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Das Wichtigste in Kürze
- Der frühere US-Turntrainer John Geddert hat sich das Leben genommen.
- Geddert war wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandel angeklagt.
- Er arbeitete eng mit dem Horror-Arzt Larry Nassar zusammen.
Der wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandel angeklagte ehemalige US-Turntrainer John Geddert hat sich nach Angaben der Generalstaatsanwältin und Justizministerin des US-Bundesstaates Michigan, Dana Nessel, das Leben genommen.
«Mein Büro ist darüber informiert worden, dass der Körper von John Geddert am späten Nachmittag gefunden worden ist, nachdem er sich selbst das Leben genommen hatte.
Das ist ein tragisches Ende in einer tragischen Geschichte für alle Beteiligten», hiess es in Nessels Statement. Nach dem Skandal um den inzwischen verurteilten Teamarzt Larry Nassar war Geddert vom US-Turnverband suspendiert worden und daraufhin in den Ruhestand gegangen. Er starb im Alter von 63 Jahren.
John Geddert in 24 Fällen angeklagt
Nessel, die im US-Justizsystem in Personalunion Justizministerin und Generalstaatsanwältin ist, warf Geddert in insgesamt 24 Fällen Menschenhandel, Zwangsarbeit, das Fortführen einer kriminellen Vereinigung, sexuellen Missbrauch und das Belügen eines Gesetzeshüters im Zusammenhang mit einer Strafermittlung vor. Für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen war der Anwalt Gedderts nicht zu erreichen gewesen.
Geddert betreute das siegreiche US-Frauen-Team bei den Olympischen Spielen 2012 in London und betrieb ein Fitnessstudio in Lansing, in dem auch der verurteilte Larry Nassar verletzte Turner betreute. Seine erfolgreichste Turnerin war Jordyn Wieber, die 2011 Mehrkampf-Weltmeisterin und ein Jahr später Olympiasiegerin wurde.
Geddert hatte während des Nassar-Prozesses stets unterstrichen, dass er «keine Kenntnis» von den Verbrechen des zu 175 Jahren Haft verurteilten Nassar hatte. Der frühere Mediziner hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Turnerinnen sexuell misshandelt zu haben.
Insgesamt waren Anzeigen hunderter Turnerinnen und ihrer Eltern gegen ihn eingegangen, darunter von den Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles.
US-Turnverband bot 215 Mio. Dollar Entschädigungen
Der US-Turnverband hatte den Opfern Entschädigungen in Höhe von insgesamt 215 Millionen Dollar angeboten. Man strebe eine einvernehmliche Lösung mit den Vertretern der betroffenen Sportlerinnen an, erklärte Verbandschefin Li Li Leung.
Mit einer Einigung auf Abfindungszahlungen will der Verband die drohenden Gerichtsverfahren mit Nassars Opfern abwenden. Opfer-Anwälte lehnten das Entschädigungsangebot des US-Verbands zunächst ab.