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In Afrika leiden rund 60 Prozent der Bevölkerung unter einer Anämie. Die Hälfte der Fälle ist auf Eisenmangel zurückzuführen. Das häufigste Symptom von Eisenmangel ist chronische Müdigkeit. Neben den negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität sind auch die Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes relevant. Frauen sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, das während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett noch zunimmt.
Eine internationale Studie unter Leitung der Universität Basel, des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts und des Ifakara Health Institute in Tansania hat nun erstmals die Wirksamkeit einer Infusionstherapie bei Frauen in der Wochenbettperiode untersucht. Ziel ist es, die Versorgung von Anämie-Patientinnen in Gebieten mit niedrigem Einkommen zu optimieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Eiseninfusion eine sichere und hochwirksame Therapie darstellt und im Vergleich zu einer Behandlung mit oral verabreichten Tabletten sogar eine weitaus bessere Versorgung gewährleistet.
Regeneration der Eisenspeicher
Die klinische Phase-III-Studie wurde in der ländlichen Region von Bagamoyo und in der ehemaligen tansanischen Hauptstadt Daressalam durchgeführt. Insgesamt 533 Frauen wurden untersucht, 230 davon nahmen an der Studie teil und erhielten während der Wochenbettperiode entweder eine Eiseninfusion oder Eisentabletten zur Behandlung ihrer Anämie.
Bereits sechs Wochen nach Behandlungsbeginn hatten 80 Prozent der Teilnehmerinnen in der Infusions-Gruppe höhere Eisenwerte. Bei den Teilnehmerinnen in der Tabletten-Gruppe waren es hingegen nur rund 51 Prozent. Auch in den nachfolgenden Untersuchungen wiesen die Frauen, die eine Eiseninfusion erhalten hatten, durchgängig bessere Hämoglobin- und Ferritinwerte auf. Das deutet darauf hin, dass sich die Eisenspeicher in ihrem Körper regeneriert hatten.
Hochwirksam und sicher
In einkommensschwachen Ländern besteht die derzeit empfohlene Therapie von Eisenmangelanämie aus der täglichen Verabreichung von Eisentabletten. Eine orale Therapie ist kostengünstig, hat aber den Nachteil, dass die Tabletteneinnahme über einen langen Zeitraum hinweg strikt eingehalten werden muss. Zudem kann es zu Nebenwirkungen kommen. Eiseninfusionen sind zwar teurer, doch sind in der Regel nur ein oder zwei Dosen erforderlich, und die Behandlung kann bei den routinemässigen ärztlichen Untersuchungen durchgeführt werden.
«In Gebieten mit hohem Einkommen wird die Infusionstherapie bereits routinemässig durchgeführt. Sie ersetzt zunehmend die Behandlung durch Eisentabletten», so Studienautorin Dr. Fiona Vanobberghen, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Basel. «Die Studie zeigt, dass selbst in Regionen mit schwachem Einkommen und beschränkten Ressourcen die Behandlung durch Infusionstherapie eine sichere und hochwirksame Alternative darstellt.»
Quelle: unibas.ch