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Arbeitnehmende im Tessin gehen öfter wegen Rückenschmerzen zum Arzt und werden auch häufiger krankgeschrieben als Arbeitnehmende in der Deutsch- und Westschweiz. Diese und weitere Erkenntnisse zogen Forscher des Instituts für Gesundheit und Kommunikation der Universität Lugano aus einer Studie, die sie im Auftrag der Suva durchführten. Dafür waren Anfang 2011 in allen drei Sprachregionen 1256 Erwerbstätige mit Rückenproblemen befragt worden. Mit einer Auswahl von ihnen wurden zudem vertiefende Interviews geführt.
Gemäss der Studie sehen Tessiner und Romands häufiger als Deutschschweizer die Ursache für die Rückenschmerzen im Arbeitsstress. Tessiner suchen sich schneller ärztliche Hilfe und ertragen ihre Schmerzen weniger lang. Ihre Vorliebe liegt klar bei passiven Therapien – Massagen oder Bäderkuren beispielsweise. Deutschschweizer und Romands handeln dagegen selbständiger, haben eher schon eine Verdachtsdiagnose und Ideen für eine Behandlung.
Tessiner sind Bewegungsmuffel
Zudem bewegten sich Arbeitnehmende der deutschen Schweiz am meisten und am längsten, schreiben die Autoren. Die Westschweizer ihrerseits nehmen am häufigsten Medikamente gegen Rückenschmerzen oder die damit einhergehenden Beschwerden.
Mit einem gesundheitlichen Problem kommen dann die Tessiner aber besser zurecht als ihre Landmänner und -frauen in der Deutschschweiz und der Romandie. Sie akzeptieren ihre Beschwerden eher und lassen sich ihre Lebensfreude weniger von ihren Gebrechen trüben.