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Muotathaler Höhlenforscher haben am Huserstock Knochen einer Fledermaus entdeckt. Es handelt sich um die Überreste einer Wimperfledermaus, die bei uns nicht heimisch ist. Sie bevorzugt ein Klima, das etwa mit jenem des Tessins vergleichbar ist.
Die Höhlengruppe Muotathal erforscht seit Jahren die Rundhöhle am Südhang des Huserstocks im Riemenstaldnertal. Kürzlich gelang der Durchstieg in einen neuen Höhlengang. Dort fanden die Forscher neben den Knochen einer Feldmaus auch diejenigen einer Fledermaus. Die Bestimmung der Fledermausart gelang am Schweizerischen Institut für Speläologie und Karstforschung und ergab, dass es sich um die Überreste einer Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) handelt.
In der Schweiz selten
Die Wimperfledermaus ist in der Schweiz heute noch heimisch. Sie bevorzugt allerdings wärmeres Klima, als sie es momentan in der Innerschweiz antreffen würde. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Fledermausart heute nur im Tessin mit wenigen Wochenstuben (Fortpflanzung) und einer solchen im Jura zu beobachten ist. Man kann bei der Wimperfledermaus von einer seltenen Vertreterin in der Schweiz sprechen. In der Zentral- und Nordschweiz wurde sie bisher nie (lebend) gefunden.
Lebte vor 9500 Jahren
Zur überraschenden Fledermausart kommt noch die Fundsituation: Der sehr ausgesetzte, aber nach Süden ausgerichtete Höhleneingang befindet sich auf 1600 m ü. M. Diese Höhenlage spricht ebenfalls nicht für eine Anwesenheit der Wimperfledermaus. Eine Altersbestimmung des aussergewöhnlichen Fundes wurde an der ETH Zürich vorgenommen und ergab ein Alter von 9500 Jahren. Obwohl Höhlenforscher bereits 14 Fledermausarten in zwölf Muotataler Höhlen nachweisen konnten, ist es der erste Fledermausfund überhaupt, der auf das Alter bestimmt wurde.
Klima war wärmer
Aufgrund der Altersanalyse kann die Lebzeit der Fledermaus einer nachgewiesenen Warmphase zugeordnet werden.Vor 9500 Jahren herrschte also auch bei uns ein Klima, das dieAnwesenheit dieser wärmeliebenden Fledermausart ermöglichte. Bezeichnend ist, dass für das Jahr 2012 eine Fledermaus, nämlich das waldbewohnende Braune Langohr, als Tier des Jahres bestimmt wurde. Auch diese Fledermausart konnte in Höhlen weitab von heutigen Waldbeständen nachgewiesen werden.
Bote der Urschweiz
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Bote der Urschweiz
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