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Die Modelle Pony GTX und Cross
Kontinuität seit 1961
The American way of life – nur andersrum
1825 wird im eidgenössischen Schinznach ein gewisser Carl Theodor Amsler geboren. Nach der Schule geht der Sohn eines Arztes zunächst nach München, dann nach Wien. Dann zieht es ihn in fernere Länder, er schippert übers Meer gen Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Schlussendlich landet er in Philadelphia, wo er seine eigene Firma gründet. Hier produziert er optische und mathematische Instrumente, für die er 1852 sogar eine Silbermedaille des angesehenen Franklin-Instituts erhält.
Als er im Jahr 1854 in seiner alten Heimat weilt, um dort zu heiraten, kommt es zur Katastrophe. Seine Fabrik in den USA fällt einem Grossbrand zum Opfer, der Versuch des Wiederaufbaus scheitert. 1862 kehrt er mittellos und verarmt in die Schweiz zurück. Aber der Unternehmer ist ein Stehaufmännchen. Aufgeben? Keine Option. 1865 eröffnet er in Feuerthalen eine Fabrik. Und produziert zunächst Feuerlöscher! Die Katastrophe in den USA scheint ihn geprägt zu haben. Die Geschäfte laufen gut, nur kurze Zeit später beginnt Amsler damit, Nähmaschinen zu importieren. Auf dem Zenit seines Schaffens jedoch schwingt Gevatter Tod die Sense, 1888 stirbt der Unternehmer an einer Lungenentzündung.
Der Einstieg in den Velobau
Seine Erben erweisen sich als würdige Nachfolger, sie haben den väterlichen Riecher für gute Geschäfte in den Genen. 1890 steigen sie in die Sparte Veloziped ein und handeln mit Ersatzteilen. 1903 erfindet der deutsche Unternehmer Ernst Sachs die „Torpedo-Freilaufnabe“, deren Alleinvertrieb für die Schweiz sich Amsler & Co. sichern kann. Bereits damals besteht eine enge Verbindung zu Sachs. 1909 setzen die Feuerthalener komplett auf das zweirädrige Pferd, die Herstellung eigener Velos beginnt. Die folgenden Jahre und Jahrzehnte gehören sicher nicht zu den einfachsten Abschnitten der Unternehmensgeschichte. Dennoch übersteht die Firma zwei Weltkriege und kann sich in den ausgehenden 1940ern und den 1950ern wieder nach oben arbeiten.
Startschuss für die Mofa Produktion
Zu Beginn der 1960er ändert sich einiges im Schweizer Strassenverkehrsrecht. 1961 schafft die Alpenrepublik die neue Klasse des Motor-Fahrrades. Amsler & Co. beweist auch hier mal wieder das richtige Näschen und gründet eine eigene Töffli-Marke. 1961 erwirbt Theodor Amsler die erste Zulassung für einen 2-Gang-Motor für den Töffli-Einsatz. Die Verbindung zu Sachs besteht und ist gewachsen, was liegt also näher, als deren Motoren zu verwenden? Die Motor-Typen Sachs 502, 503 und 504 werden lange in den Pony Motos Töfflis verbaut.
Auch mit dem österreichischen Hersteller KTM Motor-Fahrzeugbau KG entsteht eine enge Zusammenarbeit. Einige Jahre werden die Mofas der neuen Marke Pony Motos auch von KTM produziert. Diese Töfflis werden heute als KTM-Pony bezeichnet. Die 1960er und 1970er bescheren dem Töffli einen Boom ohnegleichen. Die Schweizer Jugend, Landwirte und einfache Arbeiter lieben die neue Fahrzeugklasse. Es sind vor allem Menschen, die sich zum damaligen Zeitpunkt noch kein Auto leisten konnten.
Da der Schweizer Töffli-Hersteller von Anfang an mitmischt kann sich die Marke Pony Motos auch gegen die grosse Konkurrenz behaupten. Denn der Schweizer Töffli-Markt ist heiss umkämpft in jenen Tagen. Puch, Piaggio oder Zündapp stellen mit ihren attraktiven Mofas eine harte Konkurrenz dar. Doch die Modelle der Marke Pony Motos gelten als hochwertig. Ausserdem sind sie vergleichsweise günstig.
Das Pony 503 GTX wird zum Inbegriff des Schweizer Töffli
Eines der beliebtesten Mofas von Amsler ist zweifelsfrei das Modell Pony 503 GTX. Der Motor Sachs 503 wird von den Deutschen ausschliesslich in die Schweiz geliefert. Das kleine Kraftwerk bringt bei 47 cm³ (Bohrung x Hub 38 x 42 Millimeter) 0,8 bis 1,2 PS auf die Hinterräder, je nach Ausführung. Seine Robustheit ist bis heute legendär. Nachdem allerdings die Produktion dieses Motors bei Fichtel & Sachs eingestellt wird, muss man sich bei Amsler nach einem neuen Partner umsehen. Und wird in Italien fündig. Enzo Bianchi und Arrigo Tosi gründen 1904 die „Società Giuseppe Bianchi“, 1940 wird die Firma umbenannt, in Beta. Das Wort besteht aus den Initialen der Gründer: Binachi, Enzo und Tosi, Arrigo.
In den 1960ern beginnt Beta mit der Produktion eigener Zweitakt-Motoren, die schon bald einen hervorragenden Ruf geniessen. So beginnt man die Modelle Cross und GTX mit Beta-Aggregate auszurüsten. Mit Erfolg! Der Beta 521 besticht durch seine Zuverlässigkeit und wird zum Top-Seller. Mit seinen 49 cm³ leistet das Aggregat 1,2 PS.
Töffli-Tradition seit 60 Jahren: Pony Motos
Seit 1961 fertigt Amsler & Co. Töfflis. Und das ununterbrochen! Seit also nahezu 60 Jahren sind Pony-Mofas aus dem Schweizer Strassenbild nicht mehr wegzudenken. Auch wenn der Hobel generell einen Einbruch verkraften musste, das Pony-Hödi ist nach wie vor gefragt. Das liegt vielleicht auch daran, dass die aktuellen Modelle Cross und GTX kaum verändert wurden. Paul Amsler weiss zu berichten, dass die Kunden das fast unveränderte Design akzeptieren. Und vielleicht liegt darin der Erfolg der Schweizer Töffli-Schmiede. Unverändert im Design. Aber auch unverändert in Qualität und Zuverlässigkeit. Der Preis ist mit 2.999 Fränkli seit vielen Jahren unverändert. Und was die Versorgung mit Ersatzteilen angeht macht sich die Kontinuität positiv bemerkbar. So sind die meisten Ersatzteile relativ einfach zu beschaffen.
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