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Woher kommt die Tomate?
Die Tomate (lateinischer Name solanum lycopersicum) hat eine lange Kulturgeschichte. Die rote Frucht wurde bereits 700 Jahre vor Christus auf dem Mittel- und südamerikanischen Kontinent angebaut. Bei den Hochkulturen der Inkas und Azteken waren die runden, prallen Früchte eine seit Jahrhunderten beliebte Kulturpflanze. Die Azteken nannten sie “xitomatl”, das bedeutet “anschwellen” und ist wohl auf die pralle Form der Tomate gemünzt. Vermutlich wurde der heutige Name Tomate, von den Spaniern leicht abgewandelt in die spanische Sprache übernommen.
Der berühmte Seefahrer und Entdecker Christoph Columbus brachte die Tomate 1498 aus Südamerika mit. Auch der spanische Eroberer Hernán Cortéz, der das Reich der Azteken im Jahr 1521 niederrang, soll einige Tomatenpflanzen mit nach Europa gebracht haben. Bis weit ins 18. Jahrhundert galt die Tomate in Europa, mit Ausnahme von Italien, wo sie bereits verzehrt wurde, noch als giftiges Aphrodisiakum, daher stammt auch ihre romantische Bezeichnung als Liebesapfel. Andere Namen sind Pomi d’oro (Goldapfel) oder pomi del Peru (peruanischer Apfel). Im Nachbarland Österreich kennt man die Tomate noch heute unter der Bezeichnung Paradiesapfel.
Im 16. Jahrhundert wird die Tomate erstmals in italienischen Kochbüchern erwähnt. Dort nennt man sie pomodoro und sie ist aus der italienischen Küche nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile werden Tomaten in vielen verschiedenen Sorten und Formen gezüchtet. Als Fleischtomate, Strauchtomate, Eiertomate, Kirschtomate, Rundtomate, etc. ist das beliebte Gemüse ganzjährig im Handel erhältlich. Millionen Menschen in der Schweiz und auf der ganzen Welt konsumieren Tomatensaft regelmäßig. Und das hat einen guten Grund. Tomatensaft ist nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund.
Warum ist Tomatensaft gesund?
Tomaten enthalten eine hohe Konzentration an Lycopin. Dieser, zu den Carotinoiden gehörende Wirkstoff, verleiht den Tomaten ihre leuchtend rote Farbe und gilt als antioxidativ. Der Stoff deaktiviert freie Radikale und schützt damit vor oxidativem Stress. Das ist eine besonders schädliche Stoffwechsellage im menschlichen Körper, bei der die Konzentration aggressiver Sauerstoffverbindungen wie z. B. Superoxid, Hyperoxid, Hydroxyl stark erhöht ist. Freie Radikale stehen im Ruf für Krankheiten wie Krebs, Parkinson sowie Gefässerkrankungen mitverantwortlich zu sein. Darüber hinaus soll das Lycopin im Tomatensaft den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen, sowie bei Erkältungen, Grippe und Verdauungsproblemen helfen. Dabei ist zu beachten, dass Lycopin erst durch Erhitzen der Tomaten im Verarbeitungsprozess freigesetzt wird. In rohen Tomaten ist wesentlich weniger Lycopin enthalten, als in einer Tomatensoße oder im Tomatensaft.
Bei regelmässigem Konsum wird dem Tomatensaft eine entgiftende, wasserausschwemmende, harntreibende und abführende Wirkung nachgesagt. Er soll außerdem die Folgen von Sonnenbrand lindern und sogar die Schönheit des weiblichen Geschlechts fördern. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Tomatensaft viele Vitamine und Nährstoffe enthält, die Nägel, Zähne und Haare der Frau gesund und schön erhalten. Gesundheit und Schönheit gehen ja bekanntlich Hand in Hand.
Welche Inhaltsstoffe enthält Tomatensaft?
Erstens ist Tomatensaft reich an Vitaminen. Er enthält pro 100 g:
- 14.800 µg an Vitamin C (Ascorbinsäure)
- 811 μg an Vitamin E (Alpha-Tocopherol)
- 540 μg an Vitamin A (Beta-Carotin)
- 56 μg an Vitamin B1 (Thiamin)
- 26 μg an Vitamin B2 (Riboflavin)
- 4 μg an Vitamin K (Phyllochinon)
Zweitens enthält Tomatensaft viele Mineralstoffe und Spurenelemente:
- 238 mg Kalium
- 206 mg Chlorid
- 16 mg Phosphor
- 15 mg Calcium
- 10 mg Magnesium
- 6 mg Schwefel
- 5 mg Natrium
- 560 µg Eisen
- 120 µg Kupfer
- 86 µg Zink
- 13 µg Fluorid
- 8 µg Mangan
Und das beste kommt zum Schluss. Tomatensaft wirkt sättigend, ist aber kalorienarm und lässt sich daher hervorragend in Diäten integrieren. Als alleiniger Diätbestandteil ist Tomatensaft allerdings nicht geeignet.
Wie wird Tomatensaft hergestellt?
Für die Herstellung von Tomatensaft werden in der Schweiz überwiegend Tomaten aus südeuropäischen Ländern verarbeitet. In der Schweiz wachsen Tomaten aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht in ausreichenden Mengen. Bei der industriellen Herstellung wird dem Tomatensaftkonzentrat während des Verarbeitungsprozesses vorher entzogenes Wasser wieder zugeführt. Diesem rückverdünnten Saft fügen einige Hersteller noch Salz, Zucker und andere Gewürze hinzu.
Tomatensaft selbst gemacht
Dazu benötigt man nur zwei Zutaten, nämlich 2 kg reife frische Tomaten sowie 1 EL Salz. Zunächst wird mit einem spitzen Messer der Strunk entfernt. Die Tomaten werden dann gewaschen und die Haut mit einem Messer kreuzförmig eingeritzt. Dann gibt man sie kurz in kochendes Wasser. Anschliessend werden die Tomaten gehäutet und klein geschnitten. Dann kommen die Tomaten zusammen mit dem Salz in einen Topf und werden ca. 3 Minuten gekocht. Die Tomatenstücke zerfallen und können mit einem Stabmixer musförmig püriert werden. Das Mus ist anschliessend noch mal 4 Minuten lang zu kochen. Der fertige Saft kann dann in sterilisierte oder ausgekochte Gläser gefüllt werden, die fest zu verschließen sind. So ist der Saft ca. 1 Jahr haltbar.
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