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Kapitel 1
November 1949
Peggy Ronoscki stand in der Küche des Cafés vor einem Berg benutzter Teller, Tassen und Bestecks und blickte seufzend auf die Uhr. Seit sechs Uhr morgens war sie auf den Beinen und käme heute Abend sicher erst nach sieben heim. Die Arbeit in dem kleinen Café, das sie mit der Unterstützung ihres Mannes Able an der Küste zwischen Torquay und Lyme Bay eröffnet hatte, hörte einfach niemals auf, und da sich ihre Angestellte Masie Bennett heute Nachmittag nicht hatte blicken lassen, spülte sie, nachdem sie vorne nach dem Schließen hatte Ordnung machen müssen, eben auch noch das Geschirr.
»Müde?«, fragte Able.
Lächelnd drehte sich sie nach ihm um. Trotz der Erschöpfung hob sich ihre Stimmung, als ihr Mann den Raum betrat.
»Ich habe doch gesagt, dass du nicht alles machen musst, Peggy. Ich habe noch die Tische und den Tresen abgewischt, aber jetzt hab ich dir helfen wollen.«
Sie bedachte ihn mit einem liebevollen Blick. »Du arbeitest auch so schon hart genug.« Er war als amerikanischer Soldat in England stationiert gewesen, hatte aber auch gekämpft und dabei seinen linken Unterarm verloren. Nach mehreren Versuchen hatte er die Holzprothese, an der er sich immer wund gerieben hatte, abgelegt und kam verblüffend gut mit einem Arm und einem Stumpf zurecht. Es überraschte Peggy immer wieder, was er alles schaffte, auch wenn sie versuchte, ihm die Tätigkeiten abzunehmen, die für ihn ein bisschen schwierig waren. »Es liegt an diesem Mädchen, Able. Vielleicht sollte ich mir jemand anderen suchen, denn sie hat mir heute wieder mal gezeigt, dass man sich einfach nicht auf sie verlassen kann.«
»Das solltest du auf jeden Fall, schließlich kannst du nicht allein die Arbeit von drei Leuten übernehmen.« Er trat auf sie zu, schlang seinen rechten Arm um ihre Taille, neigte den Kopf und küsste sie. »Du solltest bereits seit zwei Stunden zu Hause bei den Kindern sein.«
»Schon gut«, versicherte sie ihm. »Sie haben heute ihren Kindertreff, und Sandra hat sie hingebracht. Ich habe ihr gesagt, ich wäre rechtzeitig zurück, um sie dort abzuholen. Also fahre ich dich heim und sammele sie dann dort ein. Aber es dauert noch fast eine Stunde, bis sie fertig sind.«
Sandra Brooks war ihre nächste Nachbarin. Nachdem sie in das kleine Haus in Devon eingezogen waren, hatte Peggy sich mit ihr angefreundet, und sie käme ohne ihre Hilfe wirklich nicht zurecht.
Sie kochte immer schon in aller Früh, und Able nahm die frischen Speisen in Containern mit in ihr Café und schloss dort auf, während sie selbst den Zwillingen das Frühstück machte und sie in die Schule fuhr. Sandra hatte schnell gemerkt, wie schwierig es für Peggy war, die Kinder nach der Schule abzuholen, und angeboten, Fay und Freddie mitzubringen, wenn sie ihre Kinder holen fuhr. Die beiden Frauen tranken oft Kaffee zusammen, tauschten Rezepte aus und luden sich, sooft es ging, zum Mittag- oder Abendessen ein. Was sie jedoch nur selten schafften, weil sie beide sehr beschäftigt waren. Sandra arbeitete als Sekretärin ihres Mannes, wenn sie sich nicht um die Kinder und den Haushalt kümmern musste, aber trotzdem hatte sie mehr freie Zeit als Peggy mit ihrem Café.
»Zumindest brauchst du nicht auch noch für uns zu kochen, wenn wir abends heimkommen«, stellte Able fest. »Die Kinder lieben es, wenn sie zum Essen herkommen können, auch wenn sie h