Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03347.jsonl.gz/2395

Die Krise in der Ukraine spiegelt tiefer greifende Veränderungen in der geopolitischen Landschaft Europas wider. Die alte liberale Ordnung, die um die Macht und den Einfluss der USA herum organisiert war, ist auf dem Rückzug und lässt neuen Raum für Akteure wie Russland und in gewissem Masse die Türkei.
Amerika ist bestrebt, sich Asien zuzuwenden und sich auf die Eindämmung Chinas zu konzentrieren. Eine neue Generation von Strategen in Washington argumentiert, dass die Vereinigten Staaten nicht mehr die Fähigkeit haben, überall Präsenz zu zeigen.
Vor diesem Hintergrund ist es für Präsident Joe Biden verlockend, mit Wladimir Putin eine grosse Übereinkunft zu treffen. Die Europäer fürchten vielleicht sogar eine Rückkehr zu den Zeiten des Kalten Krieges, als Europa in einen westlichen und einen östlichen Block geteilt war.
Es gibt jedoch eine Alternative. Vielleicht muss die geopolitische Ordnung, die 1945 entstand, überarbeitet werden. Vielleicht brauchen wir eine neue Jalta-Konferenz. Aber das Ergebnis des neuen Jalta sollte dieses Mal zwischen den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und Grossbritannien ausgehandelt werden. Das strategische Ziel wäre es, die EU und ein assoziiertes Grossbritannien in einen souveränen aussen- und verteidigungspolitischen Akteur zu verwandeln, der in der Lage ist, ein Gegengewicht zu Russland zu bilden.
Dies wäre auch im amerikanischen Interesse. Die USA können helfen, dies zu erreichen und die Risiken des Übergangs zu bewältigen.
Die Kommentare auf weltwoche.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.
Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.
Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.
Unzulässig sind Wortmeldungen, die
Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.