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Mit völligem Unverständnis hat Swiss Tennis vom Verteilmodus des Stabilisierungspakets 2021 Kenntnis genommen, das wiederum auf vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) vorgegebenen, sogenannten „Richtwerten“ basiert, die bereits 2020 zur Anwendung gekommen sind und sich bei der Verteilung der vom Parlament beschlossenen Hilfspakete als realitätsfremd und deren Ausgestaltung als nicht zielführend herausgestellt hatten. Wie bereits 2020 sind die aktuellen von Swiss Tennis eruierten Schäden zum jetzigen Zeitpunkt rund sechsmal höher als vom Bund und Swiss Olympic antizipiert.
Vorweg: Swiss Tennis ist – auch im Namen seiner Mitglieder – äusserst dankbar für die vom Parlament zur Verfügung gestellten Mittel der Stabilisierungspakete Sport 2020 (100 Mio. Franken) und 2021 (150 Mio. Franken), um die aus der Covid-19-Pandemie entstandenen Schäden im Schweizer Sport zu reduzieren. Auch nimmt der Verband positiv von der von Swiss Olympic angekündigten Neuerung Kenntnis, dass auch Athlet*innen direkt oder indirekt vom Stabilisierungspaket 2021 profitieren können.
Mit völligem Unverständnis nimmt Swiss Tennis jedoch Kenntnis von der beschlossenen Anwendung der selben Richtwerte und Kriterien wie 2020 für die Verteilung der Gelder 2021 an die Sportdachverbände. Diese musste im abgelaufenen Jahr – weil die Richtwerte teilweise weit entfernt von den gemeldeten individuellen Schäden der einzelnen Verbände lagen – insgesamt in vier Anläufen korrigiert werden.
«Alle Beteiligten haben im Verlauf des vergangenen Jahres gemerkt, dass die erste Festsetzung eines Richtwertes pro Dachverband aufgrund von drei Kriterien – Resultate der Sport Studie Schweiz, der J+S-Tätigkeit und die Einstufung bei Swiss Olympic – mit der Höhe der entstandenen Schäden nicht korreliert. Es gaben andere Kriterien den Ausschlag und es zeigte sich, dass viele Verbände Beträge in Millionenhöhe wegen Nichtgebrauchs zurückgaben, während andere bis zuletzt ein Vielfaches des ursprünglichen Richtwertes an Schäden verzeichneten», ärgert sich Swiss Tennis-Präsident René Stammbach über den heute kommunizierten Entscheid, die Gelder aus dem Stabilisierungspaket 2021 nach den gleichen Richtwerten wie 2020 – und keineswegs orientiert an den 2020 gemachten Erfahrungen – zu verteilen.
Die 2020 als Basis genommenen Richtwerte ergaben für den Schweizer Tennissport einen Betrag von anfänglich 2.3 Mio. Franken. Die Swiss Tennis und seinen Stakeholders effektiv entstandenen Schäden beliefen sich im letzten Jahr gesamthaft auf über 17 Mio. Franken und nur dank der zusätzlichen Gelder – andere Verbände erhielten ein Vielfaches ihrer Schäden zugesprochen und gaben signifikante Beiträge zurück, weil entsprechende Schäden nicht entstanden waren – flossen dem Tennis schliesslich in vier Verteiltranchen gesamthaft 9.35 Mio. Franken zu.
Die geschätzten Schäden für 2021, die aufgrund der Schliessung der über 250 Hallenbetriebe in der Schweiz seit Mitte Dezember einen kompletten Ausfall der Wintersaison bedeutet, belaufen sich mittlerweile auf über 20 Millionen Franken, was in diversen Gesprächen mit Vertretern des BASPO und Swiss Olympic wiederholt thematisiert wurde. Vorgesehen sind nun für den Tennissport für das Jahr 2021 die heute von Swiss Olympic kommunizierten 4.7 Mio. Franken. Dies aufgrund der Richtwerte, die offenbar von Bundesrätin und Sportministerin Viola Amherd persönlich sanktioniert worden sind.
«Dass die im letzten Jahr gemachten Erfahrung nicht in die aktuelle Verteilung einfliessen, sondern die praxisfremden, überholten Richtwerte nun erneut eingesetzt werden, wird wieder zu unnötigen Leerläufen und Zusatzaufwänden führen, nicht zuletzt in zeitlicher Hinsicht. Und diese Zeit haben viele Center und Hallenbetriebe nicht mehr – sie stehen finanziell bereits am Abgrund», so Stammbach.