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Allgemeine Informationen
Magenkrebs, auch Magenkarzinome genannt, bezeichnet alle Arten von Tumoren des Magens, die ihren Ursprung in der Magenschleimhaut haben. Da sie von den Drüsenzellen der Magenschleimhaut ausgehen, gehören sie zu den Adenokarzinomen. Zwar gehört Magenkrebs zu den wenigen Krebsarten, deren Häufigkeit in den westlichen Ländern in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat, trotzdem ist die Krebsart nach wie vor verbreitet. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt für Männer bei etwa 72, für Frauen bei 75 Jahren. Grundsätzlich sind Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Oft wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn der Tumor bereits über das Frühstadium fortgeschritten ist. Ist der Tumor nicht mehr operabel, sind die vollständigen Heilungschancen relativ schlecht.
Neben den klassischen Magenkarzinomen können auch andere Tumorarten im Magen vorkommen wie Leiomyosarkome, die vom Muskelgewebe in der Magenwand abstammen, Gastrointestinale Stromatumoren (GIST), die zu den Weichteiltumoren zählen oder MALT-Lymphome, die zu den bösartigen Erkrankungen des Lymphgewebes gehören.
Risikofaktoren
Wie auch bei anderen Krebserkrankungen kommen in der Regel verschiedene Einflüsse zusammen, die das Risiko an Magenkrebs zu erkranken, erhöhen. Entzündungen und andere Vorerkrankungen des Magens und Ernährungsgewohnheiten scheinen zum Beispiel einen Einfluss zu haben. Besonders länger andauernde Entzündungen der Magenschleimhaut, erhöhen das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Die meisten Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen sind mit dem Magenbakterium Helicobacter Pylori infiziert, welches sich dauerhaft in der Magenschleimhaut einnistet und diese schädigt.
Die Ernährung kann das individuelle Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, ebenfalls beeinflussen. Insgesamt senkt eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Bestandteilen ist, wie viel Obst und Gemüse, das Risiko für ein Magenkarzinom. Wer hingegen sehr viele tierische Produkte verzehrt, trägt ein höheres Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Stark gesalzene oder gepökelte Speisen scheinen das Magenkrebsrisiko ebenfalls zu steigern. Dabei ist es egal, ob sich um gesalzenes oder gepökeltes Fleisch, Fisch oder stark gesalzenes Gemüse handelt. Auch Alkohol in grossen Mengen fördert die Entstehung eines Magenkarzinoms, denn Alkohol kann die Magenschleimhaut schädigen und Entzündungsprozesse hervorrufen. Rauchen ist ebenfalls ein Risikofaktor für Magenkrebs, denn die im Zigarettenrauch vorhanden krebserregenden Substanzen werden im Speichel gelöst und gelangen so in den Magen. Zusätzlich spielen genetische Faktoren eine Rolle und wer Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister oder Kinder) hat, die an Magenkrebs erkrankt sind, hat ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, selbst im Laufe des Lebens zu erkranken.
Mögliche Symptome
Auch bei Magenkrebs verspüren betroffene im Anfangsstadium nur wenige oder gar keine Symptome. Der Tumor wird meist erst entdeckt, wenn er bereits über das Frühstadium hinaus ist. Betroffene, bei denen Magenkrebs schon etwas fortgeschrittener ist, leiden unter Bauchschmerzen, Übelkeit, oder sie haben das Gefühl, manche Lebensmittel nicht mehr so gut zu vertragen und entwickeln Abneigungen gegen bestimmte Speisen. Auch ein plötzlicher Appetitverlust oder ein andauerndes Völlegefühl können Anzeichen sein. Diese Beschwerden können aber auch ganz harmlose Ursachen haben, verschwinden die Beschwerden nach mehreren Wochen nicht von allein oder kehren sie immer wieder, sollte man sie allerdings als Warnzeichen sehen. Ein Arztbesuch ist spätestens bei Symptomen wie länger andauernde Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch, eine ungewöhnliche Dunkelfärbung des Stuhls oder unklare Blutarmut zu empfehlen.
Diagnose
Besteht ein Verdacht auf eine Magenerkrankung, werden die Patientinnen und Patienten in der Regel genau zu ihren Symptomen und den Ernährungsgewohnheiten befragt. Zusätzlich wird nach geschwollenen Lymphknoten und nach einem Geschwulst im Bauchbereich getastet. Um dann tatsächlich sagen zu können, ob Magenkrebs vorliegt, ist meist der Blick in das Organ durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) notwendig. Mithilfe einer kleinen Zange können die Ärztinnen und Ärzte zusätzlich Gewebeproben (Biopsie) entnehmen, anhand derer eine Entzündung, aber auch Magenkrebs nachgewiesen oder ausgeschlossen wird.
Eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchraums ist ebenfalls für die Diagnose von Magenkrebs geeignet. Sie kann in Form der Endosonographie durchgeführt werden und es kann festgestellt werden, welche Gewebeschichten vom Magenkrebs betroffen sind und bei der Suche nach eventuellen Metastasen helfen. Bei der Suche nach Metastasen sind ein Röntgenbild der Lunge sowie eine Computertomografie (CT) hilfreich.
Behandlung, Therapie
Auch bei Magenkrebs gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Die Wahl der Therapie hängt vom Stadium der Erkrankung, der Lage, den feingeweblichen Eigenschaften des Tumors und dem Allgemeinzustand der Patientinnen und Patienten ab. Ist der Tumor noch sehr klein, kann er unter Umständen endoskopisch entfernt werden. Ist der Krebs schon etwas weiter fortgeschritten, aber noch auf den Magen begrenzt, wird dieser möglichst vollständig operativ entfernt. Je nach Grösse, Ausbreitung und Lage des Tumors wird der komplette Magen oder Teile des Magens entfernt. Der Restmagen wird dann mit dem Darm verbunden. Bei einer Entfernung des gesamten Organs schliessen die Ärztinnen und Ärzte die Speiseröhre an den Darm an, um die Nahrungspassage wieder zu ermöglichen. Hat der Krebs auch schon das umgebende Gewebe befallen, muss dieses auch entfernt werden. Ist die Ausbreitung des Tumors sehr stark, kommt bei manchen Betroffenen zusätzlich zu der Operation eine Chemotherapie hinzu. Ziel ist es dann, den Tumor vor dem Eingriff der Operation zu verkleinern und die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls zu verringern. Der Tumor soll mit einer Chemotherapie zurückgedrängt werden und sein Wachstum so lange wie möglich aufgehalten werden. Zusätzlich zur Chemotherapie können Medikamente verschrieben werden, die das Wachstum von Krebszellen ebenfalls gezielt hemmen. So wird das Wachstum zwar gestoppt, aber die Betroffenen nicht komplett geheilt.
Erstellt: 26.05.2021 07:00 Uhr
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