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Die renommierte Fachzeitschrift «Nature» will mehr Naturwissenschaftlerinnen zu Wort kommen lassen. Bevor die Redaktion für einen Kommentar einen Mann anfragt, soll sie fünf Frauen anfragen, schreiben die Herausgeber in einem Editorial. Diese neue Regel soll auch bei der Suche nach Begutachtern gelten, die alle eingereichten Arbeiten vor der Publikation beurteilen. 2011 lag der Frauenanteil bei diesen Begutachtern nur bei 14 Prozent. «Nature» ist in den Naturwissenschaften eine wichtige Institution. Forschende, die ihre Resultate hier veröffentlichen können, gewinnen an Status und haben bessere Karrierechancen.
Der Anteil der Kommentare von Frauen lag 2010 und 2011 in Erd- und Umweltwissenschaften und in Physik bei unter 10 Prozent. In Lebenswissenschaften und Chemie lag er bei 17 Prozent. Ähnlich tief waren die Frauenanteile bei den Kommentaren in der Fachzeitschrift «Science». Das geht aus der Studie eines Forschungsteams der Universität Lund in Schweden hervor. Johanna Stadmark und Daniel Conley haben ihre Resultate bei «Nature» zur Veröffentlichung eingereicht. Das Magazin wollte den Beitrag jedoch zuerst nicht veröffentlichen. Es gebe nicht genügend Frauen mit den richtigen Qualifikationen, hiess es in der Begründung. Aufgrund von Zahlen aus den USA bewies das Forschungsteam, dass der Frauenanteil der Forscherinnen in den untersuchten Fachbereichen deutlich über dem Frauenanteil der Kommentare in «Nature» liegt. Die Fachzeitschrift gab ihren Widerstand auf, veröffentlichte die Studie und die Absichtserklärung, Frauen in Zukunft besser zu berücksichtigen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine