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Eine von sieben Schwangerschaften weltweit endet mit einer Fehlgeburt, und jede zehnte Frau hat mindestens eine Fehlgeburt erlitten. Weltweit werden jedes Jahr rund 23 Millionen Fehlgeburten gezählt.
Das seien rund «44 pro Minute», heisst es in einem Bericht, den ein internationales Expertenteam am Dienstag im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlicht hat. Vermutlich sei die Zahl «wesentlich höher», weil nicht jede Fehlgeburt gemeldet werde.
Das Phänomen sei «viel zu lange heruntergespielt und oft nicht ernst genommen worden», kritisierten die 31 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Daten in drei Studien zusammentrugen, die für den Bericht zusammengefasst wurden. «Es reicht nicht mehr, den Frauen einfach zu sagen: Versucht es weiter», erklärten sie im Vorwort. Vor allem in psychologischer Hinsicht müsse es mehr Unterstützung für die Betroffenen geben.
Als Faktoren, die das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen, gelten unter anderem genetische Veränderungen beim Fötus, das Alter der Mutter und, in geringerem Masse, das Alter des Vaters, starkes Über- oder Untergewicht, Alkohol, Tabak, Stress, Nachtarbeit sowie Luftverschmutzung oder Pestizide im Umfeld der Schwangeren.
«Auch wenn eine Fehlgeburt in den meisten Fällen nur einmal erlebt wird, bräuchte ein erheblicher Teil der Bevölkerung Behandlung und Unterstützung», erklärte Siobhan Quenby von der Universität Warwick, eine der Autorinnen des Berichts im «Lancet». Stattdessen herrsche weiter Schweigen, nicht nur bei betroffenen Frauen, sondern auch beim medizinischen Personal, den politischen Entscheidungsträgern und bei der Forschungsfinanzierung.
Die Verfasser des Berichts empfehlen ein Mindestmass an Hilfe für die Betroffenen, vor allem psychologische Hilfe für das Paar und Beratung vor weiteren Schwangerschaften. Frauen, die mehrere Fehlgeburten erlitten haben, müsse umfassender geholfen werden.
In den vergangenen Monaten hatten das Model Chrissy Teigen und die Ehefrau von Prinz Harry, Meghan Markle, über ihre Fehlgeburten berichtet. Organisationen, die sich um Betroffene kümmern, hatten den Tabubruch begrüsst. (sda/afp)