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NEW YORK (awp international) - Verschleppung, Folter, Mord: Der Autokonzern Daimler muss damit rechnen, dass er in den USA wegen des Vorwurfs der Zusammenarbeit mit der Militärdiktatur in Argentinien in den 1970-er Jahren vor Gericht kommt. Am Mittwoch hat eine Berufungskammer in Kalifornien entschieden, dass eine entsprechende Klage von 22 Argentiniern zulässig ist. Sie machen den Autobauer mitverantwortlich für die schweren Menschenrechtsverbrechen.
Die Kläger sind ehemalige Mitarbeiter oder Angehörige von Mitarbeitern des Mercedes-Benz-Werks im argentinischen Gonzalez-Catan. Mercedes-Benz Argentina habe damals mehrere Arbeitnehmervertreter an die Militärdiktatur ausgeliefert, um einen Streik zu beenden, lautet ihr Vorwurf. Einige der Kläger sagen, sie seien selbst Opfer gewesen. Andere Menschen seien nie wieder aufgetaucht und vermutlich ermordet worden.
Ein US-Bezirksgericht hatte die Klage 2007 mit der Begründung abgewiesen, nicht zuständig zu sein. Das sah das Berufungsgericht anders. Daimler verkaufe in den Vereinigten Staaten im Allgemeinen und in Kalifornien im Speziellen einen guten Teil seiner Autos - das Unternehmen sei hier also vertreten und falle entsprechend unter die US-Gerichtsbarkeit. Zu den Vorwürfen selbst äusserte sich das Berufungsgericht nicht. Das soll nun eine andere Instanz klären.
"Wir beabsichtigen, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einzulegen", sagte eine Daimler-Sprecherin in New York. "Wir halten die Klage für unbegründet." Im Jahr 2003 hatte eine vom Konzern eingesetzte Kommission, in der externe Experten sassen, das Unternehmen von den Vorwürfen der Verstrickung in die Verbrechen der Militärjunta entlastet. Ein Verfahren wegen Beihilfe zum Mord oder Totschlag gegen den damaligen Werksleiter Juan Ronaldo Tasselkraut hatte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth eingestellt./das/DP/zb
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