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Philips / Magnavox,

überarbeitet am 18.9.2010

In der Mitte der achziger Jahre brachte Philips im Gefolge des mikroprozessor - kontrollierten Sony ICF-2001 zwei ebenfalls mikroprozessor - kontrollierte Kurzwellenempfänger auf den Markt. Der D-2935 war als hochformatiger Reiseempfänger ausgeführt, der technisch sehr ähnlich aufgebaute D-2999 im Look eines Stationsempfängers. Die beiden Geräten waren die einzigen brauchbaren Weltempfänger mit denen das Haus Philips den Geräten von Grundig und Sony nacheifern wollte, sie wurden mit einem Handbuch, einer Anleitung zum Kurzwellenempfang und einem brauchbaren Frequenzhandbuch ausgeliefert. Nach diesem Achtungserfolg folgen nur noch einige Analog- Reiseempfänger zu günstigen Preisen mit mässigen Empfangseigenschaften.
Der Philips D-2935 misst als querformatig hochkant ausgelegter Reiseempfänger 32 x 18 x 8 cm, er muss also - um nicht nach hinten zu kippen, beim Drücken der Tasten festgehalten werden, verfügt aber auch über einen Aufstellbügel. Mit einem Gewicht von 3,18 kg (mit den 6 Monozellen UM-1 zum portablen Betrieb und den für den Speichererhalt notwendigen 3 Mignonzellen UM-3 bringt der Empfänger 3,8 kg auf die Waage, finden sich heute für Flugreisen leichtere Empfänger. Um im Camper mitgeführt zu werden, eignet sich der D-2935 mit dem externen Gleichspannungseingang (das Gerät verträgt Spannungen von 9 - 14 Volt) gut, im Gegensatz zu den Sony-Geräten ist das Netzteil, umschaltbar zwischen 110 und 220 V, eingebaut.
Auf der Frontplatte ist oben links der (in der mir vorliegenden späteren ('updated')Version)
versenkt angebrachte Netzschalter und der Schalter für die Skalenbeleuchtung untergebracht,
darunter der grosse Lautsprecher.
An der linken Schmalseite des Geräts sind übereinander der 'Line out' Ausgang über
den die NF einem Tonband oder Decoder zugeführt werden kann, die Kopfhörerbuchse,
der 12 V Gleichspannungs- und der Netzanschluss angeordnet.
Es fehlt eine Preselektion vor dem ersten Mischer, was den Empfänger auf lange Antennen empfindlich reagieren lässt, der Einsatz eines externen Preselektors erscheint beim Betrieb an Langdrahtantennen ratsam.
Das ZF-Filter war in der ersten Version mit 6,3 kHz bei -6dB für den Kurzwellenempfang im 5 kHz-Raster zu breit dimensioniert und wurde in der späteren 'updated' Version durch ein Filter von 2,7 kHz bei -6 dB ersetzt.
In der Praxis empfängt der D-2935 die europäischen Kurzwellenauslandsdienste
problemlos, das Filter trennt im 5 kHz-Raster ausreichend, die DW auf 6075 die
hier mit starkem Signal einfällt verursacht bis 6070 Splatterstörungen und ist auf 6068
nicht mehr zu erahnen. In den Amateurfunkbereichen sind die deutschen Amateure
aus der Nähe in SSB und CW problemlos aufnehmbar, wenn auch die Abstimmung mit dem
BFO etwas spitzfingrig erfolgen muss.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der D-2935 der nicht häufig aber wenn, dann recht preisgünstig angetroffen werden kann, dank der soliden Empfangseigenschaften und der guten Ausgangsleistung als Reiseempfänger beim Camping gute Dienste leistet, und als Stationsempfänger auf den ersten Schritten ins Kurzwellenhobby ein Einsteigerempfänger ist, der nicht zu Enttäuschungen führt.
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© Martin Bösch, 20.7.2003