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Das Resident Assessment Instrument (RAI = Bedarfsabklärungs-Instrument für Pflegeheimbewohner) entstand Ende der 80iger-Jahre als Folge einer umfassenden Gesetzgebung, welche der US-Kongress 1987 zur Verbesserung der Qualität in der stationären Langzeitpflege erliess (Omnibus Budget Reconciliation Act = OBRA 87). Diese sah unter anderem vor, dass alle Alters- und Pflegeheime, welche Leistungen für die beiden national finanzierten Programme Medicare und Medicaid erbrachten, ein einheitliches, standardisiertes und umfassendes Beurteilungsinstrument verwenden sollten. Die zentrale Bedeutung eines solchen Instruments für eine gezielte, auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen 1 abgestimmte Pflege und Betreuung wurde ebenso erkannt, wie die Möglichkeiten, die sich aus den erhobenen Daten für eine resultatorientierte Qualitätssicherung und Qualitätsförderung ergeben.
Mit der Entwicklung der ersten Version des RAI-Instruments beauftragte die amerikanische Gesundheitsbehörde (HCFA, heute CMS = Center for Medicare and Medicaid Services) ein interdisziplinär zusammengesetztes Forscher-Konsortium, welches seinerseits Fachleute aus allen relevanten Disziplinen (Pflegende, Medizinerinnen, Physio-, Ergo- und Sprachtherapeutinnen, Sozialarbeiterinnen, Ernährungsspezialistinnen) mit einbezog (Morris et al. 1990).
Für das Verständnis der RAI-Instrumente ist es wichtig, dass die zentrale Optik in der Entwicklung die Qualität der Langzeitpflege war, verstanden als individuell bedarfsgerechte Pflege und Betreuung und die Erreichung der bestmöglichen funktionellen Autonomie und Lebensqualität.
Nach der Einführung der ersten Version wurde das Instrument evaluiert, weiterentwickelt, und durch weitere Module ergänzt. Die wichtigsten Entwicklungsschritte waren:
- die Herausgabe der Version 2.0 (InterRAI 1996), nach einer sorgfältigen Überprüfung der Reliabilität aller MDS-Punkte (Hawes et al. 1995)
- die Entwicklung und Validierung der Pflegeaufwandgruppen (RUGs) als Basis für die Beschreibung des Casemix und die Finanzierung (Fries et al. 1994)
- die Entwicklung und Validierung der auf den MDS Daten basierenden Qualitätsindikatoren (Zimmerman et al. 1995; Morris et al. 2003)
- die Entwicklung weiterer RAI-Instrumente für andere Bereiche des Gesundheitswesens, insbesondere des RAI-HC (RAI-Home Care) für die Spitex (Morris et al. 1997)
Die Entwicklung einer standardisierten Bewohnerbeurteilung war zweifelsohne ein Meilenstein in der Geschichte der professionellen Langzeitpflege. Zahllose engagierte Anwenderinnen haben mit dem RAI gelernt, ein geriatrisches Assessment durchzuführen, die anspruchsvolle Arbeit in der Langzeitpflege besser zu verstehen und sie sichtbar zu machen.