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Johann Jakob wird am 19. Juli 1683 in Racconigi als Sohn von Peter Rinderli und Anna Katharina Inglin geboren. Der Vater stammt aus dem zugerischen Aegeri und hat sich als Händler in der bei Turin gelegenen gelegenen Kleinstadt niedergelassen, in der um diese Zeit die neue Königsresidenz der Savoyer gebaut wird. Nach dem Tod des Familienoberhauptes kehrt die Familie 1694 in die Heimat zurück. Johann Jakob besucht bis 1697 die Schule am Jesuitenkolleg Luzern und geht anschliessend an die Klosterschule Engelberg, wo er 1699 in Noviziat eintritt. 1700 legt er als Fr. Maurus Profess ab. Er studiert in Engelberg Philosophie und Theologie und wird 1706 zum Priester geweiht. Er ist anschliessend als Lehrer in der klösterlichen Hausschule von Engelberg tätig und wird am 19. Juli 1724 zum Abt gewählt. Kloster und Herrschaft im Hochtal von Engelberg sind zu dieser Zeit in guter wirtschaftlicher Verfassung. Engelberg lebt vom Vieh- und Käsehandel mit Oberitalien. Die Transportwege über Urner Gebiet zum Gotthard oder über den Jochpass (2208 m), ebenso wie die Talverbindungen nach Nidwalden, sind dabei Dauerstreitpunkte mit den innerschweizerischen Landorten oder dem reformierten Stand Bern. Nachdem 1712 noch Berner Truppen über den Jochpass eingefallen sind, muss sich Abt Maurus während seiner Regierungszeit mit den fast ebenso feindlichen Nidwaldnern um die Grenzen am Jochpass streiten und deren neue Durchgangszölle abwehren.
Abt Maurus ist kein geborener Bauprälat, im Gegensatz zum Vorgängerabt Joachim Albini. Dieser hat im Süden der mittelalterlichen Klosteranlage, wie wir sie noch auf dem Stich von Matthäus Merian sehen, 1716–1724 eine grosszügige Zweiflügelanlage für Ökonomie und Gäste erstellt. Sie sollte auch als Notunterkunft während des schon 1704 durch Br. Caspar Moosbrugger geplanten Klosterneubaus dienen. Abt Maurus hätte diesen Neubau nicht begonnen, wäre das Kloster 1729 nicht einem Grossbrand zum Opfer gefallen. Nur der Neubau des Abtes Albini, der sogenannte Albinibau, bleibt unversehrt. Obwohl Abt Maurus völlig unvorbereitet ist, bestellt er in Absprache mit dem Einsiedler Abt sofort den Baumeister für die neue Anlage. Noch 1729 schliesst er den Vertrag mit dem Vorarlberger Johannes Rüeff, der bis dahin auf der Einsiedler Grossbaustelle gearbeitet hat und sich in Engelberg gegen den Mitkonkurrenten Johann Michael Beer I von Bleichten durchsetzen kann. Es ist eine pragmatische Wahl und sichert einen schnellen Wiederaufbau, allerdings auf schon ein Vierteljahrhundert alten Grundlagen. Überraschend ist, dass Abt Maurus zehn Patres und Fraters in auswärtige Klöster schickt, obwohl doch der Albinibau für den Konvent genügend Platz geboten hätte. Für die Finanzierung wendet er sich an die befreundeten Klöster und an die eidgenössischen Orte, die ihm mit Ausnahme der Nidwaldner Hilfe zusagen. Noch im April 1730 legt er den Grundstein zum Neubau und sieht die neue Klosterkirche wachsen, als er am 19. Dezember 1730 im Herrenhaus von Grafenort nach mehreren Schlaganfällen im Alter von 47 Jahren stirbt. Er wird im Beinhaus von Engelberg beigesetzt.
Pius Bieri 2009Literatur:
|Abt OSB Maurus Rinderli (1683−1730) von Engelberg|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|19. Juli 1683||Racconigi Piemont I||Herzogtum Savoyen|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt der Benediktinerabtei in Engelberg||1724–1730|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|19. Dezember 1730||Grafenort Obwalden CH||Herrschaft Engelberg|
|Kurzbiografie|

Abt Maurus Rinderli wird am Ende seiner kurzen Regierung ungewollt zum Bauabt. Zwar plant um 1704 schon der Vorgängerabt Joachim Albini (reg. 1694–1724) einen Klosterneubau, verwirklicht 1716–1724 aber nur die südlich vorgelagertem zwei Flügel der Ökonomiebauten. Abt Maurus weiht diesen «Albanibau» noch ein. Die missliche Finanzlage des Bergklosters lässt ihn auf weitere Bauvorhaben in Engelberg verzichten. Der Pfarrhof-Neubau in Sins bildet die einzige Ausnahme. Als 1729 Kloster und Kirche einem Grossbrand zum Opfer fallen, zeigt Abt Maurus sich allerdings sehr initiativ, sorgt für Geldsammlungen und schliesst schon drei Monate nach dem Brand den Vertrag mit dem Vorarlberger Baumeister Johannes Rüeff.
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