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Regional aussergewöhnliche Trockenheit
Regen ist in Teilen der Schweiz in den letzten Monaten zur Mangelware geworden. Vor allem das Mittelland erhielt seit der Rekordtrockenheit im Dezember 2016 verbreitet unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Besonders ausgeprägt zeigt sich die anhaltende Niederschlagsarmut am Nordrand der Schweiz.
Das Mittelland erlebte die niederschlagsärmste Dezember-März Periode seit 25 Jahren. Im regionalen Mittel fielen in diesen vier Monaten 178 mm. Ähnlich trocken war letztmals die Dezember-März Periode 1992/93 mit 172 mm (Abbildung 1).
Am Nordrand der Schweiz muss man mehr als 40 Jahre zurückblicken, um eine niederschlagsärmere Dezember-März Periode zu finden. Basel erhielt in den letzten vier Monaten nur 107 mm. Weniger Niederschlag von Dezember bis März fiel hier letztmals 1975/76 mit nur 90 mm. Dann muss man in Basel bis 1928/29 zurückgehen, um eine ähnlich niederschlagsarme Dezember-März-Periode zu finden. Damals gab es 97 mm. Auch in Lohn im Kanton Schaffhausen liegt die letzte niederschlagsärmere Dezember-März Periode mehr als 40 Jahre zurück. Aktuell fielen 111 mm, von Dezember bis März 1975/76 waren es 98 mm (Abbildungen 2 und 3).
Niederschlag Dezember-März
Keine langfristige Austrocknung
Für die Niederschlagsanalyse stehen im Mittelland der Schweiz 11 Messreihen mit homogenen Niederschlags-Daten bis 1864 zurück zur Verfügung. Die Daten machen deutlich, dass sich im Mittelland trotz der aktuell trockenen Verhältnisse in den letzten Jahrzehnten keine Austrocknung der Dezember-März Periode abzeichnet. Von der Normperiode 1961–1990 zur Normperiode 1981–2010 hat sich die Niederschlagssumme Dezember-März nicht verändert. Auch am Messstandort Basel ist von der Normperiode 1961–1990 zur Normperiode 1981–2010 keine Änderung der Dezember-März Niederschlagssumme zu beobachten. Die Messreihe Lohn im Kanton Schaffhausen zeigt von der Normperiode 1961–1990 zur Normperiode 1981–2010 gar eine Zunahme der Dezember-März Niederschlagssumme (Abbildungen 1 bis 3).
Der Trockenheit auf der Spur
Das ausserordentliche Wasserdefizit zeigt sich auch in verschiedenen Trockenheitsindizes, welche MeteoSchweiz für ausgewählte Stationen berechnet und auf einer neuen Webseite veröffentlicht. Die Indizes werden aus primären meteorologischen Messgrössen abgeleitet. Die wichtigste Eingangsgrösse ist die Niederschlagsmenge. Je nach Index wird zusätzlich die Verdunstung berücksichtigt, welche von der Temperatur, der Feuchte, der Strahlung und der Windgeschwindigkeit abhängt.
Neu auf der Website von MeteoSchweiz:
Die grosse Anzahl von Indizes soll ermöglichen, die unterschiedlichen Arten von Trockenheit zu beschreiben, denn Trockenheit hat je nach Ausprägung ganz unterschiedliche Auswirkungen. Beispielsweise ist die Bodenfeuchte und damit die Landwirtschaft vor allem von Wasserdefiziten über kürzere Zeiträume (1-3 Monate) betroffen, grössere Seen oder Grundwasserspeicher hingegen reagieren stärker auf langfristige Defizite.
Die aktuell sehr trockenen Bedingungen im ganzen Mittelland werden von verschiedenen Indizes erfasst. Der Index SPEI über einen Monat zeigt, wie stark die meteorologische Wasserbilanz (= Niederschlagsmenge – potenzielle Verdunstung) im letzten Monat vom langjährigen Mittel abweicht. In Basel oder Bern ist dieses Wasserdefizit im Moment ähnlich extrem wie jenes vom vergangenen Dezember, der einer der trockensten seit Messbeginn war.
Regen dringend nötig
Mit einem einfachen Bodenwassermodell werden ausserdem Indizes berechnet, welche eine grobe Abschätzung der Bodenfeuchte und des Wasserbedarfs von Pflanzen erlaubt. Für eine optimale Wasserversorgung der Vegetation bräuchte es im ganzen Mittelland gut 30 mm Niederschlag (Abbildung 5). Solche Mengen sind in den aktuellen Vorhersagen nicht in Sicht, so dass die Trockenheit noch andauern dürfte, auch wenn über Ostern etwas Niederschlag erwartet wird.
Kommentare (5)
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Läst fragen, ob der Schnee im Januar nicht unter Niederschlag geht? Auf der Skala 5 ist nichts dafon angezeigt.
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Hier in Niederglatt ZH, ist es tatsächlich seit drei Jahren sehr trocken. Zwar gab es im Winter einmal 12 cm Nassschnee und sogar während 3-4 Wochen im Januar 3-4 cm trockenen Schnee, welcher wegen der Kälte so lange liegen blieb und sogar unter der Sonne direkt in die Atmosphäre verdunstete ! Boden wurde nicht Feucht und in Stadel konnte man über den Naturschutzweiher gehen.
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Schnee gehört klar zum Niederschlag. Aber wo gab es Schnee in Basel letzten Winter? Ich denke, die allgemeine Klimaerwärmung lässt grüssen.
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Die grafik 5 zeigt den wasserbedarf der pflanzen, von nov bis feb ist vegetationsruhe und kein bedarf an wasser vorhanden. Darum ist die kurve auf null!
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Schnee bzw. das " Wasseräquivalent des gefallenen Schnees, das man erhält wenn man den gefallenen Schnee schmilzt" zählt auch zu Niederschlag. Die Abbildung 5 des Blogs vom 12.4.2017 zeigt wieviel im Boden fehlt damit sich die Vegetation optimal entwickeln kann. Da nun im Januar die Vegetation im "Winterschlaf" war, fehlte der Vegetation auch kein Wasser. Erst mit Vegetationsbeginn im Frühling wurde das fehlende Wasser im Boden (Wasserdefizit) für die Pflanzen ein problematischer Stressfaktor.
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