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Anreise und Visum
Wir passierten die Grenze zu Kenya bei Busia. Da wir bereits über ein East African Visa verfügten, war der Grenzübergang schnell erledigt.
Falls wir keine gültigen Visen gehabt hätten, hätten wir auch welche an der Grenze bekommen können – sei es ein Visum für Kenya für 50 USD oder ein East African Visa für 100 USD pro Person.
Geographie
Auch Kenya gefiel uns landschaftlich sehr gut. War Rwanda noch der grüne, wunderschöne Regelwald die dominierende Kraft, wurde es in Kenya immer brauner und steppenartiger. Im sogenannten Rift Valley, ein teilweise bis zu 100 Kilometer breites Tal, welches ganz Zentralkenya durchkreuzt, trafen wir auf verschiedenste Stämme und auch unterschiedliche Tiere. Vom Fahrrad aus kreuzten wir wilde Paviane, Zebras, Wasserbüffel, Nilpferde und auch Giraffen. Aber auch Vögel konnten wir viele beobachten. Darunter befanden sich auch die fürs Rift Valley typischen Flamingos oder auch riesige Fischadler.
Klimatechnisch kann Kenya in zwei Klimazonen unterteilt werden: Das Hochland und die Küste. Im Hochland, welches über 1800 Metern über dem Meer liegt, kommt der Regen zweimal jährlich: vom April bis Juni und vom Oktober bis November. Die wärmste Zeit ist der Januar und der Februar mit 25 bis 26 Grad Celsius Maximum.
An der Küste liegen die Temperaturen zwischen 22 und 32 Grad Celsius, wobei die mittlere Luftfeuchtigkeit 75 % beträgt. Der meiste Niederschlag fällt von April bis Juni. Januar und Februar sind die trockensten Monate.
Menschen
Insgesamt wird Kenya von über 40 verschiedenen Stämmen bewohnt. Jeder Stamm hat seine eigene Sprache, eigene Traditionen und Rituale. Die Amtssprache ist jedoch Swahili und Englisch. Überhaupt hatten wir in Kenya die wenigsten Kommunikationsschwierigkeiten. Englisch ist sehr verbreitet. Weder in Uganda noch in Rwanda war es so einfach auf Englisch zu kommunizieren.
Während unserer Fahrradreise verbrachten wir besonders viel Zeit mit zwei Stämmen. Den Luos und den Massai. Beide Stämme begegneten uns äusserst freundlich und interessiert. Neben vielen anderen Gemeinsamkeiten zwischen den Stämmen stach uns eine besonders heraus: Alle waren sie nervös vor den nächsten Wahlen. Gewählt wird nicht nach dem Können und Wissen eines Kandidaten, sondern anhand seines Stammes. Dazu kommen Probleme wie Korruption und Wahlverfälschung.
So lobenswert es ist, Wahlen zu veranstalten, so dürfen sich Geschehnisse wie 2007 nicht wiederholen. Damals wurden über 600’000 Kenyianer zu Flüchtlingen und über 1500 wurden ermordet. Wir trafen kaum eine Person im Rift Valley, die nicht in irgendeiner Form von den Gewalteskalationen von damals betroffen sind oder waren.
Im Herbst 2022 finden erneute Wahlen statt. Wie alle, die wir getroffen haben, hoffen auch wir auf einen friedlichen Ausgang jener Wahlen.
Unsere Route
Von Busia her radelten wir nach Kisumu. Nach den nie endenden Hügeln Ugandas erschien uns diese Strecke unglaublich flach und entspannend. Kisumu ist eine kleine Stadt am Victoriasee. Wir genossen es, wieder einmal in einer Kleinstadt zu sein und in einem grösseren Supermarkt einkaufen zu können.
Von Kisumu ging es dann den Berg hoch nach Nakuru. Die Strecke war wunderschön. Besonders der Anstieg vor Londiani und dann die Überfahrt bis kurz vor Nakuru gefiel uns landschaftlich sehr. (Plus es war beinahe gar kein Verkehr.)
Nakuru selbst gefiel uns persönlich nicht. Die Stadt kam uns sehr von Abfall überwuchert vor. Wir blieben da eine Nacht und fuhren dann weiter zum Lake Elementaita. Dort konnten wir viele Flamingos und Affen beobachten. Vom Lake Elementaita zog es uns zum Lake Naivasha, wo wir am späten Nachmittag und nachts Besuch von Nilpferden bekamen und tagsüber den eleganten Fischadlern bei ihrer Jagd zuschauen konnten. Von da ging es für uns weiter nach Mount Longonot. Einen erloschenen Vulkan, den wir während einer Tageswanderung bestiegen und die Aussicht über das Rift Valley genossen.
Von da ging es auf der viel befahrenen Hauptstrasse weiter nach Nairobi. Trotz des vielen Verkehrs bleibt uns die Strasse positiv in Erinnerung, da wir da mehrere Zebraherden und auch Gruppen von Pavianen passierten.
Von Nairobi ging es weiter nach Kajiado. Da entschieden wir uns nicht weiter dem Weg nach Arusha zu folgen, sondern stattdessen parallel zur Grenze zu Tansania eine kleinere Strasse zu fahren, die uns nach Makutano führte. Was für eine gute Entscheidung war das gewesen! Die zwei Tage lohnten sich nicht nur landschaftlich, es war auch sehr spannend durch die verschiedenen Massaidörfer zu radeln. Noch dazu trafen wir auf viele Esel und zwei Giraffenherden. Wäre es von den Regenwolken (Regensaison sei dank) nicht so bewölkt gewesen, hätten wir auch noch den Kilimandscharo gesehen…
Unsere letzte Station war Oloitokitok. Das charmanteste Grenzstädtchen unserer bisherigen Reise.
Fazit
Kenya würden wir auf alle Fälle wieder mit dem Fahrrad bereisen. Ist man mal auf der Anhöhe ist es nicht mehr ganz so warm und man kann unendlich viele Tiere bestaunen ohne einen Eintritt in einen der vielen, und teils auch kostspieligen Naturparks bezahlen zu müssen. Die meisten Bewohner sprechen sehr gut Englisch und waren uns gegenüber sehr freundlich.