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ZÜRICH: DIE AUSTRALISCHE AUTORIN JOSEPHINE ROWE IST DIE 24. WRITER IN RESIDENCE
06.07.2022 Mit Josephine Rowe (Bild) kommt als 24. Writer in Residence eine australische Autorin mit einem tiefgründigen und poetischen Werk in die Schweiz. Die Stiftung PWG und das Literaturhaus Zürich ermöglichen diesen fünfmonatigen Aufenthalt. Finanziell wird das Projekt von Kanton und Stadt Zürich unterstützt.
Bild: Josephine Rowe - Foto: © Simon Gross
Die Stiftung PWG und das Literaturhaus Zürich heissen mit Josephine Rowe die 24. Stipendiatin des Writer-in-Residence-Projektes willkommen. Die 1984 in Rockhampton, Australien, geborene und in Melbourne aufgewachsene Schriftstellerin lebte mehrere Jahre in den Vereinigten Staaten und Kanada und war Stipendiatin des Wallace-Stegner-Programms für Belletristik an der Stanford University und des International Writing Program an der University of Iowa.
Rowe hat drei Erzählbände, einen Roman und einen literarischen Essay veröffentlicht und schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Rowes stillen, aber kraftvollen Geschichten, die ihre Leserschaft auf eine emotionale Reise mitnehmen und sich durch eine scharfe, feine und präzise Prosa auszeichnen, erhielten zahlreiche bedeutende Preise in Australien. Der "Sydney Morning Herald" schreibt: "In Josephine Rowes prägnanter, fein austarierter Prosa sind Worte wie Lebensmittelkarten im Krieg. Jedes zählt."
In ihrem Romandebüt "A Loving, Faithful Animal" (University of Queensland Press 2016), das 2019 bei Liebeskind in deutscher Übersetzung erschien, erzählt Josephine Rowe von einer Familie, die nicht mehr die Kraft aufbringt, sich gegen das Unheil zu stemmen, das sie sich selbst zufügt. Die Handlung spielt in einer abgelegenen Kleinstadt im Südwesten Australiens, Anfang der Neunzigerjahre. Jack Burroughs hat den Vietnamkrieg, an dem er vor mehr als zwanzig Jahren teilgenommen hat, nie überwunden. Als sein geliebter Hund eines Nachts von einem wilden Tier in Stücke gerissen wird, verliert er endgültig die Kontrolle über sein verpfuschtes Leben. Vor Weihnachten verschwindet er spurlos – genau wie früher schon, nur scheint es diesmalendgültig zu sein. Schliesslich funktioniert die Familie schon lange nicht mehr.
Josephine Rowes eindringlich aus unterschiedlichen Perspektiven erzählter Roman handelt von Liebe und Verlust, von enttäuschten Träumen und dem fehlenden Mut, diese zu überwinden. Der Autorin "gelingt es meisterhaft, ihrem traumatisierten Personal Leben einzuhauchen, indem sie sich stilistisch der Person annähert, aus deren Perspektive sie gerade diese eher handlungsarme, den Alltag wichtig nehmende Geschichte vorantreibt" (Frank Schäfer, TAZ).
Josephine Rowe wird am 5. Oktober 2022 im Literaturhaus Zürich auftreten und über ihren beim Liebeskind Verlag erschienenen Roman "Ein liebendes, treues Tier" sprechen und sich über ihren Aufenthalt in Zürich austauschen.
cp
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