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Der SED überwacht die seismische Aktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Er trat in die Fussstapfen der 1878 gegründeten Erdbebenkommission, mit welcher die Schweiz vor Ländern wie Japan oder Italien eine offizielle Institution dieser Art geschaffen hatte. In seiner heutigen Form, als ausserdepartementale Einheit an der ETH Zürich, besteht der SED seit 2009 und beschäftigt ungefähr 60 Personen als Wissenschaftler, Doktorandinnen, Techniker und in der Administration. Ein Grossteil der Forschungsaktivitäten ist durch Drittmittel finanziert.
Die Gruppe forscht gemeinsam mit anderen Institutionen an einer Vielzahl europäischer und internationaler Projekte, was einen regen fachlichen Austausch über die Landesgrenzen hinaus garantiert. Obwohl der Schwerpunkt der meisten Arbeiten auf der Schweiz liegt, betätigt sich der SED auch an Projekten im Ausland. Zurzeit betreibt er beispielsweise ein Messnetzwerk von mehr als 30 Stationen in Bhutan sowie einige Stationen in Grönland.
Forschungsbedarf besteht bei der Weiterentwicklung solcher Alarmierungssysteme, beispielsweise durch seismische Frühwarnsysteme: Elektromagnetische Wellen, die für die Kommunikation genützt werden, breiten sich viel schneller aus als seismische. Dies ermöglicht es heute, Gebiete in einiger Entfernung zum Epizentrum eines Bebens ein paar Sekunden vor dem Eintreffen der stärksten Erschütterungen zu warnen, sofern das Beben schnell genug erkannt wird. Der SED forscht daran, derartige Frühwarnsysteme zu optimieren und untersucht, ob sich die Stärke eines Erdbebens bereits aus den ersten Sekunden eines Seismogramms verlässlich bestimmen lässt.