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Geschichte
1974
Der SBB-Ingenieur Rodolphe Nieth pendelt täglich von Lausanne nach Bern zur Arbeit und beginnt, sich Gedanken zu machen, wie man die Strecke schneller zurücklegen könnte. Als Verkehrsingenieur kennt er die enormen Probleme der konventionellen Hochgeschwindigkeitszüge bezüglich Streckenführung, Luftwiderstand und Gleisverschleiss. Er entwirft für diese Probleme eine elegante Lösung: eine Magnetschwebebahn im unterirdischen Vakuumtunnel.
1981
Mit der Zeit spricht Nieth mit immer mehr Freunden und Bekannten über seine Idee. Schliesslich findet er in der Person von Marcel Jufer Unterstützung. Der Professor an der ETH Lausanne sieht für die Verwirklichung der Idee keine unlösbaren Schwierigkeiten.
1985
Langsam beginnen sich auch politische Kreise für das Projekt zu interessieren. Im Ständerat macht sich Robert Ducret (GE), im Nationalrat Sergio Salvioni (TI) für das Projekt stark. Ducret fordert den Bundesrat in einem Postulat auf, sich mit dem Projekt auseinanderzusetzen. Die Swissmetro erscheint zum ersten Mal in den Medien.
1987
Das Verkehrsdepartement gibt bei der deutschen Firma Dornier eine Machbarkeitsstudie in Auftrag.
1988
Der Bericht von Dornier erscheint und ist sehr positiv. Im gleichen Jahr übernimmt Bundesrat Adolf Ogi das Verkehrsdepartement. Ogi interessiert sich stark für das Projekt und stellt der ETH Lausanne einen Kredit in der Höhe von 500 000 Franken für eine Vorstudie zur Verfügung. Die Studie wird von der ETH Lausanne und der Wirtschaft mitfinanziert.
1990
Bundesrat Adolf Ogi bringt anlässlich eines Informationstreffens über Alp-Transit in München die Idee einer Eurometro zur Sprache.
1992
Die Fördergesellschaft Swissmetro AG wird gegründet. Präsident wird Ständerat Sergio Salvioni.
1993
Die Ergebnisse der Vorstudie bestätigen die Zweckmässigkeit, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Projekts. Im Verkehrshaus Luzern wird die erste Swissmetro-Ausstellung eröffnet.
1994
Die Hauptstudie zur Swissmetro beginnt. Die Kosten von 14 Millionen Franken teilen sich der Bund und die Privatwirtschaft. Die Projektleitung übernimmt die Firma Elektrowatt AG in Zusammenarbeit mit den beiden technischen Hochschulen.
1997
Beim Bundesamt für Verkehr wird ein Konzessionsgesuch für eine Pilotstrecke Genf - Lausanne eingereicht. Der Bundesrat bekundet Interesse.
1998
Die Hauptstudie wird fertiggestellt. In der Hauptstudie werden unter anderem die technische und wirtschaftliche Machbarkeit bestätigt, das Verkehrsvolumen geschätzt, das Betriebskonzept festgelegt und Netzvarianten geprüft. Somit ist die für den Beginn der industriellen Entwicklung notwendige Grundlage geschaffen.
1999/2000
Mehrere Nachstudien zur Hauptstudie werden durchgeführt und veröffentlicht.
2002
An der ETH Lausanne findet die MAGLEV-Konferenz über Magnetschwebetechnik statt. In deren Rahmen werden Forschungsergebnisse zur Swissmetro der internationalen Wissenschaftsgemeinde präsentiert.
2003
Die Swissmetro AG reicht beim Bundesrat ein ergänzendes Konzessionsgesuch für die Strecke Genf - Lausanne ein. Kernpunkt ist dabei die Finanzierbarkeit. Auf Wunsch des Bundesrates führt die Swissmetro ebenfalls eine technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie für die Strecke Basel - Zürich mit Verlängerung zu den beiden Flughäfen durch.
2004
Im Sommer startet an der ETH Lausanne das Projekt HISTAR. Dabei werden die mathematischen Modelle der Hauptstudie und ihrer Nachstudien mit dreidimensionalen Ebenen und Simulationen überprüft und ausgetestet. Am Projekt HISTAR arbeiten neben der ETH Lausanne auch die Stiftung Numexia und die HES Fribourg mit. Finanziert wird das Projekt durch die Förderagentur für Innovationen des Bundes (KTI) und die Privatindustrie.
2005
Im Nationalrat reichen Pascale Bruderer (SP), Walter Jermann (CVP) und Pierre Triponez (FDP) Vorstösse ein, um die Swissmetro vorwärts zu bringen. In seiner Antwort hält der Bundesrat fest, dass er die Swissmetro als Forschungsprojekt betrachtet, er jedoch nicht über ausreichende Mittel verfügt, um die Swissmetro zu unterstützen.
2006
Prof. Ulrich Weidmann von der ETH Zürich publiziert eine Fallstudie zur Swissmetro. Er kommt zum Schluss, dass die Swissmetro wegen der hohen Investitionskosten und der langen Bauzeit auf europäischen Langstrecken nicht rentieren würde. Die Swissmetro AG teilt diese Einschätzung nicht. Sie ist der Meinung, die Studie basiere teilweise auf falschen Annahmen und Zahlen aus der Hauptstudie seien nicht korrekt übernommen worden.
2008
Das von der Stiftung Numexia in Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne durchgeführte Forschungsprojekt mittels numerischer Simulationen wird abgeschlossen.
Bei Pro Swissmetro übernimmt Martin Heusi als Präsident zusammen mit einem motivierten Vorstandsteam die Leitung.
2009
Ein Teilzeitmitarbeiter beginnt im Auftrag von Pro Swissmetro, das Projekt an der Basis wieder bekannt zu machen. Die Aktivitäten konzentrieren sich in einer ersten Phase vor allem auf die Online-Präsenz und soziale Netzwerke.
Im November beschliesst die Swissmetro AG die Liquidation. Grund für die Auflösung waren die fehlenden finanziellen Mittel, um die Aktiengesellschaft weiter aufrecht zu erhalten. Die ETH Lausanne übernimmt das Archiv und das Know How der Swissmetro AG und ist bereit diese zu verwalten, zu unterhalten und aktiv zu bewirtschaften.
Die Zusammenarbeit mit Pro Swissmetro wird weitergeführt.
2010
Am 24. August 2010 wurden die Projektakten der Swissmetro AG von PricewaterhouseCoopers Bern (ehemalige Geschäftsstelle der Swissmetro AG Bern) an die ETH Lausanne überführt.