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Der wegen Korruptionsverdacht international gesuchte französische Ex-Manager Alfred Sirven ist am Samstag (03.02.) in Frankfurt festgesetzt worden. Der 74-Jährige gilt als Schlüsselfigur in den französischen Elf-Aquitaine-Schmiergeld-Affären. Auch in der Schweiz wird gegen Sirven ermittelt.
Sirven soll bis zu einem Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt über eine Auslieferung nach Frankreich mindestens bis Montag noch in Deutschland bleiben. Sirven war in seinem philippinischen Versteck aufgespürt und in der Nacht zu Samstag mit einer Lufthansa-Maschine nach Frankfurt gebracht worden.
Der dortige Bundesgrenzschutz (BGS) setzte ihn kurz nach der Landung am Morgen fest und veranlasste eine Vorführung vor einer Haftrichterin am Amtsgericht. Die Haftrichterin Eva-Maria Wagner berief sich auf den französischen Haftbefehl gegen Sirven und veranlasste eine Unterbringung des 74-Jährigen in der südhessischen Haftanstalt Weiterstadt.
Das OLG werde in der kommenden Woche auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt über eine Auslieferung entscheiden, mit der Sirven offenbar einverstanden ist. Paris hatte zunächst gehofft, dass Sirven in Frankfurt umgehend in eine bereitstehende Sondermaschine der französischen Armee umsteigen könnte.
Mehrere internationale Haftbefehle
Nach Angaben des hessischen Justizministeriums ist Sirven nicht verhaftet, sondern wird auf Grund internationaler Abkommen nach der «Festhalteanordnung» bis zu seiner Auslieferung festgesetzt. Gegen Sirven bestehen mehrere internationale Haftbefehle.
In der Schweiz wird gegen Sirven ermittelt. Der Genfer Staatsanwalt Bernard Bertossa hatte eine Untersuchung wegen Geldwäscherei im Juni 1992 eröffnet.
Sirvens Name wird auch in Zusammenhang mit angeblichen Schmiergeld-Zahlungen bei der Übernahme der ostdeutschen Raffinerie Leuna durch Elf-Aquitaine genannt. Von den Schmiergeldern hat möglicherweise auch die CDU profitiert, was diese abstreitet.
Drei Jahre auf der Flucht
Sirven war seit rund drei Jahren auf der Flucht und wurde am Freitag in Tagaytay City, 30 Kilometer südlich der philippinischen Hauptstadt Manila, festgenommen. Die Ermittler waren Sirven nach einem Hinweis der französischen Behörden auf die Spur gekommen. Der 74-Jährige sagte Journalisten nach seiner Festnahme, er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.
swissinfo und Agenturen