Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03654.jsonl.gz/1927

Suffizienz
Erläuterung zentraler Begriffe
Nachhaltige Entwicklung
Wir orientieren uns am Verständnis der Vereinten Nationen gemäss Brundtland-Report (1987) und verstehen unter einer Nachhaltigen Entwicklung eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen, ihre Bedürfnisse befriedigen können, zu beschränken.
Ressource
Wenn wir von Ressourcen sprechen, meinen wir damit nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen, wie zum Beispiel Boden und Wasser.
Effizienzstrategie
Die Effizienzstrategie ist eine der drei Strategien für die Realisierung einer Nachhaltigen Entwicklung. Ihr Ziel ist, den Energieeinsatz pro Produkt- und Dienstleistungseinheit zu verringern und damit die Ressourcenproduktivität zu erhöhen. Die Effizienzstrategie fokussiert vor allem auf technische Lösungen. Ein Problem, das mit dieser Strategie einhergeht und ihr Potenzial für eine Nachhaltige Entwicklung zunehmend in Frage stellt, ist der sogenannte Rebound-Effekt (s.u.).
Konsistenzstrategie
Die Konsistenzstrategie ist eine der drei Strategien für die Realisierung einer Nachhaltigen Entwicklung. Ihr Ziel ist die Vereinbarkeit von Natur und Technik, die durch Denken und Handeln in Kreisläufen erzielt werden soll. Stoffe, die nicht kompatibel sind mit den natürlichen Kreisläufen, müssen eliminiert werden. Ein Beispiel ist das Prinzip „Cradle to cradle“ ("von der Wiege bis zur Bahre": eine Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges).
Suffizienzstrategie
Die Suffizienzstrategie ist eine der drei Strategien für die Realisierung einer Nachhaltigen Entwicklung. In quantitativer Hinsicht strebt diese einen geringeren Ressourcenverbrauch durch eine reduzierte Nachfrage sowie durch einen sparsameren Umgang mit Ressourcen an und will dafür obere Grenzen festsetzen. In qualitativer Hinsicht fordert sie ein neues Verständnis von Wohlstand – insbesondere im Sinne von Zeit- und Beziehungswohlstand –, das einen Wandel der Lebens- und Wirtschaftsweise sowie ein verändertes Verständnis von Lebenszufriedenheit und einem guten Leben impliziert.
Rebound-Effekt
Von einem Rebound-Effekt spricht man, wenn eine technische Verbesserung zunächst einmal dazu führt, dass der Ressourcenverbrauch reduziert wird, dann aber durch die Kosteneinsparungen, die der einzelne durch diese Verbesserung hat, insgesamt gesehen zu einem höheren Verbrauch als vorher führt und somit die Umweltschädigungen noch vergrössert. So haben zum Beispiel technische Verbesserungen dazu geführt, dass Autos weniger Kraftstoff verbrauchen. Die daraus resultierenden Kosteneinsparungen für die Autofahrenden haben aber insgesamt zu einem Mehr an Autoverkehr geführt. Die durch die technische Verbesserung bedingten positiven Umweltauswirkungen wurden also wieder zunichte gemacht und haben den Co2-Ausstoss noch erhöht.
Suffizienz
Der Begriff Suffizienz kommt vom lateinischen „sufficere“ und bedeutet so viel wie „ausreichen“, „genügen“, „hinreichend sein“.
Lebensstil
Unter einem Lebensstil verstehen wir ein Muster verschiedener Verhaltensweisen, das gewisse formale Ähnlichkeiten und eine gewisse biografische Stabilität aufweist, von anderen Personen identifiziert werden kann, Ausdruck zugrundeliegender Orientierungen (Werte und Einstellungen) ist und bestimmte Kompetenzen erfordert.
Suffizienter Lebensstil
Wir verstehen einen suffizienten Lebensstil als eine Ausprägung einer nachhaltigen Lebensweise, die sich durch einen verminderten Ressourcenverbrauch (quantitative Komponente) und eine hohe Lebenszufriedenheit (qualitative Komponente) auszeichnet. Wir definieren ihn als einen Lebensstil, bei dem ein Weniger an Ressourcenverbrauch mit einem Mehr an Lebensqualität einhergeht.
Das rechte Mass
Im Zentrum des rechten Masses steht das Bemühen um Ausgewogenheit; Ausgewogenheit zwischen dem, was für ein gutes Leben erforderlich ist und dem was hinreichend ist. Menschen mit einem suffizienten Lebensstil streben nach dieser Ausgewogenheit und leben das Prinzip des „gut genug genügt“.