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Was man aus einer Baugrube alles machen könnte
Der Wolkenkratzer "Chicago Spire" des spanischen Architekten Santiago Calatrava sollte einst eins der höchsten Gebäude der Welt werden. Doch über die Fundamentgrube ist der Bau nie hinausgekommen. Seit Jahren klafft dort ein Loch. Das Magazin „Chicago“ fragte, was man daraus machen könnte – fünf Vorschläge sind dabei herausgekommen.
Was könnte man aus einem Loch mit 32 Metern Durchmesser machen, das „architektonisch bedeutsam und durchdacht“ ist und „die erstklassige Lage gebührend berücksichtigt“? Das fragte man sich beim Magazin „Chicago“. Fünf lokale Architekten haben sich dieser Frage angenommen und eine Antwort zu finden versucht. Für Space Architects + Planners wäre ein unterirdisches Amphitheater die Lösung. Hoerr Schaudt würde den Platz den Vögeln überlassen und ihnen ein zehnstöckiges Spiralengitter aus Stahl und Holz bauen. Das Büro VOA bevorzugt eine Mischung aus öffentlichem Raum und Wasserkraftwerk, vereint in einem abstrakten, wellenförmigen Metall- und Kunststoffzylinder. Die Firma UrbanLab hingegen hat einen riesigen Swimmingpool entworfen. Und natürlich ist auch ein Entwurf für ein Hochhaus dabei: Solomon Cordwell Buenz würde einen Glaspalast bauen, an dessen Fassade sich spiralartig Gärten hochschlängeln.
Der Hochhaus-Entwurf ist nicht allzuweit vom ursprünglich geplanten Turm entfernt. Santiago Calatrava wollte nämlich einen über 600 Meter hohen Korkenzieher mit 1200 Eigentumswohnungen bauen. Wäre die Spirale fertiggestellt worden, wäre sie das höchste reine Wohngebäude der Welt gewesen. Aber das Schicksal wollte es offenbar anders. Im Herbst 2008 wurde bekanntgegeben, dass der Bau wegen der Finanzkrise gestoppt werde. Und so klafft nun seit Jahren ein Loch zwischen dem Lake Shore Drive, der North Water Street und dem südlichen Ufer des Chicago River. (mt)