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Theodor Weilenmann
Paul Theodor Weilenmann (*2. Oktober 1913 in Wetzikon†15. Oktober 1995) war Gemeinderat und Gemeindepräsident und leitete die Hoch- und Tiefbau General-Unternehmung Th. Weilenmann AG.
Leben
Als dritter Sohn der Eheleute Adolf und Emilie Weilenmann-Rietmann wurde er am 2. Oktober in Wetzikon geboren. Sein Vater war ein Sohn des Kantonsrates und Fabrikanten der Bschüssig Teigwaren in Winterthur, Hermann Weilenmann. Thedy, so wurde er von klein auf genannt, wuchs im Bauerndorf Kempten auf, mit staubigen Strassen, auf denen die Bünzlitrucke verkehrte. Er schloss 1933 die Ausbildung ab mit dem Diplom als Bautechniker vom Technikum Winterthur. Infolge schlechter Arbeitsbedingungen in der Heimat entschloss er sich zur Emigration nach Marokko, wo sein Bruder Armin lebte. In den 6 Jahren in der Fremde arbeitete er als Vermessungsspezialist, Architekt oder Werbezeichner und lernte fliessend Marokkanisch reden und schreiben. Auch der Islam faszinierte ihn, hier finden sich die Grundlagen für sein Verhandlungsgeschick und die Kompromissbereitschaft.
Zu Kriegsbeginn 1939 kehrte er anlässlich der Generalmobilmachung zurück und machte eine Ausbildung zum Draineur (Entwässerung von Sumpfland). In der dienstfreien Zeit arbeitete er im väterlichen Baugeschäft, wo er eine eigene Abteilung leitete und so mithalf, weite Sumpfflächen für die Landwirtschaft trocken zu legen. Nach dem Tod des Vaters 1943 leitete er das Baugeschäft bis 1983. Er war ein Baufachmann mit Leib und Seele und arbeitete mit Begeisterung an der Entwicklung von Wetzikon vom Dorf zur Stadt.
Er nahm seine Verantwortung als Staatsbürger wahr und beteiligte sich aktiv am politischen Geschehen. Über die Demokratische Partei, wo schon sein Vater Mitglied war, liess er sich 1950 in die Primarschulpflege portieren, wo er während 2 Amtsperioden Dienst leistete. 1962 wurde er in den Gemeinderat, nach zwei Amtsperioden zum Gemeindepräsidenten gewählt, unterstützt von allen Parteien, sogar den politischen Gegnern (u.a. auch Hedi Lang von der SP). Er wurde sehr geschätzt für seine Förderung des Kollegialitätsprinzips, die Unterstützung des Gewerbes und die städtebauliche Entwicklung. Während seiner Amtszeit wurden z.B. das IWAZ realisiert oder die grösste Arealüberbauung mit dem Spitznamen «chinesische Mauer». Auch einige Hochbauten schossen in den Himmel, darunter seine «Kasbah» (arabisch Burg) in Kempten, welche mit einigen Zeichen der arabischen Kultur geschmückt ist. Nach seinem definitiven Rücktritt aus der Behörde 1976 wurde er ins Präsidium der Alterssiedlungs-Genossenschaft gewählt, wo er für 5 Jahre Aufbauarbeit leistete (u.a. Bau der Siedlung Guldisloo).
Ausgleich war ein Hauptmerkmal seines Wirkens. Seine Offenheit für alle Anliegen und besonders das Verhandlungsgeschick sind ihm aus den Erfahrungen in Marokko erwachsen. Diese Eigenschaften und seine Tatkraft wurden in der Öffentlichkeit wie bei seinen Nächsten sehr geschätzt, ihm konnte man einfach vertrauen. Bis ins hohe Alter blieb er im Vollbesitz seiner Geisteskraft und behielt eine tiefe Verbundenheit mit seiner 2. Heimat, welche er oft besuchen konnte. Seine Angehörigen blicken mit Dankbarkeit auf das Wirken dieses grossen Wetzikers zurück.[1]
Literatur
Fotos
Einzelnachweise
- Auszug aus dem Nachruf von Elmar Weilenmann anlässlich des Abdankungsgottesdienstes