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In der Endphase des Neubaus des Postbetriebsgebäudes Luzern 2 Bahnhof (1981- 1985) organisierte die Eidgenössische Kunstkommission einen Wettbewerb „Kunst am Bau“ unter einigen Künstlern der Zentralschweiz. In der Folge vergab sie den Auftrag für je ein Werk an zwei Innerschweizer Künstler.Der Vorschlag von Rolf Brem für einen Pöstler wurde, da „zu gegenständlich“, abgelehnt. Alphons Stadler ist dazu wie folgt zu zitieren: „Als Kreispostdirektor und leider nicht stimmberechtigter Gast dieser Kommission hat mir der Vorschlag von Rolf Brem ausserordentlich gefallen.“ Er erkundigte sich deshalb persönlich bei Rolf Brem, was die Skulptur kosten würde. Nachdem er die Finanzierung der 60’000.- Fr. für diese Bronzeplastik erfolgreich organisierte (sogar 10’000.- Franken mehr als benötigt), wurde deren Ausführung in Auftrag gegeben. Mit den zusätzlichen 10’000.- Franken wurde in der Folge eine kleine Pöstler-Figur (9500 Fr.) und ein Bildband mit dem Titel „Zeitgenossen“ von Rolf Brem für die Bibliothek der Post bezahlt.
„Der kontaktierte Stadtarchitekt der Stadt Luzern schlug als Standort für die Bronceplastik den Innenhof im ersten Stock des Postbetriebsgebäudes […] abseits der Postkunden und der Stadt“ vor. „Gemeinsam mit Rolf Brem studierten wir [Alphons Stadler] einen besseren Standort und fanden ihn vor dem Eingang zur Post Luzern 2 Bahnhof (heute Luzern 2 Universität) gut sichtbar für Passanten und Touristen. Ohne weitere Rücksprache mit der Stadt und der Eidg[enössischen] Kunstkommission wurde der Bau eines Betonsockels in Auftrag gegeben.“
Einige Tage vor der offiziellen Einweihung am 12.6.1985 wurde der „Pöstler“ in Anwesenheit von Rolf Brem, Fritz Kugler (Betriebschef des Postbetriebsgebäudes) und dem Kreispostdirektor in aller Stille, zur Freude vieler Passanten, aufgestellt.
Mit dem Beginn des Umbaus des Postbetriebsgebäudes zur Universität Luzern musste der Pöstler vorübergehend nach Root ins D4 Zenter, Abteilung InfraPost 1 ausweichen (Siehe Abb. 10, früherer Standort Abb.15 im Anhang).Die Konzernleitung der Post, Abteilung Immobilien, hat in der Zwischenzeit nach Kontakten mit dem Stadtrat Luzern und dem Regierungsrat Luzern erwirkt, dass der Pöstler nach Abschluss des Umbaus wieder am alten Standort vor dem Postbetriebsgebäude bzw. der Universität Luzern aufgestellt wird. 2 Dies soll voraussichtlich im Sommer 2011 geschehen.3
Rolf Brem wurde 1926 geboren, entstammt einer Handwerkerfamilie und wuchs in Luzern auf. Nach dem Gymnasium besuchte er die Bildhauerklasse Wiederkehr an der Kunstgewerbeschule Luzern. Von 1948-57 arbeitete er mit Unterbrüchen, die er für Weiterbildung und Studienreisen nutzte, im Zürcher Atelier von Karl Geiser. Dieser sozial engagierte Plastiker beeinflusste den jungen Brem stark. Von 1951-53 besuchte Rolf Brem die Académie de la Grane Chaumière in Paris. 1954-55 hielt er sicht mit seiner Frau Françoise am Istituto Svizzero in Rom auf. Seit 1957 befindet sich sein grosses Atelier in der ehemaligen Orangerie der St. Charles-Hall in Meggen. 1972 richtet er in einem alten Gehöft in Morbio Superiore im Mendrisiotto ein weiteres Atelier ein. Dies insbesondere um in der Nähe der grossen Bronzegiesserei von Mendrisio zu sein.4
Ein weiteres seiner Kunstwerke – „Hirt und Herde“5 – kann man am linken Reussufer, vor dem Stadttheater Luzern betrachten.