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Die beiden hatten meist Kleider, Schuhe, Schmuck, Kosmetik- und Pflegeprodukte bestellt. Dazu konstruierten sie falsche Online-Identitäten, indem sie zahlreiche Namensschilder an Briefkästen und Klingeln in zwei Luzerner Vorortsgemeinden abfotografierten und Mail-Adressen erstellten, um die Bonitätsprüfung zu bestehen.
Nach dem Versand verfolgten sie den Lieferstatus online und fanden sich jeweils pünktlich beim betreffenden Hauseingang ein, als die Ware geliefert wurden. Dort nahmen sie die Pakete direkt vom Pöstler entgegen.
Beruf: Online-Betrüger
Der Haupttäter habe «enormen Aufwand betrieben» und den Betrug quasi als Beruf ausgeübt. Er habe eine hohe kriminelle Energie offenbart und sich von finanziellen, egoistischen Motiven leiten lassen, urteilte das Gericht.
Der 31-jährige Portugiese und seine Landsfrau wurden unter anderem wegen gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs schuldig gesprochen. Den Mann verurteilte das Luzerner Gericht zu zwei Jahren Gefängnis bedingt und einer Landesverweisung von fünf Jahren.
Mann will Urteil nicht akzeptieren
Weil er erst seit drei Jahren definitiv in der Schweiz wohnhaft ist, die Mehrheit seiner Familienangehörigen im Ausland lebt und er kaum Schweizerdeutsch spricht, spricht laut den Richtern nichts gegen einen Landesverweis. Der Verteidiger hatte einen Freispruch verlangt.
Bei der Frau, die 20 Monate bedingt erhielt, verzichtete das Gericht auf den Landesverweis. Die Mutter eines Kindes profitierte von der Härtefallklausel. Die Frau akzeptierte das Urteil, der Freund legte Berufung ein, womit es nicht rechtskräftig ist.