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Die Filmliste für Läufer
Von Pia Wertheimer, 12. Januar 2015
1. «Unbroken»: Eine unglaubliche Geschichte
Am 15. Januar läuft der Film «Unbroken» in den Deutschschweizer Kinos an. Die von Angelina Jolie verfilmte Geschichte ist die schier unglaubliche Biografie des Olympia-Läufers Louis Zamperini (gespielt von Jack O’Connell): Als Junge wurde ihm bereits beigebracht, niemals aufzugeben. Das beherzigt er vor allem im Sport und schafft es so 1936 bis an die Olympischen Spiele in Berlin, wo er den 5000-Meter-Lauf als bester Amerikaner auf Rang 8 beendet. Der Zweite Weltkrieg macht ihm allerdings einen Strich durch die Planung seiner sportlichen Karriere. Er rückt als Schütze eines Bombers ein – und gibt auch dort niemals auf: Er überlebt im Krieg 47 Tage auf hoher See in einem Rettungsfloss und trotzt zwei Jahre lang den Torturen eines japanischen Gefangenenlagers unter dem Kommando eines der brutalsten Anführers. 2014 erlag der amerikanische Held und Olympionike im Alter von 97 Jahren schliesslich einer Lungenentzündung. Er verstarb ein halbes Jahr vor der Premiere des Films.
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2. «Wechselzeiten»: Der Dokumentarfilm
Der deutsche Regisseur Guido Weihermüller und seine aus der Schweiz stammende Frau gehen der Frage nach, was Menschen antreibt, sich der Herausforderung eines Triathlons zu stellen. Sein Team und er begleiteten zwölf Wochen lang vier Frauen während eines Trainingsprogrammes für Triathlon-Anfänger. Die sehr unterschiedlichen Novizinnen schildern auf ehrliche und eindrückliche Art, wie sie ihren inneren Schweinehund bezwingen. Die Marketingmitarbeiterin Adolé, die Hotelmanagerin Kristina, die alleinerziehende Mutter Cecilia und die Bankerin Sarah haben bei allen Unterschieden ein gemeinsames Ziel: den Hamburger Triathlon.
Den Film «Wechselzeiten» gibt es als DVD zum Beispiel hier.
3. «Saint Ralph»: Das Marathonwunder
Der Streifen des Regisseurs Michael McGowan spielt in den 50er-Jahren. Der 14-jährige Ralph Walker (Adam Butcher) wächst als Halbwaise in der kanadischen Stadt Hamilton auf, als seine an Krebs erkrankte Mutter ins Koma fällt. Weil eine Krankenschwester den Jungen wissen lässt, dass sie nur noch durch ein Wunder erwachen wird, fordert Ralph das Schicksal heraus: Er trainiert, um den Marathon in Boston zu gewinnen – was noch kein Jugendlicher geschafft hat. Im Frühling 1955 nimmt Ralph in Boston am Marathon teil, und wird, zu seiner grossen Enttäuschung, nur Zweiter. Aber auch dies scheint Wunder genug zu sein.
4. «Forrest Gump»: Der Klassiker
Regisseur Robert Zemeckis‘ Film aus dem Jahr 1994 ist ein Klassiker, der mit sechs Oscars und drei Golden Globes ausgezeichnet wurde. Er erzählt die Geschichte von Forrest Gump (Tom Hanks). Der leicht dümmliche Junge muss wegen eines Wirbelsäulenleidens Beinschienen tragen und wird immer wieder zum Gespött seiner Mitschüler. Mut macht ihm dabei immer wieder seine Freundschaft zur gleichaltrigen Jenny. Beim Wegrennen fallen ihm die Schienen von den Beinen und er entdeckt, dass er eines gut kann: schnell laufen. Gump inspiriert Elvis und John Lennon, schüttelt Präsident John F. Kennedy die Hand und trifft Lyndon B. Johnson und Richard Nixon. Er bringt die Watergate-Affäre ins Rollen, er läuft, läuft und läuft und ist für das Bonmot «Shit happens!» und den ersten Smiley verantwortlich. Und immer wieder taucht Jenny in seinem Leben auf. Forrest träumt davon, sie zu heiraten. Was er letztlich auch tut und auf tragische Weise stolzer Vater wird.
5. «Chariots of Fire»: Sportgeschichte mit berühmtem Soundtrack
Der oscargekrönte Film von Regisseur Hugh Hudson beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Protagonisten des Films sind zwei britische Leichtathleten, die 1924 an den Olympischen Sommerspielen in Paris teilnehmen. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Harold Abrahams ist Sprinter, Jude und wird an seiner Universität diskriminiert. Mit einer Goldmedaille über 100 Meter will er sich behaupten. Auch Eric Liddell ist eigentlich 100-Meter-Läufer. Der gläubige Sohn eines Missionar-Ehepaars weigert sich aber, am Sprint teilzunehmen, weil die Vorläufe an einem Sonntag stattfinden und übernimmt einen Startplatz beim 400-Meter-Rennen. Während sich Abrahams die Kritik gefallen lassen muss, durch die Anheuerung eines Profi-Trainers unehrenhaft zu handeln, wirft Liddells Familie ihrem Spross vor, den Laufvorbereitungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken als Gott. Die Musik dazu von Vangelis ist weltbekannt geworden.
6. «Marathon-Man»: Der Läufer und die Nazis
Der Agententhriller von Regisseur John Schlesinger erschien 1976. Darin gerät Student Babe Levy (gespielt von Dustin Hoffman) in die Fänge eines folternden Zahnarztes mit Nazi-Vergangenheit. Der New Yorker Student verwickelt sich während seines Marathontrainings völlig ahnungslos in das Intrigen-Netz um einen abtrünnigen amerikanischen Agenten und einen millionenschweren Diamantendiebstahl. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von William Goldman. Dessen Figur des Nazi-Arztes Christian Szell wiederum lehnt sich an die Geschichte des berüchtigten KZ-Doktors Josef Mengele an.
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9 Kommentare zu «Die Filmliste für Läufer»
Forrest Gump gehört definitiv zu meinen Filmlieblingen. Werde mir auf jeden Fall noch welche von den anderen angucken, der Marathonläufer hört sich auch richtig gut an, obwohl ich einem echten Lauf/ echten Wanderung durchaus auch Vorrang gewähren würde. Für ein Wellnessurlaub mit blödem Wetter allerdings genau das Richtige ;) Gruß aus Olang
Besser als jeder Film ist ein schöner, langer Lauf bei dem man die Landschaft geniesst, den Vögeln zuhört und tief durchatmet.
Besser als alle Filme ist, selber einen schönen, erfrischenden Lauf zu machen :-)
The Loneliness of a Long Distance Runner von Tony Richardson (1962), basierend auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Allan Sillitoe. Nicht gerade Mainstream, aber gut!
The Jericho Mile von Michael Mann mit Peter Strauss.
Danke für die Liste. Hab einige der Filme gesehen und das Buch über Zamperini liegt schon eine Weile auf meinem Nachttisch. Dass Angelina Jolie Zamperinis Geschichte verfilmte und auf unerträglich schmalzige Art und Weise mit dem Mann posiert, macht mich misstrauisch und weckt die Befürchtung, dass da eine der bekannten Hollywood-Filme entstanden sein könnte. A voir.
Genau so ist es – leider. Teilweise auch ermüdend langatmig.
Ich finde auch ‚Running Man‘ mit Arnold Schwarzenegger erwähneswert.
Jogger …