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- Ratgeber
- 4 min
Entfernung von weissem Hautkrebs - Dr. med. Sora Linder erklärt
Dr. med. Sora Linder, was ist weisser Hautkrebs?
Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung, wobei zwischen schwarzem und weissem Hautkrebs unterschieden werden muss. Der schwarze Hautkrebs, das Melanom, kommt seltener vor, ist aber ein gefährlicher Hautkrebs, weil er metastasieren kann. Mehr als die Hälfte aller Krebserkrankungen sind eine Form von weissem Hautkrebs. 40 bis 50 Prozent aller Menschen entwickeln bis zum 65. Lebensjahr mindestens einen weissen Hautkrebs. Bei frühzeitiger Diagnose und Therapie sind die Heilungschancen jedoch sehr gut. Fachleute schätzen, dass in der Schweiz jährlich bei etwa 20'000 bis 25'000 Menschen weisser Hautkrebs festgestellt wird.
Beim sogenannten Basaliom (Basalzellkarzinom), dem häufigsten weissen Hautkrebs, liegt das Durchschnittsalter der Betroffenen bei 60 Jahren. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Das Basaliom zerstört das Gewebe an dem Ort, an dem es wächst, zeigt aber an sich keine Absiedlungen (Metastasen) im Körper und findet sich häufig an sonnenexponierten Stellen. Sie treten zu etwa 93 Prozent am Kopf sowie am Hals und zu etwa sieben Prozent am Körperstamm und an den Extremitäten auf.
Das Spinaliom tritt in der Regel ab 55 Jahren auf, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Eine Metastasierung in die Lymphknoten kommt selten vor, aber ist möglich.
Risikofaktoren sind:
- im Laufe des Lebens angesammelte UV-Strahlendosis
- chronische Entzündungen der Haut
- ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch eine medikamentöse Schwächung des Immunsystems
- Organtransplantationen
- chemische Noxen wie krebsfördernde Stoffe wie Teer oder Arsen
Wie lässt sich weisser Hautkrebs erkennen?
- Basaliome erscheinen oft als kleine pinkfarbene Knötchen mit kleiner Aderzeichnung. Sie sind pigmentiert oder ulzeriert/geschwürig.
- Spinaliome zeigen oft aufgeworfene Ränder, eine leichte Rötung und eine schuppige Oberfläche. Teilweise haben sie eine Verkrustung.
Wenn eine Hautveränderung neu auftritt, schmerzhaft oder nass ist, nicht abheilt oder blutet, sollte sie einer Hautärztin oder einem Hautarzt gezeigt werden.
Wann erfolgt die Entfernung durch die plastische Chirurgin oder den plastischen Chirurgen?
Befindet sich der Hautkrebs im Gesicht, am Hals oder am Dekolleté und wird eine chirurgische Entfernung empfohlen, so wird diese von einer plastischen Chirurgin oder einem plastischen Chirurgen durchgeführt.
Im Gesicht gibt es diverse funktionell anspruchsvolle Lokalisationen, wie etwa in der Umgebung der Augen, auf der Nase oder am Mund. Nach der Entfernung einer Hautveränderung aus einer solchen Lokalisation würde der Direktverschluss kein ästhetisch ansprechendes Ergebnis liefern und/oder die Funktion beeinträchtigen.
In der Regel ist eine ambulante Behandlung in örtlicher Betäubung möglich. Nach der Entfernung der Hautveränderung und der histologischen Abklärung liegt der Schwerpunkt auf der ästhetischen und funktionellen Wiederherstellung der betroffenen Region. Die Narben sollten sich in die natürliche Mimik einfügen, möglichst kurz und möglichst wenig sichtbar sein und die normale Funktion der Augenlider, des Nasenflügels, der Lippe muss wiederhergestellt werden.
Aufgrund unserer grossen Erfahrung auf diesem Gebiet können wir betroffene Patient:innen in unserer Spezialsprechstunde zu diesem Thema ausführlich und umfassend beraten.