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Herstellungsort unbekannt, um 1800
Silber; grünes Glas
B. 12 cm; Dm. 3,5 cm (Gläser)
Inv. 1999.168.
Brillen kennt man in Europa bereits seit dem 14. Jahrhundert. Sie hatten damals die Form zweier Eingläser, die durch eine Niete verbunden wurden. Man klemmt sie auf die Nase oder hielt sie mit einer Hand. Später drückten die kurzen Bügel der Brille fest gegen die Schläfen und hielten die Brille auf diese Weise fest. Die uns heute so selbstverständlich scheinende Befestigung der Brillenbügel hinter den Ohren setzte sich erst am Ende des 18. Jahrhunderts durch.
Bei der neu erworbenen Brille handelt es sich um eine frühe Ohrenbrille. Doch sind die hinteren Teile der Bügel nicht nach unten, also hinter das Ohr zu klappen; vielmehr liegen sie eng am Hinterkopf an und benutzen die Ohren nur als zusätzliche Auflage. Das Gewicht der Brille lastete so zum grossen Teil auf dem Nasenrücken; der Träger dieser Brille hat offensichtlich versucht, den Druck des Metalls zu mildern, indem er den Bügel mit grünem Garn umwickelte.
Die Gläser sind nicht geschliffen, aber grün eingefärbt. Vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert wurden grüne Brillengläser als Lichtschutz benutzt, da sie nicht nur die Lichtmenge reduzierten, sondern auch als erholsam für die Augen galten. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts lösten blaue Brillengläser die grünen in ihrer Funktion als Sonnenbrillen ab.