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«Da liegen sie komplett falsch», sagte Real Madrids Präsident Florentino Perez in Richtung der Kritiker, die das Projekt der European Super League für erledigt erklärt haben, in einem am Donnerstagmorgen ausgestrahltem Radio-Interview von SER. Er denke nicht, dass die anderen Klubs die Super League verlassen haben. «Es ist klar im Vertrag, dass du nicht gehen kannst», erklärte er.
Es war, als hätten wir jemanden getötet. Es war, als hätten wir den Fussball getötet.
Tags zuvor hatte sich die grosse Mehrheit der 12 Klubs von der Super League distanziert. Von allen Seiten war Kritik auf das Projekt heruntergeprasselt. «Es war, als hätten wir jemanden getötet. Es war, als hätten wir den Fussball getötet. Aber wir versuchen, einen Weg zu erarbeiten, um den Fussball zu retten», legte Perez seine Sicht der Dinge dar.
«Ich bin seit 20 Jahren im Fussball und ich habe noch nie Drohungen wie diese gesehen.» Man habe das Vorhaben vielleicht nicht richtig erklärt, «aber sie haben uns auch keine Gelegenheit dazu gegeben, es zu erklären». Er sei traurig und enttäuscht, weil man 3 Jahre am Projekt gearbeitet habe.
Auch Barcelona spricht sich für Super League aus
Rückendeckung erhielt Perez ausgerechnet von Erzrivale Barcelona. Der neue Präsident Joan Laporta meinte: «Die Superliga ist nötig. Es ist absolut nötig, dass wir grossen Klubs, die einen beträchtlichen Teil der Ressourcen beitragen, auch ein Wort mitreden bei der Verteilung der Einnahmen.»
In einem Statement am Abend bekräftigte der FC Barcelona, an der Idee der Super League festzuhalten. Ein Verzicht darauf werde im Klub als «historischer Fehler» betrachtet.
In Anbetracht der öffentlichen Reaktion erkenne der Verein aber an, dass der Vorschlag noch einmal überdacht werden muss und Fragen noch zu klären sind, «immer zum Wohle des allgemeinen Interesses der Fussballwelt».
Perez ist der Präsident einer Superliga, die es nicht gab.
Die Reaktion von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin liess nicht lange auf sich warten. Nur wenige Stunden später sagte er im slowenischen Fernsehen: «Perez ist der Präsident einer Superliga, die es nicht gab, und derzeit ist er der Präsident von nichts. Er hätte gerne einen Uefa-Präsidenten, der ihm gehorcht, der ihm zuhört, der tut, was er will.»