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Massage ist eine manuelle Therapieform, welche mit den Händen und teilweise mit unterstützenden Hilfsmittel ausgeführt wird. Sie richtet sich an alle Gewebe des Körpers. Sehr gut zu erreichen sind die Muskeln und Sehnen, sowie viele Kapseln, Bänder, Ligamente und Kapsel-Band-apparate.
Es gibt unterschiedliche Massage Formen und Massagetechniken, je nach Konzept und jeweiligem Ziel.
Das Wirkungsspektrum der jeweiligen Techniken wird durch die Faktoren Druck, Geschwindigkeit, Richtung und Rhythmus bestimmt. Schnelle Bewegungen mit stärkerem Druck wirken tonisierend, langsame Durchführungen eher detonisierend.
Streichungen werden in der klassischen Massage in der Regel von der Peripherie nach zentral, bzw. von distal nach proximal durchgeführt.
Die Massagebehandlung beruht auf vielfältigen Vorgängen, welche teilweise eng miteinander verknüpft und verflochten sind. Diese Vorgänge können sich auch gegenseitig beeinflussen.
Sicherlich basiert die Massage auf folgenden Effekten, welche auch wissenschaftlich gut untersucht wurden:
Massage bewirkt durch die Verschiebung der verschiedenen Gewebe eine Lösung von Verklebungen der jeweiligen Struktur (Beispiel Kutis und Subkutis gegenüber Körperfaszie oder Periost). Auch werden pathologische Crosslinks zwischen den kollagenen Fasern des Bindegewebes gelöst.
Die Steigerung der Durchblutung und des Lymphflusses gehören zu den meist untersuchten Effekten der Massage, und die Lymphdrainage ist in der Schulmedizin eine anerkannte und nach Operationen oft eingesetzte und notwendige Behandlungsform. Der Lymphfluss wird zum einen vermehrt, zum anderen aber auch beschleunigt. Dies hat ein Abbau von Ödemen zur Folge, sowie eine gesteigerte Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten. Die logische Konsequenz ist eine Verbesserung der Versorgung des Gewebes mit Nährstoffen.
Durch die Behandlung der Gewebe speziell mit intensiveren Massagetechniken, werden biochemische Substanzen wie Entzündungsmediatoren wie Histamin, Endorphine und Serotonin freigesetzt. Diese haben eine Wirkung auf die Gewebedurchblutung, die Wundheilung wie auch die Schmerzhemmung. Die Aktualität, die Art der Behandlung sowie Intensität und zeitliche Dauer spielen eine wichtige Rolle.
Control Gate Theorie: Der Körper hat entsprechend Wichtigkeit unterschiedlich dicke Nervenfasern. Die Schmerzweiterleitung an das ZNS geschieht über dünne und somit langsame, sogenannte unmyellinisierte (A-Delta), Nervenfasern. Durch eine Stimulation von Rezeptoren der Haut, Muskeln und Gelenke, welche über dick myellinisierte schnelle (A-Beta) Nervenfasern ihre Information zum ZNS leiten, können die langsamer eintreffenden Informationen auf Rückenmarks Niveau gehemmt werden.
Zusätzlich bewirkt ganz allgemein eine Durchblutungssteigerung eine Schmerzhemmung. Dies wird auch in der Pharmazie ausgenutzt.
Durch die überwiegende Stimulation der dicken Nervenfasern, welche eine Schmerzhemmung bewirken, führt dies auch direkt zu einer verminderten sympathischen Reflexaktivität.
Die eigentlich direkte manuelle Wirkung in der Massage dient der Regulierung der Muskelspannung, des Muskeltonus. Massage kann sowohl eine Tonus senkende als auch eine Tonus steigernde Wirkung haben. Durch den mechanischen Reiz auf die Muskelspindel und den myostatischen Reflex kann die Muskelspindel wiederum beeinflusst und der Tonus bzw. die Kontraktionsbereitschaft verändert werden.
Golgi-Sehnenorgan
Die psychogenen Effekte zählen zu den wichtigsten der Massage. Massage ist bei den meisten Menschen mit den Begriffen positiver Wirkung und fehlender Nebenwirkung assoziiert. Sie wir als angenehme Therapieform empfunden. Dies führt zu einer allgemeinen Gelockertheit und fördert alle genannten Wirkungen. Durch die Senkung /Hemmung/Verminderte Aktivität des Sympathikus und den Abbau von Stress Hormonen wird eine gesteigerte Wundheilung und verbesserte Immunität erreicht.
Über das limbische System wird der Hypothalamus kontrolliert und Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin weniger ausgeschüttet. Über das Serotonin ist eine Verbesserung einer depressiven Stimmungslage nachgewiesen.
Eine Steigerung der unspezifischen körpereigenen Abwehr wird durch zelluläre Veränderungen durch die Massage ausgelöst. Studien zeigten (Werner 1997) auch eine Verminderung der spezifischen Abwehr, wodurch eine Verminderung von Überempfindlichkeitsreaktionen abgeleitet werden kann. Durch eine Verminderung der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol eine gleichzeitige Verbesserung der Wundheilung und der Kollagensynthese.