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Diese Wochenberichtsperiode war geprägt von wechselhaftem Wetter mit wiederholten Schneefällen im Norden und einem ausserordentlich milden Wochenende. Für die Lawinensituation waren die Lawinenprobleme «Neuschnee», «Triebschnee» und «Altschnee» relevant.
In der Nacht auf Freitag schneite es verbreitet mit Schwergewicht am Alpennordhang (vgl. Abbildung 1). Die Schneefallgrenze lag zwischen 1200 und 800 m. Bereits am Vormittag wurde es aus Westen und Süden zunehmend sonnig, während im Osten der Niederschlag zu Ende ging. Der Wind blies aus westlichen Richtungen, in der Nacht auf Freitag meist stark bis stürmisch, am Alpensüdhang schwach bis mässig. Tagsüber liess er am Alpennordhang und im Wallis nach, in Graubünden und am Alpensüdhang blies er am Nachmittag noch meist mässig bis stark aus Norden.
Der Freitag war der lawinenaktivste Tag der Woche. Von den 284 gemeldeten Lawinen waren 49% klein (Grösse 1), 42% mittel (Grösse 2) und 9% gross (Grösse 3) (vgl. Abbildung 2). 82% davon wurden durch Sprengungen künstlich ausgelöst, 8% (24 Stück) durch Personen. Der Rest ging spontan ab, 2 Stück wurden durch Pistenfahrzeuge ausgelöst.
Besonders im Westen und Süden, wo es schon tagsüber sonnig wurde, genossen viele Freerider den lockeren Neuschnee (vgl. Abbildung 3).
Durch Sprengungen wurden zum Teil grosse Lawinen künstlich ausgelöst (vgl. Abb. 4).
Während aus den inneralpinen Gebieten des Wallis Brüche in tieferen Schneeschichten kaum mehr gemeldet wurden, mehrten sich solche in Graubünden. Dabei handelte es sich meist um die eingeschneite, aufbauend umgewandelte Schneeoberfläche der langen Schönwetterphase vom Januar oder um Schwachschichten im Bereich von Krusten etwas höher in der Schneedecke (vgl. Abbildung 5).
Am Samstag war es sonnig, am Sonntag zogen rasch hohe, dünne Wolken auf. Längere Aufhellungen gab es vor allem im Tessin und in Graubünden. Die Nullgradgrenze lag am Samstag bei 3000 m, am Sonntag bei 3500 m (vgl. Abbildung 6), was zum Teil mit neuen Februartemperaturrekorden verbunden war. Der Wind wehte am Samstag schwach bis mässig aus Südwest, am Sonntag dann am Nördlichen Alpenkamm vom Chablais bis in die Urner Alpen mässig bis stark.
Die Neu- und Triebschneeschichten, welche sich bis am Freitag gebildet hatten, stabilisierten sich schnell – schneller als in der Prognose eingeschätzt. Dabei wirkte sich auch die Wärme günstig aus. Der Rückgang der Lawinengefahr erfolgte damit schneller als im Lawinenbulletin für den Samstag prognostiziert (vgl. «Gefahrenentwicklung» unten auf der Seite). Auch die, unter Föhneinfluss erwartete Triebschneebildung am östlichen Alpennordhang blieb mit ausbleibendem Föhnschub aus.
Am Samstag und Sonntag wurden lediglich je 1 resp. 3 Lawinenauslösungen durch Personen gemeldet. Dabei entpuppte sich erneut der «Altschnee» als weiterhin ernst zu nehmendes Lawinenproblem in den inneralpinen Gebieten Graubündens – vornehmlich in hohen Lagen an Steilhängen, die sich zuvor noch nie entladen hatten oder noch nicht intensiv begangen wurden. Zwei Auslösungen am Sonntag reihten sich in die bereits an den Vortagen eingegangenen Hinweise: Am Chrachenhorn (Davos, GR) lösten eine Personengruppe an einem sehr steilen Ost-Nordosthang auf 2670 m und eine Person an einem sehr steilen Nordhang auf 2570 m je eine mittelgrosse Lawine aus (Grösse 2) und wurden mitgerissen. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. Beide Lawinen lösten sich am Übergang zum stark aufbauend umgewandelten Januar-Schnee der Schönwetterperiode (vgl. Abbildung 7).
Ob am Sonntag Alarmzeichen wie Wummgeräusche auftraten, ist nicht bekannt. Am Tag des Augenscheins durch Mitarbeitende des Lawinenwarndienstes am Montag waren solche im Zustieg schon ab 2100 m zu beobachten. Zudem waren die Einsinktiefen mit Skis nur gering (rund 10 cm), ohne Skis jedoch markant – ein Zeichen dafür, dass tiefere Schichten in der Schneedecke schwach sind (vgl. Abbildung/Film 8).
Abbildung 8: Die Einsinktiefen mit den Skis waren meist um 10 cm, wie die Spuren zeigen. Mit den Skis sank man nur selten bis in tiefere Schichten durch, ohne Skis jedoch brach man oft tief ein (Film: SLF/Th. Stucki, 17.02.2020).
Die zweite Hälfte dieser Wochenberichtsperiode war geprägt von wechselhaftem Wetter. Zwei Kaltfrontdurchgänge brachten am Montag und Mittwoch je etwas Schnee im Norden (vgl. Abbildung 9) – und auch wieder kältere Temperaturen (vgl. Abbildung 6) mit einer Schneefallgrenze um 1000 m. Der Wind blies aus West bis Südwest, im Norden oft mässig bis stark, zeitweise auch stürmisch. Am Montag war es im Norden, am Mittwoch im Süden föhnig. Sonst und in den übrigen Gebieten blies der Wind schwach bis mässig. Von Sonne profitierte am Montag vor allem das südliche Oberwallis, der Osten und Graubünden, am Dienstag alle Gebiete ausser der östliche Alpennordhang, am Mittwoch der Süden und am Donnerstag der Westen.
Trotz wiederholter Schneefälle lagen die Schneehöhen am Donnerstag, 20.02. meist etwas unter den, zu dieser Jahreszeit üblichen Werten. Auf 2000 m lag im flachen Gelände im Westen 80 bis 120 cm, zum Teil bis 200 m Schnee, im Osten 120 bis 200 cm, lokal auch mehr. Im südlichen Wallis und im Oberengadin und Puschlav waren es 50 bis 80 cm.
Sehr wenig Schnee lag entlang der Voralpen, wie Bilder vom Dienstag, 18.02. und Donnerstag, 20.02. zeigten (vgl. Abbildung 10).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.