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Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an. Eine hohe Eigenkapitalquote zeugt von finanzieller Stabilität und großer Unabhängigkeit gegenüber Banken und sonstigen Fremdkapitalgebern.
Die Eigenkapitalquote gehört zur finanzwirtschaftlichen Analyse bzw. zur Finanzierungsanalyse sowie zu den wichtigsten Bilanzkennzahlen in der Betriebswirtschaftslehre, da sie Aussagen über die Kapitalstruktur eines Unternehmens liefert. Sie dient als Basis für unternehmerische Entscheidungen im Bereich Finanzierung sowie als Information für Banken, Ratingagenturen, Aktionäre, Gläubiger und Wettbewerber. Diese Interessensgruppen brauchen Daten über die Kapitalstruktur der Unternehmen, um daraus Informationen über das Kredit- oder Investitionsrisiko zu erhalten. Da letztlich das Eigenkapital als Haftungsmasse für potenzielle Gläubiger zur Verfügung steht, ist die Eigenkapitalquote am gesamten Kapital von wesentlicher Bedeutung. Das heißt, je höher der Anteil des Eigenkapitals, umso geringer ist das Risiko für die Gläubiger und umgekehrt. Das Eigenkapital errechnet sich durch die Subtraktion des Fremdkapitals (Passiva) von den Vermögenswerten (Aktiva). Möchte ein Unternehmer wissen, wie viel des Vermögens durch den Eigentümer finanziert wird, muss er die Eigenkapitalquote berechnen. Dafür dividiert man das Eigenkapital durch das Gesamtkapital (Bilanzsumme). Für die Angabe in Prozent wird dieser Wert mit 100 multipliziert.
Im betriebswirtschaftlichen Schrifttum ist es weit verbreitet, dass es keine faktische Obergrenze für einen Verschuldungsgrad gibt. Als angemessene Eigenkapitalquote könnte der Vergleich mit der Kapitalstruktur gleichartiger Unternehmen im maßgebenden Zeitraum gelten. Für manche Experten sollte das Eigenkapital mindestens 30 Prozent des Aktivvermögens betragen. Das hieße, 70 Prozent des Anlagevermögens werden über Fremdkapital finanziert. Eine andere Faustregel besagt, dass der Verschuldungsgrad je nach Branche nicht höher als das Doppelte des Eigenkapitals betragen soll. Wobei Großunternehmen meist eine höhere Eigenkapitalquote als kleine Betriebe aufweisen. Hinzu kommt, dass Personengesellschaften eher über relativ geringe Eigenkapitalquoten verfügen, da mindestens ein Vollhafter mit seinem Privatvermögen unbeschränkt für die Geschäftsentwicklungen geradestehen muss. Da Kapitalgesellschaften häufig anlagenintensiver als Personengesellschaften sind, ist dort die Eigenkapitalquote meist höher.