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Tessin
Parco Ciani
Parco Ciani
Lugano/ TI
Saisonaler Blütenzauber
Der traditionelle Tessiner Garten war klein, schlicht und auf einige Nutzpflanzen und Obstbäume beschränkt. Die spätere mondäne Parkkultur hingegen wurde vor allem von den Repräsentationsgärten der reichen Einwanderer geprägt. Sie kamen aus dem Norden oder Oberitalien, wollten hier mediterrane Lebensart zelebrieren und legten dementsprechende Villengärten an.
Aus einigen von ihnen wurden dann im 20. Jahrhundert öffentliche Parkanlagen. So auch der Parco Ciani in Lugano. Er liegt südöstlich des historischen Stadtzentrums, verläuft am Ufer des Sees entlang und umfasst auch die Mündung des Flüsschens Cassarate. Dank dieser Lage mit Blick auf die umliegenden Berge, schön geführten Wegen und einer wechselnden Flora ist er der wohl beliebteste Park der Stadt.
Gesichertes Terrain
Die Villa im heutigen Park wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Bauherr war der Urner Landvogt Karl von Beroldingen, der das Tessin als Untertanengebiet der Eidgenossenschaft verwaltete. Nach einigen Besitzerwechseln wurde der Palazzo 1845 von den Mailänder Geschäftsleuten Filippo und Giacomo Ciani gekauft. Sie renovierten und vergrösserten die Villa und begannen parallel dazu den Park anzulegen. Dabei hatten sie das Hochwasser unterschätzt, denn der See und das Flüsschen überschwemmten den Park immer wieder. So liessen die Brüder Ciani eine Schutzmauer bauen, das Gelände aufschütten und gewannen damit ein gesichertes Terrain. 1912 gingen Palazzo und Park in das Eigentum der Gemeinde Lugano über. Heute ist im Palazzo das städtische Kunstmuseum untergebracht.
Betritt man den Park von Westen her, lässt man die Villa links liegen. Die Wege zum See hinab winden sich durch prächtige Blumenbeete, gesäumt von Statuen und Springbrunnen. Die gepflegten Rasenflächen werden jedes Jahr mit neuen Blumenzwiebeln-Arrangements gestaltet.
Zwei Bereiche
Der Park ist erkennbar in zwei Bereiche aufgeteilt. Der westliche Bereich, rund um die Villa Ciani weist sowohl die Merkmale des englischen als auch eines italienischen Gartens auf: üppige Blumenbeete wechseln sich ab mit Grünflächen und Bäumen beziehungsweise Sträuchern aus vieler Herren Länder. Die geschickt kombinierte Farbenpracht des saisonalen Blütenzaubers gehört denn auch zu den Higlights und bildet vor der See- und Bergkulisse ein beliebtes Fotomotiv.
Etwa nach der Hälfte des Seeweges kommt man am Bootshaus mit der historischen Wetterstation vorbei. Hier beginnt der zweite Bereich des Paks, der sich vom Schiffsanleger bis zum Flüsschen Cassarate erstreckt und einen eher wilden und urwüchsigen Charakter hat. Hier finden sich die typischen Vertreter der Tessiner Wälder: Eichen, Linden, Platanen und Ahorn. In diesem stärker naturbelassenen Teil befindet sich auch ein grosser Kinderspielplatz.
Mit seinen 63’000 Quadratmetern kann man den Parco Ciani an den Ufern des Luganersees durchaus als grüne Lunge der Stadt bezeichnen. Seine Wege und Bepflanzungen, die von eindrücklichen jahrhundertealten Bäumen umsäumt werden, bieten einen hohen Erholungswert in fussläufiger Distanz zum Stadtzentrum. Zudem beherbergt der Park wichtige Gebäude: die Villa Ciani mit dem Kunsthaus, ein Kongresshaus, das Naturhistorische Museum und die Kantonsbibliothek. Insgesamt verbreitet der Ciani eine wohltuend heitere Atmosphäre.
Adresse
6900 Lugano/ TI, Viale Carlo Cattaneo
Öffnungszeiten: März-Oktober 6.00-23.30 Uhr, November-Februar 6.00-21.00 Uhr.
Eintritt frei