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Gubser/Gubser dreimal Top-15 an der Kanu-EM
Das einzige Schweizer Boot an den Europameisterschaften der Regatta-Kanuten in Milano (It), der Kajak-Zweier David Gubser/Remo Gubser, konnte sich über alle drei Distanzen in den Top-15 klassieren. Für einen Quotenplatz für Olympia reichte es allerdings nicht.
Während vier Tagen wurden in Milano (It) die Europameisterschaften der Regatta-Kanuten ausgetragen. Die Rennen fanden auf einem künstlichen Seebecken beim Flughafen Linate statt, das Mussolini in den 30er-Jahren für Wasserflugzeuge erstellen liess und heute als Regattastrecke und Freizeitpark genutzt wird. Nach Sonnenschein bei den Vorläufen wechselte das Wetter auf Dauerregen. Doch der oftmals störende Wind blieb aus und so herrschten faire Bedingungen.
An dieser EM ging es nicht nur um Medaillen, für viele Athletinnen und Athleten wichtiger waren die letzten Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Peking, die für europäische Boote bereitstehen. Ein erster Teil dieser Plätze wurde an der letztjährigen WM in Duisburg vergeben. Europa ist im Kanurennsport absolut führend. Entsprechend gross war die Konkurrenez und entsprechend knapp waren die Entscheidungen. Zum Beispiel im Kajak-Einer der Männer über 500 Meter kreuzten die ersten 6 Boote die Ziellinie innerhalb einer Sekunde! Erfolgreichste Nation dieser EM war Ungarn mit insgesamt 7 Titeln. Jubeln konnten aber auch die einheimischen Italiener und die Dänen, die mehrere Quotenplätze erkämpften.
David und Remo Gubser vom Kanu-Club Romanshorn begannen die Wettkämpfe den Erwartungen entsprechend. Ohne grössere Probleme qualifizierten sie sich in den Vorläufen mit den Rängen 4 respektive 5 für die Halbfinals. Auf Grund dieser Vorläufe und früherer Resultate erhoffte man sich auf der längeren Strecke über 1000 Meter mit etwas Wettkampfglück die Qualifikation für den A-Final. Doch über beide Strecken reichte es nur zu Platz 6 und damit je für den B-Final. Die beiden Brüder lagen doch Einiges hinter dem 3. Platz, der für den A-Final nötig gewesen wäre.
Halbfinal 1000m auf Bahn 7
Halbfinal 500m auf Bahn 2
Im B-Final über 1000 Meter am Samstagvormittag hatte Gubser/Gubser einen guten Start, verbesserte sich dann bis zur Streckenmitte und verlor danach aber wieder Terrain. Im Ziel lagen sie an 6. Stelle und wurden in der Gesamtrangliste damit 15. Am Nachmittag standen dann die Vor- und Halbfinalläufe über 200 Meter auf dem Programm. Dabei fuhr der Schweizer Zweier nach einem unproblematischen Vorlauf im Halbfinal um lediglich 7/100 Sekunden an der A-Final-Qualifikation vorbei. Auch wenn auf der Sprintstrecke weniger Boote am Start waren, weil sie nicht olympisch ist, ist der 10. Gesamtrang ein gutes Ergebnis.
Das beste Rennen zeigten David und Remo Gubser am Sonntag im B-Final über 500 Meter. Nach einem guten Start etablierten sie sich bis zur Streckenhälfte in der Mitte des Feldes, um dann in der 2. Hälfte mächtig aufzudrehen und mit der besten Abschnittszeit auf Rang 2 vorzufahren. Mit diesem 11. Gesamtrang erreichten die beiden Thurgauer ihr bisher bestes Resultat über diese olympische Strecke. Über alle Distanzen waren sie damit unter den Top-15 Europas. Ein Resultat, das auch Nati-Trainer Ingolf Beutel zu gefallen wusste.
Olympia noch nicht ganz ausgeträumt.
Gubser/Gubser haben an der EM keinen Olympia-Quotenplatz erreicht.
Dazu hätten sie zum Beispiel über 1000 Meter in die Medaillen fahren müssen.
An den drei Weltcups im Juni besteht jedoch noch eine kleine Möglichkeit,
mit einer A-Final-Qualifikation doch noch ein Peking-Ticket zu erkämpfen.
Finalresultate mit Schweizer Beteiligung:
Kajak-Zweier 1000m:
1. Kim Wraae/Rene Poulsen (Den) 3:16,003; 2. Javier Hernanz/Diego Cosgaya(Sp) 3:16,366; 3. Philippe Collin/Cyrille Carre(Fr) 3:17,616; Ferner 15. David Gubser/Remo Gubser (Sz) 3:22,962.
Kajak-Zweier 500 m:
1. Ronald Rauhe/Tim Wieskoetter (D) 1:33,432; 2. Carlos Prez Rial/Saul Craviotto (Sp) 1:33,925; 3. Alvydaz Duonela/Egidijus Balciunas (Lit) 1:35,222; Ferner: 11. David Gubser/Remo Gubser (Sz) 1:36,236
Kajak-Zweier 200 m
1. Raman Piatrushenka/Vadzim Makhneu (WRus) 32,920; 2. Alvydaz Duonela/Egidijus Balciunas (Lit) 33,374; 3. Peter Molnar/Viktor Kadler (Un) 33,454; Ferner 10. David Gubser/Remo Gubser (Sz) 34,533
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[Peter Gubser, 19.5.08]