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Beim Grünen Koboldmoos handelt es sich um ein Laubmoos, das nur aus einer Sporenkapsel zu bestehen scheint. Die eigentliche Moospflanze, Gametophyt genannt, ist weniger als 1mm gross, im Substrat verborgen und im Gelände nicht zu erkennen. Die Sporenkapsel ist dagegen stattlich, mit Stiel kann sie bis zu 2 cm hoch werden. Sie ist bei optimaler Reife grün bis bräunlich (siehe Foto) und bildet zusammen mit dem Stiel die Sporen erzeugende Generation der Moose, den sogenannten Sporophyten.
Verbreitung und Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet reicht von Nordwest-Amerika über Süd-, Zentral- und Nord-Europa bis nach Asien. In Europa ist die Art weit verbreitet und in allen montanen Regionen Zentraleuropas (deutsche Mittelgebirge, Sudeten, Karpaten, Alpen, Balkan, etc.) nachgewiesen. Im Flachland kommt sie dagegen nur vereinzelt vor. Das Grüne Koboldmoos tritt generell nur sporadisch auf, in kleinen Gruppen oder einzelnen Exemplaren. In der Schweiz ist es nicht besonders selten. Man findet Buxbaumia viridis in Höhenlagen von 600 m bis 1800 m. Der Schwerpunkt liegt zwischen 1000 m und 1400 m.
Das trockenheitsempfindliche Koboldmoos besiedelt luftfeuchte, schattige Bergmisch- und Nadelwälder, Blockschutt-Fichtenwälder, zum Teil auch alte Nadelholzforste. Oft wächst es an hellen Stellen, beispielsweise in Waldlichtungen, Jungwüchsen oder Windschneisen.
Die säureliebende Art kommt hauptsächlich an morschen Baumstümpfen und alten liegenden Baumstämmen vor. Man findet das Moos vor allem an Nadelholz (Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche), seltener auch auf Laubholz (Buche, Eiche und Erle). Buxbaumia viridis bevorzugt mässig bis stark zersetztes Holz und kann selten auch auf Rohhumus, Torf oder verwittertem Gestein vorkommen.
Biologie
Das Grüne Koboldmoos ist zweihäusig, das heisst es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die winzigen Koboldmoose sind nur wenige Millimeter lang und bestehen einzig aus einem fädigen Vorkeim (Protonema) und wenigen Hüllblättern, die die Geschlechtsorgane umgeben. Im Laufe des Winters bildet die weibliche Moospflanze die 6-7 mm langen Sporenkapseln, die auf einem 5-10 mm langen Stiel, der Seta, über das Substrat emporgehoben werden. An diesen Kapseln ist Buxbaumia viridis dann bis in den Spätsommer hinein zu erkennen. Die Sporen werden im August verbreitet.
Die Lebensstrategie des kurzlebigen und daher konkurrenzschwachen Koboldmooses ist durch eine hohe Investition in die sexuelle Fortpflanzung mit einer grossen Zahl sehr kleiner Sporen gekennzeichnet. Neben der sexuellen Fortpflanzung findet selten auch eine vegetative Vermehrung durch Abbrechen einzelner Zellen des fädigen Vorkeims statt.
Gefährdung und Schutz
Das Grüne Koboldmoos ist europaweit gefährdet und gehört zu den durch die Berner Konvention geschützten Arten. Es ist in der Roten Liste der Schweiz als potenziell gefährdet eingestuft und durch die Natur- und Heimatschutzverordnung kantonal geschützt. Im Mittelland ist das Grüne Koboldmoos stark gefährdet. In den Alpen und im Jura ist die Art noch häufiger anzutreffen, weil das Totholz-Vorkommen in den Gebirgswäldern viermal grösser ist als im Mittelland und die klimatischen Voraussetzungen günstiger sind.
Der Mangel an starkem Totholz als besiedlungsfähiges Substrat, die Veränderung des Mikroklimas am Wuchsort, forstliche Übernutzung sowie Luftschadstoffe sind die Hauptursachen, die zum Rückgang des Grünen Koboldmooses führen.
Föderungsmöglichkeiten
- alte Nadel- und Mischwälder schützen und fördern
- Nadel-Totholz grösserer Dimensionen im Wald belassen
- keine flächigen Eingriffe, die das feuchte Mikroklima des Waldes beeinträchtigen
Beobachtungstipp
Das Grüne Koboldmoos ist anhand der auffälligen Sporenkapseln zu erkennen. Dazu sucht man am besten liegende Baumstämme oder die Seitenflächen von vermoderten Baumstümpfen ab. Am erfolgversprechendsten sind lichte Stellen in Bergnadelwäldern mit ständig hoher Luftfeuchtigkeit.