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Silicon Valley
Das Silicon Valley ist eine Region in der südlichen San Francisco Bay Area und ein globales Zentrum für Hightech, Innovation und Social Media. Es entspricht in etwa den geografischen Ausdehnungen des Santa Clara Valley. San José ist die grösste Stadt im Silicon Valley. Weitere wichtige Städte im Silicon Valley sind Cupertino, Menlo Park, Mountain View, Palo Alto, Santa Clara und Sunnyvale. Die Metropolregion San José hat laut Brookings Institution das dritthöchste BIP pro Kopf der Welt nach Zürich und Oslo.
Der Name Silicon Valley leitet sich vom englischen Wort Silicon für das Element Silicium ab. Das Halbleiterelement Silicium bildet die Grundlage aller mikroelektronischen Bauelemente, die für den Computerbau nötig sind. Der Name bezog sich ursprünglich auf die grosse Zahl an Pionieren und Herstellern von Computer Chips in der Region. Heute ist das Gebiet die Heimat vieler der weltweit grössten High-Tech-Unternehmen, darunter Hauptsitze von 39 Unternehmen im Fortune 1000 und tausender Start-Ups. Das Silicon Valley macht auch ein Drittel aller Risikokapitalinvestitionen in den Vereinigten Staaten aus, wodurch es zu einem führenden Zentrum für Hightech-Innovationen und wissenschaftliche Entwicklung geworden ist. Im Valley wurden unter anderem die siliziumbasierte, integrierte Schaltung, der Mikroprozessor und der Mikrocomputer entwickelt. Im Jahre 2013 beschäftigte die Region bereits mehr als eine Viertelmillion Mitarbeiter in der Informationstechnologie Branche.
Der Begriff Silicon Valley hat über die Jahre zwei Definitionen bekommen. Die erste ist für die Region im Santa Clara Valley. Die zweite bezieht sich auf alle Hightech-Unternehmen in der Bay Area, da immer mehr Unternehmen in anderen Grossstädten der Bay Area, wie San Francisco und Oakland, gegründet wurden.
Geschichte
Telegraf & Radio
Die Wurzeln als Innovationszentrum reichen zurück bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurden in San Francisco und San José wichtige Entwicklungen im Bereich Telegraf und Radio erzielt, die sowohl kommerziell als auch militärisch genutzt wurden.
Stanford University
Ein wichtiger Treiber für Innovation und Gründertrum im Silicon Valley wird die Stanford University. 1885 wird sie von Leland und Jane Stanford gegründet und 1891 in Palo Alto eröffnet. Die Stanford University, ihre Zweigniederlassungen und die Absolventen spielen in den folgenden Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung bahnbrechender Neuerung. Einige Beispiele sind die Arbeit von Lee De Forest mit seiner Erfindung einer wegweisenden Vakuumröhre namens Audion und den Oszilloskopen von Hewlett-Packard.
Der Aufstieg des Silicon Valley wird durch ein starkes Gefühl der regionalen Solidarität getragen. Seit der Gründung sehen die Führungskräfte der Stanford University ihre Mission im Dienste der Westküste und gestalten die Universität entsprechend. Gleichzeitig förderte die wahrgenommene Ausbeutung der Westküste durch Interessen der Ostküste Versuche, eine autarke lokale Industrie aufzubauen. So tragen regionale Bestrebungen dazu bei, die Interessen Stanfords mit denen der High-Tech-Unternehmen der Region in den darauf folgenden Jahren in Einklang zu bringen.
In den 40er und 50er Jahren ermutigte Frederick Terman, der Dekan für Ingenieurwesen und Fakultätsleiter, die Fachbereiche und Absolventen ihr eigenen Firmen zu gründen. Ihm wird die Förderung von Hewlett-Packard, Varian Associates und anderen High-Tech-Unternehmen zugeschrieben, sowie dem Stanford Campus, um den sich später das Silicon Valley bilden sollte. Aus diesem Grund wird Terman noch heute oft als "der Vater des Silicon Valley" bezeichnet.
In den Jahren 1955 bis 1985 erfolgt an der Stanford University die Forschung und Entwicklung im Bereich der Solid State Technologie. In drei Wellen werden industrielle Innovationen in enger Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen, hauptsächlich Bell Telephone Laboratories, Shockley Semiconductor, Fairchild Semiconductor und Xerox PARC, entwickelt.
Stanford Industrial Park
Nach dem Zweiten Weltkrieg erleben die Universitäten aufgrund der Rückkehr von Studenten aus dem Krieg eine enorme Nachfrage. Um den finanziellen Anforderungen des Wachstumsbedarfs von Stanford gerecht zu werden und lokale Beschäftigungsmöglichkeiten für abgehende Studenten zu schaffen, wird im Jahr 1951 auf Anregung von Frederick Terman ein Teil der Grundstücke zur Nutzung als Büropark verpachtet. Darauf entsteht der Stanford Industrial Park (später Stanford Research Park). Die Mietverträge für die Büros werden auf Hightech-Unternehmen beschränkt. Der erste Mieter wird Varian Associates, in den 1930er Jahren von Stanford-Alumnis gegründet, um militärische Radarkomponenten zu entwickeln. Terman findet aber auch Risikokapital für Start-Ups, die nicht-militärische Technologien entwickeln.
Der Silizium Transistor
1953 verliess William Shockley Bell Labs (in New Jersey) wegen einer Meinungsverschiedenheit über den Umgang mit der Erfindung des Transistors. Nach einer kurzen Rückkehr an das California Institute of Technology zog Shockley 1956 nach Mountain View und gründete das Shockley Semiconductor Laboratory. Im Gegensatz zu vielen anderen Forschern, die Germanium als Halbleitermaterial verwendeten, glaubte Shockley, dass Silizium das bessere Material für die Herstellung von Transistoren sei. Shockley wollte den Stromtransistor durch ein neues Drei-Elemente-Design (heute bekannt als Shockley-Diode) ersetzen, aber das Design war wesentlich schwieriger zu bauen als der "einfache" Transistor. 1957 beschloss Shockley, die Forschung am Siliziumtransistor einzustellen. Infolge von Shockleys rücksichtslosem Führungsstil verliessen acht Ingenieure das Unternehmen und gründeten Fairchild Semiconductor. Shockley bezeichnete sie als die "verräterischen Acht". Zwei der ursprünglichen Mitarbeiter von Fairchild Semiconductor, Robert Noyce und Gordon Moore, gründeten später Intel.
Shockleys Arbeit dient in den folgenden Dekaden als Grundlage für viele elektronische Entwicklungen.
Microprozessor, Computer Netzwerke und der Personal Computer
Im April 1974 brachte Intel den Intel 8080 auf den Markt, einen "Computer auf einem Chip", "den ersten wirklich nutzbaren Mikroprozessor". Ein Mikroprozessor vereint die Funktionen der Zentraleinheit (CPU) eines Computers auf einer einzigen integrierten Schaltung (IC).
Diese Entwicklung ermöglichte in den darauf folgenden Jahren die Entwicklung des Personal Computers, wie dem Apple I und Apple II durch Steve Wozniak und Steve Jobs.
Parallel erfolgte die Entwicklung erster Computer Netzwerke. Auf Initiative von J.C.R. Licklider, dem ersten Direktor des Information Processing Techniques Office (IPTO) am ARPA des Pentagons, wurde bis Ende der 1960er Jahre das Konzept einer ersten, primitiven Version eines Computer Netzwerks unter dem Namen ARPANET. Dieses entwickelt sich in den 1970er Jahren zu einem Netzwerk von Netzwerken, dem Vorläufer des Internets.
Software
Obwohl Halbleiter nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft der Region sind, war das Silicon Valley in den letzten Jahren und Jahrzehnten am bekanntesten für Innovationen bei Software und Internetdienstleistungen. Dadurch hat das Silicon Valley den Einfluss von Computer-Betriebssystemen, Software und Benutzeroberflächen erheblich beeinflusst.
Doug Engelbart erfand Mitte der 1960er und 1970er Jahre die Maus und hypertextbasierte Kollaborationswerkzeuge, während er am Stanford Research Institute (heute SRI International) arbeitete. Dieses demonstrierte er 1968 erstmals öffentlich, was bis heute als The Mother of All Demos bekannt ist. Das Engelbart Augmentation Research Center am SRI war auch an der Einführung des ARPANET (Vorläufer des Internets) und der Gründung des Network Information Center (heute InterNIC) beteiligt. Xerox stellte ab Anfang der 1970er Jahre einige der besten Forscher von Engelbart ein. In den 1970er und 1980er Jahren wiederum spielte das Palo Alto Research Center (PARC) von Xerox eine zentrale Rolle in den Bereichen objektorientierte Programmierung, grafische Benutzeroberflächen (GUIs), Ethernet, PostScript und Laserdrucker.
Während Xerox Geräte mit seinen Technologien vermarktete, wurden diese zum grössten Teil von anderen Unternehmen eingesetzt. Die Verbreitung führte direkt zu 3Com und Adobe Systems und indirekt zu Cisco, Apple Computer und Microsoft. Das Macintosh-GUI von Apple war vor allem auf den Besuch von Steve Jobs bei PARC und die anschliessende Anstellung von Schlüsselpersonen zurückzuführen. Der Impuls von Cisco ging von der Notwendigkeit aus, eine Vielzahl von Protokollen über den Stanford Campus Ethernet zu leiten.
Internet
Die kommerzielle Nutzung des Internets begann in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ab 1995 stieg die Anzahl Internetnutzer stark an und begründete die erste Welle von Internet Start-Ups, wie Amazon.com, eBay und den Vorläufer von Craigslist.
Mit der weiteren Verbreitung von Personal Computer, immer schnelleren Internetverbindungen und dem Smartphone wurde das Internet immer allgegenwärtiger. Dies führt bis heute zu immer neuen Ideen und Anwendungen, und den damit einhergehenden Gründungen von neuen Unternehmen. Beispiele dafür sind Google, Yahoo!, PayPal, Twitter oder auch Facebook.