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METALLICA
S&M2 (Deluxe Box)
Blackened/Universal
lg. Metallica und die San Francisco Symphony (unter der Leitung von Michael Tilson Thomas) haben im September 2019 zwei Konzerte zusammen gespielt. Zur Eröffnung des neuen Chase Centers in San Francisco kamen vor insgesamt 40’000 Fans und erstmals seit dem Frühjahr 1999 die im Grossraum San Francisco lebenden Four Horsemen und das Orchester wieder zusammen, die schon für ihr erstes „S&M“-Album einen Grammy gewonnen hatten. Die beiden Live-Alben unterscheiden sich aber in wesentlicher Hinsicht voneinander, denn zum einen ist die Setlist grundlegend anders. Nur 10 Songs von “S&M” finden sich auch auf “S&M2“, das rund zweieinhalb Stunden dauert. Weiter sind Metallica heute wesentlich gereifter, denn Ende der 90er Jahre war die Band an einem Wendepunkt angelangt, der schliesslich im Ausstieg von Jason Newsted (Bass) gipfelte und eine Band als Scherbenhaufen zeigte, was der damalige Dokumentationsfilm „Some Kind Of Monster“ eindrücklich vor Augen führte. Schliesslich überzeugen auf „S&M2” zwei weitere Punkte: Der Gesang von James Hetfield ist wirklich top und setzt beim gut geölten Vierer des Tüpfelchen auf das I und die Arrangements des Orchesters wirken nicht mehr so überladen wie auf “S&M“ (damals unter der Leitung des 2003 verstorbenen Michael Kamen), was viel besser zu den Songs passt. Einzig die Setlist hätte etwas mutiger gestaltet werden können, denn Metallica variieren etwas gar wenig ihre Setlist („One“, „Nothing Else Matters“, „Enter Sandman“, „Wherever I May Roam“ kommen ja immer zum Zuge). Die Highlights sind so auf „S&M2“ die neueren Songs wie „Halo of Fire“, das düster gespielte „Moth Into Flame“ vom letzten Album „Hardwired… To Self-Destruct“ (2016) oder „The Day That Never Comes“ sowie das sehr emotional von James mit blosser Orchesterbegleitung vorgetragene “The Unforgiven III“ vom Vorgänger „Death Magnetic“ (2008). Eine schöne Überraschung ist, dass das Instrumental „(Anesthesia) – Pulling Teeth“ vom Debüt „Kill’Em All“ (1983) zum Zuge kommt. Man mag Kollaborationen von Orchester und Rock- bzw. Metalbands durchaus berechtigterweise skeptisch gegenüberstehen, doch hier treffen eine Band und ein Orchester in Höchstform aufeinander, was zu einem sehr empfehlenswerten Live-Album einer der grössten Rockbands geführt hat. „S&M2“ erscheint dabei in etlichen Konfigurationen und Formaten. Nebst der Verfügbarkeit auf allen gängigen Streaming-Plattformen ist folgendes verfügbar: 4LP-Vinyl-Edition, 2CD-, DVD- und Blu-ray-Version sowie die grossartige limitierte Deluxe Box mit farbigem Vinyl (4LP), 2CD, Blu-ray sowie Noten, Plektren, Poster und weiterem Bonus-Material. Der dazugehörige Konzertfilm weiss ebenfalls zu begeistern.
Laurent Giovanoli