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Die rund 300'000 Mitglieder der bürgerlich-rechten Union für eine Volksbewegung UMP (Union pour un Mouvement Populaire) haben die Wahl zwischen Ex-Premierminister François Fillon und dem langjährigen Fraktionsführer Jean-François Copé.
In Umfragen geniesst Fillon wesentlich höhere Popularität im Volk und in der Partei. Die Bekanntgabe des Ergebnisses wird am späten Abend erwartet; die 600 Wahllokale schliessen um 18.00 Uhr.
Grabenkämpfe in der Partei
Bei der Wahl geht es um die Nachfolge Nicolas Sarkozys. Beide hoffen darauf, bei den Wahlen 2017 als Präsidentschaftskandidat ihrer Partei antreten zu können und die Macht für die Rechte zurückzuerobern.
Nach Sarkozys Niederlage bei der Präsidentenwahl im Mai und nach der Niederlage bei der Parlamentswahl im Juni hatten in der UMP interne Grabenkämpfe begonnen. Der rechte Flügel plädiert für eine Annäherung an die Wähler der rechtsextremen Front National. Die gemässigte Gruppe um Fillon lehnt einen Rechtsruck ab, wie er Sarkozy im Wahlkampf vorgeworfen worden war.
Fillon der Taktiker
Der am 4. März 1954 geborene Fillon zog bereits mit 27 Jahren als damals jüngster Abgeordneter in die Nationalversammlung ein und war ab 1993 unter anderem Minister für die Ressorts Hochschulen, Soziales und Bildung. Später wurde er enger Berater von Nicolas Sarkozy während dessen Präsidentschaftswahlkampf.
Nach seinem Wahlsieg ernannte Sarkozy Fillon 2007 zum Premierminister. Diesen Posten konnte der auch jenseits der Partei beliebte Politiker bis zu Sarkozys Abwahl im Mai halten – trotz zahlreicher Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten. Er sieht sich heute selbst als «ruhiger und pragmatischer» als Sarkozy und verkauft sich als erfahrener, moderater Staatsmann.
Fillon lebt mit einer Britin zusammen und hat fünf Kinder. Er liebt den Motorsport und ist auch schon selbst mehrere Rennen gefahren.
Copé, der Draufgänger
Der zehn Jahre jüngere Copé (geboren am 5. Mai 1964) sass ebenfalls einmal als jüngster Abgeordneter in der Nationalversammlung – allerdings erst 1995. Später war er unter anderem beigeordneter Minister und Regierungssprecher unter Präsident Jacques Chirac. Dessen Nachfolger Sarkozy machte Copé 2007 zum Vorsitzenden der UMP-Fraktion in der Nationalversammlung und 2010 zum Chef der UMP.
Der 48jährige will eine patriotische und unerschrockene Rechte verkörpern. Copé ist in zweiter Ehe verheiratet, hat vier Kinder und bezeichnet sich selbst als Jazzmusik- und Sportfan.