Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03331.jsonl.gz/2211

17. April 2021
«Westwärts» – Musik
von Auswanderern
Nicht nur die klassische Musik haben europäische Komponisten im 19. und 20. Jahrhundert nach Amerika mitgenommen und einen "amerikanischen Klang" begründet. Auch aus der Volksmusik, die die eingewanderten Volksmusikanten aus Europa mitbrachten, entstand eine Vielfalt an neuen Stilen. Der "Bluegrass" zum Beispiel, eine Musik, die in ihrem ungebremsten, mitreissenden "Drive" die Aufbruchstimmung zum Klingen bringt – in ihren melancholischen Liedern aber auch die Schicksale der Auswanderer. Erich Wolfgang Korngold, der als Wiener "Wunderkind" schon als Zwanzigjähriger grosse Erfolge feierte, emigrierte 1934 nach Hollywood, revolutionierte dort die Filmmusik und begründete und prägte den symphonischen "Hollywoodklang". Neben Filmmusik komponierte er Kammermusik, Symphonisches und zahlreiche Liederzyklen wie auch die Drei Lieder op 22.
Arnold Schönberg, Kurt Weill und Alexander Zemlinsky sind auf der Flucht vor Nazi-Deutschland nach Amerika emigriert. Maya Boog singt aus den Brettl-Liedern des jungen Schönberg und von Kurt Weill zwei seiner "Hits" sowie die "Three American Songs" von Alexander Zemlinsky. Aaron Copland (ursprünglich Kaplan), Sohn litauischer Einwanderer, ist mit Sätzen aus dem von Fiddlemusic geprägten Klavier-Werk "Rodeo" zu hören, und von George Gershwin (ursprünglich Gershovitz), Sohn russisch-jüdischer Einwanderer, erklingt die berühmte Arie aus Porgy and Bess. Der aus Deutschland nach Amerika ausgewanderte André Previn prägte das amerikanische Musikleben als Komponist, Dirigent und Pianist über Jahrzehnte. Er ist mit den berührenden Lied-Kompositionen "Vocalise" sowie "Shelter" für Sopran, Violoncello und Klavier vertreten.
Mit der international gefeierten Schweizer Sopranistin Maya Boog und ihrer wunderbaren lyrischen Stimme, begleitet von Karl-Andreas Kolly am Klavier und Pi-Chin Chien am Cello, wird diese vielfältige Reise in den Westen ein musikalischer Hochgenuss!
Coplands Fiddle-Inspiration ist dann Im dritten Teil original zu hören. Die Band "Caludo" spielt Bluegrass-Musik, dass die Fetzen fliegen. Ein Glück dass die Amerikanerin Catie Jo Pidel den Weg in die Schweiz gefunden hat und als Meisterin der virtuosen Fiddle-Tradition und mit ihrer berührenden Stimme zusammen mit Stefan Behler an der Gitarre und Vincent Zurkinden am Bass das Publikum hierzulande begeistert.
Zur Erfrischung in den Pausen Gratisgetränke