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Die offizielle Donauradroute - auf der Karte unten blau eingezeichnet - führt gar nicht in die Stadt hinein. Es wäre aber schade, hier einfach vorbei zu fahren, auch wenn die Reichsstrasse bergauf geht. Wiederum befinden wir uns in einem geschichtsträchtigen Ort.
Unter Otto dem Grossen wurde im Zuge der Vorbereitungen zur Schlacht auf dem Lechfeld 955 eine Brücke über die Donau errichtet. Das war die Grundlage für die Entwicklung der bestehenden Siedlung zur Stadt.
Um das Jahr 1030 brachte Graf Mangold I. eine wertvolle Kreuzreliquie als Geschenk des byzantinischen Kaisers Romanus III. aus Konstantinopel nach Donauwörth. Die kostbare Kreuzreliquie gilt als die grösste Deutschlands und ist nachweislich ein Teilchen des von der hl. Kaiserin Helena, Mutter Kaiser Konstantins, um 320 in Jerusalem aufgefundenen heiligen Kreuzes.
Kreuzpartikel
Zur Verehrung des Kreuzpartikels stiftete Graf Mangold I. ein Frauenkloster.
Im Jahr 1049 wurde das damals noch in die Burg Mangoldstein integrierte Kloster Heilig Kreuz durch Papst Leo IX. geweiht.
Im Jahr 1101 übernahmen die Benediktinermönche aus Sankt Blasien das Kloster. 1125 wurde Kirche und Kloster an heutiger Stelle errichtet. In den Jahren 1696-1698 erhielten das Kloster, 1717-1720 die Heilig Kreuz Kirche und 1747 der Turm (romanischer Unterbau) ihre heutige Form.
Kloster Heilig Kreuz
Altar mit dem Kreuzpartikel
1178-1266 wurde die Stadt als Reichslehen direkt den herrschenden Staufern zugeordnet, die sie 1266 an das Herzogtum Bayern verpfändeten. Der einköpfige Stauferadler blieb im Stadtwappen bis 1530 vertreten uns wurde dann durch den doppelköpfigen Reichsadler ersetzt.
1301 wurde die Stadt zur Freien Reichsstadt und damit direkt dem Kaiser unterstellt.
In den Jahren 1444-1473 entstand die Stadtpfarrkirche "Zu unserer Lieben Frau" an Stelle der zu klein gewordenen Sankt-Ulrichs-Kirche.
Liebfrauenkirche
In der Folge der Religionswirren, in denen die Stadt die Reformation unterstützt hatte, kam sie 1607 unter Reichsacht und wurde von Herzog Maximilian von Bayern in bayerischen Pfandbesitz umgewandelt. Als Reaktion auf diese Okkupation schlossen sich die protestantischen Reichsstände 1608 zur Protestantischen Union zusammen. 1632 wurde die Stadt von Gustav II. Adolf erobert.
Nach der (illegalen) Reichsexekution durch den bayrischen Herzog Maximilian verlor das zur bayerischen Landstadt degradierte Donauwörth, wie es jetzt genannt wird, nicht nur seine Eigenständigkeit, sondern auch gut die Hälfte seiner Einwohner.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Stadt in zwei sinnlosen Luftangriffen am 11. und 19. April 1945 vor allem im Bereich des Bahnhofs und der Reichsstraße schwer zerstört. Der Wiederaufbau der historischen Reichsstraße beginnt 1946.
Reichsstrasse
Rieder Tor
Donauradweg