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|Handbuch der Braillenotenschrift|
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Eine Gesangsstimme wird wie ein Instrumentalpart übertragen, mit Ausnahme von Bindungen und Anpassungen im Gesangstext.
Textzeilen oder -abschnitte wechseln sich ab mit den entsprechenden Notenzeilen oder -abschnitten. Ein Textpart wird mit dem Zeichen <;, dem Anfangsbuchstaben der Stimmlage oder durch übersichtliche Positionierung auf der Punktschriftseite gekennzeichnet.
Die Noten werden mit dem Zeichen '., dem Anfangsbuchstaben der Stimmlage oder durch klare Positionierung auf der Punktschriftseite gekennzeichnet. Wenn Intervallzeichen gesetzt werden, muss eine Anmerkung zu ihrer Leserichtung beigefügt werden.
In einigen Ländern folgen die Noten auf den Text, in anderen folgt der Text auf die Noten. Die in diesem Kapitel angeführten Beispiele zeigen verschiedene Möglichkeiten, Vokalmusik in Punktschrift darzustellen.
Falls Anmerkungen wie «rit.», «accel.» und «a tempo» im Schwarzdruck nur in der Begleitung vorkommen, empfiehlt es sich, sie in Punktschrift auch in der Gesangsstimme zu schreiben.
Noten und Text stehen nicht, wie im Schwarzdruck, senkrecht untereinander. Das Zusammentreffen von Silben und Noten muss daher mit Hilfe der in Beispiel 16.7 bis 16.10 beschriebenen Zeichen sehr klar dargestellt werden.
Der Bindebogen C zwischen zwei Noten verdeutlicht, dass auf diesen Noten nur eine Textsilbe gesungen wird. Das Zeichen wird verdoppelt, wenn eine Textsilbe sich über mehr als vier Noten erstreckt. Die Zeichen <B und >; sind musikalischen Phrasen vorbehalten und werden nicht für Silbenbindungen verwendet.
33#C/ '.>W_G%C3&CG3H I^C3[9V <;TU SOLUS ALTISSIMUS '.X_ECC!E.Y]CI3HCG 363ECD2K <;JESU CHRISTE
Wenn zwei oder drei Textsilben oder Vokale auf eine Note fallen, steht das Zeichen B bzw. L nach der betreffenden Note. Im Text werden die auf einer Note zu singenden Silben oder Vokale zwischen den Zeichen ( und ) eingeschlossen.
2#F( <;FINCH^ L.A(RIA ^ AN)COR BRUNA, '.!7GFHL$D I$E! <;(E IL) MONDO TACE/ '.$GB!HC1JE 4D2K
Erscheinen Lieder im Schwarzdruck in zwei oder mehreren Sprachen, kann die Anzahl der Silben pro Takt von einer Sprache zur anderen unterschiedlich ausfallen. Deshalb werden Silbenbindungen mit Hilfe von «Fingersatzzeichen» numeriert, um anzuzeigen, auf welche Sprache sie sich beziehen. Im dritten Takt des Beispiels 16.9 bezieht sich der erste Bindebogen auf beide Sprachen, der zweite jedoch nur auf die zweite (deutsche) Sprache.
22#B/ '.!WBGG $4!GX $5].CNZ.BCBP 4V2K <;(VOI) CHE SAPETE, CHE CO(SA ^) AMOR, <; SAGT, HOLDE FR1EN, D0 IHR S0 KENNT,
Ist die Silbenverteilung in der melodischen Wiederholung eines Verses oder in verschiedenen Versen derselben Sprache unterschiedlich, bedeutet das Zeichen _C, dass der Bindebogen nur eine von beiden Textstellen betrifft.
<;-.COME YE TO BETHLEHEM; CITIZENS OF HEAVEN ABOVE+'. 3#D/ '.!7_C89W Q_C6.E Z2K
Atemzeichen stehen dort, wo sie im Schwarzdruck vorkommen; ein Oktavzeichen für die darauffolgende Note ist nicht notwendig. Im Schwarzdruck gibt es für die Atemzeichen unterschiedliche Formen: was der eine Komponist als Symbol für kurzes Atemholen verwendet, kann ein anderer Komponist oder Herausgeber als langes Atemzeichen verwenden. Wenn aus den Noten nicht klar hervorgeht, ob ein Zeichen kurzes oder langes Atemholen meint, muss eine Anmerkung des Übertragers die Form der Schwarzdrucksymbole und ihre Darstellung in Braille erklären. Beispiel 16.11 zeigt die üblichen Schwarzdrucksymbole für kurzes oder langes Atemholen.
Mit Ausnahme der Schwarzdruck-Wiederholungszeichen sind die einzigen empfohlenen Wiederholungsverfahren das Similezeichen für kurze Takte und das Punktschrift-Segno (für sehr lange und eindeutige Wiederholungen, wie etwa die letzte Wiederholung einer Arie nach dem Mittelteil).
Zu wiederholende Wörter oder Sätze im Gesangstext werden mit vorangehendem und nachfolgendem Zeichen * ohne Zwischenraum angegeben. Soll die Wiederholung zweimal erfolgen (also der Text dreimal gesungen werden), wird das Zeichen entweder davor oder danach (nicht beides) verdoppelt. Falls mehr als zweimal wiederholt werden soll, wird eine Zahl mit dem Zeichen kombiniert; diese gibt die Anzahl der Wiederholungen an. Beispiel 16.13 zeigt beide Möglichkeiten, sechsmal zu singendes «Amen» in Punktschrift zu übertragen.
#E*AMEN* (oder) *AMEN*#E
Vorübergehend aufgeteilte Stimmen oder Varianten werden als Intervalle oder mit Hilfe eines Stimmenzeichens geschrieben. Sind sie kleingedruckt, muss in der Übertragung das Zeichen '? für kleiner gedruckte Noten verwendet werden (Tabelle 1A).
Eine separate Angabe des Stimmumfangs soll in Punktschrift entsprechend dem Schwarzdruck erscheinen.
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Trennungsstriche zwischen den Silben im Schwarzdruck dienen dazu, das vertikale Verhältnis zwischen Noten und Textsilben herzustellen. Sie werden in Punktschrift weggelassen.
Steht die Tenorstimme im Schwarzdruck im Violinschlüssel - eine Oktave höher als klingend - wird sie üblicherweise in der tatsächlich zu singenden Stimmlage übertragen.
Bei einer Partitur für Chor oder Vokalensemble wird nicht anders vorgegangen als bei Solostücken. Jeder Stimmenpart hat seine eigenen Notenzeilen oder -abschnitte. Ist der Text für alle Stimmen gleich, wird er nur einmal angegeben; wenn er aber variiert, erscheint er für jede Stimme gesondert.
Instrumentalbegleitungen werden in der Regel nicht innerhalb der Partitur, sondern gesondert übertragen. Sie können eine Übersicht der wichtigen Themen, Stimmeneinsätze oder andere für das Zusammenspiel wichtige Elemente enthalten.
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