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Von Pfr. Matthias Rey, Müstair
Die Bilder des Himmels im letzten Buch der Bibel, der Apokalypse
Das letzte Buch in der Bibel, die Offenbarung des Johannes – auch «Apokalypse» genannt – beschreibt den Kampf zwischen den Engeln und den Mächten der Finsternis. Mit diesen Mächten verbunden sind die Menschen, zwischen denen derselbe Kampf wütet. Wer die Apokalypse liest, bekommt den Eindruck, dass die Bösen / der Böse im Weltgeschehen überhandnimmt. Doch nach der Schilderung vieler zermürbender Verfolgungen finden wir in den letzten 4 Kapiteln (Apk 19–22) einige Bilder über den Himmel. Wir lesen vom lauten Ruf einer grossen Schar. Sie preist die gerechten Urteile Gottes und seine Rache für das Blut seiner Knechte. Vierundzwanzig Älteste und vier Lebewesen fallen vor Gott nieder. Dann folgt der Ruf einer grossen Schar wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen und wie das Rollen mächtiger Donner (Apk 19,6–8); besungen werden das Königtum Gottes, die Hochzeit des Lammes und das strahlend reine Leinen der Frau. Selig gepriesen wird, wer am Hochzeitsmahl des Lammes teilnehmen darf. Dann folgt die Schilderung des endgültigen Sieges. «Dann sah ich einen Neuen Himmel und eine Neue Erde… Ich sah die Heilige Stadt, das Neue Jerusalem… wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat» (21,1–2). Es folgt die Beschreibung dessen, der auf dem Thron sitzt. Wir lesen von der Quelle, aus der das Wasser des Lebens strömt (Apk 21,5–6). Anderseits finden wir den See von brennendem Schwefel – die Hölle (Apk 21,8).
Dann wird die Heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkommt, beschrieben (Apk 21,10–27). Sie hat eine hohe Mauer aus Jaspis mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Die Grundsteine der Stadtmauer sind aus zwölf Edelsteinen: Jaspis, Saphir, Chalzedon, Smaragd, Sardonyx, Sardion, Chrysolyth, Beryll, Topas, Chrysopras, Hyazinth und Amethyst. Jedes Tor besteht aus einer einzigen Perle. Die Stadt ist aus reinem Gold. Die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie. Eingelassen werden nur die, die im Buch des Lebens eingetragen sind.
Anfangs Kapitel 22 lesen wir vom Strom mit dem Wasser des Lebens und den Bäumen des Lebens. Der Thron Gottes und des Lammes steht in der Stadt. «Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit» (Apk 22,5).
In der Apokalypse wird auch ein «gläsernes Meer, gleich Kristall» beschrieben (4,6). Zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend Engel loben mit lauter Stimme das Lamm (Apk 5,11–13). Wir lesen auch von einer grossen Schar in weissen Gewändern, die niemand zählen konnte (Apk 7,9–10).
Kommt bei alldem nicht das Verlangen, einmal zu sehen, wie das alles wirklich ist?