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"Die Leute fangen an, sich Sorgen zu machen", sagte Phin Ziebell, auf den Agrarmarkt spezialisierter Volkswirt bei der National Australia Bank. "Wenn wichtige Exporteure damit anfangen, ihr Getreide nicht mehr aus dem Land zu lassen, beunruhigt das die Käufer sehr. Das ist Panik und nicht rational erklärbar, weil die Welt eigentlich ausreichend mit Lebensmitteln versorgt ist."
Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet damit, dass die weltweite Produktion von Reis und Weizen in diesem Jahr mit 1,26 Milliarden Tonnen so hoch sein wird wie nie zuvor. Diese Menge sollte leicht für alle reichen und sogar die Lagerbestände auf den Rekordwert von 469,4 Millionen Tonnen steigen lassen. Allerdings ist die Voraussetzung dafür, dass der Handel wie gewohnt abgewickelt wird.
Doch Länder wie Vietnam, der drittgrößte Reisexporteur, und Kasachstan, ein wichtiger Weizenlieferant, haben aus Furcht vor Engpässen im eigenen Land schon Exportbeschränkungen auf den Weg gebracht. Im wichtigsten Reis-Anbauland Indien gilt eine dreiwöchige Ausgangssperre, die mehrere Logistikkanäle verstopft hat. Zugleich hat der Irak angekündigt, eine Million Tonnen Weizen und 250.000 Tonnen Reis zu kaufen, um eine Notfallreserve aufzubauen.
Diese Verwerfungen sind schon in den Preisen erkennbar. So legte der Reispreis in Thailand auf 492,5 Dollar je Tonne zu - er ist damit so hoch wie seit August 2013 nicht mehr. Seinen Höhepunkt hatte er in der Lebensmittelkrise 2008 bei mehr als 1000 Dollar erreicht.
So schlimm wie damals werde es aber wohl nicht werden, sagte ein Reishändler. "Eine Sache ist, dass die Welt ausreichend Lagerbestände hat, vor allem in Indien." Sollten jedoch die Lieferungen zu lange eingeschränkt bleiben, könnte das einige wichtige Käuferländer belasten.
(Reuters)