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Die Finger werden durch die Beugemuskeln am Vorderarm gebeugt. Während dem sich die eigentlichen Muskelbäuche am Vorderarm befinden, ziehen die von ihnen ausgehenden Beugesehnen über das Handgelenk bis zu den Fingergliedern. Die Langfinger haben jeweils zwei Beugemuskeln und -sehnen, je eine oberflächliche und eine tiefe. Die oberflächlichen Sehnen ziehen bis knapp über das erste Fingergelenk und beugen dieses, während dem die tiefen Sehnen bis an das Fingerendglied ziehen und dieses beugen. Ab dem Fingergrundgelenk verlaufen diese beiden Sehnen eng beieinander in einem Kanal, dem Digitalkanal. Insbesondere hier liegen die Sehnen sehr oberflächlich und können schnell verletzt werden. Eine Verletzung ist aber auf der gesamten Länge der Sehne möglich. Eine Verletzung der Sehnen im Digitalkanal ist besonders kritisch, da es hier schnell zu Verklebungen kommen kann, die das Gleiten der Sehnen beeinträchtigen. Für den Daumen gilt grundsätzlich dasselbe, hier gibt es aber nur eine lange Beugesehne, die bis an das Endglied zieht.
Die häufigste Ursache ist ein direktes Trauma durch einen Schnitt. Im Rahmen von Quetschverletzungen oder stark verschobenen Frakturen kann es zu Zerreissungen der Sehnen kommen. Infektionen können zu einer Zerstörung der Gleitschicht und der Sehnen führen. Chronische entzündliche Krankheiten wie z.B. die rheumatoide Arthritis können über eine aggressive Entzündung der Gleitschicht ebenfalls zu einer Zerstörung der Sehnen führen. Zerreissungen von sonst gesunden Sehnen ohne direktes Trauma sind extrem selten. Bei massiver mechanischer Überlastung kann es aber insbesondere bei der tiefen Beugesehne zu einem Ausreissen der Sehne mitsamt einem Knochenstück am Fingerendglied kommen. Für den Daumen gilt grundsätzlich dasselbe.
Eine komplette Durchtrennung einer Beugesehne führt zu einem entsprechenden Ausfall der Beugung im betroffenen Finger. Ist die Sehne nur teilweise durchtrennt, kann die Beugung abgeschwächt und schmerzhaft sein. Bei einer Infektion oder Entzündung kommt es zur Schwellung, Rötung und Schmerzen mit Bewegungseinschränkung im Bereich des betroffenen Fingers.
Die Krankengeschichte und Lokalisation einer allfälligen offenen Verletzung führen in der Regel bereits zur Verdachtsdiagnose. Durch eine exakte klinische Untersuchung lässt sich eine komplette Sehnendurchtrennung praktisch immer ohne Zusatzuntersuchungen diagnostizieren. Inkomplette Durchtrennungen können häufig nur durch die chirurgische Exploration sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Bei unklaren Fällen, insbesondere bei nicht ganz frischen Verletzungen, kann eine Ultraschalluntersuchung hilfreich sein. Gelegentlich kann auch eine MRI-Untersuchung hilfreich sein.
Komplette Sehnendurchtrennungen müssen operativ behandelt werden.
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