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Welche Risiken die steigende Menge an Kolhendioxid in der Atmosphäre für den Amazonas-Regenwald bringen, das wollen Forscher nun herausfinden. Sie haben in der brasilianischen Amazonas-Region einen Feldversuch eingerichtet, bei dem gemessen werden soll, ob die höheren CO2-Dosen das Wachstum der Bäume beschleunigen oder den Wald schädigen.
Kohlendioxid ist für die Pflanzen wichtig, die dieses mit Hilfe der Photosynthese in Zucker- oder Glykosemoleküle verwandeln. Was aber passiert, wenn sie eine Extradose dieses Gases erhalten? Laut dem Wissenschaftler David Lapola der Universität Campinas herrscht darüber eine große Ungewissheit.
Lapola leitet ein internationales Team, das in der Nähe von Manaus eine Forschungsstation eingerichtet hat. Zum Eiinsatz kommt dort auf runden Flächen mit einem Durchmesser von 30 Metern die FACE-Technologie (Free-Air CO2 Enrichment).
Ziel ist es, dort den CO2-Gehalt der Atmosphäre um 50 % zu erhöhen. Das entspricht in etwa dem geschätzten Wert in der Atmosphäre für das Jahr 2050, sollte nicht vorher dem Verbrennen von fossilen Treibstoffen massiv Einhalt geboten werden.
Theoretisch stimuliert der höhere Kohlendioxidwert das Wachstum des Waldes und könnte ihn für die Klimaerwärmung oder Dürren stärken. Damit wäre ebenso ein positiver Effekt gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu erwarten.
Ähnliche Studien in anderen Biomen haben allerdings gezeigt, dass Nährstoffe im Boden begrenzende Faktoren sein können, weil für das stärkere Wachstum ebenso mehr Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphat notwendig wären.
Die Amazonasböden bergen indes nur wenig Phosphat. Anstatt eines stärkeren Wachstums könnte es somit ebenso zu einer Schwächung des tropischen Regenwaldes und zu dessen Versteppung kommen, wie andere Experten befürchten.