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| Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben

Erste Rede
3.
Das Auge vermag das Licht aufzunehmen, und dadurch wird der ganze Leib erleuchtet. Das Gehör ist für die Stimme eingerichtet und dadurch vernehmen die Glieder den Ton. Der Mund genießt die Speisen, und durch ihn und mit ihm der ganze Körper. So schauen die Wächter 1 den Vater durch den Sohn, der aus seinem Schoße ist. Durch ihn hören sie auch seine Stimme, durch ihn empfangen sie seine Gabe. Da gibt es keine andere Mittelsperson 2, zu helfen oder Hilfe zu empfangen. Die Sinne bedürfen einander, sie hängen alle voneinander ab. Auch die Geschöpfe hängen alle voneinander ab, weil sie einen Körper bilden. Selbst die höheren Wesen erhalten von ihren Genossen Befehle; denn sie befehlen und erhalten Befehle voneinander je nach ihren Rangstufen. Alle aber, von denen ich gesprochen oder die ich nicht erwähnt habe, erhalten von dem einen Erstgeborenen Befehle. Von ihm hängen alle Geschöpfe ab, während er mit seinem Vater vereinigt ist. Wie willst du nun den Eingeborenen ergründen, der mit der Vaterschaft [dem ewigen Vater] vereinigt ist? Wenn du den Vater erforschen kannst, dann findest du in ihm und bei ihm auch den Sohn. Bei seinem Munde ist er [der Sohn], wenn er [der Vater] befiehlt, und bei seinem Arme ist er, wenn er erschafft. Durch ihn [den Sohn] wirkt er, und durch ihn befiehlt er. Nur sie kennen sich wechselseitig. In seinem [des Vaters] Schoße ist er [der Sohn], wenn er liebt, und zu seiner Rechten ist er, wenn er thront. Ihn liebt er, ihn schaut er an.
1: d.h. die Engel
2: wörtlich: Bruder