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An einer Pressekonferenz Ende Dezember 2014 in Abidjan, an der auch SWISSAID teilnahm, berichteten Bauern, wie sich multinationale Konzerne ihr Land aneignen und dort Plantagen zur Gewinnung von Palmöl anlegen, das heute in vielen Lebensmitteln steckt.
«Ich hatte ein Grundstück. Als ich eines Morgens aufstand, hörte ich die Maschinen, die alles auf ihrem Weg zerstörten», sagte ein Bauer. Von einem Tag auf den anderen wurde er vom Land seiner Vorfahren vertrieben, um einer industriellen Plantage Platz zu machen. «Den Preis für das billige Pflanzenöl bezahlen die Bauern», so der Titel des Berichts, den die von SWISSAID unterstützte Organisation Grain vor Kurzem veröffentlicht hat. Der Bericht soll vor allem in Côte d’Ivoire publik gemacht werden, wo Palmöl-Plantagen einen riesigen Boom erleben.
Natürlich sind auch andere Länder in Afrika betroffen. «In Guinea bietet die Palmölherstellung noch stabile Arbeitsplätze, bremst die Landflucht und stärkt die lokale Wirtschaft», erklärte Alphonse Yombouno der NGO ADAPE-Guinea. Aber das könnte sich rasch ändern. «Dutzende von Millionen Menschen, vor allem Frauen, die auf traditionelle Weise Palmöl herstellen, drohen ihr Land zu verlieren, weil dort industrielle Plantagen angelegt werden sollen», bekräftigte Jeanne Zoundjihékpon der Organisation Grain. Für sie beschränkt sich der Widerstand dieser Frauen nicht auf die Verteidigung ihres Landes, sondern «ist auch ein Kampf um ihre Lebensgrundlagen, ihre Kulturen, die Biodiversität und ihre Ernährungssouveränität.»
Der Erwerb von Landrechten verstärkt die Landnahme
Da es für die Palmölproduzenten in Ländern wie Malaysia oder Indonesien immer schwieriger wird, neues Land für Plantagen zu erwerben, wollen sie nun vor allem in Afrika, der «letzten Grenze», weiter Fuss fassen. In den vergangenen fünfzehn Jahren haben internationale Unternehmen mehr als 60 Verträge über eine Fläche von fast 4 Millionen Hektaren in Zentral- und Westafrika abgeschlossen und dort Palmöl-Plantagen angelegt. In mehreren afrikanischen Ländern hat dieses Landgrabbing bereits zu gewaltsamen Konflikten geführt.
In ganz Afrika ermutigen breit angelegte nationale Kampagnen Gemeinschaften, die ihr Land traditionell und kollektiv verwalten, Landtitel zu erwerben. Laut diesen Kampagnen können sich die Bauern so ihr Eigentum am Land sichern. «Paradoxerweise verstärkt aber der Erwerb von individuellen Landrechten, den die Weltbank, die Europäische Union und viele andere Akteure fördern, das Landgrabbing noch», sagte Ange David Baimey der Organisation Grain an der Pressekonferenz in Abidjan. Sobald ein Bauer in Schwierigkeiten sei, trete er seinen Landtitel ab oder belaste ihn mit einer Hypothek. Wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommen könne, verliere er sein Land endgültig. Auf jeden Fall erwähnen Beilagen in ivorischen Medien, in denen für die Ausfertigung von Landurkunden geworben wird, klar «die Möglichkeit, Ihr Land als Garantie für einen Kredit zu geben»…
«Unseren Eltern im Dorf sagen, dass sie ihr Land nicht abtreten sollen»
«Wir müssen unsere Eltern im Dorf unbedingt informieren, damit sie ihr Land nicht zu Spottpreisen verkaufen», so Kadidja Koné der Organisation Inades-Formation an der Konferenz. In Regionen, wo Monokulturen vorherrschen, leiden die Menschen immer mehr unter Hunger. «Sie bitten uns hier in Abidjan, ihnen Geld zu schicken, damit sie sich Reis kaufen können. Es ist wirklich schlimm». Umso mehr, als die Versprechen der Konzerne, Arbeitsplätze zu schaffen, fast nie eingehalten werden. «Man verspricht den Jungen Arbeit und Löhne. Aber sie werden einfach an den Rand dieser Plantagen gedrängt, bleiben meistens ohne Einkommen und leiden Hunger, nachdem sie ihr Land verloren haben», kritisierte Kadidja Koné.