Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03547.jsonl.gz/774

Die COVID-19-Pandemie hat grosse Anforderungen an die globalen Gesundheitssysteme gestellt. Unser Zentrum analysiert derzeit die Reaktionen der zivilen und militärischen Apotheker in der Schweiz und leitet daraus Empfehlungen um zukünftigen Krisen dieser Art zu bewältigen.
Simulation ist eine Methode, die zur Verbesserung der Katastrophenvorsorge eingesetzt werden kann. Die meisten Studien, die einen positiven Effekt dieser Art von Training auf die Reaktion gezeigt haben, konzentrieren sich auf die Aktivitäten von Ärzten, Krankenschwestern und Sanitätern. Unser Zentrum ist bestrebt, neue Konzepte zu entwickeln und neue Daten im Pharmabereich bereitzustellen. Zu diesem Zweck werden in Schweizer Spitalapotheken Katastrophen-Simulationsübungen im Massstab 1:1 durchgeführt. Hauptziel ist, zu beurteilen, ob eine Simulation die Reaktion einer Spitalapotheke auf ein Großereignis verbessern kann.
Im Jahr 2019 ist ein Schweizer Multi-Standort-Spital, das Hôpital Riviera-Chablais (HRC), an einen einzigen Standort in Rennaz umgezogen. Dieses besondere Ereignis wird in der Literatur manchmal als Katastrophenfall bezeichnet (Evakuierungskonzept, etc.). In diesem Zusammenhang wurde ein Projekt zur Verbesserung der Patientensicherheit in Bezug auf den Medikamentenkreislauf bei einem Spitalumzug geboren. Dazu wurde eine Risikoanalyse (FMECA) durchgeführt. Diese bewegungsorientierte Analyse ermöglicht es auch, diese Situation auf eine Notfall-Evakuierung zu extrapolieren. Neben der Verbesserung der Patientensicherheit während des Umzugs hat auch der Katastrophenplan eines Spitals verbessert werden.
Im Jahr 2016 gab die Internationale Pharmazeutische Föderation (FIP) Empfehlungen zur Verbesserung der Reaktion von Apothekern auf Naturkatastrophen heraus. Dieses Dokument unterstreicht die Bedeutung der Vorsorge, insbesondere in Spitälern. Im Jahr 2018 führte unser Zentrum eine Studie durch, um den Konformitätsgrad der Spitalapotheken in Europa, einschließlich der Schweiz, mit diesen Empfehlungen zu ermitteln. Ziel war, Informationen über das Management von Spitalapotheken in Europa im Falle von Notfällen und Katastrophen zu sammeln. Es wurde mit Unterstützung der Europäischen Vereinigung der Krankenhausapotheker (EAHP) an die Chefapotheker der europäischen Spitalapotheken verteilt.