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Düster, grollend, auf furchteinflössende Weise erlösend: «The Dark Knight Rises» istein Film wie ein Vulkanausbruch.
Kann man über «The Dark Knight Rises» schreiben, ohne auf Aurora einzugehen? Versuchen wir es. Der Film hat es verdient, dass man ihn als künstlerisches Werk beurteilt. Und nicht als möglicher Auslöser für eine Wahnsinnstat.
Die Fakten: «The Dark Knight Rises» ist der letzte Teil von Christoper Nolans (41) Neuinszenierung von Batman. Die neben Superman populärste US-Comicfigur war durch kindliche Verfilmungen (Tiefpunkt: «Batman und Robin») bedeutungslosgeworden. Regie-Genie Nolan, dessen Filme sich durch innovative Erzählstrukturen auszeichnen, inszenierte die Comicvorlage als psychologisierten Crime-Thriller, die nach dem zweiten Film «The Dark Knight» auch als Kommentar auf das Leben in US-Grosstädten nach 9/11 gedeutet wurden.
Gerüchten zufolge soll Nolan seine Batman-Filme nicht als Trilogie geplant haben. Doch der immense Erfolg von «The Dark Knight» (über eine Milliarde Dollar Einnahmen!) liessen Nolan umdenken. Für 250 Millionen Dollar produzierte er «The Dark Knight Rises». Der Film fügt sich nicht nur nahtlos ins Gesamtkunstwerk ein – er ist sogar der beste Teil von allen!
Der Beginn jedoch ist zäh. Mit Catwoman (Anne Hathaway, 30), einem Jungbeamten (Joseph Gordon-Levitt, 30) und einer Aktionärin (Marion Cotillard, 35) werden diverse neue Figuren eingeführt. Dazu ist Batman alias Bruce Wayne (Christian Bale, 38) ein Schatten seiner selbst. Kein Wunder: Nachdem er im letzten Film die Schuld am zwielichtigen Saubermann Harvey Dent übernommen hatte, ist er nun der Buhmann. Doch die Kriminalität in Gotham ist zurück gegangen, Batman und Co. haben Zeit für private Probleme.
Das alles ändert sich, als mit Maskenmann Bane (Tom Hardy, 34) ein neuer Bösewicht auftaucht. Er hat einen perfiden, einen politischen Plan: Um Gotham ins Chaos zu stürzen, will er die herrschende Ordnung stürzen und alle Macht dem Mob geben. Zur Durchsetzung hilft ihm ein Atom-Reaktor, der von Waynes Firma zur Energiegewinnung entwickelt wurde. Batman muss aus dem Exil zurück kehren – und sich nicht nur dem unbesiegbaren Bane, sondern auch seinen Dämonen stellen.
Man dar sich nicht täuschen lassen: Obwohl die Story nach bunten Bildern klingt, hat man in «The Dark Knight Rises» kaum je das Gefühl, in einer Comicverfilmung zu sitzen. Viel zu düster, viel zu real wirkt das Treiben auf der Leinwand. Mit dem Auftritt von Bane entwickelt der Streifen einen Sog, der die fast drei Stunden Filmdauer wie im Flug vorbei gehen lassen. Das Ende ist eine triumphale Erlösung. Alle offenen Enden werden zusammen geführt, der dunkle Held findet das Licht – und der Engländer Nolan hat den USA einen Spiegel vorgehalten.
Ob man den Film als reines Action-Erlebnis – als das es auch funktioniert – oder als politisches Statement sieht, ist letztlich egal. Besser geht Blockbuster-Kino nicht.
5/5 Sternen