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Die Welt in 3 Dimensionen
Wer um 1830–1840 dreidimensionales Sehen erleben wollte, betrachtete perspektivische Zeichnungen oder geometrische Konstruktionen. Liebhaber plastischer Fotografien entdecken sozusagen im Voraus die Freuden einer spontaneren Fotografie: Diese Bilder werden durch Lupen betrachtet; ihr Format kann kleiner sein, die Kamera ist also weniger voluminös und die Belichtungszeit kürzer, denn für eine kleine Platte braucht man weniger Licht. Die Stereoskopie trägt zur allgemeinen Verbreitung der Fotografie bei.
Zu Beginn verwendete man eine einzige Kamera, die zwischen den beiden Aufnahmen seitwärts auf einer Schiene hin und her geschoben wurde. Sehr schnell kam die Idee auf, nur das Objektiv zu verschieben, um den Apparat nicht bewegen zu müssen, der eine innere Trennwand hatte, die eine Überlappung der Bilder verhinderte. Später kombinierte man zwei Apparate, was den Vorteil hatte, dass beide Aufnahmen gleichzeitig gemacht werden konnten. John Benjamin Dancer, ein Optiker aus Manchester, erfand 1856 die erste Kamera mit zwei Objektiven.
Das Stereobild wird zu einem Objekt, das gekauft und gesammelt wird. 1851 fabriziert und vermarktet Louis-Jules Duboscq das erste Stereoskop, das der Engländer David Brewster entworfen hatte. Zur Betrachtung der Papierbilder öffnete man einen Deckel, der mit einem Spiegel versehen war, um sie zu erhellen. Durchsichtige Bilder, sogenannte Transparente, gab es ab 1855. Sie wurden mit einer direkten Beleuchtung durch eine davor aufgestellte Mattscheibe betrachtet. 1861 erfand der Amerikaner Oliver Wendell Holmes das offene Stereoskop, das leichter und angenehmer in der Handhabung war.
Illustration:
Geschlossenes Stereoskop mit dazugehöriger Schachtel, Duboscq, Paris, um 1860