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Als frisch ausgebildeter Bildhauer trampte und fuhr Walter Gürtler durch 42 verschiedene Länder. Der junge Hochseefahrer und passionierte Reisende lernte viele Kulturen und Lebensformen kennen. Nach Hause zurückgekehrt, beschloss er 1961, sein Leben als Bildhauer in der ehemaligen Synagoge in Hégenheim zu führen.
Ab Sommer 1969 verzichtete er ganz auf Alkohol und Nikotin. Walter Gürtler wurde Vegetarier, später Veganer und lebte von Rohkost-Ernährung.
Nach biologisch-dynamischer Anbaumethode legte er mehrere Gärten an (Gemüse, Salat), pflanzte Obstbäume (Apfel, Pfirsich, Aprikose, Zwetschge), Nussbäume (Hasel, Walnuss) und diverse Beerensträucher für die Selbstversorgung, pflegte auch die Baumgärten seiner Freunde, sammelte Kirschen, Birnen und Trauben, teilte den Überfluss mit Freunden und tauschte sich mit Gärtnern und Bauern über die richtige Kompostierung aus.
Quellwasser, das ihm Lebensquell und Lebensgrundlage bedeutete, bezog er regelmässig mit Hilfe eines Freundes von einer Waldquelle, einem Kraft-Ort im Baselbiet.
Walter Gürtler war Anhänger zweier fernöstlicher Lehrer: Paramahansa Yogananda in Los Angeles/USA und Sri Sathya Sai Baba in Puttaparthi/Indien.
1974 wurde er Mitglied der Meditationsgruppe «Self-Realization Fellowship» (SRF) in Basel und bot als «Walthari» (Künstlername) der Gruppe ab 1975 bis zu seinem Tod 2012 den Meditationsraum in seinem Haus, der ehemaligen Synagoge, für die wöchentlichen Zusammenkünfte an.
Während dieser Zeit wurde Walthari ein Vorbild für viele Menschen, die sich für Meditation überzeugen liessen.
Als strikter Gegner von Atomkraft und Kapitalismus befürwortete er ausserdem den geldlosen Tauschhandel und ein Leben in Bescheidenheit. Aus Überzeugung und der Umwelt zuliebe verzichtete er seit Anfang der 1980er-Jahre auch auf das Auto und sattelte ganz auf ein Velo mit Anhänger um.
Ein besonderes Anliegen war es ihm, das Kunstschaffen an andere weiterzugeben. So entstand ein reger Austausch nicht nur mit anderen Künstlern, sondern auch mit Schulkindern und Menschen mit geistiger Behinderung, mit denen er dank seinem Einfühlungsvermögen und seiner Geduld archaisch ausdrucksvolle Skulpturen schuf.
Während seines 50 Jahre langen, künstlerischen Wirkens im Atelier als Bildhauer von über 1'000 Skulpturen aus Gips, Lehm, gebranntem Ton, Holz, Eisen, Bronze, Backsteinen und vor allem Stein sowie als Maler von über 400 Bildern, Zeichnungen und Skizzen wurde Walthari/Walter Gürtler ein Vorbild für Kunstinteressierte und Bildhauer.
Ein Beispiel für Walter Gürtlers Philosophie des Tauschhandels:
Die lebensgrosse Holzskulptur «femme aux abeilles» fertigte er für die Versicherungsgesellschaft «Abeille» in Hégenheim an, anstelle einer Prämienzahlung für deren erbrachte Dienstleistungen.
|Titel||Material||Foto|
|femme aux abeilles||Holz||W. Gürtler|
|Jahr||Masse (H/B/T)||Besitz|
|1966||~155 / 35 / 20||Versicherung|
La philosophie
- Marin et voyageur, il s’est rendu dans 42 pays.
- Défenseur du principe que l’eau de source est l’origine de toute vie.
- Végétarien puis végétalien; adepte de l’alimentation crue.
- Jardinier biologique pour sa propre production.
- Entretien de son verger et de ceux de ses amis.
- Adepte des yogis Paramahansa Yogananda et Sri Sathya Sai Baba.
- Membre du groupe de méditation «Self-Realization Fellowship» (SRF) étant hôte de la synagogue.
- Adversaire du nucléaire et du capitalisme, défenseur du commerce de troc.
- Enseignant pour élèves intéressés à l’art de sculpter.
- 50 ans de création artistique au coeur de la synagogue de Hégenheim.
- Jeanne Schneeberger-Affolter / Traduction: Françoise Vögelin-Neuhaus -