Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/85737

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht darüber zu erstellen, wie sich in den letzten zehn Jahren die Administration und die Ausgaben für Marketing an den Fachhochschulen entwickelt haben. Dabei soll auch gezeigt werden, ob und wie die Administration in die Belange der Lehre und Forschung eingreift und ob und wie die gesetzlich vorgeschriebenen Mitwirkungsrechte der Dozierenden beachtet werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Aufgabe der Träger und der Fachhochschulleitungen ist es, leistungs- und konkurrenzfähige Hochschulen zu führen, die praxisnahe, qualitativ hochstehende Ausbildungen anbieten und einen engen Bezug zu den regionalen Bedürfnissen von Wirtschaft und Gesellschaft pflegen. Die Dozierenden nehmen bei der Umsetzung dieses Leistungsauftrags eine zentrale Stellung ein. Ihre Zufriedenheit ist entscheidend für die Attraktivität und die erfolgreiche Verankerung der Hochschule in Wirtschaft und Gesellschaft. </p><p>Die sieben öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen haben ihre Führungs- und Organisationsstrukturen in den letzten Jahren weiterentwickelt, teilweise grundsätzlich erneuert und an die neuen Anforderungen angepasst. Der Bundesrat hat eine umfassende Überprüfung der sieben öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen am 2. April 2008 abgeschlossen. </p><p>- Fünf Fachhochschulen erfüllen die Anforderungen an eine zweckmässige Organisation, zwei Fachhochschulen werden bis Ende 2008 noch Anpassungen vornehmen müssen und die eingeleiteten Schritte in einem Bericht aufzeigen. </p><p>- Die Fachhochschulen verfügen über etablierte und funktionierende Regeln der Mitwirkung der Hochschulangehörigen, namentlich der Dozierenden. Die interne Ausgestaltung liegt in der Autonomie der Fachhochschule. Es ist nicht Aufgabe des Bundes, auf Hinweise hin in einzelne Abläufe der Fachhochschulen einzugreifen. Vielmehr verfügen die Hochschulen und deren Angehörige (Dozierende, Mittelbau, Studierende) über eigene Instrumente und Verfahren, notwendige Korrekturen anzustreben. </p><p>Die Fachhochschulen führen seit 1999 eine Kostenrechnung und weisen die Administrationskosten separat aus. Der Anteil der Administrationskosten beträgt im Schweizer Durchschnitt seit 2004 rund 10 Prozent. Ein Anstieg ist in den letzten Jahren nicht feststellbar. Vielmehr ist es den Fachhochschulen gelungen, die Kosten pro Studierenden in der Periode 2004-2007 um durchschnittlich 15 Prozent zu senken. Die Entwicklung der Führungs- und Organisationsstrukturen in den einzelnen Fachhochschulen muss mit unterschiedlichem Handlungsbedarf weitergehen. Dem Motionär ist dabei zuzustimmen, dass neben der Steigerung von Effizienz, Effektivität und Qualität in der Angebotsgestaltung auch den Mitwirkungsrechten, einem günstigen Umfeld und der Zufriedenheit der Hochschulangehörigen sowie der Effizienz in der Administration hohe Beachtung zu schenken ist.</p><p>Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) wird in den nächsten Jahren, koordiniert mit dem Schweizerischen Fachhochschulrat der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und in enger Zusammenarbeit mit der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH) die Entwicklung der Fachhochschulen, namentlich den Wechsel auf das Bachelor- und Master-System, eng verfolgen. Der Bundesrat wird die sich daraus ergebenden Ergebnisse in die nächste Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation einfliessen lassen, wie er bereits in seiner Stellungnahme vom 13. März 2008 zum Postulat Widmer 08.3073, "Bologna-Prozess. Evaluieren", ausgeführt hat. </p><p>Konkrete Anhaltspunkte, die eine separate Massnahme im Sinne der Motion rechtfertigen würden, liegen nicht vor.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.