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Das Wichtigste in Kürze
- Der Schweizer Geheimdienst hat im Kalten Krieg Dürrenmatts Telefon abgehört.
- Die Beamten notierten seine Erkrankungen und politischen Engagements.
Der Schweizer Geheimdienst hat den weltberühmten Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) fast fünfzig Jahre lang überwacht. Das zeigen die Geheimakte und die insgesamt 17-seitigen Fichen zum gesellschaftskritischen gebürtigen Berner, die die «SonntagsZeitung» erstmals publiziert.
Demnach hörten die Beamten im Kalten Krieg wiederholt Dürrenmatts Telefon ab und notierten seine Erkrankungen und politischen Engagements. In einem Interview hatte er 1966 gewarnt, die Schweiz würde Gefahr laufen, «ein Polizeistaat mit demokratischer Fassade zu werden». Weiter sagte er: «Jeder Esel, der sich amtlich befugt hält, kann mich abhören.»
Die Akten zeigen demnach auch einen unbekannten Friedrich Dürrenmatt, der mit dem Marxismus als Inspiration eine gerechtere Welt erschaffen wollte. Im Kalten Krieg sammelte die Schweizer Bundespolizei auf Karteikarten Informationen zu schätzungsweise gegen 800'000 Personen. Grösstenteils solche mit Kontakten zu linken Gruppierungen oder Reisen in sozialistische Länder.