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Das Internationale Walfangübereinkommen reguliert den Walfang weltweit und sorgt für eine nachhaltige Nutzung. Das BLV vertritt die Schweiz in der International Whaling Commission (IWC) und ist deren Vollzugsbehörde.
Aktuell
Die Mitgliedstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) haben es an ihrem Treffen im südbrasilianischen Florianopolis klar abgelehnt, das seit 1986 geltende Moratorium für den kommerziellen Walfang aufzuweichen. Der von Japan, das derzeit den IWC-Vorsitz innehat, eingebrachte Antrag fand nicht die nötige Dreiviertel-Mehrheit. Auch die Schweiz konnte dem Antrag in der vorliegenden Form nicht zustimmen. Das Thema wird an der nächsten IWC-Konferenz, 2020 in Slowenien, wieder diskutiert werden. Je nach Ausgang kann dann auch ein Austritt Japans aus der Walfangkommission nicht ausgeschlossen werden.
Die Delegationen sprachen sich am Treffen in Florianopolis klar für Walfangquoten für die Indigenen in Alaska, Sibirien, Grönland und St. Vincent und den Grenadinen aus. Mit diesem Entscheid wurde auch ein Mechanismus verbunden, mit dem die Erneuerung der Fangquoten in sechs Jahren unter Umständen automatisch erfolgen kann.
Die Quoten betreffen jährlich 415 Wale von fünf verschiedenen Arten. Diese Zahl ist gering im Vergleich zu den schätzungsweise rund 300'000 Wale, die jedes Jahr durch andere menschliche Aktivitäten getötet werden. Dies kann etwa durch Beifang, Verschmutzung oder Schiffskollisionen geschehen. Für die indigenen Völker, die Walfang betreiben, ist der Entscheid von grosser Bedeutung. Die Schweiz hatte sich aktiv in diesem Prozess engagiert.
Die Schaffung eines Walschutzgebietes im Südatlantik wurde am IWC-Treffen deutlich abgelehnt. Die Schweiz unterstützte den Antrag, der unter anderem von Brasilien und Argentinien eingereicht worden war. Direkte Folgen hat der ablehnende Entscheid nicht, da im Südatlantik kein Walfang betrieben wird. Die Wale halten sich fast ausschliesslich in den Hoheitsgewässern der Anrainerstaaten auf, welche durch nationale Bestimmungen die Wale schützen.
An der Konferenz im Süden Brasilien wurde unter anderem auch eine nicht verbindliche Resolution zur akustischen Verschmutzung in den Weltmeeren angenommen. Lärm ist für die meisten Wale ein sehr grosses Problem. Die Schweiz unterstützte diese Resolution und war Co-Sponsor. Die Schweizer Delegation zieht mit Abstrichen, insbesondere wegen den Budgetkürzungen für den wissenschaftlichen Ausschuss, eine positive Bilanz des 67. IWC-Treffens.
(14.09.2018)
Das Internationale Walfangübereinkommen wurde 1946 unterzeichnet. Für seine Umsetzung sorgt die Internationale Walfangkommission (International Whaling Commission, IWC). Diese zählt zurzeit 88 Mitgliedstaaten. Jedes Mitglied wird von einem Kommissar vertreten, den wiederum Experten beraten.
Alle zwei Jahre treffen sich die Mitglieder zu einer Versammlung. Das BLV hat für die Schweiz Einsitz in der IWC und ist deren Vollzugsbehörde. Bruno Mainini vom Fachbereich Artenschutz beim BLV stand der Kommission von 2014 bis 2016 für eine zweijährige Amtsperiode als Präsident vor. Dies stärkte die Vermittlerrolle der Schweiz im Gremium weiter.
Die Entscheide der IWC basieren auf wissenschaftlichen Grundlagen. Sie kann z. B. bestimmte Arten komplett schützen sowie Walschutzgebiete oder Jagdsaisons und Abschussquoten für einige Arten festlegen.
Die Haltung der Schweiz
Das Binnenland Schweiz strebt die Rolle eines verlässlichen, vermittelnden Partners an; speziell dann, wenn sich die Standpunkte unter den Mitgliedstaaten der Kommission nicht mehr vereinbaren lassen.
Im Falle der bedrohten Walarten spricht sich die Schweiz für ein Fortführen der Schutzmassnahmen aus. Der Wiederaufnahme einer eng begrenzten kommerziellen Waljagd in geographisch festgelegten Gebieten stimmt sie zu, wenn wissenschaftlich nachgewiesen wird, dass dies dem Bestehen der betreffenden Art und dem Ökosystem nicht schadet. Weiter muss garantiert sein, dass die Jagdquoten durch wirksame Massnahmen kontrolliert werden.
Die Schweiz vertritt die Ansicht, dass das Management der so genannten «kleinen Walarten» (etwa Narwal, Beluga und Grosser Tümmler) in den Kompetenzbereich der IWC fallen sollte. Sie unterstützt auch die Einrichtung neuer Walschutzzonen, sofern die Anträge wissenschaftlich begründet sind und sie alle Anrainerstaaten unterstützen. Zudem ist sie bereit, ihren Beitrag zur Reduktion der Schadstoffe zu leisten, und befürwortet Forschungsarbeiten über die Auswirkung schädigender Umwelteinflüsse auf Wale.
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Letzte Änderung 14.09.2018