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An der Lenzgasse in Basel befindet sich ein bestehendes Wohnhaus aus den 1910er-Jahren, welches die Auftraggeberin an ihre Tochter und deren Familie übergeben wollte. Im Sinne des generationenübergreifenden Wohnens soll im südlichen Teil ein kleines zweigeschossiges Gebäude, mit einem auf die Bedürfnisse der alleinstehenden Bauherrin zugeschnittenen Raumprogramms, entstehen. Als verbindenden Element spannt sich ein gemeinschaftlich genutzter Garten zwischen den beiden Gebäuden auf.
Das kleine Haus, errichtet auf einer Parzelle eines bestehenden Arbeiterhauses mit Nutzungsreserve, stellt prinzipiell ein Hinterhaus dar, welches aufgrund der gesetzlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen eng mit dem Bestand verknüpft wurde. Wärme, Wasser und Strom werden vom Altbau her bezogen, der im Zuge der Neubauplanung von der überalterten Gasheizung befreit und mit einer – für beide Gebäudevolumen ausreichenden – Luft-Wasserwärmepumpe ausgestattet wurde. Die Neubauvolumetrie zeichnet die bestehende Parzellenform im Grundsatz nach und besetzt die schattige Fläche des Gartens. Ähnlich einem Scharnier ergänzt der Neubau die gegenüberliegende Häuserzeile mit dem bestehenden Altbau.
Trotz des geringen Bauvolumens eröffnet sich im Innern eine grossräumige Welt, die durch eine fliessende Raumsequenz und einer gezielten Ausrichtung der Öffnungen, viel Platz und lichtdurchflutete Räume bietet.
In den Wohnräumen sind standardisierte französische Fenster zu grossen Öffnungen addiert, durch die sich die dahinter liegenden Räume in Loggien verwandeln lassen und das Wohngefühl eines Pavillons vermitteln können. Durch die fliessenden Raumabfolgen, einer Raumhöhe von 3.00m im Licht und den jeweilig grossflächig öffenbaren Fensterflächen, entsteht ein – in der Grundfläche – sehr kompakter Wohnraum der in der Wahrnehmung um vieles grösser erscheint, die komplexe Parzellengeometrie abbildet und
angenehme Raumproportionen erzeugt. Die zusammenhängenden Raumabfolgen werden durch den eingestellten Gebäudekern mit Nasszellen und Haustechnik gegliedert.
Die Oberflächen sind auf das einfachste reduziert. Die raumseitige Oberflächenbeschaffenheit der Wände und Decken, bestehen aus 27mm starken Dreischichtplatten aus Fichte und sind wie der zementöse Terrazzoboden optisch roh belassen. In den Nasszellen bilden grossflächige Eternitfassadenplatten den schützenden Wandspiegel. Die Wahl nach einer reduzierten Materialsprache hatte zwei wesentliche Grundlagen. Auf der einen Seite die Vorgaben des eng gesteckten Kostenrahmens einhalten zu können, auf der anderen Seite die Möglichkeit zu schaffen, Veränderungen bei Bedarf durch den Bewohner vornehmen zu können.
Zu diesem Zweck wurden die statischen Grundlagen so dimensioniert, dass das gebaute Volumen bei Bedarf um ein zusätzliches Stockwerk erweitert und das Raumprogramm ergänzt werden kann. Das Haus hat keinen Keller, sondern lediglich eine Ortbetonplatte, auf Welcher die vorfabrizierten Holzelemente gestellt wurden. Dadurch konnte die Ausführungszeit deutlich verkürzt, die Präzision in der Ausführungsplanung merklich erhöht und das schlussendlich erlebbare Raumklima durch die natürliche Materialisierung angenehm gestaltet werden. Die hinterlüfteten Welleternitplatten bilden die kostengünstige, dauerhafte aber auch veränderliche Gebäudehaut, die durch den wechselhaften Lichteinfall eine lebendige Oberfläche erzeugen. Der geschliffene Betonelementsockel ermöglicht eine konstruktiv widerstandsfähige Ausführung die zeitgleich eine materielle Wertigkeit erzeugt.
Text: Cueni Architekten
© Eleni Kougionis
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