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Wenn ein weiser Mensch leidet, so fragt er sich «Was habe ich bisher getan, um mich von meinem Leiden zu befreien? Was kann ich noch tun, um es zu überwinden?» Wenn aber ein törichter Mensch leidet, so fragt er: «Wer hat mir das angetan?»
„Wie geht es dir heute?“; diese Frage ist nicht rhetorischer Natur, ganz im Gegenteil. Was fühlst du, was spürst du? Wie geht es deinem Geist und wie fühlt sich dein Körper heute an?
So häufig fokussieren wir uns auf das Aussen und vernachlässigen dabei das Wesentliche; unseren innersten Kern.
Der Griff zum Mobilephone nach dem Aufwachen, der Drang sofort wissen zu wollen, was in der Welt vor sich geht. In der Zeitung versunken auf dem Weg zur Arbeit, Mittagessen mit den Arbeitskollegen, den Abend vor dem Fernseher verbringend. Ständiger Informationsfluss, andauernde Reizüberflutung – und du stellst dir die Frage, weshalb du dich müde, ausgelaugt und antriebslos fühlst?
Wann hat deine Seele in diesem ständigen Ablenkungsmodus die Möglichkeit, mit dir in Kontakt zu treten? Wann hat dein Geist ungehindert Zugang zu deinen Gedanken; zu einem freien Kopf?
Der wichtigste Informationsfluss ist meiner Meinung nach der, welcher von unserem Innersten nach Aussen führt, nicht umgekehrt.
Kann es vielleicht auch sein, dass ein ganz tief verborgener Teil in dir Angst hat vor der Kommunikation mit deinem Innersten? Dass du dich deshalb aktiv im Beschäftigungsmodus aufhältst, nur damit du dich nicht mit dir selbst auseinandersetzen musst? Lenkst du dich ab, damit du nicht tiefer blicken musst?
Ja, es kann schmerzhaft sein, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Es kann schmerzhaft sein, sich all seiner Teile bewusst zu werden. Es kann sein, dass du feststellst, dass es Dinge an dir gibt, die du nicht magst. Es kann sein, dass du feststellst, dass Verhaltensmuster existieren, die dich blockieren. Vielleicht wirst du auch feststellen, dass du dir selbst im Weg stehst und sonst niemand. Du wirst erkennen, dass du die Verantwortung für dich trägst, ganz alleine und dass du beginnen musst, diese Verantwortung bewusst zu übernehmen und zu leben.
Es ist immer einfacher, Gründe im Aussen zu suchen; Gründe weshalb etwas nicht funktioniert, Gründe weshalb man sich nicht gut fühlt. Aber es ist eben notwendig und wichtig sich einzugestehen, dass das Aussen nicht dafür verantwortlich ist, wie lebenswert das eigene Leben ist.
Erst wenn du dir bewusst Zeit nimmst, dich mit dir, deinem Wesen und deinen Anteilen auseinanderzusetzen, erst dann existiert die Möglichkeit zur Veränderung. Reflektion führt zur Transformation. Und Transformation kann nur dann geschehen, wenn wir uns darauf einlassen und bereit dazu sind – nicht oberflächlich, sondern mit unserem Herzen.
An dieser Stelle möchte ich dich einfach darum bitten, den Blick vermehrt nach Innen zu richten. Deine Lebensenergie, deine Kraft und deine Balance haben dort ihren Ursprung – du wirst sie also nicht im Aussen finden, nicht durch Konsum, nicht durch Ablenkung. Lediglich der Fokus auf dich wird dir helfen, in deine Kraft zu kommen! Schenke dir bewusst Zeit für dich, es ist das grösste und wertvollste Geschenk, das du dir machen kannst.