Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03114.jsonl.gz/1920

(spr. dohl), nächst dem
Mont Tendre der höchste
Rücken des schweizer.
Jura, auf Waadtländer Gebiet, ersterer
1678, letzterer 1680 m hoch, nur von einigen benachbarten französischen Gipfeln (Reculet 1720 m,
Cret de la Neige
1723 m) überragt.
Die Dôle, welche meist von St.-Cergues bestiegen wird, bietet ein prachtvolles Alpenpanorama, vom St.
Gotthard
bis jenseit des
Montblanc.
(La) (Kt. Waadt,
Bez. Nyon).
1680 m. Höchster Gipfel des schweizerischen Juragebirges; 2 Stunden sw. über Saint Cergues, von
wo aus er häufig bestiegen wird, und 2¾ Stunden über dem Col de la Faucille. Panorama von Heinrich
Keller gezeichnet; weit umfassend und eines der schönsten im Juragebirge; besonders schön ist die Aussicht auf das Massiv
des Mont Blanc und die Gruppe der Dent du Midi. Durch den Col de Saint Cergues wird die Dôle vom Noirmont geschieden. Der Name
rührt wahrscheinlich vom keltischen dol = Tafel, Tisch her und bezieht sich auf den abgeflachten Rücken
des Berges.
In geologischer Hinsicht bildet die Kette der Dôle die sw. Fortsetzung der westlichen Faltenzone des Mont Tendre, deren einzelne
Glieder gegen den Col de Saint Cergues hin nach W. zu konvergieren und dabei beträchtlich an Höhe abnehmen.
Der Gewölbekern der Dôle besteht aus Portlandschichten und wird beiderseits von den zwei Neocommulden von Archette und
La Trélasse-Les Dappes begleitet. Am Col de Saint Cergues (1189 m) ist das Gewölbe stark zusammengepresst und abgeflacht,
um s. davon mit einem Male breiter und höher zu werden. Hier zweigen von ihm zwei spitze Antiklinalen
ab, von denen die östliche den Gipfel der Dôle (1680 m) trägt, während die weit niedrigere, ebenfalls aus Portlandkalken
bestehende westliche den Namen La Pétroulaz (1450 m) führt. Beide fallen, ohne sich einander zu nähern, rasch ein und
tauchen ca. 2 km sw. des Gipfelpunktes unter das
¶
mehr
Neocom der Mulde von Les Dappes-Valserine. Damit endigt einer der höchsten Faltenzüge des Jura. Zwischen die beiden genannten
Antiklinalen ist die wenig tiefe Mulde des Vallon de Lisenay eingesenkt. Die Bergweide und Hütte La Dôle am Fuss des ö.
Steilabfalles des Kammes liegen in der kleinen Neocommulde, die von Saint Cergues über Archette bis zum
Fuss des Gipfels der Dôle zieht. Hier steht, wie in der sw. Fortsetzung gegen Les Cropts (Les Creux) hin nur noch Valangien
an.
Von grossem Interesse ist der Gipfel der Dôle in botanischer Hinsicht, indem er eine Reihe von westlichen und alpinen Arten
aufweist, die den weiter nach O. vorgeschobenen Teilen der Juraketten völlig fehlen. Von erstern nennen
wir: Aconitum anthora, Ranunculus thora, Erysimum ochroleucum, Arabis serpyllifolia und A. pauciflora, Cytisus alpinus, Saponariaocymoides, Anthyllis montana,Rosapimpinellifolia, Trinia glauca, Bupleurum longifolium, Helianthemum canum, Alsine liniflora,Hypericum Richerii, Cerinthe alpina, Scrophularia Hoppei, Sideritis hyssopifolia,Androsace villosa.
Alpine Arten sind Edelweiss und Alpenrose, ferner Plantago alpina, Salix reticulata, Veronica alpina, Senecio doronicum, Crepismontana, Paradisia liliastrum, Luzula spicata etc. Näheres vergl. bei Aubert, Sam. La flore dela valléedeJoux in Bulletinde la soc. vaud. des sc. nat. 1900 und als Zürcher Dissertation (SA. Lausanne 1901). - Gandoger. Excursionbotanique à la Dôle in Bull. de la soc. botan. de France 1885, S. 245. - Cornu, Maxime. Rapport sur l'herborisation faiteà la Dôle le 17 Juillet 1869, a. a. O. 1869.
La (spr. dohl), Gipfel des schweizer Juras, erhebt sich 12 km nordwestlich von Nyon im Kanton Waadt
[* 11] unweit der franz. Grenze
zu 1678 in Höhe. Die Kette beginnt an dem wichtigen Col de la Faucille (s. d. und Dappenthal) und erstreckt
sich in nordöstl. Richtung etwa 12 km lang bis zum Col de St.Cergues (1262 m), über den die Straße vonNyon in das Dappenthal
führt. Der südwestl., franz. Teil bildet eine breite Hochfläche mit Alpweiden und Nadelwäldern; im
nordöstl. Teile wird das Gebirge rauher und die eigentliche Dôle bildet einen felsigen Kamm. Die herrschenden Gesteine
[* 12] sind
an den Abhängen Kalksteine der untern Kreideformation,
[* 13] auf der Höhe solche der obern Juraformation.
[* 14]