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Mili
[Mühle]
Eine Mühle (althochdeutsch muli; aus lat. molina beziehungsweise lat. molere = mahlen) ist ein Gerät, eine Maschine oder eine Anlage, um stückiges Aufgabematerial zu einem fein- oder feinstkörnigem Endprodukt zu zerkleinern. Daher ist oft außer einer Zerkleinerungsvorrichtung auch eine zur Größentrennung (Sieben, Sichten) vorhanden. Bei geringeren Anforderungen an den Feinheitsgrad des Endprodukts werden Brecher zur Zerkleinerung verwendet.
Restaurierte Mühle in Törbel (VS, CH)
Foto: Volmar Schmid
Mili
Historisch wird der Begriff Mühle im weiteren Sinn für gewerbliche Anlagen verwendet, die mit Wind- oder Wasserkraft betrieben werden (Papiermühle, Sägemühle, Steinmühle).
Alle technischen Vorgänge (Annahme, Reinigung, Vermahlung, Sichtung, Transport, Lagerung, Verpackung) werden mit dem Begriff Müllereitechnologie zusammengefasst. Die Lehre und Forschung über Mühlen und das Müllereiwesen (Terminologie, Technologie, Ökologie, Ethnologie, Wirtschaft, Geschichte, Recht, Schutz, Erhaltung und Restaurierung sowie ihre ästhetischen Werte) wird als Molinologie bezeichnet. (vgl.)
Mili, f Mühle, bedeutet als Verkürzung nicht nur die eigentliche Mahlmaschine, sondern auch das Gebäude, das die Maschine ummantelt. Nach der Betriebsweise unterschied man: Stock- oder Chammmili, nach der Energiezufuhr: Wasser-, Wind-, Füess-, Trätt- oder Oxumili, «Ochsenmühle» nach der Art des verarbeiteten Materials: Chooru-, Häärpfil- (Kartoffel-), Kaffee-, Obschtmili. Mit der Arbeitsgang gemahlen und gleichzeitig von der Kleie getrennt werden. Im Oberwallis wurde das Getreide in der Regel zunächst in der Wanna gesäubert und dann in die Mühle gebracht.
Viele Walliser Dörfer stehen auf einem geschützten Rücken (Törbel, St. Luc); deshalb waren die Mühlen etwas abgelegen im nächsten Graben. Das Wasser wurde dann so intensiv genutzt, dass in den Gräben richtige «Industriequartiere» entstanden. Da standen Mühlen für all die verschiedenen Feldfrüchte und Verwendungszwecke wie Choorumili, Ellprässi, Nussmili, Walchi etc.
In Törbel standen einst sieben Mühlen nacheinander; heute stehen hier noch restaurierteine Stockmühle und eine Walke (demnächst wird auch eine Säge wieder eingerichtet); in St. Luc stehen fünf restaurierte Mühlen in einer Reihe.