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Emma Schönbächler-Fässler
NEKROLOGE
Emmi wurde am 3.Februar 1933 im Bergbauernhof Brenten der Familie Fässler als achtes von zehn Kindern in Unteriberg geboren.
Nach der Schulzeit war sie auch in Haushaltungen und Restaurants im Service tätig. Die Arbeit im Service machte sie besonders gerne. Da holte sie sich die Erfahrung und das Rüstzeug für spätere Herausforderungen.
Sie wurde eine selbstbewusste junge Frau und hatte als erste der Familie den Mut, sich die langen Haare abzuschneiden und Dauerwellen zu machen.
Bei einem Theaterbesuch in Studen lernte sie Albert Schönbächler kennen. Er war an diesem Abend der Chauffeur.
Am 14. Februar 1957 läuteten auf dem Gottschalkenberg bei starkem Schneefall die Hochzeitsglocken für die beiden. Voller Zuversicht übernahmen sie eine landwirtschaftliche Pacht in Wetzikon ZH. Dank der tatkräftigen Mithilfe ihrer Familie konnten sie die Arbeit im Haus und im Stall gut meistern. Ihr Erspartes hatte Emmi damals in eine gute Aussteuer gesteckt, was sich bei den vielen Umzügen ausbezahlt machte. Sie konnte immer gut einteilen und hatte die Finanzen stets im Griff, diese Stärke zog sich durchs ganze Leben.
In Wetzikon wurden die Kinder Albert, Josef, Maria und Vreni geboren und machten sie zu einer glücklichen Familie.
Im Jahre 1966 wurde das Land in Wetzikon überbaut und die Pacht aufgelöst.
Albert fand eine Anstellung als Tierwärter im Tierspital in Zürich. Eine Wohnung für die Familie zu finden, stellte sich aber als sehr schwieriges Unterfangen heraus. Aus der anfänglichen Übergangslösung bei ihrer Schwester Maria mussten sie wenige Zeit später von einem Tag auf den anderen ausziehen.
Diese Zeit war sehr schwer für Emmi. Alle Telefonate und Anfragen auf Wohnungsinserate wurden abgelehnt, sobald sie sagte, dass sie Kinder habe. Oder der Mietpreis war ebenso hoch wie der Lohn. Durch Vermittlung eines ehemaligen Nachbarn kamen sie letztendlich an eine Übergangswohnung in Wetzikon.
Am 1. Juli 1966 erfolgte der nächste Umzug als 6-köpfige Familie in eine 3-Zimmerwohnung in der Stadt Zürich. Die Umstellung war sehr gross, aber mit ihrer pragmatischen Art und einem starken Willen schaffte sie es, sich der ungewohnten Situation anzupassen.
Emmi hatte immer eine offene Tür für ihre Verwandtschaft. Ganz besonders, als ihre Schwester Maria mit dem 3-jährigen Köbi einen Ort brauchte. «Das gaht scho!», war ihr Satz und so wurde Köbi aufgenommen und lebte fortan bei der Familie. Als die Kinder alle zur Schule gingen, nahm Emmi eine Stelle in der Lingerie des Tierspitals an.
Im Jahre 1974 ergab sich die Möglichkeit, die Rinderalp Gueteregg in Willerzell zu pachten. Da beide Söhne eine landwirtschaftliche Ausbildung machen wollten und auch Albert selbst gerne wieder «bauern» wollte, war die Entscheidung klar, zusätzlich die Pacht im Buchsbaum zu übernehmen, als diese frei wurde.
Der Umzug nach Willerzell fand am 1. März 1975 statt. Die Alpwirtschaft wurde mit viel Fleiss, guten Ideen und tatkräftiger Unterstützung von Emmis Schwester Maria zu einem bekannten Ausflugsrestaurant ausgebaut. Im Jahr 1984 konnten sie sich einen Traum erfüllen und die Gueteregg von der Erbengemeinschaft käuflich erwerben. Zum Dank erbauten sie die Kapelle, die 1990 eingeweiht wurde. Dies war ein grosser Freudentag für Emmi und Albert.
Als Josef 1985 die Pacht im Buchsbaum übernahm, zügelten Emmi und Albert auf die Gueteregg. Die Wirtschaft war fortan das ganze Jahr über geöffnet und sie bewirteten viele treue Gäste.
Während diesen Jahren erfreuten sie sich über die Geburten von 13 Enkelkindern. Ihre grosszügige Art war immer spürbar und viele Tafeln Schokolade und Nötli wurden beim Abschied noch heimlich zugesteckt.
Im Jahr 1999 wurde Albert pensioniert und Albert junior und seine Familie übernahmen die Gueteregg. Für den nächsten Lebensabschnitt bauten sie in Willerzell ein Haus. Dies war das sechste Zuhause der beiden. Mit viel Liebe richteten sie sich ein und freuten sich an den Besuchen der Kinder und Enkelkinder. Gross war die Freude als die ersten Urenkelkinder auf die Welt kamen. Die Zeit in ihrem Haus in Willerzell durften sie noch über zwanzig Jahre lang geniessen und gemeinsam verbringen.
Zunehmende Altersbeschwerden machten es unumgänglich, dass Emmi und Albert im Winter 2021 in die Gerbe nach Einsiedeln umziehen mussten. Für Emmi war es nicht immer einfach, Hilfe vom Personal anzunehmen, da sie Zeit ihres Lebens selbstständig und selbstbestimmt unterwegs war. Nach kurzer, schwerer Krankheit durfte sie in Begleitung aller Kinder und ihrem Albert im Frieden einschlafen. Liebes Grösi, du warst eine starke Frau und hast für uns alle gesorgt. Wir danken dir für alles