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Die Gespräche sollten am 21. Juli in Panmunjom an der Demarkationslinie stattfinden. Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, alle Feindseligkeiten am 27. Juli zu beenden, dem Jahrestag des Waffenstillstandsabkommens von 1953.
Damals wurden die Kampfhandlungen eingestellt, einen Friedensvertrag gibt es bislang nicht. Nordkorea hat bislang auf das Gesprächsangebot nicht reagiert.
China begrüsst Initiative
Das chinesische Aussenministerium begrüsste die Initiative aus Seoul. Der "Stillstand" in den innerkoreanischen Beziehungen müsse überwunden werden, erklärte das Aussenministerium in Peking. "Dialog und Verhandlungen" müssten "wieder in Gang kommen".
Präsident Moon Jae In war im Mai mit dem Vorsatz angetreten, wieder stärker auf die kommunistische Führung in Pjöngjang zuzugehen. Zwischen beiden Staaten gibt es derzeit keine politischen Kontakte.
Unter Moons Vorgängerin Park Geun Hye wurde im vergangenen Jahr nach nordkoreanischen Atom- und Raketentests das letzte grosse wirtschaftliche Kooperationsprojekt - ein gemeinsam betriebener Fabrikpark in Kaesong - geschlossen.
Verschiedene Standpunkte
Südkorea hat bei seinem Vorschlag allerdings offengelassen, was als gegenseitige feindselige Handlungen zu verstehen ist. Die Standpunkte der beiden Staaten dazu weichen voneinander ab.
Südkorea versteht darunter vor allem Propagandaaktionen beider Seiten an der Demarkationslinie. Nordkorea betrachtet auch die regelmässigen Militärübungen Südkoreas mit den USA als feindselige Handlung.
In den vergangenen Monaten hat Nordkorea mehrere Raketentests unternommen, zuletzt mit einer Interkontinentalrakete, die auch die USA erreichen könnte. Ausserdem behauptet Nordkorea, es beherrsche mittlerweile die Technik, einen Atomsprengkopf auf die Rakete zu montieren.
Der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon, forderte zusätzlich eine Reaktivierung der Kommunikationsverbindungen zwischen den Regierungen und Militärführungen beider Staaten, die von Nordkorea im vergangenen Jahr gekappt worden waren.
Dessen Führung hatte damit auf südkoreanische Sanktionen reagiert, die wegen eines Atomwaffentests im Norden verhängt worden waren.
Gespräche über Familienzusammenführung
Ausserdem setzt sich Südkorea für die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den Organisationen des Roten Kreuzes beider Staaten zu Familienzusammenführungen ein. Das letzte derartige Treffen von Angehörigen aus Familien, die seit dem Ende des Koreakrieges 1953 getrennt sind, fand im Oktober 2015 statt.
Die nordkoreanische Führung hat zuletzt Gespräche mit dem Süden solange ausgeschlossen, bis Südkorea zwölf Nordkoreanerinnen ausliefert, die in den Süden gegangen sind.
Bei den Frauen handelt es sich um ehemalige Kellnerinnen eines nordkoreanischen Restaurants in China. Nordkorea wirft dem Süden vor, die Frauen verschleppt zu haben. Nach Südkoreas Darstellung sind sie aus freien Stücken in den Süden gegangen.