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«Das war einer meiner schönsten Siege auf Rasen», meinte Stan Wawrinka, nachdem er in der Startrunde den Bulgaren Grigor Dimitrov (ATP 6) in 4 Sätzen niedergerungen hatte.
Der Auftritt gegen den Bulgaren dürfte dem Romand nicht nur Zuversicht und Selbstvertrauen geben. Auch eröffnet der Sieg ganz neue Perspektiven. Denn bis zum Viertelfinal kann die Weltnummer 224 nur noch auf 2 gesetzte Spieler treffen: auf den 19-jährigen Griechen Stefanos Tsitsipas (ATP 35) und auf den Amerikaner John Isner (USA, ATP 10). Tsitsipas steht zum ersten Mal in der 2. Runde von Wimbledon, Isner ist noch nie über die 3. Runde hinausgekommen.
Doch auch Wawrinka ist auf dem «heiligen Rasen» noch nie weiter als bis in die Viertelfinals vorgestossen. Und dort könnte in diesem Jahr Vorjahres-Finalist Marin Cilic auf Wawrinka warten.
Siege in Wimbledon würden Wawrinka auch im ATP-Ranking weiterhelfen. Da er nach seinem Erstrunden-Aus vor einem Jahr in Wimbledon keine Punkte zu verteidigen hat, könnte er mit einem weiten Vorstoss viele Plätze gutmachen in der Weltrangliste. Eine Viertelfinal-Teilnahme würde ihn bereits wieder in die Top 100 bringen.
Weltranglisten-Punkte, die Gold wert sein können
Auch eine Klassierung in dieser Region wäre von Vorteil für Wawrinka, weil er während seiner Verletzungspause keinen Antrag für ein «Protected Ranking» gestellt hat. Diese Regel hätte es ihm sonst ermöglicht, bei maximal 9 Turnieren oder innerhalb von 9 Monaten nach dem Comeback jeweils Unterschlupf im Hauptfeld eines Turniers zu finden.
Ich weiss gar nicht, wie die Regel funktioniert. Sie ist mir egal.
Ohne dieses «Protected Ranking» muss er bei grösseren Turnieren wie beispielsweise die US Open im August durch die Qualifikation, sollte er ausserhalb der Top 100 klassiert sein. Oder er muss eine Wildcard beantragen.
In Wimbledon stand der Lausanner nur im Hauptfeld, weil für die Meldung die Weltrangliste 6 Wochen vor dem Turnierstart massgebend ist. Und da hatte Wawrinka die Punkte von der Final-Teilnahme in Paris 2017 noch nicht verloren.
Nun gegen Thomas Fabbiano
«Ganz ehrlich? Ich weiss gar nicht, wie die Regel funktioniert. Sie ist mir egal», sagte Wawrinka nach seinem Comeback. Er will sich nicht mit Paragraphen und Winkelzügen auseinandersetzen. Lieber kämpft er sich auf dem sportlichen Weg zurück. Wie im Startspiel gegen Dimitrov. Und hoffentlich auch in der 2. Runde gegen den Italiener Thomas Fabbiano (ATP 133).
Live-Hinweis
Verfolgen Sie die Zweitrunden-Partie von Stan Wawrinka gegen Thomas Fabbiano am Mittwoch ab ca. 17:00 Uhr live auf SRF zwei und in der Sport App.
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 02.07.2018, 17:00 Uhr