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Aufgrund des Klimawandels sind seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1864 die Jahresmitteltemperaturen in der Schweiz um etwa zwei Grad gestiegen. Wärmere Luft kann grössere Wassermengen aufnehmen, transportieren und freisetzen. Daher gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon aus, dass sowohl die mittleren Niederschlagsmengen als auch Starkregenereignisse zunehmen. Erfahren Sie im Folgenden, welche Klimaänderungen und -folgen sich auf unsere Gewässer auswirken.
Unsere Bäche und Flüsse müssen zukünftig während der Sommermonate mit immer weniger Wasser auskommen. Das BAFU geht davon aus, dass bis zum Ende des Jahrhunderts die Sommerniederschläge in der Schweiz um über 20 Prozent abnehmen. Ausserdem kommt es zu häufigeren und länger anhaltenden Trockenperioden.
Zwar nehmen die Niederschläge im Winter tendenziell zu, sie fallen jedoch vermehrt als Regen statt als Schnee. In Höhenlagen unter 3’500 Meter wird die maximale Schneeakkumulation bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa die Hälfte abnehmen. Der Zeitraum mit Schneebedeckung wird sich um circa einen Monat verkürzen. Dadurch wird im Winter weniger Wasser in den Alpen gespeichert und der Abfluss verschiebt sich vom Sommer in den Winter. Hochwasserereignisse im Winter und Frühjahr sowie Phasen mit Niedrigwasser im Sommer werden wahrscheinlicher.
Glaziologen gehen davon aus, dass wir aufgrund des Klimawandels bis zum Ende des Jahrhunderts etwa 66 bis 95 Prozent des heutigen Gletschervolumens verlieren. In vielen Regionen tragen Gletscher heute wesentlich zum Abfluss der Flüsse bei. Im Wallis liegt der Anteil in den Sommermonaten bei rund 40 Prozent. Irgendwann werden die Gletscher jedoch so klein sein, dass sie weniger Wasser abgeben. Diesen Wendepunkt bezeichnen Glaziologen als «Peak Water». Ist er überschritten, nehmen die Abflüsse ab und zwar ebenfalls dann, wenn der Wasserbedarf am grössten ist – im Sommer.