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Die lange Tradition der Kammherstellung in Mümliswil beginnt mit Urs Joseph Walter. Er war der Sohn eines Landwirts, 1759 «von armen Eltern geboren». Trotz der Einwände seiner Eltern brachte sich Urs Joseph Walter selber das Lesen und Schreiben bei. Schon bald erledigte er Schreibarbeiten für einen Strumpffabrikanten aus Bern, der sich dafür einsetzte, den Buben ein Handwerk lernen zu lassen. «Ein Strählmacher» wolle er werden, meinte der junge Walter, «weil die Läuse allzeit wohl geraten». Nach der Lehre zog er mit seinem Werktisch und der Kammsäge von Haus zu Haus, reparierte «alte Strähle» und sägte neue. 1792 konnte er seine eigene Kammwerkstatt in Betrieb nehmen. Das Rohmaterial, Kuh- und Ochsenhörner, bezog er bei Metzgern, Viehhändlern und Bauern der Umgebung. Die angefertigten Kämme wurden an Krämer und Hausierer geliefert und auf den Märkten im Gebiet zwischen Basel, Aarau, Biel und Bern feilgeboten. Anfangs stellte Urs Joseph Walter gewöhnliche Frisierkämme her, die dazu verwendet wurden, das Haar in Ordnung zu bringen. Später ergänzte er sein Sortiment mit modischen Steckkämmen, die als Schmuck die aufgesteckten Damenfrisuren zierten.