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Auf einer Anhöhe stehen die immer noch imposanten Reste des ehemals so berühmten
Benediktiner-KlostersMuri, das von Ida, der Gemahlin des
Grafen Radbot von
Altenburg-Habsburg, mit Hilfe ihres Bruders
Bischof Werner von Strassburg 1027 gestiftet
worden ist. Die Klosterkirche erhielt ihre Weihe 1064. Abt und Kloster erlangten mit der Zeit von den Päpsten und den deutschen
Kaisern grosse Vorrechte. Die Kastvogtei stand zuerst dem
Haus Oesterreich zu und kam nach der Eroberung
des
Aargaues an die
Eidgenossen. 1300, 1363 und 1791 wurde das Kloster von Brandunglück heimgesucht. 1701 erhielt der Abt
für sich und seine Nachfolger die reichsfürstliche Würde.
Das sehr reich gewordene Kloster kaufte nun eine Reihe von
Herrschaften und österreichischen
Lehen an,
so u. a. in Schwaben diejenigen von
Glatt, Dettensee, Deltingen, Dietlingen,
Diessen etc. Es besass neben verschiedenen andern
Pfründen den Kirchensatz in 12 Pfarreien. Der Fürstabt führte die Oberaufsicht über die Frauenklöster Hermetschwil,
Sarnen, Luzern
und Zug.
Durch die Revolution von 1798 wurde das Kloster schwer mitgenommen. Zu Ende des 18. Jahrhunderts
unternahm der damalige Abt grosse Neubauten (so z. B. die 220 m lange, vierstöckige O.-Front), die zu Beginn des
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19. Jahrhunderts vollendet werden konnten. Der Zerfall der weltlichen Macht der Abtei begann 1830, als sich der Fürst von
Hohenzollern-Sigmaringen ihrer in Schwaben gelegenen Güter bemächtigte. Ein von der Aargauer Regierung 1831 aufgenommenes
Inventar des Stiftes ergab ein Vermögen von 2723128 Fr. Das Kloster wurde zusammen mit den übrigen
Klöstern im Aargau
1841 aufgehoben, nachdem der Fürstabt schon vorher sich und die Gültbriefe nach Muri-Gries im Tirol in Sicherheit
gebracht hatte.
Dort besteht die Klostergemeinschaft, die der schweizerischen Benediktinerkongregation angehört, heute noch. Die Abtei ist
während ihres 814 jährigen Bestehens auf Schweizerboden von 46 Fürstäbten geleitet worden. Ihr Wappen
zeigt eine silberne Zinnenmauer in goldenem Feld. Viele Aebte und Konventualen zeichneten sich durch Gelehrsamkeit, besonders
in den historischen Wissenschaften, aus. Das Kloster besass eine prachtvolle Bibliothek, ein Archiv, ein Münzkabinet und
wertvolle Altertümer. 1889 zerstörte eine mächtige Feuersbrunst einen grossen Teil seiner Gebäulichkeiten.
Die erhalten gebliebenen Räume beherbergen heute eine Knabenerziehungsanstalt, die Sekundar- und die
Bezirksschule; der einst der Bibliothek eingeräumte S.-Flügel umfasst einen durch seine Grösse und Ausstattung bemerkenswerten
Saal, in dem jetzt gesellige Anlässe (Konzerte etc.) veranstaltet werden und die Gemeindeversammlung zu tagen pflegt.
Die 1693 neu erbaute Kirche ist reich an Kunstwerken und besitzt u. a. schöne geschnitzte Kirchenstühle
aus der kunstfertigen Hand von Simon Bachmann (1650). Sie wird von Fremden oft besucht.
Ihre ehemaligen Glasgemälde, die zum grössten Teil vom Meister Carl von Egeri aus Baden (1557-1562) stammen und zu den schönsten
Kunstaltertümern der Schweiz gehören, befinden sich jetzt im Gewerbemuseum zu Aarau. Flachgräber aus der
Eisenzeit;
im Maiholz ein Grabhügel;
auf dem Mürliacker beim Kloster Reste einer grossen Römersiedelung;
Maur, Mure, Muri, Muren etc. heissen Orte, bei denen man altes Mauerwerk, meist römischen
Ursprungs, aufgedeckt hat. Vergl. besonders Mülinen'sHelvetiasacra, Fridolin Kopp's Vindiciae actorumMurenium
(Muri 1750), P. Martin Kiem's Acta Murennia (in den Quellen zur Schweizer. Geschichte. 3,1883) und desselben Verfassers Geschichteder Benediktiner-AbteiMuri-Gries (2 Bände, Stans 1888 und 1891). Die reiche übrige Literatur über die Abtei findet sich
zusammengestellt im 6. Faszikel (1894 und 1895) der Bibliographie der schweizer. Landeskunde.
(Kt. und Amtsbez. Bern).
560 m. Gem. und Pfarrdorf, am rechten Ufer der Aare, an der Strasse Bern-Thun und 3,5 km sö.
Bern.
Station der Strassenbahn Bern-Muri-Worb. Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit Gümligen, Gümligenfeld, Halden und
Kräigen: 140 Häuser, 1341 reform. Ew.; Dorf: 56 Häuser,
534 Ew. Ackerbau, Viehzucht und Milchwirtschaft.
Das Dorf ist weitläufig gebaut und besitzt zumeist schmucke Häuser. Die schöne Kirche hat einen 45 m hohen Glockenturm,
der weit in die Lande hinausschaut, in gotischem Stil gehalten ist und 1881 auf Kosten des in Mettlen wohnenden Grafen von
Pourtalès erbaut wurde. Im Chor zahlreiche den Grundherren der Umgebung gehörende Kirchenstühle. Auf
Boden der Gemeinde stehen viele stolze Herrenhäuser (Mettlen, Aarwilgut, Marcuardgut, Seidenberg, Multengut) sowie stattliche
Bauernhöfe.
Auf einer Anhöhe neben der Kirche ein schönes Schloss, in dem der Graf von Artois 1789 eine zeitlang Zuflucht
gefunden hat.
Funde von römischen Altertümern. 1156 und 1168: Mure;