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Text
Das Projekt unterstützt den Ausbau respektive die Vergrösserung der baulichen Infrastruktur (Hauptgebäude, die Aufenthaltsräume der Indianer und die Schulungsgebäude) des Ausbildungszentrum CAPI (Centro de aprendizaje para indígenas) der "Finca Tinamastes" in Costa Rica. In der Nähe von San Isidro de El General, 150 km von der Hauptstadt San José entfernt, können damit neu 60 statt 30 Schüler aufgenommen und durch die anlassbezogene Vermietung des Hauptgebäudes an die Standortgemeinde (San Cristobal) Erträge generiert werden.
Finanziell
Gemäss einer ersten Diskussion mit dem Leiterpaar des Ausbildungszentrums und einer groben Schätzung sind für eine sinnvolle Erweiterung der Infrastruktur mindestens Fr. 20‘000 notwendig. Stehen mehr Mittel zur Verfügung, ist das Projekt skalierbar.
Das Projekt entspricht den Kriterien für eine Global Grant der TRF nicht, da der Neubau von oder Anbauten an Gebäuden, in denen Personen leben, arbeiten bzw. sich zu Erwerbszwecken aufhalten, oder Tätigkeiten jeglicher Art ausüben nicht unterstützt wird. Demgegenüber entspricht das Projekt grundsätzlich den weiter gefassten Voraussetzungen für die Gewährung einer District Grant.
Allgemein
Projektpartner ist der gemeinnützige Verein Licht in Lateinamerika mit Sitz in Winterthur. Der Verein ist eine christliche Entwicklungsorganisation, die sich für die benachteiligte indianische Bevölkerung einsetzt, mit dem Grundprinzip Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel der Arbeit ist es, fähige Multiplikatoren auszubilden, die ihrerseits das Gelernte in ihrem Umfeld weitergeben können.
Als anerkannte Institution mit gemeinnützigem Zweck ist der Verein steuerbefreit. Er setzt jährlich rund Fr. 750‘000 um. Das als Verein costaricanischen Rechts
Der Verein betreibt das Ausbildungszentrum CAPI für zentralamerikanische Indianer. Innerhalb des Vereins und gegenüber dem RC Zürich-Adlisberg wird das Projekt vom Leiterpaar des Ausbildungszentrums, Judith und Ralph Matt verantwortet und geführt. Judith Matt ist die Schwester unseres Mitglieds Karin Stich. Ralph und Judith Matt sind seit 3 ½ Jahre in Costa Rica. Ralph war über 20 Jahre selbständig in der Maschinenindustrie und gemeinsam leiteten sie zehn Jahre eine freikirchliche Gemeinde. Mit diesem Erfahrungshindergrund bringen sie das nötige Rüstzeug für die verantwortungsvolle Aufgabe mit.
Bericht
Costa Rica ist ein Staat in Zentralamerika, der im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama grenzt. Im Osten ist er durch die Karibik und im Westen durch den Pazifik begrenzt. Das Land gilt als eines der fortschrittlichsten Lateinamerikas. Es gewinnt mehr als 90 % seines Energiebedarfs aus regenerativen Quellen und der Ökotourismus wird stark gefördert. Rund 27 % der Landesfläche stehen unter Naturschutz. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Region ist es seit den 1950er Jahren eine stabile Demokratie und blieb durch frühzeitige sozialpolitische Massnahmen von der in Lateinamerika des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Problematik der sozialen Unruhen, Bürgerkriege und Diktaturen verschont. Angesichts damaliger bewaffneter Konflikte in benachbarten Ländern erklärte es 1983 seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität“ und wird auch als „die Schweiz Zentralamerikas“ bezeichnet. Die Fläche umfasst 51‘100 km2 bei 4,78 Mio. Einwohnern und einem BIP von rund USD 10‘200 (Schweiz: USD 43‘400) pro Einwohner.
Die Costaricaner gelten als freundliches und friedfertiges Volk. Die Landessprache ist Spanisch. Innerhalb der Gesellschaft hat die Römisch-Katholische Kirche grossen gesellschaftlichen und politischen Einfluss.
Costa Rica hat den geringsten Anteil rein indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten. Nur noch ca. 1% der Bevölkerung Costa Ricas sind Indianer. Der grösste Teil der Indios lebt heute zurückgezogen und in Restgruppen in der Cordillera de Talamanca (Reservaten). Sie sind einem starken Assimilationsdruck ausgesetzt sind.
Ausbildungszentrum CAPI "Finca Tinamastes"
Das als Verein costaricanischen Rechts konstituierte Ausbildungszentrum CAPI (Finca Tinamastes) ist staatlich als gemeinnütziger Verein anerkannt. Die Finca Tinamastes liegt rund 20 km südwestlich der Kleinstadt San Isidro de El General (ca. 45‘000 Einwohner) etwas abseits der Verbindungsstrasse (243) zum pazifischen Ozean.
Ausbildungskonzept
Theoretische und praktische Fächer vermitteln der indigenen Bevölkerung Grundkenntnisse und Fachwissen, damit ihre materielle Not gelindert werden kann und sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Die Auszubildenden stammen aus Costa Rica, aber auch aus Ländern wie Honduras, Nicaragua und Panama.
Die Auszubildenden können sich, je nach Interesse und Situation, in einer von vier verschiedenen Fachrichtungen ausbilden lassen. Es sind dies:
- Landwirtschaft (Kompost, Gemüseanbau, Bodenkunde, Nutztiere)
- Mechanik (Metallarbeiten, Automotoren, Motorsägen u.a.)
- Holzbearbeitung (Schreinerei, Möbelherstellung, Hausbau)
- Forstwirtschaft
Flankierend zu den theoretischen Grundlagen bietet CAPI für alle vier Ausbildungszweige die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Es werden auch einige ergänzende Fächer unterrichtet.
Die Ausbildungszeit verteilt sich auf 1 1/4 Jahre. Im gesamten sind es acht Monate Ausbildungszeit. Im ersten Jahr besucht der Schüler 3 Mal zwei Monate die Finca, um hier zu leben, zu lernen und zu arbeiten. Im Frühling des zweiten Jahres schliesst er den Kurs ab. Die übrige Zeit ist er zu Hause, denn die Gemeinschaft der Indianer ist auf ihn angewiesen. Ausserdem soll er sich nicht von seiner Volksgruppe entfremden.
In diesen Kursen können die Schüler ihre Familien mitnehmen, was von immer mehr Männer in Anspruch genommen wird. Diesen Frauen werden ebenfalls Unterricht und praktische Hilfe angeboten. Sie werden separat in Ethik, Hygiene, Ernährung Familienleben, Handarbeit, Backen, Kochen etc. ausgebildet.
Die Schüler erhalten während dem Kurs ein Taschengeld. Wer dieses spart, kann sich am Ende zu günstigen Preisen Werkzeug oder die Frauen Stoff oder gar eine Nähmaschine kaufen. Das Gesparte wird von CAPI am Ende verdoppelt, was als zusätzlicher Anreiz dienen soll.
Nachhaltigkeit
Die Schüler werden nach den Kursen nicht einfach wieder sich selbst überlassen. Interessierte können mit einem Mitarbeiter von CAPI ein Projekt entwerfen und beantragen, um so das Gelernte im Reservat anzuwenden. Ein Projekt kann zum Beispiel beinhalten: Anbau von Kaffee, Aufzucht von Tieren, Fassen einer Quelle oder das Planen und Bauen eines einfachen Holzhauses.
Eine finanzielle und materielle Starthilfe seitens CAPI ermöglicht es dem Einzelnen, zu Hause mit einem Projekt zu beginnen und sich eine Existenz aufzubauen. Freunde können am Projekt mitarbeiten, wodurch die erworbenen Kenntnisse weiter verbreitet werden. Die Starthilfe ist vom Schüler bei guter Ernte oder Zuchterfolg in Raten zurückzuzahlen.
Partnerclubs
Zürich-Adlisberg