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Dieser Thematik kann sich keiner, der Yoga praktiziert, auf Dauer entziehen. Und sei es nur, weil plötzlich jemand erwähnt, dass das körperliche Yoga, die sogenannte Asana Praxis, nur eines von acht Gliedern ist. Spätestens da hat man die Aufmerksamkeit auf sicher.
Nach wie vor wird Yoga von der Mehrzahl der Menschen als rein körperliche Praxis gesehen. Dabei ist ebendiese nur eines von acht Gliedern, genauer gesagt das dritte. Doch der Reihe nach!
Wo findet man denn diesen achtgliedrigen Pfad des Yoga?
In den Yoga Sutras von Sri Patanjali, genauer gesagt beginnt er im zweiten Buch, wo die ersten fünf Glieder besprochen werden bevor dann im dritten Buch das sechste, siebte und achte Glied behandelt werden.
Die Yoga Sutras werden in insgesamt vier Bücher unterteilt:
1. Samadhi Pada oder Buch über die Betrachtung/Theorie
2. Sadhana Pada oder Buch über die Praxis
3. Vibhuti Pada oder Buch über die Errungenschaften
4. Kaivalya Pada oder Buch über das Absolute
Interessanterweise ziehen sich Sri Patanjalis Ausführungen über den achtgliedrigen Pfad über zwei Bücher hinweg. Er beginnt am Ende des zweiten Buches, welches der Praxis gewidmet ist und beendet das Thema im dritten Buch über die Errungenschaften.
Der achtgliedrige Pfad des Yoga
1. Yama
2. Niyama
3. Asana
4. Pranayama
5. Pratyahara
6. Dharana
7. Dhyana
8. Samadhi
Das sind sie nun die acht Glieder des Yogaweges nach Sri Patanjali. Doch was bedeutet das nun? Und wie gehen wir damit um?
Wenn man die Aufzählung so betrachtet, ist man versucht zu glauben, dass man den Pfad linear, also von Anfang bis Schluss, von eins bis acht beschreiten muss. Meiner Meinung nach ist dem jedoch nicht so, was sicher auch daran liegt, dass ich kein lineares Zeitverständnis habe. Doch dazu später mehr.
Die Lokalisierung des achtfachen Pfades in den Yoga Sutras
Die ersten fünf Glieder befinden sich am Ende des zweiten Buches der Yoga Sutras, während die übrigen drei zu Beginn des dritten Buches behandelt werden. Etwas, das zu einem grösseren Ganzen gehört, wurde auf zwei Bücher gesplittet. Ein Zufall? Ganz sicher nicht, wenn man die verdichtete Sprache und die Akkuratheit von Sri Patanjali bedenkt.
Dann schauen wir also mal genauer hin. Das zweite Buch ist der Praxis gewidmet und beinhaltet die ersten fünf Glieder (Yama, Niyama, Asana, Pranayama und Pratyahara), welche im Grunde nichts anderes als Praktiken sind, um sich auf die letzten drei Glieder vorzubereiten.
Erst wenn wir diese Praktiken verinnerlicht haben, sind wir in der Lage den achtfachen Pfad weiter zu beschreiten und dann in den Bereich der Errungenschaften zu kommen. Diese wären dann: Dharana, Dhyana und Samadhi. Das heisst jedoch nicht, dass wir nicht auch schon vorher die drei letzten Glieder erfahren können. Die Praktiken helfen uns jedoch, die Erfahrungen dauerhafter, stabiler und bestenfalls jederzeit zugänglich zu machen.
Samadhi – und dann?
Eine gute und wichtige Frage, denn was geschieht danach? Doch halt, erstmal stellt sich die Frage, was ist denn dieses Samadhi eigentlich?
Es ist etwas vom schwierigsten überhaupt einen an sich nur erfahrbaren Zustand zu beschreiben. Worte werden nicht ausreichend sein und dennoch hat sich schon so mancher daran versucht und mit diesem Blogpost werde ich mich in diese lange Reihe einfügen.
Samadhi würde ich als einen Zustand der Einheit beschreiben, wo es keine Grenzen mehr zwischen dem Selbst und dem grossen Ganzen, der Quelle oder der Essenz (wie auch immer man es bezeichnen möchte) mehr gibt.
Und dann? Eine schwierige Frage, denn egal was geschieht, das Leben geht weiter und nicht jeder kann (und will) sich als Eremit in eine Höhle im Himalaya zurückziehen, um sich diesem Zustand völlig hinzugeben. Daher erachte ich es als unglaublich wichtig, Samadhi wieder zurück in den Alltag zu transzendieren oder um es mit Jack Kornfield* zu sagen: Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen.
Genau darum geht es meiner Meinung nach. Trotz dieser unglaublichen Erfahrung oder gerade durch diese unglaubliche Erfahrung den Alltag bewusst wahrzunehmen und den Zauber in den alltäglichsten Handlungen zu sehen und zu ehren. Denn dann schliesst sich der Kreis und die Spirale kann sich auf der nächsten Ebene fortsetzen und uns immer neue Erkenntnisse bescheren, welche wir dann wiederum in unseren Alltag mitnehmen und integrieren.
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