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Das Schloss in 1767 Herrliberger
Das Schloss von Pfeffingen steht in der Nähe des Dorfes desselben Namens auf einem Felsen, der das Birsetal Birse zwischen Grellingue und Aesch beherrscht. Eine alte Tradition will es, dass es zusammen mit dem ganzen Territorium dem Bischof von Basel vom Kaiser Heinrich II gegeben wurde. Das Territorium erstreckte sich über das linken Ufer der Birse bis zur Grenze von Elsass. Die Herren von Pfeffingen, die es als Lehen erhielten, werden in den Akten des 12. Jahrhunderts als Wohltäter der Kathedrale von Basel erwähnt. Man findet sie ebenfalls unter den Gründern der Abtei von Beinwil, mit dem Grafen Udelhard von Soyhières. Die Tochter des letzteren, die den Grafen Rudolph I von Hombourg-Thierstein heiratete, brachte ihrem Ehemann als Mitgift die Herrschaft von Pfeffingen.
Die vorteilhafte Lage des Schlosses forderte die Thierstein auf, hier ihren Hauptwohnsitz einzurichten und ihre Herrenhaus Neu-Thierstein zu verlassen. Durch einen zähen Ehrgeiz getrieben, versuchten die Adligen von Thierstein während der ganzen Lehenszeit, eine erste Rolle im Land zu spielen, aber, ohne dies zu erreichen.
Ernannt gemäss ihren Privilegien, am Vorsitz des Gerichtshofes der edlen Lehen des Bischofs, konnten sie nicht ihre Politik der feudalen Herren praktizieren, auf der Art mit der Gewichtung, wie es von ihnen erwartet wurde. Für Basel und die Schweizer Kantone waren sie schlechte Nachbarn und lebten, insbesondere mit den Baslern, auf einem Fuss fast ständiger Feindseligkeit.
Dieser Kampf begann ab dem 14. Jahrhundert, und die Geschichte spricht über eine erste Belagerung, die ohne Erfolg war, in 1335, von Bischof Jean de Châlons gegen den Grafen Walraf. Der Kampf dauerte an bis zum Aussterben der Familie Thierstein; ihre blinde Hartnäckigkeit Österreich zu dienen, von der sie sich alles erhofften bei einem Erfolg, scheiterte jedoch schmählich. Das Schloss wurde 1406 belagert, dann in 1446 von den Baslern; sie führten unendliche Prozesse in den Perioden relativer Ruhe, eine Atmosphäre der Feindseligkeit, und die Thierstein, zur Hälfte ruiniert, erpressen als vulgäre Schurken die Reisenden der Strasse. Sie wendeten sich ein letztes Mal gegen die Schweizer anlässlich des Schwaben Krieges, dann starb Oswald in 1513. Er war der Letzte seiner Familie.
Das Schloss von Pfeffingen fiel dann an Solothurn: aber durch einen Vertrag, der in 1518 unterzeichnet wurde, erhielt der Fürstbischof von Basel den Besitz der Herrschaft, die sich zusammensetzte aus den Dörfern von Pfeffingen, Aesch, Duggingen und Grellingue. Basel gab seine Zustimmung dieser Übertragung, unter der Bedingung, dass der Fürstbischof sich verpflichtete, das Schloss in Zukunft nie als Lehen weitergab. Seitdem wurde die Herrschaft von einem Landvogten verwaltet. Während der Reform bemächtigten sich die Basler des Schlosses ein letztes Mal, aber sie konnten nicht es behalten. Der Dreissigjährige Krieg gab dem Schloss den letzten Schlag. Die Bischofsverwaltung vernachlässigte die Wartung. Die letzten Reparaturen, die dort ausgeführt wurden, datieren von 1728. In 1748 verliess der Landvogt Wolf-Dietrich von Blarer das Schloss und richtete die Verwaltung der Herrschaft in seinem Familienschloss Aesch ein. Es richtete sich dann ein Waldbruder im verfallenden Gemäuer ein. Doch selbst dieser verliess 1760 das Burgareal.
Die einst reichlich ausgestattete Burgkapelle wurde in die Pfarrkirche Pfeffingen eingegliedert. Dieses Gotteshaus hatten schon die Thiersteiner im 14. Jahrhundert mit Altären beschenkt und mit Kaplaneipfründen ausgestattet.
Von der alten Festung, die vom 13. Jahrhundert an in drei Etappen ausgebaut worden war, blieben der mächtige Wohnturm und eine starke Schildmauer neben ausgedehnten Mauerresten in Trümmern erhalten. Mauertechnik und Steinquaderwerk lassen die einzelnen Epochen ablesen. Nach dem grossen Erdbeben von 1356 war nicht nur ausgebessert, sondern auch neu errichtet worden. Eitere Bauten folgten 1465 und 1596. Von der sogenannten neuen Behausung nach 1570, die sich im Norden des Wohnturms als hohes rechteckiges Gebäude anschloss, mit gekuppelten spätgothischen Fenstern, einem Erker im Osten und einen rechteckigen Treppenturm, blieb nichts erhalten.
Im Burgareal hatte sich nicht nur das Herrschaftshaus befunden. In gebührenden Abstand fanden sich dort auch die Behausungen der Burgwacht und des Gesindes sowie die ausgedehnten Wirtschaftsgebäude. Um alles zog sich die durch Gräben gesicherte Ringmauer, hinter der noch 1515 die Dorfbevölkerung Zuflucht suchte.
Seit die Ruine 1792 als Nationalgut versteigert wurde, befand sie sich bis 1941 in Privatbesitz, worauf sie der Kanton Basel-Land erwarb. Dieser liess die Teile sichern und bemüht sich um ihre Instandhaltung. Der mächtige Wohnturm ragt weit über die Bäume hinaus und gibt der Landschaft einen markanten Blickpunkt.
Bibliographie