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Detail eines Schwalbenwurzsamens im Nest
Die meisten der von uns aufbewahrten Objekte haben einen streng botanischen Aspekt. Allenfalls sind es auch Objekte, die der Mensch als Nutzpflanzen braucht. Nur ganz wenige Objekte haben auch einen zoologischen Ursprung. Eines dieser Objekte ist das Nest eines Kolibris. Kolibris sind die kleinsten Vögel der Welt. Sie sind berühmt dafür, dass ihr Gefieder in schillernden Farben leuchtet und dass sie mit ihrem langen Schnabel Nektar aus Blüten in einem Schwebeflug vor einer Blüte quasi stehend trinken. Weniger bekannt ist, dass sie wunderschöne winzige Nester herstellen. Unser Nest hat nur gerade einmal einen Durchmesser von sechs Zentimetern Durchmesser. Der Kolibri konstruierte sein Nest aus den Samen eines brasilianischen Seidenpflanzengewächses (Asclepiadoideae) der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die Seidenpflanzengewächse entlassen bei Fruchtreife viele mit Flughaaren ausgestattete Samen. Diese sind dem Kolibri offenbar ein idealer Werkstoff, um seinen Nestlingen ein weiches Nest zu gestalten.
Weshalb auf dem historischen Etikett aber Convolvulus Samen steht, ist unklar. Denn Winden – oder eben Convolvulus – haben keine flugfähigen Samen. Der Schenker – Georges Claraz (1832–1930) – war ein begnadeter Naturforscher und es ist wenig wahrscheinlich, dass ihm ein solcher Fehler unterlaufen wäre. Viel wahrscheinlicher ist, dass bei der Erstellung des Etiketts in Zürich ein einfacher Abschreibefehler geschehen ist.