Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03580.jsonl.gz/1364

Gründer des Dojo Bern
Am 11. Juni 1964 gründete Werner Raymond Schüpfer aus Winterthur, damals 2. Kyu, zusammen mit elf Karate-Interessierten den Karate Club Bern, darunter Claude Laillard, Silver Weber, Ernst Mezger, Jürg Aebli und Hans Winiger. Samuel Däppen, 1965 als 1. Kyu von Lausanne nach Bern zurückgekehrt, übernahm im Karate Club das Fortgeschrittenen-Training und wurde zu dessen Technischen Leiter gewählt. Im Herbst desselben Jahres eröffnete er die Karate-Sektion im Judo- und Jiu-Jitsu Club Bern. Trainiert wurde dort in der Aarhofturnhalle unterhalb der Polizeikaserne sowie im kleineren Dojo am Waisenhausplatz. Der Karate Club Bern trainierte an der Kramgasse 26 in den Räumlichkeiten des heutigen Kellerkinos. Als einem der eifrigsten Schüler wurden Silver Weber dort dann schon recht bald auch Trainingsaufgaben übertragen. 1966 wurden dann auch weitere Trainingsräumlichkeiten in der Pension Pergola an der Belpstrasse und der Turnhalle der Gewerbeschule in der Lorraine gefunden. Auf Initiative von Samuel Däppen wurde im Herbst 1966 der erste Lehrgang mit Meister Tetsuji Murakami durchgeführt, die dann bis 1969 zweimal jährlich stattfanden. Diese Trainings waren äusserst hart und seine Lehrmethoden umstritten was dazu führte, dass sich immer mehr Widerstand regte und sich viele Schüler diesem harten Regime nicht länger beugen wollten. Auch von der damals im Schweizerischen Judoverband neu gegründeten „Sektion Karate“ wurde der Bann gegen Murakami ausgesprochen, das heisst seinen Mitgliedern wurde es verboten, an Murakami-Kursen teilzunehmen. Samuel Däppen und Silver Weber, als kompromisslose Adepten ihres Meisters, sahen sich schliesslich gezwungen neue Wege zu beschreiten und gründeten am 1. März 1969 das Karate Dojo Bern, das fortan nicht mehr als Club, mit Statuten, Vorstand und Mitgliederversammlungen, sondern als Karate-Schule - als die erste in dieser Art in der Schweiz - geführt wurde. Die Karate Sektion des Judo- und Jiu Jitsu- Clubs Bern sowie der „alte“ Karateclub wurden aufgelöst, letzterer alsdann durch einige Verbliebene neu gegründet. Mit rund 30 Getreuen wurde der Trainingsbetrieb des Karate Dojo Bern im neu eingerichteten Dojo an der Sägestrasse 73 in Köniz aufgenommen. Silver Weber gab seinen Beruf als Grafiker auf und widmetet sich fortan als hauptamtlicher Lehrer der Kampfkunst Karate-Do. Dieser Schritt in die Selbständigkeit, das heisst Loslösung von Vereinsquerelen und Verbandsauflagen ermöglichte es den beiden Karate-Pionieren dem Weg ihres Meisters, Tetsuji Murakami, treu zu bleiben und auch seine Kurse in der Schweiz weiterhin durchzuführen.
Hier eine kurze Beschreibung der beiden Pioniere Samuel Däppen und Silver Weber:
Samuel Däppen
aktiv von 1959 bis 1997
Shihan
Soke Murakamikai
Silver Weber
aktiv von 1964 bis 2010
Shihan
Samuel Däppen wurde am 3. Februar 1944 im Spiegel ob Bern geboren. 1959 begann er im Judo & Jiu Jitsu Club Bern Jiu Jitsu und Judo zu praktizieren. Nach seinem Umzug in die Westschweiz im April 1963 machte er im Judo Budokan Club Lausanne mit den damals in der Schweiz noch neuen und weitgehend unbekannte Disziplinen Aikido und Karate-Do Bekanntschaft. Nach einem im Juli desselben Jahres in Genève besuchten Karate-Lehrgangs mit dem japanischen Meister Tetsuji Murakami aus Paris, verschrieb er sich fortan voll und ganz dieser neuen Kampfkunst Karate-Do. Im Herbst 1965 kehrt Samuel Däppen als 1. Kyu, damals der höchstgraduierte Karateka der deutschsprachigen Schweiz, aus der Westschweiz zurück nach Bern, gründet die Karate-Sektion des Judo & Jiu Jitsu Club Bern und übernimmt die Technische Leitung im 1964 gegründeten Karate Club Bern. Im Herbst 1966, vom 4. bis 9. September, organisiert er den ersten Karate-Lehrgang mit Meister Murakami in Bern. Anlässlich eines nächsten Lehrgangs im Frühjar 1967, wird ihm vom Meister am 4. Februar 1967, ein Tag nach seinem 23. Geburtstag, der 1. Dan verliehen. Am 01. März 1969 gründet er mit seinem Schüler und Freund Silver Weber Berns erste Karate-Schule, das Karate Dojo Bern, welches seinen ersten Trainingsort an der Sägemattstrasse 73 in Köniz erhält. Am 02. Dezember 1982 gründet Samuel Däppen mit den damaligen Dan-Trägern das Dan Kollegium Karate Dojo Bern und Shotokai Schweiz. 1987 wird Samuel Däppen zum 5. Dan graduiert. Am 18. Juni 1994 wird Shotokai Schweiz neu organisiert und erhält den Namen Murakamikai Schweiz, dies als klare Abgrenzung zu den vielen Shotokai-Gruppen, welche in der Zwischenzeit überall entstanden sind.
Silver Weber wurde am 04. April 1946 in Bern geboren. 1962 begann er im Judo & Jiu Jitsu Club Bern Jiu Jitsu zu praktizieren. Als Gründungsmitglied des Karate Club Bern am 11. Juni 1964 verschrieb er sich fortan ausschliesslich dieser damals neuen Kampfsportdisziplin Karate-Do. Im Frühjahrslehrgang 1967 trifft er erstmals Meister Murakami und wird von ihm am 4. Februar auf den 2. Kyu gradiert. Am 01. März 1969 gründet er mit Samuel Däppen Berns erste Karate-Schule, das Karate Dojo Bern, welches seinen ersten Trainingsort an der Sägemattstrasse 73 in Köniz erhält. Gleichzeitig entschliesst er sich, seinen Beruf als Graphiker aufzugeben um sich fortan beruflich als Karate-Lehrer zu betätigen. Am 30. Juli 1969 wird ihm anlässlich des ersten zweiwöchigen Lehrgangs in Serignan, Südfrankreich, von Meister Murakami der 1. Dan verliehen. 1970 beginnt Silver Weber mit dem Unterricht an der Migros Clubschule in Bern. Am 02. Dezember 1982 gründet er zusammen mit Samuel Däppen und den damaligen Dan-Trägern das Dan Kollegium Karate Dojo Bern und Shotokai Schweiz. 1987 wird er zum 5. Dan graduiert. Am 18. Juni 1994 wird Shotokai Schweiz neu organisiert und erhält den Namen Murakamikai Schweiz, dies als klare Abgrenzung zu den vielen Shotokai-Gruppen, welche in der Zwischenzeit überall entstanden sind. 1995 beendet er den Unterricht an der Migros Clubschule in Bern. Von 1996 bis 2005 leitet Silver Weber mit Martin Wälchli und anderen Assistenten zusammen die Sommer-Stages im Tessin in der Schweiz. Am 01. Mai 2007 übergibt Silver Weber das Karate Dojo Bern an Martin Wälchli und Pascal Oegerli.