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Migranten in den Medien - Nomen verstärken Vorurteile
Zwei Sozialpsychologinnen der Universität Bern haben nun erstmals systematisch untersucht, welche Effekte Nomen und Adjektive in positiven respektive negativen Nachrichten haben.
In drei experimentellen Studien untersuchten die Forscherinnen Vorurteile gegenüber zwei Minderheiten: Roma und Kosovo-Albanerinnen und -Albaner. Die Testpersonen bekamen fiktive Zeitungsartikel zu lesen, die entweder positives («helfend»), negatives («attackierend») oder gemischtes Verhalten von Personen dieser Minderheiten beschrieben. Schon das Lesen eines einzigen dieser Artikel führte dazu, dass sich die Vorurteile gegenüber der untersuchten Minderheit änderten. Positive Artikel führten zu einer Abnahme, negative Artikel zu ausgeprägteren Vorurteilen. Interessanterweise reduzierten auch Artikel Vorurteile, die sowohl positive als auch negative Informationen enthielten.
Während der Inhalt einer Nachricht meist eindeutig ist, kann uns die Sprache subtiler beeinflussen. Frühere Studien zeigten, dass eine Information, die ein Nomen enthält, unsere Meinung über eine Person stärker beeinflusst, als wenn dieselbe Information ein Adjektiv beinhaltet (Testpersonen glaubten, dass ein Katholik öfter die Kirche besucht als eine katholische Person). Dieser Effekt wurde in der Studie bestätigt: «Nomen fördern vorhandene Vorurteile mehr als Adjektive, und zwar unabhängig von Positivität oder Negativität der Berichterstattung», schreibt Studienautorin Sylvie Graf.