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Der Wiederaufbauminister Tatsuo Hirano traf am 17. Juni mit dem Bürgermeister von Namie-machi in der Präfektur Fukushima und räumte ein, dass die Dekontaminierungstechnik an die Grenze gestossen hat.
Die Strahlungsdosis in Luft bei Strassen sank nach einer zweieinhalbminutigen Dekontamination um zwei Drittel, aber danach war fast keine Wirksamkeit mehr erkennbar. Bei Wohnhäusern schwankt die Reduktionsrate nach der Dekontaminierungsarbeit, bei der das Dach und die Wand aufgewischt wurden, zwischen 19% und 66%. Der Minister Hirano meinte, eine grossere Wirkung sei nicht zu erwarten, wenn die Dekontamination auf der gleichen Art und Weise wiederholt wird.
Wiederaufarbeitungsanlage von Rokkasho-mura wieder im Test
Am nächsten Tag wurde in der Wiederaufarbeitungsanlage für Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren von Rokkasho-mura in der Präfektur Aomori der Probebetrieb von der Einrichtung, in der das hochradioaktive Abwasser mit Glas gemischt und fest gemacht wird, nach drei Jahren wieder aufgenommen. Der Test wurde im Dezember 2008 nach einer Störung beim Schmelzofen gestoppt.
Ratschläge von einem Betroffenen
Es steht fast fest, dass ein Reaktor im AKW Oi (Präfektur Fukui) frühestens am 1. Juli wieder hochgefahren wird. Unter Leserbriefen an die Asahi-Zeitung habe ich am 23. Juni Ratschläge für die Bewohner rund um ein Kernkraftwerk gefunden. Sie wurden von einem 63-Jährigen Mann aus Minami-Soma in der Präfektur Fukushima verfasst.
Erstens sollte man sich einen Dosismeter beschaffen. Niemals darf man sich auf den Integraldosismeter, den die Behörde verteilen würde, verlassen.
Dann sollte man wenigstens zwei Kanister Benzin in Vorrat haben und jeden Abend das Auto voll tanken. Damit eine Person eine lange Strecke nicht alleine fahren muss, sollte man im Voraus mehrere Fahrer organisieren.
Mehrere Evakuierungsmöglichkeiten in allen Richtungen sicherzustellen ist auch sehr wichtig. Sie müssen mindestens 150 km vom AKW entfernt sein. Verschiedene Routen zu den Orten checken und am besten sie einmal selber fahren.
Man soll davon ausgehen, dass das provisorische Leben mehr als ein Jahr dauern würde. Wichtige Sachen müssen so bereit gestellt sein, dass man sie jede Zeit sofort mitnehmen kann. Auf die zurückgelassenen Hab und Gut muss man verzichten, sie könnten gestohlen werden.
Am wichtigsten ist: Man muss wissen, in welcher Richtung und Distanz vom AKW das eigene Haus genau steht. Auch jeden Morgen sowie Abend die Windrichtung und Windgeschwindigkeit checken und mehrere AKW-Arbeiter als Freund haben, um sich für einen Notfall einen Zugang zur Information zu sichern.
Dieses Know-how haben der Asahi-Zeitung-Leser und seine Frau während des Jahres angesammelt. Aber sie konnten nicht von der Stadt Minami-Soma flüchten, weil ihre Katze sich an seinem Bein fest klammert und nicht los lassen wollte.