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(Kt. Waadt,
Bez. Morges).
422 m. Gem. und kleines Dorf, nahe dem
Genfersee zwischen dem
Lauf des
Boiron und demjenigen der
Morge, an der Strasse von
Morges nach
Aubonne und
Bière und 2 km w.
Morges. Postablage, Telephon. Gemeinde: 41
Häuser, 217 reform.
Ew.; Dorf: 29
Häuser, 153 Ew. Kirchgemeinde
Morges. Acker- und Weinbau. Tolochenaz ist eine der ältesten Siedelungen der
Waadt
und wird schon im 6. und 7. Jahrhundert urkundlich genannt.
Bischof Magnerius besass hier
Güter, die er
im Jahr 964 dem Stift zu
Lausanne vergabte, welches bis zur Reformation in deren Besitz verblieb. Zur Zeit der helvetischen
Revolution war das Gebiet von Tolochenaz 1802 Hauptsitz der Bauernscharen der sog. Bourla-Papei («Papierverbrenner»),
die von
Schloss zu
Schloss zogen, um alle Dokumente der Feudalzeit zu verbrennen. Oestl. vom Dorf liegt
das
ChaletRiond-Bosson mit grossem Landgut, das 1827 ff. von der Herzogin von Otranto, der Witwe des napoleonischen Polizeiministers
Fouché, zu einem prächtigen Park umgewandelt worden ist. Der heutige Besitzer Paderewsky (der berühmte Pianist) hat hier
eine grosse Obstbaumkultur geschaffen und ein in der
Schweiz einzig dastehendes Traubenwarmhaus eingerichtet,
das sich den ähnlichen Anlagen im Ausland ebenbürtig zur
Seite stellt. Oestl. vom Dorf hat man Reste von römischen Backsteinbauten
aufgedeckt. Nahe dem Dorf kamen 1826 Steingräber mit Waffen- und Urnenresten, sowie 1827 ein Grabhügel mit einer Grabstätte
aus helvetisch-burgundischer Zeit zum Vorschein. Gräber aus der Bronzezeit und Burgundergräber auf
dem
Crêt duBoiron. 561: Tolochina;
(Lago)(Kt. Tessin,
Bez. Blenio).
2023 m. 9 ha Fläche umfassender und 15 m tiefer kleiner Alpensee im
Val Piora, n. vom
Lago Ritom und
½ Stunde vom Hotel
Piora am Ritomsee entfernt. Am SW.-Ufer stehen die
Hütten von Tom. Das Seebecken liegt
in Hornblende und Granaten führendem Gneis und ist im S. durch einen aus Rauhwacke und Gips bestehenden Wall aufgedämmt.
Das unterirdisch abfliessende
Wasser tritt bald wieder zutage und fällt in Kaskaden zum
Lago Ritom hinunter.
Der Lago Tom soll ungleich den übrigen
Seen im
Val Piora keine Forellen enthalten.
630-660 m. So heissen die auch etwa
«Bühl» genannten eigentümlichen Hügel,
die im
Rheinthal hinter
Chur aus den Flussablagerungen aufragen und entweder als vom grossen
Bergsturz vonFlims
herrührende Schuttmassen oder auch als hervorstechender anstehender Fels erklärt werden.
Man zählt zwischen
Reichenau und
Ems zehn solcher Hügel
(u. a. Toma Gilli und Toma Casté beim Dorf
Ems).
(Lago)(Kt. Graubünden,
Bez.Vorderrhein).
2344 m. 250 m langer und über 100 m breiter Alpensee in einer tiefen Mulde
zwischen steilen Berghängen und Felsenwüsten, am Fuss des
Badus oder
Six Madun (2931 m) und 1,2 km nnö. unter diesem Gipfel.
Der See wird allgemein als die Quelle des
Vorderrheins (obere Rheinquelle) betrachtet. Von den
Gräten reichen
zum
Kessel mit dem dunkelgrünen Becken noch im Hochsommer die schmelzenden Schneebänder herab. Das einsame Becken taut
nur auf kurze Zeit des Jahres völlig auf.
Drei grössere
Bäche, von denen der zwischen der
Plauncaulta und dem
Fil Toma verlaufende der längste ist, nähren das Seebecken,
das, nur 10 m tief, ein wenig reiches tierisches Leben besitzt und von Fischen einzig die Rheinlanke
(Salmo lacustris) besitzt; diese Fischart ist aber erst durch künstlichen Einsatz in den
See gekommen. In der Poesie und
Naturbeschreibung vielgepriesene und verherrlichte, stumm-ernste Landschaft;
der See von Geröllhalden und Alpenweiden umgeben.
Der
Vorderrhein, der Abfluss des einsamen Seebeckens, springt gleich über eine Felsenschwelle und vereinigt
sich mit dem
Wasser der Siarraseen. Wenn man die Rheinquelle besucht, biegt man an der ersten
Kehre der Oberalpstrasse bei
Surpalix oberhalb
Tschamut ab, überschreitet zwei Alpenbäche und ersteigt das
Plateau der Alp Palidulscha, worauf man nur
noch an den Bachschluchten westwärts etwa 450 m hinaufzusteigen hat. Diese Wanderung ist auch von grossem
botanischen Interesse. Der Seegrund des Lago Toma besteht aus glimmerreichem Gneis und aus Gneis- und Serizitphylliten.
Nahe nördl., gleichfalls an der Urner Grenze, der niedrigere
Prielet
(2770 m) und weiter die
Plauncaulta (2839 und 2832 m).
Zwischen dem
Badus und Piz Toma liegt ein kleines Gletscherfeld. Am
NO.-Fuss die an der Stromwiege des
Vorderrheins sich dehnende
Alp Toma. Der Berg ist vom
See aus in 1½
Stunden zu ersteigen, doch wendet sich das alpinistische Interesse fast ganz dem
Badus zu.
Der Piz Toma besteht aus glimmerreichem
Gneis und aus Gneis- und Serizitphylliten.
liegt Val Nalps. Die Ersteigung des selten besuchten Gipfels erfolgt von dieser Seite über die reich bewässerte Alp Toma (2422
m) her, die sich nördl. des PizParadies-Tgiern Toma ausbreitet, während man von W. her aus der Gegend der Ausmündung des
Val Maigels zum Cornerarhein über einen 2582 m hohen Passeinschnitt den Gipfel gewinnen kann.
Der Steilabfall
des Tgiern Toma schaut gegen O. und S. Gesteine sind typischer und glimmerreicher Gneis der Gotthardgruppe.