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Pendeluhr/Armbanduhr
Wenn der Uhrmacher davon spricht, Ihre Pendeluhr oder Armbanduhr zu restaurieren, meint er damit nicht nur die Reinigung und das Ölen des Uhrwerks. Zur Restauration gehören verschiedene andere Arbeitsschritte.
Was versteht man unter einer Restauration?
Die Restauration einer Pendeluhr besteht nicht nur in der Reinigung oder dem Nachfüllen von frischem Öl. Bei dieser sorgfältigen Arbeit werden alle gebrauchten Teile repariert oder, falls sie nicht mehr funktionieren oder verloren gegangen sind, ausgetauscht. Die beweglichen Teile werden gereinigt oder entrostet, sodass jedes Element wieder wie neu ist.
Die Räder werden eins nach dem anderen auf die Platinen in ihre Löcher gelegt. Der Uhrmacher kontrolliert, ob ein Verschleiss besteht und ob das Innere des Lagers oval ist.
Besteht ein Defekt, werden die Löcher verstopft. Dazu wird beim ovalen Lager ein grösseres Loch gebohrt und ein Futter eingepresst, dessen neues Lager dem Durchmesser des betroffenen Zapfens entspricht.
Alle anderen gebrauchten Teile müssen abgerichtet oder falls nötig neu gefertigt und ersetzt werden. Die Luftspiele jedes Drehteils und die Getriebe müssen nachkontrolliert werden, um zu vermeiden, dass die Pendeluhr stehen bleibt.
Nach mehreren Jahren Betrieb kann es vorkommen, dass die Zapfen der Pendeluhr zerkratzt oder abgenutzt sind. Deshalb müssen sie poliert werden, damit sie wieder reibungslos in ihren Lagern drehen können.
Ist der Zapfen im Durchmesser zu klein oder abgebrochen, muss ein neues Teil eingesetzt werden.
Zu diesem Zweck wird die Welle des Rads beim abgenutzten Zapfen angebohrt und eine Welle eingepresst, aus der nach der Bearbeitung ein neuer Zapfen wird.
Der Vierkant der Federwelle ist wegen der Verwendung eines zu grossen oder abgenutzten Schlüssels vielfach deformiert oder verformt. Der Schlüssel rundet die Ecken des Vierkants ab und verursacht grosse Grate, sodass die Pendeluhr nicht wieder zusammengebaut werden kann.
Der Uhrmacher fertigt durch Hämmern, Feilen und Polieren einen neuen Vierkant und stellt einen neuen Schlüssel zur Verfügung, der perfekt passt.
Mit den Jahren und nach langer Beanspruchung kann das Federauge Schaden nehmen. Die Feder muss daher über einige Zentimeter enthärtet werden, sodass der defekte Teil herausgenommen werden kann.
Nach dem Bohren des neuen Loches werden die Konturen abgeschliffen, bis die Form des neuen Auges erreicht ist.
Eine der wichtigsten Reparaturen ist das Ersetzen eines abgebrochenen oder umgeknickten Zahns. Zu diesem Zweck wird der Rest des abgenutzten Zahns entfernt und eine Kerbe in Form eines Schwalbenschwanzes hergestellt.
Dann wird aus einem Messingplättchen eine Zunge geschnitten, die in die Kerbe passt. Sie wird mit Zinn angeschweisst.
Zum Schluss wird die Zunge zu einem Zahn gefeilt, der die gleiche Form wie die anderen Zähne hat. Am Ende noch Polieren und fertig ist die Reparatur.
Jedes Rad wird wieder an seinen Platz gesetzt. Alle Drehteile müssen zwischen den Platinen oder Brücken platziert werden. Hat das Teil einen Schlagmechanismus oder eine andere Komplikation, müssen alle Funktionsdrehteile unter Berücksichtigung der Montagekriterien sowie der Merkzeichen jedes Drehteils eingesetzt werden. Hier kommt die eingangs erwähnte Phase der Visualisierung zum Tragen und man erkennt das Know-how des Uhrenreparateurs. Einige Drehteile müssen bei diesem Schritt geölt und gefettet werden.
Der Anker oder die Hemmung ist das Bauteil, das der Unruh die für die Kontrolle der Schwingungen erforderliche Antriebskraft angibt. Dieses wichtige Teil verlangt viel Sorgfalt, damit ein optimaler Gang der Pendeluhr oder Armbanduhr gewährleistet ist.
Mit den Jahren nutzen sich die Ankerpaletten ab und weisen Spuren der Zähne des Ankerrads auf. Sie müssen deshalb gefeilt und poliert werden, damit sie wieder eine optimal funktionieren.
Eine Pendeluhr oder Armbanduhr wird in der Regel mit einem Tropfen Öl oder Fett in den Ölsenkungen der Lager oder Steine und bei allen Funktionsteilen, bei denen Reibung stattfindet, behandelt.
Sobald das Uhrwerk wieder zusammengebaut ist, wird jede Funktion und Luft kontrolliert, eingestellt und wenn nötig korrigiert.
Je nach Objekt werden die Kabinette der Holzpendeluhren gewaschen und eingewachst, während die Gehäuse der Armbanduhren poliert werden. Falls nötig gibt es eine farbliche Ausbesserung oder die Verzierungen werden mit Blattgold überdeckt.
Zifferblatt und Zeiger werden befestigt. Die Emaille-Zifferblätter müssen oft restauriert oder aufgefrischt werden, weil sie gespalten sind, Scharten haben oder oxidiert sind. Das fertige Uhrwerk wird dann wieder in sein Kabinett oder Gehäuse eingesetzt. Der Uhrmacher kann in dieser Phase auf die Hilfe von Fachleuten (Tischler, Emaillierer, Bronzierer, Vergolder) zurückgreifen, damit Ihre Pendeluhr wieder ihr ursprüngliches Aussehen erhält.
Die Pendeluhr oder Armbanduhr wird einige Tage lang aufgezogen, eingestellt und sorgfältig kontrolliert, damit ihr Gang genau und regelmässig ist.
Wegen der Lebensdauer der verwendeten Öle muss eine Pendeluhr alle fünf bis zehn Jahre restauriert werden. Das hängt jedoch vom Standort der Uhr beim Kunden, von den Temperaturschwankungen und von der Nähe zu Wärmequellen (Radiator, Cheminée, Fernseher) ab. Die Pendeluhr kann länger funktionieren, dann dreht sie sich allerdings mit eingetrocknetem und von Staub verschmutztem Öl. Diese Mischung bildet ein Scheuermittel und es kommt zu einer abnormalen Abnutzung, was den Gang beeinträchtigt und schliesslich zum totalen Stillstand führt.
Bei Armbanduhren empfiehlt sich eine Revision alle zwei bis fünf Jahre.
Fragen Sie Ihren qualifizierten Uhrmacher um Rat. Er restauriert Ihre Pendeluhr oder Armbanduhr nach allen Regeln der Kunst und stellt Ihnen eine entsprechende Garantie aus.