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Von Geschichte erfüllt
Eigentlich war er Schreiner. Aber als Franz Schnepf 1904 von Meran nach Zürich kam, fand er keine Arbeit in diesem Metier. Also versuchte er es als Tanzlehrer. Seine Tanzschule brachte er im damaligen Café «Rosenegg» im Niederdorf unter. Es muss sich herumgesprochen haben, dass dort die adrettesten Tanzpartnerinnen anzutreffen sind. Denn bald gingen die städtischen Feuerwehrmänner im «Rosenegg» regelmässig ein und aus. Dem Löschtrupp war es zu verdanken, dass das Lokal bald einmal in Café «Schlauch» umbenannt wurde. 1928 gab Schnepf die Tanzschule auf und baute stattdessen einen Billardsaal. Der umtriebige Geschäftsmann gab sich damit allerdings noch nicht zufrieden. Von 1957 bis 1960 stampfte er in unmittelbarer Nachbarschaft ein weiteres Ausgehlokal aus dem Boden: die «Pfeffermühle». Namensgeberin war das legendäre deutsche Kabarett-Ensemble «Die Pfeffermühle», das 1933 und 1934 unter anderem auch in Zürich seine scharfzüngigen politischen Programme aufgeführt hatte. Unter neuem Besitz wich die «Pfeffermühle» in den frühen 1990er-Jahren dem «Andorra» – benannt nach dem gleichnamigen Drama des Schweizer Autors Max Frisch. Bereits nach kurzer Zeit war die Bar weit herum für ihre auserlesenen belgischen und deutschen Biersorten bekannt. Als Tanveer Malik das Lokal 2011 übernahm, wusste er, was er zu tun hatte: Er führte das Erfolgsrezept weiter. Der passionierte Gastronom erweiterte das Sortiment mit belgischen Trappistenbieren und förderte Produkte von Klein- und Kleinstbrauereien. So schenkte das «Andorra» als erste Bar überhaupt in der Schweiz das mittlerweile legendäre Chopfab-Bier aus.