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geschätzte Bausteine liefert. Brüche von untergeordneterer Bedeutung finden sich ausserdem noch in verschiedenen Gegenden des Kantons vor. Châtel Saint Denis stellt Zement und hydraulischen Kalk her, am Schwarzsee findet man Kalk und Gips. Etwa ein Dutzend Ziegeleien verarbeiten die Lehmerde des Mittellandes.
Verkehr.
Der Kanton besitzt ein ziemlich grosses Netz von Eisenbahnlinien, dessen Gesamtlänge 224 km, d. h. 1400 km auf 10000 km2 Bodenfläche beträgt. Dieses Verhältnis steht über dem Durchschnitt der ganzen Schweiz, der nur 900 km ausmacht. Von den 224 km entfallen 64 km auf Haupt- und 160 km auf Nebenbahnen. Den Hauptbahnen sind im Kanton Freiburg die Abschnitte 1. Freiburg-Flamatt u. 2. Freiburg-Palézieux zuzuzählen; normalspurige Nebenbahnen: 1. Palézieux-Lyss, 2. Freiburg-Yverdon, 3. Bulle-Romont, 4. Bern-Neuenburg;
elektrische Bahnen: 1. Freiburg-Murten, 2. Châtel-Palézieux, 3. Châtel-Bulle-Montbovon, 4. Murten-Ins, 5. Vevey-Châtel.
Bergbahnen gibt es im Kanton Freiburg keine. Auf dem Neuenburger- und Murtensee besorgen 4 Dampfboote den Verkehr zwischen den Freiburger, Neuenburger und Waadtländer Ortschaften. Gut entwickelt ist auch das Netz der meist ausgezeichneten und wohl unterhaltenen kantonalen Strassen, die nach ihrer Breite und Verkehrsbedeutung in 3 Klassen eingeteilt sind. Der Unterhalt der kantonalen Strassen fällt dem Staat, derjenige der Gemeindestrassen und -wege den einzelnen Gemeinden oder Privaten zu.
Es bestehen etwa ein Dutzend Holzbrücken, deren jüngste diejenigen über die Glâne bei Autigny und die über die Broye zwischen Saint Aubin und Domdidier sind. Die ältesten Steinbrücken sind die von Tusy und Broc, die zwischen Les Granges und Châtel Saint Denis, die von La Tzintre und der Pont du Milieu sowie die Johannesbrücke in Freiburg. Ein Beispiel einer modernen Steinbrücke bildet der Glaneviadukt nahe der Mündung dieses Flusses in die Saane. Ferner weist der Kanton fünf Hängebrücken auf: die Grosse Hängebrücke und die Galternbrücke in Freiburg, die Brücken von Corbières und Corpataux und endlich der Fussgängersteg bei Hauterive. Ausser den Eisenbahnbrücken zählt man noch neun Brücken in Eisenkonstruktion, nämlich diejenigen über den Javroz und die von Lessoc, Villarvolard, Broc, Schiffenen, Estavannens, Sankt Silvester, Mottaz und Hauterive. Deren älteste ist die 1865-66 erbaute Brücke von Schiffenen. Die Brücken über die Rougève und von Villaz Saint Pierre und Villarepos sind in armiertem Beton ausgeführt.
Die bisher wenig entwickelte Fremdenindustrie beginnt im Greierz mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen, so dass man hier jetzt Gasthöfe und Pensionen findet, die mit modernem Komfort ausgestattet sind. Fremdenstationen sind besonders Montbovon, Grandvillars, Galmiz (Charmey), Montbarry, Les Colombettes u. a.
Geschichtliche Uebersicht.
Eigentliche Städte sind in unserem Gebiet erst verhältnismässig spät entstanden. Mit der Stadt Freiburg, gegründet ums Jahr 1178 von Berchtold IV. von Zähringen, sind auch die Anfänge des Kantons Freiburg verknüpft. Sein Gründer wollte die Stadt Freiburg zu einem Stützpunkt für die Politik des Hauses Zähringen machen, die hauptsächlich darauf ausging, den Unabhängigkeitsgelüsten des burgundischen Adels möglichst entgegenzuarbeiten. Nach dem Aussterben der Zähringer ging Freiburg 1218 in den Besitz der Grafen von Kiburg-Burgdorf und 1277 in denjenigen des Grafen Rudolf von Habsburg über.
Das Gebiet der Stadt beschränkte sich Anfangs auf den von ihren Ringmauern umschlossenen Raum, während das umliegende Land Eigentum einer ganzen Reihe von grossen und kleinen Herren war. Nach und nach aber dehnte die Stadt durch Ankauf, Eroberung und Unterhandlung ihr Gebiet immer weiter aus. So kamen an Freiburg durch Kauf: im Jahr 1466 Plaffeien, 1478 Montenach, 1482 Pont en Ogoz, 1503 Jaun (Bellegarde), 1554 Körbers, 1555 Greierz;
durch Eroberung: zur Zeit der Burgunderkriege 1475 Illingen und Ergenzach, zur Zeit der Eroberung der Waadt 1536 Stäffis, Saint Aubin, Ueberstein, Vuissens, Cheyres, Remund, Rue, Vaulruz, Châtel Saint Denis, Bossonens, Attalens, Wippingen, Boll und Zur Fluh. Daneben war Freiburg mit Bern zusammen Oberherr der Vogteien Échallens, Grandson, Orbe, Grassburg und Murten und zusammen mit den übrigen XII alten Orten der Eidgenossenschaft Oberherr der Landvogteien Lugano, Locarno, Mendrisio und Valle Maggia.
Zur Zeit der helvetischen Republik wurde durch die Mediationsakte Murten definitiv dem Kanton Freiburg zugeteilt.
1448-1452 hatte Freiburg einen verhängnisvollen Kampf gegen Bern und Savoyen zu führen, der damit endigte, dass es, von Oesterreich im Stiche gelassen, die Oberhoheit der Herzoge von Savoyen anerkennen musste (1452-1477). Während der Burgunderkriege stand Freiburg auf Seite der Eidgenossen und wurde von diesen in Anerkennung seiner wackern Hilfe auf die energische Fürsprache von Niklaus von der Flüe hin am in ihren Bund aufgenommen. Der Einführung der Reformation auf seinem Gebiet hat sich der Kanton Freiburg beharrlich widersetzt. Seither ist die geschichtliche Entwickelung des Kantons mit Ausnahme einiger weniger besonderen Episoden mit derjenigen der ganzen Schweiz enge verknüpft geblieben.
Anfangs war die Regierungsform in Freiburg eine rein demokratische, wie dies die Verfassungen von 1304, 1363, 1370, 1373, 1374, 1387, 1389, 1392, 1404, 1407 etc. zur Genüge zeigen. Erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts verwandelte sich infolge der Burgunderkriege, der Militärkapitulationen, des Niederganges der Industrie, der Gebietsvergrösserungen, der geschickten Besetzung der öffentlichen Aemter, der öffentlichen und geheimen Pensionsbezüge etc. die althergebrachte demokratische Verfassung, wie dies auch in andern Kantonen der Fall war, allmählig in ein mehr und mehr zur reinen Oligarchie auswachsendes Regiment.
Dieser neue Zustand der Dinge dauerte 200 Jahre lang an, bis auch er im verhängnisvollen Jahre 1798 zusammenbrach. Als aber 1814 und 1815 in Europa der Friede wieder allgemein hergestellt ward, richteten in Freiburg die Patrizier ihre Herrschaft neuerdings auf, mussten aber 1830 endgiltig darauf Verzicht leisten. Nach den Ereignissen des Sonderbundskrieges und dem Sturz der 1848-1856 amtenden Regierung gab sich das Freiburger Volk am eine neue Verfassung, die, von einigen partiellen Abänderungen abgesehen, heute noch in Kraft steht. Diese Freiburger Verfassung fusst auf den gleichen Prinzipien wie diejenigen der übrigen Kantone. Sie schafft die Todesstrafe für politische Vergehen ab, anerkennt die Aufhebung der Majorate, Vorrechte und Familiengüter und gewährleistet die Unverletzlichkeit des Eigentums mit den vom Gesetz vorgesehenen Ausnahmen zum öffentlichen Wohle und Nutzen.
Bibliographie.
Kuenlin, Franz. Der Kanton Freiburg... (Gemälde der Schweiz. Heft IX). St. Gallen u. Bern 1834. - Kuenlin, Franz. Dictionn. géograph., statist. et histor. ¶
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du cant. de Fribourg. 2 vol. Frib. 1832. - Lutz, Markus. Vollständ. Beschr. des Schweizerlandes. 3. Aufl. Aarau 1856. - Berchtold, Dr. Histoire du canton de Fribourg. 3 vol. Frib. 1845. - Daguet, Alex. Histoire de la ville et seigneurie de Fribourg... à son entrée dans la Conféd. suisse en 1481. - Charles, H. La Gruyère. - Cornaz-Vuillet. La Suisse romande en zig-zag. - Recueil diplomat. du cant. de Frib. 8 vol. - Freiburgische Geschichtsblätter. - Fribourg artistique à travers les âges. - Buomberger, F. Le recensement de 1811. - Verwaltungs- und Rechenschaftsberichte, Staatsrechnungen etc.
[Dr F. Buomberger].