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Vor rund 12 Jahren habe ich eine Einzelinitiative in Wetzikon eingereicht, welche die Einführung eines Parlamentes forderte. Diese scheiterte zwar mit einem Achtungserfolg. Süffisant daran ist jedoch, dass zwei Jahre später alle Parteien die Einführung eines Parlamentes forderten und diese auch unterstützten.
In Wetzikon besteht seit «Jahrzenten» ein Verkehrsproblem, das trotz den vielen Lösungs-Konzepten bis heute nicht gelöst wurde. Eines dieser Konzepte sah vor, einen Verkehrsring um Oberwetzikon zu legen. Die Umsetzung hätte nicht nur das innerstädtische Verkehrsproblem gelöst, sondern gleichzeitig ein Begegnungszentrum in Oberwetzikon ermöglicht.
Speziell daran ist, dass die Migros sogar die entsprechenden Zufahrten in ihrem Parkhaus vorgesehen hat. Ein weiteres Konzept war die Westtangente. Für mich war sofort klar, dass dieses Vorhaben aufgrund des Moorschutzes zum Scheitern verurteilt ist.
Meine aktive politische Laufbahn
Bei den Wahlen 2014 kandidierte ich zum ersten Mal für ein politisches Amt; als Stadtrat als auch für das Präsidium. Zum Stadtrat wurde ich gewählt, nicht geklappt hat es mit dem Präsidium, weil die bürgerliche FDP den Kandidaten der EVP mit der Begründung unterstützte, man müsse für das Präsidium bereits Exekutiv-Erfahrung haben. Soviel zu meinem Eintritt in die Politik.
Wer soll Wetziker Stadtpräsident/in werden?
In den letzten acht Jahren habe ich zwei verschiedene Ressorts geführt. Dabei konnte ich meinen Horizont im kommunal-rechtlichen Bereich erweitern und auch die entsprechenden Prozesse kennenlernen. In dieser Zeit wurden in diesen beiden Ressorts unter meiner politischen Führung verschiedene Projekte erfolgreich geplant und umgesetzt.
Da war die Einführung einer stadteigenen Biogasanlage, die Sanierung der Usterstrasse, und der Neubau der beiden Werkhöfe in Unterwetzikon, um einige zu nennen. Im Bereich Finanzen konnte die Stadt in den letzten fünf Jahren mehr als 40 Mio. Franken Schulden abbauen und die Zinslast für Fremdkapital von rund 3 Prozent auf unter 1 Prozent reduzieren.
Warum bewerbe ich mich für das Präsidium?
Die Kernfrage ist: «Was ist denn am Amt des Stadtpräsidenten so speziell, ist es Ruhm und Ehre?» Der Stadtpräsident hat verschiedene Aufgaben, von denen ich vier wesentliche hervorheben möchte: Team-Coach, Geschäfte mit Projekt-Charakter, Beziehungspflege und strategische Aufgaben.
Als Team-Coach muss ich sicherstellen, dass der gesamte Stadtrat gut und effektiv als Team zusammenarbeitet. Wie bei allen anderen Stadträten gibt es auch im Präsidialen Geschäfte mit Projekt-Charakter, für die der Stadtpräsident verantwortlich ist. Ein gutes Beispiel ist der aktuelle Verkauf des RIZ.
Beziehungspflege wie etwa jene mit der Bevölkerung, den Vereinen, den Unternehmen, den anderen Gemeinden und dem Kanton. Diese Aufgabe ist wichtig, weil der Stadtpräsident die Stadt repräsentiert. Sie erfordert einen grösseren zeitlichen Aufwand.
Strategische Aufgaben sind wichtig
Zu den Strategischen Aufgaben zählen unter anderem die Stadtentwicklung. Wetzikon ist aus fünf «Dörfern» zusammengewachsen. Der Stadtentwicklung wurde in der Vergangenheit leider wenig Gewicht geschenkt. In all den vielen Jahren wurde im Bereich Verkehr zwar zur Lösung des Verkehrsproblems viel geplant, aber eben nur wenig umgesetzt.
Im Unterschied zu meinem aktuellen Amt als Stadtrat werde ich mich als Stadtpräsident viel stärker auf die strategischen Ziele fokussieren können. Letztere können zwar in einer Legislaturperiode ausgearbeitet werden.
Die Realisierung geht jedoch meist über mehrere Legislaturen, das heisst die Umsetzung kann wie ein Staffellauf betrachtet werden, bei dem der Stab jeweils der nachfolgenden Regierung übergeben wird.
Wo werde ich den Fokus als Stadtpräsident setzen?
Als Stadtpräsident werde ich in der kommenden Legislatur die Kernthemen der Stadtentwicklung Wetzikon, passende Verkehrslösungen und optimierte Krisenvorbereitung angehen. Ich werde machbare Verkehrslösung mit dem Kanton erarbeiten, damit das Wetziker Verkehrsproblem endlich gelöst wird.
Zudem erfolgt die gemeinsame Ausarbeitung einer Vision «Stadtentwicklung Wetzikon, wie soll die Stadt in 30 Jahren aussehen». Die weitere Entwicklung der Stadt soll nicht mehr rein zufällig geschehen; vielmehr soll sie den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechend vorausschauend angegangen werden.
Die Corona-Krise haben wir in der Schweiz bewältigt und sie liegt hoffentlich hinter uns. Diese beiden Ereignisse haben gezeigt, dass es speziell im Bereich Vorbereitung für Krisen noch Optimierungspotential gibt. So steht beispielsweise bei einem mehrtägigen Stromausfall fast alles still. Für einen solchen Fall können und sollte sich der Stadtrat mit einem Leitfaden entsprechend vorbereiten,
Ich bin in Wetzikon aufgewachsen, es ist mein Daheim, hier habe ich meine Wurzeln und mir liegt das Wohl der Stadt am Herzen. Wenn Sie also meine Motivation und meine Ziele gelesen haben, werden Sie verstehen, dass Ruhm und Ehre sicher nicht die Treiber sein können.
Zum Autor
Heinrich Vettiger ist seit 2014 Stadtrat in Wetzikon (Ressort: Finanzen und Immobilien) und Präsident der Steuerkommission.