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Die Porträts der neuen britischen Premierministerin Theresa May in den Schweizer Zeitungen sind gespickt mit Spitznamen. Aber die wenigsten Medien wagen eine Prognose zu machen, welche Folgen die Wahl für Grossbritannien und Europa haben wird.
In einigen Porträts wird die britische Regierungschefin mit einer ihrer Vorgängerinnen, nämlich der "Eisernen Lady" Margaret Thatcher verglichen oder auch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.
"In May steckt mehr Merkel als Maggie", schreibt die Boulevardzeitung "Blick". Ein Bericht, der im Berner "Bund" und Zürcher "Tages-Anzeiger" erscheint, hat den Titel: "Der Sommer einer Eiskönigin". Der Autor attestiert ihr viel Selbstdisziplin und hebt ihre Herkunft aus einfachen Verhältnissen hervor.
Für die wirtschaftsnahe "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) ist May "Die hölzerne Lady". Die künftige Regierungschefin werde wohl mehr als David Cameron in die Wirtschaft eingreifen, mutmasst die NZZ. Die 59-jährige May gelte als harte, aber pragmatische Verhandlerin und als standhafte Persönlichkeit.
May in der Schweiz
"Theresa May, ein UFO in der Downing Street", schreibt die Westschweizer Tageszeitung "Le Temps". Die neue Premierministerin unterscheide sich von ihren Vorgängern, vor allem von jenen ihrer konservativen Partei, und sie teile nicht unbedingt die Werte der Oberklasse. In einer Randnotiz zitiert "Le Temps" den Genfer Stadtrat Guillaume Barazzone, der May an einer Konferenz der konservativen Parteien in London im letzten Jahr traf. May habe ihm gesagt, dass ihr die Schweiz sehr gefalle: "Die Schweiz, ihre Institutionen und ihre schöne Landschaft."
Barazzone, der auch Nationalrat ist (grosse Parlamentskammer), hatte der damaligen britischen Innenministerin erklärt, wie die Einwanderungsfrage die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union beeinflussten. May habe aber ihre Ansichten zu diesem Thema nicht offenbart, sagte Barazzone gegenüber der Zeitung.
Einige Schweizer Medien haben Zitate aus der britischen Presse aus dem Jahr 2007 ausgegraben. Der "Blick" schreibt, dass May gegenüber der "Financial Times" gesagt hatte, "am glücklichsten bin ich beim Wandern mit meinem Mann in der Schweiz." Ihre Lieblingsdestinationen seien Zermatt und das Berner Oberland. "Le Temps" hat das gleiche Zitat aufgegriffen, aber aus dem "Daily Telegraph" kopiert.
May ist nicht die erste und einzige britische Premierministerin, die Ferien in der Schweiz schätzt. Margaret Thatcher verbrachte einige Zeit im Graubünden und besuchte einen Freund in der Zentralschweiz.
Was meinen Sie? Werden sich die britisch-schweizerischer Beziehungen mit Theresa May verbessern oder verschlechtern?
(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler)