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Oskar Pfenninger
Ueberfahrt
1995
Aus: Oskar Pfenninger. Ueberfahrt. 1995
Edi lässt die Augen ins Weite schweifen sieht offenes Land mit gelbblühenden Rapsfeldern; dazwischen dunkle Wäldchen, die sich wie Inseln ausnehmen. Im Westen versteckt sich hinter einem Kiefernhain ein Dorf. Ueber den Bäumen schwebt weisser Rauch, würziger Geruch brennenden Holzes. Eine Tempel glocke erschallt: ein dumpfer erdiger Ton. Nach langem Intervall wiederholt er sich, und so noch mehrmals. Die Sonne ist am Untergehen, der wolkige Himmel wird blassrot. Da überkommt Edi das Gefühl, als sei er hier geboren und aufgewachsen, als sei dies seine Heimat, in der er mit Fusa ein stilles, genügsames Leben führe.
...Fusa, die stets auf der Suche nach Heimat ist.
Renate: «Vielleicht ist Heimat eine Illusion. Sie aufgeben, macht frei - vielleicht.» «Stossen wir auf Gautama Buddha an! Der war es doch, der den Weg in die Heimatlosigkeit lehrte, nicht wahr?»
Zirkuszwerg: «Die Heimkehr, weisst du, ist die wichtigste Tat des Menschen.»