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Die Lion Gruppe aus Indonesien wartet Berichten zufolge auf etwa 500 bestellte Boeing und Airbus Flugzeuge. Vor kurzem konnte das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit diversifizieren, indem es Flugzeuge zum Verleih für Fluggesellschaften anbietet. Der erste Vertrag wurde mit einer der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften geschlossen.
Zwei Jahre nach der Gründung des Unternehmens in Singapur hat TP (Transportation Partners) ein Vertrag unterzeichnet drei neue Boeing Maschinen für die Fluglinie 9 Air an zu leihen. 9 Air ist eine Billigfluglinie für Chinas Juneyao Airlines.
Auf den ersten Blick mag der Vertrag über nur drei Flugzeuge als keine große Errungenschaft gelten, aber das Potenzial, welches der chinesische Markt bietet, ist immens. Schätzungen zufolge werden chinesische Fluglinien über die nächsten 20 Jahre ca. 6000 neue Flugzeuge benötigen, um die steigende Nachfrage von Urlaubern und Geschäftsreisenden zu stillen.
Durch die hohe Konkurrenz auf dem Markt der Flugpreise, wird davon ausgegangen, dass Fluggesellschaften in Zukunft immer mehr davon absehen Flugzeuge zu kaufen und mehr dazu neigen werden diese an zu leihen. Durch diese neue Geschäftspraktik werden langfristige Bindungen vermieden und die Flexibilität, mit der sich Fluggesellschaften an geänderte Gegebenheiten anpassen können, wird verbessert.
Die Erwartungen der Geschäftsleitung bzw. die Hoffnung der Firma besteht noch weitere Verträge dieser Art bis zum Ende des Geschäftsjahres abschließen zu können. Dies gilt sowohl für die Fluggesellschaft 9 Air als auch für andere Fluggesellschaften.
Um welche Geldsummen es sich bei einem Vertrag dieser Art handelt, bleibt von der Öffentlichkeit verborgen. Der Vertrag mit der chinesischen Fluglinie ist ein direktes Resultat aus der Neugründung einer Gesellschaft von TP, um die eigene Flotte effektiv verwalten zu können. Des Weiteren wurden von dieser Gesellschaft Flieger im Wert von etwa 45 Milliarden $, mit dem Lieferdatum über die nächsten zehn Jahre verteilt, bestellt.
Die Lion Gruppe hofft durch diesen Schachzug die Flotte an Flugzeugen durch ein starkes Leasinggeschäft effizient verwenden zu können und eventuelle Überkapazitäten an Flugzeugen so effizient managen und Gewinn bringend einsetzen zu können. Der Markt in China gilt als einer der letzten großen Wachstumsgebiete im Bereich der Flugindustrie.
Die Geschäftspraktik der Airlines Überkapazitäten an Flugzeugen im eigenen Besitz an andere Fluggesellschaften zu verleihen, ist grundsätzlich nichts Neues. Ein Novum auf diesem Bereich ist jedoch das Volumen in welchen dieses Leasing stattfinden soll. Bisher wurden Flieger in sehr geringer Stückzahl von einer Fluggesellschaft an eine andere Fluggesellschaft verliehen.
Renommierte Leasinggesellschaften für Flugzeuge fühlen sich durch diese neuartige Entwicklung des Marktes bedroht, da durch den gesteigerten Verleih zwischen den einzelnen Fluggesellschaften, der Markt für die Leasinggesellschaften schrumpft. Diese Leasinggesellschaften für Flugzeuge sind heutzutage ein fester und wichtiger Bestandteil der Branche.
Einige Fluggesellschaften sind dem Beispiel eine neue Geschäftssparte für den Verleih überflüssiger Flugzeuge schon gefolgt. Es bleibt anzunehmen, dass weitere Unternehmen diesen Schritt nachvollziehen werden, umso keine Nachteile in Bezug auf Ihre Konkurrenzfähigkeit einbüßen zu müssen.
Zu den Tatsachen, die Fluggesellschaften davon abhalten könnten diesen Schritt zu gehen, gehören Komplikationen bei der Konfiguration der Flugzeuge vor dem Verleih, aber auch die Notwendigkeit die eigenen Bücher gegenüber einem Konkurrenten oder möglichen Konkurrenten der Zukunft zu öffnen.
Es bleibt abzuwarten wie sich die Flugbranche in Bezug auf den Verleih von Flugzeugen untereinander entwickelt. Die Konkurrenzfähigkeit wird hierdurch sicher gesteigert werden, aber auch die Transparenz des eigenen Geschäfts für mögliche Konkurrenten.