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02.06.1925 – 31.05.1999
Adolf Stähli, am 2. Juni 1925 im Allmithuus über dem Dorf Oberhofen geboren, verbrachte zusammen mit drei ältern Brüdern und einer ebenfalls älteren Schwester im kleinen Bergbauernbetrieb eine glückliche Jugendzeit. Unter dem Allmithuus lag damals wohl eine dicke musische Ader: Adolf, der spätere und langjährige Zivilstandsbeamte in Oberhofen, verfasste bereits während der Schulzeit Gedichte und komponierte Melodien. Die Worte seines ersten Jodelliedes, dem Justistallied, brachte er schon während dem achten Schuljahr erstmals zu Papier und die Melodie blies er vorerst auf seiner Tompete –zusammen mit dem Vater und zwei Brüdern gehörte er schon sehr bald zu den Stützen der Oberhofner Musik. Viele seiner Lieder und vor allem auch Naturjutze entstanden im Justistal, in welchem er einen Grossteil seiner Freizeit verbrachte. Von 1956 bis 1998 leitete er den Jodlerklub Oberhofen, der seine Jutze und Lieder anlässlich der Konzerte oder bei einem Auftritt an einem Jodlerfest immer uraufführte.
Adolf besass ein ausgesprochenes Gespür für eine einfache und aussagekräftige Sprache; in Adolfs Liedtexten findet man Besinnliches, Fröhliches und Humorvolles und staunt, wie feinfühlig, treffend, und ausgestattet mit einer beispielhaften Beobachtungsgabe, Adolf den Lebensalltag, den Menschen mit seinen Stärken und Schwächen und ebenso das Geschehen in der Natur in einer volksnahen und poetischen Art beschreibt. Adolf macht Sprache zum Erlebnis; seine massgeschneiderten Verse verraten ein sorgfältiges Auseinandersetzen mit dem Wort. Es verwundert deshalb nicht, dass Adolf auch als begnadeter Theaterspieler, Regisseur, Bühnenbildner und Theatercoiffeur in seinem Jodlerklub wirkte.
Adolfs Wirken als Schöpfer von vielen unvergesslichen Jutzen und Liedern basiert neben seinem dichterischen Schaffen auf einem Gefühl für natürliche Melodien und einem hohen Grad an Musikalität. Adolfs Lieder und Jutze erlernt man gerne, sie sind „singig“, man hört sie gerne, immer wieder. Wort und Melodie bilden stets eine Einheit, sie sind „aus einem Guss“. Adolf Stähli, geehrt mit dem Prix Walo, dem Goldnen Violinschlüssel und dem Kulturpreis des Kantons Bern blieb stets ein, wie er zu pflegen sagte, „kleiner Mann“, der aber für die Volkskultur Grosses geleistet hat.
Dass er sich auch als unvergesslicher Präsident des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbandes, als eidgenössischer und BKJV-Kurschef, als Kursleiter, als Kampfrichter (heute Jury-Mitglied genannt) und als Berater enorm für unser Kulturgut engagierte, wertet die einmalige Leistung „unseres“ Adolf Stähli zusätzlich auf.
Adolf Stählis vielseitiges Wirken im Klub prägte seinen Oberhofner Klub. Die „Oberhofner“ gelten noch heute als die Interpreten der Stähli-Kompositionen, und dies wird dem Klub noch lange angenehme und selbstverständliche Verpflichtung bleiben.
Am Pfingstsonntag, 31. Mai 2009 jährte sich Adolfs Todestag zum 10. Mal. Der Jodlerklub Oberhofen hat zusammen mit befreundeten Interpreten voller Dankbarkeit mit einem Gedenkkonzert an diesen stets bescheidenen Mann und sein grosses dichterisches und kompositorisches Schaffen erinnert. Der grosse Publikumsandrang hat uns gezeigt, dass Adolf auch zehn Jahre nach seinem Tod die Menschen berührt und dass Adolfs Lied die Herzen erfreut.
Hanspeter Seiler
Adolf – zwei mal am Schreiben:
Einmal privat, die Melodie im Kopf…
…und einmal als „Ziviler“ vor dem dicken Rodel.
Adolf im hellen Halblein
Hier wars ihm wohl:
Chästeilet im Justistal
Zwei starke Oberhofner:
Adolf im Berntuch vor unserem „Burgfried“