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Der Fall der Boeing 737 MAX von Alaska Airlines nimmt eine neue Wendung: Diesmal steht nicht nur Boeing, sondern auch die Airline selbst im Rampenlicht.
Anfang Januar musste eine Boeing 737 MAX von Alaska Airlines notlanden, nachdem sich während des Flugs eine Kabinentür in der Mitte des Rumpfes gelöst hatte. Als Reaktion darauf verhängte die amerikanische Luftfahrtbehörde ein vorübergehendes Flugverbot für alle Boeing 737 MAX 9-Flugzeuge in den USA, das jedoch mittlerweile aufgehoben wurde. Der Vorfall löste eine weitreichende Krise bei dem Flugzeughersteller Boeing aus, sodass bereits ein Manager des Unternehmens entlassen wurde. Nun könnte sich jedoch auch für die Fluggesellschaft die Schuldfrage zu einem Problem entwickeln, wie The New York Times berichtet.
Flugzeug sollte einer Überprüfung unterzogen werden
Seit dem Vorfall bei Alaska Airlines steckt der US-Flugzeughersteller Boeing in einer Qualitätssicherungskrise. Es wurde kürzlich bekannt, dass mehr als ein Drittel der Sicherheitstests der Federal Aviation Administration (FAA) von Boeing nicht bestanden wurden. Um die Sicherheit zu verbessern, sollen die Boni der Mitarbeiter künftig anders strukturiert werden. Doch Boeing ist nicht allein im Fokus nach dem Vorfall. Laut der New York Times hatten Wartungsmitarbeiter der Airline bereits zuvor Probleme mit der Boeing 737 Max 9 mit dem Kennzeichen N704AL festgestellt.
Am Abend des 5. Januars sollte das Flugzeug in Portland einer gründlichen Überprüfung unterzogen werden, was jedoch nicht geschah. Statt das Flugzeug ohne Passagiere zur Inspektion nach Portland zu fliegen, entschied sich Alaska Airlines, es weiterhin im Dienst zu belassen. Dies geht aus Interviews und Dokumenten hervor, die von der Zeitung eingesehen wurden. Aufgrund der Warnungen seitens der Techniker wurden allerdings Einschränkungen für die durchgeführten Flüge erlassen. Die Boeing 737 Max 9 durfte keine langen Flüge über Wasser oder über unbewohnte Gebiete durchführen, falls eine Notlandung erforderlich wäre.
Hinweise auf Probleme verdichteten sich
Schon Wochen vor dem Vorfall deuteten Warnsignale auf ein mögliches Flugzeugproblem hin, wie aus dem Bericht hervorgeht. Es wurde bemerkt, dass das Panel unerklärliche Bewegungen nach oben machte. Am 3. Januar wurde auf mindestens einem Flug des Flugzeugs ein Warnlicht aktiviert, das auf einen Druckabfall in der Kabine hinwies. Alaska Airlines gab an, keine Hinweise erhalten zu haben, die ein sofortiges Grounding des Flugzeugs erforderlich gemacht hätten. Bei visuellen Inspektionen wurden auch keine Bewegungen des Panels festgestellt.
Gemäss dem National Transportation Safety Board (NTSB) hinterliessen die 154 Flüge, die das Flugzeug seit Betriebsbeginn absolvierte, sichtbare Spuren am Rumpf durch kleine Aufwärtsbewegungen, die möglicherweise eine Lücke zwischen Paneel und Rumpf verursachten. Doch auch hier beteuert Alaska Airlines, dass man keine Lücken feststellen konnte.
Mark Lindquist, ein Anwalt, der die Passagiere des Fluges vom 5. Januar vertritt, äusserte Besorgnis über die Reihe von Zwischenfällen, in die der Alaska Airlines Jet verwickelt war und fügte hinzu:
When jurors find out they’d actually been cautioned by engineers to ground the plane and they put it into commercial rotation instead, jurors will be more than mystified — they’ll be angry.Mark Lindquist, ein Anwalt, der die Passagiere des Fluges vom 5. Januar vertritt
Fazit zu den neuen Erkenntnissen im Alaska Airlines Fall
Seit dem Vorfall bei Alaska Airlines stand grösstenteils nur der US-Flugzeughersteller Boeing im Rampenlicht. Doch nun rückt auch die Airline selbst in den Fokus. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass bereits vor der Notlandung Warnsignale auf ein mögliches Flugzeugproblem hinwiesen. Alaska Airlines behauptet jedoch, keine Hinweise erhalten zu haben, die ein sofortiges Grounding des Flugzeugs erforderlich gemacht hätten. Es bleibt spannend, wie sich der Fall weiterentwickelt und welche Erkenntnisse noch ans Licht kommen. Falls entsprechende Beweisgegenstände gefunden werden sollten, könnte es jedenfalls für Alaska Airlines sehr ungemütlich werden.