Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/124973

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt darzulegen, wie dem realen Arbeitsaufwand eines Landwirtschaftsbetriebes bei der Bewertung des Mindestarbeitsaufkommens für landwirtschaftliche Direktzahlungen genügend Rechnung getragen wird. Insbesondere soll aufgezeigt werden, wie neben dem Produktionsaufwand der Grundaufwand des Betriebes, die Verarbeitung und Vermarktung sowie die besonderen Bewirtschaftungserschwernisse berücksichtigt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Standardarbeitskraft (SAK) ist die Einheit für die Erfassung des gesamtbetrieblichen Arbeitszeitbedarfes mithilfe standardisierter Faktoren für die einzelnen Betriebszweige. Sie basiert auf den arbeitswirtschaftlichen Daten der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) und dient insbesondere der Bestimmung der "Betriebsgrösse", da darin sowohl die Flächenbewirtschaftung als auch die Tierhaltung enthalten sind. Die Faktoren sind standardisiert und für die Direktzahlungen so ausgestaltet und zusammengefasst, dass sich unerwünschte Variationen von Jahr zu Jahr vermeiden lassen und sich extensivere und intensivere Bereiche sowie kleinere Bewirtschaftungsänderungen über den Betrieb ausgleichen.</p><p>Die SAK-Faktoren bilden den realen Arbeitsaufwand so weit als möglich ab. Eine detailliertere Erfassung und eine Erweiterung mit Faktoren für die Produkteverarbeitung und die Vermarktung für die Direktzahlungen, bei welchen eine jährliche Erhebung erforderlich ist, würden zu einem unverhältnismässigen Aufwand, insbesondere auch für die Landwirtschaft, führen. So müssten die Bewirtschafter und Bewirtschafterinnen zusätzliche Angaben über die Produktionsmethoden, den Mechanisierungsgrad und die Aufstallungssysteme der einzelnen Tierkategorien usw. machen. Zudem wären für die Produkteverarbeitung und die Vermarktung aufgrund der Unterschiede von Betrieb zu Betrieb detaillierte Aufzeichnungen (Arbeitsrapporte) zu erstellen und einzureichen. Anschliessend müssten die Kantone die detaillierte Selbstdeklaration überprüfen. Um einen korrekten Vollzug sicherzustellen, müsste letztlich der Kontrollaufwand wesentlich erhöht werden.</p><p>In den SAK-Faktoren sind seit je die Aufwendungen für das Betriebsmanagement und weitere Sonderarbeiten ausserhalb der eigentlichen Feld- und Stallarbeiten eingerechnet. Im Getreidebau beträgt der Anteil beispielsweise 41 Prozent. Weiter werden für die Hang- und Steillagen sowie den biologischen Landbau Zuschläge gemacht. Damit werden sowohl die Arbeiten für die Betriebsführung beziehungsweise der "Grundaufwand" als auch die Bewirtschaftungserschwernisse berücksichtigt.</p><p>Der Bundesrat will mit Rücksicht auf den Vollzugsaufwand die Detailausgestaltung von Massnahmen möglichst einfach halten, dies im Interesse der Direktzahlungsbezüger und der mit dem Vollzug beauftragten Kantone. Am bisherigen Berechnungssystem soll daher nichts geändert werden. Der Bundesrat erachtet die Berechnung der SAK sowohl für die untere Grenze als auch für die Begrenzung nach oben (Begrenzung der Direktzahlungen pro Standardarbeitskraft) als zweckmässig und von der Differenzierung her als ausreichend.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.