die Kanäle der Schwingerzeitung SCHLUSSGANG. Dass er nicht mehr so oft auf den Plätzen anzutreffen ist, liegt auch an seiner Gesundheit. «Ich hatte vor zwei Jahren eine Darmoperation. Medizinisch ist alles in Ordnung, ich muss einfach gut auf die Erholung achten.»
Neben der Erholung ist auch das neue Standbein der Familie Bleiker «schuld», dass Schwingfest-Besuche seltener geworden sind. Im Oktober 2018 hat er zusammen mit Ehefrau Elsbeth das Gasthaus Sternen in Ebnat-Kappel übernommen. Zusätzlich ist er auch noch teilzeit im Aussendienst im Einsatz.
Dass der Schwingsport aber weiterhin einen grossen Platz in seinem Leben einnimmt, zeigt die Tatsache, dass er auf den Besuch des Nordostschweizer Schwingfestes, der Schwäg- alp oder des Eidgenössischen nicht verzichten wird. Und eine Woche nach dem Eidgenössischen wird er am 25. Wolzenalpschwinget nach 30 Jahren im Ok das letzte am Als OK-Präsident im Einsatz sein.