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Wirtschaft
Wäre der Erste Weltkrieg nicht gewesen, gäbe es im Surbtal jetzt kein Postauto, wie Postauto mitteilt.
Denn ursprünglich hätte eine Bahnlinie von Niederweningen nach Döttingen gebaut werden sollen. Weil der SBB aber das Geld ausging, wurde ein Automobildienst eingerichtet.
Was als Übergangslösung begann, setzte sich schliesslich durch. Zwischen Niederweningen und Döttingen klaffte eine Lücke im Schienennetz. Dank der Initiative des Surbtalkommitees konnte 1892 eine Konzesssion für den Bau einer Bahnlinie erwirkt werden.
Das entsprechende Bundesgesetzt wurde jedoch erst 1915 verabschiedet. Doch nun befand man sich mitten im Ersten Weltkrieg.
Die SBB hatten kein Geld, der Bundesrat andere Prioritäten und das Bahnprojekt wurde schubladisiert. Das Surbtalbahnkomitee blieb jedoch hartnäckig und erinnerte die SBB nach Kriegsende an ihre Verpflichtung. Durch die Verzögerungen hatten sich die Baukosten allerdings massiv verteuert.
Die SBB, immer noch in finanziellen Nöten, wollte den Bau der Surbtalbahn auf bessere Zeiten verschieben. Im Surbtal war man stinksauer.
Zur Besänftigung der Gemüter erteilte die SBB der Post den Auftrag, im Surbtal einen Automobildienst einzurichten. Am 15. August 1921 verkehrten die ersten Postautos von Oberendingen nach Baden, Döttingen und Siggenthal.Die Surbtaler Gemeinden pochten aber nach wie vor auf den Bau der versprochenen Bahn und brachten ihre Empörung 1926 bei einem Protest wehement zum Ausdruck.
Doch vergebens. Derweil hatte das Automobil seinen Siegszug angetreten.
Das Bahnprojekt wurde weiter hinausgeschoben und 1937 schliesslich ganz begraben. Der Bund verpflichtete die SBB hingegen, die PostAuto-Linien im Surbtal weiterhin auf Bahnkosten zu betreiben und zu diesem Zweck auch noch eine neue Strasse zu bauen.
Erst 1971, also ganze 50 Jahre später, wurde der Betrieb der Surbtallinien von der SBB an die PTT übergeben. Bis dahin reisten die PostAuto-Fahrgäste im Surbtal nach Bahntarifen.© Museum für Kommunikation Die ersten Postautos vor der Post Oberendingen am 15. August 1921. vlnr: Posthalter Josef Weibel (1858-1938), Garagenchef Meier, Wagenführer Graber, Posthalterstochter Marta Weibel, Wagenführer Neuner, Postlehrtochter Frl.
Tschabold, Briefträger Heinrich Wächter..
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