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Im Thurgau werden die Impfzentren von der Hirslanden-Gruppe betrieben. Rupert ist über ein Firmengeflecht mitbeteiligt an der Hirslanden-Gruppe.
Johann Rupert habe weder einen Wohnsitz im Kanton Thurgau, noch erfülle er beim Alter die Kriterien für eine Impfung gegen das Coronavirus in dieser ersten Phase. Trotzdem habe er sich vor dem offiziellen Start der Impfkampagne in Frauenfeld impfen lassen können, heisst es in den Online-Ausgaben der Tamedia-Zeitungen vom Donnerstag.
Der Hintergrund: Rupert sei Mehrheitsbesitzer des Luxuskonzerns Richemont und über ein Firmengeflecht beteiligt an der Hirslanden-Gruppe, die im Thurgau die Impfzentren betreibe.
Auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte ein Hirslanden-Sprecher, dass Rupert in Frauenfeld geimpft worden sei. Es habe sich um eine Testimpfung gehandelt. Rupert gehöre zur Risikogruppe und erfülle damit die Kriterien.
In Ausstand getreten
Am 13. Januar hatte der Kanton Thurgau über die Zusammenarbeit mit Hirslanden für den Betrieb der Impfzentren informiert. Deren Gesamtpaket habe nach einem mehrstufigen Evaluationsprozess im Vergleich zu den Mitbewerbern am meisten überzeugt, hiess es dazu.
Der Thurgauer Gesundheitsdirektor Urs Martin (SVP) war vor seiner Wahl im März 2020 für die Hirslanden-Gruppe tätig gewesen. Auf Anfrage erklärte er, er sei deswegen beim Entscheid über die Vergabe der Impfungen in den Ausstand getreten.
Die Hirslanden-Gruppe habe die Erlaubnis des Kantons erhalten, fünf bis zehn Impfungen an Testpersonen vorzunehmen, um die Handhabung des komplexen Impfstoffs zu erproben. In die Auswahl der Testpersonen sei er nicht involviert gewesen, so Martin.