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Haben Sie auch manchmal das Gefühl, aus einem Stimmungstief nicht herauszukommen? Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Zum Beispiel sind in Deutschland akut etwa vier Millionen Menschen daran erkrankt. Es gibt viele Formen dieses Leidens. Doch was verbirgt sich hinter einer sogenannten Winterdepression? Gibt es Hilfe?
Die Winterdepression ist eine jährlich wiederkommende, saisonal abhängige Depression (SAD), die das Wohlbefinden stark beeinträchtigt. Sie tritt in der Regel in der dunklen Jahreszeit auf. Die Symptome beginnen in den Herbstmonaten und klingen zumeist im Frühling aus. In Skandinavien ist die Winterdepression übrigens stärker verbreitet, im Mittelmeerraum eher seltener. Das verwundert nicht, wenn man weiss, dass der Mangel an natürlichem Tageslicht sowie die verminderte Lichtstärke im Winter als eine Ursache gilt, also ein Zusammenspiel von kürzeren Tagen und Kälte. Während einige Menschen darauf lediglich mit schlechter Laune reagieren, leiden andere tatsächlich unter starken Einschränkungen im täglichen Leben. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Weitere, auch zusätzliche Ursachen für eine solche Erkrankung können ein Mangel an dem chemischen Botenstoff Serotonin im Gehirn bzw. ein Überschuss des auch als "Schlafhormon" bekannten Melatonin sein.
Welche typischen Symptome können im Winter auftreten?
Der gesteigerte Appetit auf Süssigkeiten ist ein wichtiges Symptom einer Winterdepression. Sie fühlen sich ohne Energie, lustlos, unausgeglichen, die Stimmung ist niedergeschlagen oder auch gereizt, Sie vernachlässigen Ihre sozialen Kontakte und haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis.
Muss ich zum Arzt?
Diese Depression zeigt die charakteristischen, wiederkehrenden Beschwerden nur während der dunklen Jahreszeit. Kommt es innerhalb von fünf Jahren mindestens drei Mal oder mehr zu den Symptomen, kann man von einer Winterdepression ausgehen. Das Aufsuchen einen Arztes kann hilfreich sein, wenn Sie unter den Einschränkungen im Alltag stark leiden.
Lichttherapie und Medikamente
Eine gute Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit einer Winterdepression ist die Lichttherapie. Dazu sitzt der Patient zwei Wochen lang jeden Tag morgen und abends jeweils eine Stunde vor einer speziellen Lampe. Diese hat eine Beleuchtungsstärke von ca. 2.500 Lux. Bereits nach einigen Tagen kann die Behandlung stimmungsaufhellend wirken.
Wenn der Facharzt eine schwere Depression diagnostiziert hat, ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Dabei kommen Medikamente zum Einsatz, die auch bei anderen Depressionsvarianten verwendet werden. Ein weiteres Element ist die Psychotherapie durch einen erfahrenen Psychotherapeuten.
Was können Sie selbst für Ihre Gesundheit tun?
Viel natürliches Tageslicht hilft Körper und Seele, am besten Bewegung im Freien wie Radfahren, Joggen, Skilanglaufen oder Nordic Walking. Wichtig: Ein bedeckter Himmel ist deutlich heller als jede künstliche Lichtquelle. Deshalb gilt: Bewegung an der frischen Luft zu jeder Jahreszeit hält das Gehirn fit und gesund. Auch pflanzliche Medikamente wie das Johanniskraut wirken stimmungsaufhellend.
Welche Prognose habe ich bei einer Winterdepression?
Die Psyche lässt sich gut behandeln, deshalb ist die Prognose gut. Mit Ausklingen des Winters und beginnendem Frühling ist mit einer spürbaren Besserung der Gesundheit und einer deutlichen Aktivitätszunahme und Leistungssteigerung zu rechnen. Wenn Sie bereits mehrere saisonal bedingte depressive Episoden hatten, dann ist die Gefahr recht gross, im nächsten Herbst wieder mit der Psyche Probleme zu bekommen.
Welche Möglichkeiten der Vorbeugung haben Sie?
Eine Vorbeugung ist prinzipiell möglich. Das Beginnen einer Lichttherapie schon bei den ersten Anzeichen der Psyche von Spätsommer bis Herbstbeginn kann helfen. Eine antidepressive Dauertherapie mit Medikamenten ist dann auch als Prophylaxe überlegenswert.
Für alle, die glauben oder es schon wissen, dass sie an einer Winterdepression leiden, ist eines besonders wichtig: Informieren Sie sich gründlich, stehen Sie zu Ihren Gefühlen und sprechen Sie offen mit Vertrauenspersonen darüber. Suchen Sie im Zweifel immer ärztliche Hilfe - es gibt einen Weg aus dem Gefühlstief hin zu psychischer Gesundheit. Dann können Sie auch die schönen Seiten von Herbst und Winter wieder geniessen.
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