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Ochs war nicht nur Staatsmann und Diplomat, er war auch ein versierter Jurist, der nicht nur verschiedene Verfassungsentwürfe ausarbeitete, sondern sich ebenso für Reformen des Strafrechts und des Eherechts einsetzte. Er verfasste zudem die "Geschichte der Stadt und Landschaft Basel", die erste auf Quellen basierte Basler Kantonsgeschichte.
Die politischen und sozialen Verhältnisse seiner Zeit verletzten Ochs’ Rechtsempfinden. Die "Würde" eines Menschen war unantastbar. Er lehnte Folter, grausame Körperstrafen und öffentliche Hinrichtungen ab. Persönliche Freiheit und politische Rechte waren in seinen Augen Grundrechte aller, nicht Privilege weniger. In der alten Eidgenossenschaft waren vor 1798 aber nach Ochs’ eigenen Berechnungen mehr als 95 Prozent der Einwohner rechtlose "Untertanen".
Den Entschluss zur "Revolutionierung" Basels und der Eidgenossenschaft fasste Ochs anlässlich seiner Wahl zum "Grand Tribun" (deutsch: Oberstzunftmeister) im August 1796. Ochs gab seinem neuen Amt − dem zweithöchsten nach dem Bürgermeister −, das traditionell die Interessen der in den Zünften organisierten Stadtbürgerschaft vertrat, eine neue Bedeutung. Er wollte Sprecher aller Staatsbürger sein. Dieser Entschluss entstand, nachdem Ochs viele Jahre lang vergeblich an die Vernunft und den Gerechtigkeitssinn der regierenden Bürger appelliert hatte, freiwillig auf ihre Privilegien zu verzichten und die Baselbieter Untertanen als gleichberechtigte Staatsbürger anzuerkennen.