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Der Ratgeber für "selber machen" und "machen lassen"
Reparaturen an Wasserleistungen
Ein altes Sprichwort sagt: „Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, deckt man ihn zu.“ Man könnte es auch so abwandeln: „Erst wenn die Küche unter Wasser steht, beginnt die Suche nach dem Hauptabsperrventil des Hauses“. Hilflos steht dann der „Leidtragende“ den Rohrleitungen gegenüber und versucht durch Schließen des einen oder anderen Ventils den Schaden einzudömmen.
Aus diesem Grunde ist es empfehlenswert, entweder im Keller an gut sichtbarer Stelle ein Strangschema auszuhöngen,aus dem der Verlauf der Versorgungsleitungen hervorgeht, oder die einzelnen Ventile direkt zu' beschildern , so daß es keine Verwechslungen mehr geben kann. In Neubauten sind generell Etagenventile eingebaut, so daß der Mieter bei einem Schadensfall oder bei einer Reparaturarbeit die
Wasserzufuhr bei sich in der Wohnung abstellen kann‚ ohne die übrigen Bewohner des Hauses zu behelligen.
Wasserhahn tropft
Wasserhähne (der Fachmann bezeichnet sie als Auslautventile) gibt es in unterschiedlichen Formen; sie arbeiten jedoch alle nach dem gleichen Prinzip: Durch Drehen des Kreuzgriffs oder des Handsterns wird ein Ventilteller mit Dichtungsscheibe gehoben bzw. gesenkt und damit dem Wasser der Weg freigegeben oder versperrt. Der Artikel zeigt das Innere eines Messinghahns, der noch in vielen Altbauten anzutreffen ist.
Das Tropfen am Wasserhahnauslauf ist auf den Verschleiß der Dichtungsscheibe zurückzuführen. Um die zerschlissene bzw. verhärtete Scheibe auszuwechseln, sind folgende Arbeitsgänge nötig: Mit einem passenden Maulschlüssel oder einem verstellbaren Schraubenschlüssel wird das Oberteil des Hahns herausgeschraubt ; zuvor ist das Etagenventil bzw. das Ventil für die Hauswasserversorgung zu schließen. Der Pfeil im verweist auf die Scheibe, die ausgewechselt werden soll. Nachdem man die Sechskantmutter abgeschraubt hat, wird die Dichtungsscheibe mit Hilfe eines Messers vom Teller entfernt. Dichtungsscheiben dieser Art, bestehend aus Gummi oder aus Fiber-material, hält jedes Fachhgeschäft zum Verkauf bereit.
In manchen Wohnungen gibt es Höhne, die bei Wasserentnahme iedes Mal das ganze Haus rebellisch machen. „Der Hahn schnarcht“, sagt der Fachmann dazu und meint damit. daß derVentilteller mit seinem Konus zu locker in der Spindel sitzt. In einem_ solchen Falle wird der Konus herausgenommen, der Öffnungsdurchmesser in der Spindel verringert und der Konus wieder neu hineingedrückt.
Wenn bei einem Leitungshahn das Wasser am oberen Teil in Richtung des Handknebels herausdringt, dann ist die Staplbuchse nicht mehr dicht. Als erste Hilfe ist ein leichtes Nachziehen (in Uhrzeigerrichtung) des Sechskantkopts mit einer Wasserpumpenzange, einem „Franzosen“ oder einem passenden Schlüssel zu empfehlen. Sollte das nicht mehr nützen, dann ist die Stopfbuchsenmutter herauszudrehen. Das alte Dichtungsmaterial, die Packung, wird mit einem Schraubenzieher oder einem sonstigen spitzen Gegenstand herausgeholt (Bild 434). Als neues Dichtungsmaterial eignet sich am besten Talgschnur oder Feuerzeugdocht, den man mehrere Male über eine Kerze oder ein Stück Talg hinwegzieht und dann in Windungen in die Buchsenschale drückt. Danach wird die Stoptbuchsenmutter wieder hineingedreht und so weit angezogen. daß sich der Knebel noch gut in ihr drehen läßt und gleichzeitig eine wirksame Dichtung für das Wasser bildet.
In vielen Wohnungen sind Plasthähne aus Polyamid installiert, deren nicht mehr dicht schließende Absperrventile ebenfalls repariert werden können. Wie Bild 435 zeigt, wird der Sechskant der oberen Verschraubung gelöst, wonach sich der Handstern abheben läßt . Der nächste Arbeitsgang ist das Herausschrauben und Abnehmen des Ventiloberteils . Der Aufbau dieses ‚Ventiloberteils entspricht dem des Metallhahns.
Das Sperren übernimmt jedoch hier ein Dichtungskörper aus PVC, der nicht repariert werden kann, sondern im Fachgeschäft neu erworben werden muß. Seit einiger Zeit haben Polyamidhöhne wieder Ventilteller und Dichtungsscheiben. Das Auswechseln der Scheiben erfolgt wie bei Metallhähnen. Tropft schließlich der Hahn an der Strangverschraubung, so muss das Gewinde mit einem dünnen Hantiaden ab“ gedichtet werden.
Wasser in der Dusche : Mischbatterien
Mischbatterien sind in verschiedenen Ausführungen in Häusern mit zentraler Warmwasserversorgung und in Verbindung mit Gasbzw. Elektrowasserheizern installiert. Durch entsprechendes Bedienen der Kaltund Warmwasserventile erhält man die gewünschte Temperatur des Mischwassers. Dem größten Verschleiß unterliegen die Dichtungsscheiben auf den Ventiltellern. Wenn nach jeweils zwei bis drei Jahren ständiger Benutzung der Auslauf unentwegt tropft, dann ist es höchste Zeit, die Dichtungsscheiben , zu erneuern. Das ist eine Arbeit, die jeder Laie selber ausführen kann.
Bevor mit der Arbeit begonnen wird, ist die Wasserzufuhr zu sperren. In Neubauten braucht man dazu nicht erst in den Keller zu gehen, sondern hier genügt es, das Etagenventil zu schließen. Bei der älteren im Bild 438 gezeigten Mischbatterie ist die Reparatur verhältnismäßig umständlich. Zuerst werden die Porzellan-Handsterne abgenommen. Man hält dazu den Porzellangriff test, setzt den 17er Schlüssel an der Arretierungsmutter an und macht im Uhrzeigersinn etwa ein Vierteldrehung, bis sich der Griff nach vorn abziehen läßt.
Danach werden mit dem 17er Schlüssel die Zierkappen abgeschraubt; hierbei ist je. doch auf beiden Seiten gleichmäßig vorzugehen. damit der Porzellankörper iniolge zu hoher Spannungen nicht zerbricht. Nachdem die beiden Dichtungsringe aus Rundgummi herausgenommen wurden, läßt sich der Porzellankörper samt Schlauchbrause nach vorn abnehmen. Mit dem 29er Schlüssel wird dann das Oberteil herausgeschraubt. In der Weiterentwicklung der Mischbatterien wurde auf die Verwendung einheitlicher Ersatzteile besonderer Wert gelegt. Sämtliche neuen Batterien sind mit dem standardisierten Oberteil „R 3/8“. LAN 57“ ausgestattet.
Modell „2213 S“ mit einer sehr ansprechenden lndustrietorm.Bei diesem Modell ist äußerlich kein Rohrbelüfter erkennbar. (Bei Armaturen mit Schlauchanschluß sind Belütter Vorschrift!) Konstruktiv wurde hier das Rücksaugen von Gebrauchtwasser in die Trinkwasserleitung in der Weise verhindert, daß bei eintretendem Unterdruck der Ventilkegel. der bei der Stellung „Brause“ durch den Staudruck auf den Sitz der Auslaufbefestigung drückt, angehoben wird und damit durch den Auslauf Luft einläßt, was den rückfließenden Wasserstrom unterbricht. Das zwischen Handbrause und Brausen schlauch eingebaute Lippenventil verhindert das Mitreißen kleinster Mengen Schmutzwasser. .
Seit langem wird im Wohnungsbau generell die Batterie verwendet. Voraussetzung für die Montage der zuletzt genannten Batterie ist ein Mittenabstand der Zuleitungsrohre von 35 bis 55 mm, im Gegensatz zu den älteren Modellen, die etwa 160 mm Abstand erfordern. Dieses Modell kann auch als Waschtischarmatur (also ohne Brauseschlauch) verwendet werden; damit hat die bisher dafür vorgesehene Porzellanbatterie eine elegante Nachfolgerin gefunden.
Reparaturarbeiten am standardisierten Oberteil
Wenn bei den hier abgebildeten Batterien die Dichtungsscheiben auf den Ventiltellern ausgewechselt werden sollen, dann sind folgende Handgriffe nötig: Zunächst zieht man mit einem kurzen, kräftigen Ruck die Bedienungsgriffe nach vom ab. Mit dem 14er Schlüssel läßt sich dann das Oberteil herausschrauben . Nicht vergessen, vorher die Wasserzufuhr zu sperren! Für die im Artikel dargestellte Batterie, die noch mit älteren Oberteilen bestückt ist (die jedoch durch standardisierte ersetzt werden können), wird zum Herausschrauben ein 24er Schlüssel benötigt. Die Dichtungsscheibe aus Gummi hat die Abmessungen 12,5 mm x 4 mm x 3 mm. Vor dem Wiedereinschrauben des Oberteils ist eine neue Dichtscheibe aus Fiber 20 mm x 16,5 mm x 1 mm dazwischenzulegen.
Innerhalb des Kopfstücks vom Oberteil befindet sich ein PVC-Rundring, 8mm x 2 mm, der als Stopfbuchse wirkt. Tritt an dieser Stelle Wasser aus, wird die Spindel herausgeschraubt und der Rundring mit einem spitzen Gegenstand herausgeholt. Der neue Ring muß jedoch sehr vorsichtig eingesetzt werden; vor allem darf man die Spindelstelle, an der der Rundring sitzt. nicht beschädigen. Der Spindelschaft ist poliert und verchromt, um einwandfrei abzudichten.
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