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Wird bei männlichen Hunden eine Kastration vorgenommen, dann werden die Keimdrüsen beziehungsweise die Hoden operativ entfernt. Bei Weibchen werden die Eileiter und die Eierstöcke vollständig, die Gebärmutter nur zu einem geringen Teil entnommen. Dazu ist in jedem Fall ein Bauchschnitt erforderlich. Eine weiterentwickelte Vorgehensweise ist die minimalinvasive Kastration über ein Endoskop.
Nicht ganz so umfangreich sind die Sterilisationen bei der Hündin. Die Weibchen behalten nach dem Sterilisieren hormonell gesteuerte Fortpflanzungsorgane wie die Eierstöcke. Der Operateur durchtrennt lediglich die Eileiter, sodass die befruchtungsfähige Eizelle nicht in die Gebärmutter abwandern kann. Sterilisationen bei Weibchen sind heutzutage nicht mehr üblich. Männchen werden durch das Durchtrennen der Samenleiter sterilisiert und sind danach nicht mehr zeugungsfähig. Kastrationen beim männlichen Tier und bei der Hündin gehören demgegenüber zur Routine.
In der modernen Veterinärmedizin werden Kastrationen bei Hunden immer erst dann vorgenommen, wenn die Tiere ihre Geschlechtsreife anzeigen. Die Kastration der Männchen oder Weibchen kann verspätet stattfinden, wenn:
diagnostiziert wurde.
Unter einem Kryptorchismus versteht man eine Entwicklungsstörung, bei der die Hoden (entweder einer oder beide) nicht in den Hodensack abgestiegen sind. Meist befindet sich ein Hoden in der Leiste oder noch weiter im Bauchraum. Da sich im Laufe der Zeit immer bösartiges tumoröses Gewebe entwickelt, müssen die Hoden später unter Garantie entnommen werden. Es wird jedoch etwas länger abgewartet, da die Keimdrüsen möglicherweise nach Eintritt der Potenz doch noch absteigen.
Hunde verschiedener Rassen werden zu unterschiedlichen Zeiten geschlechtsreif. Manche Rassen schon mit fünf Monaten, andere wiederum erst nach einem Jahr. Deshalb sollten die Halter darüber Bescheid wissen.
Zunächst wird der Hund untersucht, um die Risiken der Operation zu reduzieren. Danach wird der Patient sanft in Vollnarkose gelegt. Dabei wird er künstlich beatmet. Um die Hoden herum wird das Fell abrasiert und gründlich mit Desinfektionslösung abgerieben. Nun setzt der Tierarzt mit dem Skalpell einen Schnitt in die Haut um den Hoden herum. Umliegende Blutgefässe und Samenleiter werden abgebunden. Die Hoden werden entnommen. Mit wenigen chirurgischen Stichen wird die kleine Wunde sorgfältig verschlossen. Die komplette Operation dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Das Ziehen der Fäden wird nach etwa zehn Tagen ausgeführt.
Bei einer Weibchenkastration wird der Bauchbereich kahl rasiert und die Haut desinfiziert. Danach wird ein Bauchschnitt gesetzt. Dieser ist so weiträumig, dass die Gebärmutter und die Eierstöcke in eine vorgelagerte Position gebracht werden können. Erst dann sind die Eierstöcke erreichbar. Sind sie entfernt worden, bringt der Tierarzt die Gebärmutter wieder in die anatomisch richtige Lage und verschliesst den Operationsbereich mit einer Naht.
Nach einer überstandenen Kastration sind sowohl positive als auch negative Wesensveränderungen nicht ausgeschlossen. Durch die Kastration wird die Entstehung von Prostataleiden und Krebserkrankungen vorgebeugt. Kastraten haben keinen Sexualtrieb mehr und werden daher eher ruhiger. Ausserdem sind die Tiere bei einem Kontakt mit einer läufigen Hundedame weniger aufgeregt. Ein kastriertes Hundemädchen erkrankt nicht an einer Gebärmuttererweiterung. Sie kann nicht unerwartet läufig und trächtig werden. Milchleistentumore und Brustkrebs treten bei kastrierten Hundedamen wesentlich seltener auf.
Grundsätzlich gilt: Eine Kastration beim Hund ist laut den Richtlinien des Tierschutzgesetzes eigentlich nicht erlaubt. Geht es aber darum, das Tier von Schmerzen und von Leiden zu bewahren, darf ein Tierarzt nach sogenannter begründeter tierärztlicher Indikation dem Halter dazu raten und einem gesunden Tier Organe entnehmen.
Für eine Kastration bei Hund und Hündin sprechen folgende Vorteile:
Gegen eine Rüden- oder Hündinnenkastration können diese Argumente angeführt werden:
Ratschlag: Holen Sie sich mehrere Meinungen, am besten zwei oder drei ein, wenn Sie sich selbst nicht im Klaren sind, welche Lösung Sie in Angriff nehmen wollen.
Falls Sie über kurze oder längere Zeit beabsichtigen, eine Kastration Hund bei ihrem Liebling durchführen zu lassen, benötigen Sie einen Termin. Damit Ihnen die Suche nach einem Tierarzt ihres Vertrauens leichter fällt, stehen ihnen die übersichtlichen Aufzeichnungen unter local.ch zur Verfügung. Je nachdem, in welcher Region Sie leben, finden Sie mehrere veterinärmedizinische Kliniken und ärztliche Kleintierpraxen.
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Potente Männchen können unter bestimmten Umständen chemisch kastriert werden. Sie bekommen dazu vom Tierarzt einen Hormonchip oder ein Hormonimplantat unter die Haut eingesetzt. Dieser Chip gibt dosiert Hormone ab, die den Sexualtrieb unterdrücken. Die Wirkung kann 6 bis 12 Monate anhalten. Manchmal auch länger. Der Chip kann im Körper verbleiben. Er wird mit der Zeit absorbiert und so aufgelöst.
Die auftretenden Nachwirkungen nach einer Kastration eines Hundes sind von Tier zu Tier verschieden. Oftmals tritt eine Gewichtserhöhung (durch Absinken der Stoffwechselaktivität) sowie das verstärkte Wachstum von Wollhaaren auf. Es kann passieren, dass Kastraten ihren Harndrang nicht mehr kontrollieren können. Dann tritt tröpfchenweise Harn aus. Kastraten verspüren zudem ständig Appetit und neigen daher sehr schnell zu Übergewicht.
Auf diese Frage kann an dieser Stelle nicht klar geantwortet werden. Erst nach konsequenter Gegenüberstellung und Abwägung der Vorteile und Nachteile sowie des Wesens des Tieres entschliessen sich Liebhaber für oder gegen eine Kastration. Eine allgemeingültige, auf jedes Tier und seinen Liebhaber zutreffende Aussage ist nicht möglich. Viele engagierte Tierärzte und Hundevereine stehen unentschlossenen Haltern bei der Entscheidungsfindung zur Seite.
Die Kosten einer Rüdenkastration mit Operation, Narkosepräparaten, Medikamenten, Voruntersuchung und Nachbehandlung belaufen sich im Schnitt um die 50 CHF bis 155 CHF. Bei einer Hündin fallen durch den umfangreicheren Eingriff höhere Kosten von ungefähr 500 CHF an. Diese Abweichungen basieren auf den Gebührenordnungen für Tierärzte. Bei einem einfachen Gebührensatz ist die Kastration kostengünstiger als bei dreifachem Gebührensatz.
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