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Das Knochenmark ist für die Bildung der Blutzellen zuständig. Bei gesunden Menschen werden hier rote und weisse Blutkörperchen sowie Blutplättchen gebildet. Liegt beim Patienten allerdings ein Myelodysplastisches Syndrom vor, ist die Blutbildung gestört. Die wichtigen Blutzellen werden hierbei entweder nicht ausreichend gebildet oder können ihre Funktionen nicht in vollem Umfang ausführen. Die Krankheit tritt häufig im höheren Alter auf und kann sogar in eine Leukämie übergehen. Die Behandlungsmethoden haben sich in den letzten Jahren stetig verbessert, dennoch gilt die Prognose bei dieser Erkrankung als eher kritisch.
Weitere Informationen zum Myelodysplastischen Syndrom finden Sie im Text weiter unten.
Myelodysplastisches Syndrom (MDS) - Medizinische Experten
Das Knochenmark ist für die Bildung der Blutzellen zuständig. Bei gesunden Menschen werden hier rote und weisse Blutkörperchen sowie Blutplättchen gebildet. Liegt beim Patienten allerdings ein Myelodysplastisches Syndrom vor, ist die Blutbildung gestört. Die wichtigen Blutzellen werden hierbei entweder nicht ausreichend gebildet oder können ihre Funktionen nicht in vollem Umfang ausführen. Die Krankheit tritt häufig im höheren Alter auf und kann sogar in eine Leukämie übergehen. Die Behandlungsmethoden haben sich in den letzten Jahren stetig verbessert, dennoch gilt die Prognose bei dieser Erkrankung als eher kritisch.
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Myelodysplastisches Syndrom (MDS) - Weitere Informationen
Was ist ein Myelodysplastisches Syndrom?
Das Myelodysplastische Syndrom bezeichnet nicht eine einzelne Krankheit. Vielmehr handelt es sich um eine Art Gruppe von Erkrankungen, die allesamt die Blutbildung betreffen. Im Knochenmark entwickeln sich verschiedene Arten von Blutzellen, die allesamt eine unterschiedliche Aufgabe im Körper übernehmen.
Die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) etwa stehen in Zusammenhang mit dem Immunsystem, sie bekämpfen Krankheitserreger und werden deshalb auch Gesundheitspolizei genannt. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) regeln den Sauerstofftransport im Blut, während die Blutplättchen (Thrombozyten) für die Gerinnung verantwortlich sind.
Sind diese verschiedenen Zellen nun entweder nicht in ausreichender Anzahl vorhanden, entartet oder nicht gut genug ausgebildet, um ihre Aufgaben wahrzunehmen, spricht man von einem Myelodysplastischen Syndrom. Hier gibt es einige Unterschiede. Wenn zum Beispiel zwei der drei Zellen betroffen sind, dann spricht man von einer Bizytopenie, hat es gleich alle drei Zellen erwischt, nennt man dies Panzytopenie.
Vom Myelodysplastischen Syndrom sind meistens ältere Menschen ab einem Alter von 60 Jahren aufwärts betroffen. Statistisch kommt die Krankheit bei Männern etwas häufiger vor als bei Frauen.
Welche Symptome kann ein Myelodysplastisches Syndrom hervorrufen?
Da es sich hierbei um eine Bluterkrankung handelt, kommen verschiedene Symptome – bis hin zu einer Leukämie – infrage, die in Verbindung mit dem Blut stehen. Zum Beispiel kann es so einer so genannten Anämie, einer Blutarmut kommen. Der Grund dafür liegt in der mangelnden Bildung von roten Blutkörperchen. Die Anämie ist bei einem grossen Teil der Patienten eine der Begleiterscheinungen. Ist die Blutarmut bereits weit vorangeschritten, kann sogar eine Transfusion nötig werden.
Ist die Bildung der weissen Blutkörperchen beeinträchtigt (Leukopenie), können die Patienten häufiger an Infekten leiden, da das Immunsystem nur eingeschränkt funktioniert und nicht in der Lage ist, diese ausreichend abzuwehren. Ist die Bildung von Blutplättchen gestört, können die Patienten leichter bluten. Eine weitere Begleiterscheinung ist also die mangelnde Blutgerinnung bei Wunden. Es entwickeln sich auch Petechien, kleine, sichtbare Blutungen unter der Haut. Eine vergrösserte Milz oder eine vergrösserte Leber können abseits der bereits genannten Symptome ebenfalls auftreten.
Mögliche Symptome des Myelodysplastischen Syndroms:
- höhere Infektanfälligkeit
- Blutungsneigung
- Blutarmut
- vergrösserte Leber und/oder Milz
- Entwicklung einer Leukämie
Wie entsteht ein Myelodysplastisches Syndrom?
Wie bereits erwähnt kommt es bei dieser Erkrankung zu einer fehlerhaften Bildung der einzelnen Blutzellen im Knochenmark. Bei einem Grossteil der Patienten kann nicht sicher geklärt werden, warum es zu dieser fehlerhaften Blutbildung kommt. In einem solchen Fall spricht man von einem primären Myelodysplastischem Syndrom. Bei einigen Patienten jedoch liegt ein sekundäres Myelodysplastisches Syndrom vor, das in den meisten Fällen auf bestimmte Faktoren zurückzuführen ist. So können etwa Bestrahlungen, Chemotherapien, Jod-Therapien bei Schilddrüsenproblemen sowie der Kontakt mit bestimmten Chemikalien diese Krankheit auslösen. Eine Veränderung der Chromosomen liegt in diesem Fall vor.
Wie erkennt der Arzt ein Myelodysplastisches Syndrom?
Der behandelnde Arzt befragt den Patienten zunächst nach seinen aktuellen Beschwerden und auch nach eventuellen Vorerkrankungen. Und da es sich bei diesem Leiden um eine Bluterkrankung handelt, wird er zudem eine Blutuntersuchung anordnen. Eine körperliche Untersuchung kann ebenfalls angezeigt sein, etwa, um eine vergrösserte Milz oder Leber festzustellen. Durch eine Knochenmarkpunktion kann der Arzt das Gewebe gezielt in einem Labor untersuchen lassen und so auch einen Hinweis über mögliche Therapieformen bekommen.
Wie wird ein Myelodysplastisches Syndrom behandelt?
Bei der Behandlung muss zwischen zwei Krankheitsformen unterschieden werden: Es gibt das Niedrigrisiko-MDS sowie das Hochrisiko-MDS. Beim Niedrigrisiko-MDS können Transfusionen ebenso zum Einsatz kommen wie bestimmte Impfungen oder die Verabreichung von Antibiotika bei Infekten. Darüber hinaus spielen auch Präparate eine Rolle, die das Eisen im Blut binden, da es ansonsten durch eventuelle Transfusionen zu einer zu starken Konzentration kommen könnte. Zudem kann durch die Gabe von bestimmten Medikamenten das Wachstum einzelner Blutzellen angeregt werden.
Bei der Therapie eines Hochrisiko-MDS kommen ebenfalls verschiedene Wege infrage. So kann der Arzt medikamentös in den DNA-Stoffwechsel eingreifen. Alternativ kann auch eine Stammzellentherapie erfolgen, durch die sogar eine vollständige Heilung möglich ist. Allerdings muss hierfür zunächst ein geeigneter Spender gefunden werden, der dem Patienten genetisch sehr ähnelt. Mögliche Therapieformen:
- Transfusionen
- Impfungen
- Gabe von Eisenchelatoren
- Eingriff in den DANN-Stoffwechsel
- Stammzellentherapie