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O Fim do Mundo
Regie: Basil Da Cunha
Darst.: Lara Cristina Cardoso, Marco Joel Fernandes, Alexandre Da Costa Fonseca, Michel David Pires Spencer, Luisa Martins Dos Santos u.a.
Der 18-jährige Spira kehrt nach achtjährigem Aufenthalt in einem Jugendgefängnis nach Hause zurück. Hier in Reboleira, einem Slum am Stadtrand von Lissabon, in dem mehrheitlich Immigrantinnen und Immigranten von den Kapverden leben, scheint sich kaum etwas geändert zu haben. Nur Spira ist nicht mehr derselbe. Seine alten Freunde Chandi und Giovanni versuchen ihm ein Auskommen zu verschaffen und ihn an Kikas zu vermitteln, den Drogenboss des Viertels, für den sie arbeiten. Doch dieser ist von Spiras Anwesenheit nicht begeistert und macht ihm klar, dass er verschwinden soll. So entwickelt Spira eine zunehmend geisterhafte Präsenz im Slum, der allmählich im Müll versinkt. Er wird zum stillen Beobachter und muss mitansehen, wie Häuser abgerissen werden, ohne dass sich jemand um die Leute kümmert, die darin gewohnt haben. Es ist vielleicht nicht das Ende von Reboleira, aber es könnte der Anfang vom Ende sein: Das Viertel fällt der Gentrifizierung zum Opfer. Der 1985 in Morges geborene Basil Da Cunha galt zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts als Wunderkind des Schweizer Films, als er innerhalb von drei Jahren mit seinen Filmen an die Quinzaine des Réalisateurs von Cannes eingeladen wurde – 2011 und 2012 mit seinen beiden Kurzfilmen «Nuvem» und «Os vivos tambem choram» und 2013 mit seinem ersten Langspielfilm «Até ver a luz». Wie in diesen Filmen hat Basil Da Cunha auch für «O Fim do Mundo» seine Laiendarsteller in Reboleira gefunden, wo er von 2009 bis 2019 lebte. Er hat ein perfekt stilisiertes Werk geschaffen, das formal an einen Film noir erinnert und inhaltlich an die ersten Filme von Pier Paolo Pasolini. Antoine Duplan schreibt in Le temps: «Auch wenn sich Basil Da Cunhas Filme mit Armut auseinandersetzen, bleiben sie offen für die Anforderungen der Träume. Obwohl Spira von der Haft gebrochen und ungeliebt ist, von einem Nachbarn k.o. geschlagen und Komplize eines Verbrechens wird, versinkt er nicht in Verzweiflung. Er hat seine Ecke des Paradieses (…). Und genug Phantasie, um eine Geste der Rebellion gegen die Fortschritte der modernen Welt mit einem Feuerwerk zu versöhnen, das der geliebten Frau gewidmet ist. Basil Da Cunha ist ein Humanist, der die Schönheiten sucht, die in einem Slum ohne Perspektive stecken.»