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Mann liest die Beschreibungen der auf Kuba zur Wahl stehenden Personen.
KEYSTONE/EPA EFE/ALEJANDRO ERNESTO(sda-ats)
Kuba läutet den Generationswechsel an der Spitze des Staates ein. Am Sonntag waren mehr als acht Millionen Kubanerinnen und Kubaner aufgerufen, Kandidatenlisten für das Parlament und 14 Provinzversammlungen abzusegnen.
Die Wahl, die alle fünf Jahre stattfindet, hat in dem Ein-Parteien-Land eher symbolischen Charakter. Doch in diesem Jahr fällt dem neu zusammengesetzen Parlament die Aufgabe zu, am 19. April einen neuen Präsidenten zu wählen.
Es wird der erste seit der Revolution 1959 sein, der nicht aus der Castro-Familie kommt. Der 86-jährige Raul Castro - Bruder des verstorbenen Revolutionsführers Fidel - hat erklärt, nicht mehr antreten zu wollen. Es wird erwartet, dass der 57-jährige erste Vize-Präsident Miguel Diaz-Canel ihm nachfolgt.
Im Gegensatz zur alten Generation muss sich Diaz-Canel Experten zufolge seine Sporen erst noch verdienen. So fielen ihm die Aufgaben zu, sich den Sorgen der Bevölkerung anzunehmen und den Lebensstandard zu erhöhen.
Die Vorzeichen sind derzeit ungünstig, da die Unterstützung durch den angeschlagenen Verbündeten Venezuela nachlässt. Zudem hat sich das Verhältnis zu den USA unter US-Präsident Donald Trump wieder abgekühlt.
"Entscheidender Moment"
"Für viele Kubaner hat eine Wahl nie Veränderung bedeutet", sagte der 37-jährige Rafale Padron, Trainer in Havanna. "Aber das ist ein entscheidender Moment." Ähnlich sieht das der 52-jährige Arnaldo Betancourt, der in der Hauptstadt Kunsthandwerk verkauft. "Wir wissen nicht genau, was passiert. Aber wir wollen neues erleben: eine Änderung zum Besseren."
Es wird erwartet, dass sich auch alte Weggefährten von Castro zur Ruhe setzen und sich damit die Regierung insgesamt verjüngt. Eine feierliche Zeremonie im vergangenen Monat, bei der Castro den 87-jährigen Vize-Präsidenten Jose Ramon Machado Ventura und den zwei Jahre jüngeren Ramiro Valdes Auszeichnungen als "Helden der Arbeit" verlieh, wird als symbolischer Abschied gesehen. Castro wird aber voraussichtlich Präsident der Kommunistischen Partei bleiben.
SDA-ATS