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Im Gegensatz zu seinen historischen Stücken – die bestenfalls Tragödien zu nennen sind, schlimmstenfalls langweilig – sind Shakespeares Komödien ein absolutes “Must” für jeden Theaterliebhaber. Am besten, man sieht sie auf der Bühne; noch besser, man sieht sie in der Originalsprache.
Denn Shakespeares Komödien leben vom Wortwitz. Die Figuren – allen voran die Frauen – verdrehen einander das Wort im Mund – besser geht nicht. Das zu übersetzen, ist schwer. Schlegel / Tieck / Baudoissin haben es versucht, und es ist ihnen nicht schlecht gelungen. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Original.
Viele Shakespeare’sche Komödien haben das Gericht als Schauplatz. Kein Wunder, wenige Schauplätze eignen sich besser für Shakespeares Talent, Rede und Gegenrede einander in witziger Art und Weise gegenüber zu stellen. Wenn es nicht das Gericht ist, ist es ein phantastischer Schauplatz irgendwo in Italien oder auf einer einsamen Insel. Die Komödie, müssen wir schliessen, erträgt keine Nähe.
Zu guter Letzt taucht bei Shakespeares Komödien immer die Frage auf: War Shakespeare nun Anti-Semit, war er Frauenhasser? “Der Kaufmann von Venedig”, “Der Widerspenstigen Zähmung” scheinen darauf hinzudeuten. Es zeugt für die Qualität von Shakespeares Theaterstücken, für ihre Langlebigkeit, dass immer wieder Interpretoren versucht haben, dies zu verneinen. So gern ich Shakespeare habe – zu Unrecht, wie ich finde. Ob Shakespeare selber Anti-Semit und Frauenhasser war, kann ich natürlich nicht beurteilen, die beiden genannten Stücke sind auf jeden Fall nicht “politically correct”. Das ändert nichts an der grossen Qualität derselben.