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Zwölf Jahre nach dem Einstieg in die Sportwagen-WM und vier Jahre nach dem Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans 1989 wagte Peter Sauber den Sprung in die Königsklasse des Motorsports. Am 14. März 1993 nahmen beim Grand Prix von Südafrika in Kyalami erstmals zwei Autos von Sauber Motorsport in der Formel 1 Aufstellung. Mit dem 5. Platz des Finnen JJ Lehto im Sauber C12 verlief das Debüt äusserst erfolgreich.
Zehn Jahre später suchte der heute 72-jährige Peter Sauber nach einem Weg, sein Lebenswerk in gute Hände zu übergeben. Im Juni 2005 verkündete BMW schliesslich die Übernahme von Mehrheitsanteilen am Sauber-Team. Das dritte Jahr des neuen Rennstalls, für den Peter Sauber damals in beratender Funktion tätig war, wurde zum erfolgreichsten: Der 2001 begonnene Bau eines Hightech-Zentrums in Hinwil wurde abgeschlossen, und beim Grand Prix von Kanada in Montreal 2008 resultierte der einzige Formel-1-Sieg: Robert Kubica gewann vor Teamkollege Nick Heidfeld.
Ende Juli 2009 wurde Peter Sauber jedoch jäh aus seinem “Ruhestand” gerissen; BMW verkündete überraschend seinen Ausstieg aus der Formel 1. Mit dem Rückkauf des Teams rettete der “Schweizer des Jahres 2005” rund 260 Jobs in Hinwil sowie 150 Arbeitsstellen bei Zulieferern – und der Schweiz “ihr” Formel-1-Team. “Hätte ich das Team nicht zurückgekauft, würde es nicht mehr existieren”, so der Zürcher, der im Oktober 2012 die Teamleitung an die Österreicherin Monisha Kaltenborn übergeben hat.
Mittlerweile bestreitet Sauber seine 23. Saison in der Königsklasse des Motorsports – länger dabei sind lediglich Ferrari, McLaren und Williams. In dieser Zeit feierte die Hinwiler Equipe neben dem Triumph Kubicas in Kanada vor sieben Jahren 26 weitere Podestplätze: Erstmals in Monza 1995 dank des drittplatzierten Deutschen Heinz-Harald Frentzen, letztmals 2012 in Suzuka wegen des Japaners Kamui Kobayashi, der bei seinem Heim-GP ebenfalls Dritter wurde. In den Erinnerungen der Fans präsenter als die letzte Teilnahme Saubers an einer Siegerehrung ist das vergangene WM-Jahr, das für den Schweizer Rennstall ohne einen einzigen Punktgewinn zum mit Abstand schlechtesten in der Teamgeschichte wurde.
Dreimal nicht am Start
In dieser Woche ist das Sauber-Team, für das seit 1993 bislang 27 Fahrer aus 14 Nationen zum Einsatz gekommen sind, zum bereits 400. Mal an einen Grand Prix gereist. Am Sonntag, wenn sich Lewis Hamilton in Texas vorzeitig zum dritten Mal den WM-Titel sichern kann, wird Sauber jedoch “erst” sein 397. Formel-1-Rennen bestreiten. Dreimal nahm Sauber aus verschiedenen Gründen nicht am Höhepunkt eines GP-Wochenendes teil: 1994 in Monte Carlo nach einem schweren Unfall des Österreichers Karl Wendlinger im freien Training, 2000 in São Paulo nach Heckflügelbrüchen in den Trainings und 2005 in Indianapolis, als die mit Michelin-Reifen ausgerüsteten Teams wie Sauber aus Sicherheitsgründen nach der Installationsrunde an die Boxen zurückkehrten und auf einen Start verzichteten.
(SI)