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IKT-Patente
2017 wurde die Definition für IKT-Patente geändert, um der Entwicklung des IKT-Sektors Rechnung zu tragen. Dies wirkt sich über den gesamten Zeitraum auf die Zeitreihen aus. Die Codeliste der Internationalen Patentklassifikation (IPC) im Bereich der IKT wurde aktualisiert, damit sie mit den OECD-Definitionen des IKT-Sektors und der IKT-Produkte übereinstimmt. Diese Revision wurde in einem 2017 veröffentlichten Arbeitsdokument beschrieben:
Inaba, T. et M. Squicciarini (2017), «ICT: A new taxonomy based on the international patent classification», OECD Science, Technology and Industry Working Papers, No. 2017/01, Éditions OCDE, Paris.
Patentanmeldungen beim PCT
Erfindungen können an mehreren Orten registriert werden, zum Beispiel beim Patentamt des eigenen Landes (in der Schweiz: Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum (IGE)), beim US Patent & Trademark Office (USPTO), beim Japanischen Patentamt (JPO) oder beim Europäischen Patentamt (EPA).
Der Schutz von Erfindungen kann auf mehrere Länder ausgedehnt werden, indem bei einem nationalen oder internationalen Patentamt eine Anmeldung gemäss dem Vertrag über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (PCT) eingereicht wird.
Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (PCT, Patent Cooperation Treaty)
Der Vertrag wurde am 19. Juni 1970 in Washington unterschrieben. Den ursprünglich 18 Unterzeichnenden schlossen sich bis 2016 insgesamt 151 Mitgliedstaaten an. Der Vertrag soll die Patentanmeldeverfahren vereinfachen, denn die Globalisierung verlangt nach einer gleichzeitigen Anerkennung eines Patents in möglichst vielen Ländern, was bisher kompliziert, langwierig und kostspielig war. Mit diesem Vertrag kann durch Einreichen einer einzigen internationalen Anmeldung der Patentschutz für eine Vielzahl von Ländern beantragt werden. Es müssen also nicht mehr mehrere nationale oder regionale Patente angemeldet werden. Die Erteilung der Patente erfolgt allerdings nach wie vor auf nationaler oder regionaler Ebene, und zwar in einer zweiten, sogenannten «nationalen Phase».
In den hier aufgeführten Statistiken sind gemäss PCT angemeldete Patente und Patentfamilien erfasst. Die Angaben zu den Patentanmeldungen gemäss PCT stammen vom Europäischen Patentamt. Diese Patentanmeldungen machen rund 97% sämtlicher gemäss PCT angemeldeter Patente aus.
Patentanmeldungen
Patentanmeldungen geben Aufschluss über die Innovationsleistungen eines Landes. Für die hier präsentierten Statistiken erfolgt die Zuordnung des Patents zu einem Land nach dem Wohnort der Erfinderin oder des Erfinders. So kann auch die technologische Innovationskraft der Forschenden und der Labors ermittelt werden. Massgebend ist das Prioritätsjahr.
Prioritätsjahr
Wird ein Patent für die gleiche Erfindung in mehreren Ländern angemeldet, beginnt der Patentschutz ab dem Moment, in dem das Patent bei einem Unterzeichnerland des PCT-Vertrags eingereicht wurde. Das Einreichdatum dieser ersten Anmeldung gilt als Prioritätsdatum bzw. Prioritätsjahr.
Methoden zur Zählung der Publikationen
Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) veröffentlicht jedes Jahr eine bibliometrische Analyse der wissenschaftlichen Forschung in der Schweiz.
Eine Publikation ist das Ergebnis der Forschung einer Autorin bzw. eines Autors oder mehrerer Autorinnen oder Autoren, die für eine oder mehrere Einrichtungen des gleichen Landes oder verschiedener Länder arbeiten. Es ist zwar einfach, alle Forscherinnen und Forscher, deren Namen im Artikel genannt sind, einer Einrichtung zuzuweisen und diese danach einem Land zuzuordnen. Die Zuordnung eines wissenschaftlichen Artikels zu seinen Autorinnen und Autoren, Institutionen und Ländern erfordert aber eine Methode, die über das einfache Zählen hinausgeht. Wie und wem soll man einen wissenschaftlichen Artikel zuordnen, der beispielsweise von 15 Co-Autorinnen und -Autoren aus sieben Institutionen in vier verschiedenen Ländern stammt?
Zunächst werden nur die Institutionen (denen die Co-Autorinnen und -Autoren angehören) gezählt. Jeder Artikel wird somit unter dem Namen der Institution oder der Institutionen erfasst, der oder denen die Co-Autorinnen und -Autoren angegliedert sind, und nicht unter dem Namen der Schreibenden (wenn mehrere von ihnen einer einzigen Einrichtung angehören, wird für diese Einrichtung nur eine Publikation erfasst). Die Anzahl Veröffentlichungen entspricht der Anzahl Institutionen, die im Adressfeld des Artikels erscheinen.
Danach werden alle weltweiten Publikationen in einen der 109 definierten wissenschaftlichen Unterbereiche eingeteilt. Dadurch werden die unterschiedlichen Zitierpraktiken der einzelnen Forschungsbereiche berücksichtigt und nur Publikationen mit gleichen Zitiermustern verglichen.
Schliesslich muss grundsätzlich zwischen zwei Zählmethoden unterschieden werden: (a) die fraktionale Zählung, bei der jeder Einrichtung, deren Name im Artikel erscheint, ein Teil dieses Artikels zugeschrieben wird. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Zahl der Publikationen exakt mit der Summe der Publikationen übereinstimmt, aber den Nachteil, dass die Anzahl der Beiträge der einzelnen Institutionen von der Anzahl der am Artikel beteiligten Institutionen abhängt; (b) die Vollzählung, bei der eine Publikation von Co-Autorinnen und -Autoren, die verschiedenen Institutionen angehören, für jede Institution, deren Adresse im Artikel aufgeführt ist, gezählt wird. Es wird also jede im Artikel erwähnte Institution so behandelt, als hätte sie eine Publikation veröffentlicht. Diese Methode hat den Nachteil, dass sie die Zahl der Publikationen mit der Zahl der darin erwähnten Institutionen multipliziert. Im vorliegenden Bericht wird trotzdem diese Zählung verwendet, weil sie die Leistungen der Institutionen deutlicher sichtbar macht.
Die Publikationen werden für Zeiträume von jeweils fünf Jahren gezählt.
Die im vorliegenden Bericht verwendeten Daten beruhen auf dem Science Citation Index (SCI), dem Social Science Citation Index Expanded (SSCIE) und dem Arts & Humanities Citation Index (A&HCI) von Clarivate Analytics (vormals Thomson Reuters) für die Jahre 2006 bis 2015.