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|Geschichtliches zur Kirche||Im Rahmen einer Gesamtrestauration der Kirche führte der ärchöologische Dienst des Kantons Bern 1981 Grabungen in der Kirche durch. Diese deckten auf, dass dem heutigen Kirchenbau, welcher zwischen 1732 und 1734 entstand, sechs Anlagen vorausgegangen sind. Die erste geht zurück in das 8. / 9. Jahrhundert. Aufgrund ausgehobener Pfostengruben dürfte es sich um eine einfache Holzkirche gehandelt haben, wie sie auch andernorts im Oberaargau (Bsp. Madiswil) nachgewiesen wird. Eine erste gemauerte Saalkirchen mit einem querrechteckigen Saal wurde etwa um 900 erstellt. Im Hochmittelalter entstand eine neue Saalkirche, welche das Schiff in einen Laienteil und in das Vorchor schied. Später wurde ein Beinhaus angebaut, das im 15. Jh. zu einer Kapelle erweitert wurde. Als Folge der Reformation von 1528 wurde das Altarhaus abgebrochen, «das ehemalige Schiff beim Triumphbogen geschlossen und als einfacher, gerade geschlossener Saal gebraucht, in dem Taufstein und Kanzel auf dem erhöhten Vorchor der katholischen Zeit entstanden.» Dorfbuch Bleienbach, S.124)|
|der Taufstein||In diese Kirche kam 1557 der spätgotische Taufstein.

Der in einer einfachen Kelchform gehaltene Taufstein ist aus Sandstein gehauen und wird vom Taufstein-Forscher Hermann Schöpfer folgendermassen beschrieben:
«Sockel über Quadrat, Schaft über Becken und Achteck, quadratisches, oben abgekantetes Podest. Auf prismatischer Sockelplatte bündig aufgesetzte Pyramide mit geschweiften Seiten. Das Achtkantprisma des Schaftes entsteht aus der Durchdringung dieser beiden isometrischen Formen. Halbkugeliges Achtkantbecken mit starker Stelzung und hohem Gesims mit Kehlstabprofil.» OJB, 1978, S. 127 - Der Taufstein wurde 1925 bunt bemalt. 1982 bei der Kirchenrenovation wurde die Bemalung entfernt.
|Die «Reformationskirche»||wurde zwischen 1732 und 1734 wegen Baufälligkeit und Platzmangels abgebrochen und nach den Bauplänen des Münterwerkmeisters Niklaus Schiltknecht neu aufgebaut. Es entstand ein polygonal geschlossener Predigtsaal unter einem Krüppelwalmdach mit einem Dachreiter. 1778/79 erhielt der Dachreiter eine neue Glocke. Ein Turm scheint nie bestanden zu haben. 1877 wurde die Kirche restauriert. Bern finanzierte die Änderung des Chorgestühls und des Chordaches. Erst 1884 übernahm die Kirchgemeinde auch die Verantwortung für das Chor. Die Kirchgemeinde liess 1924/25 die Kirche innen restaurieren, 1945 erneuerte sie den Dachreiter und 1974 wurde die Kirche aussenrestauriert. Eine erneute Restauration, welche zu dem heutigen Kirchenraum führte, erfolgte 1982. Im Sommer 2005 wurde das gesamt Kirchendach und Kirchturm saniert, die Holzkonstruktion wo nötig erneuert und mit neuen Ziegeln eingedeckt. Gleichzeitig wurde die gesamte Gebäudehülle (Fassade) vom abbröckelnden Material befreit und saniert und anschliessend mit einem neuen Farbanstrich restauriert.|
|Der Kircheninnenraum||Der heutige Kirchenraum präsentiert sich als schlichter Predigtraum mit dem Taufstein und der eleganten Régencekanzel von 1733. Der Kanzelkorpus besteht aus ornamental angeordneten Wurzelfaserformen. 1992 wurde die dreisäulige Orgel von Pürro Willisau eingebaut. Das schmucke Instrument, welches in ein echtes Nussbaumgehäuse gefasst ist, hat 16 Register und drei Kuppeln. Es ersetzte die 13-registrige Metzler Orgel, welche von 1939-1991 gespielt wurde. Diese wiederum folgte der ersten Bleienbacher Orgel, einer Orgel des Orgebauers Kuhn aus Männedorf, die 1884 eingeweiht worden war.

Als Gönner der Kirche hat sich vor allem das Ehepaar Lina und Heinrich Hardmeyer-Bützberger verdient gemacht. Weiteres in Schrift Hardmeyer
Dank deren Spende konnte die Kirche immer wieder neu ausgestattet werden. U.a. stifteten sie die Mittel zur Ausstattung des Chores mit den drei farbigen Fenstern, die der Kunstmaler Ernst Linck 1929 schuf. Sie stellen links die Aussendung der 12 Jünger, in der Mitte die Anbetung des Kindes durch die drei Könige und rechts die Kreuzigung dar. Die drei Kassettenfenster an der Nordwand schuf 1966 Paul Zehnder. Sie stellen das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und die Beispielerzählung vom verlorenen Sohn dar. Die vier Wappenscheiben in dem Fenster über dem Südeingang verweisen auf den Neubau der Kirche 1734. Die Bernerscheibe und das Wappen der «Kilchöri Bleienbach», dann das Wappen des damals regirenden Landvogts von Aarwangen, Franz Ludwig Schöni und des Berner Seckelmeisters Friedrich von Werdt. Weiter schmückte die im Vorchor aufgestellte alte Bleienbacher Glocke von 1821 den Raum. Sie trägt den Spruch: «Meine Stimme ruft das Volk in das Haus des Herren, warnt in der Noth und begleitet die Abgstorbenen zum Grabe.»
Text aus dem Buch: «Kirchen im Oberaargau»