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Spiel mit mir
- Bewertet: Einband: Taschenbuch
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Max Frisch ist auch in seinem Roman Mein Name sei Gantenbein der Suche nach der eigenen Verwirklichung nachgegangen. Er bewegt sich dabei im Privaten. Anders als Saramago, der in Der Stadt der Blinden die sozialpolitischen Auswirkungen in den Mittelpunkt rückt, ist Frisch eher an der persönlichen Betrachtung interessiert, wobei ... Max Frisch ist auch in seinem Roman Mein Name sei Gantenbein der Suche nach der eigenen Verwirklichung nachgegangen. Er bewegt sich dabei im Privaten. Anders als Saramago, der in Der Stadt der Blinden die sozialpolitischen Auswirkungen in den Mittelpunkt rückt, ist Frisch eher an der persönlichen Betrachtung interessiert, wobei die Entstehungszeit in den Sechziger berücksichtigt werden muß. Vor der Politisierung durch die 68. Wie in Stiller rückt Frisch den Menschen ins Blickfeld, stellt ihn blind, beobachtet die Reaktionen andere auf ihn und durchlebt im Verlauf der Handlung mehrerer Rollen, die wie im Mosaik ein Bild ergeben sollen. Eine Art Experiment, das aus der heutigen Sicht eher von literaturhistorischer Bedeutung ist, in den Sechzigern jedoch den bemerkenswerten Ansatz des Verspielten besaß.
Mein Name sei Gantenbein
Hörspiel
Beschreibung
Ein von seiner Ehefrau verlassener Mann sitzt allein in der Wohnung und probiert Geschichten an wie Kleider. Oder ist auch das schon eine der Varianten? In diesem Hörspiel erschliesst sich der Kosmos von Max Frischs facettenreichstem Roman neu. Man lauscht der Inszenierung von Rudolf Noelte und versteht: "Jedermann erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält". Durch fein gesetzte Musik, Geräusche und den Stimmen von Robert Freitag und Dagmar Altrichter, der Synchronstimme von Liz Taylor und Ingrid Bergman, entstehen neue Welten im Kopf.
(3 CDs, Laufzeit: 3h 32)
Frisch, Max
Max Frisch ( 1911 in Zürich, gest. 1991 in Zürich) studierte zunächst Germanistik, anschliessend Architektur. 1934 erschien, neben freier redaktioneller Arbeit für das Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung, sein erstes Buch "Jürg Reinhart". Der Erfolg seines Romans "Stiller" erlaubte ihm ein Leben als freier Schriftsteller. Zahlreiche bedeutende Romane und Erzählungen folgten, seine Dramen wurden im ganzen deutschsprachigen Raum zu grossen Bühnenerfolgen. Frisch verbrachte den grössten Teil seines Lebens in Zürich, lebte aber auch, zusammen mit Ingeborg Bachmann, in Rom, New York und zuletzt wieder in Zürich. Sein Werk wurde u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis 1958 und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1976 ausgezeichnet. Seine bekanntesten Werke sind die Romane "Stiller" (1945), "Homo faber" (1957), "Mein Name sei Gantenbein" (1964), die Dramen "Biedermann und die Brandstifter" (1958), "Andorra" (1961), die Erzählungen "Montauk" (1975), "Der Mensch erscheint im Holozän" (1979), "Blaubart" (1982) sowie seine literarischen Tagebücher.
Noelte, Rudolf
Rudolf Noelte, am 26. März 1921 in Berlin geboren, studierte bevor er ans Theater kam Theaterwissenschaften, Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte. Mit diesem umfassenden Wissen begann er nach dem Zweiten Weltkrieg als Regie-Assistent am Berliner Hebbel-Theater und inszenierte dort 1948 mit Wolfgang Borcherts Kriegsheimkehrerdrama "Draussen vor der Tür" zum ersten Mal eigenverantwortlich. Die weiteren Jahre nutzte er auch, um von grossen Regisseuren wie Jürgen Fehling oder Walter Felsenstein zu lernen ohne jedoch zum Nachahmer seiner Vorbilder zu werden.Rudolf Noelte war nie länger Intendant eines Theaters. 1959 übernahm er zwar die Leitung der Freien Volksbühne in Berlin, jedoch wurde er sechs Monate später wieder entlassen. Er war Einzelgänger und nur konzentriert auf die akribische Vorbereitung seiner Inszenierungen. Proben wurden von ihm fast mathematisch bis ins kleinste Detail vorbereitet und es ging ihm um ein Theater, das nah am Text blieb und der Literatur diente. Das Theaterspektakel fand er abscheulich. So waren seine bevorzugten Autoren jene, wo der literarische Anspruch im Dialog im Vordergrund stand. Allen voran Carl Sternheim. Seine Inszenierung der "Kassette" von Sternheim mit Theo Lingen in der Hauptrolle gilt bis heute als Musterinszenierung eines Sternheim-Stückes. Aber auch seine Inszenierungen der Stücke von Henrik Ibsen, August Strindberg, Anton P. Tschechow und Eugene O'Neill sind exemplarisch für Noeltes Sichtweise.Noelte setzte seine von sich selbst verlangte Genauigkeit mit grosser Autorität auch bei seinen Schauspielern durch, deshalb galt er unter Schauspielern als gefürchteter Regisseur. Dennoch wurde er sehr geschätzt und Schauspieler wie Marianne Hoppe, Therese Giehse, Cordula Trantow, Bernhard Minetti oder Will Quadflieg arbeiteten häufig mit ihm zusammen. Auch als Opernregisseur war Noelte immer wieder und mit Erfolg tätig. So inszenierte er u.a. 1973 an der Deutschen Oper Berlin "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart (Dirigent Lorin Maazel), 1978 an der Bayerischen Staatsoper in München "Jewgenij Onegin" von Pjotr Iljitsch Tschaikowski und 1991 - als seine letzte Regiearbeit überhaupt - Mozarts "Le nozze di Figaro" beim Festival in Aix-en-Provence.Seinen letzten grossen Erfolg hatte er 1991 mit Molières "Der Geizige" in Zürich. Noelte war jahrzehntelang mit der Schauspielerin Cordula Trantow verheiratet. In den 1990er Jahren erkrankte Noelte an der Alzheimerschen Krankheit und verbrachte die letzten Lebensjahre verarmt in einem Pflegeheim in Garmisch-Partenkirchen, wo am 8. November 2002 im Alter von 81 Jahren an einer Lungenentzündung starb. Er liegt begraben im Friedhof in der Stubenrauchstrasse in Berlin-Schöneberg, wenige Meter von Marlene Dietrich und Helmut Newton entfernt. Der Grabstein trägt die Inschrift 'Familie Noelte'.
Freitag, Robert Peter
Robert Peter Freitag, geboren 1916 in Wien, arbeitete nach seiner Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien zunächst in verschiedenen Berufen, unter anderem als Bergführer. Er hatte feste Engagements am Schauspielhaus Zürich, dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg und an den Hamburger Kammerspielen, gab aber auch Gastspiele unter anderem bei den Salzburger Festspielen. Anfang der 60er Jahre gründete er mit seiner Ehefrau und Will Quadflieg die 'Züricher Schauspieltruppe'. 1941 begann er seine Karriere als Film- und Fernsehschauspieler und wirkte bis heute in ca. 50 Produktionen mit.
Altrichter, Dagmar
Dagmar Altrichter wurde 1924 als Dagmar Schons in Berlin geboren. Nach einer Ballettausbildung am dortigen Lyzeum nahm sie von 1940 bis 1942 Schauspielunterricht. Daraufhin stand sie unter anderem in Frankfurt, Stuttgart, Berlin und München auf der Bühne. Im Fernsehen war sie erstmals 1949 zu sehen und spielte später gemeinsam mit Curd Jürgens in "Meines Vaters Pferde" 1953 und in zahlreichen Spielfilmen und Serien, beispielsweise dem "Tatort". Darüber hinaus ist Dagmar Altrichter die Synchronstimme von vielen Hollywoodgrössen wie Elizabeth Taylor, Claudia Cardinale, Ingrid Bergman oder Katharine Hepburn und wirkte in vielen Hörspielproduktionen mit. 2010 verstrab Dagmar Altrichter mit 86 Jahren in Lüdersdorf.