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Laut alter Überlieferung soll Schattdorf im Jahr 1020 mitsamt der Kirche durch einen Bergsturz zerstört worden sein, der durch das Ausbrechen des Oberfeldsees auf dem Haldi ausgelöst wurde. Schattdorf gehörte kirchenpolitisch zu Bürglen. Um das Jahr 1200 beschloss man, in Schattdorf wieder eine eigene Kapelle zu bauen. So entstand im 13. Jahrhundert an dem Ort, wo die heutige Kirche steht, eine gotische Kapelle. Urkundlich wird sie 1270 als Marienkirche erwähnt. Im 16. Jahrhundert trennte sich die Gemeinde kirchenrechtlich von Bürglen und wurde eine selbstständige Pfarrei.
An der Stelle des baufälligen und zu klein gewordenen Kirchleins plante die Kirchgemeinde anfangs des 18. Jahrhunderts ein neues Gotteshaus. 1728 wurde mit den Arbeiten begonnen. Bereits 1733 fand die feierliche Einweihung statt, zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit und des Heiligen Nikolaus von Myra.
Die Altäre, die Kanzel sowie die Beicht- und Chorstühle stammen vom bekannten Walliser Altarbauer Jodok Ritz, der in Sekingen ein Atelier für sakrale Kunst betrieb. Das spätgotische Gnadenbild "Maria Krönung", welches sich im Hochaltar befindet, stammt aus der alten Kirche und wurde von Jodok Ritz auf harmonische Weise in die Gesamtkomposition einbezogen. Der rechte Seitenaltar ist dem heiligen Josef geweiht, der linke der Muttergottes. Die Deckengemälde stammen von Josef Anton Messmer, die feinen Stuckaturen von Johann Josef Moosbrugger.
Aufgrund der Neugestaltung der ehemaligen Friedhofsfläche sowie der Erstellung neuer Werkleitungen unmittelbar nordwestlich der an Stelle der Vorgängerkirche zwischen 1729–1739 erbauten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt mussten vorgängig archäologische Sondierungen vorgenommen werden. Gut 0.5 m unter der aktuellen Pflästerung kamen die Mauerkronen eines Gebäudes und in knapp 1.3 m Tiefe das Mörtelbett eines ursprünglich mit Tonplatten bestückten Innenbodens zum Vorschein. Die nachfolgende, teils baubegleitende Grabung legte Teile eines rechteckigen, Nordwest-Südost ausgerichteten Gebäudeteils frei, das in zwei Räume unterteilt war, die zwei unterschiedliche Bodenniveaus aufwiesen. (…) Im nordwestlichen, talseitigen Raum hingegen lag der angetroffene Mörtelboden ungefähr 0.9 m tiefer. (…) Bei der südöstlichen Gebäudemauer konnte eine Umbauphase des Gebäudes nachgewiesen werden, da sie, um Mauerbreite nach innen gerückt, eine ältere, parallel verlaufende Mauer ersetzte. Insgesamt drei Erneuerungsphasen liessen sich für den Innenboden des südöstlichen Raums beobachten. Welcher dieser Böden zum Umbau gehörte, liess sich nicht untersuchen, da der Anschluss ausserhalb der Grabungsfläche lag. Hinweise zur Funktion des Gebäudes als ehemaliges Beinhaus mit Vorraum/Andachtsraum lieferten zwei mächtige Schichten aus menschlichen Knochen. Beide Schichten lagen im Bereich des nordwestlichen, ca. 17 m2 grossen Raums, der somit als eigentliche Aufbahrungsnische der Gebeine, allenfalls als Totenkrater identifiziert werden kann. Die untere Knochenschicht lag unmittelbar über dem Mörtelboden und enthielt mehrheitlich Langknochen und Schädel, aber auch Wirbel, Rippen, Hand- und Fussknochen. Über einer trennenden Erdschicht mit ebenfalls vielen Gebeinen und Abbruchschutt (Verputzfragmente) folgte die zweite, bis zu 60 cm mächtige Schicht mit menschlichen Knochen. Sie enthielt fast ausschliesslich Langknochen und Schädelteile. Die Knochenschichten reichten nur bis zur Binnenmauer, während direkt über dem ehem.
Tonplattenboden des südöstlichen, höher liegenden Raums Abbruchschutt mit vielen bemalten Verputzfragmenten, u.a. mit Details von menschlichen Augenpaaren, angetroffen wurde. Die weiteren untersuchten Baugruben geben Anlass zu vermuten, dass sich der ursprüngliche Friedhof scheinbar im nordwestlichen Bereich des heutigen Langhauses (sowie südlich davon) ausdehnte. Im nordwestlichen Bereich des heutigen Chors wurden weder mit menschlichen Knochen versehene Friedhofserde noch Gräber angetroffen. Damit könnte das Beinhaus die nördliche Grenze des ursprünglichen Friedhofs darstellen. Die Ersterwähnung des Beinhauses erfolgt im Jahr 1520 im Zusammenhang mit seiner Konsekration (liturgische Weihe einer Person oder Sache (z. B. Bischofs-, Priester-, Altarweihe,; Anm. Red.). Der Umbau ist wohl später anzusetzen. Reste der Vorgängerkirche sind wohl in der südöstlichen Verlängerung des Gebäudeteils, unter dem heutigen Vorchor und Langhaus, zu vermuten.
Archäologische Funde: Eisen, Buntmetall, Keramik, bemalte Verputzfragmente, Mörtelproben, anthropologische Proben.
Datierung: historisch, archäologisch. Mittelalter, Neuzeit.
Quelle: Fachstelle Denkmalpflege und Archäologie UR: ProSpect GmbH, Ch. Auf der Maur.