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Durchblutungs- (Perfusions-) messungen und Kontrastmittelspätaufnahmen des Herzmuskels
Eine verminderte Blutversorgung des Herzmuskels ist Ursache der koronaren Herzerkrankung (KHK) sowie des Herzinfarktes. Somit kommt der Beurteilung der Blutzufuhr im Herzmuskel eine besondere Bedeutung zu. Dem Kardio-MRT eröffnet sich auch hier die Möglichkeit, an ausgewählten Arealen des Herzmuskels nach Gabe eines gut verträglichen Kontrastmittels (Gadolinium als Grundbestandteil) den Durchfluss des Kontrastmittels durch den Herzmuskel zu messen ("first pass" Perfusion). In minderversorgten Herzmuskelarealen kommt es zu einem verlangsamten Signalintensitätsanstieg durch das Kontrastmittel, der in Form einer Anreicherungskurve dargestellt werden kann.
Von grossem Nutzen ist die anhand von sogenannten Spätaufnahmen ("late enhancement") zu beurteilende Ausdehnung von Herzinfarktarealen als wichtige Vorinformation vor geplanter Stentimplantation oder vor Herzkranzgefässoperation (Bypass-OP).
Narbendarstellung im Kammerblick. Helle Areale
Typische Fragestellungen sind:
- Messung der regionalen Myokardperfusion bei koronarer Herzerkrankung (Ruhe- und Belastungsuntersuchung)
- Kardiomyopathien, Myokarditis (Herzmuskelerkrankung) zur Darstellung von Fibrose und Nekrose
- Beurteilung der Vitalität, Narbenbildung des Myokards bei Zustand nach Herzinfarkt , wichtig vor Bypassoperation oder PTCA/Stentimplantation
- Adenosin-Stress-Durchblutungsanalyse des Herzmuskels
- Dobutamin-Stress zur Wandbewegungs- und Durchblutungsanalyse des Herzmuskels
Die Stress-Magnetresonanztomographie ist eine Untersuchung, die mit hoher Genauigkeit Durchblutungsstörungen am Herzen nachweisen kann. Hierbei werden im Wesentlichen zwei Medikamente während der Untersuchung verabreicht: 1. Adenosin und 2. Dobutamin.
Bei unklaren Brustschmerzen/Luftnot kann mit hoher Zuverlässigkeit (ca. 90-95 % Genauigkeit) geklärt werden, ob eine koronare Herzkrankheit (KHK) zugrunde liegt. Im Falle einer bereits bekannten KHK, z. B. nach PTCA/Stentimplantation oder nach Bypass-Op, kann ein Fortschreiten der Erkrankung erfasst werden, also die Wirkung einer erneuten Gefässverengung oder eines Bypass-Verschlusses auf die Durchblutung ermittelt werden.
Untersuchungstechnik und -ablauf der Stressuntersuchung:
- Adenosin: Die Untersuchung findet in der "Röhre" statt. Obwohl unser Kardio-MRT sehr kurz ist, sind dennoch Kopf und Oberkörper gerade noch im Gerät. Sie tragen während der Untersuchung einen Kopfhörer. Eine Verständigung mit dem Kardiologen und dem Radiologen ist über eine Gegensprechanlage jederzeit möglich. Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten. Zu Beginn wird eine kleine, dünne Kunststoffkanüle in eine Armvene gelegt, der Blutdruck wird über eine Blutdruckmanschette an Ihrem Arm automatisch alle 2-3 Minuten gemessen, es wird kontinuierlich ein EKG abgeleitet. Nachdem eine Basisuntersuchung, die nur einige Minuten dauert, durchgeführt wurde, beginnt über eine kleine Spritzenpumpe die Medikamentengabe (Adenosin). Adenosin ist ein Medikament, mit dem wir eine körperliche Belastung simulieren können, d. h. durch das Medikament steigt im Verlauf der Untersuchung der Sauerstoffverbrauch des Herzens, das Herz schlägt in der Folge auch etwas schneller und kräftiger. Der Blutdruck kann im Verlauf etwas ansteigen. Die Wirkdauer des Adenosins ist von extrem kurzer Dauer (nur ca. 5 sek.).
Video
- Dobutamin: Der Ablauf ist im Wesentlichen dem des Adenosins vergleichbar. Dobutamin ist ein körpereigenes Stresshormon mit kurzer Wirkdauer. Bei der Dobutamin-Stressuntersuchung wird neben der Durchblutung jedoch zusätzlich die Wandbewegung unter Stress in Bildern aufgenommen. Das Medikament wird in vier Stufen (alle 3 Minuten) mittels Venenkanüle verabreicht. Der Patient merkt einen zunehmenden schnellen Pulsschlag sowie ggfs. einen Anstieg seines Blutdruckes. Zu jedem Zeitpunkt findet eine Kreislauf- und EKG-Überwachung statt. Innerhalb jeder der vier Stufen wird der Patient zusätzlich nach seinem Befinden befragt. Gibt er zunehmende Brustschmerzen oder ausgeprägte Belastungsluftnot an, wird die Untersuchung beendet. Nach ca. 3-5 min ist die Substanz vollständig abgebaut und der Pulsschlag normalisiert sich.