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In diesem Jahr jährte sich zum 600. Mal das Geburtsjahr von Niklaus von
Flüe (1417-1487) - auch kurz Bruder Klaus genannt. Das Jubiläum bot die
Gelegenheit sich wieder einmal mit dem Landesheiligen der Schweiz
auseinanderzusetzen und seine Botschaft neu zu entdecken. Zum Jahresende lassen wir Bruder Klaus in einem fiktiven Interview selber zu Wort kommen.
Heiliger Bruder Klaus, Sie waren Landwirt, Sie hatten Familie und waren Richter. Was hat Sie bewogen, Ihr Leben so radikal zu ändern?
Mit den Worten eines Zeitgenossen von mir möchte ich es so ausdrücken: „Auf Bitten der Gemeinde und zu ihrem Nutzen sass er in ihrem Rat. Und wenn dann manchmal einer bei den abschliessenden Verhandlungen nach Gunst
und Missgunst entschied oder urteilte – zum Schaden des Gemeinwohls oder irgendjemandes Recht -, dann sah der fromme, ernsthafte Mann wiederholt aus eines solchen Mannes Mund feurige Flammen von schrecklicher Gestalt hervorfahren, weshalb er sich entschloss, weltliche Ehre und Macht nicht anzutreten, mit der so schwer auf untadelige Weise umzugehen ist.“
Sie haben sich also aufgemacht, um in der Fremde einen Platz zu suchen, an dem Sie ganz für Gott leben konnten. Nach einiger Zeit sind sie jedoch zurückgekehrt und haben wieder in ihrer Heimat gelebt. Wie kam es dazu?
Auch hierzu schrieb ein Zeitgenosse von mir: „Und als er damals gegen Liestal kam, wie selbe Stadt und alles darin ganz rot wäre, darob er erschrak. Deshalb sei er aus ihr weg auf einen Hof zu einem Bauern gegangen, dem er nach langer Rede seinen Willen zu verstehen gegeben, woran der selige Bauer keinen Gefallen hatte, sondern ihm das wiederriet und meinte, er solle wieder heimgehen zu den Seinen und daselbst Gott dienen. Das würde Gott angenehmer sein, als wenn er andern fremden Leuten zur Last falle; und er
werde es ruhiger haben, aus der Ursach, dass er ein Eidgenosse, denen nicht
alle gleich hold wären: Darum ging er in derselben Nacht aus des Bauern Haus auf das Feld. Da lag er die Nacht bei einem Zaun, und als er einschlief, kam ein Glanz und ein Schein vom Himmel; der öffnete ihn am Bauche, wovon ihm solcher Schmerz geschah, als wenn ihn einer mit einem Messer aufgeschnitten und zeigte ihm, dass er wieder heim und in den
Ranft gehen solle, was er auch sofort am Morgen tat.“
Aus all Ihren Erfahrungen, was wollen Sie den Menschen von heute mit auf den Weg geben?
Gehorsam ist die grösste Ehre, die es im Himmel und auf Erden gibt, weshalb Ihr trachten müsst, einer gehorsam zu sein, und Weisheit ist das allerbeste, denn sie fängt alle Dinge am besten an. Friede ist allweg in Gott, denn Gott ist der Friede und der Friede mag nicht zerstört werden. Unfriede aber wird zerstört. Darum sollt Ihr schauen, dass Ihr auf Frieden stellet, Witwen und Waisen beschirmt…. Und wessen Glück sich auf Ehren mehret, der soll
Gott dankbar dafür sein. So wird es sich im Himmel mehren. Ihr sollt das Leiden Gottes in Euren Herzen tragen, denn es ist des Menschen grösster Trost an seinem letzten Ende.
Die Antworten wurden dankenswerter Weise von Peter Legnowski zusammengestellt.