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Makronährstoffe bei den Mahlzeiten trennen – wirksamer Hack oder ein Mythos
Teil I – die Trennkost
Es ranken sich Mythen und ganze Diätkonzepte um die Trennung der Kohlenhydrate von den anderen beiden Makronährstoffen (Fett und Eiweiss) innerhalb einer Mahlzeit. Im ersten Teil der Makronährstoff-Trennung- wollen wir uns die klassische Trennkost anschauen. Dabei soll beleuchtet werden, was dahinter steckt und ob sich diese Methode als wirksam erweist.
Das Prinzip der sogenannten Trennkost geht auf das Ernährungskonzept von William Howard Hay zurück, der die gleichzeitige Aufnahme von Kohlenhydraten und Eiweissen als den Ausgangspunkt für sämtliche Krankheiten betrachtet hat. Nach der Hay’schen Ernährungsform nimmt man demnach Eiweisse getrennt von Kohlenhydraten zu sich. Dabei soll man sich beim Frühstück und beim Abendessen zu Gunsten von Kohlenhydraten entscheiden, wohingegen das Mittagessen eiweisshaltig ausfallen soll. Als Grund für die Trennung dieser zwei Makronährstoffe führte Hay an, die Kombination von Eiweissen und Kohlenhydraten verursache eine Übersäuerung des Körpers und stelle den Grund für Krankheiten wie Diabetes dar.
Sein Ernährungskonzept sieht eine Einordnung der Lebensmittel in drei verschiedene Gruppen vor, nämlich in kohlenhydrathaltige, eiweisshaltige und neutrale Lebensmittel. Bei neutralen Lebensmitteln handelt es sich um Obst und Gemüse, Fette sowie um Milchprodukte mit einem hohen Fettanteil von mindestens 60%. Neutrale Lebensmittel dürfen dabei sowohl mit der kohlenhydrathaltigen als auch mit eiweisshaltigen Gruppe kombiniert werden. Der Anteil an Obst und Gemüse soll dabei bei etwa 80% und der Rest also Fleisch, Kohlenhydrate, Milchprodukte und Fett nur bei 20% liegen.
So die Kurzfassung der Hay’schen Trennkost.
Seine Behauptungen, dass der menschliche Körper keine Kohlenhydrate zusammen mit Eiweissen verdauen kann, sind mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. Es wird hier gerne das Muttermilch-Argument angeführt: Die Muttermilch enthält nämlich zugleich Eiweisse und Kohlenhydrate, sodass sie nach Hay’schem Verständnis von der Ernährung für Kinder ungeeignet wäre. Derartige Rückschlüsse sind damit äusserst fragwürdig.
Auch tritt eine Übersäuerung bei Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel durch die Ernährung nicht ein. Der Körper gleicht vielmehr den Säuregrad von selbst wieder aus. Anders sieht das allerdings bei Diabeteskranken aus. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Stoffwechselerkrankung, bei der eine ärztliche Behandlung angezeigt ist.
Fazit:
Die Grundsätze der klassischen Trennkost sind wissenschaftlich nicht haltbar und daher abzulehnen. Für eine Notwendigkeit der Trennung dieser zwei Makronährstoffe bei Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel sind daher keine Argumente ersichtlich.
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