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Rauchen aufgeben: Katarakt verzögern
|k -- Christen WG, Glynn RJ, Ajani UA et al. Smoking cessation and risk of age-related cataract in men. JAMA 2000 (9. August); 284: 713-6 [Link]|
|Kommentator(in): Balder Gloor|
|infomed screen Jahrgang 4 (2000)
, Nummer 9

Datum der Ausgabe: Oktober 2000
Studienziele
Rauchen gilt als ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung einer Katarakt. Bei Personen, die ein Päckchen Zigaretten pro Tag konsumieren, findet man ungefähr doppelt so häufig Linsentrübungen wie bei Nichtrauchern und Nichtraucherinnen. In dieser Studie wurde untersucht, wie sich das Risiko ändert, wenn man zu rauchen aufhört.
Methoden
Die Daten stammen aus der «Physicians‘ Health Study», an der amerikanische Ärzte teilgenommen hatten und in der es primär darum ging, die präventive Wirkung von Acetylsalicylsäure und Beta-Carotin gegen Krebs und kardiovaskuläre Krankheiten zu untersuchen. 20‘907 Ärzte, die zu Studienbeginn keine Katarakt aufgewiesen und ihre Rauchgewohnheiten angegeben hatten, wurden durchschnittlich etwa 13,5 Jahre lang beobachtet. Es wurde festgehalten, ob in dieser Zeit eine Katarakt diagnostiziert wurde oder eine Kataraktoperation stattfand.
Ergebnisse
Zu Beginn der Studie zählte man unter den Teilnehmern 11% Raucher; 50% hatten nie geraucht, 39% waren ehemalige Raucher. In der Beobachtungszeit wurde bei 2‘074 Männern die Diagnose einer Katarakt gestellt und bei 1‘193 Männern eine Kataraktoperation durchgeführt. Das relative Risiko, an einer Katarakt zu erkranken, war bei Nichtrauchern etwa ein Drittel geringer als bei Rauchern; bei ehemaligen Rauchern betrug die Risikoreduktion ungefähr 20 bis 25%. Bei den ehemaligen Rauchern machte es in Bezug auf die Risikoreduktion keinen wesentlichen Unterschied, ob sie vor weniger als zehn oder vor mehr als zehn Jahren aufgehört hatten zu rauchen. Im Weiteren errechnete man, dass die kumulative Tabakdosis eine Rolle spielt: pro zehn «pack years» erhöht sich das Kataraktrisiko um 7%. Die Resultate wurden nicht nach Behandlungsgruppen (Acetylsalicylsäure bzw. Beta-Carotin) differenziert.
Schlussfolgerungen
Die Studie bestätigt, dass Rauchen das Kataraktrisiko erhöht. Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt dieses Risiko längerfristig auf ein ähnliches Mass, wie es sich bei Nichtrauchern und Nichtraucherinnen findet.(AL)
Die Studie zeigt, dass Personen, welche mit Rauchen aufhören, ein gegenüber dem Raucher niedrigeres Erkrankungsrisiko an Katarakt aufweisen. Schwer folgen kann man den Studienverantwortlichen, wenn sie aus der Tatsache, dass Rauchen eine vermeidbare Ursache des Altersstars ist, eine grosse Sparmöglichkeit im Gesundheitswesen ableiten – ohne gesicherte Zahlen zu nennen. Zwar wird beim Nichtraucher die Kataraktoperation später als beim Raucher notwendig, aber der Nichtraucher ist gemäss dieser Studie auch gesünder und lebt länger. Somit könnte die Rauchabstinenz ohne Einfluss auf die Gesamtzahl der zu operierenden Katarakte in der Bevölkerung der USA und Ländern mit ähnlichen Risikofaktoren sein oder diese sogar erhöhen, denn Rauchen ist nur eine Teilursache einer Alterskatarakt.
Balder Gloor
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Rauchen aufgeben: Katarakt verzögern (Oktober 2000)
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