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Die Keupermulde im Tafeljura
Magden liegt im Zentrum einer Mulde hinter bewaldeten Hügeln des Rheinfelder Tafeljuras. Die Mulde besteht aus Keuper
. Sie wird landwirtschaftlich genutzt und zieht sich von Arisdorf über Olsberg nach Magden.
Die bewaldeten Hügel gegen das Hochrheintal zu bilden eine . Sie sind mit jüngeren aus der Mindeleiszeit
sowie mit Löss und Lösslehm bedeckt. Die Deckenschotter sind z. B. auf dem Steppberg anzutreffen und bilden die Fortsetzung des grösseren Vorkommens im Frauenwald. Der Magdenerbach hat sich darin kastenförmig bis auf den Muschelkalk eingetieft. Dieser ist im sichtbar.
Südöstlich der Magdener Mulde steigen die bewaldeten Schichtköpfe einer nächsten Tafel auf rund 600 m ü. M. an. Sie bilden die Linie Halmet–Chüller–Önsberg–Sunneberg und bestehen aus .
Das alte Magden
Die Grafen von Thierstein und in ihrer Nachfolge Habsburg-Österreich übten bis 1797 die Landesherrschaft aus. 1803 kam Magden mit dem Fricktal zum Kanton Aargau. Die Schaffung eines aargauischen Grosskantons als Gegengewicht zu Bern und Zürich war vor allem ein Anliegen der helvetischen Führungsgruppen, entsprach aber auch den Interessen Napoleons.
Die ältesten Häuser stehen auf einem Terrassensporn, der von den hier zusammenfliessenden Wintersinger- und Buusnerbach herausmodelliert wurde.
Durch das spitzwinklige Zusammentreffen der beiden Täler ist der langgestreckte Grundriss des Dorfes bedingt. Das Altbaugebiet besteht aus zwei Teilen; einerseits das haufenförmige Oberdorf und andererseits das Unterdorf ausgebildet als Strassendorf. Der Basler Geografieprofessor bezeichnet das alte Dorf als «Zwieselsiedlung». Zwiesel bezeichnet die Form einer Gabelung – hier der beiden Bäche.
Die abgegangenen Siedlungen Höflingen und Deschliken
Historisch gesehen existierten neben dem eigentlichen Magden mehrere Siedlungen.
, ein am Ausgang des Magdenertales gelegenes Dorf, gehörte seit jeher zur Pfarrei Magden. Es wurde während des Dreissigjährigen Krieges zerstört und nicht wiederaufgebaut.
Das Dorf Deschliken, auch Deschlike oder Teschlikon, in der Nähe des Talhofes wurde offenbar durch einen Bergsturz
1437 zerstört. Heute erinnert nur noch der Flurname Deschlike
an das abgegangene Dorf.
Iglingen und die Christoph-Merian-Stiftung
Die Geschichte von geht bis ins Mittelalter zurück. Der aus zwei Häusergruppen bestehende Hof an der Gemeindegrenze zu Wintersingen gehörte zum Besitz des Klosters Olsberg. Im späten 16. Jh. wurden das Schwesternhaus gebaut. Noch älter als die Hofgebäude war eine Niklauskapelle, die später in den Hofkomplex integriert wurde, aber nach 1860 einem Brand zum Opfer fiel.
Schon 1918 wurde Iglingen mit insgesamt rund 67 Hektaren Land und Wald von der Christoph Merian Stiftung (CMS) erworben. Mit dem Kauf wurden von der CMS Areale kompensiert, die in Stadtnähe nach und nach der landwirtschaftlichen Nutzung verlorengegangen waren (Singerhof
, ).
Da in der näheren Umgebung der Stadt kein landwirtschaftlich gleichwertiger Ersatz zu finden war, entschloss sich die Stiftung, erstmals fernab von der städtischen Agglomeration und zudem noch ein einem «fremden» Kanton, im Aargau, Fuss zu fassen. Heute werden auf dem Biobauernhof Milchvieh, Mastvieh und Pferde gehalten und es wird Ackerbau betrieben.
Die Entwicklung seit Mitte des 20. Jh.
Bis Mitte des 20. Jh. hat Magden weitgehend seinen ländlichen Charakter bewahrt. Die Siedlung hat sich kaum über den Etter
ausgedehnt. Der Bau der Autobahn A3 Augst – Rheinfelden 1966, Basel – Augst 1969 und Rheinfelden – Frick 1973 war schwergewichtig der Motor für eine starke Siedlungsausdehnung.
Die Bevölkerung hat sich zwischen 1950 und 2015 vervierfacht und entsprechend ist die Zahl der Häuser stark gewachsen. In diesem Zeitraum, vor allem aber zwischen 1960 und 1980, sind meist nur Einfamilienhäuser gebaut worden. So hat sich deren Zahl allein zwischen 1970 und 1980 verdoppelt. Für die Neubauten wurden die nach Westen und Südwesten exponierten Hanglagen sowie die Talflächen talabwärts und in Richtung Wintersingen bevorzugt. Es erfolgte eine planlose Überbauung der Hänge, die das Dorf umgeben, und als Folge eine starke Zersiedelung.
Eine Güterregulierung zwischen 1980–
2000 hat eine veränderte Landschaft geschaffen. Es wurden neue Feldwege und Zufahrtsstrassen gebaut und einige Aussiedlerhöfe entstanden. Siehe dazu Zeitreise «Vergleich 1980 und heute»
.
Der Wandel vom Rebdorf zum «Obstbaumdorf»
Der Rebbau spielte in Magden eine wichtige Rolle. Nicht von ungefähr sind im Wappen neben einem Obstbaum zwei Rebstöcke abgebildet. Eine Blütezeit erlebte der Magdener Weinbau zwischen 1790 und 1890. Die gesamte mit Reben bestockte Fläche betrug 1823 rund 68 ha. Es werden 28 Rebgebiete genannt (siehe Siegfriedkarte 1880
).
Mit dem Auftreten von Mehltau und Reblaus, wetterbedingten Missernten und der ausländischen Konkurrenz begann gegen Ende des 19. Jh. wie auch in anderen Rebbaugemeinden der Region der Niedergang des Rebbaus. Die Rebfläche schrumpfte in der Folge massiv und erreichte 1932 einen ersten Tiefpunkt.
Anstelle des Rebbaus wurde in dieser Zeit auf Obstkulturen gesetzt. So wurde das ehemalige Rebdorf von Tausenden von Hochstammobstbäumen umgeben.
Zwischen 1955 und 1975 schrumpfte die Rebfläche weiter. Heute werden in den Lagen Berg (Wygarte), Lanzenberg, Altägerten und Dürrberg wieder gegen 10 ha bewirtschaftet. Damit gehört Magden neben Elfingen und Bözen zu den drei grössten Rebgemeinden im Fricktal.
Wie z.B. im benachbarten Arisdorf sind dann in der zweiten Hälfte des 20. Jh. fast alle Hochstamm-Obstbäume zugunsten grosser Ackerflächen oder Intensivobstanlagen und wegen des Baus der Einfamilienhäuser verschwunden. Die Obstbäume standen der maschinellen Bearbeitung der Felder im Wege. Heute wird der Anbau von Hochstammobstbäumen gezielt gefördert.
HPM