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Atomkraft sei Dank
In Schweden stand das Stromnetz kurz vor dem Zusammenbruch. Eine Stabilisierung war nur dank dem Wiederanfahren eines Kernkraftwerks möglich. Ein Szenario, das auch in der Schweiz denkbar wäre.
Die Welt berichtet, dass in Schweden im Juli Wasser- und Windkraft wetterbedingt übermässig viel Strom produzierten.
Das führte nicht nur zu einem Preisverfall beim Strom, sondern ebenso zu technischen Problemen. "Auf der technischen Seite hatte der schwedische Stromnetzbetreiber Schwierigkeiten, die Stabilität der Versorgung unter diesen Bedingungen stabil zu halten. Schliesslich gelang dies nur durch das vorzeitige Wiederanfahren des aus Wartungsgründen stillgelegten Reaktors 1 des Atomkraftwerks Ringhals südlich von Göteborg", erklärt die Welt.
Eigentlich wollte die Betreiberfirma Vattenfall das Kernkraftwerk aufgrund der tiefen Strompreise den ganzen Sommer über vom Netz nehmen. In dieser Zeit war eine umfassende Revision geplant. Das war eine ökonomische Entscheidung, welche aber die Netzstabilität gefährdete. Deshalb schritt der Schwedische Netzbetreiber Svenska Kraftnät, das Gegenstück zu Swissgrid, ein. Das Kernkraftwerk wurde für unverzichtbar erklärt.
Das Szenario ist auch in Ländern wie Deutschland oder der Schweiz denkbar. Noch gibt es Reservekapazitäten - aber sie werden weniger. Mit Blick auf Deutschland schreibt die Welt: "Die Hoffnung, den Wegfall der steuerbaren Grundlastkraftwerke durch vermehrte Stromimporte auszugleichen, könnte sich als trügerisch erweisen: Nachbarländer wie die Schweiz, Frankreich, Belgien und die Niederlande wollen ebenfalls Atom- und Kohlekapazitäten abschalten." Und alle diese Länder wollen allfälligen Strommangel durch Importe auffangen. Offen bleibt die Frage, wer noch liefern kann.