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Im Ambulatorium für Elektrokonvulsionstherapie erfolgt die Abklärung und Durchführung von Elektrokonvulsionstherapie (oder auch Elektrokrampftherapie genannt) EKT.
EKT ist ein wissenschaftlich anerkanntes, hochwirksames und sicheres medizinisches Behandlungsverfahren in der Psychiatrie und wird seit über 80 Jahren erfolgreich bei schweren psychischen Erkrankungen eingesetzt. Dabei ist EKT im Verhältnis zur Schwere der damit behandelten Erkrankungen nebenwirkungsarm. Die EKT ist wirksam bei depressiven Symptomen im Rahmen verschiedener affektiver Störungen (z.B. unipolare, bipolare Depressionen oder schizoaffektive Störungen), wird aber auch eingesetzt bei schwer behandelbarer Manie, Suizidalität und Katatonie sowie schizophrenen Störungen. EKT kommt dabei sowohl in der Akuttherapie (EKT-Serie) als auch für die Rezidivprophylaxe (Erhaltungs-EKT) zum Einsatz.
Wirkung
Der grundlegende therapeutische Wirkprinzip der EKT ist ein durch elektrische Stimulation des Gehirns ausgelöster generalisierter cerebraler Krampfanfall kurzer Dauer (etwa 30 Sek.). Dieser wird während einer 10 bis 15 Minuten dauernden Vollnarkose durch eine 6 bis 8 Sekunden dauernde Stimulation mit sehr kurzen elektrischen Impulsen über der Kopfhaut ausgelöst. Der so ausgelöste Krampfanfall endet von alleine nach 30 bis 60 Sekunden.
Die Vollnarkose und Muskelrelaxation reduzieren die Ängste von Patientinnen und Patienten vor der EKT und verringern deutlich die Nebenwirkungen durch den Krampfanfall. Eine wiederholte Anwendung der EKT (etwa 2-3 EKT-Sitzungen/Woche über einen Zeitraum von 4-6 Wochen) führt bei der Mehrzahl der Betroffenen zu einer völligen Rückbildung oder zumindest deutlichen Besserung ihrer Beschwerden.
Sicherheit
EKT gehört zu den sichersten Behandlungsverfahren in Narkose überhaupt und es gibt abgesehen von einzelnen Erkrankungen keine Gegenanzeigen für den Einsatz von EKT. Voraussetzung für die Durchführung ist eine vorhandene Narkosefähigkeit. Das Behandlungsrisiko entspricht im Wesentlichen dem Narkoserisiko. Es ist vielfach belegt, dass es nicht zu strukturellen oder indirekt nachweisbaren Hirnschäden kommt. Die relevanteste Nebenwirkung der EKT sind vorübergehende kognitive Störungen, wobei vor allem die Gedächtnisleistung betroffen sein kann mit möglichen Störungen der Merkfähigkeit und des Kurzzeitgedächtnisses. Das Alt- oder Langzeitgedächtnis (für länger zurückliegende Ereignisse vor der EKT-Serie) und das Gedächtnis nach einer EKT-Serie sind nur extrem selten betroffen. Diese Nebenwirkungen sind meist mild bis moderat ausgeprägt und bilden sich in der Regel innerhalb von 30 bis 60 Tagen wieder zurück. Wie sonst bei allen medizinischen Massnahmen oder Eingriffen üblich, erfolgt vor Beginn einer EKT eine ausführliche Ab- und Aufklärung der Patientinnen und Patienten sowie von deren Angehörigen. Die schriftliche Einwilligung der Patientinnen und Patienten ist grundsätzlich die Voraussetzung für die Durchführung einer EKT.
Ablauf
Nach schriftlicher Anmeldung führen wir eine ausführliches Abklärungsgespräch im Rahmen der Second Opinion Sprechstunde durch, informieren über EKT als Behandlungsverfahren und geben eine Behandlungsempfehlung ab, wobei wir auch mögliche andere Behandlungsoptionen berücksichtigen. EKT ist kein Behandlungsverfahren für schwere psychische Erkrankungen, das andere Behandlungsmethoden ersetzt, sondern immer Teil eines multimodalen Behandlungsansatzes, der psychosoziale und biologische Verfahren umfasst. Bei offenen Fragen zur EKT können uns Fachpersonen, Betroffene oder Angehörige von Betroffenen gerne kontaktieren.
Zielgruppe
Personen mit:
- schweren oder therapieresistenten Depressionen
- akuten oder therapieresistenten Manien
- katatonen Syndromen
- Schizophrenie
Angebot
- Abklärung und Indikationsstellung bezüglich EKT
- Ambulante oder stationäre Durchführung der EKT
- Notfall-EKT (nach Rücksprache auch in somatischen Spitälern)
Behandlungsteam
Das Team umfasst Psychiaterinnen und Psychiater, Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie fachspezifisches Pflegepersonal.
Zuweisung / Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt per E-Mail an {M2AF9AFFCA5884D12BF99159AAC9FB0C0O}{88BDD2F65E8544EBBCE5C9030BD2001D}.
Für Fragen:
Telefon direkt: +41 58 384 28 30
Oder über die Sprechstunde Second Opinion/ Triage:
Telefon: +41 58 384 20 00
{M2AF9AFFCA5884D12BF99159AAC9FB0C0O}{C057F142CF3445DB9F5D7BD220C5BF33}
Kosten
Die Kosten für eine EKT werden in der Regel abzüglich Franchise und Selbstbehalt von der Krankenkasse übernommen. Bei stationärer EKT ausserkantonaler Patientinnen und Patienten ist eine Kostengutsprache des Kantonsarztes des Wohnkantons erforderlich.