Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03413.jsonl.gz/354

|Persönliche Post an einflussreiche Personen könnte zu Änderung Führen.|

Bief vom 6. Februar 2012 an Herrn Oliver Washington, Radio SRF, Postfach,
8042 Zürich

Abzockerinitiative - Streitgespräch im Tagesgepräch vom 05.02.2013
Sehr geehrter Herr Washington,
Herzlichen Dank für Ihre Beiträge vom 5.1.2013! Vor allem Ihre geschichtliche Zusammenfassung am Ende der Mittagnachrichten war beeindrückend und aufschlussreich.
Im Mittaggespräch waren die Erklärungen der zwei Kontrahenten zeitweise sehr anspruchsvoll. Hilfreich war's jeweils, als Sie den Namen der Person, die gerade gesprochen hatte, wiederholten, sodass man sicher wusste wer was gesagt hatte.
Die Herren widersprachen sich frontal. Da bleibt's den Radiohörenden überlassen, zu entscheiden, was richtig ist. Für mich gibt's oft die einfache Entscheidungshilfe: Wenn's von der Regierung oder von Economiesuisse kommt, ist das Votum meistens im Interesse der Habenden und gegen die Interessen der grossen Mehrheit des Volkes.
Das Argument "Standort Schweiz" ist meistens ein Scheinargument, weil es an den Grundursachen der Problematik vorbeigeht und nur eine einzige Lösung suggeriert. Im Falle der Abzockerlöhne, Böni und Abfindungen ist es ein lügenhaftes Argument. Diejenige Manager und "Cie-Ie-Oo"s, die nicht mit einem Jahresbezug auskommen wollen, der maximal dem Höchstgehalt eines Bundesrates entspricht, dürfen gerne die Schweiz verlassen. Die Arbeit wird sowieso von den mittleren Kadern erbracht.
Die Schweiz würde im Jahres-BIP vielleicht etwas "ärmer" aber fürs gemeine Volk würde das Leben besser, mit weniger Verdrängung aus den billigen Wohnungen an den teuren Stadtrand, und überhaupt. Von den Abzockern würden die wenigsten wirklich gehen, weil sie anderswo keine Arbeit finden, keine Arbeitsbewilligung erhalten, Ihre Gattinnen und Kinder nicht mitspielen wollen und anderswo die Sicherheit und die Lebensqualität tiefer sind.
Wenn man bei Bankkadern die berechtigte Angst hat, ein Gehender nehme die Kundschaft mit, wenn er geht, dann darf man fragen, ob nicht die Anstellungsbedingungen im Argen liegen.
Das führt zurück zum Thema der Abzockerinitiative. Herr Minder hat mich überzeugt, wenn das noch nötig wäre, durch seine Argumente über die angeblich sofortige Wirkung des Gegenvorschlags und ihre illusorische Möglichkeit, zu hohe Bezüge zurückzufordern.
Zu guten Schluss: ich bin Holländer und darf nur in der Gemeinde Genf abstimmen.
Ich grüsse Sie freundlich und öko-politisch carpe diem,
Helmut Lubbers
cc: www.ecoglobe.ch/politics/d/wash3206.htm
www.ecoglobe.ch/motivation/e/letters.htm