Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03399.jsonl.gz/1787

Suzuki – Informationen zur Firmengeschichte
Der Suzuki-Konzern existiert bereits seit mehr als 100 Jahren. Im Jahr 1909 gründete Michio Suzuki (geb. 1887) ein Unternehmen, das Webstühle herstellte. 1920 ging Suzuki (damals unter der Bezeichnung „Suzuki-shiki shokki K.K.“) an die Börse. Aufgrund der starken Nachfrage im Automobilbereich reifte der Plan, ein eigenständiges Modell zu entwickeln. Der erste Prototyp, der technisch auf dem Austin 7 basierte, wurde 1937 der Öffentlichkeit präsentiert. Gegen Ende der 1930er-Jahre begann Suzuki, Munition für die Kaiserliche Armee zu produzieren – die Fahrzeugfertigung lag vorerst auf Eis.
(Foto: Suzuki Swift 1.6i Bj. 2015)
Die 40er- und 50er-Jahre
Nach Kriegsende stellte der Konzern unter anderem Heizlüfter und Landmaschinen her. Im Jahr 1952 wurde ein motorisiertes Zweirad vorgestellt, ein Jahr später ein weiteres Modell. Die „Colleda“ (gebaut ab 1954) war ein für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliches Motorrad, das sich stark an europäischen Vorbildern orientierte und später auch mit grösseren Motoren erhältlich war.
Das Jahr 1955 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte Suzukis. Mit der Vorstellung des „Suzulight“, der einen Zweizylindermotor mit 360 cm³ Hubraum besass, konnten die Japaner auf dem Fahrzeugsektor erstmals Fuss fassen. Aufgrund des anhaltenden Erfolgs konnte das Unternehmen expandieren und gründete schliesslich eine Niederlassung in Los Angeles, um auch auf dem wichtigen US-Markt präsent zu sein.
60er- und 70er-Jahre
In den 60er-Jahren brachte Suzuki einige Modelle auf den Markt, die hohe Verkaufszahlen erreichten. Darunter finden sich Klassiker wie der Roadster „Jimny“, der bis heute gebaut wird, sowie der Kleinstwagen „Fronte“, der auch als Hecktürmodell (Hatch) angeboten wurde. Bereits in der Mitte der 60er-Jahre hatte Suzuki mit dem „Carry“ einen Minivan im Programm. Der Urahn des Jimny, der Geländewagen LJ10, kam 1970 auf den Markt.
Im Jahr 1974 startete Suzuki eine Exportoffensive, die von grossem Erfolg gekrönt war. Entscheidend für diese Entwicklung war vor allem die Einführung des Kleinwagens „Alto“, der den „Fronte“ ablöste, im Jahr 1979. Ab 1980 waren Suzuki-Fahrzeuge auch in Deutschland und der Schweiz erhältlich.
(Foto: Suzuki Vitara 1.6 TD Bj. 2015)
80er- und 90er-Jahre
Im Jahr 1981 vereinbarte Suzuki eine langfristige Zusammenarbeit mit Isuzu und General Motors. Die Beteiligung von GM lag zunächst bei 10 Prozent und wurde im Jahr 2000 auf 20 Prozent verdoppelt. In der Automobilsparte erzielte der Alto weiterhin hervorragende Verkaufszahlen. In Europa wurde der „Super Carry“, eine Van-Version des Carry, erfolgreich vermarktet.
Im Juni 1982 wurde eine neue Generation des Coupés „Cervo“ (gebaut seit 1977) vorgestellt. Der Wagen basierte auf der modernisierten ersten Generation des Suzuki Alto. Der 29 PS starke Cervo verfügte über einen Frontantrieb mit einem quer eingebauten Viertaktmotor. 1983 kam der „Mighty Boy“ auf den Markt, ein Pick-up in Coupéform. Im selben Jahr erschien der Kleinwagen Swift.
Zu den wichtigsten Suzuki-Modellen der 90er-Jahre gehören neben dem Alto und dem Swift vor allem der Minivan Wagon R, der von GM seit 2000 auch als Opel Agila angeboten wird, sowie der Geländewagen Vitara (eingeführt 1988). Der Kompaktwagen Baleno wurde 1995 eingeführt und sechs Jahre lang gebaut; eine Neuauflage erscheint voraussichtlich im Juni 2016.
2000er- und 2010er-Jahre
Zu Beginn der 2000er-Jahre stellte Suzuki den Kleinwagen Ignis vor, der bis Ende 2007 gebaut wurde. Auf dem japanischen Heimatmarkt wurde der Wagen unter dem Namen „Chevrolet Cruze“ angeboten. Im Jahr 2006 erschien der Kompaktwagen SX4. Nach einer Modellpflege im Jahr 2009 wurde im Herbst 2013 der Nachfolger „SX4 S-Cross“ vorgestellt.
(Foto: SX4 S-Cross 1.6 Bj. 2015)
Von Bedeutung sind ausserdem der Microvan „Splash“ (erhältlich seit 2008), der in Esztergom/Ungarn gefertigt wird, sowie der Kleinstwagen „Alto Lapin“, der in einem auffälligen Retrostil gestaltet wurde. Ein weiterer Kleinstwagen, der „Twin“, wurde 2003 eingeführt und nach nur zwei Jahren wieder eingestellt. Der Twin ist das kleinste jemals verkaufte Hybridmodell. Seit 2014 ist in Europa der „Celerio“, eine fünftürige Schräghecklimousine mit einer Länge von 3,60 m, erhältlich.
Im Jahr 2010 stieg Volkswagen bei Suzuki ein. Der deutsche Konzern übernahm 19,9 Prozent der Firmenanteile; im Gegenzug erhielten die Japaner für eine Milliarde US-Dollar rund 1,9 Prozent der VW-Aktien. Im Herbst 2015 wurden alle VW-Anteile an Porsche verkauft, da die Firmenleitung beschlossen hatte, Suzuki stärker als eigenständige Marke zu positionieren.