Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03656.jsonl.gz/1547

Tingvall Trio
Martin Tingvall (piano)
Omar Rodriguez Calvo (bass)
Jürgen Spiegel (drums)
Tears for Esbjörn
Iiro Rantala (Piano, Bandleader)
Viktoria Tolstoy (Gesang)
Adam Baldych (Violine)
Magnus Lindgren (Saxofon, Flöte)
Ulf Wakenius (Gitarre)
Mattias Svensson (Bass)
Rasmus Kihlberg (Schlagzeug)
Tingvall Trio
Das Tingvall Trio, bestehend aus dem Pianisten Martin Tingvall, Bassist Omar Rodriguez Calvo und Schlagzeuger Jürgen Spiegel, gehört zu den beliebtesten Jazz-Trios im europäischen Raum. Die schwedisch-deutsch-kubanische Formation spielt eigenständige Musik, die merklich von der unterschiedlichen geografischen und musikalischen Herkunft ihrer Mitglieder profitiert. Mit dem neuen Album «Cirklar» bleiben sie ihrer Linie treu: Verträumte Klaviermelodien, die sich zu regelrechten Stürmen entwickeln und Jazz, der in Richtung Rock und Pop ausgedehnt wird. Live bauen die drei Musiker eine enorme Dynamik auf.
Martin Tingvall wurde 1974 in der südschwedischen Provinz Schonen geboren. Nach dem Besuch eines Musikgymnasiums studierte er zuerst an «Skurups Folkhögskola», dann an der Hochschule für Musik in Malmö Jazzklavier, Komposition und Improvisation. Zwischendurch absolvierte er ein Auslandssemester in Holland an der «Hanzehogeschool», der Hochschule für Musik, in Groningen. Im Jahr 1999 schloss Martin Tingvall sein Studium mit einem Diplomkonzert an der Hochschule in Malmö ab. Kurz darauf zog er nach Hamburg, wo er seitdem als Musiker und als Songwriter mit vielen bekannten Künstlern ganz unterschiedlicher Musikrichtungen – so zum Beispiel Udo Lindenberg, Gunther Gabriel oder Inga Rumpf – zusammenarbeitet. Im Jahr 2003 gründete Martin Tingvall gemeinsam mit dem Bassisten Omar Rodriguez Calvo und dem Schlagzeuger Jürgen Spiegel das Tingvall Trio. Das Trio ist nicht nur deutschlandweit tätig und wurde mit drei ECHOs ausgezeichnet, sondern hat sich inzwischen auch erfolgreich in der europäischen Jazzszene etabliert. Im Jahr 2012 veröffentlichte Martin Tingvall mit «En ny dag» sein erstes Piano-Solo-Album, drei Jahre später erschien nun das zweite Solo-Album «Distance».
Tears for Esbjörn
Kein europäischer Jazzpianist war in den «Nullerjahren» derart einflussreich, wie der Schwede Esbjörn Svensson mit e.s.t. Esbjörn Svensson Trio. Am 14. Juni 2008 verunglückte Svensson bei einem Tauchunfall in den Schären bei Stockholm tödlich und so fand eine beispiellose Erfolgsgeschichte ein tragisches Ende. Doch bis heute ist der Einfluss Svenssons, besonders auf junge Generationen von Jazzmusikern, ungebrochen. Und sein Werk, seine Musik, seine raffinierten Melodien, die sowohl seine Kompositionen, als auch seine Improvisationen durchziehen und der dynamische Sog, den die Musik von e.s.t. so unwiderstehlich machte, haben nichts von ihrer Faszination eingebüsst. Und e.s.t. Titel wie «Dodge the Dodo», «Love is Real» oder «Goldwrap» sind zu Klassikern des modernen Jazz geworden. Mit «Tears for Esbjörn» verneigen sich Freunde, Weggefährten und Bewunderer Svenssons vor dessen Werk.
Initialzündung für das Projekt «Tears for Esbjörn» war die gleichnamige Komposition des finnischen Pianisten Iiro Rantala auf dessen 2011 erschienenem Erfolgsalbum «Lost Heroes». Neben einer engen Freundschaft verband Rantala und Svensson vor allem die Liebe zu klaren, einprägsamen Melodien und ein breites stilistisches Spektrum, das sich neben Jazz mindestens genauso stark an Pop und Klassik orientiert. Im Rahmen der von ACT Labelchef Siggi Loch kuratierten Reihe «Jazz at Berlin Philharmonic» entstand die Idee eines ganzen Konzertabends rund um die Musik von Esbjörn Svensson. Die Wochen im Voraus ausverkaufte Premiere am 1. Oktober 2015 wurde für Publikum und Mitwirkende zu einem unvergesslichen Erlebnis und schliesslich auf dem Album «Jazz at Berlin Philharmonic – Tears for Esbjörn» dokumentiert. Neben Rantala, der auch im Rahmen des «Tears for Esbjörn» Konzertes in der Elbphilharmonie Dreh- und Angelpunkt ist, wirken sechs weitere europäische Spitzenmusiker mit jeder einzelne mit einer besonderen Verbindung zu Esbjörn Svensson und seiner Musik. Er war Esbjörn Svensson, der den grössten Teil der Komposistionen für «Shining On You», das Erfolgsalbum der Sängerin Viktoria Tolstoy beisteuerte. Und es waren e.s.t., die die Rhythmusgruppe auf dem Album bildeten. Und so war es folgerichtig, Viktoria Tolstoy, eine er engsten Weggefährten Svenssons, zur Stimme von «Tears for Esbjörn» zu machen. Der schwedische Gitarrist Ulf Wakenius spielte schon 2008 als erster, mit «Love is Real» ein komplettes Hommage-Album im Gedenken an Esbjörn Svensson ein. Auch der polnische Geiger Adam Baldych, glühender e.s.t. Bewunderer, verneigte sich mit dem Stück «Letter for E» vor seinem Idol. Neben Svenssons Klavierspiel war er auch das extrem enge, dynamische Zusammenspiel der e.s.t. Rhythmusgruppe mit Drummer Magnus Öström und Bassist Dan Berglund, die den besonderen Bandsound ausmachte. Bei «Tears» bilden der schwedische Bassist Mattias Svensson und Drummer Rasmus Kihlberg das rhythmische Rückgrat der Besetzung. Und schließlich erwartet die Konzertbesucher ein ganz Solist: Saxofonist und Flötist Magnus Lindgren, der neben seinen eigenen Projekten regelmäßig an der Seite von Till Brönner und Nils Landgren auf der Bühne steht.
In wechselnden Besetzungen, Stimmungen und Interpretationsansätzen widmet sich diese wahrliche Allstar Band einigen der bekanntesten e.s.t.-Stücken und zudem neuen Kompositionen für ihren Freund Esbjörn Svensson. Mit Tränen der Trauer über den schmerzlichen Verlust, und Tränen der Freude darüber, dass Esbjörn Svensson in seiner Musik weiterlebt.