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Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Pflanzenschädlingen, die bislang in der Schweiz nicht bekannt sind. Zur Früherkennung und Beobachtung dieser Schädlinge wurde im Kanton Genf ein Überwachungssystem aufgebaut. Empfehlungen, wie die Ausbreitung der Schädlinge eingedämmt werden kann, helfen, nachteilige Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Kulturen zu minimieren.
Ausgangslage
Der Kanton Genf und insbesondere seine Landwirtschaft sind durch die Ausbreitung bislang unbekannter Schadorganismen besonders bedroht. Für bereits identifizierte Schädlinge sind auf Ebene der Kantone und des Bundes sowie auf europäischer Ebene Monitoringsysteme vorhanden. Auf lokaler Ebene braucht es neue Überwachungsprogramme.
Ziele
Hauptziel des Projekts war die Entwicklung einer Methode zur Früherkennung von neu auftretenden Kulturpflanzenschädlingen im Kanton Genf. Ein weiteres Ziel bestand darin, die Anfälligkeit der Landwirtschaft im Kanton für bestimmte dieser Schädlinge unter verschiedenen Klimaszenarien zu ermitteln.
Vorgehen
- Bestimmen der für die Untersuchung relevanten Schädlinge, Kulturen und Gebiete
- Aufbau der Überwachungssysteme für die Kulturpflanzenschädlinge
- Entwickeln einer wirksamen Methode zur Früherkennung dieser Schädlinge
- Untersuchen der Anfälligkeit des Genfer Landwirtschaftssektors gegenüber bestimmten Organismen vor dem Hintergrund des Klimawandels
- Erarbeiten von Empfehlungen für die Landwirte und Fachberater, Verbreiten der Projektergebnisse
Ergebnisse
Mit dem Projekt konnten die wichtigsten Schadorganismen (Insekten, Unkräuter und Krankheitserreger), die sich infolge des Klimawandels ausbreiten und für die im Kanton Genf eine proaktive Überwachung eingerichtet werden muss, in einer Liste erfasst werden. Die Kenntnisse über die geographische Verteilung bestimmter Arten im Kanton Genf, über ihren biologischen Kreislauf und über die Faktoren, die ihre Ausbreitung fördern könnten, wurden erweitert. Das Auftreten neuer Organismen wurde nachgewiesen und diese konnten identifiziert werden. Eine wirksame Methode zur Früherkennung der wichtigsten neu auftretenden Schädlinge wurde aufgebaut. Weiter wurden verschiedene Methoden für die Überwachung der Unkräuter erarbeitet.
Zu den wichtigsten Projektergebnissen gehört der Nachweis, dass sich die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) in den Siedlungsgebieten im Kanton Genf etabliert zu haben scheint. Sie muss deshalb in den kommenden Jahren beobachtet werden, um eine mögliche weitere Ausbreitung von den Siedlungs- in die Landwirtschaftsgebiete zu überwachen. Weiter wurde aufgezeigt, dass die Grüne Reiswanze (Nezara viridula) im Kanton Genf weit verbreitet ist und dort – vorerst nur in gedeckten Kulturen (beispielsweise Gurken, Auberginen) – grosse Schäden verursacht. Bei den Unkräutern wurde im Rahmen des Projekts ein erster Herd von Erdmandelgras (Cyperus esculentus) in Genf nachgewiesen. Ausserdem wurden auf landwirtschaftlichen Flächen im Kanton Genf zehn Risikoarten festgestellt.
Fazit
Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist die Überwachung der Schädlings- und Unkrautpopulationen in wirtschaftlich bedeutenden Kulturen äusserst wichtig. So können ihr Aufkommen oder Veränderungen des saisonalen Auftretens vorhergesehen werden. Zur Bekämpfung der Schädlingsausbreitung und Einführung von Bekämpfungs- und Überwachungsstrategien müssen alle Akteure eingebunden werden.
Die in diesem Projekt verwendeten oder entwickelten Methoden können von den kantonalen Pflanzenschutzbehörden genutzt werden. Die Überwachung der Schädlinge und Unkräuter ist mit einem grossen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Für die Früherkennung dieser neuen Schädlinge könnte ein partizipatives Vorgehen – das Landwirte, Fachberater, Fachverbände und die Bevölkerung einbezieht – von Nutzen sein.
Allerdings müssen dafür Instrumente entwickelt werden. Deshalb wurden in diesem Projekt zwei Merkblätter (zur Marmorierten Baumwanze und zur Grünen Reiswanze) erarbeitet. Diese wurden in den Bereichen Landwirtschaft und Grünpflege verteilt.
Projektträger: Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture de Genève hepia
Pilotgebiet: Kanton Genf
Laufzeit: 2014 - 2016
Begleitung: Bundesamt für Landwirtschaft
Dokumente
Letzte Änderung 13.10.2017