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Jeder 13. Volkswirtschafts-Franken steht in Verbindung mit dem öffentlichen Verkehr
Bern, 11.10.2004 - Der öffentliche Verkehr trägt mit einem Anteil von 33 Mia. Franken 7,8 Prozent zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz bei. Insgesamt sind rund 303'000 Vollzeitstellen mit den öffentlichen Verkehrsleistungen des Landes verbunden. Gemessen an der kantonalen Gesamtwertschöpfung ist der Anteil in den Kantonen Uri, Bern und Graubünden am grössten. Laut der von BAV, VöV, SBB und BLS bei Infras in Auftrag gegebenen Studie tragen die Eisenbahnen rund 70 Prozent zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des öffentlichen Verkehrs bei. Der Anteil der in der Schweiz generierten Wertschöpfung liegt bei den Bahnen höher als bei anderen Verkehrsträgern. Diese neue Studie haben Dr. Max Friedli, BAV-Direktor, Dr. Peter Vollmer, VöV-Direktor und Markus Maibach der Firma Infras an einer gemeinsamen Pressekonferenz heute in Bern präsentiert.
Die neue Studie stellt erstmals umfassend die volkswirtschaftliche Bedeutung des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz dar und zieht einen Vergleich mit den anderen Verkehrsmitteln. Infras Zürich, die Verfasserfirma, untersuchte die volkswirtschaftlichen Auswirkungen des öffentlichen Verkehrs bezüglich der Wertschöpfung (Bruttoinlandprodukt BIP) und der Beschäftigung auf folgenden vier Wirkungsebenen:
- Direkter Effekt: Wertschöpfung und Beschäftigung der Transportunternehmen ohne Vorleistungen Dritter.
- Indirekter Effekt: Wertschöpfung und Beschäftigung von Drittunternehmen, die für die Transportunternehmen und in Bahnhöfen angesiedelten Unternehmen Vorleistungen erbringen.
- Induzierter Effekt: Volkswirtschaftliche Wirkungen, wenn die Einkommen aus den ersten beiden Wirkungsebenen wieder investiert oder für Konsumzwecke ausgegeben werden.
- Katalytischer Effekt: Dieser entspricht dem Nutzen, der entsteht, wenn private Haushalte und Unternehmen mit Hilfe des öffentlichen Verkehrssystems - beispielsweise der ersten Etappe von BAHN 2000 - ökonomische Aktivitäten und Mehrleistungen erbringen können.
Die Summe der direkten und indirekten Wertschöpfung des öffentlichen Verkehrs betrug im Jahre 2002 rund 10,9 Mia. Franken und entsprach 2,5 Prozent der Bruttoinlandprodukts. Zusammen mit dem induzierten Effekt umfasste die Wertschöpfung des öffentlichen Verkehrssektors im gleichen Jahr rund 33 Mia. Franken oder 7,8 Prozent des BIP. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe und deren Zulieferfirmen bieten Arbeit für 93'000 Personen in Vollzeit. Zusammen mit dem induzierten Effekt steigt die Zahl auf 303'000 Personen. Rund 70 Prozent der volkswirtschaftlichen Bedeutung stammt von den Bahnen, 20 Prozent von den Busbetrieben und die restlichen 10 Prozent von Spezialbahnen sowie der öffentlichen See- und Flussschifffahrt. Gesamthaft betrachtet ist jeder 13. Franken der nationalen Wertschöpfung und jeder 10. Arbeitsplatz mit dem öffentlichen Verkehr verbunden.
Grosse Wertschöpfung im Inland
Im Vergleich zu andern Verkehrsträgern erarbeiten die Bahnen - trotz tieferem Umsatz als der motorisierte Individualverkehr - die höchste Wertschöpfung im Inland. Gründe dafür sind die relativ hohe Beschäftigungsintensität sowie der Umstand, dass die Elektrizität für den Bahnbetrieb zum grossen Teil aus der Schweiz stammt, während der Mineralöltreibstoff importiert werden muss. Ein weiterer Grund für den überdurchschnittlich grossen volkswirtschaftlichen Beitrag der Bahnen ist die tiefe Importquote. Die Folgekosten von Unfällen und Umweltschäden sind ebenfalls deutlich geringer als im Strassenverkehr.
Der Nutzen des öffentlichen Verkehrs verteilt sich auf die gesamte Schweiz. Gemessen an der kantonalen Gesamtwertschöpfung ist die relative Bedeutung in den Kantonen Uri, Bern und Graubünden am höchsten, in Nidwalden, Zug und Glarus am tiefsten. Generell trägt der öffentliche Verkehr zu Verbesserungen der Standortattraktivität der einzelnen Schweizer Regionen bei. Absolut betrachtet ist die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs in den Kantonen Zürich und Bern am höchsten.
Das harte Wettbewerbsumfeld im Verkehrsbereich zwang die öffentlichen Verkehrsunternehmen dazu, ihre Produktivität laufend zu erhöhen, um die Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Verglichen mit 1990 beförderten die Bahnen im Jahre 2001 mit 22 Prozent weniger Personal rund 16 Prozent mehr Reisende. In Bezug auf die Verkehrsleistung pro Vollzeitbeschäftigen stieg die Produktivität in diesem Zeitraum um 55 Prozent, bei der SBB gar um 80 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, dass die öffentlichen Verkehrsunternehmen alles daran setzen, um mit den Abgeltungen der öffentlichen Hand für den Substanzerhalt der festen Anlagen und den Regionalverkehr noch mehr und bessere Leistungen in Form von Ausbauten, Qualitätsverbesserungen und attraktiven Preisen bieten zu können.
Beitrag des Grossprojekts Bahn 2000 für die Volkswirtschaft
Mit Bahn 2000 1. Etappe investiert die SBB zwischen 1996 und ca. 2006 rund 6 Mia. Franken in den Ausbau des Schienennetzes. Damit wird direkt, indirekt und induziert eine Wertschöpfung von insgesamt 16 Mia. Franken generiert und Arbeit für 151'000 Personenjahre geschaffen. Externe Aufträge wurden zu 21 Prozent an national tätige Unternehmen und zu 57 Prozent an lokale Firmen vergeben.
Adresse für Rückfragen
Bundesamt für Verkehr, Information und Informatik, 031 322 36 43
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Herausgeber
Bundesamt für Verkehr
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Letzte Änderung 20.04.2018