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1987 verfilmte James Ivory den Schwulenroman Maurice von E.M. Forster mit James Wilby, Rupert Graves und dem jungen Hugh Grant in den Hauptrollen.
Maurice ist ein junger Student, der, als er 1909 sein Studium aufnimmt, entdeckt, dass er sich mehr zu Männern als zu Frauen hingezogen fühlt. Erfüllung in der Liebe kann er mit seinem Freund Clive nicht finden- aus Angst vor der Gesellschaft leugnet dieser seine Homosexualität.
Richard Robbins, der für diese Musik auf den Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet wurde, dürfte den wenigsten ein Begriff sein und wenn, dann verbinden ihn die Meisten nur mit den Merchant/Ivory Filmen (A Room with a View, Howard’s End), die in England in den 80ern und frühen Neunzigern sehr populär waren.
Robbins komponierte für das Drama Maurice eine überraschenderweise recht abwechslungsreiche Musik. Die Melodie des Hauptthemas, ein einfühlsames Stück für Streicher und Holzbläser, kristallisiert sich erst nach mehrmaligem Hören heraus um sich dann in die Gehörgänge des Hörers einzupflanzen. Leider findet dieses Thema nur noch ein Mal, im „End Title“, Verwendung. Zudem schrieb Robbins zwei Tänze, einen langsamen Walzer für Klavier und Orchester sowie eine schwungvolle und unmittelbar eingängige Melodie für Holzbläser und Klavier- das Highlight der kurzen CD.
Hinzu kommt ein kurzweiliges Orgel- Interlude sowie das Chorstück „Misere“, komponiert von Gregorio Allegri (1582-1652). Die Orchestermusik präsentiert sich elegant und elegisch, in gewissen Passagen sind Einflüsse Ralph Vaughan Williams’ und Philip Glass’ später Minimalismus zu hören. Herausstechend das Stück „The Train“, in dem Robbins mit harschen Dissonanzen in den Holzbläserstimmen arbeitet.
Präsentiert sich dieses Album beim ersten Hören eher als eine Sammlung diverser Source-Cues mit Orgel-Interlüde, kirchlichem Chorstück und Tänzen, wird aus dieser bunten Mischung bei mehreren Durchläufen eine homogene Komposition, die an einzelnen Stellen, vor allem in den teils recht seichten Orchesterstücken, zwar einige Schwächen hat und in der zweiten Albumhälfte etwas hängt, die aber genügend Passagen und reizvolle Momente hat um nicht langweilig zu werden und reichlich Abwechslung bietet.