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Der Bundesrat gab vergangene Woche die Senkung des gesetzlichen Mindestzinses in der beruflichen Vorsorge von 2 auf 1,5 Prozent bekannt. Flugs verkündete der Schweizerische Versicherungsverband (SVV), der Bundesrat hätte den Zins auf 1 Prozent senken müssen.
Hätte der Bundesrat eine Senkung auf 1 Prozent beschlossen, so hätte sich der Versicherungsverband mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit ebenso enttäuscht gezeigt und gesagt, der Bundesrat hätte den Mindestzins auf 0,5 Prozent senken sollen. Ich vermag mich nicht daran zu erinnern, dass der SVV nach dem Zinsentscheid des Bundesrats etwas anderes als einen tieferen Mindestzins gefordert hat.
Eigentlich möchten die Versicherer, dass der gesetzliche Mindestzins überhaupt abgeschafft würde. Ich finde diese Idee gar nicht so abwegig: Man könnte zum Beispiel die Lebensversicherer wie Swiss Life oder Axa vom Mindestzins befreien, solange sie eine hundertprozentige Deckung des Kapitals garantieren, wie sie das im sogenannten Vollversicherungsmodell tun müssen. Nur noch die autonomen Sammelstiftungen und die betriebseigenen Pensionskassen wie etwa Publica, SBB oder Post müssten eine Mindestverzinsung einhalten. Jeder Betrieb kann dann selber entscheiden, ob er die berufliche Vorsorge einer Sammelstiftung mit einem Mindestzins oder einem Vollversicherer ohne garantierten Zins anvertrauen will.
Erschienen in der BZ am 8. November 2011