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Werk
Jonas Breitenstein schrieb bereits als Bezirksschüler und Gedichte in Hochdeutsch und in Mundart. Vorbildhaft waren für ihn vor allem die Werke von Johann Peter Hebel, die ihm seit früher Kindheit durch seinen Vater vermittelt wurden. Dies zeigt sich etwa daran, dass er in Anlehnung an Hebels ‹Allemannische Gedichte› ein Heft mit Gedichten aus den Jahren 1846–1854 mit ‹Jurablüthen oder Versuch neuer allemannischer Gedichte› überschrieb.
Literarische Veröffentlichungen
1860 publizierte Breitenstein unter dem Pseudonym B. T. Jonas (gebildet aus dem Vornamen und dem jeweils ersten Buchstaben des Allianznamens) die ‹Erzählungen und Bilder aus dem Baselbiet›. Anstoss zu diesem Erstling gab die 1851 erschienene Erzählung ‹Hans Jakob und Heiri, die beiden Seidenweber› des Berner Dichterpfarrers Jeremias Gotthelf, die im Baselbiet spielt, jedoch zum Missfallen Breitensteins mit Berner Mundart und Brauchtum durchsetzt ist. Als nächste Buchveröffentlichungen folgten die Mundartidyllen ‹Der Her Ehrli. Ein Idyll aus Basel und dem Baselbiet in allemannischer Mundart› (1863) und ‹’S Vreneli us der Bluemmatt. Ein Idyll aus dem Baselbiet in allemannischer Mundart› (1864), die beiden ersten selbstständigen Publikationen im Baselbieter Dialekt überhaupt. In beiden Werken verwendete Breitenstein frei gehandhabte Hexameter. Die erzählerischen Passagen sind in Oberbaselbieter Mundart verfasst, während sich in den Dialogen Stadtbasler und Landschäftler Mundart virtuos abwechseln.
1868 publizierte Breitenstein als letzte Veröffentlichung die hochdeutsche Erzählung ‹Jakob, der Glücksschmied›. Weitere Erzählungen von ihm erschienen in dem von ihm zwischen 1860 und 1866 herausgegebenen ‹Monats-Blatt für Frauenvereine› sowie ab 1860 in der vom Schulinspektor Johannes Kettiger edierten ‹Jugendbibliothek›.
Jonas Breitenstein ist der Pionier der Baselbieter und ein wichtiger Vertreter der Schweizer Mundartliteratur des 19. Jahrhunderts. Der Basler Germanist Adolf Socin schrieb über ihn 1896: «Von allen Dialektdichtern, die wir überhaupt kennen, steht, nicht nur wegen der Sprache, sondern auch durch den gemütlichen Charakter seiner Schöpfungen, keiner Hebel so nahe wie Breitenstein, ohne dass er deswegen ein Nachahmer zu nennen wäre.» Auch seine hochdeutschen Erzählungen, die wie bei Gotthelf erzieherisch angelegt und mit mundartlichen Wendungen durchsetzt sind, können zum Bedeutendsten gezählt werden, was die Schweizer Literatur in der Epoche des Realismus hervorgebracht hat.
Predigten und Referate
Im Lauf seines Lebens hat Jonas Breitenstein hunderte von Predigten gehalten, von denen aber nur sieben als Manuskript und zwei Leichenpredigten in gedruckter Form überliefert sind. Daneben ist er auch mit gründlich recherchierten Vorträgen und Traktaten vor ein gebildetes Publikum getreten. In der Studentenverbindung ‹Helvetia› äusserte er sich etwa 1850 ‹Über die vaterländische Poesie und ihre Bedeutung›, während er 1870/71 vor dem Basellandschaftlichen Pfarrkonvent über die Arbeiterfrage referierte. Vor allem galt Breitenstein bereits als Pfarrer in Binningen überregional als Fachmann für das Armenwesen. Für das ‹Monats-Blatt für Frauenvereine› und die ‹Jugendbibliothek› verfasste er auch populäre Sachartikel, etwa über China oder Scheich Ibrahim. In gedruckter Form liegen zudem die von ihm verfassten Jahresberichte der Freiwilligen Armenpflege Basel vor. Erst postum veröffentlicht wurden Breitensteins Tätigkeitsberichte als Pfarrer von Binningen in den Jahren 1852 bis 1856.