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Ausgangslage
Aus dem Generellen Entwässerungsplan (GEP) der Gemeinde Muttenz ist bekannt, dass die bestehende Eindolung bereits ab mittleren Bachwassermengen in die Mischwasserleitungen der Siedlungsentwässerung entlastet. Aus diesem Grund hat die Gemeinde Muttenz bereits zu früherem Zeitpunkt im Rahmen des GEP eine effektivere Trennung des Bachwassers vom Siedlungsabwasser geplant und öffentlich aufgelegt. Da diese nicht dem Hochwasserschutz dienende Planung jedoch noch nicht realisiert werden konnte, bestand nun die Möglichkeit, das Vorhaben im Hinblick auf die veränderten Anforderungen des Hochwasserschutzes zu erweitern und damit aufzuwerten. Zwei Hochwasserereignisse in kurzer Abfolge im Mai und im Juni 2016 führten beim bestehenden Einlauf des Dorfbachs in die Eindolung am Rand des Siedlungsgebietes zu massiven Überlastungen.
Die Abflussspitzen lagen mit rund 12 m3/s deutlich über der vorhandenen Abflusskapazität. Das Schluckvermögen der Eindolung beträgt lediglich rund 4 m3/s. Beide Hochwasser führten zu hohen Schäden an privaten Liegenschaften und öffentlichen Infrastrukturanlagen. Die Räumung von Geschiebe und Schwemmholz beim bestehenden Einlauf- und Rechenbauwerk mittels eines Baggers musste aus Sicherheitsgründen während der Hochwasserereignisse eingestellt werden. Die Hochwasserereignisse deckten einerseits die begrenzte Abflusskapazität der Eindolung des Dorfbachs sowie andererseits deren im Ereignisfall schlechte Zugänglichkeit auf.
Auftrag
Die Gemeinde hat deshalb die Überprüfung und Anpassung der GEP-Planung, beinhaltend eine zusätzliche Bachwasserableitung in der Hüslimattstrasse sowie ein neues Einlauf- und Rechenbauwerk, in Auftrag gegeben. Das neue Einlauf- und Rechenbauwerk soll das Bachwasser künftig in eine neu zu erstellende Ableitung in der Hüslimattstrasse einleiten und nur im Hochwasserfall eine Entlastung in die bestehende Eindolung zulassen.
Mit der neuen Ableitung könnte im Hochwasserfall gesamthaft ein Abfluss von rund 10 m3/s abgeleitet werden, was der 100-jährlichen Hochwasserabflussmenge entspricht. Der Bau des neuen Einlauf- und Rechenbauwerks ist überdies in ein von Rapp ausgearbeitetes Konzept von weiteren Hochwasserschutzmassnahmen eingebettet (Konzept Hochwassermassnahmen Dorfbach, Machbarkeitsstudie). In diesem Konzept sind mittel- und langfristige Hochwasserschutzmassnahmen im Einzugs- und Entwässerungsgebiet des Dorfbachs enthalten. Im Vordergrund stehen insbesondere Retentionsmassnahmen (Rückhalt von Wasser, Geschiebe und Geschwemmsel) sowie Korrekturen oder Aufweitungen von Bachdurchlässen respektive -abflüssen.
«In engem Terminplan sowie intensivem Dialog mit Rapp wurden die Bauarbeiten zügig in Angriff genommen und vorangetrieben. Damit ist die Fertigstellung noch vor Beginn der Gewittersaison gesichert.»