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Das Akkordeon, 1829 von Cyrill Demian in Wien patentiert, ist - trotz seiner vielen Falten – ein junges Instrument! Innert kurzer Zeit verbreitete es sich über den ganzen Globus und wird heute in beinahe allen Ländern und Kulturen der Welt gespielt. Während der wilden Karriere wurde das Akkordeon anfangs bei Geselligkeit und Tanz gespielt, etablierte sich um 1900 in den Salonorchestern, oder es wurde als Heimweh-Instrument von vielen Auswanderern in die Ferne mitgenommen. Es entstanden regional verschiedene Instrumente, die auf Grund der jeweiligen musikalischen Anforderungen unterschiedlich konstruiert worden sind. (Bandoneon in Argentinien, Schwyzerörgeli in der Schweiz, u.a.).
Trotz der verschiedensten Formen ist eines allen gemeinsam: Sie verfügen auf der rechten und der linken Seite jeweils ein Spielmanual mit Knöpfen (oder Tasten), die durch einen Balg miteinander verbunden sind. Dieser Balg ist vergleichbar mit der menschlichen Lunge, die die nötige Luft für das Singen, Sprechen oder Spielen eines Blasinstrumentes liefert. Durch die Balgbewegungen wird ein Luftstrom erzeugt, welcher Stimmzungen aus Metall in Schwingung versetzt. Bei den heute gebräuchlichen Akkordeons (chromatische Instrumente) sind jedem Knopf (Taste) zwei gleichtönige Stimmzungen zugeordnet: Die eine erzeugt einen Ton beim Öffnen, die andere den gleichen Ton beim Schliessen des Balges. Jeder Ton der chromatischen Tonleiter kann dementsprechend auf Öffnen wie auch auf Schliessen des Balges gespielt werden.
Dagegen sind bei den Instrumenten, welche in der traditionellen Musik gespielt werden, also Schwyzerörgeli oder Bandoneon (diatonische Instrumente), einem Knopf zwei verschieden klingende Stimmzungen zugeordnet. Beim Öffnen des Balges entsteht ein anderer Ton als beim Schliessen.
Das Akkordeon ist eine Kombination aus Tasten- und Blasinstrument. Durch unterschiedliche Geschwindigkeit der Balgbewegung lässt sich die Lautstärke beeinflussen. Nicht umsonst wird das Akkordeonspiel mit den typischen Balgbewegungen nachgeahmt: Der Balg ist nicht nur das Wichtigste bei der Tonerzeugung, sondern erst bei gekonntem Einsatz des Balges wird der Akkordeonton und somit das Spiel lebendig und schön!
Auf dem Akkordeon lassen sich mehrstimmige Werke ähnlich anderer Tasteninstrumente interpretieren. Dabei werden die höheren Töne mit der rechten Hand, die tieferen und die Begleitakkorde mit der linken Hand gespielt. Mittlerweile sind die meisten Instrumente auch auf der Bassseite mit Einzeltönen ausgestattet, was ein Melodiespiel auch in tiefer Lage zulässt. Diese Erweiterung macht es möglich, dass mit unserem Instrument ein breiteres, spannenderes und anspruchsvolleres Repertoire gespielt werden kann. Trotzdem geht der ursprüngliche Charakter nicht verloren, denn die Begleitakkorde sind nach wie vor fester Bestandteil unseres Instrumentes und sind nicht zuletzt verantwortlich für den Namen Akkordeon!
Das Akkordeon hat seit seiner «Geburt» in Wien eine grosse Entwicklung durchlebt. Vor allem in den letzten Jahrzehnten etablierte es sich international in Konzertsälen und Musikhochschulen und wird bald an jeder Musikschule angeboten. Es ist zum viel beachteten und gefragten Konzertinstrument geworden, sei es im Jazz oder in der klassischen Musik. Als enorm vielseitiges Instrument lässt sich das Akkordeon in beinahe allen Musikstilen verwenden und eignet sich hervorragend für das Zusammenspiel mit den verschiedensten Instrumenten. So wird es heute unter anderem in Sinfonieorchestern wie auch in Rockbands gespielt.
Ähnlich wie im Klavierunterricht lernt der Schüler von Beginn des Unterrichts das Lesen des Violin- und Bassschlüssels. Das gleichzeitige Lesen und Spielen verschiedener Töne und Rhythmen beider Hände ist eine Herausforderung für das menschliche Gehirn und fördert in höchstem Masse vernetztes Denken. Das zu erlernende Repertoire umfasst Kinderlieder, Werke barocker, klassischer und romantischer Komponisten, Volkslieder und Volksmusik aus aller Welt, wie auch Pop-Songs, Tangos, Blues und moderne Werke heute lebender Komponisten. Die Improvisation und das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten ist fester Bestandteil im Unterricht.
Das Akkordeon eignet sich für Kinder ab fünf Jahren. Die kleinsten Instrumente sind leicht und handlich und werden später, entsprechend der Körpergrösse, des Kindes gegen ein grösseres Instrument ausgetauscht.
Voraussetzungen für das Akkordeonspiel sind:
(Text: Bettina Buchmann)
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