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Chenille
(Raupe) nennt man eine Art seidener, verschiedentlich gefärbter zartweicher leichter Schnürchen oder dicker Fäden, welche mit behaarten Raupen vergleichbar sind, da sie sich durch nach allen Seiten abstehende Härchen kennzeichnen. Die Fabrikation dieses Artikels geht von der Erzeugung von Bändern aus. Eine Kette mit abwechselnd zwei Seiden- und zwei Zwirnfäden wird mit seidnem Einschlag taftartig gewebt. Nachdem das Gewebe in lauter Streifen von 3-6 mm Breite geschnitten worden, zieht man den an beiden Seiten dieser Bändchen liegenden Zwirnkettfaden wieder heraus und es bilden sonach die Schußfäden einen Bart.
Diese
Bänder erhalten nun im gespannten Zustande eine Drehung gleich den Seilerwaren, welche die Seidenkette bleibend schraubenförmig
windet und daher die Querfädchen dichter zusammenrückt und allseitig über das Schnürchen verteilt.
Man benutzt die Ch. zu allerlei Zierbesatz, macht auch eine Art
Spitzen daraus (
Chenilleblonden) und stickt damit, besonders
die Damen im Orient. Ferner benutzt man die Ch. auch in der Weberei von
Shawls, Tüchern als Einschlag, wie solches unter
andern in Wien und Annaberg geschieht. Ist vorhe die Bandweberei nach bestimmten Mustern erfolgt, so
erhält man beim Einarbeiten der Ch. in Gewebe in diesen ebenfalls Muster. Die Ch.
ist fast veraltet, kann aber als ein hübscher Artikel wohl wieder aufkommen. - Einfuhrzoll gemäß Tarif im Anh.
Nr. 30 e. (Wollne Ch. Nr. 41 d 6 a).