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Kurze Geschichte der Pfarrei
Die älteste Namensform, die uns bekannt ist, heisst REIDIN. Sie kommt schon im Urkundenbuch des Klosters Engelberg vor um das Jahr 1210.
1498 wurde die Wigger bei Reiden grade gelegt. Sicher ist, dass sie im früheren Zustand in vielen Windungen durchs Tal floss. Diese Tatsache genügt für die Entstehung des Ortsnamens. Mittelhochdeutsch bedeutet reide (winden, drehen).
Über die Frühzeit der Pfarrei Reiden wissen wir erstaunlicherweise wenig, weil es sich um eine 60. Mark-Pfarrei, somit um eine alte Grosspfarrei handelt. Diese bedeutende Pfarrei ging mit der Gründung der Johanniterkommende 1284 an den Johanniterorden über, bildete quasi das Kernstück der Kommende Reiden. Es ist also möglich, dass Reiden früher unter einem Kloster versorgt wurde, was der Provinzprior Wolfram April 1271 bestätigt. Der Johanniterorden hat also mehr als ein halbes Jahrtausend die Seelsorge in der Pfarrei ausgeübt. Wer mehr über diese lange Zeit erfahren will, kann dies der Chronik der Pfarrei Reiden von Pfarrer Josef Grossmann entnehmen. Der erste Pfarrer war Johann Isenegger nach der Ablösung durch den Staat 1863. So wurde Reiden eine eigene Pfarrei, welche aber immer noch mit dem Staat Luzern (Kantonsregierung) verbunden war.
Die volle Ablösung erfolgte mit einem Vertag zwischen dem Staat Luzern (Regierungsrat) und der kath. Kirchgemeinde (Kirchenverwaltung) Reiden betreffend Ablösung Kollaturverpflichtungen des Staates gegenüber der Pfarrkirche, den geistlichen Pfründen und der Pfarrei Reiden am 10. Januar 1951.
Pfarreileben in früherer Zeit.
Neben dem Kirchenschatz, welcher bei den Gebäuden erwähnt wird, sind unsere handgeschrieben Bücher:
Jahrzeitenbuch um 1600, 1. Taufbuch 1634 (wichtig für Ahnenforscher, denn nur Pfarreien verfügen so weit zurück über diese Aufzeichnungen). Es zeigt, dass also schon in früher Zeit sich die Menschen die Worte aus dem Buch der Makkabäern 2,46 ernst nahmen, wo es heisst „man solle für die Verstorbenen beten“. Ein Blick in dieses alte Buch ist eine wahre Freude. Bittgänge reichen weit zurück. Zu jener Zeit, waren die Menschen auf das Gebet angewiesen, um Abwendung schwerer Heimsuchungen, Feuersbrunst, Pest, Hunger, Krieg und Wassernot. Auch die Sorge um gute Ernte und Glück in Haus und Hof war darin eingeschlossen. Die Bittgänge in neuerer Zeit mussten wegen zunehmendem Verkehr und Arbeitszeiten stark reduziert werden. D.h. aber nicht, dass wir das Gebet nicht mehr brauchen. Im Gegenteil, es täte manchmal gut, wir würden uns wieder mehr darauf besinnen. Was heute soziale Einrichtungen leisten, oblag in früherer Zeit den Bruderschaften. Diese übernahmen viele ehrenamtliche Aufgaben in Kirche, Pfarrei und Betreuung von Bedürftigen Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen. Soziale Aufgaben übernahmen Staat und Kirche und die verschiedenen Vereine machten sich nützlich.