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Die Rassismus-Debatte aus den USA zieht auch in der Schweiz weite Kreise. Haben die Schweizer «Helden» mit zweifelhafter Vergangenheit noch das Recht auf ein Denkmal? Und darf man «Mohrenköpfe» noch so benennen?
Auslöser für die Diskussion war der Umstand, dass im kalifornischen Sacramento die Statue des Schweizer Generals Johann August Sutter mit Farbe beschmiert worden war. Danach haben Aktivisten dessen Gedenktafel in Rünenberg (BL) verhüllt. Sutter war laut Historikern ein Sklaventreiber und auf den Handel mit Kindern von amerikanischen Ureinwohnern spezialisiert.
Keine Lösung gegen echten Rassismus
So gerieten auch andere Denkmäler in den Fokus, darunter die Statue von David de Pury in Neuenburg, die Statue von Alfred Escher in Zürich oder das Wappen der Mohrenzunft in Bern.
SRF-User Patrick Charpilloz will von einer Entfernung dieser Denkmäler nichts wissen. Er schreibt. «Wir sollten endlich mit dieser Alibipolitik aufhören.» Wenn schon sollte man sich darum kümmern, echten Rassismus auszumerzen. Dies tue man aber nicht, in dem man Mohrenköpfe verbiete oder Statuen abreisse.
Für Marc Schlatter wäre das Entfernen von Statuen ein einmaliger Akt, der rasch in Vergessenheit gerate. «Die Statue eines Menschenhändlers, der als solcher bekannt ist, erinnert ans Geschehene. Wer es nicht weiss, sollte in der Schule nicht aufgepasst haben, dürfte sich dann aber auch nicht für die Statue interessieren.» Und er fügt an: «Wir sollten dankbar sein, in einer Gesellschaft aufgewachsen zu sein, wo man die Übel als solche erkennt.»
Das lenkt von den echten Problemen ab.
Rassismus sei ein wichtiges Thema, schreibt René Baron. Es gebe noch viel Arbeit. «Aber nicht so.» Man müsse die Prioritäten richtig setzen und das Problem da lösen, wo es existiere. «Bei dieser absurden Polarisierung könnte man meinen, dass es Leute darauf abgesehen haben, Rassismus hochzukochen wo (noch) keiner ist, oder damit mindestens von den wirklichen Problemen abzulenken.»
Man müsse auch daran denken, wofür diese Personen ihre Denkmäler erhalten hätten. Felix Hasler fragt: «Escher wird die Statue wohl kaum in Zusammenhang mit seinem Sklaventreibertum erhalten haben. Darf man das nicht trennen? Ich finde, man sollte Geschichte nicht wertend betrachten. Geschichte ist Geschichte.»
Religion als Hauptgrund für Verfolgung
User Mark Weber wagt einen Blick in die Zukunft. «In 200 Jahren werden wir wohl alle historischen Denkmäler zerstören, weil sie an Fleischesser erinnern. Wenn einen etwas stört, zerstört man es.» Christa Wüstner wagt den Vergleich mit den Religionen. «Dann müsste man die Religionen verbieten. Religionen tragen die grösste Mitschuld an Verfolgungen und Vertreibungen. Über unzählige Jahrhunderte.»
Einzig Ueli von Känel kann die Debatte verstehen. «Ich finde es wichtig, dass wir die Geschichte dieser Denkmäler international kritisch beleuchten. Was als glanzvoller Held erscheint, birgt oft ganz dunkle Seiten. Geld und Macht waren oft über die Menschenwürde mit brutaler Versklavung Schwarzer und anderer gestellt worden.» Dass jetzt aufgeräumt werde, halte er deshalb für wichtig.