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10.11.2010 von
Haben die Juli-Hitzewochen dieses Jahr bei Ihnen auch Erinnerungen an den Jahrhundertsommer im Jahr 2003 hervorgerufen? Damals stiegen die Preise für landwirtschaftliche Produkte in Europe drastisch an, da in weiten Teilen Europas hohe Ernteausfälle das Ergebnis andauernder Trockenheit waren.
Während die Landwirtschaft in jenem Sommer unter den hohen Temperaturen ächzte, hat die Getränkeindustrie sich über einen gestiegenen Konsum freuen dürfen. In einem regnerischen Sommer würde es allerdings um den Umsatz der Getränkeindustrie anders gestellt sein, und die Landwirte wären zufrieden.
Dieses einfache Szenario zeigt bereits, dass der Umsatz einiger Branchen stark vom Wetter abhängig ist. Zahlreiche andere Bereiche sind ebenso wetterbedingten Umsatzschwankungen ausgesetzt, wie z.B. der Tourismus, die Hersteller von Bekleidung, oder die Vertreiber von Wintersportartikeln – um einige zu nennen. Aus wissenschaftlichen Studien und den IPCC-Berichten ist bekannt, dass durch den Klimawandel die Anzahl der Extremereignisse zunehmen wird. Langfristig dürften sich viele Branchen einer häufigen Abweichung von den für ihr Geschäft einträglichen Wetterbedingungen gegenüber sehen.
Wetterversicherungen – eine Lösung bei Klimawandel?
Als Lösung bei wetterbedingten Risiken kommen Wetterversicherungen – einigen auch als Wetterderivate bekannt – in Betracht. Dies sind Finanzprodukte, die dem Käufer eine Auszahlung zusichern, wenn der Wert eines vorher festgelegten Wetterindizes erreicht wird.
In Anbetracht des Klimawandels könnte der Erwerb einer solchen Versicherung für viele Unternehmen ein Instrument sein, um unliebsame Gewinnschwankungen zu reduzieren. Allerdings gibt es vor dem Kauf einer solchen Versicherung einige Fragen zu klären. In meiner Forschung beschäftige ich mich deshalb damit, ob der Einsatz von Wetterversicherungen in der Landwirtschaft sinnvoll ist, und wie eine Wetterversicherung ausgestaltet sein sollte, um dem Versicherten einen guten Schutz zu bieten.
Ist der Klimawandel noch versicherbar?
Eine grundsätzliche Frage stellt sich allerdings, wenn man über Wetterversicherungen als Anpassungsstrategie nachdenkt: Inwieweit ist der Klimawandel noch versicherbar? Denn schließlich kann eine Versicherung nur auf nicht realisierte Risiken abgeschlossen werden. Ebenso wenig wie eine Gebäudebrandversicherung für ein brennendes Haus abgeschlossen werden kann, ist es dem Inselstaat der Malediven möglich, sich gegen das Versinken aufgrund des unvermeidlichen Anstiegs des Meeresspiegels zu versichern. Demnach wird kein Versicherer ein Produkt anbieten, welches das Risiko eines globalen Temperaturanstiegs abdeckt.
Verträge hingegen, bei denen man sich gegen die Wettereskapaden während eines bestimmten Zeitraums versichert – Wochen oder Monate – sind weiterhin möglich. Denn obwohl über die Auswirkungen des Klimawandels auf globaler Ebene weitgehend Konsens herrscht, ist die Vorhersagbarkeit lokaler Klimaveränderungen noch nicht so weit fortgeschritten. Das ist eine gute Nachricht für diejenigen, die künftig auf Wetterversicherung gegen die Auswirkungen des Klimawandels zurückgreifen wollen.Zur Autorin
Ines Kapphan schreibt ihre Doktorarbeit am Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich. Zurzeit ist sie Gast-Doktorandin an der Universität Stanford. Persönliches Zitat und Biografie
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