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Meditation
“Atman (Selbst) ist frei von Abnormalitäten (Krankheit). Er ist die Ursache des Bewusstseins in der Verbindung von sattva (Geist), bhuta (Elemente) und indriyah (Sinne). Atman ist ewig und ist Seher und Beobachter aller Handlungen (die mit dem Körper ausgeführt werden oder im Geist ablaufen).” Charaka Samhita 1.56
“Meditation ist eine besondere Technik, um den Geist zur Ruhe zu bringen und einen Bewusstseinszustand zu erlangen, der vom normalen Wachzustand völlig verschieden ist. Im Zustand der Meditation ist man ganz wach und achtsam und dennoch ist der Geist nicht auf die äussere Welt oder die Ereignisse gerichtet, die um ihn herum stattfinden. Weder schläft der Geist, noch träumt oder phantasiert er, stattdessen ist er klar, entspannt und nach innen gerichtet.
Im Prozess der Meditation bitten wir den Geist, von seiner Neigung zu denken, zu analysieren, zu erinnern, Probleme zu lösen und sich auf die Ereignisse der Vergangenheit oder Erwartungen an die Zukunft zu konzentrieren, abzulassen. Wir helfen dem Geist, seine rasche Produktion von Gedanken und Gefühlen zu verlangsamen und ersetzen dieses innere Aktivität durch innere Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.
So ist Meditation nicht das Nachdenken über Probleme oder das Analysieren von Situationen. Es ist nicht das Phantasieren oder Tagträumen oder das ziellose Umherschweifen-lassen des Geistes in allen Richtungen. Meditation bedeutet nicht, innere Gespräche zu führen, mit sich selbst zu streiten oder den Denkprozess zu intensivieren.
Meditation ist ganz einfach eine ruhige, mühelose, auf einen Punkt gerichtete Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.
[…] In unserer Tradition kann dem Schüler der Meditation ein inneres Sinnbild oder „Objekt“ gegeben werden, um ihm zu helfen, den Geist zu konzentrieren.Indem wir dem Geist einen inneren Punkt der Aufmerksamkeit geben, helfen wir ihm, die anderen anstrengenden geistigen Prozessen, wie z.B. sich Sorgen machen, planen, denken und urteilen, zu beenden.
Häufig wird ein Klang auf diese Weise gebraucht, obwohl auch manchmal ein visuelles Bild zur Konzentration vorgeschlagen wird. Diese mögen entweder grobstofflich (äusserlich) oder fein sein, entsprechend der Beschaffenheit des übenden Geistes.
Die Klänge, die man benutzt, um den Geist in der Meditation zu konzentrieren, werden mantras genannt. Sie haben eine mächtige Wirkung auf der geistigen Ebene.
Das mantra ist eine Unterstützung und ein Orientierungspunkt für den Geist. Lehrer vergeben ein mantra entsprechend des geistigen Zustandes des Übenden und nach seinem oder Ihrem inneren, brennenden Wunsch. […]
Meditation „gehört“ nicht irgendeiner Kultur oder Religion der Welt an. Religion lehrt einen bestimmten Glauben, Meditation lehrt, direkte eigene Erfahrungen zu machen. Es gibt keinen Konflikt zwischen beiden Methoden. Gottesdienst ist ein Teil des religiösen Systems, wie z.B. das Gebet, das ein Dialog ist mit dem göttlichen Prinzip.
Du kannst sicher beides sein: eine religiöse Person und ein Meditierender. Meditation ist eine Methode und keiner speziellen Religion zugeordnet.”
(Aus dem Buch “Die Praxis der Meditation” von Swami Rama)
Buchempfehlungen:
- Die Praxis der Meditation von Swami Rama
- Nachtvögel – Meditation, Mantra, Sadhana von Swami Veda Bharati
- Meditationen zur Selbsterkenntnis – Einsichtsübungen für Herz und Seele von David Frawley
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