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Kaum ein Begriff hat die akademische Welt in den letzten Jahren so sehr verändert wie postkoloniale Forschung. Eine der frühen Anstösse gab das Buch «Orientalism» des Literaturprofessors Edward Said. In diesem setzt er sich mit dem Begriff des «Orients» auseinander und kritisiert, dass «der Westen» ein Bild des «Orients» entwerfe, das gar nichts mit der Realität zu tun habe, sondern eine Abgrenzungsprojektion darstelle.
Heute erstreckt sich postkoloniale Theorie über verschiedene Bereiche wie Politik, Geografie, Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Soziologie, Religionswissenschaft und auch Sprachwissenschaften. Die Aufarbeitung der noch nicht allzu lang vergangenen kolonialen Vergangenheit zeigt, wie breit und vielfältig die Auswirkungen kolonialer Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse waren – und dass das koloniale Erbe bis heute Folgen hat.
Beobachten lässt sich das z.B. an den Begriffen «erste», «zweite» und «dritte» Welt, «globaler Süden» und welche Länder in welche Kategorien eingeteilt werden, oder welche Menschen, Kulturen oder Länder als minderwertig wahrgenommen und/oder stereotypisiert werden.
Zu Gast ist heute im Podcast Ibn-Omar Taha, ein Islamwissenschaftstudent und ein guter Freund von Fabienne. Gemeinsam diskutieren sie über die Geschichte des Postkolonialismus, welche Konsequenzen er hatte – auch z.B. in Fabiennes Forschung – und welche Grenzen dieser Forschungszweig hat.
Anmerkung: Im Podcast sprechen wir an einer Stelle darüber, dass Menschen für repräsentative Zwecke missbraucht werden. Der Fachbegriff dafür lautet «Tokenism».