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Adressbücher von Stadt und Kanton Bern 1795–1900 digital
30 Adressbücher der Stadt Bern aus dem 19. Jahrhundert sind neu digital im Internet verfügbar. Die Ausgaben von 1810, 1836 und 1890 enthalten auch Adressen aus dem übrigen Kanton.
Von den gedruckten Originalen existieren nur noch wenige Exemplare in Bibliotheken und Archiven. Die Zentralbibliothek und das Stadtarchiv Bern stellten ihre Originale als Scanvorlagen zur Verfügung. Die digitalisierten Adressbücher sind nun als historische Quelle leicht zugänglich.
Da nur noch im Ausnahmefall auf die gedruckten Originale zurückgegriffen werden muss, sind diese besser vor Gebrauchsschäden geschützt. Alte Adressbücher sind Fundgruben, um herauszufinden, wer früher an einem bestimmten Ort wohnte, wem ein Haus gehörte oder welche Berufsleute und Geschäfte früher bestanden.
Von 1795 bis um 1865 erschienen die Adressbücher der Stadt Bern in unregelmässigen Abständen und in verschiedenen Verlagen. Ab 1860 publizierte der Hallwag Verlag alle ein bis zwei Jahre eine neue Ausgabe. Die Sammlung umfasst auch eine Broschüre zur neuen Häusernummerierung von 1882. Bis dahin waren die Häuser in der Stadt Bern pro Quartier durchnummeriert, seither erfolgt die Nummernvergabe pro Strasse. Die Publikation stellte die alten und die neuen Nummern nebeneinander und ist bei der Auflösung alter Adressen ein wichtiges Hilfsmittel.
Eine Perle unter den Adressbüchern ist das 1836 von Christian Vollrath von Sommerlatt veröffentlichte «Adressenbuch der Republik Bern für Wissenschaft, Kunst, Handel und Gewerbe». Es listet auf 420 Seiten die Einwohner der Stadt Bern nach Namen und nach Berufen auf; im restlichen Kanton verzeichnete Sommerlatt die Einwohner nach Gewerben. Zudem enthält der Band ein Behördenverzeichnis und eine ausführliche Schilderung der «Merkwürdigkeiten, öffentlichen Anstalten und sonstigen nützlichen Einrichtungen».
Die Universitätsbibliothek Bern mit ihrem Webangebot DigiBern realisierte dieses Projekt auf der Plattform E-Rara, die bereits über 10‘000 schweizerische Publikationen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert digital bereitstellt.
Quelle: Universitätsbibliothek Bern
17.09.2012