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Sehr geehrte Frau Scherrer
Wie ausgeführt, rechnet die Bank die Tragfähigkeit nicht mit dem aktuellen Zinssatz (in Ihrem Beispiel mit einer 10-jährigen Festhypothek), sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz. Dieser liegt in der Regel zwischen 4.50% und 5.00%. Ein Teil der Banken rechnet mit dem Nettoeinkommen, ein Teil mit dem Bruttoeinkommen.
Bei einem (Brutto-)Einkommen von 60 000 und einem Kaufpreis von 800 000 gewährt Ihnen die Bank nach der klassischen Methode (mit 5% gerechnet) eine Hypothek von 240 000. Entsprechend muss Eigenkapital von 560 000 eingebracht werden.
Die Tragfähigkeitsberechnungen sind tatsächlich statisch. Eine mögliche Arbeitslosigkeit oder auch eine mögliche Scheidung bleibt bei dieser Betrachtung unberücksichtigt. In der Tat muss man sich die Frage stellen, ob nicht eine dynamische Betrachtung angebracht wäre und z.B. die Annuitätenhypothek (wieder) eingeführt wird. Die Gürbetaler Bank beschreitet diesen Weg siehe hier: http://www.derbund.ch/wirtschaft/guerbetaler-bank-macht-was-raiffeisen-n...
Selbstverständlich hat die Bank die Möglichkeit, einen Kredit auch dann zu gewähren, wenn er die oben aufgeführten Kriterien (gemäss der internen Bankweisung) nicht erfüllt. Nur ist der Kredit in diesem Fall als ETP (Exceptions to policy) zu führen, was die Banken möglichst vermeiden wollen.
Freundliche Grüsse
Iwan Brot
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