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Tanzgeschichte
Die Geschichte des Tanzes hängt eng mit den jeweiligen gesellschaftlichen Strukturen und deren Veränderungen zusammen: Tanz ist oft eine Vorankündigung nachträglicher Umwälzungen.
Im Herbst 2007 leitete ich ein Seminar in Griechenland über dieses Thema, kombiniert mit uralten Tanzhaltungen. Der Fokus lag auf den prähistorischen Abbildungen und deren Tanzhaltungen. Diese vermitteln verschiedene Gefühle für sich und in der Gruppe.
Ursprünge des Orientalischen Tanzes - Kurzauszug aus dem Kapitel Orientalischer Tanz meiner Seminararbeit über Tanzgeschichte
Gemäss Ayshe (Barbara) Lüscher’s Buch über den Orientalischen Tanz hat es nie eine genauere Untersuchung der Ur-Geschichte dieser Tanzart gegeben. Es gibt keine Beweise dafür, dass dieser Tanz in anderen Teilen der Welt eine Rolle spielte. In matrizentrischen Gesellschaften wurde die zyklische Fruchtbarkeit der Frau, die die saisonale Fruchtbarkeit der Natur widerspiegelte, hoch geschätzt und gipfelte in vielen Gebieten in der Anbetung einer Muttergöttin. Ob diese Fruchtbarkeit in Tänzen ausgedrückt wurde, ist nicht bewiesen, aber eine starke Möglichkeit. Was man sicher weiss, ist die Zuhilfenahme dieses Tanzes für Geburtsvorgänge in Nordafrika.
Auf den Abbildungen im Buch von Joseph Garfinkel (s.Buchbesprechungen) habe ich keine Einzige gefunden, die dem Orientalischen Tanz ähnlich sieht – auf den alt-ägyptischen Abbildungen ist es meist eine schlanke Frau, die beide Arme nach oben hält und in vielen Varianten dargestellt ist (siehe Foto unten). Beckenbewegungen sind meiner Meinung nach nicht ersichtlich. Ein berühmtes Bild einer altägyptischen Tänzerin findet Ihr unter Link.
Wahrscheinlich sind seine Wurzeln in Afrika sowie über die Verbreitung ihres Tanzes der nomadischen Roma aus Nordindien zu suchen, aber bewiesen ist nichts. Für uns spielt es schlussendlich keine grosse Rolle. Wichtig zu erkennen ist, dass diese spezifischen Bewegungen etwas in Frauen antönen, das sie in ihrem innersten Weiblichsein berührt sowie die weiblichen Organe beleben. Aspekte, die dieser Tanz bei Frauen abdeckt, sind vielfältigster Natur wie sich schön fühlen, sich besser akzeptieren, geschmeidiger werden, gesundheitliche Aspekte, Frauen-Gemeinschaft leben, Freundschaften finden, regelmässig Sport betreiben, eine neue Kultur entdecken, mal was alleine unternehmen, sich mit "Bling-Bling" behängen etc. Ich glaube, dass das wöchentliche Ritual, in diese Bewegungswelt und ihre archaische Ursprünglichkeit einzutauchen, magisch auf viele Frauen wirkt.
Wie sich der Orientalische Tanz ausbreitete, seine Blütezeiten in Ägypten und seinen Siegeszug in die westlichen Länder findet Ihr in den Büchern der Literaturliste.
© Copyright Text: Irene von Salis Williams
altägyptische Figur
altrömische Tänzerinnen