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Konservatorium Bern | grosser Saal
SALVE!
Amandine Beyer baroque violin, guest artistic director and soloist
Lawrence Zazzo countertenor
18.45 Uhr Konzerteinführung
Antonio Vivaldi (1678–1741)
– Nisi Dominus RV 608 nach Psalm 126 für Alt, Streicher und Basso
continuo
– Concerto «in due Cori per la Santissima Assenzione Di Maria
Vergine» RV 581 für Violine, Streicher und Basso continuo
– Salve Regina «per contralto e doppia orchestra» in g-Moll RV 618
– Concerto «Il Proteo ò il mondo al rovverscio» RV 544 für Violine,
Cello, Streicher und Basso continuo
– Stabat Mater RV 621 für Alt, Streicher und Basso continuo
Die Geschichte der Wiederentdeckung eines grossen Teils von
Vivaldis Werk in 1926 liest sich wie ein Krimi. Von einem piemontesischen
Kloster mit Finanzbedarf bis hin zur Nationalbibliothek
in Turin, die erst den Wert der Sammlung erkannte und die
über 300 Volumen von seltenen Ausgaben, Manuskripten und Skizzen
zusammenführte und für die Forschung aufbewahrte. Dies alles
musste geschehen, ohne dass gierige Händler davon Kenntnis
nehmen konnten. Dieser Fund zerschlug den damaligen Verdacht,
der Priester Vivaldi, wie andere Kleriker unter den Komponisten,
hätte die Vokalmusik völlig vermieden.
Vivaldi war nicht nur ein Kenner der menschlichen Stimme und
ihrer Möglichkeiten, er wusste sie auch effektvoll im Wettstreit mit
dem Orchester einzusetzen. In den mehrsätzigen Solokantaten
Stabat Mater und Salve Regina zu Ehren der Jungfrau Maria klingt
die Dramatik nach, die Vivaldi in seinen zahlreichen weltlichen
Bühnenwerken erprobt hatte.
Expressiv virtuos, aber auch zu Tränen rührend: die Stimme eines
Countertenors verkörpert den Klang des Barocks in reiner Form.
Lawrence Zazzo ist ein Künstler, der die Technik und die Stimmfarben
dieses Fachs perfekt gestaltet. Er wurde in Philadelphia
geboren und studierte Englisch und Musik an der Yale Universität
sowie am King’s College, Cambridge.
Während seines Gesangsstudiums am Royal College of Music in
London debütierte er mit grossem Erfolg als Oberon in Benjamin
Brittens A Midsummer Night’s Dream. Seither singt er in allen
grossen Opernhäusern der Welt, unter anderem Metropolitan
Opera, Opera de Paris, Covent Garden, Staatsoper Berlin, mit
Dirigenten wie René Jacobs, William Christie, Nikolaus Harnoncourt.
Sein Repertoire umfasst sowohl Werke der Vergangenheit als auch
neue Musik. Lawrence Zazzo hat mehrere Werke auf CD oder DVD
aufgenommen, unter anderem Giulio Cesare, Messiah, Rinaldo,
Riccardo Primo, Fernando Ré di Castiglia oder Chichester Psalms
des amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein.
Weltweit gefeiert, ist Amandine Beyer immer auf der Suche nach
frischen Klangerlebnissen und ungehörtem Repertoire. Sie versteht
es, das Bild der Barockmusik ständig zu erneuern. Seit mehreren
Jahren begeistert und überrascht sie das Berner Publikum immer
wieder gemeinsam mit der CAMERATA BERN.
Weitere Aufführung :
6. Dezember | Mittwoch | 19.30 Uhr | Konservatorium