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Sind Dürren für die Schweiz eine zukünftige Bedrohung?
Climate Press Nr. 9
Die Schweiz ist in Trockenzeiten aufgrund der generell höheren Niederschläge in Gebirgsräumen und dem Wasserreservoir in den Gletschern gegenüber anderen europäischen Ländern begünstigt. Dürren werden deshalb kaum als Problem diskutiert. Im Rahmen eines Workshops des OcCC [1] wurde der aktuelle Wissensstand erörtert.
Im 20. Jahrhundert waren Trockenzeiten verglichen mit früheren Jahrhunderten deutlich seltener. Die letzen grösseren Dürreperioden liegen ein Viertel- bzw. ein halbes Jahrhundert zurück (1976 bzw. 1947 und 1949).
Das Wissen über zukünftige Veränderungen von Trockenperioden ist noch sehr beschränkt. Für die Dauer und Häufigkeit von Dürren liegen weder einheitliche Trends noch übereinstimmende Modellsimulationen vor. Grössere Veränderungen scheinen aufgrund der heute bekannten Prozesse und bisher berechneter Szenarien jedoch durchaus möglich. So gibt es z.B. Hinweise auf eine Verstärkung der Bodentrockenheit in Zentraleuropa. Auf längere Sicht verringert auch der Gletscherschwund den alpinen Wasserspeicher.
Betroffen von längeren oder häufigeren Trockenperioden sind unter den heutigen Bedingungen weniger die Konsumenten als vielmehr die Produzenten in den Bereichen Landwirtschaft, Elektrizitätswirtschaft und Tourismus.
Quelle: ProClim/ OcCC (Hrsg.), 2000. Sind Dürren für die Schweiz eine zukünftige Bedrohung? Climate Press. Hintergründe der Klima- und Global Change Forschung, Nr. 9.