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Das häufig in den Psalmen vorkommende hebräische Wort „Sela“ wurde in der Elberfelder-Übersetzung unübersetzt im Text stehen gelassen. Es heisst soviel wie „Anheben“. Das Wort diente als musikalische Anweisung. An der Stelle, wo es im Ablauf der Verse erscheint, sollte der Tempel-Chor jeweils verstummen. Die Instrumente des Orchesters mussten mit einem Zwischenspiel die längere Chorpause ausfüllen. Dieses Zwischenspiel war von wichtiger Bedeutung. Es sollte die Zuhörer im Tempel dazu bewegen, über das gehörte und gesungene Wort Gottes der vorangegangen Verse nachzudenken und es innerlich zu verarbeiten. Man bedenke: Die jüdische Tempelmusik war eine Musik des Friedens, die das Denken förderte. Für die Musik des Heidentums war im Kontrast dazu wilde Ekstase und stampfender Rhythmus mit gleichbleibendem Grundschlag wichtig und charakteristisch. Diesen Stil nennt man motorisch-rhythmisch, und er bewirkt eine Bremsung des Denkens bis hin zum Herunterfahren des Bewusstseins. Im Gegensatz dazu regt die atem-rhythmische biblische Musik des Tempels das besinnliche Denken und Nachdenken an.