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Petronas will den kanadischen Gasproduzenten Progress Energy kaufen. Dagegen hat die Regierung das Veto eingelegt. Damit entpuppen sich die Nordamerikaner nicht zum ersten Mal als Spielverderber.
Überraschende Blockade: Die kanadische Regierung verweigert dem Ölkonzern Petronas aus Malaysia zunächst die geplante 5,2-Milliarden-Dollar-Übernahme des Gasproduzenten Progress Energy. Das Veto der Regierung kam nur wenige Minuten vor dem offiziellen Ende der Prüffrist, die sich Kanada gesetzt hatte.
Industrieminister Christian Paradis erklärte am Freitag zu der Blockade, er sei nicht überzeugt, dass das Vorhaben von Petronas unter Abwägung aller Umstände für Kanada ein Gewinn sei. Allgemein war nicht mit Problemen für Petronas gerechnet worden. Der Konzern aus Malaysia hat nun 30 Tage Zeit, auf das Veto zu reagieren - etwa mit weiter reichenden Zugeständnissen.
Mit dem Nein der kanadischen Regierung stellt sich auch die Frage, ob die Regierung den angekündigten 15-Milliarden-Dollar-Kauf des kanadischen Ölproduzenten Nexen durch den chinesischen Staatskonzern CNOOC durchwinken wird. Kanada hat umfangreiche Bodenschätze und benötigt ausländische Investoren für die teuere Erschliessung der Vorkommen.
Warten auf Entscheidung
Allerdings ist das Land darauf bedacht, möglichst weitgehende Zugeständnisse von Käufern zu erreichen. 2010 hatte Kanada den geplanten 39-Mrd-Dollar-Kauf des Düngemittel-Herstellers Potash durch die australische BHP Billiton verhindert.
Nun wird mit Spannung auf die Entscheidung der Regierung bei CNOOC/Nexen geblickt. Ministerpräsident Stephen Harper hatte bereits Anfang Oktober seine Skepsis durchblicken lassen, als er erklärte, in China und Kanada gebe es doch «sehr unterschiedliche» politische und wirtschaftliche Systeme.
CNOOC aus dem energiehungrigen China hatte im Juli erklärt, Nexen für 15,1 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Es wäre einer der grössten chinesischen Übernahmen im Ausland. CNOOC bekäme damit wichtige Energielagerstätten, etwa im Westen Kanadas, in der Nordsee, im Golf von Mexiko und vor der Küste Nigerias.
Der Nexen-Verwaltungsrat hat dem Vorhaben zugestimmt. Industrieminister Paradis will die Übernahme aber auch mit Blick auf Auswirkungen auf Wirtschaft und Beschäftigung untersuchen.
(vst/sda)