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Erfrischende Kombination
Seit ihrer Gründung 1939 unter dem Namen The Happyland Singers hat die Gospelgruppe The Blind Boys Of Alabama schon viele Leute für die schwarze Musik interessieren und begeistern können. Die sechs Sänger und Musiker sind: Jimmy Carter, Billy Bowers, Ben Moore, Eric "Ricky" McKinnie, Joey Williams und Tracy Pierce. Der 81 jährige Clarence Fountain, neben Jimmy Carter das einzig übrig gebliebene Gründungsmitglied, tritt nur noch auf, wenn seine Gesundheit es ihm erlaubt. Ohne Zweifel haben die Blind Boys Of Alabama Musikgeschichte. Über 70 Platten und CDs wurden eingespielt, die Gruppe trat vor mehreren Präsidenten auf, war in unzähligen Filmen zu hören und in so gut wie allen amerikanischen TV Shows zu Gast. Sie gewannen insgesamt 6 Grammies, 4 davon in Folge. 2007 wurden sie in die Gospel Music Hall of Fame aufgenommen. Nun ist ihre neuste CD erschienen: Take The High Road. Produziert wurde sie von Jamey Johnson und ist der Versuch, Gospel und Country zu verschmelzen und es ist die erste CD dieser Art in der siebzigjährigen Geschichte der Gruppe.
Unterstützt werden sie dabei von erstklassigen Studiomusikern aus Nashville. In sechs Titeln spielen Country Stars mit: Willie Nelson, Lee An Womack, Vince Gill, Jamey Johnson selbst und Hank Williams Jr. Schliesslich mischten auch die Oak Rich Boys mit, ein 1940 gegründetes Quartett aus Tennessee und eine Art weisses Pendant zu den Blind Boys. Im Gegensatz zu diesen begannen die Oak Rich Boys mit Gospel, formten sich aber ab etwa 1964 zu einer Countrygruppe um. Heraus gekommen ist ein Album mit durchwegs hörenswerten Songs.
Traditionell wurde in den Anfängen zwischen Gottesmusik (Gospel) und Teufelsmusik (Blues, Boogie) unterschieden und es stand frommen schwarzen Menschen gut an, keine Teufelsmusik zu konsumieren. Manche Bluesmusiker, vor allem der ersten Generation, haben davon erzählt und viele haben damit überhaupt erst Kontakt zur Musik gefunden. Erst Ray Charles und James Brown haben es gewagt, Elemente der Gospelmusik in den Blues einfliessen zu lassen.
Nun kann man über Gospel denken was man will, oft sind die Lieder und der Vortrag ins enge Korsett der Tradition gepresst. Das gleiche gilt ein Stück weit für die Country Musik. Songs klingen dadurch gerne ähnlich. Das gilt hier auch für drei Titel: Have Thine Own Way Lord, Lead Me Home und The Last Mile of the Way sind gemütliche Schunkellieder, wie man sie erwartet. Die anderen Songs jedoch sind frisch gebürstet und teilweise funky, wie zum Beispiel Jesus, Hold My Hand. Mit einem rockigen I Saw the Light erweist Hank Williams seinem Vater Referenz, der diesen Song geschrieben hat. Beeindruckend demonstriert der Chor hier seine Stimmgewalt. Lee Ann Womack ist in nur einem Song zu hören: Danny Flowers (Tulsa Time) I Was a Burden.
Alles in allem eine CD, die Gospelfreunden sowieso gefallen wird, die aber auch Potenzial hat, neue Freunde des Genres zu gewinnen. Der Spagat zwischen Gospel und Country ist gelungen. Die Musik klingt frisch, ohne dass die Spiritualität des Gospels verloren gegangen ist.
Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, kann in diesem ">Youtube Video etwas reinschnuppern.
Blind Boys of Alabama - Take the High Road (2011)
1. Take the
High Road (feat. The Oak Ridge Boys) 3:48
2. Jesus, Hold My Hand 4:30
3. Have Thine Own Way, Lord (feat. Jamey Johnson) 3:57
4. I Was a Burden (feat. Lee Ann Womack) 4:47
5. Can You Give Me a Drink? (feat. Vince Gill) 4:26
6. Family Bible (feat. Willie Nelson) 3:46
7. Jesus Built a Bridge to Heaven 3:53
8. I Know a Place 4:47
9. Why Don't You Live So God Can Use You 3:50
10. Lead Me Home 4:56
11. Stand by Me 3:32
12. I Saw the Light (feat. Hank Williams, Jr.) 3:18
13. The Last Mile of the Way 4:26