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Spoiler
- Eine BRCA-Mutation erhöht das Risiko für bestimmte Krebsarten bei Frauen und bei Männern.
- Für Männer, die an Prostatakrebs leiden, gibt der Test auf eine BRCA-Mutation Aufschluss über die richtige Therapie.
- Liegt eine BRCA-Mutation vor, ist dies auch für Angehörige relevant: die Krebsfrüherkennung bei ihnen würde früher starten.
Eine Mutation der BRCA-Gene 1 und 2 erhöht bei Frauen das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs. Welche Rolle spielt die BRCA-Mutation für Männer?
Für Männer, die an einem fortgeschrittenen Prostatakrebs mit Metastasenbildung leiden, wird der Test auf die BRCA-Genmutation empfohlen. Zum einen kann das Ergebnis eine zielgerichtete Therapie ermöglichen, zum anderen gibt es Aufschluss über einen vererbbaren Ursprung der Erkrankung. So kann ermittelt werden, ob Angehörige wie Geschwister und Kinder beraten und untersucht werden sollten.
Männer mit lokalisiertem Prostatakrebs und BRCA-Mutation oder einer Familiengeschichte mit gehäuften Prostatakrebsfällen sollten besonders umsichtig betreut werden.
Welche Konsequenz hätte das für Angehörige?
Bei Männern, die Träger einer BRCA-Mutation sind, empfiehlt man bereits ab 40 Jahren mit der Prostatakrebs-Früherkennung starten, um eine Erkrankung frühzeitig erkennen und erfolgreich behandeln zu können.
Welches Risiko tragen gesunde Männer, die eine BRCA-Mutation haben?
Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Prostatakrebs zu erkranken, ist bei Trägern einer BRCA 2-Mutation zwei- bis sechsmal höher als bei Männern ohne diese Mutation. Zudem ist Prostatakrebs bei BRCA-Mutationsträgern häufiger aggressiv und benötigt eher eine aktive Therapie. Die BRCA 2-Mutation erhöht auch in einem geringeren Mass das Risiko für Männer an Brust- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie an schwarzem Hautkrebs, dem sogenannten Melanom, zu erkranken.
Und Töchter, deren Väter an Prostatakrebs mit BRCA-Mutation erkrankt sind?
Ihr Risiko, die Genmutation geerbt zu haben, liegt bei 50 Prozent. Liegt die Genmutation vor, haben die Frauen ein Risiko von 60-80 Prozent an Brust- und von 20-60 Prozent an Eierstockkrebs zu erkranken. Das Wissen darum erlaubt ihnen die bestmögliche Beratung und frühzeitige Früherkennung.
Vielen Dank für das Gespräch.
Fakten auf einen Blick
Begriff BRCA
Die Abkürzung setzt sich aus den jeweiligen zwei Anfangsbuchstaben der Worte BReast CAncer, englisch für Brustkrebs, zusammen. BRCA-Gen steht also für «Brustkrebsgen».
BRCA1 + BRCA2
Die BRCA-Gene 1 und 2 trägt jeder Mann und jede Frau von Geburt an in sich. Diese sogenannten Tumorsuppressor-Gene verhindern die Krebsentstehung, indem sie defekte Gene und Zellschäden reparieren. Bei Mutationen dieser Gene findet diese Reparatur nur unzureichend statt.
Bei Frauen mit BRCA 1-Mutationen ist der Erkrankungsgipfel zehn Jahre früher erreicht als bei einer BRCA 2-Mutation.
Häufigkeit der Mutation
Selten. Etwa eine von 500 Personen ist Träger einer BRCA1-Mutation, eine von 700 Personen Träger einer BRCA2-Mutation.
Wie wird BRCA1 und 2 vererbt?
Die Genmutation kann sowohl von der Mutter als auch vom Vater vererbt werden.
Risiken
Frauen, die die Genmutation geerbt haben, haben ein erhöhtes Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.
BRCA2-Mutationen bei Männern erhöhen ihr Lebenszeitrisiko an Brustkrebs zu erkranken leicht (ca. 2-7% gegenüber 0.1% in der Allgemeinbevölkerung) und das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (ca. 3-5% gegenüber ca. 1.5% in der Allgemeinbevölkerung) und ihr Lebenszeitrisiko, an Prostatakrebs zu erkranken (ca. 25% gegenüber ca. 15% in der Allgemeinbevölkerung).
Brustkrebs und die BRCA-Mutation
Nur fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle sind auf eine krebsauslösende Genmutation zurückzuführen.
Wie wird der Gentest durchgeführt?
In Form eines Bluttests wird eine DNA-Analyse durchgeführt. Zuvor ist eine genetische Beratung notwendig.
Bei Personen, die an Krebs erkrankt sind, kann die Genmutation auch anhand einer Tumorprobe festgestellt werden, allerdings ersetzt die Untersuchung am Krebsgewebe nicht die genetische Untersuchung im Blut.