Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/177978

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, die Verschreibung von Antipsychose-Medikamenten (Neuroleptika) an Kinder als Off-Label-Anwendung zu untersagen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Neuroleptika sind hochwirksame Arzneimittel zur Behandlung von Patientinnen und Patienten, die an psychischen Krankheiten leiden. Aufgrund ihres breiten Wirkspektrums (dieses reicht von beruhigend bis hin zu antipsychotisch) und ihrer möglichen Nebenwirkungen erfordern sie einen sorgfältigen und sachgerechten Einsatz. Zudem ist anzumerken, dass nicht alle Medikamente aus der Gruppe der Neuroleptika der Abgabekategorie A zugeteilt sind.</p><p>Unter Einhaltung der Sorgfaltspflichten sind Off-Label-Anwendungen zulässig und können medizinisch angezeigt sein. Sie erfolgen in der Verantwortung des behandelnden Facharztes oder der behandelnden Fachärztin. Die Überwachung der ärztlichen Tätigkeiten (z. B. Verschreibungs- und Anwendungsverhalten) liegt im Kompetenzbereich der Kantone. Die Kantonsapotheker haben dazu Empfehlungen zur Off-Label-Anwendung von Arzneimitteln für Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker publiziert<b>.</b></p><p>Der Bundesrat hat in seinem Bericht "Leistungssteigernde Arzneimittel" vom 6. November 2014 (in Erfüllung der Postulate Fehr Jacqueline 09.3665, Ingold 13.3157 sowie der SGK-N 13.3012) aufgezeigt, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte die Behandlungsempfehlungen der Fachliteratur in der Regel einhalten.</p><p>Ein allgemeines Verbot der Off-Label-Anwendung von Neuroleptika bei Minderjährigen würde einen massiven Eingriff in die Behandlungsmöglichkeiten zur Folge haben. Solche Patientinnen und Patienten könnten nicht mehr adäquat nach dem heutigen etablierten Stand der Wissenschaft behandelt werden. Ohne Off-Label-Anwendung würden heute sehr viele Therapiemöglichkeiten für Ärztinnen und Ärzte wegfallen.</p><p>Um die Sicherheit der Off-Label-Verwendung von Arzneimitteln in der Kinderheilkunde zu erhöhen, hat der Gesetzgeber im Rahmen der Revision des Heilmittelgesetzes eine entsprechende gesetzliche Grundlage geschaffen. Vorgesehen ist ein nationales Verzeichnis, in dem harmonisierte Empfehlungen zur pädiatrischen Off-Label-Dosierung von Wirkstoffen publiziert werden. Um den Betrieb dieses Verzeichnisses ab 2018 zu ermöglichen, hat der Bundesrat den entsprechenden Artikel des revidierten Heilmittelgesetzes vorzeitig per 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt (Art. 67a, AS 2017 2745).</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.