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Vor ein paar vakuumartigen Unendlichkeiten bin ich aufgewacht und hab gedacht, ich kann mich nicht mehr an dein Gesicht erinnern. Auch der Klang deiner Stimme entfällt mir mehr und mehr. Und doch fällt es mir nicht schwer, deinen Namen, den du nie hattest, weil er nur mir selbst gehörte, aus zu sprechen und damit unausgesprochene Versprechen zu brechen. Keine Ahnung mehr, wie mein Namen auf deinen Lippen klang. Ob einer der nichtigen Buchstaben an deiner Zunge kleben blieb, als füllte ich deinen Mund mit Honig. Ich kann nichts tun gegen das Verblassen, ausser aufzuhören, mich selbst zu hassen, und zu warten, bis dein silhouettartiger Abdruck, der in meinen Laken hinterlassen wurde, als du beschlossen hast, zu gehen, aus den Massen meiner Erinnerungen verschwunden ist.
Es ist nicht dein Bild, das ich immer noch unscharf vor mir sehe. Und es nicht verstehe. Es ist ein Bild von dir, das du, das ich in mir selbst einpflanzte. Und mit Salzwasser bewässerte in endlosen Nächten, alleine unter Fremden, bis du deine Äste in meine Haut bohrtest, um in meinem Brustkorb Wurzeln zu schlagen und mich auszufüllen, bis nichts mehr von mir übrig blieb. Ausser Haut, die kalt geworden ist.
Also versinke ich wieder im Selbsthass, aus dessen Sumpf du mich für ein paar Momente befreit hast, bis ich realisierte, dass es dich gar nicht gibt.
Und jetzt stehe ich im Regen, nackt vor einer Welt, die mir immer grauer und leerer vorkommt, seit ich weiss, dass alles nur eine Selbstlüge war. Träumen ist schöner, wenn du nicht weisst, wann du aufwachen wirst.
Von Nora.