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Welchen Wert messen wir der Selbstbestimmung am Ende unseres Lebens zu? Mit dieser kontroversen Frage setzten sich die Schülerinnen und Schüler des Ergänzungsfachs Philosophie anlässlich eines Besuchs von Silvan Luley, Geschäftsleitungsmitglied der Sterbehilfeorganisation Dignitas – Menschenwürdig leben – Menschenwürdig sterben, auseinander.
Bericht von Michael Volkart
Im ersten Teil der Veranstaltung erläuterte der Referent in einer Präsentation den Hintergrund der Tätigkeit von Dignitas und die dieser Tätigkeit zugrundeliegende Philosophie. Silvan Luley verwies auf den engen Zusammenhang des Themas Sterbehilfe mit Fragestellungen wie derjenigen nach persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen über ein gelungenes Leben sowie über Lebensqualität. Luley strich zudem heraus, dass das Thema Sterben bis zu einem gewissen Grad weiterhin ein gesellschaftliches Tabuthema ist.
In der im Anschluss geführten Diskussion stellten die Schülerinnen und Schüler dem Referenten zahlreiche kritische Fragen: Ist es moralisch zulässig, dass ein privater Verein mit dem Tod Geschäfte macht? Sollen Menschen selbstbestimmt sterben dürfen, selbst wenn sie keine unheilbare Krankheit oder untragbare Schmerzen haben? Inwiefern besteht aus ethischer Sicht überhaupt ein Unterschied zwischen der in der Schweiz zulässigen und von Dignitas praktizierten Freitodbegleitung, bei der eine Person eine ärztlich verschriebene todbringende Substanz selbst zu sich nimmt, und der in der Schweiz verbotenen aktiven Sterbehilfe, bei der die todbringende Substanz durch eine andere Person verabreicht wird? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang religiöse Vorstellungen?
Trotz des schwierigen Themas gab es in der lebhaften Diskussion auch viele heitere Momente, so beispielsweise indem die Preismodelle für Freitodbegleitungen bei Dignitas und Exit, der zweiten grossen Schweizer Organisation in diesem Bereich, verglichen wurden. Somit gelang es dann auch, dem Thema Sterben und Sterbehilfe etwas von seiner Schwere zu nehmen.