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Medienprojekt: Lernfilm / Lernvideo erstellen (5./6. Klasse)
Ein Lernfilm ist eine tolle Möglichkeit, einen Sachverhalt auf anschauliche Weise zu erklären. Ein Lernfilm kann beispielsweise in wenige Minuten eine Mathematikaufgabe erklären, genauso kann er das Endprodukt eines umfangreichen Projekts sein, das eine sorgfältige Planung und Zusammenarbeit in der Gruppe voraussetzt.
Auftrag
Bildet 2er bis 4er-Gruppen.
Schaut euch das Video „Was ist ein Lernfilm“ an.
Erarbeite dir Hintergrundinformationen zu Lernvideos, Perspektiven und Einstellungsgrössen. Lies dazu die Merkmale eines guten Lernvideos durch und klicke dich im Internet durch die angegebenen Links.
Wählt ein Thema für einen Lernfilm mit Legetechnik, das sich in 1-5 Minuten erklären lässt. Benutzt dazu das Blatt Die Idee
Macht eine Themenrecherche (falls nötig)
Formuliert euren Text (wer sagt was) und produziert die benötigten Grafiken dazu. Nehmt als Vorlage das Drehbuch dazu.
Verteilt die Aufgaben (Animator/in, Sprecher/in, ev. Geräuschemacher/in).
Falls kein eigener Youtube-Account vorhanden ist, bitte die Kursleitung fragen.
Hintergrundinformationen zu Lernfilm
Merkmalen eines guten Lernvideos:
BESCHREIBUNG: Geht aus der Beschreibung des Videos (z.B. Titel und Beschreibung bei Youtube) klar hervor um was es geht, was erklärt, gezeigt oder gelehrt werden soll?
AUFBAU: Hat man nach den ersten Sekunden ein (passendes) Bild davon, was einem in den Video erwartet? Gibt es am Ende eine kurze Zusammenfassung?
LÄNGE: Das Video soll auch „nicht zu kurz und nicht zu lang“ sein. Für ein Lernvideo im Internet sollte es daher in der Regel etwa zwischen 2 und 5 Minuten lang sein.
VIDEOQUALITÄT: Fürs Internet muss es nicht unbedingt HD- und Hollywood-Qualität haben, aber es muss dringend auch im „Kleinformat“ das Wichtigste erkenn- und lesbar sein. Wackeln, schlechte Beleuchtung, blöde Schnitte – solche Dinge sollten vermieden werden, auch weil sie beim Lernen stören.
SPRACHE: Gesprochenes und Geschriebenes sollte möglichst einfach und Zielgruppen angepasst sein. Fremdwörter sollten beispielsweise bei Lernvideos für Kinder grundsätzlich vermieden oder erklärt werden.
WIEDERHOLUNGEN: Kompliziertes darf gerne wiederholt werden – in veränderter Form oder in anderem Modus, d.h. ein Fachbegriff kann definiert werden, anschließend an einem Beispiel erklärt werden und ergänzend eingeblendet werden.
KEINE ABLENKUNG: Tanzt ein Bär im Hintergrund? Sieht man Adventskerzen wenn man über Ostern spricht? Sitzt die Krawatte des Sprechers schief? Das alles kann für Lachen sorgen, vom Inhalt wird aber nicht mehr viel mitbekommen.
PASSENDE und ANSCHAULICHE VISUALISIERUNG: Der gesprochene Texte sollte in jedem Fall zu dem gezeigten Bild passen. Wer über die Höhe des Eiffelturm spricht, sollte auf alle Fälle den Eiffelturm zeigen (und keinen Park in Paris). Noch besser wäre es, wenn, beispielsweise durch das Hineinzeichnen von gestapelten Einfamlienhäusern oder Fussballfeldern auf ein Foto des Eifelturms gezeigt wird, wie hoch der Eiffelturm im Vergleich mit bekannten Größen ist.
GESCHICHTEN MIT INFORMATIONEN: Klar geht es bei Lernvideos um Informationen, die müssen auch enthalten sein. Aber warum nicht Informationen in eine gute Geschichte packen, in ein Abenteuer, eine Reportage, eine persönliche Geschichte?
UNTERHALTUNGSWERT: Ein Lernvideo sollte sich auf die Inhalte konzentrieren, darf aber natürlich auch einen gewissen Unterhaltungswert haben. Geschichten erzählen ist eine Variante, zu unterhalten. Auch kreative und überraschende Gestaltungsformen können „nebenbei“ für Unterhaltung, d.h. auch Aufmerksamkeit, sorgen. Die Common-Craft-Legetechnik-Videos oder auch die gerade populären professionellen Whiteboard-Technik-Videos sind hier Beispiele dafür. Die Grenze zur Ablenkung ist dabei natürlich fließend.
WENIG PERSONENAUFNAHMEN: Es ist manchmal schön zu sehen, wie Expertinnen oder Experten aussehen oder dass ein gleichaltriges Kind etwas erklärt, woran man selbst noch knabbert. Natürlich ist es auch gut, wenn einem vorgetanzt wird, wenn man erklärt bekommt, wie z.B. der Moonwalk geht. Personenaufnahmen sind u. U. auch interessant, wenn anhand der Geschichten von Personen etwas aufgeklärt wird: Das beste Beispiel sind wohl die Sachgeschichten der Maus, bei der ein Reporter loszieht um etwas aufzuklären. In der Regel können Lerngegenstände oder Probleme viel besser mit der Sache selbst oder passenden Darstellungsweisen erklärt werden. Mit dem Titel unseres Projekts ausgedrückt ist nicht das „ich“ sondern das „es“ zu betonen: „Ich zeig ES Dir“.
KORREKTHEIT: Fehler passieren häufig. Ein fehlerhaftes Lernvideo sollte aber natürlich in jedem Fall vermieden werden. Einzige Ausnahme ist, wenn Fehler das Programm selbst sind („Finde den Fehler“, „Lügengeschichten“).
DIE RICHTIGE LIZENZ: Ein Lernvideo sollte nicht einfach so nur im Web zur Verfügung stehen, weil das manchmal die Nutzung kompliziert macht: Darf ich es beispielsweise überhaupt im Unterricht vorführen oder in meinem Online-Kurs einbetten? Darf ich es herunterladen und offline präsentieren? Haben die Urheber vielleicht sogar das Interesse, dass ihr Video von anderen auch modifiziert und wiederveröffentlicht werden kann? Entsprechende Lizenzierungen sind wichtig.