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Bieler Tagblatt, 26.04.2019, „Einblicke“-Reportage (PDF-Download)
Der Pilot dreht sich auf seinem Sitz um, streckt drei Finger in die Luft und schreit durch das Dröhnen des Flugzeuges: «No drü Minutä! Drü Minutä!» Sturmkappen und Brillen werden aufgesetzt, alles wird ordentlich festgezurrt und mehrfach überprüft. Jeder Handgriff wirkt routiniert, und dies aus gutem Grund: Die neun aktiven Springer des Fallschirm-Demo-Teams Erlach bringen es zusammen auf mehr als 32 000 Sprünge, sei es in Australien, Dubai oder über dem heimischen Bielersee.
Bei der Zwei-Minuten-Marke richten sie sich langsam auf, die eine Hand auf dem Boden, die andere auf dem Knie. Dies liegt einerseits am turbulenten Flug, andererseits könnte es auch daran liegen, dass das Durchschnittsalter der «Piranhas» bei fast 60 Jahren liegt. Deshalb scherzen die Springer bereits über einen Namenswechsel zu «Para Senectute». «One minute» knistert die verzerrte Stimme des Piloten aus dem Kopfhörer. Die Seitentüre wird geöffnet und dahinter erstreckt sich ein Panorama vom Chasseral über das Drei-Seen-Land bis weit in die schneebedeckten Alpen. Der Pilot zeigt mit dem Daumen nach oben. Und einer nach dem anderen stürzt sich aus dem Flugzeug.