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Unsichere Brunstzeichen
Zu den unsicheren äusseren Brunstanzeichen gehören:
- Unruhe
- Beschnuppern
- Kopfauflegen
- Flehmen
- Stierer Blick
- Ödematisierter Genitalbereich
- Ausfluss
- Milchrückgang
Flehmen
Kühe in der Vorbrunst flehmen häufig nachdem sie an der Scham anderer Tieren gerochen haben. Sie ziehen die Oberlippe nach oben und prüfen dadurch in einem speziellen Organ (Jacobsohnsches Organ) in ihrem Gaumen den Zyklusstand des anderen Tiers. Auch Stiere flehmen häufig. Sie können dadurch die Pheromone (Duftstoffe) brünstiger Kühe wahrnehmen. Kühe mit Eierstockszysten, die sich oft ein wenig ähnlich wie Stiere verhalten, flehmen auch immer wieder.
Stierer Blick
Der Blick stieriger Kühe ändert sich manchmal. Man spricht von einem „stieren Blick“: Die Kühe ziehen die oberen Augenlider nach oben, die Augäpfel treten hervor. Der stiere Blick gibt allerdings höchstens einen Hinweis auf eine Brunst. Der kann aber auch bei gewissen Erkrankungen (z. B. bei Weidetetanie, BSE) auftreten.
Wassereinlagerung im Genitalbereich
Ein veränderter, ödematisierter Genitalbereich ist ebenfalls ein Zeichen für eine mögliche Brunst. Aber auch bei Eierstockszysten oder bei Kühen kurz vor dem Kalben wird vermehrt Wasser in die Scham eingelagert. Sind im Futter weibliche Hormone (Phytoöstrogene) oder Schimmelpilzgifte (Fusarien-Toxine) enthalten, können die Schamlippen der Kühe ebenfalls auflaufen.
Ausfluss
Brünstige Kühe haben häufig Ausfluss. Brunstschleim ist typischerweise klar, spinnbar und geruchlos. Trüber, eitriger oder gar stinkender Ausfluss ist Zeichen einer Gebärmutter- oder Scheidenentzündung. Da sich der Muttermund in der Brunst öffnet, kann es sein, dass der krankhaft-veränderte Ausfluss einer entzündeten Gebärmutter erst auffällt, wenn die Kuh stierig ist.
Milchrückgang
Bei brünstigen Kühen geht häufig die Milchmenge zurück oder sie halten die Milch auf. Ein leeres Euter kann aber auch ein Warnsignal für eine kranke Kuh sein. Das Stresshormon Adrenalin verhindert, dass die Kuh aus dem Euter ausfliessen kann. Kühe unter Stress geben aus diesem Grund die Milch nicht herunter.