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Despot war nach einer Abhöraffäre parteiintern scharf kritisiert worden. Der Waadtländer SVP-Nationalrat Guy Parmelin hatte ihren Rücktritt gefordert, weil er für die Partei einen Imageschaden befürchtete. Eine Parteiversammlung entschied jedoch angesichts der bevorstehenden Wahlen, dass sie trotzdem zu den Ständerats- und Nationalratswahlen antreten dürfe.
Bilanz über die Affäre sollte erst nach den Wahlen gezogen werden. Despot war bei den Nationalratswahlen vom Sonntag chancenlos. Sie landete abgeschlagen auf Platz Neun ihrer Liste.
Despot hatte im April 2014 eine interne Sitzung mit einem SVP-Vertreter aus einem verfeindeten Lager heimlich aufnehmen wollen. Weil dieser nicht zur Sitzung erschien, wurde einzig ein halbstündiges Gespräch mit den anderen wartenden Vorstandsmitgliedern aufgezeichnet.
Die Aufnahme tauchte diesen Sommer beim ehemaligen SVP-Mitglied und heutigen BDP-Politiker Jean-Luc Laurent auf. Die Waadtländer SVP beschuldigte diesen der Erpressung. Despot vermutete, dass die Aufnahmen über ihren ehemaligen Lebenspartner zu Laurent gelangt waren. Laurent bezeichnete sein Handeln später als Dummheit. Er habe die heimlichen Aufnahmen gegen einen Mediationsbericht zu damaligen internen Parteiquerelen eintauschen wollen, gab er an.
Aufgrund einer Anzeige wegen versuchter Nötigung kam es zu einer Hausdurchsuchung bei Laurent, der im Stadtparlament von Lausanne sitzt und von der SVP zur BDP gewechselt hatte. Die gleiche Anzeige reichte Despot auch gegen ihren ehemaligen Lebenspartner, einen Privatdetektiv, ein.
(SDA)