Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03174.jsonl.gz/1813

Der geplante Bau eines zusätzlichen Autobahnanschlusses stösst nicht überall auf Begeisterung. Ein Komitee aus den drei Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach wehrt sich gegen dieses Vorhaben. Dies in der Überzeugung, dass der Autobahnanschluss das Verkehrsproblem nicht wirklich löst, aber massive Eingriffe und Auswirkungen ins Siedlungsgebiet hätte.
Ende September haben sich etwa 40 Personen im Restaurant Hohrain in Goldach getroffen, Der Versammlungsort war nicht zufällig gewählt. Unmittelbar neben dem wunderschön renovierten, denkmalgeschützten Haus ist der neue Autobahnanschluss geplant. Das grosse Interesse an dieser Veranstaltung, welche nicht öffentlich bekannt gemacht wurde zeigt den grossen Unmut über ein Strassenprojekt, welches die Agglomeration Rorschach massiv zusätzlich belasten würde.
Das Komitee sieht die Verkehrsprobleme der Agglomeration durchaus. Der Verkehr ist aber zu etwa 85 % Ziel- bzw. Quellverkehr, welcher primär von der Bevölkerung vor Ort verursacht wird. Mit zusätzlichen Schnellstrassen wird der Individualverkehr noch mehr zunehmen, das Problem ist somit nicht gelöst, sondern nur auf andere Gebiete verschoben. Gewisse Strassenabschnitte in den drei Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach, im Speziellen die Industriestrasse, Blumenfeldstrasse, Pestalozzistrasse, Sulz- und Goldacherstrasse, würden massiv mehr belastet. Zudem würde die neue Strasse einen der letzten nicht verbauten Kulturlandgürtel in Goldach in der Mitte durchschneiden.
Ein wirkungsvolles gemeindeübergreifendes Verkehrsmanagement ist bisher in unserer Region noch nicht erfolgt. Ein solches würde zuerst bei anderen Massnahmen ansetzen, und zwar in folgender Reihenfolge:
- den Verkehr bzw. die Mobilität möglichst reduzieren/verhindern (z. B. durch eine andere Siedlungspolitik)
- möglichst viel Verkehr auf den Langsamverkehr verlagern (u.a. attraktive Wege für Fussgänger und Velofahrer)
- möglichst viel auf den öffentlicher Verkehr verlagern (Angebotserweiterung)
- den nicht zu verhindernden Verkehr erträglich machen (u.a. durch Strassenraumgestaltungen, Bahnunterführungen, Massnahmen gegen die Emissionen etc.)
Flankierende Massnahmen ungewiss
Der Autobahnanschluss allein löst das Verkehrsproblem nicht – er verschärft es. Auch mit den angedachten flankierenden Massnahmen bleibt das Grundproblem, nämlich die Bahnbarrieren erhalten. Mit einer Unterführung im Bereich Industriestrasse ist das Problem der anderen Übergänge in Rorschach und des Bahnübergangs in Goldach immer noch ungelöst.
Die flankierenden Massnahmen lösen bei einer neuen Verkehrsführung auch enorme Kosten aus, welche durch die Gemeinden übernommen werden müssen. Diese Massnahmen werden aber erst nachträglich zur Abstimmung gebracht. Bei einer allfälligen Ablehnung durch das Volk würde sich somit das Verkehrsproblem durch den neuen Anschluss ohne flankierende Massnahmen gegenüber heute massiv verschärfen.
Das Komitee gegen den Autobahnanschluss ist der festen Überzeugung, dass mit sanfteren Massnahmen innerhalb der Region das Verkehrsproblem wirkungsvoller, nachhaltiger und vor allem kostengünstiger gelöst werden kann. Zudem führen solche nicht zu einem zusätzlichen Verkehrswachstum in der bereits stark belasteten Agglomeration.