Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/2480

Experten gehen davon aus, dass es allein in der Schweiz etwa eine halbe Million Zuckerkranke gibt. Mit etwa 90 Prozent haben die meisten Betroffenen einen
Typ-2-Diabetes. Er tritt im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf und wurde deshalb früher als "Altersdiabetes" bezeichnet. Infolge von unausgewogener Ernährung
und Bewegungsmangel nimmt diese typische Wohlstandskrankheit heute aber immer mehr auch unter Kindern und Jugendlichen zu.
Wenn unsere Nahrung vorwiegend aus leeren Kalorien und reichlich schnell resorbierbarem Zucker, flüssigen Kalorien (Limonade, Fruchtsaft, Sportgetränke oder Eistee) und „weissen“ Kohlenhydraten
(Weissmehl, Weissbrot, klassische Teigwaren, weisser Reis, Kartoffeln) besteht, reagieren unsere Zellen irgendwann nur noch widerwillig oder gar nicht mehr auf das Insulin, das von der
Bauchspeicheldrüse produziert wird und für den Transport von Zucker aus dem Blut in die Muskulatur verantwortlich ist. Es ist immer mehr Insulin erforderlich, um den Blutzucker auszubalancieren.
Dieses Problem wird als Insulinresistenz oder Prä-Diabetes bezeichnet. Das erste Anzeichen hierfür ist ein hoher Insulinspiegel. Wenn das Problem fortschreitet, verliert der Körper an
Muskelmasse, lagert Fett ein und seine Entzündungsbereitschaft nimmt zu. Wir altern schneller und die entsprechenden Begleiterscheinungen wie Herzerkrankung, Schlaganfall, Demenz und Krebs sind
vorprogrammiert. Irgendwann wehren sich die Zellen so störrisch gegen das Insulin, dass der Blutzucker oben bleibt und die Bauchspeicheldrüse sich erschöpft und nicht mehr ausreichend Insulin
erzeugen kann. Dann haben wir Diabetes vom Typ 2.
Der Schlüssel zur Beseitigung von Typ-2-Diabetes und dem meist damit verbundenen Übergewicht sind nicht immer neuere und noch bessere Pillen; auch nicht chirurgische Eingriffe wie Magenverkleinerungen. Wir müssen die Ursachen der Erkrankung beheben und uns hierbei die Erkenntnisse der Funktionellen Medizin zu Nutze machen. Diese geht davon aus, dass jeder Krankheit ein Ungleichgewicht in den Schlüsselsystemen des Körpers zugrunde liegt. Wir müssen also die aus den Fugen geratenen, sich gegenseitig beeinflussenden Teilsysteme unseres Körpers identifizieren und unser Gesamtsystem durch geeignete Massnahmen wieder ins Gleichgewicht bringen.
Die Grundursache von Übergewicht, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes liegt in einem krankmachenden Lebensstil. Dieser beeinträchtigt mit der Zeit nicht nur unseren Stoffwechsel, sondern auch unsere Gene. So werden Gene, die uns vor Krankheiten schützen, einfach deaktiviert und Gene, die Krankheiten auslösen, aktiviert. Diese sog. „Genexpression“ vererben wir sogar an unsere Nachkommen weiter.
Wir haben jedoch glücklicherweise die Macht, den schleichenden und zu Beginn meist unbemerkt verlaufenden Prozess vom krankmachenden Lebensstil zu Übergewicht, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes
zu stoppen und sogar rückgängig zu machen. Ein gesunder Lebensstil, vollwertige, frische Nahrung, auf die Ungleichgewichte unserer Körpersysteme abgestimmte Nahrungsmittel, Heilkräuter, Vitamine,
Mineral- und Ballaststoffe, das Meiden von Umweltgiften und allfälligen Allergenen, die wir über die Nahrung aufnehmen, angemessene Bewegung, ein intelligentes Stressmanagement bei chronischem
Stress sowie gesundheitsförderliche Gedanken und Überzeugungen haben einen unmittelbaren positiven Einfluss auf unseren Stoffwechsel und unsere Genexpression. Wir können dadurch unser
körperliches Gleichgewicht wieder herstellen, krankmachende Gene deaktivieren und gesundheitsförderliche Gene aktivieren und so unsere Gesundheit und unser schlankes Ich auf natürlichem Wege
zurückgewinnen.
Doch das Wissen alleine, wie man gesund und schlank wird, reicht in den allermeisten Fällen nicht aus, das Ziel auch zu erreichen. Unsere Willenskraft ist begrenzt, weswegen auch unsere besten
Vorsätze zur Einhaltung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils meist zum Scheitern verurteilt sind. Hier können wir uns die Macht unseres Unterbewusstseins zu Nutze machen: Indem wir die in
uns automatisch ablaufenden hinderlichen Verhaltensprogramme identifizieren, beseitigen und durch förderliche Programme ersetzen, gelingt es uns, innert kurzer Zeit und ohne Verzichtsgefühle,
Hunger und Verdruss – ja sogar mit Leichtigkeit und Freude - gesunde Lebensgewohnheiten zu entwickeln und diese ein Leben lang beizubehalten. Sogar unseren emotionalen Hunger, das unstillbare
Verlangen nach Süssigkeiten, Pizza oder Cola und unseren inneren Schweinehund gegen körperliche Aktivität kriegen wir so in den Griff. Und bald sind unser Typ-2-Diabetes und unser Übergewicht nur
noch Geschichte.