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Kurz gewinnt
Ruth Bell und ihre Zwillingsschwester May Bell sind ein lebender Vorher-nachher-Effekt. In der aktuellen Burberry-Kampagne sieht man das doppelte Lottchen einmal mit langer Mähne und einmal mit Stoppelschnitt. Welches die erfolgreichere Schwester ist? Nein, es ist nicht May mit der hüftlangen Mähne, die aussieht wie Tausende anderer Models; es ist Ruth, die auf den ersten Blick an die junge Sinéad O’Connor erinnert. Millimeterkurze blonde Haare, blaue, weit auseinanderstehende Augen, blasse Haut und ein Schmollmund. Die radikale Kurzhaarfrisur machte aus der 19-jährigen Frau einen unverwechselbaren Typ. Der Mix zwischen Elfenhaftigkeit und einer gewissen Härte ist einmalig, und die 19-Jährige, die seit drei Jahren modelt, hat es im Modelgeschäft ganz nach oben geschafft. Sie läuft Schauen für Versace, Gucci, Max Mara und machte Kampagnen für Saint Laurent und Alexander McQueen.
Wer es noch genauer wissen will: Das Frisürchen, das die Strohblonde ziert, nennt man Buzz Cut. Den Kahlschlag wagte Ruth für einen Modelauftrag. Sie war gerade mit ihrer Schwester May beim Nachtessen, als ihre Agentin von der Elite-Agentur anrief, um ihr mitzuteilen, dass sie einen begehrten Modeljob für Alexander McQueen in Aussicht habe. Die schlechte Nachricht: Für den Auftrag müsse sie sich den Schädel rasieren. Ruth wurde nicht panisch wie andere Frauen, die schon eine Panikattacke bekommen, wenn sie die Spitzen schneiden sollen, sondern blieb cool und sagte zu.
Der Coiffeur Paul Hanlon brauchte 15 Minuten, bis Ruth ihre neue Frisur hatte. Ihre Agentin weinte die ganze Zeit. «Sie hatte Angst, dass sie meine Karriere ruiniere», sagte Ruth Bell im Interview mit dem englischen «Telegraph». Die langen Strähnen spendete das Model im Rahmen einer Charity-Aktion für Chemotherapiepatientinnen. Auf die Frage, ob sie nie bereut habe, die Haare abgeschnitten zu haben, sagte sie cool: «Ich hatte eh Lust auf eine neue Frisur.»
Wer jetzt Lust auf einen ähnlichen Kahlschlag hat, dem sei ein vertrauliches Gespräch mit seinem Coiffeur empfohlen. Unter uns gesagt: Es schadet nicht, 1,80 Meter gross zu sein, den Körperbau einer Elfe und ein engelsgleiches Gesicht zu haben.
Backstage mit Topmodel Ruth Bell. (Youtube/MODTV)