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Was sind Nebennierentumore?
Tumore der Nebenniere entwickeln sich entweder aus der Rinde oder dem Mark der Nebenniere und können je nach Ursprungsregion durch eine ungeregelte Produktion von Hormonen zu verschiedenen Symptomen bei betroffenen Patienten führen. So können Tumore der Nebennierenrinde eine überschüssige Sekretion von Steroidhormonen und Aldosteron aufweisen, wohingegen Tumore des Nebennierenmarks große Mengen von Katecholaminen erzeugen können. Allerdings sind nicht alle Nebennierentumore hormonproduzierend. Bei bis zu 3,5% der Bevölkerung finden sich sogenannte Nebennieren-Inzidentalome - Tumore der Nebenniere die zufällig entdeckt werden und während der Abklärung keine Hormonproduktion zeigen und in Mehrzahl der Fälle keiner weiteren Behandlung bedürfen.
Nebennierentumore können gutartig (nicht krebsartige) oder bösartig (Krebs) sein. Oft ist diese Trennung schwer vorzunehmen und langfristige Nachkontrollen sind erforderlich, um ein Wiederauftreten nach der Entfernung zu erkennen.
Nebennierentumore sind seltene Erkrankungen. Daher können bei Diagnose und Behandlung nur durch gemeinsame Anstrengung von Forschern und Klinikern aus mehreren Ländern Fortschritte erzielt werden. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden und weitere Fortschritte zugunsten der betroffenen Patienten zu erreichen, sind wir einem Netzwerk für Nebennierentumore auf einer europaweiten Ebene angeschlossen (ens@t).
Die Urologische Klinik des Inselspitals ist die einzige Klinik in der Schweiz die dem ens@t Netzwerk angeschlossen ist, um als Ansprechpartner für betroffene Patienten zur Verfügung zu stehen und die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Nebennierentumoren weiter zu verbessern.
ensat@t wurde 2002 von drei bereits bestehenden nationalen Nebennieren-Netzwerken (Comete in Frankreich, GANIMED in Deutschland, und NISGAT in Italien) und Teams aus Großbritannien gegründet die sich mit der Untersuchung von Nebennierentumoren beschäftigen. Im Jahr 2009 wurde ens@t eine Mitgliedsgesellschaft mit Statuten und Satzungen und eine große Zahl von europäischen Klinikern und Wissenschaftlern haben sich diesem Netzwerk als Mitglieder angeschlossen. ens@t zielt darauf ab, das Verständnis von Genetik, Tumorgenese und Hormonüberproduktion bei Patienten mit Nebennierentumoren und den damit verbundenen familiären Syndromen zu verbessern und die Behandlung und Vorhersage des Wiederauftretens von bösartigen Nebennierentumoren - die besonders selten sind - zu verbessern. Das Studium der Nebennierentumore wird aber auch neue Einblicke in die Rolle der Hormone als Ursache des Bluthochdrucks (Hypertonie) geben.