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Konsumgüter, Lebensmittel, Detailhandel: Westliche Unternehmen aus diesen Branchen scheinen am meisten zu profitieren vom Business mit Russland.
Konkret waren es Hersteller von Alkohol und Tabak (beziehungsweise Konzerne wie Japan Tobacco, Philip Morris und BAT), welche in Putins Reich letztes Jahr die höchsten Umsätze erzielten; der Gesamtwert lag bei umgerechnet 24 Milliarden Dollar.
Auf Rang zwei folgte der Detailhandel mit Firmen wie Leroy Merlin, Auchan und Metro (21 Milliarden Dollar).
Auf Rang drei kam die Automobil-Branche (mitsamt Zulieferern, 20 Milliarden Dollar), und auf Rang vier folgten dann Nahrungsmittel und Getränke mit Herstellern wie Danone, Mondelez und Mars (18 Milliarden Dollar).
Umsatzentwicklung von Auslandsfirmen in Russland, Vergleich 2022 zu 2021. | Quelle/Grafik: B4Ukraine
Das Ziel von B4Ukraine ist dabei klar: Die erwähnten (beziehungsweise angeprangerten) Konzerne sollen nicht länger in Russland aktiv sein. «Mittlerweile dürfte es sonnenklar sein», so der Text: «Alle westlichen Unternehmen, die den russischen Markt seit Beginn der umfassenden Invasion der Ukraine vor 16 Monaten nicht verlassen haben, sind an den Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit des Putin-Regimes beteiligt. Das einzig verantwortungsvolle Vorgehen besteht darin, den russischen Markt zu verlassen.»
Steuern für Kreml-Kasse
Die noch aktiven Konzerne wiederum berufen sich darauf, dass sie zur Grundversorgung der normalen russischen Bevölkerung beitragen – und das sei nichts Falsches. Das Problem liegt allerdings darin, dass sie damit auch ein Steueraufkommen für Putins Kriegskasse liefern. Laut den nun veröffentlichten Daten bezahlten ausländische Konzerne letztes Jahr insgesamt 3,5 Milliarden Dollar an Gewinnsteuern.
Die Branchen mit dem grössten Umsatz durch westliche Konzerne in Russland 2022 (links). Die drei grössten westlichen FMCG-Anbieter in Russland (rechts). Nach Umsätzen. | Quelle: KSE Institute
Während Danone (3 Milliarden Dollar Umsatz in Russland 2022), PepsiCo (4,7 Milliarden Dollar), Procter & Gamble (2,3 Milliarden Dollar) und Unilever (1,2 Milliarden Dollar) in der Studie explizit erwähnt werden, taucht Nestlé nicht auf.
Allerdings weist der Schweizer Konzern sein Russland-Geschäft in den Quartals- und Jahresberichten auch nicht explizit aus.
Dennoch: Gemessen am Steueraufkommen von westlichen Konzernen für den Kreml liegt die Schweiz mit 275 Millionen Dollar auf Rang drei – nach den USA (712 Millionen) und Deutschland (402 Millionen). Eine wichtiger Basis dafür bildet Japan Tobacco: Die Firma mit Steuersitz in Genf zählt mit 7,3 Milliarden Dollar Umsatz zu den wichtigsten westlichen Playern in Russland.