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Oszillation und Kristallisation. Theorie der Sprache bei Novalis. Paderborn: Schöningh, 2009.
Alles ist Sprache für Novalis: Nicht nur der Mensch, auch die Natur spricht. Aus den Naturwissenschaften stammen denn auch die Begriffe, mit denen der Frühromantiker das Wesen der Sprache zu fassen versucht: Oszillation und Kristallisation. Während Novalis unter Oszillation den Wechsel zwischen zwei Polen, den Pendelschwung oder das Schweben versteht, meint Kristallisation die feste Verbindung zweier Stoffe, die Materialisation einer Bewegung oder die Sichtbarwerdung einer unsichtbaren Kraft. Das oszillierende Schweben als Grundprinzip des Kosmos wird erst zugänglich, wenn es in die Schrift der Natur auskristallisiert. Auf die Menschensprache bezogen bedeutet dies: die Gedanken sind rhythmische Schwingungen, die als Kristallisationen in den Buchstaben erscheinen. Mit diesem Konzept gelingt es Novalis, die mimetische und instrumentale Sprachtheorie zu überwinden, und dennoch an einer Sagbarkeit des Absoluten festzuhalten. Dieses lasse sich zwar nicht in der Sprache „abbilden“, es „hafte“ aber als oszillierender Untergrund an den sprachlichen Kristallisationen. [mehr] [Inhaltsverzeichnis]