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Home alone - Einpersonenhaushalte in der Stadt Zürich
29. September 2014 - Simon Villiger
In der Stadt Zürich gibt es mehr als 190 000 Privathaushalte. Dabei galt lange die Faustregel, dass die Hälfte der Haushalte nur aus einer Person besteht. Das war aber nicht immer so: 1960 war nicht einmal jeder fünfte Haushalt in der Stadt ein Einpersonenhaushalt; damals gab es in der Stadt insgesamt nur 150 000 Haushalte. In den folgenden Jahrzehnten bis 1990 stieg die Zahl der Haushalte kontinuierlich. Dafür verantwortlich war die starke Zunahme der Einpersonenhaushalte. Für die Stadt Zürich bedeutete dies, dass der Platz immer knapper wurde, da Einpersonenhaushalte vergleichsweise viel Wohnraum beanspruchen. Die Ursachen für diese Zunahme der Einpersonenhaushalte waren gesellschaftliche Veränderungen: Mehr Menschen machten längere Ausbildungen, Frauen wurden später Mütter und Familien verliessen die Stadt in Richtung Vorortsgemeinden. Die steigende Lebenserwartung hat dazu beigetragen, dass gerade im Alter viele Menschen alleine wohnen.
Rückgang auf hohem Niveau
Von 1990 bis nach der Jahrtausendwende machten die Einpersonenhaushalte mehr als die Hälfte aller Haushalte in der Stadt Zürich aus. Die neusten verfügbaren Zahlen zeigen aber, dass eine Trendwende stattgefunden hat: Zwischen 2000 und 2013 ging der Anteil der Haushalte mit nur einer Person auf 44,9 Prozent zurück; absolut betrachtet gibt es aktuell beinahe 10 000 Einpersonenhaushalte weniger in der Stadt Zürich als zur Jahrtausendwende. Heute wohnen wieder mehr Familien in der Stadt Zürich. Hauptgrund dafür ist, dass seit der Jahrtausendwende die Zahl der Geburten stark zugenommen hat und mehr Wohnraum für Familien geschaffen wurde.
Alleinwohnen vor allem in grossen Städten verbreitet
Zürich ist betreffend dem hohen Anteil der Einpersonenhaushalte kein Einzelfall. Besonders in den grossen Städten mit mehr als 50 000 Einwohnerinnen und Einwohnern sind Einpersonenhaushalte weit verbreitet. In Basel und Genf liegt der Anteil knapp über 50 Prozent, in Bern und Luzern ist er ungefähr gleich hoch wie in Zürich.
Je mehr Einwohnerinnen und Einwohner eine Stadt hat, desto höher ist grundsätzlich der Anteil der Einpersonenhaushalte. In Städten mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern beträgt der Anteil im Durchschnitt 47 Prozent, in kleinen Städten mit 10 000 bis 15 000 Einwohnerinnen und Einwohnern lediglich 35 Prozent.
Grosse Unterschiede innerhalb der Stadt Zürich
In den meisten Kreisen der Stadt Zürich variiert der Anteil der Einpersonenhaushalte zwischen knapp 40 Prozent (Kreis 12) bis 48 Prozent (Kreis 4). Die Ausnahme bilden die Kreise 1 und 8, wo die entsprechenden Anteile 59 respektive 54 Prozent betragen. Dafür sind unterschiedliche Gründe verantwortlich: Im Kreis 1 hat es neben Altstadtwohnungen viele Business-Apartments und Studentenwohnungen, im Kreis 8 sind vergleichsweise viele ältere Menschen zuhause. Entsprechend ist auch der Anteil verwitweter Personen höher als in anderen Stadtquartieren.
Einpersonenhaushalte beanspruchen viel Wohnraum
Rund ein Fünftel der alleine wohnenden Menschen lebt in einer Einzimmerwohnung. Ein Drittel der Einpersonenhaushalte verfügt über zwei Zimmer, ein weiteres Drittel über drei Zimmer. 12 Prozent haben Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern. Besonders ältere Alleinstehende leben relativ häufig in mehr als drei Zimmern. Oft sind es Menschen, die ihre Lebenspartnerin beziehungsweise ihren Lebenspartner verloren haben. Am auffälligsten ist dabei der Kreis 7: Ein Drittel der alleinstehenden 65-jährigen oder älteren Personen lebt in einer Wohnung mit vier oder mehr Zimmern.
Grosse Wohnungen am Zürichberg
Bei der Zimmerzahl gibt es beträchtliche Unterschiede innerhalb der Stadt Zürich: Im Kreis 7 verfügt ein Viertel der Einpersonenhaushalte über vier oder mehr Zimmer. In den Kreisen 3, 4 und 5 befinden sich nur 7 bis 9 Prozent der Einpersonenhaushalte in so grossen Wohnungen. Dass es in diesen Stadtkreisen grundsätzlich weniger grosse Wohnungen gibt, spielt dabei ebenfalls eine Rolle.
Diese Unterschiede bei der Zimmerzahl schlagen sich auch in der Wohnfläche nieder. Im Kreis 7 belegen Einpersonenhaushalte durchschnittlich 75 Quadratmeter, im Kreis 4 sind es beinahe 20 Quadratmeter weniger.