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Intervention Provenienz #1
05.03.2019 – 31.12.2019
Für einen begrenzten Zeitraum mischen sich in der Intervention Provenienz #1 herausragende Werke der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts aus dem Legat Cornelius Gurlitt in die bestehende Museumssammlung. Ihre Präsentation ist Anlass, exemplarisch Geschichte und Provenienz der einzelnen Werke aufzuzeigen und für die Problematik von Besitzwechseln während des Nationalsozialismus (1933–1945) zu sensibilisieren.
Die Gemälde von Gustave Courbet, Edouard Manet und Claude Monet, die Skulpturen von Auguste Rodin befanden sich 1945 im Besitz von Hildebrand Gurlitt, der während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland als Kunsthändler tätig war. Angesichts der wirtschaftlichen Vorteile, die der Kunsthandel aus der Verfolgung von Juden und Regimegegnern im Zeitraum von 1933 bis 1945 gezogen hatte, stellt sich für das Legat die Frage, wann und unter welchen historischen Umständen die Werke in den Besitz Gurlitts gelangten. Den bekannten Provenienzangaben zufolge hatte Gurlitt die ausgestellten Werke im Zeitraum von 1940 bis 1944 in Frankreich erworben.
Damit stellen sich folgende die Fragen: Was bedeutet es, wenn wir nichts oder wenig über die Provenienz eines Kunstwerks wissen? Welche rechtlichen und politischen Welche Konsequenzen können sich aus Erwerbungen in historischen Unrechtskontexten für unsere Gegenwart ergeben? Die erste Intervention Provenienz gibt Antworten auf solche Fragen und gewährt Einblick in die laufende Forschung.
Bild: Édouard Manet (1832–1883), Marine, Temps d‘orage (à Berck-sur-mer), 1873, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Bern, Legat Cornelius Gurlitt 2014