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Im Theater Bennau feierte die Komödie «Das Haus in Montevideo » von Curt Goetz Premiere. In diesem Unterhaltungsklassiker kommt neben viel Humor eine Kritik an verlogener Moral vor.
Schnell zieht die Komödie die Zuschauer in den Bann, mit einer Essensszene in einer schmucken 20er-Jahre-Wohnung. In der kinderreichen Familie von Professor Traugott Nägeli (René Gisler) geht es züchtig zu und her: Jedes der zwölf Kinder begrüsst den Pfarrer, dann wird geturnt, erst dann dürfen alle Platz nehmen. Nägelis Schwester Marie hat vor Jahren wegen eines unehelichen Kindes gegen die guten Sitten verstossen und wurde verstossen. Pfarrer Riesling (Walter Blattmann) überbringt die Nachricht, sie sei an einem Herzleiden verstorben und der Sohn sei ebenfalls schon tot.
Haus als Erbschaft
Ihr Haus in Montevideo hat sie ihrer Nichte Atlanta (Andrea Ochsner) vermacht. Nägeli reist nach Südamerika in der Hoffnung, mit dem Geld aus der Erbschaft zum reichen Wohltäter zu werden. Zu seinem Entsetzen scheint es sich bei dem Haus um ein Bordell zu handeln. Doch dieser Eindruck täuscht, denn die verstorbene Schwester, eine Sängerin, hat sich um alleinstehende Frauen gekümmert und ins Testament eine Klausel eingebaut. Mit dieser rächt sie sich an ihrem scheinheiligen Bruder, der nicht zulassen kann, dass Atlanta nur dann erbt, wenn sie selbst ein uneheliches Kind zur Welt bringt. Nach etlichen Wirren bringt ein überraschendes Detail eine Wendung in das Dilemma zwischen Geld und Moral.
Aufwendige Theaterproduktion
Die «Theaterlüt vo Bennau» wollten ein Stück aufführen, das «aus dem Leben gegriffen ist», wie Regisseur Theo Kälin im Programmheft schreibt. Für das passende Ambiente der 20er-Jahre waren diesmal gleich zwei Bühnenbilder mit etlichen Kostümen und Requisiten zu entwerfen. Viele kleine Rollen konnten mit jungen Schauspielern besetzt werden, wobei die Bennauer Kinder nur zu Beginn kurz zum Einsatz kommen. Das grösste Pensum hat René Gisler zu bestreiten, der die ziemlich schwere Rolle des energiegeladenen Professors problemlos meisterte, bevor er nach rund drei Stunden zur Ruhe kommen und mit den Kollegen einen Beizenbesuch tätigen konnte.
Bote der Urschweiz
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Bühne
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/JqGZt5