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Altschweiz 1843–1862
Die Sammlung «Pilatus»
Zürich führte nach Grossbritannien als erste Postverwaltung auf dem Festland Briefmarken ein. Es folgten noch im gleichen Jahre Genève sowie 1845 der Halbkanton Basel.
Nach der Verfassungsreform von 1848 wurde Geld- und Postwesen auf den 1. Januar 1849 Bundessache. Bis zur Einführung der Ortspost / Poste Locale, gemäss Kreisschreiben vom
5. April 1850, gab es im Rest der Schweiz keine Postmarken. Die Ortsmarken ergänzten die bereits ab Oktober 1849 in den Kantonen Genève und Zürich verausgabten Übergangsmarken. Diese waren durch die beiden Kantone zur Verwendung in den neu geschaffenen Postkreisen auf eigene Rechnung im Auftrag des Bundes verausgabt worden. Auf den 1. Oktober 1850 erschienen dann überall neben den Ortsmarken auch zwei «Rayon»-Marken zur Abgeltung der Porti in vier Briefkreisen.
Ein wesentliches Problem für den Handel und Postverkehr waren die verschiedenen Währungen in den Kantonen. Auf Anfang 1852 wurden die alten Währungen abgeschafft und es wurde die bereits im Kanton Genève gültige Währung Centimes (Rappen) und Franken übernommen.
Gleichzeitig sollte eine neue Markenausgabe «Sitzende Helvetia» ungezähnt diese neue Währung markieren. Die Landesmutter war auf den Münzen abgebildet. Auf Grund technischer Schwierigkeiten war jedoch die Ausgabe erst im September 1854 bereit.
Daher führte man per 1. Januar 1852 eine Rayon III-Marke ein und gab die alten Marken erneut heraus. Mit Ende der Gültigkeit der ungezähnten Marken per Ende Juli 1863 schliesst die klassische Periode der Schweizer Philatelie.
Entsprechend der Entwicklung ist die Sammlung wie folgt gegliedert:
– die Ausgaben der Kantone Zürich, Genève und Basel
– Periode der eidgenössischen Post, Vollzug durch die Kantone Zürich und Genève
– Verwendungen ab 1. Oktober 1850 geordnet nach Kantonen und Postkreisen
– Verwendungen ab der Währungsreform
– Verwendungen der «Sitzenden Helvetia» ungezähnt
Ergebnis: ca. 2,4 Mio. Schweizer Franken
Die Highlights aus der Sammlung «Pilatus»
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Winterthur im senkrechten Paar, sehr frisch und mit allseitig guten bis überbreiten Rändern, aufbruchsverwendet zusammen mit Rayon II vom Druckstein B, übergehend mit schwarzer Bundesraute auf vollständigem Faltbrief mit rotem Aufgabestempel ZÜRICH NACHMIT: 13. DEC 51 nach Neuenstadt/Bern.
Einzig bekannte Mischfrankatur mit Winterthur-Paar. Es sind nur zwei Mischfrankaturen mit Rayon II bekannt. Bereits im Zumstein-Handbuch 1914 aufgeführte Frankatur-Rarität. Bei Grand abgebildet.
Provenienz: Walter Richner. Atteste Fulpius, Moser, Hunziker und BP. Wie ersichtlich waren die «Winterthur-Marken» ausserhalb des Postkreises VIII gültig, allerdings sind bisher nur noch eine Mischfrankatur mit Rayon I hellblau nach Aarau vom Dezember 1851 und drei Mehrfachfrankaturen aus dem Frühjahr 1850 bekannt. Kat.-Nr. 12+16 II
Schätzung 60'000.– bis 80'000.–
Verkaufspreis: CHF 216'000.– (inkl. Aufgeld ohne MWST)
Poste-Locale ohne Einfassung, Type 23 mit Plattenfehler «rechte Einfassungslinie oben stark gebrochen», zusammen mit Rayon II vom Druckstein B 1, übergehend entwertet mit schwarzer Bundesraute auf Nachnahme-Faltbrief über 21 Kr. mit Aufgabestempel DIESSENHOFEN 28/11 nach Frauenfeld. Beide Marken sind frisch und in perfekter Erhaltung. Einwandfreie Briefe mit Poste-Locale zählen zu den grossen Altschweiz-Raritäten. Attest BP, gez. Hunziker. SBK 110'000.–. Zu. 14 II SFa = LP. Kat.-Nr. 14 II+16 II
Schätzung 50'000.– bis 60'000.–
Verkaufspreis: CHF 144'000.– (inkl. Aufgeld ohne MWST)
Waagrechtes Paar in leuchtend frischen Farben, vollrandig bis überbreiter Schnitt, rechts mit Teilen der oberen Nebenmarke, auf vollständigem Doppel-Brief mit Aufgabestempel GENEVE 4 OCT 48 nach Beaulieu in aussergewöhnlich schöner Erhaltung.
Attest BP. SBK 100'000.–. Der Brief ist in den Werken von H. Grand und R. Schäfer in Farbe abgebildet. Kat.-Nr. 6
Schätzung 50'000.– bis 60'000.–
Verkaufspreis: CHF 108'000.– (inkl. Aufgeld ohne MWST)
Grosser Adler dunkelgrün, waagrechtes Paar in leuchtend frischen Farben und allseitig guten Rändern, mit 3. Genfer-Rosetten sehr sauber entwertet auf weissem, kleinformatigem Faltbriefchen mit Aufgabestempel GENEVE 13 NOVE 49 nach Sattigny.
Das perfekt erhaltene Paar wurde früher zwecks Qualitätskontrolle gelöst und mit Falz wieder befestigt. Das Porto für Briefe im 1. Briefkreis betrug 7 Cents. ab 1. Oktober 1849. Private verwendeten Paare und «verloren» daher 1 Cent an Porto. Provienz: Hallu (Prix special for Quality, New York 1936), Gass-Küchler. Kat.-Nr. 7
Schätzung 25'000.– bis 30'000.–
Verkaufspreis: CHF 74'400.– (inkl. Aufgeld ohne MWST)
Grosser Adler dunkelgrün in leuchtend frischen Farben und rotem Aufgabestempel GENEVE 6 OCT 49 nebst rotem Taxzahlenstempel «3 CS.» auf vollständigem weissen Brief – geschrieben in «Pré l'Evêque» nach Dardagny. Einer der schönsten und attraktivsten Genfer-Briefe aus der ehemaligen Fulpius-Sammlung! Attest BP. Kat.-Nr. 7
Schätzung 15'000.– bis 20'000.–
Verkaufspreis: CHF 68'400.– (inkl. Aufgeld ohne MWST)