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Durch das Titel-Duell zwischen den beiden Kantons- und Erzrivalen Lugano und Ambri-Piotta rückte der Südkanton ins Schweizer Eishockey-Rampenlicht wie nie zuvor und nie mehr danach. Ambri-Piotta verlor die Finalserie 1:4. Es ist bis heute die einzige Finalserie der Leventiner geblieben.
Die Serie war vorab in den ersten drei Spielen umkämpft: Mit zwei fast vollständigen Verlängerungsdritteln und einem zusätzlichen Penaltyschiessen hatten die Spieler der beiden Finalisten nach drei Spielen die Dauer von fast vier Partien in den Beinen.
Luganos damaliger Trainer, der 2008 verstorbene Jim Koleff, betonte seinerzeit: «Die beiden Teams sind fast gleich stark, so dass es keiner Mannschaft gelingt, ein Spiel länger als 20 Minuten in Folge zu dominieren.»
Fatale Strafen gegen Ambri
Zum Knackpunkt der Tessiner Finalserie geriet das dritte Spiel, das der ewige Underdog Ambri in der Verlängerung 2:3 verlor. Ambri-Piotta hatte nach einem Break in Lugano zum 1:1 in der Serie ausgeglichen und stand im dritten Spiel vor eigenem Publikum dem Sieg nahe.
Doch ein unnötiges Halten-Foul von Ambris Theo Wittmann nach einem Scheibenverlust in Luganos Drittel nutzten die Gäste durch Gian-Marco Crameri zum 2:2-Ausgleich (50.). Bereits der Anschlusstreffer der Gäste durch Misko Antisin (42.) hatte Ambri in Unterzahl hinnehmen müssen. In der Verlängerung dominierte Ambri zwar, doch Lugano gelang durch dessen Vorkämpfer Gates Orlando das Siegestor (77.).
Auch Ambris damaliger Trainer Larry Huras kam nicht umhin, den vom Bündner Wittmann eingehandelten Ausschluss seinerzeit als «töricht» zu bezeichnen.
Das einmalige Hoch des Geoffrey Vauclair
Auf der anderen Seite spielte sich bei Luganos Playoff-Run zum Titelgewinn ein Spieler in den Vordergrund, der später wieder in der Versenkung verschwand. Stürmer Geoffrey Vauclair, der ältere Bruder von Luganos Verteidiger-Legende Julien Vauclair, produzierte in jener Meistersaison von Lugano in 16 Playoff-Spielen sechs Tore und zwei Assists. Er erkämpfte sich anschliessend auch erstmals überhaupt einen Platz im Nationalteam und bestritt schliesslich die einzige WM seiner Karriere.
Neben den Gebrüdern Vauclair oder Orlando ragte in jenen Tagen bei Lugano vorab Goalie Cristobal Huet heraus, der spätere Stanley-Cup-Gewinner mit den Chicago Blackhawks. Ebenfalls einen Teil zum Titelgewinn trug der heutige Nationaltrainer Patrick Fischer bei. Er erzielte in der Finalserie aber nur eines seiner drei Tore aus den 16 Playoff-Spielen auf dem Weg zum Triumph.
Auf Ambris Seite erlebte der heutige Trainer Luca Cereda jene Finalserie mit bitterem Ausgang für die Biancoblu mit. Auch seine beiden prominenten Teamkollegen und Skorer-Garanten aus der Qualifikation, der russische Topskorer Oleg Petrow oder der frühere kanadische Stanley-Cup-Champion mit Montreal sowie spätere Schweizer Olympia-Held von Turin 2006, Paul Di Pietro, konnten Luganos Titelgewinn seinerzeit nicht verhindern.
«Wir müssen konstant über 60 Minuten aktiv bleiben und Huet möglichst viel beschäftigen. So können wir die eine Glückslosigkeit vermeiden», hatte Ambris Petrow nach dem dritten Spiel noch gesagt, während die Nachrichtenagentur Sportinformation bereits richtungsweisend (und letztlich richtig) orakelte: «Muss Ambri seinen Traum vom ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte ins nächste Jahrtausend verschieben?»