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Festschrift zur NABA 1971
Hans Hunziker
Eines der kleinsten aber sicherlich schönsten Werke in der Bibliothek Basler Taube ist die Erinnerungsschrift “Basel im Bilde seiner Poststempel“ zur NABA 1971 in Basel.
Hans Hunziker zeigt und beschreibt ausführlich auf 35 Seiten dreissig Briefe aus der Zeit des ersten Postvertrags zwischen Basel und Frankreich vom 14.4.1724, Geschäftsbriefe aus dem späten 18. Jahrhundert und Briefe aus der Helvetik - die durch das damals gebräuchliche, neue Datumssystem heute durchaus anspruchsvoll zu interpretieren sind. Aus der Markenzeit sind Briefe mit der Basler Taube und Rayonbriefe enthalten. Alle Briefe sind exzellent abgebildet und ausführlich beschrieben.
1845 schliesslich gab es mit der Basler Taube eine der schönsten Briefmarken überhaupt. Ein besonderer Beleg wird wie folgt vorgestellt:
Dieser Brief ist nicht nur eine philatelistische Kostbarkeit, sondern auch lokalgeschichtlich von ganz besonderem Interesse. 1847, als der Sonderbundeskrieg die „lieben und getrüwen“ Eidgenossen wieder einmal entzweite, musste auf Beschluss der Tagsatzung auch Basel ein Kontingent seiner Miliz dem eidgenössischen Kriegsrat zur Verfügung stellen. Vier Offiziere und drei Soldaten des Auszugs verweigerten jedoch am 9. November den Fahneneid, weil sie den bevorstehenden Bruderkrieg als unwürdig und ungerecht betrachten. Ein militärisches Disziplinargericht verurteilte am 25. November die Offiziere zur Degradation und dreimonatiger Haft in der Klingentalkaserne. Der Empfänger unseres Briefes, Unterleutnant Riggenbach, war nun einer dieser Kriegsdienstverweigerer - aus durchaus achtbaren Gründen. Er erhielt ein Schriftstück, das ihm den Besuch seines Vaters ankündigte, während der Verbüssung seiner Haftstrafe im Klingental.
Für den philatelistischen Forscher sind solche Festschriften oft eine Fundgrube für Detailinformationen, da Spezialisten für einen bestimmten Anlass ihr Wissen zu Papier bringen. In diesem Falle ist noch eine Umrechnungstabelle für die verschiedenen Währungen, die 1837 in der Schweiz verwendet wurden, enthalten.
Dieses dünne Bändchen ist aber auch interessant für den Heimatsammler, Postgeschichtler und auch jeden Liebhaber schöner, sorgfältig hergestellter Bücher.
Johannes Hoffner, Vizepräsident Briefmarkensammler-Verein Baselland