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Archive for 2016
Für die Kapelle der Medici konzipiert Michelangelo als Architekt und als Bildhauer das plastische Programm, darunter auch die Nacht. Giovanni Strozzi dichtet dazu:
„Die Nacht, die du hier siehst, im Gleichgewicht
des schönen Schlafes, bildete im Stein
ein Engel. Schlaf heißt ihr Lebendigsein.
Wenn du’s nicht glaubst, so weck sie auf: sie spricht.“
@Strozzi antwortet Leonardo:
„Schlaf ist mir lieb, doch über alles preise
ich, Stein zu sein. Währt Schande und Zerstören,
nenn ich es Glück: nicht sehen und nicht hören.
Drum wage nicht zu wecken. Ach! Sprich leise.“*
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I Ausdruck denken
I x als Ausdruck denken
I x = (m) ich, w = (dich) du
I w I I R x
I Messungen des Hubble-Teleskops werden in Bildern erfasst, die das Entstehen von Galaxien zeigen. Die Entstehung des Kosmos erscheint sinnlich fassbar, das Universum wird zur Kugel, Murmel, mit der wir spielen; zugleich fehlt eine Theorie, um Messungen umfassend zu koordinieren. Das Theoriegebäude erscheint löchrig, lückenhaft wie die Chinesische Mauer Kafkas.*
I „Ich nehme ein Becken mit Wasser und lege einen Spiegel hinein und setze ihn unter den Sonnenball; dann wirft die Sonne ihren lichten Glanz aus der Scheibe und aus dem Grunde der Sonne aus und vergeht darum doch nicht.“*
Gott schmeckt sich selbst.
x schmeckt sich selbst.
f(x) nicht
1 I I R 2
I In China dienten Gelehrtensteine über Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende ihrem Sammler als stummes Echo für seinen inneren Dialog.
I Goethe fühlte sich auf einer Reise plötzlich angeblickt, ja angesprochen von einem im Straßenschmutz liegenden Kristall, worauf er sofort begann, mit dem Stein zu sprechen, um zu erfahren, wie jener an diesen unerwarteten Ort gekommen sei.* Goethe sah in der Beobachtung von Steinen den Zugang zum Ursprung aller Gestalt, zur „Urgestaltung“, und versuchte deshalb die Gesteinsformationen zu entziffern** und, wie Andrea Gnam es ausdrückt, auf die leise „Stimme“ der Natur zu hören.*** (more…)
Ning Fucheng (1897-1966), Felsen mit Kalligraphie in Kanzleischrift, Hängerolle, Tusche auf Papier, 137 x 67,5 cm, datiert 1965, Museum für Ostasiatische Kunst, Foto © Rheinisches Bildarchiv Köln, Sabrina Walz, 06.11.2015, rba_d038529_01, www.kulturelles-erbe-
“Dinge wie Steine sind recht kompliziert zu malen. So sollen diejenigen, die zu malen anfangen, wissen, dass es Steine in der Form von Schwertern, Wolken oder [runden] Bohnen gibt und ihre [Strukturen] ungeordnetem Brennholz, Axthieben, klarer Jade oder faltigen Blättern ähneln. Den Malern sind sie bis heute so geläufig, daran hat sich nichts geändert. [Neulich] kam ich zufällig an einem Antiquitätenladen vorbei und erspähte ein Eisenbild (tiehua). [1] Es war von so feiner und altertümlicher Eleganz, dass sie kein [gewöhnlicher] Handwerker gefertigt haben konnte. Als ich wieder zuhause war, ahmte ich einen Stein in nasser Tusche und schräger Pinselhaltung in der Art der Siegel- und Kanzleischrift nach. Auch ohne die komplizierten Pinselstriche, Pünktelungen und Lavierungen hat er eine so erhabene und kraftvolle Aura, dass er, selbst wenn man ihn zudeckte, noch klänge. Man kann dies als das Beschreiten eines neuen Weges bezeichnen. Wie wäre es, wenn andere Experten dieses Phänomen aufgriffen? Im zehnten Monat des Jahres 1965 von Ning Fucheng gemalt.”
In China glaubte man, dass die Essenz der Erde die Steine hervorbringe. Deshalb nannte man sie traditionsgemäß Kerne der ‘Lebensenergie’ (qi) oder Knochen der Erde. Insbesondere bizarr und phantastisch geformte Felsen betrachteten die Literaten als Miniaturabbilder des Universums bzw. als Mikrokosmos im Makrokosmos. Sie stellten diese Gelehrtensteine in ihrem Studio auf und schätzten sie wie Kunstwerke. Für Kenner waren die Struktur (wen), Gestalt (xing), Farbe (se) und der Klang (sheng) ästhetische Kriterien eines Steines. So entstanden seit der Tang-Dynastie bestimmte Termini zur Beschreibung der Eigenschaften eines Steins, z. B. die Charakterisierung dünn (shou), leicht (tou), löchrig (Iou) und porös (zhou). Später kamen weitere geschätzte ästhetische Merkmale hinzu, darunter der Terminus altertümlich (gu) und kultiviert-elegant (wenya).
Steine wurden auch in Gärten aufgestellt. Beliebte Exemplare waren darunter die Taihu-Felsen mit ihren dramatisch gestalteten, großen Höhlungen. Als ideale Elemente des Gelehrtengartens wurden sie seit der Tang Dynastie aus dem ‘Großen See’ (Taihu) in der Provinz Jiangsu in die Städte transportiert.
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Ning Fuchengs Bilder [aus der 2. Hälfte des 20. Jhd.] sind als Stein-Porträts zu bezeichnen, in denen sich die vitale Energie des Steins mit der künstlerischen Lebenskraft über das Medium von Pinsel und Finger bildhaft verbinden.[1] Mit tiehua bezeichnet man eine chinesische Handwerkskunst, bei der aus Eisenbändern Bilder mit Landschaften oder Vögeln und Blumen geformt werden. Diese Kunst wandte man vor allem für den Dekor von Steilschirmen an. Der Kunstschmied Tang Peng im 17. Jahrhundert wird traditionell als der Gründer dieses Kunsthandwerks angesehen.Aus: Den Himmel in der Pinselspitze. Chinesische Malerei des 20. Jahrhunderts im Museum für Ostasiatische Kunst Köln. Text und Konzeption von Joohyun Lee. Red. und Lektorat: Clarissa von Spee. Heidelberg: Kerber, 2005, S. 62-67
I Jemand hat das Geschirr vom Ofen genommen (Barbara Guest)
I Könnt’ in diesen Blog ich nicht etwas setzen, langsam Mut zu Zeichen finden?