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Dicker Fisch im Netz der US-Justiz. Bis zu 25 Jahre Gefängnis für Angriffe auf Computer von Grossunternehmen.
Ein Gericht in New Jersey hat eine Anklage gegen Alberto Gonzales sowie zwei russische Komplizen erhoben. US-Bundesanwälte glauben, dass Gonzales an einigen der schwerwiegendsten Hackingfälle der letzten Jahre beteiligt war. Zusammen mit seinen Komplizen soll er in Computersysteme von fünf grossen Firmen eingedrungen sein, darunter die Supermarktketten 7-eleven und Hannaford sowie der Kreditkartenverarbeiter Heartland Payment Systems, und dabei die Daten von mehr als 130 Millionen Kredit- und Debitkarten gestohlen haben. Gonzales könnte dafür gemäss 'Wall Street Journal' zu bis zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt werden.
Gonzales und seine russischen Mittäter, deren Namen nicht genannt wurde, sollen ausgefeilte Angriffstechniken und ein Netzwerk von Computern benützt haben, dass sich von Kalifornien über Illinois, New Jersey, Holland, Lettland, und die Ukraine erstreckte, um Firewalls zu knacken und in die Computer von Unternehmen einzudringen. Dabei stahlen sie Daten und hinterliessen gleichzeitig "Hintertüren", um später ohne Umstände weitere Daten herunterladen zu können.
Die Taten, auf der die vorliegende Anklage beruht, geschahen zwischen Oktober 2006 und Mai 2008. Gonzales, erst 28 Jahre alt, hat aber wohl bereits eine jahrelange Kariere als Hacker hinter sich. Zu ersten Mal wurde er bereits 2003 festgenommen. Danach wurde er ohne Anklage wieder auf freien Fuss gesetzt, weil er mit dem Secret Service kooperierte und die Behörden glaubten, dass er sich gebessert habe. Anscheinend ein Irrtum. Dass die Taten, die ihm nun vorgeworfen werden, im Mai des letzten Jahres endeten, wäre kein Zufall: Seit damals sitzt Gonzales bereits wegen eines Angriffs gegen die Computer der Restaurantkette Dave & Buster's in Untersuchungshaft. In Boston erwartet ihn zudem eine Verhandlung wegen des Diebstahls der Daten von 40 Millionen Kreditkarten aus Computern der Retailkette TJX. Dieser Fall allein soll einen Schaden von rund 200 Millionen Dollar verursacht haben.
Gonzales und seine Komplizen dürften die gestohlenen Daten einerseits durch den direkten Diebstahl von Geld aus Geldautomaten und andererseits durch den Weiterverkauf der Daten zu Geld gemacht haben. Gemäss 'Wall Street Journal' lebte er anscheinend auf grossem Fuss, und leistete sich unter anderem eine Geburtstagsparty für 75'000 Dollar. (hjm)