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(Kt. Waadt,
Bez. Rolle).
500 m. Gem. und kleines Dorf in der Mitte des
Weinlandes der
Côte; 2,3 km wnw.
Rolle und 1,3 km sw.
einer Haltestelle der Linie
Rolle-Gimel. Postablage, Telegraph, Telephon; Postwagen
Rolle-Begnins. 30
Häuser, 174 reform.
Ew. Kirchgemeinde
Bursins. Acker- und Weinbau. Der Wein von Tartegnins gehört zu den besten
Sorten der
Côte. Das Dorf gehörte
früher zur
HerrschaftMont le Vieux. Im 11. Jahrhundert: villa Tritiniaco; 1018: Tritigniaco; im 12. Jahrhundert: Tertinnie;
1214: Tertinins; 1252: Tertignins.
entspringt in den
nassen
Wiesen zwischen dem Dorf
Rechthalten und dem Moosholz, wendet sich zuerst nach SW., biegt um die
Höhe und den
Wald von
Farnera, durchfliesst Kinkerain und biegt dann nach NW. ab, um nun mehrere
Mühlen (Buntschuz,
Tasberg etc.) zu treiben und
nach 8 km langem
Lauf in
Obermühlethal unterhalb
Tafers zu münden.
(Kt. Graubünden,
Bez. Unter
Landquart). 1100-680 m. Rechtsseitiger Zufluss derLandquart. Entspringt
am
Cavelljoch (2305 m) in der vom Falknis (2566 m) zur
Scesaplana (2968 m) ziehenden Kette, fliesst ö.
Seewis im
Prätigau in
tiefen
Schluchten und mündet 1,2 km unterhalb
Grüsch. Das Einzugsgebiet umfasst 73,5 km2, wovon 13,8 (18,7%) auf Fels
und
Schutt und 59,7 (81,2%) auf Kulturland (inkl. 20,3 km2 oder 27,6%
Wald) entfallen. Das
Tobel des
Taschinesbaches ist das westlichste der Querthäler der s. Nebenketten des Rätikongebirges, es zeigt aber nicht wie das
St. Antönierthal
(Schanielabach), oder das Samina-, Gamperton- und Brandnerthal der nördl. Nebenketten auch eine mittlere
Thalstufe ausgebildet.
Die untere Thalstufe des Taschinesbaches ist eine Schluchtenge, in der das wilde
Wasser zwischen dunkeln
Schieferfelsen hervorbricht, die auf der
W.-Seite hoch hinauf reichen und oberhalb
Grüsch-Schmitten die malerischen Ruinen
der Burg
Solavers tragen. Von diesem Ausgang an wendet sich der Bach, einen breitgedehnten Schuttkegel bildend, nach WSW.
und ist auf dieser, früher häufig von ihm verwüsteten Strecke korrigiert.
HinterGrüsch und unterhalb
Seewis strömt das Wildwasser auf eine Strecke von etwa 4,5 km in s. Richtung bis zur Mündung des
Valsertobels, und zwar ist
das Thal auf diesem ganzen
Wege wild und tief durchschluchtet, ohne Thalboden; das Gefälle beträgt hier etwa 8,5%. Von O.
her mündet auf dieser Strecke das wildzerrissene
Munttobel ein.
Weiter westl. kommen der Jesbach aus den
MaienfelderAlpen
(Stürvis) und der Wallobach aus denSeen des
Fläscherthals. Durch den Taschinesbach wird also fast die ganze
S.-Seite des Falkniskette und des Alpsteingebirges
(Scesaplana)
entwässert. Es ist dieses in ganz entgegengesetzte Gebirgspartien hinauf und hinüber greifende Sammelgebiet an Fläche
ungefähr so gross wie das des weit verästelten
Schraubaches von
Schiers im Gebiet des mittlern und östl.Rätikon.
Die Gesamtbreite des Einzugsgebietes des Taschinesbaches beträgt auf der Linie der beiden obersten Quellthäler vom Fläscherfürkli
bis unter
Lünereck hin etwa 14 km.
Die oberste Thalstufe, die hier unmittelbar auf die lange und enge Schluchtenreihe hinterm
Ausgang folgt, ist ein von mehrern Hochthälchen durchschnittenes Gehänge und bildet in ihren Verzweigungen
(z. B.
Fläscherthal und Jes) freundliche kleine Mulden mit Alpweiden. Die
Alpen im westl. Zweiggebiete gehören
Maienfeld und
Fläsch, diejenigen unterm
AlpsteinSeewis und
Fanas an. Auf den Terrassenhängen des vordern Thalteils breiten sich
Maiensässe
und
Heuberge aus.
Stürvis (1590 m), jetzt Alp, soll vor Zeiten von über einem Dutzend Walserfamilien bewohnt gewesen
und im Beginn des 16. Jahrhunderts verlassen worden sein; Sererhard (1716) sah noch Beste des ehemaligen
Kirchleins.
Ueber der
mitten
im Wald und unter zerrissenen Felsenstufen gelegenen Wiesenoase von
Ganey (1300 m) fliesst eine schwache, Schwefelwasserstoff
führende
Mineralquelle. Es bestand hier ein
Schwefelbad, von dem eine Beschreibung aus dem Jahr 1649 existiert
und dessen Mauerreste noch heute nicht ganz verschwunden sind. 1742 wurde das
SchwefelbadGaney renoviert, aber 1799 durch
österreichische Truppen zerstört. Zu beiden
Seiten des vordern Taschinesbaches, sowie in den grössern Seitenthälern und
meist auch noch im Beginn von deren obern Verzweigungen dehnt sich dunklerWald aus, der zusammen eine
imposante Fläche ausmacht und in dem der Edelhirsch seit mehr als 2 Jahrzehnten ansässig ist.
Der Taschinesbach ist von seiner Schluchtmündung unter dem Burgfelsen von
Solavers an in (wie es scheint) meist eozänen
Flyschschiefer (und Lias) eingeschnitten; der obere Teil des
Valsertobels (Alp
Vals) verläuft in Flysch,
der zur Hauptsache aus Sandsteinen besteht, und ein Teil der obern Seitenzweige des Stranges in der Falkniskette in Kalken,
Schiefern und Breccien des Tithon oder obersten Malmkalkes, sowie auch des Flysches der untern Kreide. Die beiden letztern
Schichtkomplexe aber finden sich in ostalpiner Ausbildung, wie Th. Lorenz gezeigt hat.
Kreide und Tithon sind von N. her über den Tertiärflysch geschoben. In der Gegend von
Ganey, am
Jesfürkli etc., wie übrigens
im ganzen Gebiet findet man Versteinerungen, besonders Fucoiden; Steinmann fand Radiolarien, Foraminiferen und Apiocrinus
Stielglieder in Jes (Tithon), Th. Lorenz Orbitoides am
Cavelljoch, Orbitulina lenticularis und Siphoneen in Jes
und an der
Grauspitz (untere Kreide). Grossartige Erosionswirkungen in den tonigkalkigen, tonigen und blätterigen Schiefern
in der Schluchtenreihe des vereinigten Wildwassers, im
Munttobel und am Hang der «Töbel» unter der Hochterrasse Sannalada
bei
Ganey.
Das auf der
EngadinerSeite am
Pass liegende Gletscherfeld dehnt sich
zwischen den drei genannten Bergspitzen der
Silvrettagruppe aus, dann betritt man den Fimbergletscher
und gelangt in den Quellkessel der
AlpenFenga, die den Gemeinden
¶
Quellthal des Val Lavér. Zwei kleinere Gletscherfelder ziehen sich von den Kämmen und Jochen des Piz Tasna
auf die N.-Seite hinab, von denen das ö. der Vadret davo Lais ist und das westl., grössere zu der 1,2 km weiter n. gelegenen
Fuorcla Tasna sich absenkt. Gegen den Piz Faschalba zu liegen mehrere kleine Hochseen, darunter der Lai
da Faschalba. Hauptgesteine sind Kalksandsteine, Kalksandschiefer und Crinoidenbreccien der mesozoischen Schieferreihe der
linken Gebirgsseite des Unter Engadin. Im O. und S. ruhen die oft mauerartig hinreichenden und turmgleich aufstrebenden Schieferbänke,
die in der letztern Richtung noch über den Gratpunkt 3042 m hinaus reichen, auf mächtigen Serpentinmassen,
die sich weit gegen Muot da Lais hinabziehen, den Piz Nair ganz und die NO.-Ausläufer des Piz Minschunstockes, wie denPiz Champatsch
aufbauen helfen, einen Teil von Val Tiral und die Fuorcla Champatsch (2733 m) im SO. des Tasnastockes zusammensetzen und überhaupt
in diesem Gebiete eine Verbreitung gewinnen, wie sie nur vom Serpentinrevier zwischen Klosters und Davos
in Graubünden
übertroffen wird. Der Piz Tasna wird von Ardez durch Val Tasna und Val Urschai mit Führer gefahrlos in 6 Stunden, sowie
auch von der Jamhütte im Jamthal und von der HeidelbergerHütte im Fimberthal aus erstiegen und gewährt eine imposante
Fernsicht.
Im Hintergrund spaltet sich das Thal in die Quellarme Val Urezzas und Val Urschai, von denen das nach
W. gewendete erstere in die Berg- und Gletscherwelt der Jamthalergruppe, das östlichere Val Urschai dagegen in die Gipfel
und Eisfelder des Augstenbergs und des PizFaschalba-Piz Tasna hinaufgreift. Val Tasna ist von der Mündung
am Inn in 1260 m bis zur Thalgabelung (etwa 2000 m) 6,3 km lang und besitzt auf dieser Strecke ein Gefälle von etwa 12%.
Von der Mündung bis an den nördl. Granitrand bei 1712 m beträgt das Gefälle 16,1%, von letzterm Punkt
bis zur Thalgabelung unter der Alp Urezzas 8,2%. Der Ausgang des Val Tasna bei Punt da Tasna an der von Ardez nach Schuls führenden
Landstrasse ist ein wildes, teils felsiges und teils schuttiges Tobel, von dessen östl. Gehängeseite ein kleiner Zufluss
durch das Rutschgebiet von Suat Duas herabkommt.
Weiter nördl. erweitert sich das Thal und trägt neben Waldstreifen beiderseits reiche Alpweiden; zur Linken breitet sich
die Ardezer Alp Tasna (1899 m) und höher rechts die Fetaner Alp Laret (2185 m) aus. Es folgt das z. T. schuttige flache Thalstück
mit den Prada Tasna, worauf bei den Alphütten der Alp Valmala (1982 m) das Bett durch die Schieferfelsen
der Seiten sich stark verengt und die oberste Thalstufe beginnt; darüber dehnt sich zur Linken die Alp Urezzas, die wie ValmalaArdez angehört.
Die Wälder und Weiden
der östl. Thalseite sind Gebiet der Gemeinde Fetan. Herrliche Quellen in den Alpen
Tasna und Valmala, bei der Thalgabelung unter Urezzas und in Urschai. Die Gebirgsumrahmung des Hintergrundes mit seinen Gletschermassen
ist grossartig-schön, die Aussicht beim Austritt aus dem Thal wie von der obern Strasse des Plateaus von Ardez und des Gebirgshanges
gegen Fetan auf das Innthal und die in dessen S. ragenden Gebirge recht bemerkenswert. Die Hauptwege des
Val Tasna führen von der Säge an der O.-Seite des Baches über die Prada oder kurz vor der Säge am westl. Bachufer unter der
Alp Tasna hin nach der Alp Valmala.
Die Kalktonschiefer und Kalksandsteine reichen auf der westl. Thalseite über den Muot del Hom bis Ardez
herab; am linken Gehänge erscheinen sie, von N. an gerechnet, nicht einmal bis in die Thalmitte, worauf der Zweiglimmergneis
der Alp Laret auf eine Länge von 1,2 km bis an den Rand des Baches heranreicht und von Punkt 1712 m der grüne, dem Juliergranit
ähnliche Tasnagranit zu beiden Seiten des Bergflusses auftritt und auf der O.-Seite im Wall des Sass Majur
und Clüs sich zu Höhen von 2012 und 2098 m erhebt.
Die Schiefer sind entweder graue, versteinerungsleere Engadinschiefer des basalen Gebirges oder Kalkschiefer, Kalksandsteine
und Breccienbänke der mesozoischen Schichtenreihe (Lias und wahrscheinlich auch Kreideflysch). Der ansehnliche
Granitstock des Val Tasna erreicht im vordern Drittel des Thales die grösste horizontale und vertikale Verbreitung und reicht
über das Plateau von Ardez sw. bis über den Inn und in den Vordergrund des Val Sampuoir. Da er wieder auf der Felsenschwelle
hoch über der Gabelung des Val Tasna aus den Schiefern hervorbricht, kommt dem Granitstock von Ardez-Val
Tasna eine Längenausdehnung von etwa 9 km zu. Lappen- und apophysenartig dringt er auch in die Gesteine des Muot del Hom
und in das Minschungebiet ein.
Serizitquarzite und -phyllite von ähnlicher chemischer Zusammensetzung, wie er sie selbst aufweist, begleiten ihn häufig.
Ganz im Vordergrund des Thales trifft man noch Quarzporphyr, Serpentin und alle Engadinschiefer (mit Gips
bei Punt da Tasna und unter Ardez), und endlich erscheinen auf dem landschaftlich malerischen Plateau von Ardez neben ältern
und jüngern (diabasischen) Eruptivgesteinen, Serizitquarziten etc. noch mächtige verbrochene Massen von Steinsberg- oder
Liaskalk, der in gar keinem Verband mit den zahlreichen Gesteinsarten der Umgebung steht und darum bei
Ardez die Reste eines zusammengebrochenen Gebirges darstellen muss. Ueberhaupt ist der geologische Aufbau dieser Landschaft
ein ungemein komplizierter. Auch für den Botaniker ist Val Tasna ein dankbares Gebiet (z. B. Cortusa Matthîoli, Chenopodiumfoliosum, Thalictrum minus, Dracocephalum austriacum,Asplenum germanicum, Sparganium simplex, Ranunculussceleratus bei Ardez), desgleichen findet der Entomologe reiche Ausbeute.