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Huawei hat eine neue Computing-Strategie vorgestellt, welche dem chinesischen Konzern in einem prognostizierten Riesenmarkt die bestmögliche Stellung sichern soll. "In Zukunft wird Computing ein riesiger Markt mit einem Volumen von mehr als 2 Billionen US-Dollar pro Jahr", sagte Huaweis aktueller stellvertretender Vorsitzender Ken Hu an der Hausmesse "Connect 2019". Seine Grundlage bilden Gartner-Zahlen.
Diese Strategie basiert auf vier Säulen, so der Konzern in einer Mitteilung. Die erste seien Investitionen in die Grundlagenforschung, insbesondere in neue Prozessorarchitekturen. Durchbrüche seien nötig, da die Branche an die Grenzen von "Moore's Law" stosse, so Hu in seiner Keynote: "Wir wollen Computing und Intelligenz so leicht verfügbar machen wie Sauerstoff."
Zudem will Huawei Prozessoren für den Einsatz in weiteren Szenarien entwickeln, die über sein aktuelles Angebot an "Allzweck"-Chips, KI-Chips, Smart-Devices-Chips und Smart Screen-Chips hinausgehen.
Die Prozessoren-Familie will Huawei nicht direkt verkaufen, sondern in Form von Cloud-Services und Komponenten. "Wir werden Hardware wie KI-Server und Module für unsere Partner öffnen und ihnen die Komponenten zur Verfügung stellen, die sie benötigen, um KI-Computing in ihre eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren", so Hu. Die Software werde Open Source sein, darunter Server-Betriebssysteme, Datenbanken und KI-Frameworks. Und man werde App-Entwicklungstools bereitstellen.
Damit die auch genutzt werden, will Huawei als vierte Säule mit einem 1,5 Milliarden-Dollar-Investment ein offenes Computing-Ökosystem auf- und ausbauen. Dieses soll bis 2024 fünf Millionen Entwickler und viele weitere Partner beherbergen. Aktuell sagt Huawei, habe man 1,4 Millionen Entwickler und 14'000 ISVs an Bord. "Kein einzelnes Unternehmen kann die gesamte Branche allein tragen", sagte Hu als Begründung.
Aus Sicht von Huawei entwickelt sich das Computing mit Anwendungen wie autonomes Fahren, Spracherkennung, Bilderkennung oder astronomischen Anwendungen weg von regelbasierten Modellen hin zu statistischen Grundlagen. Diese seien für Machine Learning zentral, so Hu. Huawei schätzt, dass in den nächsten fünf Jahren mehr als 80 Prozent der weltweit verbrauchten Rechenleistung auf das Rechnen mit KI entfallen wird.
Im Rahmen der neuen Computing-Initiativen stellte Huawei gleichzeitig seinen neuen Prozessor-Cluster für KI-Training vor, den "Atlas 900", welcher auf der Rechenpower von tausenden der neuen Ascend-Prozessoren
basiere. (mag)