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Handel fürs Klima
Climate Press Nr. 20
Auf 1.1.2005 hat die Europäische Union weltweit das erste Handelssystem auf internationaler Ebene für CO2-Emissionsgutschriften realisiert. Die USA haben in den 90er Jahren mit einem Programm zur Bekämpfung des Sauren Regens gezeigt, dass ein solches System funktionieren kann. Noch ist ungewiss, ob der Handel mit Kohlendioxid zu einer ähnlichen Erfolgsgeschichte wird und sich weltweit etablieren kann.
Mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls hat sich die Schweiz wie die anderen Vertragspartner zu einer Reduktion der Treibhausgase verpflichtet. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) steuert die Schweiz aber zur Zeit am Zielpfad vorbei: Ohne zusätzliche Massnahmen werden die CO2-Emissionen bis ins Jahr 2010 nur um knapp 4% gegenüber dem Stand von 1990 sinken. Die Reduktion sollte aber laut CO2-Gesetz 10% betragen. Das Kyoto-Protokoll bezieht sich auf den gesamten Treibhausgasausstoss und fordert eine Abnahme um 8%.
In den übrigen Staaten Europas ist die Situation ähnlich. Die Emissionsreduktionen sind zu gering, um die Kyoto-Ziele zu erreichen. Die Unternehmen in den Mitgliedstaaten der EU haben seit Januar 2005 ein zusätzliches Instrument zur Verfügung, um ihren Reduktionsverpflichtungen nachzukommen: den Europäischen Emissionshandel (ETS). Er gehört zu den sogenannten «Flexiblen Mechanismen», die gemäss Kyoto-Protokoll ergänzend zu Massnahmen im eigenen Land eingesetzt werden dürfen, um die Reduktionsziele zu erreichen (Supplementaritätsprinzip).
Quelle: ProClim/ OcCC (Hrsg.), 2005. Handel fürs Klima. Climate Press. Hintergründe der Klima- und Global Change Forschung, Nr. 20.