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Das Ziel des Industriehygiene-Standards ist es, sämtliche Risiken - ob biologischer, chemischer oder physikalischer Natur - zu minimieren. So wurde das HACCP Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points: Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte) entwickelt. Dessen Implementierung in das industrielle Umfeld stellt ein vorbeugendes System an Massnahmen zur Sicherstellung des Verbraucherschutzes dar. Als eine Konsequenz müssen für alle Schmierstellen, für die ein gelegentlicher Kontakt mit dem hergestellten Produkt technisch nicht ausgeschlossen werden kann (Risikoklasse A) oder bei denen ein solcher Kontakt zwar möglich, jedoch unwahrscheinlich ist (Risikoklasse B), zwingend H1-zertifizierte Schmierstoffe eingesetzt werden. Selbst wenn ein Kontakt mit dem hergestellten Produkt sicher ausgeschlossen werden kann (Risikoklasse C), wird heute der Einsatz von H1-zertifizierten Schmierstoffen empfohlen, um eine mögliche Verwechslung auszuschliessen.
Mikrobielle Kontamination als Risiko
Sobald Mikroorganismen in ein geschmiertes Lager eingedrungen sind und deren Vermehrung im Fett begonnen hat, ist es praktisch unmöglich, den Innenraum ausreichend zu reinigen und zu desinfizieren. Kontaminationen dieser Art können nicht a priori ausgeschlossen werden. Verschmutztes, mit Mikroorganismen infiziertes Wasser, das bei der Reinigung von Gemüse, der Fischverarbeitung oder in Brauereien anfällt, kann beispielsweise in Wälzlager eindringen und dabei Mikroorganismen ins Fett transportieren. Dies kann in allen feuchten Umgebungen vorkommen, wie z.B. bei der Abfüllung von Getränken sowie in Wasch- oder Reinigungsprozessen. In Bäckereien bietet der allgegenwertige Mehlstaub Keimen nicht nur einen guten Nährboden, sondern kann auch leicht in Wälzlager eindringen. Die Folgen sind frühzeitige Lagerausfälle, die ungeplante Maschinenstillstände, zusätzliche Instandhaltungskosten und Produktionsausfälle verursachen.
Die Gefahr einer mikrobiellen Kontamination der Produktionsumgebung in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ist speziell bei grampositiven und gramnegativen Krankheitserregern von Bedeutung, wie z.B. Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus, Legionella pneumophilia oder Fusarium oxysporum. Ein gelegentlicher, technisch unvermeidbarer Kontakt eines Lebensmittels mit Fett, das solche Krankheitserreger enthält, kann komplette Produktionschargen kontaminieren, woraus ein hohes Gesundheitsrisiko für den Verbraucher entsteht. Üblicherweise vergeht zunächst einige Zeit, bevor die Ursache einer solchen Kontamination – ein mit pathogenen Keimen befallenes Lager – identifiziert werden kann. In der Zwischenzeit können grosse Produktmengen betroffen sein, die teuer entsorgt werden müssen. Eine notwendige Rückrufaktion kann zudem auch einen massiven Imageschaden für das Unternehmen bedeuten.
Antimikrobielle Additive als effektive Problemlösung
Um solche Situationen von vornherein zu vermeiden, wird der Einsatz H1-zertifizierter Schmierstoffe, die spezielle antimikrobielle Additive enthalten, sehr empfohlen. Die effektive Verhinderung des Wachstums pathogener Keime in diesen Fetten wurde mittels Inkubationstests von einem unabhängigen mikrobiologischen Labor nachgewiesen. So kann sichergestellt werden, dass Wälzlager in der Produktion als potenzielle biologische Nährböden für Krankheitserreger ausgeschlossen werden können.
Anwendungsbereiche für diese neuen H1-zertifizierten Schmierstoffe in der Produktion von Nahrungsmitteln und Getränken sind insbesondere alle Prozesse, in denen Massnahmen zur Keimreduzierung wie Hitze, Bestrahlung, Sterilisierung oder der Zusatz von Konservierungsmitteln ausgeschlossen sind.