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Zu seinem 75. Geburtstag schrieb das Hotel Eden einen Wettbewerb für einen Gartenpavillon aus. Die Architekten Herzog & de Meuron hatten sich mit Ihrer Einreichung zum Ziel gesetzt, die verwischte Interaktion von Kultur- und Naturraum deutlicher zu fassen und der Parkanlage Klarheit zu verschaffen. Der Gartenpavillon sollte dazu eine präzise Form annehmen, ohne die Atmosphäre des Parks zu stören.
Entstanden ist ein Gartenpavillon, der sich in Buschwerk, Rasen und Bäume des Parks einfügt und dabei einen beinahe skulpturalen Akzent setzt. Die Trägerpfosten spielen an die verwitterten Stämme der Bäume an, das Dach an die Baumkronen mit ihrem durchbrochenen Laubdach und dem Lichtgeflimmer unter dem Himmel. Die nahen Büsche und Bäume dienen teilweise als Naturwände.
Die vier Trägerpfosten bestehen aus den vier Buchstaben des Hotelnamens und bezeichnen sowohl den Ort wie das christliche Paradies, das ein Park sein will. Als Wort «Eden» sind die Buchstaben nur von einem bestimmten Blickwinkel aus lesbar. Jeder Trägerpfosten ist auch für sich lesbar als eigenständige Figur. Das «D» veranschaulicht mit seiner gespannten Form das Prinzip des Lastens. Das «N» gilt als gespaltener, massiver Balken. Das «E» ist eine konstruierte Form, deren Bögen dieselbe Grösse aufweisen.
Die einzelnen Buchstaben erinnern an den biomorphen Grundzug vieler früherer Bauten von Herzog & de Meuron (z.B. an das Wohnhaus in Dagmersellen oder den Entwurf für ein Restaurant im Basler Zoo). Die Buchstaben spannen mit ihrer unterschiedlichen Ausrichtung einen Blickraum auf, den die Betrachter verweben, ähnlich wie die Figuren von Alberto Giacomettis New York Plaza-Projekt. Die Dialektik aus Teil und Ganzem, das Gebäude als Blickraum und die Lesbarkeit seiner Funktion finden sich in diesem sehr frühen Buchstaben-Projekt in einer prononciert dreidimensionalen Form.