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Geschäftshaus Bleicherhof
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Geschäftshaus Bleicherhof
Treppe (Innenraum)
Geschäftshaus Bleicherhof
Treppenauge (Innenraum)
Geschäftshaus Bleicherhof
Adresse
8002 Zürich
ZH
Architektur
Die Rasterfassade, die Otto Rudolf Salvisberg für den Bleicherhof gestaltete, inspirierte in den 1940er- und 1950er-Jahren eine ganze Generation von Architekten beim Entwerfen von Geschäftshäusern, insbesondere in Zürich. Gleichzeitig avancierte der Bleicherhof durch das flexible Grundrisskonzept und das Mezzaningeschoss zu einem Prototyp. Heute steht dieses Spätwerk von Salvisberg unter Denkmalschutz.
Chronologie
Ernst Göhner, dessen Einzelfirma 1935 in die Ernst Göhner AG umgewandelt wurde, investierte unmittelbar vor und während des Zweiten Weltkrieges vermehrt in den Bausektor. So realisierte das Unternehmen auch den Bleicherhof, der im Auftrag von Emil Bührle entstand und von 1939 bis 1940 nach dem Entwurf von Otto Rudolf Salvisberg ausgeführt wurde. Das moderne Geschäftshaus war das letzte Projekt des ETH-Professors, bevor er im Jahr der Fertigstellung unerwartet verstarb. Die Büroräumlichkeiten wurden umgebaut, das Treppenhaus und die Fassade befinden sich noch in mehrheitlich bauzeitlichem Zustand.
Lage
Der Bleicherhof liegt am Bleicherweg südwestlich des Zürcher Paradeplatzes und reagiert mit seiner südseitig ausgerichteten Hauptfassade auf den leicht gekrümmten Strassenverlauf. Gemeinsam mit den Nachbarsbauten bildet er im Norden einen Innenhof, der lieblos gestaltet als Parkplatz fungiert.
Beschreibung
Die Schaufront des Bleicherhofs ist sorgsam gegliedert: Das Erdgeschoss mit sieben Geschäften ist strassenseitig zurückversetzt und weist einen Kolonnadengang auf. Im Mezzanin zieht sich ein Bandfenster in corbusianischer Manier über die 67,5 Meter lange Fassade. Die drei Obergeschosse sind von einem strengen Raster aus fein profilierten Betonelementen überzogen. Die Fenster richten sich an diesem Raster aus und die tiefen Betonlaibungen geben der Fassade eine plastische Qualität. Ein zurückspringendes Attikageschoss mit Satteldach bildet den Abschluss des Geschäftshauses. Es ist durch einen feinen Dachrand von den Obergeschossen abgesetzt. Die Nordseite des Gebäudes ist zurückhaltender gestaltet: Zwei halbrunde Treppenhäuser ragen aus der Fassadenflucht heraus. Die ostseitige Kopffassade präsentiert sich schlicht und ohne Details. Gegen Westen grenzt der Bleicherhof nahtlos und etwas unsanft an den Nachbarbau.
Im Innern sind neben der sorgfältigen und differenzierten Materialisierung vor allem die virtuos gestalteten Wendeltreppen hervorzuheben. Sie stehen in der Tradition der Figura serpentinata. Das Treppenhaus wird über ein vertikales Fensterband mit geriffelten Glasscheiben belichtet. In den Büros erlaubt eine Pfeilerkonstruktion eine flexible Raumnutzung.
Literatur
Rucki, Isabelle; Huber, Dorothee (Hg.). Architektenlexikon der Schweiz. Basel 1998, S. 468–469. – Furter, Fabian; Schoeck-Ritschard, Patrick. Göhner Wohnen. Wachstumseuphorie und Plattenbau. Baden 2013, S. 28–29. – Zeller, Christa. Schweizer Architekturführer 1920-1990. Nordost- und Zentralschweiz (Bd. 1). Zürich 1992, S. 184. – Widmer, Sigmund. Ernst Göhner. Bauen in Norm. Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik Nr. 49. Meilen 1990, S. 28, 33. – Claude Lichtenstein (Hg.). O. R. Salvisberg: Die andere Moderne, Zürich 1985, S. 110–111. – Häsler, Alfred A. Einer muss es tun. Leben und Werk von Ernst Göhner, Frauenfeld 1981, S. 96–97. – Stadt Zürich. Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte: Bleicherweg 18–20. – o. A. Auszeichnungen von Bauwerken durch den Stadtrat von Zürich, in: Schweizerische Bauzeitung 28/1949, S. 392–393.
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