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An sieben Messstandorten im Kanton St.Gallen wurden im Jahr 2022 Messungen zur Ammoniakbelastung in der Luft durchgeführt. Alle fünf Messstandorte in den Moorgebieten zeigten deutliche Überschreitungen der kritischen Belastungsgrenze von 2 - 4 µg/m³ für Flachmoore, bzw. 1 µg/m³ für Hochmoore an. Hauptverursacher ist Ammoniak (NH3) aus der intensiven Tierhaltung. Deren Emissionen, v.a. der Ställe, Güllelager, oder der Gülleausbringung, verbreiten sich über die Atmosphäre grossflächig auch in entferntere Naturschutzgebiete wie die hier betrachteten Flach- und Hochmoore. Die Ammoniakbelastung ist an allen Messstandorten stabil im Rahmen der witterungsbedingten Schwankungen.
Ammoniak (NH3) ist eine gasförmige Verbindung des Stickstoffs, die vor allem durch die Landwirtschaft emittiert wird. Der wichtigste Verursacher ist die Tierhaltung. Durch die Atmosphäre wird der Luftschadstoff grossflächig in empfindliche Ökosysteme eingetragen, wie z.B. in Wälder, Hoch- und Flachmoore, artenreiche Naturwiesen und Heidelandschaften. Dies führt zur Überdüngung und Versauerung solcher Systeme. Als Folge tritt ein Rückgang der Biodiversität auf, zudem wird Stickstoff in Form von Nitrat aus dem Boden ausgewaschen und gelangt ins Grundwasser. Ammoniak führt auch zur Bildung von sekundärem Feinstaub, dieser hat negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.
Im OSTLUFT Gebiet wird die Belastungssituation mit Ammoniak stichprobenartig mittels Passivsammlermessreihen überwacht. Passivsammler messen Luftschadstoffkonzentrationen basierend auf dem Prinzip der Diffusion, die Messdauer beträgt im Normalfall einen Monat. Neben mehreren Messstandorten in Flach- und Hochmoor-Naturschutzgebieten werden zwei Standorte (Häggenschwil Buo mit intensiver Tierhaltung und Schänis Wellrüti, einer Waldlichtung und Weide) als Referenzstandorte geführt.
Die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) legt keinen Immissionsgrenzwert für Ammoniak fest. Zur Beurteilung der Immissionen werden daher die kritischen Konzentrationswerte (Critical Levels) oder kritischen Eintragswerte (Critical Loads) der United Nations Economic Commission for Europe (UN/ECE) herangezogen. Für Ökosysteme wie die hier betrachteten Flach- und Hochmoore werden verkraftbare Langzeitbelastungen durch Ammoniak von 2 - 4, respektive 1 µg/m³ NH3 festgelegt.
Nächste Aktualisierung bis spätestens: 30.06.2024
Die Infografik sowie die Zahlen, die ihr zugrunde liegen,...
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