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Während der FCB zum 22. Mal in einem Cupfinal steht und er auch zwölfmaliger Titelhalter in diesem Wettbewerb ist, haben die Thuner nur eine Finalteilnahme zu Buche stehen. 1955 trafen sie an gleicher Stelle wie am Sonntag auf den FC La Chaux-de-Fonds und verloren gegen die Neuenburger mit 1:3, alle Tore waren schon nach 21 Minuten gefallen. Die Siegermannschaft wurde damals übrigens von Georges Sobotka trainiert, der acht Jahre später mit dem FCB ebenfalls den Cup gewinnen sollte (2:0 gegen den Grasshopper Club).
Der FCB hat sicher mehr Erfahrung in Finalspielen, aber das will nichts heissen.
Mit dieser bisher einmaligen Finalteilnahme gehört der FC Thun zu einem Club von acht Teams, die bisher einen Final bestritten haben. Von diesen acht Mannschaften gewann lediglich der FC Will 1900 die Trophäe (2004 3:2 gegen GC). Ab Sonntag wird FC Thun aber zwei Finalteilnahmen aufweisen. Teams mit zwei Finalteilnahmen gibt es im Moment noch fünf: FC Nordstern, FC Schaffhausen, FC Winterthur, FC Urania Genf und die Young Fellows. Gewonnen haben den Pokal aber nur die beiden letztgenannten Teams und diese waren auch nicht bei ihrer zweiten Finalteilnahme erfolgreich, sondern bei der jeweils ersten.
Ähnlicher Weg
Auf dem Weg in den diesjährigen Final hatten die beiden Teams einen ähnlichen Weg zu bestreiten. In den ersten beiden Runden eliminierte der FCB den FC Montlingen (2. Liga) und den FC Échallens-Région (1. Liga), der FC Thun setzte sich gegen den FC Veyrier Sports (2. Liga Interregional) und den FC Moutiers (2. Liga) durch. Danach trafen beide Teams auf ein Team aus der Challenge League (FC Winterthur, respektive FC Wil 1900) und danach folgten für beide zwei Duelle mit Super-League-Mannschaften (FC Sion und FC Zürich, respektive FC Lugano und FC Luzern). Im Gegensatz zum FCB durfte der FC Thun in dieser Cupsaison jedoch ein Heimspiel bestreiten, nämlich im Viertelfinal gegen Lugano.
Beim Anpfiff spielen die vorangehenden Resultate keine Rolle mehr, wichtig ist, dass man mit den ersten Aktionen Selbstvertrauen tankt.
Gegen diesen Gegner haben die Berner Oberländer auch den letzten Sieg gefeiert. Neben den Erfolgen im Cup, haben die Thuner aber kein erfolgreiches Halbjahr hinter sich: Der Meisterschaftssieg gegen die Tessiner war nämlich der erste seit Mitte Februar gewesen. Und weil der FC Lugano wiederum ein sehr gutes Halbjahr hinter sich hat, konnte er den FC Thun nun auch überholen und auf den vierten Rang verweisen. Der FCB aber war bis am vergangenen Sonntag in diesem Jahr noch ungeschlagen, bevor er ausgerechnet im Stade de Suisse die erste Niederlage kassierte.
Schönen oder krönen
Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen der beiden Finalteilnehmer also fast nicht sein. Das Palmares sowie die Tabelle sprechen eine klare Sprache und schanzen dem FCB in diesem Final die Favoritenrille zu. Während diese Werte für den FCB sprechen hat der FC Thun den Vorteil der Unterlage auf seiner Seite. Wie in der Stockhorn Arena liegt ja auch im Stade de Suisse Kunstrasen. Um diesem Nachteil entgegenzuwirken, liess Marcel Koller in den beiden vergangenen Wochen um 14 Uhr auf Kunstrasen trainieren – am Freitag ohne Silvan Widmer dessen Einsatz noch fraglich ist. Klarheit wird in dieser Sache der Samstag und das Abschlusstraining im Stade de Suisse bringen, jetzt schon klar ist, dass Raoul Petretta gesperrt sein wird, alle anderen Spieler sind fit.
Wir haben das Training in den vergangenen Tagen wegen der Anspielzeit auf 14 Uhr verlegt.
Auch wenn der FCB den zweiten Platz auf sicher hat und für Thun zwischen Rang 3 und 8 noch alles möglich ist, hat der FCB wohl mehr zu verlieren in diesem Endspiel. Denn der Cup ist für Rotblau eine Chance, mit einem Titel die Saisonbilanz zu schönen und für die Thuner; eine über weite Strecken gute Saison mit einem Titel zu krönen. Beiden Teams bleiben dafür 90 oder höchstens 120 Minuten. In den bisherigen sechs Begegnungen der beiden Teams im Cup ging der FCB übrigens fünfmal als Sieger hervor, nur im Jahr 2004 musste sich Rotblau im Penaltyschiessen den Thunern geschlagen geben.