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Hier einige hilfreiche Hinweise, wie Sie Ihr Beziehungsnetz ausweiten können und sich mehr engagieren können:
Menschen, die mit dem permanenten Gefühl der Einsamkeit oder der sozialen Isolierung kämpfen, können andere Menschen mit diesem verstörenden Gefühl anstecken.
So wie auch ein starkes Gefühle wie Glück sich im Freundeskreis fortpflanzen kann, so kann auch Einsamkeit von Person zu Person weitergegeben werden. Sogar an einen Menschen, den man gar nicht gut kennt, wie US-Forscher herausgefunden haben. Anders gesagt: Wenn der Cousin des Nachbarn Ihres Arbeitgebers einsam ist, kann es Sie auch treffen.
Die Studie wurde im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht und vom Nationalen Senioreninstitut finanziert. Dabei wurden 5000 Probanden von 1971 bis 2001 begleitet, die an einer Studie zur Bekämpfung von Kreislaufkrankheiten teilnahmen. Daneben wurden aber auch Forschungsfelder wie Fettleibigkeit, Glück und Einsamkeit untersucht.
Die Forscher befragten die Probanden alle zwei bis vier Jahre nach ihrer Einsamkeit und sammelten dabei auch die Namen von Freunden und Familienmitgliedern. Mit diesen Informationen erstellten sie Grafiken, auf denen sie das soziale Netzwerk und die Phasen von Einsamkeit miteinander verknüpften.
Was sich schnell zeigte: Einsame Menschen steckten andere um sie herum über kurz oder lang mit ihrer Krankheit an. Wenn zum Zeitpunkt der Befragung eine Person angab, einsam zu sein, stieg die Wahrscheinlich, dass Menschen in seinem Umfeld zwei Jahre später auch einsam sein würden, um 52 Prozent an. Und weil Einsamkeit unter engen Freunden und Angehörigen so ansteckend ist, konnte man die Ansteckung über drei Ecken hinweg nachweisen. Also bis zum Freund des Freundes eines Freundes.
Man kann diese Forschungsergebnisse unlogisch finden. Sind einsame Menschen eben nicht gerade häufig allein? Soziologen behaupten, dass Einsamkeit nicht durch die Menge an sozialen Kontakten definiert ist, sondern durch die Qualität der Beziehungen und der spürbaren sozialen Interaktionen. Wir können uns unsäglich einsam fühlen, auch wenn wir gar nicht alleine sind. Es ist vielmehr gerade dieses negative und distanzierte Verhalten, das so ansteckend ist.
"Wir haben einen ausserordentlichen Ansteckungseffekt entdeckt, der die Menschen an den Rand ihres sozialen Netzes drängt und sie einsam werden lässt", sagt Psychologe John Cacioppo von der Universität Chicago. Er leitet die Studie und ist einer der führenden Einsamkeitsforscher. "An den Rändern eines sozialen Netzwerks hat man weniger Freunde, zusätzlich löst die Einsamkeit auch noch die wenigen Bande, die man noch hatte."
Bevor diese letzten Beziehungen auch noch aufgelöst werden, überträgt der Einsame sein Problem auf diese, die dann auch einsam werden. Eine Endlosschlaufe. "Das bedeutet, dass unser soziales Netz an den Rändern ausfranst, vergleichbar mit einem gehäkelten Pullover, bei dem ein Faden lose wird", sagt Cacioppo.
Letztendlich sei Einsamkeit ein biologisches Signal wie Hunger oder Durst, das auf die Zeiten zurückgeht, als unser Überleben davon abhing, ob wir Anderen vertrauen konnten. Es war ein Zeichen, dass die Menschen kein genügend starkes Netzwerk hatten und es dringend enger knüpfen sollten.
Weitere Erkenntnisse:
Weil Einsamkeit eine Menge anderer physischer und psychischer Krankheiten hervorrufen kann, die das Leben verkürzen können, sei es so wichtig, die Signale zu erkennen und einzugreifen, sagen die Forscher. Die Wichtigkeit von sozialen Netzen für ein gesundes Altern ist schon lange anerkannt. Während gelegentliche Gefühle der Einsamkeit oder der sozialen Isolation normal sind, wird andauernde Einsamkeit in Verbindung gebracht mit Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Schlafstörung, Depression und Alzheimer. Gemäss einer neuen Studie in Proceedings of the National Academy of Sciences, kann der Stress, ausgelöst durch Einsamkeit, sogar das Risiko für Krebs erhöhen.