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Hier finden Sie Antworten auf häufige gestellte Fragen zu Psychotherapie und damit verbundenen Themen.
Was ist der Unterschied zwischen psychologischer Beratung und Psychotherapie?
In einer psychologischen Beratung geht es in der Regel um ein einzelnes Thema, einen klar umrissenen Sachverhalt. Die Vorgehensweise ist handlungs- und lösungsorientiert: Nach einer präzisen Definition Ihres Zieles versuchen wir gemeinsam herauszufinden, welche konkreten, praktischen Schritte Sie diesem Ziel näher bringen und wie Sie diese umsetzen können.
Beispiele:
Eine psychologische Beratung ist zeitlich befristet und dauert wenige Sitzungen (zwischen einer und etwa zehn Sitzungen).
Eine Psychtherapie ist sinnvoll, wenn Sie an einer diagnostizierten psychischen Störung leiden, beispielsweise einer Depression oder einer Angststörung, wenn Sie in Ihrem Leben traumatischen Erfahrungen ausgesetzt waren und den Eindruck haben, auch in der Gegenwart noch an den Folgen zu leiden oder auch, wenn Sie diffuse, unerklärliche Symptome erleben, die Sie belasten oder das Gefühl haben, nicht auf Ihrem Weg zu sein, Ihr Leben nicht so leben zu können, wie es Ihnen eigentlich entsprechen würde. Eine Psychotherapie kann Menschen auch dabei unterstützen, Ihren Umgang mit Stress oder Gefühlen allgemein zu verbessern.
In einer Psychotherapie geht es um persönliche Veränderung, um neues Verhalten und neue Einsichten. Da eine solche Veränderung nicht in ein, zwei Gesprächen zu erreichen ist, dauert eine Therapie tendenziell länger als eine Beratung. Eine Kurztherapie erstreckt sich über etwa 10 bis 25 Stunden, eine mittellange über etwa 30 bis 80 Stunden, und eine Langzeittherapie ist grundsätzlich zeitlich nicht limitiert.
Was ist der Unterschied zwischen psychologischer und ärztlicher Psychotherapie?
Psychologische Psychotherapie und ärztliche Psychotherapie sind grundsätzlich identische Behandlungsformen. Der Zusatz "psychologisch" oder "ärztlich" verweist auf die Grundausbildung der Leistungserbringer (Psychologie- oder Medizinstudium). Ärztliche Psychotherapeuten / Psychiater können Medikamente verschreiben und Arztzeugnisse ausstellen, psychologische Psychotherapeuten nicht.
Wie wird in einer Psychotherapie gearbeitet?
Grundlage einer wirksamen Psychotherapie ist eine tragfähige, vertrauensvolle therapeutische Beziehung zwischen PatientIn und Therapeut. Ist eine solche Grundlage geschaffen und gewährleistet, wird gemeinsam ein Verständnis für die Symptomatik oder die psychische Störung entwickelt. In einem zweiten Schritt wird ein Erlebens-, Denk- oder Verhaltensmuster identifiziert, welches die Patientin verändern möchte und ein Veränderungsziel definiert.
Aufgabe des Patienten ist es, Material und Inhalte (Beobachtungen, Überlegungen, konkrete Beispiele für schwierige Situationen, Beziehungen, Verhaltensweisen) in die Therapiesitzung mitzubringen. Aufgabe des Therapeuten ist es, die Patientin zu einer vertieften Bearbeitung des Materials anzuregen, indem er ihren Fokus auf die inneren Prozesse (gedanklich, emotional, körperlich) lenkt.
Eine Psychotherapie funktioniert nicht nach dem hierarchischen Modell, in welchem ein Behandler dem Patienten sagt, was er tun soll. Die psychotherapeutische Zusammenarbeit findet auf Augenhöhe statt mit einer klaren Aufgabenverteilung. Der Therapeut ist mehr Begleiter oder Berater, welcher der Patientin eine Aussenperspektive und sichere Struktur im therapeutischen Prozess anbietet.
Eine Psychotherapie wirkt am Besten, wenn eine Person sich selber dafür entscheidet. Eine Therapie zu beginnen auf Druck von Partnern, Freundinnen, Eltern, Kindern, Lehrpersonen oder Vorgesetzten ist in den allermeisten Fällen wenig aussichtsreich.
Bin ich am Ende einer Psychotherapie vollkommen geheilt?
Eine Psychotherapie kann Ihnen kein bestimmtes Ergebnis garantieren. Der Fokus der Therapie und des Therapeuten liegt auf dem therapeutischen Prozess, d.h. es wird darauf geachtet, welche psychologische Entwicklung bei Ihnen im Gang ist oder in Gang kommen möchte und wie diese möglichst optimal unterstützt werden kann. Psychologische Entwicklungsprozesse können durchaus auch als schmerzhaft, anstrengend und enttäuschend erlebt werden, da es häufig darum geht, sich von über lange Zeit etablierten Gewohnheiten, Ansichten und Einstellungen zu lösen.
Was beinhaltet meine Rolle als PatientIn?
Bin ich PatientIn oder KlientIn?
Ich bevorzuge die Bezeichnung PatientIn aufgrund der folgenden Definition bzw. Wortherkunft:
Als Patient (aus lateinisch patiens, deutsch ‚geduldig‘, ‚aushaltend‘, ‚ertragend‘) wird jemand bezeichnet, der ärztliche Dienstleistungen oder Dienstleistungen anderer Personen, die eine Heilbehandlung durchführen, in Anspruch nimmt. Dabei kann es sich um Krankheiten oder Folgen eines Unfalls handeln, an denen der Patient leidet und die medizinisch behandelt werden. Zur Personengruppe der Patienten gehören aber auch gesunde Personen.
Klient (abgeleitet von lateinisch cliens): Anhänger, Schützling, Höriger).