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Zu Beginn der Berichtswoche fiel im Westen und Norden Schnee, der mit Bise und Nordwind verfrachtet wurde. Ab dem Wochenende stellte sich beständiges Hochdruckwetter ein. Mit viel Sonnenschein in den Bergen stiegen die Temperaturen dort auf frühlingshafte Werte. Die Lawinengefahr ging vom Triebschnee und inneralpin in der Höhe auch von schwachem Altschnee aus. Das Schneegleiten war aktiv und es lösten sich vermehrt Gleitschneelawinen.
Freitag, 27. und Samstag, 28.12.2019: Neuschnee im Westen und Norden
Nachdem in der Vorwoche fast ununterbrochen Schnee gefallen war, schneite es erneut von Donnerstag, 26.12. bis am Samstagmorgen, 28.12. vor allem im Westen und Norden (Abbildung 2). Die Schneefallgrenze lag bei 1200 m.
Nachdem sich die grossen Schneemengen der Vorwoche zunehmend setzten und verfestigten, ging die Lawinengefahr in den Niederschlagsgebieten vor allem von den neueren Schneeschichten aus. Der mässige bis starke Westwind verfrachtete den Neuschnee und bildete störanfällige Triebschneeansammlungen (Abbildung 3).
Sonntag, 29.12.2019 bis Donnerstag, 02.01.2020: traumhaftes Bergwetter, Abnahme der Lawinengefahr
Die Tage um den Jahreswechsel waren in den Bergen sonnig mit teils hohen Wolkenfeldern. Zeitweise lag an den Voralpen und auch im Sottoceneri Hochnebel mit einer Obergrenze zwischen 800 und 1200 m. In den Bergen war es ausgesprochen mild, die Nullgradgrenze stieg verbreitet auf 3000 m (Abbildung 1). Damit folgten auch die letzten Dezembertage dem Trend des Dezembers bis anhin: gemäss Klimabulletin MeteoSchweiz (Link) war es der drittwärmste Dezember seit Messbeginn. Zunächst blies der Wind noch mässig bis stark aus Ost bis Nordost. Auf den Jurahöhen erreichte die Bise zeitweise Sturmstärke. Am Montag liess der Wind aber überall nach und wehte noch schwach bis mässig, meist aus Ost. Am Donnerstag kam in der Höhe mässiger bis starker Südwind auf und es war etwas weniger mild.
Die Lawinengefahr ging vom Triebschnee aus, der mit dem Nordostwind, am Ende der Berichtswoche mit Südwind entstand sowie, in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens - auch vom schwachen Altschnee. Lawinenauslösungen im Altschnee gab es in letzteren Gebieten nur in Höhenlagen oberhalb von 2600 m, zum Teil auch an Südhängen. Besonders an Stellen mit wenig Schnee bzw. an Übergängen von wenig zu viel Schnee wurden in dieser Berichtswoche einzelne grosse Lawinen im schwachen Altschnee ausgelöst (Abbildung 4). Insgesamt wurden aber deutlich weniger Auslösungen im Altschnee gemeldet als in der Vorwoche.
Eine weitere Gefahr ging in dieser Berichtswoche von Gleitschneelawinen aus. Das Schneegleiten und die Aktivität von Gleitschneelawinen nahmen in allen Gebieten zu. An allen Expositionen gingen unterhalb von rund 2400 m, im Westen unterhalb von rund 2600 m vermehrt mittelgrosse Gleitschneelawinen nieder. Im schneereichen Westen wurden Gleitschneelawinen teils auch gross (Abbildung 5).
Weil Abgänge jederzeit möglich sind, der genaue Zeitpunkt aber nicht vorhersehbar ist, sollten auch weiterhin Hangbereiche mit Fischmäulern möglichst gemieden werden. Auf alle Fälle sollte man sich aber nie länger als unbedingt nötig im Bereich von Fischmäulern aufhalten. Weitere Informationen zu Gleitschneelawine sind hier.
Anfang Januar lagen auf 2000 m in den Alpen verbreitet 80 bis 120 cm Schnee. Im Süden und gebietsweise im Westen lag bis zu 200 cm Schnee. Für die Jahreszeit waren die Schneehöhen am Alpennordhang verbreitet etwas unterdurchschnittlich. In Graubünden lagen sie im langjährigen Durchschnitt, im Wallis, am Alpensüdhang und im Unterengadin lag mehr Schnee als normal um diese Jahreszeit.
Die Schneeoberfläche war in Kamm- und Passlagen und allgemein an den Alpenkämmen vom Wind geprägt und unregelmässig. Sonst war sie vor allem in windgeschützten Lagen vielerorts noch pulvrig. An sehr steilen Sonnenhängen lag verbreitet eine brüchige Schmelzharschkruste an der Schneeoberfläche und unterhalb von rund 2000 m war die Schneedecke durchfeuchtet. Oberflächenreif bildete sich vor allem in Tallagen, wo die Temperaturen durch die Inversionslage deutlich tiefer waren als in der Höhe. Zudem war die Luft in der Höhe sehr trocken.
Der Schneedeckenaufbau war verbreitet günstig. Stellenweise waren oberflächennahe Schichten noch auslösbar. Tiefe Schichten der Schneedecke blieben in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens auch zu Jahresbeginn ein Thema. Diese Gefahrenstellen waren selten, aber im Fall einer Auslösung konnten die Lawinen grosse Ausmasse erreichen (vgl. Bildstrecke oben).
Im Zeitraum dieser Berichtswoche wurden dem SLF fünf Lawinenabgänge mit erfassten Personen gemeldet. Dabei wurden insgesamt sieben Personen erfasst. Bei einem Lawinenunfall im Gebiet der Lauchernalp, VS wurde eine Person am 28.12. ausserhalb des gesicherten Gebietes ganz verschüttet und verunglückte tödlich.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.