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Der Bildungsbereich ist für die Roma nach wie vor sehr schwer zugänglich. Häufig werden Roma-Kinder in Schulen für geistig und körperlich Behinderte oder in spezielle Schulen mit tieferen Qualitätsstandards eingeteilt. Dies schmälert ihre Zukunftschancen. Man schätzt, dass bis vor kurzem eine Mehrheit der Roma-Kinder eine Sonderschule besuchten, aber langsam verbessert sich diese Situation. Sehr viele Kinder absolvieren lediglich die Primarstufe, und nur 20-25% besuchen eine nachobligatorische Ausbildung. Der Anteil der Roma, die eine Hochschule oder eine andere höhere Ausbildung absolvieren, ist vernachlässigbar (weniger als 1%).
Im politischen und gesellschaftlichen Kontext der Transitionsländer kann die Ausbildung jedoch eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung von Toleranzwerten spielen und ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen den Bevölkerungen und den Roma-Minderheiten ermöglichen. Aus diesem Grund beteiligt sich die DEZA am Ausbildungsfonds für Roma. Sie unterstützt damit Aktivitäten des Fonds im Westbalkan.
Ein weiter Bildungsbegriff
Die Tätigkeit des Fonds stützt sich auf eine vertiefte Analyse der Weltbank zur Situation sowie zu den Anliegen der Roma in verschiedenen Ländern Osteuropas. Die Ressourcen werden zur Stärkung der nationalen Roma-Strategien in den einzelnen Ländern eingesetzt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Reform der Bildungssysteme und auf der Erweiterung bestehender Projekte, die gute Ergebnisse erzielt haben. Zu diesen Leitlinien gehört der Einbezug der Roma in sämtliche Entscheidungs- und Umsetzungsetappen.
Bei der Mittelvergabe wird der Bildungsbegriff in einem weiten Sinn interpretiert. Dies ermöglicht es, formale Bildung ebenso zu fördern wie nicht-formale Bildung, und Kompetenzbildung, für Kinder ebenso wie für Erwachsene.
Mit den Ressourcen des Fonds sollen ergänzend zu den Anstrengungen der betroffenen Länder in diesem Bereich Projekte mit folgenden Zielen entwickelt und unterstützt werden:
- Sicherstellen des Zugangs zur obligatorischen Schule durch verschiedene Begleitmassnahmen,
- Verbesserung der gesellschaftlichen Integration durch eine Überarbeitung der Lehrpläne und der Abhaltung eines Teils der Stunden in Roma-Sprachen,
- Massnahmen zur Integration und zur Desegregation.
- Erleichterung des Zugangs zu Kindergärten und Vorschulstrukturen,
- Verbesserung des Zugangs zu Sekundar- und höheren Ausbildungen und Förderung der Erwachsenenbildung