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Wilhelm Tell ist der Schweizer Nationalheld und ein legendärer Freiheitskämpfer aus der Zentralschweiz. Der Dichter Friedrich Schiller verfasste in seiner späten Schaffensphase das berühmte gleichnamige Bühnenwerk. Seit dem 15. Jahrhundert erwähnt, wurde er zu einer zentralen Identifikationsfigur verschiedener, sowohl konservativer als auch progressiver Kreise der Eidgenossenschaft. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gilt Tell als der Nationalheld der Schweiz.
Durch die Eröffnung vom Gotthardpass am Anfang des 13.Jahrhunderts wurde die die Region rund um den Vierwaldstättersee auch strategisch und wirtschaftlich interessant und die Habsburger verstärkten ihren Besitzanspruch auf das Gebiet. Sie schickten Vögte ins Land welche die Urner, Schwyzer und Unterwaldner unterdrückten und massiv Steuern verlangten.
Ehre dem Reichsvogt Gessler
Im Jahr 1307 regieren die Habsburger die Zentralschweizer Gebiete um den Vierwaldstättersee. Ihre Vögte waren den Urnern, Schwyzern und Unterwaldnern ein Dorn im Auge. Besonders der verhasste Reichsvogt von Altdorf im Kanton Uri. Der Mann hiess Hermann Gessler.
Gessler verlangte von allen Altdorf, dass Sie ihm ihre Ehre erweisen. Also errichtet er mitten auf dem Dorfplatz einen Pfahl und stülpt seinen Hut darüber. Wer am Hut vorbei ging, musste sich verbeugen, als wäre der Vogt persönlich anwesend.
Als Wilhelm Tell und sein Sohn Walter aus Bürglen in Altdorf eintrafen, gingen sie erhobenen Hauptes am Hut des Vogts vorbei. Woraufhin sie auf Geheissen von Gessler sofort verhaftet wurden.
Wilhelm Tell und der legendäre Apfelschuss
Wilhelm Tell war bekannt als hervorragender Armbrustschütze. Also dachte sich Gessler eine schreckliche Strafe für ihn aus. Für seine Untat sollte er einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schiessen. Wenn er den Apfel trifft, darf er ziehen. Wenn der Pfeil den Apfel verfehlt oder Tell sich weigert, würden sowohl er als auch sein Sohn Walter sterben.
Tell hatte keine andere Wahl als die Herausforderung schweren Herzens anzunehmen. Er nahm zwei Pfeile auf, zielte, schoss und traf den Apfel mit dem ersten Schuss. Der Vogt Gessler fragte Tell, weshalb er zwei Pfeile genommen habe. Dieser antwortete kämpferisch: „Hätte ich meinen Sohn getötet, hätte ich mit dem zweiten Pfeil euch getötet.“
Der Reichsvogt war ausser sich vor Wut. Er befahl seinen Soldaten, den Schützen in seine Burg mitzunehmen und dort einzukerkern. Gesslers Burg befand sich in Küssnacht am Rigi. Die Reise dorthin führte per Boot über den Vierwaldstättersee.
Befreiung auf stürmischer See
Unterwegs kam ein heftiger Sturm auf und zwang Gessler und seine Soldaten, Tell loszubinden. Denn er war der einzige, der wusste, wie man ein Boot bei solchen Wetterbedingungen sicher über den See steuerte.
Doch Tell nutzt die Gunst der Stunde, um zu fliehen. Als sich das Boot dem Ufer nähert, sprang er aus dem Boot auf eine Felsplatte, die sogenannte Tellsplatte. Dabei stiess er sich fest vom Boot ab, sodass dieses weiter hinaus auf den See trieb.
Doch Tell floh nicht einfach, er hatte noch eine Rechnung offen mit Gessler und machte sich auf den Weg nach Küssnacht, um dort auf Gessler zu warten. Als dieser endlich in Küssnacht eintraf, sprach Tell die legendären Worte „Durch diese hohle Gasse muss er kommen“ und schoss Tell mit seiner Armbrust auf ihn. Der Reichsvogt war auf der Stelle tot und Wilhelm Tell wurde zum Nationalhelden. Seine Tat löste eine Welle der Rebellion aus und die Schweizer befreiten sich schliesslich aus den Fängen der Habsburger.
Wilhelm Tell von Friedrich Schiller
Jeder Schweizer kennt die Legende von Tell. Insbesondere seit Friedrich von Schiller die Geschichte in ein dramatisches Bühnenstück verwandelte. Die Uraufführung fand Anfang des 19. Jahrhunderts statt. Und hierzulande gehört das Stück nach wie vor zu den beliebtesten überhaupt. Das literarische Werk machte den Nationalhelden der Eidgenossen auf der ganzen Welt berühmt.
Geschichtsbuch oder Geschichtenbuch?
Ob Wilhelm Tell jemals existiert hatte, ist bis heute unklar. Auch ob die Geschichte um den Apfelschuss effektiv so stattgefunden hatte, kann niemand mit Sicherheit sagen. Selbst unter Geschichtswissenschaftlern ist heftig umstritten, ob es sich bei Wilhelm Tell um eine Sage oder eine wahre Geschichte handelt. Denn ältere Quellen berichten von ähnlichen Geschichten mit anderen Namen, etwa in Dänemark. Doch uns Schweizern ist das ziemlich egal. Wir haben mit dieser Geschichte einen klasse Nationalheld und sind stolz auf ihn.
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