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<h2>SubmittedText<h2><p>Das Schweizerische Institut für Berufspädagogik (SIBP) ist das Kompetenzzentrum des Bundes im Bereich Aus- und Fortbildung der Ausbildenden (Berufsschullehrer) in der Berufsbildung. Das SIBP ist derzeit daran, eine neue Hochschule zu werden. Damit gäbe es in der Schweizerischen Hochschullandschaft einen weiteren Hochschultypus. Die Kosten, welche mit dem Ausbau des SIBP verbunden sind, sehen wie folgt aus: 2003: 13,5 Millionen Franken; 2004: 18,2 Millionen; 2005: 24,1 Millionen; 2006: 26,1 Millionen.</p><p>Der Bundesrat wird vor diesem Hintergrund gebeten, zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:</p><p>1. Ist es angemessen, in einer Zeit der "Grossbaustelle Hochschullandschaft Schweiz", mit der so dringend notwendige Vereinfachung der Hochschulstrukturen zu realisieren wäre, einen weiteren neuen Hochschultypus zu kreieren?</p><p>2. Besteht nicht die Gefahr, dass damit einmal mehr neue und nicht kompatible Strukturen aufgebaut werden? Wie fügt sich die neue Hochschule in den Bologna-Prozess ein?</p><p>3. Kann die Ausbildung der Ausbildenden und die Berufsbildungsforschung nicht von den bestehenden Hochschultypen (pädagogische Hochschulen) inklusive FH übernommen werden?</p><p>4. Wie kann er es verantworten, während der Umsetzung des Entlastungsprogramms 2004, das die kritische Finanzsituation der Universitäten und der Fachhochschulen noch verschärft, eine Institution aus dem Bereich des Wunschbedarfes aufzubauen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Seit 2004 ist das neue Berufsbildungsgesetz in Kraft. Dieses Gesetz verlangt in Artikel 48, dass der Bund zur Förderung der Berufspädagogik "ein Institut auf Hochschulstufe" führt. Die Integration dieses Institutes in die Hochschullandschaft wird nicht dadurch erreicht, dass die vielfältigen Aspekte der Berufsbildung auf bestehende Strukturen umgelegt werden. Berufspädagogik braucht vielmehr ein eigenständiges starkes Zentrum, das sich in Kooperationsbeziehungen realisiert. Nur so können die unterschiedlichen Ansprüche der Regionen und der Auszubildenden sowie der Bezug zur Wirtschaft und zur Praxis garantiert werden.</p><p>1. Eine Vereinfachung der Hochschulstrukturen ist zweifellos erwünscht. Dies setzt bedürfnisgerechte Angebote voraus. Das heutige Schweizerische Institut für Berufspädagogik entspricht mit seiner seminaristischen Ausrichtung nicht mehr den Anforderungen an eine Bildungsstätte für Lehrkräfte und weitere Berufsbildungsverantwortliche. Die Ausbildung von Lehrkräften ist Ende der Neunzigerjahre schweizweit auf Hochschulstufe angesiedelt worden. Insofern wird mit dem neuen Institut kein weiterer neuer Hochschultyp kreiert, sondern vielmehr eine Strukturbereinigung vollzogen.</p><p>2. Der Verordnungsentwurf über das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB), welcher sich gegenwärtig in der Vernehmlassung befindet, ist wesentlich auf bestehende Strukturen ausgerichtet, mit denen auch die Bildung von Berufsschullehrkräften kompatibel gemacht wird. Lehre und Forschung sind wesentliche Merkmale eines Hochschulangebots. Mit dem Angebot von Master-Abschlüssen am EHB wird dem Bologna-Prozess vollumfänglich Rechnung getragen.</p><p>3. Es sind sämtliche Eingliederungs- und Angliederungsvarianten an eine bestehende Hochschule intensiv geprüft worden. Sowohl die rechtlichen als auch die betriebswirtschaftlichen Abklärungen zeigten, dass jede Variante teurer wäre als die gewählte und dass sich insbesondere keine regional gesicherte und den Bedürfnissen der Berufsbildung entsprechende Lösung realisieren liesse.</p><p>Ausländische Erfahrungen haben gezeigt, dass die Aufteilung der Berufsschullehrerausbildung auf die verschiedenen Fachbereiche und Typen von Hochschulen zu einer unerwünschten, übertriebenen Akademisierung und zu einer Schwächung des Bezuges zur Wirtschaft führen.</p><p>Die schweizerische Berufsbildung rekrutiert ihre Lehrkräfte nicht nur aus der schulischen Lehrerbildung, sondern zu wesentlichen Teilen auch unter Berufsleuten (Fachlehrkräfte). Dies und der Unterricht der Berufsfachschule stellen ganz andere Anforderungen an die Ausbildung. Der Wirtschaftsbezug der Berufsbildung bringt es ausserdem mit sich, dass die Ausbildung keineswegs nur aus pädagogischen oder psychologischen Elementen bestehen darf, sondern insbesondere auch die Berufsbildungsökonomie wesentlich berücksichtigen muss.</p><p>4. Die Stärkung der Berufsbildung durch eine verbesserte Bildung der Berufsbildungsverantwortlichen entspricht nicht dem Wunschbedarf, sondern ist ein wesentliches Element der Politik von Bundesrat und Parlament zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Schweiz. Der Aufbau des EHB erfolgt zudem im Rahmen der in der BFT-Botschaft 2004-2007 vorgesehenen Mittel, welche den verschiedenen Spar- und Kürzungsprogrammen unterworfen sind.</p>  Antwort des Bundesrates.