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Lang dauernde Spannungen führten in dieser Region
an der Südseite des Kaukasusgebirges im Jahr 2008
zu einem Krieg und der de-facto Abtrennung Süd Ossetiens* von Georgien.
Viele Menschen ossetischer oder georgischer Herkunft wurden aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben. Allein auf der georgischen Seite der gegenwärtigen Administrativgrenze (ABL) leben heute zirka 20’000 Flüchtlinge (IDPs). Ein Teil von ihnen war bei Verwandten und in privaten Häusern untergekommen, vielfach in Tbilisi. Dagegen leben heute zirka 12’000 Menschen in 38 verschiedenen Flüchtlingssiedlungen in der Nähe der Administrativgrenze. Sie bestehen aus 60 bis 2’000 kleinen Fertighäusern, die vom georgischen Staat oder internationalen Spendern errichtet wurden. Eine dieser Siedlungen ist Khurvaleti, der Standort des Art-Camps.
In der gegenwärtigen politischen Situation zeichnet
sich (mit der eventuellen Ausnahme der Region um
Akhalgori) keine baldige Rückkehrmöglichkeit für die Flüchtlinge ab.
Die Menschen erhalten vom georgischen Staat eine kleine monatliche Unterstützung und leben vom Ertrag der kleinen Gärtengrundstücke um jedes Haus. Ihre Mobilität ist gering und die Arbeitslosigkeit ist höher als die ohnehin schon gravierende Arbeitslosigkeit im ganzen Land.
Ende August 2012 trafen sich zwölf Student_innen der Staatlichen Kunstakademie von Tbilisi und zwölf
Student_innen der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und reisen gemeinsam nach Khurvaleti, einer Flüchtlingssiedlung (IDP-Settlement) 16 km von der Stadt Gori entfernt.
In dieser Siedlung wohnen sie für zehn Tage und entwickeln gemeinsam verschiedene kleine künstlerische Arbeiten.
artasfoundation hatte die vorgängigen Kontakte zu den Bewohner_innen der Flüchtlingssiedlung und des nahegelegenen Dorfes von Khurvaleti durch Vermittlung der NGO „Biliki“ geknüpft. Diese Organisation aus Gori (geleitet von Marika Mgrebishvili) begleitete auch die Durchführung des Projektes.
Die Kunststudent_innen aus Tiflis und Zürich arbeiteten in kleinen Gruppen zusammen und realisierten, ausgehend von der spezifischen Umgebung und den ansässigen Menschen, kleine Kunstprojekte. So z.B.
Die Arbeiten wurden von Kunstdozentinnen unterstützt. Diese begleiteten auch die laufende Reflexion über künstlerisches Arbeiten in einer von einem Krieg betroffenen Region.
Wie die am Ende durch „Biliki“ und die ZHdK durchgeführte Evaluation zeigt, fand das Projekt sowohl bei den Bewohner_innen der Flüchtlingssiedlung wie auch bei den teilnehmenden Studierenden starken und positiven Nachhall.
Brachte es ersteren insbesondere Abwechslung und Freude am Interesse Fremder an ihrer Situation, so kam es zwischen den georgischen und schweizer Studierenden zu einem vertieften Austausch über Ausbildungsrichtungen und beide konnten sich in der Begegnung mit extremen Lebenssituationen erfahren. Der Aufenthalt lieferte zudem Einblicke in den Lebensalltag der Bewohner des Flüchtlingslagers, welche die Entwicklung eines neuen Projektes für 2013 leiten können.
Teilnehmende Studierende:
Shima Asa, Nanka Bagaturia, Selin Bourquin, Clifford Bruckmann, Tinatin Davadze, Nona Davitaia, Galaktion Ersitavi (Gruppenleitung), Julia Gehrig, Marekh Gorgiladze, Anna Gzirishvili, Olivia Haggenmacher, Natia Kapanade, Nino Khuroshvili, Niko Kobaidze, Mutsa Metreveli, Thomas Moor, Linda Pfenninger, Sally Schönfeldt, Aleksi Soselia, Paula Tyliszczak, Tim Wandelt, Tamara Widmer, Julia Znoi.
Von Seiten der Staatlichen Kunstakademie von Tbilisi unterstützten Nino Tchogoshvili und Irena Popiashvili das Projekt, von der Zürcher Hochschule der Künste Nadia Graf und, als begleitende Dozentinnen, Franziska Koch und Dagmar Reichert.
PDF eines Zeitungsberichts nach Projektabschluss im Zett (Magazin der Zürcher Hochschule der Künste) Mai 2013
April und Juni 2012: Projektvorbereitung in Georgien
August/September 2012: Art-Camp in Khurvaleti
Oktober 2012: Projektevaluation
* artasfoundation betont, dass die Nutzung von Bezeichnungen und Namen, besonders im Hinblick auf die Konfliktregionen, nicht als Anerkennung oder Nichtanerkennung durch die Stiftung ausgelegt werden sollten. Diese haben in diesem Zusammenhang keinerlei politische Konnotationen.
Vereinigung Biliki, Gori
www.biliki.ge
Zürcher Hochschule der Künste
www.zhdk.ch
Kunstakademie Tbilisi
www.artacademy.edu.ge
Wir danken
Nadia Graf, Tamara Janashia und allen weiteren Unterstützer_innen des Projekts
dem zusätzlichen Sponsor
SDC-Kooperationsbüro für den Südkaukasus
dem Projektteam
artasfoundation und ZHdK: Franziska Koch und Dagmar Reichert
Staatliche Kunstakademie Tbilisi: Irena Popiashvili und Nino Tchogoshvili
Biliki: Marika Mgrebishvili