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Im Beitrag werden die Begriffe Multidisziplinarität, Interdisziplinarität und Transdisziplinarität kurz erklärt und auf das Forschungsfornat Reallabor bezogen. Dabei werden zwei Bedeutungen von Transdisziplinarität unterschieden: Eine erste, in der Transdisziplinarität bedeutet, dass die Grenzen disziplinärer Theorien und Wissensbestände überschritten (transzendiert) werden und ein Wissen erzeugt wird, das eine echte Integration darstellt. Eine zweite, in der Transdisziplinarität bedeutet, dass bei der Wissensproduktion die Grenzen des Wissenschaftssystems überschritten (transzendiert) werden, indem auch Akteure daran partizipieren, die nicht Teil dieses Systems sind. Der Beitrag diskutiert insbesondere dieses zweite, akteurorientierte Verständnis von Transdisziplinarität, das in der Nachhaltigkeitsforschung und in Reallaboren in besonderer Weise verbreitet ist. Er geht auf Herausforderungen und Bedingungen des Gelingens transdisziplinärer Forschung ein sowie darauf, was Reallabore zu Transdisziplinarität beitragen. Reallabore sind mehr als transdisziplinäre Projekte: Während transdisziplinäre Forschung zwar durchaus beansprucht, gesellschaftlich relevant zu sein und gesellschaftliche Wirkung zu zeigen, dies aber immer eher ein "auch" darstellt, wollen Reallabore explizit transformativ tätig sein, und ihre Aktivitäten wie etwa Realexperimente sollen unmittelbarer in der gesellschaftlichen Praxis verankert sein. Reallabore sind denn auch möglicherweise eine aktualisierte Irritation der Wissenschaft, und zwar durchaus in Abgrenzung zu einer 'nur' transdisziplinären Forschung. Das Forschungsformat Reallabor fordert das Wissenschaftssystem aufs Neue heraus, über die Rolle von Wissenschaft und Forschung in der und für die Gesellschaft nachzudenken.