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Die Kommission für wissenschaftliche Speläologie ging im Jahr 2010 aus der Fusion der SGH-Wissenschaftskommission mit der Speläologischen Kommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften hervor.
Ihre wichtigsten Aufgaben sind:
- Ausbildung der Höhlenforscher in wissenschaftlichen Belangen;
- Unterstützung der Höhlenforscher in wissenschaftlichen Projekten;
- Organisation des SGH-Wintertreffens;
- Unterstützung der Nationalen Kongresse, Mitfinanzierung der Akten;
- Beteiligung an Inventaren und am BBS;
- Vertretung der Höhlenforschung in der Wissenschaftspolitik;
- Bindeglied SGH-SISKA;
- Vertretung des UIS-Landeskomitees.
Aktuelles (2011-14)
Proben-Datenbank
Der Anhang B der „Wegleitung zur Beurteilung von Projekten in Karstgebieten“ (SGH, 2010) enthält Grundsätze zur Beprobung von Sedimenten in Höhlen, speziell im Hinblick auf den Höhlenschutz. Um unnötige Mehrfachbeprobungen und die Beprobung von ungeeignetem Material zu verhindern, sollen die Stammdaten der in Höhlen entnommenen Sedimentproben gesammelt und interessierten Kreisen auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Die Kommission hat nun diese Datenbank bereitgestellt und die Details im Dokument „Handhabung der Probedatenbank“ geregelt. Für Anfragen und Informationen zur Probendatenbank: <email-pii>
Inventar-Konzept
Die Unterstützung der Inventare wurde bis 2011 auf einer Fall-zu-Fall-Basis gehandhabt. Für diese wichtige Aufgabe mit beratender und finanzieller Unterstützung hat die Kommission die Rechte und Pflichten der beiden Parteien, KWS und Autoren eines Inventars im Dokument „Wegleitung für die Erstellung eines Inventars“ einheitlich geregelt.
Inventarwerke, die mit der Unterstützung der KWS/CSS veröffentlicht wurden:
UIS-Landeskomitee
Die Platform Geosciences SCNAT anerkennt die UIS (Union internationale de spéléologie) als angeschlossene internationale Union und trägt den entsprechenden Mitgliedsbeitrag. Für die Weiterführung dieser Vereinbarung musste im Jahr 2014 ein formelles Reglement für das UIS-Landeskomitee erarbeitet werden. Dieses Komitee ist der Kommission angegliedert und besteht aus dem Präsidenten und den beiden UIS-Delegierten der SGH.
Weitere Aktivitäten
- Unterstützung des wissenschaftlichen Teils des Nationalen Kongresses 2012;
- Fachlicher Input zum Karstlehrpfad Brislachallmend (2013);
- Unterstützung von Färbungen im Melchtal (2013) und auf der Schrattenfluh (ab 2014);
- Stellungnahme zu den „Empfehlungen der Eidgenössischen Geologischen Fachkommission (EGK) zur Regelung der Nutzung des tiefen Untergrundes“ (2014).
Organigramm der Kommission
Geschichte der wissenschaftlichen Höhlenforschung
SGH-Wissenschaftskommission, 1967 - 2010
Schon früh interessierten sich schweizerische Höhlen-Pioniere für die wissenschaftlichen Aspekte. Insbesondere knüpfte Maurice Audétat, erster Archivar und später Präsident der SGH, zahlreiche Kontakte zu wissenschaftlichen Institutionen.
Im Jahr 1967, während des dritten Nationalen Kongresses in Interlaken, wurde die wissenschaftliche Kommission der SGH gegründet. Jean-Pierre Tripet war ihr erster Präsident.
Diese Kommission beriet die Höhlenforscher in wissenschaftlichen Belangen. Als Besonderheit bezahlten die Mitglieder einen Kommissions-Jahresbeitrag, mit dem Projekte unterstützt wurden, oft Färbungen.
Die Kommission organisierte die SGH-Wintertreffen, an denen jeweils ein wissenschaftliches Thema abgehandelt wurde.
Später kamen neue Aufgaben dazu: Die Kommission beurteilte im Namen der SGH die Projekte des SISKA und bestimmt jedes Jahr Vorschläge für den Thomas-Bitterli-Preis.
Die speläologische Kommission der SCNAT, 1970 - 2010
Neben dem internen Wirken der Wissenschaftskommission fehlte der Höhlenforschung die institutionelle Anerkennung als echte Wissenschaft. Diese Lücke wurde am 16. Mai 1970 mit der Gründung der speläologischen Kommission der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft (SNG, heute SCNAT) geschlossen. Das Gesuch für die Gründung dieser neuen Kommission wurde durch die wissenschaftliche Kommission der SGH erarbeitet und eingereicht
Die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, siehe http://www.scnat.ch. Die speläologische Kommission war eine Arbeitsgruppe der Platform Geosciences (Erdwissenschaften).
Diese Kommission verfügte über grössere finanzielle Ressourcen und unterstützte die Publikationen zur Höhlenforschung: Die Akten der nationalen Kongresse, regionale Inventare der Schweiz, Bulletin bibliographique spéléologique. Zusätzlich stellte sie die schweizerische UIS-Delegationen (Union Internationale de Spéléologie).
Die Gründung der Kommission für wissenschaftliche Speläologie, SGH & SCNAT, 2010
Als mit dem SISKA ein dritter wissenschaftlicher Partner zur schweizerischen Höhlenforschung kam, wurde die Situation unübersichtlich. Nach Absprachen mit der SCNAT schlossen sich die zwei wissenschaftlichen Kommissionen am 1. Sept. 2010 zusammen. Die neue Organisation wurde von der SGH an der DV vom 23. Oktober 2010 genehmigt und Hans Stünzi als Präsident der Kommission für wissenschaftliche Speläologie gewählt. Seitens der Akademie wurde die Fusion am 12. Nov. 2010 zur Kenntnis genommen und anfangs 2011 die Wahl des Präsidenten bestätigt.