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Wer heute in einer Migros-Filiale einkauft, findet es ziemlich selbstverständlich, dass ihm kein eisiger Wind um die Ohren bläst und kein Schnee unter den Schuhen knirscht. Shopping findet unter soliden Dächern und in wohl- temperierten Räumen statt.
Das hier gezeigte Bild erinnert an eine Zeit mit viel weniger Komfort: Es ist in den 1950er-Jahren im Kanton Waadt entstanden. Ein Verkaufswagen der Migros macht in einer tief verschneiten Landschaft zwischen zwei Dörfern Station. Der umgebaute Camion der unverwüstlichen Marke Magirus-Deutz hat sich durch die Schneemassen zu seinem Standplatz gepflügt.
Die Kundinnen und Kunden wirken vergnügt; die Kälte scheint sie nicht zu stören. Schliesslich bot ihnen die mobile Migros Produkte, die günstiger und oft auch besser waren als die Waren in den alteingesessenen Dorfläden.
Anfang der 1950er-Jahre hatte die Migros neben ihren stationären Filialen 77 Verkaufswagen im Einsatz; Ende des Jahrzehnts waren 129 mobile Läden unterwegs. Die Chauffeure waren auf ihren Touren bisweilen mit weitaus schlimmeren Hindernissen als Schneehaufen konfrontiert. In einigen Dörfern trafen sie auf erbitterten Widerstand der lokalen Ladenbesitzer. Manchmal wurden den Migros-Autos sogar Güllenfässer in den Weg gerollt.