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Rundbrief des Vorstandes an alle Mitglieder
Am 18. April fand in Minusio bzw. am Monte Verità eine Mitgliederversammlung statt, um über Inhalte des im Dezember 2008 gegründeten Vereins PRO ELISARION, also einen konstruktiven Umgang mit dem Nachlass von Kupffer / von Mayer nachzudenken.
Neben dem Vereinsvorstand fanden sich am Samstag rund 25 Interessierte ein.
Nachdem die Versammlung um 14.30 von den Herren Joël Morgantini und David Streiff im Centro Culturale Elisarion eröffnet wurde, referierte Fabio Ricci zusammenfassend über die allgemeinen Zusammenhänge des künstlerischen Nachlasses. Danach beleuchtete die Literaturexpertin und Verlegerin Marita Keilson, die Bedeutung des 1900 erschienenen Werkes Lieblingminne und Freundesliebe in der Weltliteratur. Diese Anthologie, die bis heute massgeblich die Rezeption des Werkes von Kupffers prägt, wurde 1995 in der Bibliothek rosa Winkel neu aufgelegt, deren Verleger Wolfram Setz ebenfalls anwesend war.
Nach diesen Vorträgen und einem Ortswechsel an den Monte Verità fand eine Besichtigung des Rundbildes Die Klarwelt der Seligen statt. Christoph Zürcher und Ingeborg Lüscher schilderten eindrucksvoll die Geschichte des Nachlasses in den späten 70er Jahren.
Damals wurde der ‹Weihetempel› von Kupffers umgebaut. Das Rundbild entging nur knapp der Zerstörung und wurde von Harald Szeemann an den Monte Verità gebracht, wo Christoph Zürcher den bis heute bestehenden Holz-Pavillon errichtete.
Diesen Eindrücken folgte eine Einordnung des Rundbildes in den Gesamtkontext Panoramabild durch Patrick Deicher (International Panorama Council) und die beiden Restauratoren Petra Helm und Christian Marty.
Neben der Feststellung des überaus kritischen Zustands des Rundbildes wurde aus restauratorischer Sicht angemerkt, dass eine Restaurierung nur mit einer erläuternden Rekonstruktion der ursprünglichen Begehungsstruktur beginnen könne. Somit wurde auf die provisorische Ausstellungssituation am Monte Verità verwiesen.
Andreas Schwab, der als Historiker eine neue konzeptuelle Neu-Gestaltung des Museums Monte Verità erarbeitet, referierte über zukünftige Planungen.
Durch diese umfassende Beleuchtung der Gesamtsituation ergaben sich eine überaus intensive Diskussion und eine inhaltliche Wende. Es wurde deutlich, dass ein gänzlich neuer Weg im Umgang mit dem Nachlass von Kupffer / von Mayer eingeschlagen werden sollte. Eine Rückführung des Rundbildes an den ursprünglichen Ausstellungsort (Sanctuarium Artis Elisarion), könnte unter bestimmten Voraussetzungen für den Nachlass und die Gemeinde Minusio positive Konsequenzen haben. Da sich der Kulturausschuss der Gemeinde mit diversen Problemen konfrontiert sieht, wäre es die primäre Aufgabe, diese Situation näher zu beleuchten, Hilfe anzubieten und sie im besten Fall konstruktiv aufzulösen.
In einem zweitägigen Workshop im September/Oktober 2009 könnten unter Mitwirkung der Gemeinde Minusio (Frau Ammann / Herr Morgantini / Herr Berger), Fondazione Monte Verità, Pro Elisarion und externer Experten folgende Fragen erläutert werden:
- Wie kann der Nachlass gesichert und zugleich in ein zukunftsorientiertes, museales Konzept eingebettet werden, das für die Gemeinde Minusio gewinnbringend ist?
- Vergleichende Kostenanalyse bezüglich der unterschiedlichen Ausstellungssituationen Monte Verità und Minusio.
Wir danken allen Teilnehmenden für den engagierten Einsatz und freuen uns auf das nächste Treffen!