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Geehrter Leser,
Eigentlich sollt ich lernen. Und Karriere machen. Mich profilieren. Geld verdienen, um meine zukünftige Familie zu versorgen. Erwachsen werden. Und mir meine Flausen aus dem Kopf studieren. Dennoch sitz ich hier unter einem Sonnenschirm an der Langgasse 97 in St. Gallen, wo ich seit vier Jahren in einer WG lebe. Schreibe dieses Dokument, um dir zu erklären, weshalb ich tue, was ich tue. Ich tue meistens, was ich sollte. Zurzeit beende ich meinen Bachelor als Student der internationalen Wirtschaft. Koch mir und meinen Mitbewohnern Huhn mit asiatischer Sauce und wasch meine Kleider am Dienstag, denn da ist die Waschküche frei. Helfe der Nachbarin im Garten und putze die Küche regelmässig. In den Semesterferien arbeite ich bei Mettler & Tanner in Teufen als Handlanger der Kundenmaurer. Und Gott sah dass es gut war.
Aber nicht alles ist immer gut. Am nächsten Dienstag wird ein Arzt im Kantonsspital St. Gallen meine Nierensteine zertrümmern. Die Lernphasen sind lang und intensiv, die Prüfungen der Universität nicht leicht. Als Student fühle ich mich manchmal echt nutzlos. Ich will nicht dein Mitleid, sondern dein Verständnis. Denn ich sehne mich danach meinem Dasein einen Sinn zu verleihen. Gott hat mich reich beschenkt und es ist mein Herzenswunsch ihm meine Dankbarkeit durch meine Taten zu zeigen.
Es gibt schöne Dinge im Leben und es gibt Dinge, die das Herz erfüllen. Es ist schön ein gesichertes Einkommen durch den Job auf dem Bau zu verdienen. Es ist schön viele Freunde und eine intakte Familie zu haben. Das Studentenleben ist schön. Und bequem. Zu bequem. Und manchmal langweilig. Was mein Herz erfüllt sind andere Dinge. Tiefe Freundschaften und eine lebendige Beziehung zu Gott. Die Beziehung zu meiner Freundin gibt mir Kraft und stellt mich vor Herausforderungen. Mein Herz blüht auf, wenn ich Menschen helfen darf, die sich in einer Not gefangen fühlen. Und manchmal träume ich von einem Hotel an der westafrikanischen Küste. Und das Haus dazu habe ich schon gekauft.
… was?
Alles begann im September 2010. Nach der Matura flog ich in den Senegal, um dort mit SIM (Serving In Mission; zu deutsch: dienen durch Mission) Entwicklungshilfe und Missionarsarbeit zu leisten. Mein Leben hat sich verändert. In meiner Arbeit auf senegalesischen Maisfeldern und im Nachhilfeunterricht fand ich endlich die gewünschte Herausforderung. Die Hitze, das Lernen der lokalen Sprache, die Unterschiede unserer Kultur und die finanzielle Armut hämmerten an meiner Weltsicht. Nach einem Jahr kehrte ein anderer Silas in die nun idyllisch wirkende Schweiz zurück. Nach meiner einjährigen Militärkarriere als Sanitätssoldat wurde ich in die Freiheit meines Studiums entlassen. Aber auch das Auswendig Lernen des St. Galler Management Models vertrieb den Gedanken an die Armut meiner senegalesischen Gastfamilie nicht. Ich fragte mich wie ich den Menschen dieses Landes dienen könnte und wie man Armut nicht nur bekämpft, sondern langfristig beseitigt. Das Studium half mir sehr, meine Gedanken in konstruktive Ideen umzuformen.
Jesus sagte selbst: „Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden!“ Matthäus 10,39
Deshalb möchte ich von Herzen gerne in Senegal finanzielle und geistige Armut beseitigen. Die Liebe, die Gott mir als seinen Sohn schenkt gibt mir alle Kraft dazu. Ich fühle mich nicht besonders dazu geeignet einen Umbau zu leiten, ein Hotel zu managen, Personal zu führen oder mich langfristig in einer afrikanischen Kultur zu leben, aber Gott spricht: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen!“ 2. Korinther 12,9
Und hier der Plan: im Ende des Jahres 2018 wollen wir an der Nordküste Dakars ein Hotel für Wellensurfer und Taucher eröffnen. Der Kontakt zu den senegalesischen Angestellten und unser Engagement im Quartier sollen den Einheimischen von Gottes Liebe erzählen. Mit „wir“ meine ich Elias Gafafer, Salome Meier und ich.
Elias ist ein Freund der ebenfalls eine Vision von Gott für Afrika erhalten hat und surftechnisch mehr auf dem Kasten hat als ich. Salome ist meine wundervolle Freundin. Vom November dieses Jahres bis im Februar 2017 gehe ich gemeinsam mit Elias nach Senegal, um die Infrastruktur des Hauses zu renovieren. Zurzeit verwalten fünf Angestellte das Haus als Herberge für Durchreisende. Somit nehmen wir bereits kleine Summen ein, welche die Löhne, Strom- und Wasserkosten decken und für die Steuern auf die Seite gelegt werden. Unsere derzeitigen Mitarbeiter sind:
Gilbert verwaltet das Hotel. Mariam kümmert sich um die Zimmer und Roger ist unser Wächter. Das nachfolgende Foto wurde kurz nach dem Hauskauf aufgenommen. Abdoulaye ist der ehemalige Besitzer des gekauften Hauses. Birahim und der Quartierchef sind seine Freunde. Balla ist ein guter Freund von mir und unterstützte mich ebenfalls wie Joseph beim Hauskauf. Joseph ist mein Anwalt und Christ. Zusammen mit ihm treffe ich zurzeit die meisten Entscheidungen.
Die Vorbereitungen laufen in allen Bereichen. Kaufverträge und Eigentumsübertragungen werden in senegalesischem Recht getätigt. Zusammen mit Niklas Tidbury erstellen wir eine Website. Businessplan schreiben. Mit den Mitarbeitern telefonieren. Logo und Schriftzug designen. Materialtransport für den Umbau vorbereiten. Flüge buchen. Kostenvorschläge vergleichen. Über Geld reden. Ein Kommunikationskonzept entwerfen. Aufträge verteilen. Personalkonzept entwickeln. Kooperationen in Erwägung ziehen. Französisch und Wolof lernen. Und das alles freiwillig. Denn es macht Spass. Unser Ziel ist es, Senegalesen und Kunden zu einer echten Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben zu führen. Den Senegalesen im Quartier wollen wir attraktive Arbeitsplätze im Hotelbetrieb anbieten. Zudem wollen wir Dienstleistungen, wie eine Kindertagesstätte für alleinerziehende Mütter und Strassenkinder eröffnen.
Wir gaben uns den Namen Niokobokk, was in der Sprache der Einheimischen (Wolof) so viel bedeutet wie: „Wir sind gemeinsam unterwegs“/ „Wir teilen die Freude und das Leid“ / „Wir sind eins“
Ja eigentlich bin ich Missionar. Und dies ist mein erster Newsletter. Bitte erzähl deinen Freunden von unserer Vision. Schick mir ihre Email Adressen. Du kannst für uns beten und unsere Arbeit finanziell unterstützen. Zudem suchen wir für den November schweizer Fotografen, Sanitär, Elektriker, Hochbauzeichner und Architekten, welche uns beim Umbau helfen könnten.
Gebet
Für unsere Vision brauchen wir deine Unterstützung. Geehrter Leser, bitte bete für uns und die Mitarbeiter, die allesamt Christen sind. Mehr als 90 Prozent der Senegalesen sind Muslime. Unsere Mitarbeiter sind keine ursprünglichen Senegalesen, denn es gibt eigentlich keine senegalesischen Christen. Und das ist unser grösster Wunsch: Dass Senegalesen zum Glauben an Jesus Christus finden und durch Gottes Liebe frei werden.
Spenden
Über das Thema Spenden habe ich mir den Kopf und wahrscheinlich auch das Herz zerbrochen. Finanziell unabhängig zu sein bedeutet für mich Freiheit. Immer wieder muss ich meinen Stolz ablegen, um vor dem Herrn demütig zu sein. Spenden anzunehmen bedeutet für mich Verantwortung zu tragen. Und das möchte ich. Deshalb sage ich: Ja sehr gerne nehmen wir ab sofort Spenden an!
Der provisorische Kostenvoranschlag für den Umbau beläuft sich auf
36 ́000 Franken. Zudem werden wir uns ein Fahrzeug, Werkzeug, eine Fotokamera, und Sportausrüstung für unsere Gäste kaufen. Wir sind für jeden Franken dankbar. Das Geld wird ausschliesslich und direkt für die erwähnten Punkte verwendet.
IBAN: <iban-pii> (Vermerk: Allgemein / Umbau / Werkzeug / Fahrzeug / Sportausrüstung / Fotokamera)
Adresse:
Silas Rupp
Langgasse 97
9008 St.Gallen
Email:
<email-pii>
Danke fürs Lesen. Wir halten dich auf dem Laufenden.
Silas, Elias und Salome
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