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Bewusstheit
Unter wacher Bewusstheit verstehen wir die Fähigkeit, Dinge als reine Sinneseindrücke zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu schmecken und zu riechen,
so wie das ein Neugeborenes tut. Wer diese wache Bewusstheit hat oder wiedererlernt hat, interpretiert oder filtert sein Erleben der Welt nicht so,
dass es elterlichen Definitionen entspricht. Er ist in Kontakt, sowohl mit seinen eigenen Körperempfindungen wie auch mit äusseren Reizen.
Die meisten von uns werden, wenn sie grösser werden, systematisch angehalten, ihre Bewusstheit abzustumpfen oder abzutöten. Statt dessen lernen
wir, Energie dafür einzusetzen, die Dinge in Begriffe zu fassen, sie zu benennen und unsere eigenen Leistungen oder die von anderen Menschen gleich
zu kritisieren. Stellen wir uns vor, ich bin in einem Konzert. Während ich der Musik zuhöre, geht mir etwas folgendes durch den Kopf: “Wann hat er das
Konzert noch mal geschrieben - ganz am Schluss, also 1791, oder? Hm, die legen aber ein Tempo vor! wann wird wohl Schluss sein? Ich muss schauen,
dass ich früh zu Bett komme, wo ich morgen so viel zu tun habe....” In dem Masse in dem ich wache Bewusstheit erlange, schalte ich diese Stimme in
meinem Kopf ab. Ich erlebe lediglich den Klang der Musik und meine eigenen Körperreaktionen.
Spontanität
Spontanität bedeutet die Fähigkeit, aus einer grossen Zahl von Alternativen im Fühlen, Denken und Verhalten frei auszuwählen. Genau so wie der
bewusste Mensch die Welt erlebt, so reagiert der spontane Mensch auf die Welt: direkt, ohne Teile der Realität auszublenden oder so
umzuinterpretieren, dass sie zu elterlichen Definitionen passen. Spontanität bringt mit sich, dass der Mensch frei aus irgendeinem seiner drei Ich
-Zustände heraus reagieren kann. Er kann denken, fühlen oder sich verhalten als erwachsenes Selbst und dabei seinen Erwachsenen-Ich Zustand
gebrauchen. Wenn er will, kann er ins Kind-Ich gehen und wieder in Kontakt kommen mit der Kreativität, der ganzen Intuition und der Intensität des
Fühlen, die er in seiner eigenen Kindheit besessen hatte. Oder er kann auch aus dem Eltern-Ich heraus reagieren und die Gedanken, Gefühl und
Verhaltensweisen wieder auflegen, die er von seinen Eltern und Bezugspersonen gelernt hat. Welchen Ich-Zustand er auch immer gebraucht, er wählt
seine Reaktion in Freiheit so aus, dass sie zu der Situation passt, in der er sich befindet, und nicht so, dass er sich überholten elterlichen Geboten fügt.
Intimität
Zwei Menschen teilen sich ihre Gefühle und Wünsche offen mit. Die ausgedrückten Gefühle sind echt, so dass das Maschenverhalten und Psychospiele
bei Intimität ausgeschlossen sind. Wenn jemand Intimität erlebt, wird er wahrscheinlich in sein freies Kind gehe, nachdem er vorher sichergestellt hat,
dass dies ohne Beeinträchtigung möglich ist, und zwar durch Vertragsschluss im Erwachsenen-Ich und Schutz aus dem Eltern-Ich.
- Beschreibung aus: Ian Stewart, Vann Joines, Die Transaktionsanalyse, eine Einführung, Herder 2010
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