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Beta-Glucan – eine effektive Immunmodulation
Beta-Glucane kommen natürlicherweise in den Zellwänden von Pilzen, in Pflanzen und in Bakterien vor. Sie bestehen aus Glucose-Molekülen, die zu unterschiedlich langen linearen oder verzweigten Ketten zusammengefügt werden. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist die Cellulose. Je nachdem, wie die Glucose-Moleküle miteinander verknüpft sind, können die Beta-Glucane ganz unterschiedliche Wirkungen entfalten. Beta-Glucane aus Hafer sind z.B. bekannt dafür, die Blutfette günstig zu beeinflussen. Beta-Glucane aus Hefe hingegen wirken komplett anders: Gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen ist Beta-1,3/1,6-Glucan, das aus der Bäckerhefe gewonnen wird, einer der effektivsten natürlichen Immunmodulatoren.
Beta-1,3/1,6-Glucan kann den Magen unbeschadet passieren. Im darmassoziierten lymphatischen Gewebe (GALT) wird das Molekül von Makrophagen aufgenommen und zerlegt. Die Bruchstücke des Beta-Glucans werden dann von den Makrophagen freigesetzt und binden an bestimmte Rezeptoren von weiteren Makrophagen und Immunzellen. Durch diese Rezeptorbindung wird das angeborene Immunsystem (Makrophagen, neutrophile Granulozyten, dendritische Zellen) zu erhöhter Aktivität moduliert (d. h. „etwas mehr scharfgeschaltet“) (siehe Abbildung). Beta-1,3/1,6-Glucan aus Hefe unterstützt das Immunsystem, ohne es - was gefährlich und unerwünscht wäre - übermässig zu stimulieren.
Wirksamkeit von Beta-1,3/1,6-Glucan bei Infektionen der oberen Atemwege
In der vorliegenden Metaanalyse1 wurde die Wirksamkeit von Beta-Glucanen aus Hefe bei Infektionen der oberen Atemwege untersucht. Die Wirksamkeit wurde beurteilt anhand der Häufigkeit und der Dauer der Infektionen und auch anhand des Schweregrads der Symptome. Analysiert wurden ebenfalls die Verträglichkeitsdaten, die in den Studien erfasst wurden. In der Metaanalyse wurden 12 randomisierte kontrollierte Studien berücksichtigt. Insgesamt wurden 2465 Teilnehmer in den Studien untersucht. Das Alter variierte von 2 bis 59 Jahren. Die Teilnehmer waren grundsätzlich gesund, nur in zwei Studien litten die Teilnehmer an moderatem bis hohem Stress. Die täglich verabreichte Menge an Beta-Glucanen aus Hefe lag im Bereich von 35 bis 900 mg und die Studiendauer im Bereich von 4 bis 26 Wochen.
In 9 Studien wurde untersucht, wie viele Teilnehmer von einer Infektion betroffen waren. Es zeigt sich, dass in den Gruppen, die mit Beta-Glucanen behandelt wurden, signifikant, und zwar grob 60% weniger Teilnehmer einen Infekt der oberen Atemwege im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten (OR=0.345, 95%CI=0.192-0.620, p<0.001).
In 8 Studien wurde die durchschnittliche Anzahl an Infekten pro Gruppe ermittelt: Auch hier zeigte sich eine Reduktion der durchschnittlichen Anzahl an Infekten durch die Behandlung mit Beta-Glucanen. Signifikant reduziert war auch die Dauer der Infekte. Mit Ausnahme von einer Studie zeigten alle anderen Studien (10 Studien), dass auch der Schweregrad von Infekten reduziert wurde. Die Verträglichkeit von Beta-Glucanen war sehr gut und in den Gruppen, die mit Beta-Glucanen behandelt wurden, traten nicht häufiger Nebenwirkungen auf im Vergleich zur Kontrollgruppe.
FAZIT: Beta-Glucane können zur Prävention von Infekten beitragen
Die Ergebnisse der Metaanalyse bestätigen die Wirksamkeit von Beta-Glucanen aus Hefe zur Prävention von Infekten der oberen Atemwege. Durch die Supplementierung mit Beta-Glucanen wurden sowohl die Häufigkeit, die Dauer und der Schweregrad der Infektion reduziert. Eine Supplementierung mit Beta-Glucanen in den Wintermonaten bzw. in Zeiten erhöhter Belastung und Infektanfälligkeit ist somit empfehlenswert.
PS: Wenn Sie mehr über die Wirkweise von Beta-Glucanen wissen möchten, so weisen wir gerne auf folgende Publikation hin:
Kim HS, Hong JT, Kim Y, Han SB. Stimulatory Effect of β-glucans on Immune Cells. Immune Netw. 2011;11(4):191-195. doi:10.4110/in.2<ip-pii>
Literatur
1Zhong K et al. Effects of yeast β-glucans for the prevention and treatment of upper respiratory tract infection in healthy subjects: a systematic review and meta-analysis. Eur J Nutr 2021: doi: 10.1007/s00394-021-02566-4.