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Omnibus-Erhebung 2023: Umweltqualität und Umweltverhalten Neun von zehn Menschen in der Schweiz nehmen Veränderungen im Klima wahr
1.2.2024 - 2023 gaben 41% der Bevölkerung an, dass sie beim Klima in der Schweiz starke Veränderungen wahrnehmen, 48% leichte Veränderungen und 11% keine Veränderungen. Während 86% die Umweltqualität in der Schweiz als sehr gut oder eher gut einschätzen, werden Verkehrslärm und Luftverschmutzung zunehmend als störend empfunden. Die grössten Gefahren für Mensch und Umwelt werden dem Verlust an Biodiversität, dem Klimawandel und der Wasserknappheit zugeschrieben, während vor allem Kernkraftwerke in dieser Hinsicht an Bedeutung verloren haben. Dies sind erste Ergebnisse einer Befragung zum Thema Umwelt, die das Bundesamt für Statistik (BFS) zum vierten Mal durchgeführt hat.
Frauen sind mit 44% häufiger der Ansicht, dass sich das Klima in der Schweiz stark verändert, gegenüber Männern mit 38%. Beim Landschaftsbild in der Wohnumgebung nehmen 29% der Bevölkerung starke Veränderungen wahr, 53% leichte Veränderungen und 18% keine Veränderungen. Zudem sind 49% der Bevölkerung der Meinung, dass die Menschen in der Schweiz umweltfreundlicher werden. 14% empfinden das Gegenteil und 36% stellen diesbezüglich keine Veränderung fest.
Umweltverhalten weitgehend unverändert
Die Einschätzung betreffend Umweltfreundlichkeit der Menschen widerspiegelt sich allerdings nur bedingt im Umweltverhalten. So bewegen sich die jüngsten Zahlen bei den meisten erfassten Merkmalen im selben Rahmen wie bei der Vorgängerbefragung von 2019 - etwa bei den Heizgewohnheiten, dem Achten auf den Energieverbrauch beim Kauf von Elektrogeräten oder dem Konsum von Bioprodukten. Beim Verkehrsverhalten hingegen ist eine Zunahme der Personen zu verzeichnen, die nie das Flugzeug nehmen: 2019 waren es 20%, gegenüber 26% im Jahr 2023. Erstmals wurde auch nach dem Konsum von Fleisch bzw. Fleischerzeugnissen gefragt. Für 12% der Bevölkerung stehen diese Lebensmittel täglich auf dem Speiseplan, für 28% vier- bis sechsmal die Woche, für 43% ein- bis dreimal die Woche, für 11% seltener als einmal die Woche und für 6% gar nie.
Nach wie vor sehr gute Noten für die hiesige Umweltqualität
2023 beurteilen 89% der Bevölkerung die Umweltqualität in der Wohnumgebung als sehr gut oder eher gut. Bezüglich der Umweltqualität in der Schweiz sind 86% dieser Meinung. Diese Werte unterscheiden sich nicht signifikant von denjenigen der Vorgängerbefragung vier Jahre zuvor. Anders bei der Einschätzung der Umweltqualität weltweit, die 2023 von 18% der Bevölkerung als sehr gut oder eher gut bewertet wird, im Gegensatz zu 13% im Jahr 2019. Generell schätzen Männer die Umweltqualität besser ein als Frauen.
Verkehrslärm und Luftverschmutzung stören zunehmend
Zwischen 2019 und 2023 hat sich der Anteil Menschen, die sich zuhause durch Verkehrslärm bzw. Luftverschmutzung sehr gestört oder eher gestört fühlen, zugenommen: von 31% auf 36% beim Verkehrslärm und von 35% auf 39% bei der Luftverschmutzung. Die Empfindungen gegenüber Strahlung von Starkstromleitungen oder Mobilfunkantennen haben sich seit 2019 hingegen nicht signifikant verändert. 2023 fühlen sich 25% der Bevölkerung davon sehr gestört oder eher gestört. Ebenfalls unverändert bleibt die Zufriedenheit mit dem Landschaftsbild in der Wohnumgebung, wobei 90% damit sehr zufrieden oder eher zufrieden sind. Frauen fühlen sich häufiger durch Luftverschmutzung und Strahlung gestört als Männer. Beim Verkehrslärm und betreffend Zufriedenheit mit dem Landschaftsbild bestehen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.
Meinungsänderung bei der Gefahreneinschätzung von insbesondere Kernkraftwerken
2023 werden Biodiversitätsverlust, Klimawandel und Wasserknappheit als grösste Gefahren gesehen, mit jeweils 49%, 48% bzw. 47% der Bevölkerung, die diese als sehr gefährlich für Mensch und Umwelt einschätzen. Gegenüber der letzten Befragung sind einige Meinungsänderungen zu beobachten, wobei dies besonders auf die Kernkraftwerke zutrifft: Zwischen 2019 und 2023 ist der Bevölkerungsanteil, der diese als sehr gefährlich für Mensch und Umwelt einschätzt, von 41% auf 26% zurückgegangen. In dieser Zeitspanne ebenfalls deutlich abgeschwächt haben sich die Einschätzungen zur Gefährlichkeit von Pestiziden (53% vs. 43%), Gentechnik in der Herstellung von Lebensmitteln (36% vs. 29%) sowie Mobilfunkantennen (18% vs. 14%).
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