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Biker Infos
Allgemeines:
Liechtenstein ist ein am Rhein gelegenes Fürstentum im Alpenraum und grenzt im Westen an die Schweiz (abgegrenzt durch den Rhein) bzw. im Osten an Oesterreich. Liechtenstein ist mit einer Fläche von 160 km2 der sechstkleinste Staat der Erde. Ca. 37'000 Einwohner leben in diesem 24,6 km langen und 12,4km breiten Land. Rund die Hälfte des liechtensteinischen Staatsgebietes ist Gebirge (östlicher Teil). Insgesamt gibt es 32 Berge mit einer Höhe von über 2000 m.ü.M. Tiefster Punkt des Landes ist mit 430 m.ü.M. das Ruggeller Riet, der höchste Punkt der Grauspitz auf 2'599 m.ü.M. Der einzige natürlich entstandene See ist das Gampriner Seele, der grösste, jedoch künstlich angelegte See ist der Stausee Steg. Als Währung dient der Schweizer Franken (CHF), Euros werden jedoch in der Regel akzeptiert. In Liechtennstsein wird Deutsch gesprochen (Umgangssprache ist alemannischer Dialekt).
Klima:
Im Sommer mild zwischen 20 und 28 Grad. Im Winter zwischen - 10 und + 10 Grad. Grundsätzlich wird das Klima in Liechtenstein stark durch die Einwirkung des Föhns geprägt, was dann durch den Wind auch Einfluss auf das Fahrradfahren haben wird (Rücken- oder Gegenwind).
Fahrradfahren:
In Liechtenstein gibt es 90 km markierte Fahrradwege. Wahrscheinlich immer hat man dabei entweder die faszinierende Bergwelt (im Frühling mit noch verschneiten Berggipfeln) vor sich und /oder fährt wunderschön direkt dem Rhein entlang. Diese Wege sind oft autofrei oder zumindest verkehrsarm, meist jedoch nicht immer asphaltiert. Wir hielten uns oft an die ausgeschilderte Rheintal-Route 35, bevorzugten jedoch manchmal auch die ufernahe Rheinroute. Die Rheintal-Route 35 in Liechtenstein verläuft eben. Auf unserer Tour, welche bereits in der Schweiz in Chur begann, war nur unser freiwilliger Umweg hoch zum Heididorf und dann zu unserem Uebernachtungsort (660 m.ü.M.) oberhalb Maienfeld war mit kurzen, knackigen Aufstiegen verbunden. Auch wer das Fürstentum Liechtenstein via der Hauptstrasse Maienfeld (CH) - Balzers (FL) erreichen möchte, hat mit dem Luzisteig Pass eine Höhe von 713 m.ü.M. zu überwinden. Allgemein lässt sich sagen, dass ich die Fahrt im Rheintal bzw. im Fürstentum Liechtenstein aufgrund des stetig schönen Bergpanoramas, der ländlichen Umgebung und der direkten Fahrradwege am Rhein als sehr schön empfand. Weitere Routenmöglichkeiten in Liechtenstein findet man unter www.tourismus.li/radfahren , so z.B. die Drei-Länder-Tour (Liechtenstein - Oesterreich - Schweiz ca. 60 km) oder die Fünf-Schlösser-Tour (Schloss Vaduz, Schloss Werdenberg, Burgruine Wartau, Schloss Sargans, Burg Gutenberg ca. 45 km).
Uebernachtung:
Es gibt Bauernhöfe (z.B. Schlafen im Stroh), eine Jugendherberge (in Schaan), einen Campingplatz (bei Triesen) und natürlich Hotels.
Anforderungen:
Wer das Fürstentum Liechtenstein als Transitland bereist und auf Besuche der hoch im Berg liegenden Dörfer verzichtet (Sackgasse), der erlebt hier die weiten Ebenen des Rheintals. Die Anforderung steigt dann jedoch, wenn der Föhn dir einen fiesen Gegenwind beschert.
Persönliche Bewertung:
Wir haben die Route Chur - Liechtenstein - Feldkirch (A) - Altstätten (CH) über mehrere Tage mit kleinen Etappen mit Kleinkind absolviert und landschaftlich fand ich diese Route sehr empfehlenswert. Gerade auch mit Kindern hat es immer wieder Plätze / Möglichkeiten für Pausen (Sandbänke am Rhein, Bauernhöfe, Landwirtschaft, Spielplätze, Minigolf, Naturschutzgebiete etc) und auf den Fahrradwegen können die Kinder auch mal selber fahren. Als Transitland ist das Fürstentum Liechtenstein durchaus eine Alternative zur Schweizer Seite des Rheintals.
Tagebuch
Vorwort:
Als Vorbereitung auf unsere erste grössere Fahrradtour mit unserer Tochter (3 3/4 Jahre alt) im Sommer in den Niederlanden suchten wir eine kleine, dreitägige Schweizer Tour, um über diverse Sachen wie Packmasse, Distanzen etc. Klarheit zu gewinnen. Mit der Liechtensteinischen Rheintalroute 35 (fast schweizerisch) fanden wir eine ideale, flache Route, welche wir noch etwas ergänzten (vergrösserten). Mit dabei 1 Fahrradanhänger, Followme-Anhängerkupplung sowie natürlich das Kinderfahrrad 12“. Wir haben mit Etappen um 30 km gerechnet, die Uebernachtungsorte haben wir sicherheitshalber vorreserviert. Rechtzeitig auf den ersten Tag der Tour hin wurde sonniges, wärmeres Wetter prognostiziert. Ehrlich gesagt erwartete ich landschaftlich nicht viel von dieser Route, was sich dann aber zu meiner positiven Ueberraschung als Irrtum erwies.
05.Mai 2016 – 1.Tourtag
Auffahrtstag und seit längerem wieder Sonnenschein! Das sind Faktoren die eine ganze Menge Menschen mit den Fahrrädern in den Zug treibt um in schönen Regionen eine Tour zu machen. So war das Fahrradabteil bereits in Basel proppevoll. In Zürich dann, ich glaube da konnten nicht mal mehr alle Biker in den Zug zusteigen… Unsere 1.Fahrradtour als Familie begann dann gegen 11.30 Uhr in Chur am Bahnhof. Die Rheinroute 2 bereits gut ausgeschildert, befanden wir uns schon bald direkt am Rhein. Dort fanden wir dann eine herrliche Sandbank am Rhein (mit Feuerstelle), um uns zu stärken. Wir folgten schliesslich dem Rhein abwärts, entdeckten dort 2-3 schöne Uferplätze & Spielplätze, fuhren vorbei an diversen Bauernhöfen mit verschiedenen Tieren auf der Weide wie Schweine, Kühe, Ziegen, Schafe, Pferde und hatten immer wieder herrliche Ausblicke auf verschneite Berggipfel. Mit solchen Eindrücken fuhren vorbei an Landquart bis zum Dorf Jenins. Mit dem Ziel, das Heididorf oberhalb Maienfeld zu besuchen, begann dann in Jenins ein kurzer, aber knackiger Aufstieg, wo wir die Fahrräder mit Anhänger ganz zum Schluss dann sogar etwas stossen mussten, selbst dies war aufgrund des starken Aufstiegs nur erschwert möglich. Wir erreichten dann jedoch das berühmte Heididorf und verbrachten dort ca. 1 Stunde inmitten von ein paar freilaufenden Hühnern, im Ziegen-Streichel-Gehege, beim Streicheln der Pferde & Schafe und natürlich gönnten wir uns eine feine Glace. Die lange Wanderung hoch zur Heidi-Alp ersparten wir uns dann aber, dafür war die Vorfreude auf das Ankommen auf dem Bauernhof zu gross. Ganz in der Nähe des Heididorfs, auf 660 m.ü.M. endete unsere 1.Etappe, natürlich immer noch mit herrlichen Blicken auf verschneite Berge der Umgebung.
06.Mai 2016 - 2.Tourtag
Nach einem ausgiebigen Frühstück und anschl. Spiel & Spass starteten wir gegen 10.00 Uhr zur 2.Etappe. Durch den Vorschlag der Bäuerin entschieden wir uns gegen eine direkte Abfahrt hinunter zum Rhein, sondern nahmen einen kleinen Feldweg (Schotter), um danach ohne unnötige Abfahrt & Auffahrt die Hauptstrasse hoch zum Luzisteigpass zu erreichen. Diese Route führte uns erneut durch sehr schöne Landschaft mit Wiesen, Berge und schönen Bäumen. Die Steigung hoch zum Passübergang auf 713 m.ü.M. war denn auch nur noch minim. Die Passhöhe selbst war nichts besonderes, auch wenn es dort ein Militärmuseum gibt. Das Dorf verliessen wir durch zwei Stadt-Tore hindurch, dann begann die Abfahrt hinunter bzw. hinein ins Fürstentum Liechtenstein in die Ortschaft Balzers (503 m.ü.M.) Das einzige Merkmal, dass wir die Landesgrenze passiert hatten war, dass seitlich der Strassen die Schweizerische sowie die Liechtensteinische Fahne aufgestellt war, ein Zollhäusschen gab es keines. In Balzers nahmen wir dann wieder den Weg hinunter zum Rhein und fuhren vorbei an der schönen Burg Gutenberg. Hier folgten wir dann wieder der "Liechtensteinischen Rheintalroute 35", um sie dann schon bald wieder zugunsten der auf diesem Abschnitt viel schöner gelegenen Rhein-Route zu verlassen. Auf wunderschönem Fahrradweg folgten wir direkt dem Rheinverlauf bis nach Triesen, wo es dann Zeit für ein Mittagessen war. Weiter dem Rhein folgend erreichten wir schon bald die schöne alte Holzbrücke, welche über den Rhein führt und Liechtenstein mit der Schweiz verbindet. Auch die Region um Vaduz blieb mit den steilen, verschneiten Bergen & dem Schloss Vaduz zur Rechten, sowie dem Rheinufer zur Linken sehr schön. Da wir bereits um 14.00 Uhr die Jugendherberge von Schaan erreichten und wir dort noch nicht einchecken konnten, verbrachten wir noch etwas Zeit beim nahen Minigolf-Platz sowie mit Spielen auf der schönen Spielwiese direkt vor der Jugendherberge. Die heutige Route war etwas gar kurz, da liegt selbst mit einem Kleinkind deutlich mehr drin.
07.Mai 2016 - 3.Tourtag
Für die heutige Schlussetappe bis nach Altstätten war eine Fahrt durch 3 verschiedene Länder geplant. Wir starteten erneut gegen 10.00 Uhr bei weiterhin traumhaftem Wetter in Schaan, Liechtenstein und fuhren auf der Liechtensteinischen Rheintalroute 35 weiter nordwärts. Einen ersten Zwischenstopp gabs dann jedoch schon bald bei einem der vielen Reiterhöfe, wo wir gerade einer Gruppe beim Reitunterricht zusehen konnten. Später hat uns dann besonders der grenzüberschreitende Fahrradweg zwischen Mauren und Feldirch mit seinen Wiesen- & Blumenfeldern, dem Weiher und dem nach wie vor schönen, schneebedeckten Bergpanorama sehr gut gefallen. Wir verliessen dann die offizielle Fahrradroute um die mittelalterliche Altstadt von Feldkirch, im österreichischen Vorarlberg, anzusehen und Mittag zu essen. Entlang dem Fluss mit dem einzigartigen Namen "III" fuhren wir zum schönen Auenwald (teil Schotter, teil asphaltiert) und erreichten schliesslich wieder den Rhein. Diesen überquerten wir schliesslich, ohne dass wir dabei die nahen Grenzposten passieren mussten. Zunächst noch dem Schweizer Rheinufer entlang fuhren wir schliesslich durch weiterhin viel Landwirtschaftsgebiet bis nach Altstätten. Um ca. 15.15 Uhr bzw. nach einer Tagesetappe von 40 km endete unsere erste Familien-Tour.
Route
Unsere 1. kleine Familien-Tour (Liechtensteiner Rheintalroute 35)
|Datum
||Strecke
||Strecke
||Fahrtag
||Nacht

|05.05.2016
||Chur - Maienfeld
||23 km
||11.30 - 16.00 Uhr
||Bauernhof

|06.05.2016
||Maienfeld - Schaan (LIE)
||22 km
||10.00 - 14.00 Uhr
||Jugendherberge

|07.05.2016
||Schaan - Altstätten (CH)
||40 km
||10.00 - 15.15 Uhr
||privat

||Total
||85 km

Fotos
Liechtenstein 2016 (Rheintalroute Plus)
Auf zu unserer 3 tägigen Familien-Tour
grandioses Wetter & herrliche Ausbilcke auf verschneite Berggipfel...
Mittagessen direkt am Rhein
Auf autofreien Wegen fuhren wir via Landquart Richtung Maienfeld
Wir verliessen die Rhein-Ebene und fuhren via Jenins (GR) hinauf zum "Heidi-Dorf" oberhalb Maienfeld
Wir übernachteten in einem Hof auf 660 m.ü.M. nahe des Heidi-Dorfs in wunderschöner Umgebung
Der 2.Tourtag von Maienfeld bis Schaan (LIE)
Kleine Abkürzung über einen Feldweg um die Höhe zu halten...
Abseits der offiziellen Rhein-Route hinauf nach Sankt Luzisteig
Dorf bzw. den Pass erreicht (713 m.ü.M.)
anschliessend gings rasant abwärts bis nach Balzers (LIE)
unscheinbare Grenze - Willkommen im Fürstentum Liechtenstein
konstant grandioses Bergpanorama...
Burg Gutenberg in Balzers mit Kirche davor
herrliches Panorama und auch am 2.Tag Sonnenschein
Alte Rheinbrücke, welche die Schweiz (Sevelen) mit Liechtenstein (Vaduz) verbindet
Nach dieser schönen Rheinroute folgten wir wieder der Liechtensteiner Rheintalroute 35 bis nach Schaan
Start zur letzten Etappe durch 3 Länder bis nach Altstätten
Fahrt auf der Route 35 nach Mauren an der Grenze Liechtenstein - Oesterreich
schöner grenzüberschreitender Fahrradweg Mauren (LIE) – Feldkirch (A)
Michaels-Kirche in Tissis-Feldkirch
Entlang dem rechtsrheinische Fluss "III" (stammt vom Wort ilara für „eilig“) gings dann vom schönen Feldkirch wieder zurück zum Rhein
Ein Schotterweg durch den Auenwald führte uns dann wieder Richtung Schweizer Grenze
Zurück in der Schweiz fuhren wir auf der linken Rheinuferseite unserem Ziel entgegen
auf Fahrradwegen gings zum Schluss weg vom Rhein bis nach Altstätten
Ende unserer 1.Familientour in Altstätten