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Sabina Kulicka wurde 1959 in Tschechien geboren. 1982 - 1988 studierte sie an der Ecole Supérieure d'Art Visuel in Genf Malerei und Zeichnung (Diplomarbeit: Vanishing Twins) und 2001 - 2003 Kunstvermittlung an der Universität Bern (Diplomarbeit: Ritual zur Überwindung des Patriarchats, Ausstellungsprojekt)
Die auf dieser Website ausgestellten Werke sind eine kleine Auswahl aus den umfangreichen Werkgruppen. Sie wurden in diversen Galerien ausgestellt und befinden sich teilweise in Privat- oder öffentlichem Besitz. Manche sind noch käuflich. Ihre Formate bewegen sich zwischen dem Postkartenformat bis zum Grossformat von rund 2 x 3 Metern.
Während der Entstehung dieser Werkgruppe 1986 - 88 wusste ich nicht, dass zur gleichen Zeit in der Medizin die Forschungen zum Phänomen des Verschwundenen Zwillings im Mutterleib begonnen hatten. Es wurde davon ausgegangen, dass sich zu Beginn einer Schwangerschaft zwei oder mehr befruchtete Eier in der Gebärmutter befinden, deren Seelen miteinader kommunizieren. Mit den Auswirkungen, welches das Absterben und Verschwinden des Zwillings beim Überlebenden haben kann, beschäftigt sich ausserdem die Psychotherapie. Jahre später wurde mir deutlich, dass ich mit dieser Werkgruppe Erinnerungen aus meiner prä- und perinatalen Zeit gemalt haben musste.
Die Zeichnungen entstanden nach der Werkgruppe der Vanishing Twins. Im Gegensatz zu der ersten Werkgruppe, bei der die Erinnerung und die eigene Körperwahrnehmung eine grosse Rolle spielten, waren für die Zeichnungen die Beobachtung der äusseren Körperform und der schnelle Fluss der Linien, die Bewegung, bestimmend.
Als diese Werkgruppe entstand, war ich gerade erst auf die Thesen zu einer matriarchalen Ästhetik gestossen. Eine von matriarchalen Gesellschaften geprägte Kunst wird von der Matriarchatsforschung dem Zeitraum zwischen 10'000 bis 3'000 v.u.Z. zugeordnet. Das Oval gilt als ein weibliches Zeichen. Ich habe in dieser Werkgruppe fast alle Bilder konzeptuell und formal auf dem Oval aufgebaut, währenddem mich der Inhalt der Bücher über die matriarchalen Gesellschaften beschäftigte.
Mit den Pflanzen habe ich mich von der Darstellung des Körpers oder einem seiner Symbole, wie etwa dem Oval in der vorhergehenden als Archäologie bezeichneten Werkgruppe, entfernt. Pflanzen liefern Duftstoffe, Wirkstoffe, Nahrung und Heilmittel. Und sie sind dekorativ... Das Dekorative hat eigentlich einen rituellen Ursprung. Wenn man sich mit Ethnobotanik beschäftigt, so wird man darauf aufmerksam gemacht, dass Pflanzen in Kulturen, welche die Natur ganz allgemein schätzen oder gar verehrten, die Pflanzen ihre spezifischen Persönlichkeiten haben, mit denen auf schamanistische Art und Weise kommuniziert werden kann - ein Aspekt, der im Hintergrund der Pflanzenbilder steht.
Die Therapieräume sind Modelle. Hier kommen Aspekte der Werkgruppen Botanik und Archäologie zusammen. Sie sind fiktive Orte, die aber in ihrer Funktion als Therapieraum umgesetzt werden könnten. Leider wurde die Entstehung dieser Werkgruppe durch das fiktive Ausstellungs-Projekt "Ritual zur Überwindung des Patriachtats" im Rahmen der Weiterbildung zur Kunstvermittlung unterbrochen, ohne dass ich danach den Faden wiederfinden konnte... Zum heutigen Zeitpunkt kann ich keinen Kurzkommentar zu diesen Werken schreiben, vielleicht ist der zeitliche Abstand von ihrer Entstehung bis jetzt noch nicht gross genug.