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Samuel Nebyu wurde 1993 in eine ungarisch-äthiopische Familie geboren und verbrachte einen Grossteil seiner Kindheit in Asien. Im Alter von sechs Jahren begann er mit dem Geigenspiel, mit fünfzehn nahm er sein Studium am Königlichen Konservatorium in Brüssel auf, wo er u. a. von Igor Oistrach unterrichtet wurde. Anschliessend arbeitete er an der belgischen Chapelle Musicale Reine Elisabeth mit Augustin Dumay zusammen und schloss seine Ausbildung am Boyer College der Temple University in Philadelphia ab. Samuel Nebyu konnte schon 2016 bei den Salzburger Festspielen auftreten. 2019 nahm ihn Anne-Sophie Mutter in ihr Förderprogramm auf: Gemeinsam mit der Stargeigerin interpretierte er Bachs Doppelkonzert; mit dem Ensemble Mutter’s Virtuosi bestritt er zuletzt im Herbst 2021 eine grosse Tournee mit 19 Konzerten in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich und der Schweiz. Im KKL Luzern brachte er im Duo mit Anne-Sophie Mutter Unsuk Chins Gran Cadenza zur Schweizer Erstaufführung. Samuel Nebyu trat bereits im Wiener Musikverein, in der Berliner Philharmonie, im Salzburger Mozarteum, im Brüsseler BOZAR, in der New Yorker Carnegie Hall und in der Walt Disney Hall in Los Angeles auf; er konzertierte in Tel Aviv und Jerusalem, in Buenos Aires, Peru und Kasachstan. Das Kimmel Center in Philadelphia präsentierte ihn 2019 als «Featured Soloist»; dort spielte er auch die Uraufführung von Jennifer Higdons The Singing Rooms für Violine, Chor und Orchester. Seine erste Solo-CD, die 2017 erschien, widmete Nebyu Music by Composers of African Descent. Ausserdem hat er Mozarts Sinfonia Concertante mit dem iPalpiti Chamber Orchestra eingespielt. Samuel Nebyu arbeitet gern mit zeitgenössischen Komponist*innen zusammen. Das jüngste Werk, das für ihn entstand, Tyson Davis’ Grey Fireworks, gelangt im seinem Debut-Konzert am 1. September 2022 erstmals zu Gehör.
Juli 2022