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Das Delsbergertal bildet im nördlichen Teil des Jurabogens ein geschlossenes Becken das durch zwei ungefähr 1000 m hohen Bergketten des Faltenjuras, die durch Klusen unterbrochen werden, begrenzt ist. Die Fundstelle " En La Pran " liegt im Südwesten der Stadt Delsberg (Kanton Jura, Schweiz), auf einer durchschnittlichen Höhe von 426 m, mitten in der Aue eines bescheidenen Zuflusses der Sorne.
Mehrere Sondierungskampagnen der Section d'archéologie et paléontologie des Office de la culture folgten sich in diesem Bereich der für den Bau eines Autobahnkreuzes und einer Unterhaltszentrale der Autobahn A16 Transjurane bestimmt war. Die notfallmässig begonnenen Ausgrabungen geschahen ohne Unterbruch von Januar 1996 bis Mai 1999 ; sie wurden durch eine letzte Kampagne zwischen Juni 2001 und März 2002 abgeschlossen. Die Anwendung einer angepassten Methode, das heisst der flächendeckenden Ausgrabung mit einem Schaufelbagger, erlaubte die vollständige Freilegung und Dokumentation von vier Hektaren archäologischen Geländes die der Zerstörung bestimmt waren.
Die ersten Hinweise einer menschlichen Begehung von Delémont - En La Pran gehen aufs Frühmesolithikum und späte Frühneolithikum zurück. Nach einem Hiatus von vier Jahrtausenden fallen die nächsten archäologischen Befunde zwischen die ausgehende Mittelbronzezeit und den Beginn der Spätbronzezeit. In der Spätbronzezeit, findet sich auf der Fundstelle ein Urnengräberfeld, sowie Bauten auf die jedoch nur noch Wandeffekte hindeuten. Seitdem wurde der Platz ununterbrochen begangen : in der archäologischen Schicht die einem sich seit der Bronzezeit entwickelnden Boden entspricht treffen sich Strukturen und Funde der Eisenzeit, Römerzeit und des Mittelalters an.
Die 346 Befunde menschlichen Ursprungs wurden nachmorphologischen Kriterien eingeordnet (Kap. 2) ; sie schliessen vor allem ausgehöhlte (Gruben, Pfostenlöcher, Gräben und Feuerbestattungen), aber auch ebenerdige Strukturen (Fundkonzentrationen, Abfälle) ein. Eine erste chronologische Analyse ergibt eine schematische Verteilungskarte, einerseits der bronzezeitlichen und andererseits der eisenzeitlichen Befunde. Die detaillierten Untersuchungen dieser Befunde werden in den nächsten Bändern der Reihe vorgestellt (CAJ 23 - 25).
Der zweite Teil des Buches ist den Umweltstudien gewidmet. Zuerst werden durch die stratigraphische und sedimentologische Untersuchung die Ablagerungen in der kleine Alluvialebene des Baches La Pran charakterisiert. Bei den erkannten Sedimenten handelt es sich vorwiegend um Fluvialbildungen in die sich fossile Böden oder organische Niveaus einfügen. Die typische Folge enthält so fünf Sedimenteinheiten. Der archäologische Horizont entspricht der Einheit 3 die seitlich an Rinnenauffüllungen mit protohistorischen Funden anschliessen : er fügt sich in den zweiten Teil des Holozäns ein. Der Fundplatz wurde in sechs Bereiche unterteilt, jeder Teilbereich hat eine unterschiedliche Ablagerungsgeschichte. Der Bereich D, oder " alter Mäander ", erlaubte es wichtige Daten zu erfassen, was die Entwicklung der Umwelt zwischen ungefähr 3100 und 1200 v. Chr. betrifft. Er unterscheidet sich durch die Erhaltung von organischem Material, welches interdisziplinäre Untersuchungen ermöglichte.
Die Samen- und Fruchtanalyse erlaubt es die Umwelt in der ganzen Abfolge zu beschreiben (Kap. 4). Um 3100 v. Chr. hat sich ein Laubmischwald im Tal eingerichtet. Ab Beginn der Frühbronzezeit, nehmen die Arten des Buchenwaldes ab, und dies zugunsten von Anzeigern des offenen Geländes und von Auenwäldern. Der zunehmende Einfluss des Pflanzenanbaus spiegelt die ansteigende Urbarmachung ab der Mittelbronzezeit wider.
Die Pollenanalyse zeigt eine vergleichbare Entwicklung der Vegetation an (Kap. 5). Im Laufe des Früh- und Spätatlantikums lassen sich keine menschlichen Einflüsse erfassen. Die ersten Rodungshinweise sind erst im Subboreal greifbar, ab der Frühbronzezeit, bis zu einem Höhepunkt in der Spätbronzezeit. Eine Anzahl von Feuchthölzern aus den unteren Schichteinheiten konnte ebenfalls bestimmt werden (Kap. 6). Die Weisstanne überwiegt völlig, obwohl diese Baumart üblicherweise nicht in Auenböden wächst. Diese Hölzer wurden vermutlich von den nahen Hängen herbeigebracht, welche geeigneter sind für die Entwicklung eines Tannenwaldes. Die Molluskenuntersuchung vervollständigt diese Beobachtungen (Kap. 7). Sie bestätigt das Vorhandensein eines feuchten Laubwaldes, am Bachlauf, der jedoch lokale Störungen natürlichen oder menschlichen Ursprungs aufzeigt ; dieser Anliegerwald scheint sich in der Folge zu verdichten, die Weichtierfauna deutet auch auf vorhandene Sumpfzonen hin.
Die Synthese der Umweltstudien konfrontiert die Ergebnisse der verschiedenen Disziplinen und fasst sie in einem chronologischen Diagramm zusammen (Kap. 8). Dieser Überblick schliesst die Zeitspanne zwischen 2000 und 200 v. Chr. ein. Drei grafische Rekonstruktionen machen die Pflanzenlandschaft und den Bachverlauf in ihrer vermutlichen Präsentation beziehungsweise im Laufe der Mittel-, Spätbronzezeit und der Eisenzeit sichtbar.
Der dritte und letzte Teil beschreibt die archäologischen Befunde vor der Spätbronzezeit.
In Kapitel 9 wird der Silexhorizont, der hauptsächlich ins Spät-/ Endmesolithikum und ins Neolithikum datiert, dargestellt. Die primäre Fundlage dieses Materials kann dank des Zusammensetzens, der stratigraphischen Projektion und der räumlichen Verteilung nachgewiesen werden. Acht Silexballungen lassen sich so feststellen. Die Werkzeugtypologie, sowie die technologische Studie des Schlagens zeigen bedeutungsvolle Unterschiede zwischen der Zone 1 und den Zonen 2 bis 8 auf. Dank eines Keramikgefässes mit rundem Boden, assoziiert mit einer typologischen Zusammenstellung von Dreieckspitzen, schneidenden Mikrolithen, Trapez und spindelförmiger Spitze kann die Begehung der Zone 1 ins späte Frühneolithikum eingefügt werden, mit einem Datum um 4800 v. Chr. Die überzeugendsten Vergleiche lassen sich mit der Rheinregion und der Hinkelsteingruppe herstellen, was belegt, dass die Neolithisierung des Delsbergerbeckens vorzugsweise von Nordwesten her erfolgte. Die Gerätschaften der Zonen 2 bis 8 können dem Spät- oder Endmesolithikum zugewiesen werden, ohne klaren Beleg ob es sich um eine einzige Begehung am Endmesolithikum oder den Durchgang auf dem Fundplatz von mehreren Gruppen zwischen dem Spät- und Endmesolithikum handelt.
Kapitel 10 ist den bronzezeitlichen Funden vor dem spätbronzezeitlichen Horizont gewidmet. Es handelt sich vor allem um ein Scherbenpaket das aus einem Altlauf kommt, vorwiegend im Bereich B. Die chrono-typologische Untersuchung dieser Keramik folgt dem Schichtablauf (Kap. 10.2): die charakteristischen Stücke werden beschrieben und mit Referenzeinheiten der ausgehenden Mittel- und der Spätbronzezeit verglichen. Daraus geht hervor, dass trotz einer gewissen chronologischen Vermischung in den Schichten, Zeugen einer Fundplatzbegehung gegen das Ende der Mittelbronzezeit fassbar sind. Das Vorhandensein von ziemlich gut erhaltener Keramik an der Basis der Abfolge lässt die Frage des Ablagerungsmodus aufkommen, der votivartig sein könnte.
Das letzte Kapitel des Buches schlägt eine Überlegung zum Voraussagewert der prospektiven Sondierungen, zur Erhaltung der archäologischen Befunde in offenem Umfeld, sowie zur Entsprechung der angewandeten Grabungsmethoden (Kap. 11). Dank den Ergebnissen der in der " La Pran " Ebene durchgeführten, interdisziplinären Studien kann nun ein neues Besiedlungsmodel des Delsbergerbekkens und des Kantons Jura vom Ende des Mesolithikums bis zur Bronzezeit entworfen werden.
Übersetzung: Ludwig Eschenlohr
Das Delsbergertal bildet im nördlichen Teil des Jurabogens ein geschlossenes Becken das durch zwei ungefähr 1000 m hohen Bergketten des Faltenjuras, die durch Klusen unterbrochen werden, begrenzt ist. Die Fundstelle " En La Pran " liegt im Südwesten der Stadt Delsberg (Kanton Jura, Schweiz), auf einer durchschnittlichen Höhe von 426 m, mitten in der Aue eines bescheidenen Zuflusses der Sorne.