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1914 arbeiten viele Schweizerinnen und Schweizer in Fabriken. Die Arbeitstage waren lang, sagt die Historikerin Nicole Billetter: «Damals arbeitete man auch noch am Samstagmorgen. Erst am Nachmittag hatte man frei. Der Sonntagmorgen wiederum war für den Kirchenbesuch reserviert.» Bezahlte Ferien gab es nicht.
Es blieben nur zwei Nachmittage Freizeit, in der die Frauen allerdings auch den Haushalt machen mussten. «Waschen und putzen brauchte damals viel mehr Zeit als heute», gibt Biletter zu bedenken. Daneben hätten die Frauen viel genäht, gestrickt und gestickt.
«Praktisch alle Kleider nähte man damals selber.» Die Männer arbeiteten im Garten oder flickten etwas am Haus. Daneben hätten sie auch viel Zeit mit jassen und diskutieren in Beizen verbracht.
Lesen war damals eine beliebte Freizeitbeschäftigung, erzählt Historikerin Biletter: «Mit Lesen bildete sich die Arbeiterschicht weiter. Da Bücher zu teuer waren, traf man sich in Lesegesellschaften, wo man sich Bücher ausleihen konnte.»
Sehr beliebt seien auch Mappen mit Illustrierten gewesen: «Diese konnte man für eine Woche mitnehmen und daheim lesen.»
Bei Tanzveranstaltungen traf sich das ganze Dorf am Samstagabend. «Das konnten sich alle leisten, weil es keinen Eintritt kostete. Man musste lediglich im Restaurant etwas konsumieren.»
An diesen Tanzveranstaltungen traf sich das ganze Dorf. Oft hätten sich dort auch künftige Ehepartner kennengelernt. Einen Grossteil der Freizeit verbrachte die Bevölkerung auch in Vereinen.
«Chrampf & Chrömle anno 1914» - Die Beiträge
12.08.: Freizeit vor hundert Jahren
15.08.: Vereine: Früher war jeder in einem Verein