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Probiotika können durch Antibiotika entstandene Durchfälle lindern oder sogar vorbeugen – so die Meinung der Befürworter. Kritiker hingegen heben eher Studienmängel hervor, die sie in Probiotika-Untersuchungen feststellen.

Lactobazillen
(Milchsäurebazillen)

Wer hat nun Recht? Eine Studienanalyse sollte hier Klarheit bringen. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt JAMA publiziert.
Experten suchten in zwölf grossen medizinischen Datenbanken nach Studien zu Wirkungen von Probiotika-Gaben bei Antibiotika-Behandlungen. Dabei kamen Untersuchungen mit folgenden Bakterienstämmen im Fokus zum Zug: Lactobacillus, Bifidobacterium, Saccharomyces, Streptococcus, Enterococcus und/oder Bacillus.
Primär interessierten die Forscher die Anzahl der Patienten mit definierter Durchfallerkrankung unter Antibiotika sowie unerwünschte Wirkungen der Probiotika-Behandlungen.
83 Studien mit insgesamt 11‘811 Teilnehmer genügten den Einschlusskriterien für die aktuelle Analyse. Die Mehrzahl der Studien untersuchten Lactobacillus-Bakterien und zwar entweder als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Bakterien. Letztere waren schlecht dokumentiert, befanden die Forscher. Dies traf auch auf Angaben zu den Patienten sowie auf die Art der Therapie zu.
24 Studien untersuchten die Antibiotika-Therapie aufgrund einer Helicobacter pylor-Infektion. Bei dieser Behandlung werden jeweils verschiedene Antibiotika kombiniert eingesetzt.16 Studien untersuchten die Wirkung von Probiotika beim Einsatz von einem einzelnen antibiotischen Wirkstoff (Amoxicillin). In einigen Studien fehlten nähere Angaben zu den einzelnen Wirkstoffen.
Patientenzahl: Diese war mit durchschnittlich 93 Patienten pro Studie klein. Ausserdem wurde lediglich in 63 Studien die effektive Zahl der Patienten mit Durchfall sowie die genaue Zahl der zufällig zugeteilten Patienten in den jeweiligen Behandlungsgruppen offengelegt.
Unter Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren ergab die Berechnung der Forscher, dass Probiotika das Durchfall-Risiko um 42% senken. Anders ausgedrückt: Von zwischen zehn und 19 Patienten, die Probiotika einnehmen, hilft es einem Patienten den Durchfall zu verhindern. 23 Studien beurteilten die Probiotika-Therapie als nebenwirkungsfrei. 59 Studien äusserten sich hinsichtlich Nebenwirkungen gar nicht.
Für die Analysten mit Vorbehalten sind das relativ gute Resultate. Aber auch für die Kritiker liefert diese Analyse weitere Ergebnisse, die sie monieren könnten: Zu kleine Patientenzahlen, mangelnde Aufschlüsselung der Zusammensetzung der verschiedenen Probiotika, fehlende Unterscheidung zwischen Prophylaxe und Therapie, fehlende Angaben zu Art und Dauer der Antibiotikabehandlung sowie mangelnde Angaben zu Nebenwirkungen.
Fazit der Analysten: Der generelle Einsatz von Probiotika zur Prävention oder zur Therapie während einer Antibiotika-Behandlung wird man auf Grundlagedieser Ergebnisse sicher nicht befürworten können, sind sich die Analysten einig: Was nicht schade sei zumindest potentionell hilfreich.
Da sich die Therapie des Durchfalles unter Antibiotika meist schwierig gestalte, werde man auf „Strohhalme“ wie Probiotika-Gaben auch künftig nicht verzichten. Aber: Die Ärzte sollten hingegen generell die Abgabe von Antibiotika im Einzelfall verstärkt reflektieren.
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