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Hochgeachteter Herr Präsident!
Mit gegenwärtigen Zeilen beehre ich mich Ihnen im Anschluße zur gef. Kenntnißnahme zu übermachen: 1. Eine Zuschrift der Regierung von Bern an den Gotthardtausschuß v. 6. dieß (eingelangt heute), womit die Einberufung der ständigen Commission der Gotthardtvereinigung gewünscht wird; 2. Eine Zuschrift des Gemeinderathes v. Bern v. 4. d., durch welche die Zusicherung verlangt wird, daß die subventionirenden Städte & Corporationen in jeder Hinsicht den subventionirenden Ständen gleich gehalten werden & daß sie sowohl in ihrem amtlichen Verkehr mit dem Bundesrathe & dem Gotthardtkomite, wie auch in der Ausübung ihrer Rechte als Aktionäre zweiten Ranges| der für die Ausführung der Gotthardtbahn zu bildenden Gesellschaft selbstständig & ohne Vermittlung der betreffenden Kantonsregierungen werden handeln können. 3. Eine von Hrn. Landammann Fischer übermittelte Zuschrift des Gemeinderathes v. Aarau, der die gewünschte Betheiligung von der Gotthardt- subvention unter den bestehenden Verhältnißen ablehnt, indeßen bei Wiederaufnahme der Verhandlungen betreffend Betheiligung der aargauischen Südbahn am Gotthardtverkehr & entsprechender Erledigung derselben die Befürwortung einer namhaften Subvention Aarau's in Aussicht stellt. – Wie mir scheint, erheischen die Zuschriften unter 1 & 2 eine baldige Verhandlung des Gotthardtausschußes & erlaube ich mir Sie anzufragen, wann| Ihnen eine Sitzung genehm wäre. Die von Aarau angeregten Verhandlungen mit der aargauischen Südbahn sind meines Erinnerns sr. Z. von der NOB. & CB. ohne Vermittlung des Gotthardt- ausschußes geführt worden. Es wird sich fragen, ob letztere geneigt sind, dermalen wieder in den Gegenstand einzutreten. –
Schließlich erlaube ich mir Ihnen noch zur Kenntniß zu bringen, daß ich durch die Dalp'sche Buchhandlung in Bern 12 Exemplare der topographischen Aufnahmen der Gegend v. Göschenen bis Faido im Maßstabe v. 1/50,000 erhalten habe & daß ich im Ungewißen bin, ob diese auf den Wunsch v. Hrn. Koller angefertigten Blätter für die Mitglieder des Ausschußes oder für Bauunternehmen bestimmt sind. Sollte Letzteres der Fall sein, würde ich Ihnen die fraglichen Blätter sogleich übermitteln. –|
Indem ich Ihrer gefälligen Rükantwort entgegensehe, benutze ich diesen Anlaß, Sie neuerdings meiner ausgezeichneten Hochachtung zu versichern.
Ihr freundschaftlich ergebener
J. Zingg.
Luzern den 10. Sept. 1871.