Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03574.jsonl.gz/1842

Erinnerung an Nelson Mandela
Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) dankte Gott für das Leben Mandelas, das er als ein Geschenk an Südafrika und die ganze Welt bezeichnete und nannte Nelson Mandela eine Führungspersönlichkeit mit hart erkämpfter Weisheit und Reife, wie sie in unserer Zeit einmalig ist.
Der bekannte Kämpfer gegen die Apartheid und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, der als erster schwarzer Präsident Südafrikas gedient hatte, starb am Donnerstag, dem 5. Dezember, im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Houghton bei Johannesburg.
«Wir werden seiner gedenken als Staatsmann, der eine Nation geeinigt hat, die einmal nach Rassen getrennt war», sagte Pfr. Dr. Olav Fykse Tveit, der ÖRK-Generalsekretär. Tveit fügte hinzu, dass Mandela ein «Befreier war, der durch die Kraft seiner bemerkenswerten Persönlichkeit die Würde der Afrikaner erhoben hat nach Jahrhunderten von Kolonialismus, Unterdrückung und Diskriminierung.»
Tveit bezeichnete die Beziehung Mandelas zum ÖRK als eine besondere und erinnerte an den Besuch Mandelas im Ökumenischen Zentrum in Genf 1990 kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Bei dieser Gelegenheit hatte er seine Dankbarkeit für die Unterstützung der Kirchen im Kampf gegen die Rassentrennung zum Ausdruck gebracht.
Während seiner Amtszeit als südafrikanischer Präsident hatte Mandela 1998 vor der 8. Vollversammlung des ÖRK in Harare, Zimbabwe, gesprochen. Er lobte die Kirchen für ihren Einsatz gegen die Apartheid in Südafrika und die Missionare dafür, dass sie Afrika einen hohen Bildungsstandard gebracht haben, den auch er als Kind genießen durfte.
Mandela sagte u. a.: «Man muss in einem Gefängnis des Apartheidsregimes in Südafrika gewesen sein, um die breitere Bedeutung der Kirche schätzen zu wissen. Sie wollten uns völlig von der Außenwelt abschotten. Unsere Verwandten durften uns nur alle sechs Monate besuchen. Die einzige Verbindung bestand zu religiösen Organisationen, christlichen, muslimischen, jüdischen und hinduistischen. Diese Gläubigen waren es, die uns Inspiration verliehen haben.»
«Die Unterstützung durch den ÖRK war ein ganz konkretes Beispiel für den Beitrag, den die Religion zu unserer Befreiung geleistet hat», fügte er hinzu. In seinen abschließenden Bemerkungen auf der Vollversammlung würdigte er die Missionare, die durch ihren Glauben und ihr Handeln «an der Ehre der Unsterblichkeit teilhaben und deren Namen über das Grab hinaus und für viele Jahrhunderte lebendig sind.»
In ihrer Reaktion auf Mandelas Tod sagte Dr. Agnes Abuom, die Vorsitzende des Zentralausschusses des ÖRK: «Wir danken Gott dafür, dass er uns Mandela 95 Jahre lang geschenkt hat. Durch sein Leben und sein Wirken wurde er zu einer Ikone für die Würde und Freiheit aller Menschen.»
«Wir werden uns vor allem daran erinnern, wie Mandela seinen Feinden und den Vertretern des Apartheidregimes seine Vergebung angeboten hat, eine Eigenschaft, die unter Politikern auf der ganzen Welt sehr selten anzutreffen ist.»
«Wir beten dafür, dass die Werte, die Mandela vertreten hat, weltweit umgesetzt werden und der ganzen Menschheit Gerechtigkeit, Frieden und Menschenwürde bringen», unterstrich Abuom.
Mandelas Leben wurde vom ÖRK-Generalsekretär als «im Einklang mit der besten Lehre seiner christlichen Erziehung und der ökumenischen Bewegung» beschrieben. Tveit nannte ihn den verdienstvollsten Friedensnobelpreisträger, der mit seinen Idealen die Befreiung von der Rassentrennung erreicht und sein Land während seiner Präsidentschaft verwandelt hat. .
«Ich bin davon überzeugt, dass es durchaus richtig ist zu sagen, dass sein Name ‘über das Grab hinaus und für viele Jahrhunderte lebendig sein wird.’ Ewig währe sein Andenken, wie es in der orthodoxen Tradition des Christentums heißt», endete Tveit.
Deutsche Fassung veröffentlicht am: 09. Dezember 2013
Foto: Nelson Mandela 1998 bei der 8. Vollversammlung des ÖRK in Harare, Zimbabwe © WCC/ Chris Black
Vollständiger Text des Nachrufs des ÖRK-Generalsekretärs auf Nelson Mandela (auf Englisch) 06. Dezember 2013