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Baden war das Zentrum der europäischen Politik
- Freitag, 5. September 2014, 14:43 Uhr
Vor 300 Jahren wurde in Baden der Friede nach dem spanischen Erbfolgekrieg besiegelt. Gesandte und ihre Gefolgschaft aus ganz Europa kamen nach Baden um dort die letzten Details für den Frieden zu verhandeln.
1714 hielten die europäischen Grossmächte in Baden einen Friedenskongress ab. Es ging darum, einen Schlussstrich unter den spanischen Erbfolgekrieg zu ziehen. Im Streit um die spanische Erbfolge verschoben sich die Mächte in Europa was zum 1. Weltkrieg des 18. Jahrhunderts führte.
Baden als unberührter Ort
Nachdem bereits in Utrecht (Niederlande) und Rastatt (Deutschland) Verhandlungen geführt worden waren, entschied man sich für Baden als Ort. Baden lag ungefähr in der Mitte zwischen Versailles und Wien und galt als unberührt, da dort keine Kriegshandlungen stattfanden.
Grosse Feierlichkeiten
Da der Friedensvertrag mehr oder weniger feststand, wurde im Sommer 1714 in Baden vor allem auch gefeiert. Der Badener Stadtfähndrich Joseph Caspar Dorer führte damals Tagebuch und schrieb von grossen üppigen Festmählern und ausgelassenen Feierlichkeiten.
Bedeutung für die Schweizer Diplomatie
Für die Geschichte der Schweizer Diplomatie hat der Frieden von Baden eine grosse Bedeutung. Freitagsgast und Historiker Rolf Stücheli: «Beim Frieden von Baden war es erstmals so, dass die Schweiz als Gastgeberland für Friedensverhandlungen fungierte». Dies sei bis heute so, erklärt Stücheli, der selber jahrzehntelang in Europa als Diplomat unterwegs war.