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Allein in Argentinien werden zehntausende Pferde und Ponys zum Müllsammeln benutzt. Sie gelten als lebende Zugmaschinen, die man antreibt bis zum letzten Atemzug. Sobald sie nicht mehr imstande sind, ihre Arbeit zu erfüllen, werden sie selbst wie Abfall behandelt. Diese Elendsgestalten und ihre Besitzer, die «Carreros» sind von der Gesellschaft verachtet. Trotzdem erfüllen sie eine wichtige soziale Funktion.
Die «Carreros» sortieren wiederverwertbare Materialien wie Alteisen, Holz, Papier und Karton aus und verkaufen sie an Recycling-Betriebe weiter. Billigstes Transportmittel sind die kleinen rachitischen Pferde, die die Abfälle von den Müllhalden zu den Käufern karren. Ihre extrem armen Besitzer geben ihnen fast nichts zu essen und zu trinken. Sie beladen sie mit untragbaren Lasten, gönnen ihnen keine Rast, malträtieren sie mit Fusstritten, Stangen und Stacheln, bis sie schliesslich zusammenbrechen und eine andere elende Kreatur, die noch auf vier Beinen stehen kann, ihren Platz einnehmen muss.
Kampagne der FFW «Basta de TaS - Schluss mit der Müllabfuhr mit Pferden»
Im Mai 2011 lancierte die Fondation Franz Weber (FFW) gemeinsam mit der argentinischen Tierschutzorganisation LIBERA! eine Kampagne zur Abschaffung der Müllabfuhr mit Pferden in Argentinien – und in ganz Lateinamerika. «Basta de TaS» verfolgt folgende Ziele: Müllpferde durch motorisierte Fahrzeuge ersetzen und den Misshandlungen, die die Pferde erdulden müssen, ein Ende zu setzen. Die Pferde werden befreit, in Gnadenhöfen untergebracht oder in Adoption gegeben. Zugleich wird den Müllsammlern ihre Würde wiedergeben, indem die Bedeutung ihrer Arbeit anerkannt wird, und sie mit modernen und effizienten Werkzeugen ausgestattet werden.
Gnadenhof «EQUIDAD» der Fondation Franz Weber für befreite Müllpferde
2013 hat die Fondation Franz Weber in San Marcos Sierra, Zentralargentinien, den Gnadenhof EQUIDAD geschaffen. Die FFW nimmt befreite Müllpferde auf EQUIDAD auf, versorgt sie medizinisch, pflegt sie und schenkt ihnen ein neues Leben in Frieden und Würde.
Die Kampagne der FFW kommt gut voran. Bereits sind in ganz Lateinamerika tausende Pferde befreit und durch Motorfahrzeuge ersetzt worden. Eines von vielen erfreulichen Beispielen ist Mery: Die alte Ponystute kam aus dem argentinischen Rio Cuarto auf den Gnadenhof EQUIDAD. Kaum vorstellbar, wie dieses zierliche Tier über viele Jahre die schweren Karren schleppen konnte. Die Geschichte von Mery, heute gut genährt, gesund, medizinisch betreut und buchstäblich unbeschwert, hat ein Happy End.
Doch es bleibt viel zu tun. Zehntausende Müllpferde warten allein in Argentinien auf ihre Befreiung. Die Unterstützung in Politik und Gesellschaft ist gross. Doch manchmal mahlen die Mühlen der Gesetzgeber langsam. So braucht es viel Geduld.
Wollen Sie aktiv mithelfen? Dann kommen Sie auf unseren Gnadenhof EQUIDAD und leisten Freiwilligenarbeit. Mehr Infos und Anmeldung hier.
Um vertiefte Informationen und Impressionen zum Thema EQUIDAD und Basta de TaS zu erhalten, finden Sie hier diverse Beiträge aus verschiedenen Ausgaben des Journal Franz Weber (JFW):
JFW-118_DE_20-21_Equidad_Neue_Gaeste
JFW-116_DE_12-13_Equidad_Freiwillige
JFW-115_DE_14-15_Gnadenhof_Schule
JFW-114_DE_12-13_Equidad_Zwischenbilanz
JFW-112-2015-Q2-D-Web-Equidad-Zukunft
JFW-111-2015-Q1-D-Web-Equidad-Narben
JFW-110-2014-Q4-D-Web-Equidad-Rückenwind
JFW-107-2014-Q1-D-Web-Equidad-Fortschritt
JFW-102-2012-Q4-D-Web-Muellpferde-Gesetz
JFW-100-2012-Q2-D-Web-Muellpferde-Gnadenhof