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Das erste Ereignis, das es ermöglichte, Marguerite Bays seligzusprechen, war ein Wunder am Berggipfel Dent-de-Lys im Jahr 1940. Die wundersame Rettung eines Mädchens nach einem Traktorunfall 1998 ermöglichte das Heiligsprechungsverfahren.
Am 25. März 1940 beschloss Auguste Davet, Priester in Chavannes-les-Forts, einen Ausflug zur Dent-de-Lys zu unternehmen, einem der steilsten und gefährlichsten Gipfel der Freiburger Voralpen. Als guter Kenner der Berge nahm er seine 24-jährige Nichte Marguerite mit auf die Tour, weiter Louis Aubert, einen Ministranten seiner Pfarrei, und Marcel Ménétrey, einen 19-jährigen Mann aus La Pierraz, dem ehemaligen Wohnort von Marguerite Bays. Gegen 14 Uhr erreichte die Gruppe den Gipfel. Die Aussicht war grossartig, die Stimmung trotz der Müdigkeit bei allen gut. Um 16 Uhr war es Zeit, mit dem Abstieg zu beginnen. Marcel, der diesen Berg erstmals bestieg, zeigte sich sehr beeindruckt. Er vertraute sich leidenschaftlich dem Schutz von Marguerite Bays an. In einer Felswand rutschte das Mädchen aus, fiel ins Leere und zog Louis Aubert und Auguste Davet mit nach unten. Marcel Ménétrey sah den Priester etwa 50 Meter in die Tiefe stürzen. Er klammerte sich an das Seil, bereit, ebenfalls zu Tode zu stürzen. Plötzlich aber riss das Seil drei Meter vor dem jungen Mann. Ein Schrei entrang sich seinem Mund: «Danke, Marguerite Bays!»
Das zweite Wunder, welches zur Heiligsprechung führte, geht auf ein Ereignis im Jahr 1998 zurück. Am 6. März fuhr Norbert Baudois, Landwirt in Siviriez, mit seiner Enkelin Virgine, deren älterer Schwester und Cousins los, um Arbeiten entlang der Strasse auszuführen. Virgine, 22 Monate alt, sass auf dem Traktor. Plötzlich fiel sie hinunter und geriet unter die Hinterräder des schweren Fahrzeugs. Der Landwirt beeilte sich, ihr zu helfen. «Ich dachte, sie sei tot, aber sie fing an zu stöhnen. Und dann kam es einfach aus dem Herzen, direkt aus dem Herzen, ich sagte: Danke, Marguerite!» Das Kind wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Die Untersuchungen zeigten, dass sie nur wenige Kratzer hatte, alle Organe waren intakt. Ein Arzt sagte damals: «Es ist ein Wunder!»