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Metabolisches
Syndrom erhöht kardiale Sterblichkeit
BATON ROUGE.
Das gute Leben in den besten Jahren hat einen hohen Preis für die
Gesundheit. Wer aufgrund von Bewegungsmangel und Übergewicht an einem
metabolischen Syndrom erkrankt, hat eine deutlich erhöhte kardiovaskuläre
Mortalität. Dies konnte jetzt erstmals in einer prospektiven bevölkerungsbasierten
Kohortenstudie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA. 2002; 288: 270916)
für die aktuellen Definitionen des metabolischen Syndroms gezeigt
werden.
Jeder dritte
Amerikaner zwischen 40 und 60 Jahre hat ein metabolisches Syndrom,
oft ohne es zu wissen, denn Insulinresistenz, leichte Hyperglykämie,
betont viszerale Adipositas, Hyperlipidämie und Hypertonus sind asymptomatisch.
Dennoch ist
diese Konstellation von Stoffwechselveränderungen ein ernst zu nehmender
Hinweis auf eine schwere Schädigung des Herzkreislaufsystems, wie
Hanna-Maaria Lakka von der Universität des US-Staates Louisiana in
Baton Rouge belegt. Die Forscherin hat die Daten der Kuopio Ischaemic
Heart Disease Risk Factory Study ausgewertet, an der 1 209 finnischen
Männer teilnehmen. Sie wurden von 1984 bis 1989 im Alter von 42 bis
60 Jahren erstmals untersucht und werden seither regelmäßig
nachbeobachtet.
Die Studie
liefert ausgezeichnete Langzeitdaten (median 11,4 Jahre) zu kardiovaskulären
Risikofaktoren. Zu diesen zählt die WHO und das National Cholesterol
Education Program (NCEP) das metabolische Syndrom. Beide Organisationen
unterscheiden sich ein wenig in den Kriterien der Stoffwechselstörung,
doch für beide kann das finnisch-amerikanische Forscherteam ein erhöhtes
Sterberisiko nachweisen.
Männer
mit einem metabolischen Syndrom nach der NCEP-Definition hatten ein 2,9
bis 4,2-fach erhöhtes Risiko, an einer Herzkreislauferkrankung zu
sterben. Nach der WHO-Definition der Erkrankung ist das Risiko um den
Faktor 2,9 bis 3,3 erhöht. Das allgemeine Sterberisiko ist bei einem
metabolischen Syndrom nach WHO-Definition um den Faktor 1,9 bis 2,1 erhöht.
Es gibt eine
Dosis-Wirkungsbeziehung: Je ausgeprägter das metabolische Syndrom,
desto höher das Sterberisiko. Nach der NCEP-Definition liegt ein
metabolisches Syndrom vor, wenn drei oder mehr der folgenden Kriterien
erfüllt sind: Nüchternglukose über 110 mg/dl, Triglyzeride
über 150 mg/dl, HDL-Cholesterin unter 40 mg/dl, Blutdruck über
130/85 mm Hg oder Taillenumfang von mehr als 102 cm.
Die WHO fordert
eine Hyperinsulinämie (Werte im oberen Viertel der nicht diabetischen
Bevölkerung) sowie wenigstens zwei der folgenden Kriterien: abdominale
Adipositas (Verhältnis Taille zu Hüfte über 0,9 oder Taillenumfang
von 94 cm oder mehr), Dyslipidämie (Triglyzeride über 150 mg/dl,
HDL-Cholesterin unter 35 mg/dl) oder Hypertonus (über 140/90 mm Hg).
/rme
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