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Momentan sind mehr als 20 (Expeditions-) Kreuzfahrtschiffe und mehrere Privatjachten zwischen Südamerika, den Falklandinseln, Südgeorgien und der Antarktischen Halbinsel unterwegs. Mit Hilfe strikter Covid-19-Protokolle, umgesetzt sowohl in den Flughäfen, Hotels und Häfen in Chile und Argentinien, von wo aus Expeditionsreisen in die Antarktis starten, als auch von den verschiedenen Reedereien an Bord der Schiffe, wird mit großen Anstrengungen versucht, das Coronavirus fernzuhalten. In den meisten Fällen scheint dies gut zu gelingen, aber eben nicht in allen.
Wie die chilenische Zeitung La Prensa Austral berichtete, wurden auf einem Kreuzfahrtschiff der Luxusklasse im November zwei Passagiere positiv auf Covid-19 getestet, nachdem das Schiff mit 156 Passagieren an Bord bereits einige Tage in Richtung Antarktis unterwegs war. Eine 82-jährige Touristin, die die Reise mit vier Familienmitgliedern unternahm, klagte über entsprechende Symptome. Bei ihr und einer weiteren Person bestätigte ein PCR-Test, der an Bord durchgeführt wurde, eine Infektion mit Covid-19, woraufhin die gesamte Familie isoliert wurde.
Da sich der Gesundheitszustand der älteren Dame verschlechterte wurde eine Evakuierung von King George Island, Südliche Shetlandinseln, organisiert. Mit einer BAE-Maschine der chilenischen Fluggesellschaft DAP wurde die 82-jährige Patientin gemeinsam mit ihrer Familie unter strengen Hygieneprotokollen am 23. November nach Punta Arenas, Chile transportiert. Laut La Prensa Austral wurde die Frau nach der Evakuierung in einer Klinik in Punta Arenas behandelt, wo sie jedoch aufgrund der Schwere der Infektion in Kombination mit mehreren Vorerkrankungen verstarb. Die zweite infizierte Person und die anderen Familienmitglieder sind mittlerweile nach einer absolvierten Quarantäne in ihr Heimatland zurückgekehrt.
Wie in den sozialen Medien zu lesen war, reiste die Familie offenbar mit einem Privatjet nach Chile, wo Radio Cooperativa zufolge alle Mitglieder einen negativen PCR-Test vorlegten. Alle anderen Passagiere reisten von Santiago, Chile aus in einer «Hygieneblase» zum Schiff nach Punta Arenas. Glücklicherweise gab es an Bord unter den anderen Passagieren, die alle vollständig geimpft sein mussten, scheinbar keine weiteren positiven Fälle — chilenische Beamte führten nach der Rückkehr des Schiffs in Punta Arenas bei allen Passagieren einen PCR-Test durch, die laut Berichten in den sozialen Medien alle negativ ausfielen.
Dieser Vorfall verdeutlicht erneut, wie schwierig es ist, das Virus auszuschließen, auch wenn scheinbar alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sind.
Von Seiten der chilenischen Behörden liegen bisher keine weiteren Informationen vor. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nennen wir keine Namen von Unternehmen oder Personen.
Julia Hager, PolarJournal