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Für diesen Montag ist ein Treffen von Vertretern des Bundes sowie der Air-Berlin-Länder Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Hauptstadt geplant.
Eine Transfergesellschaft soll von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten den Übergang in einen neuen Job ermöglichen. Dabei geht es nicht um deren Weiterbeschäftigung, sondern vor allem um deren Weitervermittlung und Qualifizierung. Zum freiwilligen Eintritt in die Transfergesellschaft werden die Verträge der Betroffenen aufgehoben. Sie erhalten für höchstens zwölf Monate befristete Anstellungen bei der Gesellschaft. Während dieser Zeit zahlt die Agentur für Arbeit ein Transferkurzarbeitergeld.
"Air Berlin selber kann die Transfergesellschaft nicht alleine finanzieren, also brauchen wir Hilfe von den betroffenen Ländern und vielleicht auch vom Bund. Es geht darum, dass die öffentliche Hand den Beitrag bezahlt, den wir nicht leisten können", sagte Kebekus.
Wie die "Bild"-Zeitung und die "B.Z." berichteten, will Air Berlin sich mit 10 Millionen Euro an der Transfergesellschaft beteiligen. Insgesamt schätze das Unternehmen den Bedarf auf bis zu 50 Millionen Euro, schrieben die Blätter unter Berufung auf einen Brief von Air Berlin an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Demnach sollen sich die drei Länder entsprechend der dort beschäftigten Mitarbeiter an den Kosten beteiligen, solange es keine anderen Investoren gebe. Dem Bericht zufolge sind 47 Prozent der Air-Berlin-Mitarbeiter in Berlin beschäftigt, 41 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 12 Prozent in Bayern.
Die Lufthansa lehnt eine Beteiligung an der Auffanggesellschaft bisher ab. Der deutsche Marktführer übernimmt die Air-Berlin-Teile Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter.
Die Verhandlungen zwischen Air Berlin und der britischen Billiglinie Easyjet über den Verkauf von etwa 25 Flugzeugen liefen übers Wochenende weiter. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann hatte aber betont, dass die Airline nun auch parallel Gespräche mit weiteren Bietern führen könnte, etwa dem Ferienflieger Condor. An diesem Dienstag tagt der Gläubigerausschuss.
Falls eine Einigung auf eine Transfergesellschaft misslinge, müsse das Unternehmen Ende Oktober oder Anfang November Mitarbeiter entlassen, sagte Kebekus der "RP". "Wir würden dann circa 4000 Kündigungen aussprechen."
Kebekus räumte ein, dass einige Piloten im Falle eines Wechsels von Air Berlin zu Eurowings deutliche Gehaltseinbussen hinnehmen müssten. "Ja, für manche Kapitäne aus früheren LTU-Zeiten sind die Einschnitte schon gross - aber bestimmte Gehälter sind eben nicht mehr marktgerecht", sagte er und betonte: "Aber insgesamt sind das faire Angebote."
Von der Auflösung der Air Berlin ist auch die Bundesregierung betroffen, wie der "Spiegel" berichtete. Die Fluglinie habe einen "beträchtlichen Teil" der Beamten transportiert, die zwischen den Dienstsitzen in Berlin und Bonn pendelten. Nun müsse das Bundesverkehrsministerium den Auftrag neu ausschreiben. Bis zu einer Entscheidung sollten Dienstreisen auf das "notwendige Mass" beschränkt werden, zudem sollten verstärkt Telefon- und Videokonferenzen für Besprechungen genutzt werden, zitierte die Zeitschrift aus einer ministerialen Dienstanweisung.
Unter dem Eindruck der Air-Berlin-Pleite und zahlreichen ausgefallenen Flügen spricht sich eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland dafür aus, Flugreisende per Gesetz deutlich besser abzusichern. Eine entsprechende These des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des ADAC bejahten 64 Prozent der Befragten.
Die scharfe Kritik an der Millionen-Absicherung für Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann wies Kebekus deutlich zurück. "Diese Diskussion ist an Heuchelei nicht zu überbieten und in höchstem Masse unseriös", sagte der Generalbevollmächtigte. Die 4,5 Millionen Euro würden die Insolvenzmasse nicht belasten und weder Kunden noch Mitarbeitern entgehen, weil sie "alleine vom früheren Hauptgesellschafter Etihad über eine Bankbürgschaft finanziert" wurden./bvi/DP/he
(AWP)