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Seit 4 Jahren muss die Mehrsprachigkeit in der Verwaltung gefördert werden. Die lateinische Schweiz bleibt untervertreten.Dieser Inhalt wurde am 03. Dezember 2001 - 19:22 publiziert
Erst zwei Drittel der Bundesämter setzten die Weisungen zur Förderung der Mehrsprachigkeit von 1997 um, sagte der jurassische christdemokratische Nationalrat François Lachat am Montag vor den Medien. Für den Präsidenten der Vereinigung Helvetia Latina (HL) zeigt dies, dass es noch einiger Anstrengungen bedarf, bis die Sprachgruppen in der ganzen Verwaltung angemessen vertreten sind.
Forderung nach mehr Druck
Die Vereinigung verlangt daher, dass der Bundesrat seine eigenen Weisungen zur Mehrsprachigkeit mit mehr Nachdruck durchsetzt.
Zudem stelle man eine Tendenz fest, dass zahlreiche Ämter die Förderung der Mehrsprachigkeit an Koordinatoren delegieren. Deren hierarchische Stellung sei jedoch oft so, dass sie kaum Gehör fänden.
Deutschweizer besetzen Kaderstellen
Eine Analyse der Organigramme von elf Bundesämtern liess HL schlussfolgern, dass Deutschweizer unverhältnismässig viele höhere Kaderstellen besetzen.
Als Symptom für das nach wie vor bestehende Missverhältnis wertete Lachat das Bild bei den Übersetzern: 96 Prozent übersetzen vom Deutschen in eine andere Sprache.
Die Vereinigung zog ihre Schlüsse auch aus einer Untersuchung des Personalamtes, das eine erste Umsetzungsperiode der Weisungen unter die Lupe nahm. Von den elf 1999 untersuchten Bundesämtern weisen nur drei eine Quote französischsprachiger Kader aus, die dem Anteil der Romands an der Bevölkerung entspricht.
Noch ernüchternder sieht die Bilanz bei den italienischsprachigen Kaderleuten aus. In einem einzigen Amt kommen sie mit 7,65 Prozent auf eine Quote, die dem Bevölkerungsanteil gerecht wird. "Rätoromanen haben wir in den von uns untersuchten Ämtern gar keine gefunden", sagte Lachat.
Kaum Lehrlinge aus der lateinischen Schweiz
Deutlich untervertreten sind die Angehörigen der französischen, italienischen oder rätoromanischen Sprachgruppe zudem bei den Lehrlingen in den Berner Bundesverwaltungen. Nur gerade 15 Prozent von diesen rund 500 Auszubildenden hätten eine lateinische Muttersprache, vermerkte François Lachat.
Die Helvetia Latina wurde 1980 gegründet. Sie zählt zurzeit 65 Parlamentarier und rund 260 Staatsangestellte als Mitglieder. Ziel der Vereinigung ist, dass die Bundesbehörden der Sprache, der Kultur und dem Geist der lateinischen Schweiz den ihnen zustehenden Platz garantieren.
swissinfo und Agenturen
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