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monokotyle Familie aus der Ordnung der Spadicifloren, Holzpflanzen von elegantem Wuchs, mit meist einfachem, durch eine Terminalknospe
fortwachsendem Stamm. Nur wenige Palmen haben einen oben in einige Äste geteilten Stamm, deren jeder dann mit einer einfachen Blätterkrone
anschließt, wie die Dumpalme (Hyphaena). Der Stamm hat meist in seiner ganzen Länge gleiche Dicke oder
ist auch in der Mitte oder nach unten bauchig verdickt. Von den majestätischen Dattel- und Wachspalmen von 40-50 m Höhe gibt
es alle Übergänge bis zu den Formen, deren Stamm fast unterirdisch ist oder nur als ein 1-2 m hoher Stock
sich erhebt, wie bei der Zwergpalme.
Einen mehr an die Gräser
[* 5] erinnernden besondern Typus repräsentiert die GattungCalamus mit ihren 90-160 m langen und kaum 25 cm
dicken schilfähnlichen und ästigen Stämmen, welche andre Bäume lianenartig (Palmlianen) umschlingen. Der mit kräftigen
Nebenwurzeln im Boden befestigte Palmenstamm ist durch die Überreste der Blattscheiden schuppig oder,
wenn die Blätter sich glatt vom Stamm ablösen, von den ringförmigen Blattbasen (s. nebenstehende
[* 3]
Figur)
bedeckt, bisweilen auch mit regelmäßig gestellten Stacheln besetzt. Im Innern wird der Stamm von langen, sehr festen Fasern,
den Gefäßbündeln, durchzogen, welche auch in die Blätter ausbiegen und auf dem Stammquerschnitt eine
regellose Anordnung zeigen (s. obige
[* 3]
Figur; vgl. auch
»Gefäßbündel«).
[* 6]
Die sehr großen Blätter umfassen mit scheidenförmiger Basis den Stamm, haben einen großen, unterseits konvexen Blattstiel
und eine hand- oder fächerförmig (Fächerpalme) oder fiederförmig (Fiederpalme) geteilte Blattfläche. Die Teilung entsteht
hier durch wirkliches Zerreißen der ursprünglich ganzen Fläche, ist daher mehr oder weniger vollständig;
in der Knospenlage ist die Blattfläche gefaltet, und an den Faltenlinien tritt die Zerreißung des Zellgewebes ein; die Nerven
[* 7] bleiben dann bisweilen als Fasern stehen.
Die Blattabschnitte sind von Längsnerven durchzogen. Die Blütenstände sind große, straußförmige Rispen, welche in den
Achseln der ältern Blätter entspringen, daher in der Blätterkrone oder unterhalb derselben sitzen, meistens
abwärts hängen, oft kolossale Größe besitzen und zahlreiche verhältnismäßig kleine, unansehnliche Blüten enthalten.
Am Grund sind diese Blütenstände von einem oder mehreren weiten, tütenförmigen Hüllblättern (spatha) umgeben, welche
anfangs dieselben ganz einschließen.
Die Blüten sind häufig durch Fehlschlagen eingeschlechtige entweder ein- oder zweihäusig. Das kelchartige Perigon besteht
aus drei äußern und ebenso vielen, mit jenen abwechselnden innern Blättern, welche
frei oder etwas verwachsen sind und
stehen bleiben. Staubgefäße
[* 8] sind meist sechs, ebenfalls in zwei Kreisen, vorhanden. Der oberständige Fruchtknoten ist mehr
oder weniger kugelig oder dreilappig, meist dreifächerig, jedoch häufig nur mit einem fruchtbaren Fach, und enthält im
Innenwinkel jedes Faches in der Regel eine einzige Samenknospe.
Die drei Griffel sind verwachsen oder etwas getrennt und tragen eine einfache, ungeteilte Narbe. Die Früchte
sind meist von dem erhärtenden Perigon umgeben, entweder beeren- oder steinbeerenartig, mit fleischigem oder faserigem Fruchtfleisch
und papierartigem oder holzigem, knochen- oder steinhartemKern. Dieser ist drei- oder durch Fehlschlagen einfächerig, daher
drei- oder einsamig. Der Same füllt den Innenraum des Kerns aus; sein reichliches Endosperm ist anfangs
milchartig flüssig, später verdichtet es sich, wird knorpelig oder hornig, trocken oder ölig, massiv oder gehöhlt.
Der Embryo liegt in einer Vertiefung des Endosperms an der Seite des Samens, wird aber noch von einer dünnen SchichtEndosperm
wie mit einem Deckelchen bedeckt; er ist cylindrisch oder kegelförmig, das Wurzelende ist gegen die
Peripherie des Samens gekehrt. Bei der Keimung wird der Embryo an dieser Stelle aus dem Samen
[* 9] hervorgeschoben, indem die untere
Partie des scheidenförmigen Kotyledons sich streckt, während nur der oberste Teil desselben als Saugorgan im Endosperm stecken
bleibt, bis dieses aufgesogen ist. Durch beträchtliche abwärts gerichtete Streckung des Kotyledons
wird die von ihm umhüllte Keimknospe samt dem Wurzelende in das Erdreich versenkt. Die Keimknospe bricht dann mit ihren
scheidigen ersten Blättern aus der Kotyledonenscheide nach oben hervor, während das Wurzelende sich anfangs zu einer vertikal
abwärts wachsenden Hauptwurzel entwickelt, welche aber bald durch Nebenwurzeln ersetzt wird.
Die Palmen nehmen vielmehr mit niederer Temperatur vorlieb und sind überhaupt viel härter, als man bis vor nicht langer Zeit
allgemein glaubte. Viele eignen sich auch vortrefflich zur Zimmerkultur, und einige Arten sind Marktpflanzen
geworden, welche in manchen Gärtnereien zu vielen Tausenden herangezogen werden.