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Pantalone hat das Buch gern und schnell gelesen. Es hat ihn natürlich sehr gefreut, dass Colombina drin vorkommt, Pierrot und Arlecchino und ein extrem lüsterner Pantalone, der sich allerdings ganz unbescheiden Prospero nennt. Das Buch ist weniger raffiniert als andere Akunin-Titel (z.B. Die Bibliothek des Zaren), aber es ist auch ganz schön raffiniert, und manchmal ist ja weniger mehr.
Die Geschichte spielt in Moskau im Jahr 1900: Im Zentrum steht der Selbstmörderclub, die „Liebhaber des Todes“, angeführt von einem alten, extrem pantalonischen Mann der siebzehn Jahre in Festungshaft sass und während dieser Zeit drei Selbsmordversuche unternahm. Akunin erzählt auf drei Ebenen: Es gibt das Tagebuch der „Colombina“, einer naiven, aber unternehmungslustigen Schönheit vom Land, die in den Sog des Selbstmörderclubs gerät. Es gibt die Berichte eines Polizei-Agenten, der in den Club eingedrungen ist, und es gibt Zeitungsberichte. Diese Erzählanlage erlaubt es Akunin, hemmungslos in verschiedenen Stilen der Zeit zu schwelgen. Akunin brilliert hier weniger mit historischen Fakten, als dadurch, dass er mit Erzählmotiven der Jahrhundertwende spielt und mit sprachlichen Mitteln eine historische Atmosphäre erzeugt. Das gefällt Pantalone sehr gut. Der Plot des Buches ist überspannt, aber auch das ist wahrscheinlich historisch stimmig. Etwas dichter und kürzer dürfte der Text allerdings sein.
Boris Akunin: Der Magier von Moskau. Fandorin ermittelt
Broschiert: 304 Seiten
Aufbau Tb; Auflage: 1 (Mai 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN: 3746617685