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Das Schawuot-Fest beginnt genau 50 Tage – 7 Wochen und ein Tag – nach Pessach.
Schawuot hat zusätzliche Namen wie “Erntefest” , “Fest der Erstlingfrüchte” und schliesslich das “Fest des Gebens der Tora”. Der letzte Name (Fest des Gebens der Tora) stammt nicht aus der Tora. Es ist ein Name, den die jüdischen Gelehrten dem Schawuot Fest nachträglich gegeben haben.
Das heisst, gemäss der Tora selber ist Schawuot ein Erntefest, gemäss den Weisen aber wurde es vor allem als Fest gefeiert, an welchem die Tora erhalten wurde. Der Grund dafür ist, dass fast alle jüdischen Festtage ursprünglich “Naturfeste” waren, die den jüdischen Menschen durch die Stationen im natürlichen Jahreszyklus begleiten: Damit wird das Bewusstsein der menschlichen Abhängigkeit von G”tt betont und eine Gelegenheit gegeben, Lob und Dankbarkeit auszudrücken. Die jüdischen Feste dienen somit vor allem dazu, die Beziehung zu G”tt zu stärken und diese vermehrt ins Bewusstsein zu rufen. Die historischen Aspekte rückten erst dann in den Mittelpunkt , als die landwirtschaftlichen Aspekte der Feiertage in der Entwicklung des jüdischen Volkes immer mehr in den Hintergrund geschoben wurden.
Wie bei allen jüdischen Festen, wird auch Schawuot durch verschiedene traditionelle Bräuche bereichert. Am bekanntesten ist das Essen von Milchprodukten, was in fast jeder Familie mit dem Essen von Käsekuchen gekennzeichnet wird. Synagogen werden mit Blumen oder Weizenähren geschmückt, entsprechend der Zelebrierung der neuen Ernte. Ein weit verbreiteter Brauch ist das Lernen von Tora durch die ganze Nacht hindurch bis zum Morgengebet. Im Gegensatz zu den verschiedenen Formen von Lernen und Studieren, ist das Tora-Lernen nicht nur Mittel zum Zweck, sondern steht als unabhängiges Ziel und als Form der Kommunikation mit G”tt da, wie Rabbiner Adin Steinsaltz unter dem Titel “Curious Jews” sehr schön beschreibt.
Im Zusammenhang mit dem Erntefest und des Erhaltens der Tora wird am Schawuot auch das Buch Ruth ( “Megillat Ruth” ) gelesen: Es erzählt von der Moabiterin Ruth, die aus Zuneigung zur Schwiegermutter Nomi zum Judentum übertritt. Ihren zukünftigen Mann, Boaz, lernt sie kennen, als sie bei ihm auf dem Felde Ähren aufliest. Der Urenkel der beiden ist David – König Israels.