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Schweizer Weinbaugeschichte
Wir dürfen uns glücklich schätzen, ein neues Weingut in unserem Sortiment begrüssen zu dürfen: Die „Domaine du Daley“, ansässig im Herzen des Lavaux. Nicht nur die Weine begeistern uns, sondern auch die Geschichte dieses Weingutes. Denn es handelt sich hier um den ältesten eingetragenen Gewerbebetrieb der Schweiz von historischer Bedeutung. Die Domaine wurde im Jahre 1392 gegründet und hat sich seitdem dem Weinbau verschrieben. Um dies zeitlich besser einordnen zu können: Die damalige „Alte Eidgenossenschaft“ hatte sich 6 Jahre zuvor in der Schlacht von Sempach erfolgreich gegen das Österreichische Königreich aufgebahrt, und das Spätmittelter wurde in den damaligen Metropolen Europas langsam aber sicher von der Renaissance abgelöst.
Sich mit der Domaine du Daley zu befassen, führt den Fokus automatisch auf die Geschichte des Weinbaus in der Schweiz, die wir hier gerne etwas genauer betrachten: Die erste urkundliche Erwähnung des Rebbaus stammt aus dem Jahre 516 n.Chr. und wurde in den Archiven der Abtei „St. Maurice“ im Kanton Wallis gesichtet. Man geht davon aus, dass sich über die Klöster das Handwerk des Kelterns in der damaligen Schweiz verbreitete und stets den Mönchen vorbehalten war. Die nächste bekannte Erwähnung findet sich aus dem Jahre 765 n.Chr. im Testament des damaligen Bischofs Tello von Chur. Hier werden auch erstmals die damaligen Rebsorten „Elbling, Weisser Veltliner und Completer“ erwähnt, was den Schluss nahelegt, dass damals vorwiegend Weisswein hergestellt wurde. Man geht davon aus, dass Ende des 14. Jahrhunderts im Wallis bereits die rote Sorte „Cornalin“ angebaut wurde, aber von kaum nennenswerter Menge. Die erste schriftliche Erwähnung internationaler Rotweinsorten stammt aus dem Jahre 1630, als im Zusammenhang mit militärischen Machtansprüchen Frankreichs die Blauburgunderrebe ihren Weg in die Schweiz fand und innert kürzester Zeit flächendeckend angebaut wurde.
Der Schweizer Weinbau in der Neuzeit gestaltete sich tendenziell schwierig. Ende des 17. Jahrhunderts ist eine starke Zunahme des kontinentalen Handels erkennbar. Immer mehr Wein wurde aus Frankreich und auch aus Italien importiert, und viele Reblagen wurden der Landwirtschaft „geopfert“. Des Weiteren brachten Ende des 19. Jahrhundert die eingeschleppten Krankheiten und Schädlinge wie der echte & falsche Mehltau sowie die Reblaus den heimischen Weinbau praktisch zum Erliegen. Auch bedingt durch die zunehmende Bebauung der für den Weinbau wichtigen Seeufer, ging die die bestockte Rebfläche in der Schweiz bis ca. 1960 von 33 000 ha auf 12 500 ha zurück.
Die heutige Wahrnehmung der Schweizer Weine im Ausland ist nach wie vor von eher geringer Bedeutung, mit Ausnahme einiger international renommierter Betriebe. Dies nicht aufgrund schlechter Qualität (im Gegenteil: Die Schweiz dürfte qualitativ sehr von der laufenden Klimaerwärmung profitieren), sondern vielmehr wegen der geringen Produktionsmenge: 98% der hiesigen Produktion wird auch in der Schweiz konsumiert.
Umso mehr freut es uns, stets genügend Weine der „Domaine du Daley“ in unserem Keller zu haben, und mit jedem Glas ein Stück Schweizer Weingeschichte geniessen dürfen – denn bekanntlich liegt das Gute ja so nahe..