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Medienberichte über eine am 9.9.2020 im «Virology Journal» publizierte Laborstudie, wonach ein pflanzlicher Extrakt von Echinacea purpurea – unter anderem – im Reagenzglas auch Coronaviren abtöten könne, haben zu einer grossen Nachfrage nach Präparaten mit diesen Extrakten geführt. Eine entsprechende Wirkung beim Menschen ist nicht belegt.
Die wichtigsten Facts
Das grosse Versagen
LANG-ZEIT EFFEKTE VON COVID-19
Die Forschung charakterisiert weiterhin die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion, die formal als postakute Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion (PASC) und allgemein als „Langzeit-COVID“ bezeichnet werden. Forscher aus St. Louis, Missouri (USA), veröffentlichten eine Analyse des Erkrankungs- und Sterberisikos in den 6 Monaten nach der Infektion. Die in Nature veröffentlichte Studie umfasste Daten von mehr als 73.000 COVID-19-Patienten, die im Gesundheitssystem des US-Veteranenministeriums behandelt wurden, und verglich sie mit fast 5 Millionen Nicht-COVID-19-Patienten innerhalb des Systems. Die Forscher fanden heraus, dass das Sterberisiko bei COVID-19-Patienten über die ersten 30 Krankheitstage hinaus um fast 60% höher war, was 8,39 Todesfällen pro 1.000 Personen nach 6 Monaten entspricht. Die übermäßigen Todesfälle bei COVID-19-Patienten im Krankenhaus waren sogar noch höher (28,79).
Die Forscher beobachteten auch einen statistisch signifikanten Anstieg der ambulanten Versorgung und des Konsums bestimmter Behandlungsmedikamente, einschließlich Opioid- und Nicht-Opioid-Schmerzmedikamenten, bei COVID-19-Patienten. Die Verwendung von Betablockern und Opioidanalgetika war bei COVID-19-Patienten im Vergleich zu Nicht-COVID-19-Patienten fast zehnmal höher. Die Studie präsentiert detaillierte Ergebnisse für mehr als 75 Erkrankungen und Medikamente im Zusammenhang mit COVID-19. Bemerkenswerterweise blieben viele der statistisch signifikanten Ergebnisse im Vergleich zu den saisonalen Grippepatienten erhalten. Dies scheint die größte Studie ihrer Art zu sein, um die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion zu bewerten.
Ansteckend, positiv, infiziert? Was leisten Schnelltests und PCR-Tests?
Text aus INFOsperber:
ASTRAZENECA COVID-19-Impfstoff - SICHER?
einer detaillierten Berichterstattung und Erklärung zu den Nebenwirkungen
Das arznei-telegram schreibt: "Nach einer vorläufigen Beurteilung des Risikosignals von Thrombosen nach Impfung mit der COVID-19-Vakzine von AstraZeneca ( a-t 2021; 52: 9-13) bestätigt die europäische Arzneimittelbehörde EMA dem Impfstoff eine positive Nutzen-Schaden-Bilanz." Nach einigen Ausführungen zu den Umständen und der Art und Häufigkeit - oder besser gesagt Seltenheit - der Nebenwirkungen lautet das Fazit der Redaktion des Berichtes:
"wir halten es bis zur weiteren Klärung der Zusammenhänge für angebracht, dass – im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes – zumindest Frauen unter 55 Jahre einen anderen COVID-19-Impfstoff angeboten bekommen."
Die Bedeutung der Aerosole bei der Übertragung von SARS-CoV-2 wird massiv unterschätzt
Das Deutsche Ärzteblatt titelt am 18. März 2021:
- Ansteckung ist auch ohne Begegnung möglich
- Plexiglaswände könnten mehr schaden als schützen
- Nur Bündel von Maßnahmen kann ausreichend schützen
Es lohnt sich den Bericht zu lesen, denn er zeigt klar und deutlich auf: Überall wo sich Menschen in Innenräumen aufhalten, bietet nur das Tragen von Masken ausreichend Schutz vor Ansteckungen. Plexiglaswände sind Alibiübungen und praktisch nutzlos. Für kurze Begegnungen sind sie allenfalls Spuckschutz, doch wer sich permanent hinter dem Glas aufhalten muss, hat ohne Maske ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.
Strengere Maßnahmen erforderlich, um die neue SARS-CoV-2 B.1.1.7-Variante zu kontrollieren!!!
Transmission of SARS-CoV-2 Lineage B.1.1.7 in England: Insights from linking epidemiological and genetic data
Zusammenfassung:
Die SARS-CoV-2-Linie B.1.1.7 - auch Variant of Concern 202012/01 (VOC-202012/01) genannt - wurde erstmals im November 2020 in Großbritannien entdeckt. Eine umfassende epidemiologische Analyse der neuen Variante von SARS-CoV-2 in England zeigt:
- Eine erhöhte Übertragungshäufigkeit gegenüber anderen SARS-CoV-2-Varianten in Großbritannien (und auch anderswo)
- Der geschätzte Unterschied in der Reproduktionszahl (Anzahl der Neuinfektionen aufgrund eines einzelnen Infektionsfalls) zu den herkömmlichen SARS-CoV-2-Viren lag zwischen 0,4 und 0,7.
Fazit: Das Forschungsteam warnt davor, dass dieser erhebliche Übertragungsvorteil die laufende Kontrolle von COVID-19 die Behörden vor große Herausforderungen stellen wird. Wichtig ist zudem, dass die Untersuchung Beweise liefert, dass nicht-pharmazeutische Interventionen zwar ausreichten, um die herkömmlichen SARS-CoV-2-Viren während der Sperrmassnahmen im November 2020 in England zu kontrollieren, aber nicht ausreichten, um die die neuen Viren der SARS-CoV-2-Linie B.1.1.7 zu kontrollieren. Die Studienautoren Neil Ferguson und Kollegen warnen davor, dass soziale Distanzierungsmaßnahmen strenger sein müssen und dass politische Entscheidungen durch dringende epidemiologische Untersuchungen der neuen Variante geleitet werden müssen.
Eine Verschiebung der Ansteckungen in Richtung Alter unter 20
Die Übertragungsdaten zeigten auch eine kleine, aber deutliche Verschiebung hin zu Personen unter 20 Jahren und Kindern, die stärker von der neuen Variante betroffen sind als von früheren Varianten.
Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der höheren Übertragungswahrscheinlichkeit der SARS-CoV-2-Linie B.1.1.7 stellt sich die Frage, ob das Dogma, dass Kinder nicht zu den Treibern der Epidemie gehören weiterhin gültig ist. Für die Grippe ist beispielsweise bekannt, dass Kinder eine bedeutende Rolle bei der Übertragung von Influenzaviren im Haushalt spielen. Es ist davon auszugehen, dass dies auch auf die Schule übertragen werden kann. Es wäre fatal, wenn dies nun auch auf die neue SARS-CoV-2-Linie B.1.1.7 zutreffen würde. Wir stehen diesbezüglich dort, wo wir Anfangs März in Bezug auf die ganze Bevölkerung standen: Aus Sicherheitsgründen wurde ein Lockdown verfügt, der auch die Schulen umfasste. Es ist schon aus logischen Gründen nicht nachvollziehbar, warum jetzt nicht auch ein weitgehender Lockdown, der unbedingt auch alle Schulen umfassen soll, verfügt wird. Es genügt nicht, die Verbreitungsszenarien, die mit Sicherheit eintreten werden aufzuzeigen, sondern es muss jetzt gehandelt werden.
Referenz:
Ferguson N, et al. Transmission of SARS-CoV-2 Lineage B.1.1.7 in England: Insights from linking epidemiological and genetic data. medRxiv, 2020. doi: https://doi.org/10.1101/2<ip-pii>49034 https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2<ip-pii>49034v2
Covid19 – Die nächste Krise besser bewältigen
Bertino Somaini, Experte für öffentliches Gesundheitswesen und Epidemiologie,
ehemals Vizedirektor Bundesamt für Gesundheit und einer der Master Minds der Stop-Aids Kampagne des Bundes in den späten 80er Jahren
sowie ehemals Diretor Gesundheitsförderung Schweiz.
Text publiziert in:
Herausforderungen Gesundheitspolitik Schweiz - Handbuch und Leitfaden für die 20er Jahre
Schriftenreihe der SGGP Nr. 138
ISBN 978-3-85707-138-6
Bezug:
SGGP, Altenbergstr. 29, Postfach 686, 3000 Bern 6
Tel. 031/313 88 66
Wenn die Impfung kommt, wer soll zuerst geimpft werden? Bisher zugelassene Impfstoffe in der Schweiz. Nebenwirkungen
Discussion Draft of the Preliminary Framework for Equitable Allocation of COVID-19 Vaccine DOWNLOAD
National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine 2020. Discussion Draft of the Preliminary Framework for Equitable Allocation of COVID-19 Vaccine. Washington, DC: The National Academies Press.
Bisher in der Schweiz zugelasse Impfstoffe:
Sicherheit & Nebenwirkungen im Rahmen der Nachbeobachtung:
Wer sein Wissen über Impfnebenwirkungen vertiefen will, findet in den folgenden zwei Publikationen mehr medizinisches Hintergrundswissen:
Die Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 wird sehr genau beobachtet. Der Grund ist klar, unerwünschte Folgen sollen vermieden werden; und: Die Arbeiten dazu haben nicht erst im Januar 2020 begonnen, sondern über 20 Jahre früher!
There is no evidence that any of the coronavirus vaccines in development worsen a coronavirus infection rather than confer immunity to it, but the phenomenon is something scientists are closely monitoring.
Die Forschung zur Entwicklung der mRNA basierten Impfstoffe wie sie Pfizer und Moderna entwickelt haben ist bereits über 20 Jahre am laufen:
|→ Coronavirus Vaccine Demonstrates the Long-Term Value of Knowledge-Driven Basic Research|
|→ Coronavirus-Impfstoff zeigt langfristigen Wert von erkenntnisgeleiteter Grundlagenforschun|
Zulassungsstudien für Impfstoffe
- Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 VaccineF. P. Polack and Others
- Efficacy and Safety of the mRNA-1273 SARS-CoV-2 VaccineL. R. Baden and Others
AUCH WICHTIG: Sieben Dinge, die jeder über die Grippeimpfung wissen sollte
Die Grippeimpfung ist am besten zur Vorbeugung gegen die Krankheit und zur Verringerung der Gefahr ernster oder gar tödlicher Komplikationen geeignet. Die Wirksamkeit des Impfstoffs kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Sie hängt von der Art der zirkulierenden Grippeviren und davon ab, wie gut diese zum Impfstoff passen. Darüber hinaus hängt sie vom Gesundheitsstatus und dem Alter der geimpften Person ab, sowie davon, wie viel Zeit seit der Impfung vergangen ist. Im Durchschnitt verhindert der Impfstoff etwa 60% aller Infektionen bei gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Grippeimpfstoffe entfalten ihre Wirkung etwa 14 Tage nach der Impfung.
Genetische Varianten von SARS-CoV-2 - Was bedeuten sie?
Redaktionell redigierte Übersetzung: Im Verlauf der Pandemie mit SARS-CoV-2 mussten die klinischen, wissenschaftlichen und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen auf neue virale genetische Varianten reagieren. Jede einzeln hat eine Menge Aufmerksamkeit in den Medien ausgelöst. So gab es eine Reihe von Reaktionen der wissenschaftlichen Gemeinschaft sowie Aufrufe der Regierungen. Entweder hiess es „ruhig zu bleiben“ oder sofortige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Während viele Wissenschaftler anfangs skeptisch gegenüber der Bedeutung der bereits im vergangenen März aufgetretenen D614G-Änderung waren, hat die Entstehung der neuen „UK-Variante“ - Linie B.1.1.7 - weit verbreitete Besorgnis ausgelöst. Um zu verstehen, welche Varianten betroffen sind und warum, muss die Virusentwicklung und die genomische Verbreitung von SARS-CoV-2 verstanden werden.
Mutationen, Varianten und Ausbreitung
Mutationen entstehen als natürliches Nebenprodukt der Virusreplikation (1). RNA-Viren weisen typischerweise höhere Mutationsraten auf als DNA-Viren. Coronaviren machen jedoch weniger Mutationen als die meisten RNA-Viren, da sie ein Enzym codieren bez. herstellen, das einige der während der Replikation/Vermehrung gemachten Fehler korrigiert. In den meisten Fällen wird das Schicksal einer neu auftretenden Mutation durch natürliche Selektion bestimmt. Diejenigen, die einen Wettbewerbsvorteil in Bezug auf die Replikation, Übertragung oder Flucht vor der Immunität von Viren bieten, werden häufiger auftreten, und diejenigen, die die virale Fitness verringern, werden tendenziell aus der Population zirkulierender Viren ausgeschlossen.
Mutationen können jedoch aufgrund zufälliger Ereignisse auch häufiger und seltener auftreten. Ein „Gründereffekt“ tritt beispielsweise auf, wenn eine begrenzte Anzahl einzelner Viren während der Übertragung eine neue Population bildet. Die im Genom dieser viralen Vorfahren vorhandenen Mutationen dominieren die Bevölkerung unabhängig von ihren Auswirkungen auf die virale Fitness. Das gleiche Zusammenspiel von natürlichen Selektions- und Zufallsereignissen beeinflusst die Virusentwicklung innerhalb von Wirten, in Gemeinschaften und zwischen Ländern. Obwohl die Begriffe Mutation, Variante und Stamm bei der Beschreibung der Epidemiologie von SARS-CoV-2 häufig synonym verwendet werden, sind die Unterscheidungen wichtig:
Die Mutation bezieht sich auf die tatsächliche Änderung der Sequenz: D614G ist eine Asparaginsäure-Glycin-Substitution an Position 614 des Spike-Glykoproteins. Genome, die sich in der Sequenz unterscheiden, werden oft als Varianten bezeichnet. Dieser Begriff ist etwas ungenauer, da sich 2 Varianten durch 1 Mutation oder viele unterscheiden können. Streng genommen ist eine Variante ein Stamm, wenn sie einen nachweislich unterschiedlichen Phänotyp aufweist (z. B. einen Unterschied in Antigenität, Übertragbarkeit oder Virulenz). Die Bewertung einer neuen SARS-CoV-2-Variante sollte die Bewertung der folgenden Fragen umfassen: Hat die Variante durch natürliche Selektion oder zufällige Ereignisse eine herausragende Stellung erlangt? Wenn die Beweise auf eine natürliche Selektion hindeuten, welche Mutation (en) werden ausgewählt? Was ist der adaptive Nutzen dieser Mutationen? Welche Auswirkung haben diese Mutationen auf Übertragbarkeit und Ausbreitung, Antigenität oder Virulenz?
Spike D614G
Die D614G-Mutation im Spike-Glykoprotein von SARS-CoV-2 wurde erstmals Anfang März 2020 auf einem signifikanten Niveau nachgewiesen und breitete sich im nächsten Monat auf die globale Dominanz aus (2). Die Mutation schien zunächst unabhängig zu entstehen und sich gleichzeitig über mehrere geografische Regionen zu erstrecken. Diese offensichtliche konvergente Entwicklung deutete auf eine natürliche Selektion und einen adaptiven Nutzen von D614G hin. Spätere Sequenzierungsbemühungen identifizierten jedoch schon Ende Januar 2020 die D614G-Mutation in Viren in mehreren chinesischen Provinzen. Dies eröffnete die Möglichkeit, dass die globale Verbreitung dieser Mutation auf zufällige Gründerereignisse zurückzuführen sein könnte, bei denen Viren, die 614G enthalten, gerade die Mehrzahl der frühen Übertragungsereignisse an mehreren Orten auslösten. Diese plausible Nullhypothese ließ viele in der Evolutionsgemeinschaft bezweifeln, dass die D614G-Mutation adaptiv war, obwohl In-vitro-Daten ihre Auswirkungen auf die Rezeptorbindung zeigten. Eine kürzlich durchgeführte populationsgenetische und phylodynamische Analyse von mehr als 25000 Sequenzen aus Großbritannien ergab, dass sich Viren mit 614G offenbar schneller ausbreiten und größere phylogenetische Cluster bilden als Viren mit 614D (3). Die Effektgröße war bescheiden, und die unterschiedlichen Modelle waren nicht immer statistische Signifikanz erreichen. In jüngerer Zeit deuten ergänzende Arbeiten in Tiermodellen darauf hin, dass 614G-Viren effizienter übertragen (4,5).
Spike N453Y und Ausbreitung in Nerzfarmen
Im späten Frühjahr und Frühsommer 2020 traten in Nerzfarmen in den Niederlanden und in Dänemark Ausbrüche von SARS-CoV-2 auf (6). Genomische und epidemiologische Untersuchungen eines frühen Ausbruchs in den Niederlanden zeigten Mensch zu Nerz, Nerz zu Nerz und Nerz zu Mensch Übertragungen (7). Anfang November 2020 meldeten die dänischen Behörden 214 Fälle von COVID-19 im Zusammenhang mit Nerzfarmen. Viele SARS-CoV-2-Sequenzen aus den Niederlanden und dänischen Ausbrüchen hatten eine Y453F-Mutation in der Rezeptorbindungsdomäne von Spike, was eine erhöhte Bindungsaffinität für Nerz-ACE2 (Angiotensin-Converting-Enzym 2) vermitteln könnte. Elf Personen aus dem dänischen Ausbruch hatten eine Variante namens Cluster 5, die drei zusätzliche Mutationen in der Spitze aufwies (del69_70, I692V und M1229I).
Eine erste Untersuchung von 9 humanen Rekonvaleszenzserumproben ergab eine bescheidene und variabel statistisch signifikante Verringerung der Neutralisationsaktivität gegen Cluster 5-Viren (Mittelwert 3,58-fach; Bereich 0-13,5). Die offensichtliche Anpassung von SARS-CoV-2 an Nerze war dennoch besorgniserregend, da die fortgesetzte Entwicklung des Virus in einem Tierreservoir möglicherweise zu wiederkehrenden Übertragungsereignissen von neuartigem SARS-CoV-2 vom Nerz auf Menschen und andere Säugetiere führen könnte. Aus diesem Grund haben viele Länder ihre Überwachungsbemühungen verstärkt und in einigen Fällen großflächige Keulungen (dh selektives Schlachten) von Nerzen in landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt.
Die neuen Mutationen: Linie B.1.1.7 und N501Y
Die Linie B.1.1.7 (auch 501Y.V1 genannt) ist ein phylogenetischer Cluster, der sich im Südosten Englands schnell ausbreitet (8) (vgl. Abbildung im Originaltext). Es hatte vor seiner Entdeckung Anfang September 17 liniendefinierende Mutationen akkumuliert, was auf eine signifikante Menge früherer Entwicklungen hinweist, möglicherweise bei einem chronisch infizierten Wirt. Bis zum 28. Dezember 2020 machte diese Variante ungefähr 28% der Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen in England aus, und populationsgenetische Modelle legen nahe, dass sie sich 56% schneller ausbreitet als andere Abstammungslinien (9). Im Gegensatz zur D614G Mutation, die aus plausiblen Gründen von früheren Zufallsereignissen profitiert haben könnte, hat sich die Linie B.1.1.7 verbreitet, als SARS-CoV-2-Fälle bereits weit verbreitet waren. Die Linie hat jetzt anscheinend die Dominanz erlangt, indem sie eine bestehende Population zirkulierender Varianten übertroffen hat. Dies deutet stark auf eine natürliche Selektion eines Virus hin, das auf Bevölkerungsebene übertragbarer ist.
WÄHREND INTERVENTIONEN IM BEREICH DER ÖFFENTLICHEN GESUNDHEIT WIE MASKEN, PHYSISCHE DISTANZIERUNG UND EINSCHRÄNKUNGEN BEI GROSSEN VERSAMMLUNGEN WIRKSAM BLEIBEN SOLLTEN, WÜRDE DIE KONTROLLE EINER ÜBERTRAGBAREREN VARIANTE WAHRSCHEINLICH EINE STRENGERE ANWENDUNG UND EINE BREITE ANWENDUNG DIESER MASSNAHMEN ERFORDERN.
Acht der Mutationen der Linie B.1.1.7 befinden sich im Spike-Glykoprotein, einschließlich N501Y in der Rezeptorbindungsdomäne, Deletion 69_70 und P681H in der Furin-Spaltstelle. Alle diese Mutationen könnten die ACE2-Bindung und die Virusreplikation plausibel beeinflussen. Es wird vorausgesagt, dass die 501Y-Spike-Varianten eine höhere Affinität für menschliches ACE2 aufweisen, und eine andere Variante, ebenfalls mit einer N501Y-Mutation, breitet sich in Südafrika rasch aus. Die Auswirkungen dieser Mutationen auf die Antigenität sind derzeit unklar.
Antigenität und Wirksamkeit des Impfstoffs
Die genomische Überwachung von SARS-CoV-2-Varianten hat sich weitgehend auf Mutationen im Spike-Glykoprotein konzentriert, das die Bindung an Zellen vermittelt und ein Hauptziel der Neutralisierung von Antikörpern ist. Es besteht ein starkes Interesse daran, ob Mutationen im Spike-Glykoprotein das Entweichen gegenüber Wirtsantikörpern vermitteln und möglicherweise die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinträchtigen könnten, da das Spike-Glykoprotein das wichtigste virale Antigen in den aktuellen Impfstoffen ist.
Zu diesem Zeitpunkt wird eine starke Auswahl einer Variante auf Populationsebene wahrscheinlich nicht durch den Wirtsantikörper gesteuert, da nicht genügend Immunpersonen vorhanden sind, um das Virus systematisch in eine bestimmte Richtung zu treiben. Im Gegensatz dazu könnte eine Variante, wenn sie eine oder mehrere Mutationen in der Spitze aufweist, die die Übertragbarkeit erhöhen, andere zirkulierende Varianten schnell übertreffen und ersetzen. Da derzeitige Impfstoffe eine Immunantwort auf das gesamte Spike-Protein hervorrufen, ist zu hoffen, dass trotz einiger Änderungen an den Antigenstellen in SARS-CoV-2-Varianten immer noch ein wirksamer Schutz auftritt. Die Trennung von Ursache und Konsequenz ist wichtig für die Auswertung von Daten zur Antikörperneutralisation von Spike-Varianten. Unabhängig davon, warum die Mutationen ausgewählt wurden, ist zu erwarten, dass viele Mutationen in der Spitze die Neutralisation durch Rekonvaleszenzseren beeinflussen könnten. Es ist daher wichtig, sowohl das Ausmaß der Änderung der Neutralisation als auch die Anzahl der bewerteten Serumproben zu berücksichtigen.
Ein weiteres Problem ist, dass virale Glykoproteine evolutionären Kompromissen unterliegen. Manchmal kann eine Mutation, die eine virale Eigenschaft verstärkt, wie beispielsweise die Bindung an einen Rezeptor, eine andere Eigenschaft verringern, beispielsweise das Entweichen vor dem Wirtsantikörper. Jüngste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass dies bei D614G der Fall sein könnte (10). Es ist möglich, dass Mutationen in Spikes, die derzeit für das Virus „gut“ sind, das Virus in Zukunft im Kontext der Immunität auf Bevölkerungsebene weniger fit machen. Die Definition dieser Dynamik und ihres möglichen Einflusses auf die Wirksamkeit des Impfstoffs erfordert eine umfassende Überwachung der SARS-CoV-2-Entwicklung und der Immunität des Wirts für eine lange Zeit.
Covid19 – Übersterblichkeit bei Personen zwischen 25 und 44 Jahren ist um 19% erhöht!
Excess mortality in younger adults: Among U.S. adults aged 25 to 44, there were 19% more deaths than expected — or 12,000 people — from March through July 2020. In JAMA, the researchers — including Dr. Rochelle Walensky, who has been nominated to lead the CDC — report that 38% of this excess mortality was directly from COVID-19, but that proportion varied by region. Deaths from COVID-19 were similar to or exceeded unintentional deaths from opioids in this age group in 2018 in several areas of the country. The authors write that this may be an underestimate of the COVID-19 mortality burden in younger adults, as they may have been undertested. [Editor's note: Dr. Harlan Krumholz, a co-author of this research letter, is also editor-in-chief of NEJM Journal Watch Cardiology.]
CORONA: Brilliante Hypothese favorisiert das Maskentragen
Kurz gesagt: Dort wo verbreitet Masken getragen werden, sinkt die Infektionsdosis mit dem SARS-CoC-2 Virus, sodass die Infizierten eine symptomlose oder symptomarme Infektion durchmachen und eine Immunisierung stattfindet.
Masken reichen nicht aus, um die Ausbreitung von COVID-19 ohne Distanzierung zu stoppen
WASHINGTON, 22. Dezember 2020 (Pressemitteilung AlphaGalileo, Übersetzung/Redaktion corona-news)
Das bloße Tragen einer Maske reicht möglicherweise nicht aus, um die Verbreitung von COVID-19 ohne soziale Distanzierung zu verhindern
In Physics of Fluids von AIP Publishing testeten die Forscher, wie sich fünf verschiedene Arten von Maskenmaterialien auf die Ausbreitung von Tröpfchen auswirken, die das Coronavirus tragen, wenn wir husten oder niesen. Jedes getestete Material reduzierte die Anzahl der ausgebreiteten Tröpfchen dramatisch. Aber in Entfernungen von weniger als 6 Fuß (1,8 m) schafften es immer noch genug Tröpfchen durch mehrere der Materialien hindurch, um möglicherweise Krankheiten zu verursachen. "Eine Maske hilft auf jeden Fall, aber wenn die Menschen sehr nahe beieinander sind, besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich das Virus verbreitet oder infiziert", sagte Krishna Kota, Associate Professor an der New Mexico State University und einer der Autoren des Artikels. "Es sind nicht nur Masken, die helfen. Es sind sowohl die Masken als auch die Distanzierung. "
An der Universität bauten die Forscher eine Maschine, die mithilfe eines Luftgenerators menschlichen Husten und Niesen nachahmt. Der Generator wurde verwendet, um winzige Flüssigkeitsteilchen wie die Tröpfchen von Niesen und Husten in der Luft durch Laserfolien in einem luftdichten Vierkantrohr mit einer Kamera zu blasen. Sie blockierten den Fluss der Tröpfchen in der Röhre mit fünf verschiedenen Arten von Maskenmaterialien - einer normalen Stoffmaske, einer zweischichtigen Stoffmaske, einer feuchten zweischichtigen Stoffmaske, einer chirurgischen Maske und einer medizinischen N- 95 Maske. Jede der Masken nahm die überwiegende Mehrheit der Tröpfchen auf, angefangen von der normalen Stoffmaske, durch die etwa 3,6% der Tröpfchen hindurchgingen, bis zur N-95-Maske, die statistisch 100% der Tröpfchen stoppte.
Aber in Entfernungen von weniger als 6 Fuß (1,8m) können selbst diese kleinen Prozentsätze an Tröpfchen ausreichen, um jemanden krank zu machen, insbesondere wenn eine Person mit COVID-19 mehrmals niest oder hustet. Ein einziges Niesen kann bis zu 200 Millionen winzige Viruspartikel transportieren, je nachdem, wie krank der Träger ist. Selbst wenn eine Maske einen großen Prozentsatz dieser Partikel blockiert, könnte genug entweichen, um jemanden krank zu machen, wenn sich diese Person in der Nähe des Trägers befindet. "Ohne Gesichtsmaske ist es fast sicher, dass viele fremde Tröpfchen auf die anfällige Person übertragen werden", sagte Kota. „Das Tragen einer Maske bietet einer anfälligen Person einen erheblichen, aber nicht vollständigen Schutz, indem die Anzahl ausländischer Nies- und Hustenbonbons in der Luft verringert wird, die sonst ohne die Maske in die Person gelangen würden."
"Wenn möglich, muss erwogen werden, enge persönliche oder frontale menschliche Begegnungen zu minimieren oder zu vermeiden.“ Die Studie berücksichtigte nicht das Austreten von Luft aus Masken, die nicht richtig oder unsachgemäß getragen wurden, was die Anzahl der Tröpfchen erhöhen kann, die in die Luft gelangen.
Erfolgreiche Eliminierung der Covid-19-Übertragung in Neuseeland
Zitat aus dem Text: "Aus Neuseelands Pandemie-Reaktion lassen sich mehrere Lehren ziehen. Eine schnelle, wissenschaftlich fundierte Risikobewertung im Zusammenhang mit frühzeitigen, entschlossenen Maßnahmen der Regierung war von entscheidender Bedeutung. Die Umsetzung von Interventionen auf verschiedenen Ebenen (Grenzkontrollmaßnahmen, Maßnahmen zur Kontrolle der Übertragung durch die Gemeinschaft und fallbasierte Kontrollmaßnahmen) war wirksam. Premierministerin Jacinda Ardern sorgte für eine einfühlsame Führung und übermittelte der Öffentlichkeit effektiv Schlüsselbotschaften - die Bekämpfung der Pandemie als die Arbeit eines einheitlichen „5-Millionen-Teams“ -, was zu einem hohen Vertrauen der Öffentlichkeit und zur Einhaltung einer Reihe relativ belastender Pandemiekontrollen führte."
So funktioniert SARS-CoV-2: Das Wissen um SARS-CoV-2 & COVID-19 nimmt ständig zu. Damit ergeben sich auch immer mehr Fragen. Diese Webseite will darauf für ein breites Publikum verständliche Antworten finden: Bitte Fragen stellen an: <email-pii> (Stichwort CORONA)
Vorsicht vor selbsternannten Fachleuten und Scharlatanen, die Ihnen vorgaukeln, dass SARS-CoV-2 & COVID-19 harmlose Erscheinungen seien. Ein Blick über die Grenze und auch in unsere Intensivstationen zeigt Ihnen hoffentlich klar und deutlich, dass die Lage ernst ist. Sie ist nicht hoffnungslos, wenn wir uns an die Empfehlungen der Fachleute halten.
Zur Einführung eine kurze Geschichte der Pandemien (in Englisch)
So wie sich Menschen auf der ganzen Welt verbreitet haben, haben sich auch Infektionskrankheiten verbreitet. Selbst in der heutigen modernen Zeit sind die Ausbrüche nahezu konstant, obwohl nicht jeder Ausbruch wie bei COVID-19 das Pandemieniveau erreicht.
Die nachfolgende Visualisierung mit Erläuterungen beschreibt einige der tödlichsten Pandemien der Geschichte, von der Antoninischen Pest bis zum aktuellen COVID-19-Ereignis:
Medikamente und Impfstoffe gegen SARS-CoV-2/COVID-19: Stand der Forschung und so wirkt die mRNA-Technologie
Warnung vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen.
Stellungnahme der Ad-hoc-Kommission SARS-CoV-2 der Gesellschaft für Virologie (GfV): SARS-CoV-2-Präventionsmassnahmen bei Schulbeginn nach den Sommerferien (Als PDF lesen)
Infektionsraten bei Kindern und deren Rolle in der Pandemie sind bisher nur unvollständig durch wissenschaftliche Studien erfasst. Neuere wissenschaftliche Veröffentlichungen und konkrete Beobachtungen in einigen Ländern deuten darauf hin, dass die initial teilweise angenommene, minimale Rolle von Kindern in Frage gestellt werden muss. Die Mehrheit der frühen Studien wurden unter den (Ausnahme-)Bedingungen weitgreifender kontaktreduzierender Regelungen (sogenannter „Lockdown“) mit Schulschließungen oder in der Zeit der niedrigen Grundinzidenz unmittelbar nach dem Lockdown in Deutschland durchgeführt. Sie haben somit als Entscheidungsgrundlage nur einen eingeschränkten Aussagewert für die in naher Zukunft zu erwartende Situation in Deutschland. Unter bestimmten Umständen kann es sein, dass Kinder einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Infektionen mit SARS-CoV-2 ausmachen. Inzwischen liegt der prozentuale Anteil von Kindern an der Gesamtzahl der Neuinfektionen in Deutschland in einer Größenordnung, die dem Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung entspricht.
Diese Stellungnahme ist auch auf der Website der GfV einsehbar: https://www.g-f-v.org/stellungnahmen_detail
Neue Studien zur
Anfälligkeit für SARS-CoV-2-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen
Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse
Kurzzusammenfassung: Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Kinder im Vergleich zu Erwachsenen weniger anfällig für SARS-CoV-2-Infektionen sind. Die Rolle, die Kinder und Jugendliche bei der Übertragung dieses Virus spielen, bleibt jedoch unklar. Es gilt aber zu berücksichtigen, dass wir noch "früh" in der COVID-19-Pandemie stecken und sich die Daten weiter entwickeln. Es ist möglich, dass unbekannte altersbedingte Faktoren, z. B. die Vergänglichkeit einer Infektion oder das Abnehmen der Immunität, die Ergebnisse auf eine Weise beeinflussen, die wir noch nicht verstehen.
Kurzzusammenfassung: Kinder unter 10 Jahren können SARS-CoV-2 im schulischen Umfeld übertragen, über COVID-19-Inzidenz, Merkmale und Gesundheitsergebnisse bei Kindern im schulpflichtigen Alter (5–17 Jahre) mit COVID-19 ist jedoch weniger bekannt. Doch Vorsicht: Diese Daten könnten die tatsächliche Inzidenz der Krankheit bei Kindern im schulpflichtigen Alter unterschätzen, da Tests häufig für Personen mit Symptomen priorisiert wurden, asymptomatische Infektionen bei Kindern sind häufig und werden deshalb nicht erkannt. Gleichwohl können diese Kinder zur Übertragung beitragen.
Kontrollierte Durchseuchung - Immunisierung der Jungen? Warnungen und neuerdings auch Hoffnung, dass es trotzdem eine Immunität nach durchgemachter Infektion gibt.
Neue Untersuchungen des Karolinska Institutet und des Karolinska University Hospital in Schweden zeigen, dass viele Menschen mit mildem oder symptomlosen Verlauf einer COVID-19 Erkrankung eine sogenannte T-Zell-vermittelte Immunität gegen das neue Coronavirus aufweisen. Dies ist auch dann der Fall, wenn bei ihnen keine Antikörper auf eine durchgemachte Erkrankung im Blut festgestellt wurden. Laut den Forschern bedeutet dies, dass die Immunität in der Bevölkerung wahrscheinlich höher ist, als es die Antikörpertests vermuten lassen. Es handelt sich um vorläufige Studienergebnisse, die noch bestätigt werden müssen. Trotzdem, diese Ergebnisse lassen Hoffnung aufkommen. Ob die Befunde einen längerfristigen Schutz vor weiteren Ansteckungen garantieren, wird sich weisen.
Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) hält zu diesem Thema unmissverständlich fest:
Senioren vor COVID-19 schützen – Junge infizieren: Ein gefährlicher Irrweg
(Artikel aus Pressemitteilung der DGI übernommen) Berlin/Regensburg – Mehr und mehr werden in der Öffentlichkeit Forderungen laut, die öffentlichen Beschränkungen zur Eindämmung der SARS-CoV-2 Epidemie rasch aufzuheben, damit wieder ein normales Sozial- und Wirtschaftsleben beginnen kann. Dabei wird häufig eine Strategie der „kontrollierten Durchseuchung“ bestimmter Altersgruppen, beispielsweise der unter 60-Jährigen, vorgeschlagen, um hiermit eine Herdenimmunität zu erzeugen, während für ältere Menschen die Restriktionen aufrechterhalten werden sollen. Als Begründung dient hierbei zum einen die relativ niedrige Sterblichkeit von jüngeren Menschen durch COVID-19. Zum anderen wird die rasche Erzeugung einer Herdenimmunität als notwendige Voraussetzung für die Kontrolle der Epidemie angeführt. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) spricht sich entschieden gegen ein solches Vorgehen aus.
Die Idee der sogenannten „kontrollierten Durchseuchung“ kritisiert Professor Dr. med. Bernd Salzberger, Präsident der DGI, scharf: „Es gibt überhaupt keinen Präzedenzfall für das Funktionieren einer „kontrollierten Durchseuchung“. Wenn das Virus breit in der (jüngeren) Bevölkerung zirkuliert, muss man damit rechnen, dass die Infektionen bei Jüngeren in einer Art ‚spillover-Effekt‘ auch auf andere Altersgruppen übertragen werden – mit dramatischen Konsequenzen“, so Salzberger. Ein wirksamer Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen – neben älteren Menschen solche mit schweren Grunderkrankungen – sei mit dieser Strategie nicht zu gewährleisten.
Aber nicht nur für die bekannten Risikogruppen wäre diese Strategie fatal. Auch wenn die Sterblichkeit von COVID-19 bei älteren Menschen deutlich höher ist, wäre die Zahl der Todesfälle bei ungebremster Ausbreitung unter jüngeren Menschen gewaltig. „Wir müssten mit deutlich über 100.000 Toten allein bei den unter 60-Jährigen rechnen – das lässt sich aus den Daten, die uns zu dieser Infektion vorliegen, ableiten“, so Professor Dr. med. Gerd Fätkenheuer, Vorstandsmitglied der DGI.
Statt sich auf ein solches Szenario mit absehbar katastrophalen Folgen einzulassen, plädiert die DGI weiterhin für eine Verlangsamung des Infektionsgeschehens in allen Altersgruppen. Dazu empfiehlt die Fachgesellschaft eine Strategie der Überwachung und Kontrolle der Infektion. Dringend notwendig sind hierfür ein Ausbau der Testkapazitäten sowie die Isolation positiv getesteter Personen. Dazu müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, die bei der Kontrolle der Epidemie helfen können. Hierzu gehören sowohl das Smartphone-Tracking per COVID-19-App wie auch das Tragen von Gesichtsmasken, wenn die Möglichkeit eines direkten Personenkontaktes besteht. „Der Mund-Nasen-Schutz schützt einen Gesunden nicht davor, die Infektion zu bekommen. Er kann jedoch helfen, dass ein Infizierter die Viren nicht per Tröpfcheninfektion an andere weitergibt. Mit steigenden Infektionszahlen kann das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in der Bevölkerung also ein wichtiger Teil einer Gesamtstrategie sein“, so Salzberger. Hier sollte bevorzugt auf selbstgemachte Masken zurückgegriffen werden, um dem Gesundheitssystem die dringend benötigte medizinische Ausrüstung nicht vorzuenthalten.
Literatur:
Verity et al., 2020 Mar 30. pii: S1473-3099(20)30243-7. doi: 10.1016/S1473-3099(20)30243-7. [Epub ahead of print]
Gibt es eine Immunität nach durchgemachter Infektion?
Hierzu schreiben die Autoren eines Berichtes in JAMA vom 11. Mai, 2020: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die begrenzten Daten zu Antikörperreaktionen auf SARS-CoV-2 und verwandte Coronaviren sowie eine kleine Tiermodellstudie darauf hindeuten, dass die Erholung von COVID-19 zumindest vorübergehend eine Immunität gegen eine erneute Infektion verleihen KÖNNTE (Anm. Red.: Beachten Sie den Konjunktiv). Die Immunantwort auf COVID-19 ist jedoch noch nicht vollständig verstanden, und es fehlen endgültige Daten zur Immunität nach der Infektion. Inmitten der Unsicherheit dieser Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit wird eine sorgfältige und strenge Wissenschaft von entscheidender Bedeutung sein, um die Politik, Planung und Praxis im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu informieren.
Hohes Ansteckungs- und Übertragungsrisiko bevor Symptome auftreten
Übertragung von SARS-CoV-2-Virus, bevor die ansteckende Person bereits Symptome zeigt.
Anfängliche Berichte, wonach die Ansteckung schon ohne Symptome erfolgt, wurden unterdessen präzisiert. Es gibt derzeit (Stand 30. März) weitere Hinweise auf eine präsymptomatische Übertragung von 2019-nCoV schon zwei bis drei Tage vor Beginn der Krankheitssymptome. Analysen sprechen dafür, dass ein großer Teil der SARS-CoV-2-Infektionen auf Personen zurückzuführen ist, die selbst noch keine Symptome haben. Die derzeitigen Massnahmen, wie sie vom Bund verfügt wurden, sollten helfen, dass auch Angesteckte mit leichten oder gar fehlenden Symptomen keine weiteren Personen anstecken.
Schutz vor Ansteckung, Verwendung von Masken könnte 2. Welle besser verhindern
Befolgen Sie die Empfehlungen des Bundesamt für Gesundheit: So schützen wir uns
"Wenn die weit verbreitete Verwendung von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit mit physischer Distanzierung und gezielten, örtlich begrenzten Lockdown Massnahmen verbunden ist, bietet dies möglicherweise eine akzeptable Möglichkeit, die Pandemie zu bewältigen und die wirtschaftliche Aktivität wieder zu eröffnen, lange bevor es einen funktionierenden Impfstoff gibt. “ Dies ist das Fazit einerStudie aus Cambridge (UK).
Swiss Textiles - Textilverband Schweiz, Fédération textile Suisse, Swiss textile federation: Geprüfte Community-Masken nun erhältlich
Lesen Sie die Medienmitteilung von Empa und Swiss Textiles zur Produktion von Textilmasken, so genannten Community-Masken in der Schweiz und wo die Masken produziert, beziehungsweise erhältlich sind.
Weitere Schutzempfehlungen
Centers for Disease Control and Prevention Hinweise zur Verwendung von Gesichtsbedeckungen zur Verlangsamung der Ausbreitung von COVID-19
- CDC empfiehlt, in der Öffentlichkeit eine Stoff-Gesichtsbedeckung zu tragen, wenn soziale Distanzierungsmaßnahmen schwer aufrechtzuerhalten sind.
- Eine einfache Gesichtsbedeckung aus Stoff kann dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus bei Infizierten und bei Personen, die keine Symptome aufweisen, zu verlangsamen.
- Stoffbezüge können aus Haushaltsgegenständen hergestellt werden. Anleitungen werden von der CDC angeboten.
- Stoffbezüge sollten regelmäßig in der Waschmaschine (ausreichend) gewaschen werden.
- Üben Sie das sichere Entfernen von Gesichtsbedeckungen, indem Sie Augen, Nase und Mund nicht berühren, und waschen Sie die Hände sofort nach dem Entfernen der Bedeckung.
World Health Organization Ratschläge zur Verhütung der Ausbreitung von COVID-19
Hygiene Ratschläge
- Reinigen Sie Ihre Hände häufig mit Wasser und Seife oder mit Alkohol auf Handbasis.
- Hände waschen nach Husten oder Niesen; bei der Pflege der Kranken; vor, während und nach der Zubereitung von Speisen; vor dem Essen; nach dem Toilettengang; wenn die Hände sichtbar schmutzig sind; und nach dem Umgang mit Tieren oder Abfällen.
- Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand zu Personen, die husten oder niesen. (USA 6 Fuss = 1,8 Meter, CH 2 Meter)
- Berühren Sie nicht Hände, Nase und Mund. Nicht in der Öffentlichkeit spucken.
- Bedecken Sie Mund und Nase beim Husten oder Niesen mit einem Papiertaschentuch oder einem gebogenen Ellbogen.
- Entsorgen Sie das Taschentuch sofort und reinigen Sie Ihre Hände.
Medizinische Ratschläge
- Vermeiden Sie engen Kontakt mit anderen, wenn Sie Symptome haben.
- Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich trotz leichter Symptome wie Kopfschmerzen und laufender Nase unwohl fühlen, um eine mögliche Ausbreitung der Krankheit auf medizinische Einrichtungen und andere Personen zu vermeiden.
- Wenn Sie schwerwiegende Symptome entwickeln (Fieber, Husten, Atembeschwerden), suchen Sie frühzeitig einen Arzt auf und wenden Sie sich im Voraus an die örtlichen Gesundheitsbehörden.
- Notieren Sie sich jeglichen Kontakt mit anderen Personen und Reisedetails, um Behörden zu informieren, die die Ausbreitung der Krankheit verfolgen und verhindern können.
- Bleiben Sie über die von den Gesundheitsbehörden herausgegebenen COVID-19-Entwicklungen auf dem Laufenden und befolgen Sie deren Richtlinien.
Verwendung von Maske und Handschuhen
- Gesunde Personen müssen dann eine Maske tragen, wenn sie sich um eine kranke Person kümmern
- Tragen Sie eine Maske, wenn Sie husten oder niesen.
- Masken sind in Kombination mit häufiger Handreinigung wirksam.
- Berühren Sie die Maske nicht, während Sie sie tragen. Reinigen Sie die Hände, wenn Sie die Maske berühren.
- Erfahren Sie, wie Sie Masken richtig aufsetzen, entfernen und entsorgen. Reinigen Sie die Hände nach dem Entsorgen der Maske.
- Einwegmasken sollen nicht wiederverwendet werden.
- Regelmäßiges Waschen mit bloßen Händen ist wirksamer gegen das Fangen von COVID-19 als das Tragen von Gummihandschuhen.
- Das COVID-19-Virus kann weiterhin auf Gummihandschuhen aufgenommen und durch Berühren Ihres Gesichts übertragen werden.
Resources on coronavirus disease (COVID-19)
- BMJ
- Cambridge University Press
- Centers for Disease Control and Prevention
- Chinese Medical Association
- Cochrane
- Covidreference.com
- Elsevier
- European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)
- JAMA Network
- The Lancet
- LITCOVID: US National Library of Medicine
- New England Journal of Medicine
- Oxford University Press
- PLOS
- Public Health England
- Science
- Springer Nature
- SSRN (Preprints)
- Wiley
Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV) zur aktuellen Diskussion um wissenschaftliche Studien in den Medien
(Pressemitteilung der GfV; Freiburg/Heidelberg, den 4.6.2020) In der aktuellen Diskussion um ein geeignetes Vorgehen bei der Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen gegen die SARS-CoV-2- Ausbreitung in Deutschland, spielen wissenschaftliche Untersuchungen zur Virusübertragung, zum Infektionsrisiko in verschiedenen Bevölkerungsgruppen und zum Nachweis von Antikörpern eine sehr wichtige Rolle. Politik und Medien nutzen diese Daten zurecht für Handlungsempfehlungen und politische Entscheidungen. In den letzten Tagen ist es zu öffentlich ausgetragenen wissenschaftlichen Bewertungen und Abwägungen gekommen, die – befeuert von einigen Medien – zu Konflikten zwischen einzelnen Wissenschaftlern hochstilisiert wurden. Die Gesellschaft für Virologie sieht sich daher veranlasst, auf wichtige Grundsätze der wissenschaftlichen Diskussion hinzuweisen, die in Medien, Politik und Gesellschaft vielleicht nicht immer bekannt sind und daher mitunter nicht berücksichtigt werden.
· Die kontroverse Diskussion um die Stärken und Schwächen wissenschaftlicher Studien sowie ihre Interpretation ist ein unverzichtbarer Bestandteil des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses und des wissenschaftlichen Fortschritts überhaupt. Die weit verbreitete Erwartung einer prompten und endgültigen Wahrheit als Ergebnis einer Untersuchung ist wissenschaftsfremd. Auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbauende Handlungsempfehlungen entsprechen daher nur dem aktuellen Stand des Wissens und müssen im Licht des Erkenntnisfortschritts immer wieder neu bewertet und angepasst werden.
· Wissenschaftliche Evidenz wird in den wenigsten Fällen durch eine singuläre Studie generiert, sondern durch die vielfache Reproduktion von Daten mit denselben oder anderen Forschungsansätzen. Die daraus resultierenden Ergebnisse ergänzen bzw. korrigieren sich und erlauben immer zielgenauere Interpretationen. Deshalb besitzen Replikationsstudien, also solche, die der Überprüfung eines Befundes dienen, sehr hohen wissenschaftlichen Wert.
· Wissenschaftliche Daten in Studien, die lediglich auf Preprint- oder Universitäts-Servern öffentlich zugänglich gemacht werden und kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen haben, sind immer vorläufig, ohne dass dies explizit betont werden muss. Auch die Kritik durch (zumeist fachnahe) Experten an diesen Ergebnissen ist in diesem Stadium, also vor der eigentlichen Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift, als vorläufig zu verstehen und muss mit diesem entscheidend wichtigen Vorbehalt betrachtet werden.
· Die Darstellung wissenschaftlicher Ergebnisse und Meinungen in den Medien sollte immer sachlichen Kriterien folgen. Dazu gehören Zitationen, die die ursprüngliche Aussage nicht grob vereinfachen, entstellen oder bewusst verfälschen, um gezielt einen bestimmten Eindruck zu erwecken.
Die Gesellschaft für Virologie findet es sehr bedauerlich, dass Teile der deutschen Presse sowie einige wenige Diskutanten auf öffentlichen Internetforen die sachliche Auseinandersetzung zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nutzen konnten, um persönlich erscheinende Konflikte hervorzurufen und diese für eigene Zwecke, wie etwa die Steigerung von Zugriffszahlen, zu instrumentalisieren. Dadurch wird der Eindruck einer zerstrittenen Wissenschaftsgemeinschaft erweckt und das Vertrauen in die Seriosität wissenschaftlichen Arbeitens geschmälert.
Die COVID-19-Pandemie und die durch sie verursachten Herausforderungen sind noch lange nicht vorbei und es können uns noch gesellschaftliche Bewährungsproben erwarten. Deshalb darf das Vertrauen der Menschen in die Virologie und die Wissenschaft insgesamt nicht verloren gehen. Die Gesellschaft für Virologie appelliert deshalb mit Nachdruck an alle Beteiligten, ihrer langfristigen Verantwortung einer objektiven Berichterstattung weiterhin gerecht zu werden. Dazu gehört es, wissenschaftliches Arbeiten transparent zu machen und zu erklären, aber nicht eine wissenschaftliche Debatte zu personalisieren oder gar zu skandalisieren. Letzteres ist schädlich für die Aufklärung in der Sache und behindert eine sachgerechte Meinungsbildung.
Für die Gesellschaft für Virologie (GfV)
Prof. Dr. Hartmut Hengel
Prof. Dr. Ralf Bartenschlager
Das Spital ist für alle da, die es brauchen
Die nachfolgende Pressemitteilung gilt sinngemäss für alle Spitäler mit angeschlossener Notfallversorgung:
(Basel, 21. April, 2020) Im Notfallzentrum, aber auch in anderen Kliniken des Universitätsspitals Basel, mehren sich derzeit die Fälle von zu spät eintretenden Patientinnen und Patienten. Das ist eine unerwünschte und im schlimmsten Fall lebensgefährliche Nebenentwicklung der aktuellen Covid-19-Pandemie.
Es gibt aktuell keinen Grund, mit Symptomen einer schweren Erkrankung oder für notwendige Behandlungen nicht ins Spital zu kommen. Das Universitätsspital Basel ist das primäre, universitäre Versorgungszentrum für den Kanton Basel-Stadt und die Region und bestens dafür ausgestattet, alle ernsthaft erkrankten Patientinnen und Patienten zu behandeln. Das Universitätsspital ist weiterhin einer der sichersten Orte in Bezug auf Ansteckungen mit Sars-CoV-2, da Patienten mit Symptomen strikt isoliert und alle im Spital liegenden Patientinnen und Patienten getestet werden. Wir verzeichneten selbst bei der hohen Covid-19 Patientenzahl der letzten Wochen, die nun stark abgenommen hat, nur sehr selten Ansteckungen innerhalb des Spitals. Auch unsere Mitarbeitenden sind bisher nur in sehr geringem Umfang betroffen. Dies nicht etwa «zum Glück», sondern weil nirgends so sehr auf Reinigung, Desinfektion, Hygiene und respiratorische Etikette geachtet wird, wie in einem Universitätsspital.
Dennoch stellen wir, sowohl im Notfallzentrum, als auch in den Polikliniken fest, dass Menschen spät oder gar zu spät medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Sei es aus Angst, sich mit Coronaviren anzustecken, oder weil man dem Personal nicht «zur Last fallen» will. Mit dieser Zurückhaltung ist weder dem Gesundheitspersonal, noch den Erkrankten geholfen. Die Patientenwege von Covid-19-Patienten und anderen Patientinnen und Patienten sind am Universitätsspital strikt räumlich getrennt, bereits nach der Anmeldung im Notfallzentrum.
Auch Polikliniken sind offen und dringliche Therapien sind allen Patienten zugänglich. Ab dem 27. April sind gemäss Verordnung des Bundesrates wieder sämtliche Untersuchungen und Behandlungen möglich. Die Abteilung für Spitalhygiene des USB hat mit vielen Massnahmen Ansteckungen am Universitätsspital verhindert und hat damit auch auf dem Höhepunkt der ersten Welle Erfolg gehabt. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit ist deshalb im USB deutlich geringer als ausserhalb.
Wer die typischen Symptome eines Herzinfarkts (z.B. beengende oder brennende Schmerzen in der Brust, Atemnot) oder eines Hirnschlags (plötzliche Lähmungserscheinungen, plötzliche Störungen des Seh-, Sprech- oder Hörvermögens) oder eine massive allgemeine Schwäche erleidet, sollte auf direktem Weg zum Notfallzentrum kommen. – Jede Minute kann zählen!
Auch bei weniger dramatischen Beschwerden oder wenn eine Kontrolle oder Untersuchung nötig ist, sind wir rund um die Uhr für unsere Patientinnen und Patienten da.
Wann braucht es eine Therapie, beziehungsweise Spitalbehandlung?
Derzeit existiert keine Behandlung gegen das SARS-CoV-2. Die damit verbundene schwere Form der Lungenerkrankung COVID-19 wird vorläufig symptomatisch, intensivmedizinisch behandelt.
KEINE Spitalbehandlung erforderlich:
Eine unkomplizierte, leichte Erkrankung wird in vier von fünf Krankheitsfällen beobachtet:
Sie ist normalerweise durch Symptome einer Virusinfektion der oberen Atemwege gekennzeichnet: Möglich sind leichtes Fieber, trockener Husten (ohne Auswurf), Halsschmerzen, verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Unwohlsein.
Es kann auch eine mäßige Lungenentzündung mit leichten Atembeschwerden wie Husten und Atemnot (oder schnelle Atmung bei Kindern) auftreten. Die Sterblichkeit ist in diesen Fällen praktisch null.
Die Therapie erfolgt symptomatisch mit den üblichen Hausmitteln und allenfalls vom Hausarzt verordneten zusätzlichen Medikamenten. Leichtes Fieber sollte nicht gesenkt werden, da es den Genesungsprozess unterstützt.
Spitalbehandlung erforderlich:
Eine schwere Lungenentzündung wird bei rund einer von sieben Erkrankungen beobachtet:
Symptome sind Fieber mit schwerer Atemnot, Tachypnoe (über 30 Atemzüge / min) und Sauerstoffmangel d.h. Hypoxie (SpO2 unter 90% der Raumluft). Das Fieber kann selbst bei schweren Formen der Krankheit mäßig sein oder sogar fehlen. Bei Kindern kann eine Blauverfärbung beispielsweise der Lippen (Zyanose) oder auch der Haut- und Schleimhaut (inkl. Nägel) auftreten. Die Sterblichkeit ist in diesen Fällen praktisch null.
Eine kritische Erkrankung wird bei rund 5 Prozent aller Erkrankten beobachtet:
Beobachtet werden Atemversagen (ARDS), septischer Schock («Blutvergiftung») und / oder Funktionsstörung mehrerer Organe oder Organversagen. Die Sterblichkeit ist in diesen Fällen mit rund 50 Prozent hoch (2, 8).
Mittel gegen das SARS-CoV-2 Virus:
Kaletra (Lopinavir/Ritonavir); Malariamittel mit oder ohne Azithromycin; Remdesivir, Favipiravir u. a.
Derzeit werden eine ganze Reihe von Substanzen gegen SARS-CoV-2 in klinischen Studien erprobt. Keine dieser Substanzen hat bislang zweifelsfrei einen breiten Nutzen ergeben. Vor der eigenmächtigen Einnahme von in den Laienmedien genannten Substanzen muss eindringlich gewarnt werden, da sie teilweise zu schweren Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen führen können. Vorsicht: Auch in der Schweiz gibt es leider Medien, die mit primitiven Schlagzeilen Leserinnen und Leser ködern. Beim Lesen der Texte stellt sich dann schnell heraus, dass nichts dahinter steckt. Verlassen Sie sich nur auf die Verlautbarungen von Fachleuten, die ihre Erkenntnisse in anerkannten Fachzeitschriften publizieren.
Sollten sich Neuerungen ergeben, die glaubwürdig, geprüft und zuverlässig eine wirksame Behandlung versprechen, dann wird an dieser Stelle davon ausführlich unter Quellenangabe berichtet werden.
Symptomtherapie:
Die üblichen Spitalbehandlungen und intensivmedizinischen Therapien sollen an dieser Stelle nicht erläutert werden. Fachärzte halten sich darüber ständig auf dem laufenden und tauschen sich über die optimalste Behandlung von COVID-19 aus.
Tocilizumab
Zu reden gab der Wirkstoff Tocilizumab. Es handelt sich um eine Substanz, ein sogenanntes Immunsupressivum, das zur Unterdrückung von überschiessenden Reaktionen des Immunsystems eingesetzt wird. Zugelassen ist die Substanz zur Behandlung von verschiedenen Formen Rheumatoider Arthritis und Riesenzellenarthritis. Das Mittel ist auch zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren mit schwerem oder lebensbedrohlichem Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS), das von T-Zellen mit chimärem Antigenrezeptor (CAR) induziert wird.
Zytokine sind wichtige Botenstoffe, die vom Immunsystem freigesetzt werden und in normalen Mengen ungefährlich sind. Beim CRS hingegen werden sie in grossen Mengen freigesetzt und sind daher lebensbedrohlich. Bei CAR handelt es sich um im Labor umprogrammierte Zellen zur Bekämpfung von Krebs.
Bei schweren Verläufen von COVID-19 wurde beobachtet, dass es in der Lunge ebenfalls zum lebensbedrohlichen CRS kommen kann. Ob der Einsatz von Tocilizumab bei COVID-19 wirklich eine Besserung des lebensbedrohlichen Zustandes bringt, wird derzeit aufgrund erster vielversprechender Beschreibungen intensiv untersucht.
Ein Gremium der National Institutes of Health hat neue Richtlinien zur Behandlung von Patienten mit COVID-19 veröffentlicht. Hier sind einige der Highlights:
- Das Gremium empfiehlt kein Medikament zur Prophylaxe vor oder nach der Exposition außerhalb klinischer Studien.
- Es gibt keine Empfehlung für bestimmte antivirale oder immunmodulatorische Behandlungen, da sich kein Medikament als sicher und wirksam erwiesen hat.
- Das Gremium liefert eine Begründung für die Verwendung bestimmter untersuchter Therapien sowie eine Zusammenfassung der Studien zu diesen Behandlungen.
- Es spricht sich gegen die Verwendung von Hydroxychloroquin plus Azithromycin außerhalb klinischer Studien aufgrund des Toxizitätsrisikos sowie gegen Lopinavir/Ritonavir oder andere HIV-Proteasehemmer aufgrund negativer klinischer Studienergebnisse und ungünstiger Pharmakodynamik aus. Das Gremium empfiehlt auch gegen Interferone und Janus-Kinase-Inhibitoren.
- Die Gruppe rät von der Verwendung systemischer Kortikosteroide bei beatmeten Erwachsenen mit COVID-19 ab, die kein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) haben.
- Bei Patienten mit refraktärem Schock werden niedrig dosierte Kortikosteroide gegenüber keinen Kortikosteroiden bevorzugt.
Der vollständige Text der Richtlinien mit zusätzlichen Empfehlungen ist unter dem ersten Link unten verfügbar.
Forschung: Remdesivir - Chloroquin (CQ) - Hydroxychloroquin (HCQ) und andere - Wie wird eine Studie zur Erforschung der Wirksamkeit einer Behandlung durchgeführt?
Derzeit gibt es mehrere Studien, in denen die Wirksamkeit verschiedener Virostatika als Behandlung untersucht wird. Von diesen haben Chloroquin (CQ) und das Derivat Hydroxychloroquin (HCQ) die größte Aufmerksamkeit erregt.
Nach einer Exposition gegenüber Covid-19 mit hohem oder mittlerem Risiko verhinderte Hydroxychloroquin keine mit Covid-19 kompatible Ansteckung oder Erkrankung, wenn es innerhalb von 4 Tagen nach der Exposition als Prophylaxe verwendet wurde.
Infosperber verharmlost Nebenwirkungen einer bislang nicht bewiesenen Therapie mit Hydroxychloroquin. Bei den von Infosperber verharmosten Nebenwirkungen handelt es sich um potenziell tödliche Herzrhythmusstörungen, die bei den behandelten COVID-19 Patienten weitaus häufiger auftreten können als bei sonst gesunden Personen.
Derzeit gibt es 7 abgeschlossene klinische Studien und 29 registrierte klinische Studien, die sich auf HCQ oder CQ als therapeutischen Weg für COVID-19 konzentrieren. Von diesen zeigten 5/7 Studien günstige Ergebnisse für Patienten, die CQ oder HCQ verwendeten, und 2/7 zeigten keine Veränderung im Vergleich zur Kontrolle. Alle 7 Studien wiesen jedoch unterschiedliche Verzerrungen und ein schlechtes Studiendesign auf.
Schlussfolgerung: Derzeit sind nicht genügend Daten verfügbar, um die routinemäßige Verwendung von HCQ und CQ als Therapien für COVID-19 zu unterstützen. In Erwartung weiterer Ergebnisse aus umfangreicheren Studien mit strengeren Studienparametern sollten Ärzte die routinemäßige Anwendung von HCQ und CQ aufschieben. Derzeit laufen mehrere klinische Studien, deren Ergebnisse in Kürze erwartet werden. Die Studie warnt sogar: Einige Daten deuten sogar darauf hin, dass die Medikamente eine höhere Todesrate als die Kontrolle verursachen. Es müssen robustere klinische Studien durchgeführt werden, um den Nutzen dieser Arzneimittel nachzuweisen, bevor sie routinemäßig angewendet werden.
Eine neue Studie, publiziert in der Medizinzeitschrift JAMA vom 11. Mai 2020 kommt zum Schluss, dass bei 1438 Patienten, die in der Metropole New York mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, die Behandlung mit Hydroxychloroquin, Azithromycin oder beiden im Vergleich zu keiner der beiden Behandlungen keine signifikanten Unterschiede in der Sterblichkeit im Krankenhaus ergab.
Immer wieder gibt es Anekdoten, dass dieses oder jenes Mittel gegen SARS-CoV-2 wirkt. Das mag sein, doch wirkt das Mittel immer, oder wäre die behandelte Person auch ohne die besagte Therapie gesund geworden? Wie steht es mit den Nebenwirkungen? Weltweit wird fieberhaft nach geeigneten Therapien gegen SARS-CoV-2, dem Erreger der Krankheit COVID-19, gesucht und geforscht. Für eine wirksame Therapie nach den Regeln der evidenzbasierten Medizin sind eine Reihe von wichtigen Untersuchungsschritten im Rahmen von klinischen Studien erforderlich. Jeder der in Frage kommenden Wirkstoffe muss wichtige Kriterien erfüllen, hier sehr stark vereinfacht einige der wichtigsten:
1. Der Doppelblindversuch:
Ein Wirkstoff wird gegen ein Plazebo verglichen. Weder Behandelte noch die Behandelnden wissen, ob sie Plazebo oder den Wirkstoff verabreichen. Damit wird eine Beeinflussung oder Verfälschung des Behandlungsergebnisses vermieden. Geprüft wird nicht nur, ob ein Medikament wirksam ist und zur Heilung beiträgt. Es wird auch erfasst, ob das Testpräparat Nebenwirkungen verursacht und ob diese Nebenwirkungen mit einer Therapie vereinbar sind. Bei den Antimalariamitteln Chloroquin und Hydroxychloroquin können die Nebenwirkungen sehr gefährlich sein und eine Doppelblindstudie wurde bislang nicht publiziert.
2. Die Statistik:
Der Volksmund behauptet: "Mit einer Statistik lässt sich jeder Versuch fälschen." Richtig ist hingegen: Wenn die statistische Methode für eine Studie einsehbar ist, dann lässt sich die Studie nicht fälschen, im Gegenteil: Die Statistik erlaubt, eine Studie in Bezug auf die Ergebnisse hieb- und stichfest zu machen. Die Statistik oder genauer die Biostatistik prüft beispielsweise, ob die Auswahlkriterien korrekt sind und ob das Studienergebnis nicht rein zufällig zustande gekommen ist. Die statistische Auswertung zeigt auch, wieviele Behandelte von einer Therapie profitieren. Sind es zwei von hundert oder gar 30 oder 70 von hundert?
3. Überprüfung durch die Forschungsgemeinde (peer-review):
Bevor die Studienergebnisse publiziert werden, wird die Arbeit renommierten Fachleuten zur Überprüfung gezeigt. Besteht die Studie den Stress-Test, dann kann sie in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Derzeit werden viele Studien in speziellen on-line Medien provisorisch, das heisst ohne vorgängigen peer-review publiziert. Dies wird allerdings in der Arbeit erwähnt. Vor allem Publikumsmedien greifen diese Texte auf, ohne auf den provisorischen Charakter der Studie hinzuweisen.
4. Behandlungen im Rahmen von klinischen Studien oder off-label:
Mangels anerkannten Therapien ist es wichtig, dass zu erprobende Heilmittel nur im Rahmen von klinischen Studien verabreicht werden sollen. Dies erlaubt eine seriöse Auswertung der Behandlung und hilft späteren Patientinnen und Patienten.
Zum off-label Einsatz von Medikamenten schreibt die SWISSMEDIC in einer Mitteilung:
"Aktuell gibt es noch keine zugelassenen Medikamente zur Behandlung von COVID-19 oder Impfstoffe zum Schutz vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2. Eine "Ausnahme" macht Remdesivir, das in einem eingeschränkten Rahmen zur Behandlung von schweren Infektionen mit SARS-CoV-2 im Rahmen von Studien derzeit weltweit eingesetzt wird und von der FDA für den notfallmässigen Einsatz freigegeben wurde..
Zugelassene Medikamente und Wirkstoffe, die sich aufgrund von ersten Erfahrungen im Ausland möglicherweise zur Therapie von COVID-19 eignen, können Off-Label (ausserhalb der zugelassenen Indikation) sowie im Rahmen eines klinischen Versuchs angewendet werden. Ärztinnen und Ärzte tragen die Verantwortung und sind gesetzlich verpflichtet, über den Off-Label-Use aufzuklären sowie Risiken und Nebenwirkungen anzusprechen."
Auf keinen Fall darf jetzt überstürzt ein Medikament auf den Markt gelangen, dass letztendich nicht hält, was es verspricht.
Derzeitiger Forschungsstand bei der Medikamentenentwicklung:
- Trends-in-Medicine liefert regelmässig im Telegrammstil up-dates über in Erprobung stehende Therapien:

Key Coronavirus Treatments in Development

Company

Target

Product name

Stage

Target Covid-19 patients

Airway Therapeutics

recombinant human protein

AT-100

preclinical

N/A

Amgen and Adaptive Biotechnologies

antiviral

–-

preclinical

prophylactic or treatment

AstraZeneca

SGLT2

Farxiga (dapagliflozin)

Phase III

patients with comorbid conditions

CalciMedica

CRAC channel inhibitor

CM-4620-IE

60-patient, open-label Phase II

severe Covid-19 pneumonia before ARDS

CytoDyn

CCR5
antagonist

leronlimab

75-patient Phase II

mild-to-moderate respiratory complications

Gilead Sciences

antiviral

remdesivir

Numerous Phase II and III trials ongoing.
Compassionate use halted

varies by trial from moderate to severe
patients. Results from Phase III in severe patients due in May 2020

Merck

antiparasitic

ivermectin

preclinical and Phase I

patients with lung injury from ventilator

PharmaMar

EF1A inhibitor

Aplidin (plitidepsin)

ready to start Phase II

pneumonia in Covid-19 patients

Regeneron Pharmaceuticals and Sanofi

anti-IL-6R

Kevzara (sarilumab)

400-patient Phase II/III

severe Covid-19

Regeneron Pharmaceuticals

–-

none yet

preclinical

–-

Roche

anti-IL-6

Actemra (tocilizumab)

Phase III

Hospitalized Covid-19 patients with severe pneumonia

Takeda, CSL Behring, Biotest, and Octapharma

polyclonal hyperimmune globulin

TAK-888
(convalescent plasma)

N/A

Patients at high risk for infection

Vanda Pharmaceuticals

NK1 receptor antagonist

tradipitant

Phase III ODYSSEY VLY-686-3501

Covid-19 patients with pneumonia (neurogenic inflammation of the lungs)

Vir Biotechnology and (a) WuXi Biologics, (b) Biogen, and (c)
Generation Bio

antibody

N/A

preclinical

N/A
WICHTIG: SCHENKEN SIE DAS VERTRAUEN IN EINE WIRKSAME BEHANDLUNG NICHT JENEN, DIE DAS NUR BEHAUPTEN, SONDERN JENEN, DIE DAS AUCH BELEGEN UND BEWEISEN KÖNNEN. EIN GARANT DAFÜR IST UNSERE ZULASSUNGSBEHÖRDE SWISSMEDIC.
Die SWISSMEDIC nimmt regelmässig Teil an internationalen Meetings zum Thema SARS-CoV-2/COVID-19 wie z.B. an den Workshops internationaler Arzneimittelbehörden für bessere Behandlungsoptionen gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19)
Lockdown: War er wirklich nötig? Wirtschaftlicher Schaden grösser als der Gesundheitsnutzen? Vorsicht vor allzu schneller Lockerung!
Die epidemiologischen Daten belegen klar, dass die getroffenen Massnahmen entscheidend waren, die Ausbreitung einzudämmen. Eine allzu schnelle Lockerung der Massnahmen kann zu einer zweiten Welle mit stärkerer Ausprägung führen. Die wissenschaftlichen Überlegungen und Untersuchungen sind in einem jetzt in Science publizierten Artikel zufinden.
Ein vorsichtiger, gemessener Ansatz zur Lockerung der Sperrmaßnahmen ist erforderlich, um die am stärksten gefährdeten Mitglieder der Gesellschaft zu schützen und das Gesundheitswesen zu unterstützen. Dies hat ein Team von Experten für Infektionskrankheiten der University of Warwick festgestellt, das die die Auswirkungen der aktuellen Sperrmaßnahmen auf die Ausbreitung von COVID-19 in Großbritannien untersucht hat.
Wer den Lockdown in Frage stellt, hat keine Ahnung von Ökonomie und schon gar keine Ahnung, wie sich Ökonomie und Gesundheit gegenseitig bedingen. Alle diejenigen Manager, Berater und sonstigen Expertinnen, die in den letzten Wochen die Pandemie kleingeredet und die wirtschaftlichen Schäden des Lockdowns überbetont haben, werden jetzt im Regen stehen, wie eine Studie aus Cambridge darstellt und einleitend schreibt: "Über die wirtschaftlichen Kosten des Lockdowns wird viel diskutiert: Ob der Preis für die Eindämmung von Krankheiten das Risiko einer anhaltenden Finanzkrise wert ist. Neue Untersuchungen der Universität Cambridge legen nahe, dass es keinen absoluten Kompromiss zwischen Wirtschaft und menschlicher Gesundheit gibt - und dass der wirtschaftliche Preis für Untätigkeit doppelt so hoch sein könnte wie der für eine „strukturierten Lockdown“.
Welche Bedeutung haben Kinder in der SARS-CoV-2/COVID-19 Pandemie?
Können Kinder COVID-19 bekommen?
JA - Kinder jeden Alters können erkranken, obwohl sie anscheinend weniger betroffen sind als Erwachsene. In einer systematischen Literaturrecherche (vom 1. Januar bis 18. März 2020) machten Kinder 1 bis 5 Prozent der diagnostizierten COVID-19-Fälle aus. Obwohl sich die Überwachungsdefinitionen und Testkriterien im Laufe der Zeit und geografisch geändert haben, liegt der Anteil der Fälle, die bei Kindern aus verschiedenen Ländern (z. B. China, Südkorea, Italien und den Vereinigten Staaten) aufgetreten sind, typischerweise in diesem Bereich. Eine kürzlich in The Lancet veröffentlichte Studie, in der COVID-19-Fälle in Shenzhen, China, untersucht wurden, kam zu dem Schluss, dass "Kinder ein ähnliches Infektionsrisiko haben wie die allgemeine Bevölkerung, obwohl sie weniger schwere Symptome haben; darum sollten Kinder immer auch in Analysen berücksichtigt werden, wo die Übertragung und die Kontrolle von Übertragungen untersucht werden." Kinder stecken sich hierbei nicht nur im familiären Umfeld an: Eine italienische Studie mit 100 Kindern (wovon 76 unter 10 Jahren) berichtet, dass knapp mehr als die Hälfte der Kinder (55%) sich außerhalb der Familie angesteckt hatten. Die Quelle blieb unbekannt.
Gibt es Unterschiede bei Anzeichen & Symptomen von COVID-19 bei Kindern & Erwachsenen?
Die Symptome von COVID-19 sind bei Kindern und Erwachsenen ähnlich, aber weniger Kinder als Erwachsene mit dokumentierten Infektionen haben Symptome. COVID-19 scheint bei Kindern milder zu sein als bei Erwachsenen, obwohl über schwere Fälle berichtet wurde.
Besteht für Kinder das Risiko einer schweren COVID-19?
Obwohl über schwere Fälle von COVID-19 bei Kindern berichtet wurde, einschließlich tödlicher Fälle, scheinen die meisten Kinder eine leichte oder mittelschwere Erkrankung zu haben und sich innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Ausbruch der Erkrankung zu erholen.
Warum sind Kinder weniger anfällig auf einen schweren Verlauf von COVID-19?
Eine Hypothese besagt, dass ACE2 (angiotensin-converting enzyme 2) eine Rolle spielen könnte. ACE2 wird hauptsächlich von Epithelzellen der Lunge, des Darms, der Niere und der Blutgefäße produziert und an ihrer Oberfläche angesiedelt. Das Virus nutzt ACE2 als Eintrittspforte in die Zelle. Dies könnte das hohe Auftreten von Lungenentzündung und Bronchitis bei Patienten mit einer schweren COVID-19-Infektion erklären. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigte, dass ACE2 auch in der Schleimhaut der Mundhöhle stark vorhanden ist, wodurch das Virus einen einfachen Zugang zu einem neuen anfälligen Wirt erhält. Die Struktur von ACE2 gliedert sich in einen membrangebundenen und einen löslichen Teil. Das lösliche ACE2 wird ins Blut abgesondert und kann sich an Erreger wie beispielsweise Influenza A (H7N9) binden und den Erreger unschädlich machen. Kinder haben im Allgemeinen einen höheren ACE2-Spiegel im Blut als Erwachsene.
Durch einen Puffereffekt kann lösliches ACE2 Kindern und symptomlosen Menschen helfen, die Infektion einer Zelle besser zu verhindern. Auf der anderen Seite könnte dies auch dazu führen, dass diese Träger ein wichtiges Reservoir für zirkulierende Viren sind. Dies verdient in naher Zukunft viel Aufmerksamkeit.
Können Kinder SARS-CoV-2 übertragen?
Diese Frage kann eindeutig mit Ja beantwortet werden, wie unter anderen eine Studie aus Shenzen belegt. Bisherige Untersuchungen legen allerdings den Schluss nahe, dass Kinder nicht die Hauptverbreiter des Virus sind. Kinder völlig als Verbreiter zu vernachlässigen kann allerdings gefährlich sein. Experten warnen davor, dass es bei weitem nicht genug Beweise gibt, um sicher zu sein, dass Kinder das Virus nicht verbreiten können. Das Fehlen von Beweisen ist kein Beweis dafür, dass Kinder keine Rolle spielen.
Der deutsche Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie im Berliner Charite-Krankenhaus, forderte die politischen Entscheidungsträger deshalb auf, bei Studien zur Untersuchung der Auswirkungen von COVID-19 auf Kinder Vorsicht walten zu lassen. Er wies darauf hin, dass die Ergebnisse einer niederländischen Studie, die als Beweis dafür herangezogen wurde, dass Kinder keine große Rolle bei der Verbreitung von COVID-19 spielen, statistisch nicht signifikant seien.
Kinder können so viele Coronavirus-Viren im Blut tragen wie Erwachsene. Dies gilt es bei der Wiedereröffnung von Schulen und Kindergärten in der gegenwärtigen Situation im Auge zu behalten. Schulschliessungen sind ein schwieriges Thema, da viele Daten noch zu keinen schlüssigen Ergebnissen geführt haben. Bei einer geringen Verbreitung des Virus in der Bevölkerung könnte es gerechtfertigt sein, die Schulen wieder zu öffnen, da die Chance weiter sinkt, dass Kinder angesteckt werden und das Virus weiter übertragen. Doch erst die langfristige Beobachtung wird vielleicht endgültig Klarheit bringen, welche Rolle Kinder bei der Übertragung von SARS-CoV-2 spielen.
COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen
Text aus "DIE MITTELLÄNDISCHE ZEITUNG
DMZ – FORSCHUNG / MEDIZIN / POLITIK ¦
GASTKOMMENTAR von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt
Überlegungen eines besorgten Schweizer Bürgers (HIER DER VOLLSTÄNDIGE TEXT)
Vorwort: wieso nehme ich überhaupt Stellung?
Aus 5 Gründen:
1. bin ich mit meiner Stiftung «EurAsia Heart – A Swiss Medical Foundation» seit mehr als 20 Jahren in EurAsien tätig, habe fast ein Jahr in China gearbeitet und seit 20 Jahren eine kontinuierliche Verbindung zum «Union Hospital of Tongji Medical College/Huazhong University of Science and Technology» in Wuhan, wo ich eine meiner vier Gastprofessuren in China habe. Die 20-jährige Verbindung zu Wuhan habe ich auch in den jetzigen Zeiten konstant aufrechthalten können.
2. ist COVID-19 nicht nur ein Problem der mechanischen Beatmung, sondern betrifft das Herz in ähnlicher Weise. 30% aller Patienten, welche die Intensivstation nicht überleben, versterben aus kardialen Gründen.
3. ist die letzt-mögliche Therapie des Lungenversagens eine invasiv-kardiologische, respektive kardiochirurgische: die Verwendung einer «ECMO», der Methode der «extrakorporellen Membran-Oxygenation», d.h. die Verbindung des Patienten mit einer externen, künstlichen Lunge, welche bei diesem Krankheitsbild die Funktion der Lunge des Patienten so lange übernehmen kann, bis diese wieder funktioniert.
4. bin ich – ganz einfach – um meine Meinung gefragt worden.
5. sind sowohl das Niveau der medialen Berichterstattung wie auch sehr viele Leser-Kommentare nicht ohne Widerspruch hinzunehmen und zwar in Bezug auf Fakten, Moral, Rassismus und Eugenik. Sie benötigen dringend einen Widerspruch durch zuverlässige Daten und Angaben.
Die dargelegten Fakten entstammen wissenschaftlichen Arbeiten, welche ein «peer-review» durchlaufen haben und in den besten medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind. Viele dieser Fakten waren bis Ende Februar bekannt. Hätte man diese medizinischen Fakten zur Kenntnis genommen und wäre man fähig gewesen, Ideologie, Politik und Medizin zu trennen, wäre die Schweiz heute mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer besseren Lage: wir hätten pro Kopf nicht die zweitmeisten COVID-19-positiven Leute weltweit und eine bedeutend kleinere Zahl an Menschen, welche ihr Leben im Rahmen dieser Pandemie verloren haben. Zudem hätten wir mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen partiellen, unvollständigen «Lock-down» unserer Wirtschaft und keine kontroversen Diskussionen, wie wir hier wieder «herauskommen».
Anmerken möchte ich noch, dass alle wissenschaftlichen Arbeiten, die ich erwähne, bei mir im Original erhältlich sind.
Wichtige aber noch unbeantwortete Fragen zu SARS-CoV-2/COVID-19
Adaptiert aus folgender Quelle: TRENDS-In-MEDICINE BULLETIN: UPDATE ON CORONAVIRUS 4/12 April 12, 2020 by Lynne Peterson
- Wenn jemand Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt, wie lange schützen diese Antikörper - Monate, Jahre, ein Leben lang? Antikörpertests können helfen, diese Frage zu beantworten. Antworten dazu werden auch zeigen, ob eine Immunisierung der Bevölkerung das Virus langfristig auszubremsen vermag.
- Sind die neurologischen Symptome / Wirkungen bei einigen, allen, den meisten Patienten reversibel? Diese Frage belegt, dass das Virus auch bei fehlenden Vorerkrankungen möglicherweise nicht harmlos ist.
- Menschen, die ein mildes Covid-19 bekommen und sich erholen, scheiden das Virus bis zu 8 Tage oder länger aus, nachdem die Symptome abgeklungen sind. Kann dieses Virus andere Menschen infizieren? Sollten diese Personen länger unter Quarantäne gestellt werden?
- Was wissen wir über Covid-19-Patienten, die beatmet werden und sich erholen? Wie viel Prozent erholen sich? Und ist es eine funktionale Wiederherstellung? Es gibt langsam mehr Daten darüber, aber es werden noch viel mehr Informationen dazu benötigt, um diese Fragen zu beantworten.
- Gibt es Langzeiteffekte durch Covid-19, sogar bei einem milden Covid-19 Verlauf? Wird es langanhaltende Lungenanomalien geben oder gar eine Lungenfibrose (d.h. eine Vernarbung der Lunge, welche die Atmung stark beeinträchtigt)? Auch diese Frage zeigt, dass das Virus möglicherweise nicht so harmlos ist, wie von Einigen behauptet wird.
- Können Menschen Covid-19 mehr als einmal bekommen? Es gibt immer noch widersprüchliche Berichte darüber. Möglicherweise handelt es sich um Fehlmessngen, denn Tests, die Virusbestandteile (RNA) nachweisen, vermögen nicht zu unterscheiden, ob es sich um lebende Viren handelt, die infektiös sind oder nur - wie ein Bericht aus Südkorea nahelegt - um harmlose Teile des Virus.
Abstandhalten im öffentlichen Raum und andere Einschränkungen – wie lange noch? Was passiert bei zu schneller Lockerung?
Die Autoren einer Studie, die am 14. April im Wissenschaftsmagazin Science erschienen ist schreiben: „Es ist dringend erforderlich, die Zukunft der Übertragung des schweren akuten respiratorischen Syndroms Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) zu verstehen.“ Dafür haben sie Schätzungen der Saisonalität, Immunität und Kreuzimmunität für die Betacoronaviren OC43 und HKU1 aus Zeitreihendaten aus den USA verwendet, um ein Modell der SARS-CoV-2-Übertragung zu ermitteln.
Die Autoren prognostizieren, dass wiederkehrende Ausbrüche von SARS-CoV-2 im Winter wahrscheinlich nach der ersten, schwersten Pandemiewelle auftreten werden.
Massgeblich für den Erfolg des Abstandhaltens im öffentlichen Raum ist - ohne andere Interventionen - ob die Kapazitäten für die Intensivpflege überschritten werden oder nicht.
Werden die Kapazitäten überschritten, kann laut den Autoren bis 2022 ein längeres oder zeitweises Abstandhalten im öffentlichen Raum erforderlich sein. Zusätzliche Maßnahmen, einschließlich einer erweiterten Kapazität für die Intensivpflege und eines wirksamen Therapeutikums, würden den Erfolg des wiederkehrenden Abstandhaltens im öffentlichen Raum verbessern und den Erwerb der Herdenimmunität (Anm. Red.: sofern sich eine solche heranbilden sollte, was derzeit völlig unklar ist) beschleunigen.
Weiter schreiben die Forschenden, dass serologische Längsschnittstudien dringend erforderlich seien, um das Ausmaß und die Dauer der Immunität gegen SARS-CoV-2 zu bestimmen. Selbst im Falle einer offensichtlichen Beseitigung von SARS-CoV-2 sollte die SARS-CoV-2-Überwachung aufrechterhalten werden, da eine Wiederbelebung der Ansteckung auch bis 2024 noch möglich sein könnte.
Lesen Sie die ganze Studie im Wissenschaftsmagazin Science
Die Ergebnisse einer Studie, publiziert am 22. April in Nature Medicine zeigen, dass restriktive Maßnahmen zur sozialen Distanzierung mit umfassenden Tests und Kontaktverfolgung kombiniert werden müssen, um die anhaltende COVID-19-Pandemie zu beenden.
Eine 3-D-Simulation - beschrieben in der New York Times - zeigt, warum soziale Distanzierung so wichtig ist
Zu schnelle Aufhebung des Lockdowns
(Übersetzt aus Daily updates on the emerging novel coronavirus from the Johns Hopkins Center for Health Security). Die japanische Insel Hokkaido bietet möglicherweise einen Einblick in die möglichen Auswirkungen einer vorzeitigen Aufhebung sozialer Distanzierungsmaßnahmen. TIME veröffentlichte einen Artikel über die Entscheidungen der Insel, die physischen Distanzierungsmaßnahmen zu lockern, und den darauf folgenden Anstieg der COVID-19-Inzidenz. Nachdem nach einem großen Festival Ende Januar mehrere Dutzend COVID-19-Fälle entdeckt worden waren, erklärte die Regierung den Ausnahmezustand und forderte die Anwohner und Unternehmen auf, sich an die Empfehlungen zur Sperrung zu halten. Nach mehrwöchiger Sperrung - und der damit verbundenen Abnahme der COVID-19-Inzidenz und schwerwiegenden wirtschaftlichen Auswirkungen - hob die Regierung den Ausnahmezustand auf, damit die Bewohner ihre Geschäfte und andere Aktivitäten wieder aufnehmen konnten, während einige staatliche Einrichtungen und Schulen geschlossen blieben. Dem Bericht zufolge wurde die normale soziale Aktivität - einschließlich Reisen aus anderen Teilen Japans - fast sofort wieder aufgenommen. Drei Wochen später meldete Hokkaido die höchste tägliche Inzidenz. Einige Tage später meldete die Insel einen Anstieg der COVID-19-Fälle um 80% im Vergleich zum Zeitpunkt der Aufhebung der Sperrung, und die lokale Regierung gab eine zweite Notfallerklärung ab. Der lokale Ausbruch hatte in der folgenden Woche um weitere 70% zugenommen. Die rasche Rückkehr zur normalen sozialen Interaktion hat möglicherweise zu einem erheblichen Wiederaufleben der SARS-CoV-2-Übertragung geführt, was möglicherweise die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Sperrung verlängerte. Viele Faktoren tragen sowohl zu den gesundheitlichen als auch zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Umsetzung und Aufhebung von Maßnahmen zur physischen Distanzierung bei. Diese Fallstudie könnte jedoch einen Einblick in diese Mechanismen geben, wenn andere Standorte beginnen, ihre eigenen Pläne zu entwickeln und zu bewerten.
SARS-CoV-2/COVID-19: Wozu ein Test?
Es werden teils hitzige und kontroverse Diskussionen geführt, ob ein Test durchgeführt werden soll. Hierzu einige Basisinformationen zu den Testverfahren:
Ein Test macht nur dann einen Sinn, wenn sich daraus eine direkte praktische Konsequenz ergibt.
Es gibt unterschiedliche Arten von Tests, die je nach Zielsetzung eingesetzt werden:
- Tests, die das Virus nachweisen (Nachweis von spezifischen Genbestandteilen des Virus, hauptsächlich sogenannte PCR-Tests)
- Tests, die eine durchgemachte Infektion mit dem Virus nachweisen (Antikörpertests)
PCR-Test und andere
Erkrankte mit behandlungsbedürftigen Symptomen werden mittels einem PCR-Test abgeklärt um entweder eine Erkrankung mit COVID-19 zu bestätigen oder auch auszuschliessen. Dies hat Konsequenzen auf die Wahl der Behandlung oder auf die Art und Weise von weiteren diagnostischen Abklärungen.
Weitere Testverfahren zum Direktnachweis des Virus werden evaluiert, entwickelt oder schon angewendet, spielen derzeit jedoch noch eine untergeordnete Rolle.
Grundsätzlich sind diese Tests nur sinnvoll, wenn sich daraus eine direkte Konsequenz ergibt, das heisst beispielsweise eine Spitaleinweisung und Behandlung. Nicht behandlungsbedürftige Personen mit Symptomen werden derzeit als ob angesehen. Dies bedeutet, dass sie sich in Quarantäne begeben sollen, bis die Symptome abgeklungen sind. Bei einer Lockerung der allgemeinen Quarantänemassnahmen kann diskutiert werden, ob es sinnvoll ist, mit dem PCR-Test eine Infektion auszuschliessen. Das kann einerseits die Angst nehmen und andererseits kann sich eine betroffene Person auch freier bewegen, ohne Angst zu haben, eine andere Person anzustecken, sofern der Test kein SARS-CoV-2 nachgewiesen hat. Es gilt allerdings zu beachten, dass zwischen Ansteckung und Erscheinen des Virus im Abstrich eine Lücke besteht, die mit keinem Test nachgewiesen werden kann.
Wichtig: Eine bereits durchgemachte Infektion mit SARS-CoV-2 kann mit einem PCR-Test nicht mehr nachgewiesen werden, wenn der Körper keine Viren mehr beherbergt. Darum sind grossflächige Tests mit PCR sinn- und nutzlos. Solche Tests könnten allenfalls im Anfangsstadium einer Epidemie die weitere Ausbreitung verhindern, doch erfordert dies ausreichend Testkapazitäten sowie eine darauf eingestellte Organisation zur Nachverfolgung aller Kontaktpersonen von Infizierten (Contact Tracing).
Antikörpertests
Diese Tests sind derzeit (Stand 21.4.2020) noch Mangelware und können daher nicht grossflächig eingesetzt werden. Bereits werden jedoch im Rahmen von vielen wissenschaftlichen Erhebungen begrenzte Gruppen von Personen untersucht. Daraus können in einem weiteren Schritt Massnahmen für grossflächige Tests in der Bevölkerung abgeleitet werden.
Mit einem Antikörpertest kann einerseits nachgewiesen werden, ob eine Infektion mit SARS-CoV-2 stattgefunden hat und ob andererseits eine Immunität gegen das Virus aufgebaut wurde. Wichtiger noch ist die Information, wie gross die Ausbreitung und allenfalls Immunität in der Bevölkerung ist. Aus diesen Informationen können weitere Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung abgeleitet oder allenfalls auch die Aufhebung von bestimmten Schutzmassnahmen begründet werden. Ohne Antworten auf diese Fragen sind Forderungen nach breiten Lockerungen von Schutzmassnahmen nicht verantwortbar oder gar gefährlich.
Doch die Entwicklung von solchen Antikörpertests ist mit Schwierigkeiten verbunden, wie ein Beitrag in der Fachzeitschrift LANCET vom 4. April beschreibt und nachfolgend zusammengefasst wird:
Antikörpertests sind unterschiedlich, da sie einige Kenntnisse über die Proteine erfordern, die die Virushülle bilden. Es handelt sich insbesondere um die Proteine, die als Antigene wirken, auf die das Immunsystem reagiert und damit die Produktion von Antikörpern auslöst, die das Virus markieren oder neutralisieren.
Diese Abschnitte der viralen Proteinhülle, beziehungsweise Antigene müssen dann im Labor unter Verwendung von Zelllinien hergestellt werden, um in einen Test (sog. Immunoassay wie z. B. ELISA) eingeschlossen zu werden, der nachweist, ob Antikörper gegen diese Antigene vorhanden sind.
Aber ihre Entwicklung braucht Zeit. Die Darstellung (Expression) des Antigen-Proteins in der richtigen Struktur ist oft der schwierigste Schritt. Es gibt auch Fragen, welche Antigen-Proteine für diesen Zweck am besten geeignet sind.
Das sogenannte Spike-Protein ist das Hauptantigen, das neutralisierende Antikörper hervorruft, da dieses Protein das einzige Protein auf der Virusoberfläche ist, das für den Eintritt in die Wirtszelle verantwortlich ist. Die Erforschung des Spike-Proteins bietet auch Möglichkeiten für die Entwicklung von Therapeutika für COVID-19.
Doch welcher Teil des Spike-Proteins verwendet werden soll, ist weniger offensichtlich. Dies ist jedoch wichtig zu wissen, um falsch positive Reaktionen mit anderen Coronaviren (Kreuzreaktionen) auszuschliessen.
Gegen Ende des Artikels wird argumentiert, dass Menschen, die Antikörper gegen ein bestimmtes Coronavirus produzieren, wahrscheinlich eine lebenslange Immunität haben, die möglicherweise auch gegen andere Coronaviren schützt. Die Entwicklung von neuen Antikörpertests wird es ans Licht bringen.
Letzte Nachrichten
17. April. 2020: Antikörper- oder serologische Tests sind dringend erforderlich, um die tatsächliche Infektionsrate zu bestimmen, die Antikörperreaktionen von Personen auf das Virus zu verstehen und Personen zu identifizieren, die möglicherweise immun gegen eine erneute Infektion sind. Wie in einem in Current Protocols in Microbiology veröffentlichten Artikel beschrieben, haben Forscher jetzt einen solchen Test entwickelt. Diese Tests können für Forschungsstudien und für Tests in klinischen Labors verwendet werden. Weitere Tests werden folgen.
Was bedeutet Contact-Tracing? Gibt es andere Möglichkeiten, SARS-CoV-2 aufzuspüren? App herunterladen?
Von Contact Tracing wird beim Verfahren gesprochen, bei einer angesteckten Person alle Kontaktpersonen ausfindig zu machen um damit den Infektionsweg zu unterbrechen. Kontaktpersonen können sich in Quarantäne begeben um einer möglichen Ansteckung von weiteren Personen vorzubeugen.
Die Hauptziele sind:
- Unterbrechung der laufenden Übertragung und Verringerung der Ausbreitung einer Infektion
- Kontakte auf die Möglichkeit einer Infektion aufmerksam machen und vorbeugende Beratung oder prophylaktische Betreuung anbieten
- Anbieten von Diagnose, Beratung und Behandlung bereits infizierter Personen
- Wenn die Infektion behandelbar ist, um eine erneute Infektion des ursprünglich infizierten Patienten zu verhindern
- Um mehr über die Ausbreitung einer Krankheit in einer bestimmten Bevölkerung zu erfahren
Das Contact-Tracing kann auch digital mittels Smartphone-Apps erfolgen. Doch die REPUBLIK, ein digitales Magazin für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur stellt in diesem Zusammenhang die Frage: "Hält die digitale Epidemiebekämpfung, was sie verspricht? Contact-Tracing-Apps sollen im Kampf gegen das Coronavirus eine wichtige Rolle spielen. Schweizer Anbieter haben bereits Lösungen entwickelt." Lesen Sie hierzu auch den nachfolgenden Beitrag von Adrienne Fichter "Setzt die Corona-App aus der Schweiz europaweit Standards?" Der Beitrag behandelt die Schwierigkeiten, die sich bei der Entwicklung einer geeigneten App ergeben, hauptsächlich im Bereiche des Datenschutzes, und wie derzeit ein Konflikt zwischen Befürwortern einer zentralen und Befürwortern einer dezentralen Lösung herrscht. Hierzu schreibt die REPUBLIK: "Ungeachtet des europäischen Zwists arbeitet das BAG aber am Prototyp von DP3T weiter. «Diese Kontroversen haben keine Auswirkungen auf die Vorbereitungsarbeiten des BAG.» Seit Freitag testen Schweizer Rekruten die App im Feldeinsatz in Lausanne. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat für das DP3T-Konzept bereits grünes Licht gegeben. Und am Dienstag gab BAG-Chef Pascal Strupler bekannt, dass bis zum 11. Mai gemeinsam mit der ETH und der EPFL eine App fertiggestellt werde. Verläuft alles nach Plan, gehört die Schweiz zu den Pionierländern und würde die erste dezentrale Contact-Tracing-App lancieren."
Am 13. Mai meldete der Bundesrat, dass er bezüglich des Coronavirus die Verordnung für das Proximity-Tracing-App verabschiedet hat. Die App wird gemäss Medienmitteilung "voraussichtlich ab der folgenden Woche von Mitarbeitenden der Eidgenössisch Technischen Hochschulen in Lausanne und Zürich, von Armeeangehörigen und Mitarbeitenden von Spitälern sowie der eidgenössischen und kantonalen Verwaltungen getestet." Weiter heisst es in der Mitteilung: "In seiner nächsten Sitzung am 20. Mai will der Bundesrat die gesetzliche Grundlage für den ordentlichen Betrieb der App zuhanden des Parlaments verabschieden. Diese Botschaft soll vom Parlament in der Sommersession im Juni beraten und verabschiedet werden. Mit der Proximity-Tracing-App können potentiell Infizierte frühzeitig gewarnt und eine Weiterverbreitung des Virus eingedämmt werden. Der Datenschutz ist jederzeit gewahrt. Die Nutzung der App ist freiwillig. Es werden keine Ortsangaben der App-Nutzer verwendet. Alle Daten der App werden nach 21 Tagen laufend gelöscht.
Auch der folgende Beitrag in der WOZ ist lesenswert ein Interview mit einer Ethikerin und einem Ethiker in digitalen Fragen. Es hilft bei der Beantwortung von Fragen zur Einführung von Contact-Tracing-Apps. Auch diese Wochenzeitung kann abonniert werden.
Eine neue App soll Corona-Infektionen über Symptome erkennen. Lesen Sie hierzu den Bericht auf der Webseite von higgs.
(higgs ist das erste unabhängige Magazin für Wissen in der Schweiz)
Ein optischer Biosensor für das COVID-19-Virus
(21.04.2020) Die EMPA schreibt auf ihrer Webseite: "Einem Team von Forschern der Empa, der ETH Zürich und des Universitätsspitals Zürich ist es gelungen, einen neuartigen Sensor zum Nachweis des neuen Coronavirus zu entwickeln. Er könnte künftig eingesetzt werden, um die Virenkonzentration in der Umwelt zu bestimmen – beispielsweise an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten oder in Lüftungssystemen von Spitälern." (KARIN WEINMANN))
Lesen Sie den ganzen Bericht sowie die Originalpublikation: G Qiu, Z Gai, Y Tao, J Schmitt, G A Kullak-Ublick, J Wang; Dual-Functional Plasmonic Photothermal Biosensors for Highly Accurate Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 Detection; ACS Nano 2020, doi.org/10.1021/acsnano.0c02439
Eine neue Staatsaufgabe: Die Politik ist in der Pflicht und muss die Entwicklung eines Impfstoffes gegen SARS-CoV-2 fördern und unterstützen
The Singapore Warning - Was bedeutet eine zu frühe Lockerung der Massnahmen zur Verhinderung der SARS-CoV-2 Ausbreitung?
"Dies war die Woche, in der anscheinend alle über eine Wiedereröffnung der Wirtschaft nachdenken. Gouverneure sprechen darüber. Dies gilt auch für Präsident Trump und die Staats- und Regierungschefs in weiten Teilen Europas" schreibt David Leonhardt, Opinion Columnist, in der New York Times vom 16. April. Lesen Sie weiter, wie Singapur mit seinen Massnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 auf die Nase gefallen ist, denn jetzt ist ein neuer Ausbruch im Gange:
Aktuelle Information in der Corona-Krise für Migrantinnen und Migranten
(Pressemeldung von SWI swissinfo.ch) Auch die Menschen in der Schweiz, welche die Landessprache nicht beherrschen, sind derzeit dringend auf aktuelle Informationen rund um das Leben in der Schweiz mit dem Coronavirus angewiesen. SWI swissinfo.ch bietet News und umfassende Hintergrund-Dossiers in den Sprachen Arabisch, Spanisch, Portugiesisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, Englisch, Italienisch, Französisch und Deutsch an.
SWI swissinfo.ch informiert als internationaler Dienst der SRG in erster Linie ein schweizinteressiertes Publikum im Ausland sowie die Community der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland. In diesen herausfordernden Tagen der Krise sind aber genau diese zehn Sprachen auch für die Schweizer Bevölkerung, namentlich für Migrantinnen und Migranten oder Expats, dringend und wertvoll. Ihre vielfältigen Fragen und Informationsbedürfnisse kann SWI swissinfo.ch derzeit auffangen und Antworten liefern.
Die Informationen und der Service sind kostenfrei, aktuell und online via www.swissinfo.ch abrufbar:
Arabisch: https://www.swissinfo.ch/ara/swi/45590516 Español: https://www.swissinfo.ch/spa/swi/45592694 Português: https://www.swissinfo.ch/por/swi/45592270 Chinesisch: https://www.swissinfo.ch/chi/swi/45591360 Japanisch: https://www.swissinfo.ch/jpn/swi/45591162 Russisch: https://www.swissinfo.ch/rus/swi/45592216 English: https://www.swissinfo.ch/eng/swi/45592192 Italiano: https://www.swissinfo.ch/ita/swi/45590960 Français: https://www.swissinfo.ch/fre/swi/45590688 Deutsch: https://www.swissinfo.ch/ger/swi/45590096
SWI swissinfo.ch ist auch auf den sozialen Medien Instagram, Facebook und Twitter täglich präsent - ebenfalls in zehn Sprachen. Mit dieser Berichterstattung komplettiert SWI swissinfo.ch das Angebot der SRG im Sinne des Service public.
Das SARS-CoV-2-Virus* verursacht COVID-19**
*SARS-CoV-2-Virus: Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (D: Schweres akutes Atemwegs Syndrom Coronavirus 2)
**COVID-19: Coronavirus disease 2019 (D: Coronavirus-Erkrankung 2019)
Echinacea als vermeintliches Mittel gegen das neue Coronavirus
16.09.2020 Wichtige Mitteilung von SWISSMEDIC:
Medienartikel zu Echinaforce® und Online-Angebote im Kontext der COVID-19 Pandemie
Schutzmasken tragen - JA oder NEIN? Im Prinzip JA - aber:
Aus Mangel an Masken sollen derzeit nur diejenigen Personen eine Maske tragen, die ein hohes Ansteckungsrisiko haben. Dies bedeutet zuallererst alle Personen im Gesundheitssektor mit Patientenkontakt. Alle jene Personen, die aufgrund der empfohlenen Massnahmen des Bundesrates die Regeln des Abstandhaltens, Händewaschen und das Versammlungsverbot einhalten, sind sehr wenig gefährdet und können auf das Maskentragen verzichten. Sollten dereinst genügend Masken vorhanden sein, dann MUSS das Maskentragen in der Öffentlichkeit unbedingt empfohlen und gefördert werden. Es wurde festgestellt, dass chirurgische Gesichtsmasken das Vorhandensein von Influenza und Coronavirus-RNA in Atemtröpfchen und Aerosolen von infizierten Personen reduzieren. Hier eine wissenschaftliche Kurzfassung dazu.
Der folgende Text wurde im Original Englisch im British Medical Journal (BMJ) publiziert. Die vorliegende deutsche Fassung wurde mittels Google Translate und redaktioneller Nachbearbeitung (nur Erläuterungen in Klammern sowie Fehlübersetzungen).
Tragen oder nicht tragen: Die verwirrende Anleitung der WHO zu Masken bei der Covid-19-Pandemie
- März 2020
Aileen Lai-yam Chan, CC Leung, TH Lam und KK Cheng
Der Panikkauf von Masken scheint sich schneller verbreitet zu haben als das Coronavirus. Gesichtsmasken sind in vielen Ländern ausverkauft und Mangelware, trotz Medienberichten, wonach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für gesunde Menschen empfiehlt keine Masken zu tragen. Inmitten der Verwirrung haben wir die vorläufigen Leitlinien der WHO (vom 29. Januar 2020) untersucht und festgestellt, dass ihre Empfehlungen in Bezug auf die Frage, ob eine Maske getragen werden soll oder nicht, inkonsistent erscheinen. Wir haben uns die Empfehlungen Punkt für Punkt angesehen und festgestellt, dass es leicht zu erkennen ist, warum öffentliche Verwirrung entstanden ist:
Der Rat beginnt mit der Feststellung, dass „das Tragen einer medizinischen Maske eine der Präventionsmaßnahmen ist, um die Ausbreitung bestimmter Atemwegserkrankungen, einschließlich 2019-nCoV, [seitdem in SARS-CoV-2 umbenannt] in den betroffenen Gebieten zu begrenzen.“ Diese Aussage scheint die Grundlage für die Organisation zu sein, das Tragen einer Maske als Schutzmaßnahme für den Träger sowie zur Kontrolle der Infektion durch die Quelle zu empfehlen.
Im nächsten Satz wird jedoch in den Leitlinien darauf hingewiesen, dass „die Verwendung einer Maske ALLEIN (von der WHO fett gedruckt) nicht ausreicht, um ein angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten, und dass andere gleichermaßen relevante Maßnahmen ergriffen werden sollten. Wenn Masken verwendet werden sollen, muss diese Maßnahme mit Händehygiene und anderen Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle kombiniert werden, um die Übertragung von 2019-nCov von Mensch zu Mensch zu verhindern. “ Der Hinweis hier auf „Schutz“ legt nahe, dass der Hauptzweck des Tragens einer Maske darin besteht, sich selbst zu schützen. Es ist erwähnenswert, dass "unzureichend sein" nicht bedeutet, "nutzlos" zu sein. Eine gesunde Ernährung reicht möglicherweise nicht aus, um beispielsweise Herzinfarkte zu verhindern, aber normalerweise würde man eine solche Ernährungsberatung nicht qualifizieren. „Andere gleichermaßen relevante Maßnahmen“ deuten darauf hin, dass das Tragen einer Maske genauso gut funktioniert wie andere Maßnahmen wie die Händehygiene. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass Masken beim Tragen in Community-Umgebungen Schutz bieten.
In den Leitlinien heißt es weiter: „Das Tragen von medizinischen Masken, wenn sie nicht angegeben sind, kann unnötige Kosten und Beschaffungsaufwand verursachen und ein falsches Sicherheitsgefühl schaffen, das dazu führen kann, dass andere wesentliche Maßnahmen wie Händehygienepraktiken vernachlässigt werden.“ Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgestellt wurde, ob das Tragen einer Maske angezeigt ist oder nicht, liegt der Schwerpunkt der Leitlinien eher auf den Kosten als auf der Wirksamkeit in einer Weise, die nicht angemessen erscheint. Wenn Gesichtsmasken effektiv sind, wären die Leute natürlich bereit, dafür zu bezahlen. Die Befürchtungen der WHO hinsichtlich möglicher Beschaffungsbelastungen haben sich in Ländern bestätigt, in denen festgestellt wurde, dass das Gesundheitspersonal nur noch wenige Gesichtsmasken hat. Sollte dies jedoch nicht in der Verantwortung der Regierungen liegen, diese zu verwalten? Es ist auch fraglich, ob das Tragen von Masken ein falsches Sicherheitsgefühl hervorruft. Dem Panikkauf von Händedesinfektionsmitteln und Seife sowie Masken nach zu urteilen, scheint es, als würden die Menschen andere Vorsichtsmaßnahmen nicht vernachlässigen, selbst wenn sie eine Maske tragen.
"Darüber hinaus", so die Anleitung weiter, "kann die falsche Verwendung einer Maske ihre Wirksamkeit beeinträchtigen, um das Übertragungsrisiko zu verringern." Diese Aussage legt auch nahe, dass eine Maske wirksam ist, wenn sie korrekt verwendet wird. Wenn die WHO Bedenken hat, dass eine wirksame Präventionsmaßnahme unangemessen angewendet wird, kann dies durch Aufklärung behoben werden (das hervorragende WHO-Video zum Händewaschen ist ein Beispiel dafür, dass dies gut gemacht wurde).
In einem Abschnitt mit dem Titel „Community Setting“ hat die WHO ferner empfohlen, dass „Personen ohne respiratorische Symptome… einen Abstand von mindestens 1 Meter zu Personen mit 2019-nCoV-respiratorischen Symptomen einhalten sollten…“. Zwei vor rund 80 Jahren veröffentlichte Studien bildeten die Grundlage für diese vorgeschlagene Entfernung und hat die Infektionskontrolle im Krankenhaus vorangetrieben. Aber neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Tröpfchen mehr als zwei Meter weit wandern können. Dieser Rat ist zwar eindeutig, wird sich jedoch in vielen Situationen wahrscheinlich als schwierig erweisen. Es ist besonders schwierig in städtischen Umgebungen, in denen die Menschen eng zusammengedrängt sind und oft unklar ist, wer infiziert ist oder Symptome hat. Eine Empfehlung, die nicht realistisch erfüllt werden kann, vermag ein ständiges Gefühl der Unsicherheit in der breiteren Bevölkerung hervorrufen, was zu aversiven Verhaltensweisen führt, einschließlich der Diskriminierung von Menschen, bei denen ein höheres Krankheitsrisiko besteht. Seit Beginn des Ausbruchs wurden Fälle von Rassendiskriminierung gemeldet.
In demselben Abschnitt heißt es weiter: „Eine medizinische Maske ist nicht erforderlich, da keine Beweise für ihre Nützlichkeit zum Schutz nicht kranker Personen vorliegen.“ Dies ist keine genaue Zusammenfassung der vorhandenen Beweise, da Studien zur Verwendung von Masken durch eine nicht kranke Person in der Gemeinde durchgeführt wurden, die zeigten, dass sie Influenza oder grippeähnliche Krankheiten in der Gemeinde reduziert haben. Diese (Studien) bewerteten gemischte Interventionen mit Händehygiene und Masken und die Evidenz legt nahe, dass sie zusammen wirksam sind. Kommentatoren haben festgestellt, dass Studien, die die Wirksamkeit von Masken beim Schutz von Trägern nicht belegen, möglicherweise auf eine geringe Compliance (geringe Bereitschaft zur Anwendung der Massnahmen) zurückzuführen sind, was bei der Covid-19-Pandemie wahrscheinlich ein geringeres Problem darstellt.
"Personen mit respiratorischen Symptomen" wird in den Leitlinien der WHO mitgeteilt, dass sie "eine medizinische Maske tragen sollten ...". Obwohl es weniger Hinweise gibt, die uns zu diesem speziellen Szenario führen, deutet dies auf Masken hin, die einen Vorteil für die Ausbreitungskontrolle haben. Qualitative Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass Menschen diese Vorsichtsmaßnahme aus Angst vor der Stigmatisierung und Diskriminierung, (wenn sie die Maske tragen) vermeiden könnten. Hinweise von Patienten in China legen auch nahe, dass asymptomatische Patienten in den frühen Stadien von Covid-19 noch andere Menschen infizieren können. Wie stellen wir also sicher, dass Menschen ohne offensichtliche Symptome andere nicht infizieren? Wenn jeder eine Maske trägt, könnte dies Stigmatisierung und Diskriminierung verringern und dazu beitragen, das Ziel der Ausbreitungsverhinderung zu erreichen? Da asymptomatische „Virus-Verbreiter“ die Übertragung in der Gemeinschaft ankurbeln können, könnte das weit verbreitete Tragen von Masken eine wirksame Methode zur Ausbreitungsverhinderung sein.
Angehörigen oder Betreuern von Personen mit Verdacht auf Covid-19, die leichte Atemwegsbeschwerden haben, wird gesagt, dass sie „im selben Raum wie die betroffene Person eine medizinische Maske tragen sollten“. Diese Empfehlung scheint darauf hinzudeuten, dass das Tragen einer medizinischen Maske den Träger schützen kann. Es wird durch einige Beweise dafür gestützt, wie eine Übertragung durch den Haushalt verhindert werden kann.
In ähnlicher Weise rät die WHO den Mitarbeitern des Gesundheitswesens, „eine medizinische Maske zu tragen, wenn sie einen Raum betreten, in dem Patienten verdächtigt oder bestätigt werden, infiziert zu sein. . . ”. Dies deutet erneut darauf hin, dass das Tragen einer medizinischen Maske bei Beschäftigten im Gesundheitswesen sehr effektiv ist, eine Schlussfolgerung, die durch Studien gestützt wird.
Schließlich kommt die WHO zu dem Schluss, dass „Stoffmasken unter keinen Umständen empfohlen werden“. Diese Warnung basiert möglicherweise auf den Ergebnissen einer Studie, in der Stoffmasken mit medizinischen Masken für medizinisches Personal in Hochrisikokrankenhäusern in Vietnam verglichen wurden, in der davor gewarnt wurde, sie für Beschäftigte im Gesundheitswesen zu empfehlen. Es ist unklar, wie relevant diese Erkenntnis im öffentlichen Raum wäre, insbesondere wenn das Ziel die Ausbreitungsverhinderung ist. Es gab einen unglücklichen Mangel an Forschung zu Stoffmasken und es scheinen keine randomisierten kontrollierten Studien mit ihnen für den öffentlichen Raum durchgeführt worden zu sein. In Labortests wurde jedoch immer noch gezeigt, dass hausgemachte Stoffmasken (obwohl sie nicht so wirksam sind wie chirurgische Masken) die Übertragung der Quelle verringern und externe Aerosole blockieren.
Es gibt Hinweise darauf, dass chirurgische Masken die überlegene Option sind. Aufgrund ihres kritischen Mangels und der Notwendigkeit, sie für Beschäftigte im Gesundheitswesen zu priorisieren, könnte die Verwendung einer Stoffmaske durch die Öffentlichkeit dazu beitragen, die Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen, selbst wenn beide nur bescheidene Vorteile bieten beim Selbstschutz und zur Ausbreitungsverminderung. Stoffmasken sind wiederverwendbar und es besteht ein größeres Potenzial für ihre Massenproduktion. Stoffmasken sind wahrscheinlich praktikabler, selbst wenn sie in diesem Zusammenhang ungetestet sind, aber dies ist auch der Fall bei einigen anderen Maßnahmen zur sozialen Distanzierung (wie die Schließung von Schulen).
Die WHO übernimmt eine wichtige Führungsrolle bei der aktuellen Pandemie. Beim Tragen von Masken scheint die vorläufige Anleitung jedoch Verwirrung zu stiften und würde von dringenden Überarbeitungen profitieren, die diese Inkonsistenzen klären. Während eines globalen Gesundheitsnotfalls, den die WHO für covid-19 proklamiert hat, ist die Öffentlichkeit auf klare und konsistente Leitlinien von Autoritätspersonen angewiesen. Leider entspricht der Rat der WHO zur Verwendung von Masken diesem Bedarf nicht.
Inkubationszeit:
Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome
Basierend auf Daten aus den ersten Fällen in Wuhan und Untersuchungen der chinesischen Gesundheitsbehörden liegt die Inkubationszeit von SARS-CoV-2-Virus im Allgemeinen innerhalb von 3 bis 7 Tagen. Die allermeisten Fälle treten spätestens nach 11,5-12,5 Tagen auf. Doch die Inkubationszeit könnte in seltenen Fällen bis zu 2 Wochen oder gar mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit sogar mehr als 14 Tage dauern (1,2,3).
Ibuprofen und Blutdrucksenker vom Typ Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer (ACEH) oder Angiotensinrezeptor-Blocker (ARB): Einnehmen oder absetzen?
Soll das nicht-steroidale antientzündliche Mittel (NSAID) auf eigene Faust eingenommen werden oder Blutdrucksenker abgesetzt werden?
Fachleute warnen vor der eigenmächtigen Einnahme von Ibuprofen ohne ärztliche Verordnung. Das Mittel wird gemäss des Compendium® auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet zur Behandlung von Schmerz und Entzündung bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthrosen, Arthritis, Rückenschmerzen, Entzündung der Gelenkkapseln, Muskeln oder Sehnen; Verstauchungen, Zerrungen (Sportverletzungen). Darüber hinaus kann Ibuprofen bei Schmerzen nach zahnärztlichen Eingriffen, Zahnschmerzen, Menstruationsbeschwerden, bei Kopfschmerzen, Migräne sowie zur Fiebersenkung verordnet werden.
Wer auf ärztliche Verordnung Ibuprofen einnimmt, soll das Mittel allerdings nicht eigenmächtig absetzen, sondern ärztliche Rücksprache halten, insbesondere, wenn neu Symptome einer akuten Atemwegsinfektion (Husten, Fieber) auftreten. Bei Fieber, das Betroffene schwer beeinträchtigt, empfiehlt das BAG besser ein Medikament auf Basis von Paracetamol (Liste BAG).
Es gibt derzeit KEINE belegte Wirkung gegen die Folgen von COVID-19. Die unkontrollierte Einnahme von Ibuprofen kann im Gegenteil die Situation verschlimmern, wie folgende Feststellung von Prof Paul Little, Professor of Primary Care Research, University of Southampton, UK, in einem Bericht von The Science Media Centre belegt: «Es gibt mittlerweile eine umfangreiche Literatur aus Fallkontrollstudien in mehreren Ländern, wonach längere Erkrankungen oder Komplikationen von Infektionen der Atemwege häufiger auftreten können, wenn NSAIDs verwendet werden - sowohl respiratorische als auch septische Komplikationen und kardiovaskuläre Komplikationen» (12, 13).
Hier sei auch auf eine Mitteilung der SWISSMEDIC hingewiesen:
Keine gesicherten Erkenntnisse zur Wirkung von Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und anderen Medikamenten – Einfluss wird untersucht
01.04.2020
(Mitteilung SWISSMEDIC vom 1.4.20) Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Daten, die auf eine Beeinflussung des Krankheitsverlaufes von COVID-19 bei der Einnahme von Blutdrucksenkern vom Typ Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer (ACEH) oder Angiotensinrezeptor-Blocker (ARB) sowie von Ibuprofen und ähnlichen fiebersenkenden oder entzündungshemmenden Medikamenten hinweisen.
Swissmedic hat Kenntnis von einzelnen Berichten, welche auf ein erhöhtes Risiko durch die Einnahme dieser Medikamente bei Patienten, welche unter COVID-19, leiden hinweisen. Insbesondere wird behauptet, dass die COVID-19-Krankheitsverläufe dadurch schwerer sind.
Zurzeit liegen keine wissenschaftlichen Belege aus klinischen oder epidemiologischen Studien für solche Behauptungen vor. Sie entsprechen also nicht den wissenschaftlichen Tatsachen.
Es ist insbesondere wichtig, dass Patienten welche unter einer Therapie mit ACEH oder ARB stehen, diese Medikamente auch weiterhin einnehmen und nicht einfach absetzen.
(Anmerkung Redaktion: Mittlerweile liegen drei Studien vor, die KEINEN NEGATIVEN EINFLUSS von ACEH oder ARB nachweisen konnten)
Als fiebersenkende Alternative zu Ibuprofen kann auch ein Arzneimittel auf Basis von Paracetamol eingesetzt werden. Dieses wird bei Fieber von vielen Richtlinien als Mittel der Wahl empfohlen. Jedes dieser Arzneimittel hat jedoch seine Vor- und Nachteile.
Hinweis für Patientinnen und Patienten
Patientinnen und Patienten, insbesondere der Risikogruppen, wird empfohlen, jederzeit eine Liste der von ihnen angewendeten Medikamente verfügbar zu halten. Diese sollte sowohl die von einer Ärztin/einem Arzt verordneten Arzneimittel wie auch die im Rahmen der Selbstmedikation eingesetzten Medikamente umfassen. Für Fragen zu den Ihnen verschriebenen Medikamenten rufen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker an.
Ansteckungszeit:
Zeitpunkt ab dem sowie Zeitraum wie lange eine angesteckte (infizierte) Person den Erreger auf andere Personen übertragen kann
SARS-CoV-2-Virus kann 1–2 Tage vor Auftreten der Symptome in den oberen Atemwegen nachgewiesen werden. Ob dies schon für eine Weitergabe reicht, ist noch unklar, aber vermutlich nicht sehr häufig. Das Virus kann in mittelschweren Fällen 7 bis 12 Tage und in schweren Fällen bis zu 2 Wochen bestehen bleiben. In Fäkalien wurde virale RNA bei bis zu 30% der Patienten ab dem 5. Tag nach Beginn und in moderaten Fällen bis zu 4 bis 5 Wochen nachgewiesen. Die Bedeutung der Virusausscheidung im Stuhl für die Übertragung ist derzeit ungeklärt. Es gibt Berichte einer verlängerten Virusausscheidung aus dem Nasenrachenraum bis mindestens 24 Tage nach Auftreten der Symptome.
Die Datenlage ist nicht abschliessend und es kann derzeit nicht mit Sicherheit gesagt werden, wie viele Patienten nach durchgemachter Erkrankung das Virus noch über einen längeren Zeitraum ausscheiden und damit ansteckend bleiben. In solchen Fällen sollten Betroffene angewiesen werden, die Vorsichtsmaßnahmen für die persönliche Hygiene strikt einzuhalten, um die Kontakte im Haushalt zu schützen (2, 5, 14, 15).
Ansteckungsrate (R0):
Die grundlegende Reproduktionszahl R0 ist die durchschnittliche Anzahl von Personen, an die eine infizierte Person das Virus weitergibt.
Wenn R0 höher als 1 ist, kann eine fortgesetzte Übertragung auftreten. Der R0-Wert von SAR-CoV-2 lag in verschiedenen Auswertungen zwischen 2,2 und 2,6 mit einer epidemischen Verdopplungszeit von 6,4 Tagen. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass beispielsweise in Wuhan der Wert von R0 bei 5.9 lag. Dies bedeutet, dass nur strikte Hygiene- Abstands- und Quarantänemassnahmen R0 unter 1 zu senken vermögen um die Ausbreitung zu stoppen (10, 11).
Ansteckungen Schweiz & weltweit:
SCHWEIZ: Alle auf der folgenden Website angezeigten Daten wurden aus den auf den kantonalen Websites veröffentlichten Kantonsdaten gesammelt.
WELTWEIT: Besuchen Sie die Karte "Coronavirus COVID-19 Global Cases by the Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University (JHU)"
Es handelt sich um einen Direktlink auf die Webseite von ArcGIS Online. Besuchen Sie keine anderen Karten, die vorgeben, von der Johns Hopkins University zu sein.
Quelle: Mapping 2019-nCoV By Lauren Gardner, January 23, 2020
Ansteckungswege:
Übertragungswege von SARS-CoV-2-Virus
Ursprünglich wurde das SARS-CoV-2 von einem Wildtier auf den Menschen übertragen. Das Virus verbreitet sich heute hauptsächlich von Person zu Person zwischen Menschen, die in engem Kontakt miteinander stehen (innerhalb von etwa 1,5-2m). Dies geschieht durch Atem-Tröpfchen beim Husten oder Niesen. Die Tröpfchen können in Mund oder Nase gelangen oder möglicherweise in die Lunge eingeatmet werden. Je stärker die Krankheitssymptome, desto ansteckender ist ein Patient. Doch sind evtl. auch Ansteckungen möglich, bevor die Symptome erscheinen (vgl. präsymptomatische Ansteckung). Vorsicht: Eine Ansteckung ist auch durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Gegenständen möglich, wenn eine Person eine Oberfläche oder ein Objekt berührt, auf dem sich das Virus befindet, und dann ihren eigenen Mund, Nase oder Augen berührt. In kleinen geschlossenen Räumen kann es durch Husten und Niesen zu Tröpfchen- und Aerosolbildung kommen (z.B. Lift, WC). Dies kann eine Ansteckung begünstigen. Aufgrund dieser Ansteckungswege verbreitet sich das Virus leicht. Neuerdings wird auch diskutiert, ob der Atem ansteckend sein könnte. In einem an das Büro für Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weißen Hauses gesendeten Brief werden zahlreiche Studien zitiert, die auf das Vorhandensein von Coronavirus in Aerosolen hinweisen. So hat beispielsweise ein Bericht in der Zeitschrift Nature Medicine Virenbestandteile im Atem nachgewiesen. Ob dies zu einer Ansteckung führen kann, wurde nicht nachgewiesen, kann aber derzeit auch nicht ausgeschlossen werden. Eine angesteckte Person kann ohne Schutzmassnahmen zwei bis 6 weitere Personen anstecken. SARS-CoV-2-RNA wurde in Blut und Stuhl sowie auch in Samenflüssigkeit (ob dies relevant und bedeutsam ist, muss noch bestätigt werden) nachgewiesen, obwohl eine fäkal-orale Ausbreitung beziehungsweise sexuell übertragbare Ansteckung nicht dokumentiert wurde. SARS-CoV-2 kann tagelang auf Pappe, Kunststoff und Edelstahl verbleiben. Infolgedessen kann die Kontamination unbelebter Oberflächen wie bereits erwähnt, eine Rolle bei der Übertragung spielen.
Andere Ansteckungswege, beispielsweise über Lebensmittel, wurden bis heute nicht beschrieben. Gründliches Waschen wurde jedoch schon immer als Hygienemassnahme in der Küche empfohlen (2, 3, 4, 6).
Neue Reservoire im Körper, die eventuell die Ansteckung begünstigen:
Eine in Mumbai, Indien, durchgeführte Vorabdruckstudie mit 68 Patienten legt nahe, dass die Hoden möglicherweise das Coronavirus beherbergen können, da der ACE2-Rezeptor, an den SARS-CoV-2 bindet, im Hodengewebe reichlich vorhanden ist.
Italienische Forscher berichteten in den Annals of Internal Medicine über eine Frau, deren Coronavirus-Infektion in Augenflüssigkeiten vorhanden war, möglicherweise in ansteckenden Mengen, und Augenproben zeigten weiterhin positive Ergebnisse, lange nachdem die Nasentupfer negativ geworden waren.
Haustiere:
Sind sie ansteckbar oder selbst ansteckend für Menschen?
Haustiere zeigen keine Krankheitssymptome, falls sie im wenig wahrscheinlichen Fall mitangesteckt werden. Über das Ansteckungsrisiko durch Haustiere gibt es derzeit keine gesicherten Erkenntnisse. CDC, OIE und WHO geben derzeit an, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass Hunde oder Katzen eine Infektionsquelle mit SARS-CoV-2 sein können, einschließlich der Verbreitung von COVID-19 auf Menschen. Weitere Untersuchungen sind im Gange.
Sowohl vom BAG wie auch im Merkblatt der Amerikanischen Vereinigung der Veterinärmedizin (AVMA) wird weiterhin empfohlen, dass Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind, den Kontakt mit Tieren einschränken, bis weitere Informationen über das Virus bekannt sind. Wenn jemand an COVID-19 erkrankt ist, dann soll ein anderes Mitglied des Haushalts sich um das Gehen, Füttern und Spielen des Haustiers kümmern. Wer ein Servicetier hat oder sich selbst um das Haustier kümmern muss, soll eine Gesichtsmaske tragen. Essen soll nicht geteilt werden. Auch Küssen oder Umarmen soll unterlassen werden. Vor und nach jedem Kontakt mit dem Haustier oder dem Servicetier sollen die Hände gewaschen werden. Geschirr, Trinkgläser, Tassen, Essgeschirr, Handtücher oder Bettwäsche sollten nicht mit anderen Personen oder Haustieren im Haushalt geteilt werden. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass Haustiere COVID-19 auf andere Tiere, einschließlich den Menschen, übertragen können. Weitere ausführliche Hinweise im Merkblatt der AVMA (3, 7). Beachten Sie auch die Pressemeldung des Schweizerischen Tierschutzes.
Verdacht auf Ansteckung:
Was sind die nächsten Schritte
- gehabter Kontakt (Abstand von weniger als 2 Metern während mehr als 15 Minuten), aber nicht im selben Haushalt lebend und keine intime Beziehung: Das BAG empfiehlt die eigene Beobachtung des Gesundheitszustandes
- gehabter Kontakt mit infizierter Person im selben Haushalt oder intimer/enger Kontakt mit infizierter Person: Das BAG empfiehlt die eigene Beobachtung des Gesundheitszustandes sowie fünf Tage zu Hause in Quarantäne (vgl. BAG «Selbst-Isolation und Selbst-Quarantäne»).
- bei leichten Krankheitssymptomen (Fieber und Husten): Das BAG empfiehlt zu Hause zu bleiben, bis keine Krankheitssymptome mehr auftreten. Danach sollen weitere 24 Stunden abgewartet werden, bis wieder in die Öffentlichkeit gegangen werden soll (vgl. BAG «Selbst-Isolation und Selbst-Quarantäne».
- Stärkere Krankheitssymptome (hohes Fieber, Atembeschwerden oder Atemnot) oder es besteht eine Vorerkrankung und deshalb eine besondere Gefährdung: Das BAG empfiehlt eine Ärztin/einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung anzurufen. Diese entscheiden, ob eine medizinische Abklärung durchgeführt werden muss, oder ob es ausreicht, wenn Sie weiterhin zu Hause in Isolation bleiben (vgl. BAG «Selbst-Isolation und Selbst-Quarantäne»).
Krankheitssymptome und Krankheitsverlauf (SARS-CoV-2 in mehreren Organen nachgewiesen):
Grundsätzlich kann aufgrund der Symptome alleine keine sichere Diagnose gestellt werden. COVID-19 kann nur mit einem positiven Labortest auf SARS-CoV-2 sicher nachgewiesen werden.
Die Beschreibung der Krankheitsverläufe richtet sich nach den beobachteten und nachgewiesenen Infektionen mit SARS-CoV-2 Virus. Die absolute Anzahl von Infektionen in der jeweiligen Bevölkerung mit dem SARS-CoV-2 Virus ist nicht bekannt.
Eine Auswertung von rund 72'300 Fällen aus Wuhan zeigt unterschiedliche Krankheitsverläufe:
Eine unkomplizierte, leichte Erkrankung wird in vier von fünf Krankheitsfällen beobachtet:
Sie ist normalerweise durch Symptome einer Virusinfektion der oberen Atemwege gekennzeichnet: Möglich sind leichtes Fieber, trockener Husten (ohne Auswurf), Halsschmerzen, verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Unwohlsein.
Es kann auch eine mäßige Lungenentzündung mit leichten Atembeschwerden wie Husten und Atemnot (oder schnelle Atmung bei Kindern) auftreten. Die Sterblichkeit ist in diesen Fällen praktisch null.
COVID-19 kann viele Organe und Organsysteme betreffen:
Eine Fülle von Studien beschreibt nun klinische Erfahrungen mit COVID-19. Magendarm-Spezialisten und andere Kliniker berichten nun, dass Magendarm-Symptome häufig sind (und die erste zum Arzt führende Manifestation sein können) und dass während des gesamten Krankheitsverlaufs eine Virusausscheidung im Stuhl (fäkal) auftritt (und darüber hinaus bestehen bleiben kann). Daher ist die Beachtung der Verhinderung der fäkal-oralen Übertragung von COVID-19 von entscheidender Bedeutung.
Das SARS-CoV-2-Virus könnte das Nervensystem und den Skelettmuskel eines Patienten infizieren. Dies geht aus einer retrospektiven Fallserie von etwa 200 Patienten mit COVID-19 in Wuhan, China, hervor, die in JAMA Neurology veröffentlicht wurde. Etwas mehr als ein Drittel dieser Patienten hatte irgendeine Art von neurologischer Manifestation, häufig Kopfschmerzen, Geschmacks- oder Geruchsstörungen oder Schwindel. Neurologische Symptome wie akute zerebrovaskuläre Erkrankungen, Bewusstseinsstörungen und Skelettmuskelverletzungen waren bei Patienten mit schwererer Erkrankung häufiger.
Coronaviren und das Herz-Kreislauf-System: akute und langfristige Auswirkungen: Frühe COVID-19-Fallberichte deuten darauf hin, dass Patienten mit Grunderkrankungen ein höheres Risiko für Komplikationen oder Sterblichkeit haben - bis zu 50% der Krankenhauspatienten leiden an einer chronischen medizinischen Erkrankung (40% Herzkreislauf- oder Gehirngefäss- Erkrankungen). In der bislang größten veröffentlichten klinischen Kohorte von COVID-19 traten bei 7,2%, 8,7% und 16,7% der Patienten akute Herzverletzungen, Schock und Arrhythmien (Rhythmusstörungen) auf, mit einer höheren Prävalenz bei Patienten, die eine Intensivpflege benötigten.
Bei Untersuchungen der Gewebeproben von gestorbenen COVID-19-Patienten fiel Pathologen am Universitätsspital Zürich nun allerdings auf, dass die Patienten nicht nur an einer Lungenentzündung litten, sondern die Entzündung die gesamte Gefässinnenhaut (Endothel) verschiedenster Organe betraf (Lancet 2020; online 20. April) (vgl. auch Bericht Ärzte Zeitung)
Autopsien aus Hamburg zeigen, dass SARS-CoV-2 in mehreren Organen nachgewiesen werden kann, einschließlich Lunge, Rachen, Herz, Leber, Gehirn und Nieren.
Unter dem Titel COVID-19 and Cardiology pflegt die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) einen wissenschaftlich intensiven Austausch zu den Auswirkungen von SARS-CoV-2 auf Herz und Kreislauf und gibt auch Empfehlungen zur Diagnose und Therapie ab (nur für Fachpersonen geeignet): ESC Guidance for the Diagnosis and Management of CV Disease during the COVID-19 Pandemic Last updated on 21 April 2020
Eine schwere Lungenentzündung wird bei rund einer von sieben Erkrankungen beobachtet:
Symptome sind Fieber mit schwerer Atemnot, Tachypnoe (> 30 Atemzüge / min) und Sauerstoffmangel Hypoxie (SpO2 <90% der Raumluft). Das Fieber kann selbst bei schweren Formen der Krankheit mäßig sein oder sogar fehlen. Bei Kindern kann eine Blauverfärbung beispielsweise der Lippen (Zyanose) oder auch der Haut- und Schleimhaut (inkl. Nägel) auftreten. Die Sterblichkeit ist in diesen Fällen praktisch null.
Eine kritische Erkrankung wird bei rund 5 Prozent aller Erkrankten beobachtet:
Beobachtet werden Atemversagen (ARDS), septischer Schock («Blutvergiftung») und / oder Funktionsstörung mehrerer Organe oder Organversagen. Die Sterblichkeit ist in diesen Fällen mit rund 50 Prozent hoch (2, 8).
Lesen Sie zum Krankheitsverlauf auch die Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP):
Berlin – Die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 führt nach aktuellen Studien bei 15 bis 20 Prozent der Infizierten zu einem schweren Verlauf, drei bis fünf Prozent müssen intensivmedizinisch betreut werden, bei einem Teil von diesen wird eine Beatmung notwendig. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) hin. In einem Positionspapier, das die Fachgesellschaft aktuell veröffentlicht hat, geben DGP-Experten Handlungsempfehlungen zu Diagnostik, Monitoring und Therapie bei COVID-19-Patienten. Diese basieren auf aktuellen Studien und den Erfahrungen aus der Praxis. In ihrem Positionspapier stellen die Experten Modelle zur Klassifizierung der Krankheitsverläufe bei COVID-19 vor und beantworten die Frage, wann welche Art der Beatmung angebracht ist.
Wie eine COVID-19-Erkrankung verläuft, hängt stark vom allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen sowie etwaigen Vorerkrankungen ab. „Nach aktuellem Kenntnisstand ist der Verlauf bei 80 Prozent der Betroffenen mild. Bei etwa 20 Prozent der positiv getesteten Personen entwickelt sich nach den aktuellen Studien dagegen eine Erkrankung der Lunge“, sagt Professor Dr. med. Michael Pfeifer, Präsident der DGP und Mitautor des Positionspapieres. Dabei durchlaufen an COVID-19 Erkrankte drei Phasen der Krankheit, die durch unterschiedlich starke Symptome gekennzeichnet sind, so der Experte.
In der ersten Phase, der frühen Infektion, äußert sich COVID-19 vor allem in Geschmacksstörungen, Halsschmerzen, Husten und in seltenen Fällen durch Durchfall. In der zweiten Phase greift das Virus auf die Lunge über und löst Entzündungen des Lungengewebes aus, die rasch dazu führen können, dass die Sauerstoffversorgung im Körper gestört ist. In dieser Phase ist die Gabe von Sauerstoff erforderlich. Die dritte Phase ist durch schwere Lungenschäden bis hin zum Organversagen gekennzeichnet. Spätestens in dieser Phase müssen viele Patienten apparativ unterstützt werden – bis hin zur kontrollierten Beatmung über einen Tubus (Schlauch). „Entscheidend ist es, jede dieser Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen“, sagt Dr. med. Michael Westhoff, stellvertretender Sprecher des Kompetenznetzwerks WeanNet und Mitautor des Positionspapieres. „Um festzustellen, in welcher Phase der Erkrankung sich ein COVID-19-Patient befindet und wie schwer sein Lungengewebe bereits geschädigt ist, muss ein Patient eingehend untersucht und im Verlauf engmaschig überwacht werden“, so der Experte weiter. Eine Röntgen- bzw. CT-Untersuchung und Blutgasanalyse geben Aufschluss über das Ausmaß der Lungenschäden. Ein strenges Monitoring der Vital- und Blutwerte helfe dabei, die Entwicklung eines Lungenversagens, wie auch weiterer Organschädigungen festzustellen und frühzeitig behandeln zu können.
„Da es bislang kein Medikament gegen COVID-19 gibt, stellt die Beatmung schwer Erkrankter derzeit die einzige Behandlungsmöglichkeit dar“, stellt Professor Dr. med. Torsten Bauer, stellvertretender Präsident der DGP und Mitautor des Positionspapieres, fest. Welche Beatmungsmethode anzuwenden ist, hänge vom Krankheitsverlauf und dem Gesundheitszustand des Patienten ab: In einem bestimmten Krankheitsstadium ist die nicht-invasive Beatmung möglich. Reicht das nicht mehr aus, muss der Patient invasiv über einen Schlauch künstlich beatmet werden. Hier sei es wichtig, den Erkrankten engmaschig zu überprüfen, um nicht zu früh und nicht zu spät entscheiden zu können, wann welche Beatmungsmethode notwendig sei.
Die Fachgesellschaft tritt in ihrem Positionspapier Behauptungen entgegen, Patienten würde durch die Beatmung Schaden zugefügt. „Eine künstliche Beatmung löst nicht grundsätzlich bleibende Gesundheitsschäden an der Lunge aus“, so Bauer. „Zwar gibt es Patienten, bei denen der Heilungsprozess nach einer solchen Beatmung länger dauert, einer vollständigen, möglicherweise durch Reha-Maßnahmen begleiteten Genesung steht jedoch in der Regel nichts im Wege.“ Bei schweren Verläufen von COVID-19 sei die Beatmung unabdingbar: „Sie ist eine lebensrettende Maßnahme für Menschen mit einer sehr schweren COVID-19-Erkrankung “, betonen die DGP-Experten.
Hier das vollständige Positionspapier der DGP (nur geeignet bez. verständlich für medizinische Fachpersonen)
Müssen wir uns auf mehrere Wellen einstellen?
in einer Übersicht mit dem Titel "COVID-19: The CIDRAP Viewpoint" vom 30. April 30, 2020 stellen Expertinnen und Experten unter Federführung des Academic Health Center an der University of Minnesota Überlegungen zum weiteren Verlauf der Pandemie an:
(Übersetzung und Adaptierung des englischen Originaltextes, IDRAP steht für "Center for Infectious Disease Research and Policy"):
1. Aufgrund einer längeren Inkubationszeit, einer stärkeren asymptomatischen Ausbreitung und eines höheren R0 scheint sich COVID-19 leichter auszubreiten als die Grippe.
2. Ein höherer R0 bedeutet, dass mehr Menschen infiziert und immun werden müssen, bevor die Pandemie enden kann.
3. Basierend auf den jüngsten Grippepandemien wird dieser Ausbruch wahrscheinlich 18 bis 24 Monate dauern.
4. Es wird wahrscheinlich erst gestoppt, wenn 60% bis 70% der Bevölkerung immun sind.
5. Abhängig von Kontrollmaßnahmen und anderen Faktoren können Fälle in Wellen unterschiedlicher Höhe (wobei hohe Wellen einen starken Aufprall signalisieren) und in unterschiedlichen Intervallen auftreten.
Die Fachleute präsentieren diese drei Möglichkeiten (Erläuterungen und Literaturbelege im Originaltext) und geben auch Empfehlungen ab:
Empfehlungen
1. Staaten, Territorien und Gesundheitsbehörden sollten das Worst-Case-Szenario (Szenario 2) einplanen, einschließlich fehlender Verfügbarkeit von Impfstoffen oder Herdimmunität.
2. Regierungsbehörden und Gesundheitsorganisationen sollten Strategien entwickeln, um einen angemessenen Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu gewährleisten, wenn die Fallzahlen von COVID-109 wieder zunehmen.
3. Die verantwortlichen Behörden sollten konkrete Pläne entwickeln, einschließlich Auslöser für die Wiedereinführung von Minderungsmaßnahmen, um mit Krankheitsspitzen umzugehen, wenn sie auftreten.
4. Die Risikokommunikation der Behörden sollte das Konzept beinhalten, dass diese Pandemie nicht bald vorbei sein wird und dass die Menschen sich
auf ein mögliches periodisches Wiederauftreten der Krankheit in den nächsten 2 Jahren vorbereiten sollten.
Die Fachleute ziehen aus der Beobachtung von Grippeverlüfen folgenden Schluss zum mutmasslichen Verlauf von COVOD-19:
Zu den wichtigsten Punkten bei der Beobachtung der Epidemiologie früherer Influenzapandemien, die einen Einblick in die COVID-19-Pandemie geben können, gehören die folgenden. Erstens wird die Dauer der Pandemie wahrscheinlich 18 bis 24 Monate betragen, da sich die Herdimmunität in der menschlichen Bevölkerung allmählich entwickelt. Dies wird einige Zeit dauern, da bislang nur begrenzte Serosurveillance-Daten darauf hindeuten, dass ein relativ kleiner Teil der Bevölkerung infiziert wurde und die Infektionsraten wahrscheinlich je nach geografischem Gebiet erheblich variieren. Angesichts der Übertragbarkeit von SARS-CoV-2 müssen möglicherweise 60% bis 70% der Bevölkerung immun sein, um eine kritische Schwelle der Herdenimmunität zu erreichen, um die Pandemie zu stoppen.
Dies kann durch die Tatsache erschwert werden, dass wir die Dauer der Immunität gegen eine natürliche SARS-CoV-2-Infektion noch nicht kennen (sie kann nur einige Monate oder mehrere Jahre betragen). Basierend auf der Beobachtung bei den saisonalen Coronaviren (Anm. Red.d.h. die gewöhnlichen Erkältungsviren), können wir davon ausgehen, dass selbst wenn die Immunität nach der Exposition abnimmt, möglicherweise noch ein gewisser Schutz gegen die Schwere der Erkrankung und eine verringerte Ansteckungsgefahr besteht, dies muss jedoch noch für SARS-CoV-2 evaluiert werden. Der Verlauf der Pandemie könnte auch durch einen Impfstoff beeinflusst werden; Ein Impfstoff wird jedoch wahrscheinlich erst irgendwann im Jahr 2021 verfügbar sein. Und wir wissen nicht, welche Herausforderungen während der Impfstoffentwicklung auftreten können, die den Zeitplan verzögern könnten.
Wichtige Arztkonsultationen nicht aufschieben
(08.04.2020 - Pressemitteilung Medgate) Spitäler verzeichnen derzeit einen Rückgang von Behandlungen auf den Notfallstationen und auch Arztpraxen werden gemäss mehreren Medienberichten weniger besucht. Um schwere Folgen zu verhindern, sollten notwendige Arztkonsultationen jedoch nicht aufgeschoben werden. Medgate erinnert daran, dass Betroffene bei Medgate jederzeit auch über Distanz einen Arzt konsultieren können, also einen «digitalen Hausbesuch». Über die Medgate App kann rund um die Uhr ein Termin mit einem Arzt oder einer Ärztin per Telefon oder Video gebucht werden.
Medgate bietet als Pionierin im Bereich der Telemedizin seit 20 Jahren ärztliche telemedizinische Dienstleistungen an. Über die Medgate App ist jederzeit eine Kontaktaufnahme mit erfahrenen Ärztinnen und Ärzten möglich. Patienten können sich so rund um die Uhr per Telefon oder Video zuhause ärztlich beraten und behandeln lassen, ohne sich davor fürchten zu müssen, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Auch ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis oder ein Rezept können die telemedizinisch ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte von Medgate ausstellen und benötigte Medikamente bei Bedarf auch zum Patienten nach Hause liefern lassen.
Die Beratung durch die Medgate Ärzte eignet sich auch dann, wenn jemand nicht sicher ist, ob ein Arztbesuch dringend notwendig ist: Wenn nötig, weisen die Medgate Ärzte ihre Patientinnen und Patienten in eine Arztpraxis oder Notfallstation weiter mit Angabe der Dringlichkeit, mit der der Arztbesuch erfolgen sollte. Auch nach einer Weiterweisung hält Medgate die Kommunikation mit den niedergelassenen Ärzten aufrecht und informiert diese bei Bedarf. Medgate verfügt über eines der grössten Netzwerke an Ärzten und Spitälern schweizweit und kann Patienten, wenn notwendig, überall in der Schweiz zuweisen. So werden keine medizinisch dringenden Behandlungen aufgeschoben oder verpasst und schwerere Folgen können verhindert werden.
Einfacher Zugang via Medgate App
Die Erfahrung aus über 8.8 Millionen Patientenkontakten machen Medgate zu einem erfahrenen und kompetenten Partner für medizinische Anliegen. Eine ärztliche Beratung und Behandlung kann einfach über die Medgate App gebucht werden. Patientinnen und Patienten registrieren sich einmalig. Nach der Registrierung können die Dienstleistungen von Medgate rund um die Uhr in Anspruch genommen werden. Ein digitaler Assistent, basierend auf künstlicher Intelligenz auf der Medgate App gibt dem Patienten zudem eine Empfehlung ab, ob entweder ein Arztbesuch beim Hausarzt oder eine Konsultation per Telefon oder Video zur Behandlung seines Anliegens sinnvoll ist. Die ärztliche Beratung und Behandlung durch Medgate steht allen in der Schweiz versicherten Personen zur Verfügung und kann über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Über Medgate
Medgate bringt den Arzt dahin, wo ihre Patientinnen und Patienten ihn brauchen und setzt dazu auf Digital Health Lösungen. Dabei stehen das Wohl des Patienten und der Nutzen der Gesellschaft im Zentrum. Medgate wurde 1999 gegründet und beschäftigt heute in der Schweiz über 320 Mitarbeitende, davon 110 Ärztinnen und Ärzte. Seit dem Jahr 2000 betreibt Medgate das grösste ärztliche telemedizinische Zentrum Europas und verfügt dadurch über viel Erfahrung und Wissen in der Telemedizin. Für Konsultationen vor Ort stehen den Patienten die Medgate Mini Clinics sowie die Ärzte und Kliniken des Medgate Partner Network zur Verfügung.
Coronavirus (SARS-CoV-2-Virus/COVID-19) bei Patientinnen und Patienten mit Krebs
Weitere Infos der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.:
Kurzversion
Auf zwei Seiten sind Informationen für Patienten und Ärzte zusammengefasst. Dieses Informationsblatt wurde inzwischen u. a. vom Krebsinformationsdienst übernommen, von der AWMF als S1 Leitlinie publiziert, und auch vom Deutschen Ärzteblatt zitiert.
Onkopedia
Eine Arbeitsgruppe unter fachlicher Leitung von Frau Prof. Dr. M. von Lilienthal-Toal hat innerhalb weniger Tagen Empfehlungen zum Management in einer Onkopedia-Leitlinie erarbeitet, mit Links zu sehr aktuellen Publikationen. Der ganzen Gruppe (Prof. Dr. H. Hirsch, Prof. Dr. I. K. Na, Prof. Dr. J. J. Vehreschild) gilt unser großer Dank für diese Arbeit. Die Empfehlungen werden kontinuierlich aktualisiert.
Brustkrebs Deutschland e.V.: Was Sie als KrebspatientIn über das Coronavirus wissen müssen
NCCS - National Coalition for Cancer Survivorship:
NCCS has heard from many survivors who feel uniquely vulnerable due to their history of cancer treatments. And we have heard from people currently in treatment, who are worried about delays in care and navigating a stressed health care system. NCCS is partnering and consulting with several cancer organizations and experts to address the questions and concerns survivors have shared. This page will be updated frequently.
Coronavirus (SARS-CoV-2-Virus/COVID-19) bei Schwangerschaft
Das Risiko bei Müttern und Neugeborenen im Zusammenhang mit COVID-19 ist weitgehend unbekannt, aber medizinische Experten vermuten, dass die Symptome von COVID-19 bei schwangeren Frauen im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen schwerwiegender sind. Basierend auf kleinen Studien scheint das neuartige Coronavirus während der Schwangerschaft nicht von der Mutter auf den Fötus überzugehen, es wurden jedoch einige Fälle von Neugeboreneninfektionen festgestellt, und weitere Untersuchungen sind erforderlich. Es ist sicherlich noch zu früh die absoluten Risiken für Einzelpersonen und möglichen Krankheitsverläufe zuverlässig zu beschreiben (Information der KAISER FAMILY FOUNDATION - Stand der Information 17. März 20).
Herkunft des SARS-CoV-2 Virus sowie neue Hinweise zur Ausbreitung:
Neue Hinweise auf die Ausbreitung des Virus aus China
Text übersetzt und adaptiert aus BloomberQuint sowie ergänzt mit anderen Quellen
Genetische Erkundungen gehen tief in den Ursprung und die frühe Ausbreitung des Covid-19-Virus ein und verfolgen kleine Mutationen in seinem genetischen Material. Überraschend: Das Virus hatte sich laut Peter Forster, einem Genetikprofessor der Universität Cambridge, bereits in zwei Subtypen A und B verzweigt, als es am 23. Dezember in Wuhan vom ersten Patienten isoliert wurde. Und dieser Patient schien den zweiten Subtyp B zu haben - nicht den ursprünglichen Subtyp A. Die Arbeit wurde in den Proceedings der National Academy of Sciences veröffentlicht.
Stamm A ist zu mehr als 96% identisch mit Proben, die aus Hufeisenfledermäusen isoliert wurden. Foster glaubt, dass er das Virus beherbergte, bevor es auf den Menschen überging. Dieser Übergang fand irgendwann zwischen dem 18. September und dem 7. Dezember 2019 statt. Es handelt sich um eine Schätzung mittels Verwendung von molekularen Methoden.
Bei der Betrachtung von Daten vor dem 17. Januar, die das früheste Datum darstellen, an dem Menschen zum chinesischen Neujahr reisten, stellte Forster fest, dass von 44 Wuhan-Proben 42 von B-Stämmen und nur 2 von A-Stämmen waren. In der südchinesischen Provinz Guangdong gab es weitere A-Stämme .
Forster sagt, seine Daten deuten auf einen Sprung von Fledermäusen in Südchina hin, die sich später auf Wuhan und andere Gebiete ausbreiteten. Der B-Stamm könnte sich verzweigt haben, bevor er Wuhan erreichte, wo der erste große Ausbruch bemerkt wurde. Es gibt keine plausiblen Hinweise oder Belege, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan stammt:
In einer Untersuchung, publiziert in der Fachzeitschrift NATURE Medicine, schlagen die Forschenden zwei Szenarien vor, die den Ursprung von SARS-CoV-2 plausibel erklären können: (i) natürliche Selektion in einem Tierwirt vor der Übertragung auf den Menschen; und (ii) natürliche Selektion beim Menschen nach der Übertragung auf den Menschen.
Derzeit ist es allerdings unmöglich, die hier beschriebenen Szenarien seiner Herkunft zu beweisen oder zu widerlegen. Die Forschenden haben alle bemerkenswerten SARS-CoV-2-Merkmale auch bei verwandten Coronaviren in der Natur beobachtet. Daher glauben sie nicht, dass irgendeine Art von laborbasiertem Szenario plausibel ist. Sie kommen zu dem Schluss, dass "die Beweise zeigen, dass SARS-CoV-2 kein absichtlich manipuliertes Virus ist“. (16)
Zwischenzeitlich finden sich die Viren aus den A-Stämmen bei Amerikanern, die zwischen Januar und Anfang März von China an die Westküste der USA gereist waren. Vor dem 24. März waren die meisten US-Fälle A-Stämme.
Der B-Stamm wurde jedoch schnell zum dominierenden Typ in Wuhan und in ganz China. Eine weitere Mutation in B führte zu einem Stamm C, der in China fast nicht vorhanden ist, sich aber immer noch in ganz Europa ausbreitet. Europa hat auch viele Sequenzen aus dem B-Cluster gezeigt. (Ob diese Mutationen das Verhalten oder die Letalität des Virus beeinflussen, muss noch ermittelt werden, da Mutationen nicht immer zu Funktionsänderungen führen.)
Forster sagte, die virale Genetik zeige, dass der erste Fall in Italien Ende Januar von einer frühen Ausbreitung in Deutschland herrührte (übertragen von einer Chinesin während einer Geschäftsreise in München) obwohl sich die italienischen Gesundheitsbehörden nur auf die möglichen Verbindungen der Patienten nach China konzentrierten.
Forscher der NYU und des Mount Sinai berichten, dass Fälle in New York City aus mehreren Quellen in anderen Teilen der USA und in Europa stammten und nicht direkt aus China. Sie fanden weiter, dass es in New York während rund eines Monats unbemerkt eine lokale Ausbreitung gegeben hatte, bevor die Erkrankung mit COVID-19 dort Ende Februar offiziell erstmals identifiziert wurde.
Zur Rolle der Ethik eine Zusatzbemerkung
Wir diskutieren derzeit, wer in den Genuss einer Intensivbehandlung kommen soll, wenn die Intensivpflegeplätze knapp werden. Es werden dazu ethische Gesichtspunkte herangezogen um die Entscheidung für die Verantwortlichen zu erleichtern. So weit so gut? Nein, überhaupt nicht, denn es wird vergessen, dass das Gesundheitswesen in der Schweiz die Intensivbetten katastrophal vernachlässigt hat. Zum Vergleich: Gemäss WHO von 2009 hat die Schweiz pro 100’00 Einwohner gerade mal 11 Betten. In Deutschland sind es knapp 30 und in Österreich knapp 22. Selbst mit der Aufrüstung heute auf 14 Betten, schneidet die Schweiz immer noch sehr schlecht ab. Vor diesem Hintergrund ist es eine Katastrophe, eine Diskussion führen zu müssen, wer weiter leben darf und wer aufgrund der Sparwut der politisch Verantwortlichen über die Klinge springen muss (Quelle: https://link.springer.com/…/10.1…/s00134-012-2627-8/tables/2)
Quellen:
- Empfehlungen zur Verteilung von intensivmedizinischen Ressourcen in der Schweiz (Richtlinien der SAMW / ASSM, 2020):
Deutsch: pdf«Covid-19-Pandemie: Triage von intensivmedizinischen Behandlungen bei Ressourcenknappheit» (282 KB)
Französisch: pdf«Pandémie Covid-19: Triage des traitements de soins intensifs en cas de pénurie des ressources» (403 KB)
Italienisch: pdf«Pandemia Covid-19: triage dei trattamenti di medicina intensiva in caso di scarsità di risorse» (284 KB)
Englisch: pdf«COVID-19 pandemic: triage for intensive-care treatment under resource scarcity» (275 KB)
Zahnarztpraxen sind ab dem 27. April 2020 wieder für Patientinnen und Patienten geöffnet.
Pressemitteilung der Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO vom 21. April 2020: Sämtliche Zahnbehandlungen dürfen wieder vorgenommen werden. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO hat zusammen mit der Vereinigung der Kantonszahnärztinnen und Kantonszahnärzte der Schweiz (VKZS) ein umfassendes Schutzkonzept erstellt, das eine Wiederaufnahme der klinischen Tätigkeiten in Zahnarztpraxen ermöglicht.
Zahnärztliche Behandlungen und Kontrollen sind ab dem 27. April 2020 - unter Anwendung von besonderen Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus - wieder zugelassen. Dies hat der Bundesrat am 16. April 2020 bekannt gegeben. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO begrüsst den Entscheid. Damit ist die zahnmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten in der Schweiz wieder sichergestellt.
Olivier Marmy, Zentralvorstandsmitglied der SSO dazu: "Die orale Gesundheit spielt eine wichtige Rolle für den gesundheitlichen Gesamtzustand. Nach sechs Wochen verordneter Beschränkung auf dringliche Notfallbehandlungen ist es höchste Zeit, dass die Patienten wieder ihren Bedürfnissen entsprechend behandelt werden können, um Zahnschäden vorzubeugen".
Um die Gesundheit der Patienten und des Praxispersonals zu schützen und das Ansteckungsrisiko zu verhindern, hat die SSO zusammen mit der Vereinigung der Kantonszahnärzte und Kantonszahnärztinnen der Schweiz (VKZS) ein umfassendes Schutzkonzept mit konkreten Massnahmen erstellt. Es steht allen Zahnärztinnen und Zahnärzten zur Verfügung. Die Massnahmen wurden zusammen mit wissenschaftlichen Experten erarbeitet und beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die bereits unter normalen Bedingungen strengen Hygienestandards wurden mit zusätzlichen Massnahmen wie Triage von Risikopatienten oder Social Distancing im Wartezimmer verstärkt. Dass die Behörden jetzt die Wiederaufnahme der zahnärztlichen Behandlungen ermöglichen, zeigt, dass das Schutzkonzept überzeugt hat.
Patientinnen und Patienten dürfen darauf vertrauen, dass die SSO-Zahnärztinnen und -Zahnärzte die Massnahmen vor und während der Behandlung professionell umsetzen. "Unser Berufsstand stellt das Wohl der Patienten ins Zentrum", so Marmy. "Als medizinische Fachpersonen wenden wir die hygienischen Massnahmen strikte an. Die SSO-Zahnärzte sind für ihre Patienten da und ihre Praxen sind sicher".
Unter www.sso.ch finden Patienten aktuelle Informationen zur epidemiologischen Lage in der Schweiz und die Auswirkungen auf zahnmedizinische Behandlungen.