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Mindestens 35 Menschen sind beim Einsturz der Autobahnbrücke in Genua ums Leben gekommen. An dem Autobahnviadukt Polcevera waren Bauarbeiten im Gange, als es einstürzte und rund ein dutzend Fahrzeuge mit in die Tiefe riss. Solche Unglücke sind leider nicht so selten, wie diese Übersicht zeigt.
Nahe bei der Stadt Sweetwater im US-Staat Florida stürzt eine wenige Tage zuvor fertiggestellte Fussgängerbrücke über eine siebenspurige Strasse auf der gesamten Länge ein und begräbt mehrere Autos unter sich. Sechs Menschen kommen bei dem Unglück ums Leben. Die Brücke, die Hurrikanen widerstehen sollte, ist noch nicht in Betrieb, als sie einstürzt. Ein Ingenieur warnte kurz vor dem Einsturz vor Rissbildung am Bauwerk.
Eine im Bau befindliche Stahlbrücke, die bei der Ausfahrt des Bahnhofs von Studénka über die Gleise führt, stürzt gegen 10.30 Uhr ein – unmittelbar vor der Durchfahrt des Euro City Comenius. Der Lokführer kann noch eine Schnellbremsung einleiten, doch die Lokomotive entgleist bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h und fünf nachfolgende Wagons verkeilen sich ineinander. Das Unglück fordert acht Tote und 95 Verletzte.
Die 2,65 Kilometer lange und 26 Meter breite Schrägseilbrücke im Mekong-Delta befindet sich noch im Bau, als ein 90 Meter langes Teilstück der 30 Meter hohen Zufahrtsrampe einstürzt. 52 Menschen finden beim Einsturz den Tod, 140 werden verletzt. Die Brücke, über die eine vierspurige Fahrbahn führt, wird im April 2010 eröffnet.
Die 268 Meter lange und 42 Meter hohe Autobahnbrücke über den Fluss Tao im Bezirk Fenghuang in der zentralchinesischen Provinz Hunan ist innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb genommen worden. Die Arbeiter bauen gerade die Baugerüste ab, als das Bauwerk zusammenbricht. 64 Menschen kommen ums Leben, 22 werden verletzt. Grund für den Einsturz dürften nicht eingehaltene Sicherheitsstandards sein.
Die 1967 errichtete Stahlfachwerkbrücke in Minneapolis im US-Staat Minnesota stürzt während der Hauptverkehrszeit um 18.05 Uhr ein. Rund 50 Fahrzeuge fallen von den Fahrspuren, die knapp 20 Meter über dem Fluss verlaufen, ins Wasser oder auf die Ufer, wobei 13 Menschen umkommen. Ursache des Unglücks sind ein Konstruktionsfehler und mangelhafte Kontrolle.
Teile der von 1946 bis 1951 von den Briten erbauten 460 Meter langen Brücke über den Tigris in Bagdad stürzen ein, als ein Selbstmordattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen zur Explosion bringt. Mehrere Autos, die sich gerade auf der Brücke befinden, stürzen in den Tigris. Der Anschlag fordert 10 Tote und 26 Verletzte.
Die 100 Jahre alte Brücke über den Damanganga in der indischen Provinz Gujarat ist baufällig. Schon mehrmals haben sich die Anwohner darüber beklagt, dass sie schwankt, wenn sie von Motorfahrzeugen befahren wird – sogar nach Reparaturen in den Jahren 1993 und 2000. Nach starken Regenfällen stürzt die Brücke ein, als mehrere Fahrzeuge sie passieren. Ein Schulbus und vier weitere Fahrzeuge stürzen in den Fluss, 19 Kinder und ein Erwachsener finden dabei den Tod.
Die 115 Jahre alte, nur einspurig befahrbare Fachwerkbrücke über den Douro bei Entre-os-Rios stürzt gegen 21.15 Uhr ein, nachdem der vierte der sechs steinernen Pfeiler durch Hochwasser weggeschwemmt worden ist. Ein Reisebus und drei Autos fallen 50 Meter in die Tiefe, dabei sterben vermutlich 59 Menschen. Zwei Monate zuvor hatten Anwohner die Brücke, die seit 1982 als einsturzgefährdet galt, blockiert und einen Neubau gefordert.
Ein 48 Meter breites Teilstück der 1979 eröffneten Strassenbrücke über den Hangang in Seoul stürzt um 7.40 Uhr 17 Meter tief in den Fluss. Dadurch fallen ein Bus, ein Lieferwagen und zwei Autos in die Tiefe – 32 Tote und 17 Verletzte sind die Folge. Ursache des Unglücks ist ein Strukturversagen der Konstruktion, bedingt durch ein mangelhaftes Schweissverfahren.
Die 80 Jahre alte Bayou-Canot-Brücke bei Mobile im US-Staat Alabama fällt einer Verkettung unglücklicher Umstände zum Opfer: Ein mit Kohle und Eisen beladener Schiffs-Schubverband verfährt sich bei dichtem Nebel auf dem Mobile River und rammt auf dem Big Bayou Canot den mittleren Teil der Brücke. Dadurch lockern sich die Verbindungen zwischen Stahlträgern und Betonpfeilern; zudem wird das über die Brücke führende Gleis verbogen. Ein mit 200 Passagieren besetzter Zug, der die Brücke gegen 3.00 Uhr befährt, entgleist dadurch; mehrere Lokomotiven und Wagons stürzen in den Fluss und reissen den mittleren Brückenteil mit sich. 47 Menschen kommen ums Leben, 103 werden verletzt.
Die 1936 eröffnete doppelstöckige Hängebrücke, die San Francisco und Oakland in zwei Brückenzügen über die Bucht von San Francisco verbindet, ist eine der längsten Brücken der USA. Das Loma-Prieta-Erdbeben – mit der Stärke von 7,1 auf der Richter-Skala das stärkste Beben in der Region seit 1906 – verschiebt den östlichen Brückenzug um 18 Zentimeter. Dies führt dazu, dass die Bolzen eines Teilstücks sich lösen und ein 15 Meter langer, 230 Tonnen schwerer Abschnitt des Oberdecks wie eine Falltür auf das untere Deck fällt. Das Unglück fordert nur ein Todesopfer – möglicherweise weil das Verkehrsaufkommen aufgrund der gerade dann stattfindenden World Series, dem Final der Major League Baseball, ausserordentlich gering ist.
Die 1960 fertiggestellte Rohrbogenbrücke mit einer Stützweite von 278 Metern verbindet das schwedische Festland mit der Insel Tjörn. Als ein norwegischer Frachter nachts um 1.30 Uhr einen Brückenpfeiler rammt, stürzt der 300 Meter lange Mittelteil der Brücke ein, wobei Teile der Konstruktion auf das Schiff fallen. Nach dem Einsturz fahren sechs Autos und ein Lastwagen aufgrund der Dunkelheit und des Nebels über die Brückenkante und fallen in die Tiefe. Dabei finden acht Menschen den Tod.
Bei dichtem Nebel kommt es am Abend in Lewisham im Süden Londons zu einem Auffahrunfall: Ein Zug prallt auf einen Schnellzug, der an einem Haltesignal wartet, wobei der Stützpfeiler einer über die Bahnstrecke führenden Eisenbahnüberführung weggeschlagen werden. Die Eisenbahnbrücke stürzt darauf auf zwei der verunglückten Wagons; weitere Wagons fahren in die Trümmer. Der Unfall fordert 90 Tote und 173 Verletzte.
Die Tacoma-Narrows-Brücke im US-Staat Washington, über die zwei Fahrspuren und zwei schmale Gehwege führen, ist erst vier Monate in Betrieb, als sie spektakulär einstürzt. Den Einsturz löst ein Wind der Windstärke 8 (68 km/h) aus, der die Brücke in Torsionsschwingungen versetzt, die sich konstruktionsbedingt selber verstärken. Schon beim Bau haben Arbeiter darauf hingewiesen, dass die zu diesem Zeitpunkt drittlängste Hängebrücke der Welt bereits bei geringen Windböen in Schwingung gerät. Beim Einsturz, der von einer Kamera festgehalten wird, ist die Brücke für den öffentlichen Verkehr bereits gesperrt, daher kommen keine Menschen um.
Die vom Architektenbüro Gustave Eiffel geplante und 1875 vollendete Fachwerkbrücke über die Birs bei Münchenstein BL weist eine Spannweite von 42 Metern auf und überquert den Fluss rund 5 Meter über dem Wasserspiegel. Als ein wegen hohen Fahrgastaufkommens verlängerter Personenzug mit zwei Lokomotiven vor der Einfahrt in den Bahnhof Münchenstein auf der Brücke bremst, gerät diese ins Schwanken und stürzt dann ein.
Der vordere Teil des Zuges stürzt in die Birs, wobei 73 Passagiere umkommen und 171 verletzt werden. Es ist das schlimmste Eisenbahnunglück, das die Schweiz jemals getroffen hat. Der Untersuchungsbericht ergibt unter anderem, dass ein Hochwasser der Birs zehn Jahre zuvor ein Absinken der Widerlager verursacht hat, was vermutlich die Statik der Brücke beeinträchtigt hat.
Die 3000 Meter lange eingleisige Brücke über den Firth of Tay in Schottland stürzt um 19.17 Uhr während eines starken Sturms der Windstärke 10 bis 11 (90 bis 120 km/h) ein, gerade als ein Schnellzug sie befährt. Das Gewicht des Zuges und der Sturm sind zu viel für die mangelhafte Konstruktion der Brücke, deren gesamter Mittelteil auf einer Länge von knapp 1000 Metern mitsamt dem Zug in den Fluten verschwindet. Es gibt keine Überlebenden; die Zahl der Opfer kann nicht genau ermittelt werden, doch es sind mindestens 75. Das Unglück inspiriert den deutschen Dichter Theodor Fontane zu seiner Ballade «Die Brück' am Tay».
Die 1885 fertiggestellte schmiedeeiserne Fachwerkbrücke über den Ashtabula River im US-Staat Ohio ist die erste ihres Typs. Mit einer Spannweite von etwa 50 Metern überquert sie den Fluss in rund 20 Metern Höhe. Als ein Zug mit zwei Lokomotiven um 19.28 Uhr die Brücke bei starkem Gegenwind passiert, bricht das Bauwerk zusammen und reisst den ganzen Zug mit Ausnahme der vordersten Lokomotive in die Tiefe. Die Trümmer des Zugs fangen auf dem zugefrorenen Fluss Feuer, sodass die Eisdecke schmilzt und Teile des Zugs versinken. 85 Menschen sterben bei dem Unglück, 63 werden verletzt.
Die 1838 vollendete Hängebrücke über die Maine bei Angers im Departement Maine-et-Loire mit einer Spannweite von 102 Metern stürzt ein, als ein Bataillon von Soldaten sie bei Regen und starkem Wind überquert. Zwar marschieren die Soldaten nicht im Gleichschritt, was Brücken in gefährliche Schwingungen versetzen kann, aber die Brücke ist bereits durch den Wind in leichte Schwingungen gebracht worden. Die Soldaten verstärken diese ungewollt, indem sie sich ihnen entgegenstemmen. Als die Tragseile auf einer Seite reissen, fällt die Fahrbahn schräg in den Fluss. 226 Menschen sterben – es ist eines der schlimmsten Brückenunglücke der Geschichte.