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Ständerat Konrad Graber fragt sich, ob die Zentralschweiz im Zusammenhang mit der Neat auf Bundesebene systematisch benachteiligt wird und was die Verkehrsministerin dazu sagt.
Konrad Graber
Seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels (Neat) konnten die Reisezeiten aus der Zentralschweiz in den Kanton Tessin zwar verkürzt werden. Das Fahrplanangebot der SBB vermag aber nicht zu genügen. Mein Ständeratskollege aus Luzern, Damian Müller, wurde zu diesem Thema bereits im letzten Jahr aktiv. Er reichte eine Interpellation unter dem Titel «SBB-Fahrplanentwurf 2017. Beabsichtigte Schwächung des Bahnknotens Luzern?» ein.
Im Anschluss an die Diskussion im Ständerat wurde vonseiten SBB in Aussicht gestellt, das Fahrplanangebot in den Südkanton zu verbessern. In der Zwischenzeit hat sich eine effektive Komödie in fünf Akten abgespielt. Bei der Behandlung meiner Interpellation «Systematische Benachteiligung der Zentralschweiz?» habe ich diese im Ständerat wie folgt dargestellt:
Erster Akt
Nach der Behandlung der Interpellation von Ständeratskollege Müller signalisierten die SBB, ab Luzern neu um 8.18 Uhr eine Direktverbindung ins Tessin zu realisieren.
Zweiter Akt
Es wird mitgeteilt, dass die erste Direktverbindung erst um 9.18 Uhr vorgesehen wird, also eine Stunde später.
Dritter Akt
Die Direktverbindung um 9.18 Uhr wird bestätigt, gleichzeitig aber auf die Wochentage Freitag bis Montag eingeschränkt.
Vierter Akt
Der neue Fahrplan sieht effektiv eine Direktverbindung ins Tessin an den Wochentagen Freitag bis Montag um 9.18 Uhr vor, allerdings mit dem Schönheitsfehler, dass, wer nach Lugano reist, zwar nicht in Arth-Goldau, dafür aber in Bellinzona umsteigen muss.
Ob der fünfte Akt mit einem Happy End oder in einer Tragödie endet, bleibt offen.
Konrad Graber, Ständerat
Fünfter Akt
Der Bundesrat schafft Hoffnung. In der Antwort auf meine Interpellation schreibt er: «Der Bundesrat erachtet das derzeitige Fernverkehrsangebot zwischen Luzern und dem Tessin und Italien als ungenügend.» Später führt er aus: «Der aktuelle Fahrplan der SBB fokussiert stark auf Zürich, weshalb der Bundesrat von den SBB erwartet, dass rasch eine Verbesserung realisiert und eine frühere Direktverbindung von Luzern durch den Gotthard-Basistunnel ins Tessin eingeplant wird.»
Ob der fünfte Akt mit einem Happy End oder in einer Tragödie endet, bleibt offen. Es wird nicht klar, wer in dieser Frage effektiv das Sagen hat. Meine Frage, ob der Bundesrat in dieser Frage jetzt noch etwas unternimmt oder ob das Bundesamt für Verkehr bzw. die SBB gefordert sind, liess die Bundespräsidentin vielsagend offen mit der Bemerkung «on verra». Wer die Verkehrsministerin kennt, weiss, dass sie diese Angelegenheit nicht bei der bundesrätlichen Schelte belassen wird.