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Prominente Netstaler
Von Hans Speck
In unserer Rubrik "Prominente Netstaler“ stellen wir Ihnen unseren ersten und zugleich auch einzigen Ehrenbürger der Gemeinde Netstal vor. Wir schreiben von alt Ständerat Dr. Fritz Stucki-Jost, wohnhaft gewesen mitten im Dorfkern von Netstal, genauer gesagt an der Hauptstrasse gleich vis à vis des Restaurants "Bären". Fritz Stucki wurde am 5. Januar 1913 als Sohn von Lehrer Julius Stucki und der Elisa Augusta, geborene Leuzinger in Netstal geboren. Stucki besuchte in Netstal die Primar- und Sekundarschule, absolvierte darauf hin die Matura am Kantonalen Literaturgymnasium in Zürich, studierte Geschichte an den Universitäten Zürich und Paris und promovierte im Jahre 1935 in Zürich. Im Jahre 1939 heiratete er Heidi, die Tochter des Kaufmanns Albert Jost. Im darauf folgenden Jahr legte Stucki das Staatsexamen als Gymnasiallehrer ab und unterrichtete eine Zeitlang an der Kantonsschule in Solothurn. Hier beginnt auch sein politischer Aufstieg. Im Jahre 1941 erfolgte seine Wahl zum Verhörrichter des Kantons Glarus. Dieses Amt übte er bis ins Jahr 1952 engagiert und kompetent aus. Von 1952 bis 1965 war er Redaktor bei den "Glarner Nachrichten“.
Von der DP zur SVP
Dr. Fritz Stucki war zu Beginn seiner politischen Karriere Mitglied der Demokratischen Partei des Kantons Glarus bei und gehörte ab dem Jahr 1944 dem Glarner Landrat an. Im Jahre 1952 wählte ihn der Glarner Souverän in den Regierungsrat. Als Vorsteher der Erziehungsdepartements diente er der Glarner Bevölkerung als Regierungsrat bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1973. Zwischendurch stand Stucki eine Legislaturperiode dem Polizeidepartement vor. Zusätzlich führte er ab dem Jahre 1962 für vier Jahre das Amt des Landesstatthalters. Im gleichen Jahr wurde er als Ständerat ins "Stöckli“ nach Bern berufen. An der Landsgemeinde von 1968 wählte ihn die Landsgemeinde zum Landammann. Anfangs gehörte er dort der Fraktion der Demokratischen Partei an, im Jahre 1971 wechselte er zur Fraktion der Schweizerischen Volkspartei. Stucki fungierte als Präsident der Militärkommission sowie unter anderem als Mitglied der Aussenwirtschaftskommission und der Kommission zur Totalrevision der Bundesverfassung. Darüber hinaus war Stucki von 1966 bis 1968 und von 1975 bis 1978 Mitglied der schweizerischen Delegation des Europarats. Im Jahre 1978 schied Dr. Stucki aus dem Ständerat aus.
Soziale und kulturelle Anliegen
Soziale und kulturelle Anliegen begleiteten Dr. Fritz Stucki ein Leben lang. Sein Engagement für diese Belange war Zeit seines Lebens gross. Stucki trat auch als Verfasser zahlreicher Beiträge zur Glarner Geschichte hervor und bearbeitete Rechtsquellen des Kantons Glarus. Im Jahre 1984 erhielt er den Kulturpreis des Landes Glarus. Einer seiner Höhepunkte war die Erreichung der juristischen Doktorwürde an der Universität Zürich. Dr. Fritz Stucki verstarb am 2. März 1996 im Alter von 83 Jahren in Netstal. Ein grosses Leichengeleit war Ausdruck seiner grossen Wertschätzung.