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Darf eine Schule Mädchen und Jungen unterschiedlich bewerten?
Nein, da es keine objektiven Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt, die eine Ungleichbehandlung rechtfertigen würden.
Mann und Frau sind verfassungsrechtlich gleichberechtigt, das Gesetz muss zudem für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung sorgen. Eine Regelung kann auch versteckt diskriminierend sein. Dies ist laut Bundesgericht dann der Fall, wenn sie «in ihrem tatsächlichen Auswirkungen Angehörigen einer solchen Gruppe besonders benachteiligt, ohne dass dies sachlich begründet wäre.»
Unterschiedliche schulische Beurteilung nicht gerechtfertigt
Dass Jungen in einem bestimmten Alter in der Schule gegenüber Mädchen aufgrund der unterschiedlichen körperlichen und seelischen Entwicklung benachteiligt und so weniger streng zu beurteilen seien, lehnt das Bundesgericht ab. In einem aktuellen Fall aus Zürich hat dies ein Vater gleichwohl gefordert, da typische Eigenschaften von Jungen wie etwa «Aktivitätsdrang, Risikobereitschaft, Spontanität, Mannschaftssinn» in der gymnasialen Ausbildung nicht zählten, weswegen sie benachteiligt seien. Das Zürcher Verwaltungsgericht sieht darin allerdings keine verfassungswidrige Diskriminierung: «Damit stellt der Beschwerdeführer primär auf Attribute ab, welche sich einem Geschlecht nur im Durchschnitt zuschreiben lassen, und bedient sich Geschlechterstereotypen.» Diese jedoch seien nicht geeignet, eine unterschiedliche Bewertung zu rechtfertigen, da sie eine Gleichbehandlung nicht absolut ausschlössen.