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"Taubenmusik"
Wir haben die grosse Ehre, an der Uraufführung eines Werkes der Komponistin Marina Sobyanina mitzuwirken.
Es handelt sich um eine Auftragskomposition des V. Internationalen Kirchenmusikkongresses. Die Uraufführung durch den verstärkten christkatholischen Kirchenchor findet in der Kirche Peter und Paul, Bern, am 1. Juli 2018 um 17 Uhr statt.
Interessierte Mitsängerinnen und Mitsänger sind willkommen. Die erste Probe findet am 15. Mai statt, ein späterer Einstieg ist möglich. Wir bitten um eine kurze Anmeldung über Kontakt.
Sobyanina schreibt zu ihrem Werk im Januar 2018:
Das Konzept.
Das Thema ist eine Art assoziative Untersuchung des Phänomens der symbolischen Repräsentation des Heilligen Geistes durch die Taube. Dabei werden verschiedene Aspekte prägend:
-
Taube als Symbol für “divine lovers” (figürlich und wörtlich)
- Taube als Tier der Könige
- Die Idee der Taubenpost wird das performative Element zum Teil prägen. Zum Beispiel werden die Sänger/-innen einander Briefumschläge übergeben, in denen (aleatorische) Phrasen mitgeteilt werden. Wenn die Sänger/-innen die Couverts öffnen, sollte es so viel Papierlärm geben wie möglich – das würde als Begleitung für die Orgel-/ evtl. Klarinettensuite dienen.
Sprache/Text.
Als Ausgangspunkt nehme ich den „Song oft he Distant Dove“ von Judah Halevi (Sepharde, ca. 1075-1141). Ich möchte eine Mischung zwischen der Deutschen Übersetzung und historischen Kommentaren zu dem Text machen, fast wie eine Sprachkollage, die einfach auswendig zu lernende Phrasen enthält.
Aufbau.
Es gibt 3 Teile, insgesamt zwischen 10 und 15 Minuten
1) Orgel-/ Klarinettensuite; der Chor bekommt die Post und öffnet die Briefumschläge.
2) Die Briefe werden sängerisch “gelesen” (Melodiekurven, cluster-mässig, innerhalb eines gegebenen rythmischen Rahmens). Dieser Teil wird von der Chorleiterin dirigiert.
3) Mehr choralmässiger Teil mit “Wellenbewegungen” in der Phrasierung, dazu tief liegende Borduntöne.
Die Komponistin
Marina Sobyanina (1986) ist gebürtige Russin. Sie studierte Klavier/Gesang und Kunstgeschichte in Moskau und Komposition in Schweden. In Bern, wo sie inzwischen lebt, erwarb sie das Bachelordiplom in Komposition bei Christian Henking und schloss dann ihre Studien in Graz bei Beat Furrer mit dem Master ab.
Was die Kirche und deren Rituale betrifft, kennt sie sich sehr gut aus, sie beherrscht auch die lateinische Sprache ausgezeichnet.
Sie tritt ebenfalls als Sängerin und Pianistin auf und ist in der Jazzmusik ebenso zu Hause wie in der Klassik.