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IBM lässt die Gene seiner Angestellten in Ruhe11. Oktober 2005 um 14:00
Big Blue verspricht offiziell, die "genetische Privatsphäre" seiner Angestellten zu beachten.
Big Blue verspricht offiziell, die "genetische Privatsphäre" seiner Angestellten zu beachten.
Eigentlich kein IT-Thema an sich, aber erlauben sie uns für einmal diese Abschweifung: IBM, der grösste IT-Dienstleister der Welt, hat als erster Grosskonzern weltweit offiziell versprochen, keine Resultate genetischer Tests zu verwenden, wenn es um Anstellungen oder die Zulassung von Angestellten zu Versicherungen oder Pensionsplänen geht.
Vor allem mit der Einführung einer konzernweiten Politik begibt sich IBM in eine Vorreiterrolle und dürfte damit auch sein Image bei den rund 320'000 Angestellten weltweit verbessern können. Die Gesetzgebung hinkt nämlich in vielen Ländern der Realität der heutigen technologischen Möglichkeiten in der Genetik hinterher und unterscheidet sich von Land zu Land und manchmal auch innerhalb von Ländern.
Gerade in den USA, wo die Gesetzeshoheit zu diesem Thema bei den einzelnen Bundesstaaten liegt, häuften sich in letzter Zeit die Bemühungen von Unternehmen und Versicherungen, Einblick in die Gene ihrer Angestellten und Kunden zu erhalten. In einem Fall verlangt zum Beispiel der Basketballklub Chicago Bulls einen Gentest von einem seiner Spieler, der eine Herzrhythmusstörung erlitt. Der betroffene Spieler, Ed Curry, weigerte sich und wurde daraufhin an einen anderen Klub verkauft. In einem weiteren Fall versuchte eine Eisenbahngesellschaft heimlich 36 ihrer angestellten zu testen. Die Gesellschaft hoffte nachweisen zu können, dass Armverletzungen, welche diese aufwiesen, durch eine genetische Schwäche verursacht wurden und nicht durch die Belastungen am Arbeitsplatz.
Die Entscheidung IBMs richtet sich nun keineswegs gegen die Genforschung an sich, für die IBM ja auch oft die grundlegende IT-Infrastruktur liefert. CEO Samuel J. Palmisano äusserte sich in einem Memo an die Angestellten aber explizit für die Einführung von verbindlichen Regeln zum Schutz der Privatsphäre. Genforschung, so schreibt er darin gemäss 'New York Times', sei "enorm vielversprechend – aber sie wirft auch viele signifikante Fragen auf, speziell auf dem Gebiet des Schutzes der Privatsphäre und der Sicherheit."
Und an einer anderen, vom 'Wall Street Journal' zitierten Stelle meint er: "Die Möglichkeiten, die Lebensqualität auf Der Welt in diesem Jahrhundert durch auf der Genforschung beruhende, personalisierte Medizin und Präventivmassnahmen zu verbessern werden nur in vollem Umfang realisiert werden können, wenn auch der Schutz der genetischen Privatsphäre gewährleistet wird." (Hans Jörg Maron)
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