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Dominik Livakovic und Emiliano Martinez waren vor der WM nur Kennern ein Begriff. Inzwischen sind sie Penalty-Helden und mitunter die Hoffnungsträger im Halbfinal zwischen Kroatien und Argentinien.
Wer hätte gedacht, dass es ein Argentinier mal schaffen würde, Lionel Messi das Rampenlicht streitig zu machen. Am Freitag war es so weit: Martinez machte sich zum Helden einer Nation. Der 30-jährige Torhüter hielt im Penaltyschiessen gegen die Niederlande gleich die beiden ersten Versuche. Er sprang rechts, er sprang links, und schliesslich sprang er vor Freude.
Martinez debütierte erst vor einem Jahr in der argentinischen Nationalmannschaft. Zu Beginn der WM-Qualifikation stand er in der Trainergunst noch hinter Franco Armani, der an diesem Turnier zwar die Nummer 1 auf dem Rücken trägt (Martinez die Nummer 23), jedoch längst nur noch zweite Wahl ist.
Bei Aston Villa Spieler der vorletzten Saison
Ins Herz geschlossen haben die Südamerikaner Martinez spätestens nach dessen Auftritte an der letztjährigen Copa América. Dort zeichnete er sich bereits als Penalty-Killer aus, als er im Halbfinal gegen Kolumbien drei der fünf Schüsse abwehrte. Beim 1:0-Sieg im Final gegen Erzrivale Brasilien blieb er zum vierten Mal an diesem Turnier ohne Gegentor.
Dass Martinez’ Qualitäten so spät erst in Erscheinung traten, hängt mit seiner unsteten Clubkarriere zusammen. Von 2012 bis 2020 stand er zwar bei Premier-League-Club Arsenal unter Vertrag, wurde jedoch ständig ausgeliehen. Erst im Juni 2020 erhielt er nach Bernd Lenos Verletzung die Chance, sein Können länger unter Beweis zu stellen. Er bestritt die letzten neun Partien der Saison und empfahl sich für höhere Aufgaben. Weil Arsenal in der Folgesaison dennoch nicht auf ihn setzte, wechselte er zu Aston Villa, wo er nach 38 Einsätzen von den Fans zum Spieler der Saison 2020/21 gewählt wurde.
Livakovic liess Neymar und Co. verzweifeln
Etwas länger im Fokus steht der kroatische Goalie Livakovic. Nach der WM 2018 übernahm er die Position des Stammkeepers von Danijel Subasic. Dieser hatte mit seinen Leistungen in Russland grosse Fussstapfen hinterlassen, die sein Nachfolger inzwischen ausfüllen konnte. In zwei Penaltyschiessen hielt der 27-Jährige insgesamt vier Penaltys, wobei er besonders die Brasilianer bereits in der regulären Spielzeit mit seinen Paraden verzweifeln liess.
Auf Clubebene hat Livakovic allerdings noch nie ausserhalb Kroatiens gespielt. Nach vier Jahren bei NK Zagreb wechselte er 2016 zu Rekordmeister Dinamo Zagreb, mit dem er immerhin auch regelmässig auf internationaler Bühne spielte.
Spätestens jetzt sind beide Namen weitherum bekannt. Und am 18. Dezember bekommt einer von ihnen die Chance, um den Weltmeistertitel zu spielen. Argentinien ist der klare Favorit – allerdings war das im Viertelfinal auch Brasilien.
Entsprechend locker gab sich der kroatische Trainer Zlatko Dalic in der Pressekonferenz: «Wir spielen gegen das grossartige Argentinien mit seinem Leader Lionel Messi. Aber sie stehen vielleicht etwas mehr unter Druck als wir.» Mit dem bewährten Rezept – aufbauend auf einen starken Torhüter – will das kleine Land (knapp 4 Millionen Einwohner) auch die nächste Fussball-Grossmacht Südamerikas in Verlegenheit bringen.