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Haubenschmied/in
Der Haubenschmied[1] stellte wie der Helmschmied schützende Kopfbedeckungen aus Metall her. Die Haube wurde im Unterschied zum Helm aus einem einzigen Stück Metall geschlagen und zumeist von Knappen, Reisige und dem Fussvolk getragen, die damit ihren Kopf schützten. Die Haube war in kriegerischen Auseinandersetzungen unabdingbar und stellte aufgrund ihrer schützenden Funktion den wichtigsten Teil einer mittelalterlichen Rüstung dar.
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Neben der Herstellung von Kopfschutz, waren die Haubenschmiede auch für die Fertigung von Griffschalen für Klingenwaffen zuständig. Die meisten dieser Klingenwaffen wurden nach und nach mit einem relativ schweren Knauf ausgestattet, der nicht nur das Abrutschen der Hand auf die Klinge verhinderte, sondern auch zum Ausbalancieren der Klinge und als Schlaginstrument diente[2]. Das sogenannte Korbschwert stellte im 16. Jahrhundert den Höhepunkt in der Schwertentwicklung dar und erforderte in der Herstellung ebenso viel Geschicklichkeit wie die Haube.
Im Zuge der der Entwicklung der modernen Giessereitechnik im 17. und 18. Jahrhundert und der zunehmenden industrielle Herstellung von Produkten im 19. Jahrhundert sowie der damit einhergehenden Veränderungen der Lebensumstände verschwanden allmähliche diverse Schmiedeberufe und mit ihnen auch das Handwerk des Haubenschmieds.
Das Schmiedehandwerk hingegen ist in seinem Bestehen nicht akut gefährdet. Schmiede werden nach wie vor benötigt, für qualitativ höchstwertige Arbeiten, für Einzel- und Spezialanfertigungen, für Reparaturen, und nicht zuletzt für Kunstobjekte. Kunstvolle Gitter, Tore, Türklopfer, Kandelaber, etc. (vgl. hierzu auch den Beitrag zu Schmied/in).
[1] Für bessere Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Haubenschmiedin.
[2] Daher auch die Redewendung: Das Heft in der Hand haben (vgl. Ruschel, 2016. S. 113).
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Ein Thesaurus der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 1994, S. 94.
Ruschel Adalbert: Der Handwerksfriedhof. Sankt Rochus zu Nürnberg, Nordstedt, 2016, S. 113-115.
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