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Verkehrskonzepte
Verkehrskonzepte sind zusammenhängende Bündel von in sich widerspruchsfreien und aufeinander abgestimmten Zielen und Massnahmen, die mit einem Verkehrssystem verwirklicht werden sollen. Dabei handelt es sich um Gesamtverkehrskonzepte für die ganze Stadt oder Stadtteile (z.B. Verkehrskonzept Innenstadt) oder für einen Strassenzug.
Tempo 30
Im Jahr 1991 begann die Stadt Zürich als eine der ersten Gemeinden der Schweiz mit der Einführung von Tempo 30 auf Quartierstrassen in Wohngebieten. Heute sorgen mehr als 130 Tempo-30-Zonen für eine erhöhte Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität in den Strassenräumen.
Aktuell verursacht der Verkehr auf 230 Kilometer Strassen auf dem Gebiet der Stadt Zürich Lärm, der über dem Immissionsgrenzwert liegt. Im Rahmen der Strassenlärmsanierung sind in erster Linie Geschwindigkeitsreduktionen vorgesehen, denn Tempo 30 ist eine der effektivsten und kostengünstigsten Lärmschutzmassnahmen.
Der Stadtrat hat im Juli 2021 bekannt gegeben, dass auf den Strassen Zürichs zukünftig weitgehend Tempo 30 gelten soll. Damit will er die Bevölkerung gerade auch im Bereich der stark befahrenen und lärmigen Hauptachsen vor übermässigem Strassenlärm schützen. Im Dezember 2021 hat er diesen Grundsatz mit dem Konzept zur dritten Etappe Strassenlärmsanierung konkretisiert: es zeigt welche Höchstgeschwindigkeit auf welcher Strasse in Zukunft gelten soll. Dieses Konzept wird in den nächsten Jahren Schritt für Schritt umgesetzt. Wo Tempo 30 zur Einhaltung der Grenzwerte der Lärmschutzverordnung nicht genügt, sollen zusätzlich lärmarme Beläge zum Einsatz kommen.
Lärmarme Beläge als weitere Massnahme im Strassenlärmschutz
Innenstadt
Seit Anfang der neunziger Jahre besteht der politische Auftrag, die Innenstadt aufzuwerten, indem die Fussgängerbereiche erweitert, der öV priorisiert und der motorisierte Durchgangsverkehr beschränkt wird. Das Verkehrskonzept Innenstadt sowie die Antwort auf die Motion 2017/422 enthält einen möglichen Zielzustand zu den Themen Parkierung, Koexistenz, Anlieferung, Taxi und Velo.
Öffentlicher Verkehr
Die Stärken des öffentlichen Verkehrs (ÖV) liegen in der Erschliessung dicht besiedelter Gebiete und in der Bewältigung grosser Verkehrsströme. Das Angebot des Fern- und S-Bahn-Verkehrs (Grobverteiler) wird durch das regionale Tram- und Busnetz ergänzt. Leistungsfähige tangentiale Verbindungen entlasten das Stadtzentrum und bieten Direktverbindungen zwischen Zentrumsgebieten und wichtigen Quartierzentren. Ein dichter Takt, hohe Beförderungskapazitäten und konkurrenzfähige Reisezeiten sind Qualitätsmerkmale des ÖV-Angebots in der Stadt.
Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie, einem weiteren Ausbau des S-Bahn-Netzes und dem Bau von grenzüberschreitenden Stadtbahnen werden die öV-Verbindungen weiter gestärkt. Auf dem Tram-/Bus-Netz entlasten neue Tangentialverbindungen, wie zum Beispiel die Tramverbindung Hardbrücke, den Hauptbahnhof und die Innenstadt. Die Funktion der Stadtbahnhöfe wird unter anderem durch die gute Verknüpfung der Trams und Busse mit der S-Bahn gestärkt.
Projekte ZVV
Netzentwicklungsstrategie VBZ «züri-linie 2030»
Zugänglichkeit Bahnhöfe
Bahnhöfe sind wichtige Umsteigepunkte im Verkehrssystem. In Zürich nutzen täglich über 700'000 Personen die S-Bahnhöfe auf Stadtgebiet. Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie und des unterirdischen Durchgangsbahnhofs Löwenstrasse wird das Passagieraufkommen an fast allen Bahnhöfen weiter zunehmen.
Aus diesem Grund wurden die Bahnhöfe auf Stadtgebiet auf entsprechende Mängel hin untersucht und Massnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit gesammelt, bewertet und priorisiert. Die Erkenntnisse werden für jeden Bahnhof in Objektblättern dokumentiert, die als Planungsgrundlage dienen.
Veloverkehr
Im März 2021 wurde der «Masterplan Velo» von der «Velostrategie 2030» abgelöst. Sie ist die Weiterentwicklung des Masterplans und dient als Planungsgrundlage für die Veloförderung in der Stadt Zürich.
Alle Informationen zum Thema Velo in Zürich finden Sie auf unserer Website.
Aufwertung Quartierzentren
Ein feinmaschiges, sicheres und hindernisfreies Fusswegnetz schafft direkte Verbindungen für Fussgängerinnen und Fussgänger. In Zentrumsgebieten und Quartierzentren wird den Bedürfnissen des Fussverkehrs Priorität eingeräumt.
Zentrumsgebiete (z.B. Oerlikon) oder Quartierzentren (z.B. Tessinerplatz oder Schaffhauserplatz) sind Orte, die aufgrund ihrer hohen Konzentration von Nutzungen und Funktionen weit in das Quartier, in die Stadt oder sogar darüber hinaus ausstrahlen. Sie entsprechen den im Verkehrsrichtplan festgelegten 34 Fussgängerbereichen. Planerinnen und Planer der Stadt, die mit der Gestaltung von Quartierzentren zu tun haben, richten sich nach diesen sogenannten «Objektblättern». Diese Arbeitsinstrumente zeigen das Vorgehen bei der Gestaltung des öffentlichen Raums in Quartierzentren auf. Besonderes Gewicht erhält der Fussverkehr.
Objektblätter zu den einzelnen Quartierzentren
Wirtschafts- und Güterverkehr
Der Wirtschafts- und Güterverkehr umfasst die Verkehrssegmente des klassischen Güter- und Lieferverkehrs sowie den Gewerbe- und Dienstleistungsverkehr (Dienstfahrten mit Sachenbeförderung). Die städtische Verkehrsplanung befasst sich mit der Erhebung des Güterverkehrs, mit der Flächensicherung von Umschlagflächen und Erschliessungskonzepten für den Schienen- und Strassengüterverkehr.
Eine typische Problemstellung im dichten Siedlungsgebiet und insbesondere in der Innenstadt stellt die Anlieferung dar, da der verfügbare Raum meist ausserordentlich knapp bemessen ist. Der Lieferverkehr soll in der Stadt Zürich effizient, störungsfrei und umweltschonend abgewickelt werden können. Der Leitfaden zur Güterverkehrserschliessung gibt Hinweise und Informationen für Bauherren, Planungsbüros, Verwaltung und Prüfbehörde.
Fussverkehr
Alle Informationen, Projekte, Strategien sowie den Leitfaden «Standards Fussverkehr» finden Sie im Bereich zum Thema Fussverkehr.