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Die Redewendung wird heute in dem Sinne gebraucht, dass eine Erwartung oder eben eine Rechnung auf einem Trugschluss basiert, oder eben auf einer Gedankenkette von unlogischen Schlüssen aufgebaut ist. Das aber gerade Milchmädchen für solche Trugschlüsse prädestiniert seien resp. eben nicht rechnen könnten ist eigentlich nur ein Zufall. Die Redewendung wurde aus den deutschen Fabeln "Die Milchfrau" von J.W.L. Gleim (1757) und "Der Milchtopf" von J.B. Michaelis (1766) abgeleitet. Die beiden Geschichten gehen ihrerseits wieder auf eine Geschichte aus dem 17. Jahrhundert des französichen Dichters Jean de la Fontaine mit dem Titel "La Laitière" zurück.
Es wird darin erzählt, wie eine Bauernmagd mit dem Namen Perette einen Topf Milch auf den Markt bringen will, um diesen mit möglichst viel Gewinn zu verkaufen. Ob des erwarteten Reichtums gerät sie zusehends ins Träumen und lässt die Gedanken abschweifen. Sie baut sich eine Gedankenkette zusammen, in der sie für den Topf Milch sogleich ein Huhn erwirbt, das dann viele Eier legt. Mit dem Erlös dieser Eier könnte man dann ein Schwein oder eine Kuh erwerben, sodass der Gewinn immer grösser würde. Am Ende stünde gar der eigene Hof. Sie freut sich ab den Aussichten auf den baldigen Wohlstand derart, dass sie schliesslich übermütig zu hüpfen beginnt. Darob stolpert sie alsbald und verschüttet natürlich die ganze Milch. - Und aus lauter Übermut ist der Traum schon wieder aus. Dies alles, obwohl die Gedankenkette ja sogar durchaus logisch wäre und auch gar keine (milchmädchentypische?) Rechenfehler darin enthalten sind. Es mangelt schlussendlich einfach nur am Glück und an den äusseren Umständen.
Man sieht daraus, dass auch einfache Mägde mit den gleichen Problemen kämpfen, wie Kapitalisten, Börsenmakler und Anlageberater. Letzere werden aber eindeutig besser bezahlt...