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12 Volkarthaus I
13 Volkarthaus II
14 Italienisches Renaissance-Schulhaus
15 Roter Turm
16 Hinter den neun Gleisen
17 Banana City
18 Altes Lokdepot
19 Wintower
20 Wartstrasse
21 Kirche St. Peter und Paul
Edition Winterthur
Stadtführer Winterthur:
Rund um den Bahnhof
Rund um den Bahnhof
Der Hauptbahnhof ist der frequentierteste Ort der Stadt. Täglich sind hier über 120 000 Menschen unterwegs - Pendlerinnen und Pendler, Reisende und Passanten. Rund 150 Schnellzüge verbinden den viertgrössten Bahnhof der Schweiz täglich mit den wichtigsten Zentren im In- und Ausland, dazu kommen rund 650 S-Bahn- und Regionalzüge. Gleichzeitig ist der Bahnhofplatz auch der zentrale Busbahnhof für Stadt und Region. Zu Hauptverkehrszeiten herrscht deshalb grossstädtisches Gedränge und es gibt kaum ein Durchkommen im dichten Gewimmel von in alle Richtungen strebenden Menschenmassen.
Der Bahnhofplatz wird täglich von rund 100 000 Menschen frequentiert. Bis 1951 verkehrten noch Trams auf dem Platz.
1 Historisches Bahnhofsgebäude
Bereits in den Anfängen des Eisenbahnzeitalters in den 1850er-Jahren wurde Winterthur zu einem wichtigen Eisenbahn-Verkehrsknotenpunkt in der Nordostschweiz und das Bahnhofsgebiet, das bis dahin ländlich-idyllisches Vorstadtgebiet gewesen war, begann sich zu entwickeln. Bereits 1857-1860 wurde das erste definitive Bahnhofsgebäude im Renaissance-Stil nach den Plänen der Zürcher Bahnhofsarchitekten Jakob Friedrich Wanner und August Beckh gebaut und gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den bekannten Winterthurer Architekten Ernst Jung und Otto Bridler umgebaut und erweitert. Auffälliges Merkmal sind die beiden «Bundeshaus-Kuppel» im Mittelbau des langgezogenen Gebäudes, die bei Schweizer Bahnhöfen eine seltene Erscheinung sind. Ein architektonischer und städtebaulicher Sündenfall war die Überdachung der Gleise mit einem Parkhaus (1986-1988). Es hat die Perrons zu einem düsteren Ort gemacht, der ständig mit Kunstlicht erhellt werden muss. Das Parkhaus mitten im Stadtzentrum erfreut sich aber grosser Beliebtheit als Park-and-Ride-Anlage.
2 + 3 Stadttor und Stellwerk
Direkt an das historische Bahnhofgebäude grenzt das imposante, 16 Meter hohe Stadttor (1999-2000) an. Die weiss gestrichene, transparente Stahlgitter-Konstruktion ist Empfangstor und Einkaufszentrum zugleich - geöffnet an 365 Tagen im Jahr. Auch am nördlichen Ende des Bahnhofes empfängt ein Bürohaus (Stellwerk) mit Shopping-Möglichkeiten und Take-away die Reisenden. Der horizontal geschichtete, fünfstöckige Bau (2008-2010) ist u.a. Hauptsitz der Raiffeisenbank in Winterthur.
4 Pilzdach
Die 2013 gebaute Konstruktion, deren einzige mit dem Boden verankerte Stütze das Billetthäuschen von Stadtbus beherbergt, gab in der Stadt viel zu reden. Das imposante Pilzdach aus gelochtem Aluminiumblech vermag nicht den gesamten Busbahnhofplatz vor Regen zu schützen, so dass für die Fahrgäste auf der Altstadtseite zusätzliche Bushäuschen errichtet werden mussten. Das Bauwerk wurde vom renommierten Winterthurer Architekturbüro Stutz & Bolt gebaut, das als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen war.
Das imposante «Pilzdach» auf dem Bahnhofplatz.
Das 16 Meter hohe, auffällige Stadttor und das horizontal geschichtete Bürohaus Stellwerk begrenzen das südliche und nördliche Ende des Hauptbahnhofs
5 Salzhausplatz und Kesselhausplatz
Um die beiden Stadträume Altstadt und Sulzerareal, die durch die Gleise des Hauptbahnhofs getrennt sind, besser miteinander zu verbinden, wurde die unten durchführende Zürcherstrasse mit aufwändigen Betonbauten überdacht und damit ein neuer grosszügiger und urbaner Stadtraum geschaffen. Die beiden offen gestalteten Plätze mit den vielen Sitzgelegenheiten, zwei Wasserbecken und jungen Bäumen laden zum Verweilen ein und werten die Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen entscheidend auf. (Müller & Truninger Architekten, Zürich / Landschaftsarchitekten Rotzler Krebs Partner, Winterthur)
Der Salzhausplatz und ...
... der Kesselhausplatz.
Bild links: Überfüllte Velostationen gehören zum Stadtbild, wie diese Velostation am Hauptbahnhof. Bild mitte: Das Veloparkhaus auf der Nordseite des Bahnhofs. Bild rechts: Die geplante Velounterführung am Nordende des Bahnhofs.
6 Veloparkhaus und Velostationen
Winterthur ist eine Velostadt. In kaum einer Schweizer Stadt sind so viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs. Veloparkplätze sind denn auch ein Dauerthema, insbesondere rund um den Hauptbahnhof. Am nördlichen Ende des Bahnhofs gibt es ein unterirdisches Veloparkhaus mit 800 Plätzen. Es verfügt über einen direkten Zugang in der dortigen Personenunterführung. Weitere 140 Plätze gibt es in der Velostation Rudolfstrasse, ebenfalls an der Nordseite des Bahnhofs sowie 120 Plätze in der Velostation am Gleis 3 (Südseite Bahnhof). Nach Abschluss der Bauarbeiten im Rahmen des Masterplans «Stadtraum Bahnhof Winterthur» werden total 2400 Veloabstellplätze zur Verfügung stehen, was mehr als einer Verdoppelung des bisherigen Angebots entspricht. Teil des Masterplans ist auch die Realisierung einer Velounterführung am Nordende des Bahnhofs als direkte Verbindung zwischen der Altstadt und dem hinter den Gleisen liegenden Neuwiesenquartier.
7 Hauptpost
Passend zum selbstbewussten Aufschwung der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Hauptpost vis-a-vis des Bahnhofsgebäudes als ein veritabler Palast geplant. Der Neurenaissance-Bau der Aargauer Architekten Dorer & Füchslin war das Siegerprojekt eines Wettbewerbs und wurde 1895-1899 gebaut. 2014 wurde das Postgebäude umfassend renoviert und mit einem viergeschossigen halbrunden Annexbau, der einen Lichthof umschliesst, ergänzt worden. Die Post ist mit ihren Schaltern und dem Gemischtwarenladen weiterhin im Erdgeschoss präsent, daneben gibt es grosszügige Büro-, Praxis- und Gewerberäume sowie eine sehr geschätzte Manta Bar mit Ausblick auf das geschäftige Treiben am Bahnhofplatz.
Die Hauptpost Winterthur am Bahnhofplatz.
Der Bahnhofplatz mit dem Restaurant National (umgebaut von Vrendly und Noldi Amsler) und der palastartigen Hauptpost.
8 Archplatz
Der Archplatz am südlichen Ende des Bahnhofplatzes und durch die Technikumstrasse von diesem getrennt, war einst Sitz des traditionsreichen Volkshauses und des ältesten Parkhauses der Stadt. Das Volkshaus, damals schon in Hotel Winterthur umbenannt, wurde 2004 abgebrochen, das Arch-Parkhaus 2010. Stattdessen entstand ein von der Strasse zurückversetzter, sechstöckiger Gebäubekomplex mit Geschäften, Restaurants und Wohnungen. Der Neubau war auch einmal als neuer zentraler Sitz der Stadtverwaltung im Gespräch. Das Volk lehnte aber den Standort ab. Die zentralisierte Stadtverwaltung hat ihren Sitz stattdessen heute im Superblock auf dem Sulzerareal Stadtmitte ( Pionierstrasse 7).
9 Club of Rome
Seit 2008 hat der Club of Rome seinen Hauptsitz in Winterthur (Lagerhausstrasse 9). Die Organisation wurde 1968 gegründet aus Sorge um die Zukunft unseres Planeten. Weltweite Bekanntheit erlangte der Club mit dem aufrüttelnden Buch «Grenzen des Wachstums», das 1972 erschien und aufzeigte, dass die Welt einer Katastrophe zusteuert, wenn die Entwicklung so weitergeht, wie bis dahin. Der Club of Rome unterhält als Think Tank ein globales Netzwerk und befasst sich in Studie und Konferenzen mit Themen wie Klima, Energie, Umwelt und Friedenssicherung.
→ clubofrome.org
Einst dominierte das Volkshaus den Archplatz; heute besetzt das Einkaufszentrum Archhöfe den Platz. Bild rechts: Die verspielte Jugendstil-Fassade setzt einen Kontrapunkt zu den modernen Archhöfen der BDE-Architekten.
10 Jugendstil-Fassade
Das markante Eckgebäude mit der Jugendstil-Fassade an der Technikumstrasse 83 wurde 1915-1917 nach den Plänen der Winterthurer Architekten Otto Bridler & Lebrecht Völki gebaut. Das Gebäude war Sitz des freisinnigen «Neuen Winterthurer Tagblatts» (bis 1968).
11 Talgarten
Das Talgarten-Häusergeviert ist eine Blockrandbebauung, die in mehreren Etappen von den Architekten Rittmeyer & Furrer zwischen 1905 und 1929 realisiert wurde. Das dreieckige Grundstück liegt zwischen Bahnhofplatz, Museum- und Merkurstrasse und zeigt die Entwicklung der Architektur vom Jugendstil bis zur betonten Sachlichkeit. Der markante Rundbau des ehemaligen Kinos «Talgarten» wurde 2008 abgerissen und durch einen Neubau des Architekten Kollektiv AG, Winterthur ersetzt (Bahnhofplatz 18), der einen spannenden Kontrast zum dahinter liegenden neoklassizistischen Gebäude bildet und einen neuen markanten Blickfang am Bahnhofplatz setzt.
12 Volkarthaus I
Der Gebäudekomplex an der Turnerstrasse 1 war der erste, selbst erbaute Verwaltungssitz der Handelsfirma der Gebrüder Volkart. Er entstand 1904-1905 nach den Plänen der Winterthurer Architekten Ernst Georg Jung & Otto Bridler und repräsentierte den grossen Aufschwung der Welthandelsfirma. Erbaut als Synthese aus Neugotik und Jugendstil bietet insbesondere die hohe lichtdurchflutete Eingangshalle ein grossartiges Raumerlebnis. Eine Freitreppe führt zur Galerie im ersten Geschoss, und zu den am Rande angeordneten Büroräumen. Darüber wölbt sich eine weitgespannte Glasdecke. Dem jungen Georg Reinhart, der nach seinen Lehr- und Wanderjahren im Ausland nach Winterthur zurückkehrte gefiel der Bau nicht besonders. Er störte sich insbesondere an den einzelnen kleinen Büros. Lieber hätte er grosse durchgehende Räume gehabt. Diese realisierte dann sein Enkel Andreas Reinhart in den 1990er-Jahren, als er die Geschäftsräume von Volkart vom Volkart-Rundbau wieder zurück an die Turnerstrasse 1 verlegte. Heute dient das Volkharthaus verschiedenen Nutzungen, u.a. dem Lokalradio Stadtfilter, dem Cartoonisten und Grafiker Ruedi Widmer und der Organisation Myblueplanet, einem Netzwerk für Klimaschutz. Im Untergeschoss, dem ehemaligen Kohlenkeller, gibt es ein kleines, feines Kulturzentrum; die «Coalmine Gallery, Book & Audio Bar».
In diesen imposanten Rundbau zügelte Volkart, nachdem der alte Geschäftssitz an der Turnerstrasse zu klein geworden war. Heute beherbergt das markante Gebäude das Departement School of Management and Law der ZHAW.
Der grossartigste Raum im Volkarthaus I ist die offene Eingangshalle mit Galerie.
13 Volkarthaus II
Den monumentale Volkart-Rundbau am St. Georgenplatz 2 ist einer der wichtigsten Bauten der Winterthurer Architekten Rittmeyer & Furrer. Er wurde 1927-1928 realisiert und repräsentierte in aller Deutlichkeit die Macht der Welthandelsfirma in jener Zeit. Seit 1996 ist das Gebäude Teil der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
14 Italienisches Renaissance-Schulhaus
1894-1895 entstand mitten in Winterthur ein Renaissance-Schulhaus im italienischen Stil. Das Schulhaus St. Georgen thront als majestätischer Sichtbackstein-Bau hoch über der St. Georgenstrasse. Geschaffen haben ihn die Winterthurer Architekten Ernst Georg Jung & Otto Bridler. Über dem Haupteingang prangt in goldenen Lettern der Schriftzug «Sekundarschule». Die Schulzimmer sind in den Seitenflügeln des symmetrischen Baus angeordnet, der Mittelteil ist dem Treppenhaus und dem Singsaal vorbehalten.
Schulhaus St. Georgen im italienischen Renaissance-Stil.
Das Volkarthaus an der Turnerstrasse war der erste, selbst gebaute Verwaltungssitz der Gebrüder Volkart.
«Banane» heisst das langgezogene gekrümmte Gebäude entlang der Bahngleise im Volksmund. Folgerichtig heisst das «Hotel Banana City».
15 Roter Turm
Winterthurs zweites, 2000 erbautes Hochhaus (Theaterstrasse 17) nimmt mit seiner roten Klinkerverkleidung die Tradition der lokalen Backsteinbauten auf. Es ist umgeben von mäandernden niedrigen Bürotrakten, in denen Teile der ZHAW untergebracht sind. Am spektakulärsten ist das Restaurant auf 95 Meter Höhe, von dem aus sich ein fantastischer Blick über die Stadt öffnet.
16 Hinter den neun Gleisen
Dass die Gleisanlagen beim Hauptbahnhof Winterthur aus städtebaulicher Sicht nicht ideal platziert sind, realisierte die Stadt bereits kurz nach dem Bau des Bahnhofs, als sich ab 1860 das Neuwiesenquartier zu entwickeln begann und offensichtlich wurde, dass die Gleise einen Riegel bilden zwischen dem neuen Quartier und der historischen Altstadt. Die unbefriedigende Situation bewog die Stadtregierung damals, über eine Verlegung des Bahnhofs Richtung Technikum nachzudenken, entsprechende Studien wurden dann aber aus finanziellen Gründen wieder ad acta gelegt. So fristete das dicht bebaute und mit einem Rasternetz von Strassen durchzogene Neuwiesenquartier lange ein Schattdasein auf der Rückseite des Bahnhofs. Tempi passati. Heute prägen grosse elegante Wohnüberbauungen das Bild; chic, urban und nur ein paar Schritte vom Hauptbahnhof entfernt.
Die Wartstrasse zieht sich schnurgerade durch das Neuwiesenquartier vom Hauptbahnhof bis zum Sportplatz Flüeli.
Kontraste im Neuwiesenquartier: moderne Bauten nebst alten Häusern - und mitten drin die katholische Kirche St. Peter und Paul.
Der Rundbau des ehemaligen Kinos Talgarten wurde durch einen markanten Neubau des Architektenkollektivs ersetzt.
Das alte Lokdepot. Ein Stück Bahnkultur.
Der rote Turm und die ihn umgebenden Mäanderbauten lehnen sich mit der roten Backsteinverkleidung an die Backsteinbauten an. Im Mäander ist das Departement Linguistik der ZHAW untergebracht.
17 Banana City
Folgt man den Gleisen nordwestwärts gelangt man zum langgezogenen Banana-City-Gebäudekomplex, der einst die Verteilzentrale von Volg war und 1995/96 von der Siska Heuberger Holding zu einem multifunktionalen Zentrum umgebaut wurde. Herzstück ist das Business-Hotel Banana City mit Kongress- und Seminarräumen, einem Festsaal und einer Indoor Golfanlage. Zusätzlich sind im Gebäude Wohnungen, Büros und ein Wellness-Center untergebracht. Der Name Banana City macht die alte Bezeichnung für das 200 Meter lange, gekrümmte Gebäude auf, das im Volksmund «Banane» heisst, zum Markennamen.
18 Altes Lokdepot
Das alte Lokdepot am Nordende des Hauptbahnhofs steht heute auf dem Abstellgleis. Es ist aber ein Stück Bahnkultur, um das sich eine Gruppe von Eisenbahnfreunden mit viel Engagement und wenig Geld kümmert. In den Remisen stehen alte ausrangierte Loks und das Gelände verströmt Eisenbahnromantik pur. Das Depot vereinigt die vier Bahnlinien der Nordostschweiz, die je einer Privatbahngesellschaft gehörten. Zur Geschichte dieses wichtigen Verkehrsknotenpunktes werden Führungen angeboten - inklusive Besichtigung der alten Schmiede von 1859 und alter Lokomotiven; zum Beispiel der Elektrolok Ee2/2 von 1920.
19 Wintower
Das erste Hochhaus der Stadt baute 1963-1967 die Firma Sulzer (Neuwiesenstrasse 15). Es war damals mit 92 Metern und 26 Stockwerken das höchste Haus der Schweiz und ist noch heute ein Wahrzeichen der Stadt. Die heutige Besitzerin ist die Wintower Immobilien AG gehört der Stefanini-Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte. Bruno Stefanini war einer der grössten Liegenschaftenbesitzer der Stadt und ein bekannter Kunst- und Historiensammler. Er liess das Hochhaus von 2006-2010 sanieren und auf 28 Stockwerke aufstocken. Neue Höhe: 99 Meter. Neuer alter Mieter: Die Firma Sulzer – nebst der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte.
20 Wartstrasse Der oberste, direkt hinter dem Hauptbahnhof gelegene Teil der Wartstrasse gehört zu den schillerndsten Strassenzügen Winterthurs. Auf wenigen hundert Metern ist hier die ganze Psycho-, Esoterik- und Gesundheitsszene versammelt, ergänzt durch eine Disc-Börse, ein Thai-Bistro, ein indisches und ein italienisches Restaurant, die Notschlafstelle der Heilsarmee etc. Der Wohnungsbauboom um den Bahnhof könnte allerdings diese kunterbunte Struktur längerfristig verändern.
Der Wintower ist ein Wahrzeichen der Stadt. Gebaut von der Firma Sulzer in den 1960er-Jahren, ist es heute im Besitz des grössten Liegenschaftenbesitzers der Stadt, Bruno Stefanini.
Die Kirche St. Peter und Paul.
21 Kirche St. Peter und Paul
Die Kirche St. Peter und Paul an der Tellstrasse im Neuwiesenquartier ist die Mutterkirche des katholischen Winterthurs. Es war die erste neu errichtete katholische Kirche (1897) im nachreformatorischen Zürich. Zuvor waren die Begehren der Katholiken nach einem eigenen Raum für die Gottesdienste stets abgelehnt worden. Das zugewiesene Stück Land lag damals am Rande der ersten Bauzone. Dem Stadtrat und der Kirchgemeinde war es ein Anliegen, ein Schmuckstück für das Quartier zu realisieren und Stadtpräsident Johann Jakob Sulzer brachte gar den berühmten Architekten Gottfried Semper ins Spiel, der gleichzeitig auch mit der Planung des Stadthauses beschäftigt war. Sein Entwurf erwies sich dann allerdings als zu teuer und zu klein und so wurde schliesslich dem Entwurf des Stadtbaumeisters Karl Wilhelm Bareiss der Vorzug gegeben, versehen mit einer Sonderbewilligung, auch gleich die Leitung des Baus übernehmen zu dürfen. Der Innenausbau der neugotischen Kirche konnte dann allerdings aus finanziellen Gründen erst 20 Jahre später realisiert werden. In der Kirche finden auch regelmässig Messen in spanischer und italienischer Sprache statt.
Trolleybusse statt Tram
Während anfänglich auf Winterthurs Strassen noch Trams verkehrten, wurden diese zwischen 1938 bis 1951 nach einem heiss umstrittenen Grundsatzentscheid sukzessive durch Trolleybusse ersetzt. Die Sozialdemokraten hatten sich für die Beibehaltung der Trams eingesetzt, während die Demokraten und die Freisinnigen für den «modernen» Autobus plädierten. Seither hängt über den Köpfen der Winterthurerinnen und Winterthurern ein dichtes Netz von Drähten, von denen die Trolleybusse über hoch aufragende Bügel den Strom abnehmen.
Busbillette
Über das Busnetz und den Fahrplan der jeweiligen Linie informieren Informationstafeln an den Bushaltestellen. Hier gibt es auch Billettautomaten für Einzelbillette und Tageskarten. Fahrpläne für das ganze Stadtgebiet und Mehrfahrtenkarten können im Kundenpavillon von Stadtbus auf der Mittelinsel des überdachten Busbahnhofs bezogen werden. Ab dem Hauptbahnhof verkehren auch die Regionallinien, welche die Gemeinden der Umgebung erschliessen sowie der Museumsbus.
Alle Infos unter → zvv.ch
Werke von Mario Sala
Im Banhhofsbeäude sind gleich mehrere Kunstwerken des Winterthurer Künstler Mario Sala präsent. Sie entstanden im Zuge der Sanierung des historischen Bahnhofgebäudes, entsprechen der Tradition, dass rund ein Prozent einer Bausumme in künstlerische Arbeiten investiert wird. Das mehrteilige Werk «Afrika» entstand im Zusammenhang mit der Renovation des alten Bahnhofgebäudes im Jahr 1999. Um es zu entdecken, muss man den Blick in den Schalterhallen nach oben richten. Der Künstler hat seine «Bilder», unter anderem den seitenverkehrten Schriftzug «Afrika», an den Stirnseiten und an der Decke angebracht (Bild links).
Werke von Marguerite Hersberger
Die Künstlerin Marguerite Hersberger setzte am Hauptbahnhof an zwei Orten Lichtakzente; in der Bahnhofsunterführung Süd (Bild rechts) und beim Personenlift in der Bahnhofshalle.
(Siehe auch → Kunstführer)
Übersichtsplan «Rund um den Bahnhof»
12 Volkarthaus I
13 Volkarthaus II
14 Italienisches Renaissance-Schulhaus
15 Roter Turm
16 Hinter den neun Gleisen
17 Banana City
18 Altes Lokdepot
19 Wintower
20 Wartstrasse
21 Kirche St. Peter und Paul