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Das World Economic Forum ist verpflichtet zur Verbesserung der Lage der Welt ("Committed to Improving the State of the World.").
Wieviel nun trägt das WEF selber zu Verbesserung der Welt bei? Bei dieser Frage geht es uns nicht in erster Linie um die sozialen Aspekte. Anmerkungen dazu findet man leicht anderswo, zum Beispiel bei der Erklärung von Bern. Grundsätzlich ist das WEF ein Verein der grössten Firmen der Welt und da liegt es nahe, dass zuerst Mitgliederinteressen vertreten werden.
Im éditorial der Tribune de Genève vom 14. Januar 2004 schrieb Elisabeth Eckert, das WEF sei nur eine Registrierkasse der Moden des Augenblicks ("Ce n'est qu'une caisse enrégistreuse des modes du moment" Seite 2). Vielleicht. Seit einigen Jahren hört man scheinbar auf die KritikerInnen. Ein offenes Forum wird errichtet und dieses Jahr sollte man keine Krawatte tragen. Na ja, wenn das hilft... Aber wem soll's denn helfen, keine Krawatte zu tragen? Dem Zustand der Welt? Den Notleidenden und Verfolgten dieser Welt? Dem guten Ruf der WEF-Mitgliedschaft? Dem guten Gewissen der TeilnehmerInnen?
Eine weitere Frage: wie wird der "state of the world" eigentlich gemessen? Dazu Frau Hilde Schwab, Gattin des WEF-Gründers und Direktors Klaus Schwab, in einem Tagesgespräch vom 18.1.2004 mit dem schweizer Radio DRS1, auf die Frage "Hat der Zustand der Welt sich verbessert?":
"Die Weltbevökerung stieg von 4 auf 6 Milliarden Menschen. Es gibt immer noch 2 Milliarden Menschen ohne genügend Essen. Wir haben es geschafft, dass 2 Milliarden Menschen mehr ein vernünftiges Leben führen können."
Aber wer ist "wir"? Das WEF oder ihre Mitgliederfirmen? Schön wär's! Tatsache ist, wie das WEF selber in einem Bericht schreibt, dass eine Mehrheit der Menschen dieser Welt das Gefühl haben, schlechter dran zu sein als vor einigen Jahren. Das WEF lässt grüssen? Press Release - Report Gives Failing Grades to Efforts to Improve the State of the World. Ein Bericht erteilt schlechte Noten für die Anstrengungen, den Zustand der Welt zu verbessern. Man könnte folgern, dass der so genannte "freie Welthandel", die Privatisierung oder auch die "unsichtbare Hand" der "freien Marktwirtschaft" doch nicht so ganz erfolgreich gewesen sind. Zusammenfassung der Ergebnisse (nur in der neuen Kolonialsprache Englisch)
Die Wirtschaftsführer bewerten die Lage und ihre Chancen jedoch ganz anders: Survey on Prosperity and Security (Umfrage über Wohlstand und Sicherheit) "Corporate reputation is a more important measure of success than stock market performance, profitability and return on investment, according to a survey of some the world’s leading CEOs and organization leaders." Der gute Ruf des Unternehmens ist wichtiger als Börsenkurs, Gewinn und Investierungserlös. Da macht es Sinn, die Krawatte symbolisch abzuziehen und beim WEF Mitglied zu sein. Und es scheint, alsob sie der Zukunft weite optimischer entgegensehen als die Leute auf der anderen Seite der Einkommensskala.
Doch die Güterverteilung, der Unterschied zwischen arm und reich ist eine Sache. Uns interessiert der Beitrag vom WEF zum Erreichen einer ökologischen Nachhaltigkeit, ohne die jede sozial-ökonomische Verbesserung nur verhältnismässig kurzlebig sein kann. Versuchen wir, dieses in Beziehung zu den WEF-Zielen zu setzen. Herr Klaus Schwab fasst die diesjährigen Forum-Ziele wie folgt zusammen:
Weltführer aller Lebensbereiche werden eine grundsätzliche Tatsache betrachten: wir werden kein nachhaltiges starkes Wachstum haben, wenn es Unsicherheit in den unstabilen Regionen der Welt gibt. Aber wir werden auch keine Sicherheit haben, wenn die Menschen keine Aussicht auf Wohlstand haben. Und das ist die Davos-Gleichung: Sicherheit plus Wohlstand ist Frieden (unsere Übersetzung: "Davos Equation: At the Annual Meeting global leaders from all walks of life will confront one basic fact: we will not have strong sustained economic growth across the world unless we have security, but we will not have security in unstable parts of the world without the prospect of prosperity. And this is the Davos equation: security plus prosperity equals peace." Klaus Schwab, founder and Executive Chairman, World Economic Forum, Quelle: www.weforum.org 21.1.2004)
Wir befürchten, dass hier etwas als unumstössliche Tatsache dargestellt wird, was durchaus diskutabel ist. Das Bedürfnis nach Wohlstand und der Frieden fanden wir irgendwo im Internet so dargestellt:
Wie dem auch sei, für Sicherkeit und Wohlstand braucht es jedoch keineswegs Wachstum. Es braucht eine von der Mehrheit als gerecht empfundene Verteilung des Wohlstands. Die viel gehörte Meinung, dass man zuerst wirtschaftlich wachsen muss, bevor es den Armen etwas besser gehen kann ist ein ideologischer Trugschluss. Der Kuchen muss nicht zuerst höher werden. Man muss nur die Schnitte etwas anders aufteilen.
Nur - und das ist für unsere Betrachtung das wichtigste - der ganze Wirtschaftskuchen belastet die Umwelt und zehrt an den natürlichen Grundstoffen unserer Erde. Wir reden seit Jahren von Umweltschutz und so genannter "nachhaltige Entwicklung", einer Entwicklung, die sehr lange so weitergeführt werden kann.
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Global Survey Finds Ordinary People Feel “Unsafe, Powerless and Gloomy” About the Future Security and Prosperity of the World (WEF press releases )