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Bei Gesprächen rund um Gras und Heu wie auch in Futterberatungen und Fachartikel ist häufig die Rede von wasserlöslichen Kohlenhydraten (WlK) und dem Rohprotein- und Rohfasergehalt. Die Dissertation von Walid Soufan liefert dazu ein paar Ergebnisse und Erklärungen.
Wasserlösliche Kohlenhydrate (WlK oder WSC)
Kohlenhydrate sind die wichtigsten Energiespender in der Pferdefütterung. Sie werden in wasserlösliche Kohlenhydrate und Rohfaser unterschieden. Zu den wasserlöslichen und damit leicht verdaulichen Kohlenhydraten gehören Stärke und Zuckerstoffe. Sie liefern schnell verfügbare Energie.
Rohfaser
Das sind jene Stoffe, die in der Zellwand von Pflanzen vorkommen wie Zellulose und Lignin. Sie werden auch als Ballaststoffe bezeichnet. Die Verdauung von Rohfaser ist ein langsamer Prozess, bei dem die Energie über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird und damit dem Pferd über einen längeren Zeitraum zur Verfügung steht. Dies entspricht der natürlichen Ernährung viel mehr als schnelle Energiefreisetzung aus Zucker und Stärke. Ausserdem wird die Darmmotorik, also die Darmbewegung durch Rohfaser reguliert. Rohfaser ist daher ein ungemein wichtiger Inhaltsstoff in der Pferdefütterung. Man unterscheidet strukturierte Rohfaser (Halme, besonders in Raufutter wie Heu und Stroh enthalten) von stark zerkleinerter Rohfaser, die z.B. in Pellets erhalten sein kann.
Protein
Erwachsene Pferde haben einen relativ geringen Eiweissbedarf, es ist zudem ein schlechter Energiespender. Eine Unterversorgung mit Eiweiss existiert in der Pferdefütterung kaum. Benötigt werden Eiweisse vor allem im Wachstum, beim Muskelaufbau und bei Trächtigkeit bzw. von Stute, die ein Fohlen bei Fuss haben. [2]
Klimatische Einflüsse
"Der höchste Fruktan- und WlK-Gehalt wurde im Frühjahr gemessen, im Verlauf des Sommers nahmen der Fruktan- und der WlK-Gehalt deutlich ab und stiegen im Herbst wieder an. In diesen Veränderungen spiegeln sich zunächst klimatische Einflüsse wider.
Als Ursache für die jahreszeitlichen Schwankungen im Fruktangehalt bzw. WlK ist neben der Lichtintensität insbesondere die Temperatur zu nennen, die sich parallel zu den Jahreszeiten ändert. Bei erhöhter Strahlungsintensität im Frühjahr sind die Voraussetzungen für die hohe Photosyntheserate bereits erfüllt, aufgrund vergleichsweise niedriger Temperaturen aber nicht für entsprechendes Wachstum. Folglich müssen WlK-Überschüsse auftreten. Diese Situation bleibt solange erhalten, bis mit allmählich wirksamem Langtagseinfluss und ansteigenden Temperaturen das Streckungswachstum einsetzt. Die Photosyntheseaktivität ist im Frühjahr generell höher als im Sommer. Dies müsste in Zusammenhang mit der im Frühjahr verstärkten Bildung generativer Triebe stehen. Mit höheren Temperaturen im Sommer erhöht sich andererseits zugleich auch die Dissimilation. Das erklärt wiederum den in dieser Jahreszeit ermittelten geringeren WlK-Gehalt. Im späten Sommer und Herbst ist die Zuwachsintensität vermindert und die Photosyntheseprodukte übersteigen den verminderten Kohlenhydratbedarf für das Wachstum. Dies ist durch den höheren Fruktangehalt und WlK-Gehalt im Herbst begründet.Der Fruktangehalt (%-Anteil in den WlK) liegt deutlich höher, wenn die klimatischen Bedingungen erhöhte Niederschläge mit sich bringen. [1]"
Quellen:
[1] Walid Soufan; Untersuchungen auf wasserlösliche Kohlenhydrate, Ertragsleistung und Inhaltsstoffe bei Futtergräsern zur Verbesserung der Verdaulichkeit; Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Fakultät für Agrarwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen; Göttingen, Juli 2008
[2] www.enpevet.de