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Neueste Enthüllung im Fall HSBC: Wie die Westschweizer Wochenzeitung «L'Hebdo» in Zusammenarbeit mit dem internationalen Konsortium von Investigativ-Journalisten ICIJ heute berichtet, diente die Privatbank in Genf zwischen 2002 und 2007 einer Gruppe Krimineller dazu, Geld aus Drogen- und Waffenhandel zu waschen. Die Verantwortlichen der HSBC wussten laut «L'Hebdo» genau über ihre Kunden Bescheid und versteckten ihre Gelder trotzdem.
Vier Personen standen im Mittelpunkt:
Vietnamesische Diamantenhändlerin aus Toronto und HSBC-Kundin von 2002 bis mindestens 2007. War Mitglied eines Geldwäscherrings, den die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA 2004 im Rahmen der Operation Candy Box sprengte. Nguyen wurde in der Nähe von Atlanta mit 414'870 Dollar Bargeld im Kofferraum erwischt – Erlös aus dem Verkauf von Ecstacy.
Als US-Behörden die Schweiz ersuchten, ihre Guthaben einzufrieren, wurden sie von HSBC an die Anwaltskanzlei Baker & McKenzie verwiesen. Deren Anwälten gelang es, das Gesuch aufgrund eines Formfehlers zu stoppen. HSBC eröffnete ein neues Konto für Anh Ngoc Nguyen und überwies die 300'000 Dollar aus dem alten Konto dorthin. Die Bank bewilligte ihr ebenfalls den Bezug von 200'000 Dollar. Das US-Justizministerium stellte ein neues Gesuch, worauf die Schweizer Behörden die restlichen 100'000 Dollar 2008 schliesslich einfrieren liessen.
Diamantenhändler aus Anvers (Belgien) und HSBC-Kunde von 1997 bis mindestens 2007. Auch er war in die Geldwäscherei der vietnamesischen Drogenmafia involviert. 2004 erhielten die Schweizer Behörden das erste Rechtshilfegesuch der USA. Im Januar 2005, neun Monate nachdem man von den Ermittlungen gegen Lesser erfahren hatte, bot ihm HSBC an, eine Offshore-Firma für ihn einzurichten, wo er sein Geld vor den belgischen Behörden besser verstecken könne.
Israelischer Waffenhändler aus Panama, HSBC-Kunde von 1995 bis mindestens 2007. Im Rahmen der Ermittlungen nach Operation Candy Box erwähnte Anh Ngoc Nguyen gegenüber der DEA einen Geschäftspartner namens «Moshe». Der US-Behörde gelang es, Moshe anhand von Fotos als Shimon Yelinek zu identifizieren, der Waffengeschäfte mit Drogenkartellen gemacht und Verbindungen zu dem Libanesen Aziz Nassur unterhielt, der für Al-Kaida Geldwäscherei betrieb. Aus unerfindlichen Gründen blieb Yelineks HSBC-Konto bis mindestens 2007 bestehen. Der panamaischen Justiz konnte er durch Bestechung entgehen, doch das US-Finanzministerium setzte ihn 2011 auf seine schwarze Liste.
Libanesischer Diamanten- und Waffenhändler und HSBC-Kunde von 1991 bis 1997. Er traf Yelinek in Zaire in den 1990er Jahren, als dieser Sicherheitschef von Diktator Mobutu Sese Seko war. Nassur kontaktierte Yelinek im Jahr 2001 zwecks Waffenbeschaffung für Al-Kaida in Afrika. Nassur löste sein Konto bei HSBC 1997 auf, zum selben Zeitpunkt als Yelinek seins eröffnete.
(kri)