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Am westlichen Rand von Winterthur steht mitten im Wald hoch über der Autobahn, die durch das Tösstal führt, der ehemalige Burgfried der Burg Alt Wülflingen. Wülflingen, heute Stadtteil von Winterthur, geht auf die Alemannen zurück und wird erstmals 897 nach Christus urkundlich erwähnt, die Burg wird wahrscheinlich in der Mitte des elften Jahrhunderts auf Betreiben des lokalen Adelsgeschlechtes „von Wülflingen“ entstanden sein. Unter den Ahnen dieser Adelsfamilie finden sich einige nahhafte Vertreter, die vor allem im Dom zu Strassburg tätig waren und durch Erbschaften, Stiftungen und Zweckheiraten ihre religiöse und politische Macht vor allem im Raum um Winterthur und Embrach, sowie im deutschen Baden-Württemberg und dem französischen Elsass ausbauten. Mit Aussterben derer von Wülflingen gelangte die Burganlage in den Besitz der Habsburger. Sie bauten den noch heute erhaltenen und zum Aussichtsturm umfunktionierten, recht massiven Burgfried. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gelangte die Burg durch Heirat in den Besitz derer „von Rümlang“, die aber die gesamte Anlage, sowie dazu gehörige Ländereien aufgrund massloser Lebensweise bereits 1515 an die Stadt Winterthur verpfänden mussten. Um 1640 herum war die Burg bereits in einem deart schlechten Zustand, dass sie als nicht mehr bewohnbar galt. Grosse Teile der Bausubstanz der Burg wurden für die Errichtung des Schlosses Wülflingen verwendet, 1760 gelangte die Burg endgültig in den Besitz der Stadt Winterthur, allerdings wurde die Anlage von Seiten Winterthurs nicht mehr genutzt und gepflegt, sodass sie nach und nach vollkommen verfiel. Nach mehreren Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1895, 1936 und 1984 erlangte die Ruine erst 2018 ihr jetziges Erscheinungsbild.
Die Anlage scheint ein recht beliebtes Ausflugsziel zu sein! Einige Grill- und Feuerstellen auf dem ehemaligen Burgareal, sowie der weitläufigeren Umgebung zeugen von intensiver Nutzung durch Gäste vor allem aus dem nahe gelegenen Winterthur und Zürich. Man muss etwas Fussweg und steil ansteigende Pfade bewältigen, um zu jener Ruine auf 540 Metern über dem Meeresspiegel zu gelangen, dafür führen die Wege durch einen grossen, zur Zeit recht aktiven Mischwald. Von Winterthur Wülflingen gelangt man auf dem kürzesten Weg dort hin, allerdings gibt es keine Parkplätze in der Nähe des Waldes und zumindest anfänglich muss man sich mit dem Lärm der nahe gelegenen Autobahn arrangieren, je weiter man aber in jenem Wald hinein geht, umso mehr tritt dieser Lärm in den Hintergrund. Es lohnt sich, den gut 15 Meter hohen Turm zu besteigen! Bei schönen Wetterlagen kann man nicht nur bis in die Altstadt von Winterthur sehen, sondern sogar bis zu den Hochalpen. Da man sich hier in einem Naturschutzgebiet befindet, müssen Hunde an der Leine geführt werden, dafür bekommt man aber zum Teil wunderschöne Einblicke in den weitestgehend sich selbst überlassenen Wald.Schweiz