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Mount Everest
Von M. Oe.
Am 29. Mai 1953 wurde der Gipfel des Mount Everest vom Neuseeländer Edward P. Hillary und dem nepalesischen Chefsherpa Tensing Bhotia um 11.30 Uhr betreten. Sie waren Mitglieder der Britischen Everest-Expedition 1953, die unter der Leitung von Colonel John Hunt stand. Nach eingehenden Vorbereitungen verliess die Expedition anfangs März ihre Heimat und bezog Ende März 1953 im Kloster Thyangboche ihr Trainingslager. Katmandu wurde am 10. und 11. März in zwei Marschgruppen verlassen. Thyangboche liegt auf einer Höhe von 3790 m. Es wurde 1950 von W. H. Tilman aufgesucht und als geeigneter Ort für die erste Akklimatisation, diese wichtige Eingewöhnung an hohe Höhen, bezeichnet. Von Thyangboche aus wurden Trainingstouren bis über 6000 m Höhe unternommen und zwei Gipfelbesteigungen durchgeführt. Die Expeditionsteilnehmer arbeiteten dabei in drei Gruppen: Hunt, Gregory, Lowe und Tensing; Hillary, Ward, Noyce und Wylie; Evans, Bourdillon, Westmancott und Band. Die Führung des Lagers und die Obhut über den Materialtransport besorgte Major J. O. M. Roberts. Die Trainingsgruppen wurden nach ersten Besteigungen neu zusammengestellt, und es wurde mit der Übersiedelung ins Khumbu-gletschergebiet begonnen ( Mitte April ): Hunt, Bourdillon, Ward und Noyce; Hillary ( der schon bei der Expedition Shipton 1951, dem Entdecker der Südroute, mithielt ), Lowe, Band und Westmancott; Evans, Tensing, Wylie und Gregory. Nach der dritten Aprilwoche hatte die Seilschaft Hillary den Firnbruch bezwungen und den Weg für den Materialtransport gelegt. Am Gletscherende ward das Hauptlager errichtet, auf halber Höhe des Firnbruchs Lager II, oberhalb des Firnbruchs Lager III ( 6250 m ). Beim Transport von Thyangboche zum Hauptlager waren rund 200 Träger ( Männer und Frauen ) eingesetzt. Im Firnkar wurde Lager IV als vorgeschobenes Basislager errichtet ( 6700 m ); Lager V als vorgeschobenes Warendepot am Fuss der Lhotseflanke; Lager VI in der Mitte der Lhotseflanke; Lager VII auf dem Südsattel als Hochlager, das auch die Schweizer errichtet hatten, auf 7880 m Höhe. Wind und fast täglicher Schneefall erschwerten dieses Vorrücken. Mitte Mai war dieses Lager ausgerüstet. Am 26. Mai stiegen Hunt und Sherpa Da Namgyal als Unterstützungstrupp der ersten Gipfelseilschaft Evans und Bourdillon von Lager VII über den Südostgrat zu Lager VIII ( 8385 m ), von wo Hunt und Da Namgyal zurückkehrten ( Sauerstoffmangel ), während Evans und Bourdillon bis zum Südgipfel vorstiessen ( 8748 m ) und von hier zurückkehren mussten. Um 16.30 Uhr waren sie alle wieder im Lager VII, Südsattel, wo Hillary und Tensing, die zweite Gipfelseilschaft, eingetroffen waren. Westwind, bis 90 Stundenkilometer Geschwindigkeit, und Schneesturm hielt die Leute im Lager fest. Am 28. Mai brachen Hillary und Tensing, unterstützt durch Gregory und Lowe, mit Ang Nima und zwei Sherpas erneut zum Südostgrat auf und brachten Material ( Sauerstoffgeräte ) bis Lager VIII. Alle trugen 20-30 kg Gepäck. Neues Lager auf 8475 m Höhe. Die Seilschaft Gregory-Lowe stieg zurück. Hillary und Tensing verblieben in ihrem « Adlerhorst » im Zelt, das rittlings auf einer Felsstufe stand. Ruhige Nacht.27 Grad C. 29. Mai: klarer Morgen, ruhig. Um 6 Uhr brachen sie auf, stiegen durch tiefen Pulverschnee. Die Spur Bourdillon-Evans war verwischt. Hudson schreibt: « Sie hatten ständig Stufen auszubrechen, um eine Spur zu legen. Sie wechselten oft ab und stiegen gleichmässig weiter. Hillary sagte mir, dass dieser Aufstieg zum Südgipfel der strengste Teil des Tages gewesen sei. » 9 Uhr Südgipfel, « schneebemützter Felsknubel », 800 m vom Hauptgipfel entfernt. 10 Minuten Rast. Sie konnten die Sauerstoffmasken abnehmen. Weitermarsch. Sauerstoffzufuhr 3 1 pro Minute. 11.30 Uhr erreichten Hillary und Tensing den 8880 m hohen Mount Die Alpen - 1953 - Us Alpes14 Everest! Sie verblieben 15 Minuten auf dem Gipfel. 11.45 Uhr Abstieg zum Südgipfel und zum Südsattel, wo sie oberhalb des Sattels auf Lowe und Noyce trafen, die als Hilfs- und Unterstützungsgruppe aufgebrochen waren. 16.30 Uhr waren sie alle im Lager VII und am 30. Mai im Lager IV im Firnkar.
Jahrzehntelange Arbeit zahlreicher Expeditionen hat zum Sieg geführt, zur ungeteilten Freude aller Bergsteiger. Glückauf den beiden Siegern: Hillary und Tensing!