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Tagesbericht vom 15.08.2010
(Vorbemerkung: Diesen Eintrag schreibe ich als Beifahrerin während der Fahrt vom 16.August. Eigentlich müsste Bobo, als Beifahrer diesen Bericht schreiben. Warum er das nicht machte? Er ist vor lauter Besichtigungen und anderer Arbeiten, die dem Beifahrer obliegen, nicht zum Schreiben gekommen. Da sich die Batterie des Labtops, auf welchem wir schreiben sehr schnell entlädt, verfasst der Beifahrer den aktuellen Tagesbericht jeweils während der Fahrt. Dann nämlich ist der Labtop ans bordeigene 220 Volt Netz angeschlossen. - Ich versuche mich also in Bobos Haut zu versetzen und so zu tun, als ob der Bericht von ihm am 15. August geschrieben worden wäre; dies natürlich nicht ohne seine Einwilligung und sein Einverständnis mit dem Text!)
Beim Frühstück bekommen wir Besuch von einer Frau. Gebannt schaut sie uns Europäern zu, wie wir mit Messer, Gabel und Löffel essen, nicht etwa mit Stäbchen. So etwas hat sie wahrscheinlich in ihrem Leben noch nie gesehen.
Zunächst besuchen wir die 'North Tombs' in Shengyang. Sie befinden sich in der Nähe des Ortes, wo wir übernachtet haben. Dieses 'North Tomb' ist die Ruhestätte des Gründers der Qing Dynastie. Das Grab selbst ist nur ein grosser Sandhügel (mound) im hintersten Teil der Anlage. Viel bedeutender sind die Gebäude für Zeremonien aus dem 17. Jahrhundert und die riesige Parkanlage mit See.
Der Erbauer dieser Stätte:
Auf diesem Thron sass er ehemals:
Diese fünf Gefässe stellen die Symbole für China dar.
Viele Chinesen besuchen den Park und den See, um sich zu erholen und sich zu amüsieren. Auf dem See können elektrisch betriebene Schiffsscooter (gleich den uns vom Jahrmarkt her bekannten Autosscooter) samt aufgesteckter Wasserpistole gemietet werden. Es wird Karten und auch eine Art Federballmit den Füssen (ohne Schläger) gespielt.
Jetzt geht es weiter in die Stadt zur 'Forbidden City' von Shenyang. Sie wurde erbaut zwischen 1625 bis 1636 und diente den Kaisern der Qing Dynastie bis 1644 als Palast. Diese 'Verbotene Stadt' gleicht der 'Verbotenen Stadt' von Peking beansprucht aber eine viel geringere Fläche. Heute liegt diese Sehenswürdigkeit im Zentrum der Stadt Shengyang.
Bekannt sind die Kaiser der Qing Dynastie wegen ihren besonderen Drachen: sie Haben Hände und Füsse mit fünf Fingern respektive mit fünf Zehen. Der Drache ist das Symbol der Macht und ziert den Thron und stützt das Dach.
Die Kaiser brauchten auch ein Heer, um ihr Reich zu vergrössern und zu verteidigen. Hier sass der Kaiser in seiner Kommandozentrale und gab seine Befehle an die Armee aus.
Bevor wir weiterfahren, kaufen wir in einer Apotheke etwas gegen die Erkältung von Liseli. Ich weiss nicht, wie wir uns ohne der Hilfe von Susanna hätten verständlich machen können. Danach beziehen wir an einem ATM Gerät noch Renmimbi. Wir müssen die Masterkarte zweimal einfügen und erhalten jedesmal 1000 RMB, also insgesamt 2000 RMB, was etwa 340 CHF entspricht. Mehr können wir an diesem Apparat nicht beziehen. Es heisst auf Englisch unser Kartenherausgeber erlaube uns nicht, mehr Geld abzuheben!
Schon wieder ist es Zeit, die Umgebung der Stadt zu verlassen um eine Nachtbleibe in der Natur zu finden. Heute gestaltet sich die Suche danach äusserst schwierig. Entweder führen die Wege zu Häusern oder sind Zufahrten zu Autobahnbaustellen. Wie immer, irgendwann, heute nach zwei Stunden ausgiebigem Suchen, werden wir fündig. Der Platz an Position Nord 41° 46' 32.9'' und Ost 124° 35' 34 ist nicht ideal. Es ist ein kleines Stück Feldwiese direkt an einer Nebenstrasse. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit, es ist bereits 18:30 Uhr und wird bald dunkel, suchen wir aber nicht weiter.