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Auch 30 Jahre nach Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts in der Schweiz sind Frauen politisch untervertreten. Gefordert sind hauptsächlich die Parteien, sagt das Eidgenössischen Gleichstellungsbüro.
Nach einem 100-jährigen Kampf von Frauenrechtlerinnen gewährten die Schweizer den Frauen am 7. Februar 1971 mit 65,7 Prozent Ja-Stimmen das Stimm- und Wahlrecht. Bis die formale politische Gleichberechtigung der Frauen landesweit verwirklicht war, dauerte es aber noch 20 Jahre. Appenzell Innerrhoden wurde 1990 vom Bundesgericht zum Frauenstimmrecht gezwungen. Am kommenden Mittwoch wird das 30jährige Jubiläum begangen.
Im Herbst 1971 wurden zehn Frauen in den Nationalrat gewählt. Heute liegt der Frauenanteil bei genau 23,5 Prozent. Noch immer sind aber zehn Kantone ausschliesslich mit Männern in der grossen Kammer vertreten. Bei den Parteien weisen die Linken und Grünen einen überdurchschnittlichen Frauenanteil auf.
Bürgerliche im Ständerat
Im Ständerat liegt der Frauenanteil bei knapp 20 Prozent. Hier stammen die Frauen vorwiegend aus bürgerlichen Parteien. In den Bundesrat wurden seit Einführung des Frauenstimmrechts 19 Männer und drei Frauen gewählt.
Mit den politischen Rechten erhielten die Frauen 1971 auch Zugang zu den Gerichten. Im vergangenen Jahr betrug der Frauenanteil am Bundesgericht in Lausanne gut 16 Prozent und am Eidgenössischen Versicherungs-Gericht in Luzern 22 Prozent.
Frage der Demokratie
Gezielte Massnahmen für eine bessere Vertretung der Frauen in der Politik sind laut Gleichstellungsbüro weiterhin nötig. Die gleichmässige Verteilung der Geschlechter in der Politik sei nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern auch eine Frage der Demokratie.
swissinfo und Agenturen