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Kabul - Vor der Präsidenten-Stichwahl in Afghanistan bemüht sich die Regierung, einem erneuten Wahlbetrug vorzubeugen. Mehr als die Hälfte der Leiter aller Wahllokale im Land seien entlassen worden und würden ersetzt, sagte ein Sprecher der UNO in Kabul.
Es handle sich um Mitarbeiter der Wahlkommission, gegen die Beschwerden von Kandidaten oder Wahlbeobachtern vorlägen. Auf diese Weise solle die Glaubwürdigkeit der Wahlergebnisse nach der umstrittenen ersten Abstimmungsrunde wiederhergestellt werden.
Karsai hatte nach vorläufigen Ergebnissen bei der Präsidentschaftswahl am 20. August mit rund 55 Prozent die absolute Mehrheit erzielt. Die von der UNO unterstützte Wahlbeschwerdekommission hatte jedoch am Montag die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wegen Betrugs für ungültig erklärt.
Karsais Stimmenanteil wurde daraufhin auf 49,67 Prozent nach unten korrigiert. Damit verfehlte er die absolute Mehrheit, weswegen die Stichwahl angesetzt wurde. Die Afghanen werden nun am 7. November die Wahl zwischen Karsai und dessen stärkstem Herausforderer Abdullah Abdullah haben. Karsai hatte am Dienstag nach grossem internationalem Druck in die Stichwahl eingewilligt.
Abdullah, der von 2001 bis 2006 unter Karsai afghanischer Aussenminister war, hat derweil die Stichwahl zwischen ihm und dem gegenwärtigen Amtsinhaber als "einzig mögliches Szenario" begrüsst. Abdullah lehnte damit eine politische Einigung mit Karsai vor der zweiten Runde ab.
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