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Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlicht mit den Resultaten der Strukturerhebung 2010 erstmals seit der Volkszählung 2000 aktuelle Daten zur Religions- und zur Sprachenlandschaft der Schweiz. Die jährliche Strukturerhebung ist ein Kernelement der neuen, modularen Volkszählung, die den heute stark beschleunigten gesellschaftlichen Wandel besser abzubilden vermag.
Ende 2010 ist die römisch-katholische Landeskirche mit einem Anteil von 38,8 Prozent die grösste Konfessionsgruppe. Stark zugenommen haben seit 2000 die Konfessionslosen, deren Anteil neu bei 20,1 Prozent liegt.
Der Anteil der Mehrsprachigen liegt Ende 2010 bei 15,8 Prozent, derjenige der Rätoromanisch Sprechenden ist gegenüber 2000 stabil geblieben und liegt bei 0,6 Prozent.
Verdoppelung der Konfessionslosigkeit
Landesweit stärkste Konfessionsgruppen sind Ende 2010 die römisch-katholische Landeskirche mit 38,8% und die evangelisch-reformierte Landeskirche mit 30,9%.
Die islamischen Glaubensgemeinschaften sind mit einem Anteil von 4,5% und die jüdischen mit 0,2% vertreten.
Der Anteil der Konfessionslosen beträgt Ende 2010 20,1%, das entspricht einer Zunahme von 8,9 Prozentpunkten seit der Volkszählung 2000.
Seit dem Jahr 2000 haben die Anteile der römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Landeskirchen leicht abgenommen (um 3,7 Prozentpunkte bei der römisch-katholischen und um 3,2 Prozentpunkte bei der evangelisch-reformierten Landeskirche). Der Anteil der islamischen Glaubensgemeinschaften ist gestiegen (um 0,9 Prozentpunkte).
Der Anteil der jüdischen Glaubensgemeinschaften ist stabil geblieben.
Im regionalen Vergleich ist die römisch-katholische Glaubensgemeinschaft in der Zentralschweiz (Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden), im Tessin, im Wallis und in den Kantonen Freiburg, Appenzell Innerrhoden und Jura weiterhin die dominante Glaubensgemeinschaft geblieben: Mehr als 60% der Bevölkerung gehören dieser Konfessionsgruppe an.
Im Kanton Genf sind die römisch-katholische Landeskirche und die Konfessionslosen mit einem Anteil von 36,8% resp. 35,1% etwa gleich stark vertreten. In den Kantonen Basel-Stadt und Neuenburg sind die Konfessionslosen im Vergleich zu den anderen Gruppen am stärksten (42,2% bzw. 37,0%).
Die evangelisch-reformierte Landeskirche weist nur noch im historisch reformierten Kanton Bern einen Anteil von mehr als 60% auf. Aber auch in den Kantonen Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden bilden die Evangelisch-Reformierten die mit Abstand grösste Konfessionsgruppe.
Die Strukturerhebung ist eine neue, 2010 im Rahmen der modernisierten Volkszählung eingeführte jährliche Stichprobenerhebung. Die Erhebung ergänzt die Informationen der registerbasierten Bevölkerungsstatistiken (STATPOP) im Volkszählungssystem. Sie liefert Informationen zu den Themen Bevölkerung, Haushalte, Familie, Wohnen, Arbeit, Mobilität, Bildung, Sprache und Religion und beruht auf einer Stichprobe des BFS von mindestens 200'000 Personen (2,7% der Wohnbevölkerung). Kantone und Städte können die Stichprobe vergrössern. Beantwortet werden kann die schriftliche Erhebung per Internet oder mit Papierfragebogen. Die Durchführung erfolgt jährlich mit Stichtag am 31. Dezember.
Befragt wurden in der ersten Strukturerhebung rund 320'000 Personen der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz, die am 31. Dezember 2010 mindestens 15 Jahre alt waren und nicht in einem Kollektivhaushalt (z.B. Gefängnis, Altersheim) gewohnt haben.
Definition der ständigen Wohnbevölkerung
Zur ständigen Wohnbevölkerung zählen:
• alle schweizerischen Staatsangehörigen mit einem Hauptwohnsitz in der Schweiz;
• ausländische Staatsangehörige mit einer Aufenthalts-oder Niederlassungsbewilligung für
• ausländische Staatsangehörige mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) für eine
• Personen im Asylprozess (Ausweis F oder N) mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von
Grundgesamtheit für die Strukturerhebung
Zur Grundgesamtheit der Strukturerhebung zählen die Personen der ständigen Wohnbevölkerung, die mindestens 15 Jahre alt sind und in einem Privathaushalt wohnen. Personen mit einem EDA-Ausweis werden nicht befragt.
Unterschiedliche Bevölkerungsdefinition in der Volkszählung 2000
In der Volkszählung 2000 galt eine andere Bevölkerungsdefinition. Als Basis diente der wirtschaftliche Wohnsitz einer Person. Der wirtschaftliche Wohnsitz ist die Gemeinde, in der sich eine Person die meiste Zeit aufhält, deren Infrastruktur sie benützt und von der aus sie den täglichen Weg zum Arbeits- bzw. Ausbildungsort aufnimmt. Um die Daten der Volkszählung 2000 mit denen der Strukturerhebung 2010 vergleichen zu können, wurden nur diejenigen Daten der Volkszählung 2000 berücksichtigt, die sich auf Personen beziehen, die am Stichtag der Volkszählung 2000 (am 5. Dezember 2000) mindestens 15 Jahre alt waren und nicht in einem Kollektivhaushalt gewohnt haben.