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Diese erste Karte zeigt rund um Taiwan die sechs Manövergebiete der chinesischen Streitkräfte an. Sie verrät Pekings Plan mit aller Deutlichkeit: Die gegnerische Insel wird eingekreist, Taiwan wird blockiert, ja selbst als Sprungbrett für eine potentielle, von Experten allerdings bezweifelte Invasion würden sich die sechs Zonen eignen.
- Südlich der Insel blockieren zwei Manövergebiete den Eingang zur Strasse von Taiwan und zum Philippinischen Meer.
- In der Strasse von Taiwan schneidet eine dritte Zone die Verbindung zu Taiwans entlegenen Inseln vor dem Festland ab. Und sie verhindert mit den vorgelagerten Sperrgebieten den Schiffsverkehr durch diese vitale, rund 180 Kilometer breite Meeresstrasse.
- Nordwärts sperren die schraffierten Gebiete 4 und 5 den Zugang vom Ostchinesischen Meer. Beide reichen nahe an Taiwan heran: das nördliche 26 Kilometer, das nordöstliche 30.
- Im Philippinischen Meer blockiert die sechste Zone die Zufahrten von Osten.
Diese zweite Agenturkarte ergänzt die erste namentlich um zwei für Taiwan bedeutsame Grenzen:
- Blau erscheint die Grenze der Territorialgewässer, die auch kleinere Inseln umfassen. Ihr Ausmass beläuft sich auf die angegebenen 12 Seemeilen = 22,22 Kilometer. An drei wesentlichen Punkten, an den Eingängen zur Strasse von Taiwan und zu den Südchinesischen und Philippinischen Meeren, verletzen die Manöverzonen Taiwans Gewässer.
- Blau unterbrochen markiert die zweite, die weitere Linie Taiwans Luftabwehr-Identifikationszone. Sieht man von zwei militärischen Sperrgebieten im Osten und im Süden ab, verletzen vier Manövergebiete Taiwans Rechte vollständig; die beiden anderen teils. Allerdings ist das für die rotchinesische Luftwaffe Alltag.
Zu beachten gilt es sodann:
- das vorgeschobene Verteidigungskommando Penghu mitten in der Taiwan-Strasse;
- die beiden taiwanesischen Inseln Kinmen und Matsu – extrem exponiert unmittelbar vor der rotchinesischen Küste.
Zum Schluss noch der Vergleich zur schweren Taiwankrise 1995/1996:
Auf den ersten Blick ist man versucht zu sagen: Nichts Neues unter der Sonne! Wäre da nicht die gewaltige Aufrüstung, die Chinas Armee in letzten Vierteljahrhundert quantitativ und qualitativ erfahren hat.