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Donnerstag, 15. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Universität Zürich, Rämistrasse 71, Aula, KOL-G-201
Aleksander Kwasniewski
Ehemaliger Präsident der Polnischen Republik und Gründer der Amicus Europae Stiftung
Die Wiedergeburt geopolitischen Denkens in der zeitgenössischen Politik
Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor über 25 Jahren endete der Kommunismus und die Sowjetunion kollabierte. Viele Staaten des Ostblocks nutzten danach die neugewonnenen Freiheiten und entwickelten sich zu liberalen Demokratien mit freier Marktwirtschaft. Heute sehen wir Gefechte und Annexion in der Ukraine, stille Konflikte in Transnistrien und Bergkarabach, islamischen Fundamentalismus, egoistische Haltung von Staaten in Europa sowie schwache internationale Institutionen. Geopolitik erlebt eine Wiedergeburt, liberale Demokratien und ihre Werte stehen auf dem Prüfstand.
Vortrag in englischer Sprache.
Kurzbiographie
Aleksander Kwasniewski, Wirtschaftswissenschaftler und Journalist, geboren 1954, stieg – nach einer ersten politischen Karriere in der kommunistischen Volksrepublik Polen – zum Vorsitzenden der sozialdemokratischen Partei auf und gewann 1995 die Präsidentschaftswahlen. Mit seinem Austritt aus der SdRP im gleichen Jahr erhob er den Anspruch, alle Polen parteiübergreifend zu vertreten. Im Jahr 2000 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Er trug zur Integration Polens in die NATO (1999) und in die EU (2004) bei. Während seiner Amtszeit setzte er sich für viele Initiativen regionaler Kooperationen in Zentral und Osteuropa ein und pflegte besonders gute Beziehungen zu den Präsidenten der polnischen Nachbarländer. Während der Krise in der Ukraine 2004 war er ein wichtiger Vermittler zwischen den Konfliktparteien der sogenannten Orangen Revolution. Ebenfalls 2004 gründete er zudem die Amicus Europae Stiftung, die bis heute eine grosse Anzahl an internationalen Projekten, Konferenzen, Symposien und Diskussionsveranstaltungen durchführt. Nach seiner Amtszeit als Präsident lehrte er 2006 bis 2010 an der Georgetown University in Washington D. C.. Er ist bis heute in verschiedenen Räten tätig.
Bilder der Veranstaltung
Berichterstattung
Die Schwierige Neuorientierung Europas von Emanuel Gyger