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Hergestellt von Grundig, Fürth.
Mit dem Grundig Satellit 3000 Digital brachte Grundig im Jahre 1977 den ersten Weltempfänger mit digitaler Frequenzanzeige heraus, das Vorgängermodell wurde um einen Frequenzzähler erweitert und in der Baureihe erstmals auch der SSB-Empfang im Gerät integriert. Im folgenden Jahr wurde der Empfänger kosmetisch überarbeitet und blieb als Satellit 3400 bis 1982 das Flaggschiff in Grundigs Kurzwellenempfänger - Angebot.
Mit seinen Abmessungen von 52 x 32 x 14 cm und dem Leergewicht von 8,9 kg schon ohne die sechs zum Batteriebetrieb notwendigen UM-1 Batterien ist der Satellit 3400 der schwerste und grösste Kurzwellenempfänger von Grundig, die Tragbarkeit machten vor allem der stabile Traggriff an der Oberseite und die beidseits im Stil von kommerziellen Seefunkempfängern abgebrachten Schutzbügel aus. Neben Netzbetrieb mit 110 oder 220 V war auch der Akkubetrieb mit einem im Gerät aufladbaren Akkupack vorgesehen.
Rechts vom etwas redimensionierten Lautsprechergrill, hinter dem sich neben dem im Bassbereich starken Lautsprecher noch ein schaltbarer Hochtöner Gehör verschafft, liegen übereinander die drei Anzeigefenster für das S-Meter, eine Digitaluhr und die LED-Frequenzanzeige. Das S-Meter ist grosszügig dimensioniert, die Skala von 0-10 aber nicht Standard, für einen Mitten- oder gar Rechtsausschlag sind enorme Signalstärken notwendig.
Die gesamte Quartzuhr, welche mit zwei separaten Knopfzellen gespiesen wird, kann mit einem spitzen Gegenstand aus dem Gehäuse herausgehebelt werden, alternativ zur Zeit kann auch das Datum angezeigt werden, eine Schaltuhrfunktion ist leider nicht vorgesehen.
Die roten, im hellen Tageslicht etwas dunklen, Ziffern der Frequenzanzeige, geben die eingestellte Frequenz in den AM-Bereichen auf 1 kHz, in FM auf 10 kHz genau an, um kostbaren Batteriestrom zu sparen und um allfällige durch die Digitalelektronik verursachte Störungen schwacher Sender zum Umgehen, kann der Frequenzzähier auch abgeschaltet werden.
Zur rechten dominieren die drei beleuchteten Teilskalen die Frontplatte, jeweils rechts neben jeder Skala findet sich der entsprechende Abstimmknopf, es gibt also nicht nur einen grossen Hauptabstimmknopf, sondern gleich deren drei in abgemagerter Version, Schwungradeffekt und Griffmulde fehlen. Die oberste Skala gehört zum UKW-Bereich, alternativ lassen sich sechs Festfrequenzen auf UKW mit Drucktasten an der Geräteoberseite wählen, die Frequenzen werden mit Mehrgang-Potis auf der Rückseite des Satellit 3400 eingestellt. Darunter liegt die LW/ MW/ KW 1,2 - Skala für den Kurzwellenbereich bis 5,5 MHz. Für die höheren Frequenzen bis 30 MHz sind zehn Teilbereiche mit einem kräftigen Drehschalter an der rechten Geräteseite schaltbar, im Skalenfenster wird jeweils oben ein Teilbereich, z.Bsp. 8,2 - 10,6 MHz mit einer Grobskala dargestellt, darunter das schaltbare gespreizte im entsprechenden Teilbereich liegende Rundfunkband, in unserem Beispiel der Bereich von 9,5 - 10 MHz. In der Mittelleiste liegen die Bedienelemente für die AFC- die automatische Frequenzkontrolle im UKW-FM-Bereich, ein Antennentrimmer, der Bandbreitenumschalter und der Schalter für die Bandspreizung in den Kurzwellenbereichen.
In der untersten Reihe von Bedienelementen finden sich links unterhalb des Lautsprechers die Kopfhörerbuchse, der Lautstärkeregler und die dem NF-Teil des Sat 3400 gerecht werdende separate Höhen- und Bass-Tonregelung. Daneben folgen der Hauptschalter, Schalter für Skalenbeleuchtung, den Hochtonlautsprecher und den Frequenzzähler. Weiter rechts liegen der BFO-Schalter, derjenige für den Störbegrenzer ANL und drei Drehregler. Als erster Empfänger der Satellit-Baureihe verfügt der Satellit 3400 über eine automatisch und wahlweise auch manuell regelbare Hochfrequenzverstärkung (MVC), zum Einseitenbandempfang folgte der Schalter zum Wählen des Seitenbandes und der BFO-Tonhöhen-Regler.
Empfangsmässig muss sich der Grundig Satellit 3400 nicht mit Reiseradios sondern mit Stationsempfängern messen und belegt dort einen Platz im vorderen Mittelfeld, technisch entsprach das Gerät mit Trommeltuner & Frequenzzähler bei seinem Erscheinen und vor allem gegen Ende der Produktionszeit nicht mehr dem neuesten Stand. Mit der Einfachsupertechnik in den unteren Frequenzbereichen ist dort die Empfindlichkeit gut und im Tropenband macht auch das schmale ZF-Filter einen guten Eindruck, problematischer sind die zahlreichen Spiegelfrequenzen, die anstelle eines unidentifizierten Bolivianers das deutsche Abendprogramm aus Moskau im 90m - Band auftauchen lassen. Besser ist die Spiegelfrequenzsicherheit in den Kurzwellenbereichen 3-10, in denen der Sat 3400 als Doppelsuper geschaltet ist, in diesen Bereichen muss dank der Band- spreizung auch die Frequenzeinstellung nicht so feinfühlig bedient werden.
Die Empfindlichkeit an der eingebauten Teleskopantenne ist durchschnittlich, erlaubt aber den Empfang der internationalen Auslandssender und „basic DX“. Der Einseitenbandempfang mittels BFO erlaubt den Empfang von Seefunk- und Amateurfunkstationen, zum ECSS-Empfang indem der im Empfänger zugemischte Träger den Träger eines AM-Signals ersetzt und zum Empfang von Funkfernschreib- und Faxstationen ist die Frequenz nicht stabil genug. Am besten am Grundig Satellit 3400 hat mir der UKW-Empfang gefallen, neben einer hervorragenden auf die europäischen Verhältnisse mit dem Gedränge im UKW-Bereich zugeschnittenen Trennschärfe verfügt der Empfänger auch über eine sehr hohe Empfindlichkeit. Mickrige Signale entfernter Lokalstationen bringt der Sat. in guter NF-Qualität aus dem Lautsprecher, mit anderen Weltempfängern mit als gut beurteiltem UKW-Teil hörte ich wiederholt nur Grundrauschen oder gar die starke Lokalstation, die 1 MHz weiter unten sendet. Fürs UKW-DX ist der Satellit 3400 für mich immer noch Empfänger der Wahl.
Bezüglich der technischen Stabilität krankt der Satellit an ähnlichen Problemen wie die Vorgänger der Modellreihe, mein Gerät machte nach jahrelangem regem Gebrauch Aussetzer am Drucktastenaggregat, beim Trommeltuner war gelegentlich ein sanftes Rütteln nötig, Problem war aber die ZF-Filterumschaltung, schlechte Kontakte führten zu Abfällen der Signalstärke. Die Lautstärkeregler, etc. funktionieren immer noch ohne Krachen oder andere Ermüdungserscheinungen.
In den Kurzwellenbereichen 3-10 durchläuft das Signal zunächst eine mit einem Dual-Gate- MOS-FET bestückte Vorstufe und wird im ersten Mischer auf die niedrige Zwischenfrequenz von 2 kHz umgesetzt, als erstes ZF-Filter wird im Satellit 3400 ein Quartzfilter eingesetzt. Im zweiten Mischer erfolgt die Umsetzung auf die zweite ZF von 460 kHz, wonach das Signal ZF-Filter zur Bandbreitenbeschneidung durchläuft. Der Satellit 3400 verfügt über drei schaltbare Bandbreiten, in den Stellungen schmal und breit werden zwei Filter mit einer Bandbreite von 2,5 resp. 7,2 kHz (-6dB) eingesetzt. In der Stellung superbreit wird nicht ein drittes ZF-Filter eingesetzt, sondern die Beschneidung des NF-Frequenzganges aufgehoben und mit dem breiteren Frequenzspektrum bei starken ungestörten Sendern beinahe ein HiFi-Klang ermöglicht. Danach wird auch das BFO- Oszillatorsignal von 461 für USB resp. 459 kHz zum Einseitenbandempfang zugemischt. Nach dem Diodendemodulator und dem Störbegrenzer wird das NF-Signal in der Endstufe Grundig- typisch aufbereitet, im Netzbetrieb überzeugt der Satellit 3400 mit 3,8 Watt Ausgangsleistung und auch dank des im UKW-Betrieb zuschaltbaren Hochtöners mit seinem Klang. Die Frequenz- anzeige erfolgt konventionell, die Oszillatorfrequenz wird im ersten Mischer ausgekoppelt und über Trennstufen einem Frequenzzähler zugeführt, der aufgrund der Referenzfrequenz alle 320 kHz und auch im UKW-Bereich bei 87,5 und 103 MHz zu Störstellen führt, und zum Empfang schwacher Signale auf betroffenen Frequenzen abschaltbar ist.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.