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Ansgar Gmür (64) hat eine Tellerwäscher-Karriere hinter sich und beginnt als Pensionär nochmals eine neue. Der Direktor des Hauseigentümerverbandes wächst als eines von sechs Bergbauernkindern in ärmlichen Verhältnissen auf. Ohne Bad. Ohne Dusche. Untergewichtig. Er beginnt eine Lehre als Chemielaborant, holt später die Matura nach und studiert Betriebswirtschaft. Um sein Studium zu finanzieren, arbeitet er als Taxifahrer oder Nachtportier. 2000 wird Gmür knallharter Interessensvertreter der Hauseigentümer. Der Hauseigentümerverband wird unter seiner Leitung zu einer der grössten Organisationen der Schweiz mit rund 330‘000 Mitgliedern. Im Herbst könnte sich Gmür in seinem 10-Zimmer-Haus zur Ruhe setzen. Doch Gmür will es nochmals wissen und beginnt ein Vollzeit-Theologiestudium. Mit Jugendlichen, die bis zu dreimal jünger sind, wird er beispielsweise Altgriechisch büffeln, um Pfarrer zu werden: «Ich werde vielleicht nicht der beste, aber vielleicht der lustigste Pfarrer», scherzt er.