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Was ist Sünde?
Sünde ist ein Begriff, mit dem die meisten Menschen heute nicht mehr viel anfangen können. So sagt man zum Beispiel "Heute habe ich aber wieder gesündigt", wenn man zu viel gegessen und die Diät nicht eingehalten hat...
Aber was bedeutet Sünde wirklich? Was versteht die Bibel darunter?
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Die Definition von Sünde
Die Bibel definiert Sünde kurz und knapp, indem sie sagt "...die Sünde ist die Gesetzlosigkeit" (1. Johannes 3,4). Wenn ein Bürger eines Landes, die Vorschriften nicht einhält, die in dem betreffenden Land gelten, so übertritt er die Gesetze dieses Landes. Tut er das konsequent und permanent, so könnte man ihn mit Fug und Recht "der Gesetzlosigkeit" bezichtigen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Verhältnis der Menschen zu Gott. Nachdem Gott den Menschen geschaffen hatte und ihm eine ideale Umgebung - den Garten Eden - gegeben hatte, entschied der Mensch sich, nicht auf Gott zu hören. Er übertrat das einzige "Gesetz", das Gott dem Menschen gegeben hatte, nämlich nicht von der Frucht des Baumes zu essen (1.Mose 3). Diese traurige Tat hatte Auswirkungen auf alle Nachkommens Adams bis in unsere heutige Zeit. Jeder Mensch ist nun mit dem "sündigen Wesen" Adams infiziert. Er fragt nicht mehr nach den Geboten Gottes und geht seinen eigenen Weg.
Sünde bedeutet also, dass man die Normen und Vorschriften, die Gott zum Guten des Menschen in das menschlichen Gewissen gelegt (Römer 2,15) und insbesondere in der Bibel gegeben hat, nicht beachtet. Man tut seinen eigenen Willen, ohne nach Gott zu fragen.
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Einwand - Aber ich bin doch ein guter Mensch!
Hier möchte ich gern T. Keller ("Der zugewandte Jesus") zu Wort kommen lassen:
Vielleicht sagen Sie: "Ich bin ein moralisch anständiger Mensch, und ich bin nicht religiös. Vielleicht gibt es einen Gott, das kann man nicht wissen. Aber in jedem Fall bin ich ein guter Mensch, und das ist alles, was zählt."
Wirklich? Alles, was zählt? Stellen wir uns eine Witwe vor, die ihren Sohn grosszieht und auf gute Schulen schickt und durchs Studium bringt - unter erheblichen Opfern, denn sie hat nur sehr bescheidene Mittel. Und sie sagt ihrem Sohn "Ich möchte, dass du ein gutes Leben führst. Ich möchte, dass du immer die Wahrheit sagst, hart arbeitest und für die Armen sorgst." Der junge Mann beendet sein Studium und startet seine Karriere, beginnt ein eigenes Leben - und er redet nicht mehr mit seiner Mutter, hat nie Zeit für sie. Vielleicht schreibt er ihr noch zum Geburststag, aber er ruft sie nie an, besucht sie nie. Angenommen, man fragt ihn nach seiner Beziehung zu seiner Mutter, und er antwortet: "Nein, persönlich habe ich mit ihr nichts zu tun. Aber ich sage stets die Wahrheit, arbeite hart und sorge für die Armen. Ich lebe ein gutes Leben, und das ist schliesslich alles, was zählt, oder?"
Ich bezweifle, dass diese Antwort Ihnen gefallen würde. Es ist nicht genug, dass dieser Mann ein moralisches Leben führt, wie seine Mutter es sich gewünscht hatte, wenn er keine Beziehung mehr zu ihr hat. Sein Verhalten ist verwerflich, denn sie war es, die ihm alles gegeben hat, was er besitzt. Mehr als einen moralischen Lebenswandel schuldet er ihr seine Liebe und Unterstützung.
Wenn es einen Gott gibt, verdanken wir ihm buchstäblich alles. Wenn es einen Gott gibt, schulden wir ihm weit mehr als ein anständiges Leben. Er verdient es, der Mittelpunkt unseres Lebens zu sein. Man mag ein noch so guter Mensch sein - wenn man Gott nicht für sich persönlich Gott sein lässt, ist man ein Sünder. Man ist dann sein eigener Erlöser und Herr.
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Das Wesen von Sünde
Die vorgenannte Begebenheit verdeutlicht sehr gut, dass jeder Mensch ein Sünder ist - auch wenn man äusserlich noch so gut sein mag. (Wobei - wenn man ehrlich ist - man sich sicherlich selber eingestehen muss, dass man auch seine dunklen Seiten hat...).
Jesus Christus hat einmal "Sünde" ähnlich charakterisiert, wie es in dem Beispiel getan wurde. Einmal kamen die Phärisäer zum ihm und fragten ihn, was das "grösste Gebot" im Gesetz sei. (Die 10 Gebote sind ja vielen bis heute noch bekannt, wie z.B. 'Du sollst keine anderen Götter haben', 'Du sollst nicht stehlen', 'Du sollst nicht ehebrechen' usw.) Auf ihre Frage gibt er die folgende Antwort:
Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Er aber sprach zu ihm: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand." Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22, 36-40)
Wenn man kurz darüber nachdenkt versteht man, was er damit sagen will: Stimmt die Beziehung des Menschen zu Gott und gibt man ihm den Platz, der ihm zusteht (d.h. "liebt man Gott") und abgeleitet davon "liebt man seinen Mitmenschen", dann erfüllt man automatisch die anderen, äusserlichen Gebote des Gesetzes. Wenn ich zum Beispiel den lebendigen Gott im Himmel wirklich liebe, komme ich nicht mehr auf die Idee "mir andere Götter zu machen" (auch materielle Dinge oder Personen können den Platz Gottes einnehmen und damit zu Göttern werden).
Mit anderen Worten: Der Mensch wurde ursprünglich dazu geschaffen "Gott zu lieben", in einer vertrauten Beziehung mit ihm zu leben. Wobei hier "Liebe" nicht einfach nur für "ein Gefühl" steht, sondern den Wunsch impliziert, Gott zu gefallen und ihm zu gehorchen - die guten Gebote Gottes zu beachten. Tut man das nicht, dann sündigt man.
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Die Folgen der Sünde
Die erste und direkte Folge der Sünde ist die Tatsache, dass jeder Mensch sterben muss. Genauso hatte es Gott auch Adam angekündigt:
Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben! (1. Mose 2, 16-17). Das gilt bis heute noch. Weil jeder Mensch sündigt, muss er sterben und verfällt dem gerechten Gerichtsurteil Gottes: Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht (Hebräer 9,27).
Daneben gibt es noch weitere Folgen, die wir bereits in unserem Leben bemerken, bevor wir gestorben sind. Man kann sie im Kern schon aus der Begebenheit in 1.Mose 3 ableiten:
- Entfremdung von Gott (1.Mose 3,23-24): Der Mensch wird aus der direkten Gegenwart Gottes vertrieben. Damit lebt der Mensch nicht mehr so, wofür er ursprünglich geschaffen wurde. Ohne Gott macht das Leben keinen Sinn mehr.
- Entfremdung von sich selbst [psychologische Probleme] (1.Mose 3,10): Der Mensch hat Angst und versteckt sich. Der Sündenfall hat direkte Konsequenzen auf das Seelenleben der Menschen. Ängste, Persönlichkeitsstörungen und vieles mehr sind die Folge davon.
- Entfremdung von den Mitmenschen [soziologische Probleme] (1.Mose 3,12-13): Adam und Eva streiten sich und weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Wie viel Streit und Krieg gibt es bis heute zwischen den Menschen und Völkern.
- Entfremdung von der Natur [ökologische Probleme] (1.Mose 3,17-19): Die Natur wird verflucht und Arbeiten ist mit Mühe verbunden. Auch das sehen wir bis heute: Die Schöpfung, über deren Schönheit wir immer wieder staunen, ist gleichzeitig oftmals grausam und unvollkommen. Die Beziehung des Menschen zur Natur ist von Ausbeutung geprägt, mit den bekannten Folgen, die wir beobachten können.
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Die Lösung für die Sünde
Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt! (Johannes 1,29)
Jetzt aber ist er (Jesus Christus) einmal in der Vollendung der Zeitalter offenbar geworden, um durch sein Opfer (d.h. durch sein stellvertretendes Sterben am Kreuz) die Sünde aufzuheben. (Hebräer 9,26)
Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. (Römer 3,22-24)
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. (1.Johannes 1,9)
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes 3,16)
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