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Die Unterschiede von Land zu Land waren mitunter beträchtlich. In armen Ländern Afrikas wie Uganda, Malawi oder dem Tschad waren es über 70 Prozent, in Indien 43 Prozent, in China noch 27. In Ländern wie Belgien, Deutschland, Grossbritannien, Israel, Schweden oder den USA waren es hingegen weniger als 2 Prozent. Die Schweiz ist unter den Hochlohnländern insbesondere angesichts des aussergewöhnlich hohen Pro-Kopf-Einkommens ein Ausreisser: 3 Prozent der Beschäftigten waren 2019 landwirtschaftlich tätig.
In den heute reichen Ländern ging mit dem Anstieg der Arbeitsproduktivität in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten die Beschäftigung in der Landwirtschaft nach und nach massiv zurück – zugunsten eines Anstiegs in den Sektoren Industrie und Dienstleistungen. Beschreiten heute arme Länder diesen Weg, werden sie zu Gesellschaften mit weniger Agrarwirtschaft und mehr Möglichkeiten zur Gestaltung des eigenen Lebens. Der weltweite Trend der letzten Jahrzehnte, der nicht getrieben war von Veränderungen in den wohlhabenden marktwirtschaftlichen Demokratien, stimmt deshalb optimistisch. 1991 lag der Anteil der landwirtschaftlich Beschäftigten weltweit noch bei 44 Prozent.
Auch in der Schweiz ging der Anteil landwirtschaftlich Beschäftigter seit 1991 zurück, von 4,3 auf 3 Prozent. Im Vergleich zu den 1,3 Prozent in Deutschland ist er jedoch weiterhin hoch. Mitverantwortlich dafür sind die umfangreichen staatlichen Stützungsmassnahmen für Schweizer Bauern, die so trotz international nicht konkurrenzfähig hoher Kosten ihre Produktion am Leben erhalten. Der mittels staatlicher Subventionen gross gehaltene Agrarsektor ist ein von Personen ohne Einkommen aus der Landwirtschaft finanzierter Luxus, dessen Kosten für sie überschaubar sind, weil sich ihre Gesellschaft schon vor langer Zeit von der Landwirtschaft emanzipiert hat. Das ist Menschen in Uganda, Malawi und dem Tschad auch zu wünschen.