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Untersuchungen von Thunersee-Plankton
Seit dem Jahr 2000 werden bei Felchen im Thunersee deformierte Geschlechtsorgane beobachtet. Das Phänomen hat in der Öffentlichkeit über all die Jahre grosse Beachtung gefunden, nicht zuletzt deshalb, weil Uferfiltrat der Aare – gespeist durch Thunerseewasser – über 400'000 Personen mit Trinkwasser versorgt. Nach mehreren Jahren intensiver Untersuchungen haben Spezialisten verschiedener Fachstellen und Universitäten herausgefunden, dass das Zooplankton des Sees auslösendes Potenzial hat und bei der Entwicklung der Gonadenveränderungen eine entscheidende Rolle spielt. Extrakte von Thunersee-Plankton und Brienzersee-Plankton zeigten in verschiedenen Biotests eine östrogene Aktivität. Ausserdem leiden die deformierten Felchen an einer Dysregulation des Immunsystems, möglicherweise ausgelöst durch eine Kontamination des Zooplanktons mit umweltfremden Substanzen. Noch sind die möglichen aktiven Wirkstoffe unbekannt.
Um die verantwortlichen Substanzen zu ermitteln, werden Extrakte von effektauslösendem und nicht-auslösendem Plankton mittels Fraktionierung, ökotoxikologischen Tests und wirkungsbezogener Analytik auf mögliche verursachende Substanzen hin untersucht.