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Das Wasser ist das Element, in dem die Fische leben. Es beeinflusst die Lebensqualität der Fische und auch der Pflanzen. Die gelösten Stoffe (Mineralien), welche das Regenwasser beim Durchdringen durch Humus und Gesteinsschichten aufnimmt, beeinflussen die Zusammensetzung unseres Trinkwassers, welches als Ausgangswasser unseres Aquarienwassers dient. Im Weiteren verändern Wasseraufbereiter, Dünger, Futter, Fische, Pflanzen etc. die Zusammensetzung des Aquarienwassers. Verschiedene Stoffe werden abgebaut und umgewandelt.
Um den Fischen und Pflanzen optimale Lebensbedingungen zu schaffen, können wir das Wasser den natürlichen Bedingungen entsprechend mit technischen und natürlichen "Hilfsmitteln" aufbereiten und regeln.
Obwohl ich kein Chemiker bin möchte ich die wichtigsten "Wasserbegriffe" kurz zusammenfassen.
Wasserhärte
Verantwortlich für die Härte des Wassers sind Mineralsalze (Härtebildner), welche wie bereits erwähnt, das Regenwasser beim Durchdringen von Humus und Gesteinsgeschichten aufnimmt. Je kalkhaltiger die Schichten, durch die das Wasser sickert, desto härter wird das Quell- bzw. Grundwasser. Den Hauptanteil der Salze bilden Kalzium und Magnesium.
Man unterscheidet zwischen Karbonathärte und Gesamthärte. Unter der Gesamthärte versteht man den Gehalt an Erdalkali-Ionen, vorallem Kalzium und Magnesium. Die Karbonat- und Hydrogenkarbonationen bilden die Karbonathärte.
Die Karbonathärte hat die Fähigkeit Säuren zu puffern. Das bedeutet, dass ein mittelhartes Wasser mit einer Karbonathärte von 5-10°d KH wesentlich stabiler ist, als ein Weichwasser mit einer Karbonathärte von 1-2°d KH. (Säuresturz --> Absinken des PH-Wertes).
Da ich Diskusfische pflege, enthärte ich das Wasser mit einer Merlin Umkehrosmose-Anlage und härte dann das Wasser durch Verschneiden mit Quellwasser im Verhältnis 1:4 auf einen Leitwert von ca. 100 micro Siemens auf. Dies ergibt eine Karbonathärte von 1°d KH.
PH-Wert
Der PH-Wert sagt aus, wie sauer oder alkalisch eine Flüssigkeit ist. Der Wert 7 ist der Neutralpunkt. Werte < 7 = saurer Bereich und Werte > 7 = basischer Bereich. Der Säuregrad steigt also bei Werten unter 7 und die Alkalität bei Werten über 7. Leitungswasser liegt in der Regel im neutralen Bereich. Fische können in einem PH-Bereich von 4.5 bis 9.0 vorkommen.
Der PH-Wert kann mittels Torffilterung oder Zufuhr von CO2 gesenkt werden. Dies macht aber nur bei einer Karbonathärte < 6°d KH Sinn, da sonst zuviel CO2 zugeführt werden müsste, bzw. die Säure des Torfes durch die Karbonathärte abgepuffert würde. Da ich im Schaubecken weiches Wasser und einen Nitratfilter (Wodkafilter) habe, hat sich der PH-Wert auf 6.8 stabilisiert und ich brauche deshalb keine weiteren Massnahmen zu unternehmen
Der PH-Wert kann durch Erhöhen der Karbonathärte mit Präparaten, welche im Zoofachhandel erhältlich sind, angehoben werden.
Nitrit, Nitrat, Nitrifikation, Denitrifikation
In einem intakten natürlichen Ökosystem, werden die Ausscheidungsstoffe der Fische abgebaut und von den Pflanzen als Nährstoffe aufgenommen. Am Ende werden die Pflanzen von Tieren wieder gefressen und der Ablauf beginnt wieder von vorne. Das System ist in einem biologischen Gleichgewicht.
Was läuft in einem Aquarium ab?
Wenn man ein Aquarium neu einrichtet sind noch keine Bakterien vorhanden und man muss warten, bis der sogenannte Nitritpeak vorbei ist.
Abfallprodukte im Aquarium, die durch die Zersetzung von Eiweißen, Pflanzen- oder Futterresten sowie durch Fischausscheidungen und Verrottungsprozesse entstehen, werden in der ersten Umbauphase durch Bakterien der Gattung Nitrosomonas in Nitrit (NO2) umgewandelt. Das Nitrit ist sehr giftig und wenn man jetzt schon Fische einsetzen würde, würden sie sterben.
In einem nächsten Schritt bilden sich dann Bakterien der Gattung Nitrobacter die das Nitrit-Ion mittels Sauerstoff (O2) in Nitrat (NO3) umwandeln. Diesen Vorgang nennt man Nitrifikation. Nitrat ist in geringer Menge für die Fische ungiftig. Ab einer Konzentration von 25 - 30 mg/L kann es vorallem für Diskusfische negative Auswirkungen haben (Stress, Wachstumsstörungen etc.) und man verdünnt dann in der Regel mit einem Teilwasserwechsel die Konzentration. Zudem entstehen bei zu hohen Nitratwerten Algen (vor allem Pinselalgen).
Der Umkehrprozess der Nitrifikation ist die Denitrifikation. Vereinfacht gesagt, die Umwandlung vom Nitrat-Ion (NO3-) in das harmlose Gas Stickstoff (N2). Dieses harmlose Stickstoffgas atmen wir täglich in großen Mengen ein, da es zu 78,1% in unserer Atemluft enthalten ist.
Diese Denitrifikation kann nur geschehen, wenn kein Sauerstoff (O2) vorhanden ist, d.h. im anaeroben Bereich. Somit kann eine Nitratentfernung in einem Aquarium fast nicht erfolgen. Es können beliebig viele Bakterienlösungen zur Nitratentfernung in das Aquarium gegeben werden, solange Sauerstoff vorhanden ist, kann kein Nitrat-Ion mit Bakterien abgebaut werden. Sobald das Aquarium sauerstofffrei ist, kann das Nitrat-Ion umgewandelt werden, aber dann erübrigt sich die Umwandlung, da alles Leben, welches der Aquarianer in seinem Aquarium anstrebt, bereits erloschen ist. Somit kann die biologische Nitratentfernung nur in einem separaten Filter geschehen.. Bakterien z.B. der Gattung Microcockus denitrificans wandeln, vereinfacht gesagt, nun das Nitrat-Ion (NO3-) mittels einer organischen Kohlenstoffquelle (org. C) und zwei "Säure-Ionen" ("H+") in die Gase Stickstoff (N2) und Kohlenstoffdioxid (CO2), sowie in Wasser (H2O) um.
Dies funktioniert aber nur, wenn kein Sauerstoff (O2) vorhanden ist. Das heisst, dass man die Bakterien mit einer Kohlenstoffquelle (z.Bspl. Wodka) füttern muss, damit das Nitrat veratmet wird.