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Frauenfeld – Der Anteil des Langsamverkehrs am Gesamtverkehr soll im Kanton Thurgau erhöht werden. Das ist das übergeordnete Ziel des Langsamverkehrskonzepts Thurgau. Als Zwischenschritt dieses Konzepts hat der Regierungsrat die Zielsetzungen genehmigt sowie die Lagebeurteilung und die Vision zur Kenntnis genommen. Aufgrund dieser Entscheide wird das Konzept nun weiter bearbeitet.
Im September 2014 erteilte der Regierungsrat den Projektauftrag, ein Langsamverkehrskonzept Thurgau (LVK TG) zu erarbeiten. Das LVK steht dabei in gegenseitiger Abhängigkeit zum Gesamtverkehrskonzept, zum kantonalen Richtplan, zu den Agglomerationsprogrammen und zu den kommunalen Richtplänen und Langsamverkehrskonzepten. Es legt die Ziele und Stossrichtungen bei der kantonalen Weiterentwicklung des Langsamverkehrs fest, zeigt mögliche Massnahmen auf kantonaler Ebene zur Förderung des Langsamverkehrs auf und stellt Bereiche möglicher kommunaler Massnahmen im Bereich des Langsamverkehrs zusammen. Nun liegen die drei Arbeitspapiere «Zielsetzungen», «Lagebeurteilung» sowie «Vision und Strategie» vor.
Im Arbeitspapier «Zielsetzungen» wird als übergeordnetes Ziel festgehalten, dass der Langsamverkehrsanteil erhöht werden soll. Als Oberziele werden genannt: Der Langsamverkehr wird als gleichberechtigte dritte Säule des Gesamtverkehrs gestärkt, es wird ein attraktives Angebot für den Langsamverkehr geschaffen, die Schnittstellen zu anderen Verkehrsträgern optimiert und die Rahmenbedingungen für den Langsamverkehr verbessert. Zu jedem Oberziel werden Teilziele aufgeführt, beispielsweise die Verkehrssicherheit zu erhöhen, attraktive, sichere und zusammenhängende Netze bereitzustellen oder die Siedlungen langsamverkehrsfreundlich zu planen und zu gestalten.
Im Arbeitspapier «Lagebeurteilung» wird festgestellt, dass der Kanton Thurgau –- verglichen mit anderen Kantonen – über ein grosses Radwegnetz verfügt. Das Wanderwegnetz ist gut strukturiert, erschliesst den ganzen Kanton und bildet zusammen mit dem Radfreizeitnetz eine ausgezeichnete Grundlage für den sanften Tourismus. Im Bereich Skating ist der Thurgau zusammen mit der ganzen Ostschweiz eine Pionierregion und gilt als besonders geeignet. Betrachtet man den Gesamtverkehr, ist erkennbar, dass der motorisierte Individualverkehr im Kanton Thurgau eine gewichtigere Rolle als im gesamtschweizerischen Mittel einnimmt. Dennoch konnte der öffentliche Verkehr in den letzten Jahren etwas zulegen. Bezüglich der Tagesdistanz werden im Kanton Thurgau nur gerade acht Prozent mit dem Langsamverkehr zurückgelegt.
Das dritte Arbeitspapier «Vision und Strategie» stützt sich auf das übergeordnete Ziel «Erhöhung des Langsamverkehrsanteils am Gesamtverkehr» ab. Abgeleitet davon verfolgt der Kanton Thurgau folgende Vision: Der Thurgau lädt zum Radfahren und Zufussgehen ein, der Langsamverkehr ist ein fester Bestandteil im Alltag und in der Freizeit der Thurgauer Bevölkerung, ein dichtes, sicheres und hindernisfreies Fuss- und Radwegnetz durchzieht den Thurgau, in den Prozessen des Kantons und der Gemeinden ist der Langsamverkehr als gleichberechtigte dritte Säule integriert, der Kanton Thurgau ist über seine Grenzen hinaus für Wanderungen, Radtouren sowie Langsamverkehrsanlässe bekannt und die Verkehrsträger im Thurgau sind miteinander vernetzt.
Um die Vision verwirklichen zu können, sind verschiedene strategische Massnahmen nötig. So sollen die Anforderungen und Bedürfnisse des Langsamverkehrs im Kanton und in den Gemeinden verankert werden, für den Fuss- und Radwegverkehr sollen attraktive und dichte Netze bereitgestellt werden, bei Sanierungen und Neubauprojekten sollen die Strassenräume die Anforderungen des Langsamverkehrs erfüllen, den Nutzerinnen und Nutzern soll ein umfassendes Mobilitätsinformationssystem zur Verfügung stehen und die Bevölkerung soll aktiv über das Langsamverkehrsnetz informiert werden.