Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/3110

Salviāti,
Antonio, ital. Mosaicist, geb. 1816 zu Vicenza, studierte anfangs Jura und war bereits Advokat, als er 1859 beim Anblick der Mosaiken in Rom und infolge der Lektüre des Buches «Les maîtres mosaïstes» von George Sand den Gedanken der Wiederbelebung der alten Mosaikkunst faßte. Er gründete daher in Murano bei Venedig eine Anstalt für Emailmosaik, die eine Menge vorzüglicher Arbeiter beschäftigte und ihren Ruf bald über ganz Europa verbreitete. Eine seiner ersten Hauptarbeiten war die Wiederherstellung der Mosaiken in der St. Marcuskirche zu Venedig, worin er die alten Mosaiken in den Abstufungen des Farbenschmelzes und des Goldemails noch übertraf, sodann die Mosaiken im Palast des Vicekönigs von Ägypten, die Mosaiken in dem neuerdings restaurierten Mausoleum in Windsor Castle nach Kartons von Clayton und Bell, die der Centralhalle des Parlamentsgebäudes nach einer Zeichnung von Poynter, die der Kuppel der St. Paulskathedrale in London und vieler andern englischen Kirchen, ebenso in Deutschland mehreres im Dom zu Aachen, in Berlin der Fries an der Fassade des Pringsheimschen Hauses nach den Entwürfen von Anton v. Werner und namentlich die Mosaiken am Unterbau der Siegessäule in Berlin: Kampf und Einigung Deutschlands nach desselben Malers Entwürfen.