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1885 dann erfolgte der eigentliche Durchbruch, und die Ära des Füllfederhalters als Massenprodukt begann.
Lewis Edson Waterman brachte ein kleckssicheres Schreibgerät - dass er am 12. Feb. 1884 als "Waterman Regular" patentierte und mit dem Namen «Ideal Fountain Pen» bezeichnete - auf den Markt.
Watermans Erfindung und damit das Entscheidende an dieser Entwicklung war die des Tintenleiters, dem Verbindungsstück zwischen Feder und Tintenreservoir. Zwei feine Kanäle lassen nur so viel Tinte zur Feder, wie zum Schreiben benötigt wird. Umgekehrt verhindern Kapillarkanäle, durch die Luft in den Tintenbehälter gelangen kann, ein Vakuum.
Die dominierenden amerikanischen Produzenten in dieser Pionierära waren die Firmen Waterman in New York City, sowie Parker, Sheaffer und Wirt in Bloomsburg, Pennsylvania. Aber auch Firmen wie Moore, Conklin, Wahl und Mabie Todd Swan trugen ihren Teil zum Aufschwung des Füllfederhalters bei. Schnell entwickelte sich das Schreibgerät zum Massenartikel und behielt seine beherrschende Stellung bis in die 1950er Jahr bei.
In Deutschland begannen die Fabrikanten Friedrich Soennecken 1871 und Koch/Weber 1872 (ab 1899 Kaweco) mit der Produktion von Füllfederhaltern. Soennecken und Kaweco wurden in den 1890ern die Hauptproduzenten von Füllfederhaltern in Deutschland. Montblanc wurde 1906/1908 gegründet.
Im Zeitraum von 1884 bis 1929 entwickelten sich die Füllsysteme vom Pipettenfüller, über den Kipphebelfüller zum Druckknopffüller. Die zwei letzteren Füllsysteme bedingten einen Gummischlauch im Inneren des Füllhalters. Dies reduzierte die Menge der Tintenaufnahme und bedingte den gelegentlichen Austausch des Tintensacks.
Erst 1929 begann der Durchbruch des Kolbenfüllers. Die Firma Pelikan erwarb 1925 das Patente des ungarischen Ingenieurs Theodor Kovács für den modernen Kolbenfüller und begann 1929 mit der Produktion von Füllfederhaltern.
Und hier sind wir wieder am Anfang dieses Berichts. Theodor Kovács hat zwar den modernen Kolbenfüllhalter patentiert und an Pelikan verkauft, erfunden hat er ihn aber nicht.
Quellen zu dieser Behauptung finden sich auch in der Schweiz.
Seit bald 30 Jahren sammle, restauriere und dokumentiere ich alte Füllfederhalter. Im Rahmen meiner Sammlertätigkeit sind mir insbesondere zwei Marken mit den Namen "ASKA" und "Monte Rosa" aufgefallen. Meine Recherchen ergaben, dass es sich hier um zwei Marken handelt, deren Ursprung in der Schweiz liegen. Im Gegensatz zu den grossen europäischen und amerikanischen Marken ist weder in der Literatur noch im Internet etwas Konkretes über alte Schweizer Füllfedern dokumentiert.
Deshalb betrachte ich es als erstrebenswert, mittels umfassende Recherchen einen Überblick über die Produktion und den Vertrieb von Füllfedern in der Schweiz zu schaffen und aufzeigen, dass auch in der Schweiz eine - wenn auch kleine, aber feine – Füllfederhalter und Goldfeder-Produktion stattgefunden hat.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Daniel C. Holzer