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Ein US-Gericht hat erstmals eine Anklage gegen US-Komiker Bill Cosby wegen sexuellen Missbrauchs zugelassen. Ein Richter in Norristown im Bundesstaat Pennsylvania entschied am Mittwoch, dass die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den 78-Jährigen weiterverfolgt wird.
In dem Strafverfahren geht es um einen Fall aus dem Jahr 2004, indem die Staatsanwaltschaft Cosby «schwere sexuelle Nötigung» zur Last legt. Bei einer Verurteilung drohen dem TV-Star bis zu zehn Jahre Haft und 25'000 Dollar Geldstrafe.
US-Medienberichten zufolge handelt es sich um den Fall einer Universitätsmitarbeiterin, die der Schauspieler 2004 unter Drogen gesetzt und missbraucht haben soll. Der Übergriff soll laut Staatswanwalt Kevin Steele im Haus des Schauspielers in Cheltenham bei Philadelphia stattgefunden haben. Die Frau habe Cosby damals als «Mentor und Freund» vertraut.
Insgesamt beschuldigen inzwischen mehr als 50 Frauen den einstigen Star der «Cosby Show», sie sexuell missbraucht zu haben. Zu Cosbys mutmasslichen Opfern gehören Models, Kellnerinnen und Mitarbeiterinnen aus dem Showgeschäft. Die Fälle reichen bis in die 60er Jahre zurück, die meisten sind daher bereits verjährt. Cosby bestreitet die Vorwürfe vehement.
In zwei Fällen war kürzlich entschieden worden, dass sich Cosby nicht vor Gericht verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles verzichtete in beiden Fällen auf eine Anklage, da die Vorwürfe bereits verjährt seien. Ausserdem gebe es nicht genügend Beweise gegen Cosby. (wst/sda/afp)