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Die Perimeterdämmung bezeichnet die Dämmung des Gebäudes unterhalb der Erdkante. Dadurch variieren die Anforderungen nicht nur regional sehr stark, sie sind grundsätzlich ausserordentlich anspruchsvoll im Aufbau als auch der Montage. Im Rahmen der durch das nationale Energiegesetz EnG sowie der kantonalen Umsetzungen vorgeschriebenen Mindestanforderungen auf kompetente Planung und Ausführung zu achten.
Beim Hausbau entspricht die Perimeterdämmung der Dämmung der vom Erdreich umgebenden Teil eines Gebäudes, also alles unterhalb der Erdkante. Gut bekannt ist dabei auch bei Laien die Perimeterdämmung, die seitlich an den Kellerwänden angebracht wird. Aber auch die Boden- oder Sockelplatte kann mit einer Perimeterdämmung versehen werden. Weil das jedoch vor dem Neubau ausgeführt werden muss, ist diese Form der Gebäudedämmung zum Erdreich weniger bekannt. Allerdings kann auch eine innenliegende Sockeldämmung vorgenommen werden.
Die Perimeterwärmedämmung darf nicht mit der vertikalen Drainage verwechselt werden. Dabei handelt es sich um ähnlich aussehende Platten, die ebenfalls aussen an der Gebäude- bzw. Kellerwand im Erdbereich angebracht werden, jedoch mit der Aufgabe, Sicker- und Grundwasser abzuleiten. Allerdings ist es möglich, dass die Perimeterdämmplatten mit einer Drainageschicht kombiniert sind. Auch die bituminöse Abdichtung direkt auf der schwarzen Kellerwanne (der bis nach der Jahrtausendwende anerkannte technische Baustandard von Kellerwannen, inzwischen wird die wasserdichte weisse Kellerwanne aus wasserundurchlässigem Beton angewandt) stellt noch keine Perimeterdämmung dar.
Dafür hat die Perimeterdämmung zusätzlich die Aufgabe, die bituminöse Abdichtung vor massivem Wasserkontakt zu schützen, denn Bitumen zersetzt sich, wenn es permanent mit Wasser in Kontakt ist. Daraus ergibt sich der nachfolgend mögliche Aufbau (von innen nach aussen):
Die Perimeterdämmplatten werden dabei vollständig mit der Kellerwand verklebt. Die Kellerwand muss zu hundert Prozent mit dem Klebemörtel versehen werden. Dann werden die Dämmplatten auf Stoss angeklebt. Das Verkleben hat unter anderem die Aufgabe, dass die Dämmplatten nach dem Verfüllen der Baugrube nicht mit dem sich absetzenden Erdreich abrutschen und damit die Wärmedämmwirkung beeinträchtigen können.
Die Perimeterwärmedämmung bringt weitere Vorteile neben der Wärmedämmung mit sich. So schützt es die Bitumenschicht zusammen mit der vertikalen Drainage gegen Stauwasser. Dadurch wird die Standzeit, also die Lebensdauer der Dichtschicht, erheblich verlängert. Wartungsarbeiten können dann in grösseren Zyklen als üblich durchgeführt werden und sparen neben Energie auch an ansonsten häufigerem Arbeitseinsatz ein. Ausserdem wird die Kellerwand effizienter gegen Feuchte und Nässe und dadurch verursachte Schäden an der Bausubstanz geschützt.
Perimeterdämmungen können bei Neubauten und im Bestand angebracht werden. Bei der Perimeterwärmedämmung von Bestandsgebäuden sind die verhältnismässig hohen Kosten zu berücksichtigen, da auch der Erdaushub zeitaufwendig ist. Je nach Umfang der Perimeterdämmung liegen die Kosten im Durchschnitt zwischen 70 und 110 SFR. Insbesondere im Zusammenhang mit einer gleichzeitig vorgenommenen Fassadendämmung wie beispielsweise der Montage eines Wärmedämm-Verbundsystems können über das schweizerische Gebäudeprogramm in den jeweiligen Kantonen Fördermittel für die Perimeter-Wärmedämmung ausgeschöpft werden.
Lange Zeit beherrschten vor allem Dämmmatten aus Polystyrol (XPS Dämmplatten und EPS Dämmplatten) den Markt. Inzwischen wird aber auch Glasschaumgranulat, Schaumglasplatten sowie Blähglas eingesetzt. Schaumglasplatten zum Beispiel werden zu 100 Prozent aus Altglas recycelt und bieten damit einen positiven Wert bei der Ökobilanz (Kosten Herstellung, Kostenersparnisse Energie während der Nutzung, Energieaufwand beim Abriss bzw. dem Recycling). Die Ökobilanz von Polystyrolplatten ist natürlich deutlich schlechter. Bei XPS Dämmplatten handelt es sich um extrudierte Polystyrolplatten, bei EPS-Dämmplatten um expandierte Polystyrolplatten. Der Unterschied zu EPS-Platten, die als WDV-System für Fassaden verwendet werden, liegt in der hydrophoben Beschichtung (EPSh).
Die Bedeutung der Perimeterdämmung kann erheblich sein. Explizit bei Kellerräumen, die als Wohnraum genutzt werden, ist das Energieeinsparpotenzial sehr hoch. Wie bei Fenstern oder Fassaden ist auch bei der Perimeterdämmung der U-Wert, der Wärmedurchgangskoeffizient in Watt pro Quadratmeter und Kelvin, entscheidend. Je kleiner der U-Wert ist, desto effizienter die Wärmedämmwirkung. Nachfolgend einige U-Werte am Beispiel einer Perimeterdämmung aus EPS-Dämmplatten in unterschiedlicher Stärke. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die EPS-Platten ebenfalls unterschiedliche U-Werte aufweisen, hier als Beispiel 0,038 W/qmK:
U-Wert EPS-Platte: 0,038: U-Wert bei 8 cm 0,35; 16 cm 0,20 und 24 cm 0,14
Die konkrete, praxisorientierte Energieeinsparung ist jedoch nur sehr schwer zu bestimmen. Im Verlauf des Jahres wird das Einsparpotenzial von durchschnittlichen Aussentemperaturen und maximalen Höchst- und Tiefstständen bestimmt. Dazu natürlich Luftfeuchtigkeit, Innentemperatur und daraus resultierend das individuelle Nutzerverhalten im gedämmten Raum. Ein Ansatz ergibt sich dadurch, dass als allgemeine Faustregel der Heizölbedarf je Quadratmeter bei einem um 0,1 W/qmK verbesserten U-Wert eine Einsparung von 1 l Heizöl ergibt. Bei einer Verbesserung des U-Werts um 0,8 W/qmK wären das 8 l Heizöl pro qm.