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‚Wie auf Flügeln des Adlers sicher geführet.‘
So heisst es in der 2. Strophe im altbekannten und oft gesungenen Lied Nr. 524 im
Kirchengesangbuch.
Es ist ein alter Traum des Menschen zu fliegen. Wir alle haben vielleicht im Geschichtsunterricht die Geschichte von Dädalus und Ikarus. Damit die beiden fliehen konnten, erfand Dädalus für sich und seinen Sohn. Flügel. Doch als sie dann in der Luft unterwegs waren, geriet Ikarus zu hoch und darum in die Nähe der Sonne. Die verbindungsteile aus Wachs schmolzen und Ikarus stürzte ab.
In der geschichte der Luftfahrt gibt es eine lange Liste. Bereits lange vor unserer Zeitrechnung gibt es aus verschiedenen Kulturen berichte, dass Menschen an Fluggeräten gebastelt haben. Wahrscheinlich müssen wir uns diese in Form von Drachen vorstellen. Irgendwann gab es Ballone, Fallschirme, Luftschiffe und die ersten Flugzeuge mit Motor. Mit dem technischen Fortschritt veränderten sich auch die Flugzeuge: sie wurden grösser und schneller.
Verschiedene Lebensbereiche trieben die Menschen an, nach Möglichkeiten zu suchen um sich in der Luft bewegen zu können: als schnelle Verbindung zu einem weit entfernten Ort; bei kriegerischen Auseinandersetzungen um den Feind auszuspionieren und auch um den Feind damit zu bekämpfen; für die Forscher um unbekannte Gebiete zu erkunden; als Transportmittel; aber auch zum Freizeitvergnügen, wie die beiden Fotos aus unserer Zeit zeigen:
Vögel beflügeln den Traum vom Fliegen
Die Menschen beobachteten die Vögel. Sie konnten sehen, wie gewisse Arten Hoch oben am Himmel gleiten. Scheinbar mühe- und schwerelos. Sie stellten sich vor, wie es wäre, selber am Himmel zu gleiten und übers Land zu schauen. Leichtigkeit in der Luft zu verspüren. Diese Vorstellungskraft führte dann zum Nachdenken, welche Einsätze möglich wären, wenn der Mensch fliegen könnte. Besonders grosse Raubvögel strahlten Macht und Kraft aus. Dies hat Einfluss auf die Symbolik der Vögel.
Symbolik der Vögel in der Bibel
Adler
Dtn 32,11: ‚wie der Adler, der sein Nest beschützt /
und über seinen Jungen schwebt, /
der seine Schwingen ausbreitet, ein Junges ergreift /
und es flügelschlagend davonträgt‘
Wenn junge Adler fliegen lernen, werden sie oft von der Mutter aus dem Nest gedrängt, damit sie fliegen müssen. Die Mutter bleibt aber in der Nähe um das Junge notfalls sicher zum Horst zurückzutragen.
Konnten Sie das schon beobachten?
Ex 19,4: ‚Ihr habt gesehen, … , wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht
Habe‘.
Jes 40,31: ‚Die aber (die Menschen), die dem Herrn vertrauen, /
schöpfen neue Kraft, /
sie bekommen Flügel wie Adler.
Sie laufen und werden nicht müde, /
sie gehen und werden nicht matt‘.
Flügel
Ps 17,8 ‚Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges, /
birg mich im Schatten deiner Flügel‘.
Mt 23,27 ‚Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt
sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken
unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt‘.
‚Wie auf Flügeln des Adlers‘
Lied KG Nr. 524
3) Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Lob ihn mit allen, die seine Verheissung bekamen
Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht.
Lob ihn in Ewigkeit! Amen.
Geborgen unter Gottes Flügel
Wir dürfen auf Gott vertrauen – dass er bei uns ist mit seiner Liebe, seinem Schutz und Segen, seiner Wärme und seiner Kraft. Gerade auch dann wenn wir meinen, er habe uns vergessen – in den dunklen Stunden unseres Lebens.
Im Gebet dürfen wir immer seine Nähe suchen und um seine Hilfe bitten und flehen.
Wie auf Flügeln des Adlers
Getragen wie auf den Flügeln des Adlers geht es uns, wenn wir spüren dürfen, dass wir unterstützt werden: wenn wir in uns eine Kraft und Hilfe spüren, wo wir erkennen, das ist Gottes Hilfe und Kraft. Aber auch, wenn wir die Unterstützung und Hilfe, den Zuspruch von Menschen um uns erfahren und in ihnen und ihrem handeln Gott spüren dürfen.
Getragen wie auf den Schwingen eines Vogels fühlen wir uns, wenn wir das Gefühl haben: in uns ist es leicht, wir sind glücklich oder auch anders gesagt: wenn wir wie auf einer Wolke schweben. Das ergeht uns, wenn wir ein uns wichtiges Ziel erreicht haben, z.B. den Lehrabschluss oder die Matura geschafft, nach langem Suchen endlich wieder eine Arbeitsstelle gefunden; einen besonderen Menschen kennengelernt und frisch verliebt sind; Vater und Mutter oder Grosseltern geworden; nach einer Krankheit wieder gesund sind und anderes mehr.
Wenn wir glücklich sind, bringen wir unsere Freude zum Ausdruck. Wir jubeln. Wir loben. Wir danken. Wie oben im Lied.
Jeder Mensch erfährt in seinem Leben Helles und Dunkles. In den dunklen Tagen wünsche ich Ihnen Kraft, dass Sie ihren Kummer und ihre Sorgen Gott anvertrauen können. Ich hoffe und wünsche für Sie, dass das Helle und Schöne überwiegt und sie immer wieder Gott loben und danken dürfen, getragen wie auf Flügeln.
In Verbundenheit Beatrice Emmenegger
Wenn Sie die Pfingstnovene beten möchten, finden Sie folgend die Vorlage vom Liturgischen Institut
ERÖFFNUNG
Das Anzünden einer Kerze symbolisiert die Wärme, Liebe, Nähe und das Licht Gottes.
Jesus Christus, zu wem soll ich gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.
Kurze Stille. Ich werde mir bewusst, dass Gott jetzt und hier bei mir ist.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
GEBET UM DEN HEILIGEN GEIST
Ich bitte um das Kommen des Heiligen Geistes.
Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.
Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht,
Du Geist des Mutes, der uns stark macht.
Du Geist des Feuers, das uns glaubhaft macht.
Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Liebe, die uns einig macht.
Du Geist der Freude, die uns glücklich macht.
Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht.
Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht.
Komm, Heiliger Geist!
LESUNG EINES BIBELVERSES
Ich lese die Worte laut, sodass ich sie auch höre.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Röm 8,15-16
Ich schliesse die Augen und lasse die Worte in mir nachklingen.
GEDANKEN ZUR LESUNG
Ich lasse mich durch einen Gedanken oder Fragen tiefer auf die Bibelverse ein.
Fühle ich mich wirklich als ein Kind Gottes?
Bin ich bereit, mich vom Heiligen Geist durchdringen zu lassen und zu sagen: „Abba, Vater!“?
HEILIG-GEIST-LIED
Veni sancte spiritus (z.B. Taizé)
Ich singe dieses Lied oder höre es mir an oder bitte mit einem anderen Lied um den Heiligen Geist.
BITTEN
Zusammen mit allen, die in dieser Novene beten, wende ich mich an den Vater:
Ich schliesse die Bitten mit dem Vaterunser ab.
SEGENSBITTEN
Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Amen.
Übersetzung, Gedanken zur Lesung und Bitten: François-Xavier Amherdt, Fribourg