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Alfred Adler ist 1870 in Wien geboren. In seinem Leben wurde er Zeuge des gesellschaftlichen Wandels und der sozialen Umbrüche und der Gegensätze, was ihn alles sehr geprägt hat. Er wuchs als Zweitgeborener von sieben Kinder in Wien auf. Da er schon als Kind mit gesundheitlichen Problemen kämpfte, musste er lernen, sich gegenüber seinen kräftigeren Kameraden zu behaupten. Dabei entwickelte er ein Gefühl für Schwächere und beschloss, Arzt zu werden, mit dem Ziel, den Tod zu überwinden.
In seiner Studienzeit befasste er sich auch mit Marxismus, Philosophie, Geistes- und Kulturwissenschaften. Seinerzeit fanden in Wiener Kaffeehäuser regelmässig Treffen statt zum zwanglosen Gedankenaustausch zu diversen philosophisch und sozialen Fragen. Schon früh setzte er sich zur Verbesserung der öffentlichen Hygiene ein und beteiligte sich aktiv an sozialpolitischen Debatten. Adler war ein charismatischer und volksnaher Mann. Seine sozialreformerischen Bestrebungen lassen die Einstellung erahnen, mit welcher er später seine psychologische Theorie in der Praxis vertreten wird.1902 erfolgte die erste Begegnung zwischen Alfred Adler und Sigmund Freud. Bei den Diskussionsabenden, den sogenannten Mittwochsgesellschaften, distanzierte sich Adler von Freuds Theorien der Psychoanalyse und entwickelte eine eigenständige Lehre. In seinen Veröffentlichungen fordert er eine erzieherische Haltung, welche Zuwenden, Loben und Ermutigen statt Strafen beinhaltet. Dies sind die ersten Ansätze eines Behandlungskonzeptes, welches später in der individualpsychologischen Theoriebildung weiter ausgeformt wird. Adler gehörte also zu den Pionieren der Psychologie.
1911 kam es zu einer Trennung von Adler und Freud, zu gross waren die Unterschiede ihrer Denkweise. Seine erste Vorlesungsreise in die USA war so erfolgreich, dass er sich ganz auf die Psychologie konzentrierte, und er wurde Anfang der 1930-er Jahre einer der bekanntesten Psychologen der westlichen Welt.
Im Jahr 1937 starb Alfred Adler während einer Vortragsreise in Schottland an Herzversagen.
«Der Mensch ist ein einzigartiges, ganzheitliches, schöpferisches, zielgerichtetes, Entscheidungen treffendes, selbstverantwortliches und in untrennbarer Beziehung zu anderen stehendes Einzelwesen» – Alfred Adler
Die Individualpsychologie ist eine der drei klassischen Richtungen der Tiefenpsychologie. Gegründet wurde sie von Alfred Adler im Jahre 1911. Sie verweist auf die Unteilbarkeit und Einzigartigkeit des Individuums und betrachtet den Menschen als unteilbares Ganzes von Körper, Geist und Seele.
Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht ein ausreichendes Mass an Gemeinschaftsgefühl. Dieses können wir bereits bei kleinen Kinder fördern, da wir Menschen von Natur aus kooperativ ausgerichtet sind.
Adler sah, dass jedes Verhalten, jedes Symptom und jede Lebensäusserung ein Ziel, einen Zweck haben (Finalität). Dies macht menschliches Verhalten zielgerichtet, ist aber dem Einzelnen normalerweise nicht bewusst. Anders als in den anderen psychologischen Richtungen sieht die Individualpsychologie den Menschen als Gestalter seines Lebens und nicht als Opfer seiner Triebe.
Die Individualpsychologie bildet die Grundlage meiner Arbeit. Es handelt sich um eine lösungsorientierte, praxisnahe Gebrauchspsychologie, welche mich mit unglaublich wirksamen Tools ausstattet, sodass ich Menschen in allen Lebenslagen helfen kann, ihr Leben in die Hand zu nehmen und nach ihren Vorstellungen zu gestalten.