Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03440.jsonl.gz/1269

Die in den Mathematiklektionen zur Verfügung stehende Zeit kann unterschiedlich genutzt werden. Die internationale Analyse unterscheidet vier verschiedene Aktivitätstypen, mit denen jeder Zeitpunkt der beobachteten Lektionen beschrieben werden kann:
Für mathematikfremde Aktivitäten und für Organisatorisches wird in allen Ländern nur sehr wenig Lektionszeit (max. 5%) aufgewendet. Abbildung 1 zeigt, wie die verbleibende mathematikbezogene Lernzeit genutzt wird. In allen Ländern wird der grösste Teil der Mathematiklektion mit dem Lösen von Aufgaben bzw. Problemen verbracht. Niederländische Schüler und Schülerinnen verbringen im Durchschnitt signifikant mehr Zeit mit dem Lösen von Aufgaben als Schüler und Schülerinnen in allen anderen Ländern ausser den USA.
In einem weiteren Analyseschritt wurden in den Lektionen sämtliche vorkommenden Aufgaben identifiziert. Für jede Aufgabe wurde bestimmt, in welchem organisatorischen Rahmen sie von der Klasse bearbeitet wurde und wie viel Zeit die Bearbeitung in Anspruch nahm. Dabei wurden drei Typen von Aufgaben unterschieden:
Abbildung 2 zeigt, welchen zeitlichen Anteil die drei Aufgabentypen in den Lektionen der sieben Länder einnehmen.
Aus Abbildung 2 wird deutlich, dass Aufgaben, welche nur korrigiert und nicht weiter bearbeitet werden, durchschnittlich einen sehr geringen Anteil der einzelnen Mathematiklektionen einnehmen. Nur in den USA, den Niederlanden und der Schweiz kommen solche Aufgaben überhaupt vor. In den meisten Fällen betrifft dies die Korrektur von Hausaufgaben.
Vergleiche zwischen den Ländern ergeben, dass in Tschechien, Hongkong, Japan und den USA signifikant mehr Zeit für Einzelprobleme aufgewendet wird als in der Schweiz, Australien und den Niederlanden. Mit nur 16% ist in Japan der durchschnittliche Anteil einer Lektion, den die Lernenden mit der Bearbeitung von Aufgabensets verbringen, besonders klein.
In Australien, den Niederlanden und der Schweiz wird durchschnittlich deutlich mehr Zeit einer Lektion für die Bearbeitung von Aufgabensets verwendet als für die Bearbeitung von Einzelaufgaben. In Tschechien, Hongkong, Japan und den USA ist das Gegenteil der Fall.
Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer einer Einzelaufgabe variiert zwischen den Ländern. Im japanischen Unterricht arbeitet die Klasse durchschnittlich fast 15 Minuten lang an einer Einzelaufgabe, in allen anderen Ländern nur 2 bis 5 Minuten. Allerdings variiert die Bearbeitungsdauer innerhalb der Länder zwischen den einzelnen Lektionen zum Teil recht stark. Dies trifft z.B. für die Schweiz zu: Obwohl in der Hälfte der Schweizer Lektionen die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Einzelproblemen zwischen etwa 1 und 6 Minuten liegt, finden sich auch Lektionen mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von um die 20, 30 oder gar 40 Minuten für eine einzelne Aufgabe.