Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03389.jsonl.gz/255

Hauptstadt eines neuen Kantons
Schloss Hermitage
Die Villa liegt in einem grossen baumbestandenen Park, der heute öffentlich zugänglich ist, und bietet eine beeindruckende Aussicht auf die Kathedrale und den See. Der Bankier Charles Bugnion kaufte das Anwesen 1841 und liess das Herrenhaus, das sich Louis Wenger zuschreiben lässt, von 1852 bis 1855 umbauen.
Die Hermitage ist das letzte Landhaus, das in Lausanne nach dem Ideal «Zurück zur Natur» erbaut wurde, das die Lausanner Oligarchie und Aristokratie nach dem Erscheinen von Rousseaus Julie oder Die Neue Heloise im Jahr 1761 übernommen hatte.
An den Seiten des Hauses befinden sich zweistöckige Galerien, eine Art zu Loggien erweiterte Vorhallen, die eine möglichst starke Öffnung nach aussen ermöglichen. Diese Galerien, die sich an den Hauptbau anfügen, und das eher flache Dach verleihen dem Haus sein charakteristisches niedriges und lang gestrecktes Aussehen. Mehrere Nebengebäude wie ein Bauernhaus, ein Taubenhaus in Form eines mittelalterlichen Turms und eine Orangerie stammen ebenfalls aus der Bauzeit der Villa.
Die Nachkommen von Charles Bugnion schenkten das Haus und einen Teil des Parks 1976 der Stadt Lausanne. Seit 1984 ist in der Villa die Fondation de l’Hermitage untergebracht, die jährlich zwei bis drei Ausstellungen von internationalem Rang vor allem mit bildender Kunst aus dem 19. und 20. Jahrhundert präsentiert.