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Cringe – Aus dem Englischen entlehnt
Cringe kommt aus dem Englischen und bedeutet in der Übersetzung soviel wie „erschaudern“ oder „zusammenzucken“. Das allerdings hat nur wenig damit zu tun, wie „cringe“ in den sozialen Medien und im jugendlichen Sprachgebrauch eingesetzt wird.
Fremdschämen ist Scham aus der Sicht des Beobachters
In der Jugendsprache wird „cringe“ eher als Fremdschämen bezeichnet. Gemeint sind damit Handlungsweisen oder das Auftreten anderer, für die oder das sich aus der Sicht des Beobachters geschämt wird. Es geht also um gewisse Peinlichkeiten oder um das, was junge Menschen als peinlich sehen. Dafür schämt man sich dann selbst aus der Sicht des unbeteiligten Beobachters heraus und verbreitet damit schlussendlich auch eine gute Portion Spott.
Dabei bezeichnet „cringe“ oder „cring(e)y“ eigentlich mehr, als nur eine peinliche Situation, für die sich selbst der Beobachter schämt. Wenn jemand oder etwas „cringy“ ist, dann berührt das auch den eigenen Lebensbereich, da sich in einer gewissen Verbundenheit zur handelnden Person gewähnt wird. So wird aus der Form des Fremdschämens auch so etwas wie Eigenscham, die die blosse Peinlichkeit bei Weitem übersteigt.
So wird „cringe“ eingesetzt
Bevorzugt wird „cringe“ in den sozialen Medien eingesetzt, wenn dort Meinungen, Haltungen, Auftreten oder konkretes Tun anderer Personen oder diese Personen selbst als peinlich gesehen werden. Dann schämt man sich gewissermassen für diese Personen und die Verbindungen, die zu solchen Personen bestehen.
Rein sachlich gesehen kann „cringe“ oder „cring(e)y“ für alle Situationen eingesetzt werden, die aus der Sicht von aussen als besonders peinlich gesehen werden.
Ein zutreffendes Beispiel könnte sein, wenn sich Erwachsene als besonders jugendlich darstellen wollen und dabei eher peinlich als zutreffend wirken. Solche Erwachsenen sind dann eben „cringe“. Oftmals sind es sogar die Eltern, die sich als besonders jugendnah präsentieren wollen und damit auch in den sozialen Netzwerken ihrer Kinder „mitmischen“ wollen. Das nimmt dann schnell lächerliche bis peinliche Züge an. Vor allem, wenn sich Erwachsene geneigt fühlen, in solchen Szenarien Jugendsprache einsetzen zu wollen.
Neben „cringe“ avancierten im Jahr 2021 ausserdem „sheesh“ und „sus» zum Jugendwort des Jahres.