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Procap wurde 1930 als Schweizerischer Invalidenverband ( SIV ) in Olten gegründet. Der Gründer Henri Pavid, lebte mit einer Prothese und erfuhr am eingenen Leib, wie es ist, ohne staatliche Unterstützung invalid und arbeitslos zu sein. Deshalb suchte er Leidensgenossen und verfolgte mit ihnen das Ziel eine Invalidenversicherung zu schaffen. Daneben gründete er eine Verkaufsorganisation welche unter anderem Seifen verkaufte. Betroffene hausierten mit den Produkten, um so einen kleinen Verdienst zu erwerben. Mit dem Erlös wurden den Verbandsmitgliedern Prothesen finanziert. Nach dem Tod von Henri Pavid 1949 folgte mit neuen Leuten an der Verbandsspitze eine Phase des Wachstums und der Konsolidierung des bisher erreichten.
Es wurde ein Anwalt mit Sozialgefühl und menschlichen Ansichten gesucht. Gefunden wurde der einzigartige Dr. Manfred Fink, er übernahm den Rechtschutz, den heutigen Procap Rechtsdienst. Zusätzlich wurde er Berater der Geschäftsleitung und Zentralsekretär. Diese Funktion behielt er bis zu seinem Tode 1984.
Die Verkaufsorganisation des SIV erwirtschaftete nach vielen erfolgreichen Jahren leider einen immer höheren Schuldenberg und wurde 1965 aufgelöst.
Die einzige erfolgreiche Einnahmequelle war der Verkauf des Schweizerischen Invaldien-Kalenders. Doch auch dieser Verkauf wird mit den Jahren aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt.
Mit Ausnahme von wenigen Jahren produzierte der SIV eine Invalidenzeitung, welche heute noch immer als Procap Magazin veröffentlicht wird.
Das sozialpolitische Engagement wurde im Laufe der Jahre immer stärker. Der SIV spielte im Kampf um die Einführung der Invalidenversicherung eine wichtige Rolle. In den 50er Jahren nehmen die Bundesbehörden aufgrund des grossen Druckes endlich die Realisation einer Invalidenversicherung in die Hand. Nachdem der SIV eine Initiative dazu einreichte trat am 1. Januar 1960 die lang ersehnte Invalidenversicherung in Kraft. Die wichtige Arbeit des SIV wurde erkannt und von nun an mit finanziellen Beiträgen vom Bundesamt für Sozialversicherungen BSV unterstützt.
1960 entstand die Sportgruppenvereinigung des SIV , welche unter dem heutigen Namen «Procap Sport» in verschiedenen Regionen immer noch aktiv ist. 1962 wurde in La Chaux-de- Fonds eine erste Behindertenwerkstatt eröffnet. 1995 ist das Gründungsjahr des damaligen Reisebüros «Nautilus» heute bekannt unter dem Namen «Procap Reisen».
2002 bekam der SIV einen neuen Namen. Das Wort «invalid» wurde von vielen Mitgliedern als diskriminierend empfunden, deshalb nennt sich der Verband heute «Procap»
Heute ist Procap der grösste Mitgliederverband von und für Menschen mit Handicap in der Schweiz. Mittlerweile zählt unsere Selbsthilfeorganisation über 21'000 Mitglieder in rund 40 regionalen Sektionen und 30 Sportgruppen.
Wir kämpfen im Kleinen wie im Grossen für Menschen mit Behinderungen, damit sie:
- gleichwertig und selbstverständlich in das gesellschaftliche Leben integriert sind.
- genügend Ausbildungs- und Arbeitsplätze erhalten.
- durch bauliche Hindernisse nicht eingeschränkt werden.
- sich am kulturellen und gesellschaftlichen Leben beteiligen können.
- finanzielle Unterstützung erhalten, um menschenwürdig und selbstbestimmt zu leben.
Wir kämpfen für eine inklusive Gesellschaft . Diese respektiert Menschen so, wie sie sind; mit ihren grossen oder kleinen Handicaps, mit ihren Stärken und ihren Schwächen.
Im Gründungsjahr von Procap Schweiz entstand die erste Sektion im Kanton Zürich, 1943 wurde die Zürcher Sektion Procap Wädenswil und Umgebung gegründet und 1976 folgte die Sektion Züri Oberland. Die regionale Sektion Winterthur wurde 2002 Procap Züri Oberland angegliedert. Alle Sektionen waren unabhängig voneinander und boten ein abwechslungsreiches Vereinsleben an. Nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe unterstützten sich die Mitglieder gegenseitig im Alltag. Besuchsdienste und verschiedene Veranstaltungen boten die Möglichkeit der Einsamkeit zu entfliehen und neue Kontakte zu knüpfen.
Alle Zürcher Sektionen waren eigenständige Vereine, standen aber in regem Kontakt zu einander. 2006 wurde aufgrund der gesamtschweizerischen Professionalisierung, welche das BSV in Auftrag gab, im Kanton Zürich eine eigene Sozialversicherungsberatungsstelle eingerichtet. Die regionalen Sektionen blieben nach wie vor die ersten Anlaufstellen für die Mitglieder, anschliessend konnten die Beratungen durch Sozialversicherungsfachleute, in Zusammenarbeit mit dem Rechtsdienst von Procap Schweiz weitergeführt werden.
Seither wird das Vereinsleben immer weniger genutzt und die Betroffenen sehen in Procap lediglich eine Beratungsstelle. So wurde immer wieder über einen Zusammenschluss dieser Sektionen diskutiert und verhandelt.
2016 wurde dieses Vorhaben dann konkret in die Wege geleitet und die Mitglieder stimmten einer Fusion zu.
Am 5. September 2017 fand im Restaurant Albisgüetli in Zürich die Gründungsversammlung des neuen Vereins Procap Zürich statt. Die drei regionalen Sektionen wurden per Ende 2017 aufgelöst und am 1. Januar 2018 startete die neue Sektion mit einem neuen Vorstand, der neu eingestellten Geschäftsführerin Yolanda Gottardi und den bisherigen Mitarbeiterinnen in den Regionen.