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Das ehemalige Klosterviertel
Das im Südosten der Stadt Basel gelegene Wohnviertel wurde nach dem früher im Bereich der heutigen St. Alban-Kirche gelegenen Kloster benannt. Das noch erhaltene St. Alban-Tor führte einst aus der ummauerten Stadt in den Wald.
Ende 1870 war das Viertel als gehobenes Wohnviertel geplant
Das noch erhaltene St. Alban-Tor führte einst aus der ummauerten Stadt auf das von lichtem Wald bewachsene Plateau zwischen Rhein und Birs. Das Quartier St. Alban wurde zur Hauptsache in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als gehobenes Wohnviertel gebaut. Etwa um 1870 stand - zumindest auf dem Papier - fast das ganze Strassennetz. Errichtet waren jedoch erst relativ wenige Gebäude, die sich Richtung Stadtzentrum und um das St. Alban-Tor konzentrierten.
Moderne Komplexe prägen mehr und mehr das Bild
Bis zur Jahrhundertwende wurden aber vornehmlich die zentrumsnahen Bereiche bis zum St. Alban-Ring bebaut, Lücken wurden bis 1920 geschlossen und kleinere angrenzende Gebiete bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges bebaut. Einen grossen, im Süden des Quartiers gelegenen Teil nehmen die Gleisanlagen des Güterbahnhofes Wolf (1874 geplant) und das Dreispitzareal mit Lagerhallen (inkl. Zollfreilager), Gewerbebetrieben und mehr und mehr auch Geschäften in Anspruch. Mittlerweile prägen moderne Komplexe von Banken und Versicherungen besonders im Bereich Aeschenplatz und -graben das Bild des Wohnviertels. Ebenfalls in diesem Gebiet befindet sich der Wolfgottesacker, der seit seiner Eröffnung 1872 als eine der schönsten Friedhofsanlagen der Schweiz gilt.
Gellert mit grosszügigen Villen und neuen Bürogebäuden
Die Bebauung des Wohnviertels zeichnet sich vor allem im nördlich gelegenen Quartierteil Gellert durch grosszügige Villen mit ausgedehnten Gartenanlagen aus. Allerdings wurden einige davon im Zuge der Verdichtung teilweise überbaut. Insbesondere dort, wo der Nutzungsdruck der City am stärksten wirkte und weiterwirkt, weichen die herrschaftlichen Häuser zunehmend Geschäftsbauten, so im Bereich des Aeschenplatzes und des Aeschengrabens, wo unter anderem zahlreiche Banken und Versicherungen ihre Niederlassung haben. Seit einigen Jahren entstehen auf den ehemaligen Gleisanlagen an der Nauenstrasse südwestlich des Bahnhofs neue Bürogebäude. Im Jahr 2000 wurde das dunkelgrün schimmernde Peter Merian-Haus fertiggestellt, 2009 das silbergraue Jacob Burckhardt-Haus, welches die Juristische Fakultät der Universität Basel beherbergt.
Schwarzpark – ehemaliger Privatpark mit Damhirschherde
Im Laufe der Hochkonjunktur ab den 1960er-Jahren wurde im Gellert, dem ehemals fast ausschliesslich vom «Basler Daig», gemeint sind damit die vermögenden und einflussreichen Familien der Stadt, bewohnten nördlichen Teil des St. Albanquartiers, auch Wohnraum für die Mittelschicht geschaffen und die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut. Gewissermassen ein räumliches Relikt aus vergangenen, bürgerlichen Zeiten stellt der Schwarzpark dar. Lange Zeit war er der grösste private Park der Stadt. Anfang der 1990er-Jahre wurde das 65 000 Quadratmeter grosse Gelände vom Kanton erworben. Eine vor der Übernahme geplante Überbauung durch Private wurde vorgängig per Volksabstimmung abgelehnt. Mit Ausnahme eines kleinen Areals am südlichen Parkrand, wo eine Wohnsiedlung mit rund 30 Grosswohnungen erstellt wurde, ist die Fläche heute der Grünzone zugewiesen und beherbergt eine Damhirschherde von etwa 30 Tieren, die vom Erlen-Verein betreut werden.
Neben viel Grün auch hohe Verkehrsbelastung
Die gute Ausstattung mit Grünflächen ist – besonders aus ökologischer Sicht – positiv sowohl für das Wohnviertel als auch für die ganze Stadt. Das St. Albanquartier hat stellenweise aber auch stark unter den Auswirkungen des Verkehrs zu leiden. So wird der östliche Teil des Quartiers seit Anfang der 1970er-Jahre von der Autobahn-Osttangente durchschnitten und die südlichen und westlichen Bereiche gegen den Bahnhof und den Aeschenplatz hin werden einerseits durch Transit- und anderseits durch Zubringerverkehr in Richtung Innenstadt stark belastet.
Weiterführende Informationen
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