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Seit 2015 ist Ostafrika von einer schweren Dürre betroffen, die u.a. im Zusammenhang mit dem Wetterphänomen El Niño steht. Da die Regenfälle auch in diesem Jahr wieder grösstenteils ausbleiben, wird mit der extremsten Dürre seit Jahrzehnten gerechnet. Äthiopien, Kenia, Somalia und der Südsudan gehören mit bis zu 20 Millionen betroffenen Menschen zu den am stärksten bedrohten Ländern Ostafrikas. Aber: Dürre muss keine Hungersnot auslösen. Das Ausmass der Auswirkungen steht in direkter Korrelation mit den Kapazitäten der Regierungen sowie dem Handlungsspielraum internationaler Organisationen. So variiert das Ausmass des Hungers denn auch entsprechend und ist in den fragilen Kontexten Somalias und Südsudans weit gravierender als in Kenia und Äthiopien.
Caritas Schweiz ist in diesen Ländern seit Jahren tätig. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern arbeitet sie zu den Themen Wasser und Ernährungssicherung, Klimaschutz und Katastrophenprävention, und leistet Nothilfe.
In Äthiopien und Kenia konzentriert sie die Nothilfe auf Ernährungssicherung und Interventionen im Bereich Wasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene (WASH). Sie beruft sich dabei auf den Ansatz der Soforthilfe, Rehabilitation und Entwicklung, da in diesen Ländern nachhaltige Hilfe möglich ist. Im Südsudan und in Somalia wird die Krise durch den bewaffneten Konflikt zusätzlich verschärft. Daher leistet Caritas dort ausschliesslich reine Überlebenshilfe. So werden südsudanesische Flüchtlinge und lokale Bevölkerung in der Grenzregion der Demokratischen Republik Kongo zum Südsudan mit Nahrungsmittelhilfe unterstützt. Zudem bietet das Projekt Schutz- und Präventionsmassnahmen in Bezug auf sexuelle Gewalt an.
Die Integration von Konfliktsensitivität in den gesamten Projektzyklus ist in diesen Kontexten zentral. Interventionen im Bereich der humanitären Hilfe bergen das Potential, Konflikte zu schüren, wie auch zu mindern. Daher basiert Caritas die Projekte auf dem „Do no Harm“ Prinzip: u.a. werden vor Projektbeginn Konfliktpotenziale analysiert und entsprechende Gegenmassnahmen wie die gleichberechtige Inklusion verschiedener Bevölkerungsgruppen ergriffen, um Konflikte innerhalb der Zielbevölkerung zu vermeiden.