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8. bis 14. Tag der Embryonalentwicklung
Wahrscheinlich wissen Sie noch nichts davon, dass Sie schwanger sind. Erst am Ende dieser Woche kann ein üblicher Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis bringen. Trotzdem ist
schon einiges passiert, denn die Blastozyste hat am Anfang der 4. Woche ihre Einnistung beendet.
Vielleicht ist es bei dieser Implantation sogar zu einer menstruationsähnlichen Blutung gekommen, der sogenannten Nidationsblutung oder Einnistungsblutung. Sie kann mit einer Periodenblutung verwechselt werden und zu einer rechnerisch falschen Bestimmung des Schwangerschaftsalters führen. Nur etwa die Hälfte aller Blastozysten entwickeln sich übrigens weiter: In den anderen Fällen kommt es aufgrund von Fehlanlagen wie Chromosomenstörungen, Hormonmangel oder Durchblutungsstörungen zu einer sehr frühen und unbemerkten Fehlgeburt.
Bei der Blastozyste unterscheidet man zwei Teile, den äusseren Trophoblast und den inneren Embryoblast. Der innere Teil wird den Embryo und die Eihaut (mit dem Fruchtwasser) bilden, der andere Teil die Plazen-
ta, den Mutterkuchen. Die Fruchtblase wird Ihr Baby wie ein Polster vor Verletzungen schützen und normalerweise erst während der Geburtswehen aufgehen.
Der winzig kleine Keim entwickelt sich weiter in drei unterschiedlichen Zellschichten. Eine Zellschicht bildet das Gehirn, die Nerven, Schweissdrüsen, Haare und Nägel, die Haut und die Augen und Ohren. Aus der zweiten Schicht entsteht das Herz und Kreislaufsystem (Blut und Gefässe), die Nieren, Milz, Geschlechts-
organe, Knochen, Muskeln und die tieferen Hautschichten. Die dritte Zellschicht schliesslich wird zu den Lungen, der Leber, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, den ableitenden Harnwegen und dem Verdauungstrakt. Und das alles auf nicht viel mehr als einem Millimeter!
Die Plazenta, der Mutterkuchen, heisst jetzt noch Chorion und ist eine zottige Hülle mit winzigen bäumchenartigen Ausläufern, die den noch flachen Keim umschliessen. Das Chorion ist mit dem sich entwickelnden Embryo durch einen Haftstiel, die spätere Nabelschnur, verbunden. Die Zotten nehmen Kontakt zu den mütterlichen Blutgefässen auf und ermöglichen so die wichtigste Funktion der Plazenta: den Austausch von Sauerstoff, Nähr- und Abfallstoffen zwischen dem mütterlichen und kindlichen Kreislauf. Die Plazenta produziert aber auch verschiedene Hormone, z.B. hCG (humanes Choriongonadotropin, das man auch Schwangerschaftshormon nennt), Östrogen und Progesteron (das Gelbkörperhormon), die dafür sorgen, dass keine Periodenblutung ausgelöst wird und die Schwangerschaft weiterhin bestehen bleibt.
Wichtig ist die Plazenta auch für das Wachstum der Gebärmutter und für die Veränderungen an Ihrer
Brust als Vorbereitung auf das Stillen. Und sie wirkt wie eine Schranke gegen viele (aber leider nicht alle) schädigende Einflüsse, zum Beispiel gewisse Infektionen.
Bei all diesen Vorgängen wirkt ein hoher Progesteronspiegel im Körper stark beruhigend auf die Gebärmuttermuskulatur, damit der Embryo nicht abgestossen wird. Leider kann auch der restliche Organismus auf die hormonelle Veränderung reagieren, was sich zum Beispiel in Müdigkeit, häufigem Harndrang und Verstopfung bemerkbar macht.