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Stelle der Sklaven. Die Betschuanen treiben, gleich den
Kaffern,
Viehzucht
[* 2] in großem
Umfang, vernachlässigen jedoch auch den
Ackerbau
nicht und leben daher mehr als jene in großen Dörfern vereinigt, wovon die städteähnlichen Ortschaften, wie Battaku,
Schoschong etc.,
Zeugnis geben.
Ihre sehr weiche und wohlklingende
Sprache,
[* 3] in welcher fast jedesWort mit
einem
Vokal endigt, ist das Setschuana. Sie ist grammatisch dargestellt von Archbell
(»Grammar of the Bechuana language«,
Grahamstown
1837), sprachvergleichend von
Bleek und
Fr.
Müller und zerfällt in drei
Dialekte, das Sesuto (vgl.
Basuto), Serolong und Sehlapi;
mit dem Tekeza zusammen bildet sie die mittlere
Gruppe der Bantusprachen (s.
Bantu).
Jeder
Stamm hat sein eignes Oberhaupt, dessen
Würde in seiner
Familie erblich ist. Unter ihm stehen die
Chefs der einzelnen Ortschaften und unter diesen wieder kleinere
Chefs, die Kofi (die
»Reichen«),
welche gewissermaßen die
Aristokratie des
Volkes ausmachen. Die Macht des Oberhauptes ist im allgemeinen despotisch unbeschränkt; doch darf bei wichtigen
allgemeinen Angelegenheiten nichts geschehen ohne eine öffentliche Versammlung der kleinern
Chefs.
Ackerbau
haben schon früher die Betschuanen mit Sorgfalt betrieben; es werden
Getreide,
[* 5]
Bohnen,
Erbsen, Wassermelonen produziert und zu deren
Aufbewahrung große Vorratshäuser errichtet. Die Verbreitung des
Ackerbaues hat im
Lauf unsers
Jahrhunderts durch die Bemühungen
der
Missionäre namhaft zugenommen.
In der
Baukunst
[* 11] zeigten früher die Bahurutse, einst vielleicht das kunstfertigste
Volk Südafrikas, überraschende
Fertigkeit, da ihre
Häuser vor denen aller andern Betschuanen sich durch
Festigkeit,
[* 12] Zierlichkeit und außerordentliche Reinlichkeit
auszeichneten. Zudem sind sie, wie auch die Bakatla und Bawanketsi, sehr geschickt in
Holzschnitzereien, und ihre netten hölzernen
Löffel, ihre schönen
Gefäße und mannigfache andre mit
Blumen undVerzierungen geschmückte Gegenstände,
ihre Messergriffe in Tierform sind weit und breit unter ihren Nachbarn berühmt.
Endlich gibt auch die Gewinnung und Verarbeitung
mancher
Erze eine umfassende Beschäftigung der Bergvölker ab. Namentlich werden
Eisenerze (früher auch
Kupfer)
[* 13] von den Bakatla
und Bahurutse in
Menge gefördert, geschmolzen und zu mancherlei Gegenständen verarbeitet.
Namentlich waren es die
Zulukaffern, die in den letzten Jahrzehnten immer tiefer in das Gebiet der Betschuanen eingedrungen
sind, einen großen Teil der
Stämme aus ihren
Wohnsitzen verjagt und zur Übersiedelung in entfernte Gegenden oder zur
Flucht
in die unwegsamen
Gebirge des
Landes gezwungen, zahlreiche
Stämme aber auch vollständig aufgerieben und so alle politischen
und sozialen Verhältnisse des großen
Volkes total umgestaltet haben. Den Zulu sind dann die
Buren aus
dem
Kapland nachgezogen und haben mitten im alten Gebiet der Betschuanen den
Oranje-Freistaat und die Transvaalrepublik gegründet.
Als diese die kleinen
FreistaatenStellaland und Goosen gründeten, stellte
England das ganze Gebiet westlich von
Transvaal,
östlich vom 20.° östl.
L. und von der Nordgrenze der
Kapkolonie bis zum 22.° südl.
Br. unter seinen
Schutz, so daß vom
Betschuanenland nur noch der nördlichste Teil frei blieb.
Die Betschuanen sind nicht ganz ohne Geschichte. Von Zeit zu Zeit entstanden unter ihnen
Reiche, die eine große
Ausdehnung
[* 17] und ein
gewaltiges Ansehen erlangten, wie z. B. die
Reiche der Häuptlinge Sekomo und Setschele, von denen
Livingstone,
Fritsch,
Holub u. a. berichten. Heute bestehen unter den Betschuanen zwischen dem
Sambesi und dem Oranje sechs
Reiche, worunter jenes
des
Königs Khama das bedeutendste zu sein scheint. Aber keine dieser Mächte ist von langer Dauer, denn alles hängt bei
diesen vergänglichen
Schöpfungen von der Tüchtigkeit der Häuptlinge ab, so daß mit dem
Tode der Dynastienstifter
die Macht wieder an andre
Stämme fällt;
Über die Matratze breitete man Decken (stragula) aus kostbaren Stoffen und oft reichgestickt oder purpurfarben. Ebenso reich
waren die Behänge (toralia), welche von der Matratze bis auf den Fußboden reichten. Die hintere Seite
des Bettes war oft mit einer Lehne (pluteus) versehen. Außer diesen Schlafbetten hatten die Römer das Ehebett (lectus genialis),
das niedrige Krankenlager (scimpodium), das Paradebett der Toten (l. funebris), das Ruhebett (l. lucubratorius), auf welchem
man las, meditierte oder liegend schrieb, u. das niedrige, sofaartige Speisebett
(l. triclinaris). Die Abbildung zeigt einige antike Bettgestelle.
Man legte sich damals meist nackt ins und hüllte sich in das große, über die Kissen gebreitete Leintuch
(Leilachen, linde Wat, Linten). Vom 13. Jahrh. an entwickelte sich größerer Luxus, die hölzernen Bettstellen wurden mit
eingelegter Arbeit verziert, geschnitzt und bemalt. Damals entstanden auch bereits die Spannbetten, die am Tag als Sofa dienten.
Auf
einem vierfüßigen, mit Stricken überspannten Gestell lag das lederne, mit seidenen Stoffen überzogene
und mit Federn gefüllte Unterbett, welches mit der gesteppten Decke (Kulter) bedeckt wurde.
Auf dieses Möbel
[* 27] wurde für die Nacht ein leinenes Betttuch (Lilachen) gebreitet und noch einige Kissen, namentlich das sogen.
Ohrkissen, hinzugefügt. Zum Füllen der Kissen dienten zur Zeit der Minnesänger besonders Eider- und Adlerdaunen.
Als Zudecken dienten seidenbezogene, pelzgefütterte Decken. Bei den gewöhnlichen Betten benutzte man als Unterlage bis in
das 12. Jahrh. hinein nur Stroh. Unterbetten und Matratzen findet man erst viel später. Ein eignes Bett benutzten damals nur
ganz vornehme Leute; das Gefolge, die Ritter mußten zu zweien oder dreien ein schmales Lager
[* 28] teilen.
Das Hauptbett für das Ehepaar bildete das hervorragendste Möbel der Kemnate. Bereits damals wurden die Vorhänge und die
Betthimmel Mode, und an letztern befestigte man Hängelampen als Nachtlicht. Das Kopfende des Bettes wurde stets an die Wand
gestellt, so daß man von beiden Seiten in das Bett steigen konnte. Dabei aber ließ man zwischen
und Wand an der einen Seite einen nicht zu breiten Raum (la ruelle) als Empfangsort für intime Freunde, der Anfang des spätern
Boudoirs.
Wirkliche Alkoven kamen erst im 16. Jahrh. in Gebrauch. Allmählich stieg der Luxus, die Ausstattungsstücke der Betten vermehrten
sich, und die Größe des Bettes wuchs derart, daß es im 15. J. wie ein Haus in der Stube stand, groß
genug, eine ganze Familie aufzunehmen. An den Höfen hatte man Paradebetten, welche nicht benutzt, sondern in Prunkgemächern
aufgestellt wurden. Dort wurden diejenigen vornehmen Personen, namentlich fremde Gesandte, empfangen, welche zwar
nicht zum Betreten des Schlafzimmers berechtigt waren, aber doch vor den übrigen Höflingen ausgezeichnet werden sollten.
In diesen Prunkzimmern fand das sogen. grand lever statt, das petit lever dagegen im Schlafzimmer.
Ähnlich, wenn auch mit minderm Luxus ausgestattet, waren die Betten des wohlhabenden Bürgerstandes. Allmählich veränderte
sich aber die Form des Bettgestelles; dasselbe nahm nach und nach die Gestalt eines Kastens an (Bettlade),
in welchem dann die Bettstücke aufgetürmt wurden. Im 18. Jahrh. kamen die schweren Federbetten
auf. Freilich trat in dieser Zeit mehr und mehr ein Unterschied zwischen den Betten in Deutschland,
[* 29] Frankreich und England hervor.
In den letztgenannten Ländern blieb die Bettstelle groß, die Lagerstätte luftig, zum Zudecken wurden
Decken und leichte Federkissen (Plümeaus) benutzt, zum Schlafzimmer die beste, sonnigste Stube des Hauses bestimmt. In Deutschland
dagegen finden wir einen bedauerlichen Rückschritt. Die Bettstellen wurden sehr kurz und schmal, als Unterlage und zum Zudecken