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Flüsse sind naturgemäss ein Hindernis für die Verkehrsträger. Es war schon immer ein wichtiges Ziel, sie mittels Furt, Steg, Fähre oder Brücke günstig und optimal zu überqueren. Deshalb hatten und haben Flussübergänge einen wichtigen Stellenwert bei der Anlage der Verkehrswege. Im Laufe der Verkehrsgeschichte und der Zunahme der Grösse der Brückenbauten wurden sie immer landschaftsrelevanter.
Furten als Flussübergang
Die Gewässer wurden meist an seichten Stellen in einer überquert. An Nebenwegen traf man auch eine Kombination von Fussgängersteg (Büchel: , ) und fahrbarer Furt an. Grössere Bäche und Flüsse wurden kostengünstig mit Fähren überwunden. Brücken waren selten. Sie waren schwierig zu bauen und damit auch kostspielig, denn die Flüsse und Bäche waren unberechenbar.
Ihr Flussbett bildete oft eine breite Schwemmebene aus, welche bei Hochwasser regelmässig überschwemmt wurde (siehe Karte Meyer, 1657
, zwischen St. Jakob und der Birsmündung). Kleinere Flüsse und Bäche waren ein geringeres Hindernis und man durchfuhr sie lange Zeit in einer Furt, wie das Beispiel nördlich von Läufelfingen zeigt. Hier durchquerte die alte Hauensteinstrasse den Homburgerbach in einer Furt. Erst 1810 wurde an dieser Stelle eine Brücke gebaut.
Stein- oder Holzbrücke?
Römische Brücken sind nur in Augst nachgewiesen worden. Bis zu drei Rheinbrücken sollen vorhanden gewesen sein. Im Hochmittelalter existierten zwei Rheinbrücken: die Mittlere Brücke in Basel (1225) und diejenige in Rheinfelden (zweite Hälfte des 12. Jh.). Weitere mittelalterliche Steinbogenbrücken standen bei Binningen/St. Margarethen (1299, schon früh wieder abgegangen) über den Birsig, bei Augst über die Ergolz (1363–1957) und bei Liestal über die Vordere Frenke (, 1363).
Im 16. und 17. Jh. erhielten viele Hauptstrassen Steinbrücken, aber erst im 18. Jh. und 19. Jh. im Rahmen des Kunststrassenbaues wurden die Steinbrücken zahlreicher.Als Besonderheit entwickelte man im damaligen Kanton Basel eine Typenbrücke, welche die Strasse möglichst schräg über den Wasserlauf führte. Beispiele: Bütschenbrücke bei Reigoldswil (, ), Brücke über den Homburgerbach bei Läufelfingen ().
Im Mittelalter stellten die Holzbrücken die normale Konstruktionsart für Brücken dar, während Steinbrücken Ausnahmen bildeten. Auch die wichtigen Übergänge über die Birs bei Birsfelden, die Wiese bei Otterbach und andere blieben bis ins 18. oder 19. Jh. Holzbrücken. Sie mussten öfters repariert oder ersetzt werden, weil sie vom Fluss bei Hochwasser beschädigt oder weggerissen wurden.
Rheinbrücken in Basel
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. führten die Entwicklung des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs, die Industrialisierung und das beschleunigte Wachstum der Bevölkerung zu mehreren Brückenschlägen. Startschuss für den Rheinbrückenbau war die Erstellung der Eisenbahnverbindungsbrücke zum Badischen Bahnhof. Schnell wurden zwei weitere Brücken in Basel gebaut (siehe Liste unten).
Eisenbahnbrücke – neue Elemente in der Landschaft
Mit dem Aufbau des Eisenbahnnetzes im 19. Jh. wurden zur Überquerung von Flüssen viele Eisenbahnbrücken gebaut. Meist waren es , wie diejenige von St. Jakob über die Birs
. Sie verband die beiden Niederterrassenfelder von Basel/Gellert und Muttenz/Birsfelden. Neu errichtete Dämme auf beiden Seiten der Birs führten in Hochlage zur Brücke.Die Brücke und die zugehörigen Zufahrtsdämme stellten völlig neue Bauwerke in der Landschaft dar.Da die Eisenbahnlinien gerade verlaufen mussten, kam es vor, dass auch Siedlungen durch Eisenbahnbrücken zerschnitten wurden (vgl. Augst , oder Gelterkinden , ).
Auch in Zukunft werden Eisenbahnbrücken gebaut. So soll die Deutsche Bahn für den Neat-Zulauf ab 2019 drei neue Brücken bauen: über die Neuhausstrasse, die Wiese und Freiburgerstrasse sowie die Fasanenstrasse. Die Wiesebrücke soll 154 Meter lang, zwölf Meter breit sein und rund 5 Meter über der Strasse liegen.
Strassenbrücken im 20 Jh.
Mit der Zunahme des Autoverkehrs im 20. Jh. wurde parallel dazu das Strassennetz ausgebaut. Dabei entstand eine Wechselwirkung zwischen Zunahme des Verkehrs und Ausbau des Strassennetzes. Das Ziel des Ausbaus war, dass immer mehr Autos immer schneller von A nach B gelangen konnten. Dazu sollte der Verkehr möglichst kreuzungsfrei und nach Verkehrsträgern getrennt verlaufen und natürliche Hindernisse sollten für den Nutzer bequem überwunden werden. Brücken waren dabei wesentliche Elemente. Neue Arbeitstechniken (z.B. Vorspannbeton) erlaubten, die Trassees ohne Rücksicht auf die Landschaft den immer schnelleren und schwereren Fahrzeugen anzupassen.
Beim Bau bzw. Ausbau des Schnellstrassennetzes bestand nicht mehr so viel Platz wie beim früheren Bau des Eisenbahnnetzes. Deshalb mussten Strassen z.B. in den noch freien Bereich der Flüsse verlegt werden. Diese wurden mit langen Brücken überwunden, wie die Beispiele von der Ergolz mit der Umfahrungsstrasse Liestal oder der Birs mit der A18 bei Münchenstein/Muttenz zeigen.
HPM
Tabellen und Diagramme
Wichtigste Brücken beider Basel 1875
Rheinbrücken zwischen Rheinfelden und Kembs
Quelle(n): Historische Verkehrswege im Kanton Basel-Landschaft, ASTRA, Bern, 2004