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Wir befinden uns im Jahr 2019, in mehrerer Hinsicht ein Jahr des Wandels. Für den Mentalitätswandel bezüglich Fleisch wird es höchste Zeit.
Am 24. September 2019 druckten die FN den Leserbrief von Odilo Bürgy mit dem Titel «Kritik an Fleischessern ist nicht gerechtfertigt», in dem der Autor den Konsum von Fleisch, sowie konkret ein Event, bei dem der neue Schweizer Rekord im Poulet-Essen aufgestellt wurde, verteidigt.
Gemäss Leserbriefschreiber Bürgy hat jeder der Teilnehmer am besagten Poulet-Essen ein halbes Tier – das heisst 250 bis 600 Gramm Fleisch verzehrt. Die WHO empfiehlt den maximalen Verzehr von 300 Gramm Fleisch pro Woche. Ausgehend von dieser Zahl ist das halbe Poulet wohl kaum eine angebrachte Portion, da dieses Poulet mit Sicherheit nicht das einzige Stück Fleisch ist, das von den Teilnehmern des Events in dieser Woche verzehrt wurde.
Des weiteren schreibt der Leserbriefautor, «jede Familie hat in der Schweiz das Recht zu Essen, was sie gerne hat». Mit dieser Feststellung hat er recht, doch anders formuliert heisst das, dass jede Person das «Recht» hat, mit dem Verzehr von toten Tieren zur Zerstörung von Umwelt, Klima, Lebensräumen beizutragen.
Die Produktion von tierischen Produkten verursacht mehr Treibhausgase als der gesamte Verkehr weltweit. Tagtäglich werden Lebensräume für endemische und gefährdete Arten zerstört, um Platz für den Anbau der enormen Futtermengen zu gewinnen, die nötig sind, um aus sieben Kilogramm Getreide ein Kilogram Fleisch zu gewinnen. Auf einem Hektar Land lassen sich pro Jahr etwa 50 Kilogramm Fleisch, aber bis zu 10 000 Kilogramm Gemüse produzieren. Demnach lässt sich festhalten, dass bei der Produktion von Fleisch enorme Mengen an Energie sowie fruchtbarem Boden und Wasser verschwendet und durch die Gülle der Tiere irreversibel verschmutzt werden.
Diese Fakten sind bei Quellen wie der WHO, FAO, World Watch oder Oxford-Studien zu überprüfen. Leserbriefschreiber Bürgy formuliert den Appell, dass jene Menschen, die gerne und bewusst Fleisch essen, respektiert werden sollten. Bewusst ist ein gutes Stichwort, denn in Anbetracht von Gesundheit, Ethik und Ökologie ist ein bewusster Fleischkonsum gar kein Fleischkonsum.