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seinem obern Laufe ein wildes Gebirgsland (das heutige Kakosuli) und tritt durch eine ungefähr 5 km lange Schlucht in die
Ebene von
Ephyra (später Cichyrus genannt), verliert sich aber bald in den sumpfähnlichen Acherusiasee (die
Acherusia palus),
dessen Wasser dann zum
HafenEläa abfließt. Der schauerliche Anblick des die enge, düstere Schlucht
durchfließenden
Stroms und in der Nähe befindliche unterirdische
Grotten, haben veranlaßt, daß der hellen. Volksglaube
hier einen Eingang zur
Unterwelt annahm, wie auch seit alten
Zeiten ein
Totenorakel in der Nähe des Sees bestand. Nach ähnlichen
Vorstellungen nannte man auch anderswo Seen mit dem
NamenAcherusia, so in
Arkadien und
Campanien. Zwei
Flüsse
[* 2] der
Unterwelt führen den
Namen des und seines Nebenflusses Kokytos (Cocytus).
(frz., spr. asch’wáll), d. h.
rittlings einer
Straße oder eines lang gestreckten Geländegegenstandes (z. B. eines Wasserlaufs, einer
Schlucht) ist eine
Truppe aufgestellt, wenn sie zu beiden Seiten derselben steht, so daß ihre Frontlinie annähernd senkrecht
von der
Straße u. s. w. durchschnitten wird.
L., Garbe, Schafgarbe, Pflanzengattung aus der Familie der
Kompositen
[* 3] (s. d.) mit gegen 100
Arten in der nördl.
gemäßigten Zone besonders der
Alten Welt. Es sind ausdauernde krautartige Gewächse mit meist stark zerteilten
Blättern
und kleinen trugdoldenartig angeordneten Blütenköpfchen. Die bekannteste
Art ist die gemeine Schafgarbe (Achillea millefoliumL., s.
Tafel:
Futterpflanzen Ⅱ,
[* 1]
Fig. 13), auf Wiesen, Ackerrändern und
Triften gemein, mit schwach aromatischem
Geruch und salzigem, bitterm und herbem
Geschmack.
Blätter und
Blüten waren offizinell und dienen jetzt noch häufig als Hausmittel. Neuerdings ist sie als
Futterpflanze zur
Ansäung auf
Weiden, namentlich im Gemenge mit
Weißklee und Gräsern empfohlen worden, da sie sehr widerstandsfähig
ist und jung vom Vieh und Geflügel gern gefressen wird. Die jungen
Blätter dienen in manchen Gegenden als Gemüse und zu
Kräutersuppen, während die
Blüten Zusatz zum
Biere bilden sollen. Als Ackerunkraut wird die
Pflanze oft sehr lästig.
Ferner sind bemerkenswert: Achillea moschata Wulf, ein kahles, schwach nach Moschus riechendes
Pflänzchen der
Alpen
[* 4] (namentlich Schweizeralpen), welches nebst zwei andern Alpengarben, der Achillea atrataL. und der weißwolligen
Achillea nanaL., das echte
Genippi
(Genippi, Genepi) der
Schweizer bildet und auch in der
Pharmacie als Herba ivae oder Genippii veri
als stärkendes
Mittel bei
Magenschwäche, Diarrhöe u.s.w. verwendet wird. Sie ist ein
Bestandteil des
Schweizerthees und wird namentlich zur Bereitung des Ivaliqueurs (s.
Iva) benutzt, der nebst andern ihrer Präparate viel
exportiert wird. Die in
Deutschland
[* 5] vorkommende Achillea PtarmicaL.(PtarmicavulgarisDec.),
deutscher Bertram, Niesekraut, weißer
Dorant, mit linealen, scharfgesägten
Blättern und weißstrahligen Blütenkörbchen, wächst allenthalben
an Flußufern und kommt als Zierpflanze mit vollen Blütenköpfchen
vor.
IhreBlätter und
Wurzeln waren früher offizinell.
(Tendo Achillis), der starke, feste, sehnige
Strang, welcher, deutlich fühlbar, sich hinten am
Unterschenkel
von der
Wade zur Ferse herab erstreckt. An sein oberes Ende heften sich die
Wadenmuskeln an, sein unteres Ende befestigt sich
an die Ferse, so daß, wenn sich jene
Muskeln
[* 6] durch Zusammenziehung verkürzen, die Ferse in die Höhe,
die Fußspitze aber herabgezogen wird, eine
Bewegung des Fußes, welche das
Gehen (s. d.) vermittelt.
IhrenNamen erhielt die
von dem griech.
HeldenAchilleus (s. d.). Die
Ärzte des
Altertums hielten die Wunden der Achillessehne für tödlich. Gegenwärtig wird
die Achillessehne zum Zweck der Verbesserung mancher angeborenen Verkrümmungen des Fußes häufig
quer durchschnitten, worauf der Fuß durch
Verbände so lange befestigt wird, bis die Wiedervereinigung der durchschnittenen
Sehnenenden durch neugebildete Sehnensubstanz erfolgt. (S.
Tenotomie.)
Tatĭus, griech. Romanschreiber im 5. Jahrh. n. Chr.,
war aus
Alexandria gebürtig und wohnte wohl auch dort. Sein
Roman«Leukippe und Klitophon», reich an Naturschilderungen,
Beschreibungen von Kunstwerken, sophistischen Erörterungen über die Liebe, aber mangelhaft in
Anlage und Charakterzeichnung,
war eine noch im Mittelalter sehr beliebte Lektüre.
Ausgaben von Hirschig in den «Scriptores erotici» (Par.
1856) und von Hercher in dessen «Scriptores erotici», Bd. 1 (Lpz.
1858); deutsche
Übersetzung von
Ast und Güldenapfel (ebd. 1802). –
(lat.
Achilles), der Sohn des Myrmidonenkönigs
Peleus (daher der Pelide) und der Nereïde
Thetis, der schönste,
schnellste und tapferste unter den griech.
Helden vor
Troja.
[* 7] Seinen Zwist mit dem obersten Führer
Agamemnon und dessen Beilegung
besingt die Homerische Ilias: Als im 10. Jahre des
Krieges in der Heeresversammlung veranlaßt hatte,
daß
Agamemnon dem Priester
Chryses seine Tochter zurückgab, um den Zorn des
Apollon
[* 8] zu besänftigen, nahm der König die Sklavin
des Achilleus, die
Briseïs, für sich in
Anspruch.
107 ihn unsterblich zu machen, ins Feuer oder in das Wasser der Styx getaucht habe, so daß nur die Ferse, an der sie ihn gebalten,
verwundbar blieb (daher sprichwörtlich die Achillesferse). Auch nachhomerisch, aber alt ist die Dichtung, daß Thetis den Achilleus, um
ihn der Teilnahme an dem Feldzuge zu entziehen, zum König Lykomedes auf die Insel Skyros gebracht habe,
wo er in Weiberkleidern unter den Töchtern des Königs verborgen lebte (eine derselben, Deïdameia, soll ihm den Neoptolemos
geboren haben), bis durch eine List des Odysseus sein Geschlecht entdeckt und er bewogen wurde, sich den Helden anzuschließen.
Des Achilleus Thaten in den ersten neun Jahren des Krieges waren in den Kyprien (s. Cyklische Dichter) und andern
Epen behandelt. Ein anderes Epos, die Äthiopis, erzählte das Schicksal des Helden nach dem Tode des Hektor; nachdem Achilleus Penthesileia,
die Königin der Amazonen, und Memnon, den Sohn der Eos,
[* 14] Fürsten der Äthiopen, welche den Troern zu Hilfe
kamen, getötet hat, fällt er selbst durch Paris
[* 15] und Apollon, d. h. der Gott lenkt den von jenem geschossenen Pfeil. Erst
alexandrinische Erfindung läßt Achilleus im Tempel
[* 16] des thymbräischen Apollon von Paris bei der Vermählung mit Polyrena, der jüngsten
Tochter des Priamos, hinterlistig erschossen werden.
Von dem Kampf um die Leiche des Helden und seiner Bestattung, die mit dem Streite des Äias und Odysseus
um die hinterlassene Rüstung schloß, erzählen Odyssee und Äthiopis; während aber die Odyssee Achilleus nach seinem
Tod in der Unterwelt weilen läßt, berichtete die Äthiopis und die ganze nachhomerische Dichtung, daß Thetis die
Leiche vom Scheiterhaufen nach der InselLeuke (vor der Donaumündung) oder in das elysische Gefilde gebracht babe, wo er mit
andern vergötterten Heroen fortleben sollte.
Sicher wurde in histor. Zeit auf jener Insel als Heros verehrt; nicht minder berühmt war seine Kultusstätte am Vorgebirge
Sigeum am Hellespont (Grab des Achilleus); aber auch in Sparta, Elis und andern Orten wurde er verehrt. Dieser
Kultus besonders dient der Ansicht zur Stütze, daß Achilleus ursprünglich ein Gott gewesen sei, ein Fluß- oder Sonnengott oder Blitzheros.
–
Die bildende Kunst der Griechen hat Achilleus häufig dargestellt; berühmt war eine große Gruppe
des Skopas, die später in einem Neptunustempel im Circus Flaminius zu Rom
[* 17] stand: sie stellte wahrscheinlich die Überführung
des Achilleus nach Leuke oder der Insel der Seligen dar. Doch ist keine Statue oder Büste erhalten, die mit Sicherheit auf ihn bezogen
werden könnte (z. B. der Achilleus Borghese im Louvre). Die Beziehung der westl. äginetischen Giebelgruppe in
München
[* 18] (s. Äginetische Kunst) auf den Kampf um die Leiche des Achilleus wird bestritten; ebenso zweifelhaft ist die Deutung der
schönen Marmorgruppe in Rom, die unter dem Namen des Pasquino bekannt ist. Über die zahlreichen Vasenbilder,
Wandgemälde und Basreliefs, die Scenen aus der Achilleussage behandeln, vgl. u. a.
Overbeck, Galerie heroischer Bildwerke (1852). Einen ziemlich späten Cyklus von Darstellungen aus Achilleus' Leben bietet die sog.
Ilische Tafel (s. d.) im Kapitolinischen Museum. Berühmt ist der Kopf des Achilleus auf einem pompejanischen Wandgemälde (Helbig,
«Wandgemälde Campaniens», Nr. 1309), das die Wegführung der Briseïs darstellt.