Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/974

Der aus Bakenberg, Mokopane stammende und heute in Johannesburg lebende Moshekwa Langa gehört zu den herausragenden Vertretern der jungen Künstlergeneration in Südafrika. Ästhetisch durch Fernsehen und MTV geprägt, lässt sich Langa nicht auf ein bestimmtes künstlerisches Medium festlegen.
In seinen Collagen, raumgreifenden Installationen und Videofilmen behandelt er vornehmlich Themen wie territoriale Vorherrschaft, Ausbeutung, Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit und Teilhabe. Die Werke I was once Lonelyness (1999/2011), Imagine (1999/2011) und The Island (2001/2011) hat der Künstler unter anderem mit Autolack gemalt; sie zählen zu den für die Ausstellung in der Kunsthalle überarbeiteten Werken, in denen Langa auf einfühlsame Weise den Tod seines Freundes Nicho bei einem Autounfall reflektiert: „In diesem Kontext können viele meiner Arbeiten verstanden werden“, sagt der Südafrikaner, „als eine Art Tribute, als Werke, welche die Erinnerung aufrechtzuerhalten suchen und so einen Trauerprozess zugleich bilden als auch repräsentieren“.
Die Videoarbeit Where Do I Begin (2001) ist dagegen ein frühes Werk, das während der zahlreichen Reisen, die der Künstler während seiner Ausbildung an der renommierten niederländischen Rijksakademie van beeldende Kunsten zurück in seine südafrikanische Heimat unternahm, entstand: „Als ich während einer dieser fotografischen Touren aus einem Bus stieg, mit dem ich dann und wann fuhr, filmte ich die lange Menschenschlange, die sich langsam in den Bus hineinbewegte: Männer, Frauen, Kinder, Jung und Alt, Menschen mit Gehhilfen, in guter Stadtkleidung oder verwahrlost – überhaupt zeigte sich an der Kleidung, wie weit jemand reiste oder schon gereist war.
Diese Bilder schnitt ich zusammen; es entstand ein vierminütiger Film mit dem Titel Where do I begin. Shirley Basseys gleichnamigen Song nutzte ich als Soundtrack. Die im Titel gestellte Frage könnte man vielleicht auch so formulieren: „Wie soll ich das erklären? Bin ich ein Teil von alledem? Aber ich bin ja nur ein Zuschauer, ein Beobachter“. Ich fand keine Antwort auf diese Fragen. Sie waren zu schwierig.“ Diese Arbeiten, die sich auf subjektive Verlusterfahrungen beziehen, aber auch allgemeine afrikanische Realitäten subtil zur Darstellung bringen, waren im Kontext der Ausstellung Marhumbini – In An Other Time 2011 in der Kunsthalle Bern zu sehen. Ph. P. (Philippe Pirotte) und J. R. (Julian Reidy)