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Die Basler Zeitung vom 28.2.2015 schreibt unter dem Titel „Doktortitel leicht gemacht“ über ein Schweizer Ghostwriting-Unternehmen, das Masterarbeiten und Disserationen auf Bestellung schreibt (via Stephan Bösiger auf Twitter):
„Dass die Schweizer Universitäten das Vorkommnis des akademischen Ghostwriting als «rar» oder sogar als «nicht existent» bezeichnen, lässt auf zwei Szenarien schliessen: Im ersten Szenario werden tatsächlich keine oder kaum Arbeiten eingereicht, die von Dritten verfasst worden sind. Die Universität Zürich dokumentiert nur einen Fall des akademischen Ghostwriting, welcher disziplinarische Massnahmen nach sich zog, während der Uni Basel keiner bekannt ist. Im zweiten Szenario bewahrheitet sich die Aussage von Nemet, dass ihre Arbeiten tatsächlich nicht entdeckt werden. Man kann also gut und gern davon ausgehen, dass 115 Personen dieses Jahr einen Bachelor, Master oder sogar den Doktortitel geschafft haben und dies ganz ohne oder nur mit partieller Eigenleistung. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Master- und Bachelorarbeiten obligatorisch geschrieben werden müssen, um den Abschluss zu erhalten.
Die Dissertation hingegen ist essenziell, um zu promovieren. Was das zweite Szenario noch realistischer aussehen lässt, ist die Tatsache, dass sich die Schweizer Universitäten intern noch gar nicht mit dem Phänomen auseinandergesetzt haben. Die Unis ahnden Ghostwriting genau wie Plagiate und gehen auch genauso dagegen vor. Auf die Anfrage zur Prävention von Ghostwriting antworteten die Unis Basel, Zürich und St. Gallen alle gleich: «Wir verwenden Plagiatsprogramme, um die Echtheit der Arbeiten zu überprüfen.» Da Ghostwriter-Firmen die gleichen Programme auch nutzen und keine Plagiate erstellen, ist dieses Vorgehen nutzlos.“