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Pflanzenschutzmittel können durch Abdrift leicht in Gewässer gelangen und Nichtzielorganismen schädigen. Vor diesem Hintergrund müssen Massnahmen getroffen werden, um die Verschmutzung von Oberflächengewässern zu vermeiden.
Laut Agridea kann 1 Gramm Pflanzenschutzmittel einen Bach von 1m Breite und 1 m Tiefe auf 10 km Länge verunreinigen. Doch soweit muss es nicht kommen, wenn man die «Gute Landwirtschaftspraxis» einhält. Dazu gehört zur Vorbereitung das richtige Einstellen der Spritzgeräte und die Vermeidung punktueller Verunreinigungen beim Abfüllen und Reinigen der Spritzgeräte.
Als weiteres sollten die Risiken in der Parzelle und ihrer Umgebung identifiziert werden:
Um die Risiken einzuschränken, sollte nach Möglichkeit nur behandelt werden, wenn der Wind in die entgegengesetzte Richtung eines Risikogebiets weht oder am schwächsten ist:
(Tabelle Agridea Merkblatt)
Eine Behandlung ist zu vermeiden:
Die besten Bedingungen zum Spritzen sind meist in den Morgenstunden oder am Abend.
Die richtige Grösse der Spritztröpfchen entscheidet zudem die Wahrscheinlichkeit der Abdrift von Pflanzenschutzmitteln:
(Grafik Agridea Merkblatt)
Die Grafik zeigt, dass feinere Tröpfchen (<100 Mikrometer) stärker abgedriftet und verdunstet werden als grössere Tröpfchen. Die Empfehlung ist, mit geringerem Druck oder Injektordüsen zu arbeiten.
Zur Reduktion der Drift in unbehandelten Pufferzonen geben SPe 3-Sätze auf den Etiketten der Pflanzenschutzmittel und dem Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) vor, wie viel Abstand (20 m, 50 m oder 100 m) zu Fliessgewässern, Tümpeln, Teichen, Seen und Biotopen eingehalten werden müssen.
Die Breite der unbehandelten Pufferzonen kann allerdings reduziert werden, wenn mit Injektordüsen gearbeitet wird. Mit ihnen kann eine Driftreduktion von 50% (=0.5 Punkte); 75% (= 1 Punkt); 90% (= 2 Punkte) oder 95% (= 3 Punkte) erreicht werden. Anhand einer Tabelle der Agridea kann die Driftreduktion bestimmt werden.
Erreicht man eine Punktzahl von 1 bis 3 Punkten, kann die Breite der nicht behandelten Pufferzone reduziert werden:
(Tabelle Agridea Merkblatt)
Dabei gilt: je grösser die Driftreduktion, desto mehr Punkte erhält man und desto stärker kann der SPe 3-Abstand (Breite der Pufferzone) reduziert werden.
Dabei zu beachten:
Für Düsen, die nicht in der Tabelle aufgeführt sind, gibt es ein vereinfachtes Verfahren:
(Tabelle Agridea Merkblatt)
Werden mehrere Massnahmen kombiniert, können die Drift und die Pufferzonen noch stärker reduziert werden; z. B. Kombination der Injektordüse mit Vegetationsstreifen. Allerdings müssen die umgesetzten Massnahmen unterschiedlicher Art sein, d.h. von verschiedenen Spalten kommen (s. Tabelle).
Katrin Erfurt
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Um Pflanzenschutzmittel-Einträge und ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren, veröffentlich der Bund jährlich spezifische Massnahmen im Rahmen des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel. Als Ergänzung zu unserer Artikelserie «Pflanzenschutz unter Druck» wird die BauernZeitung diese Massnahmen detailliert vorstellen.
Pflanzenschutzmittel können nach der Anwendung auf unterschiedlichen Wegen in Oberflächengewässer gelangen. Bei starken Regenfällen wird die Abschwemmung von Pflanzenschutzmittel ein wichtiger Eintragsweg in Gewässer.