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Dies liegt nicht nur an den Weichenstellungen, sondern auch an den Zahlen, die das Unternehmen am Donnerstag vorgelegt hat. So hat Basilea für das erste Halbjahr 2017 Umsätze in Höhe von 46,2 Mio CHF ausgewiesen, nach 29,7 Mio im Vorjahr. Davon entfielen 31,2 Mio (VJ 27,8 Mio) auf den Umsatz aus Verträgen. Diese betreffen die globale Vereinbarung mit Stiefel für Toctino und die Lizenzvereinbarung mit Astellas über Cresemba.
PFIZER-VEREINBARUNG MACHT SICH BEMERKBAR
Die Produktumsätze von Cresemba (Isavuconazol) und Zevtera/Mabelio (Ceftobiprol) in Europa vervielfachten sich in den ersten sechs Monaten auf 9,8 Mio CHF nach 1,9 Mio im Vorjahreszeitraum.
Diese Entwicklung wird sich allerdings in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen. Das liegt an der Lizenzvereinbarung mit Pfizer. Diese ist seit Juli gültig. "Pfizer wird alle künftigen Umsätze mit dem Mittel in den vereinbarten Regionen selbst buchen", erklärt Scott hierzu. "Basilea wird über Royalities an diesen Umsätzen beteiligt." Entsprechend werden diese Umsätze künftig dann nicht mehr unter den Produktverkäufen laufen, sondern unter Umsätzen aus Verträgen.
Diese Tatsache fliesst auch in Basileas Ausblick ein. Zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen noch Produktumsätze von etwa 15 Mio in Aussicht gestellt, direkt nach der angekündigten Übereinkunft mit Pfizer war diese Zahl auf 11 Mio zurückgenommen worden. In dem Gespräch mit AWP hat der Manager dann die neu ausgegeben Prognose von etwa 13 Mio CHF bestätigt. Diese hatte Basilea am Morgen in der Medienmitteilung bereits kommuniziert.
LEICHT HÖHERE AUSGABEN FÜR FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Im Halbjahresbericht weist Basilea auf Kostenseite einen Betriebsaufwand von 63,9 Mio CHF aus. Davon machten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung 26,4 Mio CHF (VJ 24,8 Mio) aus. Hier verweist Basilea auf das Ceftobiprol-Phase-III-Programm für die USA, die Phase-I/IIa-Entwicklung des Krebsmedikament-Kandidaten BAL101553, die klinische Phase-I-Entwicklung des Krebsmedikament-Kandidaten BAL3833 sowie die Kosten für das pädiatrische Entwicklungsprogramm für Ceftobiprol und Aktivitäten im Zusammenhang mit Isavuconazol.
Somit ergibt sich ein Betriebsverlust (EBIT) von 17,7 Mio nach einem Minus von 24,8 Mio CHF im Jahr 2016. Den Konzernverlust beziffert Basilea auf 20,6 (VJ -27,9) Mio.
Per 30.06. verfügte Basilea über liquide Mittel und kurzfristige Finanzanlagen in Höhe von 253,1 Mio CHF. Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 hatte das Unternehmen hier 289,0 Mio CHF ausgewiesen.
Für das laufende Geschäftsjahr wird ein durchschnittlicher monatlicher Betriebsverlust von rund 2 Mio CHF erwartet. Beim Aufwand rechnet das Unternehmen mit 9-10 Mio CHF pro Monat.
WICHTIGE FORTSCHRITTE BEI LAUFENDEN PROJEKTEN
Mit Blick auf die Pipeline-Projekte macht der CEO im Gespräch mit AWP erste Angaben über den weiteren Zeithorizont. So dürften im Rahmen der Zusammenarbeit mit der US-Behörde BARDA (Biomedical Advanced Research and Development Authority) die beiden Phase-III-Programme im vierten Quartal 2017 bzw. innerhalb der ersten Jahreshälfte 2018 starten. Dabei dürfte die Studie zur Behandlung von Hautinfektionen etwa zwei Jahre laufen, die zur Behandlung von Blutinfektionen drei Jahre.
Dagegen dürften die beiden Onkologie-Kandidaten BAL101553 und BAL3833 bereits im Laufe des ersten Halbjahres 2018 neue Ergebnisse liefern, stellt Scott in Aussicht.
An der Börse gelingt den Basilea-Aktien im frühen Handel die Kehrtwende. Nachdem die Papiere zunächst um etwas mehr als 1% gefallen waren, weisen sie gegen 11.00 ein Plus von 0,3% auf. Der Gesamtmarkt (SPI) steht 0,4% tiefer.
hr/dm
(AWP)