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Die erwähnten Argumente erinnern mich an meine frühere Schulzeit. Ein guter Freund – und Sitznachbar in der Schule – war nicht wirklich gut in Mathematik. Der Artikel möchte indirekt weismachen, dass wenn ich eine schlechte Note in Mathematik schrieb, mein erwähnter Banknachbar automatisch besser war in Mathematik. Selbstverständlich war dies nicht so, denn es gab noch weitere 20 Schülerinnen und Schüler, die den Notendurchschnitt nach oben zogen. Um meinem Sitznachbar wirklich zu helfen, musste ich ihm beim Lernen helfen. Nur dies half ihm nachhaltig zum Erfolg.
Genau so verhält es sich mit der Schweiz. Wenn wir unser Steuersystem unattraktiv machen, dann profitieren nicht die Entwicklungsländer, denn es gibt wie in der Schule noch weitere Staaten, die nach wie vor gute Rahmenbedingungen anbieten. Möchten wir den Entwicklungsländern tatsächlich helfen, müssen wir nachhaltig dazu beitragen, dass diese Steuereinnahmen im Land behalten können.
Künftig müssen alle Unternehmen mit einem Umsatz grösser als 750 Millionen Euro Informationen zu Gewinnen, wirtschaftlichen Aktivitäten und Steuerzahlungen nach Ländern aufschlüsseln. Dies ist Bestandteil des OECD-Programms BEPS (Base Erosion and Profit Shifting) und hat zum Ziel, Steuervermeidung zu verhindern.
Es ist schlichtweg falsch, dass es künftig weiterhin möglich sei, Gewinne aus Entwicklungsländern in die Schweiz zu verschieben. International findet ein Trend hin zu Transparenz statt. Beispiele zur Steuervermeidung à la Starbucks oder Apple gibt es in Zukunft nicht mehr. Dies hat gar nichts mit der Schweizer Steuerreform zu tun, sondern mit den erwähnten internationalen Entwicklungen.
Die Steuerreform abzulehnen, damit Entwicklungsländern mehr Steuersubstrat zur Verfügung stehen, ist genauso falsch, wie das eingangs erwähnte Beispiel aus der Schule. Denn würde die Schweiz aufgrund eines Neins unattraktiver für Unternehmen, würden sich die anderen Staaten die Hände reiben. Gleichzeitig würde der Schweiz Geld fehlen, um das Budget für die öffentliche Entwicklungshilfe von rund 3,5 Milliarden Franken aufrechtzuerhalten.