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<h2>SubmittedText<h2><p>Im internationalen Vergleich ist die gläserne Decke für Frauen in der Wirtschaft besonders dick. Dies gilt vor allem für Grossfirmen. In den Geschäftsleitungen der grossen Wirtschaftsunternehmen sind nur 3 Prozent Frauen anzutreffen, im europäischen Schnitt sind es 5 Prozent und in den USA 10 Prozent. Mehr Chefinnen gibt es in Familienunternehmen und KMU. So erfasst das Bundesamt für Statistik rund 15 Prozent Frauen als Chefinnen. Dieser Anteil hat sich in 30 Jahren um 5 Prozent erhöht, liegt aber hinter Norwegen (25 Prozent), Schweden (22 Prozent), aber auch Grossbritannien (17 Prozent) zurück.</p><p>Der Anteil der weiblichen Verwaltungsratsmitglieder der hundert grössten kotierten Gesellschaften der Schweiz beläuft sich auf 6,7 Prozent, gegenüber 29 Prozent in Norwegen, 20 Prozent in Schweden, 18 Prozent in Dänemark, 12 Prozent in den USA. Trotz gewisser löblicher Ausnahmen bleiben Frauen aber weiterhin traditionell weit unterrepräsentiert, dies obwohl immer mehr Frauen über einschlägige Hochschulabschlüsse verfügen und Erfahrung aus der Wirtschaft mitbringen.</p><p>Zum 20-Jahr-Jubiläum der in den USA gegründeten "Glass Ceiling Commission" (welche Minderheiten den Durchbruch durch die sinnbildliche "Glasdecke" ermöglichen sollen, die ihnen den Zugang zu Spitzenpositionen verwehrt) zogen mehrere Untersuchungen Bilanz über die Stellung der Frau in der Arbeitswelt. Die Ergebnisse sind enttäuschend. Denn mit Ausnahme der nordischen Länder, wo gezielte Massnahmen die Aufstiegsmöglichkeiten der Frauen unterstützen, bleibt die Zahl der Verwaltungsrätinnen im Rest der Welt von auffallend stabiler Bescheidenheit. Um die Vielfalt zu verbessern und die Chancengleichheit zu fördern, hat Norwegen - Leader beim Frauenanteil in der Wirtschaft - einen weiteren Schritt getan, indem den Verwaltungsräten der 650 grössten kotierten Gesellschaften Quoten vorgeschrieben wurden. Sie haben nun bis 2008 Zeit, den Anteil von Frauen in Verwaltungsräten auf 40 Prozent zu erhöhen. In Spanien, wo die Präsenz von Frauen in den Räten mit 4 Prozent sehr gering ist, hat die Regierung die Sache ebenfalls in die Hand genommen: Der Entwurf eines neuen Gleichberechtigungsgesetzes sieht ebenfalls eine Quote von 40 Prozent bei kotierten Gesellschaften vor.</p><p>Die Schweizer Wirtschaft verliert wichtiges Know-how von Frauen und bleibt in traditionellen Rollenmustern gefangen. Da die Wirtschaft das Problem anscheinend nicht von alleine lösen kann, stellt sich die Frage, was der Bundesrat und insbesondere das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement vermehrt tun könnten.</p><p>1. Welche Massnahmen könnte der Bundesrat ergreifen, damit Frauen in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen angemessen vertreten sind?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, die Einsetzung einer "Glass Ceiling Commission", wie dies in den USA gemacht wurde, zu prüfen?</p><p>3. Wäre es nicht möglich, analog dem KMU-Handbuch für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ein Handbuch auszuarbeiten für die Wirtschaft, für die bessere Vertretung von Frauen in Leitungsgremien von Unternehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ein vermehrter Einbezug der Frauen in die Kader der Wirtschaft ist für den Bundesrat erstrebenswert. Zu den konkreten Fragen nimmt er wie folgt Stellung:</p><p>1. Für den Bund steht die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigkeit der Frauen im Vordergrund. Damit ist die Überzeugung verbunden, dass eine erfolgreiche Erwerbstätigkeit der Frauen auch deren Chancen erhöht, ins Kader aufzusteigen.</p><p>Erstens fördert der Bund die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (namentlich den Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung und den Ausbau der familienfreundlichen Arbeitsbedingungen in Unternehmen). Zweitens setzt sich der Bund für die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter sowie die Chancen- und Lohngleichheit im Erwerbsleben ein (Sensibilisierung und Information sowie finanzielle Unterstützung von Projekten gestützt auf das Gleichstellungsgesetz). Drittens will der Bund auch als Arbeitgeber mit gutem Vorbild vorangehen. In der Entwicklung des Frauenanteils zeigen sich hier bereits Veränderungen: Im mittleren Kader ist der Anteil seit 1991 von 4,4 auf heute 21,4 und im oberen Kader von 3,8 auf 10,7 Prozent gestiegen.</p><p>In Bezug auf die Frage der Einführung von Quoten in Verwaltungsräten erinnert der Bundesrat an zwei parlamentarische Initiativen: Der parlamentarischen Initiative Teuscher 03.412, "Mehr Frauen in der Leitung von Aktiengesellschaften", wurde keine Folge gegeben, und für die parlamentarische Initiative Haering 03.440, "Mehr Frauen in Verwaltungsräten von Gesellschaften mit Bundesbeteiligung", wurde nach Folgegeben durch den Nationalrat die Frist zur Ausarbeitung einer entsprechenden Vorlage verlängert.</p><p>2. Es gibt innerhalb der Bundesverwaltung Stellen, die sich für die Gleichstellung im Erwerbsleben allgemein einsetzen. Zu nennen sind das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann sowie die ausserparlamentarische Kommission für Frauenfragen. Eine Kommission zur spezifischen Frage der Vertretung von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft könnte nur noch marginale Verbesserungen bringen.</p><p>3. Beim KMU-Handbuch "Beruf und Familie" geht es darum, mit konkreten Arbeitsinstrumenten die KMU darin zu unterstützen, familienfreundlichere Arbeitsplätze anzubieten. Zur Besetzung eines Verwaltungsrates oder einer Geschäftsleitung brauchen die Unternehmen jedoch keine solchen Instrumente. Zielführender sind eher die Sensibilisierung und Information beispielsweise in Form von Networking zwischen den betroffenen Interessengruppen (Wirtschaftsfrauenorganisationen, Personalvermittlung, Service-, Industrie-, Wirtschafts- und Business-Clubs).</p>  Antwort des Bundesrates.