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Ein Kommentator meinte, dass man aus der Geschichte nichts lernen könne. Das ist ein Satz, der schon so oft wiederholt wurde, dass man ihn inzwischen als Gewissheit hinnimmt.
Ich bin überhaupt nicht dieser Meinung.
Wenn man weiss, dass das römische Reich nicht zuletzt wegen des Klimawandels – Übergang vom Roman Climate Optimum (200 BC bis 150 AD) zur kleinen Eiszeit ab 450 AD – untergegangen ist, dass Pandemien politische Eruptionen auslösten, (die Pest hatte 172 AD das römische Heer praktisch ausgelöscht), dann kann man da schon Parallelen zu heute erkennen.
Zum Beispiel zur Spanischen Grippe 1918, die – und nicht die Allierten Armeen – das Deutsche Kaiserreich zu Fall brachte.
Interessant ist auch das Jahr 212, als alle freien Bewohner des Römischen Reiches das Römische Bürgerrecht verliehen bekamen und aus dem Reich ein Territorialstaat wurde. Etwas, das man mit dem “europäischen Bürgerrecht” in der EU 1800 Jahre später wieder eingeführt hat. Mit verbrieften Rechten gültig von Schottland bis Sizilien. Was beim Brexit zur Frage führt, ob ein Staat ihren Bürgern dieses Bürgerrecht wieder entziehen kann.
Vielleicht noch dies: Die Kriege entlang der Grenze des Reiches und die Antworten der Römer mit ihrer Armee erinnern doch stark an die heutigen Zustände an “unserer Peripherie”.
Morgen befasse ich mich in der BaZ mit einem eher harmlosen Thema: Dem Tourismus. Mit dem Beispiel von Florenz.
“Basel Card soll noch mehr Touristen in die Stadt locken”, sagt Basels Tourismus-Direktor Daniel Egloff. Mit der Gratiskarte gibt’s Weltklassekunst und den Ballettabend im Theater zum Aktionspreis. Beim Gedanken an das Potential in Asien und den Golfstaaten bekommt Herr Egloff feuchte Augen.