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Katars allererstes WM-Spiel wurde für die Katarer eine Enttäuschung und eine grosse Frustration. Die Mannschaft, die seit Jahren wie eine Vereinsmannschaft, als FC Karat, funktioniert und zahllose Testspiele bestritten hat, war im Auftaktspiel gegen Ecuador, den Vierten der Südamerika-Qualifikation, in jeder Hinsicht überfordert. So kamen denn die Katarer sehr oft zu spät zum Ball, was sich in etlichen groben Fouls auswirkte.
Enner Valencia, 33-jähriger Stürmer von Fenerbahçe Istanbul, erzielte in der ersten Halbzeit beide Tore, das erste auf Foulpenalty, das zweite mit einem platzierten Kopfball. Er ist nunmehr fünffacher WM-Torschütze. Dreimal traf er an der WM 2014, unter anderem bei der 1:2-Niederlage im Gruppenspiel gegen die Schweiz. An der WM 2018 konnte er kein Tor schiessen, weil Ecuador nicht qualifiziert war.
Die Ecuadorianer kontrollierten den Match nach der 2:0-Führung ohne grosse Probleme. Die Katarer kamen wenige Sekunden vor der Pause aus dem Nichts zu einer grossen Torchance, die zum (unverdienten) Anschlusstor hätte führen können. Eine weitere erwähnenswerte Chance erspielten sie sich nach 86 Minuten.
Beim allerersten Angriff des WM-Turniers bekam man vorgeführt, was einen auch ein den weiteren 63 Spielen erwarten wird: Erwägungen, Diskussionen, Checken vor und zurück. Valencia erzielte ein auf den ersten und den zweiten Blick sauberes Kopfball-Tor. Das Tor wurde wegen eines Offsides annulliert. Ein solches war in den laufenden Bildern, den Standbildern nicht auszumachen. Erst eine später zur Verfügung gestellte Grafik zeigte: Ja, es war ein - knappes - Offside.
Besonders für die Weltmeisterschaft wird gelten, dass Jubel und Freude der Spieler und der Fans immer nur provisorisch ist. Der VAR wird checken, ob ein Angreifer beim drittletzten Pass vor dem Torschuss nicht eventuell doch leicht gerempelt hat. Einzig nach einem verwandelten Penalty können sich alle uneingeschränkt freuen.
Erschreckend war es zu sehen, wie wenig der Fussball in Katar bedeutet. Schon in der ersten Halbzeit und noch mehr nach der Pause leerte sich das Stadion. Die Zuschauer waren nicht bereit, ihre Mannschaft nach dem Rückstand zu unterstützen.
(sda/red.)