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UNO: Alle zwei Minuten stirbt eine werdende Mutter
NZZ-berichtete am 23.02.2023 über ein vermeidbares Schicksal:
Vereinte Nationen: Alle zwei Minuten stirbt eine werdende Mutter
Die Situation stagniere seit Jahren, so die UNO. In einigen Regionen sei die Sterberate sogar wieder gestiegen.
Besonders dramatisch ist die Lage in Ländern des südlichen Afrika und Kriegsgebieten.
link zum ganzen Artikel in der NZZ
Kommentar Benno Büeler, Vorstand ECOPOP:
Die Müttersterblichkeit in Subsahara-Afrika ist über 200 mal höher als in der Schweiz. Hauptursachen sind – wie es der Artikel richtig schreibt – schwere Blutungen bei/nach der Geburt und unsichere Abtreibungen (von denen es in Afrika geschätzt 8-9 Millionen pro Jahr gibt). Weiter schreibt der Artikel richtigerweise:
Eine gute Gesundheitsversorgung in ihrer Nähe würde viele Frauen retten, heisst es in dem Bericht. Sie müssten auch Zugang zu Verhütungsmitteln bekommen, um ihre Schwangerschaften planen und ihre Gesundheit dadurch besser schützen zu können.
Was der Artikel aber nicht erwähnt ist, dass es einen starken inneren Zusammenhang zwischen diesem Appel und der hohen Müttersterblichkeit gibt. Der Wirkstoff Misoprostol ist eine sogenannte «essential drug» auf der WHO-Liste und sollte überall auf der Welt verfügbar sein. Es ist ein Generika, welches pro Pille im Grosseinkauf weniger als 5 Rappen kostet, und wovon 3-6 Pillen pro Geburt genügen um eine tödliche Blutung zu vermeiden. Dieses Mittel wurde bis vor einigen Jahren in der Schweiz routinemässig in den Spitälern eingesetzt. In Afrika ist es aber in vielen Ländern verboten, dieses Mittel einzuführen. Der Grund ist die Möglichkeit, mit Misoprostol abtreiben zu können. Weil fast alle Regierungen Afrikas Abtreibungen ablehnen, lehnen sie auch alle Mittel ab, welche dazu verwendet werden könnten, egal was die WHO sagt, egal wenn es viele Frauen in den Tod treibt weil postnatale Blutungen nicht behandelt werden können.
Dass es so viele «unsichere Abtreibungen» gibt, und viele Frauen an Blutungen sterben, ist also kein Schicksal von armen Ländern, sondern ein bewusster Entscheid der entsprechenden Regierungen.