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In über 40 Jahren hat Helmut Federle (*1944, Solothurn, lebt in Wien und Camaiore) ein Œuvre entwickelt, in dem sich geometrische Konstruktion und malerische Gestik die Waage halten. Ab den 1970er Jahren begann Federle, seine Position als Maler zu etablieren. Aus postmoderner Perspektive setzte er sich mit der abstrakten Malereitradition der amerikanischen Nachkriegskunst auseinander. Federles Ausgangspunkt war anders als bei seinen Kollegen nicht die Reflektion jenes gesellschaftlichen Moments der westlichen Nachkriegszeit, in der die Abstraktion zur vorherrschenden Ästhetik wurde. Sein Interesse an der Abstraktion ist stattdessen ein genuines, dem er im Spannungsfeld zwischen gestischer und streng geometrischer Malweise nachgeht.
Federles grossformatige Gemälde und seine Zeichnungen zeugen von der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit geometrischen Formen und ihren Balanceverhältnissen auf der Bildfläche. 1982 kaufte das Kunstmuseum Basel das Gemälde "Asian Sign" (1980) für die Sammlung an. Die auf der Form einer Swastika basierende Komposition gab Anlass für heftige und kontrovers geführte Diskussionen. 1985 wurde eine Einzelausstellung des Künstlers gezeigt, "Asian Sign" gehörte zur ständigen Präsentation im Kunstmuseum Basel | Gegenwart.
Federles Werke fanden seither Eingang in zahlreiche Museums- und Privatsammlungen, darunter die Tate Modern, London, und das Centre Pompidou, Paris; 1997 vertrat er die Schweiz auf der Biennale in Venedig. Die Auseinandersetzung in Basel hingegen blieb ohne Fortsetzung. Die Ausstellung "Helmut Federle. 19 E. 21st St., Six Large Paintings" setzt da an und bringt sechs Gemälde aus den Jahren 1980 bis 2005 sowie einer Reihe von Arbeiten auf Papier aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts zusammen, die in Kombination mit historischer aussereuropäischer Keramik aus der Sammlung des Künstlers gezeigt werden. In dieser Gegenüberstellung wird deutlich, dass Federle mit abstrakt nicht gegenstandslos meint, sondern Abstraktion als persönliches, Epochen und Kulturen übergreifendes Kontinuum versteht.