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||5 elektroakustische Studien zur Auditiven Szene

Installationsversion 2012
Ein ästhetisches Experiment zu spezifischen Thesen der Klang Phänomenologie. Anhand einer Selektion von Klangstudien zu bestimmten Bereichen der selektiven Wahrnehmung unter Einbeziehung eigentümlicher psychoakustikscher Effekte wird ein durchbrochener Bereich der Kohärenz von Eindrücken in eine auditive, besonders offene Form der Möglichkeit transformiert. Eine zusätzliche, audiovisuelle Arbeit erforscht das Potential der Labordarstellung von Signalen unter Verwendung eines VektorSkopes, vom Erzeugen von Schwingungsdarstellungen zur Übertragung in den akustischen Bereich als spielerischen Versuch zur Relativität der Wahrnehmung.
Der Eindruck dessen, was wir hören, kann durch eine ausschliessliche Darstellung von mechanischen Vibrationen nicht unbedingt zufriedenstellend beschrieben werden. Es würde eine Beschreibungsform nötig, die die Selektivität und die nicht linearen Rückmeldungen des Ohres und die vielfältigen neuronalen Stimuli und deren Bedeutung berücksichtigt. Dieses Problem kann massgeblich auf die Dichotomie von Klangexistenz und deren Vermittlungsinstanz zurückgeführt werden. Albert Bregmans Auditory Scene Analysis offeriert eine differenzierte Interpretation hierzu, und unterscheidet zwischen einem Wahrnehmungsstrom und einem Einzelereignis. In den Studien zu Contingency Test wird eine Palette von experimentellen Daten verwendet, um diese Segregation in einzelne Bestandteile und Reihen künstlerisch zu erforschen. Perzeptuelle Einheiten werden hierfür in die wichtigsten Faktoren Zeitablauf, Unterscheidung nach Frequenz und Zugehörigkeit von Klangfarben aufgetrennt und schliesslich zu einer Betrachtung des Problems der Kontinuität in einer Auditiven Szene ausgearbeitet. Das Produkt ist imaginär und synthetisch, wir hören über unsere Ohren hinaus, die Ereignisse und Klangobjekte sind nicht offenkundig und ontogenetisch durch physikalische Parameter bestimmt, die Neigung zur Vervollständigung und Kohärenz wird unterlaufen. Die Installation bezieht sich hier auf die fundamentalen philosophischen Fragen, die diesen psychoakustischen und phänomenologischen Experimenten zugrunde liegen, ohne deren Thesen vervollständigen zu wollen.
Konzept, Programmierung und Komposition: Bernd Schurer
Der Zürcher Computermusiker und Künstler Bernd Schurer (* 1970) untersucht in seinen Arbeiten die Beziehungen von Raum, Zeit, Körper und Klang in ihren unterschiedlichen Wahrnehmungskontexten. Schurer studierte Philosophie und Komposition in Zürich, sowie Bildende Kunst in Luzern. Seit 1996 kuratiert er zusammen mit Marcus Maeder die Klangeditionen auf domizil.ch. Er lebt in Zürich und Berlin.
domizil.ch | heterophenomenological.net | ausreihe.org
Mit freundlicher Unterstützung des Institut für Computermusik und Soundtechnologie (ICST) und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)