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Aus der Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen des SC Schönried 1995
Autor: Werner Raaflaub
Vorgeschichte
Zur Vorgeschichte des Ski-Clubs Schönried gehört ohne Zweifel der Bau des Horneggli-Skilifts, der rechtzeitig vor Winterbeginn vollendet und an Weihnachten 1944 eröffnet werden konnte. Das ideale Skigebiet am Nordhang der Hornfluh erfreute sich sofort grosser Beliebtheit. Für die weit ausbreitenden und schneesicheren Hänge am Horneggli schwärmte auch der in Gstaad weilende, noch jugendliche Prinz Sadri Aga Khan, der im Herbst 1945 durch seinen Skilehrer Alfred Tochtermann für ein noch zu bestimmendes Skirennen eine grosse Zinnkanne stiftete. Damit war der "Sadri Aga Khan-Cup" geboren. Verantwortlich für die Durchführung des Rennens konnte aber nur ein noch zu gründender Ski-Club sein.
Gründung des Ski-Clubs
Die Initiative zur Gründung des Ski-Clubs Schönried liess nicht lange auf sich warten. Die treibenden Kräfte dazu waren vor allem Posthalter Walter Germann, Stationsvorstand Oswald von Siebenthal und Wirt Jakob Schläppi vom Hotel Bahnhof. Unter der zielbewussten Leitung von Walter Germann, der damals dem Saaner Gemeinderat angehörte und auch den Verwaltungsrat des noch jungen Skiliftunternehmens präsidierte, fand die Gründungsversammlung am 25. 0ktober 1945 im Restaurant Bahnhof statt.
Erster Club-Vorstand
- Präsident: Gottfried Wehren
- Vizepräsident: Jakob Schläppi
- Sekretär: Albert Welten
- Material: Hermann Gfeller
- Beisitzer: Gottlieb Burri
- Beisitzer: Walter Germann
Schon zehn Tage danach ersuchte der ins Leben gerufene Ski-Club bereits um Aufnahme beim Schweiz. Skiverband (SSV) in Lausanne und beim Berner Oberländischen Skiverband (BOSV), der damals vom Wengener Ernst Gertsch präsidiert wurde.
Dieses Bild stammt aus den Anfängen des Horneggli-Skilifts. Die Holzmasten wurden 1948 arg von Spechten beschädigt, so dass mit einem Teeranstrich Abhilfe geschaffen werden musste.
1946 - erster Sadri-Run
Am 3. März 1946 wird der Sadri Aga Khan-Cup zum ersten Mal durchgeführt. Der Chronist mag sich an diesen Tag, an dem einer der ersten Riesentorläufe in der Schweiz ausgetragen wurde, noch gut erinnern: "Ich war bei schönem Wetter von Gruben aus via blaue Piste gekommen und traf in den Witteren auf die Tore des weit ausgesteckten Rennens. Da es noch nicht begonnen hatte, stieg ich gegen das Eggli-Rain hinauf. Kaum bei der Sennhütte angelangt, konnte ich nun die Fahrten der Erstgestarteten verfolgen und bewundern. Sie waren unweit der Bergstation gestartet und flitzten mit Schuss und langgezogenen Schwüngen an mir vorüber, um dann im Steilhang, dem schwierigsten Teil der nur wenig präparierten Strecke, wieder zu verschwinden." Das Rennen endete mit dem "Finish" in der Waldmatte und wurde vom Gstaader Junioren Robert Gonseth in 2.56,6 vor seinen Klubkameraden Hanspeter von Siebenthal, Rudolf Müllener und Otto Brand gewonnen.
Noch im selben Winter wurde bei der Firma Huguenin in Le Locle das erste Schönrieder Club-Abzeichen beschafft.
An der Versammlung vom 8. Dezember in Rougemont wird der SC Schönried in den Sarina-Skiverband aufgenommen.
1947 - 1949
1947 - Am 9. Februar starten die SchÖnrieder erstmals für den noch jungen Ski-Club am Verbandsrennen in Saanenmöser. Das erstmals ausgetragene Klubrennen wird von Walter Zwahlen gewonnen, der auch die erstmals ausgetragene Tochtermann-Kanne in Empfang nehmen kann.
1948 - Nur eine Woche nach den Olympischen Winterspielen von St. Moritz finden in Gstaad die internationalen Air France-Rennen statt. Neben Franzosen, Norwegern und Schweden geht auch ein Teil der Schweizer Nationalmannschaft am Wasseerngrat an den Start. Von letzteren dislozieren einige am Sonntagnachmittag (15. Februar) nach Schönried, um auch den Sadri-Run zu bestreiten. Der Sieg geht an den späteren Slalom-Weltmeister Georges Schneider aus La Chaux-de-Fonds.
An der Generalversammlung vom 13. November gibt sich der SC Schönried seine ersten Statuten und zufolge Demissionen auch eine neue Leitung an der Spitze des Vorstandes. Neuer Präsident wird Flugplatzchef Karl Miiller. Das Amt des Sekretärs übernimmt Ernst Bütschi und Christian Bircher dasjenige des Kassiers.
1949 - Neben der Organisation des Tochtermann-Rennens, dem Vorgänger des späteren Horneggli-Rennens, und dem Sadri-Run, werden regelmässig auch Skitouren unternommen, so aufs Hugeli, Wistätthorn und Wildhorn.
1950 - 1959
1950 - Am Verbandsrennen in Gsteig wird Otto Brand für den SC Schönried Sarinameister.
1951 - Das Tochtermann-Rennen figuriert erstmals im Terminkalender und wird als "Horneggli-Rennen" durchgführt. Hinter dem Sieger Gottfried Ginggen belegt Kurt Glur den zweiten Platz. Vom Müro-Werk Müller-Roggli AG in Thun wird der erste Klubpullover angeschafft. Kosten Fr. 41.50 pro StÜck.
1952 - Am Horneggli-Rennen ist Christian Bircher der beste Schönrieder und steht hinter dem Sieger Ernst Brechbühl auf dem Ehrenplatz.
1953 - Am 8. Februar, eine Woche nach dem Sadri-Run, kann Schönried zum ersten Mal das Verbandsrennen durchführen. Die Abfahrt führt vom Nordhang der Hornfluh via Horefang und Wittere zum Ziel in der Waldmatte, wo am Nachmittag auch das Slalomziel steht. Sarinameister wird Werner Raaflaub, damals füir den SC Gstaad startend, und der SC Lauenen gewinnt das Klubklassement.
1954 - Hauptanlass des Ski-Clubs ist nach wie vor der Sadri-Run, der von Jahr zu Jahr einer umfangreicheren Orgasation bedarf. Der Samariterverein Übernimmt den Sanitätsdienst und Radio Feuz die Installation der Lautsprecheranlage. Als Preis werden Holzteller, bemalt von Kunstmaler Jacques Gasser, abgegeben.
Der weit herum bekannte Sadri-Run wird am 31. Januar nach 1951 und 1953 zum dritten Mal vom Lauener Simon Addor gewonnen. Da der Wanderpreis im Hotel Bahnhof (Klublokal) bleiben muss, wird ihm einige Zeit später eine kleinere Zinnkanne als bleibender Preis ausgehändigt.
1955 - Voller Erfolg der Schönrieder am Rinderberg-Derby in Zweisimmen. Olgi Schläppi gewinnt wie im Vorjahr bei den Damen und Jürg Stämpfli ist Sieger der auf dem Gipfel gestarteten Rennklasse. Von 13 teilnehmenden Schönriedern können zwölf eine Auszeichnung nach Hause nehmen. Dazu der zweite Platz im Mannschaftsklassement.
Derby-Sieger Jürg Stämpfli, Damen-Siegerin Olgi Schläppi sowie Werner Raaflaub (Bestzeit vom Ostgrat)
1956 - Kurt Glur, Gerhard Reuteler und Jürg Stämpfli nehmen mit unterschiedlichem Erfolg am Oberländischen in Kandersteg teil. Beim Horneggli-Rennen hingegen setzen sich Olgi Schläppi und Kurt Glur wie zwei Jahre zuvor an die Spitze der Rangliste.
1957 - Am 10. Oktober beschliesst der Vorstand dass dem Kassier und dem Sekretär für ihre Bemühungen eine Entschädigung von zusammen vier Prozent der Einnahmen oder mindestens 100 Franken ausgerichtet wird. Am 14./15. Dezember findet am Horneggli ein Abfahrtsund Slalomkurs des BOSV statt. Zwei Wochen später wird am beleuchteten Slalomhang in "Birchers Weidli" der erste Schönrieder Nachtslalom ausgetragen; er endet mit dem Sieg des einheimischen Juniorens Gottfried Griessen.
1958 - Am 2. Februar gewinnt der Wengener Fritz Gertsch zum dritten aufeinanderfolgenden Male den begehrten Sadri Aga Khan-Cup. An Stelle des Original-Wanderpreises wird ihm eine genau gleiche Zinnkanne (Replika) abgegeben.
Am folgenden Sonntag (9. Februar) zieht sich Rolf Burri beim Rinderberg-Derby schwere Verletzungen zu. Er stirbt anschliessend im Spital an den Folgen einer Embolie. Mit Rücksicht auf diesen erschütternden Todesfall verzichtet der SC Schönried am nächsten Wochenende auf die Teilnahme am Verbandsrennen in Saanen und auf die Organisation eines Clubrennens. Am 22. November beschliesst die Generalversammlung, zwecks Verkleinerung des Unfallrisikos, jedem Rennfahrer einen Beitrag von 20 Franken zur Anschaffung einer Sicherheitsbindung auszurichten. Beim 2. Nachtslalom am 27. Dezember belegen Gottfried Aegerter und Werner Raaflaub die beiden ersten Plätze.
1959 - Unabhängig vom Ski-Club haben einige Schönrieder zusammen mit Jürg Stämpfli das Sie + Er-Rennen ins Leben gerufen. Es steht allen Nichtlizenzierten offen und soll in erster Linie der Kameradschaft zwischen den Schönrieder Gästen und den einheimischen Teilnehmern dienen. Als Wanderpreis wird kurzerhand ein zu später Stunde in der Ermitage-Bar "geklauter" Champagner-Kübel benutzt und fortan als "Challenge Ermitage" bezeichnet mit zur Tradition gewordenen Austragung stets am 2. Januar (Berchtoldstag).
Der Horneggli-Skilift wird in eine kombinierte Bahn (Skilift/Sesselbahn im Sommer) umgebaut.
Beim Verbandsrennen in Gsteig wird Werner Raaflaub trotz Sturz in der durch enge Waldpartien führenden Abfahrt vom Topfel zum zweiten Mal Sarinameister. Der Ski-Club beantragt beim SSV, dass die Versicherungssummen bei Unfalltod oder Invalidität der lizenzierten Fahrer erhöht werden.
1960 - 1969
1960 - Totaler Erfolg der Schönrieder am 21. Februar beim Verbands rennen in Rougemont. Mit Alfred Hauswirth (Sarinameister), Gottfried Griessen, Walter Zwahlen, Werner Raaflaub und Alfred von Grünigen belegt der SC Schönried die ersten fünf Plätze in der Kombination und gewinnt dadurch haushoch das Klubklassement. Eine Woche später sind die Schönrieder auch Mannschaftssieger am Bigler-Derby mit Walter Zwahlen als Einzelsieger.
Am Slalomhang von Rougemont v.1.n.r.: Nikl.Stämpfli, Arnold Bütschi, Gottfried Aegerter, Werner Raaflaub, Jürg Stämpfli, Alfred von Grünigen, Ferdi Zwahlen, Gottfried Raaflaub,Gottfried Griessen, Alfred Hauswirth
Als BOSV-Qualifikationsrennen organisiert Schönried am 11. Dezember einen Trainingsslalom, der in Möschings Wittere ausgetragen und vom Junioren Peter Schneeberger gewonnen wird. In der gleichen Kategorie belegt ein gewisser Adolf Ogi aus Kandersteg den 7. Rang.
1961 - Am 19. Februar organisiert Schönried zum zweiten Mal das Verbandsrennen. Für die Abfahrt wird am Horneggli erstmals die rote Piste benützt, während der Slalom mit gleichem Ziel an Birchers Weidli ausgetragen wird. Arnold Zingre wird nach 1958 zum zweiten Mal Sarinameister und der SC Schönried überlegener Gewinner des Klubklassements. Fürst Rainier von Monaco und seine Gemahlin werden in den Ski-Club aufgenommen.
1962 - Höhepunkt des Winters ist die erfolgreiche Durchführung der Schweiz. Klubmeisterschaften am 24./25. Februar, die mit grossem Wetterglück Über die Bühne gehen. Bei den Herren gewinnt Wangs-Pizol die Abfahrt, La Chaux-de-Fonds den Slalom und Adelboden die Kombination. Als Rennstrecke dient wie im Jahr zuvor die rote Piste am Horneggli und der Slalom findet als spannender Parallelwettkampf auf vier nebeneinander ausgesteckten Pisten am dafür idealen Hang an Birchers Weidli statt. - Zwei nachmalige Bundesräte nehmen als Ehrengäste teil: Roger Bonvin als Zentralpräsident des SSV und Rudolf Gnägi als bernischer Regierungsrat und Volkswirtschaftsdirektor. Das Sie + Er-Rennen findet erst am 24. März statt.
1963 - Horneggli-Rennen und Sadri-Run können programmgemäss ausgetragen werden. Am 10. März wird Otto Hauswirth Kombinationssieqer am Standartrennen in Saanenmöser. Am 18. Mai wird Alfred Burri Nachfolger des langjährigen Präsidenten Karl Müller, der gleichzeitig zum Ehrenpräsidenten erkoren wird. Am 16. Juni beteiligt sich der Ski-Club am Grümpelturnier des FC Sarina und im September wird ein Sujet-Wettbewerb für ein neues Klubabzeichen ausgeschrieben.
1964 - Dem beinahe schneelosen Winter fallen praktisch alle Skiwettkämpfe zum Opfer. Als Ersatzveranstaltungen werden ein Hockeymatch Skilehrer / Skiklub, eine Filmvorführung, eine Fondueparty im Berghaus Horneggli und am Tag des erstmals abgesagten Sadri-Runs eine Sadri-Chilbi im Hotel Bahnhof durchgeführt. Und schliesslich wird am Klubabend vom 14. März das nigel-nagel-neue Klubabzeichen festlich eingeweiht.
Präsident Alfred Burri ist zum Eidg. Beamten befördert worden und zieht am 1. Juni nach Bern. An der Generalversammlung vom 14. November werden neue Statuten gutgeheissen und die Anschaffung eines neuen Klubpullovers beschlossen. Gleichzeitig wird ein Rennfahrer-Fonds geschaffen sowie eine neue Beleuchtung am Slalomhang.
1965 - Das Horneggli-Rennen wird zum zweiten Mal als kombinierte Prüfung (Abfahrt am Samstag, Slalom am Sonntag) ausgetragen und die Teilnehmerzahl bei den Herren auf 60 beschränkt. Die Damen können nur im Slalom starten.
An der Generalversammlung vom 4. Juni treten Präsident Alfred Burri und Sekretär Werner Raaflaub zuriick. Ihre Nachfolger sind Karl Miiller und Vreni Zingre. Am 6. August genehmigt der SSV die neuen Statuten; er will sie künftig für die SSV-Klubs als Musterstatuten verwenden. Am Nachtslalom vom 30. Dezember gibt es viele Ausfälle; nur zwei Damen und acht Herren können rangiert werden.
1966 - Am Oberländischen in Grindelwald wird Willy Aegerter Juniorenmeister im Langlauf, 4. Hansruedi Hauswirth, 5. Ueli Dübi. Am 20. Februar wird der Sadri-Run zum 20. Mal durchgeführt. Am 5./6. März organisiert Schönried zum zweiten Mal die Klubmeisterschaften. Der SC Grindelwald gewinnt bei den Damen, der SC Parpan bei den Herren und der SC Schönried ist beste Oberländer Mannschaft. Das beleuchtete Skistadion am Fuss von Birchers Weidli wird auch von den Langläufern zum Tranieren benutzt.
Erinnerungen an die Klubmeisterschaften 1966
Links : Blick vom OVO-Stand auf die vier nebeneinander liegenden Slalompisten
Rechts: einige vertraute Gesichter am Bahnhof
1967 - Wiederum gute Resultate der Schönrieder Langläufer am Oberländischen in Adelboden; sie haben die Alpinen leistungsmässig Überholt. Ueli DÜbi wird Juniorenmeister, Willy Aegerter dritter Junior und Alfred Hauswirth wird Fünfter bei den Senioren.
1968 - Klaus Kunz wiederholt seinen Vorjahressieg am Horneggli-Rennen, das nur noch als Abfahrt ausgetragen wird. Dafür wird der Sadri-Run erstmals in zwei Läufen durchgeführt. Er wird nach 1962 und 1963 zum dritten Mal vom legendären Bruno Zryd aus Adelboden gewonnen. Von diesem Zeitpunkt an ist der bisherige Wanderpreis nicht mehr auffindbar, so dass für das kommende Jahr eine neue Zinnkanne beschafft werden muss.
Am 24. März findet der erste Schönrieder Frühlings-Langlauf statt; er wird vom Altersklässler Georges Gottofrey aus Albeuve gewonnen. An der Generalversammlung vom 18. Mai Übernimmt Ludwig Schreiber an Stelle von Kari Müller das Präsidentenamt. Am 25. August organisiert der Ski-Club den ersten Stafettenlauf "rund um den Hornberg" und Ende November ebenfalls erstmals einen Lottomatch im Hotel Bahnhof.
1969 - Schönried organisiert nach 1962 und 1966 zum dritten Mal die Schweiz. Klubmeisterschaften, die am 1./2. März als Jubiläum zum 25. Mal ausgetragen werden und erneut am Horneggli stattfinden. 25. Schweizerische Klubmeisterschaften in Abfahrt und Slalom. Mit Grindelwald (Damen) und Parpan (Herren) gewinnen die gleichen Mannschaften wie 1966. Sieger des 2. Frühlings-Langlaufs ist Bernard Brandt aus Les Diablerets. Am 14. November gedenkt die Generalversammlung des in den Bergen tödlich verunfallten Klubkameradens Ferdinand Zwahlen. Für 2'000 Franken werden Aktien für den Bau der Rellerlibahn gezeichnet.
1970 - 1979
1970 - Schönried kann zum dritten Mal das Verbandsrennen organisieren, das wiederum auf den mehrmals erprobten Pisten am Horneggli durchgeführt wird. Sarinameister werden Ruth Wehren und Klaus Kunz, während der SC Saanen das Klubklassement für sich entscheiden kann. Im Herbst kann der Ski-Club Schönried auf 25 Jahre seines Bestehens zurückblicken, offiziell wird daran aber erst an der Generalversammlung vom 29. Mai 1971 erinnert.
1971 - Schönried führt zusammen mit den Ski-Clubs Gsteig und Lenk die 52. Oberl. Verbands-Skirennen durch. Lang- und Staffellauf können programmgemäss im Januar in Feutersoey ausgetragen werden. Die alpinen Disziplinen hingegen müssen wegen Schneemangels auf den 20./21. Februar verschoben werden. Abfahrt und Slalom finden am Horneggli statt, der Sprunglauf an der Lenk und der Gstaader Wispile-Riesentorlauf dient als Riesenslalommeisterschaft. Am interregionalen JO-Rennen in Langnau gewinnt Markus Bütschi die Broncemedaille im Langlauf.
1972 - Am 2. März wird am Hugeli der erste Rellerli-Parallel-Slalom um den "Halteli-Cup" durchgeführt. Mit Josef Haas, Venanz Egger, Marcel Dousse, Urs Bieri und Kurt Lötscher weist der Frühlingslanglauf am 12. März eine ausserordentlich gute Beteiligung auf. In der folgenden Woche finden im Saanenland die Schweiz. Hochschulmeisterschaften und internationalen SAS-Rennen statt. Das Abfahrtsrennen wird am Horneggli ausgetragen, der Riesenslalom am Rellerli.
1973 - Am 3. Februar wird der Sadri-Run zum letzten Mal als Riesenslalom durchgeführt. Zu Gunsten des auf den 11. März verschobenen Feutersoeyer-Langlaufs verzichtet Schönried auf die DurchfÜhrung des eigenen Langlaufs. Der SC Schönried gewinnt die Coupe Suisse Inter-Clubs in Les Diablerets und kann in der Folge am internationalen Final auf dem Col des Gets teilnehmen.
1974 - Der Sadri-Run wird erstmals als Abfahrtsrennen durchgeführt. Beim Langlauf sind einige Schwierigkeiten aufgetreten. In der Folge wird an der Generalversammlung vom 31. Mai mit 7 : 5 Stimmen beschlossen, den Langlauf ab nächstem Winter nicht mehr durchzuführen. Das Klubabzeichen steht nun auch als Anstecknadel zur VerfÜgung.
1975 - 27. Schweizerische Klubmeisterschaften im Slalom 8./9. März 1975: Schönried Übernimmt zum vierten Mal die Durchführung der Klubmeisterschaften, die mit einem neuen Modus (Parallel-Slalom auf drei Pisten) am Rellerli ausgetragen werden, mit Ausscheidungen am Samstag und Final am Sonntagnachmittag. Dazu findet am Sonntagvormittag der Parallel-Riesenslalom am Hugeli statt. Parpan gewinnt die beiden Herrenkategorien und die BOSV-Equipe bei den Damen. Darunter befindet sich auch die Schönriederin Marianne Kernen. - Ehrengäste sind Bundesrat Rudolf Gnägi und alt Bundesrichter Karl Dannegger, Ehrenmitglied des SSV, der als Achtzigjähriger mit den Skiern zu Fuss aufs Rellerli hinaufsteigt.
1976 - Die Sadri-Abfahrt wird am 7. Februar als Konfrontationsrennen der zur Interregion Mitte gehörenden Regionalverbände durchgeführt. Am 22. Februar folgt der Parallel-Riesenslalom am Rellerli. Die Generalversammlung wird am 28. Mai im Tea-Room Bärgmandli abgehalten. An Stelle von Alfred von Grünigen wird Christian Bircher, junior, zum neuen Vizepräsidenten gewählt.
1977 - Die Sadri-Abfahrt wird am 29. Januar erneut als Konfrontationsrennen ausgetragen und vom Wimmiser Markus Imobersteg gewonnen. Am 19. Februar wird das Klubrennen für ein Mal als Fassdaubenrennen durchgeführt. Die Generalversammlung findet am 26. Juni erstmals an einem Sonntag auf dem Horneggli statt. Ursula Bircher wird neue Kassierin, Gottfried Schopfer neuer Vizepräsident.
1978 - Saanen und Schönried führen am 20./21. Januar zusammen die alpinen BOSV-Meisterschaften durch. Slalom und Riesenslalom finden in Saanen am Eggli und die Abfahrt am Horneggli statt, die von Ursula Glur und Beat Hählen, dem heutigen Lenker Arzt gewonnen wird. Heinz Zanini gewinnt für Schönried den Riesenslalom, während Christian von Siebenthal (Saanenmöser) den Slalom und die Kombination für sich entscheidet. Der Parallel-Slalom am Rellerli kann erst nach Ostern,d.h. am 2. April stattfinden. Am 2. Dezember muss die von 45 Mitgliedern besuchte Generalversammlung in einer Schweigeminute des durch einen tragischen Unfall verstorbenen JO-Leiters Alfred von Grünigen gedenken. Ihm zu Ehren verzichtet der Ski-Club dieses Jahr auf einen Lottomatch.
1979 - Die Zusammenarbeit zwischen den Ski-Clubs Saanen und Schönried wird fortgesetzt, indem mit den Meisterschaften der Damen erstmals nationale Titelkämpfe durchgeführt werden. Riesenslalom und Slalom werden in Saanenausgetragen und die Abfahrt auf der roten Piste am Horneggli. Bernadette Zurbriggen siegt in 1.43.47.
Am 15. Dezember muss die Generalversammlung erneut um ein verstorbenes Vorstandsmitglied trauern. Materialverwalter Armin Frautschi ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.
1980 - 1989
1980 - Zum vierten Mal organisiert Schönried das Verbandsrennen, das mit Slalom und Riesenslalom am 2. März am Rellerli durchgeführt wird. Gstaader Siege durch Evi Herrmann und den in der Altersklasse startenden Hans Zingre. Lauenen gewinnt das Klubklassement vor Gstaad und Grund. An der Generalversammlung vom 29. Juni wird Ursula Glur, die den BOSV-Cup zum fünften Mal gewonnen hat, geehrt. Am 13. Dezember können die revidierten Statuten von der Herbst-Generalversammlung verabschiedet werden.
1981 - Der SC Schönried ist Mitorganisator beim Europa-Cup der Damen vom 5./6. Januar in Saanen. Beide Riesentorläufe werden von Erika Hess dominiert. Brigitte Glur belegt den dritten bezw. fünften Rang. Anfangs März findet der Final des OVO-Grand-Prix erstmals in Schönried (Rellerli) statt und am 18. Oktober auf Initiative von Alfred Burri das erste Veteranen-Treffen im Berghaus Horneggli.
1982 - Am 27. Februar organisiert Schönried am Rellerli den 1. Steigenberger-FIS-Slalom. Brigitte Glur hat am Weltmeisterschaftsslalom in Schladming teilgenommen und ist im Anschluss daran vom Wettkampfsport zurückgetreten.
Bei den Schweizer Meisterschaften gewinnt Bruno Kernen Bronce in der Kombination. An den Juniorenmeisterschaften kommt Christine von Grünigen ebenfalls zu Bronce in der Kombination und zu Silber im Slalom.
1983 - erster Schönrieder Weltcup-Sieg
Am 21. Januar gewinnt Bruno Kernen die nach Kitzbühl verlegte Lauberhornabfahrt und feiert damit den ersten Schönrieder Weltcup-Sieg. Ebenso erfolgreich ist Christine von Grünigen, die einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag im bulgarischen Pamporova mit dem Gewinn der Europacup-Gesamtwertung eine glänzende Rennsaison abschliesst und auch den Sieg in der Riesenslalomwertung davonträgt. Am 12. Februar wird am Rellerli der 2. Steigenberger-FIS-Slalom durchgeführt. Bei den Schweizer Meisterschaften auf dem Stoos holt sich Christine Silber im Slalom und Bruno gewinnt bei den Herren am Wiriehorn Silber in der Abfahrt und wie im Vorjahr Bronce in der Kombination. Bruno Kernen beim Abfahrtstraining am Lauberhorn. Die Abfahrt selber fand eine Woche später in Kitzbühl statt.
1984 - Saanen, Gstaad und Schönried führen drei FIS-Rennen für Herren durch, wobei der Slalom am 28. Januar am Rellerli stattfindet. Am 10. März wird in Schönried erstmals eine BOSV-Volksabfahrt ausgetragen, mit Start am Plani und Ziel in der Bergmatte.
1985 - Sechs Jahre nach den Meisterschaften der Damen folgen im weissen Hochland diejenigen der Herren. Just auf den richtigen Zeitpunkt hin ist die Anlage am Horneggli durch eine moderne Dreier-Sesselbahn ersetzt worden und auch der notwendige Schnee ist in letzter Minute eingetroffen, so dass die Titelkämpfe programmgemäss mit der Meisterschaftsabfahrt gestartet werden können. Auf der neuen und schnellen Strecke wird Peter Müller in 1.44,23 Schweizer Meister, während der frischgebackene Weltmeister Pirmin Zurbriggen mit dem achten Platz Vorlieb nehmen muss. Am Samstag folgt der Riesenslalom in Saanen und am Sonntag zum Abschluss der Slalom an der Wispile.
1986 - Es finden zwei Volksabfahrten statt, am 22. Februar die Schönrieder Volksabfahrt und am Tage darauf (Sonntag) wird diejenige von Meiringen nachgeholt. An die von Heinz Welten angeschaffte Zeitmessanlage leistet der Ski-Club einen Beitrag von Fr. 4'000.--. Die restlichen Kosten werden von der Horneggli- und der Rellerli-Bahn übernommen.
1987 - Schönried organisiert zusammen mit Saanen erstmals internationale Masters-Rennen. Der Slalom wird am 24. Januar am Hugeli ausgetragen, während der Riesenslalom am zweiten Tag am Eggli stattfindet. Volksabfahrt am 21. Februar am Horneggli.
Am 23. März wird mit grossem Sicherheitsaufwand am Horneggli ein Europa-Cup durchgeführt. Der Super-G wird von Peter Müller gewonnen. An Stelle des langjährigen Präsidenten Kurt Glur wählt die Generalversammlung am 26. Juni Heinz Welten zum Nachfolger.
1988 - Auf einen neuerlichen Europa-Cup am Horneggli wird verzichtet. Dem Schneemangel fallen ein auf den 24. Januar angesetztes BOSV-Cup-Slalom und die Volksabfahrt vom 20. Februar, zum Opfer; beide Anlässe waren am Rellerli vorgesehen. Am 24. Juni wählt die Generalversammlung Ursula Liechti zur neuen Kassierin; sie ersetzt Erich Matti. Ende November wird die neue Schönrieder Turn- und Mehrzweckhalle festlich eingeweiht.
1989 - Wegen Schneemangels muss auch dieses Jahr die Ende Februar vorgesehene Volksabfahrt abgesagt werden. Dagegen kann das Verbandsrennen, es ist die fünfte Austragung in Schönried, am 12. März durchgeführt werden und zwar beim Läger-Skilift. Lauenen stellt mit Beatrice Brand und Gusti Oehrli die Sarinameister und gewinnt auch das Klubklassement. Die Preisverteilung, verbunden mit einem Raclette, findet in der Mehrzweckhalle statt.
An der Generalversammlung vom 28. Juli wird Präsident Heinz Welten durch Jürg Schwenter abgelöst und Esther Häfliger ersetzt die nach 24jähriger Tätigkeit zurückgetretene Sekretärin Vreni Zingre-Germann. Neuer Vizepräsident wird Heinz Zanini. An der Versammlung wird der vom internationalen Rennsport zurückgetretene Bruno Kernen zusammen mit Christine von Grünigen, die an den Weltmeisterschaften in Vail teilnehmen konnte, gebührend geehrt.
1990 - 1995
1990 - Der Vorstand beschliesst, für ein neues Klubabzeichen einen Wettbewerb auszuschreiben. Die Anschaffung wird dann an der Generalversammlung vom 6. Juli beschlossen und das neue Abzeichen kann an der Herbstversammlung vom 15. Dezember offiziell eingeweiht werden. Es ist das dritte Signet in der Geschichte des SC Schönried und erinnert mit der von Gummfluh und Rüblihorn umrahmten Schönrieder Sonne etwas an das erste, im Jahr 1946 beschaffte Abzeichen.
1991 - Erneut leidet das "weisse Hochland", nun Super-Skiregion genannt, an Schneemangel, so dass die Volksabfahrt trotz Verschiebungsversuchen, zum dritten, aufeinanderfolgenden Mal nicht durchgeführt werden kann. Eine Ausnahme in dieser fast trostlosen Situation bilden zwei Anlässe, die bis jetzt regelmässig stattfinden konnten: der OVO-Grand-Prix Mitte Januar und das seit einigen Jahren stets am Ostermontag die Wintersaison abschliessende Clubrennen. Am 20. Dezember findet die vorläufig letzte Herbst-Generalversammlung statt, da mit einer Statutenänderung beschlossen wird, künftig nur noch die Frühjahrs-Generalversammlung abzuhalten.
1992 - Im Rahmen des Critgrium mondial des internationalen Mastercups wird am 31. Januar auf der Strecke der Volksabfahrt mit Ziel in der Bergmatte der Super-G durchgeführt. Die Volksabfahrt selber findet am 8. Februar am Horneggli statt, d.h. am Tage der Eröffnung der Olympischen Winterspiele von Albertville. Dort können sowohl Christine als auch Michael von Grünigen an den Start gehen.
Erstmals wird bei Mondschein eine Schlittelabfahrt organisiert. Am 15. März kann Schönried zum zweiten Mal den Final des OVO-Grand-Prix durchführen. Christine und Michael von Günigen werden an der Generalversammlung für ihre Olympia-Teilnahme geehrt.
Die Geehrten erhielten zwei von Anita Raaflaub-Wälti angefertigte Scherenschnitte, welche die Verbindung zwischen dem bäuerlichen Landschaftsbild und der sportlichen Betätigung zum Ausdruck bringen, wobei auch die olympischen Ringe Aufnahme ins Sujet qefunden haben.
1993 - zweiter Schönrieder Weltcup-Sieg
Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Triumpf von Bruno Kernen in Kitzbiühl ist der zweite Schönrieder Weltcup Sieg Tatsache geworden. Am 19. Januar erringt Michael von Grünigen im Riesenslalom von Veysonnaz seinen ersten Weltcup-Triumpf, der noch am gleichen Abend im Hotel Bahnhof gebührend gefeiert wird. Sowohl Christine als auch Michael können einige Wochen später an der von Wind und Wetter arg beeinträchtigten Weltmeisterschaft im japanischen Morioka teilnehmen.
Ins Wasser gefallen ist wiederum die Volksabfahrt, während das Clubrennen unter dem Motto "Spiel und Plausch" für ein Mal auf dem Hornberg durchgeführt wird. An der Generalversammlung vom 25. Juni wird Michael von Grünigen zum Ehrenmitglied ernannt und Kurt Glur zum Ehrenpräsidenten, letzterer an Stelle des im Dezember 1992 verstorbenen Karl Müller.
1994 - Am Rellerli wird ein FIS-Rennen und an Stelle eines zweiten FIS-Slaloms ein kurzfristig Übernommener Europa-Cup der Damen durchgeführt.
Christine und Michael von Grünigen starten beide an den Olympischen Winterspielen in Lillehammer. Im Anschluss daran erklärt Christine den Rücktritt vom internationalen Skirennsport und erringt an den Schweizer Meisterschaften zum Abschluss noch die Silbermedaille im Slalom.
Das Clubrennen vom 4. April steht ganz im Zeichen der Verabschiedung und sportlichen Würdigung von Christine, die zudem an der Generalversammlung am 24. Juni zum Ehrenmitglied ernannt und auch gleich in den Vorstand berufen wird. Gleichzeitig wird Rolf Schwenter zum neuen Präsidenten und Bruno Kernen zum neuen Vize gewählt.
Am 18. Dezember gewinnt Michael von Grünigen im Riesenslalom von Val d'Isère sein zweites Weltcup-Rennen. Ihm zu Ehren veranstalten der Saaner Gemeinderat und der Ski-Club am 30. Dezember in der Waldmatte einen Empfangs-Apéro.
1995 - Der 50. Winter seit Bestehen des Ski-Clubs bringt vom Neujahr an erfreulich viel Schnee, aber auch grosse Niederschläge in Form von Regen und viel zu hohe Temperaturen.
Mit WetterglÜck und einem Grosseinsatz vieler freiwilliger Helfer kann Schönried anfangs Februar innert dreier Tage nicht weniger als vier für den Europa-Cup der Damen zählende Rennen (2 Super-G und 2 Riesentorläufe) durchführen. Die Strecke führt von der Grossen Vorsass bis zum Ziel bei der Talstation der Rellerlibahn.
Michael von Grünigen klassiert sich mit Abstand als bester Schweizer im 9. Rang des Gesamt-Weltcups. Er hatte sich für die Weltmeisterschaft in der spanischen Sierra Nevada qualifiziert, die jedoch wegen Schneemangels auf den Februar 1996 verschoben werden musste.