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Die Ergebnisse der Walddauerbeobachtung geben Hinweise auf den Zustand des Waldes und seine Veränderung im Laufe der Zeit.
Waldzustand
Walddauerbeobachtung
Seit 1984 betreiben acht Kantone in Zusammenarbeit mit den Zentralschweizer Umweltämtern und dem BAFU ein Walddauerbeobachtungsprogramm (WDB). Das Institut für angewandte Pflanzenbiologie (IAP) untersucht im Rahmen dieses Programms auf 190 Beobachtungsflächen die Gesundheit unserer Wälder. Das WDB erforscht insbesondere das Waldwachstum und den Nährstoffhaushalt der Böden.
Während in den 1980er Jahren die Auswirkungen des sauren Regens und der Ozonbelastung Aufmerksamkeit erregten, rückten später die erhöhten Stickstoffeinträge in den Vordergrund. In der letzten Vierjahresperiode (2017-2021) wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldgesundheit unübersehbar.
Zu viel Stickstoff schadet den Bäumen
Hohe Stickstoffeinträge führen zu einem Mangel an anderen Nährstoffen bei allen untersuchten Baumarten (Buchen, Fichten, Eichen). Die Bäume sind dadurch geschwächt. Wird der für Wälder festgelegte kritische Wert für Stickstoffdepositionen von 10–15 Kilogramm pro ha und Jahr überschritten, so steigt die Anfälligkeit gegenüber Parasiten sowie Auswirkungen des Klimawandels wie Trockenheit und Sturm. Höhere Stickstoffeinträge hemmen auch das Baumwachstum. Die Symbiose von Bäumen und Mykorrhiza-Pilzen hilft den Bäumen bei der Aufnahme von Nährstoffen und Wasser. Bei zu hohen Stickstoffeinträgen nimmt die Vielfalt der Mykorrhizen und insgesamt ihre Menge ab.
Für einen nachhaltig gesunden Wald müssen die Stickstoffeinträge aus Landwirtschaft (Viehhaltung), Industrie und Verkehr weiter reduziert werden.
Stickstoff macht den Boden sauer
Langanhaltend hohe Stickstoffeinträge aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr haben vielerorts zu einer Versauerung der Waldböden beigetragen. Als Folge führt das zu einer Bodenversauerung und es werden Nährstoffe freigesetzt und aus dem Boden ausgewaschen. Diese stehen dann für die Bäume nicht mehr zur Verfügung.
Die Waldbewirtschaftung kann ihren Beitrag zum Nährstoffgleichgewicht im Wald leisten, indem sie bei der Holzernte die nährstoffreichen Äste und das Laub im Wald belässt und wo möglich grossflächige Holzschläge vermeidet.
Die Folgen der Trockenheit sind lange spürbar
Die ausserordentlich trockenen und warmen Sommerhalbjahre 2018 und 2019 haben vielen Bäumen sichtbar zugesetzt. Stark geschwächte Buchen können sich auch nach dem feuchten Sommer 2021 nicht mehr vollständig erholen und sterben vorzeitig ab.
Der Klimawandel stellt Waldeigentümerschaft, Waldfachleute und uns alle vor grosse wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen.
Ein Zeichen für die Eichen
Die negativen Folgen der Sommertrockenheit in den Jahren 2018 und 2019 zeigen sich bei den Eichen deutlich geringer als bei Buchen und Fichten. Das bestätigt, dass die Eiche auch ein wärmeres und trockeneres Sommerklima erträgt.
Die Trockenheitstoleranz macht die Eiche zu einer wichtigen Baumart für den Schweizer Wald, insbesondere dort, wo heute die Buche vorherrscht. Sie bietet für viele Insekten und Vögel einen wertvollen Lebensraum und liefert zudem hochwertiges Holz.
Der Esche macht ein Pilz zu schaffen
Das Eschentriebsterben wird durch einen eingeschleppten Pilz verursacht. Seit 2008 wurden nach und nach fast alle Eschen in der Schweiz befallen und ein grosser Teil dieser Bäume stirbt ab. Etwa 5 Prozent der untersuchten Eschen scheinen gegenüber dem Pilzbefall tolerant zu sein.
Die Erhaltung gesunder Eschen ist für den Fortbestand der Baumart entscheidend.
Walddauerbeobachtung ist wichtig
Die Walddauerbeobachtung besteht aus einem Netzwerk von 190 Beobachtungsflächen, auf welchen den Hauptbaumarten des Schweizer Waldes seit über 38 Jahren der Puls gemessen wird. Mit der Fortführung des Programms können die Auswirkungen von Veränderungen in der Umwelt auf den Wald auf wissenschaftlicher Basis weiterhin frühzeitig erkannt werden.