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Die Folklore- und Kulturvereinigung "Ittiri Cannedu" kommt aus dem Dorf Ittiri im Nordwesten Sardiniens. Für die RFI wird sie von sechs sardischen polyphonen Sängern der Gruppe "Cunsonu Santu Juanne de Thiesi" begleitet. Diese Sänger, die die Grundlagen des Canto a tenore von den Dorfältesten gelernt haben, tragen symbolträchtige Stücke wie boghe notte, dillu oder gosos vor, aber auch geschriebene oder improvisierte Gedichte sardischer Dichter.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es auf Sardinien zu einem massiven Wandel von handwerklichen und landwirtschaftlichen Tätigkeiten wie der Schafzucht hin zu industriellen Aktivitäten, wodurch die Bewahrung der traditionellen Kultur gefährdet wurde. In den 1970er Jahren startete eine Gruppe junger Leute aus Ittiri eine Initiative zur Rettung des regionalen Kulturerbes. Durch umfangreiche Recherchen in Bibliotheken und vor Ort sowie durch die Hilfe von Älteren, die das kollektive Gedächtnis bewahrten, erweckten die Jugendlichen die traditionelle Musik und den traditionellen Tanz ihrer Region wieder zum Leben.
Die Gruppe reproduziert originalgetreu die Volksmusik und den Volkstanz aus ganz Sardinien, insbesondere aus den Regionen Logudoro und Ittiri. Ittiri Cannedu präsentiert ein Repertoire im authentischen Stil, begleitet von einem diatonischen Akkordeon, einer Gitarre und einer Pipirilolu, einer Pfeife, die mit den berühmten Launeddas verwandt ist. Die Kostüme der Gruppe sind von beeindruckender Vielfalt. Besonders erwähnenswert ist Sa buttonera, eine Verzierung aus 20 silbernen Buttons, die an den Ärmeln der Jacken der Frauen hängt.