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Betonwerker/in
Nach einer dreijährigen Ausbildung verarbeiten Betonwerker[1] mit der Hilfe von selbst hergestellten oder vorgefertigten Negativformen Betonmasse zu diversen Produkten für den Hoch- und Tiefbau, Gartenbau und andere Anwendungsbereiche (z.B. Kanalisationsrohre, Mauersteine, Verbund- und Pflastersteine, Treppen, Balkone, Liftschächte oder Akustikplatten). Dabei prüfen sie zunächst im Rahmen der Betonmischung, die nach diversen Rezepturen erfolgen kann und auch entsprechendes Wissen über die Mengenverhältnisse der Zuschlagstoffe und deren Qualität erfordert, die Stabilität der zu erstellenden Produkte. So werden beispielsweise Betonstützten zusätzlich durch Stahlstäbe und ein Eisengeflecht verstärkt.
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Der Transport und die Montage der fertigen Betonerzeugnisse gehören meist auch zum Aufgabenbereich von Betonwerkern, die unteranderem über ausreichend räumliches Vorstellungsvermögen, handwerkliches sowie technisches Geschick und einer kräftigen Konstitution verfügen.
Ähnliche Voraussetzungen waren vermutlich bereits vor 14 000 Jahren von Nöten, als türkische Handwerker erstmals Mörtel (gebrannten Kalk) als Bindemittel bei der Befestigung von Ziegelsteinen einsetzten. In der Schweiz hingegen wurden erst in der gallrömischen Zeit Steinmauern errichtet. Zu dieser Zeit entstanden aus Beton europaweit monumentale Bauwerke, wie z.B. Tempel, Theater, Abwasseranlagen, Tunnel, Brücken sowie Gebäude, die immer noch Bestand haben. Im Mittelalter jedoch geriet der Beton, der bis dahin zum Massstab der spät römisch-kaiserlichen Architektur gehörte, in Vergessenheit.
Im 17. Jahrhundert wiederentdeckt und ständig weiterentwickelt und verbessert wurde der Beton[2] allmählich zum Baustoff unserer Zeit. So wurden in der Schweiz vor dem 19. Jahrhundert die meisten Zementunternehmen, insbesondere aufgrund des vermehrten Einsatzes von Beton, gegründet: 1895 bestanden allein im Kanton Jura 26 Betriebe. Die Zementproduktion erfuhr europaweit in den 70er Jahren ihren Höhepunkt. Die Zahl der schweizerischen Zementfabriken allerdings sank seit den 50er Jahren, trotz des 1910 aufgrund der deutschen und französischen Konkurrenz begründeten Kartells, stetig. Die meisten Zementwerke wurden hierzulande in Gipsfabriken und Mahlanalgen umgewandelt oder gar abgerissen und die Auflösung des besagten Kartells folgte schliesslich 1994.
Heute versucht die energieintensive Zementindustrie, insbesondere durch Wärmerückgewinnung und die Verbrennung verschiedener Abfälle, möglichst Umweltschonend zu produzieren. Dadurch kann sich auch die Betontechnologie stetig weiterentwickeln: Selbstverdichtender Beton und Lichtdurchlässiger Beton gehören zu den jüngsten Beispielen dieser Entwicklung.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Betonwerkerin.
[2] Der Baustoff Beton ist ein künstlich hergestellter Stein aus einem Gemisch von Zement, Gesteinskörnung (Sand und Kies) und Wasser (vgl. Stoller, 2004. S. 20).
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Literatur
Hubler Lucienne: Zement, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 30.11.2018.
Stoller P. Jürg: Zement. Hightechprodukt aus der Natur. Von der Herstellung zur Anwendung. Cemsuisse Verband der Schweizerischen Cementindustrie, Bern 2004.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Betonwerker/in, abgerufen am 28.08.2018.
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