Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03520.jsonl.gz/1260

Wir schreiben das Jahr 1964, als bei Harley-Davidson eine epochale Neuerung Einzug hält. Erstmals startet mit dem dreirädrigen ServiCar eine Harley-Davidson elektrisch.
Aufgrund des erhöhten Kapitalbedarfs wird die Company 1965 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Und auch die Techniker bleiben nicht untätig. Sie statten beispielsweise die Duo Glide mit dem elektrischen Anlasser aus, was sie zur „Electra Glide“ macht, und bald startet auch die Sportster auf Knopfdruck.
Ein Jahr später präsentiert Harley-Davidson einen grundlegend renovierten, leistungsstärkeren Big Twin. Die neuen Zylinderkopfdeckel erinnern jetzt an das umgedrehte Blatt einer Schaufel, weshalb der neue Motor von den Harley Fans „Shovelhead“ genannt wird.
1969 benötigt Harley-Davidson wegen des unverändert hohen Kapitalbedarfs einen starken Partner. Die Firma wird in die American Machine and Foundry Company (AMF) eingegliedert, einen großen Mischkonzern, der kapitalkräftig genug ist, die alten Produktionsstätten in Milwaukee zu modernisieren und eine neue Fabrik in York, Pennsylvania, zu bauen. Doch zunächst entsteht in Milwaukee eine neue Flat Track Rennmaschine, die sich künftig als sehr erfolgreich erweisen soll: die XR 750.
Ein Jahr später stirbt William Harley jun. an Diabetes, und Walter Davidson verlässt das Unternehmen. Neben seinem Vater ist William G. Davidson nun der letzte Spross der Gründerfamilie. Aus seinen Händen entsteht 1971 die erste „Super Glide“, die wie ein echter Chopper daherkommt. Es entsteht das Typkürzel „FX“ für die Baureihe, aus der ein Jahrzehnt später die „FXR“ Familie und nach weiteren zehn Jahren die „FXD Dyna“ Baureihe hervor gehen werden.
1973 nimmt auch der Vater von Willie G., Präsident William Davidson, nach 45-jähriger Firmenzugehörigkeit seinen Hut. Noch im selben Jahr startet die Endmontage im neuen Werk in York, Pennsylvania. Die restliche Produktion verbleibt in Milwaukee, Wauwatosa und Tomahawk.