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Es waren Schofar-Hörner, nicht Posaunen vor Jericho
Romanshorn (idea) - In Romanshorn TG eröffnete Joachim With (28) einen Online-Schofar-Shop. Bei den Juden ist das alte Instrument noch immer in Gebrauch: Sie blasen es in den meisten Schweizer Synagogen beim Gottesdienst zu speziellen Feiertagen. Es fällt auf, dass kaum eine der bekannten deutschen Bibelübersetzungen wie im Hebräischen vom "Schofar" spricht. Übersetzt wird "Schofar" meist mit "Horn" oder "Posaune" und sogar innerhalb einer Übersetzung wird noch öfters abgewechselt. Dabei waren es keine Posaunen vor Jericho. Werfen wir einen Blick in die Luther-Bibel. Josua befiehlt: "Und lass sieben Priester sieben Posaunen tragen vor der Lade her, und am siebenten Tage zieht siebenmal um die Stadt und lass die Priester die Posaunen blasen" (Josua 6,4). Es wurden aber keine Posaunen geblasen, sondern Schofaroth. Die Elberfelder-Bibel übersetzt deshalb nicht "mit sieben Posaunen", sondern mit "sieben Widderhörnern".
"Es ist ein Weckruf!"
Im Gespräch mit dem Wochenmagazin ideaSpektrum sagt Joachim With, er wolle nicht in erster Linie möglichst viele Schofar-Hörner verkaufen, sondern vor allem deren Bedeutung bekanntmachen. "Es ist aus meiner Sicht ein Weckruf für uns selber, mit der Frage, ob wir im Einklang mit Gott und der engen Beziehung mit ihm leben. Mit dem Blasen des Schofars zelebriere ich, dass der Ruach, der Atem Gottes, in mir ist und ich mit Gott in Verbindung lebe." Damit liegt er auf einer Linie mit jüdischen Gelehrten.
Jeder Krieger hatte ein Schofar
Jahrzehnte nach dem Ereignis am Sinai tritt das Schofarblasen in der Kriegsführung Israels in Erscheinung. Sieben Priester sollten auf Geheiss Gottes vor der befestigten Stadt Jericho in diese Hörner blasen, während das Volk ein Kriegsgeschrei erhebt. Das Buch Josua berichtet in Kapitel 6, wie auf diese Weise die Stadtmauer Jerichos einstürzte. In ähnlicher Weise beauftragte Gott Gideon, dass er und seine 300 Krieger das Schofar blasen sollen (Richter 7). Ein riesiges Heer wurde besiegt. In den prophetischen Büchern des Alten Testaments wird das Schofar durchgehend in Verbindung mit Kriegssignalen erwähnt.
Bereit für den entscheidenden Tag
Posaunenschall wird gemäss endzeitlichen Aussagen im Neuen Testament die Wiederkunft von Jesus Christus (Matthäus 24,31; 1. Thessalonicher 4,16) und die Auferstehung der Gläubigen (1. Korinther 15,52) begleiten. Wer aus dem Wortgebrauch dieser Verse (und dem Buch der Offenbarung) aber ableitet, es gehe da bewusst um ein anderes Instrument als das Schofar, liegt wohl falsch. Die neutestamentlichen Autoren schrieben ja Griechisch. Sie verwendeten den Begriff, mit dem die griechischen Übersetzer des Alten Testaments das Wort Schofar übersetzt hatten.
Lesen Sie den ausführlichen Hintergrundbeitrag im Wochenmagazin ideaSpektrum 39-2019.