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Ladies und Gentleman, dürfen wir ihnen jemanden vorstellen? Joe Satriani. Auf seinem neuen Album "What Happens Next" präsentiert sich der legendäre Gitarrist in einer völlig neuen Rolle: als er selbst.
Wie seine Fans wissen, hatte Satriani das Ende seines Alter Egos bereits auf seinem 2015er-Album "Shockwave Supernova" angekündigt, nachdem die Figur ihm einen Kampf um seine Seele angedroht hatte. Als Satriani nach der Veröffentlichung des Albums zu seiner Tour aufbrach, erkannte er, dass ihm Shockwave Supernova, die jüngste in einer langen Reihe von Alien-Charakteren, allmählich die Luft zum Atmen nahm. Dieser Prozess wurde auch in einer neuen Dokumentation festgehalten, die unter der Regie von Satrianis Sohn ZZ entstand und im Rahmen des "Mill Valley Film Festivals" seine Premiere feiern wird. "Als ich auf dem letzten Teil der Tour war, kamen mir Gedanken wie 'Wow, vielleicht ist das das wirkliche Leben'. Ich hatte das Gefühl, ich sollte diese Figur fallen lassen und nach einer Möglichkeit suchen, etwas ganz anderes zu machen."
Es folgte ein Prozess, den man durchaus als Metamorphose bezeichnen kann. "Es war eine innerliche, künstlerische Wiedergeburt", erinnert sich Satriani. "Kein Science Ficiton mehr, keine Zeitreisen, keine Songs über ferne Planeten oder Aliens." Anstatt dessen blickte Satriani nach Innen und schrieb Song, die wie er sagt "vom menschlichen Wesen handeln, das mit beiden Beinen auf der Erde steht, dessen Herz pumpt, voller Emotionen, Träume und Hoffnungen. Das schien mir die Richtung zu sein, nach der ich mich sehnte."
Als Satriani alles "stehen und liegen ließ, um etwas Brandneues anzufangen", scharte er weitere konspirative Mitstreiter um sich, die seine Vision teilten. Er wandte sich an Red Hot Chili Peppers-Drummer Chad Smith (sein Bandkollege bei Chickenfoot), an seinen langjährigen Freund, den Deep Purple Bassisten Glenn Hughes und an Produzent Mike Fraser. In einer Triobesetzung anstatt kompletter Bandstärke agierend, hoffte er, die Energie replizieren zu können, die er im Rahmen der Arbeiten am ersten Chickenfoot-Album erlebt hatte.
Das großartige Resultat ist "What Happens Next", das eingängigste und geradlinigste Rockalbum, das Satriani je gemacht hat. Gleich der Opener "Energy" lässt die Pulsfrequenz nach oben schnellen, es folgt der Stomper "Catbot", der majestätische Kracher "Thunder High On The Mountain", die spirituell anmutige "Righteous" und das sinnliche "Smooth Soul".
In seiner dreißigjährigen Karriere wurden Satrianis Veröffentlichungen mit sechs Gold- und Platin-Awards ausgezeichnet, er verkaufte mehr als zehn Millionen Alben und erhielt fünfzehn Grammy-Nominierungen. Und er ist noch lang nicht fertig. Mit "What Happens Next" lädt er seine Fans dazu ein, ihn auch im nächsten Kapitel seiner Karriere zu begleiten: "Dieses Album ist eine Einladung, uns einander näher zu kommen."