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Was tun bei
Anatomie
Das Daumensattelgelenk (Articulatio carpometacarpalis pollicis) verbindet den Mittelhandknochen des Daumens und die Handwurzelknochen.
Im Gegensatz zu den anderen Fingern sind im Daumensattelgelenk Bewegungen wie in einem Kugelgelenk möglich. Dies ermöglicht dem Daumen Bewegungen in mehreren Achsen: Die Beugung und Streckung, das Abspreizen und das Heranführen des Daumens, sowie die sogenannte Opposition. Die Opposition ist von grosse Bedeutung für die Greif- und Haltefunktion der Hand.
Die hohe Beweglichkeit des Daumensattelgelenks ermöglicht eine eher weite und schlaffe Gelenkkapsel. Bänder und Sehnen unterstützen das Gelenk, sodass es auch in Extrempositionen, vor allem beim Abspreizen, Heranführen oder der Opposition des Daumens, in seiner anatomischen Stellung bleibt.
Entstehung
Frauen leiden zehn Mal häufiger an der Erkrankung als Männer. Über vierzig sind jedoch beide Geschlechter gleich oft betroffen. Es werden daher unter anderem auch hormonelle Ursachen für das Auftreten der Krankheit vermutet. Andere Ursachen scheinen aber noch viel plausibler:
- Exzessive, repetitive, also sich häufig wiederholende Bewegungen des Daumensattelgelenks, z.B. Smartphone, Tablet oder berufliche Tätigkeit
- Eine Subluxation, eventuell auch in der Vergangenheit. Also eine „Ausrenkung“.
- Nach einem Knochenbruch oder Sehnenverletzungen
- Eine vererbte, „laxe“ Kapsel begünstigt Überbeweglichkeit und Verletzungen.
- Zu schwache, stabilisierende Bandverbindungen der Finger: In diesem Zusammenhang wird die Nichtbenutzung des kleinen Fingers häufig als Ursache diskutiert. Die querverlaufenden Bänder zwischen den Fingern gelten nämlich als Hauptstabilisatoren.
Symptome
Die Schmerzen entstehen zunächst schleichend. Betroffene leiden dann aber an starken, belastungsabhängigen Schmerzen. Einfache, tägliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel ein Glas aufschrauben oder das Auswringen von einem Handtuch sind dann sehr mühsam. Später bestehen die Schmerzen auch in Ruhe. Bewegungseinschränkungen und zunehmender Kraftverlust deuten auf ein bereits fortgeschrittenes Stadium hin.
Von aussen ist das Gelenk sichtbar verändert, man nennt dies auch „Gelenkdeformität“. Es kommt zu einer Überstreckung des Mittelhandknochens mit einer sogenannten Subluxation. Oft ist ein Reiben über dem Gelenk fühlbar.
Diagnosestellung
Die Symptombeschreibung des Patienten, die oben beschriebenen Zeichen, äusserlich sichtbare Veränderungen und meistens auch entsprechend begünstigende Tätigkeiten, lassen bereits auf die Diagnose „Rhizarthrose“ schliessen. Zur endgültigen Abklärung dient ein Röntgenbild.
Was tun bei Rhizarthrose?
Im Normalfall wird die sogenannte konservative Therapie vorgezogen. Nur in seltenen Fällen wird eine Operation durchgeführt. Dies liegt vermutlich daran, dass keine Operationstechnik ein wirklich 100 Prozent zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Die konservative Therapie besteht aus:
- Bewegungstherapie unter professioneller Anleitung eines Physiotherapeuten
- Schmerzmedikation oder Spritze, z.B. NSAR, Chondroitinsulfat, Interleukin
- Schiene
- Eventuell Naturheilkunde, wie z.B. Blutegeltherapie oder Akupunktur
Operativ gibt es mehrere Möglichkeiten, zwischen denen sich der Operateur unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren und mit Einstimmung des Patienten entscheiden kann. Beispiele hierfür sind:
- Versteifung des Endgelenks
- Prothetischer Ersatz
- Resektions-Suspensions-Arthroplastik nach Epping: Ein beschädigter Gelenkpartner, das Trapezium, ein Handwurzelknochen wird entfernt. Um das Fehlen des Knochens auszugleichen, wird aus umliegenden Sehnen eine Umlenkrolle geformt. Nachteile dieser Technik sind die lange Heilungszeit von drei bis sechs Monaten, sowie ein bleibender Kraftverlust und vor allem anfangs eingeschränkte Beweglichkeit.
Wie hilft die Physiotherapie bei Rhizarthrose
Wie bereits oben erwähnt ist die konservative Therapie anfangs immer der Operation vorzuziehen. Hier spielt die Physiotherapie einen wichtigen Stellenwert. Häufig wird alternativ auch eine ergotherapeutische Behandlung verordnet. Aber auch nach einer Operation ist Physiotherapie unbedingt anzuraten. Der nach der Resektionsplastik auftretende Beweglichkeits- und Kraftverlust kann so deutlich verbessert werden. Die konservative Physiotherapie beinhaltet:
- Verhaltensanpassung und Aufklärung: Vermeiden von bestimmten, repetiviten Bewegungen etc.
- Verbesserung der Daumenbeweglichkeit, z.B. mit Dehnungsübungen
- Kräftigungsübungen für Daumen und Finger
- Feinmotorik- und Geschicklichkeitsübungen für Daumen und Finger
- Eventuell Elektrotherapie oder therapeutischer Ultraschall
- Hitze- oder Kälteanwendungen
- Passive oder aktive Gelenksmobilisationen und Nervenmobilisationstechniken
Übungen zum Nachmachen
- Fingerkräftigung, z.B. mit kleinen, weichen Bällen oder Knetmasse
- Daumen und jede Fingerspitze berühren sich abwechselnd. Dazwischen den Daumen abspreizen.
- Dehnung des gesamten Daumens (inklusive Handballen) mithilfe der anderen Hand.
- Daumenbewegungen in alle Richtungen: Beugen, Strecken, Heranführen, Abspreizen, Opposition…