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Krankheit lässt den Wert der Gesundheit erkennen. - Heraklit
Nehmen Rhesusaffen über Monate hinweg regelmäßig THC zu sich, geraten ihre Sexualhormone aus dem Gleichgewicht. Ihre Hoden schrumpfen. Was das für Menschen heißt, ist noch unklar.
Wer regelmäßig THC, den psychoaktiven Inhaltsstoff der Hanfpflanze, zu sich nimmt, hat möglicherweise mehr Schwierigkeiten, Nachwuchs zu zeugen. Das gilt zumindest für männliche Rhesusaffen.
Ein Team um Jason Hedges von der Oregon Health & Science University in Portland verabreichte Makakenmännchen sieben Monate lang täglich eine gewisse Menge des Rauschmittels. Die Dosis entsprach dabei umgerechnet jener, die Menschen erhalten, die Cannabis zu medizinischen Zwecken zu sich nehmen. Ähnlich wie bei menschlichen Patienten wurde die Menge im Lauf des Experiments langsam gesteigert.
»Unsere Analyse ergab, dass der THC-Konsum mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Fortpflanzungshormone der Tiere verbunden war, einschließlich eines verminderten Testosteronspiegels und einer starken Schrumpfung der Hoden«, erklärt Studienautor Jamie Lo in einer Pressemitteilung der Universität. Die Größe der Hoden sei bei den Rhesusaffen um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Je höher die Dosis, desto ausgeprägter war der Effekt. Das weist auf einen dosisabhängigen Effekt hin, schreibt das Team. Insgesamt deutet die Studie in eine ähnliche Richtung wie eine andere Arbeit, die zeigte, dass Cannabis auch die Fortpflanzungshormone weiblicher Affen beeinflusst.
Die Ergebnisse beantworten allerdings nicht alle Fragen. So ist etwa unklar, ob der Effekt reversibel ist, wenn man für eine gewisse Zeit mit dem Konsum aufhört. Zudem müssen die Daten noch an einer menschlichen Studiengruppe validiert werden. Sollte sich beim Menschen Ähnliches beobachten lassen, könnte das vor allem für diejenigen relevant sein, die THC aus gesundheitlichen Gründen einnehmen. Medizinisches Cannabis kann in bestimmten Ausnahmefällen von Ärzten verschrieben werden, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind – zum Beispiel bei schwerer Migräne oder anderen Schmerzen. Darüber, ob auch bei gelegentlichem Kiffen Gefahr für die Fruchtbarkeit droht, sagt die Studie in jedem Fall erst einmal nichts aus.