Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03426.jsonl.gz/1193

|Ferdinand Blumentritt (* 1853 in Prag, ? 1913 in Leitmeritz) wirkte Zeit seines Lebens im böhmischen Leitmeritz als k. k. Mittelschullehrer und -direktor. Er galt als einer der bedeutendsten Philippinen-Experten seiner Zeit, obwohl er das Land nie besuchen konnte. Im Laufe der Jahre wurde er zu einem vehementen Verteidiger der philippinischen Menschenrechte gegenüber den Kolonialmächten. Mit dem philippinischen Nationalhelden José Rizal verband ihn eine außergewöhnliche Freundschaft. Im nun vorliegenden zweiten Band der Blumentritt-Biografie wird versucht, das soziale Umfeld Ferdinand Blumentritts unter Rückgriff auf Originalquellen möglichst genau zu erforschen. Dazu mussten Fragen nach der Lage der elterlichen Wohnung und zu seinen Pflegeeltern geklärt werden. Dabei wurde das Rätsel um die geheimnisvolle 'spanische' Großtante Ferdinand Blumentritts geklärt. Weitere detaillierte Kapitel beschreiben seine Schul- und Universitätszeit, seine Vereinsaktivitäten und sein lokalpolitisches Engagement in Leitmeritz, sein Privat- und Familienleben, seine Tätigkeit als Lehrer und Schuldirektor, sein Verhältnis zum österreichischen Kaiserhaus sowie die ersten Kontakte zu Filipinos. In einem eigenen Kapitel wird der Hintergrund des Besuches des britischen Spions Hector Charles Bywater bei Blumentritt in Leitmeritz eingehend beleuchtet.

Johann Stockinger, geb. 1954 in Sonntagberg, Niederösterreich, studierte an der Universität Wien Kultur- und Sozialanthropologie, Formale Logik, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung. Er beschäftigt sich seit 1994 mit der Aufarbeitung der historischen Beziehungen zwischen Österreich und den Philippinen und ist Gründungspräsident der Österreichisch-Philippinischen Gesellschaft. Im Hauptberuf betreute er bis zur Pensionierung 2019 in der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) die Bereiche Innovation & Forschung.