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Alan Greenspan, der mehr als 18 Jahre lang die amerikanische Notenbank präsidierte, erwartet eine erhebliche Abwärtskorrektur an der Börse. Was ist sein Wort noch wert?
«Der Aktienmarkt hat sich für so lange Zeit so scharf erholt, dass man davon ausgehen muss, dass wir es irgendwann mit einer signifikanten Korrektur zu tun bekommen werden». Dies sagte Alan Greenspan (Bild) am Mittwoch in einem Fernsehinterview mit der Nachrichtenagentur «Bloomberg». «Wann das ist, weiss ich nicht.»
Auch wenn der der frühere Chef der Federal Reserve (Fed) erklärte, er glaube nicht, dass Aktien «massiv überteuert» sind, so erfolgen seine Bemerkungen doch vor dem Hintergrund zunehmender Sorgen, dass die rekordtiefen Zinsen der US-Notenbank zu Blasen führen.
«Tierische Instinkte»
Die grösste Herausforderung sei die Frage, «wie man die riesig aufgeblähte Bilanzsumme mit möglichst geringen Auswirkungen wieder zurückfährt», sagte der 88-Jährige vor kurzem auch in einem Interview mit dem «Wall Street Journal Deutschland».
Als Beleg nannte Greenspan, jetzt Chef der Beratungsfirma Greenspan Associates, die Reaktion der Märkte auf Äusserungen zum Tapering, dem Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm der Fed. «Schauen Sie, was bei den ersten Andeutungen zum Tapering passiert ist.» Die Märkte seien immer sensibel. «Sie spiegeln die tierischen Instinkte.»
Mit den Märkten reden?
Ob die US-Zentralbank selbst durch eine gezielte Kommunikation mit den Märkten solche Reaktionen beeinflussen kann, lässt Greenspan indes offen.
Er sei sich nicht sicher, ob die Fed überhaupt in der Lage sei, «effektiv mit den Märkten reden» zu können. In Bezug auf seine eigenen Erfahrungen sagt der frühere Präsident der Fed: «Es war ein Kampf, und ich bin mir nicht sicher, ob wir immer gewonnen haben.»