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Zwei Bücher befassen sich mit dem Fall von Thomas Borer, dem ehemaligen Botschafter der Schweiz in Deutschland.Dieser Inhalt wurde am 19. März 2003 - 15:50 publiziert
Borer selber rechnet in seinem Buch "Public Affairs" mit den Akteuren ab. Im andern Buch, "Der Fall Borer", bleibt das Urteil den Lesenden überlassen.
Thomas Borer-Fielding, der ehemalige Botschafter der Schweiz in Berlin, sieht sich in "Public Affairs", das er geschrieben hat, als Medienopfer. Auch ärgert er sich immer noch über jene Journalisten, die sich auf seine angebliche Affäre mit der angeblichen Geliebten Djamile Rowe stürzten.
Borer rechnet in seinem Buch auch mit dem Schweizer Aussenministerium (EDA) ab und schreibt: "Zivilcourage ist im EDA Mangelware, viele haben ein freches, lautes Maul, aber nur hinter den Rücken der Vorgesetzten und Kollegen."
Boreres Vorgesetzter, der damalige Aussenminister Joseph Deiss, kommt denn auch schlecht weg. Dagegen weiss Borer über seinen Förderer, den Deiss-Vorgänger Flavio Cotti, nur Gutes zu berichten. "Im Gegensatz zu seinem Nachfolger war Cotti ein politisches Schwergewicht," schreibt der ehemalige Botschafter.
Shawne Fielding
Zu Botschafter Borer gehört auch seine Ehefrau Shawne Fielding-Borer. Im Buch "Public Affairs" gibt es nebst viel Medienkritik etliche Einblicke in die Welt der Diplomatie sowie Biografisches.
Beschrieben wird auch der Moment, wo Thomas Borer seine Shawne bei einem Empfang in Texas kennen gelernt hat: "In diesem Moment schüttelte die Frau ihre blonde Mähne und drehte sich in meine Richtung. Unsere Blicke begegneten sich, und mich überrollten zwei Güterzüge auf einmal."
Grosser Medienskandal
Im Buch "Der Fall Borer" der zwei Journalisten der "SonntagsZeitung" (Philippe Pfister und Oliver Zihlmann) wird der Medienskandal, der im vergangenen Jahr die Schweiz bewegte, nachgezeichnet. "Die 220-seitige Recherche will die Wertung der Ereignisse den Lesenden überlassen", sagen Pfister und Zihlmann.
Gemäss ihren Recherchen zahlte der Ringier-Verlag dem Ehepaar Borer rund 1,7 Mio. Franken Schmerzensgeld. Die Geschichte wurde Ende März 2002 im "Sonntags Blick" des Ringier Verlages aufgebracht und entwickelte sich zur Skandalgeschichte mit zahlreichen Anschuldigungen, Dementis und eidestattlichen Erklärungen.
Die Veröffentlichung im Sonntags Blick und sein Verhalten im Anschluss kostete Botschafter Borer den Posten als Diplomaten in Berlin. Auch im Ringier-Verlag folgte ein Köpferollen. Verantwortliche mussten den Job quittieren oder eine "Auszeit" nehmen.
Niemand wird geschont
Nach Ansicht der beiden Autoren ist der Fall eine für die Schweiz einmalige Verletzung der Persönlichkeits- und Intimsphäre eines Prominenten. Das Buch zeige aber auch, wie bei allen Beteiligten wacker Fehler gemacht wurden und wie das Krisenmanagement versagte und zwar von Borer über Ringier bis zum Aussenministerium.
Niemand kommt im Buch "Der Fall Borer" ungeschoren davon, auch Borer selber nicht, der abgesehen vom Verlust seines Botschafter-Jobs wohl aber am besten aus der Affäre kam.
Der Berliner CDU-Landesvorsitzende Christoph Stölzl sagte während der Vorstellung des Buches von Borer-Fielding, er würde es nicht bedauern, "wenn aus dem Privatmann Borer wieder ein Staatsmann würde."
Der Ex-Botschafter vespricht das in seinem Buch auch: "I'll be back" - ich werde wiederkommen.
swissinfo und Agenturen
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