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Walburga Viol
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 1581
Meisterin: 1596–1601
Äbtissin: 1617–1620
Priorin: 1620–1641
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Tochter des Johann Viol und der Adelheid Schön.
Lebensbeschreibung[1]
Walburga Viol war die Tochter des Johann Viol und der Adelheid Schön.[2] Der Vater stammte aus der Stadt Wil SG, die ihm und seiner Schwester am 31. Oktober 1533 einen Mannrechtsbrief ausstellte.[3] Kurz danach ist er nach Engelberg übersiedelt, wo er seine in der Klosterküche beschäftigte Frau, die aus Bremgarten AG stammte, heiratete und das Talrecht erhielt. Walburga legte 1581 die Profess ab und wurde 1596 als Nachfolgerin der Barbara Waser zur Meisterin des Frauenklosters gewählt. 1601 wurde sie in einen peinlichen Skandal verwickelt, als sie versuchte, mit zwei Patres und einer Mitschwester aus dem Tal zu fliehen, unterwegs aber aufgegriffen und nach einlässlichem Verhör durch Nuntius Giovanni della Torre gemassregelt und ihres Amtes entsetzt wurde.[4] Nach der Übersiedlung nach Sarnen wurde sie 1617 zur Oberin gewählt und am 31. August durch den Nuntius bestätigt. Sie erhielt den Äbtissinnentitel für eine dreijährige Amtszeit mit dem Recht auf Wiederwahl. Als erste Äbtissin von St. Andreas erlebte sie am 7. Juni 1617 die Weihe der drei Glocken ihrer Klosterkirche durch Abt Jakob Benedikt Sigerist von Engelberg, am 23. Februar 1618 den feierlichen Einzug ihres Konvents in das neue Kloster und am 17. Oktober 1618 die Weihe der Klosterkirche durch den Weihbischof Johann Jakob Mirgel von Konstanz.[5] Sie vertrug sich indes mit dem Abt von Engelberg nur schlecht, der am liebsten das Frauenkloster aufgehoben und aus dessen Vermögen ein Priorat Engelbergs am Grab des seligen Bruder Klaus in Sachsein errichtet hätte. Ihm wurde das Visitationsrecht über das Frauenkloster entzogen und dem bischöflichen Kommissar in Luzern Dr. Johannes Kaiser übertragen. Walburga Viol wurde nach ihrer ersten Amtszeit als Äbtissin 1620 nicht wiedergewählt. Fortan wirkte sie als Priorin bis zu ihrem Tod am 11. Oktober 1641.[6]
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde von der Helvetia Sacra (III I, S. 1750) übernommen.
- Wo kein anderer Beleg angeführt ist, vgl. Omlin, Ablissinnen, S. 14 f.
- StiArEbg cod. 266, S. 233.
- StiArEbg cod. 283, S. 68-90; Cod. 197, Placidus Knüttel, Annales, S. 11-24, 47.
- Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 648.
- StiBiEbg cod. 10, f. 19r. Der Eintrag steht unter dem 12. Oktober, nennt aber ausdrücklich den 11. Oktober als Todestag.
Bibliographie
- Helvetia Sacra III I, S. 1750.