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Seit 14 Monaten ist die Ocean Viking das erste zivile Rettungsschiff, dass autorisiert Gerettete an einen sicheren Ort in Italien bringt.
Am Samstagmorgen, den 14. September, informierte die Seenotrettungsleitstelle in Rom SOS MEDITERRANEE, dass die in zwei Einsätzen im zentralen Mittelmeer 82 Geretteten in Italien an Land gehen können. Es ist geplant, dass diese Menschen in Lampedusa von Bord gehen und in Sicherheit gebracht werden, bevor sie in mehrere Staaten des europäischen Kontinents umverteilt werden.
SOS MEDITERRANEE ist erleichtert, dass die italienischen Behörden sechs Tage nach der ersten Rettung eine Lösung gefunden haben. Ein weiteres Mal wurde von einer Koalition von Ländern des europäischen Kontinents eine Ad-hoc-Lösung für die Anlandung von Geretteten geschaffen.
„Die Zuweisung eines sicheren Ortes, der sich auch als solcher qualifiziert, ist eine gute Nachricht“, erklärt Nicola Stalla, Einsatzkoordinator an Bord der Ocean Viking. „Aber mehrere Tage oder gar Wochen warten zu müssen, tolerieren wir nicht. Wir fordern die Staaten des europäischen Kontinents nachdrücklich auf, einen wirksamen, koordinierten und vorhersehbaren Mechanismus einzuführen, der die Ausschiffung von im Mittelmeer geretteten Menschen an einem sicheren Ort garantiert“, fügt er hinzu.
„Es ist in der Tat ermutigend festzustellen, dass es mehreren Staaten auf dem europäischen Kontinent, darunter Italien, endlich gelungen ist, eine Lösung für die von der Ocean Viking geretteten Menschen umzusetzen. Die Schweiz könnte Solidarität mit diesen Staaten zeigen, indem sie sich am Verteilungsmechanismus beteiligt. Auf diese Weise würde sie ihrer humanitären Tradition gerecht werden und uns helfen, Leben auf See zu retten“, ergänzt Caroline Abu Sa’Da, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE Schweiz.
Die Zuweisung eines sicheren Ortes ist im internationalen Seerecht verankert. Es besagt, dass aus Seenot gerettete Menschen unverzüglich an einem Ort an Land gebracht werden müssen, an dem ihre Sicherheit gewährleistet ist und ihre Grundbedürfnisse gedeckt werden können. SOS MEDITERRANEE ist fest davon überzeugt, dass die humanitären Werte von den Staaten des europäischen Kontinents gewahrt werden müssen und eine angemessene Reaktion auf die humanitäre Tragödie im zentralen Mittelmeerraum gefunden werden muss.
Im Juni 2018 war das gemeinsam von SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen betriebene Rettungsschiff Aquarius das erstes humanitäre Schiff, das mit der Schliessung italienischer Häfen konfrontiert war. SOS MEDITERRANEE erinnert daran, dass die Unterstützung von Menschen in Seenot heute und in Zukunft über alle anderen politischen Erwägungen gestellt werden muss.
Im zentralen Mittelmeerraum besteht derzeit ein erheblicher Mangel an Rettungsschiffen. Dies trägt zu der höchsten jemals registrierten Todesrate bei. Schätzungen zur Folge stirbt einer von 20 Menschen bei dem Versuch über das Mittelmeer aus Libyen zu fliehen. „Wir werden so schnell wie möglich wieder in das Rettungsgebiet im zentralen Mittelmeer zurückkehren, weil wir dort derzeit das einzige Rettungsschiff sein werden“, sagt Nicola Stalla.
SOS MEDITERRANEE fordert die europäischen Staaten auf:
- auf den dringenden Bedarf an Such- und Rettungskapazitäten im zentralen Mittelmeerraum zu reagieren;
- einen koordinierten, gemeinsamen und nachhaltigen Ausschiffungsmechanismus, der den Schutz menschlichen Lebens gewährleistet, einzurichten;
- die Kriminalisierung der im Mittelmeerraum tätigen humanitären und zivilen Organisationen einzustellen.
Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte:
Eva OSTENDARP | +41 76 239 99 13 | <email-pii>
Foto : Laurence Bondard / SOS MEDITERRANEE