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- Australiens U-Boot-Handel, der westliche Bündnisse zu spalten droht, wird immer transparenter.
- 40 Milliarden Euro entgingen Frankreich und der DCN-Gruppe, die das Unterseeboot der Barracuda-Klasse herstellt. Sechs Barracuda-Jagd-U-Boote erhält die französische Marine, acht waren für Australien geplant.
- Aus Australien wird berichtet, gute militärische Gründe hätten den Ausschlag für den Deal mit den USA gegeben. Ausserdem sei die australische Navy mit DCN unzufrieden gewesen.
- Sie sei für ihre Planung auf Daten aus Cherbourg angewiesen gewesen; doch hätten die Franzosen Termine verschlafen. Einmal hätten die zuständigen Ingenieure vier Wochen Ferien gemacht, worauf die Australier um einen Monat in Verzug geraten seien.
- Der australische Planungsstab habe sich für die Kooperation mit den USA ausgesprochen, die Vice Admiral Noonan vor sechs Monaten dem britischen Ersten Seelord, Admiral Radakin, unterbreitete.
Erdrückende militärische Argumente
Militärisch ist das Paket der Gründe für acht amerikanische Schiffe erdrückend:
- Wie die Briten erhalten die Australier Zugang zu hochgeheimen, besten Nukleartechnik der USA. Dies bedeutet einen ausserordentlichen Vertrauensbeweis für das Land, das mit den Vereinigten Staaten, Kanada, Grossbritannien und Neuseeland zu fünft auch den stärksten Geheimdienst-Verbund der Welt bildet und von den entsprechenden “ECHELON”-Nachrichten mächtig profitiert.
- Die Tauchdauer ist mit amerikanischer Technik um ein Mehrfaches länger als beim Modell, das Canberra in Frankreich bestellt hatte. Jagd-U-Boote werden auch oder gerade zur weitreichenden Aufklärung eingesetzt. In Australiens operativer Planung geht es nicht mehr nur um die Beobachtung der ausgedehnten eigenen Küstengewässer. Gegen Chinas offene Expansion und Aggression muss Australiens U-Boot-Flotte in der Tiefe des Raumes aufklären. Das kann sie nur mit amerikanischem Wissen und Können.
- Konventionelle U-Boote müssen ihre Zellen rasch ersetzen. Dazu tauchen sie auf. Die Logistik der eigenen Marine sorgt für den Nachschub. Doch mit dem Auftauchen verrät das U-Boot seinen Standort. Die amerikanischen Schiffe bleiben Wochen lang getaucht.
- Wie in einem früheren Beitrag erwähnt, verfügt Australien aus politischen Gründen über keine Atom-Industrie. Die Reaktoren der französischen Boote hätten alle sieben Jahre nachgerüstet werden müssen. Die fortschrittlichere amerikanische Technik dagegen reicht für die ganze Lebensdauer der Boote, also rund 35 Jahre. Für das nuklear rückständige Australien stellt das einen erheblichen Vorteil dar. Nicht zuletzt wegen der 7-Jahre-Nachrüstung bestellte Canberra acht konventionelle Schiffe.
Wie weiter mit den USA?
Wir stellten diese Frage unserem USA- und Nautik-Experten Oberst i Gst Jürg Kürsener. Er wies zuerst auf die Überlastung der beiden amerikanischen U-Boot-Werften hin. In Virginia und Connecticut arbeiten die beiden Unternehmen unter Hochdruck an eigenen Aufträgen:
- Bei den taktischen Jagd-U-Booten geht es um die Ablösung der Los-Angeles- durch die Virginia-Klasse. Die US Navy setzt derzeit noch 29 Los-Angeles- und schon 17 Virginia-Schiffe ein. Der Virginia-Auftrag ist aber bei weitem nicht erfüllt: Die Navy erhält 30 moderne U-Boote dieses Typs.
- Bei den strategischen Unterseebooten ersetzt die Columbia- die Ohio-Klasse. Zurzeit tragen 14 Ohio-Boote mit je 20 UGM-143A Trident D-5/D-SLE und je vier 533-mm-Torpedos die Last. Die Trident, eine ballistische Langstreckenrakete, gehört in der atomaren Abschreckung zur amerikanischen Triade.
Auf dem Papier drei Optionen
Die volle Auslastung der amerikanischen Werften wirft Schatten auf die Optionen, die Australien und die USA für die Ausgestaltung ihres Handels haben. Jürg Kürsener sieht auf dem Papier im groben Raster drei Optionen:
- Weil Australiens bestehende Collins-U-Boote