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In Ennetbürgen befindet sich entlang des Seeufers ein einzigartiges Ensemble von Chalets. Nach der Aufschüttung des Seeufers und der Anlage eines Quais baute hier die Beckenrieder Chaletfabrik Murer in den 1930er- bis 1950er-Jahren Chalets mit traditioneller Architektur und einheitlicher Formensprache.
Im 19. Jahrhundert wanderten die behäbigen Chalets von den Alpen ins Flachland und wurden zum Schweizer Exportartikel. Der Bau von Chalets war um 1900 ein internationales Geschäft. An den Weltausstellungen präsentierte sich die Schweiz mit Chaletsiedlungen, welche die romantischen Vorstellungen unterstrichen, die man im Ausland von der freiheitlichen Schweiz und der Alpenwelt hatte. In der Schweiz erlebte das Chalet in der Zwischenkriegszeit eine neue Wertschätzung mit der Rückbesinnung auf traditionelle Werte und der Heimatschutzbewegung. Das Chalet ist bis heute ein Symbol der Swissness geblieben.
Die Entwicklung Ennetbürgens und des Stanserbodens ist eng mit Massnahmen zur Bodenverbesserung verbunden. Erst die Aufschüttung des Seerieds ermöglichte den Siedlungsbau direkt am Seeufer. Und dank der Melioration der Allmend-Rieder entlang der Engelberger Aa gewann man fruchtbares Kulturland.
So wie bei Ennetbürgen sind in ganz Nidwalden die grossen Riede, die den Bauern während Jahrhunderten Stallstreue lieferten, vor und während des Zweiten Weltkriegs entwässert worden. Anstatt die neuen Kulturlandflächen wie anfänglich geplant für den Acker- und Futterbau zu nutzen, überbaute man seit den 1950er-Jahren einen grossen Teil mit Industriearealen und Wohnsiedlungen. Ohne die Trockenlegung der Allmendrieder wäre die industrielle Entwicklung, wie sie Nidwalden dank der Ansiedlung des Militärflughafens und der Pilatus-Flugzeugwerke in der Ennetbürger Allmend erlebte, nicht möglich gewesen.