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Schon mit 14 Jahren verließ Willem Jan Holsboer (1834-1898) das Elternhaus und fuhr zur See. In kürzester Zeit arbeitete er sich empor vom Schiffsjungen zum Steuermann und zum Kapitän. Auf seinen Seefahrten lernte er die Welt kennen, war zur Zeit des Goldrausches in Kalifornien und hatte die undankbare Aufgabe, sein Schiff mit meuternden Matrosen wieder zurück nach Europa zu führen.
Doch die Seefahrt sagte ihm nicht zu. In einer Bank in Amsterdam machte Holsboer eine kaufmännische Lehre, wurde Prokurist in deren Londoner Filiale und bereits mit 30 Jahren Direktor. Mit 31 Jahren heiratete er 1865 eine 18 Jahre alte Engländerin, die kurze Zeit später an Tuberkulose erkrankte.
Holsboer entschloss sich deshalb, London zu verlassen und nach Davos zu reisen. Hier erhoffte er sich Hilfe für seine junge Gattin.Ende Mai 1867 kam Holsboer mit seiner schwer kranken Frau nach Davos und stieg im Hotel Strela ab, dem »Kuretablissement« in dem der Arzt Friedrich August Unger und der Buchhändler Hugo Richter zweieinhalb Jahre zuvor als erste Wintergäste Heilung gefunden hatten. Mit der ärztlichen Behandlung seiner Frau betraute Holsboer Alexander Spengler. Im Oktober 1867 verstarb sie 20-jährig.
Holsboer blieb in Davos und heiratete 1868 Helene Büsch, eine Bauerntochter aus dem Ort. Sie hatten fünf Kinder. Die älteste Tochter Helene (1869–1943) heiratete Lucius Spengler, den Sohn von Alexander Spengler.
Mit der Gründung und dem Bau der Bahnlinie Landquart-Davos 1888/89 vollendete Willem Jan Holsboer sein wichtigstes Werk. Holsboer wurde zu einer der prägensten Persönlichkeiten beim Aufbau des Kur- und Fremdenverkehrszentrums Davos.
Aufgrund der weiteren, ebenfalls auf Holsboer zurückgehenden Pläne für eine Expansion der Bahn in andere Regionen des Kantons Graubünden, änderte die Schmalspurbahn Landquart–Davos AG im Jahre 1895 ihren Namen in Rhätische Bahn um.
Die Rhätische Bahn (RhB) (italienisch Ferrovia retica, rätoromanisch Viafier retica) ist heute ein Eisenbahnverkehrs- und Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Schweiz. Ihr Streckennetz liegt überwiegend im Kanton Graubünden und nur ein kleiner Teil in Italien. Früher bestand auch eine Strecke die vom Misox ins Tessin reichte.
Die RhB verfügt über ein meterspuriges Schmalspurnetz mit einer Länge von 384 Kilometern, welches in Disentis/Mustér an das ebenfalls meterspurige Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) anschliesst. Rechtlich handelt es sich bei der RhB um eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Chur. Bekannteste RhB-Strecken sind die Albula- und die Berninalinie, beide wurden am 7. Juli 2008 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.