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Zur Erziehung ihrer Kinder hat die Gemeinde am
O.-Hang des
Stätzerhorns eine besondere Anstalt erbaut. Auf der
Lenzerheide
werden grosse Tufflager abgebaut, die ein vorzügliches Baumaterial liefern. Beträchtliche Ueberreste der Stammburg der
Freiherren von
Vaz, die vom 12. bis 14. Jahrhundert das mächtigste Edelgeschlecht
Bündens waren. Diese
volksfreundlichen
Herren befreiten schon im 13. Jahrhundert die Bewohner von
Belfort von der Hörigkeit, besiedelten die Hochthäler
im
Davos, wo sie den Kolonen beträchtliche
Freiheiten gewährten, und schützten die Rechte der Leute im
Rheinwald vor Uebergriffen.
Nach dem Erlöschen des Geschlechtes kam Obervaz zuerst an die
Grafen von
Werdenberg und dann an den
Bischof
von
Chur, von dem sich die Bewohner 1537 gänzlich freikauften. Nahe der Solisbrücke hat man ein
Grab mit Skelet und einem
Henkelkrug und bei
Nivaigl ebenfalls ein
Grab mit Skelet aufgedeckt.
(Kt. Wallis,
Bez. Goms.)
1371 m. Gem. und Pfarrdorf im östlichsten Abschnitt des Kantons Wallis,
am rechten Ufer der
Rhone und an der
Furkastrasse; 500 m
n.
Unterwasser und 44 km nö. der Station Brig
der Simplonbahn. Postablage, Telegraph; Haltestellen Oberwald und
Gletsch der Postwagen
über die
Furka (Brig-Göschenen). Die Gemeinde umfasst das ganze 20 km lange Thalstück von der Passhöhe
bis zur Gemeinde
Obergestelen, sowie das Gebiet um die obere Grimselstrasse und das
Gerenthal, zählt aber doch (zusammen mit
Unterwasser) nur 37
Häuser und 240 kathol. Ew. Die einzigen Steinbauten des Dorfes sind die mit einer Spaltecke gegen Lawinengefahr
versehene, sehr einfache Pfarrkirche und ein schöner Gasthof.
Schöne Waldungen. Die Bewohner beschäftigen sich
wie überall im
Goms hauptsächlich mit Viehzucht. Die Bevölkerung muss
einst an Zahl beträchtlicher gewesen sein als heute, doch ist die Geschichte dieser abgelegenen Gegend
in mancher Beziehung in Dunkel gehüllt. Es ist sicher, dass das jetzt nahezu verödete
Geren- und Gornerthal einst teilweise
besiedelt gewesen ist und je sein eigenes Gericht, seinen Ammann und seine Richtstätte besessen hat. Dies wird 1812 von
dem aus dem
Goms gebürtigen Dr. Stephan Schinner in seiner Description du Départem. duSimplon ausdrücklich
bestätigt, obwohl z. B. der Abbé B. Rameau in seinem Werk über die
Schlösser und
Herrschaften des Wallis(Le Vallais historique.Sion 1885) die beiden Thälchen gar nicht erwähnt. Schinner spricht ferner von einem grossen Aufstand, dessen
Anführer dann längs der Strasse an
Bäumen gehängt worden seien. Doch ist Näheres darüber nicht zu erfahren. Heute sind
die beiden einstigen
DörferGerendorf und Elmi blosse Hüttengruppen mit je einer
Kapelle und werden nicht mehr ständig bewohnt.
Eine
alte Hütte in
Gerendorf soll einst das Gemeindehaus gewesen sein.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Büren).
490 m. Gem. und Pfarrdorf, in einem Thälchen am Bucheggberg und 3,4 km sö. der Station Büren der
Linie Lyss-Solothurn. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen nach Büren. 126 Häuser, 631 reform. Ew. Gemeinsame Pfarrei
mit den Solothurner Gemeinden Schnottwil, Bibern, Biezwil, Grossliwil und Lüterswil. Löste sich zu nicht
sicher bekannter Zeit von der Kirchgemeinde Büren-Diessbach ab. Schöne Pfarrkirche mit zahlreichen Glasgemälden. Eine Holzwarenfabrik
und eine Früchtekonfiserie. Säge, vier Getreidemühlen, eine Knochenmühle. Landwirtschaft. 2 Käsereien. Schöne Bauernhöfe.
Korbflechterei als althergebrachte Hausindustrie. Fund eines Steinbeiles und einer Lanzenspitze aus Bronze;
im Kirchenholz römische Ueberreste, auf Hofackern römische Münzen. Interessante römische Wasserleitung. 1148: Obrenwilare;
1236: Oberwile; 1318: Obernwile.
Schöne Aussicht ins Thal besonders von Breiti und Silberbühl aus. Zusammen 215 Häuser, 1225 Ew. (wovon
etwa 100 Katholiken); Weiler Oberwil: 10 Häuser, 61 Ew. Ackerbau und Viehzucht. Fremdenindustrie. Oberwil ist eine der schönst
gelegenen Ortschaften im Unter Simmenthal, hat saubere und behäbige Holzhäuser und bietet eine prachtvolle Aussicht auf Thal
und Berge. Schöne Pfarrkirche mit sehr altem Glockenturm; die Decke von Schiff und Chor mit gotischen
Holzschnitzereien, reich verzierter Taufstein im selben Stil; eine Glasmalerei und ein Schnitzwerk mit dem Wappen der Herren
von Weissenburg.
Nach Urkunden aus dem 13. Jahrhundert soll die erste Pfarrkirche bei Berschwil (dem heutigen WeilerZelg) gestanden haben.
Der Kirchensatz kam durch Schenkung der Edeln von Weissenburg 1326 an die Propstei Därstetten, dann nach
deren Verschwinden 1486 an das St. Vinzenzstift zu Bern
und nach der Reformation 1528 an den Staat Bern.
Nahe der Bahnstation beträchtliche
Mauerreste, Heidenmauer oder Rosenstein genannt, deren Bestimmung und Schicksale nicht bekannt sind.
(Kt. und Gem. Zug).
418 m. Dorf am rechten Ufer des Zugersees, an der Strasse Zug-Walchwil und 2 km
s. vom Bahnhof Zug.
Postablage, Telephon. 55 Häuser, 367 kathol. Ew. Kirchgemeinde Zug.
Acker- und Gartenbau, Viehzucht. Zündhölzchenfabrik,
zwei Sägen, eine mechanische Schreinerei. Kapelle aus 1467, die zu verschiedenen Malen und erst neuerdings wieder
restauriert worden ist und ein schönes Gemälde von Paul Deschwanden enthält.