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Das traditionelle Zentralschweizer Clubtreffen fand in Luzern statt. 60 Frauen der Clubs Soroptimist Zug, Schwyz, Innerschweiz und Luzern liessen sich unter der Leitung von Direktor Andreas Burri durch den Gletschergarten führen. Es war ein Rundgang in die Vergangenheit mit Aussicht in die Zukunft.
Der Gletschergarten: das Werk eines Pioniers und einer starken Frau
Regula Egli, eine Urenkelin des Gründers Josef Wilhelm Amrein-Troller, führte uns ein in die Geschichte des Gletschergartens. Sie schlüpfte in der Rolle der Marie Amrein-Troller und erzählte uns die Familiengeschichte.
Ihr Ehemann, Josef Wilhelm Amrein-Troller hatte den Gletschergarten auf der Suche nach einem Weinkeller entdeckt, ihn freilegen lassen und sein Potential erkannt. Er war ein Pionier und experimentierfreudiger Mensch. So experimentiert er mit Elektrizität und es gelang, das Löwendenkmal und den Gletschergarten zu beleuchten und der Stadt die erste Beleuchtungsanlage zu bescheren. Amrein-Troller starb früh. Seine Frau Marie Amrein-Troller übernahm die Geschäfte und hatte zunächst einen grossen Schuldenberg abzutragen. Gleichzeitig zog sie vier kleine Kinder gross, leitete den Gletschergarten, sass oft selber an der Kasse und überwachte den Restaurationsbetrieb. Sie baute das Museum auf und kaufte später- gegen den Widerstand ihres Sohnes – den Spiegelsaal.
Ein paar Anekdoten
Im Gletschergarten lebten drei Gämsen. Von der Stadt geduldet, aber nicht sehr glücklich. Das Unterland behagte ihnen nicht und die Ernährung sprach ihnen nicht zu. Obwohl man ihnen Kräuter und gesundes Alpengras aus Engelberg zuführte, überlebten sie das Stadtleben nicht.
Amrein-Troller wusste bereits Ende des 19. Jahrhundert wie man Marketing machte ohne zu wissen, was das ist. Er machte seinen Gletschergarten national und international bekannt und gab sogar einen Gletschergartenwalzer in Auftrag. Er organisierte Kurkappellenkonzert zu deren Melodien die Akrobatengruppe, zu der Amrein-Troller gehörte, auf den Felsen herumturnte.
Aus der Beengnis der Blick in die Weite
Direktor Andreas Burri erklärte den Anwesenden, wie sich der Gletschergarten formiert hat und erzählte vom neuen Projekt Fels. Herzstück des Projektes ist ein Erlebnisrundgang im Fels, 40-45 Meter lang. Der Weg soll durch den Fels führen, vorbei an Säulen und an einem Bergsee. Diese Entdeckungsreise soll die Erdgeschichte vermitteln, durch einen vertikalen Schacht hoch zur Sommerau ans Tageslicht führen, wo sich der Blick auf die Stadt und den Pilatus öffnen wird. Das Projekt kostet 20 Millionen Franken und soll 2020 eröffnet werden.
Zurück in der Gegenwart begaben sich die Frauen ins nahe Café Sowieso zu Speis und Trank.