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Schwäbischer Ölschiefer ist ein grau-schwarzer, bituminöser Tonstein aus der frühen Jurazeit vor rund 180 Millionen Jahren. Der Posidonienschiefer erstreckt sich über weite Gebiete Mittel- und Nordwesteuropas, liegt u.a. im Pariser Becken und ist im Süddeutschen Becken am besten aufgeschlossen, weil er hier durch die Alpenfaltung gehoben wurde.
Der Name geht ursprünglich auf eine Muschel zurück, die unterdessen aber umbenannt wurde. Posidonienschiefer ist kein Schiefer im engeren Sinn sondern lediglich ein fein geschichtetes Ton-Sediment. Die Tone wurden in einem flachen Nebenmeer der Tethys abgelagert. Das Milieu muss sauerstoffarm bis anoxisch gewesen sein, was die Konservierung des organischen Materials, der damaligen Lebewesen, begünstigte. Der Posidonienschiefer ist äusserst Fossil reich. Neben Muscheln, Ammoniten und Seelilien gibt es auch Fischsaurier, Krokodile und Fische. Ein sehr bekannter Fundort ist Holzmaden in der Schwäbischen Alb.
Posidonienschiefer wird für Tischplatten, Wand- und Kaminverkleidungen verwendet. Stellenweise enthält Posidonienschiefer nennenswerte Mengen Erdöl. In Süddeutschland wird der Ölschiefer als Energiequelle und Zuschlag in der Zementindustrie genutzt.
Wer selber einen Ammoniten aus dem Posidonienschiefer spalten will, kann das am Samstagnachmittag 25.10. im Naturmuseum Winterthur – vorausgesetzt man besitzt ein Fossilienjäger-Diplom – oder an der Winti Mäss Ende November am Stand der Nagra.
Viel Vergnügen!