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| Athanasius (295-373) - Brief an den Bruder Serapion. (Epistula ad Serapionem de morte Arii)

5.
Dieses genügt also, um die Streitsüchtigen zu beschämen; dieses lies nun den Urhebern dieser Streitfrage vor, so wie dasjenige, was ich kurz an die Mönche wider die Ketzerei geschrieben habe; damit sie hiedurch die Gottlosigkeit und Bosheit der Arianer noch mehr zu mißbilligen bewogen werden. Händige aber Keinem eine Abschrift von diesem ein, und nimm auch dir selbst keine davon; denn dieses habe ich auch den Mönchen zu wissen gethan. Sollte aber in dem, was ich geschrieben habe, etwas fehlen, so füge du es deiner Redlichkeit gemäß bei, und sende mir es sogleich wieder zurück. Denn aus meinem Briefe an die Brüder kannst du ersehen, was ich bei meinem Schreiben gelitten habe, und noch dazu erkennen, daß es deßwegen nicht sicher sey, Schriften eines Ungelehrten auszugeben, zumal über die höchsten und vorzüglichsten Glaubenslehren, damit nicht, wenn etwas aus Schwäche oder wegen der Undeutlichkeit der Sprache mangelhaft ausgedrückt ist, dieses den Lesern Schaden bringe. Denn die Meisten schauen weder auf den Glauben, noch auf den Zweck des Schreibenden, sondern nehmen entweder aus Neid, oder aus Streitsucht, nach ihrer einmal im Geiste gefaßten Ansicht, gerade wie sie wollen, die Schriften auf, und verdrehen sie nach eigenem Gutdünken. Möge aber der Herr es fügen, daß bei Allen, und zumal bei denen, welchen du dieses vorliesest, die Wahrheit und der gesunde Glaube an unsern Herrn Jesus Christus obwalte. Amen.