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Was Sie von einem ersten Besuch bei einem Kopfschmerzspezialisten erwarten können
Wie Sie sich auf Ihren Besuch bei einem Kopfschmerzspezialisten vorbereiten können
Viele Menschen mit Migräne wissen, wie wertvoll ein Arzt ist, der versteht, was sie durchmachen, und der ihnen gern helfen möchte, damit es ihnen besser geht. Bei langen Wartelisten bzw. -zeiten von bis zu 6 Monaten oder länger kommt dem ersten Termin aber eine noch grössere Bedeutung zu, und genau deshalb ist es entscheiden, sich gut auf den ersten Besuch vorzubereiten.
Wir haben mit Dr. Cynthia Armand, einer Stipendiatin am New Yorker Montefiore Headache Center [Montefiore Kopfschmerz-Zentrum], darüber gesprochen, wie man sich für den ersten Besuch bei einem Kopfschmerzspezialisten vorbereiten kann.
Fünf Schritte zur Vorbereitung auf den Besuch bei einem Kopfschmerzspezialisten
1. Den eigenen Kopfschmerz kennen. Bevor Sie einen Kopfschmerzspezialisten besuchen sollten Sie als Erstes in der Lage sein, Ihre Symptome Ihrem Arzt beschreiben zu können. Nutzen Sie hierzu die Fragestrategie wer, was, wann, wo, wieso und wie. Bereiten Sie sich darauf vor, die nachfolgenden Fragen alle beantworten zu können:
Wer - Wer ausser Ihnen leidet in Ihrer Familie sonst noch an Kopfschmerzen? Wenn Sie diese Frage nicht beantworten können, müssen Sie Ihre nahen Familienangehörigen fragen, da dies Ihrem Arzt dabei hilft, die richtige Diagnose zu stellen.
Was - Was für Kopfschmerzen haben Sie? Beschreiben Sie dem Spezialisten möglichst detailliert und bildlich, wie Sie die Kopfschmerzen empfinden. Stechend, dumpf, pochend, drückend und brennend sind alles häufig benutzte und nützliche Ausdrücke zur Beschreibung einer Migräne. Je präziser Sie sie beschreiben können, desto besser.
Wo - Treten Ihre Kopfschmerzen immer auf der gleichen Seite auf? Treten die Kopfschmerzen einseitig auf, aber nicht immer auf der gleichen Seite? Treten die Kopfschmerzen beidseitig auf, aber sind auf einer Seite stärker ausgeprägt? Wo tritt der Kopfschmerz normalerweise auf: Stirn, Hinterkopf, Kopfseite, hinter dem Auge?
Wann - Wann bekommen Sie Kopfschmerzen? Treten sie früh morgens oder am Ende des Tages auf? Wachen Sie manchmal bereits mit Kopfschmerzen auf? Treten die Kopfschmerzen mit grösserer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Arbeitswoche oder am Wochenende auf? Machen Sie möglichst konkrete Angaben, indem Sie die genaue Uhrzeit notieren, wann ein Migräneanfall einsetzt.
Wieso - Hier geht es um die potenziellen Auslöser von Migräne. Eventuell setzen Ihre Kopfschmerzen ein, wenn das Wetter wechselt, wenn Sie ins Flugzeug steigen oder wenn Sie Wein trinken. Wenn Sie Auslöser bemerken, notieren Sie diese in Ihrem Kopfschmerztagebuch.
Wie - Wie lange halten Ihre Kopfschmerzen an und wie lange dauert es, bis sie stärker werden? Sind die Schmerzen von Anfang an stark oder werden sie erst allmählich stärker?
2. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch
Mit einem Kopfschmerztagebuch können Sie die Antworten auf die Fragen nach dem «wer, was, wann, wo, wieso und wie» dokumentieren und erkennen, ob die Behandlung, die Sie erhalten, hilft. Ohne Kopfschmerztagebuch sind Sie gezwungen, sich auf Ihr Gedächtnis zu verlassen, was aber fast immer zu Fehlern führt. Ein Tagebuch ist ein einfaches und sehr gutes Hilfsmittel für Migräne-Patienten. Es wird Ihnen und Ihrem Kopfschmerzspezialisten helfen, Ihre Schmerzen zu lindern und die richtige Behandlung zu finden.
3. Befassen Sie sich mit Ihrer medizinischen Vorgeschichte
Nehmen Sie sich etwas Zeit, um sich vor Ihrem Termin mit Ihrer kompletten medizinischen Vorgeschichte vertraut zu machen. «Ich kann es nicht genügend betonen», sagt Dr. Armand. «Sie müssen Ihre medizinische Vergangenheit kennen, damit wir Ihnen bestmöglich helfen können.» Dies bedeutet, dass Sie eine Liste zu Ihrem Termin mitbringen, auf der Sie Folgendes notiert haben: Ihre Krankheiten, die Medikamente, die Sie einnehmen, Allergien und frühere Operationen (insbesondere am Gehirn, Nacken oder Rücken) sowie Informationen über die familiäre Vorgeschichte in Bezug auf Kopfschmerzen und neurologische Erkrankungen. Besonders wichtig ist es zu wissen, welche Medikamente Sie in der Vergangenheit gegen Ihre Kopfschmerzen eingenommen haben, wie lange Sie diese eingenommen haben, welches die höchste Dosierung war und warum Sie sie nicht mehr einnehmen. Falls Sie die Behandlung wegen Nebenwirkungen abgebrochen haben: welche Nebenwirkungen sind aufgetreten? Sie sollten sich auch darauf vorbereiten, über Ihr soziales Umfeld erzählen zu können, also wo Sie wohnen, was Sie machen, ob Sie rauchen, Alkohol trinken und welche anderen Lebensgewohnheiten Sie haben. Manchmal möchte man über diese Dinge nicht sprechen, aber es ist unerlässlich, dass Sie Ihrem Arzt gegenüber offen sind, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. «Verschweigen Sie nichts, denn damit schaden Sie sich nur selbst, und Sie sind hier, um sich selbst zu helfen», so Dr. Armand.
4. Besorgen Sie sich Ihre Krankenakten
Da Sie unter Umständen einige Monate auf den Termin warten müssen, haben Sie Zeit, um sich alte Krankenakten von den Ärzten, bei denen Sie in Behandlung waren, zu besorgen. Senden Sie Ihrem neuen Arzt die vollständigen Unterlagen zu und besorgen Sie Kopien von allen radiologischen Aufnahmen, die von Ihrem Gehirn oder Nacken gemacht wurden. Der Spezialist kann Ihnen bei Ihrem ersten Besuch eventuelle Fragen zu den Aufnahmen beantworten. Wenn Sie sie mitbringen, müssen die gleichen Aufnahmen zudem nicht noch einmal gemacht werden.
5. Überlegen Sie sich, was Sie fragen möchten
Es gibt keine falschen (oder dummen) Fragen, erst recht nicht, wenn es um Ihre Gesundheit geht. «Ich liebe Fragen, denn so kann ich erkennen, dass Sie sich mit Ihrer Behandlung befassen und gewillt und bereit sind, aktiv mitzuarbeiten», meint Dr. Armand. Sehen Sie Ihre Fragen als «teachable moments», also Momente, in denen Sie bereit sind, noch etwas zu lernen, damit sie auf diese Weise mehr über Ihre Gesundheit erfahren. Notieren Sie die Fragen in Ihrem Kopfschmerztagebuch, sobald sie Ihnen in den Sinn kommen. Wenn Sie durch das Tagebuch blättern, werden Sie überrascht sein, dass dort Fragen stehen, die Sie bereits wieder vergessen haben.
Mit diesen fünf Tipps sind Sie nun für Ihren Termin gerüstet, damit sie ihn optimal nutzen und mit den Fragen auf Ihre Antworten nach Hause gehen können. Wir wünschen Ihnen viel Glück!