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Engelstrompeten - Brumansia, Datura
VORKOMMEN
Engelstrompeten stammen aus den Anden Südamerikas, wo sie vor allem in offenen, gestörten Habitaten, neben Strassen oder an Stätten ehemaliger Zivilisation zu finden sind. Dabei kommen sie sowohl in Meeresnähe als auch in Höhen bis zu 3000 Metern vor.
MERKMALE
Engelstrompeten sind 2 bis 5 Meter hohe Sträucher oder Bäume. Die grossen Blätter können behaart oder unbehaart sein, die Formen variieren zwischen eiförmig, elliptisch, eiförmig-elliptisch, eng elliptisch, linear gestreckt. Der Blattrand kann ganzrandig, gezähnt oder buchtig-flatterig sein. Sie sind an beiden Enden verjüngt, die Spitze ist spitz bis zugespitzt, die Basis ist abgerundet, oftmals dabei unsymmetrisch. Die Grösse der Blätter beträgt 10 bis 23 (25) × 4 bis 11 cm. Die Blattstiele sind 2,5 bis 8 (15) cm lang.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Alle Organe (Wurzel, Blätter, Blüten) enthalten Tropanalkoide. Eine Blüte enthält ca. 0.65 mg Scopolamin und ca. 0.2 mg Atropin.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Alle Arten der Engelstrompeten enthalten giftige Alkaloide der Tropangruppe. Zu den wichtigsten Alkaloiden, die in den oberirdischen Teilen aller untersuchten Arten zu finden sind, gehören Hyoscyamin und Scopolamin sowie eine geringere Menge an von diesen Stoffen abgeleiteten Substanzen. Auch in den Wurzeln ist eine ähnlich hohe Konzentration an Estern von Tropan-Diol und Tropan-Triol zu finden.
PHARMAKOLOGIE
ANWENDUNG
Die Pflanze wird nicht als Heilpflanze verwendet. Früher wurde sie zur Gewinnung von Scopolamin angebaut.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
In der Medizin werden die Reinalkaloide
Atropin (=(R,S)-Hyoscyamin) und Scopolamin verwendet.
Engelstrompeten sind starke Giftpflanzen!
Engelstrompeten werden auch als Rauschmittel missbraucht, hierzu ist aber eine Vergiftung notwendig. Bei entsprechenden Versuchen kommt es immer wieder zu Todesfällen.
STATUS
Giftpflanze!
SONSTIGES
Die Engelstrompete wurde wird wie viele Pflanzen die psychotrope Inhaltsstoffe besitzen, auch als Rauschmittel eingesetzt (Biodroge). Wegen epidemischem Missbrauchs, wurde in Florida vor wenigen Jahren die Anpflanzung von Brugmansia-Arten auf öffentlich zugänglichen Grund verboten. Auch in Deutschland hat es nach einschlägigen Fernsehberichten schon Massenvergiftungen gegeben.
Letzte Änderung: 05.01.2017 / © W. Arnold