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Manche Frauen - und auch Männer - empfinden zu Beginn der Schwangerschaft, dass sie die Lust am Sex verlieren. Das kann bei der Frau auf Müdigkeit und vielleicht auf Übelkeit beruhen, aber genauso oft ist der Grund die Angst, durch den Geschlechtsverkehr könnte man das Kind schädigen oder einen Abort verursachen (durch Geschlechtsverkehr kann keine Abtreibung ausgelöst werden).
Andere Paare haben dagegen das Gefühl, dass die Lust am Sex durch die Vorfreude auf das erwartete Kind zunimmt, oder weil das Sexualleben in diesem Zeitraum nicht durch Überlegungen zum Schwangerschaftsrisiko beeinflusst wird.
Auf jeden Fall zählt das Sexualleben zu den Bereichen, in denen unerwartet Probleme auftauchen können.
Viele Frauen sind während der Schwangerschaft leichter erregbar und erleben eine empfindsamere und aufgeschlossener Phase, die auch nach der Geburt anhält. Diese verstärkte Sexualität ist grundsätzlich auf die hohen Konzentrationen an weiblichen Hormonen und Geschlechtshormonen zurückzuführen, die während der Schwangerschaft im Körper zirkulieren. Diese verursachen eine Reihe von wichtigen Veränderungen an Brüsten und Geschlechtsorganen der Frau und machen sie empfindsamer und erregbarer. Allgemein lässt sich die weibliche Sexualität während der Schwangerschaft in 3 Phasen aufteilen: 1. Phase: In den ersten 12 Wochen ist die Sexuallust meist reduziert wegen der Angst vor einem Abort. Hormonelle und physiologische Faktoren führen zu Müdigkeit und Stimmungsschwankungen. 2. Phase: Von der 13.-28. Woche steigt die Lust bei vielen erheblich an. Frauen bekommen leichter einen Orgasmus, weil die Geschlechtsorgane besser mit Blut versorgt werden. 3. Phase: In der 29.-40. Woche sind die Frauen weniger an Sex interessiert, was oft mit physischem Unbehagen zusammenhängt.
Geschlechtsverkehr bedeutet kein Risiko, weder für eine Infektion noch für eine Schädigung des Kindes. Wenn die Schwangerschaft normal verläuft, besteht auch kein Risiko für eine Frühgeburt.
Das Kind liegt gut geschützt in der Gebärmutter und erleidet keinen Schaden durch Kontraktionen der Gebärmutter nach einem Orgasmus. Die Kontraktionen hören normalerweise nach 10-15 Minuten auf.
Bei einigen Frauen treten zu einem frühen Schwangerschaftszeitpunkt Blutungen auf, das heißt aber nicht, dass Sex für die verbleibende Zeit der Schwangerschaft "verboten" ist. Bei Blutungen während der Schwangerschaft sollte man aber einen Arzt aufsuchen, um durch eine Untersuchung evtl. die Ursache feststellen zu lassen. Meist führt eine solche Untersuchung dazu, dass man erfährt, dass man ohne Risiko weiterhin Geschlechtsverkehr haben darf.
Vereinzelt verlaufen Schwangerschaften nicht ganz normal, hier braucht man Beratung und Anleitung, wie man sich in einer konkreten Situation verhalten soll. Sprechen Sie darüber mit der Hebamme oder dem Arzt.