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Hätten Sie sich im Januar 1780 dazu entschlossen, ein Jahresabo der «Neuen Zürcher Zeitung» zu lösen, so hätten Sie einen Gulden und dreissig Kreuzer dafür bezahlt. Woher ich das weiss? Von der Zentralbibliothek Zürich. Sie hat sämtliche NZZ-Ausgaben aus dem Zeitraum von 1780 bis 1914 digitalisiert und in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Nationalbibliothek auf der Plattform e-newspaperarchives.ch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Neben den Inhalten der NZZ sind auch die Archive diverser anderer Schweizer Zeitungen zu finden. Die Webseite verfügt über eine Volltextsuche und überzeugt mit einem übersichtlichen Layout. Einzig die Hilfsfunktion, welche die alte Frakturschrift in einen leserlichen Textblock mit moderner Schriftart am Seitenrand umwandelt, hat ab und an Probleme bei der Erkennung einzelner Buchstaben.
Statt die Preisentwicklung des Jahresabos zu betrachten, kann man sich auch auf die zeitgenössische Berichterstattung einlassen und sich über Ereignisse wie die Französische Revolution, den Franzoseneinfall von 1798 oder die Gründung des Schweizerischen Bundesstaates informieren, infolge dessen sich der Franken als einheitliche nationale Währung etablierte. Auch gewährt die NZZ einen Einblick in die Ratsdebatten der Bundesversammlung im 19. Jahrhundert, noch bevor das amtliche Bulletin eingeführt wurde.
Die Digitalisierung des liberalen Leitmediums ist ein Glücksfall, und schon nächstes Jahr sollten weitere Jahrgänge folgen. Schon jetzt lässt sich in den Weiten des Archivs stöbern. Das NZZ-Jahresabo kostete im Jahr 1914 übrigens zwanzig Franken. (ms)