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Dohlen, die in der Stadt leben und Reste menschlicher Ernährung futtern, legen kleinere Eier und haben eine grössere Sterberate als ihre Artgenossen auf dem Land, die Insekten picken. Dies hat ein Experiment der Vogelwarte Sempach und Murten gezeigt.
Die Dohle ist eine Höhlenbrüterin und nistet in alten Spechthöhlen, sie besiedelt aber auch Löcher in Kirchen, weshalb sie auch Turmdohle genannt wird. Ihre natürliche Nahrung sind Insekten und andere wirbellose Tiere, die sie auf kurzrasigen Weiden findet.
Die Dohle ist zwar verbreitet, ist aber nicht sehr häufig anzutreffen. Ihre Art wird als «verletzlich» eingestuft. Dort, wo die Dohle geeignete Nahrung für ihre Jungen findet, gebe es kaum geeignete Brutplätze, teilte die Vogelwarte Sempach am Freitag mit. Als schlauer Rabenvogel habe sie aber gelernt, dass sie auch mit Essensresten, die die Menschen übrig lassen, die hungrigen Schnäbel der Jungen stopfen könne.
Die Vogelwarte wollte wissen, ob dieser Fast Food für die in der Stadt lebenden Vögel gesund ist. Forscher haben deswegen den Dohlen in Murten zusätzliche natürliche, proteinreiche Nahrung angeboten.
Die Dohlenpaare, die Extrakost erhielten, legten grössere Eier und hatten mehr Nachkommen als die anderen Dohlen. Die jungen Dohlen, denen die Forscher bis zum Ausfliegen gesunde Nahrung anboten, hatten grössere Überlebenschancen als die Jungtiere, die keine zusätzliche Proteinzufuhr erhielten.
Die Vogelwarte rät deswegen, die Dohle vor allem dort zu fördern, wo sie ausreichend natürliche und proteinreiche Nahrung für ihre Jungen findet, also in Landwirtschaftsgebieten. Die Nistkästen könnten an Leitungsmasten, landwirtschaftlichen Gebäuden oder Brücken befestigt werden. (sda)