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Die ferngesteuerte Drohne MQ-9B Reaper der US-Firma General Atomics hat bei einem Testflug nördliche Breitengrade der Arktis erreicht und den Weg für zukünftige Sicherheits- und Überwachungsmissionen in den arktischen Regionen geebnet. Dies berichtete im September die Pressestelle von General Atomics.
Die MQ-9B «Big Wing» konfigurierte Drohne hat eine Spannweite von 24 Meter (79 Fuß) und eine Länge von 11,7 Meter (38 Fuß). Die maximale Einsatzdauer beträgt bis zu 43 Stunden. Beim Testflug flog die Drohne erstmals über den 78. Breitengrad nach Norden. Der Reaper startete am 7. September in einem Flug- und Trainingstestzentrum der Firma in Grand Forks, North Dakota, überflog Haig-Thomas Island in der kanadischen Arktis und kehrte am 8. September zurück.
„Der Flug war nicht nur einer der längsten, der jemals von einer MQ-9 Drohne absolviert wurde, sondern demonstrierte auch die neuen Fähigkeiten des unbemannten Flugzeugsystems für Sicherheits- und Überwachungsmissionen in arktischen Regionen“, sagte C. Mark Brinkley, ein Sprecher von General Atomics.
„Wir haben jetzt bewiesen, dass unsere Drohne sicher in arktischen Regionen über Land und Meer operieren kann, wo eine effektive Führung und Kontrolle und Datenübertragung bisher nicht möglich waren“, bemerkte Brinkley in einem Interview.
Die Arktis ist für das Pentagon ein Gebiet von zunehmender strategischer Bedeutung, da China und Russland vermehrt militärische Investitionen in der Region tätigen.
Erstmals in arktischen Gebieten
Unbemannte Systeme können normalerweise nicht über dem Polarkreis fliegen, da ältere Verbindungen zu Satelliten-Verbindungen in diesen Breitengraden instabil sind, bemerkte Brinkley. Je weiter nördlich oder südlich eine Drohne fliegt, desto schlechter wird die Verbindung zur Bodenkontrollstation.
Um die Verbindung der MQ-9 Drohne während des Fluges in diesen Breitengraden zu verstärken, nutzte General Atomics den L-Band Airborne Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (LAISR) Service, der von Inmarsat entwickelt wurde.
„Das Besondere an LAISR ist, dass es gegenüber diesen atmosphärischen Effekten sehr unempfindlich ist“, sagte Inmarsat-Präsident Steve Gizinski in einem Interview. LAISR verwendet eine niedrige Satellitenfrequenz, die weniger anfällig für Unterbrüche ist und verwendet zudem eine Antenne mit einer größeren Strahlungsbreite. Dies ermöglichte es General Atomics, beim Testflug die Verbindung mit der Drohne während ihres 25-stündigen Fluges aufrecht zu erhalten. Dabei legte sie eine Strecke von 7,250 Kilometer (4.500 Meilen) zurück.
General Atomics MQ-9 Reaper hautsächlich für militärische Zwecke
Die MQ-9 Drohne wurde hauptsächlich für militärische Zwecke entwickelt. Mit seiner hohen Nutzlast kann das unbemannte Kampfflugzeug mit bis zu 2.200 Kilogramm bewaffnet werden. Der Erstflug fand am 2. Februar 2001 statt. Seit 2006 ist die Drohne in Serienproduktion und etwa 300 Stück sind in der Zwischenzeit von Band gelaufen. Sie wurde an diverse Länder geliefert.
Am 20. März 2020 hatte die Weiterentwicklung MQ-9B ihren Erstflug. Sie soll in den Versionen «Sky Guardian» und «Sea Guardian» gebaut werden. Die B-Version stellt gegenüber der ursprünglichen Reaper eine komplette Neuentwicklung dar, um eine Zulassung für den internationalen Luftraum zu erlangen.
Inzwischen führt General Atomics auch Demos in Europa durch, wo es die «MQ-9B Sea Guardian» Drohne von England in die Niederlande und Schottland geflogen hat, sagte Brinkley.
Heiner Kubny, PolarJournal