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Eng ineinander gebaut, gegen Norden von den Rebbergen und gegen Süden von den Gewässern des Bielersees umgeben, liegt der schmucke Weiler Chly-Twann am Ausgang der Twannbachschlucht. Der Twannbach stellt die Gemeindegrenze zwischen Ligerz und Twann dar und teilt Chly-Twann auf die politisch je eigenständigen Gemeinden auf. In Chly-Twann beginnt der Pilgerweg, der zur Kirche Ligerz und weiter gegen Westen führt. Im Ortskern befindet sich ein Restaurant, das gewerbliche Leben wird von Weinbauern- und Handwerksbetrieben geprägt.
Es wurde das Jahr 1955 geschrieben, als eine Gruppe von Chly-Twannerinnen und Chly-Twannern beschloss, inskünftig die Interessen und Anliegen des kleinen Weilers zwischen Ligerz und Twann in einem Verein zu bündeln und zu vertreten. Dies führte zur Gründung des Chly-Twanner Leists. Vor dieser Zeit trafen sich jeweils Sonntag morgens ein Dutzend Mannen auf der Twannbachbrücke, um in loser Form zu politisieren und das Neuste auszutauschen und zu verhandeln.
Die politische Konstellation brachte es mit sich, dass es immer wieder Anliegen gab, die diskutiert werden wollten. So trafen sich vorab die Chly-Twanner jeweils am Sonntag auf der Twannbachbrücke. Bald herrschte Einigkeit, dass es sinnvoll ist, einen Chly-Twanner Leist zu gründen, um die Interessen von Chly-Twann gemeindeübergreifend besser zu vertreten. Ernst Sauser lud 1955 zur Gründungsversammlung im Restaurant Ilge ein. Diesem Aufruf folgten praktisch alle Kleintwanner und Kleintwannerinnen.
Eine erste Aktion auf die Anliegen von Chly-Twann aufmerksam zu machen, war die Teilnahme an den Lesesonntagen. Es wurde ein Komitee ernannt, das die Organisation an die Hand nahm. Um für Chly-Twann Werbung zu machen, wurde kurzerhand die Gässli Musig auf ein «Camionettli» geladen, das in Twann und Ligerz auf Werbefahrt ging.
Die in den Statuten festgehaltenen Zielsetzungen, die Entwicklung der Bau- und Verkehrsverhältnisse zu beachten sowie das Ortsbild von Chly-Twann zu erhalten, kamen schon bald zum Tragen. Der Chly-Twanner Leist setzte sich bei folgenden Planungen energisch dafür ein, dass für Chly-Twann wenn nicht optimale so doch gute Lösungen gefunden werden konnten:
- Ausbau der Bahn und der Autostrasse N5 zwischen 1969 und 1978
- Planung der ARA und insbesondere des ARA-Gebäudes 1977
- Ostportal N5 Ligerzer Tunnel 1985
- Funk-Antenne auf dem ARA-Hügel 2001
Zum Dank für das Engagement der Chly-Twannerinnen und Chly-Twanner stiftete der Verkehrsverein Twann und Ligerz eine Fahne, die von Frank Furer gestaltet wurde.
2005 durfte der Chly-Twanner Leist sein 50-jähriges Jubiläum feiern. Ruedi Liechti – damaliger Leistpräsident – schloss seine Festschrift mit folgenden Worten:
«Was diese vergangenen Jahre mit solch unhaltbaren und unverantwortlichen Ansinnen an die Bevölkerung mehr als deutlich gemacht haben: Nur im Schutz eines solchen Vereines kann man sich dagegen wirkungsvoll zur Wehr setzen, sie verhindern oder mindestens erträglich machen und darüber hinaus die Gesundheit der Bewohner schützen und das Ortsbild verteidigen und einigermassen erhalten.»
Ab 2007 finden sich Beiträge zu Themen wie Leistaktivitäten, Twann- und Ligerztunnel etc., die den Chly-Twann Leist beschäftigen, in der Rubrik Aktuelles ⇢. Sie sind mit Medien- und eigenen Beiträgen dokumentiert.