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Einer der wichtigsten Gründe für die SCB-Krise ist das Fehlen einer starken Mittelachse. Gleich drei Gewährsleute melden aus Schweden, dass SCB-Sportchef Alex Chatelain versucht, Rögle-Legende Ted Brithén (29) nach Bern zu holen. Gelingt ihm das, hätte er ausnahmsweise einmal nicht eine Niete verpflichtet.
Seit Anbeginn der Zeiten wird eine Mannschaft nach dem T-Prinzip aufgebaut. Hinten ein starker Torhüter, mindestens zwei gute Verteidiger und dann eine starke Mittelachse. Wenn möglich mit vier guten Centern. Nach dem Wechsel von Gaëtan Haas in die NHL ist die schwache Mittelachse eine der wichtigen Ursachen für die SCB-Krise.
Starke Schweizer Center gibt es auf dem Transfer-Markt für nächste Saison keine mehr. Enzo Corvi hat es im letzten Sommer vorgezogen in Davos zu bleiben und dem SCB abzusagen. Der Transfer von Fliegengewicht Thierry Bader (vom HCD) wird das Centerproblem beim SCB nicht lösen. Er dürfte lange vor Ablauf seines Dreijahresvertrages weitertransferiert werden. Mit Jan Neuenschwander (von Biel) hat der SCB immerhin für nächste Saison bereits einen guten Center für die vierte Linie verpflichtet und mit Lausannes Topskorer Dustin Jeffrey einen kanadischen Stürmer, der Center und Flügel spielen kann.
Eine Renaissance wird es beim «Bayern München des Hockeys» aber nur mit einem starken ausländischen Center geben, der den ersten Block zusammenzuhalten und zu dirigieren vermag. Und zwar nicht mit einem egoistischen Schillerfalter wie dem Slowenen Jan Mursak. Sondern mit einem dominanten, robusten Zweiweg-Center nach dem Muster von Alan Haworth (die älteren Fans mögen sich vielleicht noch an den Leitwolf des Meisterteams von 1989, 1991 und 1992 erinnern).
Der schwedische Mittelstürmer Ted Brithén wäre mit ziemlicher Sicherheit das fehlende Puzzle-Teilchen für die SCB-Mittelachse und dazu in der Lage, das Center-Problem zu lösen. Er ist robust (186 cm/86 kg) und gehört zu den komplettesten und smartesten Spielern in der höchsten schwedischen Liga. Ein guter Spielmacher, aber auch ein recht schlauer Vollstrecker und ein Architekt für das Powerplay und Boxplay. Seine Produktivität ist für die schwedische «Schablonen-Hockey-Liga» erstaunlich. In der Qualifikation 74 Tore und 133 Assists aus 338 Partien, in den Playoffs 10 Tore und 17 Assists in 56 Spielen. Bei HV71 war er Captain, bei Rögle ist er Assistent des Captains. Mit HV71 gewann er 2017 die schwedische Meisterschaft.
Ted Brithén hat seine ganze Profikarriere bei Rögle und HV71 verbracht und, wie die meisten Spieler mit seiner Kragenweite, eine Ausstiegsklausel fürs Ausland im Vertrag. Will er doch noch Karriere im Ausland machen, dann ist der Zeitpunkt dazu gekommen. Dieser Transfer wäre dem fleissigen Alex Chatelain nach einer beunruhigenden Serie von Fehleinkäufen wahrlich von Herzen zu gönnen und ein gutes Transfer-Gerücht und ein Beitrag zur Unterhaltung ist es ja allemal. Affaire à suivre.
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