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Demonstrativ stellt die Frau ihre Reize zur Schau: Die Hüfte auf die linke Seite geneigt, hält sie mit einer Hand ihren üppigen Busen den Betrachtenden entgegen. Sie trägt ein feines und leichtes, eher durchsichtiges Kleidungstück, das jedoch nichts verdeckt. Alexander Müllegg fokussiert sich auf die Körperlichkeit der Frau, den Blick spezifisch auf die Körpermitte gerichtet. Der Leib ist nicht im Detail ausgearbeitet, die Hände sind nur schemenhaft zu erkennen und das Modell bleibt gesichtslos. Sie steht für ein neues Frauenbild in Mülleggs Oeuvre ab Mitte der 1960er-Jahre. Wenn er auch zuvor viele Frauen in Aktdarstellungen porträtiert, so ist ihnen eine eher schlanke Figur und eine feine Ausarbeitung der Gesichtszüge gemeinsam. Der Künstler wählt immer wieder dieses Modell für seine Zeichnungen. Sie taucht in seinen Arbeiten ab Januar 1965 auf und erscheint wiederholt auf Zeichnungen bis 1970. Den Skizzen gemeinsam ist, dass Müllegg neben Datum und seiner Signatur meist ein E auf dem Blatt hinterlässt. Ob dies wohl der Anfangsbuchstabe für den Namen der Frau ist? In der Sammlung des Kunstmuseum Thun finden sich neben einzelnen Blättern über 100 Skizzenbücher, die zahlreiche Aktdarstellungen beinhalten.
Anja Seiler
Die fast nackte Frau zeigt ihren Körper selbst-bewusst.
Ein durch-sichtiger Stoff zeigt mehr als er ver-hüllt.
Die Frau stützt ihre Brust mit einer Hand.
Die Frau wendet sich dem Betrachter zu.
Der Blick fehlt.
Der Künstler interessierte sich vor allem für die runden Körper-Formen.
Es gibt viele Zeichnungen von diesem Modell.
5 Jahre lang erscheint es auf den Bildern des Künstlers.
Vorher zeichnete er auch nackte Frauen.
In der Kunst heisst das Akt.
Doch seine früheren Akte zeichnete er schlank.
Der Künstler zeichnete das Gesicht.
Sara Smidt