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Laut UNO-Habitat-Repräsentantin Rayne Ferretti Moraes liegt Brasilien auf dem am stärksten urbanisierten Kontinent der Welt.
Nach den Daten aus dem Zensus des brasilianischen Statistikamtes IBGE aus dem Jahr 2010 haben 84,4 Prozent der Bevölkerung ihren Wohnsitz in Siedlungen.
Bis 2030 soll ihr Anteil auf 91,1 Prozent steigen. Dem gegenüber wird für Lateinamerika davon ausgegangen, dass bis 2050 etwa 86 Prozent der Menschen in urbanen Strukturen wohnen.
Die Siedlungsstrukturen Brasiliens reichen von kleinen Dörfern bis hin zu Megastädten, die jährlich weiter wachsen. Schon jetzt lebt jeder fünfte Brasilianer (45,2 Millionen) in einer Großstadt mit mehr als einer Million Einwohner.
Spitzenreiter ist der Gigant São Paulo, der nach den neuesten IBGE-Daten zwölf Millionen Einwohner zählt.
Ihr folgt Rio de Janeiro mit 6,5 Millionen Menschen sowie Brasília und Salvador mit jeweils etwa 2,9 Millionen Einwohnern. Städte mit mehr als 500.000 Einwohner vereinen 29,9 Prozent der Brasilianer.
Insgesamt konzentriert sich die Bevölkerung des Landes auf lediglich 309 der 5.570 Munizipe. Mehr als die Hälfte (56,4 Prozent) leben in diesen.
Die verschiedenen Regionen des Landes sind allerdings unterschiedlich stark besiedelt. Die drei bevölkerungsstärksten Bundesstaaten liegen im Südosten des Landes.
Zu ihnen zählt ebenso der Bundesstaat São Paulo, in dem 21,7 Prozent aller Brasilianer leben.
Am wenigsten besiedelt ist hingegen der in der Amazonas-Region liegende Bundesstaat Roraima, der gerade einmal 514.200 Menschen zählt.
Die starke Konzentration und ein ungeordnetes Wachstum gehören nach wie vor zu den großen Herausforderungen der Urbanistik Brasiliens und Lateinamerika.
Rayne Ferretti Moraes führt aber auch Probleme auf, die Wirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und das Sozialwesen betreffen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Klimaveränderungen, die beim künftigen Städtebau zu beachten sind.
Anlass der Veröffentlichung ist der Weltsiedlungsgipfel Habitat, der derzeit in Quito in Ecuador stattfindet.