Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03282.jsonl.gz/1679

Filme aus dem Iran werden mit guten Gründen weltweit gefeiert, so auch der Berlinale-Gewinner 2020, THERE IS NO EVIL. Irans Filmschaffen brilliert mit Autoren wie Asghar Farhadi, Jafar Panahi, Mani Haghighi, Mohammad Rasoulof, Massoud Bakhshi, Parviz Shahbazi oder Shahram Mokri. Das iranische Kino präsentiert sich vielfältiger und lebendiger denn je, ist inhaltlich kühn und formal innovativ wie an wenigen Orten der Welt. Einzelne Filme sind eine Wucht. Von den jüngeren Arbeiten ist MALARIA eine der intensivsten Betrachtungen des jugendlichen Bedürfnisses nach Befreiung vom religiösen Fundamentalismus, der das Denkschema vorgeben möchte. Der Film spielt mit den Handy-Aufnahmen einer Frau, die einmal von einer Journalistin gefragt wird, was sie als junger Mensch zur Verbesserung der Aufrichtigkeit in der Gesellschaft vorschlagen würde, und angewiesen wird zu sagen: «Als junger Mensch hat jeder von uns eine Rolle zu spielen in der Gesellschaft. Wenn ich etwas Gutes mache, steigt das Mass an Aufrichtigkeit.» Die junge Frau weigert sich und meint: «Wenn Sie Ihre Frage aufrichtig stellen würden, könnte ich Ihnen sagen, was ich denke.» Klar, die Religionsführer mögen das Kino nicht, darin geht es ja ums freie Leben, aber sie können ihm aber wenig anhaben, weil es im Land viel zu beliebt ist und die besten Filmemacher viel zu stark sind im Erzählen. Man schaue sich um in der Auswahl mit sehenswerten Filmen des unabhängigen iranischen Filmschaffens.