Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03143.jsonl.gz/670

Etwa 250'000 Menschen in der Schweiz leiden unter chronischer Migräne. Wie genau eine Migräne entsteht, ist wissenschaftlich bisher nicht geklärt. Bekannt ist jedoch, dass gewisse äussere Faktoren, sogenannte Trigger, einen Migräneanfall auslösen können. Solche Faktoren können Stress, bestimmte Nahrungsmittel, Überreizung durch Lärm, intensives Licht, unregelmässiger Schlafrhythmus oder Zigarettenrauch sein. Eine aktuelle Theorie zur Entstehung besagt, dass durch eine Überaktivierung der Nerven das Gehirn mit Botenstoffen überschwemmt wird, wobei es zu Entzündungsvorgängen der Hirnhäute kommt. Diese Entzündung verursacht letztendlich den spürbaren Schmerz. Die Symptome der Migräne stellen für die Betroffenen eine enorme Belastung dar. Sie äussern sich durch periodisch wiederkehrende, pulsierende, halbseitige Kopfschmerzen; häufig kommt es dabei auch zu Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit und sogar Erbrechen. Während eines Migräneanfalls ist an einen normalen Tagesablauf nicht zu denken und die Lebensqualität sinkt auf ein Minimum.
Migräneanfälle können mit speziellen Medikamenten (sogenannte Triptane) behandelt werden. Wer Schmerzmittel zu oft einnimmt, riskiert jedoch medikamenteninduzierte Kopfschmerzen zu bekommen. Aus diesem Grund wird bei einer Therapie versucht, die Anzahl der Migräneanfälle zu senken und deren Heftigkeit zu lindern. Hilfreich dabei sind Medikamente, die normalerweise bei hohem Blutdruck eigesetzt werden.
Weniger Schmerzen durch sanfte Griffe
Neben einer medikamentösen Therapie kann eine craniosacrale Behandlung unterstützend wirken und zu einer deutlichen Minderung der Symptome beitragen. Die Therapeuten wenden in einer personenabgestimmten Behandlung unter anderem myofasziale Lösetechniken zur Entspannung des ganzen Körpers an.
Definition "myofasziale Techniken":
„Alle Muskeln sind umhüllt von den sogenannten Faszien. Die Faszien selbst sind am ganzen Körper miteinander in Verbindung. Durch weichen Druck und Zug werden Reize an diese Faszien gegeben. Dadurch werden Reaktionen zur Normalisierung der Gewebespannung in Gang gesetzt. Letztlich wird dadurch die Durchblutung des Gewebes und vor allem ihre Beweglichkeit zueinander verbessert“ (Deutsche Gesellschaft für osteopathische Medizin).
Eine wichtige Bedeutung bei der Migränebehandlung durch manuelle Praktiken wird auch dem craniosacralen System zugesprochen. Die Behandlung soll durch feinfühliges Ertasten von Verspannungen und durch Anwendung gezielter Handgriffe Blockaden lösen und Muskeln lockern. Somit werden die Selbstheilungskräfte angeregt und eine gesunde Balance des Körpers wiederhergestellt.
Migränetagebuch
Ein Migränetagebuch hilft herauszufinden, welches die persönlichen Auslöser für Kopfschmerzen und Migräneattacken sind. Beim Führen des Schmerzkalenders ist es wichtig, dass das Tagebuch über einen längeren Zeitraum vollständig und regelmässig geführt wird. In dem Migränetagebuch soll so detailliert wie möglich beschrieben werden, welche Art des Kopfschmerzes auftritt, wann die Migräneattacken einsetzen und wie lange diese andauern. Zusätzlich ist es wichtig, die Schmerzintensität, sowie gegebenenfalls Begleiterscheinungen und Beeinträchtigungen der Alltagsaktivitäten zu dokumentieren. Eine exakte Information über den Ablauf der Schmerzen ist der entscheidendste und wichtigste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung.
Download: Kopfschmerztagebuch
Migräne-App
Smartphone-Applikationen bieten eine relativ einfache Methode, den Krankheitsverlauf zu protokollieren und diesen unter Umständen positiv zu beeinflussen. Zusätzlich können die gespeicherten Daten bei Bedarf auch direkt an den behandelnden Arzt weitergeleitet werden. Mit Hilfe der Migräne-App halten die Betroffenen fest, wann und unter welchen Umständen sie eine Migräneattacke erleiden. Datum, Tageszeit und Dauer werden exakt protokolliert. Ein Regulator ermöglicht die Angabe der Schmerzintensität, und in einer weiteren Grafik können die Patienten ausserdem eintragen, wo sich die Kopfschmerzen lokalisieren. Zudem besteht die Möglichkeit, weitere Migräne-Symptome wie Sehstörungen, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen festzuhalten. Typische Migräne-Risikofaktoren wie übermässiger Stress, Wetterschwankungen oder bestimmte Nahrungsmittel werden ebenfalls abgefragt. Ausserdem können die Patienten individuelle Beschwerden in einem hierfür vorgesehenen Bereich frei formulieren. Nehmen die Betroffenen bereits Medikamente gegen ihre Migräneattacken ein, so können sie diese ebenfalls in der Migräne-App festhalten, wobei auch die Dosierung und die Darreichungsform abgefragt wird.