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Nadals ATP-Punkte während der Sandsaison
2014: 270 (noch möglich 4000)
2013: 5100
2012: 4590
2011: 4700
2010: 5000
2009: 3460
2008: 4405
2007: 4480
2006: 4180
2005: 5500
(Punkteberechnung nach Regeln ab 2009)
Rafael Nadal gilt seit zehn Jahren als der Spieler, den es auf Sand zu besiegen gilt. Der grösste Spezialist aller Zeiten auf der roten Asche konnte aber in dieser Saison noch gar nicht überzeugen. Und Trainer Toni hat mit Stanislas Wawrinka einen neuen Konkurrenten fürs French Open ausgemacht.
Rafael Nadal hatte in Monte Carlo wie auch in Barcelona die Möglichkeit, als erster Spieler auf der ATP-Tour ein Turnier neunmal zu gewinnen. An beiden Turnieren zusammen feierte er dabei zuvor 89 Siege und verlor in den letzten neun Jahren genau einmal. Das war im Endspiel 2013 in Monte Carlo gegen Novak Djokovic. Barcelona musste Nadal 2010 verletzt auslassen. Die Chancen standen also hervorragend.
Dies belegen auch diese Zahlen: 302 seiner 683 Karrierensiege feierte er auf dem langsamen Belag (bei nur 23 Niederlagen) und sicherte sich dabei 43 seiner total 62 Titel. Doch Nadal schied im Fürstentum wie auch in seiner Heimat völlig überraschend in den Viertelfinals aus.
In Monte Carlo unterlag er David Ferrer, den er zuvor auf Sand 17-mal in Serie besiegt hatte. In Barcelona Nicolas Almagro, den er in zehn Duellen zuvor immer in die Schranken wies und bei den acht Erfolgen auf Sand eine Satzbilanz von 22:1 auswies. «In Monte Carlo war Ferrer besser als ich, heute hatte ich dieses Gefühl nicht», resümierte er nach dem Ausscheiden in Barcelona. Er habe einfach die wichtigen Punkte nicht gewonnen. «Das Gefühl ist nicht positiv», erklärte er, hängte jedoch sofort an, «wir machen kein Drama aus den zwei Niederlagen.»
Das ist wohl richtig, trotzdem muss die Entwicklung mit Erstaunen betrachtet werden. Seit Nadal 2005 die Weltspitze eroberte, liess er sich in neun Jahren auf seiner Lieblingsunterlage nur von sieben Spielern bezwingen (elf Niederlagen). Jetzt sind innert einer Woche zwei weitere dazugekommen. Die Sandsaison droht zum Fiasko zu werden. In den nächsten Wochen stehen die Turniere in Madrid und Rom sowie das French Open an. Nadal ist dreimal Titelverteidiger.
Dabei muss er nicht nur 4000 Punkte verteidigen, sondern es droht auch die schwächste Sandsaison seit 2005. Nadal hat in all den Jahren mit Ausnahme von 2010 (ohne Barcelona) die Turniere in Monte Carlo, Barcelona, Madrid, Rom und Rolland Garros bestritten. In den Jahren 2007 und 2008 startete der 27-Jährige zudem in Hamburg.
2005 und 2010 gewann Nadal dabei alle Partien. Von 2005 bis 2007 blieb er gar während 81 Sandmatches unbesiegt, bis Roger Federer in Hamburg diese Rekordserie beendete. In neun Jahren musste der Mann aus Manacor dabei höchstens zweimal pro Sandsaison als Verlierer vom Feld. Diese Zahl hat er jetzt schon nach zwei Turnieren erreicht.
Mit Ausnahme von 2009 – als er im Viertelfinal des French Open gegen Robin Söderling verlor – hat der Mallorquiner auch immer über 4000 Punkte (wenn wir die ATP-Punkte nach der seit 2009 gültigen Punktezählung berechnen) gewonnen. Diese Marke wird er in diesem Jahr nur übertreffen, wenn jetzt drei Turniersiege folgen.
Die schwächste Sandsaison (2009: 3460 Punkte) in zehn Jahren kann der Spanier nur abwenden, wenn er entweder in Madrid und Rom gewinnt sowie bei den French Open mindestens das Endspiel erreicht. Oder beim French Open und in Madrid oder Rom gewinnt sowie beim anderen 1000er-Turnier das Final erreicht.
Drei Titel hat Nadal seit 2005 während der Sandsaison immer mindestens gewonnen. Auch diese Marke wankt mächtig. Die Weltnummer 2 sieht trotz der fehlenden Ergebnisse die Sache positiv: «Vielleicht bin ich jetzt nach zehn Jahren erstmals nicht der grosse Favorit. Aber mein Ziel bleibt trotz diesen Niederlagen das gleiche.» Die Favoritenrolle von sich schieben gehört zu Nadal. Aber die Gegner wissen jetzt: Auch Nadal ist auf Sand nicht unbesiegbar.
Auf dem Weg zum Titel bei den French Open sieht Onkel und Trainer Toni Nadal übrigens seit neustem einen zweiten «wirklichen» Konkurrenten, wie er gegenüber «puntodebreak.com» sagt: «Ich glaube, es gibt zwei Rivalen, die Rafael in Paris herausfordern können: Djokovic und Wawrinka. Natürlich, gegen Djokovic ist es immer besonders hart, gegen ihn will man nicht spielen. Aber auch Wawrinka spielt momentan sehr gut. Als Champion von Monte Carlo ist er einer der grössten Anwärter auf den Sieg in Roland Garros.»
Es wäre Nadals neunter Titel in Paris. Das wäre ein würdiger Rahmen für den Sandkönig, um als erster ATP-Spieler ein Turnier neunmal zu gewinnen.