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Ich versuche dem abgestandenen Quöllfrisch-Geruch und dem gestrigen Abend, der eng daran klebt, zu entkommen und fahre an Menschen mit kurzen und langen Hosen vorbei, die auf meine Eile, die am dumpfen Reifengebrumm auszumachen ist, Rücksicht nehmen.
Ich war schon bereit loszufahren, als ich das leicht angedellte, aber leere, Dosenbier im Getränkehalter meines Fahrrads sah. Ich zerquetsche es rasch mit den Fingern meiner rechten Hand und werfe es in meinen Milchkasten, wo es gemeinsam mit dem ausgelaufenen Spuckrest dem Schlüsseldepot Gesellschaft leisten sollte, dessen Zahlencode ich nie erhalten habe. Ich versuche dem abgestandenen Quöllfrisch-Geruch und dem gestrigen Abend, der eng daran klebt, zu entkommen und fahre an Menschen mit kurzen und langen Hosen vorbei, die auf meine Eile, die am dumpfen Reifengebrumm auszumachen ist, Rücksicht nehmen. Ein Fahrradfahrer spurt mit seinem silbernen E-Bike halb vor mir ein, bleibt aber daraufhin stehen, um mir freie Fahrt zu gewähren. Unbeirrt ziehe ich an ihm vorbei und sehe ihn beim Sicherheitsblick, den ich während einer scharfen Abbiegung zurückwerfe, schon nicht mehr in meinem Augenwinkel. Es folgen Menschen, die zu Fuss, in Kinderwagen oder auf weiteren Fahrrädern, sich auch über den Kiesweg wegbewegen, zur Staubschicht beitragen und sich den zu Ende neigenden Sommertagen bewusst scheinen. Das helle sich wiederholend Quietschen einer Pedale hinter mir mischt sich zeitweise mit Musik, die von Einhörnern und Palminseln und orange-gefärbten Booten in die Umgebung dringt. Eine tiefe Stimme singt eine Zeile, welche klar ausmachen war, da sie trotz ihrer Sanftheit schief klang. Ich werde bei der Passage, an welchen die Luftgefährte sachte von ihren Passagier*innen wieder zum Wasser getragen werden, kurz von einem blau-gelben Boot ohne Musik aufgehalten.
Äusserst unüblich setze ich mich mit meinem Tuch an einen Platz mit direkter Sonneneinstrahlung, als ob ich Spuren der Sonne sammeln und nach Hause nehmen will. Sie prallt also auf mich, so dass ich einen scharfen, klaren Schatten ausmachen kann, der an mir klebt, oder den ich werfe. Er unterscheidet sich klar vom Schattenfluss des Baumes, der den meinen nur beinahe schneidet. Ich beginne die Grashalme mit den Kanten meines Fingerschattens zu schneiden, forme sie zu Wölfen, die hier zufrieden vegetarische Kost in ihre unrealen Mägen befördern. Mache sie grösser und lasse sie ferner erscheinen. Als ich auf eine Stand Up-Paddlerin zeige, die nicht mit Hund, aber menschlicher Begleitung langsam flussabwärts treibt, ist mein Zeigefinger als solcher auch neben mir sichtbar und scheint Objekte doppelt aus ihren jeweiligen Umgebungen zu zerren. Ich sehe die Kontur meiner Haare, meiner Ohren und dem kleinen Plastikanhänger, der daran bambelt. Was nicht sehe, ist mein Herzschlag, den ich als zu schnell bezeichnen könnte, wie auch das Wespennest, das unruhig an meiner Bauchdecke klebt. Auch sehe ich nicht das «Monster» mit den unzähligen Köpfen und fast so vielen verschiedenen Körperformen, das ich kennenlerne und zu befreunden begann. Auf der Suche nach den verschiedenen Lippen, die sich unterschiedlich ausdrücken wollen, bleibe ich an meinem Hals hängen, der auf der geöffneten Buchdoppelseite länger als sonst erscheint.
Befremdet stehe ich auf und vergesse für einen Moment, wo sich meine Begleitung befindet und über welche Oberflächen dieser sich erstreckt. Ich trete zielgerichtet die Eingangstreppe hinunter, an der kleinen Gruppe vorbei, die zur Hälfte das Wasser als zu kalt empfindet. Ich stelle mir vor eine Münze zu sein, die hoffnungsvoll in einen Wunschbrunnen geworfen wird und lasse mich in langsamer, leicht gedrehter Kippbewegung hineinfallen. Rund um mich herum spiegeln sich verschwommene Teile der Baumdecke und einige weitentfernte Gesichter und es bietet sich ein reiches Vokabular an, in welches ich kurz eintauche und vergesse, wofür ich keine Worte finde.