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Der Käufer einer Verkaufsoption oder Put-Option hat das Recht, aber nicht die Pflicht, innerhalb eines bestimmen Zeitraums (amerikanische Optionen) oder an einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Optionen) einen bestimmten Basiswert (also etwa das in unten stehendem Beispiel erwähnte Getreide) zu einem im Voraus festgelegten Preis (Ausübungspreis) und in einer im Voraus festgelegten Menge zu verkaufen. Er wird sein Recht nur dann ausüben, wenn der Preis des Basiswertes unter dem Ausübungspreis liegt.
Der Verkäufer der Put-Option ist zur Abnahme des Basiswertes verpflichtet, für diese Verpflichtung erhält er die Optionsprämie vom Käufer der Option.
In der Praxis allerdings wird der Basiswert bei Ausübung der Option nicht notwendigerweise geliefert. Ggf. bezahlt der Verkäufer der Put-Option dem Käufer einfach die Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Preis, den der Basiswert zum ausgemachten Zeitpunkt hat - diese Praxis wird als Barausgleich bezeichnet. Ob bei Ausübung ein Barausgleich stattfindet oder ob der Basiswert geliefert wird, wird bei Vertragsabschluss festgelegt.
Der Optionspreis eines Puts (Long) entspricht der Versicherungsprämie eines Investors. Ein vorzeitiges Ausüben der Option ist meist aufgrund des restlichen Zeitwertes nicht von Vorteil.
Der maximale Gewinn, den der Käufer einer Put-Option erzielen kann, ist im Gegensatz zu einem Call nicht unendlich, sondern auf den Ausübungswert beschränkt (und zwar dann, wenn der Basiswert den Wert null hat). Der Verlust des Verkäufers der Put-Option ist spiegelbildlich maximal der Ausübungswert.
Ein Getreidebauer plant den Verkauf einer bestimmten Menge an Getreide zur zukünftigen Erntezeit. Er will sich dagegen versichern, dass bis dahin der Getreidepreis sinkt. Also kauft er eine Put-Option auf diese Getreidemenge. Sollte bis zur Erntezeit der Preis des Basiswertes tatsächlich unter den Ausübungspreis fallen, dann muss der Verkäufer der Option ihm diesen Preisfall ersetzen. Der Getreidebauer hat sich durch die Zahlung einer Optionsprämie gegen einen Getreidepreisfall abgesichert.
Allerdings können solche Geschäfte grundsätzlich zwischen zwei beliebigen Parteien abgeschlossen werden ohne jeden eigenen persönlichen Bezug zum Basiswert, hier Getreide.
Ein Protective Put ist eine Investitionsstrategie, bei welcher man Wertpapiere und Optionen verbindet. Auszahlungsdiagramm zu einem Protective Put - Statt "Short Put" eigentlich "Underlying"
Bei einem Protective Put erwirbt man das Underlying und eine Put-Option dazu. Der Sinn ist es, sich mit der Put-Option gegen ein Kursverfallsrisiko zu versichern. Deswegen gilt er als ein wichtiges Mittel zur Umsetzung einer Portfolio Insurance.
Ein ähnliches Konstrukt ist der Covered call. Der Unterschied zwischen den beiden Strategien ist: Ein Protective Put sichert sich einen Mindestverkaufspreis und zahlt dafür einen Aufschlag. Der Covered Call garantiert einen Höchstverkaufspreis und kassiert dafür einen Abschlag.
Zertifikate, die eine spezielle Protective-Put-Strategie implementieren heißen Garantie-Zertifikate.