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Neu Delhi - Nach dem Austritt von Chlorgas in der westindischen Wirtschaftsmetropole Mumbai sind rund 90 Menschen ins Spital eingeliefert worden. Zehn Personen wurden auf der Intensivstation behandelt, befanden sich aber ausser Lebensgefahr.
Das Gas war am frühen Mittwochmorgen aus Behältern entwichen, die auf einem Hafengelände der Millionenstadt gelagert waren. Die Einsatzkräfte konnten das Leck sichern, vier Feuerwehrleute wurden dabei leicht verletzt. Die ins Spital eingelieferten Menschen litten an Atemnot und Übelkeit.
Der Unfall ereignete sich im Mumbaier Viertel Sewri. Dort gibt es einen Containerhafen, ein Industriegebiet mit zahllosen Fabriken und Lagern, aber auch ein Elendsviertel, in dem viele Menschen in behelfsmässigen Unterkünften leben.
Der Chef des Mumbaier Hafens, Rahul Asthana, sagte, einige Firmen lagerten auf dem Gelände importierte Chlor-Behälter, die wieder gefüllt werden sollten. "Es scheint, dass darin noch Chlor-Reste waren, die in die Atmosphäre entwichen sind." Die Lage sei mit Chemikalien, die Chlorgas binden, unter Kontrolle gebracht worden.
Chlor wird für vielfältige Anwendungen genutzt. Es dient unter anderem dem Abtöten von Krankheitserregern im Wasser und wird für die Herstellung von Textilien, Kunststoffen und Medikamenten genutzt.
Im Ersten Weltkrieg wurde das aggressive Chlorgas auch als chemischer Kampfstoff eingesetzt. Menschen, die Chlor in grossen Mengen und länger ausgesetzt sind, erleiden schwere Lungenschäden, die zum Tod führen können.
SDA-ATS