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61 - Cartagena
Castillo de San Felipe de Bajaras
Das Fort wurde im 16. Jahrhundert erbaut, nachdem Sir Francis Drake und andere Piraten Cartagena überfielen. Unzählige Tunnels – ein richtiges Labyrinth, gaben den Männern die Möglichkeit, schnell überall zu erscheinen und den Gegner darin verirren zu lassen. Schliesslich galt es, eine Kolonialhafenstadt mit einigen Reichtümern an Gold und Silber zu verteidigen. 1741 zeigte sich, dass diese ständige Erweiterung der Festung richtig war: Der spanische Admiral Blas de Lezo verteidigte Cartagena mit nur 3000 schlecht ausgestatteten Männer und 6 Schiffen vor den Engländer, obwohl der Gegner mit 25'000 Mann und einer Flotte 186 Schiffen in der Überzahl war. Es war die grösste Niederlange der Royal Navy in ihrer Geschichte. Die Reichtümer von Cartagena blieben erhalten.
An der Kasse zu diesem Castillo stehen wir, hinter uns die Verkäufer mit Wasserflaschen und Sonnenhüte. Wir nehmen nicht an einer Führung teil, wir wollen dieses Fort auf eigene Faust erkunden. Es geht die steile Rampe nach oben. Alles erscheint unwirklich. So viele Mauern, so viele Steine, diese Sehenswürdigkeit ist riesig. Oben weht die sehr grosse Flagge von Kolumbien. Wohin wir auch schauen, der Ausblick von hier ist grossartig!
Die Strassen und Gassen von Getsemaní, San Diego, Manga und Centro
Immer wieder ziehen wir los. Durch die Strassen und Gassen dieser Stadtviertel. MANGA ist eher ein einfaches Arbeiterviertel mit einfachen Restaurants. Hier befindet sich auch ganz in der Nähe der Einkaufsladen CARULLA. Er hat all die nötigen Dinge, die wir brauchen. Vis-à-vis die Bank mit ATM und erst noch eine, die keine Kommission auf die Bezüge belastet.
Bei viel Regen oder bei Höchststand des Meeresspiegels, überfluten schon mal die Strassen. Als ich mit einer anderen Seglerin, Vali, mal im Ausgang war, kam ein starkes Gewitter über die Stadt. Ganz rasch haben sich die Strassen mit viel Wasser gefüllt – die Autos versanken fast darin. Wir waren gerade auf der Terrasse bei einem Mittagslunch und konnten dieses Schauspiel trocken mitverfolgen.
Getsemaní war das Viertel der Handwerker und kleinen Leute. Heute wird es von Touristen bevölkert, tagsüber und nachts. Der Plaza Trinidad ist so ein Treffpunkt – hier läuft einfach immer was. Und abends geht’s so richtig los. Wenn du Hunger hast, stehen überall Stände mit Arepas, Empenadas und sonstige Delikatessen. Fliegende Verkäufer bieten wieder Waren aller Art, am meisten sehen wir Getränke oder Sonnenhüte.
Und irgendwann tauchen dann die kleinen Künstler aller Art auf. Da ist die Boygroup, die Hip-Hop demonstrieren – und sie haben was drauf!
Oder der Kerl im Glitzerdress: sein Tanz mit der etwas eigenartigen Choreografie begeistert die Leute eher weniger. Zum Schluss holt er eine junge Dame aus dem Publikum: Salsa tanzen, das kann er!
Oder Shakira: ein Mann mit dickem Bauch, der mit einer Perücke aus goldigem langem Haar und einem Baströckchen Shakira imitiert – er ist so komisch, dass er schon wieder gut ist. Die jungen Mädels grinsen und filmen ihn mit ihren Natels. Hinterher geben sie ihm aber auch etwas für die Vorstellung. Es ist amüsant hier 😊.
Und die Altstadt im Centro ist einfach schön. Die Kolonialhäuser mit ihren bunten Farben, mit ihren hölzernen Balkons, den wandschrankgrossen Gitterfenstern und vielen farbige Blumen wie Bougainvilleas, Flamboyants und Magnolien sind zum Geniessen. Wir entdecken dauernd neue Details. In der Zwischenzeit können wir auch besser mit den hartnäckigen Händlern umgehen.
In kleinen Bistros finden wir feine Arepas – Maisfladen gefüllt mit allerlei. Sie schmecken uns ausgezeichnet und sind über den Mittag, wenn wir nur etwas Kleines essen wollen, ideal.
Wir entdecken auch, dass viele mittags ein Menü essen. Dort, wo alle reinströmen, gehen wir auch hin. Und letztes Mal, im SOCORRO, haben wir im ersten Stock feines Fleisch gegessen. Hier in Kolumbien geniessen wir Fleisch umso mehr, weil es echt gute Qualität ist. Um uns herum sitzen einheimische Businessleute, es ist ein Kommen und Gehen, das Restaurant ist voll. Nach einer Stunde leert es sich langsam wieder und auch wir können nun endlich zahlen. Sorry, aber das System hat nicht funktioniert…
Überhaupt, es lohnt sich fast nicht im Laden einkaufen zugehen und auf dem Schiff zu kochen. Das Essen auswärts ist günstig. Dies geniesse ich, die auf der PASITO für die Küche zuständig ist, besonders. Denn ihr wisst ja: im Schiff kochen ist wie in der Sauna! Da geniesse ich die interessanten Restaurants, Bistros und das feine Essen.
Ein Ausflug mit der Crew von SY MARE I, Esthi und Chrigel. Zuerst geniessen wir den Stadtteil Getsemani, gehen dort über Mittag fein essen und anschliessend in das Viertel San Diego, gleich neben der Altstadt. Dort sind die schönen Häuser und eher Wohlbetuchte zu finden.
Unerwartet geraten wir in einen Umzug. Wir wissen nichts darüber, vermuten aber, dass es sich um Tanzschulen handelt. Die meisten Tänzer sind sehr jung – noch Kinder. Sie machen mit grossem Enthusiasmus mit und freuen sich, wenn wir sie anlächeln und fotografieren.
Was liegt hinter den Eingängen und Mauern? Manchmal getrauen wir uns einfach rein und staunen über die schönen Innenhöfe. Es sind alles gehobene Hotels in der Altstadt. Hier wohnt kein Einheimischer mehr. Nur Übernachtungstouristen.
Werft
Zwischendurch waren wir ein paar Tage auf der Werft. Wir können Ferroalquimar nur empfehlen. Unsere undichte Gummiwellenabdichtung ist nun wieder dicht.
Jetzt ist zuerst einmal ein kleiner Tapetenwechsel angesagt. Morgen fliegen wir nach Medellín in den Anden. Wir sind gespannt, was diese Stadt uns zeigt. Wir freuen uns.
Bis dann 😊