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Zwei Tage vor seinem 75. Geburtstag ist Brian de Palma am Mittwoch auf dem Filmfestival von Venedig mit dem Filmmaker Award geehrt worden. Ein passender Preis: Er ehrt Regisseure, die das Kino der Gegenwart auf besondere Weise geprägt haben. Und das hat De Palma.
«Seine Werke sind eine Augenweide und zugleich ein Spiel, das Filmliebhaber quält», lobte der Direktor des Filmfestivals, Alberto Barbera. De Palma, der Alfred Hitchcock als sein grosses Idol nennt, schockte die Zuschauer mit Filmen wie «Carrie», «Dressed to Kill» und «Scarface».
Oft mischt er Sex, Erotik und Gewalt mit fesselnden Bildern und etwas Humor. Man müsse dem Zuschauer auch in einem Thriller erlauben, mal zu lachen und kurz zu entspannen, erklärte er einmal.
De Palma gilt als Mentor für jüngere Kollegen. Robert De Niro hat ihm seinen Karrierestart zu verdanken. 1968 holte der Regieneuling den damals unbekannten Schauspieler für «Greetings» vor die Kamera. Der Streifen über Sex und Krieg, der das Schicksal dreier junger Vietnamkriegsgegner erzählt, wurde bei den Filmfestspielen in Berlin prompt mit einem Silbernen Bären belohnt.
«Carrie»: erster Kassenhit
Mit «Carrie» drehte De Palma 1976 seinen ersten Kassenhit. Für den Psycho-Horror holte er Sissy Spacek und John Travolta vor die Kamera. Seiner damaligen Ehefrau, Schauspielerin Nancy Allen, schrieb er im Thriller «Dressed to Kill» (1980) die Rolle einer Prostituierten auf den Leib.
Al Pacino glänzte im Gangsterdrama «Scarface» als skrupelloser Kleingauner, der als Drogenmafioso Karriere macht. In «The Untouchables» versetzte er De Niro, Sean Connery und Kevin Costner zurück in Al Capones 1930er Jahre.
Vor knapp 20 Jahren gelang de Palma sein grösster Hollywood-Coup. In «Mission: Impossible» schickte er Tom Cruise als Agent Ethan Hunt auf Verbrecherjagd. Das High-Tech-Spektakel überzeugte mit spannenden Actionszenen und glänzender Kameraführung.
Mit seinen letzten Filmen kam De Palma bei Kritikern und Publikum weniger gut an. «The Black Dahlia» (2006) über den brutalen Mord an einem Filmsternchen im Los Angeles der 1940er Jahre bekam trotz Starbesetzung mit Scarlett Johansson und Hilary Swank nur mittelmässige Kritiken.
Auch der Thriller «Passion» (2013) mit Noomi Rapace und Rachel McAdams um die Machtspiele von zwei Frauen war eher blass als leidenschaftlich. (sda/dpa)
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