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A8685 Artilleriewerk Gütsch
Eine zentrale Rolle übernahm im und nach dem Zweiten Weltkrieg das Artilleriewerk Gütsch. Mit seinen Panzerturm-Kanonen war es im Raum Andermatt die modernste Kampfanlage. Das Werk wurde gebaut «als teilweiser Ersatz des noch höher gelegenen Forts Stöckli und dessen veralteter Bewaffnung, das bekanntlich auf einem verwitterten Trümmerkegel liegt und dessen Widerstandskraft als schwach bezeichnet werden muss», schrieb der Kommandant der 9. Division, Edouard Tissot, am 28. Oktober 1940. Auch die Anlagen auf dem Bäzberg und das Fort Bühl hatten zu dem Zeitpunkt nur veraltete Bewaffnung eingebaut.
In der Folge wurde auf dem Gütsch ein Werk in Angriff genommen, das drei 10,5 cm Panzerturm-Kanonen und 5 verbunkerte Mg 11 als Nahverteidigung umfasste. Die Erschliessung erfolgte über eine Strasse vom Nätschen her respektive über die Luftseilbahn von Göschenen herauf. Die Höhendifferenz betrug 1200 Meter, die Fahrt dauerte stolze 12 Minuten.
Am 15. August 1941 begann der Bau, die Schussbereitschaft wurde im Oktober 1942 gemeldet und der Innenausbau war im Juni 1944 beendet. Die Kosten waren mit 11,6 Millionen Franken projektiert, was heute über 50 Millionen Franken wären. Die Anlage ist bis zur Ausserdienststellung Ende 1994 mit 2300 Metern über Meer die höchstgelegene Festung der Schweiz gewesen.
Zur Aussenverteidigung wurden rund um das Werk Unterstände errichtet. Einige Gewehrgalerien stammen sogar noch aus dem Ersten Weltkrieg – die für den Schutz des Werkes Stöckli erstellt worden waren. Sichtbar sind etliche Flabstellungen (20 mm) sowie Unterstände der Typen U4 und U12.
Betrieben wurde das Werk von der Fest Art Kp 12/5 respektive dann der Fest Art Kp I/5 mit rund 300 Mann. Ebenfalls im Gütsch war die Abteilungsfeuerleitstelle und die Abteilungszentrale der Fest Abt 5 untergebracht. Wenn man die Bedeutung dieses Werkes über eine relativ lange Zeit anschaut, ist es eher seltsam, dass in der Öffentlichkeit genau über dieses Werk relativ wenig Details bekannt geworden sind.
Der Standort Gütsch wurde auch für Erprobungsschiessen mit dem Prototyp der 15,5 cm Festungskanone 93 Bison genutzt. Heute sind grosse Windkrafträder auf dem Gütsch aufgestellt und geforscht wird dort ebenfalls.