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Haapamäki
Hier für einmal etwas exotisches:
Im Jahr 1981 war ich mit einem Kollegen mit Interrail in Europa unterwegs. Offenbar habe ich damals begonnen, mich für Gleispläne zu interessieren. Auf alle Fälle habe ich diese Skizze vom Bahnhof Haapamäki aufbewahrt:
Aufgefallen ist mir vorallem die Anordnung der Perrons: An nur zwei Perrons wurden nicht weniger als 6 Perronkanten untergebracht. Die Verbindung der verschiedenen Perrongeleisen erfolgt mittels einer Diagonalen mit zwei doppelten Kreuzungsweichen. Um den Mittelperron zu erreichen, müssen drei Gleise überschritten werden. Seite Pori / Seinäjoki konnte man noch vom Perron aus mechanische Flügelsignale erkennen.
Zur Lage von Haapamäki zwei Karten aus dem Internet:
Haapamäki befindet sich zwischen Jyväskylä, Seinäjoki und Orivesi. Die Strecke Haapamäki - Parkano - Pori wird nur noch teilweise im Güterverkehr betrieben, der Rest ist abgebaut. Das war schon bei meinem Besuch 1981 so.
Interessant ist die Strecke Jyväskylä - Orivesi über Jämsä. Diese Strecke wurde erst 1978 durchgehend eröffnet und verkürzte die Distanz Jyväskylä - Tampere erheblich. Vorher musste der Umweg über Haapamäki gemacht werden. Die neue Strecke ist grosszügig trassiert, unter anderem befindet sich dort der der Tunnel Lahdenvuori, mit 4290m Länge damals der längste in Finnland.
Über 40 Jahre später habe ich in den Tiefen des Internets tatsächlich einen offiziellen Gleisplan von Haapamäki gefunden. Leider habe ich es nicht geschafft, ihn zu vergrössern.
Falls jemand selber weiterforschen will und ihm der finnische Ausdruck für "Gleisplan" gerade nicht geläufig sein sollte, ich bin unter "ratapihakaavio vuodelta" fündig geworden....
Nein, im Ernst, ich kann natürlich kein finnisch. Hier trotzdem 3 Ausdrücke, die sehr häufig vorkommen: "mäki" = Hügel, "joki" = Fluss und "järvi" = See. Somit ist der halbe Name von Haapamäki schon mal geklärt...
Hier ein Bild aus dem Internet, in dem die verschachtelten Perrongleise und der Zugang zum Mittelperron gut zu erkennen sind. Der Wärter stellt gerade den Hebel der doppelten Kreuzungsweiche um.
Ein aktuelles Bild, ebenfalls aus dem Internet. Die Gleisanlage wurde vereinfacht, es findet aber immer noch Reiseverkehr statt. Gemäss Internetfahrplan fahren ca. ein Dutzend Züge pro Tag nach den drei Richtungen ab.
Hier noch ein anderer Gleisplan inkl. Stellwerkskizze aus der gleichen Quelle. Ich will darauf nicht näher eingehen, aber es fällt auf, dass einem alles ziemlich vertraut vorkommt. Auch wenn man kein Wort versteht, würde man am liebsten gleich loshebeln. Offenbar wurde in Finnland deutsche Stellwerktechnik angewandt.