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Wir wissen, Bienen sind wichtig — und bedroht. Seit 1985 ist ihre Zahl um 25% zurückgegangen. Dabei gibt es noch vergleichsweise viele Imker in der Schweiz. Insgesamt halten 17'500 Imkerinnen und Imker ca. 165'000 Bienenvölker. Einer davon, Marc Latzel, hat eine besondere Zucht fotografisch dokumentiert.
Im bernischen Kiental hat Peter Linder eine Carnica Belegstationexterner Link eingerichtet. Hier züchtet er durch sorgfältige Selektion und allenfalls künstliche Befruchtung reinrassige Carnica-Könniginnenexterner Link. Diesen Vorgang hat der Fotograf und Imker Latzel fotografisch verfolgt.Bildergalerie über das Züchten von Bienenköniginnen
Die abgelegenen Schweizer Bergtäler eignen sich bestens für den Zuchtbetrieb, denn nur durch diese geografische Eigenheit kann sichergestellt werden, dass sich die Bienenrassen nicht vermischen und reinrassige Königinnen entstehen können. Von weither reisen die Imker an, um dort ihre Königinnen begatten zu lassen.
Ein Bienenvolk besteht aus Arbeiterbienen, Drohnen und einer einzigen Königin. Dem Kommando der Stockmutter folgen je nach Jahreszeit zwischen 5'000 und 40'000 Tiere. Sie unterscheidet sich nur gering von den Arbeiterinnen, sie ist lediglich etwas grösser und länger.
Ohne die Königin läuft bei den Bienen gar nichts. Die Mutter aller Bienen ist eine wahre Eierlegemaschine. Ihre Gene, und die der sie begattenden Drohnen, bestimmen das Verhalten ihres Volkes: ist es sanftmütig oder aggressiv, produktiv oder nicht, ist es robust oder krankheitsanfällig.
Eine Bienenkönigin wird zwischen zwei und fünf Jahre alt. Sie regiert ihren Staat mittels Pheromonen, den Duftstoffen, die sie abgibt. So weiss jede Biene zu welchem Stock sie gehört und welcher Aufgabe sie nachgehen muss. Pheromone steuern und fördern auch den Geschlechtstrieb der Drohnen.
Im Sommer geborene Arbeiterbienen schuften ihr ganzes, nur gerade sechs bis achtwöchiges Leben lang. Zuerst ist eine Arbeiterin zuständig für die Reinigung des Stocks, dann für die Fütterung der Larven und der Königin und anschliessend für den Bau neuer Waben.
Danach wird die Biene als Wächterin für die Verteidigung des Bienenstocks eingesetzt, und schliesslich verbringt sie ihr restliches Leben als Sammlerin von Nektar, Pollen und Wasser und wird erst damit eine eigentliche Honigproduzentin. Erschöpft stirbt sie meist irgendwo ausserhalb des Bienenstocks, so wie täglich mehr als tausend andere Tiere ihres Volks.
Am 20 Mai findet der Weltbienentag statt.