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Geschichte
Gemeindename
Der Gemeindename kommt aus dem Germanischen. Answaltinga waren die Leute (germanische Familien oder Sippen), die nach ihrem Oberhaupt „Answalt“ genannt wurden. Um die Niederlassung der Answaltinga zu bezeichnen, sagte man bei den Leuten Answalt: „in Answaltingun“. Daraus entstand im 13. Jahrhundert die Bezeichnung Ansoltingen. Später, in Angeleichung an Amsel, das heutige Amsoldingen.
Geographie
Amsoldingen ist eine Gemeinde im Amtsbezirk Thun des Kantons Bern in der Schweiz. Das Dorf liegt am Ufer des Amsoldingersees und ist ca. 5 km von Thun entfernt. Amsoldingen liegt 644 Meter über Meer auf einer Moränenterrasse am Fusse des Stockhorns und umfasst eine Fläche von 471 Hektaren. Die Gemeinde wird im Osten durch das Glütschbachtal und im Westen durch das Stockental begrenzt. Ursprünglich war Amsoldingen eine römische Niederlassung, später ein weltliches Chorherren- und Kollegiatstift. Das Dorf grenzt an die Gemeinden Höfen, Thierachern, Uebeschi, Zwieselberg und Thun. Die Gemeinde liegt am Pilgerweg zwischen Santiago de Compostela und Konstanz am Bodensee. Auch ist Amsoldingen unter den „unverdorbenen Naturschönheiten“ bekannt. Weder Uferweekendhäuschen noch Fabriken oder gar Hochhäuser stören die idyllische Landschaft.
Wappen
Das Wappen stellt eine gotische Gurtschnalle aus Gold auf blauem Grund dar. Es war das Familienwappen der „von Amsolt“. Weil kein männlicher Nachwuchs geboren wurde, starb die Familie aus. Das Wappen wird seit 1955 als Gemeindewappen geführt.
Kirche Amsoldingen
Die Kirche Amsoldingen ist die reformierte Dorfkirche in Amsoldingen, Kanton Bern, Schweiz
Die der Legende nach von Rudolf II. von Burgund und Berta von Alamannien gegründete ottonische Basilika, die im Mittelalter dem Heiligen Mauritius geweiht war, gehört zu einer um das Jahr 1000 am Thunersee entstandenen Kirchengruppe, deren Baustil lombardische Einflüsse zeigt und wurde anstelle eines um 700 entstandenen Vorgängerbaus errichtet. Wie die Schlosskirche Spiez war sie ursprünglich eine querschifflose Pfeilerbasilika mit drei Apsiden und einem hochgelegenen Chor.
Ihr war ein weltliches Chorherrenstift angeschlossen, das bei der Eroberung des Berner Oberlandes durch die Zähringer im Jahre 1191 verwüstet und um 1200 wiederhergestellt wurde. Um 1400 wurde im gotischen Stil der Kirchturm errichtet. 1484 wurde das Chorherrenstift aufgehoben und dem Chorherrenstift des neu gebauten Berner Münsters angegliedert und 1501 wurde die Stiftskirche zur Pfarrkirche.
Kurz vor der Einführung der Reformation im Jahre 1528 wirkte als Pfarrer in Amsoldingen Johannes Haller, ein Mitstreiter Huldrych Zwinglis, musste aber 1525 wegen seiner Heirat Amsoldingen verlassen. Sein bekanntester Nachfolger war Samuel Lutz, ein Freund Nikolaus Ludwig von Zinzendorfs, der von 1726 bis 1738 in Amsoldingen lebte und den Ort zu einem Zentrum des Pietismus machte.
1812 baute Johann Jakob Weber die heutige Orgel. In der aus der Zeit um 1200 stammenden Krypta sind römische Spolien aus Aventicum und Allmendingen eingemauert. Sie diente bis 1876 bis u.a. als Pfarrhauskeller und Käselager. Die farbigen Chorfenster von Max Brunner (* 1910) symbolisieren Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Sehenswert sind auch eine Darstellung des Heiligen Christophorus an der Nordwand (um 1300), der mit einem Kranz von Tiermedaillons verzierte Taufstein aus dem 14. Jahrhundert, die Holzdecke von 1666 (mit Ornamenten von 1908) und der Abendmahlstisch von 1668. Die Aussenfassade der Apsis ist gegliedert durch Lisenen, Rundbogenfries und Nischenkranz.
1978 bis 1980 wurde die Kirche umfassend renoviert.