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Das Wort «Gemeinschaft» kommt in diesem Kapitel mehrmals vor, und da es in den angeführten Fragen aus Vers 16 betont ist, wollen wir den Zusammenhang beachten, in dem es gebraucht wird. Der Vers befindet sich in der ernsten Warnung, die der Apostel den Heiligen in Korinth gibt, den Götzendienst zu fliehen (Vers 14) und das Essen von Götzenopfern zu meiden (Vers 19). Diese waren in Wirklichkeit den Dämonen geopfert worden (Vers 20), und Paulus wollte nicht, dass sie in Gemeinschaft kämen mit Dämonen.
Wir ersehen aus dieser Stelle, dass eine Gruppe von Gläubigen eine Handlung der Gemeinschaft vollzieht, wenn sie alle am gemeinsamen Akt der Teilnahme am Trinken oder Essen mitmachen. Bei dieser äusserlichen Handlung machen sich alle eins mit dem, was sie auf diese Weise teilen, ob sie nun vom Kelch des Herrn oder vom Kelch der Dämonen trinken, ob sie am Tisch des Herrn teilnehmen oder am Tisch der Dämonen (Vers 21).
In Vers 16 wird nun die wahre Natur und Bedeutung der Feier des Mahls am Tisch des Herrn, als einer gemeinsamen Handlung, vor das Gewissen der Gläubigen gestellt: «Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus?» Der Apostel weist zuerst auf den Kelch hin, indem er die Ordnung der gewohnten Praxis umkehrt, die in Kapitel 11 bezeichnet ist. Der Kelch ist ein anschaulicheres Bild vom Tod Christi als der Leib und bringt die ernsteste Seite der Wahrheit zum Ausdruck, derer die Versammlung gedenkt. Die von dem Kelch der Segnung trinken, haben Gemeinschaft mit dem Blut Christi. Das ist in Gottes Augen die Bedeutung der Teilnahme an dem Kelch; in seiner Beurteilung werden dadurch alle mit dem Blut Christi in Verbindung gebracht. Wie unvereinbar wäre es, wenn einer in der Versammlung den Kelch der Dämonen mit einem solchen Kelch verbinden wollte!
Dann wendet sich der Apostel zu dem Brot und sagt: «Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?» Hier wird uns wieder die Wahrheit von der Gemeinschaft und Verbindung der Heiligen am Tisch des Herrn mit dem, was auf dem Tisch ist, gelehrt. Aber während sich der Kelch nur auf den Tod und die Blutvergiessung des Christus bezieht, zeigt es sich, dass der Brotlaib hier eine doppelte Bedeutung hat. Das gebrochene Brot weist auf das hin, was Christus für uns gab (Lk 22,19): es ist «der Leib des Herrn» (1. Kor 11,27.29), und «Herr» betont seine Autorität über jeden einzelnen der Teilnehmenden am Mahl des Herrn. Aber in Kapitel 10,16 wird der Ausdruck «Leib des Christus» auch auf die Verbindung der Versammlung unter sich und mit Ihm angewandt: «Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die Vielen; denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot» (Vers 17). So ist es auch in Kapitel 12,12: «der Christus» ist der Name, der dem neuen Menschen gegeben wird, sowohl dem Leib als auch dem Haupt; «alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus.»
Das Brot stellt daher, obwohl es ein Sinnbild vom menschlichen Leib des Christus ist, an dem Er unsere Sünden auf dem Holz getragen hat (1. Pet 2,24), in seinem ungebrochenen Zustand die Einheit der ganzen Versammlung Gottes auf der Erde dar, und ihre Gemeinschaft wird im Akt des Essens am Tisch des Herrn ausgedrückt. Das Brot deutet auch auf die Einheit der örtlichen Versammlung hin; derselbe Ausdruck wird auf sie angewandt, als in Vertretung des ganzen Leibes des Christus: «Ihr aber seid Christi Leib, und Glieder im Einzelnen» (12,27). Mit diesen Worten, an die Versammlung in Korinth gerichtet, nennt sie der Apostel «der Leib Christi».