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In den vergangenen Wochen war Tennis in den Stuben zwischen Genf und Widnau sowie Basel und Chiasso ganz hoch im Kurs. Herr und Frau Schweizer drückten während der US Open den hiesigen Tennisheiligen Roger Federer, Stan Wawrinka und - leider nur für kurze Zeit - Belinda Bencic die Daumen. Abseits des öffentlichen Interesses spielte indes eine Ostschweizerin in den Doppel-Wettbewerben gross auf.
Siegreich im Doppel und Mixed
Martina Hingis, die ehemalige Weltnummer 1 im Frauentennis, gewann zunächst an der Seite von Bethanie Mattek-Sands (USA) die Mixed-Konkurrenz. Gestern setzte sie sich mit Partnerin Sania Mirza (Ind) auch noch im Doppel-Final des US Open durch. Bereits in Wimbledon hatte die Trübbacherin das gleiche Kunststück geschafft. In ihrer Vitrine stehen mittlerweile 20 Grand-Slam-Trophäen. 15 im Doppel, fünf gewann sie im Einzel.
Der NZZ nur kleine Meldung wert
Die neusten hingischen Siege sind sicherlich nicht mit Titeln im Einzeln zu vergleichen. Die geringe Berücksichtigung in den Schweizer Medien überrascht dennoch. Der NZZ beispielsweise war der New Yorker Mixed-Doppel-Sieg der Ostschweizerin in der Papierausgabe nicht einmal einen ganzen Satz mitsamt Verb wert. Die Meldung ("Hingis/Mirza souverän zum Titel") findet sich in der Resultatübersicht, oberhalb der Mitteilung, dass Oprandi den Final in Biarritz verloren oder dass Golfer Pieters einen knappen Sieg in Zandvoort errungen hat.
Comebacks und Kokain
Martina Hingis war um die Jahrtausendwende eine der besten Tennisspielerin weltweit. Während 209 Wochen führte sie die WTA-Rangliste an. Danach ging es abwärts. 2003 hörte sie verletzungsbedingt mit nur 22 Jahren erstmals auf. Zwei Jahre später kehrte sich aber zurück, das Comeback endete indes mit einem Skandal. 2007 gab sie ihren erneuten Rücktritt bekannt, diesmal wegen einer positiven Dopingprobe. Ihr war der Konsum von Kokain nachgewiesen worden. Diesen Fehltritt scheint die Öffentlichkeit der Ostschweizerin nicht zu verzeihen. Seit dem Comeback 2013 gewinnt sie viele Titel, die Medien nehmen dies aber fast mehr nicht zur Kenntnis. (dsc)