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Die wichtigsten Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen
- Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnien): Die Kinder und Jugendlichen können abends schwer einschlafen und wachen nachts öfters auf. Insomnien betreffen häufig Kleinkinder bis 3 Jahre und Jugendliche ab 11 bis 12 Jahren.
- Hypersomnien: Die Betroffenen haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis, das zu Müdigkeit und Schläfrigkeit am Tag führt. Dieses ist nicht auf eine andere Schlafstörung oder ein Schlafdefizit zurückzuführen. Die häufigste Hypersomnie ist die Narkolepsie.
- Parasomnien: Hier treten Verhaltensauffälligkeiten aus dem Tiefschlaf heraus auf. Die häufigste Parasomnie bei Kleinkindern ist der Nachtschreck. Dieser wird später, ab etwa 6 Jahren, oft durch Schlafwandeln abgelöst. Alpträume sind Parasomnien, die aus dem Traumschlaf heraus auftreten und in jedem Alter vorkommen können. Seltener treten Bewegungen im Schlaf auf, die von einer Epilepsie abgegrenzt werden müssen.
- Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen (Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus): Hier ist der normale Schlaf-Wach-Rhythmus ungenügend vorhanden oder verschoben. Dies ist häufig bei Babys und Kleinkindern der Fall, bei denen sich der Schlafrhythmus erst ausbilden muss, zum andern bei Jugendlichen ab 11 bis 12 Jahren, bei denen sich der Tag-Nacht-Rhythmus nach hinten verschiebt.
- Schlafbezogene Atmungsstörungen: Dazu gehört die obstruktive Schlafapnoe mit Atemaussetzern im Schlaf. Atmungsstörungen können in jedem Alter auftreten. Bei Kindern sind oft vergrösserte Mandeln die Ursache.
- Schlafbezogene Bewegungsstörungen: Dazu gehören periodische Beinbewegungen im Schlaf und das Restless-Legs-Syndrom (RLS), bei dem in Ruhe ein Kribbeln in den Beinen auftritt. Auch diese Störungen können in jedem Alter auftreten. Bei Kindern ist Eisenmangel die häufigste Ursache.
Nach der International Classification of Sleep Disorders, ICSD
Praxistipps Schlafhygiene: Was trägt zu einem guten Schlaf bei?
- Regelmässige Zubettgeh- und Aufstehzeiten und ein geregelter Tagesablauf mit regelmässigen Essenszeiten fördern einen erholsamen Schlaf.
- Die Phase vor dem Schlafengehen ruhig gestalten. Ein Schlafritual kann das Einschlafen erleichtern. Dies kann eine 15 bis 30 Minuten lange, ruhige Aktivität sein – etwa Vorlesen oder Vorsingen bei jüngeren oder ein Buch lesen bei älteren Kindern.
- Auch Entspannungsübungen, die Kinder vorher einüben, können das Einschlafen erleichtern.
- Eine angenehme Schlafumgebung schaffen: So sollte das Schlafzimmer ruhig und nicht zu hell sein und eine angenehme Temperatur haben.
- Das Bett nur zum Schlafen nutzen. Smartphones, Tablets oder Fernseher eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen nicht mehr benutzen.
- Kinder sollten tagsüber ausreichend Bewegung haben und drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke mehr trinken. Auf Alkohol und Nikotin möglichst ganz verzichten, weil sie das Durchschlafen verschlechtern.
Links zum Thema Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen
- Informationen über Schlafstörungen für Patienten auf der Website der Swiss Society for Sleep Research, Sleep Medicine and Chronobiology (SSSSC)
- Artikel über Schlafberatung bei Jugendlichen der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Kinderspital Zürich
- Patientenratgeber für Schlafstörungen in verschiedenen Altersstufen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) (dort insbesondere > Schlafstörungen bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen)
- Links zu verschiedenen schlafmedizinischen Gesellschaften und Selbsthilfegruppen auf der Website der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS)
Weiterlesen auf Fritz und Fränzi:
«Frau Hug, was tun bei Schlafwandeln und Alpträumen?»
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