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Seit rund fünfzig Jahren erkennen Forscherinnen und Forscher eine sich durchschnittlich verschlechternde Beschaffenheit und Menge der Spermien bei Schweizer Männern; auch in anderen Industrieländern stellen Fachleute diese Veränderung fest. Die Gründe hierfür sind bisher unklar. Experten schreiben sie der Umweltbelastung, ungünstiger Ernährung und einem unvorteilhaften Lebensstil zu. Für die Zeugung wird von den winzigen Spermien eine Höchstleistung abverlangt: Sie müssen die anspruchsvolle Strecke durch die Gebärmutter und den längeren Kanal des Eileiters überwinden, um schliesslich zur Eizelle zu gelangen und sie befruchten zu können. Dafür müssen das Quantum und die Qualität der Samenzellen stimmen. Bei untersuchten Männern wurden diesbezüglich erhebliche Unterschiede festgestellt. Die Produktion von Spermien ist insgesamt sehr störungsanfällig. Nur solche mit guter Beweglichkeit, mit optimaler Grösse und ohne Verformungen haben eine Chance, ans Ziel zu gelangen und neues Leben zu zeugen.
Eine Reihe von Faktoren wirken fördernd respektive hemmend auf die Beschaffenheit der Spermien:
Moderat betriebener Sport hat einen positiven Effekt, Übergewicht wirkt dagegen schädlich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Qualität und Menge der Spermien bei ein- bis zweimal Sex pro Woche am besten ist.
Im Weiteren ist eine ausgewogene, vitalstoffreiche und fettreduzierte Ernährung wichtig. Sie sollte möglichst in Bio-Qualität sein, damit die Schadstoffbelastung bei der Samenzellenbildung geringer ist.
Ein wichtiger Baustoff ist Zink, er fördert die Spermienqualität. Gute Lieferanten sind Haferflocken, Rindfleisch, Leinsamen, Edamer Käse, Weizenkeime, Leber, Mohnsamen sowie Kürbiskerne. Untersuchungen haben im Weiteren auch eine positive Wirkung von Fischöl-Präparaten nachgewiesen.
Dauerstress sollte mit regelmässiger Entspannung und ausreichend Schlaf ausgeglichen werden, beides wirkt sich positiv auf die Samenzellen aus.
Bei Vegetariern und Veganer haben die Wissenschaftler eine reduzierte Menge an Samenzellen registriert, die entsprechenden Zellen waren in ihrer Beweglichkeit reduziert. Die Forscher vermuten einen hemmenden Einfluss durch sojahaltige Fleisch-Ersatzprodukte, sie enthalten pflanzliche Hormone, die den Hormonhaushalt des Mannes unvorteilhaft beeinflussen können. Dasselbe gilt auch für Anabolika, die das Muskelwachstum und das Leistungsvermögen fördern.
Bei rund 15 Prozent der Paare bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, weil der Mann Raucher ist. Wer Vater werden möchte, sollte mindestens zwei Jahre rauchfrei sein, weil die Inhaltsstoffe von Tabakprodukten auch das Erbgut in den Spermien negativ beeinflussen können. Alkohol sollte das männliche Geschlecht besser in geringen Mengen konsumieren. Gemäss einer Untersuchung wirkt er in grösseren Mengen hemmend auf die Fruchtbarkeit.
Auch einzelne Medikamente können die Spermienqualität reduzieren, hier sollte das Thema gegebenenfalls mit der Ärztin oder dem Arzt angesprochen werden.
Auch elektromagnetische Strahlung aus Handys in den Hosentaschen sowie aus Laptops und Tablets auf den Knien können sich störend auswirken, ebenso wie enge Hosen und Unterhosen.
Mittlerweile ist die Medizin auf weitere Ursachen gestossen: Eine reduzierte Spermienqualität kann auch mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit zusammenhängen. Wie Studien gezeigt haben, treten bei Männern mit geringerer Spermienzahl vermehrt Herz-Kreislauferkrankungen und weitere Leiden auf.
Ein gesunder Lebensstil ist demnach nicht nur für die Fortpflanzungsfähigkeit wichtig.