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Ausstellung
Jakob Oberholzer
Gedenkausstellung 150 Jahre Dr. h.c. Jakob Oberholzer (bleibt bis auf weiteres geschlossen)
667 fotografische Aufnahmen als Grundlage eines Lebenswerks
Jakob Oberholzer, als einfacher Bauernsohn geboren, ausgebildeter Sekundarlehrer, erlangte durch sein Lebenswerk die Ehrendoktorwürde. Wie unzählige Tagebücher belegen, widmete er sich unermüdlich der Geologie des Glarnerlands. Seine Aufzeichnungen haben noch heute wissenschaftliche Bedeutung. Nebst Tagebüchern, Skizzen, Manuskripten, der geologischen Karte des Kantons Glarus und dem jedermann bekannten Schulrelief hinterliess er auch hunderte von Gesteinsproben und eben so viele Fotografien, die seine Arbeiten belegen. Die gegen 3000 Objekte seines Nachlasses befinden sich im Archiv der Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Kantons Glarus.
Das fotografische Werk wird ab Juni 2012 zu seinem 150. Geburtstag in den Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Kantons Glarus im Rahmen einer Gedenkausstellung erstmals öffentlich zugänglich gemacht.
Dr. h.c. Jakob Oberholzer 09.10.1862 - 22.05.1939
Jakob Oberholzer wurde am 9. Oktober 1862 in Oberhofen bei Turbenthal (ZH) als Sohn eines einfachen Bauern geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern begann für den damals Zehnjährigen eine strenge Zeit als Verdingkind.
Ausgebildet zum Sekundarlehrer zog er 1887 nach Glarus, wo er bis 1932 an der Höheren Stadtschule vornehmlich Mathematik und Biologie lehrte. Lange Jahre gehörte er der glarnerischen Naturschutzkommission an und betreute gleichzeitig als Konservator von 1882 bis 1932 die Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Kantons Glarus. Neben seinem Beruf widmete sich Jakob Oberholzer begeistert der geologischen Aufnahme der Glarner Alpen. Im Winter 1893/94 lernte er den Geologen Albert Heim, Professor der Alpenmorphologie an der ETH und Universität Zürich, kennen. In ihm fand er einen ausgezeichneten Lehrmeister und Freund. Zusammen mit Albert Heim begann er 1900 mit der geologischen Kartierung des Blattes Linthal 1:50'000, aus welcher 1910 die "geologische Karte der Glarneralpen" hervorging. Weitere Projekte folgten. 1933 erschien sein Lebenswerk "Die Geologie der Glarneralpen", ein fast tausendseitiges Werk, bestehend aus einem Text und einem Tafelband.
Jakob Oberholzer war ein begeisterter Fotograf. Seine Fotos vermitteln noch heute informative Einblicke ins Glarnerland des letzten Jahrhunderts. Die Fototechnik diente ihm auch zur Bearbeitung seiner geologischen Feldarbeiten. Gewissenhaft und genau übertrug er seine Handzeichnungen und Feldbucheintragungen in die neue geologische Karte des Kantons Glarus, ein weiteres grosses Projekt. Die Reinzeichnung der Karte konnte er am 13. März 1939 der Schweizerischen Geologischen Kommission zur Drucklegung einreichen. Leider verstarb Jakob Oberholzer am 22. Mai 1939, nur wenige Wochen nach Ablieferung der Reinzeichnung.
Der gesamte Nachlass Jakob Oberholzers wurde den Naturwissenschaftlichen Sammlungen zur Betreuung übergeben, wo er sich noch heute befindet. Etwa ein Dutzend seiner Briefe an Kollegen aus seinem Fachgebiet und die Abschriften dreier seiner Tagebücher befinden sich in der ETH-Biblitothek in Zürich. Sein wissenschaftlicher Nachlass umfasst etwa 2800 Objekte. Darunter befinden sich 667 Glasnegative, welche als Grundlage seines Werks dienten.