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|THE BEAUTIES|
|Der Gesellschaftskörper
braucht frische energiespeisende Nahrung und entledigt sich der ausgesaugten
Materie. Der Gesellschaftskörper dropt die triefenden, verwesenden
Stoffe auf die Strasse. Die Müll-Lastwagen nehmen die Ausscheidungen
auf und transportieren sie zum Bunker.

Die dampfenden, Gase ausströmenden Ausscheidungen, herausgefiltert vom Einzelbesitz, konzentrieren sich im Bunker der Müllverbrennungsanlage zu einem gärenden Wesen.
Gesammelt und aufgeschichtet, liegt das verdaute Material im gefangenen Raum. Geschichtet und platziert mit dem Greifkran.
Es werden Monumente gebildet, die bis zu einer Höhe von 25 Meter anwachsen. Der Akt der Aufschichtung ist ein bewusster, handwerklicher und zielstrebiger Akt.
Monumente werden aufgebaut, die nur von kurzer Dauer sind. Zeitplastiken.
Die gärenden, vom Gesellschaftskörper produzierten Zeitplastiken sind anonym und haben keinen Anspruch auf eine weitere Existenz in ihrer aktuellen Erscheinungsform.
Geschützt mit Atemschutzmaske, Schutzanzug, Gummistiefel, Handschuhen, verbunden mit einem Seil und Funkgerät zur Aussenwelt, dringe ich in den kontaminierten Raum und beschlagnahme nicht nur die Zeitplastiken, sondern den gesamten Bunker und erkläre ihn zu meinem Atelier.
Den Bunker ernenne ich zu meinem GARDEN OF PLEASURES und taufe die Zeitplastiken auf den Namen THE BEAUTIES. Mit der Entscheidung, welche Müllplastiken ich fotografiere, lege ich zeitgleich die Urheberschaft auf die gewählte Zeitplastik. Ich halte die paradoxe Schönheit mit der Fotokamera fest und lege Zeugnis von der Existenz der BEAUTIES ab. Es handelt sich um ungeschönte direkte Porträts unserer Sozialkultur.
Meine Beschlagnahmung kann ich solange durchsetzen, bis die Gewalt des Krangreifers die Müllplastiken zerstört und in den Ofen der Müllverbrennungsanlage befördert. Umgewandelt in Gase, Dampf, Filterstaub und Schlacke, sind die Müllplastiken auf einen Fünftel ihres Volumens reduziert.
Die Müllschlacke nehme ich an mich und bilde damit die COMPRIMÉS (Schlackekuben in den Massen 24 x 28 x 50 cm, mit einem Gewicht von je 64 kg). Die Müllplastiken komprimiere ich auf diese Art, um sie in ihrer kondensierten Form wieder neu anzuordnen und zu lagern.
Mit Recycling haben diese Vorgänge nichts
zu tun. Meine Arbeiten entstehen unter dem Aspekt der BILDHAUERISCHEN
LAGERUNG.