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Schweizerinnen üben sich bei ungleichen Preisgeldern in Geduld
Die Frauen erhalten von der FIFA an der Weltmeisterschaft einen Viertel des Preisgelds der Männer. Für die Zukunft wünschen sich die Schweizer Fussballerinnen eine weitere Anpassung.
Die Frauen erhalten von der FIFA an der Weltmeisterschaft einen Viertel des Preisgelds der Männer. Für die Zukunft wünschen sich die Schweizer Fussballerinnen eine weitere Anpassung.
«Der Fokus liegt auf dem Fussball», sagt Ramona Bachmann vor den Medien in Dunedin, Neuseeland. Gleicher Meinung war Alisha Lehmann. «Es ist ein Prozess», sagt sie. Im Vergleich zur letzten WM sei die Prämie gestiegen. «Wir sehen 2027, ob es dann gleich hoch ist», stellt Lehmann in den Raum.
Die Fifa zahlt pro Spielerin in der Gruppenphase 30'000 US-Dollar aus. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Spielminuten jemand im Turnier aufweist. «Wenn man das plötzlich bekommt, ist das enorm viel Geld», sagt Ana Maria Crnogorcevic. In Ländern wie Spanien komme dies einem durchschnittlichen Jahresgehalt gleich, erklärt die Spielerin des FC Barcelona.
Für die 23 Weltmeisterinnen gibt es am Ende jeweils 270’000 Dollar und damit zusammen mehr als 6,2 Millionen. Bei der aktuellen WM schüttet die Fifa insgesamt 110 Millionen Dollar aus. An der WM der Männer in Katar waren es im vergangenen Jahr insgesamt 440 Millionen. Wenige Tage vor dem Auftaktspiel stellten deshalb australische Spielerinnen die FIFA in einem Video an den Pranger.
Wichtige finanzielle Unterstützung
Die Schweizerinnen denken zunächst an die 30'000 Dollar, die jede Spielerin im Team erhält. «Wir haben in der Mannschaft viele, die arbeiten», betont die Rekordnationalspielerin Crnogorcevic. Die Spielerinnen würden unbezahlte Ferien nehmen, um am Turnier teilzunehmen. «Für sie ist die Prämie extrem wichtig», streicht sie heraus.
Künftige Generationen sollen neben der Fussball-Karriere nicht noch einer Arbeit nachgehen müssen, forderten Spielerinnen des australischen Teams im Video weiter. Eine Schweizerin, die freiwillig ihren Arbeits-Laptop mit nach Neuseeland nahm, ist Fabienne Humm. Es sei nicht selbstverständlich, dass ihr Arbeitgeber ihr auf unbestimmte Zeit freigebe, sagt sie. Humm entschied sich bewusst für den Doppelweg. «Für mich ist es eine gute Balance.»
«Ein riesiger Sprung seit 2015»
Das Video der Australierinnen hat Humm gesehen. «Wenn man die Entwicklung seit 2015 sieht, ist es ein riesiger Sprung, der gemacht wurde», findet die Stürmerin. Für den Moment müsse man zufrieden sein. Aber: «Für die nächsten Turniere muss es einen weiteren Schritt geben, das ist klar», fordert sie.
In der Vergangenheit waren die FIFA-Gelder nur an die nationalen Verbände verteilt worden, die wiederum selbst ihre Preisgelder für die Teams bestimmten. Jetzt werden die Prämien direkt an die WM-Akteurinnen bezahlt. Die Verbände erhalten noch zusätzliche Zahlungen - der Verband der künftigen Weltmeisterinnen zum Beispiel noch einmal über 4 Millionen Dollar.
Auch Meriame Terchoun sieht in der Prämie der FIFA einen guten Anfang. «Es ist endlich das, was wir verdienen und was uns zusteht», findet sie. Schliesslich würden sie täglich hart für den Fussball und für gute Resultate arbeiten. Künftig müsse der Betrag wieder neu angeschaut werden. «Der Frauenfussball wird sich weiterentwickeln», ist sich die in Frankreich beim Dijon FCO engagierte Angreiferin sicher.