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Das zweite Wort im Titel steht übrigens nicht für Postleitzahl, sondern ist die hippe Abkürzung, die coole Amis oder tippfaule Chatter für das englische Wort «Please» benutzen, das bekanntlich «Bitte» bedeutet. Aber Craig Federighi, den dieser Beitrag hier angeht, wird das Kürzel gewiss richtig verstehen. Zumal die Postleitzahl im Englischen wiederum ZIP-Code heisst. Dass das nun zu Verwechslungen mit diesem Programm hier führen könnte, ist… äh …
… etwas, das hier keine Rolle spielt. Ich komme nicht nur Thema ab, sondern ich sabotiere mich dabei, mich ihm überhaupt anzunähern. Also: Es geht um diesen Dialog hier:
Der taucht auf, wenn man ein externes Speichermedium bei OS X aussteckt, ohne es vorher auf den Papierkorb gezogen oder im Kontextmenü den Auswerfen-Befehl betätigt zu haben. OS X fordert nämlich, dass externe Speichermedien erst vom System abgemeldet werden, bevor man sie physisch entfernt. Das verhindert Probleme, die logischerweise unvermeidbar sind, wenn das System auf ein nicht mehr vorhandenes Speichermedium zugreifen will.
Trotzdem ist die Meldung aus mehreren Gründen Unsinn:
- Die Meldung kommt ständig – vor allem, wenn man mit Videos oder Fotos arbeitet und Speicherkarten mehrfach einlegen und abziehen muss.
- Die Terminologie ergibt USB-Speichermedien keinen Sinn. Eine CD-ROM oder DVD wurde durch das Auswerfen tatsächlich ausgeworfen. Sprich: Das System hat sie aus dem Schlitz gefahren, sodass man sie wegräumen konnte. Einen Mechanismus, den USB-Slot freizumachen, gibt es aber nicht. Es geht ums Austragen des Mediums aus der Liste der verbundenen Laufwerke.
- Die Meldung ist in den allermeisten Fällen überflüssig und nur ein rechthaberischer Disziplinierungsversuch. Ein echtes Problem entsteht nur dann, wenn ein Medium entfernt wird, das gerade gelesen oder beschrieben wird. Beim Lesen führt das dazu, dass die kopierte Datei unvollständig ist. Es würde reichen, in dem Fall die Meldung anzuzeigen: «Die Dateioperation konnte nicht abgeschlossen werden. Bitte stecken Sie das Medium noch einmal an, damit der Kopiervorgang beendet werden kann.»
- Beim Verschieben einer Datei oder beim direkten Speichern auf dem externen Medium könnte theoretisch ein Dateiverlust auftreten, wenn ein Medium unvermittelt verschwindet. Probleme beim Verschieben lassen sich vermeiden, indem das System die fragliche Datei ans Zielort kopiert und am Ursprungsort erst dann löscht, wenn sie heil am Zielort angekommen ist. Probleme beim Speichern lassen sich analog verhindern, indem schlaue Programme die Datei erst temporär auf der lokalen Festplatte ablegen und dann von dort aufs externe Medium verschieben. Generell empfehle ich allerdings, Dateien lokal zu speichern und aufs externe Medium zu kopieren – auch deswegen, weil gerade die USB-Sticks leicht verloren gehen und man dann froh um die lokale Kopie ist.
Zwei Dinge kommen hinzu. Erstens: Das «Auswerfen» dauert beim Mac sehr lange und funktioniert mitunter auch nicht, weil dumme Programme ungefragt irgendwelche unnötigen Dateien auf dem externen Speichermedium offen haben. Ich habe (nebst anderen) Spotlight im Verdacht. Das ist die Suchfunktion von OS X, die standardmässig auch externe Speichermedien indiziert. Und klar – dafür wird im Hintergrund auf dem Speichermedium herumfuhrwerkt. Ich brauche die Indizierung externen Speichermedien schlicht nicht, sodass die standardmässig abgeschaltet sein sollte. Man kann die Indizierung über die Spotlight-Einstellungen deaktivieren, was obige Meldung meiner Erfahrung nach aber nicht beseigt.
Zweitens: Windows schafft es auch, mit externen Speichermedien so umzugehen, dass sie nicht ständig abgemeldet werden müssen. Und wenn Windows das schafft, kann es ja nicht so schwierig sein. Oder, Herr Federighi?