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Von Schätzen, Villenanlagen und Almosengaben. Wandel der Inszenierung, Verwendung und Bedeutung materiellen Reichtums in spätrömischer Zeit
Der Beitrag möchte Einblicke in Aspekte der Konstituierung, Inszenierung und Verwendung materiellen Reichtums in spätrömischer Zeit vermitteln. Wie etwa der um 351 n. Chr. vergrabene Silberschatz aus Kaiseraugst beweist, wurden Wertgegenstände in der Spätantike nicht allein aufgrund des verarbeiten Materials hoch geschätzt, sondern spiegelten sowohl in ihrer Machart wie auch hinsichtlich ihres intendierten Gebrauchs den Habitus der römischen Oberschichten wider. Deren Mitglieder lebten traditionellerweise in reich ausgestatteten Villen in der Umgebung kaiserlicher Residenzen, besungen etwa in D. Magnus Ausonius' Mosella, und waren damit Teil eines umfassenden Herrschafts- und Repräsentationsnetzwerks. In den westlichen Reichsprovinzen sowie im spätantiken Ägypten finden sich zudem Beispiele für ländliche Domänenanwesen, in denen die römische Villa essentieller Teil eines Landwirtschaftsbetriebs war; dabei achtete man auf eine repräsentative Bau- und Ausstattungsweise mit teilweise defensivem Charakter, so dass vielfach palastartige Anlagen entstanden. Davon zeugen Funde und Befunde der sizilianischen Villa Romana del Casale, nordafrikanische Mosaike oder papyrologische Berichte zu den Gütern der Flavii Apiones in Oxyrhynchos. Diskussionen rund um die Bedeutung und den Gebrauch persönlichen Reichtums wurden in der Spätantike schliesslich zusehends vor dem Hintergrund der christlichen Glaubenslehre geführt. Während Vertreter des frühen Mönchtums konsequent einen asketischen Lebensstil predigten, betonten einzelne Exegeten, darunter besonders prominent bereits Clemens von Alexandria, dass der performative Gebrauch von Reichtum in Form von Almosengaben und Kirchenstiftungen innerhalb der christlichen Gemeinschaft durchaus gottgewollt sei. Das Gebot der Nächstenliebe stellte damit die Bedingung der Möglichkeit dar, Christentum und persönlichen Reichtum in einer Zeit umfassender Transformationen miteinander zu verbinden.