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Die Frauen erkämpfen sich ihr Recht
Wer in Zukunft einen Anteil an der gemeinsamen March oder am Gewinn aus der Nutzung des Vermögens haben wollte, musste die wichtigste Bedingung erfüllen: Er musste Landmann und aus freiem, altem Schwyzer Geschlecht sein. Die OAK billigte dieses Recht, das aber nur über die „männliche Linie“ weitergegeben werden konnte, 97 ausgewählten „alten“ Geschlechtern zu. Weiter wurde das Bürgerrecht in einer der 15 Gemeinden des Bezirkes Schwyz verlangt und das 18. Altersjahr musste erfüllt sein. Man hat in diesem Zusammenhang deshalb auch von einer „Geschlechter-Korporation“ gesprochen. Die Aufnahme der Frauen als gleichberechtigte Korporationsbürgerinnen durch die ausserordentliche Oberallmeind-Gemeinde erfolgte am 2. Mai 1993.
Im Jahre 2004 haben einige Frauen einer reichen, dörflichen Genossame beim Regierungsrat wegen „Nichteinhaltung des Gleichberechtigungsartikels“ in den Genossamestatuten Klage eingereicht und verlangt, dass auch weibliche Personen das Recht der Weitergabe der Mitgliedschaft haben müssen. Nachdem der Regierungsrat die Klage abgewiesen hat, wurde diese durch die Beschwerdeführerinnen an das Verwaltungsgericht weitergezogen. Das Verwaltungsgericht und im Jahre 2006 das Bundesgericht haben den Klägerinnen Recht zugesprochen. Gestützt auf diesen Entscheid mussten auch die Statuten der OAK dieser neuen Rechtssprechung angepasst werden. In seinem Urteil hält die höchste Gerichtsinstanz der Schweiz fest, dass in Zukunft auch die „weibliche Linie“ das Recht der Mitgliedschaft weitergeben kann. Dieses neue Aufnahmekriterium der OAK Schwyz, dass die direkte Abstammung von einem männlichen oder weiblichen Korporationsmitglied verlangt, gilt deshalb seit dem 1. Januar 2006. Dieser Entscheid musste anschliessend auch von den dörflichen Genossamen umgesetzt werden.