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Ar 201.243
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Ar 201.243
1976
0.1 m
Die drei schweizerischen Gewerkschaftsbünde SGB (Schweizerischer Gewerkschaftsbund), CNG (Christlichnationaler Gewerkschaftsbund der Schweiz) und SVEA (Schweizerischer Verband evangelischer Arbeitnehmer) starteten am 25. August 1971 ein Volksbegehren für die Einführung der Mitbestimmung. Die dafür notwendige Anzahl von 50‘000 beglaubigten Unterschriften wurde mit mehr als 160‘000 deutlich überschritten. Bei der daraus resultierenden Volksabstimmung vom 21. März 1976 fand jedoch weder gewerkschaftliche Mitbestimmungsinitiative noch der Gegenvorschlag der Bundesversammlung eine Mehrheit. Beide Vorlagen wurden mit etwas weniger als 35% Ja-Stimmen abgelehnt; die Wahlbeteiligung betrug 39.3%.
Über Umfang und Ausgestaltung von Werbefeldzügen vor Volksabstimmungen konnten damals lediglich Mutmassungen angestellt werden, da zuverlässige Informationen fehlten. Um diese Informationslücke zu schliessen, lancierte der Internationale ARGUS der Presse eine Studie. Gesammelt wurden alle im Abstimmungskampf erschienen Inserate. Mit der Auswertung und Interpretation wurde Dr. oec. Markus Fischer beauftragt, dessen Dissertation über die Mitwirkung der Angestellten in Schweizer Banken besondere Beachtung gefunden hatte. Die von Markus Fischer verfasste Studie gewährt einen Überblick über die Abstimmungskampagne mit besonderer Berücksichtigung des Zeitungsinserates.
Die Untersuchung von M. Fischer war auf die Inserate-Kampagne begrenzt. Daneben wurden im Abstimmungskampf auch eingesetzt: Plakate/Anschläge, redaktionelle Artikel, Flugblätter, öffentliche Veranstaltungen und PR-Aktionen wie z.B. der "Mitbestimmungs-Bus".
Dem Schweizerischen Sozialarchiv übergeben im April 2011 von Markus Fischer, Trin GR/Kantonsbibliothek Graubünden
Studie in vier Teilen mit einer 88-seitigen Auswertung und Interpretation
Im Abstimmungskampf erschienen 1075 Inserate für die Initiative, 3500 für den Gegenvorschlag und 175 für ein doppeltes Nein. Die Inserate für die Initiative waren entsprechend den demographischen Sprachanteilen gestreut, der Gegenvorschlag wurde vor allem in der Deutschschweiz beworben. Zeitfenster: Intensive Bewirtschaftung in den letzten drei Wochen mit Spitze am Freitag vor der Abstimmung, mehr Insertionen erfolgten jeweils in der zweiten Wochenhälfte mit Kulminationspunkten an Freitagen. Die Inserate-Kampagne wie die Diskussion waren begrifflich unklar mit engen Argumentationslinien auf beiden Seiten. Die Kampagne reduzierte sich gegen Ende auf Parolen mit polemischem Charakter. Die Frauen wurden vor allem von den Initianten einbezogen.
Es wurden keine Kassationen vorgenommen.
Neuzugänge werden nicht erwartet.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Willy Spieler: Die Mitbestimmungsinitiative vor dreissig Jahren, in: Neue Wege, Bd.100/2006, S. 46-51
Bearbeitet am 20.09.2011 von U. Kälin