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Kamele auf dem Vormarsch
Die traditionellen Hirtengemeinschaften im Norden Kenias hielten bis vor Kurzem vor allem Rinder und Kleinvieh. Die drastischen Auswirkungen des Klimawandels zwangen die Halbnomadinnen und Halbnomaden jedoch dazu, mit Unterstützung von Biovision etwas Neues zu wagen: Sie setzen vermehrt auf Kamele.
«Wir hatten während der letzten Dürren infolge des Klimawandels sehr hohe Verluste an Schafen, Ziegen und Rindern, aber kaum Ausfälle von Kamelen», sagt Dr. Joseph Nduati Githinji, Tierarzt in Isiolo. Kleinvieh und vor allem Rinder, die Existenzgrundlage der Halbnomad:innen, brauchen Gras und mindestens alle zwei Tage Wasser zum Überleben. Beides ist während extremer Trockenzeiten nicht mehr ausreichend verfügbar. Immer wieder verdursten oder verhungern viele Tiere zwischen den Wasserstellen und den Weiden.
Einen Ausweg aus dem Dilemma bieten Kamele. Sie kommen bis 14 Tage ohne Wasser aus und können sich ausschliesslich von den ständig verfügbaren Blättern der Dornensträucher und Akazien ernähren.
Das Projekt «Kamele für Dürregebiete» von Vétérinaires Sans Frontières Suisse (VSF) und Biovision leistete Pionierarbeit mit dem Aufbau einer Vermarktungskette. Herzstück des Projekts ist neben der Einführung der Tiere der Aufbau einer Molkerei, die von der lokalen Kooperative Anolei in Isiolo Town betrieben wird.