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Beaujolais
Beaujolais: Die Leichtigkeit des Seins
Obwohl er einen Alkoholgehalt von immerhin12,5 bis 13,5 Volumenprozent aufweist, gilt der Beaujolais, der ein reinsoriger Gamay ist, als der Leichtwein schlechthin. Mit seiner fruchtigen Beschwingtheit ist es ein geselliger Wein, der vorzüglich zur einfachen, bzw. klassischen Küche harmoniert. Während im südlichen «Bas»-Beaujolais einfache, sehr trinkige Weine produziert werden, zeigen die Crus aus dem nördlichen «Haut»-Beaujolais, die auf verwittertem Granit reifen, bedeutend mehr individuellen Ausdruck.
Weingesetzlich gehört das Beaujolais zum Burgund, doch weil es über ein ganz anderes Terroir und mit dem Gamay über eine ganz klar dominierende Leitsorte verfügt, wird es als völlig eigenständiges Weingebiet wahrgenommen. Ein guter Beaujolais besticht mit seiner Aromatik aus Himbeeren und Pfingstrosen, unterlegt von blumigen und würzigen Noten, während er sich im Gaumen weich und gleichzeitig animierend zeigt. Das Ursprungsgebiet, das rund 23‘000 Hektar umfasst, liegt westlich des Flusses Saône und zieht sich von Mâcon rund 50 Kilometer in Richtung Süden, fast bis zur Stadtgrenze von Lyon. Das Beaujolais gilt als Inbegriff einer idyllisch-wohlproportionierten Landschaft, in der sich lebendige Dörfer und Rebberge in ein beschauliches Hügelland schmiegen.
Prestigeträchtige Crus
Im südlichen, ausgesprochen hügeligen Teil des Beaujolais wurzeln die Reben in kalkhaltigem Lehm mit einem teilweise hohen Anteil von oxidiertem Eisen. Der hier abgefüllten Beaujolais AOC oder Beaujolais AOC Supérieur (mit einem um 0,5 Prozent höheren Alkohlgehalt) sind bekömmliche, trinkige Alltagsweine. Im nördlichen Teil, wo das Terroir aus Granit und teilweise auch Schiefer besteht, meist mit einer sandigen Auflage, wachsen die gehaltvolleren Beaujolais Villages, sowie die prestigeträchtigsten Weine der Region, die aus den neun verschiedenen Crus stammen, die nach den jeweiligen Dörfern bekannt sind, wie Moulin à Vent (680 ha), Fleurie (880 ha) und Brouilly (1‘315 ha). Die Weine aus diesen Crus zeigen sich kräftiger, vor allem aber auch komplexer und lagerfähiger. Vor allem die Weine aus Moulin à Vent können durchaus zehn Jahre reifen.
Besondere Vinifikation
Die Gamay-Stöcke haben im Beaujolais eine Lebensdauer von 60 Jahren und mehr. In alten Anlagen wachsen die Stöcke in Buschform an einem Stickel. Das Klima wird je nach Wetterlage sowohl von kontinentalen, mediterranen und atlantischen Einflüssen geprägt, wegen der komplexen Topographie verfügt jede Lage über ihr eigenes Mikroklima. Die durchschnittlichen Niederschläge sind mit rund 750 Millimeter pro Qudratmeter und Jahr ideal.
Beaujolais-Weine werden traditionell nach dem Verfahren der Kohlensäuremaischung (Macération Carbonique) bereitet. Die Trauben kommen als ganzes ungequetscht in den Gärbehälter, wo die Gärung im Innern der Trauben einsetzt. Das Resultat sind fruchtbetonte Weine mit moderatem Gerbstoff und angepasster Säure. Heute setzen aber auch immer mehr Winzer auf klassische Maischengärung nach burgundischem Vorbild.