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Seit mehr als zehn Jahren zählt er zu den besten Läufern in der Schweiz. Der Weg zum Schweizer Pass hingegen ist für Simon Tesfay lang und zäh.
Seit mehr als zehn Jahren zählt er zu den besten Langstreckenläufern in der Schweiz. Den Halbmarathon spulte Simon Tesfay (Bild) schon in 1:01:00 Stunden ab. Schneller waren hierzulande erst Ausnahmeathleten wie Europarekordhalter Julien Wanders (0:59:13) und Tesfays langjähriger Weggefährte Tadesse Abraham (1:00:42).
Mit Abraham war Tesfay im Jahr 2004 aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet, hatte sich dem LC Uster angeschlossen – und fortan die hiesige Volkslauf-Szene als regelmässiger Podestläufer mitgeprägt. Nun tritt der 34-jährige Eritreer noch tiefer in die Fussstapfen seines Jugendfreundes Abraham, der im Marathon Vize-Europameister und Olympia-Siebter geworden ist. Im April lief Tesfay in Zürich seinen ersten Marathon – angesichts der misslichen Bedingungen und ohne spezifische Vorbereitung in beachtlichen 2:15:43 Stunden. Und nun möchte er als Marathonläufer auch an die olympischen Spiele. Die Qualifikations-Limite für eine Teilnahme in Tokio 2020 will er beim Berlin Marathon Ende September in Angriff nehmen. Die geforderte Zeit um 2:11 Stunden ist dem 192cm grossen Modellläufer zumindest zuzutrauen.
Die sportliche Hürde erscheint daher berechenbarer als die politische. Denn das Einbürgerungsverfahren dauert hierzulande in der Regel eineinhalb Jahre. Tesfay, der den Schweizer Pass jüngst beantragt hat, rechnet aber – wie bei Abraham – mit einem verkürzten Verfahren. Sein Leistungsausweis als Läufer und seine langjährige Tätigkeit als medizinischer Masseur sollten dafür der Argumente genug sein.