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Spenden für übergreifende Dienste gehen erneut zurück
22. Februar 2022
Die Unsicherheit über die Zukunft der weltweiten Methodistenkirche und die Auswirkungen der Pandemie führen in den USA dazu, dass die Spenden für die übergreifenden Dienste der Kirche das dritte Jahr in Folge gesunken sind.
Am 18. Februar traf sich der «Rat für Finanzen und Verwaltung» der weltweiten Methodistenkirche online zu einer Sitzung. Die dabei vorgelegten, vorläufigen Zahlen zeigen, dass für die übergreifenden Dienste der Kirche nur rund 76% der benötigten Spendengelder zusammengekommen sind. Damit ist die Spendenquote gegenüber 79% im Jahr 2020 und 85% im Jahr 2019 zum dritten Mal gesunken.
«Umlagen» aus den Kirchgemeinden
Die Gelder für die übergreifenden Dienste kommen zu einem grossen Teil von der Methodistenkirche in den USA. Die einzelnen Jährlichen Konferenzen (Synoden) leiten von den in ihren Gebieten gesammelten Geldern «Umlagen» für die Finanzierung dieser Dienste weiter. Etwa 90 % der Spenden verbleiben in den Kirchgemeinden vor Ort.
Sieben Fonds
Die US-Konferenzen verteilen ihre Zuweisungen auf sieben allgemeinkirchliche Fonds. Jeder Fonds unterstützt eine andere Kategorie von Diensten: Bischöfe, Ausbildung von Pfarrerpersonen und kirchlichen Mitarbeiter:innen, die Arbeit der meisten allgemeinen Organisationen, die Verwaltung, den Black College Fund, die Afrika-Universität und die ökumenische Arbeit. Die Zentralkonferenzen – kirchliche Regionen in Afrika, Europa und auf den Philippinen – zahlen ebenfalls Beiträge, allerdings nur in den Bischofsfonds und den Fonds für die allgemeine Verwaltung.
Insgesamt erhielten die allgemeinen kirchlichen Dienste 2021 etwa 113,7 Millionen US-Dollar an Umlagen. Das sind etwa 1,9 Millionen Dollar weniger als im Vorjahr.
Pandemie und Trennung
Gründe für den Rückgang der Spenden sehen die Verantwortlichen einerseits in der Corona-Pandemie. Vielerorts konnten über eine längere Zeit keine Präsenz-Veranstaltungen mehr durchgeführt werden. Noch hat sich die Situation nicht normalisiert. Zum anderen dürfte sich auch die sich abzeichnende Trennung der weltweiten Methodistenkirche aufgrund anhaltender Differenzen um Fragen der menschlichen Sexualität negativ auf das Spendenaufkommen ausgewirkt haben.
Einbruch bereits 2019
Die Spenden für übergreifenden Dienste gingen bereits vor der Pandemie, nach der ausserordentlichen Tagung der Generalkonferenz 2019 zurück. Damals hatten die Delegierten mit einer sehr knappen Mehrheit beschlossen, das kirchliche Verbot von gleichgeschlechtlichen Trauungen zu verschärfen und «selbsterklärt praktizierenden» homosexuellen Geistlichen denn Dienst in der Kirche zu untersagen.
Trennungsplan
Seitdem hat eine Gruppe von Führungspersönlichkeiten das Protokoll «Versöhnung und Gnade durch Trennung» entwickelt. Der Vorschlag sieht vor, dass Kirchen und Konferenzen der Methodistenkirche, die die derzeitigen LGBTQ-Beschränkungen unterstützen, mit Kircheneigentum und 25 Millionen US-Dollar an Kirchengeldern eine eigene Konfession gründen können.
Entscheidung nötig
Um in Kraft zu treten, muss das Protokoll an einer Generalkonferenz verhandelt und angenommen werden. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die für 2020 geplante Tagung bereits zweimal verschoben werden. Ob sie, wie aktuell geplant, vom 29. August bis 6. September 2022 in Minneapolis stattfinden kann, entscheidet das zuständige Gremium voraussichtlich Ende März.
Gremien waren vorbereitet
In Anbetracht der Ungewissheit und der anhaltenden Pandemie, hätten sich die methodistischen Organisationen und Dienste auf allen Ebenen angepasst, sagte der Vorsitzende des Rats für Finanzen und Verwaltung, Pfarrer Moses Kumar. Sie hätten Personal abgebaut und ihre Dienste angepasst.
Auf Reserven zurückgreifen
Die meisten methodistischen Organisationen rechneten für 2022 mit Sammelquoten zwischen 60 und 65 %. Der Rat für Finanzen und Verwaltung selbst rechnete mit einer Sammelquote von 50 %. Die Organisationen erwarten, dass sie auf ihre Reserven zurückgreifen müssen, um Defizite auszugleichen und ihrem Auftrag treu zu bleiben.
Gelder flossen nur teilweise
Pfarrer Moses Kumar, Leiter des Rats für Finanzen und Verwaltung der weltweiten MEthodistenkirche, gab am 18. Februar bekannt, dass acht Jährliche Konferenzen in den USA ihre Beiträge für 2021 vollständig gezahlt haben. Das ist deutlich weniger als die 18, die 2020 und 2019 vollständig gezahlt haben. Zehn bischöfliche Gebiete in Afrika, Europa und auf den Philippinen, darunter auch das Bischofsgebiet von Patrick Streiff, zahlten ihre Umlagen in voller Höhe. 2020 waren es nur acht.