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Einer der gewaltigsten je gemessenen Zyklone hat im Inselstaat Vanuatu im Südpazifik verheerende Verwüstungen angerichtet. Zyklon «Pam» riss in der Nacht zu Samstag allein in der Hauptstadt Port Vila tausende Häuser fort, entwurzelte unzählige Bäume und knickte Strommasten wie Strohhalme um, wie Nothelfer aus der Hauptstadt Port Vila berichteten.
Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam wurden in der Hauptstadt bis zu 90 Prozent der Häuser beschädigt.
Mindestens 100'000 Menschen lebten nach UN-Angaben in der Schneise des Sturms. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef fürchtet, dass Zyklon «Pam» die schlimmste Unwetterkatastrophe sein könnte, die diese Pazifik-Region je getroffen hat.
Berichte über 44 Todesopfer
«Ein Bild absoluter Verwüstung», berichtete Chloe Morrison vom Hilfwerk World Vision aus Port Vila. Mindestens ein Viertel der 44'000 Einwohner dürften obdachlos sein. Bestätigt sind mittlerweile mindestens sechs Todesopfer. Die Vereinten Nationen zitierten jedoch unbestätigte Berichte, in denen von 44 Todesopfern die Rede ist.
Ein Bild absoluter Verwüstung
Unzählige Häuser und Regierungsgebäude seien komplett zerstört, sagte der Sprecher der Behörde für Katastrophenschutz, Mishaen Lulu Garae, im neuseeländischen Rundfunk. Auch ein Teil des Zentral-Krankenhauses sei zerstört worden.
Sturmböen von bis zu 340 Kilometer pro Stunde
«Pam» ist ein Zyklon der gefährlichsten Kategorie 5. Meteorologen schätzten die Geschwindigkeit der Sturmböen auf bis zu 340 Kilometer pro Stunde. Die rund 80 Inseln haben zwar Berge, aber die meisten der 250'000 Einwohner wohnen in Küstennähe oft in einfachen Hütten.
Fernsehsender zeigten erste Videos, die nach ihren Angaben aus der Region stammen. Darauf waren mächtige Wellen zu sehen, die über Uferpromenaden hereinbrachen, sowie entwurzelte Bäume und umgeknickte Strommasten. Überall lagen Schuttberge. Nach dem Durchzug des Zyklons gingen auch noch verheerenden Regenfälle nieder.
Inseln von der Aussenwelt abgeschnitten
Die Gesamtlage ist noch immer völlig unübersichtlich: Die kleineren Inseln Vanuatus waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Mobilnetze funktionierten nicht. «Es ist klar, dass die volle Wucht des Super-Zyklons (die Inseln) deutlich schlimmer getroffen hat als vorhergesagt», berichtete Unicef-Sprecherin Alice Clements aus Port Vila.
«Es ist noch zu früh, dies mit Sicherheit zu sagen, aber die ersten Berichte lassen vermuten, dass diese Wetterkatastrophe die schlimmste sein könnte, die diese Pazifikregion je getroffen hat,» meinte Unicef-Neuseeland-Direktorin Vivien Maidaborn.
Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale nahm in Japan an der UN-Konferenz zur Katastrophenvorsorge teil. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon versprach dem Land bei einem Gespräch mit Lonsdale Hilfe. Seine Gedanken seien bei den Einwohnern.
Zuletzt waren bei Zyklon Lusi, einem Kategorie-2-Sturm, im März 2014 auf Vanuatu zehn Menschen ums Leben gekommen. Im November 2013 war Taifun «Haiyan» vom Pazifik über die Philippinen hereingebrochen. Es kamen mehr als 7000 Menschen um. «Haiyan» war mit Spitzenböen von mehr als 370 Kilometern in der Stunde der stärkste Taifun, der je an Land kam. Taifune, Zyklone und Hurrikans sind die gleichen Wettersysteme, sie werden nur je nach Weltregion anders genannt.
Burkhalter bei UNO-Konferenz
Bundesrat Didier Burkhalter ist zur UNO-Konferenz für Katastrophenvorsorge nach Japan gereist. Delegierte aus 180 Ländern wollen bis zum 18. März in Sendai ein Rahmenwerk über Vorsorgemassnahmen zum Schutz vor Naturkatastrophen beschliessen. Insbesondere Entwicklungsländer leiden unter weltweit zunehmenden Wetterextremen, heisst es.