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Welche Supplemente bei Akne wirksam sind
Viele Akne-Patienten möchten ihr Hautbild durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bessern. Möglichkeiten dafür gibt es – doch was kann man von den Supplementen erwarten? Ein neuer Übersichtsartikel bewerten den Stand der Forschun.
Die Suche nach soliden Daten zum Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln in der Therapie von Akne vulgaris gestaltet sich als schwierig. Amerikanische Autoren einer aktuellen Übersichtsarbeit in JAMA Dermatology (1) identifizierten in einer umfangreichen Datenbankanalyse 42 Studien, die ihren Auswahlkriterien entsprachen.
Allerdings erhielten nur vier Studien eine gute Bewertung, während elf als mittelmässig und 27 als schlecht eingestuft wurden.
Zink bei Akne am besten untersucht
Unter den untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln wurde Zink am besten erforscht. Das Spurenelement soll die übermässige Talgproduktion reduzieren und besitzt zudem entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften.
Allerdings ergaben nur etwas mehr als die Hälfte der analysierten Studien einen positiven Effekt, wobei höhere Dosierungen offenbar besser wirkten. Nebenwirkungen von Zink betrafen hauptsächlich den Magen-Darm-Trakt und umfassten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen. Diese Nebenwirkungen traten jedoch nicht häufiger auf als bei einer Antibiotika-Therapie.
Vor der Einführung von Retinoiden wurde Akne mit Vitamin A behandelt. Dieses Vitamin reduziert ähnlich wie Isotretinoin die Aktivität der Talgdrüsen und die Bildung von Komedonen. Allerdings wurden diese Effekte hauptsächlich in Fallstudien beschrieben. Eine kontrollierte Studie zeigte keinen Unterschied zwischen der Verum-Gruppe und der Placebo-Gruppe. Bei der Verwendung hoher Dosierungen, die oft eingesetzt werden, ist jedoch mit teratogenen Wirkungen sowie neuropsychiatrischen und mukokutanen Veränderungen zu rechnen. Die Autoren empfehlen daher die besser erforschte und standardisierte Anwendung von Isotretinoin.
Vitamin B5 soll die Barrierefunktion der Haut regulieren und die Differenzierung der Keratozyten positiv beeinflussen. In einer kleinen Doppelblindstudie mit 40 Teilnehmern reduzierte Pantothensäure die Hauterscheinungen im Gesicht effektiver als Placebo und verbesserte zudem die Lebensqualität. Allerdings wurde das Vitamin in einer Dosierung verwendet, die deutlich über der empfohlenen Dosis liegt, was Fragen zur Toxizität aufwirft.
Vitamin-D-Mangel häufiger bei Akne-Patienten
Vitamin D beeinflusst auch das Immunsystem und könnte daher Auswirkungen auf die Akne-Haut haben. Tatsächlich deuten Daten aus Beobachtungsstudien darauf hin, dass Akne-Patienten häufiger einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 39 Patienten mit einem solchen Mangel nahm die Anzahl der entzündlichen Veränderungen über einen Zeitraum von acht Wochen signifikant ab, wenn Cholecalciferol (1.000 IE/Tag) verabreicht wurde.
Auch Grüntee-Extrakte werden zur Behandlung von Akne vulgaris eingesetzt. Ein wichtiges Polyphenol in diesen Extrakten, Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG), wirkt entzündungshemmend und antimikrobiell und kann Schlüsselfaktoren der Krankheitsentstehung beeinflussen. Eine Doppelblindstudie mit 64 erwachsenen Patientinnen ergab eine Reduktion der für Akne typischen Hautläsionen an Nase, Kinn und im Mundbereich. Die Lebensqualität der Betroffenen verbesserte sich jedoch nicht, was darauf hindeuten könnte, dass die erzielten Ergebnisse nicht relevant waren, spekulieren die Autoren des Reviews.
Auch Bockshornkleesamen-Extrakte sollen aufgrund ihres hohen Gehalts an Polyphenolen antioxidative Effekte haben. In einer Studie mit 20 Teilnehmern, die an leichter bis mittelschwerer Akne litten, war der Extrakt jedoch dem Antibiotikum Azithromycin unterlegen.
Gemischte Ergebnisse mit Probiotika
Aufgrund der Wechselwirkungen zwischen Darm und Gehirn wurde auch der Effekt von Probiotika mit Laktobazillen untersucht. Lactobacillus plantarum und L. rhamnosus führten zu klinischen Verbesserungen. Für L. acidophilus und Bifidobacterium lactis wurde eine positive Wirkung auf einen dermatologischen Aktivitätsscore gezeigt, jedoch keine Reduktion der Hauterscheinungen. Es liegen noch keine Studiendaten zum Vergleich der verschiedenen Formulierungen vor.