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Die Gemeinde Cham beabsichtig die Erstellung eines Schulhausprovisoriums für einen Klassenzug (2 Kindergartenklassen, 6 Primarschulklassen und eine Sonderklasse) sowie für die Modulare Tagesschule. Das Schulhausprovisorium wird am Standort Städtli für eine Nutzungsdauer von ca. 20 Jahren erstellt.
Ziel des Projekts ist es, trotz begrenztem Platzbedarf und umfangreichem Raumprogramm, eine ortsverträgliche Lösung für ein temporäres Schulhaus zu schaffen, welches sich in seiner Volumetrie und Gliederung in den Kontext einfügt und ansprechende, vielfältig nutzbare Aussenräume erzeugt.
Das Gebäude wird für eine verträgliche Massstäblichkeit in zwei Trakte geteilt, welche durch Verbindungsbauten um einen Innenhof verbunden werden. Die dreigeschossigen Hauptbauten sind, für den Schulhausbau optimiert, Ost-West ausgerichtet. Die Verbindungsbauten werden in ihrer Geschossigkeit bewusst differenziert und sowohl entlang der Zugerstrasse als auch zum Schulareal Städtli 1 zurückversetzt. Das Aulavolumen im Norden ist eingeschossig, erhält der Nutzung entsprechend jedoch einen überhohen Raum. Der zweigeschossige Verbindungsbau im Süden stellt auf 2 Geschossen eine Verbindung zwischen den Haupttrakten her.
Als Erweiterung der Aula, für Pausen, zum Lernen und Verweilen, wird im Innenhof ein geschützter Aussenraum geschaffen.
Die Haupttrakte des Schulhausprovisoriums sind entlang eines zentralen Mittelkorridors organisiert. Die äusseren Raumschichten nutzen die grosszügigen Fassaden mit raumhohen Fensterelementen, während Nebenräume und Funktionsflächen in den Innenecken platziert werden. Eine vertikale Erschliessung erfolgt über zwei Treppenhäuser mit angebundenem Lift an der südlichen Fassade angrenzend zur viel befahrenen Zugerstrasse und dient so zusätzlich als Lärmpuffer.
Im Erdgeschoss befinden sich neben dem Kindergarten im Osten und der modularen Tagesschule im Westen auch die öffentlichen Bereiche wie Aula, Pausenhalle und Versorgungseinrichtungen.
Unterrichtsräume für Spezialunterricht und der Lehrer- / Verwaltungsbereich werden im 1. Obergeschoss organisiert, während für die Klassenzimmer mit Gruppenräumen das oberste Geschoss vorgesehen ist.
Das Provisorium ist als Holzbau in einer Struktur aus Stützen und Trägern in Längsrichtung mit aufgelegten vorgefertigten Geschossdecken aus Lignatur Holz-Kassettenelementen geplant. Haupttragachsen bilden die Fassaden sowie die, den Korridor flankierenden, Längswände. Die Tragstützen bilden mit einem durchlaufenden Brettschichtholz-Träger neben dem Tragsystem auch ein prägendes gestalterisches Element für die Korridorbereiche.
Die Zimmertrennwände werden als Leichtbaukonstruktion erstellt und ermöglichen so hohe Flexibilität.
Die Treppenhäuser, welche den vertikalen Fluchtweg bilden, werden massiv ausgebildet und spiegeln in ihrer Materialisierung in Sichtbeton spezifische Anforderungen an Funktion und Dauerhaftigkeit wider.
Die massive Bodenplatte mit Frostriegel erfordert aufgrund der Bodenverhältnisse eine Gründung mittels Mikro-Bohrpfählen.
Die Fassade wird mit einer farbig gestalteten Holzverkleidung auf einem Sockel aus gedämmtem faserarmiertem Beton ausformuliert. Die Volumen werden geschossweise mit horizontalen Bändern in liegender Holzverschalung gegliedert. Vertikal verschalte Holzpfeiler rhythmisieren die Fassade in Längsrichtung und rahmen die raumhohen Fensterelemente, welche immer aus einem geschlossenem Lüftungsflügel mit anschliessender Festverglasung bestehen. Vertikale Holzlamellen vor dem Lüftungsflügel dienen als Absturzsicherung. Ein aussenliegender Sonnenschutz wird in Form von textilen Vertikalstoren vorgesehen.
Die Dächer werden extensiv begrünt, um neben gestalterischen Aspekten eine ausreichende Retention und Einflussverzögerung sicherzustellen. Dachaufbauten wie Dachausstiege, Einhausungen von Wechselrichtern oder Kanälen sowie die Wärmepumpen werden mit, auf die Fassadengestaltung abgestimmten, farbigen Blechen verkleidet. Auf den Dächern der zwei Haupttrakte werden grossflächige Photovoltaikanlagen platziert.
Die Zuwegung zum Gebiet sowie der Pausenplatz werden in Hinblick auf Betrieb und Unterhalt, aber auch in Anlehnung an die bestehende Platzgestaltung des Areals Städtli 1, asphaltiert. Einen Bauminsel referenziert die Pausenhofgestaltung der bestehenden Schulanlage im Norden und bricht so die sonst vorwiegend geradlinige Gestaltung auf.
Die Wegführung im östlichen und nördlichen Perimeterbereich ist gegenüber dem geometrischen Pausenplatz eher organisch angelegt und führt selbstverständlich durch das Gelände zu den Eingangsorten des Gebäudes.
Der Grünsaum im Süden, welcher eine natürliche Schutzzone zur Zugerstrasse bildet, wird belassen bzw. teilweise erweitert und als charakterprägendes Merkmal des Ortes gestärkt.
Der geschützte Innenhof wird mit einem Hartbelag ausgestattet und durch eine Bauminsel gegliedert. Die Fläche ist entsprechend gestaltet, damit eine Vielzahl an möglichen Nutzungen verwirklicht werden kann.
Der bestehende Spielplatz des Kindergartens im Westen der Parzelle, welcher für die Baustelleneinrichtung aufgelöst werden muss, wird neugestaltet am gleichen Standort wiederhergestellt. Die neue Spielfläche wird durch eine natürliche organische Gestaltung charakterisiert und bietet mit Hecken und Bäumen eine natürliche Trennung zum Pausenplatz und dem nachbarlichen Grenzzaun.