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Eine amerikanische Rodlerin veröffentlicht ein Handyvideo, das angeblich einen Wolf in einem Haus im olympischen Dorf zeigt – und die ganze Welt nimmt diese fragwürdige Information gleich für bare Münze.
Ich sitze im Glashaus, aber diesen Stein werfe ich trotzdem. Nur weil anfangs Olympia ein paar Türen klemmten und in einigen Hotelzimmern kein warmes Wasser floss, wird jetzt ungeprüft alles in die Welt hinausgerufen, was irgendjemand über Sotschi behauptet?
Die US-amerikanische Rodlerin Kate Hansen stellt diesen Tweet ins Internet, der den Link auf ein YouTube-Video enthält und die Frage, ob da ein Wolf über den Gang schleiche:
Jeder vernünftige Mensch beginnt nun kurz zu überlegen. Kann es wirklich sein, dass ein Wolf in ein Gebäude des olympischen Dorfs gelangt und dort durch die Gänge schleicht? Die Antwort scheint klar: Nein, das kann nicht sein.
Doch so klar scheint der Fall nicht zu sein, wenn wir mal einen kurzen Blick in die grosse weite Internetwelt werfen. Einige Screenshots bekannter Portale zeigen, dass die Meldung für bare Münze genommen wird:
Wie man es richtig macht, zeigt uns NBC. Schon die Anführungszeichen im Titel zeigen, dass wohl eher kein «Wolf» durch die Gänge schleicht. Der Sender hat das Video dem renommierten Veterinär Mark Jones gezeigt und der stellte fest: Es handelt sich nicht um einen Wolf, sondern um einen Husky.
Auch die Tatsache, dass ein offenbar herrenloser Husky in den Häusern des olympischen Dorfs in Sotschi herumstreichen kann, ist an und für sich bemerkenswert. Aber weil die Schlagzeile vom gefährlichen Wolf halt viel schöner ist, drückt man lieber mal ein Auge zu.