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Martin-Michel-Charles Gaudin
Martin-Michel-Charles Gaudin, der sich auch einfach nur Le Duc de Gaete nannte, wurde in eine wohlhabende Familie geboren. Sowohl sein Grossvater als auch sein Vater waren Anwälte am königlichen Gerichtshof.
Im Alter von 17 Jahren übernahm Martin-Michel-Charles Gaudin eine Anstellung bei der Finanzverwaltung und nur vier Jahre später avancierte er zum Abteilungsleiter für die direkte Steuer.
In
den kommenden Jahren erarbeitete er sich einen bedeutenden Ruf als
Finanzfachmann, welche schliesslich 1791 in der Ernennung zum leitenden
Kommissar der neugegründeten "Trésorie nationale" gipfelte, eine
Führungsrolle, die sich insgesamt sechs Kommissare teilten.
Als 1793 die Revolution in Frankreich ausbrach, entstanden mehrere Konflikte mit dem neu gegründeten "Comité de salut public" und es drohte ihm der Tod auf der Guillotine. Dank der Fürsprache des Politikers Pierre Joseph Cambon blieb ihm dieses Schicksal - im Gegensatz von Maximilien de Robespierre - erspart.
1795 zog sich Martin-Michel-Charles Gaudin auf eigenen Wunsch hin aus der Finanzwelt zurück und wies später an ihn herangetragene Angebote - darunter der Posten des Finanzministers - ab.
Als am 9. November 1799 der Staatsstreich erfolgte und nun Napoleon Bonaparte zum Herrscher Frankreichs wurde, änderte sich die Situation auch für Martin-Michel-Charles Gaudin und er akzeptierte Napoleons Angebot, das Finanzministerium zu übernehmen. In der Folge war er ab dem 10. November 1799 bis zum 1. April 1814 als Finanzminister tätig. Er organsierte das Finanzwesen neu und war vor allem für die Steuereinnahmen verantwortlich. Unter anderem führte er dazu das Grundbuch in Frankreich ein.
Napoleon I zeigte sich dankbar für Martin-Michel-Charles Gaudins Einsatz und ernannte ihn 1808 zum "Comte de l'Empire" und ein Jahr später zum "Le Duc de Gaete".
Als Napoleon Bonaparte im April 1814 abgesetzt wurde, endete auch die Anstellung von Gaudin als Finanzminister. Doch er sollte nochmals auf diesen Posten zurückkehren, als Napoleon Bonparte am 1. März 1815 nach Frankreich zurückkam und die "Herrschaft der Hundert Tage" einleitete, holte dieser Gaudin wieder als Finanzminister zurück. Napoleon I ernannte ihn daraufhin zum "Pairie de France".
Als die Herrschaft Napoleons erneut endete, wurde Martin-Michel-Charles Gaudin in das Département Aisne gewählt, wo er bis 1819 aktiv war. 1820 akzepierte er das Angebot von König Ludwig XVIII, die Direktion der Banque de Paris zu übernehmen. Er blieb in dieser Position bis 1834.
Gemälde von Joseph-Marie Vien (1716-1809)