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Bauchweh
Kinder klagen häufig über Leibschmerzen. Längst nicht immer steckt eine ernste Erkrankung dahinter. Da die Kleinsten ihren Bauch intensiv als Mitte wahrnehmen, klagen sie oft auch über Bauchweh, wenn tatsächlich vielleicht der Hals schmerzt. Weil ihre Körperwahrnehmung noch nicht vollständig entwickelt ist, wird der Schmerz automatisch in den Bauchraum verlagert.
Bei Kleinkindern ist eine Magen-Darm-Grippe mit Erbrechen, Durchfall und evtl. Fieber die häufigste Ursache für Bauchweh. Aber auch eine Erkrankung der Atemwege (z.B. Lungenentzündung) oder der Harnwege (Nierenbeckenentzündung, Blasenentzündung) kann dahinter stecken. Eine Darmeinstülpung (Invagination) ist selten, aber gefährlich und muss sofort behandelt werden.
Bei Schulkindern treten die seelischen Gründe für Bauchschmerzen in den Vordergrund. Man spricht dann auch oft von "funktionellen Bauchbeschwerden", wenn eine eindeutige Diagnose nicht gestellt werden kann. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass eine Blinddarmentzündung in diesem Alter recht häufig ist. Auch chronische Darmentzündungen, wie der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa, beginnen typischerweise in dieser Altersgruppe.
Gefährlich wird es, wenn das Kind krank und elend wirkt, anhaltend erbricht und blutige Stühle hat. Bevor Sie Ihr Kind ärztlich untersuchen lassen, sollten Sie deshalb die folgenden Punkte klären:
- Wie lange hat das Kind schon Bauchschmerzen?
- Haben die Schmerzen plötzlich oder allmählich begonnen?
- Sind die Schmerzen anhaltend oder mal stärker, mal schwächer und manchmal gar nicht vorhanden?
- Besteht gleichzeitig Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall?
- Isst und trinkt das Kind mit Appetit?
- Wann war der letzte Stuhlgang?
- Hat Ihr KInd häufig Verstopfung?
- Treten die Schmerzen immer kurz nach Mahlzeiten auf?
- Wirkt das Kind müde und teilnahmslos?
- Besteht gleichzeitig Kopfweh, Fieber, Husten, Atembeschwerden, Hautausschlag? Seit wann?
- Wird das Bauchweh durch Hinlegen oder Herumlaufen gebessert?
- Gibt es seelischen Kummer, Ängste, Probleme in Kindergarten oder Schule?
Wissen
Newsticker
Blinddarmentzündung sofort operieren: Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist bei Kindern immer ein Grund für eine sofortige Operation – im Gegensatz zu Erwachsenen sollte auf keinen Fall abwartend mit Antibiotika behandelt werden. Denn weil die Symptome so unspezifisch sind, kommt es bei Kindern häufiger zu gefährlichen Komplikationen wie Blinddarmdurchbruch mit beginnender Bauchfellentzündung und Blutvergiftung. Achten Sie auf folgende Symptome: Berührungsempfindlichkeit oder krampfartige Schmerzen im rechten Unterbauch bzw. im Nabelbereich, verstärkt beim Gehen – Hüpfen ist unmöglich. Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sind häufig, Fieber eher selten. (swissmom Newsticker, 19.10.15)
Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH