Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03171.jsonl.gz/678

- In Slowenien wird eine Stichwahl darüber entscheiden, wer künftig Präsident oder Präsidentin des Landes sein wird.
- Keiner der sieben Kandidierenden erreichte bei der Präsidentschaftswahl eine absolute Mehrheit.
- Die Stichwahl zwischen dem konservativen Anze Logar und der parteilosen Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Natasa Pirc Musar wird am 13. November stattfinden.
Logar, ein Parteifreund des im April dieses Jahres abgewählten Ministerpräsidenten Janez Jansa, lag mit 33.92 Prozent der Stimmen in Führung, gefolgt von Musar mit 26.89 Prozent. Das teilte die Nationale Wahlkommission nach Auszählung von 99.39 Prozent der Stimmen mit.
Der erst seit Mai amtierende linksliberale Ministerpräsident Robert Golob signalisierte am Sonntagabend, dass er in der zweiten Runde Pirc Musar unterstützen werde: «Wer von der linken Mitte gewinnt, ist weniger wichtig als die linke Mitte selbst», sagte er. Enttäuschend verlief die Wahl für die seit Mai dieses Jahres amtierende linksliberale Regierung von Ministerpräsident Robert Golob. Der von seinem Bündnis unterstützte Präsidentschaftskandidat Milan Brglez wurde mit grossem Abstand Dritter.
Folgt eine Frau?
Pirc Musar betonte, es sei höchste Zeit, dass Slowenien eine Frau als Staatsoberhaupt bekomme. Seit Jahrzehnten engagiere sie sich für die Rechte nicht-heterosexueller Menschen. Der in Führung liegende Logar versprach am Wahlabend unter anderem «null Toleranz gegenüber Korruption».
Sein Parteifreund Jansa wurde 2014 wegen Korruption zu zwei Jahren Haft verurteilt, von denen er knapp sechs Monate absass. Der Nationalist Jansa betrieb eine Politik nach dem Modell des ungarischen Rechtspopulisten Viktor Orban und setzte unter anderem Medien und Justiz unter Druck.
Zwar hat der Staatschef in Slowenien eher protokollarische Befugnisse. Jedoch galt die Wahl als erster Test für die neue Regierung. Der derzeit amtierende Staatspräsident, der Sozialdemokrat Borut Pahor, durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren.