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Die Frühsommer-Meningoenzephalitits FSME oder Zeckenenzephalitis (Enzephalitis = Gehirnentzündung) ist eine Infektionskrankheit, die durch das FSME-Virus hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch einen Stich einer befallenen Zecke (Holzbock).
Zecken leben vor allem in Laubwäldern mit üppigem Unterholz und kommen in der ganzen Schweiz bis auf einer Höhe von zirka 1500 Meter über Meer vor. Sie ernähren sich von Tier- und Menschenblut und können beim Stechen verschiedene Krankheitserreger übertragen. Neben Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME können Zecken auch Lyme-Borreliose oder die viel selteneren Krankheiten Ehrlichiosen und Rickettsiosen übertragen. Während FSME durch ein Virus ausgelöst wird, werden die anderen drei Krankheiten durch Bakterien verursacht. Bei den Ehrlichien- und Rickettsien-Bakterien gibt es mehrere Gruppen, die verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen.
Sieben bis vierzehn Tage nach dem Stich einer infizierten Zecke kann es zu einer ersten Krankheitsphase mit grippeartigen Symptomen kommen. Beim Grossteil der Patienten treten jedoch keine Krankheitszeichen auf. Bei 5 bis 15 % der Erkrankten kommt es nach einem beschwerdefreien Zeitraum zum Befall des zentralen Nervensystems mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrations- und Gehstörungen. Diese können Wochen bis Monate andauern. Bei einem Teil der Patienten können Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auftreten und zu bleibenden Behinderungen führen. In zirka 1 % der Fälle mit neurologischen Symptomen führt die Krankheit zum Tod. Eine ursächliche Behandlung der FSME ist nicht möglich, es können lediglich Symptome behandelt werden.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitits FSME ist weit verbreitet in Russland und im fernen Osten. In Europa ist sie auf dem Vormarsch. 2005 und 2006 hatten die gemeldete FSME-Erkrankungen in der Schweiz mit 200 bis 250 Fällen pro Jahr stark zugenommen, im Vergleich mit durchschnittlich 100 Fällen pro Jahr in den fünf Jahren zuvor. Danach nahm die Häufigkeit wieder auf 100 bis 170 Fälle pro Jahr ab.
Zecken gibt es auf der ganzen Welt. Zecken, die vom Zeckenenzephalitis-Virus befallen sind, kommen nur in gewissen Gebieten, den sogenannten Naturherden (Endemiegebieten) vor. Betroffen sind in der Schweiz fast alle Kantone des Mittellandes. In diesen Endemiegebieten tragen etwa 1 % (0,5 bis 3 %) der Zecken das Virus in sich. Über einer Höhe von rund 1000 Meter über Meer sind bisher keine Gebiete mit FSME-Viren infizierten Zecken bekannt.
Zur Vorbeugung gegen FSME steht eine sichere und gut wirksame Impfung zur Verfügung. Diese ist für alle Personen empfohlen (im Allgemeinen ab dem Alter von sechs Jahren), welche in Gegenden mit Naturherden (Endemiegebieten, vgl. entsprechende Veröffentlichungen) wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. Ergänzend sind die allgemeinen Schutzmassnahmen gegen Zecken zu beachten: gut abschliessende Kleidung und das Meiden von Unterholz. Hilfreich sind ausserdem Schutzmittel für die Haut und Insektizide für die Kleider.
Da Zeckenstiche oft nicht bemerkt werden, sollten nach einem Aufenthalt im Wald Körper und Kleidung auf Zecken untersucht werden. Das Tragen heller Kleidung erleichtert dabei die Zeckensuche. Haustiere (z. B. Hunde, Katzen oder Pferde) sollten ebenfalls auf Zecken abgesucht werden. Gefundene Zecken möglichst schnell entfernen, am besten durch Fassen mit einer feinen Pinzette direkt über der Haut und kontinuierlichen Zug. Danach die Stichstelle desinfizieren. Bei Fieber oder anderen Symptomen nach einem Zeckenstich sollte man einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.
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