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Projektbeginn: 2019
Im Zentrum dieses Forschungsprojektes steht die Frage, in welcher Beziehung die in den letzten Jahren in den verschiedenen Kantonen aufgebauten Governancestrukturen, beispielsweise externe Beurteilungen von Schulen, schul- und klassenübergreifende Leistungstests oder Beratungs- und Weiterbildungsangebote, stehen und inwiefern sie in ihrem Zusammenspiel funktional sind für die Erreichung einer hohen Bildungsqualität.
Ziel der Forschungsstudie ist, verschiedene kantonale Governance-Systeme empirisch in den Blick zu nehmen und in Bezug auf verschiedene Aspekte vergleichend zu untersuchen.
Basis ist hierzu ein theoretisches Analysemodell, welches unter Berücksichtigung des aktuellen theoretischen und empirischen Forschungsstands entwickelt wird und Grundlage für die nachfolgend durchgeführten empirischen Analysen der kantonalen Governance-Systeme sein wird. Im Ergebnis sollen Erkenntnisse über Potenziale, Spannungsfelder und Herausforderungen gewonnen werden, die es erlauben, über die zukünftige Gestaltung von effektiven Educational Governance-Systeme zu diskutieren und die kantonalen Bildungssysteme gezielt weiterzuentwickeln.
Forschungsdesign
Das Forschungsdesign unterscheidet drei verschiedene Forschungsschritte, deren Ergebnisse in der Folge zueinander in Beziehung gesetzt werden und sodann als Grundlage für die Diskussion um die Weiterentwicklung der kantonalen Educational Governance-Systeme dienen:
Der Forschungsschritt A beinhaltet eine Recherche existierender wissenschaftlicher Literatur (theoretische und empirische Befunde). Das Analysemodell wird in Anlehnung an den Educational Governance-Forschungsansatz entwickelt, wobei dieses Modell Aussagen machen wird über Aspekte und Fragestellungen, die für die Gestaltung von (effektiven) Bildungssystemen relevant sind.
Die beiden folgenden Forschungsschritte B und C sind eng aufeinander bezogen, da jeweils ein empirischer Fokus eingenommen wird. Als theoretische Grundlage für die Analyse der kantonalen Educational Governance-Systeme dienen das im Forschungsschritt A entwickelte Analysemodell bzw. die identifizierten Kategorien und Fragestellungen (Akteure, Akteurskonstellationen, Handlungskoordination). Untersucht wird, wie die einzelnen Governance-Systeme hinsichtlich der jeweiligen Kategorien / Aspekte gestaltet sind, wie die Akteure im jeweiligen System ihre dadurch gestellten Aufgaben interpretieren und mit welchem Ertrag sie Handlungen realisieren.
Der Forschungsschritt B beinhaltet die Analyse aktueller Dokumente (Reglemente) der ausgewählten Kantone. Der Forschungsschritt C verfolgt das Ziel, die konkrete Educational Governance-Praxis zu identifizieren und zu analysieren. Hierzu werden mit zentralen Vertreter*innen der identifizierten Akteure (z.B. Bildungsdirektion, Schulaufsicht, Beratung, Weiterbildung) Fokusgruppengespräche realisiert und soziale Netzwerkanalysen durchgeführt.
Abschliessend werden die Ergebnisse der empirischen Analysen bezüglich der einzelnen kantonalen Educational Governance-Systeme am im ersten Schritt entwickelten Analysemodell gespiegelt, um Stärken, Spannungsfelder und Herausforderungen zu identifizieren. Dies soll Basis sein für die Klärung der Frage, wo spezifischer Handlungsbedarf besteht und inwiefern die bestehenden Educational Governance-Systeme weitentwickelt werden sollen.