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Turmuhr
Die «Louis Crot»-Uhr ist die erste Sehenswürdigkeit, welche die Besuchenden entdecken, wenn sie sich der Eingangsbrücke des Schloss Chillon™ nähern. Auf der Fassade des viereckigen Turms am Osteingang des Schlosses ist das grosse Zifferblatt zu sehen, das 1540 gemalt wurde. 1776 liessen die Berner das Wappen ihrer Stadt hinzufügen.
Das erste Uhrwerk stammte von einem Uhrmachermeister mit Namen André de Morges. Es wurde 1543 im Obergeschoss des Turmes angebracht. Eine Übertragungsachse durchquerte die Mauer und bewegte die Zeiger an der Fassade. Hier wurde von anonymer Hand das Zifferblatt mit den römischen Ziffern gemalt, das heute noch als einziges von den Anfängen der Uhr erzählt. 1583 wurde im Dachgeschoss eine Glocke eingebaut. Schon bald gab die Uhr dem Turm seinen Namen: Uhrenturm.
Die Glocke verfügte als eine der letzten im Kanton Waadt über ein schmiedeeisernes Joch als Aufhängung, was ihr eine beträchtliche kulturgeschichtliche Bedeutung verleiht.
1897 bemerkte der damalige Kantonsarchäologe und Schlossarchitekt Albert Naef, dass der Mechanismus ausser Gebrauch ist. Er konsultierte Louis Crot, einen Uhrmacher aus Granges-Marnand, der zum Schluss kam, das Uhrwerk müsse durch eine modernere Anlage ersetzt werden. Die Technische Kommission des Schlosses schloss sich seiner Meinung an und beschloss, das alte Uhrwerk als Museumsstück aufzubewahren. Im gleichen Jahr wurde die neue Uhr mitsamt ihrem Zubehör hergestellt und anstelle des alten Uhrwerks von 1543 installiert. Dieses wurde in das Eingangsgebäude gebracht, wo es bis heute zu sehen ist, dieses heute äusserst seltene mittelalterliche Uhrwerk.
André de Morges / Louis Crot
Turmuhr und Uhrwerk
1543 / 1897