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Ein zentrales Element der sozialen Sicherheit bilden die sogenannten Sozialleistungen, das heisst die Ausgaben von öffentlichen und privaten Stellen, die darauf abzielen die Lasten von Haushalten und Einzelpersonen zu erleichtern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Grundsatz der Eigenverantwortung und der privaten Initiative gilt und das System der sozialen Sicherheit ergänzend wirkt (Art. 41 BV).
Die Sozialleistungen werden in die folgenden acht Risiken und Bedürfnisse (Funktionen) eingeteilt: Alter, Krankheit / Gesundheitsversorgung, Invalidität, Hinterbliebene, Familie/Kinder, Arbeitslosigkeit, Wohnen und soziale Ausgrenzung. Die funktionale Aufteilung erlaubt einerseits Aussagen über die Bedeutung dieser Funktionen und ermöglicht andererseits einen internationalen Vergleich, welcher auf Institutionsebene (AHV, IV, Berufliche Vorsorge, usw.) nicht möglich ist.
Ein zentrales Element der sozialen Sicherheit bilden die sogenannten Sozialleistungen, das heisst die Ausgaben von öffentlichen und privaten Stellen, die darauf abzielen die Lasten von Haushalten und Einzelpersonen zu erleichtern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Grundsatz der Eigenverantwortung und der privaten Initiative gilt und das System der sozialen Sicherheit ergänzend wirkt (Art. 41 BV).
Stand 22. Dezember 2021
Die wichtigsten Ergebnisse
Die Sozialleistungen beliefen sich im Jahr 2019 auf 183 Mrd. Franken, was 25,1% des BIP entspricht. Pro Kopf wurden 21‘303 Franken ausgegeben. In der beobachteten Periode von 1990 bis 2019 sind die Ausgaben im Bereich der sozialen Sicherheit kontinuierlich gestiegen. Zum Vergleich: die Ausgaben für die Sozialleistungen betrugen 1990 71,8 Mrd. Franken (zu Preisen von 2019).
Insgesamt werden mehr als 80% der Sozialleistungen zur Abdeckung der Funktionen Alter (43,1%), Krankheit / Gesundheitsversorgung (31,9%) und Invalidität (7,9%) aufgewendet. Bedeutend kleiner sind die Aufwendungen für die restlichen fünf Funktionen Hinterbliebene, Familie/Kinder, Wohnen, Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung (gemeinsam 17,1% aller Sozialleistungen). Die Anteile sind trotz des Anstiegs seit 1990 relativ stabil geblieben.
Kontext
Haupteinflussfaktoren der Ausgaben für Sozialleistungen sind demografische, soziale, wirtschaftliche und politische Veränderungen. Zwischen 1990 und 2019 sind sie in allen Bereichen ziemlich vergleichbar gestiegen.
Eine wichtige Ausnahme bildet die Funktion Arbeitslosigkeit, deren Ausgaben deutlich überdurchschnittlich gewachsen sind. Die Ausgaben für diesen Bereich schwanken mit dem Konjunkturzyklus, z. B. in der Folge der Rezessionen in den 1990er Jahren oder 2009. Im Jahr 2020 führte die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise zu einem erneuten Anstieg dieser Aufwendungen. Die Arbeitslosenversicherung schloss ihr Rechnungsjahr nur dank ausserordentlichen Interventionen des Bundes in der Höhe von 10,8 Mrd. Franken mit einem Überschuss von 0,1 Mrd. Franken ab.
Die Ausgaben für die Funktion Invalidität sind insbesondere zwischen 1990 und 2004 stark angestiegen. 2008 und in den darauffolgenden Jahren wurde dieser Trend durch Sanierungsmassnahmen gestoppt. Die IV verzeichnete zwischen 2012 und 2017 ein positives Resultat. Die finanzielle Situation der IV verschlechterte sich 2018 mit dem Ende der zusätzlichen Finanzierung (0,4 % Mehrwertsteuer) erneut. Seither weist diese Versicherung wiederum Defizite aus (-0,4 Mrd. Franken im Jahr 2020).
Die AHV schloss 2020 mit einem Überschuss von 0,6 Mrd. Franken ab. Die Aussichten für dieses System sind jedoch aufgrund der fortschreitenden demografischen Alterung der Bevölkerung negativ.
Vergleich mit subjektiven Daten
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Internationaler Vergleich

CHF KKP pro Einwohner
|Schweiz||20'795|
|Italien||14'910|
|Frankreich||18'977|
|Deutschland||20'431|
|Österreich||20'160|
|USA||--|
|EU (28 Länder) 2014||15'144|
|OECD - Total||--|
Tabellen
Methodologie
Die Sozialleistungen werden im Rahmen der Gesamtrechnung der Sozialen Sicherheit (GRSS) berechnet. Sie stützen sich auf die Methode des „Europäischen Systems der Integrierten Sozialschutzstatistiken“ (ESSOSS) von Eurostat und lassen sich international vergleichen. Die hier angegebenen Beträge sind Bruttowerte: Weder obligatorische Abgaben (Steuern, Sozialleistungen und Krankenkassenprämien) noch Steuerabzüge mit einer wesentlichen sozialpolitischen Komponente sind hier berücksichtigt.
Definitionen
Definition des Indikators
Sozialleistungen sind Sach- oder Geldleistungen von öffentlichen oder privaten Stellen, mit dem Ziel die Lasten privater Haushalte und Einzelpersonen zu decken. Dabei müssen zwei Kriterien erfüllt sein: Die Lasten lassen sich erstens auf eines von acht festgelegten Risiken bzw. Bedürfnissen (Alter, Gesundheit, Invalidität, Hinterbliebene, Familie/Kinder, Arbeitslosigkeit, Wohnen und Soziale Ausgrenzung) zurückführen. Zweitens müssen Sozialleistungen dem Kriterium der sozialen Solidarität genügen und/oder kraft eines Gesetzes oder einer kollektiven Vereinbarung obligatorisch sein.
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