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Ein Modell eines Forschungsteams aus Lausanne und Australien zeigt, wie sich Überschwemmungen und Küstenerosion in Mündungsgebieten eindämmen lassen. Der Meeresspiegelanstieg wird diese Gebiete nämlich besonders stark treffen.
Mit der Klimaerwärmung steigt auch der Meeresspiegel – zwischen einigen Dutzend Zentimetern und 2,5 Metern oder mehr. Das verändert die Dynamik der Gezeiten erheblich und im schlimmsten Fall nehmen Überflutungen und Küstenerosion zu.
Das gefährdet die Menschen, die an Mündungsgebieten leben. Fast 60 Prozent der Weltbevölkerung wohnen in deren Nähe und die Liste der Mündungsstädte umfasst 21 der 30 grössten urbanen Zentren der Welt, teilte die ETH Lausanne (EPFL) am Donnerstag mit.
Mündungsgebiete lassen sich in zwei Typen einteilen, je nachdem, ob der Mündungskanal eng oder breit ist. Um die kritischen Verhältnisse zwischen Kanalgrösse und Hochwasser- und Küstenerosionsrisiko zu berechnen, modellierte das Forschungsteam 200 Flussmündungen.
Demnach verringert sich der Tidenhub – also die Höhendifferenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser – um zwanzig bis sechzig Prozent, wenn die Kanäle um achtzig Prozent verengt werden. Damit steigt zwar die maximale Geschwindigkeit der Gezeitenströmung im verengten Teil des Kanals, im Mündungsteil sinkt sie jedoch.
Für einige Städte dürfte eine Verengung der Mündungseingänge notwendig sein, um eine Katastrophe bis 2100 abzuwenden, schreiben die Autoren. Das im Fachmagazin «Estuarine, Coastal and Shelf Science» vorgestellte Modell ebne den Weg, geeignete Massnahmen für gefährdete Gebiete zu eruieren.
«Wir können definitiv eine reale Nutzung unseres Modells ausserhalb des Labors erkennen», sagte der EPFL-Forscher und Mitautor Giovanni De Cesare gemäss der Mitteilung. (sda)