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«Willkommen in der Stadt Brugg»
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von
Hans Lenzi
12. Oktober 2019
09:00
«Der kubanische Käser» stellt ein neues Genre am Literaturhorizont dar, nämlich ein entfesselter, sauber entstaubter Heimatroman der Neuzeit! So und ähnlich wird das 185-seitige Werk kommentiert. «Lesen, staunen, lachen und diesen Saftschinken geniessen, denn das ist kein Käse, das ist erfrischend überraschende Literatur.» Darum geht es: Vollwaise Noldi Abderhalden aus Alt St. Johann stolpert im Vollsuff direkt in die Arme eines Anwerbers und lässt sich für ein Fässchen Schnaps zehn Jahre Dienst in der Spanischen Armee aufschwatzen. Damit landet er mitten im turbulenten Weltgeschehen des 17. Jahrhunderts. Oder wie es der Autor formuliert: «Es war ein hueren Puff zu dieser Zeit in dieser Ecke der Welt.» Den Noldi interessiert allerdings eher eine andere Art von Puff, nämlich das seltsame Murmeli in der Hose. Dieses Getier verstummt zeitweilig dank der Hilfe der lieben Giuseppina, die nahe der Kaserne am Comersee arbeitet, wo Noldi zum Söldner ausgebildet wird. In Tirano rettet er das Leben seines Kommandanten, indem er mit blossen Händen eine Kanonenkugel abwehrt. Als Dank geht es an den spanischen Hof in Valencia, wo ihm sein Murmeli wieder in die Quere kommt und er prompt von einer spanischen Edeldame angeklagt wird. Es folgt die Deportation nach Kuba, wo ihm ein Unteroffizier das Kommando über sechs Rindviecher überlässt, die er auf einer Wiese nahe einer stillgelegten Goldmine halten soll. Noldi erledigt den Job ausgezeichnet und baut sich in Kuba eine Existenz auf, nicht zuletzt dank seiner Käser-Fähigkeiten. Noch einmal treibt es ihn retour auf den toggenburgerischen Chüeboden, bald aber merkt er: Sein Herz ist dort, wo seine Consuelo und seine Rinderschar weilt. Er nimmt ein letztes Mal seine Beine in die Hand und schifft sich erneut ein.
Über den Autor
Patrick Tschan (*1962) lebt in Allschwil. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie. Er führte in zahlreichen Theaterstücken Regie und war viele Jahre in der Werbung und Kommunikation tätig. Patrick Tschan ist Präsident der Schweizer Schriftsteller-Fussball-Nationalmannschaft.