Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/361

Der Vorhang geht auf und gibt den Blick frei auf das Wohnzimmer eines Schweizer Fabrikanten Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Tisch isch festlich gedeckt, nach und nach treffen die Gäste ein. Gefeiert wird der 60. Geburtstag von Albert Oberholzer.
Zirkusluft sorgt für Turbulenzen
Mit Bruder Alexander erscheint Unverhofft auch das «schwarze Schaf» der Familie. Er nennt sich jetzt Zirkusdirektor Obolski. Seine Frau ist die wunderschöne Zirkusartistin Iduna, die den Männern den Kopf verdreht und alle Frauen mürrisch macht, alle ausser Anna. Die Fabrikantentochter will auch zum Zirkus und entsetzt mit diesen Zukunftsplänen ihre Eltern.
«Der schwarze Hecht» basiert auf der Komödie «De sächzigscht Geburtstag» von Emil Sautter. 1927 sah Paul Burkhard als Jugendlicher diese Komödie im Stadttheater Zürich. Sie inspirierte ihn zum Lied «O mein Papa». Später wurde dieses Lied, nicht zuletzt durch die Interpretation von Lys Assia, über die Grenze hinaus bekannt.
In England sorgte die Instrumentalversion des Trompeters Eddie Calvert für Furore und in Amerika schaffte es Eddie Fisher mit «Oh my Papa!» auf den 1. Platz der Charts. Inzwischen gibt es davon sicher tausend verschiedene Versionen in über 40 Sprachen. Burkhards Song ist weltberühmt geworden.
Erfolgreich durch acht Jahrzehnte
«Der schwarze Hecht» als Einakter feierte am 1. April 1939 in Zürich Premiere. 1948 wurde das Stück in einer Neufassung in drei Akten am Schauspielhaus Zürich augfeführt.
Die turbulente Komödie wurde in den letzten 80 Jahren immer wieder in den Theaterkalender aufgenommen. Jüngstes Beispiel ist die Inszenierung von Erich Vock, die 2017 Premiere feierte. Aufgrund der grossen Nachfrage erlebte das Stück, das sich stark am Original von Paul Burkhardt orientiert, mehrere Verlängerungen.
«Der schwarze Hecht» zählt neben der «Kleinen Niederdorfoper» zu den erfolgreichsten und bekanntesten musikalischen Komödien, für die Paul Burkhard als Komponist tätig war. Der schwarze Hecht sollte übrigens zum Festessen serviert werden, doch aufgrund der Ereignisse verbrennt er im Ofen.