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In Bhutan stärkt das SRK die Bevölkerung in der Katastrophenbereitschaft und bei der Verbesserung ihrer Gesundheit. Zudem begleitet es die Gründung des Bhutanischen Roten Kreuzes.
Bhutan liegt im Himalaya zwischen Tibet (China) und Indien, Nepal und Myanmar. Es zählt inzwischen dank guter wirtschaftlicher Entwicklung zu den Ländern mit mittlerem Einkommen. Das viel diskutierte Bruttonationalglück wurde 2008 eingeführt, kann aber nicht über Probleme wie hohe Arbeitslosigkeit und grosse soziale Unterschiede hinwegtäuschen. Seit einigen Jahren erlebt der südasiatische Binnenstaat einschneidende gesellschaftliche Veränderungen. 2006 führte der damalige König Jigme Singye Wangchuck per Beschluss die Demokratie im bis dahin abgeschotteten Bergland ein und läutete damit den Übergang von einer absoluten zu einer konstitutionellen Monarchie ein. 2008 erhielt Bhutan eine Verfassung. Das Land modernisiert sich immer stärker, wobei es seine kulturelle Identität zu bewahren versucht.
Gleichzeitig ist das «Land des Donnerdrachens» von Naturkatastrophen bedroht. Es liegt in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Welt. Die immer stärker abschmelzenden Gletscher lassen zudem Gletscherseen anschwellen, was die Gefahr von zerstörerischen Sturzfluten und Überschwemmungen erhöht.
Gründung des Bhutanischen Roten Kreuzes
Bis zum Mai 2017 hatte das Königreich keine Rotkreuzgesellschaft, obwohl es die Genfer Konventionen unterzeichnet hat und somit dem Humanitären Völkerrecht verpflichtet ist. Auf Wunsch des Königs unterstützt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) als Teil der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung seit 2014 die Gründung eines unabhängigen, den Rotkreuz-Werten verpflichteten Bhutanischen Roten Kreuzes (BRCS). Als wichtiger Partner des Staates wird das BRCS der Regierung bei humanitären Aufgaben, bei der Verbesserung der Gesundheitsversorgung sowie bei der Katastrophenvorsorge zur Seite stehen.
Das SRK begleitet das neue Rote Kreuz in diesem Prozess. Es unterstützt und berät die bhutanischen Kollegen für diese einzigartige Aufgabe mit seiner langjährigen Erfahrung in Gesundheitsfragen sowie mit seinem Knowhow in den Bereichen in der Katastrophenvorsorge, Frühwarnung und Katastrophenhilfe.
Besserer Schutz der Bevölkerung dank Wissen
Um die Verletzlichkeit der Menschen zu reduzieren, will das Land seine Katastrophenvorsorge und -bereitschaft stärken. Dabei soll das neu gegründete Bhutanische Rote Kreuz die Regierung mit Knowhow und Freiwilligen unterstützen. Die Stärke jeder Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft sind die übers ganze Land verstreuten, entsprechend ausgebildeten Freiwilligen.
Gute Gesundheit und gesunder Lebensstil
Die Gesundheitsversorgung ist trotz grosser Anstrengungen der letzten Jahre seitens der Regierung vor allem in den ländlichen, bergigen Gebieten nicht für alle zugänglich. Das SRK startet 2016 seine Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium Bhutans und unterstützt dessen Angebote in den beiden Distrikten Wangdue Phodrang und Trashiyangtse. Ziel ist, das Gesundheitssystem zu stärken und den Zugang für die Bevölkerung zu verbessern. Dies ist insbesondere für werdende Mütter wichtig. Bis heute findet etwa die Hälfte aller Geburten ohne eine Hebamme oder ärztliche Begleitung statt, was ein grosses Risiko für die Frauen darstellt. Das SRK unterstützt zudem staatliche Informationskampagnen zur Gesundheitsförderung, zu ausgewogener Ernährung und Hygiene.