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Der Kanton Basel Stadt erwägt für den Fall einer starken Kontamination des Rheins die Grundwasseranreicherung durch Rheinwasser mit einer Flusswasserentnahme aus der Wiese zu ergänzen. Infolge des deutlich kleineren Einzugsgebiets stellte der Kanton die Frage nach der potentiellen Gefährdung durch kontaminierten Regen bei einem KKW-Unfall. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat die Aktivitätskonzentrationen im Regenwasser bis 100 Kilometer Entfernung für das im Notfallschutzkonzept angegebene Referenzszenario berechnet.
Der Kanton Basel Stadt erwägt im Fall einer länger andauernden Kontamination des Rheins die alternative Flusswasserentnahme aus der Wiese. Zur Einschätzung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses studiert der Kanton Basel Stadt ein Notfallszenario mit radioaktiv kontaminiertem Regen. Wie in der Notfallschutzverordnung geregelt, berät und unterstützt das ENSI die Kantone bei der Planung und Vorbereitung ihrer Aufgaben. „Wir stellen mit unseren Berechnungen den Notfallschutzpartnern ein neues Instrument zur Verfügung“, erläutert Georges Piller, Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz beim ENSI.
Das ENSI hat die Berechnungen basierend auf dem Referenzszenario A4 durchgeführt. Dies entspricht auf der internationalen Ereignisskala INES der obersten Stufe 7 „Schwerwiegender Unfall“ mit Kernschaden und ungefilterter Freisetzung. Weiter wurde eine mittlere Wetterlage angenommen, wie es im Notfallschutzkonzept beschrieben ist und vom Bundesrat im Juli 2015 verabschiedet wurde. Dazu werden für definierte Wetterkategorien sowohl eine Variante mit Regen als auch eine ohne Regen angesetzt und über die verschiedenen Wettersituationen gewichtet gemittelt.
Berechnungen basieren auf Wetterszenario des Notfallschutzkonzeptes
Das Modell geht von einer Bodenkontamination infolge der Ablagerung von Radionukliden aus einer vorbeiziehenden Schadstoffwolke aus. Im Anschluss an die Ausbreitungsphase rechnete das ENSI mit einem Regen im kontaminierten Gebiet, der die gesamte abgelagerte Aktivität innerhalb von einer Stunde mitreisst.
Die Berechnungen zeigen, dass nach einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk die Iod-131-, Caesium-137- und Strontium-90-Grenzwerte der Verordnung über Fremd- und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln im Regenwasser um ein Mehrfaches überschritten werden.
„Regenwasser ist aber nicht gleichzusetzen mit Trinkwasser“, betont Georges Piller, ENSI. Der Kanton Basel-Stadt kann nun anhand der Rechenergebnisse die Konsequenzen für die alternative Flusswasserentnahme bei einem Reaktorunfall abschätzen und seine Pläne anpassen, um für einen Störfall gut vorbereitet zu sein. „Selbstverständlich können auch andere Kantone diese Berechnungen für die Planung ihrer Notfallschutzmassnahmen nutzen“, erklärt Georges Piller weiter.