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Ein «Sorry» hier, ein «Exgüsi» da. Wir entschuldigen uns, wenn wir zu spät auf ein WhatsApp antworten und nicht immer erreichbar sind, uns tut es leid, wenn wir im Weg stehen. Oft ist es nicht unsere eigene Schuld oder es handelt sich um eine Lappalie, und wir entschuldigen uns trotzdem. Männer auch. Frauen aber häufiger.
Wissenschaftler sprechen von einem sogenannten «Sorry Syndrome». Und das könnte Folgen haben.
«Zu oft ‹Es tut mit leid› zu sagen, besonders, wenn wir eigentlich gar nichts falsch gemacht haben, kann gefährlich sein. Denn wenn die anderen sehen, wie man sich permanent unterjocht, könnten sie auf die Idee kommen, dich auszunutzen», wird die amerikanische Verhaltenspsychologin Dr. Susan Gaddis in einem Artikel zitiert. Ausserdem: Durch die konstante Wiederholung nimmt die Wirkung des «Sorry» ab, wird floskelig wahrgenommen und wirkt nicht mehr authentisch.
Aber was wäre denn die Alternative? Was kann ich meinem Gegenüber sagen, wenn ich mich um ein paar Minuten verspäte, um trotzdem höflich zu bleiben? Die Künstlerin Yao Xiao zeigt in einem Comic auf, was wir anstatt «Sorry» sagen könnten. Nämlich: «Danke!»
Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Ausser vielleicht: «Wenn du tatsächlich einen Fehler begangen hast: Entschuldige dich natürlich dafür. Das ist es, wofür Sorrys gemacht sind», so Therapeutin Gaddis.
Weitere Werke von Künstlerin Yao Xiao gibt's auf ihrem Instagram-Profil.
(sim)