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Die Brasilianer nennen die “Grotte der Wunder” (Gruta dos Milagres), und diese Höhle befindet sich auf dem Territorium von Planaltina de Goiás, einer Satellitenstadt des Regierungsbezirks von Brasília. Sie enthält einen Schatz: Höhlenmalerei, die von einer Archäologin in den 1970er Jahren auf ein Alter von 11.000 Jahren datiert wurde.
Die Höhle erreicht man auf der Fernstrasse BR-020. Nach der Tankstelle in Itiquira biegt man links ab, in Richtung Brasilinha, auf dessen zentraler Avenida man den Ort bis zum Ende durchquert. Dann biegt man rechts ab und befährt eine Erdstrasse, bis man eine private Fazenda erreicht, auf deren Territorium sich die Höhle (Gruta) befindet.
Durch dichten Wald führt ein Pfad zum Haupteingang des Höhlensystems, durch ihn betritt man den so genannten “Unteren Salon“. Platziert im Kalkstein eine Figur der “Nossa Senhora“ aus dem Jahr 1960, und eine Schachtel mit Fürbitten, Gebeten und Fotos. Es gibt ausserdem noch einen Altar aus derselben Zeit, vor dem sich Taufen und Hochzeiten abgespielt haben.
Die anschliessenden Höhlengänge sind ein Auf und Ab durch enge Passagen, mit sechs unterschiedlichen vertikalen Levels. Vom unteren Boden bis zum oberen Dachgewölbe sind es einhundert Meter. Wie die Instruktorin für ambientale Erziehung erklärt, ist deshalb zur Begehung der Gänge eine Sicherheitsausrüstung notwendig, wie Overall und Helm. “Wir müssen einen Helm tragen, weil das Risiko besteht, sich den Kopf an den Felsen zu stossen. Wir passieren einige enge Verbindungen, und das zweite Teil der Ausrüstung, genauso wichtig, ist die Beleuchtung“.
Und auf die Tiere sollte man ebenfalls achtgeben. Es gibt giftige Spinnen und Fledermäuse in der Höhle. Sogar mumifizierte Hunde entdeckt man, die vor mehr als zehn Jahren hier gestorben sind. Es ist nicht gestattet, die Zeichnungen an den Wänden mit der Hand zu berühren, den die menschlichen Finger besitzen eine natürliche Fett- und Säurebeschichtung, die durch ihren Kontakt die Naturfarben der Felsmalerei beeinträchtigen können.
In der Höhle sind es aber nicht nur die Jahrtausende alten Felsmalereien, die auffallen. Einige wurden leider Opfer von Graffiti-Vandalen. Auch einige Teile der Wände wurden gewaltsam herausgerissen und man entdeckt in einigen Ecken zurückgelassenen Abfall der Wegwerfgesellschaft.