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Bis heute ist kein Gen erforscht, welches für die weisse oder braune Schalenfarbe verantwortlich ist. Es wirkt daher wie eine verkehrte Welt wenn ein braunes Huhn weisse Eier legt und ein weisses Huhn braune Eier produziert. Ein Vergleich von wildbraunen Altsteirern und weissen Wyandotten.
Hühner legen weisse, braune, grüne oder sogar blaue Eier. Oft verbinden die Konsumenten mit der Schalenfarbe sogar eine Eigenschaft des Ei‘s. Die braunen gelten oft als gesünder als weisse Eier. Deshalb werden heute mehr braune als weisse Eier konsumiert. Grüne Eier bringt der Konsument in Verbindung mit weniger Cholesterin oder mehr Omega3 Fettsäure. Doch eigentlich sagt die Schalenfarbe nichts über diese Merkmale aus, sie lässt einem jedoch wissen von wem das Hühnerei gelegt wurde. Die wildbraunen Altsteirer legen Eier mit elfenbeinweisser Schalenfarbe. Ganz anders ist es bei den Wyandotten. Dort schwankt die Schalenfarbe zwischen den Farbenschlägen von gelb bis dunkelbraun. Es steht also fest, das weisse Gefieder steht nicht in Verbindung mit der weissen Schalenfarbe oder umgekehrt.
“Die Gefiederfarbe steht nicht in Verbindung mit der Schalenfarbe”
Die Altsteirer stammen von einem alten Landhuhn aus Mitteleuropa ab welche einst sehr verbreitet war. Diese Hühner gewöhnten sich an die gebirgigen Verhältnisse in der Steiermarkt in Österreich. Ein rassetypisches Merkmal ist der Kleine nach hinten gerichtete Federbüschel unterhalb des Kamms. Es wird deshalb angenommen, dass diese Hühner einst mit Paduanern eingekreuzt wurde. Horst Marks schreibt im Buch „Unser Rassegeflügel“ weiter dass die in den Anfängen der Geflügelzucht importierten Rassen im rauen Gebirgsklima versagten und schnell verendeten. Deshalb wurde das Mitteleuropäische Landhuhn in der Steiermarkt weiter veredelt und durch eine planmässige Zucht gefestigt. Die damaligen landwirtschaftlichen Organisationen verfügten, dass dieses altbewährte steirische Huhn zu fördern sei. Darauf wurden in Budapest, Wien und 1910 auch in Berlin erste Altsteirer gezeigt. Die Hühner waren für damalige Verhältnisse bereits sehr ausgeglichen weshalb keine weiteren Einkreuzungen vorgenommen wurde und so der ausgewählte Landhuhntyp mit kräftiger Figur erhalten blieb. Der Schopf und Sattelbehang beim Hahn sind braunrot und die Henne zeigt ein wildbraunes Mantelgefieder mit schwarzer Rieselung. Die Altsteirer sind beweglich und gelten neben der frühreife als gute Leger und Fleischlieferanten. Die Entstehungsgeschichte der Wyandotten ist ebenfalls über hundert Jahre alt. Sie anders und begann in der neuen Welt den USA. Dort entstanden weiss gefiederte Hühner die keine weissen Eier legen. In den ersten fünf Jahren der Wyandottenzucht wurden für diese Hühner verschiedene Namen wie Eurekas, Ambrights oder Hambletonians gebraucht. Erst auf Anregung eines Züchters aus Boston wurden die Hühner nach dem Indianerstamm „Wyandotte“ in ihrem Entstehungsgebiet benannt. Zuerst entstanden die Silber-Wyandotten es war ein erklärtes Ziel der Amerikaner die Farbe und Zeichnung der Sebrights auf ein grosses Huhn zu übertragen. Dabei sind auch einige fehlfarbige Tiere mit weissen Federn gefallen, die von mehreren amerikanischen Liebhabern weiter gezüchtet wurden. Anfänglich hatten diese Tiere weder die typische Wyandottenform mit grossen ausgerundetem Körper noch waren sie immer gänzlich weiss. Schon bald tauchten auch in Deutschland die ersten weissen Wyandotten auf und 1901 wurde dazu sogar ein Verein für die Förderung dieses Farbenschlags gegründet. Die Form mit dem holen Rücken stiess auf Interesse und die Weissen zählten sogar zu den besten sechs Nutzrassen in Deutschland. Wohl der Grund weshalb noch heute im Europäischen Rassegeflügelstandard die Weissen mit einem schwereren Eiergewicht beschrieben werden.
Schalenfarbe ist an Ohrscheibe zu erkennen
Nach dem Buch „Genetics oft the chicken extrems“ von Sigrid van Dort gibt es nur ein Gen welches mit der Schalenfarbe in Zusammenhang gebracht werden kann. Es ist jenes der grünen Eier die von den Araucana’s gelegt werden. Die Schalenfarbe steht auch in keinem Zusammenhang mit der Fütterung. Egal welche beigaben man den Hühnern verabreicht, die Schalenfarbe verändert sich nicht. Schlägt man ein grünes Ei auf, so ist die Schale auch im Innern grün gefärbt. Bei den weissen oder braunen Eiern ist dies andres,. Beide zeigen auf der Innenseite eine weisse Farbe. Diese rührt vom Knochenkalzium aus welchem die Schalen gebildet werden. Die braune Farbe bei Hühnereiern kommt erst später dazu und wird sozusagen von aussen aufgestrichen. Die Farbe der Eierschale ist auch nicht vollständig Geschlechtsgebunden. Dazu schrieb Horst Marks im Buch „Unser Rassegeflügel“ Wird ein Leghornhahn mit einer Henne die braunschalige Eier legt gekreuzt, so hat die Nachzucht vorwiegend hellschalige Eier. War der Vater ein Hahn einer Rasse mit braunschaligen Eiern so legen dessen Töchter mehrheitlich Eier mit Brauntönung. Welche Schalenfarbe die Eier von ein Huhn haben ist an der Ohrscheibe zu erkennen. Bei der wildbraunen Altsteirerhenne ist die Ohrscheibe leicht schräg hinter dem Auge zu finden. Ist die Ohrscheibe weiss so legt eine Henne auch weisse Eier. Zeigt ein Tier rote Ohrlappen so zeigen die gelegten Eier mindestens eine cremefarbige meist jedoch eine braune Farbe. Die Schalenfarbe hängt also nicht vom Gefieder ab sondern steht in Zusammenhang mit der Ohrscheibe doch weitere Forschungsresultate gibt es dazu nicht.