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Tamedia kündigt an, seine Organisation Anfang 2014 schlanker zu gestalten. Zugleich verlässt der publizistische Direktor der Westschweizer Zeitungen das Verlagshaus wegen Meinungsverschiedenheiten.
Das Verlagshaus Tamedia hat am Freitag angekündigt, seine Organisation per Anfang 2014 schlanker zu gestalten. Zugleich wurde bekannt, dass der publizistische Direktor der Westschweizer Zeitungen, Eric Hoesli, das Verlagshaus wegen Meinungsverschiedenheiten über Strategie, Organisation und Betrieb verlässt.
In seinem Kündigungsschreiben hält der 56-Jährige fest, dass die Meinungsverschiedenheiten es ihm nicht mehr erlaubten, seine Verantwortung in der Westschweizer Niederlassung von Tamedia zu erfüllen, heisst es in einer Medienmitteilung von Tamedia vom Freitag. «Eine gewisse Anzahl von roten Linien» sei überschritten worden, sagte Hoesli am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er habe über seinen Entscheid bereits seit Wochen nachgedacht und Probleme mit Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident von Tamedia, diskutiert.
Supino bedauert den Schritt, wie es in der Medienmitteilung hiess. Trotz der Kündigung hofft Tamedia, die Zusammenarbeit mit Hoesli weiterführen zu können und unterbreitete ihm Vorschläge auf nationaler Ebene. Dieser bat sich gemäss Tamedia aus, darüber zuerst gründlich nachdenken zu können.
Erster Chefredaktor von «Le Temps»
Hoesli war Chefredaktor des Wochenblatts «L'Hebdo», bevor er der erste Chefredaktor der Zeitung «Le Temps» nach der Fusion des «Nouveau Quotidien» und des «Journal de Genève» wurde. Seit dem Verkauf des Verlags Edipresse an das Zürcher Verlagshaus Tamedia war er als publizistischer Direktor für die Westschweizer Zeitungen tätig. Er vertrat auch Tamedia im Verwaltungsrat der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA).
Tamedia kündigte in der gleichen Medienmitteilung weitere Neuorganisationen an. Die Funktion der publizistischen Leitung, die Hoesli innehatte, wird gestrichen. Die Chefredaktionen der grossen Zeitungen «24 heures», «Tribune de Genève», «Le Matin» und «Le Matin Dimanche» werden dem Direktor von Tamedia Publications Romandes und Medien Deutschschweiz, Serge Reymond, unterstellt.
Leiter Zeitschriften verlässt Tamedia
Auch in der Deutschschweiz wird die Organisation verschlankt. So ist Reymond neu auch für die Chefredaktionen von «Annabelle», «Finanz und Wirtschaft», «Das Magazin» und «Schweizer Familie» verantwortlich. Der bisherige Leiter Zeitschriften von Tamedia, Christian Haberbeck, wird das Unternehmen in den kommenden Monaten verlassen. Die Leitung der Deutschschweizer Zeitschriften-Verlage sowie des Verlags der «Finanz und Wirtschaft» übernimmt ab dem 1. Januar Walter Vontobel.
Die «Sonntagszeitung» wird neu Teil von Regionalmedien Deutschschweiz unter der Leitung von Ueli Eckstein. Die neue Organisation soll gemäss Tamedia die publizistische Autonomie und Verantwortung der verschiedenen Redaktionen stärken sowie direktere Entscheidungswege ermöglichen.
(awp/moh)