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Herbert Blomstedt dirigiert Stenhammars Zweite
„Mit 87 Jahren dachte ich: Jetzt oder nie!“, erzählt Dirigent Herbert Blomstedt, mittlerweile knapp 94. Es ging um die zweite Sinfonie op. 34 von Wilhelm Stenhammar. Stenhammar? Ein Schwede wie Blomstedt; zu Lebzeiten als Pianist, Dirigent und Komponist in Personalunion berühmt – nach seinem Tod ein Vergessener der Musikgeschichte. Seine zweite Sinfonie entstand 1910. „Damals sassen Komponisten in der Klemme“, erklärt Herbert Blomstedt, „alle schönen Melodien waren komponiert.“ Also machte Schönberg Tabula rasa; Hindemith orientierte sich am Barock und Stenhammar ging noch einen Schritt weiter zurück in die Vergangenheit: ins Mittelalter, von wo er mit Kirchentonarten und Volksliedern zurückkehrte und daraus eine ganz eigene Musiksprache entwickelte.