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Beschreibung
Das älteste deutschsprachige Kochbuch der Schweiz
Vor wenigen Jahren ist ein altes, bisher unbekanntes handschriftliches Kochbuch aufgetaucht. Es stammt aus dem Jahr 1559, mit einigen Nachträgen aus dem Jahr 1604 und möglicherweise späteren Jahren. Das Buch wurde für die bischöfliche Küche von Chur verfasst und dürfte das älteste deutschsprachige Schweizer Kochbuch darstellen. Insgesamt umfasst es 515 Rezepte, die hier ediert und in modernes Deutsch übersetzt worden sind. Ergänzt werden die Rezepte durch ein Register und ein Glossar. Ausführliche Kommentare erläutern die Bestandteile der Gerichte und die Zutaten, wie auch die Masseinheiten und Mengenangaben. Neben den inhaltlichen Aspekten werden auch die sprachlichen Besonderheiten analysiert und kommentiert.
Das vorliegende Kochbuch eröffnet interessante Einblicke in die Ess- und Trinkgewohnheiten in gehobenen Kreisen der Ostschweiz. Den Anfang macht ein Rezept über die Zubereitung eines Biberschwanzes als Fastenspeise; das letzte Gericht beschreibt ein Mus aus sauren Kirschen. Man stösst auf eine unglaubliche Vielfalt an Gewürzen und Zutaten, die heute grösstenteils unüblich oder sogar unbekannt sind. Man staunt über die Bedeutung von Zucker, Ingwer, Muskat und Nelken zum Würzen der Speisen. Aufgeführt sind überdies Medizinalrezepte für alle möglichen Gebresten, von Kopfweh und Verstopfung bis zu Gicht, Epilepsie und Pest. Das Original befindet sich heute im Staatsarchiv Graubünden.
Autor:
Walter Letsch (*1946) studierte zunächst Physik an der ETH und schloss mit dem Diplom ab. Anschliessend erwarb er das Diplom als Pensionsversicherungsexperte. Er arbeitete während über dreissig Jahren als Direktionsmitglied in der Versicherungswirtschaft, zunächst im Schweizer Geschäft, dann im Auslandgeschäft, vor allem für England, Nord- und Lateinamerika, Asien und Australien, teilweise verbunden mit längeren Auslandeinsätzen. Nach der Pensionierung absolvierte er, neben einer beruflichen Teilzeitarbeit für Lateinamerika, ein Zweitstudium in Geschichte und Soziologie an der Universität Zürich und promovierte mit einer Arbeit zur Historischen Demografie.
Beispiel:
Edition:
[65] Holder gmủes zủ machen. Wilt dủ ain holler [!] gmủes Machen, So zopf ỷ ab, wůrf ỷe In ein milch, las darin een aủf ij Stủndt, darnach eỷche es ab dủrch ain tůech, etz es aůf ain kol unnd wanns aủf eủdt, o mach ain taig gleich ainem aỷerbreỷ, nit zủủil aỷr unnd riers in die milch, leg ain ủckh bủtter darein, altz es recht, o wůrrde es gủet.
Übersetzung:
[65] Holundermus machen. Willst du ein Holundermus machen, so zupfe die Beeren ab, wirf sie in Milch, lass sie darin zwei Stunden stehen, dann siebe sie durch ein Tuch, setze sie auf die Glut und wenn es aufsiedet, so mache einen Teig wie einen Eierbrei, aber nicht zu viele Eier, und rühre ihn in die Milch; lege ein Stück Butter hinein, salze es gut, so wird es gut.
Walter Letsch
Ein schön Kochbuch 1559 – das älteste deutschsprachige Kochbuch der Schweiz
Gebunden, 488 Seiten
Verlag Desertina
Quellen und Forschung zur Bündner Geschichte: Band 36
Staatsarchiv Graubünden
ISBN 978-3-85637-502-7
Preis: CHF 45.–
Auf der Bestsellerliste des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes in der Woche 44
Beitrag in der Südostschweiz vom 5. Oktober 2018
Betrag der Schweizerischen Depeschenagentur / Keystone
«Ältestes Kochbuch mit Rezepten zum Nachkochen»
Bericht im Online-Portal GRheute
Online GRheute
Bericht im Online-Portal Fallstaff
Bericht und Videos bei Nau