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Solidarische Superreiche: Tax the rich, say the rich
«Millionär*innen und grosse Firmen haben historisch am meisten vom Reichtum dieses Landes profitiert. Sie sollten einen grösseren finanziellen Beitrag leisten.» Diese zwei Sätze, die im Argumentarium für die 99%-Initiative nicht gross auffallen würden, stammen eigentlich von der Webseite der Patriotic Millionaires. Dabei handelt es sich um eine Gruppierung von über 200 US-Bürger*innen mit Vermögen in Millionenhöhe, denen die zunehmende Konzentration von Geld und Macht in ihrem Land Sorge bereitet. Ihre Forderung an die Politik? Höhere Steuern für sich und andere Superreiche, gekoppelt mit einer Erhöhung des Mindestlohns. Dafür gingen die Patriotic Millionaires im Mai mit Banner und Megafon vor den Häusern von Jeff Bezos demonstrieren.
Und in der Schweiz?
Natürlich sind die Patriotic Millionaires nicht unfehlbar. Sie handeln aus Angst vor dem Zusammenbruch des herrschenden ausbeuterischen Systems und ordnen all ihre Forderungen dem Ziel des wirtschaftlichen Fortschritts unter. Zudem ziehen sie mit der ersten Hälfte ihres Namens eine klare Grenze für ihr Wohlwollen. Dennoch stellt sich die Frage, weshalb es in der humanistischen Schweiz keine vergleichbare Gruppierung aus solidarischen Superreichen gibt. Schliesslich ist die Vermögensverteilung während der letzten Jahre auch hierzulande ungleicher geworden, wie eine Analyse der Steuerdaten zeigt. Ob sich schweizerische Millionär*innen durch einen Abstimmungskampf um eine Erhöhung der Steuern auf Kapitaleinkommen hinter dem Ofen hervorlocken lassen? Der Beitrag zu einer gerechteren Schweiz, den sie mit ihrer Unterstützung der 99%-Initiative leisten könnten, würde ihnen auf jeden Fall gut zu Gesicht stehen.
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