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Im Jahr 2005 wagte ich mich erstmals ans Erzählen. Ich wollte ein fantasievolles und detailverliebtes Buch schreiben, den Plot und die Hauptfigur hatte ich bereits im Kopf: ein Entwicklungs-, Liebes- und Episodenroman, in dem die männliche Hauptfigur, eine brüchige Seele in einer brüchigen Wirklichkeit, von einer Frauengeschichte zur andern scheitert.
Den fertigen Entwurf ließ ich jahrelang liegen. Doch Anfang 2016 erklärte mir meine Lektorin Nina Eisen: „Es wäre beim aktuellen Stand nicht sinnvoll, Serenus ins Lektorat zu nehmen. Ich würde Dir eher dazu raten, den Text zunächst zu kürzen und zu korrigieren.“
Mit ihrer Unterstützung strich ich das Manuskript von 2 Mio. auf 1 Mio. Zeichen zusammen, viele Figuren und ganze Handlungsstränge ließen wir verschwinden. In Tat und Wahrheit schrieb ich den ganzen Roman ein zweites Mal und machte zwei Teile daraus, weil er mit 670 Seiten als Taschenbuch zu dick geworden wäre. Die Aufteilung ist jedoch auch thematisch richtig.
Serenus, der als Student in Sevilla lebt, ist von der Melancholie des Lyrikers Federico García Lorca fasziniert. Drei seiner Gedichte sind Teil der Romanhandlung, indem sie den nahenden Abschied von dieser Stadt vorwegnehmen und den letzten Teil des Romans (Teil Eins) ankündigen. Es war mir wichtig, die Gedichte selbst ins Deutsch zu übertragen, bzw. sie von Serenus übersetzen zu lassen.