Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/92880

<h2>SubmittedText<h2><p>Um die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse zu fördern, hat der Bund die kostendeckende Einspeisevergütung auf Mai 2008 eingeführt. Der Erfolg dieser Massnahme übertraf die kühnsten Erwartungen.</p><p>Durch die Einspeisevergütung werden die Stromnetze aber auch zusätzlich belastet. Ausserdem waren die Netze auf der mittleren wie unteren Spannungsebene bisher vor allem als "Einbahnstrasse" konzipiert worden. Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Inwiefern ist die Netzstabilität auf der mittleren sowie der unteren Ebene gewährleistet?</p><p>2. Die Netze auf der mittleren und unteren Ebene wurden als "Einbahnstrasse" konzipiert. Mit der Einspeisegebühr entsteht jetzt "Gegenverkehr". Sind in den vergangenen Monaten deswegen Probleme in den Stromnetzen aufgetreten?</p><p>3. Braucht es Investitionen, um die Belastbarkeit der Netze auf der mittleren und unteren Ebene zu erhöhen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Netzstabilität kann von der dezentralen Einspeisung durch Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und aus Wärme-Kraft-Koppelung tangiert werden. Die technischen und wirtschaftlichen Fragen, die sich für die Energieversorgung in der Schweiz stellen, werden gegenwärtig vom Bundesamt für Energie untersucht.</p><p>1. Die Erfahrungen in Deutschland mit einer sehr viel dichteren dezentralen Einspeisung als in der Schweiz sowie die Zwischenergebnisse der Studien zur Schweizer Situation zeigen, dass die Netzstabilität auf den unteren Spannungsebenen technisch gewährleistet werden kann. Das dürfte auch unter der Annahme eines starken Zuwachs bei den dezentralen Einspeisern künftig der Fall sein.</p><p>2. In den vergangenen Monaten stellten sich für die Netzbetreiber erst wenige neue Anforderungen. In einzelnen Fällen mussten aufgrund von verstärkter dezentraler Einspeisung die Schutzkonzepte der Verteilnetze angepasst werden. Zudem wurden bei einigen grösseren Projekten zusätzliche Netzverstärkungen (z. B. Stichleitungen) nötig, um die Energie abtransportieren zu können. Diese Anforderungen sind aber technisch gut umsetzbar.</p><p>3. Bei einer weitverbreiteten dezentralen Einspeisung von über 20 TWh pro Jahr wären Netzverstärkungen auf dem mittleren und unteren Spannungsniveau unumgänglich. Erste Abschätzungen aus den Studien ergeben für die Schweiz einen Mehrbedarf an Investitionen, welcher auf der untersten Spannungsstufe zu einer Erhöhung der überwälzten Netzkosten im einstelligen Prozentbereich führt. Die heutigen Mengen dezentral erzeugter Energie liegen aber noch weit unter diesem Szenario und belaufen sich auf rund 3 bis 4 TWh pro Jahr. Auch der Zubau aus erneuerbaren Energiequellen ändert in den nächsten Jahren nichts an dieser Situation (Ziel gemäss Energiegesetz: Zubau Strom aus erneuerbaren Energiequellen um 5,4 TWh pro Jahr bis 2030 gegenüber dem Stand im Jahr 2000).</p>  Antwort des Bundesrates.