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Es begann mit einer simplen Ankündigung in der Newsgroup “comp.os.minix”, Linus Torvalds arbeite an einem offenen Betriebssystem für “386(486) AT Klone”. Innert weniger Jahre hat sich so aus einem Hobbyprojekt “Linux” entwickelt, das auf rund einem Drittel aller Server der Welt läuft und 98,8% der Top-500-Systeme betreibt.
Linus Torvalds wurde am 28. Dezember 1969 als Sohn einer finnischen Familie geboren. Mit bereits 11 Jahren hatte Torvalds im Jahre 1980 den ersten Kontakt mit Computern, als es weder das heute übliche Internet noch Smartphones gab. 1983 begann Richard Stallman mit GNU ein Projekt, um ein offenes, Unix-ähnliches Betriebssystem zu schaffen. Unix wurde 1969 von Bell Laboratories für die Unterstützung der Softwareentwicklung entwickelt. Während 8 Jahren nach dem GNU-Projektbeginn waren bereits viele Unix-Komponenten unter GNU neu geschaffen. Der für die Betriebssystembasis wichtige Kernel fehlte zu dieser Zeit aber noch. Anfang 1991 erhielt Torvalds seinen ersten eigenen PC (die Hardware war laut Torvalds: Intel 386, DX33, 4 MB RAM, 40 MB HDD) mit DOS, bestellte aber das Betriebssystem Minix, das ebenfalls auf Unix aufbaut. Torvalds nutzte Minix als Entwicklungsumgebung, um die Fähigkeiten einer neuen Intel-Prozessorlinie auszuprobieren. Schnell entwickelte sich daraus ein Kernel mit minimalen, aber ausreichenden Funktionen, sowie unter anderem virtuellem Speicher und Speicherschutzmechanismen.
Am 25. August 1991 verkündete Torvalds in der Newsgroup “comp.os.minix”, an einem offenen Betriebssystem zu arbeiten. Im gleichen Zug fragte er die Newsgroup-Abonnenten, welche Features sie sich dafür gerne wünschten. Er betonte, es werde kein professionelles Projekt wie GNU und es werde nicht gross werden. Bereits im Herbst 1991 gab es dann die erste Version von Linux mit funktionstüchtiger Shell, die jedoch noch Minix benötigte. Torvalds wollte Linux zuerst Freax nennen, aber Ari Lemmke veröffentlichte die Software unter dem Namen Linux auf seinem FTP-Server. Die erste Standalone Unix-like-Alternative “Linux” mit Version 0.11 wurde Ende 1991 veröffentlicht. Anfangs war Linux nicht kommerziell nutzbar, was sich mit der Umstellung der Lizenz auf GNU/GPL änderte.
Die Entwicklung von Debian GNU/Linux wurde vom Begründer Ian Murdoch im Sommer 1993 gestartet. Einige Monate später erschien Debian 0.91 mit einem ersten, primitiven Package Manager. Kurze Zeit darauf folgte bereits der erste Hobby-Linux-Game-Port mit dem populären Spiel “Doom” und Linux 1.0 erschien im Frühjahr 1994. Zwei Jahre später wurde das nächste kommerzielle Game “Quake” von einem ebenfalls Freiwilligen auf Linux portiert und der bekannte Pinguin Tux als Maskottchen wurde von Larry Ewing für Linux entworfen. Es folgte ein weiterer Major-Release - Linux 2.0, ab der erstmals Linux eine seriöse OS-Alternative für viele Firmen wurde. Der Meilenstein für die moderne Linux-Game-Entwicklung wird 1998 durch das bekannte Unternehmen Loki Software begründet. Es gaben nun die ersten Firmen bekannt, Linux offiziell zu unterstützen und KDE als Desktop-Umgebung fand seine Anfänge. Ein Jahr vor der Jahrtausendwende folgte mit GNOME eine weitere Desktop-Umgebung in seiner Anfangsphase und Thomas Hug und Philipp Koch registrierten die Domain nine.ch.
Zur Jahrtausendwende machte Sun ihr Office-Paket “StarOffice” Open Source und markierte so den Beginn von OpenOffice.org. 2002 wurde nine.ch als Nine Internet Solutions AG geboren. Die X-Server-Entwicklung ging 2 Jahre danach rasant vorwärts, in dem die Gruppe XFree86 zur X.org Foundation wurde, und noch im gleichen Jahr hatte Ubuntu (als Debian-Derivat) seinen ersten Release. Ein Jahr nach Ubuntu folgte die Linux-Distribution OpenSUSE. Ab 2007 lieferte Dell als einer der ersten Ubuntu vorinstalliert aus. Android, das auf Linux basiert, erschien erstmals 2008. Als nächste Major-Version nach dem Linux-Kernel 2.6 wurde 2011 Linux 3.0 veröffentlicht. Im darauffolgenden Jahr gab die Firma Valve, deren Spieleplattform Steam eine marktbeherrschende Stellung als weltweite Game-Vertriebsplattform begründet, bekannt, seine eigenentwickelte Gaming-Engine “Source” auf Linux zu portieren. Google gab einige Jahre danach bekannt, dass Android einen Marktanteil von 75% im Smartphone-Segment hielt. Noch im selben Jahr wurde FirefoxOS, dass auf Android basiert, erstmals veröffentlicht. Valve ging hinsichtlich der Linux-Unterstützung inzwischen einen Schritt weiter und gab bekannt, ein eigenes Betriebssystem für die Plattform Steam auf Linux-Basis zu entwickeln. Canonical, die Firma hinter Ubuntu, gab bekannt, 2014 über 22 Millionen User zu haben. Vor ungefähr einem Jahr erschien unterdessen eine weitere Major-Version des Linux-Kernels mit Linux 4.0.
2016 wird Linux nun 25 Jahre alt. Seit 1991 hat sich ein Hobbyprojekt zu einem professionellen Projekt mit eigener Stiftung, der Linux Foundation, und über 12’000 Entwicklern von mehr als 1’200 Unternehmen, die sich an der Entwicklung beteiligten, entwickelt. Über 80% der Kernel-Entwickler arbeiten auf professioneller Basis und werden für ihre Tätigkeit bezahlt. Rund ein Viertel davon sind Freelancer, die sich in ihrer Freizeit am Linux-Kernel beteiligen. Inzwischen laufen rund anderthalb Prozent aller Desktops und rund ein Drittel aller Server mit Linux. Zusammen mit Unix und allen Unix-ähnlichen Servern belaufen sich die Zahlen auf über zwei Drittel. Auch heimische Router, NAS und viele Embedded-Geräte wie beispielsweise Kartenzahlungsterminals laufen unter Linux. So ist praktisch jeder schon einmal in seinem Alltag mit Linux in Berührung gekommen. Bei den Top-500-Systemen laufen gar über 98% mit Linux. Laut Valve mit Steam, der Gaming-Plattform, laufen rund ein Prozent der Computer unter Linux, Windows besetzt in diesem Segment über 95%. Wie auch viele andere Firmen setzt nine.ch weiterhin voll auf Linux und betreibt über 1500 Managed Server in über drei Datacenter-Locations.
Michael Tanner arbeitet als Linux Operations Engineer bei nine.ch. Er ist seit Jahren begeisterter Linux- und Open Source-Nutzer.