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Dass Stress unser Essverhalten beeinflusst ist bekannt, allerdings nicht wie wenig Stress bereits ausreicht!
Es genügt schon ein aufgebrachter Kunde oder ein anstrengendes Meeting und schon beeinflusst Stress unser Essverhalten und die zusätzliche Kalorienbombe nach dem Mittagessen.
Neuroökonomen der Universität Zürich zeigten in einer Studie, dass Stress das Gehirn dazu bringt, die Selbstkontrolle zu reduzieren, wenn es die Wahl hat. Dazu führten 29 Probanden einen Test durch, bei dem die Teilnehmer einer Behandlung mit moderatem Stress unterzogen wurden.
Im Anschluss wählten die Teilnehmer neben anderen Entscheidungen auch zwei Speisen aus. Eine Kontrollgruppe wurden die gleichen Fragen gestellt.
Die Probanden hatten die Wahl zwischen etwas Schmackhaften aber Ungesunden oder etwas Gesundem aber weniger schmackhaftem.
Interessant an der Studie ist, dass alle Teilnehmer einen gesunden Lebensstil führen und sportlich aktiv sind und somit auf eine gesunde Lebensweise achten.
Bevorzugen Gestresste Ungesundes?
Die Forscher fanden heraus, dass bei den gestressten Personen geschmackliche Attribute überwogen. Sie wählten mit grösserer Wahrscheinlichkeit eine ungesunde Speise aus als die nicht gestressten Teilnehmer.
Wie eine bildgebende, funktionelle Magnetresonanz-Tomographie (FMRT) zeigte, waren die Stressauswirkungen im Gehirn sichtbar. In verschiedenen Hirnregionen, die für die Selbstkontrolle wichtig sind (Mandelkern, Striatum und dorsolateraler und ventromedialer präfrontaler Kortex) wurden veränderte neuronale Verbindungsmuster der gestressten Probanden aufgezeigt. Allerdings spielte das Stresshormon Cortisol dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Zu welchen Ergebnissen kam die Studie?
Die Studie brachte mehr Erkenntnisse über die Interaktionen zwischen Selbstkontrolle und Stress im menschlichen Gehirn.
Stress wirkt sich über verschiedene Wege im Gehirn aus. Auch die Fähigkeit zur Selbstkontrolle ist auf mehrere Punkte im neuronalen Netz verteilt und dort für Störungen empfänglich.
Präzises Gleichgewicht
Für eine optimale Selbstkontrolle wird ein präzises Gleichgewicht benötigt. So kann Selbstkontrolle nicht einfach ein- oder ausgeschalten werden wie mit einem Schalter.
Wenn an Selbstkontrolle gedacht wird, dann lässt sie sich eher mit einem Regler vergleichen. Im Idealfall sollte die Stärke der Selbstkontrolle flexibel angepasst werden können. Lt. der Studie kann moderater Stress bereits die Selbstkontrolle beeinträchtigen.
Wenn berücksichtigt wird, dass moderate Stressoren häufiger als extreme Stress-Ereignisse auftreten und bei einem grösseren Teil der Bevölkerung die Selbstkontrolle beeinflussen, wird deutlich, warum Stress zu ungesunder Ernährung und Übergewicht führt.