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Wie die SNB in ihrem neuesten, am Donnerstag veröffentlichten "Financial Stability Report 2017" schreibt, haben Credit Suisse und UBS ihre Kapazität zur Absorbierung von Verlusten (TLAC) im letzten Jahr weiter verbessert. Dies gelte sowohl für das sogenannte Going-Concern-Kapital wie auch für die Gone-Concern-Instrumente. Ersteres absorbiert Verluste im aktuellen operativen Geschäft, zweiteres kommt zum Tragen, wenn die Bank wegen drohender Insolvenz rekapitalisiert werden muss.
Mit diesen weiteren Verbesserungen seien sowohl Credit Suisse wie auch UBS auf Kurs, um die verschärften Anforderungen der "Too big to fail"-Gesetzgebung (TBTF2) zu erfüllen, so die SNB. Was die risikogewichteten Kapitalquoten betrifft, würden beide Banken diese schon erfüllen. In Bezug auf die Leverage Ratio - also die ungewichteten Kapitalquoten - müssten sich beide aber noch verbessern, heisst es.
UNTER DEM INTERNATIONALEN DURCHSCHNITT BEI LEVERAGE RATIO
Weiter genügen die beiden Institute laut dem Bericht den Anforderungen an die internationalen Grossbanken gemäss dem Gerüst von Basel III. Im internationalen Vergleich seien die hiesigen Institute dabei in Bezug auf die risikogewichteten Quoten über dem Durchschnitt, während sie bei den Leverage Ratios noch darunter lägen.
Die TBTF2-Regulierungen sollen bekanntlich das Problem des "Too big to fail" in der Schweiz lösen bzw. verhindern, dass systemisch wichtige Banken im Krisenfall vom Steuerzahler gerettet werden müssen. Das Konzept basiert dabei auf zwei Säulen: erstens soll die Widerstandsfähigkeit der Institute verbessert werden und zweites soll eine ordentliche Abwicklung ohne öffentliche Gelder möglich sein, wenn die Banken trotz allem in eine finanzielle Krise geraten sollten.
Dass die Grossbanken die TBTF2-Regulierungen vollständig erfüllen, ist laut SNB notwendig, da das Verlustpotential bei den Grossbanken im Vergleich zur Eigenkapitalsituation weiterhin "substantiell" sei; dies etwa wenn als Vergleich die Verluste aus der letzten Finanzkrise oder mögliche negative Szenarien in Bezug auf die Wirtschafts- oder Zinsentwicklung herangezogen würden. Da die Grossbanken sehr wichtig für die hiesige Wirtschaft seien, müssten sie auch nach grossen Verlusten genügend kapitalisiert sein, fordert die SNB.
REZESSION UND ZINSSCHOCK
Als mögliche Negativszenarien mit grossem Verlustpotential für die Banken nennt die SNB etwa eine Rezession in den USA, eine langwierige Rezession in der Eurozone oder ein Szenario mit einem Zinsschock, wobei alle diese Szenarien zu etwa ähnlich hohen Verlusten führen könnten. Ein etwas geringeres Verlustpotential sieht die SNB bei einer Krise in den Emerging Markets.
In Bezug auf die Abwicklung im Krisenfall haben laut SNB beide Banken bereits wichtige Massnahmen zur Verbesserung der Situation eingeführt, indem sie etwa Schweizer Einheiten gegründet hätten, welche die systemisch wichtigen Funktionen enthielten; ausserdem würden separate Dienstleistungszentren aufgebaut. Weitere Fortschritte fordert die SNB aber in Bezug auf robuste Pläne zur Abwicklung.
Insbesondere müssten die Grossbanken bis Ende 2019 aufzeigen, dass sie in der Lage seien, die systemisch wichtigen Funktionen in der Schweiz im Falle einer bevorstehenden Insolvenz aufrecht zu erhalten. Um das "Too bis to fail"-Problem zu lösen, müssten die Banken sowohl die Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit wie auch an die Abwicklung erfüllen, fasst die SNB zusammen.
uh/tp
(AWP)