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Maroof Noori ist 21 und stammt aus Afghanistan. Vor seiner Flucht in die Schweiz studierte er in seiner Heimat Betriebswirtschaft. Nun lebt er in einer Asylunterkunft im Kanton Baselland und träumt davon, sein Studium fortsetzen zu können. In den vergangenen Monaten hat er darum ein Schnuppersemester an der Universität Basel absolviert und zeigt sich begeistert: «Die Vorlesungen sind sehr gut für mich.»
Asylsuchende wie er dürfen derzeit zwei Vorlesungen pro Semester in Basel besuchen - dies aber höchstens ein Jahr lang. Danach ist das Schnupperprogramm zu Ende. Für Maroof Noori bedeutet dies: Er weiss nicht, wie es nach dem kommenden Semester weitergeht.
Ein Projekt von Studenten für Studenten
Auf die Beine gestellt hat dieses Flüchtlings-Projekt eine Gruppe von Studierenden. Tim Harder, einer der Initianten, sagt: Das Projekt ersetze kein Universitätsstudium - aber Asylsuchende könnten wenigstens erste Schritte an einer Schweizer Universität machen: «Es wird ein Kontakt hergestellt zwischen hochqualifizierten Flüchtlingen und der Universität. Insofern erhalten die Flüchtlinge eine Chance auszuloten, welche Chancen sie haben, ihr Studium in der Schweiz fortzusetzen.»
Es wird ein Kontakt hergestellt zwischen hochqualifizierten Flüchtlingen und der Universität.
Das Programm sei ein Erfolg. Die Teilnehmer hätten grosse Fortschritte gemacht: «Vor allem auf sprachlicher Ebene konnte man enorme Lernkurven feststellen. Mit Leuten, die ich Anfang Semester auf Englisch angesprochen habe, konnte ich am Schluss Deutsch sprechen.»
Nur zwei Studierende haben den Sprung geschafft
Tim Harder bedauert aber, dass für viele Flüchtlinge die Uni-Karriere nach dem Schnupperprogramm schon wieder beendet sei. Von den 20 Teilnehmern des ersten Schnupperprogramms haben nur zwei den Sprung geschafft in ein reguläres Studium.
Dass es nicht mehr sind, habe damit zu tun, dass die Schulabschlüsse aus den Heimatländern der Flüchtlinge in der Schweiz nicht anerkannt würden. «An unseren Hochschulen ist es unnachvollziehbar schwierig, ein Studium fortsetzen zu können.»
Ich würde ja gerne weiter studieren. Aber ich darf leider nicht.
Maroof Noori, der junge Afghane, jedenfalls würde sich darüber freuen, wenn er an der Universität Basel bleiben könnte: «Ich würde ja gerne weiter studieren. Aber ich darf leider nicht.» Und weil das so ist, verbringt er bald wieder mehr Zeit in der Asylunterkunft statt im Hörsaal.
(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)