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Hitzeresistenz wird wichtiger!
Tropenrinder
Rinderrassen, die ursprünglich aus tropischen Regionen stammen, können mit hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen besser umgehen.
Dies sind zum Beispiel
- Senepol-Rinder aus der Karibik
- Zebus aus Afrika
- Brahman-Rinder in den Südstaaten der USA
Kürzere Haare, mehr Schweissdrüsen
Die tropischen Rassen, die vorwiegend zur Fleischproduktion gehalten werden, haben ein
- kurzhaariges Fell
- mehr Hautfalten
- mehr Schweissdrüsen
Sie können deshalb grössere Schweissmengen produzieren und ihre Körperoberfläche so besser kühlen als Kühe der gängigen Milchrassen.
Wegen dieser Eigenschaften geraten sie weniger schnell in den Hitzestress.
Unsere Empfehlung
Der Originalartikel zur Entdeckung des SLICK-Gens ist online bei NATURE zu finden (in English)
Functionally reciprocal mutations of the prolactin signalling pathway define hairy and slick cattle, MD Littlejohn et.al., Nat Commun 5, 5861 (2014).
Erfolgreiche Einkreuzung
Da sich das SLICK-Gen dominant vererbt, ist eine Weitergabe des Merkmals von Generation zu Generation auf 50% der Nachkommen sicher (bei heterozygoten Trägern).
Das Gen wurde so erfolgreich auf verschiedene Fleischrassen aber auch in die Rassen Holstein und Jersey übertragen, indem Senepol-Rinder eingekreuzt wurden.
Unsere Empfehlung
Federführend in der SLICK-Gen Forschung ist aufgrund der klimatischen Begebenheiten (heiss und feucht) die University of Florida (Prof. P. Hansen).
- Bereits 2014 veröffentlichten die Forscher eine Untersuchung, in der sie die bessere Hitzetoleranz von SLICK-tragenden Kühen anhand der besseren Milchleistung und der niedereren Köpertemperatur aufzeigten.
- In einer Veröffentlichung 2022 konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich SLICK-tragende Kälber in verschiedenen Parametern bei Hitze von Nicht-SLICK-Trägern unterscheiden – insbesondere bei feucht-heissen Bedingungen (auf englisch)
- Eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse aus Florida präsentiert Colleen Larson in diesem Video (in englisch)
Zuchtwerte für Hitzetoleranz
In verschiedenen Ländern (z.B. IHT in Italien seit 2022, Heat Tolerance Australian Breeding Value in Australien seit 2017) wird ein Zuchtwert für Hitzetoleranz errechnet.
Dies zeigt, dass dieses Merkmal zukünftig eine höhere züchterische Bedeutung bekommen wird.
Massnahmen gegen Hitzestress
Die züchterischen Verbesserungen durch das SLICK-Gen ersetzen allerdings nicht die «Sommermassnahmen» zur Reduktion des Hitzestress, die jeder Betrieb durchführen sollte:
Beratungsartikel
Alle kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen, die man gegen den Hitzestress ergreifen sollte, sind ausserdem in diesem Beratungsartikel zusammengefasst: