Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03419.jsonl.gz/1737

Verbesserung der Bildungsqualität in zweisprachigen Schulen, Burkina Faso
Projektbeschrieb
DIE STRATEGIE
Seit 1994 wurden zweisprachige Grundschulen entwickelt, um die interne Effizienz und Relevanz des Grundbildungssystems zu verbessern. Initiiert von zivilgesellschaftlichen Organisationen, wurden sie 2007 vom Bildungsministerium übernommen. Die zweisprachigen Schulen bieten dieselben Inhalte wie die anderen Schulen des öffentlichen Bildungssystems an, weisen aber einige Besonderheiten auf: Verwendung der Landessprachen als Unterrichtssprachen für die Fächer zusätzlich zum Französischen; Einbeziehung praktischer handwerklicher Tätigkeiten mit Blick auf die berufliche Umgebung in die Lehrpläne; Einbeziehung wichtiger Elemente indigener kultureller Werte in die Lehrpläne; Förderung der Beteiligung der Bevölkerung an der Gründung und dem Betrieb der Schulen, um Schul- und Familienerziehung miteinander zu vereinbaren, und Verkürzung der Schulzeit auf fünf Jahre für den Primarbereich (statt sechs).
Angesichts der ersten zufriedenstellenden Ergebnisse haben sich die zweisprachigen Schulen nach und nach in allen 13 Regionen des Landes etabliert. Mehrere vom Ministerium in Auftrag gegebene Evaluierungen ergaben jedoch, dass die von den Schülern in den zweisprachigen Schulen erzielten Ergebnisse allmählich zurückgingen, was ein nachlassendes Interesse seitens der Eltern und der Bevölkerung zur Folge hatte. Angesichts dieser Erkenntnisse war das Bildungsministerium der Meinung, dass der von EdM geförderte pädagogische Ansatz eine Antwort auf diese Qualitätsprobleme sein könnten und bat EdM um Unterstützung.
Die erste Phase der Unterstützung zur Verbesserung der Qualität des Unterrichts in zweisprachigen Schulen (2017-2020) umfasste 30 Schulen in 8 Provinzen der 4 Regionen Zentrum, Zentrum-West, Zentrum-Süd und Zentralplateau. Von 2017 bis 2019 profitierten 2.408 Schüler, darunter 1.145 Mädchen, vom Unterricht, der Elemente zur Qualitätsverbesserung integrierte, die von EdM und seinen Partnern gefördert wurden. Darüber hinaus wurden 118 Lehrer geschult, 53 Lehrerausbilder und Lehrplanentwickler stärkten ihre pädagogischen Kapazitäten, und 9 von ihnen nahmen an dem von EdM angebotenen Masterstudiengang für zweisprachige und interkulturelle Bildung an der Universität Abomey Calavi (UAC) in Benin teil. Schliesslich wurden auch Supervisoren und 10 Ausbilder geschult, die ihr Wissen in die Supervision von Lehrkräften, in deren Ausbildung und in die Gestaltung neuer Unterrichtsmaterialien einbringen. In den vom Programm unterstützten zweisprachigen Schulen war die Verbleibquote der Schüler 2018 sehr hoch (98,5 %; 99,5 % für Mädchen) und lag über dem gesetzten Ziel (97 %; 98 % für Mädchen). Diese Raten liegen ebenfalls deutlich über den Ergebnissen, die auf nationaler Ebene in zweisprachigen Schulen erzielt werden.
Die Erarbeitung und Bereitstellung von etwa 20 verschiedenen und relevanten Lehr- und Lernmaterialien für Lehrer und Schüler hat die Lernmittel mit relevanten und kontextualisierten Inhalten bereichert.
Insgesamt wurde eine positive Veränderung der Lehr- und Lernpraktiken nach den Interventionen des Programms festgestellt. Mehrere Indikatoren in Verbindung mit der Qualität des Unterrichts haben sich positiv entwickelt, insbesondere mit Blick auf Kontextualisierung, Zweisprachigkeit, Interdisziplinarität, aktive und partizipative Unterrichtsansätze und Methoden des Klassenraummanagements.
Das Programm 2021-2024 steht im Einklang mit der Konsolidierung des Programms 2017-2020, sowohl mit Blick auf seine Ziele als auch auf seine allgemeine Umsetzungsstrategie. So bleiben die Entscheidungen, auf allen Ebenen der Ausbildungskette zu intervenieren und an der Verbesserung des Unterrichtsprozesses durch die Bereitstellung von qualitativ hochwertigem Lehrmaterial zu arbeiten, im Zentrum einer auf eine Stichprobe von Schulen konzentrierten Bildungserfahrung. Darüber hinaus werden Aspekte der Förderung von nachhaltiger Entwicklung und Kinderrechten, einer Kultur des Friedens und der Gleichstellung der Geschlechter in die Inhalte einfliessen. Im Wesentlichen dient die aktuelle Phase der Vervollständigung der Unterrichtsinhalte und der Evaluierung der Auswirkungen mit Blick auf eine Ausweitung des Programms ab 2025.
Mit Blick auf die Ausbildungskette wird das Programm die Fähigkeiten von 19 Ausbildern von Lehrkräften konsolidieren, die den zentralen Kern der pädagogischen Ressource-Personen bilden (und damit die Garanten für die Verankerung im Bildungssystem über die Intervention der EdM hinaus sind), sowie von 11 Ausbildern auf mittlerer Ebene. Zu diesem Zweck wird ihnen mit Unterstützung der Bildungsspezialisten von EdM (in der Zentrale und im lokalen Koordinationsbüro) eine Fortbildung im Rahmen der bestehenden Fortbildungsmechanismen des Bildungsministeriums angeboten, nämlich das Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte, das von der Generaldirektion für pädagogische Unterstützung und Aus- und Fortbildung angeboten wird. Hybride Modalitäten (Kombination von Fern- und Präsenzunterricht) werden in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen und Orientierungen des Bildungsministeriums erforscht. Die 2017-2020 begonnene Arbeit mit Blick auf die Erstellung von Lehrmitteln wird fortgesetzt, so dass bis 2024 ein kohärentes Set von Materialien zur Verfügung steht, das eine solide Basis für die zukünftige Entwicklung von Unterrichtsmaterialien für zweisprachige Schulen bilden kann. Die bereits entwickelten Materialien werden auf der Grundlage der Beobachtungen und Analysen während der Testphase überarbeitet.
Darüber hinaus wird ein bereichsübergreifender Ansatz zur Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und einer Kultur des Friedens rund um die folgenden Punkte umgesetzt, in Übereinstimmung mit den nationalen Lehrplanrichtlinien und den neuen strategischen Richtlinien von EdM:
- Fächerübergreifende Unterrichtseinheiten werden von Fachpersonen des Bildungsministeriums rund um ein Thema der nachhaltigen Entwicklung und unter Berücksichtigung des von der Bildung für nachhaltige Entwicklung geförderten pädagogischen Ansatzes entworfen. Besonderes Augenmerk wird auf die Problematisierung eines gesellschaftlichen Themas gelegt, das in der Gesellschaft diskutiert wird, und es werden kognitive und ethische Lernziele festgelegt. Diese Unterrichtseinheiten sehen auch ein Projekt zur Partizipation der Schüler vor, das zu Beginn mit den Schülern und anderen Akteuren der Bildungsgemeinschaft vereinbart wird, und zwar nach einer Einführung, die es ermöglicht, die Problematik zu verstehen, die Reflexion zu rahmen und den Lernenden bestimmte mögliche Wege der Partizipation zu unterbreiten;
- Das Programm unterstützt die Förderung von Schulprojekten zu den Themen Kinderrechte, Friedenskultur und ganz allgemein zu nachhaltiger Entwicklung. Die Schulverwaltungskomitees, in denen die gesamte Schulgemeinschaft vertreten ist, werden bei der Gestaltung und Finanzierung dieser Projekte als integraler Bestandteil ihrer Aktionspläne unterstützt, wie es in der Nationalen Strategie zur Stärkung und Nachhaltigkeit der Komitees vorgesehen ist. Es wird eine Verknüpfung der Projekte mit kommunalen Entwicklungsplänen angestrebt.