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Brigitte Albrecht gewann nach 1999 zum zweiten Mal die Frauenwertung beim 33. Engadin Skimarathon. Bei den Männern siegte der Deutsche Peter Schlickenrieder. Von den 11'506 Gestarteten erreichten bloss deren 296 das Ziel nicht.
Brigitte Albrecht-Loretan war in 1:29:19 auf die Sekunde gleich schnell wie bei ihrem Erfolg 1999. Die 31-Jährige siegte überlegen vor der Russin Irina Skladnerwa und der überraschenden Zürcherin Cornelia Porrini.
Bei ausgezeichneten Verhältnissen (minus 3 Grad am Start, leicht bewölkter Himmel) und in Abwesenheit von Vorjahres-Siegerin Julia Tschepalowa konnten sich die zwei Erstklassierten früh absetzen. Auf den letzten 20 km war der Sieg Albrechts trotz eines Sturzes in La Punt nicht mehr in Gefahr. Eine "Männerlokomotive" mit Hans Diethelm zog sie ins Ziel, wo sie genau eine Minute über dem Streckenrekord von Tschepalowa aus dem Vorjahr gestoppt wurde.
Auf Sieger Schlickenrieder verlor die Weltcup-Läuferin auf den 42,2 km 4:03. Sie lag aber noch über drei Minuten vor FIS-Marathon-Cupsiegerin Antonina Ordina. Nie in den Kampf an der Spitze eingreifen konnte die sechsfache Olympiasiegerin Ljubow Jegorowa, die mit 4:15 Rückstand Achte wurde. "Dieser Erfolg ist die Entschädigung für meinen WM-Ausfall", sagte Albrecht. Krankheitsbedingte Probleme hatten sie im Februar in Lahti (Fi) gezwungen, die Titelkämpfe frühzeitig abzubrechen.
Schlickenrieder überrumpelte Gegner
Der Sieg Schlickenrieders bei den Männern stellte wie jener Albrechts bei den Frauen keine Überraschung dar. Der 31-jährige Sprintspezialist war zu den vier Topfavoriten gezählt worden. Der WM-Sechste von Lahti nahm im Engadin erfolgreich Revanche an Sprint-Weltmeister Tor Arne Hetland (No). Mit 1:24:22 blieb der Deutsche 38 Sekunden über dem Streckenrekord des Österreichers Christian Hoffmann aus dem Jahre 1998.
Schlickenrieder behielt in einem äusserst harten Rennen die Oberhand, weil er am Schluss über die grössten Kraftreserven verfügte. 25 km lang kam es im Feld der Spitzenläufer zu taktischem Geplänkel, bevor zwischen Pontresina und Samedan das Tempoforcing erfolgte und ein Angriff den anderen jagte. "Das war einer der härtesten Läufe. Die ständigen Rhythmuswechsel und das hohe Tempo am Schluss haben mich sehr gefordert", zog Schlickenrieder Bilanz.
Schlickenrieder griff fünf Kilometer vor dem Ziel überraschend an. Ihm vermochte vorerst nur Patrick Mächler zu folgen. Doch dieser zollte dem hohen Tempo Tribut und fiel bis auf Rang sechs zurück. Der Deutsche hingegen hielt die Pace auf den letzten fünf Kilometern durch. Zwar rückten der Italiener Pozzi und Weltmeister Hetland noch gefährlich auf, doch zu einer reinen Spurtentscheidung kam es nicht.
swissinfo und Agenturen