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Ein kühles Bier, das Tiramisù aus dem Kühlschrank: Was für uns heute selbstverständlich ist, war einst ein kaum erschwinglicher Luxus. Vor der Erfindung der Kältemaschine gab es die Kälte nur in grosser Höhe oder im Winter.
Im Gegensatz zur Wärme des Feuers, das der Mensch schon früh entdeckt hat, war künstliche Kälte nicht mit einfachen Hilfsmitteln herstellbar. Lange war deshalb Natureis, von Gletschern und gefrorenen Seen, die einzige Möglichkeit Kälte auch im Sommer zu haben.
Grosse Eisblöcke wurden deshalb ausgesägt und dann bis in den Sommer an kühlen Orten aufbewahrt. Zum Beispiel im Vallée de Joux im Waadtländer Jura, wo zeitweise eines der grössten Abbaugebiete für Natureis in Europa war.
Bis in die 1940er-Jahre wurde dort im Winter Eis gesägt, welches im Sommer jeweils per Bahn bis nach Paris verschickt wurde. Das Natureis wurde in den Haushalten in den Eiskasten gelegt, ein Vorläufer des heutigen Kühlschranks. Der Eiskasten war ein derart grosser Erfolg, dass daraus ein ganzer Industriezweig entstand – der Eishandel.
Ab den 1930er-Jahren waren sichere elektrische Kühlschränke für den Hausgebrauch erhältlich und die tropfenden Eiskästen verschwanden schliesslich aus den Küchen.
Teil 1 von 6 zur Sommerserie des Wissenschaftsmagazins «H2O – Geschichten rund ums Wasser»