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Eriswil, Endstation. Foto P. Sutter, Archiv Tramclub Basel
Huttwil liegt 12 km südlich von Langenthal Richtung Wolhusen.
Auch das gut 5 km von Huttwil entfernte Eriswil suchte einen Anschluss ans Bahnnetz. Nachdem die nicht einfache Finanzierung gesichert war, konnte 1915 durch die Huttwil - Eriswil Bahn HEB, die normalspurige Stichbahn eröffnet werden. Die Züge starteten in Huttwil und befuhren in östlicher Richtung bis außerhalb des Dorfes die Gleise der Huttwil-Wolhusen Bahn, HWB. Das Einzugsgebiet der HEB war mit dem Bauerndorf Eriswil sehr klein und der Personenverkehr blieb unter allen Erwartungen. Der Güterverkehr hatte mit der Zu- und Abfuhr Landwirtschaftlicher Produkte eine gewisse Bedeutung. 1927 wurde die HEB von der Langenthal-Huttwil Bahn LHB übernommen und 1944 mit dem Zusammenschluss mit der Huttwil-Wolhusen Bahn zu den Vereinigten Huttwil-Bahnen, VHB.
Mit zunehmender Motorisierung verkam der Personenverkehr zwischen Huttwil und Eriswil zur Bedeutungslosigkeit und musste 1975 eingestellt werden. 1978 kam dann auch das Aus für den Güterverkehr.
Die Eriswiler Züge benutzten nach der Ausfahrt in Huttwil für etwa 1 km die Wolhuser Strecke. Bei der Haltestelle Säge war die Abzweigweiche Richtung Eriswil. Die Bahn drehte sofort gegen Süden und führte in fast gestreckter Linienführung und bald einmal ansteigend gegen die Endstation. Unterwegsstationen waren nicht vorhanden, einzig einige kleine Haltestellen. In Eriswil wurde für das über Nacht stationierte Triebfahrzeug eine kleine Remise erstellt. Ausser drei kleinen Brücken waren keine nennenswerten Kunstbauten vorhanden.
Die Fahrzeit betrug 8 Minuten.
Streckenskizze map.search.ch
Während vielen Jahren blieb die Abzweigweiche von der Wolhuser Strecke und anschliessend etwa 50 Meter Gleis zur Bedienung einer Sägerei erhalten. Die restliche Strecke wurde sofort nach Einstellung des Güterverkehrs abgebrochen. Die erste Betonbrücke über die Langete und ein anschliessender Trasseeteil bei Huttwil sind noch vorhanden. Von der Strecke im flachen Talboden bis kurz vor Eriswil ist nichts mehr zu sehen. Die zweite Langetebrücke und ein Stück Trassee im Dorf Eriswil sind wieder sichtbar. In Eriswil ist das Stationsgelände mit Stations-gebäude und Remise erhalten geblieben. Die Landi und die Post haben das Stationsgebäude übernommen und einige Anbauten erstellt.
Betriebsaufnahme Strecke:
Huttwil - Eriswil
1.09.1915
Einstellung Personenverkehr
31.05.1975
Betriebseinstellung Strecke:
Huttwil - Eriswil
27.05.1978
Streckenabbruch
anschliessend
Ersatzbetrieb
Bus
Eigentumslänge
4,0 km
Betriebslänge
4,9 km
Spurweite
1435 mm
Kleinster Kurvenradius
250 m
Grösste Neigung
28 0/00
Stationen und Haltestellen aufgehoben
4
Tiefste Station (Huttwil)
638 m.ü.M.
Höchste Station (Eriswil)
741 m.ü.M.
Anzahl Tunnel
----
Anzahl Brücken (über 2 m Länge)
3
Betriebsart
Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab
1946
Stromsystem
Wechselstrom, 16,7 Hz
Spannung
15 000 V
Anzahl Zugspaare
11
Name
Bahn km
Höhe m.ü.M.
HG
NG
R
Huttwil
0,0
638
noch in Betrieb!
Säge
1,1
646
1
Uech
2,3
659
1
Tschäppel
3,1
697
1
Eriswil
4,9
741
2
2
1
HG
=
Hauptgleis
NG
=
Nebengleis
R
=
Remise
Huttwil, auf Gleis 1 steht der Triebwagen nach Eriswil.
Huttwil, Güterzug bei der Abzweigung von der Wolhuser Strecke.
Huttwil, Langete Brücke.
Huttwil, Langete Brücke mit Triebwagen Richtung Eriswil.
Bei Uech.
Uech
Bei Tschäppel.
Tschäppel.
Bei der Haltestelle Tschäppel.
Haltestelle Tschäppel.
Tschäppel, bald beginnt die Steigung nach Eriswil.
Bei der zweiten Langetebrücke in der kurzen Steigung vor Eriswil.
Eriswil 1970. Ausfahrender Zug mit Gepäckwagen.
Station Eriswil. 1970
Eriswil mit Güterzug.
Eriswil, im Hintergrund die Lok-Remise.
VHB Pendelzug in Eriswil
Der Dampftriebwagen CFZm 1/3 41 in Eriswil.
Dampfextrazug in Eriswil. 1974 Foto P.Willen
Alle Fotos ohne Autorenname: P. Sutter Archiv Tramclub Basel
Ausschnitt aus dem Kursbuch Sommer 1971
Hier bei der Haltestelle Säge zweigte die Eriswiler Strecke von der Huttwil - Wolhusen Strecke ab. Die letzten 50 Meter Gleis blieben während Jahren erhalten zur Bedienung der Säge. 1985 Foto R. Werder
2008 ist die Weiche bereits ausgebaut. Der Gleisstumpen blieb erhalten.
Blick zurück auf die letzten 50 Meter Gleis der Eriswilerstrecke.
Hier bei der Säge steht der letzte Fahrleitungsmast der Strecke nach Eriswil. Hinter Betonprellbock und Weg liegt das Schwimmbad.
Hier lag die Strecke neben dem Schwimmbadgebäude.
Diese Zufahrt zum Holzlagerplatz war das Bahntrassee.
Nun führte das Gleis genau durch die Bildmitte zur ersten Langetebrücke.
Die erste Brücke ist in Sicht.
Die Langete Brücke bei Huttwil.
Das Bahntrassee auf der Brücke.
Der Bahndamm nach der Brücke.
Die letzten 100 Meter Bahndamm bei Huttwil. Ab der Querstrasse im Hintergrund ist vom Trassee bis kurz vor Eriswil nichts mehr zu sehen.
Bevor die Steigung nach Eriswil beginnt, überquerte die Bahn zum zweiten Mal die Langete.
Die nackte Brücke mit der entfernten Verfüllung.
Rückblick auf die Brücke. Vom anschliessenden Trassee ist nichts mehr zu sehen.
In der 28 0/00 Steigung vor Eriswil.
Zwischen neuen Einfamilienhäusern hindurch.
Dieses Trasseestück blieb bisher noch unbebaut auf beiden Seiten.
Hinten ist die ehemalige Bahnstrecke noch gut sichtbar, vorne wurde das Trassee abgegraben um die auf dem Planum erstelte Erschliessungsstrasse zur Hauptstrasse hinunter zu führen.
Ein Blick zurück auf ein weiteres kurzes Stück Trassee am Eingang zur Station.
Und schon sind wir bei der ehemaligen Lok-Remise Eriswil.
Das ehemalige Stationsgebäude von Eriswil, Strassenseite. Hinten und seitlich angebaut die Post und die Landwirtschaftliche Genossenschaft.