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Angesichts seiner FIFA-Sperre von 90 Tagen will Franz Beckenbauer auf eine Reise an die WM in Brasilien verzichten. «Die WM ist für mich gestrichen. Ich gehe davon aus, dass ich bei der FIFA nicht mehr willkommen bin», sagte Beckenbauer gegenüber der «Bild»-Zeitung.
Eine Reise nach Brasilien hätte für Beckenbauer so oder so nicht mehr viel Sinn gemacht. Alan Sullivan, stellvertretender Chef der FIFA-Ethik-Kommission, präzisierte die Strafe am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa wie folgt: «Franz Beckenbauer kann an keiner Fussball-Aktivität teilnehmen. Das schliesst andere Dinge ein, wie eine Einladung zum Besuch eines Fussballspiels oder den privaten Besuch einer jeglichen Partie.» Beckenbauer darf also nicht nur für drei Monate kein Amt im Fussball ausüben, sondern ist auch bei keiner Veranstaltung erwünscht. Ob sich der Bann auch auf seine Engagements als WM-Medien-Experte auswirken würde, war zunächst unklar.
Beckenbauer ist von der FIFA provisorisch für 90 Tage für jegliche Tätigkeit im Fussball gesperrt worden. Der 68-jährige Deutsche habe in einer Untersuchung der Ethikkommission nicht kooperiert, teilte die FIFA mit.
Die Sperre wurde auf Antrag von FIFA-Chefermittler Michael Garcia ausgesprochen und gilt ab sofort. Beckenbauer, der sowohl als Spieler (1974) als auch als Nationaltrainer (1990) Weltmeister wurde, sei wiederholt angefragt worden, persönlich oder schriftlich auf Englisch oder Deutsch Informationen zu liefern. Dabei interessierte sich die FIFA für sein Wahlverhalten bei der brisanten WM-Doppelvergabe 2018 an Russland und 2022 an Katar.
Die Sperre basiert auf Artikel 83, Absatz 1 des FIFA-Ethikreglements. Es könne davon ausgegangen werden, dass es zu einem Vergehen gegen das Ethikreglement gekommen sei, erklärte der Weltverband. Beckenbauer sei wiederholt angefragt worden, persönlich oder schriftlich auf Englisch oder Deutsch Informationen zu liefern.
Beckenbauer hatte vor kurzem erklärt, er sehe möglichen Untersuchungen durch die FIFA-Ethikkommission auch zu seinem Wahlverhalten bei der brisanten WM-Doppelvergabe 2018 und 2022 an Russland und Katar gelassen entgegen. (whr/si/qae)