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Querdenken: Rückholung eines Wortes
Martin Luther war einer der Schlimmsten.
Aber auch Goethe war einer. Auch Giordano Bruno, Friedrich Nietzsche, um nur eine kleine feine Auswahl derer zu nennen, die die Welt bewegt haben.
Jeder Kriminalbeamte, jede investigative Journalistin, jeder gute Schüler, vor allem jedes Kind sollte ein Querdenker sein! Vor allem sollte jeder Forscher ein Querdenker sein.
Ohne Querdenker keine echte Wissenschaft. Ohne Querdenker kein Fortschritt.
Vor drei Jahren wurde das Wort gekapert. Querdenken ist nicht mehr erwünscht.
Um uns das Querdenken wieder schmackhaft zu machen, will ich dazu anregen, querdenkerische Fragen in die Kommentare zu stellen.
Was sind querdenkerische Fragen?
Es sind Fragen, die sich aus der Anschauung einer Sache ergeben.
Phänomenologische Fragen also.
Oder Fragen, die sich keiner zu stellen traut. Die Fragen eines Kindes sind zum Teil querdenkerisch. Was ist sichtbar? Wie entwickelt sich eine Sache?
Werden wir zum Kind. Werden wir zum Goethe, zum Forscher, zur Forscherin, zum Querdenker.
Beispielhaft stelle ich einige Fragen aus Religion, Geografie, Medizin und Geschichte. Auf all diese Fragen habe ich bisher keine für mich befriedigende Antwort erhalten. (nicht einmal durch die KI):
- Religion: Warum sagt Gott in der Schöpfungsgeschichte, dass die Schlange ab sofort auf der Erde kriechen soll und Staub fressen? 1.Mose3,14
Auf der Erde kroch sie schon vorher, Staub fressen tut sie bis heute nicht. Was hat Gott damit gemeint?
- Geografie: Warum gibt es im Suez-Kanal keine Schleusen?
- Medizin: Tumore sind Zellwucherungen der jeweiligen Organzellen. Z.B. Lebertumor ist eine Ansammlung von Leberzellen. Man sagt, die Tumore bilden Metastasen in anderen Organen. Wie und wann auf ihrem Weg verändert sich eine Leberzelle in eine (beispielsweise) Lungenzelle?
- Geschichte: Wie viele Personen saßen im Wagen als Präsident Kennedy erschossen wurde?
Gerne warte ich auf Ihre Querdenker-Fragen in den Kommentaren.
Ich wünsche Ihnen einen zauberhaften ersten Advent
Lea Söhner
Beitragsbild: Schopenhauer, Goethe und Nietzsche im Himmel, als sie von der Verleihung des Deutschen Buchpreises 2022 erfuhren.