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Seit elf Jahren schon währt der Streit ums von Fincksche Erbe zwischen Helmut (57) und seinem Halbbruder August von Finck (86) sowie Wilhelm (Billy) von Finck (56), Sohn des verstorbenen Halbbruders Wilhelm. Nun sind bei den Nachforschungen Beweismittel aufgetaucht, die darauf hindeuten, dass der in Deutschland lebende Helmut von Finck nicht nur einmal benachteiligt wurde.
Bis anhin ging es in dem Rechtsstreit im Kern um einen Erbverzicht Helmut von Fincks, den er im Februar 1985 als junger Hippie und gesundheitlich schwer angeschlagen unterschrieben hatte. In der Vereinbarung war zwar auch von einer Schenkung die Rede. Helmut von Finck ahnte aber wohl nicht, um wie viel es dabei ging.
Bereits in den siebziger Jahren übergangen
Die neuen Hinweise zeigen, dass Helmut von Finck auch bei einer Schenkungsaktion seines Vaters Anfang der siebziger Jahre übergangen wurde, als dieser aus Angst vor einer Steuerreform den Kindern Vermögensteile übereignete. Helmut entstammt der zweiten Ehe des Erblassers, war daher nahezu 30 Jahre jünger als sein Halbbruder August und zum Zeitpunkt der Schenkung noch minderjährig. Sein Anteil wurde vom Treuhänder Wilhelm von Thelemann aus dem bayrischen Grabenstätt verwaltet. Dieser sollte Helmut von Finck zum 25. Geburtstag im April 1984 unterrichten.
Doch das geschah nie – Schenkungsverwalter Thelemann starb neun Monate vor diesem Tag. Helmut lernte ihn weder kennen, noch wusste er überhaupt von dessen Rolle. Auch an seiner Beerdigung war er folglich, anders als August von Finck, nicht zugegen. Thelemanns Sohn bestätigte schriftlich, dass er, dem Willen seines Vaters folgend, «zwei in braunes Packpapier eingeschlagene, fest verschnürte Aktenpakete» an August von Finck im Bankhaus Merck Finck & Co. ausgehändigt habe. Dies geschah noch am Tag der Beisetzung des Treuhänders. Ein namentlich genannter Zeuge sei bei der Übergabe anwesend gewesen. Helmut von Finck hat die Schenkungsdokumente nie erhalten.
Es ging schon damals um viel: Vermögen im Buchwert von 780 Millionen Mark war an Helmut vorbei übereignet worden. Der Marktwert lag um ein Vielfaches höher. Die Familie August von Finck äusserte sich auf Anfrage nicht dazu.