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Die deutsche Sprache, Schriftdeutsch, Hochdeutsch
Die Walser sprechen eine germanische Sprache. Die Germanen stammen laut der Geschichtsforschung aus Südschweden, Dänemark und Norddeutschland.
Um Christi Geburt war den Römern das Land Germanien noch weitgehend unbekannt.
Karte von Strabo um Christi Geburt
Die germanischen Stämme verbreiteten sich nach Süden bis über den Rhein und die Donau und verdrängten die Kelten und deren Sprache.
Germanische Völker um 1000 vor Chr.
Germanische Völker um 500 vor Chr.
Germanische Völker um Christi Geburt
Die Römer drangen um Christi Geburt von Rom nach Norden vor, an den Rhein und weiter nordwärts und versuchten, die Germanen aufzuhalten. In wenigen Jahrhunderten hatten sich in Gallien und in der Westschweiz (bis ins Unterwallis) aus der römischen die französische Sprache entwickelt und in weiten Teilen der Ostschweiz das Rätoromanische. Das Keltische, von dem der Name Helvetien stammt, ging fast ganz verloren.
Die vielen Siege machten die Römer bequem, so dass es den Germanen gelang, die Römer wieder nach Süden zurückzudrängen. Der südlichste Stamm der Germanen, die Alamannen (neue Schreibweise), von nördlich des Rheins herkommend, besetzte Helvetien, die heutige Schweiz. Als Sprache setzte sich das Alamannische durch. Die französische Sprache in der Westschweiz blieb erhalten. Ins Tessin drangen die Alamannen nicht vor, aber in der Bündner Herrschaft und im Churer Rheintal verdrängten sie das Rätoromanische.
Dem keltischen Wort Helvetien begegnen wir täglich im offiziellen Namen der Schweiz: Confoederatio Helvetica, dem Auto- und Flugzeugkennzeichen CH und in Internetadressen dem .ch.
In der Deutschschweiz gibt es seither viele verschiedene alamannische Dialekte, so das Walserdeutsche, und in Deutschland sind es noch viel mehr.
Die Herkunft der Walliser und Walser
Als Luther kurz nach 1500 auf der Wartburg in der Nähe von Wittenberg die Bibel ins Deutsche übersetzte, suchte er für möglichst viele Leser verständlich zu schreiben. Dies kann man als Anfang des Schriftdeutschen bezeichnen. Von Wittenberg südwärts steigen die Hügel und Berge allmählich aus dem Tiefland auf, weshalb Luthers Schriftdeutsch als Hochdeutsch bezeichnet wurde, im Gegensatz zum Niederdeutschen. Wir dürfen die Bezeichnungen Schriftdeutsch und Hochdeutsch als gleichbedeutend betrachten. Schriftsteller wie die Gebrüder Grimm, Goethe und Schiller verfeinerten die Schriftsprache, und Konrad Duden legte 1880 Schreibregeln fest, die noch heute gelten, laufend angepasst an den sich ändernden Wortschatz und Gebrauch.
Die Herkunft des Walserdeutschen ist hier oben erwähnt und andernorts ausführlich beschrieben. Im Grunde genommen müssen wir unterscheiden zwischen dem Walliserdeutschen der Walliser und dem Walserdeutschen der weitergewanderten Siedler. Empfehlenswertes Tondokument aus dem Wallis:
Es war eine kleine Völkerwanderung. Alamannen besiedelten grosse Teile des Mittellandes, verdrängten dort die Kelten oder vermischten sich mit ihnen, und im Laufe der Zeit, ungefähr im Jahr 1000, gelangten alamannische Siedler in das obere Rhonetal. Andere Alamannen wählten nördlichere Gebiete und erreichten die Zentral- und Ostschweiz. Rückwanderer aus dem Goms zogen über die nächsten Pässe ins Berner Oberland und ins Urserental.
So wird zugeordnet: Walliserdeutsch im Wallis und Walserdeutsch in den südwärts und ostwärts besiedelten Gebieten.
Die Familien waren kinderreich, weshalb viele Einwanderer wieder neues Land suchen mussten. Ab dem ausgehenden 12. Jahrhundert bis um die Mitte des 14. Jahrhunderts zogen viele deutschsprachige Walliser in angrenzende italienische Gebiete, ins Tessin, nach Graubünden, ins Liechtenstein und ins Vorarlberg, bis ins Kleine und Grosse Walsertal (Pfeillinien mit einem gelben Punkt), wobei sich die Siedler in hochgelegenen wenig bevölkerten oder gar menschenleeren Tälern niederliessen. Die Herrscher (Fürsten, Freiherren) über jene Gebiete förderten die Zuwanderung, denn damit stiegen ihre Steuereinnahmen. Mit der alteingesessenen Bevölkerung gab es oft Zwistigkeiten, besonders im 17. Jahrhundert, als das Klima kälter wurde und die neuen Siedler in tiefere Lagen trieb.
Die Walser galten als gute Kämpfer. Vor allem die Freiherren von Vaz auf der Burg Belfort waren auf Hilfe angewiesen, denn sie standen in ständigem Streit mit dem Bischof von Chur, der auch weltlicher Fürst war. Das Umwerben der Walser ging so weit, dass die Herren von Vaz Boten ins Wallis schickten, um Familien und Sippen zum Auswandern zu bewegen. So ist es nicht erstaunlich, dass die Walser fast ausnahmslos jene Gebiete besiedelten, über welche die Herren von Vaz regierten (hier grau gefärbt und blau schraffiert).
Die ausgewanderten Walliser, heute Walser genannt, mussten wohl Steuern zahlen, erhielten aber das Recht, eigene Gerichte zu wählen. So kam es in Nordbünden zu den zehn Gerichten, die sich im Jahr 1436 zum Zehngerichtenbund zusammenschlossen als Schutz gegen die Nachfolger der kurz zuvor ausgestorbenen Grafen von Toggenburg.
Wallis
Noch heute kann man erkennen, aus welchem Teil des Oberwallis die ausgewanderten Walser stammen. Ein Hauptmerkmal ist das e/ä, beispielsweise in den Wörtern schweer (westlich von Brig) und schwäär (östlich von Brig). Laut Erkenntnissen von Volmar Schmid, Brig, Kurator des Virtuellen Walsermuseums, hatten Einwanderer aus dem Gebiet des Vierwaldstättersees den Haupteinfluss auf die Sprache im obersten Wallis, dem Goms. Siedler, die weiterzogen, trugen auch ihre Sprache weiter.
Die Herkunft des schwäär und schweer aus dem Wallis als charakteristisches Sprachmerkmal der zwei Siedlergruppen: Wie war es möglich, dass das schweer über die Alpensüdseite die Täler Nordbündens und das Vorarlberg erreichte, unter Umgehung des schwäär? Der Dialekt in Davos und der Dialekt im Rheinwald sind so verschieden, dass der Weg hierher nicht der gleiche sein konnte. Mehr dazu auf der übernächsten Seite 1.5 Davos.
Stimme 1: Leonie Barandun-Alig, srf Schnabelweid. Obersaxer Dialekt
Stimme 2: Marietta Kobald-Walli, Fideris – Strahlegg, in Läsiblüescht.
Auf der Website von Volmar Schmid erfahren wir von der Besiedlung des Wallis durch Alamannen und das Hin- und Herwandern über die Pässe. Dies ist so schwierig zu ergründen, dass wir für jene Zeit, ab etwa dem Jahr 800, Fachleute zu Rate ziehen müssen.