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Mit der Idee, deutsche Volkslieder wieder einem breiten Publikum bekannt zu machen, nahmen Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz in den 1970ern unter dem Namen Zupfgeigenhansel Platten auf mit volksliedlichen Texten, unterlegt von akkustischen Instrumenten. Ein für viele sehr problematisches Unterfangen, da deutsche Volkslieder nach dem Zweiten Weltkrieg oft mit nationalistischen und fremdenfeindlichen Tendenzen assoziiert waren. Das Musikduo versuchte dieses Sentiment mit Liedern zu bekämpfen, die einen Fokus auf Freiheit und Weltoffenheit legten. Soziale Ungerechtigkeit und die Abneigung gegenüber Obrigkeiten spielen in ihren Songs eine grosse Rolle.
Nach den Alben «Volkslieder I-III» trennten sich Zupfgeigenhansel vorübergehend von der deutschen Sprache für ihr 1979 erschienenes Album «’ch hob gehert sogn». Dort vertonten sie Lieder aus der osteuropäischen jüdischen Volksliedtradition. Gesungen wurde das Ganze in der Sprache Jiddisch. Eine Sprache welche vor allem unter aschkenasischen Juden gesprochen wird und grosse Ähnlichkeiten zum Deutsch aufweist. Die Platte ging mit dem sogenannten Klezmer-Revival einher, eine Bewegung, die Mitte der 70er entstand und zum Ziel hatte die aschkenasischen Musiktraditionen nach dem Zweiten Weltkrieg wiederzubeleben.
Ihr letztes Album brachten Zupfgeigenhansel 1985 unter dem Titel «Andre, die das Land so sehr nicht liebten» heraus. Auf dem Album vertonten sie Gedichte des österreichischen Lyrikers Theodor Kramer. Diese passten mit ihrer einfachen Sprache und leicht ansprechenden Themen perfekt ins Konzept von Zupfgeigenhansel. Im Gedicht, dass dem Album seinen Namen gibt, schreibt er in der ersten Perspektive über den Schmerz, welcher einhergeht, wenn man sich gezwungen sieht, sein zu Hause zu verlassen. Ein Thema, welches nicht näher zu Kramer Biographie sein konnte, welcher 1939 als sozialdemokratischer Jude aus Wien nach London flüchten musste.
Mit dem Aufkommen der Neuen Deutschen Welle nahm in den 80ern das öffentliche Interesse an Zupfgeigenhansel immer mehr ab. Dazu kamen zunehmende Streitigkeiten zwischen den beiden Mitgliedern, welche 1986 schliesslich zur Auflösung der Gruppe führten.
Die ganze Playlist zur Sendung findest du hier:
Die ganze Sendung gibt es hier zum Nachhören: