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Deutscher Schäferhund
Der Deutsche Schäferhund ist eine von der FCI anerkannte deutsche Hunderasse und gehört zu den Hüte- und Treibhunden. Dank seiner lernfreudigen und menschenbezogenen Art, gehört er zu den meistverbreitesten Arbeitshunden der Welt.
Herkunft
Wie der Name schon besagt, stammt der Deutsche Schäferhund aus Deutschland. Vermutlich wurden die Vorfahren des Deutschen Schäferhundes, bereits im 7. Jahrhundert für das Hüten und Treiben der Schafherde gezüchtet. Aber auch das Bewachen und Schützen des Besitzes des Schäfers gehörte zu den Aufgaben eines Schäferhundes.
Der offizielle Beginn der Geschichte des Deutschen Schäfer-hundes, war allerdings erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. 1891 wurde der heutige Standard des Deutschen Schäferhundes, durch den Dresdner Hauptmann Max von Stephanitz, in den stock- und kurzhaar Schäferhund unterteilt. Der preussische Hofrittmeister gilt als der Begründer des Deutschen Schäferhundes und begann auch mit der gezielten Zucht der leistungsstarken und vielseiteigen Arbeitshunde.
Der Deutsche Schäferhund „Horand von Grafrath“ gilt als der erste Deutsche Schäferhund, welcher im Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde eingetragen wurde. Zusammen mit seinem Bruder „Luchs Sparwasser“ und der Hündin „Mari von Grafrath“, galten diese drei Schäferhunde als die Stammeseltern, von denen die meisten Deutschen Schäferhunde abstammen. Dabei wurde weniger auf das Aussehen als vielmehr auf die Arbeitsleistung dieser treuen, gehorsamen und ausdauernden Schäferhunde geachtet.
Der Deutsche Schäferhund galt während dem Ersten und Zweiten Weltkrieg als das Symbol für „deutsche Tugend“. Nicht nur auf der Seite der Deutschen, sondern auch auf der Seite der Alliierten galt der Deutsche Schäferhund als ein gefragter Kriegshund. Trotz einer starken Dezimierung durch den Zweiten Weltkrieg, konnte sich die Rasse weiterhin durchsetzen und wurde bald zu einer der gefragtesten Gebrauchshunderassen der Welt.
Temperamentvoller & ausdauernder Arbeitshund
Der aktive Arbeitshund wird bis heute vielseitig eingesetzt. Durch seine ausdauernde, zuverlässige und gehorsame Art, gilt der Deutsche Schäferhund als legendär. Dank seiner hohen Intelligenz, seinem Arbeitswillen und seiner Lernbereitschaft, ist er für viele Aufgaben der ideale Partner. Der Deutsche Schäferhund liebt Herausforderungen, ist loyal und treu seinem Führer gegenüber. Ob als Dienst- oder Schutzhund bei der Polizei, Zoll oder Militär, als Schutz- und Rettungshund, oder auch als Lawinensuchhund. Auf den Deutschen Schäferhund ist immer verlass.
Arbeits- oder Familienhund
Seine zuverlässige Art gegenüber dem Menschen, machen aus dem Arbeitshund auch einen beliebten Familienhund. Der Deutsche Schäferhund eignet sich sehr gut als Familienhund, sofern er immer gut ausgelastet wird. Auch mit Kindern und anderen Haustier verträgt sich der nervenfeste, ausgeglichene Deutsche Schäferhund sehr gut. Wichtig dabei ist natürlich immer eine gute Sozialisierung, sowie körperliche und geistige Auslastung.
Aussehen & Fellvarianten
Der kräftige, mittelgrosse Deutsche Schäferhund erreicht bei Rüden eine Körpergrösse von 60 bis 65cm und bei Hündinnen 55 bis 60cm. Trotz seiner guten Muskulatur wirkt er nie schwerfällig. Der Deutsche Schäferhund hat eine kräftige Gangart, die von enormer Ausdauer zeugt. Er hat nach vorne gerichtete Stehohren, mandelförmige Augen, einen langen schwarzen Nasenrücken, mit einer Rute, die in sanftem herabhängendem Bogen getragen wird. Der abfallende Rücken ist vor allem in der Show-Zucht erkennbar.
Beim Deutschen Schäferhund unterscheidet man zwischen stockhaar- und langstockhaar. Das Fell des Deutschen Schäferhundes ist in erster Linie zweckmässig. Unter dem kurzen, enganliegenden Deckhaar befindet sich dichte Unterwolle. Das Fell ist leicht zu reinigen und schütz den Deutschen Schäferhund vor Kälte, Schnee, Regen und Hitze. Tägliches Bürsten wird empfohlen, da der Schäferhund zum Haaren neigt.
Die langstockhaar Schäferhund sind seit 2008 vom FCI anerkannt. Beim Langstockhaar ist das Deckhaar lang und weich, mit Fahnen (Behang) an den Läufen, Ohren und an der Rute. Sowie der stark behaarte Hals, welcher eine charakteristische Mähne zeigt. Darunter befindet sich dichte Unterwolle, welche einer regelmässigen Pflege bedarf. Tägliches Kämmen und Bürsten sind beim langstockhaar Schäferhund ein Muss, um Verfilzungen zu verhindern.
Farbenvielfalt beim Deutschen Schäferhund
Die Farben reichen von Schwarz mit braunen, gelben oder hellgrauen Abzeichen. Schwarz oder grau uni oder mit dunkleren Abzeichen, schwarzer Maske oder dunklem Rücken. Auch kleinere weisse Brustabzeichen, sowie helle Beininnenseiten sind zugelassen, aber nicht unbedingt erwünscht. Der Fang muss aber bei allen Farbschlägen immer schwarz sein.
1933 wurde die Farbe weiss aus dem FCI Standard gestrichen und galt fortan nicht mehr als standardkonform. Einige weisse Schäferhunde wurden aber in die USA und nach Kanada exportiert, wo sie grosser Beliebtheit erfuhren und die Zuchtbasis der heutigen weissen Schäferhunde bildeten. Nachdem die Farbe weiss beim Deutschen Schäferhund gestrichen wurde und auch die Zuchtvereine American Kennel Club und der Canadian Kennel Club die weissen Schäferhund nicht als eigenständige Rasse anerkannten, führte 2011die Schweiz den weissen Schäferhund als eigenständige Rasse ein, unter dem Namen „Berger Blanc Suisse“ (Weisser Schweizer Schäferhund)
Zucht & Gesundheit
Der Deutsche Schäferhund bildet die Zuchtgrundlage mehrerer FCI anerkannten Hunderassen. Er selber wurde im Laufe der Jahre immer grösser und kräftiger gezüchtet, so dass er bald nicht mehr dem ursprünglichen Standard entsprach, der einiges leichter, feingliedriger und kleiner war. Dies führte unter Züchtern zu Streitereien und es kam schlussendlich zu einer Arbeitslinie/Leistungszucht und zu einer Schönheitszucht.
Mit zunehmender Beliebtheit des Deutschen Schäferhundes, stiegen auch die genetischen und rassetypischen Erkrankungen. Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogendysplasie, sowie weitere Gelenkserkrankungen sind nur einige der vielen Erkrankungen die beim Deutschen Schäferhund bekannt sind. Auch Pankreasinsuffizien, degenerative Myelopathie (neurologische Erkrankung mit Zerstörung des Rückenmarks) und lumbosakrale Stenose (Lahmheit bis hin zur vollständigen Lähmung), gehören zu den 77 genetischen Erkrankungen des Deutschen Schäferhundes.
Gerade weil der Deutsche Schäferhund so vorbelastet ist, ist es umso wichtiger, einen guten und seriösen Züchter zu suchen. Man sollte sich also nie von billig Angeboten locken lassen, sondern lieber darauf achten, dass vom Züchter alle empfohlenen Tests durchgeführt wurden und so für eine gute Gesundheit der Elterntiere, sowie den Welpen gesorgt wurde.
Ernährung
Da der Deutsche Schäferhund häufig zu Verdauungsproblemen neigt, ist gerade bei der Ernährung darauf zu achten, dass man ein sehr hochwertiges Futter, welches zudem sehr leicht verdaulich ist, verwendet. Ebenso ist es wichtig, dass die Grundbedürfnisse des Deutschen Schäferhundes gedeckt werden. Gerade im Welpen alter sollte man eine ausgewogene Nahrung verwenden, um das Wachstum ideal zu unterstützen und so Gelenksproblemen vorzubeugen.