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Rhetorik der Macht ? Schweizer Münzen und ihre Bilder
Münzen sind Tauschmittel im Wirtschaftskreislauf und Dokumente der Herrschaft. Sie gehen von Hand zu Hand, verbinden gesellschaftliche Gruppen und die Inschriften und Bilder von Münzen erlauben unterschiedliche Lesarten. Damit sind sie Zeugen von «Macht und Pracht» der Herrschaft.
Auf den Rückseiten von Silbermünzen des frühen 15. Jahrhunderts aus Basel und Zürich sind die heiligen Herrscher Heinrich II. (Basel), respektive Karl der Grosse (Zürich) auf einem Thron sitzend dargestellt. Damit imitierten diese Münzen einen Mailänder Münztyp, der damals in grossen Mengen in der nördlichen Schweiz und in Süddeutschland zirkulierte. Gleichzeitig setzte sich die weltliche Macht der beiden Städte klar von der in den beiden Städten ebenfalls einflussreichen Kirche ab, die durch andere Heilige repräsentiert worden wäre. Die Beispiele zeigen, wie Herrschaftsrepräsentation auf Münzen bildlich inszeniert wurde und spiegeln ein komplexes Geflecht von wirtschaftlichen, politischen und mentalen Bedürfnissen, die dem Objekt «Münze» buchstäblich aufgeprägt werden.
Da es in der Alten Eidgenossenschaft, mit Ausnahme der Bistümer und Fürstentümer, keine personalisierte Herrschaft gab, ist die Vielfalt der Bildmotive besonders gross. Namentlich die Städte- und Länderorte mussten eine eigene Bildsprache finden. Städte konnten in Stadtansichten repräsentiert werden, Länderorte griffen auf Landespatrone zurück, am häufigsten jedoch wurden Wappen verwendet. In Einsatz, Wahl und Kombination der Mittel werden nicht nur Herrschaft und Verfassung repräsentiert, sondern auch die Beziehungen zwischen verschiedenen Herrschaftsebenen.