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Schweiz-Russland-Schweiz
Um die Wende zum 20. Jahrhundert war die Schweiz teils temporärer, teils langfristiger Aufenthaltsort vieler Bürgerinnen und Bürger des Russischen Reichs. Mehrere Tausend Studenten und Studentinnen die Universitäten in Zürich, Bern oder Genf, und Emigranten wie Plechanov oder Lenin verfassten und druckten politische Schriften, die im Zarenreich verboten waren.
Besonders beliebt bei russischen Erholungssuchenden war der Höhenkurort Davos. Ein russisches Volkssanatorium, eine Speisehalle, und kurzfristig sogar ein Vizekonsulat zeugen von der Bedeutung der russischen Gäste. Eigene russischsprachige Publikationen wie der obenstehende Reiseführer oder die Zeitschrift «Za rubežom» (e-rara) widmeten sich dem kulturellen Leben und dem politischen Austausch.
Während des Ersten Weltkrieges strandeten zahlreiche Russinnen und Russen unfreiwillig in der Schweiz, weil die Heimreise durch die Kriegswirren erschwert war. Auch rund dreitausend russische Militärangehörige waren in der Schweiz interniert. An sie richteten sich Publikationen wie die «Rodnye otkliki» (e-rara), welche Ihnen die politischen Umwälzungen in der Heimat erklärten. Nach 1918 reisten die meisten ehemaligen Untertanen des Zaren zurück nach Russland – oder aber in die neuen Zentren der Emigration nach Paris, Prag und Berlin.