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Bhutan – im Land des Donnerdrachens21. Juni 2018
Mystisch, unbekannt, ursprünglich und zauberhaft – so präsentiert sich Bhutan (Druk Yul), das Königreich im Schatten des Himalaya.
Jahrelang von der Aussenwelt abgeschottet, findet man hier ein Paradies mit malerischen Landschaften, Wäldern, grünen Tälern, Klöstern (Dzongs), verschlafenen Dörfern und freundlichen, offenen Menschen. Bhutan ist reich an Traditionen und Bräuchen, deren Erhalt grossgeschrieben wird. So konnte sich das Land seine reiche Kultur über die Jahre bewahren. Der Schutz der Umwelt sowie das Streben nach Bruttosozialglück sind in Bhutans Verfassung verankert. Die Philosophie des Bruttosozialglücks beruht auf vier Säulen: Gute Regierungsführung, ökonomische Entwicklung, Umwelterhaltung und Förderung der Kultur. Mit diesem Konzept sollen die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Bevölkerung gesteigert und eine nachhaltige Modernisierung mit den uralten Traditionen in Einklang gebracht werden.
Tourismus
Bhutan ist erst seit 1974 für Touristen geöffnet. Die Mindestpreise für touristische Dienstleistungen sind staatlich festgelegt und reguliert. Dies hat zur Folge, dass der Preis hoch scheint verglichen mit einer ähnlichen Leistung (z.B. Hotel) in einem anderen Land in Südasien. Durch diese Massnahme konnte sich Bhutan bis jetzt vor dem Massentourismus bewahren. Die Zukunft wird zeigen, ob dies noch für längere Zeit so bleiben wird.
Land & Leute
Das Königreich Bhutan liegt an den Südhängen des östlichen Himalayas und ist mit einer Fläche von rund 38‘394 km² etwas kleiner als die Schweiz. Das Land liegt eingebettet zwischen Tibet und Indien und gliedert sich in drei grobe Regionen: Die südliche Duar-Ebene mit teils tropischem Klima, Zentral-Bhutan mit gemässigtem, kontinentalem Klima und die Hochgebirgsregion Lunana mit dem höchsten Berg des Landes, dem 7570 Meter hohen Gangkhar Puensum. Rund drei Viertel der Fläche Bhutans sind intakte, grösstenteils unberührte Wälder, der Lebensraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Unter anderem leben hier Tiger, Leoparden, Schneeleoparden und Bären. Bhutan legt Wert auf nationale Symbole: Es gibt eine nationale Blume (den Blauen Mohn), ein nationales Tier (den Takin), einen nationalen Vogel (den Raben) und einen nationalen Baum (die Zypresse). Das Königreich bleibt ein geheimnisvolles Paradies für seine Besucher. Häuser mit farbenprächtigen Fensterrahmen und wunderschön verzierten Türen, Eichenwälder, kunstvoll geflochtene Zäune, flatternde Gebetsfahnen – alles Eindrücke, die sich dem Besucher während einer Bhutan-Reise bieten.
Im Land des Donnerdrachens leben rund 750’000 Menschen, ursprünglich Drukpa genannt (Bewohner von Druk Yul), welche sich in drei Bevölkerungsgruppen gliedern. Die Ngalongs, welche im Mittelalter aus Tibet eingewandert sind, die Sharchops, welche sich zum Buddhismus bekennen und die Lhotshampas, welche dem Hinduismus verbunden sind. Spiritualität ist ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. In Bhutan gibt es Tausende von Stupas, Chorten (Kultbau des tibetischen Buddhismus) und über 2’000 Klöster, welche den starken Glauben der Bevölkerung widerspiegeln. Die Sozialstrukturen in Bhutan sind fortschrittlich, Frau und Mann sind rechtlich gleichgestellt und Aufstiegsmöglichkeiten in der Gesellschaft hängen nicht vom sozialen Rang oder der Geburtsfamilie ab. Die offizielle Sprache Bhutans ist Dzongkha, das ursprünglich nur im Westen des Landes gesprochen wurde. Erst seit rund 30 Jahren gibt es eine Schriftsprache, vorher wurde von den wenigen Schriftkundigen nur in «Choekey» geschrieben, der «religiösen Sprache», die dem klassischen Tibetischen entspricht. Im ganzen Land werden zirka 20 verschiedene Dialekte gesprochen.
Als Nationalgericht gilt «Ema Datsi», ein Gemisch aus Käse und Chili, das seiner Schärfe wegen nicht für alle Besucher gaumentauglich ist. Reis ist eines der Grundnahrungsmittel, aber auch Mais oder Buchweizen werden oft serviert. In der kalten Jahreszeit ernähren sich die Bewohner Bhutans von Suppen oder Eintöpfen mit Fleisch, Linsen, Gemüse und Käse. Nicht fehlen darf Chili, eine der schärfsten Chili-Sorten der Welt stammt aus Bhutan. Das beliebteste Getränk der Bhutanesen ist der Buttertee. In einigen Regionen wird Arak, ein Reisschnaps, gebrannt und erfreut sich grosser Beliebtheit.
Sitten
Respekt gegenüber älteren Leuten wird in der bhutanesischen Gesellschaft grossgeschrieben. Als Tourist muss man es vermeiden, den Kopf einer anderen Person zu berühren oder die Füsse einem anderen Menschen direkt entgegenzustrecken. Während eines Gesprächs mit übereinander geschlagenen Beinen da zu sitzen oder zu Rauchen ist verpönt (in Bhutan herrscht Rauchverbot in der Öffentlichkeit). Nein zu sagen gilt grundsätzlich als genauso unhöflich wie die eigene Meinung starr zu vertreten, so dass es dem Gesprächspartner nicht möglich ist, einen Ausweg zu finden, wenn er eine abweichende Meinung vertritt. Deswegen werden Ausdrücke wie «vielleicht» gerne verwendet. Geschenke sollten niemals in Gegenwart des Schenkenden geöffnet werden. Gastfreundschaft wird mit dem Anbieten von Tee oder Alkohol unterstrichen. Nicht sofort zusagen aber auch nicht ablehnen ist eine Kunst, die Sie nach kurzer Zeit in Bhutan beherrschen werden!
Festivals
Wie überall in Südasien feiert man in Bhutan verschiedene Feste, unterschieden wird zwischen den weltlichen und den religiösen Festen (Tsechus). Die religiösen Feierlichkeiten sind häufiger und werden als wichtiger angesehen. Sie dienen dazu, den Glauben in den Buddhismus zu festigen und Freunde und Familie wiederzusehen. Viele der Festivals werden mit spektakulären Maskentänzen untermalt, jede der Masken hat ihre eigene Bedeutung. Als musikalische Begleitung wird auf langen Hörnern geblasen und zwischen den Vorstellungen unterhalten Clowns die Zuschauer.