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Hans-Jürgen Schmitt stellt in seinem Buch »Wie mit gezücktem Messer in der Nacht« drei lateinamerikanische Dichterinnen vor, die es hierzulande zu entdecken gilt: Delmira Agustini aus Uruguay (1886–1914), Alfonsina Storni aus Argentinien (1892–1938) und Alejandra Pizarník ebenfalls aus Argentinien (1936–1972).
Christina Peri Rossi, die bekannte Autorin aus Montevideo, kolportiert einen Satz ihres Onkels, der zu ihr sagte: »Frauen schreiben nicht. Und wenn sie schreiben, bringen sie sich um.« Wie trifft diese Aussage auf diese drei Dichterinnen zu! Delmira Agustini wird von zwei Kugeln aus dem Gewehr ihres Gatten tödlich getroffen, Alfonsina Storni stürzt sich bei Mar del Plata ins Meer und Alejandra Pizarník vergiftet sich mit Barbitursäure.
Die Schicksale dieser drei Dichterinnen gleichen sich. Doch nicht nur von ihrem Sterben ist in diesem Buch die Rede, vielmehr geht es um ihre Dichtungen, denn diese stehen und sprechen für sich und vermögen den Leser unangestrengt zu faszinieren. Sowohl Agustini wie Storni und Pizarník gehören – neben der Chilenin Gabriela Mistral – zu den großen Dichterinnen Lateinamerikas.