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Die nötige Sicherheit fehlt ihr, um ausgerechnet im Olympia-Final ihren neuen Sprung, den Tschussowitina mit einer zusätzlichen halben Schraube, den sie in Rio noch nicht trainiert hat, erstmals zu zeigen. Das Risiko ist zu gross, zumal sie den Tschussowitina, der nur einen um 0,4 Punkte geringeren Schwierigkeitsgrad aufweist, aus dem Effeff beherrscht. “Beide Gerätefinals sind sehr wichtig, es wäre blöd, wenn jetzt noch etwas passieren würde.”
Obwohl Steingruber als Qualifikations-Dritte in den Sprung-Final vom Sonntag einzog, liegt das Schicksal an ihrem einstigen Paradegerät nicht nur in ihren Händen, weist sie doch den niedrigsten Schwierigkeitsgrad aller acht Finalistinnen auf. “Die Konkurrenz am Sprung ist im Vergleich zum Boden stärker”, sagte Trainer Zoltan Jordanov. Dementsprechend mehr Chancen rechnet er sich für den Boden-Final am Dienstag aus. “Wenn sie eine schöne Übung mit guten Landungen zeigt, kommt sie den Medaillen sehr nahe”, sagte Jordanov.
Kann sie sich im Vergleich zur Qualifikation und zum Mehrkampf-Final steigern und legt sie einen ähnlich starken Vortrag wie bei ihrem EM-Titel Anfang Juni in Bern hin, ist sie im Vergleich mit der Italienerin Vanessa Ferrari und der Chinesin Wang Yan höher einzustufen. Ausser Reichweite sind die beiden Amerikanerinnen Simone Biles und Alexandra Raisman, die in einer eigenen Liga turnen.
Zu sehr auf einen möglichen Medaillengewinn will sich Steingruber aber nicht fokussieren. “Am Ende will ich einfach sagen können, dass ich es gut gemacht habe.” Die erste Olympia-Medaille einer Schweizer Kunstturnerin kann man auch aus Sicht Jordanovs nicht fordern. “Aber die Möglichkeiten sind da.”
(SDA)