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Eine Studie zeigt, dass Männer Sexyness völlig anders bewerten als Frauen.
Ein Beispiel aus meiner Beratungspraxis: Eine Frau berichtet von einem wirklich netten Abend mit einem Mann. Sie unterhielten sich angeregt und flirteten auch ein wenig. Als der Abend zur Neige ging, war er sichtlich irritiert und sogar verärgert als sie ihm den Zutritt zu ihrer Wohnung verweigerte. Er hatte mehr erwartet und ihre Freundlichkeit als eindeutig sexuelles Interesse interpretiert.
Ja, gab die Frau zu: Sie hätten einander ein wenig geneckt und geflirtet. Aber eben nur ein wenig. Alles in allem sei er nicht ihr Typ gewesen, habe die Chemie nicht gestimmt, bzw. nicht ausgereicht, um daraus etwas anderes entstehen zu lassen.
Damit bestätigt sich, was amerikanische Forscher unlängst in einer Studie herausgefunden haben: Männer überschätzen sich selbst und ihr Gegenüber häufig, wenn es darum geht zu beurteilen, wie sexy, kokett, verführerisch oder promisk jemand ist. Eine gute Unterhaltung ist für sie gleichbedeutend mit guter sexueller Chemie.
Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich Männer und Frauen nach einer fünfminütigen Begegnung gegenseitig beurteilten. Männer schätzten sich selbst und ihre Gesprächspartnerinnen deutlich verführerischer und sexuell attraktiver ein, als dies ihre weiblichen Gegenüber taten. Einen Hinweis auf die viel zitierte "Chemie" gab es interessanterweise nicht. Wechselseitiges "Knistern" und "Funkensprühen" wurde nicht mit einem Wort erwähnt – wohl weil die gegenseitige Einschätzung der Gesprächspartner nicht übereinstimmte.
Aber nicht nur Männer haben manchmal eine leicht verschobene Wahrnehmung. Auch Frauen sind in ihrer Beurteilung des Gegenübers alles andere als objektiv: Wenn ein Mann auf eine Frau in physischer Hinsicht anziehend wirkte, so die Studie, so bewertete sie seine sexuellen Eigenschaften positiver und fand ihn gleichzeitig auch netter, freundlicher und zugänglicher im Gespräch. Frauen zeigen also ein deutlich stärkeres durch Vorurteile geprägtes Verhalten, indem sie einem attraktiven Mann auch viele andere, nicht-sexuelle, positive Qualitäten unterstellen. Männer beurteilen die körperliche Attraktivität einer Frau unabhängiger von ihren sonstigen Eigenschaften.
Fragt sich schlussendlich: Finden Frauen einen Mann nett, weil er gut aussehend ist? Oder ist es vielleicht eher umgekehrt: Eben weil er freundlich und zugänglich ist, steigert das in ihren Augen auch seine Attraktivität?
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