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Der Umfang von Abstimmungs- und Wahlwerbung in der Schweiz ist durch ausgeprägte Ungleichheiten gekennzeichnet: Ungleichheiten zwischen den Parteien im Wahlkampf, zwischen den befürwortenden und gegnerischen Lagern bei Volksabstimmungen, aber auch zwischen den einzelnen Abstimmungsvorlagen - diese geben den Parteien die Möglichkeit, sich mit ihren Kernthemen auch zwischen den eigentlichen Wahlkämpfen zu profilieren. Hier ist die Ungleichheit der Mittel besonders gross. Der finanzielle Graben besteht dabei zwischen dem bürgerlichen Lager und der Linken. Insbesondere bei ihren Kernthemen muss die Linke fast immer gegen eine finanzielle Übermacht ankämpfen. Entgegen der verbreiteten Vorstellung ist es jedoch nicht die SVP, welche die Abstimmungsarena dominiert. Vielmehr wurden in Untersuchungszeitraum 2005 bis 2011 bei Abstimmungskampagnen am meisten Gelder im Sinne der CVP ausgegeben (mit geringem Vorsprung auf die FDP). Die CVP verfügt zwar selber nur über geringe Finanzmittel für Abstimmungskampagnen, sie profitiert jedoch am meisten von Werbegeldern von Dritten. Die zentrale Rolle liegt dabei bei den Wirtschaftsverbänden.
Etwas anders präsentiert sich die Sachlage bei den nationalen Wahlen. Hier, wo die eigenen Finanzmittel zählen, ist die SVP der klare Werbeprimus. Insgesamt spiegelt sich im Ausgabenniveau fast eins zu eins die Position der Parteien auf der Links-rechts-Achse: Je weiter rechts, desto mehr Werbegelder, je weiter links desto weniger Werbegelder.
Die Studie zeigt, dass das politische Profil des Geldes alles andere als neutral ist. Das Geld liegt bei Abstimmungen und Wahlen gleichermassen klar rechts der Mitte. Die vertiefte Analyse der Relationen zwischen Finanzmittel und Erfolg macht jedoch zugleich deutlich, dass der Einfluss des Geldes auf die politischen Entscheide nicht überschätzt werden sollte: Hohe finanzielle Aufwendungen führen nicht automatisch zum Erfolg einer Abstimmungskampagne.