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Sony Corporation, Tokyo
ICF - WA 5000 / WA 8000: Testbericht © agdx wwh 6 / 1984

überarbeitet am 30.10.2010

Einen neuen Interessenkreis versucht Sony mit diesen vielseitigen Kleingeräten anzusprechen Neben einem mehr oder weniger leistungsfähigen Rundfunk-KW-Teil bieten diese beiden Typen Cassettenwiedergabe in Mono (Typ 8000 In Stereo), Tonaufnahme vom Radio oder über eingebaute Mikrofone sowie beim Typ 8000 eine eingebaute Zelt-/Schaltuhr mit Weckfunktion Diese Vielzweckgeräte sind speziell für Reisende entworfen worden, die entsprechende Funktionen bislang auf verschiedene Geräte aufteilen mußten.
Unterschiede
Die Funktionen wurden recht übersichtlich auf die verschiedenen Ecken und Flächen des Gehäuses verteilt, das Cassettenfach läßt sich leicht öffnen. Der Tonkopf ist jedoch nicht sonderlich gut erreichbar.
Das Einfachsuperprinzip des AM-Teils zeigt die erwarteten Pfeifstörungen und Spiegelfrequenzen. Die Qualität langt jedoch, um Sender wie DW, SRI, BBC, VOA etc. sicher empfangen zu können. Die Trennschärfe (Selektion) ist gerade noch ausreichend. Besser sind die Bereiche MW und UKW - dies war auch ein beim ICF 7600 festgestellter Sachstand.
Gleich eine ganze Klasse besser (und teurer) ist der WA8000. Hier gibt es kaum Kompromisse. Die Ausstattung und das Konzept können auch höhere Ansprüche befriedigen.
Als Empfangsteil kommt die Doppelsuperschaltung des ICF 7600A zur Anwendung. Neben MW und UKW können die KW-Bänder von 49 m bis 13 m empfangen werden. Das Cassettenteil arbeitet in Stereo und ist tauglich für Metallband. Ein technischer Leckerbissen ist die Autoreverse-Schaltung des Laufwerkes. Auch der UKW-Teil ist für Stereo ausgelegt. Von allen Wellenbereichen kann direkt auf die Cassette aufgenommen werden. Für Diktatzwecke ist ein Mikrofon eingebaut, externe Mikrofone (Stereo) können angeschlossen werden. Gleichfalls möglich ist das Überspielen von anderen NF-Quellen mit dem Adapterkabel RK-64A. Der winzige, nach hinten abstrahlende Lautsprecher hat wegen der geringen Ausgangsleistung des NF-Verstärkers nur Kontrollfunktionen, die Wiedergabe über Kopfhörer ist dagegen tadellos und entspricht durchaus der von den Walkmans her bekannten Klangqualität. Die sehr klein geratene Digitaluhr hat neben der Zeitdarstellung auch noch eine Weckfunktion.
Die Empfangsleistungen sind durchweg erstaunlich. Hier macht sich das aufwendige Prinzip des Doppelsupers unmittelbar bemerkbar. Die Skalen sind allerdings winzig, die Orientierung macht etwas Mühe, trotz der enormen Spreizung der einzelnen Rundfunkbänder. Vielseitige Reisegeräte
Die Abmessung beider Geräte erlauben die problemlose Mitnahme auf Reisen, die vielseitigen Möglichkeiten zur Stromversorgung sind ein weiterer Pluspunkt. Konstruktion und Verarbeitung sind sehr solide, leider fehlt eine schützende Tasche für den Transport. Dieses Problem ist uralt. Der Verfasser behilft sich seit Jahren damit, die wertvollen Kleingeräte in ein besonders weiches Staubtuch einzuwickeln.
Von den Möglichkeiten her kann der WA-8000 auch höhere Ansprüche befriedigen. Der Empfangsteil ist leistungsstark genug, um auch in Übersee die Deutsche Welle und andere deutschsprachige Sender zu empfangen. Bei diesem Gerät ist auch Stereo-Wiedergabe (UKW und Cassette) möglich, besonders bei UKW ist jedoch besonders auf die optimale Ausrichtung der kleinen Teleskopantenne zu achten. Bei einem genügend starken (rauschfreien) Sender sind die Aufnahmen des eingebauten Rekorders auch auf größeren Anlagen abspielbar. Die automatische Aussteuerung arbeitet tadellos. Der WA-5000 ist einfacher konstruiert, die Störungen im KW-Bereich müssen in Kauf genommen werden. Tagsüber ist der Empfang relativ frei von Störungen. In jedem Band sind 10 bis 15 Sender klar und deutlich aufnehmbar. Die Bereiche UKW und MW liegen eher über denn Niveau derartiger Kleingeräte.
Beide Cassettenteile haben einen ordentlichen Gleichlauf. Das lästige Bandrauschen bleibt jedoch (systembedingt) ganz leicht im Hintergrund einer sonst perfekten Aufnahme hörbar. Der hohe Preis des WA-8000 macht sich in fast allen untersuchten Kriterien positiv bemerkbar. Insgesamt sind die Leistungen des Empfangsteils bei diesem Gerät besser, die zusätzliche Erweiterung auf UKW-Stereo und Cassetten-Stereo ist dabei auch zu berücksichtigen. Natürlich kann der Stereoeffekt nur mit dem Kopfhörer genutzt werden. Allerdings, auch der Anschluß an externe Verstärker ist möglich. Hier ergeben sich im Zusammenspiel mit dem Autoreverse-Laufwerk interessante Zusatzfunktionen. Die inzwischen verfügbaren kleinen Aktivboxen (z. B. Sony AMP-090) erlauben den Ausbau zur kleinen transportablen Stereoanlage.
Einziger ernsthafter Punkt der Kritik bleibt die schlechte Auffindbarkeit gewünschter Sender, eine Kombination mit der Technik des ICF 7600 D wäre sicherlich die bessere Alternative gewesen.
Fazit
Die modischen LEDs, die als Betriebsanzeige usw. verwendet werden, sind vom Standpunkt des Designers her sicherlich unumgänglich. Kaum jemand denkt jedoch daran, dass diese kleinen Lichtpünktchen einen ganz erheblichen Anteil des teuren Batteriestroms fresser, oft mehr als 30 % der für den reinen Radiobetrieb benötigte Milliamperes.
Von der Gesamtleistung her können die Geräte in der Tat die in ihnen kombinierten Einzelfunktionen KW / Rundfunkempfänger, Diktiergerät und Unterhaltungsgerät ersetzen.
Die Empfangsleistungen entsprechen den Geräten ICF 7600 W bzw. ICF 7600 AW. RL.
Vergleichstabelle:
© Rainer Lichte, wwh 6 / 84
© wwh 6 / 1984