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Der Namensgeber des Fests ist Sankt Alban, ursprünglich Albanus. Neben Sankt Laurentius und Sankt Pankratius ist er einer der drei Stadtheiligen. Eine bildliche Darstellung findet sich im mittelalterlichen Deckengemälde in der Sakristei der Winterthurer Stadtkirche. Der Legende nach wurde Albanus als christlicher Märtyrer geköpft.
Albanitag
1264 erhielt die Stadt Winterthur von Graf Rudolf von Habsburg als Erben der Kyburger am 22. Juni – Gedenktag des Heiligen Albanus – das Stadtrecht. Dieses freudige Ereignis war der Grundstein zum «Albanitag», den die Stadt auf die Sonnenwende am 21. Juni legte. Ab jetzt traf sich die Gemeinde an diesem besonderen Datum jährlich um 4 Uhr früh in der Stadtkirche. Nach der Verlesung des Stadtrechtsbriefs wurden neben den Räten insbesondere der Schultheiss und weitere Amtsinhaber gewählt. Als krönender Abschluss folgte das Albanimahl: Alle Bürgerinnen und Bürger waren von der Stadt zu Wein, Brot und Käse eingeladen. Dieser Brauch wurde während Jahrhunderten gepflegt.
Veränderung
Im 18. Jahrhundert verkörperte Winterthur die Blütezeit des weltweiten Grosshandels. Den Vorzeichen der Industrialisierung folgte dann eine innere Entfremdung: Aus den wachsenden Unterschieden in der Bürgerschaft entstanden gesellschaftliche Klassen, die sich zunehmend abgrenzten. In manchen Jahren fiel die Albanifeier als gemeinsames Fest sogar aus. Als Ersatz, wohl vor allem für die bedürftigen Bürgerinnen und Bürger, gab es in diesen Jahren je zwei Mass Wein und zwei «Spitalbrote» (früher kirchlich dargebotenes «Armenbrot»). Als das Interesse an einem gemeinsamen Fest noch kleiner wurde, hielt man ab 1758 einzig an der Ausgabe von Wein und Brot fest. Fehlgeschlagene Investitionen in die Nationalbahn und daraus folgende erdrückende Schulden zwangen die Stadt, ab 1874 ganz auf ihr Brauchtum zu verzichten, das zur Feier von Unabhängigkeit und Gemeinschaft geschaffen worden war.
Rückkehr
Die 1930er Jahre brachten die Albanifeier als «Jungbürgerfeier» in die Stadt zurück. Ab 1945 veranstaltete dann ein Organisationskomitee «Albanitag Winterthur», bestehend aus Quartiervereinen der Altstadt, um den Albanitag kleinere Quartierfeste. 1964 feierte die Stadt Winterthur ihren 700-jährigen Stadtrechtsbrief von 1264 mit einem grossen Volksfest. Zwei weitere Stadtfeste mit historischem Hintergrund folgten: «500 Jahre Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft» (1967) und «100 Jahre Zürcher Staatsverfassung» (1969). Nach diesen schönen Ereignissen wurde der Wunsch immer stärker, in Winterthur wieder ein jährliches Stadtfest durchzuführen.
Albanifest
1971 fand das erste «Albanifest» so statt, wie wir es heute kennen. Dazu war, nach Gesprächen mit lokalen Vereinigungen und durch stadträtliche Impulse gestärkt, im Dezember 1970 das Albanifest-Komitee gegründet worden. Nicht zuletzt durch die Beteiligung vieler Winterthurer Vereine wurde das Albanifest zum grössten und sehr beliebten Winterthurer Brauchtum: Jährlich am letzten Juni-Wochenende pulsiert in der schönen Altstadt drei Tage lang das «Fest der Feste». Die Ausstrahlung des Albanifests reicht weit über die Grenzen hinaus und ist für Stadt und Region kulturell, gesellschaftlich, touristisch und wirtschaftlich von grosser Bedeutung. Einheimische wie auswärtige Gäste geniessen die sympathische Winterthurer Gastfreundschaft in ihrer ganzen Vielfalt. Anerkennung als wertvolle Tradition erhielt das Albanifest auch durch seine Aufnahme in die Schweizer UNESCO-Liste für immaterielle Kulturgüter.