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Ein Impfstoff gegen Herpes zoster, die Gürtelrose, wurde vor einigen Jahren eingeführt (Zostavax®). Er enthält attenuierte Varizella zoster-Viren in einer deutlich höheren Konzentration als der Varizellen-Impfstoff für Kinder. In randomisierten Studien wurde gezeigt, dass die Herpes-zoster-Impfung bei Personen über 60 Jahren das Auftreten von Herpes zoster reduziert und damit auch das Risiko für eine postherpetische Neuralgie («Postzoster-Neuralgie»). In der aktuellen Studie wurde in einer grossen Kohorte von Versicherten im Alter über 65 Jahren im amerikanischen Medicare-System untersucht, ob die Wirksamkeit der Impfung auch in der Bevölkerung nachgewiesen werden kann.
Die Studienpopulation umfasste 766'330 Personen, die über jeweils mindestens 12 Monate beobachtet werden konnten. Die Impfrate war mit durchschnittlich 3,9% relativ niedrig. Besonders niedrig war sie bei Leuten über 80 und bei solchen mit niedrigerem Einkommen. Bei den Ungeimpften betrug das Risiko für eine Herpes-zoster-Episode 10 pro 1'000 Personenjahre und für eine mindestens 30-tägige postherpetische Neuralgie 0,7 pro 1'000 Personenjahre. Bei den Geimpften war die Inzidenz etwa halb so hoch. Korrigiert für Alter, Geschlecht und andere Faktoren verhinderte die Impfung 48% der Herpes-zoster-Erkrankungen und 59% der postherpetischen Neuralgien.
Man kann gegen die Zoster-Impfung anführen, dass das Risiko für einen Zoster bei uns noch etwas kleiner sein dürfte als in den USA, wo Kinder im Allgemeinen gegen Varizellen geimpft werden (und Erwachsene damit seltener mit dem Virus in Kontakt kommen). Gemäss dieser Studie müssen in den USA 3'000 Personen geimpft werden, um eine postherpetische Neuralgie pro Jahr zu verhindern. Das ist eigentlich gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, wie lästig eine solche Neuralgie sein kann. Vielleicht würde es sich lohnen, im Zusammenhang mit Vorsorgeuntersuchungen bei Personen über 60 regelmässiger auf diese Impfung hinzuweisen.
Zusammengefasst von Peter Ritzmann
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