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Insgesamt 18 Beiträge aus 14 Ländern bewerben sich am diesjährigen Filmfestival von Locarno (02.08. - 12.08.), das seinem kürzlich verstorbenen Präsidenten Giuseppe Buffi gewidmet ist, um den Goldenen und die Silbernen Leoparden.
Erstmals läuft kein Schweizer Film im Haupt-Wettbewerb. "Azzurro", der zweite Spielfilm des Wallisers Denis Rabaglia, ist ohne Begründung, "im Einverständnis zwischen Produzenten und Festival", aus dem Wettbewerb genommen worden.
Er wird jetzt ausser Konkurrenz als Abschlussfilm nach der Preisverteilung auf der Piazza zu sehen sein. Die Hauptrollen der Emigrationsgeschichte zwischen Italien und der Schweiz sind mit Paolo Villaggio, Jean-Luc Bideau und Marie-Christine Barrault prominent besetzt.
Überraschungsfilm im Wettbewerb
Trotzdem erwartet die Besucher ein international breit gefächertes Wettbewerbsprogramm mit zahlreichen Weltpremieren. Sieben Wettbewerbsfilme, mehr denn je, werden vor dem ganz grossen Publikum auf der Piazza gezeigt, darunter der als Ko-Produktion mit der Schweiz entstandene deutsche Film "L'amour, l'argent, l'amour" von Philip Gröning, mit der Bernerin Sabine Hagenbüchle in der Hauptrolle.
Im Wettbewerb sind neue Spielfilme aus 14 Ländern zu sehen. Aus Deutschland, Frankreich und Portugal kommen je zwei Produktionen. Österreich, Italien, Grossbritannien, Island, Georgien sowie Brasilien, die USA, China, Japan, Hong Kong und Vietnam zeigen je eine Arbeit.
Eine weitere Produktion wird als "Überraschungsfilm" erst während des Festivals bekannt gegeben.
Der Wettbewerb, dessen Unterteilung in "Junger Film" und "Neuer Film" fallen gelassen wurde, bleibt aber neuen Autoren vorbehalten. Entsprechend wenige bekannte Namen sind zu finden, darunter etwa der Deutsche Romuald Karmakar mit "Manila", oder Fruit Chan aus Hong Kong mit "Little Cheung".
Bereits zu grossem Aufsehen im Vorfeld des Festivals hat der französische Film "Baise-moi" geführt, den Virginie Despentes nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman gedreht hat. Der zusammen mit Coralie Trinh Thi entstandene Film über zwei Frauen, die nur Sex und Morden im Kopf haben, ist in Frankreich als "pornografisch" verboten worden. In Locarno wird er unzensuriert gezeigt.
Während den elf Festivaltagen sind in den verschiedenen Kinos der Stadt sowie auf der beliebten Piazza Grande kurze, mittellange und lange Produktionen aus aller Welt programmiert - insgesamt weit über 200 Arbeiten, die, den neuen Festivalregeln entsprechend, entweder erstmals überhaupt zu sehen sind oder nur in ihrem Ursprungsland gezeigt wurden.
Vielseitiges "Rahmenprogramm"
Neben dem Internationalen Wettbewerb und einem eigenen Wettbewerb für Videoproduktionen bietet das Festival mit dem Piazza- Programm, den "Appellations suisse", der "Kritikerwoche" sowie der umfangreichen Sektion "Cinéastes du présent" zudem eine Retrospektive mit 57 Filmen über das sowjetische Kino zwischen 1926 und 1968, darunter mehrere Werke, die seit ihrer Entstehung nicht mehr zu sehen waren.
Viedo-Art Festival
Parallel zum Filmfestival findet in Locarno die 21. Auflage des internationalen Videoart-Festivals statt. Das Festival für Video sowie elektronische und computerisierte Bilder ist das älteste seiner Art in Europa.
Die Wettbewerbsbeiträge werden via einen europäischen Satellitenkanal präsentiert. Die Veranstalter nehmen für sich in Anspruch, in den neunziger Jahren als weltweit erstes Festival die Bedeutung der Satellitenübertragung und des Internets für den künstlerischen Schaffensprozess gefördert zu haben.
Internationale Jury
Die Wettbewerbsjury des 53. Internationalen Filmfestivals Locarno besteht aus neun Persönlichkeiten aus neun Ländern: Hélène Angel (Regisseurin, Frankreich), Alessandro D'Alatri (Regisseur, Italien), Clemens Klopfenstein (Regisseur, Schweiz), Naum Kleiman (Kritiker, Russland), Paz Alicia Garciadiego (Drehbuchautorin, Mexiko), Todd McCarthy (Kritiker, USA), Shirin Neshat (Videokünstlerin, Iran), Aoyama Shinji (Regisseur, Japan) und Zhang Yuan (Regisseur/Produzent, China).
swissinfo und Agenturen