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Über 50 Jahre lang fassten Einheimische das salzige Wasser von Le Fondement in 1000 m Höhe, trugen es ins Tal hinunter und kochten es ein, um das Salz zu extrahieren. Später trieben sie Stollen in den Berg und entdeckten neue, weniger stark salzhaltige Quellen, deren Wasser sie durch mit Reisigbündeln verfüllte Gradierwerke leiteten, um seinen Salzgehalt zu erhöhen. Während die Sole langsam durch das Gradierwerk rieselt, verdunstet ein Teil des Wassers, und wenn man diesen Schritt mehrmals wiederholt, wird das Wasser mit jedem Durchlauf salziger.
Als die Quellen gegen 1680 versiegten, wurden die beiden ersten Galerien in den Fels getrieben, bis eine neue Quelle gefunden wurde. In der Hoffnung auf weitere grosse Salzfunde hat man während Jahrhunderten immer neue Galerien gebohrt. Da die ersten Spuren von Salzwasser in 1000 m Höhe gefunden worden waren, schlugen die Minenarbeiter Treppen in den Fels und gruben weiter unten immer neue Galerien. Heute kann die Luft in diesem ausgedehnten Labyrinth von Schächten, Treppen, Stollen und Tunnels sehr gut zirkulieren (CheminéeSchornsteinsystem).
Später wurde von Le Fondement ein grosser Schacht in den Berg getrieben, dessen Reste übrigens heute noch sichtbar sind. Danach wurde das Gestein mit den Salzlagern aus der Trias entdeckt, das grosse Salzmengen enthält (die Trias: das Zeitalter der Verdunstung der Meere vor 180 bis 220 Millionen Jahren): Dem im Salz vorhandenen Gips ist es zu verdanken, dass diese grossen Salzlager intakt erhalten blieben.
Bis gegen 1780 haben die Berner die Minen ausgebeutet, doch dann wollten sie den Abbau einstellen, weil er ihnen zu aufwändig erschien. Mit der Revolution von 1798 ging die Region an die Waadt über, und die Waadtländer waren entschlossen, die Minen weiter auszubeuten. Sie entschieden, das salzhaltige Gestein vor Ort auszuwaschen, statt es zu Tage zu fördern und dann erst auszuwaschen. Jean de Charpentier liess einen grossen Saal aushöhlen, in dem das salzhaltige Gestein bis zur Decke aufgestapelt wurde. Dann wurde der Saal hermetisch abgeschlossen und das Gestein in diesem Dessaloir (dt. „Entsalzungsanlage“) geflutet. Von da an wurde nicht mehr salzhaltiges Gestein aus der Mine geholt, sondern salzhaltiges Wasser oder Sole.
1840 gaben die Waadtländer das Salzbergwerk auf, weil seine Ausbeutung als zu kompliziert galt. Nun taten sich die Einheimischen aus der Region zusammen, die sich weigerten, den Salzabbau aufzugeben. Die Männer, die später als Fondateurs (dt. „Gründer“) in die Geschichte des Salzbergwerks eingingen, investierten ihr eigenes Geld und fanden Konzessionen, da sie die Arbeit vieler Jahre und die zahlreichen bestehenden Galerien auf keinen Fall aufgeben wollten. Sie fuhren fort, Säle zu fluten, das Wasser löste das Salz im Gestein, und da das Gestein wasserdicht ist, konnte die Sole abgepumpt werden. Mit diesem Verfahren wurde bis ungefähr 1920 Salz gewonnen.
Danach wurde mit Bohrungen begonnen, mit dem Ziel, sich möglichst weit in den Felsen zu bohren und Quellen zu finden. Gegen 1960, als ein französischer Erdölingenieur nach Bex kam und mit verschiedenen Bohrtechniken experimentierte, wurden Kernbohrungen aufgenommen.