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Die für Schwellenländer entwickelten "Classmate"-Notebooks sollen in Kürze auch in Europa und den USA verkauft werden.
Asus hat es mit seinem "Eee PC" bewiesen: Es gibt definitiv auch in Industrieländern eine Marktnische für Billig-Notebooks für Heimanwender. Nun will Intel diese Nische stärker ausnutzen: Die vom Chipriesen ursprünglich für das Bildungswesen in Schwellenländer entwickelten "Classmate PC"-Notebooks sollen in Kürze auch in Europa und den USA auf den Markt kommen. Experten schätzen, dass sie - zumindest in den USA - zwischen 250 und 350 Dollar kosten werden.
Das Design der Classmate PCs stammt von Intel, sie werden aber in Europa und den USA wie auch in den Schwellenländern nicht von Intel selbst, sondern von anderen PC-Herstellern fabriziert und vertrieben werden. Intel will dafür eine neue, zweite Version der grundlegenden Classmate-Architektur entwickeln, die den Herstellern mehr Raum für individuelle Variationen lässt. Das neue Design soll gemäss Aussagen von Intel-Sprechern in wenigen Wochen bereit sein, und die PC-Hersteller dürften schon bald darauf mit der Auslieferung der ersten darauf basierenden Geräte beginnen.
Für manche PC-Hersteller dürfte die Aktion von Intel wie gerufen kommen: Sie erhalten damit ohne viel eigenen Entwicklungsaufwand ein neues Modell, mit dem sie darauf hoffen können, mit Asus in der Marktnische der Billig-Laptops konkurrieren zu können. Welche PC-Hersteller sich dafür entschieden haben, Classmate-basierte Notebooks zu verkaufen, verriet Intel aber auf Wunsch der Hersteller selbst bisher noch nicht.
Intels nukleare Pläne
Die ersten Classmates (Bild) basierten auf einem Celeron-M-Prozessor und waren mit einem 7-Zoll-Bildschirm ausgerüstet. Technische Details zur zweiten Version gab Intel noch nicht bekannt. Früher war davon die Rede, dass darin auch die neuen "Atom"-Chips von Intel verbaut werden würden. Eine Intel-Sprecherin verneinte dies allerdings gegenüber dem 'Wall Street Journal'.
Trotzdem stehen die "Atom"-Chips im Zentrum von Intels zukünftiger Strategie für den Markt für kleine, billige mobile Geräte. Die Atom-Chips sollen voll kompatibel mit anderen x86-CPUs von Intel sein - sämtliche dafür geschriebene Software soll also auch auf den Atoms laufen können. Sie werden aber mit maximal 1,8 GHz getaktet und damit wesentlich weniger leistungsfähig sein, als aktuelle Core-2-Duo-Modelle. Dafür verbrauchen sie auch deutlich weniger Strom und sind viel kleiner. Intel will in den nächsten Tagen die ersten Atom-Chips an seine Partner liefern, und erste daruf basierende Geräte sollen im Frühling auf den Markt kommen. (Hans Jörg Maron)