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Jenseits von kulturellen Reminiszenzen war Sutter auch in politischen Kontexten immer wieder identitätsstiftend für die Schweiz. In der 1976 von der Pro Helvetia geplanten und organisierten Wanderausstellung «Swiss in American Life» zum 200-Jahr-Jubiläum der USA, nahm Sutter einen zentralen Platz ein.
In den 1980er-Jahren forderte die «New Western History» die bisherige Deutungshoheit der amerikanischen Geschichtswissenschaften über das frontier- und damit auch das Sutternarrativ heraus, indem sie die klassische Leseweise der «Wildwest»-Geschichte in Frage stellte: Interessiert war man nicht mehr an den weissen, meist männlichen Pionieren, welche die Helden innerhalb der amerikanischen Meistergeschichte schlechthin darstellten, sondern man fragte nach den durch die Westwanderung dezimierten indigenen Gesellschaften, den kaum erwähnten Frauen und den restlichen bis dato unsichtbaren Personen der Winning of the West-Story.
Was die Sutter-Erzählung angeht, wurde bekannt, dass er Hunderte indigene Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter hatte, die sein Gut nicht nur aufbauten, sondern auch unterhielten. Und, dass er mit indigenen Kinder handelte. Bemerkenswerterweise begann die Schweizer Exilgemeinde United Swiss Lodge of California (U.S.L.O.C.) aus Sacramento just in dem Moment, als die schillernde Fassade des Heldenmythos Risse erhielt, die Erinnerung an ihren Vorfahren zu festigen.