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Dieses Mal gelingt es Hector, etwas äusserst Flüchtiges einzufangen: die Zeit, die uns Tag für Tag davoneilt. Hector fragt sich: Existiert die Zeit überhaupt, wenn das Vergangene vergangen ist, die Gegenwart augenblicklich Vergangenheit wird und das Zukünftige sich noch nicht ereignet hat?
Hector und die Entdeckung der Zeit - geschrieben von François Lelord
Die in dem Buch enthaltenen Etüden:
Zeit-Etüde Nr. 1: Berechnen Sie Ihre Lebensfrist in Hundeleben.
Zeit-Etüde Nr. 2: Listen Sie alles auf, was Sie sich als Kind zu tun und zu werden vorgenommen hatten, wenn Sie erst einmal erwachsen sein würden.
Zeit-Etüde Nr. 3: Messen Sie an einem bestimmten Tag die Zeit, die Sie für sich selbst haben. Schlafen zählt nicht mit (außer wenn Sie es im Büro tun).
Zeit-Etüde Nr. 4: Denken Sie an alle Personen und Dinge, denen Sie gegenwärtig nicht genügend Beachtung schenken, denn eines Tages wird aus der Gegenwart Vergangenheit geworden sein, und dann ist es zu spät.
Zeit-Etüde Nr. 5: Stellen Sie sich Ihr Leben als eine große Rolle Stoff vor, aus welcher man alle Kleidungsstücke geschneidert hat, die Sie seit Kindheitstagen getragen haben. Stellen Sie sich dann vor, welche Garderobe Sie aus der restlichen Rolle noch schneidern könnten.
Zeit-Etüde Nr. 6: Schreiben Sie alles auf, wodurch Sie sich jünger fühlen. Notieren Sie danach alles, wodurch Sie sich älter fühlen.
Zeit-Etüde Nr. 7: Wenn Sie nicht an Gott glauben, stellen Sie sich einmal vor, Sie würden an ihn glauben. Wenn Sie an ihn glauben, stellen Sie sich vor, Sie glaubten nicht mehr an ihn. Beobachten Sie, ob sich dadurch Ihre Sicht auf die verstreichende Zeit ändert.
Zeit-Etüde Nr. 8: Organisieren Sie ein Spiel mit Freunden. Versuchen Sie, eine Definition der Zeit zu finden. Erster Preis: eine Uhr!
Zeit-Etüde Nr. 9: Nehmen Sie sich Zeit zum Überlegen. Die Vergangenheit existiert nicht mehr, also existiert sie nicht. Die Zukunft existiert noch nicht, also existiert sie nicht. Die Gegenwart existiert nicht, denn sobald wir von ihr reden, ist sie Vergangenheit. Aber was existiert dann überhaupt?
Zeit-Etüde Nr. 10: Und wenn Ihr Leben nur jemandes Traum wäre? Wo schläft der Träumende in diesem Fall?
Zeit-Etüde Nr. 11: Verstecken Sie Ihre Uhr. Notieren Sie von Zeit zu Zeit, wie spät es Ihrer Meinung nach ist. Vergleichen Sie dann mit der Zeit auf Ihrer Armbanduhr.
Zeit-Etüde Nr. 12: Denken Sie über Ihre ganze Vergangenheit nach, und versuchen Sie davon ausgehend Ihre ganze Zukunft vorauszusehen (oder jedenfalls die Zukunft, die für Sie am wahrscheinlichsten ist).
Zeit-Etüde Nr. 13: Wenn Sie eine betagte Person sehen, sollten Sie sich immer vorstellen, wie sie einmal als junger Mensch gewesen sein mochte.
Zeit-Etüde Nr. 14: Denken Sie einmal daran, dass Sie das Älterwerden vielleicht dem himmlischen Königreich (oder wie dieser Ort in Ihrer Religion heißt) näher bringt.
Zeit-Etüde Nr. 15: Stellen Sie sich von Sie wären eine Kuh. Sie erinnern sich nicht daran, dass Sie einmal ein Kalb gewesen sind. Sie wissen nicht, dass Sie eines Tages sterben werden. Wären Sie dann glücklicher? Würden Sie gern eine Kuh sein, wenn man Sie vor die Wahl stellte? Oder vielleicht lieber ein anderes Tier? Wenn ja, welches?
Zeit-Etüde Nr. 16: Konzentrieren Sie sich, und machen Sie sich bewusst, dass es keine Zeit ohne Bewegung gibt und keine Bewegung ohne Zeit. Die Zeit ist das Maß der Bewegung.
Zeit-Etüde Nr. 17: Legen Sie sich eine Sammlung von schönen Gedichten über die verstreichende Zeit an. Lernen Sie sie auswendig und rezitieren Sie sie vor Freunden, die älter beziehungsweise jünger sind als Sie.
Zeit-Etüde Nr. 18: Verbringen Sie Zeit mit dem Versuch, Dinge zu ändern, die geändert werden können? Bemühen Sie sich, das hinzunehmen, was nicht geändert werden kann? Denken Sie darüber nach, wie sich das eine vom anderen unterscheiden lässt? Je häufiger Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, desto besser.
Zeit-Etüde Nr. 19: Treffen Sie die Kinder der Menschen, die Sie geliebt haben, als Sie jünger waren.
Zeit-Etüde Nr. 20: Lesen Sie ein gutes populärwissenschaftliches Buch über die Zeit und die Relativitätstheorie. Denken Sie eine Weile darüber nach, wie Ihr Leben in einem Paralleluniversum aussehen könnte, in dem Sie an einem entscheidenden Punkt mehr Glück hatten, und wie es in einem dritten verlaufen würde, wo sie es weniger gut getroffen haben.
Zeit-Etüde Nr. 21: Wenn Sie immer jung wirken möchten, sollten Sie stets im Schatten bleiben (oder sich höchstens bei Kerzenlicht präsentieren).
Zeit-Etüde Nr. 22: Was ist Ihrer Meinung nach ein gut ausgefülltes Leben?
Zeit-Etüde Nr. 23: Legen Sie sich eine schöne Tabelle mit vier Feldern an: Dringend + Wichtig, Dringend + Nicht wichtig, Nicht dringend + Wichtig, Nicht dringend + Nicht wichtig. Ordnen Sie alles, was Sie zu tun haben, in diese vier Felder ein. Überlegen Sie dann, ob es Ihnen etwas gebracht hat.
Zeit-Etüde Nr. 24: Ordnen Sie alle Ihre Tätigkeiten in folgende drei Kategorien ein: ››wichtig, um die Arbeit gut zu erledigen«, »wichtig für den Chef«, »wichtig für mich selbst«. Wie viel Zeit verbringen Sie mit jedem dieser drei Bereiche?
Zeit-Etüde Nr. 24 a: Listen Sie auf, wie viel Zeit Sie damit verbringen, wichtige Dinge für Ihre Kinder zu erledigen, für Ihren Partner und für Sie selbst. Präsentieren Sie Ihrer Familie das Ergebnis.
Zeit-Etüde Nr. 25: Hören Sie Musik, und sagen Sie sich dabei, sie sei ein Sinnbild für die Zeit. Welche Melodie hat Ihr Leben?
Zeit-Etüde ohne Nummer: Versuchen Sie zu empfinden, dass die Gegenwart Ewigkeit ist und alles und nichts zur gleichen Zeit.
Grundsätzlich:
Loslassen, aber nicht untätig sein.
Tätig sein, aber warum?