Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/213953

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird damit beauftragt zum Thema der Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität der Wälder einen Bericht vorzulegen, in dem geprüft wird, ob - in Ergänzung der Massnahmen, die zur Anpassung des Waldes an die Klimaerwärmung ergriffen werden - der Bundesversammlung der Entwurf zu einem Erlass vorzulegen ist oder zusätzliche Massnahmen zu ergreifen sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund hat die grosse Herausforderung des Klimawandels für den Schweizer Wald erkannt. Mit dem langjährigen Forschungsprogramm "Wald und Klimawandel" (2009-2018) des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) konnten wesentliche Erkenntnisse zum Wald und seiner Anpassungsfähigkeit unter diversen Klimaszenarien gewonnen werden. Die Erhaltung und Förderung der Diversität ist ein zentrales Element zur Adaptation und Sicherung bzw. Stärkung der Resilienz des Waldes. Die Waldpolitik 2020 trägt dieser Bedeutung Rechnung, indem diese Erkenntnisse in den Massnahmenplan der Waldpolitik für die Zeit nach 2020 einbezogen werden. Der im vorliegenden Postulat geforderten Aktualisierung der Massnahmen in den Bereichen Klimaveränderung wurde durch die Erarbeitung des Berichts "Standortkundliche Grundlagen für die Waldbewirtschaftung im Klimawandel" (WSL 2018) bereits entsprochen. Die aktuellen Resultate des Landesforstinventars (LFI4) zeigen, dass die Ausrichtung der Waldbewirtschaftung nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus insbesondere mit Naturverjüngung zielführend ist. Schliesslich hat das Parlament den Bundesrat mit der Motion Engler (Hêche) (19.4177) beauftragt, zusammen mit den Kantonen im Sinne der Verbundaufgabe eine integrale Strategie für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel vorzulegen. Die Strategie soll die erforderlichen Instrumente sowie finanziellen Mittel festlegen, damit der Wald seine verschiedenen Funktionen erfüllen und nachhaltig bewirtschaftet werden kann. Darunter fällt auch die Sicherstellung der Biodiversität im Wald.</p><p>Diese vom Parlament angenommene Motion verfolgt einen integralen Ansatz, der auch vom Bundesrat begrüsst wird. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Waldbiodiversität und des Handlungsbedarfs bewusst. Deshalb wurden im Rahmen des Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz (AP SBS) zusätzliche Mittel im Umfang von 10 Millionen Franken pro Jahr für die Periode 2017-2023 zugunsten der Waldbiodiversität eingestellt. Dabei ist die Publikation zur Förderung der Biodiversität im Schweizer Wald (BAFU 2015) nach wie vor aktuell und wird zusammen mit den Kantonen im Rahmen der Programmvereinbarungen (PV) Wald umgesetzt. Erste Erfolge sind bereits erkennbar, die Biodiversität im Wald entwickelt sich grundsätzlich positiv. Die im vorliegenden Postulat angesprochenen Defizite etwa beim Alt-/Totholz in den Regionen Jura und Mitteland oder bei den Biotopbäumen werden angegangen. Weitere Schwerpunkte in den PV der laufenden Periode 2020-2024 bilden die Strukturvielfalt im Wald sowie die Ausscheidung von Genreservaten zur Sicherung der genetischen Vielfalt für wichtige und seltene einheimische Baumarten.</p><p>Die Zielerreichung der mit den Kantonen vereinbarten zu erbringenden Leistungen in der PV-Periode wird periodisch überprüft und die Schwerpunkte für die neue Umsetzungsperiode werden festgelegt. Die Erkenntnisse aus dem LFI und aus der Forschung tragen zur Aktualisierung der mittelfristigen Ausrichtung bei. Im Rahmen der Wirkungsanalyse AP SBS 2022 wird zudem der Effekt der Sofortmassnahmen in der Waldbiodiversität geprüft. Auf dieser Basis wird der Bundesrat über die weitere Umsetzung und gegebenenfalls angepasste Ziele und Massnahmen entscheiden.</p><p>In Anbetracht der laufenden Aktivitäten und vorgesehenen Evaluationen erachtet der Bundesrat die im vorliegenden Postulat geforderten Arbeiten als bereits erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.