Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03551.jsonl.gz/1484

Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist ein seltener bösartiger Tumor der Scheide (Vagina). Er betrifft vor allem Frauen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren. Die Infektion mit Humanen Papillom-Viren (HPV) gehört zu den Risikofaktoren, die die Entstehung von Scheidenkrebs begünstigen.
Abhängig vom zugrundeliegenden Zelltyp lassen sich mehrere Arten von Scheidenkrebs unterschieden: Über 90 Prozent aller bösartigen Tumoren der Scheide sind sogenannte Plattenepithelkarzinome. Der Tumor entwickelt sich dabei aus der obersten Zellschicht der Schleimhaut. Die restlichen 10 Prozent bilden sogenannte Adenokarzinome, maligne Melanome (schwarzer Hautkrebs) und – im Kindesalter – die sogenannten Rhabdomyosarkome.
Entwickelt sich ein Scheidenkrebs direkt aus Zellen der Scheide, handelt es sich um einen primären Scheidenkrebs. Generell entstehen viele bösartige Tumoren der Scheide aber sekundär, das heisst aus Krebserkrankungen der benachbarten Organe und Gewebe (z.B. Vulva oder der Harnblase). In nahezu einem Drittel der Fälle geht dem Vaginalkarzinom ein Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) voraus.
Die Ursachen von Scheidenkrebs sind nicht vollständig geklärt. Bekannt sind allerdings Risikofaktoren, die eine Vaginalkarzinom-Bildung begünstigen. Dazu gehören Infektionen mit den humanen Papillom-Viren (HPV) vom Typ 16 beziehungsweise 18.
Frühsymptome sind bei Scheidenkrebs selten. Es kann zu leichten Blutungen nach Sexualkontakt oder verstärktem Ausfluss aus der Scheide kommen – diese Symptome können jedoch auch im Rahmen anderer Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane auftreten. Oft entdeckt der Frauenarzt ein Vaginalkarzinom während der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchungen.
Die Behandlung von Scheidenkrebs richtet sich nach seiner Ausbreitung. In erster Linie versuchen die behandelnden Ärzte, das Vaginalkarzinom operativ zu entfernen oder zu bestrahlen. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, ist eine vollständige Heilung möglich.
Scheidenkrebs ist ein bösartiger Tumor der Scheide. Mediziner sprechen vom Vaginalkarzinom (lat. vagina = Scheide, griech. karkinos = Krebs).
Entwickelt sich ein Scheidenkrebs direkt aus Zellen der Scheide, handelt es sich um einen primären Scheidenkrebs. Generell entstehen viele bösartige Tumoren der Scheide aus Krebserkrankungen der benachbarten Organe und Gewebe (z.B. Vulva oder der Harnblase). Man spricht dann auch von einem sekundären Vaginalkarzinom. In nahezu einem Drittel der Fälle geht ein Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) voraus.
Bösartige Tumoren der Scheide sind selten. Nur etwa ein bis zwei Prozent aller bösartigen Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane sind Vaginalkrebs. Von 100'000 Frauen erkranken im Schnitt eine bis drei Frauen pro Jahr an einem Plattenepithelkarzinom der Scheide. Betroffen sind vor allem ältere Frauen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren.
Die Ursachen von Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) sind nicht vollständig geklärt. Bekannt sind allerdings Risikofaktoren, die Bildung dieses Tumors begünstigen. Dazu gehören Infektionen mit den humanen Papillom-Viren (HPV) vom Typ 16 beziehungsweise 18. Humane Papillom-Viren stellen die weltweit häufigsten Erreger sexuell übertragbarer Viruserkrankungen dar und führen zu warzenähnlichen Veränderungen in der Scheide.
Wie bei den meisten Krebserkrankungen treten Beschwerden meist erst in fortgeschrittenen Stadien von Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) Symptome auf. Erstes Symptom ist häufig eine Blutung aus der Scheide, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr. Bei manchen Patientinnen kann es auch zu verstärktem oder blutigem Ausfluss aus der Scheide kommen.
Ausgedehntere Tumoren können zu Schmerzen im Unterleib beziehungsweise zu Störungen der Harnblasen- oder Darmfunktion führen.
Bei Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) stellt der Arzt die Diagnose oft nicht aus dem Grund, weil eine betroffene Frau mit Beschwerden zu ihm kommt – vielmehr entdeckt er den Krebs eher zufällig im Rahmen der der gynäkologischen Routineuntersuchung. Bei dieser Kontrolle entnimmt der Frauenarzt mit dem sogenannten Zellabstrich einzelne Zellen aus der Schleimhaut der Scheide und lässt diese mikroskopisch untersuchen. Sind die Zellen auffällig verändert, dass sie auf Scheidenkrebs hindeuten, kann der Arzt die Diagnose mithilfe einer Gewebeprobe (Biopsie) sichern.
Ein wichtiges Hilfsmittel bei der Scheidenkrebs-Diagnose ist das sogenannte Kolposkop. Es handelt sich um ein Vergrösserungsinstrument, mit dem der Arzt zum einen die Schleimhaut genauer betrachten und aus verdächtigen Stellen Gewebeproben entnehmen kann.
Wenn ein Scheidenkrebs vorliegt, muss der Arzt im Rahmen der Diagnose beurteilen, wie weit sich der Tumor bereits ausgedehnt hat (sog. Staging). Dies ist wichtig, um das genaue Stadium der Erkrankung festzustellen, denn je nach Stadium unterscheidet sich das weitere therapeutische Vorgehen. Bildgebende Verfahren spielen für das Staging eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen dem Arzt einen Blick auf innere Organe und er kann sehen, ob der Tumor in benachbarte Organe eingewachsen ist oder in entfernten Körperregionen (z.B. in der Lunge) bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat. Bildgebende Verfahren beim Vaginalkarzinom sind Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) der Scheide, der Beckenorgane und der Leber, eine Röntgenuntersuchung der Lunge sowie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) der Beckenorgane. Ausserdem sind eine Spiegelung der Harnwege (Urethrozystoskopie) und des Enddarms (Rektoskopie) häufig sinnvoll.
Beim Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) richtet sich die Therapie im Wesentlichen nach dem Stadium des Tumors – also danach, wie weit sich der Tumor zum Beispiel bereits in benachbartes Gewebe ausgedehnt hat. Je nachdem, welches Stadium der Scheidenkrebs erreicht hat, verfolgen die behandelnden Ärzte unterschiedliche Therapie-Ansätze. Möglich sind sowohl die operative Entfernung des Tumors als auch eine Bestrahlung. Diese Verfahren schliessen sich dabei aber gegenseitig nicht aus. Bei manchen Betroffenen kann es zum Beispiel sinnvoll sein, das Vaginalkarzinom operativ zu entfernen und die Scheide danach noch zu bestrahlen. Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen wie Leukämie (Blutkrebs) oder Brustkrebs spielt die Chemotherapie beim Vaginalkarzinom keine bedeutende Rolle.
Operation: Der Umfang des Eingriffs hängt von der Grösse des Tumors ab. Bei kleinen Tumoren in einem frühen Stadium entfernt der Arzt das Gewebe vollständig und kann dabei die Scheide erhalten. Bei ausgedehntem Scheidenkrebs ist häufig eine vollständige Entfernung der Scheide notwendig. In Einzelfällen muss der Operateur auch einen Teil der Blase und/oder des Darms mit entfernen.
Strahlentherapie: Auch die Art der Strahlentherapie hängt vom Stadium des Scheidenkrebses ab. Im Prinzip soll die Bestrahlung die bösartig veränderten Zellen abtöten. Dabei können die behandelnden Ärzte die Strahlen mit zwei unterschiedlichen Methoden auf das betroffene Gebiet richten: Beim dem sogenannten Afterloading wird strahlendes Material direkt in die Scheide eingeführt (Bestrahlung von innen). Bei der Bestrahlung Haut (perkutane Bestrahlung) richten spezielle Beschleuniger die Strahlen von aussen auf die erkrankte Körperregion.
Bösartige Tumoren der Scheide wie der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) können im Verlauf zu Komplikationen führen. Sie können zum Beispiel in die Nachbarorgane einwachsen. Betroffen sind der Gebärmutterhals (Zervix), die äusseren Geschlechtsorgane (Vulva), die Harnblase und der Enddarm (Rektum). Darüber hinaus breitet sich Scheidenkrebs bevorzugt über die Lymphwege aus und bildet Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Lymphknoten des Beckens. Seltener sind solche Absiedelungen in anderen Organen wie Leber, Lunge oder Knochen zu finden.
Wenn sich der Scheidenkrebs im Becken ausdehnt, kann er dabei andere Organe einengen. Drückt das Vaginalkarzinom zum Beispiel die Harnleiter ab, kann der Urin schlecht – im ungünstigsten Falle gar nicht mehr – abfliessen. Der Urin staut sich bis zur Niere zurück (sog. Nierenstauung), was wiederum schwere Nierenschädigungen nach sich ziehen kann.
Bei Scheidenkrebs hängt die Prognose davon ab, wie stark sich der Tumor zu Beginn der Behandlung bereits ausgebreitet hat. Wird das Vaginalkarzinom früh erkannt, bevor es in benachbarte Organe eingewachsen ist oder in Lymphknoten gestreut hat, ist sehr oft eine vollständige Heilung möglich. Fasst man allerdings alle Scheidenkrebs-Patientinnen zusammen, so ergibt sich eine relativ schlechte Prognose. Das liegt unter anderem daran, dass die Erkrankung oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird und häufig zu Rückfällen (Rezidiv) neigt.
Nach erfolgreicher Behandlung eines bösartigen Tumors der Scheide sind regelmässige Nachsorgeuntersuchungen notwendig. Diese finden in den ersten drei Jahren alle drei Monate, in den folgenden zwei Jahren halbjährlich und danach dann jährlich statt. Was passiert bei der Nachsorgeuntersuchung? Der Arzt befragt die Patientin zunächst gründlich nach eventuellen Beschwerden oder sonstigen Auffälligkeiten. Zur anschliessenden gynäkologischen Untersuchung gehören neben dem Abtasten und genauen Betrachten mithilfe eines Kolposkops auch eine Ultraschalluntersuchung der Scheide. Ausserdem entnimmt der Arzt mit einem Abstrich Zellen aus der Scheide. Die nachfolgende Laboruntersuchung zeigt, ob die Zellen gesund oder bösartig verändert sind.
Treten verdächtige Symptome auf, empfiehlt es sich selbstverständlich, auch zwischen den festgesetzten Nachsorgeterminen zum Arzt zu gehen.
Bisher sind keine Massnahmen bekannt, die der Entstehung von Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) wirksam vorbeugen können. Bei Beschwerden sollten Frauen allerdings nicht zögern, unverzüglich einen Gynäkologen aufzusuchen, da die Heilungsaussichten umso besser sind, je früher der Scheidenkrebs erkannt wird. Deshalb ist jeder Frau eine regelmässige Teilnahme an gynäkologischen Früherkennungsuntersuchungen anzuraten. Für Frauen ab dem 30. Lebensjahr ist die spezielle Untersuchung der Scheide im Rahmen dieser Früherkennung empfohlen.