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Aulus Licinius, griech. Dichter, geboren um 120 v. Chr. zu Antiochia, kam 102 nach Rom, wo ihm seine Kunst, besonders
im Improvisieren, in den ersten Familien Zutritt verschaffte, namentlich in der der Luculler. Ihrem Einfluß
verdankte er, daß er um 90 das Bürgerrecht der mit Rom verbündeten Stadt Herakleia erhielt, womit zugleich der Genuß des
römischen Bürgerrechts verbunden war. Trotzdem wurde er 62 der widerrechtlichen Anmaßung desselben angeklagt, aber auf
die glänzende Verteidigungsrede seines Freundes Cicero (pro Archia poeta) freigesprochen. Seinen Namen tragen 35 Epigramme
in der griechischen Anthologie; ob diese aber von ihm herrühren, ist zweifelhaft.
Vgl. Conz, Licinius Archias, ein Improvisator
(Ulm 1825).
Aulus Licinius, griech. Dichter aus Antiochia, geb. um 120 v. Chr., hatte sich in Griechenland und Asien einen
Namen erworben und fand, als er 102 v. Chr. nach Rom kam, namentlich bei M. Lucullus und dessen Söhnen gastliche
Aufnahme. Von der Stadt Heraklea in Unteritalien hatte er das Bürgerrecht erhalten und bekam infolge davon
mehr
nach einem Gesetze vom J. 89 das röm. Bürgerrecht. Als dies 62 v. Chr. ein gewisser Gratius bestritt, hielt Cicero für den
Angeklagten die berühmte «Rede für den Dichter Archias». Von seinen
Werken, von denen Cicero die epischen Gedichte über den Cimbrischen Krieg unter Marius und über den Krieg gegen Mithridates
unter Lucullus rühmt, ist nichts erhalten.