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Siedlung Stapfenacker
Skulptur "Rehgruppe" (Walter Schnegg)Download
Siedlung Stapfenacker
Adresse
3018 Bern
BE
Architektur
Kunst am Bau
Mit der Siedlung Stapfenacker erteilte die Stadt Bern erstmals einen Bauauftrag zur Linderung der aktuellen Wohnungsnot in den 1940er-Jahren. Die grosszügigen Gärten, die den Aussenraum der Siedlung bis heute entscheidend bestimmen, dienten während dem Zweiten Weltkrieg der Selbstversorgung und erinnern an die Anbauschlacht. Die Reihenhäuser mit teils traditionellen Elementen wie den imposanten Holztüren im Haupteingang sind schlicht gestaltet. Aufgrund der damaligen Materialknappheit wurden die Häuser als gemauerte Putzbauten erstellt und diverse Elemente sind in Holz ausgeführt.
Chronologie
Die Siedlung Stapfenacker wurde im Auftrag der Stadt Bern erstellt, die damit erstmals gegen die akute Wohnungsnot handelte. Dabei arbeiteten die Architekten Ernst Indermühle, Hans Bracher, Willy Frey und Hans Reinhard zusammen. In einer ersten Etappe zwischen 1942 und 1943 entstanden 32 Einfamilienhäuser mit Vorgärten, 1944 folgten 15 weitere sowie ein Mehrfamilienhaus im Südosten. Am kleinen Quartierplatz wurde 1946 die Kalksteinskulptur «Rehgruppe» von Walter Schnegg aufgestellt. Um im Jahr 2000 fanden an allen Wohnhäusern Fassadensanierungen statt, zwischen 2004 und 2011 folgten Modernisierungen der Bäder und Küchen, wobei die ursprüngliche Raumstruktur erhalten blieb.
Lage
Die Siedlung Stapfenacker liegt südwestlich des Bahnhofs Bern Bümpliz Nord. Elf Blöcke mit Reiheneinfamilienhäusern gliedern sich in vier parallele Zeilen, ganz im Süden befindet sich ein quer dazu angeordnetes Mehrfamilienhaus. Die Überbauung wird über die südlich und westlich gelegene Brünnenstrasse sowie die davon abgehenden Querstrassen erschlossen. Diese bilden ein orthogonales Quartierstrassennetz. Im Norden wird das Areal von der Stapfenstrasse begrenzt. Ein öffentlicher Quartierplatz liegt südlich des Mehrfamilienhauses.
Beschreibung
Die zweigeschossigen, gemauerten Putzbauten unter ziegelgedeckten Satteldächern lassen sich in zwei Typen unterteilen: Acht davon – realisiert während der ersten Bauphase 1942/43 – beinhalten vier Wohneinheiten mit gespiegelten Grundrissen, die drei Blöcke der zweiten Etappe weisen hingegen fünf Einheiten auf. Dabei kam es zu leichten Änderungen, sind doch die drei mittleren Wohnzeilen mit gleich gerichteten Grundrissen zueinander angeordnet. Die einzelnen Parzellen folgen von Nord nach Süd der aus Strasse, Vorgarten, Haus und Hauptgarten bestehenden Grundstruktur. An den Nordostfassaden sind hölzerne Schöpfe und Windfänge unter Pultdächern vorhanden. Diese seitlich als Fachwerkstrukturen ausgebildeten Bauten schliessen direkt an die Hauptfassade an. An der Gartenfront führen Aussentreppen in die Keller. Darüber befinden sich die von zwei Rundstützen getragenen Balkone mit Holzsprossengeländer. Die gartenseitigen Fenster weisen alle Jalousieläden auf. Das ebenfalls zweigeschossige Mehrfamilienhaus mit zwei Eingängen und sechs Wohnungen ist mit den Reihenhäusern weitgehend identisch, doch existieren weder Schopfanbauten noch Windfänge.
Literatur