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Mit der Ausbreitung der Reformation nicht nur in den Städten, sondern v.a. auch in den gemeineidg. Vogteien fühlten sich die altgläubigen Orte bedroht, insbesondere als sich ref. Orte in Bündnissen zusammenschlossen (Christliches Burgrecht); die kath. Orte suchten sich mit eigenen Bündnissen abzusichern. Zusätzlich zum am 12.3.1529 abgeschlossenen Bündnis mit dem Wallis und Kontakten zu Savoyen wurden Gespräche mit Habsburg-Österreich aufgenommen, denn auch das Haus Habsburg musste ein Interesse daran haben, die Reformation aus Vorderösterreich und Württemberg fern zu halten. Der am 22.4.1529 zwischen den katholischen eidg. Orten und Österreich abgeschlossene Vertrag war defensiv gedacht, indem beide Vertragspartner gegenseitig ihren kath. Glauben schützen wollten. Über das rein Defensive hinaus hatte er aber für die ref. Seite durchaus auch bedrohl. Charakter: Er stärkte die kath. Position und barg die Gefahr der kath. Umklammerung. Das Bündnis bot denn auch dem ref. Expansionsdrang etwas Einhalt, hatte aber insgesamt wenig Wirkung: Habsburg-Österreich war strikt darauf bedacht, sich aus den eidg. Problemen herauszuhalten, und der Vertrag wurde bereits nach dem 1. Kappelerkrieg (Juni 1529) annulliert.
Literatur
– O. Vasella, Österreich und die Bündnispolitik der kath. Orte 1527-1529, 1951
Autorin/Autor: Heinzpeter Stucki