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Schmucklexikon
Dieses Schmucklexikon soll als kleines Nachschlagewerk über Metalle, Verarbeitung und allgemeine Infos dienen.
Sterlingsilber ist eine Legierung aus 92,5 % reinem Silber und 7,5 % anderen Metallen, normalerweise Kupfer. Der Feingehalt beträgt also 925/1000. Der Name bezieht sich auf das britische Pfund Sterling. Sterlingsilber war das Münzmaterial der frühen englischen Silberpennies, der sogenannten „Sterlinge“. Sterlingsilber wird heute u.a. für Silberschmuck verwendet. Es ist verglichen mit reinem Silber härter, die Farbe ist etwas rötlicher.
Wolfram ist ein grauweiß glänzendes Schwermetall, das in reinem Zustand gut dehnbar und walzbar, jedoch aufgrund seiner großen Härte nicht per Hand schmiedbar ist. Durch schon geringe Verunreinigungen wird es leicht spröde. Das Metall ist beständig gegen Luft und überzieht sich durch die Einwirkung von Säuren mit einer schützenden Oxidschicht. Auffallend sind der extrem hohe Schmelz- und Siedepunkt sowie die hohe Härte des Metalls.
Das Rhodinieren (auch: die Rhodinierung) ist eine chemische oder galvanische Beschichtung mit dem Platinmetall bzw. Platinnebenmaterial Rhodium. Solche Überzüge aus Rhodium sind chemisch und mechanisch sehr robust, also recht abriebfest und beständig gegen Korrosion. Sie haben einen hellen und kalten bis bläulichen Silberton sowie einen harten, Chrom ähnlichen Glanz.
Titan ist ein stahlgraues, dehn-, zieh- und walzbares sowie rotglühend schmiedbares Metall, das korrosionsbeständiger als Edelstahl und recht leicht ist.
Eisen ist ein silberweisses Metall, das in reinem Zustand relativ weich, zäh und dehnbar ist. Roheisen ist durch Kohlenstoff noch stark verunreinigt und kann in diesem Zustand nicht geschmiedet werden. Stahl, also schmiedfähiges Eisen, ist durch Reinigung vom Kohlenstoff bzw. Legierung und Wärmebehandlung in seinen Materialeigenschaften verändert und ist der wichtigste Grundstoff der industriellen Wirtschaft. Manche Spezial- und Edelstähle sind in Aussehen, Härte und Korrosionsbeständigkeit vielen Edelmetallen überlegen.
Zirkonia ist eine Diamantimitation für Schmuck. Aufgrund ihrer Härte und eines fortgeschrittenen Produktionsprozesses entwickelten sie sich zu hochqualitativen, kostengünstigen Schmucksteinen und sind heutzutage in der Schmuckindustrie gefragt.
Messing ist eine Sammelbezeichnung für Kupferlegierungen mit Zink als Hauptlegierungspartner des Kupfers. Typischerweise besteht Messing aus 55-90% Kupfer und 10-45% Zink. Zahlreiche Sonder-Messinge enthalten auch weitere Metalle als Legierungselemente. Messing ist im Allgemeinen gut verarbeitbar und relativ beständig gegen Korrosion, seine Farbe liegt zwischen silbergrau, golden und rot. Rötliche Messing-Sorten werden oft als Tombak bezeichnet.
Email (auch: Emaille) ist eine Glasmasse aus Quarzsand, Kali, Natron und Kalk, die auf Metallflächen (z.B. Gold, Silber, Kupfer oder Bronze) aufgeschmolzen wird. Durch Flussmittel kann die Schmelztemperatur des Email gesteuert und durch Metalloxyde und andere Zusätze können Farbe, Durchsichtigkeit und Oberflächenglanz verändert werden. Bei durchsichtigem Email werden durch strukturierte Untergründe weitere optische Effekte erreicht (Silberreliefemail, Silberreliefschmelz). Aufwändige Emailarbeiten entstehen oft durch eine Vielzahl aufeinander folgender Brennvorgänge, wobei Brenntemperatur und Brenndauer sowie die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte das Ergebnis entscheidend beeinflussen, auch sind Wechselwirkungen mit den verschiedenen Metalluntergründen zu beachten.
Ein Amethyst ist ein Quarz. Man teilt die Gruppe der Quarze in eine makrokristalline und mikrokristalline Untergruppe auf. Die makrokristallinen Quarze bilden Kristalle aus, die mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Zu ihnen gehören Edelsteine wie Bergkristall, Rauchquarz, Rosenquarz, Amethyst, Aventurin, Prasem, Blauquarz, Citrin, Prasiolith, Falkenauge, Tigerauge und andere. Die Unterscheidung der meisten Quarze ist relativ problematisch, da sie sich oft nur in ihren Farben unterscheiden, wobei diese durch Hitze und radioaktive Bestrahlung verändert werden können. So wird Bergkristall durch radioaktive Bestrahlung rauchfarben (Rauchquarz) und Amethyst durch Hitze gelb (Citrin). Viele Quarze sind in ihrer Farbe auch instabil und können durch Hitze oder Licht ausbleichen. Ebenfalls sind Zwitter bekannt, wie z.B. Ametrin, der teilweise Teil aus Amethyst und aus Citrin besteht.
Hämatit, auch Blutstein, Eisenglanz, Specularit, Iserin, Roteisenstein, Roteisenerz oder Rötel genannt, ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide. Hämatit ist ein beliebter Schmuckstein, der nach der Politur durch seinen starken metallischen Glanz auffällt. Er wird einerseits in facettierter Ausformung oder als Cabochon für Schmuck-Waren verwendet, andererseits aber auch zu kleinen Skulpturen verarbeitet.
Kunstharze sind synthetische Harze bestehend aus Polyester- oder Polyetherverbindungen. Sie werden in flüssiger Form verarbeitet, indem sie in Formen gegossen werden. Daher stammt auch der Begriff Giessharz. Beim Aushärten wird die Oberfläche meist nicht sofort ebenmäßig glatt und der Gusskörper ist noch nicht glasklar. Aus diesem Grund werden die Objekte anschließend sorgfältig geschliffen, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist.
Mit Farbpigmenten vermischtes Kunstharz wird zur Beschichtung von Gold und Silber genutzt. Der Farbglanz erinnert an Emaille, daher wird das Harz in dieser Form auch als Kaltemaille bezeichnet. Das hochwertige Epoxidharz ist von unschlagbarer Härte und Klarheit. Dies beweist es in zahlreichen Anwendungen der Industrie, wo es um Haltbarkeit geht (Yachtbau, Terrarientechnik, Fixierung empfindlicher Bauteile u.s.w.). Es eignet sich hervorragend für moderne Formen von Schmuck.