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Drei Viertel aller Schweizerinnen und Schweizer wollen den fünf Atomkraftwerken im Land den Stecker ziehen. Trotzdem sagten in der Abstimmung vom 27. November letzten Jahres 54% Nein zu einem beschleunigten Ausstieg. Ein Widerspruch? Nein, sagen die Autoren der Abstimmungsanalyse VOTO, denn die Stimmbürger waren nicht einverstanden mit dem sportlichen Fahrplan, den die Initiative vorsah.
Damit gibt die Analyse jenen Kommentatoren der Medien Recht, die das Verdikt des Schweizer Stimmvolkes ausdrücklich als Nein zum forschen Tempo des Ausstiegs interpretierten, den die Initiative der Schweizer Energiesektor diktiert hätte. Das Nein, so der Tenor in der Presse damals, sei keineswegs als Ja zur Weiterführung der Atomenergie zu werten.
Laut der nun vorliegenden VOTO-Analyseexterner Link begründeten 82% der Nein-Stimmenden ihren Entscheid mit den unrealistischen kurzen Fristen der Stilllegung.
Auch unter jenen, die im November den Urnen ferngeblieben waren, befürwortet eine Mehrheit von 63% den Ausstieg der Schweiz aus der Atomenergie. Dies ergibt einen Mittelwert von 76%, die sich eine Schweiz ohne Atomkraftwerke wünschen. Die repräsentative Studie beruht auf einer Befragung von 1578 Schweizerinnen und Schweizern.
Die Energiestrategie 2050 von Schweizer Regierung und Parlament sieht einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie vor. Die Schweizer Stimmbürger stimmen am 21. Mai über die so genannte Energiewende ab. Geht man von der Analyse aus, sollte eine Mehrheit die Vorlage des Bundesrats annehmen.
Der Urnengang findet statt, weil die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei das Referendum gegen die Energiestrategie ergriffen hatte.