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US-Verteidigungsminister Robert Gates sieht noch in diesem Jahr Chancen für Friedensverhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban. Militärischer Druck werde "politische Möglichkeiten" eröffnen, sagte Gates an einer Konferenz in Singapur. Rufen nach einem beschleunigten Abzug der US-Truppen erteilte Gates erneut eine Absage.
Politische Verhandlungen und Versöhnungsgespräche mit den Taliban könnten möglicherweise bereits in diesem Winter angestossen werden, sagte Gates, der Ende Juni in den Ruhestand geht, an einer Sicherheitskonferenz in Singapur.
Voraussetzung sei aber, dass die Taliban ihre Waffen niederlegten und einsähen, "dass sie militärisch gegen die USA und ihre Verbündeten nicht gewinnen werden".
Zudem müssten die Islamisten ihre Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida abbrechen, um politisch in der Zukunft eine Rolle spielen zu können.
Überraschungsbesuch in Afghanistan
Aus Singapur reiste Gates überraschend nach Afghanistan weiter. Dort wollte er Präsident Hamid Karsai treffen und einige der rund 90'000 US-Soldaten im Land besuchen.
Es handelt sich um Gates' letzte Reise als Chef des Pentagon nach Afghanistan. Nach viereinhalb Jahren in dem Amt scheidet er Ende Juni aus. Der derzeitige Chef des US-Geheimdienstes CIA, Leon Panetta, wird sein Nachfolger.
Auf dem Weg nach Kabul äusserte sich Gates auch zum geplanten stufenweisen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan, der im Juli beginnen und bis zum Ende des Jahres 2014 abgeschlossen sein soll.
Die hohen Kosten des Afghanistan-Einsatzes dürften nicht allein über den Zeitplan des Abzugs entscheiden, sagte Gates im Flugzeug. Wichtiger sei "der Erfolg der Mission". Ein Scheitern des Afghanistan-Einsatzes wäre letztlich "am teuersten". Gleichzeit könne das Weisse Haus die "Kriegsmüdigkeit" der Bevölkerung aber nicht ignorieren.
Vor dem Hintergrund leerer Staatskassen wird in den USA vermehrt über die Zukunft des unpopulären Einsatzes diskutiert. Vor allem nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden Anfang Mai waren neue Forderungen laut geworden, den geplanten Truppenabzug zu beschleunigen, da es nun keinen Grund mehr für die hohe Zahl der am Hindukusch stationierten US-Soldaten gebe.
SDA-ATS