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Vor allem in den sozialen Medien kursieren jüngst Meldungen über die Equine infektiöse Anämie. In Deutschland wurde die Seuche in den letzten Jahren vereinzelt in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen nachgewiesen. Neben den Fällen in Deutschland und Rumänien ist im Juni 2017 auch ein Fall von EIA in der Schweiz aufgetaucht.
Wichtig zu wissen ist, gegen diese Infektion gibt es keine Impfung. Bei der meldepflichtigen Tierseuche handelt es sich um eine Virusinfektion, die Pferde, Esel, Maultiere und Maulesel befallen kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Die infektiöse Anämie gehört nach der Schweizer Tierseuchenverordnung Art. 3 zu den auszurottenden Krankheiten. Ausrotten bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Seuche so auszulöschen ist, dass weder kranke Tiere noch Tiere, die Träger des Seuchenerregers sind, zurückbleiben.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen schreibt: "Die Equine Infektiöse Anämie (EIA), auch ansteckende Blutarmut der Einhufer genannt, ist eine Viruserkrankung der Pferde. Je nach Verlaufsform der Krankheit sind die Symptome unterschiedlich:
Typisch für die akute, schwere Form sind hohes, immer wieder auftretendes oder schwankendes Fieber, ausgeprägte Muskelschwäche, Koordinationsstörungen, Zittern, gelblich oder rötlich verfärbte Maulschleimhaut. Plötzliche Todesfälle kommen gelegentlich vor.
Typisch für die chronische Form sind Abmagerung, Müdigkeit und Leistungsabfall. Ein Fieberschub nach Arbeitsleistung ist typisch. Die Tiere bleiben Träger des Virus, auch wenn keine Krankheitsanzeichen zu erkennen sind.Ansteckung und Verbreitung
Der Erreger ist ein Virus der Gattung Lentivirus. Er wird meist durch den Stich von Insekten übertragen (Mücken, Fliegen, Bremsen) oder durch engen, langandauernden, direkten Tierkontakt. Alle Ausscheidungen erkrankter Tiere sind ansteckend, auch der Samen befallener Hengste. Angesteckte Tiere können den Erreger lebenslang ausscheiden. Die Übertragung auf ungeborene Fohlen im Körper der Stute ist möglich, aber selten, ebenso die Übertragung über die Milch."
Empfehlenswert ist daher die Einhaltung folgender Hygienemassnahmen [2]:
- tägliches Misten
- regelmässiges Abäppeln der Weide
- Eindämmung der Insektenpopulation (Vermeidung von feuchten Wiesen, Biotope für Vögel schaffen)
- eigenes Sattelzeug und Bürsten für jedes Pferd (Hautabschürfungen/Absorbtionen)
- Desinfizierung von Ausrüstungsgegenständen – saure oder alkalische Mittel verwenden
- Insektenabwehrende Mittel (Repellentien) benutzen oder Bremsenfallen aufstellen
- auf Veranstaltungen direkten Kontakt mit anderen Pferden vermeiden
- Kontakt zu importierten Pferden aus gefährdeten Gebieten meiden
Quellen
[1] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen
[2] www.barnboox.de