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Franco Supino wurde 1965 in Solothurn geboren und wuchs als Kind italienischer Eltern in Grenchen zweisprachig auf. Er studierte an den Universitäten Zürich und Florenz Germanistik und Romanistik. Heute arbeitet er als Dozent an der Pädagogischen Hochschule der FHNW in Solothurn sowie als freier Autor. Er lebt mit seiner Familie in Solothurn. Mit seinen Romanen nimmt er einen wichtigen Platz in der Schweizer Literaturlandschaft ein und erhielt dafür mehrere Preise. 1986 etwa den Förderpreis Literatur des Kantons Solothurn und 2001 den Fachpreis für Literatur des Kantons Solothurn. Der Schriftsteller bewegt sich als literarischer Botschafter virtuos zwischen den Kulturen.
Franco Supinos erster Roman «Musica Leggera» erschien 1995 im Rotpunktverlag. Seither sind weitere Titel dazugekommen, in denen er die eigene Migrationsgeschichte thematisiert oder sich Künstlerschicksalen widmet: «Ciao amore, ciao» basiert auf dem Lebenslauf der Sängerin Dalida, während «Das andere Leben» die letzten Wochen im Leben des Dramatikers Cäsar von Arx thematisiert. Grossen Erfolg und beste Rezensionen, auch über die Schweizer Landesgrenzen hinaus, hatte er mit seinem jüngsten Werk «Spurlos in Neapel». In der Erzählung macht sich der Protagonist aus autofiktionaler Perspektive auf Spurensuche in Neapel, der Heimatstadt seiner Eltern. Dabei geht der Ich-Erzähler der Frage nach: Was wäre aus dem Protagonisten geworden, wenn er in Neapel geblieben und nicht ausgewandert wäre? Ein junges Publikum erreicht Franco Supino mit seinen Kinder- und Jugendbüchern, womit er entscheidend zur Leseförderung und Literaturvermittlung beiträgt. Seine Jugendromane «Hau ab, Bruderherz» und «Wasserstadt» wurden mehrfach ausgezeichnet. «Mino und die Kinderräuber» und «Geheimnis im Klostergarten» sind oft und erfolgreich im Leseunterricht der Unterstufe vermittelte Lektüren. Ausserdem verfasste Franco Supino mehrere Texte für Radiosendungen und ein Hörspiel für das Schweizer Radio SRF.
Franco Supinos Selbstverständnis als Autor beinhaltet auch politisches und institutionelles Engagement für die Literatur. Als Mitglied des Deutsch-Schweizer PEN-Zentrums verteidigt er die freie Meinungsäusserung und unterstützt aktiv Autorinnen und Autoren sowie Journalistinnen und Journalisten, die politisch verfolgt werden und unter teilweise lebensbedrohlichen Umständen schreiben. Im Rat für deutsche Rechtschreibung, der massgebenden Instanz in Fragen der deutschen Rechtschreibung, vertritt er die Autorinnen und Autoren der Schweiz. Hier beschäftigt er sich nach eigenen Aussagen mit der Macht, der Schönheit und den Veränderungen der Sprache. Auch an den Solothurner Literaturtagen hat er seit 1985 nicht nur mit Lesungen teilgenommen, sondern war von 2011 bis 2015 Mitglied der Geschäftsleitung sowie vorher und nachher viele Jahre im Vorstand aktiv.
Franco Supino bewegt sich als literarischer Botschafter virtuos zwischen den Kulturen. Der Kanton Solothurn zeichnet Franco Supino für sein bedeutendes und umfangreiches Werk und seine wichtige Arbeit als Literaturvermittler und Leseförderer mit dem Kunstpreis 2023 aus.