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Die Lagerhäuser am Bahnhof
Vogelsangstrasse 2-6
8400 Winterthur
Der langgezogene Industriebau an der unteren Vogelsangstrasse 2 bis 6 war als Lagerhaus 1861 bis 1863 erstellt worden. Das Salz- das Korn- und das Kaufhaus waren darin untergebracht.
Die Versorgung der Stadt mit allen nötigen Gütern erfolgte früher durch den Altstadt-Strassenzug Untertor-Marktgasse. Diesem Bedürfnis hatten Mitte des 19. Jhdt. auch die Stadttore weichen müssen. Mit der Entwicklung des Bahnwesens ab 1855 (Winterthur-Frauenfeld-Romanshorn) änderten sich die Anforderungen an den Güterumschlag. Für das Kornhaus am Untertor, das Waaghaus an der Marktgasse und das Salzmagazin an der Obergasse musste in der Nähe der Bahn Ersatz geschaffen werden. Die Altstadtgeschäftsleute befürchteten Einbussen und waren von den neuen Ideen überhaupt nicht begeistert. Trotz aller Bedenken wurde das Lagerhaus gebaut. Nach den Plänen des damaligen Staatsbauinspektors Johann Caspar Wolff und unter der Leitung des neu amtierenden Stadtbaumeisters Karl Wilhelm Bareiss wurde das Lagergebäude 1861 bis 1863 erstellt. Vom Neumarkt her wurde ein Durchbruch zur Technikumstrasse geschaffen und eine Strasse zu den Lagerhäusern erstellt. Dieser Strassenzug heisst noch heute Lagerhausstrasse.
Das Haus ist ein langgestreckter, dreiteiliger Satteldachbau im Rundbogenstil. Der Mitteltrakt ist um ein Mezzaningeschoss erhöht und mit Treppengiebeln versehen. Jeder Gebäudeteil enthielt jeweils eine dreischiffige Halle. Auf dem Areal hatte zuvor die städtische Ziegelhütte gestanden. Aus dem Abbruchmaterial ist an der Zeughausstrasse 58 auf dem ehemaligen Zeughaus-Areal der städtische Werkhof entstanden.
Während das Salzhaus, der südliche Drittel des Lagerhaus-Gebäudes bis 1975 vom kantonalen Salzamt genutzt wurde, zogen ins Korn- und Kaufhaus 1962 die Postbetriebe ein. Während die UBS und die Stadt vorerst als Vermieter auftraten, konnte die Post die Liegenschaften später erwerben. Um sie für ihre Zwecke nutzbar zu machen, hatten die PTT-Betriebe bereits gegen eine Million Franken investiert.
Im ersten Stock hatten die Briefträger für das Gebiet der Postleitzahl 8400 Einzug gehalten hatten, waren im Erdgeschoss die Paketzusteller und der Paketversand zu Hause. Im westlichen Anbau mit Gleisanschluss wurden am Morgen im Bahnwagen die Pakete für die Stadt und die Region angeliefert und am Abend wurden die neu aufgegebenen Pakete wieder verladen und auf ihre Reise geschickt. Später musste sogar das Kellergeschoss als Versackungsstelle genutzt werden.
2010 verliess die Post diese Räumlichkeiten und die Stadt konnte sie wieder in ihren Besitz nehmen.
Die heutige Nutzung der Lagerhäuser ist vielfältig und kunterbunt. Während sich im Salzhaus seit dem 2. November 1996 der Musikklub gleichen Namens fest und erfolgreich etabliert hat, sind Korn- und Kaufhaus ein Velogeschäft, eine Tanzschule und das Internetcafé „Randstei“ für Armutsbetroffene untergebracht.