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Arzneimittelvormischung für Schweine und Kälber
ATCvet: QJ01EW30
ZusammensetzungSulfadimidinum 40 g, Sulfathiazolum 40 g, Trimethoprimum 16 g, Aromatica, Excipiens ad pulverem pro 1 kg
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenDie Kombination von Trimethoprim mit zwei Sulfonamiden ergibt eine breite synergistische Wirkung gegen eine Vielzahl grampositiver und gramnegativer Bakterien. Der Wirkungsmechanismus beruht auf einer Blockade des Folsäurestoffwechsels der Bakterien an zwei verschiedenen Stellen, so dass die Purin- und in der Folge die DNS- und RNS-Synthese unterbunden wird. Durch die kombinierte Anwendung der Wirkstoffe wird eine überadditive Wirkung erzielt.
Das Wirkungsspektrum umfasst in vitro grampositive und gramnegative Bakterien, deren MIC-Werte teils deutlich unter 0.5 µg Trimethoprim und 9.5 µg Sulfonamid pro ml liegen. Dazu gehören Staphylokokken, Streptokokken, Pasteurellen, BordeteIlen, Mannheimia haemolytica, Haemophilus parasuis, Histophilus somni, E. coli, Salmonellen und Kokzidien. Bei resistenten Keimen sind die MIC-Werte höher.
Die aktuelle Resistenzlage gegenüber der Sulfonamid-Trimethoprim-Kombination kann insgesamt als relativ günstig eingestuft werden. Bei einigen grundsätzlich empfindlichen Erregern wie Pasteurellen, BordeteIlen, Enterobakterien (E. coli, Salmonellen) und Kokzidien können jedoch vermehrt Stämme mit Resistenz (z.T. plasmidgebundener) auftreten, insbesondere in Betrieben mit hohem Selektionsdruck.
Sulfonamide und Trimethoprim sind nicht wirksam gegen Mykoplasmen, Lawsonien und Brachyspiren, wenig empfindlich bis resistent erweisen sich Rotlaufbakterien, Pseudomonas aeruginosa und Tuberkelbakterien.
PharmakokinetikDie Wirkstoffe werden nach oraler Verabreichung schnell und in hohem Ausmass aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert. Zur Erreichung eines wirksamen Trimethoprim-Blutspiegels ist beim Kalb die Verabreichung über die Tränke und ein funktionierender Schlundrinnenreflex erforderlich. Die Verteilung erfolgt in alle Gewebe. Trimethoprim zeigt eine besonders gute Gewebediffusion, die zu hohen Gewebespiegeln führt. Sowohl die Sulfonamide wie auch das Trimethoprim werden hauptsächlich über den Harn und in geringerem Mass auch über den Kot ausgeschieden.
Die Halbwertszeit von Sulfadimidin beträgt beim Kalb ca. 4 - 6 Stunden und beim Schwein ca. 9 - 16 Stunden. Jene von Sulfathiazol ist wesentlich kürzer. Sie liegt beim Schwein bei etwa 1.5 Stunden. Die Halbwertszeit von Trimethoprim beträgt beim Kalb abhängig vom Alter ca. 1 Stunde, beim Schwein ca. 2.5 Stunden.
Die orale Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe ist hoch. Sie beträgt beim Schwein für Trimethoprim ca. 70 - 80%. Beim Kalb ist Trimethoprim nur bei funktionierendem Schlundrinnenreflex im Plasma nachweisbar. Bei Sulfathiazol und Sulfadimidin kann, je nach Fütterungsart, mit 60 - 85% gerechnet werden.
IndikationenProphylaxe und Therapie primärer und sekundärer bakterieller Infektionen, falls die beteiligten Bakterien auf die Kombination Sulfonamid-Trimethoprim empfindlich sind. Insbesondere:
Kälber: Darmerkrankungen verursacht durch Salmonellen und Kokzidien, Atemwegsinfektionen verursacht durch Pasteurellen, Mannheimia haemolytica, Histophilus somni.
Schweine: Darminfektionen verursacht durch E. coli. Salmonellose, Rhinitis atrophicans (Pasteurella multocida, Bordetella bronchiseptica). Pneumonien verursacht durch Sekundärinfektionen mit Pasteurella multocida, Haemophilus parasuis. Infektionen der Gelenke (z. B. verursacht durch Hämophilus parasuis oder Streptokokken). MMA-Komplex der Muttersauen.
Dosierung / Anwendung
Schweine und Kälber:50 g UFA 902 Duo pro 100 kg KGW täglich (morgens und abends je 25 g) während 7 - 10 Tagen, dies entspricht täglich 20 mg Sulfadimidin, 20 mg Sulfathiazol und 8 mg Trimethoprim pro kg KGW und Tag.
Bei MMA der Muttersauen: 3 Tage ante partum bis 5 Tage post partum behandeln.
Bei Kälbern soll die Verabreichung nur bei funktionierendem Schlundrinnenreflex und ausschliesslich über die Milch oder Milchersatztränke erfolgen.
Der beiliegende 30 ml Messlöffel (nur in der 1 kg Dose enthalten) fasst gestrichen voll ca. 20 g.
Anleitung zur Herstellung eines FütterungsarzneimittelsUFA 902 Duo eignet sich zum Beimischen in mehlförmige Futtertypen wie Ferkelfutter, Jagerfutter, Schweinemastfutter oder Milchpulver. UFA 902 Duo weist eine gute Rieselfähigkeit auf und lässt sich durch handelsübliche Futtermischanlagen und Tränkeautomaten dem Futter und der Tränke beimischen. Das Anfertigen einer Vormischung ist wegen der hohen Einmischrate nicht erforderlich. Die Spezifikationen der verwendeten Geräte sind zu beachten.
Aufgrund der guten Stabilität der Wirksubstanzen lassen sich die Fütterungsarzneimittel bei Temperaturen bis 75°C pelletieren.
Das Präparat kann auch in Flüssigfutter wie beispielsweise Schotte oder Futtersuppe eingemischt werden. Vor dem Einmischen ist die Temperatur der Futtersuppe zu kontrollieren. Sie muss im Bereich von 25 - 40°C liegen. Der pH-Wert der Futtersuppe ist auf einen Bereich zwischen 4 und 7 einzustellen. Die Futtersuppe muss unmittelbar nach dem Einmischen von UFA 902 Duo verabreicht werden.
UFA 902 Duo kann bis zu einer Konzentration von 5 g / Liter auch über Milch, Milchersatztränken und Trinkwasser verabreicht werden. Nach Zugabe der Arzneimittelvormischung sind Milch und Milchersatztränken lang und kräftig zu rühren. Trinkwasser ist so lange zu rühren, bis sich die Arzneimittelvormischung vollständig gelöst hat.
Achtung: Bei Temperaturen unter 40°C kann das Präparat aufgrund der schlechten Wasserlöslichkeit von Trimethoprim selbst nach längerem Rühren (10 bis 15 Minuten) insbesondere in Trinkwasser, aber auch in Milch, nur schwerlich vollständig gelöst werden.
Medizierte Milch, Milchersatztränken und mediziertes Trinkwasser müssen täglich mehrmals frisch zubereitet und unmittelbar nach dem Auflösen von UFA 902 Duo verabreicht werden.
Schweine spielen mit Tränkenippeln. Dies kann zu grossen Trinkwasserverlusten führen. Falls UFA 902 Duo über das Trinkwasser verabreicht wird, muss ein Tränkesystem zur Verfügung stehen, das lediglich zu kleinen Wasserverlusten führt.
Dosierungsrichtgrössen zur Herstellung eines FütterungsarzneimittelsDie Einmischrate von UFA 902 Duo entsprechend dem Körpergewicht und der Futter- bzw. Trinkwasseraufnahme kann nach folgender Formel ermittelt werden:
A × B
Achtung: Die Futter- bzw. Trinkwasseraufnahme kann je nach Alter und Gesundheitszustand der Tiere, der Art des Futters und den klimatischen Bedingungen erheblich variieren.
Beispiele:Schweine:
Gemäss oben genannter Formel ist UFA 902 Duo wie folgt in ein mehlförmiges Alleinfuttermittel einzumischen:
Einsatz über das Trinkwasser:
Als Richtdosierung gilt für Ferkel und Mastschweine bei einer durchschnittlichen täglichen Wasseraufnahme von 10% des Körpergewichtes ca. 5 g UFA 902 Duo pro Liter Trinkwasser.
Kälber:
Gemäss oben genannter Formel ist UFA 902 Duo wie folgt in ein Alleinfuttermittel einzumischen:
Restriktive Fütterung am Automaten oder Eimertränke:
Bei ad libitum-Fütterung:
Zudosiermenge je nach Konsum und Gewicht der Tiere anpassen.
Einsatz über ein mediziertes Milchpulver:
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht anwenden bei Tieren mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, bei Schädigungen des hämatopoetischen Systems, bei Katarakt sowie bei bekannter Hypersensibilität gegenüber einem der Wirkstoffe.
VorsichtsmassnahmenUFA 902 Duo soll nur nach bakteriologischer Sicherung der Diagnose und Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger angewendet werden. Bei Ausbleiben einer deutlichen Besserung ist nach 3 Tagen eine erneute Sensitivitätsprüfung oder ein Therapiewechsel angezeigt.
Bei Tieren mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden und bei Tieren mit Inappetenz muss eine parenterale Therapie erfolgen.
Nach Beendigung der Behandlung ist die Fütterungseinrichtung in geeigneter Weise gründlich zu reinigen, um Restmengen der eingesetzten Antibiotika zu beseitigen.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Die Verträglichkeit des Präparates ist im Allgemeinen gut. In seltenen Fällen kann eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion eintreten.
WechselwirkungenDie gleichzeitige Verabreichung von Lokalanästhetika vom Procain-Typ und von Procain-Penicillin kann eine Wirkungsabschwächung zur Folge haben. Auch Hormone, z.B. Cortison können zu niedrigeren Plasmakonzentrationen führen. Phenylbutazon oder Tetrazykline bewirken durch Verringerung der Proteinbindung erhöhte Blutspiegel an Sulfonamiden.
Sonstige Hinweise
Lagerungshinweise:Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Trocken und unterhalb von 25°C lagern.
Nach Anbruch die Packung wieder gut verschliessen und vor Feuchtigkeit schützen.
Haltbarkeit nach Herstellung eines Fütterungsarzneimittels:
Anwenderhinweise:Beim Umgang mit UFA 902 Duo direkte Berührung mit Haut und Schleimhäuten vermeiden. Schutzausrüstung, bestehend aus Schutzbekleidung, Handschuhen, Atemschutz und Schutzbrille tragen. Während der Handhabung weder rauchen, essen noch trinken.
Packungen1 kg-Dose (mit Messlöffel),
5 kg-Sack, 25 kg-Sack (ohne Messlöffel)
Herstellerufamed AG, 6210 Sursee
Informationsstand: 10/2007
Dieser Text ist behördlich genehmigt.