Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/313

Frankreichs regierende Sozialisten haben bei den Départementswahlen eine schwere Schlappe erlitten: Das linke Lager konnte am Sonntag laut ersten Schätzungen nur in etwa einem Drittel von Frankreichs 101 Départements eine Mehrheit erzielen.
Das oppositionelle konservativ-bürgerliche Lager gewann zwischen 64 und 70 Départements; unklar war, ob der rechtsextreme Front National in einem Département eine Mehrheit erzielen würde.
Der Chef der konservativen Partei UMP, Nicolas Sarkozy, sprach in einer ersten Reaktion von einem historischen Sieg für die Rechte. Das Ergebnis zeige die deutliche Ablehnung der Politik des sozialistischen Präsidenten François Hollande.
Regierungschef Manuel Valls versprach, dass seine Regierung noch mehr Anstrengungen unternehmen werde mit einer einzigen Priorität, nämlich der Beschäftigung. Mit der Wahl hätten die Franzosen ihren Erwartungen und ihrer Wut Ausdruck gegeben.
Die Départementswahlen galten als wichtiger Stimmungstest - und werden von vielen Bürgern genutzt, um der Regierung einen Denkzettel zu verpassen. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise mit Rekordarbeitslosigkeit sind viele Franzosen höchst unzufrieden mit Hollande und seiner Regierung.
Die Wahlen haben vor allem eine symbolische Bedeutung, denn der politische Einfluss der Départementräte ist begrenzt. Seit Hollandes Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 2012 gegen Sarkozy und den folgenden Parlamentswahlen haben die Sozialisten fast nur Wahlniederlagen erlitten.
Anders dagegen der rechtsextreme Front National: Er gewann bei den Kommunalwahlen vor einem Jahr rund ein Dutzend Rathäuser und wurde bei den Europawahlen im Mai 2014 mit knapp 25 Prozent erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft in Frankreich. (sda/afp)