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Chefarzt Fritz von Weizsäcker sei während eines Vortrags in der Schlosspark-Klinik im Stadtteil Charlottenburg angegriffen worden, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei am Dienstagabend. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmassnahmen sei er noch vor Ort verstorben, hiess es. Ein Tatverdächtiger sei festgenommen worden.
Ein Teilnehmer der Veranstaltung, der den Angreifer aufhalten wollte, sei zudem schwer verletzt worden. Die deutsche Polizei machte aber keine Angaben zur Identität des Verdächtigen oder zum Tatmotiv. Der Vortrag war den Angaben zufolge öffentlich und konnte nach Anmeldung besucht werden. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Mordes ein.
Der 1960 in Essen geborene Mediziner Fritz Eckhart Freiherr von Weizsäcker stammte aus einer sehr bekannten Familie. Sein Vater Richard von Weizsäcker (1920-2015) war von 1984 bis 1994 Bundespräsident, zuvor für die CDU Regierender Bürgermeister von Berlin (West). Seine Mutter ist die frühere deutsche First Lady Marianne von Weizsäcker (87). Seine Eltern hatten 1953 geheiratet. Richard von Weizsäcker arbeitete damals als Jurist bei Mannesmann.
Experte für Lebererkrankungen
Fritz von Weizsäcker war das jüngste der vier Kinder. Einer seiner Cousins ist der Umweltwissenschaftler und frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker.
Der Chefarzt an der Berliner Schlosspark-Klinik hatte eine lange Karriere als Mediziner hinter sich. Von 1979 bis 1987 studierte Fritz von Weizsäcker Humanmedizin in Bonn und Heidelberg. Anschliessend ging er für ein praktisches Jahr in die USA. Nach dem Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie wurde er 2003 Professor für Innere Medizin an der Universität Freiburg.
Zu seinen Stationen als Mediziner zählten neben Freiburg die Harvard Medical School in Boston und das Universitätsspital Zürich. Seit 2005 war von Weizsäcker Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg. Fritz von Weizsäcker galt als Experte für Leber- und Gallenwegserkrankungen.