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Ihr Standort liegt auf einem durch künstliche Gräben gesicherten Sporn an der leicht abfallenden Kante des Küsnachter Tobels. Die spärlichen Mauerreste sind heute zu Fuss gut innert einer halben Stunde vom Museum aus erreichbar.
Dieser malerische Weg durch das Küsnachter Tobel ist neueren Datums, denn auch heute noch kann der scheinbar ruhige Dorfbach bei einem Gewitterregen als reissender, ungestümer Wildbach daherbrausen.
Das Küsnachter Tobel war sicher auch in früheren Jahrhunderten ein rauhes, unzugängliches Gelände. Trotzdem wissen wir heute anhand gefundener Spuren, dass seit der Bronzezeit, also seit mehr als 3'000 Jahren, Menschen dort gewirkt haben. Im Gelände ist der vordere Spitzgraben aus dieser Periode noch gut erkennbar. Bronzezeitliche Funde sind Tonfragmente und kleine Steinwerkzeuge.
Aus spätrömischer Zeit um 300 n.Chr. haben sich Münzen und vermutlich zur selben Epoche gehörende Ziegel- und Heizröhrenfragmente aus Ton erhalten.
Die eigentliche mittelalterliche Besiedlung lässt sich mit dem Auffinden einer unscheinbaren steinernen Fundamentmauer und einer dazugehörenden Feuerstelle, um 800 zu datiert, belegen. Von diesem Zeitpunkt an, bis um ca. 1230, als die Burg aus uns unbekannten Gründen verlassen wurde, können drei grössere Bauperioden festgestellt werden.
Nach 1750 wurde der mächtige Hauptturm abgetragen und ein kompletter Neubau der Anlage begonnen. Dieser wurde aber nach kurzer Bauzeit, auf rund 3m Mauerhöhe, aus unbekannten Gründen eingestellt und dem Zerfall überlassen.
Das Geländemodell zeigt das mögliche Aussehen der Burg um 1200. Der Zugang zur Burg führte sicher über den Sporen und verzweigte sich von da Richtung Allmend und Richtung Itschnach durch den vermutlich hangwärts gelegenen Tobelweg über eine Furt auf die Itschnacher Tobelseite.
Der heute noch etwas tiefere Burggraben wurde vermutlich von einer Holzbrücke überspannt. Der mächtige, knapp 30m hohe, alles überragende Turm deckte den Zugang wie auch die nicht sehr steile Flanke Richtung Zollikon. Von der Tobelseite, mit knapp 80m Höhendifferenz, sowie von der Seite des tief eingeschnittenen Wulp- und des Hofstetterbaches bestand kaum Aussicht, mit Schwung die Burgmauern zu erstürmen. Trotzdem wird aus Sicherheitsgründen periodisch der gesamte Burghang gerodet worden sein.