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Sie lagen Ende September 1998 bei rund US$ 10 pro Pfund für Uran mit Handelsbeschränkungen. Für Uran ohne Handelsbeschränkungen in Europa und in den USA wurde auf dem Markt rund US$ 1 pro Pfund mehr bezahlt. Ein grosser Teil des in den westlichen Kernkraftwerken verbrauchten Urans stammt aus der Abrüstung überflüssig gewordener russischer Kernwaffen (Abrüstungsverträge Russland/USA). Nur etwas mehr als die Hälfte des von der westlichen Welt benötigten Urans wird direkt aus den Uranminen geliefert. Verzögerungen bei der Umsetzung der Abrüstungsverträge könnten sich somit kurzfristig auf die Marktpreise für Uran auswirken.
Die Brennstoffversorgung des Kernkraftwerks Beznau (KKB) war gemäss NOK-Geschäftsbericht schon immer eher langfristig ausgerichtet. Angesichts der bestehenden Marktunsicherheiten besteht kein Grund zur Änderung dieser Strategie. Die Versorgung mit Uran und Plutonium aus der Wiederaufarbeitung ist bis ins Jahr 2010 sichergestellt.
Ein Teil der genannten Brennstoffversorgung wird mit 36 Mox-Brennelementen (Uran-Plutonium-Mischoxid-Brennelementen) erfolgen, für deren Fertigung kürzlich Verträge mit spezialisierten Lieferanten abgeschlossen wurden. Mit dem Einsatz dieser 36 Mox-Brennelemente kann im nächsten Geschäftsjahr sämtliches Plutonium, das aus der Wiederaufarbeitung der bestrahlten Brennelemente des KKB in La Hague anfällt, rezykliert werden.
Die Wiederaufarbeitungsanlagen in England und Frankreich konnten Fortschritte bei der Volumenreduktion von Abfällen, welche an die Kunden zurückgegeben werden, erzielen. Mit der Compagnie Générale des Matières Nucléaires (Cogema) wurde eine Vereinbarung über die Kompaktierung der technologischen Abfälle getroffen. Die Kompaktierungsanlage ist im Bau und wird im Jahr 2000 den Betrieb aufnehmen.
Auch mit British Nuclear Fuels plc (BNFL) wird über eine weitgehende Standardisierung der Abfallgebinde, welche die Kunden zurücknehmen müssen, verhandelt. Da vorerst eine Genehmigung durch die britische und die schweizerische Regierung erforderlich ist, sind diese Verhandlungen noch nicht so weit fortgeschritten wie diejenigen mit der Cogema.
Sowohl die Abfallkompaktierung als auch die Standardisierung der Abfallgebinde sind für die NOK wichtige Vorhaben. Damit lässt sich die Anzahl der Abfallrücktransporte in der Schweiz reduzieren und die Nutzung der Zwischenlager Zwilag und Zwibez optimieren.
Quelle
Geschäftsbericht 1997/98 der NOK