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H Patentbericht. Kl. 13. No. 29087. Neuerung an Wasserröhren- wasser wird zuerst in Vorwärmer F eingeführt, steigt dann in
kesseln. G. Dürr und W. Werth, Ratingen bei Düsseldorf. Die Neuerung betrifft solche Wasserröhrenkessel, bei welchen von einem vorderen Wasserkasten ein Bündel geneigter, hinten geschlossener Röhren d ausgeht, und der Wasserkasten nach Art der alten Albanschen Kessel durch eingesetzte T1-Eisen in einzelne Kammern geteilt ist. Behufs vollständiger Trennung der aufsteigenden und der absteigenden Ströme ist jede Kammer durch ein Blech a wieder in zwei Räume b und c geschieden, von denen b an dem einem, c an dem anderen Ende geschlossen ist. Damit die Röhren d behufs Reinigung und Auswechselung zugänglich bleiben, können die Bleche r nach Herausnahme der Innenröhren um Zapfen g gedreht werden.
Kl. 13. No. 29355. Neuerung an elektrischen Sicherheitsapparaten für Dampfkessel. F. C. Glaser, Berlin. In das obere Ende eines vom Kessel ausgehenden Rohres ist ein Thermometer eingesetzt, dessen Quecksilber bei Ueberschreitung einer bestimmten Temperatur einen elektrischen Stromkreis schliesst, wodurch eine Alarmvorrichtung in Thätigkeit tritt. Das Rohr wird nur bis in den Dampfraum des Kessels oder bis zum Normalwasserspiegel hinabgeführt, je nachdem der Apparat den höchsten Dampfdruck oder den tiefsten Wasserstand anzeigen soll. Patentirt sind die Erweiterung des oberen Rohrteiles zur Aufnahme der etwa ausgeschiedenen Luft, ferner die Lage des Thermometers ausserhalb des Kessels (wenn die höchste Dampfspannung angezeigt werden soll), durch welche eine Sättigung des etwa überhitzten Dampfes erreicht wird, ferner verschiedene Constructionen des Thermometers, wobei das Quecksilbergefäss aus Metall hergestellt ist, und endlich die Anordnung des Apparates in grösserer Entfernung vom Kessel, um denselben der Wirkung der strahlenden Wärme zu entziehen.
Kl. 13. No. 29122. Neuerung an Cornwall- und anderen Dampfkesseln. Gebr. Stollwerck, Köln a/Rh. Um Flammrohrkessel mit kesselsteinfreiem Wasser zu versehen, sollen dieselben in der dargestellten Weise mit Oberkesseln B, in welchen die Reinigung des Wassers bewirkt wird,”) Dampfsammler D und einem in die Flammröhren eingebauten Röhrensysteme r df verbunden werden. Das Speise
Band XXIX. No. 5. 31. Januar 1885.
Zuschriften an die Redaction. – Vermischtes. - 99
Kl. 5O. No. 29485. Abstellvorrichtung und Riemenantrieb für Walzenstühle. J. A. A. Buchholz, Twickenham (England).
& Die geriffelte Walze A ist
federnd gelagert und arbeitet
mit einer eben solchen Walze A', welche von zwei an der Stuhlung B drehbar befestigten, seitlich angebrachten Hebeln C getragen wird. Um eine zu grosse Annäherung von A an A' beim Einstellen zu verhindern, sind die Hebel C durch zwei Oesenschrauben D an die excentrischen Endzapfen f einer Welle F angehängt, welche von einem Handrade mittels einer Schnecke und des Schneckenrades F behufs Einstellung der Hebel C mit der Walze A! beliebig gedreht und festgestellt werden kann.
«- Walzen wird dabei vor In* betriebsetzung des Walzenstuhles mittels zweier Flanschenmuttern E festgestellt, welche durch plombirte oder -. Z/ angegossene Durchsteckbolzen d gegen unbefugtes Einstellen = gesichert sind. Die Walzen werden durch einen Riemen G von der Welle G aus bewegt, welcher über zwei Riemscheiben der Welle G, je zwei an den Enden der Walzenachsen angebrachte Riemscheiben und über die Führungsscheiben h und h' gelegt ist. Die untere Scheibe h' dient dabei gleichzeitig als Spannscheibe für den Riemen, welcher durch die Gewichte der Stange H” gleichen Druck auf die beiden Enden der angetriebenen Walzenachsen ausübt.
Kl. 85. No. 29689. Selbstschliessender Ausflussventilhahn. B. Hartz, Berlin. Das eigentliche Ventil wird durch eine an den Rändern mit Ausschnitten versehene
Die äusserste Annäherung der
Platte a gebildet, in welcher das von aussen bewegbare Entlastungsventil v angeordnet ist. Hinter dem Ventil ist in dem Gehäuse eine Siebplatte c eingeschaltet, deren Durchgangsöffnungen kleiner als der freie Durchgangsquerschnitt von a
sind. Wird v zurückgedrückt, so fliesst so viel Wasser aus der Kammer B aus, dass auch die grössere Ventilplatte a zurückgeschoben und damit der Ausfluss geöffnet werden kann. Hört der Druck auf v auf, so schliesst sich zuerst a, dann v.
K1. 59. No. 29339. Hydraulischer Widder. W. Böhm jun., Stuttgart. Der Windkessel a, von welchem das Steigrohr abzweigt, liegt unmittelbar über dem Stossventil. Unterhalb des Windkessels bewegt sich in einer ausgedrehten Büchse f ein Napfkolben h, in welchem oben das Stossventil g einstellbar angebracht ist. b sind die Ausflussöffnungen für das Stosswasser, k Handhaben zur Einleitung der Bewegung des Kolbens. Der Widder arbeitet folgendermassen: das eintretende Stosswasser hebt zuerst g und dann den Kolben h, bis dieser steigend die Oeffnungen b schliesst. Dann öffnen sich durch den dabei erfolgenden Stoss die Steigventile e und ein Teil des Stosswassers tritt in den Windkessel. Infolge der hiernach stattfindenden Rückbewegung der Stosswassersäule und seines Eigengewichtes sinkt h, wonach das beschriebene Spiel wieder beginnt. Die Anzahl der Stösse in der Zeiteinheit richtet sich nach der Hubhöhe des Ventiles g.
ZUSChriften an die Redaction.
Ueber den Gebrauch von Fremdwörtern. Geehrter Herr Redacteur!
Die in No. 4 der Vereinszeitschrift enthaltene Anregung, das Wort »Compound« aus unserer Sprache zu beseitigen, ist mit Freuden zu begrüssen. Nur bin ich der Meinung, dass es nicht rationell sein dürfte, dieses Wort überall da, wo es eingedrungen, durch eine und dieselbe deutsche Bezeichnung zu ersetzen. Der Ersatz sollte meines Erachtens das Wesen der Sache treffen. Verbundene Dampfmaschinen – ich sche zunächst davon ab, dass auch die Elektrotechnik bereits ihre Compoundmaschine hat – liegen vor: in den gekuppelten Maschinen (verbundene Eincylindermaschinen), in den Woolf'schen Maschinen (Zweicylindermaschinen ohne Behälter zwischen den beiden Cylindern) und in den CompoundReceivermaschinen. Wenn nun beabsichtigt wird, für die letztere Maschinengattung eine andere Bezeichnung allgemein einzuführen,
so sollte dieselbe doch so gewählt sein, dass sie den Unterschied trifft. Das Wesen der in Frage stehenden Maschinenart besteht in dem Vorhandensein eines Behälters zwischen den Dampfcylindern. Aus diesem Grunde wird dieselbe als Behälterdampfmaschine oder kurz als »Behältermaschine« bezeichnet. Dieser bereits längere Zeit gebrauchte Ausdruck erscheint mir den Vorzug vor dem Worte »Verbundbeikammermaschine« zu verdienen. Es ist eben der »Behälter« oder die »Beikammer«, nicht das Verbundensein, das unterscheidende Merkmal.
Hinsichtlich des Wortes »Beikammer« erlaube ich mir, darauf hinzuweisen, dass in den von unserem Verein aufgestellten Grundsätzen für die Untersuchungen von Dampfkesseln und Dampfmaschinen (No. 43, 1884 d. Z.) das Wort »Receiver« bereits in ganz zutreffender Weise durch »Zwischenbehälter« übersetzt worden ist. (S. z. B. S. 862 unter IIc 6.)
*. Mit Hochachtung C. B.
Das Schiff ist als Zweimastschooner getakelt, hat Emerson & Walker's Patent Ankerspill vorne unter einer kleinen Back, einen Patentsteuerapparat hinten und einen anderen Patentsteuerapparat auf der Brücke. Zur schnellen Löschung der Ladung sind drei Dampfwinden angebracht.
Die ganze Ausstattung und Ausführung des Schiffes ist den neuesten Erfahrungen entsprechend ausgeführt. «
Die Maschine ist eine verticale Compounddampfmaschine mit Klug'scher Steuerung und arbeitet mit 90 Pfd. (6,3”é/q") Ueberdruck. Die beiden Kessel haben eine Gesammtheizfläche von 1 104"; der Hochdruckcylinder hat 510", der Niederdruckcylinder 960" Durchmesser und beide einen Hub von 700". Die Maschine ist imstande, 320 N zu indiciren, und giebt dem Schiffe bei voller Ladung eine Geschwindigkeit von 9 Knoten. Die Maschine ist solide und vom besten Materiale hergestellt und mit allen neuen Einrichtungen versehen.
Am 20. d. M. machte das auf der Werft der Flensburger Schiffsbaugesellschaft für eigene Rechnung gebaute Frachtschraubendampfschiff Stapel No. 70, über dessen Bauart, Grösse usw. wir bereits Z. 1884, S. 967 berichteten, eine Probefahrt. Die Resultate derselben waren im höchsten Grade befriedigend, die erlangte Geschwindigkeit betrug 114 Knoten mit einer Leistung der Maschine von 800 N bei einem Kohlenverbrauche von 1°s Pfd. für N und Stunde. Die Maschine hat 825 bezw. 1524" Dmr., 914" Hub; der Dampfdruck beträgt 6,35/9". Das Schiff soll, falls in den nächsten Tagen ein Käufer nicht zu finden, mit dem Namen »China« versehen eine Reise via Cardiff nach Ostindien antreten.
Am 16. d. M. lief ein neues Dampfschiff, für die Jydsk-Engelske Dampskibs-Selskal in Aarhuus erbaut, vom Stapel der Flensburger Schiffsbaugesellschaft. Das Schiff ist mit einem Tank für Wasserballast, der zugleich als Laderaum verwendbar ist, sowie mit einem Awning-Deck von vorne bis hinten versehen. Bereits am folgenden Tage waren Maschine und Kessel im Schiff eingesetzt. In der Taufe erhielt der Dampfer den Namen »Octa«.
Der zur Fahrt nach England bestimmte Fracht- und Passagierdampfer erhält eine Tragfähigkeit von etwa 380 und die Abmessungen 138 0">< 23 1">< 17 6" (42">< 7,04o >< 5,33"). Die Compoundmaschine von 190 N wird dem Schiffe die zugesagte Geschwindigkeit von reichlich 8 Knoten verleihen; zum Betriebe derselben dient 1 cylindrischer Dampfkessel von 3" Dmr. und 2,51" Länge, auf 6 Atm. concessionirt.
Die elektrische Beleuchtung der königl. Theater in München.
Am 18. Januar hat zum ersten Male die Vorstellung in den beiden königl. Theatern zu München bei elektrischer Beleuchtung stattgefunden. Die nun vollendete Anlage ist, abgesehen von den neuen elektrischen Centralstationen, welche gegenwärtig von der deutschen Edison-Gesellschaft in Berlin ausgeführt werden, die bisher grösste Beleuchtungseinrichtung dieser Art in Deutschland. Die Maschinenanlage, in welcher der elektrische Strom erzeugt wird, besteht aus 6 grossen Edison-Dynamomaschinen, von denen 5 je 450 Edisonlampen von je 16 N.-K. und eine 250 Edisonlampen gleicher Leuchtkraft zu betreiben vermögen. Die kleinere dieser Maschinen ist hauptsächlich für die Tagbeleuchtung bestimmt. Diese elektrischen Maschinen werden durch drei raschgehende Compound-Dampfmaschinen, welche besonders für elektrische Beleuchtungszwecke construirt sind und zusammen etwa 350 N besitzen, in Bewegung gesetzt. Der erforderliche Dampf wird von 3 Kesseln mit je 854" Heizfläche geliefert. In denselben sollen oberbayerische Kohlen, welche sich für Gasbeleuchtung nicht eignen, nunmehr ebenfalls als Lichtlieferungsmaterial zur Verwendung kommen. Da in den Theatern je nach Bedarf hunderte von Lampen entzündet oder ausgelöscht werden müssen, ohne dass eine vorherige Verständigung mit dem Personal in dem in einiger Entfernung ausserhalb der Theater angeordneten Maschinenhause möglich ist, so sind die Einrichtungen in dem Raume, wo die Elektricität erzeugt wird, ähnlich wie bei elektrischen Centralstationen getroffen. Es sind Apparate vorhanden, welche entsprechend der jeweilig nötigen Strommenge das beliebige Ein- und Ausschalten sowohl der Dampf- wie der Dynamo-Maschinen während des vollen Betriebes, ohne dass auch nur das geringste Schwanken des Lichtes dabei eintritt, ermöglichen. Eine Anzahl verschiedener optischer und akustischer Controll-Apparate zeigen dem Machinisten jederzeit die
Zahl der jeweilig brennenden Lampen, die Menge des von jeder
Maschine gelieferten Stromes, die Lichtstärke, mit welcher im The
ater die Lampen brennen, etwaige Fehler, welche durch Beschädigung
in den Leitungen entstehen sollten, u. dergl. an.
Der elektrische Strom wird durch 8 Kabel von je 315mm
deutscher Ingenieure.
mit starken Eisendrähten und schliesslich mit einer Asphaltschicht umhüllt sind und 1" unter der Erde liegen, nach den etwa 280" entfernten Theatern geleitet. . In den Theatern verteilt sich der Strom durch ein Leitungsnetz von über 50" Länge, in welchem zahlreiche Umschaltungen und Sicherheitsschaltungen, welche das Erwärmen der Leitungsdrähte unmöglich machen, angebracht sind, nach 2500 Edisonlampen von je 16 N.-K., welche die beiden Bühnen und die Zuschauerräume erhellen. In beiden Theatern befindet sich eine grössere Anzahl von Regulirapparaten, welche gestatten, die Lampen in kleineren oder grösseren Gruppen, allmählich oder plötzlich, dunkel oder hell zu drehen. Ein damit in Verbindung stehender Rheostat mit etwa 20" langem Neusilberdraht bewirkt, dass stets nur die dem benötigten Leuchtgrad entsprechende Elektricitätsmenge erzeugt und zu den Lampen geleitet wird. Der Hauptregulir-Apparat des Hoftheaters befindet sich unter der Bühne neben dem Souffleurkasten, von welchem Platze aus derjenige, welcher den Apparat handhabt, die Bühne übersehen und so die von ihm erzeugten Wirkungen beobachten kann. Es können von diesem Apparate aus die Soffiten, die Coulissen, die Versatzund Transparentstücke, die Mondbeleuchtungen, die Rampe, der Kronleuchter und die Festbeleuchtung, entweder einzeln oder zu beliebigen Gruppen geschaltet, geregelt werden; ausserdem ist aber auch noch in jeder Coulissengasse eine besondere Regulirvorrichtung angebracht, welche gestattet, die an der betreffenden Stelle befindlichen Beleuchtungsgegenstände von der betreffenden Coulissengasse oder vom Hauptregulator aus oder von beiden gleichzeitig zu regeln. Die verschiedenartige Färbung des Lichtes geschieht nicht, wie bisher, nur an wenigen Stellen der Bühne, sondern nach einem dem Hrn. Obermaschinenmeister Lautenschläger patentirten System in einer neuen und vorzüglichen Weise an sämmtlichen Beleuchtungsgegenständen. Die Effektbeleuchtung mittelst Bogenlichtes kann unmittelbar von den Leitungen für Versatz- und Transparentbeleuchtung in jeder Coulissengasse entnommen werden, so dass hierfür keine getrennte elektrische Maschinenanlage erforderlich ist. Die Einrichtungsarbeiten waren dadurch erschwert und verzögert, dass der Betrieb der Theater durch dieselben nicht gestört werden durfte. Ausser diesen beiden sind auf dem Continente auch noch die Theater in Brünn, Prag, Stuttgart sowie die Scala und das Theater Manzoni in Mailand vollständig mit Edisonglühlicht erleuchtet, und für die beiden königl. Theater in Berlin ist die elektrische Beleuchtungseinrichtung nach gleichem System eben in Ausführung begriffen. (Mitteilung der deutschen Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität.) In Nummer 2, Seite 40 brachten wir an dieser Stelle eine Mitteilung über die durch die Edison-Gesellschaft ausgeführten Glühlichtanlagen. Wir sind heute in der Lage das Bild von der Verbreitung des elektrischen Lichtes zu vervollständigen, indem wir über die aus der Firma Siemens & Halske hervorgegangenen Lichtanlagen berichten können. Seit der Beleuchtung der hiesigen Kaisergalerie während der Gewerbe- Ausstellung 1879, welche bekanntlich als die erste elektrische Anlage mit geteiltem Lampenlichte der Ausgangspunkt für die seitdem erfolgte grosse Verbreitung des elektrischen Lichtes geworden ist, hat genannte Firma ungefähr 700 Anlagen mittels der damals von ihr erfundenen Differenziallampe und Maschine zur elektrischen Stromerzeugung ausgeführt. Es sind dabei über 6000 solcher Lampen in Anwendung gebracht, deren Gesammtleuchtwert ungefähr der fünfzigfachen Zahl von Gasflammen entspricht. Die von den auswärtigen Siemens'schen Firmen in Paris, London, St. Petersburg und Wien ausgeführten Anlagen sind dabei nicht mitgezählt. Glühlichtanlagen stellte die Firma im Zeitraum von etwa 3 Jahren über 300 mit nahezu 20000 Lampen her. Dieselbe hat ferner vertragsmässig die elektrischen Maschinen für sämmtliche Anlagen der deutschen Edison Compagnie zu fertigen. Wie wir erfahren, wird die Firma Siemens & Halske demnächst über die von ihr ausgeführten Anlagen eine genauere tabellarische Zusammenstellung herausgeben. «
Berichtigungen. Hr. Baurat F. Wallbrecht in Hannover teilt uns zu dem Be
richte Z. 1884, S. 981 mit, dass er nicht die Kosten des Rhein-Weser
Elbe-Kanales, sondern diejenigen des Weser-Elbe-Kanales auf etwa 33000000 / angegeben habe; nach dem Regierungsanschlag betrügen die Kosten mit Bauzinsen 34800000 /, ohne Bauzinsen 32000000 /, und der Wert der Melioration auf dieser Strecke 30000000 /.
S. 35 l. Sp. Z. 15 v. u. lies 49 statt 409.
– statt
Kupferquerschnitt, welche zuerst mit einer dicken Isolirmasse, dann 2 mit einem Bleimantel, dann mit geteerter Juteumspinnung, dann 60 – 4 – t + T – 4 – t. Selbstverlag des Vereines. – Commissionsverlag und Expedition Julius Springer in Berlin N. – A. W. Schad e’s Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin S. ::::::::“. : 4 :“ : e.“ ". .“
Das Honigmann'sche Natronverfahren.") (Anwendung hoher Dampfspannungen, Verhalten verschiedener Kesselmaterialien und Betriebskosten)
Von M. F. Gutermuth, Assistent für Maschinenbau der königl. techn. Hochschule Aachen.
Einige neuere von Hrn. Honigmánn beobachtete Erscheinungen in dem Verhalten der Natronlauge unter Verhältnissen, unter denen das Verfahren seither nicht durchgeführt wurde, dürften für weitere technische Kreise von Interesse sein; ebenso die Veränderungen, welche inzwischen die Construction und die Wirksamkeit der Natronkessel auf Grund besonderer Beobachtungen über das Verhalten verschiedener Kesselmaterialien erfahren haben.
Bis jetzt wurde regelmässig im Betriebskessel mit offenem unter dem Drucke der äusseren Atmosphäre stehenden Natronraume gearbeitet und der Natronprocess, d. h. der Betrieb, unterbrochen, wenn der Siedepunkt der Lauge, welcher der notwendigen Dampfspannung im Wasserkessel entspricht, eingetreten war.
Setzt man dagegen den Process nunmehr fort, jedoch bei geschlossenem Natronkessel, so erhöht sich allmählich der Druck in demselben, und damit der Siedepunkt der Natronlauge. Gleichzeitig erhöht sich aber auch infolge dessen deren Absorptionsfähigkeit in solchem Masse, dass schon bei geringer Zunahme des Druckes ein vielfaches derjenigen Wassermenge (Dampfmenge) aufgenommen wird, welche bei offenem Natronkessel und derselben Temperatur absorbirt werden kann.
In besagter Richtung von Hrn. Honigmann angestellte Versuche haben nämlich gezeigt, dass der Siedepunkt der Natronlauge mit zunehmendem Gegendruck in demselben Grade sich erhöht, wie die Temperatur des Dampfes, dessen Spannung dem vermehrten Druck entspricht. Danach liegt also der Siedepunkt der Natronlauge bei */2 Atm. Ueberdruck 11/20, bei 1 Atm. 22% bei 1”/2 Atm. 28° höher als bei atmosphärischem Druck, da auch Dampf von letzteren Spannungen die angegebenen Temperaturerhöhungen erfährt.
Mittels dieses Ergebnisses ist es nun leicht, die Concentration der Lauge für bestimmten Siedepunkt und unter bestimmtem Druck mit Hilfe der früher gegebenen Siedepunktstabelle zu ermitteln, wonach sich alsdann die aufzunehmenden Dampfmengen berechnen.
Folgende Tabelle zeigt den gesteigerten Einfluss der Druckzunahme im Natronkessel auf die Aufnahmefähigkeit des Natrons, und ist dieselbe der Uebersichtlichkeit wegen in Fig. 1 noch graphisch dargestellt, um das Gesetz deutlicher erkennen zu lassen, nach welchem die aufgenommenen Dampf
mengen mit der Spannung im Natron- und Wasserkessel sich verändern. «
– st 5 “j ÄTT Natronkessel.
Ueberdruck Natronten Ä
im peratur bei 60 s » Wasserkessell Temperatur- Ä */2 Atm. | 1 Atm. | 1/2 Atm. differenz kessel offen) «
Atm. kg kg kg kg
2,0 1400 90 120 180 250
2,5 145 80 110 145 200
3,0 150 67 95 120 160
4,0 159 50 70 92 1 18
5,0 165 40 60 | 80 | 100
6,0 171 Z5 50 65 80
7,0 176 29 42 55 70
8,0 182 23 Z5 45 60
9,0 186 20 30 40 52
10,0 190,5 17 25 35 | 46
11,0 195 13 21 Z0 Z9
12,0 198 12 18 27 Z5
1 (F
Noch vorteilhafter gestalten sich die Verhältnisse bei Anwendung concentrirterer Lauge (100 Na OH + 15 H2O) und unter Zugrundelegung einer, neuen Beobachtungen zufolge, leicht erreichbaren Temperaturdifferenz von 4°, wie aus nachstehender Tabelle ersichtlich ist. Dem noch angegebenen Gegendruck von 2 Atm. im Natronraum entspricht eine Siedepunktserhöhung von 349. H
Tabelle II.
Zu den beiden angegebenen Tabellen ist noch zu bemerken, dass die Siedepunktserhöhung bei gleichem Druck im Natronraum nicht für alle Concentrationsgrade constant ist, sondern mit der Concentration der Lauge etwas wächst, ohne dass jedoch damit für die angegebenen Werte eine wesentliche Aenderung verbunden wäre. Der grosse, aus der angeführten Eigenschaft der Lauge sich ergebende Vorteil erhellt daraus, dass beispielsweise für eine Dampfspannung von 10 Atm., gemäss Tabelle I, bei einer allmählichen Steigerung des Ueberdruckes im Natronraum auf 1 Atm. die Lauge das zweifache (35*5) derjenigen Dampfmenge aufzunehmen vermag, die bei offenem Natronkessel absorbirt werden kann (175 ohne Ueberdruck).
Wie aus der Tabelle ersichtlich, würde bei stets offenem Natronkessel die Absorption einer gleichen Dampfmenge von 35*é nur bei einer Spannung im Wasserkessel von 6 Atm. möglich sein.
Obwohl nun durch diese Wirkungsart des geschlossenen Natronkessels ein wachsender Gegendruck auf den Dampfkolben erzeugt wird (der im angeführten Beispiel einem mittleren Druck = 1/2 Atm. entspricht), so ist die hierdurch bedingte Verminderung des wirksamen Dampfdruckes doch nicht von solcher Bedeutung, dass nicht die Vorteile zur Geltung kommen könnten, welche mit Verwendung hoher Dampfspannung an und für sich verbunden sind, d. i. insbesondere grössere Leistungsfähigkeit und damit geringerer Dampfverbrauch, welch
letzterer alsdann andrerseits eine grössere Betriebsdauer er
möglicht gegenüber derjenigen, welche, bei gleicher Natronmenge, die Verwendung niedrigeren Dampfdruckes bei offenem Natronkessel, also ohne Gegendruck, bedingt. Diese Thatsache gestattet, ohne Abnahme der Betriebsdauer mit höheren als bis jetzt für zweckmässig erachteten Dampfdrücken zu arbeiten, woraus der unmittelbare Vorteil entspringt, in ausreichendem Masse der für locomobile Maschinen so wichtigen Forderung möglichst kleiner Dampfcylinderabmessungen gerecht zu werden. Es wird sich dabei mehr denn seither als notwendigerweisen, den Wasserkessel zu Anfang des Betriebes nicht mit der ganzen zu verdampfenden Wassermenge anzufüllen, sondern einen Teil erst während des Betriebes nachzuspeisen, um beim Füllen des Natronkessels die für eine hohe Dampfspannung nötige Temperatursteigerung des Wassers lediglich durch Wärmeabgabe von Seite der eingefüllten Natronlauge zu ermöglichen. Dabei mag hervorgehoben werden, dass auch
wesentlich stärkere Laugen, bis 250° Siedepunkt und darüber, zur Anwendung gelangen können. Aber auch für die normalen Dampfspannungen (4 bis 6 Atm.) zeigt das Arbeiten mit Gegendruck den Werten der Tabelle gemäss eine derartig gesteigerte Leistungsfähigkeit des Natronkessels, dass man wohl unter allen Umständen die weitgehendste Verwertung der erörterten Eigenschaft der Natronlauge anstreben wird. Es ergiebt sich nämlich die Möglichkeit, die Betriebsdauer einer bestimmten Natronmenge auf ein vielfaches der früher angegebenen zu erhöhen oder bei gleicher Betriebsdauer mit geringerer Natronmenge zu arbeiten. Wird nun von der erwähnten Eigenschaft der Lauge Gebrauch gemacht und mit Gegendruck gearbeitet, so muss der Natronkessel für die notwendigen Pressungen von 1 bis 1/2 Atm. widerstandsfähig ausgeführt werden, was im allgemeinen keinem weiteren praktischen Bedenken unterliegen kann. Nur in den Fällen, wo eine Abweichung von der cylindrischen Form des Natronkessels geboten erscheint, wird die
Anwendung des Gegendruckes im Natronraum eine gewisse
Beschränkung erleiden. Mit der notwendig grösseren Widerstandsfähigkeit des Natronkessels ist also eine Erhöhung der Blechstärke sowie sorgfältigere Herstellung verbunden. Diese Umstände, welche auch den Preis der Kessel beeinflussen, dürften von keiner erheblichen praktischen Bedeutung sein, da anderweitige Versuche praktisch geeignete Kesselmaterialien
ergeben haben.
Nach den Untersuchungen des Hrn. Honigmann sowie auch nach andernorts gemachten Beobachtungen erweist sich nämlich hauptsächlich Kupfer und in fast gleich hohem Grade Messing von grosser Widerstandsfähigkeit gegen Natronlauge, wie aus folgender Tabelle hervorgeht.
Zur Erläuterung ist anzufügen, dass 3 Bündel der bezeichneten Drahtarten (von /2 bis 1" Dicke) in Natronlauge von 140 bis 2009 C. 7/2 Stunden in kupfernen Kesseln gekocht wurden, wobei sich nach Unterbrechung dieser Probe die angegebenen Gewichtsabnahmen einstellten.
Wenn nun auch aus diesen Resultaten bei verhältnismässig kurzer Versuchszeit nicht unmittelbar auf eine unbegrenzte Haltbarkeit des Kupfers in Natronlauge geschlossen werden kann, so zeigt doch dasselbe dem Eisen gegenüber eine bedeutende Ueberlegenheit, die in ihrem wahren Verhältnis erst durch längere Beobachtungen wird festgestellt werden können. Bei den bisher auf der Aachener Stadtbahn und der Aachen-Jülicher Eisenbahn fortgesetzt betriebenen Natronkesseln hat sich allerdings auch Eisen als immerhin brauchbares Kesselmaterial erwiesen, da dasselbe durch die Lauge nicht so rasch angegriffen wird, dass es von der Verwendung ganz auszuschliessen wäre. Die Verwendung eines vollkommen widerstandsfähigen, wenn auch kostspieligeren Materiales erscheint jedoch in hohem Grade erwünscht, um die (durch den Wegfall der Feuerung bedingte) sonstige geringe Reparaturbedürftigkeit der Natronkessel ausnutzen zu können.
Zu erwähnen wäre ferner, dass nach den bisherigen Betriebsergebnissen eiserne Kessel weniger angegriffen werden, wenn nur mit niedrigem Druck (< 4 Atm.) gearbeitet wird. Laboratoriumsversuche haben gezeigt, dass Natronlauge, die mit Eisenoxyd gesättigt ist, bei Concentrationen unter 1550 Siedepunkt einen schwarzen festhaftenden Beschlag von Eisenoxydul-Oxyd an dem mit ihr in Berührung befindlichen Eisen bildet, der dasselbe vor weiterem Angreifen schützt; in Laugen von höherer Temperatur geht derselbe jedoch wieder in Lösung. Da die Oxydbildung durch Berührung der Lauge mit