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Die Heirat verzögert sich durch einen Papierkrieg:
Eigentlich hätte Willi Moser seine Maria Brocchetto schon einen Monat früher heiraten wollen. Jedoch kamen die Papiere nicht rechtzeitig an und die Hochzeit musste verschoben werden, bis sie dann am 7.7.1951 endlich gefeiert werden konnte. Die Verzögerung kam deshalb zustande, weil die notwendigen Dokumente aus Italien noch nicht eingetroffen waren. Willi Moser handelte auch hier zielorientiert und reiste mehrmals aufs italienische Konsulat nach St. Gallen. Zum Schluss des Videos sagt er, dass er seine zukünftige Frau «gekauft» habe. Damit meinte er, dass ihn die notwendigen Dokumente teuer zu stehen kamen. Wie immer hat Willi Moser ein fabelhaftes Gedächtnis für Zahlen und weiss noch auf den Franken genau, wie viel er dafür ausgeben musste.
Am Arbeitsplatz von Willi Moser in der Möbelfabrik («in der Möbeli») sagten die Mitarbeiter, der Willi heirate eine «Tschinggeni». Der Ausdruck zeigt, dass es damals nicht üblich war, über die Grenze hinaus zu heiraten. Italiener:innen wurden abwertend als Tschinggen bezeichnet. Obwohl «Fräulein Brocchetto» bereits seit einigen Jahren in der Schweiz arbeitete, und zwar in der Weberei in Sirnach, wo auch Willis Vater arbeitete, war eine solche Heirat noch ungewöhnlich.