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In der soziologischen Konversionsforschung fehlt es bislang an Versuchen, das Phänomen der Konversion (Annahme eines Glaubens durch Menschen, die einen anderen oder gar keinen Glauben hatten) systematisch mit dem Phänomen der Rekonversion (das Erstarken einer bereits bestehenden religiösen Zugehörigkeit) zu vergleichen. Unsere Studie versucht diese Forschungslücke zu schliessen, indem sie einen integrativen Ansatz entlang dreier Dimensionen (konzeptionell, theoretisch und methodologisch) anwendet.
In konzeptioneller Hinsicht gliedert die Studie Konversion und Rekonversion zum Islam unter das allgemeinere Phänomen der spirituellen Transformation.
In theoretischer Hinsicht integriert sie die folgenden drei in der Forschung vernachlässigten Zugänge: erstens die Bedeutung der spirituellen Transformation für den Identitätswandel; zweitens die religiösen Inhalte der (Re)Konversion; und drittens ein interdisziplinärer Zugang.
In methodologischer Hinsicht trianguliert die Studie schliesslich konstruktivistische, biografische und netzwerkanalytische Instrumente.
Folgende Fragen stehen im Zentrum: Welche Lebensläufe in Wechselwirkung mit welchen Konfigurationen sozialer Netzwerke und unter welchen Voraussetzungen führen zur (Re)Konversion zum Islam? Welche typischen Muster lassen sich dabei erkennen? Weshalb entfaltet ein solcher Wandel bei manchen Individuen eine radikale oder gar militante Disposition? Inwieweit sind die Konversionsnarrative im Islam geläufigen „Konversionsskripten“ verwurzelt? Inwiefern impliziert eine spirituelle Transformation einen Identitätswandel?
Datengrundlage bilden ca. 25-30 narrativ-biografische Interviews mit KonvertitInnen und RekonvertitInnen in der Deutsch- und Westschweiz, deren spirituellen Transformationen anhand ihrer Narrationen rekonstruiert werden. Die Daten für die egozentrische Netzwerkanalysen werden sowohl im Haupt- als auch im Nachfrageteil der Interviews erhoben.