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Sieben Spielfilme hat Michael Cimino gedreht. Sein zweiter («The Deer Hunter», Link öffnet in einem neuen Fenster, 1978) gewann fünf Oscars, sein dritter («Heaven's Gate», Link öffnet in einem neuen Fenster, 1980) brach ihm das Genick. Was ein Epos hätte werden sollen, wurde zum epischen Flop: Ein massiv überzogenes Budget, eine ursprüngliche Spieldauer von über fünf Stunden und ein happiger Misserfolg brachten die Filmgesellschaft United Artists an den Rande des Bankrotts.
Ciminos Karriere hat sich nie davon erholt. «Heaven's Gate» existiert heute zwar in einer restaurierten Fassung und gilt als berüchtigter Meisterstreich – aber der Film ist dennoch verantwortlich dafür, dass sein Schöpfer die danach entstandenen Werke nur noch durch unabhängige Förderer wie den italienischen Produzenten Dino de Laurentiis realisieren konnte.
Grössenwahnsinnige Perfektionisten
Ciminos tiefer Fall verweist auf ein Paradox im Hollywood der späten 70er: Einerseits spornte man Regisseure mit Auszeichnungen dazu an, grössenwahnsinnige Perfektionisten zu sein, andererseits stigmatisierte man sie dauerhaft, wenn sie es waren.
Ist Cimino heute ein gebrochener Mann? Steckt die visionäre Kraft seiner Filme noch in ihm? Wird er jemals wieder Regie führen? Wir hoffen auf Antworten in Locarno. Dort erhält er den diesjährigen Pardo d’onore, Link öffnet in einem neuen Fenster – den Ehrenleoparden.