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Klingt sehr nach der chinesischen Masche. Die wollen von uns lernen und das bei ihnen anwenden und "besser" machen.
Ich bezweifle sehr, dass er jetzt unabhängig ist. Es kommt mir eher vor, dass er eine Puppe des Staates ist.
Der auch im Westen populäre chinesische Unternehmer Jack Ma hält sich angeblich mit seiner Familie in Tokio auf, wie die «Financial Times» diese Woche berichtete.
Ma ist der Gründer des E-Commerce-Riesen Alibaba und galt bis im Jahr 2020 als vermögendster Chinese. Dann ging das Regime in Peking verstärkt gegen die mächtigsten und reichsten Geschäftsleute im eigenen Land vor.
Dieser Beitrag geht der Frage nach, was genau hinter Mas Flucht ins Ausland steckt und was er nun vorhat.
Im Oktober 2020 hielt der Alibaba-Gründer in Shanghai eine viel beachtete Rede, in der er Chinas Finanzregulierungssystem kritisierte. Seine öffentlichen Äusserungen verärgerten die Behörden und führten zu einer intensiven staatlichen Prüfung seiner Geschäfte und zu einem umfassenderen Vorgehen gegen Tech-Unternehmen im Land.
Im November 2020 blockierten chinesische Aufsichtsbehörden den geplanten Börsengang der Alibaba-Tochterfirma Ant Group. Das chinesische Unternehmen betreibt unter anderem den Online-Bezahldienst Alipay und gilt als das wertvollste «Einhorn» (Start-up) der Welt.
Dann verschwand Ma von der Bildfläche.
Im Frühjahr 2021 wies das chinesische Regime Alibaba an, einige seiner Medienbestände zu verkaufen, darunter die «South China Morning Post» in Hongkong,
Im Sommer 2021 kündigte Chinas Präsident und Alleinherrscher Xi Jinping die konsequente Umsetzung eines sozialistischen Konzeptes an, das auf den Revolutionsführer Mao Zedong (†1976) zurückgeht: Es nennt sich «Gemeinsamer Wohlstand» und sieht vor, dass die Reichen ihren Reichtum mit den Armen teilen müssen. Ziel sei es, ein egalitäres China aufzubauen, indem «der Anteil von Gruppen mit mittlerem Einkommen erhöht wird», berichtete die «Time».
Im gleichen Sommer wurde Jack Ma beim Golfspielen auf Mallorca fotografiert. Sein Besuch auf der Mittelmeer-Insel erregte viel Aufmerksamkeit, da es die erste Reise ausserhalb Chinas nach seinem Verschwinden im Jahr 2020 war.
Auch im Sommer 2022 lag die «Zen» vor Mallorca, wie aus spanischen Medienberichten hervorgeht.
Nun sei Ma in Tokio wieder aufgetaucht, berichtete die «Financial Times» am Dienstag unter Berufung auf Personen, die direkte Kenntnis von seinem Aufenthaltsort hätten.
Laut Bericht soll der Multimilliardär seit fast einem halben Jahr in Tokio leben, er halte sich aber bedeckt und knüpfe hauptsächlich in mehreren privaten Clubs Kontakte.
Seine Zeit in Japan habe er auch damit verbracht, mit seiner Familie heisse Quellen und Skigebiete zu besuchen. Und er habe regelmässige Reisen in die USA und nach Israel unternommen, heisst es weiter in dem Bericht.
Schon im Juli war ein öffentliches Lebenszeichen von dem als kritischer Denker und Wohltäter geschätzten Chinesen registriert worden. Der 58-Jährige liess sich bei einem Besuch einer niederländischen Forschungs- und Bildungsinstituts fotografieren. Auf der Website der Wageningen-Universität wurde ein entsprechender Bericht veröffentlicht.
Im Bericht heisst es, Ma wollte sich mit einer Delegation einen Einblick in «die Möglichkeiten nachhaltiger Viehzucht und Fischerei» verschaffen. Und: Er wolle sich «voll und ganz» der Landwirtschaft und der nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln widmen, «auch in der Wüste Gobi».
Was Ma im Trockengebiet in Zentralasien (Mongolei/Volksrepublik China) konkret vorhat, ist nicht bekannt.
Im März 2022 machte die chinesische Regierung publik, dass sie riesige Solar- und Windkraftanlagen in der Wüste bauen will. Geplante Gesamtleistung: 450 Gigawatt.
Der 2021 von der chinesischen Regierung lancierte Vorstoss zur Umverteilung traf Tech-Konzerne und Immobilienunternehmen und liess die Nettovermögen der reichsten Menschen einbrechen, schreibt «Business Insider».
Das Vermögen von Jack Ma betrug Oktober 2020 rund 61 Milliarden US-Dollar. Nun wird es laut dem «Bloomberg Billionaires Index» auf 30 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das liege auch daran, dass der Aktienkurs von Alibaba seit dem Höchststand (2020) um etwa 75 Prozent gefallen sei.
Der britische «Guardian» kommentiert:
Ma war 2019 als Vorsitzender von Alibaba zurückgetreten. Er sitzt immer noch im Vorstand der von ihm gegründeten Jack Ma Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung.
Eigentlich sollte das bald Geschichte sein: Statt ein Familien-Konto bei Netflix zu eröffnen und unterschiedliche User-Profile anzulegen, nutzten viele lieber die Möglichkeit, den Account mit Bekannten zu teilen. Das ist für alle Beteiligten billiger, denn schliesslich muss nur ein Account bezahlt werden und nicht ein teurerer Familien-Account mit mehreren Nutzerkonten.