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Frühestens im Jahr 2021 kann das Hochwasserschutz-Projekt der Region Wil in die Realität umgesetzt werden. Ein wichtiger Punkt ist, den Durchfluss des Krebsbaches unter der Autobahn A1 mit einem zweiten Durchlass-System zu verbreitern, damit die doppelte Menge Wasser durchfliessen kann. Somit soll verhindert werden, dass der Hochwasser führende Krebsbach sich künftig erneut auf die Autobahn A1 ausdehnt. Das Jahr 2021 als Umsetzungs-Start ist allerdings als frühestmöglicher Zeitpunkt für die Realisierung zu sehen.
Nimmt man ein aktuelles Hochwasserschutz-Projekt in Flawil als Referenz, so öffnet sich aber ein ganz anderer Zeithorizont. Dort sind am Buebentaler- und Aeschbach Massnahmen nötig. Wenn es stark und lange regnet, drohen diese Bäche über die Ufer zu treten und das Siedlungsgebiet zu überschwemmen. Die Gemeinden Flawil und Oberuzwil haben deshalb ein gemeinsames Projekt für den Ausbau des Buebentaler- und des Aeschbachs ausgearbeitet. Dieses lag im September 2010 öffentlich auf, was Einsprachen zur Folge hatte. Bei der Gemeinde Flawil ist rückblickend von «langwierigen Verhandlungen» die Rede, bis die Einsprachen im Herbst 2015 schliesslich bereinigt werden konnten. Das Baudepartement des Kantons St. Gallen genehmigte im März 2016 das Wasserbauprojekt Buebentaler- und Aeschbach. Schliesslich stimmte die Flawiler Bürgerschaft an der Bürgerversammlung vom November 2016 den entsprechenden Baukredit von 2,4 Millionen Franken zu.
Eindolungen zu klein
Der aus dem Gebiet Rudlen kommende Buebentalerbach fliesst im Einlenkerbereich Toggenburger-/Rudlenstrasse mit dem Aeschbach zusammen, quert danach das Gebiet Botsberg am westlichen Dorfrand und mündet schliesslich in den ehemaligen Mühleweiher. Ab dem Mühleweiher ist der Buebentalerbach eingedolt und fliesst in Richtung Wilerstrasse und danach ins unterliegende System des Lehmtobelbachs. Durch ein einfaches Trennbauwerk wird Wasser im Bereich des Mühleweihers vom Buebentalerbach abgezweigt und – ebenfalls in einer Eindolung – in den Dorfbach geführt. Das Bachkonzept zeigt laut der Gemeinde Flawil eindeutig auf, dass die verschiedenen Eindolungen zu klein sind. Gemäss den Untersuchungen besteht eine latente Überschwemmungsgefahr. Eine Tatsache, die durch die Naturgefahrenkarte des Kantons St. Gallen aus dem Jahr 2014 bestätigt wird.
Das Wasserbauprojekt umfasst einerseits die Offenlegung des heute unterhalb des Mühleweihers eingedolten Gewässerabschnitts, und anderseits die Aufhebung der Speisung des Dorfbachs. Der offen geführte Gewässerabschnitt wird revitalisiert sowie landschaftlich und ökologisch aufgewertet. Sowohl die bestehende Brücke der Rudlenstrasse als auch die Brücke Bubentalweg sollen ersetzt werden. Zudem soll der Durchlass Staatsstrasse vollständig erneuert werden. Die erwähnten Anpassungen betreffen allesamt das Flawiler Gemeindegebiet. Auf dem Oberuzwiler Gemeindegebiet wird der Aeschbach auf einer Länge von 57 Metern offengelegt. Deshalb ist die Gemeinde Oberuzwil am Projekt beteiligt und trägt einen Teil der Kosten.
Jetzt werden Baufirmen gesucht
Nachdem die Bauarbeiten beim Projekt «Altlastensanierung und Gewässerausbau Lehmtobel» voraussichtlich bis Ende des laufenden Jahres grösstenteils abgeschlossen werden können, starten nun in Flawil die Vorbereitungsarbeiten für die Umsetzung des genehmigten Wasserbauprojekts «Buebentaler- und Aeschbach». Die Bauleistungen werden öffentlich ausgeschrieben. Der Baubeginn ist für den kommenden Winter geplant, sofern das Projekt «Verbindung Toggenburger-/Bogenstrasse» bis dann rechtskräftig ist. (rkf/sdu)