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Der Schweizer Künstler und Fotograf Douglas Mandry (*1989, Genf) interessiert sich für die technischen Möglichkeiten der Fotografie, insbesondere in Bezug auf die Erfassung von Zeit, Evolution und Naturphänomenen.
In seiner jüngsten Fotoserie Monuments, für die Mandry mit dem Foam Talent Award 2020 ausgezeichnet wurde, kommen all diese Elemente zusammen. Das Projekt begann mit einer Experimentierreise in die Schweizer Alpen, wo Mandry Eisbrocken und Stücke von Geotextilien sammelte, die verwendet werden, um die Auswirkungen der Gletschererwärmung zu verlangsamen. Er benutzte die kleineren Eisstücke, um mit einer selbstgebauten Camera Obscura Fotogramme zu erstellen. Während des Entwicklungsprozesses schmolz das Eis und das Licht schien direkt auf das lichtempfindliche Farbpapier, wodurch eine fast kosmische Abstraktion entstand: eine verdichtete und sichtbare Darstellung des Verschwindungsprozesses. Gleichzeitig sammelte Mandry fotografisches Archivmaterial von Expeditionen, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen, und übertrug es auf die Geotextilstücke, von denen viele noch verschiedene Gebrauchsspuren aufwiesen. Die verblassenden Erinnerungen an die Schweizer Alpen wurden so Teil der heutigen technologischen Versuche, eine Vergangenheit zu bewahren, die nicht mehr existiert.
Mandry oszilliert zwischen historisch-analogen und zeitgenössischen Techniken und erschafft so seine eigenen Bildwelten. Dies zeigt sich auch in den Fotoserien Still Wonder und Unseen Sights. Die collagierten und übermalten Fotografien sind eine Hommage an eine Schweizer Tradition der Landschaftsmalerei, die gleichzeitig eine taktile und persönliche Erfahrung eines Ortes vorschlägt und damit in die Gegenwart zurückholt.