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Am 27. Februar traf ich als Teil des VIER PFOTEN Einsatzteams in der Türkei ein, um Tieren zu helfen, die durch die Erdbeben in der Türkei und Syrien verletzt und vertrieben wurden. «Verwüstung» ist das Wort, das in den Medien oft verwendet wird, um die betroffenen Gebiete zu beschreiben. Als wir in einige der am schlimmsten betroffenen Gebiete reisten, kamen mir nicht viele andere Worte in den Sinn, um die Situation vor Ort treffender beschreiben zu können.
Der Verlust, den die Menschen erleiden, ist immens, und die durch die Erdbeben verursachte Zerstörung ist verheerend. In den folgenden anderthalb Wochen dokumentierten der Fotograf Hristo Vladev und ich einen Grossteil der Schäden in Video- und Fotoaufnahmen, während das Team durch das Land fuhr, um Tiere zu versorgen und medizinisch zu behandeln. Ich erlebte zudem aus erster Hand, welche Auswirkungen unsere Hilfe für Tiere auf die Menschen, Familien und Gemeinden hat, die ihr Leben nach dem Erdbeben wieder neu aufbauen müssen.
Lieferung von Hilfsgütern für das Dorf Tatlar
Gemeinsam mit der türkischen Tierschutzorganisation Haydiko hat das VIER PFOTEN Krisenreaktionsteam in einigen der am stärksten betroffenen Provinzen, darunter Kilis, Adiyaman und Elbistan, Hilfe geleistet. Unsere Arbeit in den Städten hat Tausenden von Haustieren und ihren Besitzern geholfen. Wir sind auch in ländliche Gebiete gereist, wo zahllose Familien ihre Häuser und Nutztiere verloren haben und die Hilfe der Regierung nur langsam ankommt. Im Dorf Tatlar stehen zurzeit 200 zerstörte Gebäude, es leben 750 Familien und 1700 Nutztiere in dem Ort - hauptsächlich Kühe, Ziegen und Schafe -, die dringend Hilfe benötigen. Die meisten der Kleinbauern in Tatlar haben keine staatliche Unterstützung erhalten und keine Möglichkeit, ihre Tiere zu versorgen. Das Futter, das sie erhalten haben, war nicht nur für das Überleben ihrer Tiere, sondern auch für das weitere Bestreiten ihres Lebensunterhalts entscheidend.
Mehrere Tage lang arbeiteten wir hart, um unser Versprechen an die Bewohner von Tatlar einlösen zu können: die Lieferung von 25 Tonnen Nutztierfutter an Hunderte von Haushalten in den Dörfern, die durch das Erdbeben verwüstet wurden. Die riesige Menge an Säcken mit Futtermitteln ist beeindruckend, aber wahrscheinlich nicht das, was mir von diesem Einsatz in Erinnerung bleiben wird. Was ich nie vergessen werde, ist, wie dankbar die Bewohner auf unsere Hilfe reagiert haben.
«Ich danke euch im Namen der ganzen Türkei»
Beim Anblick unseres grossen Lastwagens mit dem VIER PFOTEN Logo kamen die Anwohner mit herzlichen Worten oder Gesten der Dankbarkeit auf uns zu. Dass wir keine gemeinsame Sprache sprechen, stellte kein grosses Hindernis für unsere Kommunikation dar. Gesten und ein Lächeln sagten schon alles - und wir hatten ein wenig Hilfe von einer Übersetzungs-App.
An einem Tag sprach mich ein Mann am Strassenrand an und fragte mich mithilfe der Übersetzungs-App auf seinem Handy, ob wir hier seien, um zu helfen. Ich sprach in sein Telefon und erklärte ihm die Aufgabe von VIER PFOTEN vor Ort. Seine Antwort: «Ich danke euch im Namen der ganzen Türkei».
Noch am selben Tag lud eine Familie unser Team zu einem einfachen Mittagessen und Tee in ihr Haus ein: ein Zelt, welches vom türkischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt wurde. Zu sehen, wie wenig die Menschen nach der Katastrophe haben und wie wichtig ihnen ihre Tiere sind, bestätigte, wie entscheidend unsere Arbeit in den kommenden Wochen sein wird.
Die Anzahl der hilfsbedürftigen Tiere im gesamten Erdbebengebiet ist erschütternd, und es bleibt unendlich viel zu tun. In den letzten Wochen hat sich in meinem Kopf jedoch ein klares Bild herauskristallisiert: Unsere Bemühungen machen einen Unterschied - für die Tiere, Familien und Gemeinden: ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Erholung der betroffenen Gebiete.
Das VIER PFOTEN Katastrophenhilfe-Team wird voraussichtlich Ende März nach Syrien reisen, um die Hilfsmassnahmen vor Ort in Zusammenarbeit mit syrischen Partnerorganisationen fortzusetzen.