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Jährlich erkranken in der Schweiz rund 560 Menschen an einem Multiplen Myelom oder an anderen bösartigen Veränderungen der Plasmazellen (etwa an einem Plasmozytom). Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Über die Hälfte der Erkrankten ist zum Zeitpunkt der Diagnose über siebzig Jahre alt.
Das Multiple Myelom ist eine Erkrankung der Plasmazellen, einer speziellen Sorte von Blutzellen. Bei einem Multiplen Myelom verändern sich die Plasmazellen im Knochenmark und vermehren sich unkontrolliert. Das Multiple Myelom wird deshalb umgangssprachlich auch als «Knochenmarkkrebs» bezeichnet.
Die entarteten Plasmazellen bilden vielfache Zellhaufen im Knochenmark, verhindern die normale Bildung von Blutzellen und zerstören die Knochen.
Risikofaktoren
Die genaue Ursache von Multiplen Myelomen ist unbekannt. Gewisse Faktoren können das Erkrankungsrisiko allerdings erhöhen:
- Bestimmte Gifte (z.B. Asbest , Pestizide)
- ionisierende Strahlung in sehr hohen Dosen (etwa bei einem Atomunfall)
- eine Erkrankung an monoklonaler Gammopathie unbekannter Signifikanz (MGUS)
- erbliche Veranlagung (selten)
- starkes Übergewicht
- Alter, Geschlecht, Herkunft
Symptome
Zu Beginn der Erkrankung haben viele Betroffene keine Beschwerden. Daher wird ein Multiples Myelom oft erst zufällig entdeckt.
Erste Symptome für ein Multiples Myelom können sein:
- Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit
- Müdigkeit
- starkes Schwitzen nachts
- ungewollte Gewichtsabnahme
- Knochenschmerzen oder Knochenbrüche
Als Folge der gestörten Bildung von Blutzellen können weitere Beschwerden auftreten:
- Blutarmut
- eine hohe Anfälligkeit für Infektionskrankheiten
- Blutungsneigung
- Knochenbrüche
Diagnose
Um die Diagnose zu stellen, werden Blut und Urin auf verschiedene spezifische Eiweisse untersucht. Es wird eine Biopsie des Knochenmarks durchgeführt, um die Krebszellen direkt im Knochenmark nachzuweisen. Mit Röntgenbildern oder einer Computertomografie lassen sich die typischen Schädigungen in den Knochen darstellen.
Therapie
Ein Multiples Myelom lässt sich nicht dauerhaft heilen, aber zurückdrängen. Wenn sich die Krankheit in einem sehr frühen Stadium befindet, kann man unter Umständen mit der Behandlung noch zuwarten. Um den Zeitpunkt des optimalen Therapiebeginns nicht zu verpassen, werden aber die Blutwerte in regelmässigen Abständen kontrolliert.
Ist eine Behandlung angezeigt, wird als erste Therapiemassnahme meistens eine Chemotherapie durchgeführt. Manchmal kommt zusätzlich eine Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation in Frage.
Weitere Optionen sind medikamentöse Therapien mit zielgerichteten Medikamenten (z.B. Antikörpertherapie, Immuntherapie ) oder Strahlentherapien .
Bei einem Multiplen Myelom wird der Knochen zerstört. Deshalb sind manchmal orthopädische Massnahmen nötig, um Bewegungseinschränkungen und Schmerzen zu lindern und Knochenbrüchen entgegenzuwirken.
Gut zu wissen
Im deutschen Sprachraum wird anstelle des Begriffs «Multiples Myelom» manchmal der Begriff «Plasmozytom» verwendet. Dabei handelt es sich aber um zwei verschiedene Formen von Plasmazell-Erkrankungen, die unterschiedlich behandelt werden.
Bei einem Plasmozytom lässt sich nur ein einzelner Plasmazelltumor und damit ein einzelner Krankheitsherd nachweisen. Bei einem Multiplen Myelom (lateinisch multus = viel, zahlreich) gibt es mehrere Krankheitsherde.