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Das Protokoll dieses Tages enthält auch die Information, dass der Regierungsrat aufgrund einer von der Staatskanzlei eingeholten Einschätzung der „Berechnungsstelle des schweizerischen Buchdruckervereins für den Kreis VII“ die von der „Ostschweiz“ (Zeitungsverlag und Druckerei) geforderte 12% höhere Entschädigung für den Druck des Amtsblattes gebilligt hatte. (vgl. dazu die Einträge vom 21. April und vom 19. Juli).
[…]
2. Die Drucklegung des Zuchtstier-Kataloges ist wiederum der Ostschweiz übertragen worden, und zwar unter den früheren Vertragsbedingungen. Hinsichtlich der eingegangenen Konventionalbusse gibt der Geschäftsführer die Erklärung ab, dass der Auftrag wohl etwas spät eingegangen, die Arbeit aber den normalen Verlauf nehme und rechtzeitig fertig werde, ohne befürchten zu müssen, wegen verspäteter Ablieferung Busse zu bezahlen. Das Werk muss allerdings mit Ueberstunden erstellt werden, wofür bezirksamtliche Bewilligung für zwei Maschinensetzer ab 14. August pro 2 Wochen mit 3½ Stunden pro Tag schichtweise erwirkt wurde. Die teuern Ueberstunden sind laut Bericht des Geschaftsführers in der Kostenberechnung des Kataloges gebührend berücksichtigt.
3. Der Geschäftsführer erhält Weisung, Ueberzeitarbeit auf das zulässige Minimum zu reduzieren, wenn möglich, überhaupt keine Ueberstundenarbeit auszuführen, das dieser kostbillige [kostspielige] Apparat die Drucksachen verteuert und die Konkurrenz ungünstig beeinflusst und die Publikation der Ueberzeitsbewilligungen im Amtsblatt nach aussen für uneingeweihte Kreise den Anschein erweckt, als ob die Buchdruckerei Ostschewiz mit Druckaufträgen überhäuft & es weniger nötig hat, mit Bestellungen bedacht zu werden.
[…]
11. Aus einer Notiz der neuen Zürcher-Zeitung gehen die Gründe der absurden Papierpreis-Steigerungen für das Druckereigewerbe hervor, die darin liegen, weil die Fabriken der Schweiz im ganz abnormalen Verhältnisse zu früher einen Export betreiben, der zum Aussehen mahnt [sic]. Gibt es doch Fabriken, die das Zehnfache gegenüber früher in das Ausland spedieren und sich dadurch Reichtümer schaffen, welche die Ausrichtung von hohen Dividenden für die Aktionäre der Fabriken ermöglichen, was in normalem [sic] Zeiten nicht der Fall war. Es wird zugleich mit Genugtuung aus dem Zeitungsartikel entnommen, dass sich dieser ernsten Fragen der Schweiz. Presseverband energisch annimmt und Mittel und Wege sucht, um diesen Missverhältnissen und Wuchergeschäften zu begegnen und denselben das Handwerk legt.
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, Wy 088 (Auszug aus dem Protokoll der Betriebskommission der Buchdruckerei „Ostschweiz AG St.Gallen“) und W 248/82 (Anzeige in: St.Galler Bauer, 3. Jg., Heft 18, 06.05.1916, S. 300)