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Der einzige Weg, um die Opfer zu schützen, ist die Strafanzeige systematisch vom Umstand der fehlenden Aufenthaltsbewilligung zu trennen. Genauer gesagt: Erstattet eine Person, die keinen geregelten Aufenthaltsstatus hat und Opfer einer Straftat wurde, bei der Polizei oder direkt bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige, sollte deren Aufenthaltsstatus nicht berücksichtigt werden beziehungsweise massgebend sein.
Wie können Opfer besser geschützt werden?
HEKS fordert eine politische Entscheidung, dass die Leidtragenden als Opfer betrachtet und behandelt werden. Unabhängig davon, welchen Aufenthaltsstatus das Opfer hat. Diesbezüglich wird entgegengehalten, dass Justiz und Polizei bei einem fehlenden Aufenthaltsstatus zu einer Anzeige verpflichtet sind. Was nachvollziehbar, aber unakzeptabel ist. Angesichts dessen, dass es sich um eine Straftat handelt, erachten wir das Verhalten von den Behörden als scheinheilig.
Allgemein ist bekannt, dass in der Schweiz ungefähr zehntausend Personen ohne geregelten Aufenthaltsstatus leben. Mehrheitlich sind es Frauen, die in der Hauswirtschaft tätig sind. Deren Beitrag zur Wirtschaft und zum sozialen Gleichgewicht ist relevant. Der Bundesrat anerkennt ihre Existenz und gewährt ihnen eine Sozial- und Krankenversicherung – ohne sie anzuzeigen. Diese «Sans Papier»-Personen, die hier wohnen, arbeiten und zum allgemeinen Wohlstand beitragen und Opfer von schwerwiegenden Straftaten werden, können sich aber nicht an die Justiz wenden, ohne Gefahr zu laufen, eine Abschiebung zu riskieren.
Sollte Gerechtigkeit nicht für alle gleich sein?