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Als der CIA-Agent Ethan Renner (Kevin Costner) während eines Einsatzes zusammenbricht, wird ihm beim Aufwachen von den Ärzten mitgeteilt, dass bei ihm Krebs diagnostiziert wurde und er nur noch wenige Monate zu leben hat. Die ihm noch verbleibende Zeit möchte Ethan nun nutzen, um sich mit seiner Ex-Frau Christine (Connie Nielsen) und seiner entfremdeten Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) zu versöhnen. So fliegt er nach Paris, nur um dort seine eigene Wohnung von Obdachlosen besetzt vorzufinden, während seine Familie ihm zuerst mal die kalte Schulter zeigt.
Um mehr Zeit für die Versöhnung zu gewinnen, stimmt Ethan zu, ein neuartiges Serum zu nehmen, welches sein Leben verlängern soll. Das Mittel wird ihm von der Agentin Vivi Delay (Amber Heard) verabreicht, die aber für das Wundermittel auch was haben möchte. Ethan soll den Waffendealer "The Wolf" (Richard Sammel) in Paris kaltmachen. Doch dies ist leichter gesagt als getan, muss er doch gleichzeitig mit seiner rebellischen Tochter auch noch mit den Nebenwirkungen des Serums klarkommen.
Man stelle sich Luc Besson an seinem Schreibtisch vor: "Hmm, ein Agent, welcher kurz vor seinem Tod steht, der aber dank eines Serums die Chance bekommt, noch ein wenig länger unter den Lebenden zu weilen. Das klingt doch toll, aber irgendetwas fehlt. Hmm, wie wäre es, wenn ich noch einen Vater-Tochter-Konflikt einbauen würde und zusätzlich noch ein paar Obdachlose, welche bei unserem Helden einziehen? Das ist doch noch irgendwie lustig." Nein, Herr Besson, das ist es eben nicht und auch all die anderen Sachen, welche Sie zu ihrem Crank-Klon dazugedichtet haben, sind so unnötig wie ein Kropf.
Nachdem Liam Neeson mit dem von Besson produzieren Taken in den Actionolymp gehievt wurde, versucht der französische Filmemacher dies nun in regelmässigen Abständen mit anderen alternden Stars zu wiederholen. So quälte sich unter anderem John Travolta mehr schlecht als recht durch From Paris with Love. Nun ist es also Kevin Costner, welcher zum neuen Neeson gemacht werden soll. Er kriegt jedoch kaum die Chance dazu. Viel zu lange hält sich der Film mit dem Zwist zwischen Vater und Tochter auf, in dessen Verlauf der gute Costner der oscarnominierten Hailee Steinfeld (True Grit) das Fahrradfahren und das Tanzen beibringen darf. War das zu Beginn nicht mal ein Actionfilm?
Es ist ein seltsamer Film. Einer, der gerne wie Taken wäre, aber letzten Endes einfach nur langweilig ist. Auch der Humor - oder das, was Besson für Humor hält - ist vielerorts völlig deplatziert und fabriziert eigentlich fast nur Rohrkrepierer. Der Fokus auf die Actionstory geht zwischendurch völlig verloren und auch die Tatsache, dass unser Held kurz vor dem Abnibbeln ist, geht dabei auch noch vergessen. Positiv zu erwähnen ist eine High-Speed-Verfolgungsjagd mitten in einem Stadtteil von Paris, welche von Regisseur McG (Charlie's Angels) richtig rasant umgesetzt wurde. Das wär's...
Fazit: Three Days to Kill ist eine lausige Entschuldigung für einen Actionfilm. Hier passt nicht viel zusammen, weshalb der Film schon nach kürzester Zeit zu langweilen beginnt und einen auf dem Weg zum Ende immer mal wieder die Hände verwerfen lässt. Léon ist ganz weit weg, Monsieur Besson.
Christoph Schelb [crs]
Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.
Kevin Costner vermag als dahinscheidender Agent durchaus zu überzeugen. Einzig das Gedöns um das lila Velo (obwohl es wahrscheinlich als Running Gag dienen soll) nervt mit der Zeit etwas, ansonsten punktet der Film mit tollen Actionszenen und (meist) gut getimter Situationskomik.
Amber Heard hätte durchaus ein paar Szenen mehr verdient, aber alles in allem ist der Film ganz unterhaltsam und kriegt von mir deshalb gute 4 Sterne.