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Hochgeehrter Herr
Von Herrn Mercier1 kommt so eben ein Brief2 ein. Herr Weisshaupt mit dem er eine Unterredung hatte, sagte ihm, dass der Norddeutsche Bund die nöthigen Schritte thue um die Summe von 20 Millionen voll zu machen.3 Wenn man auch annehme, so habe er sich geäussert, dass der norddeutsche Bund nur 12 Millionen gebe, so werde es leicht sein von Baden 2 weitere Millionen4 und von Würtemberg und Hessen den Rest von 3 Mill. zu erlangen. Die daherigen Schritte gegen diese Staaten seien schon eingeleitet und er zweifle nicht am Erfolg.5
Herr Mercier scheint Herrn Weisshaupt angefragt zu haben ob nicht Schritte von uns gethan werden sollten um den Norddeutschen Bund zu einer directeren Verpflichtung zu vermögen. Dass er diese Frage gethan hat sagt er| zwar nicht aber ich schliesse es nicht bloss aus dem Auftrage den er hiezu von Herrn Dubs erhalten hat sondern auch aus seiner an Obiges anschliessenden Mittheilung, wonach sich Herr W. im Weitern geäussert habe, dass bei gegenwärtigen Stand der Dinge nichts im Stande sein werde die Norddeutsche Regierung von eingeschlagnen Wege abzubringen.
Ferner ist zu bemerken dass Herr Mercier ganz darüber schweigt, ob von hier aus der Gesandtschaft jemand beigegeben werden soll, obschon ihm eine Antwort auf diese Frage durch Herrn Dubs nahe gelegt wurde.6 Ich gehe wohl nicht fehl wenn ich daraus| schliesse dass Herr Mercier eine solche Intervention nicht gern sehen würde.
Unter diesen Umständen hält der Ausschuss dafür dass ausserordentliche Schritte unterbleiben sollen.
Mit freundschaftl. Hochachtung
E Welti
Bern
7. Mai 1870.