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Bisphenol A (BPA) hat eine hormonartige Wirkung. Wenn der Stoff in ausreichenden Konzentrationen in den menschlichen oder tierischen Körper gelangt, kann er das Hormonsytem verändern, die Fortpflanzung beeinträchtigen und die embryonale Entwicklung stören. In diesem Post gehen wir den Fragen nach der Wirkung von BPA auf Mensch und Umwelt und wie die Chemikalie überhaupt vom menschlichen bzw tierischen Körper aufgenommen werden kann, nach.
Der Mensch nimmt BPA vor allem über Lebensmittel auf. In der Innenbeschichtung von Kondervendosen beispielsweise kann BPA enthalten sein. Von dort kann der Stoff dann in die Nahrung gelangen. Über die Nahrung oder die Haut kann BPA in den menschlichen Körper eindringen. In Polykarbonat-Gefässen (z.B. bruchsichere Babyflaschen) kann sich BPA durch heisses Wasser oder Waschmittelreste lösen. Der Kunststoff zersetzt sich mit der Zeit und setzt BPA frei. Menschen die intensiv medizinisch behandelt werden sind BPA stärker ausgesetzt als die Allgemeinbevölkerung.
Untersuchungen zeigen, dass BPA die Wirkung weiblicher Sexualhormone verstärkt und die der männlichen hemmt. Beim Menschen wird die östrogenartige Wirkung nur vom freien, nicht metabolisierten (verstoffwechselten) Stoff ausgelöst. BPA wird zwar schnell und teilweise schon im Darm metabolisiert, kann aber in menschlichen Geweben wie Hoden oder Plazenta als wirksame Form wieder freigesetzt werden.
BPA gelangt auch in den Wasserkreislauf und somit in den Körper von Wasserorganismen. In vielen Gewässern wurde BPA nachgewiesen. Die Chemikalie kommt vor allem aus Kläranlagen der Unternehmen, die den Stoff produzieren und verarbeiten. Auch bei Tieren (z.B. Fische und Vögel) führt die hormonelle Wirkung von BPA zu Schädigungen. Studien der amerikanischen Umweltbehörde EPA zeigen, dass BPA zu einer Fehlbildung der Fortpflanzungsorgane führen kann.
Studien mit Nager zeigen, dass keine nachteiligen Effekte unterhalb der Dosis von 5 Milligramm (mg) pro Tag und kg Körpergewicht festgestellt wurden. Aufgrund dieser Resultate geht die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA davon aus, dass BPA keine gesundheitlichen Risiken in sich birgt. Die tägliche Aufnahme des Menschen bleibe unter dem definierten Grenzwert von 50µg/kg und Tag. Wie wir in dem früheren Post über den Grenzwert erfahren haben, gibt es allerdings auch Studien, die genau das Gegenteil beweisen, nämlich dass bereits bei niedrigen Konzentrationen negative Effekte auf die Sexualität sowie einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen nachgewiesen wurden. Ausserdem gibt es Hinweise darauf, dass die Chemikalie die Entwicklung geistiger Fähigkeiten und des Verhaltens beeinträchtigen kann und Aggressivität fördert und Lernen hemmt.
Die EU bewertet das Risiko für die Umwelt ebenfalls als vertretbar. Studien liefern aber Anhaltspunkte dafür, dass dieses Risiko möglicherweise bisher unterschätzt wurde.
Die kontroverse Diskussion erschwert die Suche nach richtigen Lösungen. Das Umweltbundesamt empfielt, den Gehalt von BPA in Produkten weiter zu begrenzen und rät den Herstellern, Importeuren und Verwendern von BPA gesundheits-und umweltfreundlichere Alternativen zu verwenden. Der vorsorgliche Schutz ist bei dieser Diskussion sicher die vernünftigste Lösung.
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