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Iñaki Urdangarin, Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, hat den Monarchen in einer Finanzaffäre entlastet. Urdangarin wird vorgeworfen, 6,1 Millionen Euro einer gemeinnützigen Stiftung unterschlagen zu haben. Das Königshaus habe dessen Aktivitäten an der Spitze der Stiftung weder autorisiert noch unterstützt. Das sagte der Ehemann der Königstochter Cristina bei seiner Vernehmung durch einen Ermittlungsrichter in Palma de Mallorca.
Das Königshaus habe ihm vielmehr geraten, seine geschäftlichen Aktivitäten aufzugeben, betonte der frühere Handballstar nach spanischen Medienberichten vom Sonntag.
Juan Carlos distanziert sich von seinem Schwiegersohn
König Juan Carlos (75) war wegen der Ermittlungen auf Distanz zu seinem Schwiegersohn gegangen. Er hatte ihn zunächst von allen offiziellen Terminen des Königshauses und dann auch aus der Website der «Casa Real» streichen lassen. Dennoch trug der Skandal um Urdangarin in dem von einer schweren Wirtschaftskrise erschütterten Land auch dazu bei, dass das Image des Königshauses sich verschlechterte.
Urdangarin steht im Verdacht, als Präsident der Stiftung Steuergelder in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Der 45-Jährige widersprach Aussagen seines Ex-Geschäftspartners Diego Torres. Der ebenfalls in Verdacht stehende Wirtschaftsprofessor hatte bei seiner Vernehmung vor einer Woche versucht, nicht nur die Infantin Cristina, sondern auch das gesamte Königshaus in die Affäre hineinzuziehen. Die Royals hätten die Aktivitäten der Stiftung «gekannt und beschützt», versicherte er.
Proteste gegen korrupte Monarchie
In der gut vierstündigen Vernehmung beteuerte Urdangarin erneut seine Unschuld. Er widersprach zudem Aussagen von Torres, die Stiftungs-Spitze habe auch in der Residenz des Königs im Zarzuela-Palast am Stadtrand von Madrid Verhandlungen mit Geschäftspartnern geführt.
Nach seiner Vernehmung vor fast genau einem Jahr war es das zweite Mal, dass er sich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Palma den Fragen von Ermittlungsrichter José Castro stellen musste. Vor dem Gerichtsgebäude in Palma hatten sich schon am frühen Morgen rund 300 Menschen versammelt, um gegen die Korruption und die Monarchie zu protestieren.