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Dieser Beitrag widmet sich der Modul-Zusammenfassung zum Thema „Team Agility“ basierend auf den offiziellen Lernzielen.
L1: Methoden und Praktiken zur Förderung der Agilität im Team kennen
Was ist ein Team?
„Eine Gruppe ist eine Mehrzahl von Personen, die über längere Zeit in direktem Kontakt stehen, wobei sich Rollen ausdifferenzieren, gemeinsame Normen entwickelt werden und Kohäsion, d. h. ein Wir-Gefühl, besteht.“ (Rosenstiel & Nerdinger, 2011)
Traditionelle vs. Agile Teams
Teamzusammensetzungen und die Art der Zusammenarbeit in agilen Teams unterscheiden sich zum Teil fundamental von traditionellen Team-Organisationen.
- Agile Teams werden interdisziplinär gebildet, um alle notwendigen Kompetenzen für die zu erledigenden Aufgaben im Team zu integrieren.
- Agile Teams zeichnen sich durch eine intensive und enge Zusammenarbeit aus, um die an sie gestellten Aufgaben in einem dynamischen Umfeld zu lösen.
Konfliktmanagement
Ein Konflikt ist eine Interaktion zwischen Akteuren (Individuen, Gruppen, Organisationen), wobei mindestens ein Akteur Unvereinbarkeiten im Denken/Vorstellen/Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen in der Art erlebt, dass im Handeln eine Beeinträchtigung durch einen anderen Akteur (andere Akteure) erfolge.
Die Bearbeitung von Konflikten fällt den Teammitgliedern zu und muss in hohem Masse in gemeinsamer Anstrengung geschehen. Wenn der Umgang mit Konflikten gelingt, wirkt sich das positiv auf die Leistung, den Innovationserfolg und die Gesundheit der Teammitglieder aus.
Konflikttypen
Es gibt drei Arten von Konflikten:
- Soziokognitive Konflikte / Aufgabenkonflikte entstehen aufgrund von unvereinbaren Verständnissen, Interpretationen von Fakten, unterschiedlichen Theorien und Wissen über die Welt.
- Beziehungskonflikte entstehen aufgrund von Selbstwertbedrohungen aufgrund von persönlichen Verletzungen, Demütigung und Abwertung.
- Interessenkonflikte entstehen aufgrund knapper Ressourcen und Unvereinbarkeiten von individuellen Zielsetzungen.
Konstruktive Kontroverse
Die Angewandte Psychologie bietet verschiedene Methoden zum Umgang mit Konflikten, unter anderem die Konstruktive Kontroverse. Die Konstruktive Kontroverse ist eine Methode der argumentativen Konfliktbearbeitung. Ziel der Methode ist es, durch die Integration von Ideen, eine wechselseitig vorteilhafte Lösung mit verschiedenen Verfahrensschritte zu entwickeln.
Mapping-Techniken
Visualisierungen und insbesondere Landkarten (Maps) sind effektive Mittel, um ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligter zu schaffen. Diese werden in interaktiven und kollaborativen Workshops erarbeitet.
Ein durchgängiges Verständnis vom Geschäftsziel zur Wertschöpfung kann mit Hilfe von den folgenden drei Mapping-Techniken erschaffen werden:
- Impact Mapping
- Story Mapping
- Example Mapping
Impact Mapping
Impact Mapping ist ein Kommunikationsmittel, welches das gegenseitige Verständnis zwischen Stakeholdern und Entwicklern fördert und unterschiedliche Perspektiven zulässt.
|Zweck||Identifikation von nutzbringendem Verhalten|
|Einsatz und Zeitpunkt||Strategisch, vorab zu definieren|
|Charakteristiken|| |
Story Mapping
Der Einsatz von Stories hat das Ziel ein gemeinsames Verständnis zu erlangen. Mit Story Mapping kann man grosse Stories beim Erzählen in kleinere zerlegen.
|Zweck||Funktionalität in den Kontext der Benutzer setzen|
|Einsatz und Zeitpunkt||Dispositiv, bevor Umsetzung startet|
|Charakteristiken||

Mit Story Mapping ergeben sich folgende Vorteile:
- Der Backbone zeigt die Highlights der Kundenanforderungen (Minimierung von Release-Umfängen).
- Die Visualisierung vermittelt einen guten Überblick über den Umfang der Anforderungen und Aufgaben (Big Picture).
- Das Story Mapping macht Spass und fördert den Dialog im Team.
Example Mapping
Um die Qualität von User Stories zu gewährleisten, sollten sie nach den INVEST-Qualitätskriterien beschrieben werden:
- Independent (Unabhängig)
- Negotiable (Verhandelbar)
- Valueable (Wertvoll)
- Estimatable (Schätzbar)
- Small (Richtige Grösse)
- Testable (Testbar)
|Zweck||Gemeinsames Verständnis zum Umfang einer User Story|
|Einsatz und Zeitpunkt||Operativ, während Umsetzung|
|Charakteristiken|| |
L2: Team dynamische Prozesse und Teamführungsmodelle kennen und zur Gestaltung von agilen Teams nutzen können
Das PASSION-Modell
Das PASSION-Modell für passionierte Teams liefert Werkzeuge, um einen „PASSION Health Check“ durchzuführen und anhand der Ergebnisse die nächsten Schritte zu definieren.
Das Modell ist in folgende Bereiche aufgeteilt:
- Passion (Leidenschaft)
- Adaptable (Anpassungsfähig)
- Strong Vision (Starke Vision)
- Strength Oriented (Stärkenorientiert)
- Independent (Unabhängig)
- Oneness (Einheit)
- Nimble (Flink)
Retrospektive
Um eine kontinuierliche Verbesserung der Zusammenarbeit voranzutreiben, sind regelmässige Retrospektiven das Mittel dazu. Durch Retrospektiven wird die beständige und konzentrierte Reflexion des eigenen Verhaltens gefördert.
Retrospektiven werden meist in den folgenden fünf Phasen durchgeführt:
- Set the Stage (Intro)
- Gather Data (Daten sammeln)
- Generate Insights (Einsichten gewinnen)
- Decide What to Do (Massnahmen beschliessen)
- Closing the Retrospective (Abschluss)
Für jede Phase ist ein Methodenbaustein einzusetzen. Eine angemessene Visualisierung ist wichtig, um eine Retrospektive erfolgreich durchzuführen.
L3: Verschiedene Methoden und Praktiken unterscheiden und gemäss ihren Zielen und Stärken einordnen können
Scrum
Scrum ist ein empirisches Vorgehen, welches auf drei zentralen Säulen basiert:
- Transparenz (Transparency): Fortschritt und Hindernisse eines Projektes werden regelmässig und für alle sichtbar festgehalten.
- Überprüfung (Inspection): Projektergebnisse und Funktionalitäten werden regelmässig abgeliefert und deren Qualität überprüft.
- Anpassung (Adaptation): Anforderungen an das Produkt, Pläne und Vorgehen werden kontinuierlich angepasst.
Scrum reduziert die Komplexität einer Aufgabe nicht, strukturiert sie aber in kleinere und weniger komplexe Bestandteile.
Kanban
Kanban ist eine Change-Management-Methode, unterstützt die empirische Prozessverbesserung und fördert durch das Pull-Prinzip die Selbstorganisation. Durch die Visualisierung und Limitierung parallel bearbeiteter Aufgaben werden Probleme und Engpässe schnell sichtbar und können Schritt für Schritt angegangen werden.
Kanban ist eine sehr simple agile Methode und basiert auf vier Prinzipien und sechs Praktiken.
|Werte|| |
|Prinzipien|| |
|Praktiken|| |
Literatur & Links
- [Adzic 2012] Gojko Adzic: „Impact Mapping“, 2012
- [Anderson & Carmichael 2018] David J. Anderson, Andy Carmichael: „Die Essenz von Kanban“, 2018
- [Andresen 2017] Judith Andresen: „Erfolgreiche Retrospektiven“, 2017
- [Löffler 2018] Marc Löffler: „PASSION-Modell Booklet“, 2018
- [Patton 2015] Jeff Patton: „User Story Mapping“, 2015