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Verhandlungen mit Medien-Konzernen sorgen für weniger ambitionierte Apple-TV-Pläne
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Februar 2014, um 14:08 Uhr von Patrick Bieri
Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge hat Apple im Verlauf der letzten Woche die eigenen Ambitionen für Apple TV einschränken müssen. Ursprünglich wollte Apple die Inhalte der Medien-Konzerne angeblich direkt lizenzieren, um diese anschliessend über Apple TV zugänglich zu machen. Wäre dieser Plan umgesetzt worden, wäre den Kunden eine umfangreiche Medien-Datenbank zur Verfügung gestanden. Aus dieser hätten sich die Nutzer nach Belieben bedienen können.
Medien-Konzerne blockieren Apples TV-Pläne
Nach Verhandlungen mit mindestens zwei grossen Medien-Unternehmen hat sich Apple anscheinend dazu entschlossen, mit den Kabelnetz-Betreibern zusammenzuarbeiten anstelle sie direkt zu konkurrenzieren. Apple müsse so die Rechte für die Medien-Inhalte in Zukunft bei den Kabelnetz-Betreibern beziehen, anstelle diese direkt bei den Medien-Unternehmen einzukaufen. Den Insidern zufolge ist es nicht ausgeschlossen, dass Apple in Zukunft einige Rechte direkt bei den Produzenten einkauft. Konkrete Pläne dazu gäbe es aber noch nicht.
Die Medien-Unternehmen fürchten sich den Informanten zufolge vor sinkenden Einnahmen, wenn sie Apple die Ausstrahlungs-Rechte direkt verkauft hätten. Apples Ziel sei es gewesen, die US-Kabelnetzbetreiber zu umgehen und die Inhalte direkt über das Internet auf den Fernseher zu bringen. Die Kabelnetz-Betreiber scheinen sich einmal mehr mit ihrer Marktmacht durchgesetzt zu haben.
Medien-Konzerne verhindern On-Demand-Service und das Überspringen von Werbung
Den Gerüchten zufolge gingen Apples Pläne sogar noch weiter, als bislang angenommen worden ist. Das Unternehmen soll an einer Lösung gearbeitet haben, damit die Kunden zwischen dem Live-Programm und den gespeicherten Inhalten wechseln können. Diese Funktion hätte wohl ähnlich funktioniert wie Swisscoms «Replay» oder «Comeback TV» von Sunrise. Im Gegensatz zu den beiden Schweizer-Lösungen hätte Apples Dienst Medien-Inhalte aber über einen viel längeren Zeitraum gespeichert. Die Daten für diesen Service wären in der iCloud gespeichert worden.
Zudem soll Apple an einer Lösung gearbeitet haben, um die Werbung überspringen zu können. Auch für diese Funktion konnten sich die verantwortlichen Medien-Manager angeblich nicht begeistern.
Apples Forderungen werden bescheidener
Anstelle eines werbefreien Angebots und eines grosszügigen On-Demand-Angebots hat Apple in den Verhandlungen bescheidenere Forderungen eingebracht, wie die Insider weiter berichten. Apple will angeblich nur noch die letzten fünf Episoden einer Staffel über den On-Demand-Dienst zur Verfügung stellen. Auf diese Beschränkung haben sich bereits andere Streaming-Dienste mit den Medien-Konzernen geeinigt.
Zudem soll es nicht mehr möglich sein, beim Programm der letzten drei Tage die Werbung zu überspringen.
Apples Geschäftsmodell ist noch unklar
Neben den genauen Funktionen des Fernseh-Services ist noch unklar, wie Apple die Settop-Box künftig vertreiben wird. Zur Diskussion stehen dabei mehrere Modelle. Apple könnte die Settop-Box weiterhin direkt an die Kunden verkaufen. Oder die Kabelnetz-Betreiber könnten Apple TV den Kunden zur Verfügung stellen, damit diese auf das Programm der Kabelnetz-Betreiber zugreifen können.
Damit Apple TV direkt auf das Kabelnetz der US-Firmen zugreifen könnte, müsste Apple einen entsprechenden Anschluss implementieren. Den Gerüchten zufolge soll die nächste Generation von Apple TV über einen Anschluss verfügen, um direkt auf die Inhalte der Kabelnetz-Betreiber zugreifen zu können.
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