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Herbst 2005 in Nepal und Tibet. Desaster am Kang Guru
Herbst 2005 in Nepal und Tibet
Die Herbstsaison 2005 an den Bergen von Nepal und Tibet war geprägt durch das Desaster, das sich am Kang Guru in Westnepal ereignete: Achtzehn Menschen fanden dort den Lawinentod.
Am 2O. Oktober 2005 verwüsteten Lawinenabgänge das Basislager am Kang Guru, einem 6981 m hohen Berg in der Nähe von Manang nordöstlich der Anna-purna-Kette. Dieser Gipfel wurde in den letzten Jahren immer wieder von kommerziellen Expeditionen – oft französischer Herkunft – besucht. Der Berg galt als sicher, war doch von 27 Teams, die ihn in früheren Jahren besucht hatten, einmal ein Bergsteiger ums Leben gekommen. Der Anmarsch führt durch eine schöne Landschaft mit malerischen Dörfern.
Erfahrener Expeditionsleiter
Die Lawinenabgänge verschütteten nicht nur eine ganze französische Gruppe unter der Leitung des erfahrenen Bergführers und ENSA-Instruktors Daniel Stol-zenberg, sondern auch elf ihrer nepalesischen Helfer. Die achtzehn Menschen wurden in eine tiefe Schlucht mitgerissen, und vor Beginn des Winters konnten nur drei der Opfer geborgen werden. Noch nie hatte eine Katastrophe an den Bergen Nepals so viele Menschenleben einer einzigen Expedition gefordert. Abgesehen von dieser traurigen Nachricht gibt es über die Herbstsaison nicht viel zu berichten. Ein Versuch des bekannten amerikanischen Bergsteigers John Roskelley und seines Sohns Jess, die Erstbegehung des wundervollen Siebentausenders Gaurishankar von der tibetischen Seite zu unternehmen, misslang wegen der gefährlichen, unstabilen Felsen und Eisformationen auf dem Nordostgrat.
Erfolglose Erstbesteigungsversuche
Ohne Erfolg blieb auch ein Versuch zweier Polen am Everest, womit am Everest seit 2002 in der Herbstsaison keine Besteigung mehr zu verzeichnen ist. Ebenfalls misslungen sind die Unternehmungen vier verschiedener Kleingruppen, bisher unbestiegene Berge – Janak und Pabuk Kang im Nordosten Nepals, Swaksa Kang im Nordwesten sowie Tengkangpoche in der Everest-Region – zu erklettern. Am Swaksa Kang mussten die Bergsteiger 200 Dollar pro Expeditionsteilnehmer an Maoisten und rund 35 Dollar für ihren nepalesischen Sirdar entrichten. Auch beim Anmarsch zum Pabuka Kang musste das japanische Expeditionsteam bezahlen, allerdings eine viel kleinere Summe. Solche « Wegzölle » scheinen sich in Nepal inzwischen vielerorts leider fest etabliert zu haben. Insbesondere in abgelegenen Gebieten haben die Maoisten ihren Einﬂuss offenbar ausgedehnt. Das ist einer der Gründe, warum sich die meisten Expeditionen auf ein paar wenige « Modeberge » und -gebiete konzentrieren. So herrschte auch im vergangenen Herbst der übliche Hochbetrieb am Cho Oyu mit 46 Expeditionen und an der Ama Dablam, wo sich sogar 47 Teams aufhielten. 1 a Christine Kopp, Muri/BE und Galbiate/I 1 Dieser Artikel basiert auf einem ausführlichen Bericht von Elizabeth Hawley, Kathmandu.
Blick vom Dorf Manang auf die Gangapurna im Annapurna- Gebiet in einer trockenen Herbstsaison mit wenig Schnee. Im Herbst 2005 führten lang anhaltende Schneefälle zur Katastrophe am Kang Guru, der sich in der Nähe von Manang beﬁndet.
Die Ama Dablam – der zurzeit bei Expeditionen wohl beliebteste Berg in Nepal Fotos: Christine Kopp
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