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Vollendung des Buches niemals geschwunden ist, um so weniger, als nach ausgesprochenem Wünsche der Prüfungskommission das Buch den Umfang eines mässig starken Oktavbandes nicht übersteigen sollte.
Wie ich mir ein solches Buch von vornherein gedacht hatte, mögen am besten die Zeilen verdeutlichen, welche ich meinem Konkurrenz-Entwurf vorausschickte.
Sie lauten: «Der Verfasser des nachstehenden Entwurfes glaubt die Intentionen, welche zu einer Preisausschreibung geführt haben, dahin präzisiren zu können, dass das zu erstrebende Buch nicht nur ein Nachschlagebuch werden soll, welches über alle auf das Fach bezügliche Fragen Auskunft ertheilt, sondern vor Allem ein Lehrbuch für unsere jüngeren Fachgenossen. Es soll den Lehrern der verschiedenen Fachschulen, wenn irgend möglich, zur leitenden Grundlage ihres Unterrichts werden; es soll aber namentlich den vielen jungen Leuten, welche nicht in der glücklichen Lage sind, an dem Unterricht einer Fortbildungsschule theilnehmen zu können, dazu dienen, sich selbst in allen Fragen, welche unser Fach berühren, zu unterrichten. Hierin liegen die beschränkenden Grenzen, welche den Verfasser bei der Ausarbeitung leiten müssen. Er muss die durchschnittliche Vorbildung unseres Personals berücksichtigen und muss, ohne doch die Artikel gar zu leicht und oberflächlich zu behandeln, sich fern halten von allzu gelehrten, grosse wissenschaftliche Bildung voraussetzenden Abhandlungen.
Das Buch soll geschrieben werden für die speziell praktischen Bedürfnisse des Drogisten, nicht als gelehrtes, fachwissenschaftliches Werk.
Hier die richtige Mitte zu finden, muss das erste Bestreben des Verfassers sein. Es giebt kaum ein anderes Fach von gleicher Mannigfaltigkeit als das des Drogisten und in dieser fast erdrückenden Fülle des Materials liegt eine weitere Schwierigkeit betreffs der Anordnung desselben.
Sollte das Werk ein reines Nachschlagebuch werden, so möchte sich eine alphabetische Reihenfolge der Artikel wie bei einem Waarenlexikon empfehlen.
Eine solche Anordnung aber würde wiederum dem Zwecke des Unterrichtes in keiner Weise entsprechen.
Dieser verlangt entschieden eine gewisse Systematik, um dadurch eine Vergleichung ähnlicher Waaren zu ermöglichen.
Der Verfasser verkennt nicht die Schwierigkeiten eines streng wissenschaftlichen Systems und ist sich sehr wohl bewusst, dass sich ein solches nicht immer durchführen lässt es würden sonst Waaren an ganz verschiedenen Orten behandelt werden müssen, welche doch entschieden nebeneinander gehören. ¶
Er geht sogar noch weiter, indem er behauptet, es sei besser, dem Sprachgebrauch, wie er sich nun einmal eingebürgert hat, ebenfalls Rechnung zu tragen. Er erinnert nur an die zahlreichen «Radices» und hält es entschieden für richtiger, diese ganze Gruppe unter diesem, von Alters her eingebürgerten Gesammtnamen zusammen zu fassen, ohne sie in die rein wissenschaftlichen Unterabtheilungen von «Radices», «Rhizomata», «Stolones», «Tubera», «Bulbo-Tubera» etc. zu zerreissen.
Selbstverständlich muss neben dem gebräuchlichen «Radix» auch die streng wissenschaftliche Bezeichnung angeführt werden.
Der Verfasser gedenkt das Buch in drei Hauptabtheilungen zu bringen und in der ersten die eigentlichen Rohdrogen aus dem Pflanzen- und Thierreiche zu behandeln, ansteigend aus den einfachen Pflanzen und Pflanzentheilen bis zu den aus ihnen durch einfache Manipulationen gewonnenen Einzelprodukten, wie Harze, Fette, ätherische Oele etc. In der zweiten Abtheilung sollen die chemischen und technischen Präparate behandelt werden und in der dritten endlich die Farben, Farbstoffe, Firnisse, Lacke etc.
Dass bei einer solchen dreifachen Gliederung des Buches ebenfalls nicht immer eine ganz strenge Trennung ermöglicht werden kann, ist sicher;
namentlich bei den Artikeln der letzten Abtheilung werden oft, um Wiederholungen zu vermeiden, Hinweisungen auf die erste Abtheilung erfolgen müssen. Es würde eine solche Abtrennung der letzten Abtheilung überhaupt nicht nöthig sein, wenn die Art der Drogengeschäfte keine so mannigfaltige wäre.
Während in dem einen Geschäfte der Handel mit den eigentlichen Drogen vorherrscht, liegt in dem andern der Schwerpunkt auf dem Handel mit Farbwaaren.
Hier wird der Lehrling sich hauptsächlich aus dem letztern Theil unterrichten wollen, während im ersten Falle der erste der wichtigere für ihn sein wird.
Was nun endlich die zweite Abtheilung, enthaltend die chemischen Präparate, betrifft, so kann diese, dem Charakter des Buches entsprechend, nicht ein eigentliches Lehrbuch der Chemie sein, da es ohnehin eine reiche Fülle der vortrefflichsten, chemischen Leitfaden giebt, sondern es muss auch hier mehr der Charakter einer Waarenkunde gewahrt bleiben.
Die hierher gehörigen Chemikalien müssen vor Allem nach ihrer technischen Darstellung und erst in zweiter Linie nach ihrem chemischen Verhalten behandelt werden.
Selbstverständlich dürfen die Kennzeichen ihrer Güte und Reinheit und die einfacheren Prüfungsmethoden auf dieselbe nicht fehlen. ¶