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Ein Flug von New York nach St. Tropez, eine riesige Villa mit zehn Schlafzimmern, ein Fuhrpark, Goldschmuck, Seidenkleider, eine Yacht im Hafen – dass das insgesamt keine gute Umweltbilanz ergibt, ist unbestritten. Ein aktueller Oxfam-Bericht zeigt: das Leben von Reichen ist klimaschädlicher als das von armen.
Der extreme Konsum der Reichen und Superreichen beschleunigt nach Datenanalysen der Entwicklungsorganisation Oxfam die Erderwärmung in geradezu obszöner Weise. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung verursachte 2019 so viele klimaschädliche Treibhausgase wie die fünf Milliarden Menschen, die die ärmeren zwei Drittel ausmachen, wie es in einem am Montag veröffentlichten Oxfam-Bericht heisst.
Der Bericht «Climate Equality: A Planet for the 99 Percent» basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass der Ausstoss von Treibhausgasen mit dem privaten Einkommen und Vermögen steigt. Ursache sind unter anderem häufigere Flugreisen, grössere Häuser sowie insgesamt mehr klimaschädlicher Konsum – im Extremfall in Form von Luxusvillen, Megajachten und Privatjets.
«Durch ihren extremen Konsum befeuern die Reichen und Superreichen die Klimakrise, die mit Hitzewellen, Dürren oder Überschwemmungen die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen bedroht, insbesondere in den einkommensschwachen Ländern des Globalen Südens», erläutert Oxfam-Referent Manuel Schmitt die Ergebnisse des Berichts.
Diese Ergebnisse zeigen die Auswirkungen besonders deutlich:
Zum reichsten Prozent der Weltbevölkerung gehörten im Jahr 2019 Menschen mit einem Jahreseinkommen von über 140'000 US-Dollar (124'000 Franken). Das reichste Prozent der Schweizer Bevölkerung erzielt ein Jahreseinkommen von über 365'000 Dollar (323'000 Franken).
Der konsumorientierte Lifestyle der Reichen und Superreichen verursacht etwa 105 Tonnen CO2 pro Jahr, während die Ärmsten nur rund drei Tonnen CO2 emittieren. Ein Milliardär ist so klimaschädlich wie eine Million Menschen, so Oxfam. Deshalb fordern zahlreiche Forscher, unter anderem auch der französische Ökonom Thomas Piketty schon seit langem, dass nicht die Staaten, sondern die Menschen die Rechnung für ihren CO2-Ausstoss bezahlen sollen.
Aus dem Fortschrittsbericht der Vereinten Nation aus Mai 2023 geht hervor, dass die Welt am Rande einer Klimakatastrophe stehe und die derzeitigen Massnahmen und Pläne zur Bewältigung der Krise unzureichend seien. Modellrechnungen zeigen, dass das 1.5-Grad-Ziel mit der heutigen Nutzung fossiler Energieträger nicht mehr erreicht werden kann. Damit sind die Lebenschancen von mehr als drei Milliarden Menschen in Gefahr.
Weltweit wird mehr Geld für die internationale Klimafinanzierung benötigt. Oxfam fordert deshalb Steuern auf klimaschädliche Konzerne und die Vermögen und Einkommen der Superreichen. Das würde den finanziellen Spielraum für die Transformation hin zu den Erneuerbaren Energien erheblich vergrössern und die Bewältigung von Klimafolgeschäden verbessern.
Auch das gegenwärtige Wirtschaftssystem, die Fixierung auf Gewinnstreben sowie die Ausbeutung natürlicher Ressourcen müssten auf den Prüfstand, so Oxfam. Basis für den Bericht sind die Zahlen des Stockholm Environment Institute, das sich auf Daten des Global Carbon Atlas, der World Inequality Database, den Penn World Tables zum Einkommen (PWT) sowie Zahlen der Weltbank stützt.
Vielleicht in den Sommerferien. In einer in der Sonne leidenden Altstadt, sagen wir mal in Neapel. Neben seit Wochen ungeleerten Containern. Dort, wo schon so einige Schweizer ihre romantisierten Vorstellungen von Dolce far niente in die Tonne kloppten. Vielleicht dort ist eine verstopfte Nase etwas Gutes.