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Oberurnen
(Kt. Glarus). 431 m. Gem. und Pfarrdorf im Linththal, an der Strasse Näfels-Niederurnen und 1 km s. der Station Nieder-Oberurnen der Linie Zürich-Glarus. Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit den zerstreuten Höfen im Elmenrüfithal und einem Teil der Höfe des Rieterbezirks: 164 Häuser, 864 kathol. Ew.; Dorf: 145 Häuser, 816 Ew. Hauswasserversorgung und Hydrantennetz. Die Gemeinde baut im Frühjahr 1905 ein kleines Elektrizitätswerk für Licht und Kraftabgabe.
Sie zieht sich von der
Sohle des
Linththales durch die mit Bergwiesen und Alpweiden bekleideten Thälchen zwischen den Ketten
des
Köpfler und des
Thierbergs hinauf bis zur Grenze gegen den Kanton Schwyz.
Wiesenbau und Viehzucht. Industrielle
Tätigkeit: je eine Baumwollspinnerei, mechanische Seidenstoffweberei, mechanische Stickerei und mechanische Werkstätte
mit Eisenprägerei. Auf einem hügelartigen Vorsprung n. vom Dorf steht die malerische Ruine der einstigen sog.
Vorburg, auf
der im Mittelalter als Lehensleute des
Klosters Säckingen die Edelknechte von Urannen (=
Urnen) sassen.
Nach ihrem Aussterben wurde die Burg 1396 vom Kloster dem Oberurner Bürger Rudolf
Stucki verpfändet, dessen Familie sie
heute noch gehört, obwohl sie schon längst in Trümmer gefallen ist. 1762 und 1763 wurde
Oberurnen durch Felsstürze bedroht,
die sich sw. über dem Dorf von der unter der
Sonnenalp liegenden
Marienwand loslösten und deren Trümmerfeld
bis nahe an den Rand des Dorfes heranreicht.