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Influencer: Steuern, Sozialversicherungen und mehr
Einleitung
Auf den ersten Blick scheint die Tätigkeit als Influencer sehr einfach zu sein: Man erstellt Content, teilt ihn online mit seinen Followern und erhält eventuell Sponsoring und Aufträge von Unternehmen. Doch sobald ein Influencer anfängt, mit seiner Tätigkeit Geld zu verdienen oder Naturalleistungen zu erhalten, sind Steuern und Sozialversicherungsleistungen fällig.
In diesem Artikel geben wir einen Überblick darüber, was du als Influencer in Bezug auf Besteuerung, Sozialversicherung und Versicherungen im allgemeinen beachten solltest.
Was ist ein Influencer?
Influencer sind Personen im Social Web, die mithilfe der Produktion und Verbreitung von Inhalten eine grosse Zahl von Nutzern erreichen möchten. Sie streben danach, eine Beziehung zu ihren Followern aufzubauen und Einfluss auf sie zu gewinnen. Dieser Einfluss kann für Unternehmen sehr interessant sein. Durch den Einsatz von Influencern können Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen direkt an die Follower der Influencer vermarkten und somit deren Kaufverhalten beeinflussen. Der Einsatz von Influencern gewinnt für Unternehmen immer mehr an Bedeutung.
Wenn Influencer mit Unternehmen zusammenarbeiten, können sie für ihre Dienste entweder Naturalleistungen in Form von Produkten und Dienstleistungen oder auch eine monetäre Entschädigung erhalten. In diesem Fall wird die Tätigkeit des Influencers für die Besteuerung und die Beiträge für Sozialversicherungen relevant. Dasselbe trifft auch zu, wenn Influencer eigene Produkte und Dienstleistungen verkaufen.
Einkommensbesteuerung bei Influencertätigkeit
Wenn Unternehmen Influencer für die Erstellung von Content oder die Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen bezahlen, zählen diese Einnahmen als Einkommen und sind somit steuerlich relevant. Die Tatsache, ob ein Influencer in der Schweiz oder im Ausland engagiert wird und in welcher Währung die Bezahlung erfolgt, ist dabei unwichtig. Auch beim Verkauf eigener Produkte oder dem Verwenden von Affiliate-Links, bei denen ein Teil des Kaufpreises an den Influencer geht, sind die Einnahmen steuerpflichtig.
Was passiert aber, wenn Unternehmen einem Influencer kostenlose Naturalleistungen zukommen lassen? In der Schweiz ist der Erhalt von Naturalleistungen wie Kleidungsstücken oder Elektronikgeräten steuerlich relevant, wenn sie im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Influencer stehen. Anders als bei einer Schenkung, bei dem der Schenker keine Gegenleistung fordert, gehen Influencer ein Tauschgeschäft mit Unternehmen ein. Influencer erhalten ein Produkt oder eine Dienstleistung und teilen diese dafür mit ihren Followern. Dadurch zählen kostenlose Naturalleistungen als Einkommen, unabhängig davon, ob die Naturalleistungen selbst verwendet, weitergegeben oder weiterverkauft werden. Die Naturalleistungen werden zu ihrem Marktwert bewertet, also zu dem Preis, den man normalerweise für das Produkt oder die Dienstleistung bezahlen würde.
Sozialversicherungsbeiträge und Versicherungen
Wie sich die Tätigkeit als Influencer auf Sozialversicherungsbeiträge und Versicherungen auswirkt, hängt davon ab, ob man haupt- oder nebenberuflich als Influencer tätig ist.
Als hauptberuflicher Influencer müssen Versicherungen und Sozialversicherungen selbst abgeschlossen werden. So muss sich der Influencer bei den Sozialversicherungen anmelden und die Versicherungsbeiträge vollständig selbst bezahlen. Diese sind höher als in einem angestellten Verhältnis, da kein Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge bezahlt. Ohne Arbeitgeber muss auch die Unfallversicherung abgeschlossen werden. Zudem ist es empfehlenswert, eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen, die das Einkommen bei einem gesundheitlichen Ausfall deckt.
Im Nebenerwerb ist man in der Schweiz dann Sozialversicherungspflichtig, wenn das jährliche Einkommen aus dem Nebenerwerb den Freibetrag von 2’300 Franken übersteigt. Das gilt für AHV, IV und EO, wobei die genauen Beträge von Kanton zu Kanton variieren können. Auch in diesem Fall sind die Sozialversicherungsbeiträge höher als im Angestelltenverhältnis. Eine Unfallversicherung muss keine abgeschlossen werden, da man über den Arbeitgeber auch ausserhalb des Haupterwerbs versichert ist. Die Krankentaggeldversicherung hingegen deckt nur das Einkommen aus dem Haupterwerb. Damit das Einkommen aus der Influencertätigkeit auch gedeckt wird, kann die Versicherung erweitert werden.
Wie bereits erwähnt, zählen kostenlose Naturalleistungen als Einkommen. Das bedeutet, dass die Annahme von Produkten und Dienstleistungen das Einkommen erhöhen und somit mehr Sozialversicherungsbeiträge anfallen, sofern das jährliche Mindesteinkommen überschritten wird.
Der Abschluss von weiteren Versicherungen hängt stark von der Art der Influencertätigkeit und den eigenen Bedürfnissen ab. Die private Haftpflichtversicherung deckt keine Schäden, die im Zusammenhang mit der Influencertätigkeit entstehen. Wenn ein Influencer Modetipps mit seinen Followern teilt, ist das Risiko eines Schadens sehr gering und der Abschluss einer beruflichen Haftpflichtversicherung ist nicht zwingend notwendig. Erstellt ein Influencer sportlichen Content, steigt das Risiko, fremdem Eigentum oder Drittpersonen Schaden zuzufügen. In diesem Fall empfiehlt sich der Abschluss einer beruflichen Haftpflichtversicherung.
Versicherungen, die beispielsweise den Rechtsschutz oder das Equipment decken, müssen je nach Bedürfnis und Situation des Influencers abgeschlossen werden. Arbeitet man beispielsweise mit einem sehr teuren Setup, kann sich eine Versicherung schnell lohnen. Es ist immer ratsam, sich zu überlegen, welche Versicherungen notwendig sind. Über die Zeit sollte immer wieder analysiert werden, ob man für die Influencertätigkeit die richtigen Versicherungen hat und wo man seinen Versicherungsschutz optimieren sollte.
Zusammenfassung
Als Influencer kann man schnell die Übersicht verlieren, wenn es um Steuern und Sozialversicherungen geht. Deshalb ist es wichtig, sich in diesem Bereich gut auszukennen und seine Pflichten zu erfüllen. Auch das Thema Versicherungen sollte nicht unterschätzt werden, um im Schadensfall ausreichend abgesichert zu sein. Wenn Du Dich unsicher fühlst oder nicht über das notwendige Wissen verfügst, ist es ratsam, einen Experten beizuziehen, der Dich unterstützt.
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