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Einführung
Die Pforten der Wahrnehmung
Weyburn ist eine kleine Stadt in der kanadischen Provinz Saskatchewan. Es liegt gut hundert Kilometer südöstlich der Hauptstadt Regina und gut sechzig Kilometer nördlich der US-amerikanischen Grenze. Abgesehen davon, dass es einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt für die Provinz darstellt, ist das einzig Bemerkenswerte an Weyburn, dass dort bis 2006 das Souris Valley Mental Health Hospital stand. Diese 1921 eröffnete Einrichtung für psychisch Kranke war damals das größte Gebäude im Britischen Empire. Zu Spitzenzeiten beherbergte es rund zweieinhalbtausend Patienten. Jahrzehntelang besaß es einen herausragenden Ruf als eines der fortschrittlichsten Krankenhäuser der Welt, was die experimentelle Behandlung von Menschen mit geistiger Behinderung anging. Dieser Ruf zog einige weltweit führende Forscher auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen an, darunter auch den britischen Psychiater Humphry Osmond. 1951 war Osmond zusammen mit seinem Mitarbeiter John Smythies in diese abgelegene Gemeinde gezogen, weil er vorhatte, die Einrichtung für Untersuchungen darüber zu nutzen, ob die Ähnlichkeiten zwischen einer Schizophrenie im frühen Stadium und den durch Substanzen wie LSD (Lysergsäurediethylamid) ausgelösten psychischen Zuständen mehr als bloßer Zufall sind: Ließe sich daraus etwas Bedeutendes ableiten und bei der Suche nach einem Heilmittel nutzen? Osmond wusste, dass ihm für Experimente am Menschen unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen beträchtliche Freiheiten eingeräumt werden würden.
Gemeinsam mit dem Biochemiker Abram Hoffer arbeiteten Osmond und Smythies fast ausschließlich mit Alkoholikern. Alle drei waren sowohl hochzufrieden als auch überrascht, wie erfolgreich ihre Forschung verlief. Nach einer Behandlung mit LSD hatten zwischen vierzig und fünfundvierzig Prozent der Probanden innerhalb eines Jahres nicht wieder angefangen zu trinken. Erfreut war das Team auch über die Ergebnisse seiner Arbeit mit Schizophrenen. Im April 1952 veröffentlichten Osmond und Smy