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Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, verursacht durch das Epstein-Barr-Virus. Am häufigsten erkranken Jugendliche und junge Erwachsene, Kinder haben meist keine oder nur geringe Symptome. Mehr als 90% der über 30-Jährigen ist mit dem Virus in Kontakt gekommen, hat Antikörper (Abwehrstoffe) und demzufolge eine Immunität entwickelt.
Der Name der Krankheit geht zurück auf den deutschen Arzt Emil Pfeiffer (1846 – 1921), der die typischen Symptome Fieber und Lymphknotenschwellung beschrieb. Die beiden anderen Bezeichnungen sind abgeleitet von weiteren Charakteristika: „infektiöse Mononukleose“ vom Erscheinen kennzeichnender Blutzellen (sog. mononukleäre Zellen) und „Monozytenangina“ von Mandelentzündung bzw. Angina.
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) gehört zur Gruppe der Herpes-Viren, bleibt demnach lebenslang im Körper und kann bei Immun- oder Abwehrschwäche wieder aktiv werden, Krankheiten auslösen und Grund einer Ansteckung von noch nicht immunen, anderen Menschen sein.
Das Virus wird durch direkten körperlichen Kontakt übertragen, hauptsächlich durch Speichel und somit durch Küssen, deshalb auch die Namen „kissing disease“ und „Studentenkusskrankheit“. Es ist anzunehmen, dass eine Übertragung durch Tröpfcheninfektion bei Husten oder Niesen und durch transplantiertes Gewebe oder Blut ebenfalls stattfindet.
Die Viren dringen vorzugsweise in die Schleimhäute von Nase und Mund ein und infizieren dann bestimmte weisse Blutkörperchen (sog. B-Lymphozyten). Verbreitung dieser infizierten Zellen auf dem Blutweg und Entzündungsreaktionen führen zur Vergrösserung verschiedener Organe, insbesondere Lymphknoten und Milz, seltener der Leber.
Erkrankte sind in der akuten Phase des Pfeifferschen Drüsenfiebers ansteckend und bleiben es noch mehrere Wochen darüber hinaus, da mit dem Speichel während längerer Zeit Viren ausgeschieden werden. Entsprechendes ereignet sich nach Reaktivierung des Virus infolge Immunschwäche und ebenso nach erneutem Kontakt mit dem Erreger, selbst wenn die betroffene Person nicht wieder erkrankt.
Die Zeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch beträgt bei Kindern und Jugendlichen zehn Tage bis drei Wochen, bei Erwachsenen gelegentlich bis mehrere Wochen.
Viele Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus verlaufen so leicht, dass sie unbemerkt bleiben, namentlich bei Kindern. Wenn Symptome auftreten, sind dies zunächst allgemeine, grippeähnliche Krankheitszeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitverlust, Kopf- und Gliederschmerzen, denen dann die anschliessend genannten, charakteristischen Krankheitszeichen folgen können:
Die Erkrankung dauert meist zwei bis vier Wochen, heilt in der Regel folgenlos und hinterlässt eine lebenslange Immunität.
Es wurden allerdings chronische, monatelange Verläufe beschrieben mit Müdigkeit, Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl, eventuell im Rahmen eines so genannten Chronic Fatigue Syndrome (CFS).
Die viral bedingte Entzündung der Mandeln kann eine zusätzliche, bakterielle Infektion (Superinfektion) mit Streptokokken nach sich ziehen, die sog. Streptokokkenangina. Möglich sind ausserdem Pneumonie, Anämie, Verminderung der Thrombozytenzahl (Zahl der Blutplättchen), Herzmuskelentzündung, Enzephalitis, länger dauernde Leber- oder Nierenentzündung und Einreissen der geschwollenen Milz (Milzruptur).
Vermutet wird zudem, dass der Erreger des Drüsenfiebers Krebs hervorruft, besonders bei Personen mit Immunschwäche.
Hinsichtlich Vorbeugen lassen sich keine konkreten Empfehlungen geben, ein Impfstoff ist (noch) nicht verfügbar.
Dringend ist eine Arztkonsultation bei Verdacht auf Komplikationen (s. oben).
Die Diagnose lässt sich mit Hilfe von Blutuntersuchungen sichern. Diese werden durchgeführt, wenn das Auszuschliessen von anderen, ähnlich verlaufenden Krankheiten nötig ist.
Es gibt keine spezifische Therapie, da es sich um eine Viruskrankheit handelt. Antibiotika nützen nicht gegen Viren und gewisse dieser Arzneimittel lösen in Zusammenhang mit einer Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber ohnehin häufig einen Hautausschlag aus. Der Einsatz von Antibiotika bleibt somit beschränkt auf Fälle, in denen eine bakterielle Infektion zu Komplikationen führt, z.B. zu eitriger Angina (Streptokokkenangina).