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Das Sortiment an abgefülltem Wasser ist heutzutage bei vielen Detailhändlern immens gross. Diverse Marken stehen zur Auswahl. Viele davon stammen von Nestlé. Circa 7.5 Millionen CHF Umsatz erwirtschaftete Nestlé im Jahr 2017 (Statista, 2018) durch den Verkauf von abgefülltem Wasser auf der ganzen Welt.
Pure Life: Eines der meistverkaufen Flaschenwasser der Welt
Nestlés Wassergeschäft
Nestlé erwirbt weltweit laufend Wasserrechte, um das Quellwasser anschliessend in Flaschen abzufüllen. Auch Grundwasser wird von Nestlé ohne Rücksicht auf die Umwelt abgepumpt. Dafür zahlt der Konzern einen sehr geringen Betrag. Ein Beispiel in der kanadischen Ortschaft Hope zeigt, wie billig die Wasserrechte sein können. In einem Jahr pumpt Nestlé dort 265 Millionen Liter Grundwasser aus dem Boden. Dafür zahlen sie einen Betrag von 596,25 Dollar. Das sind gerade einmal 2.25 Dollar für eine Million Liter Wasser (Tagesanzeiger, 2015). Ein anderes Beispiel zeigt die Situation für die Marke “Poland Spring”. In Fryeburg in den USA pumpt Nestlé täglich eine Million Liter Quellwasser. Dafür zahlt Nestlé dem Eigentümer für einen Tankwagen mit 30’000 Litern 10 Dollar (Film: Bottled life). Dies ist zwar mit ca. 333 Dollar für eine Million Liter mehr Geld als im obigen Beispiel, jedoch immer noch ein verschwindend kleiner Betrag. Diverse Petitionen kämpfen gegen solche Praktiken von Nestlé. Diese sind jedoch aufgrund der geltenden rechtlichen Bestimmungen meistens erfolglos.
Besonders in Drittweltländern ist das Abpumpen des Wassers ein Problem für die Menschen. Durch das Abpumpen wird der Grundwasserspiegel gesenkt und die ansässigen Bewohner kommen nicht mehr zu ihrem Trinkwasser. Das abgefüllte Wasser können sie sich mit ihrem tiefen Einkommen nicht leisten, dies kann sich nur die Mittel- Oberschicht. Solche Geschäftspraktiken stehen im starken Widerspruch zu den Zielen von Nestlé. Auf ihrer Homepage schreibt Nestlé: «Nestlé unterstützt ausdrücklich das Menschenrecht auf Wasser. In unseren Unternehmensgrundsätzen ist das Recht auf Wasser für den Grundbedarf, insbesondere für die persönliche Flüssigkeitsversorgung und für die Basishygiene aufgenommen und damit eine verbindliche Grundlage für unsere Geschäftstätigkeit weltweit.» (Nestlé, 2018) Durch diverse Hilfsprojekte versucht Nestlé ihren Ruf im Kampf gegen die Wasserknappheit zu retten. In Pakistan wurden zum Beispiel in einem Dorf in der Nachbargemeinde eines Werks von Nestlé zwei Trinkwasserbrunnen gebaut, um den über 5000 Menschen Zugang zu sauberen Trinkwasser zu gewährleisten (Nestlé, 2018). Diese Projekte sind jedoch nur ein Tropfen auf den heissen Stein und rechtfertigen die Vorgehensweise von Nestlé keinesfalls.
Wieso trinken wir eigentlich abgefülltes Wasser?
Um die grossen Mengen an abgefülltem Wasser absetzen zu können, wird das Leitungswasser schlechtgeredet. Somit entsteht eine künstlich geschaffene Nachfrage. Je nach Region kann es aber sogar sein, dass das Wasser aus der Leitung besser ist als abgefülltes Wasser. Beispielsweise zeigt eine Studie, dass das Leitungswasser von Cleveland eine höhere Qualität hat, als das Fiji-Wasser (Film: Bottled life). Also kann man nicht sagen, dass abgefülltes Wasser immer besser als Leitungswasser ist. Es hängt immer vom spezifischen Angebot ab. Ungefähr ein Drittel des abgefüllten Wassers in den USA ist ursprünglich Leitungswasser. Es wird bloss frisch aufbereitet und in Flaschen abgefüllt (Film: Bottled life).
Fazit
Die Geschäftspraktiken von Nestlé haben einen negativen Einfluss auf die Umwelt, sowie die Gesellschaft in den betroffenen Gebieten. Das abgefüllte Wasser, das wir weltweit in den Läden finden, wird mit einer extrem hohen Marge weiterverkauft und ist nicht unbedingt besser als das Leitungswasser.
Quellen
http://www.bottledlifefilm.com/ (29.05.2018)
Film: Bottled life