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Um die Vorgabe des Grossen Rats umzusetzen, überarbeitete die Denkmalpflege seit 2016 im Rahmen des Projekts «Revision Bauinventar 2020» das Bauinventar und reduziert die darin verzeichneten Baudenkmäler und Baugruppen.
Auftrag des Grossen Rates
In der Januarsession 2015 nahm der Grosse Rat die Kulturpflegestrategie des Kantons Bern zur Kenntnis. Gleichzeitig verabschiedete er in diesem Zusammenhang elf Planungserklärungen. Drei der Planungserklärungen betrafen das Bauinventar. Sie forderten eine Überarbeitung des Inventars innerhalb von fünf Jahren und eine prozentuale Obergrenze an Inventarobjekten von 6 % des gesamtkantonalen Baubestandes.
In der Januar- und der Junisession 2016 hat der Grosse Rat über die Revision des Baugesetzes beraten und entschieden, eine Obergrenze an Inventarobjekten von 7 % im Baugesetz zu verankern. Die Reduktion des Inventars von heute knapp 10 % auf 7 % solle innerhalb von fünf Jahren seit dem am 1. April 2017 erfolgten Inkrafttreten des revidierten Baugesetzes stattfinden.
Überprüfung der Baugruppen und der Inventarobjekte
Um den Auftrag des Grossen Rates zu erfüllen, überarbeitete die kantonale Denkmalpflege das Bauinventar etappenweise. Innerhalb von fünf Jahren bestimmte die Fachstelle die Baugruppen und Inventarobjekte, die aus dem Bauinventar entlassen werden sollen. Gleichzeitig bereitete sie die formelle Revision des Bauinventars (rechtliche Umsetzung) vor.
Rechtliche Umsetzung
Nach der Überprüfung der Baugruppen und der Inventarobjekte erfolgt die rechtliche Umsetzung der Ergebnisse. Für die Baugruppen konnte dieser Schritt in den meisten Gemeinden bereits vollzogen werden. Ende 2020 schloss die Denkmalpflege die Überprüfung der rund 25'000 erhaltenswerten Inventarobjekte im Kanton Bern ab. Rund 11'000 Objekte sind für die Entlassung aus dem Inventar vorgesehen, womit die Vorgabe des revidierten Baugesetzes erfüllt wird. Die rechtliche Umsetzung der Ergebnisse soll bis 2023 abgeschlossen sein. Bis dahin bleiben die aktuell geltenden Bauinventare in Kraft.
Von diesem Vorgehen ausgenommen sind die Gemeinden des Berner Juras und 29 Gemeinden mit meist älteren Inventaren aus der Anfangszeit der Erstinventarisation. Bei diesen knapp 70 Gemeinden wurden die Baugruppen und die Inventarobjekte gleichzeitig revidiert und die rechtliche Umsetzung erfolgt im Verlauf von 2021. Dieses Vorgehen ermöglichte es, wertvolle Erfahrungen im Hinblick auf die Umsetzung der Inventarobjekte in den gut 260 verbleibenden Gemeinden zu sammeln und Abläufe zu optimieren.
Zeitplan
|2016||Überprüfung Baugruppen|
|2017–2020||Rechtliche Umsetzung (Teilrevision) Bau- und Strukturgruppen|
|2017–2020||Überprüfung erhaltenswerte Inventarobjekte|
|2021–2023||Rechtliche Umsetzung (Teilrevision) Inventarobjekte|