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Die Burganlage S. in der Gem. Seewis im Prättigau GR liegt nordwestlich über dem Dorf Grüsch und war wohl ein frühma. Kirchenkastell. Es existieren imposante Reste einer langen, mehrphasigen Wehrmauer. Auf dem höchsten Punkt des Geländes stehen die Ruinen der Liebfrauenkirche mit Langhaus (13. Jh.) und Polygonalchor (15. Jh.). Im tiefer gelegenen Areal befanden sich die Gebäude des Wohnbezirks. Geringe Spuren eines mächtigen Viereckturmes sowie Mauerteile eines Wohntraktes mit Spitzbogenfenstern sind erkennbar. Über die restl. Überbauung lässt sich keine Aussage machen, weil Ausgrabungen bis heute unterblieben. Im 13. Jh. besassen die Herren von Aspermont die Burg. Anlässlich einer Güterteilung gelangte deren Prättigauer Erbe 1344 an die Gf. von Toggenburg. Nach dem Tod Friedrichs VII. wurden die Wehr- und Wohngebäude aufgegeben und zerfielen. Die Kirche hingegen blieb noch länger in Betrieb, dürfte aber nach dem Übertritt des Prättigaus zum ref. Glauben aufgegeben worden sein.
Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 338-340
Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin