Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03650.jsonl.gz/2274

Der grösste Champion des Karnevals von São Paulo, die Samba-Schule “Vai-Vai“, vorletzte der Paraden dieses ersten Tages, präsentierte das Städtchen Paulínia, bedeutender Pol der petrochemischen und cinematografischen Industrie, um auf der Avenida zu beweisen, dass ihre Bürger auch etwas von Samba verstehen.
In der Front-Kommission eine Allegorie in Form einer Krone als Symbol der “Vai-Vai“, die vierzehnmal die Spitzenposition des Karneval-Champions von São Paulo erreicht hat.
Ein Springbrunnen auf dem Wagen “Abre-alas“ (erster Wagen) bespritzte die bereits durchnässten Zuschauer zusätzlich mit Wasser. Der erste allegorische Wagen war 76 Meter lang, so die Auskunft der Mitglieder der Schule. Eine der besonderen Attraktionen waren Schienen mit einer Eisenbahn in Bewegung!
Die Mitglieder der Percussion des Maestro Tadeu waren als Maschinisten und Schaffner der Eisenbahn kostümiert. Ihre Instrumente hatten Aufdrucke von wilden Gorillas, denn ihre Band ist unter dem Spitznamen “Pegada de Macaco“ (Fährte der Affen) bekannt.
Die gesamte Parade war mit Referenzen auf das Feuer durchsetzt – wie das Oberteil der Percussion-Königin, Camila Silva, in Flammenform. Und zwar deshalb, weil jene Stadt Paulínia, aus dem paulistanischen Inland, das grösste Verteiler-Zentrum von Treibstoff Brasiliens darstellt.
Der Regen behinderte die Parade der “Vai-Vai“ kaum – in diesem Jahr setzte der Karnevalist Chico Spinoza auf synthetische Materialien und weniger Federn.
Der vierte Wagen jedoch hatte ein Problem mit einem der Seile, die eine enorme Marionettenfigur absicherten. Mit zehn Leds-Fernsehern und einer grossen Projektionswand gab es ebenfalls Probleme – die elektrische Beleuchtung funktionierte nicht.
Eine öffentliche virtuelle Bibliothek von Paulínia wurde in einer choreografierten “Ala“ dargestellt, mit Gruppen von je vier Ballerinas, die mit farbigen Bändern untereinander verbunden waren. Eine andere choreografierte “Ala“ mit klassischen Ballerinas erinnerte an die Initiative der Kunst in dieser Stadt.
Eine besondere Attraktion der Parade war auch der Ex-Kapitän der brasilianischen “Seleção“ Cafu. “Ich marschiere schon seit langer Zeit in der Parade der Vai-Vai mit“, sagte er nach dem Abgang. Einer der meist engagierten Fans der “Vai-Vai“ war der Advokat José Luis Oliveira Lima, Strafverteidiger des Ex-Ministers José Dirceu.
Die “Vai-Vai“ beendete ihre Parade nach 64 Minuten – eine Minute vor der festgesetzten Maximalzeit.