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Für die in Israel lebenden jungen Teenager ist es eine ziemlich große Sache, ein Bar Mitzwa oder Bat Mitzwa zu werden. 1 Ganz gleich, ob religiös oder nicht, das Ritual des Übergangs zwischen der Kindheit und dem Erreichen des traditionellen Alters der Verantwortlichkeit für die Einhaltung der Gebote des jüdischen Gesetzes ist ein Anlass zum Feiern. Und eine Feier in Israel bedeutet Familie.
Von Judy Lash Balint
Für 12- und 13-Jährige, die einen Elternteil bei den Israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) verloren haben, hilft eine jährliche Bar-Mitzwa- und Bat-Mitzwa-Großveranstaltung, eine Feier, die von der IDF-Witwen- und Waisen-Organisation (IDFWO) organisiert wird, das Leid wegen des Verlusts eines Elternteils zu lindern.
Normalerweise findet der erste Teil der Feier an der Klagemauer statt, aber da Jerusalem und die Altstadt zur Zeit von einer Terrorwelle erfasst werden, wurde die diesjährige Veranstaltung in eine Halle in der Bayit Vegan Nachbarschaft verlegt.
„Ja“, ich war enttäuscht, sagte Noam, ein Bar-Mitzwa-Junge aus Beersheva, „aber wir haben immer noch eine tolle Zeit“, fügte er hinzu, während er darauf wartete, aufgerufen zu werden, um seinen ersten Satz Tefillin (Gebetsriemen) und ein Gebetbuch von IDF-Oberrabbiner Brigadegeneral Rafi Peretz und Oberst Yaffa Mor, Leiter der IDF-Abteilung für militärische Opfer, zu erhalten.
Bat Mitzwa Mädchen erhielten verzierte Shabbat-Kerzenleuchter und eine Reihe von jüdischen Büchern. Jugendliche Drusen und Beduinen feierten ihre Volljährigkeit zusammen mit den anderen IDF-Waisen, und ihre Familien mischen sich problemlos unter die jüdischen Israelis.
In einer Ecke übernahmen Armeeseelsorger die Rolle der abwesenden Väter und lehrten die Jungen, wie sie ihren neuen Tefillin aufzusetzen haben und was zu tun ist, wenn sie zur Lesung der Thora 2 aufgerufen werden.
Der zweite Teil der IDFWO-Feier umfasste eine festliche Mahlzeit und eine hochkarätig besetzte musikalische Präsentation im Jerusalem-Theater, in Anwesenheit von Präsident Reuven Rivlin, IDF-Generalstabschef Gadi Eisenkot und Verteidigungsminister Moshe Yaalon.
Yael Bat Chen ist eines der 45 Kinder, die an der diesjährigen Bar/Bat Mitzwa-Zeremonie teilnahmen. Sie war 4 Monate alt, als ihr Vater, der in der Reserve diente, in einem Militärunfall getötet wurde.
Yael kam auf die Bühne, um Verteidigungsminister Boogie Yaalon vorzustellen, der sich an die Jugendlichen und ihre Familien wandte und die Organisatoren dafür lobte, dass sie das Leben der Familien, die so viele traumatische Erlebnisse und Verluste erlitten haben, erleichtern.
IDF-Generalstabschef Eisenkot versicherte den Teilnehmern: „Da sinnloser Terror durch das Land fegt, tun die israelischen Streitkräfte ihr Möglichstes, um sicherzustellen, dass keine anderen Kinder zu Waisen werden und dass Frieden und Sicherheit wieder hergestellt werden“.
Präsident Reuven Rivlin sagte dem Publikum: „Ich sehe wirklich jeden von euch wie meinen eigenen Enkel, und ich wünsche euch nur das Beste im Leben. Ihr habt in einem so jungen Alter so viel durchgemacht, aber ihr habt es durchgestanden, und ich bin persönlich sehr stolz auf euch alle.“
IDFWO repräsentiert und unterstützt die Witwen und Waisen von Tausenden von Israels gefallenen Soldaten. Von dem Augenblick, an dem eine Familie die tragische Nachricht erfährt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind einen Universitäts-Abschluss erhält, unterstützt die IDFWO die Angehörigen mit gesellschaftlichen Veranstaltungen, emotionaler Beratung und einer Vielzahl praktischer Hilfen und ebenso mit den Feiern zu den einzelnen Lebensphasen wie dem Bar-/Bat-Mitzwa-Fest.
- Bar Mitzwa oder Bar Mizwa (von aramäisch בַּר ‚Sohn‘ und hebräisch מִצְוָה ‚Gebot‘), für Mädchen Bat Mitzwa oder Bat Mizwa (hebräisch בַּת מִצְוָה, Tochter des Gebots‘) bezeichnet im Judentum die religiöse Mündigkeit. Knaben erreichen sie im Alter von dreizehn Jahren, Mädchen im Alter von zwölf Jahren. Bar und Bat Mitzwa bezeichnet sowohl den Status als auch den Tag und die Feier, an dem die Religionsmündigkeit eintritt. ↵
- Die Thora (auch Tora, Torah; Betonung auf „a“, in jiddisch Tojre, auch Tauroh; von hebräisch תּוֹרָה ‚Gebot‘, ‚Weisung‘, ‚Belehrung‘, von jarah ‚unterweisen‘) ist der erste Teil des Tanach, der hebräischen Bibel. Sie besteht aus fünf Büchern, weshalb sie im Judentum auch chamischa chumsche tora ‚Die fünf Fünftel der Tora‘ genannt wird. Die griechische Bezeichnung ist Pentateuch (Πεντάτευχος). In den deutschen christlichen Bibelübersetzungen sind dies die fünf Bücher Mose. ↵