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Nach den Unwettern und anschliessenden Überschwemmungen in Argentinien mit mehr als 50 Todesopfern hat Präsidentin Cristina Kirchner eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.
Kirchner besuchte am Mittwoch (Ortszeit) die besonders betroffene Stadt La Plata, in der allein mindestens 48 Menschen starben. Provinzgouverneur Daniel Scioli teilte mit, La Plata stehe zur Hälfte unter Wasser, teils erreichten die Fluten eine Tiefe von zwei Metern. Grosse Teile der Stadt waren von der Stromversorgung abgeschnitten.
In der Nacht zum Mittwoch waren demnach binnen zwei Stunden 40 Zentimeter Regen gefallen - ein Rekord für die 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Buenos Aires gelegenen Stadt. Viele Menschen in La Plata flüchteten sich auf die Dächer ihrer Häuser oder auf Bäume, um von dort aus von Soldaten, Feuerwehrleuten, Polizisten oder zivilen Rettungskräften gerettet zu werden.
Nachbarn oder Helfer zogen Kanus mit älteren Menschen oder Frauen mit kleinen Kindern durch die in Flüsse verwandelten Strassen. Rund 2500 Einwohner wurden in Notunterkünften untergebracht.
Kirchner auf Heimatbesuch
Präsidentin Kirchner stattete La Plata am Mittwoch einen spontanen Besuch ab. Ihre Mutter Ofelia Wilhelm lebt dort noch in demselben Haus, in dem die Präsidentin einen Grossteil ihrer Kindheit verbrachte. "Mutter hat keinen Strom und kein Gas mehr. Sie will das Haus aber nicht verlassen, weil das Wasser schon so nah an der Türschwelle ist und sie Angst hat, es könnte noch mehr regnen", sagte Kirchner.
In Buenos Aires starben mindestens acht Menschen als Folge von Überflutungen und Sturmschäden. Darunter war auch ein Mitarbeiter der U-Bahn, der beim Wasserabpumpen in einer Station einen tödlichen Stromschlag erlitt.
In der Nacht zum Dienstag wurden auch dort Rekordniederschläge gemessen - die stärksten in einem April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In vielen Vierteln fiel der Strom aus, der öffentliche Verkehr brach teilweise zusammen.
Zahlreiche Häuser wurden durch entwurzelte Bäume beschädigt. Nach Angaben von Bürgermeister Mauricio Macri waren rund 350'000 Menschen betroffen.
Papst fordert christliche Solidarität
Papst Franziskus rief zur "christlichen Solidarität" mit den Opfern in seiner Heimat auf. Die zivilen und religiösen Einrichtungen sollten ebenso wie "alle Menschen guten Willens" helfen, schrieb der ehemalige Erzbischof von Buenos Aires in einer Botschaft an seinen Nachfolger Mario Poli.
Die Universitätsstadt La Plata hat rund 900'000 Einwohner, in Buenos Aires und Umgebung leben insgesamt etwa 14 Millionen Menschen. In La Plata sind Unwetter und Überschwemmungen selten, in Buenos Aires kommen sie häufiger vor.
SDA-ATS