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Als Artefakte bezeichne ich ein materiellen Gegenstand, wenn ich von seiner Gegenstandsbedeutung so abstrahiere, dass ich nur noch dessen bewusste Herstellung referenziere. Artefakte werden nicht als Artefakte hergestellt, sondern als Gegenstände mit einer Bedeutung, einem Zweck, einer Funktion. Die Bedeutung wird dem Gegenstand bei der Herstellung gegeben. Wenn Archälogen ein Artefakt finden, dann sehen sie das Hergestelltsein (was sie mit Artefakt bezeichnen) und müssen die Bedeutung des Artefaktes erkennen, deuten, interpretieren (Stein von Rosette).
Beispiele:
Jede Herstellung verlangt zwei Entscheidungen, nämlich Material und Form, die das Artefakt bestimmen.
Artefakte sind materiell, d.h. Artefakte sind über verschiedene Sinne gleichzeitig kompatible Eigenzustände unseres Nervensystems. Prozesse sind keine Artefakte, sondern Sachverhalte, die allenfalls Artefakte betreffen.
Ich unterscheide Artefakte, die mein Bedürfnis unmittelbar erfüllen von solchen, die Mittel zur Herstellung von Artefakten sind. Letztere bezeichne ich als Werkzeuge. Artefakte sind in diesem Sinne Mittel für mich oder Mittel für Zwecke (Zweck-Mittel-Relation).
Ich unterscheide Artefakte höherer Ordnung, die Konstruktionen sind, die aus elementaren Artefakte hergestellt werden.
Die Menge der Artefakte repräsentiert die Kultur, die hergestellte Umwelt, in welcher die Natur als Differenz aufgehoben ist.
Erläuterungen
G. Bateson meint es sei eigentümlich, dass er sofort erkennen könne, ob etwas hergestellt ist (siehe gekochter Krebs). Ich finde das nicht eigentümlich, weil ich das gegenständliche Herstellen kategoriell als die Tätigkeit der Menschen schlechthin beobachte.
Quasietymologisch steht 'Arte'-'fakt' für 'künstliches' (= nicht natürliches) 'Gemachtes' (facere), was "natürlich" eine Tautologie ist. Artefakt ist ein schönes Wort für Fakten und Kunst.