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Der Innenraum der Kirche Veltheim ist schmal und schlank proportioniert, der Verputz schmucklos. Die Einteilung des Grundrisses in ein Doppelquadrat (Schiff) mit angefügtem einfachem Quadrat (Chor) ist mitverantwortlich für den harmonischen Gesamteindruck des Kirchenraums. Die ansonsten flache Gipsdecke ist durch schlichte, profilierte Stuckrahmen belebt.
Der Chor schliesst – ausgenommen zwei
Stufen – nahtlos an das Schiff an. Am Übergang von Chor und Schiff sitzt
südseitig die Kanzel aus dem frühen 19. Jahrhundert, ein hölzerner
Polygonkorpus mit schlankem geschweiftem Korbuntersatz und Schalldeckel.
Die heute nur noch selten genutzte Kanzel der Kirche Veltheim. Unten links ist die kleine Chororgel zu sehen.
Der spätgotische Taufstein besteht aus einem achteckigen Kelch über einem ebensolchem Schaft und viereckigem Fuss.
Der schlichte Taufstein der Kirche Veltheim
Die westseitig angebrachte Empore trägt
die Orgel und ragt nur wenige Meter in den ansonsten ungestörten Raum hinein.
Sie wird von Kandelabersäulen mit Sattelhölzern getragen.
Der Innenraum der Kirche Veltheim vom ostseitigen Chor her in Richtung Empore gesehen
Im Innenbereich der Kirche Veltheim findet sich eine beachtliche Zahl von Grabplatten (Epitaphe). Sie stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und wurden auch nach dem Neubau der Kirche im Jahr 1760 im Innenraum des Gotteshauses belassen. Die Grabdenkmäler erinnern an wichtige Persönlichkeiten des Amtes Schenkenberg und der Herrschaft Wildenstein
In der Turmhalle befinden sich linksseitig (Nr. 1) die Grabplatte von Franz Christoph Effinger, Herr zu Wildenstein (1657–1712) und rechtsseitig (Nr. 2) das Epitaph des Ehepaars Bilgerin III. von Mülinen (1599-1624) und Ursula von Effingen (1588-1655). Beide Platten weisen stark verwitterte Bereiche mit kaum lesbaren Inschriften auf.
Im Chorbereich sind die
restlichen Grabplatten platziert. So (Nr. 3) von Abraham Jenner, Obervogt (Landvogt) auf
Schenkenberg (1679–1729), dann (Nr. 4) von Wolfgang Zehender, Obervogt zu
Wildenstein (1690–1754) und (Nr. 5) die Grabplatte der Ursula von Mülinen, geborene von
Wessenberg (1524–1596) sowie (Nr. 6) von Jacobea von Luternau, geborene von Mülinen
(1552–1621 ), ebenso (Nr. 7) von Franz Christoph Effinger (vgl. Nr. 1) und
schliesslich (Nr. 8) das Epitaph der zwei in jugendlichem Alter 1627 und 1634 verstorbenen
Söhne von Hans Ludwig von Erlach.
Das Grabdenkmal für die beiden 1627 und 1634 verstorbenen Söhne von Hans Ludwig von Erlach. Neben den zahlreichen Wappen (Familien Lustrach, Mülinen, Diesbach, Wessenberg, Raren, Bärenfels und Hallwil sowie als Bekrönung das Doppelwappen von Erlach) steht im Zentrum die Inschrift: «Zwe Brüeder zart so kurze Zeit / Lebten auf dieser Erden / Ruohen alhir die Seligkeit / Gott ihn darfür gat geben», und weiter: «Waren Herren Hans Ludwig Obristen und Frauw Margareta beide geborne von Erlach ehliche Söhn, deren der erste Hartmann den 2. Sept. Anno 1627, der ander den 11. Aug. Anno 1634 von Gott aus dieser Welt beruffen».
Die Orgel auf der schmalen, nur wenig
ins Schiff vorspringenden Empore stammt aus dem Jahr 1871. Die Firma Kuhn &
Spaich erbaute sie als 18. Orgel ihrer Firmengeschichte. Es handelt sich hier
um das älteste noch erhaltene Instrument dieser Firma, eine sogenannte
«deutsch-romantische Orgel». Sie stand ursprünglich in der reformierte Kirche
im glarnerischen Enneda im Einsatz. 1924 wurde sie nach Veltheim verkauft und
dort unverändert wieder aufgebaut. 1945 nahm man in barockem Sinn eine
Umgestaltung beim Pfeifenwerk vor. Dies konnte anlässlich der Restaurierung
2004 wieder rückgängig gemacht und das Instrument in seinen ursprünglichen
Zustand mit 16 klingenden Registern zurückversetzt werden.
Die deutsch-romantische Orgel von 1871 in ihrem restaurierten Erscheinungsbild von 2004 von der Kanzel her gesehen
Im Chor neben dem Kanzelaufgang steht eine Kleinorgel. Es handelt sich hier um die ehemalige Hausorgel der bekannten Zürcher Musikerin Margrit Jaenike (1896–1980). Das Instrument wurde 1936 von Alexander Schuke in Potsdam erbaut und von Jaenike oft in Konzerten eingesetzt. 1981 übernahm es die Orgelbaufirma Kuhn aus der Erbschaft der verstorbenen Musikerin. In der Folge kam die Orgel bei grössere Restaurierungen in verschiedenen Kirchen als Interimslösung zum Einsatz. Nach einer sorgfältigen Restaurierung hat das Instrument nun seinen Platz als Chororgel in Veltheim gefunden.