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«Redet ehrlich, aber liebevoll miteinander!»
Eine Mutter hört einem Gespräch ihrer Tochter mit ihren Freundinnen zu. «Wann sollte ich mich als Erwachsene in die Beziehung der Kinder einmischen?», fragt sie Jesper Juul.
Eine Mutter erzählt in einem Brief an Jesper Juul von ihrer siebenjährigen Tochter Lena und einem Gespräch, das sie mit ihren Freundinnen Julia und Kim geführt hat. Julia durfte zu ihrem Geburtstag zwei Freundinnen für ein Wochenende zu sich nach Hause einladen. Zu unserer Tochter Lena sagte Julia: «Du bist eingeladen!» Lena fragte, ob denn Kim nicht auch eingeladen sei. Julia: «Nein, nur du und eine andere Freundin.»
Daraufhin sagte unsere Tochter, dass Julia ja nicht unbedingt vor Kim über dieses Thema reden müsse, wenn sie nicht eingeladen sei! Julia erwiderte, dass Kim an die «normale» Party, die sie auch noch mache, kommen könne. Unsere Tochter hatte plötzlich keine Lust auf das Wochenende und sagte dies ihrer Freundin, die darauf erwiderte: «Dann kann ich ja jetzt Kim einladen.» Kim antwortete, dass sie keine Lust habe.
«Sprechen Kinder die Dinge direkt an?»
Beim Zuhören kamen viele Gefühle in mir hoch. Ich überlegte, wie das für mich wäre, wenn jemand so mit mir reden und mich mal ein- und mal ausladen würde. Wie ist das unter Kindern? Sprechen sie die Dinge direkt an und halten so etwas besser aus als wir Erwachsenen? Während des Gesprächs habe ich mich mehrmals gefragt, ob ich etwas sagen soll und, wenn ja, was. Ich konnte sowohl mit Julia wie auch mit unserer Tochter mitfühlen. Julia wollte unsere Tochter aufrichtig einladen. Die Antwort unserer Tochter fand ich ehrlich und stark, weil sie einfach keine Lust hatte, ohne Kim an die Party zu gehen.
Inwieweit sollte ich mich als Erwachsene in die Beziehung zwischen Kindern einmischen?