Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03396.jsonl.gz/2110

Die Po-Region in Norditalien leidet unter dem Klimawandel. Wegen der extremen Dürre wurden bereits letzte Woche 125 Gemeinden in den Regionen Piemont und Lombardei aufgefordert, nachts die Trinkwasserversorgung an die Haushalte einzustellen oder zu drosseln. Nun fordern Regionalpolitiker, aus dem Gardasee Wasser abzupumpen, wie «Focus» schreibt.
Wie stehts um das Wasser im Fluss Po?
Der Po, der grösste Fluss in Italien, ist im Vergleich zum Normalzustand nur noch ein Bächlein. Momentan fliessen noch 300 Kubikmeter pro Sekunde hindurch, normal seien es sechsmal so viel, nämlich 1800 Kubikmeter pro Sekunde. In manchen Gebieten hat es seit über hundert Tagen nicht mehr geregnet, sagt Meuccio Berselli laut «Focus». Berselli ist Direktor der örtlichen Flussbehörde.
Was geschieht mit den Preisen?
Die Po-Ebene ist unter anderem bekannt für Reis, Wein und Haselnüsse aus dem Gebiet. Verbände warnen nun, dass sich die Lebensmittelpreise in ganz Europa wegen der Dürre erhöhen könnten. Die Preise sind schon zuvor gestiegen wegen der höheren Kosten für Düngemittel und Benzin aufgrund des Ukraine-Kriegs.
Salzwasser fliesst in die Po-Ebene. Wie können Stauseen helfen?
Hinzu kommt, dass der Meerwasserspiegel der Adria höher ist als der Pegel des Pos. Heisst: Es könnte Salzwasser in den Fluss fliessen und in die Böden um das Flussbett durchdringen. Der Boden gleiche bereits jetzt teilweise einer Wüste. Um dem entgegenzuwirken, soll Wasser aus Stauseen in den Alpen und der Po-Region in den Fluss geleitet werden. Das Problem dabei: Die Pegelstände der Stauseen sind bereits jetzt nur noch halb so hoch wie im letzten Jahr. Zudem könnte es so zu Lücken in der Stromversorgung kommen. Italien bezieht 15 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft.
Und der Gardasee?
In Italien gibt es aktuell einen Kampf darum, wer der Po-Ebene mit Wasser helfen soll. Einige Politiker fordern nun, dass aus dem Gardasee Wasser über den Fluss Mincio in den Po abgeschöpft werden soll. Doch Politiker, die gegen den Vorschlag sind, sagen: Das Wasser des Gardasees reiche nicht aus, um der Po-Ebene zu helfen. Zudem hätte es verheerende Auswirkungen auf das Gewässer.
Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt
Im Dorf Sermide haben Anwohner wegen der Dürre einen Nazi-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Bereits Ende März ist der Pegel des Pos so stark gesunken, dass Metallteile aus dem Wasser ragten. Deutsche Truppen hätten den Panzer im April 1945 versenkt, damit er nicht in die Hände der US-Truppen gelangte. Hobby-Historiker suchten schon länger nach dem Fahrzeug.
(log)