Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03333.jsonl.gz/109

Es handelt sich um einen bis ins 18. Jh. in den Berner Voralpen vorherrschenden Bautyp. Aufgrund der eingeschossigen Bauweise mit schwach geneigtem Dach im Volksmund auch "Tätschhütte" genannt. Das voralpine Vielzweckhaus ist ein Mehrständerbau mit Stallteil im Westen und Wohnteil im Osten mit traufseitiger Befensterung. In der Region und im Dorf Schwarzenburg sind nur noch sehr wenige Objekte erhalten, sehr oft den heutigen Bedürfnissen angepasst und stark umgebaut.
Ausgangslage im Dezember 2011: Das Gebäude an der Junkerngasse ist das letzte Tätschdachhaus mit wertvoller Originalsubstanz. Der Bau entstand nach 1575, wovon der Dachstuhl und die Südfassade noch in gutem Zustand sind. Die zwei Stuben stammen aus den 1770er Jahren wurden wohl um 1870 als "Occasionswohnung" eingebaut. Das sogenannte "Hiimeli/Heimeli" war seit 60 Jahren unbewohnt und die offene Küche diente dem Dorfmetzger als Räucherkammer. Der Ökonomieteil erlebte strassenseitig starke Veränderungen. Das Abbruchgesuch lag seit den 1990er Jahren vor und die Erhaltung am heutigen Standort war nicht zu realisieren. Die Denkmalpflege wollte auf den Entscheid von 1999 nicht zurückkommen, als man versuchte das Gebäude im Ballenberg aufzustellen. Die Eigentümerschaft wollte "den Schandfleck" abreissen...
Kurz vor dem Ziel 2015: Die einzige Rettung des Gebäudes war die Verschiebung innerhalb Schwarzenburgs ins Areal des Schlosses (1573-75). Zu diesen zeitgleichen Gebäuden gesellt sich die Dorfkappelle „Chäppeli“ (1463 geweiht, dendro 1460/61) mit originellem Schindelturm von 1534/35. Das Dorf Schwarzenburg verfügt über ein einzigartiges kulturelles Ensemble aus dem 16. Jahrhundert.
(Urs Rohrbach, Horner 2015)