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81 Stunden dauerte die Reise bis Konstantinopel. Damit begann die Geschichte jener Zugverbindung, die für Luxus und Abenteuer steht, und die dem Zug den Titel «König der Züge» eintrug. Liebesgeschichten nahmen hier ihren Lauf, aber auch die Drogenschmuggler wussten die direkten Verbindungen zu schätzen, ebenso wie die Geheimagenten aller Länder. Selbstverständlich gaben sich auch Hoch- und Finanzadel ein Stelldichein, sodass der König der Züge bald auch «Zug der Könige» genannt wurde.
Der berühmte Geiger Jascha Heifetz nutzte einmal den Aufenthalt in Wien für eine Sitzung mit dem Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud. Allerdings reichte die Zeit nicht, um den Zug zu verlassen, sodass er Freud an den Perron bestellte und die Konsultation durch das geöffnete Waggonfenster stattfand.
In den Wintermonaten konnte es schon mal vorkommen, dass heftige Schneeverwehungen den Luxuszug zum Halten zwangen und ihn in Einzelfällen für mehrere Tage stilllegten. Als 1929 der Zug nahe der türkischen Stadt Cerkezköy während fünf Tagen eingeschneit blieb, inspirierte dies Agatha Christie zu ihrem Roman «Mord im Orientexpress», der mehrfach verfilmt wurde. Allen Räubergeschichten zum Trotz hat es jedoch nie tatsächlich einen Mord im Orientexpress gegeben. Aber der Luxuszug hat die Phantasie angeregt. Nicht nur die von Agatha Christie.