Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/244080

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt dafür zu sorgen, dass der Bundesbeitrag an Schweiz Tourismus (ST) ausschliesslich zur Förderung des Tourismus auf dem Heimmarkt und auf Nahmärkten verwendet wird. Er schlägt bei Bedarf eine Gesetzesänderung vor.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Schweiz Tourismus (ST) fördert auf der Basis des Bundesgesetzes über Schweiz Tourismus (SR 935.21) die Nachfrage für die Schweiz als Reise- und Tourismusland. Die Aufgaben von ST sind im Gesetz abschliessend aufgezählt. Sie umfassen in erster Linie das Basismarketing für das Tourismusland Schweiz wie etwa die Pflege der Marke, die Bearbeitung der Märkte und die Kundeninformation. Bei der Bearbeitung der Märkte strebt ST einen ausgewogenen Gästemix an: 45 Prozent Schweiz, 35 Prozent Europa und 20 Prozent Fernmärkte. Mit Bezug auf die Bewerbung der Fernmärkte ist festzuhalten, dass ST den touristischen Leistungsträgern in der Schweiz Plattformen und Sichtbarkeit bietet, welche diese aus eigener Kraft kaum erreichen könnten.</p><p>Zusammen mit touristischen Partnern treibt ST zudem die Angebotsentwicklung und Produktinnovation voran. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Aktivitäten von ST zur Stärkung der nachhaltigen Entwicklung im Schweizer Tourismus erwähnenswert. So hat ST beispielsweise die Initiative "Swisstainable" erfolgreich lanciert. Mit Swisstainable wird eine nachhaltigkeitsorientierte Tourismusentwicklung in der Schweiz gezielt gefördert und die Schweiz international in möglichst vielen Bereichen als Nachhaltigkeitsleader positioniert. Daneben setzt ST weitere nachhaltigkeitsorientierte Massnahmen um. So versucht ST mit ihrer Werbung die Gästeströme über die ganze Schweiz zu verteilen und fördert gezielt den Ganzjahrestourismus. Zudem fördert ST die Verlängerung der Aufenthaltsdauer der Gäste, um insbesondere bei Gästen aus Fernmärkten die CO2-Bilanz pro Übernachtung zu verbessern.</p><p>Gäste aus den Fernmärkten sind für den Schweizer Tourismus von entscheidender Bedeutung. Gäste aus den Fernmärkten buchen mit erheblichem zeitlichen Vorlauf, was den Leistungsträgern Planungssicherheit gibt, und sie reisen während des ganzen Jahres, d.h. auch in den Nebensaisons, und ermöglichen den Leistungsträgern dadurch oft einen Ganzjahresbetrieb und sichern so wertvolle Ganzjahresarbeitsplätze. Zudem sind die durchschnittlichen Tagesausgaben der Gäste aus den Fernmärkten im Vergleich zu denjenigen der übrigen Gäste deutlich höher - die Hotel-Gäste aus den Fernmärkten (18 Prozent des Totals) sorgen so für 28,6 Prozent des touristischen Gesamtumsatzes. Auch der Geschäftstourismus basiert stark auf den Gästen aus den Fernmärkten, weshalb dieses Gästesegment besonders für den Städtetourismus bedeutend ist.</p><p>Die Erarbeitung und Umsetzung der strategischen Grundlagen für die Bearbeitung der Märkte liegt in der Verantwortung von ST. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die entsprechenden strategischen Grundlagen von ST zielführend sind und im Einklang stehen mit der Tourismusstrategie des Bundes, welche Schwerpunkte bei der nachhaltigen Entwicklung des Tourismus sowie bei der Stärkung der Attraktivität des Angebots und des Marktauftritts setzt.</p><p>Mit Blick auf die zentrale Bedeutung der Gäste aus den Fernmärkten für den Schweizer Tourismus sowie der erwähnten Schlüsselrolle von ST bei der Bewerbung der Fernmärkte lehnt der Bundesrat die Motion ab.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.