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Die Mittelthurgaubahn war nicht einfach eine Schweizer Privatbahn, sie war viel mehr eine Internationale Privatbahn. Eigentlich war sie mehr eine deutsche Bahngesellschaft, denn das meiste Kapital für den Bau der MThB, kam von deutschen Geldgebern, Obwohl der Kanton Thurgau als Hauptaktionär auftrat war es schwierig das benötigte Kapital in der Region zu finden. Neben dem Kanton haben alle Gemeinden die direkt oder Indirekt profitierten an der Bahn beteiligt.
Das Initiativ Komitee kahm unter Vermittlung deutscher Finanzkreise mit der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft in Köln in Kontakt. Dank der Hilfe der deutschen Investoren aus Köln könnte die Finanzierung der Mittelthurgaubahn gesichert werden. Die zu gründende Mittel-Thurgau Bahngesellschaft benötigte ein Kapital von 6.79 Millionen Franken, wovon nur 2.76 Millionen aus der Schweiz stammten, den Grossen Rest von 4.03 Millionen Franken kahm von deutschen Geldgebern.
Betriebsvertrag
Damit sich für die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft ein angaschmo bei der Mittelthurgaubahn überhaupt lohnte, wurde ein Vertrag über den Betrieb der Bahn abgeschlossen. Dieser war während 15 Jahren nicht kündbar. Ein solcher Vertrag war sicherlich zum Vorteil der Investoren, den nur als Kapitalgeber auch wenn Sie am Aktienkapital beteiligt waren wäre Ihr Einfluss wesentlich geringer gewesen.
Die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft beteiligte sich bei der Mittel-Thurgau-Bahngesellschaft mit Insgesamt mit einer Summe von 3,33 Millionen Franken wovon 330’000 Franken in Aktien an der Gesellschaft beteiligt war.
An der Generalversammlung von 1925, hiess es das die Mittelthurgau-Bahn komme ihren finanziellen Verpflichtungen nach, nur das Aktienkapital bleibt ohne Verzinsung. Da die meisten Aktien im Besitz der Öffentlichen-Hand waren und deren Ziel in erster Linie ein Funktionierende Bahnlinie Quer durch den Thurgau zu haben und nicht eine Dividende zu erhalten. So unrentabel muss Die MThB wohl nicht gewesen sein, den sie konnte bis ende 1930 1.5 Millionen Franken von den 3 Millionen Franken Obligationenskapital zurückbezahlen.
Am 31. Januar 1931 lief der Vertrag mit der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft in Köln ab. Ein Neuer Betriebsvertrag wurde mit der Vereinigten Kleinbahnen Aktiengesellschaft (VKA) in Berlin geschlossen. Die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft ging ein paar Jahre zuvor in der VKA-Gruppe auf und übernahm alle Aktivitäten von der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft.
Das Monopoly mit der Mittelthurgau Bahn
In den 30er Jahren, des letzten Jahrhunderts mit der Weltwirtschaftskrise hatte so manche Firma finanzielle Sorgen so auch die Mittelthurgau Bahn. Die Vereinigten Kleinbahnen die bei der Mittelt-Thurgau Bahngesellschaft beteiligt war, versuchte das Risiko breiter zu verteilen so veräusserte Sie die Restschuld des Baudarlehen das die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft der MThB gewährt hatte an N.V. Handelsmaatschappij Kohinoor in Rotterdam. Die Holländische Gesellschaft übernahm neben dem Obligationsdarlehen auch das Paket Inhaberaktien zum Nominalwert von 330’000 Franken der MThB. 1937 wurde die N.V Kohinior in Rotterdam liquidiert, die Obligationen wurden Teilweise von der Aktiengesellschaft für Verkehrswesen in Berlin Wilmersdorf und der andere Teil ging an die Overseas Trust Corpoation Ltd. In Johanisburg.
Auch das Paket Inhaberaktien hat den Besitzer gewechselt, so wurde die Aktien nach London an die Midland Bank Ltd. Verkauft. Mit den zunehmenden Politischen Spannungen ging dieses Paket Wertpapiere 1938 wieder an die Vereinigten Kleinbahnen Aktiengesellschaft in Berlin zurück. Für die verantwortlichen bei der Mittelthurgaubahn war es nicht immer leicht den Überblick zu behalten, wer gerade Besitzer der Wertpapiere waren.
Trotz der veräussereung der Beteiligung an der Mittelthurgaubahn durch die Vereinigte Kleinbahnen AG, blieb der Betriebsvertrag unangetastet. Erst mit ausbruch vom zweiten Weltkrieg wurde der vertrag mit der VKA sistiert und somit stand die MThB auf eigenen Füssen. Die Sistierung dauerte nur bis 1943, mitten im Krieg wurde der Vertrag wieder in kraft gesetzt. Die gegenseitige Verrechnungen wurden, rückwirkend bis ins Jahr 1940 durchgeführt.
Die MThB wird eine fast Normale Schweizer Privatbahn
Das Jahr 1950 brachte der Mittel-Thurgau-Bahn so manche Veränderungen, Heinrich Hürlimann übernahm den Direktionsposten vom langjährigem Direktor Maximilian Vogler zum 1. Januar 1950 und zum Jahres Ende wurde der Betriebsvertrag mit der Vereinigten Kleinbahnen AG, die mittlerweile in Frankfurt am Main ihre Domizil hatte beendet.
Die Aktien die mittlerweile bei der AG für Verkehrswesen in Frankfurt am Main im besitz waren blieben noch einige Jahre in deren Besitz bis der Kanton Thurgau diese Aktien übernahm. Die Frühere Finanzgarantie spielte zwischen 1951 und 1960 keine rolle mehr. Die Städte und Gemeinden leisteten eine Defizit Garantie von Maximal 110’000 Franken pro Jahr, in den 10 Jahren wurden 218’000 Franken in Anspruch genommen.
Die nun Finanziel unabhängig gewordenen Mittelthurgaubahn stand nun unter gemeinsamer Leitung mit der Frauenfeld Wil Bahn. Bis 1970 bestanden zwei Verwaltungsstandorte (Frauenfeld und Weinfelden) bis die Ganze Verwaltung in Weinfelden Zentralisiert wurde. Die beiden Bahnen blieben bis zum Schluss eigene Aktiengesellschaften, mit separaten Verwaltungsräte was sicherlich für die Frauenfeld Will bahn beim Niedergang der MThB ein Glücksfall gewesen ist.