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EINE KIRCHE MITTENDRIN
VOR FÜNFZIG JAHREN WURDE IN BIEL-METT DIE KIRCHE CHRISTKÖNIG EINGEWEIHT. EIN AUSFLUG IN IHRE GESCHICHTE.
Noch anfangs der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts war Mett ein kleines Dorf am östlichen Rand der Stadt Biel. Mit der industriellen Entwicklung der Stadt und dem explosionsartigen Bevölkerungswachstum wurde das verträumte Mett innerhalb weniger Jahren von der Stadt verschluckt. Denn ein grosser Teil des neu geschaffenen Wohnraums entstand in Mett. Damit vergrösserte sich auch die Zahl der ansässigen Katholiken. In den fünfziger Jahren drängte sich der Bau einer römisch-katholischen Kirche und eines Kirchenzentrums daher auf.
Das älteste in Mett archäologisch nachgewiesene, über tausendjährige Gebäude ist die Stephanskirche. Im Zuge der Reformation dient es seit 1528 den evangelisch Reformierten als Gotteshaus. 1968, vierhundertvierzig Jahre später, erhielten die Katholiken in Mett also wieder eine eigene Kirche.
Die Geschichte der Pfarrei Christ-König beginnt allerdings bereits 1954, als rund dreissig Schulkindern im Post- und Geyisriedschulhaus Mett Religionsunterricht in deutscher und französischer Sprache erteilt wird. 1958 wurde im Erdgeschoss der Liegenschaft Beaulieuweg 21 ein bescheidener Gottesdienstraum eingerichtet. 1962 erhält Walter Moser, Architekt ETH, den 1. Preis im Wettbewerb für den Bau der Christ-König-Kirche. Eine Zählung im Juni 1965 ergibt 1950 deutsch- und 1450 französischsprechende Pfarreiangehörige, davon sind rund 1300 Kinder. Nicht mitgerechnet wurden italienischsprachige Kirchenmitglieder, die der Missione angeschlossen waren. Bis zum Baubeginn am 20. Februar 1967 wird das Projekt mehrmals überarbeitet. Teils geht es dabei um finanzielle Überlegungen, verzögernde Einsprachen, aber auch die Koordination mit dem neben der Kirche geplanten Schulhaus Sahligut bereiten Probleme. Am 8. Dezember 1968 weihte Bischof Anton Hänggi die Kirche ein.
In der vergriffenen Begleitbroschüre zum Kirchenbau stellte Architekt Walter Moser seine Gedanken vor: Soll die Kirche ein repräsentativer Bau sein? Oder soll sie mit Berufung auf die Heilige Schrift als ein Zeichen einer armen Kirche wirken? Einen ärmlichen Bau lehnte er jedenfalls ab. Wichtig war ihm stattdessen, dass er an die örtlichen Gegebenheiten und die sozialen Verhältnisse angepasst ist. Er wollte ein Instrument für die Pfarrei bauen, in einer Form, die das Wesen der Versammlung sichtbar macht. Daher die geschlossenen Formen für Vorhof, Kirche und Kapelle, mit Belichtung durch das Dach.
Niklaus Baschung
Info: Interview mit Architekt Walter Moser: www.kathbern.ch/pfarrblatt-angelus/angelus/
Patronatsfest und 50-Jahr-Jubiläum: Mit einer mehrsprachigen Messe (deutsch, französisch, italienisch, kroatisch) wird am 25. November, 10.00, das Patronatsfest und das 50-Jahr-Jubläum begangen. Zelebriert wird die Messe durch Denis Theurillat, Weihbischof des Bistums Basel.
- Pfarrblatt / Angelus