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<h2>SubmittedText<h2><p>Während der ersten Phase der Covid-19-Pandemie hat sich der Bund auf Sofortmassnahmen zur Eindämmung der Neuinfektionen und die Sicherstellung von medizinischen Leistungen für kranke Personen konzentriert. Es ist aber klar, dass auch langfristig mit coronabedingten Krankheiten gerechnet werden muss.  Es sind unbedingt präventive Massnahmen nötig, insbesondere um schwere und somit kostspielige Krankheiten zu vermeiden.</p><p>Abgesehen von Personen über 65 gelten auch Bevölkerungsgruppen als besonders gefährdet, die an ernährungsbedingten Krankheiten wie Herzkreislauf-Krankheiten, Diabetes oder Fettleibigkeit leiden. Dazu zählen auch die Jungen: 7 Prozent der Jungen und 13 Prozent der Erwachsenen sind zurzeit übergewichtig. Ein grosser Teil dieser Krankheiten kann durch eine gesunde Ernährung positiv beeinflusst oder sogar vermieden werden.</p><p>Der Aktionsplan der Schweizer Ernährungsstrategie leistet einen wichtigen Beitrag zur Prävention von schwerwiegenden Covid-19-Fällen bei den Jungen wie auch bei älteren Menschen. Die aktuelle Situation zeigt aber, dass die bisher getroffenen Massnahmen nicht ausreichen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie gedenkt der Bundesrat vorzugehen, um die Kompetenz im Bereich der Ernährung zu stärken, insbesondere bei gefährdeten Personengruppen und in Verbindung mit Covid-19?</p><p>2. Wie gedenkt der Bundesrat vorzugehen, damit Personen, die auf die Gemeinschaftsgastronomie angewiesen sind, von gesunden Angeboten profitieren können? Welche zusätzlichen finanziellen Ressourcen stellt er dafür zur Verfügung?</p><p>3. Was unternimmt der Bundesrat, damit das Lebensmittel-Kennzeichnungssystem "Nutri-Score" von den Produzentinnen und Produzenten sowie den Detailhändlerinnen und Detailhändlern rasch eingeführt wird, sodass die Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf von Lebensmitteln auf einfache Art eine gesunde Wahl treffen können?</p><p>4. Wie gedenkt der Bundesrat vorzugehen, um die Erforschung von Covid-19 betreffend Schutz- und Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Ernährung zu optimieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Eine gesunde Ernährung unterstützt generell die Vorbeugung von Krankheiten. In diesem Sinne setzt der Bund im Rahmen der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (zusammen mit den Kantonen und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz) und der Schweizer Ernährungsstrategie präventive Massnahmen um. Der Bundesrat empfiehlt für eine ausgewogene und gesunde Ernährung die Einhaltung der Schweizer Lebensmittelpyramide. Die Massnahmen zur Stärkung der Ernährungskompetenzen der Bevölkerung im Rahmen der Schweizer Ernährungsstrategie fokussieren bereits auf die vulnerablen Gruppen. Dazu gehören auch ältere Personen. Der Bevölkerung stehen zudem auf unterschiedlichen Kanälen bereits vielseitige Informationen und Empfehlungen zur gesunden Ernährung zur Verfügung (siehe z.B. Internetseite des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen [BLV] &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Empfehlungen und Informationen). Weitere Massnahmen sind daher nicht geplant.</p><p>2. Ein Ziel der Schweizer Ernährungsstrategie ist es, die Wahl einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung zu erleichtern. Dabei steht u.a. die Gemeinschaftsgastronomie im Fokus, denn dort verpflegen sich täglich fast eine Million Personen. Das BLV setzt sich für die Umsetzung der "Schweizer Qualitätsstandards für eine gesundheitsfördernde Gemeinschaftsgastronomie" ein. Diese Standards wurden 2009 von der Berner Fachhochschule im Auftrag des Bundes entwickelt. Der daraus resultierende Kriterienkatalog dient seither als Basis für eine ausgewogene und nachhaltige Verpflegung in den Personalrestaurants und den betreuten Mittagstischen in Tagesstrukturen und Schulen. Damit steht den Verantwortlichen von Personalrestaurants, Tagesstrukturen und Schulen ein einfaches Hilfsmittel zur Verfügung, um ihr Angebot so zu gestalten, dass die gesunde Wahl zur einfachen Wahl wird. Finanzielle Mittel zur Förderung einer gesunden Ernährung in der Gemeinschaftsgastronomie sind für die nächsten vier Jahre im ordentlichen Budget bereits eingestellt. Zusätzliche Mittel sind keine geplant.</p><p>3. Die Verwendung von Nutri-Score beruht sowohl in der Schweiz als auch in Europa auf Freiwilligkeit. Zur Förderung der Einführung von Nutri-Score steht das BLV im Gespräch mit der Lebensmittelindustrie und dem Detailhandel im Inland. Zwei grosse internationale Lebensmittelproduzenten sowie die beiden grössten Detailhändler in der Schweiz haben sich entschieden, Nutri-Score für einige ihrer Marken einzuführen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten stellt das BLV zudem Informationsmaterialien zur Funktionsweise von Nutri-Score bereit, die auch von den Nichtregierungsorganisationen, den Konsumentenorganisationen und der Industrie genutzt werden können.</p><p>4. Der Bundesrat hat im April ein nationales Sonderforschungsprogramm "Covid-19" lanciert, um das Virus besser zu verstehen. Damit sollen Empfehlungen und Lösungen zur Bekämpfung der Corona-Krise in der Schweiz erarbeitet werden. Das Thema Ernährung ist Teil dieser Forschungsarbeiten, steht dabei jedoch nicht im Fokus. Das Forschungsprogramm erstreckt sich über einen Zeitraum von 24 Monaten und umfasst einen Finanzrahmen von insgesamt 20 Millionen Franken aus bestehenden Mitteln.</p>  Antwort des Bundesrates.