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- 04.10.2014
- Gesundheit
Burnout-Prävention für Unternehmen und Einzelpersonen
Bei der Burnout-Prävention ist es zentral, dass sich Unternehmen und Einzelpersonen damit beschäftigen, wie Gesundheit entsteht. Diese Fokussierung wird unter anderem durch das Stellen von nachfolgenden oder ähnlichen Fragen unterstützt: Wie entsteht Gesundheit in unserem Unternehmen? Inwiefern kann das Unternehmen das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden positiv beeinflussen? Was können wir als Unternehmen dafür tun? Wie entsteht Gesundheit bei mir? Was sind attraktive Gesundheitsziele für mich? Was trägt zur Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensfreude bei? Was bedeutet Stimmigkeit in meinem Leben? Was macht mir Freude? Was tue ich gerne? Was kann ich tun, um glücklicher und zufriedener zu sein?
Indem die Aufmerksamkeit auf die Entstehung von Gesundheit gerichtet wird, werden Fähigkeiten und Ressourcen entwickelt – die auch in stressigen Situationen, gesundheitsfördernde Prozesse auslösen. Die genannten Fragen haben ihren Ursprung in der der Salutogenese (von lat. Salus, Gesundheit, und griech. Genesis, Entstehung). Im Gegensatz zur Patogenese, welche sich mit den Ursachen von Krankheit auseinandersetzt und die Symptome vornehmlich auf der körperlichen Ebene bekämpft, beschäftigt sich die Salutogenese mit der Entstehung von Gesundheit. Das Stärken einer gesundheitsfördernden Unternehmenskultur und einer zuversichtlichen Grundhaltung bei Einzelpersonen eignet sich sehr gut zur Burnout-Prophylaxe.
Vom technischen zum menschlichen Burnout
Ursprünglich wurden mit „Burnout“ technische Probleme beschrieben. So zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt. Dort wurde mit dem Begriff auf den Wegfall eines Flugzeugtriebwerks wegen Treibstoffmangel hingewiesen. In der Kernenergie verstand man unter diesem Begriff das Durchbrennen von Brennstoffelementen aufgrund von Überhitzung. Auf den Menschen übertragen bedeutet ein „Burnout“, dass bei einer Person das innere Feuer infolge fehlender „Brennstoffzufuhr“ erloschen ist. Die übliche Performance ist nicht mehr möglich. Die Bewegung nach vorne fehlt und die Person ist emotional am Ende. Im Gegensatz zum normalen Erschöpftsein sind betroffene Menschen kaum noch in der Lage einfach wieder aufzutanken.
Eine mögliche Definition
„Burnout ist eine arbeitsassoziierte Stressreaktion, die zu einem anhaltenden negativem Gefühlszustand bei normalen Individuen führt. Primär ist Burnout charakterisiert durch Erschöpfung, die begleitet ist von chronischem Stress, reduzierter Effizienz und Motivation und der Entwicklung von gestörter Einstellung und Verhalten am Arbeitsplatz. Auf der somatischen Ebene findet eine Störung des neuroendokrinen Regulationsmechanismus statt, die sich in vegetativen Symptomen äussern kann. Dieser Zustand entwickelt sich allmählich und kann vom betroffenen Individuum über lange Zeit unbemerkt ablaufen. Es ist das Resultat eines nicht Zusammenpassens von Arbeitsplatz und Mitarbeiter in den sechs Bereichen: Arbeitsmenge, soziales Umfeld, Unterstützung, Werte, Fairness und Kontrolle. Besteht ein Ungleichgewicht in einem oder mehreren dieser Bereiche, reichen die Ressourcen des Individuums nicht mehr, um mit den Bedingungen am Arbeitsplatz richtig umzugehen. Oft ist Burnout sich selbst unterhaltend, indem die Bewältigungsstrategien zunehmend inadäquat werden und somit Teil des Syndroms Bilden“ (Quelle: Swiss Expert Network on Burnout, 2012).
Charakteristische Merkmale
Menschen die sich in einem Burnout befinden, fühlen sich körperlich und emotional Erschöpft. Ihre psychische und physische Leistungsfähigkeit ist stark reduziert. Die Fähigkeit sich zu erholen ist kaum noch vorhanden. Oft entwickeln Personen, die von einem Burnout betroffen sind, eine zynische, abweisende Grundstimmung gegenüber ihrem Umfeld.
Verhaltensmuster von betroffenen Personen
Menschen die von einem Burnout betroffen sind, engagieren sich oft sehr stark für unrealistische Ziele. Um diese zu erreichen arbeiten sie pausenlos und verzichten auf Erholungsphasen. Die eigenen Bedürfnisse werden kaum noch beachtet. Sie entwickeln ein Gefühl der Unentbehrlichkeit und sehen ihren Beruf als hauptsächlichen Lebensinhalt. Negative psychische/physische Auswirkungen (wie chronische Müdigkeit, Schlafstörungen Konzentrationsschwächen, Tinnitus, erhöhter Blutdruck, Angstzustände, Depressionen etc.) werden verdrängt.
Burnout-Phasen
Menschen geraten nicht von heute auf Morgen in ein Burnout. Nachfolgende Abbildung von Tomaschek (2008) skizziert, welche Stadien eine Person in einem Burnout-Prozess durchläuft:
Äussere Risikofaktoren (ein Auszug)
Bei der Entstehung des Burnout-Syndroms spielen äussere und innere Faktoren eine bedeutende Rolle. Nachfolgend sind einige äussere Faktoren genannt:
- mangelnde Ressourcen, um Aufgaben zu erledigen
- fehlendes positives Feedback und Wertschätzung
- dauernde Auseinandersetzung mit Problemen
- keine Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben
- zu hohe oder unklare Erwartungen und Zielvorgaben
- mangelhafte Arbeitsorganisation, Rahmenbedingungen
- schlechte Teamarbeit, Kompetenzgerangel, andauernde Konflikte
- Überforderung durch zu vielschichtige oder sich ständig ändernde Aufgaben
- drohender Arbeitsplatzverlust
- etc.
Innere Risikofaktoren (ein Auszug)
- sehr hohe Ambition und Ideale
- Perfektionismus
- das Unvermögen, „Nein“ zu sagen
- die Panik vor Ablehnung
- die Angst, den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen
- die Angst vor Gesichtsverlust
- die Befürchtung, das Chaos könnte hereinbrechen
- die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Sicherheit zu verlieren
- nicht versagen können
- Kritik-Phobie
- die Angst, als Verlierer dazustehen
- die Angst, in der „grauen Masse“ unterzugehen
- die Angst, „es“ nicht zu schaffen
- das Verlangen, gut, der/die Beste zu sein
- die Sucht, immer erfolgreich zu sein
- die Absicht, es den andern zu zeigen, etwas beweisen wollen
- das ausgeprägte Bedürfnis, den Menschen helfen zu wollen
- das extreme Anliegen nach Anerkennung, Wertschätzung
- den starken Wunsch nach materieller Sicherheit
Burnout-Behandlung für Einzelpersonen
Einzelpersonen, die von einem Burnout betroffen sind, unterstützen wir dabei, ihre Situation nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, orientieren wir uns an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Burnout-Forschung. Je nachdem, in welcher Phase sich eine Person befindet, setzen wir unterschiedliche Methoden/Verfahren ein. Falls angezeigt, arbeiten wir eng mit erfahrenen ÄrztInnen und spezialisierten Kliniken zusammen und vermitteln auf Wunsch entsprechende Kontakte. Damit Unternehmen, Mitarbeitende und involvierte Helfersysteme am gleichen Strick ziehen, koordinieren wir die laufenden Prozesse und Informationen (Case Management).
Burnout-Prävention für Unternehmen
In Inhouse-Seminaren unterstützen wir Unternehmen dabei, die Entwicklung von gesunden und leistungsstarken Mitarbeitenden zu fördern und nachhaltig Burnout-Prävention zu betreiben. Ein zentraler Punkt bei diesen Seminaren ist die Sensibilisierung der Führungskräfte und deren Entwicklung von Schlüsselkompetenzen im Umgang mit gefährdeten Mitarbeitenden. Je nach Auftrag und Zielsetzung des auftraggebenden Unternehmens können in Inhouse-Seminaren Gesundheitsmanagement-Prozesse angestossen und Konzepte entwickelt werden, welche bei den Mitarbeitenden ein Mehr an Gesundheit und weniger Burnout bewirken.