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Schulhaus Bannfeld
Singsaal mit Bronzefigur "Schreitende" (Heinz Schwarz, 1950)Download
Schulhaus Bannfeld
Detail (gedeckter Gang)Download
Schulhaus Bannfeld
Adresse
4600 Olten
SO
Architektur
Kunst am Bau
Hermann Frey schuf in Olten eine gestalterisch, aber auch konzeptionell herausragende Pavillonschule der 1950er-Jahre: Die weitläufige, in die Hanglage eingebettete Schulanlage Bannfeld besticht durch ein raffiniertes Erschliessungssystem, das im Innern den Aussenraum miteinbezieht, und es dominieren lineare Formen, die einen klaren, prägnanten Ausdruck generieren. Das schlicht anmutende und zugleich vielfältig differenzierte Bauwerk der Nachkriegsmoderne entspricht den zentralen Forderungen, wie sie damals von Schul(haus)experten propagiert wurden: Die Klassenzimmer sind zweiseitig belichtet und lassen sich quer lüften, zudem ist der Massstab des aufgelockerten Ensembles kindergerecht.
Chronologie
Das Projekt von Hermann Frey basiert auf einem Wettbewerb aus dem Jahr 1951. Nachdem es 1954 den Behörden zur Kreditgenehmigung vorgelegt wurde, musste der Oltner Architekt seinen Entwurf nochmals überarbeiten. Die Primarschule, die Turnhalle und der Singsaal wurden 1955/56 gebaut. Der Kindergarten folgte 1957. Im Lauf der Zeit wurde die Schulanlage mehrfach saniert.
Lage
Die Schulanlage befindet sich im Quartier Schöngrund nordwestlich der Oltner Innenstadt. Das unterhalb des Bannwalds auf einem nach Südosten abfallenden Terrain gesetzte Gebäudeensemble ist sowohl über den Seidenhofweg im Südosten als auch über den Katzenhubelweg im Südwesten erschlossen.
Beschreibung
Die Schulanlage Bannfeld setzt sich aus dem Primarschulhaus im Nordosten, dem Kindergarten im Südwesten und dem Singsaal sowie der Turnhalle im Südosten zusammen. Die Gebäude sind durch einen gedeckten Gang miteinander verbunden, deren Betonflachdach von schlanken, blau gestrichenen Rundstützen getragen wird. Ebenso haben sie einen niedrigen, mit Bandfenstern versehenen und leicht zurückversetzten Sockel, der zugleich als Untergeschoss in Erscheinung tritt. Die beiden nebeneinander angeordneten Klassentrakte liegen parallel zum Hang, wobei der zweigeschossige Riegel dem eingeschossigen Spezialtrakt vorgelagert ist. Die Baukörper sind durch vier beidseits verglaste Treppenhäuser splitlevelartig verbunden, das heisst um ein halbes Geschoss gegeneinander versetzt. Zwischen diesen Querverbindungen öffnen sich Gartenhöfe. Ein Gang im Spezialtrakt bildet die Längsverbindung. Die Südfassade des zweigeschossigen Schulbaus ist mit raumhohen, leicht eingezogenen Fensterelementen in feiner, grüner Metallfassung versehen. Die verputzten Geschossdecken gliedern den Riegel unter dem Flachdach in der Horizontalen. Die monochrom, in verschiedenen Farben gestrichenen und fassadenbündig angebrachten Wandscheiben im Eingangsbereich setzen hingegen vertikale Akzente. An der Nordfassade sind hoch liegende Bandfenster vorhanden. Die Klassenzimmer mit quadratischem Grundriss sind zweiseitig befenstert. Wo der Korridor am eingeschossigen Trakt den Lichteinfall verhindert, setzte Hermann Frey Shedoberlichter auf. Der Nordriegel verfügt daher über eine unterschiedlich geneigte Dachform.
Der Kindergarten besteht aus zwei viereckigen Räumen, die versetzt zueinander angeordnet sind und von auskragenden Flachdächern abgeschlossen werden. Der Singsaal unter ebenso stark auskragendem Flachdach zeichnet sich süd- und westseitig durch geschosshohe Glasfronten aus. Prägnant sind zudem die vorstehenden Wandscheiben. Südlich davon, umgeben von Gras, ist die Bronzefigur «Schreitende» positioniert, ein Kunstwerk von Heinz Schwarz aus dem Jahr 1950. Bei der schon vom Seidenhofweg sichtbaren Turnhalle, die sich als dritter Riegel – mit identischer Ausrichtung wie die Schultrakte – des Ensembles liest, sind die bügelartigen Hallenträger charakteristische Merkmale. Die Anlage wird im Osten durch zwei Aussensportplätze – ein Hartplatz und ein Rasenfeld – bereichert.
Literatur