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Auf den folgenden Zeilen ist die Geschichte der Feuerwehr Regensdorf ab der Zeit ihrer Entstehung in den 50er Jahren des 20. Jahrhundert beschrieben. Als Quellen dienen neben mündlichen Überlieferungen auch Literatur.
Der Anfang
Aus der Jubiläumsschrift der Feuerwehr Regensdorf 1989
Nachdem das Feuerwehrwesen bis 1948 durch den Gemeinderat der politischen Gemeinde, welcher gleichzeitig auch die Feuerwehrkommission verkörperte, durchberaten und bestimmt worden war, erfolgte auf den Jahresbeginn 1949 eine markante Änderung. An der Gemeindeversammlung vom 26. September 1949 wurde einer neuen Feuerwehrverordnung zugestimmt und somit war grünes Licht zur Bildung einer separaten Feuerwehrkommission gegeben. Die als vorberatende Kommission arbeitende neue Körperschaft trat am 1. März 1949 zur ersten Sitzung zusammen. Gemäss Feuerwehrverordnung und Gemeinderatsbeschluss setze sich die Feuerwehrkommission wie folg zusammen:
- Rudolf Frei, Gemeinderat, zum “Hardegg” Regensdorf, als Präsident
- Emil Frei, Watt, Oberkommandant der Feuerwehr Regensdorf
- Karl Dübendorfer, Regensdorf, Kommandant der Kp.1/Regensdorf und Stellvertreter des Oberkommandanten
- Emil Mathis, Watt, Kommandant Kp. 2/Watt
- Jakob Bänninger, Adlikon, Kommandant der Kp. 3/Adlikon
Als Protokollführer und Aktuar amtete Geminderatsschreiber, Walter Hinn. Die neue, veränderte Zusammensetzung der Feuerwehrkommission führte ein separates Protokoll (bisher war es im Protokoll des Gemeinderates enthalten). Dies ist der Grund, weshalb unsere kleine Jubiläumsfestschrift die Geschichte des Regensdorfer Feuerwehr erst ab dem Jahre 1949 aufgreift.
Zuständigkeit der Feuerwehr im Gemeindewesen Regensdorf
Ursprünglich scheinen die drei Zivilgemienden Regensdorf, Watt und Adlikon für das gesamte Feuerwehrwesen allein zuständig gewesen zu sein. Wahrscheinlich auf Grund einer “obrigkeitlichen Verfügung” wechselten einzelne Kompetenzbereiche von den Zivilgemeineden zur politischen Gemeinde über. Im Jahr 1949 war die Zivilgemeinde Regensdorf für die Gerätelokale, die Ausrüstung und Uniformierung zuständig. In den beiden Zivilgemeinden Watt und Adlikon, jedoch nur für die Gerätelokale. Die Ausrüstung für Watt und Adlikon, die Wahl der Kommandanten, deren Stellvertreter und die Ausbildung, inklusive Kadernachwuchs war hingegen Sache der politischen Behörden. Die Besoldung der Feuerwehr im Übungsdienst war Sache der Zivilgemeinden, während sich die politische Gemeinde bei grösseren Einsätzen, nach Absprachen von Fall zu Fall, mehr oder weniger mitbeteiligte. Düe einen aussenstehenden Betrachter müssen die Verhältnisse auf alle Fälle etwas kompliziert gewirkt haben. Wahrscheinlich bewilligte die Zivilvorsteherschaft der Zivilgemeinde Regensdorf die Kredite für die Feuerwehr nur zögernd, denn 1951 ersuchte die Feuerwehrkommission auf offiziellem Wege Letzere, den Kommandanten zur Budgetierung fortan einzuladen, damit er seine Bedürfnisse für die Kompanie bekannt geben und auch entsprechend vertreten könnte. Dies überschneidenden Kompetenzbereiche waren für dei Entwicklung der Feuerwehr zum mindesten nicht förderlich. Durch die Gegebenheiten begann die Entwicklung der Feuerwehr, gemessen an derjenigen der Gemeindem nachzuhinken. Dies war in der Feuerwehrkommission im Laufe der Jahre erkannt worden und im Frühjahr 1960 beantragte die Feuerwehrkommission dem Gemeinderat, bei der Zivlilgemeinde Regensdorf zwecks der gänzlichen Abtretung des Feuerwehrwesens an die politische Gemeinde, vorstellig zu werden. Dise Kompetenzabtretung wurde im Jahre 1961 Wirklichkeit und die politische Gemeinde übernahm am 1. Januar 1961 das Feuerwehrwesen zu 100%. Sämtliche Feuerwehr-Gerätschaften der Kp. 1 in Regensdorf wurden inventarisiert und von der politischen Gemeinde übernommen. Die Zivilgemeinde Regensdorf ist im selben Jahre vollständig aufgelöst worden. Sicherlich hat ihr nicht die Feuerwehr den “Todesstoss” versetzt. Wahrscheinlich liegt der Schreiber dieser Zeilen nicht falsch mit seiner Vermutung, dass die Institution der Zivilgemeinde einfach nicht mehr in die neue Zeit passte und daher auch von der Bildfläche verschwand.
In Watt und Adlikon bestehen die Zivilgemeiden noch heute, hatten sich aber aus dem Feuerwehrwesen ebenfalls schon früh zurückgezogen.
Die Zivilgemeinde war eine im Kanton Zürich im 19. Jahrhundert häufige Gemeindeart. Sie wurde, gestützt auf die neue Kantonsverfassung, per Anfang 2010 aufgehoben. In Watt und Adlikon bestanden die Zivilgemeinden noch bis Ende des Jahres 2009.
Die Entwicklung der persönlichen Ausrüstung der Feuerwehr
Im Jahre 1949 bestand die persönliche Mannschafts-Ausrüstung der Regensdorfer Feuerwehr nur aus dem alten schwarzen Blechhelm mit gelbem Messingkamm, während die Kaderleute zusätzlich mit schwarzen Uniformröcken und Gurt ausgerüstet waren. Auf Verfügung der Kantonalen Instanzen hin, wurden in den Jahren 1950 und 1951 Stahlhelme eingekauft und der Mannschaft abgegeben. Gleichzeitig hatte sich die Feuerwehrkommission mit der Uniformierung zu befassen, denn auch in dieser Hinsicht lag eine Verfügung vor. Aus Kostengründen sträubte sich die Feuerwehrkommission anfänglich gegen die Anschaffung von schwarzen Uniformröcken (Vestons) und wünschte Überkleider. Zudem seien diese weckmässiger als die “dicken” schwarzen Uniformröcke. Doch das Thema Uniformierung war damit noch nicht vom Tisch gewischt. Im Jahre 1951 ersuchte die Sozialdemokratische Partei, vertreten durch den Präsidenten, den Gemeinderat die Frage zu prüfen, ob nicht für die Feuerwehr-Mannschaft Uniformröcke angeschafft werden sollten, damit allfällige Kleiderentschädigungen bei Bränden vermieden werden könnten. Mehrheitlich hatten die Kommissionsmitglieder gegen eine Uniformierung nichts einzuwänden. Der Zeitpunkt für die Anschaffung wurde jedoch, aus finanziellen Erwägungen, als noch nicht für gekommen betrachtet.
Bis anhin waren die Offiziere mit Kerzenlampen ausgerüstet. Im Jahre 1952 wurde an die Offiziere und Geräteführer elektrische Lampen abgegeben.
Im November 1953 befasste sich die Kommission jedoch ernsthaft mit den Anschaffung von schwarzen Uniformröcken. Dies, weil der Statthalter auf das Fehlen der Uniformröcke, anlässlich der kurz vorher stattgefundenen Hauptübung hingewisen hatte. Der schwarzte, wollene Veston wurde von den Kantonalen Instanzen wegen des hohen Feuerschutzes für den Feuerwehrmann als dringen notwendig erachtet. Die Kommission beantragte daher dem Gemeinderat, den notwendigen Uniformierungskredit ins Budget aufzunehmen, damit die Kompanien Watt und Adlikon entsprechend ausgerüstet werden konnten. Im Frühjahr 1954 wurden von den verschiedenen Uniformherstellern Musterkollektionen verglichen und die einzelnen Muster von einem Fachmann überprüft. Die Kommission erteilte hierauf den Feuerwehrkommandanten die Kompetenz, die entsprechende Anzahl Uniformröcke definitiv zu bestellen. Leider geht aus den Annalen nicht hervor, zu welchem Zeitpunkt die Kp. 1/Regensdorf entsprechend eingekleidet wurde. Es darf jedoch angenommen werden, dass dies zur gleichen Zeit wie in Watt und Adlikon geschah, nur mit dem Unterschied, dass die Finanzierung nicht durch die politische, sondern durch die Zivilgemeinde erfolgte. Somit war der Feuerwehrmann der politischen Gemeinde Regensdorf mit Stahlhelm, schwarzem Uniformrock und Gurt ausgerüstet. Uniformhosen kannte die Feuerwehr Regensdorf in jenen Jahren nur für die Offiziere.
Auf Anregung des Oberkommandanten im Jahre 1960, wurden ein Jahr später für sämtliche Angehörigen der Feuerwehr Dienstbüchlein angeschafft, in welchen die Materialerfassungen, genaue Einteilung, die Dienstleistungen, die absolvierten Kurse und die erfolgen Beförderungen eingetragen wurden.
Die Uniformierung des 1964 gebildeten Alarmpiketts wird in der Geschichte dieser Formation behandelt. Die nachfolgend weiteren Ausführungen in diesem Kapitel beziehen sich also stets auf die Pflichtfeuerwehr mit ihren Spezialabteilungen.
Im Jahre 1966 fand in Regensdorf ein grosses Verbandsturnfest statt. Der Feuerwehr wurde an diesem Grossanlass der Ordnungs- und Verkehrsdienst übertragen. Um der Sache auch wirklich gerecht zu werden, wurden die Uniformen der Wachmannschaft mit schwarzen Hosen, passend zur bisher abgegebenen persönlichen Ausrüstung, ergänzt. Ein Jahr später erfolgte die Ergänung der Ausrüstung in der restlichen Feuerwehr, so dass ab 1967 alle Feuerwehrmänner ihren Dienst in einer vollständigen Uniform leisten konnten.
1972 beschäftigte sich die Feuerwehrkommission ernsthaft mit der Beschaffung von Spezial-Feuerwehrstiefeln für die gesamte Pflichtfeuerwehr. Der Gemeinderat war jedoch anderer Ansicht und lehnte den Beschaffungsantrag kurzerhand ab. Sieben Jahre später, also 1979 wurden Regenschütze und Policemützen angeschafft. Mit dem neuen Feuerwehrgesetz kamen auch neue Bekleidungsvorschriften, nach denen sämtliche Feuerwehren im Kanton Zürich neu uniformiert werden mussten. Die neue, aktuelle Bekleidung des Zürcher Feuerwehrmannes besteht nun aus orangen Latz-Überhosen mit dazu passender Bluse, schwarzer Policemütze und grauen Spezial Feuerwehrstiefeln mit eingearbeiteter Metallkappe an der Fussspitze. Ferner gehören die Brandjacke mit Isolationsfutter, ein leichter Kunststoffhelm mit herabklapparem Visier und der neue Rettungsgurt mit neuem Karabinerhaken zur Standardausrüstung. Diese kostenträchtige Angelegenheit wurde in Regensdorf auf mehrere Jahre verteilt. Die im Jahre 1979 bereits abgegebenen Mützen konnten übernommen werden. 1984 wurden dann die neuen Stiefel eingeführt. 1986 erfolgte der Einkauf der Rettungsgurten und Helme. Die Feuerwehrzüge Regensdorf und Adlikon, sowie die Spezialabteilungen konnten im Laufe des Jahres 1987 mit den neuen Uniformen eingekleidet werden. In Watt erfolgte die Umrüstung ein Jahr später. Heute ist also unsere Feuerwehr wieder einheitlich gekleidet.
Pikett Regensdorf 1989
Vom Feuerhorn zum “High-Tech-Alarmsystem” der Feuerwehr
“Lasst höhren aus alter Zeit”, so beginnt ja das Sempacherlied. Ähnlich ist es mit der Beschreibung der Alarmentwicklung in unserer Feuerwehr. Tatsächlich bleiben die Alarmmethoden bei den Feuersbrünsten über viele Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte stets die gleichen. Das Blasen der Feuerhörner, unter Ergänzung je nach Bedarf und Möglichkeit durch das “Sturmläuten” der Kirchenglocken, waren die Alarmierungsmöglichkeiten, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein nicht nur in der Schweiz gang und gäbe waren. Obwohl damals nicht anders möglich, zeigte dieses System doch bei jedem Schadenfal drastisch seine Nachteile auf, denn zusammen mit der Feuerwehr rückten auch gleich die Schaulustigen aus, was nicht selten zu Behinderungen der Feuerwehr führte. EIn weiterer Nachteil dieser, in Fachkreisen “lauter Alarm” genannten Alarmierung, war der grosse Zeitverlust der damit verbunden war. Bis im Ernstfall die Träger der Feuerhörner ihre Runden absolviert und so die Feuerwehr alarmiert hatten, verging leider zu viele wertvolle Zeit.
Heute ist der “stille Alarm” üblich. Über das Telefon oder Funkrufempfänger kann von einer Alarmstelle aus, innert Sekunden, gleichzeitig die gesamte Feuerwehr oder auch nur Teile davon, z.B. Alarmpikett, aufgeboten werden. Diese sehr rasche und “leise” Alarmierung bedingt jedoch das Vorhandensein gewisser Infrastrukturen. Zum Einen, eine rund um die Uhr besetzte Alarmierungsstelle, zum Anderen aber auch ein vollständiges Telefonnetz mit Vollanschlüssen und eine Telefonzentrale, die die notwendigen Kapazitäten jederzeit und uneingeschränkt verarbeiten kann.
Die ersten Anstösse zur Einführung des Telefonalarms gehen in unserer Feuerwehr in die Mitte der fünfziger Jahre zurück. Im Schosse der Feuerwehrkommission wueden die Möglichkeiten zur Einführung eines Telefonalarms eingehend erörtert, die Sache jedoch als noch zu wenig ausgereift, wieder aufs Eis gelegt. 1960 regte der scheidende Kommandant der Anstaltsfeuerwehr (heute Betriebsfeuerwehr JVA Pöschwies) erneut die Einführung des Telefon-Alarms an. Die notwendigen Abklärungen brauchten naturgemäss Zeit, zumal die damalige Ortszentrale aus allen Nähten zu platzen drohte und sich die Telefondirektion ausserstande fühlte, die notwendigen zusätzlichen Einrichtungen und Schaltungen zur Verfügung zu stellen. Es bedurfte schon einiges an Engagement von Seite der Feuerwehrkommission bis 1962 wenigstens eine provisorische Telefon-Alarmzentrale installiert werden konnte. Standort dieser Alarmstelle war aus naheliegenden Gründen die Kantonale Strafanstalt. Ab 1. Februar 1963 konnten damit total 4 Gruppen zu je 10 Mann aufgeboten werden. Mehr Anschlüsse lagen bei der damaligen Regensdorfer Ortszentrale einfach nicht drin. Da jedoch mit dieser provisorischen Alarmeinrichtung aber nicht alle Feuerwehrmänner erreicht werden konnten, hatte jeder nach dem Scheeballprinzip, seine ihm fest zugeteilten Kameraden selber aufzubieten, oder das Feuerhorn zu blasen. Damit die Alarmierung in einem Ernstfall auch wirklich funktionierte, wurden Probealarme durchgeführt. Hier zeigten sich anfänglich noch Probleme, besonders wegen den damals vielfach noch vorhandenen Halb-, bzw. Doppelanschlüssen. Nach der Gründung des Alarmpiketts wurden 2 Gruppen zu 10 Teilnehmer für das Pikett reserviert und entsprechend aufgeschaltet. Inzwischen waren auch Standort und Umfang der damals neu zu errichtenden Telefonzentrale bekannt. Auf Antrag der Feuerwehrkommission reichte der Gemeinderat bei der Telefondirektion die Abonenntenerklärung für einen definitiven Gruppenalarm ein. Damit sollte es möglich werden, in einer ersten Ausbauphase 340 Teilnehmer gleichzeitig zu alarmieren (Endausbau max. 500 Teilnehmer). Da die Anschlussgebühren bei 340 Teilnehmern monatlich mit über Fr. 1000.- zu voranzuschlagen gewesen wären, ersuchte der Gemeinderat die Kommission um eine nochmalige Überprüfung, ob mit einer Reduktion der Teilnehmerzahlen eventuell nicht eine wesentliche Kosteneinsparung erzielt werden könnte. Die nochmalige Überprüfung wurde gemacht. Mit einem einfacheren Alarmierungsautomaten, als ursprünglich vorgesehen, konnten die monatlichen Gebühren um ca. Fr. 400.- gesenkt werden. Die Alarmierungskapazität im Endausbau war aber die Gleiche. Eine Reduktion der Kapazitätsmöglichkeiten hielt die Feuerwehrkommission jedoch, im Hinblick auf das weitere starke Wachstum der Gemeinde, richtigerweise für nich angebracht. Auch herrschte Einigkeit darüber, dass neben dem Alarmpikett auch die gesamte Pflichtfeuerwehr mit allen ihren Abteilungen am Alarmsystem angeschlossen sein mussten. Da Buchs und Dällikon ebenfalls von der Regensdorfer Orts-Telefonzentrale aus bedient wurden, konnte diesen beiden Nachbargemeinden eine Beteiligung am Telefonalarmsystem empfohlen werden. Buchs nutzte diese und liess sich vier Alarmgruppen reservieren. In Dällikon zeigten die Behörden damals keinerlei Interesse zur Mitwirkung. Im Frühjahr 1969 teilte die Telefondirektion der Gemeindeverwaltung mit, dass mit der Montage der neuen Feuerwehralarmeinrichtung in der inzwischen neu gebauten Ortszentrale begonnen worden sei. Gleichzeitig hat sie um eine Liste mit sämtlichen Alarmteilnehmern, unterteilt im Kompanien und Gruppen. Die Feuerehrkommission nahm daraufhin folgende Einteilung vor: