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Zu Füssen der Zitadelle liess Sultan Hassan in den Jahren 1356-1363 seine Grabmoschee errichten. Sie gilt als das schönste Bauwerk der Mameluckenzeit und ist eine der grössten Moscheen der Welt. Sultan Hassan war ein Abkömmling der Bakri-Mamelucken, die aus dem südrussischen Steppengebiet stammten und von 1279 bis 1382 als Sultane Ägypten beherrschten. Er war ein Sohn des grossen Mameluckensultans Al-Malik an-Nasir Muhammad. Die Arbeiten am Bau der Moschee begannen 1356, das ganze Projekt verschlang so viel Geld, dass Hassan zeitweise sein Bauvorhaben aufgeben wollte. Auch stand dieses unter keinem guten Stern: nach vier Jahren Bauzeit brach eines der Minarette zusammen, wobei mehr als dreihundert Leute ums Leben kamen. Dieses Ereignis wurde als schlechtes Omen betrachtet – tatsächlich wurde Sultan Hassan im Jahre 1361 ermordet, zwei Jahre bevor die Moschee fertig gestellt war (1363). Der prachtvoll ausgestatteten Moschee war ein wechselvolles Schicksal beschieden – sie war nicht nur ein Gotteshaus, sie diente auch als Zufluchtsort aufsässiger Gegner verschiedener Sultane, hier versteckten sich Mameluckenführer, um von der Moschee aus die Zitadelle angreifen zu können, zweimal wurde die Moschee in eine Festungsanlage umfunktioniert. Sultan Janbalat wollte die Moschee 1500 zerstören, um zu verhindern, dass sie zu militärischen Zwecken missbraucht wurde. Ein Team von Handwerkern war bereits dabei, die Zerstörung vorzubereiten, als an diesem Vorhaben jedoch Kritik geübt wurde, und der Sultan glücklicherweise von seinem Plan abliess. Als 1517 der flüchtige Tumanbay, letzter Mameluckensultan, in der Moschee Zuflucht suchte, wurde die Medrese mit Kanonenböllern beschossen. Ein letztes Mal war die Moschee in der osmanischen Zeit in Kriegsgeschehen verwickelt. Geschosse beschädigten die Kuppel so sehr, dass sie wegen Einsturzgefahr zerstört werden musste. Der Einsturz eines der beiden Minarette im Jahr 1659, durch den ein Teil des Strebepfeilers mit seinen Stalaktiten verschwand, war vielleicht auch eine Folge von Kriegshandlungen. Im 17. Jahrhundert musste die Moschee aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden und konnte erst während des 18. Jahrhunderts der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.
Von der Terrasse der Zitadelle aus hat man einen herrlichen Blick auf die Sultan Hassan-Moschee und auf die daneben liegende, nur durch eine schmale Gasse davon getrennte Rifai-Moschee. Aus der Ferne scheint es, als ob die beiden Moscheen ein geschlossenes Ensemble bilden würden, tatsächlich aber wurde die Rifai-Moschee ca. 500 Jahre nach der Sultan Hassan-Moschee erbaut. Die Mutter des Khediven Ismail hatte die Moschee 1869 als Grabmoschee für die Angehörigen der königlichen Familie in Auftrag gegeben. Der gewaltige Bau ist in einer Art „Neo“-Mameluckenstil errichtet: wehrhaft, protzig, pompös. Zedernholz, Marmor, Elfenbein und Gold sind die kostbaren Materialien, mit welchen die Wände der riesigen Innenräume verkleidet sind. Nicht minder aufwändig wurden die Grabmäler der königlichen Familie gestaltet. In dieser Moschee wurde auch Reza Pahlavi beigesetzt: zwei Jahre nach seiner Flucht aus dem Iran war er in Kairo einem Krebsleiden erlegen. Der damalige ägyptische Staatspräsident Anwar as-Sadat hatte für ihn ein Staatsbegräbnis angeordnet. Eine einfache Marmorplatte bezeichnet seine Grabstätte, an der immer noch die kaiserliche Flagge gehisst ist. Auch der gestürzte König Faruk (gest. 1965) fand hier seine letzte Ruhestätte.