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Franziskus Jordan wird am 15. Mai 2021 in der Lateranbasilika in Rom seliggesprochen. Sein Tod in Tafers ist nicht das einzige Ereignis, das ihn mit der Schweiz verbindet. Er wurde drei Kilometer von der Schweizer Grenze geboren und seine Tätigkeiten und sein Schicksal führten ihn immer wieder in die Schweiz. Zur Seligsprechung gehört auch ein Wunder. Hier erfahren Sie ausführlich mehr darüber.
Zum Schluss begegnet Ihnen das Zeugnis der Menschen, die sich durch die Botschaft des Jordan begeistern liessen. Es sind der Generalobere der Salvatorianer P. Milton Zonta, die Generaloberin der Salvatorianerinnen Sr. Maria Yaneth Moreno Rodrigues und der ehemalige Präsident der Laiensalvatorianer Herr Marco Ermes Luparia.
P. Jordan hat am 25. Juli 1878 in Döttingen, Kanton Aargau, seine Primiz gefeiert, weil ihm dies in seiner badischen Heimat wegen des Kulturkampfes verwehrt war. Als junger Ordensgründer weilte er vom 17. bis 31 Juli 1883 in Maria Einsiedeln und schrieb in «13 Tagen und 13 Nächten» die Erstfassung seiner Ordensregel nieder und war sich dabei des Segens Unserer Lieben Frau vom Finsteren Walde gewiss.
Die Schweiz gab ihm in Maggenberg Wohnrecht, als er mit dem Generalat am 7. Mai 1915 Rom verliess, um vom neutralen Boden der Schweiz besser und sicherer die Leitung der Gesellschaft wahrnehmen zu können. In der
Schweiz, im Krankenhaus der Vinzentinerinnen in Tafers, ist Jordan am 8. September 1918 gestorben. In der Pfarrkirche zu Tafers wurde er beigesetzt, und die Gemeinde hat es natürlich bedauert, dass die sterblichen Überreste später durch P. Bonaventura Schweizer nach Rom in die Kapelle des Mutterhauses überführt worden sind.
Vor hundert Jahren, am 18. Juli 1894, wurde die erste salvatorianische Niederlassung in der Schweiz gegründet. Die Entwicklung der Gesellschaft der Salvatoriander verlief in jenen Jahren stürmisch. Der grösste Teil der Mitglieder wohnte im römischen Mutterhaus. Die Klerikerkandidaten widmeten sich den humanistischen Fächern, die «Scholastiker» studierten an der Päpstlichen Universität Gregoriana Philosophie und Theologie. Im übrigen diente der Palazzo als Unterkunft für die Verwaltung und das Presseapostolat.
Von Rom aus suchte Jordan seine Gesellschaft weltweit zu verbreiten. So kamen zum Mutterhaus viele Sorgen hinzu: Seit 1889 die Mission im indischen Assam, seit 1890 die Niederlassung in Tivoli, seit 1892 die Gründung in Wien und seit 1893 das Studienkolleg in Lochau am Bodensee – überall neue Aufgaben, grosse Hoffnungen, aber auch fast unerträgliche Schulden.
Jordan hatte zum Jahreswechsel 1893/94 mit begeisterten Worten die Geschichte seiner jetzt 12jährigen Gründung zusammengefasst: über 150 Mitglieder im Mutterhaus, davon 25 Priester, 100 Studierende an der Gregoriana, 39 Kleriker- und Brüdernovizen. Damit würden in den nächsten sechs Jahren etwa hundert junge Mitglieder die Priesterweihe erhalten. Welche Aussichten für ein weltweites salvatorianisches Apostolat!
Im Juli 1894 brach Jordan zu Visitationsreisen nach Wien und Lochau auf. Zuvor hatte er bei der vatikanischen Behörde das Gesuch um die kirchliche Anerkennung seiner Gründung eingereicht.
Es war ihm nun daran gelegen, in der Schweiz ein Haus für gesundheitlich gefährdete Theologiestudenten zu erwerben. Er liess einen jungen Mitbruder, der gerade erst im Elsass seine Primiz feierte, sondieren. Dieser wandte sich an den Staatsrat Python, mit dem Jordan seit 1875 in freundschaftlicher Beziehung stand. Python war Gründer der Universität Freiburg, und es kam ihm sehr gelegen, dass die von den Dominikanern geleitete theologische Fakultät neuen Zuwachs erhalten sollte. So wurde bald in Freiburg ein geeignetes Haus gefunden. Jordan eilte von Lochau, wo er gerade die Visitation durchgeführt hatte, in die Schweiz, um am Gründungstag anwesend zu sein. Es schien sich also alles gut zu fügen. Als Jordan dann unmittelbar darauf nach Rom zurückkehrte, erwartete den Ahnungslosen eine bittere Überraschung. Die vatikanische Behörde hatte sein Anerkennungsgesuch zunächst einmal abgelehnt und statt dessen einen Visitator bestimmt, der Jordan unter kirchenrechtliche Beaufsichtigung und Bevormundung stellte.
Das Jahr 1894, das für Jordan so hoffnungsvoll begonnen hatte, sollte zu einem Jahr der schwersten Prüfung werden.
Die Schweizer Gründung entwickelte sich indessen segensreich. Die Studenten fühlten sich an der Freiburger Universität sehr wohl. Die Patres übernahmen mit Freude und Hingabe vielfache seelsorgliche Aufgaben und waren bei Klerus und Volk beliebt. Schon 1895 erhielten sie, ebenfalls auf Vermittlung von Staatsrat Python, ein neues Tätigkeitsfeld: die Leitung des Erziehungshauses Drognens, eine Aufgabe, der Jordan sehr zugetan war. Zum Institutsleiter ernannte er 1904 einen seiner treuesten Söhne, den Sunderaner P. Konrad Hansknecht, der ein begnadeter und begeisternder Erzieher war. Jordan selbst weilte in späteren Jahren gern dort in der Gemeinschaft der Patres und Brüder und unter der aufgeweckten Schar der jungen Menschen.
Unter den gebürtigen Schweizern der Gesellschaft der Salvatorianer wären viele lobend hervorzuheben, angefangen vom Walliser Bonfilius Loretan († 1944) über P. Franz Emmenegger aus Schmitten, Generaloberer unserer Gesellschaft von 1947-53 († 1975), bis zu den heutigen Mitbrüdern.