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Alte Deponie Gamsenried - Grundlagen für Sanierungsstrategie festgelegt
Die Dienststelle für Umwelt (DUW) hat aufgrund einer Vorstudie der Lonza zur Variantenbetrachtung und der grösstenteils abgeschlossenen Detailuntersuchungen die Grundlagen der Sanierungsstrategie für die alte Deponie Gamsenried festgelegt. Priorität haben die Stärkung der Sicherungsmassnahmen, die Behandlung der Schadstofffahne im Abstrom der Deponie und die Sanierung der Bereiche mit dem höchsten Gefährdungspotenzial auf das Grundwasser. Die restliche Sanierung erfolgt etappenweise. In Labor- und Feldversuchen werden nun Sanierungsvarianten weiter getestet. Sanierungsziel ist der langfristige Schutz des Grundwassers auch ohne die heutigen Sicherungsmassnahmen.
Die umfassenden und grösstenteils abgeschlossenen Detailuntersuchungen der sanierungsbedürftigen alten Deponie Gamsenried zeigen, dass das Grundwasser durch die Hauptschadstoffe Quecksilber, Amine (Anilin, Benzidin) und Benzol aus der Deponie gefährdet wird. Diese stammen aus der chemischen Produktion der Lonza und wurden zwischen 1918 und 1978 auf der Deponie abgelagert. In den 1990er-Jahren wurde eine Sicherungsbarriere mit Pumpbrunnen im Zu- und Abstrom der Deponie in Betrieb genommen. Dadurch wird verhindert, dass belastetes Grundwasser von der Deponie abfliesst. Dennoch ist eine sogenannte Schadstofffahne aus belastetem Grundwasser bis rund 3 Kilometer flussabwärts der Deponie entstanden. Aufgrund der umfassenden Untersuchungsergebnisse sowie einer Vorstudie der Lonza zur Variantenbetrachtung hat die DUW in ihrer Stellungnahme nun die Grundlagen für die Sanierungsstrategie definiert.
Für die DUW ist ein effektives und zeitnahes Eingreifen in weiten Bereichen der alten Deponie erforderlich. Aufgrund der Grösse und Komplexität der Deponie ist eine etappenweise Sanierung unumgänglich. Die Etappen werden nach Dringlichkeit durchgeführt. Zu den Massnahmen mit hoher Priorität zählen: Die Verstärkung der Sicherungsmassnamen, um die Ausbreitung der Belastung ausserhalb der Deponie zu verhindern. Die Behandlung der Schadstofffahne im Abstrom der Deponie. Und die Sanierung der Bereiche mit dem höchsten Gefährdungspotenzial auf das Grundwasser. Danach folgt die Sanierung des restlichen Standorts.
Für die Sanierung der gesamten Deponie kommen umweltrechtlich verschiedene Varianten in Frage. Eine gute Variante soll nicht nur das Sanierungsziel erreichen, sondern auch die Umweltverträglichkeit, den Stand der Technik sowie die Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Gemäss Beurteilung der DUW ist die Sanierung direkt in der Deponie auf zwei Arten möglich: Bei der in-situ-Behandlung werden organische Schadstoffe direkt dort behandelt, wo sie abgelagert sind. Die zweite Möglichkeit ist der Bau einer Aufbereitungsanlage auf der Deponie. Das belastete Material wird ausgehoben, in der Anlage behandelt und danach wieder auf der Deponie abgelagert. Um diese beiden Varianten abschliessend bewerten zu können, verlangt die DUW von der Lonza weitere Labor- und Feldversuche und eine umfassende Bewertung der Sanierungsoptionen für jeden Deponiesektor. Neben den Varianten zur in-situ Sanierung und zur Behandlung von belastetem Material vor Ort, muss auch die Entsorgung ausserhalb der Deponie berücksichtigt und bewertet werden.
Die Sanierung der Deponie Gamsenried stellt aufgrund der Ausmasse und des Schadstoffpotenzials einen schweizweit einzigartigen Fall dar. Die Sanierung wird mehrere Jahrzehnte dauern und ist damit ein Generationenprojekt. Einmal saniert, soll von der Deponie Gamsenried auch ohne die heutigen Sicherungsmassnahmen keine Gefahr mehr für das Grundwasser ausgehen.
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