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Die Formel 1 ist derzeit in aller Munde. Der Pneustreit mit Pirelli und das bevorstehden Hitzerennen in Ungarn vom Wochenende machen Schlagzeilen. Doch jetzt deckt die «Süddeutsche Zeitung» auf: «Firmensitze im Ärmelkanal und interne Geldgeschäfte sollen lächerlich niedrige Abgabensätze zur Folge haben.»
Die Manager der Formel 1 treffen sich alle paar Monate auf der Kanalinsel Jersey. Dort sind diverse Firmen aus der Formel 1 ansässig. Die Insel ist nicht nur wegen des Klimas beliebt, vielmehr lockt sie Unternehmen auch wegen ihrer niedrigen Steuersätze. Das macht sich, neben vielen anderen, laut der «Süddeutschen Zeitung» auch die Formel 1 zunutze.
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Die Firmensitze auf Jersey sind Teil eines Konstruktes, das nach Informationen der «Süddeutsche Zeitung» und des englischen Blattes «Independent» dazu dient, in grossem Stil Steuern zu vermeiden. Wie gut das offenbar klappt, ist einem der SZ vorliegenden Investorenreport zu entnehmen, mit dem eine asiatische Grossbank im vergangenen Jahr um Kapitalanleger warb.
Die Bank wollte an dem damals geplanten, dann abgesagten Börsengang der Formel 1 mitverdienen. Laut der «Süddeutschen Zeitung» soll der Gewinn der weltweiten Rennserie 2010 bei 340 Millionen Dollar gelegen haben und bis 2014 auf fast 500 Millionen Dollar steigen. Abzüglich Steuern von durchschnittlich gerade mal zehn bis elf Millionen Dollar im Jahr.
Steuervermeidungsstrategie
Nach Angaben des «Independent» soll die Formel 1 mit ihrer Steuervermeidungsstrategie noch viel erfolgreicher sein. Das Blatt beruft sich auf einen früheren Börsenprospekt mit Zahlen für 2011. Damals habe das Rennsport-Imperium bei Einnahmen von 1,5 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 470 Millionen Dollar in Grossbritannien gerade mal 1,5 Millionen Dollar Steuern gezahlt.
Eine Anfrage der «Süddeutschen Zeitung» dazu bei der Pressestelle des Rennsportimperiums bleibt unbeantwortet. Der Hauptaktionär, die Investmentgesellschaft CVC, meldet sich wenigstens, sagt aber nichts dazu. Das von Ecclestone geschaffene Rennsport-Imperium mit seinen zahlreichen Ober-, Neben- und Untergesellschaften macht das, was andere Konzerne wie Amazon und Apple oder Starbucks auch tun: Lücken und, wie findige Rechtsanwälte das formulieren, «Gestaltungsmöglichkeiten» im Steuerrecht nutzen. Üblich sind zum Beispiel hohe Kreditvergaben innerhalb eines Konzerns, resümiert die Süddeutsche Zeitung».
(tke/aho)