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Ersatzpalast in Paris – Grand Palais Éphérmère
Ein futuristisches und zugleich vergängliches Gebäude mit einer beeindruckenden Holzskelettstruktur wird seit Anfang des Jahres im Schatten des Eiffelturms errichtet. Das Grand Palais Éphérmère ist eine riesige provisorische Ausstellungshalle, die auf der Champ-de-Mars entsteht und bis zu den Olympischen Spielen 2024 als Event- und Sportstätte genutzt wird.
Wie schon der Name verrät (éphérmère bedeutet so viel wie kurzlebig), soll das Gebäude das eigentliche Grand Palais Museum auf den Champs-Elysées während dessen Bauarbeiten ersetzen. Das historische Bauwerk muss nämlich dringend renoviert und modernisiert werden und übersiedelt während den Renovationsarbeiten bis zum Herbst 2024 in das 10’000 m2 grosse Provisorium.
Das Grand Palais Éphérmère wurde vom Architekten Jean-Michel Wilmotte geplant. Wilmotte legte bei der Planung des Provisoriums grosses Augenmerk auf die gesamte Umgebung. Ganz aus Fichtenholz gebaut, passt die geschwungene Doppelgewölbekonstruktion architektonisch ideal zu diesem Ort. Das Kreuzgewölbe ist einer Kathedrale würdig und zu 100 Prozent aus Holz gefertigt. Es wurden gut 1’500 m3 Holz verbaut, was einer Grössenordnung von zehn Sporthallen entspricht. Die beeindruckende Holzkonstruktion ist von einer lichtdurchlässigen EFTE-Membran umgeben.
Die Kosten für das Grand Palais Éphérmère belaufen sich auf 40 Mio. Euro und umfassen die Planung, den Bau, den technischen Betrieb und die Wartung des Gebäudes für vier Jahre sowie dessen Rückbau. Es lässt sich durchaus kritisch hinterfragen, ob es sinnvoll ist, einen solchen Betrag in ein temporäres Gebäude zu investieren.
Das Gebäude soll jedoch nach seiner Nutzung auf der Champs-de-Mars demontiert und anderswo wieder aufgebaut werden. Es besteht aus mehreren einzelnen Elementen, die in vielen unterschiedlichen Zusammensetzungen wiederverwertet werden können.
Zudem machen der Elementbau, der Einsatz von wiederverwendbaren Materialien und die Struktur des Gebäudes dieses zu einem Vorreiterprojekt in Punkto Umweltanforderungen der heutigen Zeit. Die geschwungene Form der Konstruktion hilft zudem dabei, die benötigte Masse des Holzes zu minimieren. Die EFTE-Membran als Hülle wirkt sich positiv auf Akustik, Wärmespeicherung und Klima in der Halle aus und verbraucht daher weniger Energie.
Mit Holz als Baustoff konnte man die Baustelle ferner ausserhalb von Paris vorbereiten und das Gebäude in Teilen anliefern, die dann vor Ort montiert wurden.
Alles in Allem also eine futuristische und zugleich vergängliche Baute, bei deren Planung und Montage nichts dem Zufall überlassen wird.