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Wie die seriöse Zeitung 'Le Temps' heute berichtet,
sitzt ein Informatiker der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Genf in Untersuchungshaft.
Mossack Fonseca wurde berühmt, weil der Anwaltskanzlei ein riesiger Wust von Daten abhanden gekommen ist. Diese Daten wurden der Süddeutschen Zeitung gesteckt, die sie zusammen mit anderen Zeitungen analysierte. Seitdem werden immer wieder mehr oder weniger sensationelle Details aus diesen "Panama Papers" veröffentlicht. Es geht um Geld, das in Finanzkonstrukten mit Briefkastenfirmen und Trusts gehortet oder versteckt wurde.
Ist der Informatiker der berühmte "John Doe"?
Wie 'Le Temps' weiss, wirft man dem armen Informatiker Datendiebstahl, unerlaubtes Eindringen in ein IT-System und Vertrauensmissbrauch vor. Die Genfer Justizbehörden bestätigten einzig, dass es ein Verfahren in Sachen Mossack Fonseca gibt. Die sehr grosse Anwaltskanzlei, die Büros in Genf unterhält, hatte Strafanzeige eingereicht. Darauf gab es eine Hausdurchsuchung und es wurden auch Informatik-Mittel beschlagnahmt.
Ob der verhaftete Informatiker etwas verbrochen hat und ob allenfalls er unter dem Pseudonym "John Doe" den riesigen Datenberg der Süddeutschen Zeitung zugespielt hat, weiss man natürlich noch nicht. "John Doe" wird in US-Justizfällen als Platzhaltername verwendet, wenn eine Partei anonym oder nicht identifizierbar ist. (hc)