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Beinahe sechzig Coverversionen sind von Janie Bradfords und Berry Gordys „Money (That’s What I Want)“ bekannt1. Barrett Strongs Erstinterpretation aus 1959 ist beschwingter R’n’B im Stile von Ray Charles – weiblicher Backgroundchor und Handclaps inklusive.
Vier Jahre danach interpretierten die Beatles den Song. John Lennon übernahm den gesanglichen Lead – und obschon eine Prise Ironie sich wie stets in seinen Gesang einschleicht, so ist historisch doch eher das Gegenteil zu vermuten: Ja, die Beatles wollten die Kohle, sie wollten reich werden, sie äussern keinen „rock-and-roll existentialism“2, sondern proklamieren mittels des Songtextes ganz klar, was sie sich vom vielen Geld erwarten („I wanna be free!“)
Sechzehn Jahre später: Margaret Thatcher ist Premierministerin Grossbritanniens, ihr ökonomisches Prinzip nennt sich Monetarismus. Den Flying Lizards, einer experimentellen Band um den Produzenten David Cunningham, kam der Song „Money“ gerade recht, um sich auf’s Gebiet der politischen Satire zu wagen.3 Deborah Evans‘ unterkühlter Gesang – so diametral zu Lennons aufbegehrendem Schreien – sowie die spartanische Instrumentierung mit schepperndem Rhythmus und diversen found sounds unterstreichen akustisch die Ironie, mit welcher die Band ihre Interpretation des Songs zum Besten gibt. Auch das Working-Class-Wohnungs-Setting des dazugehörigen Videos erscheint angesichts der Intentionen sehr passend.