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Armin Kekic, wie geht es Ihnen, nachdem Sie erfahren haben, dass Marija nächste Woche das Land definitiv verlassen muss?
Ich fühle mich erdrückt. Wir haben wirklich alles probiert. Es ist einfach nur traurig.
Was war denn Ihre Erwartung?
Ich hatte grosse Hoffnungen in die Politik gesetzt. Es hätte ja sein können, dass sich ein Politiker für Marija ausspricht und vielleicht auf diesem Weg etwas verändern könnte. Aber wie ich gesehen habe, ist das nicht passiert. Ich weiss nicht, wo unser Recht in der Schweiz hingeht. Ein nettes Mädchen, das sich anpasst, das sich integriert hat, das eine Lehrstelle hat, muss raus. Auf der anderen Seite behält man kriminelle Ausländer in der Schweiz. Das verstehe ich nicht.
Wie hat Marija nach dem Bekanntwerden des Ausschaffungsdatums reagiert?
Sie hat mich gleich danach angerufen und geweint. Es ist doch einfach schade, wenn man einer Mutter das minderjährige Kind entreisst. Ihr Vater in Serbien ist Alkoholiker, ihre Tante ist depressiv. Beide haben Marija geschlagen. Sie hatte eine Lehrstelle hier, sie hatte ein Privatleben. Sie versuchte stets, sich zu integrieren und hat innert kurzer Zeit Deutsch gelernt. Marija hatte ein schönes Leben hier. Jetzt schickt man dieses Kind quasi ins Nirgendwo.
Dann war’s das jetzt? Es gibt keine Hoffnung mehr?
Ich probiere jetzt noch etwas. Eine letzte Hoffnung wäre das Fürstentum Liechtenstein. Wir probieren jetzt, Marija dort eine Au-Pair-Stelle zu beschaffen. Wenn sie diese bekommt, könnte sie noch zwei bis drei Jahre hier bleiben. Herr Bertschinger, der Anwalt von Marija, versucht ebenfalls noch, irgendetwas hinzukriegen. Aber es sieht nicht mehr so rosig aus.
Wie konkret sind die Pläne für eine Au-Pair-Stelle im Liechtenstein?
Wir halten Kontakt mit den Liechtensteinern. Theoretisch wäre es möglich, Marija unterzubringen. Aber sie braucht unbedingt eine Stelle. Wir hoffen inständig, dass sich jemand mit einer freien Au-Pair-Stelle meldet.
(saz)