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Moorbeet- oder Kalkpflanze? Das ist bei dem Kleinstrauch Erika oder auch Heide genannt, die Frage. Häufig wird das Moorbeet, d.h. eine saure Erde gewählt. Das ist aber nicht für alle Eriken nötig. Vielleicht die bekannteste Art, die einheimische Schneeheide (Erika carnea), wächst wild nur auf Kalkböden.
Alle Eriken (Erica) sind immergrüne, reich verzweigte Sträucher. Die bei uns winterharten Arten können nur als Kleinsträucher bezeichnet werden. Die kleinen Blätter sind nadelförmig. Sie sind meist quirlständig an den Trieben angeordnet. Die zahlreichen, glockigen Blüten stehen einzeln oder zu mehreren zusammen. Das Farbenspektrum reicht dank vielen Sorten von Weiss über Rosa, Rot bis Lila in allen Schattierungen.
Vielmals wird Erika (Erica) mit der Besenheide (Calluna) verwechselt. Dabei ist ein typisches Unterscheidungsmerkmal leicht zu finden. Erika hat nadelförmige Blätter, die Besenheide hingegen schuppenförmige.
Weltweit gibt es ungefähr 630 Arten von Erika (Erica) . Fast alle sind in Südafrika beheimatet, wobei diese in unserem Klima nicht oder sehr schlecht winterhart sind. Für unsere Gärten eignen sich die europäischen Eriken, die über ganz Europa verbreitet sind. Drei Arten sind auch in der Schweiz heimisch. Es sind dies die Schneeheide (Erica carnea) welche am Weitesten verbreitet ist. Nur im Kanton Genf ist die Cornwall- oder Wanderheide (Erica vagans) zu finden. Die dritte Art, die Glockenheide (Erica tetralix), ist eigentlich nicht einheimisch, da sie erst im 20. Jahrhundert wild aufgetaucht ist. Es ist anzunehmen, dass hier der Mensch gewisse "Vorarbeit" geleistet hat.
Folgende Arten und ihre Sorten benötigen zwingend einen sauren Boden, d.h. der Boden sollte kalkarm sein (pH tiefer als 6.5). Diese Eriken bevorzugen den gleichen Boden wie z.B. Rhododendron, Besenheide (Calluna), Heidelbeeren (Vaccinium).
Blüht von Juli bis September, manchmal bis Oktober. Sehr reichblühend in den Farben Weiss, Rot, Lila. Kann bis 30 cm hoch werden. Liebt einen warmen, geschützten Standort in der vollen Sonne. An exponierten Standorten oder in strengen Wintern empfiehlt sich ein Schutz mit ein paar Tannästen.
Blüht von Juli bis September, manchmal bereits ab Juni. Das Farbenspektrum reicht von Weiss über Rosa bis Rot. Die nickenden Blüten sitzen in Büscheln am Ende der Triebe. Die Blätter sind gräulichgrün. Kann bis 40 cm hoch werden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, jedoch eher feucht. Das zeigt auch der Naturstandort, wo die Glockenheide in Torfmooren und feuchten Wiesen wächst. Die Winterhärte ist sehr gut.
Blüht je nach Sorte von Juli bis Oktober in den Farben Weiss oder Rosa. Die Blüten sitzen dicht entlang den Trieben. Die Belaubung ist glänzend dunkelgrün. Die Wuchshöhe kann bis 30 cm erreichen, jedoch wachsen sie mehr in die Breite. Der Standort sollte sonnig sein. An exponierten Standorten oder in kalten Wintern empfiehlt sich ein Schutz mit ein paar Tannästen.
Die folgenden Arten und Sorten sind auf kalkhaltigen Böden zu Hause. Sie wachsen aber, entgegen ihrem natürlichen Vorkommen, genauso gut auf sauren Böden, d.h. auch im Moorbeet. Ob kalkhaltig oder sauer, wichtig ist, dass der Boden humos und durchlässig ist. Schwere oder gar nasse Lehmböden sind ungeeignet.
Die wohl bekannteste Erika ist die Schneeheide. Sie blüht in der Farbpalette von Weiss über Rosa bis Dunkelrot. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Sorte und Witterung von Januar bis April, manchmal bereits ab Dezember. Dabei sind die Blütenknospen bereits im Spätsommer sehr gut sichtbar. Die Blüten sitzen zahlreich entlang der Triebe. Die Wuchshöhe beträgt ca. 20 cm, wobei die Wuchsbreite mit den Jahren ein Mehrfaches sein kann. Die Schneeheide ist in der Schweiz einheimisch, und besonders in den Alpen bis 2000 M.ü.M häufig zu finden. Sie ist sehr gut winterhart.
Die Englische Heide unterscheidet sich von der Schneeheide grob nur darin, dass sie etwas stärker wächst und eine etwas geringere Winterhärte besitzt. Das ist leicht zu erklären, wenn man die Eltern dieser Kreuzung betrachtet. Der eine Elternteil ist die Schneeheide (Erica carnea) und der andere Elternteil ist die Hohe Frühlingsheide (Erica erigena). Letztere kann bis 1,25 Meter hoch werden. Sie hat die Heimat in Südwestfrankreich, Spanien, Portugal und Irland. In diesen Regionen ist bekanntlich das Klima milder als in der Schweiz. Darum empfiehlt sich an exponierten Standorten oder in strengen Wintern ein Schutz mit Tannästen.
Eriken sind pflegeleichte Kleinsträucher. Damit die Vitalität und Blühwilligkeit über Jahre erhalten werden kann, empfiehlt sich ein regelmässiger Rückschnitt alle zwei Jahre. Dabei wird ca. 1/3 der Triebe abgeschnitten. Der beste Zeitpunkt ist im April. Ebenfalls im Frühjahr kann wenn nötig mit einer Dünger- oder Kompostgabe das Wachstum gefördert werden. Dabei ist zu beachten, dass für die sauerliebenden Eriken ein entsprechender Dünger (Moorbeet- oder Rhododendrondünger) verwendet wird.
Alle Eriken können flächig, z.B. als Bodendecker in kleineren oder grösseren Gruppen verwendet werden. Auch einzeln in gemischten Pflanzungen, Steingärten, Gefässen und Trögen lässt sich, speziell die Schneeheide (Erica carnea) sehr gut arrangieren. Eine klassische Verwendung ist der Heidegarten und das Moorbeet. Kombinieren lässt sich Erika mit Zwiebelpflanzen, Zwergsträuchern, Zwergkoniferen, Besenheide (Calluna), (Zwerg-) Rhododendron, Ziergäsern, feineren Stauden usw.
Die in dem Artikel beschriebenen Pflanzen können Sie in unseren Garten-Centern oder direkt in unserem Pflanzenshop beziehen.
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