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Angeborene Schilddrüsenunterfunktion
Die Schilddrüse liegt schmetterlingsförmig am Hals und regelt mit ihren Hormonen die Geschwindigkeit des Energiestoffwechsels im Körper. Allerdings kann sie die Hormone nur ausreichend produzieren, wenn mit der Nahrung genügend Jod aufgenommen wird.
Wenn schon während der Schwangerschaft zuwenig Jod über die Plazenta überkommt, zeigen die Kinder bei der Geburt eine Schilddrüsenvergrösserung (Kropf oder Struma). Sogar eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist möglich, wenn durch die Vergrösserung keine Mehrproduktion von Schilddrüsenhormon erreicht werden konnte. Symptome der angeborenen Schilddrüsenunterfunktion sind eine auffallende Teilnahmslosigkeit, Bewegungsarmut, schlechtes Trinkverhalten, Verstopfung, eine vergrösserte Zunge, eine schwache und heisere Stimme und trockene Haut. Häufig besteht auch eine länger als normal andauernde Neugeborenengelbsucht. Die angeborene Schilddrüsenunterfunktion kommt etwa einmal unter etwa 3.000 Neugeborenen vor.
Ohne Behandlung (optimalerweise schon innerhalb der ersten zwei Lebenswochen) führt eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion zu einer Behinderung der geistigen und körperlichen Entwicklung. Daher wird in der Schweiz beim sogenannten Neugeborenenscreening ein orientierender Bluttest aus einem Tropfen Fersenblut durchgeführt. Eine vergrösserte Schilddrüse kann der Kinderarzt, die Kinderärztin auch durch eine Ultraschalluntersuchung erkennen, ebenso das seltene völlige Fehlen der Schilddrüse.
Glücklicherweise lässt sich die angeborene Hypothyreose sehr gut mit Schilddrüsenhormon-Tabletten behandeln, sodass eine körperliche und geistige Entwicklungsverzögerung gar nicht erst passieren muss.
Stand: 03/14, BH