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Das Harmonium nahm nicht nur seiner Gestalt wegen einen besonderen Platz neben der Schulzimmertür ein. Nachdem gegen 400 Fingernägel auf Rückstände vorheriger Tätigkeiten kontrolliert und die Stofftaschentücher auf ihre Sauberkeit überprüft waren, setzte sich Fräulein Brauchli ans Harmonium. Auf die Anrede „Fräulein“ legte sie stets Wert, als sei es ein Adelsprädikat oder Fähigkeitsausweis. Da das Instrument wie ein Dudelsack zum Leben erweckt werden wollte, in dem ihm mittels Fusspedalen der Atem eingehaucht wurde, fielen seine Töne nicht immer rein aus, übertönten aber meist den Gesang der Klasse. So war sichergestellt, dass auch die hinterste Schülerin und der letzte Schüler hellwach dem Unterricht folgen würden. Mich jedoch hat es zum Erlernen des Akkordeonspiels angeregt.
Object:
Harmonium im historischen Schulzimmer, ca. 1920
Lieu:
Schulmuseum, Amriswil
Tgi che nus essan:
Margrit, 1949, Luis 1948
Wir haben uns 1969 in Zürich kennen gelernt. Margrit war 1956-58 in der Klasse von Fräulein Brauchli.