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Am Symposium "Entwicklungen im Strahlenschutz" des Deutschen Atomforums vom 28./29. November 2001 in München wurden Untersuchungen mit kleinen Strahlendosen vorgestellt, die sich mit dem Krebsrisiko für einzelne Zellen beschäftigen. Entsprechend der LNT-Hypothese müsste das Verhältnis für das Auftreten der möglichen Effekte - erfolgreiche Reparatur, Zelltod, Mutation mit möglicher Krebsentstehung - konstant über den Dosisbereich sein.
Die vorgestellten Ergebnisse der Untersuchungen an menschlichen Hautzellen, Nagetierzellen und Mäusen weisen für die Schädigung von Zell-DNS (Erbsubstanz) durch kleine Strahlendosen hingegen differenzierte Effekte in Abhängigkeit von der Dosisapplikation nach. Bei gleicher Gesamt-Dosishöhe sind bei mehrfacher Bestrahlung mit kleineren Dosen zum Teil erheblich geringere Effekte festzustellen, als bei einfacher Bestrahlung mit der Gesamtdosis. Zudem wird durch Applikation der untersuchten kleinen Strahlendosen die Kompetenz der Zelle zur fehlerfreien Reparatur der Erbsubstanz DNS erhöht, wie auch zum programmierten Zelltod, falls die Reparatur als nicht erfolgreich erkannt wird. Diese adaptiven Effekte der Zelle sind aus weiteren Studien bekannt. Die Untersuchungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass für die betrachteten kleinen Strahlendosen nicht lineare Zusammenhänge angenommen werden müssen.
Sollten sich diese Befunde durch weitere Forschung - beispielsweise in den Bereichen der individuellen Strahlenempfindlichkeit und Strahlenwirkung auf das ungeborene Kind - bestätigen, dann müsste das Modell der linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung ohne Schwellenwert zumindest im Bereich der kleinen Strahlendosen überdacht werden.
Quelle
D.S. nach ATW, Januar 2002