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CAL, der Name des von Gabriel Calatrava gegründeten New Yorker Architekturbüros, kommt nicht von CALatrava, wie man es leicht meinen könnte: Es ist die Abkürzung für Collaborative Architecture Laboratory. Der Name ist das Statement einer innovativen Vision der Architektur von morgen. Trotzdem will sie für die Menschen von heute verständlich, nachvollziehbar und zugänglich sein.
Wie bei seinem gefeierten Vater Santiago Calatrava, dem weltberühmten Schöpfer von Brücken, Bahnhöfen und Museen, steckt Gabriels Talent sowohl im Ingenieurwesen als auch in der Architektur. Er genoss eine internationale Erziehung: Geboren 1982 in Zürich, zog er im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern und Geschwistern nach Paris. Die Schulaufenthalte in Frankreich, Spanien und England wurden mit dem Abitur am Lakefield College in Kanada abgerundet. Anschliessend studierte er an der ETH Zürich und an der Universität von Columbia in New York und beendete seine Lehrzeit im Jahr 2009 mit dem Master of Science in Ingenieurwissenschaften.
Gabriel Calatrava spricht fliessend Spanisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Schwedisch, aber seine Eltern bestanden darauf, dass jedes der Geschwister eine «schwierige» Sprache lernte. Seine Brüder wählten Arabisch und Russisch – er hingegen entschied sich für Mandarin und studierte im Jahr 2002 an der Beijing Universität in China. «Gabriels Berufswahl hängt eng mit seiner Erziehung zusammen», behauptet Vater Santiago. «Da sich mein Büro immer in der Nähe von unserem Haus befand, verbrachte Gabriel seine Kindheit in der Tradition einer «casa bottega», inmitten von Architekten und Ingenieuren. Dies, kombiniert mit einer guten Ausbildung, bot ihm nicht nur eine Chance, sondern auch eine Herausforderung.»
Nach dem Studium begann Gabriel als Assistent seines Vaters zu arbeiten und nutzte seine sprachlichen Fähigkeiten, um mit Kunden auf der ganzen Welt zu verhandeln. «Normalerweise fängt man als junger Architekt ganz unten an und zeichnet Türgriffe», so Gabriel. «Ich hatte das Glück, mit dem Teil der Arbeit anzufangen, den man zuletzt lernt – nämlich, die Anfänge der Projekte zu begleiten.» Als Santiago den Auftrag erhielt, das Museu do Amanhã (Museum von Morgen) in Rio de Janeiro zu entwerfen, hat Gabriel Wochen damit verbracht, Plutokraten, Physiker, Psychologen, Strassenverkäufer, Schulkinder und obdachlose Männer vor Ort zu interviewen, um herauszufinden, was morgen für sie bedeutete. Diese Gespräche fanden auf Portugiesisch statt, das er nicht einmal zu seinen Sprachtalenten zählt. Als die Familie das dritte Stadthaus (neben dem Büro und dem eigentlichen Wohnhaus) an der Park Avenue in New York kaufte, erhielt Gabriel die Chance, den Umbau selbst zu realisieren.
Das Ergebnis dieser Herausforderung ist in RAUM UND WOHNEN, Ausgabe 06-07/2018 beschrieben. Das Magazin lässt sich online bestellen.
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