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Verschärft die Pensionierung der Babyboomer den Fachkräftemangel in der Schweiz?
Veröffentlicht am 25.05.2023 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
Babyboomer werden die Jahrgänge von 1946 bis 1964 genannt, wobei 1964 mit 113'000 Geburten das geburtenstärkste Jahr in der Schweiz überhaupt war. Aktuell gehen jährlich rund 100'000 Menschen in der Schweiz in Rente. Nachrückende jüngere Generationen können die durch den Weggang der Babyboomer entstandene Lücke auf dem Arbeitsmarkt nicht schliessen, sodass die Arbeitsmarktschere immer weiter auseinander klafft. Doch wie dramatisch ist die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt wirklich?
Ist die Pensionierung der Babyboomer ein Problem für die Schweizer Wirtschaft?
Die Babyboomer umfassen die Jahrgänge von 1946 bis 1964. Frauen erreichen in der Schweiz mit 64 Jahren das ordentliche Rentenalter, Männer mit 65 Jahren. Das bedeutet, dass über die Hälfte der Babyboomer das gesetzliche Rentenalter erreicht hat und bereits pensioniert ist. Tatsächlich werden die noch in Arbeit befindlichen Babyboomer Ende dieses Jahrzehnts in Rente gehen.
Nachdem dieser Prozess schon viele Jahre anhält, ist es verwunderlich, dass erst jetzt Warnungen vor der demografischen Alterung in der Schweiz ausgesprochen werden. Bereits 1944 gab es eine ähnliche Situation, in der die Statistiker des Bundes von einer "Vergreisung der Bevölkerung" gesprochen haben, die jedoch nicht eingetreten ist.
Obwohl jährlich rund 100'000 Menschen in Rente gehen, liegt die Arbeitslosenquote nach Angaben des schweizerischen Bundesamtes für Statistik (BFS) im Januar 2023 bei 2,2 Prozent. Gleichzeitig hat der Anteil der Frühpensionierungen in den vergangenen Jahren leicht abgenommen. Stattdessen arbeiten viele Menschen, insbesondere Frauen, über das gesetzliche Rentenalter hinaus.
Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sinken die Pensionskassenrenten und zum anderen leben die Menschen länger. Das liegt einmal an einer gesünderen Lebensweise, aber auch an der umfassenden gesundheitlichen Vorsorge und an einer guten Gesundheitsversorgung.
Das Ausscheiden der Babyboomer aus dem Berufsleben ist auch mit Blick auf die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) interessant. Veröffentlichungen über die Entwicklung bis in das Jahr 2032 zeigen, dass sie bis dahin immer noch ein Vermögen von mehr als 60 Milliarden Schweizer Franken haben wird. Auch das sind keine beunruhigenden Nachrichten.
Ein Blick auf die Generationen auf dem Arbeitsmarkt
Ob die Sorge in Bezug auf die Pensionierung der Babyboomer tatsächlich berechtigt ist, darüber gibt ein Blick auf die Generationen auf dem Arbeitsmarkt Auskunft. Im Zeitraum von 1991 bis 2021 waren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt insgesamt sechs Generationen vertreten.
Angesichts dieser Werte hat es den Anschein, als ob die Pensionierung der Babyboomer zu einem Problem hochstilisiert wird. Es bleibt abzuwarten, welches Szenario sich in Zukunft bewahrheiten wird.
- Bis 2009 dominieren die Babyboomer, von denen die ersten Jahrgänge 2010 das gesetzliche Rentenalter erreichen. Tatsächlich ist der Anteil der Babyboomer an der erwerbstätigen Bevölkerung mit 46 Prozent im Jahr 1995 am höchsten.
- Im Jahr 2010 überholt die erwerbstätige Generation X, geboren zwischen 1965 und 1980, die Babyboomer.
- Gleiches gilt für die Millenials, auch Generation Y genannt und zwischen 1981 und 1996 geboren, deren Anteil im Vergleich zu den erwerbstätigen Babyboomern im Jahr 2014 höher ist.
- Im Jahr 2021 ist die Generation X mit 35,9 Prozent auf dem Schweizer Arbeitsmarkt immer noch in der Mehrheit, dicht gefolgt von den Millenials mit 35,2 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt ist der Anteil der Babyboomer bereits auf 16,5 Prozent gesunken, während 11,7 Prozent der Erwerbstätigen bereits der Generation Z, geboren zwischen 1997 und 2012, angehören.