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In manchen Kreisen gehört es schon fast zum guten Ton, sich als Buddhist oder mindestens als Sympathisant Buddhas zu bekennen. Doch was wissen wir wirklich über den Buddhismus und seine Vielfalt in Lehre, Praxis und Ausdrucksformen? Und wer war der Begründer dieser Weltreligion, die von manchen als Lebenslehre und weniger als Religion im traditionellen Sinn verstanden wird?
Siddhartha Gotama, auf den sich Buddhisten berufen und den sie als ihren grossen Lehrmeister betrachten, ist eine historische Figur, wobei seine Lebensdaten unsicher sind. Er dürfte im sechsten Jahrhundert vor Christus gelebt haben und stammte aus dem Fürstengeschlecht der Sakya in Nordindien (heute Grenzgebiet zwischen Indien und Nepal). Im Alter von 29 Jahren verliess er Haus und Familie und bemühte sich um die Erlösung vom Leiden. Damals waren Asketenschulen mit extremen Kasteiungen weit verbreitet, und in diesem Umfeld suchte er sein Heil, fand es aber nicht. Aus eigener Kraft und durch Meditation gelangte er später zu „vollkommener Erkenntnis“, und zwar unter einem Feigenbaum (Bodhi-Baum, was „Baum des Erwachens“ bedeutet, lat. ficus religiosa). Noch heute werden diese Bäume von Buddhisten verehrt. Über 40 Jahre zog er predigend durch Nordindien und verstarb im Alter von 80 Jahren an einer Lebensmittelvergiftung. Seit der „Erleuchtung“ trägt er den Titel „Buddha“ (der „vollkommen Erwachte“). Er gilt als Begründer einer der grossen „Weltreligionen“, obwohl er die Existenz von Gott oder Göttern als unerheblich für das „Erwachen“ betrachtete. Sich selbst sah er höchstens als Lehrer für Menschen auf dem Weg zur Selbsterlösung, keinesfalls aber als Gott oder Götterbote.