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Anaplasmen
Allgemeine Informationen
Die Equine granulozytäre Erlichiose wird durch das obligat intrazelluläre Bakterium Anaplasma phagozytophilium verursacht. Es wird durch Zecken (Ixodes ricinus) übertragen und führt zu einer meist milden selbst limitierenden Infektion, schwere Verläufe sind jedoch möglich. A. phagocytophilium braucht ein Säugetier als Reservoir, da es nicht transovariell in Zecken übertragen wird.
A. phagocytophilium Stämme
A. phagocytophilium wurde bis 2011 Erlichia equi genannt. Zu A. phagocytophilium gehören nun auch Erlichia phagocytophilia (der Erreger der Anaplasmose beim Rind und Schaf) und HGA-agent (der Erreger der in Europa seltenen humanen granulozytären Erlichiose). Hierbei handelt es sich um genetische Varianten (16S rRNA). Serokonversion ohne klinische Symptome wurde in Pferden nachgewiesen, die mit dem Rinderstamm in Kontakt kamen, während Pferde die experimentell mit dem humanen Stamm infiziert wurden, klinische Symptome hatten. Somit gibt es verschiedene 16S rRNA Varianten, die pathogen für das Pferd sind. Zusätzlich gibt es noch genetische Varianten in anderen Genen. Diese Varianten sind in Bezug auf die Diagnostik wichtig da die PCR Primer so entworfen werden müssen, dass sie alle Varianten nachweisen können.
Klinische Symptome
Die Inkubationszeit beträgt 1-2 Wochen. Klinische Symptome sind Fieber, Anorexie, Apathie, Ikterus und Ödeme. Typische Laborveränderungen sind Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie und Hyperbilirubinämie. Eine persistierende Infektion wurde bisher nur experimentell nachgewiesen. Neurologische Symptome (Ataxie) sind möglich. Ein Todesfall nach experimenteller Infektion aufgrund von Vaskulitis wurde berichtet.
Diagnose
Die Diagnose sollte mittels kombinierter Erregersuche in den neutrophilen Granulozyten eines Kapillarblutausstriches, PCR und Serologie erfolgen. Die Sensitivität der PCR ist stark abhängig von den verwendeten Primern. Seit 2017 wird empfohlen Primer zum Nachweis des MSP2 Proteins zu verwenden, von dem mehrere Kopien pro Erreger vorhanden sind, ob alle Labore diese Empfehlung umgesetzt haben ist unklar. Die PCR kann intermittierend bis zu 4 Monate positiv sein obwohl Pferde keine klinischen Symptome mehr zeigen, vor allem nach Kortikosteroidverabreichung. Pferde serokonvertieren nach ca. 12-16 Tagen und bleiben mindestens 4 Monate nach Infektion positiv. Ein IFAT Titer >1:1000 weist auf eine kürzliche Infektion hin.
Therapie
Die Infektion ist häufig innerhalb von 2-3 Wochen selbst-limitierend . Oxytetracycline kann eingesetzt werden, eine Verbesserung der Symptome nach 24-48h sollte eintreten, ansonsten sollte die Diagnose re-evaluiert werden.