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Dem Event Management Circle (EMC)-Publikum erzählt Emanuel Femminis mit einem breiten Lächeln im Gesicht von der abendlichen Frage seines damals elfjährigen Sohns. Es sei nicht immer einfach, im Eventmanagement oder der Kommunikation der FIFA zu sein, gesteht er ehrlich.
Femminis Sohn hatte über die Korruptionsvorwürfe gegen den Dachverband der Fussball-Verbände gelesen. Daher hatte er wohl auch seinen Vater, der seit fast 16 Jahren dort arbeitet, im Verdacht.
Auf der anderen Seite berichtet Femminis am 7. September im neuen Kongresshaus Zürich von einer FIFA, die mit vielen Milliarden US-Dollar jährlich den Fussball zum verbindenden Element der globalen Gesellschaft macht.
Er informiert über das FIFA-Forward-Programm, das bis 2022 rund drei Milliarden US-Dollar in die Entwicklung der Mitgliedsverbände investiere. Somit habe jeder Verband Anspruch auf sechs Millionen US-Dollar, jede Konföderation auf zwölf Millionen. Das Geld werde jedoch nach definierten Kriterien und Anträgen, nicht dem Giesskannen-Prinzip ausgezahlt.
«Die FIFA, das sind auf der einen Seite 211 Mitgliedsverbände, auf der anderen 850 Mitarbeitende aus 52 Nationen», berichtet der Senior Communications Manager. Das Durchschnittsalter liegt bei 39 Jahren, 43% sind weiblich. Die Meisten arbeiten in Zürich. In den zehn Regionalbüros sind Teams von zwei bis drei Personen tätig, «um die Bedürfnisse vor Ort besser evaluieren zu können».
Das einzige von der FIFA veranstaltete B-2-C-Event, und damit die grösste Einnahmequelle, ist die Weltmeisterschaft (WM). Die WM generiert 83% des 6’421-Milliarden-Dollar-Budgets.
Um der politisch organisierten FIFA mit ihrer Legislative, Judikative und Exekutive gerecht zu werden, arbeite ein Team aus Zürich heraus am jährlichen FIFA-Kongress sowie weiteren Meetings, wie denen des FIFA-Rats. Der auch in der Öffentlichkeit viel beachtete Kongress wählt unter anderem den neuen Präsidenten.
Ohne eine Pause nimmt der ehemalige FIFA-Kongress-Manager die anwesenden Eventprofis mit auf die Reise nach Russland, zum Fan-Fest in Moskau 2018. «Der Auftrag lautete: Wir nehmen als FIFA teil mit einem Unternehmensstand. Bitte organisiere diesen», erzählt Emanuel Femminis, mittlerweile in der Kommunikationsabteilung. «Ein integriertes Kino, Aktionen wie den ‚Rival Hug‘ und ein Töggelikasten, komplizierter war der Stand nicht», berichtet Femminis. «Dreimal dürfen Sie raten, was das Highlight war – richtig, der Töggelikasten!».
250’000 Fans wurden über die zwei Wochen auf dem Gelände gezählt, allesamt friedlich – und am Kickern. Wie viele Bälle insgesamt benötigt wurden oder wie hoch das Budget war, verrät Femminis erst zum Schluss. Zunächst referiert er über das, der FIFA immer wichtigere, Thema Nachhaltigkeit. «Ein grosses Thema», sagt er und: «ganz gut gelungen in Katar». Die Stadien würden zurück- und im asiatischen Raum wieder aufgebaut.
«Zum FIFA-Fan-Fest, das alle vier Jahre stattfindet, ist eine Mülltrennung eingeführt worden», berichtet der Eventprofi lebhaft. «So etwas ist in Russland nicht wirklich bekannt». Auch gebe es ein Kompensationsprogramm und das kürzlich erfolgte Verankern der Menschenrechte in den FIFA-Statuten. «Natürlich legen wir nicht erst seit kurzem Wert auf das Achten der Menschenrechte», sagt Femminis. «Da sie nun aber in den Statuten stehen, nimmt die FIFA nur noch Bewerber-Bids auf dieser Basis und mit Bekenntnis zu den Statuten an.»
Der Vortrag von Emanuel Femminis wird von den EMC-Mitgliedern mit viel Applaus und Rückfragen honoriert, während sich auf dem General-Guisan-Quay der abendliche Verkehr am klimaneutral zertifizierten Kongresshaus vorbeischiebt. EMC-Präsident Andreas Feurer ist sichtlich berührt, dass nach 18 Monaten Pandemie und einigen Webinaren wieder ein Event on-site und nicht bloß on-line möglich ist.
«Die Zeit hat viel genommen, aber auch viel gegeben», reflektiert Feurer, dass in Zürich zumeist gegen 100 Teilnehmer vor Ort waren. Er freut sich, dass «wir uns wieder daran gewöhnen, wieder an Events zu gehen». Am 23. November ist das nächste EMC-Event als Tagesveranstaltung in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon geplant, wozu Andreas Feurer die Anwesenden herzlich einlädt.
Abendluft, ein feines Flying-Buffet an den Stehtischen, gute Gesellschaft und ein spannender Vortrag – die Menschen geniessen es sichtlich, sich ausgiebig zu unterhalten. Zum Beispiel auch über das stattliche 250’000-US-Dollar-Budget des Fan-Fest-Stands oder die benötigten Bälle für den Töggelikasten. Emanuel Femminis überrascht einmal mehr: «Exakt ein Ball, ich wollte es auch nicht glauben.» (MICE-tip)