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Begriffsklärung
Ein föderiertes Informationssystem bietet Zugriff auf mehrere autonome Informationsquellen, ohne dass deren Daten kopiert werden, wie es beispielsweise in einem Data-Warehouse der Fall ist. Diese Form der Integration mehrerer Datenquellen, bei der diese selbst unverändert bleiben, wird auch als virtuelle Informationsintegration oder Datenföderierung bezeichnet. „Föderiert“ heißt dieses System, weil es ein Zusammenschluss von einzelnen Systemen ist, die ihre jeweilige Selbstständigkeit bewahren.
Nutzen von föderierten Systemen
Föderierte Systeme sind dezentral, das heisst die Datenspeicherung erfolgt an beliebig vielen Orten. Der föderale Aspekte ergibt sich aus der Integration zwischen den dezentralen Systemen über ein gemeinsames Protokoll. Hauptnutzen solcher Systeme sind die Ausfallsicherheit und die Befähigung zur Datensouveränität. Der Ausfall eines Knotens führt nicht zum Ausfall des Gesamtverbundes. Einzelne Knoten können von Privatpersonen, Vereinen, Stiftungen, Firmen oder Behörden betrieben werden. Der Gesamtverbund wirkt auf die Anwender wie ein in sich geschlossenes System.
Beispiele
Obwohl der Begriff des Föderierten Systems relativ neu ist, gibt es diese bereits sehr lange. Prominente Beispiele sind das Internet selbst und das Email-System. Beim Internet sind viele Webserver über einheitliche Protokolle (TCP/IP) miteinander verbunden und erscheinen der Anwenderin als ein Ganzes. Beim Email-System gibt es Millionen von Email-Servern und Anbietern, die ebenfalls über Standardprotokolle verbunden sind (SMTP, POP3, IMAP). Auch hier erscheint die Vielzahl an Servern als ein Gesamtsystem.
Beispiel für neuere föderierte, bzw. föderationsfähige Systeme, sind:
- Nextcloud - File Sharing, Office Collaboration, u.a.
- Mastodon - Short Message Service (ähnlich wie Twitter)
- Matrix - Chat Service (ähnlich wie Whatsapp)
- Pixelfed - Foto Sharing
- Yacy - verteilte Suchmaschine