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Die Colitis ulcerosa zählt zu den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten. Typisch ist ein schubweiser Verlauf mit Phasen relativen Wohlbefindens und Episoden mit Bauchschmerzen und Durchfällen.
Frauen sind etwas öfter betroffen als Männer, der Häufigkeitsgipfel des erstmaligen Auftretens liegt im jüngeren Erwachsenenalter, doch können auch Kinder erkranken. Ein weiterer Häufigkeitsgipfel besteht nach dem 50. Lebensjahr.
Die Entzündung ist in der Hälfte der Fälle auf die untersten Abschnitte des Dickdarms begrenzt (Abb. a), in den übrigen breitet sie sich allmählich nach oben aus und erfasst in ca. 20% den ganzen Dickdarm (Abb. b). Sie bleibt – im Gegensatz zum Morbus Crohn – auf die Schleimhaut des Darms beschränkt. Es entstehen Schleimhautgeschwüre, die oft bluten, und in der Heilungsphase zur Atrophie (s. Begriffserklärung) der Schleimhaut führen. Nach Jahren bis Jahrzehnten ist das Krebsrisiko erhöht.
Fachausdruck für den Dickdarm.
Verkleinerung eines Organs oder einer Gewebemasse durch Abnahme der Zellgrösse oder der Zellzahl. Vielfach handelt es sich um eine Inaktivitäts-Atrophie, d.h. Ursache ist der Nichtgebrauch. Beispiel: Ein gelähmter Arm verliert an Muskelmasse. Adjektiv: atrophisch.
„Loch“ in der Darmwand mit der Folge, dass Darmgase und Stuhl in die Bauchhöhle gelangen. Folge ist eine Bauchfellentzündung. Verb: perforieren.
Pathologischer (krankhafter) Verbindungsgang zwischen inneren Organen oder von einem inneren Organ (Darm, Blase, Niere) zur Körperoberfläche. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen „fistula“, was Röhre oder Pfeife bedeutet.
Unterdrückung der körpereigenen Abwehrreaktionen, die körpereigene Abwehr wird eingedämmt. Davon abgeleitet: immunsuppressiv, immunsupprimierend. Entsprechende Medikamente heissen Immunsuppressiva.
Das lateinische Wort für Krankheit.
Geschwür, ein tiefliegender Defekt von Haut oder Schleimhaut. Adjektiv: ulcerosa bzw. ulcerös, geschwürig.
Medikamente, die immunologische Vorgänge hemmen, indem sie entzündungsvermittelnde Botenstoffe des Immunsystems blockieren.
Nachlassen der Symptome, beschwerdefreie Zeit.
Die Ursachen sind in ihren Einzelheiten nicht geklärt, ebenso wenig wie für den Morbus Crohn. Sicher handelt es sich um ein Geschehen, das von mehreren Faktoren abhängt, deren Bedeutung unterschiedlich zu gewichten ist.
Der erste Krankheitsschub einer Colitis ulcerosa beginnt akut innerhalb weniger Tage oder allmählich und dauert vier bis acht Wochen, worauf sich eine mehrmonatige oder sogar mehrjährige Remissionsphase anschliessen kann. Bei wenigen Betroffenen bleibt die Remission aus und die Krankheit ist von Beginn an chronisch. In der Hälfte der Fälle bleibt die Entzündung auf die untersten Abschnitte des Dickdarms begrenzt, in den übrigen breitet sie sich allmählich nach oben aus und erfasst in ca. 20% den ganzen Dickdarm.
Akute Komplikationen sind in jeder Krankheitsphase möglich. Am schwerwiegendsten sind:
Begleiterkrankungen anderer Organe sind seltener als beim Morbus Crohn, werden aber doch bei 10 bis 20% beobachtet.
Eine spezielle Diät oder andere Massnahmen, mit denen sich das Entstehen eines Schubs verhindern lässt, sind nicht bekannt.
Für beschwerdefreie Intervalle wird so genannte Darmschondiät kontrovers beurteilt, von unerlässlich bis nutzlos. Immerhin ist es plausibel, einen empfindlichen Darm nicht mit reichlich unverdaubarem Volumen oder blähenden Gemüsen zu belasten. Jeder Betroffene ermittelt die für ihn geeignete Nahrung am besten selbst, unterstützt durch fachkundige Beratung. So lässt sich erreichen, dass die Nährstoffe möglichst gut aufgenommen werden. Bei schwerer Erkrankung ist es ausserdem empfehlenswert, psychotherapeutische Unterstützung zu suchen. Selbsthilfegruppen geben Tipps und Hilfestellungen (s. unten, bei den weiterführenden Links).
Die Krankheit stellt kein Hindernis dar für eine Schwangerschaft. Hingegen ist mit Schüben oder Rezidiven (Rückfällen) besonders im ersten Schwangerschafts-Drittel zu rechnen. Einige Medikamente können in der Schwangerschaft eingenommen werden, andere nicht. Eine laufende Überwachung durch die Gynäkologin und den Gastroenterologen ist selbstverständlich.
Wenn wiederholt Bauchschmerzen und Durchfall ohne erkennbare Ursache auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden, ganz besonders wenn dem Durchfall Blut beigemengt ist.
Bei bekannter Krankheit sollten Betroffene selbst den Verlauf gut beobachten und bei Anzeichen eines Schubes rasch Ihren Arzt aufsuchen, weil dann eine besonders konsequente Therapie nötig ist.
Diagnostische Schlüsseluntersuchung ist die Darmspiegelung (Koloskopie) mit Entnahme von Gewebeproben. Zur exakten Beurteilung bedarf es zusätzlicher Methoden wie Ultraschall, Magnetresonanz- und Computer-Tomographie (MRT und CT).
In jedem bestätigten Fall ist eine kontinuierliche ärztliche Betreuung und Langzeittherapie erforderlich. Zum einen ist es wichtig, die Therapie zu überwachen und immer wieder anzupassen, zum anderen können nur so Komplikationen rechtzeitig erkannt werden.