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«Ein Pilz züchtet Bakterien als Nahrungsreserve - das wurde noch nie zuvor beobachtet», erklärte Pilar Junier von der Uni Neuenburg in einer Mitteilung der Hochschule. Ihr Team fand heraus, wie die Morcheln das machen: In den Pilzfilamenten - den unterirdischen Teilen der Pilze - können sich Bakterien der Art Pseudomonas putida verbreiten und fortpflanzen.
Die Morcheln füttern ihre Mikroben, sammeln und lagern sie je nach Bedarf. Die Wissenschaftler haben sogar eine Art primitiver Arbeitsteilung innerhalb des Pilzgeflechts gefunden: Die Bakterien-Zucht und die Lagerung der Nährstoffe in speziellen Strukturen finden an unterschiedlichen Orten statt.
Die Bakterien können sich dank der Pilze verbreiten, während die Pilze dank den Mikroben Nährstoffe speichern können. So profitieren beide von der Allianz - ein Beispiel für klassischen Mutualismus, bei dem beide Organismen von der Zusammenarbeit profitieren, wie die Forscher schreiben.
Da viele Pilze ihrerseits mit Bäumen in Symbiose leben, sind sie äusserst wichtig für gesunde Böden und Wälder. Die Morchel ist zudem ein begehrter Speisepilz, dessen Zucht äusserst knifflig ist. Die Forscher hoffen, dass ihre Erkenntnisse diese erleichtern könnten.