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Tunnel Lochweidli
Der Tunnel Lochweidli ist rund 305 Meter lang. Er setzt sich aus einem bergmännischen Tunnel mit 255 Meter Länge und beidseitig zwei Tagbauabschnitten mit 44 Meter Länge im Norden respektive 14 Meter Länge im Süden zusammen.
Der Tunnel kommt vollständig in der unteren Süsswassermolasse zu liegen, bestehend aus granitischen Sandsteinen, Siltsteinen und Mergeln. Die maximale Überlagerung beträgt rund 36 Meter. In den Portalzonen ist Lockermaterial in Form von siltig-sandigem Gehängelehm, stellenweise tonig-siltige Seeablagerungen und reliktischen Moränenpolstern vorhanden. Aufgrund der erosionsempfindlichen Lithologien in der unteren Süsswassermolasse (Siltsteine, Mergel) und einer kleinräumig, relativ stark schwankenden Lockermaterialmächtigkeit, können stellenweise auch in tieferen Tunnelabschnitten Lockermaterial oder stark verwitterte Felsschichten angetroffen werden.
Der Tunnel wird vom Südportal her steigend in Richtung Norden vorgetrieben. Im Norden wird ein rund 10 Meter langer Gegenvortrieb ausgebrochen, sodass der Tagbau Nord und der nördliche Übergang zum bergmännischen Abschnitt vorgängig zum Einbau der Innenschale im restlichen Tunnel erstellt werden kann. Der Tunnelausbruch erfolgt mittels Sprengvortrieb. Die Ausbruchsicherung besteht aus Felsankern, Netzen und Spritzbeton. Als Bauhilfsmassnahmen ist bei stark verwitterten Gebirgsabschnitten eine vorauseilende Sicherung mittels Spiessschirm und im südlichen bergmännischen Portal eine Etappe eines Rohrschirms vorgesehen.
Unmittelbar nach dem Ausbruch folgen die Abdichtungsarbeiten und der Innenausbau des Tunnels. Im bergmännischen Tunnel ist ein zweischaliger Ausbau bestehend aus einer Ausbruchsicherung, einer Vollabdichtung mit Leckwasserableitung und einer Innenschale mit Sohlgewölbe aus Ortbeton vorgesehen. Die beiden Tagbautunnels haben ein stärkeres Gewölbe, weisen aber dieselbe Innengeometrie und denselben Innenausbau wir der bergmännische Tunnel auf. Die Tagbauabschnitte werden ebenfalls mit einer Vollabdichtung mit Leckwasserableitung versehen. Ein Aufstau von Hangwasser wird mittels Dükern unter dem Sohlgewölbe verhindert. Die Tunnelportale werden dem bestehenden Gelände angeglichen.
Neben den SOS-Notrufsäulen und Hydranten vor beiden Portalen sind auch in der Tunnelmitte eine SOS- sowie eine Hydranten-Nische vorgesehen. Eine aktive Lüftung mit Rauchgasabsaugung und damit eine Zwischendecke sowie ein Fluchtweg aus dem Tunnel sind aufgrund der Tunnellänge nicht erforderlich.
Der Tunnel Lochweidli beinhaltet diverse Nebenbauwerke. Vor dem Nordportal wird die neue Elektrozentrale Lochweidli erstellt. Im Bereich des Tagbautunnels Nord muss der Rütibach angehoben und über den neuen Tunnel geführt werden. Vor dem Südportal wird zur Erschliessung des Portals vorgängig zum Tunnelvortrieb ein neuer Bachdurchlass erstellt. Vor beiden Portalen sind zudem Stützmauern vorgesehen.
Der Baugrubenabschluss im Lockermaterial wird als Nagelwand ausgebildet. Im tragfähigen, gesunden Fels ist ein möglichst senkrechter Baugrubenabschluss angedacht. Der Flächenbedarf für die Baugruben soll in jedem Fall möglichst gering gehalten werden.
Die Baustellenerschliessung erfolgt im Norden über die Schönenbergstrasse und im Süden über die Scheftenauerstrasse. Zwischen dem Projektteil Tunnel Lochweidli und dem Projektteil Trassee- / Belagsbau des Gesamtprojekts sind aufgrund der vorgesehenen Wiederverwendung von unverschmutztem Ausbruchmaterial für Hinterfüllungen und Schüttungen starke Abhängigkeiten vorhanden. Die Teilprojekte müssen daher terminlich aufeinander abgestimmt werden. Der Baubeginn für den Tunnel Lochweidli ist im Herbst 2019 geplant. Zurzeit wird von einer Bauzeit von rund zwanzig Monaten ausgegangen.
|Projektleiter:||TBA SG, Ruedi Vögeli|
|Oberbauleiter:||TBA SG, Sandro De Luca|
|Projektverfasser / Chefbauleitung:||Lombardi SA, Luzern|
|Unternehmer:||Noch offen|