Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/256776

<h2>SubmittedText<h2><p>1. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass die aktuelle Datengrundlage ausreichend ist, um effektive Massnahmen gegen Lohnungleichheit ergreifen zu können?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, eine erneute Überprüfung der statistischen Methoden des Bundes betreffend Lohnungleichheit von Frau und Mann (Postulat 14.3388) zu veranlassen?</p><p>3. Wie soll die Datengrundlage aus Sicht des Bundesrates verbessert werden?</p><p>4. Plant der Bundesrat bei spezifischeren Untersuchungen die Unterschiede bei Teilzeitarbeitenden und bei Vollzeitarbeitenden Müttern zu analysieren</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. bis 3. Um die Problematik der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern spezifisch zu behandeln, werden regelmässig im Auftrag des Bundesamtes für Statistik (BFS) gezielte Analysen basierend auf den Daten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) durchgeführt. Dieses Monitoring der Lohngleichheit entspricht den wissenschaftlichen Kriterien sowie den international anerkannten und validierten Anforderungen (ILO, OECD, Eurostat).</p><p>Alternative Methoden zur Analyse der Lohnunterschiede werden zurzeit im Sinne einer Ergänzung geprüft (Postulat 14.3388 Noser). Ein entsprechender Bericht wird dem Bundesrat im Laufe des Jahres 2024 vorgelegt.</p><p>4. Es liegen aktuell schon deskriptive Analysen zu den Teilzeit- und Vollzeitarbeitenden vor, jedoch ohne Angaben, ob die Arbeitnehmenden Kinder haben oder nicht. Diese Angaben könnten über eine Datenverknüpfung von Erhebungs- und Registerdaten (LSE und AHV) gewonnen werden. Das Postulat Dobler (22.4500) beantragt, den unerklärten Teil der Lohnunterschiede zu untersuchen. Dabei könnten mögliche Ursachen für Lohndifferenzen (Mutterschaft, Erwerbsunterbrüche usw.) berücksichtigt und die «Child Penalty» analysiert werden. Zudem ist zu berücksichtigen, dass bestimmte Variablen zwar einen informativen Mehrwert bieten können, um bestehende Lohnunterschiede zu beschreiben, aber nicht als Rechtfertigung von Lohnunterschieden verwendet werden dürfen. Gemäss dem Gleichstellungsgesetz (GlG; SR 151.1) ist jegliche Lohndiskriminierung zwischen den Geschlechtern unter Berufung auf den Zivilstand oder auf die familiäre Situation verboten. Angesichts der schwierigen Lage des Bundeshaushalts und der erwarteten Defizite ab 2025 wird jede neue Prüfung einer vertieften Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen.</p>