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Die UNO-Klimakonferenz in Paris wird um einen Tag bis Samstag verlängert. Das sagte der Präsident der Konferenz, Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius, in Paris. Das angestrebte weltweite Klimaschutzabkommen solle laut der neuen Planung am Samstag verabschiedet werden.
Der Vertrag könne dann am Mittag angenommen werden. Dadurch bleibe am Freitag mehr Zeit für weitere Verhandlungen. Klimaschützer hatten zuvor beklagt, die am Donnerstag vorgelegt Version zeige nicht auf, wie eine Begrenzung der Erderwärmung durch Treibhausgase auf maximal zwei Grad sichergestellt werden könne.
Der neue Text enthält unter anderem:
- Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.
- Einen Grenzwert der Erderwärmung von 1,5 Grad. Dieser Punkt wurde besonders von den kleinen Inselstaaten gefordert – allerdings nur als ein zusätzliches Ziel, um Risiken und Klimaschäden deutlich zu verringern.
- Mit Blick auf die eingereichten nationalen Pläne zur Verringerung der Emissionen sollen diese ab 2023 alle fünf Jahre überprüft werden.
- Allerdings soll es laut einer Ergänzung des Textes bereits 2019 eine informelle Neubewertung geben.
- Emissionen sollen weltweit so schnell wie möglich sinken mit dem Ziel einer CO2-Neutralität in der zweiten Jahrhunderhälte.
- Gefordert werden auch zusätzliche Anstrengungen beim Klimaschutz in der Zeit bis zu dem für 2020 geplanten Inkrafttreten des neuen Abkommens.
Noch offene Punkte des Textes sind:
- Die Forderung von Entwicklungsländern nach Schadenersatz bei durch den Klimawandel verursachen Schäden. Dazu sollten Verfahren zum Umgang mit dieser Frage entwickelt werden, wobei es dazu noch mehrere Varianten im Text gibt.
- Das Versprechen der Industriestaaten, ärmeren Ländern ab 2020 jährlich mindestens 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz und die Bewältigung von Klimafolgen zur Verfügung zu stellen.
Klimafinanzierung noch immer offen
Die noch offenen Themenkreise seien weiterhin die Klimafinanzierung, das Fernziel der höchstens zu erreichenden Erderwärmung und die Aufteilung der Lasten auf alle Länder. Es gehe jetzt nicht mehr um das Beste für jeden einzelnen, sondern um das Beste für alle, sagte Fabius. Er wolle am heutigen dem Paris-Komitee den Schlusstext für ein Klima-Abkommen unterbreiten.
Verlängerung ist Routine
Fast alle UNO-Klimakonferenzen dauerten bisher meist länger als geplant, vor allem die Bedeutenden. Immerhin müssen sich mehr als 190 Länder einigen. Der Grund: Schmerzhafte Zugeständnisse machen die Beteiligten bei internationalen Verhandlungen, wenn überhaupt, erst in letzter Minute.
- In Kyoto benötigten die Delegierten 1997 nach dem offiziellen Ende am Mittwoch noch bis Donnerstagmittag, um das weltweit erste Klimaschutzabkommen im Plenum zu beschliessen.
- Der Klimagipfel in Kopenhagen 2009 endete statt wie geplant Freitagabend nach einer chaotischen Nachtsitzung erst am Samstagvormittag. Die Vereinbarung wurde nur «zur Kenntnis» genommen.
- Im südafrikanischen Durban dauerte es 2011 statt bis Freitagabend sogar bis Sonntagmorgen, bis sich die Delegierten geeinigt hatten. Sie beschlossen, bis 2015 einen Weltklimavertrag zu vereinbaren.