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Die Migräne-Phasen
1. Vorboten
Viele Patientinnen und Patienten verspüren bereits einen Tag vor der eigentlichen Migräne-Attacke Vorzeichen. Das kann eine Hochstimmung sein oder das Gefühl, besonders leistungsfähig zu sein. Ebenso können Gereiztheit, depressive Verstimmung, Lust auf Süsses, vermehrter Hunger, ungewöhnlicher Durst, Verstopfung oder Schläfrigkeit Vorboten sein.
2. Aura
Bei etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen tritt unmittelbar vor dem Einsetzen der Kopfschmerzen eine Aura auf. Eine Migräne-Aura ist eine neurologische Störung, die häufig in Form von Sehstörungen auftritt. Einige sehen Lichtblitze oder flimmernde Zickzacklinien, die sich von der Mitte des Sehfelds über das gesamte Gesichtsfeld ausbreiten. Bei anderen treten Flecken auf, die sich langsam ausbreiten. Weitere Aura-Symptome sind Schwäche, Taubheit oder ein Kribbeln (in Gesicht, Händen, Beinen), Sprachstörungen, Schwindel, Gang-unsicherheit und Doppelbilder.
3. Schmerzen
Als Nächstes setzen mittlere bis (sehr) starke, pulsierende und/oder pochende Kopfschmerzen ein. Meist auf einer Seite beginnend, breiten sie sich auf Stirn, Schläfe und Augenbereich aus, später möglicherweise auf die andere Kopfseite. Die Schmerzen werden oft begleitet von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Geruchssensibilität. Bewegung und Stress verschlimmern die Migräne.
4. Rückbildung
Gegen Ende der Migräne-Attacke wandelt sich der pulsierende, pochende Schmerz in einen gleichbleibenden Schmerz. Meist schlafen die Betroffenen danach erschöpft ein.
Alessandro Capponi
Apotheker und Betriebsleiter einer Drogerie Apotheke in Basel
Wie kann man Migräne vorbeugen?
An erster Stelle empfehlen sich nicht medikamentöse Verfahren wie Entspannungstraining, Biofeedback-Therapie, kognitive Verhaltenstherapien oder Stressmanagement sowie regelmässiger Ausdauersport. Genügt das nicht, sollte man eine medikamentöse Therapie ins Auge fassen.
Was gilt es bei einer akuten Attacke zu tun?
Rückzug in einen abgedunkelten Raum und Ruhe sind sinnvoll, gegebenenfalls auch Kühlen mit Eiskompressen. Bei leichteren und mittelstarken Migräne-Attacken eignen sich rezeptfreie Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure und Ibuprofen. Für Patienten mit starker Migräne, denen diese Schmerzmittel nicht helfen, gibt es spezifische Migräne-Medikamente (Triptane). Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen lassen sich mit Antiemetika bekämpfen.
Warum ist ein Migräne-Tagebuch sinnvoll?
Es schafft Übersicht über die Migräne-Anfälle. So kann anhand von Attackenfrequenz, Anfallsdauer, Anzahl der Kopfschmerztage, Schmerzintensität sowie der eingenommenen Medikamente Erfolg oder auch Misserfolg der angewandten Therapie ermittelt und entsprechend gehandelt werden. Sind die Migräne-Auslöser erst einmal gefunden, ist es einfacher, darauf zu reagieren. Um eine aussagekräftige Darstellung der Situation zu erhalten, sollte man das Migräne-Tagebuch über längere Zeit führen.