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An-Nuri-Moschee in Mossul wird wieder aufgebaut und vergrössert
Sie ziert die irakische 10‘000-Dinar-Note: die An-Nuri-Moschee von Mosul. Im Rahmen eines grossangelegten Instandsetzungsprojektes der Stadt soll das vom IS grösstenteils zerstörte Wahrzeichen wieder aufgebaut werden. Das Minarett wird auch „der schiefe Turm von Mossul“ genannt.
Quelle: American colony photographers, matpc.16206, Library of Congress, gemeinfrei
Die Altstadt von Mossul um 1932: Das rund 45 Meter hohe Minarett der An-Nuri-Moschee (rechts im Bild), links ein jesidischer Schrein.
Quelle: American colony photographers, cph.3a03715, Library of Congress, gemeinfrei
Mossuls schiefer Turm: das Minarett der An-Nuri-Moschee. (Aufnahme von 1932.)
Quelle: Faisal Jeber, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Das Minarett der An-Nuri-Moschee im 2013, ein Jahr, bevor es der IS zu zerstören versuchte.
Das Minarett der An-Nuri-Moschee in Mosul geriet bereits kurz nach seiner Fertigstellung Ende des 12. Jahrhunderts in Schieflage. Die Ursache dafür liegt der Legende nach darin, dass es sich gebogen hat, als Mohammed bei seiner Himmelfahrt darüber hinweg flog. Es gibt auch eine christliche Version: Der Turm soll sich in Richtung des Grabes der Jungfrau Maria geneigt haben. Allerdings dürfte die Krümmung wohl eher auf die Bauweise und Ziegelsteine zurückzuführen sein.
"Der schiefe Turm von Mossul“ hat die Jahrhunderte überdauert, jedoch nur knapp: Der IS hatte die Moschee 2017 in der Schlacht um Mossul zu einem grossen Teil dem Erdboden gleich gemacht - ebenso wie zahlreiche weitere Architektur- und Kulturschätze der Stadt. Dies nur wenige Jahre nachdem die Dschihadisten das Minarett schon einmal zu zerstören versucht hatten, weil es ihrer Auslegung des Islam widersprach. Anwohner hinderten die Kämpfer damals mit einer Menschenkette daran.
Initiative „Revive the Spirit of Mosul“
Kurz nach der Befreeiung Mossuls startete die Unesco 2018 ein ambitioniertes Hilfsprojekt: die Initiative „Revive the Spirit of Mosul“. Sie hat unter anderem zum Ziel, Baudenkmäler und Wahrzeichen der Stadt wieder herzustellen. Darunter sind auch – nebst zwei Kirchen – die An-Nuri-Moschee und ihr Minarett. Das Projekt, das bis 2024 realisiert sein soll, stammt von den ägyptischen ADD Architects. Sie gewannen den den Architekturwettbewerb, den die Unesco für die religiöse Stätte zusammen mit dem irakischen Kulturministerium und der Eigentümerin, der sunnitischen Waqf, ausgeschrieben hatte.
Video der Unesco zum Pojekt.
Mit der neu alten Moschee beleben die Architekten nicht nur das Gotteshaus wieder, indem sie die Gebetshalle neu bauen und zusätzliche Frauen- und VIP-Bereiche für Gläubige schaffen, sondern auch einen Begegnungsort für die Altstadt. Dazu haben sie den Komplex über fünf Zugänge über die umgebenden Hauptstrassen für die Öffentlichkeit erschlossen. Zudem sollen Innenhöfe und Wasserspiele zum Verweilen einladen udn gleichzeitig Schatten und Kühlung spenden.
Ruinen vom Gebetssaal aus dem 12. Jahrhundert
Die Ruinen des Gebetssaals aus dem 12. Jahrhundert wollen die Architekten erhalten und in den Komplex integrieren. Man soll sie besuchen können, ohne dass dabei die Gottesdienste im Innern gestört werden. Für den Bau sollen sollen so viele Überreste und Bauteile wie möglich wieder verwertet werden.
Mittlerweile stehen die definitiven Entwürfe, wie die Unesco dieser Tage mitteilte; Sie werden in einer Ausstellung der Bevölkerung präsentiert. Letztere spielte auch bei der Planung eine Rolle, indem sie sich im Rahmen von Workshops beteiligen und ihre Wünsche einbringen konnte. Khaled El-Deeb von ADD Architects sagte gegenüber dem Newsportal architecturedigest.com über das Projekt: „Wir wollten mit dem Projekt dem Viertel nicht unseren Stempel aufdrücken, sondern es in seinen städtischen Kontext einbetten.“
Quelle: ADD Architects
Für ihr Projekt griffen die ADD Architekt unter anderem auf die Architekturtraditionen von Mossul zurück.
Quelle: ADD Architects
Die An-Nuri-Moschee von Aussen.
Quelle: ADD Architects
Die gesamte geplante Anlage aus der Vogelperspektive.
Quelle: ADD Architects
DIe Anlage soll sowohl ein Ort der Einkehr als auch ein Ort der Begegnung für die Anwohner sein.