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Täglich quälen sich in der 30-Millionen-Metropolregion Jakarta über 10 Millionen Fahrzeuge durch das Verkehrschaos der Stadt. Eine Fahrt von wenigen Kilometern kann ein paar Minuten aber auch mehrere Stunden dauern. Die Bewohner:innen verbringen im Schnitt mehr als 22 Tage pro Jahr im Stau. Und auch mit den Mopeds ist man nicht sehr viel schneller. Es gibt schlicht zu viele, um sich durchzuschlängeln.
Doch der Verkehr ist nicht das einzige der vielen Probleme der Metropole. Die massiven Staus begünstigen Luftverschmutzung und verhindern die Müllentsorgung. Die Verkehrsprobleme konnten auch mit der ersten Metrolinie, die 2019 eröffnet wurde, nicht gelöst werden.
Hinzu kommt die Überbevölkerung, welche 1970 mit einer Zuzugseinschränkung etwas eingeschränkt werden konnte. Doch trotzdem leben in Jakarta viel zu viele Menschen – und das grösste Problem von allem: Der Norden der Stadt sinkt immer weiter ab.
40 Prozent von Jakarta liegt bereits unter dem Meeresspiegel. Die Hauptursache ist die schlechte Grundwasserversorgung, die dazu führte, dass schätzungsweise die Hälfte der zehn Millionen Bewohner illegal Wasser aus den Brunnen pumpte. Und sobald zu viel Grundwasser abgepumpt wird, sinkt der Boden. Experten schätzen, dass der ganze Norden der Stadt bis 2030 überflutet sein könnte.
Um die Stadt vor einer Überflutung zu schützen, will die Regierung nun eine neue Hauptstadt bauen – mitten im Urwald einer anderen Insel, mehr als 1200 Kilometer von Jakarta entfernt. 2019 kündigte der indonesische Staatspräsident Joko Widodo an, die Hauptstadt auf die Regenwaldinsel Borneo zu verlegen. Eine moderne Waldstadt soll es werden, welche den Regenwald nicht schädige. Wie man dies umsetzen möchte, ist derzeit noch unklar.
Die Hauptstadt auf der Insel Borneo, die vor den grossangelegten Rodungen für ihre Regenwälder und Orang-Utans bekannt war, muss erst noch gebaut werden. Doch sie hat nun einen Namen: Nusantara, was so viel bedeutet wie «Inselgruppe». Den Namen gab die Regierung am Montag bekannt und somit auch den Startschuss für das Milliardenprojekt. Die Kosten für den Umzug werden auf mehr als 27 Milliarden Franken geschätzt.
Die Stadt soll in der Nähe der Stadt Balikpapan entstehen. Das Risiko von Überflutungen, Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüchen sei dort minimal. Der Umzug der ersten Regierungsstellen ist für 2024 vorgesehen. Weitere Details zu den Plänen sollen bald folgen.
Jährlich sterben über 1700 Rehkitze bei Heuernten durch landwirtschaftliche Maschinen. Um das zu verhindern, fordert der Schweizer Tierschutz (STS) Landwirtinnen und Landwirte auf, ihre Wiesen direkt vor Mähbeginn nach Rehkitzen abzusuchen.