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Fonds zur Unterstützung der Methodist/innen ausserhalb der USA eingerichtet
Mai 31, 2019
Aufgrund der Entscheide der ausserordentlichen Generalkonferenz Ende Februar sind die Spendeneinnahmen der United Methodist Church (weltweite EMK) in den USA drastisch zurückgegangen. Besonders die Unterstützung der kirchlichen Arbeit in Afrika und Eurasien dürfte darunter leiden. Nun wurde von konservativer Seite ein Fonds eingerichtet, durch den ein Teil des Spendenrückgangs abgefangen werden soll. Kritiker beurteilen die Argumente zur Begründung als doppelbödig.
Ende Februar hatte die ausserordentliche Generalkonferenz der weltweiten EMK mit der Annahme des «Traditional Plan» die traditionelle Einschätzung praktizierter Homosexualität als «mit der christlichen Lehre nicht vereinbar» bestätigt. Pfarrpersonen ist es untersagt, homosexuelle Partnerschaften zu segnen oder ein homosexuelles Paar zu trauen. Ausserdem dürfen Personen, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen, nicht als Pfarrpersonen Dienst tun. Für Missachtungen dieser Regelungen sind drastische Sanktionen vorgesehen.
Spenden eingebrochen
In vielen Ländern in Europa und in den USA hatte dieser Entscheid heftige Proteste und Diskussionen ausgelöst. Methodistische Kirchgemeinden und Methodist/innen in den USA geben ihrem Protest unter anderem finanziell Ausdruck: Das Spendenaufkommen zeigt eine alarmierende Entwicklung. Setzt sich der Trend fort, werden für den Fonds, der weltweite Behörden und Kommissionen unterstützt, nur 74,4% des benötigten Geldes zusammenkommen.
Spendenanreize schaffen
Mitte Mai kündigte nun die Wesleyan Covenant Association (WCA), die den «Traditional Plan» unterstützt, an, dass sie einen «WCA Central Conference Ministry Fund» («Fonds für den Dienst der Zentralkonferenzen») einrichtet. Mit den 100’000 US-Dollar dieses Matching Fonds soll ein Anreiz für Spender/innen geschaffen werden, mit einem Beitrag die methodistische Arbeit ausserhalb der USA zu unterstützen: Pro zwei gespendeter US-Dollar wird aus dem Fonds zusätzlich ein US-Dollar ausbezahlt – für die ersten 200’000 US-Dollar, die gespendet werden.
Die Arbeit nicht behindern
Dass Gelder zurückgehalten und die Zusammenarbeit mit methodistischen Kirchen in Gebieten ausserhalb der USA durch einige methodistische Einrichtungen in den USA aufgekündigt würden, sei «ein weiteres Indiz für die tiefe Spaltung innerhalb der weltweiten EMK und für das Bestreben, die Dienste der Methodist/innen in Gebieten ausserhalb der Vereinigten Staaten zu behindern und zu schädigen, weil sie in Bezug auf die Beschlüsse der Generalkonferenz anderer Meinung sind», heisst es in der Mitteilung der WCA. Der jetzt eingerichtete Fonds ermögliche es Spender/innen dazu beizutragen, dass die Arbeit der methodistischen Kirchen ausserhalb der Vereinigten Staaten durch den Konflikt nicht beeinträchtigt werde.
Ehrenhafte Bemühungen?
Eine kritische Auseinandersetzung mit der Einrichtung des Fonds und den angeführten Begründungen erfolgt zum Beispiel auf der englischsprachigen Webseite hackingchristianity.net. Den Verantwortlichen der WCA wird dort vorgehalten, dass sie selbst jahrelang Spendengelder, die für Projekte und Aufgaben der UMC bestimmt gewesen seien, in die eigene Arbeit umgeleitet hätten. Sie hätten also eben das getan, was sie jetzt anderen vorwerfen. Und auch Kirchgemeinden, die zur WCA gehören, hätten teils mehrere Jahre Spendengelder nicht an die UMC weitergeleitet, sondern zurückgehalten, also erneut eben das getan, was sie jetzt anderen vorwerfen.
Hinzu kommen weitere Kritikpunkte: Obwohl die WCA im Beitrag andere Methodist/innen kritisiert, weil sie die Umlagen nicht bezahlen, rufen die Verantwortlichen ihrerseits eben auch nicht dazu auf, dies zu tun. Ebenso schwammig wie vieldeutig heisst es in der Meldung nur: «Wir haben unsere Mitglieder aufgefordert, weise und kritisch zu sein, wenn es um das Geben ihres Zehnten und ihrer Spenden geht, im Bewusstsein, dass wir alle viele Optionen haben, um das Werk des Herrn zu unterstützen.» Zudem sind angesichts der Geldbeträge, die zur Debatte stehen, die von der WCA ausgelobten Beträge verschwindend gering. Ein grosser Teil der bisher ausbezahlten Beiträge wird auch weiterhin durch die UMC geleistet werden können.