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Die politische Geschichte der Gemeinde Mels darf als eine der eigenwilligsten und interessantesten des Kantons bezeichnet werden. Sie hängt offenbar weitgehend mit der Bevölkerungsstruktur zusammen. Das rätische Element, gemischt mit alemannischen Einwanderern, hat einen heimattreuen und schollenverbundenen Volksschlag geschaffen.
Im Weisstannental haben sich freie Walser aus den bündnerischen Walserkolonien Davos und Rheinwald um 1300 als drittes Volkselement angesiedelt. Ihre freiheitlichen Institutionen verfehlten demnach im jahrhunderte langen Ringen um Selbstbestimmungsrechte nicht ihre Wirkung auf die Mitlandsleute.
Die Ablösung der rätischen Grundherrschaft nach dem Vorbild Roms, die auch im Sarganserland langsam aber stetig unter Einflüssen aus dem Norden zerbröckelte, führte zu den heutigen Ortsgemeinden. Das Verfügungsrecht der Bürgergemeinden über die Allmenden, Alpgebiete und Wälder bildete besonders in den Bergzonen den eigentlichen wirtschaftlichen Hintergrund.
Die "Eine und unteilbare Helvetische Republik", welche an die Stelle der untergegangenen Eidgenossenschaft trat, hat eine neue Ordnung des Gemeindewesens, die Politische Gemeinde oder Einwohnergemeinde geschaffen. Sie trat neben die alten Ortsgemeinden, die sich fortan namentlich mit der Verwaltung ihrer Korporationsgüter, dem Armenwesen und der Verleihung der Bürgerrechte befassten. Bis zur Neugestaltung der politischen Verhältnisse der Schweiz in den Jahren 1798 - 1803 gab es in den Gemarkungen der jetzigen Politischen Gemeinde MeIs nur zwei Gemeindeverbände, nämlich die Ortsgemeinden Mels und Weisstannen.