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Pflegediagnostik gehört zu den Kernaufgaben und -kompetenzen einer Pflegefachperson. Die Umsetzung des pflegediagnostischen Prozesses dient als Grundlage für die Entscheidung über mögliche Pflegeziele und -massnahmen. Sie ist ausschlaggebend für die Qualität und das pflegerische Outcome (Doenges, Moorhouse, Muss, 2013). Pflegediagnosen werden häufig sehr kompliziert dargestellt. Das fängt bei den Definitionen…
NANDA: "Pflegediagnosen umfassen die klinische Beurteilung der Reaktion von Einzelpersonen, Familien oder Gruppen auf aktuelle oder potenzielle Probleme der Gesundheit oder im Lebensprozess.“
… an und hört bei der Struktur (PESR) auf. Oftmals scheint es ebenfalls Schwierigkeiten in der Festlegung des Problems zu geben, um den Grundstein einer akkuraten Pflegediagnose zu legen. Pflegediagnosen stellen, analog zu den Diagnosis Related Groups (DRGs), eine theoriegeleitete, standardisierte Benennung des Pflegebedarfs dar. Auf dieser Grundlage können die nächsten Schritte im Pflegeprozess eingeleitet und schließlich auch abgerechnet werden. Die Pflegediagnosen beschreiben den Pflegebedarf aus pflegefachlicher Sicht. Die Pflegediagnostik hat zum Ziel, den Pflegebedarf (Probleme) eines Patienten zu erheben und zielgerichtete Pflegemassnahmen einzuleiten. Diese Methode erhöht die Pflegequalität beim Patienten, indem sie einen informativen, übersichtlichen, individuellen und strukturierten Überblick einer Pflegesituation aufzeigt. Pflegediagnosen sollen informative, übersichtliche, anschauliche und individuelle Kurzbeschreibung der Pflegesituation ergeben.
„Kritisches Denken in der Pflege ist ein wesentliches Merkmal professioneller Verantwortlichkeit und ein Garant für die Qualität der Pflege. Kritisch denkende Pflegefachpersonen zeichnen sich durch folgende Attribute aus: Selbstvertrauen, kontextuelle Sensibilität, Kreativität, Flexibilität, Neugier, intellektuelle Integrität, Intuition, Offenheit, Beharrlichkeit und Reflexionsvermögen. Kritisch denkende Pflegefachpersonen arbeiten mit folgenden kognitiven Strategien: Analyse, Einhaltung von Richtlinien, Kontrolle, Informationsbeschaffung, logisches Denken, Prognose und Wissensübertragung, -transformation“ (Rubenfeld & Scheffer, 1999).
Die oben genannten Attribute beschreiben die geforderten Kompetenzen, die eine Pflegefachperson befähigen, ihr Fachwissen und ihre Skills in herausfordernden Situationen einzusetzen. Um diese Kompetenzen zu erlangen, scheint es wichtig, Studierende in ihrer Entwicklung bzw. in ihrem Lernprozess an Lernerfolge heranzuführen und ebenfalls das oben genannte Selbstverständnis zu entwickeln.
Aus diesem Grund durften wir am 16. März 2021 mit viel Freude den Pflegediagnostik-Workshop am BZSL durchführen. 44 Studierende, aufgeteilt in 8 Kleingruppen, jeweils betreut durch eine Lehrperson versuchten, anhand eines Fallbeispiels den diagnostischen Prozess praktisch umzusetzen, um dem Endprodukt einer ausformulierten Pflegediagnose, -planung auf die Spur zu kommen. Es wurde diskutiert, studiert, geschrieben, festgehalten, -geklebt und auch geschwitzt, bis am Nachmittag die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und evaluiert wurden. Persönlich durften wir mit Studierenden zusammenarbeiten, die konzentriert, gewissenhaft, neugierig, aber auch mit viel Humor die Herausforderung annahmen.
Stellungnahme Studierender zum Pflegediagnostik Workshop:
Anna-Lena Banzer und Ramona Mignelli
Es war ein sehr spannender Tag für uns. Im 3. Ausbildungsjahr wird einem langsam die Wichtigkeit der Pflegediagnostik bewusst und man setzt sich intensiv mit dem Thema auseinander. Der Workshop war für das Verständnis sehr hilfreich und wir konnten unser Wissen weiter vertiefen und mehr Routine gewinnen.
Der Tag war sehr intensiv und auch ziemlich anstrengend. Am Abend waren alle inkl. Lehrpersonen sehr müde. Die Arbeit in den Kleingruppen macht Sinn, da man so genügend Zeit hat zu diskutieren und trotzdem nicht zu viele Personen durcheinanderreden.
Danke für den lehrreichen und spannenden Tag! 😊
Ursina Schmid-Giger, Berufsfachschullehrerin HF Pflege