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Kurzes Zungenband
Wenn Babys Probleme haben, an der Mutterbrust zu trinken, kann die Ursache dafür auch ein verkürztes Zungenbändchen (Frenulum) sein, das zwischen Zunge und Mundboden als dünnes Häutchen verläuft. Das Baby kann die Zunge nicht über die Unterkieferleiste strecken, weshalb Brustwarze und Warzenhof nicht voll erfasst werden können. Das Stillkind schafft dann nicht, die Muttermilch mit der Zunge in massierenden Bewegungen aus der Brust herauszudrücken. Bei der Mutter kann dies zu Schmerzen beim Stillen und wunden Brustwarzen führen und einen Teufelskreis auslösen, der im frühen Zufüttern und oft im Abstillen endet.
Die Behandlung des verkürzten Zungenbändchens ist unproblematisch. In Sekunden löst der Arzt mit Skalpell oder Schere das verkürzte Bändchen. Oft haben die Eltern Angst vor dem Eingriff, das Kind empfindet dabei jedoch keinen Schmerz und muss nur kurz festgehalten werden. Die Heilung im Mundbereich ist ausgezeichnet und die Störung meist gleich behoben. Die Babys können sofort angelegt werden und trinken meist, ohne der Mutter Schmerzen zu bereiten. Beim jungen Säugling – etwa bis zum vierten Monat – ist keine Narkose nötig, später ist eine Kurznarkose jedoch ratsam. Ein Fall für den Kinderchirurgen ist auch ein sehr dickes oder stark durchblutetes Bändchen.
Die Folgen einer nicht behandelten Verkürzung des Zungenbändchens reichen weit über die Stillzeit hinaus. Die Zungenbewegung beim Saugen, Kauen und Schlucken werden eingeschränkt, die Zahn- und Kieferstellung oder die Knochen langfristig verändert. Ausserdem kann es zu Sprechproblemen bei Lauten wie sch, s, d, t, l und n kommen, da die Zunge nicht den vollen Artikulationsraum erreicht.
Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH