Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03502.jsonl.gz/203

Corona: Die Zahlen sprechen für eine weitere Lockerung
Die Intensivstationen sind halbleer. Das Virus verbreitet sich nur noch langsam. Das Risiko einer neuen grossen Welle ist gering.
Eines steht fest: Grossveranstaltungen und grosse Menschenansammlungen wurden viel zu spät verboten. Von solchen aus konnte sich das leicht ansteckbare Virus exponentiell verbreiten. Ein viel früheres Verbot von Grossveranstaltungen sowie eine frühere Informationskampagne zum Händewaschen und zur körperlichen Distanz («Physical Distancing») hätte wahrscheinlich verhindert, dass Intensivstationen je in Gefahr kamen, überlastet zu sein und nicht mehr alle Schwerkranken behandeln zu können.
Je mehr Tests gemacht wurden, desto schneller stieg die irreführende Kurve der «bestätigten Fallzahlen». Dazu kamen Meldungen von überlasteten Spitälern in Italien. Darauf mussten die Behörden reagieren mit drastischen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Ladenschliessungen und mit dem Verbot vieler wirtschaftlicher Tätigkeiten. Diese folgenschweren Einschränkungen begründeten die Behörden Mitte März mit zwei überzeugenden Argumenten:
- Es drohe eine Überlastung der Intensivstationen in Spitälern. Dort fehlten namentlich Betten und Beatmungsmaschinen.
- Das Verbreiten des Virus müsse so stark verhindert werden, bis eine einzige angesteckte Person höchstens noch eine weitere ansteckt («Die Reproduktionszahl muss unter 1 fallen»).
Das Ziel der Massnahmen ist erreicht
Unterdessen sind diese beiden Ziele erreicht:
Intensivstationen in Spitälern stehen zu zwei Dritteln leer. Ab nächster Woche dürfen sie deshalb aufgeschobene andere Operationen wieder durchführen, von denen ein Teil Intensivbehandlungen nötig machen.
Schon seit über vier Wochen hat sich die Verbreitung des Virus so stark verlangsamt, dass ein Angesteckter durchschnittlich weniger als eine andere Person ansteckt. Dies gilt für die Schweiz und für Deutschland. Der Tages-Anzeiger hat entsprechende Zahlen der ETH Zürich bereits am 11. April veröffentlicht. Mit einer anderen Methode als die ETH kam auch Epidemiologe Christian Althaus von der Universität Bern schon damals zum Schluss, dass die Reproduktionszahl unter 1 liegt.
Am 21. April hat das Schweizer Fernsehen über folgende aktualisierte Grafik der ETH Zürich informiert:
Am 17. April hat das deutsche Robert Koch-Institut folgende Grafik über die Entwicklung der Reproduktionszahl veröffentlicht:
Aus beiden Grafiken geht hervor, dass die Zahl der Ansteckungen bereits vor den Lockdown-Massnahmen rapide zurückging. Der Aufruf zu Hygienemassnahmen sowie das Verbot von Grossveranstaltungen und grossen Menschenansammlungen sind hauptverantwortlich dafür, dass sich die Epidemie stark eindämmte, und dass unsere Spitäler alle Patientinnen und Patienten, welche dies wünschten, auch künstlich beatmen konnten.
Keine Gefahr einer neuen grossen Welle
Die beiden oben genannten Gründe für den notrechtlich verfügten Stillstand der halben Wirtschaft und für die drastischen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sind jetzt nicht mehr vorhanden. Trotzdem wollen die Behörden die verhängten Massnahmen nur sehr zögerlich und vorsichtig lockern. Das begründen sie mit einem neuen Argument: Es müsse unter allen Umständen verhindert werden, dass eine neue Corona-Welle ausbreche, die es dann erneut nötig mache, Teile der Wirtschaft lahmzulegen.
Doch ein solches Szenario ist praktisch ausgeschlossen, mindestens solange Grossveranstaltungen verboten bleiben und Hygiene- und Abstandsregeln einigermassen eingehalten werden. Das zeigen die klaren Trends in den obigen Grafiken deutlich.
Das Virus wird sich zwar – so oder so – weiter verbreiten, jedoch langsamer. Vieles spricht dafür, wirtschaftliche Tätigkeiten überall dort wieder generell zu erlauben, wo klare Vorschriften zum «Physical Distancing» eingehalten werden können. Beispiel Restaurants: Die Behörden können wie für andere Betriebe möglichst klar vorschreiben, welche Regeln im Publikumsbereich und im Produktionsbereich eingehalten werden müssen. Jeder Betrieb kann dann selber entscheiden, ob sich eine Wiedereröffnung unter diesen Umständen lohnt oder nicht. Für Zuwiderhandlungen muss die Verordnung hohe Bussen vorschreiben, damit sich die Behörden bei Kontrollen auf Stichproben beschränken können.
Öffentlichkeit hat ein Recht auf Informationen
Der Staat hat Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger mit guten Gründen vorübergehend ausser Kraft gesetzt. Wenn er dies weiterhin tut, darf er dies in einer Demokratie nur, wenn er volle Transparenz schafft über seine Entscheidungsgrundlagen. Am 31. März ernannte der Bundesrat ein Beratungsgremium mit Experten aus der Wissenschaft, darunter Epidemiologen, Virologen, Infektiologen sowie eine Ökonomin. Doch die laufenden substanziellen Stellungnahmen dieser «Swiss National COVID-19 Science Task Force» hält der Bundesrat unter Verschluss. Für diese autoritär verordnete Geheimhaltungspolitik können die Behörden weder Geschäfts- oder Amtsgeheimnisse noch Persönlichkeitsrechte geltend machen. Die Öffentlichkeit muss wissen, was wichtige Entscheidungsgrundlagen des Bundesrats sind und welche allfälligen Empfehlungen er übernimmt und welche nicht.
Eine Transparenz wäre umso mehr geboten, als der Bundesrat es unterlässt, die gesundheitlichen Risiken von Covid-19 mit ebenfalls gesundheitlichen Risiken des Lockdowns und eines möglichen Wirtschafts- und Finanzcrashs zu vergleichen und einzuschätzen. Bei einer solchen Abschätzung der Risiken gäbe es wohl ebenfalls mehrere Szenarien, die öffentlich zu diskutieren wären.
**************************************************************
Infosperber-DOSSIER:Coronavirus: Information statt Panik
**************************************************************
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
Keine
Weiterführende Informationen
Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende
Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:
Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000
Einzahlungsschein anfordern: <email-pii> (Postadresse angeben!)
13 Meinungen
https://infekt.ch/2020/04/schulen-schliessen-hilfreich-oder-nicht/ s. Update 12. April 2020 unten:
„Wir bedauern, dass wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse nicht adäquat in den politischen Entscheidungsprozess einbezogen wurden. Wir setzen alles dran, diese Evidenz so zeitnah wie möglich aufzuarbeiten und schätzen es sehr, wenn sie auch zur Kenntnis genommen wird.“
Es gibt nur zwei wirklich wichtige Einsichten für richtiges Handeln:
1. Exponentialfunktion endlich begreifen, mit der Corona arbeitet.
2. Sicherheit, an der Beatmungsmaschine im Intensivspital Platz zu finden, genügt nicht.
Alles weitere folgt fast logisch daraus.
Bezüglich Notwendigkeit und Wirkung wurden wir vom BAG bzw. deren Spezialisten angelogen, weil zuwenig Schutzmasken vorhanden sind.
Im Gegensatz zu Austria und Slowenien werden unverständlicherweise zuerst Coiffeur-Geschäfte geöffnet und Gartencenter, Baumärkte erst später.
Was mich persönlich aber verwundert ist Folgendes:
seit dem Osterwochenende veröffentlicht die Johns Hopkins University täglich die
Zahlen der in den USA getesteten Personen.
Anders als offenbar beispielsweise in Deutschland, wird in den USA offensiv getestet,
während hier nur die Zahlen der aus Spitälern etc. gemeldeten positiv Fälle
erfasst werden.
Und warum geht Niemand auf die veröffentlichten US-Werte ein?
Sieht man sich die Zahlen aus den USA an, wo schon deutlich über 1 Prozent der Bevölkerung getestet
wurden, so liegt die Zahl der Positivfunde ziemlich gleich bleibend bei knapp 20%.
Umgerechnet auf die Schweiz oder Deutschland, müsste es derzeit also 1,6 Millionen bzw.
über 16 Millionen 'Infizierte' Mitbürger geben.
Das RKI spricht immer von gewaltigen Testkapazitäten, die demnächst sogar auf
4 Millionen Tests pro Tag ausgeweitet werden sollen. Warum gibt es dann keine Zahlen?
Soll irgendetwas verschwiegen werden?
Uns fehlt in Europa ein 'Freedom of Information Act'. Der die Regierungen zur Veröffentlichung aller Informationen zwingt.
Peinlich, wie Prof. Tanja Stadler ETH mit windigen Erklärungen um eine Bundesrat konforme Interpretation ringt, die uns weismachen will, anstatt einer flachen Linie um den Wert 1, die schon vor dem Lockdown beginnt, eine Exponentialkurve zu sehen. Die Erde ist keine Kugel, es ist eine flache Platte, ihr seht das nur falsch.
[1] Punkt.PRERADOVIC, 17. April: https://youtu.be/Vy-VuSRoNPQ
Wegen der Fehleinschätzung der Behörden wurden unnötigerweise Spitalbetten für imaginäre Coronapatienten reserviert, was dazu führte, dass die Betten leer blieben und Kurzarbeit eingeführten werden musste.
Grund zur Aufhebung der Massnahmen wäre die Einsicht, dass es sich bei der Coronagrippe nicht um die Spanische Grippe handelt, siehe auch Schweden, Weissrussland & Co.
Die Politiker können nicht zu ihren Fehlern stehen und deswegen wird mit billigen Ausreden an den widersinnigen Massnahmen festgehalten.
Das renommierte medizinische Journal veröffentlichte einen Artikel mit einem eindrücklichen Video, in welchem mit Laser-Streulicht die beim Sprechen ausgestossenen Tröpfchen sichtbar gemacht werden. Je lauter man spricht desto grösser der Tröpfchen-Ausstoss. Beim Tragen einer Maske gelangen selbst bei lautem Sprechen keine Tröpfchen in die Umwelt.
https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMc2007800
Wer die Gegenwart verstehen will, sollte die Geschichte studieren. Im Buch «die Schockstrategie» zeigte Naomie Klein auf, wie Kriesen von Regierungen, Geheimdiensten, Konzernen und anderen Machtapparate dazu genutzt wurden unpopuläre Massnahmen durchzuzieren. z.B. Privatisiereungen, Überwachungen, antidekokratische Gesetze, ...
Was wird aktuell wegen dem Corona alles diskutieret?
- Der Wirtschafts- Finanzcrash ist wegen Corona
- Handyüberwachung per automatischen up-Dates
- 7 Mia Menschen impfen
- Bargeld ist eine Virenschleuder
- Demonstrationsverbot
Kann sein. Aber wenn sich das Virus wie andere Corona- oder Rhinoviren verhält, dann vermindert sich seine Aktivität auch wegen der erhöhten UV Strahlung bei steigendem Sonnenstand im Frühjahr im allgemeinen und in diesem Jahr im speziellen, wegen der hohen Anzahl Sonnenstunden.
Der Aktionismus aus Politik und Medien ist nicht mehr als ein Hype, um ein mässig gefährliches Virus, welches milde bis schwere Infektionen der Atemwege auslösen kann. Das taten und tun Viren dieser Art aber immer schon und gehört zum Leben dazu. Wir müssen entscheiden, wie wir mit dieser Tatsache umgehen wollen.
Ihre Meinung
Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.