Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/53812

<h2>SubmittedText<h2><p>Glaubt man der Internetseite der SBB, so wird der neue "Bahn-2000"-Fahrplan dem Wallis in jeder Hinsicht spürbare Verbesserungen bringen. So soll das Wallis endlich in den Genuss von klimatisiertem Rollmaterial kommen. Hingegen wird die Fahrplandichte spürbar vermindert werden.</p><p>In den Ausgaben der Tageszeitung "Le Matin" vom 3. und 9. Juni stand, dass die Züge von und nach Italien ab Dezember 2004 in Martigny, für einen Zwischenstopp zum Besuch der berühmten Fondation Gianadda, nicht  mehr halten werden. Zusätzlich werden vom Bahnhof Sierre aus die Zugverbindungen nach Lausanne von zwei auf eine pro Stunde gekürzt, was für die in Lausanne arbeitenden Pendler eine Streichung von 15 Zügen darstellt.</p><p>Ist dem Bundesrat diese Aushöhlung des Service public im Bereich des Bahnverkehrs bekannt? Sind andere Walliser Regionen betroffen?</p><p>Ist der Bundesrat bereit, die SBB zu verbessernden Massnahmen anzuhalten, damit die Züge von und nach Italien in Martigny weiterhin halten und die Verbindungen in Sierre auf einem angemessenen Niveau bleiben? Nur so kann dem Bedürfnis der Touristen einerseits und der Pendler nach Lausanne andererseits entsprochen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die erste Etappe von "Bahn 2000" verbessert das Angebot im öffentlichen Verkehr: Kürzere Fahrzeiten, mehr Halbstundentakt- und bequemere Umsteigeverbindungen bringen die einzelnen Regionen der Schweiz näher zusammen. 12 Prozent mehr Züge und modernes Rollmaterial erweitern das Bahn- und Platzangebot spürbar.</p><p>Zu Martigny: Heute sind mehrere internationale Züge nach Italien in den schweizerischen Taktfahrplan integriert. Sie fahren als reguläre Schnellzüge durch das Wallis und halten u. a. auch in Martigny. Die Kundschaft dieser Züge stammt mehrheitlich aus dem innerschweizerischen Verkehr. Da jedoch internationale Züge verspätungsanfälliger sind, kommt es öfter zu Anschlussbrüchen in Lausanne, insbesondere für Passagiere mit Weiterfahrt in Richtung Fribourg-Bern-Zürich.</p><p>Ab dem Fahrplanwechsel 2004 werden deshalb die internationalen Züge vom Binnenverkehr getrennt und ausser Takt zwischen den Zügen des "normalen" Taktsystems geführt. Dies verengt zwar die Möglichkeit von Zughalten, bringt aber den Passagieren des internationalen Verkehrs eine kürzere Fahrzeit und den Passagieren des nationalen Verkehrs mehr Pünktlichkeit.</p><p>Martigny wird im Binnenverkehr weiterhin mit zwei Schnellzügen je Stunde bedient; diese werden weniger verspätungsanfällig sein als die heutigen Züge. Im Knoten Lausanne werden wie bisher Anschlüsse in alle Richtungen gewährleistet. Der Anschluss an die internationalen Züge erfolgt mit Umsteigen in Sion.</p><p>Zu Siders: Mit der Einführung von "Bahn 2000" wird das Wallis im Halbstundentakt mit Lausanne sowie Genf verbunden. Ein InterRegio-Zug verkehrt bis Brig, der andere wendet in Sion, wobei Reisende nach Siders und weiter Anschluss in Sion an den Regionalzug nach Brig haben.</p><p>Umsteigeverbindungen sind zwar weniger attraktiv als Direktverbindungen, doch muss im vorliegenden Fall berücksichtigt werden, dass:</p><p>- Siders neu auch an Feiertagen stündlich zwei Verbindungen mit Lausanne erhält. Damit ist insbesondere auch dem Tourismus gedient. In Lausanne sind die Anschlüsse mit allen Richtungen gesichert;</p><p>- in Siders weiterhin in beiden Richtungen drei internationale EC-Züge Genève-Aéroport-Milano halten. Sie weisen bis Lausanne nur noch zwei Zwischenhalte auf (Sion und Montreux) und bieten somit eine besonders schnelle Verbindung;</p><p>- Reisende von Siders nach Bern in Brig schlanke Anschlüsse in Richtung Lötschberg erhalten.</p><p>Fazit: Der Bundesrat hält fest, dass die "Bahn 2000" in der ganzen Schweiz eine spürbare Erweiterung des Angebotes bringen wird. Er sieht insgesamt im Wallis keine Angebotsverschlechterungen und wird von der SBB AG keine Änderungen verlangen, dies umso mehr, als der Fernverkehr zum unternehmerischen Bereich der SBB gehört.</p>  Antwort des Bundesrates.