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Die medizinische Notwendigkeit einer zusätzlichen Folsäurezufuhr vor dem Beginn einer Schwangerschaft und in den ersten Wochen nach der Empfängnis ist unumstritten für die Entwicklung des Kindes und die Gesundheit der Mutter, so Hörist. Jedoch führt die unklare Regelung der Verordnungsfähigkeit von Folsäurepräparaten dazu, dass Gynäkologen lediglich eine allgemeine Empfehlung aussprechen und es den Schwangeren selbst überlassen, diesen nachzukommen und die Kosten selbst zu tragen. Nicht jede Schwangere erkennt jedoch die Bedeutung dieses Vitamins und daraus die Wichtigkeit zur Selbstvorsorge, so DIET-Sprecher Sven-David Müller. Mangelzustände und gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind sind vorprogrammiert.
Während Jugendliche und Erwachsene einen Tagesbedarf von 400 Mikrogramm Folsäure haben, steigt er bei Schwangeren und Stillenden auf das 1,5-fache an. Mit einer ausgewogenen Ernährung alleine ist es nicht möglich, den erhöhten Bedarf an Folsäure zu decken, betont Klaudia Hörist, ernährungsmedizinische Beraterin des DIET. Nur weniger als zehn Prozent der schwangeren Frauen gelingt es, die erhöhte Menge an Folsäure über die Ernährung zuzuführen, so Hörist. Kinder ab zehn Jahren und Erwachsene decken nur zur Hälfte den täglich empfohlenen Bedarf an dem Vitamin Folsäure. Das Vitamin Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist in allen Blattgemüsen enthalten. (dpa, 21. Mai 2001)