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Gemeiner Stechapfel
Der gemeine Stechapfel ist ein Neophyt, allerdings einer der schon sehr lange bei uns ist. Er wurde schon vor dem Jahr 1600 in Europa nachgewiesen, stammt aber ursprünglich aus Amerika. Alle Pflanzenteile sind giftig, insbesondere aber die Wurzeln und Samen.
Artbeschreibung
Der Gemeine Stechapfel (Datura stramonium) ist eine krautige, 20-120 cm hohe Pflanze. Die handgrossen, spitz gelappten Blätter können auch violett überlaufen sein und der Geruch erinnert an Kichererbsen. Die Blüten sind weiss und trichterförmig mit fünf Zipfeln. Sie öffnen sich erst am Abend. Zur Fruchtzeit bildet die Pflanze eine vierteilige stachelige Kapsel, aus der über eine lange Zeit Samen herausfallen können. Da die Kapsel oft in Tierfellen hängen bleibt werden die Samen häufig weit herum gestreut.
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet war ursprünglich Mittelamerika, unterdessen ist der gemeine Stechapfel weltweit verbreitet. Die Pflanze gedeiht auf warmen, stickstoffreichen Böden - häufig auf Ruderalflächen, auf Äckern oder an Wegrändern. In der Schweiz tritt er zerstreut auf.
Giftigkeit
Der Stechapfel enthält Tropan-Alkaloide, die ganze Pflanze ist giftig, besonders die Wurzel und die Samen. Da im biologischen Landbau keine Herbizide angewendet werden, kann die Verunkrautung durch Stechapfel eine ernsthafte Gefahr bedeuten. Bei Hirsekulturen gilt eine Nulltoleranz.
Symptome
Symptome einer Vergiftung können Unruhe, Sinnestäuschungen, Übelkeit und Atemlähmungen sein. In schweren Fällen kann eine Vergiftung tödlich enden.
Erste Hilfe
Nach Berührungen mit der Pflanze wird empfohlen die Kontaktstelle mit einer milden Seife zu waschen. Nach einer versehentlichen Einnahme soll bei keinen oder leichten Symptomen die «Tox Info Suisse» Tel.145 kontaktiert oder bei stärkeren Symptomen die Notrufnummer 144 gewählt werden.
Wissenswertes
Der Stechapfel wurde schon in Amerika für magische Zwecke verwendet und galt den Azteken als heilig. Auch in Europa schrieb man der Pflanze magische Fähigkeiten zu: etwa die Auflösung von Flüchen durch Ausstreuen der Samen im Haus. Daneben sollte der Stechapfel auch vor bösen Geistern und Schlaflosigkeit schützen.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde in Europa Stechapfelblätter in "Asthma-Zigaretten" angewendet. Sie sollten die Atmung bei Asthma erleichtern. Auch gegen Husten und nervöse Unruhe wurden Tinkturen und Extrakte aus der Pflanze verabreicht. Heute findet der Stechapfel wegen seiner Gefährlichkeit kaum mehr Anwendung als Medizin.