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Die erste Charlotte tauchte im 15. Jahrhundert in Frankreich auf. Es war Charlotte von Savoyen, der die zweifelhafte Ehre zukam, auf einen Namen getauft zu werden, der etwa «weibliches Karlchen» bedeutet. Kombiniert mit vielen weiteren Vornamen blieb Charlotte unter Adligen lange populär.
Nach 1920 tauften immer weniger Franzosen ihre Mädchen Charlotte. In der Schweiz hingegen konnte sich das weibliche Karlchen bis in die 1950er Jahre unter den hundert beliebtesten Vornamen behaupten. Dann verschwand er auch hier.
Für sein Comeback sorgte ein Baby, das 1971 in London geboren wurde: Charlotte Gainsbourg. Als die Tochter des Chansonniers Serge Gainsbourg und der Schauspielerin Jane Birkin 1985 für die Hauptrolle in «L’Effrontée» einen César gewann, ging es auch mit dem Namen bergauf. In Frankreich und in der Romandie drang er in wenigen Jahren unter die zehn häufigsten vor. Seit 2000 wächst seine Beliebtheit auch in der Deutschschweiz und in Deutschland. Dort vor allem in den neuen Bundesländern, so dass sich Kulturpessimisten bereits sorgen, weil der Name nicht mehr richtig französisch ausgesprochen werde.
Charlotte wird ohne Zweifel auf der Gewinnerstrasse bleiben. In Australien und Neuseeland liegt er derzeit auf Platz 1, in den USA an 11. Stelle. Dort hat er übrigens eine politische Wandlung durchgemacht. War Charlotte in den 1960er Jahren im konservativen Süden verbreitet, ist der Name nun seit zehn Jahren im liberalen Norden beliebt. Wie hat Bill Clintons Tochter Chelsea 2014 ihre Tochter getauft? Eben!
Die Geburt von Charlotte, der Tochter von Prinz William und Herzogin Kate, am 2. Mai dürfte die Popularität des Namens weiter beflügeln. Im Gegensatz zu Prinzen, die in der Schweizer Statistik kaum Spuren hinterlassen, üben die Namen von Prinzessinnen eine starke Anziehung auf Eltern aus.
Quelle: BFS. Hier können Sie nach Ihrem eigenen Namen suchen.