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Wir kennen Bhanuka seit drei Jahren. Er arbeitet im schönsten Hotel der Westküste, dem Bentota Beach, oder besser gesagt: er hat dort gearbeitet. Er war immer einen Tick freundlicher, schneller und aufmerksamer als die anderen.
Während meines letzten Aufenthaltes im September kam die Nachricht, dass sein Vater plötzlich an einem Herzanfall gestorben sei. Mit 21 Jahren der älteste „Mann“ im Haus, hat ihn dies mit der Verantwortung für Mutter, 15jährigem Bruder und 6jähriger Schwester allein gelassen. Die ältere verheiratete Schwester ist mit ihrem Mann und kleinen Sohn nach dem Tod des Vaters wieder ins Elternhaus gezogen, um gemeinsam besser über die Runden zu kommen.
Ihr Mann hat Arbeit in Colombo, d.h. 2 1/2 Stunden Arbeitsweg zweimal am Tag.
Eine buddhistische Beerdigung ist eine teure Angelegenheit und viele Menschen verschulden sich, um dem Vater oder der Mutter ein würdiges Begräbnis zu geben.
Wir haben ihm – übrigens zum ersten Mal – Geld zukommen lassen und als erstes hat er uns voller Stolz die Fotos der Beerdigung gezeigt!?
Sein Vater betrieb eine Backsteinfabrik à la Sri Lanka: eine vorsintflutliche Presse in der mit von Hand angerührtem Beton jeweils ein Stein hergestellt, und dann in der Sonne getrocknet wird. Bhanuka hat neben der Arbeit und sein Bruder neben der Schule tatkräftig mitgeholfen und der Familie ging es vergleichsweise sehr gut.
In Sri Lanka ist es normal, Angestellte ohne jegliche Lohnzahlung einfach nach Hause zu schicken und dann bei Bedarf wieder nach ihnen zu pfeifen.
Bei der jetzigen Auslastung des Hotels wird das wohl noch eine Weile dauern.
Bhanuka hat nun Musse, Backsteine, die zur Zeit sehr gefragt sind, herzustellen. Leider ist Sand in Sri Lanka Mangelware und alles wäre ein bisschen einfacher, wenn das Wasser für Haushalt und Beton nicht mit Kanister aus einem öffentlichen Brunnen herangeschafft werden müsste.
Sie haben kurz vor dem Tod des Vaters angefangen einen Brunnen zu bauen, kamen bis jetzt 6 Meter tief und Wasser ist nicht in Sicht. Leider steht ihr Haus auf felsigem Untergrund und er schätzt mit Glück und weiteren 6-7 Sprengladungen à 900 Rupien endlich auf Wasser zu stossen. Viel Geld, wenn man es nicht hat.
Da wir unmöglich auf den Sprengmeister warten und selber Hand anlegen konnten, sind wir von unserem Prinzip abgewichen, und haben ihm 8000 Rupien überreicht. Er freut sich auf unseren nächsten Besuch, und wir hoffen, dann vermelden zu können, dass der Brunnen Wasser hat.