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Massgeblicher Umbau 1610; Dachform um 1850; Renovation 2014-2019
Das Bandlihuus dürfte in seiner heutigen Form 1610 aus dem Zusammenschluss zweier bestehnder Gebäude entstanden sein. Die Jahreszahl findet sich am steinernen Gewände des grossen Rundbogenfensters neben dem Haupteingang, in dessen Abschlussstein noch ein heraldisiertes Hauszeichen mit den Initialen GR zu erkennen ist. Dieses mag als Kürzel eines Vertreters der Familie Ryner zu deuten sein, die gemäss einer schriftlichen Quelle um 1540 einen Wirt in ihren Reihen hatte. Möglich, dass die Ryners im nachmaligen Bandlihuus auch noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Wirtsstube führten; als solche bezeichnet der Volksmund jedenfalls den mit einem verputzten Stickkappengewölbe ausgestatteten Raum, dem das erwähnte Fenster Licht zuführt. Auch der in der Südfassade eingelassene Eisenring zum Anbinden der Pferde und ebenfalls der Umstand, dass im hinteren Teil des Hauses einst eine Schmiedewerkstatt eingerichtet war, werden als Indiz für diese Vermutung angeführt. Die geräumigen Keller, deren ausserordentliche Mauerqualität eine Entstehung in mittelalterlicher Zeit vermuten lassen, wären demnach als Räume zur Lagerung von Weinfässern zu interpretieren.
Eine Gastwirtschaft bestand in Valendas bereits im Hochmittelalter, wie sich aus der urkundlich gesicherten Existenz einer „Tabernavin“ (= Schankwirtin) im Jahr 1380 ableiten lässt; das Tavernenrecht dürfte zu jener Zeit von den Herren von Valendas ausgeübt worden sein. Aufgrund seiner Lage direkt an der Strasse bot sich das Bandlihuus für eine Nutzung als Gasthaus durchaus an; der alte Verbindungsweg zwischen Reichenau und Ilanz führte direkt am Haus vorbei der heutigen Alten Bahnhofstrasse entlang zum Schmittentobel, dann über den Bach Richtung Burghügel und von dort weiter nach Castrisch.
Am Bandlihuus deutet die Vielzahl an gewölbten Kammern auf einen Bau der lokalen Oberschicht hin. In der axialen Anordnung der in Grösse und Form vereinheitlichten Fenster der beiden Wohngeschosse drückt sich eine bewusste, ganz neuzeitliche architektonische Gestaltung aus. Der warme hölzerne Kern mit den Wohnräumen ist nach aussen durch eine Vormauerung kaschiert und damit den übrigen Mauerflächen angepasst, die Fassade also gleichsam uniformiert. Welch grosser Kontrast zu dem noch ganz mittelalterlich anmutenden Jooshuus. mit seinen heterogenen Fronten und den allein nach dem Kriterium der Zweckmässigkeit verteilten unterschiedlichen Öffnungen.
Quelle: Architekturrundgänge in Graubünden Valendas herausgegeben vom Bündner Heimatschutz und der Stiftung Valendas Impuls. Autorin Ludmila Seifert-Uhrenkovich, ISBN 978-3-85637-473-0
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