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Zum Schutz der Lachmöwenkolonie im Kaltbrunner Riet wurde vor genau 100 Jahren der erste Schutzvertrag über 2.5ha Fläche zwischen der Naturwissenschaftliche Gesellschaft St. Gallen und der Ortsgemeinde Kaltbrunn abgeschlossen. Im Rahmen des 100 Jahr-Jubiläums werden im Kaltbrunner Riet in diesem Jahr verschiedene öffentliche Veranstaltungen organisiert. Auch die Ausstellung im Pro Natura Informationspavillon ist einem Rückblick gewidmet.
Anfangs des 20. Jahrhunderts galten Möweneier als Leckerbissen und die Nester im Riet wurden von der Bevölkerung geplündert. Die Möwenkolonie wurde immer kleiner. 1914 erwirkte Dr. Hans Noll, dass das Möwenreservat ausgeschieden und ein Eiraubverbot verhängt wurde. Die Lachmöwenkolonie erholte sich in der Folge schnell.
Während des 1. Weltkrieges plante man mittels einer grossflächigen Entwässerung die Linthebene in eine Kornkammer zu verwandeln. Um zu verhindern, dass nach einer Melioration das Kulturland direkt an das Möwenreservat anstösst, kaufte 1939 der Schweizerische Bund für Naturschutz (heute Pro Natura) 25 Hektaren Rietfläche der Ortsgemeinde Kaltbrunn ab und stellte diese unter Schutz.
Trotz verschiedenen Schutzmassnahmen brütet die Lachmöwe seit 2007 nicht mehr im Kaltbrunner Riet. Heute wird versucht, das wertvolle Feuchtgebiet durch geeignete Pflegemassnahmen als Lebensraum für zahlreiche spezialisierte und teilweise bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu fördern.
Bild: Böhringer Friedrich (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0-at], via Wikimedia Commons