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Kein einziger Punkt: ein niederschmetterndes Ergebnis für die Schweizer Kandidaten beim Halbfinale des Eurovision Song Contests in Istanbul.
Mit dem Titel "Celebrate" kamen Piero und seine MusicStars, allesamt
aus einer Castingshow hervorgegangen, auf den letzten, den 22. Platz.
In dem erstmals ausgetragenen Halbfinale am Mittwochabend kamen zehn der 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Finale. Ausgeschieden ist die Schweiz, die für den Song "Celebrate" von Piero Esteriore & The Music Stars nicht eine einzige Stimme bekam.
Eine Reihenfolge der Platzierungen im Halbfinale wurde nicht bekanntgegeben, um den Endkampf nicht zu beeinflussen. Statt dessen wurden nur die zehn Länder genannt, die genügend Anrufe oder SMS fürs Finale bekamen.
Neben Malta sind dies noch Serbien-Montenegro, die Niederlande, Albanien, die Ukraine, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Griechenland und Zypern.
Ausgeschieden sind neben der Schweiz auch Finnland, Weissrussland, Lettland, Israel, Andorra, Portugal, Monaco, Litauen, Slowenien, Estland und Dänemark.
Wer zahlt nimmt teil
Nicht ins Halbfinale mussten 14 Teilnehmerländer, die automatisch für den Schlusswettbewerb am Samstag qualifiziert waren.
Dabei handelt es sich um den Gastgeber Türkei, die grössten Beitragszahler Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Spanien sowie die neun nach der Türkei erfolgreichsten Länder aus dem Vorjahr: Belgien, Russland, Norwegen, Schweden, Österreich, Polen, Island, Rumänien und Irland.
Die österreichische Boygroup "Tie Break" will ihr Lied als einzige im Finale deutsch singen.
Schweiz schaut zu
Wegen des banalen Textes und der simplen Melodie wurden Pieros Song "Celebrate" schon im Vorfeld kaum Chancen auf einen guten Platz eingeräumt. Der gebürtige Sizilianer setzte daraufhin auf eine neue Choreographie und seinen italienischen Charme, wie er in Interviews sagte.
Die TV-Zuschauer sahen das nun offenbar ähnlich. Die Schweizer konnten sich nicht unter den ersten zehn platzieren.
Seit 1997 nämlich waren Schweizer Beiträge nie mehr unter den 20 Besten. Obwohl die Schweizer Zeitschrift "Glückspost" Piero aufs Titelbild setzte und etliche Journalisten die "energische Performance" von Pieros Truppe Tina, Sabrina, Sergio und Damian lobte, blieb die Schweiz einmal mehr chancenlos.
Beobachter bemängeln auch das unprofessionelle Auftreten der Schweizer Vertretung. Einmal schlug sich der Sänger das Mikrofon hörbar an die Zähne. Dann mussten die Techniker den Sound leiser stellen, drehten aber dafür die ausser Atem scheinenden Backgroundsängerinnen lauter. Live ist eben live.
Eine halbe Million und ein Promi irrten sich
Der Schweizer Beitrag für Istanbul wurde anlässlich einer Ausscheidungsgala in Genf, die im TV übertragen wurde, durch die Zuschauerinnen und Zuschauer bestimmt. Insgesamt beteiligten sich über eine halbe Million mittels Telefon an der Wahl.
Für den Schweizer Sänger und Schauspieler Michael von der Heide war es keine Überraschung, dass Pieros Lied gewann. "Es ist der klassische Happy-Song, der die breite Masse anspricht", sagte er damals gegenüber dem "SonntagsBlick".
Von der Heide war überzeugt, dass "Celebrate" auch internationalen Erfolg haben wird. Auch Prominente können sich irren.
12 Einzelkünstler und Gruppen machten insgesamt beim Schweizer Final mit. Piero und seine vier Background-Sänger aus der ersten Schweizer Castingshow "MusicStar" müssen nun die Entscheidung in Istanbul am Samstag als Zuschauer verfolgen.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die Schweiz gewann 1956 mit Lys Assia und 1988 mit Celine Dion den Eurovision Song Contest.Infobox Ende