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Alles fliesst hinein und wieder hinaus.
Alles besitzt seine Gezeiten.
Alles steigt und fällt.
Alles ist Schwingung.
Nichts bleibt stehen - alles bewegt sich.
Der Pendelschwung zeigt sich in allem. Das Ausmass des Schwunges nach rechts entspricht dem Ausmass des Schwunges nach links. Rhythmus ist ausgleichend. Überwinde Starrheit und lebe Flexibilität. Alles, was starr ist, muss zerbrechen.
Gleiches zieht Gleiches an und wird durch Gleiches verstärkt. Ungleiches stösst einander ab.
Dein persönliches Verhalten bestimmt Deine persönlichen Verhältnisse und Deine gesamten Lebensumstände.
Negativität zieht Negatives an, Dunkles zieht Dunkles an, Hass zieht Hass an, Angst zieht Angst an, Sucht zieht Sucht an, Aggressivität zieht Aggressivität an - und wenn wir nicht innehalten und umkehren, setzen wir eine Spirale nach unten in Gang, die irgendwann nicht mehr zu stoppen ist und zu Depression, Verzweiflung, Unglück und Tod führt.
Am Strand des Meeres wohnten drei alte Mönche. Sie waren so weise und fromm, dass jeden Tag ein kleines Wunder für sie geschah. Wenn sie nämlich morgens ihre Andacht verrichtet hatten und zum Bade gingen, hängten sie ihre Mäntel in den Wind. Und die Mäntel blieben im
Wind schweben, bis die Mönche wiederkamen, um sie zu holen.
Eines Tages, als sie sich wieder in den Wellen erfrischten, sahen sie einen grossen Seeadler übers Meer fliegen. Plötzlich stiess er auf das Wasser herunter, und als er sich wieder erhob, hielt er einen zappelnden Fisch im Schnabel.
Der eine Mönch sagte: „Böser Vogel!“ Da fiel sein Mantel aus dem Wind zur Erde nieder, wo er liegenblieb.
Der zweite Mönch sagte: „Du armer Fisch!“ – Und auch sein Mantel löste sich und fiel auf die Erde.
Der dritte Mönch sah dem enteilenden Vogel nach, der den Fisch im Schnabel trug. Er sah ihn kleiner und kleiner werden und endlich im Morgenlicht verschwinden. Der Mönch schwieg – sein Mantel blieb im Winde hängen.
Es gibt in den spirituellen Traditionen zahlreiche Meditationen über Vergänglichkeit, eine bezieht sich auf folgende Gedanken:
1. Entwickle Wertschätzung und Dankbarkeit für die Kostbarkeit deines Lebens, das so besonders ist und nicht selbstverständlich, für deine Lebensumstände, für das, was du erfahren hast. Denke daran: du hast die Möglichkeit, dein volles menschliches Potenzial zu verwirklichen. Nutze diese Gelegenheit.
2. Denke daran, dass das Leben zerbrechlich ist und trügerisch sicher. Unsere Existenz ist so vergänglich wie die Wolken am Himmel oder die Wellen im Ozean. Auch dieser Körper ist sterblich. Der Tod ist unausweichlich. Keiner von uns weiss, wann und wie er kommen wird. Nutze deine kostbare Lebenszeit um Sinnvolles zu tun und voller Freude zu leben. Sei glücklich.
3. Vergegenwärtige dir, dass alles, was geschieht, auf Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen beruht. Selbst die kleinste Handlung oder Absicht im Denken hat Auswirkungen auf dieses und vielleicht folgende Leben. Daraus ergibt sich die Wichtigkeit, achtsam und ethisch zu handeln, niemanden zu verletzen, weder mit Worten noch in Taten, Sinnvolles zu tun, mitfühlend und liebevoll zu sein.
4. Weil wir von Unwissenheit beherrscht werden, drehen wir uns immer wieder im Kreis. So sind wir gefangen im Leiden. Erinnere dich daran, dass du die Buddha-Natur hast, die frei ist von Leiden. Sie ist dein eigentliches Wesen. Es ist immer und jederzeit möglich, einen Zugang zu ihr zu finden. Wähle einen spirituellen Weg.
Diese Kontemplation hilft, sich daran zu gewöhnen, dass Leben und Tod zusammengehören. Sie schafft in deinem Geist die Bereitschaft, Vergänglichkeit zu respektieren, und bildet ein Gegengewicht zur Tabu-Zone Tod in unserer Gesellschaft, in der die Ausgrenzung und die Ignoranz von Sterben und Tod geradezu kultiviert werden. Darüber hinaus hilft sie dir, Wertschätzung für dein Leben sowie einen anderen Umgang mit der Vergänglichkeit und ihren Schattenseiten, den Krisen, Trennungserfahrungen bis hin zum Tod zu entwickeln.