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Ikonisches Bild: Der letzte US-Soldat, der Afghanistan verlässt
Dieses Foto könnte zum Symbol des amerikanischen Abzugs aus Afghanistan werden: Aufgenommen durch ein Nachtsichtgerät zeigt das grünstichige Bild Generalmajor Chris Donahue, den letzten US-Soldaten, der Afghanistan verlässt.
Der Kommandeur der 82. Luftlandedivision steigt auf dem Internationalen Flughafen in Kabul am späten Montagabend in voller Kampfmontur in ein Transportflugzeug vom Typ C-17. Es ist die letzte US-Maschine, die in Kabul startet, um kurz vor Mitternacht Ortszeit hebt sie ab. Damit endet der längste Krieg in der Geschichte der USA, der am 7. Oktober 2001 mit Luftangriffen in Afghanistan begann, nach 7268 Tagen.
«Der letzte amerikanische Soldat verlässt Afghanistan», schrieb das US-Zentralkommando, das das Foto verbreitete, auf Twitter. Donahue kennt Afghanistan, dort wirkte er unter anderem als Kommandeur der Spezialkräfte. Nach Angaben der Armee war der Offizier 17 Mal in Auslandseinsätzen in Afghanistan, im Irak, in Syrien, in Nordafrika und in Osteuropa. Auch die Arbeit im Generalstab kennt Donahue: Im US-Verteidigungsministerium war er stellvertretender Direktor für Spezialkräfte-Operationen und Terrorismusbekämpfung. Donahue ist ein Absolvent der Militärakademie Westpoint, die er 1992 abschloss.
Gemeinsam mit Donahue verliess der amtierende US-Botschafter Ross Wilson Afghanistan - er war der letzte Diplomat, der aus Kabul ausflog. US-Aussenminister Antony Blinken kündigte an, dass die Botschaft in Kabul zunächst nicht wieder öffnen, sondern ihre Arbeit aus Doha im Golfemirat Katar heraus verrichten werde.
Mit dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul war in der Nacht zu Dienstag der internationale Afghanistan-Einsatz nach fast 20 Jahren zu Ende gegangen. US-Präsident Joe Biden hatte angekündigt, dass alle US-Truppen bis zum 31. August abgezogen werden. Nach der Abzugsankündigung hatte der Siegeszug der Taliban rasant an Tempo zugelegt. Mitte August übernahmen die Islamisten, deren Regime der US-geführte Einsatz Ende 2001 gestürzt hatte, wieder die Macht.
Seitdem versuchten die USA und ihre Verbündeten fieberhaft, eigene Staatsbürger und afghanische Mitarbeiter ausser Landes zu fliegen. Auch die Evakuierungsmission endete in der Nacht zu Dienstag.