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Stimmen Politiker auch tatsächlich so, wie sie sich in der Öffentlichkeit geben? Nicht immer, wie ein Artikel des «Tagesanzeigers» zeigt. Die Zeitung hat die Abstimmung in der ständerätlichen Rechtskommission zur «Ehe für alle» etwas genauer unter die Lupe genommen, denn: Eigentlich hätte die Vorlage elf Ja-Stimmen erhalten sollen, es waren aber nur sieben.
Eine der Personen, die nicht für die Vorlage gestimmt hat, ist die Urner Ständerätin Heidi Z'graggen. Dabei hat sie auf der Online-Wahlhilfe Smartvote gesagt, dass sie für die «Ehe für alle» ist. Auf Anfrage des «Tagesanzeigers» sagt Z'graggen, dass die «Ehe für alle» befürworte, sich jedoch in der Kommission enthalten habe, weil sie der Ansicht sei, dass die «Ehe für alle» eine Verfassungsänderung brauche.
Die damit einhergehende Volksabstimmung verzögere die Inkraftsetzung etwa um ein halbes Jahr, das sei verkraftbar, sagt die ehemalige Urner Regierungsrätin. Sie gehe davon aus, dass die Vorlage die Hürde des doppelten Ja von Volk und Kantonen schaffe, und sie werde sich persönlich dafür einsetzen, verspricht sie. Wenn die «Ehe für alle» im Dezember ins Ständeratsplenum kommt, werde sie dem Rat beantragen, die Verfassung anzupassen.
(red.)