Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03371.jsonl.gz/1652

Die «Zersiedelungsinitiative», welche am 10. Februar an die Urne zur Abstimmung kommt, verlangt, dass die weitere Ausdehnung der Bauzonen gestoppt wird. Dazu soll deren Gesamtfläche auf unbefristete Zeit eingefroren werden. Die Initiative verlangt einen undifferenzierten Einzonungsstopp. Das hat zur Folge, dass Kantone und Gemeinden, die haushälterisch mit dem Boden umgegangen sind und bedarfsgerechte Bauzonen ausgeschieden haben, in ihren Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt werden. Demgegenüber könnten Gebiete mit überdimensionierten Bauzonen vom Einzonungsstopp profitieren. Die Initiative würde somit jenen Kantonen schaden, welche die Ziele der Initianten bereits umsetzen. So hat z.B. unser Kanton im letzten Jahr den Kantonalen Richtplan dahingehend angepasst, dass die Siedlungsbegrenzungslinien neu festgelegt wurden.
Ein unbefristetes Einzonungsverbot würde ausgeprägte Grundstücks- und Mietpreissteigerungen zur Folge haben, was zu einer Auswanderung von Privaten und Unternehmen in Kantone mit grossen Baulandreserven führen würde. Der Pendlerverkehr könnte also zunehmen und Neuansiedlungen von Unternehmen würden durch die Initiative allgemein erschwert. Die Initiative schiesst eindeutig über das Ziel hinaus und muss abgelehnt werden.
Felix Keller, Landrat CVP