Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/190752

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Rahmen der Agrarpolitik Instrumente zu schaffen, insbesondere finanzieller Art, die eine schweizweite Verstärkung der Landwirtschaft fördern, die auf Verträgen zwischen den Landwirtschaftsbetrieben und den Konsumentinnen und Konsumenten basiert.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt die wichtigen Funktionen regionaler Vertragslandwirtschaft (RVL) für ein nachhaltiges Ernährungssystem Schweiz. Resultate des Nationalen Forschungsprogrammes 69, "Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion", zeigen, dass RVL zur Diversifizierung der Versorgung beiträgt und zugleich gesundes und nachhaltiges Konsumverhalten unterstützt. </p><p>Die Agrarpolitik bietet verschiedene Instrumente zur Unterstützung von RVL-Initiativen an. So können gestützt auf Artikel 11 des Landwirtschaftsgesetzes (LwG) innovative Projekte im Bereich Qualität und Nachhaltigkeit gefördert werden. Beispielsweise wurde die Entwicklung des sehr erfolgreichen Open-Source-Administrationstools für RVL-Projekte "Open Olitor" unterstützt. Auch im Rahmen von Projekten zur regionalen Entwicklung kann der Bund Massnahmen im Bereich RVL fördern. Die Unterstützung des Bundes hat stets subsidiären Charakter. </p><p>Neben der RVL gibt es viele andere Geschäftsmodelle, die zu mehr Wertschöpfung und Nachhaltigkeit beitragen, wie etwa Direktvermarktung, Hofläden, lokale Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Gewerbe oder auch agrotouristische Angebote. Diese Vielfalt ist wichtig, um der Diversität der Bedürfnisse und Marktsegmente gerecht zu werden. Die einseitige Favorisierung von RVL-Initiativen erscheint dem Bundesrat weder notwendig noch zweckmässig. Sie könnte sogar zu einer Konkurrenzierung bestehender RVL-Initiativen führen, was nicht wünschbar wäre.</p><p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass die bestehenden agrarpolitischen Förderungsmöglichkeiten ausreichend sind und dass diese überall dort eingesetzt werden sollen, wo sie einen Beitrag zu Wertschöpfung, Qualität und Nachhaltigkeit leisten, und zwar unabhängig vom Geschäftsmodell der Initiative. Zudem gibt der Bundesrat zu bedenken, dass die Förderung eines nachhaltigeren Ernährungssystems Schweiz eine politikübergreifende Herausforderung ist, welche es entsprechend interdisziplinär anzugehen gilt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.