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Advent (lateinisch „adventus“ = Ankunft), eigentlich Adventus Domini (lateinisch für „Ankunft des Herrn“), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi,
⇒ Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.
Mit dem ersten Adventssonntag
beginnt nach evangelischer Tradition auch das
neue Kirchenjahr.
Ursprünglich entsprach der Begriff Advent dem griechischen Begriff ἐπιφάνεια epipháneia („Erscheinung“ ⇒ Epiphanias) und bedeutete im Römischen Reich Ankunft, Anwesenheit, Besuch eines Amtsträgers, insbesondere die Ankunft von Königen oder Kaisern („adventus Divi“ = Ankunft des göttlichen Herrschers). Es konnte aber auch die Ankunft der Gottheit im Tempel ausdrücken. Dieses Wort übernahmen die Christen, um ihre Beziehung zu Jesus Christus zum Ausdruck zu bringen.
Die Adventszeit in der heutigen Form geht zurück auf das 7. Jahrhundert. Sie wurde „tempus ante natale Domini“ (= Zeit vor der Geburt des Herrn) oder „tempus adventus Domini“ (= Zeit der Ankunft des Herrn) genannt. In der römischen Kirche des Westens gab es zunächst zwischen vier und sechs Sonntage im Advent, bis Papst Gregor der Grosse ihre Zahl erstmals auf vier festlegte.
Die vier Sonntage standen symbolisch für die 4000 Jahre, die die Menschen gemäss damaliger Auffassung nach dem Sündenfall auf den Erlöser warten mussten. Im gallischen Bereich lag die Betonung auf dem endzeitliche Motiv der Wiederkunft Christi, das zur Ausgestaltung des Advents als Zeit einer ernsthaften Busse führte, wohingegen im römischen Einflussbereich das weihnachtlich-freudige Ankunftsmotiv der Menschwerdung Gottes Einfluss gewann. Dieser Ambivalenz wird an den unterschiedlichen Adventssonntagen in der Liturgie Rechnung getragen.
Quelle:
⇒ Advent – Wikipedia
Adventskranz
Wichernscher Adventskranz (Adventskranz nach J.H. Wichern)
Der Adventskranz wurde 1839 vom evangelisch-lutherischen Theologen, Erzieher und Mitbegründer der Inneren Mission und Begründer der Evangelischen Diakonie, Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im evangelischen Norddeutschland eingeführt. Er wollte damit den Strassenkindern des beginnenden Industriezeitalters die Zeit bis Weihnachten auf anschauliche Weise verkürzen. Knapp hundert Jahre später war der Adventskranz auch in katholischen Gegenden zu finden.
Der Hamburger Wichern nahm sich 1833 einiger Kinder an, die in grosser Armut lebten. Er zog mit ihnen in das Rauhe Haus, ein altes Bauernhaus, und betreute sie dort. Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier grossen weissen Kerzen als Kalender. An jedem Werktag der Adventszeit wurde nun eine weitere Kerze angezündet, an den Adventssonntagen eine grosse Kerze mehr, so dass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. Diese grosse Ausführung mit minimal 18, wenn der Heiligabend mit dem vierten Adventssonntag zusammenfällt, bis maximal 24 kleinen, wenn Heiligabend auf einen Sonnabend fällt, und vier grossen Kerzen hängt in der Advents- und Weihnachtszeit beispielsweise im Kirchenraum der Sankt-Michaelis-Kirche in Hamburg sowie dem Rauhen Haus.
Adventskranz mit vier Kerzen
Aus dem traditionellen Wichernschen Adventskranz hat sich der Adventskranz mit vier Kerzen entwickelt. Seit etwa 1860 wird der Adventskranz aus Tannengrün gefertigt. 1925 wurde in Köln erstmals ein Adventskranz in einer katholischen Kirche aufgehängt.
Die gelegentlich geäusserte Vermutung, der Adventskranz habe schon lange vor der Zeit von Johann Hinrich Wichern existiert, beruht auf einem Gedicht, in dem der Adventskranz beschrieben und das häufig fälschlich Matthias Claudius (1740–1815) zugeschrieben wird. Tatsächlich stammt das Gedicht von seinem Urenkel Hermann Claudius (1878–1980):
Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiss um den Segen.
Quelle:
⇒ Lied im Advent