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Wir treffen uns ins seinem Familienhaus, welches er als siebte Generation bewohnt :
« Meine Vorfahren waren über fünf Generationen Hufschmiede. Dann, zu Zeiten meines Grossvaters, welcher den Beruf des Stellmachers ausübte, wurden die Aktivitäten diversifiziert, und zum Haus gehörten eine Schmiede, eine Schreinerei und ein landwirtschaftlicher Teil. » Sein Vater gab schliesslich der Landwirtschaft den Vorzug, entwickelte diesen Sektor und gab die anderen Aktivitäten auf. Nach einer klassischen landwirtschaftlichen Ausbildung bricht François Muller auf nach Neuseeland und Australien, wo er während 15 Monaten als Praktikant arbeitet : « Auf diesen Reisen habe ich viel gelernt. So wie in Neuseeland gearbeitet wird, hatte ich das Gefühl, es sei jeden Tag Sonntag - verglichen mit der Schweiz. Dabei wurde dauernd über die Arbeit geklagt. Dabei habe ich gelernt, mit dem zu leben, was man hat und dabei stets die positive Seite zu sehen. »
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz
sieht François Muller seine Zukunft nicht unmittelbar in der Landwirtschaft und tritt eine Lehre als Forstwart an. Als sich 1994 jedoch die Gelegenheit bietet, den Familienbetrieb zu übernehmen, entschliesst er sich, zusammen mit zwei anderen Produzenten einen Gemeinschaftsstall zu gründen. Somit konnten die Arbeitszeiten etwas verbessert werden und es wurde ein neuer Landwirtschaftsbetrieb erbaut. Im 2008 erhöht er seinen Viehbestand von 50 auf 70 Kühe und, um ihn etwas zu entlasten, stellt er im 2015 einen jüngeren Mitarbeiter ein.
Und wie kam es zur Bio-Milch ?
« Meine Eltern produzierten Bio schon seit 1982. Vor allem war es meine Mutter, die in diese Richtung lenkte. Was meine Erfahrung betrifft, habe ich den Eindruck, dass Veränderungen oftmals von Frauen herbeigeführt werden. Die Bio-Milch, die wir in unserem Betrieb produzieren, wird seit 2000 im Bio-Kanal vermarktet, zunächst in der Industrie, später war es mein Wunsch, dass die Käserei Schafer in Cressier, die ich mit Milch beliefere, mit dieser ebenfalls Bio-Käse herstellt. Ein erster Versuch wurde im 2003 für Coop unternommen und hat gut funktioniert. Seither wird meine Milch dort ausschliesslich für die Produktion von Bio-Käse verwendet. » Selbst wenn der Vacherin Fribourgeois AOP nur einen kleinen Teil der Käseproduktion der Käserei Schafer ausmacht, mit der Milch von François Muller handelt es sich um einen exklusiven Bio-Käse.
Wir begeben uns anschliessend zum Familienunternehmen, wo der Produzent uns seinen Viehbestand erklärt :
« Die Kuhrassen habe ich mehrmals gewechselt. Ursprünglich hatte ich eine Herde Holstein-Kühe. Meiner Ansicht nach waren sie für eine Bio-Produktion nicht speziell geeignet. Danach entschied ich mich für die Jersey-Rasse, kam jedoch zum selben Ergebnis. Nun züchte ich seit etwa zehn Jahren Schweizer Fleckvieh (SF). Zu meiner Herde gehören noch Jerseys und kombinierte Rassen, denn ich versuche die Kühe so lange wie möglich zu behalten. » Und für François Muller ist diese Produktion nicht mit grösseren Belastungen als die herkömmliche verbunden : « Bio produzieren heisst einfach, die Dinge anders zu betrachten und seine Gewohnheiten zu ändern. »
Bevor wir uns verabschieden, noch eine letzte Frage, natürlich zum Vacherin Fribourgeois AOP: Was verbindet den Produzenten mit ihm ? « Ein wenig davon habe ich stets im Haus. » Und sein Favorit ? « Der Alpage ! »