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Die diesjährige Kampagne erbrachte spektakuläre neue Erkenntnisse: Mit Hilfe von geophysikalischen Prospektionen durch die Firma GGH Solutions in Geosciences, Freiburg, und Oberflächenbegehungen, die in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt wurden, konnten eine ausgedehnte Unterstadt mit dichter Wohnbebauung sowie eine auf zwei Bergrücken gelegene Oberstadt, in deren Zentrum eine Nekropole mit Kammergräbern lag, entdeckt werden. Sowohl die Unter- als auch die Oberstadt waren von einem doppelten Stadtmauerring und einem Graben umgeben, der auch die Zitadelle auf dem eigentlichen Hügel mit einfasste. Zusammen mit extramuralen Werkstattbereichen und einer sich auf der gegenüberliegenden Seite des Ceyhan (Pyramos) erstreckenden Vorstadt bilden diese städtischen Bereiche eine für Kilikien, die Nordlevante und Südanatolien bislang einzigartig komplexe, 80 ha grosse Stadtlandschaft, die strukturell an die hethitische Hauptstadt Ḫattuša erinnert.
Die nicht-invasiven Forschungen werden auch weiterhin durch Ausgrabungen an verschiedenen Stellen der Stadt begleitet. In der Unterstadt werden die aufwändigen, aus grossen Steinblöcken gemauerten Mauern der Stadtbefestigung sowie das mit Steinplatten gepflastertes Osttor des frühen 1. Jahrtausends untersucht. In einem unmittelbar benachbarten Gebäude fand sich ein Stempelsiegel, das gleichermassen mit luwischen Hieroglyphen und babylonischen Keilschriftzeichen beschriftet ist. Die parallele Verwendung dieser beiden Schriftsysteme auf einem Siegel ist für das 1. Jahrtausend v. Chr. extrem ungewöhnlich.
Im Steingebäude oberhalb der Reliefs, das offenkundig dem Ahnenkult diente, fanden sich bereits 2017 die Abrollungen zweier Siegel mit luwischen Hieroglyphen aus dem späten 2. Jahrtausend. Die Inschriften wurden dieses Jahr im Museum Adana neu aufgenommen. In dem Steinbau A1 im Nordwesten des Zitadellenhügels kam das aus Stein gefertigte Gesicht einer menschenförmigen Kompositfigurine zu Tage. Die bemerkenswerteste Entdeckung erfolgte indessen in Bauwerk D1 auf dem höchsten Punkt der Zitadelle. In einem verhältnismässig kleinen Raum lagen die Skelette von mindestens drei Schafen neben einem Podest, um die herum und auf denen mehrere vollständige, zum Teil bemalte Keramikgefässe deponiert waren. Offensichtlich handelt es sich bei dem Befund um die Reste einer rituellen Handlung.
Alle diese Funde stützen die Annahme, dass die antike Stadt mit dem als Kultort weithin bekannten mysteriösen Kummanni zu identifizieren sein könnte.