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Krankheiten der Brut und der erwachsenen Bienen
Varroose
Eine der gegenwärtig grössten Plagen für die Bienen ist die Varroose. Sie führt ohne Behandlung durch die Imker in den meisten Fällen zum Zusammenbruch der Völker innerhalb weniger Jahre. Die aus dem asiatischen Raum nach Deutschland eingeschleppten, spinnenartigen Raubmilben wurden 1984 erstmals in der Schweiz nachgewiesen und verbreiteten sich in den folgenden fünf Jahren über die ganze Schweiz. Die Ausbreitung erfolgt durch Verflug und Räuberei, durch Schwärme und Drohnen, die in fremde Völker einfliegen oder durch Bienentransporte. Die erwachsene Milbe durchsticht den Panzer der Biene und ernährt sich von der Hämolymphe (Bienenblut), was zur Hemmung der Flugaktivität und zur Verkürzung der Lebensdauer führen kann. Dazu infiziert sie die Biene meist mit weiteren Krankheitserregern. Der ganze Entwicklungszyklus des Parasiten erfolgt von der Eiablage bis zur Geschlechtsreife innerhalb der Brutzellen. Durch das Saugen der Hämolymphe wird die Made geschwächt. Neben der Übertragung von viralen Infektionen wird auch die Entwicklung zur Biene gestört und hat eine Reduktion des Schlupfgewichtes sowie Missbildungen beim Abdomen und den Flügeln zur Folge.
Da die europäischen Bienen keine wirksamen, natürlichen Abwehrmechanismen zeigen gegenüber der Varroa, sind die Imkerinnen und Imker gefordert. Sie haben durch geeignete Massnahmen die Entwicklung der Milbe in Grenzen zu halten. Das Bekämpfungskonzept des Zentrums für Bienenforschung Agroscope ALP sieht die periodische Reduktion der Drohnenbrut im Frühjahr, danach die Behandlung mit Verdampfung organischer Säuren oder ätherischer Öle (Ameisensäure/Thymol) im Juli bis September und die Winterbehandlung mittels Oxalsäure (träufeln, besprühen oder verdampfen) vor.
Virosen
Bis heute wurden etwa 18 verschiedene Bienenviren beschrieben. Häufig verursachen die Viren kein typisches Krankheitsbild. Sie sind oft latent im Volk vorhanden und können sich in Stresssituationen (insbesondere auch bei Varroose) stark vermehren.
Vergiftungen
Vergiftungen sind meist auf Pflanzenschutz-Spritzungen auf Blüten oder honigtauhaltiges Blattwerk zurückzuführen. In letzter Zeit erfolgten auch Vergiftungsmeldungen durch in die Luft abgegebene Partikel von Beizmitteln für Saatgut. Je nach Giftstoff resultiert eine Wirkung direkt auf die erwachsenen Bienen oder verzögert nach dem Eintrag in das Volk durch Schädigung der Brutentwicklung die Entwicklung des Volkes.