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Fachleute
Etwa ein Drittel der betroffenen Bevölkerung weiss nichts von ihrer Hepatitis-C-Infektion. Die Hepatitis-B-Neuinfektionen konnten durch konsequentes Impfen von Jugendlichen seit 1998 um über 80 Prozent reduziert werden. Da eine Hepatitis-Infektion sich über viele Jahre entwickelt und oft symptomlos verläuft oder von unspezifischen Symptomen begleitet ist, ist es wichtig, dass Hausärztinnen und Hausärzte daran denken, Risikogruppen Tests vorzuschlagen. Nicht selten findet sich bei einer neu diagnostizierten Virushepatitis bereits ein relevanter Leberschaden. Mit rechtzeitigem Testen und Behandeln können schlimmere Folgeerkrankungen verhindert werden.
Hepatitis B
Das Hepatitis-B-Virus ist sehr ansteckend und kann über Körperflüssigkeiten beim Kontakt mit gebrauchten Spritzen, unsterile Tätowierungs- und Piercinginstrumente oder beim Geschlechtsverkehr übertragen werden (siehe Hepatitis B), ebenso von der Mutter auf das Kind bei der Geburt. Tests sollten nicht geimpften, zu Risikogruppen gehörenden Personen und nicht geimpften Schwangeren empfohlen werden. Grundsätzlich sollten aber allen Nichtgeimpften ein Test vorgeschlagen werden.
Hepatitis C
Intravenös Drogen Konsumierende (IDUs): Ehemalige und aktive Benutzerinnen und Benutzer von Drogen, die intravenös eingenommen werden, sind besonders betroffen. Sie machen den Grossteil der Betroffenen aus. Viele haben sich in den 80er- und frühen 90er-Jahren angesteckt, bevor Schadensminderungsmassnahmen im Drogenbereich eingeführt wurden. Ein einmaliger risikovoller Konsum reicht für eine Ansteckung.
Geburtenjahrgänge 1950 bis 1985: Das Hepatitis-C-Virus konnte erst 1988 nachgewiesen werden. Vorher sprach man von Non-A/Non-B-Hepatitis, also von Hepatitis, die weder durch Hepatitis-A- noch durch Hepatitis-B-Viren ausgelöst wurde. Eine Transfusion von Blutprodukten vor den frühen 90er-Jahren, aber auch Tätowierungen und Piercings unter unzureichenden sterilen Bedingungen sind Risikofaktoren für eine Infektion. Personen, die zwischen 1950 und 1985 geboren sind, sind überdurchschnittlich von einer Hepatitis C betroffen, wie Auswertungen der Diagnosen zeigen.
Menschen mit HIV: Wegen der ähnlichen Übertragungswege sind etwa ein Drittel der Menschen mit HIV mit Hepatitis C koinfiziert. Personen mit HIV, die an einem der HIV-Kohortenzentren behandelt werden, werden routinemässig auf HCV getestet.
Männer, die Sex mit Männern haben (MSM): Bei den frisch Infizierten machen MSM die grösste Gruppe aus. So verzeichnet die HIV-Kohorte einen 18-fachen Anstieg der akuten HCV-Diagnosen in dieser Gruppe. Wahrscheinlich erfolgt in dieser Gruppe die Ansteckung sexuell. Eine Koinfektion mit HIV erhöht das Risiko zusätzlich.
Migranten: Menschen aus Herkunftsländern mit erhöhter HCV-Prävalenz zählen ebenfalls zu den Risikogruppen. Das sind neben Zentral- und Ostasien sowie Nordafrika auch osteuropäische Länder oder Frankreich und Italien.