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Wer gedacht hat, das Böseste und Unheimlichste, was aus den Tiefen Rumäniens stamme, sei Graf Dracula, der kennt Negura Bunget noch nicht. Sicher, Knoblauchatem macht einsam, aber er rettet auch Leben, und der einzige Grund, warum ich mich bereit erklärt habe, dieses Review zu schreiben, ist der, dass ich selbst bei stärkster Dunkelheit und in dichte Nebelschwaden gehüllt nicht mehr als holde Jungfrau durchgehe, die man so zum Spass oder aus Versehen anknabbern könnte.
Aber jetzt mal ernsthaft. Negura Bunget werfen zwar mit Begriffen wie Transilvanian Spirituality oder ähnlich grusligen Wortkombinationen nur so um sich, ziehen aber in keinster Weise irgendwelche billigen Vampir- und Werwolfnummern durch. 1995 starteten Negura Bunget ihre Karriere mit einem Demo, welches sich From Transilvanian Forests nannte. Zu dieser Zeit bestand die rumänische Black Metal Band noch aus lediglich 2 Leuten, die da Hupogrammos Disciple's (guitars, vocals, keys) und Negru (drums) hiessen. 1998 hatten Negura Bunget bereits das zweite Album draussen (mit dem "Titel Sala Molksa", das erste trug den Namen "Zirnindu-sa" und erschien im Jahre 1996). Durch den Neuzugang Spurcato (guitars, bass) wurde aus dem Duo ein Trio, und mit dieser Besetzung ist schlussendlich auch das dritte Werk "Maiastru Sfetnic" aufgenommen worden.
Eine Bandgeschichte wie viele andere, da habt Ihr Recht. Das Besondere an "Maiastru Sfetnic" ist jedoch, dass sich auf dieser räudig klingenden Black Metal Produktion (ein Fest für Undergroundler) eine unglaublich dichte und bedrückende Atmosphäre zusammenbraut, welche vor allem durch die zahlreichen, diabolisch klingenden Midtempopassagen mit klassischem Black Metal Riffing aufgebaut wird, manchmal in Form normaler Songparts, teilweise aber auch in düsteren "Zwischenstücken". Dadurch wird eine richtig unheimliche Stimmung erzeugt, welche stellenweise und vor allem in Bezug auf die Vocals ziemlich schräg daherkommt, jedoch niemals nervend oder übertrieben wirkt, selbst wenn der Eindruck entsteht, dass mindestens ein Mal pro Song der Sänger das Zeitliche segnet. Aber auch eine Prise simpler Melodienführung werdet Ihr auf "Maiastru Sfetnic" finden, sodass das Interesse an den überlangen Songs nicht verloren geht, da auch dem Harmoniebedürfnis Eures Gehörs kurzzeitig immer wieder mal geschmeichelt wird (bei "in-zicnirea apusului" beispielsweise besonders clever gelöst). Ganz fantastisch ist die wahnsinnig breite Gitarrenwand mit dem "Wolfsgeheule" zu Beginn von "a-vint in abis", eine von vielen Stellen, die schon nach dem ersten Durchhören hängenbleiben und dafür sorgen, dass man relativ schnell gewisse "Milestones" auf der Platte gefunden hat, was nicht unwichtig ist, da die Songs von Negura Bunget recht komplex sind.
Besonders sympathisch an Negura Bunget ist auch, dass man in den Informationen zur Band nirgends lesen muss, dass sie sich als die Retter des Black Metals oder sowas sehen, als eine Gruppe, die hier irgendwen oder irgendetwas vor dem Aussterben schützen oder gar den Black Metal zum alten Kultstatusglanze zurückführen müsse, um es den kommerziellen Verrätern ihrer Gilde zu zeigen. Nein. Negura Bunget spielen ihn einfach nur, und die weitverbreitete Meinung, echter Black Metal könne keine Keyboards beherbergen oder müsse stets im Eiltempo am Hörer vorbeirauschen, widerlegen Negura Bunget mit links, denn ein solch schwarzes und atmosphärisch mystisches Album habe ich schon lange nicht mehr gehört. Eine Perle aus dem Underground sozusagen. Die entsprechend rohe Produktion muss man allerdings mögen, das ist klar.
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