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Das Bundesamt für Strassen hat im Frühjahr 2001 beschlossen, ein Instrument zu entwickeln, welches die Beurteilung von Strasseninfrastrukturprojekten unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele ermöglicht (Projekt NISTRA).
NISTRA bewertet ein Projekt anhand von 38 Indikatoren aus den Bereichen direkte Kosten, Verkehrsqualität, Sicherheit, Siedlungsentwicklung, Umwelt sowie Realisierung und Kohärenz. Diese Indikatoren werden zum Teil monetarisiert (in Franken), zum Teil quantifiziert (in Wirksamkeitspunkten) und zum Teil qualitativ (in Worten bzw. auf einer Skala von -3 bis +3) dargestellt. NISTRA besteht somit aus einer Kosten-Nutzen-Analyse (KNA), einer Kosten-Wirksamkeits-Analyse (KWA) und einer qualitativen Analyse (QA). Die verschiedenen Teilergebnisse werden bewusst nicht zu einer einzigen Masszahl verdichtet, sondern in einem übersichtlichen Tableau transparent gemacht. Damit werden Interessenkonflikte sichtbar, welche den Projekten innewohnen. So liefert NISTRA den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern Grundlagen, die auf dem Konzept der Nachhaltigkeit beruhen und den politischen Abwägungsprozess vereinfachen.
Die NISTRA-Bewertungsmethode und das zugehörige Excel-Berechnungsfile (eNISTRA) werden vom ASTRA seit 2003 bei grösseren Bau- und Ausbauprojekten von National- und Hauptstrassen angewendet. Seit Mitte 2018 liegt eine überarbeitete Fassung vor (eine erste Überarbeitung erfolgte 2006, eine zweite 2010). Die neue Version ist in Bezug auf die Kosten-Nutzen-Analyse vollständig kompatibel mit den geltenden Normen zur Kosten-Nutzen-Analyse im Strassenverkehr (Schweizer Normen SN 641 820 bis 641 828) des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS).