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Franziska Heuberger hat ein grosses Ziel vor Augen: Sie möchte so bald als möglich wieder bei ihren Kindern sein. Trotz körperlicher Einschränkungen, die sie in den Rollstuhl zwingen, macht sie täglich Sport und kann dank TIXI an den Wochenenden ihre Tochter abholen. Die 48-jährige Mutter einer achtjährigen Tochter und eines vierjährigen Sohnes wohnt vorübergehend in einem Wohnheim.
Für sie, die seit ihrer Jugend die Unabhängigkeit liebt, ist das nicht einfach. Mit 16 Jahren zog sie nach Basel, machte dort eine Lehre als Telefonistin bei der ehemaligen PTT und lebte danach in Lausanne. Beruflich wollte sie mehr erreichen und holte im Fernstudium die Erwachsenenmatur nach. Sie arbeitete danach bei der Swisscom und absolvierte berufsbegleitend die Schule für Soziale Arbeit in Luzern.
Operation mit schwerwiegenden Folgen
Ihre Krankheit, die Multiple Sklerose, blieb lange unerkannt. Mit 23 Jahren wurde das Fatigue-Syndrom diagnostiziert. Es äussert sich durch eine signifikante Müdigkeit und ist eine Begleiterscheinung verschiedener chronischer Erkrankungen. «Ich dachte, ich hätte eine Depression», erzählt sie rückblickend. Erst mit 28 Jahren erhielt sie die Diagnose MS, als sie den ersten und bisher einzigen Schub erlitt.
«Mit TIXI bleibe ich autonom»
Die Krankheit verschwand wieder vollständig. Den Vater ihrer Kinder lernte sie 2009 kennen und wurde relativ spät Mutter. 2019 ging sie zu einem Neurologen wegen Gefühlslosigkeit im Arm. Es wurde ein Kavernom, eine Gefässmissbildung, im Stammhirn entdeckt. Durch das schnelle Wachstum bestand die Gefahr eines Schlaganfalls und eine daraus resultierende starke Behinderung.
«Dank TIXI erhalte ich viele Freiheiten. Die Fahrer sind sehr dienstleistungsorientiert und fahren sicher.»Franziska Heuberger TIXI Fahrgast
Im November 2019 wurde sie operiert. Es war ein schwieriger Eingriff. Als sie aufwachte, konnte sie weder sehen noch aufrecht gehen. Für Franziska Heuberger war es ein massiver Rückschlag in ihrem Leben. Obwohl sie heute wieder normal sehen kann und sich ihr Zustand verbessert hat, kämpft die starke Frau für ihre Genesung.
«Die Kinder bedeuten mir alles»
Die zwei wichtigsten Anliegen in ihrem Leben sind für Franziska Heuberger der Zugang zu ihren Kindern und eine angemessene Therapie. Viele Heime sind seit dem ersten Lockdown im März 2020 nicht mehr offen für Besucher. Auch Franziska Heuberger war vom Besuchsverbot betroffen und erreichte mit der Unterstützung der Unabhängigen Beschwerdestelle für das Alter und anderer Organisationen eine Ausnahmeregelung, die bei Härtefällen zum Tragen kommt.
«Es braucht Energie, die ich für meine Genesung benötigen würde.»Franziska Heuberger TIXI Fahrgast
Seit Beginn gibt sie nicht auf, geht hochmotiviert in die Physiotherapie und kämpft sich täglich zurück in ein autonomes Leben. Sie vermisst ihre Kinder unendlich, möchte sie aufwachsen sehen und mit ihnen den Alltag teilen.
«Ich lasse mich nicht behindern»
«Die Leute meinen, ich sei geistig behindert. Da ich eine klare Meinung habe und auch betone, dass man normal mit mir reden kann, werde ich mehr respektiert.» Schwierig sei es für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung. Sie seien mehr ausgeliefert.
Die Schweiz habe Nachholbedarf in Sachen Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, sei es bezüglich Barrierefreiheit im ÖV, des Zugangs zu Freizeiteinrichtungen oder anderer Grundrechte. Den Fahrdienst von TIXI Zürich schätzt Franziska Heuberger sehr.
Der Sohn kann aufgrund seines Alters über das Wochenende nicht im Wohnheim bleiben. Bis sie wieder vereint sind, übt Franziska Heuberger die täglichen Handgriffe. Sie wäscht selbst, kocht kleine Mahlzeiten und wünscht sich mit den entsprechenden Unterstützungsleistungen eine baldige Rückkehr in die Normalität. Für sie heisst das ein Leben mit ihren Kindern in einer rollstuhlgängigen Wohnung.