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Veranstaltungen
Die Genderfrage in der Psychiatrie: Sex und Gender, Hormone und Erziehung
Sozialpsychiatrisches Kolloquium
«Die Genderfrage in der Psychiatrie – Sex und Gender, Hormone und Erziehung»: mit diesem Thema befasst sich das nächste Kolloquium mit Prof. Dr. med. Anita Riecher-Rössler aus Basel. Sie wird die Zusammenhänge zwischen dem biologischen und dem psychosozialen Geschlecht und der psychischen Gesundheit aufzeigen und die Schlussfolgerungen für die Vorbeugung und Behandlung psychischer Krankheiten daraus ableiten.
Obwohl psychische Erkrankungen bei Männern und Frauen gleich häufig sind, leiden Frauen doch deutlich häufiger an Depressionen und Angsterkrankungen, und sie begehen auch häufiger Suizidversuche. Männer dagegen leiden häufiger an Suchterkrankungen, und wenn sie einen Suizidversuch begehen, dann ist dieser häufiger tödlich.
Die Ursachen dieser Geschlechtsunterschiede sind nur zum Teil im biologischen Geschlecht, also dem «sex», zu suchen, zum grossen Teil aber im psychosozial erworbenen Geschlecht, dem sogenannten
«gender ». Auf der einen Seite spielen Sexualhormone eine Rolle, auf der anderen Seite die Erziehung in der Kindheit, die den Boden für späteres geschlechtsspezifisches Rollenverhalten legt, etwa für das geringere Selbstvertrauen von Frauen oder das aktivere Problem-bewältigungsverhalten von Männern. Aus diesen Zusammenhängen ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für die Vorbeugung und die Behandlung psychischer Erkrankungen.