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Damit ein Moorgebiet entsteht und bestehen kann, ist eine hohe Wasserzufuhr durch Niederschlag oder Grundwasser nötig. Eine gewölbte Oberfläche, welche den Wasserabfluss erschwert, ist für den Moorbestand von Vorteil. Moore bestehen aus Wasser, Torf, Kalk und Gestein. Es werden zwischen drei verschiedene Moortypen unterschieden: Nieder-, Übergangs- und Hochmoor. Niedermoore sind oft Überbleibsel von Teichen und Seen und sind mit dem Grundwasser verbunden. In einem niederschlagsreichen Gebiet wächst das Moor durch Torfbildung in die Höhe. Dies beansprucht aber eine sehr lange Zeit, denn Torf wächst pro Jahr nur ungefähr 1 mm in die Höhe. Dadurch entsteht ein Hochmoor. Es wird im Gegensatz zum Niedermoor nicht mehr durch das Grundwasser genährt, sondern vom Regenwasser. Die Zwischenphase vom Niedermoor bis zum Hochmoor wird Übergangsmoor genannt.
Die wichtigen Aufgaben der Moore
Moore bieten verschiedene Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel dem Moorfrosch, Birkhuhn, Kranich und Wollgras einen geeigneten Lebensraum. Damit leisten sie einen hohen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Moore saugen Wasser wie ein Schwamm auf und verhindern den Abfluss. Wegen ihres enormen Wasserspeichers dienen Moore als Hochwasserschutz[IV1] . Zudem filtern die verschiedenen Pflanzen das Wasser, welches die Moore durchströmt. Dadurch stellen sie den Erhalt unseres Trinkwassers sicher.
Torfabbau
Abgestorbene und zersetzte Pflanzen, der sogenannten Torf, bildet die Grundlage der Moore. Torf nimmt den in der Atmosphäre vorhandene Kohlenstoff auf und speichert ihn. In der Schweiz wird so etwa 48‘000‘000 Tonnen Kohlenstoff organisch gebunden. Wird Torf getrocknet – so ist er brennbar – wird der schädliche Kohlenstoff jedoch wieder freigesetzt. Da der Torfabbau ein Ende der Moorlandschaften bedeutet, ist er in der Schweiz verboten. Trotzdem wird tonnenweise Torf importiert (vor allem für den Gartenbau) und somit Moore im Ausland zerstört. Mit der Schweizer Torfnachfrage wird das Klima jährlich mit mindestens 282‘000 Tonnen CO2 belastet. Da die Bildung von Torf Jahrtausende benötigt, kann er nicht nachhaltig genutzt werden.
Moorschutz
Durch die Rothenthurm-Initiative von 1987 stehen Schweizer Moore und Moorlandschaften unter Schutz. Wegen früherem Torfabbau und landwirtschaftliche Entwässerungsanlagen (Drainagen), trockneten seither trotzdem fünf Prozent der Moore aus. Einzig die aktive Wiederbelebung der Landschaften könnte einen angemessenen Erhalt der Moore garantieren. Dafür müsste jedoch Geld in diesen Sektor investiert werden, was angesichts des grossen ökologischen Nutzens, den wir durch den Moorschutz zurückerhalten, mehr als nur sinnvoll ist.