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Die Verbesserungen zeigen sich etwa bei der Morphologie. Beide Flüsse haben sich im revitalisierten Bereich aufgeweitet und variieren dort in ihrer Breite, Tiefe und Fliessgeschwindigkeit stärker als in den nicht revitalisierten Abschnitten. Die Uferzonen vergrösserten sich und bieten heute eine höhere Vielfalt an Lebensräumen. Auch die Biodiversität profitierte mehrheitlich von der Aufwertung (Abb. 4). So siedeln im Gebiet der revitalisierten Thur wieder 13 Laufkäferarten, während im verbauten Teil nur 3 vorkommen. Damit stieg der Qualitätswert für das revitalisierte Teilstück von 0,04 (schlecht) auf 0,67 (gut). Bei der Töss erhöhte sich die Vielfalt der Laufkäfer von 2 auf 9 Arten, was einer Verbesserung des Qualitätswerts von 0,03 auf 0,69 entspricht.
Die Qualitätswerte für die Ufervegetation (0,47 für die Thur und 0,39 für die Töss) zeigen hingegen keine signifikante Verbesserung an. Die revitalisierten Gebiete erhalten hier nur eine mässige beziehungsweise unbefriedigende Klassifizierung (Abb. 3). Das hängt laut den Forschenden damit zusammen, dass sich etliche nicht standorttypische Arten aus der angrenzenden Landwirtschaft angesiedelt haben. Diese beeinträchtigen den Charakter des Auenlebensraums. Die mangelnde Vernetzung mit anderen Auengebieten erschwert die Rückkehr der typischen Vegetation ebenfalls. Darin sehen die Wissenschaftler auch einen Grund, weshalb auch die Wasserpflanzen nicht von den Revitalisierungsmassnahmen profitiert haben. In der Thur macht eine invasive Wasserpest den einheimischen Arten das Leben schwer, in der Töss nahm die Artenzahl ab.
Für zukünftige Projekte lernen
Die Praxistests an der Thur und der Töss haben nach Meinung der Forschenden gezeigt, dass sich ihr Verfahren eignet, den Nutzen von Revitalisierungen zu evaluieren. «Die quantitative Erfassung des ökologischen Zustands, welche die relevanten physikalischen, chemischen und biologischen Parameter sowie deren Unsicherheiten einbezieht, liefert robuste Indizien über die Effekte von Revitalisierungen», so Paillex. Für andere biogeografischen Regionen seien Anpassungen an die dortigen Gegebenheiten vorgesehen, da sich zum Beispiel der natürliche Artenreichtum unterscheiden könne. Die Methode lasse sich zudem einfach in bestehende Flussmanagementstrategien integrieren. «Eine systematische Erfolgskontrolle würde nicht nur den ökologischen Nutzen von Revitalisierungen besser sichtbar machen, sondern auch dazu beitragen, zukünftige Projekte zu verbessern», ist der Forscher überzeugt.