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Das letzte Geläut
Auf dem Weg vom Dorf zur Klosterkirche steht beim Eingang zum Friedhof die Totenkapelle, das «Beinhaus». Die Friedhofkapelle wurde ca. 1608 gebaut. Ein alter Flügelaltar ziert das Innere der Kapelle. Die Hauptfigur ist Maria Magdalena, jene Heilige, die als Erste die Botschaft der Auferstehung Jesu hinausgetragen hatte. Nach christlicher Tradition ist sie mit Christophorus jene Heilige, die unsere Verstorbenen hinüberbegleitet.
Im unteren Teil des Flügelaltares befindet sich eine Anna-Selbstdritt (Darstellung der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind), die bei den Gläubigen immer eine grosse Fürsprache-Macht hatte.
Die Friedhofkapelle spielt für unsere Dorfgemeinschaft eine wichtige Rolle. Sobald der Pfarrer Kenntnis von einem Todesfall hat, wird das durch das Läuten der Glocken der ganzen Gemeinde verkündet. Dies erfolgt in der Regel um 11.40 Uhr oder um 17.40 Uhr. Läutet die Totenglocke dreimal (mit Absetzung) handelt es sich um einen Mann. Läutet sie zweimal ist es eine Frau und einmal ein Kind. Der Sarg oder die Urne der Verstorbenen werden in der Friedhofkapelle aufgebahrt, damit die Bevölkerung individuell Abschied nehmen kann. Es können auch Abdankungen im kleinen Rahmen abgehalten werden.
Neueren Datums ist der Seitenaltar ausserhalb des Chorraumes, der dem hl. Antonius von Padua geweiht ist. Das Antoniuskässeli, bzw. das Armenbrot befindet sich nun im Vorzeichen der Klosterkirche. Wer etwas nicht mehr findet oder ein gewichtiges Anliegen hat, der verspricht dem hl. Antonius einen «Batzen». Ist das verlorene Stück gefunden oder die Bitte erfüllt, sollte dort der «Batzen» hineingeworfen werden. Dieses Kässeli ist für die Armen bestimmt.
Weihefest, bzw. Titel der Kapelle: 22. Juli «Maria Magdalena»