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Die Kunsthalle Basel freut sich, am 20. September 2014 Festival of the eleventh summer zu eröffnen, ein 8-wöchiges Programm mit Performances, Screenings, Konzerten und Vorträgen.
Das Programm bedient sich dabei dem Titel des im Juli 1986 in Manchester stattfindenden Festival of the tenth summer, welches 10 Jahre Punk und die Stadt Manchester zelebrierte. Organisator war Factory Records, ein britisches Independent Label aus Manchester, welches seit den 1980ern Bands wie Joy Division oder New Order herausbrachte. Innerhalb einer Woche wurden 10 Veranstaltungen organisiert, die auf ein ganztägiges Musik-Festival am 19. Juli 1986 im Greater Manchester Exhibition Centre hinausliefen. In der Haçienda – einem Nachtclub der Factory Records – präsentierte man Mode, während das Cornerhouse, Manchesters Zentrum für Film und Visuelle Kunst, Konzertfilme, Bandvideos und Fotoausstellungen zeigte. Bücher von Autoren wie Richard Boon und Cath Caroll wurden vorgestellt und Malcolm Garett kuratierte eine Ausstellung von Grafikdesignern, welche wie Peter Saville, der die Grafik für das Festival entwarf (Muster und Bespiele von Peter Savilles Grafiken finden sich in der Ausstellung), durch die Gestaltung von Albumcovern berühmter Bands wie Joy Division, OMD oder New Order bekannt geworden sind.
Auf unterschiedliche Weise und in den verschiedensten Genres huldigten zehn Veranstaltungen der Musik und Kultur Manchesters, indem sie diese produzierten, erfahrbar machten, medial illustrierten, beworben und besprachen. Fast 30 Jahre später knüpft die Kunsthalle Basel an diesen Event an, wenngleich nicht auf inhaltlicher, so jedoch auf struktureller Ebene. Unterschiedliche Veranstaltungen greifen ebenfalls verschiedene künstlerische Genres auf und so finden über acht Wochen Performances, Konzerte, Vorträge und Screenings in den Räumen der Kunsthalle Basel statt.
Gleichzeitig hinterfragt Festival of the eleventh summer die Bedeutung eines öffentlichen Programms, wie es Institutionen wie die Kunsthalle Basel verantworten sollen. Was ist die Rolle der Kulturpolitik und was die öffentliche Rolle einer Institution, die sich der Präsentation zeitgenössischer Kunst verschrieben hat? Wir, Institutionen wie die Kunsthalle Basel, sind dazu aufgefordert populär zu sein, die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten der Stadt anzusprechen, gemocht zu werden und gleichzeitig ein Bild des zeitgenössischen Kunstgeschehens zu vermitteln, Inhalt zu generieren und neben dem Ausstellungsprogramm ein aktives und vielfältiges öffentliches Rahmenprogramm zu organisieren. Festival of the eleventh summer nutzt diese Diskussion und macht das eigentliche Rahmenprogramm zur Ausstellung. Die unteren Säle der Kunsthalle werden aktiviert, beinhalten jedoch kein Ausstellungsdisplay im klassischen Sinne.
Um das Thema der Vermittlung von Kunst in den Vordergrund zu stellen, wird die Abteilung der Kunstvermittlung der Kunsthalle Basel mit Sanja Lukanovic und Leonie Brenner ihren Arbeitsplatz in die Ausstellungsräume verlagern. Anstatt ein Vermittlungsprogramm zu entwickeln, das auf eine Ausstellung zugeschnitten ist, wird das Thema ihres Arbeitsraumes die Vermittlung von Kunst selbst sein. In ihrem Arbeitsraum mit Möbeln, designt von dem Basler Innenarchitekten Luiz Albisser, wird sich Material über das Vermitteln von Kunst ansammeln, es werden Workshops stattfinden und den Besuchern wird die Möglichkeit gegeben werden, Material mitzunehmen und ihre Meinung zu hinterlassen.
Eine Reihe von Video-Arbeiten wird im Abstand von zwei Wochen präsentiert und ebenso Teil des Festivals sein. Den Auftakt macht Loretta Fahrenholz’ Grand Openings Return of the Blogs (2012), dass das zweiwöchige Performance Programm des New Yorker Kollektivs Grand Openings im Museum of Modern Art, New York dokumentiert und bis 4. Oktober hier gezeigt wird. Ab dem 5. Oktober stellt Peter Wächtler seine Video-Arbeit vor. Ausserdem präsentiert der Basler Künstler und ehemalige Leiter des Master of Fine Arts der HGK Basel René Pulfer seine Plattensammlung von Artists Records, bestehend aus Schallplatten von Künstlern oder von Künstlern gestalteten Band Covers. Der erste Teil der Sammlung wird bis 17. Oktober präsentiert und danach ausgewechselt. Unter den Platten finden sich Arbeiten von u.a. Marcel Duchamp, Imi Knoebel, Allan Kaprow, Nam June Paik, Jeff Koons und Art & Language. Es werden Performance Arbeiten von Giles Bailey, Adam Linder und Isabel Lewis zu sehen sein. Konzerte im Zusammenarbeit mit dem Ausstellungsraum OSLO 10 decken das musikalische Genre ab, während Zully Adler einen Vortrag über Lo-Fi Musik und die Distribution von Musik hält. In einer Podiumsdiskussion am 7. November mit u.a. Dr. Victoria Walsh (Royal College of Art, London) und Hendrik Folkerts (Stedelijk Museum, Amsterdam) wird die Bedeutung von öffentlichen Programmen diskutiert.
Festival of the eleventh summer versucht eine Diskussion anzuregen und gleichzeitig die Vielfalt künstlerischer Genre in den Vordergrund zu stellen, die im alltäglichen Ausstellungsbetrieb weniger Aufmerksamkeit finden. Es ist eine Hommage an die Musik, die Künste, die Performance und die Diskussion und lädt alle ein, teilzunehmen und mitzumachen.
Teilnehmende Künstler und Künstlerinnen:
Zully Adler, Luiz Albisser, Michel Auder, Giles Bailey, Garcia da Selva, Loretta Fahrenholz, Isabel Lewis, Alan Licht, Adam Linder, Francisco Meirino, Phil Niblock, Andrea Parkins, René Pulfer, Peter Saville, Martina Siegwolf, Dr. Victoria Walsh, Winter Family, Gerritt Wittmer, Peter Wächtler, Zopan VHS ESP, Anna Zosik
Die Ausstellung wurde kuratiert von Fabian Schöneich.
Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die grosszügige Unterstützung von Fondation Balima.