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Emma Kunz (1892-1963) war überzeugt, dass ihre Zeichnungen für das 21. Jahrhundert bestimmt seien. Nach ihrem Willen durften sie erst nach ihrem Tod der Öffentlichkeit gezeigt werden. Nachdem die Bilder nun in München und London zu sehen waren, kommen sie zurück in die Heimat. Kunz lebte in der ländlichen Schweiz und sah sich vor allem als Heilerin und Naturforscherin. Als Kind entdeckte sie ihre telepathischen Fähigkeiten. Sie erhielt nie eine künstlerische Ausbildung, doch in ihrem Leben schuf sie Hunderte von geometrischen Zeichnungen, die sie nicht betitelte oder datierte. Entstanden sind dabei Visionen von Energiefeldern, aus denen sie Diagnosen für ihre Patienten formulierte, die sie bei körperlichen und mentalen Beschwerden besuchten.
«Alles geschieht nach einer gewissen Regelmässigkeit, die ich in mir spüre und die mich nie ruhen lässt», so Kunz selbst.
Mit vierzig Jahren begann sie, grossformatige Zeichnungen anzufertigen, die sie mit Hilfe eines Pendels auf Millimeterpapier brachte. Kunz arbeitete hauptsächlich mit Graphit und Farbstiften. Parallel zu ihren Zeichnungen war sie Naturheilpraktikerin, ihr Wirken ist heute im Emma-Kunz-Zentrum in Würenlos zu entdecken. Kunz’ Zeichnungen wurden einige Jahre nach ihrem Tod in den 1970er Jahren erstmals öffentlich gezeigt, als ihr Werk auch dem Kurator Harald Szeemann (1933-2005) bekannt wurde. Nun zeigt das Muzeum Susch eine Einzelausstellung dieser faszinierenden Frau. «Emma Kunz. Visionary Drawings» im Muzeum Susch ist noch bis zum 10. November zu sehen.