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DEUTSCH
In der Waldorfschule hat das Schreibenlernen eine ganz besondere Stellung.
Es steht vor dem Lesen, da zunächst aus der Sprache die Schrift entwickelt wurde. Rudolf Steiner gab eine Reihe von Beispielen, wie die Schrift aus der bildhaften Vorstellung entstehen kann. So entsteht aus dem malenden Zeichnen der Buchstabe.
Für den Lehrer bedeutet es, dass er viel Phantasie entwickeln muss. Beim Lesen muss das Kind aus der Schrift etwas zurückgewinnen, was es in der Sprache längst kennt und beherrscht. Es erfasst den Buchstaben und erkennt ihn als ein bekanntes Lautzeichen wieder. Innerlich erschafft es den Laut neu. Es verbindet die Buchstaben zum Wort und erfasst den Sinn des Wortes und weiter den Sinn des ganzen Satzes. Die Verknüpfung von Laut und Buchstabe ist der elementarste Prozess beim Lesenlernen.
Das Lesen erfordert eine starke Aktivität des Verstehens und Empfindens, wenn es nicht nur Technik bleiben soll. Aus Lauten wird das Wort gebildet. Der Weg vom Tun über die Geschicklichkeit zum Erkennen stärkt die Willenskräfte der Kinder. Vom künstlerischen Erlebnis wird zur intellektuellen Bildung übergegangen - nicht umgekehrt.
Angaben zu den einzelnen Unterrichtsinhalten der verschiedenen Klassenstufen befinden sich in der Unter-, Mittel- und Oberstufenbeschreibung.