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Ende Januar könnte möglicherweise ein kleiner Asteroid auf den Mars einschlagen – die Chance beträgt zwar „nur“ 4 Prozent, aber das ist mehr, als je für die Kollisionswahrscheinlichkeit zwischen einem Asteroiden und einem Planeten festgestellt wurde.
Am 30. Januar 2008 könnte sich auf dem Mars etwas spektakuläres ereignen: ein kleiner Asteroid mit 50 Metern Durchmesser schlägt möglicherweise auf dem Planeten ein. Die Chance für eine Kollision beträgt zwar „nur“ 4%, aber das ist sehr viel mehr als je beobachtet wurde. Für die Erde etwa ist kein Asteroid bekannt, der ihr jemals so gefährlich werden könnte: die grösste Impaktwahrscheinlichkeit hat der Asteroid „Apophis“ im Jahr 2036, mit etwa 0.01%. Es wäre auch die erste beobachtete Kollision eines Asteroiden mit einem Planeten. 1993 kam es zwar zur spektakulären Kollision von Shoemaker-Levy 9 mit Jupiter, aber bei diesem Objekt handelte es sich um einen Kometen.
Bei der Suche nach gefährlichen erdnahen Asteoriden (NEOs) haben Astronomen des Catalina Sky Survey im vergangenen November den Asteroiden mit dem provisorischen Namen 2007WD5 entdeckt. Er gehört zu den sogenannten Amor-Asteroiden, die sich von aussen her der Erdbahn nähern, sie jedoch nicht kreuzen – diese Objekte stellen also prinzipiell keine Gefahr für die Erde dar, tauchen aber wegen ihrer Nähe zur Erde regelmässig in den Himmelsdurchmusterungen auf.
Die Extrapolation der Bahndaten von 2007WD5 zeigte aber, dass der Asteorid am 30. Januar 2008 um ca. 2:55 GMT in einer sehr geringen Entfernung von einigen 1000 km am Mars vorbeifliegen wird (praktisch ein Treffer, bei den Distanzen, um die es da normalerweise geht: eine typische „nahe“ Begegnung zwischen der Erde und einem erdnahen Asteroiden wird in Millionen Kilometern gemessen). Da seine Bahn nicht exakt, sondern nur näherungsweise bekannt ist, ist auch seine genaue Position zum Zeitpunkt der nächsten Annäherung an den Mars nicht exakt bekannt. Seine wahre Position zu diesem Zeitpunkt liegt irgendwo in einer Ellipse, die sowohl den Mars als auch viel leeren Raum enthält. Zunächst wurde die Kollisionswahrscheinlichkeit auf 1:300 geschätzt, dann auf 1:75. Nun sind ältere Himmelsdurchmusterungs-Bilder aufgetaucht, auf denen der Asteroid bereits (unerkannt) fotografiert wurde. Diese neuen Bilder haben die Einschlagswahrscheinlichkeit auf 1:25 hochgetrieben (was nichts anderes heisst, als dass der Mars einen 25stel der Fläche der Positionsellipse einnimmt).
Bei einer allfälligen Kollision würde den Marsrovern und den Beobachtungssonden in der Umlaufbahn keine Gefahr drohen: sie sind alle weit genug entfernt. Es wird geschätzt, dass der Asteroid beim Einschlag die Energie von einigen Millionen Tonnen TNT freisetzen könnte, etwa soviel wie eine mittlere Atombombe, oder soviel, wie 1908 der Tunguska-Asteorid freigesetzt hat, als er in der Erdatmosphäre explodierte. Der Einschlag würde einen Krater mit etwa 800 Metern Durchmesser hinterlassen.
Nicht zu vergessen, eine Einschlagswahrscheinlichkeit von 4%, obwohl vergleichsweise hoch, bedeutet auch, dass der Asteroid den Mars mit einer Wahrscheinlichkeit von 96% verpassen wird. Höchstwahrscheinlich wird also gar kein Einschlag stattfinden – falls doch, sind die Astronomen und Planetologen bereit, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Einschlag und die Folgen davon zu verfolgen.