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Unruhen in den äusseren Bezirken des Kantons Schwyz führten 1832/33 beinahe zur Kantonstrennung. Die Besetzung des aufständischen Bezirks Küsnacht durch Schwyzer Truppen am 31. Juli 1833 bewog die eidgenössische Tagsatzung dazu, Militär in den Kanton zu entsenden. Auch Appenzell-Ausserrhoden stellte ein Teil dieses Kontingents. Mit dem Grenzübergang an der Linthbrücke bei Schloss Grynau wurde den Appenzellern ein geschichtsträchtiger Ort zur Bewachung anvertraut. Dort traf 1799 General Massena auf die Österreicher. Die Brücke wurde damals wiederholt zerstört, und an der Linthlinie standen sich die Truppen Frankreichs und Österreichs gegenüber. Nun wachten die Appenzeller als „Friedenstruppe“ über die Brücke an der überschwemmten Linthwiese.
Unser Bild zeigt Appenzeller Füsiliere beim Üben des Salvenschiessens. Dabei feuerte das zweite Glied seine Salve durch die schmalen Zwischenräume des ersten Gliedes hindurch ab, wenn dieses seinerseits seine Salve abgeschossen hatte. Die Männer des ersten Gliedes kamen den Laufmündungen der Schützen hinter ihnen gefährlich nahe, weshalb dieses Manöver besonders gut geübt sein wollte.
Die Uniform der Wehrmänner von Appenzell-Ausserrhoden entsprach 1833 noch jener der napoleonischen Epoche, sie ging weitgehend auf die appenzellische Militärorganisation von 1808 zurück. Daher ähnelt der getragene hellgraue Kaput seinem französischen Paten. Eine Appenzeller Eigenheit sind der Kragen und die Ärmelaufschläge in Dunkelblau. Hier nicht sichtbar die eidgenössische Armbinde am linken Oberarm, denn die Appenzeller kamen im Auftrag der Tagsatzung nach Schwyz. Die dunkelblauen Hosen haben an der Aussennaht einen roten Vorstoss. Ober den Schuhen werden dunkle Tuchgamaschen getragen. Als Kopfbedeckung dient ein Tschako, den man wegen seines grossen Deckels auch „Tanzbödeler“ nannte. Die Garnitur zeigt unter der Kantonskokarde einen rautenförmigen Schild aus Messing mit den Buchstaben A U.R. (Appenzell Usser Rhoden). Auf den Tornister ist die gerollte Wolldecke aufgeschnallt. Beim Gewehr handelt es sich um eine Steinschlossmuskete kantonaler Ordonnanz. An weissen Lederbandoliers hängen einerseits die Munitionstasche mit Bajonett, andererseits der Säbel. Bei den Appenzellern trugen selbst gemeine Füsiliere den Säbel, der in anderen Kantonen Elitekompanien und Unteroffizieren vorbehalten war. Der Kanton begründete dies 1824 damit, dass das Tragen des Säbels in engem Zusammenhang mit altem Brauchtum und dem traditionellen Ehrgefühl stehe.
Roger Rebmann, Basel