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Pfahlhaus am Hallwilersee im Aargau: Bauen wie vor 3000 Jahren
Zwischen 5000 und 800 vor Christus entstanden in der Schweiz zahlreiche Pfahlbauten, die seit zehn Jahren zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Zum Jubiläum errichtete der Kanton Aargau am Hallwilersee ein Holzhaus in der Konstruktionsweise unserer Vorfahren.
Quelle: Claudia Bertoldi
Die Baustelle ist leicht überschwemmt, aber bei einem Pfahlbau droht kein Wasserschaden im Keller. Gut zu sehen sind die geflochtenen Wände, die in Kürze mit Lehm verkleidet werden.
Die Eiszeit trug ihren Namen nicht von ungefähr: Mächtige Gletscher bedeckten bis vor rund fünfzehntausend Jahren den grössten Teil der heutigen Schweiz. Nur an den Rändern der Eiskolosse überlebten die damaligen Menschen. Mit dem Rückgang der Gletscher wurde das Land wieder von Jägern und Sammlerinnen aufgesucht.
In der Jungsteinzeit ging man schrittweise zu Ackerbau und Viehzucht über. Es folgten die ersten Behausungen an den Seen, worin man sich schon damals, ab etwa 4500 vor Christus, einen Hund hielt. Unter diesen Bedingungen entwickelte sich die Kultur der Pfahlbauer (siehe Box), von denen es in der Schweiz an zahlreichen Seen archäologische Funde gibt.
Pfahlbauer lange unbekannt
Da die Bauten aber aus Holz waren, versanken sie mit der Zeit im weichen Untergrund und verrotteten oft. Deshalb wusste man lange nichts über die Kultur der Pfahlbauer. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Spiegel der Schweizer Seen aussergewöhnlich tief waren, stiess man auf die Spuren unserer Vorfahren, zuerst in Meilen am Zürichsee und später in zahlreichen Orten überall im Mittelland.