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Autor: Von ARTHUR ZURKINDEN
Der Grosse Rat erhält gemäss neuer Kantonsverfassung ein eigenes Sekretariat, das von einem Generalsekretär oder einer Generalsekretärin geleitet wird. Bisher wurde diese Tätigkeit vom Staatskanzler und vom Vizekanzler wahrgenommen.
22 Bewerbungen sind für dieses Vollzeitamt eingegangen. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den sechs Fraktionspräsidenten und dem ersten Vizepräsidenten des Grossen Rates, André Ackermann, hat diese geprüft. Von den 22 Bewerbern wurden 5 zu einer Anhörung vorgeladen. Danach hat die Arbeitsgruppe dem Büro des Grossen Rates eine Bewerberin und zwei Bewerber für die engere Wahl vorgeschlagen, die vom Büro auch bestätigt worden sind.
Vizekanzler kandidiert
Wie zu erwarten war, ist der 60-jährige Gérard Vaucher, Vizekanzler und bisheriger zweiter Sekretär des Grossen Rates, in die engere Wahl genommen worden. Er hat schon bisher einen Grossteil seiner Tätigkeit dem Kantonsparlament gewidmet.
Vom Büro des Grossen Rates empfohlen wird auch der 46-jährige Antoine Geinoz, der als Journalist bei der «Liberté» und «Gruyère» tätig war und danach das Amt eines Generalsekretärs des Verfassungsrates ausübte. Er ist gegenwärtig als wissenschaftlicher Berater bei der Umsetzung der Verfassung tätig.
Das Büro hat ebenfalls die 31-jährige Monica Engheben aus Neuenburg in die engere Wahl genommen. Sie ist Assistentin am Institut für Wirtschafts- und Regionalforschung an der Uni Neuenburg. «Sie hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen», hält André Ackermann fest und gibt zu verstehen, dass es sich nicht bloss um eine Alibi-Kandidatin handle, weil sie eine Frau ist. Sie weist auch gute Deutschkenntnisse auf. Ihr Nachteil gegenüber den beiden Kandidaten ist es, dass sie als Ausserkantonale den Betrieb des Kantonsparlaments nicht so kennt. André Ackermann ist aber überzeugt, dass sie sich rasch einarbeiten würde.
Zwei Parteilose und ein CVPler
Sie, aber auch Antoine Geinoz, haben erklärt, keiner Partei anzugehören. Gérard Vaucher habe diese Frage mit Ja beantwortet. Er wird dem CVP-Lager zugeordnet.
Den sechs Fraktionen des Grossen Rates ist es freigestellt, ob sie die Kandidaten vor der Wahl am Mittwoch noch anhören wollen. Speziell vorgesehen wurde dies von der Arbeitsgruppe jedoch nicht. Die Wahl im Rat wird dann im üblichen Rahmen stattfinden, ohne dass sich die Kandidaten noch vorstellen können.
Ein verschmähter Kandidat
Nebst den drei vom Büro des Grossen Rates empfohlenen Kandidaten bewirbt sich auch der 53-jährige Markus Hirschi aus Küttigen bei Aarau für das Amt. Der leitende Revisor und Ökonom bei der Finanzkontrolle des Kantons Aargau wurde laut Ackermann von der Arbeitsgruppe nicht zur Anhörung vorgeschlagen. Er habe jedoch von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, seine Bewerbung aufrechtzuerhalten.