Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03249.jsonl.gz/736

Top Tour
Eggenschwiler und Glorieux gewinnen die 22. Alpen Challenge Lenzerheide
Der Belgier Frederic Glorieux und die Oberdorferin Petra Eggenschwiler haben die lange Strecke der Alpen Challenge Lenzerheide gewonnen.
Bei der 22. Austragung des Radmarathons mit Start und Ziel in der Roland Arena in Lantsch/Lenz setzte sich Frederic Glorieux nach 194 Kilometern mit über 4500 Höhenmetern und einer Fahrzeit von 6:14:35 Stunden mit 1:59 Minuten Vorsprung auf Matthias Studer aus Winterthur durch, der erst im Schlussanstieg von Tiefencastel nach mehreren Angriffen durch den TOUR Transalp-Sieger nicht mehr hatte folgen können. Dritter wurde nach der Tour über Albula, Maloja und Splügen Duathlet Michele Paonne aus dem Fürstentum Liechtenstein, der eingangs des Schlussanstiegs hatte abreissen lassen müssen und mit 4:22 Minuten Rückstand auf den Sieger ins Ziel kam. Das Trio hatte sich aus einer lange siebenköpfigen Gruppe abgesetzt, die im Anstieg zum Splügenpass immer weiter zerfiel. Zuletzt verlor Niki Hug dabei in der Abfahrt den Kontakt. Der Radsportler aus Olten, der 2019 noch die Kurzstrecke der Alpen Challenge gewonnen hatte, wurde Fünfter.
Petra Eggenschwiler, Duathlon-Langdistanz-Weltmeisterin von 2018, hatte erst im letzten Teil der grossen Runde zwischen Thusis und Tiefencastel die Führung übernommen. Nachdem die stärksten Frauen den Anstieg zum Albulapass zunächst gemeinsam absolvierten, mussten Eggenschwiler und Lea Fuchs, die später die Kurzstrecke gewann, Nina Zoller oberhalb von Bergün zunächst ziehen lassen. Die Vorjahressiegerin und Duathlon-Langdistanz-Weltmeisterin von 2019 hatte auf der Passhöhe dann rund eine Minute Vorsprung, die sie bis zum tiefsten Punkt der Runde im italienischen Chiavenna nochmals leicht ausbauen konnte. Im Schlussabschnitt musste die 35-Jährige vom RMV Chur ihrer langen Solofahrt dann allerdings Tribut zollen und Eggenschwiler, die erstmals bei der Alpen Challenge am Start stand, den Vortritt lassen. Die Triathletin, die im Oktober bei den Weltmeisterschaften auf Hawaii starten will, kam nach 6:58:27 Stunden mit 19:24 Minuten Vorsprung auf Zoller ins Ziel. Dritte wurde, wie schon 2019 auf der Kurzstrecke, Joy Wetli aus Walenstadt, die 25:46 Minuten Rückstand auf Eggenschwiler hatte.
Auf der Kurzstrecke über Albula und Julier holte sich Fadri Barandun nach einer eindrucksvollen Solofahrt den Sieg. Der Mountainbike-Spezialist aus Samedan gewann in 3:41:39 Stunden deutlich vor Felix Köhler und Fabian Gut. Bei den Frauen wurde Lea Fuchs ihrer Favoritenrolle gerecht. Bei ihrer Generalprobe für die Teilnahme an der Tour de Suisse gewann die Radsportlerin aus Winterthur in 4:10:44 Stunden vor Aglaia Forrer und Jessica Imhof, profitierte dabei aber unfreiwillig von einem Sturz Forrers, die bis dahin im Finale immer näher an die Spitzenreiterin herangekommen war.
Mit insgesamt fast 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern feierte die Alpen Challenge Lenzerheide eine gelungene Rückkehr nach Italien. Zuletzt konnte die lange Strecke mit dem Splügenpass wegen eines Felssturzes 2018, Unwetterschäden und fortgespülter Brücke 2019 und dann aus bekannten Gründen auch 2020 und 2021 nicht gefahren werden. Der Splügenpass gehört mit seinem Anstieg von 325 Metern in Chiavenna bis zur Passhöhe auf 2114 Meter zu den längsten und härtesten der Alpen. Am Sonntag wählten mit 425 Teilnehmerinnen und Teilnehmern etwas weniger als die Hälfte die Langstrecke. Allerdings kommt auch die kurze Runde der Alpen Challenge Lenzerheide bereits auf gut 3000 Höhenmeter. Auf der Langstrecke waren aufgrund einer Baustelle am Splügen in diesem Jahr sogar 194,1 Kilometer und 4522 Höhenmeter zu fahren.
Ausser den Daten der Strecke wurden auch die Witterungsbedingungen zu einer Herausforderung. Nach einem extrem kalten Beginn mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt prägte vor allem hochsommerliche Hitze mit über 30°C in Chiavenna und im Anstieg zum Splügenpass den Radmarathon.
Medienmitteilung Alpen Challenge