Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03392.jsonl.gz/276

Als Mensch bezeichne ich, was ich in mir und an mir erkenne.
An mir erkenne ich den Menschen als Lebewesen, das in der biologischen oder evolutionstheoretischen Systematik als ein Säugetier aus der Ordnung der Primaten klassifiziert wird.
In mir erkenne ich, dass ich über mich spreche und dass andere mich mit Du ansprechen, wenn sie mich meinen.
Wenn ich von der Evolution des Menschen spreche, bezeichne ich in gewisser Hinsicht einen spezifischen Moment einer dort geteilten Entwicklung. Ich unterscheide eine naturhistorische Entwicklung innerhalb des Tierreiches, die mit dem Auftreten des Menschen abgeschlossen ist, und eine sozialhistorisch Entwicklung des Menschen, die mit dem Auftreten des Menschen beginnt und in welcher sich nicht mehr der Mensch, sondern dessen Lebensverhältnisse als Kultur entwickeln. Menschen kann ich beispielsweise - wenn mir das gefällt - als toolmaking animals sehen. Dann beobachte ich im Tierreich eine Entwicklung hin zur Verwendung von Objekten, welche am Schluss den Menschen als Herstellenden hervorbringt, und eine zweite Entwicklung, in welcher sich die Menschen dadurch entwickeln, dass sie ihre Werkzeuge entwickeln.
Wenn ich den Menschen mit dem Tier - etwa als "toolmaking animal" - oder mit Maschinen - etwa in der Künstlichen Intelligenz - vergleiche, rechne ich das Sagbare den markierten Seiten der Differenz zu und das Nichtsagbare ist dann das Wesen des Menschen: Bewusstsein, Geist oder Seele.
siehe auch Menschenrechte
"Man ist versucht, den Menschen als vernunftbegabtes Tier zu definieren, das immer die Geduld verliert, wenn es der Vernunft gemäß handeln soll." - Oscar Wilde: Der Kritiker als Künstler, Szene 2