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St.Gallisch-Appenzellische-Eisenbahn
Geschichte
Bereit 1836 vor die erste Eisenbahn in der Schweiz gefahren ist, wurde im Wirtshaus Krone in Rorschach über neue Verkehrswege diskutiert. Die neuen Verkehrswege sollten eine Verbindung in die Kantonshauptstadt St.Gallen und Richtung Rheintal führen. Die Stadt Rorschach war zu jener Zeit die führende Hafenstadt am Schweizer Bodenseeufer, keiner ahnte zu dieser Zeit das die Vormachtstellung von Rorschach am Schweizer Ufer in Frage gestellt würde.
Aus Technischer Sicht war eine Eisenbahnlinie von Rorschach nach St.Gallen mit 20‰ unmöglich zu betreiben. Die Lokomotiven konnten nur kleine Steigungen bewältigen, auf der Strecke von Rorschach nach St.Gallen war die Steigung zu gross.
Zuerst war es ein Verein
Die Geburtsstunde der St.Gallisch-Appenzellische-Eisenbahn (SGAE) war der 25.Februar 1846 als der St.Gallisch-Appenzellische-Eisenbahn-Verein gegründet worden ist. Der Verein machte die Vorarbeiten für eine Künftige Eisenbahn in Technisch, Wirtschaftlich und Politischen belangen.
Am 27. Mai 1852 wurde die St.Gallisch-Appenzellischen-Eisenbahngesellschaft gegründet. Das Ziel der Eisenbahngesellschaft war eine Eisenbahnlinie von Rorschach nach Winterthur zu bauen. Und die Linie in einem Späteren schritt nach Zürich und Basel zu verlängern. Die Gesellschaft sollte mit einem Aktienkapital von 12Mio. Fr. Ausgestattet werden, schon bald zeigte sich das für den Streckenbau mehr Geld benötigt wird, darauf erhöhte man das Aktienkapital auf Fr.14’250’000.-. Im Weiteren wurde für die Finanzierung der Bahn eine Anleihe von 5.5Mio. Fr. Aufgenommen.
Lienenführung und Konzession
Die Linienführung und die Konzessionierung der Eisenbahnlinie vom Bodensee bis nach Winterthur war aus mehreren Hinsichten nicht einfach. Die Topographie war für eine Eisenbahnlinie viel komplexerer als für eine Eisenbahn durch den Thurgau. Der Kanton Thurgau konnte seine Zürich-Bodenseebahn dank Zürcher Hilfe aufgleisen. Sie hielten nicht viel vom St.Galler Konkurrenzlinie.
Anfänglich sah es so aus als das nur eine Eisenbahnlinie an den Bodensee gebaut würde. Um die Unterstützung des Kantons Thurgaus zu sichern, gab es Pläne die Linie von Winterthur nach St. Gallen – Rorschach via Frauenfeld und weiter durch das Murgtal nach Will zu bauen. Man dachte, wenn die Kantonshauptstadt einen Bahnanschluss erhielte, reiche dies zumindest vorläufig. Der Thurgau könne dann später ein Lokalbahnprojekt nach Romanshorn bauen.
Die Trassierung von Rorschach bis Flawil war relativ unbestritten. Ab Flawil gab es mehrere Varianten wie die Äbtetestadt Wil an die Bahnlinie angeschlossen werden könnte. Es gab auch eine Linienführung nach Winterthur die den Kanton Thurgau umfahren hätte. Die Strecke wäre von Flawil über Jonschwil-Mühlrüti und einem Tunnel durch die Hulftegg ins Tösstal nach Steg gewesen. Eine solchen Linienführung durch das Voralpinen-Gebiet hätte jeden Finanzierungsrahmen gesprengt.
Im Juni 1852 erteilte der Kanton St.Gallen führ den St.Galler-Streckenabschnitt die Konzession. Im Gleichem Jahr erteilte der Kanton Zürich die Konzession für die Strecke Elgg (Kantonsgrenze)-Winterthur an die St.Galische-Appenzellischen-Eisenbahn. Nur für den Thurgauer-Streckenabschnitt von Aadorf-Sirnach und das kurze Stück bei Rickenbach bei Will fehlte noch. Der Druck auf den Kanton Thurgau wurde immer grösser, es wurde sogar die Zwangs-Konzessionierung durch den Bund erwogen. In Verhandlungen zwischen dem Kanton Thurgau und St.Gallen wurde eine Lösung für den Konflikt gefunden. Der Deal sah vor das der Thurgau die SGAE die Konzession erteilt (Geschah am 9.März 1853), im Gegenzug erhält die Schweizerische Nordostbahn das recht eine Eisenbahnlinie von Romanshorn nach Rorschach zu bauen.
Bau und Eröffnung
Schon am 30.März 1853 wurde mit dem Bau der SGAE begonnen. Die Strecke wurde in vier Bau Sektoren aufgeteilt. Die herausfordernde Linienführung zwang zu manchen Brücken, die grösste ist sicherlich die Brücke über die Sitter in St.Gallen.
Die SGAE konnte die Strecken von Winterthur nach Rorschach ab 1855 schrittweise in Betrieb nehmen.
Winterthur-Wil 14.Oktober1855
Wil-Flawil 25.Dezember 1855
Flawil-Winkeln 15.Februar 1856
Winkeln-St.Gallen 25.März1856
St.Gallen-Rorschach-Rorschach Hafen 25.Oktober 1856
Ich möchte nur zwei Besonderheiten der Bahnstrecke der SGAE eingehen. Wie bekannt war Rorschach der Schweizer Hafenstandort, darum verwundert es nicht das eine Station direkt beim Kornhaus beim Rorschacher Hafen gebaut wurde. Dort befindet sich auch die Altstadt von Rorschach. Etwas ausserhalb wurde noch eine Station gebaut, dort war der Anschlusspunkt für die Linie durch das Rheintal. Damit ein Zug von Rorschach Hafen nach St.Gallen fahren konnte musste er in Rorschach die Fahrrichtung wechseln.
In Winterthur folgt die Bahnlinie der SGAE dem Streckengleis der Schweizerischen Nordostbahn bis zum Stadtrain-Übergang. Dieser Streckenabschnitt wird erst in den 1870er Jahren speziell, als die Tösstalbahn und die Schweizerische Nationalbahn auch noch je ein Streckengleis bauten. So lagen nun vier Gleise zwischen dem Bahnhof Winterthur und dem Übergang am Stadtrein. Die vier Einspurigen Linien wurden erst unter SBB Ära in zwei Doppelspuren umgebaut. Heute besteht sogar ein Gleiswechsel zwischen den beiden Doppelspuren.
Suche nach Geld
Der Bau der SGAE verschlang Unsummen von Geld. Die Direktion der SGAE suchte nach Investoren im In- und Ausland. Die entsandte Delegation kam mit der Finanzgruppe «Réunion financière» unter Führung des Hause Rotschild in Kontakt. Diese wollten nicht in kleine Eisenbahngesellschaften Investieren, sie wollten viel mehr das sich die Eisenbahnen zu einem grossen Unternehmen zusammenschliessen. Unter Französischer Vermittlung Endstand die Vereinigten Schweizerbahnen.