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Peter Stephan Jungk hat das verschlungene Leben seiner Grosstante Edith Tudor-Hart erst in einem Buch „Die Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart» (S. Fischer Verlag, 2015), dann in einem Film nachgezeichnet: Die 1908 in Wien geborene Edith Suschitzky wandte sich bereits als angehende Montessori-Kindergärtnerin der Sozialfotografie zu und wurde im englischen Exil zu einer wichtigen Figur im Rekrutierungsnetzwerk der Sowjets. Auch wenn der Antifaschismus vieles an diesem ideologischen Engagement erklärt, bleibt doch die Frage, wie eine Idee so beherrschend wird, dass man sein Leben und das seiner Mitmenschen aufs Spiel setzt. Der Autor Peter Stephan Jungk diskutiert mit der Historikerin und Filmemacherin Helene Maimann über die Frage, warum so viele vor allem junge Menschen weltweit in den 1920er und 1930er Jahren dem Kommunismus anheimgefallen sind und sich nicht oder nur sehr schwer daraus befreien konnten? Welche Parallelen gibt es heute zu den Verirrungen des 20. Jahrhunderts? Erleben wir eine Wiederkehr der Geschichte?
Peter Stephan Jungk, geboren 1952 im kalifornischen Santa Monica als Sohn des Zukunftsforschers Robert Jungk, ist Autor, Drehbuchautor, Dokumentarfilmer und Übersetzer. Er studierte am American Film Institute in Los Angeles. Sein Roman über Walt Disney, ›Der König von Amerika‹, (2001) diente dem amerikanischen Komponisten Philip Glass als Vorlage für die Oper ›The Perfect American‹. 1987 erschien Jungks vielbeachtete Biographie von Franz Werfel. Zuletzt war er Gastprofessor für Deutsche Literatur in den USA und Österreich. Er lebt mit seiner Frau, der Fotografin und Produzentin Lillian Birnbaum, in Paris.
Helena Maimann, geboren 1947 in Wien, ist Historikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie hat sich entlang vieler Medien mit Österreich im 20. Jahrhundert auseinandergesetzt. Über die Zeit des Nationalsozialismus hat sie den TV-Film „Die Sterne verlöschen nicht» gedreht und den Abschnitt über die NS-Herrschaft in der Ausstellung „Das Neue Österreich» im Oberen Belvedere kuratiert. Sie war Redakteurin im ORF und u.a. verantwortlich für die Sendungen „Brennpunkt» und „DOKUmente». 2013 wurde sie mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich ausgezeichnet.