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End of the Line
Lotus Cars in Hethel (UK) hat mitgeteilt, dass die Modelle Elise, Exige und Evora 2021 in ihrem letzten Produktionsjahr stehen. Damit endet eine 25-jährige Geschichte.
Über 55'000 Mal haben Elise, Exige und Evora in den letzten 25 Jahren ihre Fans begeistert. Als der britische Leichtbau-Spezialist Lotus an der IAA 1995 seinen neuen, leichten Einsteiger-Sportwagen präsentiert hatte, glaubte mancher, jetzt sei man komplett durch den Wind in Hethel, dem Produktionsstandort weitab von der restlichen englischen Autoindustrie im ländlich geprägten Norfolk. Ein geklebtes und nur an strategisch wichtigen Stellen genietetes Chassis aus extrudierten (stranggepressten) Aluminiumprofilteilen und flachen Aluminiumblechen hatte die Welt zuvor noch nie in einem Serienauto gesehen. Angetrieben wurde die Elise, benannt nach einer Grossnichte des damaligen Lotus-Besitzers Romano Artioli, vom 1.8-Liter Rover Vierzylindermotor wie er auch im MG-F zu finden war. Im Lotus Type 111, der Elise wie sie ab 1996 in Produktion kam, trat dieser zunächst mit einer Leistung von 118 PS an. Das Auto, mit seiner in einem von Lotus entwickelten Vakuumverfahren produzierten Fiberglaskarosserie, wog keine 900 kg. Das sorgte für fulminante Fahrleistungen bei einem geringen Verbrauch und dank Grossserientechnik kleinen Unterhaltskosten,
Erfolgsmodelle
Die Elise hatte einen durchschlagenden Erfolg. 2000 eröffnete eine stark überarbeitete Version und kurz darauf Motoren von Toyota ihr den Zugang zum wichtigen US-Markt. Der Exige hingegen war zunächst eine Sonderserie besonders leistungsfähiger Elisen, aus ihm wurde im Zuge der Überarbeitung mit dem Toyota Motor zunächst ein nur leicht sportlicheres Modell als die Elise. Erst die Adaption des Toyota 3,5-Liter V6-Motors brachte dem Exige wieder die gewünschte Eigenständigkeit und katapultierte das leichte Auto mit seinem Chassis, das in den Grundzügen noch immer auf demjenigen der 118 PS Ur-Elise basierte, mit bis zu 436 PS in eine neue Liga.
Der Evora sollte, zunächst auch als 2+2-Sitzer ausgelegt, mehr Kunden von anderen Sportwagenherstellern abwerben und nebst mit Sportlichkeit auch mit Komfort glänzen. Er löste, quasi mit 5 Jahren Unterbruch, den bis 2003 gebauten Esprit als Topmodell ab.
Die Lotus-Produktion im Herbst 2017, Exige (rot, blau, grün), Evora (orange, gelb) und Elise (grün im Hintergrund) in der Endkontrolle im Werk in Hethel bei Norwich, Norfolk UK. Lotus investiert 100 Millionen Pfund für die Zukunft des Standorts.
Neues Zeitalter
100 Millionen Pfund investiert der zum Chinesischen Geely-Konzern gehörende Hersteller in die Umstellung der Lotus-Fabrik in Hethel. Das Ganze fusst auf einer «Vision80» genannten Zukunftsstrategie der Briten. Lotus feiert 2027 sein achzigstes Jubiläum. Neben dem Hypercar Evija, einem 2000 PS starken Elektrosportwagen, der in Zusammenarbeit mit Williams entsteht, soll Anfang 2022 ein neuer Lotus Typ 131 die Aufgaben von Elise, Exige und Evora übernehmen. Genaue Details dazu sind allerdings noch nicht bekannt. Klar ist, die Fans der Marke werden dem alten Trio nachtrauern. Und die erstaunlich grosse Zahl der Autos, die noch immer sehr sportlich unterwegs ist, wird wohl künftig umso mehr gehegt und gepflegt.
Text und Bilder: Martin Sigrist