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Seit 20 Jahren investieren die SBB zu wenig in Unterhalt und Erneuerung ihres Schienennetzes. Mit einer grossen Anstrengung sollte der mittlerweile auf rund zwei Milliarden Franken aufgelaufene Rückstand wettgemacht werden. Doch jetzt hat Philippe Gauderon, der Chef der SBB-Division Infrastruktur, das Projekt gestoppt.
Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, verfügte Gauderon in einer Kader-Information mit Blick auf die «ernste finanzielle Situation» ein «Sparprogramm und ein Paket mit Repriorisierungsmassnahmen». Dessen Kern ist «der Verzicht oder die Verschiebung von Projekten und Programmen», soweit diese nicht absolut unaufschiebbar sind. Präziser: «Ausbau- und Erweiterungsprojekte werden überprüft und ( …) wo möglich zurückgestellt oder gestoppt», zitiert die «NZZ am Sonntag» aus dem Schreiben.
Budgetvorgaben und Sicherheit einhalten
Zudem werden «diverse Erneuerungsarbeiten verzögert», und «bei Unterhaltsarbeiten fokussieren wir auf die vordringlichen Massnahmen, um die Budgetvorgaben und die Sicherheit einzuhalten». Parallel dazu werden durch Kündigungen frei werdende Stellen während eines halben Jahres nicht neu besetzt.
Ein SBB-Sprecher nennt das Programm eine «Investitionsstrategie» mit dem Ziel, «mit den zur Verfügung stehenden Mitteln über das ganze Netz die optimalen Lösungen zu realisieren». Unabhängige Experten befürchten dagegen, dass der Plan die Probleme nicht löst sondern verdrängt und dass sie in wenigen Jahren mit noch dramatischeren und teureren Folgen erneut auftreten werden.
(vst)