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Drama von August Strindberg
Julie, die lebenslustige Tochter eines Grafen, ist auf der Suche nach etwas Sinnvollerem als der standesgemässen Heirat. In der rauschhaften Atmosphäre der Mittsommernacht lässt sie sich mit dem Diener Jean ein, dem Untergebenen, Fremden. Sie flirten heftig, Julie provoziert Jean, der mit ritterlichen und poetischen Gesten und Worten reagiert, aber Julie gleichzeitig warnt, er tauge nicht als Spielzeug.
Am nächsten Morgen ist jedoch der Reiz verflogen; es folgen Ernüchterung, Reue und Verzweiflung. Die Machtverhältnisse haben sich verschoben. Julie, die sich von ihrem gesellschaftlichen Korsett befreien wollte, kann mit der neuen Situation nicht umgehen.
Strindberg erzählt die Begegnung der beiden äusserst sensibel. Das 1889 von der Zensur verbotene, heute berühmteste Drama des einst als Skandalautor geltenden Strindbergs hat nichts von seiner Faszination verloren. Es ist ein frühes Stück über den Geschlechterkampf.
Foto: Daniel Devecioglu