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São Paulo ist berühmt für seine gigantischen Graffitis an Fassaden von Hochhäusern, Brücken und Wänden. Jetzt hat die Megametropole ein neues, einzigartiges Outdoor-Kunstwerk erhalten. Das ist in vielerlei Hinsicht besonders. Gemalt wurde das Graffiti mit Asche, die von den Bränden im Amazonas-Regenwald, dem Pantanal, dem Cerrado und dem Atlantischen Regenwald stammt.
Über Wochen hinweg sammelte der brasilianische Graffiti-Künstler Mundano in den Biomen Brasiliens Asche und legte mit dieser Farbpaletten an, bevor er damit im Zentrum São Paulos eine etwa tausend Quadratmeter umfassende Wand mit einem Gemälde bestückte.
Das orientiert sich an einem der berühmtesten Werke des brasilianischen Künstlers Candido Portinari. Der hatte 1934 mit dem Gemälde “O lavrador de café“ für Aufsehen gesorgt, das einen Kaffeebauer zeigt. Auch in Mundanos Werk ist in gleicher Pose ein Mann zu sehen.
Statt eines Kaffebauers zeigt es jedoch einen Brigadisten vor einer kahlgeschlagenen und verbrannten Landschaft. Während bei Portinari im Hintergrund ein Zug zu sehen ist, der die Kaffee-Ernte abtransportiert, sind es bei Mundano mit Holzstämmen beladene Laster.
Mundano versteht sein Werk als Aufschrei und Protest. Mit jedem Pinselzug prangert er die Zerstörung der Umwelt in Brasilien an. Den Farben seiner Aschepalette hat er Namen verliehen wie “Pantanal in Gefahr“, “Gier im Cerrado“ oder “Verwüsteter Atlantikwald“. Er ehrt mit dem Bild aber auch Feuerwehrleute und Brigadisten, die seit Monaten unermüdlich im Kampf gegen das Feuer im Einsatz sind.
Mundano wurde 1986 in São Paulo geboren. Bekannt ist er eigentlich für bunte Bilder und ebenso für seinen Einsatz für Randgruppen. So besprüht er nicht nur Wände, sondern auch die Karren der Wertstoffsammler. Über 320 sind in São Paulo bereits mit seinen Werken versehen und verweisen auf die wertvolle Arbeit der Recyclingmüllsammler.