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Lerntipp
Schulalltag
Beunruhigend viele Schülerinnen und Schüler in der Schweiz sind Legastheniker oder haben Schwierigkeiten im Mathematikunterricht.
Genaue Zahlen gibt es nicht, aber aus Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit standardisierten Tests weiss man, dass schätzungsweise 5 bis 15 Prozent aller Kinder davon betroffen sind.
Legasthenische Kinder in der Schule
So wurden früher die Kriterien für eine Legasthenie festgelegt:
Wenn die Schulleistungen eines Kindes in fast allen Fächern befriedigend oder sogar gut sind, aber im Fach Deutsch Probleme
beim Lesen und in der Rechtschreibung auftreten, liegt aller Wahrscheinlichkeit nach eine Legasthenie vor. Diese Kinder erhielten auch eine Förderung.
Heute weiss man, dass durchaus auch Kinder, die in den anderen Fächer keine durchschnittlichen Leistungen erbringen, eine Legasthenie haben können. Diese Kinder erhalten oft keine Therapie.
Kinder mit Dyskalkulie in der Schule
Eine Dyskalkulie muss man dann in Betracht ziehen, wenn ein Kind deutlich schlechter mathematisch denkt und rechnet, als man es von ihm eigentlich erwartet.
Zeigt ein Kind in den übrigen Fächern befriedigende oder gute Leistungen, während seine Leistungen in Mathematik mangelhaft oder auch schlechter sind, sollte man zumindest an eine Dyskalkulie denken.
Der Kontakt zur Schule und Schulpsychologie
sollte so schnell wie möglich gesucht werden.
Fachspezifische Unterstützung muss frühzeitig (in den ersten beiden Schuljahren) anfangen, sonst kann sich die Legasthenie oder Dyskalkulie als 'therapieresistent' erweisen.
Häufig entwickeln sich auch psychische Probleme, die bis zu Depressionen und Todeswünschen gehen können.
Allerdings ist es heute schwieriger geworden, gezielte Hilfe zu bekommen.
In vielen Kantonen ist der Einzel- und Gruppenunterricht für legasthenische Kinder und Kindern mit einer Dyskalkulie abgeschafft oder sehr eingeschränkt worden.
Im Zuge der Neugestaltung des Finanzausgleichs (NFA) zog sich die Eidgenössische Invalidenversicherung (IV)
per 1. Januar 2008 aus der Sonderschulfinanzierung zurück.
Seit 2008 sind dafür die Kantone und Gemeinden zuständig.
In vielen Kantonen wurde die integrierte Förderung (IF) eingeführt, bei der – auch wegen mangelnder Stellenprozente – viele Kinder mit Legasthenie (oder Dyskalkulie) "unter die Räder" kommen.
Immer mehr sind die Eltern gefragt.
Wird es bald die Frage des Geldbeutels sein,
ob ein Kind mit Legasthenie oder Dyskalkulie
ausreichende Förderung erhält?
Was können Sie als Eltern tun?
Orientieren Sie sich, ob es spezielle Regelungen für Kinder mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie gibt.
In manchen Kantonen gibt es den sogenannten "Nachteilsausgleich".
siehe unter "Legasthenie – Abklärungen" oder "gut zu wissen".
Sind Sie hartnäckig und kämpfen für Ihr Kind!
Niemand wie Sie ist an Ihrem Kind so interessiert wie Sie!
Im Sekretariat erhalten weitere Informationen.
Können Eltern auch selbst fördern?
Wenn Sie in der Lage sind, das Problem mit Abstand zu betrachten, können Sie durchaus selbst helfen. Sie müssen dann viel zum Thema lesen und nach Material und Anleitungen suchen. Sie finden diese auch auf unserer Website.
Gut geeignet sind immer Übungen am Computer oder mit dem Nintendo.
Es darf dabei aber nicht zu Rollenkonflikten kommen. Kinder wollen Mama und Papa zu Hause haben, keinen Therapeuten!
Das betroffene Kind muss sich der unbedingten Solidarität seiner Eltern sicher sein.
Legasthenie oder Dyskalkulie mag als Beeinträchtigung, als Belastung, vielleicht auch Makel empfunden werden.
In welcher Weise sie jedoch problematisiert wird,
entscheidet sich an den Reaktionen des sozialen Umfeldes, die Klassengemeinschaft eingeschlossen.