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Von Langnau nach Thun
1907 verliess Emil Frieden Langnau und tat sich in Bern mit seinem Bruder Jakob, der das gleiche Handwerk erlernt hatte, zusammen. Die Brüder mussten aber bald erkennen, dass der Betrieb nicht zwei kinderreiche Familien ernähren konnte und mieteten 1908 im aufstrebenden Fremdenkurort Thun ein Ladenlokal, wo sie den Touristen «Echte Schweizer Filigran-Arbeiten» anboten. Bereits im nächsten Jahr trennten sie sich aber wieder, Jakob behielt das Geschäft in Bern, Emil blieb in Thun und konnte die Liegenschaft Hauptgasse 37 käuflich erwerben. Das Haus, dessen Fundamente über 500 Jahre alt sind, war um 1800 erstmals amtlich im Grundbuch erwähnt worden: Wohnhaus mit eingebautem Krämerladen, mit Mattland und Holzschopf.
Damals befanden sich auf den einzigartigen Hochtrottoirs der Hauptgasse die Krämerläden, darüber die Wohnungen. In der Gasse waren die Viehställe für die Kühe, Schafe, Ziegen und Schweine. Frühmorgens wurden die Tiere auf die Allmend getrieben und am Abend wieder in die Ställe zurückgeholt.