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Die Studie ist im Dezember 2004 im Journal of Epidemiology and Community Health (Band 58, Seiten 1011-1016) erschienen. Martin Tondel und weitere Forscher der Universität Linköping glauben mit ihrer Studie aufzuzeigen, dass im Zeitraum von 1988 bis 1996 insgesamt 849 Krebsfälle auf den radioaktiven Fallout nach dem Unfall in Tschernobyl zurückzuführen seien. Tondel untersuchte hierfür eine Gruppe von 1,1 Mio. Einwohnern Nordschwedens, von denen insgesamt 22'409 im betrachteten Zeitraum an Krebs erkrankten. Die Autoren sind der Meinung, dies sei die erste Studie, die ausserhalb der ehemaligen Sowjetunion einen klaren Zusammenhang zwischen dem radioaktiven Fallout nach dem Unfall in Tschernobyl und der Krebsinzidenz aufzeige.
Die SSI hinterfragt jedoch sowohl die Methodik der Studie wie auch ihre Resultate. Um einen Zusammenhang zur Strahlung herstellen zu können, müsse für alle erfassten Personen die erhaltene Strahlendosis errechnet werden. In der Studie wurde direkt die Menge des Fallouts als Mass für die Dosis herangezogen, was die Strahlenschutzbehörde als Schwäche bezeichnet. Als Latenzzeit wählten die Autoren zwei Jahre, was nach Meinung der Behörde viel zu kurz ist. Auch der Betrachtungszeitraum von zehn Jahren sei für viele Krebsformen zu kurz gewählt. Einzig bei zwei Krebsarten, der Leukämie und Schilddrüsenerkrankungen, könnte erfahrungsgemäss in den ersten paar Jahren nach radioaktiver Belastung - nach Ablauf der Latenzzeit - eine Erhöhung der Inzidenz festgestellt werden. Dies werde in der vorliegenden Arbeit jedoch nicht aufgezeigt. Die Autoren sprechen indessen von einer Inzidenz-Erhöhung bei Neoplastischen Erkrankungen. Zahlreiche Studien belegten aber, dass diese Erkrankungen, mit wenigen Ausnahmen, erst Jahrzehnte nach erfolgter Bestrahlung auftreten. Diese und weitere Kritikpunkte lassen die SSI resümieren, dass die Resultate der Tondel-Studie sehr kritisch hinterfragt werden müssen.
Quelle
D.S. nach SSI, Dezember 2004