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CASTASEGNA IM BERGELL
Das Bergell ist eines der drei italienischsprachigen Bündnertäler. Es erstreckt sich auf 15 km Länge in nordost-südwestlicher Richtung zwischen dem Malojapass und dem italienischen Städtchen Chiavianna, bildet also gewissermassen die Fortsetzung des Oberengadins, zu dem es geologisch auch einmal gehörte, bevor die Maira dem Inn buchstäblich das Wasser abgrub und die Wasserscheide ostwärts verschob. Während die obere Talstufe, die Sopraporta zwischen Maloja und Stampa, hochalpinen Charakter mit Lärchenwäldern aufweist, ist der untere Talabschnitt, die Sottoporta, bereits insubrisch geprägt.
Hier liegt als unterstes Dorf der Talschaft Castasegna mit der Zollstation nach Italien. Heute gehört Castasegna zur Gemeinde Bergell. Das ehemalige Gemeindewappen zeigt einen goldenen Kastanienbaum auf grünem Grund. Tatsächlich liegt über dem Dorf einer der grössten Edelkastanienwälder Europas, der Brentan. So galten denn die kalorienreichen marroni bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Grundnahrungsmittel: das Brot der Armen.
Heute wird das alte Erbe mit Lehrpfad, Ausstellungen und sogar im Schulunterricht wieder belebt, wo sich die Kinder mit Tradition der Kastanienkulturen auseinandersetzen können. Auch die alten cascine, die Kastaniendörrhütten, sind heute teilweise zu einfachen Gruppenunterkünften umgestaltet
Im Jahr 2000 zählte Castasegna 190 Einwohner. Diese sprechen unter sich oft Bargajott, den Bergeller Dialekt, der dem Rätoromanischen ähnelt. Amtssprache ist jedoch Italienisch, das von 80 Prozent der Einwohner gesprochen wird. Bis ins Spätmittelalter unterstand die katholische Talschaft dem Bischof von Chur, seit der Reformation ist Castasegna wie das ganze Bergell protestantisch. Haupterwerbsquelle sind das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich und in steigendem Masse ein sanfter Tourismus, zu dem auch die Fondazione Garbald mit Retraitebetrieb und kulturellen Aktivitäten in der Villa Garbald beiträgt.
Castasegna
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