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Neubau einer Käserei
Das Projekt
Der Schweizer Milchmarkt ist auch nach der Aufhebung der Schweizerischen Käseunion 1999 abgeschottet. Für Greyerzerkäse und Vacherin Fribourgeois ist an die Stelle der Käseunion die Sortenorganisation Gruyère und Vacherin Fribourgeois getreten. Sie vergibt die Auszeichnung AOP (Appellation d'Origine Protégée) nach strengen Auflagen und besorgt die Vermarktung. Um die Auszeichnung AOP zu bekommen, verlangt die Sortenorganisation Gruyère und Vacherin Fribourgeois, dass der Käse vor Ort produziert wird. Die geschützte Ursprungsbezeichnung AOP bietet Gewähr, dass die Qualitätsprodukte im Ursprungsgebiet erzeugt, verarbeitet und veredelt worden sind. Damit kann ein wesentlich höherer Milchpreis erwirtschaftet werden. Wird nicht mehr vor Ort Käse produziert, kann die Milch nur noch als Industriemilch (47 bis 50 Rp./kg) verkauft werden, was zu einer Einbusse von 30 Rp./kg führt und was schlussendlich eine massive Einkommenseinbusse für den Milchproduzenten zur Folge hat.
Die Milch wird zu Gruyère AOP (75 %), Vacherin Fribourgeois AOP (13 %) und anderen Spezialitäten (12 %) verarbeitet. Schweizweit werden pro Jahr 30'000 t Gruyère produziert. Davon gehen 50 % in den Export.
Die bestehende Käserei von Jaun stammt aus dem Jahr 1972 ist veraltet, viel zu klein und marode. Momentan wird die Jaunermilch in die Käserei von Charmey (8 km) geliefert. Der Milchpreis beträgt 82 Rp./kg. Die Sortenorganisation will der Jaunermilch aber das AOP nur gewähren, wenn der Käse vor Ort, also in Jaun, produziert wird. Dazu müsste die alte Käserei in Jaun umgebaut, saniert und vergrössert werden. Diese Variante wurde geprüft, aber verworfen, da sie viel zu teuer und wegen der sehr engen Platzverhältnisse innen und aussen kaum realisierbar ist.
Der bisherige Milchkäufer hat vor 13 Jahren auf seine Kosten den Käsekeller und den Milch-laden mit Wohnhaus gebaut. Mit dem Milchkäufer wurde der Vertrag aus verschiedenen Gründen aufgelöst. Den Käsekeller sowie den Milchladen mit Wohnhaus kauft die Käsereigenossenschaft Jaun und Umgebung dem bisherigen Milchkäufer ab. Die Parteien sind sich einig. Die Genossenschafter brachten für den Kauf Fr. 425'000.-- an Eigenmitteln auf, welche bereits einbezahlt worden sind. Zudem verzichten sie über mehrere Jahre auf 5 Rp./kg Milch (Milchrückbehalt). Der Kauf der Liegenschaft ist nicht Bestandteil dieses Projektes.
Um den heutigen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden, braucht es für die Milchverarbeitung einen Neubau. Jetzt liegt das Projekt einer neuen Käserei vor. Gemäss Businessplan soll die neue Käserei 2.5 Mio. kg Milch pro Jahr verarbeiten.
Die neue Käserei wird gegenüber der alten Käserei erstellt. Der Neubau ist ein rechteckiges Gebäude, das fast unterirdisch erstellt wird. Von der alten Käserei werden die noch brauchbaren kupfernen Käsekessi übernommen.
Das Bundesamt für Landwirtschaft und das Landwirtschaftsamt des Kantons Freiburg stehen hinter dem Projekt.
Das Projekt wurde an der ausserordentlichen Generalversammlung der Käsereigenossenschaft Jaun und Umgebung am 13. Januar 2017 beschlossen. Die Baubewilligung wurde am 28. Juni 2017 vom Kanton Freiburg erteilt.
Die Sortenorganisation hat zur Bedingung gemacht, dass die neue Käserei am 1. Januar 2018 funktionieren muss, sonst verlieren die Milchproduzenten das AOP. Am 3. Juli 2017 wurde mit den Bauarbeiten gestartet. Alle Arbeiten müssen bis Ende 2017 umgesetzt werden.
Kosten und Finanzierung
|Gemäss Voranschlag sehen die Kosten wie folgt aus:|
|Abbrucharbeiten||Fr.||37'000.--|
|Aushub, Kanalisation||Fr.||192'500.--|
|Baumeisterarbeiten (Beton, Holz)||Fr.||512'150.--|
|Fenster, Isolation, Spengler||Fr. 139'500.--|
|Elektrizität||Fr.||221'250.--|
|Heizung, Kühlung, Ventilation||Fr.||477'950.--|
|Sanitär||Fr.||120'955.--|
|Innenausbau, Schreiner||Fr.||146'000.--|
|Böden, Wände||Fr.||114'100.--|
|Diverses||Fr.||10'400.--|
|Käsereieinrichtung||Fr.||670'000.--|
|Unvorhergesehenes||Fr.||79'250.--|
|Honorare||Fr.||350'880.--|
|MwSt 8 %||Fr.||95'755.--|
|Bewilligungen etc.||Fr.||34'510.--|
|Bauzinsen||Fr.||5'200.--|
|Gesamtkosten||Fr.||3'207'400.--|
|Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:|
|Gesamtkosten||Fr.||3'207'400.--|
|./. Subventionen von Bund und Kanton||Fr.||600'000.--|
|./. Investitionskredit *||Fr.||950'000.--|
|./. Beitrag Dritter||Fr.||150'000.--|
|./. Beitrag Gemeinde Jaun||Fr.||300'000.--|
|./. Beitrag Gemeinde Saanen||Fr.||72'771.50|
|Restkosten||Fr.||1'134'628.50|
* zinslos, rückzahlbar innert 13 Jahren
Die Bergbauern und Milchlieferanten von Jaun und Umgebung realisieren momentan ihr grösstes je in Angriff genommenes Projekt. Dies birgt grosse Risiken, aber die Genossenschafter haben nach reiflicher Überlegung und Prüfung der Optionen entschieden, diese Risiken einzugehen und zu tragen.
Auch zukünftig sollen Gruyère AOP, Vacherin Fribourgeois AOP sowie weitere Käsespezialitäten in Jaun produziert werden, damit das Einkommen der Bergbauern in Jaun und Abländschen langfristig gesichert ist. Kann die Käserei nicht gebaut werden, sind massive Einkommensverluste die Folge, die für einige Betriebe existenzgefährdend werden können.
Das Projekt kann aber ohne die Hilfe von Dritten nicht realisiert werden. Eine Hilfeleistung an dieses für die Region sehr wichtigen Projektes können wir Ihnen daher aus den erwähnten Gründen wärmstens empfehlen.
An die hohen Restkosten konnten wir aus einem uns zur Verfügung stehenden Fonds
Fr. 400'000.-- beitragen. Zudem haben wir bis heute weitere Spenden von Fr. 59'800.-- erhalten.