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Ethische Aspekte der Genomanalyse
Alberto Bondolfi, Universität Zürich
In diesem Vortrag werden die ethischen Aspekte und Folgen der inzwischen vervollständigten
Genomkartierung analysiert. Es wird nicht möglich sein, eine ausgearbeitete
Kriteriologie für die Bewältigung der verschiedenen Probleme vorlegen
zu können, da wir noch am Anfang stehen im Umgang mit den Errungenschaften
dieses Lebensbereiches.
In einem ersten Punkt werden die Veränderungen des Weltbilds, als Folge
der neueren genetischen Forschung sowohl am Menschen als auch an Tieren und
Pflanzen, erörtert und kritisch bewertet. Es geht darum, solche Veränderungen
als "hilfslose" und "normale Reaktion" auf eine naturwissenschaftliche
Revolution zu deuten. Die verschiedenen Akteure einer Gesellschaft versuchen
neue Kenntnisse in einem umfassenden Horizont zu deuten und zu bewerten. In
diesem Kontext werden einige Reaktionen auf die Genomentschlüsselung erwähnt
und hinterfragt.
In einem zweiten Teil des Vortrags geht es darum, passende Argumente für
eine ethisch verantwortbare Auseinandersetzung mit einigen Errungenschaften,
die mit der Genomanalyse zu tun haben, zu finden. Es geht hier vor allem um
die diagnostischen Möglichkeiten, die mit der Genomanalyse verbunden sind.
Es werden sowohl die vorgeburtlichen als auch die nachgeburtlichen Diagnosemöglichkeiten
erwähnt und ethisch beleuchtet.
In einem dritten abschliessenden Teil werden einige mögliche rechtliche
Konsequenzen aus der ethischen Reflexion gezogen. Die Grundzüge des eidgenössischen
Gesetzesentwurfes zu den genetischen Untersuchungen an Menschen werden dargestellt
und aus ethischer Perspektive bewertet. Es werden dabei Perspektiven für
die nahe Zukunft skizziert.