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Eine Störung des Hirnstoffwechsels im Bereich der Botenstoffe (Neurotransmitter) Serotonin, Melatonin, Noradrenalin und Dopamin ist an diversen psychischen Krankheitsbildern beteiligt. Auf die Ausschüttung dieser Hirnbotenstoffe hat natürliches Sonnenlicht eine positive Wirkung. Deswegen hat die Lichttherapie, welche das Sonnenlicht imitiert, ein breites Anwendungsspektrum erlangt.Für die Lichttherapie werden Lampen eingesetzt, welche jenen Bereich abdecken, der für das menschliche Auge sichtbar ist. Angewendet wird dieser Bereich des Lichtes insbesondere bei folgenden Erkrankungen:•Alle Formen depressiver Erkrankungen •Saisonal abhängige Depressionen (SAD), die so genannte Winterdepression •Verschiedene Arten von Schlafstörungen •Prämenstruelles Syndrom (PMS), die „Tage vor den Tagen"•Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS/ADHS)•Depression während der SchwangerschaftDas helle, weisse Licht wird weiterhin bei nachfolgenden Krankheitsbildern eingesetzt:•Bulimie •Zwangsstörungen •Alkoholentzugs-Syndrom •Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) •Schizophrene Erkrankungen mit depressiver Komponente •Kopfschmerzen (ca. 50% der Depressiven klagen über Kopfschmerzen und etwa 25% der Kopfschmerzpatienten sind depressiv)
Sie haben bei mir die Möglichkeit, als Begleittherapie zur Psychotherapie oder Medikation, in gewissen Fällen auch als ausschliessliche therapeuti-sche Anwendung, eine Therapie mit hellem Licht zu machen (10'000 Lux-Lampe). Dem Einsatz der Lichtthera-pie geht ein vorbereitendes Gespräch voran, in welchem die diagnostische Indikation für die Therapie geklärt wird. Die Behandlung erfolgt anschliessend während 2-3 Wochen 5-mal pro Wo-che, danach 2-3 Wochen 3-mal pro Woche, im Anschluss daran je nach Bedarf, falls die Symptome wieder auftreten. Der Betroffene sitzt dabei jeweils für 20-30 Minuten im Abstand von 50cm vor der Therapielampe. Während der Anwendung sollten die Augen geöffnet sein. Der Anwender kann sich dabei beschäftigen, z.B. etwas lesen und sollte alle 1-2 Minuten für einige Sekunden direkt ins helle Licht schauen.
Der Einfluss des Tageslichtes auf Depressionen aller Art ist wissenschaftlich erwiesen. Dies erklärt das saisonale Stimmungstief vieler Menschen während der Wintermonate. Der Mangel an natürlichem Tageslicht bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Die Produk-tion gewisser körpereigener Neurotransmitter im Gehirn hängt direkt mit der Aufnahme von Tageslicht über die Augen zusammen. So regt helles Licht die Bildung des "Glückshormons" Serotonin an und stoppt die Ausschüttung des "Dunkelhormons" Melatonin. Während der dunklen Jahreszeit bildet das Gehirn mehr Melatonin, welches ein erhöhtes Schlafbedürfnis auslöst. Gleichzeitig kommt es durch den Lichtmangel zu einer niedrigeren Produktion von Serotonin, das sonst für eine gehobenere Stimmung sorgt. Menschen, die auf diesen veränderten Hormonstoffwechsel sensibel reagieren, fühlen sich müde, energielos und niedergeschlagen. Die saiso-nal bedingte Depression in der dunkleren Jahreszeit lässt sich durch eine Lichttherapie günstig beeinflussen. Für die Lichttherapie ist das natürliche Sonnenlicht oder das dem Sonnenlicht nachempfundene helle Licht einer Lampe am besten geeignet. Mindestens 2'500 Lux sind nötig, damit das Licht seine physiologische Wirkung erzielen kann. So viel nimmt man auf, wenn man an einem Frühlingstag aus dem Fenster sieht. Ein Sommertag bei uns bietet 10'000 Lux. Die Innenbeleuchtung bietet dagegen nur etwa 300 bis 800 Lux.