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Mittwoch 6. Mai 2015, Patmos, Apokalypse, Chora und Wanderung zum Goldstrand
Wieder ein strahlend schöner Tag, keine Wolke am Himmel, es wird wohl heiss werden. Nach dem Frühstücksbuffet beginnt die Wanderung direkt am Hotel, wir gehen durch Skala, Gärten in denen bereits Mispeln und Zitronen gelb von den Bäumen leuchten und viele Blumen wie Rosen, Calla und Cosmea blühen, der Sommer ist schon angekommen. Wir steigen hinauf zur Apokalypsis, der Höhle, in der der Evangelist Johannes die Offenbarung der Apokalypse erfuhr und wo heute das gleichnamige Kloster steht. Ein Wald spendet willkommenen Schatten und wir erreichen das Kloster, das von zahlreichen Touristen und auch Einheimischen besucht wird. Da die räumlichen Verhältnisse beengt sind, müssen wir warten, bis es Platz gibt.
Ueber steile Treppen gelangen wir in das Herzstück der Klosteranlage, die Höhle, welche noch die Risse in der Decke zeigt, die im Zusammenhang mit der Offenbarung entstanden sein sollen. Der Volksglaube sieht in den Rissen ein Zeichen für die Macht des Worts Gottes während wir eher an die Folgen eines Erdbebens denken. Wir erfahren, dass der Apostel Johannes im Zug einer Christenverfolgung nach Kleinasien gelangte, das Zentrum der Kaiserverehrung war, welche Johannes ablehnte. Kaiser Domitian liess Johannes festnehmen, ihn nach Rom bringen, wo man ihn erfolglos folterte. Johannes überstand selbst die Behandlung mit kochendem Oel unbeschadet und wurde 95 nach Christi Geburt nach Patmos ins Exil verbannt.
Die Leute auf der Insel fürchteten sich vor Johannes, der einen Zweikampf mit einem Zauberer austrug, der Zauberer wurde in einen Felsen verwandelt. Johannes bezog die Höhle und empfing in einem Traum die Offenbarung der Apokalypse, welche sein Schüler Prokoros aufschrieb. Im 11. Jahrhundert wurde auf den Fundamenten eines Artemistempels das Kloster über der Höhle errichtet, 1713 wurde eine Schule für Religion gegründet, die nur Knaben und Männer aufnimmt, an der aber auch Frauen lehren. Nach diesen interessanten Ausführungen setzten wir unseren Weg nach Chora fort, einer alten um eine Klosterfestung erbauten Stadt.
In dem Auf und Ab der engen Gassen unterhalb des Klosters St Joannis Theologou konnte man schnell einmal verloren gehen, da es keine Möglichkeit gab, sich in den schmalen, hohen Gassen zu orientieren. Nach einer kurzen Pause verliessen wir Chora in Richtung Grikos, begleitet von den freundlichen Wünschen eines Popen, der uns bestätigte, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Philipp hatte uns beim Fotografieren verloren und reiste mit Taxi an.
Am Strand kam es dann zur grossen Aufspaltung, ein Teil der Gruppe blieb an der Petras Bucht, an der es ein bereits geöffnetes Restaurant gab, ein Teil ging noch bis zum nahegelegenen Hotelstrand, um zu baden, und eine weitere Gruppe wanderte noch etwa 1 Sunde zum Psili Amos (Goldstrand), um dort in den Fluten der Aegeis Abkühlung zu suchen. Der Weg dorthin führte bei Stayrou (Stavros) durch eine Werft, auf der Boote neu gebaut oder Renovationsarbeiten ausgeführt wurden. Der Goldstrand ist ein Juwel, einfach traumhaft schön und wunderbar einsam, jetzt noch. Von Jean Francois erfuhren wir, dass die Wassertemperatur 19, 6 Grad betrug.
Nach Badeplausch und Picknick traten wir in kleinen Gruppen den Rückweg an, Treffpunkt war das Restaurant an der Stayrou Bay, wo alle pünktlich eintrafen, um gemeinsam mit dem Bus zurück nach Skala zu fahren. Da es kein gemeinsames Abendessen gab, suchte sich jeder ein Restaurant nach seinem Geschmack. Alle waren sich jedoch einig, dass wir einen herrlichen und interessanten Tag verbracht hatten. Michael
Patmos, Apokalypse, Chora – Psili Amos