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22.04.2018 13:16:37

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e) Industriezeit1800
Neftenbach, während Jahrhunderten eine ländliche, bäuerliche Ansiedlung, schaffte schon früh den Anschluss an die Industrie. Dazu waren günstige Voraussetzungen vorhanden: risikofreudige Unternehmer, Angebote für die Ausnützung der Wasserkraft und die Möglichkeit der Ausbeutung der «Bodenschätze» der Tössallmend, nämlich Sand, Ton und Kies.
Jakob Ziegler-Pellis (1775–1863) erwarb das Wasserrecht des unteren Näfbaches und baute 1815 eine Natur- und Chlorbleiche. Schon 1820 gliederte er der Anlage eine Türkischrot-Färberei an. Neben dem Wohnhaus gehörten das Bleichergebäude mit Wasserrad, eine Aufhänke oder Tröcknerhaus, ein Brennhaus und ein Ofengebäude dazu. Schon in der zweiten Jahrhunderthälfte wuchs die Fabrikanlage zu 25 Firsten und mehreren Hochkaminen an. Verheerende Brände suchten die Werkstätte in den Jahren 1822 und 1868 heim.
Rotgiesser Konrad Bodmer aus dem Radhof († 1867) kaufte 1831 ein Haus in der Widen. Er richtete eine Glockengiesserei ein und fabrizierte Feuerspritzen. Als Antriebskraft nutzte er das Wasser der Töss, das er durch einen 400 m langen Kanal zu seinem Anwesen leitete. Seine Söhne Konrad und Gottfried setzten sein Lebenswerk fort. Sie gossen Kirchengeläute für Neftenbach (1872) und viele umliegende Orte.
Johann Jakob Keller von Truttikon, später in Freienstein (1831–1905) errichtete 1874/75 südöstlich der Rotfarb auf freiem Feld eine Ziegelei. Seine Tonwarenfabrikation erfolgte mit Hilfe der Dampfmaschine. Er beschäftigte 30 bis 40 Saisonniers, die in Baracken untergebracht waren. Nach dem Brand des Ofengebäudes 1914 verlegte er die Fabrikation nach Pfungen. In der Tössallmend wurden noch eine Zeitlang Handsteine hergestellt. Heute zeugt nur noch der Ziegeleiweiher von der ehemaligen Lehmausbeutung
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