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Das Bundesamt für Privatversicherungen (BPV) beteiligt sich aktiv an den Tätigkeiten verschiedener internationaler Organisationen und Verbände. Das BPV leistet regelmässige Beiträge an die Arbeit dieser Organisationen und zieht im Gegenzug grosse Vorteile daraus.
Internationale Vereinigung von Versicherungsaufsichtsbehörden (IAIS)
Das BPV ist Gründungsmitglied der im Jahr 1994 in Basel (Schweiz) geschaffenen IAIS. Die Vereinigung umfasst Regelungs- uns Aufsichtsbehörden aus rund 180 Ländern und seit 1999 über 100 Beobachter, darunter Branchenverbände, Berufsverbände, Versicherer und Rückversicherer, Berater und internationale Finanzinstitutionen. Die IAIS publiziert globale Versicherungsgrundsätze, -normen und Leitlinien; sie bietet Schulung und Beratung zu Themen im Bereich der Versicherungsaufsicht an und organisiert Tagungen und Seminare für Versicherungsaufsichtsbehörden.
Die IAIS arbeitet eng mit anderen normensetzenden Gremien und internationalen Organisationen zusammen mit dem Ziel, die finanzielle Stabilität zu fördern. Anlässlich der IAIS-Jahreskonferenz diskutieren die Aufsichtsbehörden, die Branchenvertreter und weitere Fachleute über die Entwicklungen im Versicherungssektor und über Regelungsfragen.
An der Spitze der IAIS befindet sich der Exekutivausschuss, dessen Mitglieder die unterschiedlichen geografischen Regionen vertreten. Er wird von drei Hauptausschüssen unterstützt: Fachausschuss, Umsetzungsausschuss, Haushaltsausschuss. Der Direktor des BPV ist laut Statuten Mitglied des wichtigsten Fachausschusses, dessen Unterausschüsse und Arbeitsgruppen (Working Parties, Task Forces und Gruppen) weltweit anerkannte Normen für die Versicherungsaufsicht ausarbeiten. Vertreter des BPV beteiligen sich aktiv an den meisten Unterausschüssen und Arbeitsgruppen der IAIS.
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
Traditionellerweise wird die Schweizer Delegation beim OECD-Ausschuss für Versicherung und Vorsorge (IPPC) von BPV-Beamten geleitet. Zur Delegation gehören ausserdem Beamte des Eidgenössischen Finanzdepartements, des Bundesamts für Sozialversicherung, des Schweizerischen Versicherungsverbands sowie Vertreter der führenden schweizerischen Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften.
Der Ausschuss spielt für die bessere Sensibilisierung und das Verständnis der wesentlichen Versicherungs- und Vorsorgefragen unter den politischen Entscheidungsträgern eine Schlüsselrolle; dazu dienen Marktanalysen, politische Analysen, Datensammlungen und gute Praktiken. Ziel der OECD ist es, die Mitglieder und Nichtmitglieder bei der Ausarbeitung von wirksamen, offenen und angemessenen marktorientierten Versicherungs- und Vorsorgesystemen zu unterstützen und die Herausforderungen der demografischen Alterung sowie der wachsenden Risiken zu bewältigen.
Das aktuelle IPPC-Mandat lautet daher wie folgt:
Hauptziel ist die Förderung eines effizienten, offenen, soliden und marktorientierten Versicherungs- und Vorsorge Systems, basierend auf einem hohen Level an Transparenz, Vertrauen und Integrität bei gleichzeitiger Anerkennung der sozialen Ziele dieser Systeme.
Des Weiteren werden die folgenden spezifischen Ziele verfolgt:
- Förderung des Bewusstseins und der Bildung im Bereich Versicherungen und Vorsorge
- Stärkung der Pensionssysteme mit Blick auf die demographische Entwicklung
- Effektive und effiziente Regulierung der Märkte
- Verbesserung des finanziellen Managements von Umwelt- und Katastrophenrisiken
Die Schweizer Delegation beteiligt sich regelmässig an den Tätigkeiten des OECD-Ausschusses für Versicherung und Vorsorge. Sie hat mehrere Vorschläge unterbreitet, die auf eine bessere - d.h. leichtere und effizientere -Versicherungsregelung abzielen. Die Delegation hat sich im Rahmen der Neufassung des OECD-Kodex zur Liberalisierung unsichtbarer Transaktionen (2003), der Terrorismusversicherung (2004) und der OECD-Leitlinien zur Governance der Versicherer (2005) nachdrücklich für eine weitere Liberalisierung der internationalen Versicherungsdienstleistungen eingesetzt.