Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03626.jsonl.gz/2233

Untertitel:
Bei dem Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala war am Freitagmorgen die 100000-Einwohner-Stadt Bam im Südosten des Iran fast völlig zerstört worden. Es war nicht das stärkste, aber eines der folgenschwersten Beben der vergangenen 25 Jahre. Tausende von Kindern wurden zu Waisen, ganze Familien ausgelöscht. Viele, die überlebten, verloren ihr Hab und Gut.
Wettlauf mit der Zeit
In einem Wettlauf mit der Zeit suchten Helfer und Überlebende teilweise mit blossen Händen nach Verschütteten. Die Schweizer Rettungskette stellte nach Angaben vom Sonntag die Suche nach Überlebenden in den Trümmern der Häuser ein, da es chancenlos sei, noch Lebende zu finden, wie Sprecherin Ellinor von Kauffungen sagte.
Innenminister Abdolwahed Musawi-Lari bekräftigte am Sonntag seine Schätzung, dass mehr als 20000 Menschen bei dem Beben ums Leben kamen. Bislang seien 13000 Leichen geborgen worden. Mehr als 100000 Menschen wurden obdachlos.
Kritik an Behörden
In der Zwischenzeit wurde im staatlichen iranischen Fernsehen überraschend deutlich das Krisenmanagement der Behörden kritisiert. Die Menschen in Bam hätten Stunden lang auf organisierten Beistand warten müssen, obwohl die internationale Hilfe sehr schnell angelaufen war.
Die Not der Zehntausenden im Krisengebiet ist gross: Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in Genf brachte auf Bitten Irans 20000 Zelte, 200000 Decken, 30 Stromgeneratoren und 20000 Kerosin-Heizgeräte nach Bam.