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Montag, 7. Mai 2012 – 13. Reisetag
Verdigris
Die ”Twin Bridge“ – eine Brücke, die aus Mangel an Unterhalt starb. Eine unspektakuläre Brücke ersetzt seit 2011 die unverwechselbare Zwillingsbrücke über den Bird Creek/Verdigris River. Wie Ingenieure und Brückenarchitekten darlegten, hätte die Brücke gerettet werden können, wenn das ODOT (Oklahoma Department of Transportation) wirklich Anstrengungen unternommen hätte, sie zu erhalten.
Grosse Überraschung: Ein Teil der 2011 leider abgebauten und ersetzten Brücke liegt nur wenige Meter neben der alten Strasse und dient als Zufahrt zu Molly’s Landing, einem offensichtlich besserem Restaurant, das aber erst um 16.00 h öffnet. Von aussen nichts Schönes. Die Zufahrt durch die daneben liegende Siedlung River Hill Estates ist eigentlich verboten. Das Dorf besteht aus grosszügigen neueren Villen. Es gelingt uns aber, unbehelligt bis zum Dead End durchzufahren. Wir sind schon wieder vor den Toren, als ein Lieferwagen mit einem grimmigen Fahrer herandonnert. Der Fahrer mustert uns äusserst kritisch! Hat ihn jemand gerufen, um uns zu vertreiben? Danach versuchen wir, auf der anderen Seite des Highways einem Feldweg hinabzufahren, um unter der alten Brücke eine gute Fotoposition zu finden. Die Fahrzeuge und Häuser, die wir dort antreffen, veranlassen uns aber zum aller schnellsten Abbruch der Übung.
Cartoosa
Eine weitere ”Roadside Attraction” ist der ”Blue Whale of Catoosa“. Wir haben eigentlich nicht viel erwartet und sind deshalb auch nicht enttäuscht. Aber fotografieren muss man ihn trotzdem; auch der gegenüberliegende Trading Post und die nicht unbedingt einladende Nachbarschaft. – Catoosa ist übrigens eine Hafenstadt, mit dem am weitesten im Landesinnern liegenden Seehafen in den Vereinigten Staaten, der über den Arkansas und Mississippi mit dem Golf von Mexiko verbunden ist.
Wie Ron Warnick am 22. Oktober 2016 in „Route 66 News“ mitteilt, haben die Behörden von Catoosa Bedenken zu einer geplanten Veränderung der Ausfahrten der Interstate I-44. Gefährdet sind unter anderem „The Blue Whale“ und „Mollys Landing“ (siehe oben).
Wie Ron Warnick in „Route 66 News“ am 2. Januar 2017 in Ergänzung zu seinem Bericht vom 22. Oktober weiter mitteilt, werden sich am 17. Januar die Behörden von Catoosa mit den Beamten der ODOT, „Oklahoma Department of Transportation“ treffen. Die Pläne zur Verkehrssituation in dieser Gegend sollen aktualisiert werden. Gemäss ODPT liege ein Missverständnis vor. Einige der Ideen, die vor 10 Jahren entwickelt aber nie abgeschlossen wurden und zu keinem Projekt oder Abschluss geführt haben, sollen wieder aufgeworfen und diskutiert werden. Zurzeit gebe es weder ein Projekt noch eine konkrete Idee.
→ Unser letzte Bericht zu diesem Thema: Weiter unten.
→ Reisebericht zu Cartoosa in „Claremore – Tulsa – Strooud“ .
Tulsa
In der mit heute über 400’00 Einwohnern zweitgrössten Stadt Oklahomas führte die Route 66 in verschiedene Dekaden auf unterschiedlichen Wegen in die Stadt. Wir entscheiden uns für die 11th Street. Vorbei an Neons und am Historical Museum (ist nur dienstags und freitags geöffnet) erreichen wir den “Golden Driller“, einen Ölarbeiter der heute vor dem ”Tulsa Expo Center“ steht.. Mit 23 m ist es die vierthöchste Skulpur in den USA, Dann geht es ca. 10 km südlich – immer noch in Tulsa! – und wir bestaunen am Eingang der Universität “The World’s Largest Praying Hands” beim Eingang der ”Oral Roberts University“. 60 Fuss hoch und 30 Tonnen schwer. Es war den Umweg wert und es ist zweifellos eine meiner Lieblingsaufnahmen.
An der 11th findet man weitere interessante Cafes, renovierte und umfunktionierte ehemalige Garagen und andere liebevoll restaurierte Bauten aus der Blütezeit der Route 66. Das grandiose „Meadow Gold Sign“ Lichtreklame wurde abgebaut, renoviert und an neuer Stelle an der Strasse wieder aufgebaut. Schön ist die Strasse hinter dem Gehsteig mit Platten eingefasst. In einem prachtvoll angelegen Park, wo man die Skyline von Tulsa bestens im Bild festhalten kann, packen wir unsere Stühle aus; ein Mittagessen im Grünen.
Nicht herausgefunden haben wir, wie viele Kirchen es in Tulsa gibt. Bei 40 unterschiedlichen Glaubensrichtungen dürften es aber weit über 200 sein. Wir fühlten uns ganz besonders von der nicht zu übersehenden Boston Avenue United Methodist Church angezogen. Es ist ein Art Deco Gebäude, von denen es in Tulsa viele hat. Das Auditorium bietet Platz für 1800 Gläubige. Der Organist probt und wir geniessen das Ambiente. An jedem Platz liegen Couverts für die Kollekte bereit, auf denen die Besucher des Gottesdienstes Namen, Adresse und den Betrag notieren müssen, den sie hineingelegt haben. Zudem liegen Bücher auf, wo sich jeder eintragen muss, der den Gottesdienst besucht. Es hat sogar einen Drive-Tru-Eingang und für den Pfarrer ist draussen der beste Parkplatz reserviert.
Ein interessanter Blick die Cincinati Ave hinauf mit drei imposanten Hochhäusern. Dann starten wir zu einer Rundfahrt durchs eigentliche Zentrum, das von Einbahnstrassen dominiert wird. Vorbei am Stadthaus und an weiteren Kirchen geht es zum „Blue Dome“, einem weiteren Art Deco Gebäude zum „Tulsa Union Depot“, das heute eine „Jazz Hall of Fame“ ist. Wir fahren hinunter zu der seit langem gesperrten ”11th St Arkansas River Bridge“, zu der eine neue Fussgängerüberführung hinführt. Auf diesem Platz scheint noch etwas in Vorbereitung zu sein. Irgendwie werden wir in dieser Stadt nicht richtig warm. Sinnvolle Beschilderungen und Hinweise für Besucher fehlen. So beschliessen wir, Tulsa zu verlassen.
Verschiedene Berichte informierten in den letzten Jahren über rege Aktivitäten in Tulsa.
- Im Juni 2016 kündigte der Bürgermeister die Schaffung einer Route 66 Kommission, um den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt zu fördern.
- Im Juli 2016 führte der Tulsa City Council mit „area leaders“ eine Bus Tour um Ideen für die Wiederbelebung der Route 66 zu machen.
- Im Juni 2016 sagte die Stadt Tulsa, sie wolle die Glocken auf dem „Historic Meadow Sign“ ersetzen, wenn die Finanzierung sichergestellt sei.
- Im April 2016 haben die Stimmberechtigten einer Erhöhung der Umsatzsteuer zugestimmt, mit der einige Route 66 Projekte realisiert werden sollen.
Vielleicht lagen wir damals gar nicht so falsch, denn es scheint, dass die Verantwortlichen schon in den Jahren zuvor mehrmals ähliche Aktionen gestartet haben. Und was haben diese gebracht? Erfolgsberichte oder geplante Massnahmen stehen aus. Schade!
‚Liebesschlösser‘ in Tulsa
Ron Warnick verweist in „Route 66 News“ vom 18. Januar 2017 über eine Fernsehsendung, wonach an der „Cyrus Avery Centennial Plaza Bridge“ bereits mehrere Dutzend solcher Schlösser fixiert wurden. Da bemüht sich die Stadt Tulsa, eine Erinnerung an die Route 66 zu schaffen, derweil sie missbraucht wird, um Schlösser zu fixieren, die nichts mit der Geschichte von „America‘s Mainstreet“ zu tun haben.
Anstatt Leserinnen und Leser zu motivieren, solche Schlösser an der „Chain of Rocks Bridge“ anzubringen, wäre es wohl sinnvoller gewesen, auf https://nolovelocks.com/ hinzuweisen.
Seit wir den Arkansas River überquert haben, liegen schon wieder rund zehn Kilometer hinter uns. Wir sind aber noch immer in Tulsa. Ollie’s Station Restaurant schliesst leider montags bereits um 15.00 h. So bleiben uns nur Zug und Turm (2017: Route 66 Village).
„Route 66 Village“
Zu den 200 Kirchen entstand zwischen 2013 und 2014 auf der Westseite von Tulsa eine weitere christliche Kirche, die „Merge Church“, unweit von „Route 66 Village“. Kirche und Village sind nun zusammengekommen und veranstalten heute ein Film-Matinee als Start eines „Fund Raisings“ zur Unterstützung des „Historical Village“. In einem früheren TV Interview erklärt der „Train Project Manager“ Mike Massey sein historisches Dorf. (2017-03-25)
Sapulpa
Unterwegs fahren wir noch an der „Giant Coke Bottle“ vorbei, die auf ein Glasverarbeitungs-Zentrum hinweist. Dieser Ort ist für uns eine grössere Knacknuss. Wir fahren mehrmals hin- und zurück, bis wir plötzlich merken, dass wir immer zu früh abgebogen sind. Nun wird beschleunigt, damit wir Stroud noch heute erreichen. Die „Bridge #18 at Rock Creek“ und eine Unterführung wollen wir uns aber nicht entgehen lassen.
Stroud
Das anvisierte Skyliner Motel hat zwar ein schönes Neon, wirkt aber von aussen ungepflegt. Wir fahren weiter. Das Rock Cafe, erbaut 1939, wurde 2008 von einem Feuer zerstört und wieder aufgebaut. Wieder einmal ist der Weg und auch der Tag zu Ende. Wir übernachten in der Best Western Stroud Motor Lodge. die ein eigenes Restaurant hat.