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Eine Geschichte der frühen Alphabetschriften in Anatolien
Im Rahmen dieses Forschungsprojektes soll die Entwicklung der anatolischen Lokalalphabete auf der Basis eines umfassenden paläographischen Befundes diskutiert und analysiert werden. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage des Wissenstransfers im Kontext Anatoliens zur Eisenzeit: vorherrschende Transfermodelle wie plausible Alternativen sollen kritisch überprüft und entsprechend ein neues, komplexeres Modell möglicher Verbreitungswege früher alphabetischer Schriftlichkeit entworfen werden. Die Dynamik des Sprach- wie politische Grenzen überschreitenden Transfers einer Kulturtechnik soll aufgezeigt und die nachfolgende methodische Frage beantwortet werden: ob und wie paläographische Daten als Markierungsmerkmal interkulturellen Austausches gelten können.
Das Projekt leistet einen Beitrag zur Geschichte der Schrift sowie zur Dynamik interkultureller Beziehungen im eisenzeitlichen Anatolien. In der Aufbereitung der untersuchten inschriftlichen Quellen sichert das Projekt gleichzeitig die dauerhafte Dokumentation, und untersucht das Potential einer innovativen Methode in der Verwendung paläographischer Daten jenseits von Datierungsproblematiken.
Projektleitung: Dr. Annick Payne