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Auch in Jenins treffen wir die Adelsfamilien von Sprecher, von Salis und von Tscharner, aus denen hohe Offiziere und Politiker hervorgegangen sind. So z.B. Oberst Jakob von Salis, Oberinstruktor der schweizerischen Scharfschützen und Divisionskommandant 1870/71 und Albert von Salis, Oberstdivisionär und Kommandant der Gotthardbesatzung nach 1927. Als letzte der von Salis starb im Jahre 1960 Lilla von Salis und hinterliess der Gemeinde ein grosses Vermächtnis. Das stilgerecht restaurierte von Salis Haus, das heute als Pfarrhaus dient, und die Lilla von-Salis-Stiftung, die sich kirchlicher und kultureller Belange annimmt, lassen diese Grosszügigkeit lebendig erhalten.
Bei Frau Oberst von Salis verbrachte die weltbekannte Jugendschriftstellerin Johanna Spiri viele Jahre ihre Ferien. Die Inspirationen für ihre "Heidi Geschichte" wurzeln denn auch in ihren Erlebnissen auf den Wanderungen rund um die Bündner Herrschaft.
Gegenüber dem von Salis Haus erhebt sich stolz das von Sprecher Haus, das am Ende des 17. Jahrhunderts von Hans Luzi Guler von Wynegg ausgebaut wurde. Sein Sohn Florian hat diesen stattlichen Herrschaftssitz im Jahre 1714 neu restauriert. Einer der grössten und wohl bedeutendsten Politiker der Familie von Sprecher war Jakob Ulrich, der 1797–1800 Gesandter in Paris war, dann Senator und Justizminister der Helvetischen Republik, Bundeslandammann des Zehngerichtebundes, letzter Landvogt der Herrschaft Maienfeld von 1797 bis 1803 sowie erster Landammann des Hochgerichtes Maienfeld und Mitglied des sog. kleinen Rates des Kantons Graubünden. Jakob Ulrich von Sprecher eröffnete am 20. April 1803 die erste bündnerische Grossratssession mit einer bestechenden staatsmännischen Rede. Am Fusse der grosszügig angelegten Rebberge liegt St. Wolfgang. Vom Kaufhaus unter der Gerichtslinde in Maienfeld, das 1911 abgebrochen wurde, führte die Römerstrasse über St. Wolfgang, dem heutigen Weiler Eichholz, nach Malans ins Prättigau. Eine zweite Römerstrasse führte nach Chur, Tiefencastel, Thusis, Splügenpass nach Chiavenna. Auf St. Wolfgang tagte auch das Blutgericht, dem auch der Richter und vier Geschworene aus Jenins angehörten. Am 25.10.1641 wurde der letzte Sträfling auf St. Wolfgang zu Tode durch den Schwert verurteilt und hingerichtet.
Zur Zeit der Bündnerwirren 1622 bis 1635 brachte der französische Herzog Heinrich Rohan die Blauburgunder Rebe wie in der übrigen Bündner Herrschaft auch nach Jenins. Aus Dankbarkeit wurde dem edlen Herzog, wie er von den Herrschäftlern genannt wurde, vor dem Gasthaus zur Bündte ein Denkmal errichtet.