Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/1060

Kanton
Schaffhausen. Kantonshauptstadt: Schaffhausen. Einwohner: ca. 75'000. Fläche:
299 km2.
Schaffhausen,
der nördlichste Kanton der Schweiz, liegt fast vollständig nördlich des Rheins.
Schaffhausen grenzt an die Staatsgrenze von Deutschland. Die Mehrheit der
Bevölkerung spricht Deutsch und gehört der protestantischen Konfession an. Das
Kantonsgebiet ist weitgehend agrarwirtschaftlich geprägt und erzeugt Obst,
Gemüse und hochwertige Weine.
Am nördlichen Flussufer des Rheins liegt die Kantonshauptstadt Schaffhausen, die
als erste dauerhafte Siedlung in der Region und in der unmittelbaren Umgebung
der um 1050 gegründeten Allerheiligenabtei entstand.
Flussabwärts von Schaffhausen liegt der berühmte Rheinfall von Schaffhausen, der
mit seinen zerklüfteten Felsen, dem feinen Wassernebel und tosenden Wassermassen
ein Naturschauspiel darstellt, das Besucher aus ganz Europa anlockt. Die
Wasserfälle trugen zum wirtschaftlichen Aufstieg von Schaffhausen maßgeblich
bei, da die Schiffe hier entladen wurden und umkehren mussten. Die Stadt wurde
nach den “Schiffshäusern” benannt, in denen man die Ware bis zu ihrem
Weitertransport zu den ruhigeren Gewässern weiter flussabwärts lagerte. Die
Energie der Wassermassen, die hier in die Tiefe stürzen, wird in Kraftwerken
mittels Turbinen in elektrische Energie umgewandelt, mit der die zahlreichen
Industrieniederlassungen in Schaffhausen versorgt werden.
Die mittelalterliche Ortschaft Stein am Rhein hat sich am Ufer des Rheins
entwickelt. Kunstvoll verzierte Fenster und farbenprächtige Wandmalereien
schmücken viele Häuser am Rathausplatz.
Der Weinbau hat in Schaffhausen eine über 1000-jährige Geschichte. Auf
Blütephasen folgten Zeiten des Niedergangs, wobei es schon im Spätmittelalter
gelang, durch Anbaubeschränkungen die Qualität auf ein Niveau zu heben, das den
Schaffhauser Wein gar bis ins 19. Jahrhundert hinein zum Exportgut machte - bis
mit der deutschen Zollunion der wichtigste Absatzmarkt im Grossherzogtum Baden
verloren ging. 1100 Hektar waren im ausgehenden 19. Jahrhundert mit Reben
bepflanzt. Heute ist er nicht einmal mehr die Hälfte davon. Vor allem zu Beginn
des 20. Jahrhunderts brach die Weinbaufläche drastisch ein. Der Abwärtstrend
konnte in den 30er Jahren gestoppt werden. Seither ist die Rebfläche langsam,
aber kontinuierlich gewachsen. Geblieben ist die Kleinräumigkeit. Fast 900
Schaffhauserinnen und Schaffhauser besitzen heute einen Rebberg. Nur die
wenigsten von ihnen keltern selbst.
Es sind
Genossenschaften und Weinhandelsbetriebe, die 85% der Produktion verarbeiten.
Der GVS Schachenmann AG - als lokal führendem Hersteller - kommt in dieser
Situation eine Verantwortung zu, die weit über den eigenen Betrieb hinaus die
Geschichte zahlreicher Familien im ganzen Kanton bestimmt. Qualitätsweinbau
heisst heute zum einen integrierte Produktion, zum andern Selbstbeschränkung der
Hektarerträge. Beides wird von den über 160 Traubenproduzenten der GVS Schachenmann AG in hohem Masse berücksichtigt. In den vergangenen Jahren wurden
Ursprungsbezeichnungen (AOC) nach französischem Vorbild eingeführt. Hier
finden Sie ein Interview mit dem Kellermeister der GVS Schachenmann AG...
Das Weinbaugebiet
Schaffhausen in der deutschen
Schweiz umfasst etwa 500 Hektar Rebfläche. Der
Klettgau stellt mit 370 Hektaren oder knapp drei Viertel der gesamten
Produktionsfläche den grössten Anteil, wobei Hallau das unbestrittene
Weinbauzentrum darstellt. Den Rest teilen sich das Oberklettgau
(40 Hektaren, flachgründig und kalkhaltig mit der Eisenhalde in Siblingen, einem
Ausläufer der Schwäbischen Alb, als anerkannt bestem Schaffhauser Rebberg),
Reiat (30 Hektaren, uneinheitliche Böden), Stein am Rhein (30 Hektaren, leichte
Moräneböden, Molasse/Sand) und Rüdlingen/Buchberg (30 Hektaren, lehmig sandig).
Der
Schaffhauser Sortenspiegel umfasst heute nicht weniger als 27 Rebsorten. Mit ca. 85% der Rebfläche dominieren
eindeutig der Blauburgunder und Riesling x Sylvaner. Daneben gibt es viele
Spezialitäten - von Pinot Gris und Chardonnay bis zu pilzresistenten
Neuzüchtungen, den sogenannten "interspezifischen" Sorten, von denen der Seyval
Blanc schon bemerkenswerte Ergebnisse zeigt.
Seit nun
schon über 35 Jahren bilden die "Goldsiegel Spätlesen" das Rückgrat und den
Stolz der Kelterungen aus dem Kanton Schaffhausen. Die Lese der Trauben darf
frühestens zehn Tage nach Beginn der Hauptlese erfolgen. Hochreife
Burgunder-Trauben kommen in den Keller. Es werden ausschliesslich Weine in
Goldsiegel-Flaschen abgefüllt, deren Moste mindestens 4o Oechsle mehr
wogen als das im Durchschnitt des Kantons der Fall war.
Der
Eisenhalder "Alte Reben" wird vom Ertrag über 30jähriger Reben gekeltert. Eine
intensive, lange Maischengärung verleiht diesem Wein den Geschmack des Bodens,
feinen Gerbstoff und intensive Frucht. Der Barrique aus der Eisenhalde reift in
225 - Liter-Eichenholzfässern aus Burgund. Die Holzfassreife im grossen
Eichenfass verleiht der Auslese aus den beiden Steiner Lagen Chäferstein und
Blaurock einen einzigartigen Bouquetreichtum.
Die GVS
Schachenmann AG ist unter der Leitung ihres Geschäftsführers Dr. Nett äusserst
kundenfreundlich und gerne bereit, die Produkte vorzustellen. Schachenmann setzt
jährlich rund 18 Mio SFR. um. Die Lagerkapazität beträgt rund 1,8 Mio Liter
Wein. 80% der Eigenkelterung machen Blauburgunder aus, 15% Riesling x Sylvaner
und 5% Spezialitäten.
Als
weiterer Höhepunkt ist folgendes festzuhalten: Im Ort Bad Osterfingen liegt das schon im Jahre
1472 gegründete und nach dem Ort benannte Weingut (und Gasthaus), das sich
bereits seit Jahrhunderten in Besitz der Familie Meyer befindet.
Weinfälschungen in
Schaffhausen, lesen Sie hier weiter....
Hier geht es zum
Winzer-Führer aus dieser Region, mehr...