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| Paul Koetschau, Einleitung: Ermahnung zum Martyrium. In: Origenes, Schriften vom Gebet und Ermahnung zum Martyrium. Aus dem Griechischen übersetzt von Paul Koetschau. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 48) München 1926.

Einleitung: Ermahnung zum Martyrium
1.
Nach dem Zeugnis des Eusebius (Kirchengesch. VI 28) hat Origenes die Schrift vom Martyrium während der von dem Kaiser Maximinus Thrax veranlaßten Christenverfolgung verfaßt und seinen beiden Freunden Ambrosius und Protoktetus gewidmet. Danach ist die Schrift im Jahre 235 entstanden. Der Ort der Abfassung wird zwar nicht ausdrücklich genannt, doch scheint kein Grund vorzuliegen, weshalb man an einen andern Abfassungsort als Cäsarea Palästina denken müßte; vgl. die allgemeine Einleitung S. LIV f. Der Presbyter Protoktetus und der Diakon Ambrosius gehörten beide der christlichen Gemeinde dieser Stadt an und sind ihres Amtes wegen damals verfolgt worden, da der Kaiser Maximinus bekanntlich die Vorsteher der christlichen Gemeinden zu vernichten suchte. Der Zweck des Sendschreibens des Origenes an die beiden Geistlichen ist offenbar der, sie zum Ausharren und zum Erwerben der Märtyrerkrone aufzufordern. Ambrosius und Protoktetus haben sich auch nach dem Berichte des Eusebius damals als treue Bekenner bewahrt. Da nun in den Kapiteln 45 und 46 gewisse freiere, damals in christlichen Kreisen herrschende Anschauungen über den Dämonendienst erwähnt und scharf getadelt werden, so mag wohl Origenes seine Schrift nebenbei auch für solche schwankende und unklare Christen jener Zeit mitbestimmt haben. Denn daß es sich nicht nur um ein Privatschreiben an die beiden Freunde, sondern auch um eine an die Gesamtheit der damaligen Christen gerichtete Kundgebung jenes glaubensstarken und das Martyrium schon damals erstrebenden Vorkämpfers der christlichen Wahrheit gehandelt hat, dürfte sich wohl schon aus der umfassenden Art der Behandlung des Themas ergeben.