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Bern - Schweizer Käser bekommen die Schwäche des Euro zu spüren. Im vergangenen April waren ihre Exporte in die Europäische Union um 10 Prozent oder 449 Tonnen tiefer als im Vorjahr, wie der Präsident der Branchenorganisation Fromarte sagte.
Die Exporte in Länder ausserhalb Europas stiegen um 6,8 Prozent, wie Fromarte-Präsident René Kolly im am Samstag veröffentlichten Interview mit dem "Schweizer Bauer" darlegte. Insgesamt schrumpfte der Export im Vergleich zum April 2009 um 401 Tonnen oder 8,1 Prozent auf 4554 Tonnen. Zurzeit liege viel Käse in den Kellern.
Zusammen mit der Branche müssten nun Lösungen gegen die Euroschwäche gesucht werden, sagte Kolly. Eine Mengeneinschränkung - diese Massnahme habe die Sortenorganisation Emmentaler ergriffen - bringe langfristig nichts. "Vielleicht könnte man den Milchpreis senken", sagte Kolly.
"Wir wollen den Milchpreis nicht senken, aber vielleicht müssen wir", sagte er. Ein anderer Weg wäre laut Kolly, Produzenten von Käsereimilch zu extensiveren Methoden zu "orientieren", die "natürlich die Milchproduktion begrenzen werden".
Im Mai sei das Ausfuhrvolumen wieder gewachsen, sagte Kolly. Es wurden 22 Tonnen weniger Käse exportiert als im Mai 2009. Insgesamt stiegen die Exporte von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahr um 969 Tonnen.
Fromarte vertritt nach eigenen Angaben 600 gewerbliche Käsereien, die am Export 2008 einen Anteil von 80 Prozent hatten. Ihr Umsatz liegt zwischen 800 und 1000 Millionen Franken pro Jahr.
SDA-ATS