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|Abt Bernhard (883-890)

Abt Bernhard
Bernhard, 883-890. Nach Ratpert war Bernhard von vornehmer Herkunft, was auch die auszeichnenden Epitheta nobilis und serenissimus in den Urkunden bestätigen. Im Liber Promissionum finden wir Bernhard nicht, wohl aber dürfte er unter den verschiedenen Eintragungen auf diesen Namen in den Confraternitätsbüchern der Reichenau und von Pfäfers zu suchen sein. 870, 876 und 882 erscheint er in den Urkunden als Propst. Am 6.1.883 wurde er in Anwesenheit Kaiser Karls III. in freier Wahl von den Mönchen zum Abt erkoren. In den Urkunden finden wir Bernhard am 3.5.884 erstmals als Abts. 887 bestätigte Kaiser Karl dem Kloster die Immunität und das Inquisitionsrecht. Auch König Arnulf erwies sich zunächst gegenüber dem Kloster St.Gallen als günstig gesinnt. Bernhard beteiligte sich 890 an einer Verschwörung gegen Arnulf, der ihn nach deren Erledigung absetzte. Auf seine Absetzung spielen die Urkunde Arnulfs vom 2.7.892 und diejenige Ludwigs des Kindes vom 24.6.903 an. Am 14.5.890 tritt Bernhard ein letztes Mal urkundlich als Abt auf. Das Necrologium meldet den Tod Bernhards auf den 9. Juni. Ob er mit dem in der Mönchsliste von 895 figurierenden Bernhard zu identifizieren ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Sein Todesjahr ist ungewiß, selbst wenn sich der auf Burchard lautende Magdeburger Nekrologeintrag zum Jahr 883 auf ihn beziehen sollte.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)