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Denkt man an das Mittelalter, sind es vor allem Schwerter und Münzen, die repräsentativ für unsere Vergangenheit stehen. Heutzutage ist es schon schwieriger, einen Gegenstand zu finden, der die komplexen Ereignisse unserer Welt zusammenfasst. Eine interessante Auswahl stammt vom Nationalmuseum in Kopenhagen.
Der Raumanzug von Andreas Morgensen, dem ersten Dänen im Weltall; eine Espressomaschine, die für die wachsende Anzahl von Singles steht und Desinfektionsmittel gegen das Corona-Virus. Diese Gegenstände haben es bereits in die Ausstellung "Deine Sache - unsere Geschichte" (Din ting - vores historie) geschafft. Seit dem Jahr 2000 sammelt das Nationalmuseum Objekte, die aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse repräsentieren und die Geschichte der Dänen erzählen.
Ein Kleid stellvertretend für #MeToo
Jetzt hat es auch ein blaues, mit zahlreichen Swarowksi Sternen verziertes, Kleid geschafft. Es ist von der dänischen TV-Moderatorin Sofie Linde, die bei ihrem Auftritt auf der "Zulu Comedy Gala" im September die MeToo-Bewegung im Land ins Rollen brachte. Sie erzählte offen von ihren Erlebnissen mit sexueller Belästigung als Neueinsteigerin beim Dänischen Rundfunk und trug damit maßgeblich zur dänischen MeToo-Bewegung bei.
Ihr wurde damals mit dem Ende ihrer Karriere gedroht, wenn sie nicht mit dem Erpresser ausgehen und seinen Schwanz lutschen würde. Eine andere Geschichte handelt von der geschlechterbezogenen Gehaltsberechnung einem ihrer Chefs. Als sie nach einer Gehaltserhöhung fragte, hieß es, sie sei als Frau ein zu unsicherer Faktor, um darin zu investieren. Sie könne jederzeit schwanger werden und damit für eine gewisse Zeit keine Arbeit erbringen. Deshalb bekam sie nicht das gleiche Gehalt wie ein ebenbürdiger männlicher Kollege.
Nachdem sie das im Fernsehen offenbarte, zogen viele Frauen aus anderen Berufen mit ihren Geschichten nach. Jetzt wird ihr Kleid stellvertretend für die Debatte in Dänemark in das dänische Nationalmuseum aufgenommen.
Aktuelle Geschichte jeden Landes
Das Museum greift bei der Auswahl der Gegenstände auf die Vorschläge der Dänen zurück. Unter dem #dintingvoreshistorie kann jeder sein Stück aktuelle dänische Geschichte vorstellen und eventuell so die Ausstellung bereichern.
Nun sind viele der Gegenstände rein auf Dänemark bezogen. Es wäre sicher für viele Deutsche, Österreicher oder Schweizer interessant, eine solche Ausstellung aus der aktuellsten Geschichte des eigenen Landes zu sehen. Vielleicht guckt sich ja das ein oder andere Museum dieses Konzept ab.