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Nach einer mehrmonatigen Reise durch die Schweiz mit einer in einem Eisenbahnwagon installierten Modell-Eisenbahn-Anlage der Gotthard-Bahn wollte Kurt Landenberger auch beruflich bei den SBB arbeiten. Es hat halt aber leider nicht sollen sein! Nun baute er hauptberuflich mechanische Rechenmaschinen (Fabrikat "Precisa") und in der Freizeit Spur 0-Modelle. Nächste Station: Swiss-Miniatur in Melide! Dort benötigten die Fahrzeuge im Massstab 1 : 20 neue Getriebe, die Kurt Landenberger zusammen mit einem Kollegen aus bei "Precisa" erworbenen Zahn- und Kegelrädern zusammenbauten. Da tauchte 1959/1960 in Melide Paul Schwingel aus Leverkusen auf! Schwingel bot damals als Erster, beispielsweise auch in der MIBA, Gartenbahnen im Massstab 1:8 und 1:6 an! In Melide wurde um das ganze Modell-Gelände ein Rundkurs von ca. 250 m Strecke für die Schwingelfahrzeuge verlegt.
Diese Erlebnisse und die Brast-Bahn, eine Liliputbahn beim Verkehrshaus in Luzern sollen bei Kurt Landenberger den Ausschlag gegeben haben. Wenn es schon nicht möglich war, bei der richtigen Eisenbahn zu sein, dann sollte es nun wenigstens eine "grosse Modellbahn" sein! Während Schwingel vorwiegend E-Loks und Dieselloks nachbaute, wählten die Landenbergers schon ein etwas anderes, bei Jung und Alt bekanntes Vorbild aus. Der damals 10-jährige Filius Hanspeter schlug die Spanisch-Brötli-Bahn vor. Von Studer gab es Zeichnungen im Massstab 1 : 45! Den noch unbekannten elektronischen Taschenrechner ersetzte eine selbst erstellte Umrechnungstabelle! In einem Kollegen, namens Otto Lehmann hat Kurt einen eifrigen Mitstreiter gefunden, der sich besonders um den Bau der Lok kümmerte, während Vater Landenberger sich der Wagen und des Tenders annahm. Um etwas mehr Zugkraft zu erhalten, wählte man die Lok "Rhein" Nr. 3 aus, die mit zwei Treibachsen ausgestattet war.
Obwohl bei den Brasts mit Dampf gefahren wurde, getraute man sich an diese Technik noch nicht und baute in die Lok einen Motor samt Getriebe aus einem Messerschmitt-Kabinenroller mit 200 cm3 ein! Dank einer elektrischen Umschaltmöglichkeit konnten die vier Gänge vorwärts und rückwärts geschaltet werden. Der Motor ist noch heute in der Lok. Im holzverkleideten Kessel ist eine grosser Schalldämpfer untergebracht, so dass das 240 kg schwere Maschine die Ohren der Fahr- und Zaungäste kaum strapaziert. Auf einer Wiese in der Nähe der Wohnung wurden die ersten Gleise ausgelegt und probiert. Vor den Ruhm haben die Götter den Schweiss gesetzt"! Mit einem fertigen Wagenmodell wanderte Kurt Landenberger von Büro zu Büro der in Frage kommenden Behörden und suchte eine Gelände. Als er sich fast am Ziel sah, gab es Widerspruch einer einflussreichen Persönlichkeit, so dass die Suche weiterging - mit dem Wagenmodell als "corpus delicti". Endlich - am Katzensee wurde er fündig. Der damalige Wirt vom "Waldhaus" sah eine Belebung des Geschäfts. Mit drei Eignern musste verhandelt werden: dem eidgenössischen Forstamt, der Stadt Zürich und den kantonalen Behörden.
Um ein Haar hätte der Naturschutz alles zu Fall gebracht. 1959 konnte mit dem Bau begonnen werden, und am 2. September 1961 war grosse Eröffnungsfeier. Ein erster Kreis um das Restaurant war entstanden. Die Die Schienen bestanden, wie fast überall aus Flacheisen, welche 1968 gegen Fassrollbänder getauscht wurden. Die eichenen Schwellen wurden tagelang in Karbolineum getaucht und sind heute durch Zores-Abdeckhauben (wie bei Brast) ersetzt. Der künstliche Tunnel hatte in den ersten Jahren auch gleichzeitig die Aufgabe des Depots. Als Mitte der siebziger Jahre der Wirt des Waldhauses wechselte und seine Pferde, das Kamel und anderes Getier mitnahm, konnte endlich die angrenzende Wiese hinzu gepachtet werden. Nun wurde der andere Teil der Strecke gebaut und es entstand eine Acht. Der Aushub (nur mit Pickel und Schaufel!) von der Nordseite wurde als Burghügel auf der Westseite aufgeschüttet, auf dem seit 1977 eine stolze Burg thront.
Der Bau der vorbildgetreuen Gebäudemodelle (z.B. ab 1968 das erste Depot für die die Lok) war Sache des Vaters. Hanspeter Landenberger kümmerte sich um die Lokomotiven. 1977 begann Vater Landenberger mit dem Bau eines neuen Depots, wurde doch für die zukünftigen Lokomotiven mehr Platz gebraucht. Von 1974 bis 1976 entstand die erste Dampflok, Lok "Florian". Das Vorbild wurde von der SLM Winterthur für das Gaswek Basel gebaut und diente später als Hoflok der SLM in Winterthur, wo sie heute noch steht. Kaum war dieses äusserst reichhaltig detaillierte Maschine fertig, wurde mit einer weiteren Dampflok nach einem Vorbild der Schweiz. Nordostbahn (NOB) begonnen. Die Jungfernfahrt der mittlerweile 540Kg schwer gewordenen Lok "364" fand 1986 statt. 1989 verstarb Kurt Landenberger und seither ist der Betrieb in die zweite und dritte Generation übergegangen.
Seit 1997 steht eine weitere Lok im Depot, eine echte Akku-Lok! Das Vorbild wurde 1906 durch die MFO für die Accumulatorenfabrik in Oerlikon gebaut. Bis 1970 war diese im Einsatz und wurde dann leider verschrottet. Nicht so das Modell, das für verschiedenste Arbeiten und Fahrten gebraucht wird. Schon bald wurde mit einem weiteren Fahrzeug den Beweis für die "Modellbahn" geliefert. Sohn Stefan baute in zwei Jahren einen Kohlenwagen der ehem. Gotthardbahn. In diesem Massstab kann man nicht nur, nein, da muss man jedes Teil, und sei es noch so klein, anbauen. Da entdeckt man beispielsweise hinter der Türe der Bremserhütte den Klappsitz, an dem sogar die Stützmechanik nicht fehlt. Eine Modellbahn ist nie fertig. Warum sollte es bei der Dampfbahn Katzensee anders sein? Man hat Pläne, deren Realisierung schon bald beginnen soll.