Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03603.jsonl.gz/2020

Maschine verwandelt Schweiss in Trinkwasser
Für das Kinderhilfswerk Unicef hat ein schwedischer Ingenieur eine Maschine gebaut, die aus Schweiss Trinkwasser macht. Mit der "Sweat Maschine" will Unicef darauf hinweisen, dass Millionen von Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.
Bei über 30 Grad und praller Sonne arbeiten zurzeit zig Baufachleute in der ganzen Schweiz. Dass man ins Schwitzen kommt, ist nicht verwunderlich. Allerdings: Wer reichlich schwitzt, verschwendet genaugenommen Wasser. Das zumindest wird der Fall sein, wenn sich die neuste Erfindung vom schwedischen Ingenieuren Andreas Hammer durchsetzt. Für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF hat er nämlich eine Maschine konstruiert, die feuchten Schweiss in Kleidungsstücken in völlig unbedenkliches Trinkwasser verwandelt. Laut Initiatoren haben bereits mehr als 1000 Menschen das auf diese Weise aufbereitete Wasser ausprobiert. Mit der "Sweat Maschine" will Unicef darauf hinweisen, dass 780 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.
Das Verfahren, mit dem die Maschine das Wasser aus den Kleidungsstücken entzieht, ist jenem ähnlich, das auch in der Raumfahrtindustrie verwendet wird, um aus Urin sowie dem Kondenswasser der Atemluft der Astronauten Trinkwasser zu erzeugen. In Hammars "Sweat Madchine" können durstige Leute ihre schweissgetränkte Kleidung einfach in eine Öffnung des Geräts stecken, wo sie wie in einer Waschmaschine geschleudert wird. Der so extrahierte Schweiss wird in einem weiteren Schritt erhitzt und zirkuliert anschliessend in einer Kassette, wo er mit einem Membrandestillation genannten Verfahren destilliert wird. Was übrig bleibt, ist sauberes Wasser.
Der einzige Nachteil des Verfahrens: Es ist wahnsinnig teuer. Laut Unicef ist deshalb nicht geplant, die "Sweat Maschine" tatsächlich in Regionen einzusetzen, in denen es Probleme bei der Versorgung mit Trinkwasser gibt. Dafür gebe es bessere und deutlich billigere Lösungen, wie etwa Pillen, mit denen nicht sauberes Wasser trinkbar gemacht werden kann. (ffi/mgt)