Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03181.jsonl.gz/2936

Jean Ziegler ist eine ausserordentliche Persönlichkeit. Er nennt die Sachen beim Namen. Aus einem Interview in der Zeit:
„Der World Food Report erklärt, dass wir mit unserer Landwirtschaft zwölf Milliarden Menschen normal ernähren könnten. Es gibt keinen objektiven Mangel. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet. Und seine Mörder gehörten vor ein Nürnberger Gericht. Punkt, aus.“
Jean Ziegler zum Grundeinkommen:
a tempo: Eine letzte Frage zum Thema Arbeit: Sehen Sie in unserem europäischen Umfeld, vor dem Hintergrund der charakterisierten großen Linien, irgendeinen Aspekt als besonders wichtig an?
Jean Ziegler: Das Grundeinkommen! In einer Welt, in der die Bedeutung der Erwerbsarbeit immer mehr abnimmt, ist es eine der dringlichsten Ideen überhaupt. Die Arbeitslosigkeit wird steigen und es ist längst nicht mehr sicher, dass jeder immer Arbeit hat. Aber es ist in jedem Fall sicher, dass der Mensch immer essen muss! Das Grundeinkommen verhindert, dass ein Mensch in Existenzangst zurückgeworfen wird und verzweifelt. So gesehen ist ein geregeltes Grundeinkommen auch ein Beitrag zur Verteidigung der Demokratie, des Gesellschaftsvertrags und eigentlich der Zivilisation insgesamt.