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Victorine Schuwey-Tornare wurde am 7. Januar 1919 als drittes von sieben Kindern von Marcelin und Rosalie Tornare-Fontana in Marly geboren.
Ihre geliebte Mutter starb bereits im Alter von 37 Jahren, eine Mutter von sieben Kindern, von denen das älteste erst elf und das jüngste zwei Jahre alt war.
Nach der erneuten Heirat ihres Vaters konnten Victorine und ihre Geschwister eine kleine Halbschwester in ihre Arme nehmen. Aber das neue Glück dauerte nur drei Jahre. 1932 mussten sie auch ihren geliebten Vater, erst 41-jährig, zu Grabe tragen.
Da begann wieder eine harte Zeit für die Geschwister Tornare. Sie wurden auseinandergerissen und an verschiedene Orte verteilt, zu Verwandten und Bekannten. Victorine fand Unterschlupf bei ihrer Gotta Viktorine Brügger im Phal, einem Bauernhof zwischen Marly und Tentlingen. Sie musste im Bauernbetrieb mithelfen und die Milch in die Käserei führen. In die Schule nach Marly ging sie zu Fuss. Als Vierzehnjährige kam sie als Kindermädchen ins Pafuet zur Jauner Familie Etienne und Louise Buchs. Darum beendete sie auch in Praroman die Primarschule. Ihre nächste Station war Jaun, als Angestellte in der Bäckerei von «Post-Anna». Hier lernte sie ihren zukünftigen Mann Hermann Schuwey kennen, den sie 1938 heiratete und mit dem sie sehr glücklich war. Zusammen hatten sie elf Kinder, sechs Buben und fünf Mädchen, wovon ein Büblein kurz nach der Geburt gestorben ist. Somit hatte sie wieder eine Familie, die sie als Kind sehr vermisst hatte.
Victorine war die gute Seele im Sägerei-Zimmerei- und Schreinereibetrieb von Hermann. Grosse Sorge bereitete ihr die schwere Krankheit von Hermann, der 1981 im Alter von nicht einmal 67 Jahren gestorben ist.
Ihre Familie und ihre Tätigkeiten in den Vereinen haben ihr über den Verlust ihres geliebten Gatten hinweggeholfen. Schmerzvoll für sie war auch der Verlust ihrer beiden Schwiegersöhne Marius und Denis.
Victorine war 32 Jahre im Samariterverein tätig. Auch die 15-jährige Tätigkeit in der Pfarrei-Caritas gab ihr viel Befriedigung. Die vielen Spitalbesuche bei den Kranken und die unzähligen Nachmittage, die sie im Altersheim des Jauntales verbracht hat, um den dort wohnenden Jaunerinnen und Jaunern einen kleinen Lichtblick in den Alltag zu bringen, waren für sie sehr bereichernd.
Während vielen Jahren kümmerte sie sich mit Marie-Louise Julmy um den Blumenschmuck in der Kirche vom Fang. Auch im dritten Alter war sie noch sehr aktiv. Die Arbeit mit den betagten Leuten, obwohl auch sie immer älter wurde, hat sie immer interessiert. Eines ihrer Hobbys war das Jassen mit der Familie oder im Bödeli mit ihren Freundinnen. Solange es ging, beteiligte sie sich auch den Jassnachmittagen im Vereinssaal.
Ihre grösste Freude und ihr Stolz war ihre grosse Familie. Sie hatte 38 Grosskinder und, was schon eher selten ist, 72 Urgrosskinder. Der Besuch der Kinder, Grosskinder und Urgrosskinder bereitete ihr jedesmal grosse Freude. Im April 2007 ist Victorine Schuwey-Tornare schwer erkrankt. Sie konnte nicht mehr allein zu Hause sein. Im Altersheim des Jauntales hat sie liebevolle Aufnahme gefunden.
Die Kinder sind Gott dankbar, dass sie eine so gute Mutter haben durften. Sie war ihnen in vielerlei Hinsicht ein gutes Beispiel, und sie sind ihr dankbar für alles, was sie getan hat.
Am Karfreitag, 2. April 2010, hörte ihr müdes Herz auf zu schlagen. Eing.