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DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN ¦ A. Aeberhard ¦
In Grossbritannien sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Kindern Dutzende Fälle akuter Hepatitis vorerst unklarer Herkunft aufgetreten. Die Hepatitisviren A, B, C, D und E seien nach Laboruntersuchungen ausgeschlossen worden, berichtete die WHO am Freitag in Genf. In mehreren Fällen seien bei den Kindern eine Corona-Infektion oder Adenoviren oder beides nachgewiesen worden. Keiner der derzeit bestätigten Fälle in Grossbritannien wurde geimpft. Ob dies der Auslöser ist, sei aber bisher unklar.
„Eine leichte Hepatitis ist bei Kindern nach einer Reihe von Virusinfektionen sehr häufig, aber was derzeit zu beobachten ist, ist ganz anders. Bei Kindern kommt es zu schwereren Entzündungen, die in einigen Fällen zum Versagen der Leber führen und eine Transplantation erforderlich machen“, erläutert der Infektiologe Graham Cooke vom Imperial College in London.
WHO meldet weitere Fälle
Aus Spanien seien drei weitere Fälle gemeldet worden, darunter ein 13-jähriges Kind. Aus Irland seien einige wenige Verdachtsfälle gemeldet worden, die noch nicht alle bestätigt waren. Die Fälle würden umfassend untersucht, etwa um festzustellen, ob die Minderjährigen vorher in bestimmte Länder gereist oder möglichen Vergiftungen ausgesetzt waren. Aus Schottland seien am 5. April zehn Fälle akuter Hepatitis bei bis dahin gesunden Kindern zwischen elf Monaten und fünf Jahren gemeldet worden, berichtete die WHO weiter. Eines der Kinder habe im Januar erste Symptome gehabt, die anderen im März.
Massnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit
Im gesamten Vereinigten Königreich wurden klinische und gesundheitspolitische Massnahmen ergriffen, um die Fallfindung mit der Untersuchung der Krankheitsursache in diesen Fällen zu koordinieren.
Weitere Untersuchungen der nationalen Behörden sind im Gange, darunter eine detailliertere Expositionshistorie, toxikologische Tests und zusätzliche virologische/mikrobiologische Tests. Experten wurden Leitlinien zur Verfügung gestellt, um eine gründliche Untersuchung von Verdachtsfällen zu unterstützen.
Weitere Untersuchungen und eine klinische und gesundheitspolizeiliche Reaktion auf die gemeldeten Fälle werden auch in Irland und Spanien durchgeführt.
Symptome: Magen-Darm-Probleme oder Gelbsucht
Phänomene, die man aktuell in mehreren Ländern feststellen kann. Auch in der Schweiz, in Österreich und Deutschland gibt es Verdachtsfälle, die allerdings noch nicht näher untersucht wurden. Die akute Hepatitis mit stark erhöhten Leberenzymen sei bei der Einlieferung ins Krankenhaus entdeckt worden. Nur drei Tage später, am 8. April, seien es insgesamt schon 74 Fälle in Grossbritannien gewesen, alle bei Kindern unter zehn Jahren. Sechs Kinder hätten Lebertransplantationen gebraucht. Die Leber ist ein regenerationsfähiges Organ. Das bedeutet, Lebergewebe kann sich nach einer Schädigung erneuern. Manche Erkrankungen sind aber so schwer, dass sich das Lebergewebe nicht erholen kann.
Die Weltgesundheitsorganisation ruft nun alle Länder auf, wachsam zu sein, um mögliche Fälle zu erkennen.
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