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Eingeführt von HansJoerg Diener
Wie es war und wie es hätte sein können: Die einen mögen es Zufall, die anderen mögen es Magie nennen. Im Dezember 2016 sah Alois Hotschnig im Fernsehen eine Sendung über ehemalige «Lebensborn»-Kinder. Der aus Kärnten stammende Schriftsteller hatte sich bereits in der Vergangenheit intensiv mit dem 1935 von Heinrich Himmler gegründeten Verein auseinandergesetzt, der bis Kriegsende unzählige schwangere Frauen, die von Soldaten der Wehrmacht oder Mitgliedern der SS ein Kind erwarteten, aus den besetzten Gebieten ins Deutsche Reich holte, um ihrer «arischen» Kinder habhaft zu werden. Von der Lebensgeschichte eines Mannes, der 1942 durch «Lebensborn» im Bauch seiner norwegischen Mutter von Kirkenes nach Vorarlberg kam, um wenige Monate später in Hohenems zur Welt zu kommen, war Hotschnig derart berührt, dass er diesem einen Brief, versehen mit der Frage schrieb, ob er sich vorstellen könne, die Hauptfigur in seinem nächsten Buch zu werden. Fünf Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme ist nun im Verlag Kiepenheuer & Witsch der Roman «Der Silberfuchs meiner Mutter» erschienen.
Alois Hotschnig, wurde 1959 in Kärnten geboren und lebt heute als freier Autor in Innsbruck. 1992 erschien sein Roman «Leonardos Hände», 2002 folgte «Ludwigs Zimmer». Neben Romanen verfasste er auch Theaterstücke, Hörspiele und mehrere Erzählbände, darunter «Im Sitzen läuft es sich besser davon» (2009). Für seine Bücher wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis sowie dem Erich-Fried-Preis. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
27.6.2022
19.30 Uhr
Coalmine Café, Turnerstrasse 1, 8401 Winterthur