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mit
einer zusammenhängenden künstlichen Steinmasse bedeckter Fußboden. Schon die Griechen und Römer
[* 4] wandten
Estrich in ihren Bauten an. Der Ziegelestrich oder signische Estrich (pavimentum testaceum s.
signium) ruhte auf einer Steinunterlage, bestand aus 3 Teilen hart gebrannter, zerstoßener Ziegel und 1 Teil
Kalkmörtel und findet sich noch häufig in den Überresten altrömischer Bauten. Die italienischen Estriche sind denen der
alten Römer nachgebildet, die Steingrundlage wird durch Schotter ersetzt und der Überzug aus einem Gemenge von kleinen, rohen
Bruchsteinen und Kalkmörtel, das schichtenweise aufgetragen wird, oder aus einem Gemenge von 2 Teilen
zerschlagener, hart gebrannter Dach- und Mauerziegel und 1 Teil Kalk hergestellt.
Der erstere besteht aus einer sorgfältig geebneten Lage trocknen Sandes, worauf man verdünnten Gips
[* 5] ausgießt,
der mit Schlaghölzern gedichtet und mit eisernen Kellen geglättet wird. Zur Herstellung des letztern wird der fette, am
besten mit etwas Thon vermischte Lehm in erforderlicher Dicke aufgeschüttet, angefeuchtet, meist zuerst durch Pferde
[* 6] oder Rinder
[* 7] gut ausgetreten und sodann mit Schlägeln (Pritschbleueln) mit Unterbrechungen so lange geschlagen, bis
diese Masse völlig trocken, fest und ohne Risse ist.
Ein diesem ähnliches Verfahren erfordert der Tennenlehmestrich, welcher auf trocknem und nassem Weg hergestellt wird. Was
die Estriche über Gebälken in den Geschossen, welche bei Feuersbrünsten das Holzwerk gegen Entzündung,
z. B. durch herabfallende brennende Balken, wirksam schützen sollen, betrifft, so erhält das Gebälk zuerst eine Bedielung,
oft eine doppelte, welche gut gespundet und im letztern Fall so zu legen ist, daß die obere die Fugen der untern deckt.
Über diese Bedielung wird eine Lehmschicht gebracht, damit der in der Estrichmasse enthaltene Kalk das
Holz
[* 8] nicht unmittelbar berührt. Erst auf einer solchen Unterlage werden die verschiedenen Estriche geschlagen. Der Gipsestrich
findet bei hinlänglicher Stärke
[* 9] des Gebälks auch ohne vorherige Bedielung Anwendung; nur muß im letztern Fall der Grund
mit der obern Balkenfläche einen Lehmestrich erhalten und dieser mittels Setzwage und Richtscheit gehörig
geebnet und abgeglichen sein.
Der gemeine Lehmestrich über Gebälken empfiehlt sich nicht nur für die ebenen Böden der landwirtschaftlichen Gebäude:
Viehställe, Schuppen etc., sondern der Wohlfeilheit und Feuersicherheit wegen auch für Dachböden.
Er kann ebenfalls unmittelbar auf die Balken und auf die ausgefüllten Balkenfächer gelegt und seine Güte durch
Beimischung von Rindsblut u. dgl. bedeutend erhöht
werden, erfordert aber mindestens eine Dicke von 10 cm und tüchtiges Schlagen. Soll der Estrich größere Festigkeit
[* 10] gewähren oder
größere Eleganz besitzen, so wird er bez. aus Pflastersteinen, Fliesen,
[* 11] steinernen Platten und aus Marmor oder als Musivwerk
gefertigt. Zur Herstellung eines bunten Estrichs wird aus einem Gemenge von ⅓ Marmormehl, ⅓ feinem
trocknen Zement und ⅓ gesiebtem Kalk ein Teig bereitet, auf den Estrich aufgetragen und so lange geschlagen, bis
¶
mehr
keine Spur der Ramme
[* 13] mehr sichtbar ist. Nachdem diese Masse mit weißem Wachs gehörig geglättet worden, kann man Felder oder
Verzierungen andrer Art in 1 cm Vertiefung in dieselbe eingraben, welche mit einem Kitt aus Kalk, gefärbtem Zement und einer
beliebigen Erdfarbe, alles zu gleichen Teilen, ausgefüllt werden, worauf man diese Füllung stark einstampft,
abreibt und glättet. Auch grob gesiebter Hammerschlag kann zu dieser Füllung verwendet werden und gibt dem Estrich ein marmorartiges
Ansehen. Im weitern Sinn sind auch die Asphaltböden nichts andres als Estriche.