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Für das Konzept des humanitären Korridors gibt es weder einen normativen Rahmen noch eine einheitliche Definition – was es sehr anfällig für politische Interpretationen macht. Der Begriff hat mehrere Bedeutungsverschiebungen erfahren, von der Bezeichnung eines Durchfahrtsrechts bei bewaffneten Konflikten bis hin zu einem erleichterten Zugang angesichts von Grenzsperren oder bürokratischen Zwängen. So vielfältig wie die Situationen sind, in denen die Begriffe «humanitärer Korridor» oder auch «Hilfskorridor» – oft synonym – verwendet werden, so vielfältig sind auch die Akteure, die sie verwenden. Die Autorin ordnet mit Blick auf die umfassende Nutzung des Konzepts in der Geschichte seine Verwendung ein und veranschaulicht anhand einer Vielzahl von Beispielen, wie problematisch sowohl die Idee als auch die Umsetzung humanitärer Korridore sind. Basierend auf dieser Analyse formuliert sie eine Reihe von operativen Empfehlungen für humanitäre Einsatzkräfte, die je nach spezifischem Kontext berücksichtigt und angepasst werden können.