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Haareausreissen genetisch bedingt?
Amerikanische Wissenschaftler sind bei der Ursachensuche der sogenannten Trichotillomanie auf genetische Veränderungen gestossen.
Das Zwanghafte Haareausreissen – die Trochotillomanie – scheint nicht nur psychologische Ursachen zu haben.
Der ständige Zwang zum Haareausreissen tritt häufig in Kombination mit anderen Symptomen wie Depressionen, Angstzuständen, anderen Zwangserkrankungen oder auch dem Tourette-Syndrom auf. Es ist deshalb bis heute noch nicht klar, ob die Trichotillomanie als eigenständige Krankheit angesehen werden muss.
Ausser psychischen wurden auch umwelttechnische Faktoren für die Zwangshandlung des Haareausreissens verantwortlich gemacht.
In einer Studie untersuchten Wissenschaftler das Erbgut von 44 Familien. In den Familien litt mindestens eines der Angehörigen unter der Trichotillomanie. Das Gen, das im Zentrum der Forschung stand, war den Forschern bereits durch eine andere Erkrankung – dem Tourette-Syndrom – bekannt. Das Tourette-Syndrom wie auch die Trichotillomanie zählt man zu den Zwangserkrankungen, mit Störungen der Impulskontrolle.
Die Forscher fanden eine mutierte Form des entsprechenden Gens (SLITRK1) bei Menschen mit dem Zwang, sich Haare auszureissen. SLITRK1 ist normalerweise an der Bildung der Kontakte zwischen den Gehirnzellen beteiligt. Veränderungen des Gens könnten dazu führen, dass sich solche Verbindungen nicht korrekt ausbilden, was den Menschen nicht zu unterdrückende Handlungen tun lässt (wie z.B. Haareausreissen).
Fazit der Autoren
Das Ergebnis der Untersuchungen ist eine biologische Erklärung für eine komplexe psychische Erkrankung. Die Forscher gehen davon aus, dass das zwanghafte Haareausreissen verschiedene miteinander reagierende Ursachen hat. Das Gen sei wahrscheinlich nicht allein verantwortlich.
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Stephan Züchner (Duke-Universität, Durham) et al.: Molecular Psychiatry
28.09.2006 - dzu