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Paulo Bento übernahm die portugiesische Nationalelf erst im Verlauf der Qualifikation. Morten Olsen dagegen trainiert Dänemark schon seit über zwölf Jahren und ist in seiner Heimat eine lebende Legende.
Paulo Bento
Als Profi spielte Paulo Bento bis vor zehn Jahren selber in der portugiesischen Nationalmannschaft und erreichte als Stammspieler an der EM 2000 das Halbfinale. 2004 beendete der ehemalige Mittelfeldspieler dann seine Vereinskarriere bei Sporting Lissabon, und wurde beim Klub sofort in den Trainerstab übernommen, wobei sich Bento zunächst als Jugendtrainer engagierte. Nach nur knapp eineinhalb sehr erfolgreichen Jahren und dem Gewinn der portugiesischen Juniorenmeisterschaft wurde der Portugiese dann bereits zum Trainer der ersten Mannschaft befördert, nachdem sein Vorgänger entlassen wurde. Ein steiler Aufstieg für einen Trainer, doch irgendwie auch ein wenig absehbar, denn Bento war bereits als Spieler ein taktisch versierter Organisator im defensiven Mittelfeld.
In der Folge führte er Sporting in der schon laufenden Saison vom 7. auf den 2. Schlussrang und baute in den kommenden Jahren viele Spieler, die er bereits in der Jugend betreut hatte, in die erste Mannschaft ein, beispielsweise auch die heutigen Nationalspieler João Moutinho, Miguel Veloso und Nani. In Lissabon blieb Bento schliesslich ganze vier Jahre lang Trainer und gewann in dieser Zeit zweimal den Pokal sowie zweimal den Supercup. Im November 2009 legte der Coach sein Amt dann freiwillig nieder, weil er zunehmend kritisiert wurde. Rund ein Jahr später wurde Bento zum Nationaltrainer ernannt, und erhielt auch dort ein Team, welches er erst wieder auf den Erfolgsweg führen musste. Die Mission gelang ihm, nach einem schlechten Quali-Start zeigte das Team nach Bentos Amtsantritt ein anderes Gesicht und konnte sich schliesslich über die Playoffs für die EM qualifizieren. Bento hat damit nicht nur viele seiner Kritiker in Portugal verstummen lassen, sondern auch gezeigt, dass er trotz seinen erst 42 Jahren weiss, wie man mit einem Team voller Topspieler umzugehen hat. Interne Konflikte mit Ricardo Carvalho oder José Bosingwa löste Bento wie ein alter Trainerfuchs, letztlich wurden die beiden nicht mehr für die Nationalelf berücksichtigt. Nebst seiner starken Persönlichkeit hat Bento vor allem eines, nämlich enorm viel Know-how über den portugiesischen Fussball, da er selber erst noch vor ein paar Jahren auf dem Platz stand und dann so lange Trainer bei Sporting war. Für die portugiesische Nationalelf scheint der Jungtrainer ein Glücksgriff zu sein. An der diesjährigen EM wird sich nun zeigen, ob der Coach auch imstande ist, sein Team an einem grossen Turnier zum Erfolg zu führen.
Morten Olsen
In Dänemark ist Morten Olsen eine lebende Legende. Diesen Status erreichte der heute 62-Jährige aber bereits als Spieler, denn zu seiner aktiven Zeit galt Olsen als einer der besten Verteidiger Europas. 1983 wurde der ehemalige Libero, der 14 Jahre seiner Karriere in Belgien spielte, zum Kapitän der dänischen Nationalelf ernannt. In der Folge führte er sein Team sowohl ins EM-Halbfinale 1984 als auch ins WM-Achtelfinale 1986. Nach der Weltmeisterschaft in Argentinien wechselte der Verteidiger als 37-Jähriger noch in die deutsche Bundesliga zum 1. FC Köln, wurde dort unmittelbar Stammspieler und fuhr 1988 sogar noch einmal zur EM, wo er und sein Team jedoch ohne Punkte in der Vorrunde ausschieden. Schliesslich beendete Olsen im Sommer darauf seine Karriere im Alter von knapp 40 Jahren und nach über 100 Länderspielen im Dress der Skandinavier.
Lange blieb er dem Fussball aber nicht fern. Nur ein Jahr später trat er seinen ersten Trainerjob beim dänischen Erstligisten Brøndby IF an. Sofort konnte er zwei Meisterschaften in Folge gewinnen und sich in seiner Heimat auch als Trainer einen exzellenten Ruf erarbeiten. Als ehemaliger Libero schien es Olsen offensichtlich nicht schwer zu fallen, die taktischen Finessen des Fussballs zu durchschauen. Von Beginn weg trat der Däne nämlich so auf, wie man es von ihm aus aktiven Zeiten gewohnt war - autoritär, ruhig und beherrscht - Olsen gilt als Taktikfuchs der weiss, wie er eine Mannschaft führen muss. Nach mehr als zwei Jahren bei Brøndby folgten Stationen an der Seitenlinie beim 1. FC Köln in Deutschland und Ajax Amsterdam in den Niederlanden, ehe Olsen zur Jahrtausendwende nach Dänemark zurückkehrte, um den Job als Nationaltrainer anzutreten. Nun ist Olsen bereits zwölf Jahre im Amt, führte seine Mannschaft in dieser Zeit fünfmal an ein grosses Turnier und baut ständig neue, junge Spieler ins Team ein. Auch nachdem sein Team sich nicht für die WM 2006 und die EM 2008 qualifizieren konnte, wurde an ihm festgehalten - das sagt schon alles aus über Olsens Wertschätzung in Dänemark. An der diesjährigen EM gehört er deshalb zweifelsfrei zu den erfahrensten Trainern, obschon er während seiner Karriere als Coach noch bei keinem internationalen Topklub unter Vertrag stand. Er kennt seine Spieler alle bestens und scheint auch nach über zehn Jahren als Nati-Trainer nichts von seinem Spirit eingebüsst zu haben.
Bild: dbu.dk / fpf.pt
Er ist eine deutsche Fernsehlegende mit Kultstatus. Im Interview mit kurzpass.ch rechnet Waldemar Hartmann mit der ARD ab, spricht über die Steueraffäre um Uli Hoeness und lobt seine Wahlheimat Chur.
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