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Die Philosophie der Gefühle
Die Philosophie der Gefühle ist eines der lebendigsten Forschungsgebiete des letzten Jahrzehnts. Dieses Projekt setzt sich zum Ziel, eine neue Auffassung der menschlichen Gefühle zu erproben, indem es ausgewählte Texte aus der altchinesischen und antiken griechisch-römischen Philosophie in ihrem historischen und kulturellen Kontext interpretiert.
Gemäss dieser Auffassung gibt es eine Kunst des Fühlens, wobei sich die einzelnen Gefühle als bessere oder schlechtere Ausübungen dieser Kunst betrachten lassen. Dieses Modell anerkennt sowohl den habituellen, als auch den intellektuellen Aspekt von Gefühlen, ohne gleichzeitig die Gefühle auf Habitus oder Meinung zurückzuführen. Weil dabei die Gefühle selbst als mehr oder weniger verständige Leistungen aufgefasst werden, die nicht kontrolliert sondern erlernt werden müssen, dies könnte auch als konstruktiver Beitrag in Bezug auf den Versuch, den Zwiespalt zwischen Vernunft und Gefühl zu überwinden, gewertet werden. Der Fokus auf die antiken Texte sollte zudem bewirken, dass diese als relevantes Material für die gegenwärtige Forschung anerkannt werden. Gleichzeitig soll damit klargemacht werden, dass besonders die chinesische Tradition nähere Aufmerksamkeit verdient.
Das Projekt vollzieht sich in zwei Schritten. Der erste Schritt umfasst die Veröffentlichung vier kürzerer Aufsätze, die eine neue Interpretation einzelner griechisch-römischer und chinesischer Texte aus geschichtsphilosophischer Perspektive anbieten werden. Diese Ergebnisse werden dann als Basis für den zweiten Schritt dienen, bei dem diese Interpretationen in einer Monographie zusammengebracht und einige Konsequenzen aus systematischer Perspektive entfaltet werden.
Team
- Name / Titel
- Prof. Dr. Richard King
- Funktion
- Ordentlicher Professor mit Schwerpunkt Geschichte der Philosophie
- <email-pii>
- Telefon
- +41 31 631 82 88
Förderung
Das Projekt wird gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.