Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/80371

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Änderung des Berufsbildungsgesetzes zu unterbreiten, die vorsieht, dass der Bund die Möglichkeit erhält, Ausbildungskosten von Berufslehren und Attestausbildungen in niederschwelligen Berufen teilweise oder ganz zu übernehmen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die im Berufsbildungsgesetz neu geschaffenen zweijährigen Grundbildungen entwickeln sich zu einer wichtigen Stütze der Berufsbildung. Die ersten Erfahrungen der Betriebe und Kantone mit dem neuen Ausbildungsangebot sind gut. Dem Bundesrat ist es ein Anliegen, diese Trends zu verstärken und das Image der zweijährigen Grundbildungen weiter zu fördern.</p><p>Gemäss den von der Forschungsstelle für Bildungsökonomie an der Universität Bern durchgeführten Erhebungen zu den Kosten und dem Nutzen der Berufsbildung in der Schweiz ("Lehrlingsausbildung - ökonomisch betrachtet. Ergebnisse der zweiten Kosten-Nutzen-Studie") investieren die Unternehmen über die gesamte zweijährige Lehrdauer pro lernende Person durchschnittlich knapp 43 000 Franken. Die Lernenden erbringen produktive Leistungen im Wert von über 56 000 Franken. Angesichts eines durchschnittlichen Gewinns von 13 000 Franken pro zweijährige Grundbildung mit Attest ist es nicht angebracht, dem Bund die Möglichkeit der Übernahme von Ausbildungskosten einzuräumen. </p><p>In Form der gesetzlich verankerten fachkundigen individuellen Begleitung können Lernende zweijähriger Grundbildungen mit Attest nicht nur in schulischen, sondern in sämtlichen bildungsrelevanten Aspekten in ihrem Umfeld unterstützt werden. Unternehmen, die bereit sind, Jugendliche mit Defiziten im schulischen oder sozialen Bereich auszubilden, werden durch diese Begleitung entlastet. Die Konzentration auf ihre Kernkompetenz - das Vermitteln von beruflicher Praxis - ist dadurch gewährleistet. Die Kosten für die fachkundige, individuelle Begleitung trägt die öffentliche Hand.</p><p>Bei Schwierigkeiten, die das Lehrverhältnis betreffen, steht den Lehrbetrieben die nationale Helpline 0800 44 00 88 zur Verfügung. </p><p>Weiter sieht das Berufsbildungsgesetz Beiträge für Massnahmen zur Integration von Jugendlichen mit schulischen, sozialen oder sprachlichen Schwierigkeiten in der Berufsbildung vor. Die entsprechenden Kredite sind eingestellt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.