Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03643.jsonl.gz/1601

«Mohammed ist der beliebteste Name in Grossbritannien», lautete der Lead über einer Glosse im «Tages-Anzeiger». Wow, dachte ich, also hat eine Mehrheit der fertilen Bevölkerung im Vereinigten Königreich im letzten Jahr ihren männlichen Nachwuchs auf den Namen Mohammed oder eine seiner Varianten getauft.
Im Artikel stands dann genauer. Auch in Britannien folgen die meisten Gläubigen noch nicht dem Ruf des Muezzins, der muslimische Bevölkerungsanteil bewegt sich bei 4,5 Prozent. Zudem gibt die Beliebtheitsskala nur die Werte einer bestimmten Website wieder, in der Gesamtbevölkerung besetzt Oliver den Spitzenplatz. Und so wie katholische Eltern häufig ihren Jüngsten an zweiter Stelle mit Maria beglückten, vergeben muslimische gern als Zweitnamen Mohammed.
Eine kurze Recherche im Internet zeigt, dass die Nachricht rundum mediale Aufregung verursachte. Die Glosse endet mit dem Fazit: «Aufgeregte Geschichten in den Medien sagen wenig aus über demografische Verschiebungen. Aber viel über die Urheber dieser Aufregung.»
Der beliebteste Jungenname in der Schweiz ist übrigens Noah. 307 von 42 595 neugeborenen Knaben wurden 2013 so getauft. Das sind weniger als ein Prozent. Bleibt die unangenehme Frage, was derselbe Satz – nur mit Mohammed statt Noah – in unseren Köpfen auslöst.