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Das Fieber der Atmosphäre
Ursachen und Folgen
der Klimaerwärmung
Prof. Christoph Schär, ETH
Zürich
Das Fieber der Atmosphäre
In einem spannenden Referat brachte Herr Prof. Christof Schär von der ETH Zürich uns den Planet Erde als Patienten näher.
Eines der Hauptsymptome an dem der Planet Erde, der in den letzten 10000 Jahren eine relativ stabile Gesundheit aufwies, leidet, ist die globale und regionale Erwärmung. Vorallem in den lezten 35 Jahren ist eine abnormale Erwärmung zu verzeichnen. Indirekt zeigt sich dies im Rückgang der Gletscher ( Bsp Rhonegletscher).
In guter Erinnerung ist der heisse Sommer im 2003, der in den Sommertemperaturvergleichen weit von den bisherigen Sommertemperaturen abweicht. Prognosen ergeben, dass in 100 Jahren jeder Sommer so heiss, wie der im 2003 werden könnte.
Volkswirtschaftliche Folgen hatte bereits der heisse Sommer 2003 mit Ernteverlusten alleine in der USA von 12.3 Milliarden US$. Ebenfalls gibt es Statistiken die zeigen, das es zu 22000 bis 35000 vorzeitigen Todesfällen durch die Hitze gekommen ist. Dies entspricht einer Mortalitätszunahme während der heissesten Tage von 160% nach französischen Statistiken.
Als häufigste Ursachen wurden Dehydratation, Mangel an Fitness, dehydrierende Medikamente und eine Zunahme der Unfälle genannt.
Massgeblich für die globale Erwärmung verantwortlich ist der CO2 Ausstoss der entwickelten industrialisierten Länder.
Eindrücklich zeigte Herr Prof Schär einen Überblick über den CO2 Gehalt der Atmosphäre in den letzten 400 000 Jahren. Dabei stieg der CO2 Gehalt nie über 280 parts per million ( ppm). In den letzten 200 Jahren ist dieser Wert auf 370 ppm angestiegen und ist somit höher als je zuvor in den letzten 400000 Jahren. Dieses höhere CO2 welches eine lange Halbwertszeit besitzt akkumuliert in der Atmosphäre und bringt ein Ungleichgewicht in die einfache physikalische Gleichung: Input ( Sonneneinstrahlung ) = Output (Zusammengesetzt aus Licht ( reflektierte Sonnenstrahlung) und Wärmestrahlung. Die Wärmestrahlung wird durch das CO2 beeinflusst und führt so zur Erwärmung.
Prognostisch werden Klimamodelle genützt um verschiedene Szenarien durchzuspielen:
Buisness as usual Szenario: Alles geht so weiter wie bisher: à Anstieg des CO 2 von 370 ppm auf 830 ppm im Jahre 2100. Dies würe zu einer globalen Erwärmung von 3 °C führen. Als Konsequenz daraus ergäbe sich ein Anstieg des Meeresspiegels. Dies ist nicht primär Folge des Abschmelzens von den Polkappen ( Grönland) sondern vorallem in erster Linie eine Folge der thermischen Expansion des Meerwassers. Das Abschmelzen bsp von Grönland braucht eine viel längere Zeit (würde aber eine Meerespiegelerhöhung von bis zu 7 m ergeben).
Weitere Folgen wären eine Verknappung der Süsswasserressourcen, vermehrte Hitzewellen / Sommertrockenheit, Zunahme der Niederschläge im Winter, Anstieg der Schneefallgrenze und vermehrt Hochwasser.
Ein anderes Szenario ist die Stabilisierung des CO2 Gehaltes bei 450 ppm. Damit würde mit diesem Rechenmodell die Temperaturerhöhung in 100 Jahren 1.5°C betragen.
Wie kann eine Stabilisierung erreicht werden, was kann man therapeutisch unternehmen?
Hier ist es wichtig zu wissen dass die höchsten CO2 Emissionen gemessen an der Bevölkerung durch die USA und Canada, Japan, Russland und Europa produziert werden. Das CO2 wird vorallem durch Brennstoffe und Treibstoffe erzeugt. Viele Länder haben sich im Kyoto Protokoll verpflichtet, ihre CO2 Emissionen einzuschränken. Die USA haben das Kyotoprotokoll allerdings nicht unterschrieben.
Die Schweiz hat ein CO2 Gesetz verabschiedet ( 1.5.2000), in dem sie sich verpflichtet bis 2010 eine Reduktion des CO2 Ausstosses von 10 % des Wertes von 1990 zu erreichen. Dies soll primär durch freiwillige Massnahmen erreicht werden. Der Bundesrat hat aber die Möglichkeit CO2 Abgaben einzuführen. Ab 2006 hat der Bundesrat nun beschlossen eine Abgabe auf die Brennstoffe zu erheben. Da jedoch in der Statistik eine Zunahme des Treibstoffverbrauches gezeigt werden kann, wäre eine Abgabe auf den Treibstoff wirksamer, jedoch politisch auch schwieriger durchzusetzen.
Der Gesundheitszustand der Erde ist also angeschlagen und diagnostisch ist man sich ziemlich sicher über die Ursachen dieses Allgemeinzustandsverschlechterung. Prognostisch scheint dieser Zustand ernsthafte Folgen zu haben.
Therapeutisch braucht es Akut-Massnahmen die vorallem politisch durchgesezt werden müssen, wo aber auch jedes Individuum selber einen Beitrag leisten kann, damit der Gesundheitszustand dieser Erde stabilisiert werden kann und die worst case – Szenarien nicht eintreffen.
Serge Hediger