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Die Opposition im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina will Anzeichen dafür sehen, dass ihr bei den Präsidentenwahlen am vergangenen Wochenende der Sieg gestohlen wurde.
Ihre Parteien reichten am Mittwoch bei der Zentralen Wahlkommission in Sarajevo einen Antrag auf Neuauszählung der Stimmen ein. «Wir haben Hunderte von Unregelmässigkeiten festgestellt», erklärte der Vorsitzende der konservativen PDP-Partei, Branislav Borenović, vor dem Sitz der Wahlkommission.
In Bosnien waren am letzten Wochenende die Führungsorgane auf der Bundesebene und in den beiden Landesteilen, der bosnisch-kroatischen Föderation (FBiH) und der Serbischen Republik (Republika Srpska, kurz RS), gewählt worden. Besonders hart umkämpft war der Posten des Präsidenten der RS. Der seit langem herrschende Nationalist Milorad Dodik setzte sich nur knapp gegen die PDP-Politikerin Jelena Trivić durch.
Nach Angaben der Wahlkommission erhielt Dodik gerade mal 29'000 Stimmen mehr als Trivić. Insgesamt nahmen an der Wahl in der RS 617'000 Bürger teil. Borenović zufolge könnten 65'000 Stimmen von Betrug und Manipulationen betroffen sein. So seien in zahlreichen Wahllokalen noch vor Abschluss der Auszählung die Beisitzer der Opposition von Schlägertrupps vertrieben worden.
In vielen Wahllokalen entstanden Ergebnislisten, wonach auf unbekannte Kandidaten auffällig viele und auf Trivić keine einzige Stimme entfielen. «Wir geben nicht auf, bis sich die Wahrheit herausgestellt und die Gerechtigkeit gesiegt hat», erklärte Borenović.
Dodik bestimmt seit zwei Jahrzehnten die Politik im serbischen Landesteil. Er strebt die Abspaltung der RS von Bosnien an und gefährdet damit Frieden und Stabilität des Balkanlandes, das von 1992 bis 1995 Schauplatz eines blutigen Krieges mit rund 100'000 Toten war. Dodik geniesst die Unterstützung Serbiens, des EU-Landes Ungarns und Russlands. (sda/dpa)
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