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In der Ukraine herrscht Krieg, doch in Russland benutzt man dieses Wort nicht. Stattdessen spricht Moskau von einer «militärischen Spezial-Operation». Nun gibt es Spekulationen, dass Putin ausgerechnet an diesem 9. Mai eine General- oder Teilmobilmachung in Russland anordnen könnte – auch wenn der Kreml das bereits als «Unsinn» zurückgewiesen hat. So bleibt die Frage: Was wird am Montag in Moskau geschehen? Wir liefern die möglichen Szenarien.
1. Putin erklärt offiziell den Krieg
Dies würde die vollständige Mobilisierung der russischen Reservekräfte ermöglichen, auf einen Schlag könnte Putin auf fast zwei Millionen zusätzliche Soldaten zurückgreifen. Weil Moskau bis jetzt nur von einer «militärischen Spezial-Operation» spricht, ist der Präsident per Gesetz in seinen Handlungsmöglichkeiten teilweise eingeschränkt. Die Kriegsverkündung könnte das ändern. Da in der Ukraine nach Angaben von «CNN» bereits rund 10'000 russische Soldaten gefallen sind, würde dieser Schritt, was die Truppenstärke betrifft, Sinn ergeben.
Erklärt Putin offiziell den Krieg, dann gilt in Russland Kriegsrecht. Das heisst: Die Regierung darf die Rechte und Freiheiten der Bürger einschränken. So dürfte unter anderem auch die Ausreise aus dem Land verboten werden.
2. Putin ordnet eine Teilmobilmachung an
Dabei würden nicht die ganzen Reserven, sondern nur gewisse Truppen aus spezifischen Regionen mobilisiert, wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) schreibt. Dies könnte vor allem bedeuten, dass sich Moskau weiterhin vorwiegend auf die ukrainischen Ostregionen im Donbass und den Süden am Schwarzen Meer fokussiert. Die Kriegshandlungen beschränken sich nun schon seit mehreren Wochen auf diese Gebiete. Der ukrainischen Armee war gelungen, die Gebiete um die Hauptstadt Kiew sowie die westlichen Regionen zu verteidigen.
3. Putin verkündet den Sieg über die Ukraine
Putin würde wohl nicht von einem Sieg sprechen, sondern von einer «gelungenen» und «erfolgreichen» Militäroperation. Dies liesse sich dem russischen Volk leicht verkaufen, schliesslich läuft die Propagandamaschinerie seit Kriegsbeginn auf Hochtouren. Die Medienfreiheit wurde beträchtlich eingeschränkt, das berühmte «Z» fand als Symbol der Unterstützung der Truppen Eingang ins alltägliche gesellschaftliche Leben.
Dass die Kriegshandlungen trotz dieses «Sieges» nicht aufhören werden, liegt auf der Hand. Was Putins weitere Pläne und genaue Absichten sind, würde weiterhin in den Sternen stehen, er würde sich bedeckt halten. Der Westen dürfte weiter rätseln. Und damit wären wir schon beim vierten Punkt:
4. Nichts passiert – es fallen die üblichen Kriegsparolen
Der Ton dürfte nichtsdestotrotz giftiger werden. Drohgebärden gegen den Westen würden sicherlich fallen, in Bezug auf die ukrainische Regierung dürfte erneut das Wort «Denazifizierung» fallen. Die Erwähnung des Nationalsozialismus an einem 9. Mai wäre freilich keine Überraschung: Es ist jener Gedenk- und Feiertag an den Sieg der Roten Armee über Hitler im Jahre 1945.
Was am 9. Mai tatsächlich passieren wird, darüber halten wir dich natürlich auf dem Laufenden.