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Vorderbärchi
Redaktion: Markus Aschwanden KKI
Drohnen-Fotografie: Felix Aschwanden
Erstellt: 2019
Datensammlung: Vreni und Kurt Infanger-Bissig
Foto 000300 Die Vordere Bärchi liegt auf der hoch über dem Vierwaldstättersee gelegenen Sonnenterrasse auf 900 m ü.M. In ortsnamen.ch wird Bärchi mit “schöne, helle Stelle” übersetzt.
Drohnen-Video: Flug über die Vordere Bärchi.
Grundbuch
Liegenschaft Nr. 170
(Hauptbuchblatt 11), Plan Nr. 16, Vorder Bärchi
100’403 m²
Eigentümer
Robert Walker
Bärchi 2, 6461 Isenthal
Der Besitzer der Vorderen Bärchi
Der Aschwanden Familienchronik von Hedy Kleiner-Aschwanden entnehmen wir:
Joseph Maria Aschwanden 1773-1848 von der Mittleren Bärchi übernimmt 1797 nach der Ehegründung mit Witwe Agatha Huber die “Äussere Bärchi”. Ihrer Ehe entspringen 4 Mädchen und 2 Söhne.
Keines der Kinder blieb auf der Bärchi: Sohn Anton starb früh und Sohn Johann Josef 1799-1855 zog ins Wätzlig. Drei Töchter verheirateten sich im Isenthal und Tochter Agatha 1810-1883 wurde 1836 die Frau des angesehenen Johann Murer, Landesfähnrich und Ratsherr in Beckenried. Dieser wurde 1860 sogar Eigentümer der Vorderen Bärchi.
Joseph Maria verliert seine erste Ehefrau und geht mit über 60 Jahren 1836 eine zweite Ehe ein mit Witwe Agatha Muheim.
Die Vorder Bärchi dürfte also bis bis zum Tod von Joseph Maria 1848 im Besitz von Aschwanden gewesen sein.
Um 1859 (Eröffnung des Hypothekarbuchs Uri) gehörte die Vorder Bärchi Johann Gasser. Darauf folgen Jauch Johann und schliesslich ab 1918 die Jauch Geschwister Josef und Theresia.
Foto 06671 Man darf annehmen, dass der abgebildete Johann Jauch 1843-1913 der nachfolgende Besitzer war.
Foto 06664 Salome Jauch-Bissig 1850-1918 dürfte die Ehefrau von Johann Jauch sein.
Ab 1918 sind die Jauch Geschwister Josef und Theresia für 3 Jahre als Besitzer eingetragen.
Sie sind ziemlich sicher Kinder von Johann und Salome Jauch-Bissig.
Foto 05256
Im Jahr 1921 übernahm Aschwanden-Gisler Gustav 1887-1943 die Vorder Bärchi.
Gustav heirate 1914 Maria Gisler von der Schwändi. Sie übernahmen nach der Hochzeit die Lanzigschwand, die dem Vater von Maria gehörte. Hier wurden 4 Kinder geboren, zu denen später weitere 6 dazu kamen.. Nach kurzer Zwischenstation im Oberen Stettli kauften Gustis 1921 die Äussere Bärchi.
Der Vater von Gustav mit dem Doppelnamen Johann Joseph, verheiratet mit Ursula Bissig (Urscheli), hatte die Lanzigschwand gepachtet. Als er mit 48 Jahren 1888 starb war Gustav, das jüngste der 5 Kinder, halbjährig.
Die Witwe “Urscheli”, die Mutter von Gustav, heiratete 1890 den zweiten Gatten, Witwer Theodul Aschwanden von der Vorderen Bodmi, der 5 Kinder mit in die Ehe brachte. Urschelis Kinder aus der Ehe mit Gustav Johann nannte man fortan “s’Urschelis” während die Kinder von Theodul die “Theoduler” waren.
Foto 11751 Aus ‘Aschwanden Familienchronik’ von Hedy Kleiner-Aschwanden ( Gusti und Marie in der Mitte)
Foto 00699 Die Familie von Gustav und Marie Aschwanden-Gisler ca. 1933 :
hinten v.l. Otto (Hirzel) / Vater Gustav / ????? / Heinrika (Oberbärchi) / Mutter Marie / Theodor (Vorderbärchi)
vorn v.l. Anna (Attinghausen) / Marie (Seedorf,Mettlen) / Alois (Hinterbärchi) / Theres / Josefina
Emma (Birchi) und Agnes (Seedorf) sind vermutlich noch nicht geboren.
Foto 05267 Die Ehefrau von Gustav Aschwanden-Gisler kam von den Stinis in der Schwändi. Marie Aschwanden-Gisler 1891-1976 war Mutter von 10 Kindern. Sie führte nach dem Tod ihres Mannes als Oberhaupt der Gustis 33 Jahre weiter den Haushalt für ihre ledigen Söhne und war bekannt als Schneiderin von Militärhosen.
Die Kinder von Gustav und Maria Aschwanden-Gisler:
Josefine heiratete nach Willisau LU
Alois übernahm die Hintere Bärchi
Heinrika heiratete den Oberbärchi Kari
Anna heiratete nach Attinghausen (Hofers)
Marie Heiratete nach Seedorf (Mettler Sepp)
Theres wurde die Frau von Bächi Fränzu, Hostett und Rüti
Emma heiratete Walker Andreas im Birchi
Agnes verheiratete sich ebenfall in die Mettlen (Mettler Hans)
Otto übernahm auf dem Hirzel einen Bauernhof
Theodor bewirtschaftete die Vordere Bärchi
Kratziges grosszügig geformt
Im Isenthal trugen damals viele Männer und Knaben Hosen von Marie Aschwanden-Gisler (Gustänä). Aber Freude hatten nicht alle an diesen Kleiderstücken. Der Stoff (vermutlich der gleiche, wie für die Militärhosen) kratzte arg an den nackten Beinen. Und die Form der Hosen liess jede Eleganz vermissen. Ob diese Kleidungsstücke aber daran schuld waren, dass diverse Bauernsöhne keine Ehefrauen fanden, entzieht sich unserer Kenntnis ?
Foto 05201 Nach dem Tod von Gustav Aschwanden-Gisler 1943 war die Witwe Marie und ihre Kinder bis 1951 gemeinsame Besitzer der Vorder Bäcrchi, während Alois die Hintere Bärchi bewirtschaftete.
1951 übernahmen die Gebrüder Otto und Theodor Aschwanden das Häimä.
im Foto: v.l. Otto Aschwanden /Mutter Marie Aschwanden-Gisler / Alois Aschwanden / Theodor Aschwanden
Foto 15498
Im Jahr 1966 übernahm Theodor Aschwanden 1926-1997 die Vorder Bärchi, während sein Bruder Otto das Isenthal verliess und zusammen mit seiner Frau auf dem Hirzel einen Bauernhof zu bewirtschaftete.
Theodor blieb ledig und umsorgte seine Mutter bis zu ihrem Tod 1976 liebevoll.
Besitzer im Jahr 2019
Foto 17490
Seit 1989 ist Robert Walker Eigentümer der Vorderen Bärchi.
Robert ist der Göttibub von Theodor Aschwanden und der Sohn von Emma Walker-Aschwanden, die von der Vorderbärchi ins Birchi kam.
Eigentums-Übergänge in der Vorderen Bärchi laut Hypothekarbuch Uri
|1797-||Joseph Maria Aschwanden-Huber (Stammvater der Wätzliger|
|um 1859||Johann Gasser|
|–||Jauch-Bissig Johann|
|1918-1921||Jauch Geschwister Josef und Theresia|
|1921-1949 (1943)||Aschwanden-Gisler Gustav|
|1949 (1943)-1951||Aschwanden Gustavs Erben Witwe und 10 Kinder|
|1951-1966||Gebrüder Otto und Theodor Aschwanden|
|1966-1989||Theodor Aschwanden|
|1989-||Robert Walker (vom Birchi)|
Der Betrieb Vordere Bärchi
Foto 15497
In diesem Haus lebte Gustav und Marie Aschwanden-Gisler und ihre Kinder.
Das Haus wurde mehrmals umgebaut.
Es wurde 1998 abgerissen, nachdem Robert Walker das neue Haus gebaut hatte. Seit da, wohnt sein Bruder Thomas Walker mit seiner Familie in der zweiten Wohnung.
Foto 15500 Altes Haus mit grossem Garten, Hütte für Luftseilbahn nach Oberbärchi, Stall, wie er heute noch besteht. Die Maschinengarage und der Picknickplatz werden später erstellt.
Das Milchhaus befand sich im Kuhweidli.
Foto 002482 Der Gadenstettli-Stall (weit oben unter der Oberbärchi) wurde Ende der Fünfzigerjahre erbaut. Im Winter nach dem Bau wurde er durch eine Lawine zerstört. Er wurde erneut aufgebaut und später mit einem Schutzdamm versehen.
Hier führt der Weg zur Oberbärchi vorbei.
Bis 2015 wurde für ca. 6 Wochen im Gadenstettli gehirtet. Heute wird in diesem Stall kein Vieh mehr eingestellt. Da es keine andere Transportmöglichkeit gibt, wird das Heu hinunter zum Hausstall geflogen.
Foto 002478 Neues Haus und alter Stall in der Vorderbärchi 2019.
Das Wasser für die Vorderbärchi kommt bis vor kurzem von der Oberbärchi. Seit 2009 liefert die Dorf-Wassergenossenschaft das Wasser in die Bärchi.
Foto 17504 Der Stall ist ein Freilaufstall. Die Tiere können auch jederzeit ins Freie.
Robert Walker hatte den Betrieb vonTheodor Aschwanden als Milchviehbetrieb mit Kalbermast übernommen.
Foto 17497 Die Vorderbärchi weist zwar auch fast flache Wiesen auf. Der grösste Teil aber ist steiles Gelände, das nicht mit dem Ladewagen befahren werden kann. Hier hilft der Twister, der das Heu nach Unten rutschen lässt. Damit ist der lärmige Bläser nur noch selten notwendig.
Foto 17506
Die Wiesen in der direkten Umgebung des Stalles stehen 8 Mutterkühen mit ihren Kälbern für ihr Ausgänge zur Verfügung.
Seit 2004 ist der Betrieb Vorderbärchi mit den Label BioKnospe ausgezeichnet.
25% der Liegenschaft ist Naturschutzfläche.
Foto 17514