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Forschende untersuchten in zwei ihrer Langzeitversuche die unterirdischen Kohlenstoffeinträge von Mais und Winterweizen. Die Kohlenstoffeinträge sind die Summe des Kohlenstoffs, der einerseits über die Wurzeln selbst und andererseits über Wurzelausscheidungen dem Boden zugeführt wird. Überaschenderweise blieben die unterirdischen Kohlenstoffeinträge in beiden Kulturen konstant, obwohl die oberirdische Biomasse bis zu einem Faktor von 3,5 variierte. Das biologische Verfahren im DOK-Versuch hatte im Mais bei 20% geringerer oberirdischer Biomasse sogar ein Drittel höhere Kohlenstoffeinträge über Wurzelausscheidungen als der konventionelle Anbau.
Als Quintessenz kann man somit sagen, dass dem Boden im biologischen Anbau im Verhältnis zur oberirdischen Biomasse mehr Kohlenstoff über Wurzelbiomasse und Wurzelausscheidungen zugefügt wird als im intensiven Ackerbau.
Feldstudien auf Praxisbetrieben bestätigen Modellstudien
Die Ergebnisse einer weiteren umfangreichen Studie auf 24 Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz bestätigten die Erkenntnisse aus den Langzeitversuchen. Die Weizenerträge auf den Biobetrieben waren zwar um ein Drittel geringer als unter konventioneller Bewirtschaftung, die Wurzelbiomasse jedoch um 40% höher.
Anpassung im Treibhausgasinventar
Aufgrund dieser Erkenntnisse von Agroscope wurden die Schätzgrössen im Modell zur Berechnung des Treibhausgasinventars angepasst. Mit dem Treibhausgasinventar wird überprüft, ob die Schweiz mit den internationalen und nationalen Reduktionsvorgaben gemäss Kyoto-Protokoll und CO2-Gesetz auf Kurs ist. Dabei spielen auch die CO2-Emissionen oder die CO2-Aufnahme der Böden eine bedeutende Rolle. Beides lässt sich durch die landwirtschaftliche Nutzung beeinflussen. Da sich die Kohlenstoffeinträge über die Wurzeln nicht grossflächig messen lassen, wurden sie für Getreide bisher auf der Basis der oberirdischen Biomasseerträge geschätzt.