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Thailand und Kambodscha haben sich nach sieben Tagen blutiger Kämpfe an der gemeinsamen Grenze überraschend auf eine Waffenruhe geeinigt. Den Durchbruch schafften am Donnerstag zwei Generäle an der Front, nachdem alle politischen Bemühungen gescheitert waren.
Noch in den Stunden vor dem Gespräch der Generäle hatten sich die Kämpfe auf den Grenzort O'Smach und ein Dorf ausgeweitet. Ein weiterer thailändischer Soldat kam in der Nacht ums Leben.
"Ein gutes Zeichen für beide Länder", kommentierte Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva. "Kambodscha begrüsst die Waffenruhe", sagte der Sprecher der kambodschanischen Regierung, Phay Siphan. Versöhnliche Töne gab es nicht. Beide Länder beschuldigen sich gegenseitig, die jüngste Auseinandersetzung begonnen zu haben.
Flüchtlinge warten auf Rückkehr
Sie blieben zurückhaltend, was die Erfolgsaussichten der Waffenruhe angeht. Thailand werde beobachten, wie sich die Lage über Nacht entwickle, sagte Abhisit. "Wenn wir wieder angegriffen werden, schlagen wir zurück", sagte Armeesprecher Sansern Keopwkamnerd.
Kambodscha betonte, die 30'000 Flüchtlinge dürften erst in die Dörfer zurück, wenn klar sei, dass die Waffenruhe auch eingehalten werde. Auch auf thailändischer Seite sind 30'000 Menschen vor den Kämpfen geflohen und in Notunterkünften untergekommen.
Seit Ausbruch der jüngsten Kämpfe am vergangenen Freitag kamen auf beiden Seiten ein Zivilist sowie 14 Soldaten ums Leben, 60 wurden verletzt. Verhandlungen zwischen den Verteidigungsministerien platzten am Mittwoch.
Streit um Tempel
Die fast 800 Kilometer lange Grenze zwischen den beiden Ländern ist in weiten Teilen umstritten. Vielerorts fehlen die Grenzmarkierungssteine. Brennpunkt war bislang die Tempelanlage Preah Vihear, die als Touristenattraktion viel Geld einbringen könnte.
Sie wurde 1962 Kambodscha vom Internationalen Gerichtshof zugesprochen. Die Hoheit über ein wenige Quadratkilometer grosses Areal in unmittelbarer Nähe des Tempels wurde damals aber ausgeklammert.
Beide Länder beanspruchen das Areal. Dort gab es in den letzten Jahren immer wieder Schiessereien.
SDA-ATS