Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03272.jsonl.gz/237

- Auf der spanischen Kanareninsel La Palma ist im Bereich der Cumbre Vieja ein Vulkan ausgebrochen.
- Viele Häuser wurden durch Lava zerstört.
- Am Sonntagnachmittag gab es mehrere heftige Explosionen in der Gemeinde El Paso im Süden der Insel, die zu den Kanaren gehört.
- Mehr als 5000 Menschen mussten evakuiert werden, 500 davon sollen Touristen sein. Hinweise auf Verletzte liegen bisher keine vor.
Die Behörden teilen am Montag mit, dass viele Häuser durch den Vulkanausbruch zerstört worden seien. Die genaue Zählung sei laut Sprecher der Regionalregierung noch im Gange.
Der Bürgermeister von El Paso, einem der evakuierten Dörfer, bestätigt auf Nachfrage des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (TVE), dass in seiner Stadt «mindestens zwanzig Häuser vollständig zerstört» worden seien. «Die Lava hat absolut nichts im Weg gelassen», bezeugte Sergio Rodriguez und betonte, dass die Einwohner «in Ungewissheit» seien. Sie werden «auf jeden Fall für eine Weile nicht nach Hause gehen», fügte er hinzu. Spanische Medien haben die Zahl von 100 Häusern genannt, die von den Folgen des Ausbruchs betroffen seien.
Alarmstufe rot und Evakuierungen am Sonntag
Bis zum späten Sonntagabend wurden mindestens sieben Schlote gezählt, also verschiedene Stellen, an denen Vulkanmaterial austrat, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. Einen eigenen Namen hat der Vulkan noch nicht, in spanischen Medien ist nur von «dem Vulkan» die Rede. Die Behörden riefen die Alarmstufe rot eines Vulkannotfallplanes aus und begannen mit Evakuierungen. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte eine geplante USA-Reise ab und traf am Abend auf La Palma ein.
Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Der Ausbruch liege in einem unbesiedelten Bereich der Insel, die insgesamt 83'000 Einwohner hat, berichtete der lokale Fernsehsender Canarias7 unter Berufung auf den regionalen Regierungschef der Kanaren, Ángel Víctor Torres. Wegen sich nähernder Lava, die sich in der Dunkelheit in orangeglühenden Flüssen bergab Richtung Küste wälzte, wurden etwa 5000 Bewohner der Ortschaften El Paso, Llanos de Aridane und des Badeortes Tazacorte an der Westküste der Insel in Sicherheit gebracht, wie die Polizei mitteilte. Bei 500 von ihnen habe es sich um Touristen gehandelt.
Mehrere Landhäuser gingen bereits in Flammen auf, als sie von der um die 1000 Grad heissen Lava erreicht wurden. «Es wird wohl noch mehr Zerstörungen geben, denn die Lava fliesst auf mehrere Orte zu», sagte Lucas Leal, einer der Bewohner der betroffenen Gegend, im Fernsehen. Nach Medienberichten schlossen die Behörden nicht aus, dass auch bis zu 10'000 Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten.
Feuerwehr musste Buschbrände bekämpfen
Die Feuerwehr musste unterdessen immer wieder ausrücken, um Busch- und Waldbrände zu bekämpfen, die durch den Vulkanausbruch und am Rande der Lavaströme aufflammten. Auch Einheiten des spanischen Militärs wurden zu der Insel in Marsch gesetzt. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Der Ausbruch sei bisher nicht besonders intensiv. Es wurde jedoch vor der Asche aus dem Vulkan und vor eventuell gesundheitsschädlichen Gasen gewarnt. Schaulustige wurden aufgefordert, die Gegend zu verlassen, um die Evakuierungen nicht zu behindern.
Behörden haben Bevölkerung vorgewarnt
Der Ausbruch hatte sich in den vergangenen Tagen durch rund 6600 kleine und mittlere Erdbeben und eine leichte Anhebung des Erdbodens angekündigt. Die Behörden hatten die Menschen in der Nähe des Vulkangebiets aufgerufen, leichtes Gepäck mit ihrem Handy, wichtigen Dokumenten und eventuell benötigten Medikamenten vorzubereiten.
Auf der im Nordwesten der Kanaren gelegenen kleinen Insel hatte es zuletzt vor 50 Jahren einen Vulkanausbruch gegeben, als der Teneguía 1971 Lava in die Luft schleuderte. Massentourismus wie auf den bekannteren Inseln Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa gibt es auf La Palma nicht.