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Es war sein erster Auftritt am Giro d'Italia, und er gehörte zu den grossen Favoriten: Alex Zülle, zweifacher Vuelta-Sieger, war frisch zum französischen Team Festina gewechselt und mit grossen Ambitionen in die Italien-Rundfahrt gestartet.
Der damals 30-Jährige wirkte in der ersten Hälfte unantastbar, gewann 3 Etappen und trug die Maglia Rosa mit Unterbrechungen insgesamt 12 Etappen lang. Doch dann folgte die letzte Bergankunft auf dem 18. Teilstück.
Wenn man Cortison nimmt, frisst das die Muskeln auf. Das war der Grund für den Einbruch.
Auf dem 243 Kilometer langen Weg zum Plan di Montecampione brach Zülle völlig ein und büsste über eine halbe Stunde auf seinen direkten Konkurrenten Marco Pantani ein. Am Ende reichte es dem St. Galler nur zu Schlussrang 14.
Mit Cortison gespielt
Diese extremen Leistungsschwankungen wurden vom damaligen Betreuer Willy Voet auf den Missbrauch von Cortison zurückgeführt: «Zülle hatte enorm viel davon genommen. Wenn man Cortison nimmt, frisst das die Muskeln auf», so Voet im Blog von Autor Thomas Hämmerli.
Wenige Monate später sollte dann an der Tour de France der Festina-Skandal die Radwelt erschüttern.