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Christoph Wanner (Institut für Geologie, Universität Bern) mit Hoda Moradi, Louisa Wolpert, Michael Margreth, Gerhard Furrer
Im Gebirgsbach Aua da Prasüra im Val Costainas (Val Müstair) überschreiten die Konzentrationen von toxischen Elementen wie Nickel und Mangan die für Trinkwasser zugelassen Werte zum Teil um mehrere Grössenordnungen. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass beide Elemente in einem Blockgletscher an der Quelle des Bachs mobilisiert werden. Der Grund ist die Verwitterung von Pyrit, welche zur Bildung von Schwefelsäure führt und dadurch die toxischen Elemente aus den im Blockgletscher vorhandenen kristallinen Gesteinsbruchstücken herauslöst. Nach der Mobilisierung werden die Elemente zum Teil im Blockgletschereis eingeschlossen und zwischengespeichert. Aufgrund des klimabedingten, beschleunigten Abschmelzens des Blockgletschereis, werden die über die letzten Jahrzehnte, Jahrhunderte oder vielleicht sogar Jahrtausende angereicherten Elemente nun jeweils im Sommer sehr stark mobilisiert.
Um die Auswirkung dieser Prozesse auf die Wasserqualität der Aua da Prasüra zu untersuchen, messen wir seit 2021 mit der Unterstützung von Biosfera Val Müstair die aus dem Blockgletscher mobilisierten Frachten an toxischen Elementen. Die Messungen zeigen, dass im Jahr 2021 ca. 1000 kg Nickel und ca. 1000 kg Mangan aus dem Blockgletscher ausgewaschen wurden. Interessanterweise waren die mobilisierten Frachten im Jahr 2022 trotz den hohen Temperaturen etwa 20% tiefer. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass das Abschmelzen des Blockgletschereis stark durch den Transport von Wasser durch den Blockgletscher kontrolliert wird. Aufgrund der Trockenheit waren deshalb im Jahr 2022 die Schmelzraten und somit auch die mobilisierten Frachten von Mangan und Nickel geringer als im Jahr 2021. In den kommenden Jahren soll das Monitoring fortgeführt werden. Dadurch kann überprüft werden, wie sich die Wasserzusammensetzung des Gebirgsbachs mit fortschreitendem Abschmelzen des Blockgletschereis verändert.