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Stan Wawrinka steht beim French Open zum dritten Mal im Viertelfinal. Der Waadtländer setzte sich gegen den Serben Viktor Troicki (ATP 24) mit 7:6 (7:5), 6:7 (7:9), 6:3, 6:2 durch.
Zwei Stunden lang war es eine enge Partie. In den ersten beiden Sätzen leistete Troicki exzellent Widerstand, verteidigte stark und konnte sich auf einen guten ersten Service verlassen. Der um 20 Position in der Weltrangliste besser klassierte Wawrinka benötigte acht Satzbälle, um den ersten Umgang schliesslich für sich zu entscheiden. Im zweiten behielt Troicki im Tiebreak die Oberhand, nachdem Wawrinka im Verlauf des Satzes einen Break-Rückstand wettgemacht hatte.
Der Waadtländer musste für seine Punkte viel arbeiten. Lange Zeit kamen Bälle zurück, die gegen andere Gegner Winner gewesen wären. Wawrinka musste Risiken eingehen, die sie nicht immer auszahlten, die Fehlerquote war im zweiten Satz hoch. Troicki konnte das Tempo aber nicht durchziehen. Bald nach dem Satzausgleich musste er den Physio verlangen, etwas später kam der Arzt. Beschwerden im rechten Oberschenkel machten dem Serben zu schaffen.
Wawrinka hatte gegen den physisch eingeschränkten Troicki dann eher leichtes Spiel, ging im dritten und vierten Satz rasch 4:1 in Führung. Breakchancen musste er nur noch abwehren, als die Partie schon entschieden war. Die ersten beiden Sätze hatten zwei Stunden gedauert, die letzten beiden konnte der Weltranglisten-Vierte in 56 Minuten für sich entscheiden.
Im Viertelfinal bekommt es Wawrinka nicht wie erwartet mit Milos Raonic (ATP 9) zu tun, sondern mit dem spanischen Weltranglisten-55. Albert Ramos-Viñolas. Der 28-jährige Linkshänder setzte sich sicher gegen Raonic mit 6:2, 6:4, 6:4 durch und feierte den erst zweiten Sieg gegen einen Top-10-Spieler. Der erste war ihm im letzten Jahr in Schanghai gegen Roger Federer gelungen. Gegen Wawrinka spielte und verlor er bislang sechsmal, zuletzt in Genf mit 1:6, 1:6.
Andy Murray kommt beim French Open immer besser in Fahrt. Der Weltranglisten-Zweite steht nach dem Dreisatzsieg gegen John Isner zum sechsten Mal im Viertelfinal. Murray blieb auch gegen den zweiten Zweimeter-Mann makellos. Der Schotte hatte in der 3. Runde den 2,11 m grossen Ivo Karlovic sicher bezwungen und war auch gegen den drei Zentimeter kleineren John Isner (ATP 17) beim 7:6 (11:9), 6:4, 6:3 ungefährdet.
Nur einmal bei den letzten 20 Grand-Slam-Turnieren, die er bestritt, verpasste Murray den Viertelfinal: 2015 beim US Open durch einen Niederlage gegen den Südafrikaner Kevin Anderson. In Paris musste er in den ersten beiden Runden jeweils über fünf Sätze. Um den Einzug in den Halbfinal, wo er auf Stan Wawrinka treffen könnte, spielt Murray gegen Richard Gasquet (ATP 12). Der 29-Jährige feierte mit dem 6:4, 6:2, 4:6, 6:2 gegen den japanischen Weltranglisten-Sechsten Kei Nishikori seinen grössten Erfolg in Roland Garros.
Zuvor hatte der entfesselt aufspielende Wahlschweizer in Paris nie einen Top-10-Spieler geschlagen oder die Viertelfinal erreicht. Gasquet ist die letzte Hoffnung der Franzosen. Jo-Wilfried Tsonga musste am Samstag gegen Ernests Gulbis im ersten Satz verletzt aufgeben. «Ich fühlte mich vor dem Match sehr gut und dann, im ersten Game, verspürte ich den Schmerz», sagte der 31-Jährige, der den Platz weinend verliess. Mit Pauline Parmentier, Kristina Mladenovic und Alizé Cornet scheiterten die letzten Französinnen am Wochenende. (jwe/pre/sda)