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Der Volksmund nennt sie auch: macajuba; coco-de-espinho
Wissenschaftlicher Name: Acrocomia aculeata (lacq ) Lood. ex Mart
Botanische Familie: Palmae
Herkunft: Wälder des brasilianischen Nordens bis Nordostens
”Unter den verschiedenen Palmenarten, die in Brasilien wachsen und gedeihen, mit beliebten hartschaligen Früchten von grossem kommerziellen und industriellen Wert, ist eine zu nennen, die im nordbrasilianischen Volksmund als “Macaubeira“ bekannt ist und im Süden als “Coqueiro-de-catarro“. Diese Palme hat je nach Region, eine nicht enden wollende Reihe von volkstümlichen Namen: “Mucajá, Mocujá, Mocajá, Macaúba, Macaíba, Macaiúva, Bacaiúva, Bocaiúva, Umbocaiúva, Imbocaiá, Mbocaiúva“ oder “mbocaíba“.
(“Frutas do Brasil“ Eurico Teixeira)
Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Palme von bis zu 15 Metern Höhe. Geradliniger Stamm, bedeckt mit den Resten der alten Blätter und mit vielen dunklen Stacheln auf seiner Oberfläche. Blätter bis zu 1 Meter lang, gekräuselte Oberfläche mit Stacheln. Blüten gruppiert in bis zu 80 Zentimeter langen Rispen, sie sind klein und gelblich. Erscheinen zwischen Oktober und Januar.
Die Frucht
Kugelig, glatt, von braun-gelber Färbung, wenn sie reif ist. Fruchtfleisch gelblich, mit einem öligen Kern. Reift zwischen September und Januar.
Der Anbau
Die Verbreitung geschieht mittels Samen. Die Pflanze braucht ein sandiges Substrat, reich an organischer Materie. Standort sollte schattig sein.
“Im Lauf von Millionen Jahren haben sich die Palmen den verschiedensten Bedingungen des Klimas und des Bodens angepasst. Ihre Mehrheit bevorzugt das warme und feuchte äquatoriale Klima. Andere ertragen längere Trockenperioden, und haben sich den trockenen Halbwüsten bestens angepasst. Und wieder andere haben den tropischen Gürtel verlassen und trotzen sogar Temperaturen unter null. Sie wachsen auf einem guten Boden, der sich gut für die Landwirtschaft eignet. Aber sie vertragen auch saure, Silikose und sterile Böden, auf denen keine andere kultivierte Pflanze mit ihnen konkurrieren könnte. Sie wachsen in Sumpfgebieten und auch auf trockenen Felsen“.
Die Macaúba ist eine Palme mit weiter geografischer Verbreitung. Ihr Vorkommen erstreckt sich von den Bundesstaaten São Paulo und Rio de Janeiro über Minas Gerais und den gesamten Mittleren Westen, Nordosten und Norden Brasiliens, über die Grenzen hinaus nach Zentralamerika. Nach dem Lexikon von Pio Corrêa nehmen einige Wissenschaftler an, dass die Macaúba-Palme sogar bis hinauf nach Mexiko verbreitet ist.
Nach Gregório Bondar umfasst die Gattung Acrocomia, zu der die Macaúba gehört, insgesamt 15 verschiedene Palmenarten, von denen 10 als aus Brasilien stammend angesehen werden. Alle sind robuste Palmen, deren gerade, schlanke und elegante Stämme zirka 20 Meter Höhe erreichen können und sich in der Regel mit starken Stacheln präsentieren, besonders in der Nähe der Krone – eine typische Charakteristik dieser Palmenart. In ihrer natürlichen Gruppierung ist sie eine Augenwaide – manchmal gruppiert sie sich auch mit anderen Palmen, wie zum Beispiel der Carnaúba.
Sowohl bei der Macaúba (Acrocomia aculeata) – die Palme mit den meisten Dornen, die man in grossen Konzentrationen in den Bundesstaaten Minas Gerais und Goiás findet – als auch bei der Macaíba (Acrcomia intamascens), von kleinerem Wuchs, deren Stamm einen “Bauch“ bildet und häufiger in den Nordoststaaten ist – und bei der Muca-já (Acrocomia scelerocarpa), die weniger Stacheln hat und im Norden Brasiliens heimisch ist – werden die jeweiligen Früchte auf ganz ähnliche Weise genutzt.
In allen drei Fällen wird das Fruchtfleisch der hartschaligen Nüsse, welches den Kern umschliesst, von der lokalen Bevölkerung roh verzehrt. Ausserdem kann man aus ihm eine grosse Menge Öl gewinnen, das besonders in der Seifenherstellung Verwendung findet, jedoch auch für die Küche taugt, als Brennstoff für Lampen und zur therapeutischen Anwendung in der Hausmedizin.
Nach Pio Corrêa hat das transparente Öl aus den Kernen dieser Palmen – besonders aus den Kernen der Macaúba – einen noch grösseren wirtschaftlichen Wert, denn ausser seiner guten Rentabilität ist es besonders fein und essbar, von einer solch erlesenen Qualität, dass es das Olivenöl glatt ersetzen könnte. Derselbe Autor hebt auch die Tatsache hervor, dass man in der Region von Diamantina, im Bundesstaat Minas Gerais, die besonders harten und dicken Schalen der Palmnüsse, welche der Konsistenz von Knochen oder Elfenbein gleichen, zur Herstellung von kunsthandwerklichem Schmuck, wie Ringe, Knöpfe, Ketten, etc, verwendet.
Trotz ihrer grossen Menge an Früchten und so vielen anderen Qualitäten, hat man die Palmen der Gattung Acrocomia, die fast im gesamten nationalen Territorium wild wachsen, bisher lediglich für den Hausgebrauch genutzt – sie könnten jedoch zu einer wirtschaftlichen Potenz werden. Alternativen für eine bessere Nutzung werden derzeit in Experimenten im “Centro de Pesquisa Agropecuária do Cerrado da EMBRAPA” im Regierungsdistrikt von Brasília erarbeitet.