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Lay summary
Ziele:Mit dem Wirtschaftswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg stieg das Ausmass der Überbauung der Landschaft in der Schweiz wie in anderen europäischen Ländern und in Nordamerika in nie gekanntem Umfang an und es entstanden urbane Landschaften von grosser flächenmässiger Ausdehnung. In der kleinräumigen, bis in die Nachkriegszeit von ländlich-alpinen Bildern geprägten Schweiz führte dieses Phänomen dazu, sich spätestens seit den 1970er Jahren mit einer neuen, hochgradig urban geprägten nationalen Identität zu beschäftigen. Ziel meiner Dissertation ist es, eine Typologie fotografischer Strategien zur Verbildlichung einer solchen urbanen Schweiz zwischen 1970 und 1990 zu erstellen. Kontext und Bedeutung:Die Dissertation leistet sowohl einen Beitrag zum aktuellen Diskurs um Urbanität und Veränderung der Landschaft - dazu gehören zum Beispiel die viel diskutierte Publikation "Die Schweiz. Ein städtebauliches Porträt" des ETH Studio Basel von 2006 oder die politischen Diskussionen um die Lancierung der "Landschaftsinitiative" - als auch zur wissenschaftlich bisher noch wenig aufgearbeiteten neueren Schweizer Fotografiegeschichte. Die Fotografie ist mit ihrer Eigenschaft, einen zeitlichen und räumlichen Ausschnitt der sichtbaren Realität in einer zweidimensionalen Ansicht festzuhalten, im Diskurs um ein neues Bild einer urbanen Schweiz von besonderem Interesse. Wer hat wann welche Fotografien urbaner Landschaften aufgenommen, in welchen Kontexten wurden diese Bilder präsentiert und publiziert? Wie verhalten sich die vorgefundenen Aufnahmen aus der Schweiz zu ähnlichen Fotografien aus anderen Ländern? Die Diskussion dieser Leitfragen ermöglicht es, die historischen Hintergründe von heute weit verbreiteten und im kollektiven Bildgedächtnis verankerten Bildern einer urbanen Schweiz aufzuarbeiten. Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie:Mit meiner Studie verfolge ich einen kontext- und diskursanalytischen Zugang, der die Quellen nicht als isolierte, autonome Bilder versteht. Sie werden vielmehr in ihrem kulturhistorischen Kontext situiert und diskutiert und es wird eine historisch-kritische bildwissenschaftliche Analyse vorgenommen. Ein solch breite, kulturhistorisch orientierte Perspektive auf das Medium Fotografie ermöglicht eine interdisziplinäre Positionierung der Untersuchung, die Fragestellung berührt sowohl kunsthistorische als auch städtebauliche Themenbereiche, der untersuchte Quellenkorpus besteht aus ausgewählten Fallbeispielen aus Zeitschriften, Ausstellungen und Buchpublikationen aus verschiedenen Kontexten, deren Zusammenschau ein facettenreiches Bild einer neu entdeckten urbanen Schweiz entwerfen soll.