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Erst Anfang letzter Woche hatte Asia Bibi in einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL erklärt: «Es ist mein grosser Wunsch, in Frankreich zu leben.» Nach ihrer überraschenden Befreiung Ende 2018 aus der Todeszelle in Pakistan, wo sie wegen der Anklage von Blasphemie acht Jahre verbracht hatte, war sie mit der ganzen Familie nach Kanada geflohen und hatte dort ein einjähriges Visum erhalten. Dieses steht nun kurz vor dem Ablauf.
Bei einem Besuch im Februar in Frankreich erklärte sie: «Frankreich ist das Land, wo ich mein neues Leben erhalten habe… Anne-Isabelle ist für mich ein Engel» – damit meinte sie die französische Journalistin Anne-Isabelle Tollet, die mit ihr gemeinsam ihre Autobiografie geschrieben hat (Livenet berichtete) und mit der sie weiterhin zusammenarbeiten möchte.
Kanada oder Frankreich?
Ihr Wunsch wurde nun erfüllt: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bot Asia Bibi vor wenigen Tagen Asyl in Frankreich an, nachdem sie ihn am vergangenen Freitag persönlich im Élysée-Palast getroffen hatte. Auf einer Pressekonferenz am selben Tag erklärte sie gegenüber Open Doors Frankreich auf die Frage, ob sie in Kanada bleiben oder nach Frankreich ziehen würde: «Ich habe mich noch nicht entschieden. Ich bin nach Frankreich gekommen, und ich bin sehr beschäftigt. Ich brauche also einfach etwas Zeit, um mich hinzusetzen und darüber nachzudenken. Kanada ist ein sehr gutes Land und Frankreich auch.» In Frankreich stehen ihr in jedem Fall jetzt die Türen offen.
Keine Zweifel im Gefängnis
Gegenüber Open Doors berichtete sie auch, dass sie im Gefängnis nie an Gottes Existenz gezweifelt habe, weil ihr Leiden schon bei ihrer Geburt vorausgesagt wurde. «Ich habe nie gezweifelt, denn als ich geboren wurde, sagte der Priester zu meiner Mutter: 'Dieses Mädchen wird von Gott geprüft werden'. Meine Eltern erzählten mir diese Geschichte immer wieder, und ich wusste, dass dies eines Tages geschehen würde.» Und so war sie sich auch sicher, dass sie irgendwann wieder freigelassen würde. «Als mein Vater mich besuchte, sagte er, ich sei wegen des Namens Jesus angeklagt worden, und ich sagte ihm, dass ich auch im Namen Jesu entlassen würde.» Tief ergriffen war sie, als sie hörte, wie viele Menschen regelmässig für sie gebetet haben.
Asia Bibi will sich in Zukunft verstärkt für Christen einsetzen, die ein ähnliches Schicksal erleiden wie sie. Da sie immer noch Morddrohungen erhält, hat die Sicherheit ihrer selbst und der Familie zunächst aber höchste Priorität. Dabei hofft sie, dass ihre Kinder eine gute schulische Ausbildung erhalten, da diese während ihrer Haft sehr gelitten habe.
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