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An bester Lage und mit Blick auf den Central Park traf ich Jascha Preuss in einem dieser so unvorstellbar hohen Wolkenkratzern. Der in New York tätige Anwalt empfing mich in seinem Büro, um mit mir über seinen spannenden Weg von der Universität Basel bis nach New York zu reden.
Mirco: Jascha, was sind die Erinnerungen an deine Studienzeit an der Uni Basel?
Jascha Preuss: Vor 22 Jahren, also 1991, schloss ich mein Studium ab. Das ist sehr lange her und das Studium war total anders als heute. So viel ich weiss sind auch fast keine Professoren mehr an der Uni, die mich damals unterrichtet haben.
War es schon als Student dein Traum in New York zu arbeiten?
Nein, überhaupt nicht. Ich hatte zwar als Kind ein New York-Poster im Zimmer, aber mehr auch nicht. Das Studium war nicht wirklich international ausgerichtet und somit war das Ausland nie ein Thema. Es gab leider auch noch keine Erasmus-Programme.
Wie ging also dein Weg nach dem Studium in Basel weiter?
Ich hatte das grosse Glück, dass ich einen Professor nach Berlin begleiten durfte. An der Humboldt-Universität in Berlin arbeiten zu können, war eine grossartige Erfahrung. Ich arbeitete fünf Jahre an der Universität und konnte ein erstes Mal „internationale Luft“ schnuppern.
Aber Berlin ist weit weg von New York, wie kam der Sprung über den grossen Teich?
Ich entschloss mich, für meine Anwaltsprüfung in die Schweiz zurückzukehren. In Zürich arbeitete ich als Gerichtsschreiber am Bezirksgericht und absolvierte auch die Anwaltsprüfung in Zürich. Danach arbeitete ich am internationalen Schiedsgericht für nachrichtenlose Konten in der Schweiz. Mich faszinierte die Internationalität und wie die verschiedenen Rechtsgrundlagen vernetzt sind. Zudem lernte ich meine heutige Frau, eine Amerikanerin, dort kennen. So verschlug es mich von Zürich weiter nach New York.
War es einfach in New York einen Job zu finden?
Nach meinem Master of Law-Studium (LL.M) an der New York-Universität bekam ich eine Stelle in einer Anwaltskanzlei. In den ersten acht Jahren in New York arbeitete ich bei mehreren Grosskanzleien. Das mag jetzt gut und einfach klingen, aber ich muss betonen, dass New York wirklich ein sehr hartes Pflaster ist. Zu Beginn war es schwierig. Zu den sprachlichen Schwierigkeiten, die für mich jedoch das geringere Problem waren, kommen vor allem die massiven kulturellen Unterschiede.
Was für einen Schweizer die grössten Herausforderungen sind und wie man sich im Haifischbecken New York durchsetzen kann, erläutert Jascha Preuss im zweiten Teil des Interviews.