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Der Kartenausschnitt stammt aus dem Reiseführer:
NORWEGEN von Baedeker (Allianz Reiseführer)
|Die strategische Bedeutung des äusseren
Bereichs des Fjords von Trondheim:

(Verfasst: Odd T.Fjeld / Übersetzt:
Rainer B. Hoppe / Quelle: "Küstenbatterie Austratt / Der
28cm Drillingsturm von Lundahaugen, Orland" [Info-Broschüre])
Das Gebiet des äusseren Trondheim Fjords hatte für die deutsche
Besatzungsmacht grosse strategische Bedeutung, beherrschte doch dieses
Gebiet den Zugang zu zentralen Teilen des mittleren Norwegen. Vom
inneren Teil des Fjords bis zur schwedischen Grenze sind es nur wenige
Kilometer. Die Nord-Süd-Verbindung Norwegens kann deshalb hier
leicht unterbrochen werden.
Der Trondheimer Fjord bietet ein tiefes und sauberes Fahrwasser ohne
Inseln, Schären oder Klippen. Im äusseren Teil finden sich
mehrere Zu- und Ausfahrten, der Fjord eignet sich desshalb sehr gut
als Flottenstützpunkt, besonders für U-Boote. Wie allseits
bekannt baute die deutsche Marine in Trondheim einen grossen U-Boot-Stützpunkt,
und im "Asenfjord" (Teil des Trondheim Fjords) befanden
sich Ankerplätze für grosse Überwasserschiffe. Vom
Fjord aus erreicht man direkt den Nordatlantik.
Im zweiten Weltkrieg 1940 - 45 lag der Trondheim Fjord an der Grenze
der Reichweite alliierter Flugzeuge. Deshalb hatte die deutsche Kriegsmarine
von hier aus einen unbewachten Zugang zu den grossen Weltmeeren. Die
deutsche Wehrmacht überwachte das Gebiet des äusseren Trondheim
Fjords genau und baute die Verteidigung stark aus; man schätzte
also die strategische Bedeutung des Gebiets hoch ein.
In "Orlandet" wurde ein Flugplatz angelegt, dem eine doppelte
Funktion zukam. Einerseits konnten vom Flugplatz aus Aufklärungs-
und Kampfflugzeuge gegen die alliierten Konvois nach Murmansk (Russland)
operieren. Anderseits verfügte man über Luftstreitkräfte
zur Verteidigung des Gebietes gegen feindliche Angriffe.

Ein anderes Beispiel für die Bedeutung, welche die deutsche
Besatzungsmacht dem Gebiet beimass, ist die von der Wehrmacht hier
aufgebaute äusserst starke Küstenartillerie. Diese Verteidigung
gehörte zu den stärksten, die je an Einfahrten zu norwegischen
Fjorden gebaut wurden und war mehrfach gestaffelt.
Zur äusseren Verteidigungslinie (Rote
Kreise)
gehörte im Norden eine 28 cm Batterie auf dem Nordende von
"Tarvas" (Batterie Husoen, 3 x 28 cm). Sie war übrigens
die erste schwehre Batterie, die von der deutschen Wehrmacht in
Norwegen installiert wurde. Die Batterie war bereits im März
1941 einsatzbereit.
Weiter südlich stand auf "Storfosna" eine Batterie
von drei 15 cm Kanonen, die im Sommer 1942 einsatzbereit waren.
Auf der Südseite des Fjords, auf "Lokhaug", schloss
die äussere Verteidigungslinie mit einer Batterie von vier
16 cm Kanonen ab.
Die nächste (mittlere) Verteidigungslinie (Blaue
Kreise)
lag auf "Orlandet", in "Hovde" (Batterie Hovde,
5 x 10,5 cm Kanonen), Insel Haoya (Batterie Hoya, 4 x 10,5 cm Kanonen)
und "Austratt" (Batterie Austratt,
Drillingsturm-C (von Gneisenau) und weitere Geschütze,
Kanonen und MG's)
Ferner verfühte man über die weiteren im Fjord gelegenen
alten Norwegischen Anlagen (Grüne
Kreise)
in "Fevagaunet" (Anlage Brettingen),
"Hasselvika" (Anlage Hysnes)
und der Anlage Hambora (alles 21 cm und 15 cm Batterien), mitsamt
den von der Wehrmacht gebauten Batterie in Stjordal (3 x 10,5 cm)
und Selnes. Wie man sieht eine beachtliche Kapazität zur Verteidigung
des Trondheim Fjords.
Zusätzlich besass die deutsche Wehrmacht noch Anlagen auf Froya,
Hitra und Smola.
Nach dem Krieg veränderte sich die strategische Bedeutung des
Trondheimer Fjords. Die Nutzung des Gebiets als Ausfalltor zum Nordatlantik
und anderen Weltmeeren durch die deutsche Marine entfiel. Aus dem
gleichen Grund entfiel auch die Notwendigkeit eines grossen U-Boot-Stützpunkts.
Der Flugplatz auf "Orlandet" wurde beibehalten und nach
1945 mehrere Male modernisiert und erweitert.
Die schwere Küstenartillerie des Gebietes wurde jedoch reduziert.
Nach einem Unfall (Explosion
einer Kanone mit mehreren Toten. Das Schiessen wurde mit deutscher
Besatzung und englisch-norwegischer Kontrolloffizieren durchgeführt)
während eines Übungsschiessens der 28 cm Batterie auf
"Tarva" im Herbst 1945 wurde diese Batterie stillgelegt.
Später wurden alle übrigen ehemaligen deutschen Batterien
stillgelegt, mit Ausnahme von "Lokhaug" und "Austratt".
Heute sind auch diese ausser Dienst gestellt.