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Das Hohelied ist eine der lieblichsten Passagen der Bibel über die Braut Israel und ihren Bräutigam, den Messias. Es ist eine Kurzfassung der Geschichte Israels und ihres Geliebten und schöner als ein Märchen.
Sie schläft, aber ihr Herz wacht. Das erinnert uns an das Gleichnis von den 10 Jungfrauen. Sie schliefen alle ein. Dann kam der Bräutigam, stand vor der Tür und klopfte an (Offb 3,20). Im weiteren Verlauf heisst es, dass die Braut sich schon ins Schlafgemach zurückgezogen hatte und nicht ganz bereit war. Der Bräutigam streckte voller Sehnsucht seine Hand durch die Luke. Dann stand sie auf, um ihm zu öffnen, doch er hatte sich bereits zurückgezogen, denn wen er liebt, den züchtigt Er (V. 19). Das Einzige, was sie verspürte, war die Türklinke, die von Myrrhe triefte. Myrrhe war Bestandteil des Salböls im Alten Testament. Das brachten auch die Weisen als Geschenk mit, als sie nach Bethlehem zu Jesus kamen.
Sie lief hinaus auf die Gassen, ihn zu suchen. Aber es fanden sie nur die Wächter, die schlugen sie und nahmen ihr den Schleier weg, was ein Bild für die grosse Trübsal sein könnte. Aber voller Sehnsucht sucht sie weiter nach ihm und gibt nicht auf. Andere Königinnen und Nebenfrauen sprechen: «Wer ist sie, die da hervorglänzt wie die Morgenröte, schön wie der Mond, rein wie die Sonne, furchtbar wie Kriegsscharen?» (Hl 6,10).
Das erinnert uns an den kommenden Morgenstern in Offenbarung 22,16: «Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern.» Und an Offenbarung 12,1, wo es heisst: «Und ein grosses Zeichen erschien in dem Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond war unter ihren Füssen, und auf ihrem Haupt war eine Krone von zwölf Sternen.»
Später findet sie ihn und es heisst im letzten Kapitel: «Da wurde ich in seinen Augen wie eine, die Frieden gefunden hat» (Hl 8,10). Das wird symbolisch auch das letzte Kapitel Israels sein. – Welch eine Ermutigung!