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Der 1967 gegründete Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) mit seinen zehn Mitgliedstaaten ist die bedeutendste zwischenstaatliche Organisation Südostasiens. Die ASEAN fördert die regionale Integration und Zusammenarbeit und setzt sich für Frieden und Sicherheit sowie für Wohlstand und menschliche Entwicklung ein. Die Schweiz wurde 2016 sektorielle Dialogpartnerin, um ihre Zusammenarbeit mit den Ländern Südostasiens zu vertiefen und ihre Vernetzung im asiatisch-pazifischen Raum auszubauen
Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN)
Warum sind Südostasien und ASEAN wichtig für die Schweiz?
Südostasien spielt eine immer wichtigere Rolle in den globalen Beziehungen. Die Region umfasste 2019 9,3% der Weltbevölkerung und trägt 3,5% zum weltweiten BIP bei. Die ASEAN-Staaten bilden den fünftgrössten Wirtschaftsraum der Welt mit einem Markt von über 655 Millionen Menschen.
Ende 2019 investierten Schweizer Unternehmen rund 40 Milliarden Franken in die ASEAN-Länder; 1995 waren es 2,3 Milliarden Franken. Die Schweiz zählt zu den zehn grössten ausländischen Direktinvestoren in der ASEAN. Im Tourismussektor verzeichnete die Schweiz 2019 über eine Million Übernachtungen von Gästen aus Südostasien. Dies entspricht einer Zunahme um 50% gegenüber 2013. Etwa 20’000 Schweizer Staatsangehörige leben im ASEAN-Raum und 25’000 Personen aus dieser Region in der Schweiz.
Die ASEAN ist die wichtigste multilaterale Organisation in Südostasien. Die Stärkung des Engagements der Schweiz in Asien und den dortigen regionalen Organisationen ist ein integraler Bestandteil der Schweizer Aussenpolitik. Die ASEAN bietet eine ideale Plattform für den Austausch unter Staaten, die Festlegung internationaler Normen und Standards und die Thematisierung globaler Probleme auf regionaler Ebene.
Welches sind die Strukturen, Grundsätze und Ziele der ASEAN?
Die ASEAN hat zehn Mitgliedstaaten: Brunei Darussalam, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Die Aktivitäten der ASEAN beruhen auf drei Säulen – der Politik- und Sicherheitsgemeinschaft, der Wirtschaftsgemeinschaft und der soziokulturellen Gemeinschaft – sowie deren Aktionsplänen («Blueprints»).
Das ASEAN-Sekretariat befindet sich in Jakarta (Indonesien) und verfügt über zahlreiche Büros und Verwaltungszentren in der ganzen Region. Der Vorsitz der ASEAN wechselt jährlich unter den Mitgliedstaaten, und die wichtigsten Sitzungen finden im jeweiligen Land statt, welches den Vorsitz innehat. Die ASEAN steht im Zentrum weiterer regionaler Foren wie ASEAN+3 (China, Japan, Republik Korea), East Asia Summit und ASEAN-Regionalforum. Es gibt elf Dialogpartner (Australien, China, EU, Indien, Japan, Kanada, Neuseeland, Republik Korea, Russische Föderation, USA, Vereinigtes Königreich), vier sektorielle Dialogpartner (Norwegen, Pakistan, Schweiz, Türkei) und vier Entwicklungspartner (Deutschland, Chile, Frankreich und Italien).
Was umfasst die Partnerschaft der Schweiz mit der ASEAN?
Die Schweiz erhielt 2016 den Status einer sektoriellen Dialogpartnerin. Diese Partnerschaft stärkt die bilateralen Beziehungen der Schweiz zu den ASEAN-Mitgliedstaaten und ihre Vernetzung im asiatisch-pazifischen Raum. In einem Aktionsplan wurden Kooperationsbereiche zwischen der Schweiz und der ASEAN gemeinsam identifiziert («ASEAN-Switzerland Practical Cooperation Areas 2017–2021», siehe Links).
Die vier Schwerpunktbereiche sind:
- Menschliche Sicherheit
- Berufsbildung
- Klimawandel und soziale Forstwirtschaft
- Katastrophenmanagement und ‑vorsorge
Die Zusammenarbeit wird einmal pro Jahr an einem Treffen des Joint Sectoral Cooperation Committee evaluiert. Hochrangige politische Dialoge finden während des jährlichen Aussenministertreffens der ASEAN statt, wenn der Vorsteher oder die Staatssekretärin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) die jeweiligen Amtskolleginnen und ‑kollegen der ASEAN trifft.
Wer pflegt die Kontakte zur ASEAN in der Bundesverwaltung?
Die Schweizer Botschaft in Indonesien vertritt die Interessen der Schweiz gegenüber dem ASEAN-Sekretariat. In Bern ist die Abteilung Asien und Pazifik des Staatssekretariats des EDA für die Beziehungen zur ASEAN und deren Mitgliedstaaten zuständig. Sie arbeitet dabei mit anderen Organisationseinheiten des EDA und der Bundesverwaltung zusammen.