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Am Dienstag dieser Woche protestierten AktivistInnen in mehreren europäischen Ländern gegen den Bau der Trans Adriatic Pipeline (TAP). Diese soll Erdgas aus Aserbaidschan von Griechenland nach Italien führen und von dort weiter nach Mitteleuropa. «No TAP» hiess es auch in einem Geschäftsviertel der Zuger Gemeinde Baar, wo sich der Hauptsitz der Bau- und Betreibergesellschaft der Pipeline, der TAP AG, befindet. Rund zwei Dutzend AktivistInnen, begleitet von einem fast so grossen Polizeiaufgebot, forderten, dass das Projekt eingestellt werde. Der Bau der Pipeline sei «überflüssig», erklärte die Umweltorganisation Fossil Free, trage zu einer «Überversorgung Europas mit klimaschädigendem Erdgas» bei und torpediere die Energiewende in Europa. Die Pipeline schaffe Sachzwänge, die dazu führten, dass Erdgas noch jahrzehntelang weiter im grossen Stil verbrannt werde. Stattdessen seien eine viel umfassendere Förderung erneuerbarer Energien und beschleunigte Energiesparmassnahmen wie zum Beispiel Gebäudedämmungen nötig.
Schon seit längerem regt sich auch in Italien Widerstand gegen den Bau der Pipeline, die von Albanien her auf dem adriatischen Meeresgrund nach Apulien führen soll. Besonders ausgeprägt ist er in der Gegend um die Gemeinde Melendugno, in deren Nähe die Pipeline auf italienisches Festland treffen soll. Viele der dort Wohnenden wollen verhindern, dass wegen der Pipeline und des Baus einer Pumpstation Tausende Olivenbäume verpflanzt werden müssen. Ausserdem befürchten sie Einbussen im Tourismusgeschäft, weil der Pipelinebau das Meerwasser verschmutzen würde. Die italienischen Behörden haben in den letzten Tagen das Baugebiet in Melendugno grossflächig absperren und Protestierende von der Polizei vertreiben lassen.
Dass die TAP AG ihren Sitz in der Schweiz hat, hat nicht nur steuerliche Gründe. Gegründet wurde die Gesellschaft von der Schweizer Axpo, die mehreren Kantonen gehört. Inzwischen hält die Axpo allerdings nur noch einen Anteil von fünf Prozent an der Gesellschaft. Grösste Anteilseigner sind der wegen diverser Korruptionsaffären umstrittene aserbaidschanische Staatskonzern Socar, der britische Ölkonzern BP sowie weitere grosse europäische Energieunternehmen.