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Warum Mütter nach der Geburt (nicht) arbeiten gehen
Die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt ist eng mit der Mutterschaft verbunden. Eine von Pro Familia Schweiz in Auftrag gegebene Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Erwerbsquote von Müttern in konkreten Zahlen und zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf.
Im nachfolgenden Text konzentrieren wir uns auf denjenigen Teil der Studie, der von der Universität Neuenburg verfasst wurde und sich auf zwei zentrale familienpolitische Themen fokussiert: Erwerbsunterbrüche von Frauen nach der Geburt eines Kindes und Beweggründe, warum Mütter wieder arbeiten – und warum nicht.
Nach der Geburt eines Kindes unterbrechen Frauen in der Schweiz im Durchschnitt während 9,2 Jahren ihre Karriere.
Während sich viele ausländische Studien mit den Auswirkungen von Karriereunterbrüchen auf das Gehalt befassen, sind für die Schweiz in diesem Zusammenhang noch keine Daten verfügbar. Die hier vorgestellte Studie schliesst diese Lücke. Für betroffene Frauen geht ein mutterschaftsbedingter Arbeitsunterbruch mit einer verlangsamten Steigerung des Gehalts und der beruflichen Erfahrungssammlung einher.
Die Dauer der Berufspausen in der Schweiz ist beachtlich: Frauen, die ihre Karriere unterbrechen, tun dies durchschnittlich für 9,2 Jahre – der durchschnittliche Unterbruch für Personen mit Hochschulabschluss beträgt 6,7 Jahre; für Frauen ohne Ausbildung 12,1 Jahre. Frauen mit tertiärem Bildungsabschluss unterbrechen ihre Karriere weniger häufig (38 Prozent gegenüber einem Durchschnitt von 50 Prozent aller Frauen).
Die Dauer der Unterbrechung hängt unter anderem von der Anzahl der Kinder ab. So kehren Mütter mit einem Kind durchschnittlich 4,9 Jahre nach dem Verlassen des Arbeitsmarktes an ihren Arbeitsplatz zurück.
Frauen entgeht eine halbe Million, der Wirtschaft 800 Millionen Franken
Paradoxerweise scheinen Lohneinbussen hauptsächlich Frauen zu betreffen, die über einen Hochschulabschluss verfügen. Für Hochschulabsolventinnen beträgt die Lohneinbusse 3,2 Prozent pro Jahr der Unterbrechung bzw. 21,7 Prozent für die gesamte Dauer der Unterbrechung.
Geht man von einer 25-jährigen Karriere aus, entspricht dies rund einer halben Million Franken. Aus volkswirtschaftlicher Betrachtung wird der Produktions- und Einkommensverlust auf 800 Millionen Franken jährlich geschätzt. Dieser Verlust könnte durch verbesserte Kinderbetreuungsmöglichkeiten ausserhalb der Familie weitgehend vermieden werden.