Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03326.jsonl.gz/49

Die Familien Kessler und Kohnstamm gehören zur niederländischen Elite.
Der niederländische Unternehmer August Kessler (1853-1900) war in den 1890er Jahren massgeblich am Aufbau von Royal Dutch beteiligt. Das Erdölunternehmen wurde von der niederländischen Königsfamilie mitfinanziert. 1907 fusionierte Royal Dutch mit dem britischen Erdölunternehmen Shell. Dadurch entstand Royal Dutch Shell, der in den letzten 100 Jahren einer der grössten Ölkonzerne der Welt war und inzwischen auch einer der weltweit grössten Produzenten von Erdgas ist. Shell war 2019 nach Umsatz das drittgrösste Unternehmen der Welt.
Die Brüder Guus (1888-1972) und Dolf Kessler (1884-1945) waren Söhne von August Kessler. Sie arbeiteten für Shell. Dadurch werden sie die geadelten Familien Samuel und Loudon gekannt haben, die ebenfalls zur Führungsclique von Shell gehörten. Die Brüder kannten den Niederländer Henri Deterding, der Shell 36 Jahre lang führte. Als Hauptaktionär von Shell war Deterding einer der reichsten Männer der Welt. Nach dem Autor Glyn Roberts unterstütze Deterding bereits 1921 Adolf Hitler mit Millionenbeträgen. Auch den Nazi Alfred Rosenberger soll er unterstützt und persönlich getroffen haben. Deterding soll Faschisten und Aufständische in der Sowjetunion und in Spanien finanziert haben. (Quelle) Diese Behauptungen sind nicht bewiesen, aber auch nicht widerlegt. Aber sicher ist, dass Deterding Kontakte zur Nazielite hatte. 1936 erwarb er ein Schloss in Deutschland. Zu seinen Nachbarn gehörte der geadelte Emil Georg von Stauß, der auch sein persönlicher Freund war. Emil war Generaldirektor der Deutschen Bank und Mitglied in über 30 Aufsichtsräten deutscher Unternehmen. Er hatte enge Beziehungen zur NSDAP und zur deutschen Wirtschaftselite, darunter auch zu Siemens und Hjalmar Schacht. Er trat in den 1920er Jahren der Gesellschaft der Freunde bei, die aus der damaligen deutsch-jüdischen Wirtschafts- und Finanzelite bestand. (Quelle) Die “Deutsche Shell AG“, eine deutsche Tochterfirma des Shell-Konzerns, beschäftigte während des 2. Weltkrieges etwa 2000 Zwangsarbeiter (Quelle).
Guus Kessler war Direktor von Shell und war noch bis in die 1960er Jahren mit dem Unternehmen verbunden. Sein Bruder Dolf Kessler war 1918 Mitgründer der Koninklijke Hoogovens, ein führendes niederländisches Stahlunternehmen. Dolf blieb sein Leben lang Direktor des Unternehmens. 1999 fusionierte Koninklijke Hoogovens mit dem britischen Stahlkonzern British Steel. Durch die Fusion entstand Corus. Das Unternehmen gehört inzwischen zum Stahlkonzern der indischen Tata Familie.
Hermann Joseph Anton Kessler (1889-1960) war ein Cousin der Kessler Brüder. Während des 2. Weltkrieges schloss er sich den niederländischen Nationalsozialisten an, die mit Nazideutschland zusammenarbeiteten, als die Niederlande von Deutschland besetzt wurden. Kessler war ein persönlicher Assistent von Anton Mussert (Quelle). Mussert war der führende niederländische Nationalsozialist vor und während des 2. Weltkrieges.
Die Schwester der Kessler Brüder heiratete Philip Kohnstamm (1875-1951). Er war ein niederländischer Jude, der zur Niederländisch-Reformierten Kirche konvertierte. Er war Physiker und ein Kollege des berühmten Albert Einsteins. Sein Onkel war der niederländisch-jüdische Bankier Abraham Carel Wertheim. Abraham war auch Politiker und Freimaurer. Er war in Aufsichtsräten grosser niederländischer Banken und Unternehmen. Er gehörte zur Führung der “Nederlandsche Credit en Deposito Bank“, eine niederländische Bank. Dadurch kannte er höchstwahrscheinlich die jüdischen Bankiersfamilien Bischoffsheim, Bamberger und Goldschmidt. Er war Mitgründer der Amsterdamsche Bank, ein Vorläufer der heutigen niederländischen Grossbank ABN AMRO. Er war in der Führung der niederländischen Zentralbank. Zu seinem europaweiten Netzwerk gehörte auch die Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) in Deutschland, die von der jüdischen Bankiersfamilie Oppenheim mitgegründet wurde. (Quelle)
Philips Sohn Max Kohnstamm (1914-2010) war viele Jahre mit dem niederländischen Königshaus verbunden. Er war Sekretär der niederländischen Königin Wilhelmina und Patenonkel von Prinz Constantijn. Max Kohnstamm gilt als einer der Gründerväter der EU. Er gründete zudem gemeinsam mit Bernhard zur Lippe-Biesterfeld das berühmte Bilderbergtreffen. (Quelle) Bernhard kam aus dem deutschen Hochadel und hatte die niederländische Königin Juliana geheiratet. Max Kohnstamm war im Lenkungsausschuss der Bilderbergtreffen (Quelle).
Max Kohnstamm war Gründer des “European Policy Centre“, wo er sein Leben lang Präsident war (Quelle). Die Denkfabrik konzentriert sich auf die EU-Politik. Max Kohnstamm war Mitgründer der Trilateralen Kommission und Präsident von deren europäischen Abteilung (Quelle: 1 und 2). Die Trilaterale Kommission ist eine international einflussreiche Denkfabrik, die vom US-amerikanischen Milliardär David Rockefeller gegründet und geführt wurde. Max Kohnstamm wird daher Rockefeller vermutlich gekannt haben. Max Kohnstamm war Mitglied des Club of Rome (Quelle). Im deutschen Wikipedia steht, dass er 1968 Mitgründer des Clubs war, wofür ich aber keine Quellen fand. Der Club of Rome ist eine internationale Denkfabrik, die sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzt. Der Club setzt sich für Bevölkerungskontrolle ein und sieht die Überbevölkerung als eine grosse Bedrohung für die Menschheit und die Umwelt an (Quelle: 1, 2, 3). Die ehemalige niederländische Königin Beatrix ist Ehrenmitglied des Club of Rome (Quelle).
Max Sohn Jacob Kohnstamm (*1949) war Vorsitzender der niederländischen Partei D66. Er war Vorsitzender der niederländischen Datenschutzbehörde sowie Vorsitzender der Datenschutzbehörde der Kanalinsel Jersey. Er war auch Vorsitzender der Artikel-29-Datenschutzgruppe. Das Beratungsgremium beriet die Europäische Kommission in Fragen des Datenschutzes.
Der US-amerikanische Journalist Glenn Kessler (*1959) ist ein Enkel von Dolf Kessler. Seine Eltern emigrierten von den Niederlanden in die USA. Er arbeitet seit 2011 als Fakten-Checker bei der Washington Post, eine der wichtigsten Zeitungen der Welt. Kessler gilt als einer der Pioniere der politischen Faktenprüfung. Er ist derzeit Mitglied des Council on Foreign Relations, eine der mächtigsten Denkfabriken der Welt. (Quelle: 1 und 2)
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.