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Teil 3: Die Kompaniespiele - Erfindung der Ventile
Mit der revolutionären Erfindung der Ventile im Jahre 1813 an den Blechblasinstrumenten waren die Voraussetzungen zur Bildung von Blechblas-Ensembles gegeben. Bald einmal drängte sich die Frage auf: Harmonie- oder Blechmusikorchester?
Für die meisten Kantone bildete der Unterhalt der immer stärker besetzten Harmonie-Feldmusikkorps eine grosse finanzielle Belastung. Zudem war der militärische Einsatz dieser prunkvoll uniformierten Musikkorps bei unseren Miliztruppen gering. Aus diesen Gründen gingen viele Kantone um 1840 dazu über, die Harmonieformationen abzuschaffen und kleine Blechbläserensembles zu bilden, welche gleichzeitig auch als Signalisten eingesetzt werden konnten.
Es ist leicht einzusehen, dass diese neu formierten, reinen Blechmusiken, einen offenkundigen Rückschritt bedeuteten.
Die Bestände dieser Kompanie- oder Bataillonsspiele schwankten zwischen 4 - 12 Musikern und wiesen folgende Besetzungen auf:
- 3 Diskanttrompeten in Es
- 1 Basstrompete in Es
evtl. zusätzlich
- Waldhörner
- Posaunen
- Ophicleiden
- Bombardons
Trotz der aufgrund der Bundesverfassung geschaffenen eidgenössischen Militärorganisation vom Jahr 1850 konnte die Besetzung zwecks Erreichung klangvollerer Musik durch Holzblasinstrumente nicht erweitert werden. Die Spielleute waren ausschliesslich dazu da, den Signaldienst zu besorgen.
Signalbeispiele:
Erst die Wehrverfassung vom Jahr 1874 brachte einen kleinen Fortschritt: Da der Bund jetzt den Militärunterricht aller Truppengattungen übernommen hatte, fiel auch das Militärmusikwesen vollumfänglich in seinen Kompetenzbereich.
Von entscheidender Bedeutung war die Schaffung der Stelle eines Oberspielinstruktors, die 1898 Emil Mast übertragen wurde.
In Zusammenarbeit mit deutschen Militärkapellmeistern konnte der Übergang zur Neunstimmigkeit realisiert werden. Die Instrumentation wurde in der Höhe durch das Kornett in Es, in der Tiefe durch die Basstuba in B erweitert. Ferner wurde das Mittelregister durch zwei Altkornette in Es und eine Basstrompete in B zum dreistimmigen Begleitsatz ausgebaut.
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