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Die Bronzeplastik ohne Titel (Grosser Stehender) des Bildhauers Fritz Wotruba (1907-1975) ist ein Zeugnis der engen Freundschaft zwischen dem Österreichischen Künstler und dem Sammlerehepaar Kamm aus Zug.
Auch bei der schmalen Figur ohne Titel (Grosser Stehender) beginnt Wotruba die figürliche Komponente aufzulösen. Im Unterschied zu anderen, im öffentlichen Raum der Stadt Zug ausgestellen Werken des Wieners, hat der Künstler bei ohne Titel (Grosser Stehender) die Reduktion der menschlichen Figur nicht vollständig verfolgt. Die Plastik, die auf der Wiese hinter dem Kunsthaus Zug steht, lässt Kopf und Schulterpartien oder Arme erkennen.
Fritz Wotruba und seine Frau Marian emigrierten 1938/1939 aus Wien in die Schweiz und fanden rasch enge Freunde in Fritz und Editha Kamm. Die Wotrubas wohnten an der Weinbergstrasse, die Kamms am Lindenweg in Zug. Man ging in beiden Haushalten ein und aus. Marian Wotruba schaute nach Christa und Peter, den Kindern der Kamms, wenn die Eltern unterwegs waren. Man reiste gemeinsam ins Ferienhaus der Familie Kamm im Glarner Klöntal oder zum Skifahren nach Arosa.
Zentrale Themen zwischen den beiden Ehepaaren waren, neben der Kunst, der an-dauernde Krieg und die politische, soziale und wirtschaftliche Lage Europas. Fritz und Editha Kamm erwarben über die Jahre viele Zeichnungen und Skulpturen Wotrubas; auch nach dessen Rückkehr nach Wien im Jahr 1945 brach der Kontakt nicht ab. Der Bildhauer und seine Frau kehrten bereits im Frühjahr 1946 nach Zug zurück und betreuten den Aufbau der grossen Österreich-Ausstellung im Kunsthaus Zürich.
Bronzeplastik, 212x85x73cm, Wiese hinter Kunsthaus Zug, Stifterin Foundation for the Promotion of Modern Sculpture, Vaduz.
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