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Was darf der Vertrauensarzt?
Der Fall: Ein Arbeitnehmer erhielt die Kündigung. Nach einem Streit mit dem Chef liess er sich – noch während der Kündigungsfrist – krankschreiben. Das akzeptierte die Arbeitgeberin nicht und schickte ihn zum Vertrauensarzt . Dieser untersuchte den Mann und schickte der Arbeitgeberin eine detaillierte Diagnose zu, die eher psychiatrisches Gutachten als simples Arztzeugnis war. Die Zürcher Gerichte verurteilten den Vertrauensarzt wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses. Das sah auch das Bundesgericht so.
Gut zu wissen: Wenn der Arbeitgeber ein Arztzeugnis anzweifelt , kann er einen zur Vertrauensärztin schicken. Er darf dann aber von dieser nicht mehr Informationen verlangen als von jeder anderen Ärztin. Erlaubt sind nur Informationen, die unmittelbar das Arbeitsverhältnis betreffen, also wie lange und zu welchem Grad jemand ausfällt. Das schreibt Artikel 328b des Obligationenrechts vor. Vertrauensärztinnen unterstehen ihrerseits dem Berufsgeheimnis. Sie können nach Artikel 321 des Strafgesetzbuchs bestraft werden, wenn sie dem Arbeitgeber zum Beispiel mitteilen, an welcher Krankheit Angestellte leiden. Ausser natürlich, diese hätten ausdrücklich zugestimmt.