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Ursprung und Definition von Ketamin
In den frühen 70ern wurde nach einem Ersatzstoff für das Narkosemittel Phencyclidin, in Kurzform PCP oder auch in der Drogenszene bekannt als „Angel Dust/Killerweed“ gesucht, da es bei Patienten starke Nebenwirkungen erzeugte.
Durch einen Forschungsauftrag gelang es dem amerikanischen Chemiker Celvin L. Stevens im Jahre 1962, Ketamin erstmals zu synthetisieren.
In der Human- und Tiermedizin wird Ketamin, ein Arzneistoff oder auch in der Fachsprache als „chirales Arylcyclohexylamin“ bekannt, zur Einleitung einer Narkose, zur Behandlung von Schmerzen und wenn nötig, zur Behandlung von Asthma eingesetzt.
Ketamin ist von anderen Analgetika (Schmerzmittel) und Narkotika insofern zu unterscheiden, da es die Schutzreflexe, trotz Auslösung einer dissoziativen Anästhesie (teilweisen bis vollständigen Verlust von psychischen Funktionen z. B. bei der Erzeugung von Schlaf), weitestgehend aufrecht erhält.
Als Dissoziativum, einer psychoaktiven Substanz bestehend aus einem oder mehreren Wirkstoffen welche die Psyche beeinflussen können, wird Ketamin auch als Droge verwendet.
Gewinnung von Ketamin
Ketamin wird durch eine Dreistufensynthese gewonnen. Durch die Verbindung von 2-Chlorbenzonitril (C7H4ClN) und Cyclopentylmagnesiumbromid (C5H9BrMg) mittels der „Girgnard-Reaktion“ zu Beginn, der anschliessenden Zuführung von Brom und später Methylamin (ein hoch entzündliches Gas bei Raumtemperatur, durch Abkühlung flüssig), entsteht durch Erhitzung in der farblosen Flüssigkeit Decalin racemisches Ketamin. Dieses besteht im Verhältnis 1:1 aus dem (S)- und (R) Ketamin, wobei das (S)- Ketamin durch eine weitere chemische Aufbereitung doppelt so stark in der Wirkung ist wie das Ausgangsprodukt.
Einnahme, Wirkung und Nebenwirkungen von Ketamin
Als Anästhetikum (Schmerzmittel) und Narkosemittel wird Ketamin in der Medizin als klare, salzwässrige Lösung zur intravenösen Injektion verabreicht. Als Rauschmittel kann dieses meist weisse, kristalline und geruchlose Pulver, oral oder durch die Nase (sniefen) aufgenommen werden. Eine geringe Menge reicht aus, um sich z. B. wie angetrunken zu fühlen oder eine verzerrte Wahrnehmung von Raum- und Zeit zu haben. Bei höherer Dosierung erlebt der Konsument den sogenannten „vollen Rausch“. Dazu gehören unter anderem Benommenheit, ein verringerter Geschmacks- und Geruchssinn, eventuell auftretende Halluzinationen und auch das „K-Hole“, wobei das Gefühl erweckt wird, den eigenen Körper verlassen zu können.
Je nach Einnahmeart beginnt der gewünschte Rauschzustand entweder sofort, oder nach ca. 5 – 20 Minuten.
Dieser hält durchschnittlich 30 – 90 Minuten an und wirkt 1 bis zu 8 Stunden später noch nach.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen durch Einnahme von Ketamin zählen Übelkeit und Erbrechen, unangenehme Träume, Auftreten von Schwindel und motorischer Unruhe, die Erhöhung von Blutdruck- und Herzfrequenz sowie mögliche Lähmungen, Krampfanfälle oder auch Bewusstlosigkeit bei einer Überdosierung.
Bei langfristiger Einnahme kann es zu Schädigungen des Kurz— und Langzeitgedächtnisses, der Harnwege und auch einer Blasenentzündung mit Bildung von Geschwüren führen. Durch die dissoziative Wirkung (Beeinflussung der Psyche) von Ketamin kann der Konsument schnell in eine Abhängigkeit geraten.