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Der HC Davos hat ein Torhüter-Problem. Reto Berra könnte es lösen. Aber sein Agent schliesst eine vorzeitige Rückkehr aus.
Jede HCD-Analyse beginnt und endet bei den Torhütern. In Lausanne musste Gilles Senn (20) nach drei Gegentreffern und einer Fangquote von 66,57 Prozent vom Eis. Joren van Pottelberghe (19) war mit einer Quote von 80,77 Prozent ebenfalls miserabel und am Ende stand es 1:8.
Auch über die ganze Saison gesehen sind die Werte ungenügend. 88,12 Prozent für Gilles Senn und 87,63 Prozent für Joren van Pottelberghe. Inzwischen hat Davos am meisten Gegentreffern von allen NLA-Teams kassiert (48). Das hat es in den 20 Jahren mit Arno Del Curto an der Bande noch gar nie gegeben.
Die schwierige Situation mag viele Gründe haben. Unerfahrene Verteidiger und ungenügende Ausländer beispielsweise. Der Stürmer Robert Kousal und der Verteidiger Daniel Rahimi gehören zu den schwächsten der Liga, Rahimi dürfte sogar der miserabelste sein. Diese Billigausländer könnten sich als teurer Irrtum erweisen.
Doch das ändert nichts daran, dass der HCD zwei Torhüter hat, die dieses Team nicht in die Playoffs bringen können. Wir müssen das undenkbare denken: Der HCD verpasst erstmals unter Arno Del Curto, erstmals seit dem Wiederaufstieg von 1993 die Playoffs.
Der erste Schritt zur Besserung, zur Stabilisierung wäre die Verpflichtung eines erstklassigen Goalies. Die Rückkehr von Reto Berra (29). Der WM-Silberheld war schon einmal in Davos (2009 bis 2011) ehe er nach Biel zügelte und schliesslich die Hockey-Welt eroberte. Sein Vertrag in Florida, dotiert mit 1,5 Millionen Dollar, läuft Ende Saison aus.
Reto Berra muss die Saison im Farmteam beginnen. Eine vorzeitige Rückkehr in die NLA ist theoretisch eine Option. So wie es Damien Brunner vorgemacht hat. Er kehrte im Dezember 2014 aus der NHL in die NLA (zu Lugano) zurück. Trotz eines Jahresgehaltes von 2,5 Millionen Dollar bei New Jersey Devils.
Aber die Rückkehr von Reto Berra ist wohl nur eine theoretische Option. Sein Agent André Rufener sagt jedenfalls auf Anfrage unmissverständlich: «Eine vorzeitige Rückkehr ist gänzlich ausgeschlossen. Die Chancen, dass Reto während der Saison eine Chance bekommt, ist zu gross. In Nordamerika ergeben sich von einem Tag auf den anderen unverhofft neue Ausgangslagen – und vergessen wir nicht die Möglichkeit Las Vegas.»
Also (vorerst?) keine Rückkehr nach Davos. Las Vegas? Im Sommer 2017 wird Las Vegas als 31. Team in die NHL aufgenommen. Dort entstehen nach einem besonderen Prozedere («Expansion-Draft») 30 neue Arbeitsplätze. Die Chancen, dass Reto Berra nächste Saison in Las Vegas einer der drei Goalies sein wird, sind erheblich.
Las Vegas, die Welthauptstadt des Glücksspiels (oder sonst eine NHL-Station) statt Davos – das tönt vernünftig. Denn in dieser Saison beim HCD im Tor stehen zu müssen, ist auch eine Art Glücksspiel.