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Was sind Stufenakkorde?
Akkorde können in Tonarten «eingeordnet» werden, ähnlich wie Farben in eine Farbpalette. Stufenakkorde können einer Dur- oder einer Moll-Tonart zugeordnet werden. Das Wissen über die Stufenakkorde einer Tonart hilft dir, Übersicht zu behalten und zu verstehen, wie Akkordfolgen funktionieren.
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So wie jede Tonart 7 eigene Töne hat, so hat sie auch 7 Akkorde, die ihr «eigen» sind. Wenn du diese Akkorde spielst, «transportieren» sie die Tonart, so wie die 7 Töne auch. Werden andere Töne oder andere Akkorde gespielt, als die Tonart-eigenen, entsteht der Eindruck einer Modulation (Tonartwechsel) oder die Melodie/Akkordfolge klingt «atonal», was soviel heisst wie «ohne klar erkennbare Tonart».
Wenn du z.B. in der Tonart C-Dur bist, sind die 7 Tonart-eigenen Töne C, D, E, F, G, A und B. Das sind am Klavier alle weissen Tasten. Wenn du auf jedem dieser Töne einen Dreiklang baust, kommst du auf die 7 Tonart-eigenen Akkorde C, Dm, Em, F, G, Am und B°. Dies sind die 7 Stufen-Akkorde der Tonart C-Dur.
Dieses Vorgehen kann nicht nur von C aus, sondern von allen 12 Tönen aus gemacht werden. Um dies zu veranschaulichen, setzen wir die 12 Halbtonschritte einer Oktave auf einen Frequenzstrahl, denn der tatsächliche Abstand zwischen den 12 Tönen ist in der heutigen Musik exakt gleich.
Wenn wir jetzt die 7 Töne der C-Dur-Tonleiter hervorheben, bildet sich eine Art «Kamm», bei dem jede Spitze auf einen der 7 Töne zeigt. Die erste Spitze ganz links zeigt auf den Grundton (C).
Das ist der Dur-Tonleiter-Kamm. Er bildet die Abstände der Töne in einer Dur-Tonleiter ab. Seine erste Spitze ist die Grundton-Spitze, die immer auf den Grundton zeigt. Um jetzt eine beliebige andere Tonart zu finden, kann der Kamm einfach parallel verschoben werden.
Wenn du ihn z.B. so verschiebst, dass die erste Spitze auf den Ton Es zeigt, dann ist der neue Grundton ein Es. Somit zeigen die 6 anderen Spitzen auf die 6 restlichen Töne der Es-Dur-Tonleiter.
Probier’s aus!
Wähle eine Tonart, um den Dur-Kamm zu verschieben:
Die Super-Powers der Stufenakkorde
Stufenakkorde ermöglichen eine Übersicht, die mit blossen Akkordbezeichnungen nicht möglich ist.
Beispiel: Du hast drei Lieder, von denen du dir die Akkorde merken willst:
Ohne Stufenakkorde hättest du dir 3 × 3 = 9 Akkorde in der richtigen Reihenfolge merken müssen. Mit Stufenakkorden findest du heraus, dass alle drei Lieder dieselben Stufen haben und du musst dir nur drei Stufen/Akkorde merken.
Wie funktionieren Stufenakkorde?
Der Dreiklang auf dem Grundton der Tonart ist die Stufe I. Der Dreiklang auf dem zweiten Ton der Tonleiter ist die Stufe II usw.
So ergeben sich z.B. in der Tonart C-Dur die Stufen:
Hier wurde also auf jedem Spitz des Dur-Tonleiter-Kamms ein Dreiklang gebildet.
Das Lied La Bamba ist in C-Dur. Die Akkorde C F und G sind also hier die Stufenakkorde I, IV und V. Die Akkordfolge dieses Lieds kann also auf zwei Arten beschrieben werden. Entweder du sagst «Die Akkordfolge ist C F G» oder du sagst «Die Akkordfolge ist I IV V in C-Dur». Die Aussagen sind gleichwertig, beide beschreiben die Akkordfolge C F G.
Der Vorteil der letzteren Beschreibung ist, dass du in jeder Tonart spielen kannst. La Bamba in Es-Dur? Kein Problem. Nimm einfach die Stufenakkorde I, IV und V von Es aus. D.h. bau je einen Dreiklang in der Es-Dur-Tonleiter auf dem ersten (I), dem vierten (IV) und dem fünften (V) Ton.
Twist and Shout hat auch die Stufenakkorde I, IV und V, einfach von D-Dur aus.
Und Time of Your Life auch, diesmal von G-Dur aus.
Stufenakkorde zählen: von Dur oder von Moll aus?
Eine Akkordfolge in einer Moll-Tonart kann auf zwei Arten in Stufenakkorde verwandelt werden: einmal von Dur und einmal von Moll aus. Wenn wir beispielsweise die Strofe von Adele’s Rolling in the Deep anschauen:
Am Em G Em G
Die Tonart ist A-Moll. Die Stufen von A-Moll aus wären dann:
I V VII V VII
Von Dur aus müsste C als Stufe 1 betrachtet werden, weil C-Dur die Paralleltonart ist von A-Moll – und damit denselben Tonvorrat hat. Dann wäre die Stufenfolge in C-Dur:
VI III V III V
Beide Varianten sind richtig und haben ihre Vorteile. Es ist zwar komisch, eine Akkordfolge auf die Tonart C-Dur zu beziehen, in der der C-Dur-Akkord gar nicht vorkommt. Wer aber mit den 7 Dur-Stufen gut vertraut ist, für den ist die Dur-Variante «lesbarer», weil man sich sofort ein Bild von der Akkordfolge machen kann und z.B. sofort weiss, welche Akkorde es in einer Tonart sind. Wenn ich VI III V sehe, weiss ich sofort, dass ich in C-Dur die Akkorde Am Em G spielen muss.
Was an dieser Stelle trotzdem Sinn macht, ist die Funktionen der einzelnen Stufen anzuerkennen. Die Akkorde Am und Em z.B. haben eine «Quintbeziehung» (Em ist die Quinte von Am) und diese ist in der Moll-Schreibweise sofort sichtbar: I V sieht nach einer Quint aus. In der Dur-Schreibweise ist das nicht der Fall.
Um die Notation noch klarer zu machen, kann in der Stufenschreibweise die Art der Akkorde mitberücksichtigt werden, indem für Dur-Akkorde grosse und für Moll-Akkorde kleine Ziffern benutzt werden. So wäre die Akkordfolge dann von A-Moll aus:
i v VII v VII
So ist es lesbarer, insbesondere für Menschen, die die Moll-Stufen noch nicht auswendig kennen.
Stufenakkorde Übersicht und Beispiel
Da es sich bei den Stufen um eine «relative» (vom Grundton abhängige) Sichtweise handelt, sind die Arten der Akkorde für die Stufen immer gleich. Die erste Stufe in Dur ist immer Dur, die zweite Stufe ist immer Moll usw. So können die Stufenakkorde folgendermassen in einer Tabellen-Übersicht zusammengefasst werden:
Genauso kann auch anstatt von der ersten Stufe, von der sechsten Stufe aus gezählt werden. Dann entsteht eine Tabelle mit den Stufenakkorden von Moll aus:
Wichtig: Der Inhalt beider Tabellen ist identisch. Es ist lediglich der Anfang der Stufen-Zählung, der sich unterscheidet.
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