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Bei der Menschenrettung aus Rauchgefahren setzen Feuerwehren standardmässig Rettungshauben ein. Sogenannte Filtergeräte schützen die zu rettenden Personen vor giftigen Brandgasen, indem sie diese ausfiltern. Enthält die durch den Filter eingeatmete Luft jedoch zu wenig Sauerstoff, drohen schon nach kurzer Zeit schwere Gesundheitsschäden. In diesem Beitrag erklären wir, weshalb bei langen Rettungswegen Rettungshauben mit Pressluft eingesetzt werden sollten, die die zu rettenden Personen für 10 bis 15 Minuten ausreichend mit Sauerstoff versorgen können.
Verwirrende Begriffsvielfalt
Die Geräte, um die es in diesem Beitrag geht, haben viele Namen. In der DIN 14011 zu Begriffen aus dem Feuerwehrwesen wird die Bezeichnung Fluchthaube aufgeführt. «Das Feuerwehr-Lehrbuch» des Kohlhammer Verlags nennt sie Brandfluchthauben. Hersteller der Geräte sprechen z. B. von Druckluftfluchtgeräten. Wir verwenden gemäss dem schweizerischen Reglement Basiswissen den Begriff Rettungshaube. Damit soll zum Ausdruck kommen: Es ist eine Haube, die über den gesamten Kopf gezogen wird, und die die Feuerwehr zur Rettung einsetzt.
Umluftabhängige Filtergeräte
Es gibt zwei grundverschiedene Typen von Rettungshauben: Umluftabhängige und umluftunabhängige. Umluftabhängige Hauben sind mit einem aufgesetzten Filter ausgestattet. Dieser schützt den Träger gegen Kohlenmonoxid und viele weitere Atemgifte, insbesondere Blausäure und Salzsäure. Durch die Haubenform werden zudem die Augen gegen Reizstoffe geschützt.
Aber: Die durch den Filter eingeatmete Luft kann nicht mehr Sauerstoff enthalten, als in der Umgebungsatmosphäre vorhanden ist. Bei kurzen Fluchtwegen, beispielsweise durch ein Treppenhaus ins Freie, kann dieser Nachteil in Kauf genommen werden, weil im Brandrauch meist zumindest noch geringe Mengen Sauerstoff enthalten sind. Auf langen Rettungswegen, wie z. B. in einem Strassen- oder Bahntunnel, kann jedoch der geringe Sauerstoffanteil des Brandrauchs nach einigen Minuten zu schweren Gesundheitsschäden führen.
Umluftunabhängige Isoliergeräte
Rettungshauben mit Pressluft werden auch als Isoliergeräte bezeichnet, weil sie den Träger vollständig von der Umgebungsatmosphäre isolieren. Unabhängig von der Umgebungsluft wird die zu rettende Person über die Haube mit normaler Atemluft aus einer Druckluftflasche versorgt. Diese enthält – entgegen landläufig weit verbreiteter Meinung – keinen reinen Sauerstoff, sondern ganz normale Atemluft mit einem Sauerstoffanteil von circa 21 %.
Die in den Flaschen komprimierte Atemluft reicht, je nach Gerätetyp, für 10 bis 15 Minuten. Dies ist genügend Zeit, um Personen auch über längere Rettungswege in einen sicheren Bereich zu bringen.
Handhabung muss geübt werden
Die Bedienung der Rettungshauben an sich ist unkompliziert. Auspacken, aktivieren und der zu rettenden Personen überziehen. Letzteres sollte jedoch geübt werden: Die Haube ist mit einer flexiblen Halskrause ausgestattet, die eng am Hals anliegen soll, um die Maske ausreichend abzudichten. Zum Überstreifen der Maske muss diese Krause mit einigem Kraftaufwand gedehnt werden, damit sie über Stirn und Nase der zu rettenden Person gezogen werden kann. Dies ist für den Betroffenen nicht gerade angenehm, wie das untenstehende Bild aus einer Einsatzübung zeigt.
Rettungsmaske und Sauerstoffselbstretter
Die International Fire Academy setzt für Ausbildung und Training überwiegend die zuvor beschriebenen Geräte ein. In der Praxis werden noch zwei weitere Typen verwendet.
Zum einen werden Sauerstoff-Selbstretter genutzt, die die Umgebungsluft filtern und der so gereinigten Luft reinen Sauerstoff beimischen. Diese Geräte werden beispielsweise im Bergbau für die Selbstrettung, aber auch von manchen Feuerwehren für die Fremdrettung verwendet.
Zum anderen Rettungsmasken, die an das Atemschutzgerät der Feuerwehr-Einsatzkräfte angeschlossen werden und dann mit diesem mechanisch fest verbunden sind. Sie sind sehr leicht, schränken aber die Bewegungsfreiheit ein und verringern den Atemluftvorrat der Einsatzkräfte.