Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03236.jsonl.gz/2154

Diese Handschrift stammt aus einer Pariser Werkstatt vom Ende des 13. Jahrhunderts und enthält die lateinische Version von dreizehn Abhandlungen von Aristoteles oder solche, die ihm zugeschrieben wurden. Das Buch endet mit einem Fragment von De uno deo benedicto von Moses Maimonides. Vierzig Initialen verschönern den Text und eine grosse Zeichnung von Christus am Kreuz mit Maria und Johannes wurde auf dem letzten Folio hinzugefügt.
Online seit: 15.04.2010
Die Handschrift enthält drei medizinische Texte, die aus dem Arabischen und dem Griechischen ins Lateinische übersetzt wurden. Sie beginnt mit einer kleinen Medizin-Enzyklopädie in zehn Büchern, dem Kitâb al-Mansuri von Rhazes (ff. 4-126), in der Gerhard von Cremona (gest. 1187) zugeschriebenen Übersetzung; gleich anschliessend folgt ein von Johannitius (lateinischer Name des Arztes und Übersetzers Hunain ben Ishāq al-Ibādī aus Bagdad, 808-873) inspiriertes Traktat über Fieber (ff. 126-144v). Die Sammlung wird mit dem Text Die zwölf Bücher der Medizin des byzantinischen Arztes Alexander von Tralles abgeschlossen, hier in drei Bücher aufgeteilt und gefolgt vom Traktat über das Fieber (ff. 146-289v). Die ausführlich annotierte Handschrift ist mit verzierten Initialen geschmückt, aus denen sehr schöne, rote und blaue „italienische Verlängerungen“ hervorgehen.
Online seit: 12.12.2019
Diese auf das Ende des 15. oder den Anfang des 16. Jahrhundert datierte Sammlung enthält zehn wissenschaftliche Abhandlungen (Astronomie, Physik, Mechanik usw.), die in Latein oder Französisch geschrieben wurden und von einigen technischen Zeichnungen begleitet sind. Während vier Texte anonym bleiben, wurden die anderen von Christian von Prag, Petrus Peregrinus, Franco de Polonia, Philo von Byzanz, Marbodus Redonensis und Johann Fusoris verfasst. Die behandelten Themen betreffen verschiedene Bereiche, wie das Astrolabium, den Magnetismus, wertvolle Steine, das Clavichord usw.
Online seit: 08.10.2015
Diese Portolankarte von Andrea Benincasa ist auf der letzten Karte, die auf die Hintere Innenseite geklebt wurde, signiert und auf 1476 datiert. Die fünf Seekarten, die jeweils eine Doppelseite des Atlas für sich beanspruchen, beschreiben das östliche Mittelmeer und das Schwarze Meer (Karte 1), die Küsten zwischen Sizilien und der Ägäis (Karte 2), das Mittelmeer von Gibraltar bis Rom mit Korsika und Sardinien (Karte 3), die Küsten zwischen England und Irland bis zur Meerenge von Gibraltar (Karte 4), und schliesslich die Küsten des Atlantiks zwischen Gibraltar und dem Kap Bojador mitsamt den Kanarischen Inseln und anderen Inseln (Karte 5). Die sternförmigen, mit Windrosen versehenen Loxodromen zeigen die Kompassrichtungen an, während die Skalen, hier in den Blattecken eingetragen, die Distanzeinschätzungen ermöglichen. Der präzise Verlauf der mit Farbe hervorgehobenen Küsten und die elegante Schrift der Toponyme sind für die Karten aus dem Atelier der Benincasa charakteristisch, die als Objekte für Bücherliebhaber, jedoch nicht für die Navigation bestimmt sind. Unter den zahlreichen Inschriften auf diesen Karten sind die über die atlantischen Inseln am überraschendsten, da sie die Entdeckung des amerikanischen Archipels wie „Antilia“, oder der Insel „Brasilien“ vorwegzunehmen scheinen; diese Namen wurden von Christoph Kolumbus und seinen Nachfolgern übernommen, um bestimmte Gebiete in der Neuen Welt zu benennen.
Online seit: 12.12.2019
Diese Handschrift aus dem 9. Jahrhundert enthält das Buch IV des De compendiosa doctrina von Nonius Marcellus, einem lateinischen Grammatiker, der im 4. Jahrhundert n. Chr. gelebt hat. Die Korrekturen, welche zum Text hinzugefügt wurden, werden Lupus von Ferrières zugeschrieben. Die Existenz eines kurzen Textes in tironischen Noten und eines Buchkatalogs (Liste von 21 Titeln) hat frühere Forscher zur Annahme verleitet, die Handschrift sei in Fleury-sur-Loire entstanden, doch neuste Untersuchungen verbinden sie mit dem Kloster Fulda in Deutschland.
Online seit: 22.06.2010
Diese Handschrift ist sowohl auf Grund ihres Inhaltes wie auf Grund seines hohen Alters bemerkenswert: es handelt sich um ein Wörterbuch tironischer Noten, das im 9. Jahrhundert kopiert wurde. Auf den ersten Blick rätselhaft erscheinend, ist dieses Wörterbuch in Form von Zeichenlisten verfasst, den „tironischen Noten‟, begleitet von ihren lateinischen Bedeutungen. Diese stenographische Schrift aus der Antike soll bis in die Karolingische Epoche überlebt haben.
Online seit: 08.10.2015
Das De officiis von Cicero ist ein politisches Werk über die Ethik, die während des gesamten Mittelalters benutzt wurde, bereits von Augustinus und den Kompilatoren seiner moralischen Sequenzen, bis zu Christine de Pizan in ihrem Chemin de long estude. Über dieses Werk wurden zahlreiche Kommentare verfasst, wie es auch diese Papierhandschrift aus dem 15. Jahrhundert bezeugt. Auf der letzten Doppelseite (f. 120v-121r) wird die ethische Thematik des ciceronischen Textes durch ein Schema der Tugenden weitergeführt. Diese Handschrift war im Besitz des Regens des Collège de Genève, Hugues Lejeune (1634-1707), der es an die Bibliothèque de Genève verschenkte.
Online seit: 08.10.2020
Mit einem schönen Einband à la "Du Seuil" ausgestattet, enthält dieses Manuskript aus dem 15 Jahrhundert den Policraticus (Die Regierung des Staates), ein Werk von Überlegungen über die Eitelkeiten der Höflinge, verfasst von Johannes von Salisbury (1115/1120-1180). Es wurde mit einer sorgfältigen Schrift kopiert und der Text mit einer grossen Miniatur verziert, die einen Autor zeigt, der seinen Text vor dem König von Frankreich liest.
Online seit: 18.12.2014
Diese Handschrift, die in den Jahren 1460-1480 kopiert wurde, enthält De regimine principum von Aegidius Romanus, geschmückt mit einer Miniatur, in der der Autor (Aegidius Romanus) das Buch dem König von Frankreich überreicht. Die letzten Blätter enthalten das Leben Äsops und die Fabeln vom selben Autor, die von Rinuccio d'Arezzo ins Lateinische übersetzt wurden. Die Handschrift gehörte François Bonivard († 1570), Prior im Cluniazenser Priorat Saint-Victor von Genf.
Online seit: 15.04.2010
Die Handschrift datiert aus dem beginnenden 16. Jahrhundert und enthält zwei Gedichte Raoul Bollarts, von denen das erste den Sieg des Königs von Frankreich, Ludwig XII., gegen die Venezier im Jahr 1509 feiert. Das zweite Gedicht handelt von moralischen Werten und beschreibt das Bittgesuch armer Leute an einen Reichen. Alle in der Handschrift befindlichen Miniaturen wurden in Rouen ausgeführt und illustrieren verschiedene Szenen. Ihre Bildfolge zum moralischen Gedicht erinnert an das Konzept moderner Comics. Im 17. Jahrhundert befand sich die Handschrift im Eigentum der Familie Petau. 1720 kaufte der Genfer Ami Lullin den Codex und schenkte ihn der Bibliothèque de Genève.
Online seit: 09.12.2008
Diese Handschrift, welche in die Jahre 1170-1180 datiert wird, enthält den Text der Alexandreis, einem lateinischen Epos, das von Walter von Châtillon geschrieben wurde, um die Geschichte Alexander des Grossen zu erzählen. Dieses Werk wurde dem Erzbischof von Reims gewidmet und kannte rasch einen grossen Erfolg, so dass es noch heute als „bestes Epos der mittelalterlichen Literatur“ bekannt ist. Des Weiteren soll die in dieser Handschrift erhaltene Fassung eine der ältesten sein.
Online seit: 09.04.2014
Man sagt, dass Gian Mario Filelfo die Amyris auf Anfrage seines Freundes Othman Lillo Ferducci von Ancona in den Jahren 1471-1476 geschrieben habe. Dieses lange, lateinische Gedicht war als Dank für Sultan Mehmed II bestimmt, der den Schwager von Ferducci, der während der Eroberung von Konstantinopel 1453 von den Türken gefangen genommen worden war, befreit hatte. Man sagt weiter, Gian Mario Filelfo habe dieses Manuskript in Florenz mit Verzierungen von der Art der "bianchi girari" ausstatten lassen, es in Urbino mit einem sehr schönen Einband der italienischen Renaissance binden lassen, und es dem Herzog von Urbino, Federico da Montefeltro, geschenkt, an dessen Hof er sich 1477 und 1478 befand.
Online seit: 18.12.2014
Cicero ist zweifellos einer der bekanntesten antiken Autoren im Mittelalter. Einige seiner Reden - die Orationes - wurden von den Humanisten wiederentdeckt, wie die vorliegende Kopie bezeugt. In dieser Handschrift sind 27 Reden von Cicero enthalten, in einer runden, italienisch-humanistischen Schrift. Sie beginnt mit einer Miniatur, die eine Gruppe von Rednern in einer Diskussion darstellt (f. 1r), gemalt von Péronet Lamy, ein Illuminator, der von 1432 bis 1453 dokumentiert ist und vor allem für den Herzog von Savoyen Amadeus VIII. arbeitete. Wahrscheinlich setzte Péronet Lamy diesen Buchschmuck um, als er sich im Gefolge des Herzogs am Konzil von Basel befand. Ebenfalls anwesend war Martin le Franc (1408-1461), herzoglicher Sekretär und Autor des Champion des Dames und des Estrif de fortune et de vertu, der gemäss eines abgeschabten Eintrags (f. 290r) in den Besitz dieser Handschrift kam. Danach gehörte sie Germain Colladon (hinteres Spiegelblatt), einem Mitschüler von Johannes Calvin, der 1550 nach Genf flüchtete. Gegen 1615 wurde die Handschrift schliesslich von einer seiner Schwiegertöchter zusammen mit Ms. lat. 53 an die Bibliothèque de Genève verkauft.
Online seit: 22.03.2018
Abhandlung De tranquilitate animi von Plutarch in der lateinischen Übersetzung des 16. Jahrhunderts des französischen Humanisten Guillaume Budé (1505). Ihr geht ein Brief von demselben an den Papst Julius II. voran, an den die Übersetzung adressiert ist. Die Handschrift enthält keine Verzierungen, doch der Bucheinband des 16. Jhs. zeigt zwei Szenen, die der Jungfrau Maria geweiht sind: Maria Himmelfahrt und ihre Heiligsprechung durch die Dreifaltigkeit.
Online seit: 15.04.2010
Dieses Miniatur-Stundenbuch (11.5 x 7 cm) für den Gebrauch von Rom wurde wahrscheinlich in Bourges hergestellt, vom Meister des Spencer 6 (aktiv zwischen 1490 und 1510). Alle 35 ganzseitigen und gerahmten Miniaturen weisen eine identische Komposition auf, in der die Hauptszene, in Nahaufnahme dargestellt, durch eine Predella ergänzt wird, die kleine Figuren enthält. Die Besitzer der Handschrift, die Genfer Familie Naville (Wappen auf f. 1v), verschenkte sie 1803 an die Bibliothèque de Genève.
Online seit: 04.10.2018
Diese auf ca. 1200 datierte Handschrift enthält mehrere Texte, darunter das Martyrologium von Usuard (Benediktinermönch, gestorben um 875), ein unvollständiges Homiliar, die Augustinus-Regel und den Nekrolog der Abtei von Sixt (Frankreich, Hochsavoyen), der bis ins 17. Jahrhundert mit nachträglichen Ergänzungen erweitert wurde. Gemäss François Huot könnten die verschiedenen Teile erst einzeln vorhanden gewesen sein, doch scheinen sie seit Anfang des 13. Jahrhunderts vereint worden zu sein. Auf den vorerst unbeschriebenen Blättern wurden hauptsächlich im 13. und 14. Jahrhundert diverse Texte eingefügt, unter anderem Listen von der Abtei geschuldeten Abgaben, die auf den Seiten f. 75v und 99r notiert wurden. Eigentum der Augustiner-Chorherren der Abtei von Sixt, die sie während des Officium capituli benutzten, muss diese Handschrift bis zur Französischen Revolution in ihrem Besitz gewesen sein. Im 19. Jahrhundert wurde sie vom Genfer Auguste Turrettini (1818-1881) erworben.
Online seit: 08.10.2015
Dieser Band, der in Italien in der Mitte oder gegen Ende des 15. Jahrhunderts entstand, ist ein Briefsammelband, der Briefe von Phalaris, Diogenes von Sinope und Brutus zusammenträgt, die im Mittelalter als die wirklichen Verfasser dieser Briefe angesehen wurden. Sie wurden von Francesco Griffolini Aretino und Ranuccio d'Arezzo ins Lateinische übersetzt. Ornamente von „bianchi girari“ begleiten den Textanfang bei jedem dieser drei Autoren. Am Ende des Bandes erscheinen zwei Fragmente aus De officiis ministrorum vom Heiligen Ambrosius.
Online seit: 15.04.2010
Diese Handschrift wurde im Jahre 2007 von den Patres der Kongregation des Heiligen Franziskus von Sales (Genf, Institut Florimont) in der Bibliothèque de Genève hinterlegt. Es handelt sich um eine zusammengesetzte Handschrift, die zwei Texte vereint, welche früher getrennt waren: Priscians Institutiones Grammaticae, die im 11. oder 12. Jahrhundert in Italien abgeschrieben wurden, und den Kommentar der Apokalypse von Beatus von Liébana. Dieser wurde mit 65 Miniaturen illustriert und im 11. Jahrhundert, vermutlich im Süden Italiens von Schreibern, die die Beneventana und die Karolingische Minuskel verwendeten, kopiert. Dieser bis anhin noch unbekannte, in Genf entdeckte Beatus kommt nun zu den bereits erfassten 26 illuminierten Exemplaren hinzu.
Online seit: 03.11.2009
Die Handschrift von Philibert de Viry ist eines der seltenen Stundenbücher zum Gebrauch der Diözese von Genf, das noch heute erhalten ist. Der Buchschmuck entstand beim Maître de l'Entrée de François I in Lyon und enthält Miniaturen, die direkt von den Holzstichen Petite Passion von Albrecht Dürer (1511) inspiriert sind. Dies ist ein frühes Zeugnis der Rezeption dieser Bildreihe in Frankreich und ein Beispiel für den häufig ungeahnten Einfluss der Gravur auf den Buchschmuck.
Online seit: 17.03.2016
Diese Handschrift wurde wahrscheinlich in den Waldensertälern im Piemont (Italien) während des 15. Jahrhunderts verfasst. Wie bei einem grossen Teil der restlichen waldenser Handschriften, heute in verschiedenen europäischen Bibliotheken verstreut, handelt es sich um eine Sammlung von unterschiedlichen Traktaten, Predigten und erbaulichen oder doktrinären Texten. Die Handschrift gelangte wahrscheinlich um 1662 nach Genf, wohin sie der waldensische Pfarrer Jean Léger zugleich mit anderen Handschriften brachte. Von Jean Senebier 1779 als spanische Hs. klassifiziert, wurde sie erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als waldensisch erkannt.
Online seit: 23.06.2016
Diese Handschrift wurde wahrscheinlich in den Waldensertälern im Piemont (Italien) während des 16. Jahrhunderts verfasst. Wie bei einem grossen Teil der restlichen waldenser Handschriften, heute in verschiedenen europäischen Bibliotheken verstreut, handelt es sich um eine Sammlung von Traktaten, Predigten und erbaulichen oder doktrinären Texten, teilweise auf Lateinisch und teilweise in der Volkssprache. Die Handschrift gelangte wahrscheinlich um 1662 nach Genf, wohin sie der waldensische Pfarrer Jean Léger zusammen mit anderen Handschriften brachte. Anfänglich als lateinische Handschrift klassifiziert, wurde sie erst 1832 als Teil der waldensischen Kodizes identifiziert.
Online seit: 20.12.2016
De Divina Proportione ist ein mathematisches Traktat des Franziskanerbruders Luca Pacioli (1445-1517). Auf den italienischen Text folgen 60 hohl oder gefüllt gezeichnete, von Leonardo da Vinci beeinflusste Polyeder. Von den drei zu Lebzeiten des Autors geschriebenen Kopien bleiben nur noch zwei übrig. Bei der in der Bibliothèque de Genève aufbewahrten Kopie handelt es sich um das Widmungsexemplar des Herzogs von Milano, Ludovico Sforza, dessen Wappen und Leitspruch die Handschrift zieren (fol. Ir und LXIIv).
Online seit: 27.02.2019