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Mit der Wortendung "-ik" verweise ich auch auf eine relative Indifferenz zwischen Gegenstand und Lehre, die oft durch die Wortendungen wie "-logie" und "-nomie" aufgehoben wird.
Rhetorik wird ambivalent für die Kunst des Überzeugens verwendet. In der Neuzeit wird mit Rhetorik meistens eine Persuasion, davor wurde mit Rhetorik meistens eine sinnvolle Darstellung bezeichnet.
Als Rhetorik bezeichne ich die Lehre des sprachlichen Darstellens und das sprachliche Darstellen in der Perspektive des Lehrenden, der eine Sache im Sinne einer Aufklärung anderen erklären oder vermitteln will. Die Aufgabe der Rhetorik ist eine subjektive Überzeugung allgemein zu machen.
Aristoteles unterteilte die Rhetorik in Pathos, Ethos und Logos. Das gemeinsame Verständnis muss seiner Ansicht nach im Dialog mittels der Rhetorik entwickelt werden. Dabei gilt der sokratische Dialog als wichtige Methode. Die Aufklärung ist gewissermassen eine Inversion, weil das Wissen nicht mehr gemeinsam, sondern objektiv entwickelt wird, also nur noch "gut" mitgeteilt oder dargestellt werden muss.
Wissenschaftliche Arbeiten zur Rhetorik beschäftigen sich - vor allem seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts - überwiegend mit dem Gespräch sowie mit Fragen der Rede- und Gesprächspädagogik (siehe H. Wasser).Im Mittelalter war die Rhetorik neben der Logik und Grammatik der Bestandteil des Triviums des in der Antike entstandenen Kanons der Sieben freien Künste.
Kommunikationskurs
Kritik
Rhetorik wird oft als die Kunst des Überzeugens bezeichnet. Die Rhetorik stammt aus einer Zeit ohne Subjekt im heutigen Sinn ... Subjekte muss man überzeugen ... Subjekt heisst autopoietische Selbst-Zeugung. Diese Zeugung muss über-zeugt werden durch Erziehung, Manipuilation, usw. ... um eine Gemeinsamkeit zwischen Redner und Zuhörern herzustellen, auf deren Basis es ermöglicht wird, eine subjektive Überzeugung allgemein zu machen (Persuasion). Dieses Anliegen ergab sich aus einer bestimmten, mit der antiken Rhetorik verbundenen Weltanschauung, die davon ausging, dass „Wahrheit“ als solche nicht erkennbar sei, sondern sozusagen im Dialog gemeinsam erarbeitet werden müsse. Redner und Gegenredner übernehmen diese Aufgabe, indem sie nach denjenigen Darstellungsmöglichkeiten suchen, die am ehesten zu überzeugen vermögen. Dabei spielte auch die Ansicht eine große Rolle, dass man sich nicht auf die Vernunft alleine verlassen könne, weil der Mensch ein triebhaftes Wesen habe. Vor allem gegen diese Vorstellung wandte sich später die Aufklärung, durch deren Erfolg die Rhetorik zunehmend aus dem Alltag, den Wissenschaften und dem Denken verdrängt wurde. Daher kommt es, dass heute die Rhetorik meist nur noch als eine Technik der Rede und der Textanalyse bzw. als Theorie und Praxis der Rede und des Gesprächs verstanden wird. Wissenschaftliche Arbeiten zur Rhetorik beschäftigen sich - vor allem seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts - überwiegend mit dem Gespräch sowie mit Fragen der Rede- und Gesprächspädagogik (siehe H. Wasser).
... man nahm nicht auf Autoren Bezug, weil man weder Autoren noch Subjekte kannte. Man hätte die Idee, so etwas könne es geben, befremdlich gefudnen. Man kannte kaum auch nur den Begriff 'Bewusstsein' (im heutigen Sinne), man kannte nur die Seele, aber die war kein Bewusstsein, sondern Prinzip jeder Belebtheit (auch die eines Wurms). Man sah alles als gemeinschaftlich(!) geschaffen, tradiert und erlernt an. Man lernte MÜNDLICH von den Eltern, vom Lehrer, vom Meister etc., nicht(!) vom Einzelnen(!), denn der lehrte ja andere immer nur, was ihm andere beigebracht hatten. Der Einzelne galt darum nicht(!) als Urheber(!). Immer nur die Gemeinschaft, die Tradition und darum kannte man auch keine Originale(!) und also auch keine schlechten Kopien. 'Kopie' meinte 'Abschrift', und die durfte natürlich von dem, wovon sie abschrieb, beliebig abweichen. Man wollte ja nur 'den Gedanken' (man hätte dafür füher 'das Wort' gesagt) und 'nicht den Text' erhalten. Denn das Mündliche kannte keinen 'Text', nur 'geäußerte Gedanken' (eben: Worte). Flexibilität galt (auch für Plato!) als sehr hoher Wert, nicht als 'Entstellung'. Man schrieb dies und das auf, was einem gerade so in den Sinn kam, um es nicht zu vergessen. Nur darum. Schriften dienten nur der Speicherung. Schon Plato war so präzise, dass er darauf hinwies, dass die Schrift die Erinnerung schwäche(!), indem sie das Gedächtnis entlaste.