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Saab folgt mit dem Entscheid laut eigenen Angaben einer Empfehlung des Bundesamtes für Rüstung Armasuisse. Armasuisse selber stellte im Verlauf des Donnerstags eine Stellungnahme in Aussicht.
Der Grund für den Rückzug von den Flugtests ist gemäss Saab, dass die Tests nur zur Evaluation von 2019 bereits operationell einsatzbereiten Flugzeugen entwickelt worden sind, wie aus einer Mitteilung des schwedischen Gripen-Herstellers vom Donnerstag hervorgeht.
Der Gripen E werde Jahre vor der geplanten Auslieferung an die Schweiz in Dienst gestellt werden und alle geforderten Vorgaben erfüllen, hält Saab fest. Der Entwicklungsterminplan von Gripen E sei jedoch nicht auf das Schweizer Vorhaben ausgerichtet, bereits 2019 voll einsatzfähige Flugzeuge zu testen.
Saab habe verschiedene Alternativvorschläge unterbreitet, um an den Flugtests von 2019 teilnehmen zu können. Das Angebot, für die Flug- und Bodenerprobungen im Juni 2019 neben einem Gripen-E-Testflugzeug einen voll einsatzbereiten Gripen C zur Verfügung zu stellen, sei von Armasuisse abgelehnt worden.
Saab habe daher beschlossen, nicht an den Schweizer Flugtests in Payerne VD vom 24. bis 28. Juni teilzunehmen. Der schwedische Hersteller weist darauf hin, dass auch andere Mitbewerber ihre Fähigkeiten auf bestehenden Plattformen demonstriert hätten, die sich von den zu liefernden Versionen unterschieden.
Saab weist darauf hin, dass das Entwicklungsprogramm für den Gripen E planmässig voranschreite. Die Fertigung sei bereits angelaufen und die ersten Flugzeuge würden noch in diesem Jahr ausgeliefert. Gripen E zeichne sich unter seinen Mitbewerbern im Schweizer Beschaffungsverfahren dadurch aus, dass es das neuste Kampfflugzeugsystem sei.
"Wir sind überzeugt, dass Gripen E für die Schweiz die beste Wahl darstellt", schreibt Saab weiter. Das im vergangenen Januar unterbreitete Angebot gelte nach wie vor.
Saab sei bereit, sich zur termingerechten Lieferung von mindestens 40 Gripen-E-Kampfflugzeugen zu verpflichten und sich dabei an alle Vorgaben sowie an das geplante Budget zu halten. Dazu gehöre auch ein umfassendes Supportprogramm mit Einbindung lokaler Lieferanten zur Gewährleistung der günstigsten Betriebskosten und der grösstmöglichen Autonomie.
Beim letzten Beschaffungsprozess für ein neues Schweizer Kampfflugzeug habe Saab der Schweiz angeboten, Gripen E gemeinsam mit der schwedischen Luftwaffe zu beschaffen. Damals sei der Entwicklungszeitplan auf eine Auslieferung an die Schweizer Luftwaffe im Jahr 2021 ausgerichtet gewesen.
Als die Schweiz 2014 entschieden habe, die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge zu stoppen, sei der Zeitplan geändert und an die Bedürfnisse Schwedens und Brasiliens angepasst worden. Das Schweizer Stimmvolk hatte in einer Volksabstimmung vom 18. Mai 2014 die Beschaffung von 22 Gripen-Kampfjets für 3,1 Milliarden Franken abgelehnt.
Im Hinblick auf die Beschaffung eines neuen Kampfjets als Ersatz für die F/A-18 werden in der Schweiz das Tarnkappenflugzeug F-35 von Lockheed Martin, die F/A-18 Super Hornet von Boeing, der Rafale des französischen Herstellers Dassault und das Airbus-Flugzeug Eurofighter Flugtests unterzogen.
Die Flugtests sind Teil des Evaluationsverfahrens im Hinblick auf die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs ab 2025 für maximal sechs Milliarden Franken.
(sda)