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Nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO (World Meteorological Organization) hat die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde im Klimajahr 2015 alle bisherigen Rekorde gebrochen. Im Jahr lag die Durchschnittstemperatur um 0,76±0.1° C über dem langjährigen Durchschnittswert der Periode von 1961 bis 1990.
Zum ersten Mal seit Beginn der verlässlichen Temperaturaufzeichnungen lag der Temperaturdurchschnitt von 2015 etwa um 1 °C über dem Durchschnittswert der vorindustriellen Periode von 1850 bis 1900.
15 der 16 wärmsten Jahre waren noch in diesem Jahrhundert. Im Jahr 2015 haben die ausserordentlichen Auswirkungen des Wetterphänomens «El Niño» und der Einfluss der Erderwärmung durch die Treibhausgase zu diesem Rekordergebnis beigetragen.
Die Datensätze, welche zur Berechnung der globalen Durchschnittstemperaturen verwendet wurden, haben folgende Foschungsinstitutionen geliefert:
- das Hadley Centre der britischen Wetterbehörde «Met Office» und die «Climatic Research Unit» der «University of East Anglia» in Grossbritannien mit den Datensatz «HadCRUT4»
- die «US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)» National Centers for Environmental Information in den U.S.A.
- «Goddard Institute of Space Studies (GISS)», welches von der «National Aeronautics and Space Administration (NASA)» in den U.S.A. betrieben wird.
Das Jahr 2015 war nach einem Bericht der WMO (World Meteorological Organization) von aussergewöhnlichen Wetterereignissen geprägt. Rekordtemperaturen, intensive Hitzewellen, starke Regenfälle, verheerende Dürren und ausserordentliche Aktivitäten der tropischen Wirbelstürme machten 2015 zu einem historisch aussergewöhnlichem Jahr. Im Frühjahr 2016 hat sich diese Wetterentwicklung fortgesetzt.
Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde hat im Klimajahr 2015 alle bisherigen Rekorde gebrochen. Im Jahr lag die Durchschnittstemperatur um 0.76±0,1° C über dem langjährigen Durchschnittswert der Periode von 1961 bis 1990.
Die WMO verwendet den Zeitabschnitt von 1961 - 1990 als Referenzperiode, um die Klimaentwicklung im Zusammenhang mit dem Klimawandel aufzuzeigen. Diese Referenzperiode ist international anerkannt. Der globale Temperaturdurchschnitt in der Zeit von 1960 bis 1990 wurde mit 14° C berechnet.
Zum ersten Mal seit Beginn der verlässlichen Temperaturaufzeichnungen war der Temperaturdurchschnitt von 2015 etwa um 1 °C über demDurchschnittswert der vorindustriellen Periode von 1850 bis 1900. Das im Jahr 2015 besonders starke Wetterphänomen «El Niño» und der Einfluss der Erderwärmung durch die Treibhausgase haben zu diesem Rekordergebnis beigetragen.
Die Weltmeere haben sich weiter erwärmt. In 2'000 m Tiefe wurden rekordhohe Temperaturwerte verzeichnet. Die Treibhausgaskonzentration hat die symbolisch wichtige Grenze von 400 ppm (parts per million) im Jahr 2015 überschritten.
Im Januar und Februar 2016 wurden neue Rekordwerte für die durchschnittlichen Monatstemperaturen gemessen. Diese Rekordtemperaturen haben die Klimaforscher in Aufregung versetzt. Nach Ansicht des WMO-Generalsekretärs Taalas hat der Planet Erde mit diesen Werten ein kräftiges Zeichen an die politischen Führer der Welt gesandt, um diese daran zu erinnern, dass sie endlich wirkungsvolle Klimaschutzmassnahmen in die Wege leiten sollten. Die Umsetzung der am COP21-Klimakonferenz 2015 in Paris vereinbarten Vertragspunkte sollten daher schnell umgesetzt werden, bevor der «point of no return» erreicht wird.
Die Erde ist heute (im Jahr 2016) rund 1° C höher als zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit einer Erhöhung um rund 2° C wäre ein äusserst wichtiger Grenzwert erreicht, bei welchem eine Umkehr zu verträglichen Klimaverhältnissen nach heutigem Wissensstand kaum mehr möglich wäre. Die bis heute ergriffenen Klimaschutzmassnahmen genügen nach Ansicht der WMO nicht, um einen Temperaturanstieg über 3° C zu verhindern.
Fakten über das Klimajahr 2015
Die Meerestemperaturen und die Erwärmung der Weltmeere
Das Wetterphänomen «El Niño» har die Meerwassertemperaturen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik über die langjährigen Mittelwerte ansteigen lassen. Noch nie wurden in einer Wassertiefe von 700 m und 2'000 m so hohe Temperaturen festgestellt. Die Weltmeere wirken als Wärmespeicher. Wärmeres Wasser benötigt mehr Raum als kälteres Wasser. 40% des Meeresspiegelanstiegs sind auf die Ausdehnung der erwärmten Wassermassen zurückzuführen. 60% des Anstiegs wird durch das Abschmelzen von Eismassen erzeugt.
Erdbeobachtungssatelliten haben festgestellt, dass die Tidenhöhen der Flutwellen der Gezeitenbewegung noch nie so hoch waren wie 2015.
Das Arktische Meereis
Am 25. Februar 2015 war die Meereisausdehnung auf ihrem geringsten Maximalwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Am 24. März 2016 wurde dieser Rekordwert schon wieder gebrochen. Die Meereisfläche war im Arktischen Ozean zu diesem Zeitpunkt mit 14,52 Millionen km2 auf ihrem tiefsten je gemessenen Stand. Am 11. September 2015 hatte das arktische Meereis bereits ein Rekordminimum erreicht.
Hitze
Weltweit litten 2015 viele Regionen unter starken Hitzewellen. Besonders stark unter der Hitze und der Dürre litten Indien, Pakistan und die Länder am Horn von Afrika. Asien und Südamerika registrierten das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Die Hitzewellen nährten in Alaska, im Nordwesten der U.S.A. und in Westkanada ausserordentlich starke Waldbrände.
West- und Zentraleuropa erlebten im Sommer 2015 eine aussergewöhnliche lange Hitzephase. In einigen Ländern wie Deutschland (40,3° C), Spanien (42,6° C) und Grossbritannien (36,7° C) wurden neue Rekordtemperaturen verzeichnet. Auch in der Schweiz herrschte im Sommer 2015 eine ausserordentliche lange Schönwetter- und Wärmephase.
Starkniederschläge
Obwohl die weltweiten Regenmengen im Jahr 2015 nahe dem langjährigen Durchschnittswert lagen, traten 2015 besonders häufig Starkniederschläge auf, deren Regenmenge die bisherigen Monatsmittelwerte stark übertrafen. Malawi kämpfte im Januar 2015 mit den Folgen der stärksten Überschwemmungen seit Menschengedenken. Der westafrikanische Monsun erzeugte ausserordentlich starke saisonale Niederschlagssummen. Über der Westküste von Libyen gingen im September 2015 innerhalb von 25 Stunden 90 mm Regen nieder. Üblicherweise fallen in Libyen in dieser Jahreszeit durchschnittlich 8 mm Regen im Monat.
«El Niño» brachte Südamerika, und Teilen der U.S.A. und von Mexiko hohe Niederschlagswerte.
Tropische Wirbelstürme
Der Anzahl der tropischen Wirbelstürme bewegte sich in allen tropischen Region im Rahmen der langjährigen Durchschnittswerte. Einige aussergewöhnliche Ereignisse prägten allerdings die Sturmsaison 2015. Am 13. März 2015 traf der tropische Taifun der Kategorie 5 «Pam» auf Vanuatu und richtete in diesem pazifischen Inselreich grosse Schäden an. Am 20. Oktober 2015 verwüstete der Kategorie 5-Hurrikan «Patricia» Teile von Mexiko. «Patricia» war mit einer maximalen Windgeschwindigkeit von 346 km/h der stärkste tropische Wirbelsturm, welcher je über den Atlantik und den östlichen Nordpazifik zog. Anfangs November erreichte der tropische Zyklon «Chapala» die jemenitische Küste. Kurz darauf traf auch der tropische Zyklon «Megh» auf das Festland von Jemen. Beide Zyklone setzten weite Küstengebiete von Jemen unter Wasser.
In den vergangenen Jahren wurden im Arabischen Meer und im Indischen Ozean eine bemerkenswerte Zunahme der tropischen Zyklone beobachtet.
Nach den ersten provisorischen Zahlen war das Jahr 2015 das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturdatenerhebungen 1850. Wissenschaftler des britischen «Met Office Hadley Centres» und der «University of East Anglia's Climatic Research Unit» haben mit Hilfe eines «HadCRUT4»-Datensatzes die geschätzten globalen Temperaturen ermittelt.
Die Berechnungen zeigen, dass 2015 die Temperaturen 0,75 ±0,1 °C über dem langjährigen Durchschnittswert der Periode von 1961 bis 1990 lagen. Der Temperaturdurchschnitt von 2015 lag gar um 1 °C über dem Durchschnittswert der vorindustriellen Periode von 1850 bis 1900.
Die vom «Met Office» ermittelten provisorischen Werte für 2015 liegen innerhalb der Vorhersage, welche von einer Temperaturanomalie von 0,52 °C bis 0,76 °C ausging.
Im zur Berechnung der Temperaturwerte verwendete «HadCRUT4»-Datensatz (Had = Hadley Centre, CRU = Climatic Research Unit, T = Temperature) fehlen noch die genauen Daten für die Polarregion. Für die vorindustrielle Periode wurden nur Temperaturwerte bis 1850 verwendet. Die im Zeitabschnitt von 1750 bis 1850 gemessenen Temperaturwerte betrachtet das «Met Office» als nicht zuverlässig.