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Tokio - Im Streit zwischen Tokio und Peking um einen Zwischenfall im ostchinesischen Meer zeichnet sich Entspannung ab: Nach massivem Druck Chinas entschied die japanische Staatsanwaltschaft, einen inhaftierten chinesischen Kapitän aus der Haft zu entlassen.
Über eine mögliche Anklage habe man zwar noch nicht befunden. Doch aus Rücksicht auf die Beziehungen zwischen Japan und China werde der Mann fürs Erste freigelassen, sagte ein Staatsanwalt in der Stadt Naha im Süden Japans.
Der Kapitän war Anfang des Monats festgenommen worden, als die japanische Küstenwache sein Fischerboot in der Nähe umstrittener Inseln stoppen wollte. Dabei war es zur Kollision gekommen. Der Vorfall hatte die Beziehungen beider Länder erheblich verschlechtert. China hatte die "unverzügliche und bedingungslose" Freilassung des Kapitäns gefordert.
Die Regierung habe auf den Entscheid der Staatsanwaltschaft keinen Einfluss ausgeübt, betonte der japanische Regierungssprecher Yoshito Sengoku.
Die Freilassung des Kapitäns habe auch nichts mit einem Treffen des japanischen Regierungschefs Naoto Kan mit US-Präsident Barack Obama am Rande der UNO-Vollversammlung zu tun. Kan und Obama hatten sich darauf verständigt, sich bezüglich der Spannungen zwischen Japan und China eng abzusprechen.
Eiszeit in bilateralen Beziehungen
Nach der Kollision zwischen der japanischen Küstenwache und dem Fischerboot hatte Japan die Besatzung verhört und mit Ausnahme des Kapitäns später wieder heimkehren lassen. China protestierte scharf. Der japanische Botschafter in Peking wurde mehrfach einbestellt, Treffen auf ranghoher Ebene abgesagt.
Am Freitag sagte der japanische Staatsanwalt nun, der Kapitän habe "spontan" gehandelt und man könne "nicht erkennen, dass er das geplant hat". Es sei jedoch "offensichtlich", dass er ein Schiff der Küstenwache absichtlich gerammt habe. Die Frage, ob er angeklagt werde, mache man von der weiteren Entwicklung der Beziehungen beider Länder abhängig, hiess es weiter.
SDA-ATS