Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03402.jsonl.gz/1824

Hansruedi Jordi, geboren am 01.01.1945 in Solothurn, wuchs in einer Arbeiterfamilie in Gerlafingen SO auf. In der dritten Klasse sorgte sein Vater für ein uraltes, kaum stimmbares Klavier. Der Unterricht bei der Dorfpianistin bestand vorwiegend aus Wienerwalzern, welche dem Bübchen nicht lange Spass bereiteten. Schon bald spielte er die gängigen Radioschlager aus dem Stegreif nach und versuchte sich in der improvisierten Musik. Mit 16 Jahren spielte er in einer Tanzband, dem "Diana-Quintett" mit. Als der Trompeter die Band verliess, packte HRJ die Gelegenheit und erlernte autodidaktisch das Handling seines Trauminstruments, der Trompete. Nun war der Jazzer in ihm erwacht. Er brachte sich selbst Harmonie- und Arrangementlehre bei. Zu dieser Zeit gab es in der Schweiz noch keine Jazzschule und das Konservatorium sagte ihm nicht zu. So erlernte er den Beruf eines Kaufmanns. Lange Zeit blieb seine musikalische Tätigkeit im Rockgenre (Cosmos, Dandelion), später im Soul- und Popstil (Jordi-Connection). 1970 bewarb er sich bei der Klavierfabrik Schmidt Flohr AG in Bern als Lehrer für elektronische Orgeln. Der grosse Heimorgelboom hatte soeben begonnen und die Musikgeschäfte mussten Unterricht in eigenen Musikschulen anbieten. Das Hobby wurde zum Beruf.
In der Folge setzte man ihn auch im Klavier- und Orgelverkauf sowie im Messewesen ein und Jordi besuchte berufsbegleitend die Marketing und Werbeschule Max Bieber in Bern. Er gründete eine eigene Orgelschule und 1980 ein eigenes Verkaufsgeschäft, das "Piano- und Orgelhaus H.R. Jordi". 12 Jahre später wurde er CEO von Musik Hug AG in Solothurn. Mit 54 Jahren wechselte er als Quereinsteiger in die Schulmusik und unterrichtete an diversen Schulen Musik und Gesang und coachte 13 Schülerbands.
Mit 62 ging er in Pension, was ihm ermöglichte, sich nur noch mit Jazz zu befassen. Jetzt erst war er am Ziel - es war ein langer Weg zum Jazz. Sein bevorzugter Stil: Traditional Jazz von New Orleans bis Swing in diversen Kleinformationen. 2007 wurde ihm am Festival "New Orleans & Classics" in Ascona der erste Swiss Jazz Award verliehen. Vorbilder: Louis Armstrong, Warren Vaché, Frank Sinatra. HRJ stand auf der Bühne mit Jazzgrössen wie Ian Wheeler, John Crocker, Leroy Jones, Bernita Bush u.a.m.