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Der wegen Milliardenveruntreuung verurteilte frühere französische Börsenhändler Jérôme Kerviel geht in die Berufung. Sein früherer Arbeitgeber - die Grossbank Société Générale - muss ab heute beweisen, dass ihr jahrelange hochriskante Spekulationsgeschäfte ihres Ex-Mitarbeiters verborgen geblieben sind.
Der bis zum 28. Juni terminierte Prozess begann unter grossem Medieninteresse in Paris. Kerviel hatte Berufung gegen ein Urteil von Ende 2010 eingelegt, das ihn zu fünf Jahren Haft - zwei davon auf Bewährung - sowie der Rückzahlung von 4,9 Milliarden Euro an seinen Ex-Arbeitgeber verurteilt hatte.
Kerviels damaliger Arbeitgeber, die französische Grossbank Société Générale, hatte 2008 Verluste von fast 5 Milliarden Euro eingefahren und dafür ungenehmigte eigenmächtige Spekulationen Kerviels verantwortlich gemacht.
Vorgesetzte wussten von den Transaktionen
«Ich habe nie auch nur den geringsten Cent veruntreut», beteuerte Kerviel vor wenigen Wochen auf einer Pressekonferenz in Paris. Er habe stets mit Wissen seiner Vorgesetzten gehandelt. Kerviel hat zudem zwei Anzeigen gegen die Grossbank erstattet, weil sie angeblich für den Prozess Tonaufnahmen manipuliert hat. Sie seien ohne Wissen Kerviels aufgenommen und anschliessend verkürzt worden.
Zudem habe sie im ersten Prozess verheimlicht, dass sie einen Teil ihres Verlustes wieder ausgeglichen habe. Die Bank reagierte mit zwei Gegenklagen wegen übler Nachrede. Die französischen Grossbanken beteuerten nach dem Skandal, sie hätten Lehren aus der Affäre gezogen und Massnahmen ergriffen, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern.
(vst/tno/sda)
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