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Kaffeegenuss assoziiert man oft mit Kaffeebauern, die rote Kirschen pflücken und dabei in die Kamera lächeln. Die Arbeit auf der Kaffeefarm ist jedoch oftmals hart und kräftezehrend. Denn der Rohkaffee legt von der Farm bis in die Tasse einen langen und beschwerlichen Weg zurück.
Der grösste Teil des weltweit angebauten Kaffees wird von Kleinbauernfamilien auf weniger als 10 Hektar Land produziert. In Uganda besitzen die meisten Kaffeebauern im Durchschnitt lediglich rund 4000m² Land, von dem sie ihren Ertrag erwirtschaften. Unsere Kleinbauern in Uganda besitzen nur wenig Land. Jeder Quadratmeter Agrarland ist entsprechend optimiert. Auf diesem Land wird auch noch das Gemüse für den täglichen Bedarf angebaut.
Kaffeeanbau ist primär Handarbeit
Kaffeeanbau ist in Uganda primär Handarbeit, da sich die Anschaffung von teuren Erntemaschinen nie refinanzieren lässt und diese eh nur auf ebenem Gelände einsetzbar sind. Die handverlesene Ernte ist zwar mühsamer, schont jedoch die Kaffeebäume. Von der Farm in die Tasse geht der Rohkaffee durch mehrere Hände. Zuerst werden die roten Kaffeekirschen vom Baum gepflückt. Da nicht alle Kirschen gleichzeitig reifen, braucht es mehrere Durchgänge, bis alle Früchte vom Baum geerntet sind.
Die roten Kirschen werden nach der Ernte gewaschen. Bei diesem Vorgang werden die Schwimmer, sogenannte Floaters aussortiert. Überreife oder von Insekten befallene Kirschen schwimmen an der Wasseroberfläche auf.
Der Kaffee wird mehrmals von Hand sortiert
Es gibt verschiedene Verfahren, wie der Kaffee auf der Farm weiter verarbeitet werden kann. Sowohl nach dem trockenen wie auch nach dem nassen Verfahren wird der Kaffee während 8 bis 10 Tagen an der Sonne getrocknet.
Die Sonnentrockung erfolgt auf sogenannten African Beds. Das sind einfache Holzgestelle, bespannt mit einem feinen Maschendraht-Gewebe. Die Bohnen werden in einer Schicht von ca. 5 cm ausgelegt, und dabei regelmässig gewendet um eine gleichmäßige Trocknung zu gewährleisten. Bohnen mit Insektenstichen werden dabei erneut aussortiert.
Vor dem Export erfolgt noch ein letzter Arbeitsschritt, bei dem die Pergamenthaut des Kaffees maschinell entfernt wird. Danach wird der nun grüne Rohkaffee erneut von Hand aussortiert.
Kaffeesäcke buckeln
Von der Farm bis in die Tasse müssen etliche Kaffeesäcke mehrfach gebuckelt werden: Auf den Lastwagen zur Hullingstation, danach zum Sortieren und dann wieder in den Lastwagen ins Exportlager nach Kampala. Dort werden die Kaffeesäcke gewogen, umgepackt und wieder verladen, bis sie schliesslich im Container landen.
Diese schweisstreibende Arbeit wird ausschliesslich von Männern gemacht. Wer schon mal 60kg gebuckelt hat, weiss was das bedeuted.
Kaffe ist nicht gleich Kaffee
Der enorme Aufwand von Kaffeekleinbauern ist um ein Vielfaches grösser, als maschinell geernteter und verarbeiteter Kaffee von Grossgrundbesitzern. Daher lohnt sich beim Einkauf nicht nur ein Blick auf das Preisschild, sondern auch auf die Beschreibung wie der Kaffee im Ursprungsland verarbeitet wurde. Begriffe wie von Hand gepflückt oder Direct Trade ist immer ein Indiz dafür, das hier ziemlich viel Arbeit drin steckt, bis der Kaffee von der Farm bei Dir in die Tasse tropft.