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Dürreperioden werden in Mitteleuropa häufiger und zunehmend härter. Gleichzeitig gibt es Hinweise dafür, dass Wiesen und Weiden zunehmend an Trockenresistenz verlieren, da die heute vorherrschende Landwirtschaftspraxis raschwüchsige Futtergräser und -kräuter auf Kosten von langsam wachsenden, trockenheitstoleranteren Arten fördert. Wie sich der fortschreitende Klimawandel mit häufigeren und härteren Trockenperioden auf diesen unerwünschten Artenrückgang auswirken wird und welche Folgen dies wiederum für die Funktion und Stabilität des Graslandökosystems hat, ist bisher nicht ausreichend geklärt.
Um diese Fragen zu untersuchen, simulieren wir in verschiedenen Experimenten saisonale Dürren und Extremereignisse, einerseits in bestehenden, unterschiedlich intensiv genutzten Wiesen und Weiden, andererseits in neu angesäten Versuchsflächen, in denen die wichtigsten Arten der untersuchten Wiesen und Weiden unter gleichen Bedingungen am gleichen Ort wachsen. In allen Versuchsflächen erfassen wir vor, während und nach der simulierten Trockenheit die Artenzusammensetzung und Ökosystemfunktionen quantitativ und analysieren die Daten auf unterschiedliche Stabilitätsmasse hin. Ergänzend zu diesen Experimenten dienen uns Daten einer über 30-jährigen Langzeitstudie, die wir mit Analysen zu denselben Stabilitätsmassen untersuchen.
Mit diesem Projekt möchten wir die Grenzen der Trockenheitsresistenz von verschieden intensiv genutztem Grasland ausloten. Mit unseren Erkenntnissen zur Stabilität dieser Ökosysteme möchten wir auf die Risiken einer Vegetationsentwicklung aufmerksam machen, die nach dem Überschreiten einer kritischen Schwelle zum Verlust von wertvollen Lebensräumen führt. Unsere Resultate sollen aber auch neue Impulse für die ökologische Aufwertung und die Bewirtschaftung von Grasland geben und ein Verständnis der Rolle bestimmter Pflanzeneigenschaften für die Funktion und Stabilität eines Graslandökosystems vermitteln.
31. Januar 2020