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Infolge dieses regelmäßigen Wechsels der Monsune, der schon im Altertum bekannt war und den Seeverkehr zwischen Ägypten
[* 8] und Indien
und im Mittelalter zwischen Arabien, resp. Persien
[* 9] und China
[* 10] ermöglichte, können die Seefahrer im IndischenOzean im voraus auf günstige Winde für die Hin- und Rückreise rechnen. Die ostindischen Monsune sind nicht die einzigen Winde,
welche die Regelmäßigkeit der Passate durchbrechen. In allen tropischen Gegenden, wo die Festlandküsten parallel mit dem
Äquator verlaufen, erleiden die Winde infolge der je nach dem
Lauf der Sonne bald auf dem Land, bald auf
dem Meer eintretenden stärkern Luftverdünnung regelmäßig solche Veränderungen. So saugen während des größten Teils
des Jahrs die afrikanischen Küsten vom Golf von Benin bis zum KapPalmas die Monsune des Golfs von Guinea an. Aus
ihrer Richtung abgelenkt, bewegen sich hier die Luftmassen gegen NO., um sich mit großer Heftigkeit in die glühend heiße
Wüste der Sahara zu stürzen, über welcher die Luft gewöhnlich mehr als irgendwo anders auf der Erde aufgelockert ist.
Gegen den Januar dagegen, wo die Sahara stärker als das äquatoriale Meer und die Congoküste abgekühlt
ist, gewinnt der Nordostpassat wieder die Herrschaft und streicht dann durch ganz Nordafrika bis zu den Küsten von Südguinea.
Anfangs mit großer Heftigkeit wehend, läßt auch dieser nach zwei oder drei Wochen wieder nach, um dann abermals die Herrschaft
an den Seemonsun abzutreten. An den Küsten des RotenMeers, des PersischenMeers, der Chinasee und im JapanischenMeer treten solche mit den Jahreszeiten regelmäßig wechselnde Winde als Modifikationen der Passate auf und bedingen dadurch
die Schiffahrtsverhältnisse jener Meeresteile zu bestimmten Zeiten des Jahrs, wenigstens in betreff der Segelschiffe.
Die Winde des östlichen Mittelmeergebiets, welche die Alten als etesische oder Jahreszeitenwinde bezeichneten, sind ebenfalls
nichts andres als Monsune. Es sind Luftströmungen, die von N. her durch die gewaltigen Wärmeherde
der ägyptischen Wüsten und der Sahara gegen das afrikanische Festland angezogen werden. Fast das ganze Jahr hindurch werden
die über dem südlichen Europa
[* 12] befindlichen Luftmassen nach Afrika
[* 13] hinübergeführt, und selbst in den Ländern mit veränderlichen
Winden, wie Italien,
[* 14] Südfrankreich und Spanien,
[* 15] kennt man diese vorwaltenden nördlichen Luftströmungen.
Diese herrschende Bewegung der Luft vermittelt eine erheblich schnellere Fahrt von Europa nach Afrika als umgekehrt. Über den
ganzen nördlichen Teil der Balearen, namentlich Menorca, wehen beständig, am meisten aber zur Zeit der Mistrals (s. d.), Nordwinde,
welche die Vegetation verkümmern und die Bäume gegen S. beugen.