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Es war 1991. Mountainbiken war noch eine ganz junge Sportart in der Schweiz. Doch der neue Trendsport, welcher in Amerika entstand, entfachte schnell auch hierzulande Feuer. Hans Hirter war eine der treibenden Kräfte. Er brachte den Bikesport quasi nach Gränichen – oder gar in den ganzen Kanton Aargau. Im Rahmen der «Aargauer Mountainbike Meisterschaft», welche vom damaligen Kantonalverband SRB Aargau durchgeführt wurde, fiel zum ersten Mal ein Startschuss eines Mountainbikerennens in Gränichen.
Familienangelegenheit für Stirnemanns
Der RC Gränichen, welcher sich bis zu diesem Zeitpunkt vor allem aktiv im Bereich der Durchführung von Radquers, KM-Tests und Geschicklichkeitsfahren engagierte, war also bei den ersten Tritten des Mountainbikesports mit von der Partie. Erst ein Jahr zuvor hatten die ersten Weltmeisterschaften überhaupt stattgefunden, in Durango (USA). Die ersten Schweizer Meisterschaften sollten gar erst drei Jahre später, 1994, folgen.
Einer der Mitte der Neunzigerjahre in diese Szene und den RC Gränichen „hineinrutschte“ ist Beat Stirnemann: „Es wurde ein bisschen zu einer Familienangelegenheit“, erzählt der eigentliche Mister Bike in Gränichen. 1994 übernahm sein Bruder Paul für vier Jahre das OK-Präsidium, Beat anschliessend selber für zwei Jahre, bevor er U19-Nationalcoach wurde. Dann übergab er dieses Amt an einen weiteren Bruder, Peter. Von 1999 bis 2010 prägte Peter Stirnemann und sein Team die Schweizer Bikeszene. Denn das Rennen in Gränichen war mittlerweile von einem kantonalen, zu einem nationalen und gar zu einem internationalen Anlassgereift.
Australier gewinnt an den Schweizer Meisterschaften
Ein besonderer Meilenstein waren die ersten Schweizer Meisterschaften, welche 2000 zum ersten Mal in der Gemeinde Anfangs des Wynentals stattfanden. Diese Meisterschaften waren in vielerlei Hinsicht speziell, wie sich Beat Stirnemann noch heute erinnert: „Der Australier Cadel Evans, welcher später auch die Tour de France gewann, war der Sieger. Damals durften noch Ausländer an der SM starten“,erinnert sich der noch heute äusserst engagierte Coach. Auch das Schweizer Fernsehen war vor Ort und berichtete praktisch ausschliesslich über den Sieger Cadel Evans. „Die mediale Berichterstattung hat dazu geführt, dass anschliessend das Reglement geändert wurde und seither an den Meisterschaften nur noch Schweizerinnen und Schweizer starten dürfen“, erinnert sich Stirnemann genau.
Insgesamt fünf Mal haben die Schweizer Meisterschaften nun bereits in Gränichen stattgefunden(2000, 2007, 2010, 2019, 2020). Während das Organisationskomitee von 2011 bis2020 von Manuel Eichenberger geführt wurde, erfolgte auch eine Aufwertung im internationalen Kalender. Seit 2012 trägt das Rennen den Status „Hors Categorie“. Das bedeutet, dass nur die Weltcuprennen höher eingestuft sind.
Stetig wachsende An- und Herausforderungen
Seitdem letzten Jahr hat nun Rafael Geiser das Präsidium übernommen, nachdem sogar auf der Kippe stand, ob eine Nachfolge für Manuel Eichenberger gefunden werden kann.
„Einer muss es ja machen“, sagt der neue OK-Präsident lachend und fügt sogleich hinzu, dass er sich auf äusserst erfahrenes und eingespieltes Team verlassen kann.
Die Tatsache macht aber auch in Gränichen nicht Halt, dass es immer schwieriger wird für ehrenamtliche Vereine und Organisationen einen solchen Grossanlass durchführen zu können. Die Anforderungen sich in den letzten dreissig Jahren massiv gestiegen. Gerade in den letzten paar Jahren hatte der RC Gränichen intensiv um die Bewilligung für die Durchführung ringen müssen. Nicht im Bereich der Auflagen, sondern auch im Bereich Sponsoring und damit die Finanzierung lägen die grossen Herausforderungen, wie Geiser sagt.
Neue Streckenführung ab 2025 gesucht
Dasses in Gränichen auch nach dreissig Austragungen weitergeht, ist klar. Klar ist auch, dass sich das Team um OK-Präsident Geiser auch in Zukunft agil zeigen muss. Denn ab dem Jahr 2025 wird in Gränichen das Herzstück der Strecke, die grosse Kiesgrube, vollständig renaturiert. So beginnen schon langsam die Gedankenspiele, wie auch nach 2025 am gleichen Ort hochstehender Bikesport wettkampfmässig ausgeübt werden kann.
700 bis 800 Teilnehmende erwartet
An beiden Renntagen werden von den Nachwuchs- und Hobbykategorien bis zu den Profis rund 700 bis 800 Fahrerinnen und Fahrer erwartet. Bei den Männern fordern die Schweizer Vital Albin, der Gränicher Joel Roth und Andri Frischknecht den Neuseeländer Anton Cooper heraus. Bei den Frauen ist die Überfliegerin der bisherigen Weltcupsaison, Rebecca McConnell (Aus), die absolute Topfavoritin. Aus Schweizer Sicht haben die Cupleaderin Seraina Leugger, Ramona Forchini und die U23-Fahrerin Noel Burri die grössten Chancen auf einen Podestplatz.