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Basel
Anfang 20. Jh.
Ulrich Sauter
Silber gegossen, getrieben, punziert, ziseliert
H. mit Sockel 61 cm, Dm. (max.) 42,2 cm
Inv. 1934.76.
Die in Silber gearbeitete Miniaturausführung eines neobarocken Brunnens hat die Geburt der Venus aus den Wellen des Meeres zum Thema. Es handelt sich nicht um die Nachbildung eines geplanten oder ausgeführten Monumentalbrunnens, sondern um die kleinfigürliche Umsetzung eines 1868 geschaffenen Wandgemäldes Arnold Böcklins. Es schmückt das Treppenhaus des 1849 eröffneten, ersten grossen Museumsneubaus in Basel (heute Museum der Kulturen) und ist unter dem Titel "Magna Mater" bekannt. Seekentauren als Träger der Muschelschale, wie sie am Brunnen zu finden sind, verwendete Böcklin damals erstmals in seinem Oeuvre. Auch Motive aus anderen Böcklinschen Werken hat der Goldschmied mit drei der vier Fratzen nach den berühmten Schlusssteinen der Basler Kunsthalle zitiert. In seiner kompilierenden Zusammensetzung ist der Tafelaufsatz, der nicht als Brunnen funktioniert, ein typisches, in seiner Art verbreitetes Produkt des Historismus. Mit Ulrich Sauter und seiner enorm produktiven, auf figürliche Arbeiten spezialisierten Werkstatt erreichte die Basler Goldschmiedekunst seit 1884 dank zahlreicher Aufträge der Zünfte und des Bürgertums einen anhaltenden Höhepunkt.