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Nach Studien in Tübingen und Basel erlangte der aus Biel am Jurasüdfuss stammende Thomas Wyttenbach (1480/82–1526) den Grad eines Doktors der Theologie. Seine durch die Reformtheologen Summenhart und Scriptoris geschulte Lehre gab er in Basel an seine Schüler Huldrych Zwingli und Leo Jud weiter. Daneben wirkte er als Stadtpfarrer von Biel, später als Kustos und Chorherr am Berner Vinzenzenstift. Mit der Kritik an der Messe schloss er sich 1523 der Reformation Zwinglis an, was er durch seine Verheiratung öffentlich bekräftigte. Die Kindertaufe war ihm zeitweise ein Problem. Seines Amts enthoben, predigte Wyttenbach fortan auf der Gasse und in den Zunfthäusern Biels. Den Durchbruch der Reformation in seiner Heimatstadt erlebte er nicht mehr.
Johann Konrad Füssli (1704–1775), das Zürcher Pflaster und die Täufer
in: Mennonitica Helvetica 38 (2015), 107–171
Mit dem Veltheimer Pfarrer und Gelehrten Johann Konrad Füssli (1704–1775) gerät ein vergessener Protagonist der Zürcher Aufklärung von europäischem Zuschnitt in den Blick. Seine quellenbasierte Kirchengeschichtsschreibung weist den Weg zu einer neuen, bisher kaum gewürdigten Einschätzung der schweizerischen Täuferbewegung zur Reformationszeit. Ein kommentiertes Werkverzeichnis erschliesst erstmals das umfangreiche und breitgefächerte Oeuvre des vielseitigen Autors, der von mehreren Zürcher Kleinmeister porträtiert wurde.
Calvin, Farel, and the Anabaptists: On the Origins of the Briève Instruction of 1544
in: Mennonite Quarterly Review 88 (2014), 323–364
«The fact, that both Ulrich Zwingli and John Calvin felt compelled to write a refutation of the Schleitheim ARticles of 1527, and to do so only seventeen years apart, establishes the importance of these texts, non only for Anabaptism but also for the history of the emerging Reformed tradition. Through a fresh reading of the primary sources, the following essay illuminates for the forst time: 1) the steps leading up to Calvin’s Briève Instruction of 1544 within the larger cibntext of the theology of John Calvin and William Farel; 2) details regarding the Anabaptist movement in French-speaking Switzerland, which has not yet been adequatlky stdied; and 3) the context surrounding the publication of the 1543 French version of the Schleitheim Articles, which is no longer extant.»
Hinrichtung durch Enthaupten (ZB Zürich, Ms F 32 ‹Wickiana›,
fol. 25r)
«Was wend wir aber heben an …» Bernische Täuferhinrichtungen 1529–1571. Eine Nachlese
in: Mennonitica Helvetica 37 (2014). 11–63.
Anhand der Täuferquelleneditionen von Martin Haas, weiterer historischer Dokumente des Bernischen Staatsarchivs und nicht verwerteter Sekundärliteratur wird das Berner Täufermartyrologium des Märtyrerspiegels 1749 neu untersucht, in Form von Kurzbiographien erschlossen und in den grösseren Zusammenhang der bernischen Täuferrechtsprechung von 1525 bis 1566 gestellt. Die bisher angenommene Zahl von 40 Hinrichtungen im Zeitraum 1529–1571 muss um mindestens 9 Blutzeugen erhöht werden.
Die 49 bernischen Täuferhinrichtungen der Jahre 1529–1571 nach dem Märtyrerspiegel und weiteren Täuferquellen .
2012, 304 Seiten, 15.0 x 22.5 cm, Paperback
ISBN 978-3-290-17610-5
CHF 48.00 – EUR 36.80 – EUA 37.90
Im Buch blättern
Johannes Calvin – wie können wir diese profilierte und umstrittene Gestalt des 16. Jahrhunderts heute noch verstehen? Welches Licht fällt aus dem 21. Jahrhundert auf sein Leben und Wirken? Und fällt möglicherweise auch ein Licht aus seiner Zeit in unser Leben und Wirken? Diesen Fragen ging eine Ringvorlesung der Theologischen Fakultät Bern zum Calvin-Jubiläum 2009 nach. 12 Beiträge führen an ausgewählten Themen in Leben und Wirken des Genfer Reformators ein und zeigen kritisch seine Relevanz für theologische, gesellschaftliche und politische Fragen auf.
Mit Beiträgen von Maurice Baumann, Mariano Delgado, Isabelle Grasslé, J. Christine Janowski, Hans Rudolf Lavater-Briner, Wolfgang Lienemann, Christine Lienemann-Perrin, Andreas Marti, Moisés Mayordomo, Martin Sallmann, Heinrich Richard Schmidt, Andreas Wagner.
«… as a whole this is probably one of the finest publications to emerge from the Calvin jubilee year.» Renaissance Quarterly 66 (2013) 1034–1036 (Victor E. D’Assonville).