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Die Anfänge der Segelfluggruppe Winterthur reichen bis ins Jahr 1926 zurück. Damals befassten sich einige Winterthurer-Idealisten mit dem Gleitflug. Einer von ihnen besass sogar einen Gleiter.
Am 5. Dezember 1931 fand die Gründungsversammlung der Segelfluggruppe Winterthur (SGW) statt. Bereits am 13. Dezember machte die junge Gruppe ihren ersten Flugbetrieb bei der Ziegelhütte in Seen. Damals wurde aber eher gearbeitet als geflogen: Berechtigung zum Fliegen wurde erst nach 100 Arbeitsstunden erteilt.
Erst 1938 konnte man von einer richtigen Segelfluggruppe reden, wurde doch in diesem Jahr zum ersten Mal ein regulärer Flugbetrieb durchgeführt. In den Jahren davor war die Gruppe zweimal wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedern aufgelöst worden.
Bei Kriegsanfang wurde die Tätigkeit der Gruppe für unbestimmte Zeit eingestellt. Grund war allerdings nicht nur der Krieg allein. Der dauernde Mitglieder- und Finanzmangel, das Fehlen von Fluglehrern und eines eigenen Flugplatzes stellten die Existenz der Gruppe in Frage.
Mit dem Eintritt von Hermann Geiger, der später als Gletscherpilot bekannt wurde, bekam die Segelfluggruppe 1941 etwas Aufwind unter ihre lahmen Flügel. Hermann Geiger war als Fluglehrer tätig und führte auf der Frauenfelder Allmend einige Vorunterrichtskurse für angehende Militärpiloten durch.
1944 besass die Gruppe bereits vier Flugzeuge und 50 Mitglieder. Mit 3000 Starts wurden 80 Stunden geflogen (Zum Vergleich: 1994 waren es 3904 Starts mit insgesamt 3232 Stunden).
Bereits 1948 begann das Dahinserbeln der SGW von neuem. Erst als 1953 ein neuer Obmann das Zepter in die Hand nahm und die Gruppe reorganisierte, wurde der Niedergang der SGW gestoppt.
Anfangs der Sechzigerjahre verursachte das Flugplatzproblem wieder einiges Kopfzerbrechen. Der Flugbetrieb in Frauenfeld musste fast gänzlich eingestellt werden, als die Allmend in einen Panzerübungsplatz umgerüstet wurde. Am 5. Juni 1964 war es endlich soweit: Die Segelfluggruppe konnte den geregelten Flugbetrieb auf ihrem eigenen Flugfeld auf der Hegmatte in Oberwinterthur aufnehmen.
Seitdem hat sich die Gruppe prächtig entwickelt. 1970 wurde das erste Hochleistungs-Segelflugzeug aus Kunststoff gekauft. Heute sind zehn der 14 Segelflugzeuge aus Kunststoff. PAR hiess seit 1983 unsere mit einem 180 PS Motor ausgerüstete Schleppmaschine vom Typ Piper Super Cup.
Im Frühling 1985 wurde von den Winterthurer Stimmbürgern der Bau der Sportanlage Hegmatten beschlossen. Darum musste im Sommer jenes Jahres der Flugbetrieb eingestellt werden, damit die neue, nach Südwesten gedrehte und verlängerte Piste gebaut werden konnte.
Drei wichtige Ereignisse prägten das Jahr 1988. Max Hofer wurde Schweizermeister in der Standardklasse, in Winterthur wurde das 1. RAL und das erste Passagierflugwochenende durchgeführt. Letzteres wird dank seinem grossen Erfolg fortan zur Tradition.
Die DG-500, unser Hochleistungsdoppelsitzer, wurde 1989 beschafft, wogegen das Flugplatzfest "25-Jahre-Hegmatten" buchstäblich ins Wasser fiel.Die Gemeinderäte von Hegi, Oberi, und Wiesendangen tauften 1982 drei Doppelsitzer auf den Namen ihrer Gemeinden.
Die gute alte Piper war der erhöhten Belastung durch schwere Kunststoffflugzeuge nicht mehr gewachsen. Also tätigte die SGW die grösste Flugzeug-Investition der bisherigen Vereinsgeschichte: Beschafft wurde das neue Schleppflugzeug vom Typ Maule mit der modernster lärmmindernder Technik. Sie schleppt selbst die schwersten Brocken mit viel Reserve vom Platz weg.
Mit dem Kauf von zwei SZD-51-1 (Junior), durch ihre Gutmütigkeit speziell für Anfänger geeignet, hielt die Kunststoffära auch in der eigenen Segelflugschule Einzug. Seit 1995 findet die Ausbildung der Flugschüler ausschliesslich auf Kunststoffflugzeugen statt.
Ende 1995 hatte ein neues Flagschiff, ein Ventus 2c, den Weg in die SGW gefunden. Mit seinen 18m Spannweite war er nun die Orchidee unter den Einsitzern.
Die alte Doppeltrommelwinde mit dem laut röhrenden V8-Benzinmotor wurde 1997 durch eine dieselbetriebene Winde vom Fabrikat Egger ersetzt. Jeder musste sich umgewöhnen, konnte nun durch die neu gewonnenen Kraftreserven nicht mehr einfach das Gaspedal durchgedrückt werden. Es dauerte dann noch eine ganze Weile, bis die neue Winde ebenso unkompliziert eingesetzt werden konnte wie die Vorgängerin, dafür aber einiges zuverlässiger den Dienst verrichtet.
1998 wurde das Passagierflugwochenende zu den Winterthurer Segelflugtagen. Neben den Passagierflügen mit unseren Segelflugzeugen fanden Vorführungen von Skysurfers und Skydivers statt und das Sitzplatzangebot im Restaurant wurde massiv vergrössert. Die Strategie nach vorne hatte sich als richtig erwiesen, nahmen die Zuschauerzahlen in der Folge doch deutlich zu.
Mit dem DuoDiscus wurde 1999 unsere Flotte durch einen weiteren Hochleistungs-Doppelsitzer ergänzt. Mit dem einem Einsitzer ähnlichen Handling fanden sich schnell einige neue Doppelsitzer-Fans, welche mit der DG500 weniger glücklich waren. Die Flotte umfasst nun 4 Kunststoff-Doppelsitzer.
Auch im Jahr 2000 wurde unsere Flotte qualitativ aufgewertet: der brandneue Discus 2 eroberte die Herzen der Discus-Fans, ist er doch ein äusserst angenehm und einfach zu fliegender Einsitzer mit respektablen Leistungen. Die Holzflugzeuge wurden bis auf ein letztes Exemplar, eine Ka8, alle verkauft. Wie kaum zuvor wurde in den Neunziger Jahren die Flotte durch das ganze Angebot hindurch erneuert.
Äusserst turbulent hat das Jahr 2001 begonnen: erstmals in der Vereinsgeschichte wurde der Kauf eines Motorseglers beschlossen. Die Höhe der Investition stellt sogar die Beschaffung der Maule in den Schatten. Wie auch beim Schleppflugzeug kommt auch hier modernste Technik zur Lärmreduktion zum Einsatz. Ein mutiger Schritt in die Zukunft, wie auch der Entscheid, die Schweizer Segelflug Meisterschaft 2002 durchzuführen.