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Neutral... dieser Begriff kommt auch in der Chemie vor. Reines Wasser ist neutral und hat damit einen pH-Wert von 7. Für alle Nichtchemiker: der pH-Wert gibt an ob eine Lösung sauer oder alkalisch ist und reicht von 0-14. 7 ist genau in der Mitte, reines Wasser ist folglich weder sauer, noch alkalisch. Es ist also keines von beidem, lat. ne-utrum, also neutral.
Doch das ist auf der Teilchenebene nicht korrekt. Reines Wasser enthält neben den Wasserteilchen auch die Teilchen, welche dafür verantwortlich sind, ob eine Lösung sauer oder alkalisch ist. Die beiden Teilchensorten (H3O+ und OH-) liegen in gleichen Mengen vor. Wasser hat somit eine ausgewogene Zahl an Ionen, welche den pH-Wert beeinflussen.
Gleiches gilt für die Schule: Lehrpersonen müssen neutral sein. Aus der Chemie übertragen gilt: Lehrerinnen und Lehrer sind idealerweise weder religiös, noch nicht religiös. Sie sollten keines von beiden, also neutral sein.
Doch das ist bei uns Menschen nicht möglich. Als Lehrperson bin ich entweder Mann oder Frau, ich bin religiös oder nicht religiös, usw. Neutralität im Rahmen der Schule meint folglich eine Ausgewogenheit. Ich kann durchaus meine Religion, meine politische Ansicht, meine Hobbys mit meinen Schülerinnen und Schülern teilen. Wichtig ist, dass ich ihnen nicht meine Ansichten aufzwinge, sondern ausgewogen und in einer klaren Ich-Botschaft meine Ansichten teile.
Was heisst für dich Neutralität?