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Von BBC Radio 3 als „Poet am Klavier“ bezeichnet, präsentiert sich der 1985 geborene Amerikaner Andrew Tyson als neue bemerkenswerte Stimme in der Musikwelt. An der Schwelle zur Saison 2015/16 gewann er den 1. Preis beim Concours Géza Anda in Zürich. Zudem sprach ihm die Jury den Mozart-Preis zu. Mit der Interpretation von Chopins Klavierkonzert Nr. 1 in Begleitung des Tonhalle-Orchesters Zürich erspielte er sich auch den Publikumspreis.
Tyson trat mit amerikanischen und europäischen Orchestern auf, wie den Sinfonieorchestern von Las Vegas, North Carolina, Edmonton, dem Orchestre de Chambre de Wallonie, dem Orchestre National de Belgique unter Marina Alsop, dem Hallé-Orchester unter Sir Mark Elder. Im Herbst 2015 stehen u.a. eine Russland-Tournee mit dem Kostroma Gubernski Sinfonieorchester und Gershwins Rhapsody in Blue sowie mit den Moskauer Virtuosi unter Vladimir Spivakov mit Mozarts Klavierkonzert KV 503 auf dem Programm.
Seit Jahren ist Tyson in Klavierabenden und Festivals in Nord- und Mittelamerika sowie in zahlreichen Ländern Europas zu hören.
Seine Ausbildung begann er an der Universität von North Carolina bei Dr. Thomas Otten, später besuchte er das Curtis Institute of Music in der Klasse von Claude Frank. Seinen Master und das Solistendiplom holte er sich an der Juilliard School bei Robert McDonald.
Preise gewann er ausserdem beim Gina Bachauer-Wettbewerb, beim Arthur Rubinstein-Wettbewerb, beim Leeds-Wettbewerb und beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel. Seine vielgerühmten Debuts in New York und im Kennedy Center im Jahr 2013 verdankt er der Auszeichnung bei den Young Artists International Auditions 2011. Der Terence Judd-Preis im Rahmen des Leeds-Wettbewerbs wurde ihm durch das Hallé-Orchester und Sir Mark Elder verliehen; ein Preis, der Wiedereinladungen nach Hallé zur Folge hatte.
In Verbindung mit seinem 1. Preis beim Concours Géza Anda sind unzählige Konzertauftritte geplant, u.a. mit dem Orchestra della Svizzera Italiana, dem Musikkollegium Winterthur, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Argovia Philharmonic, dem SWR-Rundfunkorchester Stuttgart, dem Symphonischen Orchester St. Petersburg und dem Berner Kammerorchester. Debuts wird er u.a. beim Lucerne Piano Festival, beim Kissinger Sommer, im Musikdorf Ernen und beim finnischen Joensuu-Festival geben.
Philippe Bach wurde 1974 in Saanen, Schweiz, geboren. Er studierte Horn an der Musikhochschule Bern und am Conservatoire de Genève und anschliessend Dirigieren an der Musikhochschule Zürich bei Johannes Schlaefli und am Royal Northern College of Music in Manchester bei Sir Mark Elder. Er besuchte Meisterkurse bei Sir Colin Davis, David Zinman, Vladimir Jurowski, Prof. Ralf Weikert und Prof. Peter Eötvös.
Philippe Bach gewann zahlreiche Auszeichnungen, u.a. erste Preise am Schweizerischen Dirigentenwettbewerb (1996) und an der «International Jesús López Cobos Opera Conducting Competition» (2006). 2006 bis 2008 war er Assistant Conductor am Teatro Real in Madrid und Assistent von Jesús López Cobos.
Im Juni 2007 gab er im Teatro Real sein Debut mit Madama Butterfly. Im Dezember 2008 folgte sein Debut an der Hamburgischen Staatsoper mit Hänsel und Gretel. Von 2008 bis 2010 war Philippe Bach Erster Kapellmeister und Stellvertretender GMD am Theater Lübeck.
Seit 2011 ist er Generalmusikdirektor der traditionsreichen Meininger Hofkapelle und des Südthüringischen Staatstheaters Meiningen und seit 2012 Chefdirigent des Berner Kammerorchesters.
Als Gast leitete Philippe Bach u.a. Konzerte mit dem Tonhalle Orchester Zürich, dem London Philharmonic Orchestra, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Royal Scottish National Orchestra, dem Orchestre de chambre de Lausanne, dem Basler Sinfonieorchester, dem kammerorchesterbasel, dem Hallé Orchestra, dem RTE National Symphony Orchestra, dem Orquesta Sinfónica de Madrid, dem Orchestra della Svizzera Italiana, dem Brandenburgischen Staatsorchester, dem Bournemouth Symphony Orchestra, dem Kuopio Symphony Orchestra und der Basel Sinfonietta.
Das 1989 gegründete Jugendsinfonieorchester (JSO) Arabesque besteht aus Jugendlichen, welche überdurchschnittliche technische und musikalische Voraussetzungen mitbringen. In den wöchentlichen Proben in Thun und zusätzlichen Probewochenenden werden anspruchsvolle Werke des klassischen Orchesterrepertoires eingeübt. Fleiss und persönliches Engagement jedes Vereinsmitglieds paaren sich hier mit grosser Spielfreude und freundschaftlicher Verbundenheit. 2014 feierte das Orchester sein 25-jähriges erfolgreiches Bestehen mit einer erfolgreichen Reise nach Budapest und einem Jubiläumskonzert im KK Thun. Dabei war sicher das Violinkonzert in g-Moll, op. 26 von Max Bruch mit dem Gastsolisten Alexandre Dubach aus Thun ein herausragendes Erlebnis. 2015 folgte neben Projekten mit Bläser-, Streicher- und Symphoniekonzerten ein weiter Höhepunkt mit der Teilnahme am Internationalen SCL Festival in Wien, wo das Orchester in berühmten Sälen wie dem Goldenen Saal des Musikvereins oder im grossen Saal des Konzerthauses auftreten konnte. Am 1. Januar 2016 bestritt das JSO Arabesque äusserst erfolgreich das Neujahrskonzert im KK Thun. Im Juni 2016 stehen Konzerte in Thun, Bern und Spiez auf dem Programm. Aufgeführt wird u.a. die Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 43 von Jean Sibelius.
Im Verein engagiert sich jedes Mitglied durch seinen persönlichen Einsatz, was das gemeinschaftliche Erlebnis fördert. Zusätzlich bietet der Verein den Mitgliedern die Möglichkeit, eine zusätzliche Spezialaufgabe innerhalb der Orchesterkommission und so eine grössere Verantwortung für den Verein wahrzunehmen. Daneben wird besonders begabten Orchestermitgliedern immer wieder die Gelegenheit geboten, solistisch mit dem Orchester aufzutreten.
Die Trägerschaft des Vereins besteht aus den Musikschulen Region Thun, Aaretal, Oberland Ost, Region Gürbetal, Unteres Simmental und Kandertal. Während des Schuljahres werden 2-3 Projekte mit jeweils mehreren Konzerten im ganzen Einzugsgebiet des JSO Arabesque realisiert. Die Konzerte finden traditionellerweise in Thun, Spiez und Bern statt, wo sie sich eines treuen Stammpublikums erfreuen und auf grossen Anklang stossen.
Seit März 2013 ist Mirjam Andrey Konzertmeisterin des Jugendsinfonieorchesters Arabesque.
Die musikalische Leitung obliegt seit einigen Jahren Georgios Balatsinos, der es blendend versteht, das Orchester immer wieder zu Höchstleistungen zu führen.
Er ist gewinner des Internationalen konzertwettbewerb für jungen Dirigenten in Berlin in 2016, Semifinalist des Donatella Flick Dirigierwettbewerbs- London 2016 und erster Preisträger des “Internationalen Dirigierwettbewerbs Black sea 2012”. Im Juni 2016 dirigierte er die Berliner Symphoniker in der Philarmonie Berlin und 2015 konzertiert er im Wiener Musikverein mit dem JSO Arabesque und dirigierte er Don Pasquale in Stadt Theather Meiningen. Er dirigierte verschiedene Orchester wie das NAC Orchestra Ottawa, Südwestdeutsche Philarmonie das Athener Staatsorchester, die Hofkapelle Meiningen, das Gstaad Festival Orchester , das Orchestra Sinfonica de Sanremo, das Athen Symphonie-Orchestra, Luzerner Sinfonieorchester, die National Opera O. Danovsky (RU), Orchester Verdi di Milano und Il Pommerigi di Milano.Er wurde ausgewählt, um als aktiver Student an internationalen Meisterkursen bei David Zinman, Gianluigi Gelmetti, Neeme Järvi und J. Schlaeffli teilzunehmen. Er erhielt eine umfassende Ausbildung in Violine, Viola, Komposition und Dirigieren an den Musikhochschulen Detmold, Genf, Bern, Luzern und Mailand. Seit 2015 arbeitet er mit Jorma Panula in Panula Academy (Helsinki).
Das Berner Kammerorchester pflegt seit seiner Gründung 1938 das
klassische Repertoire und setzt parallel dazu einen Schwerpunkt in der
Aufführung und Vermittlung neuer Schweizer Musik. Bemerkenswert sind die
spannenden Kombinationen mit anderen Bereichen wie Tanz, Volksmusik und
Jazz. Seit der Saison 2012/13 ist Philippe Bach Chefdirigent des BKO.
Es kamen zahlreiche Uraufführungen namhafter Komponisten zustande wie zum Beispiel von Sandor Veress, Albert Moeschinger, Willy Burkhardt, Arthur Furer und Alfred Zimmerlin. Ein wichtiger Akzent ist die Zusammenarbeit mit jungen Musikerinnen und Musikern. In Kooperation mit der Hochschule der Künste Bern werden gezielt junge Talente gefördert. Das Berner Kammerorchester ist ein gern gesehener Gast bei verschiedenen Festivals wie den Musikfestwochen Meiringen, dem Musikfestival Bern oder dem Swiss Chamber Music Festival in Adelboden. 2008 trat das BKO im Rahmen der „Euro 2008“ in Wien auf. Seit neuester Zeit ist das BKO mit Gastspielen in der ganzen Schweiz präsent.
Das Berner Kammerorchester wird von der Stadt Bern, von der Burgergemeinde Bern, vom Kanton Bern und ab 2016 von der Regionalkonferenz Bern Mittelland unterstützt und erhält Förderbeiträge von verschiedenen Stiftungen und Partnern.

Edvard Grieg

Klavierkonzert in a-Moll, op. 16

Gustav Mahler

Sinfonie Nr. 1 in D-Dur, Der Titan
Romantische Schwergewichte: Im Verbund mit dem Jugendsinfonieorchester Arabesque lässt das Berner Kammerorchester zwei Grosswerke der spätromantischen Orchesterliteratur erklingen: Gustav Mahlers sinfonisches Debut und Edvard Griegs einziges Klavierkonzert.
Die Kontroversen um die Uraufführung von Gustav Mahlers (1860-1911) 1. Sinfonie sind aus heutiger Sicht schwer nachzuvollziehen. Gerade im Vergleich mit seinen späteren Sinfonien hält sich Mahlers Erstling in seiner viersätzigen Anlage noch am ehesten an die sinfonische Tradition des 19. Jahrhunderts. Dass es bei der Premiere des Werks in Budapest zu tumultartigen Szenen zwischen Anhängern und Gegnern Mahlers kam, hing wohl auch damit zusammen, dass sich der Komponist als erfolgreicher Operndirigent und temperamentvoller Charakter viele Feinde und Neider geschaffen hatte. Zumal komponierende Kapellmeister damals schon einen schweren Stand bei der Kritik hatten. Mag uns die Musik heute noch so geläufig sein, darf man die Radikalität der Komposition dennoch nicht unterschätzen. Der ursprüngliche Plan Mahlers sah auch eher eine grossangelegte sinfonische Dichtung als eine klassische Sinfonie vor. In verschiedenen Phasen der Umarbeitung erlangte das Werk erst seine finale Form und schliesslich strich der Komponist auch die programmatischen Satztitel sowie den auf Jean Paul verweisenden Beinamen Titan aus dem Konzept. Ferner finden wir bereits alle Tendenzen späterer Werke Mahlers in der Sinfonie vor: das unerbittliche Streben zur finalen Apotheose, collageartige Techniken, derber Humor und ausufernde Formanlagen. Die schalkhafte Seite Mahlers kommt besonders in den Mittelsätzen zum Tragen. Der zweite Satz präsentiert einen burschikosen Ländler, während zu Beginn des langsamen dritten Satzes ein Solo-Kontrabass eine Melodie lamentieren darf, die nichts anderes ist als der Kanon Frère Jacques in einer Mollvariante. Aus dem Kanon entspinnt sich ein trottender Trauermarsch, der ziemlich unvermittelt in einen sentimentalen Tanz mit Klezmer-Anklängen mündet. Wahrhaftes Neuland betritt Mahler aber vor allem mit dem Kopfsatz. Flageoletts in den höchsten Lagen der Streicher und ein tiefer Kontrabass unisono auf dem Ton a eröffnen einen weiten Raum. Trompeten aus der Ferne und einzelne Bläser rufen in diese Leere und erst allmählich entstehen aus ihrem Widerhall thematische Gebilde. Dieser Beginn beschreibt nichts Geringeres als die Entstehung der Musik und das Wachsen der Zeit.Romantische Schwergewichte: Im Verbund mit dem Jugendorchester Arabesque lässt das BKO zwei Grosswerke der spätromantischen Orchesterliteratur erklingen: Gustav Mahlers sinfonisches Debut und Edward Griegs einziges Klavierkonzert.
Das Klavierkonzert in a-Moll des Norwegers Edvard Grieg (1843-1907) zieht dagegen die Zuhörenden ganz unvermittelt in das musikalische Geschehen hinein. Ein Paukenwirbel faucht und schon eröffnet das Klavier mit einer wuchtigen Einleitung, bevor die Holzbläser das Thema des Satzes vorstellen. Griegs einziges Solo-Konzert geriet im Gegensatz zu Mahlers Sinfonien bereits bei der Uraufführung zum grossen Erfolg und erfreut sich bis heute grösster Beliebtheit. Unüberhörbar ist Griegs Orientierung an Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll und dessen sinfonischer Anlage. Seinen besonderen Reiz entfaltet das Werk jedoch vor allem auch durch die schwelgerisch verträumte Melodik und die markigen, aus der norwegischen Volksmusik abgeleiteten, Rhythmen. Und da wäre natürlich noch das rauschende Finale, eine grosse Apotheose mit virtuosen Kaskaden des Klaviers und triumphalem Orchester-Tutti – ein ekstatischer Freudentaumel wie ihn uns auch Mahler im orgiastischen Horn-Spektakel am Ende des Titans bereitet.