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Die Selektion auf der Sekundarstufe I ist eine entscheidende Weichenstellung in der Bildungslaufbahn. Sie lenkt die Schülerinnen und Schüler in Richtung mehr oder weniger anspruchsvoller Ausbildungsgänge auf der Sekundarstufe II und beeinflusst damit ihre Berufsaussichten. Jugendliche aus Programmen mit erweiternden Ansprüchen haben einen direkteren zugang zu Maturitäts- und Fachmitteschulen und absolvieren häufiger als andere längere und anspruchsvollere berufliche Grundbildungen.
Hauptergebnisse
- Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler sind Bildungsgängen mit erweiterten Ansprüchen, nicht ganz ein Drittel in solchen mit Grundansprüchen und nur 2% in Bildungsgängen ohne Niveauunterscheidung.
- Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind relativ gross.
Die Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die verschiedenen Programmtypen blieb in den letzten Jahren relativ stabil. Etwas mehr als 32 Prozent der Jugendlichen in der 8. Klasse besuchten ein Programm mit Grundansprüchen und knapp 66% ein Programm mit erweiterten Ansprüchen.
Der Anteil Schülerinnen in Bildungsgängen mit erweiterten Ansprüchen liegt bei knapp 70%, während dieser bei den Schülern 62%. Diese Differenz ist seit Jahren stabil. Auch die Unterschiede zwischen schweizerischen und ausländischen Kindern ändern sich kaum. Schweizerinnen und Schweizer sind häufiger in Bildungsgängen mit erweiterten Ansprüchen als Kinder mit ausländischem Pass.
Während in einigen Kantonen fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Bildungsgängen mit Grundansprüchen sind (z.B. Glarus), so sind es in anderen Kantonen nur um die 20% (z.B. Basel-Stadt). Thurgau, Tessin, Luzern und Nidwalden sind die einzigen Kantone mit einem substantiellen Anteil an Schülerinnen und Schülern in Klassen ohne Niveauunterscheidung.
Tabellen
Methodologie
Berechnungsmethode
Die Selektion auf der Sekundarstufe I zeigt die prozentuale Verteilung der Schüler/innen der 8. Klasse der Sekundarstufe I nach Bildungstyp. Die Berechnung beschränkt sich auf öffentliche Bildungsinstitutionen.
Nach den leistungsmässigen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler werden drei Typen unterschieden:
- Schulen mit Grundansprüchen: Die Schülerinnen und Schüler erfüllen keine leistungsmässigen Zusatzanforderungen;
- Schulen mit erweiterten Ansprüchen: Die Schülerinnen und Schüler erfüllen entsprechende Selektionskriterien;
- Schulen ohne Niveauunterscheidung: Die Schülerinnen und Schüler werden auf Klassenebene (Abteilungsebene) leistungsmässig nicht selektioniert. In diesen Schultypen ist eine individuelle Selektion und der Besuch von unterschiedlichen Niveaukursen in einzelnen Fächern üblich.
Dimensionen
Kanton
Das Kriterium für den kantonalen Vergleich ist der Schulkanton, d.h. der Kanton, in dem sich der von Schüler/innen und Studierenden besuchte Bildungsort befindet.
Andere Eigenschaften des Indikators
Am Anfang der obligatorischen Schulzeit, in der Primarschule, werden alle Schülerinnen und Schüler nach einheitlichen Lehrplänen unterrichtet. Für alle gelten die gleichen Lehrinhalte und Anforderungen. Am Ende der Primarstufe erfolgt eine erste Selektion. Die Schülerinnen und Schüler werden Schulen/Klassen mit unterschiedlichen Lehrplänen und Ansprüchen zugeteilt. Die Sekundarstufe I, die traditionellerweise nach Leistungsanforderungen in unterschiedliche Bildungsgänge (mit Grundansprüchen oder erweiterten Ansprüchen) aufgegliedert ist, befand sich in den letzten 30 Jahren schweizweit in einem Reformprozess. Im Zuge dieser Reformen wurden alternative Strukturen entwickelt, welche die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsgängen erleichtern sollen. Dazu gehören das kooperative Modell (mit getrennten Stammklassen und Niveauunterricht in den Hauptfächern) oder das integrative Modell (mit Unterricht in gemeinsamen Stammklassen und Niveauunterricht in den Hauptfächern). Derzeit existieren somit parallel zueinander – und oft im gleichen Kanton – Systeme mit Selektion (traditionelles Modell, kooperatives Modell) und solche ohne Niveauunterscheidung auf Klassenebene (integratives Modell).
Die Betrachtung von Klassen kann den Unterschieden in den Schulstrukturen nur beschränkt Rechnung tragen. Wesentliche Unterschiede bestehen in der Organisation der Schulen (integrierte, kooperative und getrennte Schulstrukturen) und der Anzahl Schuljahre, während derer der Unterricht differenziert ist.
Brüche der Zeitreihen
- 1999: Umsetzung erneuen nationalen Bildungs-Klassifikation.
- 2010: Revision der Statistik der Lernenden (Schüler und Studierende, ohne Hochschulen).
- 2012-2014: Die vom Kanton Wallis gelieferten Daten können keiner der Kategorien der nationalen Klassifizierung zugeordnet werden. Sie wurden daher der Kategorie „unbekannt“ zugeordnet und werden im kantonalen Vergleich nicht gezeigt.
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
2020
Definitionen
Links
Publikationen
Quellen