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Bei Heinrich Wölfflin ausgebildet, fasste Sigfried Giedion (1888–1968) indes seinen Aufgabenbereich bedeutend weiter, als es das akademische Milieu, in das er hineingeboren wurde, vorschrieb. Der Kunst-, Architektur- und Kulturhistoriker begleitete die Moderne während einer mehr als vierzig Jahre umfassenden Zeitspanne als maßgeblicher Mitgestalter ihres Geschichtsbildes und ihres Bildes in der Geschichte, als ihr Interpret und Kritiker, als Vermittler ihrer Ambitionen und Propagator ihrer Ziele und schließlich auch als ihr Organisator (Generalsekretär CIAM). Seine historisch-theoretischen Schriften gelten immer noch als authentische Selbstdarstellungen der Moderne schlechthin. Auf diese Schriften bezieht sich das vorliegende Buch und versucht deren kritische Untersuchung.