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Werden unveranlagte (unverzollte) Waren durch die Schweiz befördert, müssen die Einfuhrabgaben vorübergehend sichergestellt werden, mittels Barhinterlage oder Bürgschaft. Allfällige Verbote und Beschränkungen sind ebenfalls zu beachten.
Die wichtigsten internationalen Transitverfahren im Handelswarenverkehr sind das gemeinsame Versandverfahren (gVV) und das TIR-Verfahren.
Für die Durchfuhr mit Privatwaren im Reiseverkehr finden Sie Informationen unter folgendem Link: Durchfuhr (Transit) durch die Schweiz mit Privatwaren.
Gemeinsames Versandverfahren (gVV)
Das gVV ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit zur Beförderung von Waren durch mehrere Staaten. Dazu ist im Land, wo das Versandverfahren eröffnet wird, eine Bürgschaft zu leisten, die nach ordentlicher Erledigung des Verfahrens wieder freigegeben wird.
Das gVV wird zurzeit in den EU- und den EFTA-Staaten; im Strassen-, Bahn- und Luftverkehr angewendet. Das Regelverfahren wird elektronisch abgewickelt (bekannt unter dem Begriff NCTS - Neues Computerisiertes Transitsystem).
Als Zolldokument gilt das Versandbegleitdokument, welches bei der Eröffnung des Verfahrens vom System gedruckt wird und die Sendung begleiten muss. Im Versandverfahren ist auch ersichtlich, ob es sich um Waren des freien EU-Verkehrs (so genannte T 2- Waren) oder um andere Waren handelt (T 1 Waren).
Das Versandverfahren ist an eine Transitfrist gebunden, innerhalb welcher die Waren der Bestimmungszollstelle vorgeführt werden müssen. Die Identität der Waren wird mittels einer präzisen Warenbeschreibung (Warenart, Menge, Artikel-/Seriennummer, etc.) oder mit einem Zollverschluss (Zollblei, Tyden Seal, etc.) sichergestellt.
Da das Versandverfahren elektronisch abgewickelt wird, ist ein entsprechendes Programm und eine IT-Verbindung mit der EZV notwendig. Über eine solche verfügen Speditionsunternehmen oder Verzollungsagenturen an die Sie sich wenden können.
Weitere Informationen zum NCTS-System für elektronische Transitanmeldungen finden Sie unter folgendem Link: NCTS.
TIR-Verfahren (Transports Internationaux Routiers)
Das TIR-Verfahren wird nur bei Handelswaren angewendet ,die auf der Strasse befördert werden. Der TIR Transit ist prinzipiell immer unter Zollverschluss zu führen. Geografisch ist es weiter gefasst als das gVV Übereinkommen, es findet in über sechzig Ländern Anwendung: IRU - TIR Geographic Scope.
Als internationales Zolldokument für den Transit wird das Carnet TIR verwendet. Gleichzeitig stellt dieses Dokument eine finanzielle Sicherheit für die Zahlung der zurückgestellten Zölle und Steuern dar. Das System der Sicherheitsleistungen wird von der internationalen Strassentransportunion IRU verwaltet.
Schweizer Carnet TIR werden von der ASTAG (Schweizerischer Nutzfahrzeugverband) ausgestellt. Mehr Informationen dazu finden Sie unter folgendem Link: ASTAG International.
Hinweis
Mit einem Transit durch die Schweiz verlassen Sie die EU-Zollunion. Um eine problemlose Ausfuhr und Wiedereinfuhr in die EU sicherzustellen, kontaktieren Sie vorgängig alle betroffenen Zollverwaltungen:
Für Italien: www.agenziadogane.it
Für Deutschland: www.zoll.de
Für Frankreich: www.douane.gouv.fr
Für Österreich: www.bmf.gv.at/zoll
Für andere Länder: WCO - National Customs Websites