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Gesamtschweizerisch gesehen werden wir auch in Zukunft genügend Wasser haben. In ausseralpinen Regionen hat der sozioökonomische Wandel – insbesondere das Wirtschafts- und Siedlungswachstum – den massivsten Einfluss auf den Wasserhaushalt der Zukunft. In alpinen Gebieten wird jedoch der Klimawandel prägend sein.
Klimabedingte Veränderungen
Bis zum Ende des Jahrhunderts wird voraussichtlich 90 % des jetzt in der Schweiz vorhandenen Eises geschmolzen sein. Die Gletscher ziehen sich bis auf 4000 Metern über Meer zurück. Dadurch entstehen neue Seen in den Hochgebirgen. Diese bergen einerseits grosse Risiken, da sich die entstehenden Gletscherseen schwallartig entleeren könnten. Andererseits bergen sie einiges Potenzial in Bezug auf die Energieproduktion und den Tourismus.
Acht der zehn wärmsten Jahre (durchschnittliche Jahresmitteltemperatur) seit Messbeginn 1864 wurden im 21. Jahrhundert registriert. 2011 war das wärmste Jahr. Das Jahr 2015 ist in dieser Statistik noch gar nicht enthalten. Zukünftige heisse und trockene Sommer könnten in einzelnen Regionen vermehrt zu Wasserknappheit führen. Im NFP 61 wurden Methoden und Instrumente zur Früherkennung von Trockenheit (www.drought.ch) erarbeitet. Sommertrockenheit und Niedrigwasser sind nicht nur für die Energieproduzenten eine Herausforderung, sondern auch für das Grundwasser und den Gewässerschutz – insbesondere wegen der Erwärmung des Flusswassers unterhalb von Kraftwerken und Kläranlagen.
Integriertes Wassermanagement
Um auch in Zukunft die nachhaltige Wassernutzung (Schutz und Nutzung) in der Schweiz zu stärken, müssen die verschiedenen Wassersektoren noch enger zusammenarbeiten. „Integriertes Wassermanagement“ (IWM) bedeutet insbesondere die Zusammenarbeit von Gemeinden und Kantonen auf sowohl der ganzen Länge der Flüsse als auch der Fläche ihrer Einzugsgebiete.
Eine nationale Wasserstrategie könnte Gewässerschutz, Hochwasserschutz, Wassernutzung, Raumentwicklung, Energieversorgung, Landwirtschaft und Tourismus unter einen Hut bringen. Auf die nationale Wasserstrategie könnten dann die kantonalen Strategien abgestützt werden.
Damit das IWM möglichst effizient eingesetzt werden kann, sollen Kantone zunächst ihren Bedarf abklären und dann dem Bund vorschlagen, wo es IWM-Projekte braucht. Staatliche Anreize und Instrumente sollen auf die Ziele der nachhaltigen Wassernutzung ausgerichtet werden. Langfristige Datenreihen und eine systematische Kontrolle der Pilotprojekte sind unerlässlich.
Die Verfügbarkeit des Wassers soll künftig von der Nachfrage gesteuert werden und nicht weiter ein grundsätzliches Angebot der garantierten Verfügbarkeit sein. Das heisst Überschüsse im Wasserangebot werden identifiziert und darauf folgend in Bewirtschaftungsplanungen der Nachfrage angepasst.
Bergregionen sollen jetzt handeln und raumplanerische, organisatorische sowie bauliche Massnahmen planen. Denn Anpassungen brauchen Zeit.
Weitere Informationen:
Quelle: NFP 61 Factsheet