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Tolterodin und Metoclopramid beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Arrhythmien und verminderte prokinetische Wirkung möglich
Mechanismus
Metoclopramid hat ein bekanntes Potential zur Verlängerung der QTc-Zeit im EKG [Ellidokuz E, 2003]. In Kombination mit Tolterodin, welches ebenfalls mit einer QTc-Verlängerung in Verbindung gebracht wurde, sind additive Effekte denkbar. Tolterodin wird über das CYP2D6-Isoenzym (sowie über CYP3A4) metabolisiert. Metoclopramid ist ein CYP2D6-Inhibitor, sodass eine Erhöhung der Tolterodinexposition nicht ausgeschlossen werden kann. Zudem wirken die beiden Arzneistoffe entgegengesetzt auf die gastrointestinale Motalität.
Effekt
Unter den Arzneistoffen sind Verlängerungen des QT-Intervalls im EKG beschrieben. In Kombination kann das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien erhöht sein. Ausserdem kann bei gleichzeitiger Gabe von Metoclopramid und einem Anticholinergikum wie Tolterodin die prokinetische Wirkung von Metclopramid auf die Magen-Darm-Motilität vermindert sein.
Empfehlung
Eine Monitorisierung der QTc-Zeit im EKG und Kontrollen der Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium und Magnesium) sind empfohlen. Kommt es unter der Therapie zu einem Anstieg der QTc-Zeit um 60ms im Vergleich zur Baseline oder übersteigt die QTc-Zeit 500ms, ist die Therapie umzustellen. Auf eine möglicherweise verminderte prokinetische Aktivität von Metoclopramid sollte geachtet werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018