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Das Streitgespräch vom 21. Februar in Schaffhausen war rasch
ausgebucht. Thomas Minder
hat mehr Punkte geholt. Er hatte den grossen
Vorteil, weil nach Vasellas Abzockerverhaltens bei der Abstimmung zur
Minderinitiative die Würfel sicherlich gefallen sind. Der Initiant
konnte somit aus der Poolposition locker und humorvoll zu agieren.
Seine sonst eher missionarischen Voten zähmte er. Im Gegensatz zu
seinem Kontrahenten sprach er einfach, bildhaft zum Publikum, schälte
die Kernbotschaft heraus und wiederholte sie mit verschiedenen Bildern,
Beispielen und persönlichen Erfahrungen. Minder dominiert auch beim
zeitlichen Aspekt.
Obwohl der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes,
Valentin Vogt
, sachlich und bewusst emotionsloser seine Voten vorgetragen
hatte, vermisste ich das deutliche, verständliche Herausschälen
seiner Dachbotschaft. Er nutzte nur wenige Analogieen (Salami der
unbemerkt verkleinert wird oder der Vergleich mit den holperigen Prototyp)
Ich habe einige Zuhörer nach der Veranstaltung gefragt, ob sie mir
ein Argument nennen könnten, weshalb man Nein stimmen sollte. Die
Ausbeute war recht mager. Nur einer sagte mir: Der Gegenvorschlag wirke
schneller.
Aus den engagierten Voten Minders klingen folgende "redundanten"
Aussagen nach:
- "Der Fisch stinkt am Kopf zuerst. Man muss oben ansetzten!"
- "Economiesuisse agierte mit einer Drohkampagne
(Heute sind Bilder aus dem zurückgezogenen Steiner Film bekannt")
- "Wir reden jetzt von Geld und Gier"
- "Die Abzockerinitiative ist tsuamisicher"
- "Der Gegenvorschlag ist ein löchriger Käse"
Wenn Vogt die Meinung vertrat, die Emotionen wären ein schlechte
Ratgeber!", teile ich diese Meinung nicht. Gute Kommunikation ist
nämlich ein Gemisch von Emotionen und Fakten. Der Mensch besteht
aus Kopf und Herz. Emotionen dürfen nicht ausgeklammert werden.
Emotionen wirken mehr als trockene Fakten. Die Kunst des Ueberzueugens
besteht darin, Emotionen und Fakten so zu mischen, dass Bilder
und
Worte
übereinstimmen. Beides muss sich die Waage halten.
Nur aus dem Bauch heraus zu argumentieren oder nur trocken und allgemein
zu argumentieren wäre falsch.
Auch muss der Sprechende selbst von dem überzeugt
zu sein, was man sagt. In dieser Hinsicht hat Thomas Minder eindeutig
mehr gepunktet.