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Nach einem Monat Bangkok ging’s nach Phuket, wo Barbaras Mutter ihr letztes Lebensjahr in einer Einrichtung genoss, die eine Schweizer Krankenschwester betreibt. Als wir jedoch in Phuket ankamen, war Barbaras Mutter bereits verstorben. Ihre Asche verstreuten wir am Strand der Insel Ko Raya Ring, gleich neben der James Bond Insel (aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“).
Überfahrt nach Malaysia in 12 Tagen
Danach hielt uns dort nichts mehr. Unser nächstes Ziel war das malaysische Penang. Das erreichten wir, indem wir durch die Andamanensee sechs verschiedene kleine Inseln austeuerten, manchmal mit etwas abenteuerlichen Schiffsüberfahrten.
Auf einigen Inseln gibt es gar keinen Schiffsanlegesteg. Die relativ grossen Schiffe fahren einfach auf den Sand auf, aber nur soviel, dass sie nicht stecken bleiben. So mussten wir unsere teilweise 25 Kg schweren Koffern stemmen und damit paar Meter durch die Brandung gehen. Auf jeder Insel blieben wir zwei Tage. Die letzte der sechs Inseln war Langkawi, auf der es einen unter Digitalen Nomaden bekannten Coworking Space gibt. Dieser organisiert sogar Englischunterricht, der die Digitalen Nomaden der einheimischen Bevölkerung erteilen können.
Schliesslich gelangten wir in den Hafen von Georgetown auf Penang, wo uns die Vermieter unserer Airbnb-Wohnung abholten. Die Wohnung war knapp eine Viertelstunde ausserhalb von Georgetown gelegen. Wir blieben dort auch wieder einen Monat, insbesondere über Weihnacht und Silvester 2016. Das waren meine ersten Winterfesttage in tropischem Klima.
Penang ist eine Insel, die dem malaysischen Festland vorgelagert ist. Malaysia ist auf zwei Landteile aufgeteilt. Ein Teil befindet sich auf der Landzunge, auf der sich weiter nördlich auch Phuket und ganz in der Spitze der Zunge Singapore befindet. Unweit von Singapore ist die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur, die mit Singapore in gewisser Weise konkurrenziert. Wir blieben zunächst einen Monat auf Penang und erkundeten die Insel.
Grüne Insel Penang
Beispielsweise gibt es dort einen wunderschönen Space Garden, in welchem man alle die Gewürze in Natura bestaunen kann, die man sonst nur aus der Küche kennt. Um einen Zimtbaum ist ein enges Gehege gezogen, damit nicht jeder Besucher die Rinde abreist, um abends zuhause seinen Griesbrei mit selbstgepflücktem Zimt zu bestreuen. Pfeffer, Kaffe, Muskat, etc., alles wächst dort „von Haus aus“.
Mitten im Garten gibt es eine grosse Hängematte, die zum Dösen einlädt.
Eine Abteilung beherbergt den Giftgarten. Eine Anzahl leicht bis stark giftige Pflanzen werden dort vorgestellt. Beim Ausgang steht ein wunderbares Restaurant, das kühle Drinks aus exotischen Früchten anbietet. Man trinkt sie unter den gierigen Blicken von Makaken, die darauf warten, dass etwas für sie abfällt. Auf der Insel gibt es ebenfalls einen gut unterhaltenen Botanischen Garten. Wir lieben botanische Gärten und besuchen sie, wo immer wir sind. Gleich nach dem Eingang kann ein schönes Exemplar eines Kanonenkugelbaums bewundert werden.
Einmal fuhren wir mit dem Bus auf die andere Seite der Insel, wo wir zufällig in ein Restaurant gingen. Das war einfach ein mit Wellblech überdachter Platz, der in „Gästeraum“ und „Küche“ aufgeteilt war. Neben dem Gästeraum fliesst ein wenig idyllischer Bach, in welchem etlicher Unrat schwimmt. Alles ist eher primitiv und improvisiert. Dennoch war das Essen hervorragend und der Aufenthalt gemütlich. Ein Stammgast, mit dem wir in’s Gespräch kamen, entpuppte sich als Lionsmitglied. Als wir ihn in Facebook als Freund registrierten, sagte uns Facebook, dass es bereits einen gemeinsamen Freund von ihm und uns gebe! Wie klein doch die Welt ist!
Unser AirBnB war ein grosses Zimmer mit eigenem Bad und einer grossen Terrasse. Auf der Terrasse liess es sich vortrefflich arbeiten. Der Blick konnte über das Meer schweifen, während in den Bäumen, die die Terrasse einrahmten, goldgelbe Pirole sangen.
Das Zimmer war in einem Haus, das ein holländisches Paar gemietet hat und fast durchwegs dort wohnt. Die beiden sind wohl frühpensioniert und geniessen Malaysia. Sie sassen immer draussen am Tisch und machten irgendwelche Computerspiele oder Sodokus.
Jahresendefesttage in den Tropen
An Heilig Abend und an Weihnachten kochten und assen wir gemeinsam den Landlords ein Huhn.
In der Nähe befand sich sowohl ein 7/11 als auch Restaurants aller Art, u.a. ein indisches und ein rumänisches. Ich musste nach Malaysia reisen, um einmal rumänisch zu essen. Es war vorzüglich. Ebenfalls in der näheren Umgebung befand sich ein Food Court, das Viva Local Food Haven, in welchem es ebenfalls allerlei hervorragende einheimische Gerichte gab.
Silvester feierten wir in einer neuen Überbauung um die Straits Quay Marina Mall, zwischen der Stadt und unserer Wohnung. Trotz frühzeitiger Reservation kriegten wir zu Dritt bloss ein kleines Stehtischen. Zum Glück konnten wir Barstühle organisieren, damit wir mindestens sitzen konnten. Das Silverstermenu bestand bloss aus paar Snacks und Chips. Dafür bestellten wir eine 3-Liter-Biersäule. Wir sassen zwischen Palmen, schauten auf das Meer und die Skyline von Kuala Lumpur und wurden von überall her mit live Musik beschallt. Um Mitternach gab es ein Feuerwerk hinter dem Leuchtturm.
George Town
Ab und zu gingen wir in die Stadt, George Town. Die Stadt wird von knapp 200’000 Menschen bewohnt und ist UNESCO Weltkulturerbe. Sie ist ausschliesslich in kolonialistischem Stil gebaut. Zwar sind alle Religionen vetreten, aber buddhistische Mönche sind seltener, als in Bangkok. Klar, Malaysia ist vornehmlich muslimisch.
Ich verliebte mich in diese niedliche Stadt. Es gibt viel Streetarts, seien dies Graffities oder flache Plastiken, die an einer Hausmauer angebracht sind.
Es gibt auch viele schöne Restaurants und Saft-Bars. Im Café Black Kettle kann man sogar Schwarzwäldertorte oder Freiburger Schwarzbrot kaufen. Wo immer wir sind, suchen wir stets gutes Brot.
Südlich von Deutschland und der Schweiz erweist es sich unter Umständen als schwierig, gutes Brot zu bekommen. Das ist ja schon in Italien ein Problem. Hier gibt es oft bloss das krümelige Weissbrot, das derart luftig gebacken ist, dass ein Laib Brot als Luftballon durchgehen könnte. Und weil es so luftig ist, ist es eine halbe Millisekunde, nachdem es aus dem Ofen kommt, vertrocknet. Bricht man es, verbröselt es in kleinste Krümel, die eine Staubwolke bilden und denjenigen, der das Brot gebrochen hat, zu ersticken droht.
Wolkenbruch in George Town
Einmal betraten wir in George Town ein Café. Das Wetter war schwül, es konnte bald ein Gewitter geben. Da alle Tischchen auf dem Gehsteig besetzt waren, setzen wir uns in einen Tisch im Lokal selbst. Da aber die Fensterfront gegen den Gehsteig völlig offen war, spielte es keine grosse Rolle, wo man sass. Kaum hatten wir unsere Bestellung aufgegeben, hat es zu regnen angefangen. Diejenigen, die draussen unter freiem Himmel sassen , kamen auch herein. Dann legte der Regen etwas zu. Jetzt wurden einige nass, die nahe am Gehsteig sassen. Auch sie rückten etwas in’s Innere des Cafés. Dann nahmen die Regenfälle ein wahrhaft tropisches Ausmass an! Es schüttete aus allen Kübeln. Innerhalb von paar Minuten war die Strasse 20 – 30 cm unter Wasser, das nun auch in’s Café herein schwappte. Bald war der Wasserspiegel so hoch, dass die Bedienung bis zu den Knöcheln im Wasser stand. Strasse, Gehsteig und der Boden des Cafés waren jetzt gleichmässig unter Wasser.Wir zogen uns alle immer weiter in’s Café zurück und alle Gäste hatten ihre Beine auf die leeren Stühle hochgelagert, um sie nicht in´s nicht ganz kristallklare Wasser stellen zu müssen. Das war wirklich beeindruckend. Ich fühlte mich immer in Sicherheit und schaute belustigt dem Treiben zu.
Kuala Lumpur
Um von George Town nach Kuala Lumpur zu gelangen, setzt man am besten mit einer Fähre auf das Festland über und nimmt in der Bahnstation von Butterworth den Zug. Wir brauchten ca. 4 Stunden für die 350 Km lange Strecke.
Kuala Lumpur ist eine faszinierende Stadt. Der Ausblick aus unserem AirBnB war atemberaubend! Ich traff dort meinen Sohn, Philippe, der als Digitaler Nomade unterwegs war, und verbrachte mit ihm gemütliche 2 Wochen in der Stadt. Auch hier haben es uns die Rooftop Bars angetan.