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Seit 30 Jahren ist die Demokratische Republik Kongo mit komplexen Krisen konfrontiert. In der Provinz Nord-Kivu setzt das Projekt an zentralen, verbundenen Problemfeldern an. Zu den Problemfeldern zählen unter anderem die konfrontative Mobilisierung von Identitäten, interethnische Gewalt und eine auf die Präsenz bewaffneter Gruppen zurückzuführende prekäre Sicherheitslage. Die implementierten Massnahmen sollen politische, soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten abbauen, indem sie die Beziehungen innerhalb der Gruppen und zwischen den Gruppen verbessern. Frauen und andere marginalisierte Gruppen werden dabei auf Gemeindeebene in alle Phasen der Friedensbildung einbezogen.
Projektteilnehmende:
Rund 1500 Personen nehmen am Projekt teil. Dazu zählen 188 sogenannte Verpflichtungsinhaber:innen aus den Reihen der Kommunal- und Provinzbehörden, der Sicherheitskräfte und der staatlichen Dienste, welche den Zugang zu einem bestimmten Recht (beispielsweise auf persönliche Sicherheit) für Personen und Gemeinschaften gewährleisten können. 150 in alternativem Konfliktmanagement geschulte Personen, 896 Interessenvertreter:innen unter anderem aus ethnischen Gemeinschaften sowie 300 weibliche Führungskräfte und Vertreter:innen marginalisierter Gruppen bringen sich ebenfalls aktiv in die Friedensarbeit ein.
Ziele:
Ziel ist, einen Beitrag zur Förderung von Gleichheit, Gerechtigkeit und sozialem Frieden innerhalb der Interessen- und Identitätsgruppen zu leisten. Dazu setzt das Projekt Massnahmen zur Stärkung der Handlungskompetenzen von fünf lokalen Friedensnetzwerken sowie zur Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts um. Insbesondere wird auf eine aktive Beteiligung von Frauen und Jugendlichen an der lokalen Friedenskonsolidierung hingearbeitet. Die Einbindung von Verpflichtungsinhaber:innen nimmt ebenfalls einen wichtigen Stellenwert ein und soll dazu führen, dass sie sich für Friedens- und Sicherheitsbelange sensibilisieren.
Aktivitäten:
Um die Konflikttransformation in Rutshuru und Lubero voranzubringen, werden lokale Friedenskomitees durch technische und finanzielle Unterstützung sowie Trainings von Mitarbeitenden in ihrer Funktion gestärkt. Die Verbreitung von alternativen Konfliktbewältigungsmechanismen mittels didaktischer Materialien, Radiosendungen und regelmässiger Monitoring-Treffen hilft dabei, die Spannungen, die sich an politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten entzünden, zu entschärfen. Lokale Verwaltungsangestellte und traditionelle Autoritäten erwerben in Ausbildungstrainings Know-how in den Bereichen Menschenrechte sowie Sicherheit und können so auf Ebene der Provinzen bestehende Bestimmungen besser umsetzen. Der halbjährliche Austausch zwischen Oberhäuptern und der Zivilgesellschaft trägt dazu bei, spezifische Probleme wie Landnahmen oder interethnische Spannungen zu erkennen und zu entschärfen. Fünf neu aufgebaute Advocacy-Netzwerke widmen sich Fragen innerhalb der Gemeinden und setzen sich gegenüber Behörden für die Friedensförderung ein. Frauen und Jugendliche werden mittels Schulungen für alternative Konfliktlösungen sowie die ihnen zustehenden Rechte sensibilisiert, das stärkt ihre Position gegenüber lokalen Behörden und traditionellen Autoritäten. Kulturelle und gemeinschaftsbildende Aktivitäten verfeindeter Gruppen sollen zum Abbau von Spannungen insbesondere zwischen jungen Menschen führen.