Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/6290

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, bei der Generaldirektion der PTT dahingehend seinen Einfluss geltend zu machen,</p><p>- dass die PTT dem Leistungsauftrag zur flächendeckenden Postversorgung verfassungsgetreu nachleben;</p><p>- dass die PTT dem Abbau des "Dienstes am Kunden" infolge Schliessung von Poststellen im ganzen Land und insbesondere auf dem Gebiet des Kantons Aargau unverzüglich Einhalt gebieten;</p><p>- dass allfällig notwendige Rationalisierungsmassnahmen prioritär im Bereich der Zentralverwaltung und der Kreispostverwaltungen und nicht im Bereich der Poststellen und des Zustelldienstes vorzunehmen sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Flächendeckende Postversorgung</p><p></p><p>Die PTTBetrieben werden ihrem Auftrag, die Leistungen flächendeckend anzubieten, auch in Zukunft gerecht. Der Bedeutung des PoststellenNetzes sind sich die PTTBetriebe bewusst, denn das weltweit dichteste Poststellennetz ist das eigentliche Synergiekapital der drei PostStandbeine (Brief  und Paketpost, Zahlungsverkehr sowie dem Personentransport). </p><p></p><p>Mit dem politischen Auftrag, das Unternehmen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu führen, muss aber auch die Abnahme der Bevölkerung in den Gemeinden, respektive die Abnahme des Postverkehrs, berücksichtigt beziehungsweise kompensiert werden.</p><p></p><p>Schliessung von Poststellen</p><p></p><p>Die in der Ausgabe des "SonntagsBlicks" vom 8. Januar 1995 veröffentlichten Angaben betreffend "gigantisches PostfilialenSterben" basierten auf einer Indiskretion und entsprechen nicht dem operativen Planungsstand. Dies betrifft insbesondere auch die Poststellen im Postkreis Aarau. Dazu kommt noch, dass die PTTBetriebe die mangelnde Rentabilität nicht zwangsweise mit Poststellenschliessung gleichsetzen.</p><p></p><p>Vor einer Poststellenschliessung werden jeweils mehrere Varianten geprüft. So zum Beispiel die Kombination verschiedener Dienste (Gemeinde und Post, Schaffung von Teilzeitstellen etc). Die Schliessung einer Poststelle ist immer das letzte Mittel und betrifft im Rahmen der momentan laufenden Überprüfung lediglich die allerkleinsten Ortschaften. Allerdings ist auch in diesen Fällen erwähnenswert,</p><p></p><p></p><p></p><p>dass der Service nicht ab, sondern meistens zunimmt, da die Briefträger auf dem Zustellgang Sendungen entgegennehmen. Ein Entscheid für die künftige Ausgestaltung des Poststellennetzes wurde noch nicht gefällt.</p><p></p><p>Es bestehen bis heute gesamtschweizerisch rund 50 Kooperationen der PTTBetriebe mit Regional und Kantonalbanken, Gemeinden und Kleinläden. In Zukunft werden die PTTBetriebe frühzeitig vermehrt mit den betroffenen Stellen (öffentliche Stellen, Handels und Gewerbevereine, bisheriger Stelleninhaber, PTTPersonalverbände usw.) das Gespräch suchen. Das Leistungsangebot wird beibehalten, es findet also kein Abbau statt.</p><p></p><p>Unter der Führung von Generaldirektor Dr. JeanNoël Rey wurde eine Arbeitsgruppe "Postnetz" eingesetzt, welche die Problematik des Poststellennetzes mit Einbezug der Drittleistungen behandelt. Die Personalverbände sind in diese Aufgaben eingebunden.</p><p></p><p>Rationalisierungsmassnahmen</p><p></p><p>Mit dem Projekt "Optimierung der Führungsstrukturen" (OFS) wurden unter anderem auch die Verwaltungen rationalisiert.</p><p></p><p>Mit dem 1992 angelaufenen Kostendämmungsprojekt "Maîtrise des coûts" konnten diverse Arbeitsgänge angepasst und damit Kosten eingespart werden.</p><p></p><p>Mit oben erwähntem Projekt werden auch im Zustellbereich Kosten eingespart. Dabei geht es nicht in erster Linie um eine Rationalisierung, sondern um eine Korrektur von Gegebenheiten, welche den Briefträgern im Laufe der Zeit zuwenig Auslastung ergab. Nach Auskunft der PTTBetriebe besteht aber kein Zustellkonzept, welches in den Kantonen Zürich, Thurgau und Schaffhausen Einsparungen von 5 Prozent bei den Zustellbeamten und 6,5 Prozent bei den PosthalterBriefträgern vorgibt.</p><p></p><p>Zukünftige Entwicklung</p><p></p><p>Bevor nebst der laufenden Überprüfung von Kleinstpoststellen weitere Veränderungen angegangen werden, werden eingehende Analysen über die Finanzierbarkeit des Poststellennetzes vorgenommen. Die Drittleistungen spielen dabei eine gewisse Rolle, denn das Prinzip der Erarbeitung eines Finanzierungsbeitrages aus den</p><p></p><p></p><p></p><p>Wettbewerbsleistungen muss noch stärker in Betracht gezogen werden. Die PTTBetriebe werden aber um eine betriebswirtschaftliche Führung ihrer Geschäfte nicht herumkommen.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.