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Die Krankenschwester, die sich in einem Spital im US-Bundesstaat Texas mit dem Ebola-Virus angesteckt hat, ist am Donnerstag zur Behandlung in eine Klinik in Maryland geflogen worden. In einem Video, das auf Wunsch der Patientin veröffentlicht wurde, ist zu sehen, wie sich die 26-jährige Nina Pham von ihren Betreuern und Ärzten verabschiedet.
«Ich liebe euch», sagt Pham, wischt eine Träne weg und fügt hinzu: «Kommt alle nach Maryland.» Ihr Arzt Gary Weinstein sagt: «Danke, dass Sie sich um unseren ersten Patienten gekümmert haben. Es bedeutet eine Menge. Wir sind stolz auf Sie.» Pham hat sich bei der Behandlung eines liberianischen Staatsbürgers angesteckt, der von Liberia nach Dallas gereist war. Der Mann ist inzwischen verstorben.
US-Präsident Barack Obama lehnt im Kampf gegen Ebola Einreiseverbote für Menschen aus den besonders betroffenen Ländern Westafrikas ab. Die gegenwärtigen Früherkennungsmassnahmen funktionierten, sagte Obama am Donnerstag nach einem Treffen mit Experten.
Er sei zwar nicht grundsätzlich gegen Einreiseverbote, wie sie bereits von Abgeordneten gefordert wurden. Einige Reisende würden dann aber versuchen, unter Umgehung der Untersuchungen unerkannt ins Land zu gelangen. Dies würde möglicherweise zu mehr und nicht zu weniger Ebola-Fällen führen.
Obama kündigte an, er erwäge die Ernennung eines Ebola-Beauftragten, der alle Massnahmen gegen die Ausbreitung der Seuche koordinieren solle. Dem Verteidigungsministerium gab er grünes Licht, für den Ebola-Einsatz in Westafrika auch Reservisten zu rekrutieren. Obama unterschrieb eine entsprechende Anordnung am Donnerstag, wie das Weisse Haus mitteilte.
Washington hatte kürzlich beschlossen, bis zu 4000 Soldaten in die vom Virus besonders betroffenen afrikanischen Länder zu schicken. Sie sollen dort helfen, Ebola-Behandlungszentren einzurichten sowie lokale Gesundheitsexperten auszubilden. Das Pentagon teilte dazu mit, dass 500 US-Soldaten bereits eingetroffen seien.
Die Ebola-Angst führte in den USA zur vorübergehenden Schliessung von Schulen. In den Bundesstaaten Ohio und Texas fiel am Donnerstag US-Medienberichten zufolge in mehreren Einrichtungen der Unterricht aus, weil Schüler oder Lehrkräfte im selben Flugzeug gereist waren wie eine mit dem Virus infizierte Krankenschwester. «Die Gesundheit und Sicherheit unserer Schüler ist meine oberste Priorität», begründete etwa die Leiterin des texanischen Schulbezirks Belton, Susan Kincannon, die Entscheidung. (rey/sda/dpa/afp)