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Sobald die Temperaturen steigen, flitzen sie wieder. Die Eidechsen wärmen sich an der Sonne und erinnern an Dinosaurier en miniature, mit denen sie weit entfernt verwandt sein sollen. Als Hausgenossen sind sie aber weniger geeignet.
Eidechsen mögen es warm und trocken, sonnenbaden tagsüber auf warmen Mauern. Auf der Steintreppe vor meiner Wohnung halten sie sich besonders gerne auf. Wenn ich dort sitze und ein Buch lese, sausen sie an mir vorüber.
Die Mauereidechse ist ca. 20 Zentimeter gross. Sie lebt in der Nähe der Menschen, auch in Städten und weitläufigen Bahnhofsarealen. Nicht selten kommt sie als blinder Zugpassagier aus Italien mit ins Land, so dass ihre Bestände in der Nordost- und Zentralschweiz vergleichsweise stark anwachsen.
Meine Mauereidechsen und ich lebten friedlich zusammen. Doch seit die Nachbarskatzen weg sind, werden es immer mehr. Solange sie sich auf der Gartentreppe aufhalten, erfreuen sie mich. Doch der Nachwuchs wird immer vorwitziger. Die Jungen schlüpfen durch die kleinsten Öffnungen im Metallrahmen der Fenster und schon sind sie im Wohnraum. Wenn ich schnell genug bin, kann ich ein Glas über sie stülpen, ein Karton darüber, und sie wieder raus spedieren. Aber manchmal entdecke ich sie auch erst viel später irgendwo ausgetrocknet in der Wohnung.
Die Westliche Smaragdeidechse lebt In warmen Gebieten wie im Tessin, in den Bündner Südtälern und im Wallis. Sie ist mit maximal 36 Zentimetern die grösste Echsenart in der Schweiz und fällt mit ihrem smaragdfarbenen Kopf und einem grasgrünen Körper auf.
Echte Eidechsen (Lacertidae) gehören zu den Reptilien und kommen in Europa, Afrika und Asien vor, anscheinend nicht in Amerika und Australien. In der Schweiz leben vier kleinere Arten: die Wald-, Zaun- und Mauereidechse sowie die Smaragdeidechse. Alle sind streng geschützt. Im Gegensatz zu den Schlangen haben sie vier Beine und Füsse mit je fünf Zehen, mit denen sie auch senkrecht die Wand hochlaufen können.
Eidechsen sind wechselwarm und können ihren Körper nicht selber aufheizen. Sie passen ihre Temperatur der Umgebung an, am liebsten auf warmen Steinen. Die Wärme ist für sie überlebenswichtig, denn unterkühlt bewegen sie sich langsamer und werden leicht zur Beute. Schwitzen können sie nicht, höchstens hecheln. Für den Winterschlaf suchen sie einen frostsicheren Unterschlupf, graben sich ein oder verkriechen sich in tiefen Gesteinsspalten.
Unsere heimischen Eidechsen ernähren sich hauptsächlich von kleinen Tieren. Sie haben gute Augen und schnappen sich gerne Insekten und deren Larven, aber auch Schnecken und Würmer, aber kein Aas. Ihre kleinen Zähne dienen nicht zum Kauen, sondern zum Festhalten der Beute, die im Ganzen geschluckt wird. Regen- und Tautropfen dienen ihnen als Flüssigkeit.
Waldeidechse, Foto: Marek Szczepanek. Die Waldeidechse wird auch Moor- oder Bergeidechse genannt und kommt in ganz unterschiedlichen Landschaften vor, in den Bergen bis auf 3000 Metern Höhe. Sie ist mit lediglich 15 Zentimetern die kleinste Art und dezent braun gefärbt. Als Einzige bringt sie lebende Junge zur Welt.
Eidechsen sind eine begehrte Futterquelle für andere Tiere. Deshalb müssen sie, um zu überleben, sehr schnell reagieren. Bei grosser Gefahr werfen sie den Schwanz ab, der wieder nachwächst. Sie sind auch Meister der Tarnung. Männliche Zauneidechsen sind grün, die Weibchen graubraun, mit vielen Abwandlungen in Muster und Farbe, was ihre Bestimmung nicht einfach macht. Die Weibchen sind für die erfolgreiche Vermehrung oft besser getarnt.
Im Frühjahr, bevor es zur Paarung kommt, verteidigen die Männchen ihr Revier mit Kämpfen nach festen Spielregeln, in sogenannte Turnierkämpfen. Bei der Paarung selbst gibt es dann ein richtiges Hochzeitsritual. Zehn Tage nach der Begattung gräbt die Eidechse kleine Löcher in die Erde und legt sechs bis zwölf Eier hinein, meist immer am selben Ort. Zwei Monate später schlüpfen die Jungen und gehen sofort auf die Jagd. Während sie wachsen, häuten sie sich. Am Beginn ihres Lebens bleiben die Geschwister zusammen. Die Eidechsen können bis zehn Jahre alt werden.
Zauneidechse, Foto: Friedrich Böhringer. Zauneidechsen sind etwa 20 Zentimeter gross und leben gerne in Steinhaufen, auch im ungemähten Gras, wo sie sich gut verstecken können. Durch den schwindenden Lebensraum werden sie seltener und stehen auf der Liste der bedrohten Reptilien.
Wie lassen sich nun diese flinken Echsen aus dem Haus vertreiben, ohne ihnen zu schaden? In manchen Fensterrahmen gibt es kleine Öffnungen, durch die die Jungtiere leicht durchschlüpfen können. Diese lassen sich einfach mit Klebeband abdichten. Da Eidechsen starke Gerüche nicht mögen, wird im Internet empfohlen, Knoblauch, Zwiebeln oder Pfefferkörner auszulegen.
Nützlich sind Eidechsenhügel, die im Garten angelegt werden können. Barbara Rath erklärt in ihrem Kinderbuch «Die Eidechse», aus dem ich viel über Eidechsen gelernt habe, wie diese gebaut werden können: Auf einer Fläche von mindesten einem Quadratmeter werden fünf Zentimeter Erde abgetragen und mit Kies aufgefüllt. Darauf lassen sich grosse Steine schichten und miteinander fest verkanten, damit stabile Hohlräume entstehen. Wenn zusätzlich in einigen Spalten etwas Sand und Kies gefüllt und der Hügel mit Kräutern und Steingewächsen bepflanzt werden, lockt dies die Insekten an und so auch die Eidechsen.
Barbara Roth: Die Eidechse, Verlag Hase und Igel, München, 2021. ISBN 978-3-86316-369-3
Titelbild: Mauereidechse, Foto: Manfred Heyde. Alle Bilder: Wikimedia Commons
Eine Eidechse ist schön, zwei auch …. aber hunderte Winzlinge und frisch geschlüpfte, die sich in meinem Tessiner Ferienhaus ansammelten, gefangen in der Duschwanne? Ein ekelerregender Alptraum. Zwar entwickelte ich eine Methode sie zu fangen und draussen in genügendem Abstand zum Haus wieder frei zu lassen. Aber wo waren die Schlupflöcher? Irgendwann realisierte ich, dass sie durch kleinste Mauerritzen in der Sockelzone ins Haus gelangten. Hier in der Mauer war die Eiablage. Die frisch geschloffenen Winzlinge suchten dann den Ausgang ins Innere, Feuchte, nämlich in der Dusche. Es gab keine andere Methode mich von der Plage zu befreien, als den Sockel abzudichten und neu zu verputzen. Seitdem habe ich Ruhe und kann mich wieder an einzelnen Eidechsen freuen.