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Korrigendum: letzten Ratgeber habe ich geschrieben, dass zur Behandlung der Symptome der Windpocken auch Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen eingesetzt werden können. Das wird nach heutigem Wissensstand nicht mehr empfohlen! Die auslösenden Viren können ausnahmsweise Verursacher schwerwiegender Komplikationen von Haut- und Weichteilinfektionen sein. Eine Mitwirkung von z.B. Ibuprofen an der Verschlechterung dieser Infektionen kann nicht ausgeschlossen werden. Während einer Windpockeninfektion sollte daher die Anwendung von Ibuprofen-haltigen Präparaten wie zum Beispiel Algifor Dolo Junior Suspension, Beutel Tabletten etc.; vermieden werden.
Mumps wird lateinisch als Parotitis epidemica bezeichnet = eine anfallsweise häufig auftretende Ohrspeicheldrüsen-Entzündung. Umgangssprachlich heisst sie Ziegenpeter, wahrscheinlich, weil der Gesichtsausdruck mit den geschwollenen Drüsen etwas „dümmlich“ wirkt und scheinbar können Ziegen eine ähnlich „aussehende“ Erkrankung haben. Durch die lebenslange Immunität nach der überstandenen Erkrankung zählt sie zu den klassischen Kinderkrankheiten. In der Schweiz ist sie im Gegensatz zu Deutschland nicht meldepflichtig. Die Erkrankung ist in der Regel unproblematisch. Einige Komplikationen sind so unerfreulich, dass eine Vorbeugung sinnvoll ist. Und je älter die Erkrankten sind, desto schwerer kann der Verlauf werden.
Ursache:
Der Auslöser ist ein nur den Menschen befallendes Virus der Gattung Rubula, die zu den Paramyxoviriden gehören. Unterschiedliche Genotypen kommen geographisch gehäuft vor. Der Genotyp G nimmt weltweit zu.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von ca.12 bis 25 Tagen treten klassischerweise Fieber und eine ein- oder doppelseitige entzündliche Schwellung der Ohrspeicheldrüse auf.
Der Patient zeigt die typischen „Hamsterbacken“ mit abstehendem Ohrläppchen. Die Ohren schmerzen und Kauen wird zur Qual (weiche und säurearme Nahrung bevorzugen). Auch andere Drüsen können mit einer Entzündung reagieren wie z.B. die Bauchspeicheldrüse mit Oberbauchbeschwerden bis zu Erbrechen und fetthaltigen Stühlen. Durch die grosse Variabilität der Beschwerden (auch nur grippeartige oder respiratorische Symptome) verläuft die Erkrankung meist unbemerkt.
Komplikationen:
- Hirnhautentzündung ist bei Kindern die häufigste Komplikation. Sie ist u.a. erkennbar an der schmerzhaften Nackensteifigkeit, Lichtscheu Kopf- und Nackenschmerzen. Sie tritt bereits eine Woche vor oder bis zu 3 Wochen nach Beginn der Erkrankung auf.
- Ertaubung: bei 1:10`000 Infektionen kann eine meist vorübergehende Innenohrschwerhörigkeit auftreten, entweder ein oder auch beidseitig.
- Hodenentzündung: bei 30 % der Fälle bei Jungen und Männern sind auch die Hoden betroffen. Die Entzündung beginnt am Ende der ersten Krankheitswoche mit erneutem Fieberanstieg und einer schmerzhaften Schwellung. Im schlimmsten Fall bleibt eine Unfruchtbarkeit als Spätschaden. Andere Drüsen wie oben erwähnt (Bauchspeicheldrüse, Eierstöcke, Schilddrüse) können ebenfalls betroffen werden.
Therapie:
Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung. Während des üblichen Verlaufs werden die Symptome gelindert: (kühlende) Wickel, nötigenfalls Fiebersenkung und Schmerzbehandlung. Der Arzt kann allenfalls eine Therapie mit Cortison durchführen.
Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Die Erkrankten können bereits 3 bis 5 max. 7 Tage vor Ausbruch Andere anstecken bis in die frühe Rekonvaleszenz. Längstens 9 Tage nach dem Ausbruch können die Erkrankten wieder in die Schule / Kindergarten etc. Bei recht vielen verläuft die Erkrankung unbemerkt (30-40%). Sie sind aber ebenfalls in der Lage über Tröpfchen-Infektion andere anzustecken. Daher ist eine Vorbeugung = Impfung wirklich ein Schutz. Besonders für jene, die eine Impfung auf Grund ihrer Immunsituation nicht vertragen.
Vorbeugung:
Es gibt nur eine Kombinations-Impfung, die gleichzeitig auch vor Masern und Röteln schützt (und eine weitere, die zusätzlich noch vor Windpocken schützt). Geimpft werden neu seit 2019 alle Säuglinge: das erste Mal mit 9 Monaten und zwingend für einen guten Schutz das 2. Mal mit 12 Monaten. Der Mindestabstand muss 1 Monat sein.
Es gab 2 grössere Mumps-Epidemien in der Schweiz 1994-95 und 99 und 2000, durch die damalige Verwendung des zu schwachen Impfstoffes.
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