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REPUBLIK KOSOVO
Die Republik Kosovo befindet sich im Südosten Europas bzw. im Westen der Balkanhalbinsel, besteht seit dem 17.02.2008 und ist damit der jüngste Staat der Welt.
Bei einer Grösse von 10`908 Quadratkilometer zählt die junge Republik 2 Mio. Einwohner. Die Landessprache, welche die Mehrheit der Bevölkerung spricht, ist Albanisch. Zusammen mit den Kosovaren leben viele Minderheiten im kleinen Staat. Im Verlauf der Jahrzehnte wurde der einst albanische Staat geteilt. So lebt das albanische Volk in fünf Staaten. Albaner findet man in Albanien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien.
Die Republik Kosovo grenzt an Albanien, Serbien, Montenegro und Mazedonien. Die Hauptstadt ist Prishtina. Weitere grössere Städte sind Peja, Prizreni, Mitrovica, Gjakova, Gjilani und Ferizaj. Die Hochgebirgslandschaften an den Grenzen zu Albanien, Montenegro und Mazedonien reichen bis zu einer Höhe von 2500 Meter. Die höchsten Berge sind Rudoka (im Sharr-Gebirge, 2658 m), Gjeravica (Albanische Alpen in Pejë, 2656 m), Bistra (Ferizaj, 2640 m), Marash (Pejë, 2530 m), Luboteni (Ferizaj, 2496 m) und Koproniku (Pejë, 2460 m).
Topografie
Der längste Fluss ist der weisse Drin und die grössten Seen sind der Gazivodasee, Radoniqsee und der Batllavasee. Die „Trepça“, eine Blei- und Gold-Mine, und das Kraftwerk „Obiliq“ gehören zu den bedeutendsten Wirtschaftsunternehmen der Region und gleichzeitig zu den grössten des Balkans.
Klima und Agrarwirtschaft
Das Klima ist kontinental und hat starken Einfluss auf die Agrarwirtschaft der Regionen im Kosovo. Die Felder „Kosovas“ und „Dugagjinis“ gehören zu den bedeutendsten Anbaugebieten des Landes. Auf deren Böden gedeihen neben Paprika, Kartoffeln und Weizen auch Weinreben, welche zu hervorragenden weissen und roten Weinen gekeltert werden.
Kosovo und der Krieg
Nach dem Krieg in den Jahren 1997 bis 1999 waren viele Menschen gezwungen, ihre Häuser und ihr Hab und Gut zurückzulassen und zu emigrieren. 15`000 Menschen verloren ihr Leben, Hunderttausende wurden obdachlos und verloren ihre Arbeit und somit die Grundlage, um überleben zu können. Die ökonomische Lage hat sich bis heute zwar verbessert, aber Korruption und Vetternwirtschaft erschweren den wirtschaftlichen Aufschwung der jungen Republik.
Ausbildung und pädagogische Einrichtungen
Kinder beginnen mit vier Jahren die pädagogische Laufbahn in „Parashkollorja“, zu Deutsch Kindergarten. Danach folgt der Besuch der Primarschule von der ersten bis zur vierten Klasse. Junge Erwachsene besuchen die Oberstufe von der fünften bis zur neunten Klasse. Nach Abschluss des obligatorischen Unterrichts treten die Schüler zum „Testi i arritshmërisë“ an. Dies ist ähnlich zu betrachten wie eine Aufnahmeprüfung für das Gymnasium oder die Mittelschule. Diese zusätzliche Ausbildung dauert zwischen zwei und vier Jahren. Die in der Schweiz, Deutschland und Österreich übliche „Berufslehre“ wird kaum angeboten und zählt zu den eher unüblicheren Ausbildungswegen. Ziel vieler Schüler ist es, an einer der staatlichen Universitäten zu studieren, da diese tiefere Studiengebühren erheben als die privat geführten Universitäten.
Das Gesundheitssystem
Viele der in Kosovo lebenden Menschen haben selbst im Jahr 2017 noch einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem. Sogar bei Angestellten ist eine Unfallversicherung durch den Arbeitgeber nicht in jedem Fall gewährleistet. Die Mehrheit der Bevölkerung ist nicht versichert und somit gezwungen, für jede Behandlung selbst und vollumfänglich aufzukommen. Private Spitäler und medizinische Einrichtungen sind gefragter, aber nicht für alle Menschen erschwinglich.
Kunst und Kultur
Das kulturelle Angebot konzentriert sich mehrheitlich auf die Ballungszentren der grossen Städte und erfreut sich grosser Beliebtheit. Viele nationale und internationale Künstler haben ihre Herkunft in Städten wie Prishtina, Prizren oder Mitrovica. Die Liste der bekanntesten Talente im Showbusiness führen Namen wie Rita Ora, Dua Lipa und Era Istrefi an. Bekannte Künstler sind Sislej Xhafa, welcher auch Ausstellungen in Zürich macht. Das Angebot an Restaurants, Bars, Bistros und Caféhäusern ist in allen grossen Städten wie beispielsweise Prishtina umfangreich. Gastfreundschaft wird in jeder noch so kleinen Gaststätte grossgeschrieben.
Leben und Familie
Die Familie steht für Kosovaren an oberster Stelle. So werden Kontakte stets gut gepflegt. Dies geht bis über die Landesgrenzen hinaus, wo Auswanderer mehrmals im Jahr zurück in ihre Heimat reisen, um ihre Beziehungen zu pflegen. Viele der heimischen Familien sind traditionell orientiert – die junge Generation kann sich aber auch stark mit westlichen Werten identifizieren. Bei der Altenpflege werden klassische Werte hoch gehalten: Da es im Kosovo kaum Altersheime gibt, kümmern sich die Familien selbst um ihre alten Menschen.
Die Kindererziehung wird meistens von der Mutter übernommen, doch auch die Väter spielen dabei eine wichtige Rolle. Traditionen werden innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben. Dies ist in ländlichen Gebieten stärker ausgeprägt als in den Städten.
Religion und Kulturen
„Mos shihni kisha dhe xhamija se feja e shqyptarit është shqyptarija!“ – „Achtet nicht viel auf die Kirchen und Moscheen, denn der Glaube der Albaner ist das Albanertum!“
Dieser Vers zeigt gut auf, in welchem Verhältnis viele Albaner zu Religion und Glauben stehen. Neben Muslimen und Orthodoxen leben auch Katholiken friedlich auf kleinem Raum zusammen. In den grossen Städten stehen Moscheen und katholische Kirchen seit Generationen nur wenige Meter auseinander.
Ob nun im Fussball, im Showgeschäft oder in der Wirtschaft – überall finden sich Albaner, die mit Stolz den schwarzen Adler auf rotem Hintergrund in ihren Herzen tragen.
Dieser Beitrag wurde von der Kulturvermittlerin des Kosovo erarbeitet