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Die St. Michaelskapelle ist das ältere Gotteshaus in Braunau, sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. In den bewegten Jahren der Reformation und Gegenreformation bestanden über Jahrhunderte mehr oder weniger akute Meinungsverschiedenheiten über die Benutzungsrechte an der Kapelle, sowohl für Gottesdienst als auch für Bestattungen. Der Umstand, dass die höhere Gerichtsbarkeit in der Gemeinen Herrschaft Thurgau im Turnus zwischen den katholischen und reformierten Ständen der alten Eidgenossenschaft wechselte, half nicht eine Klärung herbeizuführen.
Drei Mal ergriffen die evangelischen Braunauer die Initiative für den Bau einer eigenen Kirche. Beim dritten Mal waren sie erfolgreich. Dem Bericht zum 200 Jahrjubiläum der Kirche Braunau ist über den Bau zu entnehmen:
Bau
Sie hatten am 19. Dezember 1805 den ersten Stein und den ersten Stumpen Holz auf den Bauplatz getan, nachdem am 13. Christmonat die ehrsame Gemeinde einhellig beschlossen hatte, mit Gottes Hilfe eine Kirche zu bauen. Der weite Weg zu den anderen Gotteshäusern und Zwistigkeiten zwischen den Evangelischen und Katholiken über die Benützung der Kapelle bewogen ein so kleines Völklein von 34 Haushaltungen, den Bau zu unternehmen.
1806 konnte Aufrichte gefeiert und am 9. des Augustmonates 1807 erfolgte die Einweihung der Kirche mit dem «Dank für Gottes Hilfe und Segen beim Unterfangen des Kirchenbaues».
Glocken
Die beiden grösseren Glocken wurden 1807 und 1852 in Konstanz gegossen, die dritte 1916 in Aarau, zusammen ergeben sie ein interessantes Geläut. Ältere Braunauer erinnern sich gerne daran, dass sie beim Sylvester läuten kräftig an den Glockenseilen ziehen durften.
Orgel
Am 23. Juni 1959 beschloss die Kirchgemeindeversammlung an Stelle des Harmoniums eine Orgel zu erwerben. Gekauft wurde das Instrument, das 1958 an der SAFFA-Ausstellung (Schweizerische Ausstellung Für FrauenArbeit) in Zürch seinen Dienst tat. Es hat 506 Orgelpfeifen und wurde zuerst im Chor eingebaut und später auf die Empore gezügelt.