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Klimakompensation im Ausland
Die Schweiz muss ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2030 mindestens halbieren – doch Bundesrat und Parlament wollen dies nicht mit eigenen Anstrengungen in der Schweiz tun. Sie setzen stattdessen zu einem grossen Teil auf die Kompensation der Emissionen in Projekten im Globalen Süden. Das verstösst gegen die Klimagerechtigkeit.
Worum es geht
Der freiwillige Markt mit der CO2-Kompensation gerät aufgrund zweifelhafter Berechnungen der Emissionsreduktionen immer wieder in die Kritik. Kompensationszertifikate gibt es aber nicht nur für private Akteure zu kaufen. Als erstes Land überhaupt kompensiert die Schweiz Emissionen für ihre offiziellen Klimaziele unter dem Pariser Abkommen in Projekten, die unter Anwendung von bilateralen Abkommen mit Ländern im Globalen Süden genehmigt werden.
Alliance Sud kritisiert diese unrühmliche Pionierrolle aus mehreren Gründen. Einerseits leugnet die reiche Schweiz die technisch längst vorhandenen Möglichkeiten für weitere Emissionsreduktionen im Inland und schiebt mit Geld die Verantwortung ins Ausland ab. Andererseits ist der effektive Nutzen von Kompensationsprojekten für das Weltklima in vielen Fällen nicht zweifelsfrei nachweisbar – was der Kompensationslogik letztlich den Sinn entzieht.
Anstatt eigene Emissionen «kompensieren» zu wollen, muss die Schweiz zusätzlich zu grösseren Reduktionen im Inland mehr Klimaschutz im Ausland finanzieren, um ihren fairen Beitrag zur Klimagerechtigkeit zu leisten.
Alliance Sud beobachtet die von der Schweizer Regierung genehmigten Kompensationsprojekte auf ihren Klimanutzen und ihre Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung in den Partnerländern.