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Geschlechtersensible Sprache
Sprache hat kein Geschlecht
Das Rektorat der Universität Freiburg empfiehlt die Verwendung einer geschlechtersensiblen Sprache. Damit sollen sich alle Menschen der Universitätsgemeinschaft in der schriftlichen und in der mündlichen Kommunikation angesprochen fühlen.
Die Empfehlungen und Beispiele für geschlechtersensible Sprache sind gedacht für die Verwendung auf Internetseiten, in Publikationen für das breite Publikum, in den Vorlesungen, an Sitzungen und in allen internen Texten (z.B. offizielle Mitteillungen, Flyers und Plakate,…) der Universität Freiburg.
Für interne und externe juristische Texte gelten spezifische Regeln.
Informationen: Rechtsdienst
Was ist das?
Die geschlechtersensible Sprache beinhaltet Regeln und Praktiken, welche auf die Gleichstellung der Geschlechter in der Verwendung der mündlichen und schriftlichen Sprache hinzielen.
Die geschlechtersensible Sprache beinhaltet nicht nur die systematische Verwendung von geschlechtsneutralen Formen oder dem Unterstrich (Gender Gap), um Wörter zu feminisieren.
Die folgenden fünf Empfehlungen zeigen, wie Sie sich geschlechtersensibel an ihr Publikum wenden können.
5 Empfehlungen
Jede dieser Empfehlungen hat Vor- und Nachteile, und je nach Kontext eignet sich eine Praxis besser als die andere.
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1. Verwenden von weiblichen und männlichen Personenbezeichnungen anstelle des generischen Maskulinums.
Verwenden Vermeiden Drei Frauen sind als Expertinnen angestellt. Drei Frauen sind als Experten angestellt. Frau X, Rektorin der Universität Freiburg und Herr Y, Rektor der Universität Bern, treffen sich zu einem Arbeitsessen. Frau X und Herr Y, Rektoren der Universitäten Freiburg und Bern, treffen sich zu einem Arbeitsessen.
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Von Fall zu Fall werden Personenbezeichnungen in Berufen, mit ihren Titeln, Funktionen und anderen (beruflichen) Aktivitäten gemäss den geläufigen Regeln feminisiert oder maskulinisiert. Zudem muss sich das Pronomen (die, ein, diese, usw.) auf das Geschlecht der erwähnten Person beziehen. Andererseits muss das adäquate Nomen benutzt werden, welches gemäss den geläufigen Regeln feminisiert oder maskulinisiert wird.
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2. Sind Frauen und Männer gemeint? Dann verwenden Sie bitte die weibliche und die männliche Form parallel. Dieses Prinzip wird Beidnennung oder Paarform genannt.
Verwenden Vermeiden Die Forscherinnen und Forscher Die Forscher Die Dekaninnen und Dekane Die Dekane
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Il y a double désignation lorsque l’on désigne explicitement les femmes et les hommes au moyen de deux substantifs ou déterminants distincts. Nommer les femmes en premier permet de corriger « l’asymétrie de mention », car les hommes sont pratiquement toujours mentionnés en premier (Hegarty, Mollin & Foels, 2016: 119-135).
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3. Beim Gebrauch von Kurzformen sollte im Deutschen einheitlich der Unterstrich (Gender Gap) verwendet werden. Vermeiden Sie Klammern und Schrägstriche.
Verwenden Vermeiden Die Professor_innen Die Professoren Die Expert_innen Die Experten Die Krankenpfleger_innen Die Krankenschwestern
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Der Unterstrich (Gender Gap) kann verwendet werden, wenn Sie eine Kurzform verwenden möchten oder wenn sich die beiden Bezeichnungen kaum voneinander unterscheiden. Die Doppelverwendung ist jedoch immer zu bevorzugen, da sie in der mündlichen Sprache leichter umsetzbar ist als andere Verwendungen.
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4. Wenn das Geschlecht in einer Formulierung nicht von Relevanz ist, empfiehlt es sich, den Satz umzuformulieren. Verwenden Sie dann geschlechtsneutrale Formen, bei denen die Bezeichnung für alle dieselbe ist.
Verwenden Vermeiden Die Studierenden Die Studenten Die Dozierenden Die Dozenten Das Dekanat Der Dekan oder die Vizedekane Das gesamte Personal
Alle Mitarbeitenden
Alle Mitarbeiter Die Lehrpersonen Die Lehrerinnen
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In der geschlechtersensiblen Sprache werden Wörter verwendet, welche sich gleichermassen an Frauen und Männer richten. Man kann auch den Imperativ benutzen, wie zum Beispiel "Melden Sie sich an", anstelle von "Die Studenten melden sich an".
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5. Anrede von Frauen mit Doktorat oder Professur
Für die Anrede von Frauen mit Doktorat oder Inhaberinnen einer Professur gibt es keine einheitliche Regelung. Sie können „Frau Doktor/Professor Schmidt“, „Doktorin/Professorin Schmidt“ oder „Frau Doktorin/Professorin Schmidt“ verwenden, im Schriftverkehr ist auch „Frau Dr./Prof. Schmidt“ möglich. „Frau Doktor/Professor Schmidt“ beinhaltet die Schwierigkeit, dass damit früher die Ehefrau eines Mannes mit Doktor- oder Professorentitel benannt wurde. Die Bezeichnung „(Frau) Doktorin/Professorin“ ist grammatikalisch korrekt und wird in manchen Prüfungsordnungen explizit genannt.
Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns unter <email-pii>.
Zur Erinnerung
Für interne und externe juristische Texte gelten spezifische Regeln.
Informationen: Rechtsdienst
Was sagt die Forschung?
Es gibt viele Diskussionen zum Thema geschlechtersensible Sprache. Die psycholinguistische Forschung konzentrierte sich in den letzten zehn Jahren vor allem auf die Untersuchung der unterschiedlichen Bedeutungen der männlichen Form von Personenbezeichnungen in den Sprachen, die grammatische Genusmarkierungen haben.
Die grammatikalischen Regeln besagen, dass die männliche Form zwei Bedeutungen hat:
- Spezifisches Maskulinum [= Mann oder Männer]:
Die männliche Form bezieht sich auf einen Mann oder mehrere Männer. Diese Bedeutung lernen wir in der Schule als erstes. Sie wird der weiblichen Form entgegengesetzt, welche sich auf eine oder mehrere Frauen bezieht.
Z.B.: Die Professoren (Männer) nehmen an einer Sitzung teil.
- Generisches Maskulinum [= Frauen und Männer]:
Die männliche Form kann verwendet werden, wenn eine Gruppe entweder aus Frauen und Männern besteht oder wenn unbekannt oder irrelevant ist, welchem Geschlecht die Personen der Gruppe angehören (GYGAX, GABRIEL, SARRASIN, GARNHAM & OAKHILL, 2009: 235-246).
Z.B.: Die Professoren (Frauen und Männer) nehmen an einer Sitzung teil.
Bezogen auf unser Sprachverständnis schafft diese doppelte Verwendung eine Zweideutigkeit, mit der unser Gehirn – oder genauer gesagt unser kognitives System – umgehen muss. Deshalb wurde in vielen wissenschaftlichen Studien untersucht, wie unser Gehirn diese Mehrdeutigkeit verarbeitet.
Wie weiss unser Gehirn, ob es sich um eine Gruppe von Männern oder um eine gemischte Gruppe handelt?
Derzeit stimmen praktisch alle Forschungsergebnisse zu diesem Thema überein, dass die spezifische Bedeutung der männlichen Form unser Verständnis dominiert. Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass wir beim Lesen des Satzes „Die Professoren kamen aus dem Raum heraus“ automatisch eine mentale Repräsentation bilden, die vornehmlich aus Männern besteht.
Die neueren Studien zum Sprachverständnis legen nahe, dass es unmöglich ist, die Aktivierung des Zusammenhangs zwischen grammatisch maskuliner Form und dem mentalen Konzept «Mann» zu verhindern (GYGAX, GABRIEL, LEVY, POOL, GRIVEL & PEDRAZZINI, 2012: 395-408). Selbst wenn man Menschen bittet, die maskuline Form generisch zu interpretieren (also Frauen und Männer gleichermassen einzubeziehen), lässt sich die Aktivierung des genannten Zusammenhangs nicht vermeiden. Die maskuline Form wirkt also einschränkend auf unsere mentale Repräsentation, denn selbst wenn generisch Frauen und Männer gleichermassen eingeschlossen werden sollen, hat unser kognitives System Schwierigkeiten, dies so zu verstehen.
Geschlechtersensible Sprache – warum?
"Die universitäre Gemeinschaft besteht aus Studentinnen, Professorinnen, Forscherinnen, Lektorinnen, Lehrbeauftragten, Assistentinnen sowie wissenschaftlichen, administrativen und technischen Mitarbeiterinnen."
Hat Sie der obenstehende Text überrascht? Fühlten Sie sich nicht angesprochen?
So geht es täglich vielen Frauen, wenn sie Texte lesen oder Reden zuhören. Genauso wie es unmöglich ist, an Männer zu denken, wenn man von "Mitarbeiterinnen" spricht, blenden wir einen Teil unserer Gesellschaft aus, wenn wir die maskuline Form als generische Norm verwenden - auch wenn wir uns in Wirklichkeit sowohl an Frauen als auch an Männer wenden.
Möchten Sie sich gleichermassen an Frauen und Männern wenden?
Verwenden Sie die geschlechtersensible Sprache in Ihrem Alltag und befolgen Sie die fünf Empfehlungen.