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Ist man auf Pausenplätzen unterwegs, dann hört man sie aus vielen Smartphone-Lautsprechern: die Trap Music.
Trap ist als Genrebezeichnung nicht ganz eindeutig. Allgemein ist damit die Synthese zwischen Hip-Hop und elektronischer Clubmusik gemeint.
Populärer als die Beatles
Vor Kurzem wurde bekannt, dass der kanadische Rapper Drake, Link öffnet in einem neuen Fenster mit seiner stark vom Trap beeinflussten R’n’B-Musik einen neuen Rekord aufgestellt hat: Sieben Songs seines aktuellen Albums «Scorpion» sind gleichzeitig in den Top-Ten der US-Charts. Selbst die Beatles haben das nie geschafft.
Drakes Musik qualitativ mit jener der Beatles zu vergleichen, ist gewagt. Aber es lässt sich nicht leugnen: Trap Music ist vor allem bei Jugendlichen hoch im Kurs – und so schnell wird sich daran nichts ändern.
Gefangen im Leben auf der Strasse
Die musikalischen Wurzeln der heutigen Trap Music liegen in den Schwarzen-Ghettos der US-Südstaatenmetropolen der 1990er-Jahre.
Atlanta beispielsweise ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Ostküste und bekannt als Drogenumschlagplatz. Zahlreiche kriminelle Gangs beherrschen dort die Strassen.
Sie handeln mit Drogen und rappen über ihr hartes Leben, dem sie angeblich nicht entfliehen können. Sie befinden sich in einer Falle, deshalb «Trap».
Ein Name, zwei Genres
Anfang der 2010er-Jahre beginnen Produzenten, Elemente des Traps in die Electronic Dance Music zu integrieren und diese neue Form ebenfalls Trap zu nennen. Dies führt zu Verwirrung: Meint man die ursprüngliche Rap-Form oder die elektronische Dance Music?
Die Verschmelzung hat aber auch positive Folgen. Trap wird populärer, und davon profitieren beide Genres.
Bekannte Künstler wie beispielsweise die Sängerin Beyoncé begünstigen dies zusätzlich, indem sie ihren Songs Trap-Zutaten beimischen.
Rezept für einen Trap-Song
Die Zutaten: Man nehme
- helle, zischende Schlagzeugsounds – am besten vom legendären Drum-Computer Roland TR-808,
- glockenartige Keyboard-Sounds, die eine eingängige Melodiesequenz wiederholen,
- lang ausgehaltene Sub-Bass-Töne,
- verfremdende Stimm- und Soundeffekte, besonders wichtig der Stottereffekt fürs Schlagzeug
und produziere damit in einem Sequenzer-Programm einen wummernden, schwerfälligen Trap-Beat.
Smartphone-kompatibler Sound
Viele Trap-Produzenten gehen sparsam mit Sounds um. Sie lassen in ihren Beats viel Platz für Leere, was auch einen grossen Teil der düsteren Atmosphäre ausmacht.
Diese Transparenz und die hellen Schlagzeugsounds haben einen Nebeneffekt: Trap Music klingt auch auf qualitativ schlechten Smartphone-Boxen verblüffend präsent, weil sie kein breites Frequenzspektrum wiedergeben müssen.
Und auf den Pausenplätzen wird eben oft auf diese Art Musik gehört. Die Kids spielen sich die Songs via Smartphone vor.
Wenn der Sound unter diesen Bedingungen gut klingt, dann wird er sich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch weiterverbreiten. Und damit noch populärer.