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Mit der strategischen Planung wurde analysiert, wo der ökologische Nutzen im Vergleich zum Aufwand am höchsten ist und welches die Abschnitte sind, die in den kommenden 20 Jahren revitalisiert werden sollen.
Das digitale Gewässernetz der Schweiz umfasst im Massstab 1:25 000 etwa 65’000 Kilometer Fliessgewässer. Für rund 60 Prozent dieser Gewässer wurde in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten der morphologische Zustand mit einer einheitlichen, 5-stufigen Bewertung dokumentiert. Gewässer, die die Bewertungsstufen „eingedolt“, „naturfremd/künstlich“ und „stark beeinträchtigt“ aufweisen, können als strukturarm bezeichnet werden. Sie sind entweder verbaut, begradigt, eingeengt oder überdeckt.
Vor allem im Mittelland und den Alpentälern unterhalb 600 Meter Meereshöhe ist der Anteil an strukturarmen Fliessgewässern relativ hoch (knapp die Hälfte), dagegen sind die meisten alpinen Gewässer oberhalb 1’200 Meter noch in einem naturnahen Zustand. Zusätzlich unterbrechen Sohlschwellen und andere Barrieren die Vernetzung entlang unserer Gewässer und verhindern so, dass Fische und andere Wasserlebewesen sich frei in den Flüssen und Bächen bewegen können. Insgesamt gibt es in Schweizer Gewässern mehr als 100’000 solcher Abstürze mit Höhen von mehr als 0,5 Metern.
Insgesamt decken die kantonalen Revitalisierungsplanungen 36’767 Kilometer Fliessgewässer ab. Davon weisen 38 Prozent eine starke anthropogene Beeinträchtigung hinsichtlich ihrer Gewässerstruktur auf (entspricht 13’814 Kilometern). Dabei unterscheidet sich der Anteil strukturarmer Gewässerabschnitte zwischen den Kantonen und variiert zwischen 15 Prozent (AR) und 75 Prozent (BS) (siehe Abbildung 9).
Insgesamt wurde von den strukturarmen Abschnitten für 3’471 Kilometer ein hoher und für 6’141 Kilometer ein mittlerer Nutzen ausgewiesen. Vor allem in den tieferen Lagen unterhalb 600 Meter liegt der Grossteil der Abschnitte, denen ein hoher (71 Prozent), beziehungsweise mittlerer Nutzen (64 Prozent) für Revitalisierungen attestiert wurde. Dagegen erhielten nur je 2 bis 3 Prozent der Gewässer oberhalb 1 200 Meter eine entsprechende Nutzeneinstufung und sind damit unterrepräsentiert (11 Prozent der degradierten Gewässer liegen oberhalb von 1 200 Metern über dem Meer). Somit liegen das Mittelland und die Alpentäler im Fokus der Revitalisierungsbemühungen – dort, wo auch der Nutzungsdruck durch Siedlung, Infrastruktur und Landwirtschaft auf die Gewässer am grössten ist.
Langfristig können etwa 4’000 Kilometer der Gewässer durch den Revitalisierungskredit subventioniert werden. Die Planungen zeigen, dass eine Revitalisierung für deutlich mehr strukturarme Gewässer von ökologischem und landschaftlichem Nutzen wäre (9’612 Kilometer). Für die Umsetzung der Projekte benötigt es neben dem Engagement der kantonalen Fachstellen und Gemeinden auch die Unterstützung der lokalen Akteure und Anstösser vor Ort.
Eine Übersicht mit den Links zu den öffentlich verfügbaren kantonalen strategischen Planungen finden Sie hier!
In einem Bericht hat das BAFU die Resultate der strategischen Planungen zusammengefasst.