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Baden AG: Historisches Freibad am Kurplatz teilweise freigelegt
Die Ausgrabungen im Zuge der Erneuerung der Thermalwasserleitungen auf dem Kurplatz in Baden bringen einen Teil des Freibads zum Vorschein.
Auch dieses historische Bad ist im Ursprung ein römisches Becken.
Seit Frühling 2020 begleitet die Kantonsarchäologie die Leitungsarbeiten im Bereich des Kurplatzes in Baden. Nachdem im Frühsommer bereits das historische Verenabad teilweise freigelegt wurde, ist nun Ende Oktober auch ein Teil des Freibads freipräpariert worden.
Auch das Freibad ist im Ursprung römisch
Historische Quellen belegen am Ostende des Kurplatzes ein öffentliches Badebecken: das Freibad. Vom ausgehenden Mittelalter über die frühe Neuzeit bis in das 19. Jahrhundert als öffentliches Thermalbad genutzt, bildet es das Pendant zum Verenabad am Westende des Platzes. Im Gegensatz zu den privaten Bädern in den umliegenden Badegasthöfen und Gasthäusern waren das Verenabad und das Freibad für alle zugänglich.
Die nun freigelegten und untersuchten Teile des Freibads umfassen die Aussenwände des Beckens aus massivem römischen Gussbeton und eine aus Muschelkalk und Terrazzomörtel kunstvoll gebaute Brunnen- oder Wasserspielanlage. Zum römischen Becken gehört auch mindestens ein kleines Einzelbad, das an der Nordwestecke des grossen Bassins freigelegt werden konnte. Vom frühneuzeitlichen Freibad zeugen die Sitz- und Einstiegstufen, sowie der auffällige Bodenbelag aus rechteckigen Tonplatten, der auf verschiedenen historischen Überlieferungen abgebildet ist. Die jüngsten Elemente stammen vom zwischen 1824 und 1840 betriebenen Dampfbad sowie vom 1840 bis 1938 an Stelle des Freibads befindlichen öffentlichen Trinkbrunnens, dem sogenannten Eierbrünneli.
Wie das Verenabad war auch das Freibad – das zeigen die archäologischen Untersuchungen nun – im Ursprung ein römisches Badebecken. Die Nutzung der römischen Bassins ist damit über fast 2000 Jahre tradiert worden.
Ideale Leitungsführung angestrebt
Anhand der nun einsehbaren Fläche wird eine möglichst ideale Leitungsführung erarbeitet, um das erhaltene Badebecken zu schonen. Leitungsrohre sollen, wenn immer möglich, in bereits bestehenden Gräben und damit in den schon zu früheren Zeiten zerstörten Bereichen der historischen Bausubstanz verlegt werden. Dadurch wird im Sinne des Aargauer Kulturgesetzes der bestmögliche Schutz des Baudenkmals gewährleistet. Dort wo Eingriffe in die historische Bausubstanz des Freibads unumgänglich sind, werden die archäologischen Hinterlassenschaften nach wissenschaftlichen Standards ausgegraben und dokumentiert. Diese Untersuchungen bilden die Grundlage für die künftige Vermittlung der beiden Bäder.
Quelle: Kanton Aargau
Titelbild: Kantonsarchäologie, © Kanton Aargau