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Eine erste Hörprobe von «FourFiveSeconds» gab Kayne West am 21. Januar am iHeart Radio Festival. Drei Tage später ist der Song veröffentlicht. Es ist dasselbe Muster wie bei «Only One», eine Ankündigung auf Twitter, dass die neue Single nun erhältlich ist.
Auch «FourFiveSeconds» ist ähnlich aufgebaut, nämlich reduziert auf das Maximum, um den alten Smart-Werbespot zu zitieren: Wenige Begleitinstrumente und eine Gesangsstimme ohne Backvocals. Bei «Only One» begleitet Paul McCartney Kayne West an der Orgel, auf «FourFiveSeconds» spielt er ein Apreggio-Riff auf einer akkustischen Gitarre, Rihanna und Kayne West singen. Richtig, Der Dancemusic Star und der Rapper singen, letzterer erneut. Die Ähnlichkeiten der beiden Songs überraschen nicht, sie stammen wohl aus derselben, gemeinsamen Jamsession, die letzten Herbst in Los Angeles stattgefunden hat.
Screenshot aus des dem Behind-The-Scenes Video, das Rihanna veröffentlicht hat.
Inhaltlich knüpft der Song an Rihannas letztem Album «Unapologetic» an, sie reflektiert den Zwiespalt zwischen Alltag und Party und kommt zum Schluss, dass sie noch vier bis fünf Sekunden vor dem Ausrasten stehet. Sowohl Rihanna als auch West singen den Schlüsselvers: «All my kindness is taken for weakness.» Ein Satz, der gut auch aus McCartneys Feder stammen könnte, schliesslich gilt er als der nette Beatle mit den Balladen und John Lennon als harte mit den Rocksongs.
Paul spielt nicht nur die Gitarre, sondern singt auch, wenn auch nur im Hintergrund: die Zeilen We can run around und How 'bout a mystery singt er, obwohl er dabei wie ein Mädchen klingt. Durch die Beschleunigung des Songs bei der Produktion wurde McCartneys Stimme höher.
Zwei Wochen nach Veröffentlichung von «FourFiveSeconds» spielten Rihanna, Kanye West und Paul den Song live während der 57. Grammy-Verleihung.
das Video
Das Video für «FourFiveSeconds» wurde von dem holländischen Fotografenduo Inez and Vinoodh im Dezember 2014 in New York gedreht. «Kanye hatte die Idee, etwas echtes im All-American-Look zu machen. Denim ist nie veraltet, es ist klassich, ikonisch, genau wie die verdammten Beatles», erzählte Rihanna im Makeing-of zu Videoclip. Im Video sieht man die Musiker vor einem silbrig, weissem Hintergrund mit hartem Licht den Song spielen, wobei Kayne und Rihanna singen und Paul lediglich die Gitarre spielt. Die Kamera wechselt meistens zwischen einem der drei Musiker. Deshalb bezeichnet das Rolling Stone den Moment, in dem Rihanna, Kayne West und Paul McCartney zusammen zu sehen sind als Höhepunkt und meinte, es wäre im Stil des Fotografen Herb Ritts gedreht worden.
Das Cover der Single ein Foto, das während den Dreharbeiten entstanden ist. Das Video wurde am 3. Februar auf Rihannas offiziellem YouTube-Kanal veröffentlicht und für den Download im iTunesStore bereitgestellt.
das System hinter den Veröffentlichungen
Die Frage ist, wer hier wem einen Gefallen tut. So überraschend die Zusammenarbeit McCartneys mit West und Rihanna ist, so selten ist sie nicht. Vor allem in den 60er- und 70er-Jahren produzierte Paul andere Musiker oder gab ihnen Songs, die Liste reicht von den Rolling Stones, Mary Hopkins über Rod Steward, Peggy Lee, Johnny Cash, Nitin Sawhney oder die Everly Brothers. In den letzten Jahren kamen Gastauftritte mit Nirwana («Cut Me Some Slack»), Eric Clapton («All Of You») und The Bloody Beetroots («Out Of Sight») hinzu. Dass Paul dabei aber nur als Instrumentalist mitwirkt, ist eher selten, kam das letzte Mal auf Fran Healys Soloalbum «Wreckorder» 2010 vor.
Kayne West bezeichnete die Zusammenarbeit mit Paul McCartney als überaus produktiv. 9 Songs sollen sie gemeinsam aufgenommen haben, Paul soll Co-Produzent des neuen Albums von West sein.
Paul in der linken oberen Bildecke am selben Tisch mit Rihanna und Kanye West bei den Golden Globes 2014.
Trotz zweier gemeinsamer Singles ist die Zusammenarbeit von Paul mit Kayne West zurzeit noch als eine freundliche Unterstützung zu werten. Es lässt sich aber ein System erkennen, erinnert die Veröffentlichungspraxis an McCartneys Kollaborationen mit Elvis Costello und Michael Jackson in den 80er-Jahren. Vorallem die Ähnlichkeiten mit letzterer sind signifikant: Zunächst veröffentlichte Jackson als Erstauskoppelung von «Thriller» «The Girl Is Mine», wo Paul lediglich als Sänger mitwirkte. Ein Jahr später veröffentlichte Paul «Say Say Say» aus seinem Album «Pipes Of Peace». Sowohl bei Jackson als auch bei Costello veröffentlichte jeder die Songs, zu denen er mehr beigetragen hatte. Bei «Only One» sass Kayne West am Klavier und er sang, als der Song entstand. Bei «FourFiveSeconds» wird es ähnlich gelaufen sein.
Weitere Veröffentlichungen sollen geplant sein, unterliegen aber noch Spekulationen. «FourFiveSeconds» gilt als erste Single aus Rihannas nächstem Album mit dem Arbeitstitel «R8». Kayne Wests nächstes Album mit Co-Produzent McCartney wird ebenfalls noch dieses Jahr erwartet. «FourFiveSeconds» soll gemäss dem Rolling Stone auch auf Kaynes Album sein. Und bei McCartney? Pauls Alben mit Steve Wonder und Michael Jackson, «Tug Of War» und «Pipes Of Peace», sind die nächsten Wiederveröffentlichungen in der Archive Collection. Ein nächstes Album mit neuen Songs wird bestimmt folgen, schon vor Jahresfrist hat man erste Hinweise auf seiner Webseite finden können.
Paul McCartney, Kanye West und Rihanna während den Grammys 2015.
Rezeption und Statistik
Time.com bezeichnet «FourFiveSeconds» als überraschend flott und Rihannas Gesangs als relaxed und folkig. The Daily Mail bezeichnete den Song als eingängig. Auch der NY Daily schrieb von einem eingängigen Popliedchen.
In England stieg die Single auf Rang 4 , in den amerikanischen Billboard Charts erreichte sie Single Platz 2. Zum ersten Mal seit 29 Jahren erreichte wieder eine Single McCartneys die Billboard Topten, damals war es Anfang Januar «Spies Like Us». In den amerikanischen R&B/HipHop Charts erreichte «FourFiveSeconds» gar die Spitze. 1983 hatte Paul schon einmal diese Charts angeführt, zusammen mit Michael Jackson und «The Girl Is Mine». Weitere Topplatzierungen gab es gab es in Neuseeland, Norwergen, Holland, Schweden, Irland, Israel, , Dänemark und Australien. Der 72-jährige McCartney ist nun der älteste Star, der in Australien die Hitparadenspitze erreicht hat.
Weitere Topten-Platzierungen vermeldeten
Frankreich und Österreich, mit Platz 2, die Schweiz, Deutschland, Ungarn, Kroatien und Kanada Platz 3, Platz 4 gab es in Tschichen, Italien und in Spanien, 7 in den wallonischen Charts gab es Rang 7 und 8 in den flämischen. Edelmetall gab ein Australien und Neuseeland mit je einer Platinschallplatte, in England gab es Silber und in Schweden Gold.
In den Jahresendcharts führten Stereogum (Platz 5) und Fader (Platz 2) die Single unter den besten Songs des Jahres, im Rolling Stone schaute Rang 36 heraus. Zudem führte das Rolling Stone zu Pauls 76. Geburtstag den Song in die Liste seiner 76 wichtigsten Songs nach den Beatles ein.
Paul McCartney, Rihanna und Kanye West proben für ihren gemeinsamen Auftritt bei Grammy-Awards 2015. – Foto: MJ Kim, paulmccartney.com

Tracklist iTunes:
FourFiveSeconds
CD-Single
VÖ: 27. Februar 2015
FourFiveSeconds
FourFiveSeconds Video