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Nach über 50 Jahren verabschiedet sich Pater Lukas Helg von den Orgelkonzerten
Zusammen mit Pater Basil Höfliger und seinem Neffen Emanuel Helg gibt Pater Lukas Helg am kommenden Dienstag sein letztes Konzert an der Orgel.
PATER LUKAS HELG
Das Konzert beginnt mit den «Variations on an Easter Theme » von John Rutter. Das Werk ist für zwei Spieler an einer Orgel komponiert worden. Auf zwei Orgeln kommt es nach unserer Ansicht noch besser zur Geltung. Rutter verwendet als Vorlage ein altes Osterlied. Rutters Musik überbrückt die Gräben zwischen ernster und Unterhaltungsmusik und ist für breitere Kreise verständlich.
An der Bosshard-Orgel im Oberen Chor erklingt anschliessend der «Grand Dialogue» in C-Dur von Louis Marchand. Darin unternimmt der Komponist den Versuch, verschiedene kleine Sätze zu einer grossen musikalischen Erzählung zusammenzufügen. Die aus unterschiedlichen Tonlagen und verschiedenen Ecken der Orgel erscheinenden Themen wirken dabei wie dialogisch auftretende Figuren einer Geschichte.
«Mein Herr und mein Gott» war das Lieblingslied meiner Mutter. Meine bescheidene Komposition entstand nach ihrem tragischen Velounfall am 2. September 1986 und ist ihr gewidmet.
Joseph Bonnet wirkte bereits mit 14 Jahren als Organist in Bordeaux und erhielt ab 1901 Unterricht von Tournemire, Guilman und Vierne. 1906 wurde er Organist an der Kirche Saint-Eustache in Paris und wirkte auch in den USA und in Kanada. Sein Opus 1 besteht aus vier Variationen einer choralartigen Melodie, welche von einer imposanten Introduktion und einem virtuosen Nachspiel umrahmt werden.
Bachs ausdrucksvolle Fantasie in c-Moll ist zweiteilig. Beide Teile beginnen mit fugierten Einsätzen in den drei Oberstimmen über einem Orgelpunkt im Pedal. Später belebt ein Seufzermotiv die abgeklärte Ruhe der Komposition. Nach dem ersten Teil der Fuge tritt ein zweites Thema auf, eine chromatisch aufsteigende Quart, das den Mittelteil bestimmt. Daran schliesst sich eine Reprise.
Augustinus Franz Kropfreiter war Augustinerchorherr und Organist an der Brucknerorgel im Stift St. Florian in Oberösterreich. Ich bat ihn, ein Werk für zwei Orgeln für uns zu schreiben. Entstanden ist in seinem vorletzten Lebensjahr die «Fantasia super Salve Regina per due organi », eine eindrückliche Komposition über den dorischen Cantus firmus unseres Einsiedler Salve Regina – ein farbiges Tongemälde in sieben Abschnitten.
Letztes Orgelkonzert für Pater Lukas Helg Mit diesem Konzert verabschiede ich mich vom ausserordentlich treuen Publikum der Einsiedler Orgelkonzerte. Seit 1971, seit 51 Jahren, durfte ich dabei sein. Bis 1985, bis zum Abbruch der Moser-Orgel, und von 1988 bis 1994 auf der neuen Marienorgel, habe ich als Solist viele Konzerte gespielt. Seit wir im Herbst 1994 mit der neuen Mauritiusorgel ein zweites Instrument erhielten, spielte ich nur noch Konzerte für zwei Orgeln, zuerst mit Pater Basil bis 2009, dann bis heute mit meinem Neffen Emanuel. Ich habe Beide deshalb zu meinem Finale eingeladen. Sie hatten grosse Geduld mit mir. Meine angeschlagene Gesundheit und mein fortgeschrittenes Alter mahnen, im richtigen Moment aufzuhören. Er ist jetzt da. Ich wünsche den Einsiedler Orgelkonzerten eine glückliche Zukunft und weiterhin ein treues Publikum!