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Wie ein globales Handelsimperium Milch salonfähig machte
Von der Finanzierung über die Produktion bis zum Preis ist Milch eines der am strengsten regulierten Nahrungsmittel. Dies ist das Ergebnis eines jahrtausendealten Streits. Alle Säugetiere sind dadurch definiert, dass sie Milch trinken. Aber allein der Mensch tut dies noch im Erwachsenenalter, aber auch nur jene Menschen, die Laktose abbauen können. Wegen ihrer Verderblichkeit war Milch besonders in wärmeren Gegenden lange nicht populär. Die Römer ekelten sich über den masslosen Milchkonsum der nordischen Kelten und beschimpften sie als barbarische Butterfresser.
Auch über 1000 Jahre später war Milch in Europa immer noch umstritten. Besonders die Holländer, die Butter und Käse besonders liebten, wurden als Käseköpfe verlacht. Bis sie sich von Spanien unabhängig machten, grosse Fortschritte in Kunst, Wissenschaft und Industrie erreichten und ihr eigenes Handels- und Finanzimperium aufbauten.
Die europäische Wahrnehmung der Holländer änderte sich: Die Käseköpfe galten plötzlich als brillant. Man spekulierte über die Ursache ihrer Genialität, und vermutete diese in der Milch. Tatsächlich gibt es heute neue Hinweise, dass sich Milch positiv auf das Gehirn auswirkt. Aber wie alles, was Milch betrifft, ist auch dies hoch umstritten.
“Seemingly overnight, the Netherlands became a global trading empire and leading maritime and economic power of the world. Suddenly, the cheese heads were considered brilliant.”
– Mark Kurlansky