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PACTOR ist ein von Funkamateuren entwickeltes Verfahren zur Datenübermittlung über Kurzwellen, das sich auf Grund seiner grossen Vorzüge weltweiter Beliebtheit erfreut. PACTOR ist ein Kunstwort aus den Begriffen PACKET-RADIO und AMTOR. Die Entwickler nützten die Vorteile dieser beiden Betriebsarten und schufen unter Anwendung modernster Technik ein neues Verfahren, das dank ARQ eine fehlerfreie Uebermittlung von Daten über eine Kurzwellenverbindung gestattet.
Das 1990 eingeführte PACTOR ist 1995 mit dem PACTOR-2 System (PTC-II) erweitert und verbessert worden. PACTOR-2 ist zu PACTOR-1 (PTC) rückwärtskompatibel. 2002 wurde das wesentlich schnellere PACTOR-3 eingeführt, gefolgt im Jahr 2011 von PACTOR-4. Auch die neuesten PACTOR Modems sind weiterhin rückwärts-kompatibel mit allen früheren PACTOR-Verfahren. Sie gestatten bei guten Uebertragungsbedingungen einen hohen Datendurchsatz. Bei schwierigen Uebertragungsbedingungen zeichnen sie sich durch eine zwar deutlich langsamere, aber robuste und zuverlässige Übermittlung aus.
PACTOR-Modems werden einerseits an einen Computer angeschlossen, auf dem eines der vielen erhältlichen Terminalprogramme läuft und anderseits an einen KW-Transceiver. Der Tonausgang des Transceivers führt zum Modem. Das Modulationssignal des Modems wird dem Mikrofoneingang des im SSB-Modus betrieben Transceivers zugefuehrt. Alle modernen Transceiver arbeiten ohne Modifikationen in allen PACTOR-Betriebsarten.
PACTOR-1 Controller sind als Fertiggeräte von vielen Herstellern erhältlich, wobei nicht alle Fabrikanten ein Memory-ARQ System verwenden. Häufig gestatten diese Geräte auch Betrieb in AMTOR und RTTY. Geräte für PACTOR-2 bis PACTOR-4 sind nur von der Firma SCS erhältlich.
Vorteile
- Fehlerfreie Datenübertragung
- Binäre Datenübertragung d.h. Gross-und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen möglich
- Automatische Anpassung der Uebertragungsgeschwindigkeit an die Qualität der KW-Verbindung. Bei PACTOR-1 100 oder 200 Baud, bei PACTOR-2 bis ca. 700 bits/s netto.
PACTOR-3 bis ca. 2700 bits/s netto, PACTOR-4 bis 5512 bits/s netto.
- Durch Memory-ARQ wird aus mehreren defekten Datenpaketen die richtige Information rekonstruiert
- Sehr kleiner notwendiger Störabstand zur Aufrechterhaltung einer Verbindung. P-2/3 noch viel besser als P-1
- Maximale Bandbreite 500 Hz für P-1 und P-2. 2400 Hz für P-3 und P-4.
Stationsausrüstung
- Terminal oder Rechner (PC) mit geeigneter Software
- PACTOR-Modem (PTC, PTC-II, PTC-IIIusb oder DR-7x00)
- KW-Funkgerät
Mailboxen / E-Mail Gateways