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Michael Vogt verpasst in der Zweierbob-Konkurrenz eine Medaille knapp. Der 24-jährige Schwyzer verbessert sich mit seinem Anschieber Sandro Michel am zweiten Tag noch um eine Position in den 4. Rang.
Vogt verbesserte sich mit seinem Anschieber Sandro Michel am zweiten Tag mit zwei hervorragenden Fahrten noch vom 5. in den 4. Rang. Zum Podest fehlten dem 24-jährigen Schwyzer am Ende 25 Hundertstel.
Am ehesten vergab der gelernte Polymechaniker, der erst in seiner vierten Saison auf höchster Stufe steckt und der zweitjüngste Pilot im Starterfeld war, eine Medaille im ersten Lauf am Montag, den er als Siebter beendete. Zudem wären am Start noch etwas bessere Leistungen nötig gewesen. Anschieber Sandro Michel hatte sich erst kurz vor dem Start der Olympischen Spielen von einer Wadenzerrung erholt.
Gemische Gefühle bei Vogt
Der Olympia-Debütant Vogt bewies aber auf grösstmöglicher Bühne seine Klasse und Nervenstärke in wichtigen Rennen. Auch bei Weltmeisterschaften belegte er in seiner noch jungen Karriere bereits zweimal Platz 5. Gegen die Deutschen war, auch wegen deren überlegenem Material, allerdings auch für ihn kein Kraut gewachsen. «Im Moment überwiegt die Enttäuschung etwas, vor allem, weil es so knapp war», erklärte Vogt unmittelbar nach dem Rennen. «Aber wir können es nicht ändern, morgen werden wir uns darüber freuen.»
Der zweite Schweizer Bob mit Simon Friedli/Andreas Haas enttäuschte auf der ganzen Linie und wurde mit 4,26 Sekunden Rückstand nur Achtzehnter. Der Solothurner Friedli hatte sich im Januar wie Michel eine Zerrung in der Wade zugezogen. Zudem kam er mit der speziellen Bahn in Yanqing, die feines Fahren und möglichst geringe Lenkbewegungen erfordert, von Anfang an nicht zurecht.
Historisches deutsches Triple
Die Deutschen feierten zum ersten Mal in der olympischen Geschichte des Bobsports einen Dreifachsieg. Topfavorit Francesco Friedrich, der Doppel-Olympiasieger von 2018, verwies seinen Landsmann Johannes Lochner um fast eine halbe Sekunde auf Platz 2, Christoph Hafer komplettierte das Podest als Dritter. Auf Friedrich verlor auch Vogt fast zwei Sekunden.
Der 31-jährige Sachse ist erst der dritte Pilot nach dem Ostschweizer Gusti Weder (1992 und 1994) und seinem Landsmann André Lange (2006 und 2010), der zweimal hintereinander Zweierbob-Olympiasieger wird. Wenig spricht dagegen, dass er mit Gold im Vierer zu Rekordmann Lange aufschliesst.
Perfektionist Friedrich wechselte für seinen Sieg sogar kurzfristig auf den Schlitten von Europameisterin Kim Kalicki. Dieser hatte ein für die aktuellen Bedingungen auf der Olympia-Bahn schnelleres Setup. Der Wechsel auf den Frauen-Bob zahlte sich aus, im ersten und dritten Durchgang gelang Friedrich jeweils ein Bahnrekord.
sda