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Pfarrkirche Seewen
Innenraum (Schiff Nordost)
Pfarrkirche Seewen
Innenraum (Schiff Südwest)
Pfarrkirche Seewen
Adresse
6423 Seewen
SZ
Architektur
Die Pfarrkirche Seewen ist ein Initialbau der Zentralschweizer Nachkriegsmoderne. Der schlichte Baukörper ist überzeugend durchkomponiert, proportioniert und gestaffelt. Die Prägnanz der Tragstrukturen setzt einen aussergewöhnlichen Akzent.
Chronologie
Die Pfarrkirche Seewen wurde 1959 bis 1961 nach einem Entwurf von Wilhelm Freitag als «Neue Marienkirche» errichtet. Sie ergänzte die «Alte Marienkirche». 1966 wurde die Pfarrei in den Neubau verlegt, der seither als Pfarrkirche dient. Die beiden Sakralbauten liegen circa 200 Meter auseinander.
Lage
Die Pfarrkirche befindet sich, umgeben von einer grosszügigen Grünfläche, zentral in Seewen. Die Erschliessung erfolgt über den Kirchweg im Südwesten auf das Krummfeld und die Alte Gasse, die das Grundstück fassen. Von einem Platz vor der Südwestfassade führen zwei gegenläufige Freitreppen auf eine erhöhte Terrasse vor den Kirchenportal. Im Südosten wird das Ensemble von einem Pfarrhaus ergänzt.
Beschreibung
Der Baukörper ist zweigeschossig und beherbergt im Sockelgeschoss einen grossen Gemeindesaal. Der Turm steht an der Nordwestseite frei neben der Kirche. Das Schiff ist zwischen eine eingezogene Vorhalle und einen eingezogenen Chor eingespannt. Schiff und Vorhalle sind unter einem flach geneigten Satteldach mit geringem Dachvorsprung zusammengefasst, der Chorbereich ist abgesetzt und höher ausgebildet. Die Portalfassade der Vorhalle im Südwesten wird von sechs mittig angeordneten Fenstern akzentuiert. Die gestuft zu den Seiten hin höher werdenden schmalen Scheiben fassen eine zentrale Madonnenskulptur. Das darunter befindliche ebenfalls sechsteilige Portal wird von einem filigranen, weit auskragenden Vordach geschützt. Das Schiff ist in fünf Querachsen gegliedert, der konstruktive Aufbau aus Betonbindern zeichnet sich mit Rippen am Aussenbau ab. Dazwischen sind Bandfenster eingespannt – identisch für Kirche und Gemeindesaal. Die Beichtstühle treten an der Fassade kastenartig hervor und erfahren eine seitliche Rahmung durch eine kleinteilige Kunstverglasung in einem Betonraster. An der Nordfassade ist ein Seiteneingang positioniert. An der Nordwestwand des Chores befinden sich analog zur Vorhalle sechs schmale Fenster, die nun aber zur Mitte hin ansteigend in der Höhe gestaffelt sind. Kirche und Turm sind flächig weiss verputzt. Der mit einem Zeltdach gedeckte, etwa 30 Meter aufragende Turm ist auf zwei Seiten geschlossen, auf den anderen beiden Seiten mit zwei schmalen, über alle Geschosse greifenden Schallöffnungen aufgelöst. Die Kirchturmuhren sind über die mit schwarzen Holzlamellen geschützten Öffnungen gesetzt.
Das Kircheninnere ist wie auch der Aussenbau sehr zurückhaltend gestaltet: Die Dachkonstruktion ist sichtbar, ebenso die Betonstützen. Dazwischen sind die Seitenwände verputzt, der Bereich der Vorhalle und des Chors sind in Ziegelmauerwerk gestaltet. Die Orgelempore ist über der Vorhalle angeordnet, ihre Brüstung ragt in das Schiff hinein. Die Kunstverglasung der Fenster setzt je nach Tageszeit intensive Lichtakzente.