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Der Wintersmog
Die Idylle trügt. Was da im Tal wie Nebel erscheint, ist Wintersmog, hauptsächlich erzeugt durch Feinstaub. Bei windschwachen winterlichen Inversionslagen ist der Luftaustausch mit den höher liegenden, sauberen Luftmassen unterbunden. Die Schadstoffe sammeln sich in den bodennahen Luftschichten an. Die Luftbelastung kann in solchen Situationen unangenehm werden und die Gesundheit belasten.
So entsteht Wintersmog
Eine stabile Hochdrucklage mit eingeschränktem vertikalem Luftaustausch sorgt für Perioden mit erhöhten Feinstaubwerten (PM10). Dabei ist die Temperatur in den oberen Luftschichten wärmer. Kalte Luft bleibt in den unteren Schichten und bildet einen Kältesee. Die Luftschadstoffe, die unterhalb einer solchen Inversionsschicht produziert werden, bleiben in der unteren Luftschicht gefangen.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Nimmt die Schadstoffbelastung zu, steigt parallel dazu die Zahl der Herz- und Lungenerkrankungen sowie die Todesfälle. Die Gesundheit leidet unter einer lange dauernden, zu hohen Feinstaubbelastung, als während kurzzeitigen Smogperioden.
Feinstaub-Quellen
Während stabilen Wetterlagen werden rund zwei Drittel der gemessenen PM10 sekundär gebildet. Feinstaub entsteht dabei aus dern Vorläuferschadstoffen wie Stickoxiden (Verkehr), Ammoniak (Landwirtschaft), Schwefeldioxid (Schwerölfeuerungen) sowie aus Russ und flüchtigen organischen Verbindungen (Holzfeuerungen).
Der Strassenverkehr ist die Hauptquelle bei den Stickoxiden und verursacht damit am meisten sekundären Feinstaub. Neben dem Strassenverkehr emitieren ebenfalls Dieselmotoren in Land- und Forstwirtschaft sowie in Industrie und Gewerbe massiv Dieselruss.
Das Verbrennen von Holz belastet die Luft weit mehr mit Feinstaub, als bisher angenommen. Handlungsbedarf besteht besonders bei kleinen Holzfeuerungen. Mottfeuer tragen ebenfalls zu primärem und sekundärem Feinstaub bei.
Massnahmen
Damit die Feinstaubbelastung dauerhaft unter dem geltenden Grenzwert bleibt, müssen die PM10-Emissionen und die Vorläuferschadstoffe in der Schweiz um rund die Hälfte reduziert werden.
Kurzfristig und temporär angeordnete Massnahmen, wie sie das Interventionskonzept bei Wintersmog vorsieht, verlangsamen in der Smoglage den Anstieg der Belastung.
Interventionskonzept bei Wintersmog
Bern hat zusammen mit den Kantonen Basel, Aargau und Solothurn ein Interventionskonzept bei Wintersmog erarbeitet. Das Konzept besteht aus einer Informationsstufe und zwei Interventionsstufen:
- Bei 1.5-facher Überschreitung des Immissionsgrenzwertes (75µg/m3) wird die Bevölkerung informiert.
- Bei 2- und 3-fachem Überschreiten wird mittels Sofortmassnahmen (z.B. Tempo 80 auf Autobahn, Feuerungsverbot im Freien) interveniert. Die entsprechende Stufe wird ausgelöst, wenn die Grenzwerte an 5 von 8 bestimmten Stationen überschritten werden und die Wetterprognose für die 3 folgenden Tage keine Besserung voraussagt.
Die Gemeinden informieren die Bevölkerung über ihre Kanäle. Sie verzichten auf alle Aktivitäten, die Feinstaub verursachen.
Was können Sie bei Wintersmog tun?
- Zu Fuss gehen, öffentliche Verkehrsmittel benutzen, unnötige Fahrten mit dem PW vermeiden.
- Kein Dieselfahrzeug ohne Partikelfilter fahren.
- Tempo drosseln, niedertourig fahren (Eco-Drive)
- Auf Cheminée und Schwedenofen als Zweitheizung verzichten, kein Feuer im Freien entfachen.
Hinweis
Fachinformation