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Kalktaren heisst eine Waldgegend zwischen dem Steinebühl und Ober-Endingen. Hier stand ehemals ein Bauernhof, dessen Eigenthümer sich viele Gewaltthätigkeiten erlaubte. Er spukt nun als Schimmelreiter und heisst Hoppedihop, nach seinem Rufe, mit dem er den Wald durchschreit.
Zimmerleute giengen in dieser Gegend eines Abends vom Arbeitsplatze und liessen den Wagen mit Balken hinter sich drein fahren. Es begegnete ihnen ein altes, gebücktes Weib und bat, ihre Holzbürde auf den Wagen legen zu dürfen; natürlich ward es ihr erlaubt. Beim nächsten Bache vermochten die Rosse durchaus nicht mehr, die Last über das andere Ufer hinauf zu bringen; aber ein alter frommer Mann sah den Zusammenhang bald ein; er liess jenen Reissbündel der Frau vom Wagen werfen, eine ungerade Speiche des Rades ausbrechen und die Rosse bis zur Abendglocke ausspannen. Kaum tönte diese, so gieng's wieder ans Ziehen, und der Wagen hob sich. Das Weib, das eben so lange zugesehen hatte, fuhr nun plötzlich unter heftigem Rauschen vor ihnen in die Luft, und in demselben Augenblicke kam der Schimmelreiter hinter ihr hergesprengt.
Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 197
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch