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Theorie
Atmosphäre
Das Wort Atmosphäre stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich ‹Dunstkugel›. Primär wird damit das Gemisch aus Gasen gemeint, welches die Erde umhüllt und das an heissen Sommertagen als Flirren über dem Asphalt wahrzunehmen ist . Mit dem Begriff Atmosphäre wird aber auch eine subjektive Stimmung bezeichnet, welche durch Einwirkungen der Umwelt zustande kommt. Gernot Böhme, ein deutscher Philosoph, schrieb der Atmosphäre aufgrund ihrer Reproduzierbarkeit auch objektive Eigenschaften einer Umgebung zu und verband sie somit mit einem Ort.
Die Atmosphäre als Gegenstand der sozialen Erfahrung ist also das, was z. B. ein Quartier ausstrahlt, die Architektur, die Pärke und ihre Menschen. Sie kann auch als dasjenige bezeichnet werden, was wir zuerst – vielleicht nur unterbewusst – wahrnehmen, wenn wir einen Raum betreten: Luft, Farbe, Licht, Objekte, Geräusche und auch Menschen. In der Literatur offenbart sich die Atmosphäre in der Eröffnung und den genutzten Adjektiven, so erzeugt das Gedicht Im Nebel von Hermann Hesse eine düstere und drückende Atmosphäre.
Genaue Erläuterungen
Der Begriff Einstellungsgröße bezeichnet das Größenverhältnis eines abgebildeten Objekts bzw. einer Person zur gegebenen Bildfläche. Die Einstellungsgröße ist abhängig von der Distanz der Kamera zum abgebildeten Objekt und den Eigenschaften des verwendeten Objektivs.
Jede Kamerabewegung sollte einen Grund haben, motivierte Kamerabewegungen folgen Aktionen im Bild, z. B. Gesten, Blicken oder Bewegungen. Die eigenständige Kamerabewegung hingegen setzt durch ihre eigene Bewegung selbst Schwerpunkte und leitet die Aufmerksamkeit des Zuschauers.
Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und beschreibt, wie stark ein Bildausschnitt verkleinert oder vergrössert wird. Es wird zwischen drei Objektivsorten unterschieden: Normalobjektiven, die unserem natürlichen Sehen am nächsten kommen, Weitwinkelobjektiven und Teleobjektiven.
Der Ton im Film wird oft überhaupt nicht bewusst wahrgenommen, aber jeder merkt es, wenn er nicht vorhanden ist. Dies liegt daran, dass der Ton ein wesentlicher Bestandteil des Eintauchens ist, dass dem Film seine Einzigartigkeit verleitet.
Theorie
Theoretische Grundlagen der filmischen Atmosphäre
Im Film wird die Atmosphäre durch viele verschiedene Dinge absichtlich kreiert und beeinflusst. Als Beispiel soll hier das Filmen einer Rose dienen. Die Rose wird aus einem bestimmten Winkel gefilmt, die Kamera wird bestimmt bewegt oder eben nicht bewegt, die Farbe der Rose ist leuchtend oder stumpf, die Rose ist frisch oder verwelkt, die Dornen sind sichtbar oder unsichtbar, der Hintergrund klar oder verschwommen, so dass die Rose isoliert erscheint, die Aufnahmedauer ist lang oder kurz und so weiter
Die Darstellungsmöglichkeiten sind beinahe unbegrenzt. Wenn wir Hitze darstellen möchten, so lässt sich in der Literatur einfach beschreiben, dass es heiss ist. Im Film kann dagegen ein Thermometer gefilmt werden, welcher eine unerträglich heisse Temperatur aufzeigt. Aber es gibt wesentlich mehr Möglichkeiten, Hitze darzustellen, Schweisstropfen sind nur eine Möglichkeit von vielen. Die Aufgabe der Atmosphäre im Film ist es, deren Geschichte zu erzählen.
Die Atmosphäre ist für den Film, was Adjektive für die Literatur sind. Anders als in der Literatur besitzt der Film jedoch in jedem Moment ein klares Bild. Dieses ist wesentlich dadurch beeinflusst, was wir sehen, und nicht wie in der Literatur dadurch, was wir damit assoziieren. So lässt das geschriebene Wort ‹Rose› einen grossen Interpretationsspielraum zu, was denn diese Rose bedeutet oder um was für eine Rose es sich überhaupt handelt. Im Film hingegen wirkt jedes Bild dadurch, wie es gezeigt wird.
Atmo
Nicht zu vergessen ist die Relevanz der Tonaufzeichnungen von allgemeinen Umweltgeräuschen, dazugehörigem Strassenverkehr, Vogelgezwitscher, Windgeräuschen etc. Selbst ein stiller Raum hat eine akustische Atmosphäre, so dass auch von scheinbar leeren Räumen sogenannte Atmo-Aufnahmen gemacht werden. Die Geräusche und Laute sind somit filmische Elemente, die vom Zuschauer eher unterbewusst wahrgenommen werden. Sie sind jedoch ein entscheidender Punkt, um eine Atmosphäre und den Zusammenhalt der Einstellungen zu kreieren.
Komposition
Um dem Bild (Frame) die entsprechende Wirkung zu verleihen, wird auf die gleiche Bildgestaltung oder Komposition wie auch in der restlichen Kunst zurückgegriffen. So wird beim Zeichnen bzw. Malen damit das Anordnen von Formen, Farben, Perspektive, Bewegungen und Licht zu einem harmonischen Bild gemeint. Die Elemente der Bildgestaltung bestehen aus
- Formen/Linien,
- Raum/Tiefe/Perspektive,
- Farbe/Kontrast und
- Bewegungen.
Der Film ist im Gegensatz zu anderen Kunsttechniken stark von der Bildabfolge und der Blickführung beeinflusst. Durch diese können wir die Wahrnehmung des gezeigten Raumes lenken. Die Blickführung lässt sich in den Einstellungsgrössen wiederfinden. Bevor im Folgenden näher auf die Einstellungsgrössen eingegangen wird, ist jedoch zu erwähnen, dass es sich bei diesen Erläuterungen lediglich um Leitsätze beim Filmen und Gestalten handelt und keinesfalls um fixe Regeln.