Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03611.jsonl.gz/1225

Marc Gini und der unerschütterliche Glaube
- Dienstag, 15. Dezember 2015, 12:01 Uhr
Einem Weltcuperfolg stehen Jahre des Misserfolgs gegenüber. Swiss-Ski stufte ihn zurück, das Sommertraining musste er mehrheitlich selber bestreiten. Und trotzdem ist Marc Gini davon überzeugt, wieder ein Siegfahrer werden zu können.
Acht Jahre ist es her, da stand Marc Gini zuoberst. Im doppelten Sinne: Denn sein Sieg im Weltcup-Slalom in Reiteralm (Ö) war gleichzeitig auch sein (einsamer) Karriere-Höhepunkt. Aufs Podest schaffte es der Bündner seither nie mehr. Einzig 2011 auf der Lenzerheide schaute noch einmal ein Top-5-Ergebnis heraus (Platz 4).
Für den Misserfolg gibt es Gründe: Verletzungen bremsten Gini immer wieder aus. Der Misserfolg hatte auch Konsequenzen. Gini ist nur noch B-Kader-Mitglied. Und der Slalomspezialist musste sein Sommertraining mehrheitlich selber bestreiten und berappen.
« Sonst würde ich mir das nicht mehr antun. »
Marc Gini
Dies tat der 31-Jährige mit grossem Enthusiasmus. «Ich glaube noch daran, Rennen gewinnen zu können», sagt Gini. «Sonst würde ich mir das nicht mehr antun.» Er wisse aber, wie viel es braucht, um wieder ein Siegfahrer zu sein.
Im Sommer war Gini mehrheitlich auf sich alleine gestellt. Insgesamt rund 15'000 Franken wendete er für Trainings und einen Trip in den Schnee Neuseelands auf. In der Schweiz schlief er oft in seinem Camper, um die Hotelkosten zu sparen. Die Rückschläge blieben Gini in der Form einer Blinddarmentzündung und eines Muskelfaserrisses indes treu.
Erste Chance im Weltcup nicht genutzt
Trotzdem konnte er den Winter beschwerdefrei in Angriff nehmen. In FIS- und Europacup-Rennen versuchte Gini Punkte zu sammeln, um im Weltcup eine tiefere Startnummer zu bekommen.
- Im Sommer 2015 in Neuseeland fuhr er in 6 Rennen (5 nationale und 1 FIS-Rennen) 5 Podestplätze heraus.
- Anfang Dezember 2015 erreichte er in den beiden Europacup-Slaloms in Norwegen die Ränge 5 und 8.
Den 1. Weltcup-Slalom in Val d'Isere am vergangenen Sonntag musste Gini dennoch mit der hohen Nummer 53 in Angriff nehmen – und verpasste als 37. prompt sein angestrebtes Ziel, die Quali für den 2. Lauf.
Damit hat der Schweizer nun bei seinen letzten 12 Weltcup-Starts immer den 2. Durchgang verfehlt. Letztmals war er im März 2013 beim 2. Teil eines Slaloms mit von der Partie.
Entmutigen lässt sich Gini aber auch durch das jüngste Negativerlebnis nicht: «Das war erst der 1. Weltcupslalom in dieser Saison. Es kommen noch zehn», sagt er.
Sendebezug: SRF zwei, «sportlounge», 14.12.15, 22:25 Uhr
8 Kommentare
Kommentarfunktion deaktiviert
Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.