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Ein Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene ist in Deutschland gegründet worden. Die Initianten wollen z.B. auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ein Mellifera-Schutzgebiet einrichten und dort reine Bestände der Dunklen Biene ansiedeln. Hinter dem Projekt stehen das Jane Goodall Institut Deutschland und die Aurelia-Stiftung.
Die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) ist seit der letzten Eiszeit die einheimische Biene der Alpennordseite, von Irland über die Alpenländer bis in den Ural. Während und nach dem zweiten Weltkrieg wurde die robuste einheimische Honigbiene in vielen Ländern aus ökonomischen Gründen durch importierte Unterarten der Honigbiene systematisch verdrängt.
In Deutschland findet man die letzten Aufzeichnungen über eine eigene Mellifera-Population 1975 in der Kleinstadt Suhl am Südhang des Thüringer Waldes. Seither gilt die Dunkle Biene in Deutschland als ausgestorben. Seit einigen Jahren arbeiten Organisationen und einzelne Imker unabhängig voneinander daran, die Mellifera in Deutschland wieder anzusiedeln.
Wer steht hinter dem Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene?
Um diese Bestrebungen in Deutschland zu bündeln, wurde im Dezember 2016 das Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene gegründet. Hinter dem Projekt stehen die Aurelia Stiftung und das Jane Goodall Institut Deutschland.
Die Ende 2015 in Berlin gegründete Aurelia Stiftung unterstützt die Forschung rund um die Gesundheit und ökologische Haltung sowie die Lobbyarbeit für die Honigbienen. Einer der Gründungsstifter von Aurelia ist der Verein Mellifera e.V. für wesensgemässe Bienenhaltung (der keine Verbindung zur Apis mellifera mellifera oder dem schweizerischen Verein mellifera.ch für die Dunkle Biene hat).
Das Jane Goodall Institut Deutschland wiederum ist ein Ableger der gleichnamigen internationalen Tier- und Umweltschutzorganisation, die 1977 von der englischen Primatologin Jane Goodall gegründet wurde. Goodall erforscht seit 1960 das Verhalten von Schimpansen im Gombe-Stream-Nationalpark in Tansania. 1971 erschien ihr erstes Buch «Wilde Schimpansen», in dem sie die Individualität und die persönlichen Dramen der von ihr beobachteten Schimpansen schilderte.
Das Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene will bestehende Initiativen bündeln
Das Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene wird geleitet von Frank Hass (Jane Goodall Institut) und Imkermeister Thomas Radetzki (Aurelia Stiftung, Gründer von Mellifera e.V.). «Wir kontaktieren nun die verstreuten Einzelkämpfer in Deutschland und erfahrene europäische Partner, um vorhandene Erfahrungen und Initiativen zu bündeln», erklärt Frank Hass.
Parallel dazu sucht das Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland ein abgeschiedenes Gebiet, das sich als Schutzgebiet zur Ansiedlung der Mellifera eignet. Nach Erreichen eines Schutzstatus sollen reinrassige Mellifera-Völker aus verschiedenen europäischen Ländern in einem solchen Schutzgebiet als Wildtiere wieder angesiedelt werden. Die Mellifera-Völker sollen in modernen Bienenbeuten mit Naturwabenbau im Abstand von mindestens 500 Metern aufgestellt und sich selbst überlassen werden.
Deren Entwicklung ohne Varroabehandlung und unter den Bedingungen einer harten natürlichen Selektion soll wissenschaftlich begleitet werden. «Ein grosser Teil der Völker wird im zweiten oder dritten Jahr am Befall mit der Varroamilbe zugrunde gehen» erklärt Thomas Radetzki. «Die übrigen Völker werden sich aber über den Schwarmtrieb natürlich vermehren und seuchenhygienisch einwandfreie, im Rahmen des Projektes aufgestellte leere Bienenwohnungen selbst besiedeln.»
Wenn die Dunkle Biene im Rahmen des Projektes eine überzeugende Entwicklung durchmacht, soll sie in Deutschland über die Arterhaltung im Schutzgebiet hinaus eine Bedeutung für die Varroa-Toleranzzucht gewinnen. «Das Ziel ist die Neubildung einer Landrasse der Dunklen Biene, welche an die heutigen Bedingungen in Deutschland angepasst ist», fasst Frank Hass die Ziele des Arterhaltungsprojektes Dunkle Biene in Deutschland zusammen.