Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03106.jsonl.gz/985

HERZMUSKEL- / HERZBEUTELENTZÜNDUNGEN
MYOKARDITIS / PERIKARDITIS
Sowohl der Herzmuskel als auch deren Bindegewebshülle, der sogenannte Herzbeutel können, zumeist bei einem viralen Infekt, im Rahmen einer Entzündungsreaktion mit betroffen sein. Dies bezeichnet man als «Peri-/Myokarditis».
Die allermeisten Entzündungen am Herzmuskel oder Herzbeutel verlaufen sehr milde oder sogar ohne Symptome und heilen innerhalb von Wochen spontan ab. Abhängig vom Ausmass der Entzündung sind auch allfällige Herzrhythmusstörungen möglich. Nur in seltenen Fällen kommt es aufgrund der Entzündung zu einer Einschränkung der Herzleistung (Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz).
SYMPTOME
Ist der Herzbeutel betroffen kommt es häufig zu stechenden Brustschmerzen, welche sich typischerweise beim Einatmen, beim Husten oder bei Änderung der Körperlage verstärken. Dies kommt dadurch zustande, dass die entzündeten äusseren und inneren Herzbeutelschichten aneinander reiben. Häufig werden die Schmerzen von Fieber und einem beschleunigten Herzschlag begleitet.
Bei der Herzmuskelentzündung kann es selten zu Luftnot, Brustschmerzen oder Herzrhythmusstörungen (meist Herzstolpern) kommen. Häufig sind die Beschwerden jedoch untypisch. Dabei fühlen sich die Betroffenen abgeschlagen, müde und in ihrer körperlichen Leistung eingeschränkt. Da Herzmuskelentzündungen häufig einem viralen Infekt der oberen Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts folgen, erinnern diese Symptome zudem häufig an den zugrundeliegenden Infekt.
In seltenen Fällen kommt es zu einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und zu schweren Herzrhythmusstörungen, welche im schlimmsten Falle zum Kreislaufschock und plötzlichem Herztod führen können.
URSACHEN
Eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung kann nach jeder Virusinfektion, meist einer einfachen Infektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts auftreten, auch nach einer SARS-CoV2 Infektion. Seltener sind Bakterien oder Pilze hierfür verantwortlich. Bei der Entzündung handelt es sich entweder um einen direkten Effekt des Erregers oder um eine Immunreaktion des Körpers gegen diesen. Die Erkrankung kann akut auftreten oder über Monate hinweg, also chronisch verlaufen.
Neben diesen häufigen Ursachen können auch Medikamente (u.a. Antibiotika, Chemotherapien), Autoimmunerkrankungen, rheumatische Erkrankungen oder eine Strahlentherapie Entzündungen am Herzmuskel oder -beutel hervorrufen. Auch Impfungen, wie die gegen SARS-COV2 können in sehr seltenen Fällen hierfür verantwortlich sein.
DIAGNOSE
Neben einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung können neben der Anamnese noch ein EKG, eine Blutuntersuchung sowie eine Herzultraschalluntersuchung wegweisende Befunde ergeben. In seltenen Fällen ist noch eine genauere Herzbildgebung mittels Magnetresonanztomografie erforderlich.
THERAPIE
Vorbeugende Massnahmen sind sicherlich mit Abstand die beste Möglichkeit sich vor einer Herzmuskel- / Herzbeutelentzündung zu schützen. Es ist wichtig, sich auch nach einem einfachen Infekt körperlich zu schonen und die Erkrankung ganz auszukurieren. So kann eine Herzmuskelentzündung wirkungsvoll vermieden werden. Ihr Hausarzt oder Kardiologe kann Sie zur Dauer der erforderlichen Sportkarenz gut beraten.