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In der Gesellschaft, in der wir heute als Frauen leben, dreht sich vorwiegend alles um den materiellen Wert. Es geht nicht darum, wie viel eine Frau leistet und was sie tut. Es geht nur darum, wie viel Geld erwirtschaftet wird. Werte werden geschaffen, damit sie wiederum noch mehr Werte erzeugen können. Welche Rolle spielen Frauen dabei?
Warum verdienen Frauen immer noch weniger für die gleiche Arbeit, wie ihre männlichen Kollegen? Dulden Frauen das, oder wehren sie sich dagegen? Heute ist der offizielle Equal Pay Day, der Tag, an dem Frauen ihre Stimmen für Frauen erheben und für die Gleichberechtigung von Frauen in Bezug auf Lohngleichheit kämpfen.
Alles ist doch besser geworden – oder etwa nicht?
Die gesellschaftlichen Werte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren überall auf der Welt in Bezug auf die Rolle der Frau gleich. Der Mann war das Oberhaupt der Familie, er arbeitete, um diese zu ernähren. Damals waren nur sehr wenige Frauen berufstätig, wollten sie arbeiten, mussten sie ihren Mann erst um seine Erlaubnis fragen. Wie Sie wissen, haben wir diese Zeiten bereits längst hinter uns gelassen. Viele Frauen sind heutzutage berufstätig, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit. Einige Frauen bekleiden sogar Spitzenpositionen in der Wirtschaft oder in der Politik. Darüber hinaus hat sich auch die Rolle des Mannes verändert, da sie auch bei der Kindererziehung mitwirken und sich im Haushalt betätigen. Wenn man jedoch genauer hinschaut, hat sich nichts verändert. Die sogenannten Verbesserungen werden beschönigt, während sich die Rollenverteilung nicht wesentlich geändert hat. Immer noch sind die Frauen für den Haushalt und die Erziehung der Kinder hauptverantwortlich zuständig. Dies wird zur Doppel- oder Überlastung, während Frauen auf der anderen Seite für die gleiche berufliche Leistung weniger verdienen als Männer.
Die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise
Wenn Sie sich die weltweite Situation einmal genauer ansehen, zeigt sich, dass Frauen unter deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten müssen. Die weltweite Wirtschaftskrise sorgt dafür, dass die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden, Verträge sind befristet oder es werden zu geringe Löhne für Frauen gezahlt. Es zeigt sich immer mehr, dass etwas destruktives geschieht, das man durchaus als Verwilderung des Patriarchats bezeichnen darf. Aufgrund der Doppelbelastung vieler Frauen, verrohen Beziehungen, das Soziale verwahrlost zunehmend. Den Frauen wird jedoch die Verantwortung für ihr persönliches und das Überleben ihrer Familie übertragen. In zahlreichen armen Ländern zeigt sich diese Entwicklung in sehr brutaler Weise. Auch bei uns in der Schweiz kann man eine zerstörerische Tendenz beobachten. Kann die Emanzipation in diesem Sinne noch positiv handeln? Aus diesem Grund erheben am 9. März 2015 wieder viele Frauen für Frauen ihre Stimme, um auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen. Es gibt noch viele Missstände in Bezug auf die Lohngleichheit und Doppelbelastung von Frauen zu beheben. Dafür setzen sich am 9. März viele Frauen ein.
Der Kampf für eine bessere Welt
Viele Frauen kämpfen für eine bessere Welt ihrer Geschlechtsgenossinnen. Eine positive Veränderung gelingt allerdings nur, wenn sich auch die Form der Gesellschaft ändert. Wenn die tatsächlichen Ursachen gegen eine Gleichberechtigung der Frauen in der jetzigen Gesellschaftsform liegt, muss diese einer besseren weichen.