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1. Die Mitglieder der Marx Brothers
Die meisten Zuschauer kennen die Marx Brothers als Trio, bestehend aus diesen drei Charakteren: Groucho, mit aufgemalten Schnurrbart und Zigarre im Mund. Chico, der italienische Pianist. Sowie der hellrot gelockte Harfenist Harpo. Ursprünglich traten die Brüder aber zu fünft auf. Die Brüder Zeppo und Gummo hatten sich nach einiger Zeit aus dem Rampenlicht zurückgezogen.
2. Namensänderung, um weniger Deutsch zu wirken
Harpo ersetzte seinen bürgerlichen Namen Adolph bereits während des Ersten Weltkriegs durch Arthur. Parallel dazu legte Groucho seinen unpopulären deutschen Akzent ab.
3. Das Klavier war Chicos Privileg
Harpo war schon als Kind vernarrt in Musik. Er freute sich sehr, als seine Eltern ein Klavier kauften. Entsprechend enttäuscht war er, als er herausfand, dass sie nicht genug Geld hatten, um mehr als einem Kind den Klavierunterricht zu bezahlen. Die Klavierstunden bekam Chico.
4. Der Harfenist
Harpos Künstlername kommt vom englischen Wort für Harfe. Der Harfenspieler brachte sich das Spielen als junger Mann selbst bei. Noten konnte er keine lesen. Er stimmte die Harfe falsch und spielte sie auf der falschen Schulter. Erst mit dem Erfolg ihrer Filme konnte sich Harpo Unterricht leisten. Als ehrgeiziger Harfenist übte er drei Stunden am Tag. Sogar im Bad hatte er eine Harfe, damit er üben konnte, während er auf dem Klo sass.
5. Harpo, das ewige Kind
Harpo schien in seiner eigenen naiven Welt zu leben. Er benahm sich wie ein Kind. Er konnte Harfe spielen wie ein Engel, sich aber auch wie ein kleines Monster aufführen. Sein Sohn meinte, Harpo sei nie erwachsen geworden.
6. Harpo, der stumme Mime
Harpo sprach in den Filmen der Marx Brothers nie. Deswegen glaubten viele, er sei stumm. Sein Bruder Groucho hatte eine Theorie, weshalb Harpo niemals sprach: Harpo hatte einem Theater-Manager nach einem Streit einst zugerufen: «Ich hoffe Ihr Theater brennt bis auf den Erdboden nieder!». Genau das geschah in der darauffolgenden Nacht. Groucho empfahl Harpo daraufhin, seine Stimme nur in Notfällen nutzen.
7. Harpo und Groucho: zwei Gegensätze
Harpo war das Gegenteil von Groucho, der viel redete und unzählige subtile Bemerkungen zum Weltgeschehen machte. Kritiker behaupteten gar, dass Groucho seine Gegner verbal «töten» könne. Harpo wirkte dagegen eher milde und wurde von jedem verstanden, obwohl er nie ein Wort verlor.
8. Harpo spricht!
Seine Autobiografie, die 1961 erschien, betitelte der Komiker mit «Harpo speaks!». 1963 hatte Harpo seinen letzten öffentlichen Auftritt mit dem Sänger und Komiker Allan Sherman. An diesem Abend sprach Harpo mehrere Minuten am Stück: Über seine Karriere und wie sehr er das Showbusiness vermissen werde. Nicht einmal von Sherman liess er sich unterbrechen.
9. Harpo hatte eine Glatze
Auf der Bühne und vor der Kamera trug Harpo stets eine Perücke. Im wahren Leben hatte er eine Glatze. Zu Beginn seiner Filmkarriere soll er eine pinke Perücke getragen haben, die in den schwarz-weissen Aufnahmen wie blondes Haar aussah.
10. Die Marx Brothers nach der Filmkarriere
Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen sich die meisten Brüder vom Filmgeschäft zurück. Harpo verbrachte die meiste Zeit mit seinen vier Kindern und den Haustieren auf seiner Ranch in Kalifornien. 1960 war ein letztes Filmprojekt geplant, bei dem die Marx Brothers noch einmal die Hauptrollen spielen sollten. Dieses kam jedoch wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Chico nicht mehr zustande.
11. Leidenschaft für Krocket
Harpo liebte Krocket. 1979 wurde er sogar in die amerikanische «Croquet Hall of Fame» aufgenommen. In seinem Haus liess er einen speziellen Kühlraum einbauen, um Feuchtigkeitsschäden seiner geliebten Holzhammer-Sammlung zu verhindern.
12. Unterstützung für John F. Kennedy
Neben Krocket stand Golf weit oben in Harpos Gunst. 1960 machte der Komiker in einem dekorierten Golfbuggy Werbeaufnahmen für John F. Kennedys Wahlkampf. Nach Harpos Tod wurde seine Asche in einem Loch des kalifornischen Golfplatzes versenkt, wo er regelmässig gespielt hatte.
13. Die Legende lebt weiter
Harpo starb am 28. September 1964, just an seinem 28. Hochzeitstag. Er wurde 70 Jahre alt. Grouchos Sohn sagte, er habe seinen Vater an Harpos Beerdigung zum ersten Mal weinen sehen. Die «New York Times» brachte den grossen Verlust in ihrem Nachruf auf den Punkt: «Sein Markenzeichen war seine Harfe, die er gut spielte. Und sein Schweigen, das lustiger, süsser und eloquenter war als das lauteste Geschnatter der meisten Comedians.»