Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03537.jsonl.gz/2451

Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement
Departament d'educaziun, cultura e protecziun da l'ambient
Dipartimento dell'educazione, cultura e protezione dell'ambiente
Das Erwerbsmodell "Mann Vollzeit - Frau Teilzeit" hat das traditionelle Modell "Mann Ernährer - Frau Hausfrau" abgelöst. Teilzeitarbeit scheint die individuelle Lösung zu sein, um Erwerbsarbeit und Haus- und Familienarbeit zu vereinbaren. 2013 waren in der Schweiz und in Graubünden rund 60% der erwerbstätigen Frauen, aber nur 16% der erwerbstätigen Männer Teilzeit angestellt. Die Teilzeitarbeit ist somit ein typisches Merkmal der weiblichen Erwerbsarbeit in der Schweiz.
Typisch ist auch die ausserordentlich hohe Teilzeiterwerbsquote unter 50% Erwerbspensum. Diese erklärt sich u.a. aus den negativen Anreizen bei Zweiteinkommen von Ehepaaren, der ungleichen Verteilung der Haus- und Familienarbeit, den gesellschaftlichen Erwartungen und der Lohnungleichheit.
Eine Anstellung in einem niedrigen Teilzeitpensum birgt aber Risiken:
Ein egalitäres Modell, in dem Frauen und Männer im Schnitt zumindest 70% arbeiten, zahlt sich aus, auch im Fall einer Scheidung. Wenn aber ein niedriger Beschäftigungsgrad, eine Scheidung und ein ungünstiges Pensionskassenreglement zusammenkommen, wird das Existenzminimum (3'100 Franken für Einzelpersonen, 4'500 für Paare) nicht erreicht. In der Konsequenz müssen namentlich Frauen im Alter zunehmend Ergänzungsleistungen zur AHV beziehen.
Studie der SKG, 2016: Auswirkungen von Teilzeitarbeit auf die Altersvorsorge
Bundesamt für Statistik, Daten, Indikatoren Teilzeitarbeit