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Was ist Fibromyalgie?
Fibromyalgie ist eine nicht-entzündliche Erkrankung, die sich in chronischen Schmerzen (an Muskeln, Sehnen und Bändern) und Erschöpfung äussert. Daneben treten zahlreiche weitere Beschwerden auf. In der Schweiz sind bis 400‘000 Menschen davon betroffen, Frauen viel häufiger als Männer. Die Krankheit gehört zur Kategorie Weichteilrheuma. Sie beginnt häufig im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.
Viele begleitende Krankheitszeichen
Schmerzen (häufig “im Körper wandernde“) gehören zum Alltag z.B. Kreuzschmerzen, die ins Gesäss oder die Beine ausstrahlen können. Bei andern Patienten schmerzen vor allem Nacken und hinterer Schulterbereich. Häufig fühlen sich die Menschen mit Fibromyalgie abgeschlagen, müde, da sie unter „unerholsamem Schlaf“ leiden. Manchmal können sich diese Patienten auch tagsüber schlecht konzentrieren oder vergessen ständig etwas. Auch andere Beschwerden sind möglich: Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme mit abwechselnd Durchfall und Verstopfung, vermehrtes Schwitzen, Engegefühl in Hals oder Brust.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Mittels eines Fragebogens kann der Arzt das Ausmass der Schmerzen beurteilen. Blutwerte werden bestimmt und andere Krankheiten ausgeschlossen. Viele Krankheiten können ähnliche Symptome auslösen wie Fibromyalgie; deshalb dauert manchmal die Diagnose lange. Bisherige Diagnosekriterien waren Schmerzen länger als drei Monate, Schmerzen in rechter und linker Körperhälfte und Schmerzen ober- und unterhalb der Taille; Schmerzen an mindestens 11 von 18 definierten Druckpunkten.
Hypothese der Ursachen
- Gestörte Schmerzempfindung, -vermittlung und –verarbeitung
- Veränderte Durchblutung zentraler Schmerzareale
- Verstärkte Schmerzwahrnehmung auf äussere und/oder innere Reize
- Ev. gibt es eine genetische Prädisposition.
Zur Behandlung gibt es Ansatzpunkte:
- Medikamente
- körperliches Training
- psychologische und psychosomatische (Beeinflussung der körperlichen Zeichen durch die Psyche) Therapie
- befristet Akupunktur, ev. Komplementärmedizin
Ein einziges Medikament oder eine einzelne Methode kann in der Regel nicht alle Beschwerden lindern. Deshalb werden verschiedene nicht-medikamentöse und medikamentöse Massnahmen kombiniert. Ziel der Therapie ist, dass die Patienten ihre gewohnten Aktivitäten besser erledigen können. Die Behandlung soll so wenige Nebenwirkungen wie möglich verursachen und langfristig wirken. Begleitsymptome wie Reizdarm und restless legs werden gezielt behandelt.
Medikamente
Bis heute gibt es kein Medikament, das zur Behandlung von Fibromyalgie in der Schweiz im Handel ist. Ob und welche Medikamente eingesetzt werden, hängt vom Ausmass der Beschwerden und von den Begleiterkrankungen ab. Gewisse Antidepressiva können Schmerzen lindern und Schlafqualität verbessern. Auch Schmerzmittel, Antiepileptika, Schlafmittel werden eingesetzt. Auch pflanzliche Heilmittel können bei einzelnen Beschwerden Abhilfe leisten.
Andere Therapiebausteine
Anhaltende Wirkung zeigen Ausdauertraining (z.B. Nordic Walking, Velofahren, Schwimmen, Aqua-Jogging oder Wassergymnastik) kombiniert mit Kraft- und/oder Flexibilitätstraining. Auch Spa- (Anwendung von Bädern in Mineral- oder Thermalbädern), Thalasso- (Therapie mit Reizfaktoren der Meeresküsten z.B. Sand, Meeresklima) oder Balneotherapie (z.B. Kälteanwendung) können die Lebensqualität verbessern. Selbsthilfegruppen findet man unter www.fibromyalgieforum.ch.
Psychologische Methoden
In der psychologischen Schmerztherapie können Gedanken und Überzeugungen Einfluss auf das Verhalten oder das Schmerzempfinden nehmen. Der Patient lernt, seine Situation anders zu bewerten, ungünstige Denkmuster zu erkennen und zu verändern. Ein Ziel der Schmerztherapie ist, besser mit Stress, Problemen und Konflikten umgehen zu können und mehr Entspannung und Genuss im Alltag zu erleben.
Therapieziele und andere Ziele
- Lebensqualität verbessern;
- Arbeitsfähigkeit und soziale Einbindung erhalten;
- möglichst früh mit dem Arbeitgeber über die Krankheit sprechen;
- schnell Lösungsvorschläge für geeignete Therapien erarbeiten.
Ein stufenweises Vorgehen ist wichtig. Wenn der Patient sich aktiv um seine Behandlung kümmert, ist das oft schon ein Schritt zur Besserung. Auch die Rheumaliga verfügt über Informationen. Eine Früherkennung der Fibromyalgie ist wichtig. Gemäss letzter Rentenrevision ist ein Fibromyalgie-Patient nicht mehr invalidenrenten-berechtigt.
Zögern Sie nicht, uns zu fragen. Wir beraten Sie gerne.
Ihr Team der Vinzenz-Apotheke
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