Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/84806

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Maturaarbeiten schweizweit in einer Datenbank zu erfassen und in benutzerfreundlicher Form (im Internet mit Suchfunktionen) der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Beim Erarbeiten eines Schwerpunktthemas versuchen die Mittelschülerinnen und Mittelschüler zum ersten Mal, ein Thema im Rahmen einer grösseren Arbeit zu definieren, Fragestellungen zu erarbeiten, sinnvoll zu gliedern und schlussendlich sorgfältig auszuarbeiten. Dieser erste Zugang ist im Hinblick auf die angestrebte Hochschulreife ein sehr wichtiges Lernfeld. Eine Maturitätsarbeit entspricht aber nicht einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit.</p><p>Der Bundesrat ist daher der Ansicht, dass der grösste Nutzen einer schweizweiten Datenbank der Maturaarbeiten darin bestände, dass Plagiate rasch erkannt werden könnten. Unter dem wissenschaftlichen Aspekt aber ist der Nutzen eher bescheiden. Der Aufwand für die Registrierung der Maturaarbeiten und die sachgerechte Betreuung einer entsprechenden Datenbank darf nicht unterschätzt werden. Die geforderte Datenbank müsste mit den Kantonen zusammen (EDK) aufgebaut und betreut werden, da in erster Linie kantonale Maturitätsschulen betroffen sind.</p><p>Aufgrund der heutigen Rechtslage hat der Bund keine Möglichkeit, sich an Kosten (Schätzung: einmalige Kosten - Einrichtung: etwa 60 000 Franken, jährlich wiederkehrende Kosten: etwa 150 000 Franken) für die gewünschte Datenbank zu beteiligen. Allenfalls könnte das Anliegen des Motionärs als Anregung an die EDK weitergeleitet werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.