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BMW und Williams droht Strafe - wird Hamilton doch noch Weltmeister?
Wird Lewis Hamilton doch noch jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte? Der Automobil-Weltverband Fia ermittelt nach dem Rennen in Brasilien gegen zwei Teams. Bei einer Strafe könnte Hamilton den Finnen Räikkönen noch von Rang eins der Fahrerwertung verdrängen.
Sao Paulo - Bei Untersuchungen der jeweils beiden Rennwagen von BMW-Sauber und Williams-Toyota wurden am Abend Abweichungen der Benzin-Temperatur festgestellt. Diese betrug zwischen 23 und 26 Grad. Bei einer Außentemperatur von 37 Grad Celsius wären nur 27 erlaubt. Die Teamverantwortlichen mussten vor den Rennkommissaren des Internationalen Automobilverbandes Fia dazu aussagen.
Williams-Pilot Nico Rosberg hatte in dem Rennen den vierten Platz belegt, die BMW-Piloten Robert Kubica (Polen) und Nick Heidfeld waren auf den Rängen fünf und sechs ins Ziel gekommen. Hamilton war Siebter geworden und hatte zwei WM-Punkte geholt. Der zweite Williams von Kazuki Nakajima war auf Rang zehn gelandet.
Sollten die drei vor ihm platzierten Fahrer aus der Rennwertung genommen werden, würde McLaren-Mercedes-Pilot Hamilton auf Rang vier klettern und drei weitere WM-Punkte gutgeschrieben bekommen. Damit hätte der 22 Jahre alte Brite statt jetzt 109 Punkten 112 Punkte auf dem Konto und wäre nachträglich doch noch jüngster Weltmeister aller Zeiten. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen hat nach seinem Sieg in Brasilien 110 Punkte in der WM- Wertung.
Keine Strafe, Räikkönen Weltmeister: Alles bleibt wie es ist - vorerst
Viel Aufruhr Stunden nach der Zieldurchfahrt: bis kurz vor 22:00 Uhr Ortszeit, also kurz vor zwei Uhr europäischer Zeit, musste Kimi Räikkönen um seinen WM-Titel und Williams sowie BMW Sauber um ihren guten Saisonabschluss zittern. An den Autos von Heidfeld, Kubica und Rosberg waren zu kühle Benzintemperaturen festgestellt worden. Lange diskutierten die Rennkommissare über eine mögliche Bestrafung der drei Piloten. Eine Disqualifikation der Drei hätte Lewis Hamilton auf Platz 4 katapultiert und gleichzeitig doch noch zum F1-Weltmeister gemacht - denn dann hätte er mehr Punkte als Räikkönen gehabt. Dieses rote Horrorszenario blieb jedoch aus.
Es gab zu viele Zweifel an den gemessenen Temperaturen. Für eine genaue Beurteilung fehlten zwei Dinge: 1. die exakten Temperaturen des Sprits im Auto (es lagen nur jene aus der Tankanlage vor) und 2. eine Regel, die besagt, dass der Referenzwert für die Umgebungstemperatur die Anzeige auf den FOM-Monitoren ist. Schließlich können Temperaturen überall unterschiedlich gemessen werden, so unterscheiden sich auch die Messwerte des offiziellen FIA-Metereologen und jene der Teams teils erheblich.
Für Ferrari war das Ergebnis der Untersuchung eine Erleichterung. "Das kann man wohl sagen", bestätigte Co-Teamchef Stefano Domenicali. "Aber es hing nicht von uns ab, sondern von den Autos anderer. Wir wollten nur sicher gehen, dass alles stimmt. Ich bin nur froh, dass das Ergebnis jetzt raus ist und Punkt." Die verlorene Zeit beim Feiern will Domenicali nachholen. "Es ist erst 10 Uhr, es gibt noch genug Zeit zu feiern." Ganz ausgestanden ist es damit aber noch nicht - McLaren Mercedes ging gegen das Urteil der Rennkommissare in Berufung.
Gruss Ice __________________________________________________ Börsengewinne sind Schmerzengeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld...(A.K.)