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Niemand kannte die «Countess of Kent» oder die «Gräfin von Hohenembs». Aber die Schweizerinnen und Schweizer liessen sich von diesen Decknamen nicht in die Irre leiten; sie wussten, dass sich hinter dem Namen «Countess of Kent» die wichtigste Frau der Welt, nämlich Queen Victoria, Königin des Vereinigten Königreichs, verbarg. Und dass die «Gräfin von Hohenembs» niemand anderes war als Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sisi.
So hiessen die demokratischen Schweizerinnen und Schweizer diese bekannten Adeligen frenetisch willkommen, wenn diese unter falschen Namen in die Schweiz reisten. Als die englische Queen am Bahnhof Luzern eintraf, wartete eine grosse Menge Schaulustiger auf sie, um ihr zuzujubeln. Die Luzerner Stadtpolizei musste das Publikum sogar im Zaum halten, damit es der Queen nicht zu nahe kam. Als Victoria später einen Ausflug auf die Rigi unternahm, sangen auf Kaltbad 200 bis 300 Personen der Königin zu Ehren «God Save the Queen», dazu durchbrachen Salutschüsse die damalige Stille der Berge.Grosse Menschenaufläufe gab es auch bei den Besuchen von Joseph II. von Habsburg-Ungarn, Zar Alexander I., Kaiser Napoleon III., König Ludwig II. von Bayern und, im 20. Jahrhundert dann, bei Kaiser Wilhelm II., Königin Astrid von Belgien, Kaiser Haile Selassie von Abessinien oder bei Queen Elisabeth II. Das ist hochinteressant: Die Schweiz, die ihre demokratische Tradition stets in Ehren hielt und auch inszenierte, übte sich im Hofknicks, wenn ein Royal mit seinem Hofstaat vorbeischaute. Sind die Schweizerinnen und Schweizer verkappte Monarchisten? Vielleicht weil sie selber nie einen König oder eine Königin hatten?
TV-Beitrag über den Staatsbesuch von Queen Elizabeth II. im Jahr 1980.SRF
Zugegeben, das stimmt nicht ganz: Denn wir nennen hierzulande den Besten des Nationalsports Schwingen nicht Schweizermeister, sondern Schwingerkönig! Im Sägemehlring scheint das Royale also keine Mühe zu machen.
Umgekehrt hatten die reisenden Royals keine Mühe mit der Schweiz und dem Schweizer Volk. Obwohl das Inkognito nicht hielt, fühlten sich die Königinnen und Könige, die Kaiserinnen und Kaiser offensichtlich sehr wohl zwischen Basel und Chiasso; auch wenn ihre Motive für die Reise in die Schweiz so unterschiedlich waren wie die Royals selber. Einzelne kamen in die Schweiz, weil sie europäische Geistesgrössen treffen wollten, die damals in der Schweiz lebten und wirkten. Andere suchten die Schweiz auf, um sich zu erholen oder hier in Ruhe gelassen zu werden – etwa wie Queen Victoria, die sich in der Innerschweiz viele Sehenswürdigkeiten ansah, spazierte und die Landschaft aquarellierte.
Wieder andere wollten in der Schweiz weitere Mächtige auf neutralem Boden treffen oder kamen auf Staatsbesuch wie Kaiser Wilhelm II. Oder sie waren auf der Flucht und suchten ein ruhiges Exil wie der spätere Kaiser Napoleon III. von Frankreich. Manchmal war es auch ganz banal eine Einkaufstour, für teure Schweizer Uhren oder für Schweizer Waffen.Auch im Wallis war man erstaunt, wie sehr die Schweizerinnen und Schweizer 1929 der Königin der Niederlande zujubelten. Der «Briger Anzeiger» analysierte daraufhin etwas gewunden: «Die Königin mag daraus gesehen haben, dass die ältesten Republikaner der Welt dem monarchistischen Gedanken absolut nicht so ferne stehen, wie man es vielleicht meinen könnte.»
Velofahren boomt, dank Corona und E-Bike. Blütezeit des Velos waren jedoch die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts: Damals dominierte das Velo das Strassenbild, und im Eidgenössischen Parlament hiess es 1913 gar: «Die heutige Welt könnte ohne Fahrrad gar nicht mehr existieren.»
Nur dank einem guten Schuhwerk gelang es den Römern, ein riesiges Gebiet zu erobern. Ok, ein wenig Strategie war auch noch dabei. Aber die grossen Truppenverschiebungen wären ohne stabile Sandalen unmöglich gewesen.
Das Aufstandsgebiet: grenzüberschreitend. Die militärische Bedrohung: Belagerung und Kampf auf offenem Feld. Die Forderungen: eigene Landsgemeinden und eine eigene bäuerliche Eidgenossenschaft. Mehr geht nicht.