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Ob die Umfahrungsstrasse Düdingen realisiert wird, bleibt weiterhin unklar: Der Kanton, die Region Sense und die Gemeinde Düdingen haben sich darauf geeignet, erst nach Eröffnung der Poyabrücke und nach Fertigstellung der Verbindungsstrasse Birch–Luggiwil über die Zukunft der Umfahrung zu entscheiden–also frühestens im Jahr 2018. Dies teilte der Kanton gestern mit.
Der Entscheid stellt eine weitere Verzögerung des Projekts dar: Eigentlich war vorgesehen, dass der Staatsrat dem Grossen Rat nächstens einen Kredit von 6,7 Millionen Franken für die zweite Planungsetappe der Umfahrung vorlegt. Raumplanungsdirektor Maurice Ropraz (FDP) präsentierte den entsprechenden Dekretsentwurf am 1. Juli. Doch nun zieht er das Dekret zurück. «Der Staatsrat will nicht riskieren, dass der Grosse Rat das Dekret ablehnt», erklärte Ropraz nun gestern. Dies wäre angesichts der schwierigen finanziellen Lage des Kantons wahrscheinlich gewesen. Ausserdem wolle die Regierung abwarten, wie sich die Poyabrücke und die Verbindung Birch–Luggiwil auf die Verkehrssituation in Düdingen auswirke.
Nicht das Ende der Strasse
«Der Entscheid bedeutet keinesfalls das Ende der Umfahrungsstrasse», hielt Ropraz gegenüber den FN fest. Die Vorprojektstudien, für welche der Grosse Rat 2009 neun Millionen Franken gesprochen hatte, werden denn auch weitergeführt: Der Kanton will für die Umfahrung notwendiges Land kaufen und Umweltabklärungen durchführen. «Auch wenn die Umfahrung später realisiert wird, sind diese Studien nützlich», sagte Ropraz. Und sollte sich die Umfahrung als nicht notwendig erweisen, könne der Kanton das Land verkaufen oder eintauschen.
Der Kanton will Düdingen auch unterstützen, indem er sich in einer Arbeitsgruppe für die Aufwertung der Ortsdurchfahrt einsetzt. Eine Spur für den öffentlichen Verkehr stellt hierzu eine Möglichkeit dar. Weiter steht zur Diskussion, den Verkehr ausserhalb des Dorfes mit Ampeln aufzuhalten, damit es im Innern zu weniger Staus kommt. Dafür wird der Kanton gemäss Ropraz voraussichtlich keine finanzielle Unterstützung bieten. Die Ortsdurchfahrt Düdingen ist jedoch Teil des Aggloprogramms; sie wird so durch die Agglomeration Freiburg und den Bund unterstützt.
«Wir sprechen auch regelmässig beim Bund vor, damit die Verbindung Birch–Luggiwil möglichst bald realisiert wird», sagte Ropraz. Er hofft, dass das Projekt Anfang 2014 öffentlich aufgelegt wird, damit die Arbeiten 2017 beginnen können.
Düdingen ist enttäuscht
«Wir haben einen Kompromiss gefunden, aber wir hätten uns gewünscht, dass die Umfahrung ohne Verzögerung weiterverfolgt wird», sagte der Düdinger Ammann Kuno Philipona. «Wir kommen nicht weiter und sind enttäuscht.» Der Staatsrat habe das Pro- jekt zuerst vollständig stoppen wollen, die Gemeinde und die Region Sense hätten sich da- für eingesetzt, dass zumindest die erste Etappe weitergeführt wird. «So wird die Umfahrung wenigstens nicht vollständig blockiert.» Die Situation sei für Düdingen nicht einfach, zumal die Ortsplanung auf der Umfahrungsstrasse beruhe.
Maurice Ropraz hat Verständnis für die Enttäuschung des Ammanns: «Das Risiko war aber gross; hätte der Grosse Rat das zweite Dekret abgelehnt, wäre das ein negatives Gutachten für das ganze Projekt gewesen.»
«Wir gehen nicht leer aus»
«Der Staatsrat hat die Umfahrung nicht aufgegeben», sagt der Sensler Oberamtmann Nicolas Bürgisser. Mit der Verbindung Birch–Luggiwil werde die Düdinger Ortsdurchfahrt zudem entlastet. «Jetzt haben wir die schriftliche Bestätigung, dass es diese Verbindung geben wird.» Die Unterstützung des Kantons für die Ortsdurchfahrt wertet er als positiv. Durch die Verbesserung der Busverbindung Tafers–Düdingen gebe es zudem Alternativen zum Individualverkehr. «Ich habe Verständnis für den Entscheid des Staatsrates», sagt er. «Wir gehen nicht leer aus.»
Ein weiterer Punkt stimmt ihn optimistisch: Die Umfahrung Düdingen ist nicht nur wesentlicher Bestandteil der Ortsplanung Düdingen, sondern auch der Regionalplanung Sense. «Der Kanton hat diese gutgeheissen», sagt Bürgisser. «Es wäre merkwürdig, würde er sich nun gegen die Umfahrung stellen.»
Chronologie
Viele Rückschläge für Umfahrungsstrasse
Die Umfahrung Düdingen erlitt in den vergangenen Jahren mehrere Rückschläge: 2009 sprach der Grosse Rat zwar einen Kredit von neun Millionen Franken für Vorstudien und Landerwerb. Doch Ende Mai 2012 erklärte die kantonale Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion, dass für die Umfahrung keine Bundessubventionen zu erwarten seien. Die Direktion präsentierte damals zwei Varianten: eine unterirdische für 230 Millionen Franken und eine oberirdische für 156 Millionen Franken. Letztere wird nun favorisiert. Im April 2013 stufte der Kanton die Kostenwirksamkeit der Umfahrungsstrasse Düdingen als tief ein. Zuvor hatte auch die Agglomeration Freiburg die Umfahrung zurückgestuft. Im April 2013 wurde dagegen bekannt, dass der Bund die Verbindung Birch–Luggiwil, die einen Teil der Umfahrung darstellt, zu 75 Prozent finanzieren wird.mir