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"Vom Zionismus zum Kommunismus" Das politische Leben von Werner Scholem (1895 - 1940)
Werner und Gershom (geborener Gerhard) Scholem sind in einer jüdischen Familie in Berlin aufgewachsen.
Sie sind zwei von vier Brüdern und starteten eine Revolte gegen den autoritären Vater und den Chauvinismus des Ersten Weltkrieges. Werner inspirierte den jüngeren Bruder zum Zionismus, er selbst bekannte sich nach langer Sinnsuche zum Kommunismus. Werner Scholem stieg schnell auf, in den Reichstag und die KPD-Zentrale. Als Organisationsleiter "bolschewisierte" Scholem die KPD, nur um 1926 als erbitterter Gegner Stalins aus der Partei geworfen zu werden. 1933 wurde Scholem unter mysteriösen Umständen verhaftet, 1935 überraschend vom NS-Volksgerichtshof freigesprochen, jedoch nie freigelassen. Scholem wurde 1940 im KZ Buchenwald ermordet. Bis heute ranken sich literarische Legenden um seine Verhaftung. Franz Jung und Alexander Kluge erzählten sie als Spionagedrama, eine besondere Rolle spielte Scholem auch in Hans-Magnus Enzensbergers Roman "Hammerstein oder Der Eigensinn" (2008). War Scholem Agent im Auftrag der Sowjetunion? Verführte er die Generalstochter Marie-Louise von Hammerstein, um ihr die Aufmarschpläne der Reichswehr gen Osten zu entlocken?
Ralf Hoffrogge hat ein Buch geschrieben und mit Niels Bolbrinker (Regisseur) einen Dokumentarfilm über Werner Scholem gedreht. Wir haben mit ihm, anlässlich einer Buchvorstellung und Filmausschnittsvorführung am 15.06.15 im Melanchthonianum der Uni Halle, gesprochen.
Eingehend erläutert Ralf Hoffrogge die familiären Umstände der beiden Scholem-Brüder.