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Über das Museum, das aus Radio Seger hervor gegangen ist.
Das Museum ist aus zwei Grundgedanken enstanden:
1. Es soll den Besuchern aufgezeigt werden, was für gewaltige Fortschritte in der Radiotechnik beziehungsweise in der ganzen Elektronik während den vergangenen rund 100 Jahren gemacht wurden.
In zwei gleichwertigen Zeitreisen hört man Informationen begleitet von einer möglichst zeitgerechten Auswahl an Musikstücken, also von Klassik bis Pop und von Ländler bis Jazz.
2. Es ist eine Hommage an Getrud und Fritz Seger. Sie waren Pioniere in verschiedener Hinsicht. Nachfolgend wird ihre Geschichte erzählt:
1920 erwarb Friederich Schönholzer (Vater von Gertrud) von der Gemeinde die Bewilligung zur Erstellung von Elektroanlagen.
Nach seinem frühen Tod war klar, was Trudi lernen musste, um die Firma weiterführen zu können. 1932 wurde sie mit Diplom zur ersten Elektrikerin der Schweiz ausgezeichnet. Sie war auch eine der ersten Autofahrerinen im Thurgau.
Da kam der entfernt Verwandte Fritz Seger gerade recht, hatte er doch bei der Maschinenfabrik Oerlikon die Lehre gemacht und soeben das Technikum als Elektroingenieur abgeschlossen. Es wurde beschlossen, dass diese Zwei heiraten.
Durch die damalige allgemeine Elektrifizierung bekamen sie sehr viel Arbeit. Durch ihren ausserordentlichen Fleiss brachten sie es bald auf einen grünen Zweig.
Radioempfänger wurden damals in ihrem Elektrogeschäften verkauft und auch fachmännisch repariert. So baute sich Fritz Seger einen Reparaturwagen, den man im Hintergrund sieht. Dieser Reparaturwagen wurde auf Reklame- Postkarten abgebildet und auf der Rückseite stand Folgendes:
Dank der Geschäftstüchtigkeit der Beiden und dem Anstieg der Radioverkäufe, trotz der Kriegsjahre, konnten sie 1943 den Elektroteil verkaufen und sich voll auf die Radio Branche konzentrieren. Fritz war sich sowieso sicher, dass Fernsehen bald aufkommen würde und ein grosser Markt zu erwarten sei.
Da Trudi die Stellung halten konnte, war es Fritz möglich, 1953 eine USA Reise zu machen, von der er begeistert und mit einem Fernsehbausatz zurückkam.
In dieser Zeit baute er sich nebenbei aus Holz eine H-Jolle. (6.2 m Schiff) Dies zeigt die Vielseitigkeit von Fritz, die sich auch darin widerspiegelte, dass er später Antennen selbst berechnet und gebaut hatte. Diese Antennen wurden aus Holz und Bleiröhrchen hergestellt und ermöglichten sehr günstige Antennenanlagen für die Kunden zu bauen. (ca. 180 sFr. für alle 3 empfangbaren Sender inkl. Montage)
Zu Beginn des Fernsehzeitalters baute Fritz seinen zweiten Reparaturwagen, diesmal sogar mit einem selbst geplanten Aluminium Aufbau. Nachträglich stellte sich leider heraus, dass das Konzept der Fernsehreparatur beim Kunden ungeeignet war, da ja auch eine gute Empfangssituation zur richtigen Fehlersuche nötig war. Deshalb wurde das Auto später zum Antennenwagen umfunktioniert.
Bald nach Einführung des Farbfernsehens wurde Fritz schwer krank und Trudi musste die Zügel wieder in die Hand nehmen. Sohn Werner half mit, bis Sohn Hans das Geschäft sehr jung übernahm. In folgenden Zeit wandelte sich die Branche immer mehr zum reinen Handel hin. 1988 konnte er das Geschäft verkaufen und sich wieder auf seine technischen Stärken konzentrieren. Bis zur Pensionierung war die Sendestation Säntis sein neues Arbeitsfeld.
Woher stammen all diese alten Geräte? Bei Radio Seger mussten immer wieder Geräte eingetauscht werden, weil sie defekt waren. Viele konnten repariert und als Occasion verkauft werden. Geräte mit komplizierten Fehlern wurden zur Seite gelegt, um bei wenig Arbeitsaufkommen repariert zu werden. Doch oft war ein Occasionsverkauf nicht mehr möglich, so füllten sich Estrich und Lager langsam auf. Schon Fritz Seger träumte von einem Museum und er hätte Freude daran, wenn es jetzt wieder aus diesen alten Geräten tönt.