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(lat. Dactyli, frz. dattes, engl.
dates) sind die pflaumenähnlichen Früchte der schönen Dattelpalme (Phoenix dactylifera), die in den trocknen Ländern
zwischen dem 19. und 35. Grad nördl. Br., Nordafrika mit Ägypten, Arabirn
(Anmerkung des Editors: richtig: Arabien), Syrien, Persien gedeiht und in Menge selbst in der Wüste überall kultiviert
wird, wo irgend ein Quell aus dem dürren Sandboden hervordringt oder nur der Untergrund feucht ist. Die Beschaffung des
nötigen Wassers ist oft sehr mühsam; eine andre schwere Arbeit ist das Bestäuben der weiblichen Blütenbäume
mit den von männlichen Bäumen gebrochnen Staubblüten, das nirgends der Natur und dem Zufall überlassen bleibt. Ist der
Baum alt geworden, so bereitet man ihm sein Ende durch Abzapfen des Saftes zur Bereitung von Palmwein. Er ist der einzige
Wüstenbaum; ohne ihn wäre dort menschliche Existenz unmöglich. Die Palme, die bis 20 m hoch wird und
vom 30.-100. Jahre tragbar ist, bringt ihre Früchte in oft sehr langen Traubenbüscheln, deren einer zuweilen mehre Hundert
Früchte enthält, während ein Baum 15-20 solcher Riesentrauben erzeugen kann. Die Datteln¶
mehr
bilden in den Erzeugungsländern ein wichtiges, mitunter das hauptsächlichste Nahrungsmittel, werden teils frisch genossen,
teils getrocknet und in verschiednen Zurichtungen, durch Einstampfen etc. für längere Dauer
geeignet gemacht. Auf den nördlichen Mittelmeerküsten wird die Dattelpalme auch noch hie und da gepflanzt, doch gelangen
hier die Früchte nur ausnahmsweise zur Reife; aus dem südlichen Spanien gelangt indes einiges in den
Handel und auch in Portugal und auf Sicilien macht man wohl öfter Ernten, jedoch ohne Bedeutung für den Handel. - Die Datteln
sind im Juli ausgewachsen und reifen im August oder später, nachdem ihr Fleisch bis dahin noch etwas härtlich und
herbe gewesen.
Das Reifen ist eigentlich mehr ein Teigigwerden, das an einer einzelnen Stelle der Frucht beginnt und sich dann rasch weiter
ausbreitet. Hat sich somit das Fruchtfleisch in ein honigsüßes Mus verwandelt, so fallen die Früchte ab; man kommt diesem
zuvor durch etwas frühere Abnahme. Da aber die Entwickelung der Früchte nicht gleichen Schritt hält,
so erntet man immer reife, halb- und unreife zugleich. Die halbreifen benutzt man zur sofortigen Verspeisung am liebsten;
sie sind gelblich, schmecken noch etwas herbe und knirschen zwischen den Zähnen; die reifen sind durchscheinend, weich,
rötlich und äußerst süß.
Die noch unreifen Früchte werden auf Matten von Palmblättern ausgebreitet der Sonne ausgesetzt, um
nachzureifen und zu trocknen. Getrocknet, soweit nämlich eine so zuckerhaltige Substanz überhaupt trocken werden kann,
kommen sie auch in den europäischen Handel. Die Kennzeichen der Frische dieser Ware sind: glänzende runzelfreie Oberfläche,
gelbrötliche äußere Farbe, das Fleisch saftig und gleichsam speckig, der Geschmack honigsüß, dabei
weinig und erquickend.
Die Früchte halten sich überhaupt nicht lange und sind den Angriffen von Milben und anderm Ungeziefer sehr ausgesetzt,
also sicher und trocken zu verwahren. Geschrumpfte, runzlige, zu feuchte oder saftlose Ware ist alt und taugt nichts, weil
dann auch die Süße sich sehr vermindert hat. Wird der steinharte längliche Dattelkern in seinem Lager
locker und klappert beim Schütteln, so ist das auch ein Anzeichen alter Ware. Die Datteln, welche in ihren Erzeugungsländern
die Bedeutung und Wichtigkeit einer Getreidefrucht haben, dienen bei uns nur als angenehme Nebenspeise, dann werden sie zuweilen
auch als Brustmittel angewandt.
Sie kommen in den Handel in Kisten, Fässern oder Matten von etwa 50 kg Bruttogewicht, meist über Triest, Venedig, Marseille,
London. Die gangbarsten D. sind bei uns die ägyptischen, die alle unter dem Namen Alexandriner gehen;
sie sind größer
und dunkler gefärbt, auch fleischiger und süßer als die sog. barbarischen,
die vorzugsweise von Tunis kommen und hellgelb, trockner und weniger süß sind;
auch Syrien und Algier liefern Früchte
zum Handel. In Algerien heißt die beste Sorte Degbet-Nar, sie kommt in geflochtenen Palmenblattkörbchen;
die geringste
heißt Enkantischi Deyla.
Die Kultur hat eine Menge Spielarten
von Datteln hervorgebracht; zur Ausfuhr gelangen,
der bessern Haltbarkeit halber, nur Sorten, die festeres, zäheres Fleisch haben. - Einfuhrzoll: S. Tarif im Anh. Nr. 25 h 3.