Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03116.jsonl.gz/777

Den im Kanton Schaffhausen wohnhaften Personen, welche ein Vermögen von mehr als zwei Millionen Franken versteuern, soll wegen der negativen Auswirkungen von Corona während fünf Jahren ein Solidaritätsbeitrag auferlegt werden. Davon betroffen wären 1100 Personen, die dem Kanton und den Gemeinden während fünf Jahren jährlich zwei Millionen mehr Vermögenssteuern abliefern müssten. Insgesamt kämen so 10 Millionen Franken zusammen, welche die öffentliche Hand zur Milderung der finanziellen Auswirkungen der Pandemie in Bereichen wie Gesundheit, Kultur, Sport, Gastronomie, Tourismus und Bildung verwenden könnte. Diese kantonale Corona-Initiative ist einmal mehr eine charmante Idee der üblichen Verdächtigen. Was wohl SP, AL und Grüne zum Ansinnen sagen würden, den Angestellten von Kanton und Gemeinden das Gehalt in den nächsten fünf Jahren um 1 Prozent zu kürzen, um so Familien mit tiefen bis mittleren Einkommen zu unterstützen? In der kantonalen Verwaltung liegt das Durchschnittsgehalt immerhin bei über 100‘000 Franken pro Jahr; da schmerzen doch 80 Franken weniger pro Monat nicht so sehr, insbesondere unter Berücksichtigung, dass Angestellte der öffentlichen Hand in den Genuss hoher Jobsicherheit und regelmässiger Lohnerhöhungen kommen. Ob die Angestellten von Stadt und Kanton Schaffhausen zu einem solchen Solidaritätsbeitrag bereit wären? Immerhin kämen so pro Jahr rund 2,5 Millionen zusammen. Der Königsweg dürfte wohl ein kantonaler Solidaritätsfonds sein, in den alle Schaffhauserinnen und Schaffhausen freiwillig einzahlen können. Ich verstehe Solidarität so, dass alle einen Beitrag leisten sollen. Oder liege ich da falsch?
Peter Wullschleger, Schaffhausen