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Mit mathematischen Methoden haben die ETH-Forscher Riley Crane und Didier Sornette beschrieben, wieso ein YouTube-Video erfolgreich wird. Mit selbst programmierten Programmen hat Crane dafür während zwei Jahren die Zuschauerzahl von fünf Millionen Videos auf YouTube ausgewertet. Interessant waren für die Studie allerdings nur Filme, die mindestens 100 Mal pro Tag angesehen wurden.
Nach den Wissenschaftlern lassen sich die Videos in drei Kategorien unterteilen:
- „Junk“-Videos, die in kurzer Zeit unverhofft sehr viel Aufmerksamkeit generieren. Sie sind gemäss den Forschern aber uninteressant, dass sie keine „selbstorganisierte Entwicklung, keinen Herdentrieb“ innerhalb der YouTube-Gemeinschaft auslösen.
- „Virale“ Videos, welche sich fast epidemieartig über soziale Netzwerke verbreiten. Als Beispiel wird hier ein Werbevideo für einen Harry Potter-Kinofilm genannt, der vor allem durch Mund-zu-Mund-Werbung im Internet zu enormer Aufmerksamkeit kam.
- „Qualitäts“-Videos, die den viralen sehr ähnlich sind. Darunter verstehen die Forscher beispielsweise Videos zum Tsunami in Südostasien. Deren Popularität steigt nicht langsam, sondern verursachen einen „plötzlichen Knall an Aufmerksamkeit“.
Mit diversen Berechnungen betreffend der Zuschauerzahlen von „Qualität“- und „viralen“ Videos, konnten Diagramme erstellt werden, aus denen eine Charakteristik herausgelesen werden kann. „Die Kapazität eines Videos zu einem Massenphänomen innerhalb der YouTube-Community zu werden, kann somit an der Form der Kurve abgelesen werden“, wird Riley Crane zitiert.
Dass die Ergebnisse für Marketingzwecke interessant ist, zeigt nur schon die Tatsache, dass die beiden Forscher bereits in Kontakt mit Amazon stehen, um das System für die Überwachung von Online-Buchverkäufen zu nutzen. Durch den Datenvergleich könnte nämlich frühzeitig erkannt werden, welches Buch ein „Blockbuster“ werden könnte. Mit Werbemassnahmen könnte der „Tipping Point“, an welchem ein viraler Effekt einsetzt, danach bewusst provoziert werden.
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