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Die offizielle Bezeichnung des Interim-Amtes von Dalla Torre lautet Statthalter des Grossmagisteriums. Diesen Posten hatte der 72-Jährige bereits 2008 für rund einen Monat inne.
Dalla Torre wurde 1944 in Rom geboren, hat sich während seines Studiums auf christliche Archäologie und Kunstgeschichte spezialisiert und lehrte an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom. Mitglied des Ordens wurde er 1985. Er folgt auf Matthew Festing, der im Januar zurückgetreten war, nachdem ihn Papst Franziskus dazu aufgefordert hatte.
Im Januar war Malteser-Grossmeister Matthew Festing zurückgetreten, nachdem ihn der Papst dazu aufgefordert hatte. Der Aufruhr im Orden hatte mit der Entlassung des Grosskanzlers Albrecht von Boeselager im Dezember begonnen. Dem Sohn des deutschen Widerstandskämpfers Philipp von Boeselager (1917-2008) war unter anderem ein jahrelang zurückliegender Streit zum Verhängnis geworden, bei dem es auch um die Verteilung von Kondomen in Myanmar ging.
Festing hatte sich anschliessend gegen eine Untersuchung der Vorfälle durch eine vom Vatikan eingesetzte Kommission gewehrt. Nach seinem Rücktritt wurde Boeselagers Entlassung wieder aufgehoben.
Im Februar hatte Papst Franziskus einen Bevollmächtigten bei dem fast tausend Jahre alten Orden ernannt. Bis zur Wahl eines neuen Grossmeisters werde Erzbischof Giovanni Angelo Becciu als Delegat an der Seite von Interimschef Ludwig Hoffmann von Rumerstein arbeiten, teilte der Vatikan mit. Becciu sollte bei der Vorbereitung des ausserordentlichen Kapitels des Ordens zur Wahl des neuen Grossmeisters und bei der möglichen Erneuerung der Malteser-Statuten helfen.
Der Staatsrat des Malteserordens war am Samstag auf dem Aventin-Hügel in Rom zusammengekommen. Obwohl Ex-Grossmeister Festing zuvor vom Vatikan gebeten worden war, der Wahl fernzubleiben, nahm auch er teil.
(SDA)