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2014 werde ich an einem Ort verbringen, an welchem es so tolle Angebote im Universitäts-Shop gibt! Und ja, die Farbe der Uni ist violett!
Was die nicht alles wissen wollten für eine Registrierung als "postgrad visiting student"... - ich bin immer noch erstaunt bis schockiert. Immerhin ist es bei den fragwürdigen Bereichen möglich, die Information zu verweigern.
Die Abbildung unten rechts sieht nicht nur aus wie eine Burg, es ist auch eine mit dem Vermerk "the castle is big and friendly and beautiful (but cold in the winter)", wahrscheinlich also nichts für mich, ich friere ja schon in der neuen vonRoll Bibliothek.
Zimmer in einer 4er WG in Gilesgate gefunden!
Bill Bryson schreibt in "Notes from a Small Island" im Kp. 24 über Durham: “I got off at Durham, intending to poke around the cathedral for an hour or so and fell in love with it instantly in a serious way. Why, it’s wonderful – a perfect little city – and I kept thinking: “Why did no -one tell me about this?” I knew, of course, that it had a fine Norman cathedral but I had no idea that it was so splendid. I couldn’t believe that not once in twenty years had anyone said to me, “You’ve’ never been to Durham? Good God, man, you must go at once! Please – take my car”. I had read countless travel pieces in Sunday papers about weekends away in York, Canterbury, Norwich, even Lincoln, but I couldn’t remember reading a single one about Durham, and when I asked friends about it, I found hardly any who had ever been there. So let me say it now: if you have never been to Durham, go at once. Take my car. Its wonderful. The cathedral, a mountain of reddish-brown stone standing high above a lazy green loop of the River Wear, is, of course, its glory. Everything about it was perfect (...)."
Also, kommt mich besuchen!
Insbesondere beim Reisen im Ausland ist es immer mal wieder überraschend, was in anderen Ländern anders organisiert wird. Wenn ich einen Zug besteigen möchte, interessieren mich in erster Linie drei Dinge: Wann fährt der Zug in welche Richtung auf welchem Bahnsteig. In der Wartehalle des Kings Cross Bahnhofs stehen, sitzen und warten zahlreiche Reisende und blicken dabei immer wieder auf die grossen Anzeigetafeln, in der Hoffnung, dass inzwischen alle Informationen da sind. Erst etwa 15 Minuten vor Abfahrt wird die Nummer des Bahnsteiges angegeben. Dann raffen sich alle Reisenden mit demselben Ziel mit Gepäck und Kind und Kegel auf und stürmen auf dieses Perron. Ich sehe ja durchaus ein, dass wartende Menschen auf dem Perron ein gewisses Sicherheitsrisiko darstellen und es wohl besser ist, wenn die Leute erst dem Zug entlang rennen, wenn dieser schon eingefahren ist. Ich finde dieses System aber dennoch sehr unpraktisch. Sinnvollerweise sind die Tafeln derartig gestaltet, dass die Anzeige des Gleises stetig alle paar Sekunden von „on time“ oder „boarding“ zu „platform“ wechselt. Weshalb eine der Hauptinformationen nicht permanent angezeigt wird, ist mir ein Rätsel. In den 90er Jahren wurden die British Rail privatisiert und in über 100 verschiedene Unternehmen aufgeteilt. Mit Eastcoast fuhr in von London nach Durham und das war eine sehr angenehme Reise. Stromanschluss an jedem Platz, Minibar, Platz für grosses Gepäck und 15min kostenloses WLAN.
Auf Reisen stossen ich ab und an auf Schwierigkeiten, mitdenen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. In Durham angekommen, wollte ich mir ein Taxi nehmen. Einerseits weil ich das Bussystem nicht kapiert hatte, andererseits wegen meines Gepäcks. Auf der Durham County Council Webseite heisst es zwar: „We provide a comprehensive network map, town plans and timetables for all bus services operating in County Durham through the Durham County Interactive Public Transport Map and Timetable Finder.” Naja, über dieses “comprehensive” liesse sich diskutieren… Jedenfalls stand ich am Bahnhof und folgte dem Wegweiser zum Taxistand. Dort hatte es auch bereits ein Schild, wo die Schlange beginnt. Anscheinend hatten ganz viele andere Reisende dieselbe Idee wie ich – nach gut 45 Minuten Wartezeit sass ich schliesslich in einem Taxi. Es ist niemand auf die Idee gekommen, die anderen Reisenden zu fragen, ob wer in dieselbe Richtung muss, alle standen schweigend und frierend da und warteten geduldig bis sie endlich an der Reihe waren. Im Zug hatte ich mir sogar eine Telefonnummer eines Taxiunternehmens rausgesucht und dieses auch angerufen, aber dieser schien auch gerade beschäftigt zu sein.
Um der Kälte in meinem Zimmer besser trotzen zu können, ging ich abends bei Tesco um die Ecke einkaufen. Ein gigantisches Geschäft mit Esswaren, zig verschiedenen Bieren, Optiker, Apotheke, Computern und Gruyère! Mit einer Daunendecke und diversem anderen ging es dann wieder in mein neues – noch etwas kaltes – Heim.
Abends in Durham, kurz vor halb sieben: Die Kathedrale sieht auch im Dunkeln majestätisch und erhaben aus, das nette, kleine und tagsüber sehr lebendige Stadtzentrum wirkt bereits wie ausgestorben. Gerade mal der Tesco in der Innenstadt hat um diese Zeit noch geöffnet, sogar Marks&Spencer schliesst um sechs, zahlreiche Geschäfte sogar noch früher.
Einige wenige der grossen Ladenketten habe in der Altstadt ein Geschäft, es prägen jedoch zahlreiche kleinere Läden, Restaurants und Bars das Bild der Altstadt. Wer gerne shoppen geht, ist hier gut aufgehoben.
Auch architektonisch sind mir in der Altstadt bis anhin keine Schandtaten aufgefallen. Bryson hatte recht: a perfect little city!
Inzwischen bin ich seit einer Woche in Durham und habe mich gut eingelebt und das Leben angenehm gestaltende Dinge wie Daunendecke, elektrischer Radiator, Regenschirm und Daunenhausschuhe gekauft.
Einige Klischees wie beispielsweise die Wetter-Resistenz der Engländer haben sich schon in den ersten Tagen bestätigt: in mehrere Schichten eingehüllt, mit Mütze und Handschuhen ausgerüstet bin ich dem Pöstler in Windjacke und kurzen Hosen begegnet. Inzwischen warte ich nicht mehr auf der falschen Strassenseite auf den Bus und werde ohne das zweimalige Wiederholen meiner Haltestelle (Hare and Hounds – kein Witz) verstanden. In der Mensa hatte ich schon eine heisse Schoggi mit Pfefferminzgeschmack, für pickled eggs in der Bar war ich wiederum noch nicht bereit, aber einige kulinarische Köstlichkeiten kann ich mir auch noch für die kommenden Wochen aufsparen.
Wenn ich die Wohnung nach rechts verlasse, komme ich direkt an einem kleinem Lebensmittelgeschäft, einer Apotheke und einem sehr beliebten Take Away vorbei, gehe ich nach links, stosse ich nach wenigen Metern auf eine weiteres Take Away...
Wie die Bahn sind offensichtlich auch die Stadtbusse privatisiert worden. Eigentlich sollte man meinen, Konkurrenz belebt den Markt (es gibt glaube ich drei Anbieter, die die Stadt erschliessen) und es ist somit positiv für die Kunden. Wir sind in der Schweiz sicher sehr verwöhnt mit dem ÖV-Angebot. Hier ist es etwas, naja, sagen wir mal „bescheidener“, vor allem was den Service betrifft.
Den Namen meiner Bushaltestelle habe ich rausgefunden, indem ich bei GoogleMaps geschaut habe, wie die nächste Haltestelle heisst. Es gibt keine Karte des Anbieters, weder gedruckt noch online, in welcher die Haltestellen vermerkt sind. Zuerst dachte ich mir, dass ich einfach noch nicht die richtigen Webseiten gefunden habe. Aber beim Franco-German Café, das einmal im Monat stattfindet und das ich am Montag bereits besucht hatte (nach einer Woche kein (Schweizer)deutsch hatte ich schon Heimweh nach meiner Muttersprache), traf ich auf einen Schweizer, der seit sechs Jahren hier ist und mir die Nicht-Existenz einer solchen Karten bestätigt hatte.
Das Busfahren im Allgemeinen richtet sich wohl an Insider, denn an den Haltestellen, sind gerade mal diese Informationen (s. Foto) ersichtlich. Keine Liste mit Haltestellen ist verfügbar, da bestünde ja sonst die Möglichkeit, der Anwender könnte herausfinden, wie seine Zielhaltestelle heisst, die er dann wohlgemerkt dem Busfahrer mitteilen muss, da dieser damit den mystischen Ticketpreis errechnet. Es ist auch kein Netzplan verfügbar, wo ersichtlich wäre, wohin der Bus fährt oder wo man in welchen Bus umsteigen könnte. Es gibt keinerlei Informationen zu den Fahrpreisen. Ich habe immer noch nicht ganz verstanden, wie dieser berechnet wird: manchmal zahle ich 1,40£, an anderen Tagen wieder um 1,45£. Es gibt auch Studentenpreise, fährt man beispielsweise von einem bestimmten Park&Ride in der Nähe zweier Colleges aus, kostet ein Tagesticket nur ein Pfund. Irgendwie ist das alles etwas kompliziert. Seit kurzem gibt es eine App, die ich noch nicht ausprobiert habe, vielleicht verbergen sich da drin all diese wertvollen Informationen.
Was die Pünktlichkeit der Busse anbelangt, so ist diese – ausser, wenn es Stau hat, was von 8-9.30 immer der Fall ist – sehr gut. Was ich wiederum noch nicht durchschaut hatte, ist die Route des Busses Nummer 64. Ab und an fährt er einen grossen Bogen (leider umfährt er dann meine Haltestelle bei den Hasen und Hunden), manchmal hält der Bus aber nach diesem Bogen fast direkt vor meiner Wohnung, manchmal fährt er aber auch weiter und hält dann zweihundert Meter weiter oben. Meistens aber fährt dieser Bus einfach der Hauptstrasse entlang, ohne Umweg. Weder eine Beschriftung im Bus noch an der Haltestelle hat mir bis anhin verraten, welche Strecke der Bus denn nun heute nehmen wird.
Das Foto vermittelt einen Eindruck meiner Velo-Ausrüstung. Seit einer Woche bin ich stolze Besitzerin eines billigen China-Velos und bin damit seeeeehr glücklich. Ich muss nun nicht mehr jeden Morgen eine halbe Stunde an die Uni wandern. Nach meinem kurzen Arbeitsweg in Bern, muss ich gestehen, dass ich das auch nach zwei Wochen immer noch nervig lang fand.
Grundsätzlich ist es dumm, Menschen in zwei Gruppen einzuteilen. Aber hier kommt man wirklich auf die Idee zu behaupten, dass es diejenigen gibt, die mit dem Auto unterwegs sind und jene, die (auch) Velofahren. Die zweite Gruppe ist sehr klein und darin liegt auch der Grund für meine Ausrüstung. Bei vielen Autofahrern scheint es die Kategorie Fahrradfahrer nicht zu geben, zumal es die leider auch nicht beim Anlegen von Strassen gibt, es hat nämlich keinen Velostreifen. Auch dort nicht, wo die Strasse sogar genug breit für einen Velostreifen wäre. Die Minderheit der Fahrradfahrer kleidet sich somit dementsprechend, so ein hübsches Neon-Reflektor-Gilet oder gar eine Strassenbau-Jacke hat praktisch jeder Velofahrer. An meinem zweiten Tag hier habe ich mich über diesen Strassenarbeiter im Buchladen gewundert - nun, es war wohl ein Fahrradfahrer. Für die Fahrradbeleuchtung habe ich gut einen Drittel so viel wie für das Fahrrad ausgegeben, aber hier scheint das eine gute Investition zu sein, zumal die Strassenbeleuchtung teilweise spärlich ist.
Grundsätzlich könnte ich auch mit dem Bus an die Uni fahren, inzwischen habe ich auch rausgefunden, wie das mit dem Busfahren hier funktioniert. Die unterschiedlichen Preise für dieselbe Strecke liegen anscheinend darin begründet, dass das eine Busunternehmen fünf Cent teurer ist bei Kurzstrecken, bei längeren dafür günstiger. Von sieben bis zehn Uhr morgens hat es Stau, ebenso von etwa vier bis sechs Uhr abends. Zu Fuss habe ich immer diverse Busse überholt, also macht das Busfahren zu diesen Zeiten keinen Sinn. Da es aber keinen Fahrradstreifen hat, kann man aufgrund des fehlenden Platzes mit dem Velo auch nicht an stehenden Kolonnen vorbeifahren. Gehe ich früh an die Uni, nehme ich den Weg über Felder und Wiesen und bin dann in knapp zwanzig Minuten angekommen, mache ich mich erst spät auf den Weg dauert es nur neun Minuten :-) Der Feld-Wiesen-Weg ist zwar ganz nett und man hat auch einen hübschen Blick auf die Stadt, aber er ist wahrscheinlich nicht so allwettertauglich, Gummistiefel habe ich nämlich noch keine.
In Durham gibt es doch tatsächlich drei Geschäfte deren Sortiment aus Glückswunschkarten besteht (bei einem davon sogar ausschliesslich). Die Briten scheinen bei jeder Gelegenheit eine Glückwunschkarte zu überreichen. Glücklicherweise können solche Geschäfte ihren Umsatz durch besondere Anlässe, wie den 14. Februar steigern. Karten für Boyfriend, Girlfriend, Husband, Wife und Someone Special in vielfältigen Ausführungen mit viel Glitzer und Glimmer, mal mit gar keinem, mal in Rosa, mal in Rot, mal bunt, mal schon fast schlicht, in allerlei verschiedenen Formaten und das Praktische ist, dass auch bereits ein kurzer Text abgedruckt ist. Man(n) braucht also nur auszuwählen und zu unterschreiben.
Zum Valentinstag hat mein Lieblingsgeschäft der dreien das Angebot aber noch erweitert, da gab es auch Tassen mit Herzchen und Bärchen mit Herzchen und Tassen mit Bärchen und i love you Ballone und i love you Socken und Plastik-Blumen und und und. Ich habe es geschafft, einen Moment zu erwischen, während dessen gerade niemand vor einem Abschnitt des gut sieben Meter langen Valentinstag-Special-Kartenregal stand, anbei eine Impression. Mir wurde gesagt, dass gerade auch die Kondolenzkarten beachtenswert sind. Kondolenzkarten mit einem Hauch Kitsch, man will es sich nicht vorstellen.
Wer mir seine Adresse und sein Geburtsdatum schickt, bekommt eine eigens sorgfältig ausgewählte Geburi-Karte heimgeschickt, versprochen! Wer in diesem Jahr seinen Geburtstag schon gefeiert hat, es gibt mit Sicherheit auch eine Sorry-hab-deinen-Geburtstag-leider-vergessen-Karte!
Mit dem Linksverkehr ist es so eine Sache. Bis anhin kannte ich in erster Linie London und fand das dort nie eine besondere Herausforderung. Meist stand in grossen Lettern geschrieben, in welche Richtung man blicken muss, und bei einem konstanten Verkehrsfluss ist es grundsätzlich einfach weniger ein Problem.
Einen konstanten Verkehrsfluss gibt es in Durham auch, und zwar von etwa 8-10 und 16-18 Uhr, allerdings eher mit Verkehr als Fluss. Dazwischen sieht es aber anders aus und nur wenige Autos kommen da aus der falschen Richtung auf einem zugerast. Als keinerlei Herausforderung stellt sich als rollender Verkehrsteilnehmer der Kreisel dar. Da fahre sogar ich richtig, obwohl mir ja in den ersten Tagen als Fussgänger in Durham der Gedanke kam, dass ich wohl ein verkehrstechnischer Analphabet bin.
Mit dem Velo komme ich inzwischen ganz gut zurecht, ich darf einfach nicht damit rechnen, dass mir der Vortritt gewährt wird und muss mir schon noch ab und an überlegen, was für mich nun richtig wäre und es dann falsch machen. Überhaupt nicht damit gerechnet hatte ich, dass es eine Herausforderung ist, als Velofahrer über die rechte Schulter nach hinten zu schauen, das geht mir immer noch gegen den Strich. Auch grosse, verkehrsfreie Kreuzungen, die ich in der Diagonale überquere, erfordern von mir noch gewisse Denkkapazitäten – das wird sich aber hoffentlich in den nächsten Wochen bessern.
Ganz nett sind gewisse Verkehrsmarkierungen. Bei den „waiting restrictions“ handelt es sich um einfache gelbe Linien (< als 24h Parken zu gewissen Zeiten erlaubt) oder doppelte gelbe Linien (durchgehendes Parkverbot) entlang des Strassenrandes, beim Halteverbot handelt es sich – soweit ich das verstanden hatte – um zur Strasse quer verlaufende Linien. Die Parkverbot-Markierungen hat es überall, wo man nicht parken darf. Und zwar auch an jenen Strassen, bei denen es nur schon der gesunde Menschenverstand nicht erlaubt, da mal flott sein Auto hinzustellen. Das bedeutet aber auch wiederum, dass so ziemlich überall dort, wo diese Streifen nicht vorhanden sind, geparkt wird.
Die Uniangehörigen werden hier von der Firma YUM verköstigt. Zumindest jene, die nicht in ihrem College essen. Direkt neben dem Department für Archäologie befindet sich das Palatine Building, in welchem auch die wichtigen Leute ihre Büros haben, weshalb diese Mensa angeblich das beste Angebot hat. Ich habe den VonRoll-Mensa Newsletter abbestellt, da ich nicht jeden Montag das abwechslungsreiche Angebot der Woche in Bern mir ansehen möchte.
Fürs Mittagessen gibt es eine Auswahl verschiedener Gerichte: ein Salatbuffet (wer überwiegend Salate mit viel Majo mag, ist gut bedient), Pizza, British Classics (montags beispielsweise Chargrilled Pork Loin Steak with Chili Beans & Warm Tortilla Chips oder Vegi: Cauliflower, Chickpea & Spinach Balti with Pilau Rice), Ofenkartoffeln mit Käse/Thon/Bohnen/Krabben, diverse Sandwichs und ein asiatisches Tagesmenü (vegi/Fleisch). Das asiatische Menü mag ich besonders montags (Stir Fried Vegetables with Black Pepper Noodles) und mittwochs (Stir Fried Vegetables & Noodles with Sweet Roast Chilli Sauce), dienstags und donnerstags ist es mit Reis, freitags gibt es das leider nicht. Diese asiatischen Menüs sind eine feine Sache, der Menüplan scheint jedoch nur alle paar Monate zu wechseln. Die Preise sind mit unseren Mensapreisen zu vergleichen.
Das sonstige Angebot um den Uni-Campus, an dem ich arbeite, hält sich arg in Grenzen oder ist eigentlich schon inexistent. Wenn man nicht in die Mensa will und auch nichts dabei hat, bleibt einem – neben Fasten – nur der Weg in die Altstadt übrig. Das ist nicht sonderlich weit, aber man kann halt nicht mal rasch um die Ecke, um sich was Leckeres zu holen. In der Mensa gibt es jedoch ein vollwertiges englisches Frühstück. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber beim Anblick des Angebotes für die Karnivoren, bekomme ich schon fast Mitleid mit denen.
Der meteorologische Frühjahrsbeginn ist bereits vorbei, der astronomische steht noch bevor, aber die Knospen spriessen – in London sind schon Magnolienblühten zu bewundern und es wurde auch fleissig gezwitschert am Linking Geospatial Data Workshop: über 600 Twitterbeiträge bei einem zweitägigen Kongress! Dementsprechend viele Notebooks, Tablets und Smartphones waren stets präsent. Es gab interessane Beiträge und spannende Diskussionen und die Tagung war eine gute Gelegenheit, unsere englische Version des Virtual Cilicia Project vorzustellen.
Es ist schon längstens an der Zeit, über das Department zu berichten! Auf ihrer Webseite heisst es: Throughout the years, the department has grown to become what it is today: one of the largest departments in the world and the national leader for archaeological research, beating Oxford, Cambridge and University College London in this respect. Das Fach Archäologie ist hier seit 1931 vertreten, dem Lehrkörper gehören inzwischen über 30 Personen an, davon 13 Professoren und weitere 20 Forschende. Der "Archaeological Services", der ebenfalls an der Uni beheimatet ist, hat 26 weitere Angestellte. Gross ist auch die post-grad community, die mit über 100 Promovierenden in der Archäologie zu den grössten in Europa zählt. Studierende werden in Undergraduates (Bachelor) und Postgraduates (Master und PhD) eingeteilt. Undergrads habe ich in der Archäologie bis anhin noch keine kennengerlent. Die Leute hier am Department sind sehr freundlich, offen und hilfsbereit. Täglich werden via Mailingliste auf Veranstaltungen, Kongresse, Finanzhilfen, Buchanschaffungen, freie Zimmer oder auch mal auf die Unordnung an einigen Arbeitsplätzen oder Kekse für alle im "Common Room" hingewiesen.
Die Lage des Departments innerhalb der Uni ausgezeichnet: zwischen der Hauptbibliothek und dem Palatine Center, dem für 48 Mio Pfund erbauten und 2012 eröffneten Hauptquartier der Uni, das auch die Jus Fakultät, Mensa und verschiedene Dienstleistungen für die Studierende wie Beratungsstellen (u.a. Beratung für Behinderte, Immigrationsbüro und Finanzhilfe) beinhaltet.
Alle zwei Wochen gibt es einen Gastvortrag, an dem – im Vergleich zu Bern – der Besucherandrang sich in Grenzen hält. Die 30-40 Zuhörer setzen sich in erster Linie aus Angestellten und postgrads zusammen. Heute endet das Semester. Es gibt hier nicht zwei, sondern deren drei: Epiphany Term (20/01 – 21/03), Easter Term (28/04 – 27/06) und Michaelmas Term (06/10 – 12/12), das akademische Jahr beginnt im Herbst. Insofern versprechen die nächsten Wochen sehr ruhig zu werden, sowohl an der Uni als auch in der Stadt ohne all die undergrads. Für mich wird sich aber nicht viel ändern, da im Informatics Lab, wo auch ich meinen Arbeitsplatz habe, ausschliesslich Doktoranden und Postdocs arbeiten.
Heute fand ein vom College organisiertes Dinner in der Great Hall des Castles statt. Angehörige des University Colleges haben täglich das Vergnügen, in der Great Hall zu speisen. Für alle anderen ergibt sich diese Gelegenheit bei solchen Galaveranstaltungen. Für 17£ und rechtzeitigem Ticketkauf (knapp 200 Plätze) konnte man daran teilnehmen.
Als alle brav an ihrem mit Namensschildchen versehenen Platz sassen und allfällige Essenswünsche und Allergien - die man bereits bei der Anmeldung angegeben hatte - abgeklärt waren, konnte es bald mit dem ersten Gang losgehen. Die vorderste, leicht erhöhte Tafel, war aber noch frei. Eine Seitentür öffnete sich und die Angehörigen des College Councils kamen herein. Vorher mussten sich aber noch alle postgrads erheben. Als sich die Herrschaften gesetzt hatten, durften auch wir uns wieder setzen. Dasselbe Spiel gab es wieder beim Verlassen des Saales nach dem Dessert. Das Essen war hübsch angerichtet und ganz in Ordnung.
Nachdem die Angehörigen des College Councils die Great Hall verlassen hatten, schrie jemand durch den Saal: "let the party begin". Auch wenn es nur postgrads am Ustinov College hat, sind die meisten doch noch etwas jung. Ich gesellte mich nicht zur After-Party sondern ging nach dem Abendessen heim, schliesslich ist morgen ja Donnerstag...
Geschafft! Ich kann dieses Buch wieder ins Regal stellen, da ich es – nach Wochen – endlich gelesen habe. Als ich in Durham ankam, war mein Bücherregal gähnend leer, was einen doch recht erbärmlicher Anblick darbot. Also habe ich mir gleich Bücher gekauft, einige in einem Secondhandlanden, der einstige Bestseller von Ken Follet und Michael Crichton für wenige Pennies verkaufte (benötigen alle etwas Platz), andere in der Buchhandlung. Aufgrund des netten Covers und weil es direkt vor meiner Nase lag, sprang mir „Great Expectations“ ins Auge. Da ich mir vorgenommen hatte, meine Bildungslücke bei den englischen Klassikern zumindest etwas zu verkleinern, dachte ich mir, dass das ein guter Anfang wäre. Nun, es war wahrscheinlich nicht gerade mein brillantester Einfall, da die Lektüre doch etwas anstrengender war, als was ich mir so vorgestellt hatte. Ich lese nun Angels&Demons von Dan Brown und das macht mir im Vergleichen zu den „Grossen Erwartungen“ richtig Spass: es liest sich wie ein Kinderbuch – ein Paddington-Band steht natürlich auch in meinem Regal. Da dies nicht allzu sehr den Lesefluss beeinträchtigt, lohnt es sich nun auch wieder Worte nachzuschlagen. Mal schauen zu welcher englischsprachigen Lektüre ich mich danach aufraffen kann. Immerhin habe ich von Radio DRS inzwischen zu BBC gewechselt, vorerst beschränke ich mich auf die Station Newcastle, manchmal auch schon eine Herausforderung. Ich hatte auch mal kurz bei BBC Scotland reingehört, als gerade ein Fussballspiel mit zwei Reportern kommentiert wurde, den einen verstand ich blendend, bei dem andern, war ich mir nicht so sicher, ob er englisch sprach…
Heute haben wir einen Ausflug nach Northumberland gemacht und eine kleine Stadt eine halbe Stunde nördlich von Newcastle besucht. Als wir ankamen, kam uns ein festlich gekleidetes Paar entgegen. Ich war völlig geblendet von ihrer Erscheinung: von Kopf (Hut) bis Fuss in pink. Sie hatte zwar die Figur für ein solches Kleid, nicht mehr aber so ganz das Alter.
Alnwick (l und w werden nicht ausgesprochen) ist berühmt für sein Schloss und das dort residierende Adelsgeschlecht, einst die mächtigste Familie Nordenglands. Nach dem Windsor Castle zählt dieses Schloss zum zweitgrössten Adelssitz Englands. Der Erhaltungszustand ist top und wohl neben der Ausmasse einer der Gründe weshalb dieses Schloss die Filmkulisse mehrerer Filme darstellte – u.a. für Robin Hood und Harry Potter Verfilmungen. Von April bis Oktober ist das Schloss für Besucher geöffnet, im Winter wohnt die Familie dort. Dieses Adelsgeschlecht hatte während 700 Jahren Zeit, Objekte in diesem Schloss zu sammeln und das haben sie auch fleissig gemacht. Es hat von allem viel: Gemälde, Teppiche, Skulpturen und sonstige Kunstwerke in Hülle und Fülle. Zum stolzen Preis von 14,50£ (12£ erm.) kann die profane Bevölkerung vor allem die repräsentativen Räumlichkeiten anschauen. Die Familie ist offenbar sehr bemüht, das nicht museal wirken zu lassen, sondern als ob da wirklich gelebt wird - was ich mir zugegebenermassen beim besten Willen nicht vorstellen kann. Gut sichtbar sind Fotos der Familie in allen Räumen aufgestellt: Jüngling beim Fischen, die Eltern mit ihren vier Sprösslingen hübsch angezogen bei einem Dinner, das Töchterlein beim Reparieren eines Oldtimers usw. Einzig der völlig deplatziert wirkende Tschüttelikasten in der Bibliothek und der grosse Flachbildschirm machen dies glaubhaft.
Als wir dort waren, fand auch eine Hochzeit statt (für 4000£ gibt es ein Wedding Package). Das Brautpaar haben wir zwar verpasst, dafür aber einige Gäste gesehen. Eine Dame wird uns immer in Erinnerung bleiben: neon-pinke 10cm hohe Stilettos mit einem Kleid, das ihre Beine nicht gerade vorteilhaft zur Geltung brachten und das nur ein Foto beschreiben würde. Die arme war es sich einerseits offensichtlich nicht gewohnt, sich in solchen Schuhen fortzubewegen, andererseits wurden die Beine so eingeschnürt, dass sie nur in Mini-Schritten überhaupt laufen konnte.
Aus meiner Sicht ist – neben der Kleidung junger und jungebliebener Frauen – das eigentliche Highlight dieses Ortes ein Antiquariat, eines der grössten in England. Vor über 20 Jahren wurde dieses mit viel Liebe zum Detail von einem Ehepaar in einem einstigen viktorianischen Bahnhof eröffnet. Berühmt ist Barter Books aber auch, weil dort 2000 ein Poster wiederentdeckt wurde, das 1939 von der britischen Regierung produziert, aber nie veröffentlich wurde. Das Poster sollte im Falle eines schweren Militärschlages die Moral der Bevölkerung stärken und war das letzte einer dreiteiligen Serie. Dieses Motiv ist inzwischen sehr beliebt und auf Tassen, Mausmatten und Shirts zu finden – auch in diversen Abwandlungen.
Weitere Fotos gibt es hier.
"Hello darling", so wurde ich von meinem Landlord bei unserer ersten Begegnung begrüsst. Ich habe ihn daraufhin wohl angeschaut, als ob er nicht alle Tassen im Schrank hätte. Eine Freundin hat mir dann erzählt, dass ihr Mitbewohner mal zu ihr gesagt hatte, er hätte den Abfall schon rausgebracht, my love.
Inzwischen weiss ich, dass man hier mit Kosenamen wesentlich grosszügiger umgeht, als wir uns das gewohnt sind. Dennoch finde ich es immer noch sehr befremdlich, in einer zweiminütigen Unterhaltung mit meinem Landlord, gefühlte 30x als Darling angesprochen zu werden.
Viel Spass mit dem Sketch - die letzten zwanzig Sekunden sind entscheidend, man sollte es also bis am Schluss aushalten.
Da ich das Neue schon kenne, reiste ich heute in das Alte. Der Wetterbericht kündigte Sonnenschein und blauer Himmel an, und so war es auch als ich morgens aus dem Fenster blickte. Es versprach ein schöner Frühlingstag im eine knappe Stunde von Durham entfernten York zu werden.
Als ich aus dem Zug ausstieg, war der Himmel grau und versprach mehr Regen als Sonnenschein. So entschied ich mich, erst einmal das nette Tearoom aufzusuchen, das ich mir bei einer kurzen Internet Recherche ausgesucht hatte. Mir war nicht ganz klar, dass es sich dabei um ein alteingesessenes handelt, wo es dazu gehört, erst einmal draußen Schlange zu stehen und zu warten, bis ein Sitzplatz frei wird. Das Ehepaar vor mir versicherte mir aber, dass diese sonst viel länger ist und so beschloss ich, mich anzustellen. Nach fünf Minuten war ich auch schon drinnen angekommen, wo mich eine wohlige Wärme erwartete. Beim Warten schaute ich mir die Auslagen im Patisserie Regel an und amüsierte mich über die Swiss Hazelnut Biscuits - manchmal wirklich erstaunlich wo hier überall Swiss draufsteht. Um die Kundschaft effizienter abfertigen zu können, erhielt man weiter vorne in der Schlange auch schon eine Speisekarte, was mich verwunderte und ich als etwas unbritisch empfand. Beim Lesen der Speisekarte ging das Wundern weiter, da sie einen Abschnitt mit dem Übertitel „From the Swiss Alps to the Yorkshire Dales“ enthielt - mit Rösti und Älplermagronen. Dieses Etablissement wurde offensichtlich von einem Schweizer, der nach England auswanderte, 1919 gegründet und erfreut sich seither sehr grosser Beliebtheit.
Ich erhielt auch eine Zeitung im Betty’s angeboten, die ein Klischee der Briten absolut bestätigte: ihre Affinität zu den Royals. Das Titelblatt zierte Kate, pardon Catherine, die Duchess of Cambridge und der zweiseitige prominent platzierte Artikel hatte ihre Kleidchen, Schuhe und die (baldige) Glatze des Prinzen zum Thema. Auch wurden Australier interviewt, die sagten, wie toll die beiden doch seien.
Gestärkt ging ich wieder in die graue Kälte und erkundete das hübsche York. Wie ich auf dem Heimweg in meinem Reiseführer las, gehört York nach London zu den meistbesuchten britischen Städten. Ich war mir dessen nicht so ganz bewusst und hätte mir dann vielleicht auch einen anderen Tag ausgesucht als den Ostersamstag. Die Strassen waren vollgestopft mit Touristen, das Durchkommen schwierig und etwas nervig. Die Altstadt ist zweifelsohne sehr hübsch und eignet sich mit den vielen, kleinen Geschäften auch zum Shoppen. Das angekündigte Wetter kam noch, leider erst abends um fünf. Für einige Stunden hatte ich noch blauen Himmel und Sonnenschein. Es war dann aber immer noch doch eher frisch. Eine weiteres Klischee bestätigte sich auf dem Perron. Ich hatte zwei (zwar dünne, aber zwei) Pullis an, eine winddichte Softshell und die Kaputze oben. Neben mir waretet einer im T-shirt und zwei Tussis waren mit mega-Absätzen im Minirock unterwegs. Die frische Frühlingsluft kann denen echt nichts anhaben.
Fotos meines Ausfluges gibt es hier.
dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris. (Heinrich Heine)
Ich war fünf Tage in Paris an der CAA - die Tagung bot einges an Inspiration für eigene Kongressorganisation. Nach drei Tagen an der Sorbonne beim Pantheon bei frühlingshaftem Wetter war der freie Samstag leider nass und kalt.
Joggen ist in Bern im Wald und an der Aare nett - in Durham im Wald und an der Wear ebenfalls !
Der erste Mai verläuft hier übrigens sehr ruhig, die Geschäfte haben geöffnet, von irgendwelchen Demos habe ich nichts mitbekommen und die Leute gehen auch ganz normal arbeiten, frei ist dafür der erste Montag im Mai - weshalb das genau so ist, habe ich noch nicht verstanden.
Um in mein Zimmer zu gelangen, muss ich Treppensteigen. Bei jedem Schritt werde ich heute an meinen gestrigen Ausflug erinnert - ich war mit der „Durham University Hill Walking Society“ unterwegs. Die Betonung bei dieser Society liegt auf Hill. Viele Schweizer haben wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln übrig, wenn sie Engländer von ihren Bergen sprechen hören. Der höchste Punkt in England ist ja nicht mal 1000 m hoch gelegen und befindet sich im Lake District, wo ich meinen gestrigen Tag verbracht hatte. Wir sind auch nicht auf den Scafell Pike gestiegen, sondern haben mehrere kleinere Hügel erklommen – in der Summe kommt man da aber auch auf einige Höhenmeter.
Die Mehrheit der Teilnehmer war besser ausgerüstet als ich – mit Gamaschen, Stöcken und wasserfesten Kartentaschen. Es gibt auch ein Regenschutz-Obligatorium. Ich meine damit nicht eine Jacke, die einiges an Regen aushält, sondern auch Regenhosen! Das Wandern mit Regenhosen im Rucksack war ein Novum für mich. Die Tatsache, dass ich meine Gore-Tex Regenhosen nicht gebraucht hatte, war auch der Grund, weshalb ich von mehreren Seiten gehört habe, dass das ein super Wandertag und der Beste für viele war, die schon mehrere solche Touren gemacht hatten. Und ja, es war auch nett, und ja, ich bin auch froh, mich dafür angemeldet zu haben und werde sicher wieder mitgehen. Ich glaube aber nicht, dass ich in der Schweiz einen Tag im Mai, mit frischen Temperaturen, bedecktem Himmel, keinem Sonnenstrahl dafür relativ windstill, als super Wandertag bezeichnen würde.
Aber das Wetter war nicht das eigentlich Aussergewöhnliche für mich, sondern die Art zu wandern. Während der Busfahrt erinnerte ich mich an einen Abschnitt aus Bryson‘s Büchlein über England: „For years, I watched these walker types toiling off up cloud-hidden hills in wet and savage weather and presumed they were genuinely insane.“ Die Erzählung geht dann weiter, dass ein Freund ihn auf eine solche Wanderung mitnimmt und diese als „amble“ bezeichnet - „to amble“ bedeutet so viel wie „schlendern, gemütlich gehen“. „Well, of course it was anything but an amble. We clambered for hours up vast, perpendicular slopes, over clattering scree and lumpy tussocks, round towering citadels of rock, and emerged at length into a cold, bleak, lofty nether world so remote and forbidding that even the sheep were startled to see us. Beyond it lay even greater and remoter summits that had been quite invisible from the ribbon of black highway thousands of feet below.” Oben angekommen war Bryson aber so begeistert, dass er bei zukünftigen Gelegenheiten sich wieder einem solchen Erlebnis aussetzte. So traumatisch empfand ich das ganze natürlich nicht – auch wenn meine Oberschenkel vielleicht anderer Meinung sind – aber es war definitiv alles andere als „to amble“. Beim Wandern bin ich mit einer anderen Geschwindigkeit unterwegs, als wenn ich zügig durch die Stadt laufe. Wandern ist für mich ein in einer Gruppe von netten Leuten gemütliches Spazieren durch eine hübsche Landschaft, dabei die Aussicht zu geniessen, Blümchen anzuschauen und sich gut zu unterhalten und weniger ein Auf-die-Plätze-fertig-los-wir-wollen-heute-so-viele-Hügel-wie-irgendwie-möglich-erklimmen. Vielleicht waren ja auch nur die beiden Engländerinnen in meiner Gruppe so und ich habe nun ein völlig verzerrtes Bild. Ich muss es definitiv nochmals ausprobieren, aber erst muss der Muskelkater in meinen Oberschenkeln verschwinden!
Einige Fotos sind hier zu finden.
Am Samstag wurde ich eingeladen, mir den Eurovision Song Contest anzuschauen - ich kann mich nicht erinnern, das schon einmal gemacht zu haben. So sass ich also zusammen mit einem Engländer und einer Österreicherin, beides Nationen, die während der vergangenen 15 Jahre auch nicht sondernlich erfolgreich bei diesem Wettbewerb waren, drei Stunden vor dem Fernseher. Es war aufgrund der teilweise recht kuriosen (Gesangs)darbietungen und des bissig-ironischen Kommentators auf BBC ("It's like Mumford & Sons was described to them over the phone" meinte er zum Schweizer Beitrag) überraschend unterhaltsam.
Leider habe ich den Kommentator Graham Norten nicht immer verstanden, auch wenn der natürlich ein gut verständliches Englisch spricht. Mit der örtlichen Bevölkerung hier im Nordosten habe ich immer noch so meine Schwierigkeiten. Heute hatte ich bei Tesco einen sehr gesprächigen Kassier und wenn mich jemand völlig aus dem Nichts auf Englisch anspricht und dabei die Hälfte der Laute verschluckt, dann nehme ich leider erstmal nur ein Gebrabbel war. Die üblichen Fragen - ob ich Hilfe beim Einpacken benötige und ob ich eine Tüte brauche - habe ich verneint und einfach nicht damit gerechnet, dass es dann noch weitergehen könnte. Vielleicht kommt das ja noch, vielleicht auch nicht. Schön wäre natürlich auch, die Gespräche meiner Kollegen während des Arbeitens auch ohne Konzentration aufs Englische wahrzunehmen und nicht einfach locker mal als eine Art "background noise" auszublenden, das klappt nämlich prächtig.
Ich sollte zur Abwechslung mal was Gutes über die Mensa berichten.
Erstens: ich wurde falsch informiert. Der Menüplan ändert nicht einmal im Jahr, sondern jedes Semester - es gibt also nicht montags das ganze Jahr dieses Angebot, sondern nur während dieses Semesters, beim "International Theatre" ändert zwar nur die Sauce, aber immerhin!
Zweites: Yum ist innovativ! Derzeit gibt es nämlich einen Burrito-Stand und das ist wirklich mal eine Abwechslung! Meine Erfahrungen mit mexikanischem Essen halten sich eher in Grenzen und so finde ich die Vegi-Variante auch fein. Ein amerikanischer Kollege mag dieses Angebot auch, allerdings findet er, es handle sich eher um einen Wrap.
Beim Wandern heute habe ich meine Nase es bizeli verbrannt und das obwohl ich morgens Sonnencreme eingestrichen habe. Ja, das Wetter auf der Insel ist nicht immer wechselhaft, es kann auch mal einen ganzen Tag sonnig sein! Ich war heute wieder mit den Hügel-Wanderern unterwegs, diesesmal mit einer Gruppe, die sich aus fünf Ausländerinnen und unserem englischen Guide zusammengesetzt hat. Trotz über sechs Stunden Wandern mit auch einigen Höhenmetern werde ich diesen Wandertag wohl nicht zwei Tage in den Oberschenkeln spüren, denn es war wandern und nicht flott den Berg raufeilen.
Wir waren im Yorkshire Dales Nationalpark, genauer in Wensleydale unterwegs. Diese Landschaft ist bekannt für ihren Käse und die Schafe. Interessanterweise habe ich leider kein einziges Wensleydale Schaf gesehen, obwohl es auch hier sehr, sehr viele Schafe hatte.
Ohne Karte hier in einem Nationalpark unterwegs zu sein, ist nicht empfehlenswert, vor allem wenn man sich abseits der Hauptrouten bewegt. Das zurechtfinden ist ohne Karte und Kompass in einer Landschaft, in der es ausser Hügeln, wenigen Zäunen und Mooren nicht sondernlich viel hat, gar nicht so einfach. Pfade, die auf einer älteren Karte eingezeichnet sind, müssen nicht unbedingt noch existieren. So lernt man, auf welche Grasbüschel man treten kann, ohne einen Schuh voll feuchtem irgendwas rauszuziehen und, dass die leuchtgrün scheinenden moosigen Stellen, höchst ungeeignet sind, seinen Fuss oder noch schlechter das ganze Körpergewicht darauf zu setzen. Die Chinesin mit den weissen Turnschuhen konnte am eigenen Leib erfahren, weshalb es auf der Webseite der DUHWS heisst, dass gute Wanderschuhe Voraussetzung sind.
Ich habe mich für einen Tour entschieden, die schon auf der Karte anders aussah, als die saftig grünen Wiesen mit den vielen Trockenmauern von Wensleydale. Die Moorlandschafts selbst ist höchst unspektaktlär und besticht durch das Vorhanden sein von fast nichts. Dafür hat diese Moorlandschaft einiges an Wildlife zu bieten!
Fotos gibt's hier.
Nicht nur in Bottighofen sind Eltern, die ihre Kinder in die Schule chauffieren und von dort wieder abholen, ein Problem. Auch in Grossbritannien geht ein Grossteil der Grundschulkinder nicht zu Fuss in die Schule und Eltern, die vor dem Schulhaus parken, gefährden offensichtlich andere Schulkinder. So findet diese Woche eine "Walk to School Week" statt.
In der englischen Sprache gibt es einen Begriff ("school run") für Eltern, die Fahrgemeinschaften bilden - auf deutsch existiert meines Wissens nur der Begriff Elterntaxi, der wohl eher weniger für eine Fahrgemeinschaft steht. Dafür hat der VCS bereits vor einigen Jahren eine Pedibus-Kampagne gestartet. Denn Fussgängern und Fahrradfahrern in diesem Land mehr Platz einzuräumen, würde ich sehr befürworten!
Walk to School Week 2014 takes place 19-23 May!
Every year, as part of National Walking Month, Living Streets brings together over half a million schoolchildren and their teachers and parents.
To mark the week, Living Streets has launched a new report, Putting Pupils First, which sets a challenge to the Prime Minister to support us in our vision that every child that can walk to school, does so. Download the report, or have a look at the other ways you can get involved below.- See more at: http://www.livingstreets.org.uk/walk-with-us/walk-to-school/walk-to-school-week-2014#sthash.6eWMJp9J.dpuf
Um Vorbehalte, die viele gegenüber dem Wetter und England hegen, einmal zu bekräftigen, habe ich heute ein Foto von mir auf dem Heimweg gemacht. Dabei musste ich (mit beschlagenen Brillengläsern und im Regen) erst herausfinden, wie man die Kamera auf der Vorderseite meines Handys aktiviert, was ich auch bald geschafft hatte. Der Gesichtsausdruck passt ganz gut: es war nass, sehr nass, kalt (und das im Mai) und ich konnte zudem feststellen, dass meine alte Goretex-Jacke mich zwar noch hervorragend gegen Wind schützt, was hier auch nicht ganz unwichtig ist, aber einem Regenschauer nicht mehr zu trotzen vermag.
Innerhalb der vergangen vier Monate waren meine Regenhosen aber nur etwa fünf Mal (!) im Einsatz und das, obwohl ich täglich mit dem Velo an die Uni fahre. Es regnete zwar durchaus häufig in den vergangen Monaten, aber meistens nur kurz und auch nicht sonderlich stark. Um trocken an die Uni zu gelangen, genügte es fast immer, mich einfach 15 Minuten später als geplant, auf den Sattel zu schwingen. Eines Morgens hatte ich aber vergeblich daheim auf einen Regenunterbruch gewartet und mich schliesslich um neun Uhr endlich auf den Weg ins Büro gemacht. Das mit den zwar häufigen, aber nur kurz andauernden Regenschauern, die nicht sonderlich heftig sind, ist offesichtlich kein Muster, das sich bei jedem nassen Wetter anwenden lässt. Mein Bürogspänli meinte da nur „oh Susanne, you still have to learn a lot about this country“…
Als stolze Besitzerin einer 16-25 Railcard kann ich in den Genuss günstiger First Class Bahnreisen kommen, wenn ich Glück habe und zum richtigen Zeitpunkt buche - wann diese Zeitpunkte sind, habe ich noch nicht so raus. So ist ein Ticket für die erste Klasse nur wenige Pfund teurer als Standard oder manchmal sogar günstiger. Eine Fahrt in der Ersten Klasse bei der SBB ist ja auch ganz nett: mehr Platz und mehr Ruhe.
Hier gibt es mehr Platz, mehr Ruhe, an jedem Platz einen Tisch, kostenloses Wifi und kostenlose Getränke und Essen. Für Mid-Morning-Fahrten sieht das Menü folgendermassen aus: „Bakery basket with white or granary bloomer toast, croissants and pastries“ mit „Rare breed smoeked back bacon on white roll“ (was ähnliches gibt’s auch in der Uni Mensa und nach meinem Dafürhalten, sieht das immer alles andere als appetitlich aus, aber als Vegi bin ich wohl die falsche, um das zu beurteilen) oder „Porridge served with your choice of sliced banana, honey or preserve“ oder „Warm Bircher pancakes (Bircher Müesli ist mir ja vertraut, aber Bircher Pancakes?!) served with caramelised apples and vanilla yoghurt“ und „a selection of fruit“. Dazu gibt es gratis Wasser, Fruchtsäfte, Tee und Kaffee. Das ganze läuft nicht so ab, dass da einmal ein Wägeli vorbeibraust und man seine Bestellung aufgeben kann und das war‘s dann. Nein, regelmässig kommt jemand vorbei, der sich erkundigt, ob man noch etwas wünscht! Bei einer dreistündigen Bahnfahrt von Durham nach London für 29£ ein mega Service. Ich mag Eastcoast!
Für einige Tage daheim, um barv in der Bib zu arbeiten und an der ICAANE in Basel teilzunehmen.
Absolut unpraktisch sind die Schlüsselarmbänder des Freeman’s Quay Leisure Centre hier in Durham. Monströs, unbequem und die neueren Versionen haben nicht mal einen ordentlichen Verschluss wie auf dem Foto, sondern haken lediglich ein. Nach einem Köpfler kann man dann sogleich eine Tauchübung anschliessen… Neben der Tatsache, dass das Fitnesscenter – wenigstens in Eingangsnähe – keinen einzigen (!) Fahrradständer hat, ist das aber auch schon das einzige, worüber man sich beschweren kann. Ansonsten bekommt man hier fürs Geld (450 CHF kostet ein Jahresabo) wirklich was geboten, wovon man in Bern nur träumen könnte: ein 25m Hallenbad mit acht Bahnen, eine Turnhalle, ein Tanzstudio und einen Kraftraum mit so vielen modernen Geräten für die Kräftigung des Oberkörpers (insb. der Oberarme) wie ich das noch nie gesehen hatte. Dementsprechend sieht der Grossteil der Nutzer auch aus. Seit Beginn meines Besuches bin ich überrascht, wie viele Leute hier Tätowierungen haben - in diesem Kraftraum scheinen sich alle zu treffen.
Ich hatte auch Einführung erhalten, innerhalb von knapp 20 Minuten wurden mir gut 50 Geräte erklärt und sogar etwa fünf Sekunden vorgeführt. Zum Glück weiss ich ja, welche Übungen und Geräte ich für die Kräftigung meiner Schultern benötige und es ist mir im Grossen und Ganzen auch klar, wie ich diese Übungen korrekt ausführe. Ansonsten wäre ich hoffnungslos überfordert.
Ach ja, es gibt hier sogar Geräte zum Dehnen.
Weisse und violette Ballone und sehr, sehr viele Mamis und/oder Papis mit ihren 16/17-jährigen Sprösslingen dominierten heute das Bild an der Uni. Ein Studium hier kostet auch ein Vermögen, insofern ist es verständlich, dass die Eltern wissen wollen, wohin das ganze Geld fliesst und was dafür geboten wird. Neben den vielen Eltern mit ihren potenziellen Durham University Absolventen waren auch unzählige Helfer im lila Shirt mit einem „I’m here to help you“ Button angesteckt auf dem Campus.
An den vielen Infoständen gab es neben hilfsbereiten Studis auch Aufkleber, Broschüren und Poster, die einem einen Vorgeschmack der besten Zeit seines Lebens, die man hier verbringen kann, geben sollten. Die Colleges werben mit Attributen wie "large and incredibly active", "liberal, accepting college", "strong traditional roots", "young, vibrant, free-spirited", "relaxed, inclusive and modern" oder "small, caring, traditional" um die Gunst der Besucher. Da als PhD-Student die beste Zeit meines Lebens wahrscheinlich schon vorbei ist, mach ich mich mal wieder an die Arbeit.
Kein Scherz, bei Tesco sind Gurken auch als halbe Portionen zum unschlagbaren Preis von 35 pence erhältlich - eine ganze Gurke kostet 49 pence. Wieso sollte man von etwas, das zu über 95% aus Wasser besteht eine halbe Portion kaufen?!
Man kann es mit den Angeboten für single-Haushalte oder isoliert lebende und kochende Studis in WGs auch übertreiben.
Diese zehn kleinen Fotostudios stehen für die Absolventen der Uni Durham (BA, MA und PhD) bereit, die sich hier hübsch in ihren Roben, mit eingerolltem Diplon und Hütchen fotografieren lassen. Während knapp einer Woche herrschte hier Hochbetrieb. Von Dienstag bis Freitag wurden in der Kathedrale von Sir Thomas Allen, dem derzeitigen Chancellor der Uni Durham, vier mal täglich die akademischen Titel verliehen, mit live-TV Übertragung und einem riesen Taritara.
Es war echt beeindruckend, das einmal zu sehen. Hier sind einige Impressionen zu finden. Für 30£ gibt eine halbe Stunde nach der Feierlichkeiten eine DVD zu kaufen, für 40£ bekommt man das Ganze auch auf blueray. Weitere 30£ kosten die offiziellen Abschlussbilder.
Als Bill Bryson und seine Familie beschlossen, nach 20 Jahren in Grossbritannien in die USA zurückzukehren, bereiste er noch noch ausgiebig dieses Land und bewegte sich ausschliesslich wandernd und mit ÖV vorwärts - ein schwieriges Unterfangen, wie ich inzwischen weiss. Seit dem Erscheinen "Notes from a small island", in welchem Bryson ausführlich von seiner Reise und auch seinem ersten Besuch in Durham berichtete, sind weitere 20 Jahre vergangen.
Seither ist Bill Bryson hier vor allem im Uni-Alltag omnipräsent - heisst doch die Hauptbibliothek der Uni "Bill Bryson library". 2004 wurde ihm in Durham der Ehrendoktortitel verliehen. Nicht nur das, von 2005 bis 2011 war er auch Chancellor der hiesigen Uni. Das ist hauptsächlich ein zeremonielles Amt, das derzeit der Opernsänger Sir Thomas Allen inne hat. Weitere seiner Vorgänger waren beispielsweise Sir Peter Ustinov (ich bin Angehörige des Ustinov-Colleges) und Margot Fonteyn, die in den 80er Jahren bis kurz vor ihrem Tod als Chancellor amtete.
2003 ist Bryson übrigens wieder auf diese Insel zurückgekehrt.
Für einen Tag verdoppelt sich wahrscheinlich die Anzahl der Menschen in Durham - und zwar an der seit 1871 im Juli stattfindenden Miners' Gala. Dabei handelt es sich um einen Umzug mit zahlreichen Fahnen verschiedener Gewerkschaften und Zechen, Brass Bands und viel Alkohol. In den 50er und 60er Jahren soll das Fest 300'000 Besucher angelockt haben, was ich mir kaum vorstellen kann.
Zusammen mit den angrezenden Bezirken bildete Durham das Kerngebiet des Kohlebergbaus in England zu einer Zeit, die inzwischen der Vergangenheit angehört - 1994 wurde die letzte Mine geschlossen. Zu Spitzenzeiten, zwischen 1913 und 1923, waren im County Durham, das heute 500'000 Einwohner zählt, 170'000 Menschen als Minenarbeiter beschäftigt.
Der Film "Billy Elliot" spielt während der Bergarbeiterstreiks 1984/85. Gedreht wurde der Film unter anderem im 15km östlich liegenden Bergarbeiterdorf Easington. Da ich den Film wahrscheinlich in einem Konstanzer Kino in deutscher Synchronfassung gesehen habe, wäre es sicher wieder einmal an der Zeit, mir Billy Elliot anzuschauen!
Leider trifft diese Schadenskizze inzwischen bereits zum dritten Mal auf mich zu. Nach einem halben Jahr täglichem hin- und her mit meinem praktischen Velo stand es eines morgens samt Bügelschloss und Stahlkabel nicht mehr vor meiner Haustüre. Wochenlang hatte ich es täglich ins Haus gestellt und durch drei schmale Türrahmen in den Gang manövriert. Für zwei Nächte oder wenigstens knapp zwei Nächte stand es abgesperrt draussen vor der Haustüre, weil aufgrund Auszug einer Mitbewohnerin soviel Kram in der Küche stand. Ärgerlich das und mit Umtrieb (ich weiss, dass das ein Helvetismus ist - aber es ist ein schönes Wort, viel besser als ausserordentlicher Aufwand) verbunden. Das habe ich auch dem Polizisten auf "how this crime affected you?" zu Bericht gegeben.
Den personellen Aufwand der hiesigen Polizei für mein gestohlenes Velo finde ich ziemlich beeindruckend. Erst musste ich 101 anrufen und schildern, was passiert ist. Am folgenden Morgen erhielt ich einen Anruf von einem Police Officer, dem ich nochmals dasselbe erzählt hatte und wenige Stunden später stand der auch noch vor meiner Haustüre und hat sich das (nochmals) alles handschriftlich notiert und ich durfte den Rapport unterschreiben.
Inzwischen habe ich wieder ein neues Velo und dank der Grosszügigkeit der Mobiliar auch nur Zeit und fast kein Geld verloren.
Anbei zwei aktuelle Radarbilder:
Blau: Niederschlag
Dunkelblau: > 3mm/h
Die hellblaue Signatur steht für Schneefall.
Hier ist es zwar nicht hochsommerlich warm, aber heute ist wieder einmal einer der Tage, an denen ich eigentlich auch meine kurzen Hosen hätte anziehen können. Lang geht auch, aber heute wäre kurz wirklich angebracht gewesen. Die Eingeborenen oder schon lange hier wohnenden, nehme ich mir nicht zum Masstab. Den Pöstler hatte ich ja schon im Januar in kurzen Hosen angetroffen.
Heute über die Mittagspause die Uni mal von oben angeschaut - Ausblick vom Hauptturm der Kathedrale.
Der Aufwand, welcher von der hiesigen Polizei für mein gestohlenes Fahrrad betrieben wird, finde ich wirklich beeindruckend! Als mein Velo vor einigen Jahren in Bern gestohlen wurde, habe ich das der Polizei gemeldet, was inkl. Wartezeit für mich ein Aufwand von etwa 10 Minuten war. Jenen der Berner Stadtpolizei schätze ich ähnlich ein. Ich weiss natürlich nicht, was anschliessend im Hintergrund für Prozesse ausgelöst wurden. Aber in Anbetracht dessen, dass es wohl ziemlich aussichtslos war, das Fahrrad wieder zu erhalten und auch der Wert sich sehr in Grenzen hielt, gehe ich von einem entsprechenden Arbeitsaufwand aus. Ich sehe ja auch ein und habe völlig Verständnis dafür, dass die Polizei wichtigere Dinge zu tun hat.
Hier wollte ich auch bei der örtlichen Polizeistation vorbeigehen, habe dann aber dort erfahren, dass sie solche Vorfälle nicht direkt aufnehmen, sondern ich 101 anrufen muss. Am Telefon schilderte ich kurz, wann das Fahrrad wo gestohlen wurde und wie es aussah. Am nächsten Morgen erhielt ich einen Anruf von einem Officer, der sich telefonsich nach einigen Details erkundigte. Zwei Stunden später stand der dann auch noch vor meiner Tür und hat das ganze handschriftlich aufgenommen, mir nochmals vorgelesen und ich hab's unterzeichent. Der Officer hat mir auch ein Papier mit der Überschrift "Witness Information" ausgehändigt. Bevor der Herr eine knappe halbe Stunde später das Haus wieder verliess, hat er mich noch darüber informiert, dass in einigen Tagen nochmals jemand bei mir anrufen würde, um ... nun, das hatte ich nicht so ganz verstanden - ich konnte auch nicht ansatzweise nachvollziehen, was es denn noch zu erledigen gäbe. "Kommt Zeit, kommt Rat" dacht' ich mir.
Sonntagabends erhielt ich dann tatsächlich nochmals einen Anruf. Und zwar gibt es, wie mir der nette Herr am Telefon erklärte, in der Nähe meiner Haustüre eine Überwachungskamera. Die Aufnahmen wurden angefordert und wenn ich damit einverstanden bin, melden sie sich wieder, sollte der Winkel der Kamera so eingestellt sein, dass man den Bereich links vor der Haustüre überblicken und somit nachschauen kann, wer mein Rad über Nacht wie entfernt hat.
Es bleibt spannend.
Der Lehrperson Ende des Schuljahres "Danke" zu sagen, finde ich eine reizende Idee. Das dachten wohl die hiesigen, sehr beliebten Glückwunschkarten-Geschäfte ebenfalls - zur Erinnerung: es gibt in Durham mit 60'000 Einwohnern drei Geschäfte, deren Sortiment aus Glückwunschkarten besteht. Somit ist die Auswahl an Dankeskarten für die Lehrperson sehr umfangreich. Wer dem Lehrer eine selbst gemachte Karte schenkt, wird wohl am meisten auffallen.
Angeblich scheint es aber nicht nur bei den Karten zu bleiben, s. Artikel "Polier den Apfel".
Das mit dem Brot hier, das ist so eine Sache. Vielleicht sind meine Geschmacksnerven nicht dafür trainiert, aber von der grossen Auswahl an Toastbrot kann ich nicht profitieren.
Die Unterschiede liegen meines Erachtens im Design der Verpackung. Nicht mal in der Verpackungsgrösse unterscheiden sich die Toastbrote, da es nur Familienpackungen zu kaufen gibt und nicht
solche Mini-Portionen, wie das bei uns beispielsweise die Migros im Sortiment hat. Ab und an finde ich Toastbrot lecker, aber eben nur "ab und an" und nicht "Unser tägliches
Brot gib uns heute"...
Da ich nach einigen Monaten "Müesli" zum Frühstück endlich wieder anständiges Brot wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als selbst welches zu backen, was ja
auch überraschend schnell erledigt ist. Mein selbstgemachtes Brot wird von mal zu mal besser, auch wenn ich von jenem meiner Mutter noch weit entfernt bin, leider.
...fährt der letzte Zug nach Durham (es kommen zwar noch Züge an, fahren aber keine mehr ab).
Während der Semesterferien geht es im kleinen Städtchen Durham ruhig und beschaulich zu und her. Im Juli, während der Prüfungszeit, waren bereits morgens um acht Uhr viele Plätze in der Bib besetzt. Derzeit herrscht gähenende Leere und nur einige wenige Studenten verirren sich noch in die Bill Bryson library, weshalb die Bibliothek auch ihre Öffnungszeiten angepasst hat und bereits um acht Uhr abends schliesst und am Sonntag erst um 10 Uhr ihre Tore öffnet - zugänglich ist einem das Reich der Bücher aber nach wie vor täglich!
... sind das nun Meilen oder Kilometer?
Was zwar bei kurzen Distanzangaben wie auf dem Foto nicht so wirklich relevant ist, bei längeren aber schon. Auf dem Fahrradweg (so was gibt es in Newcastle!) in Richtung Meer wusste ich nicht so recht, ob es nun 8 km oder 8 Meilen bis ans Meer sind. Beim Wandern sind die Angaben in km, auf den Strassen generell in Meilen und somit die Velowege wahrscheinlich auch.
Mit anderen Masseinheiten hab ich immer noch so meine Schwierigkeiten. Wie viele km genau sind eine Meile und was ist ein Pint (gemäss Wikipedia entspricht ein Pint in den USA etwa 0,4732 Litern, ein Pint in Großbritannien etwa 0,5683 Litern)? Temperaturangaben sind zum Glück in Celsius, mit Fahrenheit komm überhaupt nicht klar.
Eine Bahn für mich ganz alleine und das knapp 45 Minuten lang - einfach herrlich!
Beim Händewaschen besteht die Wahl der Qual - halte ich meine Hände unter den kalten Wasserhahn, benütze ich den heissen mit dem Risiko, mir möglicherweise eine Verbrennung ersten Grades zuzuziehen oder lasse ich beide laufen und strecke meine Hände abwechselnd unter den einen und unter den anderen, was nicht sonderlich praktisch ist und auch etwas seltsam anmutet.
Anfangs dachte ich, dass diese Konstruktionsweise mit zwei Wasserhähnen lediglich in älteren Gebäuden vorkommt, was - wie ich inzwischen festgestellt hatte - mitnichten der Fall
ist. Auch in Neubauten werden noch ab und an ein Wasserhahn für kaltes und ein separater für heisses Wasser verbaut. Ein Wasserhahn mit zwei Ventilen oder die meines Erachtens sehr praktische
Variante mit Einhebelmischer ist am ehesten in der Küche anzutreffen, im Bad wird eher die traditionelle Version mit zwei einzelnen Wasserhähnen gewählt. Ich sollte mich mal mit einem Spengler
anfreunden, um zu erfahren, was wie häufig in Neubauten oder nach Renovationen eingebaut wird.
Von meiner ehemaligen Mitbewohnerin habe ich erfahren, dass ihr (englischer) Vater seine Hände badet, um sie zu waschen. Die richtige Anwendung wäre somit den Ablauf zu verschliessen, heisses und
kaltes Wasser einzulassen und die Hände darin zu baden. Das klingt ja ganz nett aber eher nach Wellness als nach einem Vorgang, der ruckzuck geht. Das erklärt auch, wieso die
Lavabos meist winzig klein sind. Vielleicht ist dieser Vorgang des Händwaschens bei gleichzeitig kleinem Lavabo wassersparender als bei fliessendem Wasser.
Für erwähnenswert halten diese britische (und soweit ich weiss irische) Besonderheit in erster Linie Ausländer und es finden sich in den unendlichen Weiten und Abgründen des Web mehrere
Diskussionen in Foren darüber. Manche haben sich für eine kreative Eigenbau Variante entschieden und "das Problem" mit Hilfe einer Pet-Flasche gelöst.
Nacktheit im Sportkontext ist was Anderes als im Alltag, nämlich weniger nackt. Im Mubeeri Bad mit geschlechtergetrennten Umkleiden gibt es auch Kabinen, die jedoch kaum benutzt werden. Fast alle Frauen schlüpfen in ihre Badehosen im offenen Bereich und Duschen tut man selbstverständlich nackt. In Durham sind die Umkleiden des Hallenbades gemischt – für Familien wahrscheinlich gäbig ansonsten finde ich das eher unpraktisch.
Im Gym jedoch gibt es zwei getrennte Garderoben, in jene der Weibchen führt eine lilane Tür, direkt nebenan verbirgt sich hinter einer blauen Türe die Männergarderobe. So weit, so gut. Die Glückwunschkarten für Mütter, Grossmütter, Schwestern, Tanten und Freundinnen sind in England ja auch in rosa und lila gehalten.
In der Damengarderobe gibt es zahlreiche Duschkabinen und einige wenige offene Duschen, die ich noch nie in Verwendung gesehen habe. Umkleiden kann man sich ebenfalls in Kabinen, davor erstrecken sich diese typischen Sportumkleidebänke. Aus reiner Gewohnheit habe ich mich jeweils in diesem offenen Bereich umgezogen. In meinem Gym daheim in der Schweiz hat es nicht mal solche Kabinchen. Hier verschwinden jedoch alle Frauen in den vier Kabinen, um sich umzuziehen - der Andrang der weiblichen Besucher fürs Krafttraining hält sich in Grenzen. Da ich mir irgendwann leicht exhibitionistisch vorkam, ziehe ich mich inzwischen auch in eine solche Kabine zum Umziehen zurück...
Das Freemans Quay Leisure Centre verfügt auch über einen Steaming Room, da gibt es selbstverständlich keine getrennten Uhrzeiten für Männlein und Weiblein. Diesen Raum verwendet man gemeinsam und an der Türe prangt eine lange Liste mit wertvollen Hinweisen: man solle die Kontaktlinsen entfernen, bei Schwangerschaft, Übergewicht und Herzproblem wird die Verwendung des Raumes nicht empfohlen, man muss älter als 18 sein usw geht's über eine A4 Seite. Am besten gefällt mir aber die Formulierung des ersten Hinweises, der für britische Gepflogenheiten wohl eher einer Regel gleichkommt: „Recognisable swimwear must be worn!“.
Aaaalso, gestern Abend, 9.30pm erhielt ich einen Anruf von "meinem Officer". Er hat sich das Videomaterial angeschaut und darauf kurz vor Mitternacht eine verdächtige Person mit
(m)einem Fahrrad entdeckt. Sollte ihnen die verdächtige Person bekannt und eine Identifizierung trotz der schlechten Bildqualität möglich sein, würde er sich wieder bei mir
melden.
Ich bin sprachlos, dass die Polizei von Durham nicht nur etwas unternimmt, sondern mich auch noch darüber auf dem Laufenden hält. Im Kulturschock-Band von Reise Know-How zu
Grossbritannien wird in einem kurzen Abschnitt auch über die Britische Polizei und die Veränderungen während der letzten Dekaden berichtet. Es heisst dort: "Auch eine einfache Polizeikontrolle,
bei der jemand angehalten wird und seine Personalien überprüft werden, erfordert heute etwa 30 Minuten Schreibarbeit nach dem Einsatz" (S. 290).
Irgendwie habe ich schon fast ein schlechtes Gewissen, dass die Polizei so viel Zeit für mein gestohlenes Fahrrad verschwendet äh aufwendet, er erscheint mir irgendwie
unverhältnismässig.
Es ist noch nicht mal September und auch wenn es nun abends, wenn ich das Hallenbad verlasse, bereits dunkel ist, so ist der Winter doch noch weit entfernt. Während der letzten zwei Wochen ist es hier in Durham aber frisch geworden! So bin ich gestern mit meinen dünnen Handschuhen mit dem Velo an die Uni gedüst und habe - nachdem ich am Montag den ganzen Tag in meinem Büro kalt hatte - auch meine gefütterten Winterschuhe wieder hervorgekramt. Mein britischer Kollege wunderte sich etwas ob meiner Kleidung...
Wenn ich stundenlag vor meinem Rechner sitze, ohne mich gross zu bewegen, dann hab ich irgendwann kalt. Mir fehlt wohl die hiesige Erziehung. Vor etwa einem Monat war ich an einem sonnigen Tag an der Küste. Aufgrund des Windes war es aber dennoch recht frisch, so dass ich mir einen Pullover überzog. In solchen Momenten lassen sich Ausländer von einheimischen Touristen prima unterscheiden. Die Briten laufen dann in kurzen Hosen, Minijup und Trägershirt oder ganz ohne Shirt rum (selbstverständlich nur die Männer). Beim Warten abends um sechs Uhr, am Schatten auf den Zug sass eine englische Familie mit Kinderwagen und zweijährigem Mädchen neben uns auf der Bank. Das rotharige Mädchen trug ein hübsches Röckchen mit dünnen Trägern - ich eine Jacke und lange Hosen, allerdings nur Turnschuhe und keine Stiefel, aber das war auch noch im Juli.
Einem schwer belandenen Liferaten habe ich heute die Türe aufgehalten und so mal ne andere Version von "Thank you, darling" gehört :-) Hach, die immer überaus freundlichen Briten - ich
glaub, das werd ich vermissen.
Ich verbrachte nun einen Sommer in Durham ohne Mückenstiche (oder diese waren so harmlos, dass ich mich nicht mehr daran erinnere), aber bereits nach einer Nacht in Istanbul war
dieser juckfreie Sommer leider vorbei. Ich werde auch noch diese ganze Woche an meine ansonsten schöne Zeit in Istanbul denken können, beim steten Versuch den Juckreiz zu ignorieren.
Mal abgesehen von den Mücken und den manchmal etwas anstrengenden Verkäufern und Tourguides, die sich auf jedes Opfer ähnlich stürzen wie die Stechmücken auf mich, war meine erste Tagung der EAA (European Association of Archaeologists) in Istanbul gut. Nun bin ich aber auch wieder froh, im ruhigen Durham zu sein und freue mich über die herbstliche Frische!
Wie seit einigen Wochen auch der deutschsprachigen Presse zu entnehmen ist, ist heute ein wichtiger Tag auf der Insel, vielleicht sogar ein historischer. In den vergangen Wochen war schon fast täglich ein Artikel in wenigstens einer grossen deutschsprachigen Zeitung zu lesen, so dass ich nicht auch noch darüber berichten muss. Schauen wir, was morgen der Ausgang dieses Referendums ist!
Zur Unterhaltung anbei eine BBC Sendung mit Dr. Iain Stewart, einem schottischen Geologen, dem ich stundenlang zuhören könnte!
Der Herbst kündigt sich hier mit sonnigem Wettter an!
Mit diesen Ratings ist es ja so eine Sache. Einerseits ist Wettbewerb gut, sofern er nicht in einem verbissenen Wettkampf mündet, andererseits ist es befremdlich, wenn Wissenschaftler einen beträchtlichen Anteil ihrer Tätigkeit mit den Grundlagen und Vorbereitungen für solche Ratings verbringen!
Wie auch immer, Durham University ist auf Rang sechs, das Department für Archäologie hingegen steht (beim Rating der Times and Sunday Times) zuoberst auf dem
Treppchen!
Heute haben wir eine Radtour in Northumberland gemacht. Da Velofahren hier nicht gerade ein Volkssport ist, kann man die Räder kostenlos mit der Bahn transportieren, was wirklich gäbig ist!
Mit dem Zug ging es nach Alnmouth, dort fuhren wir erst mal an den Strand und dann dem Meer entlang nach Süden, wo wir die Burg Warkworth besichtigten. Bei dieser Gelegenheit konnte ich endlich wieder einmal von meiner English Heritage Mitgliedschaft profitieren.
Über diverse Hügel gings auf und ab, an zahlreichen überfahrenen Hasen vorbei nach Alnwick, wo wir bei Barter Books einen Halt machten. Schade, dass dieses Antiquariat nicht in Durham ist, da könnte ich Stunden verbringen! Die Monografie "Switzerland and its people" von 1907 war für 140£ im Angebot...
Das ist nicht Bill Bryson, der da leibhaftig in der Bibliothek steht und die neuen Studis empfängt, sondern nur ein lebensgrosser Pappkarton. Auf dem Tisch liegen neben
zahlreichen Broschüren auch Stofftüten auf denen es heisst: "It's my library, so no scribbling in the margins of books, Bill Bryson", daneben liegen Durham University Library Radiergummis (um das
Gekritzel an den Buchrändern wieder zu radieren?).
Es zeigt jedenfalls schön, wie die Neuankömmlinge umworden werden und dabei habe ich ja nur einen winziger Bruchteil davon mitbekommen. Es ist nämlich "Introduction
week", neben Meet & Greet events, Police registration und Medical Screening stehen jeden Tag auch "Social Evenings" auf dem Programm. Dabei hat mir ein Doktorand, der hier auch
studiert hat, erzählt, ich solle mich nicht wundern, wenn in dieser Woche Seltsames in der Stadt vor sich geht. Da ich aber abends nie in der Stadt war und auch nicht in einem College wohne, habe
ich das offensichtlich verpasst.
Ich war mal wieder mit den Hügelwanderern im Lake District unterwegs. Der Muskelkater von heute spricht einerseits dafür, dass ich nicht gut in Form bin, andererseits, dass es
auch nicht wieder gemütliches, sondern eher zügiges wandern war...
Der Wetterbericht versrpach Regen, Dauerregen mit etwas weniger Regen am Nachmittag. Da meine Wanderschuhe schon einige Grabungskampagnen auf dem Buckel haben und Sonnenschein
und Hitze auch nicht gerade das Imprägnierungsmittel per se sind, bin ich am Abend vorher noch in das nahe Sportgeschäft gefahren und habe mir Gamaschen gekauft. Die Vorstellung einen Tag in
feuchten Schuhen unterwegs zu sein, war mir ein Graus. Morgens um sieben, als ich aufstand, war es sogar noch trocken, als ich um acht Uhr dann zum Bus eilen wollte, hatte es inzwischen
angefangen zu regnen, weshalb ich dann bereits mit Regenhosen zum Bus eilte.
Damit bin ich dann auch losgelaufen als wir bei Helvellyn ankamen und dank Gore TEX lässt es sich in diesen Regenhosen auch gut wandern. So war ich dann auch gegen den zehnminütigen Regenschauer bestens gewappnet und für die restlichen sechs Stunden haben mich meine Regenhosen nicht gestört, die Gamaschen bliebem im Rucksack.
Das ist das schöne am Wetter hier, es ist nie langweilig und so wechselhalft, dass regional das Wetter wesentlich besser (aber wahrscheinlich auch schelchter) sein kann als
erwartet.
Impressionen von meinem zweiten Tag im Lake District gibt es hier.
Ich habe in diesen Monaten wahrscheinlich schon die gleiche Strecke im riesigen Tesco beim Suchen von Artikeln zurückgelegt, wie beim eigentlichen Einkaufen. Häufig sind Produkte
nicht da, wo ich sie erwarte (Gries gibts im Dessert-Regal), oder es gibt sie gar nicht (wie frische Hefe oder hartgekochte Eier).
Meiner deutschen Freundin hier in Durham hab ich schon Fotos vom Regal geschickt, in welchem das Schwarzbrot ist. Dieses findet man sinnigerweise nicht im Brotregal, sondern bei
den Ausländer-Artikeln mit Zutaten für die Thai- oder Chinesische-Küche und dazwischen sind dann auch Produkte wie die Haribo-Goldbären anzutreffen.
Gestern habe ich es endlich, nach neun Monaten in Nordengland an den Hadrians Wall geschafft. Den ganzen über 100 km langen Wall sind wir natürlich nicht abgelaufen, sondern nur einen Abschnitt davon.
Fotos gibt's hier.
Es sieht nicht nur nach vielen Leuten aus, es sind auch viele - achtzehn zweite Geigen und fast so viele Querflöten :)
Da nun das Semester wieder angefangen hat, haben auch all die vielen Societies wieder ihren Betrieb aufgenommen. Das Orchester hat einen neuen Dirigenten, der seeeehr jung aussieht, seine Sache aber super macht. Bei der ersten Probe hatt