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Bei seiner Gründung 1989 sah das Projekt den Bau von 44 und später von 400 Brunnen vor. Heute sind es mehr als 1500 Brunnen, die rund 450’000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen. Das ist ein schöner Erfolg, doch der Bedarf ist weiterhin enorm: Von den über 22 Millionen Einwohnern Kameruns haben immer noch etwa 60 Prozent keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Fast täglich treffen in Otélé neue Gesuche von Dorfgemeinschaften für den Bau von Trinkwasserbrunnen ein. Das Trinkwasserprojekt kann pro Jahr zirka 40 – 50 neue Brunnen erstellen.
Neben dem Neubau ist der Unterhalt der bestehenden Wasserspender eine wichtige Aufgabe von «Wasser ist Leben». Für Kontrolle, Revisions- und Reparaturarbeiten sind täglich mehrere Teams unterwegs.
Dass schmutziges Wasser zahlreiche Krankheiten verursacht, ist den Menschen in den Regenwaldgebieten Kameruns nicht immer bewusst. Dorfgemeinschaften, welche einen Trinkwasserbrunnen erhalten, werden deshalb von Projektmitarbeitenden über die Bedeutung sauberen Wassers informiert. Die Mitarbeitenden erläutern dabei auch die Wichtigkeit einer sauberen Brunnenumgebung und die korrekte Handhabung der Wasserpumpe. Die Dorfgemeinschaften müssen Personen bestimmen, welche für die Brunnen verantwortlich sind und dem Projektteam allfällige Probleme melden.
Otélé liegt rund 60 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Yaoundé und besteht aus vielen, weit im Regenwald verstreuten, kleinen Ortsteilen. Das Trinkwasserprojekt befindet sich im Ortsteil «Nkolmelen», was etwa so viel heisst wie «Palmhügel». Im Raum Otélé leben etwa 4‘000 Einwohner. Es gibt zwei Kindergärten, drei Primarschulen, ein Gymnasium, ein Priesterseminar mit 150 Studenten und ein Kleinspital.
Die Infrastruktur des Trinkwasserprojekts umfasst eine Fabrik für die Herstellung der Brunnenelemente, eine Reparaturwerkstatt, Büros, eine Kantine und Wohnhäuser für Mitarbeitende, Fahrzeuge sowie eine eigene Trinkwasser- und Stromversorgung. «Wasser ist Leben» steht unter einer Schweizer Projektleitung und beschäftigt rund 65 kamerunische Mitarbeitende. Von Otélé aus werden alle Arbeiten koordiniert. Die Tätigkeiten des Projekts erstrecken sich über ein rund 30‘000 Quadratkilometer grosses, oft unwegsames Regenwaldgebiet. Zum Vergleich: Die Schweiz hat eine Fläche von 41‘290 Quadratkilometer.
Das Projekt «Wasser ist Leben», vor Ort Projet Eau Potable (PEP) genannt, geht auf die Initiative des 2015 verstorbenen Engelberger Benediktinerpaters Urs Egli zurück. Während seiner langjährigen Missionstätigkeit von 1955 bis 2012 in Otélé sah er sich mit einer hohen Kindersterblichkeit und einem schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung konfrontiert. Eine der Hauptursachen für die weit verbreiteten Infektionskrankheiten war das verschmutzte Wasser, das die Menschen aus offenen Gewässern und Pfützen schöpften.
Pater Urs Eglis Idee war es, durch den Bau von einfachen, soliden Brunnen sauberes Wasser aus der Tiefe zu fördern.
Das Hilfswerk «Wasser ist Leben» verschafft der Bevölkerung in den Regenwaldgebieten Kameruns Zugang zu Trinkwasser. Die Brunnen sind aber weit mehr als Wasserspender – sie bilden oft die Grundlage für eine Entwicklung der Menschen und der Dorfgemeinschaften:
Die Stiftung St. Martin, ein unabhängiges Schweizer Hilfswerk, stellt die Finanzierung des Trinkwasserprojekts sicher. Die Stiftung ist aber auf die Spenden von Firmen, Organisation und Privatpersonen angewiesen, um die Tätigkeit von «Wasser ist Leben» in Kamerun aufrechterhalten zu können.