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Die Arthrose des Kniegelenkes – worunter wir also die degenerative und meistens altersbedingte Abnützung der tragenden Knorpeloberflächen verstehen – ist die häufigste Ursache für den Kniegelenk-Ersatz. Die Arthrose kann sich aber auch nach Knieverletzungen und Meniskusoperationen oder im Rahmen einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung entwickeln. Knieschmerzen, Hinken und die damit einhergehende Behinderung erfordern dann aerztliche Hilfe. Wenn alle nicht operativen Massnahmen ausgeschöpft worden sind und der Leidensdruck zunimmt, muss der Entscheid zur Operation gefällt werden, wobei hier der Patient im gemeinsamen Gespräch mit dem Arzt festlegt, wann für ihn dieser Moment gekommen ist. Mit einem künstlichen Kniegelenk können Sie weitestgehend ein normales Leben führen. Risikosportarten wie Kontaktsportarten (z.B. Fussball) und Aktivitäten, welche mit hohen Belastungen des Kniegelenkes verbunden sind (z.B. Joggen, Squash, stop-and-goes, Kontaktsportarten wie Judo, etc.), sollen jedoch gemieden werden. Das Kunstgelenk wurde entwickelt, um in erster Linie Arthrosenschmerzen zu bekämpfen und ein normales, schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Die zunehmend jüngeren, aktiven, im Berufsleben stehenden Patienten, die grössere Ansprüchen an ihre Bewegungsfreiheit stellen als ältere Personen, sollten sich dem bewusst sein. Trotzdem müssen sie nicht darauf verzichten, sanfte Sportarten zu betreiben.
Die neueren Entwicklungen auf dem Gebiet der Kunstgelenkersatzoperationen ermöglichen nun zunehmend kleinere Schnittführungen am Kniegelenk: Sogenannte minimal invasive Operationstechniken (MIS = Minimally Invasive Surgery) sowie auch die Rücksichtnahme auf spezielle anatomische Gegebenheiten, wie beispielsweise der Unterschied zwischen Männern und Frauen, die zur Erkenntnis geführt haben, dass Frauen ein ihren feineren anatomischen Verhältnissen angepasstes Kunstgelenk - das sogenannte "Frauenknie" - benötigen. Wir sprechen hier von geschlechtsspezifischen Kniegelenken (oder in englisch Gender-specific Implants, bzw.Gender Knee). Die Frage ob Gender Specific Implants Vorteile bringen ist derzeit aber noch nicht wissenschaftlich gesichert.