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Verknüpfung von Suchbegriffen: Boolsche Operatoren
Die drei Bool’schen Operatoren (AND, OR und NOT) dienen der Verknüpfung von verschiedenen Suchbegriffen in einem Stichwortsuchfeld. Diese Suchoperatoren kann man in allen Bibliothekskatalogen, Fachdatenbanken und auch in Internetsuchmaschinen anwenden.
AND wird verwendet, um die Suche einzugrenzen. Gesucht werden Treffer, in denen beide Suchwörter vorkommen. Es wird eine Schnittmenge gebildet. Man kann beliebig viele Wörter mit dem Operator AND verbinden. Meistens setzt eine Datenbank zwischen zwei eingegebene Begriffe automatisch den Operator AND.
Beispiel:
Kind AND Sucht bringt Treffer, in denen beide Begriffe auftauchen
OR wird verwendet, um die Suche auszuweiten. Gesucht werden Treffer, in denen entweder das eine oder das andere Suchwort oder auch beide vorkommen. Es wird eine Vereinigungsmenge gebildet. Dieser Operator ist sinnvoll bei Synonymen.
Beispiel:
Sucht OR Drogen OR Abhängigkeit bringt Treffer, die einen, zwei oder alle drei Begriffe enthalten
AND NOT wird verwendet, um die Suche einzugrenzen. Gesucht werden Treffer, welche den ersten Begriff enthalten, nicht aber den zweiten. Es wird eine Ausschlussmenge gebildet.
Beispiel:
Sucht not Alkohol bringt Treffer, welche den Begriff Sucht enthalten, das Wort Alkohol darf aber nirgends auftauchen
Bei der Verwendung von mehreren Operatoren werden Klammern wie in mathematischen Ausdrücken eingesetzt, damit die Suche in geeigneter Reihenfolge abgearbeitet wird. Zuerst wird immer der Operator innerhalb der Klammer berücksichtigt
Beispiel:
Handbuch and (Sucht or Drogen) bringt Treffer, die das Wort Handbuch enthalten sowie zusätzlich entweder den Begriff Sucht oder Drogen oder beide Begriffe.
Weiterführende Materialien zur Verwendung der Boolschen Operatoren bietet LOTSE – Der Wegweiser zur Literaturrecherche und zum wissenschaftlichen Arbeiten.
Phrasensuche
In vielen Datenbanken und Bibliothekskatalogen kann eine Phrasensuche durchgeführt werden. Die eingegebenen Zeichen werden dann in ihrer genauen Reihenfolge gesucht. Meistens müssen Anführungszeichen vor und hinter die Begriffe eingefügt werden, manchmal wird die Phrasensuche durch Ankreuzen eines Kästchens aktiviert.
Beispiele:
„Sozial aktuell“ führt direkt zum gewünschten Zeitschriftentitel
„Psychisch kranke Eltern“ sucht nach Treffern, in welchen die exakte Reihenfolge der eingegebenen Zeichen anzutreffen ist, inklusive Leerschlägen.
Abkürzung von Suchbegriffen: Trunkierung
Bei der Trunkierung wird nach dem Wortstamm gesucht. Sie wird eingesetzt um die Suche auszuweiten, indem andere Schreibweisen bzw. grammatikalische Formen einbezogen werden. Generell werden verschiedene Zeichen verwendet, sehr häufig ist *, aber auch ?, ! und $. In der Hilfe der jeweiligen Datenbank bzw. Suchmaschine werden die Trunkierungszeichen beschrieben. Suchbegriffe können entweder rechts, links oder auch in der Mitte trunkiert werden, mehrere Trunkierungszeichen zusammen sind meistens unzulässig.
Beispiele:
Konflikt* findet die Begriffe Konflikt, Konflikte, Konfliktmanagement, Konfliktbewältigung etc.
*kind bringt alle Treffer mit Kind, Einzelkind, Schulkind, etc.
Die Suche nach wom?n bringt Treffer sowohl mit women als auch mit woman
Auch zur Trunkierung bietet LOTSE – der Wegweiser zur Literaturrecherche und zum wissenschaftlichen Arbeiten ausführlichere Materialien.
Stichwörter kommen irgendwo in der bibliographischen Beschreibung eines Buches oder eines Aufsatzes vor. Es sind keine normierten Begriffe. Mit ihnen kann über alle Felder hinweg gesucht werden. Durch die Wahl eines bestimmten Feldes kann die Suche eingeschränkt werden.
Schlagwörter oder Subject headings sind normierte Begriffe, welche von Menschen vergeben werden. So versucht man Bücher und Aufsätze mit gleichen Sachverhalten unter dem gleichen Begriff zusammenzuführen, unabhängig von Titel und Sprache.
Ein Thesaurus zeigt zusätzlich zu den Schlagwörtern auch noch deren semantische Beziehungen untereinander an (Unterbegriff, Oberbegriff, verwandte Begriffe). Er kann Hinweise auf weitere mögliche Suchbegriffe liefern. Ein Thesaurus für Sozialwissenschaften bietet wiso (nur im Netz der HSLU zugänglich). Demnächst wird auch sozialinfo.ch eine Art Thesaurus für die Soziale Arbeit zur Verfügung stellen.
Suchen und Blättern: Zwei Suchmöglichkeiten
Fachdatenbanken und Kataloge bieten zwei Suchmöglichkeiten an. Die Funktion „Stichwortsuche“ führt direkt zu einer Treffermenge. Die Funktion „Blättern“ (auch Browsing genannt) liefert nach Eingabe eines Suchbegriffs vorerst eine Liste, einen Index. Es handelt sich um ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis von Suchbegriffen. Mit einem hier ausgewählten Suchbegriff können Sie wiederum eine Suche durchführen und erhalten erst dann eine Treffermenge. Die Aktion „Blättern“ wird verwendet, um mögliche Suchbegriffe abzuklären. Hier kann z.B. überprüft werden, ob ein bestimmter Suchbegriff in dieser Datenbank vorkommt und wie er dort geschrieben wird.
Wenn Sie zu wenig Literatur gefunden haben, prüfen Sie folgende Punkte:
- Wurden die Schlagwörter richtig verwendet? Oder finden sich im Index noch weitere Begriffe, mit welchen gesucht werden könnte? Mit welchen Schlagwörtern sind die bisherigen Treffer erschlossen? Macht es Sinn, nach einem Begriff trunkiert zu suchen?
- Wurde in allen relevanten Informationsquellen gesucht? Gibt es vielleicht noch speziellere Datenbanken in der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern oder an einer anderen Universitätsbibliothek. Die Homepages dieser Bibliotheken geben Auskunft darüber. Vielleicht gibt es Spezialbibliotheken zum gesuchten Thema. Unter www.switch.ch/libraries findet sich eine Liste mit fast allen Schweizer Bibliotheken und Informationsstellen.
- Nutzen Sie das im Kapitel Recherchestrategien beschriebene Schneeballsystem: Welche Titel werden in den Literaturverzeichnissen der gefundenen Bücher und Aufsätze genannt?
Wenn Sie zu viele Treffer gefunden haben:
- Schauen Sie die gefundenen Treffer durch: Welches sind die inhaltlich verzichtbaren Titel, weil sie nur einen Randbereich des eigentlichen Themas abdecken oder nichts Neues beitragen? Eine nochmalige Eingrenzung des Themas kann helfen. Bei der Recherche wird dies mit dem AND-Operator umgesetzt.
- Auch qualitative Kriterien spielen bei der Eingrenzung eine Rolle: Sind Autor/innen renommiert? Haben sie zu diesem Thema schon mehrfach veröffentlicht, arbeiten sie bspw. an einer Universität oder Fachhochschule? Ist der Aufsatz in einer seriösen Fachzeitschrift erschienen (z.B. mit einem Peer-Reviewing-Verfahren, in dem alle Aufsätze begutachtet werden)? Geniesst der Verlag eines Buches ein gutes Renommée? Und natürlich auch: halten Sie die Argumentation, welche die Publikation verfolgt, für stichhaltig?