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Nachhaltigkeitsfonds lenken im Vergleich zu traditionellen Fonds kaum Kapital in nachhaltige Aktivitäten um, so Neue Studie Im Auftrag von Greenpeace Schweiz und Greenpeace Luxemburg und heute veröffentlicht. Um diese irreführenden Marketingpraktiken zu entlarven, fordert Greenpeace die politischen Entscheidungsträger auf, verbindliche Anti-Greenwashing-Standards sicherzustellen und Nachhaltigkeitsfonds im Einklang mit den Klimazielen des Pariser Abkommens zu halten.
Die Studie wurde von der Schweizer Nachhaltigkeits-Ratingagentur Inrate im Auftrag von Greenpeace Swiss und Greenpeace Luxembourg durchgeführt und analysiert 51 Nachhaltigkeitsfonds. Diese Fonds haben es kaum geschafft, mehr Kapital in eine nachhaltige Wirtschaft umzuleiten als traditionelle Fonds und haben nicht dazu beigetragen, die Klimakrise zu bekämpfen.
Die Studienergebnisse sind zwar spezifisch für Luxemburg und die Schweiz, ihre Bedeutung ist jedoch weitreichend und weist auf eine Vielzahl wiederkehrender Probleme hin, wobei beide Länder eine wichtige Rolle auf den Finanzmärkten spielen. Luxemburg ist das größte Zentrum für Investmentfonds in Europa und das zweitgrößte der Welt, während die Schweiz in Bezug auf die Vermögensverwaltung einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt ist.
Jennifer Morgan, Executive Director von Greenpeace International, sagte:
“Es gibt keine Mindestanforderungen oder Branchenstandards, an denen die Nachhaltigkeitsleistung eines Fonds gemessen werden kann. Die Selbstregulierung durch die Finanzaufsichtsbehörden hat sich als ineffektiv erwiesen und ermöglicht es Banken und Vermögensverwaltern, am helllichten Tag grün zu werden. Der Finanzsektor muss vom Gesetzgeber ordnungsgemäß reguliert werden – keine Bedingung, nein aber.”
Die analysierten Fonds zeigten keine signifikant niedrigere Kohlenstoffdichte als die regulären Fonds. Vergleicht man den ESG-Score von Nachhaltigkeitsfonds mit dem konventioneller Fonds, lag ersterer nur um 0,04 Punkte höher – ein trivialer Unterschied. [1] Auch die in der Studie analysierten Anlageansätze wie „Best in Class“, Klimafonds oder „Ausnahmen“ flossen nicht mehr Geld in nachhaltige Unternehmen und/oder Projekte als reguläres Geld.
Beim ESG-Fonds mit einem niedrigen ESG-Impact-Score von 0,39 wurde mehr als ein Drittel des Fondskapitals (35%) in bedeutende Aktivitäten investiert, was mehr als dem Doppelten des durchschnittlichen Anteils konventioneller Fonds entspricht. Die wichtigsten Aktivitäten waren fossile Brennstoffe (16 %, davon die Hälfte aus Kohle und Öl), klimaintensiver Transport (6 %) sowie Bergbau und Mineralgewinnung (5 %).
Diese irreführende Vermarktung ist möglich, weil Nachhaltigkeitsfonds technisch gesehen keine positive, messbare Wirkung haben müssen, auch wenn ihr Titel eindeutig nachhaltige Wirkung oder ESG bedeutet.
Martina Holbach, Klima- und Finanzaktivistin von Greenpeace Luxemburg, sagte:
“Die in diesem Bericht vorgestellten Nachhaltigkeitsfonds lenken nicht mehr Kapital in nachhaltige Unternehmen oder Aktivitäten als herkömmliche Fonds. Indem sie sich selbst als “ESG”, “grün” oder “nachhaltig” bezeichnen, führen sie in die Irre Wirkung positiv für die Umwelt.“
Nachhaltige Anlageprodukte sollen Emissionen in der Realwirtschaft reduzieren. Greenpeace fordert die politischen Entscheidungsträger auf, die notwendigen Vorschriften zu veröffentlichen, um echte Nachhaltigkeit auf den Finanzmärkten zu fördern. Dies sollte umfassende Anforderungen an sogenannte nachhaltige Investmentfonds beinhalten und ihnen zumindest erlauben, nur in Wirtschaftsaktivitäten zu investieren, deren Emissionsreduktionspfad an den Pariser Klimazielen ausgerichtet ist. Obwohl die Europäische Union in letzter Zeit wichtige Gesetzesänderungen im Zusammenhang mit nachhaltigem Finanzwesen vorgenommen hat [2]Dieser Regulierungsrahmen stellt Lücken und Mängel dar, die überwunden werden müssen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
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