Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03142.jsonl.gz/1537

Von Peter Haisenko
In den unterschiedlichen Kulturkreisen haben Tätowierungen ihre eigene Bedeutung und Symbolik. Zumeist sind sie Botschaften an andere aber immer auch Botschaften an den Tätowierten selbst. In der russisch-ukrainischen Tradition signalisieren Tätowierungen die Zugehörigkeit zu kriminellen Organisationen.
Im deutschsprachigen Raum und den übrigen westlichen Kulturkreisen waren Tätowierungen eher unüblich. Es waren vor allem Seeleute und entlassene Strafgefangene, die sich mit Tätowierungen geschmückt haben und sich so als solche zu erkennen gaben. Es war wohl der Langeweile auf ruhigen Passagen geschuldet, dass man sich mit Kunst am eigenen Körper beschäftigt hat, obwohl die Bezeichnung Kunst für diese meist kruden Werke eher unangemessen erscheinen muss. Erst mit den 1990-er Jahren wurden Tätowierungen gesellschaftsfähig und heute erscheint es als normal, wenn zum Beispiel Fussballer mit großflächigen Tätowierungen auflaufen. Allerdings kann ich da kaum einen allgemeinen kulturellen Bezug oder Symbolik erkennen. Sie sind bei uns einfach modern geworden. Mehr Bedeutung haben sie zumeist nicht.
Die wenigsten Tätowierten im Westen machen sich Gedanken darüber, welche Bedeutung ihre Körperkunst in anderen Kulturkreisen haben kann. So erkennen sich zum Beispiel die Yakusa in Japan an ihren großflächigen, bunten Tätowierungen als Mitglieder dieser