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Milder und niederschlagsreicher Oktober
Die Schweiz registrierte im landesweiten Mittel den fünftwärmsten Oktober seit Messbeginn 1864. Der Monat brachte in der ganzen Schweiz reichlich Niederschlag.
Die ersten zehn Oktobertage waren auf der Alpennordseite und in den Alpen von wechselhaftem und kühlem Wetter geprägt. Häufige Störungsdurchgänge aus Nordwesten und Norden brachten reichliche Niederschläge.
Vom 11. bis am 17. Oktober brachten Hochdruckgebiete über Zentral- und Südosteuropa der ganzen Schweiz viel Sonnenschein. Die Schönwetterperiode wurde am 15. Oktober von einer kräftigen Föhnlage mit anschliessendem Kaltfrontdurchgang unterbrochen. Die Föhntäler der Alpennordseite erlebten vom 14. auf den 15. Oktober eine sehr milde Nacht mit durchgehend 18 bis 23 Grad. Die heftigsten Windböen erreichten 90 bis 100 km/h. Zwischen dem 18. und 24. Oktober brachten Südwest- und Südlagen häufig Föhn im Norden und viel Niederschlag im Süden. Vom 18. bis am 21. Oktober fielen im nordwestlichen Tessin 200, lokal bis knapp 400 Liter pro Quadratmeter Regen bei einer hoch liegenden Schneefallgrenze von rund 3000 Metern.
Föhn sorgt für hohe Temperaturen: Am 23. Oktober brachte der Föhn auf der Alpennordseite lokal extrem hohe Temperaturen. Die Tagesmitteltemperatur stieg teilweise 11 bis 13 Grad über die Norm. Engelberg registrierte mit 18,2 Grad das zweithöchste Oktober-Tagesmittel seit 1864. Meiringen verzeichnete am 23. Oktober mit 25,5 Grad das höchste Oktober-Tagesmaximum in der seit 1959 homogen verfügbaren Messreihe. Vom 25. bis 27. Oktober brachte ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Zentral- und Südeuropa. der ganzen Schweiz sonniges und mildes Herbstwetter. Kühle Luftmassen aus Nordwesten sorgten dafür, dass die letzten Oktobertage von regnerischem Wetter geprägt waren.
Monatsbilanz Oktober 2019: Die Oktobertemperatur lag nördlich der Alpen und auf der Alpensüdseite verbreitet 1,6 bis 2,1 Grad über der Norm 1981‒2010. In den Alpen bewegte sich die Monatstemperatur meist 2,0 bis 2,5 Grad über der Norm.
Nach einem verbreitet unterdurchschnittlichen September lieferte der Oktober in vielen Gebieten reichlich Niederschlag. Die Alpensüdseite und der Alpennordhang erhielten vielerorts 150 % bis 200 %, lokal auch über 200 % des langjährigen Mittels. Nördlich der Alpen erreichten die Werte meist zwischen 130 und 160 % der Norm.
Die Sonnenscheindauer bewegte sich im Oktober auf der Alpensüdseite, im zentralen und östlichen Mittelland sowie lokal in der Westschweiz zwischen 90 und 115 % des langjährigen Mittels. In den übrigen Gebieten erreichte sie verbreitet nur zwischen 80 und 90 % der Norm.
Nasser und sonnenarmer November
Das Novemberwetter verlief auf der Alpennordseite ziemlich durchschnittlich. Auf der Alpensüdseite wurden hingegen regional grosse Schneemengen und extrem wenig Sonnenschein registriert.
Die beiden ersten Monatsdrittel des Novembers wurden von Tiefdrucklagen bestimmt. Häufige West- und Südwestströmungen führten feuchte Luftmassen zur Schweiz. Vom 1. bis 8. November fielen immer wieder Niederschläge. Am 8. November floss in den unteren Schichten aus Norden kühle Luft in den Alpenraum. Auf der Alpennordseite fiel Schnee bis auf 800 Meter, lokal sogar bis auf 400 Meter hinunter. Auf der Alpensüdseite lag die Schneefallgrenze bei 900 Metern. Am 9. und 10. November brachte ein Zwischenhoch eine Wetterberuhigung. Vom 11. auf den 12. November erhielten die Tessiner Berge und die Ostalpen oberhalb von 1000 Metern 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee. Am 13. November sorgte ein Tief über den Alpen für leichten Schneefall in den Bergen. Auf der Alpensüdseite war es mit kräftigem Nordföhn sonnig.
Starke Schneefälle auf der Alpensüdseite: Während anhaltenden Südwest- und Südlagen fielen auf der Alpensüdseite zwischen dem 14. und 19. November regional erhebliche Neuschneemengen. Regional summierte sich der Neuschnee zu neuen November-Rekorden.
Nach einem Zwischenhoch am 20. November mit Hochnebel im Norden und einem sonnigen Vormittag auf der Alpensüdseite, lag die Schweiz vom 21. bis am 24. November in einer weiteren kräftigen Südföhnlage.
Ab dem 25. November dominierten West- und Nordwestströmungen das Wettergeschehen in unserem Land. Dabei sank die Schneefallgrenze auf der Alpen-nordseite am 29. November auf 600 bis 800 Meter hinunter. Die Alpensüdseite erhielt mit Nordwind viel Sonne. Ein Hoch aus Westen brachte am letzten Novembertag in den Alpen und auf der Alpensüdseite meist sonniges Wetter.
Monatsbilanz November 2019: Im landesweiten Mittel lag der November 0,3 Grad über der Norm 1981-2010. Die Novembertemperatur lag auf der Alpennordseite verbreitet 0,8 bis 1,2 Grad über dem langjährigen Mittel. In der Ostschweiz lag der November 1,3 bis 1,5 Grad und in den Föhntälern 1,5 bis 2,0 Grad über die Norm. Im Wallis und im Tessin bewegten sich die Novemberwerte in Tieflagen regional 1 bis 1,5 Grad über der Norm, in höheren Lagen bis 1,1 Grad unter der Norm.
Die Niederschlagsmengen erreichten im November auf der Alpensüdseite, im Engadin und in Teilen des Wallis vielerorts 200 % bis 280 %, lokal auch über 300 % des langjährigen Mittels.
In der Westschweiz und entlang des Alpennordhangs waren es meist 90 bis 130 %, im Genferseegebiet auch 170 bis 180 % der Norm. Im zentralen und östlichen Mittelland fielen nur 60 bis 90 % des Durchschnitts.
Die Sonnenscheindauer bewegte sich auf der Alpensüdseite verbreitet zwischen 30 und 50 % der Norm. Im Jungfrau-, im Gotthard- und im Säntisgebiet sowie im Engadin waren es 50 bis 60 % der Norm. In den übrigen Gebieten der Schweiz lag die Sonnenscheindauer meist zwischen 60 und 80 % des langjährigen Mittels.
Warmer und niederschlagsreicher Dezember
Mit dem landesweit drittwärmsten Dezember seit Messbeginn 1864 erlebte die Schweiz einen extrem milden Winterbeginn. Auf der Alpensüdseite war es gebietsweise der niederschlagsreichste Dezember der letzten 50 Jahre.
Das erste Monatsdrittel war nach einem regnerischen 1. Dezember vorwiegend hochdruckbestimmt. Auf der Alpennordseite lag dabei oft Hochnebel, der sich regional nur teilweise oder gar nicht auflöste. Auf der Alpensüdseite und in den Alpen gab es hingegen viel Sonnenschein.
Vom 11. bis 14. Dezember führten stürmische Winde aus Westen und Nordwesten kühle Luft zum Alpenraum. Vom 15. bis 20. Dezember verursachte eine Föhnperiode auf der Alpensüdseite anhaltende Niederschläge.
Warmes Weihnachtswetter: Vom 21. bis am 27. Dezember führten kräftige bis stürmische West- und Nordwestwinde vorwiegend mild-feuchte Meeresluft in unser Land. Auf der Alpennordseite war es oft trüb und regnerisch.
Auf der Alpensüdseite brachte der Nordföhn vor allem am 23. und am 25. Dezember viel Sonne. Ab dem 28. Dezember bis zum Jahresende installierte sich über Europa ein umfangreiches Hochdruckgebiet. Mit dem Hochdruck kam die Bise und über den Niederungen beidseits der Alpen der Hochnebel, der sich regional nicht auflöste. Über dem Hochnebel herrschte meist sonniges Wetter. Dank den klaren Bedingungen sank die Temperatur über den Alpen lokal bis auf -20 Grad.
Monatsbilanz Dezember 2019: Im landesweiten Mittel lag der Dezember 2,5 Grad über der Norm 1981-2010. Die Dezembertemperatur lag nördlich der Alpen und in den Alpen verbreitet 2 bis 3 Grad über der Norm. In den Föhntälern der Alpennordseite lag die Dezember-Temperatur 3 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittel. Auf der Alpensüdseite und im Engadin bewegten sich die Dezemberwerte meist 1,5 bis 2 Grad, lokal bis 2,4 Grad über der Norm.
Die Niederschlagsmengen erreichten im Dezember auf der Alpensüdseite verbreitet 170 bis 270 % des langjährigen Mittels. Im Wallis wurden Monatsmengen zwischen 100 und 200 % verzeichnet. Die Westschweiz registrierte regional 130 bis 180 % der Norm. In den übrigen Gebieten der Schweiz fielen meist 80 bis 130 % des langjährigen Mittels.
Die Sonnenscheindauer erreichte im Dezember in der Nordwest- und Nordschweiz 130 bis 150 % der Norm. In den übrigen Gebieten der Schweiz bewegte sie sich verbreitet zwischen 90 und 110 % des langjährigen Mittels.
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2019