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Projekt des Monats
Bearbeiterin: Nina Frey, M.A.
Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds
Detaillierte Studien zum Buddhismus in der Schweiz beschränken sich bisher auf seine Verbreitung durch Asiaten seit den 1960er Jahren. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde aber Buddhismus in Intellektuellenkreisen thematisiert, wie das Beispiel des im Schweizer Asyl lebenden Richard Wagner (1813-1883) zeigt. Das Dissertationsprojekt ist daher zunächst eine Grundlagenforschung, die die Anfänge der Verbreitung des Buddhismus – in allen Teilen der Schweiz – untersucht.
1909 bemühte sich der deutsche Mönch Nyanatiloka (Anton Gueth 1878-1957) um die Gründung eines buddhistischen Klosters (Vihara) im Tessin und gab im Caritas Viharo in Lausanne die erste Mönchsinitiation auf europäischem Boden.
In den 1930er Jahren waren Max (1889-1963) und Rosa Ladner (1889-1970/72) in Zürich aktiv und gründeten 1942, zusammen mit Raoul von Muralt (1891-1975), die Buddhistischen Gemeinschaft Zürich. Ihre Monatsschrift „Die Einsicht” wurde während des Zweiten Weltkriegs zur wichtigsten Veröffentlichung über Buddhismus im deutschsprachigen Raum.
Neben der reinen Erforschung der Ereignisgeschichte untersucht das Dissertationsprojekt Beziehungen der ersten Buddhisten innerhalb der Schweiz sowie Austauschprozesse zwischen ihnen und Buddhisten in Europa und Asien. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Biographien und Veröffentlichungen der Protagonisten soll deren Aktivitäten und Motivation beleuchten, um zu klären, inwieweit die erste Verbreitung des Buddhismus mit einer Institutionalisierung und mit missionarischer Aktivität einhergeht.
Schließlich wird das Dissertationsprojekt der Frage nachgehen, warum trotz teilweise weltweiter Vernetzung und translokaler Aktivitäten der damaligen Buddhisten gleichzeitig oftmals wenig Kontakt zu benachbarten buddhistischen Gruppen bestand.
|Das Forschungsprojekt ist Teil des vom SNF geförderten Projekts «Reisen, Missionen, Übersetzungen: Mechanismen der Begegnungen zwischen Indien und der Schweiz (1870-1970)», einer Kooperation der Section de langues et civilisations slaves et de l'Asie du Sud an der Universität Lausanne und der Abteilung Indologie des Asien-Orient-Instituts.|