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Die Zeit: Mitte des 19. Jahrhunderts, der Ort: irgendwo im Wilden Westen. Nach einem Skandal muss der Dichter Douglas Fortescue England fluchtartig verlassen, doch die Ankunft in der Neuen Welt verläuft anders als erwartet: Seine Postkutsche wird überfallen, und Fortescue wird von einer Räuberbande verschleppt. Wie der überfeinerte Dichter und sein wortkarger Entführer Joshua Jenkins sich millimeterweise näherkommen, entfaltet Christine Wunnicke zu einer im wörtlichen Sinne wild romantischen Liebesgeschichte.
"Mit knappen Sätzen und lakonischem Humor entwirft die Schriftstellerin hier einen Queeren Westen, der keinen Platz für Illusionen und strahlende Revolverhelden lässt. Kino-Western wie Jim Jarmuschs Dead Man oder John Macleans Slow West kommen einem in den Sinn, wenn Wunnicke die amerikanische Landschaft beschreibt, als wäre sie dem Chloroform-Rausch dekadenter Briten entsprungen, oder die Gewalt als rundum absurdes Spiel demontiert." (queer.de)
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Es ist viel passiert, seit Christine Wunnicke Mitte der Neunziger Jahre die Geschichte über den britischen Dichter Douglas Fortescue ersann, der erst in seiner britischen Heimat in Ungnade fällt, um nach seiner Flucht in die USA in die Fänge einer Räuberbande zu geraten und überraschend die Liebe zu finden. Die aus dieser Idee entstandene Erzählung wurde zunächst Bestandteil von Wunnickes Debütroman Fortescues Fabrik, um Mitte der 2000er unter dem Titel Missouri doch noch separat veröffentlicht zu werden.
Es folgte eine viel beachtete Übersetzung ins Englische, die im Sydney Morning Herald folgendermaßen kommentiert wurde: „Warum ausgerechnet eine deutsche Autorin eine solche Geschichte schreibt, ist ein Rätsel, aber Wunnickes Entwurf des amerikanischen Westens steht allem, was Larry McMurtry oder Jim Jarmusch je geschaffen haben, in nichts nach.“
Der Albino Verlag freut sich, die zuletzt vergriffene Erzählung mit dieser Neuausgabe wieder einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen. Missouri bietet mit seiner augenzwinkernden Lakonie, seinem exakt getroffenen Zeitkolorit und den liebevoll gezeichneten Charakteren in vielerlei Hinsicht die Essenz dessen, wofür Kritiker und Fans Christine Wunnicke lieben.