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Geschichte der Stiftung für Wohnungshilfe
Der Verein für Wohnungshilfe, so hiess die Vorgängerorganisation der Stiftung für Wohnungshilfe, geht auf das Jahr 1953 zurück. Zur Sicherung des Weiterbestandes wurde 1991 die Stiftung für Wohnungshilfe gegründet und das Vereinsvermögen in die Stiftung eingebracht.
Rückblick Am Anfang stand die Wohnungsnot
Die Geschichte der Stiftung für Wohnungshilfe beginnt in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals herrschte in St.Gallen eine grosse Wohnungsnot, zurückzuführen auf die wirtschaftliche Situation nach dem zweiten Weltkrieg, welche die Bautätigkeit mangels Nachfrage nach neuen Wohnungen und fehlender Bereitschaft zu Investitionen fast zum Erliegen brachte. In den Fünfziger Jahren kam es alsdann, entgegen allen Prognosen, zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der eine rasche Zunahme der städtischen Bevölkerung zur Folge hatte. Der nun einsetzenden Nachfrage war der Wohnungsmarkt nicht gewachsen. Insbesondere für ärmere und kinderreiche Familien wurde die Lage zunehmend kritisch. In der Öffentlichkeit und von der Politik wurde wurden deshalb Sofortlösungen gefordert, namentlich Sonderaktionen zur Bereitstellung preisgünstiger Wohnungen. Die städtischen Behörden erklärten sich bereit, gemeinnützige Träger solcher Aktionen finanziell zu unterstützen. Einige Mitglieder der damaligen Konservativ-Christlichsozialen Volkspartei der Stadt St.Gallen, der Vorgängerpartei der heutigen CVP, gründeten in der Folge im Jahr 1953 den Verein für Wohnungshilfe mit dem Ziel, für Familien mit Kindern preisgünstige Wohnungen zur Verfügung zu stellen.
Trotz grosser Widerwärtigkeiten und nur geringen Finanzmitteln konnte der Verein für Wohnungshilfe bereits im Jahr 1954 ein erstes Projekt angehen. An der Lehnstrasse in Bruggen wurden mit finanzieller Unterstützung der Stadt St.Gallen 15 einfache Reiheneinfamilienhäuser erstellt, die im Quartier durchaus liebevoll „Hühnerfarm“ genannt wurden. Sie wurden in den nachfolgenden Jahrzehnten stets Familien mit Kindern zur Verfügung gestellt. Wegen veränderter Bedürfnisse wurden sie indessen in den zurückliegenden Jahren sukzessive an die Mieterinnen und Mieter verkauft.
Im Jahr 1960 erstellte der Verein im Waldacker an der Ahornstrasse 24/26 ein Mehrfamilienhaus mit je 6 Vier- und Fünfzimmer-Wohnungen, das im Jahr 2008 total saniert wurde. Im Jahr 1961 folgte die Erstellung eines Mehrfamilienhauses an der Fuchsenstrasse 18 a/b im Krontal im Osten der Stadt mit 12 Vier- und 4 Fünfzimmer-Wohnungen. Im Jahr 1964 baute der Verein 2 Mehrfamilienhäuser an der Kesselhaldenstrasse 60/62 und 66/68, ebenfalls im Osten der Stadt, mit je 16 3,5- und 4,5 Zimmer-Wohnungen. Das Mehrfamilienhaus Kesselhaldenstrasse 60/62 wurde im Jahr 2003 im Rahmen einer Wohnraumerweiterung weitgehend erneuert.
In den Siebziger Jahren wandte sich der Verein gezielt dem Bau von Alterswohnungen zu. So erstellte er 1970 ein Hochhaus an der Moosstrasse in Bruggen, das 40 Kleinstwohnungen und 15 grössere Wohnungen umfasste. Wegen zunehmend veränderter Bedürfnisse – Kleinstwohnungen waren nicht mehr so gefragt – wurde auch diese Liegenschaft im Jahr 2005 verkauft, um Mittel für den Bau von zeitgemässen Wohnungen frei zu bekommen. 1972 wurde eine Alterssiedlung an der Waldstrasse 3 a/b im Heiligkreuz errichtet, die 15 2- und 3 2,5 Zimmer-Wohnungen umfasst. Schliesslich konnte im Jahr 1977 ein weiteres Mehrfamilienhaus an der Bitzistrasse 3 in St.Georgen erstellt werden, das im Jahr 2011 weitgehend saniert wurde und insgesamt 14 Wohnungen unterschiedlicher Grösse umfasst.
Im Jahr 1991 wurde der Verein für Wohnungshilfe in die Rechtsform einer Stiftung überführt, um dessen Bestand unabhängig von Mitgliedern sicherzustellen und auch dessen Zwecksetzung, nämlich die Erstellung von preisgünstigen Wohnungen, rechtlich verbindlich festzuschreiben.
In der Folge wurden noch 2 grosse Überbauungen in Winkeln erstellt, nämlich in den Jahren 1999/2000 die Wohnüberbauung Lilienthalstrasse 9/11 und Geigerstrasse 12 sowie in den Jahren 2006-2008 die Überbauung Geigerstrasse 9/11 und Quimbystrasse 12 mit je 25 Wohnungen unterschiedlicher Grösse.
In den letzten Jahren konzentrierte die Stiftung ihre Tätigkeit vorwiegend auf die Sanierung ihrer Überbauungen. So wurden, wie bereits erwähnt, die Liegenschaften Kesselhaldenstrasse 60/62, Ahornstrasse 24/26, Waldstrasse 3 a/b und Bitzistrasse 3 erheblich erneuert.
Gegenwart Prüfung verschiedener Projekte
Die Stiftung für Wohnungshilfe prüft gegenwärtig verschiedene Möglichkeiten zur Erstellung von altersgerechten Wohnungen. Ein entsprechendes Projekt ist indessen noch nicht spruchreif. Auch ist die Sanierung weiterer Liegenschaften in Planung.
Zukunft Visionen und Kontinuität
Die Stiftung für Wohnungshilfe ist bestrebt, ihre Liegenschaften weiterhin zu pflegen und gut zu unterhalten, wenn notwendig auch umfassend zu sanieren, um ihren Mieterinnen und Mietern einen auch bei weiterhin günstigen Mietzinsen angemessenen Komfort bieten zu können. Auch ist es ihr ein Anliegen, ihren Liegenschaftenbestand den zeitgemässen Ansprüchen entsprechend auch langfristig anzupassen.