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Geschichte
Musikverein Konkordia Nunningen . . . seit über 100 Jahren!
Bereits 1885 gründeten 35 Männer die "Musikgesellschaft Harmonie". Dank einer Spende von 800 Franken von Lehrer Urs Stebler, der auch als erster Direktor (Dirigent) amtete, konnten die nötigen Instrumente angeschafft werden. Mit einem "Ausmarsch" nach Himmelried präsentierte sich der Verein zwei Jahre später erstmals ausserhalb der Gemeindegrenzen.
In den kommenden Jahren scheint die Vereinstätigkeit beinahe eingeschlafen zu sein, so dass am 12. Februar 1894 eine zweite Gründung unter dem Namen "Musikgesellschaft Nunningen" stattfand. Aber schon nach wenigen Monaten wurde auch dieser Verein aufgelöst, die Instrumente wurden verkauft. Am 14. Dezember 1896 gab es aber wieder neue Statuten; jetzt hiess der Verein "Concordia". Ein wichtiges Ereignis in der noch jungen Vereinsgeschichte war die Weihe der ersten Vereinsfahne am 15. Mai 1898. Aber auch das gemeinsame Banner konnte nicht verhindern, dass der Verein permanent an schlechtem Probenbesuch und mangelnder Disziplin litt, so dass Strafen für Verspätungen und Raufereien nötig wurden. Trotzdem nahm die Konkordia 1902 in Büsserach zusammen mit sieben anderen Musikvereinen erstmals an einem Musiktag teil.
Bald machte sich der Erste Weltkrieg bemerkbar, hiess es doch im Protokoll: "Monatsbeiträge nach dem Juli 1914 werden geschenkt, bis wieder andere Zeiten kommen." Die alten Instrumente wurden verkauft, "weil das Messing so teuer ist".
Mit dem Wettstück "Königin für einen Tag" liess sich die Konkordia 1924 erstmals am interkantonalen Musikfest in Laufen bewerten und erlangte in der 2. Kategorie den ersten Preis. Drei Jahre später kaufte der Verein 25 gebrauchte Uniformen à 65 Fr. Noch im selben Sommer wurden sie im Rahmen eines Gartenfestes mit grosser Begeisterung eingeweiht. Weniger begeistert war man von der Note am Kantonalen Musikfest in Dornach, an dem der Verein 1934 teilnahm, "weil 1-2 Glas Wein nicht dazu beitrugen, einen besseren Ansatz zu haben". Sicherlich fehlte der Wein auch nicht, als am 8. August 1937 eine neue Vereinsfahne geweiht und gleichzeitig das 50-jährige Bestehen gefeiert wurden.
Bezeichnend für die folgenden Kriegsjahre ist der prägnante Jahresbericht von 1944: "Kei Hörnli het g'hornet, kei Trompete hett g'schränzt; derfür hei mer g'wachet, und dr Gwehrlauf hett glänzt." Mit dem Waffenstillstand von 1945 kam der Vereinsbetrieb wieder in Schwung. Der Einsatz an Festanlässen, am Muttertag, an Fronleichnam, bei Vereinsempfängen, am St. Wendolinstag, an goldenen Hochzeiten und anderen Begebenheiten wurde zur Ehrensache und half , die jeweiligen Feste zu verschönern - so, wie das heute noch der Fall ist.
Am 4. Juli 1948 hielt der Musikverein in der Gass unter freiem Himmel den Thiersteiner Musiktag ab. Nach einer erfolgreichen Neuuniformierung wagten die Musikanten 1953 sogar die Teilnahme am "Eidgenössischen" in Freiburg und erreichten die Note "gut bis sehr gut" und einen Lorbeerkranz mit Diplom. Noch besser vermochten die Vorträge am "Eidgenössischen" 1957 in Zürich zu gefallen, brachten sie doch ein "Vorzüglich" und den begehrten Goldlorbeerkranz.
Für Schlagzeilen sorgten auch die beinahe legendären Musikreisen, z. B. nach Rüdesheim (1963) oder Nizza (1967). Die Teilnahme am Umzug des dortigen "Blumencorso" erforderte insgesamt 23 Darbietungen und blieb ein unvergessliches Erlebnis. Weitere Höhepunkte in der Vereinsgeschichte stellten die Uniformenweihe im Jahr 1973 und Teilnahme am "Eidgenössischen" in Biel (1976) dar.
Im Jahr 1987 feierte die Konkordia ihr 100-jähriges Bestehen: Ein grossartiger Unterhaltungsabend im Februar und die eindrückliche Fahnenweihe im August erforderten einen hohen Einsatz. Gleichzeitig führte der Verein die kantonale Veteranentagung im Festzelt auf der Lebern durch.
Auch der Nachwuchs wurde wieder mehr gefördert, kam es doch 1989 auf Initiative des damaligen Dirigenten zur Gründung der Jugendmusik Gilgenberg, in der junge Talente aus Nunningen, Zullwil, Fehren und Himmelried zusammen musizieren.
Im Juni 1992 fand der Thiersteiner Bezirksmusiktag einmal mehr in Nunningen statt, zum ersten Mal ohne zusätzliche Festhalle, was auch dank des guten Wetters ein voller Erfolg wurde. Miserabel meinte es Petrus dagegen beim Fernsehauftritt vom 11. August 1994, wo Musikantinnen und Musikanten zu einer kalten Dusche kamen.
A propos -innen: Nachdem in den 60er Jahren die ersten Frauen in den Verein aufgenommen wurden, hat sich ihr Anteil bis heute laufend gesteigert; von den rund 50 Aktiven sind 22 weiblich. Ein Grund für das erfreuliche Engagement der Frauen dürfte darin liegen, dass das Korps nach wie vor in Harmoniebesetzung spielt. Auch bei der Dorfbevölkerung stösst die eingeschlagene Musikrichtung auf viel Interesse, wie es bei der Neuuniformierung im März 1997 besonders stark zum Ausdruck kam.
Heute präsentiert sich der Verein in ausgezeichneter Verfassung und musiziert auf einem beachtlichen Niveau, was die alljährlichen Kirchen- und Unterhaltungskonzerte, aber auch die zahlreichen anderen Anlässe beweisen.
20.10.97 GA