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Figurenlexikon
Hier finden Sie Informationen zu den Figuren in «Bergünerstein»: Hat die Person wirklich gelebt, oder hat die Autorin sie erfunden? Wann hat sie gelebt? Was weiss man über sie?
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Salis, Vicari Żon
Vicari Żon Salisch war eine historische Figur. In den deutschsprachigen Quellen heisst er Johann von Salis-Samedan, und er lebte von 1546 bis 1624. Mütterlicherseits war er ein Enkel des Engadiner Reformators Johann Travers und wurde deshalb auch Johann Travers von Salis genannt. Er residierte in der heutigen Chesa Planta in Samedan und war drei Mal verheiratet. Mit seiner ersten Ehefrau, Eva von Planta, hatte er 19 Kinder. Seine zweite Frau war Catarina Curo aus Bever, die dritte war Ursula v. Stockar aus Schaffhausen. Schaffhausen war denn auch das Ziel der Familie Salis-Samedan, als sie im Herbst 1621 durch Bergün vor den anrückenden Österreichern flüchtete.
Politiker und Parteigänger Venedigs
Der Titel des Vicari geht auf seine Tätigkeit als Vicari des Veltlins in den Jahren 1583 bis 1585 zurück. Und wahrscheinlich kam er zwanzig Jahre später noch zwei Mal zu kurzen Einsätzen als Vicari: einmal nach der vermuteten Absetzung von Vicari Albert Dietegen von Salis 1602 und einmal als Vertreter des angeblich überforderten Bartholomäus Caflisch 1604.
Zeit seines Lebens war Johann von Salis ein vehementer Befürworter einer Allianz mit Venedig.
Bergbauunternehmer
Das Hauptbetätigungsfeld von Johann von Salis war aber nicht die Politik, sondern das Geschäftsleben, insbesondere der Bergbau. Er betrieb zahlreiche Bergwerke in den Drei Bünden und verfügte über weitverzweigte Geschäftsbeziehungen. Der Erzabbau am Murtel da Fier und im Val Tisch bei Bergün war somit nur ein Geschäft von vielen – aber offenbar eines, das von Beginn an schlecht lief. Immer wieder kam der Betrieb mangels Kapital zum Erliegen, immer wieder wurde er nach Kapitalzuschüssen von neuen Geschäftspartnern wieder aufgenommen. Doch 1615 scheint Johann von Salis den Bergüner Betrieb endgültig aufgegeben zu haben.
Familiäre Beziehungen nach Bergün
Johann von Salis war nicht nur geschäftlich mit Bergün verbunden, sondern auch privat: seine Tochter Cilgia heiratete 1588 Sar Jann Schalkett (Giannin), und seine Tochter Ursina heiratete 1614 Mastrel Cla. Sein Sohn Friedrich emigrierte nach Paris, konvertierte dort zum Kummer seines Vaters zum Katholizismus und wurde zum Mentor von Cilgias Sohn, Johann Peter Schalkett (Gian Pedrin).
Literatur
Head, Randolph C.: Sprachgebrauch und Sprachbewusstsein im Salis-Briefwechsel, 1580-1610. Bündner Monatsblatt, 1996
Kaiser, Adolf: Die Nachkommen des Staatsmannes Johann Travers von Zuoz in den ersten sechs Generationen. Jahresbericht der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden, 1955.
Collenberg, Adolf: Die Bündner Amtsleute in der Herrschaft Maienfeld 1509-1799 und in den Untertanenlanden Veltlin, Bormio und Chiavenna 1512-1797. Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Graubünden, 1999
von Planta, Peter Conradin: Der Bernina-Bergwerkprozess von 1459-1462 und die Bergbauunternehmungen des Johann von Salis 1576-1618
www.salis.com.es, Tafel 8.