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Jordan Sarrou sprintet vor drei Schweizern zum Sieg
Laura Stigger (Specialized Factory Racing) fährt früh weg und führt mehr als die Hälfte des temperamentvollen Sechs-Runden-Rennens in Snowshoe. Die Österreicherin ihre Verfolgerinnen erfolgreich auf Distanz, teilweise über 30 Sekunden. Doch in der vorletzten Runde dreht Loana Lecomte (Canyon CLLCTV) auf und drückt den Rückstand auf unter 20 Sekunden. Die Möglichkeit, dass die Französin auf den verbleibenden eineinhalb Runden noch schliesst, wird zunehmend realer.
Doch auch wenn Stigger auf der letzten Runde nicht mehr ganz so frisch fährt, Lecomte büsst ebenfalls wieder ein. So fährt die 23-Jährige zu ihrem ersten Weltcup-Sieg im Cross-Country und hält damit die österreichische Siegesserie aufrecht. Ihre Landsfrau Mona Mitterwallner, welche die letzten beiden Rennen gewonnen hatte, ist zu Beginn in einen Sturz verwickelt und muss statt aufholen, in den Trails teilweise anstehen. Sie wird am Ende Zehnte.
Der sechste Platz von Puck Pieterse von Alpecin-Deceuninck reicht aus, um sich im Cross Country den Gesamt-Weltcup-Sieg 2023 zu sichern, und das vor dem letzten Rennen. Die Italienerin Martina Berta (Santa Cruz Rockshox Pro Team) wird Dritte, nachdem sie sich von einer Gruppe abgesetzt hatte, zu der auch Pieterse gehörte.
Eine starke Aufholjagd zeigt Jolanda Neff. Nach einem verhaltenen Start findet die amtierende Olympiasiegerin immer besser ins Rennen erkämpft sich Rang fünf hinter der Amerikanerin Savilia Blunk. Nach der harzigen Zeit fühle sich der fünfte Rang wie ein kleiner Sieg an, sagt Neff.
Sina Frei und Alessandra Keller belegen die Plätze 14 und 15.
Premiere vor drei Schweizern
Im Rennen der Männer sind es Victor Koretzky und Luca Schwarzbauer, die das Tempo diktieren. Die Schweizer sind zu Beginn nicht vorne zu sehen, und auch Weltmeister Tom Pidcock nicht. Doch allmählich gesellen sich Nino Schurter, Mathias Flückiger und Marcel Guerrini in die aussichtsreicheren Positionen. Auch Pidcock mischt jetzt vorne mit.
Bis Anfang der fünften von sieben Runden bleibt die grosse Spitzengruppe kompakt. Doch dann wird das Rennen zunehmend zu einem Ausscheidungsfahren, als sich Defekte häufen. Erst bekundet der Weltmeister einen Plattfuss, während Luca Schwarzbauer (GER) zusammen mit Jordan Sarrou (FRA) vorne wegfährt. Doch währt das Führungsduo nicht, als auch Schwarzbauer eine Pause in der Techzone einlegt.
Jordan Sarrou hält sich während zwei Runden alleine wacker an der Spitze. Doch dahinter verkürzt das Schweizer Trio mit Flückiger, Schurter und Guerrini das Zeitpolster des Franzosen. Nun fällt Victor Koretzky, der als grosser Favorit galt, allmählich zurück. Pidcock, der noch ein zweites Mal das Vorderrad wechseln musste, ist hingegen wieder auf dem Vormarsch.
Die letzte Runde hat kaum begonnen, ist die Lücke zwischen Sarrou und seinen Verfolgern geschlossen. Nun verliert Flückiger den Anschluss, Guerrini attackiert kurze Zeit später, kommt aber nicht weg. Weg sind hingegen Guerrinis Körner, als Nino Schurter im letzten Anstieg zum Ziel hoch attackiert. Jetzt kann nur noch Sarrou folgen und wenig später kontern. Auf der Zielgerade beweist der Franzose die stärkeren Beine und gewinnt seinen ersten Cross-Country-Weltcup vor Schurter. Guerrini freut sich über Platz drei, sein bestes Karriere-Resultat, während Mathias Flückiger Platz vier behält.
Eine starke zweite Rennhälfte zeigt Filippo Colombo. Der Tessiner beendet das Weltcup-Rennen auf Platz neun. Luca Schwarzbauer kommt nach seinem Plattfuss nicht mehr richtig ins Rennen und wird Elfter.
Maxwell und Woods beeindrucken
Im Rennen der U23-Frauen zeigte sich Weltmeisterin Samara Maxwell (Rockrider Ford Racing Team) in beeindruckender Form und gewann mit mehr als einer Minute Vorsprung auf die Schweizerinnen Ronja Blöchlinger (Liv Factory Racing) und Ginia Caluori (Thömus Akros - Youngstars).
Die beiden hatten sich in der ersten von fünf Runden vom Feld abgesetzt, doch die Kiwi, die in dieser Woche einen Vertrag mit dem Rockrider Ford Team abgeschlossen hat, überholte ihre Schweizer Konkurrentin in der zweiten Runde und ließ sich nicht mehr zurückfallen.
Ginia Caluori (Thömus Akros - Youngstars) wurde Dritte, nachdem sie sich über weite Strecken des Rennens mit Noëlle Buri (Bixs Performance race Team), die Vierte wurde, duelliert hatte. Die Leistung der Schweizerin Calouri war umso beeindruckender, als dass sie mit einem geliehenen Rad unterwegs war, da ihr eigenes Rad auf dem Transportweg verloren ging.
Blöchlinger übernimmt die Führung in der Serie von Sofie Heby Pedersen (Wilier-Pirelli Factory Team XCO), die 25. wurde.
Bei den U23-Männern gab es einen starken Sieg für Carter Woods (Giant Factory Off-Road Team-XC). Der Kanadier Woods und der Führende der Serie, Adrien Boichis (Trinity Racing MTB), konnten sich in der ersten von sechs Runden vom Feld absetzen und ihren Vorsprung bis zur letzten Runde auf fast eine Minute ausbauen.
Die beiden lieferten sich während des gesamten Rennens einen Schlagabtausch, aber es war Boichis, der in dem entscheidenden Moment des Rennens als Erster loslegte. In der zweiten Hälfte der sechsten Runde attackierte er um Woods herum, doch Woods hatte die Beine, um zu reagieren, und zog an dem Franzosen vorbei, um mit fünf Sekunden Vorsprung ins Ziel zu kommen. Der US-Amerikaner Riley Amos gab den heimischen Fans Grund zum Jubeln, als er rund 55 Sekunden hinter Woods als Dritter ins Ziel kam. Boichis behält die Führung in der Gesamtwertung. Er liegt derzeit 160 Punkte vor Woods und hat in Mont-Sainte-Anne 165 Punkte zur Verfügung.
Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool