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Eigentlich ist die Farbenpracht eine Sparmassnahme der Natur. Durch die Blätter verdunstet ein Baum enorme Wassermassen. Eine Birke verdunstet so rund 70 Liter Wasser täglich, an einem heissen Sommertag sogar bis 400 Liter. Das geht im Sommer gut, denn die Sommermonate sind nasse Monate wegen den Gewittern.
Im Winter steht viel weniger Wasser zur Verfügung. Einerseits fällt weniger Niederschlag und vor allem in den Bergen fällt er als Schnee, steht also nicht für die Bäume zur Verfügung. Darum werfen die Bäume im Herbst ihre Blätter ab.
Warum die Farben?
Eigentlich könnte der Baum die Blätter einfach abwerfen, ohne Verfärbung. Tut er aber nicht, denn er will den wertvollen Stickstoff retten. Dieser Stickstoff ist im grünen Chlorophyll in den Blättern gespeichert. Der Baum zerlegt darum das Chlorophyll und pumpt den Stickstoff zurück in den Ast oder Stamm. So kann er den Stickstoff im nächsten Jahr wieder verwenden.
Nun fehlt also plötzlich das grüne Chlorophyll. Und so kommen die anderen Bestandteile im Blatt zum Vorschein, die neben dem Chlorophyll vorhanden sind. Diese Bestandteile sind gelb oder rot.
Indian Summer funktioniert anders
Unsere Bäume werden meist gelb oder orange. Diese Farben kommen von den «Karotinen», in denen es keinen Stickstoff gibt, die also unwichtig für den Baum sind und im Blatt bleiben. Sie sind neben dem Chlorophyll bereits im Sommer vorhanden.
Anders in Nordamerika: Dort sieht man während dem «Indian Summer» im Herbst häufig auch rote Farben. Das sind «Anthocyane», die ebenfalls keinen Stickstoff enthalten. Sie werden erst im Herbst neu gebildet. Sie bieten dem Baum Schutz, wenn im Herbst Kälte und Sonne gemeinsam wirken.