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Der 23. April ist „Shakespeare Day“, denn dies ist sowohl sein mutmaßliches Geburts- als auch sein Todesdatum. Beim Geburtstag ist man sich nicht ganz sicher ist, der Termin wurde vom Taufdatum 26. April 1564 abgeleitet; der Todestag war am 23. April 1616. Der Dichterfürst wurde also genau 52 Jahre alt, und das ist jetzt 405 Jahre her. Seitdem ruhen seine sterblichen Überreste in der Holy Trinity Church (Dreifaltigkeitskirche) seiner Heimatstadt Stratford-upon-Avon.
William Shakespeares Grab ist (außerhalb von Corona-Zeiten) ein Magnet für Literaturfans und Touristen, nicht zuletzt deshalb, weil es mit einem Fluch belegt ist. Die Inschrift auf der Steinplatte warnt: „Verflucht sei der Mensch, der meine Knochen bewegt“, während der, der sie ruhen lässt, gesegnet werden soll.
Der Überlieferung zufolge hat der Dichter diese gruselige Warnung selbst formuliert. Geholfen hat es nichts: Eine Radaruntersuchung des Grabes hat 2016 ergeben, dass zwar ein Skelett unter der Platte liegt, aber der Schädel fehlt. Man vermutet, dass er von Grabräubern gestohlen wurde. Die Untersuchung räumte mit manchen Gerüchten auf, denn es war immer wieder zu lesen, Shakespeare sei aufrecht stehend beerdigt worden oder in großer Tiefe, was aber beides nicht stimmt: Er liegt nur knapp einen Meter unter der Grabplatte. Die Untersuchung selbst war nicht invasiv, die Knochen wurden nicht angetastet – also müssen sich die Beteiligten auch keine Sorgen um den Fluch und seine Folgen machen!
Seit es die DNA-Analyse gibt, würde die Wissenschaft gern so manches Grab aufmachen und die Skelette untersuchen – so wie es bei den sterblichen Überresten Richards III. möglich war, die 2012 unter einem Parkplatz in Leicester gefunden wurden. Der Abgleich mit dem Erbgut eines Nachkommen ergab, dass es sich dabei tatsächlich um das Skelett des 1485 in einer Schlacht getöteten König, über den Shakespeare übrigens ein Stück verfasst hat, handelte. Nun hätte man gern noch zwei Kinderskelette, die in der St.-Georgs-Kapelle von Schloss Windsor beerdigt sind, exhumiert und näher untersucht, um festzustellen, ob es sich – wie vermutet – um die Neffen Richards handelt, die berühmten „Prinzen im Tower“, die er aus Sorge um die Erbfolge beseitigt haben soll. Aber die Queen selbst verweigerte die Zustimmung, und auch die Kirche sieht solche Störungen der Totenruhe nicht gern. Manchmal geht es also auch ohne Fluch.