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Hofkirche
„Luzern, die edle Stadt, von Licht und Schein den Namen hat“
Im Jahre 503 nach Christi Geburt, zu Lebzeiten des heiligen Benedikt, der den Christenglauben predigte, gewahrten verschiedene Leute – Gott habe sie selig – auf der Hofstatt, wo jetzt das würdige Gotteshaus zu Sankt Leodegar im Hof der löblichen Stadt Luzern steht, allenthalben ein Leuchten, als ob es brenne. Deshalb wurde noch im selben Jahr am einen Ende des Gotteshauses eine Kapelle angebaut, die Sankt-Niklausenkapelle. Danach wurde vom Herzog von Schwaben daselbst ein Kloster erbaut. Dessen Patrone waren die heiligen Mauritius und Leodegar. Abt Wichard stellte die Mönche unter die Regel des heiligen Benedikt. Weil bei dem Gotteshause der Lichtschein weiterhin gesehen wurde, so als ob dort ein Feuer wäre, hiess das Kloster Monasterium Luciaria („Lichtschein-Kloster“). Dies hat der löblichen Stadt Luzern den Namen „Leuchtenstadt“ eingetragen.
Quelle: (Lütolf, Alois, Sagen, Bräuche und Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug. Luzern: F. J. Schiffmann, 1862. Reprint: Hildesheim: Georg Olms, 1976, Nr. 392)
Geschichtlich nachweisbar stand hier bereits im 8. Jh. ein kleines Kloster, dessen Patron der heilige Mauritius war. Im 12. Jh. gelangte das Kloster in Abhängigkeit von Murbach, wurde eine Propstei und übernahm den Murbacher Patron, den heiligen Leodegar.
Die Stadtgründung von Luzern wird Abt Konrad von Murbach Ende des 12. Jahrhunderts zugeschrieben. In einem Dokument ist der Bau der St. Peterskapelle am Kapellplatz und die Bestellung eines vom Kloster unabhängigen Priesters (Leutpriester) nachweisbar.
1291 wurde das Kloster an die Habsburger verkauft. 1433 hatte die Stadt Luzern, nunmehr Mitglied der Eidgenossenschaft, wieder alle Rechte über das Kloster und 1455 wurde das Benediktinerkloster in ein weltgeistliches Chorherrenstift umgewandelt.
1633 brannte die Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Gerettet wurden lediglich das gotische Relief mit der Maria-End-Darstellung sowie der Kirchenschatz. Die Kirche wurde im Stil der Spätrenaissance unter Einbezug der romanischen Türme wiederaufgebaut.
Bein Eingangstor begrüsst uns der heilige Leodegar (links) und der heilige Mauritius (rechts).
Die beiden Heiligen sind auch in der Vorhalle links und rechts zu finden
Kirchenschiff mit Hauptaltar
Im linken Seitenschiff befindet sich der gotische Maria-End-Altar. Die sterbende Maria sitzt im Bett und wird von den Aposteln umgeben.
Über dem Altar befindet sich die Walpenorgel aus dem Jahr 1844. Der Erbauer war der Walliser Thomas Silvester Walpen. Die Orgel wurde restauriert.
Der rechte Seitenaltar, der Seelaltar zeigt die Kreuzabnahme Jesu.
Barocker Taufstein aus schwarzen Marmor
So sah Luzern im Jahre 1642 aus.
Interessant ist die gedeckte Brücke zur Kirche am Hof, die es leider nicht mehr gibt. Was wäre das für eine Touristenattraktion!