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Lulu wird uns vorgestellt, weil sie seit längerer Zeit Vorbereitungen zur Eiablage zeigt (Graben im Sand), aber bisher keine Eier abgelegt hat. Das Tier zieht sich auch vermehrt zurück und ist weniger aktiv.
Der Bauch der Agamen-Dame kann problemlos untersucht werden; er erscheint etwas erweitert, und es lassen sich eine grössere Zahl gut erdnussgrosser Eier ertasten. Ein Röntgenbild bestätigt, dass sich rund ein Dutzend Eier im Legedarm des Tieres befinden.
Durch das veränderte Verhalten des Tieres kann davon ausgegangen werden, dass das beobachtete Bild nicht mehr als physiologisch und normal betrachtet werden kann, sondern dass es sich um eine Legenot (Eiverhalten) handelt. Hierbei gelingt es dem Tier nicht, die produzierten Eier abzulegen, was zu verschiedenen Problemen führen kann.
Der Agame wird einerseits Calcium zur Förderung der Kontraktionskraft des Legedarmes und andererseits das Hormon Oxytocin zur Förderung der "Presswehen" injiziert. Tierarzt und Besitzerin erschrecken kurz darauf gehörig, weil das Tier als Reaktion darauf von einem Moment auf den anderen erstarrt, das Maul aufsperrt, die Atmung einstellt und die Augen schliesst. Etwa 30 Sekunden später normalisiert sich das Verhalten aber wieder, und wir können aufatmen. Kurze Zeit darauf legt Lulu ein erstes Ei, und das Tier wird nach Hause entlassen.
Die Besitzerin berichtet am nächsten Tag, dass die Agamen-Dame das gesamte Gelege von insgesamt 11 Eiern abgelegt habe und wohlauf sei.
Die Kombination von Calcium zur Stärkung der Muskelkraft des Legedarms und Oxytocin zur Auslösung von Wehen hat bei Lulu erstaunlich gut und schnell zur Entleerung des Legedarmes geführt.
Die erschreckende Reaktion auf den Stress des Festhaltens und der Injektionen, welche zuerst an einen plötzlichen Tod denken liessen, ist bei Lulu als "Schreckstarre" erklärbar. Dieser Totstellreflex kann bei Beutetieren wie Vögeln, Insekten, Spinnen und Reptilien als Folge eines massiven Stresses oder einer Bedrohung erfolgen und hat zum Ziel, durch völlige Bewegungslosigkeit den Jäger (welcher v.A. auf Bewegung reagiert) zu verwirren.