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Für den Anbau 2009 konnten leider keine neuen für den Biolandbau interessanten Sorten in die Sortenliste von FiBL und Bio Suisse aufgenommen werden. Neben Derby und Agata ist 2009 jedoch erstmals auch von der stark nachgefragten Sorte Lady Christl Biopflanzgut vorhanden. Bei den Frühsorten ist Maestro wegen geringer Nachfrage wieder von der Liste gestrichen werden.
Bei den festkochenden Kartoffeln gibt es keine Änderungen im Sortenspektrum. 2009 steht jedoch von Nicola kein Biopflanzgut zur Verfügung. Da Nicola auf Ringnekrosen anfällig ist, muss diese Sorte mittelfristig ersetzt werden. Kurzfristig stehen die bewährte Sorte Charlotte und die weniger bekannte Sorte Ditta zur Verfügung.
Bei den mehligen Kartoffeln steht von den Sorten Agria, Désirée und Victoria Biopflanzgut zur Verfügung. Die Sorte Jelly scheint für den Biolandbau ebenfalls interessant zu sein. Da sie noch ganz neu ist, steht für 2009 jedoch noch kein Biopflanzgut zur Verfügung. Von den Sorten Naturella und Eden, welche eigentlich als typische „Biosorten“ gelten, steht leider weder biologisches noch konventionelles Pflanzgut zur Verfügung. Hier hat sich eine virenfreie Vermehrung als sehr schwierig erwiesen.
Bei den Industriekartoffeln bleibt das Sortenspektrum unverändert. Von den Sorten, welche ausschliesslich für die industrielle Verwertung produziert werden, steht kein Biopflanzgut mehr zur Verfügung. Wenn ein Anbauvertrag vorliegt, so wird deshalb bei allen Industriekartoffeln eine Ausnahmebewilligung für die Verwendung von konventionellem Pflanzgut gewährt. Natürlich kann aber ein Teil des Bedarfs an Industriekartoffeln mit Agria gedeckt werden, von der Biopflanzgut vorhanden ist.
Von den ProSpecieRara-Sorten steht in kleinen Mengen zertifiziertes Pflanzgut von den Sorten 8-Wochen-Nüdeli und Blaue Schweden zur Verfügung.
Insgesamt wurden 2008 zirka 780 Tonnen Biopflanzgut geerntet. Der Bedarf wird aber schätzungsweise um 200 Tonnen höher liegen. Es wird also auch 2009 wieder zu Ausnahmebewilligungen für die Verwendung von konventionellem Pflanzgut kommen. Auf das konventionelle Pflanzgut wird wiederum die Differenz zum Biopreis abgeschöpft. Mit dem Ertrag aus der Lenkungsabgabe des Jahres 2008 kann das biologische Pflanzgut für 2009 um 20 Franken pro 100 kg verbilligt werden.
Für die Pflanzsaison 2009 werden von der FiBL-Biosaatgutstelle folgende Lenkungsabgaben auf konventionelles Pflanzgut erhoben:
- Frühe und festkochende Sorten: Fr 32.-
- Mehlige Sorten (ohne Agria): Fr. 38.-
- Agria und Industriesorten: Fr. 30.-
Gesuche an:
Biosaatgutstelle,
Forschungsinstitut für biologischen Landbau
Andreas Thommen
Tel. 062 865 72 08
biosaatgut(at)fibl.org
Weiterführende Informationen:
Die Eigenschaften der wichtigsten Kartoffelsorten für den Biolandbau und das Angebot an biologischem Pflanzgut zu Beginn der Bestellsaison sind in der Sortenliste von FiBL und Bio Suisse beschrieben:
Sortenliste Biokartoffeln 2009 (FiBL-Shop, 100 KB)
Für Informationen zur Biosaatgutregelung und zu Ausnahmegenehmigungen: www.biosaatgut.bioaktuell.ch
Für Informationen zum aktuellen Pflanzgutangebot: www.organicxseeds.ch