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The Woman in Black (2012)
Die Frau in Schwarz
The Woman in Black (2012) Die Frau in Schwarz
Oder: Ohne Zauberstab auf Geisterjagd
Nach dem Tod seiner Frau muss sich der junge Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) Ende des 19. Jahrhunderts ganz allein um seinen Sohn kümmern. Dabei gerät sein Job zusehends in den Hintergrund. Doch ohne Geld geht es nicht und da er als unverzichtbar in der Londoner Kanzlei gilt, erhält er eine letzte Chance, sich zu beweisen. In einem völlig isolierten Anwesen im Marschland soll er den Nachlass der kürzlich verstorbenen Besitzerin einer alten Villa auflösen.
Was als Routinejob beginnt, entpuppt sich sehr bald als schwierig. Die Bewohner des Dorfes sind des festen Glaubens, dass in dem Anwesen der Verstorbenen ein Geist herumgeht, eine Frau in einem schwarzen Kleid. Jedes Mal, wenn eine Person den Geist sieht, kommt kurze Zeit später ein Kind aus dem Dorf auf grausame Art ums Leben. Allen Gerüchten zum Trotz begibt sich Kipps an die Arbeit und durchsucht Berge an alten Unterlagen. Seine Arbeit wird jedoch zunehmend von mysteriösen Erscheinungen unterbrochen, bei denen eine schwarzgekleidete Frau eine grosse Rolle spielt.
Kinofilm-Rating
Nach der Harry Potter-Reihe ist es auch für Daniel Radcliffe an der Zeit, sich in anderen Rollen als der des Zauberschülers zu versuchen. The Woman in Black basiert auf dem gleichnamigen Schauerroman von Susan Hills, der in England äusserst populär ist. Bereits als Bühnenstück und TV-Drama verarbeitet, wurde die Kinoversion von den neu gegründeten Hammer Film Productions produziert, die zwischen den 1950ern und 1970er Jahren vor allem für ihre Gothic-Horrorfilme bekannt war.
Regisseur James Watkins nimmt sich angelehnt an alte Traditionen das nebelverhangene Grossbritannien als Kulisse. Atmosphäre steht im Vordergrund, angefangen mit dem isoliert stehenden Haus der Verstorbenen im Marschland über knarzende Dielen und Türen bis hin zu geisterhaften Schemen und verwinkelten, dunklen Ecken. Das sind alles typische Mittel eines Horrorfilms, nicht neu, aber immer wieder wirkungsvoll.
Als Zuschauer schlüpfen wir in die Rolle der Hauptfigur, begeben uns mit ihr in die Vergangenheit und erfahren durch Recherchen vor Ort mehr über die Geschichte des Hauses. Das komplette Ignorieren jeglicher Warnungen durch die Dorfbewohner und das Herumstochern in längst Vergangenem löst letztlich das stete Erscheinen des Geistes aus. Der Grund für den Rachefeldzug der Frau in Schwarz ergibt sich erst nach und nach durch Recherchen und Bilder, die Kipps im Haus und seiner Umgebung sieht. Es herrscht bis zum Ende eine stete Verunsicherung. Bildet er sich die Erscheinungen nur ein, sind sie real und wenn ja, warum? Diese ungelösten Fragen bieten eine gute Grundlage, um übliche Schauermomente unterzubringen. Manches ist dabei allzu vorhersehbar, alles in allem aber immer noch ausreichend, um zumindest leichten Grusel erzeugen zu können. Radcliffe agiert in dieser Kulisse erstaunlich gut. Seine Figur ist fast in jeder Szene zu sehen und trägt den Film somit fast allein, hauptsächlich durch Mimik, denn gesprochen wird relativ wenig.
Insgesamt muss man über leichte Drehbuchschwächen hinwegsehen, um in Watkins Umsetzung auf seine Kosten zu kommen. Die seichte Horrorkost wird aber allemal durch die Kulisse aufgewertet und das durchaus überzeugende Spiel seines Hauptdarstellers.
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