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Diings Schicksal geht unter die Haut: Im zarten Alter von fünf Jahren wurde er von seiner Mutter getrennt, die aus dem Südsudan entführt und im Sudan versklavt worden war. Der skrupellose Sklavenhalter Muhammed Abdallah nahm keinerlei Rücksicht auf den kleinen Jungen. Täglich musste er dessen Ziegen hüten und durfte sich auf keinen Fall leisten, dass eine Ziege verlorenging.
Die verhängnisvolle Gewehrkugel
Als sich eines Tages einer der Sklaven ausruhen wollte, gefiel das Muhammed gar nicht. Er ging wutentbrannt auf den erschöpften Sklaven zu und erschoss ihn kaltblütig. Eine Gewehrkugel durchdrang dessen Körper und zertrümmerte Diings linkes Knie. Sechs Monate nach dem verhängnisvollen Tag wurde der schwerverletzte Knabe aus der Sklaverei befreit. Der Befreier brachte ihn auf einem Esel in den Südsudan.
Bei einem Interview mit CSI im Sommer 2017 berichtete Diing über den tragischen Vorfall, der zu seiner schlimmen Knieverletzung geführt hatte. Mit einem langen Holzstab konnte er lediglich einige Meter beschwerlich humpeln.
Operation ermöglicht
Diings Tragödie löste bei uns grosse Betroffenheit aus. Wir entschieden, die Operation für den Knaben im Spital von Kenias Hauptstadt Nairobi finanziell zu ermöglichen.
Dass Diing den stundenlangen Eingriff gut überstanden hat, zeigte sich, als er CSI-Projektmanager Franco Majok vor dem Spital begegnete und mit nur einer Krücke auf ihn zuging. «Vielen herzlichen Dank, dass Sie mir die Operation ermöglicht haben. Ich bin einfach nur glücklich», strahlt der Junge.
Mittlerweile ist Diing wieder zurück im Südsudan. Er lebt bei einer Familie im selben Dorf, in dem seine Mutter aufgewachsen war. Um seine langfristige Zukunft zu sichern, hat CSI ihm unter anderem zwei Milchziegen geschenkt.
Der tapfere Knabe ist sehr zuversichtlich, eines Tages wieder ohne Krücken gehen zu können. Franco Majok teilt diese Hoffnung: «Wir wissen nicht, wie der Heilungsprozess seines linken Knies verlaufen wird. Doch er macht gute Fortschritte.»
Reto Baliarda