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Früher und heute – ein spielerisches Programm für Kinder von heute anlässlich der Veranstaltung und Ausstellungseröffnung am 18. November 2018 in Maur
Er war das erstgeborene Kind von Johannes Landolt und Anna Margaretha Landolt, geborene Hirzel, und erblickte in der Stadt Zürich das Licht der Welt. Salomon hatte noch acht Geschwister, wovon vier im Kleinkindalter gestorben waren. Von allen Kindern war Salomon der Liebling der Mutter. „Diese Kinder hielt die lebhafte Mutter unter strenger Zucht; ein paar Ohrfeigen bestraften jedes Vergehen auf der Stelle; aber im nämlichen Augenblick war sie auch wieder besänftigt und lachte herzlich über jeden tollen Streich, an dem sie keine Justiz zu üben für nötig erachtete.“
„Er war ein auffallendes kleines, aber äusserst lebendiges Kind. Als Knabe entwickelte sich diese Lebhaftigkeit immer mehr, und früh schon zeigte er eine Gewandtheit, die durch körperliche Übungen und Unterricht in der Tanzkunst noch mehr ausgebildet wurde.“ Er hatte damals schon immer fröhliche Laune, welches sich in komischen Possen äusserte. „Auf der Gasse war er der beste Reifler und Stelzer [Reifenspiel und Stelzen laufen], und immer der einstimmig gewählte Anführer seiner Altersgenossen bei kriegerischen Spielen und Balgereien. Aber das Lernen kam ihn sauer an, weil er dazu hätte stillsitzen sollen und sowohl in den öffentlichen […] Schulen, welche er bis in die 3. Klasse besuchte, behauptete er gewöhnlich keinen andern als den untersten Platz.“ Auch der Privatunterricht brachte keine grossen Fortschritte, „aber Lehrer und Mitschüler liebten ihn alle wegen seiner Gutmütigkeit, Offenheit und der lustigen Einfälle,…“.
Als die Familie 1755 nach Schloss Wellenberg zog, wo sein Vater Obervogt wurde, änderte sich einiges für Salomon: er erlebte zum ersten Mal die freie Natur. Er wusste sich immer zu helfen und hatte die kuriosesten Einfälle, z.B. im Winter, als nicht genug „Kesslerschlitten“ (das sind Knabenschlitten, die mit eisernen Ringen behängt sind und kesseln, rasseln, Lärm machen) für ihn und seine Brüder vorhanden waren. Er holte sich aus der Küche eine grosse Bratpfanne und fuhr damit auf der vorbereiteten Piste vom Schloss nach Wellhausen. – Von einer Kletterei auf Bäume zeugte sein Leben lang eine grosse Narbe, die er sich beim Sturz zugezogen hatte.
Schon auf Schloss Wellenberg bewies er sein Talent als angehender Maler, als er mit Rothstein-Kreide oder Kohlen „seine frühesten großen Skizzen von Bäumen, Pferden, Husaren und Jägern auf die Mauern des Schlosses Wellenberg flüchtig, aber keck und bedeutende Anlagen verrathend hinwarf.“
(Die Zitate sind dem Buch von David Hess entnommen: Salomon Landolt, ein Charakterbild, nach dem Leben ausgemalt).
Am Sonntag, 18. November 2018 in Maur:
Spezielles Programm für Kinder ... auch für all jene, die im Mai im Schloss Greifensee nicht dabei sein konnten:
Spiele aus früheren Zeiten ausprobieren, in alte Kleider schlüpfen und zeichnen. Die älteren Kinder können in einer zweiten Runde mitdiskutieren, sich mit früher, heute und der Zukunft auseinander setzen und spannende Geschichten hören.
zum Kinderprogramm
Bildlegenden zu Kinderprogramm Anlass Salomon Landolt
Bild Porträt in Öl
Salomon Landolt im Alter von ungefähr 6 Jahren, um 1747. Original in Privatbesitz, Reproduktion Museen Maur.
Bild Reifenspiel
Conrad Meyer, 17. Jh., Die Kinderspiele: Reifenspiel.
Bild Stelzen
dito: Stelzenlaufen