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(Reuters) – Die Impfstoffhersteller Moderna Inc. und Pfizer Inc. mit ihrem deutschen Partner BioNTech haben sich lautstark dafür ausgesprochen, dass die Welt bald COVID-19-Auffrischungsimpfungen benötigt, um ein hohes Maß an Immunität zu erhalten. Weniger klar ist jedoch, wer diese Entscheidung treffen sollte – und auf Basis welcher Beweise.
DAS MODELL FÜR GRIPPEIMPFSTOFFE
Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens verfügen über einen gut koordinierten Mechanismus, der erstmals 1952 eingeführt wurde, um zu bestimmen, wann die saisonalen Grippeimpfstoffe aktualisiert werden sollten, um mit schnell mutierenden Grippestämmen fertig zu werden.
Das Global Influenza Surveillance and Response System der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sammelt die Daten der nationalen Gesundheitsbehörden über die zirkulierenden Grippestämme und wählt anhand dieser Informationen zweimal im Jahr die Stämme aus, die die Hersteller in die saisonalen Impfungen für die nördliche und südliche Hemisphäre aufnehmen sollen.
Einige Experten haben vorgeschlagen, dass ein ähnliches Modell verwendet werden könnte, um Daten über COVID-19-Varianten zu sammeln und die Hersteller zu beraten, welche Stämme in Impfstoff-Updates enthalten sein sollten.
Ein anderer Ansatz könnte jedoch darin bestehen, die Aktualisierung vieler anderer Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten zu imitieren – wobei die Entscheidungen in erster Linie darauf beruhen, was die Arzneimittelhersteller für erforderlich halten. Den nationalen Gesundheitsbehörden steht es dann frei, klinische Studiendaten zu bewerten und zu entscheiden, ob eine bestimmte Version eines Impfstoffs in ihrem Land verwendet werden sollte.
Derzeit verfolgen die Hersteller des COVID-19-Impfstoffs diesen Ansatz, indem sie die Entwicklung und Erprobung variantenspezifischer Auffrischungsimpfungen vorantreiben und es den Regierungen überlassen, diese nach eigenem Ermessen zu kaufen.
WELCHE BEWEISE WERDEN BENÖTIGT?
Einige Impfexperten sagen, dass es klare Beweise dafür geben muss, dass die aktuellen COVID-19-Impfstoffe Infektionen und schwere Krankheiten nicht verhindern, bevor die Länder mit wiederholten landesweiten Impfkampagnen beginnen.
Sie argumentieren, dass die Entscheidung über Auffrischungsimpfungen von Daten geleitet werden sollte, die zeigen, wie die Impfstoffe bei Menschen in klinischen Studien und unter realen Bedingungen wirken, sowie von Laborstudien, die abnehmende Antikörperspiegel in Blutproben von geimpften Menschen zeigen.
Bisher haben die Hersteller des COVID-19-Impfstoffs gezeigt, dass ihre Impfungen einen starken Schutz für mindestens sechs Monate bieten. Aber die Immunität kann variieren. Ältere Menschen oder solche mit einem geschwächten Immunsystem benötigen möglicherweise eine frühere Auffrischung als jüngere Menschen mit einem robusteren Immunsystem.
Ein weiterer wichtiger Datensatz, der als „Korrelate des Schutzes“ bekannt ist – Belege aus klinischen Studien, die den Schwellenwert an Antikörpern zeigen, der erforderlich ist, damit Impfstoffe schützen – könnte Entscheidungsträgern dabei helfen, zu entscheiden, ob Auffrischungsimpfungen notwendig sind, aber diese Daten sind bisher nicht verfügbar.
ANGEPASST FÜR EINE COVID-19-WELT
Auf globaler Ebene stellt die Weltgesundheitsorganisation ein beratendes Expertengremium zusammen, das die aktuellen Erkenntnisse über die Haltbarkeit des COVID-19-Impfstoffs und neu auftretende Varianten auswerten und dann Richtlinien für Regierungen anbieten soll.
Obwohl einige Experten mögliche Ähnlichkeiten mit dem globalen Mechanismus zur Aktualisierung von Grippeimpfstoffen festgestellt haben, betonen sie auch, dass dieser für eine COVID-19-Welt angepasst werden muss. Wahrscheinlicher ist, dass die globalen Richtlinien von den Nationen oder Regionen angepasst werden, um die lokalen Bedürfnisse zu erfüllen.
Zum Beispiel entwickeln die U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ihr eigenes Rahmenwerk zur Risikobewertung, um festzustellen, welche Beweise erforderlich sind, um einen modifizierten Impfstoff zu empfehlen.
Das CDC und andere US-Gesundheitsbehörden haben ihre eigenen
Die CDC und andere US-Gesundheitsbehörden führen derzeit eigene Studien durch, um die Wirksamkeit des Impfstoffs auch in älteren Bevölkerungsgruppen und bei Kindern zu untersuchen und die Auswirkungen neuer Varianten zu beobachten.
In Großbritannien arbeiten Public Health England und das National Institute for Biological Standards and Control zusammen mit globalen Agenturen an einem „Agility Project“, um die Auswirkungen viraler Mutationen und neuer Varianten auf die Entwicklung des COVID-19-Impfstoffs zu verfolgen und zu testen.