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Eero Mäntyranta war ein Phänomen. Seine erste Goldmedaille errang er an den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley in der 4×10-Kilometer-Staffel.
Niemand hätte dies dem damals erst 23-jährigen Finnen zugetraut. Denn Eero war ziemlich klein für einen Langläufer – gerade mal 1.70 Meter. Dennoch dominierte er auch die folgenden Winterspiele: 1964 und 1968 gewinnt er insgesamt zwei Mal olympisches Gold, zwei Mal Silber, einmal Bronze. Dazu weitere Medaillen an zwei Weltmeisterschaften.
Immer wieder wurde er verdächtigt, gedopt zu haben. Was er stets bestritt. Erst zwei Jahrzehnte später lüfteten Molekularbiologen Eeros Geheimnis. Es ist eine seltene Genmutation, die seinen Organismus besonders sensibel auf das körpereigene Blutbildungshormon Epo machte. Dadurch konnte sein Blut enorm viel Sauerstoff aufnehmen. Mäntyranta war sozusagen von Natur aus und lange bevor die Gentechnik überhaupt existierte, genetisch gedopt.
Mäntyranta hatte also einen natürlichen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten. Und nicht nur er: Viele seiner Verwandten tragen die Genmutation in sich. Bei etwa 200 Personen wurde sie bereits nachgewiesen.
Er selbst nahm die Sache gelassen. Doch sein Fall hat die Diskussion über natürliche Mutanten lanciert. Zumal es solche offenbar auch bei anderen Genen gibt, die massgeblich die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen. So muss auch extreme Kraft nicht unbedingt auf eine Anabolika-Kur hindeuten, sondern kann eine natürliche genetische Abweichung sein.
2013 verstarb der Olympiaheld in Oulu, einer Grossstadt im Nordosten von Finnland. In seiner Heimatstadt Lankojärvi gibt es ein Mäntyranta-Museum und ein -Denkmal.