Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03193.jsonl.gz/2249

| Gregor der Grosse († 604) - Vier Bücher Dialoge (Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum)

Zweites Buch
XXIX. Kapitel: Ein leeres Faß füllt sich mit Öl
Als diese Zurechtweisung beendet war, begab er sich mit den Brüdern ins Gebet. An dem Orte aber, wo er mit den Brüdern betete, stand ein leeres Ölfaß, das zugedeckt war. Während nun der Heilige im Gebete versunken war, stieg Öl in dem Fasse immer höher und hob den Deckel. Er bewegte sich, wurde zur Seite geschoben, [S. 92] und das Öl, das immer mehr zunahm, lief über den Faßrand und benetzte den Boden, wo sie knieten. Als dies der Diener Gottes Benedikt sah, beendigte er das Gebet, und da hörte auch das Öl schon auf, auf den Boden herabzufließen. Hierauf ermahnte er den glaubensarmen und ungehorsamen Mönch noch weiter, doch Glauben und Demut anzunehmen. Die heilsame Ermahnung machte den Bruder erröten; denn der ehrwürdige Vater bezeugte die Macht des allmächtigen Gottes, von der er vorher gesprochen hatte, nunmehr durch Wunderzeichen. Niemand konnte mehr in die Verheißungen eines Mannes Zweifel setzen, der zur selben Zeit für eine fast leere Flasche ein volles Ölfaß spenden konnte.