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Die neuere Kulturgeschichte hat gezeigt: Mannieren und Verhaltensnormen sind keine trivialen Aspekte alltäglicher Interaktion, sondern grundlegende Kategorien der modernen Identität. Obwohl sich die Kodifizierung von Konventionen in allen Epochen und Kulturen finden lässt, war sie besonders einflussreich im Europa der frühen Neuzeit. Zwar entstand die frühneuzeitliche Kultur der Höflichkeit in Italien, ab dem 17. Jahrhundert übernahm jedoch Frankreich die Rolle des kulturellen Vorbilds. Unser Projekt wird die Gattung der Verhaltenslehrbücher in England in einen europäischen Kontext stellen. Wir verfolgen, wie sich die Ideen über soziales Verhalten in Europa verbreitet haben, indem wir analysieren, wie Texte übersetzt worden sind, wie sie an den englischen Konsumenten angepasst wurden und wie sie vermarket wurden. Die dabei entstehende open-access Datenbank wird nicht nur für unsere Arbeit von grosser Bedeutung sein, sondern stellt eine wertvolle Grundlage für künftige Forschung dar.
Das Projekt kombiniert Ansätze der Ideengeschichte mit Erkenntnissen aus der Forschung zu der Geschichte der Emotionen sowie der Buchgeschichte. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen über die Geschichte des sozialen Verhaltens und über das Verhältnis zwischen gender und genre. Die Methodologien der digital humanities sowie der analytical bibliography kommten dabei zu Anwendung, um weitere Einblicke über die Produktion, Vermarktung, und Verbreitung von frühneuzeitlichen Texten zu ermöglichen.