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Historisches entlang dem Wehrenbach
Bis ins 19. Jahrhundert gab es auch in Zürich keine effiziente Alternative zur Wasserkraft für die Energiegewinnung. Neben der Limmat bildete der Wehrenbach und Wildbach, wie der Bach in seinem unteren Lauf hiess, die zweitwichtigste Wasserkraftachse im Stadtgebiet.
Wasserkraftnutzung über Jahrhunderte
Das Wasser des Wild- und Wehrenbachs wurde schon im 10. Jahrhundert zum Antrieb von Wasserrädern genutzt. Eine der ältesten Mühlen der Stadt, die Stadelhofer Mühle, bezog Wasser vom Wildbach über den künstlich angelegten Mühlebach. Bis in die frühe Neuzeit trieb der Bach kleingewerbliche Mühlen, Sägereien und Schmieden an. Kupferhammer, Drahtzug – diese Flurnamen erinnern an die ehemaligen Hammerschmieden entlang des Baches. Ein einzigartiges Beispiel ist die Mühle Hirslanden, die seit 1396 urkundlich belegt ist. Das Hauptgebäude stammt aus dem 16./17. Jahrhundert. Die wasserbaulichen und maschinellen Einrichtungen aus dem 19. Jahrhundert sind noch weitgehend funktionsfähig.
Die Industrialisierung führte ab 1800 zu einer Intensivierung der Wassernutzung am Wild- und Wehrenbach. Neue Wasserrechte wurden vergeben, Weiher und Kanäle erbaut. 1840 liess sich als erster eigentlicher Industriebetrieb die Seidenzwirnerei Neumünster am Wildbach nieder. Neu entstanden die Schreinerei Burgwies und die Schleife am Stöckentobelbach. 1882 wurde im Kupferhammer anstelle der Schmiede eine Seidenweberei errichtet. Um die Wende zum 20. Jahrhundert waren auf der 1 km langen Bachstrecke zwischen Zollikerstrasse und Burgwies acht Nutzungsstandorte mit mehreren Stauweihern konzessioniert. Bald darauf wurden aber die ersten Wasserkraftanlagen stillgelegt und in den 1950er Jahren waren die meisten Wassernutzungrechte erloschen. Eine Ausnahme bildet das Mikrokraftwerk Umiker, welches erst 1941 aufgrund der kriegsbedingten Brennstoffknappheit beim Burgwies-Weiher erstellt wurde und noch heute im Originalzustand erhalten ist.