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Lugano gewann in einem mitreissenden Playoff-Final gegen die ZSC Lions 4:1 und ging in der Best-of-7-Serie wieder in Führung (2:1). Matchwinner war der Franzose Philippe Bozon mit vier Toren.
Einiges spricht dafür, dass Lugano in den nächsten Tagen zum sechsten Mal Meister wird. In den bisherigen Best-of-7-Finals setzte sich immer jene Mannschaft durch, die das dritte Spiel gewann. Und noch nie hat die Mannschaft eines Spielers, der in einem Playoff-Final vier Tore schiessen konnte, die Finalserie verloren.
Vor Bozon war dieses Kunststück erst Kent Johansson (Lugano 1986), Patrick Howald (Bern 1992) und Roman Wäger (Kloten 1995) gelungen. Philippe Bozon erzielte zum dritten Mal in der Schweiz vier Tore in einem Spiel. Zuvor war ihm das 1996 für La Chaux-de-Fonds zuerst gegen Biel (7:0) und nachher in der Liga- Qualifikation gegen Lausanne (9:4) gelungen.
ZSC war nicht bereit
Vor einem Jahr hatten die Zürcher das dritte Spiel in Lugano 3:1 gewonnen. Diesmal war das Team von Larry Huras beim Spielbeginn nicht bereit. Vielleicht lang es an der beschwerlichen Anreise, die wegen des Lastwagen-Chaos auf der A2 und wegen einer Wartestunde vor dem Gotthard fünf Stunden beansprucht hatte. Erst 55 Minuten vor Spielbeginn war der ZSC bei der Resega eingetroffen. Vielleicht lag es jedoch auch an der grossen Aggressivität Luganos, dass der ZSC 15 Spielminuten und ein frühes Timeout benötigte, ehe es den Weg ins Spiel fand.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Philippe Bozon bereits zweimal "zugeschlagen". Nach bloss 78 Sekunden hatte er die Lions-Abwehr erstmals überlaufen und ZSC-Goalie Ari Sulander mit dem allerersten Schuss bezwungen. In der 13. Minute gelang ihm bei doppelter Überzahl das 2:0, das für den finnischen Keeper nicht unhaltbar schien.
Luganos Powerplay
Spielentscheidend war allerdings erst Bozons dritter Streich in der 23. Minute zum 3:1. Dazwischen hatte Edgar Salis in doppelter Überzahl mit seinem dritten Playoff-Tor für ein Strohfeuer an Zürcher Hoffnung gesorgt. Auch das dritte Lugano-Tor fiel im Powerplay: Mit zwei Toren aus den ersten drei Überzahl-Chancen entschied Luganos Powerplay nebst dem herausragenden Bozon den dritten Final. Auffällig war, dass Mark Streit, am Dienstag noch einer der besten Zürcher, das 0:2 und das 1:3 von der Strafbank aus verfolgte.
Bemerkenswert ist ausserdem, dass die am Mittwoch verhängten Spielsperren (Andersson 1 Spiel, Conne noch 1; Hodgson beim ZSC 2 Spiele) Lugano nicht handicapierten. Im Gegenteil: Hätte Heinz Tännler, der Einzelrichter, den schwedischen Verteidiger Peter Andersson nicht für ein Spiel suspendiert, hätte Philippe Bozon womöglich gar nicht gespielt. In den vorangegangenen 13 Playoff- Partien Luganos war Bozon bloss sechsmal zum Einsatz gekommen... Und Misko Antisin vermochte Flavien Conne als Center bedeutend besser zu ersetzen als Christian Weber bei den ZSC Lions Dan Hodgson. Die Weber-Formation stand bei beiden Gegentoren bei ausgeglichenem Spielerbestand auf dem Eis.
Für Lugano war nun bereits zum vierten Mal hintereinander in einem Heimspiel der Weg zum Sieg nicht steinig, sondern breiter als die Gotthard-Autobahn am Donnerstag mit den vielen Camions auf dem Pannenstreifen. In den letzten beiden Halbfinals gegen Bern war Lugano jeweils unmittelbar nach dem Berner Ausgleich das wichtige Führungstor gelungen. Und in den ersten beiden Final-Heimspielen fiel das bedeutsame 1:0 in den ersten 80 Sekunden. Der ZSC hat im Final nur noch eine Chance, wenn er nicht nur im Hallenstadion, sondern auch in der Resega Lugano in Rücklage versetzen kann.
swissinfo und Agenturen