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Auf Spitzbergen wurde erstmals die Vogelgrippe nachgewiesen. Laut Knut Madslien, Leiter der Abteilung Wildtiergesundheit am norwegischen Veterinärinstitut, ist der Nachweis der Vogelgrippe auf Spitzbergen besorgniserregend, da im Sommer eine Reihe gefährdeter Wildvogelpopulationen auf dem Archipel nisten. Die Arten, welche in den grossen Vogelfelsen brüten, werden besonders gefährdet sein, wenn die Vogelgrippe in die Vogelkolonien eingeschleppt werden sollte, meint Madslien.
Bei einer Eismöwe, die am Anfang dieses Monats tot am Ufer in Longyearbyen aufgefunden wurde, wurde jetzt die Vogelgrippe festgestellt. Nach Angaben des Veterinärinstituts ist dies das erste Mal, dass das Virus so weit oben in der Arktis nachgewiesen wurde. Dies gab das Büro des Gouverneurs in einer am 23. Juni veröffentlichten Pressemitteilung bekannt.
Zwar seien in Nordeuropa, auch jenseits des Polarkreises, bereits Fälle von Vogelgrippe registriert worden, bisher aber noch nie in diesen nördlichen Breiten. Svalbard liegt um den 78. nördlichen Breitengrad.
Möglicherweise sind Weisswangengänse die Übertrager der Vogelgrippe, welche für die Vögel tödlich ist. Weisswangengänse überwintern in England und Schottland und da gab es im Frühjahr einen Ausbruch des Vogelgrippevirus.
Knut Madslien sagte: „Der entdeckte Virus ist ein hochpathogener Vogelgrippevirus, auch bekannt unter der Bezeichnung HPAI. Diese Variante der Vogelgrippe ist tödlich für Hühner, aber auch für Wildvögel. Der Ausbruch hat sich über ganz Norwegen ausgebreitet. Wir haben Vögel mit der gleichen Vielfalt von Süden nach Norden gefunden.“
Die Bevölkerung soll Vorfälle melden
Der Natur- und Artenmanager beim Gouverneur von Svalbard, Egil Rønning, sagt, dass in diesem Frühjahr viele Beobachtungen in Bezug auf die Vogelgrippe bei Weisswangengänsen gemacht wurden. Die Weisswangengans auf Svalbard überwintert in England und Schottland.
„Als dort ein großer Ausbruch der Vogelgrippe festgestellt wurde, dachten wir, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sie hierher nach Spitzbergen komme“, erklärt Rønning. „Bisher wurde die Vogelgrippe nur bei Eismöwen nachgewiesen, obwohl Proben von mehreren Vogelarten genommen wurden. Wir gehen aber davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis sich die Vogelgrippe auch auf Spitzbergen ausbreitet. Ich denke, die Leute sind sehr gut darin, zu beobachten und berichten. Ich hoffe auch, dass dies keine allzu großen Folgen für die Wildvogelpopulation hat.“
Die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt aus Vorsichtsgründen davor, kranke oder tote Vögel anzufassen. Stattdessen sollte man die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit benachrichtigen, damit sie prüfen kann ob es sich um die Vogelgrippe handelt.
Heiner Kubny, PolarJournal