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Geschichte von Kirche und Kirchgemeinde
Bau der Kirche 1761
Die evangelisch reformierte Kirche in Oberrieden wurde 1761 errichtet. Der Bau einer eigenen Kirche war nach der Gründung einer Schule (1620) und der Erstellung einer Schiessanlage die dritte Phase in der Lostrennung der Wacht Oberrieden von Horgen zur selbstständigen Gemeinde. Die Bevölkerungszunahme im 17. und 18. Jahrhundert liess die Platzverhältnisse in der Kirche Horgen zusehends prekärer werden. Gern hätten die Einheimischen den Marsch zur Kirche Horgen vermieden, da sie dort oft nicht mehr Platz am Trockenen bekamen. Am 13. September 1760 bewilligte der Kleine Rat von Zürich das Gesuch der Oberriedner für den Bau einer eigenen Kirche. Bedingung war die Eigenfinanzierung des Baus von Kirche, Turm und Friedhofmauern mit der Hinterlegung von 10‘000 Gulden Pfrundgut. Heinrich Züricher schenkte den Bauplatz, und als eine Sammlung die Hälfte des Totalbetrags ergab, verkaufte man das Wachtholz für 4‘600 Gulden. Etwa 200 Männer leisteten freiwillig Frondienst. So wurde der Bau in sehr kurzer Zeit vollendet. Der Vertrag mit dem bekannten Baumeister Hans Ulrich Grubenmann wurde im Dezember 1760 unterschrieben. Am 24. März 1761 wurde der Grundstein gelegt und schon am 29. November 1761 konnte die neue Kirche mit einem Gottesdienst eingeweiht werden. Ausdruck der aussergewöhnlichen Leistung der Bevölkerung war der 17. Juni 1761, als 550 Personen in einer Kette die Ziegel vom See bis zum Bauplatz hinauf beförderten. Als Anerkennung schenkten die Herren von Zürich zehn Prozent der Baukosten, ebenso das Metall für die grosse Glocke.
Quelle: "Unser Oberrieden", W. Bernhard (1973). Zürichseezeitung v. 14.10.2014 (P. Ziegler/Historiker, Wädenswil)
Kirchenrenovationen
1820 erste grosse Aussenrenovation: Kirche neu geweisselt, Streichen des Helms, neue Zifferblätter
1836 Neues Geläute
1842 Grosse Hauptreparatur: aussen grauer Besenwurf anstelle der geweisselten Mauern, innen werden die bisher rötlichen Stuckaturen weiss gestrichen.
1911 Umfassende Renovation: Neuer Turmeingang von der Westseite her, Erneuerung aller Böden und der gesamten Bestuhlung, neues Brusttäfer, Neugestaltung Empore (Treppe und Geländerabschluss)
1927 Renovation und Einbau einer Orgel im Chor
1960/61
Gesamtrenovation: Verlegung des Haupteinganges (Durchbruch durch Turm) und Zumauern des ostseitigen Zuganges, Kirche und Turm neu verputzt und gestrichen, Abbruch der seitlichen Anbauten neben dem Turm; Sanierung Stukkaturen und Innenanstrich, Erneuerung von Bestuhlung, Böden, Fenstern, Innenbeleuchtung und Heizung (elektrische Bankheizung), Tiefersetzung der Kanzel, Abbruch/Neuerstellung der Empore ohne stützende Säulen, Ersatz der Orgel im Chor durch neue Orgel auf der Empore.
1982 Einweihung Kirchenfenster
2009 Gegen Ende 2006 wurde mit den Vorarbeiten für eine erneute Renovation begonnen. Nach intensiven Abklärungen (Benutzerwünsche, Zustand des Gebäudes und insbesondere der Stuckaturen) konnte der Gemeinde am 28. September 2008 das Renovationsprojekt in einer Urnenabstimmung zum Entscheid unterbreitet werden. Der Vorlage mit einem Bruttokredit von 2,5 Millionen Franken wurde mit überwältigendem Mehr zugestimmt. Die umfassende Renovation wurde zwischen Mitte Mai und Ende November 2009 durchgeführt. Am 6. Dezember fand der erste Gottesdienst in der renovierten Kirche statt. Das Hauptaugenmerk der Renovation lag auf der Erhaltung der Bausubstanz, der Restauration der jetzt wieder im original lachsfarbenen Ton gehaltenen Stuckaturen und des mit handgespaltenen Lärchenschindeln bedeckten Kirchturmdaches, dem Einbau eines Parkettbodens im Chor der Kirche sowie Anpassungen und Verbesserungen in der Gebäudetechnik (Heizung, Beleuchtung, Beschallung).
Zürcherhaus (Kirchgemeindehaus)
Im Zusammenhang mit der Gesamtrenovation der Kirche wurde 1961 das zwischen Kirche und Pfarrhaus gelegene Zürcherhaus (Kirchgemeindehaus) erstellt. Auf Grund des wachsenden Bedarfes an zusätzlichen Räumen und der anstehenden Sanierungsarbeiten wurde 2003 in einer Urnenabstimmung ein Neubau des Zürcherhauses beschlossen, der im August 2005 eingeweiht werden konnte.