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Pfarrkirche St. Johannes
Innenraum (Schiff)
Pfarrkirche St. Johannes
Innenraum (Schiff)
Pfarrkirche St. Johannes
Adresse
6276 Hohenrain
LU
Architektur
Die katholische Pfarrkirche in Hohenrain ist ein typisches Bauwerk des St. Galler Architekten Ernest Brantschen: Er beschränkte sich stets auf wenige Materialien und Formen. Scharfe Kanten, eigenwillige Dachkonstruktionen und spannende Lichtführungen wurden zu seinem Markenzeichen, mit dem er den Schweizer Kirchenbau der 1960er-Jahre – wie zuvor in St. Gallen-Winkeln und im thurgauischen Sulgen – entscheidend mitprägte.
Chronologie
Nach dem Bau von vier Wohnpavillons für die kantonale Sonderschule Hohenrain im Jahr 1961 wurde entschieden, das Gelände zugunsten des Kantons zu vereinheitlichen. Infolgedessen trat 1963 die katholische Kirchgemeinde die barocke Johanniterkirche samt Pfarrhaus und Friedhof ab. Mit der Planung und der Realisierung des Ersatzneubaus der Kirche in den Jahren 1963/64 wurde Ernest Brantschen beauftragt.
Lage
Die neue Pfarrkirche St. Johannes liegt zwischen der Dorfstrasse, der Sennweidstrasse und dem Kirchweg. Im Norden schliessen das Gemeindehaus und die Primarschule an, im Südosten die kantonale Sonderschule Hohenrain. Die Kirche liegt am Rand eines Plateaus am Südhang des Lindenbergs, der eine grossartige Aussicht über das Seetal und in die Berge bietet.
Beschreibung
Kirche und Turm formen eine Skulptur: Der sechseckige Baukörper wird von zwei schiefwinkligen Annexen flankiert, welche die Sakristei und einen Kindergartenraum beinhalten. Ein Satteldach vereint die Räume und überdeckt ausserdem einen Vorbereich. Der Einschnitt in das kantige Bauvolumen ist mit schlanken Stahlstützen abgefangen. Der Turm ragt im Südwesten empor. Sein Pultdach ist ebenso wie das Kirchendach innenliegend angeordnet, die verschieden hohen, rau verputzten Wandscheiben ragen somit markant empor. Die Schallarkade ist mit einer Eternitschindelhaube abgesetzt, die über der Uhr ansetzt und mit einem Kreuz endet. Der Baukörper besitzt nur wenigen Öffnungen, sodass die Geometrie klar hervortritt.
Das Schiff ist nach Nordosten orientiert. Die Orgelempore besitzt ein grosses, bunt verglastes Fenster. Der Chorbereich erhält durch einen schmalen Schlitz Streiflicht. Das Schiff besitzt lediglich drei kleine Lochfenster – das meiste Licht fällt durch schmale Oberlichter. Wie die Fassaden aussen weisen die Wände innen einen hellen Rauputz auf. Am Boden sind dunkle Platten verlegt, die parallelen Holzleisten an der Decke verlängern den Raum scheinbar gegen den Himmel. Der Altar ist mit drei Stufen nur leicht erhöht und wird von einem schlichten, filigranen Kreuz akzentuiert.
Literatur
Themen