Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03358.jsonl.gz/1740

Die Kapelle in Zenhäusern wurde von den Gebrüdern Hermann und Albert Lehner im Jahre 1905 erbaut und – gemäss Inschrift auf der Westseite – am 13. August 1905 vom Sittener Bischof Julius Mauritius Abbet eingesegnet. Gemäss Anton Gattlen (Bürchen. Geschichte des Birchenberges, Sitten 2007, 520) fand die Segnung der Kapelle und des Altars durch Bischof Abbet erst am 16. November 1906 statt.
Der Altar stellt eine Nachbildung der Grotte von Lourdes dar. Er erinnert damit an die Erscheinungen der Muttergottes an die heilige Bernadette Soubirous in der Grotte von Massabielle in Lourdes im Februar 1858.
Hermann und Albert Lehner werden sich an ihre eigenen Wurzeln erinnert haben, als sie 1923 den Kunstmaler Albert Nyfeler (1883-1969) mit der Gestaltung des Innenraumes der Kapelle beauftragt haben. Der aus dem Kanton Bern stammende Nyfeler siedelte sich nämlich um 1920 in Kippel im Lötschental an.
1906 legten die beiden Brüder fest, dass ihre Erben auf ewige Zeiten für den Unterhalt der Kapelle aufzukommen haben.
Wer nach Gründen für den Bau der Kapelle sucht, wird deren zwei aufführen können.
1. Das grosse Erdbeben von 1855 hat die im Weiler Zenhäusern bestehende Kapelle auf dem Chapollubiel so stark beschädigt, dass sie nicht mehr benutzbar war. Der damalige Pfarrer von Unterbäch und Bürchen Martin Lehner setzte sich zwar für eine Renovation der Kapelle ein. Der Kirchenbau und die Gründung der Pfarrei Bürchen im Jahre 1879 erforderten aber wohl die zur Verfügung stehenden Gelder und liessen die Kapelle in Zenhäusern in Vergessenheit geraten. 50 Jahre nach dem Erdbeben wollten die Gebrüder Lehner in Zenhäusern wieder eine Kapelle stiften.
2. Auf der Rückwand der Kapelle liessen Hermann und Albert Lehner Erinnerungstafeln an ihre verstorbenen Eltern Erasmus Lehner (1826-1900) und Katharina geb. Gattlen (1834-1903) sowie an ihren verstorbenen Onkel Pfarrer Martin Lehner (1820-1893) anbringen. Der Bau der Kapelle kann also durchaus auch als Bau zu Ehren der verstorbenen Verwandten betrachtet werden.
Aus einem Vortrag von Lukas Lehner an der Primarschule von Bürchen im Jahre 2010.