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Das Migazin vom 02.12.2019 berichtet: Handelsschiffe sind verpflichtet, Menschen in Seenot retten. Sie sind aber nicht ausgerüstet für die Rettung, Aufnahme und Versorgung von Menschen in Seenot. Angesichts eines aktuellen Falls fordern Retter die EU auf, staatliche Schiffe einzusetzen.
Angesichts eines aktuellen Falles hat ein Seenotretter von SOS-Méditerranée auf das Dilemma von Handelsschiffen hingewiesen, die Migranten und Flüchtlinge aus Seenot retten. Die Kapitäne seien in „unglaublich schwierigen Situationen“ sagte Nicholas Romaniuk, Einsatzleiter von SOS Méditerranée auf der „Ocean Viking“, am Sonntag dem „Evangelischen Pressedienst“ an Bord des Schiffes.
„Die Handelsschiffe sind dafür nicht gemacht“, erklärte Romaniuk mit Blick auf die Rettung von Booten mit Dutzenden und zum Teil Hunderten Menschen an Bord. Diese wagen häufig von Libyen aus die Überfahrt nach Europa und geraten immer wieder in Seenot. Handelsschiffe verfügten weder über ausreichend Rettungsboote und Schwimmwesten noch die Möglichkeit medizinischer Versorgung für die Überlebenden, sagte der Einsatzleiter. Kapitäne und Mannschaften „machen traumatischen Erfahrungen“.
SOS Méditerranée ist zurzeit auf der gemeinsam mit „Ärzte ohne Grenzen“ betriebenen und für Rettungseinsätze ausgerüsteten „Ocean Viking“ im zentralen Mittelmeer unterwegs. Am Donnerstagabend retteten die Organisationen 60 Menschen aus einem Holzboot. Am Samstag wurde die „Ocean Viking“ vom Handelsschiff „OOC Panther“ um Hilfe gebeten. Das Versorgungsschiff der Hamburger Reederei Opielok hatte etwa 70 Seemeilen vor Libyen rund 30 Menschen gerettet.