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Der Maag-Halle in Zürich droht der Abriss, wie der «Tages-Anzeiger» am 3. Juni 2021 berichtete. Unter den 7000 Unterzeichnern der Petition zur Rettung waren auch viele Bühnenpromis wie Nadja «Nadeschkin» Sieger oder Beat Schlatter.
Politik schritt ein
Vor 17 Jahren beschloss die Stadt Zürich neue «Sondervorschriften» für das Industrieareal hinter dem Primetower. Es handelte sich dabei um einen Plan, wo was gebaut werden darf und ein zentraler Teil davon ist die Quartierstrasse, die durch den vorderen Teil der Maag-Halle führt. Dieser Plan erlaubt nur kleine Eingriffe, welche aber für eine für den Erhalt notwendige Aufwertung nicht ausreichend wären. Die von der Alternativen Liste beantragte, und von der links-grünen Mehrheit im Stadtparlament unterstützte Änderung der Sondernutzungsplanung bräuchte mindestens zwei Jahre und würde mindestens zwei Jahre dauern.
Zwei Planungsentwürfe
Swiss Prime Site beauftragte acht Architekturbüros die Zukunft des Areals, frei von der Maag-Halle, neu zu denken. Der eine Finalist, das französische Büro Lacaton & Vassal integrierte diese dennoch im Entwurf und die Jury empfahl prompt, dieses Projekt zur Weiterverfolgung. Der Entwurf des zweiten Finalisten, das Berliner Büro Sauerbruch Hutton, sieht jedoch den Abbruch vor. Der Verwaltungsrat von Swiss Prime Site entschied sich aber für den Entwurf von Sauerbruch Hutton, auch wegen gravierender Vorbehalte bezüglich der Bewilligungsfähigkeit der Variante von Lacaton & Vassal.
Belebung von früh bis spät
Die Maag-Halle generierte nur abends und praktisch immer zum gleichen Zeitpunkt Frequenzen im Quartier. Ziel hingegen ist jedoch, dass das Quartier von frühmorgens bis in die Nacht belebt ist und daher sei das Sauerbruch Hutton – Projekt die beste Variante für das Quartier. Dieses sieht ein durchgrüntes Quartierzentrum mit hoher Aufenthaltsqualität vor. In den Erdgeschossen sind Cafés, eine Markthalle, Co-Working-Space und mehrere Kulturräume mit bis zu 475 Plätzen, der halben Kapazität der Maag-Halle, vor.
Letzte Vorstellung in zwei Jahren
Gemäss Plan soll in gut zwei Jahren die letzte Vorstellung in der Maag-Halle stattfinden und danach wird der Bau zweieinhalb Jahre dauern. Die Gegner aus dem Quartier wollen noch nicht aufgeben. Ihnen hat das Vorhaben zu wenig Ausstrahlung um die 300’000 Menschen zurückzuholen, welche jährlich die Maag-Halle besuchten.
Darko Soolfrank, Mitbetreiber der Maag-Halle und Mitglied der Kulturmeile Zürich-West, sieht das Ende durchaus pragmatisch. Trotzdem lehnt er das Projekt ab, denn die Maag-Halle hätte mit Messen, Events, Ausstellungen und Shows fast einen 24-Stundenbetrieb geboten. Der von Swiss Prime Site geplante Stadtplatz samt kleinem Wald werde kaum die Ausstrahlung haben und viele Menschen würden die klassische Zürich-West-Industrieatmosphäre vermissen. Aus Sicht von Swiss Prime Site ist die Sache jedoch entschieden. (MICE-Tip)