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Max Schneider - Zeichner, Maler, Architekt.
Geb. 1916 in Reigoldswil, gest. 2010 in Liestal.
Werk
Max Schneider zeichnete und malte seit seiner Jugend die Landschaften und Siedlungen der Regio Basiliensis. Seine Werkliste umfasst mehrere tausend, oft grossformatige Zeichnungen in unverkennbar individuellem Stil. Er hat sich thematisch sowohl mit den Jurapanoramen und den Fluss- und Bachläufen der Region befasst sowie auch sehr intensiv mit der Darstellung von Dachlandschaften, welche von erhöhten Standpunkten aus die gewachsenen architektonischen Strukturen der Siedlungen zeigen. Insgesamt 45 seiner thematischen Zeichnugssammlungen wurden als Kunstmappen publiziert und sind in den meisten Bibliotheken zugänglich. Sein Gesamtwerk wurde im eigens eingerichteten Max Schneider Werkarchiv in Liestal wissenschaftlich archiviert, katalogisiert und digital erfasst.
Lebenslauf
Max Schneider wurde am 16. Februar 1916 als Sohn des Webstuhlschreiners Walter Schneider und der Mina, geb. Plattner in Reigoldswil geboren. Er besuchte in seinem Heimatort die Primar- und Sekundarschule und absolvierte das 9. Schuljahr in der Bezirkschule Waldenburg. Daran schloss sich eine Lehre als Bauzeichner im Architekturbüro Brodtbeck und Bohny in Liestal an. Nach praktischer Tätigkeit bei der Firma Gnemmi AG in Liestal und bei den Architekten Frey und Schindler in Olten und Zürich folgte das Studium am Technikum Burgdorf, das er 1944 mit dem Diplom als Bautechniker beendete. Neben beruflichen Tätigkeiten in Schaffhausen und Genf belegte er an der ETH Zürich Vorlesungen über Städtebau und Denkmalpflege. 1949 eröffnete er in Liestal ein Architekturbüro und betätigte sich zudem als Mitarbeiter bei der Inventarisierung der Kunstdenkmäler des Kantons Basellandschaft.
Max Schneider verheiratete sich 1953 mit Jolanda Martin aus Frenkendorf. Der Ehe entsprossen drei Söhne. Seit 1958 war Max Schneider Mitglied des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) und ab 1978 amtete er als Präsident des Baselbieter Heimatschutzes und Mitglied des Zentralvorstandes des Schweizerischen Heimatschutzes. Als Architekt baute er zahlreiche Privathäuser im ganzen Kantonsgebiet und machte sich einen Namen als kundiger Neugestalter von alten Bauernhäusern. In Reigoldswil wurden ihm die Renovation der Kirche und die Planung und Bauleitung der Schulbauten übertragen.
Gedenkstein am Fuss der Ryfensteinfluh in Reigoldswil
Max Schneiders Schwiegertochter Stephanie Eymann Schneider sagte anlässlich der Setzung des Gedenksteins im Sommer 2012:
Zeichnen heisst weglassen
In Japan geht die Legende, dass ein alter Künstler den Kaiser einst in Entzücken versetzte, weil er den heiligen Berg Fujiama im Nebel mit einem einzigen kustvollen Strich aufs Papier bringen konnte. Alle Details konnte er weglassen, die eine Linie genügte, den Berg zu erfassen. So sehr hatte der Maler sein Motiv im Laufe seines langen Lebens verinnerlicht.
Im Gesamtwerk von Max Schneider ist der Ryfenstein das meist gezeichnete und immer wiederkehrende Motiv. Hier muss einst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts der Drang, die Welt, die ihn umgab, mit dem Stift auf Papier festzuhalten, beim Knaben Max Schneider aus dem Reigoldswiler Rüschel eingesetzt haben. Immer wieder der Ryfenstein, der den Künstler durch alle Schaffensperioden begleitete.
Denkmäler sind immer schon alt und von früher. Wir tun uns heute schwerer, jemandem ein Denkmal zu setzen. Wir sehen darin vielleicht die Gefahr der kritiklosen Überhöhung einzelner Menschen. Das ist aus der Mode gekommen und gehört in zurückliegende Zeiten. Nur dieser knorrige Max Schneider, er stammt aus diesen älteren Zeiten, als noch andere Regeln galten. In seiner Welt sollte ein Mann etwas hinterlassen von Bestand, eine Spur und nicht nur Staub. Als Kind seiner Generation hat er mit ungeheurem Durchhaltewillen und mit altmodischer Disziplin immer weiter gearbeitet am eigenen Werk. Und nie jene vergessen, die schon vor ihm da waren. Zum Beispiel sein Vorbild Jakob Probst. Ihm hat er zeitlebens die Treue gehalten. Ihm hat er wieder zu Geltung verholfen, als seine Bildhauerarbeiten schon in Vergessenheit gerieten und zerstört werden sollten. Das war ihm eine selbstverständliche Ehre und Verpflichtung. So wie dieser Probst wollte auch er etwas hinterlassen, was nach dem Leben noch Gültigkeit hat, und das ist dem Knaben aus dem Rüschel wohl gelungen. Im Max Schneider Archiv in Liestal ist sein Gesamtwerk mit gegen 10'000 Zeichnungen wissenschaftlich katalogisiert worden. Das macht den Max Schneider schon zu einer Besonderheit, denn sein Schaffen ist wirklich und im besten Sinne des Wortes bemerkenswert und erinnerungswürdig.
Wie der Maler im alten Japan seinen heiligen Berg so hat Max Schneider den Ryfenstein verinnnerlicht und nirgendwo stünde darum dieser Gedenkstein passender und würdiger als hier am Fusse der Ryfensteinfluh.
Wenn nun Mina, seine einzige Enkelin das Tuch wegnimmt, ist es für uns ein wohltuend unzeitgemässer Akt, dem Max Schneider hier seinen Stein der Erinnerung setzen zu dürfen. Das ist uns ganz in seinem Sinne Ehre und Verpflichtung.