Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03623.jsonl.gz/625

BOA'S

Boa constrictor-constrictor
Haltung und Zucht der Surinam-Rotschwanzboa
|Verbreitungsgebiet:

Die Surinam Rotschwanzboa oder auch „nur“ Rotschwanzboa genannt, ist auf dem südamerikanischen Kontinent, genauer gesagt in Surinam und Guyana beheimatet. Früher meinte man Irrtümlicherweise, dass die Rotschwanzboa aus Surinam und die aus Guyana zwei verschiedene Unterarten seien.
Das Verbreitungsgebiet dieser Rotschwanzboa, die der Surinam-Rotschwanzboa und die der Guyana-Rotschwanzboa wirke sich in Merkmale wie: die Sattelflecken, Grösse und Grundfärbung des Tieres usw. unterschiedlich aus.
Diese Annahme wurde neulich in verschiedenen Untersuchungen und Studien wiederlegt, daher werden jetzt neu die Surinam-Rotschwanzboa und die Guyana-Rotschwanzboa innerhalb des gleichem Verbreitungsgebiet, also dessen von Surinam aufgeführt.
Allgemeines:
Das typische äussere Erscheinungsbild einer adulten Surinam Rotschwanzboa kann von einer rosaroten bis violetten farblichen Flankenfärbung aufweisen. Auf der elfenbeinfarbenen Bauchseite sind eine grosse Anzahl von schwarzen Punkten markant vertreten.
Meistens weisen die Surinam Rotschwanzboa ihre typische grauen bis hell-braunen fledermausförmigen Sattelfleckenzeichnung (im Englischen Widows Peaks genannt) auf. Der Ausdruck „Rotschwanzboa“ trifft bei der Surinam- Rotschwanzboa oder auch noch vereinzelt Guyana-Rotschwanzboa genannt am besten zu. Diese Tiere aus diesem Verbreitungsgebiet haben zu Recht diesen Ausdruck „Rotschwanzboa“ verdient, die Schwanzfärbung kann ein leuchtendes Rot bis zu einem kräftigen Bordeaux-Rot sein. Die Boa constrictor-constrictor unterliegt der Washingtoner Artenschutzabkommen, im Anhang WA II.
Haltung:
Das Surinam Rotschwanzboa-Weibchen kann eine Grösse von maximal 3 Metern erreichen, und kann schon ein Gewicht zwischen 10 bis 15 Kilogramm erlangen, dass Sie aber sehr selten in „Ausnahmefällen“ erreichen wird. Das Männchen wird „nur“ eine Grösse von maximal 250 cm erreichen, und das Gewicht liegt auch deutlich darunter, als das beim Weibchen. In der Regel sollte das Weibchen maximal 220 cm gross werden, und etwa um die10 Kilogramm schwer werden. Das Männchen sollte nicht mehr als 200 cm gross werden, und er sollte nicht zu schwer oder zu Fett sein maximal 4 bis 6 Kilogramm, damit er noch aktiv in der Paarungszeit bleibt.
Das Terrarium bei einer normalen Grösse und Gewicht einer Surinam-Rotschwanzboa, sollte ein geräumiges Terrarium von mindestens LxBxH 175x70x100 cm für zwei maximal drei Tiere eingerichtet werden, und eine oder zwei zusätzliche grosszügige Ablagen die auf der halben Höhe des Terrariums montiert werden, nehmen die Rotschwanzboas gerne an.
Die Tages-Temperatur sollte bei 28-30 Grad sein, und die Nacht-Temperatur sollte bei 22-24 Grad liegen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 65% gehalten werden.
Der Bodengrund kann weich und locker sein, zum Beispiel Holzspäne, Rinde oder diverse Erdengemische. Ein Unterschlupf wird immer wieder gerne aufgesucht, dieses kann zum Beispiel ein Ton-Topf oder eine aufgetrennte Korkröhre sein. Stabile Kletteräste sollten gut befestigt sein. Eine Trink- oder Bademöglichkeit sollte vorhanden sein.
Nahrung:
Die Grösse der angebotenen Futtertiere sollte dem Wachstum der Schlange angepasst werden. Die Rotschwanzboa ist kein Nahrungsspezialist wie andere Riesenschlangen, ausser bei Jungtieren in ihrem ersten Lebensjahr siehe im Kapitel: Aufzucht von Jungtieren. Sie nimmt gerne Ratten, Meerschweinchen oder Kaninchen an. Von einer lebendigen Futteranbietung rate ich ab, es können sehr tiefe Bisswunden und Narben an der Schlange vom Futtertier entstehen. Frisch abgetötete Tiere, sind für alle drei Parteien, Schlange, Futtertier und des Pflegers immer von Vorteil, das heisst auch weniger Stress für alle, und die Schlange wird weniger hektisch und etwas zahmer. Das Futter sollte in einer separaten Futterbox angeboten werden, damit man das Tier besser beobachten und begutachten kann, und das Handling zur Schlange wird dadurch wieder ein wenig aufgefrischt.
Zucht:
Die Paarungszeit erstreckt sich vom November bis in den März hinein. Die Tag und Nacht Temperatur sollte im Herbst für etwa 3 Monate ein wenig verändert werden, um ca. 3-5 Grad gesenkt werden als im normalen Temperatur-Haltungsparameter. Sowie die Luftfeuchtigkeit sollte in dieser Zeitspanne auch um etwa 10% niedriger gehalten werden als normal.
Bei der Paarung kann die Anwesenheit eines zweiten Männchens sich zum Vorteil auswirken. Das trächtige Rotschwanzboa-Weibchen frisst in der Regel sporadisch weiter bis zur Geburt der Jungen.
Nach einer Tragzeit von ca. 6 Monaten oder man rechnet von der Ovulationshäutung ca. 100 bis 120 Tage, werden die Jungschlangen lebendig geboren. Die Anzahl und Grösse der Jungtiere bei der Geburt, ist sehr abhängig von der Konstitution des Muttertieres. Bei mir ergab sich die Anzahl der Jungtiere von 12 beziehungsweise 13 Surinam-Rotschwanzboas. Würfe von 20 Jungtiere und mehr sind auch möglich.
Die Grösse der Jungen kann bis zu 50 cm lang sein, und das Gewicht kann bis zu 100 Gramm schwer sein. Sie gehen in der Regel schon nach der ersten Häutung an das angebotene Futter, es können nackte bis leicht behaarte Ratten sein. Die Aufzucht von reinrassigen Boas erweist sich als etwas schwieriger als der „sogenannten Mischlings-Boas oder Mix-Boas und auch vereinzelt Hybrid-Boa“ genannt, siehe im Kapitel: Aufzucht von Jungtieren.
Aufzucht der Jungtiere:
Im ersten Lebensjahr von reinrassigen Rotschwanzboas, muss mit etwas Sorgfalt und Vernunft des Pflegers bei der Fütterung von Jungtieren vorgegangen werden. Es muss darauf geachtet werden, dass die Futtertiergrösse sowie die Fütterungsabständen dieses Tieres beziehungsweise nicht zu gross oder/in zu kurzen Zeitabstände gefüttert wird. Dass heisst, dass im ersten Lebensjahr von reinrassigen Boa constrictor eher tendenziell etwas kleiner gefüttert werden muss.
Die erste Mahlzeit sollte höchstens eine lebende nackte „Praline“ Ratte sein, die alle 7 Tage der Jungschlange angeboten wird. Erst nach zwei- bis dreimaliger problemlosem Verdauens des Futters, sowie absetzen des Kots sollte die Futtertiergrösse erst danach leicht gesteigert werden auf eine leicht behaarte Ratte. Der Zeitabstand der Fütterung kann beigehalten werden.
Nach mehrmaliger Futteraufnahme und dessen erfolgreichen Futterverdauens und Kotabsetzung kann dies wieder gesteigert werden. Alle 7 Tage kann eine stark behaarte lebende Ratte für drei bis vier Fütterungen der Boa constrictor angeboten werden.
Nochmals nach erfolgreichen Futterverdauens und Kotabsetzung kann die Grösse des Futtertieres nochmals angehoben werden. Für die nächsten vier bis fünf Fütterungen auf ein „Hüpfer“ oder „Springer“ Ratte, die eventuell schon abgetötet der Rotschwanzboa alle 7 bis 10 Tage als Futter gegeben wird. Abgetötete Futtertiere - Siehe im Kapitel: Nahrung.
Nach problemlosem Futterverdauens und erfolgreichen absetzten des Kots sollte spätestens ab jetzt, die kleine Ratte (so gross wie eine adulte Maus) das Futtertier abgetötet der Jungschlange als Futter angeboten werden. Der Fütterungsabstand bei dieser Futtergrösse sollte bei etwa 10 Tage sein. Nach circa fünf bis sechs maligen problemlosen Fütterung in dieser Grösse kann die Grösse des Futtertieres langsam gesteigert werden.
Ab jetzt sollten die Surinam Rotschwanzboa keine Probleme mehr mit dem Verdauen der angenommenen Futtertiere mehr haben. Wenn ein auswürgen des Futtertieres im ersten Lebensjahr der Schlange trotzdem vorkommt, muss der nächste Fütterungsabstand der Tage verlängert respektive die Futtertiergrösse verkleinert werden. In den meisten Fällen konnte sich da der Pfleger mit der Fütterung seines Schützlings nicht zurück halten.
Bei idealer Haltung und Pflege des Tieres, können Sie sich bis zu 30 Jahren an Ihrem Schützling erfreuen.
Anmerkungen - Reinrassigkeit Ja/Nein:
Einige Merkmale und Hinweise zu dessen Reinrassigkeit können wie folgt sein:
Bei der Verpaarung von zwei gleichen reinrassigen Boa constrictor die das gleiche Verbreitungsgebiet haben, sind die Nachkommen alle immer gleichfarbig, das heisst dass keine Farbenvielfalt unter den Geschwistern besteht.
Reinrassige Boa constrictoren haben einen sehr empfindlichen Verdauungstrakt als „Mix-Boas“, wie beschrieben in Ihrem ersten Lebensjahr, sind also keine sogenannten „Abfalleimer“ oder „Mistkübel“, die jedes Futtertier in fast jeder Grösse auch verspeisen.
Ihre Farbenpracht!
Jungtiere erlangen je nach Futterintensivität und/oder den verschiedenen Futtertierarten ihre ausgeprägte Farbenpracht erst nach dem ersten oder zweiten Lebensjahr. Bei Rotschwanzboas kann es je nach Tier sogar erst im dritten Lebensjahr farblich voll ausgeprägt sein.
Farbwechsel!
Reinrassigen Boa constrictor besitzt die aussergewöhnliche Fähigkeit ihre Körperfarbe zu verblassen oder sogar zu „wechseln“. Je nach Vitalität und Gemütszustand des Tieres und die Tageszeit, sowie die Jahreszeit und Paarungszeit fällt dieser „Farbwechsel“ stärker oder etwas schwächer aus.
Wenn alle diese vier oberen Kriterien zusammen treffen, wobei das mit dem Verdauungstrakt muss unbedingt Sorge getragen werden, ist die Möglichkeit sehr gross dass es sich bei diesen Jungtieren, sich um reinrassige Boa constrictor-Tiere handelt.
P.S.
Die diversen Daten und Angaben stammen aus der Erfahrung mit meinen eigenen Tieren. Bitte beachten Sie, dass jede Art seine Ausnahmen hat. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, und jedes Tier hat auch seine eigene Art. Alle Daten und Angaben treffen nicht auf alle Tiere der gleichen Art, gleich stark zu.
Markus Borer
www.BoaPython.ch