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Die Gegend zwischen Rhone, Gryonne und den Diablerets unterstand im 12. Jh. dem Bf. von Sitten und dem Gf. von Savoyen. Auch die Abtei Saint-Maurice hatte hier bedeutenden Besitz, u.a. die beiden Dörfer Gryon und Lavey. 1105 ist erstmals ein Geschlecht de B. (auch de Baiz) belegt. Girold, ab 1177 Herr von B., baute auf den Höhen von Chiètres eine Burg, deren Bergfried (Tour de Duin) erhalten geblieben ist. Zwei bescheidenere Bauten, die Burgen von Ergnault und Seguin, überwachten den Weg über den Pas de Cheville nach Derborence. Die Herrschaft B. wurde sehr bald geteilt. 1316 gehörte ein Drittel den de Greysier, ein anderes Drittel den de Blonay, die es 1431 den de Duin, bis 1574 Kastlanen von B., vererbten. Das letzte Drittel gehörte den Savoyern und wurde 1352 den Tavelli verliehen. Die Zersplitterung wurde vergrössert durch mind. 20 Afterlehen. So hielt z.B. die Fam. d'Arbignon das Dorf Morcles. Beim Einfall der Oberwalliser 1476 - damals ging die Burg in Flammen auf - stellten sich die Kirchgenossen von B. unter den Schutz Berns. Zusammen mit den drei anderen Mandements Aigle, Ollon und Les Ormonts war B. bis 1798 Teil der deutschbern. Vogtei Aigle. Das Mandement B. bestand aus den drei Kastlaneien B., Gryon und Lavey. Die beiden Letzteren unterstanden der Gerichtsbarkeit des Abts von Saint-Maurice, Berufungsinstanz war das Vogteigericht Aigle. Morcles war eine einfache Mistralie. Während der Revolution von 1798, die in B. begrüsst wurde, sandte das Mandement Truppen gegen die berntreuen Einwohner der Region Les Ormonts. 1803 wurde B. innerhalb des Waadtländer Bez. Aigle Hauptort eines Kreises, ursprünglich eine polit. und gerichtl. Verwaltungseinheit, später nur mehr ein Gerichtskreis. Zum Kreis B. gehörten zuerst vier, seit der Vereinigung von Morcles und Lavey 1852 drei Gemeinden.
Literatur
– M. Reymond, «Les premiers seigneurs de B.», in RHV, 1933, 336-341
Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet / AW