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Schleudertrauma (kraniozervikales Beschleunigungstrauma) und Winkelfehlsichtigkeit (Wf)
Nach einem Schleudertrauma können sich schwer erklärbare Symptome einstellen, wie verstärkte Ermüdbarkeit beim Lesen und am Computer, Verschwimmen von Buchstaben, Verrutschen in den Textzeilen, zeitweilige Doppelbilder, Schwindelgefühle und Kopfschmerzen.
Subjektiv kann dies so stark stören, dass Arbeitsunfähigkeit besteht.
Sie fehlten vor dem Ereignis, wird behauptet, oder waren gering. Bei genauem Befragen waren meistens während der Schulzeit Asthenopiesymptome (Anstrengungsbeschwerden der Augen) aufgetreten, die im Erwachsenenalter wieder weitgehend verschwunden waren.
Der Augenärzteschaft, wie auch fast allen anderen Personen, sind diese Symptome schwer erklärlich und finden wenig Verständnis bis Ablehnung. Den Versicherern scheint dann in der Folge mangels objektivierbarer Symptome oft Simulation vorzuliegen, was die Betroffenen kränkt, weil deren Symptome echt sind.
Was ist da los?
Wahrscheinlich handelt es sich in diesen Fällem um eine posttraumatische Dekompensation einer assoziierten Heterophorie (Wf), welch letztere angeboren ist, in der Schulzeit gewisse Beschwerden verursacht hat, und dann innerhalb einiger Jahre muskulär unter mehr oder minder bewussten Bescherden zu kompensieren gelernt werden konnte.
Auch möglich wäre eine Verletzung des Nerves des oberen schrägen Augenmuskels an der "Clivuskante" um Schädel drin.
Eine Erklärung liegt darin, dass die Augenmuskeln extreme Hochleistungsmuskeln sind und bei vorhandener (angeborener) Wf in den ersten Lebensjahren sowie in den Schuljahren mit Hilfes der Steuerung durch das Sehirn ein komplexes, feines Gleichgewicht durch tonische Kompensation erlernt oder aufgebaut haben. Ein Schädeltrauma kann dieses Gleichgwicht zerstören, so dass akut Beschwerden der erwähnten Art einsetzen können.
Bei diesen Betroffenen lässt sich oft, fast in der Regel, mittels MKH eine wesentliche Wf messen. Die "unerklärlichen" Symptome werden objektivierbar und die Korrektion der Wf bessert diese dann auch wesentlich oder bringt sie sogar zum Verschwinden. Bei vor dem Unfallereignis bereits schon voll korrigierter WF treten die genannten Beschwerden kaum oder gar nicht auf.
Man sollte vor allem dann sehr bald nach dem Unfall eine Korrektion der Wf anstreben, wenn dauernd oder zeitweilig schräg versetzte Doppelbilder (z.B. von entfernten Lichtern) wahrgenommen werden.
Dies vor allem jetzt, nachdem der Schweizerische Bundesrat in seiner ihm eigenen medizinischen Machtvollkommenheit verfügt hat, dass es ein "Schleudertrauma" (als entschädigungspflichtige Unfallfolge) gar nicht gäbe....