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28.06.2018 Le Puy-en-Velay-Saint-Guilhem-le-Desert
Früh fahre ich in Le Puy-en-Velay ab. Die von mir gewählte Route führt durch die schönsten Gebiete der Cevennen. Immer wieder halte ich. Einen kleinen Pass, den Baraque des Bouviers, muss ich überqueren. In Severac-le-chateau halte ich, tanke auf und kaufe etwas zum Essen. Leider ist das Schloss geschlossen, denn morgen beginnen dort Pfeilbogen-Meisterschaften. In Millau fahre ich einfach durch, nicht absichtlich, sondern weil ich einen Punkt suche, um den Viadukt besser zu sehen, und schliesslich mich schon so weit auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel befinde, dass sich das Umkehren nicht mehr lohnt. Schade. Der Viadukt ist riesig und von weitem her sichtbar. Ich fahre den nicht so spektakulären Gorges de la Dourbie entlang, sehe das Moulin de Corp und halte schliesslich in Cantobre, einem winzigen Dörfchen, das auf einen Felsvorsprung gebaut ist und wie aufgeklebt wirkt. Die Eglise Saint-Etienne (1135) hat eine romanische Tonnendecke, die sich gegen die Apsis hin verjüngt. Mein nächster Halt ist auf der trockenen Hochebene in La Couvertoirade. Der ehemalige Tempelritter-Stützpunkt ist vollständig von einer Stadtmauer umgeben, hat noch alle Stadttore. Nur die Festung Chateau des Templiers ist stark ruiniert. Die von den Maltesern gebaute Kirche (14. Jhdt) ist nicht besonders, mit Ausnahme der zwei Schwalbennestern im Inneren der Kirche, wo die Brut ununterbrochen nach Futter schreit. Eine schöne Aussicht hat man von der Stadtmauer aus, die man (gegen Entgelt) begehen kann. Eine Windmühle steht oberhalb des Dorfes. Das Dorf hatte keinerlei Quellen, alles Regenwasser wurde gesammelt und in einer grossen Zisterne aufbewahrt, was zu einigen Seuchen führte. In Pierre-de-la-Fage sehe ich nochmals eine Windmühle. Ueber den Col du Vent (703m) gelange ich nachnach St. Jean-de-Fos, wo ich bei Le pont du diable halte. Die Gorges de l'Herault sind nun eine wirklich sehenswerte Schlucht, mit schroffen Felsen, zwischen denen der klare Fluss verläuft. Schliesslich gelange ich noch an einem historischen Hochofen vorbei, bis ich nach Saint-Guilhem-le-Desert. Meine Unterkunft, die Gite de la Tour, finde ich auf Anhieb. Es handelt sich um eine Jugendherberge, wo ich ein Bett in einem Schlafsaal kriege. Ich laufe noch etwas durch das winzige Dörfchen, dessen wenige Strassen man schnell kennt.