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COPD: β-Blocker scheinen Mortalität und Exazerbationen zu reduzieren
Aufgrund befürchteter pulmonaler Nebenwirkungen wird meist versucht, bei COPD-Patienten mit kardiovaskulären Komorbiditäten auf den Einsatz von β-Blockern zu verzichten. Eine Kohortenstudie lässt nun vermuten, dass β-Blocker bei COPD sogar einen günstigen Effekt haben könnten.
Die Studienautoren werteten die medizinischen Daten von 2230 durchschnittlich 65-jährigen Patienten mit einer COPD (53% Männer) aus 23 Grundversorgerpraxen in den Niederlanden aus. Die Quellen enthielten standardisierte Informationen zu Arztkonsultationen, Diagnosen und Medikamentenverschreibungen. Endpunkte waren Mortalität und COPD-Exazerbationen.
Nach einem mittleren Follow-up von 7.2 Jahren waren 30.8% der Patienten gestorben und 47.3% erlitten zumindest eine Exazerbation ihrer COPD. Die abgeglichenen Wahrscheinlichkeiten für Patienten mit β-Blockern betrugen im Vergleich zu solchen ohne β-Blocker 0.68 für die Mortalität und 0.71 für COPD-Exazerbationen. Subgruppenanalysen zeigten, dass COPD-Patienten ohne kardiovaskuläre Komorbidität genau gleich von β-Blockern profitierten wie solche mit kardiovaskulärer Zusatzerkrankung.
Konklusion der Autoren: Die Behandlung mit β-Blockern scheint bei Patienten mit COPD mit einer reduzierten Mortalität und einem geringeren Exazerbationsrisiko einherzugehen.
Link zur Studie
Arch Intern Med 2010;170:880-887 - Rutten FH et al
03.06.2010 - dde