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Ăśber 770 Jahre alte Zeitzeugen
So erscheint der Name „Leibesteit“ um 1240 erstmals in einer Urkunde. Am 3. Mai 1866 beschloss der Aargauische Regierungsrat die Vereinigung der Gemeinden Unter- und Oberleibstadt in eine OrtsbĂĽrger- und Zivilgemeinde. In der regierungsrätlichen Urkunde kann man lesen: „Die Gemeinde Unterleibstadt geht vom Bezirk Laufenburg in den Bezirk Zurzach und vom Kreis Mettau in den Kreis Leuggern ĂĽber.“
Uralte Marksteine zeugen noch heute von der Grenze, die schon vor sechs Jahrhunderten die Siedlung Leibstadt mitten entzwei schnitt und selbst davor nicht zurĂĽckschreckte, die „Obere MĂĽhle“ und das Schloss Bernau zu halbieren. Im Jahre 1415 eroberten dann die Eidgenossen den Aargau. Damals blieb der bescheidene Dorfbach ein bedeutender „Grenzfluss“ zwischen dem neuen eidgenössischen Untertanengebiet, der Grafschaft Baden, und dem weiterhin österreichisch bleibenden Fricktal. Grenzsteine in der Bernau und im „GrĂĽtt“ zeigen noch heute auf der einen Seite das Wappen Badens und auf der anderen das österreichische Schild.
Als Grenzland hatte die Gegend von Leibstadt besonders im Schwaben- und im Dreissigjährigen Krieg arg zu leiden. So berichtet eine alte Chronik, dass „am 1. März anno 1499 uf Zinstag in der andern Fastenwoche in der Nacht do Leut, die von Gansingen und Mettau und andere ihrer Mithelfer, das ganze Kirchspiel, alle Dörfer angestossen, angegriffen und verbrannt“ haben.
Geteiltes Dorf
Als dann 1803 auch das Fricktal zum neugegründeten Kanton Aargau kam, verschwand die Landesgrenze, die seit 1366 mitten durch das Dorf geführt hatte. Der Dorfbach, der einst Länder voneinander geschieden hatte, trennte nur noch die zwei Bezirke Zurzach und Laufenburg, damit aber auch die zwei Gemeinden Unter- und Oberleibstadt.
Von der Gemeinde Oberleibstadt konnte man zwar bei der KantonsgrĂĽndung noch nicht sprechen, denn Oberleibstadt war lediglich ein Glied innerhalb des grossen Gemeindewesens, das heute etwa mit dem Begriff Kirchspiel umschrieben werden kann. 1816 erfolgte die Loslösung von Leuggern. 1832 „befreite“ sich Oberleibstadt auch von Full-Reuenthal. In der Folge sahen vernĂĽnftige Leute sehr bald den Widersinn einer weiteren Separation von Ober- und Unterleibstadt, wodurch es 1866 zur eingangs geschilderten Vereinigung kam.
Gemeinsam zum Erfolg
Heute darf man sich darüber freuen. Diese Vereinigung hat gewiss die Entwicklung auf allen Gebieten gefördert, kann doch die Gemeinde auf viele positive Resultate hinweisen, die nur dank eines stets opferbereiten Gemeinschaftssinnes zustande kamen. Nur einiges sei kurz erwähnt: neue Schul- und Sportanlagen, renovierte Kirche, restaurierte und unter Denkmalschutz stehende Loretokapelle, gut ausgebaute Strassen, zielbewusster Gewässerschutz, gute Industrialisierung, gesundes Kleingewerbe und kraftvolles Bauerntum. Die jetzigen und künftigen Generationen werden aber noch manches Problem zu lösen haben.
Schloss Bernau
Mancher wird sich fragen, warum man in diesem geschichtlichen RĂĽckblick so wenig vom Schloss Bernau liest. Die nun bald tausendjährige Geschichte dieses leider verschwundenen Bauwerks zu erzählen wĂĽrde in diesem Rahmen wohl zu weit fĂĽhren. Mit einem Bericht ĂĽber die alten Geschlechter der „Freien von Bernowa“, der Herren von Gutenberg, derer von Reinach und von Roll liesse sich ein Buch fĂĽllen. (Quelle: Geschichte)
Kurzporträt:
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