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“Der Barbet ist kein Spaniel, viel mehr ein Griffon, dessen Herkunft Gegenstand von Diskussionen war…“ nach M. Dhers für das Magazin ‚Chasseur Français‘ geschrieben im Jahr 1933.
Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich beim Pudel um einen Nachkommen des Barbet. Schliesslich hatte Linné (der Schwedische Naturforscher Linnaeus, 1707-1778) den Namen “canis aquaticus” dem Barbet und nicht dem Pudel zugeordnet.
Der Barbet stellt bereits historisch gesehen ein Objekt der kontroversen Diskussion in der Hundewelt dar und wird dies in Zukunft wohl auch noch bleiben.
Der Pudel ist ein hochentwickelter, eleganter Hund mit einem eigenen Standard. Mit Sicherheit handelt es sich um einen Nachkommen des Barbet, der jedoch mit einer anderen Absicht gezüchtet worden ist, nämlich zur Vornehmheit und Eleganz.
Beim Barbet handelt es sich um einen Griffon, der von der FCI als anerkannte Hunderasse aus Frankreich wegen seiner auffallenden Begabung als Schwimmer von der FCI Gruppe 7 in die FCI Gruppe 8 eingeteilt worden ist. Daher muss er ein rustikaler, vielseitiger Hund bleiben, der aus dem Wasser apportieren kann und für die Jagd an Land geeignet ist, sofern er dafür ausgebildet wird. Der Barbet zeichnet sich ebenfalls in Flinkheit aus und ist ein sehr intelligenter Hund der über eine rasche Auffassungsgabe verfügt. Der Barbet ist ebenfalls ein liebvoller, entzückender Begleiter, der Auslauf und Beschäftigung benötigt. Er ist ein Mitglied der Familie!
Warum ein “authentic” Barbet?
Mit dem umgestalteten Logo, wird der Phänotyp bzw. das Erscheinungsbild des Vieux Barbet aus den 30er Jahren, wie es in vielen Büchern und auf Fotos dokumentiert ist, dargestellt.
Solange noch bei Einigen das Blut des Barbet in den Adern fliesst, werden wir uns weiterhin bemühen an der Morphologie, der natürlichen Begabung (apportieren und jagen), dem Charakter, der Gesundheit, der Farbenvielfalt, was den Barbet speziell macht, als rustikales, gesundes Tier festzuhalten. Der Barbet soll jenen Hund verkörpern, wie er zur Wende des 20. Jahrhunderts und fast gänzlich während des gesamten 20. Jahrhunderts dokumentiert worden ist, bevor radikale Veränderungen an der Rasse, dem Erscheinungsbild und dem Standard vorgenommen worden sind.
Als Erinnerung sei zu erwähnen, dass es damals noch keine DNA-Analyse (In Speichel oder Blut wird ein molekularbiologisches Verfahren gemacht, um die Eltern zu bestätigen) gab, doch allein mit einem Blick auf den Hund, wusste man welcher Rasse er angehört und sogar, um welche Zuchtstätte es sich handelte. Die Barbets, nicht FCI-registriert, hatten ein Erscheinungsbild eines reinrassigen Hundes und wurden als „Titre Initial“ registriert, nachdem sie von einem FCI-Richter betrachtet worden waren. Ihre Abstammung kann durch deren Eigentümer zurückverfolgt werden.
Wie wollen wir unsere Ziele erreichen? Durch die Auswahl von Nachkommen der Hunde von Frau Pêtre und denen ihres Vaters, die noch möglichst viel Barbet Blut vorweisen können. Die Barbets, welche bis anhin für die Fortpflanzung ausgewählt worden sind, zeigen eine grosse Ähnlichkeit zu den alten Linien und sind daher vielversprechend für die Zukunft der Barbets. Offene Kommunikation über die richtigen Stammbäume von unseren Hunden ist wichtig.
Zusammen wollen wir das Ziel erreichen das Überleben dieser wunderbaren französischen Rasse sicherzustellen.
Nachfolgend fassen wir kurz die Geschichte der Barbet von 1891 bis 1970 zusammen, als Frau Pêtre, die Tochter von Dr. Vincenti, einen Barbet geschenkt bekam und sich entschied mit der Züchtung erneut zu beginnen.
Der Standard wurde 1891 durch J. de Coninck, Präsident der ‘Société Havraise pour l’Amélioration des Races de Chiens’ festgelegt. Er war der Ansicht, dass der Barbet eher ein Wasserhund als ein Vorstehhund sei. Der Barbet gehörte bis 1986 der FCI/SCC (Société Central Canine) Gruppe 7 an, zusammen mit dem Griffon Korthal, von welchen er einer der Gründerväter mit den Griffon Boulet war. Er wirkte auch bei der Entstehung der Berger de Beauce mit, zusammen mit dem Briard und dem Pudel.
1920-1930: Le Houelleur
Herr Le Houelleur, ein SCC Richter und Jäger, entschied sich zum Kauf eines Barbet und nahm ihn mit zur Jagd in verschiedenen Gebieten Frankreichs, wo er wohnte und durchreiste. Er hatte bereits Barbet bei der Arbeit in der Somme, im Norden Frankreichs, in Loiret, dem Causses Gebiet beobachtet und hatte gesehen, wie rasch sie sich der Umgebung anpassten. Er wurde ein Züchter. Sein Zwingername war Floirac, wie die Heimatstadt in der seine Familie lebte und auch heute noch ansässig ist. Die Stadt befindet sich in der Dordogne, wo seine Familie bis zum heutigen Tage Ferien und die Sommermonate verbringt.
1930-1940: Le Houelleur/ Dr. Vincenti
Der Zwingername ” Mas de la Chapelle”, wurde 1933 beim SCC durch Dr. Vincenti registriert. Die beiden Hunde, welche als Fundament dienten, waren Hourie de Floirac und Iff de Floirac von Herrn Le Houelleur.
Hourie de Floirac: Geb. 15/8/33 von Beseff de Floirac und Piram ( Barbet, der von einem Zwinger in der Gegend der Somme in Frankreich stammt)
46cm/ 20kg/weisses Fell mit schwarz, wolliges Haar.
Eigenschaften: bemerkenswert guter Jäger, geborener Apportierhund, sehr intelligent, ausserordentliche Figur.
Iff de Floirac: Geb. 6/3/ 34 von Beseff de Floirac und Piram
55.5 cm/wolliges Fell, schwarzer Kopf, weisser Schnauz, gute Nase, sehr anhänglich
Mängel: manchmal etwas dickköpfig, zu gross, zu ansehlich, zu vornehm
Diese beiden Barbets hatten 3 Würfe. Joyeuse wurde in einem dieser Würfe geboren. 39 Welpen wurden in der Mas de la Chapelle geboren.
Joyeuse du Mas de la Chapelle: Geb. 7/3/35
48.5cm/20.4kg/wolliges Fell/ weiss mit schwarz auf der Kruppe/sehr intelligent, lebenslustig/ausdehnend/ ein idealer Barbet/ das einzige Problem könnte sein, dass ihr Kopf nicht genug rund ist. Bei Joyeuse handelt es sich um den wahrscheinlich bekanntesten Barbet der damaligen Zeit, da sie an vielen Hundeausstellungen gezeigt wurde.
Dr. Vincenti schrieb peinlich genaue Aufzeichnungen über jeden seiner Hunde in seinem Zwinger-Buch, welches uns zur Durchsicht zur Verfügung gestellt wird.
Beispiele der allumfassenden Bemerkungen über die Hunde: die Hunde waren Weiss mit Schwarz (gegensätzlich zu mehreren Hunden von Herrn Le Houlleur, dessen Hunde Schwarz mit Weiss waren). Gute
Jäger, sehr intelligent, anpassungsfähig, anghänglich. Kopflänge 20 cm, wollige Felle.
Aufzeichnungen über jeden Hund bis hin zur Morphologie wurden geführt (positive und negative Punkte), Farben, Masse, Fähigkeit zu jagen und der Charakter.
Leider wurde durch den zweiten Weltkrieg, wie auch in anderen Rassen, grosser Schaden auch bei den Hunden angerichtet. Es war sehr schwierige Hunde mit guten Eigenschaften zu finden, die den Fortbestand garantieren konnten. Herr Le Houelleur verkaufte 1941 seinen letzten Barbet und hörte mit dem Züchten auf. Dr. Vincenti war verstorben. Im Norden Frankreichs wurden nach dem Krieg die zahlreichen Barbets beinahe ausgerottet. Beinahe bedeutet in dieser Hinsicht nicht total ausgerottet, es war bekannt, dass es noch einige wenige überlebende Barbets gab, vor allem im Süden Frankreichs.
Leider hatte sich nie jemand um den Bestand in Nordfrankreich, Belgien oder den Niederlanden gekümmert, da es sich um einen langwierigen, zeitintensiven Prozess handelte. Niemand kann sagen oder beweisen, dass die Rasse ausgestorben ist, ohne nicht jeden Stein in den Ländern umzudrehen, wo die Barbets zu Beginn des 20. Jahrhunderts Furore machten. Es ist wahrscheinlich, dass sie sich irgendwo fortgepflanzt haben.
1940-1960: Die Gebrüder Ayme
Bei SCC wurden sehr wenige Geburten registriert, ein paar wenige haben jedoch ihr Bestes gegeben, um die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. Barbet wurden zum Jagen gehalten und nicht um bei Hundeaustellungen teilzunehmen. Das folgende Dokument wurde aus dem Hermans’ Club der Barbet Review Nr. 2 kopiert.
In Bezug auf die Barbet wurde die Züchtung durch die Amye Brüder für einige Jahre weitergeführt. Diese lebten in der Mas (Mas de la Musique), gleich neben der Familie Vincenti bei Mas de la Chapelle. Sie lebten weit weg von Paris oder vom SCC und sie kümmerten sich nicht um Hundeausstellungen oder die Schönheit. Ein Barbet war ein Jagdhund und einzig aus diesem Grund wurde er gezüchtet. Schliesslich musste neues Blut gefunden werden, denn sie werden mit der Problematik der Inzucht durch zu wenig unterschiedliches Blut konfrontiert. Dank Quesop (Portugisischer Wasserhund), der in einem Lastwagen voller Stiere von Portugal mitgebracht wurde und sich mit Bella paarte, konnte die Züchtung fortgesetzt werden. Es sind verschiedene Familienfotos vorhanden, auf denen die Ähnlichkeit zu Dr. Vincentis Barbets auffällig ist.
Herr Le Houelleur, der mit Fräulein Postigo korrespondierte, schrieb in den späten 60er Jahren einen Artikel über den Barbet, welcher in der SCC offiziellen Journal publiziert wurde.
Um 1970, offerierte Fräulein Postigo, die in Marseille lebte und eng mit den Ayme Brüdern zusammenarbeitete Frau Pêtre, einen Nachkommen von den Barbets ihres Vaters. Dieser Barbet namens Thais führte zu der Entscheidung von Frau Pêtre wieder mit der Züchtung von Barbets zu beginnen.
S’Gandar war der Sohn von Quesop und Bella, Hunde der Gebrüder Ayme. Sie wurden gepaart. Bella war die Tochter von Thian und Tahio, die wiederum Sohn und Tochter von Kino du Mas de la Chapelle und Lita waren.
Eine lange Linie von Nachfahren fand ihren Anfang. Wie bei allen Zuchten waren einige erfolgreich, andere weniger. Frau Pêtre wurde in ihren Anstrengungen von mehreren bereitwilligen Personen bis in die 80er Jahre unterstützt. Herr Hermans hatte sich entschieden, den Buffon Barbet von 1776 zu reinkarnieren. Dies geschah durch die Kreuzung von T.I. Hunden, die in Tierasylen gefunden wurden mit Pudeln und weiteren Pudeln (schwarz); unter Weglassung der Griffon Barbets (farbig) von Südfrankreich zusammen mit deren Züchtern, Nachkommen von den Barbets von Dr. Vincenti und Le Houelleur aus den 30 Jahren.
Möglicherweise kann mit all den Tatbeständen, wahren Geschichten, Originaldokumenten, Fotografien von Linien und richtigen Stammbäumen, welche uns allen zur Verfügung stehen, eine Lösung in naher Zukunft gefunden werden. In der Zwischenzeit können Sie sich als Leser, ihre eigene Meinung bilden und sind nicht auf Aussagen anderer angewiesen.
Diese Arbeiten sind, wie es sich gehört für eine französische Rasse, noch auf Französisch
Für mehr Informationen sind die Homepages von Elaine Fichter eine wahre Fundgrube:
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© Mrs Elaine Fichter August 10 2010