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Vitznau–Rigi-Bahn
|Kürzel||VRB|
|Bahntyp||Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1969-12-15|
|Mutiert||Ab 1992-01-01 Rigi-Bahnen|
|Daten vorhanden||nein|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Bis 1969 hiess die VRB offiziell «Rigibahn» (RB). Zur einfacheren Unterscheidung von den anderen Bahnen auf der Rigi wählten wir jedoch das Kürzel VRB.
Die normalspurige und 1871 eröffnete VRB war die erste Zahnradbahn Europas. Sie überwand eine maximale Steigung von 250 Promille und war eine Aktiengesellschaft, an der sich ausschliesslich Private beteiligten, darunter Banken aus Basel und Luzern. Die Konzeption und Realisierung der Bahn initiierte massgeblich der berühmte Ingenieur Niklaus Riggenbach, der – nicht ganz unumstritten – als Erfinder des Zahnradsystems gilt. Die VRB führte während der ersten zwei Betriebsjahre nur bis Staffelhöhe. Das Reststück Staffelhöhe–Rigi Kulm, das auf Schwyzer Kantonsgebiet lag und für welches die VRB keine Konzession erhalten hatte, erstellte 1873 die Arth–Rigi-Bahn (ARB) und gab es der VRB in Pacht. Die hohen «verschiedenen Ausgaben» der VRB entsprachen im Wesentlichen diesen Pachtzinsen, die ertragsabhängig waren und gemessen an der Streckenlänge von nur 1.7 Kilometern teils exorbitante Werte erreichten. 1913 wandelte die VRB schwebende Schulden in feste Anleihen um. Einen beachtlichen Posten in der VRB-Bilanz mit einem Anlagewert von über 300'000 Franken stellten diverse Liegenschaften und Gebäulichkeiten dar, darunter ein Hotel in Vitznau. Diese «Nebengeschäfte» sind ebenfalls in der Baurechnung enthalten. Als einzige Zahnradbahn der Schweiz verfügte die VRB über einen Doppelspurabschnitt, der zwischen den Stationen Freibergen und Kaltbad in Betrieb stand.
Die VRB war ausserordentlich erfolgreich und löste auf der Rigi einen veritablen (Hotel-) Bauboom aus, darunter auch die erwähnte ARB sowie die Rigi–Scheidegg-Bahn (RSB), die 1875 respektive 1874 den Betrieb aufnahmen. Der rasante Anstieg der Gütertransporte der VRB bis 1875 ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Allein bis 1890 schüttete die VRB bei einem Aktienkapital von 1.25 Mio. Franken Dividenden von gesamthaft 2.5 Mio. Franken aus. Das entsprach einer jährlichen Rendite von durchschnittlich rund 13 Prozent. Die VRB war damit in Relation zum Eigenkapital die profitabelste Bahngesellschaft der Schweiz. Mit aller Härte traf sie jedoch die Krise des Ersten Weltkriegs. Der Personenverkehr, auf dem praktisch die gesamten Einnahmen der VRB beruhten, brach bis 1915 von zuvor fast 170'000 Passagieren auf gerade noch knapp 18'000 ein. Die schwebenden Schulden stiegen auf fast 1 Mio. Franken an, wobei die Rechnung offenbar durch Inanspruchnahme von Reserven noch geschönt wurde. Nachvollziehen lässt sich dies jedoch aus der Statistik nur bedingt, da sie von 1914 bis 1918 keine Entnahmen aus den Spezialfonds auswies, obwohl sich die Reserven markant verringerten.
Bis 1907 verkehrte die VRB nur von zirka April bis Oktober. Der danach eingeführte Winterbetrieb erwies sich aber als nicht rentabel und wurde umgehend wieder eingestellt, später auf der Teilstrecke Vitznau–Rigi Kaltbad erneut aufgenommen. Erst relativ spät, nämlich 1937, erfolgte die Elektrifikation (Gleichstrom).
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: