Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03284.jsonl.gz/1080

La colonisaziun dalla val
In der Val Tujetsch finden sich, wie erwähnt, keine Spuren einer prähistorischen Besiedlung. Ebensowenig sind hier Zeugnisse einer römischen Präsenz auszumachen. Die Frage der Besiedlung kann sich demnach in diesem Raume auf das Mittelalter konzentrieren. Als These steht die Feststellung, dass im Tujetsch eine kontinuierliche Landnahme vom Früh- bis zum Spätmittelalter stattfand.
Ausgangspunkt für die Besiedlung des Tujetsch war das Kloster Disentis (1142 m). An diesem Punkte mit der Abzweigung einer nach Süden führenden Passstrasse, des Lukmanier (1950 m), der erst im Hochmittelalter an Bedeutung gewann, gründete der Hl. Columban im 7. Jahrhundert eine Zelle, die zu Beginn des 8. Jahrhunderts zu einem Kloster („monasterium" - rätoroman. Gemeindename: Muster) ausgebaut wurde. Die Gegend hiess aber noch 765 - im sogenannten Tello-Testament - „in loco qui dicitur desertina": d.h. in der Einöde oder Wildnis. Eigentliche Dörfer gab es in dieser Landschaft damals noch keine. Das letzte, oberste Dorf im Vorderrheintal war das unterhalb - Disentis liegende Sumvitg („ad summum vicum").
Rückschlüsse aus der Urkundenlage des 12./13. Jahrhunderts lassen folgern, dass sowohl das Medelsertal in Richtung Lukmanierpass als auch das Tujetsch in Richtung Oberalppass-Urserental einen ersten Besiedlungsschub im 8./9. Jahrhundert erlebten.
Zur Besiedlung der obersten Stufe des Vorderrheintales
Martin Bundi
Bundi