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Bruno Ledergerber, Matthias Egger, Milos Opravil, Amalio Telenti, Bernard Hirschel, Manuel Battegay, Pietro Vernazza, Philippe Sudre, Markus Flepp, Hansjakob Furrer, Patrick Francioli, Rainer Weber, for the Swiss HIV Cohort Study. Rates of disease progression on highly active antiretroviral therapy and virologic failure: a prospective cohort study. Lancet 1999;353:863-868
Die auf Daten der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie (SHKS)* basierende Untersuchung zeigt, dass die heute eingesetzten Kombinationstherapien (in der Regel ein Medikamant aus der Klasse der Proteaseinhibitoren und zwei Medikamente aus der Klasse der Nukleosidanalogen Reverse Transkriptase-Hemmer) über mindestens 2,5 Jahre hinaus eine bis anhin nie dagewesene klinische Wirksamkeit zeigen: Die Menschen mit einer behandelten HIV-Infektion erkranken praktisch nicht mehr an AIDS und das Sterberisiko beträgt aktuell gerade noch 1.3% pro Jahr.
Auch nach dieser Studie gilt: Das Ausmass des klinischen Behandlungserfolgs ist abhängig von der virologischen Wirksamkeit des Behandlungsregimes und dieses wiederum von der gewählten Behandlunsgstrategie.
Bei der Mehrzahl der PatientInnen kommt es zu einer maximalen Hemmung der Virusvermehrung (zu einem nicht nachweisbaren viral load), wenn bereits der erste Behandlungscocktail aus drei verschiedenen Medikamenten besteht. Deutlich geringer ist dieser Anteil bei vorbehandelte PatientInnen; vor allem dann, wenn zu einer nicht mehr voll wirksamen Therapie lediglich ein neues Präparate hinzugefügt wurde.
Selbst bei einem sogenannt "optimalem" Therapiebeginn mit drei verschiedenen Medikamenten ist ein einmal erlangter "nicht nachweisbarer viral load" keine Garantie dafür, dass dies so bleibt. Resistenzentwicklungen und Medikamenten-Nebenwirkungen führen dazu, dass nach 2,5 Jahren insgesamt mehr als 2/3 der PatientInnen die Medikamente gewechselt haben um die Virusvermehrung anhaltend maximal zu unterdrücken.
Für einen über 2-3 Jahre anhaltenden klinischen Behandlungserfolg ist eine maximale Hemmung der Virusvermehrung nicht notwendig. Bereits eine relativ geringfügige Reduktion der Virusvermehrung scheint das Fortschreiten der Immunschwäche abzubremsen oder dem Immunsystem zu erlauben sich zu erholen.
Der Beobachtungszeitraum der Untersuchung beträgt 2,5 Jahre. Nicht zeigen kann die Studie, wie lange darüber hinaus "die Erholung des Immunsystems" bzw. der klinischen Behandlungserfolg bei maximaler bzw. nicht maximaler Hemmung der Virusvermehrung anhalten wird.
Sicher ist: Der bisherige virologische Behandlungserfolg
kann längerfristig jedoch nur beibehalten werden, wenn vorhandene
Medikamente und deren Abfolge optimal ausgewählt und neue, gegen resistente
Viren wirksame Präparate verfügbar werden.