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Natürlich für sich selbst? Falsch! Ihre Nahrung gelangt zuerst in den Verdauungstrakt. Dieser ist ein durchgehender Schlauch, der ihren Körper durchläuft wie ein Rohr. Was in Ihrem Rohr ist, ist noch lange nicht in Ihrem Körper.
In diesem Rohr lebt ein „Superorgansimus“: Ihre Darmflora. Unter Zuhilfenahme der Sekrete, die Ihre Verdauungsdrüsen in das Mund-Magen-Darm-Rohr absondern, bearbeitet und verdaut Ihre Darmflora die Nahrung.
Was Ihnen von der aufgenommenen Nahrung zugute kommt, zur Verfügung gestellt wird, nützt oder aber schadet, hängt sehr von der Arbeit Ihrer Darmflora ab.
Unterschätzen Sie Ihre Darmflora nicht: sie umfasst geschätzt 10 x mehr Zellen, als Ihr Körper aufzuweisen hat. Gegenüber dem Darmflora-Superorgansimus ist Ihr organischer Körper 10:1 in der Minderheit. Sie sind – bildhaft ausgedrückt – nicht mehr als ein Kürbis, der auf einem Komposthaufen wächst: Ihre Darmflora ist der Komposthaufen, und Ihr Körper der Kürbis. Ob und wie der Kürbis gedeiht, hängt fast vollständig vom optimalen Funktionieren des Komposthaufens ab.
Ihre Ernährung dient also in erster Linie Ihrer Darmflora. Wird dieser „innere Komposthaufen“ optimal bedient, ist er gesund und arbeitet er richtig, dann gedeihen auch Sie (als „Kürbis“). Der Vorverdauungsprozess im Darmrohr liefert Ihrem Körper dann die optimalen, „vorverdauten“ Nahrungssubstanzen. Aber nicht nur das: er schützt sie auch vor Problemsubstanzen, welche bei falscher Kompostierung entstehen, z.B.
- vor Leichengiften, die bei falscher oder unvollständiger Eiweiss-Vorverdauung im Darm entstehen
- vor Fuselalkoholen und Gärgasen, die bei falscher oder unvollständiger Kohlehydrat-Vorverdauung im Darm entstehen
- vor immunologisch hochproblematischen Reststoffen, die z.B. bei unvollständiger Vorverdauung von Milch, Milchprodukten und Fleisch entstehen: vom Immunsystem erkennbare (und insbesondere tierische) Fremdeiweisse dürfen natürlich unter keinen Umständen vom Darmrohr in Ihren Körper gelangen!
Die Darmflora muss also in der Lage sein, alle von Ihnen aufgenommene Nahrung sinnvoll und vollständig naturgemäss vorzuverdauen. Sonst drohen Ihnen chronische Vergiftung und chronische Immunbelastung.
Erst in zweiter Linie essen Sie für sich selbst! Das, was im Darm unter Zusammenwirken der Verdauungssäfte, der Darmflora sowie der muskulären Darmaktivität entsteht, wird im zweiten Schritt in Ihren Körper aufgenommen.
Der Zustand Ihrer Darmflora ist massgebend dafür, dass die Darmwand gesund ist. Eine gesunde Darmwand lässt keineswegs alles in Ihren Körper hinein, was sich im Darmrohr befindet. Ist Ihre Darmflora aber nicht im Optimalzustand, nimmt die Darmwand Schaden, wird leck und undicht. Dann gelangen alle möglichen Substanzen und Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze) in Ihren Körper, die dort riesigen Schaden anrichten könne. Vor solchen Bedrohungen versucht Sie Ihr Körper normalerweise mit mehreren Mechanismen zu schützen: Direkt unter der obersten Schleimhautschicht sitzt dann auch das Immunsystem (mit Peyerschen Plaques etc.), das etwa 80% seiner Sensoren im Verdauungstrakt hat. Hier findet die Kontrolle statt und allenfalls die Alarmierung Ihrer Immunaktivitäten. Ihr Immunsystem und Ihre Ernährung bzw. Vorverdauung hängen also engstens miteinander zusammen.
Sie sollten im Hinblick auf Ihre Nahrstoffversorgung, Ihren Stoffwechsel und Ihr Immunsystem alles Interesse daran haben, Ihre Darmflora zu nähren, zu pflegen, zu schützen. Stellen Sie sich nur einmal vor, was passiert, wenn Sie (leider häufig ohne lebenswichtige Notwendigkeit) Antibiotika schlucken: Ihre Darmflora reagiert darauf ähnlich wie Ihr Komposthaufen im Garten, wenn Sie eine Flasche „Unkrautvertilger“ darüberschütten. Sie können eher mit dem Hauptgewinn im Lotto rechnen als damit, dass Ihre Darmflora das unbeschadet übersteht. Alle Folgen haben Sie zu tragen; Ihre zukünftige Gesundheit und Robustheit wird nicht mehr so sein wie davor. (Noch dramatischer sind die Folgen bei Kindern. Und derzeit bekommt das durchschnittliche Kind in der Schweiz vier Mal pro Jahr Antibiotika. Was für ein Horror für Darmflora, Stoffwechsel und Immunsystem!)
Doch zurück zur Nahrung: machen Sie sich klar, dass Sie in erster Linie für Ihre Darmflora essen. Wählen Sie „Ihre“ Nahrungsmittel entsprechend aus.
Damit sich Ihre Darmflora wohl fühlt und gut arbeiten kann, muss sie konstant massiert werden.
- Die Darmbewegungen mit rhythmischen Kontraktionen (Segmentation für die Bewegung an Ort, Peristaltik für den Weiter- und Abtransport) sind das Eine.
- Das Andere ist die Atembewegung: Ihr Zwerchfell (= der Hauptmuskel der Atmung) presst bei jedem einzelnen Atemzug von oben auf die Gedärme. Wenn der Tonus der Bauchdecke sowie Ihre Körperhaltung in Ordnung sind, werden dabei die Gedärme nach unten gedrückt. (Falsch ist es, wenn eine schlaffe Bauchdecke die Gedärme nach vorne ausweichen lässt, wo sich dann eine oft erschreckend grosse Beule ausbaucht.) Der rhythmische Druck wird übrigens weiter nach unten weitergegeben, und massiert auch die Unterleibsorgane im Becken. Der Beckenboden mit seiner Muskulatur bildet das elastische, dynamische Widerlager. Wenn alles richtig funktioniert, erhalten also auch Beckenboden, die diversen Schliessmuskeln, Prostata, Uterus etc. eine unablässige rhythmische Massage, die für die Gesundheit der entsprechenden Organsysteme wichtig ist.
Damit sich Ihre Darmflora wohl fühlt und optimal arbeiten kann, benötigt sie die erforderlichen Verdauungssäfte, und dies im richtigen Verhältnis.
- Es beginnt mit dem Speichel. Wenn Sie die Nahrung im Mund nicht richtig einspeicheln, fehlen Flüssigkeit und Enzyme für die folgenden Verdauungsschritte. Wenn Sie die Nahrung statt mit Speichel mit anderen Flüssigkeiten (Suppe, Getränken) befeuchten, fehlen die Speichelenzyme, und die gesamte weitere Verdauung ist behindert.
- Getränke, und insbesondere kalte Getränke zum Essen sind kontraproduktiv. In der chinesischen Medizin spricht man vom Magenfeuer, welches z.B. keinesfalls durch Eiswasser sabotiert werden darf (wie es insbesondere in den USA üblich ist). Trinken Sie nicht zum Essen, sondern bis eine halbe Stunde davor. Bittere Getränke (von denen es auch nichtalkoholische gibt) dienen als Aperitive, die die Produktion der Verdauungssäfte auf Trab bringen. (Merksatz: „Bitter im Mund – im Magen gesund“ – und nicht nur im Magen!).
- Die weiteren Verdauungssäfte abgesehen vom Speichel haben Sie nicht direkt unter Kontrolle: Magensäure, Magenschleim, Dünndarmsekrete, Gallenflüssigkeit, Bauchspeichel etc. können Sie nicht unmittelbar wahrnehmen und beeinflussen. Umso wichtiger ist es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Für die Arbeit des Verdauungstrakts sind desweiteren Ruhe und Gelassenheit erforderlich.
- Generell kann der gesamte Verdauungstrakt nur arbeiten, wenn das vegetative Nervensystem auf Vagotonie ( = Parasympathicotonie) gestellt ist. Dies gilt für alle Körperfunktionen, die mit „Erholung und Regeneration“ zu tun haben. Jede beliebige Art von Stress, seelischer und nervlicher Anspannung sind kontraproduktiv.
- Denken Sie nur daran: Stress macht einen trockenen Mund. Wie sollen Ihr Speichel und Ihre weiteren Verdauungssäfte fliessen und die Nahrung und die Darmflora befeuchten, wenn Sie trockenlaufen?
- Die Psychosomatik lehrt, dass jedes Organ bestimmten Emotionen zugeordnet ist: Die Leber dem Ärger, der Dünndarm der Freude, die Bauchspeicheldrüse der Angst kombiniert mit Ekel, der Dickdarm mit Schuldgefühlen… (es gibt unterschiedliche Zuordnungen z.B. aus der Chinesischen Medizin und der Europäischen Heilkunde.) Wer z.B. seinen Ärger nicht (zumindest) während der Essens- und Verdauungszeit pausieren lassen kann, handelt sich unweigerlich Probleme der Fettverdauung (Gallensaft der Leber), aber auch des Eiweissstoffwechsels (Transaminasen der Leber) ein.
Sorgen Sie in Zukunft beim Essen primär dafür, dass es Ihrer Darmflora gut geht. Der erstaunliche, multimikrobielle Superorganismus, der in Ihrem Verdauungsrohr wohnt, wird dann auch dafür sorgen, dass es Ihnen (als „Kürbis auf dem Komposthaufen“) gut geht. Sorgen Sie für optimale Rahmenbedingungen, was Flüssigkeit und Säfte, was innere Massage, und was emotionelle Gelassenheit betrifft. Und ganz wichtig: sabotieren Sie sich nicht mit Antibiotika, Aspartam und ähnlichen biochemischen Waffen.
Hinweise:
- Wenn Sie Antibiotika eingesetzt haben, können Sie für eine probiotische Aufbautherapie zu mir kommen. Ich biete auch diverse Alternativen zu antibiotischer Behandlung. Über solche sollten Sie sich ohnehin gründlich informieren – auch im Hinblick auf die zunehmenden Antibiotikaresistenzen und nosokomialen Infektionen mit Problemkeimen.
- Eine Ernährungsumstellung (und jede andere Umstellung im Leben) gelingt wesentlich leichter nach einer Fastenkur. Ich begleite gerne Ihr ambulantes Fasten mit unterstützenden Anweisungen und hilfreichen Begleitbehandlungen.
- Für das seelische Gleichgewicht sind Bach-Blüten eine wirksame Hilfe. Zum Thema Bach-Blüten und Psychosomatik / Psychoneuroimmunologie biete ich auch Kurse an.
- Schwermetalle, insbesondere von Zahnfüllungen Quecksilber (von Amalgam) und Palladium (von Goldlegierungen), vergiften und belasten die Darmflora, führen zur Übersäuerung, und schädigen so die Darmwand … Hier hilft nur eine biologische Zahnsanierung mit einer anschliessenden Ausleitung der Schwermetalle.