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Rollenrodel-Cuprennen Bludenz 2./3. September
04-SEP-2023 - Michael Ammann
Erneut hat der Rodelclub Sparkasse Bludenz zwei Rollenrodelrennen ausgetragen. Die Stadt in Vorarlberg ist bekannt für ihren Eiskanal, in dem sich die Rodler im Winter messen. Die Zufahrtsstrasse zum Start der Kunsteisbahn wurde am vergangenen Wochenende prompt zur Rennstrecke für den Austrian Rollenrodelcup umfunktioniert, indem einige Schikanen eingebaut wurden. Die Strecke ist sehr kurz und auf Technik ausgelegt, ohne grössere Speed-Passagen. Das Schweizer Team konnte etliche Podestplätze verbuchen. Albert Steffen und Aimee Moat vom Schlittel- und Rodelclub Grindelwald haben an beiden Renntagen das Doppelsitzer-Rennen gewonnen. Christian Bauer und Kevin Moat vom ISCD Davos bzw. SRC Grindelwald versuchten sich zum allerersten Mal auf dem Doppelsitzer. Sie kamen jedoch nicht an den amtierenden Weltmeistern Niko Hörth und Michelle Armbruster aus Deutschland vorbei und mussten sich mit zwei vierten Plätzen zufrieden geben.
Seline Wyss, die Tochter von Albert Steffen, belegte am Samstag in der Kategorie der Juniorinnen den vierten Platz. Am Sonntag konnte sie von einem Fahrfehler der Tirolerin Naomi Thöni profitieren und als Drittplatzierte das Podest besteigen. Es gewann an beiden Renntagen die Deutsche Sarah Schiller. Aimee Moat belegte zweimal den dritten Rang bei den Damen hinter der Deutschen Lisa Walch und der Tirolerin Verena Fuchs. Jérôme Almer vom SRCG gewann die allgemeine Herrenklasse zweimal vor dem Deutschen Simon Dietz. Albert Steffen duellierte sich das ganze Wochenende mit dem Österreicher Gerhard Zöhrer um den Gesamtsieg. Am Sonntag belegten die beiden zeitgleich den ersten Platz nach dem ersten Rennlauf. Steffen unterlag jedoch beide Male, setzte sich aber zweimal vor Niko Hörth vom Weissen Blitz Neusatz durch. Michael Ammann vom SRCG belegte an beiden Renntagen nach dem jeweils ersten Wertungslauf den 14. Rang, konnte sich aber nach dem jeweils zweiten Wertungslauf auf den 10. am Samstag bzw. 9. Platz am Sonntag vorarbeiten. Somit landeten mit Steffen, Almer und Ammann an beiden Renntagen drei Grindelwalder Athleten in den Top Ten über alle Herrenkategorien.
Nun folgt eine längere Wettkampfpause, bis die Rollenrodelsaison Mitte Oktober in Wipptal beim Brennerpass abgeschlossen wird.
Rollenrodel-WM 2023 in Bühl (DEU)
Vize-Weltmeistertitel für Albert Steffen
28-AUG-2023 - Michael Ammann
Vergangenes Wochenende hat die Rennrodelgemeinschaft Weisser Blitz Neusatz die 5. Rollenrodel-Weltmeisterschaft der International Sledge Sports Union ISSU ausgerichtet. Bühl-Neusatz liegt am Rande der Region Schwarzwald in Baden-Württemberg. Die Rennstrecke am Schlossberg ist unter anderem mit einer engen Kurvenkombination, einer Schikane und einer kaum einsehbaren Speed-Kurve technisch sehr anspruchsvoll. Athletinnen und Athleten aus acht Nationen sind eigens für diese WM angereist, unter anderem ein Rennfahrer aus Südkorea. Sechzehn Athletinnen und Athleten aus dem Berner Oberland und der Innerschweiz bildeten die grosse Schweizer Delegation. Am Samstag wurden die Qualifikationsläufe der Einsitzer sowie die Weltmeisterschaft der Doppelsitzer ausgetragen. Letztere mussten nach starken Regengüssen bei nassen Bedingungen fahren und dementsprechend das Material anpassen. Die Grindelwalder Paarung mit Albert Steffen und Aimee Moat hatte sich aufgrund vorangegangener Trainingssessionen bei Regen einige Hoffnungen auf einen Podestplatz gemacht. Tatsächlich belegten die beiden nach dem Trainingslauf auch den zweiten Platz, waren danach aber vom Pech verfolgt und verliessen bei der Schikane kurz den Asphalt für einen unfreiwilligen Abstecher auf das Gelände, was entsprechend Zeit kostete. Sie mussten sich mit dem 5. Schlussrang begnügen. Es gewann die deutsche Paarung Niko Hörth und Michelle Armbruster aus Bühl-Neusatz, obwohl die beiden bei der «blinden» Kurve nach der Speed-Passage unsanft die Bande touchierten.
Zwei Athletinnen und fünf Athleten aus der Schweiz haben sich nach zwei Wertungsläufen für den Finallauf der besten 10 Damen und 20 besten Herren am Sonntag qualifiziert. Nach Abschluss der Weltmeisterschaften belegten Seline Wyss und Aimee Moat vom SRC Grindelwald den 6. bzw. 8. Schlussrang. Weltmeisterin wurde die Tirolerin Riccarda Ruetz vor den beiden Deutschen Sarah Schiller und Lisa Walch. Reto Coldebella von den Rodelfreunden Geuensee konnte seinen Top-Ten-Platz nach zwei Läufen verteidigen und wurde schliesslich Neunter. Michael Ammann und Jérôme Almer vom SRCG fielen nach drei Läufen von Platz 13 bzw. 14 auf die Plätze 16 und 17 zurück. Gleich dahinter wurde deren Teamkollege Silvano von Allmen Achtzehnter. Vize-Weltmeister und Gewinner der Silbermedaille wurde Albert Steffen, der es geschafft hat, Andreas Sölkner aus Oberösterreich auf Abstand zu halten. Er musste sich lediglich dem neuen Weltmeister Thomas Sölkner geschlagen geben.
Die WM wurde mit dem Team-Wettbewerb unter tosendem Applaus der vielen Zuschauer am Streckenrand abgeschlossen. Jede Nation durfte unter Auflagen zwei Teams à drei Athletinnen und Athleten stellen. Sobald der erste Teilnehmer eines Teams das Ziel passiert hatte, öffnete sich oben am Start eine Schranke für den zweiten, respektive dritten Rennfahrer. Somit zählte jeweils die Gesamtlaufzeit vom Start des ersten Fahrers bis zur Zieleinfahrt des dritten Athleten. Team Schweiz 1 mit Michael Ammann, Reto Coldebella und Albert Steffen hat das Podest um 45 Hundertstelsekunden knapp verpasst, denn Dritte wurde Team Deutschland 1 mit Niko Hörth, Pascal Nöltner und Sarah Schiller hinter Team Österreich 2 mit Riccarda Ruetz, Johann Grasch und Markus Trieb und dem Weltmeisterteam Österreich 1 mit Simon Achenrainer, Andreas Sölkner und Thomas Sölkner. Team Schweiz 2 mit Seline Wyss, Silvano von Allmen und Jérôme Almer wurde 6. hinter dem gemischten Team Kroatien/Finnland/Italien.
Schon am kommenden Wochenende wird die Rennserie des Austrian Rollenrodelcups in Bludenz in Vorarlberg fortgesetzt.
Der Vorstand von Swiss Sliding Naturbahn gratuliert allen Teilnehmern an der Rollenrodel-WM in Bühl/Neusatz (DEU) zu den tollen Leistungen. Ganz speziell Albert Steffen zum Vize-Weltmeistertitel in der Herren-Einzel-Kategorie. Super Leistung!
Erfolgreicher Saison-Auftakt
Rennbericht Imsterberg 19./20.AUG.2023
21-AUG-2023 - Michael Ammann
Wie jedes Jahr wurde die Rollenrodel-Saison des internationalen Rodel Austria Rollenrodel-Cups in Imsterberg in Tirol eröffnet. Die Strecke ist auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt und technisch etwas weniger anspruchsvoll als andere. Dennoch verzeiht sie keine Fehler. Das gesamte Starterfeld bewegt sich mittlerweile auf einem solch hohen Niveau, dass alle Teilnehmer relativ nahe beieinander liegen und nicht ganz optimal abgestimmtes Material oder kleinste Fahrfehler den Ausschlag über Sieg oder Niederlage geben können. Die Hitze während des gesamten Rennwochenendes war erdrückend. Sieben Schweizer Athletinnen und Athleten waren gelistet, fünf davon vom Schlittel- und Rodelclub Grindelwald. Der Doppelsitzer des SRCG mit Albert Steffen und Jérôme Almer konnte beim Auftaktrennen am Samstag bereits einen Sieg erringen. Sie gewannen vor den Österreichern Thomas und Andreas Sölkner und Markus und Gabriel Trieb. Auch bei den Einsitzern konnte Steffen einen Erfolg verbuchen: Er gewann die Herren Altersklasse I + II vor den Brüdern Markus und Manfred Trieb. Einzig Thomas Sölkner war über alle Herrenkategorien schneller als er. Jérôme Almer wurde hinter den Sölkner-Brüdern Thomas und Andreas Dritter in der allgemeinen Herrenkategorie. Zweitbester Schweizer wurde Michael Ammann vom SRCG, der sich erstmals in die Top Ten über alle Kategorien herantastete.
Am Sonntag vermochte das Doppelsitzer-Gespann Steffen/Almer den Sieg vom Vortag nicht zu verteidigen: Sie mussten sich hinter den Sölkners und den Triebs mit dem dritten Platz begnügen. Im Einsitzer-Bewerb konnte sich Steffen hingegen mit Abstand gegen die Österreicher Alfred Achenrainer und Gerhard Zöhrer über die Herren-Gesamtkategorie durchsetzen. Michael Ammann wurde als zweitschnellster Schweizer Neunter von 31 Teilnehmern. Christian Bauer vom ISCD Davos fuhr im zweiten Lauf die zweitbeste Schweizer Laufzeit und belegte den 18. Schlussrang, was sich für eine RoRo-Wettkampfpremiere durchaus sehen lassen kann.
Erwähnenswert ist schliesslich, dass die schnellsten Laufzeiten (über alle Damen- und Herrenkategorien) am Sonntag von zwei Damen herausgefahren wurden, der Tirolerin Riccarda Ruetz und der Deutschen Lisa Walch. Als Saison-Highlight folgt bereits nächstes Wochenende die Rollenrodel-Weltmeisterschaft im baden-württembergischen Bühl-Neusatz, zu dem sechzehn Schweizer Rennfahrerinnen und Rennfahrer anreisen werden.
FIL Weltcup: Finale in Umhausen
Foto © Miriam Jennewein, Instagram: photolove_official_wedding, photolove-official.at
Rennbericht FIL Weltcup Umhausen 18./19. Februar 2023
21-FEB-2023 - Michael Ammann
In Umhausen im Ötztal, Tirol, wurde die FIL-Naturbahnrodel-Saison mit einem Weltcup-Doppelrennen abgeschlossen. Die Strecke Grantau ist ein weiterer Klassiker in der Rennrodel-Szene. Sie wird von den Athleten als extrem technisch und schwierig beschrieben. Für Einsteiger ist sie auf jeden Fall nicht geeignet. Sie weist sehr viele Schwünge und Kehren auf, die präzises Bremsen erforderlich machen. Aufgrund ihrer Beschaffenheit ist sie sehr wellig. Eine weitere Besonderheit ist, dass es nicht wirklich eine Ideallinie zu geben scheint, da sehr viele unterschiedliche Fahrstile in ähnlichen Laufzeiten resultieren können. Der hohe Grad an Abwechslung zwischen schnellen und technischen Passagen macht sie zu einer der attraktivsten Strecken im Weltcup.
Wie immer begann das Rennwochenende mit Trainingsläufen, die an zwei Tagen, Donnerstag und Freitag, durchgeführt wurden. Dabei sorgte Stefan Federer vom SRC Grindelwald für eine Schweizer Überraschung. Beim zweiten Training gelang ihm, bedingt durch die hohen Temperaturen und die frühe Startnummer, ein Exploit. Er fuhr auf den 2. Platz und musste sich lediglich dem Hausherrn der Grantau, Thomas Kammerlander, geschlagen geben.
Wegen ebenjenen hohen Temperaturen wurde das Programm am Samstag gestrafft, da die Strecke mit jedem Fahrer in Mitleidenschaft gezogen wurde. So wurde der Bewerb mit nur einem einzigen Lauf pro Kategorie durchgeführt. Das Abendrennen bei stark aufgeweichter Strecke gewann der Lokalmatador Thomas Kammerlander vor dem Italiener Florian Clara und dessen Landsmann, dem Junior Fabian Brunner. Die beiden Athleten vom SRC Grindelwald, Stefan Federer und Jérôme Almer, belegten die guten Ränge 6 und 11. Federer behauptet von sich, eine Podestchance vergeben zu haben. Bei den Damen gewann die Favoritin, die Italienerin Evelin Lanthaler, vor ihrer Landsfrau Greta Pinggera und der Österreicherin Tina Unterberger.
Am Sonntag wiederum beharrten die Organisatoren darauf, gemäss dem vorgesehenen Programm zu fahren. Das sonnige Wetter bescherte dem Ötztal Temperaturen von 12 Grad im Schatten. Die Strecke war dementsprechend matschig, wellig und wies mit der Zeit tiefe Furchen auf. Dass sie trotzdem befahrbar blieb, hatte man den Helfern zu verdanken.
Stefan Federer hatte schon seit Januar mit Rückenproblemen zu kämpfen und sah sich deswegen nicht imstande, am Abschlussrennen teilzunehmen. Jérôme Almer blieb der einzige Teilnehmer des SRCG und beendete das Rennen auf dem 15. Rang. Bei den Herren war Thomas Kammerlander abermals nicht zu schlagen. Er setzte sich relativ knapp vor den Italiener Patrick Pigneter und wiederum recht deutlich vor dessen Landsmann und amtierenden Weltmeister Alex Gruber. Bei den Damen blieb fast alles wie gehabt, mit dem einzigen Unterschied, dass sich Tina Unterberger dieses Mal vor Greta Pinggera setzen konnte.
Besonders erfreulich aus Schweizer Sicht ist Jérôme Almers 9. Schlussrang nach Punkten in der Gesamtweltcup-Wertung, auch wenn Federer seinen angestrebten Top-Ten-Rang dem Italiener Daniel Gruber vermachen musste und auf dem 11. Platz landete. Somit hat das Schweizer Rennrodel-Team ein wichtiges Ziel, das es sich gesteckt hat, erfüllt. Nicht zuletzt belegt Team Schweiz in der Nationenwertung den guten 5. Rang hinter den Deutschen, den Slowenen, den Österreichern und den Italienern. Dies ist ein Meilenstein für Swiss Sliding: Die Saison 2022/2023 war die bisher erfolgreichste der Sparte Rodeln auf Natureisbahn.
Den Gesamtweltcup bei den Herren holte sich Thomas Kammerlander vor dem Italiener Alex Gruber und dem Österreicher Michael Scheikl. Bei den Damen ergatterte Evelin Lanthaler vor Tina Unterberger und Greta Pinggera den grossen Pokal, wenn die Punktedifferenz zwischen Pinggera und Unterberger auch sehr gering war. Lanthaler hat von sechs Rennen alle gewonnen.
Das Schweizer Team aus Grindelwald kann mit der Saison zufrieden sein. Angesichts der Umstände (Federers Rückenbeschwerden) wurden gute Ergebnisse erzielt. Die Zusammenarbeit zwischen Federer und Almer war äusserst fruchtbar. Federer, der auf eine lange Karriere zurückblicken kann, fungierte als eine Art Mentor für Almer. Die beiden verbrachten etliche Stunden damit, die Schienen zu präparieren und dabei auch zu experimentieren. Das Material war denn auch in den meisten Fällen gut abgestimmt. Federer ist auch in Zukunft gewillt, sein Wissen weiterzugeben und selber aus Erfahrungen zu lernen. Für die nächste Saison wird man eine noch feinere Materialabstimmungen und weitere Top-Ten-Ergebnisse ins Auge zu fassen.
Drei ganz Grosse des Rodelrennsports haben an diesem Wochenende ihre Karriere beendet, namentlich Greta Pinggera und Alex Gruber aus dem Südtirol sowie der Dominator der Grantau, Thomas Kammerlander. Sie wurden unter tosendem Applaus und mit vielen Geschenken verabschiedet. Die internationale Rodelfamilie wird sich noch lange an diese Ausnahmeathleten erinnern und sie sich zum Vorbild nehmen.