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Graphischer Nachlass Hans Drenckhahn
Der Nachlass des Basler Glasmalers Hans Drenckhahn umfasst rund 1200 Entwurfszeichnungen, Pausen, Schablonen und Scheibenrisse. Diese dokumentieren seine eigenen Entwürfe im Stil historischer Wappenscheiben für zeitgenössische Kunden, seine zahlreichen Restaurierungsarbeiten im Auftrag von Kirchgemeinden und Museen, sowie seine Kopien von alten Glasmalereien. Nachdem Drenckhahn zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn im Atelier seines Vaters in Basel arbeitete, eröffnete er anfangs des 20. Jahrhunderts zwei eigene Ateliers, das eine in der Stadt Bern und das andere in Thun. Als Restaurator führte er zahlreiche Aufträge aus der Schweiz und Süddeutschland aus. Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen die 1914–1920 durchgeführte Restaurierung der bedeutenden Glasmalereien im Rathaus von Stein am Rhein und die 1934 erfolgte Wiederherstellung der Glasmalereien in der Kirche von Sumiswald bei Bern. Daneben restaurierte er regelmässig Glasgemälde des Bernischen Historischen Museums, das in dieser Zeit zahlreiche Wappenscheiben ankaufte. Oft sind Restaurierungen nirgends verzeichnet, sondern nur durch Drenckhahns Pausen dokumentiert, die häufig auch Rückschlüsse auf die gemachten Eingriffe, wie Ergänzungen, Retuschen und Neuverbleiungen, erlauben.
Sehr wertvoll für die Erforschung der Glasmalerei in der Schweiz, besonders der Stadt und Republik Bern in der frühen Neuzeit, sind Pausen, die verschollene Scheiben dokumentieren. Nur ein Bruchteil der zwischen 1500–1800 im Kanton Bern gestifteten Scheiben ist erhalten. Drenckhahns Nachlass erlaubt, dem Bestand, zumindest virtuell, einige Stücke hinzuzufügen. vitrosearch bietet einen ersten Einblick in einzelne Werke aus diesem Nachlass. Davon stehen einige in direktem Zusammenhang mit heute noch existierenden Glasgemälden im Kanton Bern, die im Rahmen eines Projekts des Corpus Vitrearum Schweiz untersucht werden.
Mitarbeiterinnen
Patricia Sulser
Sarah Keller
Publication
Sulser, P. (2015, März). Hans Drenckhahn (1878-1953): a Swiss Stained-glass Artist and Restorer. Vidimus, 89. Abgerufen von http://vidimus.org/issues/issue-89/feature-hans-drenckhahn-1878-1953
Sulser, P. (2016). Glasmaler Hans Drenckhahn – Portrait eines wiederentdeckten Heraldikers. Schweizer Archiv für Heraldik, 130, 181–190.