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Zusammenfassung
Trotz ihrer zentralen Stellung in der Rechtsetzung ist der textuelle Aufbau von Gesetzesartikeln noch kaum wissenschaftlich erforscht. Das erstaunt, denn ein textuell gut aufgebauter Artikel erleichtert es dem Leser, die darin zum Ausdruck gebrachten Normen zu erfassen. Der Rechtsetzungslehre fehlen wissenschaftliche Methoden, die es erlauben, die für die Verständlichkeit von Gesetzesartikeln relevanten Textstrukturen zu analysieren. Im Rahmen der Textlinguistik wurden solche Methoden entwickelt, bisher allerdings noch kaum auf Gesetzestexte angewendet.
Im vorliegenden Projekt soll diese Forschungslücke geschlossen werden. Mit Hilfe der Modelle und Methoden der linguistischen Textstrukturanalyse soll untersucht werden, wie Gesetzesartikel textuell aufgebaut sind und wie sie aufgebaut werden sollten. Das Projekt hat also sowohl eine theoretisch-beschreibende als auch eine praxisorientierte Komponente. Zum einen sollen die Charakteristika und Varianten des rhetorischen, thematischen und referentiellen Aufbaus von existierenden Gesetzesartikeln und ihre sprachliche Realisierung analysiert und dokumentiert werden. Zum andern soll diskutiert werden, welche Varianten des inhaltlichen Aufbaus und welche Formen der sprachlichen Realisierung aus Sicht der Rechtsetzungslehre zu bevorzugen sind. Zur Erreichung dieser Ziele sollen bestehende Methoden und Modelle der Textlinguistik auf Gesetzestexte angewendet und, wo nötig, unter Einbezug rechtstheoretischer Erkenntnisse auf die spezifischen Eigenschaften dieser Textsorte angepasst werden. Der Fokus des Projekts liegt auf der deutschsprachigen Gesetzgebung der Schweiz.
Projektleitung
Finanzierung
Projektdauer
März 2015 – August 2018