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Recht, der
Inbegriff derjenigen Rechtsgrundsätze, welche sich entweder als Überreste der allen slaw.
Völkern ursprünglich gemeinsamen, ihrem Volkstum entsprechenden Rechtsanschauungen auch nach ihrerTrennung
im Volksbewußtsein erhielten und die Grundlage für die weitere selbständige Rechtsentwicklung abgaben, oder sich infolge
der Gleichartigkeit dieser Grundlage und des Volkscharakters auch in ihren neuen Wohnsitzen gleichförmig entwickelten.
Bei keinem slaw.
Volke erhielt sich jedoch das
Recht unverändert. Wie die polit. und allgemeine Kulturgeschichte, zeigt auch
die slaw. Rechtsgeschichte frühzeitig bereits eine wechselseitige
Absonderung der einzelnen slaw.
Völker,
eine geringe Widerstandsfähigkeit gegen eindringende fremde Rechtselemente und demgemäß eine rasche
Abnahme gemeinsamer
slawisch-rechtlicher Grundsätze in dem bei jeder Völkerschaft abgesondert sich entwickelnden Rechtssystem. Im czech. und
poln.
Recht war es vorzüglich das deutsche und römische, im russischen und serbischen das byzant.
Recht, welches bald das einheimische Rechtssystem durchdrungen hatte. Nur durch wechselseitige Vergleichung namentlich
der ältern
Quellen jener
Rechte kann ihr gemeinsamer, slawisch-rechtlicher
Kern gefunden werden. Einen Versuch, auf diese
Weise
eine Geschichte des
S. R. zu liefern, unternahm Maciejowski (s. d.) in seinem Werke «Historya
prawodawstw słow.», er kann jedoch zu ersprießlichen Resultaten nicht führen, solange nicht
gründliche
Special-Rechtsgeschichten der wichtigsten slaw.
Völker vorliegen; an solchen mangelt es jedoch noch immer. Vorarbeiten
lieferten hierzu insbesondere Hanel, Hube und H. Jireček. Eine Sammlung altslaw. Rechtsquellen veröffentlichte A. Kucharski,
Antiquissima monumenta juris slovenici (Warsch. 1838) und H. Jireček, Svod zákonův slovanských
(Prag
[* 2] 1880).
Die
Lehre
[* 12] der S. ist ein stark chauvinistisch angehauchter
Patriotismus, beeinflußt durch die Geschichtsauffassung
Hegels, daß jeder Nation gewisse nationale Principien innewohnen, deren
Entwicklung den histor.
Beruf der Nation bilde. Solche
Principien sahen sie beim russ.
Volke in der griech.-orthodoxen
Kirche, als der ursprünglichen und wahren Form des
Christentums,
die durch die Missionsthätigkeit Cyrills und Methods zur slaw.
Kirche geworden sei, und in der russ.
Gemeinde (obščina); in beiden seien die Grundlagen einer höhern
Civilisation enthalten, welche an die
Stelle der durch den
Individualismus, durch falsche Religiosität und
Atheïsmus untergrabenen westeuropäischen zu treten habe. In der russ. Geschichte
sahen die S. die
ReformPeters d. Gr. und die ganze
PetersburgerPeriode für eine Verirrung an, und verlangten
eine Rückkehr zu den Principien der moskauischen Epoche.
Solche
Lehren
[* 13] wurden anfangs in der russ. Gesellschaft und in der Litteratur heftig bekämpft, besonders
von
Bjelinskij, Dobroljubow, in neuerer Zeit von Pypin (s. d.); dafür erhielten
die Gegner von den S. den
Namen Westler (russ. Zapadniki,
d. i.Anhänger des Westens, Westeuropas), der
nun auch zu einer Art Parteinamen für die Freunde humaner
Bildung und Kulturentwicklung im Anschluß an die westeuropäische
wurde. Organe der letztern waren
Katkows «Russkij
Věstnik» (in den ersten Jahrgängen),
New- (spr. njuh ßlihf'rd),Stadt in der engl.
Grafschaft Lincoln, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt
im SO. von Newark-on-Trent, hat (1891) 4655 E., eine lat. Schule
und
Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen.