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Howwu in Triesenberg (FL)
[Einholung des Heus in Triesenberg (FL)]
Howwu in Triesenberg (FL)
Noch bis vor wenigen Jahrzehnten gab es in Triesenberg viele Kartoffeläcker. Heute wird gelegentlich noch eine kleine Fläche des Gartens für den Kartoffelanbau verwendet. Damit schwindet mehr und mehr auch das Wissen über die Arbeitsvorgänge im Kartoffelacker. Im steilen Gelände des Bergdorfes war die Arbeit im Häärdöpfalchr mühsam. Eine besonders strenge Arbeit war das Fura. Durch die abfallende Lage der Ackerfläche am Berghang und das Umgraben des Ackers rutschte die Ackererde jährlich etwas talwärts. Um dieses Abrutschen der Erde auszugleichen, wurde im Frühjahr am unteren Ackerrand mit einer Schaufel eine etwa 50 cm breite und ungefähr 20 cm tiefe Rinne, eine Furche Fura ausgehoben. Die ausgehobene Erde musste mit der Chräza, dem typischen Tragkorb der Triesenberger, zum oberen Ackerrand befördert werden. Stand kein Träger bereit, dem die Erde aufgeladen werden konnte, stellte man die Chräza auf ein Dreibeingestell, den so- genannten Chräzaschdual (gebräulich waren auch die Namen Furibock und Chräzaschraga). Manchmal standen mehrere Träger bereit, oder es wurde abwechslungsweise getragen oder geladen. Das anschliessende Umgraben des Ackers erfolgte mit einer zweizinkigen Hacke, dem Kaarschd. Viel Geschicklicheit und Augenmass erforderte das Ausheben der kleinen Löcher, in die die Saatkartoffeln eingelegt wurden. Locha wird dieser Vorgang genannt. Nachdem die Kartoffeln eingelegt wa ren, konnten die Kartoffelzeilen (Zila) geschlossen werden. Locha und Zuamacha wurden mit der Haua, einer herzförmigen Hacke, ausgeführt. Wenn sich die ersten Keime zeigten, regte sich auch das Unkraut. Man musste jäten oder falga. Waren die Pflanzen bereits etwas grösser, erfolgte das Hüüfla, d. h. die Erde wurde mit der Haua etwas gegen die Pflanze hin gescharrt. Damit wurden die Kartoffelzeilen höher und ausgeprägter. Im Frühherbst konnte das abgestandene Kartoffelkraut ausgerissen werden. Die Kartoffelernte, das Häärdöpfl graba, erfolgte mit dem Kaarschd. Mit der Chräza trug man die begehrten Knollen zum Haus und lagerte sie, wenn sie gesäubert und nach Grösse sor- tiert waren, im Häärdöpflchroma, im Keller. Kleine und beschädigte Kartoffeln waren eine ausgezeichnete Schweinenahrung (Fäärlihäärdöpfl).
Quelle:
- Josef Eberle, Walser Heimatmuseum Triesenberg, Seite 64