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Was bei Kleinkindern irgendwie dazugehört, sieht bei Erwachsenen komisch aus. X-Beine sind während des Wachstums meist normal und wachsen sich im Alter heraus. Bei den sogenannten X-Beinen (Genu Valgum) handelt es sich um eine Beinachsenfehlstellung, bei der die Knie nach innen gewinkelt sind (“Kneeing-In”).
Das Gegenteil davon sind O-Beine (Genu Varum), bei denen die Knie nach aussen gewinkelt sind (“Keening-Out”). Ausschlaggebend für die Definition der X- oder O-Beine ist die Lotlinie zwischen Hüftgelenkszentrum und Sprunggelenksmitte des jeweiligen Beines.
Das heisst, eine Fehlstellung kann auch nur ein Bein bzw. Kniegelenk betreffen. Idealerweise durchläuft die Lotlinie das Zentrum von Hüft-, Knie- und Sprunggelenk. Bei den allermeisten Personen sind die Knie allerdings leicht nach aussen oder innen gewinkelt.
Im Wachstum ist es also völlig normal, dass die Beinachse etwas krumm ist. Bei Kindern entwickelt sich die Beinachse bis ca. zum 11. Lebensjahr. Meistens haben Kleinkinder X-Beine, die dann mit zunehmendem Alter “herauswachsen”.
Sind X- oder O-Beine bei Erwachsenen vorhanden, sind diese meist vererbt (also von Geburt an) oder durch Fehlbelastungen erworben.
Ungleichheiten im muskulär-faszialen Bewegungsapparat der Beine können zu “antrainierten” X- oder O-Beinen führen. So tritt zum Beispiel bei Fussballern häufig die Fehlstellung der O-Beine auf.
Die sportlichen Belastungen lösen Zugspannungen aus, die vermehrt an den sogenannten Adduktoren, den Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel, ziehen. Andererseits kann eine Fehlstellung der Füsse, die sogenannten Knick-Senkfüsse, die Entwicklung von X-Beinen begünstigen.
Normalerweise verursachen Fehlstellungen der Beine keine akuten oder starken Schmerzen. Das Problem der Fehlstellungen liegt eher in der dauernden einseitigen Belastung der Kniegelenke.
So wird bei O-Beinen die Knieinnenseite und bei X-Beinen die Knieaussenseite verstärkt belastet. Folglich entwickelt sich an diesen Stellen häufiger Kniearthrose im Alter. Typisch dafür sind Anlaufschmerzen, Schmerzen unter Belastung oder Wetterfeinfühligkeit.
Zudem kann eine Fehlstellung der Beine zu einer Beeinträchtigung der gesamten Körperstatik führen (Beckenschiefstand, falsche Körperhaltung oder Gangbeschwerden).
Solange das Wachstum (also bis ca. zum 11. Lebensjahr) noch nicht abgeschlossen ist, kann man eine Fehlstellung mit einer sogenannten Wachstumslenkung korrigieren lassen. Dabei bringt man mit einem Plättchen das Wachstum auf einer Knieseite zum Bremsen. Nur in äusserst seltenen und komplexen Fällen führt man eine Osteotomie (Knochentrennung) zur Korrektur im Erwachsenenalter durch.
Normalerweise kann man mittels funktioneller Physiotherapie die Beschwerden positiv beeinflussen. Lies weiter unten, wie dir KINEO Physiotherapie bei einer Beinfehlstellung helfen kann.
Zur klassisch konservativen Behandlung von Fehlstellungen der Beine gehören orthopädische Schuheinlagen. Diese werden vor allem bei X-Beinen (in Kombination von einem Knick-Senkfuss) eingesetzt. Dabei erhöht man auf der Innenseite des Fusses die Einlage, so dass die Knie nach aussen gedrückt werden.
Einlagen können die Beschwerden lindern, führen aber dazu, dass die Bein- und Fussmuskulatur nicht mehr selbst arbeitet. Bevor du also Einlagen machst, solltest du versuchen, die Dysbalance muskulär aufzubauen (sieh dir dazu das Kapitel zum Training mit X- oder O-Beinen an).
Betreibst du viel Laufsport, ist die richtige Schuhwahl extrem wichtig. Dabei unterscheiden sich neutrale Schuhe von Schuhe mit Support (Mittelfussunterstützung). Wenn du X-Beine hast, kann dich der Support auf der Fussinnenseite unterstützen. Diese Schuhe solltest du allerdings nicht tragen, wenn du O-Beine hast.
Lass dich für die optimale Schuhwahl deines Laufschuhs von unseren Experten im KINEO Runners Lab beraten.
Deinem Training steht grundsätzlich nichts im Weg, wenn du O- oder X-Beine hast, solange du keine Schmerzen spürst.
Trotzdem empfehlen wir dir (vor allem beim Laufsport): kontrolliere deine Beinstellung bei uns in einer Laufanalyse. Dabei können wir allfällige Fehlstellungen oder Fehlbelastungen schnell erkennen und dich bei der Korrektur unterstützen. Die Laufanalyse eignet sich auch hervorragend zur Vorbeugung von Beschwerden und Fehlhaltungen.
Bist du von einer Beinfehlstellung betroffen, kannst du mit gezielten Übungen die schwächere Muskulatur stärken und die überspannten Muskeln dehnen und lockern. Das Stärken von deiner stabilisierenden Beinmuskulatur und das Training von Koordination und Balance nennt man in diesem Fall Beinachsentraining.
Sieh dir dazu unser Trainingsprogramm bei X- oder O-Beinen an.
Allerdings kannst du eine Fehlstellung nicht vollständig “wegtrainieren” wenn deine X- oder O-Beine genetisch bedingt sind und nicht auf einer muskulären Dysbalance beruhen.
Gut zu wissen:
Bei X-Beinen hilft die Dehnung der Gesässmuskulatur und die Aussenseite der Oberschenkel (Abduktoren). Bei O-Beinen hilft die Dehnung der Oberschenkelinnenseite (Adduktoren).
Eine Beinachsenfehlstellung beginnt meist symptomlos. Eine zunehmende Abweichung der Beinachsen kann erst nach Jahren zur Gelenksabnutzung und Beschwerden führen. Bist du von X- oder O-Beinen betroffen und hast du Schmerzen im Knie, beratet dich KINEO Physiotherapie professionell und begleitet dich in der Rehabilitation.
Fussfehlstellungen wie beispielsweise der Knick-Senkfuss oder Hohlfuss sowie auch Muskelschwäche und funktionelle Instabilität des Hüftgelenkes, wirken sich auf die Statik und Biomechanik des gesamten Bewegungsapparates aus. Es entstehen Fehlbelastungen, welche sich negativ auf das Kniegelenk auswirken und zur Entwicklung einer Beinachsenfehlstellung führen können. Andersrum können X- oder O-Bein-Fehlstellungen auch ursächlich für Fussfehlstellungen oder Überbelastungen im Bereich des Hüftgelenkes sein.
Durch eine dynamische Ganganalyse, wie wir sie bei KINEO anbieten, können wir den Abrollvorgang des Fusses und die Position des Kniegelenks und Beckens mittels einer Kamera beim Gehen oder Laufen auf dem Laufband beurteilen.
Die Bewegungsanalyse ermöglicht uns ein individuell auf dich abgestimmtes Kräftigungs- und Dehnprogramm zu gestalten, welches du auch selbstständig als Heimprogramm durchführen kannst.
Zudem wenden wir manuelle Techniken und spezifische Mobilisationsübungen an, um die Gelenksbeweglichkeit zu verbessern und die Weichteile (Muskeln und Faszien) zu behandeln. Dabei erzielen wir eine Schmerzlinderung und die Wiedererstellung der Gelenksfunktionen. Bei Bedarf führen wir auch Therapiemassnahmen wir Dry Needling, Stosswellen- und Ultraschalltherapie durch.
Als Ergänzung zur Einzeltherapie bieten wir dir am Standort Thalwil das MTT (Medizinische Trainingstherapie) an. Zudem kannst du an all unseren Standorten mit dem SensoPro Gerät trainieren, um deine Sensomotorik und Koordination zu verbessern.
Sollte die Achsenfehlstellung soweit fortgeschritten sein, dass konservativ keine Besserung erreicht werden kann, kann eine operative Knochenumstellung (Osteotomie) in Betracht gezogen werden. Auch postoperativ unterstützen wir dich im Rehabilitationsprogramm in all unseren Standorten.