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Was wäre, wenn du stattdessen Zufriedenheit anstrebst? In der heutigen allgemeinen Wahrnehmung gilt Zufriedenheit oft als Kapitulation vor den Ansprüchen des Lebens. Im Gegensatz zum Glück ist Zufriedenheit aber ein Gefühl, das lange anhält.
Weniger sexy, weniger euphorisierend zwar, aber ruhig und stabil. Anders als das stolze, sich stets in den Vordergrund drängende Glücksgefühl wirkt die Zufriedenheit im Hintergrund. Sie basiert auf einer positiven Grundstimmung und auf einer grundlegenden Lebensbejahung.
Zufriedenheit wird vom Verstand gesteuert und weniger vom Herzen oder von den Gehirnregionen, die für Gefühle zuständig sind. «Zufriedenheit ist das Ergebnis von Denkprozessen», sagt der Psychologe Philipp Mayring von der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt.
Das hat einen grossen Vorteil: Jeder Mensch kann seine Zufriedenheit sehr viel stärker beeinflussen als das kaum greifbare, flüchtige Glück.
«Wie zufrieden ein Mensch ist, hängt im Grossen und Ganzen davon ab, in welchem Mass seine Ansprüche an sich selbst und an das eigene Leben erfüllt werden», schreibt Christina Berndt in ihrem Buch «Zufriedenheit».
Die Zufriedenheit ist also das Ergebnis eines einfachen Vergleichs: Wir vergleichen unsere tatsächliche Situation mit der Idealvorstellung, die wir von unserem Leben haben.
«Je kleiner diese Kluft ist, desto zufriedener sind wir», erklärt Jochen Brandstädter, emeritierter Professor für Psychologie an der Universität Trier.
Man kann also an zwei Stellen schrauben, um zufriedener zu werden:
Entweder versuchst du, einem möglichst grossen Teil deiner eigenen Ansprüche gerecht zu werden, oder du überdenkst deine Ansprüche und fragst dich, was will ich wirklich, wo liegt mein natürliches Interesse, welches meine Entwicklung und Entfaltung fördert.
Wie sieht es bei dir aus? Strebst du eher nach Glück oder Zufriedenheit?