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Maria-Christina Bertschy wurde am 5. Mai 1913 als zweites Kind der Familie Albin und Christina Bertschy-Haas in Wengliswil bei Alterswil geboren. Zusammen mit ihren fünf Geschwistern verbrachte sie eine unbeschwerte Kindheit. Sie hielt sich gerne im familieneigenen Krämerladen auf oder spielte mit den Nachbarkindern. Da ihr Vater in Alterswil als Lehrer und Organist tätig war, zog die Familie 1924 ins Dorf.
Wie viele Mädchen damals, ging sie als 14-Jährige ins Pensionat Sacré-Coeur in Estavayer-le-Lac, um die französische Sprache zu erlernen. Gerne hätte sie eine schulische Ausbildung gemacht und noch mehr Sprachen gelernt. Aber zu Hause, wo inzwischen noch drei jüngere Geschwister das Heim belebten, wurde ihre Hilfe im Haushalt gebraucht.
Nach dem Besuch der Haushaltungsschule im Gambach zog sie nach Luzern, wo ihr Bruder Max verheiratet war, und trat ihre erste Stelle an. Bei verschiedenen Herrschaften arbeitete sie als Köchin oder Hausangestellte und als Serviceangestellte.
1950 heiratete sie ihren Jugendfreund Nicolas Baeriswyl aus Alterswil. Sie zogen nach Freiburg, ins Perollesquartier, wo ihre Gatte als Redaktor beim Bauernverband tätig war. Die Fürsorge für ihren Sohn Markus, der ihre Hilfe besonders beanspruchte, wurde zu ihrer Lebensaufgabe. Es war nicht immer einfach, sich bei Amtstellen und Behörden für ihre Anliegen durchzusetzen, weil in damaliger Zeit das Verständnis für die Anliegen der Menschen mit einer Behinderung häufig fehlte.1968 starb ihr Gatte mit nur 57 Jahren. Nun war sie auf sich allein gestellt. Ohne Pensionskasse und nur mit einer kleinen Witwenrente schaffte sie es, dank ihrer Kämpfernatur, gut für die beiden Kinder zu sorgen. Im Gebet und im Gottesdienst schöpfte sie Kraft für den oft beschwerlichen Alltag. Sie vermietete Zimmer in der grossen Wohnung und war eine fürsorgliche Schlummermutter, die oft den Studierenden vor Prüfungen Mut zusprechen musste.
Um näher bei den Angehörigen zu sein, zog sie 1988 nach Düdingen. Als ihr Sohn Markus vor 20 Jahren in der Behindertenwerkstatt Tafers eine Beschäftigung fand, wurde sie entlastet und sie konnte sich mit Freude einer neuen Aufgabe zuwenden – ihren vier Grosskindern.
Vor zehn Jahren zog der Sohn ins Behindertenheim und so konnte sie sich mit 86 Jahren ein wenig zurücklehnen. Da machten sich aber auch schon Altersbeschwerden bemerkbar, sodass sie beschloss, in die Alterssiedlung «Drei Rosen» zu ziehen. 2003 siedelte sie dann ins benachbarte Pflegeheim über. Nach einem Schlaganfall vor einem Jahr konnte sie sich nur noch mit Mühe verständigen. All dies hat ihren Lebenswillen immer mehr gebrochen. Am 13. Januar durfte sie friedlich einschlafen. Eing.