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2016
meer teilen: share more
Ein internationales Kunst- und Kulturprojekt, das den Bogen von Frauenfeld über Zagreb bis nach Bogotà und Lima spannt.
Das Projekt Meer teilen: share more ist inspiriert von der Sumak-Kawsay-Kultur der Völker in den südamerikanischen Anden. Diese Kultur zeichnete sich durch einen ausgeprägten zwischenmenschlichen Austausch, einen respektvollen Umgang mit der Natur sowie einem harmonischen Gleichgewicht zwischen materiellen und spirituellen Aspekten aus. Die Praxis des Sumak Kawsay wurde als buen vivir ins Spanische übersetzt.
Gutes Leben - buen vivir
Zum buen vivir, dem „guten Leben“ gehörte es, einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten und andere zu unterstützen. Buen vivir war eine spirituelle Kultur, die stark an die eigenen Qualitäten glaubte, dem entsprechend handelte und dabei wenig flexibel war. Als vor 500 Jahren die Konquistadoren, respektive die europäischen Kapitalisten die der Gesellschaft zugrunde liegenden Strukturen des Sumak Kawsay zerstörten, war es der indigenen Bevölkerung der Anden nicht möglich, ihre Lebensweise und ihre Beziehung zur Umwelt den kapitalistischen Massstäben anzupassen. Sie waren ihnen fremd.
Die zeitgenössische Übersetzung des buen vivir - Gedankens beinhaltet eine kritische Auseinandersetzung mit den Grundsätzen des Kapitalismus, ohne diesen komplett abzulehnen. Die Priorität liegt auf dem Engagement für die Gemeinschaft sowie einem respektvollen Umgang mit der Umwelt.
Internationale KünstlerInnen
Für das Projekt wurden bereits Ende 2015 insgesamt 18 KünstlerInnen aus Kolumbien, Kroatien, Peru und der Schweiz gebeten, sich zuerst auf lokaler Ebene auszutauschen (in Bogotá, Lima, Frauenfeld und Zagreb), um anschliessend mehrere Monate wöchentlich interkontinental zu skypen. Dieser kollektive Skype- Prozess war dem Diskurs über die Qualitäten der buen vivir Kultur gewidmet und die Teilnehmer diskutierten, ob und in welcher Form Fragmente und Gedanken dieses Konzepts auch heute und in naher Zukunft gültig sein können.
Die KünstlerInnen treffen sich erstmals real Mitte Juli im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb. Anschliessend fahren sie nach Frauenfeld, um in kleinen Kollektiven oder grösseren Gruppen den Austausch fortzusetzen. Der Shed im Eisenwerk dient dabei als main hub, hier werden die Kunstschaffenden zusammen arbeiten, hier finden die begleitenden Workshops statt. Die Resultate der Zusammenarbeit werden anschliessend ab dem 13. August in einer lively construction, einer „lebendigen Konstruktion“ im Shed gezeigt. Sie spiegelt die Ergebnisse des intensiven Austauschs zwischen den beteiligten KünstlerInnen wieder und dient als Plattform für einen offenen Diskurs und verändert sich stetig durch die Workshops und die weiterführende Forschungsarbeit aller.
detailiertes programmheft zum downloaden