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Russische U-Boote sind in der Vergangenheit immer wieder in den Schlagzeilen aufgrund von Unfällen. Nun ist es wieder geschehen: Am vergangenen Montag führte ein Brand an Bord des russischen U-Bootes Losharik zum Tod von 14 Seeleuten. Das Klein-U-Boot war in der Barentssee auf einer Mission für die russische Marine unterwegs, als das Feuer ausbrach. Das Boot konnte geborgen werden und soll wieder flott gemacht werden. Trotzdem sind viele Fragen noch ungeklärt.
Gemäss den Angaben der russischen Streitkräfte und der Agentur TASS «brach am 1. Juli an Bord eines Unterwasserfahrzeuges, das im Auftrag der russischen Marine mit biometrischen Forschungsaufgaben am arktischen Meeresboden beschäftigt gewesen war, ein Feuer aus. Dabei kamen 14 Seeleute durch Vergiftung ums Leben.» Die Seeleute seien gestorben, als sie versucht hatten, das Feuer zu löschen, erklärten die offiziellen Stellen. Der Name des U-Bootes wurde zuerst nicht genannt, später jedoch von russischen unabhängigen Medien als das nukleare Klein-U-Boot Losharik identifiziert. Das 74 Meter lange Boot, das mit einem Reaktor ausgerüstet ist, ist normalerweise in Olenya Bay, nahe der norwegischen Grenze, stationiert und untersteht dem Hauptdirektorium für Tiefseeforschung (GUGI), welches den Streitkräften unterstellt ist. Das Boot wird als experimentelles Klein-U-Boot beschrieben, welches bis auf 6’000 Meter Tiefe tauchen kann. Ansonsten ist nur wenig über diesen U-Boot-Typ bekannt.
Das Unglück geschah auf russischer Seite in der Barentssee. Augenzeugen berichteten einem russischen Nachrichtendienst, dass sie beobachtet hätten, wie ein grosses U-Boot sehr plötzlich und schnell aufgetaucht sei und auf Deck ein Durcheinander geherrscht habe. Dann seien Schiffe aufgetaucht und hätten Körper an Bord genommen. Danach sei das U-Boot wegeskortiert worden. Gemäss einer Quelle bei der russischen Marine habe es sich bei dem aufgetauchten U-Boot um das Mutterschiff der Losharik gehandelt, die Podmoskovie, ein umgebautes U-Boot der Delta-IV-Klasse, eines der grössten U-Boottypen.
Über die Todesopfer wurde im Laufe der letzten Tage bekannt, dass es sich um mehrere hoch dekorierte und enorm erfahrene Seeleute gehandelt hatte. Zwei der Toten waren als «Helden von Russland» ausgezeichnet. Sieben weitere Opfer standen im Rang eines Kapitäns zur See und zwei waren Erste Offiziere. Warum sich eine solch hoch ausgezeichnete Crew an Bord des Bootes befand und welche Aufgaben das Boot hatte, sind nicht bekannt. Verteidigungsminister Sergey Shoigu, der von Präsident Putin persönlich nach Murmansk beordert worden war, hatte verlautbaren lassen, dass das Boot bald wieder einsatzfähig sein wird, sein muss. Durch den Brand sei auch keine Radioaktivität ausgetreten, der Brand sei im Bereich der Batterie ausgebrochen und durch die Toten schnell eingedämmt worden. Das Verteidigungsministerium liess vermelden, dass die Hinterbliebenen der Todesopfer jegliche Hilfe erhalten würden, sowohl psychologisch wie auch materiell. Der Vorfall, der an das Kursk‑Unglück erinnert, ist seit 2008 der grösste Unfall in der russischen Marine.
Quelle: The Independent Barents Observer / Russia Military / TASS