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Braunes Gold
Mit flinker Hand mischt der Bartender die erlesenen Ingredienzen in den exakten Verhältnissen, richtet seine Fliege und lächelt herzlich, bevor er dem Stammgast seinen Sazerac serviert. Dieser umfasst das gefrorene Glas, schaut auf die tapetengesäumte Wand und verweilt mit seinem Blick auf den adrett gekleideten Herren, welche sich an der Bar eine Runde Seelbach einverleiben. Eine junge Frau mit einem silbernen Tablett betritt sein Blickfeld, geht an der Holzbank vorbei und serviert zwei Damen einen klassischen Champagner Cocktail. Die Dame zieht sich mit dem Wunsch, der Cocktail möge schmecken, und einer anmutenden Drehung zurück. Sie verschwindet im imposanten, mit alten Metrofliesen verkleideten Treppenhaus und steigt die Holzstufen hinunter.
Der Barista drückt das Pulver mit ausgewogener Kraft in das Sieb, lässt ein bisschen Brühwasser aus der Gruppe und klemmt den Kolben in das italienische Meisterwerk. Er drückt den Knopf und freut sich an dem braunen Gold, welches wie Öl über die runden Trichter gleitet.
Die Dame kreuzt erneut den verträumten Blick des Gastes, diesmal mit einem schnelleren Gang, jedoch mit derselben Grazie. In der Hand hält sie eine kleine, dickwandige, braune Tasse und übergibt sie dem Gast neben ihm. Er nimmt den letzten Schluck seines Sazeracs, denkt an den nächsten Morgen und wie er, exakt an diesem Platz, den perfekten Espresso ebenfalls geniessen wird. Er hebt den Hut und grüsst süffisant zum Abschied, auf Wiedersehen.