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Symptome & Diagnose der ankylosierenden Spondylitis
Das typische Erstsymptom der ankylosierenden Spondylitis ist ein entzündlicher Rückenschmerz, der mehr als drei Monate anhält, vor allem nach Mitternacht verstärkt auftritt, zum Erwachen führt und die Patienten aus dem Bett treibt. Der Schmerz kann vom Gesäss ausgehen und an die Rückseite beider Oberschenkel ausstrahlen. Diese Schmerzen und die damit einhergehende Morgensteifigkeit bessern sich durch Bewegung, nicht aber, wenn man sich ruhig verhält.
Die genauen Auslöser der ankylosierenden Spondylitis sind bislang nicht bekannt. Erbliche Faktoren spielen eine ganz wichtige Rolle: So kann der genetische Marker HLA-B27 bei mehr als 90 Prozent der Patienten nachgewiesen werden, und sowohl die ankylosierende Spondylitis, als auch verwandte Erkrankungen, wie der Morbus Crohn, Augenentzündungen und die Schuppenflechte, treten bei Verwandten ersten und zweiten Grades auffallend häufig auf.
Eine vorausgehende, oft unbemerkte Infektion mit Bakterien im Magen-Darm-Trakt oder im Genitalbereich wird ebenso als Auslöser der Erkrankung diskutiert. Wie bei allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wird der entzündungsfördernde Botenstoff Tumor-NekroseFaktor-(TNF)-alpha auch bei der ankylosierenden Spondylitis vermehrt gefunden.
Wenn jemand jünger als 40 Jahre ist und an chronischen Rückenschmerzen leidet, die sich durch Bewegung, nicht aber in Ruhe bessern, zum Aufwachen nach Mitternacht führen, den Patienten aus dem Bett treiben und mit einer Steifigkeit des Rückens am Morgen einhergehen, besteht der Verdacht auf eine ankylosierende Spondylitis.
In diesem Fall und auch bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die selber oder bei denen in der Familie jemand an Schuppenflechte, an einer Augenentzündung oder an einer chronischen Durchfallerkrankung leiden, sollten weiterführende Untersuchungen, idealerweise bei einem Spezialisten für rheumatologische Erkrankungen veranlasst werden.
Dies deshalb, da in der Praxis leider immer wieder beobachtet werden kann, dass die Erkrankung trotz Vorliegen der typischen Symptome lange nicht entdeckt und mit der richtigen Behandlung daher viel zu spät begonnen wird.
Um die Diagnose einer ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew) zu stellen, ist zunächst ein ausführliches ärztliches Gespräch notwendig, bei dem die bisherige Krankengeschichte und die derzeitigen klinischen Beschwerden genau erhoben werden.
Erhärtet sich der Verdacht, dass eine ankylosierende Spondylitis vorliegen könnte, werden spezielle Untersuchungen veranlasst. Dazu zählen Röntgenaufnahmen des Beckens und der gesamten Wirbelsäule, Magnetresonanz-Untersuchungen der Kreuzdarmbeingelenke und eventuell von schmerzhaften Stellen zur Erkennung der typischen Entzündungen und Knochenveränderungen sowie Laboruntersuchungen zum Nachweis von Entzündungsmarkern und des HLA-B27-Gens. Auch Untersuchungen zur Entdeckung einer symptomlosen Infektion des Darmes und des Genitales sind erforderlich.
Schätzungsweise 80.000 Menschen sind in der Schweiz von Morbus Bechterew betroffen.
Durchschnittlich dauert es 5 – 6 Jahre, bis eine Diagnose gestellt werden kann und auch heute noch lebt die grosse Mehrheit mit der Krankheit, ohne dies zu wissen.