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In Porto Maravilha hat sich einiges verändert: Eine hässliche Hochstrasse, die den Blick aufs Meer versperrte, wurde abgerissen und durch einen Tunnel ersetzt. Aus alten Lagerhallen wurden Kulturwerkstätten und Galerien, der spanische Architekt Santiago Calatrava baute ein Museum ins Meer hinaus, und eine neue Strassenbahn führt mitten durchs historische Zentrum von Rio de Janeiro. Die brasilianische Metropole hat ein neues Postkartenmotiv und die Bewohner haben endlich Grund, sich zu freuen.
Mit zwei grossen Versprechen hatte Rio den Zuschlag für die Olympischen Spiele erhalten.
- Die Stadt, die sich auseinandergelebt hat, besser zu integrieren.
- Die Bucht, aus der eine Kloake geworden ist, zu sanieren.
Die Bucht ist nach wie vor eine stinkende Latrine. Aber die Stadt erlebt mit den Olympischen Spielen wichtige Veränderungen.
Der Hafen, der Geschichte schrieb
Der Hafen von Rio de Janeiro schrieb Geschichte. Hier wurde das Brasilholz verschifft, das dem Land den Namen gab, hier wurden so viele Sklaven entladen wie nirgendwo sonst in Amerika. Dann entfloh die wohlhabende Bevölkerung in die Südzone, Ipanema, Copacabana, später noch weiter weg in die Satellitenstadt Barra da Tijuca. Im Norden siedelten sich die Emigranten aus dem armen Nordosten an. Das historische Hafengebiet wurde zum Elendsviertel.
Jetzt bringt ein 160 km langes Netz mit neuen Busspuren die Stadt wieder zusammen, verkürzt den Arbeitsweg für viele Bewohner in den armen Aussenvierteln. Auch die Verlängerung der Metrolinie bis nach Barra – unabdingbar für den reibungslosen Ablauf der Spiele – ist rechtzeitig fertig geworden.
Das Hafenviertel hat sich gemacht
Das augenfälligste und spektakulärste Legat der Olympischen Spiele aber ist die Sanierung des Hafenviertels. Ein drei Kilometer langer Boulevard erlaubt den Cariocas einen ganz neuen Blick auf ihre Stadt. Hier sollen mit Grossbildschirmen, auf denen die Sportveranstaltungen übertragen werden, und mit täglichen Konzerten die Olympischen Spiele für Einheimische und Besucher zum Fest werden.
Sendebezug: Laufende Berichterstattung Olympische Spiele
Zur Person
Ruedi Leuthold (1952) ist seit 30 Jahren Journalist und Dokumentarfilmer. Er lebt seit zehn Jahren in Rio de Janeiro.