Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03505.jsonl.gz/1307

Schon am 8. Dezember musste die Statue in Kiew dran glauben: Demonstranten holten den überlebensgrossen Lenin vom Podest. Bild: Reuters/Levin
Goodbye Lenin
Wenn das der Begründer der Sowjetunion wüsste: Einst zierte sein Standbild jede Stadt von Königsberg bis Wladiwostok. Was in der Ukraine davon übrig war, wird jetzt endgültig gestürzt.
24.02.2014, 19:4524.02.2014, 19:51
Mehr «Gesellschaft & Politik»
Wenn Standbilder von Machthabern vom Sockel geholt werden, markiert das fast immer das Ende einer Ära. Das ist auch in der Ukraine so – obwohl der Machthaber, dessen Statuen nun gestürzt werden, schon seit neunzig Jahren in einem Mausoleum an der Kremlmauer liegt.
Die Ära, die in der Ukraine endet, ist jene der prorussischen Herrschaft von Präsident Viktor Janukowitsch. Sein Sturz wird begleitet vom Sturz der Lenin-Statuen im ganzen Land: Seit Beginn der Massenproteste Ende November sollen es laut ukrainischen Medienberichten mindestens 40 Standbilder gewesen sein, die gekippt oder beschädigt worden sind.
war ein russischer Revolutionär und Begründer der Sowjetunion. Er wurde 1870 in eine wohlhabende Familie geboren. Als junger Revolutionär wurde er verhaftet und nach Sibirien verbannt; später ging er ins Exil in die Schweiz. Seit 1903 führte er den radikalen Flügel der russischen Sozialdemokratie – die Bolschewiken – an. Nach dem Sturz des Zaren in der Februarrevolution kehrte er nach Russland zurück und übernahm in der Oktoberrevolution 1917 die Macht. 1922 gründete er die Sowjetunion. Er starb 1924.
Zweigeteiltes Land
Noch weit mehr gestürzte Lenin-Standbilder finden sich auf einer Karte der Ukraine, die vom Twitter-Account @euromaidan gepostet wurde. Auch hier zeigt sich die auffällige Zweiteilung des Landes: Im russischsprachigen Osten und im Süden sind viel weniger Vorfälle verzeichnet. Dass auch im äussersten Westen nur wenig eingezeichnet ist, dürfte daran liegen, dass die Lenin-Statuen dort schon längst entfernt wurden.
Eine interaktive Karte zeigt allein zehn gestürzte Standbilder in der Umgebung von Schitomir in der nordwestlichen Ukraine: zhitomir.info
Die Standbilder des sowjetischen Revolutionsführers gelten in den eher nach Europa orientierten Gebieten der Ukraine als unerwünschte Symbole der russischen Herrschaft über das Land. (dhr)
Fusstritt für Lenin: Die gestürzte Statue in der Hauptstadt Kiew. Bild: Reuters/Nenov
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die neuesten Meldungen zum Coronavirus – lokal und global.