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melanie bonajo (dey/denen/deren) ist Künstler*in, Filmemacherin, sexologische*r Körperarbeiter*in, somatische*r Sexualcoach und -erzieher*in, Kuschelworkshop-Leiter*in und Aktivist*in. In deren Videos, Performances, Fotografien und Installationen untersucht dey die aktuellen Probleme der Koexistenz in einem lähmenden kapitalistischen System und thematisiert die Erosion von Intimität und Isolation in einer zunehmend sterilen, technologischen Welt. Dey erforscht, wie technologischer Fortschritt und auf Waren basierende Vergnügungen das Gefühl der Entfremdung verstärken und der einzelnen Person das Gefühl der Zugehörigkeit nehmen. In deren Arbeiten stellt dey antikapitalistische Methoden vor, um sich wieder zu verbinden und Sexualität, Intimität und Gefühle zu erforschen. bonajos experimentelle Dokumentarfilme zeigen oft Gemeinschaften, die am Rande der Gesellschaft leben oder arbeiten, sei es durch illegale Mittel oder kulturelle Ausgrenzung, und die Paradoxien, die den Ideen von Komfort mit einem starken Sinn für Gemeinschaft, Gleichheit und Körperpolitik innewohnen.
bonajo studierte an der Gerrit Rietveld Academy und absolvierte Aufenthalte an der Rijksakademie voor Beeldende Kunst in Amsterdam (2009-10) und am ISCP in New York (2014).
TouchMETell
Die Videoinstallation mit dem Titel TouchMETell ermöglicht es Kindern (und Erwachsenen), über Intimität, ihre Grenzen und ihr Körperbewusstsein nachzudenken und zu sprechen. melanie bonajo und eine Gruppe von Kindern im Alter von 6-8 Jahren untersuchen, wie sie ihren eigenen Körper und den Körperkontakt mit anderen erleben. melanie verwendet offene Interviewtechniken und kinästhetische Spielformen, die in einer weichen, flauschigen, kuscheligen und vielfarbigen Landschaft aus unterschiedlich geformten Objekten stattfinden. Was ist Sex? Hat Liebe etwas mit Sex zu tun? Kann man emotionalen Schmerz in seinem Körper spüren? Was sind Gefühle? Bist du jemals einsam?’ ist eine Auswahl der vielen Fragen, die bonajo den Kindern stellt, während sie sich gegenseitig drücken, umarmen, malen oder streicheln. Mit TouchMETell möchte bonajo eine Diskussion über Grenzen, Geschlechterrollen, körperliche Autonomie und Intimität und den Mangel an Körperkontakt im digitalen Zeitalter anstoßen.
Wir scheinen die Sprache des Körpers vergessen zu haben. In einer Welt, in der der digitale Kontakt überwiegt, tun sich viele von uns zunehmend schwer mit Intimität und der Definition von Grenzen und Bedürfnissen. Was sagt mir der Kloß in meinem Hals oder der Knoten in meinem Magen? Unsere sprichwörtliche Sprache offenbart die Weisheit des Körpers, aber wie können wir wirklich lernen, auf ihn zu hören? TouchMETell bietet ein Gegengewicht in unserer digitalen Kultur und dem aktuellen Tabu um körperliche Intimität. Was sind Grenzen? Wie bespreche ich das mit meinem Gegenüber? Was ist körperliche Autonomie? Was ist Liebe? Alles Themen, die besprochen werden und die den Kindern helfen, einander zu vertrauen. Sie entdecken den Unterschied zwischen Geben und Nehmen.