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zum grösseren Theil aber aus einem bei 260 ° siedenden Kohlenwasserstoff.
In 1 Volum Weingeist muss es löslich sein.
Mit Jod erhitzt es sich nur schwach unter Ausstossung grauweisser Dämpfe.
Anwendung. Zuweilen in der Medizin als magenstärkendes Mittel;
vor Allem in der Likörfabrikation und als Seifenparfüm.
Óleum cardamómi.
Kardamomöl.
Wird gewonnen aus den Samen der verschiedenen Kardamomenarten.
Blassgelb, von kräftig aromatischem Geruch, der jedoch, wenn ordinäre Sorten angewandt, stark kampherartig erscheint;
Geschmack feurig, gewürzhaft;
spez. Gew. 0,900.
Anwendung findet es namentlich in der Likörfabrikation und zu Backwerk.
Óleum carvi.
Kümmelöl.
Fälschlich auch Kümmelsamenöl genannt, wird aus den Früchten von Carum carvi durch Destillation mit Wasserdampf gewonnen.
Es ist dünnflüssig, farblos bis schwach gelblich, später dunkler werdend, dann von saurer Reaktion.
Spez, Gew. 0,900-0,908. Siedepunkt 175-230 ° C.
Besteht aus einem leichter siedenden Kohlenwasserstoff, dem sog. «Carven» und einem schwerer siedenden, sauerstoffhaltigen Oel, dem «Carvol».
Das Kümmelöl ist in gleichem Volum Weingeist löslich;
war es, wie dies vielfach vorkommt, mit Terpentinöl verfälscht, so wird die Mischung trübe. In diesem Falle macht man die Jodprobe;
Kümmelöl verpufft nicht mit Jod, wohl aber, wenn es mit Terpentinöl verfälscht ist.
Weit häufiger kommt eine Verfälschung mit Kümmelspreuöl vor.
Ein solches Oel riecht weniger fein, hat sogar häufig einen etwas ranzigen Geruch.
Das Kümmelspreuöl wird in grossen Massen aus der abgesiebten Spreu gewonnen, dient aber gewöhnlich nur zur Parfümirung ordinärer Seifen.
Anwendung. In geringem Maße in der Medizin als blähungwidriges und magenstärkendes Mittel;
vor Allem in der Likörfabrikation. (In grösseren Dosen wirkt es schädlich.)
Das reine Carvol, welches jetzt vom Deutschen Arzneibuch verlangt wird, hat ein spez.
Gewicht von 0,962-0,965 und siedet bei 244 ° C. 2 ccm Weingeist und 1 ccm Wasser müssen 20 Tropfen Carvol lösen. Es eignet sich wegen seines feineren Geschmacks und der leichteren Löslichkeit weit besser zur Likörfabrikation als das gewöhnliche Kümmelöl. ¶
Óleum caryophyllorum.
Gewürznelkenöl, Nelkenöl.
Dasselbe wurde früher zum grossen, Theil in der Heimath der Gewürznelken (s. Caryophylli aromat.) hergestellt und dort theils durch Pressung aus den noch nicht getrockneten Nelken, meist aber durch Destillation gewonnen.
Jetzt aber auch in Europa.
Namentlich in Hamburg wird die Destillation in grösserem Umfänge betrieben.
Das erste Destillationsprodukt ist ziemlich bräunlich und dickflüssig;
rektifizirtes Oel dagegen frisch fast wasserhell, bald aber wieder dunkler werdend, doch auch dieses ist dickflüssig und stets von schwach saurer Reaktion (daher die Fuchsinprobe auf Alkohol nicht zulässig).
Spez. Gew. 1,062. Siedepunkt 140-240° C.
Es besteht aus einem bei ca. 143° siedenden Kohlenwasserstoff und einer öligen Flüssigkeit von saurer Reaktion, der Nelken- oder Eugeninsäure, früher Eugenol genannt, die erst bei 240° siedet.
In Weingeist sehr leicht löslich, ebenso in Aether und in 2-3 Vol. konzentrirter Essigsäure.
Mit gleichen Theilen Kalilauge geschüttelt, erstarrt es zu einer krystallinischen Masse von nelkensaurem Kali;
hierbei schwindet der Geruch fast vollständig.
Mit wenig konzentrirter Schwefelsäure gemengt giebt es eine blaue Färbung, mit mehr Säure eine tiefrothe.
Der Geruch des Nelkenöles ist, wenn dasselbe rein, kräftig aromatisch und sehr fein;
leider aber werden bei der Destillation grosse Massen von Nelkenstielen, die eigens zu diesem Zwecke importirt werden, mit verarbeitet.
Hierdurch leidet die Feinheit des Geruches sehr, wenn auch die übrigen Eigenschaften dieselben bleiben.
Auch Sassafrasöl, Cassiaöl, Cedernholzöl und Kopaivabalsamöl sollen vielfach zur Fälschung benutzt werden;
hierüber giebt die Lösung in Essigsäure Aufschluss.
Anwendung. In der Parfümerie, der Likörfabrikation und als zahnschmerzlinderndes Mittel.
Óleum chamomíllae. **
Kamillenöl.
Aus den Blüthen von Matricaria chamomilla (s. Flores chamomillae) durch Destillation mit Wasserdampf bereitet. Am vortheilhaftesten sind frische Blüthen zu verwenden, da durch das Trocknen die Ausbeute leidet.
Die Blüthen enthalten zweierlei Oel, von welchem das eine von blassgelber Farbe in Wasser löslich ist;
es lässt sich aus dem Destillationswasser durch Schütteln mit Aether gewinnen, darf aber dem in Wasser unlöslichen Oel nicht zugesetzt werden.
Dieses ist tief dunkelblau, dickflüssig, in der Kälte von salbenartiger Konsistenz.
Die Farbe verändert sich mit der Zeit in grün, zuletzt in braun, ¶