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Eine menschliche Bibliothek über Vertrauen und Migration
2016 feiert die Stiftung CAUX-Initiativen der Veränderung 70 Jahre Vertrauensbildung. Vertrauensbildung ist in diesem Jahr wichtiger denn je: die ansteigende Migration führt zu Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft.
Diese Begegnungen resultieren oft in Konfrontation, Misstrauen oder schlicht und einfach Gleichgültigkeit. Sie können jedoch auch zu bereichernden Begegnungen führen. Wie kann Vertrauen aufgebaut werden, damit aus diesen ungewöhnlichen Begegnungen Bereicherung entsteht? Um diese Frage geht es bei der Menschlichen Bibliothek, bei der persönliche Erfahrung und die globale Entwicklung der Migration verknüpft werden.
Menschliche BücherItayi Viriri ist Medien- und Kommunikationsmitarbeiter sowie Sprecher des Sitzes der Internationalen Organisation für Migration in Genf. Er leitete kürzlich verschiedene IOM-Projekte in Irland und im Irak. Itayi studierte Medien und Massenkommunikation und arbeitete als Presse- und Fernsehjournalist im südlichen Afrika und Irland, wo er für das öffentlich-rechtliche Fernsehen tätig war. Er verfügt ausserdem über viel Erfahrung im Bereich Internationaler Schutzbedarf (Flüchtlingspolitk) und hat sich auf das Thema unbegleiteter Kinder spezialisiert. Itayi interessiert sich weiterhin für die Rolle der Diaspora, um der Abwanderung von Wissenschaftlern entgegenzuwirken sowie für ein förderndes Leadership für Migrantengruppen und die Interaktion zwischen Menschen und Computern. Itayi hat sowohl die irische als auch die simbabwische Staatsangehörigkeit und studierte Ethnic, Racial and Conflict Studies sowie Cyberpsychologie.
Ahmed Al-Dbei stammt aus dem Jemen. Er unterstützte dort die Oppositionsregierung und sah sich gezwungen, mit seiner Familie nach Saudi-Arabien zu flüchten. Er kam 2015 mit der Unterstützung einer NRO in die Schweiz, um am Rat für Menschenrechte der Vereinten Nationen in Genf teilzunehmen. Nachdem er Informationen über Menschenrechtsverletzungen im Jemen preisgab, wurde ihm die Rückkehr zu seiner Frau und seinem Sohn nach Saudi-Arabien verwehrt. Er lebt inzwischen seit über einem Jahr in der Schweiz auf der Basis einer N-Erlaubnis und wartet auf die offizielle Entscheidung der Behörden. Solange diese Entscheidung nicht gefallen ist, ist es ihm nicht erlaubt, sich ehrenamtlich zu engagieren, Geld zu verdienen oder zu studieren.
Hassan Hawar floh aus Syrien, um dem Militärdienst zu entgehen und lebt in der Türkei. Syrer erhalten in der Türkei niedrigere Gehälter als Türken, werden manchmal überhaupt nicht bezahlt oder fristlos und ohne Entgelt entlassen, wodurch ein wirtschaftliches Überleben dort schwierig ist. Er beschloss daher, auf dem Land- und Seeweg nach Europa zu reisen. 2015 kam er zu seiner Schwester in die Schweiz. Er erhielt einen Flüchtlingsstatus und konnte Deutsch lernen, um sein Studium in der Schweiz fortzusetzen. Seine Eltern leben nach wie vor in Damaskus.
Vithyaah Subramaniam ist die Tochter eines tamilischen Flüchtlings, der in den 1980er Jahren in die Schweiz kam. Sie wuchs in Emmental auf, wo sie sich zwischen der Kultur ihrer Eltern und der Schweizer Kultur zurechtfinden musste. Sie studierte Migration und arbeitet derzeit im Asylbereich. Sie ist von ihrer Pflicht und ihrer Fähigkeit als Migrantin der zweiten Generation überzeugt, um ihre Erfahrungen weiterzugeben und dabei mitzuhelfen, damit andere ebenfalls positive Migrationsgeschichten in der Schweiz zu berichten haben.