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Achtung 80er Jahre!
Achtung 80er Jahre! Die schweizerische Aussenpolitik in der letzten Dekade des Kalten Kriegs
Nachdem sich die Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg in eine weitgehende politische Isolation manövriert hatte, erfuhr ihre Aussenpolitik ab Mitte der 1960er Jahre eine behutsame Öffnung und schrittweise Normalisierung. In den 1980er Jahren dominierten, nebst den gesellschaftlichen Umwälzungen im Innern, aussenpolitisch weiterhin die ungelösten Probleme, die sich der Schweiz bereits im vorangehenden Jahrzehnt gestellt hatten. Die Frage der Ausgestaltung der Beziehungen zu Europa, die hängige Problematik eines UNO-Beitritts oder die Fortführung des KSZE-Prozesses beschäftigten die Schweizer Diplomatie.
Im Zuge der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Turbulenzen ergaben sich aber auch neue Probleme. Während die fortschreitende Globalisierung und die zunehmende Entwicklung von Schwellenmärkten die aussenwirtschaftliche Öffnung vorantrieben, wurde als Folge der verschiedenen internationalen Konfliktherde die Asylpolitik zu einem innenpolitischen Brennpunkt. Auch der Bedeutungszuwachs von Umweltfragen in den internationalen Beziehungen stellte in diesem Ausmass eine Neuerung dar. In vielen aussenpolitischen Themenbereichen war aber weiterhin eine Kontinuität unter den Zeichen des Kalten Krieges festzustellen. Gerade bezüglich supranationaler Integration tat sich die Schweiz besonders schwer.
Gegen Ende der 1980er Jahre geriet auch das schweizerische Landesverteidigungskonzept zunehmend unter Druck (Volksinitiative «Schweiz ohne Armee») und mehrere Skandale (Kopp-Affäre, Fichen) führten schliesslich gemeinsam mit dem Ende des Kalten Kriegs und dem Wegfall des Ost-West-Antagonismus dazu, dass sich die schweizerische Aussenpolitik in den 1990er Jahren – herausgefordert von Fragen nach ihrer Neutralität, ihrer Rolle in der internationalen Gemeinschaft und ihrem Standpunkt bezüglich der europäischen Integration – schlagartig dynamisieren sollte. Historiographisch ist die Geschichte der internationalen Beziehungen der Schweiz in der letzten Dekade des Kalten Krieges noch weitgehend unerforscht.
Die Lehrveranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die beabsichtigen, im Anschluss eigene Forschungen im Schweizerischen Bundesarchiv (Bern) durchzuführen. Sie eignet sich daher insbesondere für Studierende, die planen, eine Qualifikationsarbeit in Angriff zu nehmen. Nebst einer vertieften Einführung in die Strategien zur Erforschung von grossen Archivbeständen werden die Edition der Diplomatischen Dokumente der Schweiz (DDS) und die Forschungsdatenbank Dodis eingehend erläutert und angewendet. Die Lehrveranstaltung ist eng gekoppelt an die Forschungen der Forschungsstelle Dodis. Die Forschungsarbeiten für die Veranstaltung werden begleitet, dennoch erfordert die Teilnahme am Kurs ein hohes Mass an Selbstständigkeit und überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft. Die Teilnahme an einer ganztägige Blockveranstaltung am 11. Oktober 2023 im Bundesarchiv wird zwingend vorausgesetzt. Zudem sind für den erfolgreichen Abschluss der Veranstaltung weitere selbstständige Archivaufenthalte zwingend. Aufgrund der besonderen Archivsituation ist die Zahl der Teilnehmenden auf acht begrenzt.