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Seine Kraft lasse nach, und er habe bereits zwei Operationen hinter sich, sagte Akihito in einer äusserst seltenen Fernsehbotschaft an sein Volk. «Ich bin besorgt, dass es für mich schwierig wird, meine Aufgaben als Symbol des Staates mit voller Kraft zu erfüllen, wie ich das bis jetzt getan habe», sagte Akihito. Manchmal fühle er «verschiedene Einschränkungen», etwa durch seine «körperliche Fitness».
Direkt äusserte sich der 82-Jährige in der rund zehnminütigen Rede nicht zu möglichen Überlegungen, den Thron noch zu Lebzeiten an seinen Sohn zu übergeben. Über diese hatten vor einigen Wochen japanische Medien spekuliert.
Abdankung vorerst nicht möglich
Eine Abdankung sieht das japanische Thronfolgegesetz derzeit nicht vor, dieses müsste also erst einmal geändert werden.
Akihito sprach in der Ansprache dieses Gesetz an. Die Regierung könnte die Andeutungen des Kaisers als Wunsch interpretieren, ihm durch eine Änderung der Gesetze die Abdankung zu ermöglichen.
Abe will reagieren
In der kaiserlichen Hierarchie ist vorgesehen, dass Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (56), nach ihm Kaiser wird. Akihito, dessen Regentschaft den Namen Heisei («Frieden schaffen») trägt, ist der erste Tenno, der sein Amt nicht mehr als Gott antrat.
Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, er nehme die Äusserungen des Kaisers ernst und werde darauf reagieren. «Angesichts der Pflichten des Kaiser sowie seinem Alter und der Last (seiner Funktion) müssen wir schauen, was wir tun können», sagte der Regierungschef.
«Das Volk steht hinter dem Kaiser»
Es brauche für die Abdankung eine Verfassungsänderung, sagt Japan-Korrespondent Thomas Stalder in der «Tagesschau». Das sei ein steiniger Weg. Doch «das Volk steht hinter dem Kaiser und akzeptiert seine Absichten, so denke ich, dass die Politik am Schluss einlenken wird und die nötigen Gesetze und Verfassung abändern wird.»
Im Gegensatz zu anderen Ländern wird in Japan nicht über die Abschaffung der Monarchie diskutiert. Dies liege daran, dass das Volk den Kaiser liebe, sagt Thomas Stalder. «Er ist so etwas wie der Vater hier.» Er fahre keinen protzigen Wagen, zeige sich bescheiden und volksnah. Das bescheidene und staatsmännische Auftreten finde grosse Zustimmung im Volk.