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Die neue Fluggesellschaft Swiss hat die Erwartungen bisher übertroffen. Und die Crossair-Aktionäre sagen Ja zur Namensänderung in "Swiss International Air Lines".
Der Verlust der Swiss betrug in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres etwa 190 Mio. Franken. Das sind rund 100 Mio. Franken weniger als budgetiert. Der Business-Plan vom letzten Dezember habe auf konservativen Annahmen beruht, sagte Swiss-Sprecher Markus Baumgartner.
Der tiefere Verlust sei auch darauf zurückzuführen, dass sich der weltweite Luftverkehr vom Schock der Terroranschläge des 11. September in den USA rascher erholt habe als erwartet.
Zu berücksichtigen ist bei den Ertragszahlen der Swiss für das erste Quartal, dass sie fast nur auf den Zahlen der Crossair beruhen. Die Integration des Interkontinental-Verkehrs der Swissair ist erst mit dem offiziellen Swiss-Start am 31. März angelaufen.
Swiss ist auf Kurs
"Swiss liegt voll auf Kurs. Wir sind zuversichtlich, die Ziele des Business-Plans für 2002 erreichen zu können", sagte Swiss-Chef André Dosé laut Medienmitteilung. Der erwartete Verlust von 1,1 Mrd. Franken für das ganze Jahr 2002 dürfte unterschritten werden.
Eine genauere Prognose wagt Dosé zum heutigen Zeitpunkt noch nicht. Wegen der Expansion in das Interkontinental-Geschäft und den damit verbundenen Anlaufkosten sei für das zweite Quartal 2002 mit einem höheren Verlust als für das erste Quartal zu rechnen.
Höhere Auslastungen und Durchschnittserträge sowie betriebliche Optimierungen dürften die Ertragslage ab dem dritten Quartal verbessern.
1,9 Millionen Passagiere
Der Umsatz der Swiss belief sich in den ersten drei Monaten auf 517 Mio. Franken. Im Linienverkehr beförderte die Gesellschaft 1,9 Millionen Passagiere und erzielte damit einen Umsatz von 446 Mio. Franken.
Im Chartergeschäft fielen Erträge von 18 Mio. Franken an. Die Erlöse aus dem Frachtgeschäft beliefen sich auf 13 Mio. Franken. Übrige Erträge wie Wartung und Flugzeugvermietungen steuerten weitere 40 Mio. zum Gesamtumsatz bei.
Sonderkosten
Die gesamte Betriebsaufwand belief sich auf 699 Mio. Franken. Darin enthalten sind Sonderkosten von rund 50 Mio. Franken für das Projekt Startup Swiss. Diese Sonderkosten dürften im ganzen Jahr rund 150 Mio. Franken erreichen. Die Bilanz wies Ende März flüssige Mittel von 1,191 Mrd. Franken aus.
Das Eigenkapital betrug Ende März 2,159 Mrd. Franken, was einer Quote von 56,2% entspricht. Das Aktienkapital stieg durch die Beteiligung verschiedener Kantone an der Kapitalerhöhung um 272 Mio. auf 2,619 Mrd. Franken.
Weitere Kapitalerhöhungen durch Kantone, die eine Beteiligung noch nicht definitiv beschlossen haben, sind geplant. Laut Baumgartner haben sich bisher acht Kantone beteiligt. In 14 Kantonen sind Entscheide noch hängig. Vier Kantone haben eine Beteiligung abgelehnt.
Endgültiger Abschied von der Crossair
Die rund 1500 Aktionäre, die gegen 75% der Stimmen vertraten, stimmten am Montag an ihrer Generalversammlung in Basel dem neuen Firmenname Swiss International Air Lines mit grossen Mehr zu.
In einem weiteren Beschluss verlängerte die Generalversammlung die Zeichnungsfrist für das genehmigte Kapital bis zum 30. April 2003. Damit wird Kantonen und Gemeinden Gelegenheit gegeben, sich weiterhin an der Fluggesellschaft zu beteiligen.
Streit um neuen GAV
Konzernchef André Dosé betonte an der GV die vielen bereits erreichten Ergebnisse. Zu den noch offenen Punkten gehörten neben dem Vollbeitritt zur "Oneworld"-Allianz die Gesamtarbeitsverträge für die Piloten und das Kabinenpersonal, sagte Dosé.
Die Swiss und die Gewerkschaft der Crossair-Piloten (CCP) haben für kommende Woche neue Gespräche vereinbart, um den Streit um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) beizulegen. Dennoch ist die Streikdrohung noch nicht vom Tisch.
Kritik am Staatsvertrag mit Deutschland
Die Generalversammlung verlief ruhig. Aus den Reihen der Aktionäre kamen nur wenige Voten. Immer wieder Lob erhielt Geschäftsführer André Dosé. Verwaltungsrats-Präsident Pieter Bouw zeigte sich optimistisch zur Zukunft der Swiss. "Unsere Gesellschaft hat in den letzten Monaten etwas erreicht, was seinesgleichen sucht", sagte er.
Harsch kritisierte zudem Bouw den Staatsvertrag mit Deutschland: Die Konsequenzen dieses Vertrags würde die Swiss so einschränken, dass sie "ihren öffentlichen Vertrag nicht mehr erfüllen könnte". Ins gleiche Horn stiess auch Dosé. Bei Ratifizierung des Vertrags würden sich in Zürich Verspätungen kumulieren, Anschlussflüge würden verpasst. "Eine solche Situation ist für uns nicht tolerierbar", sagte er.
swissinfo und Agenturen