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Gründung des Departements
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Die ETH Zürich blickt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte bei der Entwicklung von Computersystemen und von Softwarewerkzeugen zurück. Den Auftakt bildete das 1948 neu gegründete Institut für Angewandte Mathematik, dem Prof. Eduard Stiefel vorstand. Die Gruppe konnte die elektromechanische Z4-Rechenmaschine, die vom deutschen Ingenieur Konrad Zuse während des 2. Weltkriegs gebaut wurde, 1950 für fünf Jahre mieten. Damit wurde die ETH die erste Hochschule auf dem europäischen Kontinent, die einen programmierbaren Rechner einsetzen konnte. Die Z4 war in vielerlei Hinsicht bedeutsam: zum einen für zahlreiche wissenschaftliche und industrielle Rechenprojekte, zum anderen für die Entwicklung von numerischen Algorithmen, Programmiersprachen und Compilern. 1951 publizierte Heinz Rutishauser, Oberassistent von Stiefel und 1955 zum Professor berufen, seine Habilitationsschrift über die automatische Erzeugung von Programmen und legte dabei den Grundstein für viele wichtige Konzepte von Compilern. Zwischen 1949 und 1951 entwickelte er ferner eine algebraische Sprache für einen hypothetischen Computer und erfand die For-Schleife sowie weitere Sprachkonzepte, welche später in der ALGOL-Programmiersprache Verwendung fanden. Ab 1951 wurden ETH-Studenten Programmiervorlesungen zu Themen wie Flussdiagramme, strukturiertes Programmieren, Architektur des Z4-Rechners, numerische Anwendungen und Entwurf digitaler Schaltungen, angeboten.
Ab 1955 arbeitete Heinz Rutishauser zusammen mit Friedrich L. Bauer von der TU München sowie weiteren Mathematikern aus der Schweiz und Deutschland an der Entwicklung einer universellen "algorithmischen Sprache". Anlässlich eines internationalen Workshops in Zürich im Mai 1958 (an dem auch einige amerikanische Mathematiker und Informatiker teilnahmen) wurde eine erste Version der ALGOL-Programmiersprache entworfen. ALGOL erwies sich als äusserst einflussreich und hat sich in vielen Publikationen als Standardmethode zur Notation von Algorithmen durchgesetzt. Zudem bildet ALGOL auch den Urahn vieler moderner Programmiersprachen wie C, Pascal und Java.
Während dieser Zeit begann unter der Leitung von Ambros Speiser, dem anderen Oberassistenten des Instituts, die Planung für den Bau einer eigenen, nun elektronischen Rechenmaschine an der ETH: der ERMETH . Sie wurde 1957 fertiggestellt und blieb bis 1963 in Betrieb. Das Schreiben eines ALGOL-Compilers für die ERMETH brauchte weniger als ein Jahr. Fortgeführt wurde die Tradition der Programmiersprachenentwicklung von Niklaus Wirth, ETH Alumnus und 1968 zum ETH-Professor ernannt. Wirth erweiterte ALGOL zu ALGOL W, welches die Grundlage für die Programmiersprache Pascal bildete. Pascal sollte - im Sinne von Wirth - hauptsächlich zu Bildungszwecken eingesetzt werden und Studenten das strukturierte Programmieren näherbringen. 1970 wurde die Sprache veröffentlicht und aufgrund ihrer unkomplizierten sowie prägnanten Syntax breit genutzt - sowohl an Universitäten als auch später bei kommerziellen Anwendungen. Für seine herausragende Leistung bei der Entwicklung von Pascal und anderen Programmiersprachen zeichnete die ACM Niklaus Wirth 1984 mit dem Turing Award aus.
Auch auf institutioneller Ebene entwickelte sich die Informatik an der ETH weiter. 1968 strukturierte sich das Institut für Angewandte Mathematik neu. Dabei wurde die Informatik in eine eigenständige Fachgruppe ausgegliedert unter der Leitung von Heinz Rutishauser, der auch Niklaus Wirth und Peter Läuchli angehörten. Hinzu kamen bald Carl August Zehnder, Jürg Nievergelt und Erwin Engeler. 1972 erfolgte die Aufwertung zu einem Institut für Informatik und 1981 zu einer eigenen ETH-Diplomstudieneinheit, damals Abteilung IIIC, heute Departement genannt. Schon in jenem Jahr traten 110 Erstsemestrige in die neue Abteilung ein, aber auch 23 in deren 5. Semester, so dass ersten 20 ETH-Informatik-Ingenieure schon1984 diplomiert werden konnten . 1988 erhielt das Departement sein erstes eigenes Gebäude auf dem ETH-Campus. Die folgenden Jahre waren von einem stetigen Wachstum geprägt - sowohl hinsichtlich der Zahl von Studierenden als auch in Form neuer Professuren und Forschungsgebiete. Heute hat das Departement 29 Professuren sowie über 1'500 Studierende und deckt in Forschung und Lehre alle wichtigen Teilgebiete der Informatik ab.