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Die Fussballwelt trauert. Nach dem Tod von Diego Maradona erweisen ihm in seinem Heimatland Zehntausende Menschen die letzte Ehre.
Sie kamen zu Tausenden, sie weinten, schrien, jubelten. In Trikots mit der magischen Nummer 10, mit roten Rosen, alten Fotos. Die Bestürzung hinter Corona-Masken verborgen. Der Regierungspalast von Buenos Aires wurde am Tag nach dem Tod von Diego Armando Maradona zur Pilgerstätte in skurriler Szenerie. Um zum aufgebahrten Leichnam ihres Idols vordringen zu können, warteten die trauernden Argentinier in abgesperrten Bereichen und langen Schlangen, Kameras übertrugen die Bilder in die ganze Welt. Viele bekreuzigten sich im Vorbeigehen oder warfen ihre Blumen und Trikots neben ihre verstorbene Ikone. Sie riefen: «Danke Diego», oder «Ich liebe dich, Diego».
Gegen Ende der Totenwache kam es zu chaotischen Szenen. Weil sie befürchteten, nicht mehr zu dem Sarg ihres Idols vorgelassen zu werden, verschafften sich einige Fans mit Gewalt Zugang zur Casa Rosada. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Im Inneren des Regierungssitzes wurde Maradonas Sarg in einem anderen Raum in Sicherheit gebracht.
Auch auf den Strassen vor der Casa Rosada kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Aufgebrachte Fans schleuderten Steine und Flaschen auf die Polizei, die Beamten feuerten Gummigeschosse in die Menge und setzten Wasserwerfer ein. Schliesslich wurden die Pforten des Regierungssitzes geschlossen und der Sarg sollte zur Beisetzung auf einem Privatfriedhof in einem Vorort von Buenos Aires gebracht werden.
Maradona solle auf dem Friedhof der Gemeinde Bellavista im Nordwesten von Buenos Aires beigesetzt werden, auf dem auch seine Eltern liegen. Er war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren einem Herzstillstand erlegen.
Kritik des Anwalts
Maradonas Anwalt Matias Morla kritisierte derweil in einer Stellungnahme, dass die Rettungskräfte am Mittwoch nicht schnell genug gekommen seien und forderte eine Untersuchung. Maradona war erst vor zwei Wochen aus dem Spital entlassen worden, nachdem ihn Ärzte dort wegen einer Gehirnblutung operiert hatten.