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Prähistorische Besiedelung
Eine Silexpfeilspitze aus der Zeit um 3000 v. Chr., zahlreiche Keramikscherben aus der Mittelbronzezeit und eine Gürtelschnalle aus der Spätbronzezeit sind Beispiele aus den Funden, die auf eine prähistorische Besiedlung hinweisen.
Vorgängerburg
Die Untersuchungen der Luzerner Kantonsarchäologie im Innenraum des Wohnturmes weisen deutlich auf eine Vorgängerburg hin. Fundamentgruben und Pfostenlöcher lassen auf eine hochmittelalterliche Holz-/Erdburg schliessen. Sie wies die gleiche Orientierung aus, stand aber etwas weiter südöstlich.
1173
Mit dem Aussterben der Lenzburger werden die Grafen von Kyburg Rechtsnachfolger der Herrschaft Kastelen.
um 1250
Erbauung des heutigen Wohnturms durch Graf Hartmann V. Residenz der Kyburger.
1256
Graf Hartmann V., der Stadtherr von Sursee, schenkt dem Kloster St. Urban ein Grundstück beim Tor. In dieser heute noch erhaltenen Urkunde wird Sursee erstmals als Stadt erwähnt.
1264
Mit dem Tode von Hartmann IV., dem Onkel Hartmann V. (gest. 1263), erlischt das Geschlecht der Kyburger im Mannesstamme. Verwandtschaftliche Bindungen führen zu den Habsburgern.
1273
Kastelen wird Mittelpunkt eines habsburgischen Amtsbezirks.
14. Jh.
Die Herren von Luternau sind Vasallen der Habsburger.
1375
Kastelen trotzt dem Ansturm der Gugler.
1386
Dank der Luternauer, die sich mit Luzern gut verstanden, bleibt die Burg im Sempacherkrieg verschont.
1482
kauft der Luzerner Schultheiss Hans Feer die Herrschaft Kastelen. Dessen Sohn Petermann Feer lässt den Wohnturm feudal ausstatten.
1513
Volksaufstand gegen den Herrn auf Kastelen und die Patrizierherrschaft zu Luzern (Zwiebelnkrieg).
1645
übernimmt der Stadtstaat Luzern die renovationsbedürftige Burganlage.
1653
Beraubung und Unbewohnbarmachung der Burg durch die Bauern der Umgebung (Bauernkrieg).
1680
Kauf der Burgliegenschaft samt Ruine durch Johanniterkomptur und Reichsritter Franz von Sonnenberg.
1682
Dessen Neffe Heinrich von Sonnenberg erbaut das Schloss Castelen und überführt Schloss und Hof in die Rechtsform eines Fideikommisses.
22.07.1996
Übergang der Burgstelle in den Besitz des Vereins Burgruine Kastelen.
Seit 1996:
Die Abparzellierung und der Kauf aus dem Fideikommissgut Sonnenberg wurden ermöglicht durch ein Postulat und eine Interpellation im Grossen Rat des Kantons Luzern und die entsprechende Stellungnahme des Regierungsrates. Daraus folgerte die Zuständigkeit der Kantonalen Denkmalpflege für alle baulichen Massnahmen.
Mit einem beachtlichen Unternehmungsgeist nahmen die Vereinsgründer die Werbung von Mitgliedern und die nötigen planerischen Aufgaben wahr. Die Sicherung der Ruine, die Erstellung einer Materialstrasse, die Installationen für Elektrizität und für Wasser und Abwasser, die Instandstellung der Fusswege und eine besucherfreundliche Platzgestaltung waren die ersten Schritte.
Die archäologische Verantwortung
Für die substanziellen Veränderungen auf Kastelen ist eine Baukommission zuständig. Den Vorsitz führte seit Beginn der Arbeiten Josef Wermelinger und für die Realisierung des Aussichtsturmes Peter Schwegler. Alle Mitglieder waren sich immer der Verantwortung gegenüber der bestehenden Bausubstanz bewusst. Einerseits will man den Besuchern das Kultur- und Geschichtsdenkmal näher bringen, anderseits würde es unter einer unsachgemässen Übernutzung leiden und seine Eigenartigkeit verlieren. Das war auch bei allen Kontakten mit der Kantonalen Denkmalpflege immer wieder ernsthafter Gesprächsstoff. Mit dem nun gewählten Bauwerk sind diese Kriterien bestmöglich berücksichtigt.
Für die Mauern des Turmes und die Fundamente hatte Jakob Obrecht, dipl. Ing. ETH, die verantwortliche Bauleitung. Die Kantonsarchäologie Luzern nahm die Untersuchung des Innenraumes und des Sodbrunnens vor. Über alle Arbeiten sind genaue Zeichnungen und aussagekräftige Fotografien gemacht worden. Ausführliche schriftliche Berichte sichern die wissenschaftlichen Ergebnisse für die Nachwelt. Alle Maurerarbeiten führte der auf historische Bauten spezialisierte ortsansässige Josef Wermelinger aus.
Der heutige Zustand der Burg
Nach der Erschliessung des Geländes galt es, die Substanz des Bauwerkes zu erhalten. Die efeuumwucherte Ruine mit ihren losen Steinen, mit den brüchigen Bögen besonders der obersten Fensterlücken und dem geheimnisvollen Schutt innerhalb und ausserhalb des Turmes hatte wohl ihre besondere Ausstrahlung. Besonders der oberste Bereich war aber höchst gefährdet und der Steinfall auch gefährlich für die Besucher.
Der äussere und innere Mauermantel wurde gesäubert, Lücken fachgerecht geschlossen, die Fugen neu verdichtet und die Fenster in ihrer ursprünglichen Form gesichert. Alle Aufsichten der Mauern und Balken sind vor eindringender Feuchtigkeit geschützt. Das Fundament der Nordwestecke ist neu untermauert. Zum Hocheingang führt nun die neue Aussentreppe und im Turminnern lässt der Aussichtsturm eine umfassende Rundsicht zu - vom Säntis im Osten über den ganzen Alpenkranz, den Jura und das Mittelland.
Damit sind zwei Zielsetzungen des Vereins, nämlich die imposante Ruine als geschichtliches und kulturelles Wahrzeichen der Gemeinde Alberswil und der Luzerner Landschaft zu erhalten und den Turm wieder begehbar zu machen, in vollendeter Form erreicht.