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Mili Weber, getauft auf den Namen Berta Emilia, wuchs als jüngstes Kind von Anna und Adolf Weber-Gloor mit drei Brüdern und zwei Halbschwestern in Biel auf.
Das Foto, fünf Jahre vor der Geburt von Mili Weber aufgenommen, von links: Bruder Adolf Weber (1878–1976); Mutter Anna (1848–1916), geborene Gloor, verwitwete Haller, in zweiter Ehe mit Adolf Weber verheiratet; Halbschwester Frieda Haller (1870–1935); Bruder Emil Oskar Weber (1883–1949); Bruder Otto Weber (1880–1912); Vater Adolf Weber (1856–1940); Halbschwester Anna Haller (1872–1924).
Die den Künsten zugetane Familie erkannte Milis zeichnerische Begabung schon früh und förderte diese entsprechend. Auf dem Bild sitzt Mili Weber wohl im Wohnzimmer der Familie in Biel zwischen Vater und Halbschwester Anna, rechts die Mutter.
Zentral für Mili Webers künstlerische Entwicklung war ihre wesentlich ältere Halbschwester Anna Haller, erste Diplom-Absolventin der kunstgewerblichen Abteilung des Technikums Biel und später an derselben Schule als Dozentin tätig.
Bevor sich Mili Weber ganz dem Malen zuwandte, besuchte sie das Kindergärtnerinnenseminar in Bern. Auch dort blieb ihr Talent nicht unerkannt und ihr Zeichenlehrer ermutigte sie dazu, auf die Kunst zu setzen, denn «Kindergärten könnten noch viele leiten», aber nur wenige hätten eine solch grosse künstlerische Begabung. Nun auch zögerten Eltern und Schwester nicht länger: Mili sollte Malerin werden. So erhielt sie Privatunterricht bei Julius Vögtli, einem Künstlerfreund der Schwester.
Entsprechend vorbereitet reiste Mili gemeinsam mit Anna Haller nach München und besuchte dort die renommierte Malschule von Professor Heinrich Knirr, die Frauen offenstand – damals keine Selbstverständlichkeit. Knirr bezeichnete Mili Weber als «wunderbaren Lehrer». Tatsächlich versuchte er, seinen Schülerinnen und Schülern nicht die eigene Haltung aufzuzwingen, sondern sie in ihren Talenten und Besonderheiten zu fördern und nur dort zu korrigieren, wo offensichtliche Fehler vorlagen. In diesen Jahren zog es viele Schweizer Künstler zur Ausbildung nach München und in Knirrs Schule, so etwa auch Paul Klee oder den St. Moritzer Kurarzt Peter Robert Berry II.
Im Sommer 1914, man sprach bereits von Krieg, kehrten die Schwestern in die Schweiz zurück. Mili Weber erhielt Aufträge, Ansichtskarten, Ausmal- und Ausschneidebogen im Farbdruck sowie Illustrationen zu bekannten Märchen zu entwerfen.
Ab 1917 lebte und arbeitete Mili Weber bis zu ihrem Tod im Jahr 1978 in St. Moritz. Neben dem Malen – ihr Hauptwerk besteht aus Aquarellen – schrieb sie zahlreiche Geschichten und komponierte.