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Über die Ernennung von Marianne Pohl-Henzen als Nachfolgerin des Bischofsvikars habe ich mich zunächst gewundert, dann aber vor allem gefreut. Ernüchterung stellte sich ein, als bald einmal die immer gleichen innerkirchlichen Machtstrukturen zutage traten: Nachdem eine Vatikanische Quelle zunächst sprachlich korrekt von der neu ernannten «Bischofsvikarin» berichtet hatte, folgte flugs eine andere Sprachregelung: Eine Bischofsvikarin könne sie nicht sein, weil das Bischofsvikariat an die Priesterweihe gebunden ist. Das trifft gemäss Kirchenrecht in der Tat zu. Da jedoch diese Bedingung im Prinzip nur eine der insgesamt fünfzehn angeführten Aufgabenbereiche betrifft (die Firmspendung), hätte sich mit der Auslagerung dieser Aufgabe eine relativ einfache und schnelle Lösung angeboten. Stattdessen wird die Nachfolgerin des Bischofsvikars nun als «Regionalverantwortliche im Namen des Bischofs» bezeichnet. Ob die zu begrüssende Wahl von Frau Pohl-Henzen ein Fortschritt oder nur eine momentane Notlösung mangels geeigneter geweihter Männer ist, wird sich in wenigen Jahren weisen müssen. Längerfristig bleibt zu hoffen, dass die Männerkirche irgendwann doch noch bereit sein wird, entweder das Weiheamt mit den Frauen zu teilen oder aber die damit verbundene Magie aufzugeben zugunsten der schlichten Einführung in ein kirchliches Amt.
«Ernüchterung stellte sich ein, als bald mal die immer gleichen innerkirchlichen Machtstrukturen zutage traten»