Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/2909

Durch ruckartiges Zerren werden Bänder überdehnt. Massivere Verletzungsmechanismen führen zum Zerreissen einzelner Fasern und zu Bluterguss. Im schlimmsten Fall besteht ein totaler Durchriss des ganzen Bandes mit Blutung ins Gelenk.
Eine Verstauchung entsteht durch gewaltsames Überdehnen von Gelenkbändern, und nicht wie das Wort suggeriert durch eine Stauchung. Bänder bestehen aus zähen Fasern, welche die Gelenkkapseln verstärken, die Gelenke überbrücken und ihre Bewegungen passiv führen. Sie sind direkt am Knochen befestigt (s. Abb. a). Da in den Bändern Blutgefässe und Nerven verlaufen, ist die Verletzung schmerzhaft und es blutet.
Durch ruckartiges Zerren kann es zur Überdehnung der Strukturen bei erhaltener Kontinuität kommen. Massivere Verletzungsmechanismen führen zum Zerreissen einzelner Fasern, so dass ein Bluterguss entsteht. Im schlimmsten Fall besteht ein totaler Durchriss des ganzen Bandes mit Blutung ins Gelenk und unter die Haut. Am anfälligsten für Verstauchung und Zerrung sind Sprung- und Kniegelenk, Schulter- und Handgelenk. Im Folgenden werden Verletzungen des Sprunggelenks beschrieben, jene des Kniegelenks finden sich in einem separaten Text.
Seitenbänder gibt es am inneren und äusseren Knöchel. Die häufigste Ursache einer Verstauchung überhaupt ist das seitliche Abkippen („Übertreten“) des Fusses mit sofortigem Schmerz und nachfolgender Schwellung über dem äusseren Knöchel. Im leichtesten Fall, der reinen Überdehnung oder Verstauchung im engeren Sinn, besteht kein Gewebeschaden. Bei stärkerer Gewalteinwirkung wird das Fussgelenk, genauer das obere Sprunggelenk, in unterschiedlichem Ausmass verletzt. Die nachstehenden Abbildungen illustrieren am Beispiel des rechten Fusses unterschiedliche Schweregrade.
Der sofortige Schmerz im Anschluss an die Verletzung ist allen Verstauchungen gemeinsam. Je nach Ausmass des Gewebeschadens treten weitere Symptome auf:
In der Regel wird eine Röntgenaufnahme durchgeführt, um eine begleitende Fraktur erkennen oder ausschliessen zu können.
Vielfach ist ein Ruhigstellen mit starrem Verband (Gips, Plastikmaterial), seltener eine operative Bandnaht oder -rekonstruktion nötig.