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Rund eine Autostunde von der Hauptstadt entfernt befindet sich die Mexikanische Stadt Cuernavaca, die aufgrund des milden tropischen Klimas und der Fülle an blühenden Pflanzen in den Parks und Gärten als die Stadt des ewigen Frühlings bezeichnet wird. Der Traum der Moderne lässt sich hier verwirklichen: eine intensive räumliche Verbindung zwischen Aussen- und Innenraum ist hier bei durchschnittlichen Tagestemperaturen zwischen 13 und 30 Grad gut möglich.
Das Architekturbüro JSa hat das Potenzial der Verschmelzung von Innen und Aussen geschickt ausgeschöpft. Der im Jahr 2018 fertiggestellte Neubau des Juan Soriano Kunstmuseums in Cuernavaca nimmt den Aussenraum förmlich ein. Der ebenfalls neu gestaltete Skulpturengarten, der mit Kunstwerken des Namensvetters des Museums geschmückt ist, scheint eine Weiterführung der Museumsräumlichkeiten zu sein. Erzielt wird diese Wirkung durch die offene Eingangsebene, die keine eigentliche Fassade aufweist. Hohe Unterzüge, die in den Obergeschossen zur Fassade werden, rahmen das Erdgeschoss sowie die Ausblicke auf den Garten und über die Stadt ein.
Der Solitär aus weissem Sichtbeton in der klaren Formensprache der Moderne ist von der Strasse aus über grosszügige Treppen oder über den öffentlichen Skulpturengarten zu erreichen. Die gänzlich in weiss gehaltene Strassenansicht ist gekennzeichnet durch eine gut proportionierte Fläche mit einer präzis gesetzten Öffnung, durch die von aussen eine elegant geschwungene Wendeltreppe zu sehen ist. Zum öffentlichen Park hin entfaltet sich die schwebende Wirkung des eleganten weissen Betonkleides im Zusammenspiel mit den tropischen Pflanzen des Gartens. Hohe vertikale Fenster brechen die Horizontalität des länglichen Baukörpers mit dem durchgehend eingerückten Erdgeschoss.
Um eine Vielfalt von Ausstellungsbedingungen und Besuchererfahrungen zu ermöglichen, wurde eine Reihe von räumlichen Bedingungen geschaffen, und der Bau entwickelt sich auf drei Ebenen: einer grosszügigen Ausstellungsfläche im Untergeschoss, der frei zugänglichen Eingangsebene auf der Höhe des öffentlichen Parks, die unterschiedlich genutzt werden kann und dem grossen Ausstellungsraum mit Oblichtern im Obergeschoss. Das freie Erdgeschoss fungiert zudem als städtischer Freiraum, der das historische Zentrum von Cuernavaca, den Skulpturengarten und die direkte Nachbarschaft verbindet. Museumsbesucher aber auch Flaneure können den Bau erleben, beleben sowie durchqueren, ohne sich zu einem Ausstellungsbesuch zu verpflichten. Im offenen Galerieraum begegnet der Besucher nicht nur der Kunst, sondern auch einer willkommenen Brise, angenehmem Tageslicht und den wunderbaren Düften des Gartens.
Durch das quadratische Fenster der Strassenfassade leiten die Architekten das Besucherauge auf das für Mexiko typische heterogene Stadtgewebe der Umgebung. Der städtebaulichen Integrität verschrieben, stellt der Bau durch sein zeitloses, reines Erscheinen einen klaren Kontrast zum Ort dar. Und dabei überrascht der moderne Ausdruck kaum: Javier Sanchez, der federführende Architekt und Gründer des renommierten Architekturbüros JSa, stammt aus einer Familie, die seit drei Generationen das moderne Stadtbild Mexikos prägt.
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