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Die Folgen von Traumen und Widrigkeiten werden traditionell im Rahmen einer Defizit- oder Entwicklungspsychopathologie beschrieben. Das umfassende Wissen, das aus der Untersuchung der individuellen Unterschiede bei den schädlichen Folgen gewonnen wurde, hat in den letzten drei Jahrzehnten zur Entwicklung von evidenzbasierten Traumabehandlungen und Präventionsmassnahmen beigetragen. Es gibt jedoch sowohl Tier- als auch Menschenmodelle, die zeigen, dass ein "veränderter Kontext" – z. B. die Unterbringung in einer Pflegefamilie oder ein Wohngutscheinprogramm – das Wohlbefinden und die Überwindung von Widrigkeiten fördern kann. Ebenso gibt es neue Resilienzmodelle, die die Fähigkeit betonen, den Kontext und die Umweltbedingungen flexibel zu handhaben, um den individuellen Interpretationen der Traumabewältigung zu entsprechen (Bonanno, 2022). Indem sie die traditionellen Modelle der Resilienz in Frage stellt, bei denen die Traumabewältigung durch die Beseitigung von Defiziten gefördert wird, hofft Dr. Noll, eine lebhafte Diskussion darüber anzuregen, wie wir Resilienz im Sinne der Entwicklung von Fähigkeiten und Verhaltensweisen betrachten können, die zu einer pro-adaptiven Kontextveränderung führen. Durch die Beobachtung von Menschen, die ihren Kontext erfolgreich verändert haben (z. B. Mobilität in der Nachbarschaft und/oder im Bildungswesen, Verlassen eines Missbrauchstäters, Schaffung von «Abstinenzgruppe» usw.), und durch die Untersuchung von Konzepten wie funktionale Anpassung (Wadsworth, 2015), biologische Sensibilität für Kontexte (Boyce & Ellis, 2005) und menschliches Handeln bei der Überwindung von Kanalisierung (Berger, 2021) könnten wir von verschiedenen Wissenschaften neue Wege lernen, um Resilienz im Dienste der Förderung des globalen Wohlbefindens zu konzeptualisieren und zu definieren?