Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03208.jsonl.gz/1266

Abstract: Die Gemeinde Mumpf liegt im Aargauer Fricktal, eingeklemmt zwischen dem Rhein und dem Juranordfuss. Der "Kapf" bildet eine rund 3 ha grosse Terrasse gleich oberhalb des heutigen Dorfes. In den 30er-Jahren erfolgte hier unter der Leitung von Pfarrer H. R. Burkart die Grabung einer "Wohngrube", die neben Funden aus der Hallstatt- und Spätbronzezeit vor allem auch neolithisches Material erbrachte: relativ gut erhaltene Keramik der Egolzwiler- bzw. frühen Cortaillod- und der Horgener-Kultur, einige Steinbeile, diverse Silices (darunter einige Dickenbännli-Bohrer und zahlreiche Pfeilspitzen) u.a.
Das Projekt mehrerer Einfamilienhäuser machte 1991 auf dem Kapf die Grabung einer rund 7000 m2 grossen Fläche notwendig. Neben weiteren Funden aus der Cortaillod- und Horgener-Kultur lieferte eine Grube auch schnurkeramische Funde. Daneben konnten zahlreiche Befunde wie zwei mächtige Gräben, ein mutmassliches Grubenhaus und viele Pfostenlöcher dokumentiert werden. Kulturschicht war keine mehr vorhanden.
Ziel der Arbeit ist eine Auswertung des Nachlasses von Pfarrer Burkart bzgl. seiner archäologischen Tätigkeiten auf dem Kapf, die Interpretation der Befunde der Grabung von 1991 sowie die umfassende Vorlage des Fundmaterials und dessen Einordnung in einen überregionalen Zusammenhang.
Das Schweizer Neolithikum ist vor allem durch die Feuchtbodensiedlungen in der Zentral- und Ostschweiz bzw. der Westschweiz gut bekannt. Landsiedlungen sind dagegen selten erhalten. Insofern bietet der Kapf die seltene Gelegenheit, Aufschluss über einen "weissen Fleck" zu bekommen und das Fricktal in die verschiedenen Einflusszonen aus Osten, Westen und Norden einzubetten.
Literatur zur Siedlungsstelle Mumpf AG-Kapf: JbSGUF 25, 1933, 70f; JbSGUF 27, 1935, 24; JbSGUF 74, 1991, 184; ITTEN, Marion: Die Horgener Kultur. Basel 1970