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(Kollar, 1833)
- DE: Kollars Höhlenschrecke
- EN: Common Cave-cricket
- FR: Le Troglophile cavicole
- Syn.: Troglophilus bukoviki Karaman, 1968 | Phalangopsis latebrarum Herrich-Schäffer, 1840 | Phalangopsis latebricola Herrich-Schäffer, 1840
Morphologie
Die Gestalt der urtümlich anmutenden Troglophilus cavicola ist gedrungen und bucklig. Die Grundfarbe ist ein helles Gelbbraun, mit feiner, dunkel- bis rötlich-brauner Marmorierung. Über die Rückenmitte verläuft eine helle Linie über Kopf, Halsschild und die vorderen Hinterleibssegmente. Die dunkelsten Stellen befinden sich an den Beinen in der Knieregion, wo mehr oder weniger stark ausgeprägte, helle und dunkle Ringe auftreten können. Die Körperunterseite ist kontrastlos hell. Die Augen sind schwarz und treten dadurch deutlich hervor. Die Mundwerkzeuge und die vier Fussglieder sind lang und verleihen den Tieren ein langbeiniges Aussehen, obwohl die Beine nicht aussergewöhnlich lang sind. Die Cerci sind bei beiden Geschlechtern lang, weich, stark behaart und nach oben gerichtet. Die Legeröhre des Weibchens ist dolchförmig und vor allem an der breiten Basis nach oben gebogen. Das 10. Rückensegment des Männchens besitzt zwei grosse, runde Endloben. Beim Weibchen ist das 10. Rückensegment in der Mitte leicht v-förmig ausgerandet.
Gesang
Troglophilus cavicola hat wie die Schwesterart Troglophilus neglectus keine Gesangsorgane. Ob eine Kommunikation durch Vibration und Trommeln mit Beinen bei der Partnersuche eine Rolle spielt, kann nur vermutet werden. In Puschlav wurden bisher nur Weibchen gefunden.
Verbreitung
Das Hauptverbreitungsgebiet von Troglophilus cavicola befindet sich in Südosteuropa. Von Griechenland reicht das Verbreitungsgebiet über den Balkan bis nach Österreich in die Gegend von Wien. In Nordostitalien in den Regionen Lombardei, Südtirol, Venetien und Friaul-Julisch Venetien ist Troglophilus cavicola zusammen mit Troglophilus neglectus weit verbreitet und häufig. In der Schweiz ist die Art nur aus dem Puschlav bekannt. Aufgrund der Verbreitung in Italien ist aber anzunehmen, dass es auch im Tessin unbekannte Vorkommen gibt.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Troglophilus cavicola findet man in der Schweiz von Juni bis September.
Troglophilus cavicola hat mit grosser Wahrscheinlichkeit einen zweijährigen Entwicklungszyklus. Im Juni konnten wir sowohl frisch gehäutete Imagines als auch Larven kurz vor der letzten Häutung nachweisen. Anfang September fanden wir ausschliesslich Larven in unterschiedlichen Stadien, die im Frühjahr geschlüpft sein dürften und überwintern werden. Die Tiere durchlaufen 10 Larvenstadien. In den Lebensräumen im Puschlav, die sich ausserhalb von Höhlen befinden, ist Troglophilus cavicola vollständig nachtaktiv und erscheint erst bei Dunkelheit. In Höhlen sind die Tiere vermutlich auch am "Tag" aktiv. In der Schweiz und in der angrenzenden Lombardei wurden bisher nur weibliche Tiere gefunden. Die Art pflanzt sich hier parthenogenetisch fort. In Österreich und auf der Balkanhalbinsel findet man beide Geschlechter. Es ist auch von anderen Tierarten bekannt, dass sie sich an der Arealgrenze parthenogenetisch fortpflanzen.
Lebensraum
Troglophilus cavicola besiedelt Höhlen und höhlenartige Lebensräume. Die Art meidet Tageslicht und bevorzugt eine mässig feuchte Umgebung. Die besiedelten Höhlen befinden sich oft in Karstgebieten. Andere Lebensräume sind Blockschutthalden, Steinmauern, Felsspalten oder künstliche, unterirdische Bauten wie Tunnel, alte Keller oder Schächte. Troglophilus cavicola ist nicht direkt auf grossräumige Höhlen angewiesen, auch andere dunkle und feuchte Biotope werden angenommen. Man findet die Tiere in zerklüftetem Totholz, unter Wurzeln und Holzstücken auf dem Boden und in Erdhöhlen. In der Schweiz besiedelt Troglophilus cavicola Trockensteinmauern, die zur Terrassierung der Wiesen und Weiden angelegt wurden. Während des Tages verkriechen sich die Tiere in die dunklen und feuchten Ritzen. Die Mauern sind in der Regel gut besonnt und strahlen nachts, wenn die Tiere aktiv werden, noch Wärme ab.
Gefährdung & Schutz
Aufgrund der geringen Daten ist eine Beurteilung der Gefährdung von Troglophilus cavicola in der Schweiz nicht möglich. Das kleine Verbreitungsgebiet macht sie aber empfindlich gegenüber Veränderungen. Weitere Untersuchungen sind wünschenswert.
- CH: NE (Nicht beurteilt)
- DE: Abwesend
- AT: LC (Nicht gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
In Mitteleuropa kann Troglophilus cavicola mit der sehr ähnlichen Troglophilus neglectus verwechselt werden. Die eindeutigen Unterscheidungsmerkmale liegen am Hinterleibsende. Das 10. Rückensegment besitzt bei Troglophilus cavicola nur zwei rundliche Loben während bei Troglophilus neglectus zwei dreieckige Fortsätze vorhanden sind. Das Erscheinungsbild der nur in beheizten Gebäuden lebenden Diestrammena asynamora ist etwas buckliger und die Legeröhre der Weibchen ist schlanker und länger.