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Vollgas in eine Wand fahren
Gespräch mit Elizabeth. Ich erkläre Elizabeth, dass ich Bauchschmerzen habe, ein Brennen beim Zwerchfell, ringe aber, finde das richtige Wort nicht, meine, diese Unsicherheit bei der Wortfindung könne wegen der Schmerzmittel sein. Elizabeth glaubt, die Schmerzmittel hätten keinen Einfluss.
Sie nehme einen Block wahr, die Energie fliesse zu langsam. Sie macht ein Beispiel: jemand kann gut singen, wird aufgefordert, es zu tun und ist dann plötzlich (aus irgendeinem Grund) blockiert. Also: innerlich fliesst vorerst viel Energie, weil die Person singen kann, weil es ihr Talent ist. Dann wird der Fluss abrupt gebremst (wegen Angst, Scham usw.), das ist, als ob die Person in dieser schnellen Bewegung in eine Wand läuft, so entsteht der Block.
Bei mir ist es das Schreiben, das ist mir sofort klar. Ich habe mich in letzter Zeit stark dem Schreiben hingegeben und hadere plötzlich mit dem Veröffentlichen von Texten. Elizabeth sagt, es spiele keine Rolle, ob ich die Texte veröffentliche oder nicht. Darum gehe es nicht. Es gehe um den Impuls, den ich beim Schreiben spüre und der die Bewegung im Körper auslöse. Ich müsse diesen Impuls spüren und weiterhin die Bewegung. Es gehe darum, die Energie nicht zu bremsen, zu unterdrücken.
Diese innere Kraft sei nicht zu unterschätzen, die sei schon gross. Wenn ich schreibe, sei da viel Bewegung und wenn ich dann eben mit Glaubenssätzen oder Gesellschaftsbildern den Fluss abrupt bremse, würde ich gegen eine Wand fahren und es entstehe dieser Block. Es sei fast ein wenig wie Vollgas in eine Wand prallen.
Sie empfiehlt mir eine Übung:
Innerlich das Gefühl der Bewegung spüren, den Impuls, die Energie, die ich beim Schreiben spüre. Dann innerlich ebenso die Vollbremse spüren. Schliesslich die Ängste im Kopf durchspielen: meine Texte werden nicht gefallen, sind zu persönlich, ich mache mich angreifbar usw.
Dann die innere Energie schnell machen, einfach vorstellen, dass sie schneller wird, nicht versuchen, die Schnelligkeit zu spüren, weil man die nur im Vergleich mit etwas anderem spüren kann, da es keine absolute Schnelligkeit oder Langsamkeit gibt, einfach vorstellen, die Energie wird schneller, den inneren Raum spüren und Linien fahren.
Wichtig ist, wenn es wieder kommt: spüren, dass ich bremse. Warum, das ist egal. Es ist einfach gut zu wissen, dass ich bremse und wieder das Gefühl vom Schreiben spüren und dieser Bewegung Raum lassen.
Elizabeth meint, dass dieses Spüren der Bremse und dann des Raums und der Linien zu vergleichen sei, wie eine neue Bewegung, eine neue Schrittfolge beim Tanzen. Die müsse ich auch üben. Das sei mit dieser inneren Bewegung gleich.
Der Block komme bestimmt wieder. Wichtig sei dann, den Impuls zu spüren und eben die innere Bewegung zuzulassen. Mit der Zeit würde ich den Impuls schneller erkennen und ich könne die „neue“ Bewegung (Bremse spüren, Raum geben usw.) einfach vollziehen.
Was unterstützend helfen könne: Wenn der Impuls zum Schreiben komme (was sie sagt, sei letztlich der Impuls für mich selbst), mich innerlich mit Familie, Freunden und Bekannten verbinden, sie spüren, das verstärke das WIR.
Ich verstehe Elizabeth, erkenne, was da vorgegangen ist und hoffe, was sie mir geraten hat, in Zukunft auch umsetzen zu können.