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Spezialist für Historienfilme
René Hubert beschäftigt sich im Laufe seiner über 40-jährigen Filmkarriere mit fast allen Filmgenres, doch seine Begabung kommt am eindrücklichsten im Kostümfilm zur Geltung. Neben Walter Plunkett ("Gone With The Wind"1), mit dem er befreundet ist, gilt er in Hollywood als begehrtester Spezialist für Historienfilme. Hubert liebt es, sich in die Modestile der verschiedenen Epochen reinzuknien und achtet bei seinen Kreationen, dass die Stars darin nicht nur gut aussehen, sondern sich auch wohlfühlen und bequem bewegen können.
Manchmal muss René Hubert auch widerwillig auf Filmstarmarotten eingehen, die historisch nicht zu rechtfertigen sind. Der bestbezahlte Vierzigerjahre-Star Betty Grable zum Beispiel wollte stets viel Bein zeigen, was mit einigen Epochen, in denen ihre von Hubert betreuten Filme spielen, kaum zu vereinbaren ist. Auch Regisseure und Produzenten verlangen oft Kompromisse auf Kosten der historischen Genauigkeit. Oder aus finanziellen Gründen.
Wieviel Haut herzuzeigen erlaubt ist, ist ab den dreissiger Jahren ein Dauerthema. Ab 1934 bestimmt der Production Code (auch Hays Code genannt) detailreich, was im Film moralisch akzeptabel ist. Zuvor geniessen die Filmemacher noch einige Freiheiten. Hubert ärgert sich oft über die rigiden Zensurvorschriften Hollywoods. Ausladende Décolletés, in einigen Epochen historisch durchaus angebracht, waren verpönt. Doch Hubert weiss sich zu helfen, indem er die Ausschnitte mit Blumendekors und Foulards kaschiert.
"Wenn es um Décolletés geht, ist man in Europa viel freier", wird Hubert im Buch "Creating the Illusion" zitiert2.
"Es ist seltsam, aber wahr: Würden wir historisch korrekte Kostüme etwa für die postrevolutionäre Periode Frankreichs einsetzen, würde sie kein amerikanischer Zensor durchlassen."
Keine Zensurprobleme hatte Hubert 1950 mit dem allerersten Filmkostüm, das je für Marilyn Monroe geschneidert wurde. Die Robe für den Western "A Ticket to Tomahawk" kommt für eine Monroe erstaunlich züchtig daher.
Christian Wapp, September 2020
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Walter Plunkett (1902-1982) gehörte neben René Hubert zur ersten Anlaufstelle Hollywoods bei Historienfilmen. Die beiden waren enge Freunde, vermutlich auch verbunden durch ihre Homosexualität. Am berühmtesten wurde Plunkett durch den Film "Gone with the Wind" (1939), für den er mit einem riesigen Mitarbeiterstab rund 3000 Kostüme entwarf. Für "An American in Paris" (1952) erhielt er einen Oscar, sieben Mal wurde er für einen Oscar nominiert.
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"Creating the Illusion - A Fashionable History of Hollywood Custume Designer" (Running Press Adult, 2015) von Jay Jorgenson und Donald L. Scoggins ist das Nachfolgebuch von "Hollywood Costume Design", dessen Autor David Chierichetti die beiden Autoren dazu animiert hat, dieses Buch zu schreiben. Es enthält hervorragende Schwarzweiss- und Farbfotos, auch von Stars, die Kostüme von René Hubert tragen. In einem Kapitel beschreiben die Autoren Huberts Werdegang.