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Zur Geschichte unseres Clubabzeichens
Heinrich Kern, Basel
Im Herbst des Jahres 1977 waren es 7^ Jahre her, seit über unser Clubabzeichen in seiner heutigen Form beschlossen worden ist. Das Jubiläum dieses bescheidenen äusscren Zeichens der inneren geistigen Ziele des SAC darf sicher Anlass sein, seiner in einer besonderen Monographie zu gedenken.
Am 30. Juli 1861, anlässlich einer Tödibesteigung, tauchte dem damals 28jährigen Berner Lehrer für Geologie und Chemie Theodor Simlcr der Gedanke zur Gründung einer alpinen Vereinigung auf. Er verfolgte diese Idee zielstrebig. Es kam, nachdem er an eine Anzahl Männer aus der ganzen Schweiz Einladungen verschickt hatte, am 19. April 1863 im Bahnhofbuffet Olten zur Gründungsversammlung. Im Protokoll darüber steht u.a. zu lesen: « Schliesslich wird die Frage über Namen und Abzeichen des Vereins und der Sectionen besprochen... Da Zeit und Hunger ( beinahe 14 Uhr ) sehr vorgeschritten, so wird beschlossen, beide Punkte dem Vorstand zu überlassen mit Vollmacht, Experten beizuziehen. » Die Folgearbeiten scheinen speditiv an die Hand genommen worden zu sein, denn im Protokoll vom 30. April 18(13, des ersten aus Berncrn bestehenden Comités, steht zu lesen: « Herr Vicepräsident Roth schlägt vor, zu dahingehenden Entwürfen sich an den weitberühmten Künstler A. Walch zu wenden, der gewiss in der Gruppierung viel Geschmack und Ästhetik entwickeln werde. Er schlägt vor, wie in Olten beschlossen worden ist, ein metallenes Clubabzeichen verfertigen zu lassen. Es wird beschlossen, ehe man sich für diese oder jene Idee entschliesse, weitere Vorlagen abzuwarten, die Herr Walch liefern werde und die zugleich der bernischen Sektion vorgelegt werden. » Im Protokoll der Comitésitzung vom 15. Mai 1863 steht folgende Erwähnung: « Auch für die äusseren Abzeichen reicht Herr Dr. Simler zwei Vorlagen herum und wird das Abzeichen mit dem Gemskopf und dem vollständigen Namen zur Ausführung in vergoldetem Messingblech angenommen; jedoch wünscht die Versammlung, dass das Abzeichen für den Hut möglichst klein ausgeführt werde, was leider in der Folge nicht geschehen ist. Zugleich wird das Comite ferner beauftragt, einen Stempel mit demselben Abzeichen gravieren zu lassen, um alle Druckpublikationen sowie die offiziellen Aktenstücke, als Ehrendiplomc etc. etc. damit zu versehen. » Man scheint mit Spannung auf das Abzeichen gewartet zu haben; denn bereits Mitte Juni erkundigt man sich in der Sektion Basel nach dem Abzeichen, « man könne dieselben nun bald brauchen ». In der Sitzung des CCvom 1 .Juli 1863 liegen die Probeausführungen vor. « Es werden zwei vorgelegt, a. das eine in Kupfer mit Fcuervergol-dung, es kommt auf Fr. 2. zu stehen, b. das andere von Silber mit Feuervergoldung und weissem Kreuz, es käme auf Fr. 3. zu stehen. Da bereits in der früheren Sitzung die Hälfte der Anfer-tigungskosten aus der Vereinskasse übernommen, der Preis der Anschaffung auf Fr. 2. fixiert wird, so wird das kupferne Abzeichen beibehalten. » Dieses Abzeichen hat wegen seiner Grösse, es sollte ja auf den Hut geheftet werden -wenig Beifall gefunden. Es wurde später als « Wegmacher-schild » bezeichnet. Diese Benennung stammt daher, dass einige Kantone ihre Wegmacher, die oft auch als Flurwächtcr zu amten hatten, dazu verpflichtet hatten, als Kennzeichen ihrer Funktion recht ansehnliche Kantonsschilder auf dem Hut zu tragen.
Im Verlaufe des Jahres wurden weitere Vorschläge, u.a. für Emailknöpfc, vorgebracht. In Basel, das 1864 das CC stellte, wurde am 30. März 1864 folgender Beschluss gefasst: « ...ein seidenes Band mit dem Clubwappen als Abzeichen den Sektionen vorzuschlagen und es wird beschlossen, jeder derselben ein solches als Muster einzuschik-ken und anzufragen, ob sie damit einverstanden wären ». Wenn es dann im Protokoll der Sitzung vom 14.Juni 1864 des CC heisst: « ...das vorgeschlagene Clubzeichen bei den meisten Sektionen Anklang gefunden hat », so scheint es doch auch Widerstand gegen das neue Abzeichen gegeben zu haben. So wünschten u.a. die Berner « überhaupt von jedem Abzeichen Umgang zu nehmen ». In der zweiten ordentlichen Generalversammlung vom 30.September bis 2.Oktober 1864 wurde aber beschlossen: « Als Clubzeichen wird das von der Basler Section vorgeschlagene Band angenommen, womit der Gültigkeit des bisherigen Club-Schildes durchaus kein Abbruch geschehen soll. » Dieser Beschluss hatte ein rund 40 Jahre dauerndes Seilziehen « Hie Seidenband - hie Metallabzeichen » zur Folge. Das Seidenband wies wohl eine gefällige Form auf und muss auf dem damals als Tourenkleidung dienenden dunklen Wollstoff recht ansprechend gewirkt haben. Es war aber wenig dauerhaft, denn nach kurzem Gebrauch, vor allem wenn es Wind und Wetter ausgesetzt war, wurde es unansehnlich und löste sich auf.
Die Herstellung dieses Bandes war keineswegs etwa ein Privileg der Basler Bändelherren. In einem Schreiben von 1886 des Centralkassiers ist zu lesen, dass 1881 das CC Bern die Fabrikation des Bändchens nach Herzogenbuchsee vergeben hat, das statt für 50 Cts. das Stück für nur 25 Cts. lieferte. « Weder das CC in Bern noch das nachfolgende in Lausanne haben aber für nothwendig befunden, den Verkaufspreis entsprechend zu reduzieren, und ich müsste nicht Kassier sein, wenn ich dieses Bénéfice für die C-Kasse nicht stillschweigend akzeptiert hätte. » Die folgendenjahre sind gekennzeichnet durch eine Reihe von Attacken gegen das Seidenband. So ist u.a. im Protokoll der Delegiertenversammlung vom September 1886 zu lesen: « Die Section St. Gallen zieht ihre Motion, dass ein neues Clubzeichen aus Metall eingeführt werden möchte, zurück, da der Vorrat an alten Clubzeichen noch gross ist. » Darauf folgt eine Reihe Kontroversen zwischen dem St. Galler Initianten und Basel. Die Frage um ein metallenes Clubabzeichen schwelt aber weiter.
Im März 1888 gelangt die Sektion Davos mit einem Rundschreiben an alle Sektionen: « Es wird wohl auch bei Ihnen schon öfters der Wunsch nach einem wetterfesten und praktischeren Clubzeichen als unser altes rege geworden sein. Wir glauben, dass unser Clubzeichen deswegen so wenig getragen wird, weil es eben schon nach wenigen Touren, besonders wenn der Himmel ungnädig ist, in allen möglichen und unmöglichen Farben schimmert, so dass man nicht gerade stolz daraufsein kann. Wenn wir Ihnen nun einen Vorschlag zur allgemeinen Abänderung unseres Clubzeichens machen, so geschieht dies in dem Bewusstsein, Ihnen etwas schönes als Ersatz zu bieten und hoffen wir daher auf Ihre Zustimmung.... » Das CC Glarus steht dem Vorschlag verhalten gegenüber, « ...soll dahin beantwortet werden, dass uns dieses eigenmächtige Vorgehen geradezu unbegreiflich erscheint, und wir uns in die Sache nicht einmischen, zumal bisher die Delegiertenversammlung allein hierüber Verfügungen getroffen hat. » Andererseits wünschen sich verschiedene Sektionen ein metallenes Abzeichen. Ein Herr Siegrist aus Zürich nennt das Seidenbändchen « einen unwürdigen Festfetzen » und tritt ebenfalls für ein metallenes Abzeichen ein. An der Delegiertenversammlung vom 17. September 1888 in Olten tritt andererseits zugunsten des Sei-denbändchens der Delegierte der Sektion Basel in die Arena und beantragt, « beim bisherigen Zeichen zu bleiben. Es sei schade, mit solchen Spielereien überhaupt Zeit zu verlieren ». Er findet weitherum Unterstützung, und der Antrag Davos auf ein metallenes Abzeichen wird mit grossem Mehr abgelehnt.
Nun scheinen die Kanonen geladen zu werden. Mit Datum vom 20. Dezember 1888 gelangt Herr Martini aus der Sektion Davos an die Sektionen des SAC mit der Preisofferte für ein metallenes Clubzeichen in Silber oxydiert zu Fr. 5. und in Metall oxydiert zu Fr. 2.50 nachEntwurf der Sek- tion Davos und mit dem Hinweis, diese nur an SAC-Mitglieder abzugeben. Der Obmann der Sektion Basel, Herr F. Hoffmann-Merian, erhebt beim CC Klage und erhält vom CC folgende Zusicherung: «... dass wir dem Herrn Martini in Davos eine Veräusserung von Clubzeichen des SAC unter Androhung gerichtlicher Schritte verboten haben. » Es wird im CC beschlossen, das Abzeichen unter gesetzlichen Markenschutz zu stellen, was dann allerdings gesetzlicher Einschränkungen wegen nicht möglich war. Herr Martini kann demnach seine Abzeichen absetzen. Einem im gleichen Jahr eingegangenen Antrag der Sektion Genf auf Schaffung eines metallenen Abzeichens wird nicht stattgegeben. Genf zieht darauf seinen Antrag an die Delegiertenversammlung zurück.
Der Geschäftsbericht 1891-1892 weiss erneut von verschiedenen Anstrengungen zu berichten, das altgewohnte Clubzeichen durch ein anderes aus Metall oder Email zu ersetzen, und im Protokoll der Sitzung des CC Oberland vom 14. März 1894 ist zu lesen, dass der Kassier die neuen, von H. Buchser ( Verf.: evtl. Frank Buchser ?) hergestellten Clubzeichen auflegt und diese akzeptiert worden seien. Dieser Entwurf scheint aber nicht weiter verfolgt worden zu sein. Doch muss das Verlangen nach einem neuen Abzeichen weiter geschwelt haben.
Das CC Neuenburg schreibt nämlich 1897, dass es von seinen Vorgängern ( Oberland ) das Mandat erhalten habe, die Frage nach einem neuen Abzeichen zu prüfen. Es will das Bändchen weiterhin als offizielles Abzeichen behalten, trägt aber dem Umstand Rechnung, dass verschiedene Sektionen, so z.B. Diablerets und Genf, einen eigenen metallenen Knopf bereits angenommen haben, und will eine einheitliche Form einführen. Es beauftragte deshalb den in SAC-Kreisen bekannten Medailleur G. Hantz aus Genf, Entwürfe zu Metallabzeichen auszuarbeiten. Sollte der ausgewählte Entwurf Gefallen finden und eine entsprechende Anzahl von Bestellungen eingehen, so würde dieses neue Modell als offiziös gültig neben dem offiziellen Bändchen erklärt werden. Die Bestellungen liefen so zahlreich ein, dass das neue Abzeichen in Auftrag gegeben wurde. Die Sektion Diablerets zieht daraufhin, nach einem Protest, weil das neue Zeichen nicht die Embleme des alten trage, ihren Antrag, das neue Zeichen nicht zu genehmigen, zurück.
Von 1900 bis 1903 liegt die Führung des SAC in den Händen der Sektion Winterthur, die das Projekt Metallabzeichen erneut aufnimmt. Das CC entscheidet sich für eine neue Ausführung und will, eigene Kompetenz beanspruchend, das neue Zeichen auf Beginn des Jahres 1902 einführen. Die Delegiertenversammlung vom Herbst 1901, an der jedem Delegierten ein Muster abgegeben worden ist, erklärt sich aber mit dieser Auffassung und dem Entwurf, das zu sehr dem Abzeichen des DÖAV gleiche, keineswegs einverstanden. Im Protokoll des CC vom Dezember 1901 steht daraufhin zu lesen: « Ein Sturm der Entrüstung erhebt sich gegen die projektierte Einführung des neuen metallenen Zeichens. Die einen Sektionen wünschen das Bändchen beizubehalten, andere wünschen einen Beschluss der Delegiertenversammlung und Ausschreibung einer Concurrenz.B.eschluss: Mitteilung in der nächsten Alpinanummer dass wir uns vorbehalten, der nächsten Delegiertenversammlung eine Vorlage zu machen und bereit sind, Entwürfe entgegenzunehmen. Die Delegiertenversammlung wird nun so endlich dazukommen müssen, sich über die vielen verschiedenen Zeichen die bestehen, auszusprechen. » Das Seidenbändchen bleibt zur Genugtuung verschiedener Sektionen weiterhin alleiniges offizielles Abzeichen. Das CC selbst wird, wie es später schreibt, « mit z.T. recht hässlichen Entwürfen » überschwemmt, « die ich rief die Geister ». Es wird aber klar, dass die nächste Delegiertenversammlung die Entscheidung bringen muss.
Das CC hat sich im Verlauf des Jahres nun eingehend mit der Frage beschäftigt und die eingegangenen Entwürfe begutachtet. Es hat einstimmig beschlossen, den Entwurf des Herrn Ed.Du- 1901-1902 Abzeichen, CC Winterthur - AV Vevey ( Original höhe 4.2 cm ) 10.11.
193*5 Kleines Abzeichen aus Emai11936 Kleines Vetcranenabzeichcn aus Email ( Originalhöhe 1,5 anOriginai hohe 1JÌ cm ) i960 Kleine geprägte Abzeichen ( Originalhohe 1 ,.5 cm ) i960 Kleines geprägtes Veteranenabzeichen ( Originalhöhe 1,8 cm ) 8.9.
1902 Abzeichen,1 y 1 g Erstes Veteranenabzeichen E. und M. Durouvenoz, Genf AV Brugg ( Originalhöhe 2,g cmOriginell hi/lie 3.3 cm ) 194G Seidenband, Basel ( Höhe des Medaillons 2,g cm )
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1961 Grosses Veteranenabzeichen ( Originalhöhe 3,5 cm ) 7- 1969 Einheitliches Abzeichen, Zürich ( Originalhöhe 2,y cm ) 1969 Kleines Abzeichen ( Originalhòhe 1,5 cmj 1969 Kleines Veteranenabzeichen, versilbert oder vergoldet ( Originalhöhe /,j cm ) 16.
1969 Kleinstes Abzeichen, Zürich ( Originalhöhe 1,1 cm ) Porträt A. Walch von G. Vollenweider Kunstmuseum Bern 18.
1969 Mittelgrosses Veteranenabzeichen ( Originalhöhe 2,g cm ) 22.
Porträt G. Hantz Echo des Alpes 1920 i868 Prägepresse der Gebr. F. und A. Huguenin, Le Locle rouvenoz, Graveur in Genf, der Versammlung als geeignetsten Entwurf vorzulegen. Der Hersteller hat daraufhin allen Sektionen ein Muster seines Entwurfes zustellen lassen. Für die Delegiertenversammlung liegen aber die Anträge der Sektionen Diablerets und Neuenburg vor, das Bändchen doch wieder beizubehalten. Basel hält sich im Hintergrund.
An der Delegiertenversammlung vom 25. Oktober 1902 in Brugg wird, nach einem Verschiebungsantrag der Sektion Weissenstein in Sachen Abzeichen und einem vehement vorgetragenen Antrag der Sektion Diablerets auf Beibehaltung des Bändchens, mit grossem Mehr entschieden, ( Pholos: A. Stellari, Basel ein metallenes Abzeichen zu wählen und den vorgelegten Entwurf des C den Modellen Davos und Hantz vorzuziehen. Das Bändchen behält seine bisherige Gültigkeit. Damit ist der langjährige Streit um das Abzeichen, scheinbar, entschieden.
Als ein kleines Zeichen der Zeit mag hier ein Beschluss der Delegiertenversammlung vom 13. Dezember 1907 eingeblendet sein. Es hatte sich nämlich gezeigt, dass verschiedene Sektionen den Beschluss, Damen dürften nicht in den SAC aufgenommen werden, dadurch zu umgehen versuchten, indem sie diese Damen als Ehren- oder ausserordentliche Mitglieder in ihre Reihen auf- genommen hatten. Der Paragraph in den neuen Statuten hiess demnach: Die Damen, die bisher einzelnen Sektionen angehörten, können als solche verbleiben; sie dürfen jedoch das Clubzeichen nicht tragen.
Sieben Jahre nach dem Entscheid von Brugg heisst es im Protokoll des CC Fribourg ( 1908-1910 ): « Das CC prüft die Ersetzung des 1902 angenommenen metallenen Abzeichens, weil dasselbe den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Vor allem sollten der Alpenstock und die Axt, welche Werkzeuge heute vom Alpinisten nicht mehr gebraucht werden, daraus verschwinden. Verschiedene Firmen wurden eingeladen, um neue Entwürfe einzureichen und wir gedenken, solche nächsten Winter den Sektionen zur Begutachtung vorzulegen. » Es regnet aber von allen Seiten Proteste, man möge die Insignien, die den Gründern des SAC wertvoll waren, beibehalten und auch hierin die Tradition des Clubs bewahren.
Diese Pro- und Contra-Auflassungen tröpfeln immer wieder bis in die heutige Zeit in die Diskussion und werden in diesem Artikel nicht mehr einzeln zitiert. Eine Meinungsäusserung aus der Alpina 191 o sei ausgenommen: « Ich muss gestehen, dass mich beim Lesen der betreffenden Mitteilung eine aufrichtige Traurigkeit überkam. Nun soll noch das hastige, unruhige Treiben unserer Zeit sich an unserm ehrwürdigen Clubzeichen vergreifen, das ja gerade wegen seiner Einfachheit, seiner Anspruchslosigkeit, seiner ihm innewohnenden Poesie uns so lieb geworden ist.... » Das CC Fribourg will wegen Zeitmangels die Frage nicht weiter verfolgen, und das nachfolgende CC Chur setzt das Traktandum von der Liste ab. Eine einzige Neuerung in den folgenden Jahren wird vom CC St. Gallen ( 1916 ) aufgenommen. Das Abzeichen wird auch mit dem französischen Text « Club alpin suisse » geprägt.
In einer Einsendung eines Mitgliedes der Sektion Neuenburg an die Alpina 1918 taucht folgender Vorschlag auf: « ...si le CC ne pourrait pas étudier la création d' un insigne spécial pour hono- rer les clubistes, faisant partie depuis 25 ans consécutifs de notre association. Nombre de nos anciens membres regrettent encore maintenant le ruban insigne. Ne serait-il pas possible d' en fabriquer de nouveau, avec chevrons, par exemple.... Ce ruban serait une marque d' affection des jeunes à leurs anciens... » Vorgeschlagen wird also wieder das alte Seidenband!
Auch aus der Sektion Genf werden ähnliche Stimmen laut. Das CC Genf ( 1917-1919 ) « steht dieser Anregung, unsere alten Mitglieder auszuzeichnen, sehr sympathisch gegenüber, hat aber bis jetzt noch keine befriedigende Vorlage für dieses Ehrenzeichen erhalten ». An der Delegiertenversammlung vom 18.Mai igi 9 in Burgdorf wird die Abgabe eines metallenen Veteranenabzeichens für 25jährige Mitgliedschaft beschlossen und die Wahl der Ausführung dem CC überlassen.
Das CC Genf findet die Lösung mit dem goldenen Seil und der Schlaufe. Es werden etwas über 1300 Veteranenabzeichen abgegeben, darunter an 6 Mitglieder mit Eintrittsdatum 1864, 5 von 1865, 2 von 1866 usw.
Köstlich sind die Reaktionen, die dieser Vorschlag und der Beschluss auslösten und die in der Alpina nachzulesen sind. Neben Unzufriedenen, die das Verhältnis Altersjahr—Mitgliedsjahre geändert wissen wollten, äussern sich auch « Poeten » mit bis zu hundertzeiligen Gedichten. Zwei Einsendungen seien ihrer Originalität wegen auszugsweise angeführt:
« ...Von hoher Warte geschaut, muss dem Veteranen das Tragen eines Ehrenzeichens als ein Ding der Eitelkeit vorkommen wie das Tragen eines Ordens. Wenn ein Clubgenosse nicht nur Veteran an Jahren, sondern auch an Geist und Erkenntnis geworden ist, so wird er das Tragen eines Ehrenzeichens ablehnen. Er wird mit derjenigen Bescheidenheit auftreten, die dem gereiften Manne zu eigen ist. Der SAC lasse also ab von diesem Tand. » Und eine andere: « ...Vor allem soll das neue Clubabzeichen mit dem goldenen Seil und dem darunter eine Art Orden, eine Auszeichnung darstellen und da liesse sich fragen, ob das Tragen eines Ordens bei uns in der Schweiz eigentlich erlaubt ist. Mögen die Juristen im SAC diese Frage entscheiden!... Darüber kann leider kein Zweifel walten, dass wir nun alle offiziell als Alte gestempelt sind. Diese Registrierung mahnt an jene Schafe, denen vor dem Alpaufzug ein « Hick » ins Ohr gezwackt wird, um sie von den andern zu unterscheiden. Es mag ein Veteran noch so gut aussehen, er mag seine spärlichen Haarlocken noch so schön braun färben und den Schnurrbart in die Höhe streichen - alles umsonst: Das Veteranenabzeichen verrät ihn! » Im gleichen Jahr findet in Basel am 27-/28. September die Generalversammlung statt. Mit einer gewissen Rührung wird das den Teilnehmern zugedachte Geschenk, das alte Seidenbändchen plus Basler Leckerli, von den Teilnehmern entgegengenommen. Man vernehme den Chronisten des « Echo des Alpes »: « Soudain toutes les têtes se tournent vers l' estrade: Quinze charmantes jeunes filles portant des costumes bâlois apparaissent, un panier au bras... Ce fût une veritable ovation lorsque les jeunes Bâloiscs vinrent offrir a chacun des assistants l' ancien insigne du CAS tissé sur ruban noir.... » Viele von den 500 damals hergestellten und heute noch vorhandenen Seidenbändchen dürften von diesem Anlass herstammen.
Es herrscht nun im Abzeichenbetrieb lange Zeit Ruhe. Doch wird im Verlaufe der Jahre das gültige Abzeichen in Kleinigkeiten modifiziert. Es ist vor allem die Form des Gemskopfes, die immer wieder zu Beanstandungen führt. Weiterge-hende Anregungen finden kein Echo, und das Abzeichen bleibt unverändert beibehalten.
Erst 1935, an der Abgeordnetenversammlung vom 17. November in Bern, wird auf Antrag der Sektion La Chaux-de-Fonds beschlossen, ein Clubzeichen in verkleinerter Form herauszugeben. Es soll das Tragen dieses kleineren Abzeichens neben dem offiziellen gestattet sein. Es war ganz aus Email und hat wegen seiner eher düsteren Farbgebung nicht viel Anklang gefunden.
In der gleichen Versammlung bringt die Sektion Davos folgenden Antrag ein: « Mitglieder, die 5o Jahre dem SAC angehören, erhalten ein besonderes Abzeichen; es wird vorgeschlagen, um das Veteranenabzeichen ein zweites Seil zu legen. » Der Antrag wird aber auf Antrag des CC diskussionslos abgelehnt.
Im Jahre 1946 entsteht wieder eine kleine Turbulenz wegen des Auftauchens eines Seidenbänd-chens. Ein Mitglied der Sektion Basel hatte in eigener Regie eine Neuauflage des alten Seiden-bändchens, diesmal mit olivem Grund, veranlasst. Weder der Vorstand der Sektion Basel noch das CC waren in der Sache begrüsst worden. Es entstand ein heftiger Briefwechsel zwischen dem CC und Basel. Da der lebhafte Verkauf bereits angelaufen war, einigte man sich auf eine salomonische Vereinbarung, indem es sich nicht um ein neues Abzeichen handle, sondern nur um die Neuauflage eines alten, nie ausser Bewilligung gesetzten Abzeichens. So steht denn auch heute noch dem Verkauf ( Sektion Basel ) und dem Tragen des Seidenbändchens nichts im Wege.
Den Verhandlungen des CC Glarus aus dem Jahre 1952 ist zu entnehmen, dass eine Sektion ( Name nicht bekannt, d. V. ) den Antrag gestellt hat, dass Mitgliedern, die 40 und noch mehr Jahre dem SAC angehören, ein goldenes Clubabzeichen verabfolgt werden soll. Aufdiesen Antrag wird aber nicht eingetreten.
Im Jahre 1957 sind wieder ernsthafte Anläufe zu verzeichnen, das althergebrachte Signet des SAC zu modernisieren. An der Präsidentenkonferenz des CC Basel kommt die Sache zur Sprache. Die Anregung wird aber abgelehnt, « ist doch unser SAC-Abzeichen mit seinen historischen Emblemen ein Symbol geworden, das nicht nur für uns Männer im SAC gilt, sondern im ganzen Volk Beachtung und Achtung gefunden hat ».
Irgendwann in den fünfziger oder sechziger Jahren - das genaue Datum liess sich nicht feststellen - ist dann das kleine Abzeichen, diesmal in geprägter Ausführung, wieder zum Verkauf gekommen.
An der Präsidentenkonferenz 1969 des CC Zürich stellt der Zentralpräsident den Anwesenden das bisher kleinste Abzeichen vor. Es muss auch in diesem Jahr gewesen sein, dass der bisher einspra-chige Text auf dem Band in der abgekürzten Fassung, für alle Landesteile geltenden Form SAC -CAS zur Ausführung gekommen ist.
Für die Abgeordnetenversammlung vom 27./ 28. September des gleichen Jahres liegt ein Antrag der Sektion Biel vor, man möchte den 50jährigen Mitgliedern des SAC ein goldenes Abzeichen überreichen. Es war bekannt, dass verschiedene Sektionen diesen Brauch vor allem bei den 4ojäh-rigen Mitgliedern schon seit einiger Zeit ausgeübt hatten, « es wäre an der Zeit, dieses Vorgehen zu legalisieren ». Die Versammlung stimmt der entsprechenden Statutenänderung mit 111 Stimmen zu in der Meinung, dass von nun an alle Sektionen sich an diesen Beschluss zu halten hätten. Das scheint aber nicht der Fall gewesen zu sein, musste doch der Zentralpräsident an der Präsidentenkonferenz 1970 darauf hinweisen, dass sich zu Unrecht die Überreichung des goldenen Abzeichens bereits zum 40jährigen Jubiläum vor allem in den welschen Sektionen eingebürgert hat. In der gleichen Sitzung wird beschlossen, von nun an nur noch das mittelgrosse Veteranenabzeichen abzugeben.
An der ausserordentlichen Abgeordnetenversammlung 1970 zur Statutenrevision in Horgen kommt die Abgabe des goldenen Abzeichens erneut zur Sprache. Neben welschen Anträgen für die Abgabe des goldenen Signets bei 4o Jahren Mitgliedschaft plädieren andere Stimmen für Streichung der Abgabe der Urkunde oder für die Beibehaltung des Status quo. Die erste Abstim-mungsrunde führt, weil kein qualifiziertes Mehr vorliegt, dazu, dass überhaupt kein goldenes Abzeichen oder eine Ehrungsurkunde mehr abgegeben werden dürfe. Ein Widererwägungsantrag erhält Zustimmung der Abgeordneten, und es bleibt bei der bisherigen Regelung. Es sei ein mühseliger Streit um des Kaisers Bart gewesen, schreibt der Chronist.
Es gab aber Sektionen, denen die Beibehaltung der bisherigen Regelung nicht behagte. Sie gaben weiterhin ihren Mitgliedern mit 4ojähriger Clubzugehörigkeit das goldene Abzeichen ab.
Um die Umgehung der Zentralstatuten endgültig zu beseitigen, reichte die Sektion Montreux an der Präsidentenkonferenzvom Mai 1977 einen Antrag ein, wonach das goldene Abzeichen definitiv bei 4qjähriger Mitgliedschaft abzugeben sei. Das CC äusserte keine grundsätzlichen Bedenken.
So wird an der Abgeordnetenversammlung vom 979. Oktober 1977 in La Chaux-de-Fonds die Fassung angenommen, wonach mit 4ojähriger Mitgliedschaft das goldene Abzeichen überreicht und mit 5o Jahren eine Ehrenurkunde ausgehändigt wird.
Damit scheint die Frage nach Form, Art und Abgabe der Abzeichen wohl für längere Zeit gelöst zu sein.
Wer waren nun die Männer, die sich um die Gestaltung unseres Clubabzeichens verdient gemacht haben?
Albert Walch, der Schöpfer der Insignien des SAC, wurde am 1 o. Oktober 1816 in Augsburg als Sohn des Portrait- und Glasmalers Johann Walch geboren. Nach seiner Lehr- und Ausbildungszeit bei seinem Vater und bei Peter Cornelius in der damaligen Kunstmetropole München begab er sich nach Rom. Seinem dortigen zweijährigen Aufenthalt hängte er auf seiner Rückreise einen Besuch in Bern an. Dort lebte der Arzt Ludwig Stantz ( 1801-1871 ), der früher einmal Schüler von Vater Johann Walch gewesen war und sich in der Freizeit mit Heraldik und Glasmalerei beschäftigte. Der väterliche Freund vermochte den jungen Künstler zu bewegen, in Bern Wohnsitz zu nehmen. Walch war entsprechend der Zeit ein Vertreter der romantisch-idyllischen Richtung und liebte vor allem die Antike. Er fand ringsum Anerkennung wegen seiner Portraits in Öl, aber auch dank seiner Landschaftsmalerei in Aquarell und Pastell. Das Kunstmuseum Bern besitzt von ihm folgende Werke: Die Muse Urania, Portrait Frau Haller-Fuetcr, Dr. Stantz, Mutterund Kind.
Für den SAC schuf er eine ganze Reihe von Festkarten, Exlibris und weitere Gelegenheitsgraphi-ken. Er war Lehrer an der Kunstgewerbeschule Bern seit ihrer Gründung 1871 bis zu seinem Tode am 25. März 1882. Von ihm stammen auch Entwürfe für die neuen schweizerischen Münzen. Der Kopf der « Libertas » auf dem 20-Franken-Goldstück Ausgabe 1883, das dann 1897 vom « Vreneli » abgelöst worden ist, ist sein Werk.
Er war von 1865 bis 1872 Mitglied Nr. 107 der Sektion Bern SAC. Der Kontakt mit Edmund von Fellenberg und Heinrich Dübi dürfte in der « Bernischen Kunstgesellschaft », wo alle drei als sehr aktive Mitglieder vermerkt werden, zustande gekommen sein.
Georg Hantz, der Schöpfer des offiziösen Modells von 1897, dessen Eltern aus Florimont in der Nähe von Delle stammten, wurde am 4. November 1846 in La Chaux-de-Fonds geboren. Sein Vater war Emailleur. Hantz fiel durch seine grosse Begabung auf und kam zur weiteren Ausbildung als Graveur und Bildhauer nach Genf. Er eröffnete 1878 ein Atelier für Uhrenschalen und erhielt an Welt- und Landesausstellungen eine ganze Reihe Preise. Seit 1885 war er Direktor des Kunstgewerbemuseums. Er war weitherum bekannt für seine kunstgewerblichen Arbeiten, Uh-rengehäuse, Möbel, vor allem Exlibris, Land-schaftsgravuren und schuf rund 150 schweizerische Medaillen. Bei den aufsehenerregenden Funden, die Heinrich Schliemann 1874 in Mykene ( Griechenland ) in der dortigen Achäerburg machte, erhielt Hantz wichtigste Stücke ( heute im Nationalmuseum Athen ausgestellt ) zur Restauration zugeteilt.
Er war 1891 der Sektion Genf beigetreten und wurde bald ein sehr aktives Mitglied. Seine temperamentvolle Kontaktfreudigkeit brachte ihm neben Vorstandspflichten auch das Amt des Redaktors des « Echo des Alpes » von 1894 bis 1913 ein, für das er viele heute noch lesenswerte Arbeiten ( z.B. 1898, 1910 ) verfasste und eine Unzahl von Vignetten für die Ausschmückung der Zeitschrift schuf. Er starb am i o. April 1920 in Genf.
Edouard Durouvenoz lebte von 1838 bis 1906 in Genf. Er besass ein eigenes Atelier und war für seine Gravuren und Uhrenschalen weit über die Grenzen hinaus bekannt. Von seinen Söhnen lernte Marc Durouvenoz, geb. 1865, ebenfalls Graveur. Er trat nach Beendigungseiner Ausbildung ins Geschäft seines Vaters ein und war dann später der alleinige Nachfolger. An den Landesausstellungen erhielt er Medaillen für die verschiedensten kunstgewerblichen Arbeiten. Neben seiner eigentlichen Arbeit in der Graveuranstalt entwarf er eine Unzahl von Diplomen, Festkarten und Fahnen.
Er darf nach Auskunft seiner Familie als der Schöpfer des jetzigen SAC-Abzeichens gelten. Beide Durouvenoz, Vater und Sohn, waren Mitglieder der Sektion Genf.
Nach der Auflösung des Geschäftes E. Durouvenoz übernahm dann die Firma Huguenin Frères in Le Locle die Herstellung der Signete. In ihren Händen lag, mit wenigen Ausnahmen, die Belieferung des Clubs mit den nun vorgeführten Abzeichen.
Der Weg, der unserem Abzeichen in seiner Entwicklung beschieden gewesen ist, verlief,wie wir sehen konnten, nur scheinbar geradlinig. Es dürfte auch in Zukunft in die Diskussion gezogen werden; denn es stossen immer neue und junge Bergsteigergenerationen zum SAC. Vergessen werden darf aber sicher nicht, dass unser Abzeichen mit seinen Emblemen — wenn auch in althergebrachter historischer Form - eine Grundhaltung und eine Verpflichtung widerspiegelt, welche die Gründer des Clubs zu ihrem seinerzeit unerhörten und geradzu modernen und nonkonfor-men Tun beflügelt hat. Diese Einstellung zur Tat kommt in unserem Abzeichen zum Ausdruck und ist das einzige, ausser der Grünhornhütte, das noch die aktuelle geistige Präsenz der Gründer-gruppe sichtbar manifestiert.
Oder um mit Gottfried Keller zu schliessen:
« Lasset uns am Alten, so es gut ist, halten, doch auf altem Grund Neues wirken jede Stund. » Qiiellenrerze ichnis:
Zentralarchiv des Schweizer Alpen Clubs. Bern Archiv der Sektion Basel SAC, Basel Jahrbücher des SAC 1864-1924 Echo des Alpes 1865 1924 Alpina 1893 1924 Die Alpenpost 1870 1882 Schweizer Alpenzeitung 1883-1893 Die Alpenwelt 1888 1893 Die Alpen 1923 1977 Buvs Ernst: Die ersten 25 Jahre des SAC. 1889 Dübi Hell.: Die ersten 30 Jahre des SAC, Bern 1913 Jenny Ernst: Zum 73jährigen Bestehen des SAC, 1938 Bcnezit: Dictionnaire critique des peintres, etc.. Paris'94»-1955 Brun G.: Schweizer Künstlerlexikon, Frauenfeld 1905-1917 Demole E.: Les Ex Libris de G. Hantz. Paris 1918 Sammlung bernischer Biographien, Bern 1883-1886 Jahresbericht Kunstverein Bern 1883 Holer Paul: Das Münzwesen der Schweiz seit 18^0. Bern >