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Auch das neueste, frei einsehbare Jahrbuch des Uferschutzverbandes Thuner- und Brienzersee bietet einige spannende Artikel über die Geschichte und Landschaft meiner Region.
Es enthält auch eine Reihe aufschlussreicher Illustrationen und Karten, die für meine Recherchen zu den verschwundenen Seen im Thuner Westamt sowie dem ehemaligen Kanderverlauf sehr wichtig sind. Die Karte auf Seite 134 zeigt den genauen Verlauf der Kander vor der Korrektion von 1714.
Besonders interessant fand ich auch vier Illustrationen, die die Veränderungen der Landschaft im heutigen Nordwesten von Thun veranschaulichen. Eine davon, welche oben zu sehen ist, zeigt die Region (mit Blick zum Niesen und zur Stockhornkette) vor rund 4000 Jahren. Alle vier Bilder in höherer Auflösung sind auf der Website der Künstler:innen veröffentlicht worden.
Im dazugehörigen Text im Jahrbuch steht:
Die Kander deponierte besonders bei Hochwasser viel Geröll, Sand und Schlick in ihre verzweigten, gefällearmen Wasserläufe und füllte so immer wieder ihr eigenes Bett auf. So trat die Kander weiträumig über die Ufer, verlegte stetig ihren Lauf und ebnete nach und nach das Gelände zwischen Thunersee und Uttigen ein. Zu jener Zeit wies die Flusslandschaft eine reiche Fauna und Flora auf, die an wechselhafte Lebensbedingungen adaptiert waren. Auch Bergpfanzen, deren Samen von der Kander immer wieder angeschwemmt wurden, fanden hier mindestens zeitweise ihre tiefstmögliche Verbreitung. Auf dem Amsoldinger Plateau blieben infolge der Verlandung nur noch wenige Wasserfächen offen. Amsoldinger- und Uebeschisee überdauerten wegen ihrer Grösse. Ausserhalb der feuchten Mulden überzog ein dichter Buchen- und Eichenwald das Gebiet. In der Bronzezeit bauten Leute an den Wasserflächen im Schmittmoos ebenerdige Häuser. Die Bewohner waren sesshaft und trieben Landwirtschaft auf gerodeten Flächen. Bestimmte Geräte, Werkzeuge und Waffen waren aus Bronze gefertigt. Angebaut wurden Getreide, Erbsen, Hanf und Lein. Die Anwohner hielten Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Hunde streunten durch das Dorf. Ochsengespanne zogen einfache Karren, Pferde dienten als Last- und Reittiere. Mit einfachen Einbäumen fuhren Fischer auf die Seen hinaus.