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Die Entwicklung der Traditionellen Chinesischen Medizin hat sich über einige Tausend Jahre hingezogen. Der Zeit der streitenden Reiche (400-200 v. Chr.) entstammt eines der einflussreichsten, schriftlich überlieferten Werke: „Huang Di Nei Jing“ (Des Gelben Kaisers Innerer Klassiker). Darin werden erstmals systematisch und in grösserem Umfang Physiologie, Pathologie, Diagnostik und Therapie zur Behandlung von Krankheiten und Erhaltung der Gesundheit abgehandelt. Zudem wiederspiegeln sich in diesem Werk die Gedanken von Lao Zi, dem Gründer des Daoismus.
In der Vielfalt und Verschiedenheit der Schulen und schriftlichen Werke, welche später unter den grossen chinesischen Kaiserdynastien hervorgebracht wurden, wurde das Wissen unter immer wieder anderen Schwerpunkten verfeinert und vertieft. Die in den grossen Klassikern beschriebenen Naturgesetze und Denkmodelle bilden heute noch weitgehend unverändert die Grundlage für die tägliche Praxisarbeit.
Zuletzt erfuhr die Chinesische Medizin im Zuge der Kulturrevolution (1966-1976) unter Mao Zedong eine tiefgreifende Reform. Zum einen sollte sie erneut von religiösen Aspekten und vom Mystizismus gesäubert werden, zum andern wurde eine Fakultät etabliert, die heute in über 30 Hochschulen und Universitäten Chinas gelehrt wird.
China ist und bleibt unumstritten das Zentrum und Mutterland der TCM. Die TCM verbreitete sich bereits vor dem 19. Jahrhundert in den benachbarten Ländern Taiwan, Nord- und Südkorea, Vietnam und Japan. Dort, aber auch in den durch die politischen Reformen weniger betroffenen Gebieten innerhalb Chinas, überlebte auch jenes Wissen, welches zeitweise verdrängt oder gar verboten war. In den letzten Jahren kann es wieder zunehmend zurück zum Ursprung fliessen, nicht zuletzt dank der zunehmenden Popularität der TCM im Westen.