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Artmarket.com: mehrere junge Künstler erzielen, verglichen den Schätzwerten ihrer Werke, außergewöhnliche Auktionsergebnisse; Artprice analysiert das Phänomen
Paris (ots/PRNewswire) –
Am 14. Oktober 2021, kurz vor seinem angesehenen Contemporary Art Evening Sale in London, schätzte Sotheby“s den Wert des Leinwandgemäldes I“ll Have What She“s Having (2020) von Flora Yukhnovich auf 80 000 bis 110 000 Dollar. Das Werk wurde jedoch um mehr als 3 Millionen Dollar versteigert. Nichts rechtfertigt dieses Ergebnis, das die Schätzwerte um ein Dreißigfaches übersteigt, bis auf bloßen Wettbewerb zwischen den Bietern natürlich, angefacht durch die gegenwärtige Begeisterung für junge Künstler. Die 31 Jahre alte Künstlerin hat bei weitem nicht genug Ergebnisse, um Artprice oder Sotheby“s die Erklärung eines solchen Ergebnisses zu erlauben.
Thierry Ehrmann, Geschäftsführer und Gründer von Artmarket.com und Artprice: „Kunst gilt generell als eine Anlage mit geringer Volatilität, deren Wert sich innerhalb eines längeren Zeitraums, unter einer langsamen Veränderung der Vorlieben, entwickelt. In den letzten Jahren wurde diese Theorie jedoch durch das so genannte Red-Chip Phänomen umgekehrt; die Begeisterung der Kunstsammler für die jüngsten Stars auf dem Kunstmarkt nahm so stark zu, dass die Preise ihrer Arbeiten von ein paar Tausend auf mehrere Millionen Dollar gestiegen sind.“
Kauf von Werken, noch ehe die Künstler/-innen bekannt sind…
Wenn Sie Flora Yukhnovich (1990) oder Jadé Fadojutimi (1993) noch nicht kennen, so ist das völlig normal! Tatsächlich scheint dies genau einer der Gründe zu sein, warum ihre Arbeiten heute so teuer sind… und es könnte durchaus sein, dass sie nicht mehr in Mode sind, sobald sie einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt haben. Es mag der Intuition widersprechen, doch es scheint, dass die unmittelbare Beliebtheit dieser Künstler eben darauf zurückzuführen ist, dass sie nicht in den Büchern der namhaftesten Galerien für zeitgenössische Kunst zu finden sind. Arbeiten dieser jungen Künstler werden deshalb bei Versteigerungen der Auktionshäuser Phillips, Sotheby“s und Christie“s ohne jeden Richtwert zum Verkauf angeboten.
Tatsächlich wurde das Leinwandgemälde I“ll Have What She“s Having, seit seiner Fertigstellung im Jahr 2020 (vor nicht ganz zwei Jahren) zuerst bei Parafin Gallery und anschließend bei Sotheby“s London versteigert. Die Online-Plattform Artsy präsentiert die junge britische Malerin (31 Jahre) als eine Blue-Chip Künstlerin, denn Flora Yukhnovich wird durch „international anerkannte Galerien vertreten„. Artprice stuft sie eher als „Red-Chip“ Künstlerin ein, ein Begriff, der durch den Journalisten Scott Reyburn (The Art Newspaper) im Januar 2021 in Zusammenhang mit einigen sehr jungen Künstlern geprägt wurde, die plötzlich in der internationalen Kunstszene auftauchten.
Jüngste Werke auf dem Sekundärmarkt
Aufgrund der Gesundheitskrise drängten die Auktionshäuser die Grenzen des Sekundärmarktes, dem sie sich vorher gewidmet hatten, zurück. Heute scheint es, dass sechs oder siebenstellige Summen manchmal für ganz neue Werke (die vor der zweiten Versteigerung noch nicht zwei Jahre alt sind) leichter zu erzielen sind, als für Klassiker der modernen Kunst; zudem sind die führenden Auktionshäuser immer mehr in das so genannte Flipping Game involviert, z. B. der sehr rasche Weiterverkauf von Werken, die frisch aus den Ateliers junger, mondäner Künstler stammen.
Diese Vorgehensweise wird regelmäßig von Galerien sowie von den Künstlern selbst kritisiert, denn in ihren Augen destabilisieren zu rasche Preissteigerungen das empfindliche Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Letztes Jahr sprach der Maler Amoako Boafo (aus Ghana) auf Bloomberg über seine Besorgnis und Ablehnung der höchst spekulativen Versteigerungen seiner Werke bei Auktionen.
Eine neue Strategie…
Im ersten Halbjahr 2021 gingen einige Auktionshäuser einen Schritt weiter und versteigerten NFTs der Künstler Beeple, Larva Labs, PAK, Mad Dog Jones usw.; keiner dieser Künstler wird bisher von großen Galerien vertreten. Die Auktionshäuser arbeiteten direkt mit den Künstlern zusammen, aber auch mit spezifischen Plattformen, z. B. Nifty Gateways oder Opensea), um die neuen Technologien zu nutzen. Da der NFT Markt aber noch ganz neu ist, muteten die Schätzungen der Auktionshäuser etwas willkürlich an: der untere Schätzwert des Werkes 5 000 Days von Beeple betrug 100 Dollar, die Arbeit wurde jedoch um fast 70 Millionen Dollar versteigert!
Natürlich ist das nicht der erste Auftritt der Auktionshäuser auf dem Primärmarkt. Sie bieten bei Wohltätigkeitsversteigerungen regelmäßig neue Werke an; Künstler spenden bei diesen Gelegenheiten z. B. eines oder zwei „unbekannte“ Werke für einen guten Zweck. Es gab auch mehrere Sonderveranstaltungen, z. B. die Versteigerung Beautiful Inside My Head Forever bei Damien Hirst und Sotheby“s im Jahr 2008.
NFTs ermöglichten es den Auktionshäusern, Werke außerhalb der Galerien auf den Markt zu bringen, für die aber bereits eine hohe Nachfrage besteht, welche sich übrigens bereits zu lange anstaute. Dieser Paradigmenwechsel stimmt mit einer breiteren Strategie der Auktionshäuser überein, Werke anzubieten, die neue Käufer für Arbeiten anziehen, deren Preise hochschnellen könnten. Tatsächlich können die Phänomene „NFT“ und „Red-Chip“ als Materialisierung dieser neuen Strategie gesehen werden.
Bilder:
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Artmarket.com ist Eurolist by Euronext Paris, SRD Long Only und Euroclear notiert: 7478 – Bloomberg: PRC – Reuters: ARTF.
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Artmarket und seine Abteilung Artprice wurden im Jahr 1997 von ihrem Geschäftsführer Thierry Ehrmann gegründet. Artmarket und seine Abteilung Artprice werden von Groupe Serveur (Gründung im Jahr 1987) kontrolliert.
Siehe beglaubigte Biografie unter Who“s who©:
Artmarket ist ein globaler Akteur auf dem Kunstmarkt; das Unternehmen verfügt neben anderen Strukturen über die Abteilung Artprice, eine weltweit führende Struktur in Erfassung, Management und Nutzung historischer und zeitgenössischer Informationen über den Kunstmarkt in Datenbanken, die über 30 Millionen Indizes und Auktionsergebnisse über mehr als 770.000 Künstler enthalten.
Artprice Images® verschafft Zugang zur größten Bilder-Datenbank der Welt. Sie enthält nicht weniger als 180 Millionen digitale Bilder und Photographien oder radierte Reproduktionen von Kunstwerken vom Jahr 1700 bis heute, die von unseren Historikern kommentiert wurden.
Artmarket sammelt durch seine Abteilung Artprice fortwährend Daten von 6300 Auktionshäusern und erzeugt Schlüsselinformationen über den Markt für die wichtigsten Presse- und Medienagenturen (7200 Veröffentlichungen). Seine 5,4 Millionen „Mitglieder mit Zugangsdaten“ haben Zugriff zu Anzeigen die von anderen Mitgliedern in das Internet gestellt werden, und Zugang zu einem Netzwerk (Global Standardized Marketplace®), das heute ein weltweit führender, standardisierter Marktplatz für den Kauf und Verkauf von Kunstwerken (fester Preis oder Bieterpreis) ist; die Auktionen unterliegen Absatz 2 und 3 des Artikels L 321.3 des französischen Handelsgesetzbuches.
Artmarket (und seine Abteilung Artprice) wurden im November 2018 zum zweiten Mal für weitere 3 Jahre mit dem Qualitätszeichen „Innovative Company“ ausgezeichnet, das von der französischen Banque Publique d“Investissement (BPI) verliehen wird; die BPI unterstützt das Unternehmen und sein Projekt, seine Position als globaler Akteur auf dem Kunstmarkt zu stärken.
Marktbericht 2020/21 für zeitgenössische Kunst von Artprice & Artmarket.com:
Der Jahresbericht 2020 über den globalen Kunstmarkt von Artprice by Artmarket, veröffentlicht im März 2021:
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