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Verbreitung
Die Kleine Teichrose wächst in stehendem und nährstoffarmem Wasser von Seen und Teichen. Ihre Hauptverbreitung reicht von Skandinavien bis Ostsibirien, mit zerstreuten Populationen entlang des Alpenbogens. Diese Verbreitung ist eine Folge des Klimawechsels im Anschluss an den finalen Gletschervorstoss der letzten Eiszeit, wodurch kälteliebende Arten in höher gelegene, isolierte Standorte oder nach Norden verdrängt worden sind. Die Kleine Teichrose ist damit ein typisches mitteleuropäisches Glazialrelikt.
Von den aus der Vergangenheit in der Schweiz bekannten 17 natürlichen Populationen der Kleinen Teichrose existieren heute nur noch deren vier, je eine in den Kantonen St. Gallen und Zürich sowie zwei im Kanton Freiburg, im Lac de Lussy bei Châtel-St-Denis und im Lac des Joncs bei Les Paccots. Hauptgründe für den markanten Rückgang der Art sind die Überdüngung der Gewässer sowie die zahlreichen Eingriffe in Landschaft und Lebensraum. Dazu kommt ein weiteres, nicht immer sichtbares Phänomen, welches nun auch die letzten Populationen des Alpenbogens bedroht: Die Kreuzung mit der nahe verwandten und häufig vorkommenden Grossen Teichrose (Nuphar lutea). Der dabei entstehende Hybrid ist nicht nur fortpflanzungsfähig, sondern auch äusserst konkurrenzstark, was dazu führt, dass er sich rasch ausbreitet und dabei seine beiden Elternarten verdrängt.
Von den aus der Vergangenheit in der Schweiz bekannten 17 natürlichen Populationen der Kleinen Teichrose existieren heute nur noch deren vier (...)
Untersuchung
Das Naturhistorische Museum Freiburg untersucht in Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne und dem Botanischen Garten der Universität Freiburg die Mechanismen dieser Hybridisierung. Da diese Studie den gesamten Alpenbogen berücksichtigt, stammen die dafür gesammelten und analysierten Blattproben nicht nur aus der Schweiz, sondern auch aus den Nachbarstaaten Österreich, Deutschland und Frankreich.
Resultate
Die Resultate sind beunruhigend. Sie zeigen, dass bereits mehr als die Hälfte aller untersuchten Populationen der Kleinen Teichrose mehr oder weniger stark mit der Grossen Teichrose hybridisiert sind und im Alpenbogen zwischen dem Tirol und den Vogesen nur noch einige wenige Vorkommen als genetisch rein gelten können. Die rasche Implementierung eines europäischen Aktionsplans zur Rettung der Art tut Not. Die Massnahmen sollten sich dabei sinnvollerweise auf die noch nicht hybridisierten natürlichen Populationen konzentrieren. Zusätzlich zu einer gezielten Förderung dieser Vorkommen sollten botanische Gärten von jeder genetisch reinen Population Individuen in Kultur nehmen, dies als Rückversicherung für den Fall einer beginnenden Hybridisierung am Naturstandort.