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Kapitel II. Die ältesten Karten
Es dürfte sich kaum der Mühe lohnen die ersten Spuren schweizerischer Topographie in den Itinerarien der Alten aufzusuchen, — oder in der Gallien betreffenden Tafel des Ptolemäus, und den ersten Versuchen, welche nach dem Wiedererwachen der Wissenschaften gemacht wurden, um dessen classisches Werk durch einige neue Tafeln zu ergänzen.
Ich ziehe daher vor meine Geschichte erst mit Egidius Tschudi, als dem Ersteller einer ersten Specialkarte von dem ehemals so umfangreichen, unser Heimatland fast ganz umfassenden Rhätien, zu beginnen, und nur beiläufig einige Notizen über die früheren Versuche in Sachen zu geben.
Dann lasse ich Sebastian Münster folgen, welcher theils durch eigene Arbeiten, theils namentlich durch Herausgabe jener Karte von Tschudi, sich so grosse Verdienste um sein Adoptiv-Vaterland erworben hat, — und schliesse ihm noch als Dritten im Bunde den durch ähnliche Arbeiten verdienten Johannes Stumpf an. Es ergibt sich so eine Uebersicht des Zustandes, in welchem sich unsere Landeskenntniss gegen die Mitte des 16. Jahrhunderts befand, an welche sich sodann in weitern Abschnitten die nach und nach erreichten Fortschritte bequem anreihen lassen werden.