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Bell-Areal in Kriens: Statt Industrie Wohnqualität
Aus einem heute geschlossenen Industriestandort – dem Bell-Areal – soll mitten in Kriens ein neues, gemischtes Quartier entstehen. Ein Studienauftrag zeigt den Weg zum neuen Stadtbaustein, in dem sich das Verhältnis zwischen Wohnen und das Arbeiten zu einem zukunftstauglichen Miteinander entwickeln soll.
Quelle: Projektteam «Bell-époque»
Der siegreiche Studienauftrag macht präzise Vorschläge zur Durchwegung und Nutzung der Erdgeschosse. In der oberen linken Bildhälfte ist die Obernauerstrasse zu erkennen. Sie grenzt das Bell-Areal nach Süden ab.
Ortsunkundige mag es erstaunen: Gemessen an der Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner ist Kriens die drittgrösste politische Gemeinde und die zweitgrösste Stadt des Kantons Luzern. Das einstige Dorf am Fusse des Pilatus nennen fast 30 000 Menschen ihr Zuhause. Bald sollen es mehr werden.
Es ist nicht der erste Boom, der Kriens erlebt. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte ein Urbanisierungsschub ein. Dank der reichlich vorhandenen Wasserkraft siedelten sich verschiedene Industrieunternehmen an. Mit von der Partie war der Goldschmied August Bell. Er errichtete 1845 am Krienbach, der durchs Ortszentrum fliesst, eine Pferdehaarflechterei. Daraus wurde später eine grosse Maschinenfabrik, die sich mit ihren Papiermaschinen, Wasserrädern, Turbinen, Seilbahnen oder Stahlteilen für Eisenbahnbrücken auf dem Weltmarkt behaupten konnte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde aus Bell Escher-Wyss, dann Sulzer, dann Andritz. 2015 gab die Andritz Hydro AG bekannt, dass sie ihre Produktionsstätten aus dem Zentrum von Kriens verlegen und nur noch ihren Verwaltungssitz weiter nutzen wird.
Ende 2026 steht ein grosser Teil des einstigen Bell-Areals am Krienbach für eine neue Nutzung zur Verfügung. Es handelt sich um ein kompaktes, nach Norden und Westen sanft ansteigendes Gelände, vollständig belegt mit kompakt zusammengefügten Industrieanlagen, von denen einige wenige erhaltens- und schützenswert sind. Im Süden grenzt es an die Obernauerstrasse, die den bald im Untergrund verschwindenden Bach begleitet und die Hauptverkehrsachse von Kriens bildet. Rund 38 000 Quadratmeter an zentraler, gut erschlossener Lage, mitten im Siedlungsgebiet, warten auf eine neue Zukunft.