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Radon
Schutz vor erhöhten Radongaskonzentrationen
Radon ist ein natürliches radioaktives, farb- und geruchloses Gas, welches überall aus dem Boden entweichen und durch verschiedene durchlässige Stellen in der Gebäudehülle (Naturboden, Risse im Fundament oder Mauerwerk, Kabel- und Rohrdurchführungen) in Gebäude eindringen kann. Die Radonbelastung ist in jedem Haus anders. Selbst eng beieinander stehende Häuser gleicher Bauart können völlig verschiedene Radonwerte aufweisen.
Beim Zerfall von Uran im Boden entsteht gasförmiges, radioaktives Radon, welches in weitere radioaktive Folgeprodukte zerfällt, die sich beim Atmen in der Lunge absetzen können. Dies führt zu einer Bestrahlung des Lungengewebes und erhöht das Risiko einer Lungenkrebserkrankung. Radon kann mit unseren Sinnen nicht wahrgenommen werden. Andere gesundheitliche Schädigungen sowie Beschwerden (zum Beispiel Kopfweh, Schlaflosigkeit, Übelkeit und andere) durch Radon wurden bis jetzt nicht nachgewiesen.
Aktuelle gesetzliche Situation
In der Schweiz ist der Umgang mit der Radonproblematik in der Strahlenschutzverordnung geregelt. Der Grenzwert für Wohn- und Aufenthaltsräume beträgt 1'000 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft und der Richtwert 400 Bq/m³. Gebäude mit Radongaskonzentrationen über dem Grenzwert müssen saniert werden. Der Richtwert ist bei Neu- und Umbauten einzuhalten.
Geplante Senkung des Radon-Grenzwertes
Im Jahre 2009 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen neuen Höchstwert von 100 Bq/m3, allenfalls länderspezifisch 300 Bq/m3, für Radon vorgeschlagen. Das Bundesamt für Gesundheit bereitet zurzeit einen Aktionsplan vor, um die Strategie der Schweiz diesen neuen Empfehlungen anzupassen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Schweiz den Grenzwert im Jahre 2014 von 1000 Bq/m3 auf 300 Bq/m3 und den Richtwert von 400 Bq/m3 auf 100 Bq/m3 senken wird.
Auswirkungen der geplanten Grenzwertsenkung
In der Gemeinde Riehen wären nach der Grenzwertsenkung schätzungsweise etwa 10 Prozent der Gebäude mit Radonkonzentrationen über dem Höchstwert belastet. Aber auch in Basel und Bettingen wären bei einem Grenzwert von 300 Bq/m3 in 1-2 Prozent der Gebäude mit Höchstwertüberschreitungen zu rechnen.
Empfehlungen an die Bauherrschaft
Wir empfehlen den Bauherrschaften die erforderlichen Massnahmen zum Schutz vor erhöhter Radongaskonzentration nach den anerkannten Regeln der Baukunde zu treffen, insbesondere im Gebiet mit erhöhtem Radonpotenzial.
Bei Neubauten, Umbauten und auch bei Sanierungen wird empfohlen, so zu bauen, dass nicht nur der heutige Radonrichtwert von 400 Bq/m³, sondern auch der geplante Richtwert von 100 Bq/m3 nicht überstiegen wird. Dazu sind geeignete Massnahmen zu treffen, welche in den meisten Fällen technisch einfach sind.
Bei Umbauten wird empfohlen, vorgängig eine Radonmessung vorzunehmen. Das Bundesamt für Gesundheit (Adresse unten) führt eine Liste der anerkannten Messstellen für Radonmessungen und gibt Auskünfte über Sanierungsmöglichkeiten.
Behördliche Kontrolle
Anlässlich der Bauabnahme kann der Kanton stichprobenweise Radonmessungen durchführen. Wird der Grenzwert von 1’000 Bq/m³ (ab 2014 voraussichtlich 300 Bq/m3) in Wohn- und Aufenthaltsräumen überschritten, muss das Gebäude zu Lasten des Eigentümers resp. der Eigentümerin saniert werden.
Sind Sie an einer Radonmessung interessiert?
Messungen der Radonbelastung macht man sinnvollerweise während der Heizperiode. Interessierte Liegenschaftsbesitzer und Mieter können das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt kontaktieren.