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Wussten Sie, dass jede dritte Frau ab 50 Jahren an einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Beckenbodensenkung leidet? Ab dem 80. Lebensjahr ist es sogar jede zweite Frau! Der Bauchraum und das kleine Becken sind nach unten durch den Beckenboden abgeschlossen. Die Harnblase liegt auf dem Beckenboden und die Gebärmutter wird durch ein System aus Muskeln und Bindegewebe aufgehängt, ebenso wie der Enddarm, welcher durch den Beckenboden zurückgehalten wird.
Durch den ständigen Druck der Bauchorgane (Pfeile in der Abbildung rechts) kann zu einer Senkung von Gebärmutter, Blase und Darm kommen. Dies wird begünstigt durch geburtsbedingte Schwächung oder Schädigung der Beckenbodenstrukturen .
Eine Beckenbodensenkung beeinträchtigt die Lebensqualität in Mehrfacher Hinsicht. Senkungsbeschwerden werden typischerweise im kleinen Becken, im Scheidenbereich und teils im Kreuz oder in der Leistengegend angegeben. Diese Beschwerden reichen von einem leichten Ziehen bis zu Behinderungen beim Bewegen und Gehen im Fall eines totalen Vorfalls (=Totalprolaps). Bei starker Senkung wird auch oft ein Fremdkörpergefühl im Unterleib oder ein tastbarer Befund («teils wie eine Kugel oder ein Ping-Pong-Ball») vor dem Scheideneingang beschrieben. Typischerweise sind die Beschwerden nicht während des ganzen Tages gleich. Bei längerem Stehen oder körperlicher Arbeit werden sie stärker. Beim Liegen während der Nacht kommt es zu einem Zurückrutschen des Senkungsbefundes, so dass die Beschwerden verschwinden. Der Sexualverkehr wird von vielen Patientinnen oft als unangenehm oder teilweise sogar schmerzhaft empfunden. Das Ausmass der Senkung muss nicht unbedingt mit der Intensität der Beschwerden übereinstimmen. Oft kommt es zu erschwertem Wasserlösen, vermehrtem Harndrang oder auch zu Problemen bei der Stuhlentleerung. Eine Senkung ist nicht zwingend mit einer Harninkontinenz verbunden. Im Gegenteil: Durch das Tiefertreten der Blase berichten manche Frauen über vorübergehende Harnverhaltung. Oder zumindest eine erschwerte und unvollständige Blasenentleerung.