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Der Paternosteraufzug ist kein Lift, der uns in den Himmel befördert, sondern ein sogenannter Umlaufaufzug, der im späten 19. Jahrhundert in England entwickelt wurde. Die Bezeichnung Paternoster (lat. pater noster «unser Vater») hat seinen Ursprung im Rosenkranz, einer Zählkette für Gebete. Ähnlich wie die Perlen beim Rosenkranz sind beim Paternosteraufzug die Personenkabinen wie auf einer Schnur aufgefädelt.
Paternosteraufzüge findet man in der heutigen Zeit nur noch wenige. Der letzte, der in der Schweiz in Betrieb ist befindet sich in Bern im Gebäude, wo früher das bekannte Sportgeschäft Vaucher untergebracht war und ist heute noch ein Publikumsmagnet. Der Grund für das Aussterben der originellen Aufzüge liegt darin, dass sie gegenüber heutigen Aufzügen doch einige Nachteile aufweisen.
Verminderter Brandschutz
Zum einen ist da die Unfallgefahr zu nennen: Zwar bewegen sich die offenen Ka-binen nur langsam, trotzdem ist das Ein- und Aussteigen nicht ganz ungefährlich. Ein weiterer Nachteil ist der verminderte Brandschutz, da sich das Feuer ungehindert über mehrere Stockwerke ausbreiten kann. Und nicht zuletzt ist da die Tatsache, dass die Benutzung des Paternosters für Rollstuhlfahrer unmöglich ist.
Er hat aber auch Vorteile: Da die Personenkabinen ständig in Bewegung sind, entstehen praktisch keine Wartezeiten, sodass man vor allem bei nahe beieinander liegenden Stockwerken schneller ist, als bei modernen Liften. Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Förderleistung, die in etwa einer Rolltreppe entspricht.
Wie funktioniert der Paternosteraufzug genau? Mehrere an zwei Ketten hängend befestigte Einzelkabinen (üblicherweise für ein bis zwei Personen je Kabine) verkehren im ständigen Umlaufbetrieb. Die Kabinen werden am oberen und unteren Wendepunkt über grosse Scheiben in den jeweils anderen Aufzugsschacht umgesetzt. Die Beförderung von Personen beim Wendevorgang ist möglich und gefahrlos. Die Beförderungsgeschwindigkeit beträgt ca. 0,20 bis 0,45 Meter pro Sekunde.
Die Engländer haben’s erfunden
Der heute bekannte Paternoster wurde in England erfunden. 1876 wurde ein Vorläufer der heutigen Paternosteraufzüge in das General Post Office in London eingebaut. Er entsprach allerdings noch nicht vollständig der späteren Technik und diente dort dem Transport von Paketen und vereinte bereits alle Merkmale der Paternostertechnik: Die ständig zirkulierenden, stets aufrecht stehenden Kabinen (bzw. hier noch Behälter). Erst später wurde die Technik auch für die Personenbeförderung eingesetzt.