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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

IV. Rede
36.
[Forts. v. [S. 92] ] Vielleicht glaubt ihr, Brüder, daß ich nicht recht verfahre und daß meine Worte unvernünftig sind, weil ich nicht mit der Anklage (gegen Konstantius) sogleich einen Bericht über die tatsächlichen Verhältnisse verbinde. Doch meine Anklage ist auch schon eine Verteidigung, wenn ihr nur auf die Anklagen aufgepaßt habt; die Anklage enthält in diesem Falle schon die Freisprechung. Ich sprach ja doch von der Güte des Konstantius, habe ihn also verteidigt. Wer sollte selbst von denen, die ihn nur einigermaßen gekannt haben, nicht wissen, daß er um der Kirche willen und aus Liebe und lauter Wohlwollen zu uns nicht nur Julian und die Ehrung durch das ganze Menschengeschlecht und die Vermehrung seines Reiches außer acht gelassen hätte, ja daß er für unsere Sicherheit und unser Heil ohne Mühe selbst sein Reich und all seinen Besitz und sogar sein Leben, das Kostbarste, was es für den Menschen gibt, hingegeben hätte.