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CONTEMPORARY CROATIAN: Site specifics
Fr 31.05. 18:15h Cinema Z3
Curated by 25 FPS Festival, presented by Sanja Grbin
- 110. We Saw Nothing but the Uniform Blue of the Sky, Damir Očko, HR/IR 2012
- 111. Splitski akvarel (The Split Watercolour), Boris Poljak, HR 2009
- 112. Site Selection, Mare Šuljak, HR 2012
- 113. Ruta i spomenik (Ruta and the Monument), Renata Poljak, HR 2008
- 114. Le petite mort (Little Death), Damir Čučić, HR 2007
- 115. Pustara (Wasteland), Ivan Faktor, HR 2010
- 116. Abode of Vacancy, Tanja Deman, HR/NL 2011
110. We Saw Nothing but the Uniform Blue of the Sky
We saw Nothing but the Uniform Blue of the Sky basiert auf einer Anekdote, die Angehörige der Moken einem CBS-Reporter erzählten auf seine Frage, warum sie den Tsunami 2004 überlebt hätten, während viele der burmesischen Fischer_innen gestorben sind. Ein Moke antwortete, dass die Burmesen durch ihre einseitige Jagd nach Tintenfischen verlernt hätten, andere Dinge wahrzunehmen. Seine Schlussfolgerung, sie «wussten nicht wie man schaut, also sahen sie nichts» ist der Ausgangspunkt des Filmes.
111. Splitski akvarel (The Split Watercolour)
Der Strand Žnjan in Split wurde mit Erde und Sand aus dem Meer aufgeschüttet. Er wird auch als Parkplatz gebraucht. Žnjan ist ein Stadtstrand für die Einwohner_innen kleineren Einkommens. Mit einem starken Teleobjektiv hat Poljak Alltagssituationen am Strand festgehalten. Die Schwimmenden, das Meer, die Autos und Schiffe vibrieren sichtlich an diesem drückend heissen Sommertag wie ein bewegtes pointillistisches Gemälde. Als ob ihr langsamer Rhythmus ein Bild ihrer blossen Existenz erzeugen würde.
112. Site Selection
Ein Fuchs wandert durch die leere Stadt, auf der Suche nach einem eigenen Plätzchen.
113. Ruta i spomenik (Ruta and the Monument)
Dieser Film wurde inspiriert von einer fiktiven Kurzgeschichte von Miljenko Jergović über eine 1943 lebende jüdische «Prinzessin», Ruta Tannenbaum, die unsichtbar werden wollte. Der zweite Teil des Filmes spielt im ausgehenden 2006: Wir folgen einem Touristenführer, der die Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas in Berlin «interpretiert». Auf Englisch erzählt er skandalöse Geschichten und kleine Anekdoten über den Hintergrund dieser Gedenkstätte. Die Touristen lachen und lachen.
114. Le petite mort (Little Death)
Der Ausgangspunkt des Filmes ist dokumentarisches Material eines elektrischen Apparates, der Insekten verbrennt. Aufgezeichneter Massentod wandelt sich vom organischen Bild zur digitalen Aufnahme, in welcher imaginäre tödliche Samen ihren makaberen Tanz aufführen und schliesslich in einer Todesspirale in endlose Mondfarben stürzen, von wo die Wesen bald wiederauferstehen.
115. Pustara (Wasteland)
Pusta oder Ödland (nach dem ungarischen Wort puszta), bezeichnet eine weitläufige flache Steppe in Ungarn. Es ist ein Gelände, das nicht bearbeitet, sondern für die Aufzucht von Vieh, Pferden und Schweinen benutzt wird. Die Pusta ist eine Art organisierte, kollektive Wohnstätte, die im 18. und 19. Jahrhundert auf Ebenen Slawoniens (einer historischen Region im Osten Kroatiens) entstanden ist. Die Ebenen waren im Besitz von vermögenden Aristokratenfamilien, wurden von ihnen aber vernachlässigt. Das «Ödland» wurde schon immer von jenen bewohnt, die kein Land besassen, von ruhelosen Seelen und Wandernden. Und viele blieben über Generationen in der Puszta.
116. Abode of Vacancy
Die Videoarbeit Abode of Vacancy setzt sich aus architektonischen Situationen in der Form von Video-Gemälden zusammen. Jedes Gemälde repräsentiert reale und surreale Räume der Natur und der modernen Stadt. Die Arbeit untersucht die Art und Weise, wie wir die uns umgebende architektonische Umwelt, die unser Vermächtnis ist, wahrnehmen und verstehen.