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Das Wichtigste in Kürze
- Johnny Depp hat den Prozess gegen das Blatt «The Sun» verloren.
- Der Anwalt Depps will aber eine Wiederaufnahme des Falls.
- Er wirft Amber Heard Unglaubwürdigkeit vor.
Im Rechtsstreit mit der Boulevardzeitung «The Sun» hat der Hollywood-Star Johnny Depp gegen seine Ex-Frau Amber Heard Vorwürfe erhoben. Heard soll demnach unglaubwürdige und falsche Aussagen gemacht haben. Depps Anwalt argumentierte am Donnerstag vor dem Londoner Court of Appeal, der Fall solle angesichts «frischer Beweise» neu aufgerollt werden.
Depp hatte gegen den Verlag der «Sun» wegen eines Artikels geklagt. In diesem wurde behauptet, er habe seine Ex-Frau Amber Heard körperlich misshandelt. Der High Court in London hatte die Klage Anfang November jedoch abgewiesen: Die Mehrheit der in der Zeitung erwähnten Vorwürfe habe sich als wahr erwiesen, stellten die Richter in ihrem Urteil fest.
Amber Heard habe Ankündigung nicht eingelöst
Depp hatte nach dem Urteil kritisiert, das Gericht habe sich ausschliesslich auf die Aussagen seiner Ex-Frau Amber Heard verlassen. Gegenbeweise von Polizei und anderen Zeugen seien ignoriert worden.
Depps Verteidiger warf Heard in der Anhörung am Donnerstag Unglaubwürdigkeit vor. Denn diese hatte als Zeugin im Prozess schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann erhoben.
Sie habe ihre Ankündigung, die von Depp erhaltenen Gelder an ein Kinderkrankenhaus und eine Bürgerrechtsorganisation zu spenden, nicht eingelöst. Die genannten Gelder stammen aus ihrer millionenschweren Scheidung.
Das Krankenhaus habe etwa in einem Schreiben erklärt, es habe keine Zahlungen von ihr erhalten. Das Versprechen sei eine «kalkulierte und manipulative Lüge gewesen, um eine positive Wirkung zu erzielen», erklärte Depps Anwalt.
Promi-Prozess sorgt für Aufmerksamkeit
Ein Anwalt des Verlags wies die Anschuldigungen zurück. Die vorgebrachten Dokumente würden nicht belegen, dass Heard gelogen habe. Sie habe den Geldbetrag spenden wollen – was auch über Zahlungen über einen längeren Zeitraum hinweg möglich sei. Einige davon seien auch bereits erfolgt.
Der Londoner High Court hatte den bereits im Herbst erhobenen Einspruch von Johnny Depp abgelehnt. Nun muss sich der Court of Appeal mit dem Fall befassen. Das Gericht kündigte an, zu einem späteren Zeitpunkt seine Entscheidung mitzuteilen.
Der Promi-Prozess hatte im vergangenen Jahr weltweite Aufmerksamkeit erregt. Wochenlang zeichneten Depp («Fluch der Karibik») und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau («Zombieland») das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung.