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Das Programm greift harmonisierend ein
Die eigentliche Herausforderung von "Fuser" besteht erstens darin, möglichst schnell und genau auf die Wünsche des virtuellen Publikums einzugehen. Und zweitens, die neuen Tracks möglichst im Takt der Musik einzufügen. Drückt man die Taste zum falschen Zeitpunkt, erhält man weniger Punkte - wobei das Spiel auch hier harmonisierend eingreift, damit der Mix nicht "offbeat" klingt. Hilfreich ist in jedem Fall die "beat timeline", die als Amplitude auf den Plattentellern visualisiert wird. Die Wünsche der Festivalfans können derweil ganz unterschiedlich sein: Zum Beispiel, dass ein Piano-Track im Mix vorkommt - oder dass man einen Popsong aus den 2010er-Jahren einbaut.
Die Wünsche werden sukzessiv auf der rechten Bildschirmseite eingeblendet. Ihr solltet sie dann innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens erfüllen, um möglichst viele Punkte zu scheffeln. Je mehr Wünsche erfüllt werden und je taktgenauer gemixt wird, desto höher steigt das "crowd meter". Stümperhaftes DJing wird - anders als bei "Guitar Hero" und "Rock Band" - nicht mit lauten Buhrufen aus dem Publikum bestraft. Die Crowd wird allerdings immer unzufriedener und strömt irgendwann zum Ausgang. Macht ihr eure Sache als DJ(ane) gut, zeigt sich das Publikum zufrieden und gibt Feedback. "Ich werde all deine Merchandise-Produkte kaufen", hiess es da beispielsweise während unserer Session. Ist das nicht das allerschönste Kompliment, das man als Plattenleger bekommen kann? (zwinkerzwinker)
Eleganter droppen
Je besser ihr die "Fuser"-Werkzeuge beherrscht - und je genauer ihr die Songs kennt -, desto virtuoser wird euer DJing. "Es geht darum, mehrere Publikumsanfragen mit EINEM Drop zu erfüllen", sagt Dan Walsh, der Marketingchef von Harmonix. Das bedeutet auf obiges Beispiel bezogen: Finden wir einen Song, der sowohl Klavier enthält als auch zur Kategorie "Pop der 2010er-Jahre" gehört, dann schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn wir ihn auf den DJ-Teller werfen. Der Mix muss dabei keineswegs immer aus der Standardkombination Schlagzeug/Bass/Lead-Instrument/Gesang bestehen. Warum nicht auch mal zwei Schlagzeug-Tracks zusammenmischen, wenn das gut klingt? Oder drei Gesangsstimmen? Der Kreativität sind bei "Fuser" kaum Grenzen gesetzt - das unterscheidet das Spiel wohltuend von dem teils sklavischen Knöpfchendrücken in "Guitar Hero" oder "Rock Band".
Das Zusammenwerfen der Tracks ist auch noch lange nicht alles, was "Fuser" zu bieten hat. Für Abwechslung in der Mix-Dramaturgie (und natürlich Punkte) sorgen Übergänge: Ihr packt zunächst vier neue Tracks in die Warteschleife und löst dann eine geschmeidige "Transition" aus, die das Publikum ausflippen lässt. Die Krönung von "Fuser" ist der Freestyle-Modus, der euch viele zusätzliche Werkzeuge zur Verfügung stellt: So könnt ihr beispielsweise die Gesangsstimme manipulieren oder auf einem Grid einen "Custom Loop" programmieren, den ihr anschliessend in den Mix einspeist. "Wir rechnen damit, dass die Spieler sehr viel mehr Zeit im Multiplayer- und im Freestyle-Modus verbringen werden, als in der Kampagne", sagt Dan Walsh.
"Dreams" als Vorbild?
Eure Werke könnt ihr in "Fuser" übrigens aufzeichnen und anderen Spielern zur Verfügung stellen. Wer weiss, vielleicht werden in dem Spiel wirklich neue Star-DJs geboren? Natürlich wäre es auch schön und irgendwie logisch, wenn man die Mixes anderer Spieler remixen könnte - dass das sehr reizvoll sein kann, zeigt derzeit der Spiele-Editor "Dreams". Ob Remixes bereits existierender Remixes in "Fuser" möglich sein werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht offiziell fest.
Ausblick
"Fuser" hat das Zeug zum Hit. Erstens, weil es die Remix-Kultur auf YouTube und Co aufgreift. Und zweitens, weil mit dem Spiel selbst weitgehend talentfreie Hobby-DJs auf Anhieb durchaus hörbare Resultate erzielen können. "Man braucht nicht viel Erfahrung, um hier etwas unheimlich Gutes zu erschaffen", sagt Community-Managerin Zoe Schneider - und hat damit völlig Recht. Plastikgitarren ade: Die Zukunft des Musikspiels liegt im Remix.