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- Inselwelt der Arktis
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Gletscher
Gletscher gehören zu den faszinierendsten Erscheinungen in der arktischen Landschaft und sind für viele geomorpholgische Prozesse verantwortlich. Gletscher beeinflussen das örtliche und regionale Klima und führen dem Meer grosse Wasser- und Eismassen zu. Ausserdem verändern sie das Landschaftsbild indem sie durch Erosion und Ablagerung einige der beeindruckendsten Landschaften dieser Erde schaffen. Leider sind selbst die arktischen Gletscher durch die Klimaerwärmung bedroht und ihr Abschmelzen ist zu einem beträchtlichen Teil für den Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich.
Gletscher vom grönländischen Eisschild fliessen an vielen Stellen bis ins Meer. Sie gestalten durch ihre Erosionskraft die Küstenlandschaft, wie hier am Kangerdlugssuaq-Fjord in Ostgrönland.
Gewehr als Schutz gegen Eisbären. Kronebreen im Vordergrund, und Conwaybreen hinten im Nordwesten von Spitzbergen. Beide Gletscher kalben ins Meer; das Foto wurde im Frühjahr aufgenommen, als der Fjord noch zugefroren war.
Viele kleine Eisberge brechen hier vom Gerard de Geer Gletscher in den Isfjord in Ostgrönland ab. Dieser Gletscher ist einer der bedeutendsten Auslassgletscher des grönländischen Eisschilds.
Alfabet Nunatakker am Rande des Eisschilds in Ostgrönland von Tillit Nunatak aus gesehen. Diese Nunataks sind die Gipfel von 2000 bis 3000 Meter hohen Bergen, die fast vollständig vom Eis bedeckt sind.
Viele Gletscher in der Arktis werden von hoch liegenden Eisfeldern gespeist, sanft hügelige Eisgebiete, aus denen einzelne Bergspitzen herausragen. Auslassgletscher fliessen bis zum Meer (Aavatsmarkbreen in Westspitzbergen).
Die vorrückende, 30 Meter hohe Front des Thompson Gletscher auf der Axel Heiberg Insel zeigt wie viel Schutt manche arktischen Gletscher mit sich führen. Ein mächtiger Schmelzwasserbach vom White Glacier fliesst im Vordergrund vorbei.
Zwei Geologen bei einem Schmelzwasserstrom vom Wordie Glacier in Ostgrönland. Eistemperaturen unter null Grad verhindern, dass Schmelzwasser von der Oberfäche direkt ans Gletscherbett gelangen kann und führt zu grossen randglazialen Bächen, die sich dann aber seitlich unter den Gletscher hinein erodieren.
Viele Gletscher auf den arktischen Inseln zeigen periodisch schnelle Vorstösse, im Englischen bekannt als “Surges”. Fritjthovbreen in Spitzbergen hat während seinem Surge 1998 eine 20 Meter hohe Front, welche mit einer Geschwindigkeit von mehreren Metern pro Tag vorrückt.
Luftbild der stark mit unzähligen Gletscherspalten zerschnittenen Oberfläche des Frijthovbreen im Herzen von Spitzbergen während seinem Surge von 1998.
Spaltenlose Oberfläche des kleinen, zurückgehenden Gletschers Austre Lovénbreen im NW von Spitzbergen. Die grössten Hindernisse auf dem Gletscher sind tief einschneidende Schmelzwasserflüsse (als Linien im Hintergrund zu erkennen).
Wenn sich ein Gletscher über das Gletscherbett schiebt, erfasst er Gesteinsteile, die an seiner Basis mitgeführt werden und das Grundgestein abschleifen. Gesteine wie dieser Kalk im Ossian Sarsfjellet im NW von Spitzbergen zeigen anschliessend Gletscherschliffe.
Kalkstein mit Gletscherschliffen, von Kongsvegen im Nordwesten NW von Spitzbergen. Kalke zeigen oftmals diese Anzeichen, da sie weicher als andere Gesteine sind.
Wo Gletscher zusammenfliessen, bilden die seitlichen Schuttmassen zweier Gletscher streifenfömige Mittelmoränen. Edward Balley Glacier in Renland, Ostgrönland.
Beim Kronebreen im NW von Spitzbergen gibt es eine Reihe von unregelmässigen Moränen. Sie sind das Ergebnis der Verformung des Eises innerhalb des Gletschers. Ähnliche Formen wie gibt es in früher vergletscherten, heute aber eisfreien Gebieten in Skandinavien, Grossbritannien und Nordamerika.
Interessante Prozesse geschehen auch in der Umgebung der Gletscher. Manchmal beginnen sich die Lockersedimente im Sommer aufgrund des reichlich vorhandenen Schmelzwassers zu bewegen: Gletscherablagerungen auf Toteis einige Kilometer vom Kongsvegen im NW von Spitzbergen. Wenn das Toteis schmilzt, fällt der Schutt in sich zusammen und fliesst als Schlamm bergab.
|Fotos: Michael Hambrey|