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Die beiden Onlinemedien hatten Bilder des Ortes publiziert, an dem das Delikt begangen worden war. Darauf war das Gebäude zu sehen, in dessen erstem Stock sich die Wohnung des Paares befand. Der Presserat hiess eine Beschwerde gut, wie er am Donnerstag mitteilte.
Beide Medien machten zudem publik, dass der Mann in der darunter liegenden Pizzeria arbeitete, und nannten die Strasse. Dadurch sei der Wohn- und Arbeitsort des Mannes für Dritte rasch zu erkennen gewesen. Deshalb handle es sich in diesem Fall um identifizierende Berichterstattung.
Mit der Berichterstattung ist gemäss Presserat auch die Privatsphäre des Paares verletzt worden. Der Blick habe eine Aufnahme durch die verglaste Eingangstüre des Deliktorts veröffentlicht. Auf dem abgebildeten Flur seien private Gegenstände zu sehen gewesen.
Balkon ist Privatsphäre
20 Minuten habe ein Foto des Balkons veröffentlicht, der von der Strasse aus nicht einsehbar sei. In beiden Fällen kam der Presserat zum Schluss, dass sowohl der Eingangsbereich als auch der Balkon zum Privatbereich der Betroffenen gehörten. In beiden Fällen hätte es deshalb eine Einwilligung gebraucht.
Die Argumentation von 20 Minuten, in bestimmten Kontexten sei es zulässig, das Wohnhaus von Verdächtigen eines Femizides zu zeigen, ist für den Presserat eine «reine Schutzbehauptung». In der Berichterstattung werde weder der Begriff des Femizids erwähnt noch das Phänomen erklärt oder vertieft. (SDA)