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Mütterliches Übergewicht schadet dem Kind, das ist bekannt. Eine Studie untersuchte, welche Rolle eine Gewichtszunahme nach der Geburt für die Totgeburtsrate respektive für das Überleben des nachfolgenden Säuglings spielt.
Forscher analysierten dazu Daten aus dem schwedischen Geburtenregister von über 450’000 Frauen, die in den Jahren 1992 bis 2012 zwei Kinder geboren hatten.
Die Forscher untersuchten den Einfluss der Gewichtszunahme der Mutter nach der ersten Geburt auf allfällige spätere Totgeburten oder auf die Säuglingssterblichkeit.
Die Forscher stellten fest, dass die mütterliche Gewichtszunahme zwischen zwei Schwangerschaften das Totgeburtsrisiko bei der nächsten Schwangerschaft massiv erhöhte. Auch das Sterberisiko der Säuglinge in einer folgenden Schwangerschaft wurde durch das mütterliche Gewicht beeinflusst.
Im Vergleich zu Frauen mit einem stabilen Gewicht, erhöhte sich das Totgeburtsrisiko um mehr als 50% und das Risiko für den Kindstod innerhalb des ersten Lebensjahres um fast 30% bei einer BMI-Zunahme der Mutter um mindestens 4 kg/m2 nach der ersten Geburt. Dabei erhöhte sich in erster Linie das Totgeburtsrisiko mit ansteigender BMI-Zunahme der Mutter.
Das Risiko für die Säuglingssterblichkeit hingegen nahm nicht linear zu. Hier stieg das Risiko, dass das zweite Kind das erste Lebensjahr nicht überlebte, nur dann an, wenn die Mutter in der ersten Schwangerschaft normalgewichtig war, nach der ersten Geburt aber an Gewicht zulegte. War die Mutter hingegen übergewichtig (BMI 25 kg/m2 oder mehr), konnte sie mit einer Gewichtsabnahme bis zur nächsten Schwangerschaft dieses Risiko senken.
Fazit: Das Ausgangsgewicht der Mutter vor der Schwangerschaft ist entscheidend bezüglich Totgeburtsrisiko und Säuglingssterblichkeit. Vorbeugend sollten demnach übergewichtige Frauen vor Beginn der Schwangerschaft das Gewicht reduzieren. Bei weiterem Kinderwunsch sollte die Mutter nach der Geburt möglichst kein Gewicht zulegen.
Lancet 2015, Online Publikation am 2. Dezember
14.12.2015
- dzu
Doris Zumbühl
Doris Zumbühl ist diplomierte Medizinische Praxisassistentin. Sie verfügt über mehrere Weiterbildungen in den Bereichen Journalismus, IT und Bildbearbeitung.
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