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Mit den Seattle Seahawks und den Green Bay Packers haben in Week 15 zwei weitere Teams die Playoffs klargemacht. Während Tom Bradys Ex-Team die Post-Season definitiv verpasst hat, sorgte der «GOAT» gegen die Atlanta Falcons einmal mehr für eine unfassbare Aufholjagd.
Bevor wir zu den Highlights kommen, wie üblich zunächst die Resultate von Week 15:
Die Tampa Bay Buccaneers haben mit einem 31:27-Sieg gegen die Atlanta Falcons ihren Playoff-Traum am Leben gehalten. Doch eigentlich hätten Tom Brady und seine Kollegen dieses Spiel niemals gewinnen dürfen.
Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit mit Punts bei jedem einzelnen Drive lagen die «Bucs» zur Pause mit 0:17 zurück, doch dann drehte Brady auf einmal auf. Der «GOAT» führte sein Team mit 390 Yards und zwei Touchdowns zurück ins Spiel und sorgte sechs Minuten vor Schluss mit einer 46-Yard-Bombe auf Antonio Brown endgültig für die Wende.
Mit diesem Comeback weckte Brady Erinnerungen an seine Heldentat von 2017, als er mit den New England Patriots im Super Bowl LI den Falcons den schon sicher geglaubten Sieg entriss. Damals hatten die Falcons mit 28:3 geführt, ehe die Patriots noch mit 34:28 in der Overtime gewannen.
Dieses Mal führten die Falcons mit 24:7 und hatten eine Gewinnchance von 95,3 Prozent. Doch zum vierten Mal in dieser Saison schafften es Matt Ryan und Col, eine Partie, in der sie über 90 Prozent Gewinnchance hatten, noch zu vergeigen.
Die New England Patriots haben erstmals seit zwölf Jahren die Playoffs verpasst. Das Team von Star-Trainer Bill Belichick verlor gegen die Miami Dolphins mit 12:22 und steht nun bei sechs Siegen und acht Niederlagen. Selbst zwei Siege in den letzten beiden Partien der Regular Season würden Cam Newton und Co. nichts mehr bringen.
Newtons Offense enttäuschte gegen die Dolphins in gewohnter Manier. Der meist kurze Raumgewinn blieb ohne Erfolg, am Ende war gar Kicker Nick Folk für sämtliche Punkte zuständig. Bei den Dolphins schaffte Quarterback-Rookie Tua Tagovailoa eine Premiere: Er konnte Bill Belichick gleich in seinem ersten Aufeinandertreffen besiegen.
Eine Postseason ohne New England war in den vergangenen Jahren undenkbar. Als die Patriots 2008 letztmals die Playoffs verpassten, hatte sich ihr damaliger Star-Quarterback Tom Brady im ersten Spiel einen Kreuzbandriss zugezogen und in der Folge die gesamte Saison verpasst. Unter Chefcoach Bill Belichick wird New England erstmals seit dessen Premierensaison (2000) ein Jahr ohne positive Siegesbilanz abschliessen.
Die New York Jets haben die totale Blamage abgewendet und ihre Pleitenserie nach fast einem Jahr endlich beendet. Mit einem 23:20 gegen die Los Angeles Rams fuhren sie im 14. Saisonspiel den ersten Sieg ein. Damit bleiben die Cleveland Browns mit ihrer sieglosen Saison 2017 das letzte Team ohne jeglichen Erfolg innerhalb einer Spielzeit.
Matchwinner für die Jets war Punter Braden Mann. Der 1,80-Meter-Schlaks verhinderte im Schlussviertel nach einem Durchbruch von Rams-Receiver beim Punt-Return einen möglichen Touchdown mit einem beherzten Tackle.
Damit ist auch das Rennen um den Nummer-1-Pick im kommenden NFL-Draft wieder offen. Vielerorts wurde angenommen, dass die Jets ihre letzten Spiele ohne grosse Gegenwehr verlieren werden, um sich im kommenden Draft die Rechte an Quarterback-Supertalent Trevor Lawrence zu sichern. Doch nun mischen plötzlich die Jacksonville Jaguars wieder mit, die wie die Jets momentan bei einer 1:13-Bilanz stehen.
Im Topspiel von Week 15 bezwangen die Kansas City Chiefs beim Comeback von Drew Brees dessen New Orleans Saints mit 32:29. Dabei zeigte sich Patrick Mahomes, der in der letzten Woche einen kleinen Durchhänger hatte, wieder bei bester Spiellaune.
Der Chiefs-Quarterback kam auf 254 Passing Yards und warf für drei Touchdowns. Besonders sehenswert war der Touchdown-Pass auf Travis Kelce, als Mahomes den Football nach dem Snap blitzschnell per Basketball-Move zu seinem Tight End rüberlegte. Beim dritten Touchdown-Pass verblüffte Mahomes mit seiner Präzision, als er in der äussersten Ecke der Endzone Mecole Hardman mustergültig bediente.
Brees' Comeback nach seiner Verletzung mit 11 Rippenbrüchen und einer kollabierten Lunge missglückte dagegen komplett. Der 41-jährige Saints-Quarterback spielte vor allem zu Beginn ungewohnt hektisch und brachte seinen ersten Pass erst im zweiten Viertel an. «Ich war ganz offensichtlich nicht effizient beim Passspiel», haderte Brees nach Spielschluss. «Ich wollte einige Dinge mit tiefen Bällen erzwingen anstatt einen sicheren Pass zu spielen. Es gab einige Fehler.»
Erst zum Schluss drehte der Saints-Spielmacher noch einmal auf und polierte seine Statistiken auf: Am Ende kam Brees auf 234 Yards bei 15 von 34 angebrachten Pässen, drei Touchdowns und eine Interception. Das Quarterback-Rating von 84,7 sprach allerdings Bände – es war seine deutlich schlechteste Vorstellung in dieser Saison.
Trotz einer bärenstarken Leistung von Rookie-Quarterback Jalen Hurts verloren die Philadelphia Eagles gegen Arizona Cardinals mit 26:33. Am Ende hätte es eine Hail Mary gebraucht, damit Hurts seine Eagles doch noch zum Sieg hätte führen können, doch sein weiter Pass fand keinen Abnehmer.
Hurts konnte sich aber keinen Vorwurf machen lassen, er spielte bei seinem zweiten Start gross auf, warf für 338 Yards und drei Touchdowns. Ausserdem lief er für 63 Yards, einmal sogar zum Touchdown in die Endzone. Sein Team führte er nach einem 0:16 Rückstand noch zu einem 26:26 Unentschieden im Schlussviertel heran – nur der letzte Score wollte nicht mehr gelingen.
Bei den Cardinals spielte Kyler Murray ebenfalls gross auf, warf für 406 Yards bei drei Touchdowns und einer Interception. Den Spielzug des Tages zeigte aber das Special Team, als Andy Lee einen Punt nur antäuschte und stattdessen einen perfekten Pass zum First Down auf Linebacker Ezekiel Turner warf. Das Resultat: Kein Ballverlust und ein Raumgewinn von 26 Yards.
Die Minnesota Vikings kassierten gegen die Chicago Bears eine bittere 27:33-Niederlage. Quarterback Kirk Cousins zeigte zwar einmal mehr eine ansprechende Leistung, hatte aber unmittelbar vor der Pause einen kleinen Blackout und kurz vor Schluss fehlte dann auch noch das nötige Glück.
Aber der Reihe nach: Im letzten Drive der ersten Halbzeit zögerte Cousins mit seinem Pass auf Justin Jefferson etwas gar lange und überwarf schliesslich knapp. Der Wide Receiver liess seinem Frust danach freien Lauf und fluchte: «Fuck Kirk! Come on! Wirf doch den Ball!»
Kurz vor Schluss versuchte Cousins seine Vikings mit einer Hail Mary noch zum Sieg zu führen, doch der Ball wurde in der Endzone vom Gegner abgefangen.
Die Tennessee Titans setzten sich in einem wahren Offensiv-Festival mit 46:25 gegen die Detroit Lions durch. Mann des Spiels? Natürlich einmal mehr Running Back Derrick Henry. Die Mensch gewordene Maschine verbuchte 147 Rushing Yards und einen Touchdown und wurde so zum vierten Running Back der NFL-Geschichte, der in zwei Saisons hintereinander die 1500 Rushing-Yards- und die 15 Touchdowns-Marke übertrag.
Die beste Szene des Spiels war aber, als Henry bei einem Lauf Lions-Cornerback Alex Myres mit einem Stiff Arm zu Boden drückte, als wäre dieser ein kleiner Schuljunge.
Neben Henry überzeugte einmal mehr Quarterback Ryan Tannehill, der für 273 Yards und drei Touchdowns warf. Zusammen mit Henry hat Tannehill dafür gesorgt, dass die Titans mit 436 momentan die meisten Punkte auf dem Konto haben. Dahinter folgen die Chiefs mit 435 und die Green Bay Packers mit 434 Zählern.
Die Indianapolis Colts halten ihre Playoff-Träume mit einem 27:20-Sieg gegen die Houston Texans am Leben. Quarterback Philip Rivers leistete kurz vor Schluss mit einem tiefen Pass auf seinen Receiver T.Y. Hilton zunächst die wichtige Vorarbeit für den anschliessenden Touchdown durch Zach Pascal, am Ende sicherte den Colts aber die Defense den Sieg. Mit mehreren Hits sorgte sie dafür, dass Texans-Receiver Keke Coutee den Ball nicht in die Endzone brachte und einen Fumble produzierte, den am Ende ein Colts-Verteidiger aufnehmen konnte.
Mit wenig glamourösen Siegen haben die Seattle Seahawks und die Green Bay Packers die Playoffs klargemacht. Die Seahawks setzten sich gegen das Washington Football Team mit 20:15 durch, kamen nach einer zwischenzeitlichen 13:0-Führung aber noch gehörig ins Zittern. Gegen die starke Washington-Defensive setzten die Seahawks vor allem aufs Laufspiel, so dass Quarterback Russell Wilson mit 121 Yards und einem Touchdown bei einer Interception nicht wirklich glänzen konnte.
Die Packers zeigten beim 24:16-Sieg gegen die Carolina Panthers zwei Gesichter: In der ersten Halbzeit warf Quarterback Aaron Rodgers seinen 40. Touchdown-Pass der Saison und lief einmal selbst in die Endzone, nach der Pause tauchte er wie seine Teamkollegen aber komplett ab. Nach der Pause gab sich der MVP-Anwärter ziemlich selbstkritisch: «Viele Spiele werden wir mit einer solchen Leistung nicht gewinnen – vor allem nicht in der Postseason», erklärte Rodgers nach dem hart erkämpften vierten Sieg in Folge.