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© Foto by Ruedi Suter, OnlineReports.ch
"Ich würde es gerne noch erleben": Medienunternehmer Blocher, Reporter Knechtli
"Basler Zeitung" wieder im Strudel von Verkaufs-Gerüchten
Medien-Investor Christoph Blocher pokert mit Zeitungsverlagen und heizt damit Spekulationen über ein sinkendes Interesse an der BaZ an
Von Peter Knechtli
Christoph Blocher wolle die "Basler Zeitung" an einen Grossverlag abstossen – zum Beispiel an die Zürcher Tamedia AG – und dafür im Tausch andere Zeitungen übernehmen. Was der "Schweizer Journalist" berichtet, erhellt einen ungenannten lokalen Hintergrund: Das publizistische Engagement des SVP-Exponenten scheint nicht langfristig ausgerichtet.
Was Kurt W. Zimmermann, einer der intimsten Kenner der Schweizer Medienszene und Chefredaktor des Branchen-Magazins "Schweizer Journalist", als publizistisches Hochsommer-Menü auftischt, hat es in sich. Er zitiert Christoph Blocher mit den Worten: "Ich würde es gerne noch erleben, eine Pressestimme in der ganzen Schweiz zu haben."
Blocher habe in Gesprächen mit Pietro Supino, dem Präsidenten des Zürcher Tamedia-Verlags ("Tages-Anzeiger", SonntagsZeitung", "20 Minuten"), die Möglichkeiten eines Titel-Tauschs ausgelotet: Blochers "Basler Zeitung" ginge dabei an die Tamedia, die ihrerseits die Landtitel "Zürichsee-Zeitung", "Zürcher Unterländer", die Beteiligung am "Zürcher Oberländer" und allenfalls den Winterthurer "Landbote" an das Portfolio der SVP-Ikone abgäbe.
Gerücht über Blocher-Sonntagszeitung
Damit käme Blocher zu einer Deutschschweizer Zeitungsgruppe mit einer Gesamtauflage von 110'000 Exemplaren – mehr als doppelt so hoch wie die Auflage der "Basler Zeitung". Auch der NZZ, die beim Verkauf der BaZ durch die Familie Hagemann schon 2010 beinahe zum Handkuss kam, und der AZ Medien-Gruppe des Badener Verlegers Peter Wanner ("Schweiz am Sonntag", "Mittelland-Zeitung", "Basellandschaftliche Zeitung") soll Blocher die "Basler Zeitung" als Tausch-Objekt angeboten haben. Das Interesse an der BaZ dürfte bei allen grossen Verlagen – teils hochgradig – vorhanden sein. Nur tun diese sich schwer mit der Abgabe von Tausch-Objekten, mit denen Blocher ihnen ins Gehege kommen könnte.
Doch damit nicht genug: Unter dem Codenamen "007", so heisst es weiter, wolle Blocher eine Gratis-Sonntagszeitung mit einer Auflage von 500'000 Exeplaren aufziehen. Verantwortlicher des Projekts sei Rolf Bollmann, der geübte Sanierer, dem als CEO ein Drittel der "Basler Zeitung" gehört – gleich viel wie Chefredaktor Markus Somm und Christoph Blocher. Als Chefredaktor dieses Sonntagszeitungs-Projekts könnte Markus Somm firmieren.
Tausch "wirtschaftlich wenig sinnvoll"
Der "Tages-Anzeiger", zusammen mit der NZZ die führende Tageszeitung der Schweiz, konterte gestern Donnerstag postwendend und auffällig umfassend: "Nie ist es so einfach wie in diesen Wochen, aus einem Gerücht eine Riesengeschichte zu machen." Ihren eigenen Sprecher Christoph Zimmer zitierte die Zeitung mit den Worten: "Es macht für uns schon nur wirtschaftlich wenig Sinn, die auflagestärkeren Zürcher Regionalzeitungen gegen die BaZ einzutauschen." Ein Verkauf an Blocher käme bei der Leserschaft schlecht an, da die Unabhängigkeit der Redaktionen in Frage gestellt würde.
Unklar ist der zeitliche Zusammenhang zwischen möglichen Tausch-Geschäften und einer möglichen Gratis-Sonntagszeitung. Es ist gut denkbar, dass Blochers Sonntagszeitungs-Plan gar nicht einen ernsthaften Hintergrund hat, sondern den Zweck verfolgt, die drei Verlage, die alle auch Sonntagsblätter herausgeben, gefügig zu machen.
Lob für Blochers Basler Engagement
Was hier als ausführlich dokumentierte Planspiele einer grosszürcherischen Medien-Story erscheint, hat aber auch einen nicht zu unterschätzenden Basler Aspekt. Als Blocher nach anfänglich hartnäckigem Abstreiten zugab, hinter dem Kauf der "Basler Zeitung" durch den Tessiner Investor Tito Tettamanti im Februar 2010 zu stehen, erhielt er neben viel derber Kritik aus Basel auch Lob und Anerkennung: Blochers Engagement sei es zu verdanken, dass die "Basler Zeitung" überhaupt noch weiter existiere, nachdem im reichen Basel niemand bereit gewesen sei, die Nachfolge der Verleger-Familie Hagemann anzutreten.
Doch nun wird deutlicher, dass zutrifft, was OnlineReports in einem Kommentar vom November 2010 voraussagte: Hinter dem Kauf der BaZ stand eine planmässige Absicht, die Schweizer Printmedien-Landschaft politisch konservativ umzuformen: EU-gegnerisch, antietatistisch, migrationskritisch. Es ging Blocher somit nicht darum, der Region Basel langfristig eine politisch unabhängige Stimme zu gewährleisten und den verbliebenen Rest an Medienwettbewerb zu erhalten, sondern er verfolgte den Plan einer Veränderung der politischen Verhältnisse – regional und schweizweit. Basel war Einstiegs- und Testmarkt zugleich.
Wiederkehrende Zweifel an Stabilität
Die neusten Details und Interpretationen aus dem Verhandlungspoker lassen darauf schliessen, dass Christoph Blochers Einstieg in die "Basler Zeitung" keinem Motiv zur langfristigen Absicherung der Medienvielfalt in der Region Basel entsprach, sondern eher dem Erwerb eines Produkts, das sich – je nach Opportunität – als politisches Kampfmittel, Expansions-Werkzeug, Faustpfand oder Tausch- beziehungsweise Verkaufsobjekt im Sinne von Blochers medienpolitischen Zielen einsetzen lässt.
Schon die Absicht von Markus Somm, Basel als Arbeitsort nach wenigen Jahren wieder Richtung Zürich zu verlassen und den publizistischen Olymp auf dem Chefredaktoren-Sessel der NZZ zu erklimmen, war ein erstes Indiz dafür. Somms Karriere-Schritt scheiterte zwar am redaktionsinternen wie am äusseren Widerstand, doch eine wirkliche Konsolidierung des Unternehmens im Sinne einer langfristigen Stabilität trat nicht ein, was auch redaktionsintern zu einer gewissen Verunsicherung führte. Wie der Umfang wurde auch die Redaktion ausgedünnt, die Auflage- und Leserzahlen sanken weiter, so dass die Frage aufkam, wie lange sich dieser Trend hin zum publizistischen Hungertod noch fortsetzen könne.
Wie eine attraktive Braut
Erkennbar waren immerhin eine teilweise Abkehr vom auf die Person gerichteten Frontal-Journalismus und auch eine gewisse politische Öffnung. Kommerziell allerdings entwickelte sich die "Basler Zeitung" indes erfreulich, wenn die von der "Weltwoche" und dem "Schweizer Journalist" genannten Zahlen zutreffen. Demnach hat das Unternehmen bei einem Umsatz von 48 Millionen Franken einen Reingewinn von über sechs Millionen Franken erzielt (Umsatzrendite 12,7 Prozent), was sie wiederum als attraktive Braut erscheinen lässt.
Dass die drei grossen Schweizer Zeitungsverlage die Übernahme der "Basler Zeitung" nicht verschmähen würden, ist offensichtlich. Deren Eigentümer gehen laut "Schweizer Journalist" jedoch von einem hohen Wert von 80 Millionen Franken aus. Auf dieser Basis scheinen den potenziellen Interessenten Verhandlungen nicht möglich. Vielleicht lassen sie es einfach auch darauf ankommen, wer den längeren Atem hat.
Kommentar vom 14. November 2010: "Es gibt einen konservativen Plan"
5. August 2016
Weiterführende Links:
"Mathematisches Wunder"
Wo, Herr Lüthi, habe ich in meinem Kommentar weiter unten ein Urteil abgegeben, was in der BaZ geschrieben steht? Wenn sie richtig lesen würden, habe ich sie lediglich gebeten, mir zu erklären, wie das gehen soll, dass dieses Blatt mehr gelesen wird trotz dem hohen Verlust von über 1/3 der Abonnenten. Da muss es sich um ein mathematisches Wunder handeln.
Bruno Heuberger, Oberwil
"Aber sie lesen die BaZ trotzdem"
Nur die Gratiszeitung "20 Minuten" wird in der Nordwestschweiz häufiger gelesen als die BaZ. Für viele Menschen gehört es zum guten Ton, die BaZ nicht abonniert zu haben. Aber sie lesen sie trotzdem. Im Internet, in der Beiz, im Geschäft, beim Coiffeur, im Wartezimmer des Arztes oder sie kaufen sie heimlich am Kiosk. Sie, lieber Herr Heuberger, gehören vielleicht auch zu den BaZ-Lesern, ohne sie abonniert zu haben. Wenn Sie die BaZ jedoch nicht lesen – dann wüde ich mir kein Urteil anmassen über das, was in der BaZ geschrieben steht.
Thomas Lüthi, Sissach
"Mit grossem Interesse geelsen"
Habe heute wieder einmal mit grossem Interesse die Basler Zeitung gelesen (vor allem
das Feuilleton), habe also keinerlei Bedürfnis, dieses Blatt abzubestellen. Aber eben, die Feindbilder gegenüber der Basler Zeitung sind eine praktische Angelegenheit – man hat eine Meinung und braucht sie nicht zu begründen.
François Fricker, Basel
"Zweimal gelesen?"
"Die BaZ wird gelesen – und wie!" Dann erklären sie mir mal Herr Lüthi wie man das macht, wenn diese Zeitung 1/3 ihrer Abonnenten in den letzten Jahren verloren hat? Lesen die verbliebenen Leser das Blatt halt zweimal?
Bruno Heuberger, Oberwil
"Christoph Blochers Vernebelungsübungen"
Bemerkenswert und eigenartig ist es schon. Die Basler Zeitung (BaZ) reagierte vom Donnerstag bis am Samstag mit keiner Zeile auf den Bericht im "Schweizer Journalist". Markus Somm scheint auf Tauchstation gegangen zu sein.
Zwar erklärte Christoph Blocher am Rande der Medienkonferenz des Anti-EU-Komitees der SVP gemäss "Tages-Anzeiger" vom Samstag, es seien Pläne für ein kostenloses Sonntagsblatt geprüft worden. Aufgrund des finanziellen Risikos seien die Pläne aber bereits wieder begraben. Die Kosten für drei Jahre hätten 100 Millionen betragen. Das Tauschangebot mit der Tamedia wies er von sich. Blocher: "Die 'Basler Zeitung' geben wir nicht aus der Hand."
Nun, seit den Vernebelungsübungen beim Verkauf des serbelnden Zeitungs- und Druckereikonzerns im Februar 2010 durch die Familie Hagemann an Tito Tettamanti und Martin Wagner und dann den Weiterverkauf im November 2010 an Moritz Suter weiss man, was solche Aussagen wert sind. "Moritz Suter vertreibt Blocher aus Basel" war damals die Schlagzeile in der Presse. In Herrliberg wird einer herzlich darüber gelacht haben.
Die Suche von Blocher, Somm und Bollmann nach einem neuen Medien-Projekt ist vor allem eines, der Beweis für das grandiose Scheitern der Projekts Basler Zeitung. Das ursprüngliche Ziel Blochers war, aus diesem Blatt eine nationale rechte Zeitung zu schaffen. Dafür wurden geschätzte 200 Millionen investiert. Die BaZ sollte publizistisch im Sinne der Blocher-SVP als neoliberales, nationalkonservatives Sprachrohr Einfluss nehmen. Doch eine nationale Bedeutung erreichte die BaZ nie, selbst in Basel war die Entwicklung miserabel. Die Auflage war im freien Fall. Unter Chefredaktor Somm gab es seit 2010 einen Rückgang von 44 Prozent. Die wöchentliche ‚BaZ-kompakt‘ ist ein Flop.
Auch politisch konnte der SVP-Einfluss in Basel nicht wunschgemäss gestärkt werden. Es ist fraglich, ob sich daran bei den Regierungsratswahlen im nächsten Oktober etwas ändern wird. Dafür macht Blocher aber nicht Somm verantwortlich, sondern den Basler SVP-Präsidenten Nationalrat Frehner.
Ist nun die BaZ eine attraktive Braut geworden? Zuerst war beim Projekt BaZ neben der politischen Zielsetzung auch die Rentabilität im Fokus. Später sprach Blocher von einer ‚schwarzen Null‘, welche erreicht werden sollte. Ende 2012 kauften Christoph Blocher und seine Tochter Rahel der BaZ die Redaktionsräume sowie das Verlags- und Druckereigebäude für rund 65 Millionen Franken ab. Die BaZ steckte in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und brauchte dieses Geld dringend.
Otto Kunz-Torres, Basel
"Die Art des echten Freiheitshelden?"
Es war vorauszusehen: Die Blocher-Somm-BaZ als Ausgangspunkt für einen Umbau der Schweizer Medien- und Politlandschaft hat nicht funktioniert. Als versucht Herr Blochusconi, dieselbe Strategie mit einem anderen medialen Hebel durchzusetzen. Alois-Karl Hürlimann weist zutreffend auf die narzisstischen Züge des Moguls Blocher hin, und die lassen nun mal nicht zu, in der Sache Ruhe zu geben. Auf die Gefahr hin, das Ziel, die mediale Manipulation der schweizerischen öffentlichen Meinung, wieder nicht zu erreichen.
Ich möchte Herrn Blocher nicht absprechen, dass er sich auf seine Art echt um die Schweiz sorgt. Aber die Mittel, mit denen er diese Sorge umsetzen will, sind zutiefst undemokratisch. Und das von jemandem, der ständig die Demokratie beschwört! Um jeden Preis die Meinungsvielfalt angreifen und die Öffentlichkeit auf seine eigene Ideologie umpolen wollen – ist das die Art des echten Freiheitshelden? Was würde Wilhelm Tell dazu sagen?
Esther Murbach, Basel
"Die BaZ wird gelesen – und wie!"
Alois-Karl Hürlimann wohnt in Barcelona und hat offensichtlich den Draht zur Region Basel komplett verloren. Wie sonst könnte er behaupten, die BaZ "wird weitherum einfach nicht mehr zur Kenntnis genommen". Das Gegenteil ist der Fall: Die BaZ wird gelesen – und wie, trotz sinkender Auflagenzahl. Das stelle ich immer wieder fest. Das Publikum sollte sich nicht vom Begriff "Blocher" oder "Somm" elektrisieren lassen.
Klar, die BaZ ist bürgerlich ausgerichtet, manchmal liegt sie komplett daneben und ab und zu wird die journalistische Sorgfalt etwas strapaziert. Aber Somm ist ein hervorragender Analyst und Schreiber – auch wenn man mit seiner Meinung nicht einverstandend ist – ich bin es auch längst nicht immer. Viele BaZ-Journalisten sind ausgezeichnete Rechercheure und seriöse Medienmacher. Die BaZ hat die Medienszene Nordwestschweiz in Bewegung gebracht. Und die BZ setzt Kontrapunkte, investiert in guten Journalismus und baut aus. Das ist gut so.
Ich lese die BZ ebenso leidenschaftlich wie die BaZ. Sie hat in den letzten Jahren enorm gewonnen. Mir gefällt die Konkurrenz dieser beiden Zeitungen. Das ist Medienvielfalt, wie sie einer Demokratie gut tut.
Thomas Lüthi, Sissach
"Zivilgesellschaft kann auf Medien Einfluss nehmen"
An verschiedenen Orten wird das Gerücht von einen neuen blocherschen Sonntagszeitung kolportiert, die gratis abgegeben werden soll. Die Zukunft der BaZ bleibt offen, aber es könnte gut sein, dass Blocher das Interesse an Basel verloren hätte.
Für Basel ergäbe sich, falls das Kolportierte Realität werden sollte, eine mehrfache Chance. Es ist dann erwiesen, dass die Zivilgesellschaft auf die Medien Einfluss nehmen kann. Die Sommsche Zeitung wäre gescheitert. Es ist zu hoffen, dass die lesenswerten Basler Medien diese Chance professionell nützen. Es sind drei, die den Challenge packen sollten. Die BZ für die eher bürgerlich orientierte, die TagesWoche für die eher links orientierten Leserschaft. Und Peter Knechtlis OnlineReports für die, die präzise Analysen und treffende Kommentare lieben.
Xaver Pfister, Theologe, Basel
"Blocher will die BaZ loswerden"
Dieser Text unterscheidet sich wohltuend von all den spekulativ aufgezogenen Blocher-Geschichte, welche im Sommerloch des schweizerischen Printmedienmarktes natürlich schöne Lückenbüsser abgegeben haben.
Das mit der Gratis-Sonntagszeitung mit 500'000 Auflage war jedes Mal der Aufhänger – einschliesslich eines auffallenden Schweigens überall über die eigentliche Geschichte, wenn es denn eine ist, die Knechtli nun in verdienstvoller Weise deutlich macht: Blocher will die BaZ loswerden, weil sich mit ihr seine Absichten, denn Schweizerischen Print-Meinungsmarkt in der Deutschschweiz so zu verändern,dass seine nationalistische und isolationistische Sichtweise auf Politik, Wirtschaft und Kultur mit der ganzen Retrohaltung so etwas wie die reine deutschweizewrische "Normalität" würde.
Als nicht realisierbar hat sich hat Blochers Ansicht erwiesen, dass es immer und überall so sei, dass "wer zahlt, befiehlt" gelte. Offensichtlich gehorchen Abonnenten oder Leserinnen oder "potentielle" Kunden nicht bei jeder Befehlsausgabe gleich.
Das heisst: Blocher kann lange zahlen und befehlen, er dringt deswegen nicht besser oder rentabler in den Lesermarkt ein. Im Gegenteil: Tausende Leserinnen und Leser haben Blochers Einheitsmenü-Ausgabe fluchtartig und wohl auch für immer verlassen. Ich weiss: Das tönt vorerst übetrieben. Aber Blochers Strategieprinzip besteht seit Jahrzehnten selbst immer aus Übertreibung. Das könnte man inzwischen gelernt haben.
Anstatt auf die von ihm inzwischen wohl als erfolgreich verstandene Ankündigungs-"Strategie" zu analysieren, wie es sich gehören würde, sitzen "alle" dem Gerüchtemacher-Spezialisten auf und dienen ihm mit Stimmungsmache – ob nun unterstützend oder ablehnend. Hauptsache: Blocher ist "im Gespräch", Blocher steht im Mittelpunkt und so weiter.
Dabei könnte man sehr genau über das Scheitern, die Erfolglosigkeit und auch die durchaus im Narzisstischen angesiedelt Wichtigtuerei eines Milliardärs berichten, allein schon, wenn man faktenbezogen auf die BaZ schaut. Ob die nun einen Renditeüberschuss produziert oder nicht: Das ist eigentlich für ein Medium, ein Printmedien, welches nicht zur Kenntnis genommen wird, unbedeutend. Und die BaZ wird weitherum einfach nicht mehr zur Kenntnis genommen: Und genau das ist das wirkliche "Werk" von Bollmann, von Somm und vor allem von Blocher.
Alois-Karl Hürlimann, Barcelona