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«Wir stehen am Anfang einer Revolution, die unsere Art zu leben, zu arbeiten und miteinander zu interagieren, grundlegend verändern wird. Aufgrund ihrer enormen Tiefen- und Breitenwirkung sowie ihrer Komplexität ist das, was ich als die Vierte Industrielle Revolution bezeichne, ein in der Geschichte der Menschheit beispielloser Vorgang.
Die Geschwindigkeit und das Ausmass dieser neuen Revolution verstehen wir noch immer nicht vollständig. Nehmen wir die unbegrenzten Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, dass Milliarden von Menschen über mobile Endgeräte miteinander verbunden sind: Rechenleistung, Speicherkapazität und der Zugang zu Wissen stehen in einem bislang unbekannten Umfang zu Verfügung.»
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Wendepunkte, die sich bis zum Jahr 2025 ereignen sollten:
- 10% der Menschen tragen Kleidung, die mit dem Internet verbunden ist.
- 90% der Menschen haben unbegrenzten und kostenlosen Speicherplatz.
- 1 Billion Sensoren sind mit dem Internet verbunden.
- 10% der Lesebrillen sind mit dem Internet verbunden.
- 80% der Weltbevölkerung haben eine digitale Präsenz im Internet.
- Das erste kommerziell verfügbare implantierbare Handy ist am Markt.
- 90% der Weltbevölkerung nutzen Smartphones.
- 90% der Weltbevölkerung haben regelmässig Zugang zum Internet.
- Selbstfahrende Fahrzeuge machen 10% aller Fahrzeuge auf US-amerikanischen Strassen aus.
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«Was lohnt es sich zu besitzen – die Plattform oder die Strategie dahinter? Uber, das grösste Taxiunternehmen der Welt, besitzt keine Fahrzeuge. Bei Uber gehört das Auto dem Autofahrer, und er stellt es zur Verfügung. Facebook, Eigentümer des populärsten Mediums der Welt, erzeugt keine Inhalte. Facebook stellt eine Plattform zur Verfügung, und wer immer Lust dazu hat, kann dieses Medium für persönliche Mitteilungen nutzen. Alibaba, der wertvollste Einzelhändler, hat keine Lagerbestände. Und Airbnb, der weltweit grösste Anbieter von Unterkünften, besitzt keine eigenen Immobilien.»
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702 verschiedene Berufe wurden nach ihrer Wahrscheinlichkeit eingestuft, automatisiert zu werden. Hier eine Auswahl von Berufen mit dem höchsten beziehungsweise dem niedrigsten Risiko, durch den Computer ersetzt zu werden:
Beispiele für Berufe mit dem höchsten und dem geringsten Automatisierungsrisiko.
Höchstes Automatisierungsrisiko:
- 0,99 Telefonverkäufer
- 0,99 Steuerberater
- 0,98 Versicherungssachverständiger, KFZ-Schäden
- 0,98 Schiedsrichter und andere Sportoffizielle
- 0,98 Anwaltsgehilfen
- 0,97 Servicekräfte in Restaurant, Bar und Café
- 0,97 Immobilienmakler
- 0,97 Zeitarbeiter im Agrarsektor
- 0.94 Kuriere und Boten
Geringstes Automatisierungsrisiko:
- 0,0031 Sozialarbeiter im Bereich psychische Gesundheit und Substanzmissbrauch
- 0,0040 Choreographen
- 0,0042 Mediziner
- 0,0043 Psychologen
- 0,0055 Personalmanager
- 0,0065 Computer-Systemanalytiker
- 0,0077 Anthropologen und Archäologen
- 0,0100 Schiffs- und Schiffbauingenieure
- 0,0130 Vertriebsleiter
«Das Fazit dieser Studie lautet, dass über die nächsten zehn bis zwanzig Jahre etwa 47 Prozent aller Arbeitskräfte in den USA gefährdet sind. Das Ausmass und die Geschwindigkeit der Arbeitsplatzvernichtung sind viel grösser als der Wandel des Arbeitsmarkts in früheren industriellen Revolutionen.
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«In der Vierten Industriellen Revolution verbreiten sich neue Technologien und Innovationen viel schneller und viel weiter als in den früheren Revolutionen, die in einigen Regionen der Welt noch im Gange sind. 17 Prozent der Weltbevölkerung (fast 1,3 Milliarden Menschen) hat die Zweite Industrielle Revolution noch immer nicht vollständig erreicht, da sie bis heute keinen Zugang zu Elektrizität haben. Dies gilt auch für die Dritte Industrielle Revolution: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung – vier Milliarden Menschen, die meisten davon in den Entwicklungsländern – hat keinen Internetzugang. Bei der Spindel (das Symbol der Ersten Industriellen Revolution) hat es fast 120 Jahre gedauert, bis sie sich ausserhalb Europas verbreitete. Dagegen hat das Internet weniger als ein Jahrzehnt benötigt, um sich über den gesamten Globus zu spannen.»
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«Das enorme Tempo des Wandels im Zuge der Vierten Industriellen Revolution stellt die Regulierungsbehörden vor beispiellose Herausforderungen. Regierungen, Parlamente und Regulierungsbehörden werden heutzutage oftmals von den Ereignissen überholt, weil sie nicht mit der Schnelligkeit des technologischen Wandels Schritt halten und seine Tragweite nicht richtig einschätzen. Der 24-stündige Nachrichtenzyklus setzt Politiker unter Druck, auf Ereignisse sofort zu reagieren. Sie haben in der Regel nicht genügend Zeit, um ihre Stellungnahmen und Reaktionen gründlich zu durchdenken und abzuwägen.»
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«Nie hat es eine Zeit gegeben, die so grosse Möglichkeiten und zugleich so grosse Gefahren bereithielt.»
Alle Zitate aus: Klaus Schwab: Die Vierte Industrielle Revolution. Pantheon Verlag, München, 2016.