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Das Wichtigste in Kürze
- Der Begriff «self-partnered» wurde von der Schauspielerin Emma Watson geprägt.
- Er bedeutet, in einer Beziehung mit sich selbst zu sein.
- Single-Frauen sind laut Studien glücklicher als Frauen in Partnerschaften.
Kaum eine Single-Frau über 30, die diese Reaktion nicht kennt: Schräge und mitleidige Blicke von Frauen in Partnerschaft und Ehe, ausbleibende Einladungen des Freundeskreises und Fragen der älteren Verwandtschaft, wann denn mit einer Hochzeit zu rechnen ist.
Self-Partnered und Single-Positive
Immer mehr Frauen wehren sich heute gegen das ungerechtfertigte Stigma der alten Jungfer, die mit zehn Katzen alleine lebt. Sie fühlen sich wohl als Singles und wissen, dass ihr Glück nicht unbedingt von einem Mann abhängt.
Aus dem englischen Sprachraum schwappen Buzzwörter wie «Single-Positive» und «Self-Partnered» in die deutschsprachigen Länder.
Letzterer wurde von Emma Watson geprägt, die als altkluge Hermione Granger in den acht Harry Potter-Filmen zum Jungstar wurde. In den letzten Jahren machte sie weniger als Schauspielerin und mehr als Feministin und UN-Botschafterin von sich reden.
In einem Interview mit Vogue gab sie zu, wie sie kurz vor dem 30. Geburtstag immer häufiger einen subtilen Druck empfand, weil sie Single sei und nicht mit Mann, Hochzeitsplänen und Kinderwunsch aufwarten konnte.
Bis sie den Mut fand zu sagen, sie sei ihr eigener Partner: Self-partnered.
Ich gehe mit mir selbst essen
Für manche Frauen gilt es noch immer als Höchststrafe, alleine ins Restaurant oder Kino zu gehen. Sie fühlen sich angestarrt und sofort als Mauerblümchen verurteilt.
Nicht so die moderne unabhängige Frau. Sie geht ins Kino, einfach weil sie einen bestimmten Film sehen will und ins Restaurant, weil sie sich selbst mit einer leckeren Mahlzeit verwöhnen will.
Andere Frauen entdecken als Singles neue Hobbys, für die in der Partnerschaft keine Zeit blieb. Sie fangen mit Yoga an, kaufen sich ein Rennrad oder treten einem Tennisclub bei.
In Metropolen wie London kommen «Sinkies» (Single Income, No Kids) zusammen. Es sind unabhängige Frauen, die sich mit Gleichgesinnten zu verschiedenen Aktivitäten wie Wanderungen und Gesellschaftsspielen treffen.
Singles leben glücklicher
Mehrere Studien haben bereits belegt, dass das Singleleben den meisten Frauen gut bekommt.
So stellt der englische Verhaltensforscher Paul Dolan in seinem Buch «Happy Ever After» fest, dass kinderlose Single-Frauen die glücklichsten unter den vier untersuchten Gruppen waren. Die anderen Gruppen waren verheiratete Frauen, verheiratete Männer und Single-Männer.
Eine vergleichbare Untersuchung der University of California unter Langzeitsingles brachte ein ähnliches Ergebnis zutage.
Sie stellte vor allem fest, dass Singles offener für Neues und flexibler waren und auf ein grösseres Netzwerk an Freunden und Verwandten zurückgreifen konnten.
Wie lerne ich, mir selbst zu genügen?
Wer es Emma Watson nachtun und self-partnered durchs Leben gehen möchte, benötigt vor allem ein dickes Fell und Geduld. Auch wenn Studien das Bild der unglücklichen Single-Frau widerlegen, hält sich das Klischee hartnäckig in den Medien.
Single-Frauen in Film und Fernsehen scheinen nach wie vor in erster Linie mit der Partnersuche beschäftigt zu sein. Laut Umfragen sieht die Realität aber anders aus.
In einer Umfrage für den Single Lifestyles UK Report gaben nur 25 Prozent der weiblichen Singles an, sie hätten im letzten Jahr aktiv nach einem Partner gesucht. 75 Prozent dagegen waren glücklich mit sich selbst.