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Den Bewohnern des Jurabogens werden also medizinische Dienstleistungen in Kombination mit einem Krankenversicherungsprodukt angeboten.
Visana übernimmt auf 2023 hin via eine Kapitalerhöhung einen Anteil von 32,4 Prozent an der Spitalgruppe. Die anderen Aktionäre sind das Swiss Medical Network (35,1 Prozent) und der Kanton Bern (32,4 Prozent).
Den Schritt bezeichnen die drei Partner in einer Mitteilung vom Freitag als "Paradigmenwechsel im Schweizer Gesundheitssystem". Das neue Geschäftsmodell basiert auf einem Ansatz der in den USA tätigen Gruppe Kaiser Permanente.
Finanzierung pro Kassenmitglied
Alle Akteure, einschliesslich der Versicherten, seien zu verantwortungsvollem Handeln zu motivieren, heisst es in der Mitteilung. Dazu wollen die drei Partner das System der Einzelleistungsvergütung durch eine Finanzierung pro Mitglied ersetzen.
Quantitative Anreize würden dadurch wegfallen, was zu mehr Effizienz und tieferen Kosten führe. Kaiser Permanente verwaltet mit über 217'000 Mitarbeitenden, darunter 23'000 Ärztinnen und Ärzte, das Gesundheitskapital von über 12,5 Millionen Mitgliedern. Auch in Spanien wird ein ähnliches System durch die Organisation "Ribera Salud" betrieben.
Im Jahr 2020 verkaufte der Kanton Bern der Privatklinik- und Hotelgruppe Aevis Victoria via deren Tochter Swiss Medical Network einen Anteil von 35 Prozent am Spital Berner Jura. Der Kaufvertrag sah zudem eine Option für eine Mehrheitsbeteiligung innerhalb von drei Jahren vor.
Zum Spital Berner Jura gehören die Spitäler von Moutier und Saint-Imier, der psychiatrische Stützpunkt mit der Klinik Bellelay sowie das Medizentrum in Tavannes. Ausserdem hält das Spital Beteiligungen am Medizentrum in Moutier, an der interjurassischen Zentralapotheke, am Röntgeninstitut des Berner Juras sowie am Radio-Onkologie-Zentrum Biel-Seeland-Berner Jura.
Mitte Juli hatte der Verwaltungsrat des Hôpital du Jura bernois bekannt gegeben, dass er eine Schweizer Grossbank beauftragt habe, einen Käufer für das Spital in Moutier zu finden. Aevis Victoria meldete kurz darauf bereits Interesse an einer Zusammenarbeit an.
(AWP)