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Wasser, Wasser, überall…. Die Schweiz ist definitiv ein Land, in dem man nicht verdursten kann. Obwohl seine Landmasse nur 0,4% der europäischen Fläche ausmacht, verfügt die Schweiz über 6% der Süßwasserreserven des Kontinents. Ein Teil dieses Wassers stammt aus Flüssen, aber der größte Teil davon ist in den Seen konzentriert. Und es sind fast 1500!
Die meisten Schweizer Seen waren einst Gletscher und entstanden in der letzten Eiszeit. 40% des Wassers stammen aus der Schneeschmelze und etwa 2% aus dem Abschmelzen der Gletscher.
Nahezu in jedem Kanton (21 von 26) gibt es Seen. Egal wohin du in die Schweiz „hizüglet“ (de: gezogen) bist, in der Nähe gibt es immer einen See. (Keine Sorge, wenn du in Basel wohnst, die Stadt hat den Rhein für Wasserratten und die nächsten Seen sind nur eine Autostunde entfernt.)
Die grössten Seen
Der Genfersee, der sich Frankreich und die Schweiz teilen, ist der größte Binnensee Mitteleuropas und bietet einen herrlichen Blick auf die Alpen. Einige Städte entlang der Küste sind Genf, das kosmopolitische Zentrum der Vereinten Nationen, Lausanne, Vevey und Montreux. Mache einen Abstecher ins Charlie Chaplin Museum in Vevey, bevor du „es Bädli“ (de: ein kleines Bad) im See nimmst (und definitiv bevor du einige der köstlichen Weißweine probierst, die in den Weinbergen entlang des Sees wachsen).
Ein weiterer grosser See ist der Bodensee, der an Deutschland und Österreich grenzt. Wenn man von seinen Ufern aus schaut, kann man sich sogar vorstellen, dass man am Meer ist. „D’Sunneuffgäng“ von den Schweizer Ufern sind einfach umwerfend!
Wie der Name schon andeutet, ist der Lago Maggiore, teilweise in der Schweiz und teilweise in Italien, auch ein riesiger See mit einem besonderen mediterranen Flair. Palmen und Blumen zieren die Ufer des Lagos und die hübschen Städte Ascona und Locarno sind ideal, um ein wenig Dolce far niente bei einem Espresso und einem Eis zu erleben. Der benachbarte Luganersee ist auch nicht zu verachten. Die bedeutendste Stadt im Tessin ist Lugano. Besuche den See im Juli während des Longlake Festivals, wo du in eine Welt der Nonstop-Musik, Straßenkunst und anderer Aufführungen eintauchen kannst.
Der Vierwaldstättersee liegt im Herzen der Schweiz. Hier fing alles an…. Umgeben von schneebedeckten Bergen gibt es viele schöne Wanderungen, Bootsfahrten und Badestellen rund um den See.
Der grösste See, der ganz auf Schweizer Gebiet liegt, ist der 218 km2 grosse Neuenburgersee. An dessen Ufern befinden sich auch die meisten Sandstrände. Im französischsprachigen Teil der Westschweiz mit Blick auf das Juragebirge gelegen, ist das Südufer vom grössten Sumpf- und Vogelparadies der Schweiz umgeben.
Bergseen
Die Schweiz ist bekannt für ihre Berge. Und in diesem Land gilt: Wo es Berge gibt, gibt es Seen. Diese kleinen Bergseen sind meistens traumhaft mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser und atemberaubenden Kulissen. Man kann in den meisten dieser Gewässer schwimmen, auch wenn einige nur für hartgesottene Menschen geeignet sind. Die Temperaturen sind in der Regel kälter als in tieferen Lagen, aber die Wassertemperatur in einigen Seen wie z. B. dem Caumasee, die von einer unterirdischen warmen Quelle gespeist werden, kann im Sommer 23 Grad erreichen.
Der Caumasee und der nahe gelegene Crestasee sowie einige andere Seen wie der Lungernsee, der Englsensee und das „Seeli“ (de: kleiner See) am Seelisberg sind gut mit dem Auto erreichbar. Um zu einigen anderen Bergseen wie dem Oeschinensee, dem Klöntalersee oder dem Seeaplsee zu gelangen, musst du unter Umständen mit der Seilbahn fahren oder zum See wandern. Zumindest kannst du dich nach der Wanderung im klaren Wasser abkühlen!
Wasserkraftwerke
Die meisten Seen in der Schweiz sind natürlich, aber es gibt auch einige künstliche Dämme und Stauseen. In den meisten dieser Seen kann man schwimmen, sie werden jedoch auch zur Stromerzeugung genutzt. Der Anteil der Wasserkraft an der Stromerzeugung in der Schweiz beträgt rund 56%. Anfang der 70er Jahre stammten fast 90% der inländischen Stromproduktion aus Wasserkraft, doch seither haben Kernkraftwerke einen Teil der Stromproduktion übernommen. Die Wasserkraft bleibt jedoch die wichtigste einheimische erneuerbare Energiequelle der Schweiz.
In jüngster Zeit wurden von der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung mehrere spannende neue Projekte zur Nutzung der Seen für Heiz- und Kühlzwecke entwickelt.
Freizeit rund um die Seen
Wandern
Eine beliebte Freizeitbeschäftigung für viele Schweizer ist „go wandere“ (en: wandern gehen). Die Seengebiete bieten wunderbare Möglichkeiten zum Wandern, sowohl an den Ufern als auch auf gut ausgeschilderten Naturpfaden mit spektakulären Aussichten auf die Seen. Eine solche Wanderung ist der Weg der Schweiz rund um den Vierwaldstättersee. Dies ist eine herrliche Wanderung, die Sie zu allen wichtigen Orten der Frühgeschichte der Schweiz führt. Wenn dir die ganzen 35 km zu viel sind, kannst du auch nur Teile des Weges wandern und den Rest mit dem Boot erkundigen. Eine völlig andere und etwas mystische Atmosphäre bietet ein Spaziergang rund um den Taillier-See im Jura. Dieser See liegt im magischen Tal von La Brevine. Vermeide es einfach im Winter, es sei denn, du magst das Schlittschuhlaufen bei eisiger Kälte; dies ist das kälteste Gebiet der Schweiz und wird als das Sibirien der Schweiz bezeichnet.
Wassersport
Viele der Schweizer Seen sind ein Paradies für Wassersportler. Miete ein Pedalo oder Stand Up Paddelbrett SUP) von einem der vielen Strandbäder oder Wassersportzentren die rund um die Seen verteilt sind. Faulpelze können in vielen Ortschaften am See ein kleines Motorboot (ohne Führerschein) für etwa eine Stunde mieten. Aktivere Leute können rudern, segeln oder tauchen. Die noch abenteuerlustigeren können sich beim Wakeboarden oder Kitesurfen erproben.
Schiffsausflüge
Für diejenigen, die sich gar nicht anstrengen wollen und sich einfach nur zurücklehnen und die Aussicht bei einer leichten Brise geniessen möchten, gibt es Bootsfahrten auf den meisten größeren Seen. Der Vierwaldstättersee, der Zugersee und sogar der kleinere Hallwylersee sind nur einige der Seen, die Schifffahrten anbieten. Ob es sich nun um eine rein landschaftlich reizvolle Schiffsrundfahrt oder eine Mittags- oder Abendkreuzfahrt handelt, es macht immer viel Spass, ein paar Stunden auf einem Boot zu verbringen.
Schwimmen
Einige sehr winterharte Leute wie die Teilnehmer des Genfer Weihnachtspokals mögen es vielleicht, mitten im Winter im See zu schwimmen. Wer aber nicht die Gefahr einer Unterkühlung eingehen will, badet lieber im Sommer in den Seen. In der Regel erreichen die Seen Temperaturen von 20-25 Grad, so dass ein Bad in der Hitze des Sommers eine gute Möglichkeit zur Abkühlung ist. Viele Seen (auch die kleineren) haben „Seebadis“ (de: Strandbäder), die meist mit Kiosk oder Restaurant, Duschen und Umkleideräumen und gelegentlich sogar mit Sprungbrettern in den See ausgestattet sind. Natürlich bist du nicht auf diese „offiziellen“ Badestellen beschränkt. Du kannst die Küste erkunden und deine eigenen Lieblingsplätze finden. Viele der Strandbäder und andere Stellen entlang des Sees haben Grillplätze – einige sogar mit Holz. „Grilliere“ (de: Grillen) ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Schweizer. Bring deine eigene „Wurscht“ (de: Wurst) mit oder kaufe vormariniertes Fleisch in einem Supermarkt oder Tankstellen Shop. Vergiss aber nicht, eine Packung Zweifel Paprika-Chips mitzunehmen; sie werden in der Regel direkt neben den Würsten und dem Grillfleisch verkauft!
Auch wenn du wahrscheinlich keine Lust hast im Winter in den Seen zu schwimmen, frieren viele Seen zu und sind zum Schlittschuhlaufen freigegeben. Zwar ist es keine Schweizer Tradition, aber heutzutage kann man in einigen Seen sogar Eisfischen gehen. Es mag nicht traditionell sein, aber die Schweizer sind immer wieder bereit, neue Traditionen zu schaffen!
Wenn du an diesen Traditionen, ob neu oder alt, teilnehmen willst, ist es hilfreich wenn du Schweizerdeutsch sprichst. Egal ob du Anfänger oder schon ein bisschen weiter bist, unser Kurs kann dir helfen, Schweizerdeutsch zu lernen, damit du dich in der Schweiz besser zurechtfindest.