Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03486.jsonl.gz/2698

Hallo
Der neuralgische Punkt liegt hier nicht bei den technischen Möglichkeiten von Adobe InDesign, das Problem ist viel mehr das Handhaben von ICC-Profilen im medienneutralen Workflow. Als erstes muss erwähnt werden, dass eine Modusänderung von RGB/LAB nach CMYK keine Farbseparation darstellt, wie Sie es bezeichnet haben. Eine Separation meint ein physikalisches Zerlegen der vorhandenen Farbkanäle in einzelne Platten. Was Sie hingegen meinen ist eine Farbraumtransformation. Irrtümlicherweise wird in den meisten Fällen eine Separation mit einer Farbraumtransformation verwechselt.
Nun zu Ihrer eigentlichen Frage: Prinzipiell ist es sehr wohl möglich, RGB- und CMYK-Elemente im selben Dokument zu haben und diese korrekt auszugeben. Zur genauen Erklärung stellen wir uns folgendes Layout vor: In einem Layout wurden sämtliche Bilder als RGB-Bilder platziert. Als ICC-Profil für die Bilder wurde das ECI-RGB gewählt. Alle Vektorelemente, wie zum Beispiel Firmenlogos wurden hingegen in InDesign in CMYK gesetzt oder als CMYK importiert. Als ICC-Profil für die CMYK-Objekte wurde das Euroscale Coated v2 gewählt. (die Beschriebenen ICC-Profile dienen lediglich als Beispiel.) Das Wichtigste ist nun, dass das Farbmanagement in InDesign die identischen Arbeitsfarbräume aufweist, wie die in InDesign platzierten Objekte, also ECI-RGB und Euroscale Coated v2. Wenn das nicht stimmt, dann wird eine korrekte Farbraumtransformation in den Zielfarbraum nicht mehr möglich sein!
Wenn die Arbeitsfarbräume mit den im Dokument vorhandenen Profilen kongruent sind, kommt das nächste Problem: Platzierte EPS- und PDF-Dateien lassen sich nur via PDF-Direktexport oder PostScript-Farbmanagement im Druckdialog korrekt in den Zielfarbraum transformieren. Da das PostScript-Farbmanagement jedoch eine höchst komplexe Vorgehensweise darstellt, sollte dies nur dann verwendet werden, wenn viel KnowHow besteht.
Der PDF-Export stellt eine einfache und effiziente Methode zur Farbraumtransformation dar. Hier kann angegeben werden, in welchen Zielfarbraum transformiert werden soll. InDesign bezieht die Referenzen von den definierten Farbeinstellungen bzw. von den importierten Bildern und Logos, sofern diese andere ICC-Profile aufweisen als in den Farbeinstellungen definiert wurde. InDesign lässt einem nämlich beim Import von TIFF-Bildern die Wahl, ob die im Bild eingebetteten Profile oder diejenigen der Farbeinstellungen in InDesign als Quellprofile dienen sollen.
Wenn dies alles korrekt definiert wurde, ist das Resultat eine absolut korrekte Farbraumtransformation in den Zielfarbraum! Eine weitere Möglichkeit könnte indessen das Verwenden des PlugIns Supercolor von Heidelberg sein. Damit lassen sich auf PDF-Basis Farben Transformieren und sogar mappen!
In Zusammenarbeit mit dem Publisher finden übrigens demnächst Seminare über medienneutrales Arbeiten im Adobe-Workflow statt: ww.publisher.ch
Herzliche Grüsse
Michel Mayerle http://www.ulrich-media.ch
Attraktive Schulungen unter http://www.media.college.ch
als Antwort auf: [#47069]