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Kosmetik: Chemiecocktails
Die grossen Kosmetikfirmen rechtfertigen ihre Tierversuche damit, „ihren Benutzern sämtliche Garantien bezüglich der Unschädlichkeit der verwendeten Produkte“ liefern zu wollen. Angesichts der Zusammenstellung der Inhaltsstoffe der Produkte wäre wohl eher die Aussage angebracht: Wir wollen unsere chemischen Inhaltsstoffe testen, um zu wissen, welche Menge man den Produkten beigeben kann, ohne Gefahr zu laufen, für gesundheitliche Schäden der Benutzer aufkommen zu müssen.
Eine von den amerikanischen Umweltschutzorganisationen in Auftrag gegebene und von einem kalifornischen Labor durchgeführte Studie geht davon aus, dass nahezu drei Viertel aller getesteten Schönheitsprodukte Phtalate enthalten:
„Die Konzentrationen reichen von Spuren bis zu einem Anteil von 3% des gesamten Produktes. Es wurden sogar Spuren von DEHP (Diethylhexylphtalat) gefunden, einem Produkt dieser Familie, das als besonders Besorgnis erregend eingestuft wird“, erklärte die an der Studie beteiligte Jane Houlihan, Vizepräsidentin der Arbeitsgruppe Umweltschutz. „Es gibt keinerlei gesetzliche Verpflichtung, die besagt, dass das Vorhandensein dieser Substanz auf der Etikette des Kosmetikproduktes angegeben werden muss. Für Schwangere ist diese Art von Information jedoch sehr wichtig.“ Die Studie weist auch auf so bekannte Produkte wie die Nivea-Crème, das Parfüm „Poison“ von Christian Dior, „Eternity“ und „Escape“ von Calvin Klein oder „Trésor“ von Lancôme hin.
Aus einer anderen europäischen Studie zur Zusammensetzung von 36 Parfüms ging hervor, dass die meisten von ihnen potenziell gefährliche chemische Substanzen enthielten. Fast alle enthielten zudem Phtalate sowie synthetische Moschus-Duftstoffe. Dies gilt insbesondere für die Parfüms von Gaultier, Cartier und The Body Shop. Man vermutet, dass die synthetischen Moschus-Duftstoffe das Hormonsystem durcheinander bringen und das Blut sowie die Muttermilch verunreinigen. Zudem wird vermutet, dass die Phatalate und insbesondere das Diethylphatalat die Spermien verändern und die Lungenfunktion beeinträchtigen. Bei den chemischen Präparaten darf der Anteil 0.2% bei den Pflegeprodukten, 0.1% bei den Mundpflegeprodukten und 5% bei den Nagelhärtern nicht übersteigen.
Man könnte davon ausgehen, dass Marken wie Ecover oder Body Shop, welche ihre Marketingkampagnen auf die natürliche Herkunft der in ihren Produkten verwendeten Substanzen ausrichten, tatsächlich Kosmetik verkauft, die keinerlei chemische Substanzen enthält. Dies gilt insbesondere für chemische Substanzen mit reizender oder gar toxischer Wirkung. Da stellt sich die Frage, ob nur noch ein Chemiker in der Lage ist, auf der Haut aufgetragene Produkte zu beurteilen.
Erklärungen zur Liste der Kosmetik-Inhaltsstoffe
Das Gesetz verpflichtet die Hersteller dazu, die Konzentration von Inhaltsstoffen, deren Produktanteil 1% übersteigt, in absteigender Reihenfolge bekannt zu geben. Die Inhaltsstoffe mit einem Anteil von weniger als 1% können bunt gemischt angegeben werden. Die auf Englisch verfasste Liste mit den verschiedenen Substanzen beruht auf einem internationalen Verzeichnis, das vom Vorstand von INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) erstellt wurde.
So besteht ein Garnier-Shampoo beispielsweise aus folgenden Substanzen:
-Aqua
-Sodium Laureth Sulfate
-Sodium Chloride
-Dissodium Cocoamphodiacetate
-Dissodium Laureth Sulfosuccinate
-Cocamidopropyl Betaine
-Glycerine
-Hexylene Glycol
-Cl 47005
-Sodium Methylparaben
-DMDM Hydantoin
-Polyquaternium – 10
-Propylen Glycol
-Caramel
-Acid Citric
-Glyceryl Laurate
-Parfum
Erklärungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Bei den tensioaktiven Substanzen handelt es sich um Wasch- oder Reinigungssubstanzen.
Es kann sich dabei um Ammonium Lauryl Sulfate, Ammonium Laureth Sulfate, Sodium Laureth Sulfate (reizend, sensibilisierend oder austrocknend) oder um Sodium Lauryl Sulfate (aggressivste Substanz) handeln.
Dissodium cocoamphodiacetate und Dissodium Laureth Sulfosuccinate sowie Cocamidopropyl Betaine (sanfter als SLS) stellen ebenfalls chemische tensioaktive Substanzen dar dar.
Sodium Chloride (Mineralsalz: Küchensalz): Erhöht die Viskosität gewisser tensioaktiver Produkte.
Hexylene Glycol: als Lösungsmittel verwendeter Alkohol
Sodium Methylparaben: chemisches Konservierungsmittel
Cl 47005: Cl = Farbstoffe; die Zahl steht für die jeweilige Farbe
Formaldehyde Separator : Formaldehyde, DMDM Hydantoine, Bronopol. Substanzen, die gewisse Proteine verändern können.
Propylene Glycol (chemisches Lösungsmittel): Reizt die Haut sehr stark. Kosmetische Form des Mineralöls, welches bei Bremsen und hydraulischen Fluiden sowie industriellen Frostschutzmitteln verwendet wird.
Mit der technischen Angabe (MSDS) werden die Benutzer vor jeglichem Hautkontakt gewarnt, da diese Substanz die Haut stark reizen und zu Leberdeformationen sowie Nierenschäden führen kann.
Weitere Informationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
DEP (Diethylphtalate), DBP (Dibutylphtalate), MEP (Monoethylphtalate), DINP, DEHP, DIDP, DNOP und BBP stellen allesamt Phtalate dar.
Paraffin ist ein Ölzusatz (Raffinierungsrückstände)
DEA (Diethanolamine) und TEA (Triethanolamine) bilden mit den Nitriden zusammen ein Krebs erzeugendes Nitrosamin.
Wie alle DEA kommt TEA in Cremen, Lotionen, Shampoos und sonstigen Produkten sehr häufig vor.
Bronopol: Wirkt durch die Erzeugung von Nitriten, welche mit den DEA zusammen Nitrosamine bilden.