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In unterschiedlichen Communitys und Ländern ist sexualisierte Gewalt ein entscheidender Faktor für die Übertragung von HIV, aber auch indirekt als Risikofaktor bedingt durch posttraumatische Belastungsstörungen.
Ist Gewalt eine Sollbruchstelle für HIV? Die kurze Antwort ist ja, so Ndumiso Madubela, Präventionsexperte NACOSA aus Südafrika. Die Gewalt gegen Frauen und Kinder führt in Südafrika – und anderswo – zu einer Zunahme der sexualisierten Gewalt. Bis zu 50% aller Frauen in Südafrika werden in ihrem Leben einmal vergewaltigt. Mit dem Präventionsprogramm «Nein heisst Nein» werden Jungs und junge Männer zwischen 10 bis 24 Jahren ausgebildet und trainiert darin, Zirkel der Gewalt zu erkennen und durchbrechen.
Lucie Cluver, Professorin für Sozialarbeit an der Universität von Oxford, zeigte in einer Kohortenstudie auf, wie die Adhärenz bei Menschen mit HIV abnimmt. Gut 2/5 der Studienteilnehmer:innen haben sexuelle oder häusliche Gewalt erlebt. Wer von ihnen weder sexuelle noch häusliche Gewalt erlebt hat, hat eine Chance von 72%, die Medikamente korrekt einzunehmen. Wer sexuelle und häusliche Gewalt erlebt, nur zu 38%. Auch Salome Kuchukhidze, Epidemiologin an der McGill University in Montréal, konnte in ihrer Metaanalyse nachweisen, dass die häusliche Gewalt mit höherer HIV-Inzidenz und schlechterer Adhärenz zusammenhängt.
John Mark Wiginton, Forscher an der San Diego State University, zeigte in einer Studie, dass MSM in den USA überproportional von Gewalt betroffen sind. Knapp 50% dieser Gewalt begründet sich in Homonegativität anderer Personen. Das führt zu einem höheren Risiko für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD), besonders bei Jugendlichen – was wiederum zu HIV-Risikoverhalten führt. Es empfiehlt sich, psychosoziale Beratung, PTSD-Interventionen und Beratung zu sexueller Gesundheit zu kombinieren. Weniger bekannt ist der Umfang und die Folgen von häuslicher bzw. Partnergewalt in schwulen Beziehungen. Hier ist dringend Forschung nötig.