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Auch wenn man nichts davon sieht oder hört: Ich bin am Weiterschreiben an der Geschichte von Amélie und Leon. Ich hoffe sehr, dass ich bis Ende September die ganze Story auf Papier haben werde.
Hier eine kleine Vorschau:
Schlaftrunken öffnet Amélie ihre Augen. In ihrem kleinen Motelzimmer ist die Luft stickig, verbraucht und riecht abgestanden. Amélie versucht sich zu orientieren, was gar nicht so einfach ist. In ihrem Kopf hämmern gefühlte hundert Bauarbeiter im Akkord und ihr wattierter Geschmack im Mund lässt sie wieder an ihren übermässigen Alkoholkonsum von gestern Abend erinnern. Übel. Das ist nur der Vorname. In ihrem Magen wird gerade ausufernd Samba getanzt. Amélie ist sich nicht ganz sicher, ob sie aufstehen kann, sollte sie sich übergeben müssen.
Zum Verständnis (wird im Buch in einem anderen Kapitel stehen): Sie war gestern lange unterwegs und hielt gegen Abend nach einer günstigen Absteige Ausschau und hatte sie in diesem schäbigen Motel schliesslich gefunden. Nachdem sie ihr Zimmer, oder wie auch immer man dieses Drecksloch betiteln möchte, bezogen hatte, wollte sie den kleinen und unscheinbaren Ort erkunden. Auch konnte sie den Abend nicht in dieser muffigen und schäbigen Bude verbringen. Da die Ortschaft nicht viel bis gar nichts zu bieten hat, ging Amélie in die nächstbeste Bar, ass eine Portion lappige Pommes mit wahrscheinlich zehn Jahre alten Chicken Nuggets und trank das eine oder andere kühle Bier. Es war warm und tropisch schwül. Ihre Kleidung klebte an ihrem Körper und zwischen ihren Brüsten und im Nacken sammelte sich ihr Schweiss. Die Klimaanlage in der Bar war laut, kühlte aber nicht. Es mussten mindesten 30 Grad Celsius sein und eine Luftfeuchtigkeit von 99%. Amélie sass an der Bar und wartete bis der Alkohol ihr die nötige Bettschwere gab, damit sie in diesem versifften Bett einigermassen gut einschlafen konnte.
Irgendwann im Laufe des Abends kamen ein paar Typen in die Bar, die sie in ein amüsantes Gespräch verwickelten. Sie war schon lange nicht mehr so ausgelassen gewesen. Die Jungs waren unterhaltsam und sie mochte ihren Humor. Sie tranken Bier und Tequila, tanzten zu alter Country-und Rockmusik aus der noch älteren Juke Box. Amélie genoss die unkomplizierte und lockere Zusammenkunft mit diesen fremden Männern. Sie fühlte sich frei. Sie lebte! Dieses Gefühl hatte sie schon lange nicht mehr so bewusst gespürt und gefühlt. Sie war den letzten Monat viel alleine, aber nie einsam.
Amélie versucht sich an den ganzen Abend zu erinnern. Ohne grossen Erfolg. Wann und wie sie ins Bett gekommen ist, liegt unter einem dichten Schleier. Filmriss. Sie weiss nicht, wann ihr das das letzte Mal passiert ist. Ist es ihr überhaupt schon einmal passiert? Mit Leon sicher nicht. Er war immer strikte gegen übermässigen Alkoholkonsum und hielt sie immer davon ab, zu viel zu trinken. Was ja nichts Schlechtes war. Trotz des Katers, der aus einer anderen Dimension stammt, geniesst sie paradoxerweise dieses Gefühl. Es ist neu. (Amélie hat unterwegs beschlossen, dass alles, was neu ist, gut ist.) Ihr Magen beginnt zu rebellieren und sie spürt, wie sich ihr Mageninhalt, der hauptsächlich aus Bier und Tequila besteht, verselbständigt.
Obschon der Teppich wahrscheinlich vor zwanzig Jahren das letzte Mal gereinigt worden ist, springt sie ohne nachzudenken aus dem Bett und hechtet barfuss ins kleine und schmutzige Bad. Sie übergibt sich in die Badewanne, da sie die Schüssel unter keinen Umständen getroffen hätte. Sie würgt. Ihre Haare fallen ihr ins Gesicht. Als ihr Magen leer ist, dreht sie sich um und setzt sich auf den Boden. Der Badewannenrand gibt ihr Halt. Ihr Kopf scheint einer Explosion nahe. Sie schliesst erschöpft die Augen. Ein undefinierbares Geräusch aus dem Schlafzimmer lässt sie aufschrecken. Sie öffnet ihre Augen und kann nicht fassen, was sie sieht. Der laute Schrei,den sie hört, stammt von ihr…
Der passende Kater-Song 🙂