Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03234.jsonl.gz/3169

Bei genetisch veränderten Maissorten, die resistent gegen bestimmte Schädlinge sind, ist der Insektizidverbrauch um rund elf Prozent niedriger als bei unveränderten Sorten. Im Gegensatz benötigt Herbizid resistenter Soja über ein Viertel mehr Unkrautbekämpfungsmittel.
Der weltweite Anbau von genetisch veränderten (GV) Pflanzen steigt von Jahr zu Jahr. Der erste Erfolg bei der Unkrautbekämpfung gelang 1996 mit der Übertragung eines Glyphosattoleranz-Gens in Soja, Mais, Raps und weiteren Pflanzen. Glyphosat ist der Hauptwirkstoff im berühmten Breitbandherbizid mit dem Markennamen Roundup von Monsanto, welches auch bei uns für den Privatgebrauch erhältlich ist. Dieses Unkrautbekämpfungsmittel ist für fast alle Pflanzenarten toxisch. Bei genetisch modifizierten Pflanzen mit dem Glyphosattoleranz-Gen wird die Wirkung aufgehoben und sie überleben eine Behandlung mit dem Pflanzenschutzmittel. Der Einsatz von Roundup verspricht einen gezielten Einsatz des Herbizids, ausserdem verminderte Bodenerosion, Treibhausgasemissionen und Kraftstoffverbrauch, da das Pflügen wegfällt.
In der USA ist der Anteil seit 2003 von GV-Soja und GV-Mais auf 80% gestiegen. Bislang wusste man nicht viel, welche Auswirkungen die Verwendung von Herbiziden und Insektiziden auf genetisch modifizierte Pflanzen hat. Eine amerikanische Studie, die die Daten von Grossbauern von 1998-2011 erfasste, hat nun Licht ins Dunkle gebracht. Die Forscher haben herausgefunden, dass der Einsatz von schädlingsresistenten Maissorten den Gebrauch von Insektiziden wahrhaftig um 11.2% senkt. Der Herbizidgebrauch über die Zeit jedoch, bei glyphosattoleranten Sojabohnen, um ganze 28% steigt.
Das Resultat der Studie zeigt die kontroverse Rolle des Gebrauchs von Pestiziden bei genetisch veränderten Kulturpflanzen. Es beweist, dass Unkräuter über die Zeit resistent werden gegen Glyphosat und so folglich die Bauern die Pflanzen vermehrt spritzen müssen.