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Die 10. Sinfonie von Ludwig van Beethoven wird auch die "Unvollendete" genannt. Denn der Meisterkomponist starb, bevor er sein letztes grosses Werk vollenden konnte. Das hat ein Computer mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) nun für ihn übernommen.
KI werden Computerprogramme genannt, die selbständig Aufgaben lösen können. Ein Team von MusikexpertInnen und InformatikerInnen fütterten den Computer mit allen möglichen Daten über Beethoven. Aus zahlreichen Sinfonien, Klaviersonaten und Streichquartetten erlernte der Computer so die einzigartige Handschrift des Komponisten, dessen Genie ja eben gerade ausmachte, dass er sich nicht immer an die Regeln hielt. Der Computer errechnete dann mögliche Varianten dazu, wie die nur in Skizzen vorliegende 10. Sinfonie hätte weitergehen können. Von all diesen Möglichkeiten wählten die ExpertInnen jeweils die überzeugendsten aus und spielten sie dem System zurück, das daraus, Satz für Satz, weitere Varianten ableitete.
Am 9. Oktober 2021 war es dann so weit: Fast 195 Jahre nach Beethovens Tod ist seine letzte Sinfonie in Bonn uraufgeführt worden. Es gab viel Applaus für dieses gleichzeitig künstlerische und wissenschaftliche Experiment einer Kooperation zwischen Mensch und Maschine.