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Bei einem Extremhochwasser der Sihl sind das untere Sihltal und die Stadt Zürich überschwemmungsgefährdet. Das Schadenpotenzial wird alleine für die Stadt Zürich auf bis zu 6,7 Milliarden Franken geschätzt. Während dem Hochwasser im Ausgust 2005 führte die Sihl 280 m3/s. Damit entging Zürich nur knapp grossen Hochwasserschäden.
In der Folge wurden hydrologische Studien durchgeführt die zeigen, dass am Standort Zürich Hochwasserereignisse der Sihl mit Spitzen von 360 bis 480 m3/s möglich sind. Aufgrund dieser Erkenntnisse beschloss das Amt für Abfall, Energie und Luft AWEL, ein regionales Hochwasserwarnsystem zur Ver¬besserung der Hochwassersicherheit der Stadt Zürich und des Sihltals zu realisieren. Das Kernstück des Hochwasservorhersagesystems für die Sihl ist das hydrologische Modell PREVAH.
Es verarbeitet die Informationen aus meteorologischen Modellen und Informationen zum Zustand des Einzugsgebiets und liefert für verschiedene Standorte Abflussprognosen für die folgenden fünf Tage. Durch diese Informationen lassen sich kritische Hochwasserspitzen frühzeitig erkennen und vergrössern den Handlungsspielraum der Entscheidungsträger des AWEL. Zu den möglichen Massnahmen bei einer prognostizierten kritischen Hochwasserspitze zählt insbesondere die vorsorgliche Absenkung des Sihlsees, um dessen Rückhaltefunktion zu erhöhen. Ausserdem kann die Bereitschaft von Feuerwehren für flankierende Massnahmen vorbereitet werden.
Die WSL stellt seit 2008 den Betrieb dieses probabilistischen hydrologischen Vorhersagesystems sicher und stellt dessen Ergebnisse in benutzerfreundlicher Form auf einer Website dem AWEL zur Verfügung. Zudem wurden Tools für die Berechnung von Szenarien entwickelt. In der Periode von März bis Oktober betreibt das Vorhersageteam an der WSL einen Bereitschaftsdienst und verfasst jeweils freitags einen Lagebericht. In kritischen Situationen steht das Vorhersageteam der WSL dem AWEL in beratender Funktion zur Verfügung.
Das Vorhersage¬system für die Sihl wurde als eines der ersten Regionalmodule auch in das Vorhersagesystem FEWS (für "Flood Early Warning System") des BAFU implementiert. Die Simulations¬ergebnisse werden zudem auf der am 1. März 2010 lancierten Gemeinsamen Informationsplattform Naturgefahren des Bundes (GIN) dargestellt. Das Vorhersagesystem läuft damit am BAFU grösstenteils redundant zum System an der WSL.
Als langfristige Lösung projektiert der Kanton Zürich einen Hochwasser-Entlastungsstollen zwischen der Sihl bei Langnau am Albis und dem Zürichsee in Thalwil. Bis der Stollen gebaut ist, bleibt das Hochwasservorhersagesystem IFKIS-Sihl ein elementarer Bestandteil des Hochwasserschutzes an der Sihl.
Details zum Projekt
Projektdauer
2008 - 2015