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Der Geothermie auf der Spur
Exkursion zum Hydrothermal-Feld und Felslabor Grimsel vom 27.08.2016
Die Stromgewinnung mittels Tiefengeothermie stellt ein wichtiger Stützpfeiler der Energiewende 2050 des Bundes dar. Aufgrund der fehlgeschlagenen Geothermieprojekte von Basel und St. Gallen laufen im Moment verschiedene Forschungsprojekte zur Tiefengeothermie und ihrer erfolgreichen Nutzung zur Stromgewinnungen.
Um aus Wärme Strom zu erzeugen, müssen Gesteinsbereiche in Tiefen von 4–5 Kilometern mit Temperaturen von mindestens 120°C angezapft werden. Damit ein Wärmetausch zwischen dem heissen Gestein und einem mobilen Wärmeträger (z.B. Wasser) erfolgen kann, muss das Gestein einerseits eine genügend hohe Wasserdurchlässigkeit besitzen und andererseits die längerfristige Zirkulation einer ausreichend grossen Wassermenge pro Zeiteinheit gewährleistet sein.
Um diese Voraussetzungen zu erreichen, gibt es zwei generelle Ansätze: Zum einen kann versucht werden, natürliche Fliesswege in der Tiefe anzuzapfen (St. Gallen), um direkt die heissen Wässer zur Stromgewinnung zu nutzen. Diese Art der Energieförderung nennt man hydrothermale Systeme. Zum anderen können Gesteine mechanisch in der Tiefe mittels hoher Wasserdrücke aufgebrochen werden, um eine künstliche Wegsamkeit für die Wasserzirkulation zu erzeugen. Dies nennt man dann petrothermale Systeme. Man kann auch beide Systeme miteinander verknüpfen, um ein natürlich bestehendes Fliesssystem mittels Stimulierung zu erweitern.
Autoren: Prof. Dr. Marco Herwegh
Seitenangabe: 45-53