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Peter Eggert ist seit mehreren Jahren als Kleinverleger in der deutschen Spieleszene aktiv und hebt sich als solcher wohltuend vom Mainstream ab. Seine Spiele sind originell und dürfen auch mal länger als die obligaten 60 bis 90 Minuten dauern. Mit Antike hat er 2005 ein Spiel heraus gegeben, das nicht nur die Freaks anspricht, sondern auch einem breiteren Publikum zugänglich ist.
Auf den ersten Blick sieht Antike wie ein herkömmliches Eroberungsspiel aus: Der Spielplan zeigt eine Karte des Mitelmeerraums (eine Seite) bzw. des Nahen Ostens (andere Seite). Ums Erobern geht es aber nur bedingt; Ziel des Spiels ist es in erster Linie, sein Volk zu entwickeln. Dies geschieht durch den Bau von Städten und Tempeln, durchs Befahren der Meere und die Zerstörung gegnerischer Tempel sowie durch verschiedene Erfindungen wie dem Rad, der Seefahrt usw. Wer gewisse Entwicklungsschritte vollbringt, erhält eine antike Persönlichkeit und somit einen Siegpunkt. Es gewinnt, wer zuerst eine bestimmte Zahl von Persönlichkeiten gesammelt hat.
Besonders zu erwähnen ist der Zugmechanismus: Auf einem in acht Sektoren unterteilten Rondell können die Spielerinnen und Spieler ihre Figur um ein bis drei Felder vorwärtsziehen und dann die diesem Feld entsprechende Aktion durchführen: Ressourcen (Eisen, Marmor, Gold) produzieren, Ressourcen verbrauchen (Aufrüsten, Tempel bauen oder Fortschritte erzielen) oder Manöver durchführen. Zudem können gegen Abgabe von je drei verschiedenen Ressourcen beliebig viele Städte gegründet werden. Gegen Abgabe weiterer Ressourcen kann man seine Figur auch mehr als 3 Felder weit ziehen und damit seine Aktionsmöglichkeiten vergrössern.
Natürlich kommt es auch bei Antike früher oder später zu Konflikten, da es auf dem Spielplan zu eng wird und es gilt, den oder die führende SpielerIn zu bremsen. Allerdings ist dies nicht die einzige Option, die verschiedenen Völker können durchaus auch friedlich nebeneinander koexistieren und sich mehr aufs Erzielen von Fortschritten konzentrieren. Diese bringen im Spiel auch Vorteile, wie zum Beispiel eine grössere Reichweite in den Manövern.
Antike kommt gänzlich ohne Glückselemente wie Würfel oder Aktionskarten aus und ist somit ein reines Strategispiel. Es ist aber leicht zu erlernen und zu erklären und bietet auch weniger geübten SpielerInnen einen schnellen Zugang. Der Inhalt der Schachtel ist sehr reichhaltig, was den relativ hohen Preis erklärt. Dieser ist das Spiel aber allemal Wert!
|vergriffen||
Antike
von Mac Gerdts (PD-Verlag), für 2-6 Spieler, ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 120 Min - SFr 59.00|
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