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Fischotter
Lutra lutra
Der europäische Fischotter gehört zur Familie der Marder und bevorzugt als Lebensraum Gewässer mit Rückzugsmöglichkeiten in Form von Schilf, Sträuchern oder Gehölz. Man findet ihn an Bächen, Flüssen, Seen bis 1600 Metern über Meer so wie an Meeresküsten. Seine Verbreitung reicht von Westeuropa und Nordafrika bis über weite Teile Asiens. In der Schweiz gilt der Fischotter seit 1989 als ausgestorben.
Als fleischfressender Nahrungsopportunist variiert sein Beutespektrum je nach Lebensraum und Jahreszeit. Seine Hauptnahrung besteht aus Fisch. Er ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher, der überwiegend in der Dämmerung und Nacht jagt. Neben Fischen ernährt sich der Fischotter auch von Amphibien, Krebsen, Vögeln, Insekten, Mäusen und anderen Kleinsäugern. Sein Nahrungsbedarf beträgt ungefähr 1kg pro Tag. Neben einem guten Geruchs- und Gehörsinn verfügt der Fischotter über einen ausgezeichneten Sehsinn. Seine Augen können sich den gegebenen Lichtverhältnissen anpassen und sehen sowohl über als auch unter Wasser scharf. Sein wichtigster Sinn ist der Tastsinn.
Mit seinen Barthaaren, den so genannten Vibrissen, spürt er Beute im trüben Wasser auf und erkennt Hindernisse. Vibrissen sind hochempfindsame Tasthaare, die Bewegungen, Objekte sowie Wärme und Kälte wahrnehmen können. Vom Kopf bis zu seinem völlig behaarten und spitz zulaufenden Schwanz misst der Fischotter bis zu 120cm. Sein dichtes Fell ist wasserdicht und hält den Körper wohlig warm. Lange Zeit wurden Fischotterfelle verarbeitet und teuer gehandelt. Heute ist der Handel verboten.
Auf Grund seiner Nahrungspräferenzen galt der Fischotter vielerorts als Schädling. Als Konkurrent der Fischer wurde er stark bejagt. Gar eine komplette Ausrottung wurde im 19. Jahrhundert angestrebt. In der Schweiz ist der Fischotter seit 1952 eine geschützte Art, trotzdem starb er – vermutlich infolge Lebensraumverlustes – gut vierzig Jahre später aus. Inzwischen haben sich die Bedingungen und damit die Bestände vor allem in Osteuropa wieder erholt und man rechnet damit, dass natürliche Zuwanderungen auch in die Schweiz erfolgen werden. Die neue Fischotteranlage wurde im Juni 2012 eröffnet und befindet sich in der Nähe des Eingangs.
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