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Griechenlands Liga liefert den nächsten Skandal: Das Spitzenspiel PAOK Saloniki gegen AEK Athen wird am Sonntag kurz vor Schluss abgebrochen, weil PAOK-Präsident Iwan Savvidis das Spielfeld stürmt.
Das Staatsfernsehen ERT und Nachrichtenportale zeigten Bilder von Savvidis, der einen Holster für eine Pistole oder einen Taser an seinem Gürtel trug. Schiedsrichter Giorgos Kominos hatte kurz davor beim Stand von 0:0 einen Treffer von PAOK Saloniki aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben.
Von Leibwächtern begleitet stürmte Savvidis daraufhin den Rasen in Richtung des Unparteiischen. Der in Georgien geborene, schwerreiche Unternehmer drohte, eine Waffe zückte er aber nicht. Laut Medienberichten soll PAOK-Direktor Lubos Michel, ein ehemaliger Spitzen-Schiedsrichter, zu Kominos gesagt haben: "Du bist erledigt."
Der Unparteiische verschwand ebenso wie die Spieler beider Teams in der Kabine. Mehr als zwei Stunden nach dem Abbruch änderte er nach Medienberichten seine Meinung und erklärte den Captains der beiden Teams, das Tor zähle doch.
AEK weigerte sich daraufhin, für die restlichen zu spielenden Minuten der Nachspielzeit auf das Feld zurückzukehren. Die offiziell um ihre Sicherheit bangenden Athener führten bis zu diesem Spiel die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf PAOK an.
Im Stadion von Saloniki, wo die Schweiz am Freitag nächster Woche ein Testspiel gegen Griechenland absolviert, war bereits die Partie gegen Olympiakos Piräus am 25. Februar von Gewalt überschattet worden. Damals war Oscar Garcia, der Trainer der Gäste, kurz vor Spielbeginn von einer Papierrolle einer Registrierkasse am Kopf getroffen worden.
Das Spiel fand nicht statt und wurde inzwischen mit 3:0 für Olympiakos gewertet. Ursprünglich wurde PAOK auch mit Geisterspielen und einem Punkteabzug belegt, dies wurde aber mittlerweile wieder zurückgenommen.
Am Montag hat die griechische Regierung auf die Missstände reagiert und den Meisterschaftsbetrieb gestoppt. "Dies gilt für unbestimmte Zeit", sagte Sportminister Dimitris Vassiliadis nach einem Treffen mit Regierungschef Alexis Tsipras. "In nächster Zeit wird es eine Beratungen mit dem Verband, den Klubs und der UEFA geben."
SDA-ATS