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Die unterschiedlichen Landschaftsräume sind naturgeschichtlich geprägt und unterliegen kulturellen Einflüssen. In diesem Sinne sind Natur und Mensch für den Wandel der Landschaft verantwortlich. Nebst der Entstehung von Siedlungen, Verkehrswegen und Industriebauten beeinflussen auch landwirtschaftliche Tätigkeiten das Aussehen der Landschaft.
Doch wie genau beeinflusst die Landwirtschaft die Landschaft? Um diese Frage zu beantworten, machen wir eine kleine Zeitreise, die im ausgehenden Mittelalter beginnt. Damals war die sogenannte Dreifelderwirtschaft mit Brachland die dominante Bewirtschaftungsform. Die Brache sorgte für eine Erholung des Bodens und ermöglichte das Wachstum verschiedenster Wildpflanzen. Häufig dienten Hecken, Lebhage oder Trockenmauern als Abgrenzungen von Weiden. Die Artenvielfalt in diesen Landschaftselementen war sehr hoch.
Um 1800 wurde die Dreifelderwirtschaft weitgehend aufgegeben; auf Brachland wurde nun zunehmend verzichtet. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kam es häufig zu Güterzusammenlegungen, sodass sich Ackerflächen vergrösserten. Während des 2. Weltkriegs dehnte sich die Ackerfläche aufgrund der starken Nachfrage nach Nahrungsmitteln nochmals stark aus. Die zunehmende Mechanisierung und der Einsatz von chemischen Hilfsstoffen und Mineraldüngern sorgten nach dem 2. Weltkrieg für eine Intensivierung der Landwirtschaft. Landschaftselemente wie Hecken, Steinhaufen oder andere Kleinstrukturen wurden als störend empfunden und entfernt, was zu einer Abnahme der Biodiversität führte. Gleichzeitig dehnten sich Siedlungs- und Verkehrsflächen aus und konkurrenzierten die landwirtschaftlichen Nutzflächen.