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Nach der so genannten „Fichenaffäre“ wurde 1990 in der Schweiz durch eine parlamentarische Untersuchungskommission die Geheimarmee „P26“ entdeckt. Bis heute gibt es kaum wissenschaftliche Publikationen zum Phänomen der P26. Vor allem die Frage, ob die P26 über den Englischen Geheimdienst MI6 Teil eines internationalen Netzwerkes war, ist heftig umstritten.
Als die parlamentarische Untersuchungskommission (PUK EMD) im November 1990 ihren Schlussbericht zur P26 dem Parlament und dem Schweizervolk vor-legte, war noch unbekannt, dass in ganz Westeuropa Geheimarmeen existierten, welche vom CIA und MI6 aufgebaut und von der NATO koordiniert wurden.
Als jedoch dieses internationale Netzwerk durch den Italienischen Premierminister Giulio Andreotti wenig später aufgedeckt wurde, fragten sich auch in der Schweiz der Bundesrat und das Parlament, ob die wenig durchschaubare P26, deren historische Existenz bestätigt war, über den Englischen Geheimdienst MI6 mit der NATO verbunden war, und wie dies aus der Sicht der Schweizer Neutralität zu beurteilen wäre. Dieser wissenschaftliche Aufsatz rollt diese Fragen neu auf, und vergleicht sie mit den heute vorhandenen historischen Quellen.