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Die Nationalsynode der Christkatholischen Kirche der Schweiz tagte am 2. und 3. Juni 2023 in Liestal unter der kompetenten Leitung von Synode-Präsident Hannes Felchlin und befasste sich eingehend mit der Zukunft der Kirche.
Aufbruch im Umbruch
Bischof Harald stellte im Hirtenbrief zur Fastenzeit 2023 die Frage «Was können wir als Christkatholische Kirche tun, damit die Relevanz des Christentums in unserer schweizerischen Gesellschaft bewusst bleibt?» und beschränkte sich im Fokus seiner Überlegungen auf strukturelle Konsequenzen. Der Sessions-Samstagmorgen diente demzufolge zur Diskussion und Festlegung der Prioritäten durch die Synodalen. Die Auswertung der Gruppenarbeiten zeigte auf, dass die Stellung des Bistums gestärkt werden muss. Dies soll in einem ersten Schritt mit einer gemeinsamen, bistumsweiten Lohnverwaltung in Angriff genommen werden. Aber auch die Kriterien für das Bestehen und Funktionieren einer Kirchgemeinde wurden beleuchtet. Die Kirchgemeinden sind aufgefordert, zukünftig noch mehr zusammen zu arbeiten und sich in Regionen zu organisieren, um personelle und finanzielle Ressourcen wirkungsvoller einzusetzen.
Demission der ersten Synodalratspräsidentin
Mit Manuela Petraglio-Bürgi bekleidete zum ersten Mal eine Frau dieses Amt. Zusammen mit dem Bischof bildet das Präsidium des Synodalrats die höchste Leitungsfunktion in der Christkatholischen Kirche der Schweiz.
Manuela Petraglio-Bürgi ist geborene Christkatholikin, seit Kindheit aktives Mitglied der Kirche und bekleidete verschiedene Funktionen, bevor sie 2011 durch die Nationalsynode zur Synodalratspräsidentin gewählt wurde. Mit viel Engagement, Herzblut und Geschick setzte sie sich unermüdlich für das Wohl der Christkatholischen Kirche und seiner Mitglieder ein. In ihrer Präsidialzeit wurden einige Reglemente, Richtlinien und Ordnungen erarbeitet, resp. überarbeitet und die Revision der Verfassung der Christkatholischen Kirche in Angriff genommen. In ihre Amtszeit fällt auch die Zustimmung der Nationalsynode zur Glaubensaussage, wonach jede Segnung, die die Kirche einer zivilrechtlich geschlossenen Ehe zwischen zwei Erwachsenen gleich welchen Geschlechts spendet, in gleicher Weise sakramental ist (Ehe für alle).
Franz Peter Murbach löst Manuela Petraglio-Bürgi als Präsident des Synodalrats ab. Als Sohn des inzwischen pensionierten Pfarrers Franz Murbach verfügt auch Franz Peter Murbach über eine christkatholische DNA. Der 58jährige, zweisprachige Ingenieur-Agronom lebt in Neuchâtel und gehört dem Synodalrat seit 2011 an.
Für die frei gewordenen Sitze der ebenfalls auf die Synodesession hin zurückgetretenen Mitglieder Pfr. Dr. Adrian Suter, Toni Göpfert und den weiteren vakanten Sitz, der durch ein Mitglied aus der Geistlichkeit zu besetzen ist, wurden Pfr. Frank Bangerter, Pfr. Dr. Theo Pindl und Paolo Rossi in den Synodalrat gewählt.
Bischof kündigt Rücktritt an
Bevor Bischof Dr. Harald Rein am Schluss der Session den bischöflichen Segen spendete, informierte er über seinen geplanten Rücktritt. Bischof Dr. Harald Rein beabsichtigt, bis Ende November 2023 im Amt zu bleiben. Danach tritt die sechsmonatige Verweserfrist in Kraft und die Nationalsynode kann an ihrer ordentlichen Session im 2024 die Nachfolge wählen.
Erika Schranz