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Sacellum
Die Rekonstruktion des Fahnenheiligtums basiert auf einem Original eines Frieses oder eines Grabsteins, das der Göttin Epona (Göttin der Pferde bei den Kelten) gewidmet war. Auf dieser Darstellung ist deutlich eine zeltartige Konstruktion zu erkennen mit einem beidseitig zur Seite geschnürtem Vorhang. Aus überlieferten Texten wissen wir, dass die Legionen auf ihren Feldzügen spezielle Zelte für die Aufbewahrung der Standarten benutzten. Die Feldzeichen waren den Legionären heilig und durften nicht unter freiem Himmel der Witterung ausgesetzt werden.
Unser Fahnenheiligtum ist mit Szenen der Geschichte der Legio XI geschmückt . Zur Linken sieht man die Siegesgöttin Victoria, die auf einem Kriegsschiff liegend den Siegeskranz hält. Dies in Anlehnung an die gewonnene Seeschlacht bei Actium. In der Mitte stehen der Gott Mars und der junge Gott Neptun unter einer Schriftrosette. Die lateinische Inschrift besagt: „Jupiter, schaue auf diesen grossen Tempel der 11. Legion!“ Auf der rechten Seite sieht man die Personifikation des gefangenen Ägypten in Form eines an einer Palme angeketteten Krokodils. Auf dem Krokodil ruht das weibliche Ägypten.
Lararium
Die hier rekonstruierten Lararien basieren teils auf verkohlte Überreste aus Pompeji und Herculaneum und teils auf pigmentierten Fragmenten von Statuen.Für die Farben wurden ausschliesslich Pigmentfarben benutzt, die mit Leinöl vermischt wurden. Die Trocknungszeit betrug sehr lange, bis zu drei Wochen!
Lararien wurden früher als Hausheiligtum genutzt. In diesen antiken „Tabernakeln“ wurden die Abbilder der Haus- oder Schutzgottheiten, so genannte Laren, aufgestellt. Diese hatten die Aufgabe Haus und Herd zu schützen. In einzelnen Fällen wurden auch andere Gottheiten verehrt. Diese Kästen standen in den Privathäusern. An besonderen Feiertagen nahm die ganze Familie an der Zeremonie teil, wobei der Hausherr die Position des Priesters übernahm.
Farbige Götter
Bei der Rekonstruktion der Götterstatuen haben wir von den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft profitiert. So ist man heute in der Lage auch nach mehr als 2000 Jahren Farbreste an Marmorstatuen zu erkennen. Der weisse Marmor, den wie heute als „klassisch“ empfinden, war nur der Träger für die Farbe. Die Antike war nicht weiss, sondern farbig und bunt! Nach dem heutigen Erkenntnisstand war selbst die berühmte Kaiserstatue des Augustus mit roten Bäckchen und einem blauroten Muskelpanzer versehen.
Der Betrachter sollte die Statuen als lebendig wahrnehmen. Nachdem wir unsere Büsten hinter eine brennenden Opferschale gestellt hatten, wirkten sie im Schatten der Flammen wieder beängstigend lebendig! So wurden bei unserem Experiment Kaiser Trajan und Cäsar wieder zum Leben erweckt.