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Cylatron Trockensub 0.6 Mg C Solv Durchstf 4 Stk
Was ist Cylatron und wann wird es angewendet?
Cylatron enthält als Wirkstoff ein chemisch verändertes, pegyliertes Interferon. Interferone modifizieren die Antwort des Immunsystems, um Infektionen und schwere Krankheiten zu bekämpfen. Cylatron wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung von Melanomen (bösartiger Hautkrebs) verwendet.
Was sollte dazu beachtet werden?
Cylatron wird nicht zur Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren empfohlen.
Wann darf Cylatron nicht angewendet werden?
Cylatron darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Peginterferon alfa-2b, ein anderes Interferon oder einen der sonstigen Bestandteile von Cylatron sind.
- wenn Sie schwerwiegende Probleme mit dem Herzen hatten.
- wenn Sie an Epilepsie leiden oder bei Ihnen Umstände vorliegen, die Krämpfe auslösen (Anfälle oder «Krampfanfälle»).
- wenn Sie an schweren nervlichen oder psychischen Störungen leiden, insbesondere schweren Depressionen.
- wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, die sich durch herkömmliche Therapiemassnahmen nicht beherrschen lässt.
- wenn Sie eine mässige oder schwere Nierenerkrankung haben.
- wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben.
- wenn Sie schwanger sind oder stillen.
Wann ist bei der Anwendung von Cylatron Vorsicht geboten?
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Cylatron ist erforderlich,
- wenn Sie Symptome einer schweren allergischen Reaktion (wie Schwierigkeiten beim Atmen, keuchende Atmung, Nesselausschlag) entwickeln, während Sie dieses Arzneimittel erhalten, suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt/Ihre Ärztin auf.
- wenn Sie jemals einen Herzanfall oder ein Problem mit dem Herzen hatten, wird der Arzt/die Ärztin Sie besonders streng überwachen.
- wenn Sie jemals wegen Depressionen oder anderer psychischer Störungen (aggressives Verhalten gegenüber sich selbst oder gegenüber anderen Personen) behandelt worden sind. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie Cylatron verwenden. Cylatron kann frühere psychische Störungen erneut hervorrufen oder bestehende Probleme verstärken (siehe auch «Welche Nebenwirkungen kann Cylatron haben?»).
- wenn Sie Nierenprobleme haben, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen eine niedrigere Dosis als üblich verschreiben und Ihre Nierenblutwerte während der Behandlung regelmässig überwachen.
- wenn Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist, kann Cylatron die Leber zusätzlich schädigen.Ihr Arzt wird daher Ihre Leberwerte in den ersten Wochen nach Behandlungsbeginn und danach halbjährlich kontrollieren.
- wenn Sie anhaltende Symptome entwickeln, die mit einer Erkältung oder einer anderen Infektion des Atemtraktes verbunden sind, wie Fieber, Husten oder irgendwelche Schwierigkeiten beim Atmen, informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin.
- wenn Sie Diabetiker sind, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eine Augenuntersuchung anordnen.
- wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihre Schilddrüsenfunktion besonders streng überwachen.
- wenn Sie eine schwere Erkrankung hatten, die Ihre Atmung oder Ihr Blut betraf.
- wenn Sie an Schuppenflechte (Psoriasis) leiden; sie kann sich während der Behandlung mit Cylatron verschlechtern.
- wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, bevor Sie mit der Anwendung von Cylatron beginnen.
- wenn Sie ein Organtransplantat erhalten haben, entweder Niere oder Leber, kann eine Behandlung mit Interferon das Risiko für eine Abstossung erhöhen. Vergessen Sie nicht, dies mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin zu besprechen.
Zahn- und Zahnfleischerkrankungen, die bis zum Verlust der Zähne führen können, sind bei Hepatitis C-Patienten berichtet worden, die Peginterferon alfa-2b (eine ähnliche Interferon-Behandlung) zusammen mit Ribavirin (einem Arzneimittel gegen Hepatitis C) erhielten. Zusätzlich könnte während einer langfristigen Behandlung mit der Kombination von Peginterferon alfa-2b und Ribavirin ein trockener Mund einen schädigenden Effekt auf die Zähne und die Mundschleimhaut haben. Sie sollten Ihre Zähne zweimal täglich gründlich putzen und regelmässige zahnärztliche Untersuchungen durchführen lassen.
Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird Ihnen während Ihrer Behandlung mit Cylatron unter Umständen raten, besonders viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um einen Blutdruckabfall zu vermeiden.
Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeuges setzen oder keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, wenn Sie sich während der Anwendung von Cylatron müde, schläfrig oder verwirrt fühlen.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie
- an anderen Krankheiten leiden
- Allergien haben oder
- andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder anwenden.
Darf Cylatron während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?
In Studien an trächtigen Tieren haben Interferone manchmal Fehlgeburten verursacht. Die Auswirkung von Cylatron auf die Schwangerschaft beim Menschen ist nicht bekannt. Cylatron darf daher nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.
Es ist nicht bekannt, ob dieses Arzneimittel in der Muttermilch auftritt. Deshalb dürfen Sie während der Behandlung mit Cylatron kein Kind stillen.
Wie verwenden Sie Cylatron?
Vorbehandlung mit Paracetamol
Man wird Sie bitten, 30 Minuten vor Ihrer ersten Behandlung mit Cylatron zunächst 500 – 1000 mg Paracetamol als Vorbehandlung einzunehmen. Paracetamol trägt dazu bei, einige der Nebenwirkungen (wie grippeähnliche Symptome), die nach der Injektion von Cylatron auftreten können, zu lindern. Bei Bedarf ist eine weitere Einnahme von 500 – 650 mg Paracetamol in Abständen von 4 bis 6 Stunden möglich. Sie dürfen jedoch nicht mehr als zusammengerechnet 3000 mg an einem Tag einnehmen.
Behandlung mit Cylatron
Ihr Arzt/Ihre Ärztin hat Ihre Dosis für Cylatron basierend auf Ihrem Gewicht ermittelt und bei Bedarf angepasst. Wenden Sie Cylatron immer genau nach Anweisung des Arztes/der Ärztin an. Überschreiten Sie nicht die verordnete Dosierung und wenden Sie Cylatron solange wie verschrieben an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. bei Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Übliche Dosis von Cylatron:
Induktionstherapie: 6,0 Mikrogramm/kg Körpergewicht einmal in der Woche über 8 Wochen (Induktionsphase der Behandlung).
Erhaltungstherapie: 3,0 Mikrogramm/kg Körpergewicht einmal in der Woche über eine Gesamtbehandlungsdauer von 5 Jahren (Erhaltungsphase der Behandlung).
Wenn Sie Nierenprobleme haben, kann Ihre Dosis, je nach Nierenfunktion, niedriger sein.
Injizieren Sie Cylatron einmal wöchentlich am selben Tag zur selben Tageszeit; dies wird Ihnen helfen, es nicht zu vergessen.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Wenn Sie sich Cylatron selbst injizieren:
- Wenn Sie sich Cylatron selbst injizieren, vergewissern Sie sich bitte, dass die Ihnen verschriebene Dosis in der Arzneimittelpackung enthalten ist, die Sie erhalten. Cylatron ist für eine subkutane Anwendung vorgesehen. Dies bedeutet, dass es mit einer kurzen Injektionsnadel in die unmittelbar unter der Haut gelegene Fettschicht injiziert wird.
- Wenn Sie die Injektion des Arzneimittels selbst vornehmen, wird Ihnen gezeigt werden, wie die Injektionslösung herzustellen und zu injizieren ist. Detaillierte Angaben zur subkutanen Anwendung finden Sie weiter unten.
- Bereiten Sie die Dosis erst unmittelbar vor der beabsichtigten Anwendung zu und verwenden Sie sie danach sofort.
- Prüfen Sie vor der Anwendung sorgfältig die zubereitete Lösung. Verwenden Sie die zubereitete Lösung nicht, falls sie Verfärbungen aufweist oder Partikel darin schweben.
- Bringen Sie die in der Durchstechflasche verbleibende Lösung, nachdem Sie sich das Arzneimittel selbst verabreicht haben, Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin zur fachgerechten Entsorgung zurück.
Wenn Sie eine grössere Menge von Cylatron angewendet haben, als Sie sollten
Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.
Wenn Sie die Anwendung von Cylatron vergessen haben
Wenden Sie die Dosis an, sobald Sie sich daran erinnern und setzen Sie die Behandlung dann in wöchentlichem Rhythmus wie gewohnt fort (dabei verschiebt sich der Wochentag der Injektion). Alternativ dazu können Sie auch die vergessene Dosis auslassen und die Injektion am gewohnten Wochentag fortführen. Injizieren Sie sich nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Injektion vergessen haben. Suchen Sie, sofern notwendig, Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin auf.
Wie Sie Cylatron selbst injizieren:
Die folgenden Anweisungen erklären Ihnen, wie Sie Cylatron selbst injizieren. Bitte lesen Sie die Anweisungen sorgfältig durch und befolgen Sie sie Schritt für Schritt. Ihr Arzt/Ihre Ärztin oder sein/e bzw. ihr/e Assistent/in wird Ihnen zeigen, wie Sie die Selbstinjektion von Cylatron vornehmen. Versuchen Sie nicht, die Selbstinjektion durchzuführen, bevor Sie die Vorgehensweise und die Erfordernisse der Selbstinjektion sicher verstanden haben.
Vorbereitung
Stellen Sie die notwendigen Gegenstände bereit, bevor Sie beginnen:
- eine Durchstechflasche Cylatron Lyophilisat (gefriergetrocknetes Pulver) zur Herstellung einer Injektionslösung;
- eine Ampulle mit Lösungsmittel für Cylatron (Wasser für Injektionszwecke = aqua ad iniectabilia);
- eine 1 ml-Spritze;
- eine lange Nadel (zum Beispiel 0,8 × 40 mm [21 Gauge 1,5 Inch]), die dazu verwendet wird, das Lösungsmittel in die Durchstechflasche mit dem Pulver zu geben;
- eine kurze Nadel (zum Beispiel 0,3 × 13 mm [30 Gauge 0,5 Inch]) für die subkutane Injektion;
- einen Reinigungstupfer.
Waschen Sie gründlich Ihre Hände und sorgen Sie für eine saubere Arbeitsfläche.
Zubereitung der Injektionslösung
Vor dem Auflösen kann das Cylatron-Lyophilisat entweder als weisser, tablettenförmiger Festkörper (unversehrt oder in Bruchstücken) oder als weisses Pulver vorliegen.
Entfernen Sie die Schutzkappe von der Cylatron-Durchstechflasche. Reinigen Sie die Gummioberfläche der Durchstechflasche mit einem Reinigungstupfer. Sie können den Tupfer aufbewahren, um die Hautstelle zu reinigen, an der Sie die Dosis injizieren. Nehmen Sie die Spritze aus der Verpackung. Berühren Sie dabei nicht das vordere Ende der Spritze. Nehmen Sie die lange Nadel am Nadelschutz und setzen Sie sie fest auf das vordere Ende der Spritze auf. Legen Sie die Spritze auf einer sauberen Unterlage ab. Klopfen Sie behutsam an das obere Ende der Ampulle mit dem Lösungsmittel, um zu gewährleisten, dass sich die gesamte Flüssigkeit im unteren Teil der Ampulle befindet. Brechen Sie den Hals der Ampulle mit dem Lösungsmittel ab (Abb. 1). Nehmen Sie die Spritze von der Unterlage auf und entfernen Sie den Nadelschutz, ohne dabei die Nadel zu berühren. Ziehen Sie mit der Spritze die gesamte Menge an Lösungsmittel auf (Abb. 2).
Abb. 1
Den Hals der Ampulle abbrechen.
Abb. 2
Mit der Spritze die gesamte Menge an Lösungsmittel aufziehen.
Wird die gesamte Menge an Lösungsmittel mit der gesamten Menge an Cylatron-Lyophilisat gemischt, so hat die Lösung die korrekte Konzentration, um Ihre Dosis abzumessen (d.h. die auf den Packmitteln erwähnte Menge ist in 0,5 ml enthalten).
Eine geringe Menge geht während der Herstellung der Cylatron-Injektionslösung verloren, wenn die Dosis abgemessen und injiziert wird. Daher enthält jede Durchstechflasche einen Überschuss an Lösungsmittel und Cylatron-Lyophilisat, um eine Verabreichung der auf den Packmitteln erwähnten Dosis an Cylatron Injektionslösung in 0,5 ml zu gewährleisten.
Um die Injektionslösung zuzubereiten, durchstechen Sie nun mit der Nadel den Gummistopfen der Cylatron-Durchstechflasche ohne dabei den Gummistopfen der Durchstechflasche mit Ihren Händen zu berühren (Abb. 3).
Injizieren Sie das Lösungsmittel langsam, wobei der Flüssigkeitsstrahl auf die Glasinnenwand zu richten ist (Abb. 4). Es ist am besten, den Flüssigkeitsstrahl nicht direkt auf den Festkörper oder das weisse Pulver zu richten und die Flüssigkeit nicht zu rasch zu injizieren, da dies eine grössere Menge an Luftblasen verursachen würde. Die Lösung kann für einige Minuten trüb aussehen oder mit Luftblasen versehen sein. Dies ist üblich und kein Grund zur Besorgnis.
Abb. 3
Gummistopfen der Cylatron Durchstechflasche mit der Nadel durchstechen.
Gummistopfen dabei nicht mit den Händen berühren!
Abb. 4
Lösungsmittel langsam injizieren. Flüssigkeitsstrahl dabei auf Glasinnenwand richten.
Abb. 5
Mit leicht kreisenden Bewegungen die Durchstechflasche schwenken (ohne zu schütteln).
Um den gesamten Inhalt zu lösen, schwenken Sie die Cylatron-Durchstechflasche mit leicht kreisenden Bewegungen ohne zu schütteln, wobei Sie die Nadel mit der aufgesetzten Spritze in der Durchstechflasche belassen (Abb. 5). Drehen Sie vorsichtig die Durchstechflasche kopfüber nach unten, bis jegliches Pulver an der Oberseite der Durchstechflasche gelöst ist. Der gesamte Inhalt sollte jetzt vollständig aufgelöst und klar sein. Stellen Sie nun die Durchstechflasche aufrecht hin, so dass in der Lösung vorhandene Luftblasen an die Oberfläche der Lösung aufsteigen können. Hat sich die Lösung geklärt und sind alle Luftblasen an die Oberfläche der Lösung aufgestiegen, sollten Sie eine klare Lösung mit einem kleinen Kranz winziger Bläschen an der Oberfläche haben. Nun können Sie Ihre Dosis aus der Durchstechflasche entnehmen. Wenden Sie die Lösung sofort an. Kann die Lösung nicht sofort angewendet werden, so kann sie bis zu 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Abmessen der Cylatron-Dosis aus der zubereiteten Injektionslösung
Drehen Sie mit einer Hand die Flasche und die Spritze um. Vergewissern Sie sich, dass sich die Nadelspitze in der zubereiteten Cylatron-Lösung befindet. Ihre andere Hand ist somit frei, um den Kolben zu bewegen. Ziehen Sie den Kolben langsam heraus, um etwas mehr als die von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin verschriebene Dosis in die Spritze aufzuziehen. Halten Sie dabei die Spritze so, dass die Nadel in der Durchstechflasche nach oben gerichtet ist (Abb. 6).
Entfernen Sie die Spritze von der langen Nadel, wobei Sie die Nadel in der Durchstechflasche belassen und die Spitze der Spritze nicht berühren (Abb. 7). Nehmen Sie nun die kurze Nadel und stecken Sie sie fest auf die Spitze der Spritze auf (Abb. 8). Ziehen Sie den Nadelschutz von der Spritzennadel und ziehen Sie den Kolben geringfügig zurück, wobei Sie die Spritze mit der Nadel nach oben halten. Klopfen Sie leicht an die Spritze, bis allfällige Luftblasen nach oben Richtung Nadel aufgestiegen sind (Abb. 9). Schieben Sie den Kolben langsam bis zur richtigen Dosierung vor (Abb. 10). Setzen Sie den Nadelschutz wieder auf und legen Sie die Spritze mit der Nadel auf eine saubere Oberfläche.
Abb. 6
Durchstechflasche auf den Kopf drehen. Spitze der Nadel befindet sich in der Flüssigkeit. Etwas mehr als die verschriebene Dosis mit der Spritze aufziehen.
Abb. 7
Spritze von der langen Nadel entfernen. Spitze der Spritze dabei nicht berühren!
Abb. 8
Kurze Nadel auf die Spitze stecken.
Abb. 9.
Leicht an die Spritze klopfen, bis allfällige Luftblasen aufgestiegen sind.
Abb. 10
Kolben bis zur richtigen Dosierung vorschieben.
Vergewissern Sie sich, dass die Lösung Raumtemperatur (bis zu 25 °C) hat. Ist die Lösung kalt, so wärmen Sie die Spritze zwischen Ihren Handflächen auf. Kontrollieren Sie vor der Anwendung visuell die hergestellte Lösung: wenden Sie sie nicht an, wenn sie Verfärbungen aufweist oder Partikel darin schweben. Jetzt können Sie die Injektion vornehmen.
Injektion der Lösung
Wählen Sie die Injektionsstelle aus. Die besten Injektionsstellen sind Gewebe mit einer Fettschicht zwischen Haut und Muskel: Oberschenkel, äusserer Oberarm (um diese Stelle zu verwenden, kann die Hilfe einer weiteren Person nötig sein), Bauch (ausser Bauchnabel oder Leistengegend) (Abb. 11). Sollten Sie aussergewöhnlich schlank sein, so verwenden Sie nur den Oberschenkel oder den äusseren Oberarm zur Injektion.
Wechseln Sie jedes Mal die Injektionsstelle.
Abb. 11
Mögliche Injektionsstellen sind Oberschenkel, äusserer Oberarm und Bauch (ausser Bauchnabel oder Leistengegend).
Reinigen und desinfizieren Sie die Hautstelle, an welcher die Injektion gemacht werden soll, mit dem Reinigungstupfer. Warten Sie, bis die Fläche trocken ist. Entfernen Sie den Nadelschutz. Mit einer Hand bilden Sie eine Hautfalte. Mit der anderen Hand halten Sie die Spritze wie einen Bleistift. Stechen Sie die Nadel in einem Winkel von annähernd 45° in die Hautfalte (Abb. 12). Nach dem Einstechen nehmen Sie die Hand, die Sie zum Einstechen in die Haut benutzt haben weg und verwenden sie nun dazu, den Spritzenschaft zu halten. Ziehen Sie den Kolben sehr leicht mit einer Hand zurück. Kommt Blut in die Spritze, so haben Sie ein Blutgefäss getroffen. Injizieren Sie dann nicht an dieser Stelle; entfernen Sie die Spritze und wiederholen Sie das Vorgehen. Injizieren Sie die Lösung, indem Sie den Kolben langsam vollständig nach unten drücken.
Abb. 12
Mit einer Hand eine Hautfalte bilden. Nadel in einem 45° Winkel in die Hautfalte stechen.
Ziehen Sie die Nadel gerade aus der Haut heraus. Wenn nötig, drücken Sie mehrere Sekunden mit einem kleinen Verband oder einer sterilen Gaze auf die Injektionsstelle. Die Injektionsstelle nicht massieren. Blutet die Stelle, so decken Sie sie mit einem Pflaster ab.
Die Durchstechflasche, die Ampulle und das Spritzenset sind zum Einmalgebrauch bestimmt. Allfällige Reste der Injektionslösung sind zu verwerfen. Entsorgen Sie die Spritze und die Nadeln sicher in einem geschlossenen Behälter.
Welche Nebenwirkungen kann Cylatron haben?
Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Cylatron auftreten:
Bei einigen Patienten können bei der Anwendung von Cylatron Depressionen auftreten und bei Patienten, die mit Peginterferon alfa-2b in einer anderen Indikation behandelt wurden, traten in einigen Fällen Selbstmordgedanken oder aggressives Verhalten (manchmal gegen andere Personen gerichtet) auf. Einzelne Patienten haben tatsächlich Selbstmord begangen. Begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung, wenn Sie Depressionen entwickeln oder Selbstmordgedanken haben oder Änderungen in Ihrem Verhalten bemerken. Sie sollten ein Familienmitglied oder einen nahen Freund bitten, Ihnen dabei zu helfen, aufmerksam auf Anzeichen von Depressionen oder Änderungen in Ihrem Verhalten zu achten.
Sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt:
- Schmerzen im Brustkorb, Veränderung des Herzschlages
- Probleme mit der Atmung (einschliesslich Kurzatmigkeit)
- Verwirrtheit
- Niedergeschlagenheit, Gefühl, sich selbst schaden zu wollen
- Halluzinationen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln
- Benommenheit oder Schwindel
- Krämpfe («Krampfanfall»)
- ungewohnte Schwierigkeiten beim Schlafen, Denken oder Konzentrieren, Schwierigkeiten aufmerksam zu bleiben
- starke Magenschmerzen oder -krämpfe
- Blut oder geronnenes Blut im Stuhl (oder schwarzer, teeriger Stuhl)
- Fieber oder Schüttelfrost einige Wochen nach Behandlungsbeginn
- Schmerzen im unteren Rücken oder an der Seite
- Schwierigkeiten oder Unvermögen Wasser zu lassen
- schmerzende oder entzündete Muskeln (manchmal schwerwiegend)
- Probleme mit den Augen oder Seh- oder Hörstörungen
- schwerwiegende oder schmerzhafte Rötung der Haut oder der Schleimhaut
- starkes Nasenbluten
Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird möglicherweise Ihr Blut untersuchen, um sich zu vergewissern, dass die Zahl Ihrer weissen Blutkörperchen (Zellen für die Bekämpfung von Infektionen), Ihrer roten Blutkörperchen (Zellen, die den Sauerstoff transportieren) und Ihrer Blutplättchen (Blutgerinnungszellen) sowie andere Blutlaborwerte akzeptable Werte haben.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung. Diese Symptome treten vorwiegend zu Beginn der Behandlung auf. Zur Linderung dieser Symptome kann Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen Paracetamol verschreiben.
Weitere sehr häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 1 von 10 Patienten) sind:
Appetitlosigkeit, Depression, Schwindelgefühl, Geschmacks- und Geruchsstörungen, Taubheitsgefühl oder Schmerzen/Kribbeln in Armen und Beinen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Leberfunktionsstörungen, Hautausschlag mit Abschälen der Haut, Haarausfall, Hautreaktionen an der Injektionsstelle und Gewichtsabnahme.
Häufige Nebenwirkungen (bei mindestens 1 von 100 Patienten, jedoch nicht mehr als 1 von 10 Patienten) sind:
Rötung und Schwellung der Haut, Infektionen, Harnwegsinfektionen, Hautinfektionen Wundinfektionen, Pilzinfektionen, virale Infektionen, Abszess, infektiöser Durchfall, Infektionen der Atemwege inklusive Bronchitis, Lungenentzündung, Grippe, Nagelinfektionen (Nagelpilz), Rückgang der weissen Blutkörperchen, was zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit führen kann und manchmal von Fieber begleitet wird, Rückgang der Anzahl roter Blutkörperchen, was zu erhöhter Müdigkeit führen kann, Rückgang der Blutplättchen (Blutgerinnungszellen), wodurch sich das Blutungsrisiko erhöhen kann, Anschwellen oder Fehlfunktion der Lymphknoten, Fehlfunktion der Schilddrüse, Entzündung der Schilddrüse, Anstieg der Zucker-, Natrium- und Triglyceridspiegel (der Fettsäuren) im Blut, erniedrigter Kaliumspiegel im Blut, Gicht, Angst, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Störungen der Libido, Stress, Panikattacke, psychotische Störung, Halluzinationen, Erektionsstörungen, schmerzhafte Menstruation, Krampfanfälle, Koordinationsstörungen, Zittern, Aufmerksamkeitsstörungen, Ohnmacht, Nervenschädigung mit Empfindungsstörungen und Muskelschwäche, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Störungen geistiger Verarbeitungsprozesse wie Wahrnehmungs-, Denk- und Urteilsvermögen, Sprachstörungen, Lähmung des Gesichtsnerves, verschwommenes Sehen, Bindehautentzündung, trockene Augen, verminderte Sehschärfe, Blutgerinnsel in einer Vene des Auges, vermindertes Hörvermögen, Schwindel, Herzerkrankung, Bluthochdruck, Schwellung des Gewebes aufgrund eines beeinträchtigten Lymphsystems, Hitzegefühl, Hitzewallung, anormale Verengung der Blutgefässe in den Fingern und/oder Zehen (Raynaud Syndrom), Atemschwierigkeiten, Husten, Halsschmerzen, Entzündung im Mund, Bauch- und Magenschmerzen, Reizmagen, Verstopfung, trockener Mund, Entzündung des Verdauungssystems, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Leberschädigung, erhöhte Leberenzyme, ungewöhnlich starkes Schwitzen, Juckreiz, trockene Haut, Hautverdickung, Pigmentreaktion, erhöhte Lichtempfindlichkeit, Psoriasis, Hautausschlag, Rückenschmerzen, Schmerzen in einer Extremität, Muskelschwäche, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Eiweiss im Urin, Veränderungen der Blutwerte, Grippe-ähnliche Symptome, Brustschmerzen, Schwellung, Reizbarkeit, Schmerzen.
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (bei mindestens 1 von 1000 Patienten, jedoch nicht mehr als 1 von 100 Patienten) sind: Agitiertheit.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden nach Markteinführung berichtet. Es ist daher nicht immer möglich, die Häufigkeit verlässlich zu schätzen oder einen Kausalzusammenhang mit der Anwendung von Cylatron herzustellen: Bakterielle Infektion (einschliesslich Sepsis), tiefe Blutplättchenzahl aufgrund einer Autoimmunerkrankung (idiopathische thrombozytopenische Purpura), Störung der Blutgerinnung (thrombotische thrombozytopenische Purpura), akute Hypersensitivitätsreaktion einschliesslich schwerwiegender allergischer Reaktionen, Nesselfieber, Schwellung der Haut (Angioödem), Sarkoidose (eine entzündliche Erkrankung), Flüssigkeitsmangel, Diabetes, diabetische Ketoazidose (eine potentiell lebensgefährdende Komplikation bei Patienten mit Diabetes), agressives Verhalten gegenüber anderen, versuchter Suizid, Mordgedanken, Suizid, Suizidgedanken, ungenügende Durchblutung des Gehirns (zerebrovaskuläre Ischämie), Hirnschädigung, Gesichtslähmung, Migränekopfschmerz, Nervenschädigung (periphere Neuropathie), Anfälle, Cotton-Wool-Spots (eine Augenerkrankung), Verlust der Sehschärfe, Entzündung oder Schwellung des Sehnervs, Verschluss der Netzhautarterie oder –vene, Blutungen im Auge, Erkrankungen der Netzhaut des Auges, autoimmunvermittelte Entzündung der mittleren Augenhaut (Vogt Koyanagi Harada Syndrom), unregelmässiger Herzschlag, ungenügende Durchblutung des Herzmuskels, Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie), Herzinfarkt, Gehirnblutung, Entzündung der Blutgefässe (Vaskulitis), entzündliche Darmerkrankung, schwerwiegende Erkrankungen der Haut (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Epidermolysis acuta toxica), Psoriasis, Muskelentzündung, temporäre Muskelschwäche oder -lähmung (Rhabdomyolyse), schmerzhafte Gelenkserkrankung (rheumatoide Arthritis), systemischer Lupus erythematodes (eine Erkrankung, welche die Haut, Gelenke und die Nieren betrifft), Nierenversagen, Niereninsuffizienz, Schwäche, Unwohlsein, Gewebeschädigung an der Injektionsstelle, Lungenfibrose (Erkrankung des Lungengewebes).
Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen waren während der Induktions- und Erhaltungsphasen der Behandlung mit Cylatron sehr ähnlich.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Was ist ferner zu beachten?
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit <EXP> bezeichneten Datum verwendet werden.
Im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C).
Verwenden Sie die zubereitete Lösung nach der Zubereitung sofort oder innerhalb von 24 Stunden, falls sie im Kühlschrank (2 °C-8 °C) aufbewahrt wurde.
Sie dürfen Cylatron nicht verwenden, wenn Sie farbliche Veränderungen des Pulvers bemerken.
Die zubereitete Lösung sollte klar und farblos sein. Bei Verfärbungen oder Vorliegen von Partikeln darf die Lösung nicht verwendet werden. Etwaige nicht verwendete Lösung ist dem Arzt/der Ärztin oder dem Apotheker/der Apothekerin zur fachgerechten Entsorgung zu bringen.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Diese Massnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Was ist in Cylatron enthalten?
Cylatron enthält den Wirkstoff Peginterferon alfa-2b (ein chemisch veränderter Abkömmling des natürlichen Interferons alfa-2b).
Nach dem Auflösen enthält eine Durchstechflasche 200, 300 bzw. 600 Mikrogramm Peginterferon alfa-2b pro 0,5 ml.
Sonstige Bestandteile:
Lyophilisat: Dinatriumhydrogenphosphat-Anhydrat, Natriumdihydrogen-phosphat-Dihydrat, Saccharose und Polysorbat 80.
Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke 0,7 ml/Ampulle.
Zulassungsnummer
58860 (Swissmedic).
Wo erhalten Sie Cylatron? Welche Packungen sind erhältlich?
In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Cylatron 200, 300 oder 600 Mikrogramm wird in unterschiedlichen Packungsgrössen angeboten:
- 1 Durchstechflasche mit Lyophilisat, 1 Ampulle mit Lösungsmittel, 1 steriles Spritzenset (1 Injektionsspritze, 2 Injektionsnadeln und 1 Reinigungstupfer);
- 4 Durchstechflaschen mit Lyophilisat, 4 Ampullen mit Lösungsmittel, 4 sterile Spritzensets (mit jeweils 1 Injektionsspritze, 2 Injektionsnadeln und 1 Reinigungstupfer).
Zulassungsinhaberin
MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.
Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.
S-CCDS-MK4031-SYL-PWi-082014/MK4031-CHE-2015-010412
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