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Visp–Zermatt
|Kürzel||VZ|
|Bahntyp||Gemischte Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1890-07-03|
|Mutiert||Ab 1961-12-13 Brig–Visp–Zermatt|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1890 eröffnete VZ gehörte einer Aktiengesellschaft. Die gemischte Zahnradbahn war auf 7.4 Kilometern ihrer Strecke mit einer Zahnstange «System Abt» ausgerüstet und überwand eine maximale Steigung 125 Promille. Sie führte zunächst nur von Visp nach Zermatt. 1930 kam parallel zur Simplon-Hauptlinie die schmalspurige Verlängerung Visp–Brig hinzu, womit zusammen mit der 1926 eröffneten Furka–Oberalp-Bahn (FO) ein durchgehendes Schmalspurtrassee von Zermatt bis nach St. Moritz respektive Chur entstand (ab 1930 sogenannter «Glacier-Express»). Gleichzeitig wurde die Bahn bis 1929 elektrifiziert (Wechselstrom). 1961 schliesslich erfolgte die Umbenennung in Brig–Visp–Zermatt-Bahn (BVZ). Den Betrieb besorgten bis zu ihrer Verstaatlichung 1903 die Jura–Simplon-Bahn (JS), danach vorübergehend die SBB. Die VZ verkehrte bis 1933 nur während der verlängerten Sommersaison (zirka Mai bis Oktober). Trotz vieler Schutzbauten litt sie von Beginn an immer wieder unter naturbedingten, teils wochenlangen Betriebsunterbrüchen (durch Erdrutsche, Überschwemmungen usw.).
Die VZ war eine ausgesprochen touristische und überdies rentable Bahn, dank der sich Zermatt zu einer mondänen Fremdendestination entwickelte. Ab 1894 konnte die VZ alljährlich eine Dividende ausrichten, die sich in den besten Jahren vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei rund 6 bis 7 Prozent des vorhandenen Aktienkapitals einpendelte. Wie bei allen touristischen Bahnen verdüsterte sich aber die Finanzlage ab 1914 rapide. Die Erträge aus dem Personenverkehr – dem Hauptgeschäft der VZ – brachen dramatisch ein. Bezifferten sich diese 1913 noch auf fast 600'000 Franken, waren es 1918 nur mehr knapp 77'000 Franken. Bedrohlich steigende Passivsaldi und schwebende Schulden legen nahe, dass die VZ die Schuldzinsen nur noch partiell oder gar nicht mehr aufbringen konnte. 1922 musste die Bilanz der VZ unter anderem durch eine Reduktion des Aktienkapitalwerts um 20 Prozent bereinigt werden.
Als «Nebengeschäfte» gehörten der VZ Immobilien und Boden in Visp und Zermatt, deren Wert die Statistik von 1920 mit knapp 80'000 Franken angab. In der Bilanz und in der Baurechnung sind zudem Kosten von 177'000 Franken für «Hilfsbetriebe» enthalten. Um welche Art von Betrieb(en) es sich dabei handelte, erörterte die Statistik nicht.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: