Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03199.jsonl.gz/2037

Eine Maturitätsausbildung ist der am häufigsten gewählte Zugangsweg zu den universitären Hochschulen (UH), den Fachhochschulen (FH) oder den pädagogischen Hochschulen (PH). Er gibt Aufschluss über den Anteil Personen, die Zugang zu den Hochschulen haben.
Hauptergebnisse
- 40% der jungen Erwachsenen haben einen Maturitätsabschluss erworben.
- Die Maturitätsquote der Frauen ist deutlich höher als die der Männer.
- Mehr als 40% der Schweizer/innen haben einen Maturitätsabschluss erhalten, gegenüber 25% der Ausländer/innen.
- Die deutschsprachigen Kantone haben niedrigere Maturitätsquoten als die lateinischen Kantone.
2017 haben knapp 40% der jungen Erwachsenen einen Maturitätsabschluss erworben. Mit 21,6% ist die gymnasiale Maturitätsquote höher als die Berufsmaturitätsquote (15,7%). Für die vor 10 Jahren eingeführte Fachmaturität sind die ausgewiesenen Abschlussquoten (3,1%) noch relativ niedrig.
Die Maturitätsquote der Frauen erreicht 46%, während sie für Männer mit 35% um 11 Punkte niedriger ist. Von dieser Abweichung gehen mehr als 8 Punkte auf das Konto der gymnasialen Maturität und 4 Punkte auf jenes der Fachmaturität.
Die Maturitätsquote der jungen Schweizer/innen, ob in der Schweiz geboren oder nicht, liegt bei über 40%, während die der Ausländer/innen, ob in der Schweiz geboren oder nicht, bei rund 25% liegt. Das Gymnasium Matura ist das häufigste Abschluss der Schweizer/innen, wo auch immer sie geboren wurden.
Die Maturitätsquoten nach Wohnkanton der Diplomierten bewegen sich zwischen 27% und 56%. Zehn Kantone verzeichnen Werte, die über dem nationalen Durchschnitt von 40,4% liegen (in der Reihenfolge: TI, GE, NE, FR, VD, BL, BS, VS, VS, VS, JU und ZG), Tessin und Genf sogar über 50%.
Tabellen
Methodologie
Berechnungsmethode
Mittlere Nettoquote über 3 Jahre
Ab 2015, die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II misst den Anteil der obligatorischen Schule ausgetretenen Jugendlichen bis zum 25. Altersjahr, die in der Schweiz einen Erstabschluss auf der Sekundarstufe II erworben haben in der Referenzbevölkerung.
Die Abschlussquote wird als Nettoquote ausgewiesen und stellt den Anteil von Personen einer synthetischen Alterskohorte dar, die einen Abschluss erwirbt. Netto-Abschlussquoten bleiben unbeeinflusst von Änderungen des Umfangs der entsprechenden Bevölkerungsgruppe oder des typischen Abschlussalters. Sie werden berechnet, indem man für jeden einzelnen Altersjahrgang die Zahl der Zertifizierten durch die entsprechende Bevölkerung dividiert und diese Quoten über alle Altersjahrgänge aufsummiert.
Für eine bessere Stabilität der Ergebnisse wird ein Dreijahresdurschnitt berechnet. Die Quote für das Jahr X entspricht folglich dem Durchschnitt der für die Jahre X-1, X und X+1 erhaltenen Werte.
Bei der Berechnung werden die folgenden Abschlüsse berücksichtigt:
- gymnasiale Maturität
- Berufsmaturität
- Fachmaturität
Die Referenzbevölkerung besteht aus allen Personen, die im Alter des Beendens der obligatorischen Schule in der Schweiz wohnten. Ausgenommen sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie Personen, die im Zuge der jüngsten Zuwanderung nach beendeter obligatorischer Schulzeit in die Schweiz gekommen sind. Jugendliche, die das Land vor dem Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II verlassen haben, werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Diese Auswahl gewährleistet die Kohärenz zwischen dem Zähler (zertifizierte Personen) und dem Nenner (Referenzbevölkerung).
Ausserdem werden bei der Abschlussquote nur Personen bis zu einem Alter von 25 Jahren betrachtet. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass mit den verfügbaren Daten bei älteren Personen nicht festgestellt werden kann, ob es sich beim erworbenen Abschluss um einen Erstabschluss handelt oder nicht.
Bruttoquote
Bis 2014 werden die Maturitätsquote als Bruttoquote wie folgt berechnet:
- Gymnasiale Maturitätsquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten gymnasialen Maturitätszeugnisse in Prozent der 19-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung
- Berufsmaturitätquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten Berufsmaturitätszeugnisse in Prozent der 21-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung.
- Fachmaturitätsquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten Fachmaturitätszeugnisse in Prozent der 20-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung.
Bis 2009 wurde für die Referenzpopulation die jährliche Bevölkerungsstatistik (ESPOP) verwendet. 2010 wurde die ESPOP durch die neue Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) ersetzt.
Definitionen
Dimensionen
Entwicklung
Die veröffentlichten Werte der Quoten können aus zwei Hauptgründen im Nachhinein revidiert werden. Zum einen können die Erhebungen rückwirkend korrigiert werden, z.B. wenn nachträglich Lücken aufgedeckt werden. Zum anderen kann die Beobachtung der Bildungsverläufe nachträglich zeigen, dass eine Zertifizierung der Sekundarstufe II erteilt wurde, obwohl sie nicht erfasst wurde. Typischerweise deutet ein Eintritt in eine Hochschule in der Regel darauf hin, dass ein Abschluss der Sekundarstufe II erworben wurde, auch wenn er aus dem einen oder anderen Grund nicht erhoben wurde. Diese beiden Phänomene bewirken, dass die Werte der zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlichten Quoten leicht revidiert werden können, wenn neue Daten verfügbar werden.
Nationalität
Der Migrationsstatus, der in diesem Indikator verwendet wird, ist eine vereinfachte Version der « Typologie der Bevölkerung nach Migrationsstatus », wie sie vom BFS definiert wurde. Er basiert auf der aktuellen Staatsangehörigkeit und dem Geburtsort der Personen, ohne den Geburtsort der Eltern zu berücksichtigen, da diese Information in den genutzten Daten nicht vorhanden ist.
Kanton
Das Kriterium für den kantonalen Vergleich ist der Wohnkanton, d.h. der Kanton, in dem die Schüler/innen und Studenten/innen ihren gesetzlichen Wohnsitz haben.
Verschiedene Gründe sind hier für die kantonale Unterschiede verantwortlich, wobei soziodemographischen Faktoren, Merkmale der Bildungssysteme, wirtschaftliche Aspekte und geographische Besonderheiten hineinspielen.
Die Kantone Basel-Stadt (BS) und Basel-Landschaft (BL) haben eine Schulreform umgesetzt, die dazu geführt hat, dass die Zahl der im Jahr 2017 erteilten gymnasialen Maturitätszeugnisse um rund ein Drittel (BS) oder auf fast Null (BL) gesunken ist. Um zu vermeiden, dass diese Reform die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II und die Maturitätsquote künstlich reduziert, wurde die Verleihung solcher Titel auf der Grundlage des durchschnittlichen Erfolgs der fünf vorangegangenen Lernendenkohorten aus den gymnasialen Maturitätsschulen dieser Kantone geschätzt. Dadurch konnte verhindert werden, dass die Quoten durch ein Phänomen beeinflusst werden, das nicht eine Entwicklung der Qualifikation der Schweizer Bevölkerung, sondern eine Veränderung der Organisation des Bildungssystems widerspiegelt. (PS: Da es sich bei den veröffentlichten Quoten um Dreijahresmittelwerte handelt, fliessen die im Jahr 2017 erteilten Abschlüsse in die Berechnung der Ergebnisse der Jahre 2016, 2017 und 2018 ein.)
Für kleinere Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel kleine Kantone können die Resultate zwischen den Jahren spürbaren Veränderungen ausgesetzt sein.
Andere Eigenschaften des Indikators
Die bisherige Methode, die das BFS zur Berechnung der Maturitätsquote anwendete, entsprach der damals noch beschränkten Qualität der verfügbaren Daten. Die Berechnungen stützten sich auf ein typisches Alter beim Abschluss anstatt auf das tatschliche Alter, die Bevölkerung im Zähler und im Nenner stimmten nur annähernd überein und anhand der verfügbaren Daten konnten Doppelzählungen nicht korrekt identifiziert werden. Dank der Einführung des einheitlichen Identifikators (AHVN13) in den Personenregistern von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der Modernisierung der Bildungsstatistiken können die Quoten nun ohne Doppelzählungen auf verschiedenen Stufen und nach unterschiedlichen Kriterien berechnet werden. Aus all diesen Gründen sind die in der zeitlichen Entwicklung dargestellten Werte (berechnet mit Bruttoquoten bis 2014, dann mit Nettoquoten ab 2015) mit Vorsicht zu interpretieren.
Der Vorteil der Nettoquote, die zur Berechnung des Indikators verwendet wird, liegt darin, dass sie nicht von demografischen Veränderungen beeinflusst ist. Sie reagiert hingegen auf strukturelle Veränderungen im Bildungssystem wie beispielsweise eine Verlängerung oder Verkürzung der Ausbildungsdauer, die zu unter- oder überschätzten Quoten führen kann.
Bruch der Zeitreihen
- 2010: Einführung des einheitlichen Identifikators (AHVN13) in den Personenregistern
- 2015: Einführung einer neuen Berechnungsmethode (Nettoquoten)
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
Oktober 2020
Links
Quellen