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Seit genau 40 Jahren ist sie unterwegs, die Raumsonde Voyager 1, und gilt somit als erfolgreichste Mission der NASA:
Am 5. September 1977 wurde sie mit Hilfe einer Rakete in den Weltraum geschossen. Ihr Ziel war es, die grössten Planeten unseres Sonnensystems zu untersuchen. Dazu wurde sie mit einem Rechensystem ausgestattet, welches über 68 Kilobyte verfügt. Zum Vergleich: Eine Diskette hat rund 1400 Kilobyte Speicherplatz.
Voyager 1 reist mit ca. 61’000 km pro Stunde immer weiter weg von der Erde und erreichte nach gut eineinhalb Jahren den Planeten Jupiter. Dort war sie fleissig und sandte insgesamt 17’477 Bilder zurück auf die Erde. Daneben machte sie auch Messungen bezüglich der Partikeldichte und Temperatur.
Voyager 1 entdeckte beim Durchfliegen des Systems zwei neue Monde, Metis und Thebe, benannt nach Figuren aus der griechischen Mythologie. Nach sieben Monaten um Jupiter herum flog Voyager 1 weiter zum nächsten Planeten unseres Sonnensystems, Saturn. Ende des Jahres 1980 erreichte sie diesen und begann auch von dort Tausende Bilder zurück auf die Erde zurückzuschicken. Hier sehen wir eines vom berühmten Saturn-Ring, nachträglich koloriert:
Zu der Zeit standen die grossen Planeten unseres Sonnensystems in einer Konstellation, welche so nur alle 175 Jahre auftritt: Jupiter und Saturn befanden sich auf einer Linie, die Reisezeit zwischen den beiden Himmelskörpern war somit minimal kurz.
Nachdem Voyager 1 Saturn passiert hatte, änderte die Sonde die Flugbahn: Sie verliess die Ebene der Planeten und schwenkte ab Richtung äussere Bereiche des Sonnensystems. Es folgten viele Jahre der Eintönigkeit. Da die NASA ihre grossen Parabolantennen für andere Projekte brauchte, wurde der Kontakt zu Voyager 1 zwischenzeitlich sogar unterbrochen.
Es dauerte Jahre bis zum nächsten Ereignis: Am Valentinstag 1990 drehte sich die Sonde ein letztes Mal Richtung Erde und schoss das weltbekannte Foto, welches später Pale Blue Dot getauft wurde: Ein Bild der Erde, gemacht aus einer Distanz von sechs Milliarden Kilometer. Dieses Bild inspirierte den US-Astronomen Carl Sagan zu einer philosophischen Betrachtung über die Stellung des Menschen im Universum.
Nach diesem Foto wurden die Kameras von Voyager 1 deaktiviert. Nun war die Sonde blind unterwegs, immer weiter weg von der Erde, mit dem Ziel, die sogenannte Heliosphäre zu verlassen. Innerhalb der Heliosphäre sind Sonnenwinde wirksam. Ausserhalb der Heliosphäre ist der interstellare Raum – der Raum „zwischen den Sternen“. Noch nie hatte ein menschliches Objekt dieses Ziel erreicht und die ForscherInnen der NASA waren sich nicht sicher, ob und wann Voyager 1 diesen Triumph feiern wird. Es waren dann auch erhebliche Diskussionen innerhalb des Teams nötig bis die WissenschaftlerInnen 2012 verkünden konnten, dass das zu Beginn Undenkbare geschafft war: Voyager 1 ist raus aus dem Einflussbereich unserer Sonne!
Und noch heute schickt die Sonde regelmässig Daten zurück auf die Erde. Zwar mussten immer mehr Messgeräte deaktiviert werden, entweder weil sie den wissenschaftlichen Ansprüchen nicht mehr genügten, kaputt gingen oder schlicht zu viel Batterie konsumierten um sie am Leben zu erhalten. Heute – 40 Jahre nach ihrem Reisebeginn – ist sie rund 21 Milliarden Kilometer entfernt von ihrer Heimat. ForscherInnen rechnen damit, dass der Treibstoff noch mindestens 30 Jahre reicht. Die Batterien werden jedoch sehr wahrscheinlich im kommenden Jahrzehnt erschöpft sein, dann ist Voyager ganz alleine unterwegs – zumindest so lange, bis andere Lebewesen sie finden. Denn: Voyager 1 soll nicht nur unserer Wissenschaft auf der Erde dienen. Auch hat sie eine goldene Datenplatte mit an Bord, welche Ausserirdischen von uns Menschen berichten soll. Darauf abgebildet ist eine Gebrauchsanleitung zum Lesen der Daten und eine Wegbeschreibung zur Erde.
Voyager Golden Record
Ein Team um die Kreativdirektorin Ann Druyan war damit beauftragt, Fotos, Töne und Musik zu sammeln, welche den möglichen FinderInnen ein Bild unserer Menschheit aufzeigen soll. Am Ende schafften es 115 Fotos, Grussbotschaften in 55 Sprachen, 27 verschiedene Musikstücke und 19 unterschiedliche Geräusche auf den Datenträger.
Sounds auf der Datenplatte der Voyager 1