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Die Noten haben nicht ausgedient
Weiterhin wichtiger Bestandteil der Schülerbeurteilung
Die Freiburger Primar- und Orientierungsschulen verzichten nicht auf Noten. Diese sind weiterhin wichtig, wenn es um die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler geht.
Der Staatsrat hat am Montag seinen Bericht «über die Wiedereinführung von Noten in der Primarschule» veröffentlicht. Darin gibt er zu verstehen, dass die Noten neben den Beurteilungen nach wie vor ihre Berechtigung haben.
Die Freiburger Regierung hat ihren Bericht nach einem überwiesenen Postulat der beiden CVP-Grossräte Jean Deschenaux und Isabelle Joye ausgearbeitet. Sie hatten ihren Vorstoss eingereicht, weil sie befürchteten, dass in der welschen Primarschule die Noten diskussionslos abgeschafft werden. Der Staatsrat hatte in der Folge eine französischsprachige Arbeitsgruppe eingesetzt, welche die Beurteilungspraxis untersuchen und Vorschläge unterbreiten sollte.
Der Staatsrat befürwortete die Vorschläge der Arbeitsgruppe und bestätigt nun, dass die französischsprachige Primarschule aus drei Zweijahreszyklen bestehen soll. Der Kindergarten soll zum ersten Zyklus (1. und 2. Klasse) hinzugefügt werden. Im ersten und zweiten Zyklus werden die Schülerinnen und Schüler in den ersten drei Semestern mittels Beurteilungen über die Zielerreichung informiert, jeweils im vierten Semester gibt es dann Noten. Im dritten Zyklus (5. und 6. Klasse) sowie in der OS sind nach jedem Semester Noten vorgesehen.
Noten in Deutschfreiburg ab 3. Klasse
Laut Staatsrat entspricht dies weitgehend den in Deutschfreiburg angewandten Bestimmungen. Eine Ausnahme bildet der Ansatz der Zweijahreszyklen, den man in Deutschfreiburg nicht kennt. Noten gibt es in Deutschfreiburg heute erstmals am Ende des dritten Schuljahres. Von der dritten bis fünften Klasse gibt es am Ende eines jeden Schuljahres Noten, in der sechsten Klasse sowie in der OS am Ende eines jeden Semesters.
Probeweise neues Schulzeugnis
Dem Bericht des Staatsrates kann weiter entnommen werden, dass das Amt für den deutschsprachigen obligatorischen Unterricht vorschlägt, beim nächsten Schulanfang probeweise ein neues Schulzeugnis einzuführen. Dieses soll die ganze Schulzeit betreffen und drei Bereiche beurteilen: Beherrschung der verschiedenen Lernvorgänge (kognitiver Bereich), die persönlichen und die sozialen Kompetenzen. «Der kognitive Bereich wird in der Primarschule mit Beurteilungen und Noten, in der OS nur mit Noten beurteilt», hält der Staatsrat fest. Diese sollen in der Primarschule von 6 bis 3, in der OS von 6 bis 1 ausgedrückt werden.
Die verschiedenen Kompetenzen der Schülerin oder des Schülers werden anhand von sechs Kriterien beschrieben: Selbstständigkeit, Fleiss, Sorgfalt, Motivation, Zusammenarbeit, Einhaltung der Regeln im Schulalltag, die als «gut» oder «zu verbessern» qualifiziert werden. «Die Lernprozesse sind ebenfalls Gegenstand einer Beurteilung, die jedoch nicht im Schulzeugnis erscheint. Es ist Sache der Lehrkräfte, ihre Schülerinnen und Schüler regelmässig über ihre Fortschritte zu informieren; dazu werden den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und den Eltern Beurteilungsinstrumente in die Hand gegeben», schreibt der Staatsrat.
Das Schulzeugnis werde zweimal pro Jahr abgegeben, jeweils am Ende eines Semesters. «Pro Schuljahr findet mindestens einmal ein Elterngespräch statt», verspricht er weiter. az