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Am 13. Mai hat der Tropensturm «Mocha» die Küste zwischen Cox's Bazar in Bangladesch und der Stadt Kyaukpyu in Myanmar heimgesucht. Die Windgeschwindigkeiten von 175 km/h haben schwere Schäden verursacht.
Zyklon «Mocha» sorgt seit Tagen für massive Zerstörung, die das Leben von Millionen gefährdeten Kindern und Familien schwer beeinträchtigt. Der Tropensturm gilt als einer der schlimmsten jemals im Nordindischen Ozean verzeichneten Stürme und bringt heftige Winde und starke Regenfälle nach Bangladesch und Myanmar. In den betroffenen Gebieten ist das Ausmass der Schäden gross: Die extrem starken Winde entwurzelten Bäume und zerstörten wichtige Infrastrukturen wie Strassen, Gesundheitseinrichtungen, Schulen und Stromleitungen, aber auch Wohnhäuser. Der sinnflutartige Regen führt besonders in den niedrig gelegenen Gebieten zu Überschwemmungen. Die Kommunikation mit den betroffenen Gebieten ist derzeit stark eingeschränkt, da die Telekommunikationsmasten durch den Wirbelsturm stark beschädigt wurden.
Die Meteorologen hatten bereits vor Wochen vor Starkregen, Sturmfluten und Erdrutschen gewarnt. Nach Schätzungen der «Needs Assessment Working Group» (NAWG) dürften 21,6 Millionen Menschen in Myanmar und Bangladesch – darunter über 6,3 Million Kinder bis zu vier Jahren – von den Auswirkungen des Zyklons «Mocha» betroffen sein.
Besonders verheerend ist die Situation in den Rohingya Flüchtlingscamps in Cox's Bazar in Bangladesch. Über 930 000 Menschen versuchen sich dort vor den Auswirkungen des Tropensturms in Sicherheit zu bringen. Doch die Notunterkünfte bieten kaum Schutz vor den Wassermassen. Hinzu kommt, dass die Lager an steilen Hängen liegen – die Gefahren von abrutschenden Schlammlawinen steigen dadurch stetig an.
Das Rohingya-Flüchtlingscamp gehört zu den am dichtesten besiedelten Orten der Welt und setzen die Kinder Bedingungen aus, die für Krankheiten, Mangelernährung, Ausbeutung und Gewalt prädestiniert sind. Insgesamt leben dort eine halbe Million Kinder, die gemeinsam mit ihren Familien auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Sie benötigen dringend sauberes Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Betreuung. Das Krankenhaus in Teknaf, das sowohl für die Gesundheitsversorgung der Rohingya-Flüchtlinge als auch für die Aufnahmegemeinschaften von zentraler Bedeutung ist, wurde stark beschädigt, was schwerwiegende Folgen für die ärztliche Betreuung von Verwundeten und Kranken mit sich zieht.
«Dass ein Wirbelsturm ein Gebiet trifft, in dem bereits ein so grosser Bedarf an humanitärer Hilfe besteht, ist ein Albtraumszenario» sagt UN-Koordinator Ramanathan Balakrishnan. Nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) waren im Nordwesten Myanmars und im Bundesstaat Rakhine bereits vor dem Zyklon rund sechs Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Die Evakuierung von Flüchtlingslagern und Wohngebieten in tiefergelegenen Gebieten fanden bereits vor dem Eintreffen des Wirbelsturms statt. In den vergangenen Tagen konnten rund 400 000 Menschen in Myanmar und im Nachbarland Bangladesch in Evakuierungszentren in Sicherheit gebracht werden. Es ist jedoch unklar, ob alle Menschen in der Zugbahn des Wirbelsturms diese erreichen konnten.
Einige der am stärksten gefährdeten Kinder und Familien der Welt befinden sich wieder einmal in einer Krise, die sie nicht verursacht haben. In den vom Sturm am stärksten betroffenen Gebieten leben Gemeinschaften, die bereits von Konflikten, Armut, Instabilität sowie Klima- und Umweltkatastrophen betroffen sind», sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. «Während wir dringend die unmittelbaren Bedürfnisse der Kinder nach diesem Wirbelsturm bewerten und darauf reagieren, wissen wir mit Sicherheit, dass der beste Weg, das Leben von Kindern und ihren Familien zu retten und zu verbessern, darin besteht, langfristige Lösungen zu finden.»
Da der Wirbelsturm nun an Stärke verliert und sich landeinwärts bewegt, rücken die humanitären Teams aus, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu ermitteln und Soforthilfe zu leisten. Auch wenn das Schlimmste des Sturms vorüber ist, bleibt das Risiko von Schlammlawinen und Überschwemmungen nach wie vor gross. UNICEF hat bereits vor dem Eintreffen des Zyklons im Gefahrengebiet Hilfsgüter in Bangladesch und Myanmar vorgelagert, welche im Notfall an die betroffene Bevölkerung verteilt werden können.
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