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Institute zur Vermittelung des Geldverkehrs, welche einem zweifachen Zweck dienen können. Entweder sie geben
dem Zahlungswesen, den Umlaufsmitteln eines Landes eine wirtschaftlich zweckmäßige Gestaltung, oder sie führen mittels
des Kredits die vorhandenen Kapitalien den kapitalbedürftigsten Stellen der Produktion zu. Wir unterscheiden demnach Banken zur
Verbesserung des Zahlungswesens (s. unten) und Kreditbanken (S. 327 ff.). Eine Bank kann auch einen zweifachen Charakter tragen
und gleichzeitig beiden Zwecken dienen.
Historisch ist die erste Klasse der Banken als die ursprünglichere anzusehen. Abgesehen von dem Geldwechsel,
mit dem sich schon sehr früh die Bankiers unter der Bezeichnung campsores (Geldwechsler, von deren »Bänken« der Name Banken abgeleitet
wird, während andre ihn auf banco, Haufe, einen ältern italienischen Ausdruck für ein Zwangsanlehen, zurückführen) beschäftigten,
und der auf den frühern Entwickelungsstufen des Münzwesens eine sehr wichtige Rolle spielte, dienten
auch bereits im alten Griechenland
[* 3] die Banken zur vorübergehenden sichern Aufbewahrung des Bargeldes sowie zur bequemen und kostenlosen
Übermittelung desselben an fremde Plätze.
Die Namen und der Geschäftsbetrieb der athenischen Bankinstitute sind uns besonders durch verschiedene gerichtliche Reden
des Isokrates und des Demosthenes überliefert. Auch in der neuern Zeit beginnt das Bankgeschäft mit der
einfachen Aufbewahrung fremder Gelder (depositum regulare) und der Zahlungsvermittelung (in der einfachsten Form durch bloßes
Umschreiben gegen volle Deckung durch eine hinterlegte Summe, dann durch Anweisungen und Tratten), und erst dadurch, daß sich
bei den Banken große Geldkapitalien ansammelten, wurden dieselben auf die Kreditgeschäfte hingeführt.
Sowohl die Zahlungserleichterung als die Kreditvermittelung, welche durch die Banken geschehen, können verschiedene
Formen annehmen, und wir unterscheiden danach verschiedene Arten der Banken Selbstverständlich kann dieselbe Bank auch einen mehrfachen
Charakteran sich tragen, wenn sie sich mehreren der einzelnen Zweige des Bankgeschäfts gleichzeitig widmet. Im folgenden
aber sind die verschiedenen Gattungen getrennt zu betrachten.
sind die ältesten Banken der neuern Zeit, und heute ist kein einziges Beispiel derselben mehr übrig. Ihr Wesen besteht darin,
daß ein Kreis
[* 4] von Kaufleuten einer Persönlichkeit oder einem Institut ihre Barbestände jeweils übergeben,
um durch diese vermittelnde Stelle ihre gegenseitigen Zahlungen zu bewirken; die Zahlung wird dann in der Weise geleistet, daß
der Vermittler, resp. Geldbewahrer, d. h. die Girobank, den Auftrag erhält, den zu zahlenden Betrag von dem Guthaben des Zahlenden
ab- und dem Guthaben des Empfängers zuzuschreiben.
Der Name (v. lat. girus, Kreis) sowie
auch der sonst noch vorkommende »Umschreibebank« erklären sich aus dieser Begriffsbestimmung.
Die Girobanken sind in Italien
[* 5] entstanden und haben sich nach dem dortigen Vorbild über ganz Europa
[* 6] verbreitet. Im 16. und
im Anfang des 17. Jahrh. verstand man unter Banken schlechtweg nichts
andres als Girobanken. So definiert noch der englische handelswissenschaftliche Schriftsteller GerardMalines in seiner 1623 erschienenen
»Lex mercatoria«: »Eine Bank im eigentlichen Sinn des Worts ist eine Ansammlung des gesamten baren Geldes in einem Staat oder einer
Provinz oder auch einer einzelnen Stadt in die Hände einiger durch die Behörde dazu autorisierter Personen,
von denen man das Geld zu jeder Zeit nach Belieben wiedererhalten und zurückziehen kann, so daß diese Bankiers sozusagen
die allgemeinen Handlungsdiener oder Kassierer der betreffenden Provinz, Stadt oder Landschaft werden«.
Die Vorteile einer solchen Einrichtung sind folgende: man erspart zunächst die Zeit und Last des Geldzählens
für jede einzelne Zahlung, damit hängt zusammen die geringe Abnutzung der Münzstücke;
ferner wird auch der Transport des
Geldes mit seinen Kosten, seinem Zeitverlust, seinen Beschwerden und Gefahren entbehrlich gemacht, die Sicherheit des Besitzes
überhaupt erhöht, weil eine Vereinigung Mehrerer ohne zu große Kosten für den Einzelnen Anstalten zum Schutze
zu treffen im stande ist, welche der Einzelne nicht treffen kann, und endlich hat man den Vorteil, daß man sich über einen
bestimmten reinen Münzfuß einigen kann, der von Münzverschlechterungen nicht betroffen wird und deshalb gegen Verluste
sichert, wie sie die Münzindustrie des Mittelalters und des 16. und 17. Jahrh. nur zu oft zur Folge gehabt
hat.
Die Beteiligten bei einer Girobank werden in ein Buch eingetragen, in welchem jeder Einzelne sein Konto erhält, auf dem
im Haben die von ihm eingehende Summe sowie die von Dritten an ihn gemachten Zahlungen, im Soll dagegen die von ihm oder vielmehr
nach seiner mündlichen oder schriftlichen Anweisung an die übrigen Bankbeteiligten gemachten Zahlungen
bemerkt werden. Ist auf diese Weise das Guthaben eines Einzelnen erschöpft, so hat er eine neue Einzahlung zu machen, und
umgekehrt steht es jedem frei, seine Einlage ganz oder zum Teil jederzeit sich zurückzahlen zu lassen. Die Verwaltung der
Bank geschieht natürlich auf Kosten der Bankinhaber, aber obwohl die Kosten derselben bedeutend sind und ein jeder sein Kapital
unverzinst in der Bank liegen hat, so sind doch die oben angeführten Vorteile wieder so groß, daß diese Ausgaben und Verluste
überreichlich aufgewogen werden.
Dieser Zweig des Bankgeschäfts wurde zuerst von Einzelunternehmern oder kleinern Handelsgesellschaften
betrieben. Allein die Mißbräuche, die dabei hervortraten, namentlich der Umstand, daß die Bankiers die ihnen anvertrauten
Gelder durch Ausleihen für sich nutzbar zu machen suchten, dadurch aber nicht selten zahlungsunfähig wurden, gaben
seit dem Ende des 16. Jahrh. Veranlassung, daß die Staaten die Errichtung von Girobanken selbst in die
Hand
[* 7] nahmen und die ordnungsmäßige Wirksamkeit derselben beabsichtigten. Was man von dem Entstehen solcher monopolisierter
und unter Staatskontrolle stehender Girobanken während des Mittelalters sonst zu berichten pflegte, erscheint der jetzigen
Forschung als Fabel. Es ist vielmehr anzunehmen, daß die älteste vom Staat eingerichtete Girobank, die von Venedig,
[* 8] erst vom Jahr 1587 datiert. Sie hieß nach dem
¶
Wie Malines sagt, wurde sie begründet, »um gegen die Privatbankiers
ein Gegengewicht zu bilden«. Hier trat namentlich der große Vorteil zu Tage, den eine Girobank dem Verkehr verschaffen konnte.
Es waren nämlich in jenen Jahrhunderten minderhaltige Münzen,
[* 12] sei es nun durch schlechte Ausprägung der Münzstätten oder
durch betrügerische Manipulationen der Privaten, im Umlauf, und der Einzelne konnte sich der Annahme derselben
nicht wirksam widersetzen. Eine Bank dagegen konnte jedes entwertete Geldstück zurückweisen oder doch nur nach dem wirklichen
innern Gehalt annehmen.
Deshalb bedeutete die Zahlung durch Vermittelung einer BankZahlung in vollwichtigem, unveränderlichem Gelde. Durch die Benutzung
der Girobanken erreichte es der Kaufmannsstand, daß er unberührt blieb von den willkürlichen Veränderungen
der Umlaufsmittel durch die Münzherren wie durch die verbrecherische Gewinnsucht der »Kipper und Wipper«, welche die Münzen
beschnitten oder die fehlerhaft ausgeprägten in den Verkehr brachten. Natürlich wurde darum das durch die Bank zur Auszahlung
kommende Geld, das Bankgeld (auch Bankwährung genannt),
Die AmsterdamerBank genoß ein unbegrenztes Vertrauen, bis sich 1790 herausstellte, daß das eingelegte
Geld, statten dem ganzen Betrag vorrätig zu sein, teilweise zu Darlehen an den Staat und die OstindischeKompanie benutzt worden
war. Damit war der Kredit und bald auch die Existenz des Instituts vernichtet. Neben der AmsterdamerGirobank bestand auch eine
solche in Rotterdam,
[* 14] die Konten zweifacher Gattung führte, nicht bloß Zahlungen im vollwichtigen Bankgeld,
sondern auch solche im veränderlichen Kurantgeld durch Umschreiben
vermittelte; sie bestand seit 1635. Dem Alter nach die
dritte staatliche Girobank ist die Hamburger, die am längsten unter allen sich erhalten und erst bei der Einführung des gegenwärtigen
deutschen Münzwesens aufgehört hat. (Sie eröffnete ihre Thätigkeit und von da an durften
Wechsel von 400 Mark lübisch (oder mehr) nur noch durch Bankumschreibung gezahlt werden.
Die Münze, nach der die Rechnung geführt wurde, war das Drittel des Speziesthalers unter dem NamenMark; später wurden für 1000 eingelieferte
Speziesthaler 3003 Mark gutgeschrieben. Außerdem gab die Bank gegen Hinterlegung von andern Münzen und von
Barren verzinsliche Darlehen, die ebenfalls gutgeschrieben wurden. Um die Mitte des 18. Jahrh. aber begann
es sich bei der Bank fühlbar zu machen, daß der Speziesthaler allmählich leichter ausgeprägt worden war (statt ursprünglich 9 später
ca. 9⅖ Thlr. aus der feinen MarkSilber) und daher bei der Verschiedenheit der umlaufenden Stücke, die
der Bankrechnung als Fundament dienten, auch das Bankgeld keinen ganz unveränderlichen Wert mehr darstellte.
Die Zahl der Deponenten belief sich 1619 auf 642 mit einem Guthaben von 706,780 Mark, 1640 auf 1651 mit 1,732,000, 1751 auf
etwa 5900 mit ca. 5,710,000, 1792 auf 12,177 mit ca. 13 Mill., 1799 auf 24,151 mit ca. 38 Mill. Mark Gesamtguthaben.
Vom November 1813 bis April 1814 leerte der französische GeneralgouverneurDavoût den gesamten Barschatz der Bank in Höhe von
7,506,956 Mark aus. Vom Juni 1814 an wurde aber durch neue Einlagen die Wiedereröffnung ermöglicht. Vom Jahr 1867 an wurde
das Gewicht der MarkBanko statt nach der kölnischen Mark nach dem Zollpfund von 500 g bestimmt und zwar
so, daß für 59⅓ MarkBanko 1 Zollpfund Silber einzubringen sei. Es bedeutete das eine Verminderung des Werts der Mark um 1/36000.
Nach dem Beginn der deutschen Münzreform bestimmte ein Gesetz vom die Schließung der bisherigen Silberkonten
auf wer an diesem Tag noch ein Guthaben bei der Bank hatte, mußte dasselbe in Metall zurückziehen.
Zugleich aber wurden vom an neue Konten in Reichswährung eröffnet, auf welchen man durch Einlegen von Reichsgoldmünzen
oder Thalern eine Gutschrift erlangte. Damit aber war das Eigentümliche in der Leistung der Bank beseitigt,
und als eine Hauptstelle der Reichsbank in Hamburg
[* 16] eröffnet wurde, die sich namentlich auch die Pflege des Girogeschäfts
zur Aufgabe machte, ging gleichzeitig die HamburgerBank nach einem Bestand von 257 Jahren ein. Nach dem Vorbild der HamburgerBank und bald nach der Begründung derselben wurde auch in Nürnberg
[* 17] eine Girobank errichtet, die ihre
Thätigkeit begann. Sie gelangte jedoch niemals zu großer Blüte,
[* 18] wurde schon 1635 durch die Regierung eines Teils ihres Barbestandes
beraubt und stellte dann im Lauf des 17. Jahrh. noch zweimal (1675 und 1683) die baren Auszahlungen
ein.
¶
mehr
Während des 18. Jahrh. sank sie immer mehr zur Bedeutungslosigkeit herab, obgleich sie formell
bis 1827 fortbestand. Noch weniger konnte die sogen. Girobank in Wien
[* 20] von 1703, die von Anfang an auf ungesunder Grundlage ruhte,
zu einer gedeihlichen Wirksamkeit gelangen.
Depositen kommen bei in verschiedenen Formen vor: als eigentliche zur einfachen Aufbewahrung von Wertgegenständen,
als Depositen zur Verwaltung, wie sie schon die ältern Girobanken kannten, ferner als uneigentliche Depositen zur Benutzung.
In den letztern, verbunden mit einem ausgedehnten Giro- oder Kontokorrentgeschäft, konzentriert sich die Hauptthätigkeit
der Depositenbanken im heutigen Sinn des Worts. Diese Banken haben sich hauptsächlich in England ausgebildet,
haben sich nach diesem Muster auch in den englischen Kolonien großartig entwickelt und werden erst neuerdings auch auf dem
europäischen Kontinent eifriger nachgeahmt. In England gibt es nämlich in der Hauptsache zwei Klassen von Bankiers, die gegenseitig
einander in ihre Geschäftssphäre gar nicht eingreifen, ja von denen die eine die andre hinsichtlich
ihrer eigentümlichen Thätigkeit auch für sich benutzt.
Diejenigen Bankhäuser, welche die mannigfachen geschäftlichen Gebiete, womit auf dem Kontinent die Bankiers sich abzugeben
pflegen, auch ihrerseits ausbeuten, also mit Staatsanlehen, fremden Wechseln, Geldsorten, Kreditoperationen verschiedener
Art sich befassen, heißen in England ausländische Bankiers (foreign bankers). Daneben stehen dann mit
einer ganz verschiedenen Wirksamkeit die Banken einer zweiten Art, die keine andre Thätigkeit anstreben, als für
ihre Kunden das Ausgeben und Einnehmen des Geldes zu besorgen.
Diese Banken heißen dort Lokalbanken (local banks); wir bezeichnen sie am besten als moderne Depositenbanken. Sie bewahren den
Geschäftsfreunden die baren Kassenvorräte, statt daß diese selbst mit der Mühe und dem Risiko dieser
Aufbewahrung sich befassen; sie besorgen für jene das Inkasso der Wechsel und andrer Forderungen und schreiben die eingegangenen
Beträge ihnen gut (Inkassogeschäft). Durch seinen Bankier läßt anderseits der Kunde auch die ihm obliegenden Geldverpflichtungen
erfüllen, beispielsweise seine Accepte einlösen, indem er sie bei dem Bankier zahlbar macht.
Als Äquivalent für seine Dienste
[* 21] erhält der Bankier keine Bezahlung. Sein Vorteil liegt einzig in dem Genuß der bei ihm stehen
bleibenden Gelder, welche er zu sichern Geschäften verwendet. Häufig wird über die Höhe des Minimalguthabens, das der Kunde
beim Bankier immer stehen lassen muß, eine Verabredung getroffen. In der Mehrzahl der Fälle aber ist dieser
Betrag nicht genau fixiert, sondern muß nur in einem angemessenen Verhältnis stehen mit der Mühe, welche die Inkasso- und
Auszahlungsgeschäfte des Betreffenden verursachen.
Der Bankier zahlt auch wohl, wenn ein Kunde in seinen Händen regelmäßig große Bestände läßt, ohne
ihn verhältnismäßig viel zu bemühen, für das Guthaben einen Zins, der am Ende jedes Monats von dem Minimalguthaben, das
einmal im Lauf desMonats geschuldet war, und nach einem Zinsfuß, der mäßiger ist als der zeitige Bankdiskont, berechnet
wird. Weil er keinenfalls von seinem Guthaben eine Provision zu zahlen, möglicherweise aber einen Zins zu
erwarten hat, so ist der Kunde auf das eifrigste bemüht, alle ihm eingehenden Beträge möglichst schnell seinem Bankier zuzuführen
und möglichst lange ihm zu überlassen.
Gleichzeitig wird es auch immer mehr Bedürfnis der weitesten Kreise,
[* 22]
einen solchen Bankier zu haben. Der Bankier ist
hier nicht der Gläubiger, sondern der Schuldner seiner Kunden, daher nehmen gerade die Besitzenden, Geschäftsmänner wie Private,
seine Dienste in Anspruch. Über das Guthaben verfügt der Kunde stets schriftlich und zwar entweder durch Domizilierung seiner
Accepte oder durch einen in bestimmter Form erteilten Zahlungsauftrag, der Check (franz. chèque, engl. check,
cheque, ital. assegno bancario) heißt (s. Check).
Was nun umgekehrt die Einlagen angeht, die der Kunde beim Bankier macht, und womit er, wie der übliche Ausdruck lautet, sein
Konto nährt, so nehmen sie eine mannigfache Form an. Abgesehen davon, daß der Kunde das Bargeld, das ihm eingeht, seinem
Bankier abliefert, läßt er auch durch diesen seine Forderungen einziehen. Ebenso aber nimmt er auch die
Darlehen, welche er braucht, sei es, indem er Wechsel verkauft oder Papiere verpfändet (lombardiert), gerade bei seinem Bankier
und läßt sich den Betrag des bewilligten Darlehens ebenso wie eine gemachte Einzahlung zunächst gutschreiben, um sie im
Lauf der Zeit durch seine Checks oder die Domizilierung von Wechseln herauszuziehen. Es ist naheliegend, mit wieviel größerer
Sicherheit die Bank die Verhältnisse ihrer Kunden, deren ganze Einnahmen und Zahlungen durch ihre Hände gehen, zu beurteilen
vermag, und auf welche feste Grundlage dadurch der Kredit aller Einzelnen gestellt ist.
Auch fremde Personen werden sich an den kasseführenden Bankier eines Geschäftsmanns oder Privaten wenden,
wenn sie über dessen Verhältnisse, Solidität und Gewohnheiten in geschäftlichen Dingen eine zuverlässige Auskunft erhalten
wollen; um so mehr wird der Bankier selbst wissen, wie weit er in der Kreditgewährung gehen kann, wenn er diese aus seine
regelmäßigen Kunden beschränkt. In denDepositenbanken vereinigen sich die zerstreuten Barmittel eines Landes und werden von
hier aus denjenigen zugeführt, die ihrer augenblicklich bedürfen.
Was vereinzelt müßig bliebe, wird auf diese Weise fruchtbringend, wirft einen Zins ab und belebt die Produktion. Der Bankier
kann nicht bloß die Saldi, die vertragsmäßig in seinen Händen bleiben müssen, verzinslich anlegen,
sondern da die Anforderungen von Woche zu Woche in annähernd gleicher, ihm bekannter Höhe an ihn herantreten, so braucht er
eine viel kleinere Kasse zu halten, als die Gesamtheit seiner Kunden nötig gehabt hätte. So haben die Depositenbanken die
Wirkung, den Bedarf an barem Geld, also an den Edelmetallen, in außerordentlichem Maß zu vermindern, und
darin liegt ihre wesentlichste Bedeutung.