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Weltgeschichte
Kolumbus – Entdecker der neuen Welt
Kolumbus war 41 Jahre alt, als er 1492 zu seiner ersten grossen Entdeckungsfahrt aufbrach. Er wollte Indien auf dem westlichen Seeweg erreichen. Bis dahin wurde der Handel mit Indien, wie seit Jahrhunderten schon, über die Seidenstrasse, also hauptsächlich über Land, abgewickelt. Dieses Unterfangen war jedoch aufwändig und gefährlich. Es entstand der Wunsch der Handelshäuser, einen möglichst direkten Weg in den Fernen Osten zu finden, um einen sicheren und günstigen Warenaustausch zu ermöglichen.
Nachdem in Kolumbus die Vorstellung gereift war, dass man, nach Westen segelnd, direkt in die wunderbaren Länder im Osten gelangen könne, versuchte er, seine Ansicht durch Wissenschaftler zu bestätigen. Er wandte sich an den florentinischen Wissenschaftler Paolo del Pozzo Toscanelli, der ihm seine Vermutungen bestätigte. Was Kolumbus aber nicht wusste, war, dass Toscanelli die Entfernung zwischen der Küste Westeuropas und der Ostküste Asiens zu kurz berechnet hatte.
Toscanellis Karte von 1474:
Im Osten Europa und Afrika,
im Westen Asien (China, Japan),
in der Mitte fehlt Nord- und Südamerika
Mit drei, auch für damalige Verhältnisse sehr bescheidenen Schiffen, den Caravellen Santa Maria, Pinta und Nina, die mit insgesamt 88 Mann besetzt waren, segelt Kolumbus am 3. August 1492 los. Am 12. Oktober entdeckte er die karibische Insel Guanahani, die er San Salvador (Hl. Erlöser) taufte und für die spanische Korne in Besitz nahm. In sein Bordbuch schrieb er:
„Um zwei Uhr morgens kam das Land in Sicht, von dem wir etwa 8 Seemeilen entfernt waren. Wir holten alle Segel ein und fuhren nur mit einem Grosssegel, ohne Nebensegel. Dann lagen wir bei und warteten bis zum Anbruch des Tages, der ein Freitag war, an welchem wir zu einer Insel gelangten, die in der Indianersprache Guanahaní hiess.“
Am 27. Oktober entdeckte Kolumbus Kuba und am 6. Dezember Haiti. Am 15. März 1493 kehrte er nach Spanien zurück. Es unternahm noch vier weitere Reisen nach Westen bevor er am 20. Mai 1506, in der festen Überzeugung, Indien auf dem westlichen Seeweg gefunden zu haben, starb.
Kolumbus war nicht der erste !
Es gilt als sicher, dass die Wikinger 500 Jahre vor Kolumbus Amerika entdeckten. Ausgrabungen in Neufundland beweisen, dass bis ins 14. Jahrhundert Handelsverbindungen zwischen Grönland und Nordamerika bestanden.
Der Erste von dem man annimmt, dass er an der amerikanischen Küste gelandet ist, war Bjarne Herjolfsson. Eigentlich wollte er im Jahre 985 mit seinem Schiff nach Grönland segeln – dort hatten die Wikinger eine Siedlung. Doch sein Schiff geriet in Seenot und wurde an die Küste Nordamerikas getrieben.
Dann gab es noch Leiff Eriksson, der Sohn von „Erik dem Roten“, einem berühmten Wikinger-Anführer. Er wollte selbst nachsehen, ob es den sagenumwobenen Kontinent überhaupt gibt und so landete er im Jahre 992 auf Neufundland (Nordamerika). Dort wurde dann eine Wikinger-Siedlung gegründet
Und dann war da noch Amerigo Vespucci
1499 erforschte der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci einen erheblichen Teil der Ostküste Südamerikas. Dabei kam er als Erster zu der Überzeugung, dass es sich bei dem erreichten Festland nicht um Indien handle, sondern um einen bisher unbekannten Kontinent. Kolumbus hat zwar Amerika (wieder) entdeckt aber nicht erkannt, dass es sich um einen neuen Kontinent handelt.
1507 zeichnete der deutsche Geograph und Kartograph Martin Waldseemüller anhand der Reisetagebücher Vespuccis eine neue Weltkarte, in der der Name Amerika zum ersten Mal als Bezeichnung für die „Neue Welt“ auftauchte. Er war der Meinung, man solle den neu aufgefundenen Erdteil, dessen Entdeckung er fälschlicherweise Amerigo Vespucci zuschrieb, nach dem Vornamen dieses Seefahrers benennen.