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Die Jahre des Wirtschaftswunders
Théâtre de Vidy-Lausanne
Das Théâtre de Vidy, das in den grosszügigen Grünanlagen am Seeufer liegt, ist ein Zeuge der Landesausstellung, die 1964 in Lausanne stattfand. Die Expo 64 war für die Lausanner Stadtplanung von grosser Bedeutung. Für diese Veranstaltung wurde das Strassennetz umstrukturiert und die Gestalt ganzer Gebiete verändert, vor allem durch Aufschüttungen im See. Neben einigen Skulpturen hinterliess die Expo weitere bedeutende Spuren in Form von zwei mit Betonsegeln überdachten Pavillons im Vallée de la Jeunesse.
Das Théâtre de Vidy geht auf Max Bill zurück, einen der wichtigsten Schweizer Künstler und Architekten des 20. Jahrhunderts. Ende der 1920er-Jahre hatte er Kurse bei Paul Klee und Wassily Kandinsky am berühmten deutschen Bauhaus belegt. Im Verlauf des folgenden Jahrzehnts formulierte er die theoretischen Grundlagen für die Konkrete Kunst, eine Art geometrischer Abstraktion, und wurde zu einer Galionsfigur der Schweizer Kunst. In den 1950er-Jahren baute und leitete er die neue Hochschule für Gestaltung in Ulm, die das Erbe des Bauhauses antrat.
An der Expo 64 bildete das Théâtre de Vidy Teil eines grösseren architektonischen Ganzen im Sektor Erziehen und Erschaffen, der das kulturelle Zentrum der Veranstaltung darstellte. Das Gebäude wurde nach den Grundsätzen gestaltet, die für die Schule in Ulm entwickelt worden waren: Aus einem Grundmodul, hier einem Würfel mit einer Kantenlänge von 5 Metern, wurde durch Vervielfachung die Gesamtheit der Volumen gebildet. Dieses serielle Prinzip ermöglichte eine starke Rationalisierung und eine industrielle Fertigung. Das Theater, das als vergängliche Struktur entworfen worden war, wurde mehrmals umgebaut. Heute ist es eine Bühne von europäischem Rang.
ANFAHRT
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Bus: 2 Théâtre de Vidy
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