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Ein Bühnenstück (2018)
Von der Aufgabe, erstmals ein Theaterstück zu verfassen.
Ein Theaterstück war bisher immer etwas, das andere geschrieben haben, schreiben oder schreiben würden. Trotz meiner langjährigen Tätigkeit in verschiedenen Theaterbetrieben habe ich nie daran gedacht, selbst ein Stück zu verfassen. Wozu auch? Ein unbekannter Autor wie ich kommt nicht so schnell auf die Idee, sich mit einem eigenen Stück, nach dem ohnehin niemand gefragt hat, unnötig Absagen einzuhandeln.
Aus diesem Grund hat mich ein bestimmtes Telefonat umso mehr überrascht, bei welchem ein Regie-Assistent des Theaters Muotathal gezielt die Frage an mich richtete, ob ich mir vorstellen könne, für deren Bühne ein Stück in 4 Akten zu schreiben. Der besagte Anruf ist im Frühling 2017 erfolgt, nachdem man im "Bote der Urschweiz" mit einem bescheidenen Bericht auf das Erscheinen meines aktuellen Buches "Fliegender Ring" aufmerksam gemacht hatte.
Ich habe die Anfrage auf Anhieb als eine neue Herausforderung wahrgenommen. Ausserdem haben ein paar wesentliche Punkte mein Interesse geweckt bzw. gesteigert: a) Mein erstes Bühnenstück würde – wenn überhaupt – in meiner alten Heimat Muotathal erstmals aufgeführt werden, mit Laiendarstellerinnen und Laiendarstellern, die ich vereinzelt bereits als Kind gekannt hatte. b) Ich würde das Stück nicht auf Hochdeutsch, sondern im Muotathaler Dialekt – meinem eigenen – verfassen. c) Das Theater Muotathal erfreut sich landesweit grosser Beliebtheit, sodass ich, falls mein Stück ankäme, meine Bücher einem grösseren Publikum näher bringen könnte. d) Ich würde nach Langem wieder einmal fürs Schreiben bezahlt.
Das Theater Muotathal ist ein urchiges Pflaster und für seine Schwänke ebenso berühmt wie berüchtigt. Die Leute kommen, um den originellen Muotathaler Dialekt zu hören, den trockenen Witz zu erleben und nicht, weil sie intellektuell gefordert werden möchten – darüber bin ich mir von Anfang an im Klaren gewesen. Was jedoch nicht heisst, dass es dadurch einfacher wäre, ein gutes Stück auf die Bühne zu bringen! Folglich habe ich mir tüchtig das Gehirn zermartert, eine unterhaltsame Geschichte zu erarbeiten, die ganz nebenbei ein neues Element beinhalten sollte: ein Stück, in dem der Bauer fehlt. Wenig später hat der gegenwärtige Regisseur des Theaters Muotatahl, Daniel Heinzer, meine Idee (den ihnen vorgestellten Handlungsablauf) gut geheissen. Was inzwischen entstanden und auf Papier fertig gestellt ist, wird in überarbeiteter Form vermutlich 2019 in Muotathal Premiere feiern. Dazu kann ich nur sagen: ich bin mordsmässig auf die Umsetzung sowie auf die Meinung einiger Leute gespannt.
In meinem 4-Akter spielen:
1 Eine ältere Wirtin, Berti Imboden
2 Deren Tochter Dotti Imboden
3 Onkel Konrad
4 Dessen Frau, die ehemalige Hotelinhaberin Cäcilia
5 Putzfrau Pia
6 Schreinermeister Otto
7 Dessen Arbeiter Josi
8 Kunsthändler Alfred Moser
9 Dessen Assistent Fritz Villiger
10 Kaminfeger Leo
11 Karl Sturzenegger, ehemaliger Dorfpolizist
12 Pöstler Wendelin
13 Der arbeitslose Gaudenz