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Jedes Jahr gibt die Gesellschaft den renommierten Jahresbericht heraus. Darin werden aktuelle Themen und Forschungen zum Legionslager und seiner Umgebung publiziert. Ebenfalls Platz haben Kurzberichte zu allen Ausgrabungen des letzten Jahres im Umfeld des Legionslagers.
Die älteren Jahresberichte sind unter e-periodica.ch elektronisch als pdf abrufbar (jeweils ein Jahr nach der Veröffentlichung).
© Kantonsarchäologie; Foto: Béla Polyvás
Der Jahresbericht 2018 ist gedruckt. Im bisher umfangreichsten Band der Reihe finden Sie auf 157 Seiten neue Erkenntnisse und Berichte aus der Erforschung von Vindonissa und seinem Umland. Die Mitglieder der Gesellschaft haben den Jahresbericht 2018 bereits per Post erhalten. Sie können den Jahresbericht direkt bei uns bestellen oder exklusiv ab dem 28.10. von unserer Homepage downloaden:
Ein Bildzeugnis germanischer Maskenkrieger aus Vindonissa (Christian Holliger)
Unter den Altfunden aus Vindonissa, jedoch ohne näheren archäologischen Kontext, befindet sich ein frühmittelalterlicher, feuervergoldeter Bronzebeschlag, der wohl zum Zaumgeschirr eines Pferdes gehörte. Darauf dargestellt ist eine menschliche Figur mit Hundemaske, welche auf das nordgermanische Maskenkriegertum (Berserker) verweist. Mit Textzeugnissen aus der altnordischen Literatur wird das kulturelle Umfeld dieser Krieger skizziert. Zum Artikel.
Zur Datierung des Legionskommandos von L. Munatius M. f. Ter. Gallus (Regula Frei-Stolba)
Ausgehend vom Fragment des Weihealtars CIL XIII 11500 (Inv.-Nr. 10499) aus Vindonissa wird L. Munatius Gallus vorgestellt. Seine Biografie wird rekonstruiert durch weitere mit seiner Person zu verbindende Quellen: Erstens die Gründungsinschriften der Kolonie Timgad (heute Algerien) von 100 n. Chr., dann ein undatiertes Inschriftenfragment von Korinth; dazu kommen eine Überlegung zu Apoll, dem Adressaten des Weihealtars, sowie Erkenntnisse aus dem an ihn gerichteten Epigramm Martials (X, 33) von 98 n. Chr. Für das Kommando über die legio XI Claudia Pia Fidelis werden die Jahre 96–99 vorgeschlagen. Zum Artikel.
Chronologischer Überblick der Keramik aus Vindonissa (Andrew Lawrence)
Ziel dieses Artikels ist, eine aktualisierte Version zur Chronologie des keramischen Fundmaterials von der späten Eisenzeit bis ins späte 3. Jh. n. Chr. aus Vindonissa vorzulegen. In einem ersten Schritt werden Fundkomplexe in ihrer relativchronologischen Reihenfolge besprochen. Hierbei werden die relevanten Gattungen, Formen und Typen verglichen. In einem zweiten Schritt werden die Fundkomplexe mit extern datierten Fundplätzen mittels einer Kombinationstabelle verknüpft, um die absolute Datierung zu festigen. Daraus resultieren chronologische Phasen, welche mit der Entwicklung des Legionslagers in Verbindung gebracht werden können. Zum Artikel.
Mark, Suppe oder Knochenleim? Eine interdisziplinäre Spurensuche zu zerkleinerten Kalbsknochen aus dem römischen Vicus von Frick unter Einbezug der Keramikfunde sowie archäologischer Experimente (Benjamin M. Sichert)
Auf der Grabung Frick-Gänsacker 2013–1014 (Fic.013.2) wurde im Hinterhof einer römischen Streifenhausparzelle eine ungewöhnliche Ansammlung zerkleinerter Kalbsknochen entdeckt. Da ähnliche Funde fragmentierter Rinderknochen oft kontrovers interpretiert werden, wurde versucht, durch die interdisziplinäre Verknüpfung verschiedener Untersuchungsmethoden (Archäozoologie, typologisch-funktionale Keramikanalyse und Experimentalarchäologie) die Geschichte dieser Abfälle zu rekonstruieren. Dabei wurde festgestellt, dass die Knochen vermutlich gezielt zur Entnahme von Mark beschafft und aufgeschlagen wurden. Anschliessend könnten sie ausgekocht worden sein, um weitere Produkte wie Suppe oder Fett und Gelee zu gewinnen. Zum Artikel.
Neue Forschungen zum spätantiken Hochrhein-Limes im Kanton Aargau III. Der Wachturm Rheinfelden-Pferrichgraben und andere spätantike Wehranlagen auf dem Gemeindegebiet von Rheinfelden (Raphael Berger und Peter-A. Schwarz)
Vorgestellt werden die Ergebnisse von Archivrecherchen und Feldarbeiten, die im Zusammenhang mit der Sanierung des spätantiken Wachturms Rheinfelden-Pferrichgraben 2016–2017 (Rhe.016.1) durchgeführt wurden. Gesichert ist heute, dass dieser keinen Wehrgraben besass und dass wahrscheinlich Befunde vorliegen, die bei der spätantiken Kies- und Sandgewinnung sowie Branntkalkherstellung entstanden sind. Die Archivalien erlauben ferner eine Lokalisierung und Umschreibung der frühmittelalterlichen Grabhügel-Nekropole Rheinfelden-Heimenholz 2017 (Rhe.017.3). Im Fall von Rheinfelden bleibt nach wie vor offen, ob hier ein Wachturm und/oder eine grössere Wehranlage (Magidunum?) standen. Der zwischen Rheinfelden und dem Castrum Rauracense vermutete spätantike Wachturm stand wahrscheinlich beim sog. «Augster Stich». Zum Artikel.