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Berge ragen hoch empor und prägen nicht nur die Landschaften, sondern auch das Klima der lokalen Regionen. Doch wie diese Riesen entstanden, war lange ein Mysterium. Erst in der Moderne konnten Wissenschaftler die Puzzleteile zusammenfügen. Wir starten in unsere neue Artikelserie zu den Berglandschaften mit einer Übersicht dieser Erkenntnisse.
Wandernde Kontinente
Mit wenigen Ausnahmen ist die Bildung der Gebirge auf plattentektonische Vorgänge zurückzuführen. Die äusserste Erdschicht besteht aus 7 grossen und mehreren kleineren Platten (Litosphärenplatten), in die die einzelnen Kontinente eingebettet sind. Diese Platten werden deshalb auch als Kontinentalplatten bezeichnet. Die Kontinentalplatten sind beweglich, da sie nicht fest verankert sind, sondern auf einer Schicht des Erdmantels „schwimmen“. Die hinter dieser Erkenntnis stehende Theorie ist jene der Plattentektonik — sie wurde erst in den 1960er-Jahren allgemein anerkannt. Durch sogenannte Konvektionsströme, welche durch die hohen Temperaturen im Erdinneren angetrieben werden, verschieben sich die Erdplatten ständig. So können sie auseinander, aneinander vorbei und gegeneinander driften. Jedes Jahr bewegen sich die Platten um einige Zentimeter. Wo sich die Kontinentalplatten bewegen, können Gebirge entstehen. Dies ist auf drei verschiedene Weisen möglich.
Weltkarte mit den Kontinentalplatten; Wikipedia
Driften zwei Kontinentalplatten auseinander, senkt sich die Erdkruste an den Schnittstellen ab. Dadurch dringt flüssiges Magma aus dem Erdinneren an die Oberfläche und verkrustet dort zu Gebirgen. Durch das Aufsteigen von Magmen entstehen zumeist Berge vulkanischer Art. Das längste Gebirge der Erde, der Mittelozeanische Rücken, der sich über 60’000km durch alle Ozeane zieht, wurde durch diese Prozesse geschaffen.
Verlauf des Mittelozeanischen Bergrückens auf einer Weltkarte; Wikipedia
Bewegen sich zwei Kontinentalplatten aneinander vorbei, können sich ihre gegeneinander reibenden Ränder „verhaken“. An diesen Reibungsstellen kann sich die Oberfläche so stark heben, dass teils Kilometer hohe Berge entstehen. Bekanntes Beispiel ist die San-Andreas-Verwerfung an der Westküste von Mexiko und der USA. Hier driften die Pazifische Platte und die Nordamerikanische Platte aneinander vorbei.
San-Andreas-Verwerfung; L W, pixabay
Bewegen sich Kontinentalplatten aufeinander zu, kollidieren sie. Dabei können Gebirge durch die tektonische Aufschiebung/Überschiebung entstehen — beispielsweise unsere Alpen oder die Pyrenäen, welche beide durch die Kollision von Afrika mit Eurasien entstanden. Auch die Gebirge des Himalaya entstammen einem solchen, noch immer aktiven Prozess.
Doch nicht nur auf der Erdoberfläche spielt sich die Gebirgsbildung ab. Trifft eine Kontinentalplatte auf eine ozeanische Platte (so wird die Erdkruste auf dem Meeresgrund bezeichnet), wird die ozeanische Platte in den Erdmantel gedrückt. Dabei türmen sich an der Grenze zwischen Land und Ozean hohe Gebirge. Diesen Prozess nennt man Subduktion. Über diesen Subduktionszonen entstehen zumeist Vulkane, da Magma aus dem Erdinneren herausgedrückt wird. Durch diesen Prozess entstanden die Anden, das parallel zur nordamerikanischen Westküste verlaufende Kaskadengebirge und die Japanischen Inseln.
Torres del Paine in den südamerikanischen Anden; Johnnie Shannon, pixabay
Je spitzer desto jünger
An der Form der Gebirge kann man ihr Alter erkennen. Vor 250 Millionen Jahren entstanden die deutschen Mittelgebirge - Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge und Schwarzwald. Die abgerundeten Kuppen verweisen auf ihr hohes Alter, denn die Verwitterung und Erosion nagt an den Gebirgsgipfeln. Im Vergleich dazu sieht man an den spitzen Gipfeln der Alpen, dass diese noch um einiges jünger sind als die Mittelgebirge.
Die sanften Gipfel des Schwarzwalds; Paul Henri Degrande, pixabay