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5. April 1902: Beim Länderspiel zwischen Schottland und England kracht die Tribüne zusammen. 25 Menschen sterben, hunderte werden verletzt. Es ist das bis dahin grösste Drama des beliebtesten Sports der Welt.
Das bereits 27. Länderspiel zwischen Schottland und England sollte historisch werden. Erstmals stehen ausschliesslich Profis im Aufgebot. Doch die Begegnung geht aus einem ganz anderen Grund in die Fussballgeschichte ein.
Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit stürzt ein Teil der Westtribüne im 75'000 Zuschauer fassenden Ibrox-Stadion in Glasgow ein. Noch nie zuvor sei diese Tribüne so prall gefüllt gewesen, schreibt Historiker Robert Sheils. Dicht an dicht zwängen sich die Zuschauer aneinander.
Als heftiger Regen übers Stadion prasselt, strömen viele Fans in Richtung eines gedeckten Bereichs. Ihre Bewegungen lassen die Konstruktion aus Holz und Stahl bersten.
25 Menschen finden in der Stadionkatastrophe ihren Tod. Sie stürzen aus zehn bis zwölf Metern Höhe auf den Boden. Mehr als 500 Zuschauer überleben das Unglück mit teils schweren Verletzungen. Das Länderspiel wird abgebrochen und einen Monat später in Birmingham wiederholt. Sämtliche Einnahmen gehen an die Hinterbliebenen der Verstorbenen.
Konstruiert hatte das Stadion der legendäre schottische Architekt Archibald Leitch, der in ganz Grossbritannien tätig war und unter anderem die Pläne für die Anfield Road (Liverpool), den Hampden Park (Glasgow), die Lansdowne Road (Dublin), Old Trafford (Manchester) oder die Stamford Bridge (London) entwarf.
Vor Gericht muss sich jedoch nicht Leitch, sondern William McDougall verantworten. Der Bauunternehmer wird nach dreitägiger Verhandlung nicht verurteilt, obwohl er offenbar Holz von schlechterer Qualität verwendet hatte, als vertraglich vereinbart worden war. Zudem sollen auch einige Balken nicht korrekt verbaut worden sein.
Nach dem Unglück wird das Stadion der Glasgow Rangers umgebaut, doch Jahrzehnte später ereignet sich ein Drama mit noch mehr Todesopfern. 1971 kommt es beim Derby gegen den Erzrivalen Celtic Glasgow zu einer Massenpanik beim Verlassen des Stadions.
Nach dem 1:0 für Celtic in der 89. Minute glauben viele Fans nicht mehr an ihr Team und kehren dem Ibrox noch vor dem Schlusspfiff den Rücken. Im Gedränge werden Dutzende niedergetrampelt. 66 Menschen verlieren bei der zweiten Ibrox-Katastrophe ihr Leben.