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Aufzuchtkälber
In einem Milchviehbetrieb müssen jährlich circa 20 - 35% der Kühe ersetzt werden, entweder durch Eigenremontierung, durch den Kauf von hochträchtigen Rindern oder durch den Kauf von bereits abgekalbten Kühen.
Aufzuchtkälber sind die Kühe von morgen und stellen damit eine zentrale Ressource eines Milchviehbetriebs dar. Ziel einer jeden Aufzuchtstrategie muss es daher sein, die Entwicklung zum Wiederkäuer zu fördern und den Gesundheitsstatus durch gezielte Massnahmen in der Prävention von Krankheiten zu optimieren. Dies verlangt erstens eine Steigerung der Immunität (Kolostrumversorgung, Stressreduktion, passende Fütterung und Spurenelementversorgung, evtl. Impfprophylaxe) und zweitens eine Reduktion der Erregerexposition (Hygiene, Management, Haltung, strategische Behandlungen). Anstrengungen unter beiden Punkten helfen mit, langfristig die Produktivität und den Profit des Betriebes zu sichern.
Ziel der Aufzucht sind hohe Zunahmen in den ersten Lebensmonaten für eine optimale Organentwicklung und die Festlegung des Rahmens. Spätestens ab dem zweiten Lebensjahr sind dann jedoch niedrige Zunahmen anzustreben (600 - 750 g/Tag), um eine Verfettung vor der Kalbung zu verhindern. Eine Überkonditionierung ist – insbesondere bei Erstkalbinnen – ein zentraler Risikofaktor für Schwergeburten und Erkrankungen des Muttertieres nach der Kalbung.
In der Rinderaufzucht (Geburt bis Abkalbung) können betriebsspezifische Zielwerte gesetzt werden, welche abhängig sind von der Rasse, den Futtergrundlagen (steile Weiden, Alpung etc.) und den zur Verfügung stehenden Arbeitsressourcen. Die wichtigsten Kennzahlen (= primäre Kennzahlen) sind das Erstkalbealter, die unfreiwilligen Abgänge und der Anteil Rinder mit einem Abort. Für den Zeitpunkt um die Geburt (270. Trächtigkeitstag bis 24 Stunden nach Geburt) sowie für die Tränkephase ab dem zweiten Lebenstag bis zum Absetzen der Milch circa in der 16. Lebenswoche dienen sogenannte sekundäre Kennzahlen zur Beurteilung der Leistung.