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Engelberg und Basel
Für ein Jahr wechselte Nico an die Klosterschule Engelberg, wo er an der Grossen Orgel spielen und improvisieren durfte, aber sonst nicht vorankam, sodass ihn der Vater wieder ans Gymnasium und Konservatorium zurückholte. Aus dem Memoirenkapitel "Mein musikalischer Werdegang"1:
"1935, kurz nach bestandener Matura erhielt ich das sogenannte Lehrdiplom mit dem Prädikat 'sehr gut'. Der gleichzeitige Abschluss von Matura und Konservatorium hat als einmalige Leistung Aufsehen erregt. Beide Abschlüsse waren für mich in meiner Überheblichkeit und Unerfahrenheit in wirklicher Arbeit eine Selbstverständlichkeit. Leider, wie sich später erweisen sollte."
Er galt als echtes Talent für eine Pianistenlaufbahn, erhielt eine Korrepetitor-Stelle am Basler Stadttheater und komponierte dort unter anderem die Musik zum Märchenspiel "Nussknackers Weihnachtsfahrt", das er auch dirigierte. Es wurde zu einem grossen Erfolg. Wie es dazu kam2:
"Papas Vorstellung meiner Zukunft war die Laufbahn eines Dirigenten. In Basel war sein sehr guter Freund Egon Neudegg Direktor des Stadttheaters. Die Freundschaft datierte aus den Zwanzigerjahren, als Neudegg Operettenbuffo am Zürcher Stadttheater war.
Ich vermute, dass Papa (als Studienfreund von Bundesrat Philipp Etter [Innenminister] und durch seine Stellung als Verwaltungsrat des Stadttheaters Zürich) bei seiner Wahl nach Basel leichten Einfluss nahm. So war es das Naheliegendste, dass ich in Basel die Stelle eines Solorepetitors bekam."
Rasch erhielt er auch weitere Aufträge des ihm wohlgesinnten Direktors. Die Spielzeit 1936/37 machte ihn als Dirigenten und Komponisten bekannt.
Ernst Ostertag, Juni 2006
Quellenverweise
- 1
Nico Kaufmann: Memoirenfragmente, "Mein musikalischer Werdegang", Seite 12
- 2
Nico Kaufmann: Memoirenfragmente,"Mein musikalischer Werdegang", Seite 13