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Robert Helbling (1874-1954) war in mehrfacher Hinsicht ein Pionier: als Bergsteiger, als Vermessungstechniker und als Unternehmensgründer. In einer neuen Biografie zeichnet Bernard Ruetz sein wechselvolles Leben nach. Sie beschreibt zunächst einen jungen, lebenslustigen Draufgänger und Freigeist, der seine Zeit lieber auf Berggipfeln und in Wirtshäusern verbringt als mit Studium oder Arbeit.
Die Faszination für die Berge führt den Geologen nach Studienabschluss zunächst nach Argentinien, wo er eine Kupfermine führt, Vermessungen durchführt – und dazwischen immer wieder Expeditionen unternimmt; so besteigt er als dritter Mensch den Aconcagua, den höchsten Gipfel Amerikas mit 6961 Metern über Meer.
1907 nimmt Helblings Leben eine dramatische Wendung, als sein bester Freund Heinrich Spoerry bei der gemeinsamen Besteigung des Matterhorns in einem Unwetter ums Leben kommt. Die Tragödie bringt Helbling nicht nur der Witwe des Verstorbenen näher, die er drei Jahre später heiratet, sondern bewegt ihn auch dazu, sein Leben in geordnetere Bahnen zu lenken. Er gründet in Flums sein eigenes Vermessungsbüro und wird zu einem Pionier der Stereophotogrammetrie, einem Verfahren der Bildmessung.
1921 gründet Helbling zusammen mit Heinrich Wild und Jacob Schmidheiny ein Unternehmen zur Herstellung von Vermessungsinstrumenten, das später zum Weltkonzern Wild Heerbrugg werden sollte. Weil er aufgrund des zunächst harzigen Geschäftsverlaufs aus der Firma aussteigt, bleibt ihm vom Erfolg finanziell wenig. Dennoch blickt Robert Helbling, als er 1954 stirbt, auf ein reiches Leben zurück. Das Buch darüber wird am Freitag, 24. März, an der ETH Zürich vorgestellt. (lz)
Bernhard Ruetz: Robert Helbling – Alpinist, Vermessungspionier, Firmengründer. Humlikon: Ars Biographica, 2022.