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Die Universität Luzern im Hotel Montana beheimatet, mit Blick aus den Hörsälen auf die ganze Stadt Luzern? Dieses Szenario hätte Realität werden können: 1919 nämlich riefen der Luzerner Rechtsanwalt Franz Bühler und der damalige Churer Seminarregens Anton Gisler ein Komitee ins Leben. Ziel war die Schaffung einer – nach Fribourg – zweiten katholischen Universität mit Fakultäten für Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaft und Medizin. Vorgesehen waren an der «Universitas Benedictina Lucernensis» 44 Lehrstühle; die Professoren der ersten drei Fakultäten sollten jährlich 10'000 Franken Lohn erhalten, die Mediziner das Doppelte. Als Sitz der Universität fassten die Initianten eines der grossen, in der Nachkriegszeit darbenden Hotels ins Auge. Favorit war das seit 1910 bestehende Hotel Montana.
Für die Trägerschaft dachte man an eine private kirchliche Stiftung – Gelder sollten auch aus dem Vatikan kommen und die Professuren päpstlich bestätigt werden. Entsprechend galt es, Benedikt XV. für das Vorhaben zu gewinnen. In Fribourg bekam man jedoch Wind von den Plänen und intervenierte beim Papst: Die Luzerner seien notorisch eifersüchtig; im Zuge einer Verweigerungshaltung würden die Eltern ihre Kinder sogar eher an liberale Universitäten schicken als nach Fribourg. Dies verfehlte, zusammen mit einer Pressekampagne, seine Wirkung nicht, und so waren die Pläne einer Luzerner Universität mit dem negativen Papstbescheid 1922 vorerst gescheitert.