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The Sum of All Fears ist ein Beispiel wie Hollywood handelt, wenn die Optionen ausgehen. Harrison Ford wollte nicht, also wurde kurzum alles über den Haufen geworfen und aus Sum of All Fears (konträr zur Buchvorlage) eine Neuauflage der Serie, die inzwischen mit Jack Ryan: Shadow Recruit ein neuerliches re-boot erfuhr. Konsequenterweise ohne Affleck. Man streiche fortan jegliche Logik. Das freilich hielt Jerry Goldsmith nicht davon ab 2002 für Sum of All Fears einen seiner letzten grossen Actionscores zu schreiben.
Die Musik beinhaltet ein ganzes Feld an abwechslungsreichen Momenten, die man allzu selten in aktuellen Actionern zu hören kriegt: Themen und Motive, genügend Noten wo nötig, wenige dort wo es passt und gekonnte Orchestrationen (Mark McKenzie).
Goldsmith beginnt mit einem Stück für Chor und Orchester, dass die Mission eines israelischen Bombers beschreibt, der während des Sechstage-Krieges im Falle des Falles eine Atombombe abwerfen sollte und so die Armeen Ägyptens, Syriens und Jordaniens aufhalten und die Welt ins Chaos stürzen würde. „The Mission“ begleitet den Piloten bei seinem Einsatz, während dessen der Bomber schliesslich abgeschossen wird. Später wird ein gewiefter Waffenhändler den nicht detonierten Sprengkopf ausfindig machen und an eine Nazi-Organisation weiterverkaufen, die die Bombe während des Super Bowl Spiels in Boston hochgehen lässt und die USA und Russland an den Rand eines dritten Weltkriegs führt.
„The Mission“ ist ein elegisch-trauriges Stück, das gegensätzlich zum Geschehen auf der Leinwand funktioniert und die apokalyptische Stimmung vorab einfängt, in die die Welt bald abgleiten wird. „Nahöstliche“ Klänge („The Bomb“, „The Deal“), russische Schwere („Thanks a Lot/That Went Well“), militärisches Ambiente (für die USA stehend) und vollmundiges Actionmaterial werden folgen. Selbstverständlich sind die Fussspuren des Komponisten stets zu hören, so im blechlastigen (meist von den Hörnern gespielten) 3 und 4 Noten Actionmotiv – Mitte der 90er bis zu Sum of all Fears in so einigen Goldsmith Genre Filmen zu hören -, dem knalligen Spannungsmotiv Nr. 2 („Supplies“) den ungeraden Takten, der Vielzahl an Perkussionseinsätzen und elektronischen Beigaben („Do It/I’ll Go/The Bomb“) bis hin zu Suspensemomenten gefüllt mit Energie und Kraft („How Close?“, „Snap Count“).
Obwohl nur knapp 20 Minuten länger, ist es erstaunlich um wie viel, ja in der Tat, kompakter, mitreissender und abwechslungsreicher diese La-La Land CD gegenüber der 2002er Elektra Scheibe ausfällt. Wieder einmal darf man dem Label danken für eine tolle Veröffentlichung, einen grandiosen Klang und kurzweiligen Liner Notes Marke Jeff Bond.
THE SUM OF ALL FEARS Jerry Goldsmith La-La Land Records 1295 78:48 / 25 Tracks Limitiert auf 3000 CDs