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Demnach soll die Befruchtung mithilfe von Tieren und Pflanzen an Land vor etwa 140 Millionen Jahren ihren Ursprung haben. Rotalgen hingegen sind etwa sechsmal so alt. Die Forscher vermuten jedoch, dass die Befruchtung durch Meerestiere in den Ozeanen bereits weit vor der Entstehung von pflanzlichem Leben an Land stattgefunden hat. Auch ging man bis vor Kurzem davon aus, dass eine Bestäubung durch Tiere ausschliesslich Pflanzen an Land vorbehalten ist.
Die Forscher konnten nachweisen, dass die Baltische Meerassel bei der Bestäubung der Rotalge vorteilhafte Dienste leistet. Die etwa ameisengrossen Krustentiere nutzen die dicht verzweigten, buschigen Rotalgen als Unterschlupf und ernähren sich von Mikroalgen, die auf der Oberfläche der Rotalgen wachsen. Dabei klebt sich das auf der Blattoberfläche der Algen wachsende Sperma mittels einer Substanz an ihrem Körper fest. Bei Kontakt mit einer weiblichen Alge lösen sich die Spermien wieder, heften sich beim Vorbeistreifen an die weiblichen Fortpflanzungsorgane und bestäuben deren Eier.
Für die Rotalge ist diese Hilfe von grosser Bedeutung. Da sich die Spermien nicht selbstständig bewegen, ist der Befruchtungserfolg ansonsten stark von günstigen Wasserströmungen und der örtlichen Nähe von männlichen und weiblichen Algen abhängig. Die Forscher wollen nun herausfinden, ob auch andere Algenarten in vergleichbarer Form bestäubt werden.
Quelle: Max-Planck-Gesellschaft
Meldung aus factum 02/2023