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Wie üblich gibt es in den ärmsten Regionen Westafrikas weder sauberes Trinkwasser noch eine Stromversorgung. Die einzige Trinkwasserversorgung erfolgt von Hand an ausgehobenen Gruben, die während der Regenperiode (ca. 3 Monate im Jahr) gefüllt werden, durch die feuchte Hitze aber umgehend mit gefährlichen Krankheitserregern verseucht werden.
Ziel des Projektes ist, ein ganzes Dorf in einem Wasser-Kiosk (Water Shop) mit sauberem und nach ISO-Normen zertifiziertem Trinkwasser zu versorgen, völlig autonom angetrieben durch Sonnenergie.
Rund 750 Millionen Menschen haben laut dem Bericht der WHO (Water, sanitation, hygiene and health report, Geneva, 2019) keinen Zugang zu einer guten und adäquaten Trinkwasserquelle, rund 1.8 Milliarden Menschen trinken mit Viren und Bakterien verkeimtes Wasser, weniger als 18 % der ländlichen sowie Slum-Bevölkerung waschen sich die Hände und wenn, dann mit verschmutztem Wasser.
Diesen schwierigen hygienischen Bedingungen entsprechend erstaunt es deshalb nicht, dass weltweit 1.9 Millionen Menschen an Infektionskrankheiten wie Durchfallerkrankungen, Cholera-Epidemien sowie enterischen (Magen-Darm) Infektionen und deren Folgeerscheinungen sterben, die durch verkeimtes Trinkwasser verursacht werden, am stärksten betroffen sind dabei die Kinder.
Sauberes Wasser für das ganze Dorf in lokalem Kontext
Wir von Faith in Humanity sind überzeugt, dass die prekäre Lebenssituation der Bevölkerung verhältnismässig einfach, zeitnah und langfristig massiv verbessert werden kann, wenn es gelingt, die Versorgung mit sauberem, d.h. viren- und bakterienfreiem Trinkwasser nach internationalen Standards in ausreichendem Masse sicher zu stellen.
Dabei genügt es aber nicht, einfach einen Brunnen zu finanzieren und hinzustellen, sondern die gesamte Wasserversorgung muss integrativ in ein Business-Set-Up eingebunden werden, die den lokalen Verhältnissen gerecht wird. So ist es unser erklärtes Ziel, dass die Dorfbevölkerung den Brunnen betreut, verwaltet, überwacht und betreibt nach Regeln und kulturellen Gewohnheiten des Dorfes. Aus diesem Grunde haben wir ein Dorfkomitee gebildet, das aus 5 Frauen und 4 Männern besteht und von unseren Partnern vor Ort (Faith in Humanity Ghana) in Accra und Bimbila betreut, unterstützt und kontrolliert wird.
Wasserkiosk wird zum zentralen Treffpunkt der Dorfbevölkerung
Dieser Wasserkiosk soll nicht nur eine nahe gelegene Bezugsquelle von sauberem Trinkwasser sein, sondern sich zum sozialen Treffpunkt des ganzen Dorfes entwickeln, wo man sich austauschen kann, wo Versammlungen abgehalten werden können und wo der Bevölkerung angepasste Bildung (z.B. in Hygiene und Anbau von Gemüse) vermittelt werden kann. Wir planen auf dem Gelände des Watershops einen Modell-Schulungs-Garten, um der Hungersnot während der Trockenperiode von Dezember bis April vorzubeugen.
Business-Set-Up
Damit der Wasserkiosk zu einem integrativen Teil des Dorfes und damit auch nachhaltig genutzt wird, ist es wichtig, dass die gesamte Anlage von der Dorfbevölkerung selbständig betrieben, gewartet und verwaltet wird, wozu der Dorfrat ein Management-Komitee gebildet hat mit klar definierten Aufgaben. Unterstützt und kontrolliert wird dieses Komitee vom Vertreter von FiH Ghana direkt vor Ort, der auch ein regelmässiges Feedback an FiH Schweiz gibt.
Für die Abgabe des Wassers wird ein kleiner Betrag verlangt (umgerechnet 2 – 3 Rappen / 20 Liter), mit dessen Erlös die Anlage gewartet und betreut werden kann. Ziel ist es, in 2 – 5 Jahren, dass der Water Shop selbsttragend wird.
Nachhaltigkeit
Damit das Projekt nachhaltig erfolgreich wird, soll sich die Dorfbevölkerung mit diesem Wassershop als wichtigen Bestandteil des Dorfes identifizieren. Dazu streben wir folgende Ziele an:
Kosten
Die Kosten für die gesamte Anlage belaufen sich auf rund 50 000 CHF. Jeder gespendete Beitrag geht direkt in die Realisierung dieses Projektes, alle Mitglieder von FiH arbeiten freiwillig und bezahlen die Reisen und die Unterkunft jeweils selbst.
Bereits realisierter Wasserkiosk in Conakry / Guinea 2016 (hier klicken für Übersichtsvideo)
Unser erster
Wasserkiosk steht in der Neonatologie des Zentrumsspitals Donka in Conakry / Guinea und produziert seit Dezember 2016 für die Neugeborenen, Unterernährten und deren Eltern zuverlässig pro Tag 5000 Liter gesundes und sauberes Trinkwasser.