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Wenn die Vorhaut enger wird und weisse Stellen auftreten
Die Vorhaut ist ein natürlicher Bestandteil des männlichen äusseren Genitals. So schützt sie die Eichel und die Harnröhre vor Erregern und reizenden Substanzen. Ab und an kommt es jedoch vor, dass sich die Vorhaut auch bei Erwachsenen nicht über die Eichel schieben lässt.
Das kann verschiedene Gründe haben: Eine erworbene Phimose entsteht häufig nach lokalen Entzündungen oder bei dem Versuch, die zu enge Vorhaut gewaltsam zu weiten. Das verletzte Gewebe vernarbt und ist in der Folge weniger flexibel. Diabetiker tragen grundsätzlich ein erhöhtes
Risiko für Infektionen in der Geschlechtsregion. Dadurch sind sie besonders gefährdet, durch wiederkehrende entzündliche Prozesse der Vorhaut eine sekundäre Phimose zu erleiden.
Auch ein Lichen Sclerosus kann Verhärtungen der Vorhaut hervorrufen. Bei Lichen Sclerosus handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die multifaktoriell und teilweise auch genetisch bedingt ist. LS tritt familiär gehäuft auf, deshalb ist es wichtig, dass die Betroffenen in der Familie über die Krankheit sprechen, auch wenn dies Überwindung kostet.
Der Lichen Sclerosus betrifft üblicherweise zunächst die Vorhaut. Die erkrankten Hautstellen werden weiss, es können einzelne Stellen auftreten oder gruppenweise weissliche, harte Hautknoten entstehen. Diese können miteinander verschmelzen und an Narbengewebe erinnern. Beim Mann lässt sich aufgrund der Verhärtung (Sklerose) der Haut die Vorhaut nicht mehr, oder nur mit Mühe zurück schieben. Dadurch ist die Intimhygiene erschwert. Im Krankheitsverkauf kann auch die Eichel betroffen sein.
Infektionen unter der Vorhaut können dann eine dauerhafte Entzündung der Eichelhaut (Balanitis) auslösen. Die Haut reisst leicht ein, was zusätzlich schmerzhaft ist und den Geschlechtsverkehr behindert. Häufig bereitet bereits die Erektion an sich Schmerzen. Wird die Krankheit nicht therapiert, kann sich zudem die vernarbte Harnröhre verengen, so dass sich der Harnstrahl abgeschwächt oder kein Urin mehr austreten kann. Auch beim Wasserlassen können Schmerzen auftreten.
Der Lichen Sclerosus ist nicht ansteckend und nicht übertragbar, seine Ursachen sind bis heute nicht eindeutig bekannt. Viele Männer haben Hemmungen mit der Erkrankung zum Arzt zu gehen, sodass viele Patienten nicht oder leider erst spät erkannt werden. Lichen Sclerosus gilt zwar grundsätzlich als nicht heilbar, aber behandelbar. Bei Männern kann ein Fortschreiten der Krankheit bei adäquater Behandlung im besten Fall gestoppt werden. Hierzu ist es aber sehr wichtig, dass der betroffene Mann Kontakt mit einem Urologen oder einem Dermatologen aufnimmt, der sich mit Lichen Sclerosus auskennt. Erfahrungsgemäss haben aber einige Fachärzte insbesondere aufgrund des bei Männern eher seltenen Auftretens der Krankheit keine ausreichenden Kenntnisse von LS. Bei entsprechenden Symptomen sollte der Arzt deshalb proaktiv auf die Möglichkeit einer LS-Diagnose angesprochen werden. Ein zu langes Zuwarten kann sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken.