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|Nach altem Gesetz (Artikel 120 StGB von 1942)
||Die neue Regelung (Art. 119-120 StGB, 2002)

Ein Schwangerschaftsabbruch ist nur
straflos, wenn für die Frau "eine grosse Gefahr dauernden schweren
Schadens an der Gesundheit" besteht. Die Frau muss schriftlich
zustimmen.
In der Praxis wird der Begriff
"Gesundheit" von Arzt zu Arzt unterschiedlich beurteilt.

In den ersten 12 Wochen ist der
Abbruch straflos auf schriftliches Verlangen der Frau, "die geltend
macht, sie befinde sich in einer Notlage".
Nach Ablauf der Frist ist der
Abbruch straflos, wenn er nach ärztlichem Urteil notwendig ist, um von
der Frau eine schwerwiegende körperliche Schädigung oder eine schwere
seelische Notlage abzuwenden.

Die Gefahr muss durch das Gutachten
einer zweiten Ärztin/eines zweiten Arztes bescheinigt werden. Der
Entscheid, ob eine Schwangerschaft abgebrochen werden darf, liegt bei
der begutachtenden Arztperson. Diese wird vom Kanton bestimmt. Sie
darf nicht gleichzeitig den Eingriff vornehmen.

In den ersten 12 Wochen liegt der
Entscheid bei der Frau. Der /die behandelnde Arzt /Ärztin hat mit der
Frau ein eingehendes Gespräch zu führen und sie zu beraten. Der Frau
ist zudem ein Leitfaden mit einem Verzeichnis von Beratungs- und
Hilfsstellen zu übergeben.
Nach 12 Wochen ist nur die
Einwilligung einer Arztperson nötig [kein Zweit-Gutachten]

Die Kantone bezeichnen die Kliniken
und Praxen, die die Voraussetzung für eine fachgerechte Durchführung
und für eine eingehende Beratung erfüllen.
Frauen unter 16 Jahren müssen sich
an eine für Jugendliche spezialisierte Beratungsstelle wenden.

Nach wie vor ist bei nicht
urteilsfähigen Frauen die Zustimmung der gesetzlichen Vertreterin/des
gesetzlichen Vertreters nötig [Minderjährige sind in der Regel
durchaus urteilsfähig!]
Nach wie vor müssen die
Krankenkassen die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs übernehmen.