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Die Liste basiert auf Einschätzungen von Experten in aller Welt. WHO-Sprecher Tarik Jasarevic sagte, Gaming Disorder werde definiert als «ein mit Online- oder Offline-Computerspielen zusammenhängendes Verhalten, bei dem die Kontrolle über das Spiel verloren geht, dem Spiel Vorrang vor anderen Aktivitäten gegeben wird und schliesslich andere Interessen in den Hintergrund gedrängt werden».
Zudem sei charakteristisch, dass Betroffene trotz negativer Folgen weiterspielten – sogar intensiver. Bevor Gaming Disorder diagnostiziert werde, müsse der Betroffene aber mindestens ein Jahr lang ein Suchtverhalten gezeigt haben.
Über die Auswirkungen der Computerspielsucht gebe es noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, dazu sei das Phänomen noch zu neu. Aber Mediziner seien so weit zu erkennen, «dass es ein Problem gibt».
Daher sei die Aufnahme in die Krankheitsliste angebracht. Zudem verlangten viele Betroffene nach Hilfe. Wenn das Phänomen als Krankheit anerkannt sei, könne dies zur Unterstützung weiterer Forschung führen.
Nicht alle sind über diese Aufnahme erfreut. Denn diese Neueinstufung könne auch dazu führen, dass Spielehersteller unter gesellschaftlichen und politischen Druck geraten. Im Extremfall könnte die neue Einstufung sogar dazu führen, dass Spielehersteller für gesundheitliche Schäden haften müssen. Deswegen hat vor allem der US-Verband Entertainment Software Association (ESA) versucht, die Aufnahme der Gaming Disorder in den ICD zu verhindern – erfolglos.