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Sunita schöpft neue Hoffnung
Sunita wurde mit fünf Jahren der Tempelgöttin Yellamma geweiht. Ihre Zukunft als rituelle Zwangsprostituierte war somit vorgezeichnet. Mit elf Jahren wurde sie in eine grosse Stadt gesandt und gezwungen, in einem Bordell als Prostituierte zu arbeiten. Bis zu 30 Männer musste sie jede Nacht "bedienen". Natürlich sah sie nichts von dem von ihr "verdienten" Geld; der Bordellbesitzer und ihr Vater teilten es unter sich.
Nach einiger Zeit kehrte Sunita in ihr Dorf zurück und heiratete einen ihrer ehemaligen Klienten. In den folgenden Jahren brachte sie drei Kinder zur Welt. Trotzdem benutzten sie alle Männer des Dorfes immer noch nach Lust und Laune, denn sie war ja "Devadasi" (Tempelprostituierte). Sunita war ihrer Arbeit wegen verachtet. So gerne hätte sie ihr Dorf und das Devadasi-System verlassen, aber die Hindernisse waren unüberwindbar. Einige Jahre später starb ihr Mann. Nach einen komplizierten Beinbruch half ihr, ausser ihren drei Kindern, niemand. Trotz starken Schmerzen arbeitet sie weiterhin in ihrem erzwungenen Beruf als Devadasi, denn sie wollte ihren Kindern unbedingt eine Schulbildung ermöglichen, so dass sie es einmal besser haben würden.
Eines Tages erhielt sie Besuch von Mitarbeitenden einer Good Shepherd Klinik, welche ihre Not sahen. Diese betreuen sie medizinisch und besuchten sie von nun an regelmässig. Sie ermutigen Sunita auch, das Devadasi-System zu verlassen, indem sie ihr Alternativen aufzeigen. Mit Hilfe eines Fonds helfen sie ihr, die Schulkosten ihrer Kinder zu bezahlen.
*Name und Foto geändert