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Oltingue im Elsass – Spuren der Geschichte in Feld, Wald und Dorf
Das Dorf Oltingue liegt an der jungen Ill, mitten im Oltinger Becken. Am Fuss eines Jura-Ausläuferts liegt das Wahrzeichen des Dorfes, die alte Dorfkirche Sankt Martin im Feld. Deren Vorläuferin entstand im Frühmittelalter nahe einer ehemaligen römischen Anlage. Dies war der romanische Pol des Dorfes, der germanisch geprägte entstand an der Furt durch die Ill bei der heutigen rue verte.
Das Dorf war auch lange der regional grösste Weinproduzent mit seinen zahlreichen Rebbergen an der Südflanke des „Berges“. Um 1800 nahm die Bevölkerungszahl in Oltingue deutlich zu. In der Folge wurde nicht nur im Dorf eine neue Kirche samt Pfarrhaus und Mairie gebaut, sondern auch die Hauptstrasse mit einem ausgeklügelten Kanalsystem versehen. Jetzt entstanden eher kleinere Bauernhäuser in Fachwerktechnik, und die älteren Steinhäuser wurden so ausgebaut, dass mehr Personen als früher darin wohnen konnten. Die Parzellen im Gemeindebann waren mittlerweile durch Erbteilungen stärker aufgesplittert worden, die wirtschaftliche Grundlage der Bauernbetriebe schmaler geworden.
Als das Elsass im Jahre 1871 an Deutschland fiel, war Oltingue ein blühendes Dorf, das weiter ausgebaut wurde, etwa mit einer neuen Wasserversorgung. Viele junge Bewohner fielen im Ersten Weltkrieg, dessen Schrecken hier exemplarisch am Schicksal eines Kriegsteilnehmers illustriert wird. Der Gemeindebann wurde von einem elektrischen Zaun durchschnitten. In den 1930er Jahren kam es noch schlimmer, die Maginotlinie führte mitten durch das Dorf. Das war der Grund für die einjährige Evakuierung der Dorfbevölkerung in den Jahren 1939/40. Nach der Rückkehr folgten der Wiederaufbau und eine schnelle Entwicklung ab den 1960er Jahren. Die Landwirtschaft, die Oltingue viele Jahrhunderte lang geprägt hatte, verschwand Schritt um Schritt aus dem Dorf. In den Anhängen werden einige Themen vertieft, so wird etwa aufgrund eingehender Recherchen erstmals die Befreiung des Dorfes im November 1944 durch französische Truppen rekonstruiert.
Das vom örtlichen Museum und seinem Präsidenten, Théophile Tschamber, herausgegebene Buch ist im Musée paysan von Oltingue erhältlich: oder über 0033 3 89 40 79 24.