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Im Bann des Föhns
Beim Blogtitel von heute handelt es sich nicht nur um eine Kurzzusammenfassung des Wetters der vergangenen Tage, sondern auch um den Titel eines Dokumentarfilms. Würde man den heutigen Tag verfilmen, ginge die Hauptrolle an den Föhn. Als Statisten wirkten die Sonne, eine Leewelle und die Kaltfront mit.
Wetterlage
Die Schweiz lag heute auf der Vorderseite eines Tiefdruckgebiets westlich von Irland in einer stürmischen Südströmung. Dieses Tief steuerte bis Redaktionsschluss eine Kaltfront über Frankreich bis zum Jura. Über der Schweiz herrschte eine klassische Föhnlage. Auf der Alpensüdseite bedeckte Staubewölkung den Himmel, während auf der Alpennordseite in den Alpentälern Föhn blies. Dieser griff am Nachmittag auch weit ins Mittelland aus. In der Nacht wird die Kaltfront die Schweiz überqueren und die anhaltende Föhnphase beenden.
Bewölkungsverteilung
Der heutige Tag startete auf der Alpennordseite meistens sonnig. Mit einer Einschränkung: dem Jurasüdfuss entlang konnte sich in der Nacht ein Nebelfeld bilden. Dort gab es gestern Abend noch etwas Niederschlag. Somit stand die Feuchtigkeit, welche zur Nebelbildung benötigt wird, bereit. Im Laufe des Vormittags entstand über dem zentralen und östlichen Alpennordhang eine ausgeprägte Leewelle. Diese schränkte die Besonnung besonders über den zentralen und östlichen Voralpen deutlich ein.
Während des Nachmittags wurde es auch in der Westschweiz mit dem Herannahen der Front immer bewölkter. Aufgrund der unterschiedlichen Bewölkungsverteilung zeigte sich auch bei den Höchsttemperaturen ein sehr heterogenes Bild.
Das Video zeigt die Leewelle, welche sich am Vormittag dem Alpennordhang entlang gebildet hat und dort bis am Abend verharrte. Blick von der Schwarzenegghöchi über den Talschluss des Wägitals nach Südwesten. Rechts der Bildmitte der Fluebrig (Video: D. Gerstgrasser).
Somit entwickelte der Föhn im laufenden April eine beharrliche Ausdauer. Am bekannten Föhnstandort Altdorf im Urner Reusstal wehte er insgesamt bereits 173 Stunden (Stand 13.00 Uhr LT). Mehr Föhnstunden brachte der April in Altdorf seit Beginn der automatischen Messungen im Jahr 1981 nur in den Jahren 1983 (223 h), 1993 (211 h), 2000 (217 h), 2009 (186 h) und im vergangenen Jahr 2018 mit 190 Stunden.
Neben der hohen Monatssumme lieferte der April 2019 in Altdorf auch eine der längsten Föhnperioden überhaupt. Ohne Unterbruch blies er hier vom 20. April ab 23.30 UTC bis am 24. April um 13.30 UTC, insgesamt während 86 Stunden oder 3.5 Tagen. Das ist die fünft längste Föhnperiode in Altdorf seit Aufnahme der automatischen Messungen vor knapp 40 Jahren.
Dokumentarfilm 'Im Bann des Föhns'
Überigens ist dem heutigen Hauptdarsteller tatsächlich ein Dokumentarfilm gewidmet mit dem Titel ‚Im Bann des Föhns‘. Dieser lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen, welche in ihrem Alltag mit dem Föhn zu tun haben. Darunter auch ein Meteorologe von MeteoSchweiz, welcher vom Föhn schon seit Kindsbeinen an fasziniert ist und einen kurzen Einblick in unsere Arbeitswelt gewährt. Mehr Informationen zum Film finden sie hier.