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Ist es möglich, ein Formel-1-Rennen nach zwei Kollisionen, einem Reifenschaden, einer Durchfahrtsstrafe und insgesamt sechs Boxenstopps noch zu gewinnen? Eigentlich nicht. Am 12. Juni 2011 schaffte Jenson Button aber Unmögliches.
Im Regenchaos von Montreal schnappte sich der Brite den Führenden Sebastian Vettel auf der letzten von total 70 Runden und gewann den legendären GP von Kanada vor dem Deutschen.
Vom letzten auf den ersten Platz
Was Button zuvor alles hatte einstecken müssen, sucht bis heute seinesgleichen.
- Runde 8: Hamilton attackiert McLaren-Teamkollege Button und verursacht einen Crash. Hamilton muss aufgeben, Button fährt in die Box.
- Kurz darauf kassiert Button eine Durchfahrtsstrafe, weil er während der Safety-Car-Phase zu schnell unterwegs gewesen sein soll.
- Nach der 2-stündigen Regenunterbrechung kommt es in Runde 37 zu einem Rennunfall. Die Involvierten: Fernando Alonso und Button. Nur der Brite kann nach einem weiteren Boxenstopp weitermachen.
- Nach 40 von 70 Runden liegt Button an letzter Position.
Dennoch dachte der Engländer nicht ans Aufgeben. Tatsächlich nahm das Rennen für Button noch eine glückliche Wendung. 15 Runden vor Schluss löste eine Kollision zwischen Sauber-Pilot Kamui Kobayashi und Lotus-Fahrer Nick Heidfeld eine weitere Safety-Car-Phase aus.
Plötzlich war das Podest wieder in Griffnähe. Doch nicht nur das: Button machte auf dem immer trockener werdenden Circuit auf der Ile Notre-Dame Rang um Rang gut, war plötzlich Zweiter.
Es war schliesslich ein Verbremser Vettels auf der allerletzten Runde, der Button nach einer Achterbahnfahrt den ersten Saisonsieg einbrachte.
Rennen der Rekorde
Aufgrund der regelmässigen Regenschauer ging der GP Kanada 2011 mit einem Durchschnittstempo von 74,9 km/h als das langsamste Rennen in die Geschichte ein. Mit insgesamt 4:04,39 Stunden war es zudem der längste Grand Prix aller Zeiten.
Doch damit nicht genug der Rekorde. Insgesamt war das Safety Car während 30 Runden im Einsatz. Auch diese Marke ist bisher unerreicht. Genauso wie die 6 Boxenstopps, welche der spätere Sieger hinter sich gebracht hatte.