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Auch im Krieg ist die Ukraine auf Kernkraft angewiesen. Von den fünf KKW liefert nur Tschernobyl keinen Strom (die Katastrophe vom 26. April 1986 bleibt in Erinnerung). Von den vier Reaktoren ist einer zerstört und drei sind jetzt stillgelegt. In den anderen Werken laufen derzeit zehn Reaktoren:
- Riwne im Nordwesten: alle vier.
- Chmelnyzky im Westen: zwei von vier.
- Südkuraine: alle drei
- Saporischja: einer von sechs, der eine zu 60%.
Insgesamt gerechnet: ein Reaktor zerstört, zehn stillgelegt, zehn in Betrieb.
Die mitunter verbreitete Zahl von 15 Reaktoren beruht auf der falschen Annahme, in Saporischja liefen alle sechs Blöcke. Vor dem Krieg war Saporischja am Dnjepr Europas grösstes Kernkraftwerk.
Elementare Regeln verletzt
Das Gelände des KKW Tschernobyl war vom 24. Februar bis zum 30. März 2022 russisch besetzt. Die Besatzer liessen sich Verstösse gegen elementare Regeln der atomaren Sicherheit zu Schulden kommen. Ohne Schutzkleidung und in nicht abgedichteten Panzern setzten sie sich selber der Strahlung aus. Ihr Rückzug erfolgte im Rahmen des allgemeinen Rückmarsches, den die 29., 35. und 36. Feldarmee nach der Schlacht um Kiew auch westlich des Dnjeprs antraten.