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Nordkorea hat am Freitag einen fünften Atomversuch unternommen. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Hinweis auf eine Regierungsquelle in Seoul. Zuvor hatten Seismologen ein Erdbeben der Stärke 5,3 in Nordkorea festgestellt.
Am Morgen bestätigte die Regierung Nordkoreas die Tests. Es habe sich um einen «erfolgreichen» Atomwaffentest gehandelt, berichtete das staatliche Fernsehen. Es sei ein «neu entwickelter Atomsprengkopf» zur Explosion gebracht worden, hiess es. «Unsere Partei hat den Atomwissenschaftlern ein Glückwunschtelegramm für den erfolgreichen Atomtest übermittelt.»
Nach dem erneuten Atomwaffentest hat US-Präsident Barack Obama die Führung in Pjöngjang vor «ernsthaften Konsequenzen» gewarnt. Obama habe mit den Regierungschefs von Südkorea und Japan telefoniert, sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Earnest, heute in Washington.
Obama werde in den kommenden Tagen «weiter mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um sicherzustellen, dass provokativen Aktionen Nordkoreas mit ernsthaften Konsequenzen begegnet wird».
Ablehnung aus China
Auch China verurteilte den Atomwaffentest auf das Schärfste. Nordkorea habe «trotz breiten internationalen Widerspruchs erneut einen Atomtest ausgeführt - die chinesische Regierung lehnt dies entschieden ab», erklärte das Aussenministerium in Peking auf seiner Website.
Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte den fünften Atomwaffentest und rief den UNO-Sicherheitsrat auf, auf «diese Verletzung seiner Resolutionen» zu reagieren.
Testgelände Pyunggye-Ri
Zuvor war vermutet worden, dass die Erdstösse künstlich ausgelöst worden waren durch einen neuen Nukleartest. «Der Ort und die Stärke» der in Nordkorea gemessenen Erderschütterungen deuteten auf eine Atomexplosion hin, sagte ein südkoreanischer Regierungsvertreter der Agentur Yonhap.
Laut dem südkoreanischen Generalstab wurden die Erdstösse bei dem Testgelände Pyunggye-Ri festgestellt. Dort hatte Nordkorea bereits im Januar seinen vierten Atomtest vorgenommen. Alle unterirdischen Atomversuche Nordkoreas seit 2006 sind bisher auf dem Versuchsgelände Pyunggye-Ri erfolgt.
Die südkoreanische Regierung berief den Nationalen Sicherheitsrat ein. Das Militär richteten einen Krisenstab ein.
Verdächtige Aktivitäten
Zuvor hatten Satellitenaufnahmen auf dem Testgelände Pyunggye-Ri schon Aktivitäten entdeckt, die auf Vorbereitungen eines fünften Atomversuchs hindeuteten. Nach dem Atomtest im Januar und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete im Februar ist die Lage in der Region sehr gespannt. Der UNO-Sicherheitsrat verschärfte die Sanktionen gegen Pjöngjang.
Ungeachtet der Verwarnungen und Strafmassnahmen durch die Vereinten Nationen setzte der isolierte stalinistische Staat mit Machthaber Kim Jong Un an der Spitze seine Raketentests fort.
Das Land missachtete dabei Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die Nordkorea solche Tests untersagen. Die Resolutionen wurden von Nordkoreas wichtigstem Verbündeten China mitgetragen.
Raketenstart am Montag
Erst am Montag startete Nordkorea erneut ballistische Raketen und überschattete damit den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im ostchinesischen Hangzhou.
Am Dienstag verurteilte der UNO-Sicherheitsrat den jüngsten Raketentest Nordkoreas scharf. Damit habe das Land gegen zahlreiche Resolutionen des Gremiums verstossen, hiess es in einer Mitteilung des Rates. (SDA/noo)Publiziert am 09.09.2016 | Aktualisiert am 10.09.2016