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Das Kriegshandwerk war einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im nachmittelalterlichen Freiburg. Bis zum Ende der französischen Monarchie im Jahre 1792 beschäftigte es einen Grossteil der männlichen Bevölkerung, weil sie in ihrer Heimat keine Arbeit mehr fand, im Ausland («Fremde Dienste»). Die Viehzucht, die in den ländlichen Gebieten stetig zunahm, benötigte weniger Arbeitskräfte als bislang der Ackerbau; Heimarbeit wie etwa Weberei, die zuhause einen Lebensunterhalt ermöglicht hätte, war nicht entwickelt worden. Käseexport und Söldnerwesen, die sich gegenseitig ergänzten, stellten deshalb die hauptsächlichen Einnahmequellen dar.
Die Institution der Fremden Dienste, die sich nahtlos ins damalige Wirtschaftssystem einfügte, widerspiegelte auch die Gesellschaftsschichten. Die regierenden aristokratischen Familien («Patrizier») besassen und führten Kompanien und Regimenter ihres Namens: de Reynold, d'Affry, de Boccard, de Diesbach, de Castella… Familienmitglieder hatten Kommando- und Offiziersposten inne. Dadurch kontrollierte die Oberschicht der Hauptstadt die einfachen Ansässigen und die Untergebenen der Alten Landschaft und der Vogteien auch fern der Heimat.
Die Verwandlung der Bauern aus diesen Regionen in Soldaten vollzog sich in zunehmendem Mass durch einen forcierten Korpsgeist, harsche Disziplin und eine technische Instruktion, die vom preussischen Drill beeinflusst war. Diese Faktoren erachtete man für den Zusammenhalt der Truppe als unabdingbar. Durch sie bekam das Fussvolk die Umwälzung zu spüren, die das Kriegshandwerk von 1500 bis 1800 veränderte («militärische Revolution»): Entwicklung der Artillerie und der individuellen Feuerwaffen, massive Erhöhung der Truppenbestände, genormte Ausrüstung, streng geregeltes Exerzieren. Mit der Schaffung ständiger Heere in jedem Königreich oder Fürstentum entstand eine dauernde Nachfrage nach Soldaten. Freiburg beschränkte sich jedoch schon bald auf das französische Absatzgebiet.
Objekte und Porträts in diesem Saal zeugen von der Dauer der Fremden Dienste, die über gut dreihundert Jahre von der Epoche Papst Julius' II. bis zu jener Napoleons währten. Sie illustrieren überdies die Entwicklung von der Luntenflinte zum Steinschlossgewehr, vom Bandenführer und Kriegsunternehmer («Condottiere») zum beglaubigten Offizier regulärer Truppen, die im Rahmen freiburgischer Gesetze und gemäss Verträgen mit ausländischen Herrschern («Kapitulationen») geworben wurden.