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Zürich/Karatschi, 6. April 2023 – Ein Team von Tierärztinnen und Tierärzten sowie Wildtierexpertinnen und Wildtierexperten der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist diese Woche in Karatschi, Pakistan, um der 17-jährigen Elefantenkuh Noor Jehan im örtlichen Zoo zu helfen. Nachdem Noor Jehan zunächst hinkte, verschlechterte sich ihr körperlicher Zustand in den letzten Wochen rapide und sie wirkte teilweise gelähmt. Die Untersuchung ergab ein innerliches Hämatom und einen geschädigten Beckenboden als Hauptursache für ihre Schmerzen und körperlichen Beschwerden. Das Team setzte sofortige schmerzlindernde Massnahmen und gab dem Zoopersonal weitere Anweisungen für Noor Jehans Genesungsprozess.
VIER PFOTEN empfiehlt die Umsiedlung von Noor Jehan und ihrer Gefährtin Madhubala, an einen artgemässen Ort, der internationalen Standards entspricht, seit 2021. Nun haben die Behörden endlich zugesagt, beide Elefanten umzusiedeln, sobald sich Noor Jehan ausreichend erholt hat.
Die VIER PFOTEN Expertinnen und Experten wurden von den Verantwortlichen des Zoos in Karatschi um Hilfe gebeten, da die Behandlung und die spezielle Ausrüstung, die Noor Jehan benötigt, in Pakistan nicht verfügbar sind. Noor Jehan erhielt eine Ultraschalluntersuchung und zusätzlich wurden Labortests durchgeführt, um die Ursache für ihren besorgniserregenden Zustand zu ermitteln. Um dem unter Schmerzen leidenden Elefanten sofortige Linderung zu verschaffen, verabreichte das Team Medikamente, Vitamine, Schmerzmittel und eine Hydrotherapie.
«Bei der Ultraschalluntersuchung von Noor Jehan haben wir ein innerliches Hämatom und einen beschädigten Beckenboden festgestellt. Das heisst, es muss eine Verletzung gegeben haben, die ihren derzeitigen schmerzhaften Gesundheitszustand verursacht hat. Das erklärt auch ihre ungewöhnliche Körperhaltung. Noor Jehan braucht jetzt viel Bewegung, um die Muskeln in ihren Beinen wieder zu aktivieren und zu trainieren, was auch die Beweglichkeit ihres Verdauungstrakts verbessern wird. Dazu wird sie auch eine spezielle Diät erhalten. Es ist jetzt wichtiger denn je, dass Noor Jehan wieder zu Kräften kommt. Dann können sie und ihre Gefährtin Madhubala bald in ein artgemässes Zuhause umziehen, wo sie sich weiter erholen kann. Wir haben Empfehlungen und Richtlinien für Noor Jehans Genesung gegeben, ihre Zukunft und ihr Überleben hängen nun davon ab, dass der Zoo diese umsetzt.»
Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN Tierarzt
Die Elefanten aus dem Zoo in Karatschi haben eine Chance auf ein besseres Leben
«Wir begrüssen das Engagement der örtlichen Zooverantwortlichen und Behörden, die beiden Elefanten endlich umzusiedeln, nachdem VIER PFOTEN bereits im vergangenen Jahr diese Massnahme zum Wohle der Elefanten empfohlen hat. Wir hätten uns gewünscht, dies wäre früher umgesetzt worden, um Noor Jehan ihr jüngstes Leid zu ersparen, sind aber froh, dass sie noch eine Chance auf ein besseres Leben hat. Unser besonderer Dank gilt dem Gouverneur von Sindh für seine Anwesenheit bei der medizinischen Untersuchung von Noor Jehan und für seine allgemeine Unterstützung. Dies zeigt einmal mehr, welche langfristigen und nachhaltigen Veränderungen wir erreichen können, wenn Behörden und Tierschutzexperten eng zusammenarbeiten. VIER PFOTEN ist bereit, Pakistan auch weiterhin mit seiner Expertise und in Fällen, bei denen nachhaltige Lösungen möglich sind, zu unterstützen, um das Leben von so vielen Tieren wie möglich zu verbessern.»
Josef Pfabigan, Vorstandsvorsitzender von VIER PFOTEN
Neben Noor Jehan und Mabhubala, die im Zoo von Karatschi leben, gibt es in Pakistan zwei weitere in Gefangenschaft gehaltene Afrikanische Elefanten: Sonu und Malika leben im Karatschi Safari Park. Alle vier wurden in freier Wildbahn gefangen und 2009 gemeinsam nach Pakistan gebracht. Zu den artgemässen Lebensbedingungen für Elefanten gehören grosse Freiflächen mit natürlicher Umgebung und einem weichen Boden, auf dem sich die Tiere bewegen können. Elefanten nehmen gerne Schlammbäder, wofür sie genug Sand und Wasser brauchen.
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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.