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Dr. Lorenzet’s Gesundheits-Kolumne
Es nicht einfach, einen Magnesiummangel zu erkennen. Die Symptome sind sehr vielfältig. Muskeln, Gefässe, Herz, Nerven, Knochen, Nieren, die Verdauung, der weibliche Zyklus, die Psyche, der Schlaf und das Immunsystem brauchen Magnesium. Magnesiummangel steht auch im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes und Bluthochdruck.
WIE ÄUSSERT SICH EIN MAGNESIUMMANGEL?
Häufigstes Symptom sind die berühmten Wadenkrämpfe, die bei Magnesiummangel oft als Warnsymptom auftreten. Folgende Symptome können individuell in Zusammenhang mit einem Magnesiummangel auftreten:
• Wadenkrämpfe, Krämpfe in den Füssen, Krämpfe in den Augenlidern (Lidzucken)
• Psychische Symptome wie erhöhte Reizbarkeit, innere Unruhe, Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Benommenheit, Schwindel
• Angstgefühle
• Müdigkeit, Mattigkeit, Energielosigkeit, Schwäche
• erhöhtes Schlafbedürfnis oder Schlaflosigkeit
• Erschöpfung
• Kopfschmerzen und Migräne
• Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur
• Kreuz- und Rückenschmerzen
• Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis) und Ohrensausen (Tinnitus)
• kalte Füsse und Hände
• Taubheitsgefühl in Beinen und Armen, Empfindungsstörungen wie Kribbeln
• Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern (Herzrhythmusstörungen)
• Herzenge, Druck auf der Brust bis hin zu Angina pectoris (Brustschmerz als Verkrampfung der Herzkranzgefässe mit Luftnot)
• Magenkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit
• Verstopfung, auch im Wechsel mit Durchfall
• Störungen der Menstruation
• Bronchialkrämpfe mit Verstärkung von Asthma-Anfällen
• Verstärkung allergischer Symptome
• Bei schwangeren Frauen kann es zu erhöhter Gefahr vorzeitiger Wehen kommen
MAGNESIUMMANGEL – WIESO?
Zu den Risikogruppen zählen Jugendliche und junge Erwachsene sowie ältere Menschen, vor allem bei Diabetes (Zuckerkrankheit) oder wenn Entwässerungsmittel (Diuretika) eingenommen werden. Zudem müssen sich Schwangere und Stillende durch eine höhere Magnesiumzufuhr gegen Defizite wappnen. Leistungssport und schwere körperliche Arbeit, die mit starkem Schwitzen verbunden ist, führen ebenfalls zu erhöhtem Verbrauch. Sportler erreichen nachweislich eine bessere Leistungsfähigkeit, wenn sie vor Wettkämpfen Magnesium einnehmen.
MAGNESIUM IM ESSEN
Der Magnesiumbedarf wird über die Ernährung oftmals nicht ausreichend gedeckt. Hauptverantwortlich dafür sind unsere modernen Ernährungsgewohnheiten, die häufig einseitig und unausgewogen sind. Vor allem industriell verarbeitete Lebensmittel beziehungsweise Fertigprodukte haben einen sehr geringen Magnesiumgehalt. Werden dazu auch noch wenig Gemüse und Vollkornprodukte verzehrt, kann dies einen Magnesiummangel begünstigen. Nahrungsmittel mit hohem Magnesiumgehalt sind: Sonnenblumenkerne, Mandeln, Walnüsse, Haferflocken, Reis, Weizenvollkornprodukte, Weizenbrot, Cornflakes, Käse, Milchjoghurt, Bohnen.
STRESS SENKT DEN MAGNESIUMSPIEGEL
Stress erhöht die Adrenalinausschüttung. Was allerdings die wenigsten wissen: Stresshormone wie Adrenalin senken den Magnesiumspiegel. So gerät man bei Dauerstress in einen Teufelskreis: Das «Anti-Stress-Mineral» Magnesium wird übermässig ausgeschieden und kann dem Stress nicht mehr gegensteuern.
WEITERE URSACHEN VON MAGNESIUMMANGEL
Alkoholmissbrauch und dessen Begleiterkrankungen
Regelmässiger Alkoholkonsum begünstigt einen Magnesiummangel. Schon ab 0,5 Promille entfaltet der Alkohol seine harntreibende Wirkung und schwemmt dadurch vermehrt Magnesium aus dem Körper.
Erbrechen und Durchfall
Durchfall und Erbrechen führen über Wasser- auch zu Elektrolytverlust – und somit zu Verlusten von Magnesium.
Fasten, Diäten, intravenöse Ernährung
Auch Unter- und Übergewicht können mit einem Magnesiummangel durch falsche Ernährung in Zusammenhang stehen. Diäten können sehr sinnvoll sein, um Übergewicht zu reduzieren – übertreiben sollte man jedoch nicht, da die Gefahr besteht, durch die niedrige Kalorienzufuhr nicht nur insgesamt zu wenig Nährstoffe, sondern auch zu wenig Magnesium aufzunehmen.
Krankheiten
Darmschäden, Darmresektion und chronische Darmkrankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie und andere Störungen der Nahrungsaufnahme im Darm verursachen meist Magnesiummangel, da der Nährstoff nicht in ausreichender Menge aus dem Darm resorbiert werden kann.
Diabetes
Diabetes und vor allem eine schlechte Blutzuckereinstellung sind Kriterien, die zur Unterversorgung mit Magnesium führen können. Schilddrüsenüberfunktion, Störungen der Nebenschilddrüse und Überproduktion von Aldosteron verursachen ebenfalls Magnesiummangel, ebenso wie die Einnahme von Hormonen oder der Anti-Baby-Pille.
MAGNESIUMMANGEL ALS UNERWÜNSCHTE NEBENWIRKUNG
Medikamente wie «kaliumsparende» Entwässerungsmittel, die Magnesium mitausschwemmen, Abführmittel, Chemotherapeutika bei Krebs (Cisplatin), Immunsuppressiva (Ciclosporin), einige Antibiotika (Tetracycline), Protonenpumpenhemmer (Pantozol, Nexium etc.) und die Anti-Baby Pille: Sie alle können zu einer Unterversorgung mit Magnesium führen.
WIE WIRD MAGNESIUMMANGEL FESTGESTELLT?
Einen gravierenden Magnesiummangel kann man im Labor testen. Da die meisten Laboratorien jedoch nur das Gesamtmagnesium im Blut testen, macht sich ein Magnesiummangel erst bemerkbar, wenn die Magnesiumzufuhr bereits über einen längeren Zeitraum unterhalb des täglichen individuellen Magnesiumbedarfs liegt und kein weiteres Magnesium mehr aus den Speichern freigesetzt werden kann.