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Die Zwölfbotenkapelle
Rechts des Chores befand sich die sogenannte Zwölfbotenkapelle. Der Name rührt von den zwölf Aposteln her, zu deren Ehren einst ein Altar in der Kapelle stand. Die Zwölfbotenkapelle wird heute als Raum der Stille genutzt. Die Kapelle erfuhr schon bald nach dem Bau eine Verkleinerung durch den Einzug einer Sakristei im oberen Teil.
Früher befanden sich in der Kapelle die Gräber der drei Stadtheiligen Felix, Regula und Exuperantius. Damit auch Laien Zugang zu den Gräbern hatten, war die Kapelle zum Seitenschiff hin offen. Vor den Gräber stand der Felix und Regula-Altar, dahinter ein sogenanntes Heiliges Grab, eine Rekonstruktion des Grabes von Jesu Christus. Die Zwölf Apostel, der Gottessohn und die Stadtheiligen – eine solche Dichte an wichtigen Kultstätten gab es an keinem anderen Ort in Zürich.
Seit ungefähr 1500 hing über dem Altar von Felix und Regula ein spektakuläres Bild, auf dem das Martyrium der beiden Stadtheiligen dargestellt war.
Das Gemälde schuf der Nelkenmeister Hans Leu der Ältere. Für Aufsehen sorgte es allerdings nicht wegen der Szene im Vordergrund, sondern vielmehr wegen des Hintergrunds. Erstmals konnten die Gläubigen ihre Stadt auf einem Gemälde derart genau erkennen. Der ober Teil des Gemäldes überlebte deshalb auch die Reformation. Die Heiligen aber mussten übermalt werden.
Die ebenfalls dargestellte Wasserkirche machte damals ihrem Namen noch alle Ehre. Die Limmat floss auf beiden Seiten am Gotteshaus vorbei.
Die Vorbereitung zur Hinrichtung von Felix und Regula ist auf den Tafeln mit der Stadtdarstellung der linken Limmatseite dargestellt. Hier sind die Heiligen wieder sichtbar, weil sie anlässlich von Restaurierungsarbeiten im 20. Jahrhundert freigelegt wurden.
Zu Felix und Regula ist ein weiterer Heiliger hinzugekommen: Exuperantius. Der Diener von Felix und Regula kam anfänglich in der Legende nicht vor. Erst mit der zunehmenden Bedeutung der Zürcher Bürgerschaft fand auch er Eingang in die Legende. Noch heute zieren alle drei Märtyrer das Siegel des Kantons Zürich.
Die Gräber von Felix und Regula wurden während der Reformation aufgehoben. Später wurde an der Stelle im Grossmünster ein Treppenhaus eingebaut, so dass der Zugang nun versperrt ist.