Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03404.jsonl.gz/1317

- Kommunizieren
- Freizeit
- Geschäftsfeiern
- Büro Alltag
- Tipps & Tricks
- Unternehmensauftritt
- Schule
- Antikes
- Autoren
Rechenmaschinen
Die erste urkundlich erwähnte Rechenmaschine wurde 1623 von Wilhelm Schickard in einem Brief an Johannes Kepler knapp beschrieben.
„Es ist unwürdig, die Zeit von hervorragenden Leuten mit knechtischen Rechenarbeiten zu verschwenden, weil bei Einsatz einer Maschine auch der Einfältigste die Ergebnisse sicher hinschreiben kann.“
(Gottfried Wilhelm Leibniz)
Im 17. Jahrhundert – Die ersten Geräte
1645
Der Franzose Blaise Pascal führte seine Rechenmaschine „Pascaline“ vor, die mit Zahnrädern und Sperrklinken funktioniert. Diese wurden an europäische Fürstenhäuser versendet und deshalb gibt es noch heute einige dieser Original-Pascalinen.
1673
Gottfried Wilhelm Leibniz stellte eine von ihm entwickelte Staffelwalzen-Maschine der Royal Society in London vor. Zu einer Serienfertigung kam es nie.
Im 18. Jahrhundert – Der Beginn der Entwicklung
1709
Der italienische Mathematiker und Astronom Giovanni Poleni veröffentlichte eine Konstruktionszeichnungen seiner hölzernen Rechenmaschine. Diese wurde nie gefertigt. Deshalb zerstörte Poleni seine Maschine. Nachbauten existieren in einigen Museen.
1727 und 1736
Der deutsche Mechaniker Jacob Leupold veröffentlichte in seiner technischen Enzyklopädie eine von ihm erfundenen Rechenmaschine. 1736 wurde diese von dem französischen Instrumentenbauer Philippe Vayringe fertiggestellt. Deshlb trägt sie den Namen: Leupold-Braun-Vayringe-Maschine.
1770
Der Pfarrer und Erfinder Philipp Matthäus Hahn konstruierte eine Rechenmaschine in Dosenform. Es wurden 4 oder 5 Maschinen davon gefertigt.
1782 bis 1784
Johann Helfrich von Müller gelang es eine funktionsfähige 3-Spezies-Rechenmaschine herzustellen,
Im 19. Jahrhundert – Serienfertigung beginnt
1810
Der Erfinder Abraham Stern fertigte eine Reihe von Rechenmaschinen, die die vier Grundrechenarten durchführten und die Quadratwurzel zogen.
1820
Der Franzose Charles Xavier Thomas erhält ein französisches Patent. für seine Rechenmaschinenkonstruktion.
1844
Jean-Baptiste Schwilgué lässt eine Tastenaddiermaschine patentieren. Dabei handelt es sich um die älteste weltweit erhaltene tastengesteuerte Rechenmaschine.
1850
Der Franzose Charles Xavier Thomas begann mit der Welt ersten Serienproduktion von Rechenmaschinen. Die Rechenmaschinen trugen den Namen Arithmomètre. Es wurden bis 1878 1'500 Geräte gefertigt.
1876
Der Schwede Willgodt Theophil Odhner konstruierte eine Sprossenradmaschine. Seine Maschine sollte klein, einfach, leicht zu bedienen und preiswert sein.
1886
Willgodt Theophil Odhner startet mit einer eigenen Fabrik. Es wurden erst nur wenig Arithmometer produziert.
1894
Willgodt Theophil Odhner vergrössert sein Fabrik und stellte neben Rechenmaschinen auch noch andere mechanische Geräte her. Bis 1905 wurden 30'000 Rechenmaschinen in Russland gefertigt. Danach siedelte die Firma nach Schweden um.
Das 20. Jahrhundert - Das Ende der mechanischen Rechenmaschinen
1906
Die Autarith von Alexander Rechnitzer war die erste elektrisch angetriebene, vollautomatische Rechenmaschine.
1920 Burroughs Calculator - Klasse 5 - Low Profile
Die "Class 5" Modelle sind vom System her 1-Spezies-Rechner.
Folgendes wurde 1929 im 'Daemen' auf Seite 10 über diese Rechenmaschine geschrieben:
"Der BURROUGHS-Calculator ist eine nicht schreibende Rechenmaschine zum Addieren, Multiplizieren und Dividieren. Leichte Handhabung und Zuverlässigkeit machen ihn zum schnellsten Rechner. Die eingestellten Zahlen werden sofort zum Resultat verarbeitet, ein besonderer Hebelzug hiezu ist nicht erforderlich. Zweckmäßig angeordnete Schaulöcher zeigen. sogleich das fertige Resultat an.
Der BURROUGHS-Calculator findet Anwendung im Bankbetrieb zum Zinsnummernrechnen, für Effekten- und Devisenrechnungen, Wechselabrechnungen, sowie als Additionsmaschine; in Handel und Industrie zur Fakturenkontrolle, Zahltagsrechnung, Kostenberechnung, Flächen- und Körperberechnungen etc.; durch seine angenehme und solide Konstruktion ist er im großen, wie im kleinen Bürobetrieb gut eingeführt. Es gibt Schweizer-Firmen, die 100 und mehr dieser Maschinen benützen."
1927 Burroughs Calculator - Klasse 8 - Style 80801
Die "Class 8" Modelle sind vom System her 1-Spezies-Maschine. Sie konnte nur Addieren. Ihre lange Lebensdauer und der verhältnismässig niedrige Preis von damals $100.00 machten diese Maschine zur billigen Hilfskraft für jeden Bürobetrieb.
Bevor die Zahlen gerechnet wurden, konnten sie mühelos korrigiert werden, ohne gleich die ganze Zahl löschen zu müssen, denn die Zahlen waren auf de Tastenbrett sichtbar.
1928 Burroughs Calculator - Klasse 9 mit Subtraktion
Dieses Modell gehört ebenfalls zur Portable-Reihe. Die "Class 9" Modelle konnten Addieren und Subtrahieren. Die Maschine wird manuell per Hebel auf Subtraktion umgeschaltet. Ansonsten funktioniert sie gleich, wie das Klasse 8 Modell.
Hergestellt wurden diese Rechenmaschinen von Burroughs Adding Machine Co. in Detroit USA.
1930 Brunsviga 13 ZG 11 Nr. 528
Von diser Maschine wurde 3'136 Stück hergestellt. Die Besonderheit ist, dass sie keinen Wählhebel für Löschungen hat. Sonst ist sie weitgehend baugleich mit Brunsviga Nova 13 ZG.
Hersteller ist die Brunsviga-Maschinenwerke AG.
Grösse: L: 29 cm, B: 24 cm, H: 17 cm
Gewicht: 8 kg
1930-40 Burroughs Rechenmaschine - elektrisch
Dieses Modell gehört ebenfalls zur Portable-Reihe. Dabei handelt es sich um eine 10-Säulen-Burroughs Portable aus den Mitte 30igern mit Elektromotor und direkter Substraktion. Maschinen wie diese konnten auch einen breiten Papierwagen haben. Sie bildeten den Beginn einer langen und erfolgreichen Reihe von Buchhaltungsmaschinen.
1947
Als Krönung der Entwicklung der mechanischen Rechenmaschinen gilt die Taschenrechenmaschine Curta des österreichischen Ingenieurs Curt Herzstark. Sie wurde bis 1970 in Liechtenstein durch die Firma Contina AG in hohen Stückzahlen hergestellt.
1952
Der erste deutsche Elektronenrechner auf Röhrenbasis erschien. Entwickelt wurde der Rechner vom Labor für Impulstechnik (LFI), dem Vorläuferunternehmen der Nixdorf Computer AG.
1952 Madas 20 ASZ
Der Firmenname "MADAS" ist ein Akronym für Multiplikation, automatische Division, Addition, Subtraktion. Hersteller war die Firma H. W. Egli AG in Zürich, Schweiz. In dem damaligen Firmengebäude der H. W. Egli AG hat heute Microsoft einen Firmensitz.
Die Madas 20 ASZ gehört trotz ihres Gewichts von 17 kg zur Baureihe Madas Portable. Dies ist eine vollautomatische Rechenmaschine. Sie ist sehr komplex und kombiniert die die Möglichkeiten der Madas 20AZV und Madas 20AS.
1962
Die erste elektronische Tisch-Rechenmaschine kam auf den Markt, die ANITA von Norman Kitz. Gleichzeitig erschien mit dem Tischrechner Conti aus dem Hause LFI der weltweit erste Tischrechner mit eingebautem Drucker.
1963
Der erste Transistor-Tischrechner ist erhältlich. Der EC-130 der US-Firma Friden Inc. in San Leandro, Kalifornien.
Ende 1970
Mit dem Sharp EL-8 erschien erste Taschenrechner. Die elektronischen Taschen- und Tischrechner haben bis Ende der 1970er Jahre die mechanischen Maschinen praktisch vollständig verdrängt.
1980
Die Taschenrechner erhielten eine LED-Anzeige statt nur einem Thermo-Druckwerk.