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Saanen BE, 3,5 Milliarden Franken
Ende Oktober hat die Bayerische Landesbank Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe gegenüber Bernie Ecclestone (82) erhoben. Es geht dabei um den Verkauf von Anteilen an den Formel-1-Autorennen, die 2006 durch Bestechung viel zu billig an ihn gegangen seien. Mit Bernie Ecclestone geraten wir nicht nur in den Korruptionssumpf, sondern auch in die Klatschspalten. Der mittlerweile 82-Jährige umgibt sich gerne mit glamourösen Frauen. Selber 1,59 Meter kurz, war er lange mit einem Model verheiratet, das 27 Jahre jünger und 29 Zentimeter grösser war als er. Seine jüngste, dritte Frau, die er im August geheiratet hat, ist 46 Jahre jünger.
Der in Ipswich (England) geborene Ecclestone begann als Autoverkäufer und Rennfahrer, war hierauf Manager eines Rennstalls, schliesslich dessen Mitbesitzer. 1978 wurde er Generaldirektor der Vereinigung der Rennwagenkonstrukteure und handelte für sie millionenschwere Fernsehübertragungsrechte aus, wobei ein Viertel der Gelder seiner eigenen Vermarktungsgesellschaft zufloss. Seither hat er zahlreiche Coups und Übernahmeversuche überlebt und kontrolliert mittlerweile nicht nur die Fernsehrechte, sondern auch die Zulassung und Administration aller Formel-1-Grand-Prix-Rennen.
Zuweilen meldete er sich auch politisch zu Wort: So spendete er der britischen Labour Party 1997 eine Million Pfund, damit die Formel 1 von einem Verbot für Zigarettenwerbung ausgenommen wurde, oder bekundete in einem Interview Sympathien für Adolf Hitlers Wirtschaftspolitik.
Dabei hat er ein Vermögen von mindestens 3500 Millionen Franken angehäuft. 2005 veräusserte er seinen Anteil an der Formel 1 an eine Beteiligungsgesellschaft, beteiligte sich dann an der Beteiligungsgesellschaft und kaufte die Formel-1-Anteile durch eine gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft gegründete Firma zurück. Dabei strich er nicht nur jedes Mal erkleckliche Gewinne ein, sondern behielt auch die Kontrolle über den Formel-1-Zirkus.
Von der Bayerischen Landesbank erwarb er im Zug des Deals auch jene Anteile, die der Bank durch die Pleite von Leo Kirchs Medienimperium zugefallen waren. Im Juni 2012 ist nun das ehemalige Vorstandsmitglied der Landesbank Gerhard Gribkowsky wegen ungetreuer Geschäftsführung und Steuerhinterziehung verurteilt worden. Seine Anwälte haben Berufung eingelegt. 2011 hatte Ecclestone zugegeben, dass er Gribkowsky 2006 über Firmen auf Mauritius und den Jungferninseln 44 Millionen Dollar überwiesen hatte. Dabei habe es sich um eine übliche Provision gehandelt. Ob die Münchner Staatsanwaltschaft das anders sieht, ist offen.
In der Zwischenzeit pendelt Ecclestone in Gstaad zwischen Chalet und eigenem Hotel, während er das meiste Geld auf den Bahamas angelegt hat und am Steuerort Saanen seine Steuerdaten hat sperren lassen. Für die Together-Initiative war er gerade unabkömmlich am Formel-1-GP in Brasilien.