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Holzstämme und Bretter wurden geflösst. Aare-Weidlinge, grosse Schiffe mit wenig Tiefgang, transportierten etwa Steine, Steinplatten, Gips, Dachschiefer, Ziegel, Fässer, Fassreifen, Körbe, Häute und Leder. Eine grosse Bedeutung hatte der Holztransport aus den waldreichen Gebieten des Oberlandes sowie des Aare- und Emmentals. Auch Nahrungsmittel wurden verschifft: Schlachtvieh, Käse, Wein, Obst und aus Italien Reis. Fische wurden sogar lebend transportiert: «Die läbfisch (...) werden nicht in die Schif geladen, sondern nur angehenkt.» heisst es in einem Reisebericht. Die Schiffe wurden «Kälberflotte» genannt: «Es geht von Thun wöchentlich zwymal ein Schif die Aar hinab nach Bern, welches gewöhnlich unter anderen oberländischen Produkten auch Kälber geladen hat, und daher das Kälberschif oder scherzweise die Kälberflotte genannt wird.»
Fähren und Brücken
Auch Passagiere nutzten die schnelle und günstige Reisemöglichkeit. Ein Bericht der Schwellen-Commission von 1825 verzeichnet zwischen Juli und Dezember 623 Schiffe von Thun nach Bern, die 6162 Personen beförderten. Für Münsingen war die Aareschifferei oft ein Ärgernis. Die Treidler zogen die Schiffe stromaufwärts zurück nach Thun. Dabei rissen sie Weidezäune nieder und richteten Schäden im Weideland an.
Um die Aare zu queren, war man lange Zeit auf Fähren angewiesen. Die Siedlungen am Belpberg nutzten einen Fährbetrieb bei Münsingen. Mit dem Bau der Schützenfahrbrücke 1884 wurde der Fährbetrieb eingestellt. Die Schützenfahrbrücke war nicht der erste Aareübergang. Bereits 1834 entstand die Holzbrücke im Thalgut bei Wichtrach. 1836 folgte die Hunzigenbrücke in Rubigen, die die Aare heute in Muri quert: Sie wurde 1973 beim Bau der Autobahn abgebaut und vier Kilometer aareabwärts wieder errichtet. Die Aarebrücken erschlossen der Bevölkerung des westlichen Aareufers die 1859 eingeweihte Eisenbahnlinie Bern – Thun. Die Bahn als effizientes und schnelles Transportmittel läutete das Ende der Aareschifffahrt ein.