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21. Juni 1982: Ein Verbandspräsident stürmt aufs Spielfeld. Kuwait verliert zwar trotzdem. Aber die Fussballwelt hat wieder einmal Gesprächsstoff.
Das Resultat ist lediglich eine Fussnote der WM-Geschichte. Frankreich besiegt Kuwait 4:1. Und doch wird es auf ganz besondere Weise ein Spiel, das nicht vergessen geht. In der 80. Minute stürmt Scheich Fahd Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah auf das Spielfeld.
Eben noch hatten die Fernsehkameras sein rot-weiss-gemustertes Kopftuch auf der Ehrentribüne im Stadion von Valladolid eingefangen. Jetzt filmen sie den Präsidenten des kuwaitischen Fussballverbandes in einem Rudel aus sonnenbebrillten Polizisten, gestikulierenden Männern in Trainingsanzügen und lamentierenden Spielern.
Der Scheich redet auf den sowjetischen Schiedsrichter Miroslav Stupar ein: Das eben durch Frankreichs Mittelfeldgenie Alain Giresse erzielte Tor zum 4:1 müsse annulliert werden, da die Spieler während des Angriffs durch einen Pfiff von den Zuschauerrängen irritiert worden seien.
Tatsächlich lässt sich Stupar – der ehemalige Goalie gilt als einer der besten sowjetischen Schiedsrichter aller Zeiten – einschüchtern. Als der Scheich den Rasen nach rund 10 Minuten wieder verlässt, steht es wieder 3:1. Überliefert ist sein Zitat: «Scheiss Fifa, die ist schlimmer als die Mafia.»
Der Mann aus dem Morgenland muss 25'000 Dollar Busse bezahlen. Es wird ihn nicht arg geschmerzt haben. Er hatte seinen Kickern für das sensationelle 1:1 gegen die CSSR 175'000 Dollar Prämie bezahlt. Pro Mann. Für Schiedsrichter Miroslav Stupar hat die Sache hingegen Folgen: Er wird während dieser WM nicht mehr eingesetzt. Seine internationale Karriere ist zu Ende. Begründung: Er habe durch sein Verhalten die Szene provoziert.
1990 hat Scheich Fahd Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah die französische Nationalmannschaft als Geste der Wiedergutmachung immerhin zu einem Freundschaftsspiel in seine Heimat eingeladen. Kuwait schied nach drei Spielen (1:1 CSSR, 1:4 Frankreich, 0:1 England) in der Vorrunde aus.