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Als wir Tehachapi am Dienstagabend vor einer Woche verlassen hatten, sind Frank, Thomas und ich noch 10 Kilometer weit bis Meile 565 (Km 909) durch die riesige Windfarm gelaufen.
Gleich am nächsten Morgen führte der Trail von einem Highway auf 1150 MüM über 700 Meter in die Höhe. Den Rest des Tages blieben wir ungefähr auf dieser Höhe und gegen Abend passierten wir, nachdem der Trail für fast 100 Kilometer durch die Windfarm geführt hatte, die letzten Windräder und wir zelteten bei Meile 587 (Km 945).
Am nächsten Nachmittag begann es leicht zu regnen. Gegen Abend verbesserte sich das Wetter und die Sonne zeigte sich wieder als wir unsere Zelte am Landers Meadows Camp bei Meile 609 (Km 980) aufstellten. Den Rest des Abends verbrachten wir an einem Lagerfeuer, da es an diesem offiziellen Zeltplatz erlaubt war, ein offenes Feuer zu haben.
In der Nacht zog allerdings ein starkes Gewitter auf und es wurde richtig ungemütlich. Der Regen, in Kombination mit Wind und Hagel, war sehr stark und ich wachte am Morgen mit einer Pfütze unter meiner Isomatte auf. Sogar in den Rillen auf der Isomatte war Wasser und dadurch war auch mein Schlafsack nass. Da sich das Wetter nicht besserte, mussten wir all unsere Sachen nass in den Rucksack packen und so weiterlaufen. Gegen Mittag stoppte der Regen für ca. zwei Stunden, doch danach begann es wieder zu regnen. Da ich zu diesem Zeitpunkt auf einem windigen Kamm auf 1800 MüM war, begann ich richtig zu frieren und ich war froh als ich gegen 15:30 Uhr beim Bird Spring Pass bei Meile 631 (Km 1015) vorbei kam, wo ein älterer Herr namens Jim für mehrere Tage zwei Pavillons aufgestellt hatte und die Hiker die dort vorbeikamen, mit Softdrinks und warmen Essen überraschte. Wir konnten uns sogar in seinem Truck aufwärmen und unsere Kleider trocknen. Darum entschied ich mich, im Gegensatz zu Frank und Thomas, über Nacht dort zu bleiben. Sie wollten keine zweite Nacht in ihren völlig nassen Zelten verbringen und sind daher noch zu einer Hütte weitergelaufen.
Da es in der Nacht nur noch leicht geregnet hat, bin ich dieses Mal trocken geblieben. Zum Frühstück machte Jim sogar Pancakes für uns und als ich ihm bevor ich ging etwas Geld geben wollte, lehnte er mit der Begründung ab, dass er lieber das für ein paar Tage macht als einmal im Jahr gross in die Ferien zu gehen! Im Verlauf des Morgens zeigte sich dann wieder die Sonne und so konnte alles wieder trocknen. Am Nachmittag war ich am Walker Pass bei Meile 652 (Km 1049). Da Frank und Thomas schon früher am Tag dort waren, sind sie mit einer anderen Gruppe nach Ridgecrest gefahren. Ich wollte aber in die andere Richtung nach Lake Isabella, da wir dort am Montag Pakete auf der Post abholen konnten. Daher teilte ich mir zusammen mit Chris aus Deutschland und Duncan aus Frankreich, die ich in den letzten Wochen auf dem Trail kenngelernt habe und ebenfalls am Bird Spring Pass übernachteten, ein Zimmer für zwei Nächte in einem Motel in Lake Isabella.
Den Sonntag verbrachten wir dann gemütlich im Motel und ich erledigte meine Einkaufe ehe Frank und Thomas am Montagmorgen nach Lake Isabella kamen und wir zusammen zur Post gingen wo wir alle Pakete abholen konnten. Nach dem Mittag fuhren wir mit dem Bus wieder zurück zum Walker Pass und wir liefen bis um 19:30 Uhr noch 27 Kilometer zum Spanish Needle Creek bei Meile 669 (Km 1076).
Am nächsten Tag gab es zwei Anstiege über 600 und 700 Hm. Auf dem höchsten Punkt des zweiten Anstieges konnte ich zum ersten Mal die verschneiten Berge der Sierras sehen. Was für ein Anblick! Am Abend, bei Meile 693 (Km 1116), waren wir noch 14 Kilometer von Kennedy Meadows entfernt, das als eigentliches Tor zur Sierra Nevada gilt.
Heute schlief ich so lange ich konnte und gegen Mittag war ich dann in Kennedy Meadows. Dort konnte ich meine Pakete mit dem Essen für die nächsten 10 Tage, dem Bärenkanister, der Eisaxt und meine neuen Schuhen abholen.
Die nächsten paar Tage werden wir hier in Kennedy Meadows verbringen, da wir auf besseres Wetter warten müssen. Erst wenn wir ein Zeitfenster von ca. acht bis neun Tagen mit gutem Wetter haben, können wir den ersten Abschnitt in den Sierras in Angriff nehmen.
Seit Walker Pass hat es weniger Hiker auf dem Trail, da viele die Sierra Nevada wegen dem aussergewöhnlich vielen Schnee überspringen und erst im Sommer zurückkommen um diesen Abschnitt zu laufen. Im Moment warten hier in Kennedy Meadows ungefähr 40 Hiker um zu starten. Dazu kommen zwei bis drei Gruppen, die bereits losgelaufen sind. Im Vergleich zu den ca. 30-40 Hiker die seit Mitte März jeden Tag an der mexikanischen Grenze losgelaufen sind, ist das wirklich nur ein kleiner Bruchteil der hier in Kennedy Meadows ist.
In den letzten Tagen konnte ich meinen neuen Schlafsack und den Rucksack richtig testen. Ich bin mit beidem sehr zufrieden! Ich merke in der Nacht gut, dass der Schlafsack wärmer ist, weil er durch die hochwertigere Daune besser isoliert. Auch der neue Rucksack ist super. Die ersten paar Tage war es noch ein bisschen ungewohnt, da das Tragesystem anders als bei meinem vorherigen Rucksack ist. Aber mittlerweile habe ich mich gut daran gewöhnt und der Rucksack ist angenehm zu tragen.