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Der Synthesizer
Gilt das Theremin der 30er Jahre bereits als Synthi oder war der Moog das erste Instrument zur synthetischen Klangerzeugung? Wer ihn erfunden hat, ist umstritten, sicher aber ist, dass der Synthesizer im Lauf der 80er Jahre zum zentralen Instrument der Popmusik wurde – und sie damit für immer veränderte.
Ab 1980 spielten Mitglieder von Popbands nicht mehr nur Gitarre oder E-Piano, sondern E-mu Emulator, NED Synclavier II oder Sequential Prophet 10. Und bereits ein Jahr später schrieben Kraftwerk mit "Computerwelt" Musikgeschichte. Ihr 81er Album gilt bis heute als das klassische Synthesizeralbum schlechthin.
Noch im selben Jahr traf Vince Clarke (nach seinem Ausstieg bei Depeche Mode) Alison Moyet und gründete das Popduo Yazoo, eine der interessantesten und stilbildendsten Bands der 80er Jahre. Vince Clarke wurde zum grossen Synthesizerexperten seiner Zeit. Die meisten Geräte tauchten zuerst in Clarkes Produktionen auf, bevor sie zum Standard wurden, so z.B. der Fairlight II (obschon sich andere für den horrenden Preis lieber ein Einfamilienhaus kauften ...). Howard Jones benutzte ihn auf "Human's Lib", Mike Oldfield auf "Crises" und Yazoo auf "You and Me Both".
Etwas billiger war der Roland DX7 zu haben – kein Synthesizer wurde seither so oft verkauft wie der DX7. Ebenfalls Standard wurde das Synclavier: 64 Stimmen, 256 MB RAM, Sequencer mit 200 Spuren und ein Monitoranschluss. So wird seit 1985 Musik gemacht.
1987 lancierte Roland den D50, den ersten voll digitalen Synthesizer, der eine ähnliche Popularität wie der DX7 erlangte. Jedenfalls hüpften die Popsternchen bei den Showeinlagen in "Wetten dass" jeweils vor eben diesem Gerät umher. Von da weg passierte nicht mehr viel. Die Namen der Klangerzeuger blieben zwar sphärisch (Oberheim Matrix, Sequential Prophet VS. Waldorf Microwave), aber die grossen Schritte in ihrer Entwicklung waren getan. Seither ist die Popmusik bloss noch eine lange, träge Endlosschlaufe.
Christian Walther