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Weisses Gold
Klettern ohne Magnesia – undenkbar. Das war aber nicht immer so.
Schon mal Kletternde ohne Magnesia an den Händen gesehen? Wohl kaum. Magnesia, so scheint es, ist für den Sport unerlässlich. Dem war aber nicht immer so: Magnesia kam erst in den 1950er-Jahren auf, als der amerikanische Geräteturner John Gill auf die Idee kam, das weisse Pulver auch am Felsen zu benutzen.
Der Boulderer Frédéric Nicole ist froh drum: «Ich persönlich könnte darauf nicht verzichten, da ich an den Händen stark schwitze. Ich habe es bereits ohne versucht, aber bei einigen Felsformationen ist das katastrophal.» Und er fügt an: «Unglücklicherweise ist Magnesia auf dem Stein gut sichtbar und in der Szene deshalb umstritten. Aber die Verschmutzung ist wenigstens nur visuell, da die Materie chemisch neutral ist.»Nicole meint damit das kletterethische Problem, das Chalk verursacht. In vielen Routen und Bouldern sind die wichtigen Griffe so gut eingeweisst, dass ein echtes Onsightklettern kaum noch möglich ist. Die Spuren leiten einen fast wie die bunten Indoorgriffe durch die Route.
Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch. Kletterer haben inzwischen gar die Qual der Wahl. Laut Theodore Chappex, Kletterer und Doktor der Werkstofftechnologie, existieren zwischen den verschiedenen Marken kaum Unterschiede in der Zusammensetzung: «Allein die Struktur ändert sich, je nachdem, wie fein es zerstossen wurde. Es gibt aber ein paar wenige Marken, die Zusätze hinzufügen.»