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Die Geschwister Pia und Moritz Wüstenberg gründeten 2012 Utopia & Utility in London. Das Designstudio konzentriert sich auf handwerkliche Produktion und handgemachte Objekte. In ihren Designs vereinen sie Funktion mit poetischer Gestaltung und verwenden dabei oftmals unterschiedliche Materialien, wie Glas, Kupfer, Keramik und Holz. Utopia & Utility kreiert skurrile Objekte und nutzt traditionelle Materialien auf innovativer Art. Die Geschwister arbeiten mit Handwerkern auf der ganzen Welt, um eine hohe Qualität bei der Produktion ihrer Produkte zu gewähren. „Wir glauben, dass alles, was gemacht werden darf, gut gemacht werden sollte. Von der Entwicklung zum fertig gestellten Objekt – wir wollen das Leben durch Schönheit bereichern“, so die Designer.
Pia (1986 in Mainz geboren) und Moritz (1988 in Mainz geboren) wurden in einer deutsch-finnischen Familie groß gezogen. Sie reisten ständig zwischen den zwei Ländern hin und her und lernten die Kontraste zwischen den beiden Kulturen zu schätzen. Pia, Hauptdesignerin und Kreativdirektorin des Unternehmens, zog mit fünfzehn Jahren nach England, um dort in die Schule zu gehen. Am Surrey Institute of Art and Design besuchte sie das erste Studienjahr, in dem sie mit Glas, Keramik und Metall experimentierte. Dann studierte sie Möbeldesign und Handwerkskunst an der Buckinghamshire University und schloss 2008 mit einem Bachelor ab. Im selben Jahr gründete sie in Nordkarelien in Finnland ihr Design Studio Piadesign, das ihren Namen trägt. 2009 kehrte sie nach London zurück, um an dem Royal College of Arts zu studieren. Sie schloss 2011 mit einem Master in Design Products ab und zog anschließend mit ihrem Studio nach East London um. Hier lebt und arbeitet sie heute noch. 2012 schloss sie sich mit ihrem Bruder Moritz zusammen, um Utopia & Utility zu gründen.
Moritz ist Biochemiker und außerdem Geschäftsführer von Utopia & Utility. An künstlerischen Entscheidungsprozessen ist er nicht beteiligt, dafür kümmert er sich um Finanzen, Logistik und geschäftliche Angelegenheiten. Er studierte Biochemie am University College London und schloss 2011 mit einem Bachelor ab. 2014 machte er an der Aalto University in Wissenschaft und Technik seinen Master mit dem Fokus auf Umwelttechnik und Energiegesetz. Außerdem erhielt er an der University of Eastern Finland einen postgraduierten LL.M. Abschluss.
Zu den beachtlichen Projekten bislang zählen Processed Paper (2010) und Stacking Vessels (2011). Beide sind während Pias Studium an der Royal College of Arts entstanden. Processed Paper besteht aus Lampen, kleinen Möbeln, Schmuck und Accessoires. Die innovative Herstellungstechnik ist gekennzeichnet von Rollen und Leimen von Altpapier, das anschließend auf verschiedenster Art und Weise in der Holzwerkstatt verarbeitet wird. Die aus unterschiedlichen Materialien bestehenden Stacking Vessels hingegen sind funktionale maßgefertigte Gefäße, die aufeinander gestapelt ein größeres Ganzes ergeben. Handwerker aus ganz Europa stellen jedes Einzelstück per Hand her. Das Glas wird von einem Expertenteam in Böhmen in Tschechien produziert; die Keramikelemente werden in Devon in England hergestellt; Messing und Kupfer werden von einem Familienbetrieb in East London gefertigt; das Holz aus den Wäldern Finnlands wird durch einen pensionierten Bauern abgebaut. Somit stellt jedes Gefäß ein echtes Unikat dar.
Zum Zeitpunkt dieses Schreibens hat das Studio drei Sitze in Kitee in Finnland, in Bistensee und in London. Außer Pia und Moritz arbeitet auch Ranee Lachaize für das Studio im Bereich Kundenservice und Vertrieb, sowie Basti Jöhnk im Lager und als Vollzeit-Handwerker und Hersteller ihrer Processed Paper Produkte.