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(Vorgetragen in der Versammlung des Magdeburger Bezirksvereines vom 4. December 1865.)
Der Zweck dieses Instrumentes ist, wie oben angegeben, die Ungleichförmigkeit der Bewegung einer Maschine zu ermitteln und daraus rückwärts auf die Umstände zu schließen, welche solche Unregelmäßigkeiten hervorriefen, oder auch selbst die Kraftleistungen zu constatiren. Der Apparat besorgt diese Messung selbstthätig, indem er die Ungleichförmigkeit graphisch darstellt.
Die allgemeine Einrichtung ist folgende: Auf zwei Lagerböcken C, C ist eine Welle W gelagert; auf derselben sitzt ein Schwungrad S lose, ferner ein conisches Rädchen R fest und ein zweites R' lose. Diese beiden conischen Rädchen greifen in zwei gleich große conische Räder R“ und R", welche im Schwungrade S gelagert sind, und bilden die vier Räder somit ein Differentialgetriebe.
Eine Spiralfeder X ist bei dem Lager C so aufgesetzt, daß sie sich mit dem Stücke pp in der Längenrichtung verschieben, aber nicht mit der Welle W herumdrehen kann. Andererseits sitzt die Spiralfeder an dem lose auf der Welle befindlichen Rädchen R' fest. Auf dem Ende der Welle ist ferner eine Schnurscheibe Q aufgesetzt, welche durch eine gleiche Scheibe Q in Umdrehung versetzt wird. Die Schnurrolle Q' empfängt ihre Bewegung durch die Frictionsscheibe H. Diese Scheibe H wird nämlich mittelst des Handhebels Y (Fig. 9)
bestreben, das Schwungrad S mitzunehmen; jedoch setzt diesem Bestreben die Spiralfeder X einen Widerstand entgegen, und es erfolgt nur eine pendelartige Bewegung derselben, mithin ein Hin- und Herdrehen des Papiercylinders. Dieses Pendeln ist von um so größerem Ausschlage, je größer die Ungleichförmigkeit der Bewegung der zu untersuchenden Maschine ist. Um nun die graphische Darstellung auf dem Papiercylinder zu Wege zu bringen, ist auf besonderem Lager eine Walze P mit ineinander laufendem Rechts- und Links-Gewinde aufgestellt, in dessen Gewindegängen ein Zeichenstift T hinund hergeführt wird, wenn durch die Räderübersetzung a, b, c (Fig. 10) die Drehung der Gewindewalze Perfolgt. Die auf dem Papiercylinder entstehende Curve ist ähnlich der Sinuscurve (Fig. 12) und werden die Ordinaten um so größer sein (Fig. 13), je ungleichförmiger die Bewegung ist. Die Curve wird sich hingegen mehr und mehr der geraden Linie nähern, je gleichförmiger die Bewegung wird. Genaue Beobachtungen mit Hülfe der Uhr werden einen sicheren Anhalt für die Untersuchung der Bewegung der Maschinen geben.
Die Anwendung dieses Instrumentes dürfte sich empfehlen, und Referent glaubt, daß es noch an dergleichen Instrumenten fehlt. „o
Der Apparat ist Hrn. Professor Dr. Hartig in Dresden für Preußen und Sachsen patentirt, und die HHrn. Schäffer & Budenberg haben die ersten Apparate bereits in drei verschiedenen Formen ausgeführt. Wie verlautet, soll auf der Industrieausstellung in Chemnitz der kleine Apparat in Function vorgeführt werden.
Zusatz der Redaction,
Das vorliegende Instrument, bestimmt, die Geschwindigkeitsveränderungen einer rotirenden Welle graphisch darzustellen, ist sicher der mannigfaltigsten Anwendung fähig. Namentlich läßt es sich mit hohem Nutzen anwenden zur Prüfung der Wirkungsweise von Regulatoren für Dampfmaschinen, Wasserräder u. s. w. Beobachtungen mit einem solchen Instrumente müssen mit Gewißheit dazu beitragen, die immer noch dunkle „Regulatorfrage“ (vergl. Bd. IX, S. 401 d. Z.) ihrer Lösung näher zu führen, indem es mittelst derartiger Beobachtungen gelingen muß, die über die Wirkungsweise der Regulatoren, über den Einfluß der Schwungmassen der bewegten Maschine 2c. aufgestellten Theorieen zu prüfen. Besonders läßt sich ein derartiges Instrument anwenden, um verschiedene Regulatorsysteme, deren Mannigfaltigkeit ja schon so bedeutend ist und noch täglich zunimmt, bezüglich ihrer Wirkungsweise an derselben Maschine zu prüfen. Ein dem Zwecke nach ähnliches, im Principe aber von dem Hartig’schen durchaus verschiedenes Instrument, hoffen wir in den nächsten Heften d. Z. ebenfalls genauer beschreiben und über seine Anwendung zur Regulatorenprüfung nähere Angaben machen zu können. In Bezug auf das in Fig. 7 bis 11 dargestellte Hartig’sche Instrument seien hier noch einige erläuternde Bemerkungen hinzugefügt. Um den Apparat für die verschiedensten Umdrehungszahlen brauchbar zu machen, ist die ganz aus Holz hergestellte Frictionsscheibe H zum Auswechseln eingerichtet, indem sie mittelst der die Nabe vertretenden Messingscheiben auf der Welle festgeklemmt wird. Solcher Frictionsscheiben sind vier für den Apparat vorhanden von je 200, 250, 300 und 350" Durchmesser. Wie schon oben angegeben, dient der Arm Y zum Andrücken der Scheibe H gegen die zu untersuchende Welle, resp. darauf befestigtes Rad, Schwungrad 2c.; er bildet nämlich mit der Schiene Z einen Winkelhebel, welcher um die Axe der Schnurscheibe Q gedreht wird. Fig. 11 giebt die Ansicht des auf der Stange dd gerade geführten Schiebers (seine Seitenansicht s. in Fig. 8) für den Zeichenstifthalter, welcher im Uebrigen, wie bei Indicatoren, eingerichtet ist. Durch Anordnung des Vorgelegrades b, welches in dem um V drehbaren Handhebel F gelagert ist, kann der Stift (von Silber oder Messing, nicht Blei) leicht ausgerückt werden, indem die Zähne der Räder a und b auseinander herausgezogen werden.
Ueber die Wirkungsweise des Apparates seien hier schließlich noch ein paar Worte gestattet. Derselbe ist kein Dynamometer, kann also nicht etwa benutzt werden, um die Arbeitsstärke einer Maschine zu messen, soll vielmehr nur die auftretenden Geschwindigkeitsänderungen graphisch darstellen. Zur absoluten Messung der Geschwindigkeit, resp. Umdrehungszahl, in jedem Augenblicke, kann er ebenfalls ohne Weiteres nicht benutzt werden. Jedoch ließen sich aus dem durch Versuche zu ermittelnden Widerstande der Spiralfeder und den ebenfalls auszumittelnden Reibungswiderständen des Apparates selbst unter Berücksichtigung der Schwungmasse des Rades S mittelst Berechnung die Beziehungen zwischen den Ordinatengrößen der Curven (Fig. 12 und 13) und den stattfindenden Geschwindigkeiten herstellen. Bei gleichförmiger Umdrehungsgeschwindigkeit der zu untersuchenden Welle wird beim Anlassen des Apparates die Feder X stark zusammengedrückt und in schwingende Bewegung gerathen, bis bei eingetretenem Beharrungszustande des Schwungrades die Feder in etwas gespanntem Zustande verbleibt, entsprechend den Reibungswiderständen des Apparates, d. h. nur des Schwungrades und Differentialgetriebes. Das Schwungrad wird dann die halbe Umdrehungszahl der Welle W erhalten. Rückt man nun den Schreibapparat mittelst des Hebels F ein, so wird der Zeichenstift auf dem Papiercylinder hin- und hergehend eine gerade Linie beschreiben. Die nun neu hinzukommenden Reibungswiderstände des Räderwerkes a, b, c und der Welle V haben auf den Beharrungszustand des Schwungrades S keinen Einfluß. Aendert nun plötzlich die zu untersuchende Welle ihre Geschwindigkeit, so muß das dadurch afficirte Schwungrad die Feder X entweder mehr zusammendrücken oder ausdehnen. Diese Bewegung wird aber pendelartige Schwankungen der Feder zunächst verursachen, welche auf dem Papiercylinder eine Curve darstellen müssen, deren oberhalb und unterhalb XX liegende Ordinaten (Fig. 12) nicht gleich groß wären. Denn der neu eingetretenen Umdrehungsgeschwindigkeit würde eben im Beharrungszustande wiederum eine gerade Linie entsprechen, welche aber mit der zuerst gezeichneten nicht zusammenfällt. Die auf dem Papiercylinder gezeichneten Curven werden, da der Zeichenstift immer hin- und zurückgeht, sich überdecken müssen, so daß man bei sehr ungleichartiger Geschwindigkeit und entsprechenden sehr verschiedenen Diagrammen, wenn dieselben noch gut unterscheidbar sein sollen, ähnlich, wie beim Indicator, bald neues Papier auflegen muß. Eine Aenderung des Apparates würde aber leicht diesem Uebelstande dadurch begegnen, daß ein sich continuirlich vor dem Stifte vorbei bewegender Papierstreifen die Diagramme fortlaufend aufnimmt. Auch war bei einer ersten Ausführung des Apparates eine solche Einrichtung getroffen. Der Papierstreifen wickelte sich von einer Rolle ab, ging über die Schreibrolle (A) und wickelte sich auf eine dritte Rolle continuirlich auf. Dabei war die Rolle A nicht mit der Spiralfeder X in Verbindung, nahm also auch nicht an den Schwankungen der Letzteren Theil, welche vielmehr auf den Zeichenstift selbst übertragen wurden. Auch war früher statt des conischen ein Stirnraddifferentialgetriebe verwendet. Es muß allerdings bemerkt werden, daß die Einfachheit des Apparates in der in unserer Zeichnung mitgetheilten Anordnung gegen die ursprüngliche
kommt, zwei parallel gelagerte Wellen mit gleicher Umdrehungsgeschwindigkeit dergestalt zu bewegen, daß zwischen den einzelnen Umdrehungen eine genaue Coincidenz stattfindet. Diese Bedingung gestattet eine Uebertragung durch Riemen nicht.
Man muß also eine Uebertragung der Bewegung durch Räder
bewirken, was, wenn die Wellen nicht zu weit von einander liegen, durch Stirnräder, welche direct in einander oder in Zwischenräder eingreifen, anderenfalls aber durch Zwischenwellen und conische Räder geschehen kann.
In manchen Fällen bedient man sich zu solcher Bewegungsübertragung auch der gekuppelten Krummzapfen, welche jedoch, wie bekannt, nur da anwendbar sind, wo man beide Wellenenden in dieser Weise - verbinden kann, mit der Maßgabe, daß die Kurbeln des einen Endes einen rechten Winkel gegen die des anderen Endes bilden. Hierin liegt aber gewöhnlich das Hinderniß, eine solche Bewegungsübertragung mittelst gekuppelter Kurbeln anzuwenden, und man kann behaupten, daß, wenn man von der in gleicher Weise ausgeführten Kuppelung der Räder bei schweren Lastzuglocomotiven absieht, eine derartige mechanische Einrichtung überhaupt selten zur Anwendung kommt.
Die Herstellung einer solchen Einrichtung bietet aber auch gewisse Schwierigkeiten, welche nicht sowohl darin zu finden sind, Kurbeln von ganz gleicher Länge herzustellen, sondern sie genau rechtwinklig oder überhaupt nur genau unter gleichen Winkeln gegen einander zu versetzen, weil die geringste Ungenauigkeit in dieser Hinsicht eine von der Kraftübertragung ganz unabhängige Inanspruchnahme der Wellen auf Torsion und einen nachtheiligen Seitendruck auf die Lager der Wellen hervorbringt.
Durch eine einfache Einrichtung ist es mir gelungen,
diese Schwierigkeiten zu beseitigen, und die Kurbelkuppelung auch da anwendbar zu machen, wo man nur je ein Ende der betreffenden Wellen durch Kurbel und Lenkstange verbinden kann, wobei also die Schwierigkeiten, welche die genaue Versetzung der Kurbeln auf beiden Enden darbietet, von selbst wegfallen, Denkt man sich nämlich in Fig. 14 a und b als die Achsen der parallel gelagerten Wellen, welche nach derselben oder nach entgegengesetzten Richtungen auslaufen können, auf jedem Wellenende eine Kurbel von genau gleicher Excentricität befestigt, und die Kurbelwarzen durch eine Lenkstange verbunden, deren Länge genau der Entfernung der beiden Wellenmittel gleich ist, so wird die eine Welle genau der
Bewegung folgen müssen bis zu dem Augenblicke, wo die Kurbeln sich in der auf der Zeichnung dargestellten Lage befinden. In diesem dem sogenannten todten Punkte hört für
die Kurbel b die Nothwendigkeit auf, der Bewegung der
Kurbel a zu folgen, und wenn Letztere sich weiter fortbewegt, so ist wohl die Möglichkeit vorhanden, daß die Kurbel b in Folge des Bewegungsmomentes auch über den todten Punkt fortgleitet, und dadurch der Lenkstange wieder einen Hebelarm bietet, um die Kurbel b zur Fortsetzung ihrer Bewegung in derselben Richtung zu nöthigen; ebenso gut kann aber der Fall eintreten, daß die Kurbel b vom todten Punkte an in eine rückkehrende Bewegung fällt, so daß die Kurbeln zu einander in die Stellung kommen, wie die punktirten Linien am und bn anzeigen. Diesem Zufalle hilft aber ganz sicher ab, wenn man eine dritte Welle c mit einer Hülfskurbel hinzufügt. Die Mittel der Wellen mögen so liegen, daß sie womöglich die Spitzen eines gleichseitigen Dreieckes bezeichnen. Man sieht nun leicht ein, wenn man a als die treibende Welle annimmt und voraus setzt, daß die Kurbeln untereinander durch Lenkstangen verbunden sind, welche den resp. Entfernungen zwischen den Wellenmitteln genau gleich sind, daß in der gezeichneten Stellung die Kurbel bzur Kurbel a zwar in der ungünstigsten Stellung sich befindet, daß dies aber keinesweges mit der Kurbel c der Fall ist. Zwischen a und c ist die Lage der Lenkstange noch so, daß die Kurbel c nothwendig der Bewegung der Kurbel a folgen muß. Dasselbe Verhältniß findet aber zwischen c und b statt, so daß b der Bewegung von c folgen muß. Da nun c der Bewegung von a, und b der Drehung von c folgt, so geht daraus hervor, daß die Bewegung der Kurbel b auch nothwendig mit der von a übereinstimmen muß. Dies ist aber für jede denkbare Lage der Kurbeln der Fall, denn mag immerhin eine Kurbel zu einer der anderen in der Stellung des todten Punktes sich befinden, so steht sie dagegen zur dritten Kurbel in einer günstigen Lage und bewirkt durch deren Vermittelung die Uebertragung der Bewegung auf die zweite. Ich habe diesen Bewegungsmechanismus, allerdings nur in kleinen Verhältnissen, aber für sehr rasche Bewegungen mehrfach in Ausführung gebracht und denselben vollkommen bewährt befunden*). Die Einrichtung der Lenkstangen habe
*) Der hier beschriebene Bewegungsmechanismus findet sich u. A. angeführt als Drei-, Vier- und Mehrfachkurbelsystem in Redtenbacher's „Der Maschinenbau“ (Bd. I, S. 356) und wird dort namentlich für Turbinenschützenzüge empfohlen. D. Red. (L).
ich dabei so angeordnet, wie es die Skizze Fig. 15 zeigt, wobei sich eine Adjustirung am leichtesten bewirken ließ. Es wird nicht wenig Fälle geben, wo dieser kleine einfache Mechanismus mit Vortheil sich anwenden läßt, und will ich hier ein Beispiel anführen, welches die damit erzielte Vereinfachung recht in die Augen springen läßt. Es existiren Flachsbrechmaschinen*), welche aus mehreren hinter einander gelagerten gleich großen und gleich raschlaufenden geriffelten Walzenpaaren bestehen. Der einzige Unterschied zwischen den verschiedenen Walzensystemen besteht nur darin, daß die Riffeln der vorderen Walzen immer gröber, als die des nächst dahinterliegenden Paares, sind. Zur Bewegungsübertragung dienen in der Regel Stirnräder mit Zwischenrädern, welche in Fig. 16, welche eine Skizze einer solchen Flachsbreche darstellen soll, durch punktirte Kreise an
*) Im „Polytechn. Centralblatt“ (1866, Heft 1, S. 1) ist eine Hanfbrechmaschine ähnlichen Systemes mit 22 Paar Walzen beschrieben, bei welcher jedoch die Bewegung der Walzen durch conische Räder vermittelt wird.
gedeutet sind. Eine der Walzen wird durch irgend eine Betriebskraft in Bewegung gesetzt und überträgt ihre Drehung mittelst der Räder an sämmtliche übrigen Walzenpaare.
Man wird nicht leugnen können, daß dieser Bewegungsapparat ziemlich schwerfällig ist, ohne besonders zu bemängeln, daß Zahnräder an Maschinen, bei deren Arbeit viel Staub und Spreu abfällt, wie dies beim Flachsbrechen der Fall ist, in vielfacher Hinsicht unbequem werden. Fig. 17 zeigt nun eine Skizze, wie die Bewegung der Walzen mittelst des Dreikurbelsystemes in einfachster Weise bewirkt werden kann. Der unten liegenden einzelnen Welle w kann vom Motor aus in jeder schicklichen Weise die Bewegung mitgetheilt werden, welche sie in der skizzirten Weise auf sämmtliche Walzen überträgt. Die Einrichtung ist so einfach und aus der Skizze verständlich zu entnehmen, daß eine Erklärung derselben nicht weiter nothwendig scheint; daß sie aber vor der in Fig. 18 skizzirten Einrichtung wesentliche Vortheile voraus hat, wird Jeder leicht einräumen.
C. Kayser.
Beschreibung einer Frictionspresse mit Riemenbetrieb. (Hierzu Figur 1 bis 7, Tafel I.)
Im vergangenen Jahre wurde für die HHrn. Brock & Otterstedde in Ahlen eine Presse zur Fabrication von Weißblechwaren in der Maschinenfabrik von W. Breitenbach in Unna angefertigt. Die Schraube dieser Presse war mit 5 Fuß (1“,57) langen Armen versehen, an deren äußeren Enden Kugeln von etwa 600 Pfd. angebracht waren. Mittelst dieser Armie wurde die vierfache Schraube durch 4 bis 5 Mann in Bewegung gesetzt. Die Arbeit war sehr anstrengend, und die Leistung dabei eine geringe, weshalb die HHrn. Brock & Otterstedde sich veranlaßt sahen, die Presse für Maschinenbetrieb einzurichten. Nach verschiedenen Projecten wurde schließlich in obiger Maschinenfabrik die Ausführung in folgender Art bewerkstelligt:
Die Bewegung der Schraube A erfolgt durch zwei Frictionsscheiben B und C, welche den Umfang des Schwungrades D berühren. Zur Vermehrung der Reibung ist ein Holzkranz aa, Fig. 7, mit der Hirnseite nach Außen um das Schwungrad gelegt, welcher durch einen eisernen Ring bb festgehalten wird. Damit die Frictionsscheiben stets den Umfang des Schwungrades berühren und mit einer gewissen Kraft gegen dasselbe gepreßt werden, sind die schmiedeeisernen Federn E und F angebracht, vermöge welcher man die Scheiben beliebig fest andrücken kann. Auf der Welle jeder Frictionsscheibe sitzen drei Riemscheiben, eine feste und zwei lose, welche ihre Bewegung von der Transmissionswelle erhalten.
Obgleich die Bewegung der Schraube A auch durch eine Frictionsscheibe hervorgebracht werden konnte, so ist doch die Construction mit zwei Scheiben deshalb vorzuziehen, weil durch dieselben die Schraube stets senkrecht geführt wird, was bei nur einer Frictionsscheibe nicht der Fall ist, weil vielmehr hierdurch die Schraube mit Schwungrad stets nach einer Seite gedrückt würde, und ein schnelles Verschleißen der Schraube
und Mutter nicht ausbleiben könnte. Auch würde die Bewegung nicht mit solcher Leichtigkeit erfolgen, wie bei vorliegender Construction. G ist der Ausrückhebel für die beiden Riemen; der Mechanismus H dient zum Feststellen der zu pressenden Bleche. Zur Bedienung der Presse ist nur ein Arbeiter erforderlich, und wird gegen früher das Doppelte geleistet. Die Presse ist jetzt seit mehreren Monaten ohne Unterbrechung im Betriebe, und die ganze Ausführung als vollständig gelungen zu bezeichnen. Eine gleiche oder ähnliche Anordnung wird sich bei vielen anderen Pressen mit Vortheil anwenden lassen und namentlich da, wo mit großem und variablem Hube gearbeitet werden soll. Dann haben Frictionspressen gegen die gewöhnlichen Excentrikpressen noch den Vorzug, daß viel weniger Bruch entsteht. Hamm, den 28. Januar 1866. Jos. Ernst.
Zusatz der Redaction.
Eine kurze Beschreibung der vorliegenden Presse findet sich bereits Bd. X, S. 482 d. Z. Die Erfindung ihrer Construction, d. h. die Anwendung der Frictionswellen zur Bewegung des durch mechanische Kraft getriebenen Stanz- oder Prägwerkes muß wohl Chéret in Paris zugeschrieben werden, da im „Bulletin de la société d'encouragement pour l'industrie nationale“ (1861, T. VIII, S. 257), daraus übergegangen in „Polytechn. Centralblatt“ (1861, S. 188) und „Schweiz. polytechn. Zeitschrift“ (Bd. WI, S. 139), die Beschreibung einer in dieser Art eingerichteten Münzpresse und ein Bericht über Versuche mit derselben von Laboulaye enthalten sind.
In der That ist die Anwendung der Frictionsübertragung für eine Arbeitsmaschine, welche plötzliche Stoßbewegungen erhält und schnell ausgerückt werden soll, eine sehr zweckmäßige. Die hierbei außerdem gewählte Winkelübertragung bietet noch einen sehr gut benutzten Vortheil, welcher darin zu suchen ist, daß beim Niedergange der Preßschraube das Schwungrad auf der Frictionsscheibe sich senkt und der Hebelarm der Letzteren bei dieser Senkung vergrößert wird. Bei constanter Umdrehungszahl der Betriebswelle muß sich demnach beim Niedergange der Spindel die Geschwindigkeit der Letzteren vermehren und so eine gegen Ende des Stoßes besonders kräftige Wirkung desselben veranlassen. Kurz vor Beendigung des Niederganges werden durch den Ausrücker die Riemen auf beide Losscheiben geschoben. Die starke Steigung der Preßschraube läßt nun selbstthätig den Rückgang erfolgen, welcher nach weiterem Verschieben der Riemen durch die entgegengesetzte Bewegung vollendet wird. Kronauer’s „Zeichnungen 2c.“ (Bd. IV, Taf. 12 u. 13) enthalten genaue Abbildungen eines Chéret'schen Druckwerkes für Silberblech, welche von der hier von Hrn. Ernst mitgetheilten Construction in der Durchführung des Principes selbst verschieden ist, wozu noch eine gewisse selbstthätige Ausrückung der Presse hinzu kommt. Diese Verschiedenheiten, welche für specielle Anwendungen wohl Berechtigung finden möchten, sind folgende. Zunächst ist die horizontale Betriebsriemenscheibenwelle durchgehend für beide Frictionsscheiben aus einem Stücke construirt und mit nur einer losen und einer festen Riemenscheibe versehen; außerdem nicht am Gestelle selbst, sondern außerhalb desselben an besonderen Ständern gelagert. Während nun bei der auf Taf. I dargestellten Presse die Bewegungsumkehrung der Preßschraube durch Verschieben des Riemens geschieht (indem nämlich die links liegende feste Scheibe in demselben Sinne von der Transmissionswelle aus gedreht wird, als die rechts liegende feste Scheibe), wird bei der Chéret'schen Presse durch den Ausrückhebel die ganze horizontale Welle mit den Frictionsscheiben verschoben, so daß die eine
oder die andere der Letzteren zur Wirkung kommt. Ist der Hub vollendet, so stellt der Arbeiter den Ausrückhebel so, daß beide Scheiben den Schwungradumfang nicht berühren und rückt dann den Aufgang ein durch Anpressen der gegenüberliegenden Frictionsscheibe.
Damit nun aber der Aufgang der Preßschraube und somit des Schwungrades nicht zu hoch geschieht, da sonst ein Anstoßen des Letzteren an die durchgehende horizontale Frictionsscheibenwelle erfolgen müßte, ist auf dem Umfange des Schwungrades (welches hier übrigens nur mit zwei schmiedeeisernen eingegossenen Armen versehen ist), eine Erhöhung angebracht, welche, beim Steigen gegen das Ende eines Hebels anstoßend, durch diesen die Ausrückung selbstthätig bewirkt. Eine Verstellbarkeit des Hubes ist ebenfalls vorgesehen. »
Die Frictionsscheibe für den Niedergang, also während des Stoßens, wird mittelst des Ausrückhebels durch den Druck des Arbeiters selbst gegen das Schwungrad gepreßt, während die beim Aufgange wirkende Frictionsscheibe durch ein Gewicht gegengedrückt wird. Die statt dieser Anordnung auf Taf. I angebrachten Druckfedern möchten jedenfalls vorzuziehen sein, da hier von dem Arbeiter kein besonderer Druck auszuüben, sondern höchstens beim Wechsel der Bewegung der Ausrückhebel zu verschieben ist. Eine besondere Selbstarretirung beim Aufgange der Schraube ist hier nicht nothwendig, indem diese Arretirung sich von selbst dadurch bietet, daß, wenn das Schwungrad bis in die Mitte der Scheiben, also in die Axe der Riemenscheibenwellen, gelangt ist, überhaupt keine Bewegung mehr an die Schraube übertragen wird. Der Hebelarm der Frictionsscheibe wird eben Null.
Wie a. a. O. mitgetheilt wird, sind in Paris derartige Chéret’sche Pressen hauptsächlich zum Ausstanzen von Löffeln und Gabeln, zum Drücken von aus Blech fabricirten Gegenständen (hauptsächlich Silberarbeiten), sowie endlich zum Prägen kleinerer Medaillen 2c. in ziemlich großer Zahl im Gebrauche und bewähren sich vorzüglich.
L.
1) Oualitative Analyse von Legirungen, Kalksteinen, Mergeln und anderen einfachen Mineralien und Salzen . . . . . . . . 2) Quantitative Analyse derselben . . . . . . . . . . . . 3) Qualitative Analyse von zusammengesetzten Mineralien; Schmelzfarben; Porzellan; Glas- und Thonwaren; Hohofenschlacken u. dgl. 4) Quantitative Analyse derselben . . . . . . . . . . . . 5) Oualitative Analyse von Brunnenwässern für technische Zwecke und bei sberflächlich gestellten Fragen - B & s 6) Ouantitative Bestimmung eines einzelnen Bestandtheiles . 7) Qualitative Analyse von Mineralwassern als Handelsware . 8) Ouantitative Analyse von Mineralwassern: a) Untersuchung bezüglich einer etwaigen Unterschiebung anderer Wässer unter imitirten Marken . . . . . . . . . . b) Quantitative Ouellenanalyse auf sämmtliche Bestandtheile mittelst wiederholter controlirender Analyse . D S. d. d B B S
2 Thlr. – Sgr. 3 Fl. 10 - – - 15 = 5 - 20 - 8 = 13 - 10 - 20 = Z A 10 S 5 A 3 - 10 - 5 10 - – - 15 33 - 10 - 50 100 - – - 150