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Luzerner Historische Veröffentlichungen Band 27. rex verlag luzern/stuttgart 1992. 546 Seiten. Karten, Leinen, 76.-
ISBN 3-7252-0555-8
Die Visitationsprotokolle - Protokolle von Verhören, denen sich alle Geistlichen periodisch zu stellen hatten - sind eine einzigartige Quelle für Fragen der Kirchengeschichte, aber auch der Sozial- und Bildungsgeschichte, der Demographie, der Volksreligiosität und der Geistesgeschichte.
Die Themenliste der Verhöre umfasste Lebenslauf und Bildungsgang der Examinierten, ihr sittliches und religiöses Verhalten, ihren Umgang mit empfohlener und verbotener Literatur und ihr Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht. Gefragt wurde aber auch nach den ökonomischen, sozialen und demographischen Verhältnissen in den einzelnen Pfarreien.
Denunzierende Aussagen wie reumütige Geständnisse wurden notiert. Besonders hervorzuheben ist aber die Visitation des Ursulinenklosters von 1710, bei der man einen einzigartigen Einblick in das Innenleben eines Frauenklosters des 18. Jahrhunderts gewinnt.
Der Edition der lateinischen Quellen ist eine Einleitung vorangestellt, in welcher die Geschichte der kanonischen Visitation nach dem Konzil von Trient im Kanton Luzern dargestellt wird. Ein ausführliches Register, ein Glossar und zwei farbige Karten helfen bei der Interpretation der Quellen.