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Das Tau ist ein Buchstabe des hebräischen und griechischen Alphabets. Es entspricht dem Buchstaben “T” unseres Alphabets. Warum spielt es eine so große Rolle in der Franziskanischen Bewegung?
Das ergibt sich aus dem Leben des Heiligen von Assisi. Franziskus verwendete oft dieses dem Kreuz ähnliche Zeichen, in dem er es auf Mauern, auf Briefe oder sogar auf sich selbst zeichnet. Celano, sein Biograph schreibt unter anderem:
“Vertraut war ihm der
Buchstabe Tau unter den anderen Buchstaben mit dem er Schriftstücke unterzeichnete und die Wände der Zellen dekorierte”. Weiters: “Mit diesem Zeichen unterschrieb der Heilige seine Briefe, jedesmal wenn er aus einer Notwendigkeit heraus oder aus Liebe einige seiner Schriftstücke verschickte”
In der Basilika des Hl. Franziskus haben wir in der Reliquienkapelle den „Beweis“, dass der Poverello seine Schriften oft mit dem Tau-Kreuz versah: Auf dem Segen des Bruder Leone können wir das Tau in roter Tinte geschrieben erkennen.
Doch Franziskus ist sicherlich nicht der Erfinder des Tau, obwohl er sicherlich dazu beigetragen hat, dass heute noch viele Menschen dieses Zeichen an sich tragen. In der Bibel finden wir den Ursprung dieses Zeichen des Heiles. Beim Propheten Ezechiel finden wir folgendes Zitat: “Geh’ durch die Stadt, geh’ durch Jerusalem und versehe die Stirn all derer mit dem Buchstaben Tau, die seufzen und stöhnen wegen der Greuel, die dort begangen werden” (Ez 9,4).
Nicht nur auf Grund seines biblischen Ursprungs, war das Tau für Franziskus ein wichtiges Zeichen. Die Form des Kreuzes selbst war ihm wichtig: Was immer ihn an das Kreuz des Herrn und des damit verbundenen Heiles erinnert, war unserem Ordensgründer wichtig!
Doch welche Bedeutung hat das Tau an und für sich?
- Das Tau ist Rettung
Niemand kann gerettet werden, wenn er nicht mit dem Tau gezeichnet ist. Als Franziskus dieses Zeichen sah, empfing er eine neue Gewissheit von seiner Rettung. An dem Tag, als er bemerkt, dass Bruder Leo bezüglich seines ewigen Schicksals von Zweifeln befallen ist, zeichnet er ihn mit dem Tau und gibt ihm die Hoffnung wieder. Der Autor des Sacrum Commercium hat diesen Aspekt der franziskanischen Perspektive sehr gut erfasst, als er die Madonna Povertà sagen lässt: “Als Jesus zum Himmel aufstieg, ließ er dir das Siegel des Himmelreiches (das Tau), um die Auserwählten zu zeichnen…, weil keiner im Reich eingehen kann, wenn er nicht dein Siegel eingedruckt hat”.
- Das Tau ist Rettung durch das Kreuz
Um gerettet zu werden, ist es nötig, getauft zu sein im Blut Christi, das am Kreuz vergossen wurde. Das ist das Geheimnis das jedes Kreuz und jedes Zeichen des Tau für den hl. Franziskus und für seine Begleiter für sehr wichtig erscheint. Deshalb schrieben diese das Gebet: “Wir beten dich an, oh Jesus Christ…, wir segnen dich, weil du mit deinem heiligen Kreuz diese Welt erlöst hast.” Dasselbe machten sie “wo immer es ihnen passierte, dass sie ein Kreuz oder die Form eines Kreuzes auf der Erde, auf den Wänden, zwischen den Bäumen, zwischen den Zäunen sahen” (1 Cel 45;399). Die Spiritualität des Tau ist also nichts anderes als die des Kreuzes, d.h. der Liebe Christi, der für uns am Kreuz gestorben ist. Das Buch des Exodus erinnerte Franziskus an das Osterlamm, dessen Blut auf den Türpfosten der Häuser für den Retter ein Tau bezeichnete und deshalb zeichnete er selbst so die Zellenwände der Brüder.
- Das Tau ist Rettung durch die Buße
Wenn das Kreuz für uns ein für allemal Rettung erworben hat, müssen wir in uns täglich dieses Wunder erneuern; wir müssen jeden Tag das hl. Kreuz unseres Herrn Jesus Christus tragen. Das ist der Kreuzzug des Tau, der von Franziskus gepredigt wurde. Kreuzzug nicht von bewaffneten Soldaten gebildet, um Jerusalem zu erobern, sondern ein Kreuzzug von büßenden Menschen, die von Assisi kommen, um allen zu predigen. “Tut Buße, tut was der Buße würdig ist!” (Rnb 21,3;55). Und hier erreicht die Spiritualität des Tau die Spiritualität Christi. Jesus hatte gesagt: “Wer mir folgen will, muss das Kreuz tragen.” Franziskus versteht: “Wer mir folgen will, muss mit dem Tau gezeichnet sein, das die Form des Kreuzes hat.” – Er hätte bis zum Martyrium gelangen wollen, nur um mit dem Tau aus Blut gezeichnet zu sein. Er wurde es mit den Wundmalen.
- Das Tau ist Lebens- und Siegeszeichen
Es ist Quelle der Freude. Das ist das tiefe Geheimnis der Freude von Franziskus. Die Liturgie seiner Zeit schrieb dem Buchstaben Tau dieselben Attribute zu, die dem Kreuz gegeben wurden: “Erst das Tau…”. Diese Strophe könnte auf Franziskus angewendet werden. Die Predigt seiner Zeit sprach auch vom Tau als ein Siegeszeichen. Mit dem hl. Paulus hätte Franziskus sein Freude darüber, dass er gerettet worden ist, im Gesang ausdrücken können: “Ich will mich nicht rühmen, außer im Kreuz unseres Herrn” (Fior 8;1836).
Anschließend haben wir zum Downloaden eine PDF-Datei mit einer möglichen Feier für die Tauübergabe.