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Zuerst waren es die Humanisten, dann die Historische und Antiquarische Gesellschaft,
bisweilen auch private Gelehrte und Mäzene und schliesslich die Stiftung Pro Augusta
Raurica, welche unsere römische Stadt erforschten. Erst seit 1975 wurde die Forschung
mit dem "Römervertrag" zur Staatsaufgabe. Bild: Archäologie 1927: Drei Augster Landarbeiter graben im Auftrag und auf private Kosten des Basler
Juristen Karl Stehlin im römischen "Südforum" von Augusta Raurica.
Seit über 500 Jahren: Ungebrochen rege Forschungstätigkeit
Home Augusta Raurica Forschungsgeschichte Augusta Rauricas siehe auch Archäologie, Politik, Archäologie und juristisches Umfeld Von der Privatinitiative zur hoheitlichen Staatsaufgabe
Zuerst waren es die Humanisten, dann die Historische und Antiquarische Gesellschaft, bisweilen auch private Gelehrte und Mäzene und schliesslich die Stiftung Pro Augusta Raurica, welche unsere römische Stadt erforschten. Erst seit 1975 wurde die Forschung mit dem "Römervertrag" zur Staatsaufgabe.
Bild: Archäologie 1927: Drei Augster Landarbeiter graben im Auftrag und auf private Kosten des Basler Juristen Karl Stehlin im römischen "Südforum" von Augusta Raurica.
Seit über 500 Jahren: Ungebrochen rege Forschungstätigkeit
Der 27. Dezember 1961 war ein Höhepunkt in der Entdeckungsgeschichte von Augusta Raurica: Bauarbeiter beförderten im Innern des Kastells Kaiseraugst unscheinbare, schmutzige "Blechscheiben" zutage. Einige Wochen später entpuppten sich diese als Teile eines grossen spätantiken Silberschatzes. Bis heute ist der Kaiseraugster Silberschatz der wichtigste Fund aus dem antiken Stadtgebiet geblieben.
Bereits in den Jahren 1582-1585 fanden im Gebiet des Theaters und des Schönbühltempels die ersten wissenschaftlich motivierten Ausgrabungen nördlich der Alpen statt. Die freigelegte Bausubstanz wurde vom Basler Juristen Basilius Amerbach genauestens vermessen und für damalige Verhältnisse hervorragend dokumentiert. 1590 legte Amerbach seine Resultate in einem Manuskript mit dem Titel "Reliqua Amphitheatri Raurici" vor, das während der folgenden 300 Jahre prägend für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem antiken Augst und speziell mit dem römischen Theater werden sollte.
Standardwerk im 18. Jahrhundert
Von unschätzbarem Wert ist die Bestandesaufnahme aller damals sichtbaren Monumente, die Daniel Bruckner im 23. Band seines "Versuchs einer Beschreibung historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel" auf über 300 Seiten und 26 Kupferstichen vorlegte. 1763 erschienen, blieb dieses Buch während 150 Jahren das Standardwerk über die römischen Ruinen von Augst.
Systematische Dokumentation im 19. und 20. Jahrhundert
Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Grabung und Forschung institutionalisiert. Die Basler Gelehrten Theophil Burckhardt-Biedermann und Karl Stehlin legten eine systematische Dokumentation aller bekannten antiken Überreste an und unternahmen umfassende Ausgrabungen im Theater und auf dem Schönbühltempel; ausserdem kam es zur teilweisen Freilegung des Südforums, der Stadtmauern und des Kastells von Kaiseraugst.
Rudolf Laur-Belart, ab 1934 Nachfolger Karl Stehlins, begann während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmassnahmen mit grossflächigen Ausgrabungen im Insulabereich der Augster Oberstadt. Er legte unter anderem die sogenannten Frauenthermen frei, erkannte die Systematik des städtischen Strassen- und Insula-Systems und führte Sondierungen in den Zentralthermen durch.
Neue Entdeckungen dank Bauboom
Der Bauboom der 60er Jahre bedingte eine Reihe von Rettungsgrabungen im Bereich der Wohn- und Handwerkerhäuser in der Oberstadt. Parallel dazu kam es in Zusammenhang mit dem Bau der Nationalstrasse zu grossflächigen Ausgrabungen im Südteil der antiken Stadt, die zur Entdeckung eines weitläufigen Töpfereibezirkes sowie eines römischen Rasthauses, einer mansio, führten. Highlights sind auch ein in Kaiseraugst-Schmidmatt freigelegtes, im 3. Jahrhundert durch Brand zerstörtes Gewerbehaus oder das seit 1959 bekannte und in den Jahren 1982-1986 ausgegrabene und restaurierte jüngere Amphitheater im Sichelengraben. Die erst seit 1991 schlüssig nachweisbare Existenz einer bis dahin bloss vermuteten spätrömischen Befestigung auf dem Geländesporn "Kastelen" am Nordrand der Oberstadt zeigt, dass der Augster Boden noch lange nicht alle Geheimnisse preisgegeben hat (siehe Militärische Befestigungen).
Dass auch in jüngster Zeit immer noch sensationelle Funde und Entdeckungen gemacht werden, zeigen die aktuellen Ausgrabungen.
Weiterführende Literatur zur Augster Forschungsgeschichte:
|-||K. Stehlin, Bibliographie von Augusta Raurica und Basilia. Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 10, 1911, 38 ff.|
|-||M. Martin, Bibliographie von Augst und Kaiseraugst 1911-1970. In: Stiftung Pro Augusta Raurica (Hrsg.), Beiträge und Bibliographie zur Augster Forschung (Basel 1975) 289 ff.|
|-||S. Voellmy, Frühe Römerforschung in der Landschaft Basel. Kommentar zu Daniel Bruckners Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel 1 (Dietikon-Zürich 1976).|
|-||M. Martin, Römermuseum und Römerhaus Augst. Augster Museumshefte 4 (Augst 1981¹, 1987²) 7 ff.|
|-||L. Berger (mit einem Beitrag von Th. Hufschmid), Führer durch Augusta Raurica (Basel 19986) 5 ff. und 62 ff.|
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