Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03192.jsonl.gz/1124

Einst die Hauptstadt Kubas mit vielen Sklaven wurde Santiago de Cuba zum Mittelpunkt der Unabhängigkeitsbewegung und wird heute zu Recht als Heldenstadt bezeichnet.
Das Motto der zweitgrössten Stadt Kubas lautet «Gestern rebellisch, heute gastfreundlich, immer heldenhaft» und kommt nicht von ungefähr, schreibt Santiago de Cuba doch eine sehr bewegte Geschichte, die 1515 mit der Stadtgründung durch einen spanischen Gouverneur beginnt. 1523 wurde Santiago zur Hauptstadt Kubas ernannt und trug diesen Titel 33 Jahre lang. Bis dahin war der Ort Hauptstützpunkt der spanischen Kriegsmarine in der Karibik und entwickelte sich zu einem bedeutenden Ankunftshafen für Sklavenschiffe aus Westafrika. Während der haitianischen Revolution ab 1791 flohen viele französische Grossgrundbesitzer hierher. Sie brachten noch mehr Sklaven mit, die Santiago nachhaltig in Sachen Musik und Tanz prägten, aber auch technische Kenntnisse, kurbelten Kaffee- sowie Zuckerrohranbau an und beeinflussten das kubanische Bürgertum mit ihren liberalen Vorstellungen. Die Wirtschaft florierte. Ab 1868 kämpften die USA gegen die Spanier in Unabhängigkeitskriegen. Der Sieg der USA führte zwar zum Ende der spanischen Kolonialherrschaft über Kuba, doch Frieden war im von Unruhen geplagten Land lange nicht eingekehrt: Am 26. Juli 1953 wollte eine Gruppe um den damaligen Rechtsanwalt Fidel Castro den regierenden Diktator Fulgencio Batista stürzen. Obwohl der Versuch erfolglos war, geht das Datum in die Geschichtsbücher ein, denn dies war der Startschuss der kubanischen Revolution. Die Aktivisten der «Bewegung des 26. Juli» gaben nicht auf und starteten 1956 einen neuen bewaffneten Kampf, der mit der Flucht des Diktators, am 1. Januar 1959, endete. Ab diesem Zeitpunkt wurde Fidel Castro für beinahe ein halbes Jahrhundert Regierungschef. Er betitelte Santiago
de Cuba als «Heldenstadt der Republik Kuba», zum Dankfür die besonderen Verdienste der Bürger um die Revolution. Sein Nachfolger ist seit 2008 sein Bruder Raúl Castro.
Lage
Die Provinzhauptstadt Santiago de Cuba liegt im äussersten Südosten Kubas, am Fusse der Sierra Maestra und am Karibischen Meer. Über 500’000 Einwohner, von denen noch heute ein Grossteil afrikanischer Abstammung ist, verteilen sich auf einer Fläche von rund 1030 km2.
Namhafte Bauten
Das älteste Bauwerk Kubas, die «Casa de Diego Velazquez», wurde zwischen 1516 und 1530 für den spanischen Eroberer und ersten Gouverneur Kubas, Diego Velazquez, errichtet. Die im Jahr 1637 erbaute Festung El Morro gilt als das besterhaltene und vollständigste Beispiel der spanisch-amerikanischen Militärarchitektur. Heute ist die Burg ein Museum und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die bekannte Destillerie Bacardí & Ca. wurde 1862 hier gegründet, steht heute jedoch auf den Bahamas.