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Der Vorplatz mit dem Fraubrunnen
Für den Platz schwebten Abt Nikolas Imfeld Bilder von Genua vor. Nur mahnten die örtlichen und klimatischen Verhältnisse in der Wahl der Ausdrucksmittel zur Vorsicht. Einsiedeln liegt in den Voralpen und nicht am Mittelmeer. Der Platz zeigt dennoch italienische Einflüsse. Eckbauten flankieren die Arkaden aus rustikal behauenen Sandsteinen.
Auf dem Dach mit seiner abschliessenden Balustrade postieren sich allegorische Figuren. Geschaffen hat sie Johann Baptist Babel.
An der Innenseite des Treppenaufgangs brüsten sich überlebensgross die kaiserlichen Wohltäter des Klosters: Otto I. und Heinrich II.
Der Marienbrunnen – auch Fraubrunnen genannt – steht ungefähr am Ort, an dem vermutlich seit Gründung des Klosters ein Brunnen stand. Der heutige Brunnen stammt aus dem Jahr 1752 und trägt eine Statue der Immaculata (Gottesmutter Maria) des italienischen Künstlers Domenico Pozzi. Pilgerinnen und Pilger trinken traditionellerweise gerne aus allen 14 Röhren einen Schluck Wasser. Beim Einfall der französischen Revolutionssoldaten 1798 kaufte das Einsiedler Fräulein Helene Gyr den Brunnen, bewahrte ihn so vor der Zerstörung und gab ihn später dem Kloster zurück.