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Anthologie feministischer Kurzgeschichten im Spanien des 19. Jahrhunderts.
Anthologie von María Elena Ojea
Die Geschichten, aus denen diese Anthologie besteht, sind nicht nur von herausragendem literarischem Wert, sondern auch von unbestreitbarem Interesse, da sie die Probleme der weiblichen Situation in Spanien in der zweiten Hälfte des 19. Durch sie deckt Emilia Pardo Bazán unmissverständlich die miserable soziale Lage der Frauen des 19. Jahrhunderts auf: die Misshandlungen innerhalb und ausserhalb der Ehe, denen sie ausgesetzt waren, die mittelmässige Bildung, die ihnen vorbehalten war, und sogar ihre traditionelle Unterordnung unter die Mutterschaft.
Die meisten Situationen, die die Frauen in diesen Geschichten erleiden, sind auch in unserer Zeit noch gültig, was ihrer Lektüre einen besonderen Nutzen verleiht und uns zu einer tiefen Reflexion über Begriffe wie Gleichheit, Individualität oder Entscheidungsfreiheit einlädt.
Emilia Pardo Bazán (A Coruña, 1851-Madrid, 1921) wurde in eine wohlhabende Familie hineingeboren - Tochter des Grafen von Pardo Bazán, eines liberalen Politikers, und eines Vertreters des galicischen Adels -, die ihr eine gute Ausbildung und die Möglichkeit gab, Sprachen zu lernen. Sie heiratete 1868, als sie sechzehn Jahre alt war, und im folgenden Jahr liess sie sich in Madrid nieder. Sie war eine der Hauptvertreterinnen des Naturalismus in Spanien. Ihr bekanntestes Werk ist ihr Roman Los pazos de Ulloa (1886). Ihre Essays offenbaren eine ständige Beschäftigung mit dem politischen und sozialen Geschehen in Spanien und Europa. Sie kämpfte hartnäckig gegen den Sexismus der intellektuellen Eliten.