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Was tun, wenn psychische Belastungen am Arbeitsplatz auftauchen?
Warnzeichen für Erschöpfung ernst nehmen
Der Begriff «Burnout» macht die Runde – und das ist gut so. Er ist weniger stigmatisiert als etwa «Depression» und dient so vielleicht als Türöffner für eine grössere Akzeptanz von psychischen Erkrankungen ganz allgemein. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich überdurchschnittlich engagieren, sich im Job stark verausgaben und hohe Erwartungen an sich selbst haben. Nun ist Engagement eine gute Sache – solange man die eigenen Grenzen respektiert. Doch sich regelmässig mehr zu engagieren, als es die Energiereserven zulassen, führt über kurz oder lang zur Erschöpfung.
Alarmsignale: Zeit, aktiv zu werden.
Je früher Sie bei Alarmsignalen reagieren, desto grösser ist die Chance, dass sich die Abwärtsspirale stoppen lässt. Wenn Sie bei sich mehrere der folgenden Signale über einen längeren Zeitraum feststellen, suchen Sie Unterstützung. Das kann bei Ihren Vorgesetzten, den Personalverantwortlichen, bei der Hausärztin/dem Hausarzt oder bei einer Fachperson aus dem psychiatrisch-psychologischen Bereich sein.
- Sie können in der Freizeit nicht mehr «abschalten».
- Sie arbeiten mehr und mehr, weil Sie länger brauchen, um Ihre Aufgaben zu erledigen.
- Sie vernachlässigen Freunde, Familie, Hobbys zugunsten der Arbeit – oder weil Sie einfach zu erschöpft sind, um sich in Gesellschaft zu begeben.
- Sie fühlen sich häufig richtiggehend ausgelaugt.
- Sie sind vergesslicher und unkonzentrierter als üblich.
- Sie fühlen sich ständig überfordert.
- Sie sind nervös, gereizt und empfindlich; Sie ärgern sich über Kleinigkeiten, die Sie üblicherweise locker wegstecken.
- Sie schlafen schlecht, nachts kreisen die Gedanken.
- Sie fühlen sich körperlich angeschlagen.
- Sie konsumieren vermehrt Substanzen, die Sie wach und aktiv halten sollen, oder solche, die Ihnen beim Schlafen helfen.
Psychisch belastet? Was mache ich?
Unter «Was kann ich tun» finden Sie viele Hinweise, was Sie selbst machen können, wenn Sie bei sich eine psychische Belastung oder gar Erkrankung vermuten. Wenn Sie bei der Arbeit beeinträchtigt sind, zum Beispiel weil Sie erschöpft und gereizt sind und häufiger in Auseinandersetzungen geraten, dann stellt sich die Frage, ob Sie mit den Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen das Gespräch suchen sollten. Das ist nicht ganz einfach zu entscheiden. Unter Gesprächstipps am Arbeitsplatz finden Sie weitere Hinweise wie Sie das Gespräch suchen können.
Psychisch erkrankt – was nun?
Was tun, wenn feststeht: Es geht Ihnen schlecht? Der Einbruch Ihrer Leistungsfähigkeit dauert längere Zeit an und ist nicht mehr zu übersehen. Sie brauchen Hilfe.
Anlaufstellen.
Wenn Sie eine Hausärztin oder einen Hausarzt haben, der/dem Sie vertrauen, ist sie/er Ihre erste Ansprechperson. Sie/er kann auch alle notwendigen Untersuchungen durchführen, um körperliche Ursachen für Ihren Zustand auszuschliessen. Für die Behandlung werden Sie wenn nötig an eine Fachperson aus dem psychiatrisch-psychologischen Bereich weiterverwiesen. Sie finden auf dieser Website viele Hintergrundinformationen zur Behandlung psychischer Erkrankungen, darüber, welches kompetente Fachpersonen für die Behandlung sind, welche Therapiemethoden es gibt, wo Therapien durchgeführt werden und was die Kassen übernehmen.
Auch die IV hilft.
Wenn Sie länger als 30 Tage krankgeschrieben waren oder über längere Zeit immer wieder kürzere Abwesenheiten zu verzeichnen hatten, können Sie sich bei der IV zur Früherfassung melden. Diese Früherfassungsmeldung ist keine Anmeldung für eine IV-Rente. In der Früherfassung prüft die IV, ob und welche Unterstützungsmöglichkeiten bestehen, damit Sie langfristig im Arbeitsprozess verbleiben können. Die Adresse der IV-Stelle Ihrer Region finden Sie unter www.ahv-iv.ch/de/Kontakte/IV-Stellen
Knackpunkt Krankschreibung.
Im Rahmen der Behandlung wird sich auch die Frage der Arbeitsfähigkeit stellen. Ein neues Instrument, das Ihnen den Verbleib im Arbeitsprozess erlaubt, ist die Leistungskrankschreibung. Ein Beispiel: Sie reduzieren krankheitshalber Ihr Pensum von 100% auf 60%. In diesen 60% müssen Sie aber nur 50% Ihrer gewohnten Arbeitsleistung erbringen. Wichtig ist hier, dass Ihr Pflichtenheft so angepasst wird, dass die Belastung auch tatsächlich reduziert wird. Sprechen Sie darüber mit Ihren Vorgesetzten, lassen Sie sich dabei von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt unterstützen, wenn Sie dies als sinnvoll erachten. Lassen Sie sich beraten, wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie am besten vorgehen sollen.