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Bild
Titel:
Freifrau Seline Benko von Boinik geb. Leuch
Thema: Leute
Datum: --.--.1903
Masse: 6,5 x 10,7 cm
Standort: Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden (Vorbesitz Elisabeth Haller, St. Gallen)
Urheber/-in: Fotoatelier E. Niggl in Görz/Gorizia
Beschreibung:
Fotoporträt im Visitenkartenformat der Freifrau Seline Benko von Boinik-Leuch. Die Studioaufnahme der vornehm gekleideten Dame entstand wohl 1903 im von Theodor Baumgartner geführten „Atelier Niggl“ in Görz. Die heute zu Italien gehörende und an der Grenze zu Slowenien gelegene Stadt Gorizia war von 1901 bis 1903 der Wohnort ihres Ehemanns Ivo Benko von Boinik.
Geschichte:
Am 4. Mai 1862 kam Seline als drittes Kind des Ehepaars Johann Konrad Leuch (1822-1900) und Anna Leuch-Kellenberger (1829-1906) in Heiden zur Welt. Der Vater war als Arzt tätig. Die kinderreiche Arztfamilie wohnte im vornehmen Haus Steinegg nahe der Dorfkirche.
Wohl kurze Zeit nach dem Tod des Vaters machte Seline nähere Bekanntschaft mit dem als Kurgast in Heiden weilenden Freiherr Ivo Benko von Boinik (1851-1903). Davon zeugt eine vom 2. November 1900 datierte Ansichtskarte aus Pula, adressiert an „Hochwohlgeborenes Fräulein Seline Leüch in Heiden“. Der herzkranke Freiherr mit Gentleman-Manieren weilte wohl wiederholt in Heiden, das um 1900 zu den bekanntesten Kurorten Europas gehörte.
Wie seine Brüder hatte der in Kroatien geborene Majorssohn eine Seemannslaufbahn eingeschlagen. Nach praktischen Studien in Graz konnte der an Naturwissenschaften und insbesondere Astronomie interessierte Korvettenkapitän 1893 die Leitung einer Sternwarte auf Istrien übernehmen. Die Halbinsel lag damals auf dem Gebiet der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn und die Sternwarte gehörte zum kaiserlich-königlichen hydrografischen Amt der Kriegsmarine in Pula. Während seiner mehrjährigen Tätigkeit widmete sich der Freiherr am Meridiankreis-Instrument insbesondere Fixsternbeobachtungen. Die Forschungsergebnisse publizierte er in den führenden Fachorganen „Astronomische Nachrichten“ und „Astronomische Rundschau“. Seine Beiträge brachten ihm grosses Renommee und noch heute ist sein Name in Fachkreisen der Astronomie wohlbekannt.
Nach dem frühen Tod ihres Gatten kam die Witwe zurück ins Appenzellerland. Nach längerem Aufenthalt in Küsnacht am Zürichsee verbrachte die verarmte Frau Benko ihren Lebensabend im Bürgerspital St. Gallen, wo sie am 10. März 1946 hochbetagt starb.
Autor: Peter Witschi, Herisau
Literatur:
Astronomische Nachrichten 164/1904 Nr. 3925. Todes-Anzeige mit Nekrolog.
StAAR, Pa.143, Privatarchiv Buff mit Dossier zu Seline Benko-Leuch.
http://hr.wikipedia.org/wiki/Ivo_Benko (18.6.2010).
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