Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/160049

<h2>SubmittedText<h2><p>Realistischerweise kann am Gotthard erst ab 2025 mit der Inbetriebnahme einer allfälligen zweiten Röhre gerechnet werden. Daher muss die bestehende Strassenröhre mit Überbrückungsmassnahmen notsaniert werden. Mit einer solchen Notsanierung des Gotthard-Strassentunnels (GST) könnte eine genügende Sicherheit bis 2030, in extremis bis 2035 sichergestellt werden. Damit diese dringend notwendige Sanierung durchgeführt werden kann, müsste dem Globalen Erhaltungskonzept Gotthard zufolge der GST während 140 Tagen für den Verkehr gesperrt werden oder aber die Anzahl der Sperrnächte massiv erhöht werden. Bisher fasste der Bundesrat die Vollsperrung während 140 Tagen als Hauptvariante ins Auge. Während dieser Vollsperrung würden keine Verladeanlagen für Fahrzeuge zur Verfügung stehen.</p><p>1. Wie viele Nächte müsste der GST für eine provisorische Sanierung (Ersatz der Zwischendecke) gesperrt werden?</p><p>2. Inwieweit würde sich die Sanierung des GST durch den Bau eines zusätzlichen zweispurigen Tunnels verlängern?</p><p>3. Um wie viel würden die Projektkosten aufgrund der provisorischen Sanierung des GST während der Nacht steigen, dies insbesondere unter Berücksichtigung der höheren Kosten für die Nachtarbeit und für den täglichen Auf- und Abbau der Baustelle?</p><p>4. Heute dauern die Sperrnächte von 19.30 bis 05.00 Uhr. Wie lange würden sie während dem Ersatz der Zwischendecke dauern? </p><p>5. Für welche Zeiträume des Jahres wären die Sperrnächte vorgesehen?</p><p>6. Würde es ein Ersatzangebot (Autoverlad) für diese Zeiträume geben, insbesondere um den Sommerferienverkehr zu bewältigen? Sind Extrazüge für die Eishockeyfans vorgesehen, die durch die Sperrnächte benachteiligt würden?</p><p>7. Wie sieht nach heutigem Kenntnisstand der Detailplan zur Verkehrsbewältigung auf dem Gotthardpass als Ausweichroute während der Nacht aus (insbesondere bei Andermatt)?</p><p>8. Wie sieht nach heutigem Kenntnisstand der Detailplan zur Bewältigung des Umleitungsverkehrs während der Vollsperrung von 140 Tagen aus (über den San Bernardino und das Wallis)?</p><p>9. Was gedenken der Bundesrat und das Bundesamt für Strassen gegen den nächtlichen Baustellenlärm in Airolo und Göschenen zu unternehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Überbrückungs- und Instandhaltungsmassnahmen für den bestehenden Gotthard-Strassentunnel bis zur Gesamtsanierung können voraussichtlich vollständig im Rahmen der regulären Sperrnächte durchgeführt werden (vgl. dazu die Antwort des Bundesrates auf die Frage 15.5514).</p><p>2. Gemäss der aktuellen Planung sollte die zweite Tunnelröhre am Gotthard 2027 in Betrieb genommen und die Sanierung der bestehenden Röhre in den Jahren 2028 bis 2030 ausgeführt werden können. Es handelt sich um Angaben ohne Berücksichtigung von allfälligen Rechtsverfahren.</p><p>3. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die notwendigen Überbrückungsmassnahmen geringer ausfallen als noch 2010 angenommen. Aus diesem Grund sind keine Mehrkosten zu erwarten, auch wenn die Arbeiten nachts ausgeführt werden.</p><p>4. Ja, es ist mit denselben Sperrzeiten zu rechnen.</p><p>5. Die ordentlichen nächtlichen Unterhaltssperrungen finden im März (eine bis zwei Wochen), Juni (drei bis vier Wochen) und im September (drei bis vier Wochen) statt.</p><p>6. Die nächtlichen Sperrungen finden ausserhalb der Hauptferienzeiten im Frühling, Sommer und Herbst statt. Während der Sperrungen wird der Schwerverkehr im Tessin und im Kanton Uri angehalten, die Personenwagen können über den Gotthardpass fahren. Den Fans der Tessiner Eishockeyclubs stehen die ordentlichen Zugverbindungen sowie die Fahrt via Gotthard-Passstrasse zur Verfügung.</p><p>7. Das Verkehrsaufkommen während der Nachtsperrungen des Tunnels ist gering, sodass keine Massnahmen zur Verkehrsreduktion notwendig sind.</p><p>8. Da die Überbrückungs- und Instandhaltungsmassnahmen für den bestehenden Gotthard-Strassentunnel bis zur Gesamtsanierung voraussichtlich vollständig im Rahmen der regulären Sperrnächte durchgeführt werden können (vgl. Antwort 1), ist höchstens ein geringer Ausweichverkehr über den San Bernardino und den Simplonpass zu erwarten. Massnahmen zur Verkehrsreduktion sind nicht notwendig.</p><p>9. Die Bauarbeiten finden im Tunnel statt, sodass keine erhöhten Lärmbelastungen in Airolo und Göschenen zu erwarten sind.</p>  Antwort des Bundesrates.