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Religiöse Erneuerung
Die Anthroposophie ist, wie in der Einleitung bezeichnet, ein Erkenntnisweg und damit in ausgesprochener Weise keine Religion. Dennoch haben in den Jahren 1920 und 1921 vorwiegend junge Theologen Rudolf Steiner gefragt, wie sie in der Entfaltung eines zeitgemässen religiösen Lebens für die Anthroposophie wirken könnten. Diese Frage führte in der Folge zu theologischen Kursen und schliesslich im September 1922 zur Gründung der Christengemeinschaft in Dornach unter massgeblicher Mitwirkung von Rudolf Steiner.
Seither besteht die Christengemeinschaft als eine Bewegung für religiöse Erneuerung mit heute weltweit über 300 Gemeinden. Sie ist als Einrichtung völlig unabhängig von der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, fühlt sich jedoch in den inneren Anliegen und Bestrebungen „geschwisterlich“ mit ihr verbunden. Ihre Aufgabe umfasst:
- die Wahrung und Pflege der Sakramente (Taufe, Konfirmation, Menschweihehandlung (Messe), Beichte, Letzte Ölung, Trauung und Priesterweihe)
- die Ausübung weiterer Rituale wie Sonntagshandlung für die Kinder und die Bestattung
- die Verkündigung in Abendpredigten, Vorträgen und Seminaren
- Religionsunterricht, Jahresfeste und Kinderlager für Kinder und Jugendliche
- Seelsorge, Altershilfe und weitere soziale Aufgaben und Projekte
Alle Sakramente und Veranstaltungen sind öffentlich und stehen Menschen aller Konfessionen oder Weltanschauungen offen.