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2019
20. Dezember 2019
Am 29. Dezember 2018 kam es in der Kupfermine Antapaccay von Glencore in der peruanischen Provinz Espinar zu einer Auseinandersetzung zwischen einer lokalen Familie, dem Sicherheitspersonal von Antapaccay und den Mitarbeitern der beauftragten privaten Sicherheitsdienstleister.
Unsere Stellungnahmen finden Sie nachstehend auf Deutsch, Englisch und Spanisch.
Glencore und Antapaccay bedauern diesen Vorfall. Beide Unternehmen sind den Menschenrechten im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UN-Leitprinzipien) und den Freiwilligen Prinzipien für Sicherheit und Menschenrechte (Freiwillige Prinzipien) verpflichtet. Glencore und Antapaccay dulden keine Gewalt und engagieren sich für ein transparentes und konstruktives Engagement.
Als Teil dieses Engagements und um Antapaccay bei der Stärkung der Beziehungen zu den lokalen Gemeinschaften zu unterstützen, hat Glencore externe Menschenrechtsexperten mit einer unabhängigen Menschenrechts-Untersuchung beauftragt. Diese hatte zum Ziel, die Wahrnehmungen und Anliegen der Interessengruppen gegenüber Antapaccay zu verstehen. Die Experten haben sich mit der betroffenen Familie und mit Vertretern der lokalen Gemeinschaft und Zivilgesellschaft getroffen.
Glencore und Antapaccay sind mit den Ergebnissen und Empfehlungen des Berichts weitgehend einverstanden. Die Umsetzung der Empfehlungen wird es Antapaccay ermöglichen, unter Beweis zu stellen, dass Antapaccay im Einklang mit den oben genannten UN-Leitprinzipen, den Freiwilligen Prinzipien und anderen internationalen Leitlinien die Rechte der Personen achtet, die von Antapaccays Tätigkeit betroffen sind.
Im Kern sieht der Aktionsplan nun wie folgt aus:
- Lücken- und Qualifikationsanalyse des Management-Teams von Antapaccay, des Sicherheitspersonals und der beauftragten Sicherheitsdienstleister.
- Stärkung der internen Prozesse zur Meldung von sozialen und Menschenrechtsvorfällen.
- Aufklärung der lokalen Gemeinschaft über die Beschwerdeprozesse und -mechanismen, die ihnen zur Verfügung stehen sowie Förderung der Beschwerdeprozesse und -mechanismen.
- Vertrauensbildung durch Aktivitäten für die lokale Gemeinschaft, die das Engagement von Antapaccay für Achtung der Menschenrechte unterstreichen.
- Verbesserung der Kommunikation mit der lokalen Gemeinschaft und anderen relevanten Interessengruppen
Glencore wird in seinem Menschenrechtsbericht 2020 (Human Rights Report) über Antapaccays Fortschritte bei der Umsetzung des Aktionsplans berichten.
Dezember 2019
Der Cerro de Pasco-Betrieb befindet sich im peruanischen Hochland. Er besteht unter anderem aus einer über 100 Jahre alten Zink Mine und Verarbeitungsanlagen und wurde über ein Jahrhundert lang von verschiedenen Eigentümern geführt.
Unsere Stellungnahmen finden Sie nachstehend auf Deutsch und Englisch.
Von 1999 bis 2012 wurde die Cerro de Pasco-Mine vom peruanischem Unternehmen Volcan betrieben. Die Minen-Produktion wurde 2012 eingestellt. Seitdem verarbeitet Volcan in den Verarbeitungsanlagen im Wesentlichen alte Zinkvorräte.
Im November 2017 erwarb Glencore durch den Kauf von stimmberechtigten Aktien an der Börse eine Mehrheitsbeteiligung an Volcan. Volcan ist mit rund 10'000 Mitarbeitenden eines der grössten Bergbauunternehmen in Peru. Nebst der Cerro de Pasco Geschäftseinheit, betreibt Volcan sechs Untertagebauten und eine weitere Tagebau-Mine.
Cerro de Pasco Nachhaltigkeitsprogramm 2020-2023
Nach dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an Volcan im November 2017 arbeitete Glencore zusammen mit dem Management-Team von Volcan an der Entwicklung und Umsetzung eines Nachhaltigkeitsprogramms, um die Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Gemeinwesen bei Cerro de Pasco anzugehen. Das Programm umfasst folgende Massnahmen:
- Zusammenarbeit mit einer lokalen NGO zur Bekämpfung von Anämie bei Kindern, wodurch 2019 über 700 Blutproben entnommen wurden. Volcan steht kurz davor, mit seinem Programm eine Reduzierung der hochgradigen Anämie um 50 Prozent und eine Reduzierung der Anämie bei Kindern und schwangeren Frauen um 10 Prozent zu erreichen.
- Analyse zur Bodensanierung, um Massnahmen für die Rekultivierung und Bepflanzung belasteter Flächen zu ermöglichen.
- Verstärkte Kontrolle der potenziellen Auswirkungen der Verarbeitungsanlage auf Luft, Boden und Wasser, um die Bleistaubbelastung in der Anlage und auf den umliegenden Strassen zu reduzieren.
- Wiederinbetriebnahme der Aufbereitungsanlage für saures Wasser, um die Einsammlung und Aufbereitung des durch den Betrieb belasteten Wassers sicherzustellen.
- Studie, um potenzielle Ursachen und Ausbreitungswege von Blei und anderen Schwermetallen zu analysieren.
Verkauf der Cerro de Pasco Geschäftseinheit
Am 28. November 2019 gaben das in Kanada kotierte Unternehmen Cerro de Pasco Resources Inc. (CDPR) und die Volcan Compañia Minera S.A.A. (Volcan) bekannt, dass CDPR den Cerro de Pasco Betrieb erwerben wird. Die Transaktion soll innerhalb von vier Monaten abgeschlossen sein, wodurch der Cerro de Pasco-Betrieb zu 100% CDPR gehören wird.
CDPR ist ein in Kanada ansässiges Unternehmen, das an der Canadian National Stock Exchange kotiert und seit mehreren Jahren in Cerro de Pasco aktiv ist.
Volcan und CDPR führten seit einigen Monaten Gespräche über die Übernahme der Geschäftseinheit Cerro de Pasco. Die Konzession von CDPR liegt unmittelbar neben derjenigen des Cerro de Pasco-Betriebs. Die Transaktion wird es CDPR ermöglichen, mit der Verarbeitungsinfrastruktur von Cerro de Pasco Abraum und Halden sowie seine bestehenden Lagerstätten zu verarbeiten. Der aus dieser Synergie resultierende Wert wird auch Cerro de Pasco zugutekommen.
Der Verkauf der Anlage ist an zwei Bedingungen geknüpft: einerseits muss CDPR das Nachhaltigkeitsprogramm für 2020-2023 weiterführen, andererseits muss sichergestellt werden, dass mit dem Cashflow der Cerro de Pasco-Geschäftseinheit die Finanzierung des Nachhaltigkeitsprogramms 2020-2023 gedeckt ist.