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Home › Foren › Shiatsu Forum (Erfahrungsaustausch und Fragen an die Lehrer) › Hallo liebe KollegenInnen,
Verschlagwortet: Reaktion auf Shiatsu bei Polyneuropathie
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AutorBeiträge
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19. Dezember 2019 um 15:26
Schwermetalle/Polyneuropathie und Shiatsu</p>
<p>Hallo liebe KollegenInnen,</p>
<p>seit ca. 4 Jahren betreue ich einen KL, bei welchem die Diagnose „Polyneuropathie“ festge- stellt wurde. Die Leitfähigkeit der peripheren Nerven erreichen bei ihm nur etwa 1/3 des Normwertes. 2008 wurde der Leidensdruck der Nervenbelastungen (von den Füßen ausge- hend) so groß, dass klinische Untersuchungen Erkrankungen der Hirnnerven sowie der peri- pheren Nerven bescheinigten. Messwerte für Schwermetalle im Blut wurden nicht erhoben. Als Ursache wurde Psychosomatik angedeutet und das Medikament „Pregabalin“ empfoh- len. Anfang 2009 erhielt der KL durch eine Privatklinik die Diagnose „Morbus Wilson“.<br />
Auf Anleitung eines Neurologen und TCM-Naturkundlers durchlief der KL Ausleitungspro-<br />
gramme für Schwermetalle (spez. Kupfer). Eine weitere Untersuchung mittels Gen-Test an der Uniklinik Heidelberg hat 2018 die Diagnose „Morbus Wilson“ nicht bestätigt. Der Kl beobachte ganz deutlich, dass die Shiatsu-Behandlung (1 x pro Monat) eine direkte medi- zinische Wirkung bei ihm erziele. Sein gesamtes PNS reagiere sofort auf die Behandlung; er<br />
verspüre eine unmittelbare Stimulation. Die nächsten Nächte und Tage nach der Behandlung<br />
seien durch verstärkte Mißempfindungen geprägt (es fühle sich so an, als würden die<br />
schwächsten Bereiche im PNS das Gift aufsaugen). Nach einigen Tagen normalisiert sich das Empfinden. Der KL stellt dahingehend die These auf, dass Shiatsu bei Erkrankungen des<br />
PNS möglicherweise eine weitaus stärkere Direktwirkung hat als zunächst angenommen.<br />
Seine Frage: ist es sinnvoll, Shiatsu in dem Zusammenhang öfter als 1 x pro Monat in An-<br />
spruch zu nehmen ?19. Dezember 2019 um 16:58
Liebe Marlies,
oh, ist ein wenig anstrengend, deinen Post zu lesen. Du hast ihn nach dem Posten noch einmal bearbeitet, oder? Dann produziert das Forum leider diese „<br />“, und es ist aufwändig, diese einzeln wieder zu löschen.
Nun zu deiner Frage: Ja, es ist durchaus möglich, dass ein Klient so empfindlich auf Shiatsu reagiert. Allerdings ist es relativ unwahrscheinblich, dass das geschieht. Um es besser einschätzen zu können, müsste ich wissen, was du genau meinst mit „er verspüre eine unmittelbare Stimulation“, und um welche Missempfindungen wo im Körper es sich handelt. Kannst du da noch einmal genauere Infos hinterher schicken?
Ansonsten kommt es in solchen Situationen im Shiatsu darauf an, zusammen mit dem Klienten herauszufinden, welche Art von Berührung in diesem Fall snnvoll ist und ggf. auch die Behandlungshäufigkeit zu verändern.
Bist du mit Inneren Techniken vertraut? Mit den Inneren Techniken kannst du die Qualität deiner Berührung stark verändern, so dass es bei richtiger Anwendung meistens weniger starke Reaktionen gibt. Wenn dein Klient selber der Ansicht ist, dass die Zeitspanne zwiwchen zwei Behandlungen zu kurz ist, dann versucht mit einer längeren Pause; und wenn das nicht reicht, versucht es mit einer noch einmal verlängerten Pause.
Ich warte mit Interesse auf deine zusätzlichen Informationen, dies auch in Bezug auf die Lösungen, die ihr gemeinsam und in Absprache gefunden habt.
Liebe Grüße und schöne Weihnachten!
Wilfried15. Januar 2020 um 14:28
Hallo Wilfried,
noch ein gutes und gesundes Neues Jahr !
Mit unmittelbarer Stimulation meint der Klient, dass er während der Behandlung nervlicherseits vorrangig Wärme und ein Wohlgefühl verspürt. Jedoch: er verspürt von den Waden an abwärts punktuell Schmerzen. Am Nachmittag danach (insbes. in der folgenden Nacht) sind die neuropathischen Mißempfindungen wieder präsent d.h. von Kopf bis zu den Füßen spürt er die Nervenstränge dauerhaft aus einem Mix von Taubheit und Brennen. Es ist sein – supbjektiver – Eindruck, dass sich in den Kapillaren mit Nervenwasser eine gigtige Substandz ablagert. Insofern massiert er hin und wieder seine Unterarme und Oberschenkel, da er sonst das Gefühl habe, die Nervenstränge würden absterben. Zu Hause auf dem Hometrainer ist es so, als kämpfe er permanent gegen den Widerstand in Beinen/Füßen. Dies interpretiere er so, dass es das gleiche intensiv anstrengende Bestreben ist, die Kupferspeicher in seinem Körper (vorrangsig in der Muskulatur) zu leeren. Er sagt, es würde auch dadurch bestätigt, dass die Muskeln im Ruhezustand die Tendenz aufweisen, enorm zu erschlaffen.
Die Wirkungen/Nachwirkungen von sportlicher Anstrengung und einer Shiatsu-Behandlung würden von ihm in etwa gleich intensiv erfahren. Da er 1-2 x/Woche sportliche Power-Übungen neben vielen gymnastischen Übungen durchführt, möchte er wissen, ob es Sinn macht, Shiatsu 2 x pro Monat in Anspruch zu nehmen (bisher kommt er 1 x im Monat).
Lieben Gruß
Marlies15. Januar 2020 um 18:31
Liebe Marlies,
wenn ich deine Infos richtig verstehe, dann hat dein Klient nachmittags und nachts nach einer Behandlung die gleichen Beschwerdem wie vor der Behandlung. Verstehe ich dich richtig – oder hat er stärkere Schmerzen als vor der Behandlung? So klang dein erster Beitrag.
Dass er das Gefühl hat, wenn er seine Oberarme und Unterschenkel nicht massiert, würden die Nervenstränge absterben, ist ein Hinweis, dass es dort zu massiven Ki-Stagnationen kommt, die er mit Massage teilweise wieder auflösen kann. Shiatsu kann hier ggf. eine ähnliche Wirkung erzielen.
Ob zwei Mal Shiatsu in einem Monat eine sinnvolle Unterstützung sein kann, müsst ihr zusammen selber herausfinden, in dem ihr es ausprobiert. Es lässt sich nicht vorher sagen, wie dein Klient auf häufigere Behandlunge reagieren wird.
Die Polyneuropathie deines Klienten scheint nicht durch einen Morbus Wilson verursacht zu sein. Das entnehme ich deinem ersten Post, in dem du schriebst, dass an der Uni Heidelberg ein Morbus Wilson durch einen Gentest nicht bestätigt wurde. Ich nehme an, dass schulmedizinisch andere mögliche Ursachen wie Diabetes Mellitus oder Alkoholkrankheit ausgeschlossen wurden. In gar nicht wenigen Fällen kann die Ursache für eine Polyneuropathie letztendlich nicht gefunden werden. In solchen Fällen kann Shiatsu eine wertvolle Unterstützung darstellen, allerdings nicht im kurativen d.h. letztendlich heilenden Sinne, sondern die Symptome reduzierend.
Bitte berichte hier, wie es mit deinem Klienten weiter geht.
herzliche Grüße, Wilfried15. Januar 2020 um 21:36
marlies florian schrieb:
nein d.h. der Klient hat nachmittags nach der Behandlung und nachts keine stärkeren Schmerzen als vor der Behandlung. Ich werde mit dem KL Weiteres besprechen und mich melden.21. Januar 2020 um 21:35
Hallo Wilfried,
letzten Freitag ist mein Klient wieder zur monatlichen Behandlung bei mir gewesen. Nach der Behandlung habe ich ihm Deine Berichte vorgelesen, die er sich interessiert angehört hat. Wir haben uns auf 1 Behandlung pro Monat verständigt,
wobei mein Klinet die finale Entscheidung dazu getroffen hat. Was ihm aber noch wichtig war zu erwähnen – und das solle ich Dir auch mitteilen – ist, dass er persönlich davon überzeugt sei, Mobus Wilson zu haben. Auch sein Arzt, mit dem er in dem Zusammenhang regelmäßig in Kontakt steht, stelle diese Diagnose. Danke für Deine Hilfe !
Lieben Gruß
Marlies21. Januar 2020 um 22:07
Liebe Marlies,
Danke für deine Rückmeldungen. Ich bin gespannt wie es weiter geht.
Hab keine Scheu davor, deinen Klienten auch sehr konkret physisch zu berühren; das steht in meinem Gegensatz zu Inneren Techniken.
herzlich, Wilfried
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