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Spracherwerbsstörungen bei Kindern werden häufig als sprachspezifische Phänomene betrachtet. Als Konsequenz daraus werden Förder- und Therapieansätze entwickelt, die ausschliesslich und direkt bei der Sprache der betroffenen Kinder ansetzen. Im Unterschied dazu weisen andere Autorinnen und Autoren (u.a. Affolter und Mitarbeitende) in verschiedenen Arbeiten darauf hin, dass Kinder mit schweren Spracherwerbsstörungen auch in anderen Bereichen der Entwicklung Auffälligkeiten zeigen. Affolter erklärt die Spracherwerbsstörungen dieser Kinder als Teil einer umfassenderen Lern- und Entwicklungsstörung. In der vorliegenden Studie wird bei drei Kindern mit Spracherwerbsstörungen, die im Rahmen der Regelschule bzw. des Regelkindergartens geschult werden, das Explorationsverhalten in einer alltagsähnlichen Problemlöse-Situation untersucht und mit dem Explorationsverhalten von drei jeweils gleichaltrigen sprachunauffälligen Kindern verglichen. Alltagsgeschehnisse weisen im Gegensatz zum eingegrenzten Setting bei Testsituationen eine grosse Offenheit auf. In dieser Publikation wird aufgezeigt, wie das Verhalten unterschiedlicher Kinder in einer offenen Problemlöse-Situation des Alltags vergleichbar gemacht werden kann. Im Vergleich zeigt sich, dass das Explorationsverhalten der drei sprachaufffälligen Kinder in der alltagsähnlichen Problemlöse-Situation andersartig ist als dasjenige der sprachunauffälligen Kinder.