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Erfunden oder nicht, das Datum jedenfalls steht: In einem roten Backsteinbau im New Yorker Stadtteil Bronx stieg am 11. August 1973 eine der ersten Hip-Hop-Parties der Welt. Hip-Hop: ein Stil, der heute aus der Musik nicht mehr wegzudenken ist.
Von Kerala bis Westafrika
Vorgänger und Varianten dieses Sprechgesangs gibt es in vielen Kulturen. So pflegen die Geistlichen im indischen Kerala einen buddhistischen Sprechgesang, ebenso wie sich Schamanen mittels rhythmischen Singsprechens in Trance wiegen. Als Affenhorde verstehen sich die Sänger beim bengalischen Kecak-Ritual. Einem Spektakel mit Musik und Tanz, bei dem das National-Epos Ramayana aufgeführt wird. In Westafrika wiederum gibt es so genannte Griot-Sänger. Wandernde Musiker, die halb singend, halb erzählend mit ihren teils epischen Vorträgen den Troubadouren des europäischen Mittelalters verwandt sind.
Melodramen-Tradition im 18. Jahrhundert
Gesprochene Sprache ist deutlich in der Textaussage. Gesungene Sprache dagegen kann ihre Hörer ganz unmittelbar ergreifen, eine emotionale Botschaft viel stärker vermitteln. Sich zwischen den beiden gerade nicht zu entscheiden, ist die Leistung des Hip-Hop. Nicht entschieden hat sich vor 100 Jahren auch der österreichische Komponist Alban Berg. In seiner Oper «Lulu» gibt es längere Passagen mit Sprechgesang, wo die Darsteller halb sprechen, halb auf Tonhöhen singen.
Und damit war Berg nicht einmal der erste. Die Tradition so genannter Melodramen reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Jean-Jacques Rousseau verfasste 1762 mit der Scène lyrique «Pygmalion» das erste selbständige Melodram, zu dem er nicht nur den Text schrieb, sondern auch einige der Musiknummern.