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Chemsex
Chemsex ist eine spezifische Form des sexualisierten Substanzkonsums, welche unter Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, praktiziert wird. Die Substanzen, die beim Chemsex konsumiert werden – die «Chems» – sind Methamphetamin, Mephedron, Ketamin und GHB/GBL, bisweilen auch Kokain und Poppers. Es sind jedoch nicht diese Substanzen, die Chemsex definieren, da Chems auch von anderen Populationen in sexuellen Kontexten gebraucht werden können, ohne dass die Bezeichnung «Chemsex» in diesen Kontexten zutreffend ist. Hierbei spricht man von sexualisiertem Substanzkonsum. Der Begriff «Chemsex» dagegen wurde von David Stuart geprägt, um ein Phänomen der zeitgenössischen schwulen Kultur zu bezeichnen, das sich von anderen Drogenkulturen unterscheidet.
Während sexualisierter Substanzkonsum in vielen Kontexten zwischen Menschen aller Geschlechter unabhängig von der sexuellen Orientierung stattfindet und die Wahl psychoaktiver Substanzen spontan oder gezielt mit sexuellen Motiven verbunden ist, geht es beim Chemsex darum, schwulen Sex zu geniessen, Gefühle zu intensivieren, Hemmungen abzubauen und die Ausdauer zu steigern. Es gibt verschieden Faktoren, die das Vergnügen an schwulem Sex hemmen können, wie etwa verinnerlichte Homophobie oder gesellschaftliche, kulturelle oder religiöse Haltungen gegenüber der Homosexualität und dem damit einhergehenden Stigma.
Beim Chemsex besteht jedoch auch eine grosse Gefahr, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Und aufgrund der Konsumpraktiken (Slamming: intravenöser Konsum, booty bumping: Verabreichung anhand einer Spritze ohne Nadel über das Rektum) besteht eine erhöhte Gefahr für die Übertragung von Infektionskrankheiten (v. a. HIV und Hepatitis C) und sexuell übertragbarer Krankheiten.
[erstellt am 27.05.2022]
Quellen
David Stuart. Webseite. What is chemsex? https://davidstuart.org/what-is-chemsex, Zugriff 27.05.2022.
Zitiervorschlag
Infodrog (JJJJ). Chemsex. Präventionslexikon: https://www.infodrog.ch/de/wissen/praeventionslexikon/chemsex.html, Zugriff 04.12.2022.