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Das Wichtigste in Kürze
- Die russische Armee hat die zerstörte Atomanlage Tschernobyl eingenommen.
- Nach Angaben der Ukraine wurden dort anschliessend erhöhte Strahlenwerte gemessen.
Am Freitag hat die Ukraine mitgeteilt, dass am Ort der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl sehr hohe Werte festgestellt wurden. Dies, kurz nach der Einnahme der Russen.
In der Sperrzone sei am Freitagmorgen ein «Anstieg der Indikatoren über die Kontrollniveaus hinaus» festgestellt worden. Das sagte Alexander Grigoratsch von der ukrainischen Atomaufsicht der Nachrichtenagentur AFP. Er könne keine weiteren Einzelheiten nennen, da das Personal der Anlage evakuiert worden sei.
Das ukrainische Parlament erklärte, es sei an mehreren Messstellen in der Sperrzone eine erhöhte Gammastrahlung registriert worden; ohne jedoch genaue Werte zu nennen. Die Gründe für die Veränderung zu ermitteln, sei derzeit nicht möglich. Dies wegen der Besetzung der Anlage durch die russische Armee. Das russische Militär hatte den zerstörten Atomreaktor im Norden der Ukraine am Donnerstag nach Kämpfen unter seine Kontrolle gebracht.
Verteidigungsministerium: Strahlungswerte im «normalen» Bereich
Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums wies die Angaben aus Kiew am Freitag zurück. Er erklärte, die Strahlungswerte lägen im «normalen» Bereich. Er versicherte auch, dass das Personal weiterhin vor Ort sei und die Lage überwache.
Mit einem Bataillon der ukrainischen Sicherheitskräfte sei eine Vereinbarung getroffen worden über die «gemeinsame Sicherung der Energieblöcke und des Sarkophags». Dies ist die Schutzhülle über dem hochgradig radioaktiven Unglücksreaktor.
Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 war das bis schwerste Atomunglück der Welt; 36 Jahre später ist das Gebiet in weitem Umkreis noch immer radioaktiv verseucht. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte sich am Donnerstag besorgt über die Kampfhandlungen an der zerstörten Atomanlage gezeigt. Wegen der potenziellen Unfallgefahr verfolge sie die Situation in der Ukraine «mit grosser Sorge», erklärte die UN-Organisation. Sie forderte von allen Beteiligten «ein Höchstmass an Zurückhaltung».