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An Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs erkranken pro Jahr ca. 330 Personen in der Schweiz, die meisten von ihnen nach dem 60. Altersjahr. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Die Gallenblase speichert die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit und gibt diese über die Gallengänge an den Darm ab. Die Galle ist wichtig für die Fettverdauung im Darm. Wenn der Krebs aber von den Gallengängen ausgeht, spricht man von einem Gallengangkrebs.
Ein Gallenblasen- oder Gallengangkrebs verursacht häufig erst Beschwerden, wenn durch den Tumor der Abfluss der Galle behindert ist. Dann kommt es infolge des Rückstaus der Galle zu einer Gelbsucht: Haut und Augen verfärben sich gelb, der Urin weist eine dunkle Verfärbung auf, der Stuhl ist hell und es besteht ein allgemeiner Juckreiz am ganzen Körper. Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen können weitere Beschwerden bei einer Krebserkrankung der Gallenblase und des Gallengangs sein.
Die genaue Ursache für Gallenblasenkrebs oder Gallengangkrebs ist nicht bekannt. Gallensteine, Gallenblasenentzündungen, Rauchen und Übergewicht gelten als Risikofaktoren.
Die Diagnose eines Gallenblasenkarzinoms ergibt sich nicht selten als Zufallsbefund nach einer operativen Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) wegen eines Gallensteinleidens oder einer Gallenblasenentzündung (Cholezystitis).
Folgende Schritte erfolgen im Rahmen der Diagnosestellung:
- Erfassung der aktuellen Beschwerden, der Vorgeschichte und eventueller Risikofaktoren (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung
- In der Blutuntersuchung können sich veränderte Parameter finden (alkalische Phosphatase, Gamma-Glutamyl-Transferase, Bilirubin), die den Rückstau der Galle anzeigen
- Die endgültige Diagnose wird durch bildgebende Verfahren oder eine Biopsie gestellt
Als Therapieoptionen kommen in Frage:
- Operation (wenn das Tumorwachstum auf die Gallenblase bzw. Gallenwege und das anliegende Lebergewebe beschränkt ist)
- Chemotherapie
- Strahlentherapie (insbesondere nach der Operation, wenn z.B. wenn der Tumor während der Operation nicht vollständig entfernt wurde, oder auch beim Auftreten eines Lokalrezidivs)
- Regionale Therapieverfahren (z.B. durch Hitze [Thermoablation])
Nach einer Tumorentfernung werden gerade in den ersten 3 Jahren regelmässige Nachkontrollen vereinbart.