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Seit mehr als zwei Jahren beschäftigt uns dieser SARS-CoV-2-Virus mit immer neuen Mutationen und immer neuen Massnahmen, um seine Verbreitung einzudämmen. Nun taucht auch immer öfter der Begriff „long covid“ auf. Damit wird gemeint, dass die Krankheitssymptome der Viruserkrankung nach der akuten Phase im ersten Monat weiter bestehen bleiben, oder sich verändern, und die Betroffenen sich weiterhin krank und nicht leistungsfähig fühlen. In einer Längsschnittuntersuchung im Raum Basel mit 1`552 Erkrankten mit einer bestätigten COVID-Infektion litten nach einem Jahr noch 25 Menschen an Gesundheitsbeschwerden, das sind 1,6 % der ursprünglich Erkrankten; davon 4 mittelschwer und 3 schwer, das entspricht 0,5 %.
Medizinisch korrekt heisst dieser Zustand ab dem vierten Monat nach der Infektion „Post Covid Condition“ PCC, also Zustand nach einer COVID 19-Erkrankung. Der SARS-CoV-2-Virus ist dann nicht mehr nachweisbar, aber trotzdem fühlen sich die Betroffenen müde und nach der kleinsten Anstrengung erschöpft, mit unerklärbaren Schmerzen, Schwindel, Atemnot oder Verdauungsstörungen u.v.a.m. (Diese Gesundheitsbeschwerden können nicht mit anderen Ursachen erklärt werden, z.B. den Kontaktbeschränkungen oder Nebenwirkungen von Therapien.)
Darüberhinaus können aber Atemprobleme oder ein verändertes Körpergefühl Erkrankte verunsichern, und damit indirekt zu Ängsten und depressiven Verstimmungen führen, die wiederum die körperlichen Stressreaktionen noch verstärken – ein Teufelskreis, der gezielt unterbrochen werden muss.
Und was nun?
Bisher gibt es keine ursächliche Behandlung mit Medikamenten oder anderen Therapien. Die Behandlung besteht v.a. darin, die Symptome zu lindern, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, also die Schlafqualität zu verbesserung, Schmerzen lindern sowie alle Formen der Überanstrengung zu vermeiden, damit es nicht zu den gefürchteten Erschöpfungszuständen nach Überforderung kommt, den PEM – post-exertionelle Malaise. Kern der Behandlungsempfehlungen ist die Psycho-Edukation, also Informationen darüber, wie die Krankheit entsteht und wie sie sich günstig durch die Betroffenen selber beeinflussen lässt, bzw. wie Verschlechterungen des Gesundheitszustandes vermieden werden können. Stress verschlimmert die Symptome.
Our body runs on fun
Aber um wieder gesund zu werden, sollte die Aufmerksamkeit nicht auf die Einschränkungen gerichtet werden, sondern auf die kleinen «Freudele» des Alltags. Solche kleinen oder auch grösseren Freuden sind aufgrund verschiedener psychologischer Mechanismen höchst heilsam:
Zum einen vermitteln sie ein gutes, angenehmen Körper- und Lebensgefühl; zum anderen lenken sie von der Krankheit ab, d.h. Erschöpfung und Schmerzen stehen nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und werden dann als weniger schlimm erlebt. Das fördert eine zuversichtlichere Lebenseinstellung, die wiederum dazu führt, dass sich die Erkrankten mehr zutrauen, und wieder aktiver werden, ohne sich zu überfordern.