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Was ist das für ein Typ, dieser Don Quixote, der mit seiner Lanze gegen Windmühlen kämpft? Ist er einer dieser Spinner, die vor lauter Ritterromanen Realität und Fiktion verwechseln? Oder ist er mit seinem herzzerreißenden Kampf für das Gute und Schöne vielleicht der viel größere Realist als sein nüchterner Gefährte Sancho Pansa? Oder ist am Ende gar Sancho Pansa der wahre Held der Geschichte? Dass es auf all diese Fragen keine Antworten gibt, dass es womöglich mehr auf die Fragen als auf die Antworten ankommt darin liegt die tiefe Weisheit dieses wunderbaren Romans. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITK.
Autorentext
Der am 2. April 1725 in Venedig geborene Casanova nannte sich als Schriftsteller »Chevalier de Seingalt«. In Padua studierte der Sohn eines Schauspieler-Ehepaares Theologie und Jura, im Jahr 1742 promovierte er. Casanova führte ein Nomadenleben, reiste durch ganz Europa. Aufgrund seines lockeren Lebenswandels wurde er 1755 in Venedig eingesperrt. Ein Jahr später konnte er aus den Bleikammern des Dogenpalastes fliehen. Als Lotteriedirektor in Paris kam er zu Geld, verkehrte an Königshöfen und fand 1785 eine Anstellung als Bibliothekar in Dux (Nordböhmen). Ab 1790 arbeitete Casanova an seinen Memoiren, in denen er auch die Flucht aus den Bleikammern beschreibt. Die »Histoire de ma vie« erregte vor allem Aufsehen durch die Erzählung der erotischen Abenteuer Casanovas. Am 4. Juni 1798 starb der berühmte Schwerenöter in Dux.