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Lizenz zum Klonen und Töten: Britische Regierungsbehörde HFEA erlaubt erstmals Forschern menschliches Klonen
11.08.2004 / Grossbritannien
Die britische Regierung hat Wissenschaftlern erstmals das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken erlaubt. Die zuständige Regierungsbehörde HFEA hat laut ihrer Pressemitteilung vom 11. August einen entsprechenden Antrag den Forschern eines Zentrums mit dem sinnigen Namen "Newcastle Centre for Life" nach "sorgfältigem Abwägen aller wissenschaftlichen, ethischen, gesetzlichen und medizinischen Gesichtspunkte" gebilligt. Nach den Informationen der "Stem Cell Research News vom 21. Juni wird Dr. Miodrag Stojkovic das Forschungsteam leiten. Er hat sich schon 1999 mit dem Klonen von Rindern beschäftigt.
Einjährige Lizenz zum Klonen und Töten
Die Wissenschaftler wurde zunächst eine einjährige Forschungslizenz erteilt. Die Chefin der HFEA behauptete in ihrer Mitteilung, das sei "ein wichtiger Bereich der Forschung und ein verantwortungsvoller Gebrauch der Technologie". Sie fügte hinzu, die HFEA werde dafür sorgen, dass jegliche Embryonenforschung genau geprüft und richtig geregelt werde. "
Das Ziel dieser Forschung besteht darin, "das Wissen über die Entwicklung von Embryonen zu vermehren und zu ermöglichen, dass dieses Wissen angewendet wird, um Behandlungsmethoden für schwere Krankheiten zu entwickeln". Die Forschung ist der HFEA gemäss vorbereitender Art, sie werde nicht einer spezifischen Krankheit dienen, aber es schaffe die Grundlage für die künftige Entwicklung von Therapien schwerer Krankheiten. Der Leiter des Newcastle Fertility Center for Life, Prof. Alison Murdoch, erklärte gegenüber "Stem Cell Research News", die benötigten Eizellen würden von Patientinnen gespendet, die im Rahmen einer Unfruchtbarkeitsbehandlung ihr Zentrum aufsuchen würden.
Wieder ein neuer verharmlosender Begriff: Cell Nuclear Replace
Auffällig an den Pressemeldungen der HFEA ist der Umstand, dass der Ausdruck "therapeutisches Klonen" eher vermieden wird. Statt dessen wird im Text der Ausdruck "Cell Nuclear Replacement (CNR)" verwendet, was mit Zellkernaustausch übersetzt werden müsste. Da hat man sich an die sicher auch problematischen Ausdrücke wie "therapeutisches Klonen", "Forschungsklonen" und Zellkerntransfer gewöhnt, und schon wird wieder ein neuer Begriff, der den wahren Sachverhalt verharmlost, eingeführt.
Therapeutisches Klonen fördert reproduktives Klonen
Mit der Forschungslizenz der HFEA werden erstmals in Europa offiziell Klonversuche zur Erzeugung menschlicher Embryos durchgeführt. Andere Forscher in den USA und in Südkorea haben bereits entsprechende Versuche unternommen, wobei es den Südkoreanern erstmals gelang, überhaupt mit geklonten menschlichen Embryos eine Stammzelllinie zu erzeugen. Verhängnisvoll an diesen Experimenten ist nicht nur die Tatsache, dass menschliche Embryos eigens für die Forschung erzeugt und wieder getötet werden, sondern dass die entwickelte Methode ebenso gut dem reproduktiven Klonen dienen kann. Dazu müssten lediglich die Embryos, statt der Stammzellengewinnung zugeführt, in den Uterus einer Frau transferiert werden. Von einem verantwortungsvollen Gebrauch der Technologie kann daher nicht die Rede sein. Vielmehr spielt die Forschung verantwortungslosen Ärzten, wie Severino Antinori und Panayotis Zavos in die Hände. Im September wird die UNO wieder über ein weltweites Klonverbot debattieren. Die HFEA hat ihre Entscheidung ganz gewiss nicht zufällig vor dieser Debatte getroffen und medienwirksam kundgetan.
HFEA grants the first therapeutic cloning licence for research: HFEA (11.08.2004): http://www.hfea.gov.uk/PressOffice/Archive/1092233888
HFEA statement on CNR application: HFEA (24.6.2004) http://www.hfea.gov.uk/PressOffice/Archive/1088083486
Therapeutic Cloning may be permitted at British University: Stem Cell Research News (21.6.2004)
Newcastle Centre for Life (The UK's first Biotechnology Village) http://www.centreforlife.co.uk
Newcastle Scientists Get Stem Cell Licence: Medienmitteilung des Newcastle Centre for Life vom 11.08.2004 http://www.centreforlife.co.uk/news/article.php?id=17