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Inhalt
Medienmitteilung
Ausgabedatum: Dienstag, 25. November 2014 14:00 Uhr
Hochwasser Tessin: Seepegel wieder normal
Eine Südstaulage hatte zwischen dem 2. und 17. November im Tessin rekordhohe Niederschlagsmengen verursacht. Die während dieser Periode gemessenen Regenmengen entsprachen je nach Region dem drei- bis fünffachen der durchschnittlichen Monatssumme für den November. In Lugano wurde mit 538 mm die seit Messbeginn 1864 höchste November-Niederschlagsmenge registriert. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2002 wurde übertroffen, einige weitere Messstellen registrierten zweit- oder dritthöchste Messwerte. Da gleichzeitig bei überdurchschnittlichen Temperaturen die Schneefallgrenze bei über 1800 m ü.M. lag, fielen somit in den Einzugsgebieten des Lago Maggiore und des Lago di Lugano hauptsächlich als Regen und nicht als Schnee. Sie flossen entsprechend schnell ab.
Seen wieder auf Normalniveau
Während an den Fliessgewässern keine extremen Abflusswerte beobachtet wurden, stiegen der Lago Maggiore und der Lago di Lugano markant an und traten für mehrere Tage über die Ufer. Die Wasserstände der Seen haben 20 Tage die Gefahrenstufe 2 oder höher erreicht und lagen davon gar 10 Tage oberhalb der Hochwassergrenze (Gefahrenstufe 4). Die Pegel erreichten jedoch nicht ganz die Höchststände aus den Jahren 2000 (Lago Maggiore) und 2002 (Lago di Lugano). Seit dem Einsetzen der trockenen Witterung sinken die Pegel an beiden Seen. Am letzten Wochenende unterschritten sie die Hochwassergrenzen. Ab Mitte dieser Woche sollten sich die Wasserstände an allen Tessiner Gewässern wieder normalisiert haben.
Mehrere Rutschungen
Die anhaltend hohen Niederschlagsmengen hatten zu einer kompletten Durchnässung der Böden geführt. Bereits kleinste Zusatzbelastungen konnten deshalb an exponierten Stellen zu spontanen Rutschungen führen, die teilweise als Murgänge abflossen. Da keine extremen Stundenniederschläge zu verzeichnen waren, blieb die Anzahl der eingetretenen Rutschungen auf einige Dutzend beschränkt. Leider hatten zwei davon jedoch fatale Konsequenzen und kosteten 4 Menschenleben. Wo Gefahrenkarten vorhanden waren, haben die Behörden speziell gefährdete Gebiete vorübergehend evakuiert oder die notwendigen Vorsorgemassnahmen getroffen. Das Ereignis hat jedoch gezeigt, dass die Karten überprüft und gegebenenfalls ergänzt werden müssen.
Zusammenarbeit der Behörden
Die betroffenen Fachstellen für Naturgefahren des Bundes (Bundesamt für Umwelt und MeteoSchweiz) hatten sich mit den Behörden des Kantons Tessin frühzeitig in Kontakt gesetzt und konnten so vor dem sich anbahnenden Ereignis warnen. Dank der vorliegenden Informationen und der gemeinsamen Lageeinschätzung konnten sich die kantonalen und lokalen Behörden und Einsatzkräfte frühzeitig organisieren und die Massnahmen der Notfallplanungen umsetzen. So konnten grössere Schäden verhindert werden.
Auf Bundesseite war dank der Umsetzung der OWARNA-Massnahmen (Bundesratsbeschlüsse von 2007 und 2010 zur Optimierung der Warnungen vor Naturgefahren) der Betrieb rund um die Uhr sichergestellt. Die in den letzten Jahren eingeführten Verbesserungen der meteorologischen und hydrologischen Vorhersagen sowie die verbesserte Information trugen wesentlich dazu bei, dass das Ereignis insgesamt gut bewältigt wurde.
Internet
· BAFU: Hochwasser im Tessin vom November 2014: http://www.bafu.admin.ch/hydrologie/01834/02041/13965/index.html?lang=de
· BAFU: Hydrologische Daten und Vorhersagen (www.hydrodaten.admin.ch)
· Naturgefahrenportal des Bundes (www.naturgefahren.ch)
· BAFU: Thema Naturgefahren (www.bafu.admin.ch/naturgefahren)