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In Venezuela ist der Vorsitzende des von der Opposition dominierten Parlaments festgenommen worden. Parlamentspräsident Juan Guiadó wurde nach Angaben seiner Frau und von Parlamentsmitgliedern am Sonntag von Mitarbeitern des Geheimdienstes abgeführt.
Er war auf dem Weg zu einer Versammlung ausserhalb der Hauptstadt Caracas. Zuvor hatte das Parlament für den 23. Januar zu Massenprotesten gegen den umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro aufgerufen.
«Ein Sebin-Kommando hat heute den Präsidenten der Nationalversammlung gefasst und wir kennen seinen Aufenthaltsort nicht», wurde am Sonntag auf dem Twitterkanal von Guaidó mitgeteilt.
Nach Maduros umstrittenem Amtsantritt hatte der Parlamentspräsident den Staatschef offen herausgefordert. Am Freitag kündigte er an, die Präsidentschaft vorübergehend zu übernehmen und Neuwahlen anzuberaumen. Er berief sich auf die Verfassung des südamerikanischen Landes und bat die Bevölkerung und die Streitkräfte um Unterstützung.
Trotz Protesten im In- und Ausland hatte sich Maduro am Donnerstag für eine zweite Amtszeit vereidigen lassen. Zahlreiche Staaten, internationale Organisationen und die venezolanische Opposition bezeichneten seine Wiederwahl vom vergangenen Jahr als undemokratisch.
Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erkennt Maduro nicht als legitimen Präsidenten an. Die USA und die EU forderten den Staatschef zur Rückkehr zur Demokratie auf.