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Am Donnerstag tritt der havarierte Superstar am US Masters in Augusta an, am wichtigsten Turnier.
Es begann mit einem scheinbaren Gag. Tiger Woods absolvierte diese Woche im Augusta National Golf Club, wo er 1997, 2001, 2002, 2005 und 2019 triumphiert hatte, eine Trainingsrunde. Sein Spielpartner Fred Couples, Masters-Sieger 1992, brauchte lobende Worte für das Spiel des Ausnahmegolfers. Allerdings kommt es kaum je vor, dass ein Spieler seinen Mitspieler nicht lobt. Und wenn der Mitspieler Tiger Woods heisst, gibt es keine Frage.
Bis am Dienstagabend Ortszeit wurde spekuliert. Meinte Woods es wirklich ernst? Würde er es tatsächlich mit den aktuell Besten aufnehmen wollen? Golf auf höchstem Niveau bedingt unter vielem anderem eine Feinabstimmung, die man sich nur mit unablässigem Training und viel Wettkampfpraxis aneignen kann. Diese Feinabstimmung kann Woods noch nicht wieder haben.
Nach seiner Verletzungsmisere - er musste sich zahlreichen Rücken- und Knieoperationen unterziehen - verzichtete Woods auf jegliche Turnierteilnahmen, wenn er seiner Sache nicht ganz sicher war. Er wollte immer körperlich, mental und mit seiner Technik auf dem höchsten Stand sein. In dieser Woche bricht er mit seinen Prinzipien. Er springt - absolut freiwillig - ins kalte Wasser. Ein desaströses Resultat und ein Ende nach zwei Runden sind viel wahrscheinlicher als eine Klassierung nur schon unter den besten 40.
Alles dreht sich um Woods
Sicher ist, dass Woods in den ersten zwei Runden alles Interesse der Golfwelt auf sich ziehen wird. Scott Van Pelt, renommierter Kommentator bei ESPN, sagte, worauf man sich in Augusta gefasst machen muss: «Er spielt nicht einfach ein Turnier. Tiger Woods spielt das Masters Tournament nach all dem, was er zuletzt erlebt hat. Ich sagte ein paar andern Spielern zum Spass: Wenn Tiger spielt, könnt ihr Burschen nackt spielen, und niemand wird es merken.»
Und wer gewinnt?
Als klarer Favorit auf den Triumph am 86. US Masters drängt sich keiner auf, am wenigsten der japanische Vorjahressieger Hideki Matsuyama. Der Amerikaner Scottie Scheffler hat unlängst die Spitze der Weltrangliste übernommen, aber an den vier grossen Turnieren hat er es noch nicht unter die ersten drei gebracht. Die Amerikaner Jordan Spieth (3 Siege), Dustin Johnson (2), Brooks Koepka (4) und Collin Morikawa (2) waren in den letzten Jahren die Erfolgreichsten an den Turnieren auf Grand-Slam-Stufe.
Zu den aktuell Besten gehört auch ein Norweger: Viktor Hovland, Vierter der Weltrangliste. Norwegen war noch vor kurzem ein golferisches Ödland.