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Der Kampf um den Aufkauf von Compaq durch HP, zumindest der Teil, der öffentliche Beachtung findet, spielt sich immer noch fast ausschliesslich zwischen dem Management von HP und Walter Hewlett, dem Sohn eines der HP-Gründer ab. In den letzten Tagen hat sich die Debatte vor allem auf einige unmittelbaren finanzielle Folgen des Deals konzentriert.
Akquisitionsgegner Walter Hewlett hat seinen Vorwurf, dass die CEOs Fiorina und Capellas bei einem Zustandekommen des Deals zusammen etwa 115 Mio. Dollar als Bonus erhalten noch einmal untermauert, indem er Sitzungs-Protokolle des HP-Kompensationskommitees aus dem letzten September vorlegte. HP konterte, dass die damals vorgeschlagenen Kompensationspakete im Januar abgelehnt worden seien. Hewletts Kritik sei gegenstandslos, da über die Höhe der Zahlungen noch nichts entschieden sei. Diesen Entscheid wolle man dem vereinigten HP/Compaq-Verwaltungsrat überlassen, das heisst er wird erst nach der Abstimmung gefällt.
HP hat die direkten Restrukturierungskosten der Akquisition inzwischen auf insgesamt 900 Mio. bis 1,4 Mrd. Dollar geschätzt. Wenig überraschend sehen die Zahlen aus dem Hewlett-Lager anders aus: Dort werden die Kosten mit 1,9 bis 2,9 Mrd. Dollar beziffert. Hewlett behauptete übrigens, dass er sich auf unabhängige Finanzberater abstütze. Gemäss HP haben diese aber auch ein finanzielles Interesse: Hewlett zahle der Firma Friedman Fleischer & Lowe 3 Mio. Dollar im Voraus und 12. Mio. Sonderbonus wenn der Deal von den HP-Aktionären abgelehnt wird. HP selbst allerdings zahlt Goldman Sachs 5 Mio. Dollar Grundhonorar und 28 Mio. Dollar Belohnung, falls der Deal durchkommt.
Noch ein Scharmützel gibt es um die Kosten der Werbekampagne für oder gegen den Deal. Hewlett behauptet, er selbst werde nicht mehr als 32 Mio- Dollar ausgeben, während die HP-Kampagne bis zu 125 Mio. Dollar kosten werde. HP hat in letzter Zeit Inserate in grossen US-Tageszeitungen geschaltet und gemäss Hewlett allein in der letzten Woche alle seine 900'000 Shareholder viermal mit einem Brief beglückt. Dazu kam noch ein Telegramm, ebenfalls an alle Aktienbesitzer, das allein 4,5 Millionen gekostet habe.
HP sagt, die Schätzungen von Hewlett seien aus der Luft gegriffen, weigert sich aber zu sagen, wie viel man bereits ausgegeben hat oder noch ausgeben will. (hjm)