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Am 1. Februar 2000 stimmte die Mehrheit der Abgeordneten unter Stimmenthaltung der Kommunisten dem entsprechenden Antrag der Regierung Jospin zu. Das Gesetz geht mit Rücksicht auf die kommunistischen Abgeordneten und die Gewerkschaft CGT weniger weit, als es sich das staatliche französische Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die Electricité de France (EDF), eigentlich gewünscht hätte. Es erfüllt nämlich nur gerade die minimalen Anforderungen der EU, die von dieser bereits am 20. Juni 1996 beschlossen worden waren: Sobald das Einführungsdekret im französischen Amtsblatt veröffentlicht ist, dürfen sich alle Strombezüger mit einem Jahresverbrauch von über 20 Mio. kWh ihren Lieferanten selber aussuchen und die EDF muss den Transport der Energie über ihr Netz zulassen. Dies betrifft nur rund 800 Grosskonsumenten, die ca. 30% des Stroms in Frankreich verbrauchen. In drei Jahren wird die Grenze auf 9 Mio. kWh sinken und die Zahl berechtigter Betriebe damit auf 3000 steigen. Der berechtigte Anteil am Energieumsatz dürfte dann bei 34% liegen.
Frankreich bleibt im EU-Vergleich sehr protektionistisch. In Deutschland, Finnland, Grossbritannien und Schweden ist der Markt bereits vollständig offen, und jeder Haushalt darf seinen Produzenten selber wählen. Nur gerade Griechenland, Irland und Portugal sind ähnlich restriktiv wie Frankreich, doch sind ihre Strommärkte sehr viel kleiner.
Quelle
P.B. nach Le Monde vom 2. Februar 2000