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Vom Reisedurchfall zum Reizdarm
Ein Reisedurchfall hält manchen Urlauber auch nach der Rückkehr noch längere Zeit auf Trab. In seltenen Fällen wird daraus ein Colon irritabile.
Nach einer Reisediarrhö entwickeln rund zehn Prozent der Patienten ein postinfektiöses Colon irritabile. Auslöser sind häufig Parasiten, insbesondere Giardia lamblia, wie spanische Wissenschaftler herausfanden (1). Ihre Einschätzung beruht auf einer retrospektiven Analyse von 669 Patienten, die sich zwischen den Jahren 2009 und 2018 mit einer Reisediarrhö an einem Zentrum in Barcelona vorgestellt hatten.
Die Patienten waren im Schnitt 33 Jahre alt. Bei den meisten war die Infektion im Zuge einer Reise nach Lateinamerika (29,4%) sowie in den Mittleren Osten (17,6%) aufgetreten. Insgesamt 68 der 669 Patienten entwickelten persistierende gastrointestinale Beschwerden im Sinne eines Reizdarms, die auch sechs Monate nach Diagnose des Darminfekts noch fortbestanden. Im Mittel hielten die Symptome bis zum 15 Monate nach der Diagnose des Reisedurchfalls an.
Nach einer gezielten Therapie war die bakterielle Stuhlkultur inzwischen negativ und es fanden sich auch keine Parasiten oder deren Eier mehr. Die meisten frequentierten Zielregionen lagen in Mittelamerika und dem Nahen Osten.
Gezielte Beratung vor dem Trip reduzierte das Reisedurchfall-Risiko
Bei 32 der 68 Reizdarm-Patienten hatte man eine Reisediarrhö mikrobiologisch gesichert, in 24 Fällen hatte sie eine parasitäre Ursache. Bei 20 Erkrankten und somit am häufigsten fand sich Giardia lamblia, so Dr. Sergio España-Cueto, Universitat Autònoma de Barcelona, und Kollegen.
Die Multivarianzanalyse ergab, dass die parasitären Infektionen ein unabhängiger Risikofaktor für das Auftreten eines irritablen Kolons waren (Odds Ratio 3,0). Eine gezielte Beratung vor dem Trip vermochte die Reizdarm-Gefahr deutlich zu reduzieren (OR 0,4).