Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03646.jsonl.gz/1998

Die USA kämpfen um das Überleben des Dollars als Leitwährung!
Die Schulden der USA betragen mehr als siebzehntausend Milliarden Dollars (jawohl, 17’000 Milliarden). Ein derartiger Schuldenberg kann mit keiner normalen Massnahme mehr abgebaut werden. Ein grosser Teil befindet sich in verschiedenen Formen von Wertpapieren und auf $-Konten in den Händen anderer Länder und von Firmen und Privaten ausserhalb der USA. Sie erhielten die Dollars für von ihnen den USA gelieferte Güter und Dienstleistungen.
Wie viel wert sind diese Dollars? Ihr Wert entspricht der Festigkeit unseres Glaubens an die auf dem Papier aufgedruckte Zahl, sonst dem Preis des Papiers, auf dem sie gedruckt wurden.
Was steht hinter den US Dollars? Eine Druckmaschine, die soviel druckt, wie nötig ist, damit die USA weiterhin in der Welt ihren Bedarf decken können.
Dieses zugegebenermassen etwas vereinfachte, aber leider realistische Bild führte Clive Maund, einen US Finanzspezialisten dazu, in einem am 31. August 2014 auf seiner Webpage veröffentlichen Artikel zu argumentieren, dass die USA mit aller Macht versuchten, Russland zu zerbrechen, um die weltweite Hegemonie des Dollars und damit ihre wirtschaftliche, politische und militärische Dominanz zu erhalten. Für ihn ist das der Hauptgrund Grund für das Auslösen der „Ukraine-Krise.“
Wie alle, die sich informieren, wissen, sind China und Russland daran, Alternativen zum Dollar aufzubauen. China kauft schon seit längerer Zeit in grossem Massstab Gold auf. Dieses Gold könnte dereinst dem Yuan als Werthinterlage schlagartig Glaubwürdigkeit verleihen, wenn China die Währung frei gibt. Mit Russland und anderen Wirtschaftsräumen schliesst es Verträge ab, in denen bereits nicht mehr mit Dollars, sondern z.B. in der chinesischen Währung abgerechnet wird und es ist daran, ausserhalb Chinas Yuan-Hubs einzurichten. Geschickt, mit Geduld und Kompetenz, arbeitet das Reich der Mitte daran, den Dollar als Leitwährung anfänglich teilweise, dann ganz durch den Yuan zu ersetzen.
Für die USA würde damit das Ende ihrer weltbeherrschenden Stellung eingeläutet. Grosse Teile der im Ausland gehaltenen Dollars würden in die USA zurück fliessen und dort zu einem Zusammenbruch führen (z.B. durch Hyperinflation).
Laut Clive Maund erkläre das die aggressive US Politik gegen Russland. Man hofft, das Land z.B. mit Sanktionen massiv zu schwächen, ev. sogar zu einem Krieg zu provozieren. Da China weiss, dass es als nächste Macht in die Schusslinie der USA geriete, falls diese Politik Erfolg haben sollte, meint Maund, dass die USA damit die beiden Grossmächte erst recht zur Festigung ihrer strategischen Partnerschaft zwinge. (In der Allgemeinen Schweizerischen Miltärzeitschrift hatte ich in der Ausgabe vom Juni 2014 unter dem Titel „Der Westen als Pate einer eurasischen Militärallianz?“ schon eine ähnliche Frage gestellt.).
Maund hält diese amerikanische Politik angesichts der wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung der beiden Mächte, der wachsenden russischen- chinesischen Zusammenarbeit und ihrer Atomwaffen für chancenlos.
Gotthard Frick, Bottmingen, 10.09.2014