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«Das Innovationszentrum auf dem Cardinal-Gelände schafft in Zukunft mehrere Tausend neue Arbeitsplätze und Freizeitaktivitäten», sagte Christoph Allenspach (SP, Freiburg) an der Sitzung des Agglomerationsrats am Donnerstagabend. In einem Postulat forderte er den Agglomerationsvorstand dazu auf, eine Machbarkeitsstudie zu einer Metrolinie vom Bahnhof Freiburg via Cardinal und Hochschulen im Perollesquartier nach Marly zu erstellen.
«Das Perollesquartier weist bereits heute eine erhöhte Verkehrsaktivität auf», sagte Allenspach. Der Zuwachs an Arbeitsplätzen sowie die zahlreichen geplanten Wohnüberbauungen auf dem Cardinal-Areal führten zu einem noch höheren Verkehrsaufkommen. Dieses könne nur durch den öffentlichen Verkehr und die sanfte Mobilität bewältigt werden, begründete Allenspach seinen Antrag.
Situation stark verändert
Zwar habe der Kanton vor einiger Zeit eine summarische Studie zu den Kosten einer Metro- oder Tramlinie vom Bahnhof erstellt, so Allenspach. Jedoch habe sich die Situation seither so stark verändert, dass eine neue Studie Sinn mache. Diese solle einerseits das Potenzial evaluieren, das der Bau einer Metrolinie bieten könnte. Andererseits, so hält Allenspach in seinem Postulat fest, solle die Studie Angaben darüber machen, inwiefern eine Realisierung in Etappen möglich sei.
Auch Tram- oder Bahnlinie
Der Rat nahm das Postulat mehrheitlich positiv auf. Bruno Marmier (Grüne, Villars-sur-Glâne) und Pierre-Olivier Nobs (CSP, Freiburg) forderten eine Erweiterung der Studie. So soll nebst der Metro- auch die Möglichkeit einer Tram- oder Bahnlinie geprüft werden.
Einzig Christa Mutter (Grüne, Freiburg) äusserte sich negativ: «Ein solches Projekt ist übertrieben für eine Stadt wie Freiburg.» Mit 31 Ja-Stimmen unterstützte der Rat die Überweisung des Postulats mit den geforderten Ergänzungen.
Subventionen für Mobilität
Zudem genehmigte der Agglomerationsrat Subventionszahlungen für verschiedene Mobilitätsmassnahmen. So subventioniert die Agglomeration die Gestaltung der Impasse des Agges in Avry mit rund 53 000 Franken sowie Veloleihstationen im Burg- und Schönbergquartier mit einem Beitrag von 67 000 Franken. Zudem unterstützt sie die Erweiterung der P+R-Infrastruktur Corbaroche in Marly mit 115 000 Franken. Diese wurde bereits realisiert und umfasst 60 neue Parkplätze.
Wahlen: Neuer Präsident ist aus Matran
M it Genugtuung blickte Ratspräsident Marc-Aurelio Andina (SP, Villars-sur-Glâne) an der Agglomerationssitzung vom Donnerstag auf seine einjährige Amtszeit zurück: «In den letzten Jahren haben wir gezeigt, dass die Agglo keine leere Nussschale ist, sondern konkret und greifbar.» Seine Nachfolge tritt der bisherige Vizepräsident des Agglomerationsrats, Sébastien Dorthe (FDP, Matran), an. Er wurde mit 43 Ja-Stimmen gewählt. Als neuen Vizepräsidenten bestimmte der Agglomerationsrat Jérôme Hayoz (SP, Freiburg), der in Gurmels aufgewachsen ist, aber seit mehreren Jahren in Freiburg wohnt. Neu im Ratsbüro vertreten ist Lionel Walter (SP, Marly). Zudem wählte der Rat Pius Odermatt (SP, Freiburg) in die Kommission für Raumplanung, Mobilität und Umwelt sowie Markus Bapst (CVP, Düdingen) in die Finanzkommission. Er ersetzt den abtretenden Werner Wyss. rb
Rechnung: Die Agglo legt eine ausgeglichene Rechnung 2012 vor
D as Geschäftsjahr 2012 der Agglomeration Freiburg weist Ausgaben in der Höhe von 26,7 Millionen Franken bei Einnahmen in gleicher Höhe aus. Damit liegt die Rechnung 2012 rund 52 000 Franken über dem Budget.
Mehrausgaben beim ÖV
«Ein Grund für die Diskrepanz ist in der Mobilität zu suchen», sagte Albert Lambelet (CVP, Corminboeuf), Mitglied des Vorstands. Der aus dem Leistungsvertrag mit den TPF hervorgehende Betrag war höher ausgefallen, als im Budget vorgesehen. Zudem lag der Anteil der damit verbundenen kantonalen Finanzierung aufgrund der effektiven Staatsrechnung 2012 um 277 000 Franken unter dem Voranschlag der Agglomeration. Da auch die Beteiligung der Nichtmitgliedgemeinden sowie die Beteiligung Dritter tiefer war als vorgesehen, ergaben sich zusätzliche Nettoausgaben von rund 354 000 Franken im Bereich des öffentlichen Verkehrs.
Der Agglomerationsrat genehmigte sowohl die Laufende Rechnung als auch die Invesitionsrechnung mit Ausgaben von rund 427 500 Franken einstimmig. rb
Zum Richtplan
Strategiebericht zum Agglorichtplan
Im März 2012 genehmigte der Freiburger Staatsrat den von der Agglomeration ausgearbeiteten Richtplan. Dabei verlangte er die Erstellung eines zusätzlichen Dokuments, welches die behördenverbindlichen Texte und Karten, die Ziele, die Umsetzung und die Aufgabenverteilung der Agglomeration beinhaltet. An der Sitzung vom Donnerstag legte der Agglomerationsvorstand dem Rat diesen Strategiebericht zum Agglomerationsrichtplan vor. Der Rat genehmigte ihn einstimmig.rb