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Der legendäre Birdsville Track ist einer der ganz bekannten 4WD Strecken durch das Australische Outback. Jeder 4WD Fan in Australien muss diesen Track mindestens einmal in seinem Leben gefahren sein. Es ist nicht einer der schwierigen Tracks, aber einzelne Abschnitte der Strecke können etwas rau sein und du fährst durch sehr abgelegenes Wüstengebiet.
Der Birdsville Track wurde 1870 als Route für die Viehtreiber etabliert. Fast ein Jahrhundert wurde die Route von den Viehtreibern benutzt um die Viehherden von Birdsville zur Bahnstation in Maree zu treiben. Das Gebiet nördlich gilt als eines der besten Gebiete um die Vieherden zu mästen. Von der Bahnstation in Maree wurden die Rinder dann per Bahn in die Schlachthöfe in Adelaide und Melbourne transportiert.
Die Viehtreiber mit ihren Herden brauchten Wasser. So wurden in regelmässigen Abständen Bohrlöcher angelegt und damit das Artesische Becken angezapft. Die Viehtreiber und deren Familien begannen sich entlang des Birdsville Tracks niederzulassen. Afghanische Kameltreiber begannen mit ihren Kamelkarawanen die Familien entlang des Tracks mit Vorräten zu beliefern. Mehr und mehr Familien siedelten sich entlang des Tracks an und ein Postdienst wurde aufgebaut. Ein Mann namens Tom Kruse nahm die Strapazen auf sich und begann regelmässig den Birdsville Track entlang zu fahren, um die Post zu an die Familien zu verteilen.
Die Viehtreiber und die Afghanischen Kameltreiber sind längst verschwunden. Lange Road Trains transportieren heute auf Highways die Rinder. Der Birdsville Track wird heute hauptsächlich von ein paar Einheimischen und 4WD Fans genutzt. Natürlich mussten auch wir diesen Track fahren und das Australische Outback hautnah erleben.
Trip Info zum Birdsville Track
- Distanz (Birdsville – Maree): 520 Kilometer
- Dauer: Reine Fahrzeit 8 – 10 Stunden, wir empfehlen 2 – 3 Tage
- Jahreszeit: April bis November (im Australischen Sommer ist es zu heiss)
- Streckenart: Unbefestigte, zweispurige Strasse, 4WD empfohlen
- Strassenzustand: einige Wasserläufe sind etwas rau mit Steinen, der Track kann bei nassem Wetter unpassierbar sein und gesperrt werden, vor Abfahrt beim Visitor Information Center oder dem “Department of Planning, Transport and Infrastructure” auf www.dpti.sa.gov.au/OutbackRoads nachfragen.
- Bewilligungen: Keine Bewilligungen notwendig
Streckenbeschreibung
Birdsville (Start)
Birdsville ist bekannt für die Abgeschiedenheit und das historische Hotel. Der Ort liegt zwischen den Sanddünen der Simpson Desert und der Gibber Plaines der Surts Stony Desert (Steinwüste). Es ist der Outbackort schlechthin und sehr weit von allem entfernt. Die Küste ist über 1000 Kilometer weit weg
Das Gebiet um Birdsville wurde um 1845 das erste Mal von Sturt erkundet. In den frühen 1870er Jahren hat Matthew Flynn das erste Versorgungsdepot mit dem Namen Diamantina Crossing eingerichtet. Später, in den 1890ern wurde der Ort in Birdsville umbenannt und es entstand ein wichtiges Versorgungszentrum für die Farmer mit über 270 Einwohnern.
Heute liegt die Einwohnerzahl um die 115 und die Strassen im Ort sind sogar geteert. Birdsville ist immer noch ein wichtiges Versorgungspunkt aber heute prägen Touristen und 4WD Fans das Erscheinungsbild des Ortes. Treibstoff, Reifenreparaturen und die nötigsten Lebensmittel sind erhältlich.
Das Birdsville Hotel ist eines der klassischen, historischen Outback Hotels Australiens. Es wurde 1884 erbaut und bietet auch heute noch Unterkunft, Verpflegung und vor allem eiskaltes Bier an. Die Birdsville Bakery bietet Snacks und Brot an. Ausserdem ist es eine der wenigen Bäckereien, die auch eine Lizenz für Alkoholausschank besitzt. Wenn du hungrig bist kannst du hier eine Känguru oder Kamel Pastete versuchen.
Wir haben auf einem Spaziergang durch Birdsville das alte Krankenhaus besichtigt. Das Old Birdsville Hospital Historic Display vermittelt einen Einblick in die herausfordernde Aufgabe im Outback die Medizinische Versorgung sicher zu stellen.
Geniesse einen Sonnenuntergang am Pelican Point in der Mitte des grossen Wasserloches und beobachte dabei die artenreiche Vogelwelt.
Du kannst in einem Hotelzimmer der Birdsville Hotels übernachten, auf dem Campingplatz mit Dusche und Toiletten campieren oder gratis entlang des Diamantina Flusses am Eingang des Ortes campieren.
Denke daran, dass jedes Jahr am ersten Samstag im September die Birdsville Races durchgeführt werden. Wenn du planst zu dieser Zeit in Birdsville zu sein, dann mach dich auf einen zünftigen Rummel gefasst. Zu den Pferderennen kommen jeweils über 5000 Besucher und der kleine Ort wird in Ausnahmezustand versetzt.
Walkers Crossing – Public Access Road (122km)
Auf der rechten Seite des Birdsville Tracks zweigt die Strasse Walkers Crossing PAR ab. Dieser Track führt in südliche Richtung bis nach Innamincka. Dieser Track ist ausschliesslich für 4WD Fahrzeuge zugänglich. Der Track kann wegen Sand oder Überflutung geschlossen sein. Die Strecke bis nach Innamincka beträgt mehr als 200 Kilometer und nach etwa 100 Kilometer muss der Cooper Creeck überquert werden. Dieser Wasserlauf kann sehr tief und steil sein und es kann sein, dass er nicht durchquerbar ist. Erkunde dich unbedingt vor der Fahrt über den Strassenzustand, falls Du planst diese Streck in Angriff zu nehmen.
Inside Track (181km)
Auf der linken Seite des Birdsville Tracks zweigt der Inside Track ab. Dieser Track ist ausschliesslich für 4WD Fahrzeuge zugänglich. Der Track ist sehr oft geschlossen wegen Niederschlägen und Überflutungen des Diamantina Flusses
Warburton Crossing – Public Access Route (206km)
Auf der linken Seite des Birdsville Tracks zweigt der Warburton Track ab. Dieser Track führt über Warburton Crossing durch die Simpson Desert und über den K1 Track nach Poeppel Corner oder über die Rig Road zur French Line. Dieser Track ist ausschliesslich für 4WD Fahrzeuge zugänglich. Dieser Track sollte nur bei sehr guter Vorbereitung angetreten werden. Du benötigst einen South Australia Desert Parks Pass, wenn du durch die Simpson Desert fahren und dort campieren willst.
Mirra Mitta Bore (279km)
Das Mirra Mitta Bohrloch wurde 1901 gebort und ist 1076 Meter tief. Das Wasser, das aus dem Artesischen Becken an die Oberfläche gelangt, ist heiss und die Wassermenge wird durch ein Ventil kontrolliert.
Mungerannie Hotel (315km)
Dieser Stopp liegt etwa in der Hälfte des Birdsville Tracks. Das Hotel und Roadhouse bietet die nötigsten Dinge wie Treibstoff, Reifenreparatur, Lebensmittel und Unterkunft an. Du kannst zwischen Buschcamping und einfachen Zimmern im Hotel wählen. Du solltest auf keinen Fall verpassen ein Bad im heissen Wasser aus dem Artesischen Becken zu nehmen und den Artenreichtum im Feuchtgebiet des Derwent Flusses zu beobachten.
Mulka Ruinen (357km)
Diese Ruinen sind ein typisches Beispiel für das harte Leben, welche die frühen Einwanderer meistern mussten. 1885 hat die Familie Cobie begonnen auf diesem Land eine Farm aufzubauen. Unter einem einsamen Baum ist immer noch das Grab der Tochter Edith Adeline zu sehen.
Die Familie hat das Land verkauft und George und Mabel Aiston haben es übernommen. Sie haben das Land mit 1000 Rindern und 300 Ziegen bewirtschaftet. Ausserdem haben die beiden einen kleinen Laden für die Versorgung der Viehtreiber und anderen Benutzern des Birdsville Tracks geführt. In den späten 1920er Jahren hat eine extreme Dürre eingesetzt und das Gebiet für die nächsten Jahre in seinen Würgegriff genommen. Mulka Station hat viele Tiere verloren und es wurde immer schwieriger das Land zu bewirtschaften. Die ersten Farmer in der Umgebung haben ihr Land verlassen und sind weggezogen. 1943 ist George gestorben und trotzdem hat Mabel den kleinen Laden noch zehn Jahre weitergeführt.
In der Zwischenzeit ist nicht mehr viel von den Ruinen erhalten geblieben, aber das einsame Grab unter dem Baum inmitten der Wüste befindet sich noch in einwandfreiem Zustand.
Cooper Creek floodway (383km)
Cooper Creek ist eine weiterer guter Platz für eine Pause. Sei vorsichtig beim überqueren des Schwemmgebietes des Cooper Creeks. Scharfkantige Steine liegen auf dem Track und er kann etwas rau zu befahren sein. Wenn der Cooper Creek Wasser führt und der Track überflutet ist, musst du die Umfahrungsstrasse nehmen. An dieser Umfahrungsstrasse gibt es eine Fähre, welche während des Tages über dem Fluss verkehrt. Bei Kilometer 388 steht ein Monument mit der Barke, welche durch Dalgety & Co Ltd während der Überflutung im Jahre 1949 zur Verfügung gestellt wurde um Nachschub über den Cooper Creek zu transportieren.
Dulkaninna Wetlands (439km)
Das Wasser aus dem Bohrloch, das vom Artesischen Becken anzapft wird, hat diese schöne Oase inmitten der Wüste entstehen lassen. Dies ist ein guter Stopp um Vögel zu beobachten.
Clayton Creek (470km)
Dies ist ein guter Platz zum Campen. Du kannst zwischen Buschcamping und Unterkünften auf der Clayton Station wählen. Das Buschcamp hat Toiletten, Duschen und sogar einen kleinen Pool mit heissem Wasser aus dem Artesischen Becken. Vergiss nicht dir das Feuchtgebiet mit der schönen Vogelwelt anzuschauen
Lake Harry Homestead Ruinen (491km)
An diesem Ort wurde 1897 eine experimentelle Dattelplantage angelegt. Das Projekt ist leider gescheitert. Das Bewirtschaften der Palmen war zu aufwändig und die Ausbeute zu gering. Die Dattelpalmen sind schon lange verschwunden, aber die Ruinen des Hauses sind noch zu sehen und ein altes Auto rostet noch in der Wüste vor sich hin.
Maree (521km)
Maree ist ein kleiner Ort mit grundlegender Infrastruktur für Reisende. Maree war einst ein sehr wichtiger Bahnhof entlang der Ghan Linie, die Maree mit Adelaide verbunden hat. Du kannst immer noch die Bahnstation, drei alte Diesellokomotiven und ein paar Reste der Bahngeleise sehen. Treibstoff, Unterkunft und die nötigsten Lebensmittel sind erhältlich. Von hier aus kannst du weiter über den Oodnadatta Track nach Alice Springs oder Richtung Süden nach Adelaide fahren.
Persönliche Erfahrung
Den Birdsville Track fanden wir nicht schwierig oder anspruchsvoll. Es gibt ein paar schwierige Passagen und vorallem in den Flussbetten ist wegen vieler scharfer Steine Vorsicht geboten. Wir haben jeweils die Geschwindigkeit gedrosselt und sind langsam durch die steinigen Passagen gefahren. Der Strassenzustand war im Allgemeinen gut mit wenige Bodenwellen. Das kommt aber sicher auch auf die Jahreszeit an, wann der Track gefahren wird.
Für uns war der Birdsville Track eine einmalige Erfahrung. Die Fahrt durch das Outback und das Gefühl, die einzigen Menschen auf dieser Welt zu sein, haben wir sehr genossen. Campen mitten im Nirgendwo, am Lagerfeuer sitzen und Sterne beobachten – einfach einzigartig. Auf dem Track gab es nur wenig Verkehr. Zeitweise ist uns stundenlang kein einziges Auto entgegen gekommen. Die Gegend ist sehr abgelegen und wer Hilfe braucht, wartet unter Umständen eine Weile bis ein anderes Auto vorbeikommt. Wer aber das Outback erleben will, sollte sich den Birdsville Track nicht entgehen lassen.