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Der Bau der Pyramiden war strukturiert und terminlich exakt geplant. Ressourcen waren zugewiesen und es existierte bereits ein analytisches Projekt-Controlling. Die Führung im Projekt erfolgte tendenziell hierarchisch und selbststeuernde und selbstverantwortliche Teams waren noch nicht bekannt. Das Wissen über die strukturierte Zusammenarbeit wurde weitergegeben und etwas später, ca. 200 v. Chr. beim Bau der Chinesischen Mauer, erneut eingesetzt. Anschliessend ruhte die Weiterentwicklung etwas.
Für die Visualisierung der Terminplanung lieferte Henry Gantt erstmals 1910 einen Vorschlag und setzte dieses Chart (Gantt-Chart) bei der Planung und dem Bau des Hoover Dam im Jahr 1935 erfolgreich ein. Auch bei der Terminplanung für den Bau des Empire State Building wurde bereits mit Terminplänen in dieser Form gearbeitet.
Der erste strukturierte Einsatz von Techniken des Projektmanagements in der Neuzeit erfolgte im Rahmen des Manhattan-Projekts (Tarnprojekt zur Entwicklung und zum Bau der amerikanischen Atombombe).
Etwa im Jahre 1954 wurde von dem amerikanischen General Bernard Schriever der Begriff Projektmanagement offiziell geprägt.
Bereits im Jahr 1957 kam die Methode «Kritischer Pfad» auf.
Ab dem Jahr 1962 wurde ein Projekt mit dem Projekt-Strukturplan (PSP) in kleinere, überschaubare Teile zerlegt.
Die beiden «grossen» Projektmanagement-Organisationen (Project Management Institute und International Project Management Association) wurden 1969 bzw. 1965 gegründet.
Die zurzeit viel und intensiv diskutierte Methode von «Earned Value» wurde 1988 veröffentlicht, um aussagekräftige Kennzahlen für Kosten und Termine in Projekten zu liefern.
Im Jahr 2001 gab es eine signifikante Ergänzung für die Projektarbeit. Das Agile Manifest beschreit die Werte agiler Softwareentwicklung.
Im gleichen Jahr veröffentlichten Schwaber/Beedle das erste Buch über Scrum (Agile Software Development with Scrum).
In der heutigen Praxis ist das methodische Wissen um Projektmanagement weitverbreitet. Somit wird nun aktiv nach einer entsprechenden Softwareunterstützung gesucht. Leider glauben viele Unternehmen, dass der Einsatz einer PM-Software dazu führt, dass in diesem Unternehmen dann strukturiertes Projektmanagement gemacht wird. Welche Software auch immer ausgewählt und eingesetzt wird, sie wird nicht die eigentliche Herausforderung lösen.
Weiterhin etabliert sich die Erkenntnis, dass nicht nur das methodische Rüstzeug und eine passende Software den Erfolg im Projektmanagement sicherstellen. Es erfolgt nun Teamarbeit und somit ergeben sich zahlreiche Herausforderungen, auch im Projektmanagement, hinsichtlich Führung, Konfliktbewältigung, Motivation, Collaboration, Delegation, Selbstverantwortung und vielen weiteren Themenbereichen.
Ideen und Konzepte von «Management 3.0» versuchen konkrete Hilfestellung in diesem Kontext zu geben. Zu nennen sind unter anderem Design Thinking, Dragon Dreaming, Innovationdigging, Holocracy, …
Neben den grundlegenden Konzepten zeichnen sich zurzeit die folgenden zusätzlichen Trends im Bereich Projektmanagement ab:
Abschliessend lässt sich zusammenfassen, dass das Thema Projektmanagement zeitlich gesehen durchaus lange bekannt und bewährt ist. Jedoch lassen sich mit einem klassischen Projektmanagement in erster Linie einfache und komplizierte Aufgabenstellung erfolgreich bearbeiten. Sobald es in komplexe Aufgabenstellungen hineingeht, sind zunehmend agile Verfahren erforderlich. Der Fokus in der Projektarbeit verschiebt sich von den rein strukturellen Themen hin zu einem Mensch-Mitarbeiter-orientierten Verfahren, bei dem kulturelle und soziale Aspekt eine zunehmend grössere Bedeutung einnehmen.
«Projektmanager sind Leute, die denken, dass 9 Frauen ein Kind in einem Monat zur Welt bringen können.»
Unbekannt
Bleiben Sie interessiert.
Ihr Martin Bialas