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Serenata vom 30. Juni 2019:
«Italianità»
«Amici dell’arte» begründet 2019 neben dem traditionellen Silvesterkonzert eine neue Tradition: Jeden letzten Sonntag im Juni wird in der reformierten Kirche Pfäffikon um 17 Uhr eine «Serenata» stattfinden. Bei der Premiere wird das Motto «Italianità» heissen und Melodien aus italienischen Opern bringen. Es erklingen die Ouvertüren «La Forza del Destino» von Giuseppe Verdi sowie «La Gazza Ladra» von Gioacchino Rossini. Aber auch berühmte Opernmomente wie Amilcare Ponchielli’s «Tanz der Stunden» (aus: «La Gioconda») oder das berühmte «Intermezzo sinfonico» von Pietro Mascagni werden den Abend in eine laue italienische Brise verwandeln. Im Zentrum des Konzertes steht die Sopranistin Nicole Bosshard mit den drei Arien «Caro nome che il mio cor» aus der Oper «Rigoletto» von Giuseppe Verdi, «O mio babbino caro» von Giacomo Puccini aus der Oper «Gianni Schicchi» und «Volta la terrea» aus «Un Ballo in Maschera» von Giuseppe Verdi. Geniessen Sie diese sommerliche «Serenata» mit beschwingter Musik aus italienischen Opern.
Programmnotizen
Giuseppe Verdi (1813-1901) schrieb 1862 die Oper «La forza del destino» für die Oper in St. Petersburg. Ein schwieriges Unterfangen, herrschte doch zu jener Zeit in St. Petersburg die national russische Oper um Modest Mussorgski und seine Freunde vor, oder dann die deutsche Richtung, die sich dem aufkommenden Wagnerischen Musikdrama zuwendete. Umso überraschender, dass «La forza del destino» mit ungewöhnlicher und überschäumender Begeisterung aufgenommen wurde. Das besondere an der Ouvertüre ist die Tatsache, dass es sich nicht wie früher um ein kurzes Orchestervorspiel handelt, sondern um eine breit angelegte Ouvertüre, quasi eine Potpourrie-Ouvertüre mit allen wichtigen Themen der Oper.
Pietro Mascagni (1863-1945) ist ein Vertreter des Verismus, eine Stilrichtung im italienischen Opernschaffen des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die nach dem Vorbild des dichterischen Realismus nach einer künstlerischen Wiedergabe der Wirklichkeit trachtete. Sein wohl grösster Erfolg ist die Oper «Cavalleria rusticana» und daraus das berühmte «Intermezzo sinfonico».
Giuseppe Verdi (1813-1901) hielt seine Oper «Rigoletto» als eines seiner gelungensten Werke und im Unterschied zu anderen Verdi-Opern gibt es keine Überarbeitungen oder Neufassungen. Rigoletto war schon bei der Uraufführung ein überwältigender Erfolg und wurde in den nächsten Jahren an fast allen europäischen Opernhäusern gespielt. «Caro nome che il mio cor festi primo palpitar» (Teurer Name, dessen Klang, tief mir in die Seele drang) ist die innige Arie, mit der Guilda im 1. Akt dem geheimnisvollen Studenten nachträumt.
Amilcare Ponchielli (1834-1886) schrieb die Oper «La Gioconda» als durchkomponierte, nummernartig gegliederte Grossform. Stilistisch steht das Werk in der Nachfolge von Meyerbeer und Verdi im Übergang zum Verismo (Puccini). Der Oper war 1876 an der Uraufführung ein grosser Erfolg beschieden und markierte Ponchiellis Durchbruch als Komponist. Grosse Popularität auch ausserhalb der Oper erlangte vor allem der «Tanz der Stunden», die allegorische Balletteinlage aus dem 3. Akt.
Giacomo Puccini (1858-1924) schrieb mit «Gianni Schicchi» einen witzigen Einakter für die Metropolitan Opera New York. «O mio babbino caro» (O mein lieber Papa) ist das bekannteste Stück der Oper. Die Sopran-Arie wird von Lauretta, der Tochter der Titelfigur Gianni Schicchi gesungen. Lauretta bringt darin gegenüber ihrem Vater ihre grosse Liebe zum jungen Rinuccio zum Ausdruck. Ihre Liebe geht soweit, dass Lauretta sich sogar zum Ertrinken in den Fluss Arno stürzen würde, falls die Liebe nicht in Erfüllung geht.
Giuseppe Verdi (1813-1901) schrieb seine Oper «Un Ballo in Maschera» basierend auf der wahren Geschichte um die Ermordung von Köngi Gustave III, welcher 1792 auf einem Maskenball ermordet wurde. «Volta la terrea fronte alle stelle» (Mit starrem Angesicht blickt sie zu den Sternen) ist Oscar’s Arie, mit welcher er ein gutes Wort für die Wahrsagerin Ulrika einlegt.
Giuseppe Verdi (1813-1901) schrieb unzählige Opern mit vielen Ohrwürmern. Ein solcher ist sicherlich der Zigeunerchor aus dem 2. Akt von «Il Trovatore» mit seiner volksümlichen Kraft.
Gioachino Rossini (1752-1861) schrieb die Oper «La Gazza Ladra» 1817. Heute wird meist nur noch die sehr eingängige und spritzige Ouvertüre der Oper gespielt, welche Rossini in einer Leichtigkeit und in nur einem Tag aufgeschrieben hat. Von Rossini selber stammt die Anekdote dazu: «Das Vorspiel zur Diebischen Elster habe ich am Tag der Uraufführung unter dem Dach der Scala geschrieben, wo mich der Direktor gefangengesetzt hatte. Ich wurde von vier Maschinisten bewacht, die die Anweisung hatten, meinen Originaltext Blatt für Blatt den Kopisten aus dem Fenster zuzuwerfen, die ihn unten zur Abschrift erwarteten. Falls das Notenpapier ausbleiben sollte, hatten sie die Anweisung, mich selbst aus dem Fenster zu werfen».