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1900
Mumpé Medel erhält eine neu Strasse, ausgehende von der neuerrichteten Lukmanierstrasse aus. Die Strasse startet in Fontanivas bei Chischlatsch. Die Strasse enthält zwei sehr gefährliche Kurven und soll bald (1918) abgeändert werden. Beim Bau der Strasse werden Teile der alten Burganlage Chischlatsch entdeckt, so ein Rundbogen und weiter ein Ofen.
1912
Der erste Zug der Rhätischen Bahn erreicht am 31. Juli Disentis. Am 1. August wird die Strecke Ilanz – Disentis öffentlich in Betrieb genommen. Die Brücke über dem Russeiner Bach misst 100 Meter, liegt in einer leichten Kurve und 60 Meter über den Bach.
1915
Bis 1918 dauert der Bau der neuen Strasse nach Mumpé Medel. Dabei wird nur der untere Teil der Strasse verändert. Die neue Strasse führt nun von Chischlatsch nach Scaleglia, um dort dann hinauf zum Weiler zu führen.
1916
Die Russeiner-Brücke muss dringend verstärkt werden. Das hohe Verkehrsaufkommen und das Alter der Brücke zwingen die Verantwortlichen zu handeln.
1919
Mompé Medel wird mit zwei Telefonen mit der Aussenwelt verbunden. Die Bevölkerung leidet sehr, was die Gemeindekasse arg strapaziert. Die beste Einnahmequelle ist der Wald, denn Holz ist sehr gefragt.
1920
Mompé Medel zählt 80 Einwohner (17 Familien).
1922
Das erste Postauto fährt über den Lukmanier und nimmt somit den regulären Betrieb auf.
1926
Die Furka Oberalp Bahn (Heute: Matterhorn Gotthard Bahn) nimmt den Betrieb zwischen Disentis und Andermatt auf. Die Gemeinde beteiligt sich mit dem Kauf von Aktien im Wert von 10’000.00 Franken. Gleichzeitig verkauft sie 100 Aktien der Rhätischen Bahn mit einem gewinn von 21’000.00 Franken.
1927
Es geht aufwärts. Nach vielen Jahren Verlust schreibt die Gemeinderechnung einen höheren Gewinn von 18’000 Franken. Dies entspricht fast den Ausgaben für die 9 Schulen in der Gemeinde.
1929
Am 1. August bewilligt die Regierung den Vertrag, den die Gemeinden Medel und Disentis für die Wassernutzung am Cadlimo abgeschlossen haben. Das Wasser wird für die Stromerzeugung der Gotthardt-Bahnstrecke gebraucht.
1932
Die ganze Gemeinde wird mit Strom erschlossen. Zudem bewilligt die Gemeindeversammlung einen Kredit von rund 140’000.00 Franken für die Erstellung einer Wasserversorgung für das Dorf Disentis.
1934
Am 3. Juni zerstört ein Brand Wohnhaus, Schreinerei und Anbauten in Val. Personen kommen keine zu Schaden. Am 3. und 4. August wird die Region von schweren Unwettern getroffen. Vor allem die Anwohner des Aclettabaches kämpfen mit grossen Wassermassen.
Die Strasse Segnas – Prau Su wird gebaut. Die Dorfstrasse durch Disentis wird asfaltiert.
1935
Mompé Medel zählt 15 Familien und 96 Einwohner. 11 Familien davon haben Kinder, zwei Ehen keine und in zwei Haushalten leben nur je ein Mann. In Val bei Segnas brennt am 3. Juni die Sägerei Schnoz ab. Am 3. und 4. August versetzen die Bäche Acletta und Clavaniev die Bewohner von Raveras in Angst und Schrecken. Das Hochwasser zerstört Wiesen und Gebäude.
1937/38
Der Kanton baut eine neue Brücke über dem Russeiner Bach. Die moderne Betonkonstruktion misst 80 Meter. Seither stehen drei Brücken über der Val Russein. Die betroffenen Gemeinden – Sumvitg und Disentis – sind verpflichtet, Bauholz gratis zur Verfügung zu stellen.
1939
Mahnende Worte von Gemeindepräsident Gion Antoni Durschei: die Gemeinde soll den Haushalt gut kontrollieren. Scheinbar war es üblich, Kredite aufzunehmen und somit Schulden anzuhäufen. Die Gemeinde soll mit gutem Beispiel vorangehen und lieber auf Bequemlichkeiten verzichten.
1937 – 40
Der Westflügel ‚Sulserbau‘ des Klosters wird gebaut. Die Gemeinde plant ein Armenhaus zu bauen. Die Gemeinde unterstützt den Bau, macht die Stimmbürger aber auch auf die Einnahmen der angestellten Arbeiter aufmerksam.
1940
Im Jahresbericht der Gemeinde wird ersichtlich, was die Menschen, verlassen von den Männern, die an der Front für das Vaterland Wache stehen, mühevoll erledigen müssen. So liest man einen wahrlichen Aufruf zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe. Der Bericht endet mit den fett geschriebenen Worten: Gott bewahre!
1941
Die Kantonsstrasse nach Cavardiras (über Brulf) wird fertiggestellt.
1944
Erneute Durchhalteparolen von Gemeindepräsident Benedetg Giger: einer für alle, alle für einen! Winkelried soll ein Beispiel sein. Für Gott und das Vaterland. Der Jahresbericht steht voll im Zeichen des Krieges und zeigt die Härte, welche die Menschen, auch die Daheimgebliebenen, durchstehen müssen. Währen den Kriegsjahren werden jährlich die Tiere gezählt. So finden wir auf Gemeindegebiet 1944: 23 Pferde, 428 Kühe, 658 Rinder, 509 Schweine, 1380 Ziegen, 1210 Schafe und 1392 Hühner.
1945
Der Jahresbericht beginnt mit einem Friedensgruss: der kleinen Schweiz sei es gelungen, sich, trotz hohem Opfer, asu dem Krieg herauszuhalten. Zum ersten Mal wird der Bericht auch ausführlicher was die Geschäfte anbelangt. Sorgen bereiten die steigenden Schülerzahlen: Segnas und Mumpé Tujetsch 68, Dorf 165, Mumpé Medel 14, Disla 30 und Cavardiras 20 Schüler, zusammen 307. Mit dem Kindergarten kommen noch 70 dazu. Ackerfläche gesamt: 10.423 ha, davon 3.966 ha Kartoffeln.
1947
Baubeginn des Kraftwerkes Russein durch die PATWAG.
1952
Ein neues Schulhaus in Vitg wird eröffnet.
1953
Die Turnhalle Cons kann bezogen werden.
1954
Ein neues Schulhaus in Segnas wird eröffnet.
1950-58
Die Lukmanierstrasse zwischen Disentis und Passhähe wird infolge des Kraftwerkbaus ausgebaut. Vor allem der Abschnitt Disentis-Curaglia wird besser und schneller befahrbar.
1957
Am 31. Januar werden die Statuten des neuen Kinovereins angenommen. Der Verein Kino Disentis wurde gegründet, damit die Konkurrenz aus Chur keinen Einfluss auf die ortsansässige Jugend haben kann.
1960
Renovierung der Kapelle in Disla.
1962
Seit dem Herbst müssen die Disentiser Kinder ein Jahr länger zur Schule gehen. Der Gemeinderat beschloss am 30. März die Schulzeit auf neun Jahre zu verlängern.
1963
Disentis eröffnet eine Realschule. Damit wird das gesamte Schulangebot in der Gemeinde angeboten.
Am 15. November erteilt der Gemeinderat den Einwohnern von Mumpé Tujetsch die Erlaubnis, eine Wirtschaft zu führen.
1964
Am 14. Januar fällt der Startschuss zum Bau der Luftseilbahn Disentis – Péz Ault. Der Gemeinderat erteilt die dazu nötige Bewilligung. Am 24. Januar fallen ein Wohnhaus und mehrere Ställe in Acletta einem Inferno zum Opfer. Am 6. April eröffnet die Zuger Firma Landis & Gyr eine mechanische Werkstatt in Sontget.
1967
Am 20. Oktober erfolgt die öffentliche Einweihung des neuen Produktionsplatzes der Landis & Gyr in Disentis. Seiten bietet die Firma – heute Distec AG – rund 80 Arbeitsplätze im technischen Sektor an.
1968
Die erste Skischule wird eröffnet.
1971
Die Bergbahnen Disentis nehmen ihren Betrieb auf.
1972
Die Gemeinde baut eine Kläranlage in Raveras.
1973
Die Kläranlage in Raveras wird eröffnet.
Die Kaplanei Segnas entscheidet, die Kirchweihfeste Hl. Sebastian und Hl. Rochus auf einen Sonntag zu verschieben.
1975
Eine Lawine zerstört Teile des Dorfes Caprau. Die Gemeinde beschliesst, den Weiler aufzugeben. Die Bewohner werden nach Disentis/Carcarola gezügelt.
1976
Die Oberalpstrasse zwischen Disentis und Sedrun wird etappenweise ausgebaut. Die letzte Etappe in Garmischeras wird erst 2012 fertiggestellt.
1978/79
Die alte Holzbrücke über dem Russeinerbach wird renoviert.
1981
Das Sportzentrum Disentis wird eröffnet. Zeitgleich wird die neue Schule in Disentis Dorf bezogen. Pfarrer Sep Fidel Sievi übernimmt die Pfarrei Disentis.
1983
Pfarrer Pius venzin übernimmt die Kaplaneien Segnas und Cavardiras.
1984
Eine Lawine fordert in Sontget ein Todesopfer. Der Rettungschef wird von der St. Plazi-Lawine erfasst und getötet. Das Hotel Disentiserhof wird auf der Nordseite beschädigt
1987
Disentis wird erneut von Lawinenniedergängen erschüttert. Die Schäden sind diesmal dank den baulichen Massnahmen weniger schlimm.
1988
Die reformierte Kirchgemeinde Cadi baut ein neues Gemeindezentrum.
1990/91
Renovierung der Kapelle in Disla.