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Die grössten Landbesitzer in den USA sind zunehmend Milliardäre und Investoren, wie etwa Bill Gates, Jeff Bezos oder Ted Turner. Mit einer Fläche von 108’900 Hektar war Bill Gates im Jahr 2021 einer der grössten privaten Ackerlandbesitzer in den USA. Seine riesigen Flächen mit Ackerland verteilen sich auf insgesamt neunzehn US-Bundesstaaten.
In etlichen Fällen zahlte Gates, dessen Vermögen auf 121 Milliarden Dollar geschätzt wird, deutlich höhere Preise für die Ländereien als ortsansässige Farmer hätten zahlen können. Damit drängte er diese aus dem Markt.
Unter den Bodeneigentümern liegt er etwa im Mittelfeld, noch deutlich hinter Amazon-Gründer Jeff Bezos. Dieser besitzt mit 170’000 Hektar noch mehr Land in den USA, ein grosser Teil davon liegt in West-Texas. Mit einem Vermögen von mehreren 100 Milliarden US-Dollar ist er zudem einer der reichsten Männer der Welt.
Wer 2021 zu den 100 grössten Landbesitzern gehören wollte, musste mindestens 63’158 Hektar Land besitzen. Das entspricht 630 Quadratkilometern oder einer Fläche, die grösser ist als die beiden Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Land. Seitdem kam ein Vielfaches dieser Fläche dazu.
Flächen in Pacht sind grösser als Flächen im Eigentum
Die US-Zeitschrift «The Land Report» bezieht sich in ihrer Ausgabe von Januar 2021 auf Flächen innerhalb der USA, die sich im Eigentum befinden. Doch zusätzlich kontrollieren Milliardäre und ortsfremde Investoren noch viel mehr gepachtetes Land.
Beispielsweise besitzt das Rinderimperium der Familie Ellison «nur» 63’158 Hektar Land. Allerdings hat sie Land im Umfang von mehr als 810’000 Hektar hinzugepachtet.
An die Spitze der grössten Landbesitzer der USA rückte 2021 die kalifornische Familie Emmerson, Eigentümer von Sierra Pacific Industries. Hinzu kamen weitere 70’800 Hektar in Oregon hinzu, womit sich der Flächenbesitz der Familie auf mehr als 943’300 Hektar erhöhte. Seit der Gründung der Holzindustrie-Unternehmen Emmerson Sierra Pacific Industries in Nordkalifornien im Jahr 1949 vereinnahmte das Unternehmen immer mehr Land. Heute ist es der grösste Landbesitzer in Kalifornien und Washington.
Platz zwei belegt John Malone, Eigentümer der Mediengruppe Liberty Media, mit 890’700 Hektar Farmland im Westen und viel Wald im Nordosten der USA: Maine, New Mexico, Colorado und Wyoming.
Auf Platz drei kam 2021 die Washingtons Reed Family mit 850’200 Hektar. Der Grundbesitz der Familie Reed, die das Holzunternehmen Green Diamond Resource Co betreibt, verteilt sich hauptsächlich auf Washington, Oregon und Kalifornien.
Der Medienmogul und CNN-Gründer Ted Turner rangiert mit rund 809’700 Hektar auf Platz vier. Turners Land befindet sich hauptsächlich in New Mexico, South Dakota, Nebraska und Georgia. Auf einem Grossteil des Landes weiden mehr als 50’000 Büffel.
Stan Kroenke, Besitzer des American-Football-Teams Los Angeles Rams, belegte mit 658’900 Hektar den fünften Platz. Dahinter rangiert eine 124’000 Hektar grosse Ranch in Montana mit viel Land in Wyoming.
Saatgutforschung, Gentech-Pflanzen und Agrarbenzin
In einem Interview von 2021 sagte der Philanthrop Bill Gates, dass er auf seinem Ackerland die Saatgutforschung vorantreiben wolle. Mit «produktiverem Saatgut» wolle er vermeiden, dass mehr Wälder abgeholzt werden. Mit seiner Stiftung hatte Gates seit 2006 gemeinsam mit der Rockefeller-Stiftung die «Grüne Revolution in Afrika» (Agra) vorangetrieben: industrielle Landwirtschaft mit Einsatz von Kunstdüngern, Pestiziden und gentechnisch modifiziertem Hybridsaatgut.
Ein weiteres Anliegen ist Gates nach eigenen Angaben die Produktion von billigen «Biokraftstoffen». Ackerland, auf dem Energiepflanzen erzeugt werden, entfällt für den Anbau von Nahrungsmitteln.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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