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Hickory Golf
Hickory-Golf ist die traditionelle Variante des klassischen Golfsports, die mit Schlägern aus dem Holz des Hickorybaums gespielt wird. Diese Nussbaumart aus dem östlichen Nordamerika und China liefert das harte und zugleich elastische Holz für die Schäfte der Golfschläger. Bis zur Legalisierung der Stahlschäfte 1929 waren diese Schläger der Standard beim Golfspiel, John W. Fischer Jr. war 1936 der letzte Gewinner eines Major Championships (US Amateur Championship) mit Hickoryschlägern.
Hickory-Golf wurde zu einem Synonym für Golf im Stil früherer Zeiten (Vintage Golf, History Golf) und hat weltweit viele Anhänger. Insbesondere im Vereinigten Königreich, das für viele als Mutterland des Golfspiels gilt, wird diese Tradition hochgehalten. Heute finden wieder mehr Hickory-Golfturniere und Meisterschaften statt, wo mit klassischen Schlägern und traditionellen Golfbällen sowie nach alten Regeln gespielt wird. Dazu wird auch meist ein stilechtes Outfit gefordert. In Deutschland wird seit 2009 jährlich unter Schirmherrschaft der European Association of Golf Historians & Collectors (EAGHC) das German Hickory Championship ausgetragen. Austragungsorte waren bislang Bad Wildungen (2009, 2010 und 2011) sowie Wentorf-Reinbek bei Hamburg (2012 und 2013). Seit vielen Jahren bemüht sich auch der traditionsreiche Herzogliche Golf-Club Oberhof, bislang allerdings ohne Erfolg, seinen 1952 geschlossenen Golfplatz wieder zu eröffnen um dort vor allem das Hickory-Golfspiel zu betreiben.
Die Ausrüstung
Gespielt wird mit Schlägern aus Hickory-Holz mit Ledergriffen. Diese tragen keine Nummern, sondern so klangvolle Namen wie Spoon, Brassie, Mashie oder Niblick. Als Golfbälle werden entweder klassische „Guttys“ verwendet, die aus kautschukähnlichem Guttapercha gefertigt werden, oder aber in alten Formen hergestellte moderne Golfbälle. Während in Europa durchgehend nur mit Originalhickoryschlägern aus der Zeit bis 1936 gespielt wird, sind in den USA auch handgearbeitete Schlägersätze aus den vielleicht letzten intakten Schläger-Manufakturen in St Andrews, Schottland, bzw. Louisville, Kentucky, ebenso wie originalgetreue Reproduktionen von Guttys zugelassen. Für die Hickory-Golfer gibt es auch einen besonderen Dresscode: Man kleidet sich beispielsweise im Vereinigten Königreich wie zur Kolonialzeit oder in Deutschland wie zur Kaiserzeit oder zumindest wie man sich das so vorstellt: Die Herren mit Schiebermütze, Knickerbocker, Kniestrümpfen im Rautenmuster und einem Flachmann in der Westentasche, die Damen mit langen Röcken und viktorianischen Hüten oder aber auch im Stile derGoldenen Zwanziger.
Der besondere Reiz
Hickory-Golf wird von guten Golfspielern als Herausforderung betrachtet, weil es schwieriger zu spielen ist als modernes Golf. Die alten Schlägermodelle verzeihen keine Fehler. Der sogenannte Sweet Spot, der Schwerpunkt des Schlägers bei welchem die maximale Kraftübertragung vom Schlägerblatt auf den Golfball erfolgt, muss exakt getroffen werden um Längenverluste und Streuung des Golfballs zu vermeiden. Die Elastizität des Holzes erfordert ein sanfteres Schwingen. Wer viel mit Hickory-Schlägern spielt, wird ein besserer Golfer, sagen deshalb einige Profis.
Quelle: Wikipedia
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