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Rudolf-Passian-Forum - Erfahrungsbericht
Beitrag von Bruno Grabinski, erschienen in der Zeitschrift 'Wegbegleiter' Nr. 2/2002, S. 30-32.
Anmerkungen des Erfassers stehen in [ ]-Klammern.
Das verspätete Geburtstagsgeschenk
Einer jener seltenen Fälle, wo ein Jenseitiger seiner hinterbliebenen Gattin Hilfe rein finanzieller Art leistete
Durch Vermittlung des Herrn Hauptlehrers Schn. in W. ging mir folgender, in mehr als einer Hinsicht ausserordentlich bemerkenswerter Erlebnisbericht zu. Auf mehrere Fragen, die ich an Herrn Schn. richtete, erhielt ich ergänzende Angaben, die mich in meiner Überzeugung bestärkten, dass an der Richtigkeit des Berichtes nicht zu zweifeln ist.
Bruno Grabinski
Als ich von einer Reise in die Schweiz zurückkehrte, besuchte ich mit meiner Schwiegermutter meine Verwandten in Frankfurt (Main).
Dort war eine Dame aus Hannover zu Besuch, die ich persönlich noch nicht kannte und an deren Namen ich mich heute nicht mehr erinnere.
Bei der Unterhaltung am Abend kamen wir auch auf Glaubensfragen und im Zusammenhang damit auf den Spiritismus zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass die Dame aus Hannover ein gutes Medium war, sich aber seit langem nicht mehr spiritistisch betätigt hatte, da ihr Mann bei der SS war und ihr diese Dinge rundweg verboten hatte (sieben Jahre lang hatte sie nicht mehr als Medium fungiert).
Ich bat die Frau, mir doch den Gefallen zu tun und zu versuchen, ob eine Verbindung mit meinem verstorbenen Mann herzustellen möglich sei. Dieser hatte mir nämlich kurz vor seinem Tode noch schriftlich eine Mitteilung machen wollen, hatte auch nach Papier und Bleistift verlangt, war aber infolge der Schwäche nicht mehr zum Schreiben in der Lage gewesen. Damals dachte ich, es handle sich um die Art seiner Bestattung. Er wollte nämlich eingeäschert werden; ich aber war immer dagegen und unterliess es deshalb auch.
Nach langem Bitten entschloss sich das Medium endlich, in Trance zu gehen, und alsbald zeigte sich ein heller Schein in Menschenform, das Gesicht allerdings nicht scharf ausgeprägt. Es war, wie er sagte, der Schutzgeist des Mediums namens Orlanda oder so ähnlich.
Ich bat, eine Frage stellen zu dürfen, und als mir das erlaubt wurde, äusserte ich den Wunsch, mit meinem verstorbenen Mann zu sprechen.
Der Schutzgeist erwiderte: "Ich will es versuchen, kann aber nicht sagen, ob ich ihn überhaupt finde; und auch wenn mir das gelingt, kann ich für seine 'Echtheit' nicht garantieren." Er riet uns, in andächtiger Stimmung zu verharren und zu warten.
Wir beteten, und nach etwa 20 Minuten erschien zwischen dem Medium und mir ein heller Schein, während vorher der Schutzgeist hinter dem Medium gestanden hatte.
Das erste Wort des Geistwesens war: "Guten Abend, Bobbelche!", ein Kosename, den mein Mann zu Lebzeiten immer gebraucht hatte.
Ich erschrak.
"Warum erschrickst du denn, Bobbelche? Du hast mich doch rufen lassen! Ich möchte dir, ehe die Kräfte der Frau erschöpft sind, etwas Wichtiges sagen!
Ich habe mich am 1. April 1927 beim Militärbauamt in Berlin für 3000 Mark unter der Police-Nummer 8701 für drei Jahre versichern lassen. Dieser Betrag sollte zu deinem Geburtstag am 1. Mai 1930 ein Geschenk für dich werden, aber inzwischen trat ich aus dem Erdenleben ab und war nicht mehr in der Lage, dir eine entsprechende Mitteilung zu hinterlassen. Schreibe unverzüglich nach Berlin und fordere die 3000 Mark unter der Nr. 8701 an!"
Ich kam dieser Aufforderung sofort nach, und schon nach fünf Tagen hatte ich die Antwort, dass die Sache stimme, nur könne die Verwaltung nicht begreifen, warum ich so lange (nämlich bis 1937) gewartet habe. Ich entschuldigte mich damit, dass ich selbst leidend gewesen sei und der Sache keine besondere Aufmerksamkeit gezollt habe. Davon, dass ich auf spiritistische Weise überhaupt erst Kenntnis von der Angelegenheit erhalten hatte, verriet ich natürlich nicht das geringste. Die Versicherung erklärte sich daraufhin bereit, mir das Geld auszuzahlen, allerdings ohne die aufgelaufenen Zinsen.
Ich erhielt 1000 Mark sofort ausgezahlt und vom 1. November 1937 ab monatlich 45 Mark, die ich regelmässig bei der Reichsbank bis zum 10. jeden Monats abholen musste, da sonst der Betrag nach einer Klausel verfiel.
Doch zurück nach Frankfurt zu der Sitzung: Meinen Mann erkannten sowohl ich wie meine Schwiegermutter und meine Schwägerin an der Stimme, besonders an seinem herzlichen Lachen.
Ich fragte ihn u.a. nach seinem Ergehen. Er antwortete: "Anfangs war es ziemlich dunkel und laut (lärmend), aber jetzt ist es hell und ruhig. Ich bin jetzt in den von dir so oft erwähnten 'himmlischen Gärten'. (Frau Schn. ist eine Pfarrerstochter aus Alzey). Von meinen Erdenleiden will ich dir nichts erzählen; es war schrecklich."
Ich sprach mit ihm auch über seine Beerdigung und fragte: "Bist du böse, dass ich dich erdbestatten liess?"
Worauf er antwortete: "Im Anfang ja; aber jetzt habe ich mich damit abgefunden. Meine Beerdigung habe ich mit angesehen."
Nach einiger Zeit wurde die helle Gestalt meines Mannes immer feiner und dünner und verbeugte sich schliesslich gegen das Medium mit den Worten: "Ich danke Ihnen, dass Sie mir die Möglichkeit gegeben haben, meine Frau zu sprechen, mit der ich schon so lange eine Verbindung suchte."
Dann wandte sich die Geistgestalt mir zu, streichelte mir die Wange mit fester Hand und sagte: "Auf Wiedersehen! Hoffentlich können wir uns auf diesem Wege bald wieder sprechen. Du warst ja immer mein braver kleiner Pfarrer; bleibe es auch weiterhin."
Die Worte wurden immer leiser und undeutlicher, und der helle Schein (mein Mann war 1,84 m gross) wurde immer niedriger, bis er ganz verschwunden war. Das Medium wurde nach einiger Zeit von selbst wieder wach, fühlte sich jedoch sehr schwach und elend. Es hatte von dem, was inzwischen geschehen war, keine Ahnung.
[ Beitrag von Bruno Grabinski, bearbeitet von Rudolf Passian ]
Zusatz der Schriftleitung [R.P.]:
Es handelt sich hier um einen ausgesprochenen Sonderfall. Dass gleich beim ersten Versuch mit einem fremden Medium ein bestimmtes Geistwesen erscheint, sich sichtbar zu machen und zu sprechen in der Lage ist, kommt nur sehr selten vor. Einer der Gründe für das rasche Erscheinen des herbeigewünschten verstorbenen Gatten war ohne Zweifel der Umstand, dass sich seine Seele noch in erdnahen Regionen aufhielt und dass ausserdem durch das dauernde Bestreben, der hinterlassenen Ehefrau Mitteilung von der abgeschlossenen Versicherung zu machen, eine "geistige Brücke" bestand, die beim Auftauchen des Mediums (offenbar eines guten Manifestationsmediums) sofort in Funktion trat.
Leider haben wir z.Zt. in Deutschland kein Medium, das in der vorstehend geschilderten Weise zu arbeiten vermag. Die Schriftleitung ist jedoch überzeugt, dass sich nach und nach auch solche Medien finden werden, die zwar nicht bis zu den höchsten geistigen Regionen vorzustossen vermögen, dafür aber in der Lage sind, die noch in erdnahen Sphären gefesselten Seelen, die von irgendwelchen persönlichen Wünschen oder "Gedankenklammern" hier gehalten werden, durch Erfüllung ihrer Bitten von der geistig-seelischen Last zu befreien und ihnen den Aufstieg zu ermöglichen. Derartige Hilfen für die in den unteren Regionen der Astralwelt steckengebliebenen unwissenden Geistwesen sind zwar oft eine recht ermüdende und banale Angelegenheit, können aber nichtsdestoweniger viel Segen stiften.
Die Bemerkung jenes Schutzgeistes ist interessant, wonach er, im Falle er den Gesuchten im Jenseits findet, für dessen "Echtheit" nicht garantieren könne. Im Bereich der niederen Astralwelten suchen zu müssen, scheint für Jenseitige, die bereits höher entwickelt sind, nicht unproblematisch zu sein. Warum? Weil dämonische Wesenheiten durchaus in der Lage sein können, das Aussehen eines verstorbenen Menschen anzunehmen. Man sollte daher, wenn man selber einmal die 'Schwelle' überschritten haben wird, nicht blindlings jedem vertrauen, der sich als 'Führer' anbietet. Das Gebet um Schutz und Hilfe im Sinne Jesu Christi stellt auch da den besten Schutz vor Gefahren dar.
Eine weitere Bemerkung ist belangreich. Jener Ehemann sagte: "... ehe die Kräfte der Frau erschöpft sind." Er meinte damit das Medium. Für erfahrene Spiritualisten ist es nichts Neues, dass mediale Manifestationen nicht bloss von den Fähigkeiten eines Mediums abhängen, sondern auch von dessen psychischem Kraftfeld. Letzteres kann evtl. verstärkt werden durch die Sitzungsteilnehmer.
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"Letzte Änderung dieser Seite am 10. Juni 2014"