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- Tidjane Thiam hat in seinem letzten Jahr bei der Credit Suisse 10.7 Millionen Franken erhalten, schreibt die Bank in ihrem Vergütungsbericht.
- Das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr, was auch mit der Beschattungsaffäre zusammenhängt, die zu seinem Abgang führte.
- 2018 war Thiam noch auf eine Gesamtentschädigung von 12.7 Millionen Franken gekommen.
Der Rückgang sei unter anderem auf eine tiefere «nicht-finanzielle» Bewertung zurückzuführen, meldet die Credit Suisse. Diese sei wegen der «Observierungsereignisse» im Vergleich zu 2018 auf 50 Prozent reduziert worden. Thiam sei für die Lohnberechnung dennoch als ein «guter Abgänger» behandelt worden, nachdem er die Gruppe erfolgreich restrukturiert habe und es keinen Beweis gegeben habe, dass er an der Beschattung direkt beteiligt war. Von den 10.7 Millionen Franken macht die fixe Vergütung 3.5 Millionen aus, 7.2 Millionen sind variable Bestandteile.
Mit seinem Lohn liegt Thiam hinter seinem Konkurrenten bei der UBS zurück: Sergio Ermotti als CEO der grössten Schweizer Bank erhielt für das vergangene Jahr 12.5 Millionen Franken.
Die Gesamtentschädigung der CS-Geschäftsleitung, zu der Ende Jahr zwölf Mitglieder gehörten, belief sich auf 77.4 Millionen nach 93.5 Millionen im Vorjahr. Bei der UBS verdiente das Top-Management 2019 insgesamt 102,1 Millionen.
Eine Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Bonanomi
Finanziell wird er sie verschmerzen können; dennoch dürfte die Lohnkürzung für den abgetretenen Credit-Suisse-Konzernchef Tidjane Thiam einen bitteren Nachgeschmack haben. Die Bank hat den Gewinn deutlich gesteigert, sie ist heute solider finanziert als vor Jahresfrist – doch der Chef bekommt statt 12.7 «nur» noch 10.7 Millionen Franken. Er büsst dafür, dass die CS ihren ehemaligen Spitzenbanker Iqbal Khan beschatten liess, als er zur Konkurrenz wechselte.
Zwar ergab eine Untersuchung keine Anhaltspunkte dafür, dass Thiam selber die Beschattung angeordnet hatte. Dennoch muss er als oberster Verantwortlicher des Unternehmens die Folgen tragen. Es gibt gar Stimmen, die sagen, die Beschattungsaffäre habe letztlich zu Thiams Abgang bei der Grossbank geführt.
Dass Thiams kurzfristiger Bonus nun halbiert wurde, ist aber auch ein Zeichen dafür, dass der CS-Verwaltungsrat bereit ist, sich nicht nur auf rein finanzielle Kennzahlen abzustützen, wenn es um die Höhe der Vergütung geht – sondern, dass die Konzernleitung auch ethische Standards und vorbildliches Verhalten vorleben muss.
Verwaltungsratspräsident Urs Rohner erhält für die Zeit von der Generalversammlung 2019 bis zur Generalversammlung 2020 eine Totalkompensation von 4.7 Millionen Franken und damit gleich viel wie im Vorjahr. Der gesamte Verwaltungsrat erhielt 11.3 Millionen, nach 11.7 Millionen im Vorjahr.