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Der am ausgesprochene Grundsatz der Rechtsgleichheit von Stadt und Land war nie streng durchgeführt worden. Denn
schon in der Nationalversammlung standen zwei Teile Bürger nur einem Teile Bauern gegenüber. Die Mediation und Restauration
gestalteten dieses Verhältnis noch ungünstiger. Da verlangte am eine Versammlung im
BadeBubendorf wiederum das gleiche Recht. Die Stadt wollte nicht ganz darauf eingehen, und es begann ein dreijähriger Kampf.
Schon am organisierte sich eine provisorische Regierung der Landschaft. Als die Stadt gesiegt hatte, wollte sie
die Rebellen aufs strengste bestrafen und konnte von diesem Vorhaben auch nicht durch eidgenössische
Repräsentanten abgebracht werden. Da entzog sie am 46 Gemeinden ihre Beamten; doch dieselben organisierten sich
nun, und am 14. September wurde diese partielle Trennung auch von der Eidgenossenschaft gutgeheissen. Nach dem unglücklichen Zug
der
Basler am erfolgte am 17. August dieses Jahres die totale Trennung. Bei der Stadt verblieben nur
die rechts vom
Rhein gelegenen drei Gemeinden
Riehen,
Bettingen und
Kleinhüningen. Von dem Vermögen des Gesamtkantons erhielt
das Land ⅔ und die Stadt ⅓. Beide Teile hatten von da an ihre besondere Entwicklung. Die Versuche, sie wieder zu einigen,
sind bis dahin alle gescheitert.
Der Kanton Basel-Stadt, der sich am eine neue Verfassung gab, trat dem Sarnerbund bei und verharrte bei der Reaktion. 1847 versuchte
er zwischen den beiden Parteien zu vermitteln und erklärte sich darauf für den Krieg. Von da an für den Fortschritt gewonnen,
nahm er die Bundesverfassungen von 1848 und 1874 an und richtete 1875 sein kleines Staatswesen nach den
Bedürfnissen der Neuzeit ein. Handel und Gewerbe blühten auf, und es begann eine sehr weitgehende soziale und humanitäre
Gesetzgebung.
(Ochs. Geschichte vonBasel.
8 Bde.
Berlin 1786, Basel
1792-1822. -
L. A. Burckhardt. Der KantonBasel-Stadt.[Gemälde derSchweiz. XI.] St. Gallen
1841. - Heusler.
BaselsVerfassung im Mittelalter.Basel
1860. - Boos. Urkundenbuch der LandschaftBasel.
Basel
1893. -
Freivogel. Die LandschaftBasel.
Basel
1893. - Birmann. Gesammelte Schriften.Basel
1894. - Feddersen. Geschichte der schweizerischen Regeneration.Zürich
1866. - Neujahrsblätter von 1876, 77, etc.).
Nach geodätischer Bestimmung durch Geometer Stohler, Vorstand des Vermessungsbureaus, hat der niedrigere, südl. oder Martinsturm
des
Münsters eine geographische Breite von 47° 33' 27,3803“ und eine geographische Länge von 0°
0,09' 12,4597“ östlich der Sternwarte Bern
= 5° 15' 23,3“ östlich von Paris = 7° 35' 38,3“ östlich von Greenwich. Das
Bernoullianum (Centrum des Meridianinstrumentes) besitzt nach Professor Riggenbachs Ermittlung eine nördliche Breite von
47° 33' 42,8165“ und eine Länge von 0° 8' 31,1860“ östlich der Sternwarte von Bern
= 5° 14' 42,0“
östlich von Paris = 7° 34' 47,0“ östlich von Greenwich; die auf astronomischem
Wege bestimmte Polhöhe beträgt 47°
33' 35,89“. Der kleine Unterschied gegenüber der auf geodätischem
Wege gefundenen Breite ist wohl durch die Lotabweichung
gegen den Schwarzwald zu erklären.
Was der Stadt einen besonderen Reiz verleiht und was für sie bestimmend wirkte, ist die Lage am grünen
Rhein und zwar an der Stelle, wo der majestätisch daherflutende
Strom sich von mehr als 200 m auf 172 m verengt und zugleich
den grossen
Bogen beschreibt. Hier, insbesondere auf dem hohen, linken Ufer, waren die Niederlassungen
geschützt vor den Ueberflutungen des Flusses und den Ueberfällen der Feinde. Früh schon wiesen ferner das
Rheinthal den
Verkehr von N. u. O., die burgundische Pforte von W. u. die Jurathäler
von S. nach dieser Stelle.
Die
Brücke endlich, die wegen der Verengung des Bettes u. der Solidität seines Untergrundes hier verhältnismässig
leicht zu erbauen war, verband die auf den beiden
Seiten gelegenen, unabhängig von einander entstandenen Gründungen, nämlich
Grossbasel auf dem hohen, linken Ufer und Kleinbasel auf dem niedrigen, rechten Ufer, zu einem grösseren Ganzen und gab
der Stadt einen Anstoss zu neuer Entwicklung. Diese wahrscheinlich im Jahre 1225 erbaute, sogenannte
Alte Rheinbrücke benützt die im linken Steilufer durch den hier mündenden
Birsig verursachte Vertiefung und gewinnt so in
horizontaler Richtung das gegenüberliegende Ufer.
Der hölzerne Oberbau dieses ehrwürdigen Bauwerkes ruht auf sechs hölzernen Jochen und auf sechs steinernen Pfeilern, von
denen jedoch einer auf dem festen Lande
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mehr
steht, so dass die Länge der Brücke die Strombreite übertrifft. Der in der Mitte des Stromes stehende Pfeiler, das «Käppelijoch»,
trägt eine kleine Kapelle mit dem Standbilde des Bischofs Heinrich von Thun,
des Erbauers der Brücke. Bald wird dieses Wahrzeichen
einer vergangenen Zeit, das dem gesteigerten Verkehr kaum mehr genügen kann, einer modernen Kunstbaute
weichen. Die zweite, die Wettsteinbrücke, wurde im Jahr 1879 vollendet. Was an dieser besonders auffällt, ist der Umstand,
dass sie von Grossbasel in einem gleichmässigen Gefälle von 2,67% gegen Kleinbasel abfällt.
Der Gedanke einer Brücke mit geneigter Fahrbahn rührt von keinem Geringeren her als von dem nachmaligen
General Dufour, der 1843 als Experte in der Brückenfrage berufen wurde. In vier Bogen, die von zwei Land- und zwei Strompfeilern
getragen werden, übersetzt diese Brücke in bedeutender Höhe den Strom. (Die obere Rheinbrücke am Harzgraben. Publiziert
vom Baudepartement. Basel
1879). Die untere oder Johanniterbrücke, im Juli 1882 dem Verkehr übergeben, ist
die längste von allen.
Sie ruht auf fünf Bogen und vier Strompfeilern samt den beidseitigen Widerlagern. (Die untereRheinbrücke, genannt Johanniterbrücke.
Publiziert vom Baudepartement. Basel
1882). Oberhalb der Stadt führt noch die Brücke der Verbindungsbahn, die mit einem Fussgängersteig
versehen ist, über den Strom. Es dienen somit dem Verkehr zwischen beiden Stadtteilen im ganzen vier
Brücken, und ebenso viele Fähren tragen dazwischen in schnellen Schiffen die Personen von Ufer zu Ufer.
breitet sich in einer Ebene aus, die zwischen 262 und 251 m Höhe ein geringes Gefälle gegen den Rhein zu und stromabwärts
aufweist. Die bauliche Entwicklung fand hier keine orographischen Hindernisse. So erklärt es sich, dass die Strassen nicht
nur in den neuen Quartieren, sondern auch im alten Stadtkern meistens sich, nahezu rechtwinklig kreuzen;
die Hauptverkehrsrichtungen angebend, laufen sie entweder gegen den Rhein und seine Brücken oder parallel mit dem Strom.
Eine Strasse der letzteren Richtung führt nordwärts nach dem Vororte Kleinhüningen, das sich zu beiden Seiten der Wiesenmündung
und bis an die Landesgrenze ausdehnt. Der alte Stadtteil Kleinbasels wird von dem breiten Strassenzuge
eingeschlossen, der bei der Wettsteinbrücke beginnt und sich über die Wettsteinstrasse, den Claragraben, die Klingenthalstrasse,
die Klybeckstrasse und den Klingenthalgraben wieder an den Rhein zieht. Dieses Viereck scheint vom 13.-19. Jahrhundert im
allgemeinen dieselbe Ummauerung gehabt zu haben; einzig an den Schmalseiten sind Aenderungen zu konstatieren,
indem im 13. Jahrhundert die Theodorskirche als ausserhalb den Mauern liegend bezeichnet wird, desgleichen das Klingenthalkloster
(jetzt Kaserne).
Also ist anzunehmen, dass der Befestigungszug damals weiter innen lag und erst im 14. Jahrhundert ausserhalb der genannten
Gebäude angelegt wurde. (Wackernagel. Beiträge zur geschichtlichen Topographie von Kleinbasel. Historisches Festbuch zurBasler Vereinigungsfeier 1892.) Bis zum 19. Jahrhundert reichte die Stadt nur längs der Hauptstrassen
etwas über die Mauern hinaus; die Hauptentwicklung erfolgte,
wie bei Grossbasel, im eben abgeschlossenen Jahrhundert, wie
dies der historische Plan von Basel
beweist. Derselbe zeigt die Ausdehnung der Stadt nach dem Plane von Matthäus Merian 1615 (die
Legende gibt irrtümlicher Weise 1625 an), nach demjenigen von Christian von Mechel 1784 und nach den
Plänen des Baudepartements von 1868 und 1900.
Mitten durch Kleinbasel geht ein Gewerbekanal, der schon im 13. Jahrhundert existierte und seit der Zeit seines Bestehens
Eigentum einer Genossenschaft ist. Sein Wasser entnimmt er der Wiese, innerhalb der Stadt verzweigt er
sich und mündet unterhalb der Alten Rheinbrücke in zwei Armen. Ihm verdankt Kleinbasel insbesondere seinen gewerblichen
und industriellen Charakter. In alter Zeit trieb er Mahlmühlen, Schleifen, Walken, Stampfen, während jetzt Kunstmühlen, Seidenfärbereien,
Schappespinnereien, Fabriken zur Herstellung elektrischer Apparate und zur Erzeugung von Eis seine Kraft
ausnützen. (Grüninger. Der Klein-Basler Teich. Histor. Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier.Basel
1892.) In architektonischer
Beziehung steht Kleinbasel dem grossen Stadtteil weit nach.
Von dem linken, hohen Rheinufer, z. B. von der Pfalz oder vom Rheinsprung aus gesehen, zeigt es ein verhältnismässig flaches
Dächerprofil, aus welchem neben einigen Dutzenden von Fabrikkaminen einzig die altersgraue Theodorskirche,
die Clarakirche mit ihrem kleinen Dachreiter, der schlanke Helm der Matthäuskirche und die neue Josephskirche emporragen.
Der Rhein, der im Vordergrund dahinzieht und die dunkeln Schwarzwaldberge, die sich im Hintergrunde erheben, umrahmen aber das
Ganze so anmutig, dass ein Bild entsteht, das einen immer wieder entzückt.
Grossbasel
hat nicht nur eine grössere Ausdehnung, sondern auch eine mannigfaltigere Gestalt als der kleinere Stadtteil. Die Terrasse,
auf welcher es gelegen ist, wird durch das ursprünglich ca. 20-25 m tiefe Thälchen des Birsigbaches in ein Nordwestplateau
und in ein Südostplateau zerschnitten. Beide erheben sich bis zu 286 m, während das Birsigthälchen
jetzt vor der alten Rheinbrücke bei 255 m den tiefsten Punkt erreicht. Birsig und Rhein treffen sich in einem spitzen Winkel,
in dessen Raum sich eine hügelartige Fortsetzung des Südostplateaus vorschiebt.
Diese Stelle bot den ersten Ansiedlern den sichersten Schutz gegen Ueberschwemmungen und feindlichen Ueberfall; hier, «auf Burg»,
liegt denn auch um den Münsterplatz herum der älteste Teil der Stadt. Steile Gässchen und Treppenstiege führen von da
in die Einsenkung hinab und auf der anderen Seite auf das Nordwestplateau hinauf. Der Birsig ist an verschiedenen Orten überwölbt
und sein Thal aufgefüllt worden, so bei der Schifflände, beim Fischmarkt, beim Marktplatz und beim
Barfüsserplatz. In neuester Zeit sind hier ganze Quartiere niedergerissen worden, um die Plätze zu vergrössern und die
Strassen zu verbreitern und so dem Verkehr, der gerade hier am stärksten ist, mehr Raum zu schaffen und auch um die
sanitären Verhältnisse zu bessern.
Die innere Stadt reicht bis zu den breiten Strassen, die sich von der Wettsteinbrücke bis zum Totentanz
hinziehen, und die in ihren Namen - St. Albangraben, St. Leonhardsgraben, Petersgraben - noch an die Stadtgräben der ersten
Befestigung (11. Jahrhundert) erinnern, deren Stelle sie einnehmen. Hieran schliessen sich die Vorstädte, nämlich die St.
Alban-, Aeschen-, Elisabethen-, Steinen-, Spalenvorstadt, die Neue Vorstadt (Hebelstrasse) und die St.
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