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Im Museo Vincenzo Vela befindet sich eine in vielerlei Hinsicht interessante Sammlung antiquarischer Fotografien, die aus etwa tausend Exemplaren besteht, darunter auch 79 Fotoplatten. Dabei handelt es sich nicht nur um die älteste Fotosammlung des Kantons Tessin, sondern auch um die erste Sammlung, die im Moment der Annahme des testamentarischen Nachlasses im Jahre 1896 in den Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft gelangte. Vincenzo Vela selbst hatte mit dem Sammeln von Fotografien begonnen, sein Sohn Spartaco führte diese Aufgabe weiter und bereicherte den Bestand sogar mit eigenhändigen Aufnahmen. Schon allein die Tatsache, dass eine Fotosammlung im Besitz einer Künstlerfamilie vollständig und ohne zeitliche Lücken erhalten ist, stellt einen ausgesprochenen Glücksfall dar, denn auf diese Weise kann die Beziehung zwischen Fotografie und Kunstwerk tiefer erforscht werden.
Der fotografische Nachlass lässt sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: Zum einen liegen Fotografien vor, die eng mit der Entstehung von Bildhauerwerken oder Malereien verbunden sind und den Künstlern als Inspirationsquelle bzw. Vergleichsstudie dienten; daneben sind jedoch auch Aufnahmen von höchstem Interesse für die Entstehung und Geschichte der Fotografie erhalten, wie beispielsweise Salzpapierabzüge von Luigi Sacchi.
Weiterhin finden sich von Vincenzo Vela ausgearbeitete fotografische Bozzetti, mit deren Hilfe er seine Entwürfe den jeweiligen Auftraggebern präsentieren konnte, sowie Aufnahmen seiner Skulpturen an ihrem endgültigen Standort. Letztere waren wohl in dem Wunsch entstanden, die bereits ausgehändigten oder der Öffentlichkeit übermachten Marmor- und Bronzestandbilder in das private Umfeld zurückzuholen. Schliesslich birgt die Sammlung noch Fotografien, welche die Original-Einrichtung von Vincenzo Velas Wohnhaus-Museum dokumentieren.