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Wie kann man bloss ein Vermögen von rund 450 Millionen Franken verlieren?
Das Beispiel von Box-Legende Evander Holyfield zeigt, wie schlechte Geschäfts-Entscheidungen einen Sport-Superstar in die Knie zwingen und in den Bankrott führen können.
Holyfield, genannt «The Real Deal», lebt heute in einer 2-Zimmer-Wohnung in Fort-Lauderdale, Florida. Und wenn er bald zu seinem angekündigten Comeback – ein Match für wohltätige Zwecke – antritt, tut er des zwar nicht in Armut, aber ist weit entfernt vom superreichen Boxer, der er einmal war.
Von ganz unten nach ganz oben
In ärmsten Verhältnissen in Atlanta aufgewachsen, katapultiert sich Holyfield Ende der 80er-Jahre in die höchsten Sphären des Box-Sports. Als einziger Boxer der Geschichte ist er vierfacher Schwergewichts-Weltmeister. Luxus, Häuser, Autos, Frauen: Rund 450 Millionen Franken häufte er in seiner Karriere an. Holyfield ist auch gegen Ende der 90er noch ganz oben.
Doch dann folgt der Abstieg. Der Tiefpunkt kommt im Jahr 2008. Holyfield wird aus seiner Villa in Atlanta mit 109 Zimmer (!) geworfen. Grund: Der Box-Star steht bei der Hypothek mit 12 Millionen in der Schuld. Das Anwesen wird schliesslich für gerade mal 6,8 Millionen an den Rapper Rick Ross verscherbelt.
Erfolglose Investitionen
Neben seiner Villa und im weltberühmten Kampf gegen Mike Tyson seinem Ohr verliert Holyfield während seiner Karriere aber noch viel mehr Geld. So gründet er 1999 eine eigene Plattenfirma mit dem Namen «Real Deal Records». Das Unterfangen scheitert. Letztlich kostet dies Holyfield rund 3 Millionen.
Auch kulinarisch versuchts Holyfield – ohne Erfolg. Eine Restaurant-Firma geht ebenfalls zu Grunde. Wieder sind rund 10 Millionen investiert worden, alles weg! Genauso wie seine eigene Marke, unter der er Küchenutensilien, Grills, Feuerlöscher und sogar Barbeque-Sauce verkaufte.
Elf Kinder mit sechs Frauen
Zu allem finanziellen Übel kommt, dass Holyfield elf Kinder mit sechs verschiedenen Frauen zeugt. Da wird natürlich einiges an Alimenten fällig. Ebenfalls sauteuer: drei Scheidungen! Das riesige Vermögen verschwindet. 2012 bezeichnet ihn die Zeitung «The Independent» als «völlig pleite und bankrott».
Der frühere Baseball-Superstar Alex Rodriguez (45), mittlerweile Finanz-Experte und Partner von Jennifer Lopez (51), nimmt den Box-Champ bei «CNBC» in Schutz: «Er hatte kein Team, das ihn beschützte, während er Mllionen scheffelte. Es steht niemand in seiner Ecke, um ihm bei der Etablierung seiner Unternehmen zu helfen. Hätte er das richtige Team hinter sich gehabt, hätte er sein Vermögen niemals verloren.»
«Ich war so dumm»
Holyfield erklärt: «Es ist hart, so tief zu fallen. Und mir kommts vor, als wäre alles zu spät. Wenn du niemand hast, der für dich sorgt, erzählen alle einfach irgendetwas zu ihren Gunsten. Mann, sie haben bei mir gestohlen, einfach gestohlen, gestohlen. Ich möchte deshalb meine Kinder warnen. Sie sollen sich nicht den Kopf zerbrechen müssen so wie ich. Ich war so dumm, aber heute bin ich nicht mehr dumm.»
Immerhin rutscht die Legende nie in die Armut zurück. Zu bekannt, zu gross ist sein Name, weit über den Box-Sport hinaus. So verdiente er im letzten Jahr dank TV-Auftritten und Werbung wieder rund 1,1 Millionen Franken. (wst)