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Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Nutzung der klassischen Printmedien (Zeitungen, Zeitschriften und gedruckte Bücher) und zeigt die Entwicklung der in der Schweiz für die Lektüre aufgewendeten Zeit nach Sprachregion.
Nutzung Printmedien
Aktuelle Entwicklung: Mit durchschnittlich 30 Minuten pro Tag im Jahr 2018 ist die Lesezeit in der Schweiz ziemlich stabil geblieben.
Historisch: In den drei Sprachregionen hat sich die Zeit, welche für das Lesen aufgewendet wird, in den letzten drei Jahrzehnten ähnlich entwickelt. Seit anfangs der 1980er Jahre ist die Lesezeit der Bevölkerung ab 15 Jahren bis 2003 mit ca. einer halben Stunde pro Tag weitgehend stabil geblieben. Ein deutlicher Rückgang der Lesezeit ist lediglich für die Deutschschweiz Ende der 1970er Jahre festzustellen.
Angebot Printmedien
Die Kennzahl ‚Angebot Printmedien‘ vergleicht die Entwicklung der Anzahl Titel sowie der Gesamt- und der durchschnittlichen täglichen Auflage von Zeitungen in der Schweiz.
Seit 2005 werden die Daten nach neuen Methoden erhoben, die auch die Tagespresse (kostenpflichtig und gratis) und die Sonntagspresse berücksichtigen, was den abrupten Anstieg der Auflagen ab diesem Datum erklärt. Bis 2008 wuchsen die Auflagen weiter, seither sind sie – mit Ausnahme von 2012 – jedes Jahr zurückgegangen.
Zwischen 1939 und 1986 legten die Gesamtauflage und die durchschnittliche tägliche Auflage kontinuierlich zu. Danach nahm die durchschnittliche tägliche Auflage ab, obwohl die Gesamtauflage bis 1994 weitgehend stabil blieb. Anschliessend gingen auch diese Werte tendenziell zurück, bis 2005 eine neue statistische Methode eingeführt wurde.
Weiterführende Informationen
Methodologie
Erfasst werden Zeitungen mit universellen Inhalten, die wöchentlich mindestens einmal unter einem eigenständigen Titel erscheinen (Einzeltitel, Kopfblätter sowie Splitausgaben).
Die Statistik wurde aufgrund der fortlaufenden Entwicklung der journalistischen Vertriebskanäle seit ihrer Einführung mehrfach revidiert.
- Die Jahre ab 1995 sind infolge einer veränderten Zählsystematik nicht direkt mit den Vorjahren vergleichbar.
- Seit 2005 werden auch die Tagespresse (verkauft oder gratis) und die Sonntagspresse im Sinne der vom Verband Schweizerischer Werbegesellschaften VSW-ASSP erstellten Typologie der Schweizer Presse berücksichtigt. Erhoben wird das Total der Titel (Zeitungen ohne Regionalausgaben) ohne erhöhte Auflagen. Dieses Vorgehen wurde 2015 eingeführt und rückwirkend bis ins Jahr 2005 angewandt. Ihm ist somit für Vergleiche mit den Jahren vor 2005 Rechnung zu tragen.
- Seit 2014 enthalten die aufgeführten Auflagenzahlen auch die Auflage der verkauften Replicas (ePaper).
Datenbasis aktuelle Entwicklung: Time Use Study („TUS“) der Mediapulse AG
Erhebung: Die Time Use Study der Mediapulse AG erfasst die Gestaltung des Tagesablaufes der Schweizer Bevölkerung und deren Mediennutzung mittels Befragung und knüpft somit dort an, wo die Medienstudie (1975–2000) und die Stichtagsbefragung (2001–2003) der SRG SSR im Jahr 2003 aufgehört haben.
Erhebungswellen: TUS 2006: Oktober 2006 – Januar 2007 und Wiederholung einiger Interviews im April/Mai 2007; TUS 2007/08: November 2007 – März 2008; TUS 2009/10: November 2009 – März 2010; TUS 2011/12: November 2011 – März 2012; TUS 2015/16: April – Juli 2015 ; TUS 2017/18 : September – Dezember 2017 und März – Juni 2018.
Grundgesamtheit: Sämtliche in Privathaushalten lebende Personen ab 12 Jahren in der Schweiz.
Stichprobe: Die Stichprobe umfasst 3000 Personen: 1‘200 aus der Deutschschweiz, 1‘000 aus der französischen Schweiz und 800 aus der italienischen Schweiz.
Konfidenzintervalle: Neu wird aufgrund der grossen Schwankungen der Lesezeit in der Grafik das Konfidenzintervall (95%) ausgewiesen; Interpretation: Zwei Werte unterscheiden sich dann statistisch signifikant voneinander, wenn sich die beiden zugehörigen Konfidenzintervalle nicht berühren.
Genauere Informationen zur Methodik sind im Jahresbericht von Mediapulse zu finden.
Datenbasis historische Entwicklung: Medienstudie des SRG SSR Forschungsdienstes
Erhebung: Die Medien- und Lokalradiostudie der SRG SSR dokumentiert für die Jahre 1975–2000 das Medienverhalten der Schweizer Bevölkerung für die verschiedenen Mediengattungen. Kern der Medienstudie ist ein Viertelstundenraster mit dem die Tagestätigkeiten und die Mediennutzung erfasst werden.
Grundgesamtheit: Sämtliche in Privathaushalten lebende Personen ab 15 Jahren in der Schweiz.
Stichprobe: Die Stichprobe umfasst für die Jahre 1975–2000 der Erhebung jeweils rund 24'000 Personen pro Jahr.
Weitere Entwicklung der Studie: Von 2001–2003 wurde die Medienstudie mit den Kernfragestellungen und einer Stichprobe von 6000 Personen unter dem Namen „Stichtagsbefragung“ zunächst weiter geführt. Im Jahr 2003 wurde die Studie eingestellt und von der Mediapulse AG im Jahre 2006 unter dem Namen Time Use Study („TUS“) wieder aufgenommen. Die Time Use Study, welche nebst der Mediennutzung auch weitere Tagestätigkeiten der Schweizer Bevölkerung erhebt, wird im Zweijahres-Rhythmus durchgeführt (Details siehe oben).
Achtung: Beschränkte Vergleichbarkeit der Ergebnisse ab 2001 mit denjenigen der Vorjahre aufgrund von Anpassungen in der Methodik.
Genauere Informationen zur Methodik sind im Jahresbericht von Mediapulse zu finden.
Links
WEMF AG
Die AG für Werbemedienforschung bietet auf Ihrer Internetseite Einblick in die wichtigsten Statistiken zur Presselandschaft Schweiz sowie zu Werbe- und Internetstatistiken:
Verband Schweizer Medien
Die Internetseite des Verbandes Schweizer Medien bietet unter anderem verschiedene Statistiken zur Entwicklung der Zeitungslandschaft, der Preisentwicklung im Pressesektor sowie zur medienökonomischen Situation in der Schweiz:
Mediapulse AG
Die Mediapulse AG (ehemals Forschungsdienst der SRG SSR idée suisse) bietet verschiedene Einzelstudien zu spezifischen Themen der Mediennutzung der Schweiz auf ihrer Internetseite an :
ESS
Site des Forschungsprojektes European Social Survey, eines EU-Forschungsprogramms, welches die Datenbasis für international vergleichende Longitudinal-Studien im Bereich der Sozialwissenschaften koordiniert und verwaltet:
Grundlagen und Erhebungen
Auflage
Anzahl Exemplare einer Zeitung, die je Ausgabe verkauft und/oder verteilt werden. Das Zählverfahren ist über eine Vereinbarung der Branchenverbände geregelt (vgl.
Reglement WEMF/SW Auflagebeglaubigung
Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet.
Durchschnittliche tägliche Auflage
Anzahl der Zeitungen, welche an einem Wochentag durchschnittlich verkauft werden (entsprechend fallen Zeitungen mit nur einer Ausgabe pro Woche weniger ins Gewicht als Tageszeitungen).
Beispiel für eine Gruppe aus einer Tageszeitung und einer Sonntagszeitung:
- Tageszeitung (70‘000*6/7=) 60‘000 Ex.
- Sonntagszeitung (140‘000*1/7=) 20‘000 Ex.
- Durchschnittliche tägliche Auflage: 80‘000 Ex.
Gesamtauflage
Summe der Auflage aller Zeitungstitel, unabhängig von der Zahl der Ausgaben pro Woche.
Beispiel für eine Gruppe aus einer Tageszeitung und einer Sonntagszeitung:
- Auflage Tageszeitung (mind. 4 x / Wo) je 70‘000 Ex.
- Auflage Sonntagszeitung 140‘000 Ex.
- Gesamtauflage: 210‘000 Ex. (pro Woche)
Kopfblatt/Splitausgabe
Von Hauptausgabe abweichende (regionale) Teilausgabe einer Gesamtausgabe. Beispiel: Appenzeller Zeitung (Kopfblatt des St. Galler Tagblattes).