Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03528.jsonl.gz/22

Zur Behandlung der CML werden am häufigsten Tyrosinkinasehemmer eingesetzt. Falls die Therapie mit diesen Medikamenten nicht oder nicht ausreichend wirkt, gibt es weitere Therapiemöglichkeiten. Ziel der Behandlung ist es die Erkrankung in der chronischen Phase zu stabilisieren und die Leukämiezellen dauerhaft zurückzudrängen. Somit soll verhindert werden, dass die Erkrankung in die nächste Phase fortschreitet.
Im Nachfolgenden sind die Behandlungen aufgeführt, die hauptsächlich zum Einsatz kommen.
Die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern gilt heute als empfohlene Standardtherapie bei erwachsenen Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver CML. Tyrosinkinasehemmer blockieren in den Leukämiezellen das BCR-ABL-Eiweiss, das für die unkontrollierte Teilung der Zelle verantwortlich ist. Die Medikamente werden in der Regel langfristig eingesetzt. In einigen Fällen geht der Therapie mit Tyrosinkinasehemmern eine Chemotherapie voraus. [3]
Die Chemotherapie, wie sie bei Krebserkrankungen im Allgemeinen bekannt ist, bleibt bei der CML auf spezielle Situationen beschränkt, wie etwa: [2]
Bei der CML werden die Chemotherapeutika Hydroxyurea und seltener Busulfan, Cytarabin (Arabinosylcytosin, Cytosin-Arabinosid, AraC, AC), Dexamethason oder Vincristin eingesetzt. [2, 3]
Chemotherapeutika wirken auf Zellen während deren Zellteilung ein (Zytostatika). Krebszellen teilen sich häufiger als gesunde Körperzellen und werden deshalb durch die Chemotherapie erreicht. Gleichzeitig gibt es aber auch gesunde Zellen, die sich häufiger teilen als andere, z. B. Zellen der Schleimhäute, die ebenfalls durch die Chemotherapie angegriffen werden. Deshalb kann eine Chemotherapie starke Nebenwirkungen haben. [5]
Interferon ist ein körpereigener Eiweissstoff (Protein), der Zellen des Immunsystems zur Bekämpfung von z. B. Viren und Tumorzellen aktiviert. Die Therapie mit Interferonen, insbesondere mit Interferon-alpha, wird zur Unterstützung des Immunsystems gegen Tumorzellen eingesetzt.
Vor der Einführung der Tyrosinkinasehemmer war bei CML war die Interferontherapie die Standardtherapie [2]. Nachteil der Interferontherapie ist die hohe Nebenwirkungsrate, die oft zum Abbruch der Behandlung führt [6]. In klinischen Studien wird untersucht, ob eine Kombination aus Tyrosinkinasehemmern und einer weiterentwickelten Form von Interferon-alpha (pegyliertes Interferon-alpha) Therapievorteile bringt. [3]
Bei der allogenen Stammzelltransplantation werden alle Blut-Stammzellen einschliesslich der Leukämiezellen des Patienten vernichtet und anschliessend gesunde Blut-Stammzellen eines Spenders übertragen. Die Stammzellen des Spenders siedeln sich dann im Knochenmark des Empfängers an und sind die Basis eines neuen blutbildenden Systems, das gesunde Blutzellen bildet. Diese Behandlungsform kann eine komplette Heilung der CML bewirken, ist jedoch mit Risiken behaftet, die sorgfältig abgewogen werden müssen [7]. Deshalb stellt die allogene Stammzelltransplantation bei der CML oft erst eine Option dar, wenn die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern nicht den gewünschten Erfolg bringt [3].
Quellen:
CH2206212329