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Beat Richner wurde am 13. März 1947 geboren und wuchs in Zürich auf. Nach der Matura widmete er sich ein Jahr lang der Musik. Der 19-Jährige trat mit einem Programm namens «Träumerei eines Nachtwächters» öffentlich auf. Während seines anschliessenden Medizinstudiums entwickelte er die Figur des Musikclowns «Beatocello». Unter diesem Künstlernamen wurde Beat Richner in der Schweizer Kleinkunstszene bekannt. Im Zusammenhang mit seinem humanitären Engagement in Kambodscha fand der musizierende Kinderarzt auch im Ausland Beachtung.
1978 wurde Beat Richner Mitglied bei der SUISA. Er war Komponist und Textautor von Liedern, die er hauptsächlich für die Beatocello-Musikprogramme schrieb. Seine Kompositionen tragen Titel wie «Chatz und Muus», «SʼTröpfli», «Zirkus», «Doctor PC», «De Sprinti und de Läbi» oder «Dong und Deng» und sind auf verschiedenen CD-Aufnahmen verewigt. Auf anderen Aufnahmen ist der Cellist auch als Interpret von Werken von Bach, Vivaldi und Bruch zu hören.
Das Cello war für Dr. Beat Richner ein treuer Begleiter. Er spiele darauf täglich 30 bis 40 Minuten, erzählte er einmal in einem Interview mit der «Schweizer Illustrierten», damit bleibe er fit für die Konzerte, die er jeden Samstag in Siem Reap für Besucher aus aller Welt spielte, um dabei über die von ihm gegründeten Spitäler zu informieren und dafür Spenden aufzubringen. «Das Cello spricht da wie ein Mensch», sagte Beat Richner im Interview. «Eine einfache, eine warme menschliche Sprache, die tröstet.»
1 Antwort zu “«Das Cello spricht wie ein Mensch»”
An Beatocello erinnere ich mich oft, immer wieder gerne und, als wenn es gestern gewesen wäre, dass ich seine Lieder gehört habe.
Das trifft es aber eigentlich nicht ganz, viel mehr war Hr. Richners Figur eine ständige und haltgebende Begleitung meiner Kindheit. Der Umstand, warum ich seiner Musik und Geschichten als Kind begegnete, kommt daher, dass ein erheblicher Teil dieser Kindheit – vor allem in der früheren Phase – im Kinderspital stattfand. Ich hatte ein kleines, silbergraues Kassettengerät, mit dem man nur vorwärt spulen konnte, und das ein bisschen schepperte. Das machte mir nichts aus, denn was ich hörte, war viel mehr als Musik. Es waren Gefühle des Trostes, Linderung der Angst.
Wenn Hr. Richner in dem Interview mit der »Schweizer Illustrierten« davon sprach, das Cello würde „sprechen wie ein Mensch“, dann kann ich das nur bestätigen. Für mich war es ganz genau so, ich erinnere mich gut. Einmal, so meine ich mich jedenfalls ebenfalls erinnern zu können, war er sogar bei uns auf der Station. Aber, vielleicht ist das auch Wunschdenken eines Erwachsenen, der sich wünscht, es wäre damals so gewesen. Irgendwie war er sowieso immer da.
Ich halte inne und senke mein Haupt, verbeuge mich in tiefer Annerkennung und Dankbarkeit an einen selbstlosen Mann, der mir und vielen anderen im Leben so viel gegeben hat und sage; Danke Hr. Richner.
Dodo Leo