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Die Besitzerin stellt uns Shila vor, weil sie seit der vorigen Nacht ein seltsames Verhalten zeigt: Der Hund findet keine Ruhe, nach kurzen Liegephasen steht sie sofort wieder auf und läuft umher als ob ein Gegenstand von Interesse begutachtet werden sollte - ein solcher existiert aber nicht. Auch zeigt sie ruckartige, unmotivierte Bewegungen des Kopfes und der Gliedmassen, welche an Tics erinnern. Der Appetit ist normal, auch hat Shila nicht erbrochen.
SHILA, Mischling, weiblich-kastriert, 1 Jahr alt
Weitere Abklärungen
Der Untersuch verläuft ausser der an Halluzinationen erinnernde Verhaltensveränderung unauffällig; einzig die Körpertemperatur ist sehr leicht erhöht. Insbesondere zeigt der Hundn normale neurologische Reflexe.
Die wahrscheinlichste Diagnose ist in diesem Fall die Aufnahme einer psychoaktiven Substanz, welche die beobachteten Tics und offensichtlichen Halluzinationen bewirkt. In Frage kommen hierbei Pflanzen (z.B. Pilze), aber auch Medikamente und Drogen (z.B. LSD).
Um die Fragestellung weiter einzugrenzen, wird anhand einer Urinprobe ein Drogenschnelltest durchgeführt - dieser fällt negativ bezüglich Kokain, Opiaten, Cannabis und Amphetaminen aus. Das besonders in Frage kommende LSD kann der Test allerdings nicht beurteilen.
Weiterer Verlauf und Wissenschaftliches
Am nächsten Tag hat sich Shila's Zustand deutlich gebessert. Sie hat einige Stunden ruhig geschlafen und zeigt nur noch selten beim Liegen kurze Zuckungen. Futter- und Wasseraufnahme sind normal.
Auch wenn im vorliegenden Fall mangels positivem Nachweis der Beweis für die Aufnahme einer Fremdsubstanz fehlt, scheint eine solche aufgrund der Symptome und des Verlaufs sehr wahrscheinlich. In Frage kommen insbesondere psychotrope Stoffe pflanzlichen oder menschlichen Ursprungs (Drogen, aber auch Medikamente).
Bei Hunden werden Vergiftungsfälle mit Marihuana ab und zu angetroffen werden, insbesondere nach Konsum von weggeworfenen Filtern, welche THC enthalten. Diese verlaufen in aller Regel folgenlos.