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Der Pontifex erinnerte erneut an das Leid der Ukrainer angesichts der russischen Angriffskrieges - dieser «zerstört alles, auch das Getreide». Eben jene Zerstörung des Getreides sei eine «schwere Beleidigung Gottes, denn das Getreide ist seine Gabe, um die Menschheit zu ernähren». Infolge der Aufkündigung des Abkommens steige der «Schrei von Millionen Brüdern und Schwestern, die Hunger leiden, zum Himmel auf», so Franziskus weiter.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte den Appell des Papstes «bedeutend». «Die Reaktion der religiösen Führer auf den russischen Raketenterror und die Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur ist extrem wichtig, um die ganze Welt und vor allem die Völker Afrikas und Asiens, die am meisten unter der Gefahr des Hungers leiden, vor einer Lebensmittelkrise zu bewahren», teilte Selenskyj am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter mit.
Die Ukraine bleibe ein Garant für die Ernährungssicherheit in der Welt. Der Schlüssel sei aber, den russischen Terror zu stoppen und Kiews «Friedensformel» umzusetzen, so Selenskyj. Zu seiner Grundforderung gehört ein Abzug russischer Truppen aus der Ukraine.
Russland hatte vor zwei Wochen ein von der Türkei und den Vereinten Nationen vermitteltes Abkommen zur Verschiffung von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer aufgekündigt. Die Vereinbarung hatte es der Ukraine ermöglicht, trotz des russischen Angriffskriegs fast 33 Millionen Tonnen Getreide und Lebensmittel über den Seeweg in andere Länder zu verkaufen. Es wird befürchtet, dass dadurch Lebensmittelpreise steigen und Versorgungsengpässe zunehmen könnten, da die Ukraine einer der weltweit wichtigsten Getreide-Exporteure ist. Kremlchef Wladimir Putin will das Abkommen nur wieder in Kraft setzen, wenn der Westen seine Sanktionen gegen Russland lockert.