Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/182236

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Dezember 2016 wurden 2129 der 2540 am Grenzübergang Chiasso angekommenen Flüchtlinge nach Italien zurückgewiesen. Im Januar kritisierten 27 italienische Parlamentsabgeordnete das überstürzte Handeln der Schweizer Grenzwache, die vorher geplanten gruppenweisen Wegweisungen und die Unmöglichkeit, einen Asylantrag zu stellen.</p><p>Denkt der Bundesrat, dass er seinen humanitären Verpflichtungen mit solchen Praktiken nachkommt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Jahr 2016 haben 16 980 Personen gegenüber Angehörigen des Grenzwachtkorps um Asyl nachgesucht und sind dem Staatssekretariat für Migration für die Aufnahme ins Asylverfahren übergeben worden.</p><p>Die Schweiz ist kein Transitland für Personen, die hier nicht um Asyl nachsuchen wollen. Der Prozentsatz an Personen, die an Italien rückübergeben wurden, ist im Jahr 2016 gestiegen, da viel mehr Migrantinnen und Migranten versuchten, die Schweiz lediglich zu durchqueren, um an eine Destination ihrer Wahl in Europa weiterzureisen. Im Jahr 2016 verschwanden zu Spitzenzeiten bis zu 40 Prozent der Gesuchsteller noch vor der vollständigen Erfassung des Asylgesuchs bereits wieder. Weitere 10 bis 20 Prozent brachen das Asylverfahren nach der vollständigen Gesuchserfassung ab, indem sie das Empfangs- und Verfahrenszentrum im Verlauf der ersten Tage ihres Aufenthalts unkontrolliert und vorzeitig verliessen.</p>