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Geschichte
(Ausschnitte aus der Chronik zum 75-Jahr-Jubiläum)
Bereits vor 1908 haben Militärtrompeter aus Wahlendorf ab und zu zum Tanz aufgespielt. 1908 wird daraus die Musikgesellschaft Wahlendorf gegründet. Das erste Dokument über diese Zeit ist ein kurzes Protokoll der Hauptversammlung vom 10. Januar 1909. Genannt werden namentlich die Vorstandsmitglieder Fritz Siegenthaler, Präsident; Niklaus Walter, Vizepräsident; Johann Stämpfli, Sekretär; Bendicht Münger, Kassier; Gottfried Walter, Beisitzer; Bendicht Kuster, Dirigent. Wahrscheinlich gehören bis zu 10 weitere Mitglieder dazu (bei fünf Bläsern liegen keine eindeutigen Dokumente vor). An dieser ersten HV wurde die Jahresentschädigung für den Dirigenten mit Fr. 20.– bestimmt, sowie die Beschaffung einer Petroleumkanne beschlossen, damit man jederzeit genügend Licht zum Musizieren hatte. Ausserdem wurde entschieden, «die Instrumente gesellschaftlich anzukaufen». Das Instrument wurde also an die Bläser ausgeliehen, hingegen musste jeder einen Mitgliederbeitrag von 80 Rappen pro Monat bezahlen. Als Startkapital bezahlte jeder ausserdem Fr. 10.–. Die Instrumente konnte man dank einem Kredit eines Gönners anschaffen.
Es herrschten strenge Ordnungsregelungen: Wer mehr als eine Viertelstunde zu spät zur Übung erschien, musste 30 Rappen Busse bezahlen, wer ausblieb, sogar 50 Rappen. Bereits ein Jahr nach der Gründung wurden diesbezüglich zwei Mitglieder vom Verein ausgeschlossen.
Erst der erste Weltkrieg brachte einen Unterbruch in die regelmässige Tätigkeit der Musikgesellschaft. Die Chronik erzählt uns von der Zwischenkriegszeit und der Zeit des zweiten Weltkrieges Belustigendes aber spricht vorallem auch von schweren Zeiten: So ist z.B. nachzulesen, dass 1928 das Übungslokal vom Schulhaus in die Wirtschaft Gerber verlegt werden musste. Die Schulkommission beanstandete vorallem das Stumpenrauchen im Schulzimmer. Das Säli in der Wirtschaft konnte zwar gratis genutzt werden, der Dirigent hatte aber seine liebe Mühe mit Bläsern, die bereits vor der Musikprobe einen Jass begannen und sich dann für den Beginn der Probe nur ungern unterbrechen liessen. Immer wieder ist zu lesen, dass man mit dem pünktlichen Erscheinen zu den Musikproben Mühe hat... dieses Problem scheint bis in die heutige Zeit nicht gelöst.
Zu einer ernsthaften Krise kam es 1934. Der langjährige Dirigent Bendicht Münger gab an der HV seinen Austritt bekannt. Nur mit zwei ausserordentlichen Hauptversammlungen konnte die drohende Auflösung abgewendet werden. 1938 fielen die Proben wegen der Viehseuche aus. Aus dieser Zeit sind die Protokolle nur lückenhaft, ernsthafte Schwierigkeiten trotz Nachträgen nicht zu übersehen. Trotzdem führte man 1939 ein Konzert mit dem Gemischten Chor und ein Gartenfest durch. 1941 fand zum ersten Mal nach 3 Jahren wieder eine Hauptversammlung statt. Erst ab 1944 fanden wieder regelmässig Proben statt, an der Hauptversammlung 1945 konnten sogar neun neue Mitglieder aufgenommen werden. Eines der Mitglieder aus dieser Zeit, Ernst Fund, meinte zu dieser schweren Zeit: «Es habe sehr viel Arbeit gebraucht, und mancher Sturm sei an ihnen vorübergegangen, aber auch manche schöne Stunde hätten sie erleben dürfen im Kreise flotter Kameradschaft.»