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- Es gibt immer weniger Friedenssoldaten weltweit. Gemäss dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri waren 2019 noch 138'000 Personen in Friedensoperationen eingesetzt.
- Das sind fast fünf Prozent weniger als 2018.
- Die Anzahl Personen, die bei Friedensoperationen mithalfen, ist aber nicht deshalb gesunken, weil es weltweit weniger Konflikte gibt.
Personell heruntergefahren wurden nicht zuletzt die UNO-Friedenseinsätze in Afrika. Im sudanesischen Darfur, in Kongo/Kinshasa oder in Mali. Das bedeute jedoch nicht, dass die Probleme dort gelöst wären, sagt Jaïr van der Lijn, Spezialist beim Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri für internationale Friedenseinsätze: «Die Friedensoperation sind, nach meiner Einschätzung, zu rasch reduziert worden.»
Weniger Soldaten in Friedenseinsätzen sind kein Signal für eine friedlichere Welt. Es liegt auch nicht daran, dass sich keine Truppen für UNO- oder andere Missionen finden lassen. Zwar stellen die meisten westlichen Länder kaum mehr Blauhelmsoldaten zur Verfügung, obschon die UNO an qualifizierten Truppen sehr interessiert wäre. Denn gerade Menschen aus Ländern wie der Schweiz sind unverdächtig, in Konflikten eigene Interessen zu vertreten.
Drittweltländer generieren Einnahmen mit Soldaten
Doch grundsätzlich mangelt es nicht an Personal. Drittweltstaaten wie Äthiopien, Burundi, Ghana, Bangladesch, Nepal und viele andere stellen gerne Friedenstruppen. Denn sie werden dafür von der UNO gut entschädigt.
«Das Problem besteht primär darin, dass allen voran die USA, aber auch andere grosse westliche Geldgeber ihre Beiträge für Friedensoperationen zum Teil erheblich kürzen», sagt van der Lijn: «Und manche Regime wie etwa das syrische wollen auf ihrem Territorium keine internationalen Friedenstruppen dulden. Sie erachten das als Übergriff auf ihre Souveränität.»
Nötig wären die Friedenstruppen allerdings
Friedensoperationen werden also kleiner und dürften bald auch seltener werden. Obschon sie an zahlreichen Konfliktherden nützlich wären, von Burma über die Ukraine bis Libyen oder Jemen, ist es unwahrscheinlich, dass dort bald Friedenssoldaten für eine Beruhigung oder gar für Stabilität sorgen.