Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03445.jsonl.gz/2432

BOSTON - Ein kleiner Fetzen Papyrus aus dem vierten Jahrhundert enthält ein Indiz dafür, dass Jesus verheiratet war.
Lediglich 3,8 mal 7,6 Zentimeter misst das hochbrisante Schriftstück. Es stammt aus einer privaten Sammlung. Die genaue Herkunft kennt jedoch niemand.
Karin King, Historikerin an der Universität Harvard, hat das 1700 Jahre alte Dokument untersucht. Ihre Übersetzung des in koptischer Sprache geschriebenen Textes könnte das Christentum in seinen Grundfesten erschüttern. Laut King steht auf dem Fetzen: «Jesus sagte zu ihnen, ‹meine Frau›...».
Bei der Frau, auf die sich das Zitat bezieht, handelt es sich laut King um «Maria». In den folgenden Zeilen diskutiere Jesus mit seinen Jüngern und sagt, Maria könne ebenfalls sein Jünger sein.
Seit den Anfängen des Christentums gibt es eine Debatte darüber, ob Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und ob er einen weiblichen Jünger hatte. King sagte bei einem Koptologen-Kongress in Rom, das Dokument belege nicht, dass Jesus verheiratet war. Doch es gebe es Hinweise auf das Verhältnis der frühen Christen zu Familie, Sexualität und Heirat.
Ausserdem stellte King fest: Der Papyrus-Fund stammt wohl aus Ägypten und könnte ein Auszug aus einem Evangelium sein. (whk/SDA)