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Väter, rauft mit euren Kindern!
Mit dem Vater spielerisch rangeln und raufen macht den meisten Kindern Spass. Und nicht nur das. Forscher fanden nun heraus, dass Kinder dabei lernen, ihre Emotionen zu regulieren.
Väter ermutigen ihre Kinder eher, ihre Umgebung zu erkunden.
Diese Art des Vaterseins nenne ich «aktivierende Vaterschaft». Allerdings haben alle Eltern schon erlebt, dass es bei aufgedrehten Kindern ein «zu wenig», «gerade richtig» und «zu viel» gibt. Väter, die mit ihren Kindern zu grob umgehen oder nicht aufhören zu raufen, wenn das Kind genug hat, können es überstimulieren.
Raufen als sozial angemessene Aggression
Wenn Ihr Kind zum Beispiel auf dem Spielplatz gehänselt wird, ist es in der Lage, zu entscheiden, ob es das andere Kind auch piesackt (sozial angemessene Aggression) oder es schlägt (sozial unangemessene Aggression; Gewalt).
In einer ersten Studie haben wir Mütter, Väter und Kinder zu Hause beobachtet und die aktivierende Erziehungsweise beider Elternteile erfasst. So konnten wir untersuchen, ob aktivierende Vaterschaft einen besonderen Einfluss auf Kinder hat, der über aktivierende Mutterschaft hinausgeht. Unsere Ergebnisse zeigen: Aktivierende Vaterschaft führt zu verbesserter Sozialkompetenz und zu einer verbesserten Fähigkeit der Kinder, auch bei einer frustrierenden Aufgabe nicht gleich aufzugeben.
Auch Mütter aktivieren ihre Kinder
Dafür baten wir Väter und Mütter, ihren Kindern im Forschungszentrum ein paar Dinge beizubringen (etwa auf dem Xylofon Klangstäbe treffen, auf Bauklötze verschiedener Formen einhämmern), und untersuchten, ob Väter und Mütter auf unterschiedliche Weise mit den Kindern interagieren. Wir fanden Väter, die aktivierende Verhaltensweisen zeigten, allerdings auch aktivierende Mütter.
Im Rahmen unserer ersten Studie haben wir die Familien zu Hause beobachtet. Für die zweite Studie holten wir die Familien zu uns ins Forschungszentrum und gaben ihnen die Anweisung, dem Kind etwas beizubringen, das es alleine noch nicht kann. Es kommt eben auf den Kontext an.
Aktivierende Vaterschaft kann zu verbesserter Sozialkompetenz führen.
Nun haben wir ein neues System entwickelt, um die aktivierenden Erziehungsweisen beider Eltern für die Lehraufgabe in der zweiten Studie zu messen. Derzeit werten wir Videos mit 191 Interaktionen zwischen einjährigen Kindern und ihren Vätern beziehungsweise Müttern aus. Wenn das zweite Kind dann 7 bis 10 Jahre alt ist, sprechen wir erneut mit den Familien – in einer Nacherhebung, die durch die Jacobs Foundation finanziert wird. Wir befragen Eltern und Kinder zu ihrer Beziehung zueinander, zu Konflikten mit Geschwistern, zu Sozialkompetenzen und zu emotionalen und verhaltensbezogenen Problemen der Kinder.
Ausserdem untersuchen wir, ob die aktivierende Erziehungsweise in verschiedenen Kontexten nur von Vätern praktiziert wird und ob aktivierende Vaterschaft die gesunde kindliche Entwicklung langfristig beeinflusst. Also los, Väter, rauft mit euren Kindern! Das wird ihnen helfen, ihre Emotionen zu regulieren. Aber vergesst nicht, auf die Signale eurer Kinder zu achten.
Bild: fotolia.com
Fazit:
- Aktivierende Vaterschaft hilft Kindern, zu lernen, ihre Emotionen zu regulieren.
- Spielerisches Raufen schadet Kindern nicht, solange die Eltern nicht zu grob werden.
- In bestimmten Kontexten, beispielsweise in Lehrsituationen, zeigen Mütter und Väter aktivierende Erziehungsweisen.
Jacobs Foundation:
Über Matt Stevenson
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