Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/1282

Ein hohes Alter von fast 97 Jahren hat Alois Dietrich erreicht. Begonnen hat sein Dasein am 23. Mai 1912 in der Gomma. Seine Eltern, Alois und Anna, geb. Bielmann, waren Bauersleute. In einer grossen Familie ist Alois aufgewachsen. Bald zog die Familie ins Tromoos auf ein grösseres Heimwesen. Lang war der Weg ins Dorf, zur Schule und in die Kirche. Einmal aus der Schule, wurde er Knecht. Seine erste Stelle war im Welschen, in Formangueires. Zeitweise arbeitete Alois Dietrich auf dem elterlichen Gut, dann nahm er wieder auswärts Stellen an, es wurde jeweils unter den Geschwistern abgewechselt. 1939 betreute er in Susten, in der dortigen Armen- und Waisenanstalt, 25 Kühe. Keine leichte Arbeit, denn damals wurde alles von Hand gemacht. Mit 24 Jahren musste er sich einer schweren Magenoperation unterziehen. Dies brachte es mit sich, dass er es in der Folge mit Essen und Trinken sehr genau nahm.
Am 25. März 1948 trat er mit Martha Bielmann von der Tächmatt an den Traualtar. Es wurde eine glückliche, harmonische Ehe, denn Alois war ein lieber, verständnisvoller Gatte. In Rechthalten nahm das junge Paar Wohnsitz. Schon bald übernahmen die beiden in Brünisried ein Lebensmittelgeschäft. Alois arbeitete in der Getränkehandlung Adolf Bielmann. Jahre später fand er eine Stelle bei der Firma Silvana im Schönberg, dann bei Eigenmann und Keller im Hochzittergässli, wieder ein Lebensmittelvertrieb.
Alois Dietrich trat schon früh der Musikgesellschaft Rechthalten bei. Die Dietrichs sind musikalisch begabt, deshalb gehörte er schon bald zu den sicheren Bläsern. Hier verbrachte er mit seinen Musikkameraden viele schöne, unvergessliche Stunden. Nach der Pensionierung kamen Alois und Martha nach Alterswil zur Tochter Eveline. Hier durften sie einen langen, geruhsamen, zufriedenen Lebensabend verbringen. Abwechslung fanden die beiden am Altersnachmittag, auf Werbefahrten, Ausflügen in die Berge, beim Jassen, im Garten, im Arbeiterverein. Gebet und Gottesdienst waren eine Selbstverständlichkeit. Der plötzliche Tod seiner Gattin am 30. Oktober 2001 war ein herber Schlag. Die Kräfte liessen nach, Alois kam ins Alters- und Pflegeheim nach Tafers. Dort war er gut aufgehoben und umsorgt. Ein böser Sturz mit nachfolgender Operation zerstörte seine Lebenskraft. Am 18. November 2008 durfte er hinübergehen in die Ewigkeit. Eing.