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Lungenkreislauf
Wichtig: Im Volksmund heisst es, Arterien seien die Gefässe im Körper, die sauerstoffreiches Blut transportieren. So ist es aber nur bedingt richtig, denn eigentlich werden diejenigen Gefässe Arterien genannt, die vom Herzen wegführen! Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die kaum dehnbare muskelstarke Wand der Arterien im Gegensatz zu den dünnwandigen, sehr dehnbaren Wänden der Venen.
Mit diesem Wissen ist es leichter die Abläufe im Körper und das Krankheitsbild zu verstehen.
Der menschliche Körper hat zwei Blutkreisläufe, den grossen Körperkreislauf und den kleinen Lungenkreislauf (Abbildung 1 und 2).
Das in den Lungen mit Sauerstoff aufgesättigte „rote“ Blut (Abb. 1, gelbe Pfeile) gelangt über die Lungenvenen in den linken Herzvorhof (Atrium), und von dort über Mitralklappe (quasi als „Rückschlagventil“) in die linke Herzkammer (Ventrikel). Diese pumpt das sauerstoffreiche Blut über die Aortenklappe in den „grossen“ Körperkreislauf, damit es die Organe mit Sauerstoff versorgt. Dazu ist ein hoher Druck notwendig, entsprechend unserem normalen „Blutdruck“ von etwa 120 auf 80 Millimeter Quecksilber (mmHg). Das sauerstoffarme „blaue“ Blut gelangt schliesslich über die Venen, die obere und untere Hohlvene, in den rechten Herzvorhof, und von dort über Trikuspidalklappe als „Rückschlagventil“ in die rechte Herzkammer. Von dort wird das Blut über die Pulmonalklappe in die Lungenarterien des „kleinen“ Lungenkreislaufes gepumpt und in den Lungen wiederum mit Sauerstoff angereichert wird (Abbildung 2a), womit sich der Kreislauf schliesst. Da das Blut nur eine kurze Strecke zurücklegen muss und deshalb nur einen geringen Widerstand überwinden muss, beträgt der dazu notwendige Druck nur etwa 20 auf 8 mmHg.