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Landwirtschaft gehört zum 1. Sektor der Wirtschaft. Im Verhältnis zu den beiden anderen Sektoren (2. Bergbau/Industrie und 3. Dienstleistungen) ist der Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wirtschaft in den meisten europäischen Staaten gering.
Die Landwirtschaft braucht grosse Produktionsflächen und prägt dadurch eine Landschaft. Ohne diese Flächen lassen sich keine Pflanzen anbauen und Nutztiere halten. Aus wirtschaftlichen und ökologischenGründen ist es wichtig, die Fläche und den Boden klug zu nutzen.
Die europäische Landwirtschaft erzeugt eine grosse Auswahl an Früchten, Gemüse, Getreide, Fleisch und Milchprodukten. Sie ist die Grundlage für die Lebensmittelversorgung der europäischen Bevölkerung. Die Grösse der landwirtschaftlichen Betriebe ist in Europa sehr unterschiedlich. Sie reicht von kleinen Familienbetrieben bis zu Grossbetrieben, in denen landwirtschaftliche Produkte fast industriell produziert werden. Es gibt immer weniger kleine Betriebe.
In Europa ist intensive Landwirtschaft verbreitet. Dabei wird mit grossem Aufwand möglichst viel aus der beschränken Anbau- und Produktionsfläche herausgeholt. Typisch für kapitalintensive Landwirtschaft sind moderne Maschinen, Automatisierung, wirkungsvolle Futter-, Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Die intensive Ökolandwirtschaft braucht dagegen mehr Personal.
Einen weiteren Entwicklungsschritt der intensivenLandwirtschaft sieht die Forschung in der Gentechnologie. Sie verspricht, dass Tiere und Pflanzen widerstandsfähiger und ertragreicher gemacht werden können, indem ihr Erbgut verändert wird. Der ökologische Landbau hingegen sieht die Zukunft in der Förderung ökologischer Anbaumethoden. Dies soll durch staatliche Unterstützung und höhere Produktpreise finanziert werden.
Extensive Landwirtschaft ist das Gegenteil von intensiver Landwirtschaft. Sie braucht viel mehr Fläche für vergleichbare Erträge. Ein Beispiel für eine alte südeuropäische Kulturpflanze ist der Olivenbaum. Aus seinen Früchten wird Öl gepresst – vier Kilogramm Oliven braucht es für einen Liter Olivenöl. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Spanien, Italien und Griechenland.
Probleme der europäischen Landwirtschaft sind Überproduktion und sinkende Einkommen der Landwirte. Immer wieder führen Missstände bei der Produktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse zu Lebensmittelskandalen.
Neuere Entwicklungen der Landwirtschaft sind der Anbau nachwachsender Rohstoffe (z. B. für die Herstellung von Treibstoffen), die Automatisierung, der bodenunabhängige Anbau von Pflanzen (Hors-sol-System) und die Ausweitung in die Freizeitindustrie.