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Wann durften Frauen erstmals an den Olympischen Spielen teilnehmen?
Bei der ersten Neuauflage der Olympischen Spiele 1896 waren Frauen – wie bei den antiken Spielen – noch nicht zugelassen. Der Gründungsvater der Spiele, Pierre Coubertin, fand, die Teilnahme von Frauen sei «unpraktisch, uninteressant, unästhetisch und unrichtig ». Vier Jahre später, 1900 in Paris, hatten sich die Frauen die Teilnahme erstritten. 22 Athletinnen durften dabei sein. Eine von ihnen, die Schweizerin Gräfin Hélène de Pourtalès, holte gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Neffen im Segeln eine Goldmedaille. Die britische Tennisspielerin Charlotte Cooper konnte ebenfalls Gold mit nach Hause nehmen. Mehr als hundert Jahre später, nämlich 2012 in London, schickten erstmals alle teilnehmenden Nationen auch Frauen zu den Spielen. Die Premiere mit kleinen weiblichen Delegationen von ein bis drei Athletinnen feierten Saudi-Arabien, Katar und Brunei.
Warum arbeiten so wenige Frauen im Sportjournalismus?
Von Steffi Buchli mal abgesehen: Wie viele Namen von Sportjournalistinnen fallen Ihnen ein?
«Der Eindruck täuscht nicht. In der Tat arbeiten wenige Frauen im Sportjournalismus, die meisten davon sind zudem in Randsportarten tätig», sagt Barbara Colpi. Die Westschweiz-Korrespondentin von Radio SRF war bis 1. März in der Sportredaktion desselben Senders. Einer der Gründe für den Frauenmangel sei wohl in der klassischen Laufbahn vieler Medienschaffender begründet: Sie steigen auf Lokalredaktionen ein, wo eine Spezialisierung auf bestimmte Sportarten wie Reiten oder Kunstturnen nicht möglich ist, sondern auch Fussball und Eishockey zum Tagesgeschäft gehören. «Frauen, die sich mit diesen Sportarten gut auskennen, sind dünn gesät. Und im Sport braucht es ein grosses Vorwissen. Sie können nicht einfach mit 25 Jahren beschliessen: ‹Ich mache jetzt Sportjournalismus›, wenn Sie sich zuvor nie für Sport interessiert haben», sagt Colpi. Die Radiofrau ist überzeugt, dass sich die Sportberichterstattung verändern würde, wenn mehr Frauen in den Redaktionen sässen. «Ich habe jeweils darauf geachtet, Frauenthemen einzubringen, zum Beispiel einen Bericht über eine iranische Snowboarderin», erklärt die ehemalige Eishockeyspielerin. «Natürlich kann man nicht generalisieren, aber ich habe auch unterschiedliche Herangehensweisen festgestellt. Die Sportjournalistinnen sind weniger technik- und resultatorientiert als die männlichen Kollegen.» Colpi betont, dass sie in den männlich dominierten Redaktionen immer ernst genommen wurde – «auch wenn auf Pressereisen mit 50 Männern und keiner anderen Frau manchmal ein spezielles Klima herrschte». Die Vorgesetzen in den Redaktionen würden sich auch um mehr Frauen bemühen. Aber herbeizaubern lassen sie sich nicht.
Wie viel verdienen Kickerinnen?
Das US-Team gewann die Frauen-Fussball-WM 2015 in Kanada. Es erhielt als Preisgeld 2 Millionen US-Dollar. Die Gesamtsumme der Preisgelder bei dieser WM belief sich auf 15 Millionen Dollar. Die deutsche Männer-Mannschaft, die bei der WM 2014 in Brasilien den Pokal holte, durfte 35 Millionen Dollar einstreichen. Insgesamt schüttete die FIFA bei der Herren-WM 358 Millionen Dollar Prämien an die Endrundenteilnehmer aus.
Aber es gibt Hoffnung: FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach sich Mitte April in einem Interview mit dem US-Sender Fox Sports für höhere Preisgelder bei der Frauen-WM aus.
Wie ist es, Fussballerinnen in Katar und Bahrain zu trainieren?
Sechs Monate in Bahrain, eineinhalb Jahre in Katar, drei Monate in Usbekistan: Monika Staab ist in der Welt herumgekommen. Die ehemalige deutsche Profikickerin arbeitet seit 1992 als Trainerin, zuerst in Europa, seit 2007 auch im Nahen Osten. «Als ich Anfang 2007 in Bahrain landete, war das sehr exotisch für mich», sagt die gebürtige Offenbacherin. «Bevor ich abreiste, fragten mich viele Leute in Deutschland: ‹Was, dort dürfen Frauen Fussball spielen?› ». Sie dürfen, wenn auch mit Kopftuch. Die Spielerinnen der Nationalmannschaft, die Staab trainierte, kamen aus eher liberalen Familien, manche davon hatten auch schon eine Weile im Ausland gelebt. Die Trainerin musste aber auch gegen Vorurteile kämpfen: «Die Eltern haben Angst, dass die Mädchen später keinen Mann finden und keine Kinder bekommen können. Einer sagte mir: ‹Frauen sind wie ein Kristall, sie zerbrechen leicht.› Dann sage ich: ‹Ich habe ja auch Fussball gespielt und bin nicht zerbrochen›.» Die 57-Jährige betont, dass es früher in Deutschland auch nicht anders geklungen habe. «Frauenfussball war ja lange verboten. Und ich musste als Elfjährige noch mit erwachsenen Frauen spielen, weil es keine Mädchenteams gab und ich unbedingt dem Ball hinterherjagen wollte.» Staab erinnert sich an die Kommentare, die in ihrer Heimat fielen, als der Frauenfussball sich endlich etablierte. Da habe schon mancher Mann Sprüche wie diese von sich gegeben: «Gehen wir zusammen duschen?» oder «Ich möchte gerne sehen, wie ihr Trikots tauscht!»
In Bahrain hatte der Frauenfussball Unterstützung von höchster Ebene: Der Manager des Nationalteams war Teil der Königsfamilie. Wie wenig sich die Funktionäre aber von einer Frau sagen liessen, daran musste sich Staab zuerst gewöhnen. Dennoch hat sie den Golfstaat offener erlebt als das Nachbarland Katar, wo sie 2013 bis 2014 die Frauennationalmannschaft trainierte. Doch auch dort seien ihr viele Frauen begegnet, die im Berufsleben stehen und Karriere machen. Staab ist der Überzeugung, dass der Sport die Frauen stärken könne und ihnen mehr Selbstvertrauen gebe.
Zwischen den Einsätzen in Bahrain und Katar arbeitete Staab bei der FIFA und suchte in deren Auftrag alle arabischen Länder auf, um den Frauenfussball zu promoten. Alle Länder, mit einer Ausnahme: Saudi-Arabien. Dort dürfen Frauen nach wie vor offiziell nicht kicken. «Aber machen wir uns nichts vor, die spielen trotzdem in den Hinterhöfen. Wir haben in Katar ein Spiel gegen ein saudi-arabisches Frauenteam organisiert», sagt Staab. Sie ist überzeugt, dass es für die nächste Generation einfacher sein wird, ihre Fussballleidenschaft auszuleben.