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Diese Woche machte die Geschichte eines Spaniers die Runde. Er war nach jahrelangem Koma erwacht und begeistert darüber, dass Roger Federer immer noch zu den besten Tennisspielern der Welt gehört. Wahr oder nicht wahr spielt hier keine Rolle.
Denn die Story hat uns zu einem spannenden Gedankenspiel animiert: Welche anderen wichtigen Sportereignisse hätten wir verpasst, wenn wir im September 2005 in einen Tiefschlaf gesunken und erst jetzt, nach zehn Jahren, wieder aufgewacht wären?
Nach den ersten beiden Goldmedaillen in Salt Lake City 2002 ging seine Karriere abwärts. Nicht schlecht grundsätzlich für einen Skispringer, doch Ammann landete oft zu früh. Er fing sich aber wieder auf und wurde 2010 in Vancouver noch einmal Doppel-Olympiasieger. Er wurde auch Weltmeister, Gesamtweltcupsieger – und er springt immer noch.
Ja wirklich, DER Ottmar Hitzfeld. Der mit Borussia Dortmund und Bayern München die Champions League gewann und seine Teams insgesamt sieben Mal zum deutschen Meistertitel führte. 2008 übernahm Hitzfeld nach der EM in der Schweiz von Köbi Kuhn – und er blamierte sich gleich beim 1:2 gegen Luxemburg. Das war spätestens 2010 vergessen, als die Schweiz an der WM den späteren Weltmeister Spanien mit 1:0 besiegte.
Kaum zu glauben, aber im November 2014 Tatsache. Nach Roger Federer stürmte mit Stan Wawrinka ein zweiter Schweizer ganz nach oben, der Romand gewann 2014 die Australian Open (und dann 2015 die French Open). Am Final-Wochenende des Davis Cups schlugen die beiden Schweizer auswärts in Lille Frankreich und holten «die hässlichste Salatschüssel der Welt» ins Land.
Und sie gewann dabei 2013 die Silbermedaille – es war die erste WM-Medaille seit 60 Jahren. In Stockholm nahm die Schweiz im Halbfinal die USA auseinander, zog mit einem 3:0-Sieg ins Endspiel ein. Dort schoss Roman Josi die Schweiz gegen Schweden sogar in Führung, am Ende setzte sich der Gastgeber jedoch klar durch.
Der Ligue-1-Torschützenkönig der Saison 2004/05 war auch bei Borussia Dortmund ein Torgarant, schoss 34 Treffer in 74 Spielen. Danach wechselte Frei zurück in die Schweiz, wurde mit Basel vier Mal Meister, zwei Mal Torschützenkönig und als er seine Karriere beendete, tat er das als Nati-Rekordtorschütze. Weniger erfolgreich war Alex Frei dafür als Rapper 🙉
Nach Jahren des Mittelmasses wurde der FCZ im Jahr 2006 erstmals nach 25 Jahren wieder Schweizer Meister – und wie. Die Zürcher gewannen auswärts bei Basel durch ein Tor in der 93. Minute mit 2:1. Bei einem Unentschieden wäre der FCB Meister geworden. Ein Jahr später wiederholte der FCZ den Titelgewinn, 2009 folgten der dritte Meistertitel der Neuzeit und 2014 der Sieg im Cup.
Okay, zwar «nur» bei den U17-Junioren – aber ein Weltmeistertitel in der wichtigsten Sportart der Erde war für die Schweiz dennoch unvorstellbar. 2009 begeisterte die Nachwuchs-Nati am Turnier in Nigeria, schlug der Reihe nach Brasilien, Deutschland und Italien und im Final den WM-Gastgeber durch ein Tor von Haris Seferovic mit 1:0. Nebst ihm wurden auch Ricardo Rodriguez oder Granit Xhaka später zu Stützen der A-Nati.
Langlauf ist eine der traditionsreichsten olympischen Sportarten. Aber obwohl die Schweiz ein Wintersportland ist, gewann sie nie eine Goldmedaille – bis ins Jahr 2010. In Vancouver gewann Dario Cologna über 15 Kilometer, vier Jahre später gewann er zwei weitere Olympia-Goldmedaillen. Er wurde auch Weltmeister und gewann mehrmals den Gesamtweltcup.
Der Sportreporter, der immer nur das kommentieren durfte, was keiner seiner Kollegen wollte? Ja genau, der. Hans Jucker wurde durch Übertragungen von Velorennen, Frauen-Slaloms und Springreiten bekannt und die meisten TV-Zuschauer rümpften die Nase, wenn er sprach. Ein einziges Video änderte dies: Ein Zusammenschnitt zu seinem 40-Jahr-Jubiläum beim Schweizer Fernsehen. Es ist seither Kult und auf Youtube längst ein Hit. Leider durfte sich Jucker nicht lange über seinen späten Ruhm freuen: Er verstarb 2011 nur kurz nach seiner Pensionierung.
«Eh nicht?!», sagst du? Stimmt, ich wollte dich bloss verarschen.