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Obwohl diese Veränderungen gewisse Personen beunruhigen, stehen sie im Allgemeinen nicht in Zusammenhang mit einer Krankheit. Es handelt sich um normale kognitive Veränderungen, die man altersbedingte Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeitbezeichnet. Gespräch mit Nathalie Maillard, Neuropsychologin im Spital Wallis:
Ist es möglich, die Auswirkungen der altersbedingten Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit zeitlich zu verzögern?
Die im Verlauf unseres Lebens erworbenen Ausbildungen und Kompetenzen nähren unser Hirn, indem sie unsere Neuronenverbindungen stärken. Ein gutes Schulniveau, das Ausüben eines kognitiv stimulierenden Berufs oder das Sprechen einer zweiten Sprache tragen beispielsweise zum Aufbau einer sogenannten kognitiven Reservebei.
Je grösser diese Reserve ist, desto länger werden die altersbedingte Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie die Zeichen einer allfälligen Krankheit, die das Gedächtnis betrifft, zeitlich verzögert. Personen, die kein Studium absolviert und keinen kognitiv anspruchsvollen Beruf ausgeübt haben, können von einem ähnlichen Schutzeffekt profitieren, wenn sie während ihres gesamten Lebens auf intellektueller, körperlicher und sozialer Ebene aktiv bleiben.
Was kann man konkret unternehmen, um im Alter kognitiv leistungsfähig zu bleiben?
- Kognitiv stimulierende Tätigkeiten ausüben, wie zum Beispielein Buch lesen, ein neues Kochrezept ausprobieren, im Fernsehen einen Dokumentarfilm anschauen, Karten spielen, eine Theateraufführung besuchen oder sich im Garten betätigen. Diese Tätigkeiten erhöhen die kognitive Reserve, und zwar unabhängig von unserem Alter. Die Aktivitäten, die wir ausüben, solltenabwechslungsreich sein und Freude bereiten. Damit erhöhen sich die Chancen, dass wir uns längerfristig mit ihnen befassen.
- Sich für eine regelmässige körperliche Tätigkeit, sowohl für den Kopf als auch für den Körper, entscheiden! Laufen, velofahren und schwimmen ermöglichen zum Beispiel die Erhöhung der kognitiven Reserve, da diese Tätigkeiten das Hirn mit Sauerstoff versorgen und die Neuronenverbindungen stärken.
- Einegesunde und abwechslungsreicheErnährung, insbesondere mediterraner Art, wirkt sich positiv auf das Hirn aus.
- Ein gutes Sozialnetzist wichtig, um uns vor einer altersbedingten Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit zu schützen. Auch gemeinsame Mahlzeiten oder das Ausüben von Hobbys zusammen mit anderen Personen, das Hüten der Enkelkinder oder die Mitgliedschaft in einem Klub tragen dazu bei, unser Hirn zu aktivieren.
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