Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/2453

Im Jahre 1677 machte der Medizinstudent Johan Ham eine aufregende Entdeckung: er fand kleine schwimmende Tierchen (“dierken”) im Ejakulat eines Patienten. Auf diese wissenschaftliche Sensation folgten viele weitere faszinierende Erkenntnisse über Sperma.
1. Datenmenge Sperma
Ein einzelnes Spermium enthält ca. 37,5 Megabyte DNA Information. Eine Ejakulation entspricht also (bei durchschnittlich 150 Millionen Spermien pro Ejakulation) einem Datentransfer von 5.625 TB, das wiederum entspricht einer Datenmenge von knapp 1.197.000 DVDs.
2. Geheimes Sperma
Der erste Direktor des britischen Auslandsgeheimdienstes Secret Intelligence Service, heute bekannt als MI6, gab während des ersten Weltkrieges eine Studie in Auftrag, die unsichtbare Geheimtinte aus Sperma entwickeln sollte. Ein weiterer Fun Fact: Der Herr hieß Sir Gerorge Edward Smith-CUMMING. Im Englischen wird Sperma umgangssprachlich auch als Cum bezeichnet.
3. Teelöffel gegen eine halbe Badewanne
Die durchschnittliche Spermamenge eines Mannes bei einer Ejakulation beträgt 2-6 ml. Das entspricht ungefähr einem Teelöffel. Das größte Lebewesen der Erde, der Blauwal, produziert dagegen deutlich mehr. Pro Ejakulation werden rund 100 Liter Sperma mit einer Kraft von 500 Kilonewton in den weiblichen Wal gespritzt. Dafür sind Wale ja auch etwa 2200 mal schwerer als Menschen – und das Blauwalweibchen ist sogar 6% größer als die Männchen.
4. Leistungsschwimmer oder Seepferdchen?
Spermien können sich dank ihrer Schwänze (Geißeln) fortbewegen. Dabei braucht ein Spermium ca. 800 Geißelschläge für einen Zentimeter Strecke. Nur etwa die Hälfte der durchschnittlich 150 Millionen Spermien, die pro Ejakulation aus dem männlichen Genital entweichen, können geradeaus schwimmen. Die andere Hälfte schwimmt im Kreis oder einfach mit dem Strom der anderen Wegbegleiter. Aufgrund der hohen Konzentration schaffen es aber genügend Spermien zur Eizelle der Frau zu gelangen, um diese zu befruchten.
5. Gut Ding will Weile haben
Mit Beginn der Pubertät läuft die Samenproduktion im männlichen Körper auf vollen Touren. Dabei stellen die Hoden pro Sekunde bis zu 1000 Samenzellen her, das entspricht immerhin 90 Millionen Schwimmern pro Tag. Um zu befruchtungsfähigen Spermien werden zu können, müssen sich diese aber noch in zwei bis drei Monaten weiter entwickeln. Nach der Vorproduktion in den Hoden wandern sie zur Ausreifung in verschiedene Samenzellenlager – zunächst in die Nebenhoden, anschließend weiter zu den Samenblasen. Dort warten dann mehrere hundert Millionen Samenzellen darauf, bei einem Erguss den Körper zu verlassen. Der Vorrat reicht für viele Samenergüsse.
6. Sperma als Anti-Falten-Killer
Sperma enthält sogenanntes Spermin, ein Polyamin, das den typischen Geruch und Geschmack ausmacht, der mal als kastanienblütenartig, nussig oder moschusartig beschrieben wird. Spermine haben hautglättende Eigenschaften und sind wirksam gegen Akne. Es gibt mittlerweile Anti-Falten-Cremes eines norwegischen Herstellers und Spa-Awendungen, die synthetisch hergestellte Spermine verwenden. Diese fallen mit $ 250 leider nicht in die Kategorie preisgünstig – einen Kommentar zu günstigeren Alternativen sparen wir uns an dieser Stelle.
7. Sperma als Antidepressivum
Die stimmungsaufheiternde Wirkung von Sperma haben Wissenschaftler der State University of New York in Albany 2002 in einer Studie untersucht. Sie verglichen Studentinnen miteinander, die mit oder ohne Kondom Geschlechtsverkehr haben. Tatsächlich seien die Frauen, die über den Unterleib Kontakt zum Sperma ihres Partners hatten, seltener von Depressionen und Selbstmordgedanken betroffen, als jene, die mit Kondom verhüten. Sperma enthält Botenstoffe wie Serotonin und Prolaktin, die antidepressiv wirken. Zusätzlich enthalten sind die Glückshormone Endorphin, Dopamin und Noradrenalin. Dopamin aktiviert beispielsweise das Belohnungssystem im Gehirn, während Noradrenalin dafür sorgt, dass wir uns wohl und geborgen fühlen. Die Hormone gelangen über den Geschlechtstrakt in den Blutkreislauf der Frau. Allerdings können mit Sperma auch Geschlechtskrankheiten übertragen werden, insofern sollte man Sicherheit immer über gute Laune stellen.
8. Sperma Cuisine
Es gibt ja nichts, was es nicht gibt. So existiert tatsächlich ein Kochbuch namens “Natural Harvest” (engl. für natürliche Ernte), geschrieben von Paul “Fotie” Photenhauer, das viele verschiedene Sperma-Rezepte enthält. Auf seiner Website cookingwithcum beschreibt er, wie die Idee für ein solches Kochbuch entstanden ist und dass es ihn begeistert, mit etwas tatsächlich “Eigenproduziertem” zu kochen. Da verwundert es auch nicht, dass er mittlerweile ein Nachfolgebuch zum Cocktailmixen geschrieben hat. Na denn mal Prost!
9. Gefährliches Sperma
Nicht nur sexuell übertragbare Krankheiten, wie das HI-Virus, Syphillis und Tripper (Gonorrhoe) können über die Körperflüssigkeit Sperma übertragen werden. Es gab sogar Fälle, in denen es allergische Reaktionen auf Sperma gab, die auf sehr starke Lebensmittelallergien zurückzuführen waren. Eine Frau hatte nach dem Geschlechtsverkehr mit ihrem Partner über Kurzatmigkeit, Schwindel und starke Schwellungen, sowie genitalen Juckreiz geklagt. Diese Beschwerden waren auf Nüsse zurückzuführen, die ihr Partner Stunden vor dem Verkehr gegessen hatte und deren allergieauslösende Bestandteile durch die Verdauung noch nicht vollständig aufgespalten waren. Zum Glück ist das bisher aber nur die Ausnahme geblieben.
Allerdings gibt es auch wenige Menschen, die an einer Allergie gegen Sperma selbst leiden – das sogenannte Postorgasmic Illness Syndrom (POIS). Das trifft häufiger Frauen als Männer, meist im Alter von 20-30 Jahren. Betroffene sind gegen ein bestimmtes Protein, das in jedem menschlichen Sperma gleich ist, allergisch. Bei Männern ruft eine Ejakulation grippeähnliche Symptome hervor, die bis zu einer Woche andauern können. Bei den Frauen kann diese Allergie aber bis zum anaphylaktischen Schock und somit zum Tode führen. Es ist bereits durch Hyposensibilisierung gelungen, Betroffene von ihren Beschwerden zu befreien. Grundlegend heißt es aber bei dieser seltenen Form der Allergie: Kondome schützen!
10. Weibliches Sperma
Was Männer können, können Frauen schon lange! Auch das weibliche Geschlecht ist in der Lage zu ejakulieren. Wann und wodurch genau es zu einer weiblichen Ejakulation kommt ist bislang kaum erforscht, da sie gesellschaftlich weitgehend tabuisiert wurde. Bekannt ist aber ihr physischer Ablauf: Eine Art weibliche Prostata, die paraurethralen Drüsen produzieren eine farblose bis milchige Flüssigkeit. Diese wird bei höchster Erregung durch zwei winzige Ausgänge abgegeben. Da diese direkt neben der Harnröhrenöffnung liegen, verwechseln Frauen ihr Ejakulat oft mit Urin und fühlen sich peinlich berührt. Das ist also absolut nicht notwendig. Der weibliche Erguss ist eher ein Zeichen gipfelnder Erregung und dass sich die Frau beim Geschlechtsverkehr völlig fallen lassen konnte. Eine mögliche Ursache der weiblichen Ejakulation wird bei der Stimulation des sagenumwobenen G-Punktes vermutet. Der G-Punkt ist übrigens nach dem deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg (also Gräfenberg-Punkt) benannt, der zum ersten Mal diese Zone beschrieben hat. Der G-Punkt befindet sich etwa 4-5cm hinter dem Scheideneingang und liegt in unmittelbarer Nähe zur Harnröhre. Das Gewebe um die Harnröhre kann, genau wie der Penis, bei Erregung anschwellen und hart werden. In dieser Zone ist ein bis zu 2cm großer Knoten zu ertasten, der G-Punkt! Wer diesen Punkt also findet und ihn mit Penis oder Finger stimuliert, hat gute Chancen, eine weibliche Ejakulation zu ermöglichen und miterleben zu können.