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"Erlanget Wissen über das Rückgrat, es hält den Schlüssel zu vielen Krankheiten."
Hippokrates um 460 - 377 v. Chr.
Die Biodynamische Craniosacral Arbeit hat ihre Wurzeln in der Osteopathie, welche 1874 vom Amerikaner Dr. Andrew Taylor (1828 - 1917) begründet wurde. Dessen Vater war Pfarrer und lehrte ihn die Grundlagen der Medizin. Er war als Chirurg tätig, so auch im Krieg. Wörtlich übersetzt heisst Osteopathie "krankhafte Veränderung des Knochens", was jedoch zu Missverständnissen führen kann. Still wählte diesen Namen, da er mit seinen Forschungen am Knochen begann.
Einer seiner Schüler war Dr. William G. Sutherland (1873-1954), der Begründer der Cranialen Osteopathie. Er forschte während 40 Jahren, bis er an die Öffentlichkeit ging. Bis dahin wurde gelehrt, dass die Schädelknochen ab einem gewissen Alter starr mit-einander verwachsen sind. Er suchte nach Möglichkeiten, um zu beweisen, dass eine atemähnliche Bewegung in den Suturen (Knochennaht) vorhanden ist und führte Experimente an sich durch. Er erkannte unter anderem rhythmische Bewegungen des Craniums (Schädel), des Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rücken-marks-Flüssigkeit) und des Sacrums (Kreuzbein). Diese nannte er Primäre Respiration; diese reguliert und regeneriert den Körper.
Dr. Rollin E. Becker (1910-1996), ein Schüler von Sutherland, ver-folgte und verbreitete dessen Erkenntnisse weiter. Deshalb er-forschte er das Flüssigkeitssystem weiter. Aufgrund seiner Aus-bildung in Osteopathie arbeitete er anfänglich mit einem bio-mechanischen Ansatz und wirkte mechanisch auf den Körper ein. Später erkannte er, dass die Lebenskraft nicht blockiert werden darf. So verbreitete er erstmals den biodynamischen Ansatz.
Dr. John E. Upledger (geb. 1931), ein amerikanischer Osteopath und Chirurg, konnte mit Forscherteams nachweisen, dass eine Mobilität in den Schädelknochen vorhanden ist. Er konnte Be-wegungen an den Suturen mittels Laser ausmessen und nach-weisen. Weiter konnte er belegen, dass sich in diesen feinen Blutgefässen Nervenfasern sowie elastische kollagene Binde-gewebsfasern befinden. Dr. Upledger prägte in den 1970er Jahren erstmals den Namen Craniosacral Therapie.
Die Craniosacral Therapie war zunächst vor allem in den USA ver-breitet. In der Schweiz ist sie heute im Humanbereich bekannt und wird beispielsweise in folgenden Fällen angewendet: Kopf- oder Kieferschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Störungen des Immunsystems, der Verdauung, des Hormonhaushalts, des vegetativen Nervensystem, Trauma.
In den letzten Jahren erfährt diese Therapieform für Pferde auch in Europa immer mehr Aufmerksamkeit. Die Behandlungsform ist sanft und in der Regel schmerzfrei, für Aussenstehende ist kaum etwas sichtbar, ausser am Pferdekörper aufgelegte Hände. Doch wer die Körpersprache, Stimmung und Umgebung des Pferdes beobachtet, kann Veränderungen wahrnehmen.
Durch das neutrale Wahrnehmen der rhythmischen Bewegungen der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit zwischen Gehirn und Kreuz-bein werden die Selbstheilungskräfte des Pferdes angesprochen.
In folgenden Fällen kann die Craniosacral Therapie bei Pferden angewendet werden (nicht abschliessend):
Die Behandlung dauert rund 1 bis 1.5 Stunden. Teilweise sind mehrere Sitzungen notwendig, was abhängig vom Verlauf und den Symptomen ist.