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Joy war eigentlich nicht mein Hund. Er bzw. sie hatte mich adoptiert. Als ich vor ein paar Jahren ab und zu unsere neue Wohnung im Rohbau besuchte, jaulte Joy auf der anderen Seite einer hohen Tujahecke in einem schönen, grossen Garten. Sie jodelte regelrecht und ich merke bald, dass ihr Dasein sie langweilte und dass sie dringend Gesellschaft suchte. Später zügelten wir in die fertige Eigentumswohnung. Der Hund liess mir keine Ruhe. Als ich meinen neuen Nachbarn kennen lernte, sprach ich ihn darauf an. Ich erfuhr, dass seine Frau oft krank und im Spital sei, sein Sohn in der Ausbildung und er als Gartenbauer den ganzen Tag auswärts bei Kunden sei. Leider könne niemand mit dem Hund Gassi gehen. Ich fragte ihn, ob er etwas dagegen hätte, wenn ich diese Aufgabe übernehmen würde. Natürlich nicht, sagte Ueli und kaufte mir eine neue Hundeleine und seither machten wir zwei - der Hund und ich - fast jeden Tag Spaziergänge durch das neue Dorf. Mir half es gegen meine Rückenprobleme und dem Hund gegen die Langeweile.
Was man dabei für Leute und Hunde kennen lernt! Z.B. die kleine Woopie im Garten eines Einfamilienhauses, die immer weinte vor Freude, der dauererregte Astor, der subito Joy besteigen wollte trotz Kastration, die grosse Sennenhündin Amalie, vor der ich zu Beginn ein wenig Angst hatte. Oft begegnete ich auch einer Frau, die ihren seit Jahren erblindeten Hund ausführet oder eine ehemalige Arbeitskollegin aus meiner Schule mit ihrem Pudel. HRJ