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Schokolade
Wir Schweizerinnen und Schweizer lieben Schokolade. Wir essen im Jahr durchschnittlich rund 10 kg pro Person. Insgesamt haben wir im Jahr 2020 85'860 Tonnen Schokoladenprodukte konsumiert. Damit sind wir weltweit an der Spitze. Gehörst du auch zu den Schokoladen-Liebhaber/innen?
«Nichts ist wertvoller als ein guter Freund, ausser ein Freund mit Schokolade»
– Charles Dickens –
Wie Dickens, verbinden viele mit dem Schokoladeessen ein gutes Gefühl. Doch stimmt es wirklich, dass Schokolade glücklich macht? Genau diese Frage möchten wir mit diesem Blogeintrag beantworten.
Woraus besteht Schokolade?
Schokolade besteht grundsätzlich aus vier Grundstoffen: Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und Milchpulver. Diese Inhaltsstoffe können unterschiedlich gemischt werden, woraus die drei Schokoladengrundtypen entstehen:
- Weisse Schokolade: Kakaobutter + Zucker + Milchpulver + Vanille oder Vanillin
- Milchschokolade: Kakaomasse + Kakaobutter + Zucker + Milchpulver + Vanille oder Vanillin
- Dunkle Schokolade: Kakaomasse + Kakaobutter + Zucker + Vanille oder Vanillin
Wie du siehst, beinhaltet die weisse Schokolade gar keine Kakaomasse und die dunkle Schokolade kein Milchpulver. Nicht jede Schokolade besteht also aus den gleichen Bestandteilen. Die drei Grundsorten werden als Basis verwendet, um weitere Schokoladensorten herzustellen. Wenn du mehr zur Geschichte und zur Herstellung der Schweizer Schokolade erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen.
Die Kakaomasse und die Kakaobutter werden aus Kakaobohnen hergestellt, welche aus den Samen der Kakaopflanzen gewonnen werden. Die Bohnen beinhalten unter anderem wichtige Inhaltsstoffe wie Fette (Kakaobutter), Mineralstoffe (Kalium, Magnesium), Vitamine (A, B1, B2, C, D, E), Spurenelemente (Eisen, Phosphor), Flavanole, Phenethylamin, Tryptophan und Methylxanthine (Theobromin, Koffein).
Wie wirkt Kakao auf unseren Körper und unsere Gesundheit?
Die verschiedenen Inhaltsstoffe des Kakaos können unterschiedliche Wirkungen auf deinen Körper haben. Nachfolgend sind einige aufgelistet. Da weisse Schokolade ohne Kakaomasse zubereitet wird, enthält sie keinen dieser Inhaltsstoffe.
Flavanole
Flavanole gehören zur Familie der Flavonoide und sind Antioxidantien. Das bedeutet, dass sie unseren Körper vor oxidativem Stress schützen. Es wird angenommen, dass dieser oxidative Stress an Erkrankungen des Immunsystems oder auch an der Entstehung von Krebs beteiligt ist. Ebenfalls haben Forschungsarbeiten gezeigt, dass Kakao die Darmflora auf gleiche positive Art verändern kann wie Prä- und Probiotika. Allerdings ist die Studienlage dazu nicht eindeutig. Flavonoide sind nicht nur im Kakao vorhanden, sondern auch in anderen Lebensmitteln wie Früchte, Gemüse, Tee oder Rotwein. Sie sind auch dafür verantwortlich, dass Schokolade bitter schmeckt. In dunkler Schokolade sind also mehr Flavanole enthalten.
Methylxanthine
Zu den Methylxanthinen in der Schokolade (resp. im Kakao) zählen Koffein und Theobromin. Theobromin wirkt ähnlich wie Koffein. Beide haben in der Regel eine stimulierende Wirkung. Theobromin hat eine gefässerweiternde Wirkung, erhöht die Pumpleistung des Herzes, entspannt die Bronchien, erhöht die Sekretion von Magensäure und stimuliert die Nierenfunktion. In einer hohen Konzentration kann es auch rauschähnliche Zustände hervorrufen. Theobromin ist einer der Hauptwirkstoffe der Schokolade. Die Konzentration von Koffein und Theobromin in der Schokolade ist höher je mehr Kakaomasse sie enthält – also je dunkler sie ist.
Tryptophan
Tryptophan ist ein Baustein, welcher der Körper benötigt, um den Neurotransmitter Serotonin herzustellen. Serotonin hat einen Einfluss auf unseren Schlaf und unsere Stimmung. Es wird auch bei der Behandlung von Depressionen eingesetzt, da depressive Personen meist einen Serotoninmangel aufweisen. Phenethylamin Phenethylamin führt zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Es hat zudem eine anregende Wirkung auf das Zentralnervensystem. Es gilt nebst dem Theobromin als Hauptwirkstoff der Schokolade.
Es scheint, dass Schokolade, dank dem Kakao, auch positive Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Gesundheit hat. Dies hängt jedoch stark davon ab, welche Schokolade du konsumierst. Nicht alle Schokoladensorten haben einen hohen Kakaogehalt. Wie du bereits weiter oben gelesen hast, enthält die weisse Schokolade zum Beispiel gar keine Kakaomasse und auch bei den anderen Sorten kann der Kakaogehalt sehr unterschiedlich ausfallen. Wie viel Kakao deine Lieblingsschokolade enthält, findest du mit einem Blick auf die Verpackung aber schnell heraus.
Macht Schokolade nun glücklich oder nicht?
Bei den meisten Schokoladensorten ist der Kakaogehalt eher gering. Die beliebte Milchschokolade enthält beispielsweise nur rund 30 Prozent Kakao. Die Konzentration der vorteilhaften oder auch potenziell glücklich machenden Stoffe ist daher sehr gering. Die Inhaltsstoffe der Schokolade allein schaffen es nicht, deine Stimmung zu heben und dich glücklich zu machen. Trotzdem zeigen Studien, dass das Essen von Schokolade eine stimmungsförderliche Wirkung haben kann. Wie kann das sein, wenn die Inhaltsstoffe, aufgrund ihrer geringen Menge, nicht dafür verantwortlich sein können? Was sind mögliche andere Faktoren?
Bisher gibt es nur wenige experimentelle Untersuchungen, was die Beantwortung dieser Frage erschwert. Jedoch ist Essen allgemein mit Emotionen und Stimmungen verbunden. Im Zusammenhang mit dem Schokoladenkonsum gibt es Hinweise darauf, dass das Schokoladeessen mit schönen Kindheitserinnerungen verknüpft ist. Zum Beispiel kann Schokolade Feste wie Ostern, Geburtstage oder Weihnachten in Erinnerung rufen. Zudem aktiviert das enthaltene Fett und der Zucker unser Belohnungssystem im Gehirn, was zu einem angenehmen und glücklichen Gefühl führt. Allerdings solltest du nicht vergessen, dass Schokolade meist einen sehr hohen Zuckeranteil hat. Zucker ist schädlich für unseren Körper und kann bei einem hohen Konsum auch negative Auswirkungen auf unsere Psyche haben. Wenn du also sehr viel Schokolade und somit auch sehr viel Zucker isst, kann es sein, dass dich Schokolade eher unglücklich macht. Falls du mehr zum Thema Zucker erfahren möchtest, empfehlen wir dir unseren Blogeintrag «Zuckersüss».
Fazit
Die Inhaltsstoffe von Schokolade alleine machen dich nicht glücklich, da sie meist in viel zu geringer Konzentration vorhanden sind. Trotzdem kann der Verzehr von Schokolade deine Laune heben. Die Wissenschaft nimmt als Grund eine Kombination aus mehreren Faktoren an: Positive Kindheitserinnerungen, die du mit Schokolade assoziierst, das Geschmackserlebnis, die Aktivierung des Belohnungszentrums in deinem Gehirn sowie die Inhaltsstoffe. Studien zeigen auch, dass Schokolade nur zu einer besseren Laune führt, wenn die Schokolade bewusst mit Genuss gegessen wird. Du kannst also auch selbst etwas dazu beitragen, dass dich Schokolade glücklich macht, indem du sie ganz bewusst und genüsslich verspeist – und natürlich im Mass.
Referenzen:
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Max Havelaar-Stiftung Schweiz. (2021). Kakao. https://www.maxhavelaar.ch/fileadmin/CH/Mediathek/Factsheets/Factsheet_Kakao_d.pdf
Meier, B. P., Noll, S. W., & Molokwu, O. J. (2017). The sweet life: the effect of mindful chocolate consumption on mood. Appetite, 108, 21-27.
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