Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/73247

<h2>SubmittedText<h2><p>Wo heute das Bundeshaus Ost steht, befanden sich im Mittelalter bis zum Pogrom von 1294 ein jüdischer Friedhof, ein Gemeinschaftshaus, eine koschere Metzgerei, ein Ritualbad und ein Tanzhaus.</p><p>Aufgrund eines Vorstosses der Jungen Alternative gelangten die Stadtberner Behörden an den Bund mit dem Gesuch, auf der freien Fläche zwischen Parlamentsgebäude und Hotel Bellevue ein jüdisches Denkmal zu errichten. Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) lehnte im letzten Herbst das Ansinnen ab mit der sinngemässen Begründung, im 13. Jahrhundert habe es den Bund, dem das Grundstück heute gehört, noch gar nicht gegeben.</p><p>Glaubt der Bundesrat, mit solchen juristischen Spitzfindigkeiten könne die Gegenwart der Vergangenheit gerecht werden?</p><p>Ist nicht die reale Örtlichkeit wichtiger, als es die Besitzverhältnisse sind?</p><p>Ist der Bundesrat bereit, auf den unsensiblen BBL-Entscheid zurückzukommen?</p>