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In diesem Projekt geht es um die Erforschung individueller Unterschiede von Humor, Lachen und Heiterkeit sowie um deren Erfassung mittels Fragebögen, Verhaltenstests und Beobachtungsmethoden. Zudem wird der Zusammenhang zwischen Humor und Wohlbefinden untersucht sowie die Möglichkeit, das Wohlbefinden mittels Humortrainings zu steigern. Zudem werden Einstellungen zum Lachen und Ausgelachtwerden sowie Humor bei Kindern untersucht.
Temperamentelle Basis des Sinnes für Humors
Dieses Subprojekt widmet sich der Frage, was die temperamentellen Grundladen des Humors sind. Hierfür werden Konzepte und Methoden aus der Persönlichkeitspsychologie und der Emotionspsychologie aufgegriffen, um individuelle Unterschiede zu modellieren und zu erfassen, als auch um die affektive Komponente zu berücksichtigen (inkl. nonverbalen Ausdrucksweisen wie Lächeln und Lachen). Die drei für das humorbezogene Temperament relevanten Dimensionen sind die Heiterkeit, die Ernsthaftigkeit und die Schlechte Laune, welche sich förderlich bzw. hinderlich auf die Schwelle der Erheiterbarkeit einer Person und dem Erleben von Erheiterung als Emotion auswirken. Zudem beschäftigt sich dieses Subprojekt mit der Erstellung und Validierung von Selbst- und Fremdberichtsverfahren, die in unterschiedlichen Versionen (z.B. Kurz- und Langversionen, State- und Traitversionen) für verschiedene Personengruppen (z.B. Kinder, Jugendliche, Erwachsene) zur Verfügung stehen.
Kontakt: Dr. Jenny Hofmann
Messung und Modelle zu individuellen Unterschieden im Humor
In diesem Subprojekt untersuchen wir, wie viele Arten des Sinnes für Humor unterschieden werden können und wie diese erfasst werden können. Basierend auf literarischen Vorarbeiten konnten bisher acht verschiedene Komikstile (Spass, wohlwollender Humor, Nonsens, Witz, Ironie, Satire, Sarkasmus und Zynismus) identifiziert werden und in dem Fragebogen Comic Styles Markers valide erfasst und werden. Die aktuelle Forschung beschäftigt sich mit der Identifikation weiterer Komikstile, der weiteren Validierung dieser Stile sowie einem umfassenden Humor-Modell, welches den Sinn für Humor auf verschiedenen Ebenen (von spezifisch bis abstrakt) darstellen kann.
Kontakt: Dr. Sonja Heintz
Humorproduktion, Humorpräferenzen und Humorverständnis
Eine wichtige Erfassungsmethode in der Humorforschung sind Verhaltenstests, mit denen individuelle Unterschiede in der Produktion, den Präferenzen und dem Verständnis des Humors direkt anhand lustiger Stimuli (wie Witze, Cartoons oder Videos) untersucht werden können. Das Ziel dieses Subprojekts ist es zu untersuchen, wie verschiedene Arten humorvoller Materialien wahrgenommen und bewertet werden und mit welchen anderen Merkmalen (z.B. Persönlichkeit, Intelligenz, Kreativität, Sinn für Humor) diese einhergehen. Zudem wird untersucht, im welchem Verhältnis diese drei Bereiche zueinander stehen, d.h. ob Personen, die Humor besser produzieren können diesen auch besser verstehen oder diesen auch eher wertschätzen.
Kontakt: Dr. Sonja Heintz
Humor und Wohlbefinden
Die Idee, das Humor das Wohlbefinden positiv beeinflussen kann oder sogar ein zentraler Bestandteil des Glücklichseins ist, im Sinne der „heitere Gelassenheit“, die uns Widerstände im Leben leichter überwinden lässt, wurde bereits vor hundert Jahren aufgeworfen. Die empirische Überprüfung dieser Annahmen hat sich jedoch erst in den letzten Jahren intensiviert, sodass noch viele offene Fragen zu diesem Thema bestehen. Während einige der Ansätze vereinfachend Humor in „positiv“ vs. „negativ“ eingeteilt haben, zeigt sich zunehmend, dass eine weitere Differenzierung nötig ist, um die Zusammenhänge des Humors mit Wohlbefinden adäquat abzubilden. Zudem zeigte sich auch, dass Humor tugendhaft sein kann und deswegen bereits 2004 in die VIA-Klassifikation der Charakterstärken aufgenommen wurde. Unsere aktuelle Forschung befasst sich damit, Humor und Wohlbefinden als auch Humor als Stärke und Tugend differenziert zu erfassen und somit die Grundlage für effektive Humorinterventionen zu schaffen.
Kontakt: Dr. Sonja Heintz
Humorinterventionen
Dieses Subprojekt beschäftigt sich mit der Erforschung und der Anwendung von humorbasierten Interventionen in verschiedenen Bereichen. Hierzu zählt u.a. der Einsatz von Klinikclowns in Krankenhäusern, Altersheimen und anderen Pflegeeinrichtungen, die Durchführung humorbasierter positivpsychologischer Interventionen als auch umfassende Humorprogramme, die auf das Training verschiedener Humorfähigkeiten abzielen. Die Humorinterventionen reichen von kurzen, online durchgeführten Übungen von einigen Minuten pro Tag bis zu mehrwöchigen gruppenbasierten Programmen. Neben klinischen Anwendungen wird auch die Übertragung auf Teams und Arbeitskontexte untersucht.
Kontakt: Dr. Jenny Hofmann
Einstellung zum Lachen und Ausgelachtwerden
Während Humor und Lachen meist als etwas Positives wahrgenommen werden, gibt es auch bestimmte Personen, die hinter Lächeln und Lachen immer eine böse Absicht vermuten und das Lachen anderer negativ auf sich selbst beziehen. Personen mit hohen Ausprägungen der Gelotophobie haben Angst davor, ausgelacht zu werden, was neben einer Sensitivität vor dem lachen anderer und überschiessenden Reaktionen auf den Humor anderer auch mit (sozialem) Rückzug einhergehen kann. Im Gegensatz dazu gibt es Personen, die gerne ausgelacht werden (die sog. Gelotophilen), als auch Personen, die gerne andere auslachen (sog. Katagelastizisten). Dieses Subprojekt untersucht, wie sich diese drei Einstellungen zum Lachen und Ausgelachtwerden äussern, welche Ursachen und Folgen diese drei Einstellungen haben und wie ggf. mit Interventionen der Gelotophobie entgegengewirkt werden kann.
Kontakt: Dr. Jenny Hofmann
Humor bei Kindern
Es gibt wenig empirische Studien, welche Humorverständnis/Wertschätzung und Humorproduktion (aktiv) bei jungen Kindern untersucht haben. In diesem Projekt sollen bestehende Befunde erweitert werden (durch differenziertere Methoden ergänzt werden, wie einer Erfassung von nonverbalen Ausdrucksverhalten durch das Facial Action Coding System) und neue Fragestellungen einbezogen werden (Humorproduktion: aktives Initiieren von spielerischen Handlungen und Einfluss von Kontext und Persönlichkeit). Zwei Hauptfragestellungen sind dabei im Fokus: Wie kann man Humorverständnis und Humorwertschätzung bei kleinen Kindern messen? In welchem Kontext initiieren Kinder selber spielerische/humorvolle Handlungen und gibt es dabei eine Interaktion mit der humorbezogenen Persönlichkeit?
Kontakt: Dr. Jenny Hofmann