Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03580.jsonl.gz/483

"Wir brauchen viel mehr Klarheit und viel mehr Sicherheiten", betonte er. "Wir können nicht einfach darauf vertrauen, dass der versprochene Scheck schon in der Post ist."
Er schlug vor, dass zumindest Nordirland nach dem EU-Austritt Grossbritanniens in der Zollunion und im EU-Binnenmarkt bleibt. Sonst würden sich die rechtlichen Rahmenbedingungen so auseinander entwickeln, dass Grenzkontrollen in Irland letztlich unvermeidlich wären. Das werde seine Regierung niemals akzeptieren, sagte Coveney.
Es gebe eine "vernünftige Chance", dass London die geforderte Zusicherung noch rechtzeitig vor dem EU-Gipfel Mitte Dezember abgebe und die Verhandlungen über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen der EU und Grossbritannien dann gestartet werden, wie London es sich wünscht. "Grossbritannien hat es in der Hand", sagte Coveney. "Sie können die Chancen auf 90 Prozent steigern. Aber wir brauchen Bewegung." Er bezog dies auch auf die finanziellen Zusagen Grossbritanniens an die EU, die ebenfalls noch nicht ausreichten.
Irland sieht sich als Hauptleidtragender der britischen Entscheidung, die EU 2019 zu verlassen. Die Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland ist seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 faktisch unsichtbar, die gesamte Insel funktioniert als gemeinsamer Wirtschaftsraum. Irland fürchtet nicht nur Handelshemmnisse, sondern auch neue politische Spannungen zwischen probritischen und nationalistischen Kräften in Nordirland, die vor 1998 jahrzehntelang einen blutigen Konflikt austrugen./vsr/DP/stk
(AWP)