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In Genf haben die Gespräche zwischen der Regierung von Sri Lanka und den aufständischen Tamil Tigers von Eelam (LTTE) begonnen.
Die ersten Gespräche seit fast drei Jahren - und zunehmender Gewalt in Sri Lanka - stehen unter der Schirmherrschaft Norwegens.
Die Gespräche in Genf drehen sich um die Einhaltung und Erneuerung der Waffenruhe, die im Jahr 2002 von Norwegen vermittelt worden war.
Martin Stürzinger, Berater für die zivile Friedensförderung in Sri Lanka der Schweizer Botschaft in Colombo, sagte gegenüber swissinfo, die Rolle der Schweiz beschränke sich auf den Gastgeber und die Organisation der Gespräche.
Gemäss den Medien in Sri Lanka sollen die Gespräche im Bossey Ecumenical Institut in Celigny, 22 Kilometer ausserhalb von Genf, stattfinden.
Das Schweizer Aussenministerium liess verlauten, man werde das Möglichste tun, damit die Gespräche in einem Rahmen stattfinden könnten, die einer konstruktiven Lösung dienten.
Waffenruhe
Das Aussenministerium begrüsst auch, dass die Zahl der Übertretungen der Waffenruhe abgenommen habe, seit am 25. Januar der Termin für die Gespräche in Genf bekanntgegeben worden war.
Laut Beobachtern sind die Gespräche in der Schweiz wohl die letzte Chance, ein Abgleiten in einen erneuten Bürgerkrieg in Sri Lanka zu verhindern.
Norwegens Vermittler Erik Solheim, der während der Gespräche anwesend sein wird, bezeichnete das Treffen als "einen kleinen Schritt zurück auf den Weg des Friedensprozesses".
LTTE-Offiziere erklärten, man fühle sich zur Waffenruhe verpflichtet. Sie haben jedoch angedeutet, die Gespräche würden darüber entscheiden, ob es eine Rückkehr zum Bürgerkrieg geben werde oder nicht.
Martin Stürzinger findet den Zeitpunkt der Gespräche in Genf entscheidend. "Nach den Präsidentschaftswahlen im November haben die Spannungen stark zugenommen. Es ist wichtig, dass die Gespräche jetzt stattfinden."
Ein positives Ergebnis könnte laut Stürzinger die Spannungen reduzieren, so dass die Streitparteien einer erneuten Gesprächsrunde zustimmen würden.
Autonomie
Der Konflikt zwischen den separatistischen Tamil Tigers und der mehrheitlich singhalesischen Regierung in Colombo dauert nun schon zwei Jahrzehnte. Die Tamilen fordern einen autonomen Status für den Norden und Osten des Landes.
Präsident, Mahinda Rajapakse betonte zu Beginn dieses Monats, dass er einer Abtrennung der tamilischen Gebiete nicht zustimmen werde, aber zu einer Machtteilung bereit sei.
Nach der Wahl von Rajapakse haben die Spannungen erneut zugenommen und gipfelten in der Ermordung des Aussenministers im vergangenen Jahr.
Mindestens 120 Personen, darunter rund 80 Sicherheitskräfte, sind seit dem Aufflammen der Gewalt nach der Präsidentenwahl getötet worden. Die beiden Seiten schieben sich gegenseitig die Schuld zu.
swissinfo, Isobel Leybold-Johnson
(Übertragung aus dem Englischen: Urs Maurer)
In Kürze
In der Schweiz leben mehr als 35'000 Tamilen. Damit nimmt das Land einen wichtigen Stellwert in der Schweizer Aussenpolitik ein.
Die Schweiz und Deutschland finanzieren ein Zentrum, das srilankische Entscheidungsträger berät, wie man Konflikte löst.
Delegationen der Regierung von Sri Lanka und der LTTE haben die Schweiz besucht und liessen sich den föderalistischen Schweizer Bundesstaat erklären.
Die Schweiz unterstützt Sri Lanka auch bei der Minenräumung. Laut dem Aussenministerium werden dadurch Personen zur Rückkehr bewogen, die dann den Friedensprozess unterstützen.
Fakten
Das Treffen in Genf findet am 22/23. Februar statt.
Die Schweiz ist Gastgeber, Norwegen Schirmherr.
Gemäss Berichten wird Sri Lanka eine siebenköpfige Delegation unter Gesundheitsminister Nimal Siripala de Silva schicken.
Die LTTE wird vom Veteranen Anton Balasingham angeführt.