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Schweizerische Nordostbahn Direction. No 1370
Zürich, den 12. März 1867
An den Tit. Gotthardausschuß in
Luzern
Hochgeachtete Herren!
In Betreff der bekannten Bedingung, welche der Große Rath des Cantons Aargau an die Subventionierung der Gotthardbahn mit einer Million Franken geknüpft, hat das Comite für die Eisenbahnunternehmung Zürich–Zug–Luzern, welches um seine Intervention zum Behufe der Beseitigung dieses Anstandes angegangen worden war, der bei dem Vertrage betreffend Begründung der genannten Eisenbahnunternehmung betheiligten Partheien, nämlich der Re-gierungen der Cantone Zürich, Luzern & Zug, sowie der Direction den Nordost-bahngesellschaft, empfohlen, den hohen Großen Räthen der genannten Cantone, beziehungsweise der Generalversammlung der schweiz. Nordostbahngesellschaft folgenden Beschlußesantrag zu hinterbringen:
«Es sei die schweiz. Nordostbahngesellschaft ermächtigt, für den Fall des Zu-standekommens der Gotthardbahn auf die Berechtigung zum Ausschlusse von Eisenbahnlinien, welche dazu bestimmt sind, den Canton Aargau in angemessene Verbindung mit der Gotthardbahn zu setzen, & welche zu diesem Ende hin auf dem Gebiete des Cantons Zug in die Eisenbahn Zürich–Zug–Luzern einge-mündet werden wollen, zu verzichten, in der zuversichtlichen Hoffnung, der Canton Aargau werde sich für den Fall des eintretenden Bedürfnißes um so eher bereit finden laßen, eine Erhöhung der von ihm bereits beschloßenen | Subvention für die Gotthardbahn eintreten zu laßen.»
Im Sinne dieses Vorschlages wurde für den Fall des Zustandekommens der Gotthardbahn die Verzichtleistung auf die Berechtigung zum Ausschlusse von Eisenbahnlinien, welche dazu bestimmt sind, den Canton Aargau in angemeßene Verbindung mit der Gotthardbahn zu setzen & welche zu diesem Ende hin auf dem Gebiete des Cantons Zug in die Eisenbahn Zürich–Zug–Lu-zern eingemündet werden wollen, von den Großen Räthen der Cantone Zürich, Luzern & Zug, sowie von der Generalversammlung der schweiz. Nord-ostbahngesellschaft ausgesprochen. Der Große Rath des Cantons Luzern glaubte seine dießfällige Schlußnahme an die weitere Voraussetzung der Erstellung der directen Bahnlinie Goldau–Meggen–Luzern knüpfen zu sollen, eine Voraussetzung übrigens, von welcher die Gotthardvereinigung bei den bisher von ihr aufgestellten Projecten fortwährend ausgegangen ist.
Die sachbezüglichen Dekrete des Großen Rathes des Cantons Zug & der Generalversammlung der schweiz. Nordostbahngesellschaft enthalten auch die Anregung einer Erhöhung der aargauischen Gotthardsubvention für den Fall des eintretenden Bedürfnißes, wie dieselbe von dem Comité für die Eisenbahnunternehmung Zürich–Zug–Luzern in Vorschlag gebracht worden ist. Die Dekrete der Großen Räthe der Cantone Zürich & Luzern entbehren dagegen dieses Zusatzes: es hat sich jedoch die Regierung des erstgenannten Cantons mit Bezug auf diesen Punct gegenüber dem Comité für die Eisenbahnunternehmung Zürich–Zug–Luzern dahin ausgesprochen, «daß ihr die Form des Dekretes, wie sie es dem Großen Rathe beantragen zu sollen glaubte, die Aufnahme der Anregung betref-fend Erhöhung der aargauischen Gotthardsubvention in dieses Dekret nicht als thunlich habe erscheinen laßen, daß sie aber in dem betreffenden Berichte dem Großen Rathe angedeutet habe, es dürfte eine dießfällige Eröff-nung an den hohen Stand Aargau der Vollziehungsbehörde zu überlassen sein.» |
Indem wir uns beehren, diese Mittheilungen an Sie gelangen zu laßen, glauben wir annehmen zu dürfen, daß Sie anläßlich der sach-bezüglichen Eröffnungen an die hohe Regierung von Aargau, zu welchen Sie sich ohne Zweifel veranlaßt finden werden, der Erwartung Ausdruck verleihen werden, daß sich der Stand Aargau für den Fall des eintreten-den Bedürfnißes in billiger Würdigung des ihm bewiesenen bereitwil-ligen Entgegenkommens um so eher bereit finden laßen werde, eine Erhöhung der von ihm bereits beschloßenen Subvention für die Gotthard -bahn eintreten zu laßen.
Genehmigen Sie die Versicherung unserer ausge-zeichneten Hochachtung.
Für die Direction der Schweiz. Nordostbahngesellschaft: Der Präsident:
Dr A Escher