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Perlen aus dem Archiv – Geistiges Pendeln
Lange nicht jeder gute Pendler darf dieses Gebiet betreten: Es könnte ihm bei negativen Ergebnissen den Glauben an seine Pendelkraft nehmen und ausserdem den Pendel in Misskredit bringen.
Jeder Pendler sollte seine Pendelkraft messen. Dies geschieht folgendermassen: Man lege eine Schriftprobe der betreffenden Person in die Mitte der Pendeltafel und bestimme: «Jetzt will ich die Pendelkraft messen, ich wünsche den genauen Grad der Kraft.» Der Pendel zeigt nun den jeweiligen Grad auf dem 360°-Ring der Tafel an. Danach richte man sich in allen Fällen.
Als Forschungsergebnis seien folgende Kraftgrade aufgestellt:
50 Grad genügen für rein materielles Pendeln.
60 Grad genügen zur Feststellung von Krankheiten.
80 Grad sind ausreichend für Charakterpendlung.
95 Grad sind ausreichend für spiritistisches Pendeln.
100 Grad genügt, um Charakterfehler und Besonderheiten mit Erfolg auszupendeln.
300 Grad sind nötig, um geistiges Pendeln mit Erfolg auszuüben.
360 Grad ist die grösste Kraft. Sie ist gewiss sehr selten. Wer aber diese Kraft besitzt, kann die Wesenheiten anderer Welten pendeln.
Die Kräfte von 80 Grad aufwärts lassen sich sehr wohl entwickeln, wenn der ernste Wille, Geduld und Ausdauer vorhanden sind.
Sehr wichtig ist der Pendel und seine Behandlung. Das Aufhängen des Pendels an ein Menschen- oder Rosshaar erhöht den Grad der Empfindlichkeit. Wenn ausser Gebrauch, schlägt man ihn in eine schwarze Seidenhülle.
360°-Scheibe
Von einer besonders umfangreichen Anwendungsmöglichkeit ist die 360°-Scheibe. Nach 360° kann man fast alles bestimmen, so zum Beispiel Charakter und Krankheiten. Wir wollen Beispiele nennen. Zunächst die Charakterpendlung. Die Unterlage wird von dem Pendler mit der linken Hand berührt oder in den Ausschnitt der Pendeltafel gelegt. Der Pendel wird über den Ausschnitt gehalten. Man frage zum Beispiel nach freundlich. Eine absolute Veranlagung pendelt 350–360°. Unfreundlich im höchsten Sinne 0–5° oder 10°.
Bei Krankheiten stellt man diese am besten zunächst fest und kann diese dann nach Graden angehen. Ein niederes Stadium pendelt weniger, ein höheres entsprechend mehr Grade bis 360° = höchste Erkrankung.
Bei der Auspendlung der Lebenskraft pendeln schwache Kräfte wenig und starke viele Grade. Selbst das Harmonieverhältnis von Personen kann nach Graden angegeben werden. Abneigung pendelt wenig, Zuneigung entsprechend mehr Grade. Bei zwei Personen zueinander ist die Harmonie nicht immer bei Beiden in gleichem Massstab vorhanden. Es kann A zu B 30° Harmonie besitzen. B zu A aber gar keine oder aber auch 200 und noch mehr Grade. – Wir wollen es dem Schüler überlassen, sich selbst weitere Anwendungsmöglichkeiten der 360°-Scheibe zu suchen. Er wird selbst bald noch manches mehr finden, was er nach ihr näher bestimmen kann.
Für Krankheitsauspendlungen berührt der Pendler die abzupendelnde Person mit der linken Hand vom Kopf beginnend über alle Organe. Der Pendler kann über jedem Körperteil fragen: «Ist dieses gesund?»
Wie erlangt man nun eine höhere Pendelkraft?
Durch die Veredelung des inneren Menschen. Wohl ist Vorbedingung die körperliche und geistige Gesundheit, aber das allein genügt keineswegs. Wer nicht im Grunde seines Herzens wahrheitsliebend ist, um der Wahrheit willen und wer nicht treu ist, um der Treue willen, dem ist auch der Pendel nicht treu; ein so wunderfeines Instrument ist er. Damit ist zugleich bestätigt, was die Masse stets bezweifeln wird: Die verschiedenen Entwicklungsstufen, die der Mensch durchlebt: die Reinkarnation.
Auf der Pendeltafel ist es für den Berufenen leicht, die gegenwärtige Entwicklungsstufe zu erpendeln. Das Ergebnis deckt sich mit der Pendelkraft. Zum Beispiel steht ein Pendler mit 110°-Pendelkraft auf der fünften, ein Pendler mit 360°-Pendelkraft auf der siebten Entwicklungsstufe. Derartige Nachprüfungen sind sehr zu empfehlen, weil jeder daran erkennen kann, wieviel er noch an sich zu arbeiten hat. Wer selbst nicht in der Lage ist, seine eigene Kraft zu prüfen, kann es von einem befähigten Pendler vornehmen lassen.
Menschen, deren Handlungsweise krass materiell ist, die keinen Geist entwickelt haben, die einer allgemeinen Menschenliebe nicht fähig sind, erreichen die höheren Kraftgrade nicht. Erzwingen, etwa durch langandauerndes Pendeln, lässt es sich schon gar nicht. Aber verliehen bekommt man die Kraft, sofern man ihrer würdig ist.
Hat man dann eines Tages diese Entdeckung gemacht, hüte man diese Kraft sorgfältig und gewissenhaft und treibe keinen Missbrauch damit. Es hat zum Beispiel keinen Zweck, etwaige Preisaufgaben damit lösen zu wollen. Der Pendel gibt bestimmt eine unrichtige Lösung, denn der Beweggrund war kein ernstes Forschen, sondern Aussicht auf Geldgewinn. Zudem sind solche Sachen keine Dokumente, der Pendel kann keine der erforderlichen Strahlen aufnehmen, da keine vorhanden sind.
Durch stundenlanges Meditieren über die Wunder in der Natur, über den Zusammenhang der Dinge, über das geheimnisvolle Wirken des Höheren im Niederen, zieht man die Kräfte an, die vielleicht auch den Pendel in seinen Schwingungen lenken. Man bilde sich niemals ein, dass man beim geistigen Pendeln selbst die Lösung gefunden habe. Hier wirken andere Kräfte mit. Das fühlt man beim Pendeln. Diese Kräfte kommen nicht von selbst, man kann sie anrufen und um ihre Hilfe bitten.
Soll man zum Beispiel Klarheit schaffen in einer Angelegenheit wo keine Beweismittel vorhanden sind und nur Vermutungen bestehen. Vielleicht wird ein Unschuldiger verdächtigt und der Gewissenlose verdunkelt die Sache mehr und mehr. Dann kommt bei einem Menschen, der mit Erfolg an seinem Inneren gearbeitet hat, der Wunsch zu helfen. Wer das nun nicht mit aller Leidenschaft empfinden kann, der kann nicht helfen. Ist aber dieser erste Hilferuf stark genug, so schwingt er sich auf, bis weit ins Jenseits hinein: Man bekommt dann spontan die Versicherung nahender Hilfe und fühlt die Nähe unsichtbarer Lichtgestalten. Dann gehe man an die Arbeit.
Weitere Personen dürfen nicht im Zimmer sein. Man mache sich ganz frei von allen anderen Gedanken. In die Angelegenheit, die man zu klären hat, muss man sich so hineinleben und fühlen können, dass man sich selbst gar nicht mehr bemerkt. Plastisch müssen die Personen, deren Handeln und Denken man ergründen will, um uns sein, auch wenn wir sie nicht kennen, wir keine Schriftprobe von ihnen besitzen. Man ist selbst in eine Art geistigen Zustand versetzt und lebt das Leben anderer. Jeder Gedanke wird vom Pendel festgehalten. In diesem Feld sind soviele Schwingungsmöglichkeiten und der Pendel arbeitet haarscharf. Man bestimme, welche Linie man wünscht. Angewendet auf die Verdachtsperson, entweder über die Schriftprobe oder über seitliches Ausstrecken der linken Hand, um die Strahlen der gedachten Person aufzunehmen. Wenn die Handlung oder das, was man ergründen will, zutrifft, schlägt der Pendel ganz haarscharf auf diese betreffende Linie, sonst schweigt er. Immer aber muss reines Wollen der Beweggrund sein. Zu ergründen ist auf diese Art Alles.
Die Rückwirkung des Pendels
Einmal handelte es sich um die Erkrankung eines kleinen Kindes, schwere Lungenentzündung. Wenn man davon plötzlich und unvermutet erfährt, besonders wenn es der Augenblick ist, wo durch den Arzt die Erkrankung als sehr ernst hingestellt wird, hat bei einem Menschen, der für seine Mitmenschen ein Herz hat, nur ein Gedanke Raum: «Möchte doch den Eltern dieses kleine Geschöpf erhalten bleiben.»
Nach einer Viertelstunde zu Hause angekommen, schnell den Pendel zur Hand genommen und da weder Bild noch Sonstiges vom kranken Kind vorhanden, ein Gedankenbild geschaffen, dabei die linke Hand flach nach vorn gerichtet zur Aufnahme der Strahlen und die Lebenskraft gependelt. Der Pendel rührt sich kaum. Nur ganz leichte, zitternde Bewegungen bis fast zum Stillstand. Dann kam spontan der aufrichtige Wunsch: «Oh, nur helfen können» oder so ähnlich. Im gleichen Augenblick fühlte ich im Unterarm einen Schlag und plötzlich schlug der Pendel Kreise, die sich weiteten.
Am nächsten Tag erfuhr ich, dass der Zustand des Kindes sehr bald nach meinem Fortgang besser geworden ist. Der Vater erzählte, gleich nachdem ich fortgegangen sei, habe er das Krankenzimmer betreten und das kleine Mädchen habe wie tot dagelegen: «Es war so beängstigend still im Zimmer, ich konnte keinen Pulsschlag wahrnehmen, da habe ich sie geschüttelt. Sie gab keinen Laut von sich. Die kleinen Glieder blieben schlaff und waren seltsam schwer. Auf einmal kam Leben in den kleinen Körper. Im gleichen Augenblick brach ein heftiger Schweiss aus. Die Atmung setzte ein und nach tiefem Schlaf trat eine auffallende Besserung ein.
Es muss von aussen her eine Not an uns herantreten. Wenn von dieser Not im Grunde unseres Herzens der Hilferuf geweckt wird und mit aller Macht hervorbricht, verhallt dieser Ruf nicht ungehört. Der Pendel ist Mittler.
Aus Pendelmagie von Rudolf Vöckler und Frieda Spahrmann, Verlag Bernhard Sporn, Zeulenroda, 1929