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| Rufin von Aquileia (345–411/412) - Kommentar zum apostolischen Glaubensbekenntnis (Expositio Symboli)

40.
Damit du aber nicht glaubest, es würden diese Aussprüche des Paulus allein gleichsam als eine neue Predigt aufgeführt, so höre auch, was einstmals der Prophet Ezechiel durch den heiligen Geist vorhergesagt hat: "Siehe," so spricht er, "ich werde öffnen eure Gräber und euch herausführen aus euren Grüften." 1 Vernimm auch, wie Job, der reich ist an geheimnißvollen Aussprüchen, ganz klar die Auferstehung der Todten bezeugt: "Es hat," so spricht er, "der Baum Hoffnung; denn ist er abgehauen, so sproßt er wieder, und sein Laubwerk läßt niemals nach. Denn wenn alt geworden ist im Boden seine Wurzel und im Staube abgestorben sein Stamm, dann wird er wieder aufblühen vom Duft des Wassers und Laub treiben, als wäre er neu gepflanzt. Der Mensch aber, wenn er todt ist, wenn er wegging und als sterblicher fiel, wird er fürder nicht sein?" 2 Scheint dir nicht in diesen Worten in einer gewissen verschämten Weise eine Anschuldigung der Menschen zu liegen und ihre Bedeutung diese zu sein: Ist somit nicht thöricht das Geschlecht der Menschen, das, obgleich man sieht, daß der Stamm eines ausgehauenen Baumes wieder hervorsproßt aus der Erde und ein abgestorbenes Holz wiederum Leben [S. 81] annimmt, in Bezug auf sich selbst nicht einmal etwas Ähnliches annimmt, wie es am Holze und an den Bäumen geschieht? Damit du aber wissest, daß man die Worte: "Wenn er aber als Sterblicher gefallen ist, wird er dann nicht auferstehen?" in Frageform lesen muß, so nimm dafür den Beweis aus dem Folgenden. Er (Job) fügt nämlich sofort hinzu. "Denn wenn der Mensch gestorben sein wird, wird er leben." Und ein wenig nachher sagt er: "Ich erwarte, bis ich wiederum werde." Und wiederum sagt Derselbige: "Der auferwecken wird auf der Erde meine Haut, die Dieß nun schöpfet."
1: Ez 42.
2: Hi 14,7 ff.