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Hochgeehrter Herr
Die Verhandlungen in Berlin werden wahrscheinlich ganz abgebrochen, da Deutschland nur sehr geringe Vortheile bietet und dagegen Forderungen stellt welche theilweise gegenüber der Bundesverfassung unzulässig erscheinen.1 Heute muss sich die Sache entscheiden; kommt der Vertrag zu Stande, so sei der Norddeutsche Bund geneigt uns wegen der Alpeneisenbahn eine Erklärung zu geben, wie wir sie gewünscht haben;2 ich habe Ihnen im letzten Briefe davon Kenntniss gegeben. In welcher Form eine solche Erklärung angeboten wird | darüber sind wir ohne Nachricht. Sobald wir etwas Positives und Entscheidendes erfahren will ich Sie davon in Kenntniss setzen.
Die jurassischen Bahnen3 sind in ein Stadium getreten welches wenigstens für den Canton Bern auch etwelchen Einfluss auf die Gotthard bestrebungen haben kann.4 Strousberg5 (es soll ein anderer sein als der Tessiner)6 will die Bahn Basel– Biel erstellen, mit Anschluss von Pruntrut–Delsberg, wenn ihm die Staatssubventionen für die einzelnen Linien, also auch für Pruntrut–Dels| berg überlassen werden; dazu ist eine Abänderung des Grossrathdecrets7 erforderlich von der man aber glaubt sie werde erfolgen. Im Jura selbst soll keine Opposition dagegen sein. Käme diese Linie zu Stande so wäre damit allerdings ein Theil des Cantons Bern nahe an das Interesse der westlichen Bahnen geknüpft und eine möglichst kurze Linie an den Mont-Cenis erstellt.
Mit vollkommener Hochachtung
Ihr ergebenster
Welti
Bern
4. Mai 1868.