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Herausforderungen und Lösungsperspektiven der Mehrsprachigkeit in Schweizer Verbänden und Vereinen.
Vereine, Verbände und Hilfswerke beklagen ein abnehmendes Interesse an ehrenamtlichem Engagement und aktiver Mitgliedschaft. Als Ursache dafür werden häufig veränderte Werthaltungen als Folge einer umfassenden Individualisierung in der heutigen Gesellschaft genannt. Im Beitrag «Chancen kultureller Diversifizierung für Verbände» wird hingegen am Beispiel der Schweiz die These vertreten, dass die meisten Verbände der zunehmenden kulturellen Diversität noch nicht genügend Rechnung tragen und damit ein bestehendes Potenzial zur Mobilisierung von freiwilligem Engagement ungenutzt lassen. Voraussetzung dafür wäre aber die Bereitschaft, sich von einem Ethnozentrismus zu lösen, der gerade für weite Teile des Dritten Sektors traditionell kennzeichnend ist.
National und überregional tätige Verbände in der Schweiz müssen sich traditionell mit der Herausforderung der Mehrsprachigkeit insbesondere im Verhältnis zwischen deutsch- und französischsprachigen Mitarbeitenden auseinandersetzen. Erstmals liefert eine Befragung von über 40 Verbänden Hinweise darauf, wie gross diese Herausforderung eingeschätzt wird und wie sich Verbände mit einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen den Sprachgruppen von denjenigen unterscheiden, die von grösseren Schwierigkeiten berichten. Die Studie zeigt, dass neben der geographischen Lage des Hauptsitzes im Umkreis der Sprachgrenze der interne Sprachgebrauch und die Französischkompetenz der Deutschschweizer Beschäftigten bedeutsam sind, nicht jedoch die Grösse und Zusammensetzung des Verbands. Ausserdem bringt die Studie Wahrnehmungsunterschiede zwischen männlichen und weiblichen sowie deutsch- und französischsprachigen Führungskräften zu Tage.
Weiterführende Publikationen:
Eva Thomi und Markus Gmür (2015): Wie Schweizer Verbände den Röstigraben überbrücken. Verbands-Management 41/3, S. 20-27.
Kontakt:
Eva Thomi
Executive MBA in NPO-Management, Geschäftsführerin der Schweizerischen Bibelgesellschaft im fröhlichen Ruhestand