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Die Schilddrüse
Die Schilddrüse, lateinischer Name, Glandula thyreoidea, ist beim Menschen ein schmetterlingsförmiges Organ, das sich unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre schmiegt.
Aus Eiweiss und Jod produziert sie die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin.
Die Schilddrüsenhormone beeinflussen nebst dem Stoffwechsel unter anderem auch den Kreislauf, was Wachstum sowie unser psychisches Wohlbefinden.
Die Schilddrüse ist Ausgangspunkt für zahlreiche Erkrankungen, die unter anderem zu Störungen des Hormonstoffwechsels führen und eine Unter – oder Überfunktion der Schilddrüse hervorrufen können.
Die Unterfunktion nennt man Hypothyreose und die Überfunktion ist die Hyperthyreose.
Am bekanntesten bei uns ist die Hypothyreose, also die Unterfunktion.
Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten Autoimmunerkrankungen.
Frauen leiden in der Regel fünf – achtmal so häufig an einer Unterfunktion wie Männer.
Eine Hypothyreose tritt auf, wenn zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden. Die Folge davon; die Körperprozesse verlangsamen sich, das Schlddrüsengewebe beginnt sich zu zerstören.
Das Problem daran ist, dass sich dies oft schleichend entwickelt und man über längere Zeit keine Symptome hat, da sie vor allem zu Beginn nur geringe Beschwerden zeigt.
Die Ursache für eine Unterfunktion der Schilddrüse kann aber auch in einer Störung der Schilddrüse selbst liegen.
Es kann auch dazu kommen wenn die wichtigen Regelzentren im Gehirn, der Hypothalamus und die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) nicht richtig arbeiten, welche für die Hormonbildung zuständig sind.
Bemerkbar macht sich die Krankheit schliesslich durch Energie und Kräfteverlust, durch Übergewicht, Konzentrationsstörungen und ausgeprägte Kälteempfindlichkeit. Weiter kann es zu Verstopfung, trockener Haut, Haarausfall, langsamem Puls oder sogar zu Depressionen kommen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich neben den obengenannten Symptomen auch in typischen Veränderungen der Laborwerte.
Der wichtigste Wert ist das Thyroid Simulating Hormon, kurz THS genannt, welches bei einer Unterfunktion erhöht ist.
Ein Jodmangel, meist durch eine sehr einseitige Ernährung bedingt, kann auch für eine Hypothyreose verantwortlich sein, ist aber in unseren Breitengraden höchst selten mehr anzutreffen. Dieser zeigt sich dann eher in Form eines Strumas, eines Kropfes welches sich an der Schilddrüse bildet.
Die Schilddrüsenunterfunktion ist grundsätzlich nicht heilbar und muss daher dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden.
Das Ziel dabei ist es, den Hormonmangel auszugleichen und damit die Beschwerden zu lindern.
Im Gegenzug dazu sind die Symptome einer Hyperthyreose, also der Schilddrüsenüberfunktion, Gewichtsverlust, vermehrter Stuhlgang, Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Herzklopfen, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Hitze sowie starkes Schwitzen. Was aber den meisten Angehörigen von Betroffenen auffällt, ist die stark erhöhte Nervosität, die Unruhe und den Drang immer in Bewegung zu sein.
Die am meisten gefürchtete Komplikation der Schilddrüsenüberfunktion ist die thyreotoxische Krise. Dabei handelt es sich um eine extreme Erhöhung der Schilddrüsenhormone, die unter Umständen auch tödlich enden kann.
Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion können verschiedene Grunderkrankungen sein, die gründlich abgeklärt werden müssen.
Die häufigsten sind die Immunthyreopathie vom Typ Morbus Basedow und die funktionelle Autonomie.
Bei Morbus Basedow handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, das Immunsystem produziert Abwehrstoffe, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. (Autoantikörper) Der bei Morbus Basedow auftretende Autoantikörper regt die Schilddrüsenzellen dazu an, vermehrt Schilddrüsenhormon zu bilden.
Häufigste Ursache für eine Hyperthyreose bei älteren Menschen ist die funktionelle Autonomie.
Bei der funktionellen Autonomie entziehen sich Teile der Schilddrüse dieser Steuerung durch TSH - die autonomen Areale bilden selbstständig Schilddrüsenhormone.
Behandelt wird auch die Hyperthyreose mit Medikamenten und die Betroffenen können ein ganz normales Leben führen.