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Blog von Manuela Lamberti / 14.01.2019
Stress ist ein viel genutztes Wort in unserer westlichen Kulturgesellschaft. Verwendest du den Begriff auch regelmässig? Wann genau? Was bedeutet Stress für dich? Fühlst du dich gestresst, wenn du viel zu tun hast? Oder fühlst du dich gestresst, wenn du glaubst, dass du viel zu tun hast? Antworte nicht zu schnell! Reflektiere vorher gut darüber. Das lohnt sich. Versprochen!
Stress ist meiner Erfahrung nach vor allem eine Kopfsache. Somit fühlst du dich vermutlich nicht gestresst, wenn du körperlich angestrengt arbeitest oder trainierst, aber im Kopf entspannt bist. Stimmt das für dich?
Wenn du deinen Körper nach einer anstrengenden Arbeit nicht ausreichend regenerieren lässt, kannst du natürlich auch in eine Erschöpfung oder Krankheit rein rutschen, weil du dann auf Körper- und Zellebene einen Stress verursachst… Mit diesem Thema möchte ich mich heute aber nicht befassen. Mir geht es heute um die Situationen, in denen du dich gestresst FÜHLST.
Versuche dich in eine Situation hineinzuversetzen, in der du dich so richtig gestresst fühlst. Kannst du fühlen, wieso du dich gestresst fühlst?
Hast du vielleicht so viel Arbeit, dass du spürst, dass du das gar nicht in der verlangten Zeit bewältigen kannst? Oder hast du so wenig Einkommen, so dass du regelmässig nicht weisst, wie du alle deine Rechnungen bezahlen und noch deine Familie ernähren kannst? Verlangen deine Eltern, deine Vorgesetzten, deine Trainer von dir Dinge, denen du dich nicht gewachsen fühlst oder die gegen deinen inneren Wahrheiten gehen? Spüre rein, was es bei dir ist.
Erkennst du, dass diese Situationen immer Angst als Basis haben? Die Angst, die Arbeit nicht zu schaffen. Die Angst vor Geldlosigkeit. Die Angst, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen. Die Angst nicht geliebt oder anerkannt zu werden, wenn du «nein» sagst. Erkennst du das?
Stress wird also wirklich nur ausgelöst, wenn du Angst hast. Stress wird somit ausgelöst, wenn du deine aktuelle Situation mit deinen vergangenen vergleichst. Oder wenn du deine aktuelle Situation weiterspinnst, wie sie sich in Zukunft negativ verändern könnte. Angst entsteht also immer dann, wenn du nicht im Moment bist, sondern dem aktuellen Moment eine Erfahrung oder Sorgen rüberstülpst.
Die grossartigste Methode der Stressreduktion ist somit, mit all deinem Tun einfach im Hier und Jetzt zu sein. Und EINFACH das zu tun, was immer gerade im Moment ansteht. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn du immer bewusst im Hier und Jetzt bist, dann hast du nur noch Angst, wenn es wirklich um Leben und Tod geht. D.h. wenn wirklich akute Gefahr besteht. Und dafür wurde die Angst auch «erfunden». Denn wenn du Angst hast, dann schalten sich alle deine Körpersysteme auf Kampf oder Flucht um.
Deine Augen sehen plötzlich viel mehr Details. Deine Ohren hören plötzlich die leisesten Geräusche. Dein Puls wird schneller. Dein ganzes Blut wird von allen nicht überlebenswichtigen Aktivitäten im Körper weggezogen und zu den Muskeln geführt, damit diese volle Leistung erbringen können. Dein Denken ist fokussiert auf die Gefahr und aufs Überleben. Deine Gefühle und Schmerzempfindung werden gedämmt, damit du stärker bist im Kampf oder auf der Flucht. Erkennst du diese Symptome wieder?
Das alles macht Sinn, wenn du in einer akuten Gefahr bist und wirklich um dein Leben rennen oder mit deinem Feind kämpfen musst. So wie das die Urmenschen regelmässig tun mussten, um zu überleben. Aber wenn sie dann lebend aus der Gefahr herausgekommen sind, haben sie sich wieder regeneriert. D.h. die ganzen veränderten Körperaktivitäten in dieser Angst-Stress-Situation waren sinnvoll und konnten danach wieder in die normale Aktivitäten switchen.
Doch wenn du dich heutzutage regelmässig gestresst fühlst, dann bleibst du in diesen veränderten Körper-Aktivitäten stecken. Was bedeutet das? Du bist dann zum Beispiel übersensibel, weil du viel mehr Details siehst und hörst. Dein Blut ist vor allem in deinen Muskeln und somit sind andere Organe wie die Verdauungs-, Entgiftungs- und Regenerations-Organe ständig «unterbesetzt». Dies einfach als ein paar Beispiele.
Deshalb «spinnt» dann irgendwann einmal deine Verdauung. Und es lagern sich mehr und mehr Gifte und Schlacken in deinem Körper ab, wodurch du dich sozusagen nach und nach selber vergiftest. Und du gerätst nach und nach in eine Erschöpfung. Verstehst du deinen Körper nun um einiges besser?
Doch das, was ich bis anhin beschrieben habe, sind nur die offensichtlichsten Organe. Auf tieferer Ebene geschieht in einer solchen Angst-Stress-Situation noch viel mehr. Sobald du Angst hast – und Stress gehört ja hier dazu – dann schüttet dein Körper entsprechende Botenstoffe aus, um den ganzen Körper zu signalisieren, dass «Krieg» ist.
Diese Botenstoffe, die gleich zu Beginn einer Angst-Stress-Situation ausgeschüttet werden, sind eben sehr hilfreich, um alle deine Kräfte für eine Flucht- oder Kampf-Situation zu mobilisieren. Diese Situation kennst du vermutlich unter dem Begriff «Adrenalin-Schub». Das wird manchmal auch positiver Stress genannt, weil der Körper gefordert wird und du siehst, wie viel du wirklich leisten kannst.
Doch diese Situation ist nur positiv, wenn nach einer solchen KURZEN Adrenalin-Situation eine ausreichend lange Regeneration folgt.
Wenn aber nach einer Weile die Angst-Stress-Situation anhält, dann werden andere Stresshormone wie Cortisol ausgeschüttet. Cortisol kann zu Beginn den Körper auch aufputschen. Doch nach einer Weile kippt das Ganze. Denn zu viel Cortisol schädigt viele Organsysteme wie die Darmschleimhaut oder auch die Knochen. Zu viel Cortisol im Körper kann sogar zu einem Leaky-Gut und zu Osteoporose führen. Dies, als nur zwei dramatische Beispiele.
Und wenn dann die Angst-Stress-Situation noch weiter anhält, dann erschöpft sich die Stress-Hormon-Produktion (z.B. Adrenalin und Cortisol) in der Nebenniere. Und dies führt dann zu einer Nebennieren-Schwäche, die meiner Wahrnehmung nach einen Teil der Burn-Out-Fälle ausmacht.
Was heisst das nun konkret? Das, was du vermutlich schon lange weisst! Nach einer Stress-Phase MUSS eine ausreichend lange Regeneration folgen, sonst wirst du körperlich krank!
Und ich hoffe, dass dir diese Erklärungen helfen, zu verstehen, was Stress wirklich ist: ANGST. Und sobald du deine Angst, die dich antreibt, erkennst, hast du den ersten wichtigen Schritt aus der Stressfalle gemacht. Es lohnt sich somit wirklich, wirklich deiner Angst ins Gesicht zu schauen!
Und wenn du Unterstützung brauchst, um deine Ängste zu erkennen und dadurch aus der Stress-Falle rauszugehen, dann unterstütze ich dich sehr gerne im Rahmen meiner medialen Online-Coachings dabei.
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Manuela
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