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(Größe ihrer Wirkungsweite). Bringt man ein sehr kleines, am Ende eines Drahtes
hängendes Öltröpfchen mit einer Wasseroberfläche in Berührung, so kann das Öl auf der Wasserfläche nicht als Tropfen
bestehen, weil die durch gegenseitige Anziehung der Moleküle bewirkte Oberflächenspannung
[* 3] des Wassers größer ist als die
Summe der Oberflächenspannungen in der untern und obern Grenzfläche des Öltropfens. Es weicht
vielmehr die Oberfläche des Wassers zurück, ihrer eignen Oberflächenspannung folgend, und zieht den Öltropfen nach allen
Seiten auseinander.
Das Öl breitet sich dabei mit großer Geschwindigkeit zu einer kreisscheibenförmigen Haut
[* 4] aus und zeigt namentlich im mittlern
Teile lebhafte Interferenzfarben. Innerhalb eines kleinen Bruchteils einer Sekunde erreicht die Scheibe einen Halbmesser
von einigen Zentimetern, erscheint jetzt fast farblos, nämlich gleichmäßig bläulichgrau (Blau erster Ordnung), und zerfällt
sofort in sehr viele kleine Tröpfchen oder Scheibchen. Sohncke hat nun die Dicke, bis zu welcher ein auf Wasser sich ausbreitendes
Öltröpfchen abnimmt, dadurch ermittelt, daß er einerseits das Gewicht der kleinen auf das Wasser gebrachten
Ölmenge bestimmte, anderseits den Radius der Ölscheibe im Momente des Zerreißens maß oder wenigstens schätzte.
Die Gesamtheit dieser Teilchen bildet die Oberflächenhaut, welche sich in ihrem physikalischen Verhalten
von der innern Flüssigkeit unterscheidet. Solange nun bei der Ausbreitung des Tropfens zu einer Scheibe die Scheibendicke noch
größer als der doppelte Wirkungsradius ist, d. h. solange die Scheibe noch aus innerer Flüssigkeit nebst den beiden Oberflächenhäuten
besteht, ist kein Grund zum Zerfall der Scheibe vorhanden. Das Zerreißen kann erst dann eintreten, wenn
die Dicke des Häutchens gleich oder kleiner als die doppelte Wirkungsweite geworden ist.
Die Wirkungsweite der ist also gleich der halben Zerreißungsdicke, oder kleiner. Ihr unterer Grenzwert beträgt sonach für
Olivenöl 0,5 · 111,5 = 55,75 µµ,
für Rüböl 0,5 · 93,6 = 46,8
µµ. Plateau hat 1861 auf optischem Wege die Dicke einer Seifenblase (aus Glycerinflüssigkeit) unmittelbar vor dem Zerreißen
bestimmt und = 113,5 µµ gefunden. Da, solange die Blase besteht, die Dicke der Flüssigkeitsschicht noch größer oder mindestens
gleich der doppelten Wirkungsweite sein muß, so ergab sich hieraus für Glycerinflüssigkeit als oberer
Grenzwert der Wirkungsweite 56,75 µµ, welche Zahl mit den nach der Methode der Ölausbreitung gefundenen sehr nahe übereinstimmt.
Dagegen hat Lord Rayleigh durch Messungen der Ölmengen, welche notwendig sind, um die Bewegungen des Kampfers auf Wasser zu
unterdrücken, die Dicke der dünnsten Ölschicht auf Wasser viel geringer, nämlich zu 1,6 µµ, gefunden.