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Das Museum Laufental
Während den Wirren des Zweiten Weltkriegs und der drohenden Bombardierung der Schweizer Städte wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Estriche von allem Brennbaren zu räumen. Als der Laufner Leo Segginger zusehen musste, wie vielerorts altes Kulturgut verbrannt, verkauft oder dem Kehricht übergeben wurde, kam ihm die Idee, diese Gegenstände für spätere Generationen zu sammeln, aufzubewahren und später in einem Museum öffentlich zugänglich zu machen. Mit Hilfe von Werner Fuchs und Leo Schumacher begann er, wertvolle Objekte in der Knechtkammer der Amtshaus-Scheune aufzubewahren. Am 22. Juli 1944 gründeten sie gemeinsam den Museumsverein Laufental. In der Folge überliess der Gemeinderat dem Verein im Sinne eines Provisoriums den Sitzungssaal des alten Rathauses und einige Zellen des angrenzenden Obertors. Dank grosszügiger finanzieller Unterstützung des Kantons Bern, der Einwohnergemeinde Laufen, der Stadt- und Vorstadtburgergemeinde Laufen sowie aller übriger Gemeinden des Bezirks konnte 1974 eine generelle Neuordnung des Museumsvereins Laufental beschlossen werden. Die Einwohnergemeinde stellte dem Verein das alte Schulhaus am Helye-Platz bei der Katharinenkirche im Baurecht zur Verfügung. Die Umbauarbeiten erfolgten in den Jahren 1975/76 und kosteten rund 200’000 Franken. Im Rahmen eines grossen Volksfests konnte das Museum im Frühjahr 1977 schliesslich seinen Betrieb am heutigen Standort aufnehmen.
Das Museumsgebäude
Beim Gebäude, in dem heute das Museum Laufental untergebracht ist, handelt es sich um das «alte Schulhäuschen» bei der Katharinenkirche, wie die Laufner heute noch sagen. Es wurde 1826 direkt an der Stadtmauer als Schulhaus erbaut. Im Türsturz ist diese Jahrzahl gut sichtbar angegeben. Das Haus ist dreistöckig mit einem Estrichraum. Im Erdgeschoss befand sich der Holzlagerraum (der Lehrer bekam von der Gemeinde und auch von seinen Schülern Holz zum Heizen). Einen Keller hatte das Gebäude aufgrund des immer wiederkehrenden Hochwassers nicht (früher waren die Häuser im Stedtli nicht unterkellert, erst in neuerer Zeit hat man damit begonnen). Im 1. Stock gab es ein grosses Schul- und ein Lehrerzimmer. Im 2. Stock befand sich die Lehrerwohnung. Vor dem Haus hatte es einen Garten mit einem Zaun aus Schmiedeeisen. Nachdem der Schulbetrieb eingestellt war (die Schule war in das neue Gebäude an der Baslerstrasse umgezogen), hat man im Haus drei Wohnungen eingerichtet.
Umbau des Museums 2010
Aus finanztechnischen Gründen musste die angestrebte Gesamt-Renovation des Museums Laufental in verschiedenen Etappen durchgeführt werden. 2009 erteilte die Einwohnerversammlung ihre Zustimmung zum Investitionskredit. In einer ersten Etappe wurde im Sommer 2010 das Erdgeschoss des Museums umfassend saniert. Dabei organisierte man auch die dort befindlichen Themenbereiche neu. Die bislang über mehrere Räume verteilte Sammlung mit Versteinerungen und Ammoniten von nationaler Bedeutung des Laufners Peter Borer wurde neu in einem Geologieraum im Anbau Nord des Museums konzentriert. Dort kommen die rund 1200 Exponate seither besser zur Geltung. Darüber hinaus wird auf diese Weise die Besucherführung im Museum insgesamt erleichtert. Mit Exponaten in Schaufenstervitrinen soll das Interesse der Stedtli-Besucher am Museum geweckt werden. Dazu wurden die Sprossenfenster des Anbaus Nord durch eine sprossenlose Isolierverglasung ersetzt. Im Rahmen der Renovation des Erdgeschosses wurden ausserdem die Toilettenanlagen, Teile des Eingangs und der Zimmerböden sowie die elektrischen, sanitären und Heizungsinstallationen überarbeitet.