Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03516.jsonl.gz/1789

Meilensteine der Spielgeschichte
1962 – Die Anfänge
Es ist nicht ganz klar, wann die ersten elektronischen Spiele (die den Namen auch verdienen) entwickelt wurden. Eines der ersten war das Spiel Spacewar!, welches 1962 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston USA von Studenten programmiert wurde. Bereits bei diesem Spiel konnten 2 Personen gegeneinander spielen.
1982 – Der Heimcomputer kommt auf
Der erste erschwingliche Heimcomputer war der C64 von Commodore, welcher weltweit um die 15 Millionen Mal verkauft wurde. Dieser Computer konnte 16 verschiedene Farben darstellen. Im Vergleich dazu: Smartphones können über 16 Millionen Farben darstellen. Mit dem C64 Computer beginnt auch die Geschichte des kommerziellen Computerspiels. Der C64 hatte bei den Jugendlichen als Spielcomputer Kultstatus!
1986 – Eine Konsole für das Wohnzimmer ...
Spielkonsolen, die direkt im Wohnzimmer an den Fernseher angeschlossen werden konnten, gab es schon vorher. Doch in diesem Jahr revolutionierte Nintendo mit ihrem Nintendo Entertainment System (NES) den Konsolenmarkt. Mit dieser Konsole erblickte auch der wohl bekannteste Computerspielheld Super Mario das Licht der Welt. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde das heute noch beliebte Tetris vom russischen Entwickler Alexei Paschitnow zum weltweiten Erfolg.
1989 – … und eine Konsole für unterwegs
Ende der Achziger Jahre kommt die erste portable Gamekonsole, der legendäre Game Boy auf den Markt. Fest mit dieser ersten «handheld» Konsole in Verbindung gebracht werden die Spiele Tetris und Super Mario. Der Game Boy von Nintendo gilt als bahnbrechender Vorreiter sowohl für alle später erschienenen tragbaren Konsolen und auch für Games auf dem heutigen Smartphone.
1992 – Die Ego-Perspektive
Der Amiga 500 von Commodore hatte sich längst etabliert (Erscheinungsdatum 1987). Der PC mutierte langsam vom Bürocomputer zum Mulitmediacomputer, als der erste Ego-Shooter auf den Markt kam. Wolfenstein 3D von id Software zählt als wegweisender Klassiker der Spielgeschichte. Als amerikanischer Soldat musste man sich aus der Gefangenschaft der Nazis befreien, und ballerte sich mit verschiedensten Waffen durch ein mehrstöckiges Gebäude. Man sah vor sich seine Waffe und konnte sich auf der horizontalen um die eigene Achse drehen. Nach oben und unten schauen war nicht möglich. Das Spiel wurde in Deutschland wegen der allgegenwärtigen Nazisymbolik indiziert.
1994 – Sony und der wohl bekannteste weibliche Computerspielcharakter
Mit dem Erscheinen der ersten Playstation von Sony wurde das elektronische Spiel noch populärer. Mit bis heute über 100 Millionen verkauften Exemplaren stiess Sony den bisherigen Konsolen-Marktführer Nintendo vom Thron.
Auf dieser Konsole erschien im Jahr 1996 das Spiel Tomb Raider. Die Hauptdarstellerin des Spiels, Lara Croft, ist wegen der diversen Verfilmungen die wohl bekannteste Computerspielfrau der Spielgeschichte.
2000 – Die Industrie entdeckt die Frauen als Zielgruppe
Bis zu diesem Zeitpunkt war das elektronische Spiel weitgehend in der Hand von männlichen Spielern. Dies änderte die erste Ausgabe des Spiels Die Sims, welches gemäss den Angaben von Hersteller Maxis bis heute von über 60% Frauen gekauft und gespielt wird. In dieser Lebenssimulation ist es die Aufgabe des Spielenden, eine Familie zu erschaffen und zu verwalten, ein Haus zu bauen, Freundschaften zu schliessen und Geld zu verdienen. Diese Computerspielreihe wird bis heute mit grossem Erfolg weitergeführt.
2005 – Vom Nischenprodukt zum Massenphänomen
Computerspiele sind zu diesem Zeitpunkt schon länger ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mit dem Aufkommen des Internets ab dem Jahr 1992 wird das Zusammenspielen übers Internet immer wichtiger. Doch dauert es bis zum Erscheinen von World of Warcraft im Jahr 2005, bis der Durchbruch des Onlinespielens stattfindet. Dieses Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) ist massgeblich daran beteiligt, dass Computerspiele nicht mehr als Nischenprodukt wahrgenommen werden. World of Warcraft ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Computerspiel. Die Entwicklerfirma Blizzard Entertainment hat mit diesem Spiel bis heute über 10 Milliarden US Dollar Umsatz eingefahren. Das Spiel hat heute noch über 6 Millionen Abonnenten weltweit, die für die Teilnahme an der virtuellen Welt von World of Warcraft jeden Monat um die 15 Franken bezahlen.
2007 – (Fast) Jeder spielt mal ein elektronisches Spiel
Die sogenannten Handhelds (Handspielgeräte) bleiben bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich ein Kinderspielzeug. Dies ändert sich mit dem Aufkommen der Smartphones ab dem Jahr 2007. Heute hat fast jeder Handybesitzer ein Smartphone, mit welchem auch gespielt wird. Hand aufs Herz, wer hat sich nicht auch schon an einem Angry Birds, Candy Crush oder Quizduell versucht?
Mit dem Smartphone kommt auch eine neue Vertriebsstruktur auf den Markt, die sogenannten Free-to-Play-Games.
2009 – Bauklötze definieren den Offene-Welt-Standard
Minecraft, alle Kinder und Jugendlichen kennen es und viele spielen es. Die Spielwelt ist aus lauter 1x1x1-Meter grossen Blöcken generiert, jeder Block kann abgebaut und wieder hinzugefügt werden. Es gibt kein fest vorgelegtes Spielziel, das Hauptaugenmerk gilt dem kreativen Bauen und dem Entdecken der Spielwelt. Minecraft hat so den Standard der Open-World-Games definiert. Und bis zum heutigen Tag konnte kein anderes Spiel eine solch offene Spielwelt bieten. Minecraft wurde ursprünglich für den PC entwickelt, ist aber heute auf allen gängigen Spielsystemen verfügbar.
2016 – Pokémon Go
Im Jahr 2016 ist das Spiel Pokémon Go auf den Markt gekommen. Das Spiel kann vereinfacht als Geocaching 2.0 beschrieben werden. Die App ist sowohl für Android als auch für das Apple OS erschienen und revolutionierte die Welt der elektronischen Spiele. Der Spieler reist durch die reale Welt und kann an diversen Schauplätzen via Handycamera die Pokémons entdecken und einfangen. Dazu gibt es verschiedene Arenen, wo die Pokémons gegeneinander kämpfen können. Das Spiel ist noch zu neu, um wirkliche Aussagen über den Wert des Spiels tätigen zu können. Doch die sogennante «Augment realitiy» AR, also die Interaktivität zwischen der realen und der virtuellen Welt, könnte zukunftsweisend sein für weitere Spiele dieser Art.
Die Zukunft
Jeden Monat kommen neue Spiele auf den Markt. Innovationen sind höchst selten, es wird immer auf den bewährten Prinzipien der oben beschriebenen Spiele aufgebaut. Hinzu kommen neue Formen, die das Spielerlebnis intensivieren. Bereits auf dem Markt sind beispielsweise VR-Brillen (Virtual Reality Brillen), mit welchen man in eine 3D-Welt des Spiels eintaucht. Die Spielindustrie wird von ein paar wenigen globalen Unternehmen bestimmt. Spiele werden immer aufwändiger und kosten in der Entwicklung bis zu 500 Millionen USD. Ziel der Unternehmen ist es, dieses Geld so schnell wie möglich wieder einzunehmen, daher investieren sie oft bis zu einem Drittel des Gesamtbudgets in das Marketing.