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Bresso/IT (awp) - Die italienische Pharmagesellschaft Newron hat ein gemischtes erstes Halbjahr hinter sich. Prägend waren das Versagen von Ralfinamide bei neuropathischen Schmerzen im unteren Rückenbereich in einer Phase-IIb/III-Studie. In der Folge wurde der Mitarbeiterbestand halbiert und werden Lizenzabkommen für zwei Wirkstoffe evaluiert. Auf dieser Basis bezeichnet das Management die Liquiditätslage als "solide" und sieht die Finanzierung für mindestens zwölf weitere Monate gesichert.
Für die Berichtsperiode weist das Unternehmen einen erhöhten Reinverlust von 12,9 (VJ 8,4) Mio EUR aus. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen stiegen auf 9,7 (6,5) Mio EUR. Allgemeine Verwaltungskosten fielen in der Höhe von 3,5 (4,1) Mio EUR an. Die Lizenzeinnahmen erreichten 0,4 (0,5) Mio EUR, wie das Pharmaunternehmen am Freitag mitteilte. An übrigen Erträgen fielen 0,02 (1,6) Mio EUR an.
Die liquiden Mittel und kurzfristigen Finanzanlagen werden per Mitte 2010 mit 13,1 (Ende 2009: 24,3) Mio EUR ausgewiesen. Der betriebliche Netto-Cash-Abfluss belief sich in der Berichtsperiode auf 11,7 (11,7) Mio EUR.
Mit dem Zahlenset hat Newron die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt. Im Mittel (AWP-Konsens) hatten die Analysten einen Umsatz von 1,2 Mio und ein Verlust von 10,2 Mio EUR erwartet.
Anfang Mai ist Newron mit Ralfinamide bei neuropathischen Schmerzen im unteren Rückenbereich in einer Phase-IIb/III-Studie bekanntlich gescheitert. Der Produktkandidat hat sich in zwei Dosierungen nicht signifikant wirksamer als ein Placebo erwiesen; die Sicherheit und Verträglichkeit war gegeben. Zwischenzeitlich habe ein wissenschaftliches Beratungsgremium empfohlen, die Entwicklung von Ralfinamide für eine andere Indikation fortzusetzen. Ausschlaggebend hierfür war sei die Auffassung der Berater gewesen, dass die Pharmakologie des Wirkstoffs "äusserst interessant und prädiktiv für die Wirksamkeit bei neuropathischen Schmerzen, insbesondere solchen mit zentralen Komponenten", sei.
Das Management habe daher beschlossen, die präklinischen Langzeitstudien fortzuführen, die eine Voraussetzung für einen möglichen Zulassungsantrag des Wirkstoffs zu einem späteren Zeitpunkt seien. Aufgrund der Rückmeldungen potenzieller Lizenznehmer auf das Ergebnis von SERENA prüfe Newron deren Interesse, sich am Potenzial von Ralfinamide bei Schmerzen und psychischen Erkrankungen zu beteiligen, heisst es weiter.
Erste Priorität habe der Abschluss der klinischen Versuche MOTION und SETTLE mit Safinamide, um die Zulassung des Wirkstoffes für die Indikation Parkinson beantragen zu können, so die Mitteilung. Dadurch würden "bedeutende" Meilensteinzahlungen ausgelöst. Von den insgesamt 187,5 Mio USD an zulassungs- sowie umsatzbedingten Zahlungen und Lizenzeinnahmen entfallen rund zwei Drittel auf zulassungsrelevante Meilensteine, sagte CEO Luca Benatti Anfang März bei der Präsentation des Jahresabschlusses.
Zudem soll in den kommenden Monaten ein IND-Antrag für die Entwicklung von NW-3509 bei Schizophrenie eingereicht werden. Für den Antipsychotika-Wirkstoff, wie auch für HF0220 mit neuroprotektiven, prokognitiven und entzündungshemmenden Eigenschaften, würden Lizenzabkommen evaluiert.
Vor dem Hintergrund des Rückschlags mit Ralfinamide wurde der Forschungs- und Entwicklungsaufwand, die allgemeinen Verwaltungskosten sowie der Personalaufwand gesenkt. So seien die Kosten für 21 Mitarbeiter weggefallen und würden nun 21 Mitarbeiter voll beschäftigt. Entsprechend würden für die restlichen Monate des laufenden Jahres "erheblich geringere Ausgaben" anfallen.
Im Weiteren bezeichnet das Management bezeichnet die Liquiditätslage in der Mitteilung als "solide". Die Liquiditätsreserven und zusätzliche bis zu 27,5 Mio CHF aus der Eigenkapitallinie von Yorkville würden ungeachtet Lizenzerlöse "für mindestens 12 weitere Monate bis weit in das Jahr 2011 hinein" reichen.
rt/ra
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