Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03270.jsonl.gz/36

Der grosse deutsche Dichter Friedrich Schiller ist vor 250 Jahren geboren. Zum Jubiläum zeigt Seelisberg am Samstagabend im Tannwald den Film «Wilhelm Tell», der 1960 rund um den Urnersee gedreht worden ist.
Vor genau 250 Jahren ist Friedrich Schiller im deutschen Marbach geboren. Eigentlich wollte er Pfarrer werden, musste aber in die Militärschule. Später durfte er Medizin in Stuttgart studieren und beschäftigte sich bereits früh zum Ausgleich mit Literatur. Mit 23 Jahren erlebte sein erstes grosse Werk «Die Räuber» die Uraufführung. Das letzte grosse Drama ist das Festspiel «Wilhelm Tell».
Mythenstein
Obwohl Schiller nie am Urnersee war, hat er mit seinemWerk «WilhelmTell» in der Region bleibende Spuren hinterlassen. Einem Wächter gleich steht am Eingang zum Urnersee eine natürlich entstandene Felspyramide. Aufgrund der ähnlichen Gestalt wie die beiden Berge «Mythen» hat das über 30 Meter hohe Felsriff aus Neocomkalk wohl den Namen «Mythenstein» erhalten. Um 1838 wurde der teils verwitterte Stein um einige Meter gekürzt, zur Sicherheit der nahe vorbeifahrenden Marktschiffe. Zum 100. Geburtstag von Schiller beschlossen die Eidgenossen auf dem Rütli «die wasserumflossene, von der Natur selbst wie zu einem Denkmal gebaute Pyramide» als Schillerdenkmal zu gestalten. Am 21. Oktober 1860 erfolgte die Einweihung mit Gästen auf festlich geschmückten Dampfschiffen und Nauen. Seit 2005 steht ein 2 Meter hohes Modell des Schillersteins im traditionsreichen Hotel Elephant im deutschen Weimar. Ein Zeichen der Verbundenheit von Weimar mit der Urschweiz.
Wilhelm Tell als Kinoheld
Im Jahr 1960 entstand eine der wichtigsten Tell-Verfilmungen. In der Zeit des Kalten Krieges sollte der Film als «Aufruf der freien Welt an alle Tyrannen zu jeder Zeit und an jedem Ort» dienen. DieAufnahmen dazu entstanden an den Originalschauplätzen. Die Dreharbeiten dauerten zwölfWochen und verschlangen ein Budget von 3,5 Millionen Franken. Bekannte Schauspieler wie Hannes Schmidhauser als Melchtal, Zarli Carigiet als Baumgarten oder Robert Freitag als Tell machten den Film damals zum bedeutendsten Schweizer Film. Viele Leute aus Uri und Schwyz haben als Statisten mitgewirkt.
Waldkino in Seelisberg
Die Landschaft spielt im Film eine wichtige Rolle. Sie lässt Tell nicht nur da wirken, wo er seine Herkunft hat, sondern zeigt auch eindrücklich die Diskrepanz zwischen dem Machtanspruch fremder Herren und der Liebe der einfachen Bewohner zu ihrer Heimat. Im Dezember 1960 hatte der Film im Cinema Corso in Zürich im Dabeisein von Bundesratsvertretern und zusammen mit den Darstellern eine fulminante und viel beachtete Premiere. Am kommenden Samstag, 8. August, zeigt Seelisberg Tourismus aus Anlass des 250. Geburtstags von Friedrich Schiller auf Grossleinwand im Tannwald beim Waldfestplatz diesenTell- Film aus dem Jahr 1960. Nach einer kurzen Einführung ab 21.15 Uhr kann der Film in der Dunkelheit des Waldes genossen werden. Bei schlechtem Wetter wird der Film in der Turnhalle vorgeführt. Der Eintritt ist frei.
Bote der Urschweiz
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Film
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/haAqvy