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Die englische Sprache
Zeitlich lässt sich die Entwicklung der englischen Sprache in vier Phasen unterteilen:
Altenglisch (Old English) circa 450 bis circa 1100
Mittelenglisch (Middle English) circa 1100 bis circa 1500
Frühneuenglisch (Early Modern English) circa 1500 bis circa 1750
Modernes Englisch (Modern English) circa 1750 bis heute
Die Geschichte der englischen Sprache beginnt mit der Eroberung Britanniens in der Mitte des 5. Jahrhunderts, als die germanischen Volksstämme der Jüten, Angeln und Sachsen die britischen Inseln erreichten. Der größte Teil des altenglischen Wortschatzes war germanisch. Aber durch die fremden Einflüsse im Verlauf der Geschichte starben rund 85 % des Wortschatzes aus, so das nur grundlegende Elemente überlebten. Das Altenglische wurde Anfangs durch drei andere Sprachen beeinflusst. Im geringen Umfang geschah dies durch die einheimischen Kelten. Deren Sprache ist heute nur noch in rudimentären Umfang nachweisbar. Hauptsächlich überlebte diese nur in einigen Ortsnamen und geographischen Bezeichnungen. Bedeutender und umfangreicher war der Einfluss der lateinischen Sprache für das Altenglische. Seit der römischen Eroberung 43 n.Chr. war die lateinische Sprache ein fester Bestandteil der britannischen Kultur. Einen weiteren Schub erhielt die lateinische Sprache durch die Christianisierung, die vom Benediktinermönch Augustinus und seinem Orden auf den britischen Inseln vorangetrieben wurde.
Mit der Ansiedlung der Wikinger im Gebiet namens Danelaw im Jahr 886, erhielt das altenglische einen weiteren fremdsprachlichen Einfluss. Aber dennoch hatte das gesprochene Altenglisch noch eine viel größere Ähnlichkeit mit den anderen indogermanischen Sprachen, wie zum Beispiel mit dem Deutschen.Die größte und auch nachhaltigste Veränderung der englischen Sprache erfolgte im 11. Jahrhundert, nach der normannischen Eroberung im Jahr 1066. Nachdem der altenglische Adel dezimiert und durch normannische Adlige ersetzt wurde, hielt das in der Normandie gesprochene Französisch in diesen Kreisen seinen Einzug. Auch galt bald, wie auch im übrigen Europa, die französische höfische Etikette als besonders vornehm. Obwohl in den adligen Kreisen das altenglische nicht mehr gesprochen wurde, kam es nach und nach zur einer Vermischung mit dem französischen, welche bis zum 16. Jahrhundert andauerte. Als endgültiges Resultat entstand daraus das Mittelenglisch.
Das Frühenglisch, welches noch bis zum 19. Jahrhundert gesprochen wurde, entstand vor allem unter dem Einfluss des Buchdrucks. Damit war eine bessere Kommunikation sowie eine Standardisierung der Sprache als auch eine zunehmende Alphabetisierung der Bevölkerung verbunden. Auch erweiterte sich das Vokabular der Sprache, da mit dem wachsenden Wissenstand auch die Anforderungen an die Sprache sich veränderte. Als Autor mit dem größten Wortschatz galt in dieser Zeit Shakespeare. Des Weiteren wurden damals die ersten Bemühungen unternommen, die Sprache zu vereinheitlichen und zu konservieren.
Das heutige moderne Englisch ist nach wie vor einem starken Wandel unterworfen. Zum einen ist es dem starken Bedarf an Fachbegriffen in der Wissenschaft und zum anderen durch die vielen Bedeutungsverschiebungen der Wörter geschuldet.
Englische Dialekte
Im Gegensatz zum Deutschen, galten bis in die jüngste Vergangenheit einige in England gesprochene Dialekte als gesellschaftliches Stigmata. In Mundart gesprochenes Englisch galt als “nicht gebildet” und konnte ein Hindernis im gesellschaftlichen Fortkommen bedeuten. Die heutigen in England gesprochenen Dialekte lassen äußerst grob in eine nördliche, eine westliche und in einer südöstlichen Variante einteilen.
Durch die britische Kolonisation erfolgte auch unweigerlich eine weltweite Verbreitung der englischen Sprache. Dadurch entstanden neue Varianten oder gar eine Vermischung mit anderen Sprachen. Daraus entwickelten sich eine ganze Reihe von Pidgin- und Kreolsprachen, die auf der Basis des Englischen entstanden und vor allem in der Karibik, Afrika und in Ozeanien gesprochen werden.