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In einer sri-lankischen Schuhfabrik, welche für den Schweizer Schuhhersteller Bata produzierte, schwelt seit 2012 ein Konflikt um vereinbarte, aber nicht bezahlte Lohnerhöhungen. In der Folge kam es zu Protesten, woraufhin fast 200 gewerkschaftlich organisierte ArbeiterInnen entlassen wurden.
Was ist passiert?
Die sri-lankische Schuhfabrik Palla & Co produzierte bis Ende 2013 Schuhe für die international bekannte Marke Bata, welche ihren Hauptsitz in der Schweiz hat. Im August 2012 war Bata Hauptabnehmer der Fabrik. Zu diesem Zeitpunkt weigerte sich das Fabrikmanagement erstmals, den ArbeiterInnen die ihnen halbjährlich zustehende und vereinbarte Lohnerhöhung zu zahlen. Dies wiederholte sich Ende 2012, sowie im August 2013. Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Fabrikmanagement blieben erfolglos, woraufhin die ArbeiterInnen in Streik traten.
Statt den Dialog mit den ArbeiterInnen zu suchen, reagierte Palla & Co. mit Entlassungen. Im November 2013 wurden 15 GewerkschaftsvertreterInnen suspendiert. Nur einen Monat später wurden 179 gewerkschaftlich organisierte ArbeiterInnen entlassen. Einige wurden in den darauffolgenden Wochen wieder eingestellt, jedoch gemäss Angaben der ArbeiterInnen unter der Bedingung, sich nicht mehr gewerkschaftlich zu engagieren.
Die Situation der Betroffenen
Bis heute kämpfen 92 Arbeiterinnen und Arbeiter sowie 12 GewerkschaftsvertreterInnen immer noch um ihre Stelle. Eine andere Anstellung zu finden, ist für die Betroffenen schwierig. Das Fabrikmanagement von Palla & Co. soll Listen der entlassenen ArbeiterInnen verbreitet und andere Fabriken dazu aufgefordert haben, ihre ehemaligen Arbeiterinnen und Arbeiter nicht einzustellen.
Eine ehemalige Arbeiterin von Palla & Co. berichtet:Eine ehemalige Arbeiterin von Palla & Co. berichtet:
Ich habe keinen Mann, er hat mich verlassen. Ich habe zwei Kinder und lebe in einem Mietshaus. Ich habe aber kein Geld, um die Miete zu bezahlen. Es ist sehr schwer eine Stelle in einer anderen Fabrik zu finden. Ich brauche dringend wieder eine Arbeit.
Involvierte Markenfirmen
Mit den Arbeitsrechtsverletzungen konfrontiert, räumte das ursprünglich tschechische Familienunternehmen Bata zwar ein, dass Palla & Co. den Bata-Verhaltenskodex verletzt haben. Dennoch weigert sich der Schuhhersteller, sich für eine Lösung des Konflikts einzusetzen. Ende 2013 beendete Bata seine Geschäftsbeziehungen zu Palla & Co., ohne sich um Wiedergutmachung für die Betroffenen zu kümmern.
Forderungen der Clean Clothes Campaign
Die lokale Gewerkschaft sowie die Clean Clothes Campaign fordern das Unternehmen auf, aktiv zu werden und sich für eine Lösung des Arbeitsrechtskonfliktes einzusetzen.