Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/3058

Immer mehr indische Billigairlines geraten in den Fokus europäischer Medien. Nach der grossen Bestellung von IndiGo Airlines bei Airbus, sorgt nun die indische Billigfluggesellschaft SpiceJet für Aufsehen. Die indische Airline SpiceJet will zukünftig vom Persischen Golf nach Europa fliegen und verfolgt ambitionierte Pläne.
Ras Al Khaimah als Drehkreuz
Die indische Billigfluggesellschaft SpiceJet nutzt als Heimatflughafen den Indira Gandhi International Airport in Neu-Delhi. Nun möchte die Airline Ihr erstes Drehkreuz im Ausland einführen. Als Drehkreuz soll in Zukunft der Ras Al Khaimah International Airport dienen. Der Flughafen in dem nördlichsten Emirat Ras Al Khaimah, steht im Schatten der grossen Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi sowie Sharjah. Die Anzahl der täglichen Starts und Landungen ist gering. Zudem fliegen nur ein halbes Dutzend Airlines den Airport an. Das könnte sich nun durch den Einstieg von SpiceJet ändern. Von Ras Al Khaimah sollen “zukünftig auch Ziele in West- und Osteuropa” angeflogen werden, so der Mehrheitseigentümer der Airline Ayah Singh. Allerdings ist noch unklar, welche Ziele SpiceJet in das Streckennetz aufnehmen möchte. Ab Dezember soll die erste Flugverbindung nach Neu-Delhi aufgenommen werden.
Boeing oder Airbus?
Ajay Singh gilt als treuer Boeing-Kunde. Seit 2005 kooperiert SpiceJet mit dem amerikanischen Flugzeugbauer. Die aktuellen Bestellungen belaufen sich auf 35 Exemplare der 737-800 und der 737-900. Von dem Nachfolger der 737 Max sind bereits 136 Flugzeuge bestellt, von denen bisher 13 Flugzeuge übernommen wurden. Durch das aktuelle Grounding kommt die 737 Max nicht zum Einsatz. Ajay Singh hofft, dass das Grounding schnellstmöglich aufgehoben wird, denn mit der 737 Max könnten Flugverbindungen von Ras Al Khaimah nach Europa, bei einer Reichweite von bis zu 6.500 Kilometern, gewährleistet werden.
Aufgrund des Groundings der 737 Max, das zu erheblichen Mehrkosten und Mindereinnahmen geführt hat, schaut sich Ajay Singh bereits beim Konkurrenten Airbus um. Besonders angetan ist Singh von dem Airbus A321 LR sowie XLR. Die Reichweiten der beiden Flugzeugtypen reicht aus, um von Neu-Delhi direkt nach Europa zu fliegen. Dieser Tatsache ist sich SpiceJet bewusst. Mit dem A321 XLR kann SpiceJet das Streckennetz enorm ausbauen und variabler gestalten. Bisher ist von offizieller Seite keine Bestellung bei Airbus eingegangen. Sollte jedoch es zu einer Bestellung kommen, liegt diese weit über dem Durchschnitt. Ajay Singh betont, dass “Jede Bestellung, die Spicejet platziert, wird mindestens 100 Flugzeuge umfassen”.
Die Konkurrenz am Golf ist gross
Mit der Idee Direktflüge vom Persischen Golf nach Europa im Bereich der Billigflüge anzubieten steht SpiceJet nicht allein dar. Allein in den Vereinigten Arabischen Emirate verfolgen die FlyDubai sowie AirArabia gleiche Ziele. Zudem stehen FlyDubai und AirArabia jeweils ein Global Player zur Seite. Mit Emirates und Etihad Airways kooperieren die Billigairlines bereits erfolgreich. In direkter Nachbarschaft zu den Vereinigten Arabischen Emirate sind mit Qatar Airways und Oman Air zwei weitere namenhafte Airlines auf dem Flugmarkt vertreten. An Alternativen zu SpiceJet mangelt es nicht, ein Monopol wird SpiceJet am Persischen Golf nicht bilden – können.
SpiceJet will vom Persischen Golf nach Europa fliegen – Fazit
Ob sich SpiceJet mit Ihrem Vorhaben durchsetzen wird ist fraglich. Aufgrund der scheinbar übermächtigen Konkurrenz aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es schwer vorstellbar, dass SpiceJet in Ras Al Khaimah Fuss fassen wird. Jedoch muss man berücksichtigen, dass der indische Flugmarkt sehr stark wächst. SpiceJet kann als Billigfluggesellschaft dazu beitragen, dass sich immer mehr Menschen in Indien einen Flug nach Europa leisten können – und sei es mit Zwischenstopp in Ras Al Khaimah.