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Früher war alles klar: Der Chef befiehlt, basta. Heutzutage wird der partizipative Führungsstil hochgelobt und gepriesen. Wer nicht partizipativ führt ist beinahe schon unanständig. Was hat es mit dem autoritären und dem partizipativen Führungssteil genau auf sich? Ist tatsächlich das eine schlecht und das andere gut?
Früher gab es den guten Patron. Er war nicht nur besorgt um einen guten Geschäftsgang, sondern auch um das Wohl seiner Mitarbeitenden. Er fühlte sich verantwortlich. Er war wie ein Papa zu seinen Kindern. Seine Kinder mussten beaufsichtigt und geführt werden, weil Kinder nicht in der Lage sind zu entscheiden, was gut für sie ist und was nicht. Die Mitarbeitenden waren dem fürsorglichen Patron dankbar. Er nahm ihnen die Verantwortung für ihr Tun am Arbeitsplatz ab. Die Welt war in Ordnung. Der Patron regierte, die Untertanen gehorchten.
Die Zeiten änderten sich. Die Mitarbeitenden sahen nicht mehr ein, warum sie nichts zu sagen hatten. Sie merkten, dass sie gewisse Dinge besser wussten, besser konnten als der autoritäre Patron. Der Patron musste seinen Führungsstil anpassen, dem Druck seiner Angestellten nachgeben, Entscheidungen in einem Kollektiv fällen oder zumindest begründen.
Heute darf nur noch partizipativ geführt werden. Vorgesetzte, die nur einen Hauch von Autorität und Durchsetzungswillen zeigen, gelten als Sklaventreiber. Die Mitarbeitenden eines Unternehmens fühlen sich dazu berufen, zu allem und jedem ihren Senf dazuzugeben. Sie finden, es sei empörend, wenn sie nicht in alle Entscheidungen miteinbezogen werden.
Die Sache hat einen Haken: Kompetenzen und Verantwortung geraten aus dem Gleichgewicht. Vorgesetzte tragen die Verantwortung für die Entscheidungen, geben aber zumindest einen Teil der Kompetenzen zum Fällen dieser Entscheidungen an ihre Mitarbeitenden ab.
Wer eine Aufgabe zu erfüllen hat braucht dazu die notwendigen Kompetenzen. Wenn sie oder er diese Kompetenzen hat, kann sie oder er die Verantwortung für die Erfüllung der Aufgabe tragen. Wenn mir die Kompetenzen zu Erfüllen einer Aufgabe fehlen, kann ich keine Verantwortung tragen. Was passiert bei einem zu partizipativen Führungsstil?
Der Vorgesetzte trägt die Verantwortung. Seine Mitarbeitenden entscheiden mit, nehmen sich die Kompetenzen, haben aber keine Verantwortung zu tragen. Der Vorgesetzte hält letztendlich seinen Kopf für Entscheidungen hin, an denen er im Extremfall lediglich am Rande beteiligt war.
Bei der WBA kann man Führung lernen. Man kann lernen, autoritären und partizipativen Führungsstil differenziert zu betrachten. Man kann lernen, seinen Führungsstil den Gegebenheiten, Rahmenbedingungen und Erfordernissen in einem Unternehmen anzupassen. Man kann lernen, über seinen Führungsstil zu reflektieren.
Die WBA bietet mehrere Lehrgänge an, in deren Verlauf Führung gelernt werden kann. Da gibt es die Führungsfachleute mit eidgenössischem Fachausweis, es gibt die Technischen Fachleute mit eidgenössischem Fachausweis und es gibt die Fachleute Unternehmensführung KMU mit eidgenössischem Fachausweis. Die Dozierenden der WBA beraten gerne, wenn es um die Wahl des passenden, bedarfsgerechten Lehrgangs geht.