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Wandern auf dem Saumweg
Von Zürich kam die Ware auf Schiffen bis zur Sust, dem Hafen von Horgen. Dort wurde das kostbare Handelsgut auf Maultiere, später auf Saumpferde geladen. Der Saumweg verlief von der Sust Horgen über den Hirzel. Die Güter wurden auf der Dorfgasse und der Kirchstrasse über das Bergli und den Eggweg hinauf, am Chlausplätzli und dem Bergweiher vorbei über den Grindel bis ins Simismoos transportiert. Weiter ging es über den Wydenbach und die Hirzler Höhe auf der alten Zugerstrasse über den Moosacker am Rübgarten vorbei bis hinunter zum Sihlübergang, der Babenwaagbrücke und Sihlbrugg Dorf, dem heutigen Verkehrsknotenpunkt. Von hier führte die Route nach Baar, Zug, und weiter nach Immensee-Küssnacht oder Brunnen über den Vierwaldstättersee nach Flüelen in die Innerschweiz und weiter über den Gotthard bis nach Italien.
Die Zuger Säumer säumten in umgekehrter Richtung Waren aus Italien und der Innerschweiz nach Horgen, Zürich und angrenzendes Gebiet bis hin zu den grossen Märkten von Flandern und Augsburg.
So entstand unser Dorf
Funde aus der Jungsteinzeit belegen, dass unsere Gegend schon vor 5000 Jahren von Pfahlbauern besiedelt war. 952 wurde der Name "Horga" in einer Bestätigungsurkunde König Ottos des I. erstmals erwähnt. Der Name kommt von Horow, was Sumpfgebiet bedeutet und ist verwandt mit Horben, Horgun, Horgin.
Die Bewohner waren Jäger und Fischer, trieben daneben auch Ackerbau und machten das Land urbar. So entstand bei uns die erste Landwirtschaft.
Durch die Erschliessung des Gotthardpasses und die Gründung der Stadt Zug im 13. Jahrhundert rückte Horgen in den Handelsbrennpunkt. Ende des 14., Anfang 15. Jahrhundert wurden nicht mehr nur Transporte und die nötigen Dienstleistungen ausgeführt, sondern auch eigener Handel betrieben. Es blühte die Wollindustrie, die Leinenweberei sowie die Gerberei und später die Seidenindustrie.
Der Säumer
Die Schiffsleute aus Zürich (die hiesigen durften nur den Lokaltransport ausführen) brachten die Handelsgüter nach Horgen zur Sust. Von hier verlud sie der Säumer auf Saumtiere. Um Säumer zu sein, musste man ein Pferd besitzen und einen halben Saum heben können. (1 Saum Wein = 4 Viertel = 60 Maass = 1,5 Eimer = 165 Liter.) Der Säumer arbeitete auf Rechnung im Auftrage fremder Kaufleute.
Der Hodler
Der Hodler betätigte sich als Zwischenhändler und säumte auf eigene Rechnung. Er stand nach der Bezahlung des Zolles in der Wahl des Schiffes frei.
Säumer und Hodler waren somit die ersten Transporteure unserer Geschichte. Sie wohnten längs der ganzen Strasse von Horgen nach Zug. Besonders viele gab es auf dem Horgenberg und in Hirzel. Meistens waren sie auch noch Bauern.
Die Transportgüter
Als wichtigste Güter transportierte man Salz vom Norden nach Süden und Wein vom Süden nach Norden. Weiter wurde gehandelt mit Seide, Samt, Brokat, Wolle, Leinwand, Reis, Korn , Haber, Käse und Öl.
Salz ist lebenswichtig. Man brauchte es als Konservierungsmittel für Käse, Fleisch und Fisch. Es wurde auch als Zahlungsmittel eingesetzt. (Salz = Salarium, aus welchem später das Wort Salär entstand.)
Auf dem Saumweg kehrte Ruhe ein
Unwetter und Kriege machten manche Restaurationsarbeiten nötig. Nach dem Durchzug französischer und österreichischer Heere war die Strasse wieder einmal völlig ruiniert. Das bewog Zürich, zwei Wegknechte anzustellen, Fuhren mit mehr als 8 Zugtieren zu verbieten und besondere Taxen für 5- bis 8-spännige Fuhren zu verlangen. Als 1824 die Strasse oberhalb der Stotzweid durch einen Erdschlipf zerstört wurde, drängte sich ein völliger Neubau unseres Säumerweges immer mehr auf. 1837 entstand ein Projekt für eine neue Streckenführung. Gleichzeitig ging man an den Bau der Strasse über den Albis. 1840 wurde die Seestrasse gebaut, und mit der Aufhebung der kantonalen Wegzölle schlug dem Saumweg endgültig die letzte Stunde!
Wanderzeit Sust - Sihlbrugg ca. 2,5 Stunden
Von Sihlbrugg bis Bahnhof Sihlbrugg Station
ca. 1 Stunde Fussmarsch
S21 nach Horgen-Oberdorf
Bemerkung: Es bestehen Pläne, die Station Sihlbrugg (Halt der S21 zwischen Thalwil und Zug) ab 2013 aufzuheben.
Von Sihlbrugg-Dorf nach Baar besteht eine Busverbindung
Ausführlichere Aufzeichnungen finden sich in:
Vereinigung Pro Sihltal, "Blätter" Nr. 14 (1964) woraus auch die alte Ansicht stammt.