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Schnarchen während der Nacht kann lästig und schädlich für den Schlaf der Partnerin, des Partners oder des Umfelds sein. Bewusst oder unbewusst kann dieses Phänomen auch dem Schlaf der schnarchenden Personen schaden und andere Gesundheitsprobleme verbergen.
Gespräch mit Dr. Jonathan Dabiri, Belegarzt in der Abteilung Oto-Rhino-Laryngologie (ORL/HNO) sowie Gesichts- und Halschirurgie im Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis (CHVR).
Schnarchen, ein geräuschvolles Phänomen
Im Allgemeinen nimmt die betroffene Person ihr Schnarchen selbst nicht wahr. In den meisten Fällen vernimmt die schnarchende Person dies über ihr Umfeld, das sich über die akustischen Geräusche beschwert. Wahrscheinlich beeinträchtigt dieses Schnarchen jedoch auch den Schlaf der betroffenen Person, ohne dass sie sich dessen bewusst ist.
Aufgrund der liegenden Position und der Erschlaffung der Muskeln während des Schlafs verändert sich die anatomische Struktur und die Atemwege verengen sich. Beim Schnarchen entstehen beim Durchfliessen der Luft Vibrationen in der Rachenregion.
Manchmal verschliessen sich diese Wege vollständig und die Luft fliesst überhaupt nicht mehr durch. Dieses Phänomen, das die Schlafqualität beeinträchtigt, wird Schlafapnoe genannt. Die Apnoe verursacht kurze Atemstillstände von rund zehn Sekunden, die zum Erwachen führen. Im Verlauf der Nacht kann sich dieser Prozess mehrmals wiederholen, ohne dass sich die betreffende Person dessen bewusst wird. Da der Schlaf nicht erholsam ist, stellt sich während des Tags ein Gefühl der Müdigkeit ein. Im Übrigen erhöht die Schlafapnoe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wer ist betroffen?
Schnarchen ist nicht an ein typisches Profil gebunden. Jede Person, unabhängig von Alter und Geschlecht, kann schnarchen. Gewisse Faktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit des Schnarchens:
- Das Alter. Aufgrund der Erschlaffung der Schleimhaut und der Muskeln kommt Schnarchen bei Personen im Alter von über 50 Jahren vermehrt vor.
- Das männliche Geschlecht
- Das Übergewicht
- Die Einnahme von Medikamenten, insbesondere von «entspannenden», wie zum Beispiel angstlösenden Medikamenten
- Die Einnahme von alkoholischen Getränken
- Die Fehlbildungen, wie ein zu stark nach vorne oder nach hinten verlagerter Kiefer oder eine zu grosse Zunge
Wann soll man einen Arzt aufsuchen?
Eine Konsultation wird empfohlen, wenn:
- die Geräusche Ihre(n) Partner(in) oder Ihr Umfeld stören
- das Schnarchen mit einer grossen Müdigkeit während des Tags verbunden ist
Der Facharzt wird die Ursache und den Schweregrad des Schnarchens evaluieren, um die geeignete Behandlung zu verschreiben oder zu ermitteln, ob eine ergänzende Untersuchung notwendig ist.
Eine neue Untersuchung im Spital Wallis: «Die Endoskopie im induzierten Schlaf»
Bei einer Sprechstunde HNO wird die Ursache des Schnarchens nicht immer erkannt. Wenn der Patient den Arzt aufsucht, ist er nämlich wach und schnarcht nicht. Die Endoskopie im induzierten Schlaf oder die «Drug-induced sleep endoscopy» ist eine Untersuchung, mit der die Ursache des Schnarchens und des Verschlusses der Atemwege während eines künstlich induzierten Schlafs visualisiert wird. Mit einer Vollnarkose wird der Patient in einen Schlaf versetzt, der sehr nahe an den natürlichen Bedingungen liegt. Ziel dieses Vorgehens ist die Erschlaffung der Strukturen, damit der Facharzt sieht, was passiert, wenn der Patient «schläft». Es gibt verschiedene Ursachen, die in unterschiedlichen anatomischen Anomalien liegen können: Gaumensegel, Gaumenzäpfchen, Mandeln, Zunge, Kehldeckel, usw.
Nach der Untersuchung bestimmt der Facharzt die geeignete Behandlung:
- Tragen einer Maske CPAP (Gerät mit kontinuierlichem Luftstrom): es handelt sich um eine Maske, die über die Nase oder den Mund gelegt wird, und durch die ein Luftdruck erzeugt wird.
- Tragen einer Unterkieferprothese: die Prothese wird in den Mund gelegt und zieht den Unterkiefer leicht nach vorne.
- geeigneter chirurgischer Eingriff, je nach Anomalie.
Termine
Die Sprechstunden finden jeweils am Donnerstag von 13.30 bis 17.00 im Spital Martinach statt (auf Französisch). Anmeldung :
- telefonisch unter 027 604 44 51
- per E-Mail: <email-pii>
Zusätzliche Informationen: Endoscopie sous sommeil induit
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