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Erfolgreiche Sportler haben die Fähigkeit, Bälle vergrössert zu sehen. Das lässt sich trainieren.
Siegertypen nehmen beim Sport die Bälle vergrössert wahr. Diesen Effekt haben US-Forschende bei einem Experiment mit zwei Softball-Teams nachgewiesen. Nach einem Spiel zeigten sie den Athleten acht verschieden grosse Kreise. Die Sportler sollten denjenigen auswählen, der gleich gross ist wie ein Softball. Resultat: Wer im Spiel gut getroffen hatte, wählte einen leicht grösseren Kreis aus. Diese Spieler hätten im Spiel den Ball vergrössert gesehen und daher besser getroffen, folgerten die Forscher. Weitere Studien zeigten ausserdem, dass das Phänomen auch in anderen Sportarten auftritt. So nehmen gute Basketballer den Korb und erfolgreiche Golfer das Loch grösser wahr.
Den Zoomblick der Athleten kennt Jan Rauch, Sportpsychologe an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW. «Diese Fähigkeit lässt sich sogar trainieren.» Denn je öfter sich Sportler einen Ball vorstellen, desto besser können sie sich beim Spiel auf ihn konzentrieren. Dies, weil bei einer Trockenübung im Hirn dieselben Regionen angesprochen werden, die auch während des Spiels aktiv sind.
«Wir Sportpsychologen gehen sogar so weit, dass wir Spieler in Sportkleidung auf den Platz schicken und sie mit geschlossenen Augen das Treffen eines Ziels üben lassen – jedoch ohne Ball», sagt Rauch. Um die Wirkung solcher Übungen zu bestätigen, führt er im Sommer gemeinsam mit Forschern der Uni Zürich eine Studie durch. Damit will er den Zoomblick auch bei Schweizer Fussballspielern verbessern.