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Die in Schweizer Labors verwendeten Primaten sind hauptsächlich Javaneraffen (macaca fascicularis) und Rhesusaffen (macaca mulatta) aus der Gattung der Makaken. Diese Tiere sind im Anhang II des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES) aufgeführt, was ihren Handel mit einer Genehmigung ermöglicht.
Artikel 118 Absatz 4 der Tierschutzverordnung (TSchV) besagt: «Primaten dürfen nur in Tierversuchen eingesetzt werden, wenn sie gezüchtet worden sind.»
In der Schweiz gibt es keine Primatenzuchten. Die Tiere werden im Ausland eingekauft, etwa beim Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen oder bei privaten Unternehmen wie Bioprim. Diese wiederum beziehen die Tiere von Unternehmen in Asien oder Mauritius, welche die Affen in freier Wildbahn einfangen, um sie als Zuchttiere zu nutzen.
Warum werden immer neue Affen gefangen? Weil Primaten sich in Gefangenschaft schlecht fortpflanzen. Das gilt selbst für Makaken, die sich in ihrem natürlichen Lebensraum schnell vermehren. Es ist möglich, mit Wildfängen eine erste Generation (F1) zu züchten. Doch es ist sehr schwierig, mit den Nachkommen eine zweite Generation (F2) zu produzieren. Um die Nachfrage der Labors befriedigen zu können, müssen deshalb immer wieder neue Affen als Zuchttiere gefangen werden. Auch die Primatenforschung in der Schweiz trägt also indirekt dazu bei, dass ganze Primatengruppen eingefangen und so die Artbestände dezimiert werden. Um dies zu verhindern, ist der Export von Primaten in mehreren Staaten verboten: beispielsweise in Brasilien seit 1967, in Peru seit 1973, in Thailand seit 1975 und in Malaysia seit 1984.
Nicht-menschliche Primaten (NHP) pflanzen sich in Gefangenschaft schlecht fort. Nach den neuesten französischen Statistiken für das Jahr 2014 machen NHP aus zweiter oder späterer Generation in Gefangenschaft (F2 oder höher) nur gerade fünf Prozent der verwendeten Tiere aus.
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Die in der Schweiz verwendeten Makaken stammen hauptsächlich aus asiatischen und mauritischen Zuchtstationen und bringen den dortigen Regierungen Millionen ein. Die Tiere werden per Luftfracht zu Bioprim in Frankreich oder zum DPZ in Deutschland transportiert. Am Zielort angekommen, verbringen sie mehrere Wochen in Quarantäne und werden Gesundheitstests unterzogen. Gesunde Tiere werden in Schweizer Labors transportiert, die anderen werden getötet.
Das Unternehmen Bioprim wurde 2001 in Baziège, im Südwesten Frankreichs gegründet. Es hat 2000 Quadratmeter Land im zehn Hektar grossen Parc de Lantarèse gepachtet, einem nicht öffentlich zugänglichen Privatzoo. Bioprim beabsichtigt, seine Anlagen zu vergrössern, damit das Unternehmen künftig 500 Primaten halten und dem staatlichen Primatenzentrum in Strassburg Konkurrenz machen kann. Letzteres verkauft jedes Jahr 650 seiner 800 Tiere an verschiedene Labors.
Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) ist in Göttingen, im Zentrum der Bundesrepublik beheimatet. Das öffentliche Forschungsinstitut hält 1400 Primaten und verkauft die Tiere für mehrere Tausend Franken pro Exemplar. Das Zentrum züchtet neun Primartenarten, darunter die in unseren Versuchslabors am häufigsten verwendeten Rhesus-, Javaner- und Weissbüschelaffen.