Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03304.jsonl.gz/2711

Definition von Eigenverantwortung und eigenverantwortlichem Handeln. Unterschied zu staatlichen Regeln, Grenzen der Eigenverantwortung und Missverständnisse.
Verantwortung
Verantwortung, Verantwortungsbewusstsein, Selbstverantwortung, Eigenverantwortung
Zur Beendigung der derzeitigen weltweiten Finanzkrise werden die unterschiedlichsten Mittel vorgeschlagen: Die Banken verlangen mehr Geld zu günstigeren Konditionen vom Staat, staatliche Garantien für ihre eigene Stabilität und immer häufiger auch Konjunkturförderprogramme. Gewerkschaften und Linke fordern zusätzlich strengere Rahmenbedingungen für den Finanzmarkt.
Welche neue Regeln bzw. Rahmenbedingungen sind für das weltweite Finanzsystem erforderlich?
Wie ethisch sind „ethische Investitionen»?
Es ist unverständlich, wie Investitionen mit dem Ziel den Gewinn zu maximieren als ethisch bezeichnet werden können! Wir benötigen dringend Investoren, welche Firmen den notwendigen Freiraum ermöglichen, um höhere Ziele als die Gewinnmaximierung und
Umsatzwachstum zu verfolgen.
Mit unserer Ernährung steuern wir zu einem nicht unerheblichen Teil den durch uns persönlich verursachten CO2-Ausstoss. Die Erzeugung von
Nahrungsmitteln verursacht je nach Ware ganz unterschiedliche Mengen an Treibhausgasen (siehe Tabelle unten). Eine umweltfreundliche und
"klimafreundliche" Ernährung sieht wie folgt aus:
Sinn von Emissionskompensationen für Treibhausgase im Ausland (Clean Development Mechanismus CDM): Der Artikel zeigt auf, dass die Reduktion von Treibhausgasemissionen im Ausland höchstens als Ergänzung zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Inland dienen kann und keinesfalls als Ersatz, wie dies zur Zeit in der Politik immer häufiger diskutiert wird. Anderenfalls können die Klimaziele niemals erreicht werden, weil in der Industrieländern der Druck zur Entwicklung von emissionsarmen Technologien zu wenig stark ist.
Die Klimaveränderung stellt ein globales Phänomen dar, bei dem der Verursacher der Emission nicht automatisch auch der Leidtragende ist. Ursache und Wirkung sind beim Klimawandel sowohl zeitlich als auch räumlich getrennt.
Folgende Aussagen sind recht typisch:
- "Ich alleine kann doch nichts bewirken, weshalb sollte ich denn mein Verhalten ändern?"
- "Ich
tue ja nichts Verbotenes, ich halte alle Gesetze ein. Ihr könnt ja von
mir aus gerne Energie sparen, aber lasst mich in Ruhe damit."
- "Ich
verbrauche doch so wenig Energie, sollen sich die grossen
Umweltverschmutzer erst bessern, danach überlege ich es mir vielleicht
auch."
Diese Aussagen entspringen der völlig falschen Annahme, dass wir für unser Tun und Lassen nicht
voll verantwortlich seien. Nur weil wir für gewisse Taten nicht gebüsst
oder gar hinter Schloss und Riegel gesteckt werden, heisst dies noch
lange nicht, dass diese Taten keine Einfluss auf unsere persönliche
Zukunft haben würden.
Der weltweite Energiebedarf wird von der internationalen Energieagentur
(IEA) laufend erfasst und auf dieser Basis für die nächsten 25 Jahre
vorausgesagt. In ihrem letzten Bericht vom Herbst 2006 prognostiziert
die IEA eine starke Zunahme des CO2 Ausstosses bis ins Jahre 2030 als
Folge eines steigenden Energiebedarfs der Weltbevölkerung. In einem
alternativen Szenario wurde untersucht, wieweit durch rigorose
Massnahmen der Politik dieser CO2-Ausstoss verringert werden könnte. Zu
diesem Massnahmen zählte die IEA auch die massive Förderung des Baus
von Atomkraftwerken.
Von allen erwähnten Massnahmen zur Reduktion von CO2 billigt die IEA
der Förderung von Atomkraftwerken allerdings nur die kleinste Wirkung
(10%) zu. Da die IEA als Atomenergie-freundlich gilt, ist dies doch
sehr bemerkenswert.
Wurde ein Ereignis durch eine Gruppe von Personen (Fussballteam, Geschäftsleitung, Abteilung, usw.) beeinflusst, so ist jedes Mitglied dieser Gruppe voll verantwortlich für die Konsequenzen. Besteht diese Gruppe aus 5 Mitgliedern, so trägt nicht etwa ein einzelnes Mitglied nur 20% der Verantwortung, sondern jedes Mitglied trägt die volle Verantwortung.
Nur wenn sich ein Mitglied mit allen sinnvollen Mitteln gegen den Entscheid gewehrt hatte, ist es für die Konsequenzen des gegen seinen Widerstand gefällten Entscheides nicht verantwortlich. Durch Schweigen („ich will nicht negativ auffallen" oder „die anderen lassen sich sowieso nicht überzeugen") kann man sich der Verantwortung hingegen nicht entziehen. Gerade als Mitglied einer Gruppe bekommen wir viele Chancen, Entscheidungen in einem positiven Sinne zu beeinflussen. Wir setzen uns aber auch dem Risiko aus, durch passives Verhalten unsinnige Entscheidungen zuzulassen und damit für deren Konsequenzen verantwortlich zu sein.
Dieses Buch erläutert die menschliche Entwicklung anhand von gut verständlichen Beispielen und einfachen Modellen. Es will zum Nachdenken anregen über das eigene Leben und Hilfen anbieten, wie man sein eigenes Leben gezielt verändern kann.
Wir möchten Ihnen Informationen als Hilfe zur Selbsthilfe vermitteln
zum Thema Verantwortung, Selbstverantwortung, Eigenverantwortung, Verantwortlichkeit,
Verantwortungsbewusstsein und deren Übertragung ins tägliche Leben als
Privatperson und am Arbeitsplatz. Was bedeutet es überhaupt, seine
Verantwortung wahrzunehmen, für etwas verantwortlich zu sein oder die
Verantwortung zu delegieren? Wir zeigen auf, wofür wir in unserem Leben
die Verantwortung tragen und welche Auswirkungen diese Verantwortung
auf unser persönliches Wohl, auf das Allgemeinwohl und auf unsere
persönliche Entwicklung hat.
Rund um die Wiedergeburt der Menschen werden viele Falschinformationen verbreitet1. Während viele Menschen und Institutionen davon überhaupt nichts wissen wollen, interpretieren andere Personen Krankheiten und Unfälle fälschlicherweise als «Strafe Gottes». Dies führt letztendlich zu einem Gefühl von Ohnmacht, zu einem Gefühl selbst nichts ändern, nichts beeinflussen zu können, also genau zum Gegenteil von Selbstbestimmung und Selbstverantwortung. Solche Menschen – oder besser gesagt Opfer – lassen sich wesentlich einfacher beeinflussen oder gar manipulieren.
Die aktuelle «Globalisierung» möchte die Erde als ein riesiger, möglichst einheitlicher Markt definieren. Die Wirtschaft als wichtigste treibende Kraft hinter dieser Entwicklung wird nicht müde diese Egalisierung als «naturgegeben» bzw. nicht beeinflussbare Entwicklung darzustellen. Die Massenmedien, welche bedingt durch die weitgehende Privatisierung selbst ein Teil der Wirtschaft geworden sind, verfügen über immer raffiniertere Mittel zur Beeinflussung ihrer Kunden und machen bei dieser Aktion in der Regel kräftig mit.
Auf der anderen Seite werden viele Personen immer kritikloser gegenüber der Berichterstattung. Das, was auf dem Bildschirm, in der Zeitung oder in Büchern präsentiert wird, wird als «die Wahrheit» wahrgenommen anstatt als subjektive Berichterstattung der Autoren. Immer mehr Menschen übernehmen Zielsetzungen und Wertvorstellungen aus der Presse, anstatt sich selbst darüber Gedanken zu machen. Die Schuld dafür kann selbstverständlich nicht auf die Medien abgewälzt werden, sondern im Sinne der Selbstbestimmung bzw. Selbstverantwortung ist jeder dafür verantwortlich, ob er fremde Wertvorstellungen bzw. Zielsetzungen übernehmen will und falls ja, welche.
Wie sieht es aus, wenn Aufgaben durch eine Gruppe von Personen wahrgenommen werden. Wer trägt die Verantwortung für die Entscheidungen? Gibt es eine kollektive Mit-Verantwortung? Wie weit reicht die Verantwortung in einer Gruppe bei einer Kausalkette von Folgen? Kann die Verantwortung aufgeteilt werden?
Um das Wichtigste gleich vorwegzunehmen: An den Verantwortlichkeiten ändert sich nichts. Jede Person ist für die Folgen ihrer Entscheidungen verantwortlich, welche ihrem Bewusstsein entsprechen, bzw. mit dem Kugelmodell dagestellt, für alle Folgen, welche sich innerhalb ihrer Bewusstseins-Kugel befinden. Die Mitverantwortung in einer Gruppe oder Firma hängt demzufolge nicht primär von der Position in der Hierarchie ab, sondern von der persönlichen Entwicklung des einzelnen Mitarbeiters. Um nochmals auf das Beispiel mit der Lieferung von Komponenten für Kriegsgeräte zurückzukommen, wäre es also theoretisch denkbar, dass die Putzfrau eine Mitverantwortung trägt und die Geschäftsleitung nicht – nämlich dann, wenn die Putzfrau persönlich entsprechend weiter entwickelt ist, also ein höheres Bewusstsein hat, als die Mitglieder der Geschäftsleitung.
Die Fähigkeit seine Verantwortung wahrzunehmen, haben wir als Verantwortungsbewusstsein bezeichnet. Das Verantwortungsbewusstsein kann nicht grösser sein als das Bewusstsein, da das entsprechende Bewusstsein ja die Grundlage für das Wahrnehmen der möglichen Folgen von Entscheidungen darstellt.
Die Fähigkeit zur Wahrnehmung der Verantwortung ist innerhalb der Bewusstseins-Kugel vorhanden, ob sie auch wahrgenommen wird, entscheidet die betreffende Person in jedem Falle selbst. Man kann die diesbezüglichen Informationen bzw. Sinne auch ignorieren. Selbst wenn ich wegschaue, um die Folgen meiner Entscheidung nicht sehen zu müssen, bin ich deswegen natürlich trotzdem für diese Folgen verantwortlich! Vorderhand nehmen wir aber an, dass die Verantwortung jeweils voll wahrgenommen wird.
Wir haben zuvor das Bewusstsein modellhaft als eine weisse Kugel um unseren Körper dargestellt. Je grösser das Bewusstsein einer Person ist, desto grösser ist der Durchmesser dieser Bewusstseins-Kugel. Mit diesem Modell sind wir verantwortlich für alle Folgen unserer Entscheidungen, welche sich innerhalb unserer Bewusstseins-Kugel befinden. Das Licht unseres Bewusstseins leuchtet hier ganz hell, so dass wir innerhalb dieser Kugel die Folgen unserer Entscheidungen sehen bzw. wahrnehmen können.
Man könnte deshalb auf die Idee kommen, sehr weitreichende Entscheidungen durch Personen mit einem geringen Bewusstsein ausführen zu lassen, da diese ja dann für die Folgen scheinbar nicht verantwortlich wären. Dies wäre aber aus mehreren Gründen nicht sinnvoll:
Fassen wir das bisher diskutierte zusammen: Aus den Grundrechten des Seins erhält jedes Wesen das gleichwertige Recht zu leben, sich zu entwickeln und seine Aufgaben auszuführen. Jedes Wesen kann somit selbst entscheiden, was es tun oder lassen will (Prinzip der Selbstbestimmung). Wer selbst frei entscheiden darf, was er tun oder lassen will, ist selbstverständlich auch verantwortlich für die Folgen seiner Entscheidungen. Wer soll denn sonst für die Folgen einer Entscheidung verantwortlich sein, wenn jemand frei entscheiden konnte? Aus dem Prinzip der Selbstbestimmung folgt deshalb das folgende Prinzip der Selbstverantwortung:
Jede Person trägt entsprechend ihrem Bewusstsein die Verantwortung für die Folgen ihrer Entscheidungen.
Weshalb wir etwas tun, ist für das Leben der Grundrechte des Seins unerheblich. Wir haben entschieden, es zu tun. Dies genügt. Es gibt keinen Unterschied, ob ich töte, weil mir dies befohlen wurde oder ob ich dies aus eigenem Antrieb tue. Ich habe es getan. Deshalb bin ich verantwortlich dafür.
Mit dem schönen Wort Verantwortungsbewusstsein bezeichnen wir
die Fähigkeit einer Person, mit seiner Verantwortung bewusst umzugehen.
Je besser jemand die Folgen seiner Entscheidungen – bewusst oder
unbewusst – im voraus in Betracht zieht und entsprechend handelt,
desto verantwortungsbewusster ist diese Person.
Wie bereits im vorhergehenden Abschnitt erwähnt, löst eine
Entscheidung von uns oft weitere Ereignisse aus. Ein weiteres Beispiel
aus der (Familien-) Praxis: Die Katze jagt einen Vogel, die Besitzerin
gibt ihr als Strafe nichts zu fressen, die Katze stiehlt darauf hin das
zum Mittagessen bereit liegende Fleisch vom Tisch und wirft dabei auch
noch die Schüssel mit den Teigwaren um, die Familie reagiert gereizt,
die Kinder beginnen zu streiten, usw.
Unser Dasein auf der Erde, unsere Taten, Worte, Gedanken, ja allein schon unsere Lebensvorgänge erzeugen eine bestimmte Wirkung in unserer Umgebung. Durch unsere Atmung wandeln wir zum Beispiel Sauerstoff in Kohlendioxid um, unsere Haut verdunstet Wasser, mit unseren Füssen erzeugen wir einen Druck auf den Erdboden. Wenn wir in einem Laden Lebensmittel einkaufen und mit Geld bezahlen erzeugen wir damit ebenfalls eine bestimmte Wirkung.
Auch für diese Wirkungen tragen wir die Verantwortung. Anhand der oben erwähnten Beispiele dürfte klar werden, dass «die Verantwortung tragen» oder «verantwortlich sein» à priori weder positiv noch negativ ist. Es handelt sich um eine wertfreie Aussage.
Bei der Betrachtung der Grundlagen unseres Seins haben wir gesehen, dass die Grundrechte des Seins die persönliche Freiheit garantieren, wir können tun oder lassen, was… Weiterlesen »Selbstbestimmungsrecht und Eigenverantwortung
Kommen wir zurück auf die eingangs gestellte Frage, wie das Respektieren der Grundrechte des Seins am besten erlernt werden kann. Eigentlich sind wir alle bereits daran, dies zu üben – nur sind wir uns dies in der Regel nicht bewusst. Betrachten wir deshalb die Entwicklung der Menschen:
In unserem Alltag werden wir täglich mit vielen Situationen konfrontiert, wo wir die Grundrechte des Seins, bzw. die daraus folgenden Gesetze einhalten oder verletzen können. Dabei dürfen wir nicht zu weit suchen, jede Handlung, sogar jeder Gedanke bietet uns Gelegenheit dazu: Was kaufen wir ein, wie kochen wir, wie gehen wir mit den Mitmenschen (Partner, Kinder, Mitarbeiter, Vorgesetze) um, wie behandeln wir Tiere und Pflanzen, die Natur, usw.
Aus obigen Überlegungen kann man schliessen, dass der angestrebte Zustand von Harmonie auf der Erde nur erreicht und beibehalten werden kann, wenn die Grundrechte des Seins hundertprozentig eingehalten werden. Je seltener wir die Grundrechte des Seins verletzen bzw. je besser wir die bedingungslose Liebe leben, desto näher befinden wir uns an unserem höchsten aller Ziele, der Harmonie mit uns selbst und unserer Umwelt. Wenn andere Wesen die Grundrechte des Seins verletzen, beeinflusst dies uns höchstens indirekt. Wir können selbst entscheiden, ob wir in einer gegebenen Situation die Grundrechte des Seins respektieren wollen oder nicht, deshalb hängt die Erreichung der dauernden Harmonie mit uns selbst und der Umwelt nur von uns selbst ab! Nur wir selbst können steuern, wie schnell bzw. ob wir das höchste Ziel aller Menschen erreichen wollen. Wir werden darauf in späteren Kapiteln zurückkommen.
Die Entwicklung in Richtung der Spitze der Bedürfnishierarchie kann man sich als Studium mit vielen Lektionen vorstellen. Jede Lektion entspricht dabei einer Eigenschaft oder Fähigkeit, welche für die Respektierung der Grundrechte des Seins notwendig ist. Je mehr Lektionen erfolgreich abgeschlossen sind, desto näher befindet sich ein Wesen am Ziel, desto mehr Fähigkeit zur Respektierung der Grundrechte des Seins hat sich dieses Wesen bereits angeeignet. Das Ziel kann nur erreicht werden, indem alle Lektionen erfolgreich abgeschlossen werden.