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Zusammenfassung
- Die Studie untersucht die Ursachen für die Förderung und Verbreitung einer Massenhysterie in Abhängigkeit davon, ob diese in einer Gesellschaft eines Wohlfahrtsstaates oder eines Minimalstaates auftritt.
- In einem Minimalstaat, wo die Macht dezentralisiert ist und viele Kompetenzen bei den Bürgern und den kleineren Einheiten liegen, gibt es selbstkorrigierende Mechanismen zur Bewältigung einer tatsächlichen oder vermeintlichen Bedrohung sowie Beschränkungen in Form von gesicherten Eigentumsrechten, die es weniger wahrscheinlich machen, dass eine Massenhysterie ausser Kontrolle gerät und Schäden in grossem Ausmass anrichtet.
- In einem Wohlfahrtsstaat hingegen, der mehr Aufgaben als ein Minimalstaat wahrnimmt, kann die grössere Macht des Zentralstaates dafür benutzt werden, die selbstkorrigierenden Mechanismen zu unterdrücken und nahezu unbegrenzten Schaden anzurichten.
- Einige Indikatoren deuten darauf hin, dass die Welt während der Covid-19- Krise unter einer Massenhysterie gelitten hat: Die Bevölkerung stand während der Covid-19-Krise unter enormen psychischen Belastungen. Insbesondere die Lockdowns haben zu einem Anstieg von Angst und Stress beigetragen, die wichtige Zutaten für die Entwicklung einer Massenhysterie sind. Es scheint, dass viele Menschen an die Existenz eines Killervirus glaubten, das weitaus tödlicher ist, als es SARS-CoV-2 tatsächlich ist – und in einem Ausmass verängstigt waren, das nicht leicht durch ihr eigenes winziges Risiko, daran zu sterben, zu erklären ist.
In der Einleitung schreibt Olivier Kessler, Direktor des Liberalen Instituts:
«Wir sind hysterisch. Das ist in Zeiten von Corona vernünftig und vorteilhaft», titelte die Neue Zürcher Zeitung kurz nach Ausbruch der Covid-19-Krise. In der Tat kann es uns in bestimmten Gefahrenlagen Kopf und Kragen kosten, wenn wir zu entspannt reagieren.
Verharren wir hingegen zu lange im Zustand einer Hysterie, in welcher unsere Instinkte unseren Verstand dominieren, kann dies auch Schäden von gewaltigem Ausmass anrichten. Während wir uns panikartig auf eine tatsächliche oder vermeintliche Bedrohung fokussieren, können wir leicht das Wichtige aus den Augen verlieren. Dies gilt umso mehr, wenn wir es mit einer grossflächigen oder sogar globalen Massenhysterie zu tun haben.
Erkenntnisse aus der gut erforschten Disziplin der Massenpsychologie deuten darauf hin, dass wir alle zu einem gewissen Grad unter dem Einfluss von Gruppendynamiken stehen und uns damit einer kollektiven Hysterie nur schwer entziehen können. Weniger bekannt ist hingegen, wie der Staat eine Massenhysterie beeinflusst und zu ihrer Ausbreitung beitragen kann. Es ist das grosse Verdienst von Prof. Dr. Philipp Bagus, Prof. Dr. Antonio Sánchez-Bayón und Dr. José Antonio Peña-Ramos, mit der vorliegenden Studie in diese Forschungslücke vorzustossen.
Die Autoren entwickeln eine politische Ökonomie der Massenhysterie — und bieten uns damit Einsichten und Erkenntnisse, die angesichts der derzeitigen weltweiten Umstände von enormer Bedeutung sind. Wir erfahren, welche Rolle ein Staat bei der Ausbreitung einer kollektiven Panik spielt — abhängig davon, ob es sich dabei um einen Wohlfahrtsstaat mit umfangreichen Kompetenzen oder einen liberalen Rechtsstaat handelt, der sich primär auf den Schutz der Eigentumsrechte fokussiert.
Die Ergebnisse dürften für einige überraschend sein. Denn entgegen des derzeit vorherrschenden Paradigmas, wonach umfangreiches staatliches Anpacken und Eingreifen zur Krisenmilderung beitrage, lautet die Devise bei einer kollektiven Hysterie: Weniger ist mehr. Je kleiner ein Staat ist, desto mehr Möglichkeiten der Problembewältigung eröffnen sich den Betroffenen und desto geringer fällt der angerichtete Flurschaden bei der Bekämpfung einer tatsächlichen oder vermeintlichen Bedrohung aus. Insbesondere heutige und künftige politische Entscheidungsträger sollten sich mit dieser Studie gründlich auseinandersetzen.
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Autoren:
Philipp Bagus ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid und Mitglied des Akademischen Beirats des Liberalen Instituts. Antonio Sànchez-Bayón ist Professor für angewandte Ökonomie an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. José Antonio Peña-Ramos ist Titularprofessor am politikwissenschaftlichen Departement der Universidad de Granada