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Das Stück hatte im November 2014 im Schlachthaus Theater Bern Première. Ein Samurai, der fürs Leben gern Schweinefleisch mit Ingwer isst, macht sich zusammen mit seinem Hund auf die Suche nach den letzten noch lebenden Ferkeln. Eiger Mönch und Jungfrau heisst die Truppe, die heute am 12. März im GZ-Buchegg in Zürich diese Söili-Geschichte vor Schulklassen der 1. – 3. PS zeigt. Auf der Bühne liegen in zwei Reihen je vier überdimensionale Spielkarten. Sichtbar ist die Rückseite. Es sind verschiedene Muster zu sehen. Sie erinnern an Matratzenstoff oder an Innenseiten von kostbaren Bucheinbänden. Vier weitere Spielkarten stehen im Hintergrund als Sichtblenden.
Ausgangspunkt ist das englische Märchen: «The three little pigs». Bekannt ist die Version, in welcher drei Schweine, je in einem Stroh-, Holz- und Steinhaus wohnen, und von einem Wolf bedroht werden. Dabei versucht der Wolf, die Häuser umzupusten, was ihm beim Stroh- und Holzhaus gelingt. Als er beim Steinhaus damit keinen Erfolg hat, versucht er, durch den Kamin ins Haus zu gelangen. Dabei fällt er jedoch in einen großen Topf mit heißem Wasser, der in dem Kamin über dem Feuer hängt.
In der Version vom Theater Eiger Mönch und Jungfrau ist der Wolf ein Mensch, ein Samurai. Ihn ereilt am Schluss dasselbe Schicksal wie im Original dem Wolf. Ein Schweinchen muss sterben, die andern beiden überlisten den Samurai.
Es beginnt mit Musik. Zu hören ist eine Basstuba, ein Akkordeon und weitere Instrumente. Ich frage mich, woher die Musik kommt. Wird live gespielt oder klingt es aus den Lautsprechern? Die Wände fallen und der Blick auf vier musizierende Figuren wird frei. Zwei Männer und zwei Frauen. Dann hört man die Figuren sprechen. Sie interpretieren den von Michael Fehr gestalteten Text. Es ist ein eigenwilliger, lautmalerischer und durchkomponierter Text:
Sitzt e Samurai
der Wind
isst er
Buta no Shogayaki
«mhm»
meint er
«mh»
meint er
«han i gärn»
seit er
«han i gärn
Schwinsfleisch mit Ingwer»
seit er lüter
«han i gärn»
schreit er
«söttigs wott i
bis i tot bi»
Die Spieler sprechen nicht bloss die direkten Reden, sondern auch die übrigen Texte. Daran und an die knappen Sätze müssen sich meine Ohren zuerst gewöhnen. Fürs Auge gibt es viel Futter. Da wird mit überdimensionierten Mikado Stäben hantiert. Stockkampfchoreographien verdeutlichen das Grobe und Kriegerische des Samurai. Die Spielkarten dienen den Schweinchen später als Baumaterial für ihre Häuser, ihre Kartenhäuser. Zwischendurch erklingen Lieder. Ein sorgfältig komponierter Ablauf vermag zu fesseln und zu faszinieren. Inhaltlich bleibt Vieles rätselhaft und ist nicht einfach zu entschlüsseln. Insgesamt ist das eine sehr konsequente und in sich stimmige Theaterarbeit. Meiner Meinung nach kommt das junge Publikum jedoch bezüglich der Geschichte und der Inhalte während dieser Aufführung zu kurz. Von Seiten der Kinder ist weder eine deutliche Ablehnung noch eine klare Zustimmung zu spüren.