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Mit einem Vorsorgeauftrag können Sie selbst bestimmen, wer Sie im Falle einer Urteilsunfähigkeit, in Fragen des täglichen Lebens oder bei der Fortführung Ihres eigenen Unternehmens, vertritt. Sie können eine oder mehrere natürliche oder juristische Personen mit der Erledigung der von Ihnen definierten Angelegenheiten beauftragen. Dabei empfiehlt es sich festzulegen, wer Sie bei der Personen- und Vermögensvorsorge sowie im Rechtsverkehr vertritt. Persönliche Rechte, wie beispielsweise die Erstellung eines Testamentes, können allerdings nicht delegiert werden. Jede erwachsene Person sollte möglichst früh einen Vorsorgeauftrag erstellen. Der Verlust der Handlungs- und Urteilsfähigkeit, sei es alters-, unfall- oder krankheitsbedingt, kann jeden plötzlich und unvorhergesehen treffen.
Was geschieht ohne Vorsorgeauftrag?
Werden Sie urteilsunfähig und haben keinen Vorsorgeauftrag erstellt, erhält Ihr Ehegatte oder eingetragene Partner ein gesetzliches Vertretungsrecht, sofern diese Person mit Ihnen im gleichen Haushalt lebt. Bei unverheirateten bzw. nicht registrierten Personen greift die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) ein und bestimmt für Sie einen Beistand. Oftmals handelt es sich dabei um einen Mitarbeiter der KESB. Alternativ ernennt die KESB eine persönlich und fachlich geeignete Person aus Ihrem privaten Umfeld.
Was beinhaltet das gesetzliche Vertretungsrecht?
Das gesetzliche Vertretungsrecht umfasst die Handlungen, die zur Deckung des Unterhaltsbedarfs notwendig sind und die für den Alltag erforderliche Verwaltung von Einkommen und Vermögen sowie die Befugnis die Post zu öffnen und zu erledigen. Sind darüber hinausgehende Handlungen notwendig (z.B. Verkauf einer Immobilie oder Anschaffung eines Fahrzeuges), muss die Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde eingeholt werden. Mit dem Vorsorgeauftrag erhält der noch urteilsfähige Partner ein umfassendes Vertretungsrecht und benötigt für Handlungen der ausserordentlichen Vermögensverwaltung keine Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde.