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Dieser Indikator misst den regelmässigen Gebrauch der am häufigsten verwendeten Nichtlandessprachen in der Schweiz. Die Sprachanwendung in einem breiten Spektrum von Kontexten und auf verschiedene Anwendungsarten (sowohl mündlich als auch schriftlich) erlaubt, auf das Vorhandensein von Sprachkenntnissen zu schliessen. Gute Sprachkenntnisse verbessern die soziale Interaktion zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und erleichtern die Integrationsstrategien. Zudem erlaubt das soziodemografische Profil von Personen, die häufig Sprachen verwenden, die keine Landessprachen sind, Potenziale und Bedürfnisse insbesondere in der Wirtschaft und im Gesundheits- und Pflegebereich (Alters- und Pflegeheime) zu erkennen. Dieser Indikator wird von der EU empfohlen.
In der Schweiz verwenden 45% der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren mindestens einmal pro Woche die englische, 6% die spanische und 5% die portugiesische Sprache sowie 3% die bosnischen, kroatischen, montenegrinischen oder serbischen Sprachen. Diese Sprachen sind die in der Schweiz am meisten verbreiteten Nichtlandessprachen.
In der Schweiz verwenden 45% der Bevölkerung regelmässig – mindestens einmal pro Woche – die englische Sprache. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation zeichnet sich durch einen deutlich höheren Anteil englischsprechender Personen aus (54%) im Vergleich zur ersten Generation und der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (46% bzw. 43%).
In der deutschsprachigen Region ist der Anteil Personen, der regelmässig die englische Sprache verwendet (46%) höher als in der französischsprachigen (43%) und italienischsprachigen (37%) Region. In der deutschen und französischen Sprachregionen gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Anteilen der Bevölkerung ohne bzw. mit Migrationshintergrund, die regelmässig English sprechen.
In der Schweiz verwenden 6% der Bevölkerung regelmässig die spanische Sprache. In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund benutzen 4% mindestens einmal pro Woche Spanisch. Innerhalb der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation ist der Anteil etwa dreimal so hoch (10%). In der zweiten oder höheren Generation erreicht er 12%.
In der französischsprachigen Region wird Spanisch von einem grösseren Anteil Personen regelmässig verwendet (10%) als in der deutschsprachigen (5%) und italienischsprachigen (6%) Region. In der französischsprachigen Region ist der Anteil Spanisch regelmässig verwendender Personen unter der Bevölkerung mit Migrationshintergrund fast viermal höher als unter der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. In der deutschsprachigen Region ist dieser Anteil etwas mehr als doppelt so hoch. In der italienischsprachigen Region ist der Unterschied nicht signifikant.
In der Schweiz verwenden 5% der Bevölkerung mindestens einmal pro Woche die portugiesische Sprache. Dieser Anteil liegt in Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation bei 12% und in der der zweiten oder höheren Generation bei 7%. Nur 1% der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund verwendet regelmässig Portugiesisch».
Der Anteil Personen, der Portugiesisch regelmässig verwendet, ist in der französischsprachigen Region grösser (11%) als in der italienischsprachigen (5%) und der deutschsprachigen (3%) Region. In der französischsprachigen Region ist der Anteil Personen mit Migrationshintergrund, der regelmässig Portugiesisch verwendet, 15-mal höher als unter den Personen ohne Migrationshintergrund. In der deutschsprachigen und italienischsprachigen Region ist dieser Anteil etwa sieben Mal höher.
Nach dem Englischen, Spanischen und Portugiesischen sind die Sprachen des Balkans, d.h. Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch, insgesamt als ausländische Sprachgruppe in der Schweiz am weitesten verbreitet. Sie werden von 3% der ständigen Wohnbevölkerung regelmässig verwendet. In der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind keine signifikanten Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten oder höheren Generation erkennbar (je rund 7%).
Der Anteil Personen, der Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch regelmässig verwendet, ist in der deutschsprachigen (4%) höher als in der französischsprachigen Region (2%).
Tabellen
Definitionen
Die Erhebung Sprache, Religion und Kultur (ESRK) richtet sich an Personen ab 15 Jahren und wird in Deutsch, Französisch oder Italienisch durchgeführt. Bei unzureichenden Kenntnissen einer dieser Amtssprachen kann ein Teil der Befragung mit Hilfe einer Drittperson erfolgen (Proxy-Interview).
Mit «regelmässig verwendete Sprachen» werden alle Sprachen bezeichnet, die mindestens einmal pro Woche in mindestens einem der folgenden Kontexte gesprochen, geschrieben, gelesen oder gehört werden:
- innerhalb des Haushalts: mit der Partnerin oder dem Partner oder mit Kindern
- ausserhalb des Haushalts: mit Familienmitgliedern und mit Freundinnen und Freunden
- beim Fernsehschauen, Radiohören, Surfen im Internet
- beim schriftlichen Austausch über soziale Medien, SMS, E-Mails etc. (zusätzlicher Kontext in der ESRK 2019)
- beim Lesen in der Freizeit
- bei der Arbeit
Folgende Sprachen wurden berücksichtigt: Englisch, Spanisch, Portugiesisch und als eine gemeinsame Gruppe Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch. Dies sind die am meisten verbreiteten Nichtlandessprachen in der Schweiz.