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Unsere Amateur Raphael Clemencio bestreitet in diesem Jahr auch die Rennen auf der offenen Rennbahn in Zürich Oerlikon. Hier sein Bericht:
Dieses Jahr lernte ich mit dem TSP Mittelland wie mit einem Bahnvelo im Velodrome gefahren wird. Keine Bremsen, keinen Freilauf, reine Geschwindigkeit – das ist der Bahnradsport. 2018 wusste ich noch nicht, dass ich einmal Radrennen geschweige, denn im Velodrome Rennen bestreiten werde. Die Schnellkraft, Explosivität und Wettkampferfahrung welche ich in über 10 Jahren Leichtathletik sammeln durfte, erleichterte mir den Einstieg in die Rennen auf der Bahn.
Ein weiteres Abendrennen stand also diesen Dienstagabend auf der Offenen Rennbahn in Oerlikon bevor. Als erstes folgte die Disziplin «longest lap» oder auch Stillstand-Contest genannt. Ein Beispielvideo zu der Disziplin findest du: hier. Ich wusste über meine Fähigkeiten im Sprint und meine technischen Defizite im Stillstand. So versuchte ich nicht direkt an die Startlinie zu fahren, was aber im Falle eines Startschusses zu einer schlechten Position führen könnte. Die Reaktion auf ein Startschuss ist wohl eines der meistgeübtesten Elemente im Sprint in der Leichtathletik. Im Moment des Startschusses war ich jedoch so gut platziert, dass ich unmittelbar reagieren konnte und in der vordersten Position das Feld anführen konnte. Mein Sprint war kraftvoll, jedoch etwas unruhig, weshalb es mir das Hinterrad einige Male anhebte und dieses auch im freien durchdrehte. Die gesamte Bahnrunde, sah ich keinen Fahrer und konnte das Fahrerfeld wohl relativ gut distanzieren. Ich fuhr zu meinem ersten Sieg ausserhalb eines Omniums auf der Rennbahn! Die Freude ist sehr gross darüber.
Am selben Abend stand zudem die Disziplin «Punktefahren» an. Über 48 Runden wurde jede sechste Runde einen Sprint durchgeführt. Nach etwa 24 Runden, hatte ich die Mehrheit der Sprints für mich entschieden. Somit führte ich die Punktewertung an – zwischen den beiden Rennen ist mir jedoch aufgefallen, dass mein Collé Hinterrad unter den Sprints ziemlich gelitten hatte. Dies führte dann auch dazu, dass ich einen Platten in diesem Rennen hatte. Im Falle eines Defektes wird das Rennen neutralisiert und der betroffene Fahrer hat eine gewisse Zeit zur Verfügung um den Defekt zu beheben. Ich hatte jedoch kein Ersatzrad und erst recht kein Ersatzvelo dabei. Somit musste ich dieses Rennen aufgeben.
Dieser Rennabend war für mich trotz Defekt alles andere als eine Entäuschung, denn zum einen konnte ich mich über den ersten Sieg freuen und zum anderen habe ich in Sachen Bahnradsport viele Erfahrungen gemacht.
Für mich ist es eine enorme Freude im RSC Aaretal Münsingen von gleichgesinnten Fahrerinnen und Fahrer profitieren zu können und gemeinsam zu trainieren oder sogar die Radrennen zu fahren. Auch dank dieser Unterstützung, blicke ich auf eine erfolgreiche Saison auf der Bahn aber auch auf der Strasse zurück.
Raphael Clemencio
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