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Ohne Kälte hätte der Mensch die Welt nicht erobern können. Denn Frost war eine treibende Kraft für Kreativität, Innovation und Zusammenarbeit. Unsere Vorfahren lernten, sich warm zu halten, Vorräte anzulegen, Nahrung haltbar zu machen, zu planen, einander zu vertrauen und füreinander zu sorgen.
Der Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf geht davon aus, dass bereits vor einer Million Jahren der Homo erectus, einer unserer Vorfahren, Tierfelle zu Kleidung verarbeitete, um der Kälte zu trotzen. Erst mit dieser zivilisatorischen Errungenschaft im Marschgepäck konnte er sich auf den Weg machen, um Europa, Asien und später die ganze Welt zu besiedeln. Auch Ötzi, der «Mann aus dem Eis», wusste vor 5000 Jahren schon sehr gut, wie man sich warm hält: mit Schuhen aus Gras, Leggings aus Leder und einer fetten Bärenfellmütze.
Bärenfell und Zwiebelprinzip
Bis heute hat sich daran wenig geändert. Die Bewohner Sibiriens und der Mongolei bevorzugen nach wie vor Felle und schwere Stoffe, um sich warm zu halten. In Island setzt man auf isländische Schafwolle, die aus besonders gut isolierenden, Lufttaschen bildenden Fasertypen besteht. Die indigenen Völker im hohen Norden Grönlands, Alaskas und Nordkanadas tragen bevorzugt Hosen aus fettigem Bärenfell, die vor Feuchtigkeit schützen. Und sie nutzen wasserabweisende Felle von Meeressäugern, während die Nenzen und Jakuten – die Nomaden Russlands und der Mongolei – Rentierfelle verwenden.