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Klimawandel
Global gesehen warmer Winter
Unterschiedliche Ansichten
Nach Angaben von Stefan Rahmstorf war der Winter 2009/2010 weltweit der zweitwärmste seit Beginn der weltweiten, systematischen Aufzeichnungen. Der Potsdamer Klimaforscher bezieht sich dabei auf Daten der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Zwar sei der Winter in Deutschland recht kalt und schneereich gewesen, so Rahmstorf. Dennoch seien die Monate von Dezember bis Februar über den ganzen Globus gesehen, die zweitwärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren gewesen.
Der Winter 2009/2010 in Deutschland
In diesem Zusammenhang kann dann die Verwendung des Begriffs "Winter" verwirrend sein, da auf der Südhalbkugel die Monate von Dezember bis Februar den Sommer bringen. Der beschriebene Temperaturüberschuss resultiert hauptsächlich aus tropischen und subtropischen Bereichen der Erde und dort auch ungewöhnlich warmen Ozeantemperaturen. Hierzu trug ein El Ninjo-Ereignis bei, welches aber wesentlich schwächer als etwa im Jahr 1998 ausfiel.
Die Meereisbedeckung in der Arktis
Die Eisbedeckung rund um die Antarktis hatte sich in einem normalen Rahmen bewegt, in den Polarregionen der Nordhalbkugel scheint sich die Meereisbedeckung nach einem Rekordminimum im Jahre 2007 derzeit wieder zu erholen. Nach einer Studie des NASA Goddard Institute for Space Studies war jedoch das gesamte Jahr 2009 das zweitwärmste bisher je gemessene. Die zehn Jahre seit 2000 seien die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen.
Abweichungen der Ozeantemperatur vom langjährigen Mittel Januar 2010
Die Ansichten über die tatsächliche Temperaturentwicklung in den vergangenen 12 Jahren gehen jedoch weit auseinander. So meinen auch viele Wissenschaftler, aus den Messwerten nach 1998 eher auf einen Rückgang der globalen Mitteltemperatur schließen zu können. Unstrittig erscheint lediglich, dass sich der sehr markante Temperaturanstieg vor dem Jahre 1998 nicht weiter ungebremst fortgesetzt hat.
Weltweite Temperaturabweichungen im Januar 2010
Man könnte mittlerweile den Eindruck gewinnen, dass die vorliegenden Daten von beiden Seiten, den Warnern wie den Klimaskeptikern, so interpretiert werden, dass sie am besten in ihr jeweiliges Modell passen. Dies ist für die Öffentlichkeit sehr verwirrend, zumal nicht jede neue Schlagzeile zu einer sachlichen Wahrheitsfindung beiträgt.
Auch im Weltklimarat rumort es, nachdem einige gröbere Fehler in seinem letzten Sachstandsbericht bekannt geworden waren. Es gibt Forderungen, die Arbeit des IPCC stärker als bislang von politischen und wirtschaftlichen Interessenlagen zu entkoppeln. Interessenunabhängige Forschung ist bei dem derzeit kaum überschaubaren Zustand des Weltklimas wichtiger denn je. Nicht zuletzt gilt es, viel genauer als bislang herauszufinden, welche Faktoren neben dem Treibhauseffekt einen Einfluss auf das Weltklima nehmen können.