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Das Gehirn und seine Wirklichkeit
Was ist erfolgreicher, einfach oder kompliziert?
Nach unserer Wahrnehmung scheint, dass Lebewesen um so besser überleben können, je genauer sie die tatsächlichen Verhältnisse in ihrer Umwelt erfassen und erkennen können.
Roth stellt die Frage, ob sich hier unsere Wahrnehmung irrt. Denn die allermeisten übrigen Lebewesen auf dieser Welt besitzen keine komplizierten Sinnesorgane und kein kompliziertes Gehirn und sind dennoch sehr erfolgreich. Erfolgreich in dem Sinne, wie sich eine Spezie erhalten und vermehren kann.
Roth fügt als Beispiel Tiere an, die mit sehr reduziertem Nervensystem schon lange vor dem Homo sapiens existiert haben, und wohl lange nach seinem Verschwinden noch sein werden (Fadenwürmer, Muscheln). Wo ist also der Nutzen der Kompliziertheit, wenn die einfachen die komplizierten Spezies überleben?
Dies ist ein Beispiel von vielen Gedanken in dem Buch. Es ist jedoch einer, an dem ich grossen Gefallen finde. Er stellt den Nutzen unseres Strebens nach immer mehr in Frage. Ich bin überzeugt, dass alles, was im tieferen Sinn wertvoll ist, letztlich sehr einfacher Natur ist.