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Tiahuanaco,
berühmte Ruinenstätte auf dem Hochlande im Süden des Titicacasees in Peru, [* 2] in einem Gebiet, das von den Colla, die heutzutage fälschlich Aymara genannt werden, bewohnt war. Außer mehrern Haufen von rätselhaft gearbeiteten Werkstücken aus Trachyt und rotem Sandstein ist besonders bemerkenswert eine große monolithische Pforte, die auf der Vorderseite mit Reliefs sehr eigenartigen Stils bedeckt ist, eine Gottheit mit weinenden Augen, das viereckige Haupt von einem Strahlenkranz umgeben, die Strahlen in Schlangen- oder Kondorköpfe auslaufend, und knieende geflügelte Gestalten, teils mit Menschen-, teils mit Kondorköpfen. Es scheint eine Darstellung der Sonnengottheit zu sein. Von menschlichen Behausungen ist in der Nähe keine Spur zu sehen. Vielleicht war es nur eine Kultusstätte und keine menschliche Ansiedelung. -
Vgl. Stübel und
Uhle, Die Ruinenstätte von
Tiahuanaco (Bresl. 1892).