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In den letzten Jahren erreichten uns immer wieder freudige Nachrichten bezüglich der Ozonschicht-Problematik. Dank des Montreal-Protokolls, das die Produktion von ozonschädigenden Gasen weitgehend stoppte, erholte sich die Ozonschicht an den beiden Polen grösstenteils. Allerdings gilt dies nicht für alle Regionen der Erde, wie ausgewertete Satellitenaufnahmen offenbaren. Besonders in tieferen Breitengraden erholt sich die schützende Schicht nicht, wie Forscher im Fachmagazin Atmospheric Chemistry and Physics bekannt geben.
Dicht besiedelte Gebiete betroffen
Das betroffene Gebiet schliesst grosse Teile der Welt mit ein, unter anderem Mitteleuropa und somit auch die Schweiz. Im Vergleich zu den beiden Erdpolen leben zwischen den 60. Breitengraden Nord und Süd deutlich mehr Menschen. Eine Abnahme der vor UV-Strahlen schützenden Schicht in jenem Gebiet ist besorgniserregend, weil davon viele Menschen betroffen sind und gerade dort die Sonneneinstrahlung grösser ist als beispielsweise an den Polen.
Der Rückgang der Ozonkonzentration vollzieht sich grösstenteils in der unteren Stratosphäre, also 15 bis 24 Kilometer über der Erde.
Forscher stehen vor einem Rätsel
Weshalb die positiven Entwicklungen an den Polen nicht für alle Regionen der Erde zutreffen ist auch für die Forscher bisher unklar. Als mögliche Ursache kommen kurzlebige Gase und der Klimawandel in Frage. Vom Menschen hergestellte Lösungsmittel, Entfetter und Abbeizmittel enthalten Chlor und Brom, welche Ozon angreifen. Diese Gase werden im Montreal-Protokoll bisher nicht berücksichtigt.
Durch die stetige Erderwärmung und die daraus resultierenden Wetterveränderungen könnten diese Gase durch Gewitterstürme in die untere Stratosphäre gelangen. Ausserdem verstärkt eine Erwärmung den Aufstieg von Luftmassen über den Tropen, was zu einer Senkung des Ozongehalts in der unteren Stratosphäre führen könnte.
Thomas Peter, Professor für Atmosphärenchemie an der ETH-Zürich, bestätigt in einem Interview mit SRF News, dass bisher noch keine Ursache erkannt wurde und nur spekuliert werden kann.
Wichtig ist nun, die klare Ursache der schwindenden Ozonschicht ausfindig zu machen, um Gegenmassnahmen treffen zu können. Durch das Montreal-Protokoll wurde bereits bewiesen; weltweite Anstrengungen können erfolgreich sein.