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Sonntag, 17. November 2013
Les Complices* laden zur Eröffnung der Ausstellung „To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation“, einer neuen Filminstallation von Pauline Boudry und Renate Lorenz.
Eröffnung: 20. November 2013, 18 Uhr
Ausstellung: 21. November – 14. Dezember 2013, Do/Fr/Sa, 14 – 18 Uhr
Les Complices*
Anwandstrasse 9
8004 Zürich
Sechs Performer_innen drängen auf einen Paradigmenwechsel für die Zukunft. Sie folgen der Partitur To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation. Die experimentelle Komponistin Pauline Oliveros schrieb dieses Stück nach der Lektüre von Valerie Solanas‘ Text Scum Manifesto.
Entsprechend Oliveros’s Partitur wählen die Performer_innen jeweils fünf Tonhöhen aus und spielen diese als sehr lange Töne, moduliert oder unmoduliert. Im mittleren Teil des Stücks imitieren die Musiker_innen zudem gegenseitig ihre Tonhöhen und Modulationen. Lichtsignale – rot, dann gelb und schließlich blau, sowie zwei zusätzliche Stroboskopsignale – geben die Einsätze in dieser Komposition. Sollte eine der Musiker_innen dominant werden, so sind die übrigen aufgefordert, ebenfalls lauter zu spielen, um diese Dominanz wieder in die Textur des Stückes zurückzunehmen, „und damit strukturell herzustellen, was das SCUM Manifesto beschreibt. … Es war genau dieses Verständnis von Gemeinschaft einerseits und Individuum andererseits, das ich in diesem Manifest fand, und das zum Prinzip oder zur Philosophie der Musik wurde, die ich nun schrieb.“ (Oliveros)
Das Stück To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation baut auf den unvorhersehbaren Möglichkeiten auf, die entstehen, wenn Tonhöhen und Rhythmen unbestimmt bleiben. Nichts ist bekannt, bevor die Musik gespielt wird. Die Instruktionen sind so gewählt, dass sie „eine kontinuierliche Zirkulation von Macht“ zwischen dem Hören und dem Produzieren von Sound herstellen, ein Geben und Nehmen, das, wie Oliversas sagt, eine besondere Aufmerksamkeit im Verhältnis zwischen Selbst und Anderen ermöglicht.
Im Film tritt die 16mm-Kamera als weitere Performer_in auf, die sich beständig bewegt und mit den Performer_innen interagiert. Die gesamte Performance des Stückes ist in einem langen Take gedreht, erst im Schnittprozess wurden extreme Close-Ups integriert, die das fetischistische Interesse an Körperteilen, Instrumenten und Kostümen betonen. Die Arbeit stellt die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Politik von musikalischen und filmischen Formen. Können Sound, Rhythmus und Licht queere Verhältnisse produzieren? Können sie revolutionär werden?
To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013),
Installation mit Super 16mm film / HD, 18 min.
Performance: Rachel Aggs, Peaches, Catriona Shaw, Verity Susman, Ginger Brooks Takahashi, William Wheeler
Die Ausstellung wird zusätzlich unterstützt von Service de la culture de Lausanne, Fonds des arts plastiques.
Quelle: www.lescomplices.ch