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China und Vietnam sind weltweit die wichtigsten Produzenten von Sternanis. In Vietnam wird das Gewürz vor allem von ethnischen Minderheiten in den nordöstlichen Provinzen, insbesondere in der Provinz Lang Son, angebaut. In 2007 wurde „Lang Son Sternanis“ als eingetragene Marke registriert, um damit das Gewürz auf den heimischen und globalen Märkten zu fördern und die Position der lokalen Produzenten auf dem unbeständigen Gewürzmarkt zu stärken.
Dieses Projekt zielt darauf ab, diese Schnittstellen zwischen der gelebten Praxis der Gewürzproduktion und dem weltweit wachsenden Markt für Gewürze zu erforschen. Anhand eines, „multi-sited“, “biographischen“ Ansatzes wird die Sternaniswarenkette vom Ausgangspunkt als Waldprodukt über den Transport und Handel bis zu seiner Endverwendung in lokalen Speisen, modischen Getränken und globalen Medikamenten verfolgt. Dabei geht es nicht nur um die wirtschaftliche Wertschöpfung, sondern vor allem um die Prozesse, durch welche Sternanis von einem Waldprodukt zu einer globalen Ware gemacht wird. Auch die sozialen Akteure und Beziehungen, die dabei involviert sind, und die verschiedenen, sich ändernden Bedeutungen von Sternanis spielen eine wichtige Rolle.
Damit leistet dieses Projekt einen wichtigen ethnographischen Beitrag in einem noch kaum erforschten Teil Vietnams, einen theoretischen Beitrag zur Debatte über das „soziale Leben der Dinge“ in Zusammenhang mit Globalisierung, sowie auch einen praktischen Beitrag an den Bemühungen humanitärer Organisationen, die die Position lokaler Produzenten in den globalen Gewürzwarenketten versuchen zu verbessern.
Das Projekt ist Teil eines grösseren, interdisziplinären Kooperationsprojekts zu Gewürzhandel in Vietnam, das von Vietnam-Forscherinnen der Universität Zürich und der McGill University in Montreal koordiniert wird.