Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/3395

Myrobalanen
(Myrobalani); es sind dies die harten, etwa 2½-3½ cm langen, sehr runzligen Steinfrüchte verschiedner verwandter Sträucher oder Bäume Ostindiens, dem Genus Terminalia angehörend. Es waren früher mehrere Sorten im Handel, gelbe, graue, große, runde und indische. Früherhin war die stark bitter und zusammenziehend schmeckende Substanz derselben offizinell und diente als drastisches Purgiermittel. Jetzt ist die Verwendung derselben nur noch eine technische, auf den starken Gehalt an Gerbstoff (Tannin) gegründet, und zwar hat sich erst in letzter Zeit die Gunst oder Spekulation der Drogue so zugewandt, daß die Einfuhr aus Ostindien nach England in rascher Zunahme begriffen ist und 1869 schon 120000 Ztr. betrug, während dabei auch die Preise ansehnlich herabgegangen sind.
Sie sollen einen vollständigen Ersatz für Galläpfel in der Gerberei, Färberei und zur Tintenbereitung gewähren und ihr Gebrauch bequem sein wegen ihrer Unveränderlichkeit im Gerbstoffgehalt. In diesem Falle, wenn also die Entscheidung nur vom Kostenpunkte abhinge, wären allerdings die Galläpfel am Ende ihrer Mission; denn das Kilo guter Aleppoware mit durchschnittlich 65% Gerbstoff kostet etwa 4 Mk., indes die M. zwar nur 45% Gehalt haben, dafür aber auch nur circa ⅛ jenes Preises kosten. Die letztere Ware wird, da ihre große Härte das Pulvern ohne Maschinen schwierig ¶
mehr
macht, auch schon fein gepulvert zum Verkauf gestellt. Außer Gerbsäure, die mit der Gallusgerbsäure identisch sein soll, enthalten die M. auch noch Gallussäure. - Zollfrei.