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| Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

44.
„Ich habe schon in einem andern Briefe das niedergeschrieben, wodurch ich die Beschuldigung, welche meine Gegner gegen mich vorbrachten, als wenn ich die gleiche Wesenheit Christi mit Gott läugnete, widerlegt und als Lüge dargestellt habe. Denn obschon ich gestehe, dieses Wort nirgends in den heiligen Schriften gefunden oder gelesen zu haben; so weichen doch meine nachfolgenden Beweise, welche jene verschwiegen haben, von dieser Ansicht nicht ab. Denn ich habe einen menschlichen Sprößling als Beispiel aufgestellt, welcher offenbar desselben Geschlechtes, wie sein Erzeuger, ist; ich habe gesagt, daß allerdings die Eltern von ihren Kindern verschieden sind, weil sie selbst nicht Kinder sind; denn sonst könnte es weder Eltern noch Kinder geben. Den Brief aber, wie gesagt, kann ich der Zeitumstände wegen nicht übersenden. Denn sonst würde ich dir die Worte selbst, welche ich damals schrieb, ja vielmehr eine Abschrift des ganzen Briefes übersendet haben; und dieses werde ich, sobald ich es kann, thun. Ich weiß aber und erinnere mich, daß ich mehrere Gleichnisse von verwandten Gegenständen aufgestellt habe. Denn ich habe gesagt, daß die Pflanze, welche aus dem Samen oder aus der Wurzel aufwächst, verschieden sey von dem, woraus sie entsprossen ist, obgleich sie durchaus mit ihm gleiche Natur hat; ich habe gesagt, daß ein Fluß, welcher aus einer Quelle fließt, eine andere Gestalt und einen andern Namen erhalte; denn es werde weder die Quelle Fluß, noch der Fluß Quelle genannt, und doch seyen beide vorhanden; und die Quelle sey zwar gleichsam Vater, der Fluß aber das aus der Quelle erzeugte Wasser. Dieses sind die Worte jenes Bischofes.