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Die regierende spanische Volkspartei (PP) muss für ihren harten Sparkurs einen hohen politischen Preis zahlen. Nach einer am Sonntag von der Tageszeitung «El País» veröffentlichten Umfrage hat die PP von Ministerpräsident Mariano Rajoy in nur einem Monat sechs Prozentpunkte in der Wählergunst verloren.
Sie liegt nur noch 5,3 Prozentpunkte vor den oppositionellen Sozialisten (PSOE), bleibt aber stärkste Partei. Die Umfrage ist die erste nach dem Beschluss des Sparpakets im Umfang von 65 Milliarden Euro Anfang Juli.
Die Sparmassnahmen enthalten unter anderem eine Kürzung des Arbeitslosengeldes, die Abschaffung des Weihnachtsgeldes für Staatsangestellte und eine kräftige Anhebung der Mehrwertsteuer. Die Wähler sehen in dieser Kürzungspolitik einen Bruch der Wahlversprechen.
Bei Neuwahlen würde die PP 30 Prozent der Stimmen erhalten. Das sind 14,6 Prozentpunkte weniger als vor acht Monaten. Nie zuvor hat eine spanische politische Partei in so kurzer Zeit einen so starken Stimmenverlust erlitten.
Sozialisten vermögen nicht zu profitieren
Bei der Parlamentswahl am 20. November 2011 hatte die Volkspartei einen Erdrutschsieg erzielt und im Parlament eine bequeme absolute Mehrheit gewonnen. Die konservative Partei regiert ausserdem in den meisten Regionen und Gemeinden.
Die PSOE profitiert allerdings kaum vom Absturz der Regierungspartei: Ihr Stimmengewinn beschränkt sich nach der Umfrage auf nur 1,6 Prozentpunkte. Die grosse Mehrheit der Spanier macht nach wie vor die sozialistische Vorgängerregierung für das Ausmass der Wirtschaftskrise im Land verantwortlich.
(rcv/sda)