Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03266.jsonl.gz/655

Daniel Yule, für welche Eigenschaften bekommen Sie immer wieder Komplimente?
Zuletzt für meine mentale Stärke.
Was ist an Ihnen nicht normal?
Meine zahlreichen Ticks und Gewohnheiten vor dem Rennen, wie immer denselben Skischuh zuerst anzuziehen. Wenn sogar die Teamkollegen sagen, dass ich spinne, heisst das etwas.
Was haben Ihre Eltern Ihnen immer gesagt, als Sie Kind waren?
Ellbogen vom Tisch beim Essen!
Welche Bücher oder Filme haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Ich glaube, Harry Potter. Als ich Kind war, hat mein Vater uns die Bücher beim Zubettgehen vorgelesen – jeden Abend ein Kapitel. Das dauerte lange, er hatte Geduld. Die verschiedenen Personen hat er mit verschiedenen Stimmen gespielt, richtig geschauspielert.
Ihr ulkigstes Mundartwort?
Schwierig als Romand. Bis vor zwei Monaten habe ich «anscheinend» immer falsch benutzt: Ich habe es mit «wahrscheinlich» verwechselt.
Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Keine Ahnung, aber dafür habe ich noch meine erste Ski-Erinnerung: Da war ein Volksrennen bei uns zu Hause, und ich hab nur verstanden, dass ich schnell unten sein müsse. Ich fuhr also geradeaus runter und war überzeugt, dass ich gewonnen hatte. Und war überrascht, als ich disqualifiziert wurde, weil ich die Tore ignoriert hatte.
Sie wären für einen Tag eine Frau. Was tun Sie?
Ich würde ein Kind gebären. Es soll nichts geben, was grössere Schmerzen bereitet. Wenn ich das also überstanden hätte, könnte ich danach allen, die über etwas klagen, sagen: Ach, tu nicht so. (Lacht.)
Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah damals Ihr Zimmer aus?
Eigentlich gleich wie jetzt. Keine Poster, bloss einige Bücher und ein Teddybär, den ich bereits als Zweijähriger bekommen habe.
Haben Sie ein Tattoo?
Nein, und ich will auch keines.
Wovon träumen Sie schon lange, haben sich aber noch nicht getraut?
Mein Traum wäre es, in einem Jet zu fliegen und die Schallmauer zu durchbrechen. Falls ich die Möglichkeit dazu hätte, würde ich mich aber schon trauen, einzusteigen.
Gibt es ein Thema, bei dem Sie Ihre Meinung fundamental geändert haben?
Auf Französisch gibts ein Sprichwort: «Il n’y a que les cons qui ne changent pas d’avis.» Also: Nur die Dummen ändern ihre Meinung nie. Ich hab sie also auch schon geändert, aber nicht fundamental. Doch, ja! Beim Golf. Ich dachte immer, das sei etwas für alte, hochnäsige Leute und langweilig. Und nun bin ich ein Golf-Fanatiker.
Hatten Sie einen Spitznamen als Kind?
Nein. Bloss Yule. Das war speziell genug für die Walliser.
Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Der erste Gameboy.
Womit belohnen Sie sich selbst?
Am meisten mit Essen. Und genauer: mit den Waffeln von Mama.
Ihre peinlichste Modesünde?
Dreiviertel-Jeans. Oh, ja. Uh.
Das Kitschigste, was Sie je gemacht haben?
Mein Bruder, meine Schwester und ich machen an Weihnachten immer Fotos mit diesen Weihnachtsmotiv-Pullis.
Was war die beste Idee Ihres Lebens und was die dümmste?
Die beste war, Skifahrer statt Fussballer zu werden. Und die dümmste? Vielleicht, meinen Freunden noch zuzuhören, wenn wir im Ausgang sind und getrunken haben.
Wie sind Sie, wenn Sie betrunken sind?
Ehrlich und direkt. Was gut sein kann und andere Male eher nicht. Wenn ich sage, was ich denke, gefällt das nicht allen. Sonst hoffe ich, dass ich der fröhliche und lustige Betrunkene bin.
Was können Sie besser, wenn Sie Alkohol getrunken haben?
Ich kann besser tanzen, aber das heisst immer noch nicht viel.
Gibt es einen Traum, der nachts immer wieder kommt?
Ja, ein Albtraum. Dass ich zu spät an den Start eines Rennens komme. Dass ich auf dem Sessellift bin und sehe, wie der Fahrer vor mir schon startet. Passiert ist es mir aber noch nie.
Haben Sie ein besonderes Talent?
Kochen vielleicht?
In welcher Situation in Ihrem Leben hatten Sie richtig viel Glück?
In Kitzbühel 2014 war ich nach dem ersten Lauf 30. Es hat gerade für den zweiten Lauf gereicht, und dort ist die Piste dann irgendwann gebrochen, sodass ich als Erststartender bis auf den 7. Platz nach vorne fahren konnte. Das war gleichzeitig die Olympiaqualifikation, mein erstes Top-Ten-Ergebnis – man kann sagen, der Wendepunkt meiner Karriere.
Wie alt wären Sie gerne für immer?
So, wie ich jetzt bin, so 26, 27, passt das sehr gut. Ich habe das Gefühl, ich bin erwachsen genug, aber immer noch ein riesiges Kind. Gesund bin ich auch. Oh, und mit 26 habe ich noch Haare (lacht).
Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer soll die Hommage halten?
Meine Eltern. Wie ich mit der Welt umgehe, habe ich von ihnen gelernt. Und das ist das, was mich als Mann ausmacht.
Die Welt von Daniel Yule
ZULETZT GEKAUFT
Eine wasserdichte Golf-Hose. Es kann vorkommen, dass er bei Regen spielt. «So verbissen bin ich, ja.»
MEIN MASKOTTCHEN
Das Krümelmonster aus der «Sesamstrasse». Es ziert Helm und Handy.
MEINE LIEBLINGSBEIZ
Das Café Restaurant du Dolent in Prayon VS, bei ihm um die Ecke. «Gutes Essen und gemütlich.»
MEINE TRAUMFRAU
Schauspielerin Emma Watson. «Sie engagiert sich sehr, zum Beispiel für Frauenrechte. Einfach gut.»