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Miss Pennys neues LebenEs begann vor vielen Jahren, als ich mich in einen Corgi verliebte, aber damals galt meine grosse Leidenschaft dem Australian Shepherd. Während fast 40 Jahren habe ich diese Rasse aufgezogen und trainiert. Als mein Lieblingshund mit 15½ Jahren an Krebs starb, wollte ich wiederum einen Aussie anschaffen, um meinem anderen alten Hund Gesellschaft zu leisten.
Dann aber überlegte ich es mir anders. Jetzt war die Zeit gekommen für einen Corgi, und ich begann mich umzusehen. Ich setzte mich mit verschiedenen Personen in Verbindung, schaute mir ihre Hunde an, aber keiner sagte mir richtig zu. Ich fand die Telefonnummer eines Mannes, der ungefähr 250 km von mir entfernt wohnt, rief aber nicht an, sondern legte den Zettel in die Schreibtischschublade und warf ab und zu einen Blick darauf.
Eines Tages rief ich ihn schliesslich an. Er sagte, er habe immer Welpen und sei bereit, mich auf halbem Weg zu treffen. Dann erwähnte er, dass er auch eine ältere Hündin habe. Sie sei bei Leuten, die nicht für sie bezahlt hätten, und er würde sie holen, falls ich interessiert sei. Ich willigte ein, sie mir anzusehen, denn ich wollte sie nicht unbesehen übernehmen.
Wir vereinbarten, uns auf einem Rastplatz zu treffen. Ich wartete im Auto und beobachtete, wie er sie aus seinem Wagen hob. Sie wirkte verängstigt und ich dachte, es sei die Fahrt und der fremde Ort …. Als er begann, sie an der Leine über den Rastplatz zu zerren, stieg ich aus. Ich hatte genug gesehen und wusste, dass ich sie mitnehmen würde, selbst wenn es keine gegenseitige Liebe sein sollte. Sie sollte NIE mehr herzumgezerrt werden.
Und so zog Miss Penny bei mir ein. Mein damals 14 Jahre alter Hund und Miss Penny verstanden sich sofort, aber Miss Penny zog es vor, sich irgend wo in eine Ecke zu verkriechen. Sie bat nicht um Aufmerksamkeit, sie schaute mich nicht an, wusste nicht was eine Leine war, ausser sich zu ducken, wenn sie eine sah. Sie versuchte, sich zu verstecken, wenn ich sie anschaute und mir war klar, dass sie misshandelt worden war.
Nach fast zwei Wochen näherte sie sich mir eines Abends ganz zögerlich und fand sich darin, dass ich sie aufhob. Ich nahm sie zu mir aufs Sofa und streichelte sie, während ich las. Sobald ich damit aufhörte, wollte sie runter. "Lass mich in Ruhe, ich habe Angst", kommunizierte sie.
Nun wollte ich wissen, was mit ihr los war und rief den Mann an, der sie vermittelt hatte. Er erklärte, sie sei an zwei Plätzen gewesen, wo sie mit ihr nicht zurecht kamen. Sie habe drei Würfe gehabt, aber alle Welpen seien gestorben, und sein Tierarzt habe empfohlen, sie kastrieren zu lassen, denn sie würde nie eine gute Mutter sein, weil sie die Welpen nicht säugen liess. Weiter erzählte er, dass sie nie erzogen worden war, weil sie sich sträube, wenn man mit ihr arbeiten wolle. Sie habe eine Abneigung gegenüber Menschen und passe nicht in sein Zuchtprogramm.
Im Alter von 2 Jahren und 4 Monaten hatte sie also bereits 3 Würfe gehabt, d.h. sie war bei jeder Läufigkeit gedeckt worden, einschliesslich der ersten. Ungefähr eine Woche nach diesem Gespräch bemerkte ich, dass sie Gewicht zulegte, und als sie sich eines Abends auf den Rücken drehte, sah ich, dass ihre Zitzen geschwollen waren. Am Tag darauf gingen wir zum Tierarzt und er bestätigte, dass sie trächtig war.
Nun stand ich da mit einer trächtigen Hündin, die mir nicht vertraute. Das hatte gerade noch gefehlt! Ich hatte keine Ahnung, wann sie gebären sollte, aber den Anzeichen nach in 10 bis 14 Tagen. Ich kochte vor Wut.
In jener Woche sass ich wieder auf dem Sofa und las, während Miss Penny am anderen Ende des Sofas lag. Ganz langsam stand sie auf und kroch zu mir rüber, zögernd, die Augen voller Angst. Ich rührte mich nicht und sie legte sich schliesslich neben mich. Weiter traute sie sich nicht, sie zitterte sogar vor Angst. Ich begann, sie am Kragen zu kraulen und sie legte eine Pfote auf meinen Schoss. Als ich sie umarmte, schob sie langsam ihre Schnauze unter meinen Arm und stubste.
An jenem Abend schenkte sie mir ihr Herz. Endlich entspannte sie sich und erlaubte mir, sie zu berühren, ohne zurückzuschrecken, und ich versprach ihr, sie zu lieben und für sie zu sorgen, dass sie nie wieder misshandelt würde und immer bei mir bleiben konnte.
Ich machte eine Wurfkiste bereit und wartete. Als die Welpen kamen, wusste sie nicht, ob sie mir vertrauen konnte oder nicht. Aber ich blieb bei ihr und half wenn nötig.
Weil sie erst in der letzten Phase ihrer Trächtigkeit die passende Nahrung erhalten hatte, verlor sie 3 von 5 Welpen. Als wir am nächsten Morgen zur Nachgeburtkontrolle zum Tierarzt fuhren, war es bitterkalt und wir hätten beinahe noch einen Welpen verloren.
Miss Penny hatte trotz Nahrungsergänzungsmittel nur ganz wenig Milch, gerade knapp genug für einen Welpen, der mit Zufütterung überlebte, während ich seine Schwester Teegan mit der Flasche aufzog. Der Rüde fand schliesslich einen wunderschönen Platz bei einem jungen Paar, während Teegan bei mir blieb.
Mit der Zeit lernte Miss Penny, zu vertrauen, zu spielen und glücklich zu sein. Sie lernte, dass eine Leine Gassigehen bedeutet und dass Spaziergänge etwas Schönes sind; eine Umarmung etwas Angenehmes ist und sie keine Angst haben muss; der offen stehende Schrank vielleicht Leckereien für sie enthält, und wenn sie mir ihren Napf bringt, ich ihn fülle; wenn wir mit dem Auto irgend wo hinfahren, sie wieder mit mir heinmkehrt. Kurz, sie lernte wieder, geliebt zu werden.
Mein Plan war, dass Teegan einen Wurf haben sollte, von dem ich einen Welpen behalten wollte, damit sie zu dritt mit den Kühen arbeiten konnten. Als Teegan dann aber mit 8 Monaten einen Küchenschwamm verschluckte und notfalls operiert werden musste, liess ich sie gleichzeitig sterilisieren, um ihre eine zweite Narkose zu ersparen.
So entschloss ich mich, Miss Penny noch ein letztes Mal decken zu lassen und von ihr einen Welpen zu behalten. Dieses Mal hatte sie genug Milch und säugte alle 5 Welpen, es gab keine Rückschläge und sie war eine sehr gute Mutter. Umständehalber behielt ich schliesslich zwei der Welpen, Brynn und Nan.
In den drei Jahren seit Miss Penny bei mir ist, hat sie es sehr weit gebracht. Sie ist ein ganz anderer Hund geworden. Sie ist kontaktfreudig, wendet sich aber immer noch an mich, wenn sie unsicher ist und sie bleibt unter meinem Stuhl oder zu meinen Füssen wo immer ich bin.
Die Art, wie Miss Penny sich diesem kleinen Jungen auf dem Spielplatz des Kindergartens näherte, hat mich völlig verblüfft. Sie war ruhig und selbstsicher, sie wollte ihn einfach lieb haben. Damit bewies sie, dass sie wieder fähig ist, zu lieben und darum bin ich so stolz auf sie.
Sherree Blair, Colorado
Übersetzung ANo mit freundlicher Genehmigung