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Bis Mitte der 80er Jahre wurden in der Schweiz etwa 4'000 bis 5'000 Tonnen Polychlorierte Biphenyle (PCB) in Transformatoren, Leistungskondensatoren und Kleinkondensatoren eingesetzt. PCB dienten in diesen Geräten als unbrennbare Isolierflüssigkeit mit guter Wärmeleitfähigkeit.
PCB-haltige Transfomatoren und Kondensatoren mit mehr als 1 kg Gesamtgewicht mussten bis Mitte 1998 ausser Betrieb genommen und entsorgt werden. Während die schadstoffhaltigen Transformatoren inzwischen praktisch vollständig entsorgt oder mit PCB-freien Isolierölen ausgestattet wurden, sind vor allem im Niederspannungsbereich immer noch PCB-haltige Leistungskondensatoren in Betrieb.
Diese finden sich beispielsweise in Blindstrom-Kompensationsanlagen in Gebäuden mit hohem induktivem Stromverbrauch, also beispielsweise in Gebäuden, in denen starke Elektromotoren eingesetzt werden oder eine grosse Zahl von Leuchtstoffröhren vorhanden ist. Blindstrom-Kompensationsanlagen befinden sich meistens in Kellerräumen und sind häufig so in die elektrische Verteilung integriert, dass sie für Laien nicht erkennbar sind.
Erkennung, Ausserbetriebnahme und Entsorgung von PCB-haltigen Leistungskondensatoren
Der Bundesrat hat mit der Änderung der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung vom 10.12.2010 die Kontrolle, ob PCB-haltige Kondensatoren in Niederspannungsinstallationen vorhanden sind, den Kontrollorganen der Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV, SR 734.27) übertragen. Die neue Regelung ist am 1.2.2011 in Kraft getreten. Bis dahin war dies Aufgabe der Kantone.
Die kantonalen Fachstellen für Chemikalien (chemsuisse) haben in Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizerischer Elektrokontrollen (VSEK), dem Verband Schweizerischer Elektroinstallationsfirmen (VSEI) und dem BAFU Hilfsmittel für Fachleute der Elektrobranche herausgegeben, welche diese bei Ihrer Kontrollaufgabe zur Identifikation von PCB-haltigen Kondensatoren, deren Ausserbetriebnahme und fachgerechten Entsorgung unterstützen. Zentrales Element ist das Kondensatorenverzeichnis mit typenspezifischen Angaben zum PCB-Status von Kondensatoren. Die Unterlagen dienen auch der Information der Eigentümerinnen und Eigentümer von Elektroanlagen und können auf folgender Internetseite heruntergeladen werden:
PCB-haltige Kleinkondensatoren sind vor allem in Vorschaltgeräten von Leuchtstoffröhren mit Baujahr bis 1983 und in langlebigen Haushaltgeräten wie beispielsweise Waschmaschinen zu finden. Vorschaltgeräte sind insofern besonders problematisch, dass sie aufgrund ihrer kompakten metallischen Bauform häufig nicht als schadstoffhaltige Bauteile erkannt und direkt in die Altmetall-Verwertung gegeben werden. Somit werden sie zusammen mit anderem Metallschrott in Shredderanlagen zerkleinert, und die PCB können in die Umwelt gelangen.
Untersuchungen von organischen Rückständen aus Shredderanlagen (RESH) im Jahr 2001 zeigten eine relativ hohe PCB-Belastung. Das lässt darauf schliessen, dass immer noch zu viele schadstoffhaltige Bauteile ins Altmetall gelangen.
Weitere Informationen
Ältere Vollzugshilfen (rechtliche Grundlage gilt nicht mehr; sachlich sind diese Vollzugshilfen aber nach wie vor gültig):
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Letzte Änderung 28.01.2016