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Das «Stabat mater dolorosa» ist ein mittelalterliches Gedicht in lateinischer Sprache, das Marias Trauer nach dem Tod ihres Sohnes Jesus zum Thema hat. Es wird unterschiedlichen Autoren zugeschrieben und wurde vielfach vertont.
Als Dvořák sein grosses Werk für Solostimmen, Chor und Orchester 1877 fertigstellte, war er selbst in höchstem Masse leidgeprüft. Innerhalb kurzer Zeit hatte das Ehepaar Dvořák seine drei Kinder verloren: Eine Tochter war 1875 kurz nach der Geburt gestorben, später verloren die Eltern im gleichen Jahr ihre zweite Tochter und den dreijährigen Sohn. – So muss Dvořák beim Komponieren seines Werks zutiefst vertraut gewesen sein mit dem Schmerz und der Trauer von Eltern nach dem Verlust von Kindern.
Dvořáks Stabat Mater ist reich
orchestriert und mit vier Solisten und Chor angelegt. Mit seiner gut
neunzigminütigen Aufführungsdauer zählt das Werk zu den umfangreichsten
Vertonungen des Textes.
Den Molltonarten im ersten Teil, die überwiegend Marias Schmerz und die Dramatik des ganzen Geschehens zum Ausdruck bringen, stellt Dvořák im zweiten Teil vermehrt Durtonarten gegenüber, die die Hoffnung auf Trost im Glauben spiegeln. Das Werk endet mit einer ausgedehnten Amen-Fuge und klingt in ruhig-verklärtem D-Dur aus.
Quellen: SRF2; David Renke, backtrack