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Bernard Hennen/ der Autor auf Wiki/ Drachenelfen Bd 1/ Heyne Verlag c 2011/ Softfax S. 1069/ spezielles: aufklapbarer Buchdeckel mit Karte, Fortsetzungsgechichte
Gonvalon trat aus dem Schatten. Vor ihm stand seine Schülerin. Getreu den Anweisungen hatte er seine Gefühle gemeistert. Als Drachenelf war er geschult seine Emotionen durch eine Kunst zu bändigen. Gonvalon meisselte. Durch die Schläge flossen Wut und Schmerz in den Stein. Sein Meister war der Goldene Drache. Jeder Drachenelf hatte einen Meister. Seine letzte Mission für den Goldenen hatte tiefe Spuren hinterlassen. Zusammen mit Aylin befreite er die Geächtete Nandalee aus den Händen der Trolle. Nandalee, eine Elfe, die seit der Ausbildung zur Drachenelfe in der weissen Halle einen unbeugsamen Charakter geoffenbart hatte. Sie war eine furchtlose Jägerin, eine Maurawan aus Carandamon. Diese verdammten Gesetze im Schwertkampf waren ihr eine Last. Nandalee unterordnete sich nicht und ging ihren eigenen Weg. Holte sich aus einem nahen Wald einen starken Eibenstab und machte sich einen Bogen. Denn darin war sie geübt. Bogen zu schiessen gab ihr Sicherheit. Was nützte sie ein Schwert zu schwingen, wenn Herz und Seele sich widersetzten? Die Meister sollten nun über ihre Unbändigkeit entscheiden. Und egal was sie entschieden, Nandalee hatte sich auch entschieden. Sie wollte die Ausbildung durch Gonvalon erdulden. Akzeptierte ihn als Lehrer. Nun hatte sich die „Meister Schüler Beziehung“ entwickelt. Etwas wie Zuneigung hatte sich Bahn gebrochen. Eine neue Mission brachte ihre junge Beziehung jedoch auf unsichere Wege. Erneut fühlte sich Gonvalon verlassen, meisselte nun seine Liebe in den Stein. Würde er aber bedingslos die Mission erfüllen, die sein Drachenmeister forderte oder würde er seine Interessen vorschieben? Gonvalon war das Winterkind, er würde diese Prüfung bestehen, den Auftrag für den Goldenen ausführen.
Das Universum in dem sie lebten war in drei Welten unterteilt. Nicht zufrieden waren die Drachen als Erstgeborene mit den Schöpfern, den untätigen Alben. Allen voran der eine Drache, der seine Nestbrüder aufwiegelte. Geschickt war er darin seine Spuren zu verwischen, zu intrigieren. Er benützte einen Dolch für alle seine Untaten. Die Alben sollten weiterdämmern. Er handelte und zog die Nestbrüder auf seine Seite. Das Geschick dreier Welten zu bestimmen. Denn alle hatten sie in einer Dose die Weissagung über die Zukunft erblickt. Die Unsicherheit in der Entwicklung allen Lebens erhascht. Aber da war auch der Dunkle Drache, Nachtatem, er hatte eigene Ziele. Er war es gewesen der Gonvalon, Nandalee und Bydain auf eine Mission geschickt hatte. Der sich gegen das Begehren seiner Nestbrüder stellte. Wie würde sich aber sein Alleingang entwickeln?
Von all den Ränken nichtsahnend lebten die Zwerge zurückgezogen in ihrem Reich. Eine ganz andere Motivation trieb die wackeren Erdlinge in das Geschehen einzugreifen. Die Alben, die Elfen, die Drachen, die Menschen; alle besassen sie in irgendeiner Form magische Fähigkeiten. Nur die Zwerge mühten sich durch redliche Arbeit. Bearbeiteten Stein und Fels, lebten unter dem Berg. So schien es zumindest. Ein Team um Hornbori bemühte sich das zu ändern. Sie suchten Blut um Magie zu erzeugen, Drachenblut. Es war Galar der Schmied und Nyr der Schütze, die mit der riesigen Drachenflitsche die Himmelsechse runterholten. Das Blut des Drachen in Verbingung mit einem Stück Koboldskäse aus Drashnapur würde ihnen den Weg zu absonderlichen Kräften öffnen. Niemand der Zwerge aber, nicht Galar und nicht Nyr wussten aber mehr, das die Dose der Weissagung, aus der alle Geschöpfe die Zukunft lasen, einst aus ihrer Halle entwendet wurde. Sie hatten Wissen um Magie gehabt und es längst vergessen.
Wege zur Beantwortung vieler Fragen hätten sich aufgetan, hätte irgendein Weiser der drei Welten seine Zeit damit verbracht, Rollen, Folianten und Papiere in der berühmten Bibliothek zu Iskendria durchzusehen. Schicksale wären anderst gelenkt worden, hätte man Galawayn, den Hüter der Schriften zu Rate gezogen. Man hätte gelesen von den ewigen Träumereien der Alben, von den durchtriebenen Absichten der Himmelsschlangen, den tückischen Zielen der Devanthar die hier noch nicht zu Wort kamen, und man hätte erfahren, zu welchem Ziel die Welt Nangog erschaffen worden war. Den Drachenelfen wären unsichere Missionen erspart geblieben und die Menschen hätten ein genaueres Bild der Welt um sich gehabt. So aber blieben jene Folianten und Papiere unberührt. Herrschaft musste errungen, Welten erobert werden. Mittendrin die Drachenelfen, die Diener der Himmelsschlangen und ganz am Anfang der Geschichte natürlich auch Artax der Bauer, der einen nicht unwesentlichen Teil der Geschichte bestreitet.
Zusammen bewimmeln all diese Kreaturen Hennens Plot die Drachenelfen. Ein mächtiges High Fantasy Bild des deutschen Könners, der all die Merkmale dieses Genres mit grossartigem Getöse abruft. Ein muss für jeden fantastischen Wanderer!
joho