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Da die Startliste des Teamrennens nach den addierten Laufzeiten des Einzelrennens vom Samstag erstellt wurde, war das Schweizer Team nur gerade die sechstbeste Nation und musste daher vor den stärker eingestuften Nationen starten und und hatte während dem Rennen keine Zwischenzeiten auf die nach ihnen Startenden. Für die Trainercrew war klar, dass bei einem optimalen Lauf, vielleicht eine Bronzemedaille möglich sein könnte. Sie rechneten aber nicht mit der Motivation der drei Juniorenfahrer. Alle drei waren mit ihrer Leistung im Einzelrennen nicht ganz zufrieden und daher voll motiviert, zum Abschluss der EM noch einmal alles zu geben. Zudem setzten sie auf eine spezielle Mannschaftstaktik. Die Wildwasserstrecke wies zwar technisch anspruchsvolle Passagen auf, wo volle Konzentration erforderlich ist, aber auch lange Flachwasserteile. Auf diesen Flachwasserabschnitten fuhren Aaron Schmitter und Patrick Gutknecht nebeneinander und Nicolas Fehlmann fuhr zwischen den Beiden und konnte so von ihrer Welle profitieren und mitsurfen. Mit dieser Taktik konnte ein deutlich höheres Tempo gefahren werden und im Ziel leuchtete nach 18m 52s Fahrtzeit die klare neue Bestzeit auf. Dann ging das lange Warten los, denn noch fünf klar besser eingestufte Nationen waren unterwegs auf der Strecke und wurden von ihrer Trainercrew über die guten Zwischenzeiten des Schweizer Teams informiert.
Als das italienische Team auf die Zielline zupaddelte war klar, die sind sehr schnell unterwegs und es wird knapp. Doch das Glück war auf Seiten des Schweizer und sie blieben mit sieben Zehntelssekunden Vorsprung an der Spitze. Auch die Franzosen, Slowenen und Tschechen konnten die Zeit der Schweizer nicht mehr unterbieten und damit war klar: Der Schweizer Kanuverband holt sich den ersten Junioren-Europameistertitel in dieser Disziplin. Es war ein spannendes Rennen. Nur gerade 1.5 Sekunden betrug der Unterschied zwischen dem Siegerteam und dem dritten Rang.
In der gleichen Besetzung hat sich das Juniorenteam am Freitag bereits eine Bronzemedaille im Team-Sprint geholt. Auch diese Medaille wurde durch eine riskante, aber clevere Teamstrategie erpaddelt. Der Silbermedaillengewinner im Sprint, Aaron Schmitter, startete als hinterster des Teams und überholte seine beiden Teamkollegen Patrick Gutknecht und Nicolas Fehlmann im Wildwasserabschnitt. So konnte das Team einige Zehntelssekunden gewinnen, die den Sprung aufs Podest ausmachten. Das Risiko dabei war aber auch gross: ein Fahrfehler oder eine gegenseitige Berührung hätte das Aus für das Schweizer Team bedeuten können.
Nicht zufrieden waren die beiden Solothurner mit ihren Einzelläufen im Sprint. Nicolas Fehlmann ärgerte sich, dass er die Finalqualifikation um nur gerade sieben Hundertstels verpasste und Patrick Gutknecht lief es überhaupt nicht. In beiden Qualiläufen machte er einen unnötigen Fahrfehler. Mit der Wut im Bauch waren sie aber sehr motiviert für das Teamrennen.
Diese Topleistungen der Solothurner an int. Grossablässen sind nur möglich dank einer idealen Kombination von Schule und Sport. Beide Solothurner sind in der Sonderklasse Kultur + Sport an der Kantonsschule Solothurn und können so bis zu zwölf Trainings pro Woche im Kanu-Leistungszentrum der Solothurner Kajakfahrer und dem Regionalleistungszentrum in Biel absolvieren.
Die Jun-/U23-Europameisterschaft in Banja Luka war die erfolgreichste in der Geschichte des Schweizerischen Kanuverbands. Mit dreizehn Medaillen in Einzel- und Teamrennen wurde der bisherige Medaillenrekord geradezu pulverisiert!
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