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Das Wichtigste in Kürze
- Die Proteste gegen Rassismus stiess in den USA eine Debatte über die Erinnerungskultur an.
- Nun hat das Repräsentantenhaus einen Entscheid über die Statuen im Kongress gefällt.
- Statuen von Personen, die freiwillig den Konföderierten gedient hatten, werden entfernt.
Das US-Repräsentantenhaus hat für einen Gesetzentwurf gestimmt, um mehrere als rassistisch geltende Statuen aus dem Kongressgebäude zu entfernen. Auch 67 Republikaner unterstützten die Initiative der Demokraten, die am Dienstagabend (Ortszeit) mit 285 zu 120 Stimmen angenommen wurde.
Sie sieht unter anderem vor, die Büste des früheren obersten Richters Roger B. Taney (1777-1864) aus dem Kapitol in Washington zu beseitigen. Dieser hatte 1857 in dem als «Dred-Scott»-Verfahren bekannten Prozess die Sklaverei verteidigt und geurteilt, dass Schwarze nie US-Bürger werden könnten. Die Vorlage geht nun an den Senat.
Thurgood Marshall ersetzt Taney
Der Gesetzentwurf fordert: alle Statuen von Personen aus dem Kapitol zu entfernen, die freiwillig den Konföderierten Staaten von Amerika gedient haben. Die Konföderierten hatten im Bürgerkrieg (1861-1865) gegen den Norden gekämpft.
Und sich gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen mehr Rechte für Schwarze eingesetzt. Taneys Marmorbüste soll gegen die von Thurgood Marshall (1908-1993) ersetzt werden, der als erster Schwarzer Richter am Supreme Court wurde.
Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt im Mai 2020 hatten in den USA eine Debatte über die Erinnerungskultur angestossen. Im Dezember war bereits eine Statue des Konföderierten-Generals Robert E. Lee aus dem Sitz des US-Kongresses entfernt worden.