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Morbus Parkinson zählt zu den häufigsten Erkrankungen des
Nervensystems. In der Schweiz sind schätzungsweise rund 15'000
Menschen davon betroffen. Die Krankheit beginnt meist schleichend und
bleibt oft über viele Jahre unentdeckt.
Parkinson – auch Morbus Parkinson – ist eine chronische Erkrankung
des Nervensystems. Sie wird meist im Alter von 50 bis 65 Jahren
diagnostiziert. Ausgelöst wird Parkinson durch die Zerstörung jener
Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist,
gemeinsam mit anderen Botenstoffen, für die Koordination der Bewegung
zuständig. Patienten leiden oft unter Zittern im Ruhezustand,
Steifheit und Antriebslosigkeit.
Die genauen Ursachen für das Entstehen von Parkinson sind bislang
nicht bekannt. Die Anzahl der Nervenzellen nimmt bei jedem Menschen im
Lauf seines Lebens ab. Bei Patienten mit Parkinson verläuft dieser
Abbau allerdings beschleunigt. Mehrere Bedingungen scheinen das
Auftreten der Erkrankung zu begünstigen. Dazu zählen neben dem Alter
und genetischen Faktoren beispielsweise auch Kopfverletzungen oder der
Einfluss von Giftstoffen.
Die Beschwerden bei Parkinson sind bei jedem Patienten verschieden.
Manche Betroffene sind selbst nach Jahrzehnten kaum in der Bewegung
beeinträchtigt. In anderen Fällen sind sie bereits binnen weniger
Jahre sehr eingeschränkt. In der Regel beginnt die Erkrankung
schleichend und schreitet langsam fort.
Parkinson ist hauptsächlich durch vier motorische Symptome gekennzeichnet:
- Muskelzittern (Tremor)
- Verlangsamung der Bewegungen
(Bradykinese)
- Versteifung der Muskulatur (Rigor)
- Gang- oder Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität)
Weitere häufige Symptome der Parkinsonkrankheit sind psychische
Probleme (etwa Depressionen), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und
des vegetativen Nervensystems (Blutdruckregulation, Verdauung und
Temperaturregulation). In fortgeschrittenem Stadium sind
Hirnleistungsstörungen nicht selten.
Einen eigenen Parkinson-Test für eine sichere Diagnose gibt es nicht.
Neurologen können jedoch die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen
heranziehen. Die Basis dafür bildet ein ausführliches Gespräch. Um
andere Erkrankungen auszuschliessen, kann auch der Wirkstoff Levodopa
verabreicht werden. Bessern sich die Beschwerden, ist das ein weiteres
Indiz für Parkinson. Darüber hinaus hilft der Einsatz bildgebender
Verfahren wie der Computertomografie, die Diagnose zu
untermauern.
Parkinson beginnt in der Regel schleichend und schreitet langsam
fort. In den meisten Fällen treten erste Anzeichen der
Parkinson-Krankheit Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte vor den
klassischen motorischen Symptomen auf. Im Anfangsstadium äussert sich
Parkinson oft in einer Kombination aus Schmerzen, allgemeiner
Verlangsamung und Vitalitätsverlust. Mögliche spätere Symptome sind
ein schlechterer Geruchssinn, eine langsamere Reaktionsfähigkeit,
Verstopfung und Schlafstörungen sowie eine veränderte Stimme oder Handschrift.
Darüber hinaus kann es zu Verhaltensänderungen kommen. Einige
Betroffene reagieren schnell gereizt, andere neigen zu
Perfektionismus, wieder andere meiden soziale Kontakte. Häufig sind
auch Beschwerden im Nacken- und Lendenwirbelbereich oder diffuse
Rückenschmerzen. Viele Betroffene haben einen leicht schlurfenden Gang
oder ziehen ein Bein leicht nach. Mit Fortschreiten der Erkrankung
treten die Hauptsymptome von Parkinson in den Vordergrund:
Muskelzittern, Bewegungsarmut, Versteifung der Muskulatur sowie Gang-
oder Gleichgewichtsstörungen. Diese Symptome können einzeln oder in
Kombination vorkommen.
Die besten Erfolge bei der Behandlung von Parkinson erzielt eine
Kombination verschiedener Therapieformen. Im Zentrum steht dabei die
individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung. Darüber hinaus gibt
es verschiedene Begleittherapien, die vor allem die motorischen
Fähigkeiten der Betroffenen stärken. Ein wichtiger Bestandteil der
Parkinson-Therapie ist die Physiotherapie. Sie kann dazu beitragen,
Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu
bewahren.
Parkinson kann nicht geheilt werden. Die Therapie zielt daher in
erster Linie darauf ab, Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen zu
lindern. Da der Krankheitsverlauf bei den Betroffenen sehr
unterschiedlich ist, gilt es, die Therapie bestmöglich auf ihre
jeweiligen Bedürfnisse abzustimmen. Dabei spielen neben der
medizinischen Vorgeschichte auch das Alter und die Lebensumstände eine
tragende Rolle.