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Die Schweiz ist die einzige Nation, die auf einen Zusammenschluss von bäuerlichen Talschaften und freien Städten zurückgeht. Ihre besondere Entstehungsgeschichte, in der sich alpine Landund mittelländische Stadtkantone auf Augenhöhe zusammenfanden, führte dazu, dass das Verhältnis von Stadt und Land hier immer schon besonders aufmerksam verfolgt und kritisch bewertet wurde. Die anderswo selbstverständliche Vormachtstellung der Städte wurde in der Schweiz immer wieder in Frage gestellt.
Eine Besonderheit der Schweiz sind auch die ausgebauten direktdemokratischen Mitsprachemöglichkeiten. Bei Abstimmungsentscheiden werden Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Gebieten besonders gut sichtbar und es kommt vor, dass die eine oder andere Seite bei für sie wichtigen Anliegen überstimmt wird. Die Auswertung der Abstimmungsdaten zeigt, dass es in den letzten zwei Jahren zu einer massiven Ausweitung des politischen Stadt-Land-Gegensatzes gekommen ist. Bei 14 der 22 Abstimmungen der aktuellen Legislatur hat sich eine Stadt-Land-Differenz geöffnet, die weit über dem langjährigen Schnitt liegt.
Vor dem Hintergrund dieses Auseinanderdriftens und der besonderen Bedeutung der Stadt-Land-Beziehungen für die Schweiz hat die Agrargenossenschaft fenaco den vorliegenden Stadt-Land-Monitor initiiert. Im Auftrag von fenaco hat Sotomo mittels einer repräsentativen Befragung im Oktober 2021 die Wahrnehmung und Einstellung der Bevölkerung in Stadt und Land unter die Lupe genommen. Dabei zeigt sich, dass zwei Drittel der über 3000 Befragten den Stadt-Land-Gegensatz als gross und relevant wahrnehmen. Nur für einen Viertel führt dieser Gegensatz jedoch zu einer Belastungsprobe für die Schweiz.