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Die kantonale Baudirektion hat das oben stehende Planungsdiagramm an verschiedenen Veranstaltungen gezeigt, zuletzt am 31. Mai 2018 an der HGZZ-Veranstaltung der ETH. Der unterste Balken zeigt die Bearbeitungsphase für „Interessenabwägung Denkmalschutz“. Die BD hat bisher keinen Bericht dazu mit Inhalt und Ergebnissen dieser Abwägung veröffentlicht.
Die AGBB beschäftigt das Thema „Interessenabwägung“ seit Beginn weg. Eine erste Abwägung erzwang der Heimatschutz dank dem Recht auf Verbandsbeschwerde in Bezug auf die HMS-Bauten. Der Schutzplan von 2012 beruht auf Gutachten der kantonalen Denkmalpflege-Kommission (Nr. 04-2012) und einer Stellungnahme der kantonalen Natur- und Heimatschutz-Kommission zu Fragen zum „Modulbau“ (Nr. 02-2012).
Die Denkmalpflege-Kommission beantragte der Baudirektion, nach einer Hierarchisierung aller Bauten, sieben Gebäude der Architekten Häfeli-Moser-Steiger zwingend vollständig als Schutzobjekte von überkommunalen Bedeutung zu bezeichnen (siehe Schutzplan 2012). Das Ergebnis der Natur- und Heimatschutz-Kommission war die Forderung nach Verzicht auf die Bezeichnung „provisorisch“ des Modulbaus und die integrale Erhaltung des Spitalparks. Der Modulbau sollte an einem anderen Standort zu realisieren werden.
Es ist zu vermuten, dass in der damals erfolgten Abwägung der Kanton entschied, vier von sieben vom Heimatschutz als zwingend deklarierten HMS-Bauten unter Schutz zu stellen (Poliklinik, Westtrakt, Gelenk und Osttrakt) und als Entgegenkommen des Heimatschutzes den Modulbau als sogenanntes Provisorium im Park erstellen zu dürfen. Durchaus denkbar, dass später das dringend benötigte zweite Provisorium beim Heimatschutz daher durchging, weil der Kanton auch noch die Anatomie verschenkte. Schon ohne der nun ebenfalls denkmalgeschützten Anatomie macht der Baulandverlust wegen der geschützten HMS-Bauten etwa die Hälfte des heutigen Kernareals aus! Die Nutzung dieser Fläche für das USZ würde genügen um die Höhen auf ein menschliches Mass herunterzubringen. Die mangelnde Fläche müsste nicht mehr durch die hangseitige Verschiebung der Sternwartstrasse gesucht werden und unnötige Gebäudeabbrüche wären vermeidbar.
Es liegt auf der Hand, dass diese Abwägungen im Jahr 2012 nicht öffentlich wurden. Die im oben abgebildeten Zeitplan aus dem Jahr 2014 deklarierte Interessenabwägung war also vorgespurt durch den Deal von 2012 auf der dünnen Basis des Gutachtens der Denkmalpflegekommission. Der Mehrheitsantrag des Kantonsrats zu einer aktuellen Abwägung „Denkmalschutz“ kontra städtebauliche und betriebliche Erfordernisse eines modernen Spitzenspitals wurde von der Baudirektion nie ernst genommen und geriet leider nur zu einem Störfeuer ohne Wirkung.
Es ist Zeit, neben der Mitwirkung der AGBB-ZH an einer verbesserten BZO-HGZZ, den Druck zum Start der im Zeitplans des Kantons aufgeführten Interessenabwägung zu erhöhen. Die Initiative müsste von Mitgliedern des Kantonsrats und Gemeinderats kommen, welche beide für einen verbesserten Städtebau und für eine modernes Spitzenspital Verantwortung übernehmen.
„Es ist höchste Zeit, eine professionelle und sachkundige Interessenabwägung zwischen Denkmalschutz und Spitzenspital vorzunehmen. Eine Reduktion der Volumen genügt nicht, die Nutzung der Bauflächen der HMS-Bauten sind der Schlüssel zu einem zukunftsorientierten Spitzenspital“.
Wir verweisen auch auf den Artikel in der NZZ vom 14. April 2016 von Irène Troxler:
„Die Zweifel breiten sich aus. Ein überzeugender Ausbau des Zürcher Hochschulgebiets ist möglich – wenn auf den alten Spitalbau verzichtet wird“.
Auszug: „Ein Urnenentscheid würde zwar nicht verhindern, dass Heimatschutzkreise den Abbruch gewisser Gebäude gerichtlich anfechten würden. Da es aber letztlich um eine Güterabwägung gehe, habe die öffentliche Meinung ein grosses Gewicht und fliesse auch in einen Gerichtsentscheid mit ein.
Diese Sicht teilt Heinz Pantli, unabhängiger Denkmalschutz-Experte aus Winterthur. Beim Denkmalschutz gehe es immer um Güterabwägungen. Im konkreten Fall könnte man einen alten Spitalbau, der den Bedürfnissen der Medizin nicht mehr entspreche, opfern. Denn der Ausbau eines der bedeutendsten Medizin-Clusters der Welt, der grossen
Einfluss auf das Wohlergehen der Bevölkerung habe, sei wichtiger. In städtebaulich verträglicher Weise könne dieser Ausbau nur bewältigt werden, wenn der Haefeli-Moser-Steiger-Bau weiche und der Spitalpark neu angelegt werde“.
Schlussfolgerung: Wie kommt es, dass grundlegende Entscheide für ein Generationenprojekt und für ein modernes Spitzespital, ohne Interessenabwägung getroffen werden können?
Hier ist die Politik gefordert.
Wir sprechen von einem Teufelskreis, der weitherum bekannt ist. Wenn die HMS-Trakte im Denkmalschutz bleiben, führt das zwingend zu hohen Gebäuden im Hang. Da dies Unsinn ist, was von allen betroffenen und interessierten Parteien so gesehen wird, müssen wir unweigerlich an der Antwort festhalten:
„Für die Realisierung eines Spitzenspitals müssen HMS-Trakte teilweise abgerissen werden“.