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Wie manche andere französische Komponisten, fühlte sich auch Edouard Lalo stark von der Kultur und der Musik Spaniens angezogen. Sein bei weitem bekanntestes Werk, die „Symphonie espagnole“ für Violine und Orchester, gibt klingendes Zeugnis davon, und viele halten es denn auch für seine vollendetste Komposition überhaupt. Die Kombination von Klangbildern, sein melodischer Einfallsreichtum und die mitreissenden spanischen Rhythmen haben sie zu einem Hit für die Liebhaber klassischer Musik gemacht, und auch zahlreiche berühmte Violinisten sind in den Bann seiner brillianten Partitur für ihr Instrument geraten. Ursprünglich für den grossen belgischen Geiger Eugène Ysayé geschrieben, haben auch erstaunlich viele russische Violinvirtuosen die „Symphonie espagnole“ in ihr Repertoire aufgenommen. So auch der grosse russische Violinist Leonid Kogan, der im Westen zwei Aufnahmen des Werks eingespielt hat. In seiner zweiten Version - eine Stereo-Wiedereinspielung in EMIs Abbey Road Studios in London vom Februar 1959 - interpretiert Kogan die seltener gespielte, überarbeitete fünfsätzige Version der „Symphonie“, die ein „Intermezzo“ enthält. Sein Spiel ist aussergewöhnlich fein, von einer stupenden technischen Virtuosität und einer klanglichen Reinheit, und während er die heitere, lustvolle Seite des Werks voll zum Klingen bringt, gewinnt er ihm zugleich auch seine tiefere, ergreifendere und untergründigere Seite ab und erhebt es weit über seinen Hit-Status. Die einfühlsame und lebhafte Leitung des damaligen Philharmonie Orchesters von Kyril Kondrashin ist ein Genuss für sich, und Tschaikowskis besinnliche „Sérénade mélancolique“ - ebenfalls auf dieser Platte - setzt einen wirkungsvoll kontrastierenden Kontrapunkt.