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Marienbrunnen und Klosterplatz
Der Marienbrunnen – auch Fraubrunnen genannt – steht ungefähr am Ort, an dem vermutlich seit Gründung des Klosters ein Brunnen stand. Der heutige Brunnen stammt aus dem Jahr 1752 und trägt eine Statue der Immaculata (Gottesmutter Maria) des italienischen Künstlers Domenico Pozzi. Pilgerinnen und Pilger trinken traditionellerweise gerne aus allen 14 Röhren einen Schluck Wasser. Beim Einfall der französischen Revolutionssoldaten 1798 kaufte die Einsiedlerin Helene Gyr den Brunnen, bewahrte ihn so vor der Zerstörung und gab ihn später dem Kloster zurück.
Mythos des Marienbrunnens
Es gibt eine kleine Geschichte über Dorfbuben, die untereinander darüber streiten, ob man durch das Trinken aus den 14 Röhren des Marienbrunnens besonders alt werden könne. Es geht darum, dass einer der Buben auch aus allen 14 Röhren trinken will, die anderen ihn aber für einen dummen Esel halten.
Er antwortet: „Jetzt werde ich alt, denn der Vetterpate hat gesagt, wenn man neunzig Jahre lang ab allen vierzehn Röhren trinke, werde man alt“
Die Antwort entbehrt nicht einer gewissen Logik.
Kloster, Dorf und Klosterplatz haben eine lange, interessante gemeinsame Geschichte und vieles erlebt, Besuche von vielen Menschen, auch von Menschen, die Geschichten und Kommentare für die Nachwelt hinterlassen haben. Hier ist eine kleine Auswahl:
„Der Platz vor der Kirche ist voll von Boutiquen mit Rosenkränzen, heiligen Büchern und Bildern.“
Hans Christian Andersen (1805 – 1875)
„…..Als ich nach der Rückkehr noch den grossen Platz vor der Klosterkirche betrat, verwunderte ich mich über seine absolute Menschenleere. Die Abendsonne und das Steinpflaster waren ganz allein und der grosse Brunnen rollte sein Wasser monoton in die Stille hinein. Es könnte auf keinem Dorfkirchplatz stiller und einsamer sein.“
Heinrich Hansjakob (1838 – 1916)
„Die tiefergehende Sonne beleuchtete das Kloster, also dass die grossen Turmuhren glänzten und blitzten wie lauter Gold. Und trotzig standen die beiden steinernen Kaiser am Aufgang zur Kirche da, wie die steinernen Engel und Engelein auf den Kramgassladen, mit blendendweissen Pelzröcken bekleidet. Doch konnte ich’s nicht leiden, dass ihnen Krone und Helm von hohen weissen Kosakenmützen zugedeckt waren. Es schadete ihrer Majestät. Rasch gelang es mir durch einige wohlgezielte Schneebälle , ihnen die entwürdigenden Bärenmützen abzuwerfen, wofür sie mit Szepter und Schwert verbindlich zu winken schienen.“
Meinrad Lienert (1865 – 1933)
„Unverwischbar sind besonders die Eindrücke, welche gestern Abend die unvergleichliche Prozession, die beim dunklen Nachthimmel im Geflimmer von tausenden von Kerzen zum Lichtaltar auf dem Klosterplatz führte, hinterlassen haben.“
Raymund Netzhammer (1862 – 1945)