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Kriegsbedingter Mangel machte sich überall breit: Das Volkswirtschaftsdepartement berichtet [in der Regierungsratssitzung], dass infolge unerwartet starker Preissteigerung für Kupfervitriol und trotzdem dieses Rebspritzmaterial zu einem mehrfach höhern Preise (80 Rappen pro kg.) an die Rebgemeinden abgegeben werde als dies in frühern Jahren der Fall gewesen ist, eine ganz erhebliche Überschreitung des budgetierten Kredites für die Bekämpfung und Kontrolle der Rebkrankheiten (Rubrik 149) sich nicht vermeiden lasse, musste doch das für den dringendsten Bedarf erforderliche Kupfervitriol (24000 kg) beim Bunde zu Fr. 1.55 beschafft werden. (Die von den Rebgemeinden benötigte Soda ist denselben zum Anschaffungspreise abgegeben worden.) Während der im Budget vorgesehene Kredit Fr. 20,000.- beträgt, macht nunmehr die in üblicher Weise durchgeführte Vermittlung der Rebspritzmittel einen Betrag von Fr. 38,000.- erforderlich; andererseits werden allerdings auch die Einnahmen gegenüber dem ursprünglichen Budgetansatze (Fr. 17,000.-) erhebliche Vermehrung erfahren; letztere lassen sich zwar heute noch nicht genau fixieren, dürften aber voraussichtlich doch nicht unter Fr. 28000.- bleiben. Angesichts der diesjährigen ungünstigen Ernteaussichten kann den Rebgemeinden selbst nicht wohl eine höhere Leistung, als wie sie in einem seinerzeitigen departementalen Kreisschreiben in Aussicht genommen wurde (wie erwähnt pro kg 80 Rappen), zugemutet werden. Die Nettomehrausgabe wird den bestehenden Kredit nach Eingang der Bundessubvention noch um etwa Fr. 7000.- übersteigen. (Nr. 1716) Der Regierungsrat bewilligte aufgrund dieser Ausführungen eine Erhöhung der genannten Budgetrubrik um 18’000 Fr.
Zu reden gab im Regierungsrat auch ein Bericht des Justizdepartements, wonach die Gemeinderäte im Rheintal abhülfliche Massnahmen gegen das Überhandnehmen von Krähen und Elstern als dringend notwendig bezeichnet würden. Diese Tiere bildeten eine eigentliche Gefahr für die Feldfrüchte und für die kleinen nützlichen Vögel, hiess es. Die gegenwärtige, wohl längere Zeit dauernde Lebensmittelteuerung lasse erwarten, dass auch der Staat sich an der Bekämpfung der genannten Schädlinge beteilige durch Ausstellung zahlreicher Abschussbewilligungen und durch Aussetzung von Schussgeldern. Seitens der Gemeinderäte seien solche bis auf 80 Rappen per Stück ausgesetzt worden. Auch in diesem Fall zeigte sich der Regierungsrat dem Antrag gegenüber grundsätzlich geneigt, allerdings immerhin innert der Schranken, welche zur Abwehr von Missbräuchen und zum Schutze der Jagd als geboten erscheinen. (Nr. 1723)
Daneben befasste sich der Regierungsrat noch mit folgenden Themen:
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und W 238/03.02-20 (Ansichtskarte zum Rebbaudorf Berneck, 1912)