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Der Weg führt uns zum Münster mit seiner bewegten Vergangenheit. Auf den Ruinen eines römischen Kastells entstand im 7. Jh. eine Kathedralkirche, die später mehrfache Veränderungen erfuhr und schwere Zeiten durchmachte.
Leider wurde der Kreuzgang zur Hälfte abgetragen.
Die Westfront.
Die neugotische Turm-Pyramide stammt aus dem Jahr 1853. Vorher sah das Münster so aus, wie das Bild (Ausschnitt) von 1819 zeigt.
Die Holzschnitzereien an den beiden Türen des Hauptportals stellen das Leben Jesu in 20 Stationen dar. Über beiden Türen zeigen halbkreisförmige Reliefs Brustbilder der Heiligen Konrad (links) und Pelagius (rechts).
Das romanische Langhaus wurde 1679 barock eingewölbt. Grosse Teile der heutigen Ausstattung stammen aus dem 17./18. Jahrhundert.
In der Krypta (aus dem 9./10. Jh.) befinden sich vier Goldscheiben (feuervergoldete Kupferscheiben) von der Aussenwand das Chores. Das grösste Stück dieses in der christlichen Welt einzigartigen Schatzes, genannt "Majestas Domini", stammt aus der Zeit um das Jahr 1000.
Pelagius Kupferscheibe
Pelagius Grab in der Krypta.
Pelagius war nach der Legende ein frommer Edelmann, der 238 das Martyrium während der Verfolgungen unter Kaiser Numerian erlitt.
Pelagius' Gebeine wurden 904 von Bischof Salomon III. (Amtszeit 890 - 919) im Rahmen einer Pilgerreise aus Rom nach Konstanz überführt. Andere Reliquienteile übergab er dem Stift in Bischofszell im Schweizer Kanton Thurgau, das dann nach Pelagius benannt wurde. In den folgenden zwei Jahrhunderten gehörte Pelagius zu den meistverehrten Heiligen im alemannischen Raum und der Bischofssitz Konstanz wurde das Ziel von Pilgerfahrten.
Die Konstanzer Reliquie lag in der Krypta des Konstanzer Münsters in einer Grabkammer, die durch einen senkrechten Schacht mit dem Hauptaltar verbunden war. Dafür besass die Kirche im Mittelalter einen kostbaren Reliquienschrein. Es wurde regelmässig bei Prozessionen mitgeführt. Reliquie und Schrein gingen um 1530 im Bildersturm während der Reformationszeit verloren; wahrscheinlich wurden sie in den Rhein geworfen und die Schreine eingeschmolzen. Einige Teile der Reliquie mögen von den Mitgliedern des Domkapitels bei ihrer Flucht nach Überlingen 1527 mitgenommen worden sein. Sie wurden nach der Rekatholisierung der Stadt 1548 wieder zurückgebracht. Der heute in der Krypta ausgestellte Reliquienschrein ist ein einfacher Steinsarg unbekannter Herkunft.
Vom Kreuzgang aus gelangt man zur Mauritius Rotunde, einem Rundbau aus dem Jahre 940 mit einer Nachbildung der Jerusalemer Grabeskirche Christi, Ziel und Ausgangspunkt auf dem "Schwabenweg" nach Santiago de Compostela. Eine der Figuren in der Mauritius Rotunde stellt den Hl. Jakobus dar.
Er hält viele Wanderstöcke und muschelbesetzte Taschen, die er an die Pilger austeilt, die von hier aus aufbrechen.
Bilder aus Konstanz
Jakobus Darstellungen in Konstanz
Am Grab des Domherrn Bernhausen im Münster ist Jakobus und der heilige Wolfgang dargestellt, wohl weil der Kanoniker Bernhausen mit Vornamen Wolfgang Jakob hiess.
Jakobus in der Stephanskirche
Jakobus in der Dreifaltigkeitskirche
Durch das Schnetztor führt der Schwabenweg Richtung Schweiz.