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Gestern wurde in Zürich der Umweltgiftreport 2013 der Schweizer Stiftung Green Cross vorgestellt. Daraus geht hervor, welches die zehn am stärksten verschmutzten Orte der Welt sind. Diese liegen in acht Ländern: Argentinien, Bangladesch, Ghana, Indonesien, Nigeria, Russland, Sambia und der Ukraine.
Ausgewählt wurden diese Orte aus etwa 3000 verschmutzten Orten weltweit, wobei geprüft wurde, wie stark die Grenzwerte für Giftstoffe überschritten wurden, wo die Entwicklung besonders dramatisch verläuft und wie viele Menschen betroffen sind. Auf der Liste findet sich zum Beipiel Agbogbloshie in Ghana, wo grosse Mengen Elektroschrott – vor allem aus Europa – weiterverarbeitet werden. Um an das Kupfer in den Kabeln zu gelangen, wird die Plastikhülle darum einfach verbrannt. Dadurch gelangen viele giftige Stoffe in die Luft. Oder der Citarum-Fluss in Indonesien, welcher extrem mit Blei, Eisen und Aluminium belastet ist. Zudem treiben riesige Mengen Abfall im Gewässer. Auch das Niger-Delta in Nigeria findet sich unter den Top Ten. Durch die Förderung der Ölvorkommen in der Region wurden der Fluss, das Grundwasser und die Böden vergiftet.
Viele Menschen, darunter auch Kinder, sind direkt von den Giften betroffen. Sie arbeiten mit den Chemikalien und vergiften sich und ihre Umwelt. Die verschmutzten Gewässer sind oft die einzige Trinkwasserquelle und viele Menschen trinken davon. Und schlussendlich gelangen einige Stoffe auch in die Luft und können sich so über die ganze Erde verbreiten. Doch nicht nur Chemikalien, auch Radioaktivität wie in Tschernobyl sind eine Bedrohung. Noch findet sich Fukushima nicht auf der Liste, die Atomruine wurde im Bericht von Green Cross aber ausführlich erwähnt. Wahrscheinlich wird auch dieser Ort im nächsten Bericht ins Ranking aufgenommen werden müssen.
Einige gute Entwicklungen gibt es aber auch. So war Indien vor einigen Jahren noch auf der Liste der am meisten verschmutzten Orte zu finden, heute aber nicht mehr. Dank starker finanzieller Unterstützung der Regierung konnte die Situation geändert werden. Auch in Argentinien laufen verschiedene Projekte, welche darauf abzielen, den völlig verschmutzten Fluss Riachuelo wieder herzustellen. An den meisten Orten wäre aber noch grosse finanzielle Unterstützung nötig.
Bild: Kounosu [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons