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Ein Team von Wissenschaftlern wollte die Hirnströme eines 87-jährigen Patienten messen, welcher an Epilepsie litt. Während der Elektroenzephalografie (EEG) verstarb der Patient aber an einem Herzinfarkt. So konnten die Wissenschaftler unerwarteterweise ein sterbendes Hirn aufnehmen. Laut den Wissenschaftlern war dies das erste Mal, dass ein sterbendes Gehirn aufgezeichnet wurde.
Gleiche Hirnaktivität wie beim Träumen und Erinnern
Die Aufnahmen zeigten, dass in den 30 Sekunden vor und nach dem Stillstand des Herzens im Gehirn dieselben Muster abgerufen werden, wie wenn wir träumen oder uns an etwas erinnern. Hirnaktivität dieser Art könnte darauf schliessen lassen, dass in den letzten Momenten eines Menschen wirklich sein Leben an ihm vorbeizieht, schreibt das Team in der Studie, welche in Frontiers in Aging Neuroscience veröffentlicht wurde.
Welche Erinnerungen hervorgerufen werden, könne aber unmöglich gesagt werden. «Wenn ich mich auf die philosophische Ebene begeben würde, würde ich vermuten, dass sich das Gehirn bei einer Rückblende eher an die guten als an die schlechten Dinge erinnern möchte», wird einer der Wissenschaftler zitiert.
Keine vergleichbaren Fälle
Die Wissenschaftler sind sich indes aber bewusst, dass man von einem registrierten Fall nicht auf die Allgemeinheit schliessen könne. Erschwerend komme hinzu, dass der besagte Patient Epileptiker war. Seit der Aufnahme der Hirnströme im Jahr 2016 wurden deshalb vergleichbare Fälle gesucht – ohne Erfolg.
Eine Studie aus dem Jahr 2013, welche an gesunden Ratten durchgeführt wurde, stützt die Studie. US-Wissenschaftler registrierten erhöhte Hirnaktivitäten 30 Sekunden nach dem Tod der Tiere.
Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Erkenntnisse am Menschen die Türe für weitere Studien über die letzten Momente im Leben öffnen können.
(red.)