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Auch weibliche Originale gab es in der Stadt zu sehen. Eines von ihnen war die Witwe Ochs-Fuss, die so genannte „Oggsefuessene“. Das beleibte grosse Weibsbild war immer sauber, gepflegt und sorgfältig nach der alten Mode gekleidet, zu der auch eine aufgesteckte Haube gehörte. Sie war leich einfältig und daher von sich selbst eingenommen und zudem noch hypochondrisch. Trotz ihrer blühenden Erscheinung klagte sie ständig über Unwohlsein oder prophezeite den Beginn einer ernsten schweren Krankheit. Von ihrer Jammerei blieb auch und vor allem Professor Dr. Johann Jakob Stückelberger nicht verschont. Als er einmal über die Rheinbrücke eilte, begegnete ihm Frau Ochs, die ihn prompt auf offener Strasse um eine Konsultation bat. Unwillig wies der bekannte Arzt die neue Patientin an, sie solle die Augen schliessen, den Mund öffnen und die Zunge möglichst weit herausstrecken. Während die „Oggsefuessene“ tat, wie ihr befohlen, schlich Professor Stückelberger auf leisen Sohlen davon. Und die ältere Dame merkte den Streich erst, als die Umstehenden in schallendes Gelächter ausbrachen.
Quelle: Meier 1970