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Wenn diese Entwicklung gestoppt werden könne, liessen sich die Beitragsprobleme bei der AHV entschärfen, sagt er in einem Interview des "Tages-Anzeigers" und des "Bunds" vom Freitag.
Bei der AHV gebe es ein Problem auf der Einnahmeseite: Der Grund sei die zunehmende Verschiebung vom Lohnbezug zur Dividendenausschüttung. Dies sei auch eine Folge der Unternehmenssteuerreform (USR) II, die dafür einen steuerlichen Anreiz geschaffen habe und den Ausgleichskassen Sorge beschere.
"Es findet eine Flucht aus der Solidarität statt", sagt Dummermuth. Allein im kleinen Kanton Schwyz seien von 2007 bis 2011 über 3,7 Milliarden Franken an Dividenden ausgeschüttet worden. Und darauf müsse man kaum Sozialabgaben zahlen. "Bei Dividendenausschüttungen erhält die AHV nur Brosamen", sagt Dummermuth.
Volkssport GmbH gründen
So könne jemand gezielt in seiner eigenen Firma einen lächerlich tiefen Lohn beziehen und sich dafür eine umso höhere Dividende auszahlen. Das Problem seien heute vor allem Ein-Mann- und Kleinst-AG. Berufsgruppen wie Ärzte, Anwälte und Architekten machten sich einen Volkssport daraus, eine GmbH zu gründen, um mehr Dividenden beziehen zu können.
"Wir haben das teuerste Gesundheitssystem Europas, und dann entziehen sich sogar Ärzte der Solidarität. So wird ein System von innen ausgehöhlt", kritisiert er. Es sei zwar nicht verboten, aber dennoch müsse die Ausgleichskasse jeden Monat den Eltern und Grosseltern eines "Optimierers" Renten auszahlen.
Wenn es die Gesellschaft erlaube, dass man frei zwischen Lohn und Dividenden wählen könne, dann sei ja klar, was passieren werde: Die Schweiz sei ein reiches Land, aber ein Teil des Reichtums werde überhaupt nicht mehr der AHV zur Verfügung gestellt.
Beitragsproblem der AHV entschärfen
Wenn der Abfluss vom Lohn hin zu den Dividenden gestoppt werden könne, dann wären die Beitragsprobleme bei der AHV entschärft, sagt Dummermuth weiter. "Ich verstehe nicht, warum wir nicht zuerst die sehr wenigen Privatpersonen, die überhöhte Dividenden bekommen, stärker belasten", sagt Dummermuth weiter. Der Gesamtheit der Schweizer Bevölkerung und der Wirtschaft würden ja auch höhere Lohnbeiträge oder eine höhere Mehrwertsteuer zugemutet.
Die Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen habe wiederholt auf den unerwünschten Effekt der USR II hingewiesen. "Und wir hoffen nun, dass die AHV bei der Neuauflage der kürzlich an der Urne abgelehnten Unternehmenssteuerreform III nicht vergessen wird", sagt Dummermuth.
(AWP/SDA)