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Ernährungssicherheit
Ernährungssicherheit ist ein Konzept, das aus dem kapitalistischen Prinzip der „komparativen Kostenvorteile“ hervorgeht. Dieses Prinzip besagt (vereinfacht), dass jedes Land das Produkt produzieren soll, das es am effizientesten (kostengünstigsten) herstellen kann. Dies würde dazu führen, dass überall möglichst grossflächig und effizient produziert würde und so der Wohlstand für alle steige. Es sollte also global genug Nahrungsmittel geben, die durch Handel zwischen den Nationen ausgetauscht werden.
In der Realität ist dies leider nicht eingetreten. In der Landwirtschaft können Erträge nicht beliebig erhöht werden, ohne Schäden an der Umwelt zu verhindern. Darum ist durch die Konkurrenz zwischen den Ländern das Land am effizientesten, das die schlechtesten Sozialstandards und Umweltschutzbestimmungen hat. Die Schweiz ist hier vor allem in Bezug auf die Sozialstandards keine Ausnahme (siehe Text „Regionale Vertragslandwirtschaft“).
Vor allem durch den IWF und die Weltbank wurde das Abbauen von Handelsschranken (z.B. Einfuhrzölle) und Subventionen in armen Ländern durchgesetzt. Diese Institutionen werden von den westlichen Ländern, allen voran der USA dominiert, womit sie natürlich auch hauptsächlich deren Interessen durchsetzen.
Da die grosse Anzahl von Kleinbauern z.B. in Mexiko aber nicht mit den (hoch subventionierten/technisierten) Grossproduzenten aus den westlichen Ländern mithalten kann, ist ihre Anzahl massiv zurückgegangen. Die Menschen können nicht mehr von ihrem Ertrag leben und ziehen in die Städte, wo sie mangels Ausbildung oft in Armenvierteln landen. Ein Teil davon flüchtet dann in die westlichen Länder, wo sie unter teilweise sehr prekären Bedingungen wieder in der Landwirtschaft arbeiten.
Ernährungssouveränität
Als Gegenentwurf zur Ernährungssicherheit wurde das Konzept der Ernährungssouveränität ins Leben gerufen. Ernährungssouveränität bezeichnet „das Recht aller Völker, Länder und Ländergruppen, ihre Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selbst zu definieren“.
Der Begriff ist nicht eindeutig definiert, wurde aber vor allem durch die grösste internationale Kleinbauerngewerkschaft Via Campesina geprägt. Dabei geht es in erster Linie von einer Abkehr exportorientierter, hin zu einer primär auf die lokalen Bedürfnisse ausgerichtete Produktion.
Die Regionale Vertragslandwirtschaft sieht sich als Teil der Umsetzung des Konzeptes der Ernährungssouveränität. Viele von der Via Campesina gestellten Forderungen (lokales Produzieren für lokale Bedürfnisse, Bezug ausreichender, gesunder Nahrungsmittel etc.) werden dabei in die Realität umgesetzt.
Die Ernährung der Weltbevölkerung ist heute eine globale Herausforderung und kann darum nicht isoliert für die Schweiz gelöst werden. Darum spendet das Wädichörbli jährlich mindestens 10% des Gewinnes an eine Organisation, die sich im Sinne der Förderung der Ernährungssouveränität in ärmeren Ländern einsetzt.