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Sex Pistols – Never Mind The Bollocks Here’s The Sex Pistols
Besetzung:
Johnny Rotten – lead vocals
Steve Jones – guitar, bass guitar, backing vocals
Sid Vicious – bass guitar on "Bodies"
Glen Matlock – bass guitar on "Anarchy in the UK"
Paul Cook – drums
Label: Virgin Records
Erscheinungsdatum: 1977
Stil: Punk
Trackliste:
1. Holidays In The Sun (3:23)
2. Bodies (3:03)
3. No Feelings (2:50)
4. Liar (2:42)
5. God Save The Queen (3:19)
6. Problems (4:11)
7. Seventeen (2:02)
8. Anarchy In The UK (3:32)
9. Submission (4:13)
10. Pretty Vacant (3:17)
11. New York (3:05)
12. EMI (3:11)
Gesamtspieldauer: 38:53
Okay, eines gleich vorweg, Punk ist sicherlich nicht die Musik, die bei mir an erster Stelle steht, auch wenn ich diesem Musikgenre nicht richtig abgeneigt bin. Nun und „Never Mind The Bollocks Here’s The Sex Pistols” sollte man schon irgendwie mal gehört haben, wenn man sich für die Rock-Musik der letzten Jahrzehnte interessiert. Dieses 1977 veröffentlichte Album ist ganz sicher ein Meilenstein in der Geschichte der Rockmusik, denn daraufhin wurde die Pop- und Rockmusik wieder sehr viel einfacher, unkomplizierter und auch nachspielbarer. Einfachheit ist jetzt nicht unbedingt das, wonach sich ein Freund der progressiven Rockmusik sehnt, trotzdem hat das Ganze was.
Viele Leute denken, dass die Sex Pistols einige Platten in diesem Stil veröffentlichten und so eine ganze Ära prägten. Es ist allerdings eine Tatsache, dass diese Scheibe hier ihr einziges offizielles Album ist, danach war sofort wieder Schluss. Trotzdem bereiteten sie einer ganzen Menge von Musikern den Weg bis hin zur Neuen Deutschen Welle, obwohl diese stilistisch mit dem Punk der Sex Pistols nur wenig zu tun hat. Jedoch gilt auch hier oft der Grundsatz: Weniger und einfacher ist mehr.
Die Platte, sowie der Status der Sex Pistols, rührt natürlich auch daher, dass alles mit dieser Band zur damaligen Zeit sehr skandalumwoben war. Da gab es zuerst die Single „Anarchy In The UK“, die allerdings aufgrund des Textes sofort wieder von EMI, ihrer ersten Plattenfirma, zurückgezogen wurde. Auch beim Label A&M Records hatten die Sex Pistols nur ein kurzes Intermezzo, die vorliegende Platte wurde schließlich auf Virgin Records veröffentlicht. Welch ein Paradoxon, denn genau dieses Label veröffentlichte hauptsächlich Progressive Rock, also genau das musikalische Gegenstück des Punk.
Und natürlich waren da die Texte, die für Aufsehen sorgten. „Holidays In The Sun”, in denen auch das Konzentrationslager Bergen-Belsen Erwähnung findet und welches mit marschierenden Schritten eröffnet wird. Dann die Nummer „EMI“, die eine Art Abrechnung mit der ersten Plattenfirma EMI darstellt. Das bereits erwähnte „Anarchy In The UK“ und „God Save The Queen“, welches die britischen Royalisten auf den Plan rief.
Nun und was ist mit der Musik? Diese ist Punk in Reinkultur, möglichst einfach, schnell und laut sollte es klingen. Macht es auch. Musikalisch anspruchsvoll ist das keineswegs und sollte es ja gerade auch nicht sein. Obwohl man das auch nicht so ohne weiteres so stehenlassen sollte, eine musikalische Idee steckt nämlich sehr wohl hinter dieser Musik, die wohl mit „zurück zu den Wurzeln“ sehr gut zu umschreiben ist. Da macht es dann auch nichts, dass man hier beim Stück „Bodies“ Sid Vicious am Bass hört, obwohl dieser kaum des Bassspielens mächtig war. Macht nichts, klingt doch und fällt nicht weiter auf.
Fazit: Wer heute zum ersten Mal die Scheibe „Never Mind The Bollocks Here’s The Sex Pistols“ auflegt, der oder dem wird auffallen, dass sie oder er gerade Punk hört. Das war es. Etwas Weltbewegendes ist diese Musik nicht. Zumindest nicht mehr. Damals, in den 70ern war sie durchaus noch was Besonderes, aber die Zeit relativiert eben sehr viel. Macht aber nichts, denn die Lieder knallen auch heute noch sehr gut und wenn man auf die etwas härtere Gangart steht, dann lohnt es sich durchaus auch die Sex Pistols zu hören. Mag sein, dass man hier musikgeschichtlich ganz viele Punkte verteilen müsste, musikalisch sind es jedoch nur acht Punkte.
Anspieltipps: Anarchy In The UK