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Am Martinstag wird dieser Brauch als einziges Beispiel eines früher weitverbreiteten Brauchtums vor dem Rathaus vollzogen.
Frauen und Männer jeden Alters versuchen mit verbundenen Augen, mit der Sonnenmaske und dem roten Mantel bekleidet, eine aufgehängte tote Gans in einem einzigen Säbelhieb herunterzuhauen. Das Alter des Gansabhauet von Sursee kann heute nicht schriftlich belegt werden. Der Brauch verschwand um 1820 aus Sursee, wurde aber bereits 1863 wiederbelebt. Seither hat sich der Gansabhauet als Überbleibsel eines ehemals in ganz Europa verbreiteten Brauchtums und Spiels mit dem Federvieh erhalten. Zwischen 1880 und 1890 begann sich die Fasnachtszunft «Heini von Uri» um den Brauch zu kümmern. Sie fügte dem Gansabhauet einige weitere Attraktionen zu: «Stangechlädere», «Sackgompe», «Chäszänne». Die goldene Sonnenmaske und der rote Mantel des Schlägers wurde ebenfalls um 1880 eingeführt.