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Caspar Bauhin, geboren und gestorben in Basel, stammte aus der Medizinerfamilie Bauhin, die als Hugenotten aus Paris und Amsterdam nach Basel geflohen war; sein Vater war Jean Bauhin. Caspar Bauhin studierte an der Universität Basel Medizin mit Schwerpunktfach Anatomie, unter anderem bei Felix Platter. Weitere Studienorte waren ab 1577 Padua, unter anderem bei Girolamo Mercuriale, Montpellier, Paris und Tübingen. 1581 wurde Bauhin in Basel zum Dr. med. promoviert.
Ab 1582 war er Lehrer für Griechisch, ab 1589 Dozent und dann erster ordentlicher Professor für Anatomie und Botanik an der Universität Basel, für die er ihren botanischen Garten einrichtete. 1614 wurde er zum Stadtarzt und Professor für praktische Medizin (als Nachfolger von Felix Platter) an der Universität ernannt. In den Jahren 1592, 1611 und 1619 war Bauhin Rektor der Universität Basel.
Bauhin hielt im Rahmen der Medizinerausbildung in Basel öffentliche Sektionen und botanische Exkursionen ab. Er trieb die Errichtung des Basler Theatrum anatomicum und des Hortus medicus (1589) voran.
Er ist der Autor zahlreicher Publikationen anatomischen Inhaltes, in denen er seine Vorlesungen und anatomisch-pathologischen Demonstrationen zusammenfasste, mit akribischer und fast lückenloser Aufzählung sämtlicher Körperteile wiedergab und physiologische sowie pathologische Erläuterungen hinzufügte. Er ist heute noch in Medizinerkreisen als „Entdecker“ bzw. offizieller Erstbeschreiber der Ileozökalklappe, eines Verschlusses am Übergang zwischen Dickdarm und Dünndarm, bekannt, die nach ihm auch als Bauhin-Klappe bezeichnet wird.
Mit Bauhin, der ausserdem die damals bekannte Flora von ganz Europa kannte, gelangte die Periode der sogenannten „Väter der Pflanzenkunde“ (u. a. Otto Brunfels, Hieronymus Bock, Leonhart Fuchs, Pietro Andrea Mattioli) zum Abschluss, sowohl in Bezug auf die Namensgebung (Nomenklatur) als auch auf die Einzelbeschreibungen (Physiognomie) und der Anordnung nach habituellen Ähnlichkeiten (Systematik).
Er führte als erster die Unterscheidung von Spezies und Gattung vollständig durch und schuf eine binäre Nomenklatur. Bauhin beschrieb rund 5.640 damals bekannte Pflanzenarten mit knappen Diagnosen. Dagegen fehlen bei ihm noch die Diagnosen der Gattungen. In der Anordnung der Pflanzen legte er großen Wert auf die natürliche Verwandtschaft.
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Caspar_Bauhin