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länge des Viaducte 228",8. Die Brücke liegt außer in der starken Steigung von 1:9,73 noch in einer Curve von 621" Radius. Der eiserne Oberbau enthält 4 schmiedeeiserne Gitterträger von sehr leichter Construction, 1",37 hoch. Die Gurtungen der beiden mittleren Träger find 381"* breit, in den Mittelfeldern 16mm, an den Enden 6áma ftark, bie Winkeleisen 152mm breit, 127mm hoch und 16mm did, in den beiden äußeren Trägern haben die Gurs tungen 330Breite und 19** Dide; die Laschen auf den Stößen derselben find 1",22 bis 1",87 lang und 64mm starf. 'Die Gitterstäbe, welche in je 1",29 Entfernung von einander angebracht sind, haben je nach ihrer Inanspruchnahme berschiedene Querschnitte; die auf Druck in Anspruch genommenen sind Winkeleisen, deren Breite zwischen 178mm und 152mm, und deren Höhe zwischen 89mm und 76** bei einer constanten Schenkelbide von 13m variirt; die auf Zug in Anspruch genommenen Stäbe dagegen sind Flacheisen, und liegen deren Dimensionen zwischen 102mm Breite bei 13mm Dicke und irgeam Breite bei 220m Dicte.
Die Mittelpfeiler bestehen aus Gruppen von je 8 hohlen gußeisernen Säulen, in mehreren Etagen von 3* Höhe über einander angeordnet, durch schmiedeeiserne Diagonalstangen von 102Breite, 13m Dicke, und durch Flanschen mit 1 zölligen (26mm) Schrauben an den Stößen unter einander verbunden. Die unteren Säulen ruhen auf gußeisernen Schuhen bon 0",9 Durchmesser, welche mit Steinshrauben von 51" Stärke auf den als Unterlage dienenden großen Steinblöcken von 0",6 Dice befestigt sind. Das übrige Fundamentmauerwerk besteht aus regelrecht bearbeiteten Bruchsteinen in Schichten von 406mm Höhe. Die gußeisernen Schuhe find am Fuße jedes Mittelpfeilere durch einen 381*** hohen gußeisernen Rahmen unter einander verbunden, und ein ähnlicher Rahmen befindet sich auf dem Kopfe jedes Pfeilers, wobei die Oberfläche des legteren Rahmens geneigt ist, entsprechend der Neigung der ganzen Brücke. Die Schienen liegen auf hölzernen Langschwellen. Die 4 inneren Säulen eines jeden Mittelpfeilers stehen senkrecht; die 4 äußeren convergiren etwas nach oben, und zwar ist die Neigung je nach der Höhe der Pfeiler verschieden.
R. 3.
Dieser Tunnel erhält auf je 300" Länge zu jeder Seite eine kleine Kammer, hauptsächlich als Depots für Arbeits- und Lebensbedürfnisse für die bei der Bauausführung thatige Mannschaft dienend. Die Aushöhlung für den Tunnel, welcher von beiden Enden vor: getrieben wird, beträgt 1",98 im Durchmesser; die gewonnene Erdmasse wird auf kleinen, von Maulthieren auf einer Schienenbahn gezogenen Transportwagen durch die fertigen Lunnelftreden nach den Schächten gezogen und hier gehoben und beseitigt, und zwar werden täglich vom Landschachte aus 4",6, vom Seeschachte aus 3 Lunnelstrede ausgehoben und ausgemauert, wobei in drei Schichten zu 8 Stunden gearbeitet wird. Die Ventilation fonnte auf die ersten 600“ an jedem Ende durch Wärmeentwidelung hins reichend hergeftellt werden; dann aber wurden Ventilatoren von 1",22 Durchmesser erforderlich, welche die Luft, auch die zuweilen massenhaft fich entwickelnden Gase vermittelft Möhren aus dem hinteren Tunnelenbe aufsaugen. Zum Einlassen des Waffers in den Seeschacht dienen demnächst 3 Deffnungen, welche in dem eisernen Cylinder in einer Höhe von resp. 3", 6m und 7",6 über dem Seeboden angebracht und verschließbar sind. Der Tunnel wird bei 0,6 Wasserdruck eine Wassermenge von 854 Millionen Liter, bei 29,5 Druck 161 Millionen und bei 5*,5 Druck 2564 Millionen Liter liefern. Die Roften des ganzen Werkes find zu 200,000 Dollars (275,000 Thlr.) veranschlagt, und wird diese Summe vorausfichtlich nicht überschritten werden.
Mit dem Senken des Landschachtes ist am 17. März 1864, des Seeschachtes am 24. Juli 1865 begonnen, und waren im Juni 1866 vom Uferschachte aus 1970", vom Seeschachte aus 369" Lunnelstrede bollendet.
R. 3.
'
Junnel unter dem Michigan-See. Ueber den schon Bd. IX, S. 80 kurz erwähnten Tunnel unter dem Michigan-See, welcher den Zweck hat, der Stadt Chicago gutes, trinkbares Wasser aus der Mitte des Seees zuzuführen, geben wir nachfolgend noch einige genauere Notizen, die wir mit Benußung der Zeitung des Vereines deutscher Eisenbahnverwaltungen" (1867, Nr. 2, S. 22) und unter Zugrundelegung von Metermaß dem , American Railroad - Journal“ entnehmen.
Zur Erreichung des oben erwähnten Zweckes ist im See, 3,22 Rilomtr, vom Ufer entfernt, ein Schacht abgeteuft, in welchen das Wasser eingelassen und Todann durch den unter dem Seeboden nach dem Ufer geführten Tunnel nach einem Dort befindlichen Schachte geleitet wird. Legterer bildet das Neservoir, aus welchem das Wasser durch Pumpwerke entnommen und in die Stadt geleitet wird, und besteht, auf 9“,14 Höhe von oben gerechnet, aus einen 24,74 im Durchmesser haltenden Cylinder aus 57ftarken Eisenplatten, welcher in 3 Schichten à 3m hoch durch den oberen wafferhaltigen Boden bis auf den festen Unterboden, bestehend in hartem und vollftändig trockenein blauein Shone, hinabgesenkt ist. In diesem ist der Schacht mit Ziegelsteinen 305 mm did auøgemauert bis zu einer Tiefe von 26",67 unter dem oberen Schacht rande oder 23",16 unter dem Seespiegel. Für den Seeldjacht ist ein fünfecfiger Senffaften von 25“,3 äußerem und 10% innerem Durchmesser zum Schuße des Schachtes gegen Seeftürme versenft. Derselbe hat eine Höhe von 12”,5 bei 10",67 Waffertiefe, ift inwendig und auswendig sorgsam falfatert und mit Steinen ausgefüllt; er enthält ca. 17,000 laufende Meter Verbandholz, 4000 Ctr. eiserne Bolzen und 140,000 Ctr. Steinmaterial. Oben auf dem Sdachte befindet fich ein Gäuschen zur Beherbergung von 45 Arbeitern nebst Vorräthen und Materialien für die Eiszeit. In diesem Senffasten ist der Schadt felbft, ein Gisencylinder wie der Landschacht, versenkt und dieser sodann durch einen Brunnen aus Ziegelftein untermauert, welcher bis 99,5 unter dem, auch hier aus feftem blauen Shone bestehenden, Seeboden hinabreicht.
Beide Schächte werden durch einen Tunnel verbunden, welcher bei einem Durchmesser von 1",52 im Lichten auß zwei Ziegelsteinringen von zusammen 2289 Stärke kreisförmig gewölbt wird und einen Fall von 3" vom Seeschachte bis zum Landschachte hat.
Eisenbahnwesen. Le matériel roulant des chomins de fer au point de vue du comfort et de la sécurité des voyageurs. Moyens d'intercommunication proposés pour permettre aux voyageurs de tous les compartiments et aux conducteurs des trains de communiquer entre eux pendant la marche, par Ern. Dapples Ingénieur. 8. 31 S. Lausanne. Société Vaudoise de typographie. 1866.
Wiederholte Unglüdsfälle auf Eisenbahnen haben in neuerer Zeit stattgefunden, weil die Reifenden, in den Wagen eingesperrt, nicht im Stande waren, sich Hülfe zu verschaffen. Dieser Ums ftand hat zu der vorliegenden Schrift Anlaß gegeben. Hr. Dapples bespricht darin die verschiedenen in Vorschlag gebrachten Mittel zur Herstellung der Coinmunication zwischen den Reisenden unter fich und dem Zugpersonal.
Bei den Wagen nach amerikanischem Systenie besteht diese Verbindung, da bekanntlich ein Gang burd, die Mitte des ganzen Zuges geht, der ohne Gefahr von den Reisenden betreten wird, und welchen die Conducteure, zur Besorgung ihres Dienftes, regels mäßig benußen. Nicht fo verhält es fich bei dem englischen Wagenfyfteme. Bei verschiedenen Bahnen find wohl durchlaufende Iritte angebracht; barauf verkehren die Beamten, wenn auch mit Lebenga gefahr; für das Publicum bagegen find fie unzugänglich. In der Hegel findet fich nicht einmal diese Einrichtung, und die Personen in einer Wagenabtheilung bleiben, von einer Station zur anderen eingesperrt, fich selbst überlassen, ohne Hülfe bei Raubanfällen oder Feuergefahr.
Man fragt fich dabei: ja warum wird denn das amerikanische System nicht überall eingeführt? Dagegen sprechen vor allem aus die großen Kosten für Umänderung der vorhandenen Wagen oder, wenn man fte sparen wollte, die Schwierigkeiten für den Betrieb bei Vermischung beider Arten. Dazu kommt, daß die englischen Wagen gegenüber den amerikanischen auch ihre Vorzüge haben. Dem Reisenden gewährenfte die Annehmlichkeit ungestörten Uufenthaltes, wenn er einmal seinen Plaß im Coupé eingenommen hat, was insbesondere bei Nachtfahrten von Werth ift; kleinere Gesellschaften finden sich leichter zusammen, und, was die Eisenbahnunternehmungen besonders berücksichtigen: die Wagen sind kleiner und auch in ihrer Construction für die Composition Der Züge besser geeignet. Von ørn. Krauß, Befißer einer Maschinenwerkftätte in München, früher Maschinenmeister der schweiferischen Nordostbahn, ist ein Wagensystem vorgeschlagen worden, welches die Vorzüge des englischen und amerikanischen, soweit möglich, verbindet. Dasselbe hat auf der Linie Zürich-Luzern Anwendung gefunden und bewährt fich vollkommen. In der schweis zerischen polytechnischen Zeitschrift" (1865) finden fich hierüber nähere Angaben.
Um die Gefahren, welche den Reisenden in den Wagen enga lischen Syfteines broben, zu beseitigen, find verschiedene Vorschläge gemacht worden. In England und Frankreich hat man, zur Beurs theilung dieser Projecte, besondere Commissionen aufgeftellt. In beiden Ländern ist man zur Ueberzeugung gekommen, daß die Hera stellung directer Verbindung unmöglich sei, und daß man fich, zur Sicherheit der Reisenden, auf Signale beschränken müsse; denn der Verkehr an der Außenseite der Wagen sollte nicht ftattfinden, weil er gefährlich ist, und Spiegelvorrichtungen, so gestellt, daß die Conducteure von ihren Sißen aus alle Coupés beobachten fönnen, werden praktisch kaum ausführbar sein; abgesehen von der Schwierigkeit, dieselben auch bei Nacht und bei schlechtem Wetter brauchbar zu machen und von der Unannehmlichkeit, welche den Reisenden damit bereitet würde, wenn inan fte von einer Stelle aus beobachten wollte, welche fte selbst nidt fehen fönnen. Signale jehr verschiedener Art find denkbar, und die betreffenden Einrichtungen lassen fich ohne Schwierigkeit mit den Wagen in Verbindung bringen. 3. B. einfache optische Signale auf den Verbeck, pneumatische oder elektromagnetische Vorrichtungen, Röhrenleitungen für akustische Signale. Alle miteinander sind gefährlich, weil Mißbrauch derselben durch das Publicum nicht zu verhindern ist, und dazu kommt die Unmöglichkeit, diefen Zeichen beständig genügende Aufmerksamkeit zu schenken. Die Conducteure müßten ihre wichtigeren Dienstobliegenheiten versäumen, wenn fte Sicherheit dafür geben wollten, daß die Zeichen vorkommenden Falles bemerkt werden.
Hr. Dapples fommt, in Erwägung der beidseitigen Vorund Nachtheile, zu dem Schluffe: baß es wünschbar wäre, allmälig das modificirte amerikanische Systein allgemein einzuführen, und die in seiner Schrift enthaltene Begründung ist aller Berücfichti
A. P.
gung werth.
Maschinenbau. Zeichnungen von ausgeführten, in verschiedenen Zweigen der Industrie angewandten Maschinen, Werkzeugen und Apparaten neuerer Construction. Für Technifer, sowie zur Benußung in technischen Schulen bearbeitet von 3. $. Rronauer, Professor ber mechanischen Technologie am fchweizerischen Polytechnicum in Zürich. IV. Band. 6. Lieferung. (Preis 11 Thlr.) Zürich, 1866. Verlag von Meyer und Zeller.
Die vorliegende Lieferung dieses bereits Bd. VIII, S. 348 d. 3. besprochenen, periodisch erscheinenden Werkes enthält auf Blatt 26 bis 28 Maschinen zum Zetteln und Aufbäumen seidener Retten.
Taf. 28 giebt die vollständige Zeichnung einer kleinen Pumpens anlage mit Tohwebenden Wasserrade. Da hier einer Niveaudifferenz des höchsten und tiefsten Wasserstandes von 3 Rechnung zu tragen war, und es durchaus nicht darauf anfam, die borhandene Wasserkraft rationell auszunußen, 10 wurde (für die Hauptwerkstätte der schweizerischen Centralbahn in Olten) ein fleines unterschlächtiges hölzernes Wasserrad gewählt, welches, am Ende eines doppelarmigen Hebels gelagert, dem verschiedenen Niveau ensprechend eingestellt werden kann. Das andere Hebelende trägt Gewichte zum Übbalanciren.
Von der Wasserradwelle aus auf bic in der Hebelare anges brachte Zwischenwelle und von hier aus auf die Vorgelegswelle der Pumpe geschieht die Bewegungsübertragung mittelft Gelents fetten. Das Wasserrad und seine Befestigung find specieller des taillirt, und ist die ganze Anlage in ihrer Eigenthümlichkeit ins
.
Laf. 30 giebt endlich die Disposition einer Ghmann'schen Gatterjäge, aus welcher verschiedene Eigenthümlichkeiten dieset Construction ersichtlich werden. Genauere Detailzeichnungen waren dem Serausgeber nicht zu liefern gestattet.
Die Ausführung der sämmtlichen Zeichnungen im Stich ift die bekannte vorzügliche, und der zugehörige Zert in der Bes schreibung der Figuren recht vollständig.
R.
fammler8 *), Bb. X, S. 478 6. 3., nahmen wir die Gelegenheit wahr, das Grundfäßliche seiner Wirksamkeit hervorzuheben und eine kurze Beschreibung des auf demselben Principe beruhenden Field'schen Ressels zu geben. Bei der Wichtigkeit für die Praris, welche diesen Dampfkesseln unstreitig beizumessen ist, glaubten wir, es nicht verabfäumen zu dürfen, folgende nähere Beschreibung dem „Portefeuille économique des machines (September, 1866) zu entlehnen.
Der Field'iche Reffel nach der Construction von Chapmann in Paris, wie er auf Laf. XII, fig. 1 bis 6 gezeichnet ist, befteht aus einem verticalen cylimbrischen Reffel, in teffen Innerem ftch eine von Wasser umgebene Feuerbuchse befindet.
Der Deckel der Feuerbuchse ist mit ziemlich nahe aneinander gereihten und leicht conisch gearbeiteten Löchern versehen, in welche Röhren von Schmiedeeisen oder Kupfer eingehängt werden und zwar von folcher Länge, daß fte in einer bestimmten Entfernung von dem Roste bleiben. Die Röhren find unten geschlossen.
In diese ersten Röhren werden andere, an beiden Enden offene Röhren von etwa der halben Weite eingehängt, welche um einige Centimeter von dem Boden der ersteren entfernt bleiben. Ihre obere Deffnung erweitert fich trichterförmig, und fte find in den äußeren Röhren frei beweglich mittelft zweier kleiner Lappen aufgehängt (Fig. 2 und 3), so daß die kleinen Trichter einige Centiineter über den oberen Rand der äußeren Röhren hervorragen.
Es entsteht durch diese Anordnung zwischen den beiden Röhren ein ringförmiger Raum, in welchem fich das Wasser frei bewegen kann.
Sobald beim Anheizen des Ressels die Wärme die Wandungen bes äußeren Rohres burchdringt, erhißt fich das in dem ringförmigen Raume enthaltene Waffer, dehnt sich aus und wird leichter als vorher, während die in der inneren Röhre enthaltene Wassersäule ihre ursprüngliche Temperatur noch beibehält.' Dies felbe brüdt demnach das in dem ringförmigen Raume enthaltene wärmere Wasser nach oben, nimmt dessen Stelle ein, um sich ebenfalle zu erwärmen und anderen fälteren Wassertheilchen, welche in dem mittleren Rohre niedergeben, Plaß zu machen.
Diese Bewegung nimmt stetig an Geschwindigkeit zu, bis alsbald das ganze Wasser des Kessels ben Siedepunkt erreicht hat, und Dampf sich zu bilden anfängt. Dann beginnt in Folge des sehr verschiedenen specifischen Gewichteg der beiden Flüfftgkeitssäulen Die Circulation eine noch viel beschleunigtere zu werden. In Röhren von 1",20 Länge, wie ste gewöhnlich angewendet werden, beträgt die Geschwindigkeit des Wassers ungefähr 4* pro Secunde, und der Strom ist stark genug, um feines Bleischrot mit in die Höhe zu reißen. Die ganze Wassermaffe (5000 Pfb.) eines 80 pferdigen Reffels foll nach angestellten Beobachtungen die Röhren des Kessels in wenigen Secunden durchlaufen.
In Bezug auf Brennstoffverwerthung bietet die Refselconstruction nun bebeutenbe Vortheile dar, weil man ein kräftiges Feuer unterhalten kann, und die abziehende Feuerluft, wegen der schnellen Wärmeabsorption durch das bewegte Wasser, doch nur mit geringerer Temperatur abzieht, und die Röhren bei ihrem geringen Durch messer und innerem Drucke nur einer unbedeutenden Wandstärke bedürfen. Auch befördert das Durchziehen der Flamme zwischen den vielen Röhren eine möglichst volftändige Verbrennung.
Die in Rede stehende Resselconstruction ermöglicht audy in hohem Grade eine große Heizfläche bei möglichst geringer Inans spruchnahme von Raum. Heutigen Tages ist nämlich Raumersparniß eine faft unerläßliche Bedingung für Dampfkesselanlagen geworden, so namentlich in Städten, hauptsächlich aber für locomobile und Schiffsfeffel. Andererseits ist es häufig wünschengiperth, in vielen Fällen fogar nothwendig, möglidift rasch Dampf zu haben; so bei den Maschinen der Dampffeuersprigen.
in dieser Hinsicht find nun die Röhrenfeffel ben gewöhnlichen Reffeln mit Siebern bedeutend überlegen, werden aber von dem Field'ichen Gefiel noch übertroffen, und folgen hier beispielsweise die Abmessungen eines folchen Resfels für 80 Pfrdft. und eines solchen für 25 Pfrbst., also eines größeren und eines kleineren, als der in Fig. 1 bis 6, Iaf. XII, bargestellte.
teressant
.
Field'scher Röhrenkefsel von 50 Pfroft. (Hierzu Figur 1 bis 6, Tafel XII.)
Am Schlusse der Beschreibung des Correns'schen Schlamme
*) Diese Vorrichtung bewährt sich, wie wir mehrseitig in Erfahrung zu bringen Gelegenheit hatten, sehr gut. Jedoch foù sich als zweđmäßig erwiesen haben, die Scheibewände über den Host hinaus bis auf der Kesfellänge reiden zu lassen.
11,981, 21,642, 46"2,9, 0",057, 09,051, 0o,003, 0,025,
289;
0,700,
Bei dem 80 pferdigen Refsel beträgt
der äußere Durchmesser
die Anzahl der Röhren bei dem 25 pferdigen Refsel ist
der äußere Durchmesser
1TM
", 400. Legtere sind die Abinessungen des Kessels für eine von Gebr. Merry weather in London construirte Dampffeuersprige, wie fte auf der Cölner landwirthschaftlichen Ausstellung ausgestellt waren, und deren Sotalgewicht mit gefüllten Kessel nur 3460 Zollpfb. betrug. Bei dieser Maschine brauchte man, vom Anzünden des Feuers an gerechnet, 7 Minuten 28 Secunden, um aus Speisewasser von 6 bis 7° C. Dampf von 64 Atmosphären Spannung zu erzeugen.
Auf derselben Ausftellung warf die Maschine Sutherland aus einer 41mm weiten Deffnung einen Wasserstrahl von 55" Höhe, und der zu dieser Leistung nothwendige Ressel hatte nur einen Durdhmeffer von 0”,95 und 1",40 Höhe, während die ganze Maschine im Zustande der Arbeit 6000 Þfd. wog. Um diese Resultate zu erreichen, hat man die Anzahl der Röhren vergrößert und die Abmessungen der übrigen Reffeltheile verkleinert. Die Wasserwand um den Refsel ift fortgelassen worden, und dafür den Röhren ein geringerer Durchmesser gegeben; die äußerste Reihe derselben vertritt gleichsam die Wasserwand, nur daß fte eine bedeutend größere Heizfläche liefert.
In gleicher Weise hat die Anbringung der Field'schen Röhren bei Resseln mit innerer Feuerung, nach in England angestellten Versuchen, recht zufriedenstellende Resultate gegeben. Es wurden dabei zwei ganz gleiche Cornwallfefsel benuşt, mit derselben Roble gefeuert, mit demselben Wasser gespeift und von demselben Heizer bedient; der eine dieser Kessel war mit 36 Stück Field'scher Möhren versehen. Die Versuche ergaben folgende Resultate.
Cornwallfefsel : Röhrenfeffel:
76 Stunden. Verdampftes Wasser 187,680 Pfo. 207,600 Pfb.; woraus fich eine Brenninaterialersparniß von 13 pct. berechnet.
Durch Versuche ist ferner nachgewiesen, daß fich an einem Kessel während 21 jährigen Betriebes, welcher Tag und Nacht ohne Unterbrechung fortging, feine Reffelsteinablagerungen gezeigt haben, auch keine Reparatur ber Röhren nothwendig geworden ist.
Diese Frage ist von hoher Wichtigkeit, denn der schwache Punkt aller Ressel ist die Bildung dieser Niederschläge, welche die Wärmeleitungsfähigkeit und in Folge dessen die Leistung des Reflelo verringern und ihn allen den schädlichen Folgen der Verlegungen bei häufigen Reinigungen u. . w. ausseßen. In der Marine ist man gezwungen, eine Spannung von 2 Atmosphären nicht zu überschreiten in Folge der starken Ausscheidung von schwefelsaurem Kalk, welche beim Ueberschreiten dieser Grenze eintritt. Nach amts lichen Angaben der franzöftschen Regierung vermindert der Reffelfteinabsaß die Wärmeleitung auf den 16. Theil von der des Eisens; der Verlust an Leistung des Ressels beträgt dann nad, einem Gange ton wenigen Tagen 8 bis 10 pCt., welcher sich nach längerem Gebrauche auf 40 pt. erhöht.
In Hinsicht auf Behandlung, Sicherheit und Unterhaltung bietet der Field'sche Kessel bedeutende Vorzüge vor den anderen Röhrenfesseln, bei welchen die an beiden Enden eingespannten Hobre in Folge ihrer Ausbeynung leicht zum Undichtverben Veranlassung geben. Beim Field' dhen Reffel sind die Röhren an einem Ende frei und haben außerdem nur inneren Druck auszuhalten, so daß eine Befestigung durch Branbringe nicht erforderlich ist. Die Röhren lassen sich in Folge ihrer bequemen und einfachen Befestigung auch durch einen gewöhnlichen Arbeiter leicht erneuern, wenn sie einmal durchgebrannt sein sollten.
Wie schon erwähnt, findet ein Reffelsteinabsaß bei denselben niiht Statt; nach einigen Monaten findet fich nur in dem untersten Theile des Ressels eine Art dünnen Schlammes.
Endlich ist die Sicherheit des Ressels eine sehr bedeutende, denn wenn einmal ein Rohr sớadhaft wird, so dient dasselbe als
eine Art von schmelzbarem Pfropfen und bewirft ohne weiteren Schaden bald ein Erlöschen des Feuers.
Gelegentlich eines Einwandes, daß in fälteren Gegenden durch das Einfrieren des Wassers über Nacht oder bei längerem Stillstande die Röhren Schaden leiden könnten, versuchte man durch Einfrieren eine Röhre zu sprengen und bemerkte, daß die innere Röhre zur Ableitung des Wasser8 diente, welches durch die räum= liche Ausdehnung des äußeren gefrierenden Wassers berdrängt wurde, und daß eine eigentliche Ausdehnung des Robred erst in dem Augenblicke eintrat, wo auch das innere Robr in der Mitte zufror; biese war aber so unbedeutend, daß fte feinen Schaden berursachte.
Der Kostenpreis eines 50 pferdigen Reffelé ftellt fich, auf preußische Währung umgerechnet, annähernd folgendermaßen:
207 Stück Röhren bon 1",20 Länge pro Meter 1 Thlr. 18 Sgr. einschließlich der Löthung am unteren Ende 400 Shir. - Ggr. Aeußerer Mantel .
3900 Pfb. Innerer Mantel
2490 Schornstein
500 Untere und obere Deckplatte 1800 Edeisen und Gußtheile
2000
10690 Pfd. oder rund 11,000 Pfo. zu 9f Thlr. pro 100 Pfb..
1026 20 a Patenthonorar für 45*; þeizfläche zu 10 Thir.
480
rund 1900 Thlr. Sgr. Die hier mitgetheilte Construction fann nach S. 6 des preußischen Dampfkesselregulativs vom 31. Auguft 1861 beanstandet werden. Um dem zu begegnen, braucht man aber nur die beiden Deden durch einen Stußen zu verbinden und durch diesen den etwas engeren Schornstein concentrisch hindurchgehen zu lassen. Auch wurde bei einem solchen vom Schreiber Dieses construirten Reffel der Körper, welcher das Feuer nach den Röhren binlenft, aus Chamotte hergestellt. Dieser Reffel hatte 85 Obrtfß. (8-3,5) feuerberührte Fläche, wovon 64 (6*3,4) auf die Röhren und 21 (22,1) auf die Wandungen der Feuerbuchfe famen. Der Wasserinhalt war beim tiefften Stande 400 Pfb., so daß also jebem Duadratfuß feuerberührter Fläche 4,7 Þfb. (iedem Quadratmeter 47 Pfo. Wasser entsprachen.
Jener 50 pferdige Kessel hat aber bei 457 Qdrtff. (45% 2,7) feuerberührter Fläche 5000 Pro. Waffer, also für jeden Duadrats fuß nahezu 11 Pfd. (für jeden Quadratmeter 110 Pro.). Dieses Verhältniß ist beziehlich der Vorhaltigkeit des Reffelé bei uns gleichmäßigkeit der Dampferzeugung oder des Dampfverbrauches günftiger als jenes, wogegen man mit jenem Ressel in viel fürzerer Zeit, vom Anheizen an gerechnet, die nöthige Dampfspannung er halten wird. Eine diesen wichtigen Gegenftand erläuternde Theorie ist der „Neuen Tabelle für gesättigte Wasserbåmpfe von Prof. Dr. Gustav Zeuner“ hinzugefügt.
R. W.
Gelbftthätige Knochenkohlendarre für Suderfabriten von L. Walthoff. (Hierzu Figur 7 und 8, Tafel XII.)
Bekanntlich wird die in den Zuckerfabriken gebrauchte Knochens kohle behufe ihrer Wiederbelebung der Gährung unterworfen, durch Waschen, Kochen und Ausdämpfen von den aus den Rübens fäften aufgenommenen Beftandtheilen möglichst befreit und danach, ehe fte in die Glühöfen gebracht wird, getrodnet, da Leştere um so vortheilhafter wirken, je trockener die Kohle barin aufge= geben wird.
Die bisherigen Einrichtungen zum Trocknen der nassen Knochens kohle bestehen in einer Fläche von Eisenplatten, unter denen die Feuerluft des Knochenofeng burchzieht, während über denselben die feuchte Knochenfohle in einer der Feuerluft entgegengesepten Richtung von Ärbeitern beständig umgeschaufelt und dabei dem Glühapparate allmälig näher gerückt wird.
Diese Dperation ist für die Arbeiter sehr läftig, theils wegen der Hiße der Darrplatten unter ihren Füßen, theils wegen der aus der Knochenkohle aufsteigenden Dünste. Auch findet dabei viel Abgang an Knochenkohle Statt. Ueberdies ift gar keine Bürgschaft geboten, ob die Arbeiter diese Dperation forgfältig genug ausführen.
Um diesen Uebelständen abzuhelfen, hat ør. Walkhoff die Handarbeit durch eine Maschine erseßt und diese im , Polytechn. Journal" (1866, 2. Novemberheft G. 329) näher beschrieben.
Fig. 7 giebt nach der angeführten Quelle den Apparat im Durchschnitte und Fig. 8 in der oberen Ansicht.
Die von den Knochenglühöfen oder einem Dampffefsel abziehende Feuerluft tritt seitwärts bei a in die Züge der Darre, welche in Schnedenform durch a', b, b, c und d' bei d ausmünden und in den Schornstein geführt werden. Die Knochens kohle hingegen fällt aus der Schüttelrinne e gerade in die Mitte Der Koblendarre, welche burch bie schon am meisten abgekühlten Gase in gelindefter Weise erwärmt wird.
Von hier wird die Rohle mittelft eines mechanischen Rührers mit verstelbaren Schaufeln 1,1.. (dem unteren Strome der Feuerluft entgegen) langsam der Peripherie der Darre zugeführt und bei f von felbft entleert, um in die Glühapparate zu gelangen. Da am Umfange die heißefte Feuerluft unter die Darre tritt, To ist hiermit die größte Sicherheit einer zweckentsprechenden Trocknung geboten.
Das mechanische Rührwerk besteht aus der mittleren Welle g mit Triebwerf h und einem Querbalken i, i; Lepterer läuft an den Enden auf Rädern k, k und trägt die verstellbaren Schaufeln 1,1.., welche je nach ihrer Stellung und Neigung die Rohle rascher oder langsamer zur Peripherie hindrängen.
L.
Verfbiedenes. Ueber das preußische Patentgefet. Der „Scientific American", ein in New-York erscheinendes Journal für Kunst, Wiffen schaft, Mechanik, Chemie und Industrie, enthält in der Nummer vom 26. Januar d. J. einen Artikel über das preußische Patentgeseß, welchen wir bei der besonderen Wichtigkeit einer vielseitigen Beleuchtung der jeßt den norddeutschen Heichstage vorliegenden Patentgefeßgebungsfrage nachstehend auszüglich wiedergeben.
Die außerordentlichen Erfolge der preußischen Waffen im vers floffenen Jahre und die in Folge bessen ftattgehabten Erweiteruns gen des preußischen Gebietes und Einflufses in Deutschland haben die Aufmerksamkeit namentlich der Industriellen und Lechniker Amerika's auf das preußische Patentwesen gerichtet und zu dem Wunsche einer Aenderung desselben Veranlassung gegeben, da dieses Geseß selbst, wie seine Anwendung, nicht mit dem liberalen und erleuchteten Charakter der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Preußens in Einklang zu bringen ist.
Das preußische Patentgeseß datirt vom 15. October 1815 *), paßt also für die jebige Zeit in feiner Weise mehr.
Die wesentlichsten Mängel dieses Gesekes sind **):
1. Nur ein Inländer kann ein Patent erhalten; Ausländer müssen denınach sich mit einem Preußen associiren und durch diesen Das Patent lösen lassen.
2. Der patentirte Gegenstand muß innerhalb der ersten 6 Monate nach Lösung des Patentes ausgeführt werden; andernfals erlischt das Patent.
Für die größte Zahl der Erfindungen, namentlich die wichtigsten, ist diese Ausführungszeit entschieben zu kurz bemessen, und die Lösung desfauftger Patente dadurch geradezu uninőglich ges macht. Wegen des Mangels eine ausreichenden, sicheren und directen Schußes, ohne welchen Reiner ftch in große und neue Unternehmungen einlassen kann, ist es unmöglich, viele wichtige
und werthvolle Erfindungen und Industriezweige, welche den Wohlstand Einzelner und des ganzen Volkes heben könnten, in Preußen einzuführen.
Es ist unmöglich zu denken, daß eine so flarsehende und mit dem Strome der Zeit gehende Regierung, wie die preußische, die jegige Patentgefeßgebung ferner beibehalten sollte.
Das amerikanische Patentgeleg bietet in liberalfter Weise Sedem die Gelegenheit, seine Erfindungen durch ein Patent auszus nußen, mit alleinigein Ausschlusse der Einwohner derjenigen Staaten, beren Geseßgebung den amerikanischen Staatsangehörigen die Lösung von Patenten nicht gestattet.
Der Einfluß, den das liberale amerikanische Patentgefeß bom Jahre 1861 auf die Erfindungen und somit auf die Hebung der Industrie und bes Nationalwohlftandee gehabt hat, ist wahrhaft wunderbar*). Während in den Jahren von 1856-bis incl. 1860 nur 18,000 Patente gelöst waren, stieg ihre Zahl in der Zeit von 1861 bis incl. 1865, also gerade während der Dauer des unglüdlichen Krieges, welcher die Hälfte des Landes in industrieller u. Beziehung ganz ausschloß, auf 22,000 Stück.
Es ift fichere Aussicht vorhanden, daß die Frage nach dem Erlafle eines allgeineinen Patentgesebes dem Parlamente des nordDeutschen Bundes, deffen Haupt Preußen ist, zur Entscheidung vor gelegt wird. Nach ben ben , Scientific American“ gewordenen Andeutungen werden die wesentlichsten Punkte der Desfatfigen Vorlagen folgende sein:
1. Die Dauer eines Patentes, welches den Erfinder, seine Erben oder Denjenigen schüßt, welchem die Ausführung der Erfindung vertragsmäßig übertragen ist, beträgt 15 Jahre.
2. Gine Prüfung des Werthes einer Erfindung findet ebenso wenig Statt, wie eine Untersuchung darüber, ob die Erfindung neu ist. Es bleibt lediglich dem Patentträger überlassen, den Reclamationen Dritter in dem gleichen Patente entgegenzutreten.
3. Nur für Erfindungen, welche dem allgemeinen Wohle und der Moral schädlich find, werben Patente nicht ertheilt.
4. Ein Zeitpunkt für die Ausführung der patentirten Erfindung wird nicht festgeftellt
. 5. Für das Patent wird eine Patentgebühr erst nach einer bestimmten Zeit erhoben; diese Patentgebühr steigert fich mit der Dauer des Patentes.
6. Der Regierung steht das Recht zu, im allgemeinen Intereffe Patente auf dem Wege der Erpropriation anzufaufen.
7. Ein Jeder, welcher Nationalität er auch angehören möge, hat das Recht, ein Patent zu lösen, und steht unter dem Schuße des Deutschen Patentgeleges, gegen welches die localgesege zurücktreten. **)
An die vorstehende Mittheilung schließt der „Scientific American“ in der Nummer voin 2. Februar 1867 Folgendes an: Es ist uns ein Brief des amerikanischen Gesandten in Berlin,
elin Hrn. Jos. 4. Wright ***), welchen wir im November 6. f. um Mittheilung der Lage der Patentgelebgebungefrage ersucht hatten, eingegangen, worin eröffnet wird, daß die preußische Regierung ein Patentgefes für den neuen norddeutschen Bund bearbeiten Taffe, welches allen Ansprüchen, die man an ein gutes, für die Jestzeit passendes Patentgefes zu stellen berechtigt if, genügen wird. Fr. Wright verdient wegen seiner Bemühungen in dieser Hinsicht den besonderen Dank seiner Landsleute.
*) Vergl. die Mittheilungen S. 173 6. Bd. 0. 3.
D. Red. (P.) **) Offenbar sind die vorstehenden Bestimmungen dem Berichte der General-Patentcommission des Vereines deutscher Ingenieure d. d. Magdes burg den 14. Juli 1863 (BD. VII, S. 518 0. 3.) entnommen.
*) Vergl. BD. VIII, S. 477 D. 3. **) Vergl. BD. VIII, S. 495 u. 7. d. 3.
r.
Seite 354, Zeile 10 von unten lies: Schulten 354,
lies: in Wetter
statt: Schalten. statt: in Witten.
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Getrudt bei u. W. Schare in Berlin, Stallichreiberftraße 47.
Mit the il u n g e n
Bezirksverein an der Lenne.
(Fortseßung von Seite 368.) V. Versammlung am 13. Januar 1867. – Vorftgender : Kr. . Jhomée. Protokollführer: Þr. H. Heinemann. Anwesend 19 Mitglieder.
Auf der Tagesordnung standen zunäcft die Rechnungslage für Das verflossene Geschäftsjahr und die Wahl eines neuen Vorstandes. Die Jahre@rechnung wies einen Caffenbestand von 68 Thlr. 5 Ggr. 1 Pf. aus.
Hr. Oskar Schrader aus Altenhundem a. D. Lenne hielt mit Genehmigung des Hrn. Ed. Daelen in Lendersdorf einen Vortrag über das von demselben conftruirte und für den Umfang des preußischen Staates patentirte Walzwerk mit Selbftumfteuerung. Dasselbe ist hauptsächlich für die Fabrication von Blechen und Platten geeignet und wird durch eine mit Schwungrad versehene Maschine, welche constant nach derselben Richtung läuft, getrieben. Das Umsteuern geschieht hier vollständig ohne Stoß, und die Schnelligkeit, mit welcher die Platten fertig werden, ist überraschend. Die vielen Vorzüge dieses Syftemes vor den bisher bekannten fanden allgemeine Anerkennung; eine Veröffentlichung des Vortrages darf jedoch aus besonderen Gründen nicht erfolgen.
Hierauf nahm Hr. Schrader das Intereffe der Versammlung in Anspruch durch nachstehenden Vortrag über
ben Rußeffect der Giffard'schen Dampfftrahlpumpe.
Die Giffard'sche Dampfstrahlpumpe *) erfreut fich einer ausgedehnten Anwendung, da fte eine einfache und in der Anlage billige Speisevorrichtung ist. Andererseits ist man aber ziemlich einftimmig der Ansicht, daß ihr Betrieb durch großen Dampfverbrauch ein kostspieliger wird. Um einen Beitrag zur Aufklärung hierüber zu liefern, wurden folgende Versuche angestellt.
Ein Injector neuerer Construction von Schäffer & Bubens
das Durchgangsventil v der Dampfspannung im Reffel entsprechend belastet. Der Apparat hatte also, abgesehen von einer vielleicht etwas geringeren Drudhöhe, dieselben Widerftände zu überwinden, wie wenn er das Speisewasser in den Reffel einführte. Es ift f das Dampfrohr, g das Saugerohr und n das Schlabberrohr. Das bein etwa verloren gehende Wasser floß in das Gefäß A zurück.
Da der zur Verwendung gekommene Dampf condenfirt wurde, fo mußte die nach B geförderte Wassermenge um a,c größer sein, als die gesogene. Im Gewichte von a,c hat man also das Gewicht desjenigen Dampfes, welcher zum Fördern der Wassermenge ab nöthig war. Zieht man die Wärmemenge, welche die Wassers masse ab enthält, von derjenigen Wärmemenge ab, welche bc enthält, so erhält man diejenige Wärme, welche der Dampf auf Vorwärmung des Speisewasser verwendet bat. Subtrahirt man wieder biese von der Gesammtwärme des angewendeten Dampfe8, To erhält man die in Arbeit umgefegte Wärmemenge. Die durch
*) Vergl. hierüber Bd. III, S. 214; Bd. IV, S. 28 und 227; BD. VI, S. 333; BD. VIII, S. 112; Bd. IX, S. 116, 236, 343 und 501 und Bd. X, S. 229 d. 3.
D. Red. (f.)