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Züri Metzgete:Sieg geht an Italien
Die 88. Meisterschaft von Zürich, die "Züri Metzgete", ist mit dem Erfolg des Italieners Paolo Bettini zu Ende gegangen. Nach 248 km meisterte er im Sprint eine vierköpfige Spitzengruppe vor Jan Ullrich (De) und Fernando Escartin (Sp). Niki Aebersold fuhr als bester Schweizer auf Platz 8, Oscar Camenzind wurde 11.
Eine 19-köpfige Spitzengruppe mit dem Grossteil der Favoriten hatte die sechste und letzte Runde gemeinsam in Angriff genommen, am Schluss machte aber bloss noch ein Quartett den Sieg im achten von insgesamt zehn Weltcup-Rennen unter sich aus.
Am Pfannenstiel, dem Haupthindernis des Tages, das letztmals 17 km vor dem Ziel zu bewältigen war, hatte sich die Vorhut unter dem Tempodiktat von Ullrich und Francesco Casagrande (It), den beiden stärksten Fahrern am Berg, in einzelne Gruppen aufgelöst.
Bettini wählte auf der Zielgeraden das Hinterrad von Ullrich und wies den nicht sonderlich endschnellen Deutschen problemlos in die Schranken. Ullrich, schon viermal Gesamtzweiter der Tour de France, musste sich in Zürich bereits zum dritten Mal nach 1997 und 2000 mit dem Ehrenplatz begnügen. Der Deutsche lancierte im Finale zwar mehrere Attacken, die aber ohne Erfolg blieben.
Den dritten Podestplatz ersprintete sich der überraschende Escartin, der im Team Coast auf vier Schweizer Teamkollegen (Zülle, Huser, Aebersold, Gianetti) zählen konnte, vor Casagrande. Erik Dekker (Ho) hatte in den Steigungen der letzten Runde nicht mehr mithalten können, machte sich hernach mit dem zurückgefallenen Cristian Moreni (It) auf die Verfolgung der Vorhut, erreichte noch Platz 5 und baute die Führung im Weltcup-Zwischenklassement weiter aus.
Den Schweizern zu schnell
Ein Opfer des Tempodiktats von Ullrich und Casagrande war der Schweizer Oscar Camenzind: "Es folgte Angriff auf Angriff. Die erste Attacke versuchte ich zusammen mit Rebellin zu kontern, aber insbesondere Casagrande und Ullrich waren zu stark." Zu schaffen machte dem Ex-Weltmeister auf dem schweren Parcours mit gut 3'500 m Höhendifferenz auch die Hitze. "Für mich wäre es besser gewesen, wenn es fünf bis zehn Grad kälter gewesen wäre. Pro Runde trank ich drei Bidons." Camenzind startet nun am Samstag in einer Woche zur Vuelta, um sich in Spanien optimal auf die WM, sein letztes, grosses Saisonziel, vorzubereiten.
Wie auf eine WM hatte sich Niki Aebersold auf die Meisterschaft von Zürich vorbereitet. "Ich habe beweisen können, dass ich in Eintagesrennen ganz vorne hineinfahren kann. Leider waren heute ein paar Konkurrenten eine Klasse für sich." Aebersold verbuchte eines seiner wertvollsten Resultate seit dem Jahr 1998, als er gleich mehrere bedeutende Rennen hatte für sich entscheiden können.
Drittbester Schweizer wurde Beat Zberg auf Platz 17. Alexandre Moos als 20. und Pierre Bourquenoud (25.) holten die ersten Weltcup- Punkte für das Schweizer Team Phonak. Laurent Dufaux, der Sieger im Jahr 2000, musste sich mit Rang 29 begnügen.
Bloss 56 der 185 Fahrer beendeten das Rennen. Lance Armstrong (USA) stieg schon nach der 1. Runde aus. Laurent Jalabert (Fr) kam mit der Favoritenrolle einmal mehr nicht zu Recht und gab im letzten Renndrittel abgeschlagen auf.
swissinfo und Agenturen
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