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Der wirtschaftliche und soziodemografische Kontext beschreibt die wichtigsten strukturellen Veränderungen, die sich auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirken und die Zusammensetzung der Risikogruppen sozialer Ausgrenzung beeinflussen.
Der wirtschaftliche und soziodemografische Kontext beschreibt die wichtigsten strukturellen Veränderungen, die sich auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirken und die Zusammensetzung der Risikogruppen sozialer Ausgrenzung beeinflussen.
Die wirtschaftliche Tätigkeit schafft Arbeitsplätze, garantiert die Auszahlung von Löhnen und sorgt dafür, dass die Haushalte ihr Konsumniveau halten können. Eine erfolgreiche Wirtschaft muss aber nicht bedeuten, dass alle Erwerbspersonen ein angemessenes Einkommen erhalten. Durch die Ermittlung der Einkommensungleichheiten lässt sich messen, ob die Einkommen gleich oder ungleich verteilt sind. Der Staat greift über die Sozialtransfers (Steuern, Sozialabgaben, Renten, Sozialleistungen) massgeblich in die Umverteilung der Ressourcen ein.

Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf ist in den letzten 30 Jahren rund 28% gestiegen, was einer mittleren Wachstumsrate von 0,8% pro Jahr entspricht. Die Entwicklung war aber nicht linear. Längere Wachstumsphasen wechselten sich mit kürzeren rückläufigen Phasen ab. Als Folge der Covid-19-Pandemie ist im Jahr 2020 ein ähnlich starker Rückgang wie während der internationalen Finanzkrise 2009 zu verzeichnen.
Der Gini-Koeffizient ist ein Ungleichheitsmass, das die gesamte Einkommensverteilung in der Bevölkerung berücksichtigt. Er bewegt sich zwischen 0 (vollkommene Gleichheit: alle haben gleich viel Einkommen) und 1 (maximale Ungleichheit: eine Person verfügt über das gesamte Einkommen).
Die Gini-Koeffizienten der unterschiedlichen Einkommenskomponenten zeigen, dass die Einkommen vor staatlichen Transfers (Primäräquivalenzeinkommen) in der Gesamtbevölkerung deutlich ungleicher verteilt sind als die Einkommen nach Transfers (verfügbare Äquivalenzeinkommen). Dies verdeutlicht, dass die ungleiche Verteilung der am (Arbeits- und Kapital-) Markt erzielten Einkommen durch Sozialtransfers reduziert werden.
Die Entwicklung der Gini-Koeffizienten von 2000 bis 2014 zeigt insgesamt betrachtet und unter Berücksichtigung der teils breiten Vertrauensintervalle keine grossen Veränderungen. Nur tendenziell ist bei den verfügbaren Äquivalenzeinkommen in den Jahren 2003 bis 2007 sowie 2009 bis 2013 eine leichte Zunahme der Ungleichheit zu beobachten. Auch zwischen 2015 und 2020 sind keine deutlichen Entwicklungen auszumachen. Beim Primäräquivalenzeinkommen sind die Tendenzen ähnlich.
Für die meisten Menschen ist der Zugang zum Arbeitsmarkt gleichbedeutend mit einem Lohn. Eine Beschäftigung sorgt aber nicht nur für ein Einkommen, sie berechtigt auch zum Bezug von Sozialleistungen. Ausserdem ist die Erwerbstätigkeit eine Chance, sich in die Gesellschaft zu integrieren und sich persönlich zu entfalten. Ein längerer, ungewollter Ausschluss vom Arbeitsmarkt führt zu Einkommenseinbussen (oder sogar vollständigem Einkommensverlust) sowie einem lückenhaften Sozialschutz und löst Zukunftsängste aus.
2022 waren ausländische Arbeitskräfte häufiger erwerbslos (7,2%) als schweizerische Arbeitskräfte (3,2%). Überdurchschnittlich von Erwerbslosigkeit betroffen sind die 15- bis 24-Jährigen (7,5%) und Personen ohne nachobligatorische Ausbildung (8,5%).
Die gesellschaftlichen Umwälzungen verändern den Altersaufbau der ständigen Wohnbevölkerung, die Jugend- und Altersquotienten sowie die Nationalitätengruppen in der Bevölkerung.
Ende 2021 umfasste die Bevölkerung in der Schweiz mehr als 8,7 Millionen Personen. Ein Viertel davon waren ausländische Staatsangehörige. 82,7% stammten aus Europa, hauptsächlich aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Personen aus dem aussereuropäischen Raum stellten 17,3% der ausländischen Bevölkerung.
1996 kamen bei der Schweizer Bevölkerung 29 Seniorinnen und Senioren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter, während es bei der ausländischen Bevölkerung nur sieben waren. Im Jahr 2021 hatten schweizerische Staatsangehörige einen Altersquotienten von 40, Ausländerinnen und Ausländern von 11.
Das Zusammenleben in einer Partnerschaft, die Gründung einer Familie oder die Trennung prägen die Familienstrukturen.
2021 waren mehr als ein Drittel der Haushalte in der Schweiz Einpersonenhaushalte, gefolgt von Paaren ohne Kinder und Haushalten mit Kindern unter 25 Jahren. Die grosse Mehrheit der Paare mit Kindern war verheiratet. Einelternhaushalte machten 4,7% der Haushalte aus.
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