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Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die durch funktionelle Störungen des Gehirns hervorgerufen wird. Diesen Störungen können strukturelle Anomalien zugrunde liegen, bei den idiopathischen Formen der Epilepsie ist dies jedoch nicht der Fall und ihre Ätiologie bleibt weitgehend ungeklärt.
Leitsymptome der Epilepsien sind anfallsartig auftretende motorische, sensorische und/oder vegetative Störungen, die in unterschiedlicher Intensität Teile des oder den gesamten Körper des Patienten betreffen können und mehr oder weniger häufig einsetzen. Dabei ist zu beachten, dass einzelne Formen der Epilepsie mit unterschiedlichen Arten von Anfällen einhergehen können und dass die Anfälle ineinander übergehen können.
Folgende Formen generalisierter epileptischer Anfälle werden unterschieden [1] [2]:
Darüber hinaus kann es im Rahmen einer Epilepsie zu partiellen Anfällen kommen, die nur ein Teil des Körpers betreffen und motorische oder vegetative Ausfallerscheinungen provozieren. Das Bewusstsein der Betroffenen ist während eines fokalen Anfalls nicht zwangsläufig reduziert, aber die Sensorik und die Psyche des Patienten können beeinträchtigt sein. Bezüglich der veränderten Wahrnehmung wird häufig von einer Aura gesprochen, die allein der Patient empfindet [4].
Schließlich werden bei manchen Patienten Symptome wie epileptische Spasmen beobachtet, die in eine dritte Gruppe, eine Gruppe nicht näher klassifizierte Anfälle, einzuordnen ist [1] [5].
Eine pausenlose Folge epileptischer Anfälle, die dem Patienten keine Möglichkeit zur Erholung gibt und unter Umständen zum Tod führt, wird als Status epilepticus bezeichnet [6] [7].
Während der Verdacht auf Epilepsie gewöhnlich auf dem klinischen Bild basiert, bedarf es einer detaillierten Aufarbeitung des Falles, um die Ursache des Anfallsleidens zu ermitteln und damit die spezifische Form der Epilepsie zu identifizieren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine ausführliche Anamnese stattfinden. Außerdem ist mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik zu überprüfen, ob Missbildungen des zentralen Nervensystems oder intrakranielle Pathologien wie Infarkte oder Neoplasien die Funktion des Gehirns beeinträchtigen [8]. Auch an systemische Erkrankungen und Infektionen muss gedacht werden, und eine diesbezügliche Abklärung erfordert meist weitere Untersuchungen, z.B. Blutbild und Blutchemie.
In jedem Fall ist auch eine Elektroenzephalographie durchzuführen, deren Ergebnisse besonders dann von Bedeutung sind, wenn mit keiner der zuvor genannten Untersuchungen ein Hinweis auf die Ätiologie der Erkrankung erbracht werden konnte. Selbst wenn es nicht gelingt, die Hirnaktivität während eines Anfalls aufzuzeichnen, so sind interiktale epileptiforme Entladungen doch in vielen Fällen zu erkennen [9], was die Diagnosestellung erleichtert. Spitzen und scharfe Wellen, Komplexe aus Spitzen und Wellen sowie Folgen solcher Elemente können ein erhöhtes Krampfpotenzial anzeigen [10], das einer Prädisposition für weitere epileptische Anfälle entspricht, auch wenn der Patient bis zum jetzigen Zeitpunkt nur einen einzigen Anfall erlitten hat.