Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03433.jsonl.gz/2167

Positiver OPEC-Nachfrageausblick sollte den Ölmarkt beflügeln
Die OPEC+ sieht Öl auch langfristig als Schmierstoff der Weltwirtschaft. Während sich westliche Ölkonzerne einem starken Investorenaktivismus gegenübersehen, der die Finanzierung neuer Öl- und Gasprojekte stoppt, könnten die OPEC+-Mitglieder die entstehenden Produktionslücken stopfen und Marktanteile dazugewinnen, meint Michel Salden von Vontobel.
04.06.2021, 05:00 Uhr
Redaktion: rem
Am Dienstag haben die Ölminister der OPEC+ bestätigt, die globale Rohölproduktion ab Juli um 0,84 Mio. Barrel pro Tag zu erhöhen. Dies ist als Teil des bereits im April vorgeschlagenen Plans zu verstehen, das Angebot um 2,1 mbpd über den Zeitraum von Mai bis Juli zu erhöhen. Michel Salden, Leiter Commodities bei Vontobel hält fest, dass grosse Einigkeit unter den Mitgliedern herrschte und die neuen Quoten in einer nur 30 Minuten dauernden Telefonkonferenz festgelegt wurden.
Die monatlichen Versammlungen der OPEC+ werden während des Tapering-Prozesses fortgesetzt, und es sei noch nicht klar, wie die OPEC+ später in diesem Jahr handeln wird, so Salden. Durch die monatlichen Versammlungen möchte die OPEC+ volle Flexibilität haben, um auf die folgenden politischen Faktoren zu reagieren: Rückkehr des Iran an den internationalen Ölmarkt, Beschleunigung der Ölnachfrage um 4 bis 5 mbpd in den nächsten sechs Monaten, was zu einer Unterversorgung des Marktes von -2mbpd für den Rest des Jahres führen würde sowie weitere Preissteigerungen auf 75 bis 90 USD pro Barrel, um die Nachfrage zu dämpfen.
Ein bullischer Schritt
"Ich sehe dieses OPEC+-Treffen einmal mehr als einen sehr bullischen Schritt zur Unterstützung der Ölpreise und die OPEC+ ist nicht besorgt über das 3. Szenario. Auch das 2. Szenario wird als sehr wahrscheinlich angesehen, aber nicht als Grund für eine Erhöhung der Ölproduktion gewertet", so Salden. Der saudische Energieminister Prinz Abdul-Aziz bin Salman Al Saud sagte gegenüber Reportern: "Das Bild der Nachfrage hat klare Anzeichen einer Verbesserung gezeigt" und er werde das Angebot nur dann anheben, wenn er eine Stärkung der Nachfrage auf dem Markt erkenne.
Bereits jetzt ist nach Ansicht des Experten damit zu rechnen, dass sich die Ölnachfrage von heute circa 95 mbpd auf 100 mbpd bis zum Jahresende beschleunigen wird. Je länger die OPEC+ eine Steigerung der Produktion zurückhält, desto schneller sinken die Ölvorräte und desto steiler wird die Backwardation, die derzeit eine annualisierte Rollrendite von 10% für die Rohölsorte Brent generiert, ausfallen.
Fragezeichen Iran
Wie Salden weiter ausführt, begann der Markt einzupreisen, dass die iranischen Ölexporte in der zweiten Jahreshälfte um 0,6 bis 1 mbpd steigen würden, da jeder erwartete, dass in den kommenden Wochen eine JCPOA-Vereinbarung erzielt und die Sanktionen gegen iranische Exporte aufgehoben werden würden. Die spekulative Positionierung in Ölkontrakten wurde daher reduziert, aber jetzt sehen wir, dass das Risiko zunimmt, dass die OPEC+ die Produktion in einem Szenario, in dem der Iran in den kommenden Wochen oder Monaten keine Einigung findet, zu langsam steigert. Dies erkläre auch, dass sich die Ölpreise nach dem OPEC+-Treffen zu erholen begannen und weiter anstiegen.
"Auch die OPEC+ sieht das langfristige Bild für Öl als Schmierstoff der Weltwirtschaft weiterhin stark. Die Märkte haben im letzten Monat beobachtet, dass sich westliche Ölkonzerne einem starken Investorenaktivismus gegenübersehen, der die Finanzierung neuer Öl- und Gasprojekte stoppt", sagt Salden. Folglich scheine es, dass die Ölproduktion der westlichen Ölkonzerne zurückgehen wird. Dies gebe den OPEC+-Mitgliedern die Möglichkeit, die Produktion in gleichem Masse zu steigern und gebe ihnen die Option, Marktanteile in einem Markt dazuzugewinnen, in dem sie auch das Preisniveau diktieren können.
Auf dem OPEC+-Treffen wies Prinz Abdul-Aziz bin Salman Al Saudauch darauf hin, dass die Ölpreise längerfristig gestützt werden, da die Energienachfrage aus Asien und den Nicht-OECD-Ländern weiter wachse und die meisten Diskussionen über eine kohlenstofffreie Weltwirtschaft - wie kürzlich von der Internationalen Energieagentur (IEA) vorgestellt – wie eine "La la land-Folge“ seien. Er betonte, dass die Schwellen- und Nicht-OECD-Länder in einer kohlenstofffreien Welt keinen wirtschaftlichen Fortschritt sehen werden; daher werde die Ölnachfrage in den kommenden Jahrzehnten hoch bleiben.
Investments in Alternative Anlagen wie Real Estate und Private Debt können Anlegern im Umfeld steigender Inflationsraten Diversifikations- und Renditevorteile bieten, meint Sascha Specketer von Invesco. Das mache sie...
BlackRock legt ersten Aktien-Hedgefonds mit ESG-Profil auf
22.07.2021, 15:31 Uhr
BlackRock lanciert den ersten liquiden Alternatives Equity ESG-Fonds in Europa. Der neue Fonds ist konzipiert für Anleger, die liquide alternative Anlagestrategien in Form eines globalen, marktneutralen...
Neuartiger Ansatz ersetzt Anleihen als defensive Anlageklasse
07.06.2021, 16:02 Uhr
Invesco hat einen neuartigen Ansatz entwickelt, um Anleihen als defensive Anlageklasse der Wahl in gemischten Portfolios zu ersetzen. Der Ansatz integriert sowohl den Kauf von Put-Optionen als auch defensive...
Neuberger Berman lanciert neuen alternativen Investmentfonds
26.05.2021, 11:31 Uhr
Der Neuberger Berman Direct Private Equity ELTIF für Unternehmensbeteiligungen abseits der Börse wird über Regionen, Branchen, Unternehmensgrössen, Wertschöpfungsstrategien sowie Lead Manager diversifiziert sein....
Private Märkte holen bei nachhaltigen Investitionen schnell auf
14.05.2021, 10:44 Uhr
Die Welt benötigt massive Investitionen, um eine Vielzahl ökologischer und sozialer Herausforderungen zu bewältigen. Investoren können an der Spitze des Wandels stehen, meint Will Nicoll von M&G Investments. Einer...
Mit einem PCR-Test in der Raffinerie lässt sich die Herkunft von Gold entlang der gesamten Lieferkette nachweisen. Dies macht sich die Zürcher Kantonalbank jetzt zunutze, denn bei Kunden sei diese Transparenz...
Privatmarktanlagen erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Peter Bezak von der Zurich Invest beleuchtet die verschiedenen Formen von Investitionen im Privatmarktsegment und ist überzeugt, dass sie sich bestens...
Der Ölmarkt wird sich 2021 stabilisieren und Öl seine Preisrallye fortsetzen. Michel Salden von Vontobel AM sieht Potenzial für Preiserhöhungen bis über 60 USD bis zur Jahresmitte. Auch andere Rohstoffe sind...
Derzeit erleben die Ölmärkte im Vorfeld der OPEC-Konferenz eine starke Preisrallye. Da sich aber die Positionierung an den Öl-Futures-Märkten noch verhalten gestaltet, scheint diese Rallye laut Michel Salden von...