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"Ich habe dich ohne Helm in der Stadt gesehen. Wie muss ich das interpretieren?" - "Wer aus unserer Klasse einen Helm trägt, wird ausgelacht und als Kriecher bezeichnet. Alle haben ihn an der Lenkstange." - "Und du, was denkst denn du?" - "Ich weiss schon, aber..." Dieses Gespräch mit dem Oberstüfler könnte dann in die Frage einmünden: “Was würde dir helfen, auch in der Gruppe das zu tun, was du für richtig hältst?” oder auch “Ich sehe, du schätzest die Gefahren anders ein als Mama und ich, aber du möchtest tun, was wir sagen. Was könnte dir dabei helfen?” Nun könnte man die Helmtragepflicht an eine Abmachung knüpfen: “Wenn du schwach wirst und nicht tust, was du selber okay findest, wird das Velo eine Woche lang aus dem Verkehr gezogen.” Schön wäre es, wenn es dann hiesse: “Meinst du nicht, eine Woche sei etwas viel? Würdest du es schaffen, diese Strafe auszuhalten, ohne Umgehungspläne zu schmieden?” - “Vielleicht wären drei Tage besser - nein, doch eine Woche! Wenn ich den Kollegen sagen kann, dass mir das Risiko zu gross sei, macht es die Sache einfacher.” Ein solcher Dialog ist Ausdruck der Join-up-Beziehung. Wenn das Kind im Widerstand gegenüber seinem Vater wäre, wäre eine solche Strafe ein weiterer Baustein der Gegnerschaft. Deshalb geht es immer zuerst darum, ins Join-up zu kommen.
Ich möchte diesen Infobrief schliessen mit der Aussicht auf einen dritten Teil, eine Art These, die wir gerne mit euch Lesern diskutieren würden: Strafen in der Familie können nur dann hilfreich sein, wenn sie dem Ziel dienen, ein Klima zu schaffen, wo es ein Minimum von Druck, Angst und Sorgen gibt, weil die Würde aller geschützt wird vor verbaler und physischer Gewalt, vor Demütigungen und Ausgrenzungen.