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Energie aus dem All
Energie aus dem All
Nachdem Intel und das MIT kürzlich gezeigt haben, dass man Strom drahtlos über einige Meter hinweg übertragen kann, hat der Physiker und ehemalige NASA-Manager John C. Mankins demonstriert, dass auch Distanzen von über 100 Kilometer kein Problem sind. Das Experiment fand bereits im Frühjahr auf Hawaii statt. Die Forscher stellten auf der Insel Maui Solarpanels zur Produktion von etwa 20 Watt Strom auf und schickten ihn mittels Mikrowellen zur Hauptinsel in einer Entfernung von 148 Kilometern wo mindestens ein kleiner Teil ankam. Allerdings soll der Wirkungsgrad nicht so verheerend sein, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat: Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass man mit geeignetem Equipment einen Wirkungsgrad von 64 Prozent erreichen könne. Dass bei ihrem Experiment sehr viel Strom verloren ging, soll am tiefen Budget von rund 1 Million Dollar und der kurzen Vorbereitungszeit von nur fünf Monaten gelegen haben. Schon mit einem Empfänger, der nicht nur horizontal arbeitet, liessen sich deutlich bessere Ergebnisse erreichen.
Im Gegensatz zur erwähnten Technologie vom MIT und Intel geht es bei der Distanzübertragung nicht darum, Heimelektronik mit Strom zu versorgen. Auch die Überlandleitungen sollen nicht ersetzt werden. Die Forscher haben vielmehr Space Solar Power (SSP) im Visier: Mit grossen Solarkollektoren soll im geostationären Orbit ohne
störende Wolken, Atmosphäre und Feinstaub das Sonnenlicht
in Strom verwandelt und dann drahtlos zur Erde geschickt werden, wo er ins Leitungsnetz eingespeist wird. Bloss ist die zu überbrückende Distanz von rund 36’000 Kilometern etwas grösser als diejenige zwischen den beiden Hawaii-Inseln.