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Der 1996 von David Abram geprägte Begriff „more-than-human“ (mehr-als-menschlich) wird in Umweltwissenschaft, Kunst und Philosophie häufig verwendet. Zwar spielt der Begriff „nicht-menschlich“ schon seit längerer Zeit in Philosophie und Politik eine wichtige Rolle – dabei prägt ihn jedoch die Verneinung, mit einer Betonung auf dem „nicht“. Das mehr-als–Menschliche hingegen ist ausdrücklich additiv und meint ein Neben- und Miteinander. Es erlaubt ausserdem, nicht-belebte Materie auf einer gleichberechtigteren Ebene mit Menschen und anderen belebten Wesen zu berücksichtigen. Während manche Diskurse den Blick auf Fragen und Krisen im Miteinander verschiedener Spezies richten, stellt das Mehr-als-Menschliche alle auf eine gleichberechtigte Ebene und schließt Objekte, Landschaften ebenso wie nicht-belebte Naturphänomene mit ein; es rückt alle in eine auf Fürsorge und Gegenseitigkeit basierende Sphäre und löst Diskurse vom Biozentrismus. Mit anderen Worten: Das Mehr-als-Menschliche ist ein Dachbegriff für das Unbelebte und Anorganische, Seite an Seite mit dem Lebendigen. Es zeigt, dass auch das Nicht-belebte, ob Winde, Felsen oder komplexe Flusssysteme, ein bedeutender Akteur in den gesellschaftlichen und politischen Verflechtungen der Welt ist. Ohne das Mehr-als-Menschliche ist der Mensch fraglos weniger.