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Psalm 147,10 hat mich zum Nachdenken gebracht. Warum hat Gott keine Freude an den Schenkeln der Männer?
Oft werden die Psalmen in Parallelismen verfasst. Das ist eine von vielen Stilfiguren und diese kann in weitere Untergruppen eingeteilt werden wie der synonyme, antithetische, synthetische, parabolische Parallelismus oder ein Parellelismus als Klimax. Es ist mit diesen Begriffen fasst so, wie es dem Gärtner mit seinen Pflanzen geht. Diese wurden in eine lateinische Nomenklatur gebracht, und damit soll die Verständigung unter den Botanikern unterstützt werden. Nun aber zurück zu den Stilfiguren aus Psalm 147,10-11. Wenn ein Teil einer Aussage nicht eindeutig ist, so wie der mit den Schenkeln der Männer, kann der parallele Teil dazu diesen verdeutlichen. So ist es auch in dieser Strophe möglich:
«Nicht die Stärke des Rosses erfreuen [IHN].»
«Nicht die Schenkel des Mannes gefallen [IHM].»
«Erfreuen, gefallen» sind die Teile der Strophe, die miteinander synonym-parallel sind. «Stärke des Rosses» und «Schenkel des Mannes» gehören auch parallel zusammen, jedoch werden neue Aspekte dem zweiten Teil hinzugefügt (synthetisch). Es ist bei dieser Form nützlich, zunächst den ersten Teil zu betrachten. Damit kann der zweite Teil besser verstanden werden, da dieser zwar eigenständig verständlich wäre, jedoch ist oft das neu Hinzugefügte ebenso spannend. Im ersten Teil wird die Stärke des Rosses extra erwähnt. Starke Rosse wurden auch im Krieg eingesetzt, daher ist es hier ratsam, auch den militärischen Sinn miteinzubeziehen. Ein starkes Streitross zeichnet sich durch seine Wendigkeit und Schnelligkeit aus. Dies hat das Ross u. a. durch seine Beine, und die Kraft dafür liegt auch in seinen Schenkeln. Damit ist es der gemeinsame Teil, und so kann auch die Stärke auf den zweiten Teil übertragen werden. Zudem ist der Schenkel im zweiten Teil ein pars pro toto bzw. ein Teil für das Ganze. Wenn der militärische Aspekt auch in diesen Teil miteinbezogen wird, so meint dieser Teil einen starken Kriegsmann. Beide Teile zusammen betrachtet ergeben, dass Gott kein gefallen an Menschen hat, die sich durch ihre eigene Stärke ausweisen. An was Gott gefallen hat, zeigt die nächste Strophe. Diese ist von der Konstruktion her betrachtet gleich aufgebaut wie die letzten beiden, jedoch in gespiegelter Form:
«Gefallen [hat] Jehova an den IHN Fürchtenden, an den auf SEINE Güte Harrenden.»
Der erste Teil ist identisch mit denen aus Vers 10. Der Unterschied liegt hier jedoch in der fehlenden Verneinung. Wenn der synthetische Parallelismus aus Vers 10 als ein Gefüge betrachtet wird, so ist der Vers die gegenteilige Parallele dazu bzw. ein antithetischer Parallelismus. Zu erkennen ist auch in diesem Vers 11 ein Parallelismus. Der Begriff «Gefallen» ist zwar nicht vorhanden, aber kann dazu gedacht werden (elliptisch).
Dieser Vers zeigt, an was Gott Gefallen hat; an solchen, die Gott mit Ehrfurcht begegnen und auf IHN vertrauen und nicht auf ihre eigene Stärke. Der Psalm 147 zeigt auch, dass Gott alles erschaffen hat. Gott zu vertrauen ist wahre Stärke.
|A||a||Nicht die Stärke des Rosses||erfreuen [IHN].|
|a’||Nicht die Schenkel des Mannes||gefallen [IHM].|
|B||b||Gefallen [hat] Jehova||an den IHN Fürchtenden,|
|b’||an den auf SEINE Güte Harrenden.|
|A||a||יֶחְפָּץ||לֹא בִגְבוּרַת הַסּוּס|
|a’||יִרְצֶה||לֹא־בְשׁוֹקֵי הָאִישׁ|
|B||b||אֶת־יְרֵאָיו||רוֹצֶה יְהוָה|
|b’||אֶת־הַמְיַחֲלִים לְחַסְדּוֹ|