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Der Indianerpark am Fluss Xingu ist das grösste, Reservate dieser Art in der Welt, und eins der berühmtesten. Er wurde 1961 gegründet, während der Regierung von „Jânio Quadros“, um die dort ansässigen Indianerstämme vor dem grossen Run nach Westen zu schützen, der mit der Fertigstellung der neuen Hauptstadt Brasília zu erwarten war.
Seine Gründung war das Resultat vieler jahrelanger politischer Kämpfe, welche sowohl die Brüder „Villas Boas“, als auch solche illustren Persönlichkeiten wie „Marechal Rondon“, „Darcy Ribeiro“, „Noel Nutels“, „Café Filho“ und viele andere, involvierte.
Der Park liegt im Norden von Mato Grosso, in einem Gebiet von 30.000 km². Sein Areal beherbergt mehr als ein Dutzend verschiedener Ethnien, unter ihnen: „Waura, Kayabi, Ikpeng, Yudja, Trumai, Suiá, Matipu, Nahukwa, Kamaiurá, Yawalapiti, Mehinako, Kalapalo, Aueti und Kuikuro“.
Über die Originalidee des Parks sagte „Orlando Villas Boas“ einmal: „Die brasilianische Regierung versucht mit der Gründung des Parks zwei wichtigen Interessen zu entsprechen: einerseits, ein Naturschutzgebiet für die Fauna und Flora zu schaffen, dessen Schutz andererseits, von den Indianern selbst in die Hand genommen werden soll“.
In den rund 50 Jahren seiner Existenz hat der Park viele Veränderungen erfahren. Veränderungen, die auch, oder vor allem, mit der Indianerfrage der letzten Jahrzehnte zu tun haben. Am Anfang bestand die angewandte Philosophie der „Villas Boas“ im Schutz des Indianers vor dem Kontakt mit der Kultur der grossen urbanen Zentren. Zu der Zeit erlaubte man den Indianern zum Beispiel nicht, Schuhwerk zu tragen oder mit einem Fahrrad zu fahren, um zu verhindern, dass sich in der Stammestradition etwas verändere.
Mit dem Ausscheiden der „Villas Boas“ aus der Direktion des Parks, 1973, veränderte sich diese Einstellung. Der nachfolgende Administrator, „Olímpio Serra“, fing an, die ersten indianischen Mitarbeiter der FUNAI (Indianerbehörde) unter Vertrag zu nehmen und schuf so eine erste Vertretung ihrer Gemeinschaften in der Regierung. 1982 bekam der Xingu seinen ersten indianischen Direktor, den Häuptling „Megaron“, vom Stamm der Kaiapo. Seit dieser Zeit wuchsen andere heran und bereiteten sich vor, um verschiedene Aufgaben im Park zu übernehmen.
Und in der Gegenwart haben die Indianer die Mehrheit der administrativen Funktionen inne – beschützen ihre eigenen Grenzen und ihr Volk vor der Invasion der Weissen, die immer noch, wie vor 500 Jahren in der Kolonialzeit, entweder hinter der Ausweitung ihrer Ländereien her sind, oder hinter Bodenschätzen, Edelhölzern und in der modernen Zeit wertvoll gewordenen Pflanzenextrakten. Das verhängnisvolle Erbe der antiken Portugiesen, die Natur ohne Rücksicht auf die Folgen auszubeuten, entspricht dem Verhalten von Piraten. Leider hat sich diese Piraterie in ihren Nachkommen so tief festgesetzt, dass man sie noch heute durch Gesetze und drakonische Strafen aufzuhalten sucht.
Hinweis: Eine ausführliche Beschreibung über den Xingu-Park und die dort lebenden Indiovölker finden Sie auf unseren Spezialseiten über die Ureinwohner!