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Adele Bertschi wurde am 29. Dezember 1892 in Horgen am Zürichsee geboren.
Ihr Vater, Samuel Bertschi, war in die Vereinigten Staaten ausgewandert und hatte dort eine Bandweberei mit 250 Arbeitern aufgebaut.
Als seine erste Frau starb, verkaufte er den Betrieb und kehrte als „gemachter Mann” in die Schweiz zurück.
Dort heiratete er zum zweiten Mal die Walliserin Maria Antille. Sie zogen nach Horgen, wo der Vater den schönen Bauernhof „Im Rüsler” erwarb und wo Adele auch aufwuchs.
Der Vater starb, als Adele acht Jahre alt war. Die Mutter wurde als zielbewusste und temperamentvolle Frau beschrieben, die nach dem frühen Tod des Mannes als alleinerziehende Mutter allerlei Schikanen durch die Schule und Kirche zu bewältigen hatte.
Sie wehrte sich erfolgreich dagegen, ein Zug, den auch Adele mitbekommen hatte. Nach der Grundschule in Horgen absolvierte Adele das damals obligate Welschlandjahr für junge Frauen (ein längerer Aufenthalt in der Westschweiz zum Lernen der französischen Sprache, meist als Haushaltshilfe). Danach arbeitete sie als Angestellte in der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich in der Samenkontrolle.
Verhältnis zu Gottlieb Duttweiler
Adele Duttweiler äußerte Bedenken, wo sie ihr angebracht schienen, auch in durchaus kaufmännischen Dingen.
Er hörte auf ihren Rat, weil er wußte, daß er aus jener Vernunft kam, die nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen wohnt. Seinem drängenden In-die-Zukunft-Denken fügte Adele Duttweiler immer die Wirklichkeit der Gegenwart hinzu.”