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1926 – 1988
Im Thurgauer Tagblatt vom 8. Juli 1926 wurden folgende Zeilen veröffentlicht:
„Den Freunden des Tennis-Spiels wird demnächst Gelegenheit geboten sein, auch in Weinfelden diesem edlen Sport huldigen zu können. Dieser Tage hat sich ein Tennisclub unter dem Vorsitz von Herrn Direktor Lehr gebildet, der von Otto Bornhauser zum ‚Hirschen‘ ein grösseres Grundstück am Giessen, direkt östlich der Brauerei erworben hat, auf dem ein Tennisplatz geschaffen wird. Der Spielplatz wird auch weiteren Kreisen der Bevölkerung zugänglich gemacht. Da die Anlage grosse Kosten verursacht, muss der Mitgliederbeitrag auf Fr. 40.- angesetz werden. Der Klub zählt bereits etwa 50 Mitglieder.“
Der Kauf des Bodens belastete den jungen Verein mit 3’306 Franken (1653 Quadratmeter Wiese zu Fr. 2.- pro Quadratmeter). Die Errichtung der 2 Plätze kostete Fr. 13’000, der Bau einer einfachen Holz-Tennishütte Fr. 1’000.-. Ein Darlehen der Thurgauer Kantonalbank ermöglichte die Bezahlung der für jene Zeit sehr grossen Beträge.
Der Mitgliederbeitrag von Fr. 40.- pro Jahr, das Eintrittsgeld von Fr. 20.-, die im Verhältnis zu heute noch teuren Bälle und Tennisschläger brachten es mit sich, dass es sich nicht jedermann leisten konnte, im Tennis mitzutun. Tennis war der Sport der „besseren Leute“, welche das nötige Geld – und die nötige Freizeit – hatten.
Die Anlage des TC Weinfelden im Jahre 1936 (Aufnahme: Schweiz. Luftverkehrs AG, AD ASTRA-AERO, Aviation Suisse SA, Zürich)
Die Zahl der Mitglieder blieb viele Jahre ziemlich konstant. Bis zum zweiten Weltkrieg gehörten dem Verein meist zwischen 45 und 50 Spielerinnen und Spieler an. Die Kriegsjahre brachten verständlicherweise eine Verkleinerung des Bestandes mit sich, und nur langsam stieg die Zahl der Mitglieder nach Kriegsende wieder an. Bis etwas 1950 war Tennis zudem in Weinfelden ein Sport der Erwachsenen, nur sehr wenige Kinder und Junioren sind in den Mitgliederverzeichnissen von damals aufgeführt – von systematischer Nachwuchsförderung wie heute konnte lange keine Rede sein.
Ein Kompliment muss dem Vorstand von 1953 ausgesprochen werden: die Tennisanlage wurde erweitert durch den Ankauf von 13 Aren Land zu einem Quadratmeterpreis von Fr. 8.-. Der TC Weinfelden errichtete auf diesem Areal den dritten Platz und schuf sich die nötige Landreserve für ein neues Clubhaus, dessen Bau 1959 beschlossen wurde. Der eigenwillige Baustil gab zu grossen Diskussionen Anlass, dazu kam eine massive Kostenüberschreitung gegenüber dem Voranschlag. An einer ausserordentlichen Generalversammlung mussten die Mitgliedern zur Kenntnis nehmen, dass das Haus Fr. 48’216.- kostete, vertraglich abgemacht waren mit dem Architekten aber nur Fr. 37’500.-!
Photo Tennishaus
In den nächsten Jahrzehnten wurde an der Anlage immer wieder einiges verbessert und renoviert: 1967 wurde eine Flutlichtanlage installiert, später kamen neue Umzäunungen hinzu, das Klubhaus wurde ein erstes mal renoviert – Ausgaben in der Höhe von insgesamt ca Fr. 40’000.- fielen an. Wen wunderts, dass daher trotz gestiegener Mitgliederzahlen die jährlichen Beiträge in die Höhe klettern mussten. 1976 bezahlte ein Erwachsenes Mitglied Fr. 200.- pro Saison, Junioren Fr. 50.- und Schüler Fr. 30.-. Eigentlich stolze Zahlen, verglichen mit den heutigen Beiträgen!
1968 wurde in Weinfelden zum ersten Mal die Freundschaftsbegegnung mit dem TC Elzach (D) ausgetragen. Ohne Unterbruch wurde dann jedes Jahr dieser Anlass wieder durchgeführt, abwechslungsweise jeweils im Elztal im Schwarzwald und in Weinfelden. Dies mehr als 40 Jahre lang, dann wurde beschlossen, auf eine Weiterführung dieser Tradition mangels „neuen Gesichtern“ zu verzichten.
1977 wurden die 3 Plätze einer erneuten Gesamtrenovation unterzogen. Mit einem Kostenaufwand von gegen Fr. 100’000.- wurden die holprig und wasseranfällig gewordenen Plätze total überholt. Zwei Jahre später beschloss die Generalversammlung des TCW, sich in der neu erstellten Halle auf 2 Plätzen jeweils von Anfangs Mai bis Ende September einzumieten. Damit konnte das Platzangebot von 3 auf 5 Plätze erhöht werden, was jedoch auch eine spürbare Anhebung der Mitgliederbeiträge zur Folge hatte.
1989 – 2000
1989 wurde das Projekt ‚Idee92‘ gestartet. Ziel war es, bis ins Jahre 1992 eine neue Anlage zu erstellen. Es wurden diverse Standorte geprüft und mit einigen Land- und Grundstücksbesitzern wurden intensive Verhandlungen geführt. Leider führten all diese Bemühungen zu keinem Erfolg. Da auch die Gemeinde Weinfelden kein allzu grosses Interesse zeigte, den TCW in seinen Bemühungen zu unterstützen, wurde das Projekt „begraben“. In der Folge wurde, resp musste dann wieder Geld in die bestehende Anlage investiert werden. 1993 wurden alle drei Plätze einer erneuten Renovation unterzogen
1996 wurden erste Aktivitäten für die langfristiege Planung der Sportstätte Güttingersreuti gestartet. Die Bedürfnisse der Weinfelder Sportvereine wurden abgeklärt, Gelegenheit für den TCW, seine Absichten bezüglich einer neuen Tennisanlage in die Planung einfliessen zu lassen. Leider konnte aus dieser Bedürfniserhebung nicht allzu viel gemacht werden, da das beanspruchte Land noch nicht im Besitz der Gemeinde Weinfelden war und zuerst erworben werden musste.
Im Sommer 1998 konnte die Gemeinde Weinfelden die letzten Landkäufe in der Güttingersreuti tätigen und die nächste Phase der Planung einleiten. Eine Planungskommission, in welcher auch der Präsident des TCW Einsitz hatte, nahm erneut die Arbeit auf, klärte die Bedürfnisse der einzelen Vereine nochmals ab und liess auch kantonale und überregionale Aspekte in einen neuen Anforderungskatalog einfliessen. Dieser wurde dann als Arbeitsgrundlage an verschiedene Planungsbüros verschickt, mit dem Auftrag, daraus ein Konzept für die langfristige Erweiterung der Sportanlage Güttingersreuti zu erstellen. Von diversen Planungsbüros gingen Vorschläge ein, das Konzept der Firma Hiestand + Partner, Pfäffikon, wurde im Oktober 1999 vom Beurteilunsgremium als das Beste beurteilt.
Im Jahr 2000 musste der TC Weinfelden die Thurgauer Seniorenmeisterschaften organisieren, daher wurde das Projekt ‚Gütti 2001‘ nur mit Priorität 2 weiterverfolgt. Nicht zuletzt auch darum, weil bezüglich Erschliessung des „alten“ Areals immer noch zu viele Punkte offen waren und eine schnelle Lösung nicht in Sicht war.
1989 – 200x
Im April 2001 wurde das Projekt ‚Gütti 2001‘ durch den Vorstand wieder konkret angepackt. Ein potenzieller Käufer für das Land bei der Brauerei konnte gefunden werden und auch bezüglich der Erschliessung wurde nach langwierigen und zähen Verhandlungen mit den verschiedenen Anstössern scheinbar eine akzeptable Lösung gefunden. Parallel dazu wurde ein Grobkonzept für die neue Anlage in der Güttingersreuti erstellt. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 25.Oktober 2001 entschieden sich die stimmberechtigten Mitglieder des TCW mit grossem Mehr dafür, das bestehende Land zum Preis von gut einer Million Franken zu verkaufen und den Erlös in eine neue Anlage in der Güttingersreuti zu investieren. Gleichzeitig wurde ein Planungskredit von Fr. 45’000 bewilligt.
Der Vorstand machte sich an die Arbeit, zusammen mit dem Planungsbüro Hiestand+Partner. Das Grobkonzept der neuen Anlage wurde verfeinert und im Detail ausgearbeitet. Die konkreten Pläne warteten aber weiterhin auf die Umsetzung, da es mit dem Verkauf des alten Areals nicht so rasch vorwärts ging. Es wurden diverse Einsprachen eingereicht und solange der Käufer keine bewilligte Umzonung, keine bewilligte Erschliessung vorfindet, solange fliesst kein Geld – und ohne Geld keine Baubeginn in der Güttingersreuti….
Der Beschluss des Weinfelder Gemeinderates vom 2.Oktober 2001, das Areal an der Wiesentalstrasse von der Zone für „öffentliche Bauten und Anlage (Oe)“ in die „Wohnzone für Ein- und Zweifamilienhäsuer sowie Reihenhäsuer“ (W2ER) umzuzonen wurde von einem Anstösser angefochten. Am 28.10.01 erfolgte die Einsprache bei der Gemeinde Weinfelden, am 21.12.01 beim Departement Bau und Umwelt des Kantons Thurgau, am 07.05.02 beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau. Auch dieses hat – wie alle anderen Instanzen davor – die Einsprache gegen die Umzonung abgelehnt. So wurde erst am 24.09.02, fast ein Jahr später, die Umzonung rechtskräftig!
Am 6.Dezember 2002 wurde zwischen der BS Architektur und dem TCW der Kaufvertrag öffentlich beurkundet und am 7.Dezember hat der TCW von der Gemeinde Weinfelden einen ersten Vorschlag für den Baurechtsvertrag in der Güttingersreuti erhalten.
Parallel zu der Einsprache gegen die Umzonung wurden auch noch Einsprachen gegen die Erschliessung und das Bauprojekt eingereicht. Entscheide dazu stehen noch aus. Allerdings ist damit zu rechnen, dass auch hier wieder ein paar Monate ins Land ziehen, ist doch alleine die Einsprache gegen das Bauvorhaben „Rosengarten“ ganze 29 (!) Seiten dick.
Am 20.Dezember 2002 wurde von der Gemeinde Weinfelden die Baubewilligung für die neue Anlage in der Güttingersreuti erteilt.
Letzter Update: 21.12.02