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Sport fördert die Gesundheit, das allgemeine Wohlbefinden und hält jung. Nicht ohne Grund wird von Ärzten körperliche Aktivität als beste Medizin beschrieben. Nicht nur professionelle Athleten und Hobbysportler schwören auf Sport, sondern auch zahlreiche erfolgreiche Businessleader und CEOs. Regelmässige Bewegung sorgt nicht nur für einen gesunden Körper, sondern stärkt auch die Psyche und ist eine effektive Methode, um Stress zu bewältigen.
Im Leistungssport ist die Gesundheit allerdings nur ein positiver Nebeneffekt. Der Hauptfokus liegt beim Aufstellen von neuen Rekordleistungen, Gewinnen von neuen Sponsorenverträgen und dem Kassieren von Siegesprämien.
Das Streben nach besseren Leistungen führt nicht selten zur Verwendung von leistungsfördernden Substanzen. Egal ob im Gewichtheben, Velofahren, Kunstturnen, oder Leichtathletik, fast in jeder Sportart konnten Athleten im professionellen Umfeld die Einnahme illegaler Substanzen nachgewiesen werden.
In diesem Artikel werden drei Dokumentarfilme vorgestellt, welche die Schattenseiten des Sports aufzeigen und meiner Meinung nach durchaus sehenswert sind.
1. Icarus
Netflix veröffentlichte vor Kurzem den Dokumentarfilm ‘Icarus’, welcher den Dopingskandal von Russland thematisiert. Die Dokumentation handelt von einem Amateur Radfahrer, welcher sich mit Hilfe von Dopingmitteln auf ein Rennen vorbereiten möchte. Auf der Suche nach einem erfahrenen «Coach» trifft er auf einen russischen Arzt namens Grigory Rodchenkov, welcher in einem vom Staat gesponserten Doping Programm für die Vorbereitungen auf die olympischen Spiele in Sochi involviert war.
Radfahrer «Bryan» nimmt regelmässig anabole Steroide wie Testosteron, sowie blutbildende Hormone (Epo) zu sich und es gelingt ihm dank den Anweisungen seines Mediziners, sämtliche Dopingtests zu umgehen. Entgegen allen Erwartungen platziert sich Ryan beim Rennen im hinteren Bereich der Rangliste, was wohl darauf zurückzuschliessen ist, dass alle anderen Athleten ebenfalls gedopt sind.
Die sportliche Karriere von Ryan wird im Verlaufe des Films nebensächlich. Der Fokus verlegt sich auf den Dopingskandal von Russland, bei welchem gemäss dem Arzt über 1’000 russische olympische Athleten während mehreren Olympiaden gedopt waren und nahezu zur vorzeitigen Disqualifikation sämtlicher Sportler bei den olympischen Spiegel 2016 in Rio führte.
Grigory Rodchenkov erklärt im Dokumentarfilm, wie Urinproben in russischen Laboren gezielt ausgetauscht und den Athleten teilweise unbewusst Dopingcocktails verabreicht worden sind, um deren Performance zu steigern. Unterstützt sei das Projekt nachweisbar von der russischen Regierung (Vladimir Putin), welche jedoch sämtliche Vorwürfe bis heute abstreitet. Die Story wird aus Sicht von Ryan geschildert, welcher sämtliche Gespräche zwischen ihm und Grigory aufnimmt und dabei höchst sensible Daten erfasst und schliesslich der New York Times publiziert.
Fazit: Ein äusserst interessanter und gleichzeitig beängstigender Dokumentarfilm, in welchem das hohe Mass an Korruption in der Sportwelt aufzeigt.
Expertenmeinungen zufolge ist damit zu rechnen, dass in sämtlichen Sportarten auf Spitzenniveau (und oftmals auch bereits im Amateursport) mit illegalen Substanzen gearbeitet wird.
2. Bigger, Stronger, Faster
Bigger, Stronger, Faster ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008. Der Amerikaner Chris Bell nutzt seine Erfahrungen mit anabolen Steroiden, um über die Verwendung in den USA und deren Auswirkungen auf Athleten zu berichten.
Chris ist mit den Vorbildern Schwarzenegger und Stallone aufgewachsen und teilt mit seinen beiden Brüdern den Wunsch nach grösseren Muskeln, mehr Kraft und Ruhm. In verschiedenen Sportarten wie etwa American Football, Powerlifting, Bodybuilding und Wrestling stellen sie ihre Muskeln unter Beweis und dokumentieren ihren Alltag. Offensichtlich ist zu erkennen, dass die sogenannten «Wundermittel» nicht nur physische Nebenwirkungen mit sich bringen, sondern auch Grund für familieninterne Probleme sind.
Gemäss Chris sind anabole Steroide Teil des American Dreams: Egal ob im Spitzen- und Amateursport, in der Model- oder gar in der Musikszene, Doping ist in praktisch in jeder Branche zu finden.
Der Dokumentarfilm beinhaltet aufschlussreiche und augenöffnende Interviews mit Bodybuildern, Ärzten und olympischen Athleten und zeigt auf, wie verbreitet der Gebrauch von entsprechenden illegalen Substanzen in den USA ist.
Der Film liefert tiefe Einsichten in drogenverseuchte Sportarten, gibt Auskunft zu einzelnen Hormonpräparaten und deren Nebenwirkungen und bringt zum Ausdruck, dass die Verwendung von Doping nicht nur das private Leben, sondern auch die Karrieren beeinflussen kann.
Fazit: Ein gut produzierter Dokumentarfilm über anabole Steroide, welcher nicht etwa pro oder kontra Doping argumentiert, sondern den Zuschauern die Bildung einer eigenen Meinung und Schlussfolgerung erlaubt.
3. Prescription Thugs
Der Dokumentarfilm aus dem Jahr 2015 wurde wie Bigger, Faster Stronger von Chris Bell produziert. Erneut verwendet der Produzent Ereignisse in seinem eigenen Umfeld, um den Zuschauern das in den USA vorhandene Problem mit rezeptpflichtigen Medikamenten zu präsentieren.
Der Film basiert auf dem Fakt, dass die USA mit 5% der gesamten Weltbevölkerung rund 70% der global hergestellten Medikamente konsumiert. Zudem soll jede zehnte Person in den Staaten eine Form von Antidepressiva verwenden.
Chris weist darauf hin, dass Pharmaunternehmen nur ein Interesse verfolgen, nämlich Profit zu generieren. Er erklärt, dass die von Medizinern und Ärzten verschriebenen Medikamente mehr Menschen töten, als Personen davon geheilt werden. In seinen Augen sind Ärzte nichts anderes als Dealer, während das amerikanische Volk die abhängigen «Junkies» sind.
Es wird aufgezeigt, wie einfach und unkompliziert ein neues Medikament auf den Markt gebracht werden kann, ohne dass die Auswirkung auf den menschlichen Körper gründlich geprüft ist.
Fazit: Prescription Drugs ist ein lehrreicher Dokumentarfilm, welcher ein oftmals akzeptiertes Problem in der heutigen Gesellschaft thematisiert. Dem Zuschauer wird bewusst, wie schnell man von Medikamenten abhängig wird und entsprechende Fälle oftmals gar im eigenen Umfeld zu finden sind.