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Varroatose
Die Varroamilbe (Varroa destructor), welche durch Bienenimporte eingeschleppt wurde, wurde in der Schweiz um 1984 das erste Mal nachgewiesen. Die Varroa hat sämtliche Bienenvölker in der Schweiz befallen und gilt als Nummer 1 bei der Übertragung der sogenannten Varroatose. Es ist ein Krankheitsbild, das bei hohem Varroamilben-Befall entsteht und oft von Sekundärinfektionen begleitet wird. Die Varroamilbe tritt ganzjährig auf und ist von blossem Auge sichtbar. Die Varroamilbe nutzt die Brutstadien der Bienen für ihre Vermehrung aus und saugt dabei die Hämolymphe von Adulten und Puppen. Betroffen sind Arbeiterinnen und Drohnen.
Infektion
Die Varroatose tritt erst bei hohem Befall durch Varroamilben auf und wird von Sekundärinfektionen begleitet. An den Stichstellen dringen Viren, Bakterien und Pilzsporen ein.
Vermehrungszyklus
Die Vermehrung findet in den verdeckelten Brutzellen der Bienen statt. Kurz vor der Verdeckelung dringen die Milbenweibchen in Drohnen- oder Arbeiterinnenbrut ein und legen je zwei bis sechs Eier, aus denen Varroanymphen schlüpfen. Während der Entwicklung saugen sie Blut von der Bienenlarve. Die Paarung findet in der verdeckelten Zelle statt. Das erstgeschlüpfte Männchen begattet seine jüngeren Schwestern und stirbt. Mit der schlüpfenden Biene verlassen pro Muttermilbe etwa ein bis zwei erwachsene und begattete Tochtermilben die Brutzelle und steigen bis zur nächsten Eiablage auf adulte Bienen. Junge Milben erkennt man durch ihren helleren Chitinpanzer.
Ausbreitung
Biene: Durch Verflug und Räuberei, durch Schwärme und Drohnen, die in fremde Völker einfliegen.
Imker: Durch den Austausch von Brutwaben, durch Vereinigen von gesunden und kranken Völkern und das Verstellen von befallenen Völkern, durch Bienentransporte.
Schädigung
Brut und Biene. Die Milben entziehen der Bienenbrut und den adulten Bienen Hämolymphe (Blut). Missgebildete Flügel, reduziertes Schlupfgewicht, Entfaltungsschwierigkeiten der Futtersaftdrüsen, fehlende Flugaktivität und verkürzte Lebensdauer sind die Folge davon. Das Immunsystem der Bienen wird geschwächt.
Natürliche Abwehr
Die Westliche Biene, Apis meliffera, besitzt keine wirksame, natürliche Abwehr gegen die Varroamilbe.
Tracheenmilbenkrankheit, Acariose
Die Tracheenmilben (Acarapis woodi) dringen in das erste Atemöffnungspaar des Brutabschnittes von jungen Bienen ein, solange deren schützenden Reusenhaare noch weich und elastisch sind. Sie treten von Februar bis Mai auf uns sind nur unter dem Binokular sichtbar. Die Tracheenmilben ernähren sich von der Hämolymphe und es leben mehrere Milbengenerationen zusammen in einer Trachee. Die Milben wechseln bei gegenseitiger Berührung von Altbienen auf Jungbienen. Ausserhalb des Wirtes leben sie nur einige Stunden. Die Saugstellen der Milben sind Eintrittspforten für weitere Krankheitserreger.
Ausbreitung
Biene: Durch Verflug und Räuberei
Imker: Durch das Vereinigen von gesunden mit kranken Völkern und das Verstellen von befallenen Völkern.
Schädigung
Biene: Im ersten Tracheenpaar können über 100 Milbe gezählt werden und deren Häutungsreste verstopfen die Tracheen und beeinträchtigen dabei die Atmung.
Volk: Bei hohem Befall kann aufgrund weniger Bienen für die Brutpflege das Volk eingehen.
Natürliche Abwehr
Im Frühjahr sterben mit den Winterbienen auch die Tracheenmilben und mit zunehmender Bruttätigkeit nimmt der Befall der Tracheenmilben ab.
Die Lebensdauer der Sommerbienen dauert fast so lange wie der Vermehrungszyklus der Tracheenmilben. Deshalb vermehren sich Tracheenmilben auf Sommerbienen nur beschränkt.