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Ein Verbot von Glyphosat würde zu vermehrter Bodenbearbeitung führen
RICHTIG
Das ist zwar richtig. Um den Boden vor der Aussaat vorzubereiten, wird oft das Pflügen bevorzugt, weil es effizient ist. Aber es ist nur eine Bodenbearbeitungsvariante unter anderen. Die Idee ist nun, die Technik zu variieren und eine flache Bodenbearbeitung zu bevorzugen. Hierfür stehen neue, leistungsstarke Bodenbearbeitungsmaschinen zur Verfügung.
Bodenbearbeitung ist eine nützliche Massnahme zur Mobilisierung natürlicher Bodenprozesse
ie Anbaufläche ohne klassisches Pflügen nimmt in der Schweiz zu. Genaue Daten liegen nicht vor, aber die mit flacher Bodenbearbeitung und Direktsaat bebaute Fläche beträgt schätzungsweise nur etwa 10-15%, wovon ein Teil biologisch bewirtschaftet wird. 85% der bebauten Parzellen werden also gepflügt.
Die Bodenbearbeitung, einschliesslich des gelegentlichen und korrekten Pflügens, sollte nicht verteufelt werden, denn es gibt sehr gute neue Techniken (siehe auch Punkt 2.4).
In der Agrarökologie empfehlen wir, den Boden so wenig und so oberflächlich wie möglich zu bearbeiten, mit oder ohne Wenden des Bodens. Flache Bodenbearbeitung betrifft nur die obersten 8 bis 15 cm. Korrektes Pflügen darf eine Tiefe von 10 bis 20 cm nicht überschreiten. Mit modernen, gut angepassten Pflügen kann bis zu einer Tiefe von weniger als 12 cm gepflügt werden. Dies ist weit entfernt vom konventionellen Pflügen auf 25 bis 35 cm Tiefe, das in der Vergangenheit üblich war und nun in Verruf geraten ist.
Die richtige Lösung besteht darin, die Bodenbearbeitungstechnik zu variieren (abhängig von den Kulturen, der Bodenart, dem Wetter usw.), um eine optimale Wirkung zu erzielen und die Bodenfruchtbarkeit so gut wie möglich zu erhalten.
Die Bodenbearbeitung hat diverse Ziele. Eines davon ist, das Bodenleben zu aktivieren und Bodenstickstoff für Pflanzen verfügbar zu machen. Ein anderes Ziel besteht darin, die Kulturen zu pflegen, indem man die Unkräuter durch Vergraben und die Schädlinge (Insekten, Schnecken usw.) durch Vernichten reduziert. Die Bodenbearbeitung ist also eine nützliche Massnahme, um die natürlichen Prozesse des Bodens zu mobilisieren. Andernfalls muss sie in der konventionellen Landwirtschaft z.B. durch sehr schnell wirkende chemische Düngemittel kompensiert werden.
In der Agrarökologie oder im Biolandbau wird die Minimalbodenbearbeitung von organischen Düngergaben und vielfältigen Fruchtfolgen mit Kunstwiese begleitet.
Pflügen auf eine Tiefe von 10 cm
Erster Durchgang einer flachen Bodenbearbeitung
(ohne den Boden zu wenden)