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Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist die gewissenhafte Planung von Untersuchungen unverzichtbar. Sie ist die Basis dafür, dass die jeweilige Forschung auch wirklich das untersucht, was sie soll. Damit eine wissenschaftliche Arbeit als hochwertig und nützlich gilt, muss sie bestimmte Kriterien erfüllen. Zu den sogenannten Hauptgütekriterien zählt auch die Validität, die in die interne und externe Validität unterteilt wird. Die externe Validität bestimmt, ob die Aussagekraft der wissenschaftlichen Untersuchung auch für andere Gegebenheiten besteht.
Definition: Externe Validität
Validität, Objektivität und Reliabilität sind die drei Hauptgütekriterien, die für die Aussagekraft und den Wert von wissenschaftlichen Untersuchungen und der empirischen Sozialforschung von hoher Bedeutung sind. Generell beschreibt die externe Validität, ob ein bestimmter Test auch für andere Personen oder Situationen geeignet ist, um eine aussagekräftige Darstellung von Ergebnissen zu liefern. Tests, die extern valide sind, beziehen sich also nicht nur auf die jeweilige Testumgebung. Sie sind breitflächiger einsetzbar. Das macht sie generalisierbar und reproduzierbar. Meist wird dies dadurch umgesetzt, dass die Tests nicht unter sterilen Laborbedingungen umgesetzt werden, sondern im Feldversuch, also unter natürlichen Bedingungen, die vom Untersucher genau beobachtet und festgehalten werden. Das Kriterium der externen Validität von wissenschaftlichen Arbeiten ist also mit einem hohen Praxisbezug verbunden. Für viele Untersucher ist dies sogar die Motivation für diese Art von Forschung.
Zwei Formen von externer Validität sind für wissenschaftliches Arbeiten relevant: die Subjekt- oder Stichprobenrepräsentanz und die Situationsrepräsentanz. Stichproben sind etwas, was in wissenschaftlichen Untersuchungen bewährte Tradition ist. Da es aus diversen Gründen nicht möglich ist, Untersuchungen an allen Probandinnen und Probanden (Subjekte) durchzuführen, braucht es eine Stichprobe. Je repräsentativer diese für die Allgemeinheit ist, desto besser gestaltet sich natürlich auch der Wert der externen Validität. Situationsrepräsentanz bedeutet, dass sich eine Untersuchung in unterschiedlichem Kontext reproduzieren lässt und zu den gleichen Ergebnissen führt. Die allgemeingültige Aussagekraft solcher Tests gestaltet sich naturgemäß als besonders gut.¹
Beispiel für externe Validität
Wenn die externe Validität des Tests hoch ist, lassen sich die Studienergebnisse generalisieren. Das bedeutet, dass die Lehrmethode auch in einem anderen Kontext gut geeignet sein dürfte. Beispiele sind, dass diese Art des Lehrens für unterschiedliche Schularten und Jahrgangsstufen geeignet sein könnte, vielleicht sogar auch für andere Fächer als den Bereich von Fremdsprachen. Dies alles hat zwei Erkenntnisse. Zum einen: Solche Tests sind allgemeingültiger als andere. Und – im konkreten Beispiel: Die Lehrmethode scheint universell und vor allem auch erfolgreich einsetzbar zu sein.
Auswahl der Untersuchungsobjekte
Die Auswahl der Probanden muss sorgfältig erfolgen. Es ist wichtig, dass die Schülergruppen aus dem Beispiel von oben vergleichbar sind. Außerdem muss die Lehrkraft genau wissen, welche Elemente die neue Lehrmethode enthält, und dies präzise umzusetzen. Dies ist wichtig, um Ursache und Wirkung und auch eventuelle Übertragbarkeit auf andere Schularten zu ermitteln.
Die richtige Umgebung
Auch dies ist eine wesentliche Rahmenbedingung für einen wissenschaftlich fundierten Test. Das Beispiel aus der Schule funktioniert dann besonders gut, wenn die Schüler weiter in ihrer gewohnten Umgebung – ihrem Klassenzimmer – unterrichtet werden.
Störfaktoren der externen Validität
Welche Einflüsse gefährden die externe Validität? – Das Beispiel der Schülergruppen, die nach einer neuen Lehrmethode Englisch oder Französisch lernen, könnte an Allgemeingültigkeit verlieren, wenn es sich um besondere Schüler handelt. Handelt es sich beispielsweise um eine internationale Schule, in der Fremdsprachenerwerb eine besonders große Rolle spielt und in der auch die Eltern wertvolle Unterstützung bieten, kann es durchaus sein, dass solche Schüler nicht repräsentativ für andere sind. Die externe Validität wird also vermindert.
Klassische Störfaktoren sind:
- unpassende Auswahl von Probanden
- Wechselwirkungen zwischen dem Test und der unabhängigen Variable
- Wechselwirkungen zwischen der Auswahl von Testpersonen und der unabhängigen Variable
- Testeffekte und Testbedingungen
- Synergieeffekte durch mehrfach durchgeführte Behandlungen oder Tests
- fehlende Motivation der Probanden
Externe Validität und interaktiver Testeffekt
Der interaktive Testeffekt setzt voraus, dass es mindestens zwei Messungen gibt.
Das Beispiel der Testung von neuen Lehrmethoden kann den interaktiven Testeffekt gut erklären. So kann es beispielsweise sein, dass Schüler beim ersten Test aufgeregt sind, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Es kann aber auch sein, dass sie beim zweiten Test nervös werden, weil sie meinen, sie müssten nun eine deutliche Verbesserung zeigen.
Interne Validität vs. externe Validität
Interne Validität und externe Validität bilden gemeinsam das Hauptgütekriterium der Validität. Externe Validität soll darstellen, ob die Ergebnisse von wissenschaftlichen Arbeiten sowie deren Tests generalisiert werden können. Interne Validität dagegen fokussiert sich ausschließlich auf die spezielle Versuchsanordnung.
|Externe Validität||Interne Validität|
|Generalisierung von Testergebnissen||speziell für die jeweilige Untersuchung|
|allgemeine Gültigkeit von Versuchsanordnungen||betrachtet den Zusammenhang zwischen unabhängiger und abhängiger Variable (UV/AV)|
|typisch: Feldversuche||typisch: Laborexperimente|
|zweitrangiges Kriterium nach einem Experiment||meist wichtigstes Kriterium|
Gut zu wissen: Hohe interne Validität und externe Validität sind nicht unbedingt vereinbar. Manchmal schließen sie sich sogar aus. Denn je spezieller ein Test ist, umso weniger ist er oft allgemeingültig. Wissenschaftliches Arbeiten heißt also auch, dass man Prioritäten rund um die Forschung setzen muss.2
Häufig gestellte Fragen
Die interne und externe Validität sind neben der Objektivität und der Reliabilität Hauptgütekriterien von wissenschaftlichen Untersuchungen beziehungsweise Arbeiten. Die externe Validität soll sicherstellen, dass sich das Ergebnis von Untersuchungen auch auf andere Situationen oder Personen übertragen lässt, also generalisierbar ist.
Die interne Validität begutachtet den kausalen Zusammenhang zwischen der Änderung einer Variable und dem Ergebnis. Die externe Validität hingegen untersucht, ob dieses Ergebnis auch in einem anderen Kontext reproduzierbar ist. Kerngedanke ist es, dass diese Untersuchung dann generalisierbar ist und allgemeingültigen Charakter aufweist.
Wenn Untersuchungen einer wissenschaftlichen Arbeit auch in anderen Testumgebungen funktionieren, macht dies einen Test generalisierbar. Das Testergebnis ist dann für mehr Bereiche relevant und ist häufig umfassender nutzbar.
Ja – zwei Sorten externe Validität kennzeichnen die Reproduzierbarkeit von wissenschaftlichen Testungen. Man unterscheidet Subjekt- oder Stichprobenrepräsentanz und die Situationsrepräsentanz. Je besser diese Werte bei einer wissenschaftlichen Arbeit ausgeprägt sind, umso generalisierbarer ist auch die jeweilige Untersuchung.
Typisch für wissenschaftliche Arbeiten mit hoher externer Validität sind diejenigen, die sogenannte Feldexperimente durchführen. Sie sind im Gegensatz zum künstlich aufgebauten Laborexperiment durch ein natürliches Umfeld gekennzeichnet.
Quellen
1 Rey G.: Validität, Exkurs: Validität in Experimenten, in: Methoden der Entwicklungspsychologie, Datenerhebung und Datenauswertung, o.D., [online] http://www.methoden-psychologie.de/validitaet_experiment.html (23.08.2022)
2 Universität Dresden: Externe Validität, in: Technische Universität Dresden, 2017, [online] https://methpsy.elearning.psych.tu-dresden.de/mediawiki/index.php/Externe_Validit%C3%A4t (23.08.2022)