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Überblick Kolon- und Rektumkarzinom
Zu den bösartigen Darmtumoren, auch Dickdarmkrebs, zählen das Kolonkarzinom und das Rektumkarzinom (Enddarmkrebs).
Die Karzinome des Dickdarms gehören neben dem Lungenkarzinom zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Laut der Krebsliga erkranken in der Schweiz pro Jahr rund 4'100 Menschen an Dickdarmkrebs. Histologisch sind ca. 99% Adenokarzinome.
In den Frühstadien verursachen Karzinome selten Symptome. Die ersten Symptome sind häufig unspezifisch, es kann zu einer Änderung der Stuhlgewohnheiten (Bleistiftdünner Stuhl, intermittierende Durchfälle oder Verstopfung) kommen oder durch eine leichte aber chronische Blutung zur Blutarmut (Eisenmangelanämie) mit Müdigkeit und Blässe. Andere Symptome wie Gewichtsverlust oder Nachtschweiss können vorkommen.
Um die Diagnose eines Karzinoms/Tumors zu stellen, benötigen wir verschiedene Untersuchungen. Ziel dieser Untersuchungen ist es, die genaue Diagnose zu erhalten sowie eine mögliche Ausbreitung (Metastasen) zu beurteilen.
Die folgenden Abklärungen werden in der Regel durchgeführt:
- Anamnese: Die Ärztin oder der Arzt wird zuerst ausführlich nach Symptomen und Vorerkrankungen fragen. Es ist wichtig zu wissen, ob in der Familie Krebsleiden vorliegen.
- Klinische Untersuchung: Der Bauchraum wird abgetastet und vergrößerte Lymphknoten werden gesucht. Eine rektale Untersuchung wird vorgenommen.
- Spiegelung (Koloskopie): Bei dieser Untersuchung wird der gesamte Dickdarm mit einer Kamera auf mögliche Unregelmässigkeiten der Schleimhaut untersucht. Proben (Biopsie) können entnommen und von Pathologen auf Neoplasien untersucht werden.
- Radiologische Untersuchungen: Ultraschall des Bauchraums (Sonographie), Röntgen der Lunge, Computertomografie des Abdomens und der Lunge zur Beurteilung von Metastasen und die lokale Ausdehnung des Karzinoms.
Die Therapie für Kolonkarzinome ist im Allgemeinen die komplette chirurgische Entfernung des befallenen Darms (rechter Dickdarmbereich = Hemikolektomie rechts, linker Dickdarmbereich = Hemikolektomie links, Enddarm = Rektumresektion). Nicht immer ist dies möglich. Bei sehr ausgedehntem Befall bis in die umgebenden Strukturen kann dies nicht mehr erfolgen. Es kann aber trotz allem durchgeführt werden, um der Gefahr eines Darmverschlusses im Verlauf oder einer chronischen Blutung vorzubeugen. Weiter ist eine ausgedehnte Entfernung der Lymphknoten im befallenen Bereich erforderlich.
In Abhängigkeit der Lokalisation sowie Ausdehnung kann eine Chemotherapie beziehungsweise eine Bestrahlung vor oder/und nach der Operation notwendig werden. Diese Entscheidung und Durchführung erfolgt nach einer gemeinsamen Besprechung jedes individuellen Falles durch die Spezialisten der Chirurgie, Onkologie und Strahlentherapie am Tumorboard.
Die Prognose ist abhängig von dem Stadium der Erkrankung sowie dem Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten. In sehr frühen Stadien kann mittlerweile eine 5 Jahres-Überlebensrate bis nahezu 100% erreicht werden, selbst bei bereits befallenen Lymphknoten liegt die 5 Jahres-Überlebensrate bei bis zu 60%.