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Jacques-Yves Cousteau ist nicht der einzige Grund, wieso ich tauche. Angefixt hat er mich aber definitiv. Als Kind sass ich stundenlang vor der Flimmerkiste und begleitete ihn und die Besatzung der Calypso auf ihren Reisen über die Ozeane. Seine Fernsehserie "Geheimnisse des Meeres" war fester Bestandteil des Wochenprogramms.
Im Dezember 2016 startete nun die Filmbiografie über Jacques-Yves Cousteau - L'Odyssée - in den Deutschweizer Kinos. Klar, dass ich mir den nicht entgehen lassen konnte!
L'Odyssée zeigt das Leben eines Mannes, der alles seinem Traum vom Tauchen opfert. Seine Familie bleibt dabei zum grössten Teil auf der Strecke. Die Söhne Jean-Michel und Philippe werden ins Internat gesteckt, Ehefrau Simone verkriecht sich auf der Calypso und versucht dort die verschiedenen Affären ihres Mannes zu ignorieren. Um Geld für seine Expeditionen zu bekommen, lässt sich sich Jacques-Yves Cousteau auch von Ölkonzernen finanzieren und sucht im Gegenzug für diese geeignete Meeresgebiete für Offshorebohrungen. Er will die Ozeane für die Menschen erobern und ihre Ressourcen nutzen. Dass er damit auch zur Zerstörung der Meere beiträgt, realisiert er erst, als sein Sohn Philippe für den Umweltschutz aktiv wird.
Wer viele excellente Unterwasseraufnahmen erwartet, wird vom Film L'Odyssée möglicherweise nicht völlig befriedigt. Der Film handelt zwar vom Tauchpionier schlechthin, die Tauchgäng selber sind aber nicht der zentrale Bestandteil. Erzählt wird eigentlich die Geschichte eines Familiendramas. So zeigen die ersten Einstellungen auch, wie Philippe Cousteau mit seinem Wasserflugzeug abstürzt und ums Leben kommt. Danach folgt eine Rückblende ins Jahr 1946, die Story der Familie Cousteau beginnt im ersten selbstgekauften Haus am Meer. Der Erzählstrang endet wo er anfing, beim Tod von Philippe.
Natürlich zeigt der Film auch fantastische Naturaufnahmen. Als zum Beispiel Philippe mit einem Blauwal taucht oder die Aufnahmen in der Antarktis sind genial. Auch der Tauchgang in die Unterwasserhöhle zu Beginn des Filmes ist absolut sehenswert. Der Tauchgang in die gleiche Höhle einige Jahr später sollte dann jedem Taucher zu denken geben!
Fazit zum Film: Wer sich für das Tauchen interessiert, kommt fast zwangsläufig irgendwann mit Jacques-Yves Cousteau in Berührung. Der Film L'Odyssée zeigt ihn als Menschen, der bereit war, seinen Projekten alles andere unterzuordnen. Er zeigt einen Teil von ihm, der in seinen Fernsehserien und Filmen nicht vorkam, die eher dunkle Seite. Alles in allem finde ich den Film sehr sehenswert. Auch wenn er zwischendurch einige Längen hat und mache Taucher sich sicher mehr Unterwasseraufnahmen wünschen würden, lohnen sich die etwas mehr als zwei Stunden Filmvergnügen.