Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/84177

<h2>SubmittedText<h2><p>"Berufsbildungplus.ch" ist eine Initiative von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Sie hat die Förderung der Berufsbildung in der Schweiz zum Ziel. Im Rahmen ihrer letzten Kampagne hat sie Ansichtskarten verteilt. Darunter hatte eine den Titel: "Lieber gescheit schaffen statt klug scheissen". Diese Karte wurde unlängst zurückgezogen.</p><p>Dennoch bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie steht der Bundesrat zur Einstellung der Autoren solcher Texte?</p><p>2. Tragen solche Werbemethoden nach Meinung des Bundesrates und unabhängig von den verwendeten Wörtern nicht dazu bei, eine Kategorie Jugendlicher gegen die andere aufzuwiegeln und bestimmte Bildungswege zu diskriminieren?</p><p>3. Sollte das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie in Zukunft nicht das Ressort "Allgemeine Bildung" des Staatssekretariates für Bildung und Forschung oder die EDK konsultieren, bevor es eine neue Kampagne zur Förderung der Berufsbildung erarbeitet?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Förderung des Bildungs-, Forschungs- und Innovationsraumes zählt zu den Prioritäten der Bundestätigkeit. In der Bildung geht es zum einen darum, den Einzelnen die persönliche Entfaltung und das berufliche Fortkommen zu ermöglichen. Zum anderen gilt es, den vielfältigen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Um diese Ziele zu erreichen, braucht es ein breitgefächertes, durchlässiges Bildungssystem, das verschiedene Bildungsangebote im allgemeinbildenden und im berufsbildenden Bereich bereithält.</p><p>Auf die Berufsbildung kommen in den nächsten Jahren verschiedene, zum Teil gegenläufige Herausforderungen zu:</p><p>1. Einem steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften steht ein Rückgang der jungen Bevölkerung gegenüber.</p><p>2. Im niederschwelligen Bereich hingegen dürften Lehrstellen nach wie vor knapp sein. Die Betriebe müssen sensibilisiert werden, ausreichend Lehrstellen anzubieten, damit möglichst alle interessierten Jugendlichen den Einstieg in die Berufsbildung erhalten.</p><p>3. Die höhere Berufsbildung hat dank dem neuen Berufsbildungsgesetz zwar eine Aufwertung erfahren. Die neuen Möglichkeiten sind jedoch noch zu wenig bekannt.</p><p>1./2. An der Lehrstellenkonferenz 2006 und 2007 haben Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt beschlossen, eine Berufsbildungskampagne zu lancieren bzw. fortzuführen. Mit dieser werden Jugendliche und junge Erwachsene auf die Möglichkeiten der Berufsbildung hingewiesen sowie Betriebe für die Ausbildung sensibilisiert.</p><p>Im Rahmen der Kampagne "Berufsbildungplus.ch" ist seit Sommer 2007 ein Medienmix verschiedener Massnahmen erfolgreich umgesetzt worden: Plakatserien, ein Internetauftritt, Broschüren und Material für Messen. Die Kampagne stösst bei den Zielgruppen, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt auf positive Resonanz.</p><p>Die Postkarten waren eines der verschiedenen Instrumente der Kampagne, deren Slogans zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kantonen, Bund und Organisationen der Arbeitswelt entwickelt wurden. Sie richteten sich gezielt an Jugendliche im Berufswahlprozess. Mit dem Slogan wollten sie diese Jugendlichen auffordern, sich aktiv mit der eigenen Zukunft auseinanderzusetzen und Chancen zu packen. Der Slogan der beanstandeten Karte war nicht korrekt und wurde umgehend von der Direktion des verantwortlichen Amtes zurückgezogen, noch bevor die ersten Reaktionen beim Departement eingingen. Es war nie die Absicht, andere Bildungswege schlechtzumachen. Künftig werden neben der Plakatserie auch die Slogans der anderen Instrumente mit dem zuständigen Departement und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) abgesprochen.</p><p>3. Die Berufsbildungskampagne wird von einem Projektteam im Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) geführt. Von Beginn weg stand extern eine Expertengruppe von Vertreterinnen und Vertretern aus Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt dem BBT zur Seite. Sie berät das BBT in der Planung und Umsetzung der Kampagne. Für die Plakatserie 2008 sprach sich das BBT zusätzlich mit dem Generalsekretariat der EDK ab.</p>  Antwort des Bundesrates.