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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
1.1. Gemäss Art. 31
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden
nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet
betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im
Asylbereich endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem
die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2. Die Beschwerde
ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene
Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der Beschwerde
legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3. Mit Beschwerde
kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
1.4. Die vorliegende
Beschwerde richtet sich gegen eine Verfügung, laut deren Dispositiv das BFM nicht auf das
Asylgesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide,
mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 32-35 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich
auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten
ist. Die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig
erachtet - enthält sich demnach einer materiellen Prüfung. Sie hebt diesfalls
einzig die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz
zurück (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.). Im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss
Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ist indessen über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft
abschliessend materiell zu entscheiden, soweit dies im Rahmen einer summarischen
Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.5 S. 90 f.). Dementsprechend bildet in einem
diesbezüglichen Beschwerdeverfahren - ungeachtet der vorzunehmenden
Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheids - auch die Flüchtlingseigenschaft
Prozessgegenstand (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73). Die Asylgewährung bildet jedoch
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Bezüglich der Frage der Wegweisung
und des Wegweisungsvollzuges hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung
vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition
zukommt.
2.
Gemäss
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, wenn Asylsuchende den Behörden
nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere
abgeben. Diese Bestimmung findet jedoch keine Anwendung, wenn Asylsuchende glaubhaft machen
können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst.
a AsylG), oder wenn aufgrund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft
festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), oder sich aufgrund der Anhörung die Notwendigkeit
zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder
eines Wegweisungsvollzugshinder-nisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG).
3.
3.1.
Vorab
ist das Vorgehen der Vorinstanz, den Beschwerdeführer während des Verfahrens mehrmals dazu
aufzufordern, mit den heimatlichen Behörden zwecks Beschaffung von Reisepapieren in Kontakt zu treten,
und ihre Argumentation, er habe in Nichtbeachtung dieser Anweisung seine Mitwirkungspflicht verletzt,
zu würdigen.
3.2.
3.2.1. Die Vorinstanz
forderte im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens den Beschwerdeführer von sich aus auf, sich
bei der georgischen Botschaft in Genf zu melden, um Ersatzpapiere zu beschaffen (vgl. A11 S.4 "In
Genf gibt es eine georgische Botschaft. Dort sollten sie sich melden, um Ersatzpapiere ausstellen zu
lassen."). Als Antwort auf seine Nachfrage erklärte sie ihm, die georgische Botschaft würde
auf seine Anfrage hin Ersatzpapiere ausstellen. Dies könne aber eine Weile dauern, weshalb der Beschwerdeführer
ihr eine Bestätigung seiner Anfrage auf der Botschaft zukommen lassen solle (vgl. A11, S. 11: "Was
wir brauchen ist eine ID oder ein Reisepass. - Woher kann ich das kriegen? - In der georgischen Botschaft
in Genf. [...] Sie müssen Kontakt mit der Botschaft aufnehmen. Diese nehmen Abklärungen in
Tiflis vor, um festzustellen wer Sie sind, und stellen dann Ersatzpapiere aus [...]".).
3.2.2. In der angefochtenen
Verfügung vom 12. März 2009 führte die Vorinstanz sodann aus: "Die Unglaubwürdigkeit
seiner Aussagen wird auch dadurch bestätigt, dass der Gesuchsteller bis dato keinerlei Schritte
unternahm, sich bei der georgischen Botschaft in Genf Ersatzpapiere ausstellen zu lassen. Dies ist ihm
insbesondere vorzuwerfen, da er bei der Anhörung zu den Asylgründen in Aussicht stellte, sich
darum zu bemühen (vgl. A11 S.11)". Aufgrund dieser Überlegungen verneinte die Vorinstanz,
dass der Beschwerdeführer entschuldbare Gründe für die Nichteinreichung von Papieren habe.
Auf Beschwerdeebene brachte der Beschwerdeführer die Rüge an, es dürfe von einer asylsuchenden
Person bis zum Abschluss eines ordentlichen Verfahrens nicht verlangt werden, ihre eigene konsularische
Vertretung zu kontaktieren. Im Anschluss ersuchte das Gericht die Vorinstanz um Stellungnahme; namentlich
hinsichtlich ihrer Vorgehensweise, erstens den Beschwerdeführer vor der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft
zu einer Handlung aufzufordern, welche diesem bei Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft als Widerrufsgrund
vorgehalten werden könnte, und zweitens ihre Verfügung sodann mit denselben Umständen
zu begründen. Die Vorinstanz führte daraufhin in ihrer Vernehmlassung aus, der Beschwerdeführer
habe lediglich eine Verfolgung Dritter und keinerlei staatliche Behelligung geltend gemacht, daher spreche
nichts dagegen, mit den heimatlichen Behörden in Kontakt zu treten, um seiner Mitwirkungspflicht
im Zusammenhang mit der Beschaffung von rechtsgenüglichen Reisepapieren nachzukommen. Der Beschwerdeführer
setze sich dadurch keiner Gefahr aus.
3.3.
3.3.1. Wie sich aus
dem Nachfolgenden ergibt, ist das Vorgehen der Vorinstanz nicht haltbar. Zweck des Asylverfahrens ist
die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft des Asylsuchenden gemäss Art. 1 A des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 3 AsylG.
Bis zur endgültigen Rechtskraft einer verneinten Flüchtlingseigenschaft und somit einer Abweisung
des Asylgesuchs oder eines Nichteintretensentscheides ist vom Grundgedanken auszugehen, der Asylsuchende
sei möglicherweise in asylrelevanter Weise gefährdet und daher gelte der Non-Refoulement-Schutz.
In diesem Verfahrensstadium sind die heimatlichen Behörden somit als potentielle Verfolgerbehörden
zu betrachten. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine materielle Prüfung der Flüchtlingseigenschaft
erfolgt ist und somit noch nicht festgestellt worden ist, ob eine asylrelevante Gefährdung vorliegt,
ist es systemwidrig, den Asylsuchenden während der Anhörung zu seinen Asylgründen aufzufordern,
Kontakt mit seinen heimatlichen Behörden aufzunehmen.
3.3.2. In diesem Zusammenhang
ist auch Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG zu beachten, der auf Art. 1 C FK verweist. Gemäss Art. 63 Abs.
1 Bst. b AsylG i.V.m. Art. 1 C Ziff. 1 FK wird die Flüchtlingseigenschaft eines anerkannten Flüchtlings
widerrufen, wenn sich eine Person, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllt, freiwillig wieder
unter den Schutz des Landes stellt, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt. Mit einer solchen Handlung
gibt der Flüchtling zu erkennen, dass keine begründete Furcht mehr vor Verfolgung besteht und
dass kein internationaler Schutz mehr erforderlich ist (vgl. Guy Goodwin-Gill/ Jane
McAdam, The Refugee in International Law, 3rd edition, Oxford 2007, S. 135 ff.; James
C. Hathaway, The Law of Refugee Status, Toronto/Vancouver 1991, Reprint 1996, S. 191 ff.).
Als eine solche Unterschutzstellung gelten in der Regel alle Handlungen, die auf die Wiederherstellung
der normalen Beziehung mit den Behörden des Heimatlandes abzielen, namentlich die Registrierung
beim Konsulat oder die Beantragung eines neuen Passes, wobei letztere Handlung in der Praxis einen der
wichtigsten Anwendungsfälle der Unterschutzstellung darstellt (vgl. Goodwin-Gill/McAdam,
a.a.O., S. 136; Hathaway, a.a.O., S. 192; UNHCR Handbuch über
Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1979, Rz 121 ff.
S. 33; Joan Fitzpatrick/Rafael Bonoan, Cessation of refugee protection,
in: Erika Feller/Volker Türk/Frances Nicholson, Refugee Protection in
International Law, UNHCR's Global Consultations on International Protection, Cambridge 2003, S. 523
ff.; für die schweizerische Literatur und Praxis vgl. insbesondere Samuel Werenfels,
Der Begriff des Flüchtlings im schweizerischen Asylrecht, Bern u.a. 1987, S. 307 ff.;
Alberto Achermann/Christina Hausammann, Handbuch des Asylrechts, 2. Aufl.,
Bern/Stuttgart 1991, S. 202 f.; sowie EMARK 1998 Nr. 29; Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts E-2912/2010
vom 6. September 2010). Analoge Überlegungen gelten bereits im Asylverfahren; verwirklicht eine
asylsuchende Person Tatbestände, die bei einem anerkannten Flüchtling zur Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft
führen können, steht dies bereits der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft im Asylverfahren
entgegen, denn es wäre "sinnlos [...], zuerst Asyl zu gewähren und dieses sogleich
zu widerrufen" (Achermann/Hausammann, a.a.O., S. 200).
3.3.3. Das verfassungsmässige
Prinzip von Treu und Glauben und das Vertrauensprinzip verpflichten die Behörden zu loyalem und
vertrauenswürdigem Verhalten im Rechtsverkehr (Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 9 BV; vgl. dazu Giovanni
Biaggini, Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Ausgabe 2007, Zürich 2007,
Art. 5 BV Rz 22f., Elisabeth Chiariello, Treu und Glauben als Grundrecht nach
Art. 9 der schweizerischen Bundesverfassung, Bern 2004, S. 224 ff.; Andreas Auer/Giorgio
Malinverni/Michel Hottelier, Droit constitutionnel suisse, Bd. II, 2. Aufl., Bern 2006, N 1159 ff.;
Yvo Hangartner, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die
schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, Zürich u.a. 2008, N 41 zu Art. 5 BV; vgl. auch BVGE
2007/19 E. 3.3). Diesem Grundsatz entspringt insbesondere das Verbot des widersprüchlichen
Verhaltens einer Behörde (vgl. Auer/ Malinverni/ Hottelier, a.a.O., N 1163 f.,
René Rhinow/Markus Schefer, Schweizerisches Verfassungsrecht, 2. Aufl.,
Basel 2009, N 1997). Es würde nun das Verbot des widersprüchlichen Verhaltens verletzen,
wenn das BFM während des hängigen Asylverfahrens eine asylsuchende Person zu Handlungen auffordert,
die ihr - da sie eine Unterschutzstellung im Sinne von Art. 1 C FK sind - bei der Anerkennung
der Flüchtlingseigenschaft zum Nachteil gereichen.
3.3.4. Daraus ergibt
sich, dass es dem BFM aus dem verfassungsmässigen Grundsatz gemäss Art. 5 Abs. 3 BV und aus
dem Vertrauensprinzip gemäss Art. 9 BV verwehrt ist, während des Asylverfahrens den Beschwerdeführer
aufzufordern, sich seine Ausweispapiere bei seiner konsularischen Vertretung beziehungsweise seiner Botschaft
zu beschaffen; dieses Verhalten ist im Rahmen eines Asylverfahrens unzulässig.
3.4. Nach dem Gesagten
sind demnach auch die Erwägungen der Vorinstanz nicht zu bestätigen, wonach der Beschwerdeführer
seine Mitwirkungspflicht verletzt habe, indem er es unterliess, sich bei der Vertretung seines Heimatlandes
in Genf um Papiere zu bemühen. Zur Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden im Asylverfahren gehört
es, seine Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzugeben, an der Feststellung
des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfällige
Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung
der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. Art. 8 AsylG, Art. 13 VwVG). Es kann aber gerade nicht zur
Mitwirkungspflicht gehören, mit den Heimatbehörden - und damit mit den potentiellen Verfolgerbehörden
- in Kontakt zu treten. Gemäss Art. 8 Abs. 4 AsylG ist die betroffene Person explizit
erst nach Vorliegen eines vollziehbaren Wegweisungsentscheides - folglich nach erfolgter rechtskräftiger
Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft - verpflichtet, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere
mitzuwirken.
3.5. Die auf Vernehmlassungsebene
eingereichte Stellungnahme der Vorinstanz - sie habe den Beschwerdeführer zur Kontaktaufnahme
mit den heimatlichen Behörden auffordern dürfen, weil er offensichtlich nur eine Drittverfolgung
geltend gemacht habe - bleibt unbehelflich. Es ist nämlich irrelevant, auf welcher Begründung
basierend der Flüchtlingsstatus beantragt wird und welche die Flüchtlingseigenschaft begründenden
Vorbringen dargetan werden. Insbesondere kann nicht ausschlaggebend sein, ob der Beschwerdeführer
direkte oder indirekte staatliche Verfolgung oder private Verfolgung, gegen die er in seinem Heimatstaat
aufgrund flüchtlingsrechtlich relevanter Motive keinen hinlänglichen Schutz finden könne,
geltend macht; seit dem mit Grundsatzentscheid EMARK 2006 Nr. 18 vollzogenen Paradigmenwechsel,
mit dem sich die damalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) von der sogenannten Zurechenbarkeitstheorie
abgewendet und zur sogenannten Schutztheorie bekannt hat, sind die Fragen der staatlichen oder privaten
Urheberschaft des Verfolgers nicht mehr von Bedeutung. Zu prüfen ist vielmehr die Frage der hinlänglichen
Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit des Heimatstaates.
3.6. Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass die Aufforderungen der Vorinstanz an den Beschwerdeführer während des
hängigen Asylverfahrens, sich bei den Heimatbehörden Identitätspapiere ausstellen zu lassen,
unzulässig waren und dass die entsprechenden Erwägungen - der Beschwerdeführer
habe in diesem Zusammenhang seine Mitwirkungspflicht verletzt, weshalb auch keine entschuldbaren Gründe
für die Nichtabgabe von Identitätspapieren bejaht werden könnten - nicht aufrechterhalten
werden können.
3.7. Wie indessen
aus der nachfolgenden Erwägung hervorgeht, ist das BFM im Ergebnis dennoch zu Recht zum Schluss
gelangt, der Beschwerdeführer könne für die Nichteinreichung von Identitätspapieren
keine entschuldbaren Gründe gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG aufzeigen.
4.
4.1. Gemäss Art.
32 Abs. 2 Bst. a AsylG wird nicht auf ein Asylgesuch eingetreten, wenn innerhalb von 48 Stunden nach
Einreichung des Gesuchs keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben werden. Vorliegend hat der
Beschwerdeführer innert Frist keine solchen Dokumente eingereicht, womit der Tatbestand der Nichteinreichung
von Identitätspapieren grundsätzlich erfüllt ist. Vorliegend bleibt zu prüfen, ob
allfällige Ausnahmen des Nichteintretensgrundes der Papierlosigkeit gemäss Art. 32 Abs.
3 Bst. a - c AsylG vorliegen.
4.2. Die Vorinstanz
führt aus, dem Beschwerdeführer könne nicht geglaubt werden, dass er nie eine Identitätskarte
besessen habe, da alle Georgier mit 16 Jahren eine solche erhalten würden. Diese Argumentation ist
zu stützen: In der Tat sind die Aussagen des Beschwerdeführers, er habe nie eine Identitätskarte
gehabt und gebraucht (vgl. A1 S. 3, A11 S. 3), als realitätsfremd einzustufen. Gemäss
Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts gilt in Georgien ab 14 Jahren eine Pflicht, sich eine Identitätskarte
ausstellen zu lassen; allenfalls kann es in abgelegenen ländlichen Regionen möglich sein, ohne
Registration und ohne Identitätskarte zu leben. Daher ist beim Beschwerdeführer, der aus der
Hauptstadt stammt, davon auszugehen, dass er eine solche erhalten hatte. Seine diesbezüglichen Aussagen
können ihm somit nicht geglaubt werden. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
Identitätspapiere besitzt, diese den Behörden aber nicht eingereicht hat.
Nach dem Gesagten liegen keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe von Reise-
und Identitätspapieren gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG vor.
4.3.
4.3.1. Bezüglich
der summarischen Prüfung einer allfälligen Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft sind
die vorinstanzlichen Erwägungen zu stützen. Zunächst kann zwar nicht ausgeschlossen werden,
dass die Ausführungen zur wiederholten Autopsie der Leiche des verstorbenen Vaters, wonach die Experten
einen nicht-natürlichen Tod festgestellt und dies dann aber in ihrem Bericht nicht zum Ausdruck
gebracht hätten, der Wahrheit entsprechen (vgl. A1 S. 4; A11 S. 4 und 6 bis 8). Wie auch
die Vorinstanz zutreffend festhält, hat der Beschwerdeführer indessen den Tod seines Vaters
selbst nicht kausal zu allfälligen Verfolgungsvorbringen und zu seiner Ausreise in Zusammenhang
gebracht. Selbst wenn der Vater ermordet worden sein sollte, wird nicht ersichtlich, weshalb auch der
Beschwerdeführer selbst gefährdet sein sollte.
4.3.2. Seine weiteren
Ausführungen zu dem zweimaligen Auftauchen von unbekannten Personen und deren geschilderter Gewaltanwendung
lassen sodann die nötige Detailliertheit vermissen und haben - wie die Vorinstanz zu Recht
ausführt - lediglich stereotypen Charakter; beide Vorfälle, als der Beschwerdeführer
von Unbekannten niedergeschlagen worden sei, sollen sich in der gleichen, nicht differenziert dargestellten
Weise zugetragen haben (vgl. A1 S. 4 und 5; A11 S. 4 bis 6). Zudem lässt die Formulierungsart
des Beschwerdeführers - es seien nicht dieselben Personen gewesen respektive er wisse es nicht,
weil es so schnell vonstattengegangen sei - Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Aussagen aufkommen.
Dass die Vorfälle sodann einen Zusammenhang zur Tätigkeit
des Beschwerdeführers für eine Journalistin gehabt haben sollen, ist ebenfalls nicht glaubhaft.
Seine die Journalistin betreffenden Darlegungen blieben vielmehr gänzlich unsubstanziiert. So gelang
es ihm beispielsweise nicht, ein aktuelles Thema, dem sich diese gewidmet habe, zu nennen (vgl. A11 S. 6).
Dass er während Jahren als Chauffeur für eine Journalistin gearbeitet haben will, in der Folge
aber nicht im Detail aufzeigen kann, wo er diese hingefahren habe (vgl. A11 S. 6), lässt die
notwendigen Realkennzeichen, die tatsächlich Erlebtes widerspiegeln würden, vermissen. Ebenso
war er nicht im Stande, einen angeblichen Ausweis, den er als Chauffeur für die Journalistin besessen
haben will, der Vorinstanz auszuhändigen, da dieses Dokument ihm angeblich in der Schweiz gestohlen
worden sei. Diese Behauptung wirkt vor dem Hintergrund der vorangegangenen, vage gehaltenen Aussagen
als Versuch, den Sachverhalt nachträglich zugunsten der Logik der Vorbringen anzupassen. Aufgrund
des Gesagten halten die Aussagen des Beschwerdeführers einer Glaubhaftigkeitsprüfung nicht
stand und es sind daher keine asylrelevanten Vorbringen festzustellen.
4.4. Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass bereits aufgrund einer summarischen Prüfung der Vorbringen des Beschwerdeführers
die Flüchtlingseigenschaft verneint werden muss. Gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ist
jedoch auch dann auf ein Asylgesuch einzutreten, wenn sich aufgrund der Anhörung erweist, dass zusätzliche
Abklärungen zur Feststellung eines Wegweisungsvollzugshindernisses (gemäss Praxis nur in Bezug
auf Unzulässigkeit, vgl. BVGE 2009/50) nötig sind. Da im Falle des Beschwerdeführers -
wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zur Frage des Wegweisungsvollzuges ergibt - keine
Unzulässigkeit vorliegt, erweisen sich diesbezügliche zusätzliche Abklärungen nicht
als notwendig. Die Vorinstanz ist somit gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht nicht
auf das Asylgesuch eingetreten.
5.
5.1. Lehnt das BFM
das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).
5.2. Der Beschwerdeführer
besitzt keine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder einen entsprechenden Anspruch,
weshalb die Vorinstanz gestützt auf Art. 44 Abs. 1 AsylG zu Recht seine Wegweisung verfügt
hat (vgl. EMARK 2001 Nr. 21).
6.
6.1. Ist der Vollzug
der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt
das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige
Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).
6.2.
6.2.1. Der Vollzug
ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise
der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).
6.2.2. So darf keine
Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr
Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist
oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5
Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende
Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher
oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
6.2.3. Die Vorinstanz
wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer
nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen,
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführers nach Georgien
ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
6.2.4. Sodann ergeben
sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte
dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach
Georgien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe
oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer
eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer],
Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127,
mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in
Georgien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.
Die Ausführungen in der Beschwerde sind ebenfalls nicht geeignet, zu einer anderen Einschätzung
zu führen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
6.3.
6.3.1. Gemäss
Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein,
wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner
Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,
ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März
2002, BBl 2002 3818).
6.3.2. Zwar bleiben
hinsichtlich der menschenrechtlichen Situation Georgiens gewisse Bedenken bezüglich der Misshandlung
von Häftlingen, willkürlicher Verhaftungen, der selektiven Anwendung von Gesetzen und Druck
auf Unternehmen bestehen (vgl. U.S. Department of State, Human Rights Report on Georgia 2010, April 2011),
eine Rückkehr nach Georgien ist jedoch vor dem Hintergrund der dort herrschenden Situation bezüglich
Sicherheit, medizinischer Versorgung und wirtschaftlicher Lage im Allgemeinen zumutbar. Den Akten sind
auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei einer
Rückkehr nach Georgien aus individuellen Gründen wirtschaftlicher und sozialer Natur in eine
existenzbedrohende Situation geraten würde. Aus seinen Vorbringen ergibt sich, dass seine Mutter
und seine Schwestern in seinem Heimatland leben (vgl. A 11 S.9), weshalb er bei einer Rückkehr auf
ein tragfähiges soziales Netz zurückgreifen kann. Der Beschwerdeführer verfügt gemäss
seinen Angaben über mehrjährige Berufserfahrung, womit angenommen werden kann, dass er sich
bei einer Rückkehr ohne grössere Probleme beruflich reintegrieren kann. Daher ist davon auszugehen,
er bringe alle Voraussetzungen mit, um in Georgien wieder Fuss zu fassen und aus eigenen Kräften
ein Auskommen zu finden. Aus den Akten ist zudem nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer unter
gesundheitlichen Problemen leiden würde, zumal er auch nichts Dahingehendes
geltend macht. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.
6.4. Schliesslich
obliegt es - aber erst zum jetzigen Zeitpunkt - dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen
Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente
zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG) weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG, BVGE 2008/34 E.12).
6.5. Hinsichtlich
der angemessenen Ausreisefrist setzt das Gericht die diesbezügliche Praxis der damaligen ARK fort
(vgl. EMARK 2004 Nr. 27); es übt Zurückhaltung bei der Bestimmung der angemessenen Ausreisefrist,
hält aber das Faktum fest, falls eine Ausreisefrist offensichtlich unangemessen ist. Angesichts
des Zeitablaufs seit dem 12. März 2009 - dem Zeitpunkt der Verfügung des BFM -
ist die damals angesetzte kurze Ausreisefrist ("am Tag nach Eintritt der Rechtskraft") nicht
mehr angemessen. Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung ist daher aufzuheben, und das BFM ist anzuweisen,
dem Beschwerdeführer eine angemessene Ausreisefrist anzusetzen.
7.
Insgesamt
ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestätigen. Die Vorinstanz
hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten
fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
8.
Aus
diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt,
den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106
AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
9.
Bei
diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63
Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne
von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfügung vom 3. April 2009 gutgeheissen wurde und aufgrund
der Akten davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer auch heute weiterhin bedürftig ist,
werden keine Kosten auferlegt.
(Dispositiv nächste Seite)