Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03547.jsonl.gz/209

Sibylle Matter im Strudel der Selektion
Triathlon – Der 13. Rang in Japan reicht für die Olympiade und doch nicht
Mit dem 13. Rang in Ishigaki am vergangenen Sonntag hat die in Plaffeien ansässige Sibylle Matter das Kriterium für die Olympischen Spiele erfüllt. Doch war sie in Japan hinter McMahon und Spirig die dritte Schweizerin, und nach Athen können nur zwei Schweizerinnen.
Von GUIDO BIELMANN
Der Weltcup-Triathlon in Japan verlief für Sibylle Matter ideal. Zunächst hielt sie im Schwimmen mit der Spitzengruppe mit, und sie stieg als erste Schweizerin aus dem Wasser, zwanzig Sekunden hinter der führenden Heard (GB) und einige Sekunden vor Brigitte McMahon. Bei der ersten Boje war Matter in heftige Rangeleien verwickelt worden, da sie auf der Innenseite schwimmend immer von der Linie gedrängt wurde.
Darauf fuhr sie auf dem Rad mit der 17-köpfigen Spitzengruppe weiter, nachdem die führende Heard schnell eingeholt worden war: «Es war nicht einmal so anstrengend auf dem Velo. Wir hatten über anderthalb Minuten Vorsprung auf die zweite Gruppe.»
Das Laufen ging Sibylle Matter vorsichtig an; dabei nahm sie die Laufstrecke zusammen mit McMahon in Angriff. McMahon war aber von anfang an schneller, wodurch Matter den Anschluss an sie verlor. Aber dennoch gelang Matter eine Steigerung vom 18. auf den 13. Rang: «Es war 30 Grad heiss und feucht. Aber ich habe viel getrunken. Das hat sich ausgezahlt. Ich konnte in der letzten Runde Vollgas geben.»
Zum zweiten Mal an die Olympiade?
Sibylle Matter ist amtierende Schweizer Meisterin. Sie war vor vier Jahren an der Olympiade in Sydney dabei. Nun strebt die Medizinerin, die aus der Innerschweiz stammt, mit Othmar Brügger liiert und in Plaffeien ansässig ist, ihre zweite Olympiade an.
Die Vorgabe an diesem Weltcup-Triathlon in Japan für die Olympia-Qualifikation für die Schweizerinnen war eine Platzierung unter den ersten 16 Rängen. Damit hätte Sibylle Matter die Qualifikation geschafft. Doch besitzt die Schweiz zurzeit nur zwei Start- oder Quotenplätze für Athen, und Matter ist im Ranking hinter McMahon und Spirig Dritte. Nun muss sie am Wochenende an der EM in Valencia oder zwei Wochen später an der WM auf Madeira Spirig klar hinter sich lassen. Oder sie muss sich im Weltcup-Ranking vom 66. auf den 50. Rang verbessern, um den dritten Startplatz zu erringen. «An der EM müsste ich schon fast den Titel gewinnen, um nach Athen gehen zu können. Das ist kaum möglich. Die grössere Chance sehe ich an der WM, um die nötigen Punkte für den Quotenplatz zu gewinnen», sagt Matter.
Ishigaki (Jap). Weltcup. Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen/40 km Rad/10 km Laufen). Frauen: 1. Maxine Seears (Au) 2:00:25. 4. Brigitte McMahon (Sz) 1:06. – Ferner: 13. Sibylle Matter 3:06. 14. Nicola Spirig 3:18. Aufgegeben: Simone Bürli. Männer: 1. Bevan Docherty (Neus) 1:48:32. – Ferner: 7. Reto Hug (Sz) 1:26. 12. Didier Brocard (Sz) 1:44. 17. Mikaël Aigroz (Sz) 2:17.