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Mexiko Tag 4 (Mérida- Uxmal- Campeche)
Heute verlassen wir das Hotel um 8.30 Uhr. Unser Reiseleiter Aldo zeigt uns in den ersten 30 Minuten noch die Prachtstrasse von Mérida und das Helden-Denkmal. Eher unspektakulär. Ich stelle nun bei der Mehrheit der Reisenden ein Bedauern fest, dass man so gar keine Zeit hatte, diese tolle Stadt anzuschauen.
Uxmal
Die Fahrt geht jetzt nach Uxmal. Diese Pyramiden-Anlage verschlägt uns die Sprache. Eine Dimension, die man so gar nicht fassen. kann. Die erste, grosse Pyramide ist genau erforscht. In ihr befinden sich weitere drei, denn alle 52 Jahre wurde ein neues Gebäude über ein bereits bestehendes gebaut. Dieser Rhythmus hängt mit dem Kalender der Mayas zusammen. Diese Pyramide besticht durch extrem steile Treppen und abgerundete „Ecken“. Das Gelände ist riesig. Das eine Haus mit 13 Eingängen für das Paradies, das andere Haus für die Unterwelt mit 7 Eingängen etc. Hier ist alles nach Uranus ausgerichtet und dem Regengott geweiht. Unser Guide erklärt uns, welche Figuren wofür stehen. So sind Schildkröten in grosser Zahl an den Wänden (natürlich aus Stein gemeisselt) für die Darstellung nach der Ausrichtung von Uranus.
Den Babies der Adligen wurden die Köpfe zwischen zwei Bretter gebunden, dass ihre Schädel eine untypische, langgestreckte Form bekamen. Man nimmt an, dass man dadurch mehr Platz im Kopf für die Funktion der Zirbeldrüse erreichen wollte. Viele Methoden, zum Beispiel ein giftiger Frosch, der getrocknet und gemahlen, ebenfalls diese Drüse anregte, sollten Zugang zu den höheren Sphären ermöglichen.
Genauso gab es offenbar auch eine Schicht Mayas, die ausschliesslich zur Sklaverei gezüchtet wurden.
Die ausführliche Beschreibung zu den überraschenden Verbindungen zu unserern Glaubenssätzen ist frappant. So nahmen die Mayas, aufgrund ihres Kalenders, an, dass vom 21. bis zum 24. Dezember die Sonne still steht und in der Nacht vom 24. zum 25. das Licht wieder in ein neues Bewegungsjahr startet (Weihnachten)
Wir erklimmen eine der Pyramiden. (später verspüre ich leichten Muskelkater) hier sei erwähnt, der Abstieg ist nicht ohne. Kurzzeitig war mir nicht mehr wohl und ich musste mich stützen.
Im Anschluss an die ausgiebigen Ausführungen des Reiseleiters, begaben wir uns in ein traditionelles, mexikanisches Restaurant.
Traditionelles Essen
Dort wurden unsere Speisen in einem Erdloch in der Glut gegart. Die dazu benötigte Vertiefung wurde für 3 Stunden fest verschlossen.
Unser Mittagessen bestand aus einer herrlichen Suppe, einem Teller mit Hühnchenfleisch, den Gemüsen und Kartoffeln, die im Boden garten, sowie Reis. Als Dessert wurde uns eine Art Fruchtsalat aus Wassermelone und Kaktus Feigen, gereicht.
Das Highlight zum Abschluss war dann ein Digestif. Mit viel Trara wurde uns ein Mix aus Tequila, Kaffeelikör und einer Spur von Mineralwasser bereitet. Der Kellner setzte dem „Opfer“ einen Sombrero auf und knallte das Glas dreimal laut auf den Tisch. Danach hiess es Ex und Hopp. Die erste bekam noch ein Glas, bald waren es zwei und zum Schluss auch mal vier Gläser oder ein Grosses.
Lachend und glücklich starten wir zur langen Fahrt nach Campeche. Unser Reiseleiter neigt zu sehr langen und monotonen Erklärungen über denen wir oft einschlafen. Seine beliebten Themata Politik, Korruption, Erdöl und Armut sind spannend, doch nach jeweils einer Stunde, wird es mühsam. Aber wir wissen, wie wichtig ihm sein Land ist und können ihm seine Art nicht krumm nehmen.
Campeche
Campeche liegt am Meer. Die Altstadt ist ein anerkannter Teil des UNESCO-Weltkulturerbes! Farbig und laut werden wir begrüsst. Die flimmernde Hitze lässt unseren Schweiss in Bächen strömen.
Ich entdecke eine tolle Ecke zum Malen und setze mich von der Gruppe ab. Der Rest bekommt noch eine Führung in der Kathedrale und wird zum Hotel geleitet. Uns erwarten tolle Räume in edlem Ambiente.
Nach einer Dusche geht es an den Strand. Leider findet das vom Reiseleiter angekündigte, farbige Wasserfontänen-Spektakel nicht statt. Schade!
Wir schlendern in die Stadt und geniessen ein tolles Essen.
Thunfisch-Tartar nach mexikanischer Art (ziemlich scharf), für Alex einen Caesar’s Salat ohne Poulet, dann Fajitas mit Poulet und ich hatte ein einheimisches Gericht, dessen Namen ich nicht mehr weiss. Es bestand aus verschiedenen Fleischsorten, Käse, Avocado, Kaktus und einer sehr scharfen Sauce. Den Abschluss machte ein warmer Maiskuchen mit Honig und Rahm. Ein Gedicht! Zum Glück eine Portion für zwei – das Stück war gigantisch.
Müde geht es nun ins Hotel.