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In dieser fünften Folge haben wir das Vergnügen, Jean-Jacques Friboulet, emeritierter Professor an der Universität Freiburg und Dekan der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zwischen 2011 und 2013, und Laurent Houmard, ordentlicher FH-Professor und Mitverantwortlicher des Instituts für soziale und öffentliche Innovation, zu begrüssen.
In den letzten zwei Jahren hat die CORONA-Krise die Konsumgewohnheiten der breiten Öffentlichkeit erschüttert. Kann man darin einen neuen Impuls für eine ethisch und sozial verantwortungsbewusste Wirtschaft sehen oder im Gegenteil die Rückkehr eines gefährlichen Protektionismus?
Was wir besprochen haben
Der Trend zum lokalen (sozialen und nachhaltigen) Konsum: Hat er eine Zukunft und für wie lange?
Wir haben während der Krise viele Initiativen zur Förderung des lokalen Handels und eine tiefgreifende Veränderung der Art und Weise, wie Menschen konsumieren, gesehen.
- Glauben Sie, dass sich dieser Trend langfristig fortsetzen wird?
- In welcher Form bzw. in welchen Formen (z. B. nur eine Veränderung des Konsums bei Lebensmitteln (Bio, regional), aber nicht in anderen Bereichen)?
- Die Signale für eine „Rückkehr zur Normalität“, die wir derzeit sehen, sind nicht sehr ermutigend (verweigerte CO2-Gesetze, Massenabreise mit dem Flugzeug in den Urlaub usw.). Sollte man darin einen Rückschritt sehen?
Soziale und ethische Dimension des lokalen Handels: Lokaler Konsum vs. Haushaltseinkommen
- Der „lokale“ Konsum wird oft mit höheren Preisen in Verbindung gebracht. Glauben Sie, dass er soziale Ungleichheiten verschärfen könnte?
- Ist der lokale Konsum nur etwas für wohlhabende Menschen?
- Wie können Menschen mit niedrigem Einkommen in diese Bewegung einbezogen werden?
- Der „parallele“ (d. h. nicht traditionelle) lokale Handel in weniger privilegierten Bevölkerungsschichten gewinnt an Bedeutung (z. B. Second-Hand-Läden, syrische Friseure, portugiesische Lebensmittelgeschäfte usw.), sollten wir darin die Lösung für dieses Problem erkennen?
Wirtschaftliche Dimension des lokalen Handels: Schutz des lokalen Handels, eine Rückkehr des Protektionismus?
Protektionismus besteht darin, den Import von Waren und Dienstleistungen in ein Gebiet durch alle möglichen Mittel (Steuern, Verbote usw.) zu erschweren, um die lokale Produktion zu fördern.
- Der „lokale“ Konsum ist seit langem eines der Hauptargumente in den politischen Programmen (sehr) konservativer Parteien (z. B. Donald Trumps America First). Könnte die Attraktivität des lokalen Handels zu einer protektionistischen Politik führen? Welche Gefahren birgt dies und wie kann man dagegen vorgehen?
- Wird die Attraktivität des lokalen Konsums eine Rückverlagerung der Produktion in unser Land begünstigen (z. B. Rückkehr von Produktionsstätten in die Schweiz, landwirtschaftliche Produktion usw.)? Ist dies eine gute Sache und wie kann man verhindern, dass man in einen unwirksamen Protektionismus verfällt?
- Wird die Attraktivität des lokalen Konsums eine Rückverlagerung von Dienstleistungen in unser Land begünstigen (z. B. starkes Wachstum von Fahrradreparaturwerkstätten)?
- Wie lassen sich der digitale Aufschwung im Dienstleistungsbereich und die lokale Präsenz miteinander vereinbaren (z. B. führt die Digitalisierung zur Schliessung von Post- und Bankschaltern)?