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Moshé Feldenkrais
Als Kernphysiker, Ingenieur und begeisterter Sportler (schwarzer Gürtel in Judo) war Moshé Feldenkrais (1904-1984) vor allem ein Visionär der Bewegung.
Dr. Moshé Feldenkrais, 1904 in Russland geboren, war in der ersten Hälfte seines Lebens Physiker. Zusammen mit Irène Joliot-Curie führte er die erste Kernspaltung in Frankreich durch. Seit seiner Jugend betrieb er Judo und andere Sportarten und entwickelte so ein überdurchschnittliches Interesse für effiziente Bewegung. Motiviert durch eine eigene Knieverletzung, begann er damit zu experimentieren, wie man Menschen helfen könnte, einen besseren Gebrauch ihrer angeborenen Fähigkeiten zu erlernen. Dies führte ihn zu revolutionären Entdeckungen über die Zusammenhänge zwischen unser körperlichen Bewegung und der Art, wie wir denken, fühlen und handeln. In jahrzehntelanger Forschungsarbeit entwickelte er zwei miteinander verbundene Wege zu erhöhter Körperwahrnehmung, die er „Bewusstheit durch Bewegung“ und „Funktionale Integration“ nannte.
Ende der 40er Jahre umschrieb Moshé Feldenkrais als entscheidendes Element der durch Experimentieren hervorgerufenen Änderungsfähigkeit was man heute als neuronale Plastizität des Gehirns nennt. Eine menschliche Eigenschaft, die eine laufende Erneuerung der Bewegung im Nervensystem erlaubt. Seine damaligen Erkenntnisse sind mittlerweile durch aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse bestätigt worden, insbesondere auf dem Gebiet der Neurophysiologie.
So entwickelte er in jahrzehntelanger Forschung die nach ihm benannte Feldenkrais Methode. Sein Verständnis von Bewegung als Grundlage von jeglichem menschlichen Handeln und Tun schafft einen Rahmen, in dem sich zeigt, dass unser Leben ein kontinuierliches Lernfeld ist. Sein ausserordentlicher Verdienst ist die Verbindung von abstrakter Wissenschaft mit einer Praxis, mit der jede(r) auf seine Weise selber experimentieren kann.