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Die Kritik wurde wenige Tage nach den Äusserungen des britischen Energieministers, Brian Wilson, an einem Seminar in Madrid publik und geht in die gleiche Richtung wie eine Stellungnahme des oppositionellen Schattenministers für Industrie, Tim Yeo. Yeo sprach sich dafür aus, die Stromerzeugung aus Kernenergie von der Klimaabgabe zu befreien. Die British Energy - Betreiberin der meisten Kernkraftwerke in England und Schottland - ist in finanzielle Schieflage geraten und schreibt einen Teil ihrer Probleme den Abgaben auf der Kraftwerksleistung und dem Brennstoffverbrauch zu. Die IEA bemängelt an der britischen Klimaabgabe die Erhebung auf dem Energieinhalt der Brennstoffe statt auf dem Kohlenstoffgehalt. Auch sei der Wohnsektor von der Abgabe befreit. Somit bestehe kein Anreiz, weniger kohlenstoffhaltige Brennstoffe einzusetzen. Mit einer Änderung der Abgabe wäre es leicht, eine Lenkungswirkung zu erreichen, kommt der Bericht kommt zu Schluss.
Im Gegensatz zu anderen Ländern werde Grossbritannien sein Kyoto-Ziel, die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 12,5% zu vermindern, "fast sicher" erreichen. Um das selber gesetzte Ziel einer Verminderung um 20% bis 2010 nicht zu verfehlen, wären allerdings zusätzliche Massnahmen unerlässlich, meint die IEA. Die Agentur weist auf die Fortschritte seit 1990 hin, die auf einem sich öffnenden Energiemarkt erzielt worden sind. Real seien die Strom- und Gaspreise gesunken. Die Liberalisierung des Strom- und dann des Gasmarkts habe in Grossbritannien zahlreiche wertvolle Impulse ausgelöst. Der Ersatz von Kohle durch Gas habe nicht nur die Luftverschmutzung vermindert, sondern auch die Treibhausgasemissionen herabgesetzt. Allerdings würden die Gasvorräte in der Nordsee allmählich zur Neige gehen, so dass ab 2005 auch Grossbritannien zum Gasimporteur werden dürfte. Einen Engpass beim vermehrten Gaseinsatz stellt laut IEA das Leitungsnetz dar. Seinen Ausbau könne die Regierung mit fiskalischen Anreizen fördern.
Quelle
P.B. nach IEA-Pressemitteilung, 31. Oktober 2002