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Um das zu erreichen, will nach seinen Worten Ressortchef Stéphane Le Foll eine „koordinierte Agrarpolitik“ auf Ebene der G20-Länder einführen. Darüber hinaus solle der französische Proteinplan, der „eine wichtige Achse im künftigen landwirtschaftlichen Zukunftsgesetz“ sei, den Tierhaltern ermöglichen, sich gegen die Preisvolatilität landwirtschaftlicher Betriebsstoffe zu schützen.
Mit Blick auf die vertragliche Festlegung im Milchsektor meinte Bretenoux, es sei unabdingbar, die Vereinbarungen gerechter auszugestalten. Auch müssten die Verträge Kooperationen und Managementmechanismen besser berücksichtigen.
Auf dem Kongress der Confédération paysanne in Fougères stand die Frage der Zukunft der Milchproduzenten nach dem Quotenwegfall 2015 im Mittelpunkt.
Junglandwirte fordern europäische Beobachtungsstelle für Märkte und Mengen
Für das Aufsichtsratsmitglied Daniel Chevreul beim französischen Dachverband der privaten Molkereien (FNIL) ist das Ende der Milchquote vor allem eine Gelegenheit, den Exportanteil zu erhöhen und auf internationaler Ebene präsent zu sein. Zugleich müsse Frankreich aber dafür sorgen, seine europäischen Marktanteile zu halten.
Unter Hinweis auf die Besorgnis der Milchbauern für die Zeit ab 2015 betonte der Sprecher der Confédération, Philippe Collin, dass Europa heute strukturell nicht in der Lage sei, am Markt angemessen zu agieren. Um sich in Europa in die Lage zu versetzen, auf Marktrisiken reagieren zu können, schlug der Vizepräsident der Junglandwirteorganisation (JA), Jérôme Chapon, vor, „eine europäische Beobachtungsstelle für Märkte und Mengen“ auf den Weg zu bringen. Dies würde die Einführung von Kriseninstrumenten ermöglichen, so Chapon.
Der Milcherzeugerverband (FNPL) machte seinerseits den Vorschlag, das „Interventionsniveau“ zu erhöhen. Zugleich plädierte er dafür, einen europäischen Mechanismus zu errichten, der die Tierhalter entschädigen solle, wenn sie während einer Krisenzeit ihre Produktion herunterführen müssten.
Vertikal versus „querliegend“
Mit Blick auf die Neuorganisation der französischen Milchbranche durch Produzentengemeinschaften (OP) zeigte sich die Verbändelandschaft gespalten. Während sich der FNPL für eine „vertikale“ Ausrichtung, also die Anbindung an ein einziges
Unternehmen ausspricht, plädieren die Confédération paysanne und die Coordination rurale (CR) für eine „horizontale“ Organisation,
also dieAnbindung der Milchbauern an ein Gebiet.
Nach Auffassung des Vertreters der Confédération-Milchkommission, Ives Sauvaget, braucht Frankreich eine „querliegende“ OP, die so breit wie möglich angelegt werden müsse. Die Zunahme an OP würde nur Konkurrenzen untereinander schaffen. Aus Sicht von FNPL-Vizepräsident Patrick Ramet wird man daran arbeiten müssen, die OP in Vereinigungen der Produzentenorganisationen (AOP) und in vertikalen oder horizontalen Produzentenorganisationen neu zu strukturieren.
Nach den Worten von JA-Vizepräsident Chapon ermöglicht es die Vertikalität der OP,mit den Unternehmen zu verhandeln. Allerdings benötige die Branche auch „Querverbindungen“, um grössere Mengen zu erzielen.
„Garant für Markttransparenz“
FNIL-Aufsichtsratsmitglied Chevreul sieht in den Produzentengemeinschaften auch den Vorteil, den Austausch zwischen den Produzenten bei den Überlegungen der Branche zur OP-Neuorganisation zu vertiefen. Zur Frage der Rolle der Interprofessionen meinte FNPL-Vizepräsident Ramet, dass „das interprofessionelle Zentrum der Milchwirtschaft (Cniel) von morgen“ der „Garant für Markttransparenz“ werden müsse: „Sie besitzt einen wirtschaftlich unabhängigen Sachverstand.“
Das Cniel könne zu einem Wettbewerbsinstrument für die Branche werden, unterstrich Ramet, ohne dies näher zu erläutern. Zudem habe das Zentrum die finanziellen Mittel, um in Forschung zu investieren, hob der FNPL-Vizepräsident hervor.