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Funkstation SE-412

überarbeitet am 31.8.2010

Ende der Sechzigerjahre wurden zwei aus U.S.-amerikanischer Produktion stammende VHF-Sprechfunkgeräte eingeführt: das Tornistergerät SE-227 und das als Mobilgerät auf Fahrzeugen eingesetzte im gleichen militärischen Frequenzband arbeitende SE-412, in der U.S. Army war das Gerät als VRC-12 weitverbreitet.
Das Gerät deckt den militärischen VHF-Bereich in zwei Bändern (30 - 52,95 und 53 - 75,95 MHz) in 50 kHz Schritten ab, die Sendleistung ist im FM - Telephoniebetrieb umschaltbar, in Stellung POWER LOW wird mit 1 - 3 W eine Reichweite von ca. 5 km erreicht, in Stellung HIGH beträgt die Reichweite 20 - 30 km bei Verwendung der Rutenantenne.
Auf der Frontplatte finden sich links oben eine Lampe CALL, die bei Ansprechen
des Squelch einen eingehenden Funkspruch signalisiert, daneben liegt der Bandschalter
und gleich darunter die Frequenzwahlschalter für die MHz und die kHz-Stellen, die
Arbeitsfrequenz wird mechanisch digital in einem kleinen Fensterchen angezeigt.
Der Zusatzempfänger besteht im wesentlichen aus einem identisch aufgebauten Empfangsteil mit ähnlich verteilten Bedienelementen auf der Frontplatte. Mit dem Zusatzempfänger können beispielsweise Funksprüche von vorgesetzter Ebene aufgefangen werden, während auf einer zweiten Frequenz Transceivebetrieb innerhalb einer Stationsgruppe läuft.
In Kommandofahrzeugen war die Funkstation in der Form SE-412ABC eingebaut: ein Sendeempfänger SE-412 (A) stellt die Verbindung zur übergeordneten Stelle sicher, mit einem zweiten (C) können unterstellte Truppenteile angesprochen werden, der Zusatzempfänger (B) dient zum Abhören eines weiteren Kanals.
Als Zusatzausrüstung wurde auch in der Schweizer Armee zur Verständigung in Kettenfahrzeugen die Bord - Gegensprechanlage AM-1780 eingesetzt. Um aus zwei SE-412 eine Relaisstation aufzubauen, gibt es ein Relaisschaltgerät C-2299/URC.
© 28.5.2009 Martin Bösch