Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/2875

Peter Schurtenberger (im Bild unten neben Ludwig Wicki, musikalischer Leiter 21st Century Orchestra) ist Synthesizer-Spieler des 21st Century Symphony Orchestra. Doch noch emsiger ist er hinter der Konzertbühne unterwegs. Seit 2007 begleitet Schurtenberger das 21st Century Orchestra als Arrangeur und Kopist durch zahlreiche Konzertprojekte. Als solcher erstellt er hunderte Seiten Notenmaterial für die Orchester-Musiker.
Doch bevor sich Peter Schurtenberger mit Heerscharen von Noten und Papier umherschlug, lernte er «etwas Richtiges», wie Schurtenberger ausführt, und absolvierte eine Lehre als Elektroniker. «Daher rührt wohl auch mein Faible für die Software- und elektronischen Elemente im Musikbereich.» Doch sein Herz schlug immer stärker für den Klang der Musik und weniger für das Knistern von Stromleitungen. So meisterte er nach dem Lehrabschluss ein Musikstudium mit dem Hauptfach Klavier am Konservatorium Bern. Anschliessend folgten Studien in Komposition und Arrangement am Konservatorium Schaffhausen bei Herman Schmidt. Dort verfiel er der Filmmusik vollends, denn er besuchte weiterführende Kurse zu Filmmusik und orchestrale Komposition.
Dass er sich auf dem richtigen Weg bewegt, zeigte ihm u.a. die Auszeichnung «Bester Arrangeur» des internationalen Kompositionswettbewerbes «Song Expo» 1997 in Holland.
Als Arrangeur, Orchestrator, Kopist und Komponist wirkt Schurtenberger nun seit über zehn Jahren hauptberuflich und für verschiedenste Projekte. Vor fünf Jahren gründete er seinen eigenen kleinen Musikverlag Pimonti.
Auf Initiative von Ludwig Wicki hin, durfte er zusammen mit diesem den offiziellen «Klavierauszug für Soli & Chor» von «The Lord of the Rings: The Fellowship Of The Ring» (2001) für den Komponisten Howard Shore herstellen.
3 Fragen – 3 Antworten
Was machst Du als Kopist genau?
Ich übersetze die Arbeitsmusiknotizen eines Komponisten in eine schön leserliche und korrekte Reinschrift. Man kann dies wohl mit der Reinschrift eines Schulaufsatzes vergleichen.
Weshalb ist das nötig?
Filmmusik wird nicht primär für eine konzertante Aufführung geschrieben. Ist eine Szene vertont und ein Film fertig, kommt es leider häufig vor, dass Handnotizen von Filmmusiken sogleich in Archiven oder gar im Papierkorb verschwinden. Will man diese live aufführen, muss man sie – wenn denn überhaupt noch vorhanden – nicht selten gänzlich überarbeiten und in die Reinschrift setzen.
Was begeistert Dich so sehr für das 21st Century Orchestra und dessen Musikprogramm?
Ich liebe ganz allgemein die Wucht und Vielseitigkeit eines Sinfonieorchester-Apparats. Im Falle der Projekte des 21st Century Orchestra wird das Sinfonieorchester häufig gar noch mit Chor und zusätzlichen Instrumenten wie einer E-Gitarre oder dem japanischen Saiteninstrument Erhu angereichert. Mit der Vielseitigkeit der Filmmusik und der Projekte werde ich bis ans Lebensende in meiner Arbeit dazulernen dürfen. Zudem liebe ich die wertvolle Zusammenarbeit mit allen Involvierten. Der vorherrschende Enthusiasmus steckt einem einfach sofort an.