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Swisscom kauft die AGI-Holding von den beteiligten Kantonalbanken für 115 Millionen Franken. Damit besitzt Swisscom nun 100 % an der Tochter SCIS (Swisscom IT Services). Swisscom wolle als neutraler Anbieter für den Betrieb verschiedener Software-Plattformen von Kantonal- und Regionalbanken auftreten, so die (in der Tat logische) Begründung.
Die AGI-Holding gehörte acht Kantonalbanken, die ihre IT-Plattformen und den Betrieb derselben in der AGI IT-Services ausgelagert hatten. Anfang 2002 lagerte Swisscom ihre IT-Abteilung aus und schloss sie mit der AGI IT Services zur SCIS zusammen. So kam die AGI-Holding zu einer Minderheitsbeteiligung von 28,9 an Swisscom IT Services.
Bankenkooperationen sind heute definitiv aus der Mode. So hat der (erfolgreiche) Bankensoftware-Hersteller Finnova, der sich ebenfalls im Besitz von Kantonalbanken befindet, bevorstehende Veränderungen im Aktionariat angedeutet. Viele Banken ziehen es heute vor, ihre IT-Dienstleistungen von finanziell klar abgegrenzten Dritten, wie etwa SCIS zu beziehen.
Interessant scheint uns der Preis, den Swisscom für die AGI-Holding bezahlt. Wenn 28,9% der Aktien von SCIS 115 Millionen wert sind, dann wäre die ganze SCIS etwa 403 Millionen Franken wert. Nimmt man die gutschweizerische Faustregel, dass eine Firma nicht mehr als der vierfache durchschnittliche Jahresgewinn kosten sollte, so erwartet Swisscom von seiner IT-Tochter irgendmal einen Gewinn von 100 Mio. Franken (pro Jahr). Oder dann wurde unsere Faustregel in diesem Fall nicht angewandt. (Christoph Hugenschmidt)