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Kaum waren Ruedi Bless und ich (wir beide gründeten „Background Tours“ vor fast schon 25 Jahren) für unsere Reko-Reise in Manzini gelandet, durften wir eine Menge lernen: das Land heisst jetzt nicht mehr Swasiland, sondern Eswatini. Und Manzini ist auch umbenannt worden, in Sokcho. Dann kam die nächste Unterrichtsstunde, Sitten und Gebräuche im Königreich Eswatini betreffend. Als er heiratete, sagte uns der Guide, habe er dem Schwiegervater 17 Kühe schenken müssen. Das sei der normale Brautpreis im Land. Manche Frauen würden aber mehr, andere weniger kosten (Unsere Frage nach dem „Weshalb“ blieb im Raum hängen). All das sei gut so, all das erfolge mit dem Segen des Königs, Swati des Dritten. Und überhaupt sei es wunderbar, diesen König zu haben, er entscheide Alles und das garantiere dem Land Frieden und Wohlstand. Das sei viel besser als jede westlich orientierte Demokratie mit Parteien, die nichts anderes täten, als Zwist zu säen. Tja, Wohlstand – der 38-jährige Monarch wird von „Forbes“ auf ein Vermögen von 200 Millionen Dollar geschätzt, während der durchschnittliche Einwohner pro Tag mit 1,25 Dollar auskommen muss.
Wir reisten nach Eswatini / Swasiland, um einen Eisenbahnzug zu „inspizieren“ (und auch, um etwas von der tatsächlich noch erhaltenen Volkskultur mit zu bekommen). Mit diesem Zug, „African Explorer“, möchten wir nämlich im „Background“-Jubiläumsjahr, also 2021, eine Reise durch das südliche Afrika organisieren. Sie beginnt in Pretoria, führt dann durch die Naturschönheiten beim Krüger-Nationalpark und weiter durch Maputo, der Hauptstadt Mozambiques bis Eswatini, retour durch einen Zipfel Südafrikas und nach Simbabwe. Der Hwange-Park mit seiner überwältigenden Fauna gehört mit in die Planung und, am Schluss, Victoria Falls.
Dass man Südafrika problemlos bereisen kann, ist allgemein bekannt. Fragen gibt es allenfalls zum Krüger-Park. Ja, im südlichen Teil, den wir befahren, gibt es sehr viele Touristen und Fahrzeuge. Nur kümmert das, glücklicherweise, weder die Antilopen noch die Elefanten oder die Löwen – das heisst, der Krüger ist immer noch eine Reise (oder zumindest einen Tages-Abstecher) wert. Wichtigere Fragen aber gibt es immer wieder zu Simbabwe. Soll man da hinreisen, wie ist die touristische Infrastruktur etc.? Doch, meine ich, da soll man hinreisen, auch wenn das Land jetzt weiterhin (nach den Mugabe-Jahren) unter einem autoritären Herrscher (Emmerson Mnangagwa) lebt.
Oder sollen wir die bereits genug leidende Bevölkerung durch unsere Abwesenheit zusätzlich bestrafen? Hinzu kommt, dass all das, was mit Tourismus im Zusammenhang steht, die verschiedenen Krisen erstaunlich gut überstanden hat. Das gilt übrigens nicht nur für Victoria Falls, unseren Endpunkt der geplanten Reise, sondern auch für andere Regionen. Weil Viele in Simbabwe sich einfach nicht entmutigen liessen, weil sie bereit waren (und das oft auch weiterhin sind), härteste Zeiten mit Inflationsraten von sagenhaften tausend Prozent und mehr durchzustehen.
»Denn wir wollen ja auch während massgeschneiderten und relativ luxuriösen Reisen den Blick nicht vor den Realitäten verschliessen. Und wir, die wir die Reise begleiten, möchten Ihnen auch Hintergründe schildern, also Background vermitteln.«
Vom Zug aus sehen wir mehrheitlich die Schönheiten des Landes, aber wir erhalten, bei einzelnen Ausflügen, auch etwas Einblick in den Alltag. Lange, sehr lange, fährt man an vernachlässigten landwirtschaftlichen Gütern vorbei. Wo einst intensiv angepflanzt wurde, wuchert jetzt der Busch. Ob Simbabwe je wieder aus dieser Depression herauskommt, weiss niemand vorauszusagen.
Aber, wie erwähnt, das ist für uns, die Reisenden auf dem „African Explorer“, ein Seitenthema – aber ein notwendiges, meine ich.
Denn wir wollen ja auch während massgeschneiderten und relativ luxuriösen Reisen den Blick nicht vor den Realitäten verschliessen. Und wir, die wir die Reise begleiten, möchten Ihnen auch Hintergründe schildern, also Background vermitteln.
Ruedi Bless und ich erhielten einen guten Einblick in die Qualität des Zuges. Gemanagt wird er von der privaten Unternehmung Rovos Rail in Pretoria, und schon das garantiert einen hohen Standard. Man fühlt sich wohl, sehr wohl an Bord, in Kabinen mit preislich etwas unterschiedlichem Niveau, dann besonders in der hoch komfortablen und eleganten Lounge und auch im Restaurant-Wagen. Alles übrigens Wagen, die der Unternehmer Rohan Vos in Südafrika aufkaufte und stilvoll renovierte. 414 Mitarbeiter hat das Unternehmen jetzt, einen Teil davon als qualifiziertes Team auf den Zügen, einen grösseren Teil in der beeindruckenden Werkstätte in Pretoria. Dieses Werk anzuschauen lohnt sich – und, klar, einen Rundgang dort bauen wir auch ein in unsere Jubiläumsreise.
Kommen Sie mit? Sie werden es nicht bereuen!
Jubiläumsreise mit dem African Explorer - Vier Länder Afrikas in einem Zug geniessen.
Reisen Sie vom 14. bis 29. September 2021 mit Erich Gysling und Ruedi Bless an Bord des „African Explorer“ von Pretoria nach Victoria Falls. Alle Informationen zur Studienreise finden Sie hier.