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Der Begriff „Entwicklungsstörungen“ stammt aus dem Kapitel F (Psychische und Verhaltensstörungen) des internationalen Diagnose-Systems ICD-10 (International Classification of Diseases).
Die Vereinheitlichung der medizinischen und damit auch psychiatrischen Diagnostik auf internationaler Ebene stellt einen grossen Fortschritt dar und ist eine wichtige Voraussetzung für Forschung und Wissenschaft. Nur wenn einheitliche Begriffe gebraucht werden, können Forschungsresultate weltweit verglichen werden.
Auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie hat dies zu ganz wesentlichen Veränderungen und Fortschritten geführt.
In meiner Praxis nimmt der Begriff „Entwicklungsstörungen“ eine zentrale Bedeutung ein. Allerdings gebrauche ich, um nicht nur defizitorientierte Begriffe zu verwenden, bei den Betroffenen auch den analogen Begriff „Kinder mit ausgeprägten Stärken und Schwächen“.
Falls Sie Interesse an den theoretischen Hintergründen von Diagnosen wie ADHS, POS und Asperger-Syndrom haben, so empfehle ich Ihnen einen Besuch des Abschnitts „Theorie“ (unten).
Im Abschnitt „Praxis“ (weiter unten) finden Sie Anwendungsbeispiele aus meiner Beratungstätigkeit bei Kindern mit ADHS oder Asperger-Syndrom.
Ich habe im Rahmen meiner Praxistätigkeit zudem eine wissenschaftliche Studie durchgeführt. Es geht dabei um die Frage, inwiefern der HAWIK-III, ein weitverbreiterter Intelligenz-Test, zur Abklärung des Asperger-Syndroms geeignet ist. Näheres finden Sie auf der Seite „Forschung, Weiterbildung„.
Theorie
Vom POS zu den Entwicklungsstörungen
In der Schweiz war und ist der Begriff POS (frühkindliches psychoorganisches Syndrom) sehr verbreitet. Ich bin der Überzeugung, dass dieses Konzept überholt ist und durch das Konzept der Entwicklungsstörungen (wie international üblich) ersetzt werden sollte. Sie finden auf meiner Webseite zwei wissenschaftliche Artikel, die ich zu diesem Thema verfasst habe:
Vom POS zum Asperger-Syndrom und Das POS – ein Auslaufmodell.
In der ELPOST Nr.41 habe ich einen Artikel zum Thema „ADHS und Autismus-Spektrum“ geschrieben. Eine Kopie des Artikels finden Sie hier.
Überblick über die verschiedenen Entwicklungsstörungen
Mit dem folgenden Farbschema wird der Versuch unternommen, die verschiedenen Entwicklungsstörungen in einen Zusammenhang zu stellen und verständlich zu machen.
Das Schema ist folgendermassen zu lesen:
Die Menschen insgesamt werden unterteilt nach verschiedenen Eigenschaften. In der waagrechten Dimension von links nach rechts wird unterschieden zwischen kreativ und nachahmend. In der Vertikalen wird unterschieden zwischen einseitig und vielseitig. Diese beiden Eigenschaftspaare werden miteinander kombiniert.
- Grüner Bereich: kreativ und vielseitig
- Blauer Bereich: kreativ und einseitig
- Gelber Bereich: nachahmend und einseitig
- Roter Bereich: nachahmend und vielseitig
Eine ausführlichere Beschreibung des Farbschemas finden Sie hier.
Im Zentrum dieses Schemas, das grau gefärbt ist, befinden sich jene Menschen, die sich in den 4 erwähnten Eigenschaften nicht profilieren, sondern die Mitte darstellen. Diese Menschen weichen in keiner Weise vom Durchschnitt ab. Ich nenne sie deshalb graue Mäuse.
Entwicklungsstörungen ein fliessender Übergang
Das Schema bedeutet also, dass sich die sogenannten normalen Menschen in der Mitte befinden. Je weiter jemand von der Mitte abweicht, umso „exzentrischer“ ist er. Das ist mit Vor- und Nachteilen verbunden, mit Stärken und mit Schwächen. Je exzentrischer jemand ist, umso ausgeprägter sind diese Stärken und Schwächen, und wenn jemand weit genug vom Zentrum entfernt ist, dann spricht man von einer Entwicklungsstörung. Entscheidend ist allerdings die Feststellung, dass der Übergang vom Normalen zum Menschen mit einer Entwicklungsstörung fliessend ist
Und: Die Normalen sind zahlenmässig viel häufiger als die Exzentrischen. Dies kommt zum vorschein, wenn das Schema dreidimensional dargestellt wird:
In der mitte ist die Figur am höchsten, d.h. hier befinden sich am meisten Individuen (Normalbevölkerung). Gegen den Rand flacht die Glocke stark ab, d.h. je weiter weg von der Mitte sich jemand befindet, desto „exzentrischer“ / einzigartiger und eben auch „seltener“ ist er/sie.
Eine Reihe von Texten sollen das bisher Dargestellte ergänzen:
Erläuterungen zu Vererbung, Umwelt und Entwicklungsstörungen sowie zu den Begriffen ADHS, Autismus-Spektrum und POS
Unterscheidung von umschriebenen und tiefgreifenden Entwicklungsstörungen
Von den Entwicklungsstörungen zu den Entwicklungsbesonderheiten Dimensionaliät (fliessender Übergang) von „normal“ bis zur Diagnose einer Störung aus dem Autismus-Spektrum
Wissenschaftlicher Artikel, der das Konzept des POS durch die Begriffe „Tiefgreifende Entwicklungsstörungen“ bzw. „Autismus-Spektrum-Störungen“ ersetzt: Vom POS zum Asperger-Syndrom.pdf
Wissenschaftlicher Artikel, der das Konzept des POS kritisch hinterfragt: Das POS – ein Auslaufmodell.pdf
Praxis
Broschüre für den Umgang mit Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten
In meiner Beratungstätigkeit ist eine Broschüre entstanden, die wichtige Hinweise und Tipps für die Erziehung von Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten enthält:
So macht me das !
Unter diesem Slogan habe ich ein eigenes pädagogisch-therapeutisches Konzept entwickelt. Ich nenne es auch „Gebrauchsanweisungen für den Alltag“.
Genaueres zu diesem Konzept finden Sie in dieser Zusammenfassung.
Die Gebrauchsanweisungen für den Alltag sind nun neu als Broschüre im Kirja-Verlagerschienen!
Die Broschüre enthält eine Vielzahl von konkreten Beispielen für verschiedene Alltagssituationen:
- Aufstehen am Morgen
- Hausaufgaben erledigen
- Reden – Zuhören
- Umgang mit Wut
- usw.
In der Broschüre enthalten ist ein Zugang zum Download-Bereich des Kirja-Verlags. Dort können alle Gebrauchsanweisungen sowie weitere Texte im PDF-Dateiformat heruntergeladen werden. So können alle Beispiele verändert und auf eigene Bedürfnisse angepasst werden!
Preis: Fr. 15.- (excl. Porto)
Bestellungen über: www.kirjaverlag.ch
Verstärker-Systeme
Ein wichtiges Element in der Erziehung stellt der Umgang mit Belohnungs- bzw. Verstärkersystemen dar. Sie helfen, unnötige Konflikte im erzieherischen Alltag zu reduzieren. Eine Form des Verstärkersystems, die v.a. für Jugendliche gut geeignet ist, ist der sogenannte Stufenplan.
Asperger-Syndrom und Schule
Die meisten (aber durchaus nicht alle) Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen oder ADHS haben erhebliche Probleme in der Schule. Manchmal braucht es deshalb besondere integrative Massnahmen oder gar eine Sonderschule. Einige nützliche Hinweise speziell zum Thema „Schule“ finden Sie hier.
Literaturliste zum Thema „Asperger-Syndrom“
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Fachbüchern, Beratungsliteratur und Unterhaltungsliteratur zum Thema Asperger. Ich habe die mir zur Zeit bekannten Schriften in einer Liste zusammengefasst: