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Es war vorauszusehen, dass die Erhöhung der Energiepreise vom
Schweizer Stimmvolk abgelehnt würde.
Die Bevölkerung akzeptiert keine Erhöhung der Preise.
Es ist ein Schulbeispiel, wo eine Massnahme ökonomisch Sinn machen
kann, aber politisch nicht vertretbar ist. Auch für ein Einzelbürger
wäre es am Ende günstiger, die Energiesteuer zu zahlen:
es gäbe zum Beispiel längerfristige Kosteneinsparungen, mehr
Geld für die Investition in neue Energieen, weniger Gesundheitskosten,
wegen weniger Verkehr, weniger Stau, besserer öffentlicher Verkehr etc.
Was aber für das Individuum viel Wichtiger ist, ist das Geld, das man
kurzfristig verliert. Lieber einen Spatz in der Hand (jetzt ein paar Franken mehr
am Ende des Monats), als eine Taube auf dem Dach
(Chance für eine umweltfreundlichere, sauberere Schweiz).
Eine Energieabgabe ist ein Beispiel einer
Pigou Steuer
,
die auch das Verhalten der Bevölkerung steuern sollen.
Diese Art von Steuer ist benannt nach Arthur Pigou
,
einem Englischen Ökonomen. Die Schwierigkeit solcher Steuern
ist im Erklären der Zusammenhänge.
Das Einführen von Pigou Steuern führt auf weniger Widerstand,
wenn nur Minderheiten betroffen sind. Beispiel sind Tabak oder Alkohol Steuern:
"Sollen doch die Raucher zahlen!" Bei der Energiesteuerabhabe hat vermutlich
jeder mit einem Auto dagegen gestimmt. Und das sind fast alle. Die
Initiative hatte keine Chance.
Abstimmungen oder Entscheidungen über Geld passieren oft mit dem Bauch und
nicht mit dem Hirn. Verkäufer wissen das.
Die Grünliberale Partei hätte das vorhersehen können und sollen.
Um nicht so gross zu verlieren, hätte der Vorschlag viel gemässigter sein
müssen. Weitere Beispiele, bei dem die Psychologie der Kosten eine Rolle spielen:
- Eine Gemeinde will einen Park mit finanzieren. Das kostet Geld, heisst
aber eventuell auch mehr Steuern. Die Stimmbürger sagen Nein.
Unter dem Strich könnte die Rechnung aber anders aussehen:
eine attraktivere Gemeinde lässt die Hauspreise steigen. Die nun wohlhaberen
Bürger zahlen mehr Steuern. Die Investition am Anfang hat einen
Mehrwert generiert. In diesem Fall ist die Investition nur mit Schwierigkeiten
zu erklären, obwohl der Gewinn ungleich viel höher sein kann:
Hauspreise sind Marktpreise und können sich in einer attraktiven
Umgebung vermehrfachen. Diese Argumentation ist aber nicht so leicht zu beweisen.
- Wir gehen einkaufen, und weigern uns, am
Kiosk für ein Cola 50 Rappen mehr zu zahlen, weil 50 Rappen im
Vergleich zum Colapreis enorm ist. Heben wir aber beim Bancomat 300
Franken ab, dann haben wir weniger Probleme, die 5 Franken Gebühren zu
zahlen. Denn 5 Franken im Vergleich zu 300 sind nicht viel. (Auch sehen wir die
Gebüren nicht, die werden automatisch abgezogen und "was man nicht weiss,
das macht einem nicht heiss".)
In beiden Fällen könnte der Mehraufwand (Umweg zum Laden,
oder zur eigenen Bank) vergleichbar. Im ersten Fall würden wir 50 Rappen
sparen, im zweiten Fall 5 Franken.