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Die indische Ambani Familie gehört mit ihrem derzeitigen Vermögen von 81,3 Milliarden US-Dollar zu den reichsten Familien der Welt (Quelle).
Die Familie kontrolliert Reliance Industries, einer der grössten Konzerne Indiens. Der Konzern konzentriert sich auf Förderung und Verarbeitung von Erdöl sowie auf den Bau von Ölpipelines. Reliance Industries besitzt auch Jio (einer der grössten Telekommunikationskonzerne Indiens) und Reliance Retail (einer der grössten Einzelhändler Indiens). Weitere Geschäftsfelder des Konzerns sind Solar- und Biotechnologie. 2019 hielt die Familie knapp die Hälfte der Anteile am Unternehmen.
Indien ist zurzeit der drittgrösste Ölimporteur der Welt und somit einer der wichtigsten Kunden der Ölindustrie (Quelle). Das Land besitzt im Verhältnis zu seiner Grösse keine nennenswerte Ölreserven.
Derzeit wird Reliance Industries von Mukesh Ambani (*1957) geführt. Er ist mit Hillary Clinton befreundet (Quelle). Der britische Prinz Charles verbrachte seinen 71. Geburtstag in Indien. Auch Mukesh Ambani war auf der Geburtstagsfeier. Unter den Gästen waren auch Ratan Tata und Adar Poonawalla, deren Familien zu den mächtigsten in Indien gehören. (Quelle) Prinz Charles kennt noch weitere indische Milliardäre, darunter Mittal, Godrej, Hinduja, Bajaj, Mahindra und Vandrevala (Quelle: 1, 2, 3, 4, 5, 6). Indien war bis 1947 eine britische Kolonie und gehört heute noch zu den Commonwealth-Staaten, die politisch und wirtschaftlich eng mit Grossbritannien verbunden sind.
Mukeshs Schwester Nina Ambani heiratete Bhadrashyam (Shyam) Kothari. Dieser könnte dem Namen nach aus der indisch-parsischen Kothari Familie kommen. Der indische Kaufmann Jehangir H. Kothari (1857-1934) stand in engem Kontakt zur britischen Kolonialelite und wurde vom britischen Hochadel zum Ritter geschlagen. Nina Ambanis Mann besass das indische Zucker- und Chemieunternehmen „Kothari Sugars and Chemicals“. Seit seinem Tod wird das Unternehmen von Nina und ihrem Sohn Arjun geführt (Quelle). Shyam Kotharis Grossvater war Gründungspräsident der indischen Börse „Madras Stock Exchange“ (Quelle).
Nina Ambanis Tochter Nayantara heiratete Shamit Bhartia. Dessen Mutter Shobhana Bhartia ist Vorsitzende und Redaktionsleiterin der Hindustan Times, die eine der grössten Zeitungen Indiens ist. Shobhanas Vater war der Geschäftsmann Krishna Kumar Birla. (Quelle) Die Birla Familie gehört zu den reichsten und mächtigsten Familien Indiens.
Dhirubhai Ambani
Dhirubhai Ambani (1932-2002) gründete 1966 ein Unternehmen das mit Polyester und Gewürzen handelte. Aus diesem entwickelte sich der heutige Grosskonzern Reliance Industries der Ambani Familie.
Bevor Dhirubhai ein eigenes Unternehmen gründete, hatte er im Jemen für „A. Besse & Co“ gearbeitet (Quelle). Das Unternehmen wurde vom Franzosen Antonin Besse geführt. Besse lebte den grössten Teil seines Lebens in Aden (Teil von Jemen), wo er ein bedeutender Geschäftsmann war mit Kontakten nach Grossbritannien und Ostafrika. Aden war noch bis 1963 eine britische Kronkolonie (wurde also von der britischen Königsfamilie kontrolliert).
Dhirubhai Ambani arbeitete in Aden als Angestellter einer örtlichen Tochtergesellschaft des Ölkonzerns Burmah Shell (Quelle). Der Ölkonzern war massgeblich am Aufbau der indischen Ölindustrie beteiligt. Aus Burmah Shell entwickelte sich die heutige Bharat Petroleum Company. Sie gehört zu den grössten Öl- und Gaskonzernen Asiens und ist zur Hälfte im Besitz des indischen Staates. Die Gründer von Burmah Shell waren Royal Dutch, Shell, Burmah Oil und Rothschild. (Quelle)
Auftragsmord
Die Führung von Reliance Industries soll Ende der 80er Jahren einen Auftragsmord angeordnet haben (Quelle). Ziel soll Nusli Wadia gewesen sein, der aus einer wohlhabenden indisch-parsischen Familie kommt. Nusli ist in Grossbritannien sesshaft und seine Familie war schon zu Kolonialzeiten mit Briten befreundet. Sein Grossvater Muhammad Ali Jinnah war der Gründer Pakistans und war ebenfalls persönlich mit der britischen Elite verbunden. Obwohl die Familie des Milliardärs Nusli Wadia höchst elitären Kreisen angehört, scheint er mit mehreren Akteuren der indischen Elite verfeindet zu sein. Gerade von ein paar Jahren hatte Nusli scheinbar einen Streit mit der parsischen Tata Familie (die wohl mächtigste Familie Indiens) (Quelle).
Ambani und Nusli Wadia gelten als Konkurrenten. Ende der 80er Jahren soll die Reliance Industries Führung einen Auftragskiller engagiert haben, der Nusli Wadia ausschalten sollte. Der Auftragsmord konnte allerdings vor der Ausführung von der Polizei vereitelt werden. Die ursprünglichen Ermittler der Polizei waren der Meinung, dass Kirti Ambani den Auftragsmord angeordnet hatte. Die Ermittler mussten aber ihre Arbeit niederlegen, weil das „Central Bureau of Investigation“ (CBI) die Ermittlungen übernahm. Das CBI ist vergleichbar mit dem FBI in den USA oder dem BKA in Deutschland. Das CBI ist auch die offizielle Koordinationsstelle von Interpol in Indien. Zur Zeit der Ermittlungen war Mohan Katre Chef des CBIs. Dieser hatte bekanntermassen Kontakt zu den Ambanis und war zu der Zeit sogar Aktionär des Ambani-Konzerns (Quelle). Das CBI konnte oder wollte keine Beweise für einen Auftragsmord liefern.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.