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- Vor Ihnen gehen noch zwei Personen auf die Eingangstüre zu. Die Türe ist eine von der Sorte, die auf beide Seiten aufgestossen werden kann. Also eine von jenen die vielleicht zwei- oder dreimal hin- und herpendelt bis sie im Rahmen still steht. Also: die erste Person stösst die Türe auf, übergibt sie der zweiten, beziehungsweise, will sie der zweiten Person übergeben. Diese aber zieht unvermittelt die Hand aus der Tasche und hält diese ans Ohr, ohne dass dabei ein Natel dazwischen ist, und marschiert einfach durch. Die erste Person, getäuscht durch das Handheben der zweiten Person, lässt die Türe los und dem dritten in der Reihe, also mir, kommt die Türe nun mit aller Wucht entgegen. Das Verhalten der zweiten Person kann auch mit Natel in der Hand beobachtet werden.
- Im Feierabendverkehr ist das Tram ziemlich voll, vielleicht ist es auch ein bisschen verspätet. Es fährt auf die Haltestelle zu. Einer der wartenden Passanten, mit der Hand am Ohr, und offensichtlich nicht ganz bei voller Konzentration was um ihn herum vorgeht, macht einen ersten Schritt auf den Fussgängerstreifen. Autos mĂĽssten ja anhalten. Das Tram hingegen? Jedenfalls schrillt die Glocke, die Bremsen quitschen, es stinkt nach glĂĽhendem Eisen, Staub von zermalmtem Sand umhĂĽllt das Tram. Die Passagiere hängen an den Haltestangen, Bänken und am Vordermann um nicht ganz hinzufallen. Einer murmelt „Blödian“. Der Passant? Der steht jetzt neben dem Tram und telefoniert immer noch.
- Ich fahre auf dem Radweg. Hinter mir, links daneben auf der Strasse naht ein Linienbus, ĂĽberholt. Ich lese noch das kleine Schild auf der RĂĽckseite: „Greenlife Diesel, weniger Gase fĂĽr die Nase“. Da biegt er schon vor mir, ohne Blinker, ĂĽber den Radweg in seine Haltestelle. Das Hinterrad meines Renners legt einen schmalen, schwarzen Strich auf die Strasse.
Solche und ähnliche Beispiele kann man immer wieder beobachten oder widerfahren einem auch selber. Die Moral? Ich glaube nicht, dass solches immer absichtlich passiert, vielleicht fast nie. Aber viele von uns sind abgelenkt, abgelenkt durch die Kommunikationsmittel, allen voran das Handy. Aber auch unsere Gedanken und Sorgen spielen da eine Rolle. Und: viele haben verlernt RĂĽcksicht zu nehmen. Der „Hoppla-jetzt-komm-ich-Typ“ ist weiterhin stark im Vormarsch.