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Historischer Querschnitt
Ursprung der Gemeinde Opfikon
Als Ursprung der Gemeinde Opfikon sind zwei alemannische Siedlungen zu nennen: Opfikon rechts und Oberhausen links der Glatt. Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1153 nennt als älteste Überlieferung die Namen Obfinchoven und Obrenhusen. Aus diesen beiden Siedlungen entstanden zwei Dorfschaften, die zum Kirchensprengel Kloten gehörten. Nach Kloten trug man die Kinder zur Taufe, dort wurden Ehen geschlossen und die Toten begraben. So blieb es, bis die aufstrebende Gemeinde 1957/58 eine katholische und eine reformierte Kirche und auch einen eigenen Friedhof erhielt.
Kapellenturm und Dorfbrand
Schon 1370 hatte indessen im Dörfchen Opfikon zum Feiern der Messe eine Kapelle bestanden. Über ihr Schicksal nach der Reformation ist weder Sicheres bekannt, noch haben sich Baureste erhalten. Den Kapellenturm dagegen haben die Opfiker gepflegt und 1822 in seiner heutigen Gestalt neu aufgebaut, nachdem 1764 "elf firsten samt dem kapellenthürnlein" einem Dorfbrand zum Opfer gefallen waren. Heute ist dieser Turm das vielfach abgebildete Wahrzeichen der Gemeinde. Das erwähnte Brandunglück äscherte den ganzen oberen Drittel des Dorfes ein und machte 15 Familien obdachlos, wobei sich an Fahrhabe nur wenig retten liess. Doch grosszügige Hilfe - vor allem aus der Stadt Zürich - ermöglichte einen raschen Wiederaufbau.
Schlachten bei Zürich
Schwer zu tragen hatten die Opfiker Bauern auch 1799, zur Zeit der beiden Schlachten bei Zürich, als sich abwechselnd Franzosen, Österreicher und Russen im Dorf einquartierten. Da wurde ein Getreidefeld von 30 ha zu einem alles vernichtenden Heerlager. Requisitionen und Plünderungen zehrten auch die Notvorräte auf. Opfikon galt als eines der am stärksten betroffenen Dörfer.
Fruchtbares Kulturland und wertvolles Baugebiet
Ein bedeutsames Ereignis von erfreulicher Art war die 1936 bis 1940 durchgeführte Glattabsenkung, die volle drei Meter betrug. Dadurch entstanden aus dem Sumpfgebiet längs der Glatt, vor allem aus dem etwa einen Quadratkilometer messenden Oberhauser Ried, fruchtbares Kulturland und wertvolles Baugebiet. Ohne dieses grosse Werk wäre die Entwicklung der Gemeinde auf den heutigen Stand kaum möglich gewesen. (siehe auch: "Die Glatt - unser Fluss)
"Glattbrugg" genannt
Die beiden Dorfgemeinden, von denen Opfikon weit mehr Einwohner besass und finanziell besser fundiert war als Oberhausen, wurden 1803, in der Mediationszeit, zur Gemeinde Opfikon zusammengeschlossen. Sie erreichte 1968 die Zahl von 10'000 Einwohnern und wurde somit zur statistischen Stadt. 1974 wurde die Gemeindeversammlung durch ein Parlament ersetzt. Wie aber kam es, dass die Gemeinde Opfikon häufig "Glattbrugg" genannt wird? Abseits der beiden Dörfchen Opfikon und Oberhausen führte seit Jahrhunderten die wichtige Landstrasse von Zürich über Kloten nach Deutschland. Eine Holzbrücke führte über die Glatt, neben dieser Brücke standen die Taverne "zum Löwen", eine Schmiede und eine Mühle. Ihr Standort erhielt die Bezeichnung "bei der Glattbrugg". Als dann aber 1853 die erste im "Löwen" eingerichtete Postablage und 1865 auch die Bahnstation den Namen "Glattbrugg" erhalten hatten, breitete sich diese lokale Ortsbezeichnung im täglichen Sprachgebrauch auf immer weitere Teile der Gemeinde aus. Offiziell jedoch trägt die zur Stadt gewordene Gemeinde nach wie vor den Namen "Opfikon"; lediglich zur Vermeidung von Missverständnissen wird gelegentlich auch die Bezeichnung "Opfikon-Glattbrugg" verwendet.