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Arbeitsbedingtes Burn-out bewältigen
Der Begriff „Burn-out“ steht heute für grosses Unwohlsein in Bezug auf Arbeit und Alltagsaufgaben. Immer mehr Menschen lassen sich wegen eines Burn-outs krankschreiben.1 Aber was ist Burn-out bzw. das Burn-out-Syndrom genau? Der Begriff wurde in den 1970er-Jahren vom amerikanischen Psychologen Herbert Freudenberger2 geprägt, der damit die Folgen von grosser Belastung bei gleichzeitig hohen Idealen in Pflegeberufen beschrieb.2 Inzwischen wird Burn-out nicht mehr nur mit Arbeitnehmenden in sozialen Berufe in Verbindung gebracht.2 Vielmehr können heute sowohl gestresste, karrierebewusste, überarbeitete Berufstätige als auch Menschen, die keiner externen Arbeit nachgehen, ebenfalls von Burn-out betroffen sein.1
Burn-out oder Depression?
Überraschenderweise ist „Burn-out“ nicht klar definiert, sodass es schwierig ist, es als Erkrankung zu klassifizieren, die diagnostiziert und effektiv behandelt werden kann.1 Weniger überraschend – aber gleichwohl umstritten3 – ist die Verbindung zwischen Burnout und Depression3 (auch bekannt als „schwere depressive Störung“ oder „klinische Depression“). Eine Depression wird zuweilen als ein Symptom eines Burn-outs,2 als dessen Endstadium2 oder auch als gleichbedeutend mit Burn-out eingestuft.2 Bestimmte Symptome, die als typisch für ein Burn-out gelten, treten auch bei einer Depression auf, z. B. extreme Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und verminderte Leistungsfähigkeit.2 Ein niedriges Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit und suizidale Tendenzen2 sind weitere typische und schwerwiegende Symptome einer Depression, sie erfordern professionelle medizinische Behandlung.
Aktuelle Forschung
Ein arbeitsbedingtes Burn-out hat deutliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit.4 Hohe Arbeitsbelastung, Rollenkonflikte und -ambiguität, geringe Planbarkeit, mangelnde Teilhabe und fehlende soziale Unterstützung sowie unfaire Behandlung werden als Faktoren genannt, die zum Burn-out beitragen.4
Gegenwärtig gibt es keinen Konsens darüber, wie das arbeits- und berufsbedingte Burnout zu behandeln ist.4 Eine vor Kurzem durchgeführte systemische Studie von Ahola et al. ergab, dass Burn-out kein stabiles Phänomen darstellt, sondern mit der Zeit wieder nachlässt, sodass die Mehrzahl der Betroffenen weiter arbeitet.4 Im Rahmen ihrer Studie ermittelten die Forscher, dass Burn-out-Symptome durch individuell abgestimmte Interventionen nicht systematisch gelindert wurden.4 Sie schlagen deshalb vor, weitere Untersuchungen durchzuführen, um Arbeitnehmenden zu helfen, sich nach einem Burn-out zu erholen.4 Burn-out-Interventionen würden an Effizienz gewinnen, wenn Konsensus-Leitlinien zur Definition und Beurteilung eines Burnouts vorhanden wären, so eine Schlussfolgerung der Studie.4
Quellenangaben
- Pubmed Health Page, abrufbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMH0072470/ am 27/11/17
- Freudenbeger H., Staff Burnout, Journal of Social Issues, abrufbar unter: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1540-4560.1974.tb00706.x/abstract am 27/11/17
- Bianchi, Burnout Depression Overlap, Clinical Psychology Review 36 (2015) 28–41, abrufbar unter: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272735815000173?via%3Dihub am 27/11/17
- Ahola H., Interventions to alleviate burnout symptoms and to support return to work among employees with burnout: Systematic review and meta-analysis, Burnout Research 4 (2017) 1–11, abrufbar unter: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2213058616300596?via%3Dihub am 27/11/17
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