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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für einen engeren Austausch mit Russland geworben. Europa müsse im Umgang mit Moskau eine «neue Grammatik des Vertrauens und der Sicherheit» entwerfen, sagte Macron am Dienstag dem Westschweizer TV-Sender RTS.
Aber auch Russland müsse sich bewegen. Zugleich sagte Macron, er würde die deutsche Kanzlerin Angela Merkel unterstützen, sollte sie einen europäischen Spitzenposten anstreben.
«Sollte sie es wollen, würde ich sie unterstützen», sagte Macron über die deutsche Kanzlerin. «Denn ich glaube, es braucht jemanden Starken» in europäischen Spitzenpositionen. Macron, der mit Merkel in den vergangenen Monaten auch immer wieder Meinungsverschiedenheiten hatte, bekräftigte in dem Interview seine «Freundschaft» mit der deutschen Kanzlerin.
Macron sagte in dem Fernsehinterview mit Blick auf Russland, Europa könne nicht über die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 hinwegsehen. Ohne greifbare Fortschritte bei der Umsetzung des Minsker Friedensabkommens sei eine Rückkehr Russlands in die G8-Staatengruppe undenkbar.
«Aber es muss eine strategische Diskussion stattfinden», betonte Macron. Frankreich hat derzeit die G7-Präsidentschaft inne. Daher plane er in den kommenden Tagen erneut ein langes Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. «Wir haben Meinungsverschiedenheiten, aber wir arbeiten zusammen», sagte Macron weiter. Er verwies unter anderem auf die Suche nach einer Lösung für den Syrien-Konflikt.
Nachdem eine gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump gepflanzte Eiche symbolträchtig eingegangen ist, setzt Frankreichs Staatschef in dem RTS-Interview zudem auf eine pragmatische Lösung. «Ich werde eine andere schicken, das ist kein Drama», sagte der französische Präsident im Westschweizer Fernsehender RTS. Er fügte mit Blick auf den eingegangenen Setzling lächelnd hinzu: «Der Arme hat nicht überlebt, weil er wohl einem etwas harten Regime unterzogen wurde.»
Trump und Macron pflanzten den Setzling im Garten des Weissen Hauses, die gemeinsame Gartenarbeit sollte sinnbildlich für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Präsidenten stehen. Der Baum wurde dann aber wieder ausgegraben und, wie in den USA üblich, in Quarantäne genommen. Dort ging er ein, wie kürzlich bekannt wurde. Kommentatoren stuften das augenzwinkernd als Symbol für die kriselnden Beziehungen zwischen den USA und den Europäern ein.
Macron wies dies im Westschweizer Fernsehen zurück. «Man sollte nicht dort ein Symbol sehen, wo es keines gibt», sagte der französische Präsident. «Das Symbol war es, ihn (den Baum) gemeinsam einzupflanzen.» (sda/afp)