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Bis Ende 2021 zeigt die Zahl der Lebendgeburten einen stabilen Verlauf mit einem sich regelmäßig wiederholenden saisonalen Muster. Im ersten Quartal 2022 ist ein plötzlicher und anhaltender Rückgang der Zahl der Geburten zu beobachten. Bei der Zahl der Totgeburten ist bis zum Ende des ersten Quartals 2021 ein stabiler Verlauf zu beobachten. Im zweiten Quartal 2021 ist ein plötzlicher Anstieg der Totgeburten zu beobachten, obwohl die Zahl der Lebendgeburten bis Ende 2021 stabil bleibt. Verglichen mit der vierteljährlichen Zahl der Totgeburten je 1.000 Geburten in den Jahren 2019 und 2020 steigt die Zahl der Totgeburten im zweiten Quartal 2021 um 9,4 % und im vierten Quartal 2021 um 19,4 %. Im Jahr 2022 bleibt die Rate der Totgeburten ungewöhnlich hoch und erreicht im dritten Quartal ein Maximum. Es ist jedoch zu beachten, dass das im Jahr 2022 beobachtete vierteljährliche Muster mit Vorsicht zu interpretieren ist, da nur vorläufige Daten auf der Grundlage des Berichtsmonats verfügbar sind und die Daten erst mit der Veröffentlichung der endgültigen Daten durch das Statistische Bundesamt dem Sterbemonat zugeordnet werden.
Der beobachtete Anstieg der Totgeburten verläuft ähnlich wie der Anstieg der Sterblichkeit bei lebenden Personen: Im Jahr 2020 ist keine Veränderung der Totgeburten gegenüber dem Vorjahr festzustellen; im Jahr 2021 ist im zweiten Quartal ein sprunghafter Anstieg der Totgeburten zu beobachten, der im vierten Quartal 2021 ein hohes Niveau erreicht. Ein Vergleich mit der empirischen Standardabweichung in den Jahren vor der Änderung der Definition von Totgeburten deutet darauf hin, dass der beobachtete Anstieg der Totgeburten einen erheblichen Anstieg darstellt. In den Jahren 2007 bis 2018 wies die vierteljährliche Übersterblichkeit bei Totgeburten (d. h. die Zunahme/Abnahme der Rate der Totgeburten je 1.000 Gesamtgeburten im Vergleich zum Mittelwert der beiden Vorjahre) eine empirische Standardabweichung von 4,9 % auf. So wurde beispielsweise im vierten Quartal 2021 ein Anstieg der Totgeburten um etwa vier Standardabweichungen beobachtet.
(Zitiert aus den Conclusions der am 23.5.23 erschienenen Studie Estimation of Excess Mortality in Germany During 2020-2022)
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