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Die Lebenserwartung der Männer ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um knapp ein Jahr gesunken, diejenige der Frauen um ein halbes. Buben, die 2020 geboren wurden, haben eine Lebenserwartung von 81 Jahren, Mädchen dürfen auf durchschnittlich 85,1 Jahre hoffen.
Die über 64-jährigen Personen waren im Jahr 2020 im Vergleich zu den jüngeren Altersklassen von einer hohen Übersterblichkeit betroffen. Sie war dennoch zu gering, um den Altersquotienten - das Verhältnis der über 64-Jährigen zu den 20- bis 64-Jährigen - zu senken. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten, aktualisierten Wohlfahrtsmessung des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.
In den USA sank die Lebenserwartung um fast zwei Jahre
Anderswo schlägt die Pandemie sogar noch stärker zu Buche: In den USA sank die Lebenserwartung im Jahr 2020 auf 77 Jahre, ein Rückgang von 1,8 Jahren gegenüber 2019. Auch hier fiel der Rückgang bei den Männern stärker aus als bei Frauen. Auch waren schwarze und hispanischen Amerikaner stärker als Weisse betroffen. Das geht aus den Daten hervor, die kürzlich vom National Center for Health Statistics veröffentlicht wurden.
Covid-19, das neu in die Liste aufgenommen wurde, war demnach 2020 die drittgrösste Todesursache in den USA und machte mehr als 10 Prozent der 3,4 Millionen in diesem Jahr registrierten Todesfälle aus.
Neben den Todesfällen direkt durch Covid-19 spielt in den USA auch eine grosse Rolle, dass der Zugang zu medizinischer Behandlung in Folge der Pandemie erschwert ist. Von 2019 bis 2020 stiegen die altersbereinigten Sterbeziffern für Herzkrankheiten um 4,1 Prozent, für unbeabsichtigte Verletzungen um 16,8 Prozent, für Schlaganfälle um 4,9 Prozent, für Alzheimer-Krankheit um 8,7 Prozent, für Diabetes um 14,8 Prozent und für Influenza und Lungenentzündung um 5,7 Prozent.
Die altersbereinigte Sterbeziffer für die Gesamtbevölkerung stieg um 16,8 Prozent, der stärkste Anstieg in einem einzigen Jahr, seit jährliche Mortalitätsdaten verfügbar sind.
Verschuldung in der Schweiz gestiegen
In der Schweiz ist aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erwartungsgemäss auch das reale Bruttoinlandprodukt pro Kopf zurückgegangen, nämlich um 3,1 Prozent gegenüber 2019. Auch stiegen die Schulden der öffentlichen Hand: Bund, Kantone und Gemeinden gaben im ersten Coronajahr 11 Milliarden mehr aus als 2019. Die Verschuldung überschritt die 300-Milliarden-Grenze und erreichte 304 Milliarden Franken.
Das Loch in der Kasse vergrösserte sich nicht nur durch die gestiegenen Ausgaben für Massnahmen zur Linderung der wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Zusätzlich sanken die Einnahmen um knapp 4 Prozent. Dies hauptsächlich, weil weniger Mineralölsteuern abgeführt wurden - insbesondere aus Benzin und Diesel. Das Gute daran: Der Bruttoenergieverbrauch nahm um fast 10 Prozent ab.
Zunehmende Unzufriedenheit in der Bevölkerung
Die Bevölkerung in der Schweiz ab 16 Jahren ist mit der allgemeinen Lebenssituation im europäischen Vergleich sehr zufrieden, wie die experimentelle Statistik «Covid-19 und Lebensbedingungen in der Schweiz (SILC)» ergeben hat.
Dennoch kündigt sich Entmutigung an: 2019 bis zum ersten partiellen Lockdown betrug der Anteil der Personen, die eine sehr hohe Zufriedenheit mit ihrem jetzigen Leben haben, 39,7 Prozent. Danach rutschte sie um 3,1 Prozentpunkte ab.
Dafür setzten die Befragten vermehrt ihre Hoffnungen auf das politische System der Schweiz. Das Vertrauen in die Politik lag direkt vor dem partiellen Lockdown bei 47 Prozent, danach stieg es auf 54 Prozent. Seitdem ist es gemäss BFS wieder gesunken, liegt mit 51 Prozent aber immer noch signifikant über dem Wert von vor dem partiellen Lockdown von Mitte März 2020.
(bloomberg/sda/me)