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Feldenkrais betrachtete Bewegung als die Grundlage des Lebens schlechthin und somit auch als bestimmend für menschliches Handeln und Verhalten. Er hat darauf hingewiesen, dass das sensorische und das motorische Zentralnervensystem als Einheit miteinander funktionieren und nicht getrennt voneinander und schuf so den Begriff des sensomotorischen Lernens. Feldenkrais erforschte die Wirkung von bewusst ausgeführter Bewegung auf das Zentralnervensystem und war von der unbegrenzten Lernfähigkeit des menschlichen Gehirns überzeugt und auch von seiner Regenerationsfähigkeit. Die grundsätzliche Fähigkeit des Nervensystems zum lebenslangen Umlernen, d.h. zum Bahnen immer neuer neuronaler Verbindungen ist mittlerweile in der Hirnforschung bekannt unter dem Begriff der Neuroplastizität.
Feldenkrais verstand den Menschen als ein sich selbst regulierendes System. Ein gesunder Mensch zeichnete sich nach seiner Auffassung dadurch aus, dass er über die Fähigkeit zur Selbstorganisation und zur Selbstregulation (Homöostase) verfügt, um auch nach einer „Schocksituation“, einer Störung, wieder zu seiner üblichen Lebensweise zurückzufinden.
Diese Sichtweise auf Gesundheit wird heute als Genesungskompetenz und Resilienz bezeichnet.
Feldenkrais vertrat die Ansicht, dass Körper und Geist, Struktur und Funktion untrennbare Einheiten sind und entwickelte auf dieser Grundannahme sein Konzept. Dabei halfen ihm seine langjährige Erfahrung im Judo, sein Verständnis von Physik, Ingenieurwissenschaften, Neurobiologie und deren praktische Umsetzung in Bewegung, sowie seine eigenen Erfahrungen mit einer langwierigen Knieverletzung. Achtsame Eigenbeobachtung und viele kleine mit Bewusstheit ausgeführte Experimente mit seiner eigenen Bewegung führten schliesslich dazu, dass er sein Knie wieder beschwerdefrei gebrauchen konnte.
In jahrzehntelanger Forschung entwickelte er so die nach ihm benannte Feldenkrais Therapie, die mit Bewegung als Grundlage des menschlichen Denkens, Handelns und Fühlens arbeitet.