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- Die abgeholzte Fläche im brasilianischen Amazonasgebiet betrug zwischen August 2020 und Juli 2021 13'235 Quadratkilometer, wie aus einer Mitteilung des Instituts für Weltraumforschung (Inpe), das Satellitendaten auswertet, hervorgeht.
- Demnach ist dies eine Steigerung um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und die abgeholzte Fläche war die grösste seit 2008.
- Die vorläufigen Daten des Inpe hatten bereits auf eine Zunahme der Zerstörung hingedeutet.
- Brasilien, wo in weiten Teilen in den vergangenen Monaten Wassermangel und Trockenheit geherrscht hat, wird eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zugeschrieben.
Der Anteil Brasiliens am Amazonasgebiet, das als wichtiger Speicher des klimaschädlichen Treibhausgases CO₂ gilt, entspricht flächenmässig der Grösse Westeuropas. Präsident Jair Bolsonaro sieht das Amazonasgebiet vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial.
Die international unter Druck geratene brasilianische Regierung hatte bei der UNO-Klimakonferenz COP26 in Glasgow angekündigt, die illegale Abholzung des Amazonas-Regenwalds bis 2028 zu beenden. Präsident Bolsonaro nannte im April beim Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden noch 2030 als Ziel.
«Die Zahlen sind immer noch eine Herausforderung für uns und wir müssen mit mehr Nachdruck gegen diese Verbrechen vorgehen», sagte Brasiliens Umweltminister Joaquim Pereira Leite am Donnerstag auf einer Pressekonferenz, mit Blick auf die illegalen Rodungen.
Brasiliens Aufpolierungsversuche
Die am Donnerstag veröffentlichte Mitteilung ist jedoch auf den 27. Oktober datiert, das heisst, wenige Tage vor der COP26. Die brasilianische Regierung habe versucht, ihr Image aufzupolieren, obwohl sie gewusst habe, dass ein weiterer Rekord bei der Abholzung gebrochen worden war, hiess es in einer Mitteilung der Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Die Europäische Union hatte am Mittwoch einen Vorschlag zur Beschränkung der Einfuhr von Waren vorgelegt, für deren Produktion Wälder zerstört wurden, wovon unter anderem Brasilien betroffen sein könnte. Die brasilianische landwirtschaftliche Produzenten-Vereinigung veröffentliche eine Mitteilung, um «ihre Empörung über den Vorschlag zum Ausdruck zu bringen».