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Warum Dieselmotoren Vorglühanlagen benötigen
Ein Dieselmotor gehört zu den sogenannten Selbstzündern, jenen Verbrennungsmotoren, welche die zum Verbrennen des Kraftstoffs notwendige Hitze alleine durch ihre Kompression erzeugen. Die im Zylinder erzeugte Verdichtungswärme reicht jedoch nicht immer aus, um die notwendige Temperatur für die Kraftstoffverbrennung zu erzeugen, vor allem bei niedrigen Aussentemperaturen. Glühkerzen sollen dieses Problem lösen, indem sie vor dem Startvorgang den Brennraum oder die Vorkammer erhitzen und dadurch das Anspringen des Dieselmotors bei niedrigen Temperaturen erleichtern. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Systeme entwickelt, um Dieselmotoren bei niedrigen Temperaturen besser starten zu können. Viele der Systeme sind in Oldtimern oder Youngtimern zu finden, die einen Dieselmotor besitzen.
Die «Rudolf-Diesel-Gedenkminute» und ihre Bewandtnis
Das Aufheizen der Vorkammer oder des Verbrennungsraumes mithilfe der Glühkerzen dauert eine gewisse Zeit. Bei den ersten Vorglühanlagen verging schon einmal eine halbe oder sogar ganze Minute bis zum Motorstart. So entstand auch der scherzhafte Begriff «Rudolf-Diesel-Gedenkminute» für diese Wartezeit, welche die Glühkerzen brauchen, um den Dieselmotor startklar zu machen. Oldtimer-Fahrer werden diese lange Wartezeit noch kennen, und auch Fahrzeuge aus den achtziger Jahren benötigen immerhin noch wenige Sekunden, bis die Kontrollleuchte im Armaturenbrett erlischt und der Motor gestartet werden kann. Handelt es sich um moderne Fahrzeuge, beginnt die Vorglühzeit häufig schon beim Öffnen der Tür, sodass der Fahrer erst gar nicht mehr warten muss, bis er den Motor starten kann.
Die wichtigsten Arten von Glühkerzen und Vorglühanlagen
Die ersten Dieselmotoren in Kraftfahrzeugen waren mit Glühkerzen bestückt, bei denen die Glühwendel sogar an den Glühkerzen zu sehen waren. Die Glühkerzen aller Zylinder waren zusammen mit dem sogenannten Glühwächter und meist einem Vorwiderstand in Reihe geschaltet. Der Glühwächter bestand aus einem elektrisch beheizten Draht, welcher den Fahrer über den Heizstand informieren sollte und der während der Vorglühzeit langsam anfing zu glühen. Glühte der Draht im Glühwächter hell auf, so war der richtige Zeitpunkt zum Starten des Motors gekommen. Spätere Dieselmotoren waren mit elektronisch gesteuerten Vorglühanlagen und Glühkerzen mit Glühstiften statt Glühwendeln ausgestattet. Diese Glühkerzen waren parallel geschaltet und wurden durch ein elektronisch gesteuertes Relais beim Einschalten der Zündung aktiviert und nach einer gewissen Zeit wieder abgeschaltet, teilweise sogar abhängig von der Motortemperatur.