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Die Geschichte der Feuerwehr geht bis auf die Römerzeit zurück.
Feuerlöschgerät, Entwurf (1615) von Salomon de Caus
Die Bekämpfung der Gefahren, die durch Brände entstehen, wurde schon damals als notwendig gesehen. Erst die Erkenntnis, dass der Bürger sich nicht alleine nur auf die Obrigkeit beruhen und verlassen, sondern vielmehr sein Schicksal selbst in die Hand nehmen sollte, trug maßgeblich zur Gründung von Freiwilligen Feuerwehren bei. Hauptsächlich entstanden solche Einrichtungen in sehr großen Städten und existieren schon seit dem 18. Jahrhundert. Nur einzelne, wie etwa die Berufsfeuerwehr in Wien, die bereits 1686 gegründet wurde und als erste Berufsfeuerwehr gilt, gehen etwas weiter zurück.
Mit der Entstehung von Städten, gibt es häufig Nachweise von Versuchen, den sehr häufigen Brandereignissen vorzubeugen oder ihnen entgegenzutreten. Im Römischen Reich entstand im Jahr 21 v. Chr. eine erste Feuerwehr mit 600 Sklaven. Im Mittelalter gehörte zu vielen Gemeindeverfassungen die Verpflichtung der Einwohner, sich am Brandschutz zu beteiligen. Für Feuermeldungen waren zunächst Türmer und Nachtwächter zuständig (Ruf: „Feurio!“). Es wurden auch erstmals Feuerknechte in den Feuerlöschverordnungen verankert.
Die feuerwehrtechnische Ausrüstung bestand in der vorindustriellen Zeit aus einfachen Hilfsmitteln, wie Eimern, Leitern oder Einreißhaken. Im 17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, der zuerst aus genähtem Leder angefertigt wurde; später wurde das Leder vernietet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Handpumpen, so genannte Feuerspritzen verwendet, die von der Löschmannschaft an die Einsatzstelle (nur in sehr großen Orten von Pferden) gezogen wurden. Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors verbesserte sich auch die Ausrüstung der Feuerwehren: Motorspritzen und selbst fahrende Feuerwehrfahrzeuge erhöhten die Leistungsfähigkeit um ein Vielfaches.
In der Römischen Republik gab es anfänglich keine Feuerwehr. Die Brandbekämpfung wurde zwar von den Nachtwächtern, sogenannten triumviri nocturni ausgeführt; diese waren jedoch schon mehr mit Sicherheitsaufgaben beschäftigt. Politisch fiel die Brandsicherung in das Feld der Ädilen. Hierbei gab es jedoch den Nachteil, dass gemäß dem Annuitätsprinzip jeder Ädil lediglich ein Jahr lang sein Amt versah, was eine effektive Organisation der Brandbekämpfung drastisch erschwerte.
Die immer weiter auswuchernde Metropole Rom hingegen wurde für verheerende Brände immer anfälliger, was vor allem an den tausenden insulae, den mehrstöckigen Mietshäusern für die niedrigeren Schichten, lag, da jene meist eher schlecht als recht gebaut waren (vgl. Juvenal, Saturae 3, 197-222; Vitruv, De architectura II 8,20, 9,16). Darum wurden von reichen Römern private Feuerwehren gebildet. Diese jedoch konnten sich nie einer größeren Popularität erfreuen, da manche Reiche ihr Vermögen durch diese Dienste noch zu vergrößern suchten: Nach Ausbruch eines Brandes forderten sie im Gegenzug für einen Einsatz einen Spottpreis vom Hausbesitzer für den Verkauf des Hauses. Weigerte er sich, so zog die Feuerwehr wieder unverrichteter Dinge ab. Crassus z. B. ließ seine Privatfeuerwehr in Stärke von 500 Mann nur ausrücken und löschen, falls die Hausbesitzer der brennenden bzw. vom angrenzenden Brand gefährdeten Häuser diese zu Spottpreisen an ihn verkauften (Plutarch, Crassus 2, 4).
Kasier Augustus gründete die erste öffentliche, kommunale Feuerwehr
Zum Problem der Bevölkerungsexplosion gesellte sich auch noch das Problem der Brandstiftungen durch Makler zwecks Grundstücksaneignung. Angesichts dieser skandalösen Geschäftspraktiken verlangte das römische Volk lautstark nach einer Lösung. Der populistisch agierende, ambitionierte Ädil Marcus Egnatius Rufus erkannte in den 20er Jahren v. Chr. den politischen Wert dieses Themas (vgl. Velleius Paterculus, Historia Romana II, 91, 3-5). Er bildete aus eigenen Sklaven eine Feuerwehr und stellte sie bei Brandfällen kostenlos zur Verfügung. Die Bürger waren begeistert und dankten es ihm mit der Wahl zum Prätor.
Dies wiederum beschäftigte den seit kurzem regierenden princeps Augustus, der verhindern wollte, dass zukünftig weiter aus der Stadtsicherheit gegen ihn konkurrierendes politisches Kapital geschlagen werden konnte (vgl. Dio Cassius, Historia Romana LIII 24, 4f.; 54, 2, 4). Dazu kam auch noch ein Großbrand im Jahre 23 v. Chr. Als Reaktion bildete Augustus eine Feuerwehr aus 600 Sklaven, legte danach das Thema jedoch vorerst ad acta. Es bedurfte eines neuen Großbrandes im Jahre 6 v. Chr., um ihm die Problematik und die Notwendigkeit einer Umorganisation der Feuerwehren klar werden zu lassen (Sueton, Augustus 30, 1; Dio Cassius, Historia Romana LV 26, 4f.).
Augustus gründete nun die Organisation der vigiles (wörtlich „Wächter“), bestehend aus 3.500 (später dann im 2.Jhd. aus 7.000) frei gelassenen Sklaven. Dieser Trupp wurde militärisch organisiert: Die Einheit war unterteilt in sieben Kohorten unter je einem Tribun. Jede der Kohorten war für zwei Stadtbezirke verantwortlich. Das Oberkommando wurde einem aus dem Ritterstand stammenden praefectus vigilum übertragen. Ihre Unterbringung geschah in stationes und excubitoria (Dio Cassius LVII 19,6; Sueton, Tiberius 37,1, Claudius 18,1). Später wurden den Feuerwachen sogar eigene Kasernen zur Unterkunft bereitgestellt. Damit war die römische Feuerwehr geboren, und in dieser Form bestand sie jahrhundertelang weiter.
Für den Hafen in Ostia stellte Kaiser Claudius im Jahr 50 n.Chr. ein Löschtruppe mit 700 Mann auf. Die Kaserne wurde Ende des 19. Jahrhunderts ausgegraben. Ein Teil dieser Truppe wurde später nach Neapel verlegt.
Das bei Ausgrabungen wiederentdeckte Wachthaus der VII. Kohorte der römischen Feuerwehr.