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Kapelle St. Agatha
Folgt man dem alten Römerweg zum Lukmanierpass, trifft man ziemlich schnell, nachdem man das Dorf Disentis verlassen hat, auf die einsam gelegene Kirche St. Agatha (Sontga Gada).
Die Kapelle wurde um das Jahr 1100 im römischen Stil erbaut. Im Innern sieht man sehr schön die drei Apsiden. Warum die Kirche so einsam steht, lässt sich eventuell mit der Patronin, der Heiligen Agatha erklären. Diese Schutzpatronin der Wanderer, der Wege und Brücken war wohl Anlaufstelle für die Passanten, bevor sie den langen Weg über den Lukmanier unter die Füsse nahmen oder auch als Dankesstätte für eine problemlose Reise. 1387 zerstörte ein Feuer den Grossteil der Kirche. Erst 1420 liess sie Abt Peter von Pontaningen wieder aufbauen. Auffallend sind sicher die Fresken im Innern der Kirche. Diese entstanden zwischen 1430 und 1460, wobei die auf der Nordwand rund 30 Jahre älter sind. 1600 übertrug das Kloster Disentis die Kirche der Pfarrei, die seitdem für das Gotteshaus zuständig ist. 1616 übermalte der Brixner Maler Hans Greutter die linke Apsis mit dem Bild „Verkündigung an Maria“. Die letzte Ausmalung fand 1707 statt, wobei auch die Schäden durch die ausgebrochenen Fenster in der Nordwand so gut wie möglich repariert wurden. Leider wurden die Fresken an der Nordwand dazumals auch übermalt. 1979 wurde die Kirche von Grund auf renoviert. Dabei wurde das alte Schindeldach mit einem neuen Lärchenholz-Schindeldach ersetzt. Die Wandbilder wurden durch Jörg Joos, Restaurator aus Andeer, aufgefrischt und konserviert. Die vorhandenen Altäre wurden entfernt, da sie eher wertlos waren. 1992 erfolgte die Erneuerung der Fenster und zwei Jahre später wurde die Kirche wieder eingeweiht.
Die Mittelapsis zeigt Christus umgeben von den Evangelisten (Löwe, Stier, Adler und Engel). Darüber sieht man die Propheten Daniel, Ezechiel, Jeremias und Jesaja. Das grösste Bild in der Kirche zeigt die Kirchenpatronin St. Agatha, rechts der Türe die Heiligen Drei Könige und eine Schutzmantelmadonna. Die Kanzel ist wahrscheinlich ein Fremdobjekt und kam erst später in die Kirche.
Heute wird die Kirche nur im Sommer, vor allem für Hochzeiten, gebraucht. Das Gotteshaus ist während dieser Zeit offen. Im Winter ist die Kirche geschlossen.
Glocken der Kirche
Grosse Glocke ges“ ø 52.5 cm
Inschrift: Laus DEO et sanctis Ejus
[Übersetzung: Lob sei Gott und seinen Heiligen] Bilder: St. Agatha und eine Engelsfigur
Kleine Glocke c“ ø 40.5 cm
IOhannes – MARCUS – Lucas – …. (unleserliches Wort, nicht Matthäus)
Bilder: Taube, Hund und zwei Hauszeichen
NEU: zur Kappelle habe ich nun verschiedene Dokumente zu einem Heft zusammengestellt. Das Heft liegt in der Kirche auf, zusammen mit fünf Übersichtstafeln zur Ausstattung der Kapelle. Das Heft kann zudem in der Buchhandlung Hosang oder bei Disentis Sedrun Tourismus gekauft werden.