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Die Women’s Health Initiative (WHI) war eine grossangelegte Hormontherapie-Studie bei Frauen mit Wechseljahrbeschwerden. Im Juli 2002 wurde die WHI gestoppt, nachdem klar geworden war, dass die Risiken einer langjährigen Hormontherapie (Zunahme von Herzkrankheiten, erhöhtes Brustkrebsrisiko) gegenüber dem Nutzen der Behandlung grösser waren.
Diese Resultate haben die Einstellungen und Empfehlungen zur Hormonsubstitutionstherapie radikal verändert. Heute wird anstelle einer Langzeitbehandlung eher eine möglichst kurzzeitige, niedrigdosierte Hormonbehandlung empfohlen.
Eine Analyse einer Umfrage bei 8’404 ehemaligen WHI-Teilnehmerinnen zeigte, dass diese Empfehlungen nicht für alle Frauen gleichermassen gut geeignet sind. 8’404 Frauen, die über 5.7 Jahre mit einer Kombination aus Östrogen und Progesteron oder mit einem Scheinmedikament behandelt worden waren, nahmen an dieser Umfrage der Universität von Massachusetts in Worcester teil.
Resultat
Jede fünfte Frau litt nach dem plötzlichen Absetzen der Hormonsubstitution erneut unter klimakterischen Beschwerden (21.2% in der Hormongruppe gegenüber 4.8%,die ein Placebo einnahmen).
Besonders gehäuft beklagten sich jene Frauen, die bereits vor der Studienteilnahme unter Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiss, Schmerzen oder Gliedersteifheit litten. Jede 2. dieser Frauen (55.5%) litt bei Absetzen der Hormone erneut unter diesen Beschwerden. Bei den Placebo-Teilnehmerinnen waren es 21.3%.
Dem „abrupten“ Absetzen der Medikamente wird ein Teil der Beschwerden zugeschrieben. Dies würde erklären , dass die hormonbehandelten Frauen gegenüber der Placebo-Gruppe nach Absetzen der jeweiligen Therapie sechsmal häufiger über schwere bis mittlere vasomotorische Symptome (Nachtschweiss, Hitzewallungen, Frösteln) klagten. Ebenso klagte die Hormongruppe doppelt so häufig über Schmerzen und Gelenksteifheit.
Fazit der Autoren
Halten die Beschwerden länger an (über ein halbes bis dreiviertel Jahre) werden sie nach Absetzen einer kurzen und niedrigdosierten Hormontherapie bei einigen Frauen gleich wieder auftreten.
Behandlungstrategien der Teilnehmerinnen
Nach Wiederauftreten der Beschwerden zeigten die Frauen verschiedene Strategien:
- 49.1% entschieden sich für einen gesünderen Lebensstil wie vermehrte Flüssigkeitsaufnahme (Trinken), Sport, Diät etc. Resultat: die Frauen waren überwiegend zufrieden mit dieser „Behandlungsart“.
- 48% entschieden sich für eine medizinische Therapie plus Änderung des Lebensstils. (Hier schien bereits das Gespräch mit dem Arzt eine „therapeutische“ Rolle zu spielen).
Zur medizinischen Behandlung gehörten: Vitamin E, vaginale Gleitmittel, Schlafmedikamente, Antidepressiva und natürliche Hormone. Nur 4.3% der Frauen sich erneut mit Hormonen behandelt.