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Es beginnt mit einer feuchtfröhlichen Nacht. Sie hatten nicht vorgehabt, «einen über den Durst» zu trinken, aber die Stimmung war fantastisch, die Cocktails schmeckten gut, und irgendwann war es einfach etwas zu viel Alkohol. Am Morgen folgt das böse Erwachen: Ihr Schädel brummt, es grummelt im Magen, Ihnen ist schwindelig, Sie fühlen sich wie ausgetrocknet – Sie haben einen Kater (Alkoholvergiftung, Alkoholintoxikation). In extremen Fällen begleitet Sie der Kater bis zu drei Tage lang. Für das vernebelte Denken am Tag danach ist der Ethylalkohol verantwortlich, der im menschlichen Gehirn die Ausschüttung des Hormons Vasopressin hemmt. Dieses Hormon kontrolliert den Wasserverlust über die Nieren. Sobald diese Kontrollinstanz nicht mehr richtig funktioniert, verliert der Körper zu viel Flüssigkeit und damit viele wichtige Mineralien: Dieser Mangel beeinflusst dann die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn negativ. Die Folge davon sind Kopfschmerzen und Durst. Die Wasserspeicher des Körpers müssen dringend wieder aufgefüllt werden.
Das können Sie selbst tun
Wer sich den Kater ersparen möchte, sollte keinen oder nur wenig Alkohol trinken.
Für den Start in die Partynacht ist es empfehlenswert, sich eine gute Grundlage zu schaffen. Fetthaltige Mahlzeiten binden teilweise den Alkohol und verlangsamen die Alkoholaufnahme durch die Magen-Darm-Schleimhaut. Sinnvoll ist es auch, Alkohol langsam zu trinken und sich z. B. erst nachschenken zu lassen, wenn das Glas leer ist, um den Konsum unter Kontrolle zu halten. Um den Flüssigkeitshaushalt Ihres Körpers im Gleichgewicht zu halten, sollten Sie nach jedem alkoholischen ein nichtalkoholisches Getränk trinken. Günstiger Nebeneffekt: Sie trinken insgesamt nicht so viel Alkohol und haben trotzdem immer etwas zum Anstossen.
Bei starken Kopfschmerzen hilft manchen ein doppelter Espresso mit einem Schuss Zitrone. Koffein in Verbindung mit Zitronensäure blockiert die Bildung eines Enzyms, das an der Freisetzung von Prostaglandinen beteiligt ist. Diese hormonähnlichen Substanzen spielen eine wichtige Rolle bei der individuellen Wahrnehmung von Kopfschmerzen.
Das «Katerfrühstück» mit Rollmops, sauren Gurken oder Salzstangen hilft Ihnen, verloren gegangene Mineralien zu ersetzen, und fördert zusätzlich das Durstgefühl. Und reichlich Wasseraufnahme ist die beste Möglichkeit, den Kater wieder loszuwerden.
Das macht der Arzt
Gegen einen ausgewachsenen Kater ist auch der Arzt machtlos. Da heisst es Zähne zusammenbeissen und durch. Sollten die Magen-Darm-Probleme und die Übelkeit länger anhalten, kann Ihnen Ihr Arzt gegebenenfalls Medikamente zur Erleichterung verschreiben. Sollten Sie öfter einen «Kater» haben, kann übrigens auch die Magenschleimhaut geschädigt werden.
Wie viel ist zu viel?
Wann es genug Alkohol ist, merkt man selbst meist am besten. Aber wie sieht es medizinisch aus? Die eidgenössische Kommission für Alkoholfragen hat Grenzwerte veröffentlicht:
Männer: Darin heisst es, Männer sollten nicht mehr als 24 Gramm Alkohol täglich trinken. Umgerechnet in Getränke bedeutet dies etwa einen viertel Liter Wein oder einen halben Liter Bier.
Frauen: Hier gelten andere Grenzen, da der weibliche Körper den Alkohol anders verwertet. 0,25 Liter Bier, also ein kleines Glas, und nur 0,1 Liter Wein werden von der WHO als Grenzwert angesehen.
Ein Wort zu Alkohol
Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Keine Frage, ein Glas Rotwein zu einem guten Essen oder eine Flasche Bier nach einer ausgiebigen Wanderung ist etwas Feines. Wird aber Bier oder Wein zum ständigen Begleiter, um abends «herunter- zukommen», um sich überhaupt entspannen zu können, wird aus dem Genuss- ein Suchtmittel. Wie viel man wirklich trinkt, ist vielen gar nicht bewusst. Am Anfang hat die Flasche Wein noch die ganze Woche gehalten, jetzt ist schon jeden zweiten Abend eine Flasche geleert. Trotzdem würde man sich selber ja nie als Trinker bezeichnen ... Wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift. Die WHO hat Grenzwerte für die Menge Alkohol ermittelt, die ein gesunder Erwachsener pro Tag höchstens zu sich nehmen kann. Pro Tag sind ein bis zwei Glas guten Rotweins oder Bier gesundheitsfördernd. Bei höheren Trinkmengen drohen schnell eine Abhängigkeit und chronische Vergiftung. Noch vorteilhafter sind mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche. Probieren Sie mal aus, wie es ist, zwei Wochen lang ganz ohne Alkohol auszukommen – das kann in unserer Gesellschaft durchaus schwierig sein.