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(Ceylonmoos, Jaffnamoos), einheimischer Name mehrerer längs der Küsten des ostindischen Archipels im Meer wachsender
Algen- oder Tangarten von eigentümlich gallertartiger Beschaffenheit, besonders von Euchema spinosum Ag. und E. gelatinae Ag.,
welche in getrocknetem Zustand in Form zusammengerollter, knorpeliger, gelber Fäden dort in den Handel kommen, da sie, in
Wasser gekocht, eine wohlschmeckende Gallerte geben, die auf Ceylon, den Molukken, Sundainseln etc. als beliebtes
Nahrungsmittel, außerdem in China auch zum Appretieren der Seidenzeuge und zum Leimen des Papiers benutzt wird. Für diese letztern
Zwecke hat Agar-Agar auch in Europa wachsende Bedeutung gewonnen. Die
mehr
Salangane soll ihre als Delikatesse geschätzten Nester zum Teil aus Agar-Agar bauen.
Unter diesem
Namen kommen im Handel verschiedene aus getrockneten ostindischen Meeresalgen bestehende Produkte
vor, die meistens als Appreturmittel für Seide und andere Gewebe, seltener als Nahrungsmittel verwendet werden. Hierher gehören:
das Ceylon-Agar-Agar-A., auch Chylonmoos, Jaffnamoos, Dongi-Dongi oder Bulong genannt, besteht aus gabelig geteilten,
nach oben hin verjüngten, gelblichweißen, rundligen Algenstämmchen;
ferner das Makassar-Agar-Agar-A. oder ostindische Carraghen,
besteht aus hornartig durchscheinenden, verästelten, gelblichen Fäden, die von der Euchema spinosa abstammen sollen.
Das
japanesische Agar-Agar-Agar (Tientjan, chinesische Hausenblase) soll aus Gelidium amansii verfertigt werden, es hat das Aussehen einer
Gänsefederseele; es kommt auch von Sumatra, Singapore und Neuguinea. - In Singapore kostet das Pikul
(133 engl. Pfund) gewöhnlich 30 engl. Schillinge, von dort gehen
nach China jährlich mehr als 12 Mill. k dieser Waare. - Zollfrei.
(Agger-Agger, Layor-Carang), Bezeichnung für verschiedene im Handel vorkommende ostind. Meeresalgen, die
teils im rohen, nur getrockneten Zustande zu uns gelangen, teils durch irgendwelche Bearbeitung in eine bestimmte Form (in
die von leichten, lockern, vierkantigen Stangen) gebracht werden. Diese Ware wurde zuerst 1840 in England, etwas später in
Deutschland bekannt. Man unterscheidet folgende Sorten:
1) Ceylon-Agar-Agar, auch Ceylonmoos, Dschafnamoos oder Jafnamoos (nach der gleichnamigen Stadt auf Ceylon), Dongi-Dongi oder
Bulong genannt; besteht aus gelblichweißen, gabelartig geteilten, nach oben hin verjüngten, rundlichen Algenstämmchen.
2) Makassar-Agar-Agar oder ostindisches Carrageen, erscheint in durchscheinenden, hornartigen, gelblichen, verästelten
Fäden, die von Eucheuma spinosum Ag. abstammen sollen.
3) Japanisches Agar-Agar, japanische Gelatine, chinesische Hausenblase, Tien-Tjan, soll aus Gelidum cartilagineum Grev.
und ähnlichen Algen verfertigt werden und besteht aus lockern, gelblichweißen Stücken vom Aussehen einer Gänsefederseele.
Diese Sorte kommt auch von Sumatra, Neuguinea und Singapur. In Singapur kostet das Pitul (74 kg) angeblich nur 30 M.; von
dort gehen nach China jährlich über 12¼ Mill. Kilogramm davon. Sowohl dort als auch auf den Sunda-Inseln und Ceylon wird das
Agar-Agar hauptsächlich als Nahrungsmittel verwendet, indem man daraus mit Wasser eine sehr haltbare Gallerte kocht, die vollständig
geruchlos ist.
Die gallertbildende Eigenschaft dieser Ware ist weit größer als die der gewöhnlichen Gelatine. Gleiche
Mengen Wasser geben mit nur ½ Proz. Agar-Agar eine ebenso steife Gallerte als 3-5 Proz. Gelatine. In Deutschland wird das Agar-Agar nur
selten als Nahrungsmittel verwendet, häufig aber als Mittel zum Klären und als Appreturmittel für Seide und andere Gewebe.
Der gallertgebende Körper wurde von Payen untersucht und mit dem Namen Gelose belegt; derselbe ist frei
von Stickstoff und steht hinsichtlich seiner chem. Zusammensetzung den Pektinkörpern nahe.