Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/2229

Die Gicht begleitet uns schon lange. In der Antike war sie eine der häufigsten chronischen Krankheiten. Durch die Jahrhunderte litten Männer von Rang und Namen an der Gicht, wie Karl der Grosse, Martin Luther, Karl V. oder Benjamin Franklin.
«Zipperlein» nannte man die Gicht im Mittelalter. Der Name klingt in heutigen Ohren wie Spott und Hohn angesichts der Schmerzen. Der amerikanische Arzt Morris Longstreth beschrieb sie so: «Dreh den Schraubstock, soweit es geht, dann hast du den Rheumatismus. Dreh noch eine Windung weiter: Das ist die Gicht.»
Zur Behandlung der Gicht verfielen frühere Ärzte, Heiler und Priester auf Methoden wie warme Ameisenbäder oder das Auflegen von Rehherzen. Heute stehen zum Glück moderne Medikamente zur Verfügung; sie lassen die historischen Zipperlein-Therapien alt aussehen.