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Die Fondazione Prada (Stiftung Prada) setzt sich zum Ziel, das mittelalterliche Dorf von Prada, das sich in einer Zone von archäologischem Interesse befindet und im kantonalen Landschaftsplan als geschütztes Gebiet geführt wird, zu erschließen und aufzuwerten.
Sie versucht, finanzielle Mittel zur Absicherung der bestehenden Reste der Häuser zu beschaffen und einige Gebäude mit noch gutem Mauerwerk zu überdachen, alles unter der Obhut des Amtes für Kulturgüter des Kantons Tessin.
Die Absicht der Stiftung ist, was den Wiederaufbau betrifft, die Häuser aus historischen und didaktischen Gründen originalgetreu zu restaurieren und der Allgemeinheit somit zu ermöglichen, diese alte Siedlung neu zu entdecken.
In der letzten Märzwoche 2022 hat eine Gruppe von Naturliebhabern, die von der Vereinigung Naturnetz Tessin kontaktiert worden waren, die Instandsetzung des Weges von Pian Laghetto nach Prada durchgeführt.
Sieben Freiwillige und ein Förster haben die auf den Weg gestürzten Bäume entfernt, diesen verbreitet und ausgebessert und die hölzernen, einsturzgefährdeten Geländer durch neue ersetzt.
Auch neue Stufen wurden gesetzt, damit dieser wunderschöne Weg nach Prada leichter zu bewältigen ist.
Beim Felsvorsprung in der Nähe der kleinen Brücke über den Bach wurde auch die alte, teils morsche Wegbefestigung durch eine neue Stützkonstruktion aus Kastanienholz ersetzt, damit der Übergang sicherer wird.
Entlang des stimmungsvollen Waldweges von Pian Laghetto nach Prada, der bei den Einheimischen sehr beliebt ist, entdeckt man auch einige halbversteckte, handwerklich originelle «Dekorationen» aus verschiedenen Materialien.
Pian Laghetto ist von der Burg Sasso Corbaro aus (Postautoverbindung und Parkplatz) gut erreichbar.
Prada war zusammen mit Ravecchia eine Gemeinde der Umgebung von Bellinzona und befand sich am Hang auf 577 m ü. M..
Seit dem Mittelalter bewohnt (erste Bezeugung aus dem Jahr 1306), zählte das Dorf 1583 noch 40 Familien (160-200 Personen), welche die gleichen Rechte und Privilegien wie die Einwohner der Stadt hatten, unter anderem konnten sie an den Sitzungen des Rates von Bellinzona teilnehmen.
Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Dorf aus bisher noch unbekannten Gründen verlassen.
Man vermutet, dass widrige Witterungsbedingungen wie Überschwemmungen, Trockenheit, lange Kälteperioden und auch der geringe landwirtschaftliche Ertrag eine Rolle gespielt haben.
Auch die Pest von 1629/1630 war sicher ein Grund dafür.
Prada zählt mehr als 30 Gebäude, einige mit noch gutem Mauerwerk.
Prada liegt in der Stille des Waldes und ist über einige malerische Wege zu erreichen: vom historischen, gepflasterten Saumpfad, der bei den Prozessionen von der Kirche San Biagio in Ravecchia aus begangen wurde; von einem Pfad, der eher
für Trekking Touren geeignet ist, bis zu einem längeren dafür leichter begehbaren, von dem aus man ein wunderbares Panorama genießen kann.
Ob alleine, mit Freunden oder mit der Familie, man kann für jegliche sportliche Aktivität einen geeigneten Weg finden.
Da es sich aber auch um Bergpfade handelt, empfehlen wir geeignete Schuhe und die nötige Vorsicht.
Auch nachdem Prada verlassen worden war, hat man das Dorf nie vergessen: Es wurden Prozessionen und Gottesdienste in der den Heiligen Gerolamo und Rocco gewidmeten Kirche abgehalten.
Zunächst haben sich “die Nachbarn von Prada”, Nachkommen der Einwohner des mittelalterlichen Prada, um diese Traditionen gekümmert.
Sie bildeten eine getrennte Nachbarschaft, wurden dann anfangs des 19. Jahrhunderts ins Patriziat von Ravecchia eingegliedert, ohne aber die Instandhaltung der Kirche zu vergessen, die 1956 in den Besitz der Kirchgemeinde von Ravecchia überging.
1974 wurde dann der Verein “Nümm da Prada” (Wir aus Prada) gegründet, der sich um die Renovierung der Kirche und der unmittelbaren Umgebung gekümmert hat.
Der Verein organisiert jedes Jahr zwei Feste im alten Dorf mit dem Gottesdienst, dem traditionellen Mittagessen und Live-Musik (am Pfingstmontag und im August zu Ehren des Heiligen Rocco).