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Reines Denken: Denkerfahrungen
Anhand einiger Beispiele wird in diesem Abschnitt die Denkerfahrung weiter vertieft und differenziert. Im letzten Abschnitt wird sie dann selbst einer ersten begrifflichen Reflexion unterzogen.
Zur Vermeidung von Missverständnissen sei an dieser Stelle betont, dass der Ausdruck «Begriff» nur für Gedankeninhalte verwendet wird und nicht für deren Bezeichnung durch Worte einer Sprache. So ist mit dem Begriff des Kreises derjenige sprachunabhängige Gedankeninhalt gemeint, der im vorangehenden Abschnitt dargestellt wurde, und nicht dessen Bezeichnung durch den Ausdruck «Kreis», der in jeder Sprache anders lautet. Die Ausdrücke «Begriff», «Idee», «Gesetz» und «Prinzip» werden in diesem Abschnitt im wesentlichen synonym verwendet.
Zunächst kann das Kreisbeispiel aus dem letzten Abschnitt weitergeführt werden, indem die Phantasie von der Variation von Vorstellungen gemäss gegebenen Ideen auf eine Variation der ideellen Inhalte selbst erweitert wird: anstatt der Kreisperipherie kann dann etwa eine Kreisscheibe in der Ebene, eine Kugel oder eine Zylinderscheibe im Raum betrachtet werden. Dann können verschiedene Kreisdefinitionen miteinander in Beziehung gebracht und schließlich bestimmte Definitionen selbst variiert werden, bis hin zu einer Auffassung von Kegelschnitten als nichteuklidische Kreise.
Bei allen folgenden Beispielen wird von Alltagserfahrungen ausgegangen, und diese werden als Anregung zur Ideenbildung verwendet. Das Ziel ist jeweils ein Sich-Einlassen auf das individuelle tätig-hervorbringende Erleben reiner Ideenzusammenhänge. Diese werden durch die individuelle Denktätigkeit von den alltäglichen Ausgangspunkten emanzipiert und erweisen sich als Erlebnisse mit eigenem Gehalt. Bei den folgenden Betrachtungen handelt es sich um Denk-Anregungen, keinesfalls um in sich abgeschlossene Darstellungen rein begrifflicher Zusammenhänge.
3. Beispiel: Teil und Ganzes. Die Teile eines Ganzen können in einem räumlichen oder zeitlichen Verhältnis zueinander stehen, wie die Teile eines Kuchens beziehungsweise die Stunden eines Tages. In beiden Fällen ist das Ganze, die Einheit der Teile, nicht gleichbedeutend mit der Summe der Teile: die Einheit berücksichtigt die konkrete Komposition, die konkrete räumliche beziehungsweise zeitliche Anordnung der Teile zu einem Ganzen. Die Summe ist eine ohne Kompositionsgesichtspunkt durchgeführte, den Teilen äußerliche, das heißt, sie in ihrer eigenen Bestimmtheit nicht ergreifende Zusammenstellung. Deutlicher kann man sich dies bei etwas komplexeren Beispielen klarmachen, wie den Teilen einer Uhr beziehungsweise den Stadien eines komplizierten Bewegungs- oder Prozessablaufs (zum Beispiel: physikalisches Doppelpendel, Planetenbewegungen, Dynamik von Planetenkonstellationen, chemische Prozesse) oder an Beispielen aus räumlichen Künsten (Plastik, Architektur, Malerei) beziehungsweise zeitlichen Künsten (Musik, Schauspiel, Eurythmie, Ballett). Hier muss jeder Teil an seinem richtigen Platz – im Raum und/oder in der Zeit – sein; es darf keiner zuviel und keiner zuwenig sein. Teile sind demnach unentbehrliche Komponenten eines Ganzen, das ohne ihr Dasein und ohne ihre sachgemäße Komposition keine Einheit wäre. – Ein Ganzes ist eine konkrete Komposition von Teilen und nicht deren blosse Zusammenfassung oder zusammenhanglose Zusammenstellung. Räumliche und zeitliche Aspekte gehören nicht von vornherein zur begrifflichen Bestimmung von Teilen und Ganzheiten, können aber hinzutreten. Der Teil, als die gemeinsame Gesetzmäßigkeit von einzelnen Teilen, ist von diesen zu unterscheiden, ebenso das Ganze von einzelnen Ganzheiten. Der Teil und das Ganze stehen in einem rein ideellen Verhältnis. Der Teil ist kein Teil des Ganzen oder eines Ganzen. Er hat die ideelle Bestimmung zum Inhalt, die ein Objekt zu einem Teil eines Ganzen macht: Teil-Sein heißt, in seiner Bestimmung als Einzelnes und als ein mit anderen Teilen Zusammenhängendes auf ein Ganzes ausgerichtet zu sein. Das schließt nicht aus, dass Teile selbst wieder Ganzheiten von weiteren Teilen sein können etc. Das Ganze ist nicht das Ganze des Teils oder von Teilen. Es hat die ideelle Bestimmung, die ein Objekt zu einem Ganzen für Teile macht, zum Inhalt: Ganz-Sein heißt, in seiner Bestimmung auf Teile und deren Komposition zu einem Ganzen ausgerichtet zu sein. – Der hier entwickelte ideelle Zusammenhang von Teil und Ganzem ist selbst ein eigenes Ganzes, in welches das Ganze und der Teil als nebengeordnete ideelle Teile eingeordnet werden können; man kann es etwa Teil-Ganzes nennen. Somit muss die Beziehung von Teil und Ganzem zur vollständigen Aufklärung des Gedankengangs der Bestimmung von Teil und Ganzem auf sich selbst angewendet werden.
4. Beispiel: Analyse und Synthese. Man denke zunächst an die Zerlegung eines Minerals durch Analyse in seine chemischen Bestandteile (Elemente) oder an die Analyse eines Streichquartetts nach Sätzen, Phrasen und Harmoniefolgen. Die dazugehörige Synthese besteht in der chemischen Synthese des mineralischen Stoffes aus gegebenen Elementen unter Berücksichtigung der Gesetze der Chemie beziehungsweise die Komposition eines Musikwerkes aus Tönen, Melodiefolgen, Harmonien anhand der Gesetze einer Harmonie- und Kompositionslehre. Synthese und Analyse sind jedoch vom philosophischen Gesichtspunkt aus in erster Linie als methodische Instrumente für die Erkenntnisbildung geläufig. In der Analyse werden die charakteristischen Bestandteile (zum Beispiel des Denkens) herausgeschält und in der Synthese deren konkreter Zusammenhang entwickelt. – Analyse ist die Gliederung eines Ganzen in Teile und Synthese die Komposition eines Ganzen aus Teilen. Sie sind Instrumente zur Erkundung von Teil-Ganzes-Verhältnissen. Jede Analyse hat das Vorhandensein eines konkreten Ganzen, jede Synthese das Vorhandensein von konkreten Teilen zur Vorbedingung. Mit anderen Worten: Jede Analyse ist zu Beginn naiv, das heisst ohne spezifische Kenntnis der konkreten Bestimmtheit, der ideellen Struktur der vorausgesetzten Ganzheit oder Einheit; und jede Synthese ist zu Beginn naiv, das heisst ohne konkrete Kenntnis der Bestimmtheit, der ideellen Unterschiedenheit der vorausgesetzten Teile. Analyse und Synthese bedingen sich gegenseitig. Eine Analyse bleibt ohne eine mit ihr verknüpfte Synthese hinsichtlich ihres Ausgangspunktes unvollständig: Sie liefert bloß unterschiedene Bestandteile ohne konkrete Einheit. Eine Synthese ohne integrierte Analyse führt nicht zu einem konkreten Ganzen: Sie liefert eine Zusammenfügung von nicht hinreichend klar unterschiedenen Bestandteilen. Erst die konkrete Einheit oder Ganzheit von Synthese und Analyse führt zur Aufhebung beider naiven Ausgangspunkte und damit zu einer konkreten Einheit im Bereich der Stoffe oder im Bereich des Denkens. Synthese und Analyse sind nebengeordnete Begriffe, die der konkreten Einheit von Synthese und Analyse, der «wahren Synthese» eingeordnet sind. – Die Untersuchung von Synthese und Analyse ist selbst eine Demonstration von Synthese und Analyse: Der Unterscheidung von Synthese und Analyse geht deren Einheit in der «wahren Synthese» voraus, und die Verknüpfung derselben setzt deren jeweilige sie unterscheidende Bestimmungen voraus. Erst die Verbindung beider Aspekte führt zur umfassenden Einsicht in die Komposition von Synthese und Analyse als Teile des Ganzen der «wahren Synthese». – Werden unter Analyse und Synthese nur die erkenntnismethodischen Aspekte verstanden, so fallen die Inhalte dieser Begriffe im Wesentlichen mit denjenigen der Begriffe Verstand und Vernunft zusammen, und anstelle der «wahren Synthese» tritt die «wahre Vernunft».
5. Beispiel: Form und Stoff. Hier bestünde eine einfache Übung darin, einen Kreis zu betrachten oder ihn sich vorzustellen. Seine Form ist vom Kreisgesetz bestimmt, sein Stoff besteht aus dem Material, durch das er gestaltet, geformt wurde: Bleistift auf Papier, Kreide auf Wandtafel, Erinnerungselemente im Vorstellungsbewusstsein. Die Form ist das Allgemeine, das Gesetzgebende, Bestimmende des Stoffs, der Stoff ist das mit Eigensein ausgestattete Geformte, das ein Allgemeines zum konkreten Gegenstand, zur Erscheinung verdichtende und individualisierende Prinzip. Form und Stoff lassen sich zwar an jedem konkreten Gegenstand der Erfahrung oder des Denkens unterscheiden, aber eine Trennung derselben ist ohne Zerstörung des Gegenstandes nicht möglich. Form und Stoff sind Aspekte, Gesichtspunkte für ein- und dieselbe Sache: Sie stehen selbst in einer konkreten Einheit. Weder bloße Form (ohne jeden Stoff) noch bloßer Stoff (ohne jede Form) sind für sich allein wohlbestimmt. Denn richtet man den Blick auf eine solche Form (zum Beispiel das Kreisgesetz), so offenbart sich diese, für sich genommen, wieder als Einheit von Form und Stoff: ihre Form ist die, ein angeschauter Begriff, eine tätig hervorgebrachte Idee zu sein (Denkinhalt) und ihr Stoff, ein im tätigen Denken präsenter Erfahrungsinhalt zu sein (Denkinhalt). Auf der anderen Seite offenbart der Stoffaspekt einer Sache (zum Beispiel eines Kreises) ein Material (zum Beispiel Tafel und Kreide), das selbst wiederum nach Form und Stoff gegliedert werden kann: Die Tafel ist ein nach dem Tafel- und Kreide-Gesetzbestimmter Stoff, bestehend aus Holz und Farbe mit geeigneter Oberflächenbeschaffenheit, um Kreide darauf haften zu lassen. – Für das Denken sind Form und Stoff, wie schon Teil und Ganzes, Analyse und Synthese, Wechselbegriffe, die im Bezug aufeinander bestimmt werden müssen: Der eine ist ohne den anderen nicht hinreichend bestimmbar. Jede konkrete Form ist Form eines konkreten Stoffes, und jeder konkrete Stoff ist Stoff einer konkreten Form. Die Form dagegen ist nicht die Form des Stoffes, sondern das gesetzmäßige Prinzip (die Form) des Form-Seins, das alle konkreten Formprinzipien umfasst, nämlich Form für einen Stoff zu sein. Entsprechendes gilt für den Stoff. Man kommt denkgemäß wieder (wie bei Teil und Ganzem, Analyse und Synthese) auf ein Form und Stoff umfassendes Prinzip, von welchem die nebengeordneten Begriffe Form und Stoff eingeordnete Glieder sind, auf eine Einheit oder Ganzheit, die den Unterschied und die Gemeinsamkeit von Form und Stoff umgreift.
Form und Stoff gehören zu den wichtigsten Kategorien des Denkens und werden an vielen Stellen dieser Schrift eine herausragende Rolle spielen. Umso mehr ist es von Wichtigkeit, die mit deren Bezeichnungen als «Form» und «Stoff» einhergehenden Missverständnisse zu überwinden. Form hat nichts mit äußerer, das heißt räumlich-geometrischer Form zu tun, sondern mit der gesetzmäßigen Bestimmtheit einer Sache, die natürlich, dem Inhalt nach, geometrischer Natur sein kann wie beim Kreis, aber nicht sein muss, wie beim Denkinhalt. Form ist auf jeden Fall kein individualisierter Begriff, keine Vorstellung, sondern ein reiner, relativ zu einer Vorstellung universeller Gedankeninhalt. Auf der anderen Seite ist Stoff nicht notwendigerweise etwas Sinnlich-Materielles, sondern umfasst auch nichtsinnliche Stoffe (wie den Stoff der Gedanken und Gefühle). Für Stoff wird weiter unten auch der Ausdruck «Inhalt» verwendet werden, sodass sich dann «Form» und «Inhalt» gegenüber stehen.
6. Beispiel: Wesen, Erscheinung und Medium. Der Herstellung einer Tasse liegt ein Konzept zugrunde, eine Idee, die dann einem bestimmten Material, zum Beispiel Ton, Porzellan, Granit, Speckstein, Holz, Metall etc., eingeprägt wird. Mit anderen Worten, das Wesen der Tasse wird in einem Medium zur Erscheinung gebracht. Entsprechend verhält es sich mit der Produktion eines Kreises auf Papier oder in der Phantasievorstellung. Im letzteren Fall besteht das Medium aus Erinnerungsbestandteilen, welche durch das die Vorstellungsbildung steuernde Denken neu komponiert werden. – Das einer Erscheinung zugrunde liegende Wesen umfasst deren Kern, deren zentrale Bestimmung, deren Form oder Gesetz. Es tritt zugleich (hier vermittelt durch das handelnde Individuum) als wirksames Agens auf, das dem Erscheinen, der Umbildung des entsprechenden Mediums zur Erscheinung, zugrunde liegt. Ein Medium hat die Eigenschaft, von bestimmten Formen gestaltet werden zu können. Es hat selbst eine Form, seine Eigengesetzmäßigkeit, kann jedoch seine Form-Stoff-Einheit für ein formwirksames Wesen zur Verfügung stellen. Eine Erscheinung ist somit von zwei Seiten geprägt: durch das sie in ihrem Kern bestimmende Wesen und durch das der Individualisierung, der Konkretisierung ihres Wesens zugrunde liegende Medium. Die Allgemeinheit einer Wesensform auf der einen Seite und die konkret einschränkenden Bedingungen des entsprechenden Mediums auf der anderen Seite machen die Realisierung verschiedener Erscheinungen möglich, je nach den Variationen der spezifischen Form-Intentionen eines Wesens und den Variationen der konkreten Bestimmtheiten des Mediums. Dies ist die Grundlage für Entwicklung und Metamorphose von Erscheinungen innerhalb eines Mediums.
7. Beispiel: Ursache und Wirkung. Wenn ich selbst eine Tasse oder irgendetwas anderes, das ich gut kenne, herstelle, so weiß ich genau, dass ich selbst die Ursache bin und die hergestellte Tasse die Wirkung dieser Ursache ist. Ohne meinen Entschluss und Impuls zum Handeln wäre es nicht zu dieser Tasse gekommen. Falls mein Entschluss nicht auf das Wirken anderer Ursachen, die Einwirkung anderer Menschen oder auf Gewohnheiten zurückgeht, ist er ursprünglich, und damit keiner weiteren Ursache unterliegend als mir selbst. – Eine Ursache ist ein nicht weiter reduzierbarer Ursprung: Jede Kette von einander bedingenden Ereignissen hat einen (absoluten) Anfang, der selbst nicht blosse Wirkung einer Ursache ist, und hinter den nicht weiter zurückgegangen werden kann. Der Anfang liegt in einem Wesen, das ursächlich tätig (gewesen) ist. Ein solches Wesen ist demnach nicht bloss als bewusste Entität aufzufassen, sondern als ein (bewusst) wirksames Agens. Ihm kommt neben seiner Konstitution aus Form und Stoff die Eigenschaft zu, ursächlich tätig sein zu können, aber nicht auf solche Weise tätig sein zu müssen. – DieUrsache ist nicht die Ursache der Wirkung (oder einer Wirkung), sondern das Prinzip der Ursache, das allen konkreten Ursachen zugrunde liegt. Ein Wesen ist eine Ursache für eine gegebene Wirkung, wenn es für diese Wirkung unabdingbar ist und die Wirkung eine Individualisierung der Wesensgesetzmäßigkeit ist. Eine Ursache ist für ihre Wirkung das aus deren Zentrum heraus formende und treibende Prinzip: Sie bestimmt, was wann und wo wie geschieht. Eine Wirkung ist nur dann eine Wirkung, wenn sie durch eine Ursache bestimmt und hervorgebracht wurde. Ursache und Wirkung sind einander nebengeordnete Begriffe; ihre Differenz liegt in ihrer unterschiedlichen Bestimmung: Ursache ist das Bestimmende und Wirkende und Wirkung ist das Bestimmte und Bewirkte. Die Ursache und Wirkung umfassende Einheit, die Kausalität, oder das Ursache-Wirkung-Verhältnis, umgreift beide, ist das ideelle Ganze der beiden nebengeordneten gesetzmäßigen BestandteileUrsache und Wirkung.
Das Verhältnis von Ursache und Wirkung darf nicht mit dem Verhältnis von Bedingung und Folge verwechselt werden. Hier sind bestimmte Bedingungen nur äußere Anlässe für bestimmte Folgen. Diese entspringen aber nicht dem Wesen dieser Bedingungen als deren Wirkungen. Bedingungen sind konkrete Ereigniskompositionen, weder reine Formprinzipien noch reine Wirkprinzipien; entsprechend sind Folgen Ereignisbereiche, die weder in ihrer konkreten Bestimmtheit noch in ihrem Auftreten unmittelbar aus den Bedingungen ableitbar sind. Folgen können nicht allein als Realisierungen oder Individualisierungen von Form- und Wirkprinzipien, die in den Bedingungen anwesend sind, aufgefasst werden.
Bedingungen können nur notwendig, oder notwendig und hinreichend, oder nur veranlassend sein für das Auftreten von Folgen. Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn die Bedingungen des Handelns eines Menschen von außen anhand der Beobachtung, das heißt, nicht vom Zentrum seiner Zielbildung her, beurteilt werden: Hier trifft man notwendigerweise nur auf Bedingungen und nicht auf Ursachen. Erstere beiden Fälle können im Bereich der Naturwissenschaften, insbesondere in der Physik und der Chemie studiert werden.
Diese denkenden Untersuchungen machen darauf aufmerksam, dass im Umkreis von Alltagserfahrungen in weitreichende und tiefgehende Ideenbildungen eingestiegen werden kann. Es zeigt sich, dass gerade so elementare und umfassende Begriffe, wie sie hier entwickelt wurden, einerseits relativ einfach zu fassen sind, andererseits sehr eng untereinander zusammenhängen und sich gegenseitig tragen. Die auf sich selbst bezogene (zirkuläre) Struktur der Relationen dieser Begriffe aufeinander und mit sich selbst ist keine Unzulänglichkeit der vorliegenden Darstellung, sondern liegt in der Natur dieser Allgemeinbegriffe. Die Komplexität dieser Gesetzmäßigkeiten liegt nicht in deren eigener Bestimmung, sondern in deren mannigfachen Bezügen untereinander und zu anderen Ideen.