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Auch wenn Apples iPad laut IDC bereits am Netbook-Weltmarkt nagt, den Acer zu einem Viertel beherrscht und 14 Prozent zum Umsatz des zweitgrössten PC-Herstellers beiträgt, konnte dieser den Nettogewinn im dritten Quartal laut vorläufigen Zahlen um 24 Prozent steigern. Genauer ist der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal von 3,47 auf 4,29 Milliarden New Taiwan Dollar (NT$), umgerechnet 133 Millionen Franken, in die Höhe geklettert. Damit wurden die Erwartungen der Analysten von 4,26 Milliarden NT Dollar sogar leicht übertroffen.
Der Umsatz ist im Vergleich von 167,6 auf 167,2 Milliarden NT Dollar (5,25 auf 5,24 Milliarden Franken) etwas geschrumpft, die operative Marge erreichte aber laut Acer den "Rekordwert von 3,16 Prozent" nach 3,0 Prozent im Vorjahr. Angestrebtes Ziel der nächsten zwei Jahre sind 4,0 Prozent. Der operative Gewinn ist im dritten Quartal um 11 Prozent auf 5,28 Milliarden NT Dollar nach oben gegangen.
Im ersten Quartal 2010 hat Taiwans wichtigstes Aushängeschild wegen des Trends zu mobilen Billigrechnern wie eben Netbooks an der Gewinnfront verloren. Im dritten Quartal hat Acer in den USA auch Marktanteile verloren, was unter anderem mit der starken Nachfrage nach Apple iPad und anderen Tablet-PCs erklärt wird.
Tablets oder Netbooks?
Unlängst hat Apple-Chef Steve Jobs gesagt, dass Tablet-PCs wie das iPad bald Netbooks ablösen werden. Dem hat Acer-Chairman Wang Zhen-tang (JT Wang) nun entschieden widersprochen. Die Auswirkungen der iPads und ähnlicher Produkte seien längst nicht so gross, wie viele glaubten. Sehe man von den USA und Grossbritannien ab, erfreuten sich die Netbooks weiterhin grosser Beliebtheit und stabiler Wachstumszahlen, so Wang. Weiter sagte der Acer-Chairman, Steve Jobs' "Theorie", dass Netbooks bald von Tablet-PCs überholt würde, treffe vielleicht höchstens auf den US-Markt zu, im weltweiten Kontext gesehen, behalte Acer aber Recht. Abgesehen davon würden viele iPad-Besitzer doch wieder zu herkömmlichen Notebooks greifen, wenn es darum geht, Dokumente und Charts zu bearbeiten.
Anders als vielfach behauptet, habe sein Unternehmen in den USA zuletzt nicht so sehr wegen des iPads Marktanteile eingebüsst, sondern weil die Mitbewerber ihre Preise gesenkt hätten und Acer dem nicht folgen wollte. Steven Tseng, Analyst bei RBS Asia Ltd in Taipei, gibt Wang in dem Punkt Recht und hat die Acer-Aktie auf "halten" gesetzt. Ihm zufolge hat auch der starke Euro zur Profitabilität des Unternehmens beigetragen, da Europa immer noch sein wichtigster Markt ist. Der Euro ist im Vergleich zum NT Dollar innerhalb eines Quartals um 7,9 Prozent geklettert, entsprechend stark ist der Wert der in die Eurozone exportierten Waren gestiegen. Was sicherlich ebenfalls zur Verbesserung der Profitabilität beigetragen hat, sind die im dritten Quartal um 15 Prozent gesunkenen Speicherpreise, so die jüngsten Daten von Nanya Technology, Taiwans zweitgrösstem Speicherchip-Hersteller. (Klaus Hauptfleisch)