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skippr-Rückblick
GsehschWie - das Deutschfreiburger Fussball Dream Team aller Zeiten!
Vor rund zwei Jahren suchte ein Grossteil des heutigen skippr-Team unter dem Namen "Gsehschwie" das Deutschfreiburger Fussball Dream-Team aller Zeiten. Ein Team aus talentierten Fussballern, die es nie zum Profi geschafft haben. Daraus entstanden 11 Porträts über verschiedene Deutschfreiburger Fussball. Wir blicken zurück und stellen die besten Fussball Deutschfreiburgs nochmals ins Rampenlicht.
Porträt 5:
Goran Musulin, "GOGO die Legende"
GOGO liess nicht die Puppen, aber die Gegenspieler tanzen und liess sie stehen wie einzementierte Gogo-Stangen. Ganz nach dem berühmten Zitat von Zlatan Ibrahimovic: "Erst ging ich nach links. Das machte er auch. Dann ging ich nach rechts. Das machte er auch. Dann ging ich wieder nach rechts und er ging und kaufte sich eine Wurst".
Über keinen Spieler gibt es in Deutschfreiburg so viele Legenden, wie über den Stürmer Goran Musulin. Und noch heute - insbesondere in diesem Portrait – werden neue Legenden geschaffen. Hier die Auswahl der besten 5 Legendengeschichten über Goran "Gogo" Musulin:
1. der Begriff "à gogo" (in rauen Mengen) ist auf Goran "Gogo" Musulin zurückzuführen. "Gogo" war schon immer "à gogo", vor allem was das Tore schiessen anbelangte, gab es nur ein Motto "mehr Tore, mehr Tore, mehr Tore".
2. die Zeichentrickserie "Inspector Gadget" basiert auf dem Leben von Goran Musulin. Darum "GoGo-Gadget-o-Arm oder GoGo-Gadet-o Beine".
3. Die E-Mail-Adresse von Zlatan Ibrahimovic lautet <email-pii>.
4. Die Kreativabteilung der deutschen Fussballsendung "RAN" fand den Namen für die Sendung im Vornamen Go-RAN.
5. Goran Musulin wurde 2001 mit der Schweizer Synchronschwimm-Nationalmannschaft Weltmeister. Im Final schlug die Schweiz das eigentlich unschlagbare Nationalteam aus Russland. "GOGO" erzielte beim 3:0 Finalsieg einen lupenreinen Hattrick.
Ernst. Goran Musulin war ein Ausnahmekönner. Ob beim SC Düdingen, beim FC Freiburg, beim FC Thun oder als Jüngling bei den Berner Young Boys, "GOGO" schoss Tore am Laufmeter. Mit dem FC Thun stieg er in den 1990er-Jahren von der ersten Liga in die NLB auf und mit YB spielte er sogar im Schweizer Fussballkrösus NLA. Er träumte bereits als kleiner "gogo" von einer Fussballkarriere. Die grosse Karriere blieb "GOGO" aber verwehrt. Er meint passend zu seinem Spitznamen: "Ich habe immer auf zwei Hochzeiten getanzt. Fussball und Beruf. Als ich beim FC Thun war erhielt ich aber nicht aufgrund des Fussballs, sondern des Berufs Angebote aus dem Ausland. Darum entschied ich mich, meine Leidenschaft ganz dem Beruf zu widmen." Er selber kennt auch eine Legendengeschichte über seine Person: "Mir wurde bereits oft die Geschichte erzählt, dass ich mit rund 12 Jahren an einem Juniorenturnier in Amsterdam so viele Tore geschossen habe, dass Ajax Amsterdam und Eindhoven mich nicht zurück in die Schweiz lassen wollten. Meine Juniorentrainer überlegten kurz und brachten mich zu meinen Eltern in die Schweiz zurück".
Legenden werden nicht an Statistiken und NLA-Einsätzen gemessen, sondern eben gerade an den Geschichten, die man noch Jahre nach dem Karriereende über sie erzählt. Darum hier zum Schluss noch eine nicht ganz der Wahrheit entsprechende Legendengeschichte: Am Tag als Goran Musulin die ersten Fussballschuhe geschenkt wurden, entstand der Beruf des Torhütertrainers. GOGO, die Legende.
Porträt 4:
Anton Schaller – anno dazumal - 100% arbeitstätiger Topskorer
In den erfolgreichen Jahren des FC Fribourg fanden im Schnitt 12‘000 Zuschauer den Weg ins St. Leonard. Heute unvorstellbar…Fiebern dem Derby FCF-SCD – die besten Mannschaften im Kanton – offiziell 600 Zuschauer (inoffiziell ca. 350) auf den altehrwürdigen Steintribünen des Stadions entgegen.
In den glorreichen Zeiten des FC Freiburgs mit dabei, war der gebürtige „Gurmelsler“ Anton Schaller. Langezeit erzielte er Tore am „Lùùfmeter“ für die damals beste Deutschfreiburger Mannschaft, den FC Gurmels. Der junge Goalgetter, nicht verwunderlich, schaffte rassig den Sprung, zuerst über den FC Burgdorf, zu den Pingu’s an die Saane (FC Fribourg). In der Folge erreichte der FCF innert 4 Jahren den Aufstieg aus der 1. Liga in die höchste Schweizer Liga NLA. An vorderster Front wirkte der wirblige Anton Schaller mit. „Das grösste Highlight war 1969 das Derby gegen die BSC Youngs Boys im übervollen St. Leonard mit 17‘500 Zuschauer“ meint der in der Vergangenheit schwelgende Topskorer. „1/3 mit rechts, 1/3 mit links und 1/3 mit dem Kopf“: das seine Torstatistik.Nach dem erneuten Abstieg in die NLB, wechselte Schaller an den Vierwaldstädtersee zum FC Luzern.
Zu dieser Zeit waren solche Transfers eher unüblich, verborg dieser Wechsel doch etliche Risiken. Die meisten der NLA Fussballer waren 100% berufstätig und absolvierten die ca. 6 Trainingseinheiten über den Mittag oder dann am Feierabend. Nur mit dem „Fussballer-Lohn“ konnte kaum einer überleben. „Unglaublich, aber nicht einmal an der Fasnacht in Luzern konnte ich teilnehmen“ fügt Schaller Anton mit einem Lächeln als Beweis für die durchaus intensive Zeit an.
Anton Schaller trug während 4 Jahren die Farben der Zentralschweizer. Trotz des Titels des internen Topskorers, war ein Nati-Aufgebot nie ein Thema. Mit 32 Jahren respektive 1975 hängte der heutige Wahl-Düdinger die Fussballschuhe an den Nagel und engagierte sich in Entwicklungsprojekten in Afrika (Mali,Senegal, Burkina Faso).
Nach wie vor verfolgt er wenn möglich die Fussballgeschehnisse in unserer Region. „Der heutige Fussball ist sicherlich durch die verbesserten Rahmenbedingungen, wie Trainingstechniken, Ruhephasen, Medizin etc. athletischer und schneller geworden. Das fussballerische Talent, die Ballbehandlung und das Verständnis für das Spiel sei doch unverändert geblieben“, fügt Schaller dazu.
Porträt 3:
André Portmann, der trainingsfaule Goalgetter
„Hopp u hüü - FCÜ“ steht auf der Internetseite des FC Überstorf. Dieses Motto passt – ausser auf die Trainings - auch zu einem der grössten Deutschfreiburger-Torjägern aller Zeiten. André Portmann.

Ein Weggefährte beschreibt André Portmann als ruhig, gemütlich und witzig. Auf dem Fussballplatz war er aber für die gegnerische Verteidigung alles andere als gemütlich und witzig, vor dem Tor gar humorlos. Ein Goalgetter ist per Definition „ein Stürmer mit ausgeprägtem Torinstinkt der viele Tore schiesst“. Eine Definition, die André Portmann seit seiner Kindheit verinnerlicht hat. Kennt ihr das Kinderspiel, wo verschieden geformte Bauklötze in einen Würfel mit verschiedenen Öffnungen gesteckt werden müssen? Ganz einfach. Den viereckigen Klotz in die viereckige Öffnung, den runden Klotz ins runde Loch usw. Wir sind uns sicher, dass André Portmann bereits dabei gelernt hat, dass das Runde auch ins Eckige passt... Als Kind schoss er das Runde rund 30 Mal pro Saison auf dem Fussballplatz ins Eckige und in der 2. Liga stehen rund 100 Treffer auf seinem Skorerkonto. „Obwohl ich keine überragende Stärken hatte, ich hatte weder einen super Schuss, noch war ich extrem schnell, habe ich immer meine Tore gemacht. Meine grösste Stärke war, dass ich vor dem Tor nie nervös wurde“, sagt der bescheidene Überstorfer. „Eiskalt“, fügt sein Weggefährte hinzu. Profifussballer zu werden, war jedoch nie ein Ziel des Stürmers. „Ich wollte lieber mit Kollegen spielen und die 3. Halbzeit bei einem Bier geniessen“. Auf seine älteren Fussballer-Tage wurde er vom Stürmer zum Innenverteidiger umfunktioniert. Eine Horrorvorstellung für jeden gegnerischen Angreifer. Denn wer weiss besser wohin der Ball in den 16er fliegt, als ein gebürtiger Goalgetter? André Portmann hatte zwar ein-zwei Angebote von ambitionierteren 2. Liga-Mannschaften, aber ein Wechsel war für ihn kein Thema. „Ich war nie ein Trainingsweltmeister und konnte mir nicht vorstellen mehr als zwei Mal pro Woche zu trainieren. Ich weigerte mich auch in Überstorf immer mehr als zwei Trainings pro Woche zu machen, was einige Trainer wollten“. Wenn es dann aber um die Wurst ging, war André Portmann ein Kämpfer und gab auf dem Fussballplatz alles für seine Farben, ganz nach dem Motto „Hopp u hüü – FCÜ“. André Portmann der trainingsfaule Goalgetter.
Porträt 2:
Fabian Brügger, der „Mechaniker mit Wucht“
Der Senser Oberländer – besser bekannt als „Figa“ erlebte vor gut 12 Jahren seinen Karrierehöhepunkt.
Foto: scduedingen.ch
Geschichten, die nur der Fussball-Cup schreibt. Am 18. September 2005 wandern 5300 Fussballfans ins Birchhölzli in Düdingen. Der SC Düdingen (1. Liga) empfängt den FC Thun, der in diesen Tagen in der Fussball Champions League für Furore sorgt. David gegen Goliath oder Dorfverein gegen Champions League Teilnehmer.
Im Vorfeld hatten dutzende Heinzelmännchen das Fussball-Fest auf dem Birchhölzli organisiert. Der SCD schlug sich gegen den FC Thun bravurös und unterlag nur knapp mit 0:1. Mittendrin, statt nur dabei, Fabian Brügger. Ein Fussball-Fest, das in die Geschichte Deutschfreiburgs einging. Vor Ort war auch das Schweizer Fernsehen. Und das beherzte Auftreten von Fabian Brügger blieb nicht unbemerkt. Sein Auftritt sorgte sogar für Worte im Staatsfernsehen, die jedem Deutschfreiburger Fussball-Fanatiker unvergessen bleiben. „Fabian Brügger, der Machaniker mit Wucht“ schreite der SRF-Journalist im Sportpanorama ins Mikrofon, als „Figa“ den Ball aus 20 Metern knapp am Tor vorbeidonnerte. Ein Moment, den Fabian Brügger nie vergessen wird: „Wenn er reingegangen wäre, hätte der SC Düdingen eine Super League Mannschaft geschlagen. Etwas das vielleicht nie passieren wird“, sagte Brügger gut 10 Jahre später.
Heute ist Fabian Brügger noch immer ein Eckpfeiler der 1. Liga Mannschaft des SC Düdingen. Auch wenn er die Voraussetzungen zum Profi gewiss gehabt hätte, sagt er heute: „Fussballerisch und körperlich hat es nicht gereicht. Die Kollegen und der Beruf waren mir sehr wichtig. Ausserdem braucht man ein bisschen Glück“.
Eines soll hier für immer geklärt werden... Warum im Namen aller Fussballgötter wird Fabian Brügger „Figa“ genannt? Eigentlich sollte man diese Frage dem ehemaligen SCD-Trainer und Nationalspieler Adrian Kunz stellen. Denn er pflegte es ohne wenn und aber bei jedem Spiel – den nicht ganz korrekten Spitznamen „Figge“ - über den Platz zu brüllen „Figge, Figge hingere Bau“! Ob er wirklich wusste, für was das Wort „Figge“ im Senslerdeutsch auch gebraucht wird? Fabian Brügger gibt mit einem Lächeln das folgende Statement zu seinem Spitznamen ab: „In Plaffeien hatte ich eine Auseinandersetzung mit einem Gegenspieler. Ich sagte ihm „Figfrita“. Das bekam ein Mitspieler mit und so kam der abgekürzte Spitzname „Figa“ zustande“.
„Figa“, der Mechaniker mit Wucht.
Text: GsehschWie
Porträt #1
Michael Stulz, 33 - der Zinédine „Zizou“ Zidane von Deutschfreiburg
In den 90er Jahren gab es für alle Junioren-Trainer in Deutschfreiburg eine doppelte Regel, die in jeder Matchansprache wiederholt wurde: „den Captain und denjenigen mit den langen Haaren müsst ihr auf Mann decken“. Bei Michael Stulz traf beides zu.
An einem wunderschönen Sonntagnachmittag in der Motta in der Freiburger Unterstadt: Michael Stulz schlägt mit einem Freund aus Zeitvertreib - und weil Fussball einfach Spass macht - lange Bälle. Plötzlich eilen drei junge Burschen dazu. Ehrfürchtig bleiben sie vor Michael Stulz stehen und fragen: „c’est toi Zizou du SC Guin?“. Perplex antwortet er schmunzelnd: „Oui. On m’appelle Zizou“. Ein grosser Übername, der zeigt, welches Potential in ihm steckte.
Ein grosser Übername, der wie die Faust aufs Auge passt. Wie der grosse Zinédine Zidane verpönte der gebürtige Tafersner auf den Ball zu schlagen, streichelte ihn lieber, wie ein Liebhaber seine Geliebte vor dem Koitus bezirzt. Wie Zinédine „Coup de Boule“ Zidane liess er die Gegner Salsa tanzen, bevor er den Ball weiterspielte. Torgefährlich, technisch überbegabt und kopfballstark. Ein Alleskönner mit überragender Spielübersicht wie es der richtige Zizou auch war. Doch trotz dem grossen Übernamen stehen auf der Karrieretafel des Mittelfeldstrategen heute keine NLA oder NLB-Spiele. Gefühlte 300 Spiele in der 1. Liga (SC Düdingen und FC Freiburg), mit gut 100 Toren stehen zu Buche. Die Scouts der Young Boys sahen sich den heutigen 3. Liga Kicker des FC Tafers drei-viermal genauer an. Doch an diesen Sonntagen konnte er nicht überzeugen. Nicht schlimm, befand Stulz, der gar nicht die Zeit gehabt hätte sich 24/7 auf Fussball zu konzentrieren. Wie hätte er neben dem Fussball sonst den grossen Forellen in der Saane, den Torhütern in der Plausch-Hockeyliga oder den kühlen Blonden auf einer Terrasse gefährlich werden sollen?
Und sowieso: Wer über Bezirksgrenzen hinaus als Zizou angesprochen wird, muss eigentlich nicht Profi werden, um es geschafft zu haben.
Text: GsehschWie