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Kenichi Mishima ist für seine umfassenden und kritischen Analysen von Nietzsche bekannt. Sein Interesse für Nietzsche hat ihn zur Auseinandersetzung mit „dem ganzen Gestrüpp der gegenwärtigen philosophischen Diskussion“ geführt. Er selbst beschreibt seine philosophische Position als "subversiven, machtkritischen Universalismus", angestossen durch seine Arbeit über Walter Benjamin.
Die Kulturvermittlung zwischen Japan und Deutschland ist für Kenichi Mishima ein weiteres wichtiges Anliegen. Er hat sich durch zahlreiche Übersetzungen vor allem philosophischer Werke (z.B. Nietzsche, Gadamer, Adorno, Habermas) darum bemüht, die deutschsprachigen Diskussionen dem japanischen Publikum näher zu bringen. Durch seine Arbeiten zu den kritischen Intellektuellen im Deutschland zwischen 1945-1980 ergänzt er das in Japan gängige Deutschlandbild der Dichter und Denker durch eines der „subversiven Demokratie“.
Kenichi Mishima richtet seinen Blick gleichwohl auf das gegenwärtige Japan und setzt sich dabei kritisch mit dem Verhältnis Japans zur Vergangenheit, den politischen Strukturen und Mechanismen des Landes, sowie Japans ambivalenter Beziehung zum Westen auseinander. Immer wieder beteiligt er sich mit kritischen Positionen an den öffentlichen Debatten in grossen deutschen und japanischen Tageszeitungen.
1942 in Tokio als Sohn eines Industriekaufmanns geboren; Studium der Philosophie, der Vergleichenden Kulturwissenschaft und der Germanistik an der Universität Tokyo; ab 1968 Lehrtätigkeit an den Universitäten Chiba, Tokio und Gakushuin; 1991-2004 Professor für Sozialphilosophie und Vergleichende Zivilisation an der Universität Osaka; seit 2004 Professor für Sozialphilosophie und zeitgenössische Philosophie an der Tokio Keizai Universität; Forschungsaufenthalte in Deutschland als DAAD-Stipendiat, als Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn und des Wissenschaftskollegs in Berlin; seit 2002 Mitglied des Internationalen Beirats für das Institut für Sozialforschung; 1987 Philipp-Franz-von-Siebold-Preis und 2001 Eugen und Ilse Seibold-Preis für seinen Brückenschlag zwischen Deutschland und Japan
Nietzsche (1987); Intellektuelle Diskurse in der Bundesrepublik seit 1945 (1991); Kultur und Rassismus (1996); Licht und Schatten der Philosophie von Nietzsche (1997); Walter Benjamin – Sammlung, Destruktion, Erlösung (1999); Intellektuelle Diskurse in Deutschland seit der Wiedervereinigung (2004)