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St. Nikolaus sein Leben
Nikolaus wurde im 3./4. Jahrhundert in Patara, einer kleinen Stadt in der heutigen Südtürkei, in Lykien (in der Nähe des heutigen Antalya) geboren. Als Geburtsjahr wird das Jahr 280 bzw. 286 nach Christus vermutet. Epiphanius und Johanna waren seine frommen und sehr reichen Eltern. Sie starben früh und liessen ihrem einzigen Sohn grossen Reichtum zurück. Nikolaus vertrieb sich seine Jugendzeit mit dem Herumreisen in seinem Land. Dabei stellte er fest, dass viele seiner Landsleute sehr arm waren und hungerten. Er begann, grosszügig sein Geld an diese Menschen zu verteilen. Später studierte er in Xanthos. Die Verantwortung des Bischofsamtes von Myra (heute Demre) wurde ihm schon als junger Mann übertragen. Als hoher Geistlicher soll er seine Mildtätigkeit noch gesteigert haben.
Sein Schaffen als Bischof von Myra war mit so vielen volkstümlichen Legenden verbunden, dass er bald zu den beliebtesten Heiligen der Ost- und Westkirche zählte. Als hoher Kirchenmann wurden ihm in der Folge auch verschiedenste Wunder zugesprochen. Allerdings schenkte man zu jener Zeit dem christlichen Glauben in dieser Gegend kaum Achtung. Apollo, der Sohn von Zeus und Leto, stand wesentlich höher in der Gunst des Volkes als der christliche Glaube, da es in den Legenden hieß, dass Apollo die Sommermonate auf Delos und den Winter in Patara verbrachte. Somit kam es dazu, dass der glaubenstreue Bischof eingekerkert und gefoltert wurde. Doch lange hielt die Christenverfolgung nicht mehr an. Bischof Nikolaus kam frei und nahm 325 nach Christus am Konzil von Nicäa teil. Der wichtigste Konzilsbeschluss was das Dogma der Trinitätsslehre. Anhänger anderer Lehren, wie Arius, wurden verbannt. Bischof Nikolaus und Papst Sylvester, vertraten beide die Glaubenssätze der Trinität.
Am 6. Dezember um 343 bis 351 n.Chr. verstarb Nikolaus. Seine Landsleute bestatteten ihn in einem "Martyrion", einer Kirche, die über den Gräbern von Märtyrern errichtet wurde. Diese Kirche wurde ausgebaut zu einer großen Nikolaus-Basilika. Schon kurz nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt, Menschen pilgerten zu seinem Grab. Es begann eine Zeit der Wunder. So soll sich dort eine Flüssigkeit angesammelt haben, das so genannte "Manna di S. Nicola". Diese Flüssigkeit, pro Jahr acht Liter, soll Heilkräfte gehabt haben. Blinde sollen davon wieder sehend geworden sein. Weiter gibt es auch Berichte über die Genesung unheilbar Kranker an der Grabesstätte des heiligen Bischofs.
Nikolaus wurde immer stärker verehrt und der Einfluss des heidnischen Glaubens schwand. Die Gebeine des Heiligen Nikolaus wurden Ende des 11. Jahrhunderts von italienischen Kaufleuten vor den Eroberungszügen der Muslime in Sicherheit gebracht (gestohlen?). Am 8. Mai 1087 lief das Schiff mit den Reliquien in Bari ein. Dort entstand auf den Resten des ehemaligen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika San Nicola, in der die sterblichen Überreste ihre neue Ruhestätte fanden. Am Tag der Überführung wird noch heute ein großer Umzug in der Hafenstadt abgehalten.
Über den heiligen Nikolaus als Freund der Kinder und Schutz-heiligen der Schiffer und Kaufleute gibt es zahlreiche Legenden. Aus Verehrung und zur Erinnerung an den guten Bischof von Myra, werden seit dem 12. Jahrhundert, an seinem Festtag den 6. Dezember, vielerorts die Kinder vom Nikolaus besucht und mit Äpfeln, Nüssen, Mandarinen und Süssigkeiten beschenkt.