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Internationaler Tag der Frankophonie
Heute ist Internationaler Tag der Frankophonie 🇫🇷. Grund genug, uns zu fragen, warum es im Schweizerdeutschen mehr Gallizismen gibt als im Deutsch, welches in Deutschland gesprochen wird. 🤔
Zuerst müssen wir uns fragen, warum es überhaupt so viel französischen Einfluss in europäischen Sprachen gibt. Im 17. Jahrhundert ist Französisch die Sprache der Diplomatie und Wissenschaft gewesen – lange bevor sich Englisch als Weltsprache durchgesetzt hat. In Europa hat der Adel sowie gebildete Bürger Französisch gesprochen und sich an der französischen Kultur orientiert. Paris war damals der Trendsetter in allen wichtigen Lebensbereichen – von Mode bis zur Politik.
Deutschland hatte zu dieser Zeit noch keine starke Identität als Land – das heutige Deutschland hat es damals noch gar nicht gegeben. Was die Menschen aber vereinigt hat, war eine gemeinsame Sprache. Deshalb hat man sich sehr aktiv gegen den französischen Einfluss auf die deutsche Sprache gewehrt.
In der Schweiz sah es ganz anders aus. Die Schweiz hatte bereits eine nationale Identität und das Französische war sogar Teil davon. Enge Kontakte mit Frankreich waren auch viel alltäglicher. Die Berner Oberschicht erzog ihre Kinder auf Französisch, in der Hoffnung, dass die Söhne eine Offizierskarriere in der französischen Armee machen können oder in der Verwaltung der Waadt arbeiten werden.
Französisch ist auch innerhalb der Schweiz viel allgegenwärtiger, da es eine der Landessprachen ist – viel mehr Schweizer als Deutsche lernen Französisch in der Schule und nutzen die Sprache regelmässig. Das ist in Deutschland entlang der französischen Grenze auch der Fall – man merkt einen sehr viel stärkeren französischen Einfluss.
Auch in der Schweiz macht das einen Unterschied – deutschsprachige Kantone, welche näher an Frankreich sind, nutzen tendenziell viel mehr Gallizismen. Wissen Sie zum Beispiel, was die Walliser und Freiburger mit einer «Pusset» meinen?
Zur Erklärung was «Tämber», «Gascho» oder «Pärisou» bedeutet und was unter dem Begriff «Welschsucht» zu verstehen ist, finden Sie in folgendem Beitrag: https://www.srf.ch/radio-srf-1/mundart/gallizismen-im-dialekt-die-welschsucht-des-schweizerdeutschen