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Die immer schwieriger werdenden Beziehungen zwischen den StockwerkeigentümerInnen einer ursprünglich aus Idealismus gegründeten Blockgemeinschaft eskalierten nach Jahren niedrigschwelliger Sabotageakte der Partei Runggendorfer gegen die Familie Zwillenschleich. Es begab sich an jenem verhängnisvollen Tag, dass die Tochter Zwillenschleich den alten Runggendorfer dabei beobachtete, wie er sich im Velokeller an ihrem hellblauen Retro-Holländer zu schaffen machte. Flink ergriff sie die seit Eigentümergedenken statutenwidrig in der Ecke liegende Militärvelopumpe, mit der sie dem miesen Mitbesitzer derart gekonnt auf die Finger klopfte, dass die Knochen splitterten. Der gellende Wut- und Schmerzensschrei Runggendorfers lockte eine beschlussfähige Mehrheit herbei, die ihn sogleich enteignete und zwangsumsiedeln liess.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.