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Anita Richner begrüsst im Casinosaal von Schönenwerd Verena Widmer-Hersperger und Bruno Moll.
Verena Widmer-Hersperger
Die pensionierte Kindergärtnerin Verena Widmer-Hersperger erinnert sich daran, wie sie als Kind in Kontakt kam mit den Italienerinnen, die bei Bally arbeiteten. Sie brachten Temperament und Fröhlichkeit ins Dorf. Eindrücklich waren die einfachen Baracken, in denen die Gastarbeiter sehr beengt wohnen mussten.
Bruno Moll
Die Mutter des Filmemachers Bruno Moll arbeitete eine Zeit lang im Kosthaus der Firma Bally. Als Tessinerin wurde sie gebraucht zum Übersetzen. Viele Jahre später drehte Bruno Moll den Dokumentarfilm «Der Schuh des Patriarchen» über die Unternehmerfamilie Bally. Mit fiktiven Elementen werden 140 Jahre Firmen- und Familiengeschichte dokumentiert. Zu sehen sind Bilder aus dem heutigen Arbeitsalltag in der Schuhfabrik und aus der Region Schönenwerd, nachgespielte Tableaus mit den Bally-Herren als Akteuren oder historisches Fotomaterial.
Schönenwerd
Die Solothurner Gemeinde Schönenwerd mit rund 5'000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt an der Aare zwischen Olten und Aarau. Sie ist vor allem wegen der Bally-Schuhfabriken bekannt, die das Dorfleben bis in die 1990er Jahre entscheidend geprägt haben. Durch Bally wurde das einstige Bauerndorf zum Industriedorf mit ausgedehnten Arbeiter-Wohnvierteln.
Bally
1851 gründete Carl Franz Bally in Schönenwerd die Schuhfabrik Bally. Zwei Jahrzehnte später hatte das Unternehmen bereits Niederlassungen in Buenos Aires, Montevideo und Paris. Das schlichte Design und hochstehende Handwerk wurde an Bally-Schuhen besonders geschätzt. Bally gehört seit 2007 der Labelux Group GmbH.