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Josia hat eine Rezension von Kellers Buch „Ehe“, geschrieben von Mario & Elsbeth Tafferner, veröffentlicht. Lesen!
In gewisser Weise „entzaubert“ Keller in seinem Buch die gängigen Vorstellungen darüber, was Ehe ist. Er stellt provokante Fragen: Was ist denn, wenn der geheiratete Traummann mit der Zeit einen Bierbauch entwickelt? Was ist denn, wenn die Ehe abkühlt? Was ist denn, wenn Frauen anfangen ihre Kinder mehr zu lieben, als ihren Ehemann? Was kann dann die Ehe tragen und was ist dann das größte Gut der Ehe? Die Entzauberung gelingt und hinterlässt eine bittersüße Note. In seinem Buch rüttelt Keller den Leser wach und macht ihm das eigentliche Problem deutlich: Selbstzentriertheit. Er macht klar: Viele Beziehungen und Ehen werden heute mit dem Ziel der größtmöglichen Selbstverwirklichung (Was kann ich daraus für mich gewinnen?) und der kleinstmöglichen Selbstaufopferung (Was muss ich dafür tun?) eingegangen. Die Suche nach dem „perfekten“ Partner wird in unserer Kultur zunehmend zur Obsession, die ewiges Glück verspricht und die Menschen doch zerstört zurücklässt, weil sie ein vollkommen unrealistisches Bild von Ehe präsentiert. Dieses Bild will Keller zerstören.