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Diskriminierung entsteht durch Ungleichbehandlung von Personen aufgrund von Merkmalen wie Geschlecht, Religion, Nationalität, Alter, Behinderungen, sexuelle Ausrichtung, ethnische Herkunft und kann verschiedene Lebensbereiche betreffen.
Im Erwerbsleben sind Frauen häufiger von Diskriminierung betroffen als Männer.
Dies findet Ausdruck in der Lohnungleichheit, sowie der Tatsache, dass sich junge Frauen heute europaweit auf allen Bildungsstufen besser gestellt haben als junge Männer, ihren Bildungsvorsprung jedoch nicht in verbesserte berufliche Perspektiven umsetzen können. Der starke Anstieg des Bildungsniveaus bei Frauen wird durch die ausgeprägte vertikale und horizontale Geschlechtersegregation im Arbeitsmarkt relativiert.
Diskriminierende Leistungsbeurteilung
In der Leistungsbeurteilung kommen geschlechtsspezifische Rollenerwartungen zum Tragen. Frauen schneiden häufig schlechter ab als Männer bzw. riskieren im Vergleich mit männlichen Arbeitskollegen schlechter beurteilt zu werden. Dieser Fall kann sowohl während des Bewerbungsprozesses als auch in Mitarbeitenden-Beurteilung eintreten.
Für Frauen ist es deshalb umso wichtiger sich auf Mitarbeitenden-Beurteilung sehr gut vorzubereiten, weil Frauen nicht nur häufiger schlechter beurteilt werden als Männer, sondern Frauen auch dazu tendieren ihre eigenen Kompetenzen selbst häufiger zu unterschätzen. Männer tendieren eher häufiger dazu ihre Kompetenzen zu überschätzen.
Vorgehen bei Verdacht auf Diskriminierung
Wenn du dich diskriminiert fühlst, kannst du dich kostenlos Rat und Unterstützung bei kantonalen Schlichtungsbehörde oder Fachstellen für Gleichstellung holen. Auch Gewerkschaften, Berufsverbände und Rechtsberatungen stehen für Auskünfte zur Verfügung.
Es ist jedoch äusserste wichtig, dass du dich gut vorbereitest bevor du dir professionelle Unterstützung holst oder ein rechtliches Verfahren einleitest. Beginne zuerst mit der Lektüre des Leitfadens, den du auf dieser Webseite oben in der rechten Spalte findest. Wende dich bei Bedarf anschliessend an eine der darin genannten Fachstellen.
Wenn es um Gleichstellung und Förderung von Frauen auf Ebene der Professuren geht, taucht früher oder später der Begriff der «leaky pipeline» auf. Mit der undichten Pipeline ist das Phänomen gemeint, dass in den auf Männer ausgerichteten Wissenschaftsstrukturen hervorragende Forscherinnen auf der Strecke bleiben, und es nicht in eine Fakultätsposition schaffen.
Denn auch bei Berufungs- und Rekrutierungsprozessen der Hochschulen wirkt sich das Geschlecht deutlich auf die Leistungsbeurteilung der Bewerberinnen und Kandidatinnen aus: Lebensläufe mit männlichen Bewerbernamen werden nicht nur besser beurteilt[1], sondern werden die Bewerbungen weiblicher Kandidatinnen oft als weniger einstellbar und weniger kompetent beurteilt.[2]
An der Universität Zürich realisiert die Gleichstellungskommission zusammen mit der Abteilung Gleichstellung Veranstaltungen und Massnahmen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Forschung, Lehre und Verwaltung.
Alle Informationen hierzu findest du auf www.gleichstellung.uzh.ch.
Fachliteratur zur Leaky Pipeline
[1] Steinpreis, Rhea & Anders, Katie [et. al]: The Impact of Gender on the Review of the Curricula Vitae of Job Applicants and Tenure Candidates: A National Empirical Study. Sex Roles, 41, 1999, S. 509-528. Online verfügbar (abgerufen 09/2014).
[2] Moss-Racusin, Corinne, Dovidio, John [et. al.]: Science faculty’s subtle gender biases favor male students. In: Proceedings of the National Academy of Science, 109, 2012. S. 16474-16479.