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Mit der Verringerung der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien hat sich die Luftqualität Südamerikas verbessert. Wissenschaftler schätzen, dass dadurch jährlich 400 bis 1.700 frühzeitige Todesfälle vermieden werden. Das geht aus einer internationalen Studie hervor, die im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlicht worden ist.
Durchgeführt wurde die Studie von Forschern der englischen Universitäten Leeds und Manchester, dem Massachusetts Institute of Technology (USA) und der Universität São Paulo (USP). Sie haben mit Hilfe von Aerosol-Daten, Satellitenbildern und Computersimulationen einen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Abholzungsrate nachgewiesen. Erhoben wurden die Daten zwischen 2001 und 2012, wobei die Aerosol-Analysen für Brasilien und Bolivien erfolgt sind.
Da die Kahlschläge in der Regel mit gelegtem Feuer einhergehen, um die ehemaligen Regenwaldflächen für die Beweidung oder eine andere Nutzung vorzubereiten, sind sie ebenso für die Freisetzung von enormen Mengen von Feinstaub und Feinstpartikeln in die Atmosphäre verantwortlich. Durch den Wind werden diese in dichter besiedelte Regionen getragen. Folgen davon können Erkrankungen der Atemwege, Herzerkrankungen und Krebs sein.
Zwischen 1976 und 2010 sind etwa 15 Prozent Amazonas-Regenwald vernichtet worden, was mit 750.000 Quadratkilometern der gemeinsamen Landesfläche von Portugal, Italien und Deutschland entspricht. Zwischen 2001 und 2012 konnten die Kahlschlagsflächen in der Amazonasregion jedoch um 40 Prozent reduziert werden. Allein in Brasilien ist sie in dem Zeitraum um 70 Prozent zurückgegangen. Mit der geringeren Abholzungsrate ist nach den Studien der Wissenschaftler der Anteil von Partikeln in der Luft um 30 Prozent gesunken.Geschätzt wird, dass durch die bessere Luftqualität pro Jahr 400 bis 1.700 Menschenleben gerettet werden.
Sorgen bereitet den Forschern indes der neue Código Florestal Brasiliens. Das Umweltgesetz wurde 2012 geändert und teilweise aufgeweicht. Wie sich dies auf den Schutz der Natur tatsächlich auswirkt, wird sich allerdings erst in der Zukunft zeigen.