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Bequia ist teil von St. Vincent und liegt etwa 98 Seemeilen von Fort de France in Martinique.
Wir verbrachten 3 Nächte in Port Elisabeth in Bequia, bevor wir nach Martinique aufbrachen.
Port Elisabeth hat viele nette Bistros und einige Geschäfte. Das Ganze ist sehr amerikanisiert und ziemlich künstlich, aber niedlich, mit Pastellfarben und Holzdekorationen. Auch hier (wie in Clifton) sind die Kunden weiß, die Chefs weiß und die Mitarbeiter schwarz.
Wir nahmen einen Minibus (öffentliche Verkehrsmittel) und fuhren über die Insel nach Friendship Bay. Dort ist der Strand schön, aber ansonsten gibt es nur Hotels und keine Möglichkeit, zu vernünftigen Preisen zu essen. So kamen wir zurück nach Port Elisabeth und aßen bei Mac’s eine sehr gute Pizza. Dann gingen wir zum Schwimmen an den wunderschönen Strand von Princess Margaret.
Kurz vor Mittag am Mittwoch 21.02 fuhren wir los, um die Überquerung zwischen Bequia und Martinique zu machen. Die Wetterbedingungen waren nicht ideal, aber Marco musste sein Flugzeug für die Schweiz am Samstag 24.02. nehmen. Der Wind kam aus dem Nordosten (20 bis 25 Knoten), also frontal, wir mussten 95% der Strecke motorsegeln. Die Wellen waren kurz (alle 6 Sekunden) und kamen von vorne und bremsten uns sehr, außerdem gab es eine starke Gegenströmung. Wir erlebten auch einige Gewitter (Squalls) mit Böen bis zu 30 Knoten. Das Schlimmste war, zurück in die Bucht von Fort de France zu kommen, wir waren viel zu weit westlich und es dauerte 5 Stunden, bis wir die letzten 12 Meilen zurückgelegt hatten… Also brauchten wir 28 Stunden für 98 Meilen!
Als wir in der Marina Z‘ Abricots in Martinique ankamen, war die Rezeption geschlossen (auch wenn es 16.15 Uhr war und die Öffnungszeiten bis 17.00 Uhr sind und seit 15.00 Uhr niemand mehr ans Telefon oder VHF ging). Wir kämpften, um eine Festmacherleine zu bekommen, weil wir entweder zwischen zwei Plätzen lagen oder so schief waren dass wir riskierten den elektrischen Säule zu treffen. Schließlich half uns Franco eine der Festmacherleinen zu verlängern, so dass wir sie festmachen konnten (Merci Franco).
Am nächsten Tag, als ich uns anmelden wollte, wussten die Angestellten bereits, wo wir waren, was zeigt, dass sie uns beim Kämpfen zusahen, ohne uns zu helfen… Wenn wir es schaffen, einen der Angestellten zu finden, sind sie sehr nett, aber oft können sie trotzdem nichts tun (PC funktioniert zum Beispiel nicht und so gibt es kein Eintritsbadge oder Internet Zugang…). Die Kosten für diese Marina sind nicht hoch (ca. 10 Euro pro Nacht für unser Segelboot), aber wir würden gerne etwas mehr für einen besseren Service bezahlen. Nun, ich war sehr glücklich, dass ich die Zollformalitäten vor Ort erledigen konnte und nicht nach Fort de France gehen musste, um sie zu erledigen.
Die Marina de Z‘ Apricot ist in der Industriezone von Fort de France, also weit weg von allem. Es gibt nur eine Bäckerei, eine Apotheke, eine Wäscherei und viele Wohngebäude. So braucht man ein Auto um etwas machen zu können. Am Freitag Vormittag gingen Marco und Willi ein Auto mieten und ich putzte das Boot. Am Nachmittag fuhren wir auf der Halbinsel Caravelle, dort machten wir einen Spaziergang zu einem herrlichen Aussichtspunkt. Dann waren wir auf dem berühmten Vulkan Mount Pelee, aber es gab Nebel. Schließlich ging es entlang der Küste zurück nach Fort de France, wo wir im Restaurant „La Baie“ zu Abend aßen. Wir haben gut gegessen (Karibik und Französisch), aber die Preise sind höher als in Bequia. Wir waren überrascht, denn Fort de France war um 18:30 Uhr leer, die Geschäfte sind alle hinter eisernen Vorhängen versteckt, die meisten Restaurants sind geschlossen und wir wurden mehrmals in wenigen Minuten von Bettlern angesprochen.
Am Samstag, da es der letzte Tag für Marco war und wir ihn zum Flughafen bringen mussten, beschlossen wir, in der nächsten Bucht, in „les 3 Ilets“, zu Mittagessen. Aber es gab dort fast keine Bistros und alles schien ziemlich verschlossen und verlassen und der Strand war nicht wirklich schön. Wir aßen schließlich in einem karibischen Imbiss (sehr gut und billig), bevor wir zu Hyper U gingen, um Rum für Marco und eine Digicel-Telefonkarte für uns zu kaufen. Die SFR-Karte, die wir aus Frankreich hatten, funktioniert nicht, ebenso wenig wie die Flow-Karte, die wir aus Grenada hatten…
Sobald wir allein waren, begannen wir mit den Verpflichtungen: Kauf von Petroleum für den Herd, Auffüllen der Wassertanks, Kauf von Sportartikeln bei Decathlon, Installation des Hotspots für das Internet, Füllen des Kühlschranks, Aufräumen des Bootes (mit den Wellen wärend der Überquerung war das ganze Material im hinterem Teil vom Boot verteilt…), die Bilge und den hinteren Teil vom Boot entsaltzen (es gab noch Salzwasser von der Überquerung zwischen den Kanaren und Mindelo), Wäsche waschen (3 risiegen Taschen mit Wäsche, zum Glück gibt es eine Maschine für 20 kg in der Nähe der Marina), Bett neu beziehen, usw. Außerdem mussten wir die Festmacherleine wechseln, weil die Mitarbeiter der Marina den Platz neben uns einem anderen Segelboot gegeben hatten. Bei den Manövern hatten sie die Festmacherleine in ihren Propeller gesteckt…. Tatsächlich waren die Moringsleinen vertauscht und am falschen Ort zurück gebracht, was auch erklärt warum wie so viel Mühe hatten um anzulegen. Natürlich kam niemand aus dem Hafen um uns zu helfen, die lassen lieber die Seglern selber schauen wie sie klar kommen…
Aber wir geniessen auch wieder in einer Marina zu sein, warmes Wasser zum Duschen zu haben, wir haben freundliche französische Nachbarn und haben wieder andere schweizerische und deutsche Segelboote in der Nähe zum Plaudern und um Tipps zu tauschen. Wir haben zum Beispiel wieder Franco getroffen, den wir in Mindelo kennengelernt hatten und wir wurden auf Kisu zum Apero eingeladen. Aqua Vite, den wir in Carriacou getroffen hatten, ist auch in der Marina.