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Gibt es Altruismus? Die Hand, die nichts verlangt
17. Juli, 2017
Im Tages-Anzeiger vom 17. Juni wurde die Frage aufgeworfen, was Menschen dazu bringe, selbstlos zu helfen bzw. was es mit dem damit plakatierten Altruismus so auf sich habe. Vieles spricht dafür, dass im Grund jeder Handlung oder Verweigerung die Selbsterhaltung und die Arterhaltung – also der Lebenstrieb – steht. Sehr unterschiedlich sind nur die Aktivitäten die ein Individuum entfaltet, um halb bewusst, halb unbewusst Selbsterhaltung zu betreiben. So kann persönliche Aufopferung ein Opfern für ein Kollektiv sein, um es in einer bestimmten Situation vor Schlimmeren zu bewahren. Oder wie im Artikel am Fall von Mutter Theresa ausgeführt wird: Hilfe für Kranke und Arme seien immer von deren Bekehrung zum Christentum abhängig gewesen. Ich kann dies nicht beurteilen, aber falls es so gewesen wäre, würde es nur bestätigen, dass Mutter Theresa Arterhaltung über die Stärkung ihres christlichen Kollektivs betrieben hat. Ihre persönlichen Vorstellungen ihr Handeln betreffend mögen anders gewesen sein, aber unbewusst hat sie Arterhaltung betrieben. Natürlich könnte man – wie es im Artikel geschieht – in diesem Zusammenhang nach Dawkins von “egoistischen Genen” sprechen, aber die Frage stellt sich doch, ob Gene in ihrer Funktion als Softwarepaket zur Herstellung von Aminosäuren einen Selbstwillen und ein Selbstbewusstsein haben. Eher nicht.
Pellegrino