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Die Ökonomin Kate Raworth bietet mit ihrem Ansatz der Donut-Ökonomie (engl.: Doughnut Economics) ein neues und zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell an, welches der Menschheit ermöglicht, zu gedeihen und „ein florierendes Gleichgewicht herzustellen“. So lassen sich die Herausforderungen der aktuellen Zeit meistern: Klimawandel, soziale Ungleichheit, eine stark wachsende Weltbevölkerung mit der verbundenen Nahrungsmittelverteilung und viele Probleme mehr (Quelle).
Die Donut-Ökonomie nimmt das Konzept der planetaren und sozialen Grenzen als Ausgangspunkt. Sollen negative Folgen wie Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt vermieden werden, dürfen die planetaren Grenzen nicht überschritten werden. Die sozialen Grenzen wiederum dürfen gleichzeitig nicht unterschritten werden. Allen Menschen sollte z. B. ein ausreichender Zugang zum Gesundheitssystem oder zu Bildung ermöglicht werden. Der in Form eines Donuts visualisierte Handlungsspielraum für wirtschaftliches Handeln ergibt sich durch diese Grenzen. Ziel ist es, dass die gesamte Menschheit gewissermaßen „innerhalb des Donuts“ leben kann, damit Klimakrise und soziale Deprivation verhindert werden. In der Donut-Ökonomie löst dieser Vorsatz die bisher in herkömmlichen Volkswirtschaften etablierte Zielvorgabe eines kontinuierlichen Wachstums des Bruttoinlandsproduktes ab.
Praktische Umsetzung - Beispiel: Amsterdam
Als erster Wirtschaftsraum hat die Stadt Amsterdam zusammen mit Raworth ein Konzept für den Umbau der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung gemäß den Prinzipien der Donut-Ökonomie entwickelt. Ziele des Vorhabens, das im April 2020 gestartet wurde, sind der schonende, auf Nachhaltigkeit angelegte Umgang mit Ressourcen bei gleichzeitiger Sicherung der Grundbedürfnisse der Menschen. Die Stadt verspricht: Um Umwelt und Klima zu schonen, soll die Energiegewinnung auf Solarstrom und Windkraft umgestellt und der CO2-Ausstoß entscheidend gesenkt werden. Möglichst sollen nur noch recycelte Rohstoffe zum Einsatz kommen, und zwar ab 2030 zu 50 und ab 2050 sogar zu 100 Prozent. In der Bevölkerung scheint Optimismus vorzuherrschen, dass die Einführung der Kreislaufwirtschaft gelingen kann. Jedenfalls sind dort bereits eine Reihe von Initiativen zu dem Vorhaben gestartet: Zum Beispiel treibt ein Chemiker ein Verfahren zur Wiederverwertung von Zement voran, eine Wohnungseigentümergemeinschaft baut klimaneutrale Häuser auf dem Wasser und eine Wissenschaftlerin probt den platzsparenden Nahrungsmittelanbau mitten in der Stadt.
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