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Im Matthäus-Evangelium (2,1-16) wird in der Weihnachtsgeschichte die Geburt von Jesus und der Besuch der Weisen erzählt. In der Geschichte im Lukas-Evangelium (2,1-15) finden die Weisen aus dem Morgenland jedoch keine Erwähnung.
Wer waren die Weisen aus dem Morgenland? Im griechischen Wortlaut der Bibel werden sie als «Magoi apo anatolôn», als Magier von Osten, bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde auch für die Mitglieder einer persischen Priesterkaste verwendet, welche besonders gute Kenntnisse in Astrologie hatten, was auch zum Bericht vom Stern passen würde, dem die Weisen gefolgt sind.
Die Anzahl der Weisen nennt Matthäus in seiner Erzählung nicht. Doch anhand der erwähnten Geschenke, Gold, Weihrauch und Myrrhe, schliesst der christliche Gelehrte Origines (um 185-254) auf drei Weise aus dem Morgenland. Durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Bibeltexten wurden in der Spätantike die Weisen zu Königen, denn im Alten Testament heisst es im Buch der Psalme (72,10-11): «Die Könige von Tarsis und den Inseln müssen Geschenke geben, die Könige von Saba und Seba müssen Gaben darbringen. Alle Könige müssen ihm huldigen, alle Völker müssen ihm dienen».
Im 6. Jahrhundert erhielten die drei Könige dann die Namen Caspar (persisch: Schatzmeister), Melchior (hebräisch: König des Lichts) und Balthasar (babylonisch-hebräisch: Gott schütze den König) und ab dem 12. Jahrhundert wird einer der Könige mit dunkler Hautfarbe dargestellt.
Die Gaben der drei Weisen
Im Alten Testament wird Gold 389-mal erwähnt. Besonders häufig ist es in jenen Texten zu finden, die sich mit Israels Heiligtum befassen. Gold ist auch das erste Metall, das im Alten Testament erwähnt wird. Die ganze Stiftshütte und der Tempel waren voll von Gold. Das Gold symbolisiert die Reinheit und strahlende Leuchtkraft der Heiligkeit.
Gold galt im alten Orient auch als angemessenes Geschenk für Könige. So schenkte die Königin von Saba bei ihrem Besuch in Jerusalem König Salomo 120 Talente Gold (damals 1 Talent = ca. 34 kg) sowie Duftstoffe in sehr grosser Menge und Edelsteine (1 Kön 10,1-13).
Die Goldgabe der drei Weisen aus dem Morgenland ist eine symbolische Handlung. Sie ehren das neugeborene Kindlein mit dem Kostbarsten, was die Erde bietet, und weisen damit auf die Königswürde von Jesus hin.
Weihrauch, das Harz des Olibaums und einst so kostbar wie Gold, galt den Menschen schon immer als ein magischer Stoff. Der Weihrauchduft symbolisiert die Entfaltung Gottes. In der katholischen Kirche gilt sein Rauch noch heute als Symbol für das aufsteigende Gebet.
Myrrhe, ein sehr bitteres Baumharz, kann als Zeichen für Christus als von Gott gesandter Heiler oder aber auch als Zeichen für den Tod gedeutet werden. Der Leichnam von Jesus Christus wurde mit Myrrhe einbalsamiert.