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Gleich vier Oscars und noch dazu in den begehrten Kategorien Bester Film, Bester internationaler Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch bekam Bong Joon Hos moderne Parabel "Parasite". Die Handlung des Films wird zwar als Komödie präsentiert, kann aber nicht über den aktuellen, traurigen Wahrheitsgehalt hinwegtrösten: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.
Die in einer Kellerwohnung lebende Familie Kim faltet Pizzakartons, aber selbst das nur mit Fehlern. Ein Viertel der fertigen Kartons ist Ausschussware und dem Zuseher wird selbst überlassen, wem der vier Familienmitglieder er diese Unfähigkeit zuschreibt. Der arbeitslose Chauffeur und Vater der Familie Kim Ki-taek, seine Frau Chung-sook, Sohn Ki-woo und Tochter Ki-jung repräsentieren die südkoreanische Unterklasse, und die es in ihrem Leben wohl zu nichts mehr bringen werden. Doch dann bekommt Ki-woo durch einen Freund die einmalige Gelegenheit, ihn als Privatlehrer bei einer reichen Familie zu vertreten, wo er deren Tochter Da-hye in Englisch unterrichten soll. Er macht den Job so gut, dass er gleich angestellt wird und nach und nach auch seine anderen Familienmitglieder in das Haus der Reichen als Angestellte einschleust. Mit ein paar witzigen Einfällen und Intrigen (Der Fahrer mit dem Höschen, die Frau mit den Härchen) werden die vorherigen Angestellten durch die Familie Kim ersetzt.
"Das ist ein Ding, wir schauen dem Regen im Garten zu und trinken dabei Whiskey." Als die Reichenfamilie zu einem Campingausflug fährt und das Haus an die nunmehrige Haushälterin Chung-sook übergibt, eskalieren die Ereignisse und der Spannungsbogen erhält eine dramatische Beschleunigung. Nicht nur, dass während der kleinen Familienfeier der Armenfamilie plötzlich die vorherige Haushälterin auftaucht, nein, auch die Reichenfamilie kommt vorzeitig zurück, da die Regenfälle das Campen verunmöglichten. Zudem entdecken sie im Keller des Prachtbaus ein dunkles Geheimnis, das hier nicht verraten wird.
"Parasite" ist voller witziger Details (die Morsezeichen), Gesellschaftskritik und metaphorischer Bilder, etwa als die Kim-Familie aus dem Viertel der Reichen in ihre Slums hinabsteigt, wo ihre Souterrainwohnung aufgrund der starken Regenfälle längst überflutet ist. Poetische Bilder überzeugen ebenso wie das gut ausgearbeitete und perfekt choreographierte Drehbuch. Ein Film für Cineasten! Und wer die wahren Parasiten sind, das bleibt ebenfalls dem Zuseher überlassen...