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Das Haus zum Fleckenstein
Frau B. / 05.11.2006:
Ich war auf der altbasler Website und möchte gerne wissen, ob das "Haus zum Fleckenstein" schon vor dem Erdbeben 1356 stand oder nicht. Es steht am Münsterplatz 13 und wurde Jahrhunderte lang an den jeweiligen Münstersiegrist vermietet. Mehr weiss ich auch nicht darüber.
Antwort von altbasel.ch:
Ich habe ein wenig zugewartet mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weil ich wusste dass im November Band 7 der Serie "Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt" herauskommt. Kaum war das Werk in Handel, habe ich es mir gekauft. Darin wird das Haus zum Fleckstein behandelt. Die erste Nennung des Hauses geht auf 1358 zurück, als schriftlich festgehalten wurde dass der Geistliche Johann von Münchenstein die Erbpacht des Hauses verkaufte.
Johann von Münchenstein hatte seinerseits das Haus am Münsterplatz einst von Goldschmied Gerung Murer erworben. Dies belegt auch, dass das Haus schon vor seiner ersten Nennung existiert hat. Ältere Dokumente gingen vielleicht beim Erdbeben von 1356 verloren. Zum Zeitpunkt als Johann von Münchenstein die Erbpacht an den Domherrn Dietrich von Ratolzdorf abtrat, befand sich die Liegenschaft selbst im Besitz des Basler Spitals.
Blick vom Martinsturm des Münsters auf das Haus zum Fleckenstein am Münsterplatz 13. Das heutige Aussehen verdankt das Haus einer Fassadenrenovation im Jahr 1997.
Im Jahr 1369 war das Haus Eigentum des Kaplans Peter von Friburg, der es seinerseits dem St.Martha-Altar im Münster stiftete. Das Haus wird in jenen Tagen mit Namen "Hochberg" erwähnt. Eugen A.Meier nennt in seinem Werk "Verträumtes Basel" für die Leigenschaft Münsterplatz 13 ferner die historisch überlieferten Namen "Löwenbergshof" und später auch "Sigristenwohnung". 1369 wurde die Liegenschaft zum Pfrundhaus.
Als Pfrundhaus der jeweiligen Kapläne des Altars, diente das Haus "Hochberg" Mitte des 15.Jh auch Niklaus Gerung, genannt Blauenstein, als Domizil. Er war sowohl Hauskaplan und Schreiber des Bischofs Johann von Fleckenstein, wie auch Kaplan des Dekans Friedrich von Fleckenstein. Es läge nahe im Hausname "Zum Fleckenstein" eine Reverenz Gerungs an seine Brotgeber zu sehen. Auf Gerung gehen Fachwerkaufbau und Dachstuhl zurück.
In späteren Zeiten verschwand das Fachwerk des 15.Jh unter einem Verputz, und erst Anfangs der 1940er Jahre entschloss man sich es im Rahmen einer Sanierung wieder freizulegen, wobei man auch den zwischenzeitlich veränderten ursprünglichen Giebel wieder herstellte. Die früheste Kunde von einer Nutzung des Hauses zum Fleckstein als Wohnung der Sigristen des Münsters stammt aus dem ausgehenden 16.Jh.
Querverweis Münsterplatz:
Münsterplatz 2 - Kapelle St.Johann auf Burg
Literatur:
Anne Nagel/Martin Möhle/Brigitte Meles, Altstadt Grossbasel I, Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt, Band 7, 2006, Herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, ISBN 10: 3-906131-84-X, ISBN 13: 978-3-906131-84-9, Seiten 61 bis 62
Eugen A.Meier, Verträumtes Basel, 1974, Birkhäuser Verlag, ISBN 3-7643-0730-7, Seite 87
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