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Wieso heisst der Wyberhaken so? Woraus bestehen Schwingerhosen? Was ist ein Geschwür? 6 Fragen zum Schwingen und die dazugehörigen Antworten.
Ja, das kann man sagen. Normalsterbliche verbrennen im Alltag rund 2000 Kalorien. Bei Schwingern können es an Wettkampftagen aber schon mal deren 8000 sein. Das entspricht:
Für einen gewonnenen Gang erhält der Schwinger je nach Intensität des Kampfes eine Note zwischen 9,75 (Sieg mit «Überdrücken») und 10,00 geschrieben. Die Maximalnote 10,00 gibt es für einen «Plattwurf», wenn der Gegner also mit einem Zug aus dem Stand rücklings ins Sägemehl befördert wird. Für ein Unentschieden oder einen «Gestellten» gibt es Noten zwischen 8,50 und 9,00, ein verlorener Gang wird von den Kampfrichtern je nach aktiver oder passiver Verhaltensweise mit einer Note zwischen 8,50 und 8,75 gewertet. Der Sieger des Schlussgangs erhält immer eine 10,00, der Verlierer eine 8,75.
Traditionell sind die Schwingerhosen aus Zwilch gewirkt, einem derben Leinenstoff. Es gibt in der Schweiz noch drei Hersteller, die sich der Produktion von Hand annehmen. Seit 2010 treten die Schwinger zwecks einfacherer Identifikation im Sägemehl mit jeweils heller und dunkler Hose an. Das kurze Beinwerk muss einiges aushalten, setzt so ein Kampf zwischen zwei Titanen doch ungeahnte Kräfte frei. Allerdings ist nicht die Muskelkraft der grösste Feind, sondern die Nässe. Landet der Zwilch nach einem Kampf in der Pfütze oder wird unsachgemäss gelagert, droht Schimmel – das Todesurteil für Schwingerhosen.
Insgesamt existieren rund 300 (dreihundert!) registrierte Griffe, mit denen sich ein Gegner mehr oder weniger elegant ins Sägemehl befördern lässt. Am wichtigsten und am häufigsten angewandt werden Kurz, Gammen, Übersprung, Kreuzgriff, Hüfter und Wyberhaken. Letzterer verdankt den Namen im Übrigen den alten Eidgenossen: Laut Überlieferung sollen diese, bevor sie jeweils in den Kampf zogen, ihren Ehefrauen diesen effizienten «Haken» beigebracht haben, auf dass das «Wyb» in Abwesenheit des Mannes allenfalls Haus und Hof zu verteidigen wüsste.
Alle jungen Schwinger haben das Ziel, dereinst ein ganz «Böser» zu sein. Der Titel zeichnet kampferprobte Schwinger für ihre Leistungen im Sägemehl aus: Wer einen eidgenössischen Kranz eingeschwungen hat, darf sich «böse» nennen.
Im Radsport gibts die Edelhelfer. Im Fussball Angstgegner. Und in der Einzelsportart Schwingen – da gibt es die Geschwüre. Das sind äusserst unangenehme Gegner, die sich durch grosse Standfestigkeit auszeichnen, schwer zu packen sind und aufgrund ihres tiefliegenden Körperschwerpunktes noch schwerer als andere aus dem Gleichgewicht zu bringen sind. Für einen Festsieg kommt das «Gschwür» nur selten infrage – seine Rolle ist die des Spiel-verderbers und des Favoritenschrecks.