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Die ersten Informationen über diese Heilpflanze kamen Anfang des 20. Jahrhundert von einem deutschen Schutztruppensoldat im damaligen Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia). Ein einheimischer Heilkundiger hatte ihn über die vielfältige Wirkung der Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) eingeweiht. Diese Schilderung hörte sich vielversprechend an, kam sie doch bei Beschwerden wie Verdauungsproblemen, Fieber, Furunkeln, Geschwüren und Schmerzen erfolgreich zum Einsatz. Der Anerkennung dieser Heilpflanze als Medikament in Europa geht eine spannungsgeladene Geschichte voraus.
Es zeichnete sich ab, dass aufgrund gravierender Nebenwirkungen wie Magengeschwüren, Blutungen, Störungen des Blutbildes etc. die Verabreichung «Cortisonfreier» Schmerzmittel (NSAR) bei chronisch-rheumatischen Schmerzzuständen auf Dauer keine Lösung sein konnte. Zudem sorgte der Skandal um einen Wirkstoff aus der Coxibegruppe (z. B. Vioxx, Celebrex) in den 90er-Jahren für Schlagzeilen. In direktem Zusammenhang mit der Einnahme solcher Medikamente war es zu einigen Todesfällen (Herzinfarkte und Schlaganfälle) gekommen. All dies verstärkte den Ruf nach einer wirksamen und nebenwirkungsarmen Alternative, was schliesslich 2005 der Zulassung der Teufelskralle als Medikament den Weg ebnete.
Diese Heilpflanze gedeiht hauptsächlich in der afrikanischen Savanne Südafrikas und Namibias. In der Regenzeit spriessen aus den flach dem Boden entlang wachsenden Primärwurzeln Blätter, Blüten und Früchte. Die verholzenden Früchte strecken dabei ihre hakenden Finger nach einem «Transportmittel» (vor allem Tiere) aus. Die Bezeichnung Teufelskralle hängt wohl mit dem Aussehen dieser Früchte zusammen. Für die wirkstoffbeladene, bis 5 cm dicke Sekundärknolle, wo sich auch Wasser und Nährstoffe für die Trockenzeit ansammeln, muss jedoch tiefer gegraben werden. Darin enthalten sind vor allem Bitterstoffe wie Harpagosid, Procumbid, freie Zimtsäure und Flavonoide.
Verschiedene Studien belegten die bessere Wirkung der Teufelskralle gegenüber eines konventionellen NSAR bezüglich der Schmerzverringerung. Ebenfalls konnte die entzündungshemmende Wirkung dieser «Kraftwurzel » nachgewiesen werden. Chronisch-entzündliche Beschwerden des Bewegungsapparates erfordern eine kurmässige Anwendung, weil die Nebenwirkungen kaum ins Gewicht fallen. Zu beachten ist, dass die Tagesdosis 950–1200 mg Trockenextrakt betragen muss. Bis eine Linderung der Schmerzen eintritt, dauert es zwischen drei und sechs Wochen. Diese Schmerzlinderung kann mit der Fortsetzung der Kur erhalten werden.
Auch bei chronischen Nervenschmerzen und Dauerkopfschmerzen wird die Afrikanische Teufelskralle angewendet, ebenso bei Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit. Zur Behandlung dieser Beschwerden empfehle ich einen Tee oder eine Tinktur aus den Harpagophytum-Wurzeln. In jedem Fall können Sie von einer stoffwechselanregenden Wirkung profitieren, weil Leber, Galle, Nieren und Darm aktiviert werden. Spezielle Nebenwirkungen liegen nicht vor. Trotzdem ist es ratsam, die Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren mit einem Arzt abzusprechen. Die Rheumatabletten für eine kurmässige Anwendung (3 x 1–2 Tabletten) enthalten Harpagophytum-Extrakt (340 mg) und Weidenrindenpulver (60 mg).