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Ratgeber Kosmetikallergie: Symptome, Behandlung und Prophylaxe
Eine Kosmetikallergie hat – sofern keine Folgeinfektion auftritt – im Regelfall keine ernsthaften Konsequenzen, ist jedoch mindestens lästig und sieht auch noch unschön aus. Vereinfacht gesagt ist eine Kosmetikallergie eine Kontaktallergie, das bedeutet, dass typische Symptome auftreten, wenn die Hautpartie mit einer Substanz in Kontakt kommt, auf die Sie allergisch reagieren.
Die für eine Kontaktallergie typischen Symptome sind Rötungen, Juckreiz, Bläschen-, Sekret- und Schüppchenbildung sowie Augenrötungen, Augenjucken und Augenbrennen. Die Symptome bei einer Kontaktallergie werden deshalb ausgelöst, weil die sensibilisierten Abwehrzellen des Körpers, T-Lymphozyten genannt, versuchen, gegen das entsprechende Allergen zu wirken.
Im Falle eintretender Symptome ist es wichtig, einen Hautarzt zu konsultieren, dieser kann daraufhin die allergieauslösende Substanz mit Hilfe eines Allergietests ermitteln. So können Sie in Zukunft Produkte meiden, die eine Allergie auslösen. Hilfreich ist es, dem behandelnden Arzt möglichst viele Informationen bereitzustellen, sodass sich die allergieauslösende Substanz besser eingrenzen lässt.
Denn eine Allergie muss natürlich nicht zwangsläufig durch Kosmetika ausgelöst werden, sondern kann auch durch andere Faktoren herbeigeführt werden, etwa Umwelteinflüsse oder die Nahrungsaufnahme. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) sind 27 Prozent aller Männer und 39 Prozent aller Frauen in Deutschland Allergiker. Eine Schweizer Studie aus dem Jahr 1998 hat ergeben, dass knapp ein Drittel der Schweizer einen positiven Hauttest haben, wovon wiederum die Hälfte unter Beschwerden leidet.
Häufig vorkommende Kontaktallergene bei Kosmetikprodukten
Es gibt eine Vielzahl an Kontaktallergenen bei Kosmetikprodukten. Grundsätzlich sind diese Inhaltsstoffe gesundheitlich unbedenklich – jedoch nur dann, wenn keine Allergie gegen die Substanz besteht. Zu den häufigsten Kontaktallergenen zählen Nickelsulfat, Duftstoffe, Perubalsam, Thiomersal, Kobaltchlorid, n-Phenylendiamin, Wollwachsalkohole, Kolophonium, Kaliumchromat, Terpentin, Euxyl K 400, Neomycinsulfat, Thiuram-Mix und Quecksilber – allerdings sind nur einige der genannten Substanzen in Kosmetika zugelassen und enthalten.
Bei einer Kosmetikallergie treten die Symptome meist nur an bestimmten Hautpartien, also lokal, auf. Durch das meist begrenzte Anwendungsgebiet lassen sich relativ einfach Rückschlüsse führen, welches Produkt die Allergie ausgelöst haben kann. Dabei sollte beachtet werden, dass die Hautreaktion auch verzögert auftreten kann, sodass die Symptome einer Allergie auch erst Stunden nach dem Auftreten eines Kosmetikproduktes sichtbar werden können.
Dieser Fakt unterscheidet die Kontaktallergien von anderen Allergietypen, wo eine Reaktion des Körpers meist sehr schnell erfolgt – etwa bei einer Pollenallergie, wo die allergieauslösenden Substanzen beispielsweise eingeatmet werden. Auch ist es wissenswert, dass der Ort, an dem die Symptome einer Kontaktallergie auftreten, nicht zwangsläufig mit dem Anwendungsbereich des Produktes in Zusammenhang stehen muss.
So können allergieauslösende Inhaltsstoffe eines Nagellacks zu brennenden Augen oder ein unverträgliches Haarfärbemittel zu Rötungen im Hals- und Nackenbereich führen. Zeit und Ort sind also stets wichtige Faktoren, die bei der Ermittlung einer allergischen Reaktion ebenso beachtet werden müssen wie das verwendete Produkt selbst.
Welche Auswirkungen hat eine Kosmetikallergie?
Grundsätzlich gilt es zunächst, den allergieverursachenden Inhaltsstoff ausfindig zu machen. Dies gelingt zuverlässig mit Hilfe eines Allergietests beim Arzt. Ist die Substanz erkannt, kann der Inhaltsstoff in Zukunft einfach gemieden werden. In der Praxis ist es leicht möglich, auf Ersatzprodukte auszuweichen, in deren Inhaltsstoffen eine bestimmte Substanz nicht vorkommt. Neben konventionellen Kosmetikprodukten bietet sich hier natürlich auch Naturkosmetik an, diese verzichtet generell auf künstliche Zusatzstoffe.
Falls Sie generell anfällig für Kontaktallergien sind, ist es sehr hilfreich, neue Kosmetika vor einer Erstverwendung zu testen. Dazu wird das Pflegeprodukt einfach in kleiner Menge an einer unauffälligen Stelle aufgetragen, etwa auf der Innenseite des Ellbogens. Auch hier sollte beachtet werden, dass die Symptome einer Kontaktallergie nicht sofort zu sehen sind, sondern je nach Allergietyp bis zu 48 Stunden vergehen können. Produkte mit den Hinweisen „frei von Konservierungsstoffen / ohne Konservierungsstoffe“, „hypoallergen“ oder „parfümfrei“ reduzieren das Risiko einer Kontaktallergie.
Geeignete Kosmetikprodukte erkennen und Risikofaktoren meiden
Nachdem der Allergietest beim Hausarzt Aufschluss darüber gegeben hat, auf welchen Inhaltsstoff bzw. auf welche Inhaltsstoffe Sie allergisch reagieren, können Sie entsprechende Vorkehrungen treffen, um eine zukünftige Kontaktallergie zu vermeiden. Prüfen Sie dazu Ihre Kosmetikprodukte auf ihre Inhaltsstoffe und verbannen Sie Produkte, die entsprechende Inhaltsstoffe enthalten.
Die Inhaltsstoffe eines Produkts finden sich natürlich auf der Verpackung, auch die Packungsbeilage gibt Aufschluss über Inhaltsstoffe, die dafür bekannt sind, bei manchen Menschen Allergien auslösen zu können. Natürlich sollte auch bei neuen Käufen auf die Inhaltsstoffe geachtet werden. Aber keine Sorge: Auch die Hersteller sind sich der Tatsache bewusst, dass nicht wenige Menschen auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch reagieren. Deshalb gibt es viele Hersteller, die auch für Allergiker geeignete Produkte in ihrem Portfolio anbieten oder sogar gänzlich darauf spezialisiert sind.
Alternative Naturkosmetik und eigene Herstellung
Hersteller von Naturkosmetik verwenden nur solche Inhaltsstoffe, die natürlichen Ursprungs sind. Naturkosmetik zeichnet sich dadurch aus, dass keine Konservierungsmittel, künstliche Farbstoffe, mineralische Öle oder künstliche Duftstoffe enthalten sind. Deshalb sind diese Produkte für mehr Menschen verträglich, insbesondere wenn eine generelle Empfindlichkeit besteht. Vielmehr basieren diese Produkte auf der Verwendung natürlicher Bestandteile, etwa Pflanzenharze und 100% reine, ätherische Öle.
Eine günstigere Alternative zu konventionellen Kosmetikprodukten oder Naturkosmetika ist die eigene Herstellung. Viele Kosmetika, darunter Haarkuren, Gesichtswasser, Gesichtsmasken oder Peelings, können sehr leicht und ebenso effektiv selbst hergestellt werden. Das ist nicht nur günstiger als Produkte aus dem Einzelhandel – auch bringt es den Vorteil, dass die Inhaltsstoffe lückenlos bekannt und unbedenklich sind.
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