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Atemübungen, Beckenendlage, Blasensprengung, Blasensprung, vorzeitiger Blasensprung, Dammschnitt, Fehlgeburt, Fruchtwasser, Fruchtwasseruntersuchung, Frühgeburt, Geburt, Geburtseinleitung, medikamentöse Geburtseinleitung, mechanische Geburtseinleitung, natürliche Geburtseineitung, Geburtsmethoden, liegende Geburtsmethoden, sitzende Geburtsmethoden, sonstige Geburtsmethoden, Hypnobirthing, Kaiserschnitt, Lotusgeburt, Nabelschnur, Nabelschnurblut, Nabelschnurumschlingung, Nabelschnurvorfall, Periduralanästhesie (PDA), Plazenta, Querlage, Saugglocke, alternatives Schmerzmittel, medikamentöses Schmerzmittel, Spinalanästhesie, Steisslage, Stuhlgang während der Geburt, Sturzgeburt, Wassergeburt, Wehen, Zangengeburt
Durch verschiedene Atemtechniken kann die Geburt unterstützt werden. Vor allem aber sichert das richtige Atmen die ausreichende Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind ab. Geeignete Übungen für die unterschiedlichen Geburtsphasen werden in Geburtsvorbereitungskursen vermittelt. Sie sollten, wenn möglich, auch dem Partner beigebracht werden, damit er der werdenden Mama helfen kann, den richtigen Atemrhythmus zu finden.
Setzen die Wehen während der Eröffnungsphase ein, erfolgt die Atmung im Idealfall ruhig und gleichmässig. Die Luft wird durch die Nase eingesogen und tief in den Bauch geführt, bevor sie wieder langsam aus dem Mund ausgeatmet wird. Erhöht sich der Druck auf den Beckenboden, empfiehlt sich das bekannte Hecheln: Dabei wird mit den Wehen eingeatmet und in kurzen Stössen ausgeatmet. Nach den Wehen sollte die Atmung normal fortgeführt werden, um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten und den Kreislauf zu entlasten.
Während der Austreibungsphase können die Presswehen unterstützt werden, indem mit Beginn der Wehe tief eingeatmet und die Luft nach unten gedrückt wird. Pro Wehe sollte allerdings bis zu drei Mal frisch Luft geholt werden, damit in dieser anstrengenden Phase genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Zwischen den Presswehen ist es ratsam, die Atmung zu normalisieren, andernfalls kann es zu Hyperventilation und Kreislaufproblemen kommen.
Babys bewegen sich recht munter in Mamas Bauch, bis es dafür immer weniger Platz gibt. Bis zur 30. Schwangerschaftswoche drehen sich die meisten Babys mit dem Kopf nach unten. Immerhin zehn Prozent der Kleinen sind allerdings noch in der 34. Woche in der sogenannten Beckenendlage: Sie ‘sitzen’ mit dem Po im Becken der Mutter.
Ursachen gibt es viele: Fehlbildungen der Gebärmutter, zu viel oder zu wenig Fruchtwasser oder eine vorgelagerte Plazenta verhindern oft eine Drehung des Babys. Beckenendlagen kommen aber auch häufig bei Frühgeburten, Mehrlingen und bei Frauen vor, die bereits geboren haben oder selbst in der Beckenendlage zur Welt kamen.
Durch verschiedene Dehnübungen kann versucht werden, das Baby zum Drehen zu animieren. Frauenärzte probieren gern auch die äussere Wendung, wobei sie durch die Bauchdecke hindurch Po und Kopf des Babys in die richtige Position zu führen versuchen. Aber je später derartige Wendemanöver unternommen werden, umso aussichtsloser sind sie. Auch kann es passieren, dass sich das gewendete Baby wieder zurück in die Beckenendlage schiebt.
Neun von zehn Babys in Beckenendlage werden per Kaiserschnitt zur Welt gebracht, um mögliche Komplikationen zu verhindern. Ein Kaiserschnitt bietet sich an bei Frühgeburten, bei sehr grossen oder kleinen Babys und in Fällen, bei denen die Nabelschnur zuerst erscheinen würde. Ist das Becken der Mutter sehr eng, empfiehlt sich ebenfalls eine Schnittgeburt. Zum anderen fehlt vielen Geburtshelfern schlichtweg das Wissen um eine natürliche Geburt trotz Beckenendlage. Wer darauf Wert legt, sollte sich vorab erkundigen, ob im ausgewählten Spital oder Geburtshaus das Fachpersonal natürliche Entbindungen bei Beckenendlage anbietet.
Bei der Blasensprengung (auch Amniotomie genannt) handelt es sich um eine Methode der mechanischen Geburtseinleitung. Der Begriff klingt dramatischer, als der Vorgang tatsächlich ist: Die Fruchtblase wird künstlich geöffnet, indem die Hebamme oder der Arzt mit einem kleinen Plastikhaken ein Loch in die Fruchtblase sticht. Durch diesen Eingriff wird der Austritt von Fruchtwasser ermöglicht und die Kontraktion der Gebärmutter angeregt. Er ist meist nicht schmerzhaft und wird von einer intravenösen Vergabe von weheneinleitenden Hormonen begleitet.
Im Film laufen die Schwangeren, die ein Blasensprung ereilt, geradezu aus. Im wahren Leben reisst die Fruchtblase meist nur sehr wenig ein, das Fruchtwasser tröpfelt eher, als dass es sich aus der Scheide ergiesst.
Egal, ob zuvor die Wehen schon eingesetzt haben oder nicht: Mit dem Blasensprung beginnt die Geburt. Das ist kein Grund zur Panik, denn das Baby liegt noch fest im Bauch. Trotzdem sollte die Hebamme informiert und das Spital aufgesucht werden, denn das warme, nährstoffreiche Fruchtwasser lockt Bakterien an. Zum Spital darf übrigens gern – wenn es nicht zu weit ist – gelaufen oder im Sitzen gefahren werden: Das Baby liegt noch zu tief im Bauch, als dass es herausrutschen würde.
Übrigens muss die Fruchtblase nicht immer platzen: Die Fruchtblase über dem geborenen Baby wird Glückshaube genannt. Reisst die Fruchtblase nicht von allein, wird sie häufig angeritzt, um die Wehen zu verstärken.
Geht schon lange vor dem berechneten Geburtstermin Fruchtwasser ab, liegt ein vorzeitiger Blasensprung vor. Das passiert, wenn die Fruchtblase durch viel Fruchtwasser oder Mehrlinge überlastet oder durch eine bakterielle Infektion strapaziert wird. Schwangere sollten unbedingt ein Spital aufsuchen – zur Vermeidung eines weiteren Risses am besten im Liegen. Die Mediziner entscheiden je nach Umfang des Wasserabgangs und dem Schwangerschaftsfortschritt individuell, ob die nach dem Blasensprung einsetzenden, vorzeitigen Wehen gehemmt werden oder die Geburt eingeleitet wird. In jedem Fall muss eine Infektion, sofern sie vorliegt, behandelt werden.
Ist der vorzeitige Blasensprung weniger umfangreich, lässt er sich nur schwer feststellen: Abgehendes Fruchtwasser kann bis zu einem gewissen Umfang nachproduziert werden. Und viele Frauen haben während der Schwangerschaft – gerade bei Belastungen – auch ungewollten Harnabgang. Gewissheit verschafft hier eine Untersuchung der abgehenden Flüssigkeit.
Wird das Gewebe zwischen Scheide und Anus während der Geburt durch den Kopf des Babys sehr stark gedehnt, kann es einreissen. Der Dammriss wird je nach Schwere in vier Grade unterteilt:
- Grad: Die Haut des Dammes ist leicht eingerissen.
- Grad: Die Haut und die Muskulatur des Dammes sind eingerissen.
- Grad: Nicht nur der Damm, auch der Schliessmuskel des Anus ist eingerissen.
- Grad: Zusätzlich sind auch die Schleimhäute des Darms eingerissen
Die Dammrisse ersten Grades sind oft so geringfügig, dass sie nicht behandelt werden müssen. Risse zweiten Grades werden bei lokaler Betäubung genäht. Die Risse dritten und vierten Grades müssen umständlicher behoben werden. Die Heilungschancen sind aber sehr gut. Die Wundheilung wird von der Hebamme überwacht. Meist werden beim Nähen Fäden verwendet, die sich selbst auflösen.
Trotzdem kann es in den ersten Tagen nach einem Dammriss zu Beschwerden kommen. Zunächst sollte der Damm regelmässig gekühlt werden, um die Schwellung zurückzudrängen. Sitzen sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Das Risiko eines Dammrisses kann gesenkt werden durch Dehnübungen wie den Schneidersitz, Dammmassagen mit Mandel- oder Weizenkeimöl über die Vagina oder durch Sitzbäder aus Heublumen oder Lindenblüten. Dadurch wird die Elastizität des Damms gefördert.
Um einen unkontrollierten Dammriss vorzubeugen, wird der Damm bei einigen Geburten während der letzten Presswehe – wenn der Damm nahezu schmerzfrei ist – eingeschnitten. Ärzte empfehlen den Dammschnitt bei Frühgeburten, um das Baby zu entlasten, und beim Einsatz von Geburtszange oder Saugglocke, um den Geräten mehr Platz zu verschaffen. Auch wenn sich die Herztöne des Babys verschlechtern, wird ein Dammschnitt vorgenommen und die Geburt so beschleunigt.
Ob unabhängig von solchen Fällen ein Dammschnitt empfohlen werden kann, ist umstritten: Einerseits heilen Dammrisse besser als Dammschnitte, andererseits kann durch einen Dammschnitt ein kontrollierter Riss herbeigeführt werden.
Stirbt ein Embryo vor der 22. Schwangerschaftswoche oder mit einem Gewicht unter 500 Gramm ab, liegt eine Fehlgeburt (Abort) vor. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft, wenn sich die befruchtete Eizelle aufgrund anatomischer Fehlbildungen, funktioneller Störungen oder genetischer Defekte des Eis nicht in der Gebärmutter einnisten kann. Dieser sogenannte Frühestabort betrifft jede zweite befruchtete Eizelle und wird selten bemerkt.
Bis zur zehnten Schwangerschaftswoche liegt die Wahrscheinlichkeit eines Aborts bei 20 Prozent und nimmt im Laufe der Schwangerschaft kontinuierlich ab: Je umtriebiger sich der Embryo zeigt und je länger er im Mutterleib verweilt, umso seltener wird eine Fehlgeburt.
Aborte werden in drohende, beginnende und verhaltene Fehlgeburten unterschieden: Eine drohende Fehlgeburt kündigt sich durch Blutungen an, die bei etwa 30 Prozent aller Schwangeren auftreten. Hier sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. In den meisten Fällen kommt es hierbei allerdings nicht zum Abort.
Bei einer beginnenden Fehlgeburt weist der Fötus keine Herztöne mehr auf und wird von der Gebärmutter ausgestossen. Ihre Kontraktionen können sich als Unterleibs- oder Rückenschmerzen bemerkbar machen. Wenn der Fötus oder die Plazenta nicht vollständig ausgetrieben werden, ist eine Ausschabung der Gebärmutter unabdingbar.
Verbleiben der Fötus und die Plazenta in der Gebärmutter, liegt eine verhaltene Fehlgeburt vor. Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche kann die Austreibung der abgestorbenen Gewebe medikamentös angeregt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird eine Ausschabung der Gebärmutter notwendig. Ereignet sich die Fehlgeburt nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft, werden die Wehen künstlich eingeleitet, um den leblosen Embryo auszustossen.
Eine Fehlgeburt kann betroffene Eltern seelisch schwer belasten, weshalb gegebenenfalls eine psychologische Betreuung ratsam ist. Da eine Fehlgeburt juristisch nicht als Entbindung, sondern als Erkrankung gilt, sind entsprechend des Krankenversicherungsgesetzes die Behandlungskosten anteilig zu übernehmen.
Das Fruchtwasser umgibt das heranwachsende Baby, schützt es vor äusserem Druck, bietet ersten Bewegungsfreiraum und ernährt es. Untersuchungen des Fruchtwassers können anzeigen, ob sich das Verdauungssystem und die Lunge richtig entwickeln und ob eine Blutgruppenunverträglichkeit vorliegt. Dem Fruchtwasser entnommene Zellpartikel lassen sich ausserdem genetisch untersuchen, sodass eventuelle Erbfehler schon vor der Geburt festgestellt werden können.
Mit der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter beginnen die Häute der Fruchtblase, sich mit Wasser zu füllen. Dieses ist leicht gelblich und hat einen pH-Wert von über 6,5, ist also sehr süss. Die Ernährung der werdenden Mama kann die Zusammensetzung und den pH-Wert des Fruchtwassers allerdings beeinflussen.
Eine wachsartige Käseschmiere schützt die Haut des Embryos vor dem Aufweichen im Fruchtwasser. Ab der 14. Schwangerschaftswoche nimmt das Ungeborene erste Schlucke zu sich und scheidet in das Fruchtwasser aus. Dessen Menge nimmt bis zur 36. Schwangerschaftswoche auf etwa 1’000 bis 1’500 Milliliter zu, danach sinkt sie um etwa 100 Milliliter pro Woche. Damit das Fruchtwasser durch die Ausscheidungen des Embryos nicht seinen Nährstoffgehalt verändert, wird es permanent gefiltert: Gegen Ende der Schwangerschaft erneuert sich das vollständige Fruchtwasser aller drei Stunden.
Durch eine Fruchtwasseruntersuchung können etwaige Chromosomenstörungen des werdenden Babys frühzeitig festgestellt werden. Die Untersuchung empfiehlt sich, wenn im Ultraschall oder durch den Ersttrimester-Test Auffälligkeiten angezeigt wurden, wenn familiär gehäuft genetische Erkrankungen vorliegen oder wenn die werdende Mutter über 35 Jahre alt ist. In all diesen Fällen übernimmt die Versicherung die Kosten der Untersuchung. Natürlich können auch alle übrigen werdenden Eltern diesen Untersuch durchführen lassen, die dabei anfallenden Kosten belaufen sich auf etwa 1’500 CHF.
Die Fruchtwasseruntersuchung wird zwischen der 14. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt: Eine dünne Nadel wird dabei durch die Bauchdecke gestossen, sodass eine geringe Menge Fruchtwasser entnommen werden kann. Dieses wird im Labor kultiviert, damit sich die darin enthaltenen Zellen des Embryos vermehren können. Nach zwei bis drei Wochen sind die Zellen soweit gereift, dass eine Untersuchung ihrer Chromosomen möglich ist.
Das Risiko, aufgrund einer Fruchtwasserpunktion eine Fehlgeburt zu erleiden, liegt bei unter einem Prozent. Noch seltener kommt es vor, dass sich die angelegte Zellkultur nicht entwickelt, sodass keine Auswertung der entnommenen Probe erfolgen kann.
Zehn Prozent aller Babys werden vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren und gelten als Frühchen. Die Ursachen für Frühgeburten sind vielfältig: Durch eine vaginale Infektion, Schwangerschaftsdiabetes, unzureichende Ernährung, Rauchen, Alkohol und viele weitere Risikofaktoren können vorzeitig Wehen ausgelöst werden. Bei bestimmten Komplikationen wie etwa einer Plazentainsuffizienz wird eine Frühgeburt aktiv eingeleitet, da die Versorgung im Bauch nicht mehr sichergestellt werden kann.
Setzen unerwartet früh Wehen ein, treten leichte Blutungen auf oder geht Flüssigkeit ab, sollte umgehend medizinische Hilfe gesucht werden. Mit wehenhemmenden Medikamenten wird die Geburt dann hinausgezögert, andere Präparate unterstützen die Entwicklung der Lunge des Frühchens. Dieses wird meist per Kaiserschnitt geboren und verbringt die ersten Lebenswochen im Brutkasten. Hier sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit ideal eingestellt, ausserdem werden Atmung und Herzschlag überwacht. Da die Lunge häufig noch nicht voll entwickelt ist und auch der Saugreflex nicht funktioniert, werden Frühchen oft künstlich beatmet und über eine Magensonde ernährt. Das sollte die Eltern allerdings nicht beunruhigen: Die Überlebenschance von Frühgeborenen ist sehr gut und je später das Kind geboren wurde, desto seltener treten körperliche oder geistige Beeinträchtigungen auf.
In den ersten Tagen benötigt das Frühchen viel Zuwendung seiner Eltern. Wichtig sind regelmässiger Körperkontakt und das Hören vertrauter werdender Stimmen.
Als Geburt wird die Austreibung des Kindes bezeichnet. Mit ihr endet die Schwangerschaft und beginnt das Leben des Babys ausserhalb des Mutterleibs. Die Geburt setzt mit ersten, unregelmässigen Vorwehen ein, das Kind sinkt dabei in das Becken und der Muttermund öffnet sich einige Zentimeter.
Der längste Teil der Geburt wird Eröffnungsphase genannt. Hierbei werden die Wehen rhythmischer und heftiger und folgen schneller aufeinander. Während sich der Gebärmutterhals verkürzt, öffnet sich der Muttermund auf zehn Zentimeter.
In der darauffolgenden Austreibungsphase setzen Presswehen ein, die von der werdenden Mutter durch bewusste Muskelanspannung unterstützt werden können. Das Kind gleitet so durch den Geburtskanal und verlässt den Körper der Mutter.
Während der Nachgeburtsphase kommt es zu Nachwehen, durch die sich die Plazenta aus der Gebärmutter löst und ausgestossen wird.
Bei einer Geburtseinleitung wird die Geburt künstlich herbeigeführt, indem die Reifung des Muttermunds vorangetrieben oder Wehen ausgelöst werden. Eine Geburtseinleitung wird notwendig, wenn der errechnete Geburtstermin deutlich überschritten wurde, sich ein vorzeitiger Blasensprung ereignet hat oder Mutter und Kind durch eine fortgeführte Schwangerschaft gefährdet wären. Knapp jede fünfte Geburt in der Schweiz wird eingeleitet.
Eine Geburtseinleitung kann medikamentös, mechanisch oder natürlich vorgenommen werden.
Die Geburt kann durch die Vergabe von synthetischen Hormonen eingeleitet werden. Welche Präparate verwendet werden, hängt von der Reifung des Muttermunds ab: Ist der Gebärmutterhals erhalten und der Muttermund geschlossen, werden Zäpfchen mit künstlichem Prostaglandin in die Vagina eingeführt. Das Hormon bewirkt die Reifung des Muttermunds. Ist dieser hingegen bereits leicht geöffnet, wird synthetisches Oxytocin intravenös verabreicht, das die Wehentätigkeit anregt.
Medikamentös eingeleitete Geburten werden als schmerzhafter beschrieben, da der Körper auf die Vergabe der synthetischen Mittel nicht derart reagiert, dass ausreichend schmerzhemmende Hormone ausgeschüttet würden. Entsprechend müssen mehr schmerzstillende Medikamente eingenommen werden.
Frauen, die bereits per Kaiserschnitt entbunden haben, sollten eine spätere Geburt nicht medikamentös einleiten lassen, da ihre Gebärmutter zu schwach für eine relativ spontane Anregung sein könnte.
Alternativ zu der Verabreichung von Hormonen kann eine Geburt auch mechanisch eingeleitet werden. Verbreitet ist die Eipollösung, bei der die äusserste Haut der Fruchtblase vorsichtig abgeschabt wird. Dadurch wird die Produktion von Prostaglandin angeregt, das die Reifung des Muttermunds vorantreibt. Der Eingriff kann unangenehm sein und leichte, aber harmlose Blutungen verursachen.
Alternativ kann die Ballonkatheter-Lösung angewandt werden: Dabei wird ein kleiner Schlauch mit ein oder zwei Ballons an der Spitze in die Vagina und die Gebärmutter eingeführt. Mit Flüssigkeit befüllt, sollen die sich ausdehnenden Ballons die Hormonproduktion anregen und dadurch die Reifung des Muttermunds und die Wehen unterstützen. Anders als bei der Vergabe von synthetischen Hormonen fallen die durch einen Ballonkatheter ausgelösten Wehen seltener zu stark aus. Für Frauen, die bereits per Kaiserschnitt entbunden haben, eignet sich diese Methode jedoch nicht.
Um die Wehen zu verstärken, kann die Fruchtblase durch einen kleinen Schnitt geöffnet werden. Diese sogenannte Blasensprengung ist vollkommen schmerzfrei.
Eine Geburt kann durch verschiedene natürliche Mittel und Verhaltensweisen befördert werden. Grundsätzlich empfiehlt sich ein ausgewogener Mix aus Bewegung und Entspannung: Körperliche Aktivitäten wie Velofahren, Spazierengehen oder auch Treppensteigen helfen dem Baby, die geeignete Lage für die Geburt zu finden. Ausserdem halten sie den Unterbauch mobil. Entspannung durch ausreichend Schlaf, aber auch Fussbäder und Ruhemomente unterstützen das Wohlbefinden: die ideale Voraussetzung für den Eintritt der Wehen. Anregend kann auch Akupunktur wirken.
Da Spermien das geburtsfördernde Hormon Prostaglandin enthalten, kann die Geburtseinleitung durch Geschlechtsverkehr begünstigt werden. Nach dem Blasensprung sollte darauf allerdings aus hygienischen Gründen verzichtet werden.
Die Geburt lässt sich auch durch Massagen der Brustwarzen herbeiführen. Warum das so ist, konnte noch nicht geklärt werden. Es wird jedoch vermutet, dass durch diese Stimulation die Produktion des Wehenhormons Oxytocin angeregt wird.
Einige Nahrungsmittel und Gewürze wie Rhizinusöl, Aprikosensaft, Gewürznelken, Ingwer und Zimt gelten als wehenfördernd, allerdings kann Rhizinus auch Magenbeschwerden und Durchfall verursachen, weshalb es nur in Massen konsumiert werden sollte. Geburtseinleitend wirkt übrigens auch Schnaps, weshalb ein kleiner Schluck nicht abkömmlich ist.
Auch wenn weltweit die meisten Geburten im Hocken durchgeführt werden, ist in Europa eine liegende Position während der Entbindung üblich. Doch diese Tradition weicht immer mehr auf: Zahlreiche stehende und sitzende Geburtsmethoden nutzen die Schwerkraft, um die Wehen zu unterstützen. Auch halten einige Positionen das Steissbein beweglich, sodass der Geburtskanal verbreitert wird, wodurch die Entbindung angenehmer ist. Letztlich entscheiden der medizinische Befund und die Wünsche der Frau über die Wahl der geeigneten Geburtsmethode.
Bei einer normal verlaufenden Geburt kann die Geburtsposition beliebig verändert werden. Auch deshalb lohnt es sich, in Vorbereitung auf die Entbindung das Beratungsgespräch mit einer Hebamme zu suchen und – sofern eine Geburt im Spital geplant ist – einen Gebärsaal zu besichtigen.
Traditionell gebären die meisten Frauen in Europa liegend in einem sogenannten Kreissbett. Der Vorteil dieser Geburtsmethode besteht in einer komfortablen Rücken- oder Seitenlage der Frau, die zwischen den Wehen leicht entspannen kann. Auch für die Geburtshelfer ermöglicht ein höhenverstellbares Bett eine angenehme Körperhaltung während der Entbindung. Allerdings kann im Liegen die Schwerkraft nicht genutzt werden, sodass das Baby allein mithilfe der Wehen durch den Geburtskanal gepresst wird – ein anstrengender Vorgang.
Mehr liegend als sitzend befindet sich die Frau auch bei der Wassergeburt. Das warme Wasser im Gebärpool entspannt die werdende Mutter und hält das Stresslevel niedrig: Bei Wassergeburten sind nachweislich weniger Schmerzmittel notwendig, auch die Dammrissrate ist niedriger. Auch für das Baby scheint der Eintritt in die Welt angenehmer, da das warme Wasser einen leichteren Übergang aus dem Fruchtwasser an die Luft ermöglicht. Im Gebärpool ist jedoch bei aller Hygiene die Infektionsrate leicht erhöht. Nicht geeignet ist diese Geburtsmethode bei Risikoschwangerschaften, Beckenendlagen und bereits vorliegenden Infektionserkrankungen.
Bei der Geburt im Stehen oder Hocken wird die Schwerkraft genutzt, um die Wehen zu unterstützen. Viele Frauen beschreiben eine solche Entbindung als angenehmer. Darüber hinaus kann die Körperhaltung jederzeit variiert und so intuitiv den situativen Erfordernissen angepasst werden.
Zusätzlichen Halt bieten bei einer stehenden Geburt eine Sprossenwand oder der sogenannte Gebärstrick.
Eine sitzende Position bei der Entbindung nutzt die Schwerkraft zur Austreibung des Kindes und entlastet die Gebärende, da sie ihr eigenes Körpergewicht nicht tragen muss. Weil das Steissbein im Sitzen beweglich bleibt, kann der Geburtskanal um bis zu 20 Prozent erweitert werden, wodurch die Geburt schmerzfreier und das Risiko eines Dammrisses gesenkt wird. Auch bietet die Geburt im Sitzen dem Partner die Möglichkeit, die Frau in ihrer Körperhaltung aktiv zu unterstützen, indem er als Lehne fungiert oder den Rücken stabilisiert.
Ein Gymnastikball eignet sich allerdings lediglich in der Eröffnungsphase der Geburt als Sitzgelegenheit. Schreitet die Geburt voran, ist der Ball zu wackelig, um die Frau abzusichern. Ein Gebärhocker – mit oder ohne Lehne – verfügt über eine runde Aussparung in der Sitzfläche, die Platz für das Kind einräumt. Er kann während der gesamten Geburt genutzt werden, wird aber bei längeren Entbindungen eventuell unbequem. Nachteilig ist eine Geburt im Sitzen häufig für die Geburtshelfer, die diese vor der Schwangeren auf dem Boden sitzend begleiten.
Alternativ zu einer sitzenden oder stehenden Geburt kann die Entbindung auch hockend im Vierfüsserstand erfolgen. Diese Methode entlastet den Rücken, zudem lässt sich die Position der unteren Körperhälfte sehr kleinteilig variieren.
Wachsender Beliebtheit erfreut sich das sogenannte Romarad, bei dem ein Stuhl zwischen zwei Rädern schwebt. Dessen Position kann so sehr verändert werden, dass eine Geburt im Sitzen und im Liegen möglich wird. Der schwebende Zustand und die Möglichkeit zu schaukeln wirken besonders entspannend.
Die Geburt unter Hypnose verspricht eine angenehmere Entbindung, die in einer Art Trancezustand erlebt wird. Beabsichtigt ist bei dieser Geburtsmethode, durch spezielle Entspannungsübungen Angstzustände, Verspannungen und Schmerzen während der Geburt zu vermeiden oder abzumildern. In geburtsvorbereitenden Kursen zum Hypnobirthing lernen Schwangere, etwaige Ängste abzubauen und durch eine gezielte Steuerung der Gedanken und Atemübungen einen entspannten Bewusstseinszustand zu erreichen. Der Partner kann dieses Training begleiten und die Frau während der Geburt dabei unterstützen, einen Zustand des Wohlbefindens zu bewahren.
Eine Studie der Universität Tübingen belegt, dass durch Hypnobirthing die Geburt verkürzt und das Schmerzempfinden reduziert werden kann.
Julius Caesar soll per operativer Schnittentbindung geboren worden sein, woher der Kaiserschnitt bis heute seinen Namen hat. Bei dieser Alternative zur vaginalen Geburt handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, der entweder geplant oder notfallmässig vorgenommen wird. Zeichnet sich ab, dass Mutter oder Kind durch eine vaginale Geburt gefährdet wären, wird ein Kaiserschnitt avisiert. Dieser wird üblicherweise nach der 37. Schwangerschaftswoche durchgeführt.
Verändern sich bei einer natürlichen Geburt die Herztöne des Kindes, zieht sich eine Geburt übermässig lang hin, droht eine Infektion oder bleiben nach einem vorzeitigen Blasensprung die Wehen aus, wird gemeinhin ein Kaiserschnitt als Notoperation durchgeführt.
Beim Kaiserschnitt wird der Bauchraum unter Voll- oder Teilnarkose eröffnet und das Baby aus der Gebärmutter entnommen. Auch wenn der Eingriff so sicher wie nie zuvor ist, birgt er doch einige Risiken für Mutter und Kind. So kann es nach dem Kaiserschnitt unter anderem zu vorübergehenden Störungen der Darmtätigkeit und der Blasenentleerung, zu Blasenentzündungen und Beeinträchtigungen der Eierstöcke durch das Narbengewebe kommen. Schwerwiegender, aber auch seltener, treten Lungenembolien und Thrombosen als Begleit- oder Folgeerscheinungen des Eingriffs auf.
Nach einem Kaiserschnitt verbleibt die Wöchnerin je nach Gesundheitszustand üblicherweise vier bis sieben Tage im Spital, wobei oft schon am ersten Tag nach dem Eingriff der Blasenkatheter und Drainagen entfernt werden können. In den Tagen und Wochen nach der OP sollten Belastungen des Unterbauchs vermieden werden. Durch regelmässige Kontrollen wird sichergestellt, dass sich die Gebärmutter angemessen rückbildet.
Bei einer Lotusgeburt wird das Neugeborene nicht abgenabelt und verbringt die ersten Lebenstage mit der Plazenta verbunden, bis sich die Nabelschnur vom Bauch des Babys löst. Befürworter dieses Vorgehens vertreten die Ansicht, dass das Baby auf diese Weise schneller an Gewicht zulegt und besser mit Sauerstoff, Eisen und Vitaminen versorgt wird. Wissenschaftlich bewiesen ist nichts davon.
Die meisten Spitäler bieten aufgrund der Infektionsgefahr durch die abgestorbene Plazenta keine Lotusgeburt an. Interessierte sollten sich deshalb vorab informieren, ob der gewünschte Geburtsort den Verbleib der Plazenta an der Nabelschnur unterstützt. Um Infektionen durch die Plazenta auszuschliessen, sollten ausserdem geeignete Konservierungsmethoden beherrscht werden.
Die Nabelschnur dient der Versorgung des Babys. Sie reicht von der Plazenta zum Bauch des Kleinen und verbindet über zwei Arterien und eine Vene den Blutkreislauf der Mutter mit dem des Babys. Die Blutgefässe werden von einem gelartigen Bindegewebe umschlossen, sodass eine Beschädigung der Nabelschnur unwahrscheinlich ist.
Der Strang wird bis zu 60 Zentimeter lang und verliert nach der Geburt seine Funktion: Nachdem die Nabelschnur abgeklemmt und durchtrennt wurde, verbleibt ein kleiner Rest am Bauch des Babys, bis dieser nach einigen Tagen abfällt. Bis dahin muss der Bauch des Babys trocken gehalten werden, indem die Nabelschnur in der Windel nach oben gelegt (sodass sie nicht nass gepullert werden kann) und gepudert wird.
Die Nabelschnur kann sich verknoten, wobei aufgrund ihres festen Bindegewebes die Versorgung des Babys meistens sichergestellt ist. Auch ist es möglich, dass über die Bauchwand einzelne Organe wie Darm oder Leber teilweise in die Nabelschnur drängen. Dieser sogenannte Nabelschnurbruch muss nach der Geburt operativ behoben werden.
Dem in der Nabelschnur nach der Geburt enthaltene Blut wird eine grosse Heilwirkung zugeschrieben, weil die sich darin befindlichen Stammzellen zur Therapie von Krankheiten genutzt werden können. Gendefekte oder Blutkrebs können jedoch damit nicht behandelt werden. Nabelschnurblut kann entweder in Blutbanken eingelagert und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden oder bei privaten Anbietern zu eigenen Kosten für den persönlichen Gebrauch gespeichert werden.
Etwa jedes dritte Kind wird mit einer Nabelschnurumschlingung geboren: Aufgrund der Bewegung des Babys im Mutterleib und der Länge der Nabelschnur ist es recht wahrscheinlich, dass der Versorgungsstrang während der Schwangerschaft oder unmittelbar vor der Geburt um Arm, Bein oder Hals gewickelt ist.
In den meisten Fällen ist das vollkommen harmlos, denn zum einen ist die Nabelschnur lang genug, um trotzdem eine unkomplizierte Geburt zu ermöglichen. Zum anderen erfolgt die Versorgung des Babys mit Sauerstoff bis zur Geburt durch die Nabelschnur, deren Blutbahnen durch ihr festes Bindegewebe geschützt sind. Erst wenn sich die Herztöne des Kindes verändern, ist ein Kaiserschnitt angeraten.
Befindet sich ein Teil der Nabelschnur beim Blasensprung unterhalb des Kindes, liegt ein Nabelschnurvorfall vor. Das passiert häufiger bei Mehrlingsgeburten oder bei Beckenendlagen. Da bei einer vaginalen Geburt in diesem Fall die Nabelschnur eingeklemmt und so die Sauerstoffversorgung des Babys gefährdet werden kann, wird bei einem Nabelschnurvorfall meist per Kaiserschnitt entbunden.
Bei der Periduralanästhesie handelt es sich um ein Betäubungsverfahren, bei dem der Wirkstoff unterhalb des Rückenmarks in das Nervensystem eingebracht wird: Unter örtlicher Betäubung wird hierbei über eine Nadel ein Schlauch zwischen den dritten und vierten Lendenwirbel platziert. Über diesen Zugang kann das Betäubungsmittel verabreicht werden.
Ja nach Dosierung können die Schmerzfasern oder auch die motorischen Nerven in der unteren Körperhälfte blockiert werden.
Da durch die PDA auch die Spannung der Blutgefässe aufgelöst wird, kann es unter der Narkose zu einem Abfall des Blutdrucks kommen. Häufig kommt es zu einer vorübergehenden Blockade der Blase, da deren Nerven lahmgelegt sind. Nach der PDA treten oft Kopfschmerzen auf.
Selten kommt es durch die PDA zu Blutergüssen, die Druck auf das Rückenmark ausüben und so dauerhafte Schädigungen bis hin zur Querschnittslähmung verursachen können. Personen mit erhöhtem Risiko für Blutungen oder Infektionen sollten nur nach intensiver Abwägung von Nutzen und Risiken eine PDA bekommen.
Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, ist durch die Nabelschnur mit dem ungeborenen Kind verbunden und versorgt es mit Nährstoffen und Sauerstoff. Ausserdem produziert sie wichtige Schwangerschaftshormone. Durch die sogenannte Plazentaschranke werden viele Schadstoffe und Krankheitserreger vom Kind ferngehalten. Allerdings können Alkohol, Medikamente und einige Erreger diese Schranke passieren.
Löst sich die Plazenta vorzeitig von der Gebärmutterwand, liegt sie zu tief oder vor dem inneren Muttermund, kann sie für Mutter und Kind Komplikationen verursachen.
Durch Kontraktionen der Gebärmutter wird die Plazenta zusammen mit der Nabelschnur kurz nach der Geburt ausgestossen. Bleiben dabei Rest im Mutterleib zurück, müssen diese aufgrund des hohen Infektionsrisikos entfernt werden.
Normalerweise wird die Plazenta entsorgt, einige vergraben den Mutterkuchen jedoch im Garten oder essen ihn in Form von Tabletten oder Globuli. Dass die Plazenta tatsächlich ein Wundermittel gegen diverse Krankheiten oder sogar eine Anti-Aging-Waffe ist, konnte noch nicht wissenschaftlich belegt werden.
Bei einer Querlage liegt das Kind horizontal in der Gebärmutter. Diese Lage ist sehr selten und entsteht dadurch, dass das Kind zu viel Bewegungsfreiraum hat. Mögliche Ursachen dafür sind zu viel Fruchtwasser, eine Frühgeburt oder eine schlaffe Gebärmutterwand, wie sie bei Vielgebärenden häufig auftritt. Ebenso können eine tiefliegende Plazenta oder Myome (das sind Geschwülste des Muskelgewebes der Gebärmutter) eine Querlage begünstigen.
Bei einer Querlage wird fast immer per Kaiserschnitt entbunden, da die möglichen Risiken für Mutter und Kind zu gross sind. Während eines Blasensprungs kann der Arm des Kindes in den Geburtskanal geraten und sich so die Schulter des Babys im Becken der Mutter verkeilen: Es kommt zum Geburtsstillstand und möglicherweise gar zu einem lebensbedrohlichen Gebärmutterriss. Auch ein Nabelschnurvorfall kann durch eine Querlage ausgelöst werden.
Die Saugglocke oder auch der Vakuumextraktor kommt bei – durch Erschöpfung oder nachlassende Wehen – nichtfortschreitenden Geburten zum Einsatz. Wenn die Saugglocke eingesetzt werden muss, befindet sich das Baby bereits im Geburtskanal, somit ist ein Kaiserschnitt nicht mehr möglich. Die Saugglocke wird auf der Kopfhaut des Kindes angesetzt und ist mit einer Art Saugflasche verbunden. Während die Frau presst, wird das Baby zusätzlich vorsichtig aus der Scheide «gesogen». Die Schwellungen am Kopf des Babys sollten nach einigen Tagen wieder abklingen und keine bleibenden Veränderungen hinterlassen.
Techniken wie Akkupunktur oder Hypnose sollen helfen, vor und während der Geburt Ängste und Schmerzen zu lindern. Auch homöopathische Mittel oder Verfahren aus der Aromatherapie werden eingesetzt. Stellungswechsel, Atemtechniken, Massagen oder Wärmekissen können ebenfalls schmerzlindernd sein. Die Umgebung, das Vertrauen in die Hebamme und Begleitpersonen wirken sich nachweislich auf das Schmerzempfinden aus.
Wer auf ein alternatives Schmerzmittel setzen will, bespricht sich am besten vor der Geburt mit dem Geburtshelfer.
Neben der PDA existieren verschiedene Möglichkeiten, Schmerzen während der Geburt medikamentös zu lindern. Eine relativ neue Methode, die jedoch zunehmend an Beliebtheit gewinnt, ist die Patientenkontrollierte Analgesie (PCA). Sie eignet sich für Frauen in der Eröffnungsphase, die keine PDA wollen oder haben können. Über Knopfdruck kann sich die Gebärende mittels einer Pumpe selber intravenös ein Schmerzmittel verabreichen. Die Pumpe ist so eingestellt, dass eine individuelle Grenzmenge an Schmerzmittel pro Zeiteinheit nicht überschritten werden kann. Über die Plazenta gelangt das Mittel jedoch auch zum Fötus. Da die Wirkung allerdings schnell wieder abklingt, treten beim Neugeborenen in der Regel keine Beschwerden auf.
Eine Spinalanästhesie ist ein Narkoseverfahren, bei dem mit einer zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel eingeführten Nadel die sogenannte Harte Hirnhaut durchstochen wird. In das dahinterliegende Nervenwasser wird ein Betäubungsmittel eingegeben, das die Rückenmarksnerven lahmlegt.
Im Unterschied zur Peridoralanästhesie (PDA) reicht bei der Spinalanästhesie eine geringere Wirkstoffmenge aus, um dieselbe Wirkung zu erzielen, da das Betäubungsmittel direkt in das Nervenwasser gegeben wird. Die Betäubung setzt schneller als bei der PDA ein, allerdings lässt sich bei der Spinalanästhesie nicht steuern, ob lediglich die schmerzführenden Nerven oder zusätzlich auch die motorischen Nerven blockiert werden sollen: Bei diesem Narkoseverfahren wird das gesamte Nervensystem der unteren Körperhälfte lahmgelegt.
Als Nebenwirkungen sind der Abfall des Blutdrucks, eine vorübergehende Blockade der Blase und Kopfschmerzen bekannt. Kommt es – in seltenen Fällen – zu Einblutungen, können sich diese negativ auf das Rückenmark auswirken und im schlimmsten Fall sogar zu Lähmung führen.
Siehe Beckenendlage
Ungewollter Stuhlgang während der Geburt ist ganz normal und kein Grund, sich zu schämen. Im Gegenteil: Eine Darmentleerung ist sogar ein gutes Zeichen! Denn der Enddarm liegt direkt hinter dem Geburtskanal. Bewegt sich das Baby Richtung Scheidenausgang, wird der Darm entleert, um ihm möglichst viel Platz zu bieten. Stuhl sollte also nicht zurückgehalten werden, denn das würde eine unnötige Geburtsverzögerung bedeuten. Auf ausdrücklichen Wunsch der Gebärenden kann auch vor der Geburt ein Einlauf verabreicht werden. Doch auch dieser verhindert nicht, dass restlicher Stuhl aus dem Darm austreten kann.
Bei einer Sturzgeburt sind die Eröffnungswehen extrem verkürzt, werden fehlgedeutet oder gar nicht erst wahrgenommen. Dadurch wird die Gebärende von einem plötzlichen Wehensturm überrascht und das Kind wird nach nur wenigen Austreibungswehen geboren.
Bei einer Sturzgeburt bleibt meist keine Zeit, sich rechtzeitig ins Krankenhaus zu begeben oder die Hebamme zu rufen. Es besteht die Gefahr, dass das Kind regelrecht aus der Mutter herausstürzt und sich so verletzt. Sturzgeburten sind äusserst selten und kommen fast ausschliesslich bei Mehrgebärenden vor, da ihr Bindegewebe oft weniger stabil ist. Zur Risikogruppe gehören auch Frauen mit einer Weichteil- oder einer Gebärmutterhalsschwäche sowie Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen.
Eine Wasser- oder Wannengeburt wird von manchen Gebärenden als angenehmer empfunden, weil sie diese Form der Geburt als schmerzärmer wahrnehmen. Daneben wird angenommen, dass die Geburt für das Baby schonender ist. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Wassergeburt nur für vermutet einfache Entbindungen; bei Komplikationen muss die Frau die Wanne verlassen.
Während der Wassergeburt befindet sich die Gebärende in circa 36 Grad warmem Wasser, die Wanne ermöglicht ihr verschiedene Körperpositionen. Um in der Pressphase Wasserverunreinigungen zu vermeiden, empfiehlt sich vorab ein Einlauf. Wird das Baby geboren, hebt die Hebamme oder der Arzt das Kind über die Wasseroberfläche, wo es seinen ersten Atemzug tut. Aufgrund des Tauchreflexes besteht keine Gefahr, dass das Kind Wasser einatmet.
Rhythmische Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur werden als Wehen bezeichnet. Sie dienen der Austreibung des Babys. Auch wenn wehenfördernde und -verzögernde Faktoren bekannt sind, ist nach wie vor unklar, wodurch Wehen ausgelöst werden.
Erste Wehen – sogenannte Vorwehen – treten meist in den letzten Schwangerschaftswochen auf: Die Muskeln in der Gebärmutter ziehen sich unregelmässig zusammen, was sich zunächst wie Menstruationsschmerzen anfühlt. Im Gegensatz zu Geburtswehen öffnen Vorwehen den Muttermund nicht; sie dienen der Gebärmutter lediglich als eine Art Aufwärmprogramm. Bei Bewegung oder einem heissen Bad verschwinden die Schmerzen in den meisten Fällen.
Echte Geburtswehen sind gerade am Anfang leicht mit Vorwehen zu verwechseln. In der Eröffnungsphase treten die Wehen jedoch in regelmässigen Abständen auf, die immer kürzer werden. Die Schmerzen werden immer intensiver. Nun sollte umgehend die Hebamme informiert und das Krankenhaus aufgesucht werden.
Wenn die Geburt nicht vorangeht, das Kind aber so schnell wie möglich entbunden werden muss – beispielsweise wegen zu schwachen Herztönen –, kann eine Geburtszange eingesetzt werden. Sie ist häufig schneller und komplikationsloser als ein Kaiserschnitt.
Damit die Zange eingesetzt werden kann, muss der Muttermund bereits vollständig geöffnet sein und das Baby in der Beckenmitte oder tiefer liegen. Die Zange wird in die Scheide eingeführt und das Baby sanft am Kopf fixiert und herausgezogen. Beim Einsatz der Zange wird der Geburtskanal meistens betäubt. Häufig ist zudem ein Dammschnitt nötig. Eine Zangengeburt hinterlässt beim Baby in der Regel keine bleibenden Schäden.