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Die Clinic
Die HOPE FOR ALL Clinic liegt in einer ländlichen Gegend 10 Kilometer ausserhalb der Hauptstadt Phnom Penh. Es ist eine ärztliche und zahnärztliche Poliklinik, in der bedürftige Menschen kostenlos behandelt werden. Eine Konsultation kommt auf 3-4 Franken zu stehen. Pro Jahr werden ungefähr 18'000 Patienten behandelt.
Dr. Thürig im fachlichen Gespräch mit Dr. Sovuthy, Arzt an der HOPE FOR ALL Clinic
Der Arzt der "Clinic" beweist immer wieder, dass mit einfachen Mitteln eine wirkungsvolle Medizin betrieben werden kann. Sein Behandlungszimmer ist einfach eingerichtet. Wenn komplizierte Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder eine Ultraschalluntersuchung nötig sind, schickt er die Patienten samt dem nötigen Geld für Fahrt und Untersuchung in ein Spital nach Phnom Penh.
Die häufigsten medizinischen Diagnosen sind Infektionskrankheiten. Dies ist verständlich, denn verschmutztes Trinkwasser, das enge Zusammenleben der Menschen und eine mangelhafte Ernährung schaffen ideale Verhältnisse für die Ausbreitung von Seuchen. Viele Patienten leiden an Durchfall oder Atemwege-Infektionen. Typisch für das Tropenland sind auch Wurm- und Amöbenkrankheiten. Malaria ist in einigen Provinzen Kambodschas gefürchtet, kommt aber in der Umgebung der Hauptstadt nicht vor. Ein grosses Problem ist die AIDS-Krankheit. 3 % der Menschen in Kambodscha sind HIV positiv.
Konventionelles Röntgengerät (links), Digitales Röntgengerät (rechts)
Die zahnärztliche Abteilung der HOPE FOR ALL Clinic hat einen guten Ruf. Sie verfügt über vier Behandlungsplätze, die einen Vergleich mit Schweizer Zahnarztpraxen nicht scheuen müssen. Drei erfahrene Zahnärzte (alle haben an der Universität von Phnom Penh studiert und doktoriert) zwei ausgebildete Assistentinnen und ein halbes Dutzend weitere Helfer kümmern sich um die Patienten, die oft einen weiten Weg auf sich nehmen, um sich in der "Clinic" behandeln zu lassen.
Nicht zuletzt, weil die AIDS-Krankheit durch zahnärztliche Instrumente übertragen werden kann, verfügt die Clinic über eine leistungsfähige Sterilisationsanlage.
Im Jahr 2013 wurde an der zahnärztlichen Abteilung ein Digitales Panorama-Röntgengerät eingerichtet. Sogar in der Schweiz verfügen nur wenige Zahnärzte über ein solches Gerät. Für die Clinic hat sich diese Investition gelohnt, denn nicht nur die eigenen Patienten können besser beurteilt und behandelt werden. Auch auswärtige Zahnärzte schicken Patienten für Panorama-Aufnahmen in die Clinic. Das teure Gerät hat sich nach knapp drei Jahren bereits amortisiert.
Als die Clinic im Jahr 1998 den Betrieb aufnahm, bestand ein dringendes Bedürfnis nach medizinischer Versorgung und nicht selten wurden in der Clinic lebensrettende Massnahmen geleistet. Inzwischen gibt es in erreichbarer Nähe auch andere medizinische Polikliniken. Der Zulauf zur ärztlichen Sprechstunde an der HOPE FOR ALL Clinic ging in den letzten Jahren markant zurück. Als der Clinic-Arzt Ende 2013 das Pensionsalter erreichte, wurde er nicht ersetzt. An Stelle der ärztlichen Sprechstunde wurde das zahnärztliche Angebot ausgebaut, denn der Bedarf nach kostenloser oder bezahlbarer zahnärztlicher Hilfe ist unverändert gross.