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Der japanische Kaiser hat am Montag in einer seiner seltenen Videobotschaften an die Öffentlichkeit angedeutet, dass er sich pensionieren lassen möchte. Das rückt den Kronprinzen Naruhito ins Rampenlicht, den die Schweizer von einem Bern-Besuch im Jahr 2014 kennen.
Akihito's Sohn besuchte die Schweiz, um 150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der Schweiz und Japan zu feiern. Berns Bürgermeister Alexander Tschäppät zeigte ihm die Stadt. Die Schweizer Presse bemerkte damals, dass die Reise für Naruhito eine willkommene Pause bedeutete, dessen öffentliche Auftritte normalerweise streng kontrolliert werden und wenige Begegnungen mit "normalen Menschen" ermöglichen.
Die Rolle des japanischen Kaisers ist symbolischer Natur, aber die Abschaffung des Throns würde für die japanische Gesellschaft eine dramatische Veränderung bedeuten. Kaiser Akihito hat nicht explizit gesagt, dass er in Pension gehen wird, sondern er zeigte sich "besorgt, dass es für mich schwierig wird, meine Pflichten als Sinnbild des Staates mit Leib und Seele zu erfüllen, wie ich es bisher getan habe". Er war bereits wegen Herzproblemen und Krebs in Behandlung.
Eine Gesetzesänderung?
Das Gesetz sieht vor, dass der Kaiser bis an sein Lebensende Kaiser bleibt. Falls das Parlament das Gesetz ändert, könnte der 56-jährige Kronprinz Naruhito Kaiser werden, der wie sein Vater die Rolle des Kaisers und der Monarchie apolitisch halten möchte.
Das Thema wird von japanischen Medien in den letzten Monaten heiss diskutiert. Im Juli antworteten in einer Umfrage der Zeitung Nihon Keizai 77% der Befragten, dass der Kaiser schon vor seinem Tod die Möglichkeit eines Rücktritts haben sollte und dass das System entsprechend geändert werden sollte.
In der Videobotschaft von Montag sagte Kaiser Akihito, dass seine Gesundheit und sein Alter die grösste Sorge für die Erfüllung seiner Rolle seien. In dem elfminütigen Clip, der die zweite Stellungnahme des Kaisers per Video ist (die erste wurde 2011 nach dem Erdbeben und dem Tsunami aufgenommen), betonte der 82-Jährige, dass dies seine persönliche Meinung sei.
Er führte fort: "Ich halte es nicht für möglich, die Pflichten und Aufgaben des Kaisers wegen Alters und Krankheit zu reduzieren". Er drückte seine Sorge aus, dass die Gesellschaft zu einem "Stillstand" kommen könnte, so wie es bereits zuvor in den Trauermonaten nach einem Todesfall geschehen sei. "Ich frage mich von Zeit zu Zeit, ob man dies nicht verhindern könnte."
(Bilder: Christoph Balsiger, swissinfo.ch; Text: Jo Fahy)