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Genau vor 80 Jahren, nämlich am 1. Juli 1939, liess sich Schwester Irene Kopp-Hug, aus der Gemeinde Pratteln, taufen. Zusammen mit ihrem zwei Jahre jüngeren, bereits verstorbenen Bruder Werner, bewohnte Irene mit den Eltern ein grosses Haus, direkt am Rhein gelegen. Dieses stattliche Gebäude, das einst als Gaststube diente, steht heute immer noch und heisst wie damals: „Zur Rheinlehne“.
Familie Hug beschäftigte eine Haushaltshilfe, die bereits der Kirche angehörte. Die Familienmitglieder, insbesondere auch Irene, bemerkten beachtliche Veränderungen an ihr. In gemeinsamen Gesprächen stellte die Neubekehrte schliesslich die Frage an die Familie: «Was wollt ihr hören?»
Aus dem nahe gelegenen Basel kamen immer öfters Missionare zu Besuch. Schliesslich liessen sich Irenes Eltern am 5. November 1938 taufen – Irene, die noch nicht 8 Jahre alt war, musste zuwarten.
Einige Monate später, am 1. Juli 1939, war es dann für sie soweit:
Von ihrem Wohnhaus führte ein kleiner Weg direkt zum Rheinufer. Dort bildete sich seit alters ein geschütztes, kleines „Becken“, das sich für die Taufe eignete.
Schwester Kopp berichtet: „Aus dem Zweig Pratteln hatten sich etwa 10 Mitglieder eingefunden – wahrscheinlich gab es damals nicht mehr. Brüder von Basel hielten Ansprachen, darunter auch Max Zimmer (Leiter der damaligen schweizerischen Mission Basel), den ich sehr schätzen lernte. Ich lernte auch Bruder Handschin kennen, welcher mich dann taufte. Es war wunderbares Sommerwetter, geeignet für ein abendliches Bad. Allerdings war ich des Schwimmens damals noch unkundig, und so war ich froh über die Hilfe von Bruder Handschin. Mein jüngerer Bruder kam nicht mit. Die Eltern legten ihn schlafen.“
Schwester Kopp erzählte eine amüsante Begebenheit, die sich ein paar Tage nach der Taufe ereignete: „Ich sehe ihn noch heute vor mir, mit einem breitrandigen Hut, unseren Herrn Pfarrer, eine Treppe absteigend und direkt auf mich zukommend. Er meinte: Mädchen, ich kenne dich gar nicht. Darauf erwiderte ich wahrheitsgemäss: Ich bin jetzt ein Mitglied der Kirche Jesu Christi. Er meinte dann nur: Das bin ich auch, nur heissen wir anders.“
Schwester Kopp erinnert sich gerne an die damalige Zeit, die sich politisch gesehen, beinahe täglich verfinsterte. Die heulenden Sirenen beim Auftauchen von kriegsbeteiligten Fliegern in der Nähe ermahnten die junge Familie an den Krieg.
Sie empfand die Rheinumgebung, die offene Landschaft und auch die Fahrten mit der Strassenbahn ins Gemeindehaus Basel, sehr bereichernd. Pratteln besass damals noch kein eigenes Versammlungslokal, und die Fahrkosten dorthin waren nicht zu unterschätzen.
Wir wünschen Schwester Kopp weiterhin viel Freude am Dasein, sowie einzigartige Erinnerungen aus vergangenen Zeiten.