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Rauchen macht Teenager depressiv
Statt Lustmacher ist die Zigarette bei Jugendlichen ein Stimmungsvermieser. Das ergab eine Umfrage an über 600 Schülern in Montreal und Toronto.
Die Forscher der Universitäten von Montreal und Toronto befragten 670 Schüler aus verschiedenen sozialen Schichten und Gemeinden zu ihren Tabakgewohnheiten und zu depressiven Symptomen.
Die Schüler wurden in drei Gruppen geteilt: Nichtraucher, Gelegenheitsraucher, welche die Zigarette nicht als Stimmungsaufheller sehen und Raucher, welche den Tabak zur Frustbewältigung brauchen. Depressive Symptome werden so definiert: Keine Lust auf Bewegung und Aktivitäten, Schlafstörungen, Frust- und Traurigkeitsgefühl, Nervosität, Zukunftsängste und Sorgen.
Es zeigte sich, dass die Schüler, welche die Zigaretten als Stimmungsaufheller brauchten, häufiger depressive Stimmungen entwickelten.
Warum rauchen Teenager?
Rauchen helfe das Bevormundungsgefühl loszuwerden, meint ein Experte, der sich mit Raucherentwöhnung beschäftigt. Denn: Rauchen ist verboten, also machen es die Jungen heimlich und beweisen sich so, dass sie frei sein.
Es wird geraucht, damit die Überlastung in bestimmten Gehirnregionen, welche den Erwartungsdruck registrieren, abnimmt. Auch Nichtraucher erleben solche Überlastungen – sie finden aber andere Methoden, diesen Druck zu senken. Auch der Erwartungsdruck in der Gruppe trage bei Jugendlichen eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung für oder gegen das Rauchen. Rauchen macht nicht körperlich abhängig, ist aber ein angelerntes Verhalten, welches für den Zwang zum Rauchen sorgt.
Der Experte meint ausserdem, dass die Schwierigkeit des Aufhörens darin liege, dass das zwanghafte «nie-mehr-rauchen-dürfen» nicht befolgt werden wolle. Dabei sollte die Freiheit, nicht mehr Rauchen zu müssen, im Vordergrund stehen.