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Erklärung zu Kalender
|1 2 3||Monate|
|Winterruhe|
|Aktivität ausserhalb Laichzeit|
|Laichzeit|
|Landpaarungszeit|
Der plump wirkende Grasfrosch kann eine Grösse von bis zu 11 cm erreichen. Normalerweise ist er aber zwischen 7-9 cm gross. Die Weibchen werden geringfügig grösser als die Männchen. Der Kopf ist breit und die Schnauze kurz und rund. Die Hinterbeine sind kürzer als die der anderen Braunfrösche Mitteleuropas. Das Fersengelenk des nach vorne umgelegten Beins überragt die Schnauzenspitze nicht, sonder reicht nur bis zum Auge. Der Fersenhöcker (Wulst bei der kleinen Zehe) ist flach und klein. Das Verhältnis zwischen Länge der ersten Zehe und des Fersenhöckers beträgt 2.2 bis 3.9. Die Pupille ist waagrecht elliptisch. Die Schnauze ist kurz und stumpf, der Durchmesser des Trommelfells erreicht maximal 3/4 des Augendurchmessers. Seitlich des Rückens ziehen sich zwei Rückendrüsenleisten von den Augen bis in die Lendengegend. Im Schulterbereich sind diese näher zusammen.
Grasfrösche sind sehr variabel gefärbt. Ihre Färbung reicht von braun über gelb, orange bis grau. In Gebirgspopulationen (in der Schweiz häufig) sind sie sehr dunkel, sonst eher bräunlich gefleckt. Bei einzelnen Exemplaren kann diese Fleckung die Grundfarbe fast überdecken und der Grasfrosch erscheint dann beinahe schwarz. Bei einzelnen Exemplaren fehlt die Fleckung jedoch fast gänzlich. Im Bereich des Trommelfells hinter dem Auge besitzen die Grasfrösche einen deutlich dunkel abgesetzten Schläfenfleck. Manchmal ist in der Mitte längs des Rückens ein heller, unscharf begrenzter Streifen zu erkennen. Die Hinterbeine sind von braunen Querstreifen durchsetzt. Entlang der Oberlippe zieht sich vom Auge eine helle Linie bis in die Mundwinkel. Wegen seiner braunen Färbung wird er zusammen mit dem Springfrosch und Moorfrosch auch als Braunfrosch bezeichnet. Die Bauchunterseite ist hell, beim Männchen ungefleckt und beim Weibchen meist bräunlich bis rötlich marmoriert. Die Kehle kann sowohl gefleckt als auch ungefleckt sein.
Die Männchen besitzen eine kehlständige Schallblase und haben kräftigere Vorderbeine als die Weibchen.
Die Färbung von Grasfröschen kann sehr variabel sein, es kommen auch stark gefleckte Exemplare vor (4. Bild: von Schlemmy, 5. Bild: Remo Ernst).
Die einzelnen Laichballen bestehen aus mehreren tausend Eiern. Sie quellen im Wasser stark auf. Dadurch schwimmen sie an der Wasseroberfläche und breiten sich langsam zu flachen Fladen aus. Mehrere Ballen fügen sich so zu einem bis zu etliche Quadratmeter grossen Teppich zusammen, wo später Hunderttausende von Kaulquappen schlüpfen. Durch diese grosse Kaulquappenmenge scheint das Wasser beinahe zu brodeln.
Eine Froschplage ist trotzdem nicht zu erwarten, da durch den hohen Feinddruck nur wenige den Schritt ans Land schaffen, wo weitere Gefahren lauern.
Den Grasfröschen kann auch zum Verhängnis werden, dass sie vorwiegend in seichten Stellen ablaichen, so dass oftmals der Laich trocken fällt, wenn der Wasserspiegel sinkt.
"Schwangerer" Grasfrosch
Laichteppich vom Grasfrosch
In flachen Stellen fällt der Laich oft trocken.
Der Grasfrosch ist mit fast allen Gewässern als Laichgewässer zufrieden, bevorzugt jedoch Tümpel mit flachen und vegetationsreichen Stellen, die besonnt werden und nur selten austrocknen. Fischfreie, naturnahe Gartenteiche sind ebenfalls ein beliebter Laichplatz. Die Grasfrösche finden sich an den Laichplätzen zeitig im Frühjahr ein, wenn die Temperaturen über 10°C steigen und die Witterung feucht ist. Bei Trockenheit liegt die Auslösetemperatur etwas höher. Dies ist in Mitteleuropa meist Anfang bis Ende März der Fall. Sie laichen oft im Massen mit teilweise bis zu mehreren hundert Individuen. Das Laichgeschäft dauert nur wenige Tage, daher spricht man in diesem Zusammenhang auch von Explosivlaichern.
Obwohl so viele Tiere auf einmal ablaichen, wird von dem ganzen Geschehen meist nicht viel bemerkt. Das Laichgeschäft geht ziemlich leise vonstatten. Den Grasfröschen fehlen äussere Schallblasen, die ihre Stimme verstärken könnten. So vernimmt man von ihnen nur ein dumpfes Knurren, das teilweise auch aus dem Wasser zu hören ist. Die Rufe müssen nicht so laut sein, da die Grasfrösche sehr standorttreu sind und meist immer wieder das selbe Laichgewässer aufsuchen. Sie müssen daher die Weibchen nicht von weit her anlocken wie beispielsweise die vagabundierenden Arten die ihre Laichplätze ständig wechseln.
Ist das Laichgeschäft abgeschlossen, legen die Grasfrösche eine Pause ein. Die Weibchen verlassen meist gleich nach dem Ablaichen das Gewässer, während die Männchen noch ein paar Tage im Wasser bleiben und auf ein neues Glück hoffen. Danach suchen sie sich ebenfalls ein feuchtes Versteck unter Ast- oder Laubhaufen oder sonst was Schutz bietet und warten auf bessere Zeiten. Einzelne Exemplare bleiben aber versteckt im Laichgewässer und strecken bei Sonnenschein ihre Schnauze aus dem Wasser. Ca. Ende April verlassen die Grasfrösche ihre Ruhestätte und nehmen die Sommeraktivität auf. Dabei leben sie vorwiegend in feuchten Wäldern, Gebüschen, Wiesen und auch Gärten. Sie sind vorwiegend nachtaktiv. Sie machen dann Jagd auf Insekten wie Käfern, Würmern, Nacktschnecken oder auch Spinnen. Tagsüber verstecken sie sich im Gebüsch, unter Laub- oder Holzhaufen oder in Hohlräumen.
Das Winterquartier befindet sich Erdlöchern oder anderen frostfreien Verstecken. Manche Exemplare überwindern auch im Laichgewässer. Dies ist jedoch die Minderheit. Das Winterquartier liegt aber in der Regel näher beim Laichgewässer als der Sommerlebensraum.
Das Laichgewässer, der Winterunterschlupf und Sommerlebensraum liegen oft mehrere hundert Meter auseinander. Nicht selten müssen die Frösche dabei verkehrsreiche Strassen überqueren. Dabei endet ein solches Vorhaben meist mit dem Tod wenn nicht geeignete Schutzmassnahmen getroffen werden. So hat man Froschzäune entlang kritischer Strassenabschnitte aufgestellt und zahlreiche Freiwillige tragen die Frösche jedes Frühjahr sicher über die Strasse. Das ganze wiederholt sich im Sommer, wenn die Jungfrösche ihren Geburtsort verlassen.
copyright KARCH September 2002, Kartengrundlage GEOSTAT (BFS) BLT
CH: Weit verbreitet in fast allen Regionen (unsere häufigste Amphibienart), kommt bis auf 2600 m vor.
Mitteleuropa: In ganz Mitteleuropa verbreitet. In Deutschland ist er mehr oder weniger im ganzen Land verbreitet, in Österreich sind einzelne Lücken im östlichen Tiefland vorhanden.
Der Grasfrosch besiedelt weite Teile Europas von Italiens Norden und dem nördlichen Teil Spaniens bis zu den britischen Inseln, dem Norden Skandinaviens und dem Ural. Ebenso ist er Norden von Griechenland zu finden. Im restlichen südlichen Europa sind andere Braunfroscharten vertreten.
Der Grasfrosch macht im Frühjahr immer wieder durch Massensterben auf der
Strasse auf sich aufmerksam. Seine Wanderrouten führen oft über stark
befahrene Strassen. Da er in Massen wandert, kommen auch entsprechend viele
Tiere auf ungesicherten Strassen um. Froschzäune und Froschtunnel oder
temporäre Sperrungen gefährdeter Strassenabschnitte konnten Linderung
verschaffen. Der Grasfrosch leidet ebenfalls unter dem Rückgang geeigneter
Laichgewässer.
Der Grasfrosch ist zwar wie alle Amphibien stark im Bestand zurückgegangen. Vor allem in der Schweiz, Österreich, Deutschland und Grossbritannien konnten Bestandesrückgänge festgestellt werden. Trotzdem ist er momentan noch nicht gefährdet, da er relativ geringe Ansprüche an seinen Lebensraum stellt.
Schweiz: Nicht gefährdet (LC)
Deutschland: Art der Vorwarnliste
Österreich: Gefährdet (Kat. 3)