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Entwicklung
Wesentliche Impulse für die Entwicklung der Craniosacral Therapie gingen aus von Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917). Still hatte als erster die zentrale Bedeutung der Gehirn- respektive Cerebrospinalflüssigkeit für den Organismus erkannt. Sie wird in den Gehirnkammern (Ventrikeln) erzeugt und schützt, nährt und entschlackt Hirn, Rückenmark und Nerven. Darüber hinaus ist sie ein wichtiger Informationsträger.
1900 gelangte der amerikanische Osteopath Dr. William G. Sutherland zur Überzeugung, dass die Knochen des Schädels nicht starr verwachsen, sondern beweglich sind. Blockaden verursachen Beschwerden, die mit der Lösung dieser Blockaden wieder verschwinden. Während mehr als 20 Jahren erforschte Sutherland diese Erkenntnis und entwickelte daraus ein System zur Untersuchung und Behandlung von Patienten - die "Craniale Osteopathie".
1970 beobachtete ein anderer amerikanischer Arzt, Dr. John E. Upledger, während einer Operation das rhythmische Pulsieren des craniosacralen Systems. Zuerst konnte er sich diese Bewegung nicht erklären. Nur die Osteopathie bot dafür eine Erklärung an. Fasziniert von den osteopathischen Behandlungserfolgen nahm Dr. Upledger Techniken von Dr. Sutherland in seine tägliche Arbeit auf und entwickelte daraus über viele Jahre die Craniosacral Therapie. Seine Beobachtungen, Gedanken und Gefühle beschreibt er im unterhaltsamen Buch "Auf den Inneren Arzt hören". Er entdeckte auch, dass manchmal nicht allein körperliche Blockaden störend wirken, sondern auch Gedanken und Gefühle eine Selbstregulierung verhindern können. Er integrierte auch diese Erkenntnisse in seine Behandlungen.
1975 wurde Dr. Upledger als klinischer Forscher und Professor für Biomechanik an das Osteopathische College der Universität des Staates Michigan berufen. Dort leitete er eine Gruppe von Wissenschaftlern, welche die Beweglichkeit der Schädelknochen beweisen konnte und den Einfluss der Therapie auf das craniosacrale System prüfte und dokumentierte. In den letzten Jahren haben viele Craniosacral Therapeuten Techniken aus der Traumaarbeit in ihre Arbeit integriert. Dank ihrer positiven Wirkung auf viele Körperfunktionen wird die Craniosacral Therapie heute in etlichen Bereichen der Gesundheitsvorsorge und der Krankenpflege professionell praktiziert.