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Im Libanon unterstützt das SRK die Nothilfe für syrische Flüchtlinge sowie benachteiligte libanesische Familien und hilft bei der Verbesserung der Blutspendedienste.
Seit Beginn des Syrien-Konflikts im Frühjahr 2011 haben etwa 1,5 Millionen Menschen im benachbarten Libanon Zuflucht gesucht. Damit trägt das kleine Land, das selbst ursprünglich nur rund 4,5 Millionen Einwohner zählte, eine grosse Last des Krieges im Nachbarstaat. Viele Flüchtlinge leben in improvisierten Zeltlagern oder privaten Wohnungen. Die Hälfte von ihnen ist keine 18 Jahre alt. Die ohnehin prekären Lebensbedingungen der Syrerinnen und Syrer verschärfen sich wegen chronischem Geldmangel und führen zur Verschuldung. Perspektiven fehlen.
Gleichzeitig ist auch die libanesische Bevölkerung stark unter Druck. 1,5 Millionen Libanesinnen und Libanesen sind auf Unterstützung angewiesen in einem Land, das selber einen langjährigen Bürgerkrieg hinter sich hat und zudem seit Jahren 300 0000 palästinensische Flüchtlinge beherbergt.
Unterstützung syrischer Flüchtlinge
Im Norden des Landes in der Region von Akkar unterstützt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) 1000 Familien mit monatlichen Lebensmittelpaketen. Berücksichtigt werden syrische Flüchtlinge, aber auch besonders benachteiligte libanesische Familien. In der Region von Quobayat erhalten 200 syrische und libanesische Familien monatlich 175 US-Dollar, die einer Kreditkarte gutgeschrieben werden. Zu diesem Betrag kommen in den Wintermonaten von Dezember bis März weitere USD 75 für die Heizkosten hinzu.
Damit diese Hilfsgüter effizient verteilt werden können, unterstützt das SRK das Libanesische Rote Kreuz (LRK) seit 2013 beim Aufbau von Kapazitäten zur Bewältigung von Krisen und Katastrophen. Zudem stellt es sicher, dass die Lagerhäuser mit den nötigen Sofort-Hilfsgütern ausgestattet sind.
Bessere Blutspendedienste
Um das libanesische Gesundheitssystem zu stärken, hat das SRK nicht nur den Ambulanzdienst des LRK über mehrere Jahre unterstützt. Es trägt auch dazu bei, die Leistungsfähigkeit der Blutbank des lokalen Roten Kreuzes zu steigern und sowohl die Qualität als auch die Menge der Blutprodukte zu verbessern. Zum Beispiel hat das SRK die Modernisierung von vier Blutspendezentren finanziert, die vom LRK betrieben werden. Drei Zentren wurden zwischen 2016 und 2018 renoviert und bei einem weiteren ist die Renovation 2019 angelaufen, um die landesweite Versorgung mit sicheren Blutprodukten zu gewährleisten. Denn mit der grossen Zahl von Flüchtlingen nimmt auch die Nachfrage nach Blutspenden zu.
Zudem unterstützt das SRK Kampagnen zur Anwerbung von freiwilligen Blutspenderinnen und -spendern. Rund 25 Prozent des gespendeten Bluts wird für syrische Flüchtlinge eingesetzt.
«Gemeinsam Helfen»: Die Kampagnen zum Blutspenden werden unterstützt durch den MADAD-Treuhandfonds der EU für syrische Flüchtlinge in den Nachbarstaaten.
Seit 2012 unterstützt das SRK fünf Spitäler in palästinensischen Flüchtlingscamps, die Versorgung mit sicheren Blutprodukten sicherzustellen. In diesen Camps, die auf den ganzen Libanon verteilt sind, leben um die 300 000 Palästinenser und Palästinenserinnen unter prekären Bedingungen.