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Quelle 20min
Am 19. April 2016 standen sich GC und der FCZ letztmals in einem Derby gegenüber, ehe der FCZ im Mai abstieg. Beim 1:1 holte das Team von Sami Hyypiä damals den ersten Punkt (2:3, 0:5, 2:4) gegen die Mannschaft von Pierluigi Tami in der Saison 2015/16.
20 Juli 2017 10:16
247. Derby
GC mit Barça-Stürmer – wie schlägt sich der FCZ?
von E. Tedesco - Der FCZ ist zurück in der Super League. Vor dem Duell gegen GC stellt sich die Frage nach den Kräfteverhältnissen in Zürich.
Die treuen Fans erinnern sich: Am Sonntag werden exakt 460 Tage seit dem letzten Zürcher Derby vergangen sein. Am 19. April 2016 standen sich die beiden Clubs letztmals gegenüber. Beim 1:1 holte der FCZ damals den ersten Punkt (2:3, 0:5, 2:4) gegen den Stadtrivalen im vierten Saison-Duell.
Die Mannschaftsaufstellungen lesen sich ein Stück weit wie aus einem alten Geschichtsbuch: Brecher, Koch, Vinicius, Chiumiento, Grgic oder Kerschakow beim FCZ, auf der GC-Seite kamen Spieler wie Mall, Senderos, Bauer, Källström, Milanov, Caio oder Lüthi zum Einsatz. Die Trainer hiessen Sami Hyypiä beim FCZ und Pierluigi Tami bei GC. Grgic brachte damals den FCZ per Foulpenalty in Führung, Caio erzielte den Ausgleich.
Ein Jahr der Wiedergutmachung
Trotz Punktgewinn gegen den Stadtrivalen stieg der FCZ einen Monat später in die Challenge League ab. Die einjährige Tingeltour durch die Fussball-Provinz hatte heilende Wirkung, der Patient wurde bald gesund. Es scheint, dass der FCZ erst tief fallen musste, um sich wiederzufinden. Der Absturz, den der Präsident mitverschuldet hatte, kostete Ancillo Canepa vier bis fünf Millionen Franken.
Es war eine Saison der Wiedergutmachung. Die Gelegenheit, Veränderungen vorzunehmen. Es gab viele personelle Wechsel in der Mannschaft, im Staff und mit Thomas Bickel hat sich Canepa in der Person eines sportlichen Leiters Unterstützung geholt.
Die Mannschaft von Uli Forte scheint stärker zu sein als im Abstiegsjahr. Vielleicht ist sie sogar stärker als der Grasshopper Club, der zwar nicht abgestiegen ist – mittlerweile aber einige Leistungsträger wie Dabbur oder Caio abgeben musste.
GC kränkelt
GC geht es finanziell nicht gut. CEO Manuel Huber machte letzten Februar keinen Hehl daraus und sprach davon, dass der ganze Club scheitern könnte, wenn keine Inverstoren gefunden werden. Die Lizenz für diese Saison sei gesichert, sagte Huber damals im Clublokal am Paradeplatz, aber wenn bis Ende Jahr keine neuen Geldgeber gefunden werden könnten, würde es nicht mehr reichen.
Man beauftragte eine Firma aus Zug, um neue Investoren zu finden. Auch Huber wechselte den Trainer, entliess Pierluigi Tami und gab Carlos Bernegger nach dem Ligaerhalt einen Vertrag. Zudem machte sich der GC-CEO auf die Suche nach einem Sportchef und wurde in der Person von Mathias Walther fündig. Der neue sportliche Leiter arbeitet bereits zum dritten Mal für GC.
Der Vergleich im Sturm
Also wer ist stärker – GC oder der FCZ? Vor allem in der Offensive scheinen sich die Kräfte verschoben zu haben. GC steigt mit Marco Djuricin (von Ferencváro), Florian Kamberi (von Karlsruhe), Ridge Munsy oder Albion Avdijaj (aus Vaduz) ins Rennen. Alles keine klingenden Namen.
Erwähnenswert ist hingegen 29-jährige Neuzugang Jeffrén, der frührer als Flügelstürmer bei Barça phasenweise für Furore sorgte. Der venezolanische Nationalspieler will seiner Karriere nach fünf verlorenen Jahren in Spanien, Portugal und Belgien bei GC neuen Schwung verleihen.
Beim FCZ dagegen kämpft mit Raphael Dwamena, Michael Frey (von YB), Dzengis Cavusevic und Moussa Koné ebenfalls einige Prominenz um die freien Plätze. Man darf gespannt sein, ob der Aufsteiger FCZ mit dieser Formation die Stirn bieten kann. Bis zum Start der Super League ist die Frage erlaubt. Die erste Antwort liefert das 247. Derby am Sonntag.
Köbi für immer