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Senĕgal,
Strom des nordwestl. Afrikas, 1430 km lang. Er umfaßt ein Gebiet von 440500 qkm und entsteht aus zwei Quellflüssen. Der Bafing (Baleo) entspringt im Gebirge von Futa-Dschalon, südwestlich von Timbo, in einer Höhe von 750 m ü.d.M. Er ist nicht schiffbar; zur Trockenzeit versiegt er fast ganz. Der Bakhoi hat seine Quellen nördlich von Didi. Nach der Vereinigung beider bei Bafulabe bildet der S. den 16 m hohen und 300 m breiten Wasserfall von Guina und unmittelbar vor Medina die Felufälle.
Bei Medina (1032 km von der Küste) liegt das Flußbett nur mehr 67 m ü.d.M. Hier mündet der aus Kaarta strömende, 200 km lange Kuniakari (Tarakole), welcher in der heißen Zeit nahezu austrocknet. 100 km weiter abwärts, oberhalb von Bakel, nimmt der S. den Faleme auf, der in Futa-Dschalon entspringt, Bambuk von Bondu scheidet und in der Trockenzeit nur aus einer Reihe von Tümpeln besteht. Am Zusammenfluß hat der S. eine Breite [* 2] von 300 m und eine Tiefe von 8 m in der Regenzeit. Bei Bakel (900 km von der Küste) tritt er aus dem Gebirgsland in weit ausgedehnte Sumpfgebiete. Er strömt in unzähligen ¶
forlaufend
Windun-856 gen und bildet große, äußerst fruchtbare Inseln, darunter die Elfenbeininsel oder Morfil. Etwa 266 km oberhalb seiner Mündung zerteilt sich der S. in eine Masse von Armen (Marigot) und in den Guiersee (150 km lang). Das Mündungsdelta umfaßt 1500 qkm. Fürchterliche Brandungen und eine je nach der Jahreszeit 2½–4 m tiefe Barre erschweren monatelang das Einlaufen in den Strom. An der Mündung liegen mehrere Inseln, darunter jene, auf welcher sich die Stadt St. Louis befindet.
Die periodischen Überschwemmungen machen das anstoßende Tiefland durch den zurückgelassenen Schlamm sehr fruchtbar, aber
auch ungesund. Der S. ist schiffbar für Dampfer bis Kayes, aber nur während der Regenzeit, von Juni bis
Mitte Oktober. Während der darauffolgenden Trockenzeit ist er nur schiffbar bis Mafu oberhalb Podor (400 km von St. Louis);
für ganz flache Schleppschiffe noch bis Bakel, doch nur bis Ende März. – Der Strom ist der Chretes oder Chremetes des Karthagers
Hanno und wird von spätern Autoren auch Stachir und Bambotus genannt. Der S. wurde 1447 von dem Portugiesen
Lancerota wieder entdeckt und nach den
Senegal-Berbern an seiner Mündung benannt. S. wird auch die Kolonie Senegambien (s. d.)
genannt.