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Die Interessen der Kinder würden zu wenig berücksichtigt, sagte Mélissa Llorens von der Beobachtungsstelle am Montag vor den Medien in Genf. Bei manchen Kindern werde ein Einbürgerungsgesuch abgelehnt, weil die Eltern von der Sozialhilfe abhängig seien.
Die Kinder könnten zwar nichts für die Auswanderung ihrer Eltern, müssten aber oft die Folgen tragen. Anstatt ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erhalten, würden manche in Länder rückgeschafft, die ihnen völlig unbekannt seien.
Ein besonderes Problem wurde im Bericht der Beobachtungsstelle auch bei den minderjährigen Asylbewerbern ausgemacht, die ohne Eltern in die Schweiz kommen. In manchen Asylunterkünften mangle es an Betreuung, sagte Llorens.
Suizidversuche in der Waadt
Das könnte dramatische Konsequenzen haben. Im Kanton Waadt hätten sieben Kinder versucht, sich das Leben zu nehmen, sagte der ehemalige Walliser Kantonsrichter Jean Zermatten, ein Spezialist für die Rechte der Kinder.
Er erachtet auch eine Inhaftierung von Minderjährigen zwischen 15 und 18 Jahren als problematisch. «Wir hören den Kindern nicht genug zu und nehmen nicht ausreichend zur Kenntnis, was sie zu sagen haben», sagte Zermatten.
(sda)