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Als Dottore mit wissenschaftlichem Pflichtgefühl ist es meine Aufgabe, für folgende Sichterweiterungen bezüglich der “Osterweiterung” des Arbeitsmarktes zu plädieren:
Bessere Preis-Leistungsverhältnisse auf unseren Arbeitsmärkten würden es mir als mittelständischen Akademiker erlauben, mehr Dienstleistungen für meinen Garten, mein Haus und in der täglichen Arbeit in Anspruch zu nehmen als heute. Oder anders gesagt: Ich könnte Arbeitsplätze schaffen und Wachstum produzieren. Ansonsten erledige ich die anstehenden Sachen halt selber, warte zu oder verzichte ganz darauf. Was folgt der geneigte Leser daraus? Angebot und Nachfrage ist nie eine ja-nein-Entscheidung sondern eine Frage des Mehr oder Weniger, was sich gesamtwirtschaftlich in mehr oder weniger Wachstum ausdrückt. Gerade deshalb trägt der Abbau von Schranken auf Märkten immer zu einer Belebung der Wirtschaft bei!
Das führt mich zur zweiten Sichterweiterung: Die Entscheidung für etwas kostet mir immer das, worauf ich verzichte. Mit anderen Worten, wenn ich mich am Samstagabend dafür entscheide, zuhause zu bleiben, um fern zu sehen, kostet mir das der Verzicht auf einen geselligen Abend mit Freunden im Restaurant, im Theater oder im Opernhaus – Niemand würde dabei die Stromkosten des Fernsehens als entscheidungsrelevant betrachten. Wenn man also auf eine Liberalisierung im Arbeitsmarkt verzichtet, kostet das in erster Linie einen damit verbundenen verpassten Wachstumsimpuls. Vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, dass die entsprechende Studie im Auftrag des Bundesamtes für Migration über die Wirkung der “Osterweiterung” noch nicht publiziert worden ist (vgl. NZZaS vom 18.09.05, S. 14)!