Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/2938

Durch die Produktion von Nahrungsmitteln wird Stickstoff aufgenommen und wieder freigesetzt. Da zahlreiche Industrieländer Nahrungsmittel aus dem Ausland importieren, sind ihre Stickstoffbilanzen meist tiefer, als sie es eigentlich wären. Eine Studie hat die Werte nun in Importe und Exporte aufgeschlüsselt.
Stickstoffemissionen beeinträchtigen die Gesundheit und die Natur. So führt die übermässige Freisetzung von Stickstoffe unter anderem zu Überdüngung in Böden und Gewässer und kann so die Biodiversität gefährden. Bestes Beispiel sind die stark gedüngten Felder, auf denen nur noch Löwenzahn wächst. Um dem entgegen zu wirken gibt es Regelungen zu der Menge ausgebrachtem Dünger oder der Freisetzung von Stickoxiden in der Industrie. Wenig Beachtung wird jedoch den importierten Produkten geschenkt, die im Ausland Stickstoff emittieren.
Eine Studie soll nun Klarheit bei den globalen Stickstoffemissionen schaffen. Vereinbarungen zur Reduktion von Stickstoffemissionen sind meist nur national geregelt und nicht global. Daher gibt es die einen gewissen Graubereich in den nationalen Stickstoffbilanzen. In früheren Studien fehlten die internationalen Verflechtungen. Die neuste Studie, welche im nature erschienen ist, untersuchte nun die Bilanzen der Länder, die Lebensmittel produzieren, und der Länder, die sie verbrauchen und verfolgte die Handelswege.
Die Forscher fanden heraus, dass manche Nationen deutlich mehr Emissionen im Ausland produzieren als im eigenen, besonders die Industrienationen. Sie haben einen grossen Bedarf haben und importieren vieles. Dagegen werden in den meisten Entwicklungsländern hohe Stickstoffemissionen gemessen, die auf die Produktion und Export zurückzuführen seien. Die Folgen der Emissionen tragen die Entwicklungsländer selber.
Für die Forscher ist klar, dass die Emissionen der importierten Waren in die Bilanzen des Landes einbezogen werden müssen. Sie betonen, dass die Diskussion über Stickstoffemissionen dieselbe sein sollte wie bei den CO2-Emission. So wäre die Kennzeichnung, Zertifikate und Kontrollen sicher hilfreich bei der Senkung der Stickstoffemissionen. Letztendlich liege die Wahl beim Konsumenten. So könne er ein starkes Signal senden, indem er regionale, nachhaltige Produkte kauft und auf Fleisch verzichtet.
In der Forschung sucht man zur Zeit stickstoffeffiziente Pflanzen und Anbaumethoden. So könnten bereits Emissionen bei der landwirtschaftlichen Produktion der Güter eingespart werden.