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Ruedi Keel v/o k.k., 16.12.1921 – 29.10.2015
29.10.2015 - Albert Wyss v/o Manna
Nachruf
Dr. iur.
Ruedi Keel v/o k.k.
Kyburger
16.12.1921 – 29.10.2015
Dr. Ruedi Keel v/o k.k. ist am 16.12.1921 in St. Gallen geboren und seiner Stadt zeitlebens treu geblieben. Er hat deren kulturelles und öffentliches Leben bis in sein hohes Alter aktiv mitgestaltet und mit vifem Geist begleitet.
k.k. besuchte 1936 bis 1942 das Gymnasium in Engelberg. Nach eigener Aussage wurde dort seine Begeisterung für die deutsche Sprache geprägt und gefördert. Obwohl ihn Geschichte und Germanistik eigentlich mehr interessierte, widmete sich k.k. wegen besseren Berufsaussichten nach dem Aktivdienst als Leutnant dem Jus-Studium an den Universitäten Freiburg und Zürich. 1949 schloss er das Studium als Doktor der Jurisprudenz ab.
Während der Gymnasialzeit trat k.k. der Angelo Montana bei, 1943 trat er in Freiburg der Neu-Romania und im WS 1944/45 in Zürich den Kyburgern bei. Dort amtete er auch als versierter Aktuar und Fuxmajor.
Im Juli 1952 heiratete k.k. Annemarie Huber, mit der er eine grosse Familie hatte : 3 Söhne (leider ist Andreas kurz nach der Geburt gestorben) und vier Töchter. Eine der Töchter, Brigitta, ist die Ehefrau unseres Altherrn Drama. Nach über 60, wie k.k. schrieb, „sehr glücklichen Ehejahren“ verstarb leider Annemarie diesen Sommer.
1951 erwarb Dr. Ruedi Keel das st. gallische Anwaltspatent. 1953 gab er die Anwaltstätigkeit auf, da er als Amtsvormund der Stadt St. Gallen gewählt wurde. Fünf Jahre später wurde er Stellvertreter des Stadtschreibers. Schon nach einem Jahr fand er zu seinem Traumberuf, er wurde Inlandredaktor bei der Zeitung „Die Ostschweiz“. Seine objektive Berichterstattung und die klaren politischen Kommentare wurden in weiten Kreisen hoch geschätzt. Wegen der hohen beruflichen Beanspruchung und den vielen Abwesenheiten entschloss sich der besorgte Familienvater zu einem Berufswechsel. k.k wurde Generalsekretär des Departementes des Innern. Die vielseitige Aufgabe entsprach den ebenso vielseitigen Begabungen von k.k. Als scharfsinniger Jurist mit grosser menschlicher Einfühlgabe und als belesener Kulturliebhaber war er in den Bereichen Organisation, Sozialfürsorge und vor allem bei der Kulturförderung in seinem Element. k.k. erwarb sich ein umfassendes Wissen über die zahlreichen Kulturgüter im In- und angrenzenden Ausland. Wir Ostschweizer Kyburger durften bei den früher jährlich stattfindenden Kulturanlässen in der Schweiz und im nahen Ausland auf seine profunden Kenntnisse bei Führungen zählen. Er war auch künstlerisch begabt. Er schrieb Gedichte (für den Hausgebrauch wie er betonte) und machte Skizzen und malte Aquarelle. Auf Wunsch seiner Söhne und Töchter hat uns k.k. anlässlich seines 90. Geburtstages ein handgeschriebenes und selbst illustriertes Büchlein hinterlassen.
Als religiöser, aber durchaus auch kritischer Denker verfasste k.k. zahlreiche Artikel zu ethisch-religiösen und politischen Themen. Er engagierte sich auch in ehrenamtlichen Tätigkeiten, z.B. als Präsident des Katholischen Schulvereins (Flade), als Chronist des Historischen Vereins, im Vorstand der Gemeinnützigen Gesellschaft, als Sänger und Präsident des Kirchenchors Heiligkreuz, als Defensor vinculi (Ehebundverteidiger) am diözesanen Ehegericht, als Mitglied des Mohrenkomitees (Fasnachtskomitee, das aus einem katholischen Zirkel hervorgegangen ist und jeweils am Schmutzigen Donnerstag einen sehr bekannten Fasnachtsball durchführte) und in vielen anderen Institutionen. Beim Mohrenball schaute er dabei vor allem, dass alles „gesittet“ ablief.
k.k. nahm trotz seines breiten Engagements regelmässig an Kyburger-Anlässen teil und besuchte bis vor kurzem unseren Regionalstamm in St. Gallen.
Mit k.k. hat eine liebenswerte und vielseitig begabte Persönlichkeit sein grosses und reichhaltiges Lebenswerk beendet; er ruhe in Frieden.