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Zum ersten Mal seit über sechzig Jahren ist das durchschnittliche Todesalter in den USA während zwei Jahren in Folge gesunken. Das geht aus dem Jahresbericht der US-Gesundheitsschutzbehörde CDC hervor (Centers of Disease Control and Prevention).
Die durchschnittliche Lebenserwartung ging in den Jahren 2015 und 2016 zurück und betrug Ende 2017 noch 78,5 Jahre. Das sind noch 2,1 Jahre mehr als die durchschnittliche Lebenserwartung in China. Die USA liegen damit unter dem Durchschnitt der Industriestaaten der OECD. In der Schweiz beträgt die Lebenserwartung bei Geburt 82,9 Jahre.
Entscheidend sind die Lebensjahre in guter Gesundheit. «Le Monde» zitiert die Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach ein Neugeborenes in den USA heute – durchschnittlich – mit 68,5 Lebensjahren in guter Gesundheit rechnen kann, ein Neugeborenes in China mit 68,7 Jahren.
Für die sinkende Lebenserwartung in den USA werden folgende Hauptgründe geltend gemacht:
- Die ärmsten 10 Prozent einer Bevölkerung drücken die durchschnittliche Lebenserwartung eines Landes am stärksten nach unten. In den USA ist die Armut dieser vernachlässigten Bevölkerungsgruppe grösser geworden.
- Als Folge der lockeren Verschreibungspraxis und der aggressiven Werbung von Pharmakonzernen sterben in den USA jedes Jahr rund 65’000 Menschen an den Folgen von Opioid-Schmerzmitteln. Betroffen ist wiederum vor allem die Unterschicht.
- Siehe Infosperberartikel vom 21. Februar 2018: «US-Wirtschaft profitiert von Opioid-Massensterben»)
- Zu wenig körperliche Bewegung und viel Junkfood. Der heute verbreitete Lebensstil in den USA macht krank. «Becoming an American can be bad for your health», titelte die «New York Times» vor fünf Jahren. Das bekommen Einwanderer zu spüren.
- Siehe Inforsperber vom 22. August 2013: «Wer in die USA auswandert, stirbt schneller!»
Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzte schon vor vierzehn Jahren, dass 25 bis 33 Prozent aller Krankheiten in Industriestaaten im weiteren Sinn «umweltbedingt» sind: Ungenügende körperliche Bewegung, Luft- und andere Umweltverschmutzung, industrielle Ernährung.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine