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Der Luzerner Arzt bezieht sich dabei auf die Budgetmitverantwortung von Ärztenetzen, die in der Schweiz seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert wird: Diese bringt die Einzelleistungsvergütungen des Arztes mit den Kopfpauschalen seines Ärztenetzes zusammen und gleicht so die Nachteile der beiden Systeme nachweislich aus (Einzelleistungsvergütungen begünstigen die Überversorgung, Pauschalen die Unterversorgung).
Urs Brügger, Leiter des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie, nimmt dazu wie folgt Stellung: Ich bin mit Jörg Fritschi einverstanden, dass es nicht das eine ideale Vergütungssystem gibt, sondern ein Mix oder eine Kombination die beste Lösung darstellt. Die Budgetmitverantwortung von Ärztenetzen ist dafür ein gutes Beispiel. Allerdings läuft dieses Instrument in der Regel auf eine Bonus-Vereinbarung zwischen Krankenversicherer und Ärztenetz hinaus, bei der aus meiner Sicht die Anreizwirkung eher limitiert ist.
Das Instrument der Budgetmitverantwortung scheint mir besonders für Hausarztnetze geeignet, die als Gatekeeper auch eine Steuerungsfunktion haben. Um den stationären Bereich besser zu integrieren, sehe ich eher die Komplexpauschalen als vielversprechendes Instrument. Diese eignen sich besonders für operative Eingriffe, für die man für den gesamten Behandlungsprozess über die gesamte Versorgungskette hinweg eine Pauschale vereinbart. Das wären dann eine Art erweiterte DRG.
Ebenso denkbar sind sie für akute medizinische Episoden oder sogar für chronische Krankheiten, wenn man eine feste Vergütungssumme über die Zeit festlegt. Man könnte beispielsweise für einen Schizophrenie-Patienten mit einem bestimmten Schweregrad eine fixe pauschale pro Monat vereinbaren. Solche Modelle würden die Integration der Versorgung stärken und gäben den Anreiz, teure stationäre Aufenthalte zu vermeiden. Vermutlich wäre die einheitliche Finanzierung des ambulanten und stationären Bereichs die Voraussetzung dafür, dass solche pauschalierte Vergütungsmodelle praktikabel wären.