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Status Quo Gewässer
Stadtweier
Abgesehen vom Krebsbach sind die heute vorhandenen Oberflächengewässer im Gebiet Stadtweier-Weierwisen künstlichen Ursprungs. Der idyllische Stadtweier im Westen (s. Karte Gewässer, Nr. 5) wurde im Mittelalter angelegt. Bis Ende der 1990er Jahre existierte ein Zufluss aus dem Krebsbach und es ergaben sich deswegen immer wieder Probleme mit der Wasserqualität. Heute wird der Stadtweier ausschliesslich mit Quellwasser vom Hofberg gespeist. Der letzte grössere bauliche Eingriff erfolgte im Jahr 2003 mit der Neugestaltung des Südufers und der Weierstrasse. In ökologischer Hinsicht ist der Stadtweier von Bedeutung als Lebensraum für verschiedene Wasservögel, Fische, Amphibien usw.
Foto: Michael Stieger-Federer
Flutungsfläche
Der Weiher auf der Reitwiese (s. Karte Gewässer, Nr. 6) dient im Winter als Eislauffläche. Im Sommer ist er nur während der Reitturniere gefüllt. Da der Zufluss aus dem Krebsbach erfolgt, kommt es auch hier zur Algenbildung, wenn das Wasser länger steht.
Breitenlohweiher
Das Retentionsbecken im Breitenloo (s. Karte Gewässer, Nr. 7) wurde Ende der 1990er Jahre angelegt. Als Versickerungsanlage für Meteorwasser sollte es eigentlich nur temporär Wasser führen, weist aber einen konstanten Wasserpegel auf und wird deshalb auch als Breitenlooweiher bezeichnet. Das Gewässer wurde nach der Anlage rasch von Amphibien, Enten, Libellen usw. besiedelt. Aufgrund des hohen Nährstoffeintrags und den daraus resultierenden Pflanzenwucherungen drohte das Gewässer rasch zu verlanden. Dies konnte u.a. dank jährlichen Pflegeaktionen, an denen sich auch die IG Weierwisen beteiligte, verhindert werden. Seit 2010 scheint sich das Pflanzenwachstum zu normalisieren, was vermutlich damit zusammenhängt, dass Flächen im Einzugsgebiet überbaut wurden und nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.
Foto: Michael Stieger-Federer
Foto: Michael Stieger-Federer
Hochwasserschutz
Über die heutige Obere Weierwise mit der Reitwiese, der Badeanstalt und den landwirtschaftlich genutzten Flächen erstreckte sich einst der historische Obere Weier (s. Geschichte). An diesen Zustand fühlt man sich von Zeit zu Zeit erinnert, denn die Obere Weierwise dient als Retentionsfläche für den Krebsbach: Wenn dieser Hochwasser führt, tritt er im Gebiet Weierwisen über die Ufer. Dadurch wird verhindert, dass die Kapazität des unterirdischen Kanals, in welchem der Bach unter dem Stadtzentrum hindurch fliesst, überschritten wird. Durch die Überlutung der Oberen Weierwise werden also Hochwasserschäden im Stadtzentrum verhindert. Allerdings funktioniert die Retention nicht optimal, denn an der Reithalle sowie an Gebäuden im Breitenloo hat der Krebsbach schon mehrfach Hochwasserschäden verursacht. Eine Lösung dieser Problematik wird von den Behörden zur Zeit nicht als dringlich erachtet. Ein Hockwasserschutzprojekt für den Krebsbach wird von der Stadt Wil für das Jahr 2016 in Aussicht gestellt.
Krebsbach
Von Osten nach Westen fliesst der Krebsbach als verbindendes Landschaftselement durch den Grünraumkorridor Stadtweier-Weierwisen. Sein Quellgebiet liegt bei der Langegg oberhalb von Rossrüti. Der Bach durchquert den Dorfkern und vereinigt sich mit dem Furtbach, welcher am Hasenlooweiher entspringt. Anschliessend verläuft er in einem Kanal entlang der Konstanzerstrasse, unterquert diese und erreicht das Gebiet Weierwisen. Westlich des Stadtweiers verschwindet er in einem unterirdischen Kanal und tritt erst am anderen Ende des Stadtzentrums, an der Churfirstenstrasse, wieder zu Tage. Aufgrund der vielen Landwirtschaftsflächen im Einzugsgebiet weist der Krebsbach vermutlich eine hohe Nährstoffkonzentration auf. Die IG Weierwisen hat zudem den Hinweis erhalten, dass im Quellgebiet Altlasten vorhanden sein könnten. Auf die Hochwasserschutzproblematik wird in einem separaten Abschnitt (s.u.) eingegangen.
Foto: Michael Stieger-Federer