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Die russische Musikkultur bietet viel – nicht nur Tschaikowski. Die ZuhörerInnen tauchen ein in die russische Spätromantik mit den beiden «Alexander», Borodin und Glasunow mit dem Ensemble Metropolis aus Luzern.
Die russische Musikkultur bietet viel – nicht nur Tschaikowski. Tauchen Sie ein in die russische Spätromantik mit den beiden «Alexander», Borodin und Glasunow mit dem Ensemble Metropolis aus Luzern. Über Borodin hört man manchmal die Frage, ob er ein komponierender Wissenschaftler oder ein wissenschaftlicher Komponist gewesen sei. Hauptamtlich war er Wissenschaftler, Mediziner, dann Chemieprofessor in Petersburg. Komponieren konnte er nur nebenher. Bei seiner Weiterausbildung nach der Promotion in Medizin lernte er in Heidelberg seine Frau kennen (und daneben in Mannheim die Musik Wagners). Sie war eine grosse Musikliebhaberin; ihr hat er das 2. Streichquartett gewidmet – und das hört man dem Werk an, mit russischer Melodik. Dazu trägt das Cello bei, das Borodin selbst ausgezeichnet spielte. (Quelle: Kammermusik Basel)
Seine Fünf Noveletten op. 15 schrieb Glasunow im Jahre 1881. Im «Alla spagnuola» spielt das Cello eine Pizzikato-Begleitung zum charakteristisch rhythmisierten Hauptthema. Das Trio beginnt mit einer Melodie des Cellos, worauf der vorige Tanz wieder aufgenommen wird. Im anschließende «Orientale» beginnt mit einer gezupften Cello-Begleitung, wozu die Bratsche ihre Gegenrhythmen spielt und die Violinen über einem angedeuteten Bordunbass mit einem tänzerischen Rhythmus einsetzen. Es folgt ein «Interludium in modo antico». Dieses ist zwar im dorischen Modus geschrieben, seine Feierlichkeit deutet aber klar auf die russische Tradition hin. Die nachfolgende «Valse» bildet einen direkten Kontrast. Die letzte Novelette «All'ungherese» enthält bekannte ungarischen Zigeunermelodien.
Das Ensemble Metropolis mit Lisa Schatzman – Violine, Olivier Blache – Violine, Alexander Besa – Violo und Beni Santora – Violoncello spielen:
Alexander Borodin 1833-1887
Streichquartett Nr. 2 in D-Dur
Alexander Glasunow 1865-1936
Fünf Noveletteen op. 15