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Eines der weit verbreitetsten Nahrungsmittel ist die Kartoffel. Obgleich sie noch nicht so sehr lange bei uns heimisch ist, hat sie sich doch zu einem Volksnahrungsmittel herausgebildet. Die ursprüngliche Heimat der Kartoffel sind Peru und Chile, zwei Länder an der Südwestküste Südamerikas, an der Küste des grossen Ozeans. Als die Spanier in: Anfänge des 16. Jahrhunderts unter Karl V. Diese Länder entdeckten und in Besitz nahmen, brachten sie die in Europa bisher unbekannte Pflanze mit, doch fand sie nicht viel Verbreitung.Am Ende des 16. Jahrhunderts brachte der englische Seefahrer Vorurteile gegen die neue Frucht noch grob. In Deutschland fand die Kartoffel erst viel später, etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts, Eingang. Besonders verdient um ihre Verbreitung machten sich der König von Preussen,
Friedrich der Grosse und in Baden der Markgraf und spätere Grossherzog Karl Friedrich der Gesegnete. Die Pflanze wurde als Seltenheit in botanischen Gärten gepflanzt und ihre Blüte erschien auf fürstlichen Tafeln als Zierpflanze. Erst Teuerungen und Missernten brachten das Volk zur Einsicht und allmählich fand die
Knolle solchen Anklang, dass wir sie heute nicht mehr entbehren könnten.
Die Kartoffelpflanze gehört zu den giftigen Nachtschattengewächsen; sie gedeiht in jedem Boden und bei jeder Witterung, selbstverständlich auf Kosten der Schmackhaftigkeit und Ausgiebigkeit ihrer Knollen. Essbar sind von der Kartoffelpflanze die unterirdischen Knollen, welche aber keine Wurzeln, sondern Verdickungen der unterirdischen Stengel sind. Giftig sind im Herbst die Beeren der Pflanze und im Frühjahr die Keime der Knolle, welche daher vor dem Gebrauch zu entfernen sind. Das Kartoffelkraut ist als Viehfutter nicht verwendbar, es wird zwar in futterarmen Gegenden gekocht verfüttert, meistens aber unmittelbar nach der Ernte verbrannt und die Asche als Dung verwendet.
An Nährstoffen enthält die Kartoffel durchschnittlich 20 A Stärkemehl, 1—2>A Eiweiss, 1A Salz, der Hauptbestandteil ist Wasser. Ans dieser Zusammensetzung geht hervor, dass zur Kartoffel eine eiweiss- und fettreiche Zukost oder Zubereitung mit diesen Stoffen nötig ist, da die Kartoffel an diesen Stoffen arm ist.
Grösse, Formen Farbe, Schale
Es werden überaus viele Sorten von Kartoffeln angebaut, Man unterscheidet sie der Farbe, Form, Grösse, Schalenbeschaffenheit, Reifezeit und dem Stärkenmehlgehalt nach. Der Farbe nach unterscheidet man Weisse, gelbe, rote und bläuliche, der Form nach runde und lange Kartoffeln. Der Grösse nach haben wir grosse,mittlere und kleine, der
Schalenbeschaffenheit nach rauhe und glatte Kartoffeln. Die rauhschaligen gelten für mehliger als die glattschaligen. Der Reifezeit nach gibt es Früh- und Spätkartoffeln. Die Frühkartoffeln eignen sich weniger zum Wintervorrat, weil sie reich an Wasser sind. In sandigem Boden und bei günstiger Witterung entwickelt sich die
Kartoffel am besten, während Lehmboden und Nässe auf die Entwicklung des Stärkemehls ungünstig einwirken. Sie wird dann schlissig und speckig.
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