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Stuttgart 20. Juli 1865.
Hochgeachteter Herr Präsident!
Ihr verehrliches Schreiben vom 12. d. M. habe ich erhalten und verdanke ich Ihnen bestens als Stütze für meine Verhandlung mit H. Gerwig.
In der Sendung des H. Graffenried fehlt das neue obere Schmid'sche Profil, deßen Tracé in die Dufourkarte eingezeichnet ist, und nicht wie H. Graffenried mir schrieb eine Übersichtskarte. Ich bemerke dieß nur beiläufig, über den Durchstrich, den ich in Folge davon im Gutachten machte, hatte ich bereits die Ehre Ihnen zu schreiben.
Seit letzten Sonntag bin ich wieder in Correspondenz mit H. Gerwig. Ich erbot mich, an jedem ihm beliebigen Tag zu ihm nach Carlsruhe zu kommen. Gestern kam jedoch H. Gerwig hieher. Über die allgemeinen Gesichtspunkte wa ren wir sogleich einig. Ich hatte H. Gerwig geschrieben, daß ich einen Entwurf zum Gutachten gemacht habe, stellte ihm aber jetzt sämtliches Material zu seiner Verfügung in Carlsruhe, worauf er indeßen nicht beharrte. Meine Ansicht, daß eine Reise an die Grimsel für uns zwecklos sei hielt ich auch dann noch fest, als ich ihm, auf seinen Wunsch, meinen Entwurf des Gutachten vorgelesen, und er sich mit demselben vollständig | einverstanden und ihn sogleich zu unterschreiben bereit erklärt hatte. Als er aber doch nicht nachließ und es als eine Gefälligkeit von mir verlangte, mochte ich ihm nicht länger widerstehen, und sagte ihm unter der, mir noth wendigen, Bedingung zu, daß zuvor die von mir projektirte Badekur ausgeführt werde. Ich werde zuvor die Schmid' schen Projekte durchpausen, damit wir die erforderlichen Anhaltspunkte auf der Reise in die Hand bekommen, die Reise in etwa 3 Wochen von Luzern aus über den Brünig die Grimsel, den Nufenen, nach Airolo vornehmen und über den Gotthard zurückkehren. Die mir von H. Graffen ried übersandten Materialien werde ich demselben in der nächsten Woche zurücksenden können.
Wenn Sie nun wünschen sollten, daß unsere Reise unter den vorliegenden Umständen doch nicht gemacht werden soll, so ersuche ich Sie um gefällige Mittheilung zur Eröffnung an H. Gerwig, gefährlich für das Gutachten und wegen den Herren in Bern wird die Reise nicht mehr werden können.
Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von Ihrem
ergebensten
A. Beckh