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Cheftrainer Brunello Iacopetta musste in Abwesenheit des gesperrten Izmirlioglu und des kranken Captains Muntwiler seine Verteidigung umstellen. So kam es, dass mit Malik Talabidi und Ilan Sauter, beide zwanzig Jahre jung, das jüngste Innenverteidiger-Duo der Schweizer Profi-Ligen auflief. Dass die Wiler auf die Mannschaft mit der zweitschlechtesten Offensive der Liga treffen, merkte man kaum. Die Lausanner waren von Anfang an in der Offensive präsent. Dass die Wiler in der Defensive Mängel haben, deckten die Waadtländer in der sechsten Minute schonungslos auf. Hadji schickte mit einem schönen Steilpass Labeau auf die Reise. Dieser entledigte sich im Laufduell Sauter, umkurvte Torhüter Keller und traf zur frühen Lausanner Führung. Nach dem Führungstor spielten die Hausherren sehr routiniert und die Wiler kamen nicht in die Zweikämpfe. So ging bis zur 23. Minute keine wirkliche Gefahr vom Wiler Angriff aus. Dann aber tankte sich Brahimi auf der linken Seite durch und spielte den Ball hoch in den Strafraum. Dort kam Silvio am zweiten Pfosten zum Kopfball, den Lausanne-Torhüter Hammel mirakulös von der Linie kratzte. Es sollte dies die letzte Aktion des Schlussmannes sein
Nur gerade drei Minuten später lief Bahloul auf das Tor zu, und wurde vom herausstürmenden Hammel ausserhalb des Strafraumes zu Fall gebracht. Weil Hammel letzter Mann war und eine klare Torchance verhinderte, schickte ihn Schiedsrichter Turkes unter die Dusche. Somit waren die Wiler ab diesem Zeitpunkt mit einem Mann mehr auf dem Feld. Der darauffolgende Freistoss aus zentraler Position setzte Silvio in die Mauer. Es waren nun die Wiler, die das Heft in die Hand nahmen und die Gastgeber verlegten sich aufs Kontern. Die Lausanner Verteidigung zeige in dieser Phase aber, warum man bislang so wenig Gegentore hinnehmen musste. Zu abgeklärt stand das Bollwerk der Heimmannschaft. In der 33. Minute führte die Heimmannschaft einen Freistoss an der Mitellinie schnell aus. Labeau entwischte im Laufduell erneut Sauter und spielte von der Grundlinie den Ball flach in den Wiler Strafraum. Dort konnte der vollkommen freistehende Hadji den Ball ohne Mühe aus vier Metern zum 2:0 verwerten. Bis zum Pausenpfiff bemühten sich die Wiler zwar offensiv Akzente zu setzten, dies aber ohne jeglichen Erfolg. Bezeichnend, dass die beste Wiler Chance von bei nummerischer Gleichzahl zu verzeichnen war.
Offensiv viel zu harmlos
In der zweiten Halbzeit waren die Wiler vom Beginn weg die spielbestimmende Mannschaft. Phasenweise zogen sie ein regelrechtes Powerplay auf und schnürten die Lausanner am eigenen Strafraum ein. Die Gastgeber ihrerseits liessen sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen. Wie schon in der ersten Halbzeit verteidigten sie konzentriert und versuchten mit Kontern Nadelstiche zu setzten. Die Wiler waren in der Offensive aber so ungenau und ideenlos, dass man das Gefühl hatte, sie könnten stundenlang weiterspielen, ohne ein Tor zu erzielen, es sei denn das Heimteam hilft gütig mit. Genau das passierte in der 61. Minute. Dickenmann brachte von der linken Seite eine an und für sich harmlose Flanke hoch in den Strafraum. Dort kam Steffen aus dem Tor und faustete den Ball direkt in die Füsse von Fazliu. Dieser schloss zentral vor dem Tor von der Strafraumgrenze aus ab und traf zum Wiler Anschluss.
Die Wiler versuchten im Anschluss das Momentum zu nutzten und gleich einen weiteren Treffer nachzulegen. Aber wie schon im gesamten Spiel, fehlte es ihnen an Ideen um das Lausanner Bollwerk zu knacken. Ab der 80. Minute wirkten die Wiler dann vollkommen ausgepowert, sodass das Spiel in den letzten zehn Minuten nur noch vor sich hin plätscherte, ohne dass etwas Nennenswertes passierte. So reisen die Wiler ohne Punkte aus Lausanne zurück und beenden die Hinrunde auf den achten Rang, vor dem punktgleichen Neuchâtel Xamax und dem abgeschlagenen SC Kriens. Die sportliche Führung tut gut daran sich in der Winterpause zu überlegen, wie man die Defensive stabilisieren kann.
FC Stade-Lausanne-Ouchy – FC Wil 2:1 (2:0)
Pontaise: 453 Zuschauer – Sr: Turkes
Tore: 6. Labeau 1:0, 33. Hadji 2:0, 61. Fazliu 2:1.
FC Stade-Lausanne-Ouchy: Hammel; Kadima, Hajrulahu, Pos; Asllani (46. Rüfli), Abdullah, Cueni (69. Chader), Qarri (27. Steffen); Bayard (69. Ajdini), Hadji (46. Laugeois).
FC Wil: Keller; Dickenmann (68. Frei), Talabidi, Sauter (89. Miranda), Brahimi (68. Heule); Fazliu, Kamber, Reichmuth (82. Ndau); Bahloul (82. Rustemoski), Silvio, Lukembila.
Bemerkungen: Wil ohne Daniel, de Mol, Krunic, Malinowski, Saho (alle verletzt), Izmiurlioglu, Zumberi (beide gesperrt), Jones und Muntwiler (beide krank). Stade-Lausanne-Ouchy ohne: Oss, Routis (beide verletzt), Bamba (gesperrt), Da Silva, Dalvand und Staffoni (alle nicht im Aufgebot). 26. Platzverweis Hammel.
Verwarnungen: 18. Reichmuth (Foul), 39. Pos (Foul), 75. Steffen (Unsportlichkeit), 79. Sauter (Reklamieren).