Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/255702

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat plant die Errichtung eines virtuellen Reservekraftwerks, das aus Notstromaggregaten besteht. Diese Anlagen befinden sich bei privaten und öffentlichen Organisationen und könnten in einem Pool zusammengefasst werden. Notstromaggregate (NSG) können für die Versorgungssicherheit im Winter eine wichtige Säule darstellen und dazu beitragen, einen möglichen Strommangel zu verhindern. Das Bundesamt für Energie prüft derzeit diese Option.</p><p>Der Bundesrat wird deshalb um Antwort auf folgende Fragen gebeten:</p><p>- Welche Priorität hat die Errichtung einer virtuellen Reserve?</p><p>- Welche Hindernisse könnten der Einführung einer virtuellen Reserve im Wege stehen, und wie will sie der Bundesrat kostengünstig beseitigen?</p><p>- Was gedenkt die Regierung zu tun, damit die Winterreserve möglichst kostengünstig betrieben werden kann?</p><p>- Nach welchen Kriterien werden die Reservekraftwerke ausgeschrieben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Errichtung eines virtuellen Reservekraftwerks, welches aus Notstromaggregaten in der ganzen Schweiz gebildet wird, besitzt nach Auffassung des Bundesrates hohe Priorität. Diese Massnahme ist Teil der Vorkehrungen, die der Bundesrat für den Winter 2022/23 getroffen hat. Wie die Reserve genutzt wird, ist in der Verordnung über die Errichtung einer Stromreserve für den Winter (Winterreserveverordnung, WResV; SR 734.722) geregelt.</p><p>2. Es wurden mehrere Hindernisse für die Teilnahme an der Reserve identifiziert. Im Rahmen seiner verfassungsmässigen Kompetenzen prüft der Bund, ob und wie er diese Hindernisse aus dem Weg räumen kann. Im Falle von Unternehmen, die am Emissionshandelssystem (EHS) teilnehmen, werden die CO2-Emissionen in der Unternehmensbilanz verbucht und kompensiert. Dies könnte für das Image der betreffenden Unternehmen problematisch sein. Zudem untersucht der Bundesrat, ob Notstromaggregate zu stationären Motoren umgebaut werden können. Aus verschiedenen Gründen können gewisse Notstromaggregate derzeit noch nicht ans Stromnetz angeschlossen werden. Der Bundesrat prüft ausserdem, ob die Bedingungen für die Teilnahme an der Reserve angepasst werden müssen, damit genügend Notstromaggregate in die Reserve eingebunden werden können. Im Hinblick auf eine dauerhafte Einbindung der Notstromaggregate in die Reserve ist auch die Versorgung der Aggregate mit Brennstoff eine Herausforderung und muss gegebenenfalls koordiniert werden. Diesbezüglich evaluiert der Bundesrat, wie die Versorgung mit Brennstoff subsidiär gesichert werden kann.</p><p>3. Im Rahmen der Ausschreibung wird der Bundesrat ein ökonomisches Kriterium für die Dimensionierung der Reserve gemäss der Winterreserveverordnung und für deren Betrieb festlegen.</p><p>4. Die (nicht abschliessenden) Kriterien für eine mittelfristige Verpflichtung der Reservekraftwerke werden im Zuge der Vorbereitung der Ausschreibung definiert, die das UVEK voraussichtlich Ende Juni 2023 publizieren wird.</p>  Antwort des Bundesrates.