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(Vallée de la) (Kt. Neuenburg,
Bez.
Le Locle). Im Mittel 1050 m. Höchstgelegene und kälteste Thalschaft
des Schweizer
Jura; erstreckt sich vom Fuss des
Sommartel im O. zum Fuss des
Gros Taureau im W. auf eine Länge von 20 km und
ist 2-3 km breit. Das Thal wird von zwei bewaldeten Bergzügen eingeschlossen: der Kette des l'Harmont im N., den Höhen
von
Fontenettes und dem
Crêt de l'Oura l'Ouvra im
S.;
es bildet ein 1820 ha umfassendes geschlossenes Becken,
dessen
Wasser durch den torfigen Boden unterirdisch in natürlichen Trichtern (entonnoirs) abfliessen.
Die drei wichtigsten
Sammelpunkte des Wassers sind der
Bied de
La Brévine, der sich in einem Trichter w. vom Dorf verliert; der kleine
Lac des Taillières, d'Etallières oder auch d'Etalières und der
Weier von L'Anneta, beide mit bemerkenswerten Trichtern.
Neuerdings von Prof.
Schardt angestellte Untersuchungen haben die alte Ansicht bestätigt, dass die
Wasser des
Thales von
La Brévine 6 km
weiter sw. in der Stromquelle der
Areuse wieder zu Tage treten. Der hierzu nötige Zeitraum schwankt mit
den verschiedenen Jahreszeiten, indem er im September 1900 für das
Wasser des
Lac des Taillières 299 und im Mai 1901 für
das des
Weiers von L'Anneta 103 Stunden betrug.
Das Thal von
La Brévine zählt zusammen 2300 Ew., die sich auf die
Dörfer
La Brévine und La
Chaux-du-Milieu,
sowie auf verschiedene
Weiler (quartiers), z. B.
La Chaux, Les Taillières,
La Châtagne und
Le Cachot, verteilen. Schöne Wälder
und mit
Bäumen bestandene prachtvolle Bergweiden rahmen das Thal ein. Haupteinnahmequelle der Bewohner bildet die Aufzucht
von auserlesen schönem Vieh; man zählt heute ca. 2300 Stück Hornvieh, 200 Pferde und 600 Schweine.
Ziemlich bedeutend sind auch Holzhandel und Abbau der Torfmoore; Uhrenindustrie weniger wichtig als in früheren Jahren.
Die Höhenlage des
Thales bedingt dessen strenge und lange Winter, während welcher das Thermometer auf -26° und tiefer sinkt.
Besonders beachtenswert ist auch seine Flora, deren
Wasser und Moorpflanzen wahre Relikte aus der Eiszeit
sind. Seltene Arten: im
Lac des Taillières die Laichkräuter Potamogeton gramineus, P. rufescens, P. compressus, P. obtusifolius,
P. prælongus und P. pectinatus;
auf Torfmooren
Sumpf-Blumenbinse (Scheuchzeria palustris), eine Birke (Betula intermedia
= Betula nana × pubescens; sehr selten), Torf-Segge (Carex heleonastes), Weisse Schnabelsaat (Rhynchospora alba), Schwimmender
Igelkolben (Sparganium natans), Eingewachsene Korallenwurz (Corallorhiza innata), auf
Rasen Weisse Platterbse
(Lathyrus oder Orobus canescens), Oesterreichischer Ehrenpreis (Veronica austriaca), Allermannsharnisch (Allium victorialis),
etc.