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Kommentar: Vreni Weber
Was macht eine Familie aus? Dies ist die unausgesprochene Frage des mit einer goldenen Palme ausgezeichneten Films des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda. In einem winzigen Haus, das mehr Bewohner als Quadratmeter zu haben scheint, eingekesselt von anonymen Betonblocks der Millionenstadt Tokio, lebt eine bunt zusammengewürfelte Truppe, die sich mit Gelegenheitsjobs, Witwenrente und Ladendiebstahl über Wasser hält. Bei einem Diebeszug in einer kalten Winternacht begegnen Vater Osamu und Sohn Shota der kleinen Yuri, die, verwahrlost und misshandelt, auf einen Balkon gesperrt wurde. Osamu nimmt sie kurzerhand mit nach Hause, wo sich Yuri in der unordentlichen, aber freundlichen Patchworkfamilie rasch einlebt. Doch die finanzielle Lage spitzt sich zu, und ein Vorfall bringt plötzlich Geheimnisse zutage, die den fragilen Zusammenhalt zu zerstören drohen.