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Dass Hallenbäder viel Energie brauchen und ein entsprechend grosses Einsparpotenzial haben, ist nichts Neues. Einem Aspekt wurde allerdings bis jetzt zu wenig Beachtung geschenkt. Über die Verdunstung des Beckenwassers geht Energie verloren. Der Student Marco Bühler hat genau diesen Aspekt in seiner Bachelorarbeit untersucht.
Der Student Marco Bühler wollte herausfinden, wie viel Energie verloren geht und ob es sich allenfalls lohnt, mit einer Abdeckung des Schwimmbeckens die Verdunstung zu verringern und damit Energie und Geld zu sparen. In seiner Bachelorarbeit an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil hat er dies mit Unterstützung von ENGIE untersucht. Physikalisch gesehen ist die Verdunstung ein komplexer Vorgang, der mit verschiedenen theoretischen Modellen beschrieben werden kann. Zur quantitativen Berechnung werden approximative Formeln verwendet, welche aus diesen Modellen abgeleitet werden.
Labormodell als Versuchsanlage
Marco Bühler hat für seine Untersuchung ein Labormodell eines Hallenbades erstellt und in einem ersten Schritt überprüft, ob sich die theoretischen Modelle durch verschiedene Messungen bestätigen lassen. Die Grössenordnung zwischen Theorie und Messung stimmten relativ gut überein. Somit konnte er in einem nächsten Schritt mit gezielten Messungen die Bedingungen in einem Hallenbad simulieren und die gemessenen Werte auf die reale Grösse eines Hallenbads skalieren. Die meisten Sportbäder haben eine Wassertemperatur von 29° Grad Celsius und eine Lufttemperatur von 31° Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit wird bei etwa 60 Prozent relativer Feuchte gehalten. Bei diesen Parametern haben die Messungen eine Verdunstungsrate von 155 Gramm Wasser pro Quadratmeter Wasseroberfläche und Stunde ergeben.
Einsparpotential bisher unterschätzt
Bei üblichen Öffnungszeiten eines Hallenbades kann das Becken während rund 3200 Stunden pro Jahr abgedeckt werden. Das entspricht ungefähr 35 Prozent der gesamten Betriebszeit eines Jahres. Wird die Verdunstung während dieser Zeit mit einer Abdeckung der Becken verhindert, können bei branchenüblichen Energiepreisen die Energiekosten um etwa 45 CHF pro Quadratmeter Wasseroberfläche und Jahr gesenkt werden.
«Ein typisches Hallenbad hat ein Sparpotential von 18’000 Franken pro Jahr.»
Für ein typisches Hallenbad mit acht Bahnen (25 m x 16 m) ergibt sich damit eine mögliche Einsparung von rund 18‘000 CHF pro Jahr. Der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft ist im gewählten Beispiel eher klein, was eine kleine Verdunstungsrate zur Folge hat. Wenn die Wassertemperatur höher ist als die Lufttemperatur, wie es beispielsweise in einem Freizeitbecken der Fall ist, wäre die Verdunstungsrate und somit auch das Einsparpotential noch grösser.
Eine Abdeckvorrichtungen kann sich lohnen
Für Hallenbadbetreiber ist somit ein grosses Sparpotential vorhanden. Bei einem Neubau oder einer Sanierung sollte eine Abdeckvorrichtung im Indoor-Bereich in jedem Fall in Betracht gezogen werden. Abdeckungen sind auf dem Markt vorhanden. Diese werden bereits für Aussenbecken eingesetzt und haben sich bewährt.