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Neuanfang
Das Schweizerische Freundschafts-Banner erschien letztmals mit der Doppelnummer 23/24/1936 und brachte auf Seite 2 die Notiz:
"Aus finanziellen Gründen erscheint das FB diesen Monat nur einmal und haben wir deshalb die Ausgabe vom 5. auf Mitte Monat verschoben."
Und auf Seite 5 hiess es unter anderem:
"Das viel gelästerte, viel bekämpfte und manchem doch lieb gewordene Freundschafts-Banner erscheint heute zum letzten Mal. Erschrecken Sie nicht! Unsere Zeitung wird unter neuem Namen und vielleicht auch in einem andern Gewande am 1. Januar 1937 wieder erscheinen und seiner Mission weiter leben. Um vielseitigen Wünschen gerecht zu werden, beabsichtigen wir, unsere neue Zeitung durch gelegentliche Illustrationen zu bereichern."
Dann folgte eine Umfrage "Welchen Namen wollen wir ihr geben?" und ob sie in Grossformat wie bisher oder im handlicheren Oktavformat, dafür 8-seitig und zweimal pro Monat oder als monatliche Doppelnummer erscheinen solle.
"Wir bitten um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements. Ein Einzahlungsschein liegt dieser Nummer bei."
"Das viel gelästerte, viel bekämpfte" Schweizerische Freundschafts-Banner, eine Anspielung an die Diffamierungskampagnen von Scheinwerfer und Guggu, war "manchem doch lieb" geworden. Es erstand 1937 wie ein Phönix aus der Asche und führte nun den Namen Menschenrecht. Es wurde zur Hoffnungsflamme der schweizerischen Homosexuellen in den anbrechenden schwierigen Krisen- und Kriegsjahren.
Mehr über das Menschenrecht in seinen sechs Jahren (1937-1942) ist unter dem Kapitel "Zeitschrift Menschenrecht" bei "Die Schweiz wird zur Insel" nachzulesen.
Ernst Ostertag, Juni 2004