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Fotografen dürfen nicht fotografieren, die Polizei betreibt Zensur. JournalistInnenverbände wehren sich, doch Medienministerin Simonetta Sommaruga stellt sich taub.
Fabian Biasio hat oft an schwierigen Orten fotografiert. Im Hochsicherheitstrakt eines US-Gefängnisses, im Irakkrieg oder in der radioaktiv verseuchten Sperrzone von Fukushima. Jetzt findet der Ausnahmezustand vor der eigenen Tür statt.
Das müsse man doch dokumentieren, findet er. Jeden Tag geht er raus und versucht, die Orte zu finden, wo Corona sichtbar wird. Er wollte etwa den Aufbau eines Notspitals fotografieren. Es war noch leer, niemand wäre gefährdet worden. Doch Biasio wurde nicht hineingelassen.
Dann wollte er die Swiss begleiten, wie sie mit einem Sonderflug Masken in die Schweiz bringt. Auch da durfte er nicht mit. Er berichtet noch von diversen anderen Beispielen. Stets läuft er an Sicherheitsleuten oder Pressesprecherinnen auf.
Es sei zurzeit unmöglich, Bilder zu machen, die mit unabhängigem Blick dokumentieren würden: Das war die Pandemie im Frühling 2020. Es gibt zwar Bilder vom Notspital oder vom Flug der Swiss – aber sie wurden von gewöhnlichen MitarbeiterInnen oder der PR-Abteilung geschossen. Es sind Bilder, die nichts mit unabhängigem Journalismus zu tun haben.
Ein Coronakriegsrecht?
Vielleicht hänge er einem antiquierten Verständnis von Journalismus nach, sinniert Biasio. Er erwähnt Dorothea Lange. Sie fotografierte in den USA während……