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Sturmhut
(Eisenhut, lat. Aconitum), eine Gift-, Heil- und Gartenzierpflanze, zu den Ranunkelgewächsen gehörig, viele verschiedne Arten bildend, die man in blaublühende und gelbblühende Aconitum-Arten einzuteilen pflegt; sie haben bandförmig 5-7teilige Blätter und große, stark besetzte Blütenrispen. Die Blütenkelche sind wie die Blüten gefärbt und der Teil, welcher der Blüte die helmförmige Gestaltung gibt, ist dem Kelch angehörig. Die frischen Blätter geben gerieben einen widerlichen, betäubenden Geruch von sich und schmecken erst bitterlich, dann anhaltend brennend-scharf.
Schärfer und giftiger noch als die Blätter sind die Wurzelknollen (tubera aconiti), die daher in den neuern Arzneivorschriften auch den Vorzug erhalten haben, während man sich früher an die Blätter (folia aconiti) hielt. Die Wurzel besteht aus einem rübenförmigen Knollen von 4½-9 cm Länge, oben 2-3½ cm dick; sie bildet in der Vegetationsperiode neben sich einen zweiten Knollen, der im künftigen Jahre das Leben der Pflanze fortsetzt, indes der erstere eingeht. Hiernach finden sich in der Regel die Knollen zu zweien zusammenhängend vor, ein jüngerer, der schwer und fest, innen weißlich, von Stärkemehl erfüllt ist, und der ältere, leichter, innen bräunlich, oft lückig oder hohl.
Nach Offerten von Droguisten zu schließen, werden nur noch die jungen festen Knollen im Handel geführt. Man sammelt die Wurzelknollen von Aconitum Napellus, während die Blätter auch noch von andern blaublühenden Aconitum-Arten gesammelt werden. Die Pflanze wächst in den Gebirgen und Voralpen des südlichen Deutschlands in Menge wild und können von dort Knollen, bez. Blätter, immer reichlich bezogen werden. Auch eine ausländische Aconitwurzel, von Aconitum ferox, vom Fuße des Himalaya, wird jetzt im Handel angeboten, die weit größer ist und viermal mehr an wirksamen Bestandteilen enthalten soll.
Neuerdings ist ferner eine japanische Art von Aconitknollen in den Handel gekommen, die sich durch ganz besondere Giftigkeit auszeichnen, sie werden Tsaou-woo genannt und stammen von Aconitum japonicum;
sie dürfen anstatt der gewöhnlichen nicht verwendet werden;
wohl aber kann man sie zur Darstellung des Aconitins benutzen;
dies ist der auch in den europäischen Aconitumarten enthaltene Giftstoff (vgl. Aconitin).
Die japanischen Knollen enthalten außer dem gewöhnlichen Aconitin auch noch ein besonderes Alkaloid, das Japaconitin. Man hat auch tinctura und extractum aconiti im Droguenhandel. - Zoll: S., sowie feste und nicht alkoholhaltige Extrakte daraus, zollfrei. Alkoholhaltige Extrakte gem. Tarif im Anh. Nr. 5 a.