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Mitotan und Clozapin beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen und Agranulozytose
Mechanismus
Clozapin als atypisches Neuroleptikum weisst die gelegentliche Nebenwirkung der Agranulozytose auf und wird u.a. über CYP3A4 metabolisiert. Unter dem Zytostatikum Mitotan sind ebenfalls myelosuppressive Effekte beschrieben, wodurch es in Kombination mit Clozapin zu additiven Effekten kommen kann. Gleichzeitig wird es über CYP3A4 metabolisiert und stellt einen Induktor dieses Enzyms dar [Terzolo M, 2014].
Effekt
Die Kombination ist in der Literatur nicht explizit untersucht. Generell gibt es zur gleichzeitigen Therapie mit Zytostatika und Clozapin nur wenige Fallberichte in der Literatur. Aufgrund der gewichtigen Indikationen der beiden Arzneistoffe besteht ein therapeutisches Dilemma [Pakhre A, 2016][Sankaranarayanan A, 2013]: Unter Mitotan kann es gemäss Schweizer Fachinformation zu unerwünschten Wirkungen wie Leukopenien (sehr häufig) und zu Thrombozytopenien (häufig) kommen. In Kombination mit Clozapin ist das Risiko für Granulozytopenien bis zur Agranulozytose weiter erhöht. Gleichzeitig können durch den verstärkten Metabolimus von Clozapin die Clozapinkonzentrationen im Plasma herabgesetzt sein. Einige Fallberichte beschreiben Chemotherapien unter Clozapin-Gabe ohne Auftreten von Agranulozytose, ebenso existieren jedoch auch Fallberichte zu persistierenden Neuropenien und Agranulozytose unter Kombination mit Chemotherapeutika [Overbeeke MR, 2016][Frieri T, 2008][Goulet K, 2008][Cunningham NT, 2014].
Empfehlung
Die Kombination sollte vermieden werden. Gemäss der Schweizer Fachinformation für Clozapin ist die Anwendung bei Patienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen unter denen das Agranulozytose-Risiko erhöht sein kann, kontraindiziert. Ist die Kombination unumgänglich, muss eine engmaschige Überwachung des Blutbildes durchgeführt werden. Auf Zeichen einer unzureichenden Wirkung von Clozapin sollte geachtet werden. Eine Kontrolle der Clozapinkonzentrationen sollte patientenindividuell erwogen werden. Der Einsatz eines anderen Neuroleptikums mit geringerem Agranulozytose-Risiko sollte patientenindividuell erwogen werden. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis muss patientenindividuell abgewogen werden und sollte regelmässig re-evaluiert werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018