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Das Wichtigste in Kürze
- Schon vor 8000 Jahren kelterten die Menschen Wein.
- Um 2200 v. Chr. verwendeten sie ihn auch zu medizinischen Zwecken.
- Das Getränk diente zur Therapie verschiedener Krankheiten.
Bereits vor rund 8000 Jahren sollen die Menschen im südlichen Kaukasus Wein gekeltert haben.
Ab dem Altertum verwendeten sie ihn aus medizinischen Gründen, wie eine sumerische Tontafel aus dem Jahr 2200 v. Chr. berichtet, auf der ein ärztliches Weinrezept vermerkt ist.
Im alten Ägypten wurden Wunden oder bestimmte Erkrankungen wie Rheuma mit dem Getränk behandelt. Auch wurde Wein mit Heilkräutern versetzt oder als Lösungsmittel benutzt.
Darüber hinaus stellte der Wein eine wichtige Nahrungsquelle dar und wurde häufig mit Wasser verdünnt. Dunkle griechische Süssweine galten als Lieferanten von wichtigen Nährstoffen. Weil sie über eine lange Haltbarkeit verfügten, konnten sie auch gut transportiert werden.
Sogar der antike Mediziner Hippokrates (um 460 bis 370 v. Chr.) verwendete das heutige Genussmittel für seine Behandlungen. Dabei fand es als Schmerzmittel, Beruhigungsmittel oder Schlafmittel Verwendung.
Weitere Indikationen stellten Darmkrankheiten oder Erkrankungen der Augen dar. Vom römischen Arzt Galenus (um 129 bis 199) wurde der Wein als Antiseptikum gegen Wunden, Verbrennungen oder Entzündungen der Haut eingesetzt.
Der Weingeist als Medizin
Seine Hochzeit als Therapeutikum erlebte der Wein im Mittelalter. Belegt wurde seine Anwendung als Medizin unter anderem von der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 bis 1179). In den damaligen Krankenhäusern erhielten die Patienten grosse Mengen des alkoholischen Getränks.
Diese Behandlungsart setzte sich bis ins 19. Jahrhundert fort. Sogar richtige Weinärzte gab es, zum Beispiel Ferdinand von Heuss (1848 bis 1924), der auch Winzer war.
Im 19. Jahrhundert endete jedoch die medizinische Weinbehandlung durch den Einfluss von Louis Pasteur (1822 bis 1895). Des Weiteren konnte mit verbesserten Destillationsverfahren reiner Alkohol gewonnen werden. Seither gilt der Rebensaft als Genussmittel, das im Übermass getrunken eher schädlich als gesundheitsförderlich ist.