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Rheintaler, 5. Juni 2012, 06:00 Uhr
Welchen Einfluss auf den Wein hat die Höhe des Weinguts?
Die Frage der Woche
Gedeiht auch in der Höhe ein guter Wein? (Bild: Imago)
Peter Keller
Frage
Thomas Bennouna aus Balsthal hat gehört, dass Weingüter in Südamerika auf einer Höhe von 1000 Metern über Meer liegen würden. Man liest aber auch davon, dass qualitativ guter Wein nicht in Höhenlagen von über 500 Metern angebaut werden könne. Stimmt dies und wie verändert sich der Wein, je höher das Weingut liegt? Thomas Bennouna hat damit die Chance, eine Flasche Château Pichon-Lalande 2004 aus dem Bordeaux zu gewinnen. Der grossartige Wein aus dem Pauillac wird im Juni unter jenen Teilnehmern verlost, die für den Juni eine Frage eingereicht haben. Das Gut gehört zur Roederer-Gruppe. Die Maisons Marques et Domaines SA in Wildegg AG stellt die Flasche des Bordeaux-Klassikers, der sich in einer ersten Reife zeigt, zur Verfügung.
Antwort
Die Höhe der Rebberge hat einen wichtigen Einfluss auf den Stil des Weins, lieber Herr Bennouna. Es ist tatsächlich so, dass in Argentinien viele Rebberge zwischen 600 und 1000 Meter über Meer liegen, teilweise gar noch höher. Selbstverständlich hängt es vom entsprechenden Klima ab, ob die Trauben ausreifen oder nicht. Selbst auf dieser Meereshöhe herrscht ein kontinentales Klima, mit warmen Sommern, kalten Wintern, ohne extreme Temperaturen oder Temperaturschwankungen. Regen fällt eher wenig. Frost kommt selten vor. Etwas anders präsentiert sich die Situation in Europa. Auf solchen Höhen ist es vielerorts unmöglich, Reben anzupflanzen. Es ist schlicht zu kühl für den Weinbau. Es gibt Ausnahmen: Einer der höchsten Rebberge in Europa liegt auf 1100 Metern über Meer, und zwar im Walliser Ort Visperterminen. In diesem Fall sind es vor allem Weine aus weissen Trauben, die entsprechende Bedingungen vorfinden. In Argentinien haben auch rote Sorten keine Probleme, vollständig auszureifen. Generell lässt sich sagen, dass aus höheren Lagen tendenziell leichtere, säurebetonte, elegante Weine produziert werden. Je wärmer die Bedingungen, desto kräftiger, opulenter und alkoholreicher fallen die Gewächse aus. Aus Argentinien finden Sie problemlos Beispiele aus 1000 Metern über Meer, welche diese Eigenschaften aufweisen.