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Putins Dilemma mit dem Gold
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- Dienstag, 23. Dezember 2014 15:29
Russland befand sich dieses Jahr im Gold-Kaufrausch. Aber dies hat nicht zur Stützung der russischen Währung geführt. Doch entgegen einigen Spekulationen ist zu erwarten, dass Russland auch 2015 viel Gold kaufen wird. Doch Präsident Waldimir Putin hat ein Problem.
Russland war in diesem Jahr das Land, das am meisten Gold kaufte. Mit dem Erwerb von rund 150 Tonnen Gold hat sich Russland in die Top 5 der Länder mit den grössten Goldbeständen hochkatapultiert.
Die Goldreserven des Landes von knapp 1'170 Tonnen sind zum aktuellen Marktpreis rund 45 Milliarden Dollar wert. Russland hatte nur einmal zuvor grössere Bestände, nämlich als es unter dem letzten Zaren der Romanow-Dynastie kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1'200 Tonnen besass.
Ein Plan der russischen Zentralbank
In letzter Zeit ist der Rubel stark abgestürzt – eine unbequeme Tatsache für all diejenigen Anhänger von Hartgeld im Westen, die denken, dass der Goldkauf durch Zentralbanken auf eine starke Geldpolitik schliessen lässt. In dieser Woche betrug der Umrechnungskurs von Dollar zu Rubel fast 1 zu 70. Für gewöhnlich steht er bei etwa 1 zu 32.
Russland kauft bereits seit mehreren Jahren viel Gold. Ende 2005 bewilligte Wladimir Putin (Bild) einen Plan der russischen Zentralbank, die nationalen Goldreserven zu verdoppeln. Als Ziel sollten zukünftig 10 Prozent aller Aktiven in Gold gehalten werden, eine Grösse, die es seit der Rubelkrise in 1998 nicht mehr gab.
Nur ein Teil der Geschichte
Diese Massnahme ist Teil der wirtschaftlichen und politischen Strategie Putins. Im Inland wird die Menge des Goldbesitzes als Indikator für Russlands Macht betrachtet. Seit 2005 gehört das Land zu den eifrigsten Goldkäufern. Allein im Mai 2010 kaufte die Zentralbank 34 Tonnen Gold in einem Monat.
Putins Gold-Politik ist aber nur ein Teil der Geschichte. Auch wenn Russland nun über mehr Gold als China verfügt, wird es auch 2015 Gold kaufen. Im Land gibt es riesige Goldvorkommen, die abgebaut werden müssen. Russlands Fördermenge an Gold ist derzeit grösser als die der USA und liegt nun weltweit auf Platz drei. Aber internationale Sanktionen auf Grund der Aggressionspolitik in der Ukraine hindern das Land daran, dieses Edelmetall auf dem freien Markt zu verkaufen.
Folglich ist der grösste Abnehmer des russischen Goldes deren eigene Zentralbank. Diese kaufte 114 der insgesamt 175 Tonnen, die in den ersten neun Monaten dieses Jahres abgebaut wurden.
Was können Investoren daraus lernen?
Westliche Anleger können an diesem Beispiel sehen, dass grosse Goldreserven einer Regierung nicht automatisch auch ein Garant für eine starke Währung oder eine stabile Wirtschaft fungieren. Die in Russland gelagerten Staatsreserven haben keinerlei Schutz für westliche Investoren geboten, ganz zu schweigen von den russischen Sparern, deren Ersparnisse in Rubel in den vergangenen Wochen wie Schnee dahinschmolzen.
Sollte sich die Währungsschwäche noch weiter verschlimmern, könnte Russland in Versuchung geraten, Gold gegen Rubel zu verkaufen. Doch wie der ehemalige Präsident der US-Notenbank Alan Greenspan einst sagte, ist Gold das ultimative Zahlungsmittel in Krisenzeiten. Und «Krise» ist das grosse Reizwort für Putin.
Ernsthafte Krise
Auf Grund des Symbolcharakters von Gold für die Russen sind Moskaus Goldreserven für deren Regierung vermutlich mehr wert als ihr Barwert. Falls in Moskau beschlossen werden sollte, das Gold zu verkaufen, würde das signalisieren, dass der Kreml auf Grund des Verfalls des Rubels tatsächlich in einer ernsthaften Krise stecken würde.
Und dies wiederum würde Putins Image schaden, der gerne den starken Mann markiert und sich vorgenommen hat, Russland von der «Diktatur des Dollar» zu befreien, und dadurch auch seiner Zustimmungsrate im eigenen Land.
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