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Ein ehemaliger Verteidiger des britischen Klubs Manchester City hat einen Handelsplatz für Sport-Finanzierungen aufgebaut. Der Ex-Fussballprofi will eine Millionen-Firma aufbauen.
Ray Ranson, ehemaliger Verteidiger bei Manchester City, hat einen Online-Handelsplatz für Sportfinanzierungen aufgebaut. Die Plattform soll Investoren anlocken, die auf der Suche nach einer lukrativen Geldanlage Kredite an Fussballvereine mit einer Bonitätsnote unterhalb der Qualitätsstufe Investment Grade vergeben möchten.
Ranson will seine Firma «London Sport Exchange» in eine 750 Millionen Dollar schwere Plattform verwandeln, die Hedgefonds auf der Suche nach Rendite aus festverzinslichen Anlagen mit Vereinen zusammenbringt. Solche Finanzierungen seien wegen der wahrgenommenen Risiken derzeit eine Marktnische für Banken wie Close Brothers Group, erklärt Richard Price, Eigentümer von New Century Finance. Sein Finanzhaus arrangiert seit 2010 Finanzierungen für Mannschaften wie West Ham United.
Geld für Golf
Über die Online-Plattform soll aber nicht nur Kapital für Fussballvereine beschafft werden, sondern auch für andere Sportarten wie Golf oder die Formel 1. Ranson will nach eigener Aussage eine «neue Anlageklasse» in einer Branche schaffen, die von Schwankungen an anderen Märkten nicht beeinflusst wird. Die Handelsplattform, die seit Montag auf sportex.com online sein soll, dürfte in der Regel eine jährliche Rendite zwischen acht und zwölf Prozent bieten, sagt er.
«Wenn der Aktienmarkt abstürzt, Gold einbricht und der Ölpreis fällt, beeinträchtigt das nicht den Wert von Cristiano Ronaldo», erklärt der 54-jährige Ranson im Gespräch mit Bloomberg. Ronaldo von Real Madrid ist Weltfussballer des Jahres.
Fehlende Liquidität
Fussballvereinen mangelt es oft an Kapital und Barmitteln. Eine Studie von S&P Capital IQ vom vergangenen Jahr ergab für alle 44 untersuchten Klubs aus Europa ein Kreditrating unter dem Investment-Grade-Niveau. Arsenal, Ajax und Manchester United gehörten zu den in dem Bericht erwähnten Vereinen.
Die meisten «verfügen nicht über eine riesige Menge liquider Mittel in ihren Bilanzen», müssen aber am 4 Milliarden Dollar schweren Transfermarkt konkurrieren, um Spieler anzuwerben, erklärt der Autor des S&P-Berichts, Pavle Sabic. Seiner Einschätzung nach bleiben Kreditvergaben an Vereine attraktiv, da sie sich aufgrund der Unterstützung wohlhabender Sponsoren und loyaler Fans so gut wie nie auflösen.
Grosse Hürden
Ranson plant, künftige Einnahmen aus Fernsehübertragungen oder Sponsoring zu bündeln, die Sky und Adidas etwa einem Dutzend Teams schulden, um Anlegern höhere Erträge zu verschaffen. Fondsmanager werden Gebote in Auktionen nach dem holländischen Verfahren abgeben, wobei die niedrigste Offerte gewinnt, und können Wertpapiere auf der Plattform handeln.
Die Art und Weise, wie das Projekt bei Anlageverwaltern vermarktet wird, könnte diejenigen umstimmen, die Sport-Investments zurückhaltend gegenüber stehen, meint James Powell, Leiter der Sparte für Fussballfinanzierungen bei Cantor Fitzgerald in London. Ransons grösste Herausforderung wird seiner Meinung nach wohl darin bestehen, den Vereinen das Konzept zu erklären.
Tiefere Zinskosten
Viele Teams hätten einmalige Finanzierungsvereinbarungen mit Brokern wie New Century Finance von Price, sagt Powell. Price hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 15 Jahren für Teams Darlehen im Umfang von etwa 750 Millionen Dollar ausgehandelt. Die Zinskosten seien in den vergangenen zwölf Monaten von neun Prozent auf etwa sieben Prozent gefallen, da sich die Anzahl der Geldgeber am Markt erhöht habe, so Price.
Ranson zufolge könnte sein Online-Handelsplatz beispielsweise dem Profigolfer Rory McIlroy helfen, einen Vorschuss auf seinen langfristigen Werbevertrag mit Nike zu erhalten, oder einem Formel-1-Team wie Marussia die nötigen Mittel zur Fortsetzung des Rennbetriebs beschaffen. Das Team wurde im Februar – nur wenige Tage vor der Insolvenz – von Stephen Fitzpatrick, Konzernchef von Ovo Energy Ltd., gerettet. «Das ist Uber mit Wetten auf Sport», sagt Ranson.
(bloomberg/ise)