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Die Behandlung einer Schizophrenie-Erkrankung besteht primär aus medikamentöser Therapie. Insbesondere in einer so genannt floriden (akuten) Phase kommt der Medikation eine grosse Bedeutung zu. Dabei hat sich die Medikamentengruppe der Antipsychotika (früher: Neuroleptika) als primäres Behandlungsprinzip bewährt und etabliert.
Die Wirkung der Antipsychotika knüpft beim neurobiologischen Mechanismus (Signalübertragung) an, der im zweiten Teil dieser Blogreihe ausgeführt wurde. Die Medikamente wirken auf eine gewisse Art und Weise auf die Übertragung durch Neurotransmitter (z.B. Dopamin), so dass akute psychotische Symptome stark reduziert werden können. Diese Effekte können erzielt werden ohne dass dabei eine stoffgebundene Abhängigkeit entsteht. In einer geringen Dosierung können gewisse Neuroleptika (z.B. Quetiapin) daher auch als Schlafmittel eingesetzt werden, weil sie auch Gedankenkreisen etwas verringern können und damit beruhigend wirken.
Obwohl weitere Möglichkeiten an ergänzenden Therapiemethoden bestehen, ist bei der Schizophrenie im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen der Fokus auf die Pharmakotherapie sehr ausgeprägt.
Typische Antipsychotika
Als typische oder auch klassische Antipsychotika werden jene Medikamente bezeichnet, die als erste ihrer Art auf eine anti-psychotische Wirkung abzielten. Als Erstes wurde das Neuroleptikum Chlorpromazin im Jahre 1955 in den Vereinigten Staaten vermarktet. Dieses und auch weitere Präparate dieser so genannten ersten Generation zielten auf eine Verminderung der Dopamintransmission und somit vor allem auf die Positivsymptomatik (siehe Teil 1) wie zum Beispiel Halluzinationen ab.
Da Dopamin auch bei der Ansteuerung von gewissen Bewegungen eine Rolle spielt, können im Zusammenhang mit typischen Antipsychotika unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, die den Bewegungsapparat betreffen. Diese möglichen Beeinträchtigungen manifestieren sich vor allem im extrapyramidal-motorischen System und können sich in unwillkürlichen, ungesteuerten Bewegungen äussern.
Atypische Neuroleptika
Aufgrund der Nebenwirkungen von typischen Antipsychotika wurde entsprechende Forschung betrieben, die dazu führte, dass in den 1970er-Jahren mit dem Clozapin das erste atypische Neuroleptikum auf den Markt kam. Im Gegensatz zu den typischen wirken atypische Neuroleptika nicht nur gegen die Positiv- sondern auch gegen die Negativsymptomatik der Schizophrenie-Erkrankung. Weiter sind Nebenwirkungen im extrapyramidalen System stark reduziert. Weitere stark verbreitete Medikamente aus dieser Gruppe sind Risperidon und Olanzapin.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Im Vergleich zu anderen psychiatrischen Erkrankungen liegt der Behandlungsfokus bei Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis primär auf der Medikation und sekundär auf psychosozialen Interventionen. Eine anzustrebende moderne und leitliniengerechte Behandlung sollte beides umfassen.
Als wichtige Basis der nicht-medikamentösen Therapie sollte die Psychoedukation betrachtet werden, die ein Verständnis beim Patienten für die eigene Erkrankung schafft und idealerweise den Patienten zum Experten seiner Erkrankung schult. Ausserdem empfehlen sich sämtliche Massnahmen, die einerseits das Stresslevel tief halten und andererseits ein gewisses Aktivitätsniveau (insbesondere körperlich) fördern. Von grosser Bedeutung ist auch die Einrichtung einer geeigneten Tagesstruktur, zum Beispiel mittels Arbeitstherapie oder einer Arbeitstätigkeit mit reduziertem Leistungsanspruch.
Die psychotherapeutische Intervention soll es dem Patienten ermöglichen, einen besseren Umgang mit seiner Positiv- und Negativsymptomatik zu lernen. Hier haben sich vor allem kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze bewährt.. Von der Akutphase an sind generell stützende und motivierende Gespräche indiziert, die Sicherheit geben und zur Limitierung des vorangehend erwähnten erhöhten Stresslevels beitragen sollen.