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Bongani: Die erste Zigarre AfrikasAfrika verfügt über eine lange Tradition im Tabakanbau. Doch eine echte afrikanische Zigarre kommt erst jetzt auf den Markt: Bongani aus Mosambik. Die Zigarrenmarke wurde von einem Unternehmer gegründet, der sich von Weinpionier Robert Mondavi inspirieren liess.
Die besten Tabake der Welt stammen aus Kuba, der Karibik und Mittelamerika. Und, zieht man den Marktpreis als Massstab für die Qualität heran: aus Kamerun in Zentralafrika. Hier gedeihen die gefragten Kamerun-Deckblätter, die zu stolzen Preisen gehandelt zum Beispiel kostbare Zigarren von Arturo Fuente oder A.J. Fernandez einkleiden. Dass Afrika auch abseits von Kamerun eine lange Geschichte des Tabakanbaus hat, war in der Zigarrenwelt bis jetzt weitgehend unbekannt.
Auch Kamal Moukheiber war überrascht, als er zum ersten Mal von Mosambiks Tabaktradition erfuhr. Der gebürtige Libanese arbeitete nach seinem Studium in Frankreich zunächst 15 Jahre in London in der Finanzindustrie. Nach Mosambik kam er durch ein Immobilienprojekt. Und stiess dabei auf die Tabakpflanzungen des Landes.
«Es traf sich, dass ich zu dieser Zeit gerade die Biografie von Robert Modavi las, der mit innovativen Ideen den Grundstein für den Weinboom in Kalifornien legte.» Diese Erfolgsgeschichte inspirierte Kamal Moukheiber: «Ich fragte mich: Warum gibt es keine afrikanischen Zigarren? Vielleicht muss einfach jemand den ersten Schritt machen.»
Jemand muss den ersten Schritt machen
Kamal Moukheiber machte diesen Schritt. Einfach aber konsequent setzte er seine Idee um. In der Dominikanischen Republik rekrutierte er ein Team von Zigarrenrollern und Anthony Padilla, der das dominikanische Expeditionsteam leitete. Die Dominikaner trafen am 30. November 2016 in Maputo ein und begannen mit dem Training der ersten lokalen Mitarbeiterinnen. «Manche Leute sagten, es braucht ein Jahr oder noch länger, bis ein Roller Zigarren in akzeptabler Qualität herstellen kann», erinnert sich Kamal Moukheiber. Tatsächlich verkauften wir unsere ersten Bongani-Zigarren noch im Jahr 2016.
«Bongani» bedeutet in der Zulu-Sprache «Sei dankbar». Die Einlage-Tabake stammen aus der Manica-Provinz in Mosambik. Das Deckblatt wächst – natürlich – in Kamerun. Ergänzt wird der Blend von etwas dominikanischem Tabak.
Bereit für die Welt
Nach fünf Jahren Aufbauarbeit produziert Bongani heute rund 100’000 Zigarren im Jahr. Jetzt ist das afrikanische Zigarren-Start-up bereit für das internationale Publikum. «Die Schweiz gehört zu den ersten Märkten, in die wir exportieren», erzählt Kamal Moukheiber. Daneben werden Bongani-Zigarren seit kurzem auch nach Grossbritannien und in die USA exportiert.
Der afrikanische Tabak spricht mit seinem nicht leichten Charakter den bereits erfahrenen Zigarren-Aficionado an. Die Bongani Zigarren erinnern geschmacklich an Erde, Leder und Tropenholz. Auffällig ist eine leichte Salzigkeit, wie sie auch für Kamerun-Deckblätter typisch ist.