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Die Initiative verlangt ein Verbot der Finanzspekulation auf Lebensmittelpreise, während die Preisabsicherung an den Börsen für Händler und Produzenten weiterhin möglich bleiben soll. Dem sogenannten Terminmarkt, der den Produzenten Planungssicherheit verschafft und nur einen leichten Anstieg des Rohstoffpreises verursacht, wird eine stabilisierende Wirkung auf den Markt bestätigt.
Als es 2007/2008 zu Nahrungsmittelpreisspitzen und daraus folgend zu Hungersnöten kam, wurden diese häufig mit folgenden Gründen erklärt: Steigende Nachfrage, der Verfall des Dollarkurses, Vernachlässigung der Landwirtschaft in Schwellenländern, Exportbeschränkungen in wichtigen Erzeugerländern, Produktion von Biotreibstoffen, hohe Öl- und Düngemittelpreise und schlechte Ernten. Doch lassen sich mit diesen Gründen die extremen Preisspitzen dieser Jahre wie auch derer in 2011 nur teilweise erklären.
Hier kommt die Spekulation auf Nahrungsmittel ins Spiel. Diese erzielt sogar bei sinkenden Preisen Renditen, was nur mit einer komplexen Finanzkonstruktion zu erklären ist. Kurz gesagt: Die Spekulanten geschäften gut mit Schwankungen und verstärken diese mehr oder weniger gezielt.
Für die Menschen in der Schweiz mögen diese preislichen Talfahrten keine direkten Auswirkungen haben, da wir durchschnittlich nur 7% unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Menschen in Schwellenländern und Agrarstaaten verwenden jedoch teils über 90% ihres Einkommens für ihr tägliches Brot - was nicht bedeutet, diese Leute gäben ständig einem masslosen Appetit nach.
Die Schweizer Bauern spüren diese Preisschwankungen sehr wohl, und viele haben grosse Schwierigkeiten mit dem Absatz ihrer Güter. Einige kleinere Bauernverbände unterstützen deshalb die Initiative. Wieso der Dachverband nicht folgt, hat wohl in erster Linie mit Angst vor ideologischer Nähe zu den Initianten zu tun. Bei vielen Landwirten findet die Idee und das Thema auf jeden Fall Gehör und Unterstützung.
Stimmt alles nicht, meint die economiesuisse, und setzt sich mit einer eigenen Kampagne für ein Nein an der Urne ein.
Dem entgegengesetzt gibt es natürlich eine Darstellung, die den Vorstellungen der economiesuisse widerspricht:
Schätzungen zufolge leben ab 2050 aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels zusätzliche 24 Millionen Kinder und deren Familien in Armut. Fast die Hälfte von ihnen im subsaharischen Afrika. Von den zahlreichen Problemen, welche die ganze Menschheit betreffen und die nach einer globalen Strategie verlangen, wäre der Welthunger ein relativ `leicht` zu lösendes. Ob stabile Preise an den Agrarmärkten die wirksamste Massnahme gegen den Hunger sind, wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Vielleicht ja bald am Beispiel der Schweiz.