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Erntekrätze IndikationenDie Erntekrätze ist eine parasitäre und stark juckende Hauterkrankung, die von der Herbstgrasmilbe Neotrombicula autumnalis verursacht wird. Die Milben leben im Boden und krabbeln während ihres Entwicklungszyklus als Larven auf Menschen und Tiere, wo sie sich von der Haut ernähren. Sie vermehren sich auf dem Wirt jedoch nicht weiter, sondern fallen wieder ab. Die Erkrankung tritt vor allem im Spätsommer und im Herbst während der Erntezeit auf. Zur Behandlung werden entzündungshemmende, juckreizlindernde und evt. antiparasitäre Arzneimittel eingesetzt. Symptome
Die Erntekrätze äussert sich im Spätsommer und im Herbst in einem stark juckenden und entzündlichen Hautausschlag mit Quaddeln, der bis zu zwei Wochen anhalten kann. Die Beschwerden treten vor allem am Fussgelenk, in den Achseln, in den Kniekehlen, in den Ellbeugen, an den Beinen und unterhalb der Gürtellinie auf. Zu den möglichen Komplikationen gehören Superinfektionen und sekundäre Hauterkrankungen aufgrund des starken Kratzens. Die Milben können möglicherweise Bakterien wie Anaplasma phagocytophilum und Borrelia burgdorferi sensu lato übertragen, welche Infektionskrankheiten verursachen.Ursachen
Die Ursache der Hauterkrankung ist ein Befall mit der Herbstgrasmilbe Neotrombicula autumnalis. Die Laufmilben entwickeln sich aus Eiern, die im Boden abgelegt wurden und wachsen zu Larven heran, die sich an Tiere, z.B. Nager, Vögel, Hunde und Katzen sowie an den Menschen anheften und weite Strecken krabbeln können. Die Milben leben in Gärten, Wiesen und Parkanlagen und sammeln sich im Gras, Büschen oder kleinen Erhebungen, wo sie auf ihren Wirt warten. Während des Befalls ernähren sie sich zwischen 1-10 Tagen von der Haut, welche sie mit lytischen Enzymen auflösen. Die Larven sind orangerot, haben sechs Beine und sind zwischen 0.2 bis 0.4 mm lang. Anschliessend kehren die Larven zurück in den Boden, wo sie sich zur erwachsenen Milbe mit acht Beinen weiterentwickeln. Die erwachsenen Milben sind von tierischen Wirt unabhängig und ernähren sich von Pflanzensäften und kleinen Insekten.
Link: Bilder bei Google ImagesDiagnose
Die Parasiten sind, falls sie noch nicht abgefallen sind, als orangerote Punkte erkennbar und können unter dem Mikroskop oder mit der Lupe nachgewiesen werden.Behandlung
Symptomatische Behandlung:
- Zur symptomatischen Behandlung werden orale und topische Glucocorticoide und Antihistaminika mit entzündungshemmenden und antiallergischen Eigenschaften eingesetzt. Weitere juckreizstillende Mittel wie Gele mit ätherischen Ölen und Schüttelmixturen können angewandt werden, siehe ausführlich diskutiert unter → Juckreiz.
Kausale Behandlung:
- Zur Abtötung von Milben können sogenannte Akarizide wie zum Beispiel Permethrin und Selamectin eingesetzt werden. In der Schweiz sind derzeit keine Humanarzneimittel mehr im Handel, sie müssen importiert oder in einer Apotheke hergestellt werden. Da die Milben rasch abfallen und sich in der Haut nicht vermehren können, wird eine antiparasitäre Behandlung beim Menschen nur ausnahmsweise empfohlen.
Vorbeugung:
- Zur Vorbeugung können geeignete Repellents wie zum Beispiel DEET aufgetragen werden. Bekannte befallene Stellen sollen gemieden werden.
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- Lehrbücher der Veterinärmedizin
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- Schneider T. Veterinärmedizinische Parasitologie. Stuttgart: MVS, 2006
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.