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Um 1850 erreichte Paris eine Grösse, die es nicht mehr erlaubte mit schmalen gewundenen Strassen weiterzufahren. Der Präfekt Georges-Eugène Haussmann implementierte die breiten Boulevards. Das Mittel waren sogenannte Percements, d.h. Durchstösse durch die herkömmliche Bausubstanz. Auf etwa 100 Meter breiten Streifen wurde Bausubstanz ab dem Mittelalter ersetzt. Die neue Bausubstanz, Verkehrs- und Bewegungsraum formierten sich zu einem grossmaschigen Netz, das die ganze Stadt durchzog.
Was rechtfertigt den von der Baudirektion vorgeschlagenen haussmannschen Durchbruch in der Hanglehne des Zürichbergs? Nicht durch verbrauchte nicht mehr zeitgemässe Bausubstanz soll gepflügt werden, sondern durch Instituts- und Spitalbauten neueren Datums. Vorgesehen ist sogar die Opferung eines relativ neuen Spitaltrakts ganz im Norden. Das ist das Resultat der bekannten Verschwendung von möglichem Baugelände unten in der Ebene und nahe der gut erschlossenen Rämistrasse. Der Preis für die Erhaltung der HMS-Spitalbauten. Das mit zu hohen Sockelbauten und Hochhäusern komprimierte Bauvolumen wird in den Hang hinaufgedrückt und sucht dort verzweifelt eine Struktur: Bereits hoch im Hang wurde 2014 ein nur 22 Meter breiter Boulevard mit Gebäudehöhen von etwa 30 Metern der Öffentlichkeit vorgestellt. Also kein Boulevard, sondern eine Strassenschlucht. Diese neue Sternwartstrasse und die hohen Bauten, die sie begleiten, bilden zusammen einen hohen mehrere hundert Meter langen Riegel mit talseitigen Erhebungen aus dem Terrain von bis über 50 Metern. Das südliche Ende der Strassenschlucht findet sich im kaum begangenen Gloriarank, das nördliche an einem beliebigen Ort der Universitätsstrasse. Die horizontale Lage im Hang macht die volumenbeladene Achse zu einem Klimariegel im Hang. Die für die Belüftung der Stadt Zürich nützlichen Fallwinde oder Thermik haben wenig Chance.
Der Preis dieser städtebaulich widernatürlichen Haltung drückt sich auch in einer stattlichen Zahl von Opferbauten aus:
Das „Percement“ ist aufwendig, das Resultat im Verhältnis dazu eher bescheiden. Weil hinaufgeschoben, kommen alle Bauten in den Hang zu liegen wie der GLC-Bau der ETH an der Gloriastrasse. Das bedeutet kostspielige Pfahlwände.
Revision der Planung im Bereich auf der Platte:
Im Interesse von Stadtbild und Stadtklima, aber auch im Hinblick auf ein modernes Spitzenspital mit horizontaler Organisation drängt sich eine Revision der kantonalen Planung im Bereich auf der Platte an der Rämistrasse auf: Hier soll sich das Spital mit grossen Bautiefen und geringer Höhenentwicklung ausbreiten können. Diese Logik vertrat bereits der Kantonsrat in seinem Mehrheitsantrag im März 2017.
Die ausgreifenden dünnen und im Wege stehenden HMS-Trakte müssen weichen. Bei genauer Betrachtung zwei von drei Trakten. Der Trakt, der die Rämistrasse begleitet könnte die Rolle des Eingansbaus übernehmen und die Anliegen von Heimatschutz und Denkmalpflege berücksichtigen. Auf das aufwendige „Percement“ der Sternwartstrasse könnte verzichtet werden.