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Marco Odermatt führt an den Olympischen Spielen in Peking ein ambitioniertes Schweizer Männer-Team an. Die Equipe hat in allen Disziplinen Medaillenchancen.
Marco Odermatt wird auch bei seinen ersten Olympischen Spielen im Mittelpunkt stehen. Der Druck auf seine zuletzt immer breiter gewordenen Schultern dürfte in den nächsten zwei Wochen noch einmal zunehmen. Dass es in Zeiten der Corona-Pandemie und den Restriktionen in China nicht zum grossen Rummel um seine Person kommen wird, wird dem Nidwaldner recht sein.
Odermatt hat dreimal die Möglichkeit, die Saison, in der er auf bestem Weg zum Sieg im Gesamtweltcup ist, mit olympischen Medaillen zu veredeln. Die Ausgangslage für den Nidwaldner erinnert an den vor kurzem zurückgetretenen Carlo Janka, der als bisher letzter Fahrer von Swiss-Ski vor zwölf Jahren die grosse Kristallkugel gewonnen hat. Der Bündner ist in jenem Winter auch Olympiasieger im Riesenslalom geworden. In der Basisdisziplin ist Odermatt in Yanqing nach vier Siegen und einem 2. Rang im Weltcup der Mann, den es zu schlagen gilt. Im Super-G und in der Abfahrt gehört er ebenfalls zum Kreis der Anwärter auf einen Podestplatz.
Feut fehlt noch Gold
Odermatt wird noch weitere Möglichkeiten auf die Jagd nach olympischen Medaillen haben. Für Beat Feuz bietet sich in China aller Voraussicht nach die letzte Gelegenheit, sein Palmares mit Olympia-Gold zu komplettieren. Vor vier Jahren ist der Emmentaler mit Super-G-Silber und Abfahrts-Bronze von den Spielen in Pyeongchang zurückgekehrt. Mit dem Sieg in der zweiten Abfahrt in Kitzbühel hat sich Feuz rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt nach nicht immer gelungenen Auftritten zurückgemeldet. Niels Hintermann wird nach seinen ersten Weltcup-Podestplätzen in der Abfahrt zu den Aussenseitern gehören.
Im Riesenslalom ist Odermatt der Kopf eines Quartetts, aus dem die restlichen drei Fahrer, Gino Caviezel, Justin Murisier und Loïc Meillard, in diesem Weltcup-Winter ebenfalls Klassierungen in den ersten zehn ausweisen, den Sprung aufs Podest bisher aber verpasst haben.
Im Slalom scheint nach den sechs mehrheitlich turbulent verlaufenen Weltcup-Rennen vor den Spielen jeder Ausgang möglich. Die vier Schweizer zählen auf jeden Fall zum grossen Pulk der Anwärter auf einen Spitzenplatz – ungeachtet der Ergebnisse, die mit wenigen Ausnahmen nicht den Erwartungen entsprochen haben.
Teil des olympischen Programms der Alpinen ist auch die Kombination, für die vor vier Jahren in Pyeongchang das Ende unter den fünf Ringen gekommen schien. Meillard dürfte aus Schweizer Sicht nach dem Gewinn von WM-Bronze der grösste Hoffnungsträger sein.
sda