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Akupunktur
Die Akupunktur wird in der chinesischen Medizin als «äussere Therapie» (wai zhi) bezeichnet. Sie ist die gezielte therapeutische Beeinflussung von Körperfunktionen über spezifische Punkte an der Körperoberfläche. Gemäss dem Standardwörterbuch für Medizin, Pschyrembel, wird sie beschrieben als «… eine Therapiemethode (ca. 20 verschiedene Techniken) bei der an charakteristischen Punkten der Körperoberfläche an Meridianen entlang Akupunkturnadeln unterschiedlich tief eingestochen werden, wodurch energetische Störungen innerhalb des Organismus ausgeglichen bzw. einzelne Organsysteme angeregt oder gedämpft werden sollen.» (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch; 1994; S.32).
Für die klassische Akupunktur ist es unabdingbar, dass eine an traditioneller chinesischer Medizin orientierte Diagnostik und Vorstellung der Krankheiten und deren Muster zu Grunde liegen. So wird die Wirkung hauptsächlich über eine Anregung und Wiederherstellung der körpereigenen Regulative erzielt. Die damit erzielten Resultate sind inzwischen z.T. wissenschaftlich anerkannt.
Neben der beschriebenen Therapieform existieren verschiedene verwandte Formen, die alle auf der Akupunktur aufbauen. Die Elektro-Akupunktur arbeitet mit sehr kleinen elektrischen Impulsen, die dem Körper durch die Nadeln zugeführt werden, wobei die Frequenz zwischen 5 und 2’000 Hz variiert werden kann. Die erste erfolgreiche Elektro-Akupunktur wurde 1958 in China bei einer Mandelentfernung angewandt.
Eine weitere Behandlungsmethode ist die Moxibustion. Hier wird den Akupunktur-Punkten Wärme zugeführt. Dies geschieht durch das Abbrennen von getrockneten Blättern der Artemisia vulgaris (Beifuss). Dies ist eine sowohl in Asien wie auch in Europa beheimatete Heilpflanze. Während bei der direkten Moxibustion das glühende Heilkraut direkt auf den Akupunkturpunkt gelegt wird, legt man bei der indirekten Methode entweder eine ca. 1-2 mm dicke Scheibe frischen Ingwers mit 1-2 cm Durchmesser als Isolator zwischen die Haut und dem glühenden Kraut oder man verwendet so genannte Moxazigarren. Dies sind aus den Beifuss-Blättern gedrehte Stangen, die ähnlich wie Zigarren abgebrannt werden und so die Wärme an die Punkte abgeben. Eine weitere Methode ist die Übertragung der Wärme über Akupunktur-Nadeln, in dem am freien Ende einer speziell geformten Nadel ein Stück Moxa-Wolle befestigt und angezündet wird. Die Hitze wird von der Nadel in die Tiefe des Gewebes geleitet.