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Armeechef Blattmanns IT-Berater kassierte königlich für ein Mandat, das er ohne öffentliche Ausschreibung erhielt.
Die Schwierigkeiten der Schweizer Armee mit ihren Informationssystemen machen schon länger Schlagzeilen. Bisher standen administrative Probleme
berichtet das Westschweizer Fernsehen TSR von Unstimmigkeiten bei der Vergabe eines Beratermandates in Sachen Informatik.
Ende August 2008 hatte Blattmann interimistisch die Führung der Armee übernommen. "Angesichts der grossen Probleme in der Armee-Informatik", wie es in einer auf der TSR-Seite publizierten Stellungnahme des VBS heisst, habe im Herbst 2008 ein selbständiger IT-Unternehmer ein Mandat vom Armeechef erhalten. Ausschlaggebend sei dessen Fachkompetenz in unternehmerischen, militärischen und informationstechnologischen Fragen gewesen. Blattmann und der betreffende IT-Unternehmer hätten sich 1979 im Militärdienst kennen gelernt und später im selben Rahmen mehrmals wieder getroffen, unterhielten jedoch keine private Beziehung. Weiter bestätigt das VBS, dass der Berater in den eineinhalb Jahren seit dem Beginn des Mandates rund 740'000 Franken verdiente – also etwa so viel wie eine Bundesrätin.
Pikant ist: Die Vergabe erfolgte ohne öffentliche Ausschreibung – obwohl dies für Organisationen der öffentlichen Hand bei Aufträgen über 250'000 Franken obligatorisch wäre. Zu diesem Schluss kam auch eine interne Rechtsauskunft, die der Armeechef einholte, worauf das Mandat am 17. Mai per Ende Juni beendet wurde. Einen Fehler gibt das VBS höchstens indirekt zu, indem es rechtfertigt: "Es handelte sich um eine unkonventionelle Lösung für ein unkonventionelles Problem. Aufgrund der Vielzahl der laufenden Informatik-Projekte wollte Korpskommandant Blattmann schnell auf eine unabhängige Beratung zurückgreifen können." (Amir Ali)