Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/166754

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Medienmitteilung von Agroscope vom 6. April 2016, in der die Entlassung von 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angekündigt wurde, hat die landwirtschaftlichen Kreise überrascht.</p><p>1. Erachtet der Bund die einheimische landwirtschaftliche Forschung nach wie vor als notwendig?</p><p>2. Wird die Forschung weiterhin auf die Praxis ausgerichtet sein?</p><p>3. Hat die erste Reorganisation ab Januar 2014 noch nicht die gewünschte Wirkung gezeigt?</p><p>4. Hat der Bundesrat die Auswirkungen dieser ersten Reorganisation auf den Zusammenhang zwischen Grundlagenforschung und Praxisanwendung evaluiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Fragen werden wie folgt beantwortet:</p><p>1. Land- und ernährungswirtschaftliche Themen besitzen bei Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten einen hohen Stellenwert. Auch gesellschaftlich muss den Fragen einer globalen Ernährungssicherheit eine grosse Bedeutung zugemessen werden. Die Herausforderung besteht darin, trotz begrenzter Ressourcen eine wachsende Bevölkerung ausreichend mit bezahlbaren und nachhaltig produzierten Lebensmitteln zu versorgen. Der Bund anerkennt die Wichtigkeit der Fragestellung und misst der landwirtschaftlichen Forschung eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung zeitgerechter Lösungen bei. Entsprechend ist der Bund bereit, der Land- und Ernährungswirtschaft auch weiterhin fast die Hälfte der budgetierten Mittel für die Ressortforschung zuzugestehen. Die ETH und einzelne Universitäten und Fachhochschulen sind neben Agroscope wichtige zusätzliche Akteure in der Agrar- und Ernährungsforschung. Die Thematik hat insbesondere im ETH- und Fachhochschulbereich in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen.</p><p>2. Die primäre Aufgabe der anwendungsorientierten Forschung von Agroscope ist es, auf nationaler Ebene Wirkung zu erzielen. Ohne Einbezug der Praxis kann dieses Ziel nicht erreicht werden. Mit der Neuaufstellung von Agroscope wurde das Leistungsprofil geschärft und wurden sowohl die praxis- als auch die forschungsrelevanten Leistungen gestärkt. Zuständigkeiten, Aufgaben und Anforderungen werden klarer definiert und die Entscheidungswege kürzer sein als heute. Die neue Struktur erlaubt es, schneller und direkter als bisher auf die spezifischen Anliegen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft einzugehen. Die neuen Kompetenzzentren erleichtern den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Praxis. Detaillierte Ausführungen finden sich im Zwischenbericht zur Neuaufstellung Agroscope (<a href="http://www.agroscope.admin.ch/08608/index.html?lang=de">http://www.agroscope.admin.ch/08608/index.html?lang=de</a>).</p><p>3./4. Die Reportingberichte Agroscope für die Jahre 2014 und 2015 zeigen, dass die vorgegebenen Wirkungsziele und Indikatoren weitestgehend erreicht wurden. Auch die inhaltlichen Arbeiten zum Leistungsauftrag 2014-2017 sind insgesamt auf Kurs. Unabhängig davon zeigte sich, dass die Erwartungen hinsichtlich mehrerer Organisationsziele ausserhalb des Leistungsauftrags nicht erfüllt werden konnten. Dazu gehören a) die unvollständige Befriedigung externer Bedürfnisse, b) die zu geringe Flexibilität zur Aufnahme neuer Bedürfnisse und Fragen aus der Praxis oder der Politik innerhalb des laufenden Leistungsauftrags, c) eine zu verbessernde Effizienz der Tätigkeit und d) die unbefriedigende Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Forschungsbereichen und Instituten. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, Agroscope in einem mehrstufigen Verfahren in eine dynamische, zukunftsfähige und auf die Bedürfnisse der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft ausgerichtete Forschungs- und Dienstleistungsinstitution umzuwandeln.</p>  Antwort des Bundesrates.