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| Arnobius major (um 303-305) - Gegen die Heiden (Adversus Nationes)

Siebtes Buch
Nr. 42
Und weil man auch den Gebrauch von Nahrung liest, wodurch das Leben in den Körpern weilt, so hat sie einen offen stehenden Schlund, mittelst dessen sie die mit dem Munde ergriffene Nahrung hinterschluckt, so hat sie einen Kropf, wo sie die verschluckten Körper verdaut, um sowohl Blut sich zu erzeugen als die Kräfte wieder herzustellen; so hat sie auch jene Endöffnung, durch welche die Unreinigkeit abgeht, den Körper des abscheulichen Unflaths entlastend. Wenn sie einmal den Ort wechselt und von einer Gegend in eine andere überzugehen sich bereitet, so schwebt sie nicht wie ein Gott unmerklich durch des Himmels Gestirne dahin, und hält im Augenblick, wo die Umstände es heischen, an; sondern dem schwerfälligen Thier gleich, nimmt sie ein tragendes Fahrzeug, meidet des Meeres Wogen, und um sicher wie wohlbehalten zu seyn, besteigt sie mit Menschen das Schiff; und jener Gott des öffentlichen Wohlbefindens vertraut sich gebrechlichem Holze, dem Gefüge der Bohlen. Wir meinen nicht, daß ihr überzeugen und behaupten könnt, jene Schlange sey Aeskulap gewesen; außer ihr wollt diese Beschönigung anführen und sagen, der Gott habe sich in die Schlange verwandelt, wodurch er, wer er wäre, verhehlen oder den Menschen zeigen konnte. Daß dieß von euch Ausgesagte wie kraftlos und schwach sey, wird der Sachen Ungleichförmigkeit darthun: denn vermied der Gott von den Menschen gesehen zu werden, so mußte er auch in der Schlange Gestalt sich nicht sehen lassen wollen, da in jeglicher Gestalt er immer derselbe war. Beabsichtigte er aber, sich der Anschauung hinzugeben, so mußte er dem Blick der Augen nicht ausweichen: denn warum stellte er sich nicht als Solchen zur Schau, welcher zu seyn er sich bewußt war und als welcher er die Machtvollkommenheit seiner Göttlichkeit fühlte? Dieß war nämlich vorzüglicher und um Vieles trefflicher, wie auch der hehren Würde angemessen, als ein Thier zu werden, sich in das Bild eines schauderhaften Geschöpfes zu verwandeln und zweideutigen Widersprüchen Raum zu geben: war er anders ein wahrer Gott oder was weiß ich sonst, weit entfernt von der oberen Erhabenheit.