Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03389.jsonl.gz/2327

Der Beginn des landesweiten Generalstreiks am Montag, 11, November 1918, weckte ernste Befürchtungen eines revolutionären Umsturzes, wie er etwa in Berlin stattfand. Bereits vor dern Streik waren durch den Bundesrat Truppen aufgeboten worden, und am 10. November war die Bundeshauptstadt durch die Gruppe Bern unter Korpskommandant Wildbolz militärisch besetzt. Unsere Illustration zeigt zwei Dragoner-Korporale einer Brigade, die in Bern aufmarschiert ist.
Der Korporal links trägt die feldgraue Uniform der Ordonnanz 1917, bei der die Vorstösse entlang gewisser Nähte in Schwarz gehalten wurden. Diese Uniform entsprach weitgehend derjenigen von 1926, die bis in den Aktivdienst 1939-1945 getragen wurde. Auch die Policemütze mit den beiden Metallknöpfen sollte nahezu unverändert noch während Jahrzehnten in der Armee verwendet werden. Ober seiner feIdgrauen Uniform trägt der Unteroffizier noch den alten blauen Reitermantel der Ordonnanz 1898 mit Kragenspiegeln. Auf den Unterarmen kann man die beiden breiten weissen Balken als Gradabzeichen erkennen. Vielfach wurde zur feldgrauen Uniform noch der blaue Kaput getragen. Anstelle der Reiterstiefel trägt er normale Marschschuhe.
Vor einem Einsatz gegen eine unbewilligte Versammlung auf dem Berner Münsterplatz am Morgen des 10. November erhielten die ersten Ordnungstruppen aus psychologischen Gründen den Stahlhelm ausgegeben. Dieser Dragoner hier trägt einen solchen Heim, dessen Oberfläche glatt und Graugrün war. Die Uniform des Korporals entspricht der frühen feldgrauen Ordonnanz 1914, denn die Vorstösse entlang der Nähte wie auch die Kragen- und Ärmelpatten sind noch in der Farbe Scharlachrot gehalten- Erst mit den Änderungen vom März 1915 erhielt die Kavallerie die Farbe Zitronengelb. Der Kavallerietypische Patronenbandulier entspricht wie der Reiterstiefel der alten Ordonnanz. Seine Waffe ist der abgeänderte Karabiner 1905/1911.
Roger Rebmann, Basel