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Babylon,
hebr.
Babel, keilinschriftlich Babilu (oder vielleicht Babilu),
d. i.
Pforte
Gottes, in der
Genesis
(Kap. 11) volksetymologisch als «Verwirrung» gedeutet (s.
Babylonischer Turm), der
Name einer der ältesten
babylon.
Städte, der langjährigen Hauptstadt des
Reichs. Sie wurde mehrfach
von den Assyrern erobert, so von
Teglattphalasar I. und Salmanasar II. Sanherib zerstörte und verwüstete 690 v. Chr.
Babylon völlig.
Ihren Wiederaufbau begann
Asarhaddon, aber erst Nabopolassar und sein Sohn Nebukadnezar II.
vollendeten die neue Stadt und brachten sie zu ihrer Macht und
Blüte.
[* 2] Die pers. Eroberung
Babyloniens schädigte
Babylon bedeutend,
und
Alexander d. Gr. vermochte seinen
Plan, es wieder aufzubauen (330), nicht durchzuführen. Der letzte Herrscher, der sich
König von
Babylon nannte, war
Antiochus d. Gr.
Schon zu
Plinius' Zeit aber war
Babylon Ruine.
Um die topograph. Erforschung B.s haben sich insbesondere Rich, Layard und Oppert Verdienste erworben. Letzterer hat die
Angaben Herodots, dessen
Beschreibung der Stadt auf eigener
Anschauung beruht, mit den erhaltenen Ruinen in Einklang zu bringen
versucht.
Babylon lag auf beiden Ufern des Euphrat, in Form eines außerordentlich regelmäßig gebauten, von breiten,
geraden
Straßen rechtwinklig durchschnittenen Vierecks, dessen Seiten je 120 Stadien lang waren. Es war von zwei
Mauern umgeben,
deren innere
Imgur-Bel
(«Bel hat sich gnädig erzeigt») 300 Stadien lang und mit einem
Graben und Wall,
letzterer «Rimitti-Bel» genannt, umgeben war.
Diese Mauer war von Nabopolassar angelegt und hat noch zur Zeit Alexanders d. Gr. bestanden. Dazu fügte Nebukadnezar II. noch eine äußere mit Thoren versehene, zwischen zwei Gräben stehende Mauer, von welcher Herodot (I, 178 fg.) eine Beschreibung giebt. Die beiden Stadthälften B.s waren durch eine überdachte, aus Quadersteinen erbaute Brücke [* 3] verbunden, die Herodot der Nitokris zuschreibt. In der Südwestecke der westl. Stadthälfte lag die später unabhängige Stadt Borsippa, jetzt bezeichnet durch die gewaltige Ruine Birs Nimrud.
Der nördlichste Hügel der Stadt, von Rich Mudschellibe, sonst Babil genannt, birgt vielleicht die Überreste der berühmten Hängenden Gärten Nebukadnezars. In der Mitte der Stadt lag der Hauptpalast Nebukadnezars, der von seinem Vater Nabopolassar begonnen worden war, heutzutage El-Kasr («die Burg») genannt. Zwei weitere Hügel in der östl. Stadthälfte, Tell-Amran-ibn-Ali und südl. Dschumdschuma sind bis jetzt noch nicht näher durchforscht; nur von dem letztern befinden sich einige Fundstücke im Britischen Museum. Als Erbauer B.s wird von den griech. Schriftstellern der Gott Belu, bisweilen auch (Diodorus) die Königin Semiramis (s. d.) genannt. (S. Babylonien und die dort angeführte Litteratur.)