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Ein „Scheidungskrieg“ dauert mehrere Monate, oftmals sogar mehrere Jahre.
Ein solcher „Scheidungskrieg“ ist teuer (Anwaltskosten - es sei denn, Ihnen steht unentgeltliche Rechtspflege zu), zeitaufwändig (Anwaltstermine, Anhörungen vor Gericht) und emotional sehr belastend.
Ein solcher Verfahrensablauf sollte, soweit wie möglich, auf die Fälle beschränkt werden, in denen Gewalt und/oder offensichtliche Böswilligkeit mitspielt (z.B. wenn angemessene Unterhaltsbeiträge stur verweigert werden).
In allen anderen Fällen ist ein zügiges Verfahren durch Scheidung auf gemeinsames Begehren vorzuziehen, damit eine akzeptable Grundlage für die Ausgestaltung der Scheidungs-/Trennungskonvention geschaffen werden kann. Vor allem dann, wenn Kinder vorhanden sind, denn diese leiden ganz besonders!
Das Scheidungsverfahren auf gemeinsames Begehren ist einfach und schnell. Zirka 3 Monate nach Einreichen des gemeinsamen Scheidungsbegehrens sind Sie geschieden. Das Trennungsverfahren auf gemeinsames Begehren ist identisch mit dem Scheidungsverfahren auf gemeinsames Begehren.
Das Scheidungsverfahren auf gemeinsames Begehren umfasst vier Phasen:
- Einreichen des Begehrens, der Konvention und der Nachweise bei der Gerichtskanzlei.
- Im nächsten Schritt werden Sie vom Gericht zu einer Anhörung aufgerufen. Zunächst hört der Richter jede Partei einzeln an. Das Gericht muss sich durch die getrennte Anhörung der Gatten davon überzeugen, dass tatsächlich beide aus freiem Willen die Scheidung wollen (d.h. dass es weder unzulässigen Druck auf eine Partei gab oder sogar von Erpressung die Rede ist). Anschliessend setzt das Gericht die Anhörung mit beiden Gatten fort und prüft die Scheidungskonvention.
Sind keine Kinder vorhanden, so beschränkt sich das Gericht auf die Prüfung, ob die Scheidungskonvention im Grossen und Ganzen angemessen ist und stellt keine Detailfragen. Sind Kinder vorhanden, so überprüft das Gericht aufmerksam die betreffenden Vereinbarungen und versichert sich über deren Vereinbarkeit mit dem Kindeswohl.
Die Anhörung dauert rund 30 Minuten.
Spricht man den Richter an, so sagt man nicht „Euer Ehren“ (wie das in den USA der Fall ist), sondern vielmehr „Herr/Frau Vorsitzende/r“.
- Falls Kinder involviert sind, wird der Richter ein Bericht der Sozialeinrichtungen zu den Kinderbelangen beantragen, um sicherzustellen, dass die Verienbarung der Ehegatten dem Kindeswohl entspricht. Nur nachdem er diesen Bericht bekommen hat, wird der Richter das Scheidungsurteil fällen.
- Sie werden das Scheidungsurteil per Post erhalten. Das Scheidungsurteil wird die wesentlichen Punkte Ihrer Scheidungskonvention aufnehmen (es sei denn, der Bericht der Sozialeinrichtungen weicht zu stark ab oder macht Vorbehalte gegenüber Ihrer Vereinbarung zur elterlichen Sorge, zur Obhut und zum Besuchsrecht).
Haben Sie vereinbart, dass der Richter die Höhe der Unterhaltbeiträge für die Kinder festlegen soll, so legt er diese Beiträge fest. Als Ausgangsbasis dienen die erstellten Budgets und die Nachweise über Ihre finanzielle Situation.
Ist Ihre Scheidungskonvention komplett und umfasst auch die Höhe der Unterhaltsbeiträge für die Kinder, so wird das Gericht Ihre Zahlen und Bedingungen wiedergeben, sofern sie mit dem Kindeswohl und der finanziellen Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten vereinbar sind.
Das Urteil tritt 30 Tage (10 Tage im Falle einer Trennung) nach Erhalt in Kraft (diese Frist soll Ihnen eine Bedenkzeit verschaffen, in der Sie Ihre Meinung ändern können oder Ihnen ermöglichen, sich an eine höhere Instanz zu wenden, falls das Scheidungsurteil nicht Ihren Erwartungen entspricht). Wird innerhalb der 30 resp. 10 Tage keine höhere Instanz aufgerufen, so ist das Urteil definitiv, sowohl was die Scheidung anbelangt, als auch alle im Urteil erwähnten Nebenfolgen.