Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03362.jsonl.gz/2326

Eine 88-jährige Frau, die im Alters- und Pflegeheim lebt, hat ihre Zahnprothese verloren. Die Bezügerin von Ergänzungsleistungen liess eine neue anfertigen und schickte die Rechnung der Ausgleichkasse des Kantons Freiburg. Diese wies die Rechnung zurück: Im Rahmen der Ergänzungsleistungen würden nur Kosten übernommen, wenn die Zahnbehandlung einfach, wirtschaftlich und zweckmässig sei. Den Ersatz von verlorenen Gegenständen könne die Kasse nicht übernehmen. Die Frau wehrte sich gegen diesen Entscheid: Sie brauche die Zahnprothese für ihre Lebensqualität und um essen zu können. Sie sei schwer gehbehindert und auf Pflege angewiesen; daher sei es ausgeschlossen, dass sie die Zahnprothese selber verlegt habe.
Das Kantonsgericht hielt nun in einem vor kurzem veröffentlichten Urteil fest, dass die Ausgleichskasse den Sachverhalt noch einmal prüfen muss. Der Grundgedanke der Ergänzungsleistungen sei es, einkommensschwachen Rentnerinnen und Rentnern eine angemessene materielle Existenz zu garantieren, ohne dass die Versicherten Sozialhilfe beziehen müssten. Im vorliegenden Fall bestreite niemand, dass der Ersatz des Gebisses einfach, wirtschaftlich und zweckmässig gewesen sei.
Zudem sei auszuschliessen, dass die Frau die Prothese wegen grob fahrlässigen Verhaltens verloren habe. Darum gelte der Grundsatz, dass eine verlorene Zahnprothese von der Ausgleichkasse zu vergüten sei. njb