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Zurück zum Mode-Mainstream
Mode kennt keine Grenzen
Als zierliche Asiatin habe ich in Europa oft Schwierigkeiten, beim Einkaufen passende Kleidung und Schuhe zu finden. Ich muss viel Zeit investieren, um in verschiedenen Läden zu suchen, um schliesslich in der Kinderabteilung etwas Passendes zu finden. (Zum Glück ist die Mode für Jugendliche heute der Erwachsenenmode ziemlich ähnlich!) Nach meinen Umzug nach Europa gehöre ich plötzlich nicht mehr zur breiten Masse und das nervt mich. Wenn ich bereits von der begrenzten Modeauswahl genervt bin, die mir als kleiner Person zur Verfügung steht, wie muss es dann den Leuten ergehen, die besondere Bedürfnisse im Hinblick auf ihre Kleidung haben?
Im November haben wir eine Reihe von Firmen für adaptive Kleidung vorgestellt. Sicherlich bieten diese Firmen einfachere Kleidungslösungen für Menschen mit Behinderung an – aber sind das die besten Lösungen? Warum gibt es keine Mainstream-Modefirmen/-marken, die adaptive Kleidung für Menschen mit Behinderung anbieten? Wäre es nicht grossartig, wenn diese ebenfalls bei Mainstream-Modefirmen kaufen könnten wie alle anderen auch, und so nicht von der breiten Masse ausgeschlossen wären, was sie ja schon in vielen anderen Bereichen sind?
Es ist enttäuschend, dass diese Bedenken beim Mainstream-Einzelhandel und den Modemarken offenbar nicht beachtet wurden – bis vor kurzem: Drei grosse Modemarken, darunter die Markenikone Tommy Hilfiger, haben endlich adaptive Kleidungskollektionen für Menschen mit Behinderung auf den Markt gebracht.
In dem Bewusstsein, dass es nicht einfach ist, Kinder anzuziehen, und dass dies bei Kindern mit Behinderung noch schwieriger ist, begannen die beiden Modemarken Mark & Spencer und Target in den letzten beiden Jahren, adaptive Kleidung für Kinder mit Behinderung zu verkaufen. Ihre adaptiven Kollektionen verfügen über einfache Anziehhilfen wie versteckte Klettverschlüsse, praktisch platzierte Druckknöpfe und versteckte Öffnungen für den Zugang zum Bauchbereich.
Im Jahr 2016 brachte auch Tommy Hilfiger seine erste adaptive Kleidungskollektion für Kinder in Zusammenarbeit mit Runway of Dreams heraus. Hintergrund der Gründung von Runway of Dreams ist eine bewegende Geschichte. Die amerikanische Non-Profit-Organisation wurde von Mindy Scheier gegründet, Modedesignerin und Mutter eines Kindes mit einer neuromuskulären Erkrankung. Die Probleme ihres Sohnes mit der verfügbaren Mode veranlassten sie, eine Organisation zur Zusammenarbeit mit der Modeindustrie ins Leben zu rufen. Ziel war es, Mainstream-Kleiderkollektionen so anzupassen, dass Menschen mit Behinderung sie tragen können. Kürzlich stellte Mindy auf einer TED-Konferenz ihre Ansichten zu adaptiver Kleidung vor. Ihr könnt ihren bewegenden Vortrag hier ansehen.
Kommen wir auf die erste adaptive Kleiderkollektion von Tommy Hilfiger zurück. Sie besteht aus 22 Kleidungsstücken mit magnetischen Verschlüssen, Klettverschlüssen und anderen veränderten oder alternativen Kleidungsfunktionen. Das Wunderbare an der Kollektion: Sie ist wahrhaftig inklusiv, denn die Kleidung sieht genauso aus wie die „normale“ Tommy Hilfiger-Kinderkollektion, ohne mehr zu kosten. Die adaptiven Kleiderkollektionen ermöglichen es Kindern mit Behinderung, sich so anzuziehen wie alle anderen auch.
Für einen weiteren Aufwärtstrend in der Modeindustrie sorgte Tommy Hilfiger letzten Herbst: Das Label brachte eine neue Kleiderkollektion – Tommy Adaptive – mit abgeänderten Verschlusssystemen und einstellbaren Funktionen heraus. Dieses Mal enthält die neue Kollektion Kleidung für Erwachsene wie auch für Kinder mit insgesamt über 100 Stücken. Mit ihrer zweiten adaptiven Kollektion, die online zum Kauf verfügbar ist, möchte die Modemarke die Inklusivität und Demokratisierung von Mode weiter vorantreiben.
Über folgende Links erfahrt ihr mehr über die Einführung der Tommy Adaptive-Kleiderkollektion, was Behindertenrechtsorganisationen über diese neue Kollektion denken, sowie über Probleme beim Anziehen generell:
- Artikel „Disability rights organizations ‘welcome’ Tommy Hilfiger’s new clothing collection for disabled adults”
- Artikel „Tommy Hilfiger Designs Clothing to Make Life Easier for People with Disabilities”
Um mehr über die adaptive Kleidung für Kinder und Jugendliche von Mark & Spencer und Target zu erfahren, geht auf die folgenden Links:
- Mark & Spencer Easy Dressing Uniform
- Mark & Spencer Specialist Bodysuits
- Target’s Cat & Jack Adaptive Clothing
Welche Erfahrungen habt Ihr mit adaptiver Kleidung gemacht? Was könnte die Modeindustrie Eurer Meinung nach für Menschen mit Behinderungen tun?
[Übersetzung des originalen englischen Beitrags]