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Das Abenteuer Grossfeldhandball
TV Horw-Handball Trimbach 22:17 (12:7)
In einer für die meisten Spieler sehr fremden Sportart steigerte sich Handball Trimbach nach schwierigem Start, konnte die Niederlage jedoch nicht verhindern, Spass machte es aber auf jeden Fall.
Peter Schmid
Ein mancher Gast auf dem Campingplatz in Horw rieb sich an diesem Sonntagmorgen wohl erstaunt die Augen: Auf dem benachbarten Fussballplatz liefen sich zwei Mannschaften mehr schlecht als recht ein, und dann spielten sie doch tatsächlich Handball? Was ist das denn für ein Sport? Ein Blick in die Literatur ergibt folgendes Resultat:
Grossfeldhandball ist der heute nicht mehr sehr verbreitete Vorgänger des Hallenhandballs. Grossfeldhandball ist heute kaum noch üblich. Mit der Weltmeisterschaft 1966 (!!), die Deutschland gewann, wurde der Grossfeldhandball weltweit beendet. Früher war diese Art des Handballspielens allerdings populär. 1953 und 1954 gab es zum Beispiel zwei Länderspiele im Augsburger Rosenaustadion gegen Österreich und Schweden mit 35.000 bzw. 40.000 Zuschauern. 1959 gewann die DDR-Nationalauswahl einen innerdeutschen Vergleich gegen die Nationalmannschaft der Bundesrepublik und wurde danach zur DDR-Mannschaft des Jahres gewählt.
Grossfeldhandball wird auf einem Rasenfeld gespielt, das einem Fussballplatz entspricht (Länge 90–100 m; Breite 55–65 m).
Gespielt wird mit zwei Mannschaften, die jeweils 13 Spieler umfassen, wobei 2 Spieler so genannte Auswechselspieler sind, die nach bestimmten Regeln jederzeit eingesetzt werden können. Eine Mannschaft auf dem Feld besteht also aus 10 Feldspielern sowie einem Torwart.
Der Torwart steht im 7,32 m × 2,44 m großen Tor (Fussballtor) oder im Torraum. Der Torraum wird geschaffen, indem vor dem Tor in 13 m Abstand von der Mitte des Tores (Torlinie) ein Halbkreis gezogen wird. Ferner gibt es einen 14 m von der Tormitte entfernten kurzen Strich, der die Wurfmarke für einen Strafwurf (14 m) darstellt.
Das Spielfeld wird durch zwei den Torlinien parallelen Linien, je 35 m vor dem Tor, in drei Spielfeldabschnitte (zwei Torraumabschnitte und einen Mittelabschnitt) eingeteilt. Die Markierung der Spielfeldabschnitte erfolgt mit einer Linie und mit Fahnen an den Seitenlinien.
Die beiden Torraum - Spielfelddrittel dürfen nur mit höchstens 6 Spielern einer Mannschaft (Torwart nicht mitgerechnet) betreten werden. Bei Überschreitung erhält die gegnerische Mannschaft einen Freiwurf. Die Regeln weichen von den Regeln des Hallenhandballs auch in weiteren Punkten ab.
Alles klar? Wohl kaum, denn im Grunde hat Feldhandball mit der heute üblichen Hallenvariante nur wenig gemeinsam. Zudem hofften alle Spieler auf dem Platz, dass es nicht regnen würde, etwas was für Hallensportler schon fast eine Zumutung gewesen wäre. Diese Hoffnung wurde erfüllt, der Regen kam erst einige Stunden nach Abpfiff.
Jetzt aber zum Spiel: Dem TV Horw, zusammengewürfelt aus 2.- und 4.-Ligaspielern, sah man an, dass diese schon mal Feldhandball gespielt haben. Mit viel Zug aufs Tor wurden die Angriffe vorgetragen, man sah, dass sie vor allem die Regel, dass es kein Doppelfang gibt, sehr gut in den Bewegungsablauf eingefügt hatten. Der Spielfluss der Innerschweizer wurde davon stark geprägt, so dass den Solothurnern oft nur das staunende Nachsehen blieb. So ging es auch nach der Halbzeitpause weiter, Horw schoss 4 Tore in Serie, der Match war entschieden. Nun waren die Trimbacher aber endlich soweit und hatten den Dreh raus: Mit sehr schönen und flüssigen Angriffen, Spielwitz und Freude wurde Tor um Tor erzielt. Für den Sieg war es leider zu spät, aber Spass hatten alle.
Handball Trimbach: Schmid; Barrigüete, Chang, Horisberger, Hug, Imhof Michael, Imhof Thomas, Ramsperger, Silva, Sommer, Studer Sascha, Ün.
Hier noch ein paar Eindrücke des Events: