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Für die Bekämpfung einer Ansteckungskrankheit wie Covid-19 ist es entscheidend, dass die Schutzmassnahmen von einem Grossteil der Bevölkerung eingehalten werden. Während beim Tragen von Gesichtsmasken behördliche Vorgaben akzeptiert werden, ist ein staatlicher Zwang zur Nutzung der SwissCovid-App oder eine Impfpflicht kaum vorstellbar. Um wirtschaftlich und gesellschaftlich einschneidende und umstrittene Massnahmen wie einen Lockdown zu vermeiden, muss sich ein gewisser Teil der Bevölkerung also freiwillig an die Schutzmassnahmen halten.
Anders als gesetzliche Vorgaben regulieren Normen Verhalten sozial. Das Ziel des Projekts ist es daher, die Entwicklung von sozialen Normen zu verschiedenen Schutzmassnahmen systematisch zu erfassen und die Rolle von unterschiedlichen Kommunikationsformen zu verstehen.
Die Forschungsfrage lautet entsprechend:
Wie entwickeln sich soziale Normen des Präventionsverhaltens in der Schweiz während der COVID-19-Pandemie?
Zur Beantwortung dieser Forschungsfrage befragen wir die Schweizer Bevölkerung und analysieren die Thematisierung der Schutzmassnahmen in den Massenmedien, wie Fernsehen und Online-Zeitungen, und in sozialen Medien, wie Twitter. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit wird sichergestellt, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse unmittelbar in Kommunikationsstrategien und Präventionsmassnahmen einfliessen.
Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms „Covid-19“ (NFP 78) sowie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gefördert. Es läuft über die Dauer von zwei Jahren (September 2020 – August 2022).