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Zum zwölften Mal in Folge belegt die Schweiz den ersten Platz im kürzlich von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, WIPO) veröffentlichten Global Innovation Index 2022. Auf dem zweiten Platz folgen die USA, vor Schweden, Grossbritannien und den Niederlanden.
Doch was macht die Schweiz zur innovativsten Volkswirtschaft der Welt? Wie schafft es ein kleines Land mit 8,6 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 41.300 Quadratkilometern seit mehr als einem Jahrzehnt die innovativste Wirtschaft der Welt zu sein? Und, was können andere Länder aus dem Erfolg der Schweiz lernen?
Wie die Innovationskraft einer Volkswirtschaft gemessen wird
Ziel des alljährlich von der World Intellectual Property Organization (WIPO) herausgegebenen Global Innovation Index (GII) ist es, aufschlussreiche Daten über die Innovationsfähigkeit einer Volkswirtschaft bereitzustellen, wichtige Innovationsentwicklungen auf Länder- und Regionalebene zu verfolgen und politische Entscheidungsträger auf Basis einer umfassenden Datengrundlage bei der Bewertung ihrer Innovationsleistung sowie beim Treffen von fundierten innovationspolitischen Entscheidungen zu unterstützen.
Doch was ist eigentlich eine Innovation? Eine Innovation bezeichnet nach der allgemein anerkannten Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, sog. Oslo Manual, 2018) ein neues oder verbessertes Produkt oder Verfahren (oder eine Kombination davon), welches sich erheblich von bisherigen Produkten oder Verfahren unterscheidet und den potenziellen Nutzern zur Verfügung gestellt (Produkt) oder in Betrieb genommen wird (Verfahren). Unterschieden wird nach der Definition des Oslo-Handbuchs zwischen der "Innovation" als Ergebnis (d.h. der konkret "nutzbaren" Innovation) und den Aktivitäten, durch die Innovationen entstehen (sog. Innovationsaktivitäten).
Die Innovationskraft bemisst sich dementsprechend aus den Elementen einer Volkswirtschaft, welche die innovativen Aktivitäten ermöglichen und fördern sowie den Innovations-Outputs als Ergebnis innovativer Aktivitäten (World Intellectual Property Organization WIPO, 2022). Die Innovationskraft wird daher wissenschaftlich anhand einer Vielzahl an Faktoren wie etwa der Dichte der wissenschaftlichen Institutionen, des vorhandenen Humankapitals sowie anhand wichtiger Kennzahlen wie Forschungsausgaben, Infrastrukturinvestitionen, kreative Leistungen, private Kapitalinvestitionen und zukunftsorientierte Bildung ermittelt.
Was die Schweiz zum 12. Mal in Folge zur innovativsten Volkswirtschaft macht
Der GII zeigt die innovativsten Volkswirtschaften der Welt auf, indem er die Innovationsleistung von 132 Volkswirtschaften methodisch anhand einer Vielzahl an Faktoren bewertet und in ein Verhältnis zueinander setzt.
Die Schweiz verfügt über die leistungsstärksten Institutionen in Europa (Platz 2 weltweit) und ist regional sowie weltweit führend im Bereich der Innovations-Outputs. Die Exzellenz zeichnet sich insbesondere im Bereich von Wissens- und Technologie-Outputs, als auch im Hinblick auf Outputs der Kreativwirtschaft ab.
Zu den grössten Stärken der Schweiz, d.h. zu den Kriterien, bei denen das Land auf den Plätzen 1 bis 3 rangiert, gehören das wirtschaftliche Umfeld, die Zahl der Patente und Patentfamilien, der Unterhaltungs- und Medienmarkt, die Komplexität der Produktion und der Exporte sowie die Ausgaben für Software und die Hightech-Produktion.
Wenngleich zahlreiche Volkswirtschaften sehr effizient in der Umwandlung von Innovations-Inputs sind, zeichnet die Schweiz in der Gruppe der Volkswirtschaften mit hohem Einkommen besonders aus, dass sie bei vergleichbaren Innovations-Inputs deutlich höhere Produktions-Outputs erzielen kann als andere Volkswirtschaften wie die Vereinigten Staaten (Platz 2) oder Schweden (Platz 3).
Weitere interessante Erkenntnisse des Global Innovation Index 2022
Es zeichnet sich ab, dass die globalen Innovationsinvestitionen auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie florierten und im Jahr 2021 einen Boom erlebten: Die Anzahl an Patentanmeldungen sowie die veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel erreichten im Jahr 2020 ein Allzeithoch und knackten mit 2 Millionen Artikeln eine nie zuvor dagewesene Marke. Dieser Anstieg war jedoch auch durch die starken Investitionen in die Pandemiebekämpfung getrieben.
Die globalen Ausgaben in Forschung und Entwicklung (F&E) im Jahr 2020 wuchsen um mehr als 11 Prozent und auch im Jahr 2021 zeichnete sich ein konstantes Wachstum von fast 10 Prozent ab. Die F&E-Ausgaben lagen damit deutlich höher als noch im Jahr 2019 vor der Pandemie. Getrieben war der starke Anstieg hauptsächlich durch vier Branchen: IKT-Hardware und elektrische Ausrüstung, Software und IKT-Dienstleistungen, Pharmazeutika und Biotechnologie sowie Bauwesen und Industriemetalle.
Innovationsvorsprung durch neue Technologien und zukunftsorientierte Bildung
Zum zwölften Mal in Folge blickte die Welt bei der Veröffentlichung des Global Innovation Index in die Schweiz. Die Schweiz verfügt über eine hochentwickelte Infrastruktur, zahlreiche wissenschaftlichen Institutionen mit Exzellenzanspruch sowie Unternehmen, die konsequent in Forschung und Entwicklung, neue Technologien, kreative Leistungen, Infrastruktur und zukunftsorientierte Bildung investieren.
Die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen und Unternehmen in der Schweiz nach Spitzenleistungen streben, begeistert weltweit. Wohlverdient, Schweiz!
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Quellen und weiterführende Informationen
OECD/Eurostat (2018). Oslo Manual 2018: Guidelines for Collecting, Reporting and Using Data on Innovation, 4th Edition. The Measurement of Scientific, Technological and Innovation Activities, OECD Publishing, Paris/Eurostat, Luxembourg, https://doi.org/10.1787/9789264304604-en.
World Intellectual Property Organization (WIPO) (2022). Global Innovation Index 2022: What is the future of innovation-driven growth? Geneva. WIPO. DOI 10.34667/tind.46596 (225).
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