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Die Kupferrohrschelle
Auf die Kupferrohrschellen bin ich in einem Ferienjob im Sommer 2012 gestossen. Die Firma meiner Mutter stellt diese industriellen Metallteile her, welche zur Befestigung von senkrechten Fallrohren (Teile der Dachentwässerung) am Baukörper dienen. Die Farbe und Form dieser Gebrauchsgegenstände hat mich dazu veranlasst, mich mit ihnen auseinander zu setzen. Daraus entstand dann die nachfolgende Arbeit.
Das Werk
Nach einer längeren Experimentierphase war mir klar, dass ich die Rohrschellen nicht in ihrer Form verändern möchte. Zu erst wollte ich den Fokus auf die verletzende Eigenschaft der langen, spitzigen Gewinde legen und testete einige Inszenierungen aus, die aber alle unbefriedigend waren. So entschied ich mich dafür etwas Neues auszuprobieren und begann sie zu stapeln und ihre strukturellen Grenzen in einer Intsallation zu erforschen.
Bei der schlussendlichen Arbeit, habe ich verschiedene Rohrschellen über FL-Röhren gestapelt und auf Europaletten platziert.
Das Wasserreservoir
Vor einigen Jahren entdeckte man einen Hohlraum unter der HKB und beschloss, ihn genauer zu erforschen. So wurde der Boden aufgerissen und das ehemalige Wasserreservoir entdeckt. Seither ist es auf Grund seiner speziellen Raumeigenschaften ein beliebter Ausstellungsort der Studenten.
Das wahrscheinlich jahrelang gelagerte Wasser hat seine Spuren hinterlassen. Die Wände sind rau von den Kalkablagerungen und weisen interessante Muster und Flecken auf. Dazu kommt, dass ein dominanter Hall und eine etwas drückende Luftfeuchtigkeit herrschen. Das Wasserreservoir steht unter Denkmalschutz, so dass genaue Auflagen zur Benutzung bestehen.
schwindendes Wasser
Die mehrteilige Installation beschäftigt sich mit dem Wasser, welches seit Jahren aus diesem Raum verschwunden ist. Ich tastete mich mit unterschiedlichen Medien an dieses Thema heran. So entstanden drei raum- und themenspezifische Arbeiten, die aber aus meiner Sicht nicht von einander zu trennen sind, da sie immer wieder miteinander interagieren.
Die Eisinstallation besteht aus vielen Eiskugeln, deren Anzahl und Grösse variabel ist. Sie sind so positioniert, dass sie zusammen mit dem Schmelzwasser den Betrachter zwingen, einen bestimmten Weg zu gehen. Ausserdem tropft ihr Schmelzwasser in einen Schacht und verbindet sich so klanglich mit der Toninstallation. Diese besteht aus Wasseraufnahmen, die ein von Aussen an die Wand des Wasserreservoirs schwappendes Wassers suggerieren soll und noch einmal das Thema des nach draussen verschwundenen Wassers aufnehmen. Mir war wichtig, dem Betrachter diesen speziellen Raum erlebbar zu machen. Ich lenkte ihn mittels Wasserpfützen durch den Raum, liess Toninstallation, Hall und tatsächliche Tropfgeräusche verschmelzen und den Blick durch eine unkonventionelle Hängung meiner Zeichnungen über die Besonderheiten der Wände schweifen.
schwindendes Wasser
ohne Titel
Hand
falsches Sushi
ohne Titel
Wassertropfen
tanzendes Paar
ohne Titel
Ausgehend vom Thema Wasser mit seinen vielen faszinierenden Facetten stand am Anfang der Arbeit eine Reihe von Experimenten mit verschiedenen, fliessenden und formgebenden Materialien. Dabei stellte sich Zinn als besonders inspirierender Werkstoff heraus.
Ein kleines, durch Giessen entstandenes Zinnobjekt sollte in eine andere Grösse transferiert werden. Beim Eruieren des geeigneten Materials sowie der Umsetzungsmöglichkeiten zeigten sich vielfältige, aber auch eingrenzende Aspekte mit Auswirkungen auf die Form und deren Wahrnehmung.
So wurde durch wochenlanges, manuelles Erarbeiten eine Skulptur geschaffen, die auf einer in Sekunden zufällig entstandenen Form basiert.
Dokumentation: file:///Users/kunzn6/Desktop/BA_Nadja_Künzli.html
ohne Titel
Ausgangslage dieser Arbeit war ein kleiner Geräteschuh. Fasziniert von diesem Körper, dessen kulturelle Herkunft und Ursprung nicht zu Orten waren, ging ich diesem modellierend nach. Durch handwerkliches Machen und Akkumulieren untersuchte ich eine Gruppe einzelner Körper. Dabei liess ich Materie und Körperlichkeit für sich sprechen und hinterfrage durch mein Tun, ob Kunst ein Erkenntnismittel sein kann und was für mich die Rolle des Produzenten bedeutet.
Euphorbia pulcherrima
Basierend auf den umfassenden Erkenntnissen über die Pflanze Weihnachtsstern und deren exemplarische Stellvertreterrolle in der Diskussion über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur entsteht eine Installation im vermittelnden Kontext. Im Zentrum steht dabei die Kritik an der Züchtung von einem pompösen, kräftigen Strauch aus den tropischen und trockenen Wäldern Mexikos hin zu einem dekorativen, nicht lebensfähigen Krüppel für beheizte Wohnzimmer unserer westlichen Welt, involviert und gesteuert durch kapitalistische Marketingstrategien.
Die Installation zeigt auf, wie die Pflanze zum Konsumobjekt mutiert ist und jährlich, gleich nach Weihnachten Tausende davon entsorgt werden, egal in welchem Zustand sie sich befinden. An ihre natürliche, kräftige Form erinnern nur noch zärtliche Annäherungen mit Bleistift.
Der Betrachter wird dazu angehalten, ein vermeintlich wohlbekanntes Konsumgut, das sich als Tradition im wahrsten Sinne des Wortes verkauft, zu reflektieren als auch seinen Umgang mit der Natur und sein dazu in Zusammenhang stehendes Konsumverhalten zu überdenken.