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Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die neue Rote Liste für Moosarten veröffentlicht. Die Ergebnisse sind alarmierend: 35 Prozent der bewerteten Arten sind gefährdet oder in der Schweiz bereits ausgestorben.
Die neueste Ausgabe der Roten Liste für Moosarten in der Schweiz, basierend auf den Richtlinien der Weltnaturschutzunion (IUCN), wurde kürzlich veröffentlicht und wirft ein düsteres Licht auf den Zustand der Moosflora des Landes. Von den 1112 bewerteten Arten und Unterarten sind 390 gefährdet oder bereits ausgestorben. Darunter fallen drei Arten, die als in der Schweiz ausgestorben gelten, sowie 121 Arten, die vom Aussterben bedroht sind oder als vermutlich ausgestorben gelten. Weitere 102 Arten gelten als stark gefährdet, und 164 sind als verletzlich eingestuft. Zusätzlich sind 159 Arten potenziell gefährdet.
Besonders besorgniserregend ist der hohe Anteil gefährdeter Arten in bestimmten Lebensräumen. Stehende Gewässer mit wechselfeuchten Pionierfluren sind am stärksten betroffen, mit einer alarmierenden Rate von 95 Prozent gefährdeter Arten. Trockenstandorte folgen mit 71 Prozent, gefolgt von Fliessgewässern mit 48 Prozent und Mooren mit 44 Prozent. Der Klimawandel wird als Hauptursache für die Gefährdung von 114 Arten identifiziert, gefolgt von Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung, geringen Populationsgrössen, Siedlungsentwicklungen und Eingriffen in den Wasserhaushalt zur Energiegewinnung.
Die Gefährdung der Moose hat zugenommen
Die aktuelle Rote Liste ersetzt die vorherige von 2004 und stützt sich auf eine dreimal grössere Datenmenge. Ein Grossteil der Daten stammt aus dem Biodiversitätsmonitoring Schweiz (BDM) und der Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS), sowie aus verschiedenen Kleinprojekten und von ehrenamtlichen Datenmeldern. Die Digitalisierung von Herbarien trug ebenfalls zur Bereicherung der Daten bei.
Im Vergleich zu 2004 zeigt sich eine leichte Abnahme des Anteils gefährdeter Arten, was auf die verbesserte Methodik und Datenlage zurückzuführen ist. Allerdings wurden in der aktuellen Roten Liste mehr Arten als stärker gefährdet eingestuft als 2004, insbesondere mit den Status CR (vom Aussterben bedroht) und EN (stark gefährdet), und die Anzahl potenziell gefährdeter Arten hat sich mehr als verdoppelt. Eine besorgniserregende Zunahme der Gefährdung wurde bei Arten von Feuchtstandorten festgestellt, insbesondere bei Moosen in Mooren und in Gewässernähe, die durch Eingriffe in den Wasserhaushalt und den Klimawandel zusätzlich unter Druck geraten.
Konkrete Schutzmassnahmen müssen ergriffen werden
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass 12 Prozent der in der Schweiz bekannten Moosarten europaweit gefährdet sind. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit von Massnahmen zum Schutz und zur Erhaltung dieser wichtigen Bestandteile der heimischen Biodiversität.
Die Ergebnisse der Roten Liste 2023 sind ein dringender Weckruf für den Naturschutz in der Schweiz. Es ist nun von entscheidender Bedeutung, konkrete Schutzmassnahmen zu ergreifen, um diese gefährdeten Moosarten zu bewahren und ihre Lebensräume zu schützen, bevor es zu spät ist. Nur durch entschlossenes Handeln können wir die Vielfalt dieser wichtigen Pflanzenarten für kommende Generationen bewahren.
Weitere Informationen
Hier geht es zur Roten Liste der Moose