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Peristaltikum für Wiederkäuer, Pferde, Schweine, Hunde und Katzen
ATCvet: QA03AB93
Zusammensetzung1 ml Injektionslösung enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenKonstigmin ist ein Parasympathomimetikum, dessen pharmakologische Wirkung in der Hemmung der enzymatischen Hydrolyse des Acetylcholins durch die Cholinesterase beruht. Damit wird die physiologische Überträgersubstanz im parasympatischen Nervensystem und an der motorischen Endplatte des Skelettmuskels, das Acetylcholin, stabilisiert und akkumuliert und so seine Wirkung verlängert und verstärkt.
Aufgrund dieser Wirkungsweise führt Konstigmin an den Organen mit glatter Muskulatur, wie dem Magen-Darm-Trakt und dem Urogenitalsystem zu Kontraktionen mit Tonussteigerung und erhöhter Peristaltik und damit zur Darmentleerung und zum Harnabsatz. Die Aktivität der glatten Muskulatur wird dabei physiologisch ausgelöst und kann durch Dosisvariation der notwendigen therapeutischen Einflussnahme angepasst werden. Ein Einfluss auf den trächtigen Uterus ist nicht oder nur geringgradig vorhanden.
Infolge der Acetylcholin-Stabilisierung wirkt Konstigmin dem Leistungsabfall der Skelettmuskulatur bei Myasthenia gravis des Hundes entgegen. Es kann dabei diagnostisch und therapeutisch eingesetzt werden und führt nach wenigen Minuten durch Aufhebung der raschen Erschöpfbarkeit des Muskels für mehrere Stunden zur normalen Muskeltätigkeit.
PharmakokinetikNeostigmin wird nach subkutaner Gabe rasch resorbiert. Die Resorption nach oraler Aufnahme beträgt nur etwa 14% der verabreichten Menge. Eine Passage der Blut-Hirn-Schranke findet nicht statt. Neostigmin wird aus dem Plasma schnell eliminiert; etwa 20 - 30 Minuten nach intravenöser Gabe ist es im Plasma nicht mehr nachweisbar. Eine Speicherung von Neostigmin erfolgt nicht.
Neostigmin wird fast vollständig metabolisiert und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Beim Hund werden ca. 9% als unverändertes Neostigmin ausgeschieden. Ein Teil der Metaboliten wird auch über die Galle eliminiert.
IndikationenBei atonischem, aber nachgewiesenermassen durchgängigem Darm: Anregung der Peristaltik
Futterintoxikationen und Vergiftungen zur raschen Darmentleerung
Paralytischer Ileus beim Rind
Myasthenia gravis beim Hund
In der Anästhesie: Antidot zu Curare und curareähnlichen, nichtdepolarisierenden Muskelrelaxantien
Dosierung / Anwendung
Zur Dosierung kleiner Mengen eignet sich die Verdünnung (1:10) mit isotonischer Kochsalzlösung.
Konstigmin wird subkutan injiziert. Die Wirkung tritt innerhalb weniger Minuten ein.
Beim Pferd empfiehlt sich in vielen Fällen die fraktionierte Applikation, da es bei Koliken je nach Reaktionslage verschieden stark anspricht. Die Gesamtdosis kann injiziert werden, wenn eine kräftige Anregung der Peristaltik erwünscht ist.
Bei den übrigen Tieren wird die Gesamtsdosis im allgemeinen auf einmal injiziert. In schweren Fällen mit Allgemeinstörungen ist auch hier die fraktionierte Applikation indiziert.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenLungenerkrankungen, traumatische Gastritis
Konstigmin sollte bei Vagotonie mit Bradykardie und Hypotonie und bei Bronchospasmus vorsichtig angewendet werden.
Mechanischer Ileus jeder Art, schwerer Meteorismus
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Die Anregung der Schweiss- und Speichelsekretion ist sehr gering. Bei Überdosierung treten Unruhe, motorische Aktivität mit Muskelzuckungen, erhöhte Schweiss- und Speichelsekretion, Tachykardie und Hypotonie auf. Als Antidot kann Atropinsulfat als kompetitiver Hemmstoff des Acetylcholins und gegebenenfalls ein Barbiturat gegen die Muskelkontraktionen appliziert werden.
WechselwirkungenDie gleichzeitige Anwendung mit anderen Parasympathomimetika ist wegen der Gefahr einer unkontrollierbaren Wirkungsverstärkung zu vermeiden. Neostigmin soll nicht gemeinsam mit depolarisierenden Muskelrelaxanzien und Narkotika mit blutdrucksenkender Wirkung gegeben werden.
Phenobarbital-Vorbehandlung kann zu einer Verkürzung der Wirkungsdauer von Neostigmin führen.
Sonstige HinweiseAufbrauchsfrist nach 1. Entnahme: 4 Wochen
Lagerung: Raumtemperatur (15 - 25°C)
Medikament zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren!
PackungenSchachtel mit 5 Stechampullen zu 10 ml
Informationsstand: 06/2006
Dieser Text ist behördlich genehmigt.