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Ist der Mitarbeitende infolge Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig, ist eine Erholung während dieser Zeit kaum möglich. Je nach Art der Arbeitsunfähigkeit ist aber im Einzelfall zu prüfen, ob nicht gleichwohl während dieser Zeit Ferien bezogen werden können. Eine bestimmte Krankheit kann zwar zur Arbeitsverhinderung führen, bedeutet aber nicht unbedingt, dass deshalb auch eine Ferienunfähigkeit besteht.
Wenn eine Krankheit ein Ausmass annimmt, welches eine Erholung ausschliesst und dieses mit einem Arztzeugnis nachgewiesen ist, müssen die Ferientage nochmals zugestanden werden. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber unverzüglich benachrichtigen.
Eine kleine Verletzung oder leichte Krankheiten (z.B. leichte Magenverstimmung), welche die Ferientätigkeiten nicht wesentlich behindern, beeinträchtigen die Erholung nicht und somit ist die Ferienfähigkeit gegeben.
Der Arbeitgeber kann den Mitarbeitenden bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit keine Ferien vorschreiben. Dennoch könnte der Mitarbeitende vielleicht an den geplanten Ferien festhalten. In diesem Fall muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer darüber orientieren, dass die Ferien nicht um die Periode der teilweisen Arbeitsunfähigkeit verlängert werden. Es werden die ganzen Tage als bezogene Ferien angerechnet. Entsprechend hat der Mitarbeitende während dieser Zeit Anspruch auf den vollen Lohn. Der Anspruch auf allfällige Krankentaggeldleistungen wird unterbrochen, die Taggeldversicherung ist folglich zu informieren. Hat der Arbeitgeber Zweifel an der Ferienfähigkeit des Arbeitnehmers, hat er den behandelnden Arzt zu fragen und allenfalls den Bezug der Ferien abzulehnen.
Wird mittels eines ärztlichen Zeugnisses Arbeitsunfähigkeit attestiert und ein Kuraufenthalt in einer spezialisierten Kuranstalt verschrieben, gilt der Kuraufenthalt als Krankheit. Wir der Kuraufenthalt lediglich empfohlen, besteht keine Arbeitsunfähigkeit und der Kuraufenthalt kann als Ferienbezug gelten.Autor