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Objekt
Wohnüberbauung Sägefeldweg 64, Biel-Bözingen, (BE)
Bauherrschaft
Burgergemeinde Bötzingen
Nutzung/ Raumprogramm
51 Wohneinheiten
Planung
2017-2019
Ausführung
ab Herbst 2020
Baubeschrieb
Der Wohnbau Sägefeldweg 64 befindet sich in Biel-Bözingen, im Übergangsbereich zwischen einem in den 50iger und frühen 60iger Jahren konzipierten Wohnquartier und dem östlich anschliessenden Industrie-quartier Bözingenmoos. Die unmittelbare bauliche Umgebung des früher als Werkhof einer Bauunternehmung genutzten Areals wird geprägt durch Riegel- und höheren Scheibenbauten sowie grossen durchfliessenden Freiräumen. Diese für das Quartier typische, radikale und konsequent umgesetzte Siedlungsidee wird mit einem einfachen, linearen, objekthaften Baukörper mit übergrosser Gebäudetiefe fortgesetzt.
Der mittig im Grundstück situierte, zweiseitig orientierte Gebäudekörper ohne Vorn und Hinten lässt grosszügige Freiräume entstehen und folgt damit der quartier-prägenden Typologie.
Ein schräger Einschnitt im Erdgeschoss der Stirnfassade am Sägefeldweg akzentuiert den Gebäudeeingang. Von hier aus führt eine „Rue intérieure“ zu den drei innen-liegenden Treppenhäusern.
Durch zwei wechselseitig angeordnete Einschnürungen im übertiefen Gebäudekörper kann die „Rue intérieure“ natürliche belichtet werden. Diese verglasten Bereiche ermöglichen Sicht- und Wegbezüge zum östlich und westlich situierten Aussenraum und dienen gleichzeitig als Ort für Begegnung und Austausch unter den Bewohnern.
Im überhohen Erdgeschoss sind entlang der „Rue intérieure“ Richtung Osten und Westen Atelierwohnungen konzipiert mit privaten Aussenräumen und Sitzplätzen unter einer berankten Pergola. Diese, aus feuer-verzinktem Stahl angedachten, der Ost- und Westfassaden vorgelagerten Pergolas, dienen der Differenzierung zwischen privaten und öffentlichen Aussenräumen und sind Referenz an die Lagergestelle der ehemaligen Werkhof-Nutzung
In den Obergeschossen erlauben die Einschnürungen, trotz der grossen Gebäudetiefe von über 19.00m, zweiseitig orientierte Wohnungen.
Die drei Treppenhäuser erschliessen pro Stockwerk drei bis vier Wohnungen, welche mit Ausnahme der 2 ½ Zimmer-Wohnungen mindestens zweiseitig orientiert sind. Sämtliche Wohnungen verfügen über eine, in den Gebäudekörper eingezogenen, von Wind und Wetter geschützten Loggia.
Die äussere Materialisierung des Gebäudes orientiert sich an der ehemaligen Werkhof-Nutzung und wird geprägt durch Kalksandstein-Industrie-Sichtmauerwerk und vorfabrizierte Betonelemente welche die Deckenstirnen nachzeichnen und zur horizontalen Gliederung der Fassaden dienen.
Textile farbige Stoffstoren und mit Naturholz ausgefütterte Loggias kontrastieren mit dem Grau des Kalksandstein-Sichtmauerwerks und den feuerverzinkten Staketengeländer.
Das auf die Eigenfarbe des Materials basierende Gestaltungskonzept entspricht dem unprätentiösen Quartiercharakter und widersetzt sich der entmaterialisierten, aufgesetzten Farbigkeit kürzlich erfolgter Renovationen und Neubauten in der unmittelbaren Nachbarschaft.