Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03401.jsonl.gz/1796

Aus einem spannenden Gespräch auf der Strasse nahm ich die Empfehlung für eine neue Kierkegaard-Biographie entgegen. Ich widmete mich der gut lesbaren, im Vergleich zur opulenten Gaarff-Biographie (meine Rezension) schlank daher kommenden philosophischen Biografie von Clare Carlisle.
Kierkegaard bleibt mir theologisch und persönlich nach wie vor fremd – siehe dieser Beitrag. Daran konnte auch Peter Kreeft mit seinem flammenden Plädoyer für die Detektivarbeit des Denkers (meine Rezension) nichts Substanzielles ändern.
Nach wie vor sehe ich vor allem den “Sprung des Glaubens” (siehe diese Serie von Ron Kubsch) sowie seinen verinnerlichten Glaubenszugang – vor allem auf der postmodernen Folie der Gegenwart – als problematisch an. Ja, ich weiss um die Kritik an Francis Schaeffer und dessen pauschaler Kierkegaard-Deutung. Prominent vertrat diese Kritik der von mir sehr für seine Serie “History of Philosophy” geschätzte Arthur F. Holmes.
Carlisle öffnete mir die Türen zu Kierkegaard. Schon in der Vorrede bringt sie es auf den Punkt. Kierkegaard habe Philosophie betrieben, indem er ins Innere (des Menschen) blickte. Er fokussierte auf den Punkt im Menschen, in dem alles zusammenkam: Dem Herzen. Alle Gedankenströme wurden durch seine eigene Existenz hindurch kanalisiert.
Ja, diese 300 Seiten lohnen sich zu lesen.