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Die Wissenschaft ist ein Versuch des Menschen, seine Position im Universum zu klären, vom Kleinen bis zum Grossen, von der Quantenwelt bis zum Rand des beobachtbaren Universums. Es ist eine Methode, die auf Philosophen wie Thales von Milet (624 – 546 v. Chr.) und Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) zurückgeht und von einigen von uns praktiziert wird – für die gesamte Menscheit. Die Methode basiert auf drei Konzepten: Beobachter, Beobachtung und Sprache. Diese Konzepte bedürfen einer Klarstellung.
Ein Beobachter ist einer von uns Menschen; mit unseren Sinnesorganen, die das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen ermöglichen. Diese Sinnesorgane haben einen Chef, den Verstand (Geist), der manchmal als das sechste Sinnesorgan bezeichnet wird. Den Verstand als Sinnesorgan zu betrachten, ist ein Beitrag der hinduistischen Philosophen. Buddha (um 500 v. Chr.) hat ebenfalls diese Meinung vertreten. Hinweise dazu gibt es auch in der Baghavad Gita (Kapitel XII / 5 und XV / 7; um 300 v. Chr.)1
Beobachtung ist das Ergebnis dessen, was ein Beobachter tut. Um genau zu sein, sind Beobachtungen Momentaufnahmen innerhalb von Prozessen. Aufgrund der Eigenschaft unseres Nervensystem registrieren wir diese Momentaufnahmen als ein kontinuierliches Ereignis. Spezialisierte Sensorzellen zeichnen externe Ereignisse auf und erzeugen Signale, die normalerweise mit dem Sinnesorgan im Kopf, dem Verstand, enden. Der Verstand filtert und identifiziert einige Ereignisse als Signal, während er den Rest als Störung ausschliesst. Auf diese Weise erkennt der Verstand einige Signale als signifikant und generiert auf diese Weise das, was wir Beobachtungen nennen.
Um das Risiko von falschen Interpretationen zu verringern, sind mindestens zwei Beobachter erforderlich. Sie brauchen eine Sprache, um auszutauschen, was sie beobachtet haben, und verwenden dabei, wann immer dies möglich ist, Mathematik. Mathematik ist die präziseste Sprache, die der Mensch kennt.
Schau dir diese beiden Wesen an, die aus sich herausschauen und das Äussere beobachten:
Sie können ihre Ansichten über dieses Objekt austauschen, wie zum Beispiel Distanz über dem Horizont, die Form, die Farbe usw., und vereinbaren – warum nicht – dieses Objekt Mond zu nennen. Kurz gesagt, zwei Wissenschaftler haben genau das getan, was Wissenschaftler gerne tun, nämlich sich darauf geeinigt, wie die Realität aussieht.
Nächste Frage: Wie weit ist der Mond entfernt? Das Nachdenken über zwei Jahrtausende zeigt, dass wir Instrumente wie Teleskope und Uhren und eine Theorie über die Struktur des Universums brauchen, wie zum Beispiel Einsteins allgemeine Relativitätstheorie, um dies genau beantworten zu können. Und dazu eine gute Portion komplexe Mathematik.
Kurz gesagt, die Realität, die wir finden und vereinbaren wollen, hängt von Dingen ab, die wir erfinden mussten, um diese Realität zu finden. Mit anderen Worten, was wir als Realität ansehen, wird vom Verstand gemacht.
Wissenschaftler sind sich dieses Dilemmas normalerweise bewusst und nennen diese wissenschaftliche Realität ein Modell – ein Modell, das der Realität nahekommt, aber nicht die Realität selbst ist. Wissenschaftler sind sich normalerweise einig, dass Modelle das Beste sind, was sie tun können: Modelle sind Annäherungen, manche besser, manche schlechter. Einstein2: “Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.“
Schau dir jetzt dieses in sich schauende Wesen an, welches dieses “innere” Ding beobachtet: Dieses Wesen reduziert die sensorischen Signale des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens und Fühlens, um sich auf den inneren Chef, den Geist (Verstand), zu konzentrieren. Die obigen wissenschaftlichen Wesen und dieses Wesen haben eines gemeinsam: einen inneren Beobachter, einen Teil des Geistes (Verstandes). Bei der Erforschung des inneren Universums kann der Meditierende ohne äusseren Hilfe von Instrumenten, einschliesslich Mathematik, voranschreiten. Meditationsmeister sind Meister, weil sie den Geist ohne trübende, verzerrende Werkzeuge erforschen können.
Kurz gesagt, das durch die Wissenschaft gelehrte Universum ist werkzeugabhängig, während das von Buddha gelehrte Universum werkzeugunabhängig ist. Ersteres ist eine Teilmenge des Letzteren. Wissenschaft und Dharma sind zwei Seiten einer Medaille. Diese beide Seiten können, wie bei normalen Medaillen, voneinander unterschieden werden.