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Ajla Del Ponte, als Sie Kind waren: Was haben Ihre Eltern da immer zu Ihnen gesagt?
«Ajla, was machst du da? Ajla, lass deinen Bruder in Ruhe.»
Was ist Ihre Lieblings-App?
Goodreads. Dort stellst du die Bücher rein, die du gerade liest, und siehst, was deine Freunde so lesen. Ich schaue oft vorbei dort, um mich zu inspirieren.
Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Ich verschenkte gern Blätter oder Nüsse, die ich am Boden gefunden habe. Und wenn mir jemand ebenfalls so etwas schenkte, war ich sehr zufrieden. Als mein Grossvater mir gezeigt hat,
wie man vierblättrige Kleeblätter findet, und mir das erste gegeben hat, war ich glücklich.
Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Das war einmal ein Tag im Sommer, als wir zu Hause Teppiche geputzt haben. Mit meinem Bruder habe ich im Putzwasser gespielt.
Haben Sie ein Tattoo?
Ja, zwei. Eines zeigt das Wort «moonlit» in der Handschrift meiner Mut-
ter, denn Ajla bedeutet auf Persisch «vom Mond beleuchtet». Ich hab meine Mama gefragt, ob sie das Wort schreiben könne, sie wusste aber nicht, dass ich es für ein Tattoo brauche. Das andere zeigt die olympischen Ringe.
Als Sie 16 waren: Wie sah da Ihr Zimmer aus?
Das war eher unüblich: Ich hatte ein Poster mit griechischen Gottheiten oberhalb meines Schreibtisches. Und ich hatte sehr viele Bücher, es war ein ziemlich nerdiges Zimmer.
Welchen Spitznamen hatten Sie?
Ajletta. Mein Vater hat mich früher Ajluz genannt. Eigentlich haben meine Eltern kurze Namen ausgesucht, damit man sie nicht ändert, doch dann war mein Vater der Erste, der mir einen Spitznamen verpasst hat.
Welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Es ist nicht eine einzige Band, sondern alles, was meine Eltern früher gehört haben: Pink Floyd, Queen und so. Das hat mich neugierig gemacht, diesen Typ Musik zu entdecken. Und ich denke, die Musik an sich war sehr wichtig für mein Leben. Zum Beispiel Hans Zimmer mit seiner Filmmusik für «Inception» oder «Fluch der Karibik», da hat mich die Musik mehr beeinflusst als die Filme.
Ihr ulkigstes Mundartwort?
Ich schaffs immer noch nicht, «Grüezi» auszusprechen. Und «Chuchichäschtli», das ist wirklich das, was man von Deutschschweizern als Erstes lernt.
Wie sind Sie betrunken?
Dann bin ich zu mitteilsam, gehe zu allen hin, ich lache und rede noch lauter. Ajla hoch zehn. Und ich kann besser klauen. Ich stehle dann kleine Dinge von meinen Freunden, bis sie sie suchen. Dann gebe ich sie zurück.
Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Nicht bei einem Thema, aber bei Personen. Der erste Eindruck, den man von einer Person hat, kann sich komplett ändern – vor allem zum Positiven.
Die dümmste Idee Ihres Lebens?
Wir haben eine Sammlung von Verkehrsschildern zu Hause. Ich glaube, das war nicht die beste Idee …
Haben Sie nachts einen Traum, der immer wiederkommt?
Als ich klein war, lebten wir in Bignasco auf dem Land. Dort gab es ein Haus, und ich träumte, dass dort eine Hexe lebt. Vor ihr hatte ich immer Angst. Ich träumte, dass wir als Familie dort vorbeigingen und sie mich ganz allein liessen mit dieser Hexe.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ich hatte leider keinen, wie traurig! Ich fand einen Jungen in meiner Klasse toll, aber er hatte eine andere Freundin.
Welches Geräusch lieben Sie? Welches hassen Sie?
Ich hasse Geräusche auf der Wandtafel. Und hohe Töne vertrage ich nicht so gut. Was mir sehr gefällt, ist Vogelgezwitscher, vor allem im Frühling. Es lässt mich dran denken, dass das Leben wieder erwacht.
Für welche Eigenschaften bekommen Sie immer Komplimente?
Die Leute sagen mir, dass ich nett bin. Manchmal zu nett.
Was an Ihnen ist nicht normal?
Es gibt viele Dinge, aber ich erinnere mich nicht daran. Das ist nicht normal.
Engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Leider habe ich momentan keine Zeit, das möchte ich nach der Uni aber unbedingt machen. Ich habe auch bereits ein Projekt für die Altersheime. Der generationenübergreifende Austausch soll intensiviert werden, die Jungen sollen in die Altersheime gehen, um mit den Bewohnern etwas zu unternehmen.
Womit belohnen Sie sich selbst?
Nach dem EM-Titel habe ich mir ein Geschenk gemacht: Ich habe eine Kette einer Genfer Künstlerin gekauft, die Schmuck aus recyceltem Gold macht.
Ab welchem Geldbetrag ist man Ihrer Meinung nach reich?
Eine Million? Nein, ich glaube, eine reiche Person ist jene, die mit dem zufrieden ist, was sie hat. Und mit dem entscheidet, anderen zu helfen. Ob man viel oder wenig hat, hat nicht unbedingt mit Geld zu tun.
Wie alt wären Sie gern für immer?
27 vielleicht. Ich war zwar noch nie 27, aber es scheint ein gutes Alter zu sein.
Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer hält die Hommage?
Meine Mutter. Weil ich wissen will, was sie sagen würde.