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Wenn schon die Hauptstadt selbst in diesem Fall nicht mit einem Curriculum aus der Geschichte aufwarten kann, dann doch ein paar kleinere Orte des ehemaligen “ Nordens von Goiás“ – wie zum Beispiel:
ARRAIAS
Sagenhafte Gold- und Diamantenfunde haben die Geschichte dieses kleinen Ortes geprägt. Er wurde 1736 von den ersten Schwarzafrikanern, die sich aus der Sklaverei in Bahia hierher flüchteten, als Versteck ausgewählt. Heute sind die Bewohner stolz auf ihre afrikanische Herkunft. Aus ihrem traditionellen Erbe sind so herrliche Tänze wie der „Súscia“, der „Catira“ und der „Congadas“ erhalten geblieben, die man bei ihren Volksfesten erleben kann. Arraias serviert dem Gast, unter anderen Genüssen, auch das beste „Paçoca“ des gesamten Tocantins – Trockenfleisch gemischt mit Maniokmehl. In der Umgegend kann man Höhlen mit riesigen „internen Salons“ finden, die erst kürzlich von Höhlenforschern untersucht und katalogisiert wurden.
DIANÓPOLIS
War die Bühne für viele Kämpfe um Landbesitz und Gold. Die kleine Stadt geht in ihrer Gründung zurück bis ins 18. Jahrhundert, als der Generalgouverneur der Region, Dom Marcos de Noronha, Befehl gab, an dieser Stelle ein Dorf zu gründen, in dem die von den Jesuiten bekehrten Indios sich niederlassen sollten. Mit der Gründung der Missionen „Francisco de Xavier“ und „Ouro“ wurde der Ort unter dem Namen „D’Ouro“bekannt – später „Duro“. Mehr als ein Jahrhundert lang nannte man den Ort dann „São José do Duro“ – bis im Jahr 1938 der Name „Dianópolis“ – zu Ehren der frommen Schwestern, die den Ort „regierten“ und als „Dianas“ bekannt waren – dem ein Ende machte.
Episoden wie Raubüberfälle, Revolten der Indianer, Streit zwischen Politikern, der zum Tod von 9 Personen führte – das waren tragische Momente, die für immer in der Erinnerung der Bewohner eingegraben sind. Die 350 km asphaltierter Strasse, im Südosten von Tocantins, führen zu historisch bedeutsamen Plätzen, wie der „Igreja dos Nove“ (Kirche der Neun“), zur „Lagoa Bonita“ (schönen Lagune), zur „Cachoeira da Luz“ (dem Wasserfall des Lichts“): umgeben von Felsen, die von den im Wasserfall reflektierten Sonnenstrahlen grell erleuchtet werden.
MONTE DO CARMO
Ganz in der Nähe von Palmas – 66 km – liegt der kleine Ort mit einer Geschichte von 256 Jahren. 1746 wurde er als „Arraial do Carmo“ gegründet und zog Scharen von Goldsuchern wie ein Magnet an. Dann, mit dem Versiegen der Goldfunde, sah sich die Bevölkerung über lange Jahre der Isolation ausgesetzt. Hegte und pflegte aber die prächtigen Reminiszenzen aus jener Zeit des Überflusses:
Gebäudekomplexe und schnurgerade Alleen, die schon einmal bessere Tage gesehen haben. Erst 1963 wurde der Ort offiziell von der Stadt „Porto Nacional“ als eigenständiger Distrikt (Municipio) gelöst.
NATIVIDADE
In der Zeit von 1809 bis 1815 provisorischer Sitz der Gemarkung Nord-Goiás. Der Ort liegt in der Region Südost, 215 km von Palmas und seine Geschichte ist auch die der „Separatisten-Bewegung“ unter Joaquim Theotônio Segurado, der zum ersten Mal dem Wunsch der Bevölkerung nach einem selbständigen Staat Ausdruck verlieh (siehe „Aus der Geschichte“). Sein Originalhaus gehört heute zum geschützten (1989) „Kolonial-Gebäudekomplex“ (zusammen mit anderen 300 Gebäuden) von Natividade. Neben der Architektur aus einer vergangenen Zeit ist auch eine interessante Folklore erhalten geblieben, die in zahlreichen religiösen Festen und kulturellen Manifestationen ihren Ausdruck findet. Die Bevölkerung ist auf 40.000 Personen angewachsen, die alljährlich Tausende von Besuchern zu ihren Festen „Romaria do Bomfin“ oder „Festa do Divino Espirito Santo“ anlocken.
PARANÁ
Hier stand einst die „separatistische Wiege“, als die kleine Siedlung mit dem Namen „São João da Palma“ Ortsstatus durch den (1815) neu angekommenen „Ouvidor Joaquim Theotônio Segurado“ verliehen bekam. 1857 bekommt der Ort den Status einer Stadt – als der Prinzregent Don João VI die „Gemarkung Goiás“ in einen Nord- und einen Süd-Teil trennt – und „São João da Palma“ nunmehr Sitz der Nordprovinz wird. Heute ist die kleine umbenannte Stadt „Paraná“ umgeben von zahlreichen Flüssen und Thermalquellen und stolz auf ihren geschichtlichen Hintergrund aus der „Kolonialzeit“ Brasiliens.