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Die F/A-18E/F SUPER HORNET und die EA-18G GROWLER bilden aktuell die Speerspitze der fliegenden Verbände der US Navy für Einsätze air-to-air, air-to-ground, EW, taktische Aufklärung und air-to-air refueling. Bereits heute denkt die Navy jedoch konkret über die Ablösung der Super Hornets und Growlers ab 2030 nach. Zu diesem Zweck hat die Navy die Flugzeugindustrie aufgefordert, Techno-logiekonzepte, Leistungsdaten und Kostenschätzungen für ein neues Kampfflugzeug vorzulegen, welches die Bezeichnung „F/A-XX“ trägt.
Für das Entwicklungsprogramm, welches bisher auch unter der Bezeichnung Next Generation Air Dominance (NGAD) bekannt geworden ist, wurde am vergangenen 13.04.2012 von der Navy ein RFI (Request for Information) publiziert, womit der Startschuss für die Suche nach einem Nachfolgemodell der heutigen Typen gefallen ist.
Der neue Typ soll dabei grob folgende Fähigkeiten aufweisen:
- Supercruise
- Stealth
- Optionally-manned/-unmanned (d.h. Fähigkeit bemannt oder unbemannt zu operieren)
- Einsatzreichweite +1‘000 km
Das neue Flugzeug soll alle Aufgaben der HORNETS und GROWLERS übernehmen. Dabei soll der F/A-XX neben dem F-35C und einem unbemannten Aufklärungsmittel mit Angriffsfähigkeiten – dem noch zu entwickelnden sog. UCLASS (Unmanned Carrier Launched Airborne Surveillance and Strike) – von den Flugzeugträgern der im Einsatz stehenden NIMITZ- und der projektierten, neuen FORD-Klasse operieren können. Es ist allerdings noch offen, ob es sich beim neuen Kampfflugzeug um einen komplett neuen Entwurf, oder um eine Weiterentwicklung eines bereits bestehenden Musters handeln soll.
Für Boeing würde das Projekt F/A-XX – im Falle eines Zuschlags für ein konkretes Request for Proposal (RFP) – die Gelegenheit bieten, nach Auslaufen der F-15- und F/A-18-Baureihen an den Hersteller Lockheed Martin abgegebenes Terrain im Bau von Kampfflugzeugen wieder zurückzugewinnen.
Die US Air Force hat mittlerweile unter der Bezeichnung F-X den Anspruch auf einen zukünftigen Ersatz der F-22 gestellt. Auch hier sieht der Zeitplan eine Ablösung des Raptors im Zeitraum 2025-2030 vor. Eine Konkurrenz der beiden Teilstreitkräfte (Navy gegen Air Force) um das Budget ist vorprogrammiert. Dies könnte letzten Endes dazu führen, dass beide Teilstreitkräfte zusammen einen Entwurf auswählen müssen. Dies scheint beim JSF ein mehr oder weniger erfolgreiches Konzept zu sein. In anderen Fällen jedoch war der Joint-Ansatz bei Entwicklungen nicht erfolgreich (bspw. bei der Entwicklung der F-111 in den 1960er-Jahren).
Der grösste Stein auf dem Weg zur Verwirklichung des F/A-XX stellt demnach die derzeit noch ungesicherte Finanzierung dar. Diese ist von der Entwicklung des US-Verteidigungsbudgets in den kommenden Jahren und den Beschaffungskosten für die JSF/F-35-Flotte abhängig.