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Jedes Jahr erleiden rund 130 000 Menschen einen Hirnschlag und etwa 33 000 sterben daran. Lernen Sie, die ersten Symptome eines Schlaganfalls bei sich oder anderen zu erkennen. So können Sie richtig handeln und irreversible Folgen verhindern.
Die Symptome eines Hirnschlags
Schwindel und Kopfschmerzen
Ein Schlaganfall beginnt meist plötzlich mit Schwindel oder starken Kopfschmerzen, manchmal begleitet von Erbrechen. Auf diese Alarmzeichen können eine Bewusstseinstrübung, Benommenheit oder in den schwersten Fällen ein Koma folgen. Tritt die Bewusstseinstrübung nicht sofort ein, lassen sich weitere Störungen beobachten, die nachstehend beschrieben werden.
Sprachstörungen und Verständnisschwierigkeiten
Die Person, die einen Hirnschlag erlitten hat, merkt selbst meist nicht, wenn bei ihr plötzlich Wortfindungsstörungen auftreten (falsche Wortwahl, Gedächtnislücken). Gleichzeitig kann sie Schwierigkeiten haben, den Gesprächspartner zu verstehen oder zu sprechen: undeutliche Artikulation (Dysarthrie), schwere Zunge, mühsames Sprechen.
Sehstörungen
Auch verschiedene Formen von Sehstörungen können auftreten: Neben einem plötzlichen Sehverlust auf einem (Amaurosis fugax) oder beiden Augen kann es zu Doppelbildern oder einem Gesichtsfeldausfall kommen.
Asymmetrische Mimik
Bei einem Hirnschlag können im Gesicht Asymmetrien auftreten, die sich beim Lächeln oder an einem herunterhängenden Mundwinkel erkennen lassen. Besteht bei einer Person Verdacht auf einen Schlaganfall, können Sie sie bitten, Ihnen die Zunge herauszustrecken, um eine Asymmetrie zu erkennen.
Muskelschwäche
Bei einem Hirnschlag sind die Kraft oder Beweglichkeit bestimmter Körperteile herabgesetzt. Möglicherweise fühlt sich ein Arm schwer an oder kann nicht mehr gehoben werden. Auf der Körperseite, die der geschädigten Gehirnhälfte gegenüberliegt, tritt häufig eine Halbseitenlähmung (Arm und Bein) auf. Oft ist auch die Bewegungskoordination beeinträchtigt.
Gefühlsstörungen
Neben einem Schweregefühl in bestimmten Gliedmassen kann auch das Berührungs-, Wärme- oder Schmerzempfinden beeinträchtigt sein.
Und wenn Sie allein sind?
Tritt der Hirnschlag auf, wenn Sie allein sind, können Sie Sprachstörungen oder eine Gesichtsasymmetrie nur schwer erkennen. Hingegen können Sie einen beginnenden Schlaganfall leicht daran erkennen:
- dass Sie spüren, wie Ihre Kräfte Sie verlassen;
- dass einige Ihre Glieder plötzlich gelähmt sind;
- dass Sie doppelt sehen oder plötzlich an Schwindel oder heftigen Kopfschmerzen leiden.
Handeln Sie unverzüglich und rufen Sie den Rettungsdienst an, wenn Sie eines dieser Symptome feststellen.
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Richtig handeln bei einem Hirnschlag
Rettungsdienst anrufen
Wählen Sie sofort die Notfallnummer 144, wenn bei Ihnen oder einer Person in Ihrem Umfeld die beschriebenen Symptome auftreten. Hängen Sie bei einem Gespräch mit dem Rettungsdienst nie auf, ohne dass Sie dazu aufgefordert wurden. Geben Sie an, wann die Störungen begonnen haben und welche Symptome Sie festgestellt haben. So kann der Rettungsdienst aufgrund der verstrichenen Zeit entscheiden, welche Art von Behandlung vorgesehen werden soll. Diese Angaben sind sehr wichtig: In 80% der Fälle lassen sich das Risiko von Spätfolgen und das Sterblichkeitsrisiko mit einem möglichst raschen ärztlichen Eingreifen senken. Wird innerhalb von weniger als drei Stunden ab dem Auftreten der ersten Symptome eine Behandlung eingeleitet, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der betroffene Gehirnbereich seine Funktion wiedererlangt. Damit die Ärzte Zeit gewinnen, sollten Sie auch angeben, welche Medikamente die Person einnimmt. Einige Arzneimittel vertragen sich nicht mit den Behandlungen, die bei einem Hirnschlag angewandt werden.
Vorgehen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte
Stimmen Sie Ihr Vorgehen auf der Schwere der Situation ab, während Sie auf Hilfe warten:
Sind Sie oder die betroffene Person noch bei Bewusstsein, legen Sie sich oder sie hin, um die Durchblutung des Gehirns zu fördern.
Lassen Sie die betroffene Person keinesfalls auf dem Rücken liegen, wenn sie das Bewusstsein verloren hat: In dieser Lage können ihre Zunge oder Erbrochenes die Atemwege verlegen, was zum Tod führen kann. Bewusstlose müssen in eine stabile Seitenlage gebracht werden. So kann Luft in die Lunge gelangen, da der Mund offen und gegen den Boden gerichtet ist. Befolgen Sie die nachstehenden Schritte, um Bewusstlose in eine stabile Seitenlage zu bringen:
- Entfernen Sie Accessoires wie Halskette, Brille, Schal, Krawatte und Gürtel, welche die Atmung der Person behindern könnten.
- Entkleiden Sie wenn möglich den Brustkorb der Person.
- Liegt die Person noch auf dem Rücken, legen Sie ihre Beine in der Körperachse nebeneinander.
- Wenn Sie sich links neben der Person befinden, strecken Sie ihren linken Arm rechtwinklig zu ihrem Körper aus.
- Winkeln Sie danach diesen Arm im Ellbogen um 90° an; dabei zeigt die Handfläche nach oben.
- Ergreifen Sie den zweiten Arm der Person und legen Sie den Handrücken an ihr gegenüberliegendes Ohr.
- Fixieren Sie diese Position mit Ihrer Hand (Handfläche gegen Handfläche). Winkeln Sie nun das rechte Bein der Person an und stellen Sie es auf, damit der Fuss flach auf dem Boden steht.
- Platzieren Sie sich nun, ohne etwas loszulassen, auf der Höhe des Brustkorbs der Person, damit Sie beim folgenden Ablauf an Ort bleiben können. Halten Sie die Hand der Person weiterhin gegen ihr Ohr, um die Halswirbelsäule zu stabilisieren.
- Nun drehen Sie die Person mit einer sanften Bewegung an ihrem gebeugten Knie zu sich, bis das Knie den Boden berührt.
- Bevor Sie das Bein der Person loslassen, vergewissern Sie sich, dass sich auch die beiden Schultern mitgedreht haben. Andernfalls fixieren Sie das Knie der Person mit Ihrem eigenen und ziehen ihre Schulter mit Ihrer freien Hand zu sich.
- Nehmen Sie Ihre Hand unter dem Kopf der Person hervor.
- Vergewissern Sie sich, dass Hüfte und Knie der Person rechtwinklig angewinkelt sind und den Körper stabilisieren.
- Öffnen Sie zum Schluss den Mund der Person, damit allfällige Flüssigkeit abfliessen kann.
Machen Sie sich schon heute mit den lebensrettenden Massnahmen vertraut und sprechen Sie in Ihrem Umfeld darüber.
Diese Zahlen beziehen sich offensichtlich nicht auf die Schweiz: Gemäss http://www.swissneuro.ch/schlaganfall treten in der Schweiz jährlich etwa 16 000 Schlaganfälle auf – solltet ihr noch überprüfen und in beiden Sprachversionen anpassen.