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Das Bechion [Einige nennen es Richion, Andere Petrine, Peganon, Pithion, Pagonaton, Chamaileuke, Procheton, Arkophyton, Chamaigeiron, die Aegypter Saartha, die amer Tusilago, Pharpharia, Pustulago, die Bessier Asa] hat epheuähnliche Blätter, aber grösser, sechs bis sieben, an der Oberseite sind sie grün, auf der Unterseite weiss und haben mehrere Ecken, der Stengel ist eine Spanne hoch. Es entwickelt im Frühjahr eine gelbe Blüthe, wirft Blüthe und Stengel aber bald ab, weshalb Einige glaubten, die Pflanze habe weder Stengel noch Blüthe. Die Wurzel ist zart. Es wächst an Buchen und feuchten Stellen. Seine Blätter mit Honig fein zerrieben als Umschlag heilen roseartige und alle anderen Entzündungen. Trocken aber zur Räucherung augezündet hilft es denen, die von trockenem Husten und Orthopnöe belästigt worden, wenn sie den Dampf mit geöffnetem Munde aufnehmen und herunterschlucken. Es öffnet aber auch die Absecesse in der Brust. Dasselbe leistet auch die Wurzel in der Räucherung. Sie treibt in Honigwasser gekocht und getrunken den todten Embryo aus.
Pedanios Dioskurides
Materia Medica (Buch III, 116/126)
deutsche Übersetzung Julius Berendes, 1902
Der Huflattich wird auch „Hustenkraut“ (tussilago) genannt. Es gibt von ihm zwei Arten. Wo der wilde wächst, vermutet man darunter Wasservorkommen und für die Brunnensucher ist dies ein Merkmal. Die Blätter sind etwas grösser als beim Efeu, fünf oder sieben <an der Zahl>, der Erde zu weisslich, nach oben blass; er hat keinen Stengel, keine Blüte, keinen Samen und eine dünne Wurzel. Einige glauben, das àrkeion sei diesselbe Pflanze, die man auch mit einem anderen Namen „Zwergpappel“ [chamaileùke] nennt. Der Rauch der mit ihrer Wurzel getrockneten Pflanze soll, mittels eines Rohres eingeatmet und geschluckt, alten Husten heilen; man muss aber bei jedem Atemzug Rosinenwein nehmen.
Gaius Plinius Secundus Maior, auch Plinius der Ältere
Naturae historiarum Buch 26, Kapitel 30
deutsche Übersetzung
Hufflatich (Tussilago farfara L.)
Der Schöpfer hat manches Kraut und manche Pflanze wachsen lassen, die man wenig achtet oder gar verachtet, so dass man eine Freude hat, einer solchen Pflanze einen Fusstritt geben zu können. Dieses Schicksal trifft auch den Huflattich, weil er gewöhnlich als das reinste Unkraut gilt. Wer aber diese Pflanze kennt, wird sie hochschätzen und als vorzügliches Hausmittel behandeln.
Zum Reinigen der Brust und zum Säubern der Lungen ist es sehr ratsam, Lattichtee zu trinken. Engbrüstigkeit und Husten kann recht leicht durch diese eine Pflanze behoben werden, besonders wenn eine Anlage zur Schwindsucht vorhanden ist. Diese Blätter können, auf ein Tuch geheftet oder auch ohne dasselbe, auf die Brust gelegt werden. Sie ziehen die Hitze aus, hemmen Schwächen oder entfernen die Fieber. Vorzüglich wirken diese Blätter auf offene Geschwüre gelegt; sie nehmen die Hitzem den Zuschlag (Röte) und ziehen die schädlichen Stoffe nach aussen.
Ganz besonders wirksam zeigen sich die Blätter bei offenen Füssen, wenn die Stellen blau und schwarz, stark entzündet sind; sie nehmen die Hitze und den Schmerz, und wiederholt aufgelegt sind sie ein ausgezeichnetes Heilmittel. Also [ebenso] bei hitzigen Geschwüren, bei Rotlauf, Gesichtsrose und ähnlichen Zuständen haben wir im Huflattich ein vorzügliches Mittel. Diese Huflattichblätter können auch im Schatten getrocknet, zu Pulver gerieben und als solches eingemonne werden; täglich zwei- bis dreimal jedesmal ein bis zwei Messerspitzen voll; dieses Pulver kann sogar in der Kost eingenommen werden.
Sebstian Kneipp aus Pfarrer Kneipps Haus-Apotheke
- Pharmawiki, www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Huflattich
- http://www.awl.ch/heilpflanzen/tussilago_farfara/huflattich.htm
- Naturalis historia, Gaius Plinius Secundus, 77 n. Chr., Deutsche Übersetzung von Johann Daniel Denso, 1765
- Pedanios Dioskurides, Materia Medica, Deutsche Übersetzung Julius Berendes, 1902
- Kosmos Naturführer, D. Aichele, M. Golte-Bechtle, Wildwachsende Blütenpflanzen Mitteleuropa, S. 186
- Pfarrer Kneipps Haus-Apotheke, Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co, KG Hamburg 2008
Verwendet werden als Tee aufgegossen die getrockneten Blätter und Blüten:
Laut Empfehlungen beträgt die Tagesdosis 4,5 bis 6 g der Droge. Die Dauer der Anwendung darf nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr betragen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit muss vollständig darauf verzichtet werden.