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Die akute myeloische Leukämie (AML) ist ein Blutkrebs (Leukämie), bei dem die Entwicklung und Ausreifung von Blutzellen im Knochenmark gestört ist. Bei akuten Leukämien ist die Reifung von Vorläuferzellen gehemmt. Das erste Wort «akut» steht dafür, dass sich die Krankheit von einem Tag auf den anderen bemerkbar machen kann und schnell fortschreitet. «Myeloisch» steht für die Art der Vorläuferzellen, die betroffen sind. Dies ist im Falle einer AML die myeloische Vorläuferzelle. Aus myeloischen Vorläuferzellen entstehen im Knochenmark über mehrere Schritte rote Blutkörperchen, Blutplättchen sowie zwei Arten von weissen Blutkörperchen (Granulozyten und Monozyten). Jährlich erkranken zwei bis drei Personen von 100’000 an einer AML; aus diesem Grund ist sie eine seltene Erkrankung mit deutlicher Zunahme auf 15 bis 25 pro 100’000 Personen in der wachsenden Altersgruppe der 70- bis 85-Jährigen.
In der Schweiz erkranken jährlich zwischen 300 und 400 Personen an einer akuten Leukämie.
Orientierungshilfe – akute myeloische Leukämie AML

Das Blut – die Blutbildung

Das Blut setzt sich aus Blutzellen und Blutflüssigkeit (Plasma) zusammen. Die Blutzellen machen ca. 45% des Blutes aus.
Es gibt drei Typen von Blutzellen:
Blutzellen erneuern sich fortlaufend und werden im Knochenmark produziert. In der «Blutfabrik», respektive dem Knochenmark, befindet sich daher ein grosses Lager an Blutstammzellen, aus denen später verschiedene Blutzellen heranreifen. Die Blutstammzellen wachsen entweder zu lymphatischen oder myeloischen Vorläuferzellen heran, aus denen sich dann die verschiedenen Blutzellen bilden. Bei einem gesunden Menschen entwickeln sich von jeder Sorte Blutzellen genau so viele, wie der Organismus benötigt. Bei einem an Leukämie erkrankten Menschen hingegen entarten nicht ausgereifte Vorstufen von Blutzellen und vermehren sich unkontrolliert. Das Problem an diesem Mechanismus ist, dass daraufhin entweder massenweise unreife und nicht funktionsfähige Blutzellen ins Blut fliessen oder dass das Blut von einem einzelnen, zuerst noch reifen und funktionsfähigen Bluttypen, überschwemmt wird.
Ursache
Die genaue Ursache für die meisten Leukämien ist noch nicht geklärt. Gewisse Faktoren können das Erkrankungsrisiko erhöhen, führen aber nicht bei allen Betroffenen zu einer Leukämie.
Symptome
Da bei einer Leukämie die Leukämiezellen gesunde Blutzellen verdrängen, können diese ihre normale Funktion nicht mehr ausüben. Dies kann unter anderem zu Belastungsschwäche und Müdigkeit durch die Anämie (Blutarmut) führen.
Folgende weitere Symptome können auf eine AML hinweisen:
- Mangel an gesunden weissen Blutkörperchen
- Weniger Blutplättchen (Nasenbluten, Unterhautblutungen)
- Gewichtsverlust
- Nachtschweiss
- Geschwulste an anderen Körperteilen.
Behandlungsmöglichkeiten
Bei Behandlung einer AML wird zuerst bestimmt, ob eine Person fit genug für eine intensive Chemotherapie ist. Eine intensive Behandlung erfolgt in der Regel in zwei Phasen. In der ersten Phase wird eine intensive Induktionschemotherapie durchgeführt, mit dem Ziel, die Leukämiezellen ganz (Vollremission) oder teilweise (Teilremission) abzutöten und so eine Normalisierung der Blutwerte zu erreichen. Die zweite Phase nennt sich Postremissionstherapie oder Konsolidierungstherapie und hat zum Ziel, einen Krankheitsrückfall zu verhindern. Falls ein passender Spender für eine Stammzelltransplantation gefunden werden kann, erfolgt in der Regel eine Knochenmarktransplantation, mit der Chance auf dauerhafte Heilung.
Bei weniger fitten Patienten, welche diese intensive Hochdosis-Chemotherapie nicht tolerieren können, werden medikamentöse Therapien eingesetzt, welche die Symptome der Krankheit reduzieren und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können.
Quellen:
- Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Leukämie bei Erwachsenen», 2. Auflage, 2015, 2011
- Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Krebs in der Schweiz eine Übersicht», 1. Auflage, 2017