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Das musst du wissen
- Schon nach drei Stunden Schlafentzug reagiert das Immunsystem geschwächt.
- Stress- und Entzündungshormone verursachen die Schwächung der Abwehrzellen.
- Die Studie könnte neue Therapien ermöglichen, um die Abwehrzellen fit zu machen, etwa um Krebszellen zu attackieren.
Ausreichend Erholung ist wichtig für die Abwehrkräfte des Körpers, das ist bekannt. Nun zeigt eine Studie aus Deutschland: Schon drei Stunden Schlafentzug schwächen das Immunsystem messbar. Nach dieser Zeitspanne können Abwehrzellen im Blut ihre Funktion weniger gut erfüllen.
Wissenschaftler der Universitäten in Tübingen und Lübeck führten in einem Schlaflabor ein 22-stündiges Experiment mit zehn gesunden Probanden durch, die sie in zwei Gruppen aufteilten. Die eine Gruppe durfte zwischen elf Uhr abends und sieben Uhr morgens schlafen, die andere musste die ganze Nacht wachbleiben. Über die gesamte Dauer des Experiments entnahmen die Forschenden den Probanden immer wieder Blut. In diesem untersuchten sie sogenannte T-Zellen, weisse Blutzellen, die der Immunabwehr dienen. Diese zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Krankheitserregern. Die Analysen zeigten, dass sich die T-Zellen von Probanden, die nicht schlafen durften, veränderten: Ihre Fähigkeit, sich an andere Zellen anzuheften, war eingeschränkt. Sie konnten schlechter an Krankheitserreger andocken, um diese zu beseitigen. Diese Veränderung der T-Zellen-Funktion zeigte sich schon drei Stunden nachdem die Probanden normalerweise ins Bett gegangen wären.
Die Unterdrückung der Funktion der T-Zellen konnten die Forschenden rückgängig machen, indem sie eine bestimmte Rezeptorklasse blockierten, über die beispielsweise das Stresshormon Adrenalin und Entzündungshormone wie Prostaglandine wirken. Damit haben sie einen Mechanismus entdeckt, der die Abwehrkräfte schwächt. Dieser könnte erklären, warum das Immunsystem bei manchen Erkrankungen, etwa chronischem Stress oder Krebs, geschwächt ist, so die Forschenden. Sie schreiben, dass die Studie neue Therapieansätze ermöglichen könnte, etwa um T-Zellen bei Krebspatienten fit für die Attacken auf Tumorzellen zu machen.