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Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Schweiz
Die drei nationalen kirchlichen Institutionen der Schweiz – SBK, RKZ und KOVOS – haben 2021 gemeinsam entschieden, die Geschichte des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und Erwachsenen durch katholische Kleriker, kirchliche Angestellte und Ordensangehörige in der Schweiz seit den 1950er Jahren von unabhängiger Seite wissenschaftlich erforschen zu lassen.
Es geht darum, dass die Kirche ihre Verantwortung gegenüber den Betroffenen und der gesamten Gesellschaft wahrnimmt und ihre Vergangenheit aufarbeitet. Zentrales Anliegen ist, den Missbrauch in den eigenen Reihen und dessen Ursachen noch entschiedener zu bekämpfen und weitere Opfer zu verhindern.
Im September werden die Resultate des von der SBK, der KOVOS und der RKZ in Auftrag gegebenen Pilotprojekts zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Schweiz publiziert. Dazu findet am 12. September eine Medienkonferenz an der Universität Zürich statt.
Warum braucht es eine wissenschaftliche Aufarbeitung?
Die historische Erforschung durch die Universität Zürich soll eine unabhängige Sicht auf die jüngere Geschichte des sexuellen Missbrauchs im Kontext der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz ermöglichen. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit sowie eine moralische Pflicht, die kirchliche Missbrauchsvergangenheit von unabhängiger Seite untersuchen und geschichtlich erfassen zu lassen. Der Verweis auf Studien aus den Nachbarländern reicht nicht aus. Öffentlichkeit und Betroffene haben das Recht, zu wissen, was in der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz geschehen ist und welche Ausmasse und Ursachen Machtmissbrauch in den kirchlichen Strukturen und Organisationen vor Ort hatten.
Was bezweckt das einjährige Pilotprojekt?
Das einjährige Pilotprojekt 2022–2023 legt die Basis für die weitere, historische Erforschung des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und Erwachsenen durch katholische Kleriker, kirchliche Angestellte und Ordensangehörige in der Schweiz seit den 1950er Jahren. Im Zentrum stehen die Strukturen, die den Missbrauch ermöglichten und die verhinderten, dass dieser aufgedeckt und geahndet wurde.
Welche Resultate sind zu erwarten?
Der Schlussbericht der Pilotstudie, der am 12. September vorgestellt und veröffentlicht wird, bietet zu folgenden Fragen einen Überblick: Welche Missbrauchs-relevanten Akten sind in den kirchlichen Archiven vorhanden? Wie wurde und wird mit diesen Akten umgegangen? Was ist ihnen zu entnehmen? Welche weiteren Quellen gibt es?
Mit welchen Resultaten rechnet ihr beim Pilotprojekt?
Warum sagt man aktuell nicht mehr?
Seit Frühjahr 2022 ist ein Forschungsteam des Historischen Seminars der Universität Zürich unter der Leitung der beiden Professorinnen Monika Dommann und Marietta Meier an der Arbeit. Sie sind daran, den Schlussbericht des einjährigen Pilotprojekts fertigzustellen. Dieser wird am 12. September an einer Medienkonferenz vorgestellt.
Um den Forschungsprozess nicht zu stören und die Unabhängigkeit der Forschung zu garantieren, wurde mit der Uni Zürich vertraglich vereinbart, dass bis zum Vorliegen des Schlussberichts nicht informiert wird.
(Stand vor dem 12. September 2023)
Kontakt und weitere Informationen
Projektleiter und Leiter der Geschäftstelle des Fachgremiums «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» der Schweizer Bischofskonferenz,
info[at]missbrauch-kath.info.ch
Auftraggeberinnen
Schweizer Bischofskonferenz (SBK)
Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ist das Koordinationsorgan der römisch-katholischen Bistümer der Schweiz und umfasst derzeit 9 Mitglieder: die Bischöfe der sechs Bistümer der Schweiz, deren Weihbischöfe sowie die beiden Äbte der Territorialabteien St-Maurice und Einsiedeln.
www.bischoefe.ch
Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ)
Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) ist der Zusammenschluss der kantonalkirchlichen Organisationen. Sie besteht seit 1971 und ist als Verein organisiert. Sie trägt massgeblich dazu bei, dass die katholische Kirche ihre Aufgaben auf gesamtschweizerischer Ebene wahrnehmen kann, und setzt sich für demokratisches, solidarisches und unternehmerisches Handeln ein, das den Bedürfnissen des kirchlichen Lebens vor Ort Rechnung trägt.
www.rkz.ch
Konferenz der Vereinigungen der Orden und weiterer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz (KOVOS)
Die KOVOS (Konferenz der Vereinigungen der Orden und weiterer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz) will der Pluralität des gottgeweihten Lebens in der Schweiz in der Öffentlichkeit und innerhalb der Kirche ein Gesicht und eine Stimme geben. Dazu nutzt sie die sozialen Kommunikationsmittel und gezielte Veranstaltungen. Die KOVOS ist ein privatrechtlicher Verein mit Sitz in Fribourg.
www.kovos.ch