Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03131.jsonl.gz/854

Wie anderswo gab es in Basel so genannte Lohnkutscher, Klein- und Kleinstunternehmer, die ihre Hinterhof-Stallungen am Rande der Innenstadt und in den Vorstädten hatten. Brauchte jemand eine Kutsche, so war es von Vorteil, wenn er diese bereits am Vortag bestellte. Zum einen musste der Fuhrhalter verfügbar sein, zum andern benötigte dieser für das Schirren und das Einspannen des Pferdes gegen eine Stunde. Pünktlichkeit, Höflichkeit und gepflegtes Material waren nur all zu oft nicht gewährleistet - kurz, ein Zustand, der der aufstrebenden Stadt nicht angemessen war. Ein um das Wohl der Stadt besorgter Leser schrieb am 24. Januar 1852 im «Intelligenzblatt der Stadt Basel»: «Fast in allen Städten findet sich nun ein Stadtdroschkendienst eingeführt und die Unternehmen finden dabei meist Ihre gute Rechnung, das beweist ihr Fortbestehen und die öftere Konkurrenz.» Er fährt fort: «Billig wundern darf man sich, dass hier in Basel noch keine solche Fahranstalt eingerichtet ist, während solche in Städten von kaum der Hälfte Einwohnerzahl und fast keinem Geschäftsverkehr längst eingeführt sind.» Anschliessend schildert er umfassend, für welche Fahrten so ein Dienst willkommen wäre und meint: Das Droschkengeschäft würde «ebenfalls ein Hübsches (für das Unternehmen) abwerfen» und schliesst: «Es ist nicht gesagt, dass man die Einrichtung gleich im Grossen anzufangen hätte, man könnte z. B. zuerst einen Versuch mit 6 Droschken machen, wovon zwei auf der Rheinbrücke, zwei auf dem Markt, und zwei am ehemaligen Aeschenschwibbogen aufgestellt würden».