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Die Hornhaut (Kornea) ist das Fenster unseres Auges. Hornhautentzündungen (Keratitis) und Hornhautverletzungen können unterdessen den Komfort ihres Sehorgans beeinträchtigen oder gar schädigen.
Die Hornhaut ist die durchsichtige Wölbung über der Iris (Regenbogenhaut). Sie schützt das Auge vor äusseren Einflüssen wie Schmutz, Wind oder Regen.
Die Hornhaut (Kornea) bildet gemeinsam mit der Lederhaut die äussere Hülle des Augapfels. Sie sitzt in der Augenmitte rund um die Iris, geht dann im Randbereich in die Lederhaut über und schliesslich zur Bindehaut. Diese drei Komponenten schützen das Augeninnere vor Infektionen. Die Hornhaut ist im gesunden Zustand völlig klar, sodass der Lichteintritt problemlos möglich ist. Durch die Wölbung der Kornea wird das Licht gebrochen.
Ursachen von Hornhauterkrankungen
- entzündliche Prozesse infektiöser und nicht-infektiöser Natur
- degenerative Veränderungen
- erbliche Veränderungen und Störungen
- Verletzungen
- Veränderungen als Folge medizinischer Behandlung
Die Hornhauterkrankungen lassen sich in zwei Bereiche unterteilen. Es gibt die Hornhautentzündung (Keratitis) und die Erkrankungen durch Hornhautverletzungen.
Hornhautentzündungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben:
Infektiös
In den meisten Fällen wird eine infektiöse Hornhautentzündung durch Bakterien oder Viren ausgelöst. In seltenen Fällen aber auch durch Pilze oder andere Erreger.
Bakterielle Hornhautentzündung
Die bakterielle Hornhautentzündung verläuft sehr schnell. Die Patienten bekommen ein gerötetes Auge, haben Schmerzen und leiden unter einer Sehverschlechterung.
Häufig gehen der Infektion der Hornhaut leichte Verletzungen voraus, die zu einer Eröffnung der Hornhautoberfläche führen und so das Eindringen der Keime in die Hornhaut erleichtern. Je nach Ausprägung und der Keimart erfolgt eine antibakterielle Therapie.
Hornhautentzündung durch Viren
Hornhautentzündungen durch Viren werden in der Regel vom Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ I, Varizella-Zoster-Virus oder den Adenoviren verursacht. Entzündungen durch den Herpes- simplex-Virus entstehen meist aus einer vorbestehenden HSV-Infektion. Die Viren sind dauerhaft auf den Nervensträngen vorhanden und können dann durch verschiedene Auslöser wie UV-Strahlung oder Stress eine Entzündung verursachen. Eine Behandlung erfolgt mit Virustatika, die als Augentropfen, -salben, Tabletten oder auch durch eine Infusion verabreicht werden.
Nicht-infektiöse Hornhautentzündungen
Nicht-infektiöse Hornhautentzündungen sind sehr selten. Oft treten sie im Zusammenhang mit einem ausgeprägtem trockenen Auge und einer veränderten Oberfläche der Hornhaut auf.
Die Beschwerden sind ganz unterschiedlich. Oft treten jedoch Schwankungen im Sehvermögen auf. Behandelt wird die nicht-infektiöse Hornhautentzündung durch die Verabreichung künstlicher Tränen.
In manchen Fällen tritt die nicht-infektiöse Hornhautentzündung im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Autoimmunerkrankung auf.
Degenerative Veränderungen der Hornhaut
Degenerative Veränderungen der Hornhaut sind nicht immer krankhaft. Im Alter kommt es häufig zu einem sogenannten Greisenbogen (Arcus senilis). Hier werden Fettstoffe am Randbereich der Hornhaut abgelagert. Eine Behandlung ist jedoch nicht erforderlich.
Durch andere Augenerkrankungen können degenerative Veränderungen der Hornhaut auftreten. Lang andauernde Entzündungen des Augeninneren oder der Hornhaut können zu Kalkeinlagerungen führen (bandförmige Keratopathie).
Erbliche Veränderungen und Störungen der Hornhaut (Keratokonus)
Erblich bedingte Veränderungen der Hornhaut werden in der Fachsprache Hornhautdystrophien genannt. Es handelt sich hierbei um eine ganze Reihe unterschiedlicher Erkrankungen, die meist beidseitig auftreten. Die Diagnose ist relativ schnell und eindeutig.
Keratokonus
Diese teilweise genetisch bedingte Krankheit führt zu einer Verdünnung und Vorwölbung der zentralen Hornhaut. Der Keratokonus tritt am häufigsten zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf, wobei Männer doppelt so oft betroffen sind. Durch harte Kontaktlinsen oder einer Anpassung der Brillengläser lässt sich dies bei den meisten Patienten ausgleichen. Ist die Sehschärfe soweit reduziert, dass auch mit Brille oder Kontaktlinse keine Sehverbesserung zu erzielen ist, besteht die Möglichkeit einer Hornhautverpflanzung. Mittlerweile steht das Crosslinking auch zur Verfügung, mit welchem eine Stabilisierung der Kollagenfasern in der Hornhaut zu erreichen ist.
Hornhautverletzungen
Hornhautverletzungen treten sehr oft auf, jedoch sind es häufig nur leichte Verletzungen. Verletzungen der Hornhaut sind immer sehr schmerzhaft, weil viele kleine Nervenendigungen von der Hornhaut bis in das Hornhautepithel reichen. Als Behandlung ist meist eine pflegende und evtl. antibiotische Augensalbe ausreichend.
Schwere Verletzungen der Hornhaut entstehen meist durch spitze Gegenstände, die in das Auge gelangen. Wie schwer Ihr Auge verletzt ist, kann Ihr Arzt feststellen und er muss dann eventuell operativ eingreifen.
Medizinisch bedingte Verletzungen
Medikamente können die Hornhaut der Augen schädigen. Es spielt hierbei keine Rolle ob diese in Tablettenform, Tropfen oder Infusion eingenommen wurden. Die Konservierungsstoffe in den Medikamenten können die Oberfläche der Hornhaut verändern.
Nicht nur auf das Auge angewandte Medikament kann eine solche Schädigung hervorrufen. Herzrhythmusstörungen werden mit entsprechenden Medikamenten behandelt, was zu Einlagerungen in der Hornhaut führen kann.
Durch eine Operation am Auge wird das Augengewebe und die Hornhaut belastet. Dies trifft zum Beispiel bei der Behandlung eines Grauen Stars zu.
Behandlungsmöglichkeiten bei Hornhautverletzungen
Es gibt viele unterschiedliche Behandlungsmethoden, die je nach Art der und Schwere der Verletzung durchgeführt werden können. Bei Fragen zum Thema Behandlungsmöglichkeiten oder Therapieformen beraten Sie unsere Augenärzte und -spezialisten der Pallas Kliniken sehr gerne in einem unverbindlichen Beratungsgespräch.