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verdünntem, gar nicht in wasserfreiem Weingeist. Wird dargestellt durch Auflösen von Strontiumcarbonat in Salpetersäure und Abdampfen bis zur Krystallisation. Es muss stets aus heissen Lösungen krystallisirt werden, weil sonst, ebenso wie aus verdünnten Lösungen, das Salz nicht wasserfrei, sondern mit 4-5 Mol. Krystallwasser anschiesst. Diese verwittern an der Luft und sind zu Feuerwerkszwecken nicht verwendbar.
Anwendung. Nur in der Feuerwerkerei zur Erzeugung rother Flammen, am besten in Mischung mit gepulvertem Schellack (3 Th. Schellack 10 Th. gepulvertes Strontiannitrat, nach Hager).
Stróntium sulfúricum.
Strontiumsulfat, schwefelsaures Strontian.
SrSO4 .
Dieses Salz findet sich in der Natur, gleich dem Schwerspath, häufig in sehr schönen, durchsichtigen Krystallen, welche zuweilen eine blaue Färbung haben, daher der Name «Cölestin». Es findet für sich keine Verwendung, dient aber neben dem Strontianit zur Herstellung der anderen Strontianpräparate. Zu diesem Zweck wird es zuerst durch Glühen mit Kohle zu Schwefelstrontium reduzirt und dieser durch Auflösen in Salzsäure in Chlorstrontium verwandelt. Die Hauptfundstätte des Minerals ist Sicilien, welches sehr reine, farblose Krystalle liefert.
3. Erd-Metalle.
Magnesium.
Magnesium.
Mg 24.
Weisses, in trockener Luft unveränderliches Metall, das sich in feuchter Luft ein wenig oxydirt; es ist hämmerbar und dehnbar, sehr leicht, von nur 1,743 spez. Gew. In kaltem Wasser bleibt es unverändert, in siedendem oxydirt es sich unter Wasserzersetzung und Abscheidung von Wasserstoffgas. Im luftleeren Räume lässt es sich schmelzen, an der Luft erhitzt verdampft es zuletzt und die Dämpfe verbrennen unter Entwickelung eines intensiv weissen Lichtes zu Magnesiumoxyd. In verdünnten Säuren löst es sich unter Wasserstoffentwickelung auf.
Seine Darstellung war früher eine sehr kostspielige, da man es nur durch metallisches Natrium in der Glühhitze aus seinen Verbindungen abscheiden konnte. Seitdem man aber gelernt hat, es auf elektrolytischem Wege, d. h. durch den elektrischen Strom auszuscheiden, ist der Preis desselben ungemein gesunken, und seine Benutzung zu Beleuchtungszwecken gewinnt immer mehr und mehr an Bedeutung. Es kommt in zwei Formen in den Handel, entweder als Draht oder Band, zum direkten Brennen in der sog. Magnesiumlampe, oder in Pulverform. Letzteres dient namentlich als Zusatz zu Feuerwerkskörpern, bei welchen schon eine Beimischung von 2 % genügt, um den Flammen eine fabelhafte Helligkeit zu geben. Reines Magnesiumlicht hat fast eine gleiche Stärke ¶
wie das elektrische und verändert die Farben nicht, so dass photographische Aufnahmen dabei möglich sind.
Sauerstoffverbindungen des Magnesium.
Magnésium oxydátum (Magnésia usta oder calcináta).
Magnesiumoxyd, gebrannte Magnesia.
MgO.
Leichtes, weisses, feines Pulver; geruchlos, von erdigem Geschmack, in Wasser fast unlöslich, leicht dagegen in verdünnten Mineralsäuren; die Lösung muss klar sein und ohne Aufbrausen erfolgen. Mit 10 Th. Wasser angerührt gesteht die Masse nach 1-2 Tagen zu einer Gallerte von Magnesiumoxydhydrat (Magnesia hydrica).
Wird bereitet, indem in einem bedeckten Tiegel Magnesiumcarbonat in Stücken so lange vorsichtig geglüht wird, bis eine herausgenommene Probe, in Wasser angerührt, mit verdünnter Säure keine Kohlensäureentwickelung mehr zeigt.
Anwendung in gleicher Weise wie das Magnesiumcarbonat gegen Magensäure, Sodbrennen und in grösseren Gaben als gelindes Abführmittel.
Sie muss in gut verschlossenen Gefässen aufbewahrt werden, da sie sonst Kohlensäure aus der Luft anzieht.
Ausser dieser leichten gebrannten Magnesia kommt noch eine schwerere Sorte, welche in England gebräuchlich ist, in den Handel. Sie ist 3-4 mal schwerer als die deutsche, blendend weiss, fast glänzend und wird aus dem dortigen schweren Magnesiumcarbonat (s. d.) bereitet.
Identitätsnachweis. Magnesiumoxyd ist in verdünnter Schwefelsäure klar löslich; die klare Lösung muss, nach Zusatz von Ammoniumchloridlösung und überschüssiger Ammoniakflüssigkeit, mit Natriumphosphatlösung einen weissen, krystallinischen Niederschlag geben.
Prüfung nach dem Deutschen Arzneibuch. 0,2 g gebrannte Magnesia werden mit 10 ccm Wasser zum Sieden erhitzt, und nach dem Erkalten o ccm von der überstehenden Flüssigkeit abfiltrirt. Das Filtrat darf nur schwach alkalisch reagiren und beim Verdampfen nur einen sehr geringen Rückstand hinterlassen. Die rückständige, mit Wasser gemischte Magnesia, in 5 ccm verdünnte Essigsäure gegossen, muss eine Flüssigkeit geben, in welcher sich bei der Auflösung nur vereinzelte Gasbläschen zeigen. 1 g, mit 20 ccm Wasser geschüttelt, soll ein Filtrat liefern, welches durch Ammoniumoxalatlösung innerhalb 5 Minuten nicht mehr als opalisirend getrübt werden darf.
0,4 g gebrannte Magnesia müssen sich in 10 ccm verdünnter Salzsäure farblos lösen; diese Lösung darf durch Schwefelwasserstoffwasser nicht verändert werden.
20 ccm einer mit Hülfe von Salzsäure bereiteten wässerigen Lösung (1:20) dürfen durch 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht sofort gebläut werden. ¶