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Bereits vor der Öffnung der Wahllokale am Morgen bildeten sich mancherorts lange Schlangen. Eine Rekordzahl von 26,3 Millionen Wählern hatte sich für die Stimmabgabe registrieren lassen. Mit Spannung wird das Ergebnis für die Regierungspartei ANC von Zuma erwartet.
Für den Präsidenten, der in seinem Heimatort Nkandla in der Provinz KwaZulu-Natal wählte, steht viel auf dem Spiel. Sollte der Afrikanische Nationalkongress (ANC) hohe Verluste erleiden, könnten Rufe nach seinem Rücktritt lauter werden.
Zahlreiche Korruptionsskandale haben dem Ansehen der Partei geschadet. Zudem wächst der Unmut der Bevölkerung angesichts einer Arbeitslosenquote von knapp 27 Prozent. Die Wirtschaft stagniert. Selbst ausländische Investoren wurden durch die politische Misswirtschaft vorsichtiger.
Vor manchen der rund 22'600 Wahllokale gab es ein hohes Polizeiaufgebot, wie örtliche Medien berichteten. Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet.
Beobachter hatten im Vorfeld der Wahl befürchtet, dass es bei einer Niederlage des ANC zu Ausschreitungen kommen könnte. Die Partei könnte erstmals in mehreren der acht grossen von insgesamt 259 Kommunen Niederlagen erleiden. Die Wahllokale schliessen am Mittwochabend, erste Ergebnisse werden am Donnerstag erwartet.
Umfragen zufolge könnte die grösste Oppositionspartei Demokratische Allianz (DA) unter Mmusi Maimane drei wichtige Städte holen: die Hauptstadt Pretoria, die Wirtschaftsmetropole Johannesburg und den Küstenort Port Elizabeth. In Kapstadt stellt die DA bereits den Bürgermeister.
"Heute ist ein historischer Tag, wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, um für den Wandel zu stimmen", sagte Maimane bei seiner Stimmabgabe in Johannesburg.
Die DA galt lange als eine weisse Partei. Doch auch die wachsende schwarze Mittelschicht tendiert immer mehr dazu, die Partei zu wählen. An der Parteispitze steht mit Maimane mittlerweile ein Schwarzer.
Erstmals tritt auch die linke Partei Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit (EFF) des früheren ANC-Jugendführers Julius Malema bei Kommunalwahlen an. Die nächste Parlamentswahl in Südafrika soll 2019 stattfinden. Dann endet auch Zumas aktuelles Mandat.
(SDA)