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Am 21. März 1973 wurde der Dorfverein gegründet. Die Vorarbeiten dazu leisteten Eugen Krebs, Walter Maurer und Bruno Bagutti, der dann auch erster DV-Präsident wurde. Dem Vorstand gehörten weiter Annette Tromp, Martha Bailleux, Claude Desalmand, Walter Maurer und Paul Moser an. Im Artikel 1 der Statuten steht: „Der Dorfverein soll in erster Linie das Gemeinschaftsgefühl stärken. … Der Vorstand setzt sich zum Ziel, mit Veranstaltungen aller Art dies zu erreichen und vor allem zu informieren.“ Als erstes wurde ein regelmässig erscheinendes Informationsblatt geschaffen, das seit 1976 als „Chäsitzer“ alle zwei Monate erscheint.
Zu den erfolgreichen Projekten gehören die Kinderartikelbörse, der Wiehnachtsmärit (entstanden aus den Hobbyausstellungen), die Jassmeisterschaft und das Malatelier für Kinder. Ein grosses Projekt war auch die Dorfbibliothek. Für deren Start wurden dem Verein die Bücher der Arbeiterbibliothek vermacht. Eine Gruppe Freiwilliger arbeitete die Bücher auf. Dank Spenden von Privaten und Buchhandlungen konnte 1977 die erste Bibliothek im Untergeschoss des Ökumenischen Zentrums eingerichtet werden. Heute befindet sie sich im Blumenhof und wird von der Gemeinde betrieben.
Mit „Chäsitz üses Dorf“ realisierte der Dorfverein 1976 eine Broschüre für Eingesessene und Neuzuzüger. Eine Redaktionsgruppe bemühte sich um Beiträge zu Geschichte, Entwicklung und Angeboten in der Gemeinde. 1980 und 1985 erschienen die 2. und die 3. vollständig neu bearbeiteten und erweiterten Auflage.
Auf nur geringes Interesse stiessen andere kulturelle Anlässe. So waren bei den klassischen Konzerten des Orchestre de Chambre Romand de Berne jeweils mehr Akteure auf der Bühne als Zuhörer im Saal. Auch die Anlässe mit Troubadour Markus Traber oder dem Humoristen Peach Weber, ein volkstümlicher Abend oder ein zweiter Märit im Frühling zeitigten nur geringe Besucherzahlen.
Der grösste Erfolg aber ist, dass der Verein seit 1973 besteht und seine Mitgliederzahl von 53 auf knapp 300
(Stand 31. Dez. 2012) angewachsen ist. Dies ist nur möglich, weil sich immer wieder Freiwillige zur Mitarbeit zur Verfügung stellen.
Anfang
Um das in den Statuten festgelegte Gemeinschaftsgefühl zu stärken, schuf der Dorfverein die „Kehrsatzer Informationen“. Gestartet wurde 1973 mit einem doppelseitig bedruckten und gefalteten A4-Blatt. 1976 entstand daraus der Chäsitzer, der alle zwei Monate kostenlos in die Kehrsatzer Haushaltungen verteilt wurde. Von Anfang an konnte das Dorfmagazin von Gemeinderat, Kommissionen, Schulen, Kirchen, Vereinen und Privatpersonen als Mitteilungsblatt für ihre Anliegen genutzt werden.
Bis Ende 1975 gab es eine Redaktionskommission, bestehend aus Bruno Bagutti, Dr. Claude Desalmand und Walter Maurer. Von 1976 bis 1983 war dann Walter Maurer (… 2010) als alleiniger Redaktor verantwortlich. Nach einem kurzen Zwischenspiel von Hans Werz zeichnete ab 1985 Arnd Eschenbacher als Redaktor. Was als Überbrückung und Provisorium begonnen hatte, dauerte schliesslich 21 Jahre. 2006 ging die Redaktionsarbeit an Margrit Sieber über, und 2012 kam Gitta Bellmann als Mit-Redaktorin dazu.
In dieser langen Zeit änderte sich auf der Chäsitzer-Redaktion viel, vor allem auch auf technischem Gebiet. Der Computer
hielt Einzug und erleichterte viele Abläufe, gleichzeitig stiegen aber auch die Ansprüche an die Professionalität der Redaktion.
Dadurch stösst diese Form der Freiwilligenarbeit immer wieder an ihre Grenzen.
In seinem 41. Jahrgang hat der Chäsitzer einen neuen frischen Auftritt erhalten – eine gute Voraussetzung dafür, dass er auch weiterhin regelmässig sechs Mal pro Jahr mit wichtigen, wissenswerten und interessanten Informationen in alle Haushalte verteilt werden kann.
Anfang
1978 veranstaltete der Dorfverein zum ersten Male eine Jassmeisterschaft. Etwa 40 Männer und Frauen trafen sich dazu im „Sääli“
des alten Restaurants „Rössli“. Der „Schieber“ wurde nach dem „k.o.“-Prinzip gespielt, d.h., wer verloren hatte, schied aus.
Eine wenig befriedigende Spielform, ging doch für die meisten das Turnier viel zu schnell zu Ende. Für das dritte Turnier wurde
dann der noch heute gültige Spielmodus eingeführt: 8 Runden zu je 8 Spielen und neue Auslosung der Spielgegner nach jeder Runde.
Damit konnten alle von Anfang bis zum Ende dabei sein und Punkte sammeln.
Bereits bei der 3. Jassmeisterschaft war das „Rössli-Sääli“ zu klein. Man wich mit den 30 Teilnehmerpaaren ins Schlössli aus. Die Teilnehmerzahlen sprengten aber auch diese Platzverhältnisse, und 1985 zügelte die Jassmeisterschaft in die Aula Selhofen. Als sich im Spitzenjahr 212 Jasserinnen und Jasser eingeschrieben hatten, wurde es sogar hier eng. Man machte sich sogar Gedanken über ein Zelt auf der Landebahn des Flughafens.
Anfänglich erfolgte die Auswertung von Hand. Mit den steigenden Teilnehmerzahlen wurden die Listen – und damit auch die Rechenpausen – immer länger. Das tat aber der guten Stimmung keinen Abbruch. Mit Hilfe der Computertechnik konnte die Auswertung beschleunigt und mit ausgedruckten Zwischenresultaten attraktiv gestaltet werden.
Die entspannte Atmosphäre ist ein Merkmal dieser Jassmeisterschaft: Das Turnier ist kein verbissenes Kampfspiel, sondern ein amüsanter Plauschabend. Dazu trägt auch der traditionelle Gabentempel bei. Jede und jeder, vom ersten bis zum letzten Ranglistenplatz, ist ein Sieger und geht mit einem Preis nach Hause. Der Gabentisch wird dank grosszügigen Sponsoren von Jahr zu Jahr reicher. Ein für die Stimmung wichtiger Aspekt ist auch die Bewirtung der Jasserinnen und Jasser durch ein Freiwilligen-Team des Dorfvereins. Der Hit ist und bleibt Paul Brunners sensationelle Gulaschsuppe. Die Chäsitzer Jassmeisterschaft Ende Januar ist ein in der Region beliebtes Ereignis, für das es das ganze Jahr zu trainieren gilt.