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Wappen der Engelberger Talleute
Amrhein
Amrhein ist ein altes Talleutegeschlecht. Im Engelberger Jahrzeitbuch von 1491 wird ein Zusammenhang mit den Amrhein der Luzerner Landschaft nachgewiesen. Das heute gängige Wappen der Familie Amrhein ist zweigeteilt. In der oberen Hälfte befindet sich auf blauem Grund ein sechsstrahliger goldener Stern. Zwei rotbeärmelte Hände halten eine goldene Zackenkrone. Der untere Teil des Wappens ist in Gold gehalten mit einem schwarzen Adler.
Das Wappen der Familie Amrhein sah allerdings nicht immer so aus. Die um 1830 entstandenen Wappenblätter in der heraldischen Sammlung des Benediktinerklosters Engelberg zeigen die Hände mit der Krone ohne Stern im Schildhaupt. Der Vogel auf diesem Wappenblatt scheint eher eine Taube zu sein. Der Adler erscheint erstmals in der Publikation «Wappen der Bürger von Luzern 1798 – 1924». Hier allerdings ist der Adler auf weissem Grund und auf einem grünen Dreiberg abgebildet. Eine weitere Version ist auf einem Kaufbrief vom 12. Dezember 1817 zu finden. Damals siegelte Magnus Amrhein mit folgendem Wappen: Über drei fünfstrahligen Sternen befindet sich ein grosses A, welches nach oben in ein Tatzenkreuz ausläuft. Auf beiden Seiten sind zwei abgewandte Monde. Im Schildhaupt sind die Initialen M.A.R. Auf der Grabplatte des Sattlers Josef Ludwig Amrhein von Engelberg (1813-1880) im Hof zu Luzern begegnet uns das gleiche A mit Tatzenkreuz, begleitet von zwei sechsstrahligen Sternen.
Amstutz
Beim Familiennamen Amstutz handelt es sich um ein altes Talleutegeschlecht von Engelberg. Amstutz sind auch im Kanton Nidwalden heimatberechtigt. Das Geschlecht der Amstutz ist seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Walter, ein Sohn Peters am Stutzer, war Konventual des Klosters und im Jahre 1309 Pfleger des Engelberger-Hofes in Buochs. Uli und Jost Stutzer werden gemäss Nachforschungen von Pater Plazidus Hartmann im Jahre 1413, respektive 1416, Bürger in Luzern. 1447 wird Heini am Stutz Freiteiler in Sarnen. 1459 erhält Hans das Landrecht von Nidwalden. Aus Engelberg stammen wohl auch die beiden Linien Amstutz und Stutzer, die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Küssnacht anzutreffen sind. Hier besass das Kloster Engelberg damals Güter.
Das Wappen der Familie Amstutz zeigt eine Hausmarke auf goldenem Grund. Es gibt auch Versionen des Amstutz-Wappens, wo der goldene Grund durch einen silberfarbenen Grund ausgewechselt wurde. Diese Version wurde in verschiedenen Unterwaldner Wappenbüchern wiedergegeben. Das im historisch-biografischen Lexikon der Schweiz wiedergegebene Wappen der Familie Amstutz mit goldenem Grund und schwarzer Hausmarke wird der Küssnachter-Linie zugeschrieben.
Cattani
Das Geschlecht der Cattanis stammt ursprünglich aus dem bündnerischen Tavetsch. Die Cattanis liessen sich im Jahre 1661 in Erstfeld nieder. Von hier aus zog zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Zweig nach Engelberg aus. Christian Cattani war Meistersenn des Klosters Engelberg und erhielt 1708 das Talrecht. Dieser hatte im Auftrag des Klosters unter anderem auch die Ausfuhr von Vieh und Käse über den Gotthard zu besorgen.
Das Wappen der Familie Cattani zeigt auf rotem Grund zwei silberne Schrägbalken. Im blauen Schildhaupt sind drei goldene Lilien ersichtlich. Ob das Wappen immer so ausgesehen hat, ist allerdings fraglich. Josef Byfanger hatte in seiner Sammlung der Geschlechterwappen des Kantons Unterwalden 1834 in seinen Notizen zwei silberne Schrägbalken festgehalten. Ebenfalls zwei silberne Schrägbalken sind in den zwischen 1830 und 1840 entstandenen Wappenblättern der heraldischen Sammlung des Klosters Engelberg ersichtlich. Hauptmann von Deschwanden hält jedoch in seiner Niederschrift der Wappen Unterwaldens im Jahre 1822 drei Schrägbalken fest. Im Begleittext vermerkt er: «Cattani, auch Cathaneus, leben noch in Graubünden.» In von Deschwandens Wappensammlung ist gar von «in Silber vier rote Schräglinksbalken» die Rede. Auf jeden Fall handelt es sich um ein feudales Wappen, das wohl aus einer italienischen Wappenfabrik oder aus dem Tessin kommend in Engelberg ansässig wurde.
Dillier
Die ursprüngliche Schreibweise des Geschlechts Dillier war Dilger oder Tilger. Als Stammvater wird Jakob Dilger erwähnt, der 1413 Fuhrmann des Klosters Engelberg war. In der zweiten Hälfte des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts erwarben nicht weniger als acht Mitglieder der Familie das Landrecht von Nidwalden. 1618 wurden drei zu Landleuten von Obwalden angenommen. Heute ist die Nidwaldnerlinie erloschen, während der Obwaldner Zweig noch weiter blüht.
Das in Blau gehaltene Wappen zeigt über einem grünen Dreiberg eine goldene Lilie, welche von einem sechsstrahligen goldenen Stern zwischen einer goldenen Sonne und einem zunehmenden silbernen Mond erstrahlt. Das handschriftliche Verzeichnis der Engelberger Sakristei aus dem Jahr 1652 beschreibt eine weisse Kasel, die Ammann und Fähnrich Nikolaus Dillier dem Primizianten Pater Berchtold Sidler geschenkt hatte. Folgendes ist der weissen Kasel zu entnehmen: «Zuo underist aber ist ein Wappen, welches inwendig blaw: in welchem blawen sind ein guldener Stern, ein guldene Sonn, ein halber und guldener Mon: ein guldene Gilgen, ausswendig aber stehen diese Buochstaben: H A. N D. T.F. das ist: Herr Ammen Niklaus Dillier Thalvogt 1649.» Die Wappenblätter der heraldischen Sammlung des Klosters Engelberg zeigen eine kleine Variante mit Sonne und Mond seitlich unter dem Stern. Von Deschwanden, der die Wappen der Geschlechter Unterwaldens 1822 registrierte, bringt unter vier Dillier-Wappen eine weitere Variante ins Spiel: In Blau ein gestürzter silberner Deichsel, beseitet von Sonne und Mond in Gold, überhöht von einem sechstrahligen goldenen Stern.
Feierabend
Angehörige der Familie Feierabend dürfen sich seit dem 15. Jahrhundert als Talleute von Engelberg bezeichnen. Der Stammbaum der Feierabend lässt sich bis ins Jahr 1608 zurückverfolgen. Das in rot gehaltene Wappen zeigt einen auf einem grünen Dreiberg aufrecht stehenden goldenen Löwen, der in den Krallen eine goldene Strahlensonne hält. In dieser Form stimmt das Wappen mit demjenigen des Frankfurter Buchhändlers Sigmund Feyerabend überein. Von diesem Buchhändler ist unter anderem die Rede im Buch «Stamm- und Wappenbuch hoch und nieders Standts», das 1579 in Frankfurt erschienen und dessen Verfasser Jost Ammann ist. Der Löwe ist in diesem Werk allerdings schwarz. Ein Zusammenhang der Engelberger Feierabend mit dem Frankfurter Geschlecht lässt sich kaum nachweisen. Viel eher bestehen verwandtschaftliche Zusammenhänge mit den Feierabend aus Bremgarten. Stimmt doch das Wappen auf der ersten Seite des mit der Jahrzahl 1733 datierten Stammbuches des Alfons Josef Floridus Feierabend mit jenem der Wappenscheibe von Abt Johannes II. Feierabend von Muri im Jahre 1505 überein
Das zwischen 1830 bis 1840 entstandene Wappenblatt der heraldischen Sammlung des Kloster Engelberg zeigt allerdings den Löwen ohne Sonne. Ein Feuchtstempel als Exlibris des Dr. med. Carl August Feierabend (1812 – 1887) zeigt in verschnörkelter Kartusche die Initialen C.F. mit einem Löwen als Schildhalter. Die Exlibris-Sammlung befindet sich im Kloster Engelberg.
Häcki
Der bekannte Nidwaldner Historiker und Staatsarchivar Robert Durrer machte die Feststellung, dass das Geschlecht der Engelberger Häcki wohl vom gleichnamigen Alpnacher Geschlecht abstammt. Alten Unterlagen ist zu entnehmen, dass bereits im Jahr 1372 ein Claus Häcki seine Zinsen an das damalige Frauenkloster in Engelberg zahlen musste.
Das Wappen der Familie Häcki ist durch einen schmalen roten Balken geteilt. Im oberen, blauen Teil des Familienwappens ist ein aus der Teilung wachsender silberner Mann zu sehen, der eine goldene Hacke schultert. Der untere Teil des Wappens ist in Gold gehalten mit zwei schwebenden blauen Scheiben über einem grünen Dreiberg. Ob das Wappen der Familie Häcki immer so ausgesehen hat, ist eher fraglich. Eines haben sämtliche Wappen mit dem heute gebräuchlichen Familienwappen gemeinsam: den eine Hacke tragenden Mann. Eine Version kann den Wappenblättern in der heraldischen Sammlung des Benediktinerklosters Engelberg, sie sind zwischen 1830 bis 1840 entstanden, entnommen werden. Darauf ist eine naturfarbene Mauer mit zwei runden Öffnungen zu sehen. Darüber im blauen Schildhaupt ein nackter Mann, der eine silberne Hacke trägt. Eine dritte Version findet man in der Siegelsammlung des Stiftes Engelberg. Hier handelt es sich um ein so genanntes Vollwappen. In Blau auf grünem Dreiberg ist wieder ein nackter Mann mit geschulteter Hacke zu sehen. Ganz anders das Schild am Schützenbaschi vom Jahr 1698. Dieses Wappen zeigt unter einer Waldsäge ein Hufeisen und im Schildhaupt die Initialen A.H. Es ist anzunehmen, dass dies ein persönliches Wappen des Anton Häcki (1647 – 1724) ist. Beim Schützenbaschi handelt es sich übrigens um eine Statue des Heiligen Sebastian. Wegen des Martyriums, das er durch die Bogenschützen in Rom erlebt hatte, wurde der Heilige Sebastian später zum Schutzpatron der Schützen. Viele Schützenvereine besitzen heute noch ein Sebastianstandbild, den sogenannten Schützenbaschi.
Hess
Das Geschlecht der Familie Hess ist in Engelberg seit Beginn des 17. Jahrhunderts nachweisbar. Als Stammvater gilt Heinrich, welcher im Jahre 1629 Klostermüller war.
Das Wappen zeigt einen auf blauem Grund angebrachten grünen Dreiberg. Auf dem mittleren Dreiberg ist ein silbernes, so genanntes Tatzenhochkreuz ersichtlich. Links und rechts des Kreuzes befinden sich zwei abgewendete goldene Monde. Dieses Schild ist eine Kopie des Wappens, welches Abt Plazidus II. Hess (1642 – 1694) aus Rapperswil geführt hat. Im Wappenblatt Nummer 4 in der heraldischen Sammlung des Stiftes Engelberg wird genau dieser Schild wiedergegeben. Andere, vor allem neuere Darstellungen zeigen im Schildhaupt über dem Kreuz einen sechsstrahligen goldenen Stern. Einem wesentlich anderen Wappen begegnen wir in der Sammlung der Geschlechterwappen des Kantons Unterwalden, welche der Maler Josef Byfanger im Jahre 1834 angelegt hat. Das gleiche Wappenbild wie in der Byfanger-Sammlung ist auch im Wappenblatt Nr. 3 in der heraldischen Sammlung des Klosters Engelberg zu finden. Auf blauem Grund steht über dem grünen Dreiberg die silberne Initiale H, überhöht von einem sechsstrahligen, goldenen Stern.
Hurschler
Im Jahr 1574 wird Heini Hurschler von Engelberg und 1638 Jost Hurschler zu «Landleuth Nidemwald» angenommen, schreibt Hauptmann von Deschwanden bei der Aufzeichnung von den Wappen der Geschlechter von Unterwalden im Jahr 1822. Tatsächlich führen einige Spuren der Familie Hurschler nach Nidwalden.
Das Wappen zeigt auf rotem Grund auf einem grünen Dreiberg einen steigenden, von Silber und Gold geteilten Steinbock. Ob allerdings der Steinbock schon immer als Wappentier der Familie Hurschler galt, ist eher fraglich. Denn im Wappenbüchlein von Franz Nikolaus Zelger im Jahr 1804 und in der Wappensammlung von Hauptmann von Deschwanden (1822) begegnen wir einem Ziegenbock. Nochmals ein anderes Wappen zeigen die Wappenblätter Nummer 3 und 4 die in der heraldischen Sammlung des Stiftes Engelberg. Aber auch die Zeichnung in der Sammlung von Josef Byfanger, die 1834 entstanden ist, hat wenig mit dem heute bekannten Wappen zu tun. Auf blauem Grund ist über einem grünen Dreiberg ein sechsstrahliger goldener Stern in einem silbernen Ring zu sehen. Hauptmann von Deschwanden führt in seiner Wappensammlung gar zwei verschiedene Hurschler-Wappen auf. Nebst dem bekannten mit dem Steinbock zeigt das weitere, zweigeteilte Wappen auf goldenem Grund eine blau gewandete Madonna mit Kind und Zepter, während auf dem roten Wappenteil ein goldgehörnter schwarzer Bock zu sehen ist. Dies soll das Wappen von Melchior Hurschler, Mitglied des Rats zu Stans, im Jahr 1665 gewesen sein.
Infanger
Die Spurensuche nach dem Ursprung der Familie Infanger führt bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ab diesem Zeitpunkt trifft man das Geschlecht der Infanger in verschiedenen Protokollen und Schriften immer wieder an. Das Wappen der Familie Infanger zeigt auf goldenem Hintergrund den blau gepanzerten Heiligen Georg, welcher auf einem roten Pferd sitzt. Mit seiner silbernen Lanze durchbohrt der Heilige Georg einen grünen Drachen.
Ob das Wappen der Familien Infanger schon immer dieses Bild hatte, ist eher fraglich. Wie bei allen Wappen, hat sich auch dieses Schild im Laufe der Zeit verändert. Im Wappenblatt Nummer 4 in der heraldischen Sammlung des Stiftes Engelberg finden wir einen Ritter auf goldenem Hintergrund, der auf einem silbernen Pferd sitzt. Sein Schwert schwingt dieser über einem braunen Lindwurm. Im Wappenbuch der Konventualen des Stiftes Engelberg, dieses Buch hat seinen Ursprung um ca. 1830, finden wir für Pater Bernard Infanger (1776 – 1836) ein wesentlich anderes Schild. In Gold auf grünem Grund ist ein Mann in rotbesäumtem, weissem Wams, blauen Pluderhosen, weissen Strümpfen, schwarzem Kegelhut und Schuhen zu sehen. In der rechten Hand hält der Mann einen Uhrzeiger. Mit dieser Darstellung stimmt auch ein Siegel in der Stiftssammlung überein. Gemäss Recherchen von Pater Plazidus Hartmann soll es sich dabei um Infanger aus dem urnerischen Isenthal handeln. Diese liessen sich als Nachfahren eines Turmuhrmachers in Engelberg einbürgern.
Kuster
Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die heute ausgestorbene Nidwaldner Linie des Geschlechts Kuster aus Engelberg stammte. Ebenso bestehen Verbindungen zwischen den Kusters in Engelberg und Brienz. In Engelberg selber ist das Geschlecht der Kuster seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Welti Kuster vertrat die Talleute des Klosterdorfes 1444 gegen den damaligen Abt.
Das Wappen weist einen blauen Hintergrund auf. Über einem grünen Dreiberg steht eine Hausmarke in Form eines silbernen Dreiecks, welches in ein so genanntes Tatzenkreuz ausläuft. Auf beiden Seiten sind zwei sechsstrahlige goldene Sterne sichtbar. Dieses Schild befindet sich schon auf zwei grossen Votivbildern von Josef Kuster, der 1714 Ratsmitglied und Säckelmeister war. Ebenso ist dieses Schild auf der Votivtafel von Balzer Ignazi Kuster, Kapellenvogt im Jahre 1717 in der Holzkapelle zu sehen.
Die Nidwaldner Wappenbücher zeigen für ihre Linien durchwegs ein rotes Feld. Allerdings gibt es auch hier zwei verschiedene Interpretationen. Die eine Schildform zeigt ein silbern gesparrtes Doppelkreuz auf grünem Dreiberg und im linken Obereck begleitet von einem sechsstrahligen goldenen Stern. Auf der zweiten Schildform ist eine schwebende Schildfigur ohne Dreiberg zu sehen, die von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen begleitet wird. Diese Form des Kuster-Wappens stimmt denn auch mit den Schildern eines Kuster-Familienmitgliedes mit den Initialen N.K. auf einem Schützenbaschi (Sebastiansstatue der Schützen) aus dem Jahre 1698 überein. Auf dem gleichen Schützenbaschi sind ebenfalls die Initialen C.K. ersichtlich.
Langenstein
Stammvater der Engelberger-Linie des Geschlechts Langenstein war Konrad, der bereits um 1540 Erwähnung findet. Hauptmann von Deschwanden nennt in seiner Wappenblattsammlung von 1822 drei Langenstein, die 1569, respektive 1662 zu Landleuten Nid dem Wald (Nidwalden) und zwei, welche 1574 und 1579 zu Landleuten Ob dem Wald (Obwalden) angenommen wurden. Für das Wappen der Engelberger Langenstein-Linie dient als Quelle ein Fensterschild des Talvogts Jakob Langenstein. Es zeigt einen steigenden silberfarbenen Bock auf blauem Grund, der sich auf ein goldenes Schwert stützt. Unter der Spitze ist eine aufrecht stehende goldene Mondsichel zu sehen. Das Schwert und der Mond wurden wohl später als Ankerkreuz gedeutet, das heute noch im Wappen der Familie Langenstein Verwendung findet. Geblieben ist auch der silberne Bock, der heute eindeutig ein Steinbock ist.
Das Wappenbuch der Konventualen des Stifts Engelberg sowie die Konventscheibe von 1713 weisen Pater Magnus Langenstein ein anderes Wappen zu. Es handelt sich dabei um einen aufrechten goldenen Löwen auf rotem Hintergrund. Im linken Obereck ist ein sechsstrahliger goldener Stern. Wieder andere Wappenbücher zeigen einen von Gold und Blau, respektive von Blau und Gold geteiltes Wappen mit einem aufrecht stehenden roten Löwen. Diese Löwenschilde gehen wohl auf eine Verwechslung mit dem Wappen der Freiherren von Langenstein, der Gründer des Stiftes St. Urban, zurück. Ein nochmals ganz anderes Wappen ist auf einer Votivtafel in der Horbiskapelle zu sehen. Im blauen Farbton ist ein springender Schimmel zu sehen. Gestiftet wurde diese Votivtafel vom Unterwaldner Landeshauptmann Jakob Stultz und seiner Ehefrau Klara Langenstein.
Matter
Im Jahre 1559 werden die ersten Matter aus Engelberg in Obwalden zu Landleuten angenommen.
Das Wappen zeigt auf goldenem Hintergrund eine schwarze Hausmarke in Form eines so genannten Tatzenhochkreuzes mit gesparrtem Fuss. Hauptmann von Deschwanden zeichnete 1822 ein Balkenkreuz. Im Wappenbüchlein von Franz Nikolaus Zelger, erschienen 1804, erscheint die Hausmarke in silberner Farbe. Auf den Wappenblättern in der heraldischen Sammlung des Stiftes Engelberg, entstanden zwischen 1830 und 1840, ist vor dem roten Hintergrund ein springender Fuchs zu sehen. Plazi Josef Thomas Cattani hat im Stammbuch von Engelberg im Jahre 1822 ein über dem grünen Vierberg auf grünem Grund schreitendes schwarzes Tier festgehalten. Vermutlich handelt es sich hier um eine Verwechslung mit dem Wappen der Matter aus Bern. Und noch ein anderes Motiv ist auf dem Schild eines Schützenbaschi zu finden. Ein zunehmender Mond umschliesst einen sechsstrahligen Stern. Sie stehen über einem Dreiberg.
Müller
Das Familiengeschlecht Müller ist in Engelberg seit Ende des 16. Jahrhunderts nachgewiesen. Der wohl bekannteste Müller ist der legendäre Engelberger Reliefbauer und Talammann Joachim Eugen Müller.
Das Wappen ist geteilt, wobei die obere Hälfte nochmals in einen roten und blauen Teil unterteilt ist. Zwischen zwei goldenen Lilien ist ein sechsstrahliger goldener Stern angebracht. Der Hintergrund des unteren Wappenteils ist goldfarben und mit einem halben, in Schwarz gehaltenem Mühlrad. Diese Wappenform hat bereits Hauptmann von Deschwanden im Dokument «die Wappen der Geschlechter von Unterwalden» im Jahr 1822 erwähnt. Vereinzelt ist das Mühlrad auch in Rot gehalten. Plazi Josef Thomas Cattani malte im Stammbuch von Engelberg im Jahre 1822 zwei silberne Lilien und einen goldenen Stern über einem halben schwarzen Mühlrad. In der Horbiskapelle stiftete «Johann Eugen Miller des Gerichts zu Engelberg 1740» ein grosses Votivbild. Unter dem Namen findet sich folgendes Wappen: In Rot ein halbes goldenes Mühlrad, aus dem drei goldene Ähren wachsen.
Schleiss
Ein Blick in die alten Schriften von Engelberg zeigt, dass das Geschlecht der Familien Schleiss seit Ende des 16. Jahrhunderts im Klosterdorf ansässig ist.
Das Wappen zeigt in Blau auf grünem Grunde eine goldtorige rote Zinnenburg. Auf dem rechten unteren Wappenrand ist eine fünfgezackte goldene Krone ersichtlich, die auf einem grünen Hang liegt. Über der Krone wächst aus dem rechten Schildrand ein in Rot gekleideter Arm hervor. Die Hand umfasst ein silbernes Schwert. Im Schildhaupt ist ein goldenes Schriftband mit der Legende «Hinc generos propaga» ersichtlich. Historiker bezeichnen dieses Wappen als einen «wahren Ausbund krankhafter Phantasie». Plazi Josef Thomas Cattani hat diese Wappengestaltung im Stammbuch von Engelberg im Jahre 1822 verewigt. Die zwischen 1830 und 1840 entstandenen Wappenblätter des Stiftes Engelberg, welche in der heraldischen Sammlung aufbewahrt werden, zeigen ebenfalls diese Wappenform der Familien Schleiss.
Töngi
Die Schreibweise von Töngi ist unterschiedlich. In Urkunden findet man auch die Schreibweisen Tögni, Tönier oder Dönnier. Tatsache jedoch ist, dass die Töngis seit Ende des 16. Jahrhunderts nachweisbar in Engelberg leben.
Das Wappen der Familie Töngi zeigt auf blauem Grund eine aufrechte, gebildete, silberne Mondsichel. Darüber lacht eine goldene Strahlensonne. Das heutige Wappen der Töngi weist grosse Ähnlichkeiten auf mit der Darstellung im Wappenblatt Nummer 4 der heraldischen Sammlung des Stiftes Engelberg. Hier wird die Sonne allerdings nicht explizit ausgebildet, sondern mit fünf kreuzweis gestellten Sternen dargestellt. Im Wappenblatt Nummer 2 der heraldischen Sammlung wie auch Josef Byfanger und Hauptmann von Deschwanden erwähnen in ihren Wappensammlungen eine in Gold über grünem Dreiberg stehende schwarze Ranke. Hauptmann von Deschwanden bringt diese Wappengestaltung in Verbindung mit Kaspar Töngi, der dem Rat von Nidwalden 1734 angehörte und Kaspar Töngi von Wolfenschiessen, der im Rat offenbar 1768 Einsitz nahm.
Vogel
Von allen der insgesamt 17 Wappen der Engelberger Talleute ist jenes vom Geschlecht der Vogel das Wappen, das im Laufe der Zeit am wenigsten Veränderungen über sich ergehen lassen musste. Vogel ist ein altes Talleutegeschlecht, das seit Ende des 16. Jahrhunderts im Hochtal ansässig ist.
Das Wappen zeigt auf einem grünen Dreiberg einen flugbereiten goldenen Vogel. Einzig im Wappenblatt Nummer vier in der Sammlung der heraldischen Sammlung des Stiftes Engelberg ist ein leicht verändertes Bild zu finden. Das zwischen 1839 und 1840 entstandene Wappenblatt zeigt einen ruhenden Vogel auf einem Dreiberg. Johann Maurus Vogel von Engelberg, er lebte von 1633 bis 1698, war Pfarrer in Hergiswil und später Resignat in Engelberg. Er siegelte seine Briefe mit dem ruhenden Vogel.
Waser
Die Wasers sind seit dem 15. Jahrhundert in Engelberg nachweisbar. Jäckli Waser ist 1484 Vertreter der Alpgenossen von Gerschni.
Das Wappen zeigt auf rotem Grund ein steigendes silbernes Einhorn. Dieses steht auf einem grünen Dreiberg. Auf der linken Seite oben ist ein sechsstrahliger, goldener Stern dargestellt. Auf gleicher Höhe, jedoch auf der rechten Seite, befindet sich ein Balkenkreuz. Die goldene Mondsichel befindet sich auf der linken Seite unter den Vorderhufen des Einhorns. Dieses Schild stimmt mit einem Diplomwappen des ehrgeizigen Nidwaldner Landammanns Hans Waser überein, der in der Rosenburg in Stans lebte. Eine weitere Variante des Wappens zeigt unten und oben beim Einhorn je einen sechsstrahligen Stern. Diese Wappenform tragen zwei Siegel in der Sammlung des Stiftes Engelberg. Plazi Josef Thomas Cattani malte im Stammbuch von Engelberg im Jahre 1822 auf blauem Grund ein braunes Einhorn mit einem Mond und zwei Sternen im Schildhaupt.
Das Wappen der Gemeinde Engelberg
In Rot auf grünem Dreiberg ein silbergewandeter Engel, in der rechten Hand ein goldenes Zepter, in der Linken eine Blume haltend. Das Lockenhaar schmückt ein goldener Stirnreif mit Balkenkreuzlein. Im linken Obereck schwebt ein sechsstrahliger goldener Stern.