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48. Geschäftsbericht des Zentralkomitees
an die Abgeordnetenversammlung in Genf vom 30. September 1916.
Mitgliederbewegung.
Die Zahl der Mitglieder betrug: am 30. Juni 1915: 13,475, am 31. Dezember 1915: 13,179, am 31. März 1915: 12,857, am 30. Juli 1916: 12,931.
Die Mehrzahl der Austretenden sind Ausländer, während erfreulicherweise von den in der Schweiz wohnhaften Mitgliedern nur wenige aus nnsern Reihen scheiden; in jüngster Zeit haben sogar die Eintritte von Schweizern wieder kräftig eingesetzt.
Die Sektionen haben sich um eine vermehrt. Eine stattliche Zahl von Bergfreunden in Arosa hat eine eigene Sektion gegründet. Die Sektionen haben somit einen Zuwachs von 58 auf 59 erfahren.
Wir haben die Einführung einer praktischen permanenten und besser kontrollierbaren Mitgliederkarte erwogen und zum Teil gelöst. Leider erlauben uns die gegenwärtigen Verhältnisse nicht, sie einzuführen, da das Material dazu kaum oder nur zu hohen Preisen'aufzubringen ist. Wir empfehlen unsern Nachfolgern, diese Angelegenheit im Auge zu behalten.
Stand der Finanzen.
Allgemeine Rechnung: Die Jahresrechnung pro 1915 ist in der Alpina Nr. 3 publiziert worden und weist ein Defizit von Fr. 4309. 11 aus. Für 1916 glauben wir im Rahmen des Budgets bleiben zu können; es ist sogar berechtigte Hoffnung vorhanden, daß dank der vermehrten Eintritte und der Verminderung einiger Ausgabeposten das vorgesehene Defizit von Fr. 16,970 merklich kleiner ausfallen wird. Dagegen wird durch die Herausgabe des Walliser- und des Bündnerführers ein großer Teil des disponiblen Vermögens festgelegt, für das laufende Jahr vielleicht Fr. 10- bis 15,000, wodurch auch das Zinsenkonto eine erhebliche Einbuße erleidet. Es dürften einige Jahre vergehen, bis durch den Verkauf der Führer dieses Kapital wieder flüssig wird.
Am Schlüsse seiner Amtsperiode gereicht es dem Zentralkassier zum Vergnügen, den Sektionskassieren für ihre gewissenhafte Mitarbeit den besten Dank auszusprechen. Die überwiegende Mehrzahl der Sektionen kommt ihren Verpflichtungen prompt nach; leider gibt es aber auch einige wenige, bei welchen alle Reklamationen nichts fruchten. Solche Sektionen erschweren die ohnehin große Arbeit der Zentralkasse ungemein, und wir werden uns genötigt sehen, sie an einer Abgeordnetenversammlung mit Namen zu nennen.
Jahrbuchfonds: Der Jahrbuchfonds betrug Ende 1915 Fr. 38,104. 75. Die Herausgabe des Bandes 50 wird nur einen kleinen Gewinn bringen, da die bekannte Papier-und Kartonpreiserhöhung, der größere Umfang des Bandes ( 28 Bogen statt 26 ), die kleinere Auflage ( 10,200 statt 11,500 ), die Versandschwierigkeiten mit dem Ausland Chronik.
und die höheren Porti die Abrechnung ungünstig beeinflussen werden; wir müssen froh sein, wenn wir mit einem Vorschlag von Fr. 2000 bis 3000 abschließen können.
Fonds Solvay: Der verfügbare Betrag belief sich Ende Dezember auf Fr. 10,128. Ca. Fr. 2000 werden davon für Schlußarbeiten noch abgehen und der Rest wird als Reserve vom Z. K. für Reparaturen weiter verwaltet werden.
Fonds für das Alpine Museum: Dieser Fonds beträgt unverändert Fr. 25,000. Die Zinsen werden der gewöhnlichen Rechnung gutgeschrieben.
Huberfonds: Da der Führerunterstützungsfonds durch die allgemeine Notlage der Führer stark in Anspruch genommen wird, mußten wir ihm neue Mittel aus dem Huberfonds zuführen, was eine Abänderung des Statuts bedingte, worüber wir in der Alpina Nr. 5 berichteten. Der Huberfonds wurde auf das ursprünglich durch Schenkungen zusammengebrachte Kapital von Fr. 27,000 zurückgeführt, in welcher Höhe er seit 30. Juni unverändert fortbesteht. Die Zinsen werden jeweils dem Führerunterstützungsfonds zugewiesen.
Führerunterstützungskasse: Im Jahre 1915 wurden im ganzen Fr. 13,369 für Unterstützung an 211 Führer bezahlt; mehr als die Hälfte war für das Wallis bestimmt. Der Saldo pro 31. Dezember 1915 betrug Fr. 7706. 40. Seither sind an Geschenken eingegangen Fr. 2478. 90 ( Fr. 1500 durch die „ Zürich "; Fr. 568. 90 durch die englischen Mitglieder und Fr. 300 durch die Herren Wartze in Moskau, nebst mehreren kleinern Beiträgen ). Als Unterstützung wurden bis zum 30. Juni Fr. 2595 an 53 Führer ausgegeben. Aus dem Huberfonds wurden Fr. 5952. 50 übertragen ( s. oben ). Ferner wird dieser Kasse laut Z. K. Beschluß vom 3. März auch noch der von der Versicherungsgesellschaft „ Zürich " auf den Führer Versicherungen gewährte Rabatt im Betrage von Fr. 650 gutgeschrieben.
Versicherungswesen.
Führer Versicherung: Trotz der auch dieses Jahr von der „ Zürich " in sehr anerkennenswerter Weise gewährten Vergünstigungen ( 10% Rabatt auf den Prämien-anteilen des Führers und der Zentralkasse, 3 bzw. 4 monatliche Versicherung statt halbjährliche ) ließen sich doch nur ungefähr SU aller Führer versichern. Die Zentralkasse bezahlt an diese Versicherung ca. Fr. 6500 gegenüber Fr. 5727 im Vorjahre, Der Versicherungsgesellschaft „ Zürich " sprechen wir auch an dieser Stelle für das nun schon während zwei Jahren bewiesene Entgegenkommen unsern besten Dank aus.
Versicherung der Klubhütten: Die Versicherung der Hütten in Kantonen, die die staatliche Versicherung nicht haben ( Uri, Glarus, Wallis, Tessin ), muß auf Ende dieses Jahres auf 5 Jahre erneuert werden. Dank dem Entgegenkommen der „ Helvetia " ist es uns gelungen, die Versicherung für die nächsten 5 Jahre zu wesentlich günstigeren Prämienansätzen abzuschließen.
Obligatorische Mitgliederversicherung: Die Lösung dieser Frage wird der nächsten Delegiertenversammlung obliegen, nachdem die Sektion Uto an der Delegiertenversammlung in Basel den Antrag gestellt hat, daß das Z. K. in St. Gallen sie noch erledigen soll. Das Z. K. hat in einem einläßlichen Berichte in der Alpina Nr. 7 die ganze Angelegenheit behandelt und dazu Stellung genommen.
Klubhüiten.
Wir veröffentlichten an anderer Stelle ( Alp. 1916, pag. 146-148 ) eine Zusammenstellung der Frequenzziffern im Jahre 1914!15 und lassen die Zahlen für sich selbst sprechen; sie sind auch ein Kriegsdokument!
Die Neuordnung unserer Klubhüttenverhältnisse hat, wie wir aus den Inspektionsberichten der Sektionen ersehen, die an sie gestellten Anforderungen im allgemeinen erfüllt. Nötig und erwünscht ist immerhin, daß unsere Mitglieder von ihrem Aufsichtsrecht und ihrer Aufsichtspflicht in Klubhütten noch intensiveren Gebrauch machen. Sie helfen in dieser Weise mit, gleich an Ort und Stelle sowohl unsere Hüttenwärter als auch unsere Gäste in unserm Sinne zu erziehen. In den meisten, einigermaßen gut geführten Hütten sind die seit vielen Jahren chronischen Defizite verschwunden, welchen Erfolg wir gerne auf das Konto der betreffenden tüchtigen Hüttenchefs buchen.
Während bei unsern großen Schwestervereinen einige der schönsten Klubhütten dem Kriege zum Opfer fielen, waren wir in der beneidenswerten Lage, folgende Neu-Einweihungen vorzunehmen:
1. Die Piz Sol-Hütte der Sektion Piz Sol am Wangserseeli mit 35 Schlafplätzen, Totalkosten Fr. 22,300, Subventionen der Zentralkasse Fr. 11,000.
2. Die Scesaplanahütte der Sektion Pfannenstiel an der Scesaplana mit 50 Schlafplätzen, Ankaufspreis Fr. 18,000, Subvention der Zentralkasse Fr. 9000.
3. Die- Dammahütte ( ehemalige Ausstellungshütte in Bern ) der Sektion Pilatus mit 24 Schlafplätzen, Totalkosten Fr. 12,000, Anteil der Zentralkasse Fr. 7000.
Größere Umbauten und Reparaturen wurden im vergangenen Jahre ausgeführt an der Voralphlitte: Weg- und Dachreparaturen, Totalkosten Fr. 731, Subvention der Zentralkasse Fr. 365. 50.
Oberaletschhütte: Dachreparaturen und Außenanstrich, Totalkosten Fr. 300, Subvention der Zentralkasse Fr. 200.
Pontegliashütte: Wegmarkierung und Verbesserung und neuer Abort, Totalkosten Fr. 400, Subvention der Zentralkasse Fr. 250.
Rohrbachhaus: Verankerung, Abort, Untermauerung, Treppe etc, Totalkosten Fr. 882, Subvention der Zentralkasse Fr. 441.
Campo-Tencia-Hütte: Umbauten zur Gewinnung von mehr Platz, Abort, Mobiliarergänzung etc., Totalkosten Fr. 2850, Subvention der Zentralkasse Fr. 1530.
Zapporthlitte: Mobiliarergänzung, Totalkosten Fr. 180, Subvention der Zentralkasse Fr. 150.
Lysengratweg: ( Säntis-Altmann ) Verbesserungen, Totalkosten Fr. 800, Subvention der Zentralkasse Fr. 150.
Weg zur Schönbühlhütte: Verbesserungen, Totalkosten Fr. 11,500, Subvention der Zentralkasse Fr. 500.
Kleine Reparaturen und Ergänzungen wurden mit Hülfe der Zentralkasse ausgeführt an den Rottal-, Guggi- und Glecksteinhütten.
Im Bau befinden sich zurzeit noch das Refuge Solvay, die Untere Matterhornhütte, die Calanda- und die Cadlimohütte. Ferner ist die Vergrößerung, der Keschhütte in Angriff genommen worden. Wir hoffen auch diese 5 Hütten noch diesen Sommer dem Betriebe übergeben zu können.
Der S. A. O. hat Ursache, auf seine Klubhütten stolz zu sein. Sie befinden sich mit wenigen Ausnahmen in gutem Zustand und legen Zeugnis ab von dem großen Verständnis, das man in den Sektionen diesem wichtigen Zweig unserer Tätigkeit entgegenbringt. Am Ende unserer Amtsperiode angelangt, sprechen wir den Hüttenchefs und den Hüttenwärtern unsern Dank aus für ihren Mühewalt. Ihrer Fürsorge und fleißigen Kontrolle wird es zu verdanken sein, wenn unsere 92 Hütten dem S.A.C. auch fernerhin zur Ehre gereichen.
Alpines Bettungswesen.
Die Abgeordnetenversammlung von Basel hat unsere Zusätze zum Reglement für alpine Rettungsstationen gutgeheißen. Auf Grund derselben konnten wir unsere Revisionsarbeit und den weitern Ausbau dieser Institution unverzüglich an die Hand nehmen, und wir können mit Genugtuung konstatieren, daß unsere Arbeit bereits schöne Früchte getragen hat. In einer gutbesuchten Versammlung in Vevey vom 14. Mai wurde unter der Leitung des Z. K. Delegierten für das Rettungswesen unsern romanischen Clubgenossen Gelegenheit gegeben, sich über diesen Arbeitszweig gründlich auszusprechen und sich mit ihm vertraut zu machen. Wir fanden dort großes Interesse und viel guten Willen und es ist nicht bei leeren Worten geblieben. Schon haben vier romanische Sektionen vollständig ausgerüstete Stationen im Wallis eingerichtet und übernommen und eine andere wird in Bälde nachfolgen. Monte Rosa ist im Begriffe, Saas und Zermatt zu reorganisieren; Diablerets hat Orsières und Les Plans neu ausgebaut, und bald werden fast alle Wallisertäler mit leistungsfähigen Stationen versehen sein. Auch in Graubünden ist tüchtige Arbeit geleistet worden; die früheren allzu zahlreichen und mangelhaft ausgerüsteten Stationen im Engadin und andern Tälern wurden in Meldestellen umgewandelt und dafür an wichtigen Touristenzentren Hauptstationen errichtet. Laut dem in Nr. 6 der Alpina erschienenen Tableau besitze'n wir jetzt in der ganzen Schweiz 35 vollständig ausgebaute Stationen und 52 Meldestellen. Seither ist noch Haudères ( Sektion Neuchâtel mit den Meldestellen Arolla und Ferpècle ), Vissoye ( Sektion Montreux ) mit den Meldestellen Chandolin, St. Luc, Zinal, Grimentz, Ayer, Mission und Vercorin, und Kippel ( Lötschental ) von der Sektion Chaux-de-Fonds, dazu gekommen.
Im Berichtsjahre mußten 10 Rettungsexpeditionen vorgenommen werden, und zwar durch die Stationen bzw. Meldestellen Chur, Ragaz, Appenzell, Linthal, Pontresina, Arosa, Zuoz, Wallenstadt und Bellinzona. In fünf Fällen konnten die Verunglückten nur mehr als Leichen gefunden werden ( Lawinen! 6 Mitglieder des S. A. O. seit 1. Januar 1916 ). Der Zentralkasse erwuchsen nur aus einer Expedition Kosten.
Die richtige Durchführung des alpinen Rettungswesens verlangt von allen Beteiligten viel Hingebung, und wir wollen nicht unterlassen, hier allen Obmännern und Sektionsdelegierten, die sich der schönen Sache mit Freude und Aufopferung annehmen, den besten Dank auszusprechen. Die erhöhte Tätigkeit und die Vermehrung der Stationen belastet natürlich auch die Zentralkasse in erhöhtem Maße; es sind dies aber Opfer, die wohl getragen werden dürfen und müssen.
Führerwesen.
Infolge der leider immer nocb andauernden Kriegslage konnte die längst geplante Durchführung des Führerkursreglementes immer noch nicht vorgenommen werden. Vor Anbruch normaler Zeiten wird kaum daran zu denken sein, mit den kantonalen Behörden zu einem Abschluß zu kommen.
Immerbin freut es uns, konstatieren zu können, daß es uns gelungen ist, von der Sektion Tödi für den Kanton Glarus die Garantie der Freizügigkeit aller schweizerischen patentierten Führer zu erlangen, was ja den Hauptzweck des neuen Réglementes bildet.
Nachdem ferner früher schon prinzipiell auch die Kantone Graubünden, Tessin, Schwyz, Obwalden, Wallis und Waadt die Freizügigkeit der Führer zugestanden habBn, bleibt es unsern Nachfolgern vorbehalten, noch die Zustimmung der Regierungen von Bern und Uri zu erhalten. Es ist zu erwarten, daß in Würdigung der großen Opfer, die der S.A.C.J.ahr für Jahr für die Führerversicherung, für Fuhrerkurse etc. und in den letzten 2 Jahren für Unterstützung der in Not geratenen Führer brachte, dem längst empfundenen Bedürfnis von genannter Seite keine Opposition gemacht wird.
Fübrerkurse konnten in diesem Kriegsjahre wiederum keine stattfinden. Laut Beschluß der Abgeordnetenversammlung in Basel vom 28. November 1915 wird von der Veranstaltung von weitem Kursen so lange Umgang genommen, als sich kein Mangel an jungem Führern zeigt.
Jugend-Organisationen.
Mit bemerkenswertem Eifer haben verschiedene Sektionen die Durchführung der Jugend-Organisationen an die Hand genommen. Soweit sich die Resultate bis jetzt überblicken lassen, berechtigt dieser jüngste Zweig der Betätigung des S.A.C. zu schönen Hoffnungen. Immerhin verhält sich noch eine große Anzahl von Sektionen gegenüber der Bewegung indifferent. Wir wollen deshalb diesen Anlaß nicht unbenutzt lassen, um die Sektionen, die sich bisher passiv verhalten haben, zur aktiven Mitarbeit zu ermuntern. Die heranwachsende Jungmannschaft wird ihnen dafür Dank wissen.
Alpina.
Auch im laufenden Jahre sind wir genötigt, die Alpina nur einmal monatlich erscheinen zu lassen. Zwar hat sich das Ergebnis der Inseratenpacht ein wenig gebessert, erreicht aber immer noch nicht die Hälfte des Ertrages normaler Jahre; wir werden auch im laufenden Jahre wieder mit einem Defizit von'Fr .13,000.-bis 14,000. rechnen müssen. Viel Mühe und Kosten verursacht die Ausland-spedition, unzählige Nummern fallen den gestörten Postverhältnissen zum Opfer und müssen zweimal geliefert werden. Auch der Tauschverkehr mit ausländischen alpinen Zeitschriften hat fast gänzlich aufgehört, weil die meisten derselben überhaupt nicht mehr erscheinen.
Jahrbuch.
Band 50 wurde, 28 Bogen stark, redigiert von Herrn Dr. Dübi, in 10,200 Exemplaren gedruckt und gelangte etwas verspätet zur Ausgabe, weil Schwierigkeiten verschiedener Art, u.a. auch in der Papierbeschaffung, die rechtzeitige Fertigstellung der beiden Blätter des Tödipanoramas verhindert hatten. Wegen Raummangel mußten die Protokolle der Abgeordnetenversammlungen von Aarau, Bern und Basel wegfallen; im übrigen enthält der Band die Chronik für die beiden Jahre 1914 und 1915 vollständig.
Die Blätter III und IV des Tödipanoramas sind wohl gelungen und bekunden gegenüber I und II einen entschiedenen Fortschritt, an welchem neben dem Künstler auch Herr Prof. Heim durch seine verständnisvollen und fördernden Ratschläge wesentlichen Anteil hat. Ob und in welcher Weise das große Werk die wünschenswerte Fortsetzung und Vollendung erfahren kann, muß die Zukunft lehren. Man vergleiche auch das Begleitwort im Jahrbuch ( Bd. 50, pag. 325—330 ).
Zu besonderem Danke sind wir der schweizerischen Landestopographie verpflichtet, die uns für das Jahrbuch und das Echo des Alpes 14,000 Exemplare des Übersichtsblattes zur Dufourkarte und zum Siegfriedatlas gratis überließ.
Der nächste Band soll als Hauptbeilage eine wohl vielen Klubisten willkommene Karte erhalten.
Klubführer für die Walliseralpen.
Band III ( Vom Matterjoch bis zum Simplon ) ist im Druck und wird im Herbst 1916 zur Ausgabe gelangen können. Die Bände I und II sind in Vorbereitung und teilweise ziemlich weit gefördert.
Leider verloren wir unseren trefflichen und gewissenhaften Zeichner für die Routenskizzen, Herrn Topograph-Ingenieur Ch. Jacot-Guillarmod, der, einem ehrenvollen Rufe der chinesischen Regierung folgend, im Juni nach dem fernen Osten verreiste, um als Professor der Topographie an der Militärschule in Peking einheimische Kräfte zu diesem Dienste heranzubilden. Wir wünschen ihm Glück in seinem neuen Wirkungskreise und verdanken ihm eine mit großer Hingebung und Sachkenntnis geleistete Arbeit am Walliserführer.
Chronik.
Klubführer.
Der Verkauf der bis anhin erschienenen Klubführer ist, auch als Folge des Krieges, etwas ins Stocken geraten.
Blindnerführer: Das Supplementsbändchen und das I. touristische Bändchen, umfassend die Berge von der Oberalp bis und mit Piz Sol, ist erschienen und zu den in der vorliegenden Nummer der Alpina publizierten Preisen zu beziehen. Der erste Teil, das Gebiet östlich des Segnespasses, hat Herrn Lehrer Sprecher in Vättis, und der zweite Teil, das Gebiet westlich vom Segnespaß, Herrn Dr. NaefBlumer zum Verfasser. Ursprünglich war vorgesehen, auch noch das Medelser- und Rheinwaldgebirge in das I. Bändchen aufzunehmen; es mußte dann aber wegen Platzmangel davon abgesehen werden. Leider mußte der Verkaufspreis etwas hoch angesetzt werden; die Ursache davon ist in den langen Vorarbeiten und in den hohen Papier -und Kartonpreisen zu suchen. Die Fortsetzung, d.h. das II. Bändchen, den Kantonsteil zwischen Vorder- und Hinterrhein umfassend, wird erst im kommenden Sommer erscheinen.
Zentral-Bibliotheh.
Unsere Bibliothek, die auf einen Beschluß der Abgeordnetenversammlung vom 13. Oktober 1890 ins Leben trat, hat nun 25 Jahre ihres Bestehens hinter sich. Durch die Fürsorge der verschiedenen Z. K., sowie durch die Förderung vieler Mitglieder des S.A.C. ist es möglich geworden, den Bestand derselben auf eine ansehnliche Höhe zu bringen. Die Frequenz der Bibliothek hat sich in den letzten Jahren wesentlich gehoben; es ist zu hoffen, daß auch in Zukunft der Bezug von Büchern, der auch für Auswärtswohnende erleichtert worden ist, eine weitere Steigerung erfahre. Im Jahre 1915 wurden 988 Bände an Mitglieder des S.A.C. ausgeliehen.
Gegen Ende des laufenden Jahres wird die Bibliothek in ein neues Heim einziehen, nämlich in den Neubau der „ Zentralbibliothek Zürich " bei der Predigerkirclie.
Der Bibliothek-Kommission, die die Verwaltung mit Eifer und Umsicht besorgt, sprechen wir hiermit den besten Dank ans.
Bericht über die B. Betriebs-Periode ( 1915/16 ) der Zentralstelle des S.A.C. für alpine ProjeMions-Bilder. Leitender: F. Rohr, Sektion Bern.
Die achte Betriebsperiode ( 1915116 ) zeigt in der Frequenz mit 1921 ausgeliehenen Diapositiven gegenüber dem Vorjahr ( 1760 ) eine kleine Zunahme, bleibt aber hinter der Höchstzahl von 3027 Stück ( 1913/14 ) immer noch bedeutend zurück. Die Gründe für diesen Rückgang sind in der gleichen Ursache zu suchen wie letztes Jahr — dem Weltkrieg mit seinen Folgen —, welche sich ja auch in der Gesamt-Tätigkeit des S.A.C. fühlbar machen.
Der Clinique militaire suisse in Leysin wurden auf ein Gesuch hin Diapositive zur Abhaltung von Vorträgen für die Kranken und Internierten zur Verfügung gestellt.
Anläßlich der Diskussion über die „ Jugendfrage " im S.A.C. wurde vom Z. K. auch die Mitwirkung der Zentralstelle für alpine Projektionsbilder ins Auge gefaßt, und zwar in der Weise, daß bei Abhaltung theoretischer Kurse der Vortrag durch Vorzeigen von Lichtbildern unterstützt würde.
In Frage kämen etwa folgende Gebiete:
Geologische und botanische Demonstrationen, Schilderungen über die alpine Tierwelt, Gegenüberstellung von gut- und schlechtausgerüsteten Touristen, Volkskunde und Alpwirtschaft etc.
Der Ausführung dieses Projektes stünden keine Hindernisse entgegen, indem eine schöne Anzahl zweckdienlicher Diapositive bereits in der Sammlung vorhanden sind und weitere je nach Bedarf und Angabe des Z. K. beschafft werden könnten.
In die Sammlung wurden 168 Bilder neu aufgenommen; Geschenke gingen ein von den Herren: F. Langenberger, Sektion Montreux; W. Heller, Sektion Uto; A. König und F. Rohr, Sektion Bern.
Lawinenbroschüre.
Zahlreichen Wünschen Folge gebend, hat das Z. K. Herrn Ingr. Rutgers, Präsident der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft, mit der Herausgabe einer Broschüre: „ Die Lawinengefahr für Touristen ", betraut. Die Arbeit erschien zuerst in der Alpina und im Echo des Alpes und wurde nachher, ergänzt und durchgesehen, in Broschüren-form zum Preise von 40 Cts. abgegeben. Die erste Auflage von 500 Exemplaren war bald vergriffen; wir ließen daraufhin nochmals 500 Exemplare drucken und sind fortwährend in der Lage, das Blichlein zum genannten Preise abzugeben, Neue Zusammenstellung der Réglemente des S.A.C.
Sämtliche zurzeit in Kraft stehenden Réglemente wurden als Neudruck in einer Broschüre vereinigt. Das Büchlein kann bei den Sektionskassierern bezogen werden.
Statutenrevision.
Wir haben unsere Vorschläge hierzu in der AlpinaNr. 10/1915 publiziert. Die Abgeordnetenversammlung von Basel hat Verschiebung der Angelegenheit auf eine der nächsten Abgeordnetenversammlungen beschlossen. Da aber an der Genfer Abgeordnetenversammlung die Zeit zur Behandlung dieser Frage mangeln wird, sehen wir uns gezwungen, die Sache dem neuen Z. K. als Pendenz zu übergeben.
Taxermäßigungen.
Alle Gesellschaften, mit Ausnahme der Bahn Belvedere di Lanzo, Lugano, haben uns auch im laufenden Jahre die gewohnten Taxermäßigungen gewährt. Neu dazu gekommen ist die Gornergratbahn ( mit 50 Prozent ) und die Leukerbadbahn ( mit 30 Prozent ). Mit der Furkabahn haben wir Verhandlungen angefangen, die noch nicht erledigt sind.
Verzollung der Velos.
Die mit den Zollbehörden der Nachbarländer abgeschlossenen Vereinbarungen zum freien Passieren der Grenze mit Fahrrädern haben keine Veränderungen erfahren. Übrigens wird kaum einer unserer Klubgenossen in den Fall gekommen sein, davon Gebrauch zu machen.
Beziehungen zu andern alpinen Vereinen und zu unsern Sektionen.
Die Beziehungen zu den ausländischen alpinen Vereinen sind sehr locker geworden. Auch der Austausch der Publikationen hat zum Teil fast ganz aufgehört. Um so reger ist der Verkehr zwischen Z. K. und Sektionen geblieben, wobei wir im allgemeinen gerne das gute Einvernehmen mit den Sektionen hervorheben möchten. Manch verwickelte Fragen konnten im wohlverstandenen Interesse unseres Klubs in allseitig befriedigender Weise gelöst werden. Das Z. K. war vertreten: Bei der Einweihung der Piz Sol-, Scesaplana- und Dammahütte und bei der Zusammenkunft der ostschweizerischen Sektionen in Winterthur.
Diverses.
Für Gletscher- und Niederschlagsforschungen wurden wieder die üblichen Beiträge von je Fr. 100. an die Physikalische Gesellschaft in Zürich und an Herrn Dr. P. L. Mercanton in Lausanne verabreicht.
Chronik.
Die Anregung von Herrn Dr. Täuber bezüglich Einrichtung eines Nachrichten-dienstes für Wetterprognosen wurde in der Weise erledigt, daß sich die Schweizerische Meteorologische Zentralanstalt in Zürich in verdankenswerter Weise bereit erklärte, in Zukunft die Samstag- und Sonntagprognosen ausführlicher zu halten und speziell bei drohendem Wettersturz vor Hochtouren zu warnen.
Das sehr lawinenreiche Frühjahr hat uns Veranlassung gegeben, in der Alpina und in den Tageszeitungen einen Aufruf zu Lawinenbeobachtungen zu erlassen. Leider ist uns bis heute nur spärliches Material zugekommen, so daß es notwendig sein wird, die Beobachtungen auf den nächsten Winter auszudehnen, um genügend neues Material zur Verarbeitung durch eine kompetente Persönlichkeit zusammenzubringen.
Der Handel mit Alpenpflanzen, hauptsächlich für Heilzwecke, greift immer weiter um sich und kann mit den Jahren eine ernstliche Bedrohung für unsere Alpenflora bilden. Wir haben uns deshalb einer von Herrn Dr. Schröter in Zürich in die Wege geleiteten Schutz-Bewegung angeschlossen und werden eine Eingabe an den h. Bundesrat, die ein Ausfuhrverbot für Heilpflanzen vorsieht, mitunterzeichnen.
Einem allgemeinen Wunsche unserer romanischen Sektionen um Herstellung von Klubzeichen mit französischem Text haben wir Folge gegeben und solche den betr. Sektionen zugestellt. Diese Zeichen sind jedoch nur für neueintretende Mitglieder bestimmt; die alten Mitglieder müssen sie zum Selbstkostenpreis kaufen.
St. Gallen, 15. August 1916.
Namens des Z. K. des S.A.C.
Der Aktuar: Ë. Hartmann.
Der Präsident: Janggen.