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dr C.F.S.Hanemann, Vater der Homöopathie.
GRÜNDER DER HOMÖOPATHIE
Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 in Meissen als Sohn eines Porzellanmalers geboren.
Von 1775-1779 studierte er Medizin, zuerst in Leipzig, dann in Wien und Erlangen.
Hahnemann war ein wahres Sprachgenie und bestritt seinen Lebensunterhalt während seiner Studienzeit mit der Übersetzung medizinischer Werke. Er konnte perfekt Latein, Griechisch, Hebräisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Syrisch.
1781 finden wir den jungen Arzt in Dessau, wo er seine Kenntnisse in Chemie und der Arzneimittelherstellung beim Apotheker Häseler erweiterte. 1782 heiratete er Henriette Leopoldine Küchler, die Stieftochter dieses Apothekers, und er öffnete eine Praxis in Gommern.
Bereits zwei Jahre später gab er seine Praxis auf. Er war enttäuscht von der damaligen Schulmedizin und ihren «barbarischen» Methoden. Er wollte nichts mit einer Medizin zu tun haben, die «leicht das Leben in Tod verwandelt oder neue Übel und chronische Beschwerden herbeiruft, welche oft schwerer als die ursprünglichen zu entfernen sind». Er befasste sich nur noch mit Chemie und Schriftstellerei.
Als er 1790 bei der Übersetzung der Arzneimittellehre von Cullen für die beschriebene physiologische Wirkung der Chinarinde keinen Zusammenhang mit Cullens Erklärungen sah, entschloss er sich, selbst Chinarinde einzunehmen. Bald entwickelte er alle Symptome eines Malariafiebers, eines Fiebers, das durch die Chinarinde geheilt wird. Jedesmal, wenn er die Einnahme der Chinarinde absetzte, verschwanden die Symptome. Sie traten wieder auf, sobald er wieder Chinarinde nahm.
Der Grundstein der Homöopathie war gelegt: «Ähnliches mit Ähnlichem heilen». Es vergingen jedoch noch sechs Jahre, bis Hahnemann aus diesem Experiment die Theorie der Homöopathie formulierte.
Er prüfte an sich, mehreren Familienmitgliedern und Freunden zahlreiche weitere Substanzen.
1796 formulierte er erstmals die neue Heilregel: «Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt, und wende in der zu heilenden (vorzüglich chronischen) Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andere, möglichst ähnliche, künstliche Krankheit zu erregen im Stande ist, und jene wird geheilt werden; similia similibus.»
1810 publizierte er sein Hauptwerk, das Organon der Heilkunst, in dem er die Theorie und Praxis der Homöopathie zur Darstellung brachte. Es erschien zu seinen Lebzeiten in fünf Auflagen und wurde in zehn Sprachen übersetzt. Die 6. Auflage wurde erst 80 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht.
Mehrmals musste er seinen Wohnort wechseln, um der Missgunst seiner Kollegen und der Apotheker zu weichen. 1811 zog er nach Leipzig, um an der Universität Vorlesungen über sein neues Heilverfahren zu halten.
Die glänzenden Therapieerfolge, die er u.a. bei Cholera- und Typhusepidemien mit homöopathischen Mitteln erzielte, weckten den Zorn seiner Kollegen und der Leipziger Apotheker. Er stellte seine Medikamente selber her und gab sie selbst seinen Patienten ab, was selbstverständlich die Apotheker reizte. 1819 verboten ihm die Leipziger Behörden die Herstellung und Abgabe homöopathischer Mittel. Damit war seine ärztliche Tätigkeit in Leipzig nicht mehr möglich.
Bald danach bot ihm der Herzog von Köthen die Stelle eines Leibarztes an verbunden mit der Erlaubnis, innerhalb des Herzogtums seine Heilkunst ungestört auszuüben und seine Arzneien selbst abzugeben. Hahnemann zog 1821 nach Köthen. Der Köthener Aufenthalt war dem Studium ärztlicher Werke, der Schriftstellerei und der Behandlung von Kranken gewidmet.
1830 starb seine 67jährige Frau Henriette, mit der er 48 Jahre verheiratet gewesen war und die zehn Kinder geboren und grossgezogen hatte. Er lebte dann mit zwei seiner Töchter zusammen weiter in Köthen.
1831-1832 hatte Hahnemann grossen Erfolg bei der Behandlung einer Cholera-Epidemie. Die Homöopathie erhielt in dieser Zeit grossen Auftrieb nicht nur in Deutschland, sondern auch in Amerika, England, Ungarn, Frankreich, Italien und anderen Ländern.
1834 kam eine gewisse Marquise Marie Mélanie d'Hervilly von Paris zur Behandlung nach Köthen. Sie war eine 34jährige Malerin und Dichterin. Zwischen Mélanie und Hahnemann war es Liebe auf den ersten Blick, und trotz der Opposition der Familie waren sie nach sechs Monaten verheiratet. Hahnemann war fast 8ojährig. Er vermachte den grössten Teil seines Vermögens seinen Kindern und reiste 1835 nach Paris, wo er bald mit seiner Frau zusammen eine lebhafte Praxis führte. Er erlebte eine zweite Jugend and arbeitete hart an der Weiterentwicklung der Homöopathie. Er entwickelte mit den LM-/Q-Potenzen sogar noch eine neue Potenzierungsmethode.
1843 erkrankte Hahnemann an einem starken Bronchialkatarrh und starb am 2. Juli 1843. Als er auf dem Sterbebett lag, sagte ihm seine Frau: «Die Vorsehung wäre Dir eigentlich einen Erlass aller Leiden schuldig, weil Du so viele andere gelindert und in Deinem mühevollen Leben so manche Beschwerde erduldet hast», antwortete Hahnemann: «Mir? Warum denn mir? Jeder auf dieser Weit wirkt nach den Gaben und Kräften, die er von der Vorsehung empfangen, und findet ein Mehr oder Weniger nur vor dem Richterstuhl der Menschen, nicht aber vor dem der Vorsehung statt; die Vorsehung ist mir nichts, ich bin ihr viel, ja alles schuldig.»
Hahnemann liegt auf dem berühmten Pariser Friedhof Cimetière du Père-Lachaise» begraben.
Documentary