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Vorhersage einer US-Rezession: Hat die Zinsstrukturkurve ihre Relevanz verloren?
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Charles St Arnaud, Senior Investment Stratege
Die US-Wirtschaft befindet sich in der letzten Phase des Konjunkturzyklus, der die Märkte seit fast neun Jahren antreibt.
Früher konnten die Anleger die Handelsaktivitäten am Obligationenmarkt beobachten, um zu beurteilen, ob eine Rezession drohte – aber es ist möglich, dass die Federal Reserve diesen Indikator obsolet gemacht hat.
In der Regel erwarten Anleger eine höhere Rendite auf Anleihen mit längerer Laufzeit als auf Anleihen mit kürzerer Laufzeit. Jeder US-Rezession, die seit 1960 stattgefunden hat, ging eine Umkehrung dieser Situation voraus, weshalb sie bisher als ein vernünftiges Mittel angesehen wurde, eine Konjunkturabschwächung zu antizipieren.
Es ist jedoch nicht klar, ob dies angesichts des Anleihenkaufprogramms der Federal Reserve oder der quantitativen Lockerung (QE) weiterhin der Fall ist. Dies hat dazu geführt, dass die Federal Reserve zu einem grossen Inhaber von US-Staatsanleihen geworden ist und somit einen erheblichen Einfluss auf den Markt hat.
Eine sorgfältige Analyse des Anleihenmarktes kann zeigen, inwieweit dieser Indikator wirksam bleibt. Anhand der Ergebnisse kann dann festgestellt werden, ob sie isoliert betrachtet werden sollten oder ob auch andere Indikatoren erforderlich sind, um ihre Vorhersagekraft zu verfeinern.
Die Anleger sind zweifellos neugierig, was die Zukunft für die grösste Volkswirtschaft der Welt bereithält. Es gibt zwar keine Kristallkugel, aber ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass bestimmte Wirtschaftsindikatoren auf eine bevorstehende Rezession schliessen liessen. Inwieweit dies nach der beispiellosen Aktivität der Zentralbanken auch künftig der Fall ist, muss genauer analysiert werden.