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Ihre innere
Haut
[* 3] bildet an vielen
Stellen (meist in
Abständen von 5-8
cm) halbmondförmige, taschenähnliche Falten oder
Klappen,
deren je zwei einander gegenüberstehen und so an der Innenfläche der Venen angebracht sind, daß sich
das
Blut in ihnen fangen muß, sobald es in rückläufige
Bewegung gerät, während es in der
Richtung nach dem
Herzen zu ungehindert
zwischen ihnen hindurchfließen kann. Sie wirken also wie
Ventile.
In den Venen fließt das
Blut kontinuierlich, ohne pulsatorische
Bewegung, weit langsamer als in den
Arterien, aber schneller als in den
Kapillaren.
Über ihre
Anordnung und Verteilung im
Körper s.
Blutgefäße (mit Tafel, auf welcher die Venen mit blauer
Farbe eingedruckt sind).
Erkrankungen der Venen kommen häufig vor, doch meist nur neben Erkrankungen benachbarter
Gewebe
[* 4] und
Organe. Die häufigste Venenkrankheit
ist die Erweiterung derselben
(Phlebektasie), die namentlich an den untern Extremitäten solcher Leute
sich zeigt, welche anhaltend stehen müssen. Sie ist entweder eine gleichmäßige cylindrische, oder besteht in ungleichmäßigen
buchtigen Erweiterungen des Venenrohrs
(Varikosität, s.
Krampfadern).
In den erweiterten Venen, welche übrigens regelmäßig eine verdickte Wand besitzen, kommt es leicht zur Gerinnung
des
Bluts (Thrombose). Solche Blutgerinnsel können nachträglich zu Venensteinen (phlebolithi) verkalken.
Die
Entzündung der Venenwand
(Phlebitis) tritt meist infolge einer vorausgegangenen
Verletzung ein und geht mit dumpfen oder
lebhaften
Schmerzen einher; die
Haut über der entzündeten
Vene, wenn diese oberflächlich liegt, ist stark gerötet, die
Vene
selbst fühlt sich gespannt und zeigt eine strangartige oder knotigeHärte, die
Haut und das
Unterhautzellgewebe
in der Umgebung sind entzündlich geschwollen. Mit der Venenentzündung ist stets die
Gefahr einer Eitervergiftung des
Bluts
(Pyämie) verbunden; s.
Embolie.
Vgl.
Braune, Das Venensystem des menschlichen
Körpers (Leipz. 1884 ff.).
(Veneti), bei den Alten drei
Völker verschiedener Abstammung.
1) Die Veneter (Eneti oder Heneti) im nordöstlichsten Teil
Italiens,
[* 6] zwischen der Athesis
(Etsch) und dem
Meer, den
Alpen
[* 7] und der
Mündung des
Padus
(Po), werden am wahrscheinlichsten zu dem illyrischen Volksstamm gezählt, zu welchem
sie schon Herodot rechnet. Ihr Land,
Venetia (s.
Karte bei
Artikel
»Italia«),
2) Die Veneter (Venetes) an der Westküste von Gallia Lugdunensis in der heutigen
Bretagne, die unter allenGalliern
des Seewesens am meisten kundig waren und eine Art von Herrschaft auf dem Atlantischen
Ozean ausübten. Sie wurden von
Cäsar 56
v. Chr.
unterworfen.
Ihre Hauptstadt Dariorigum, später
Veneti, heißt jetzt
Vannes. -
3) Die zuerst von
Plinius und
Tacitus als östliche Nachbarn der
Germanen, jenseit der
Weichsel, genannten slawischen Veneter (richtiger
Veneder), deren
Name sich in dem der
Wenden (s. d.) erhalten hat.
grenzt nördlich an
das
Antillenmeer, nordöstlich an den Atlantischen
Ozean, östlich an das britische
Guayana, südlich an
Brasilien
[* 17] und
westlich an
Kolumbien und hat einen Flächeninhalt von 1,043,900 qkm. Das Land ist teils Gebirgs-,
teils Tiefland. Das Gebirgsland läßt drei
Systeme unterscheiden, deren erstes durch die Verzweigungen der Ostkordilleren
von
Kolumbien gebildet wird. Der Hauptzweig wendet sich von
Pamplona aus nach ONO. und bildet die alpine
Region derRepublik
als eine breite, kompakte Gebirgsmasse mit einigen die
Schneelinie erreichenden Gipfeln.
Die höchsten
Erhebungen sind hier: die
Sierra Nevada von
Merida (4581 m), die
Paramos von Mucuchies (4230 m),
Salado (4220 m),
Conejos (4180 m). Das zweite
System, das des Küstengebirges von Venezuela, das in seiner Längenerstreckung dem der europäischen
Alpen nahesteht, bildet wegen seiner vom Kordillerensystem abweichenden Streichungslinien, von W. gegen O., ein für
sich bestehendes Gebirgssystem, das die schönsten und kultiviertesten
Striche des
Landes enthält, und besteht aus einer doppelten
Kette, deren mittlere
Erhebung aber nur 1650 m, die
Breite
[* 18] 110-220 km beträgt. Der östliche Teil desGebirges
(das Gebirgsland von
Cumaná) hat ebenfalls die doppelten, durch ein Querjoch verbundenen
Ketten, die bis zum Pariagolf reichen.
Die nördliche Küstenkette steigt gegen ihr östliches Ende hin nahe bei
Carácas in der Silla de
Carácas bis 2665
m und in
dem Gipfel von
¶
Bei weitem das größte und wichtigste Becken ist das des Orinoko, zu welchem fast 4/7 des ganzen Landes gehören. Die klimatischen
Verhältnisse anlangend, so nimmt die heiße Region (tierra caliente) in Venezuela den weitaus größern Teil des Landes ein. Sie
reicht bis zu ungefähr 700 m ü. M. und hat eine Durchschnittswärme
von 26° C. Mehrere Punkte sind noch wärmer, wie La Guaira (29°), Puerto Cabello (28°) und Maracaibo (29° C.). Die gemäßigte
Region (tierra templada) liegt zwischen 700 und 2000 m; die wärmsten Monate sind April und Mai (mit selten mehr als 25° C.),
die kühlsten Dezember und Januar, in welchen die Temperatur am Morgen und Abend oft auf 15° C. sinkt.
Die gemäßigte Region ist dem Gedeihen fast aller dem Menschen nützlichen Gewächse günstig und ganz besonders
zur Kaffeekultur geeignet. Auch finden sich hier wie in dem angrenzenden Teil der kalten Region die besten Cinchona-Arten.
Die Kultur des Weizens beginnt in einer Höhe von 540 m und reicht bis in die kalte Region hinein, indem sie erst in einer Höhe
von 2925 m aufhört. Sievers unterscheidet im nordwestlichen Bergland vier Regionen: Palmenwälder oder
Kakteen
[* 29] bis 1000 m, Farnwälder bis 1800 und 2000 m, Hochwald mit Cinchonas bis 2400 m und Grasfluren bis zu den Berggipfeln.
In der Region der Llanos beschränken sich die Wälder auf die Flußläufe. Nicht weniger reich und mannigfaltig ist die Fauna
und zwar sowohl an nützlichen als an schädlichen Tieren. Unter den letztern sind namentlich die Moskitos
hervorzuheben, welche in den feuchten Flußthälern eine wahre Landplage und dem Wachstum der Bevölkerung
[* 30] mehr hinderlich
sind als die Hitze und Fieberluft. Die Ströme und die Meeresküsten sind reich an Fischen.