Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03197.jsonl.gz/407

Juan, 55
Juan kam mit 18 Jahren, als Kind von spanischen Saisonniers, in die Schweiz. Aus wirtschaftlichen und familiären Gründen entschied er sich, seinen Eltern in die Schweiz zu folgen und Spanien zu verlassen. Hier angekommen, machte er sich auf die Suche nach Arbeit und ist mittlerweile seit bald 40 Jahren in der Schweiz.
Wieso hast Du Dich entschieden, fortzugehen?
Ich habe mich aus zwei Gründen entschieden, Spanien zu verlassen. Der eine Grund war, dass meine Eltern hier in der Schweiz lebten und ich zu ihnen wollte. Der zweite und auch Hauptgrund war, dass ich für mich keine Zukunft in Spanien sah.
Wie bist Du in die Schweiz gekommen und was hast Du mitgebracht?
Ich kam mit dem Flieger in die Schweiz und meine Eltern warteten am Flughafen auf mich. Mitgebracht habe ich mich.
Warum hast Du Dich für die Schweiz entschieden?
Ich habe mich einerseits für die Schweiz entschieden, weil meine Eltern bereits hier wohnten. Und andererseits, weil man immer wieder hört, dass die Schweiz wohlhabend ist – in der Schweiz lebt man gut. Und die Perspektiven.
Wie waren Deine ersten Eindrücke von der Schweiz als Land?
Als ich am Flughafen war – angekommen bin – dachte ich mir, wow die Schweiz ist aber sauber und die sind aber nett. Das war das erste, was ich dachte.
Wie haben die Schweizer:innen auf Dich reagiert?
Dadurch, dass ich erwartet wurde, wurde ich sehr herzlich empfangen. Wobei die ersten Menschen, mit denen ich am Anfang in Kontakt kam, Ausländer waren.
Fühlst Du Dich hier zu Hause?
Gab es Ereignisse und/oder Personen, die es Dir schwerer oder leichter gemacht haben, Dich in der Schweiz zuhause zu fühlen?
Ereignisse nicht, aber Zustände. Was natürlich sehr schwierig ist für den Start in der Schweiz, ist die Sprache. Wenn man natürlich aus einem Gebiet kommt, aus dem Süden kommt, das mit Deutsch nichts am Hut hat, ist das ein ganz schwieriger Start. Das ist einer der grössten Stolpersteine, die ich hatte. Aber ich bin klassisch in den Deutschunterricht und wie man es in der Zwischenzeit hört, habe ich bestanden.
Was ist Deine schönste Erinnerung an Deinem Leben hier in der Schweiz?
Schwierig zu sagen, was die schönsten Erinnerungen sind. Dadurch, dass ich Schweizer bin, ich habe mich mittlerweile auch einbürgern lassen, ist es natürlich schwierig zu sagen, was sind die schönsten Erinnerungen. Sicher meine erste Arbeitsstelle, die erste Chance, die ich erhalten habe. Ich durfte eine Lehre beginnen als Servicefachangestellter, wie es damals hiess. Und später, als ich einer Schweizer Frau, so zu sagen, gefallen habe und sie dann auch zu meiner Frau wurde und wir zwei Kinder zusammen bekommen haben.
Was würdest Du heute anders machen, wenn Du jetzt in die Schweiz kommen würdest?
Copyright © Lisa Spagnoletti