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„Crowd yourself“ ist natürlich sprachlicher Nonsense 😉 Ich war kürzlich auf der Suche nach neuen Bildern für den Montagspost und stolperte über diese kleine Comet-Reportage „Auto-Bank, Kreditanstalt, 1962“. Eine Drive-in-Bank sozusagen? In der Schweiz? Die klassischen Drive-ins wie Autokino oder Drive-thru-Restaurants haben sich in der Schweiz ja nie wirklich durchgesetzt, warum also nicht eine Autobank? Diese Kombination aus Drive-in und Bank macht doch für die Schweiz sehr viel Sinn! Und weil mir die Bilder bisher unbekannt waren und ich das Thema sehr witzig fand, will ich Ihnen diese Bilder hier nicht vorenthalten.
Die Schweizer Drive-in-Variante
Apropos Drive-in: Das erste Autokino wurde 1933 in den USA eröffnet, weite Verbreitung und Kultstatus erreichte es in den 1950er- und 1960er-Jahren. Drive-thru-Restaurants sind vor allem von Fast-Food-Ketten bekannt. In Deutschland wurde das erste Drive-in-Restaurant 1961 in Hannover eröffnet. Wendy’s waren 1971 die ersten in den USA, und zwar in Columbus. McDonald’s zog 1975 in Sierra Vista, Arizona nach. Drive-thru, wie es im Englischen auch heisst, setzte sich im Deutschen wegen der schwierigen Aussprache von through nicht durch.
Zurück zu den sechs Bildern der Comet-Reportage. Eine einfache Google-Suche nach „Autobank und Kreditanstalt“ brachte auf der Homepage der Credit Suisse des Rätsels Lösung: 1962 eröffnete die Schweizerische Kreditanstalt (SKA) die erste Autobank an der St.-Peter-Strasse 17 in Zürich.
Autobanken als Vorläufer der Bankautomaten
Die Bankkunden fahren dabei im eigenen Auto rechterhand des Autobank-Schalters vor. Der Schalter selbst besteht aus einer Sichtscheibe, einer gepanzerten Schublade und einer Gegensprechanlage. Durch die Sprechanlage nennt der Autofahrer dem Schalterangestellten hinter der Sichtscheibe sein Anliegen; durch die Schublade in Höhe des Autoseitenfensters werden Formulare und Bargeld hin- und hergereicht. Dabei ist die Schublade meist eine Sonderkonstruktion, bei der die Stirnplatte beim Ausfahren der Schublade nach vorne klappt, so dass der Autofahrer, für den die Lade ohnehin recht hoch liegt, nicht über die hohe Stirnplattenkante greifen muss. Wird die Schublade zurückgezogen, klappt die Stirnplatte wieder in die Senkrechte und schließt den Schubladenschacht mit allseitig breiten Überlappungen einbruchsicher ab.
Der Bankkunde kommuniziert via Telefon mit dem Bankangestellten.
(Com_L11-0151-0004, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000871414)
Das Autokennzeichen des VW-Käfers ist ZH, dies deutet auf eine Autobank in Zürich hin – wo denn auch sonst?
(Com_L11-0151-0006, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000871413)
Die vielen schaulustigen Personen und die Datierung der Bilder deuten darauf hin, dass dies die offizielle Eröffnung der ersten Autobank in der Schweiz war.
(Com_L11-0151-0001, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000871409)
Die Autoschalter waren die Vorläufer und jahrelang die grösste Konkurrenz der Geldautomaten und sonstigen Bankautomaten und wurden mittlerweile immer weiter durch sie verdrängt.
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Vollständige Bildinformationen
Comet Photo AG: Auto-Bank der Schweizerischen Kreditanstalt an der St.-Peter-Strasse 17 in Zürich, 1962. Auto-Bank, Kreditanstalt, 1962. Reportage mit 22 Bildern (Auswahl digitalisiert) (Com_L11-0151-0005, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000871412)