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Arthur Welti (1901–1961) verkörperte das Radio in der Schweiz in dessen ersten Jahrzehnten wie kein anderer. In den rund 25 Jahren seines Wirkens entwickelte sich das Radio zum Massenmedium Nummer 1. Dabei waren alle Sendeformen neu. Ob Theater, Vorträge oder Konzerte, alles musste auf das Radio zugeschnitten werden. Es war Arthur Welti, der die «Erfindung» des Radios wesentlich mitprägte und so zum «Radio-Welti» der deutschen Schweiz wurde.
Geboren wurde Arthur Welti am 14. September 1901 als Spross des weitherum bekannten Transportunternehmens «A. Welti-Furrer» (vgl. Pionierband 47). Seine Eltern verstarben früh, sodass er bereits mit 15 Jahren Vollwaise wurde. Nach Absolvierung der obligatorischen Schulen und der Matura in naturwissenschaftlicher Richtung, entschied sich Arthur Welti trotzdem für ein Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Florenz, Zürich und Berlin.
Theaterkarriere in Deutschland
1921, bald nach dem Umzug nach Berlin und der Immatrikulation an der Universität für Germanistik- und Geschichtsstudien, wechselte Artur Welti zu Schauspiel- und Gesangsstudien. Ab 1923 bis 1932 hatte er verschiedene Engagements als Schauspieler an Bühnen in Karlsruhe, Frankfurt an der Oder, Dresden und Berlin.
Rückkehr in die Schweiz
Aufgrund der politischen Lage in Deutschland kehrte Arthur Welti 1932 in die Schweiz zurück. Auch in Zürich spielte er zunächst weiter erfolgreich Theater, sprach und schrieb aber auch Hörspiele fürs Radio. Anfang 1933 erhielt er die Stelle eines Ansagers, Hörspielleiters, Reporters und Redaktors beim Radio Zürich. Der Grundstein zum Radiopionier war damit gelegt.
Neue Sendeformen: Reportagen, Heimatabende etc.
Als Reporter an Skirennen oder an der Tour de Suisse waren nebst neuen Sendeformen auch die technischen Aspekte herausfordernd. Nach einer Reportage im Gefängnis habe er mehr als 200 teils überschwängliche Glückwunschbriefe erhalten, wie Welti in einem Brief festhielt. Aber auch die später als «Bunte Abende» bekannten Heimatabende mit Reportage, Unterhaltung und Kultur sind in den 1930er Jahren unter der Leitung Weltis entstanden.
Landesausstellung 1939
Für die Landesausstellung 1939 errichtete die SRG ein eigenes Radio-Studio auf dem Ausstellungsgelände, das zu einem Publikumsmagnet wurde. Und mit ihm wurde Arthur Welti, der den Bau des Studios und das ganze Programm verantwortete, schweizweit zur Radiolegende.
«Polizischt Wäckerli»
Nach dem Kriegsende 1945 veränderte sich das Radio wesentlich. Nachrichten aus aller Welt kamen ins Programm und der Unterhaltungsteil erlebte einen Aufschwung. Bis heute bekannt ist das «Echo der Zeit», in dessen Anfangsjahren Arthur Welti und mit ihm Radiopioniere der ersten Generation mitwirkten. Bald aber wurden sie, die zumeist eine Ausbildung im Theaterfach durchliefen, von professionellen Journalisten abgelöst. Ein anderer grosser Erfolg war dem «Polizischt Wäckerli» beschert, einer volkstümlichen und unterhaltenden Hörspielserie. Initiant davon war einmal mehr: Arthur Welti.
Privatleben
Als gestandener Mann heiratete er 1948 seine grosse Liebe Jeanne Nigg. Sie bekamen zwei Kinder, Philippe und Christiane, und erlebten eine glückliche Zeit als Familie.
Bereits 1958 erkrankte aber Arthur Welti schwer, sodass er Ende 1959 seine Tätigkeit beim Radio aufgeben musste. Nach einem Sturz erholte er sich nicht mehr und verstarb erst knapp 60-jährig am 12. September 1961 in Zürich.
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