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ERC20, ERC721, Bahnhof? Token Standards tragen dazu bei, dass Tokens mit der zugehörigen Blockchain und Smart Contracts kompatibel bleiben.
Zürich - 28.10.2021
Im Jahr 2015, als das Ethereum-Netzwerk in Betrieb genommen wurde, eröffnete sich eine völlig neue Welt der Möglichkeiten. Die Ethereum Virtual Machine (EVM), welche die Smart Contracts Funktion implementierte, war ein Game-Changer. Infolgedessen veranlasste die Einführung von Smart Contracts Entwickler und Experten rund um den Globus, Plattformen zu bauen, die das wahrscheinlich grösste "Schneeballsystem" aller Zeiten übernehmen: Das traditionelle Finanzsystem (oder Fiat-System).
Smart Contracts ermöglichen vertrauenswürdige Transaktionen und Vereinbarungen zwischen verschiedenen, anonymen Parteien, ohne dass eine zentrale Behörde, ein Rechtssystem oder ein externer Durchsetzungsmechanismus erforderlich ist. Transaktionen sind nachvollziehbar, transparent und unveränderbar auf einer dezentralen Datenbank (der Blockchain) gespeichert und von einem Algorithmus verifiziert.
Eine der vielen Ethereum Entwicklungsstandards konzentriert sich auf Token Schnittstellen. Diese Standards tragen dazu bei, dass Tokens mit der zugehörigen Blockchain und Smart Contracts kompatibel bleiben. Wenn also beispielsweise ein neues Projekt einen Token ausgibt, muss dieser mit bestehenden dezentralen Börsen kompatibel sein.
ERC-20 (Ethereum Request for Comments 20), wurde im November 2015 vorgeschlagen. ERC-20-Token sind im Grunde das, was wir als "fungible Token" bezeichnen.
Fungibilität ist die Fähigkeit einer Ware oder eines Vermögenswerts, leicht gegen eine andere gleicher Art ausgetauscht zu werden.
Nehmen wir zwei 50er-Noten. Die beiden Noten sind unterschiedlich, aber ihr Wert ist genau derselbe. Dasselbe ist bei einem ERC-20-Token der Fall. Jeder Token verfügt über den exakt gleichen Wert, wie die anderen Token. Dies führte zu verschiedenen praktischen Anwendungen der ERC-20-Tokens wie Voting-Tokens, Staking-Tokens oder sonstige virtuellen Währungen wie Stablecoins.
ERC-721 wurde 2018 vorgeschlagen und implementierte den Non-fungible Token Standard. Non-fungible Token (NFTs) sind Token, mit denen wir das Eigentum an einzigartigen Gegenständen darstellen können. Sie ermöglichen es uns, Dinge wie Kunst, Sammlerstücke und sogar Immobilien zu tokenisieren.
Sie können jeweils nur einen offiziellen Besitzer haben und sind beispielsweise durch die Ethereum-Blockchain gesichert - niemand kann die Aufzeichnung des Eigentums ändern oder eine neues NFT kopieren oder einfügen.
NFTs sind nicht gegen andere Gegenstände austauschbar, weil sie über einzigartige Eigenschaften verfügen.
Unserer Ansicht nach verhelfen NFTs der Krypto-Industrie zu Mainstream und der weltweiten Adoption. Die Blockchain-basierte Disruption der Finanzbranche ist nur ein Teil der Revolution. Seien es Waren in einem E-Commerce System, Tickets für ein Konzert, Bilder, Sammlerstücke, Musik-Alben, Internet-Domänen, Immobilien oder In-Game Assets, all diese Objekte werden in nicht allzu ferner Zukunft auf einer dezentralen und unfälschbaren Blockchain gespeichert sein.
Neinsager behaupten oft, dass NFTs "dumm" sind, meist zusammen mit einem Bild, auf dem sie einen Screenshot eines NFT-Bildes machen. "Schau, jetzt habe ich das Bild umsonst!", sagen sie spöttisch.
Nun, ja. Aber macht das Googeln eines Bildes von Picassos Guernica dich zum stolzen neuen Besitzer eines millionenschweren Stücks Kunstgeschichte? Letztendlich ist ein echtes Werk so wertvoll, wie es der Markt hergibt. Je mehr ein Inhalt auf dem Bildschirm geknipst, geteilt und allgemein genutzt wird, desto mehr Wert gewinnt er. Der Besitz eines nachweislich echten Werks wird immer mehr Wert haben.
Der Multi-Token Standard ERC-1155 Standard vereint das Beste aus beiden Welten. Er verbindet einzigartige Tokens (NFTs), als auch fungible Tokens. ERC-1155 ermöglicht die Ownership einer Mona Lisa zu digitalisieren und gleichzeitig mehrere Exemplare davon auszustellen.
ERC-1155 erlaubt es dApp-Entwicklern, innerhalb desselben Smart Contracts, fungible Tokens, welche als Zahlungswährung verwendet werden können, als auch NFTs, also Sammlerstücke oder austauschbare Elemente, zu implementieren. Dies vereinfacht die Logik einer dApp und dem dazugehörigen Smart Contract drastisch.