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von Lukas Walliman
Die Kirchengrabung von Kerns, die im Zuge der Gesamtrenovation der Kirche 1964 und 1965 durchgeführt wurde, brachte verschiedene, bis ins Hochmittelalter zurückreichenden Kirchengrundrisse zutage. Die Auswertung der Grabungsbefunde hatte zum Ziel, die Entwicklung der Kernser Kirchenbauten vom 10. bis ins 16. Jh. aufzuzeigen. Als äusserst wichtiger Befund konnte erstmals das unter dem ältesten Steinbau liegende Gräberfeld vorgestellt werden.
Die wohl als lenzburgische Eigenkirche errichtete erste Anlage ging 1036 an das Stift Beromünster. Ob es sich hierbei um eine Holzkirche oder den ersten nachweisbaren Steinbau handelt, muss offen bleiben. Die erste fassbare Steinkirche wurde dann durch den Anbau einer Apsis ergänzt. Dieser Umbau dürfte im 12. oder 13. Jh. erfolgt sein. Als weiteres Bauglied folgte der Glockenturm, dessen Rundbogentür noch in der Nordwand der heutigen Kirche erhalten ist. 1501 wurde dann eine neue Kirche geweiht. Diese ersetzte wohl den gesamten Vorgängerbau bis auf den Turm. Im vorliegenden Artikel konnten die verschiedenen Grundrisse und für den Bau von 1501 auch die Ausstattung weitgehend nachzeichnen. Weggelassen wurde dafür die Entwicklung der Kirche nach 1501.
Als Fundobjekt, dass hervorgehoben werden sollte, wurde die beinerne Nadel vorgestellt, die als sogenannter Bordoncillo in Santiago de Compostela als Pilgerandenken hergestellt und verkauft wurde. Der Autor freut sich über Hinweise zu solchen Bordoncillo-Funden auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.
, Lukas : Kirchengrabung Kerns 1964/1965 - eine Spurensuche
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 20. Jahrgang 2015, Heft 3, 57 - 72.