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Ich suchte im Internet
So vor mich hin,
Und etwas zu finden,
Das war mein Sinn …
Als ein Kollege und ich vor einigen Wochen die neuen Ethik-Lektionen vorbereiteten, waren wir auf der Suche nach geeigneten einführenden Fallbeispielen. Plötzlich erinnerte ich mich spontan an eine Geschichte, die ich vor über vierzig Jahren in einem Karl-May-Buch gelesen hatte.
Ein Vater und ein Sohn waren auf einem Kirchendach beschäftigt, womit genau, wusste ich nicht mehr, wahrscheinlich als Dachdecker. Der Sohn bekam einen Schwindelanfall und hielt sich am Bein des Vaters fest. Daraufhin drohten beide abzustürzen. Der Vater hielt dies eine Zeit lang aus, dann drohte er mit dem Sohn abzustürzen. Also stiess er seinen Sohn gewaltsam von sich und liess ihn abstürzen.
Dies war meine Erinnerung. In welchem Buch ich das gelesen hatte, wusste ich nicht mehr. Immerhin hatte ich über 40 Bände von Karl May in jener Zeit gelesen. Natürlich kann man das Beispiel nun selber fertig konstruieren. Aber im Zeitalter des Internets sollte es doch möglich sein, die entsprechende Textstelle zu finden.
Also suche ich vor mich hin: Suchbegriffe „Dachdecker“ und „Karl May“. Als Antwort ein Zeitungsartikel, in dem von einem Dachdecker in Biel berichtet wird, der vom Dach gestürzt sei. In einer Reklame auf derselben Seite: „Mögen Sie Abenteuerromane von Karl May?“ Falsche Fährte. Antwort Amazon:
Riesige Auswahl Dachdecker, Karl May Klassiker und und viele weitere Artikel im Bereich Bücher zu dauerhaft niedrigen Preisen.
Das ist wohl auch nichts.
Es gilt also, die Suchstrategie einzuengen. Ich fixiere mich in meiner Suche auf das deutsche Projekt Gutenberg. Dort ist eine Suche innerhalb der Texte des Projektes möglich.
Jetzt sehen die Resultate schon ganz anders aus.
Old Surehand, das wäre möglich, ich erinnere mich, dass ich dieses Buch tatsächlich einmal gelesen habe. Ein Klick auf die entsprechende Seite bringt mich direkt ins Kapitel 2:
Ich beginne also das Kapitel von Anfang an zu lesen, und siehe da, das ist genau die Geschichte, an die ich mich vage erinnert habe.
Zwei Schieferdecker hatten auf der Spitze eines sehr hohen Kirchturmes eine neue Wetterfahne anzubringen … Der eine Schieferdecker war ein alter, erfahrener Meister, der andre sein Sohn, der eine Frau und vier Kinder hatte. (…) Da hört man oben einen Schreckensruf erschallen; der Sohn hat ihn ausgestossen; der Vater antwortet ruhig und ermahnend; der Sohn ruft wieder, und gleich darauf stösst die Menge einen einzigen, vielstimmigen Schrei des Entsetzens aus, denn der Alte hat den Sohn, der ihn am Fusse fasste, mit einem kräftigen Tritte von der Leiter geschleudert, so dass er in die grausige Tiefe stürzt und dort zu einem wirren Haufen von Fleisch und Knochen zerschellt.
Das man mit solch vagen Erinnerungen eine Textstelle wiederfindet, das hat mich wirklich sehr angenehm überrascht. Überrascht hat mich aber auch, dass ich mich an solche Einzelheiten aus der Lektüre meiner Jugendzeit erinnert habe, und die Lektüre dieser Bücher von Karl May hat damals in rekordverdächtigem Tempo stattgefunden. Aber wie heisst es doch so schön? Eine andere Erinnerung aus dem Latein-Unterricht:
Ich habe übrigens das Buch eben auf meinen Kindle geladen, es kostet nichts. In den kommenden Ferien werde ich mal wieder einen Blick in Old Surehand werfen. Im Moment ist Karl May ohnehin in den Medien sehr präsent, anlässlich seines 100. Todestages.
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Tages-Anzeiger: Warum Karl May so erfolgreich ist.
Ein Interview mit Ingrid Tomkowiak, einer gegenüber May sehr kritisch eingestellten Literaturwissenschaftlerin.
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Tages-Anzeiger: Der Shakespeare der Buben.
Von Marin Haller.
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Coop-Zeitung: Karl May: 100 Jahre tot und doch lebendig.
Chef-Redaktor Blog von Matthias Zehnder.
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Coop-Zeitung: Warum Karl May gut tut.
Eine kurze Reportage, ein Interview mit Elmar Elbs, Präsident der Karl-May-Freunde Schweiz, und Buchtipps.
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Coop-Zeitung: Das Karl-May-Quiz.
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Webseite der Karl-May-Freunde Schweiz.
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Harald Fricke: „Karl May und die literarische Romantik“
und „Wie trivial sind Wiederholungen?“ Drei Aufsätze von Harald Fricke.