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Zunächst führt das BGer aus, dass gebundene Ausgaben gemäss § 23 Abs. 3 der Thurgauer Kantonsverfassung (KV TG, RB 101) von der Volksabstimmung ausgenommen seien:
In Bezug auf den Unterhalt von Gebäuden im Speziellen geht die bundesgerichtliche Rechtsprechung davon aus, dass Ausgaben für den blossen Gebäudeunterhalt grundsätzlich als gebunden, solche für die Erweiterung oder die Ergänzung staatlicher Gebäude als neu zu betrachten sind [...]. Ausgaben für den Umbau solcher Gebäude gelten als neu, wenn sie mit einer Zweckänderung verbunden sind. Umgekehrt lässt sich nicht allgemein sagen, dass grössere Ausgaben für die Instandstellung, Erneuerung oder den Umbau eines Gebäudes immer gebunden sind, wenn der Zweck des Gebäudes beibehalten wird [...]. Auch beim Gebäudeunterhalt kommt es auf das Ausmass des Spielraums beim "Ob" und "Wie" an [...] (E. 4.3.).In einem zweiten Schritt zitiert das BGer aus einem bei den Akten liegenden Bericht der Calorex, Widmer & Partner AG, wonach der Erweiterungsbau und die Sanierung zwei kumulativ notwendige Massnahmen seien, um das angestrebte Ziel eines Kunstmuseums mit überregionaler Ausstrahlung zu erreichen, in dem bedeutende, insbesondere zeitgenössische Ausstellungen organisiert werden könnten:
Meist erwies sich eine Sanierung, soweit die zuständigen kantonalen Behörden überhaupt von einer gebundenen Ausgabe ausgingen, als ohnehin unerlässlich und die neuen Bauteile als technisch oder planerisch unverzichtbar bzw. lediglich theoretisch oder in geringem Masse variabel. [...] Hier verhält es sich anders: Ob die Kartause Ittingen überhaupt als Museum weiter genutzt und ob sie diesfalls auch nur annähernd in der gegenwärtig geplanten Weise saniert würde, falls der Erweiterungsbau wegfiele, ist völlig offen. Darüber müsste ganz neu entschieden werden (E. 6.6.).Das BGer hält abschliessend fest, dass den kantonalen Behörden ein durchaus erheblicher Entscheidungsspielraum für das zu finanzierende Projekt verblieben sei. Insofern hätte der Beschluss des Grossen Rats des Kantons Thurgau dem Finanzreferendum unterstellt werden müssen.