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<h2>SubmittedText<h2><p>Kürzlich wurde die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten 2017-2024 (NCD-Strategie) veröffentlicht. Darin wird auch das Thema "Lebensphase Alter" aufgenommen und auf bedeutsame kritische Lebensereignisse (z. B. Ausscheiden aus dem Arbeitsleben, Verlust des Lebenspartners) in dieser Phase hingewiesen, welche ein Risiko für die physische und psychische Gesundheit darstellen können. Der Fokus ist hier auf "Prävention in der Gesundheitsversorgung" gerichtet. </p><p>Da beim Auftreten von psychischen Problemen oft versucht wird, diese mittels Psychopharmaka zu behandeln, habe ich hier folgende Fragen:</p><p>1. Wird in der Prävention auch darauf hingewiesen, dass Psychopharmaka zahlreiche und teilweise fatale Nebenwirkungen aufweisen?</p><p>2. Zeigt die Prävention auf, dass mit dem Einsatz von Psychopharmaka (auch Schlaf- und Beruhigungsmittel gehören dazu) das grundlegende Problem nicht gelöst werden kann und deshalb ein hohes Abhängigkeitspotenzial entsteht, da diese Mittel nur Symptome unterdrücken, was für die betroffene Person zu einer kurzfristigen Erleichterung führen kann, solange die Wirkung anhält? </p><p>3. Werden in der Prävention auch natürliche Mittel oder Massnahmen wie Umgebungswechsel oder Spaziergänge zur Überbrückung von kurzzeitigen psychischen Problemen (wie z. B. der Verlust des Partners) vorgeschlagen?</p><p>4. Werden in der Prävention auch Massnahmen vorgeschlagen, wie man älteren Leuten, die nicht mehr im normalen Arbeitsleben tätig sind, wieder ein Ziel gibt, eine Aufgabe, die sie bewältigen können und die ihnen wieder einen Sinn im Leben gibt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Im Rahmen der Nationalen Strategie Sucht 2017-2024 ist auch die Medikamentenabhängigkeit ein Thema. So wird beispielsweise die Website <a href="http://www.alterundsucht.ch">www.alterundsucht.ch</a> ausgebaut und bei Fachpersonen bekanntgemacht. Auch wird im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit bis Ende 2018 der Forschungsstand zu den Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Psychopharmaka untereinander wie auch mit Alkohol erhoben. Die gleichzeitige Einnahme von verschiedenen Medikamenten ist insbesondere bei älteren Menschen ein Risikofaktor. Die Ergebnisse dieser Studie dienen als Grundlage für Präventionsmassnahmen in der hausärztlichen Grundversorgung, einem Schwerpunkt der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie).</p><p>Psychopharmaka umfassen ein breites Spektrum von Präparaten, vom rezeptfreien Beruhigungsmittel über rezeptpflichtige Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Antipsychotika bis hin zu den Psychostimulanzien. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation Estermann 13.4113 festgehalten hat, gibt es für die Schweiz keine verlässlichen und aussagekräftigen Daten dazu, wie häufig es bei der Einnahme solcher Medikamente tatsächlich zu Problemen kommt. In den Fach- und Patienteninformationen zu den jeweiligen Präparaten sind die potenziellen Nebenwirkungen jedoch aufgeführt. Die verschreibenden Ärzte sind gehalten, ihre Patienten über die Therapie und deren Risiken aufzuklären. Die Überwachung der ärztlichen Verschreibungspraxis liegt in der Verantwortung der Kantone.</p><p>Die Frage, ob Psychopharmaka nur die Symptome unterdrücken oder die Krankheit heilen, muss je nach Krankheit und Wirkstoff gesondert betrachtet werden. Liegen etwa einer Erkrankung Stoffwechselstörungen im Gehirn zugrunde, so kann eine medikamentöse Therapie die Krankheitsursachen durchaus bekämpfen. Die Unterdrückung der Symptome kann aber auch die Voraussetzungen für nichtmedikamentöse Therapien (z. B. Psychotherapien) schaffen. Psychopharmaka werden deshalb in der Regel als Teil einer umfassenden therapeutischen Intervention eingesetzt.</p><p>3./4. Der Bund verstärkt gemeinsam mit den Partnern im Rahmen der Nationalen Gesundheitsstrategien seine Aktivitäten zur Förderung der Gesundheit älterer Menschen. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) unterstützt die Kantone darin, Aktionsprogramme zur Gesundheitsförderung und Prävention im Alter sowie zur Förderung der psychischen Gesundheit zu lancieren. Ab 2018 stehen zudem Projektmittel für Dritte bereit, um die körperliche und psychische Gesundheit (inkl. Früherkennung von suizidalen Krisen) im Alter zu fördern. Die Stiftung setzt damit einen zentralen Teil der Massnahmen des Berichtes "Psychische Gesundheit in der Schweiz. Bestandsaufnahme und Handlungsfelder" aus dem Jahr 2015 um. Die Aktivitäten zur Förderung der Bewegung und Teilhabe am sozialen Leben dienen dazu, die Lebensqualität und Autonomie der älteren Personen zu stärken. Eine frühzeitige Unterstützung bei Lebensübergängen und kritischen Lebensereignissen stärkt und verbessert die psychische Gesundheit älterer Menschen und leistet auch einen Beitrag zur Umsetzung des Aktionsplans zur Suizidprävention des Bundes.</p>  Antwort des Bundesrates.