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«Die Zeit ist reif für eine Veränderung»
Der Kanton Bern ist schweizweit einzigartig, was das Verhältnis von Kirche und Staat betrifft. Bis anhin hat der Staat die Pfarrpersonen angestellt und war für deren Entlöhnung zuständig. Das wird sich nun ändern: Nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Expertenbericht «Ad!vocate / Ecoplan» zum Verhältnis von Kirche und Staat und der Diskussion der daraus abgeleiteten Leitsätze des Regierungsrates, hat der Grosse Rat des Kantons Bern am 15. September 2015 in seiner Ratssitzung beschlossen, das Verhältnis auf Basis der geltenden Verfassung mit einer Totalrevision des Kirchengesetzes von 1945 weiterzuentwickeln. In Zukunft werden die drei bernischen Landeskirchen für die Anstellung der Pfarrer und die pfarramtliche Versorgung im Kanton zuständig sein. Dafür wird ein zeitgemässes verlässliches Finanzsystem erarbeitet, das einerseits die historischen Rechtsansprüche respektiert und andererseits die gesamtgesellschaftlich relevanten Leistungen berücksichtigt. Der Staat wird den Landeskirchen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, mit welchen diese unter anderem auch die Pfarrpersonen entlöhnen. Auf die Ablösung der historischen Rechtstitel wird verzichtet.
Das Parlament folgte weitgehend der Linie des Regierungsrates sowie den Mehrheitsanträgen der Kommission für Staatspolitik und Aussenbeziehungen (SAK). Gescheitert sind folgende wichtigsten Minderheitsanträge:
Die vom Regierungsrat vorgeschlagene Weiterentwicklung macht laut Josef Wäckerle, Synodalratspräsident der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern, Sinn, weil sich diese auf die am dringendsten notwendigen Veränderungen fokussiert und eine Umsetzung in verdaubaren Schritten anvisiert.