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Neue Behandlungsmöglichkeiten für die Leberzirrhose
Die Leberzirrhose tritt als Folge unterschiedlicher Lebererkrankungen auf und nimmt aufgrund diverser Faktoren an ihrer Häufigkeit zu. Die hohe Sterblichkeit der Erkrankung ist interessanterweise nicht auf den Funktionsverlust der Leber selbst zurückzuführen, sondern meist auf zusätzliche Infektionen, die die Erkrankung entgleisen lassen. Warum Patientinnen und Patienten mit Leberzirrhose Infektionen nicht abwehren können und diesen erliegen, ist weitgehend unbekannt. Wir untersuchen nun wann und warum es zu einer Störung der körpereigenen Abwehr und damit zu einer Infektionsanfälligkeit kommt. Insbesondere werden wir einen Mechanismus, die MERTK-Signaltransduktion, untersuchen, der die Abwehr durch Immunzellen hemmen kann, wie es beispielsweise für die Abwehr von Krebszellen bekannt ist. Wir hoffen herauszufinden, ob MERTK-Hemmstoffe die Immunantwort auch bei Leberzirrhose verbessert und somit den Krankheitsverlauf mildern und die Sterblichkeit verringern könnten.
Ausser der Lebertransplantation, einem medizinisch und ethisch anspruchsvollen Verfahren, stehen für die Leberzirrhose keine Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Daher ist es wünschenswert, Strategien zu entwickeln, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und das Überleben verlängern könnten. Ein genaues Verständnis der molekularen, pathophysiologischen Vorgänge ist dafür notwendig und wir erhoffen uns, durch diese Erkenntnisse neue Therapieansätze für Patientinnen und Patienten mit Leberzirrhose definieren zu können.