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Gold hat in der letzten Zeit nicht so gut abgeschnitten. Vielleicht ist es an der Zeit, auszusteigen..." Dieser Gedanke tritt von Zeit zu Zeit wieder auf, zuletzt kam er von einem Gast aus Maryland.
Wenn sich die Weltwirtschaft abkühlt, dann sind Rohstoffe nicht das, was man haben will", fuhr er fort, ebensowenig Gold. Die Leute kaufen Gold, um sich selbst vor einer Inflation zu schützen. Aber die Inflationsrate wird während einer Rezession nicht steigen. Dann steht man mit Bargeld besser da, bis sich die Sache wieder wendet."
Mein Gast hat dem Ausdruck verliehen, was in diesem Sommer vermutlich die vorherrschende Meinung ist - dass der weltweite Konjunkturrückgang bedeutet, dass die Preissteigerungen langsamer werden. Ohne den heißen Atem der Inflationshunde, die hinter Gold her sind, wird Gold sich wieder zur Ruhe legen und die Zentralbank kann fortfahren, die Spekulanten vor ihren eigenen Fehlern zu retten.
Deswegen bringen die amerikanischen Schatzanleihen über zehn Jahre auch Erträge von ganzen 3,78%. Ja, die Investoren wissen, dass sie Geld verlieren werden, wenn die Inflationsrate bei über 4% stehen bleibt. Aber das Risiko, so glauben sie, kann man eingehen, aufgrund der Sicherheit des Dollars, und des vollen Vertrauens und der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Bundesregierung. Abgesehen davon, wird die Inflationsrate mit Sicherheit fallen.
Diese Ansicht könnte sich als richtig herausstellen. Aber wenn ich überlege, Geld zu bewegen, dann stelle ich mir folgende Frage: Welches Geld? Und das ist das Problem. Das Alpha-Geld der Welt ist der Dollar. Und wenn der Dollar in diesem seltsamen Markt auch etwas besser dasteht (Er ist gegenüber dem Euro bereits um 7% gestiegen), dann sind die möglichen Risiken doch enorm.
Was wäre, wenn der Anleihenmarkt hinsichtlich der Inflation falsch liegen würde? Was wäre, wenn die Preissteigerungen der Hersteller, die heute bei ungefähr 10% liegen, ihren Weg in die Verbraucherpreise fänden? Was wäre, wenn die Nachfrage aus den Schwellenländern nicht, wie erwartet, nachließe. Was wäre, wenn es einen Krieg gäbe? Was wäre, wenn es mit der amerikanischen Wirtschaft bergab ginge... und die Regierungsvertreter die Zinssätze senken müssen und weitere Finanzspritzen in Höhe von 100 Milliarden Dollar zu Verfügung stellen müssten? Was wäre wenn die asiatischen, arabischen und russischen Kreditgeber ihr Vertrauen in den Dollar verlieren würden und auf den Euro umstiegen?
All das könnte für die Besitzer amerikanischer Schatzanleihen katastrophal sein. Mit Erträgen von 3,78% - scheint es das Risiko fast nicht wert zu sein. Und kurzfristigere Schatzanleihen bringen fast gar nichts.