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Schrittzähler bringen Senioren auf Trab
Um gesund zu bleiben, sollten sich ältere Menschen mindestens 150 Minuten pro Woche körperlich bewegen – mit mässiger bis hoher Belastung und in Übungseinheiten von mindestens zehn Minuten Dauer.
Die Empfehlung wird erfahrungsgemäss gerne überhört. Um Ältere dennoch ausreichend körperlich zu aktivieren, entwickelte ein interdisziplinäres Expertenteam ein Programm, in dem eine ambulante Helferin die Senioren mehrmals in ihren Wohnungen besuchte und über die Vorteile des regelmässigen und schnellen Gehens aufklärte. Zusätzlich erstellte sie individuelle Aktivitätspläne und stattete die Herrschaften mit Schrittzählern und Accelerometern aus, erläuterte Tess Harris von der St George’s University of London.
Schrittzähler dienen als Ansporn
Ausprobiert wurde der Nutzen des Programms an fast 300 Personen zwischen 60 und 75 Jahren, von denen die Hälfte randomisiert in den Genuss des aktivierenden Programms kam1. Die Senioren nahmen das Programm gut an und steigerten sowohl die Anzahl der gelaufenen Schritte als auch ihre Gehgeschwindigkeit im Vergleich zu den Kontroll-Senioren, die wie üblich versorgt wurden.
Dass Schrittzähler auch COPD-Patienten zu vermehrter Aktivität antreiben können, zeigte eine dreimonatige Studie aus Chile. 97 meist männliche COPD-Patienten im mittleren Alter von 69 Jahren wurden entweder einem standardisierten Programm mit Anleitung zu vermehrter körperlicher Aktivität zugeteilt oder sie nahmen an einem Schrittzähler-Sportprogramm teil.
COPD-Patienten profitieren von Sportprogramm
Zum Studienende zeigte die Pedometergruppe höhere Leistungen beim Sechsminuten-Gehtest und bei der körperlichen Aktivität. Auch in COPD-spezifischen Tests, wie dem CAT (COPD Assessment Test) oder dem SGRQ (St. George‘s respiratory Questionaire) waren die Patienten mit Schrittzähler im Vorteil. Damit kann ein einfaches Anspornprogramm COPD-Patienten zu mehr körperlicher Aktivität und zu besserer Lebensqualität verhelfen, so das Urteil der Autoren.
1. Tess Harris et al., PLOS Medicine 2015; DOI: 10.1371/journal.pmed.1001783
2. Laura Mendoza et al., Eur Respir J 2015; 45: 347-354; DOI: 10.1183/09031936.00084514