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«Wölfe» herstammen. Courtedoux war bis zur Französischen Revolution Hauptort
eines Gerichtsbezirkes (mairie). Erste Kirche 1389, die heutige 1856 erbaut. Heimat des kürzlich in Paris verstorbenen Kupferstechers
PierrePelée.
Der Amtsbezirk Courtelary erstreckt sich auf eine Länge von 40 km und eine maximale Breite von 8-10
km. Sein Boden ist der grossen Höhenlage wegen
(La Heutte 614 m,
Renan 905 m,
La Chaux d'Abel 1010 m) im Allgemeinen wenig
ergibig, doch baut man an
Stellen, wo ihm grosse Sorgfalt zugewendet wird, Getreide und ausgezeichnete
Gemüse, und auch die Obstbäume gedeihen
im Thal von
St. Immer noch gut. Dieses ist überhaupt zusammen mit dem Thal von
Orvin
der wärmste und fruchtbarste Teil des Bezirkes. Grosse Flächen nehmen
Wiesen und Bergweiden ein; ebenso die an den Berghängen
in dichten Beständen stockenden, auf den Hochflächen aber lichtern Tannenwaldungen. Klima sehr gesund;
der Sommer ist angenehm, der Winter lang und kalt; die untern Abschnitte des
Thales haben häufige Nacht- und besonders Morgennebel.
Hauptbeschäftigung der Bewohner sind Ackerbau, Hornvieh- und Pferdezucht, Uhrenindustrie und Holzhandel.
In der Schüss werden Forellen gefangen, doch vermindert sich ihr Fischreichtum mit der Zunahme der Fabriktätigkeit
an den Ufern des Flusses. In Bezug auf die industrielle Tätigkeit steht die Uhrenmacherei an der Spitze, die im Thal von St. Immer
und in Tramelan zwei ihrer grossen Zentren hat. Papierfabrikation aus Lumpen in Courtelary, aus Holzfaser in Rondchâtel;
Ausgezeichneter
und weitherum bekannter Käse in La Chaux d'Abel. Die Schüss treibt mehrere grosse Fabriken und zwei Elektrizitätswerke (in
Sonceboz und Péry). Der grössere Teil des Bezirkes erhält elektrisches Licht und Kraft vom Elektrizitätswerk
La Goule am Doubs. Alle Dörfer des Thales von St. Immer sind elektrisch beleuchtet und mit Hochdruckwasserversorgung versehen,
die ein vollständiges Hydrantennetz speist und Brauchwasser in die Häuser abgibt.
Sekundarschulen in St. Immer, Corgémont und Tramelan Dessus; in St. Immer ausserdem noch eine Uhrenmacher- und Mechanikerschule
und eine Haushaltungsschule. Courtelary hat das Bezirkswaisenhaus, die Bezirksersparniskasse und die zentrale Armenkasse,
während die Altersasyle für Männer und Frauen und der Bezirksspital sich in St. Immer befinden; die kantonale Erziehungsanstalt
für verwahrloste Kinder französischer Zunge auf dem Pré aux Bœufs bei Sonvilier. Im Amtsbezirk Courtelary erscheinen zwei
Zeitungen.
Fünf interessante und malerische Strassen, von denen drei grossartige Naturschönheiten bieten, verbinden
den Bezirk mit seinen Nachbargebieten: Im S. die Strasse von Biel durch das Taubenloch und über La Reuchenette nach Sonceboz;
Courtelary ist mit Sonceboz und Sombeval das noch am meisten altväterischen Anstrich zeigende Dorf des ganzen Thales. Ausser
einigen wenigen modernen Neubauten sieht man fast nur die niedern Häuser mit sehr breitem Dach, wie sie
den Typus des burgundischen Bauernhofes des Hochjura charakterisieren. Die auf einem Hügel über dem Dorf stehende Kirche
ist sehr alt. Ersparniskasse; Bezirkswaisenhaus. Ackerbau und Viehzucht;
Käserei, Uhren- und Papierstofffabriken, Ziegeleien;
Holzhandel. Zwei grosse u. stark besuchte Jahrmärkte.
Hydranten,
Brauchwasserversorgung in den Häusern, elektrisches Licht. An den Berghängen schöne Waldungen und ausgedehnte Weiden. Die
Bedeutung von Courtelary beruht auf seiner Lage mitten im Thal, die ihm auch zum Rang des Bezirkshauptortes verholfen hat.
1,7 km nö. vom Dorf grosser erratischer Block und an der Montagne de l'Envers die Eishöhle Creux de Glace.
Urkundlich zum erstenmal 962 als Curtis Alerici (Alarici) erwähnt;
1178: Cortaleri;
1179: Cortelaray;
um 1250: Corthalri;
1253: Cortalary. Das Wappen der Edeln von Courtelary, das heute noch dasjenige der Gemeinde ist, zeigt in goldenem Feld einen
silbernen Schrägbalken mit drei Epheublättern.
Seit 1173 erscheinen die Edeln von Courtelary oft in den
Urkunden als an den Ereignissen in La Bonneville (Val de Ruz), Biel und Nidau Mitbeteiligte. Ein UlrichHaller von Courtelary war
Burgvogt auf dem Schlossberg ob Neuenstadt, andere waren Bürgermeister von Biel; die Witwe von Burkhart Haller von Courtelary
ehelichte einen Grafen von Diesbach. Der letzte des Geschlechtes, Bernhard von Courtelary, starb 1555 in
französischen Diensten. Im Jahre 1606 bestallte der Fürstbischof von Basel,
Jakob Christoph von Blarer, Petermann von Gléresse
(Ligerz) als in Courtelary residierenden Vogt der Landschaft Erguel.
Sein Nachfolger, Johann Heinrich Thellung, erbaute das Schloss Courtelary (auch Schloss Thellung geheissen),
das heute Sitz der Bezirksbehörden ist. Dessen Enkel fügte seinem Wappen das der Haller von Courtelary bei u. nahm für
sich u. seine Nachkommen den Namen Thellung de Courtelary an. Heimat des Generals in Diensten des Königs Viktor Emmanuel
von Sardinien Theophil Thellung (1722-1789), des bemerkenswerten Militärschriftstellers V. E. Thellung
(1760-1844) und des als Sohn des hiesigen Bürgermeisters 1714 geborenen Erziehers Friedrichs des Grossen Nicolas Béguelin.