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Oscars 2023: Mit diesen Filmen hofft Apple auf Erfolg
Am Dienstag, 24. Januar, werden in Los Angeles die diesjährigen Oscar-Nominationen bekannt gegeben. Nach dem grossen Erfolg mit «CODA» vor einem Jahr, dürfte Apple bei den diesjährigen Oscars für weniger Aufsehen sorgen. Mit gut 10 Filmen geht Apple ins Rennen um den begehrtesten Filmpreis der Welt – wirkliche Chancen auf eine Nominierung hat Apple heuer nur wenige.
Von den bisher auf Apple TV+ verfügbaren 52 Filmen hat Apple im für die diesjährigen Oscars zugelassenen Zeitfenster deren 12 Spielfilme und Dokumentarfilme auf Apple TV+ veröffentlicht (plus 5 animierte Kinderfilme). Von diesem Dutzend sind elf Filme für die Oscars 2023 teilnahmeberechtigt (weil sie etwa zusätzlich auch in ausgewählten Kinos angelaufen sind; «The Sky is Everywhere» ist deshalb nicht für die Oscars wählbar). Es handelt sich konkret um die folgenden Apple-TV-Plus-Projekte – Apple dürfte mit all ihnen Ambitionen auf die goldene Statue haben:
Wer am Dienstag Oscar-Nominationen erhält, ist bereits festgelegt worden, denn die Mitglieder der «Academy of Motion Picture Arts and Sciences» durften vom 12. bis 17. Januar ihre Wahl für die diesjährigen Oscars einreichen. Als Nächstes werden nun die Nominierungen für die Oscars 2023 am Dienstag, 24. Januar, bekannt gegeben. Die Oscar-Verleihung findet dann in der Nacht vom 12. auf den 13. März statt.
Vor einem Jahr schrieb Apple mit dem Coming-of-Age-Drama «CODA» Film-Geschichte. Mit dem Mac-Hersteller ist im Frühjahr 2022 erstmals der Hauptpreis der wichtigsten Preisverleihung des Filmgeschäfts an einen Streaming-Anbieter gegangen. Der mit überwiegend gehörlosen Darstellerinnen und Darsteller besetzte Apple Original Film «CODA» gewann neben dem Haupt-Oscar «Bester Film» auch in den Kategorien «Bester Nebendarsteller» (Troy Kotsur) und «Bestes Adaptiertes Drehbuch» (Siân Heder). Ebenfalls nominiert war Apple in drei Kategorien mit dem Joel-Coen-Film «The Tragedy of Macbeth», ging dort aber leer aus.
Auch in diesem Jahr werden wieder in 23 Kategorien Oscars verliehen. Zu zehn Kategorien davon hat die Academy bereits sogenannte «Shortlists» veröffentlicht. Dabei handelt es sich gewissermassen um eine Zwischenstufe des Nominierungs-Prozesses oder um eine «Ausdünnung» der Filme, die sich in diesen Kategorien für die Oscars qualifizieren.
Shortlists gibts für die Kategorien «Bester Dokumentarfilm», «Bester Dokumentar-Kurzfilm», «Bester internationaler Film», «Bestes Make-up und beste Frisuren», «Beste Filmmusik», «Bester Song», «Bester animierter Kurzfilm», «Bester Kurzfilm», «Bester Ton» und «Beste visuelle Effekte».
Auf den zehn Shortlists sind auch drei Apple-Projekte zu finden. «The Boy, the Mole, the Fox and the Horse (Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd)» ist auf der Shortlist für den «Besten animierten Kurzfilm». Auf der «Bester Song»-Shortlist finden sich gleich zwei Titel aus Apple-Originals: «My Mind & Me» aus der Doku «Selena Gomez: My Mind & Me» und «Good Afternoon» aus dem Weihnachts-Comedy-Musical «Spirited».
Komplett leer ausgegangen ist Apple derweil bei der Dokumentarfilm-Kategorie. Apple wird sich mit Sicherheit mit den drei Dokus zu Selena Gomez, Sidney Poitier und Louis Armstrong Hoffnungen auf das Gold-Männchen gemacht haben.
Für einen Oscar in einer der grossen Kategorien reicht es Apple TV+ in diesem Jahr höchstwahrscheinlich nicht. Womöglich dürfte der Mac-Hersteller heuer sogar nur wenige Nominationen einfahren. Wirklich zu den Favoriten gehört einzig «The Boy, the Mole, the Fox and the Horse» in der Kategorie «Bester Animierter Kurzfilm». Dank einer möglichen Nominierung dann während der Oscar-Gala immerhin auf der grossen Bühne zu sehen und hören sein könnte «Good Afternoon» aus «Spirited» (als Nominierter in «Bester Song»). Alle anderen Apple-Projekte gehören eher zum «grösseren Favoriten-Kreis» für eine mögliche Oscar-Nominierung – oder sogar nur zu «unter ferner liefen».
Der Titel «My Mind and Me» aus «Selena Gomez: My Mind and Me», der zwar auf der Shortlist zu «Bester Song» ist, wird in der Branche nicht wirklich als Kandidat für eine Nominierung genannt.
Jennifer Lawrence könnte ins Rennen um den «Beste Schauspielerin»-Oscar gehen mit dem Apple-/A24-Film «Caseway», die Konkurrenz für die Nominationen ist in dieser Kategorie dieses Jahr aber wohl stärker als die bereits mit zwei Goldmännchen ausgezeichnete Aktrice. Fast mehr Chancen – aber wohl auch zu wenige – hat da Brian Tyree Henry, ihr Leinwand-Kollege aus «Causeway». Henry gehört aber nur zum grösseren Favoriten-Kreis für eine Nomination als «Bester Nebendarsteller».
Apples erster Animations-Spielfilm «Luck» wird am Dienstag wohl eher weniger unter den Nominierten der Kategorie «Bester Animationsfilm» zu finden sein. Der Film des Animations-Studios «Sky Animation» wird in der Branche höchsten als «unter ferner liefen» genannt. Gar nicht erst als Kandidat für eine Nominierung genannt wird derweil Apples Vietnam-Kreigsfilm «The Greatest Beer Run Ever» oder der Spielfilm «Raymond & Ray».
Robert Richardson, der Kameramann von «Emancipation», zählt in der Kategorie «Beste Kamera» zum grösseren Favoriten-Kreis. Spannend bleibt es, ob Will Smith für seine Leistung in Apples Historien-Drama gewürdigt wird. Der Ohrfeig-Skandal der letzten Oscar-Verleihung könnte hier noch nachhallen. Ganz allgemein wäre ein Oscar-Gewinn aber weiterhin möglich. Smith ist zwar selbst proaktiv aus der Academy ausgestiegen und die Institution hat ihn wiederum für zehn Jahre von der Zeremonie und anderen Events ausgeschlossen, Smith darf aber weiterhin für Oscars nominiert werden. Im Falle eines Sieges darf er den Preis allerdings nicht selbst während der Gala entgegennehmen.