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13.4 km
Publiziert: 1 Mai 2017
Dank eines Vereins und der Initiative eines Lehrers wird im Onsernone- und Vergelettotal eine Tradition der Lebensmittelherstellung wieder aufgenommen: die Farina Bóna.
Mit dem Tod der Annunciata Terribilini, genannt Nunzia, im Jahr 1958 starb die letzte Müllerin von Vergeletto, einem Nebental des Onsernonetals, und damit auch die Tradition des Maismehls. Die Usanz wurde erst in den 90er Jahren schrittweise wieder aufgenommen. Zuerst erwarb das Onsernoner Museum in Loco im Jahre 1991 die Mühle des Remigio Meletta.
Im Jahr 2006 entwarf der Lehrer Ilario Garbani-Marcantini mit seinen Schülern ein Projekt zur Wiederaufnahme der Tradition des Maismahlens. Heute wird das gelbe Korn in Zusammenarbeit mit dem Verein für die Mühlen des Vergeletto in einer der dortigen Mühlen und in Loco verarbeitet. Dort wird bereits heute ein Teil der mehre Tonnen wiegenden Maiskörner pro Jahr gemahlen, welche der Grundstoff für die Farina Bóna, das spezielle Maismehl, sind.
Vergeletto, ein urchiger und wilder Ort, der Ort des gleichnamigen Nebentals, auf rund 900 m ü. M. zählte während der Mühlenzeit im 19. Jahrhundert bis zu 500 Einwohnerinnen und Einwohner. Heute sind es noch 64 Seelen. Damals arbeiteten fünf Mühlräder am Ufer des Bachs Remiasco: die Mulin di Ulüc, jene der Sindig’üi, il Mulin di Vénènzi, il Mulin di Rafèl und jene des Chèp. Für rund eine Viertelmillion Franken konnte der Mühlenverein die alten Mühlen wieder in Schuss bringen. Heute findet sich das Maismehl auch bei Grossverteilern und in vielen Lebensmittelgeschäften. Daraus wird sogar eine Eiscrème gemacht. Und das alles Dank der Mühlen von Loco und Vergeletto.