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Es war einmal ein König, der hiess Friedrich II. und herrsche über das Land der Dänen. Seine Frau war Sophie von Mecklenburg und mit ihr hatte er sieben Kinder. Das Erstgeborene war ein Mädchen und hiess Elisabeth, das zweite Anna. Als drittes Kind gebar die Königin den lang ersehnten Thronfolger, Christian.
Der König aber starb, als Christian elf Jahre alt war, sodass die Königin bis zu dessen Volljährigkeit das Land regierte. Und im Alter von 18 Jahren wurde er endlich König: Christian IV. – Das ist übrigens kein Märchen, sondern so geschah es um das Jahr 1600 in Dänemark.
Selbst für einen Renaissance-Monarchen hatte König Christian IV. ein außergewöhnlich breites Spektrum an Interessen. Er war einer der bedeutendsten Kunstmäzene Europas, der berühmte Musiker, Maler und Bildhauer an seinen Hof holte. Er interessierte sich auch sehr für Wissenschaft, Architektur, Ingenieurwesen und Handel und investierte in die Infrastruktur seines Königreichs in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß. Er gründete neue Städte, Handelsgesellschaften und Kolonien, etablierte Manufakturen und den Bergbau in Norwegen und verfolgte prestigeträchtige Bauprojekte, darunter repräsentative Gebäude in Kopenhagen und die Schlösser Rosenborg und Frederiksborg.
In England lebten in dieser Zeit vier Männer, die als Komponisten in die Geschichte eingehen sollten: Thomas Robinson, Daniel Norcombe, Tobias Hume und John Dowland.
Die Laute und die Gambe waren damals die beliebtesten Instrumente in England und es wurden zahlreiche Lehrwerke und Liedersammlungen für sie veröffentlicht. Zwischen Tobias Hume und John Dowland entspann sich ein Streit darüber, welches von beiden Instrumenten das vorzüglichere sei. Diese Auseinandersetzung ist erhalten geblieben, weil sie in den Vorworten der gedruckten Werke beider Komponisten festgeschrieben wurde. Hume war demnach der Meinung, die Gambe sei über die Laute zu stellen, während Dowland für das Gegenteil plädierte.
Zum Glück müssen wir uns nicht für eines von beiden Instrumenten entscheiden, sie erklingen in diesem Programm beide in versöhnter Freundschaft.
Text von S. Reidemeister
Bild: Dänische Hofmusiker, Detail aus dem Titelblatt von Melchior Borchgrevincks "Giardino di nuovo bellissimo varii fiori musicali scieltissimi" (Kopenhagen, 1605)