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Loki
(altnordisch, «Schließer»),
ein Gott der eddischen Dichtung, der alles beendigende, schließende Gott. So macht er dem Guten wie dem Bösen ein Ende, und hieraus erklärt sich seine Doppelnatur. Andere erklären ihn für einen alten Gott des Feuers. Er war auf der einen Seite ein guter Gott, der die andern Götter begleitete und ihnen ¶
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264 mit Rat und That zur Seite stand, auf der andern das vernichtende Element. Schlauheit, List und Heimtücke sind ihm eigen.
Sein größter Gegner unter den andern Göttern ist der Donnergott Thor (s. d.), der ihn auch zum Falle bringt, als
Loki Baldrs
Tod veranlaßt hatte, von dessen Leben die Existenz der Asen abhing.
Loki bewirkte den Tod Baldrs (s. d.) dadurch,
daß er dem blinden Hödhr (s. d.) den verderbenbringenden Mistelzweig gab, womit Hödhr nach Baldr warf und ihn tödlich traf.
Hierauf liegt
Loki gefesselt bis zum Weltuntergang, dem großen Kampfe der guten und bösen Elemente. (S. Göttergeschick.) In
diesem kämpft er gegen Heimdall; beide Götter fallen. Viele Mythen, die aus der zwiefachen Natur L.s
sich entwickelt haben, kennen die Edden. Hier erscheint
Loki als Sohn des Windriesen Fárbauti und der Laufey oder
Nál. Seine Brüder sind Byleiptr und Helblindi, seine Gattin die Riesin Angrboda. Mit letzterer zeugt er den Wolf Fenrir
(s. d.), die Midgardsschlange (s. Jörmungandr) und die Hel (s. d.). Die deutsche Mythologie weiß nichts von
Loki. In Rich.
Wagners «Ring des Nibelungen» wird er Loge genannt. –
Vgl. Weinhold, Die Sagen von
Loki (in Haupts «Zeitschrift für deutsches
Altertum», Bd. 7).