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Quelle: Reuters
Welche unmittelbare Wirkung hat Hitze auf den Organismus?
Sobald die Temperaturen steigen, versucht der menschliche Körper seine Temperatur bei um die 37 Grad stabil zu halten. Dazu aktiviert er verschiedene Mechanismen wie das Weiten der Blutgefässe in der Haut sowie Schwitzen. Durch die Weitung der Blutgefässe wird Hitze auf der Körperoberfläche freigesetzt. Schweiss hilft durch die Verdunstungskühlung, die Haut abzukühlen.
Welche Gesundheitsrisiken birgt Hitze?
Es kann passieren, dass die Mechanismen zur Wärmeregulierung überlastet sind. Dann treten etwa Symptome wie Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Fieber auf. Manchmal sind solche Beschwerden Symptome gravierenderer gesundheitlicher Probleme. Dazu zählen Sonnenstiche durch zu langen Aufenthalt in der Sonne oder Dehydrierung, bei der dem Gewebe übermässig stark Flüssigkeit entzogen wird.
Am gefährlichsten ist ein Hitzschlag, der sogar zum Tod führen kann. Es handelt sich dabei um eine gefährliche Überhitzung, bei der die Körpertemperatur auf über 40 Grad steigt.
Quelle: CH Media Video Unit / Ramona De Cesaris
Welche Menschen sind besonders gefährdet?
Besonders gefährlich ist die Hitze für Heranwachsende, insbesondere für Kinder unter fünf Jahren. Auch bei chronisch Kranken besteht ein höheres Risiko, da ihr Körper sich nicht so gut an extreme Bedingungen anpassen kann.
Eine weitere Risikogruppe sind ältere Menschen. Mit dem Alter nimmt die Zahl der Schweissdrüsen in der Haut ab, sodass ältere Menschen Hitze weniger gut durch Schwitzen kompensieren können.
Bei Hitzewellen werden Schweissdrüsen permanent zur Produktion von Schweiss angeregt. Nach einigen Tagen versiegen die Schweissdrüsen aber vorerst, in der Folge geht die Schweissproduktion zurück. Dadurch steigt die Körperkerntemperatur. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass durch den Hitzestress der Energiebedarf erhöht ist und die Kapazitäten eines älteren Menschen übersteigt.
Welche Lebensbedingungen machen Hitze noch gefährlicher?
Manche Menschen sind auch aufgrund ihrer Lebensbedingungen gefährdeter. In dicht besiedelten Städten ist die Hitzebelastung grösser als auf dem Land, insbesondere in schlecht isolierten Gebäuden oder Dachwohnungen. Ausserdem kommt in Grossstädten mitunter noch Luftverschmutzung zur Hitze hinzu.
Von der Hitze stark betroffen sind zudem Menschen, die im Freien arbeiten, wie etwa Bauarbeiter. Und auch Obdachlose leiden besonders stark, weil sie oft keinen kühlen Rückzugsort haben.
Welche Auswirkungen haben hohe Nachttemperaturen?
Bei den aktuellen Hitzewellen liegt die Aufmerksamkeit nach Ansicht der Weltwetterorganisation (WMO) aber viel zu stark auf der Höchsttemperatur. Viel entscheidender für das Gesundheitsrisiko sei die hohe Nachttemperatur, sagte der Extrem-Wetter-Experte John Nairn von der WMO.
«Der Körper kann sich dann nicht erholen.» Die WMO geht davon aus, dass der aktuelle Trend anhält. Bereits seit den 1980er Jahren hätten sich die Phasen extremer Temperaturen teils versechsfacht. «Die Welt muss sich auf noch intensivere Hitzewellen einstellen», sagte Nairn. Die Organisation hatte jüngst offiziell einen Hitzerekord für Europa vom 11. August 2021 mit 48,8 Grad Celsius auf Sizilien anerkannt.
Nach Angaben der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) sind in den vergangenen zehn Jahren rund 400'000 Menschen an den Folgen extremer Klima- und Wetterereignisse gestorben. Aktuell gebe es zahlreiche Anstrengungen der nationalen Rot-Kreuz-Organisationen vor allem im Mittelmeerraum, den Menschen zu helfen, sagte IFRC-Sprecher Panu Saaristo.
So rufe das Rote Kreuz in Italien viele ältere Menschen an, um sich nach deren Befinden zu erkundigen. In Spanien und Portugal würden die Menschen via sozialer Medien auf die Gefahren hingewiesen. In Griechenland versorge das Rote Kreuz die Menschen mit Trinkwasser.
Welche Schutzvorkehrungen werden empfohlen?
Bei hohen Aussentemperaturen ist es wichtig, viel zu trinken und sich möglichst viel in kühlen Räumen aufzuhalten. Gesundheitsbehörden warnen insbesondere davor, das Haus in den besonders heissen Mittagsstunden zu verlassen. Sie raten dazu, die Wohnung etwa durch Verdunkelung kühl zu halten. Wem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, der sollte in klimatisierten Räumen wie Museen, Bibliotheken, Kinos oder Einkaufszentren nach Abwechslung suchen. Von körperlicher Anstrengung oder gar Sport im Freien wird abgeraten.
Quelle: Reuters
Gesundheitsexperten raten ausserdem dazu, regelmässig zu trinken, und das nicht erst, wenn man Durst verspürt. Alkoholkonsum ist bei Hitze nicht zu empfehlen. Hingegen sollte darauf geachtet werden, ausreichend zu essen.
Älteren Menschen wird empfohlen, sich regelmässig bei Angehörigen zu melden und nicht zu zögern, andere um Hilfe zu bitten. (sda/jaw)
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