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In den 1950er-Jahren stellte der amerikanische Forscher D. Harman die Theorie auf, dass sogenannte freie Radikale unsere Erbsubstanz schädigen und so ein Krebsgeschehen anstossen oder Arteriosklerose auslösen können. Unsere Zellen besitzen zwar „Schutzmoleküle“ wie etwa das Enzym Katalase, um sich vor diesen Radikalen zu schützen. Zudem nehmen wie über die Nahrung sogenannte Antioxidantien wie die Vitamine A, C oder E auf, die unseren Körper ebenfalls vor den gefährlichen Radikalen schützen. Im Alter aber – so die Idee von Harman – lässt die Wirkung der Schutzmechanismen nach. Ein Mangel an Antioxidantien durch eine Fehlernährung oder Angewohnheiten wie das Rauchen verschärft das Problem weiter. Das Resultat: wir werden anfälliger für oxidativen Stress und entwickeln leichter Arteriosklerose oder Krebs. Der logische und nachvollziehbare Rückschluss: Wir führen unserem Körper Antioxidantien zu, um uns zu schützen.
In den 80-er Jahren wurde die Idee von Harman neu aufgegriffen, was zum Antioxidantien-Boom führte. Schnell wurden entsprechende Präparate zum Teil als Kuren mit sehr hohen Dosen angeboten. Heute weiss man jedoch, dass man von der Einnahme solcher Präparate – ausgenommen Vitamin C – absehen sollte. Untersuchungen ergaben, dass das man sich einen allfälligen Schutz gegen Herz-Kreislaufbeschwerden mit einem erhöhten Krebsrisiko erkauft. So musste eine in den 1980er Jahren lancierte Studie über den Einfluss von Tabakrauch und Asbest auf das Krebsrisiko abgebrochen werden, weil das Lungenkrebsrisiko durch die kombinierte Einnahme von Beta-Carotin und Vitamin A stieg, statt wie vermutet zu sinken 1. Später durchgeführte Studien bestätigten das negative Bild. Es zeigte sich, dass die Einnahme von Vitamin E das Risiko für Prostatakrebs erhöht 2 und die Einnahme von Vitamin A oder E generell mit einer sinkenden Lebenserwartung einhergeht 3.
Lesen Sie mehr dazu im Newsletter Sauerstoffradikale, oxidativer Stress und Antioxidantien.
Literatur