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Für Holcim war 2012 gekennzeichnet von der steigenden Nachfrage in den Wachstums-Märkten Asiens, Lateinamerikas und in Nordamerika und vom schwachen Bedarf in den verschuldeten, rezessionsgeplagten europäischen Ländern.
Wachsender Absatz beim Zement
Trotz Europa wurden die Zementverkäufe insgesamt um 2,5 Prozent auf 148 Millionen Tonnen gesteigert. Das grösste Wachstum verzeichnet Nordamerika, gefolgt von Asien und Lateinamerika. Liefereinbussen gab es in Europa aber auch in Afrika und im Nahen Osten. Bei den Zuschlagstoffen, die vor allem in reiferen Märkten verkauft werden, musste ein Rückgang um 7,7 Prozent auf 159,7 Millionen Tonnen hingenommen werden. Der Transportbeton verzeichnete trotz Steigerungen in Nordamerika ein Minus von 3,1 Prozent auf 46,9 Millionen Tonnen.
Restrukturierungen in Europa..
Um auf die wirtschaftliche Krise und die unterschiedlichen Länder-Verfassungen besser reagieren zu können, wurde die Region organisatorische zusammengefasst unter der Führung eines Konzernleitungsmitgliedes mit drei Länderbereichsleitern. Zur besseren Kapazitätsauslastung soll die Zementkapazität in Europa um etwa 10 Prozent reduziert werden. Aus einer Analyse der einzelnen Märkte ergaben sich konkrete Massnahmen in einigen Ländern. In Spanien wurden substanzielle Kapazitätsanpassungen vorgenommen. In Deutschland erfolgte die Reorganisation des Transportbeton-Geschäftes. In Frankreich wurde das Mahlwerk Haccourt geschlossen, nach der bereits früher erfolgten Schliessung des Werkes Ebange, und das Werk in Dannes in eine Mahlstation umgewandelt, genau wie auch in Italien das Werk von Merone.
Optimierungen gab es auch ausserhalb Europas: In Argentinien wurde die Klinkerproduktion im Werk Yocsina aufgegeben. In Australien, Brasilien und Mexiko das Zuschlagstoff- und Transportbetongeschäft angepasst.
Diese Strukturentscheidungen führten im vierten Quartal 2012 zu Aufwendungen von CHF 181 Millionen und Wertberichtigungen auf Aktiven von CHF 457 Millionen.
…und Kapazitätsausbau in Asien und Lateinamerika
An der wachsenden Baustoff-Nachfrage in den Wachstums-Märkten Asiens und Lateinamerikas will Holcim partizipieren. Deshalb befinden sich in dieser Konzernregion mehrere Zementwerkprojekte in Planung oder bereits in Ausführung. Ausbauten im Zementbereich konzentrieren sich vor allem auf Brasilien und Ecuador. Im brasilianischen Barroso wird Ende 2014 eine Werkerweiterung in Betrieb genommen. Sie erhöht die Kapazität aller Zementwerke in Brasilien auf 7,6 Millionen Tonnen. Und der Kapazitätsausbau des Werke Guayaquil in Ecuador soll bis Ende 2015 eine Produktionssteigerung auf 1,5 Millionen Tonnen Klinker ermöglichen.
Im indischen Jamul entsteht bis Ende 2015 ein Klinkerwerk mit einer Jahreskapazität von 2,8 Millionen Tonnen. Und am indischen Standort Tuban wird bis 2015 eine zweite Ofenlinie gebaut um dem steigenden Bedarf genügen zu können.
Immer wichtiger wird auch der Markt Indonesien. Dort geht Ende 2013 auf Java ein Zementwerk mit einer Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen in Betrieb.
Umsatz, betrieblicher EBITDA
und Konzerngewinn im grünen Bereich
Trotz geringem Volumenzuwachs, steigerte Holcim den Nettoverkaufsertrag um 3,9 Prozent auf 21,5 Milliarden Franken und den betrieblichen EBITDA um 0,7 Prozent auf knapp 4 Mia. Fr. Der Betriebsgewinn nahm um 6 Prozent auf 1,8 Mia. Fr. ab. Unter Ausklammerung der Restrukturierungskosten von 239 Mio. Fr. auf Stufe des betrieblichen EBITDA und von CHF 736 Millionen auf Stufe des Betriebsgewinns erhöhten sich beide Werte auf vergleichbarer Basis um 6,4 Prozent auf 4223 Mio. Fr. beziehungsweise um 11,4 Prozent auf 2552 Mi. Fr. Obwohl der Konzerngewinn durch die Restrukturierungskosten belastet wird, legt er verglichen mit dem Vorjahr markant um 50,4 Prozent auf 1 Mia. Fr. zu. Der Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd – wurde auf 622 Mio. Fr. gesteigert.
Geringere Nettoverschuldung
Holcim verfügt weiterhin über eine starke Bilanz und ein günstiges Verhältnis von Eigenkapital zu Schulden, wobei die Nettofinanzschulden des Konzerns um 1,2 Mia. Fr. oder 10,3 Prozent auf 10,4 Mia. Fr. sanken. Dazu trugen auch die Veräusserung der Minderheitsbeteiligung an Cementos Progreso in Guatemala und von knapp 10 Prozent des Aktienkapitals von Siam City Cement Company in Thailand bei. Holcim bleibt strategischer Partner von Siam City Cement Company. (mai/mgt)