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Das Feld
„In ihrem tiefsten Innern besteht die lebendige Welt aus Bewußtsein.“ Teilhard de Chardin
Lynne Mc Taggert war die erste, die Einsteins einheitliche Feldtheorie auf das Bewusstsein ausweitete. Als Wissenschaftsjournalistin, die in England einen Bestseller mit ihrem Buch gelandet hatte: „Was Ärzte Ihnen nicht erzählen“, verfügte sie über genügend finanzielle Mittel und Renommee, um die führenden Wissenschaftler der Welt zu interviewen. Was dabei rauskam, war ein weiterer Bestseller: „The Field“ oder auf deutsch: „Das Nullpunktfeld.“ Im Laufe ihres, mehrere Jahre andauernden, Researchs erkannte sie, dass viele Wissenschaftler aus ganz unterschiedlichen Bereichen an Themen arbeiteten, denen die Annahme eines einheitlichen Energie- und Bewusstseinsfeldes zugrunde lag. Der Paradigmenshift, den sie in ihrem Buch ankündigte, ist der von einem materiellen Universum zu einem Frequenzuniversum, welches der Wirklichkeit zugrunde liegt. Der Vorteil dieses Frequenzmodells, in dem Alles mit Allem, wie in einem einheitlichen Feld, verknüpft ist, ist die grundsätzliche Verbundenheit aller Phänomene, wie in einem Hologramm. Wenn Alles in Allem enthalten ist, hat man natürlich potentiell Zugang zu Allem und kann potentiell alles wissen bzw. beeinflussen.
Ein Vorgänger von McTaggert`s Feldtheorie war das morphogenetische Feld des Biologen Rupert Sheldrake. Er hatte vor allem mit Tieren geforscht, insbesondere mit Haustieren, und war auf ihre besonderen Fähigkeiten aufmerksam geworden, dass egal ob Hund oder Katze, diese jeweils wussten, wann ihre Eigentümer beabsichtigten nach Hause zurückzukehren. In seinen Experimenten konnte er nachweisen, dass Haustiere auch dann zum Fenster oder an die Tür gingen, wenn der Besitzer völlig zufällig und willkürlich sich entschlossen hatte, nach Hause zu kommen. Hier musste also eine geheimnisvolle Form von Kommunikation vorliegen, die man bisher in der Biologie nicht erforscht hatte. Sheldrake manövrierte sich mit dieser Theorie schnell ins Aus der konventionellen Lehre und galt seitdem als Esoteriker innerhalb der Wissenschaftscommunity. Das brachte allerdings seiner Publizität überhaupt Schaden, im Gegenteil. Auch seine Bücher wurden zu Bestsellern, da er ein Phänomen untersuchte, das sich die Wissenschaft nicht erklären konnte.
Auf der Bewusstseinsebene kommen wir langsam an einen Punkt, an dem wir erkennen, dass wir grundsätzlich Zugang zu einer Art kollektiven Datenbank haben, die jenseits unserer Erfahrung und unseren Wissens liegt. Die grundsätzliche Frage, ob ich etwas wissen kann, was ich eigentlich nicht weiß, weil es nicht in meiner Erfahrung gespeichert ist, werden immerhin die meisten Menschen heute mit Ja beantworten. Ein Nein würde bedeuten, dass man sich immer nur im Kreis dreht und endlos wiederholt, was in einen hineinprogrammiert wurde. Dann wäre der Mensch, intellektuell betrachtet, eine abgefüllte Konserve, die bestenfalls Wissen neu kombiniert. Die Frage ist also heute nicht mehr, ob dieses kollektive Bewusstseinsfeld – der französische Jesuit und Philosoph Teilhard de Chardin, nannte es die „Noosphäre“ (griech. = Sphäre des Wissens) – existiert, sondern, wie man Zugang zu diesem Feld erlangt und ob es der Menschheit gelingt, sich mit den Feldern, in die wir eingebettet sind, zu synchronisieren. Solange wir nämlich asynchron zu den biologischen Feldern (=Sphären) des Lebens, wie Atmosphäre (=Luftqualität) Biosphäre (= alle Lebewesen), Hydrosphäre (=Trinkwasser & Meere), etc. handeln, werden wir dies leidvoll erfahren müssen.
Ich gehe davon aus, dass unsere dringendste Aufgabe heute darin besteht, den Zugang zu diesem einheitlichen Bewusstseinsfeld so rasch wie möglich herzustellen, damit unser Handeln nicht mehr aus den alten Mustern und Konditionierungen erfolgt. Sobald wir uns an dieses Feld andocken, fühlen wir uns vom Universum inspiriert, informiert und unterstützt. Der Preis, den wir dafür zahlen müssen, wenn wir diese Form des Downloading – ohne Internet – nutzen wollen, ist die Reise in den transpersonalen Bereich. Der Buddhismus nennt es die Praxis des Nicht-Wissens, die chinesischen Taoisten nannten es „WuWei“ – der Weg ohne Anstrengung. In meiner Praxis des transpersonalen Coachings und Trainings ist es die Voraussetzung für eine Form der Interaktion, in der der nächste Schritt oder das nächste Wort nicht mehr aus der Trennung, sondern aus der Verbundenheit mit allem fliesst. Die meditativen Techniken Asiens, aber auch die Inkubationspraxis der griechischen Mystik, wie sie Peter Kingsley beschreibt, eröffnen uns in den Weg in dieses „Feld“. Erst wenn wir uns von den Inhalten des Denkens lösen und in die „Noosphäre“ oder das „Formlose“ – wie es der Buddhismus nennt – eintauchen, eröffnet sich diese andere Dimension des Inneren Wissens. Die Griechen nannten es „Metis“. Nach Peter Kingsley brauchten vor allem die Kapitäne des Altertums Metis, wenn sie in unbekannte Gewässer vordrangen. Sie mussten ihre internes Navigationssystem, ihr Gefühl für das unbekannte Territorium, aktivieren, um Felsen unter Wasser auszuweichen und Gefahren schon im Vorfeld erkennen zu können. Wir alle verfügen potentiell über diese Gabe. Nach Wikipedia steht Metis stellvertretend für eine Wissensform, die „praktisches, komplexes und implizites Wissen“ bezeichnet und als „Scharfsinn“, der sich von den anderen Wissensformen unterscheidet. Die Griechen bezeichneten Metis als die Meistwissende unter Göttern und Menschen. Heute würden wir es Feld-Bewusstsein nennen. Es hat das Potential uns von den engen, ich-bezogenen Vorstellungen der Vergangenheit zu befreien. Sie kann uns helfen in eine Zukunft zu navigieren, die sich mit allen lebendigen Feldern des Daseins synchronisiert.