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Bis ins 11. nachchristliche Jahrhundert wurden die Päpste von der Gemeinde oder den Fürsten eingesetzt. Wir verdanken es Papst Gregor VII., der alle Christen, auch Bischöfe und Könige, dem Anspruch Roms unterwarf, dass einige unserer Bischöfe sich vom Volk her definieren (Schweizer Staatskirchenrecht) und andere sich nur durch den Vatikan legitimiert sehen (Bischof Vitus Huonder, Chur). Wer in den letzten 1000 Jahren dem Papst nicht Gehorsam leistete, galt als Götzendiener und Häretiker; man durfte Gewalt gegen ihn anwenden. Theoretisch könnte dies auch der Schweiz geschehen, weigert sie sich, den vatikanischen Normen zu entsprechen.
Vergessen wir einmal eine sehr komplexe und für einen Laien kaum begreifbare Kirchengeschichte, so stellt sich doch die Frage, ob wir mit dem alleinigen Führungsanspruch Roms nicht wieder einen „zornigen Gott“ erhalten, wie im Kampf gegen Amalek oder im Psalm 79 geschildert: „Ergiesse Deinen Zorn über die Völker…“. Wir stehen bisher stark unter dem Einfluss des friedfertigen Neuen Testaments, aber das Alte könnte im 21. Jahrhundert zurück kommen.