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1952
20 Jahre
Jubiläums- und Weihnachtsfeier
Dieses Jubiläumsfest von 1952 war ein grösserer Anlass mit besonderem Dank an Karl Meier / Rolf und Anna Vock / Mammina. "Rückblick und Ausschau" hiess eine der Ansprachen. Man zählte von den ersten Ausgaben des Freundschafts-Banners 1932 an und sah die Monatsschrift Der Kreis - Le Cercle via Schweizerisches Freundschafts-Banner und Menschenrecht als direkte Nachfolgezeitschrift.
Zum unterhaltsamen Teil des Abends gehörte die Theater-Szene "Davids Abschied von Jonathan" aus der dramatischen Dichtung "David" von Otto Zarek. Carl Zibung spielte den David und Röbi Rapp gab den Jonathan. Die Weihnachtsnummer brachte den vollen Text, wie es hiess, "für alle Abonnenten, die am Fest nicht teilnehmen konnten"1. Als Sondergabe lag diesem Heft eine Broschüre bei, "Wie es begann…"2. Darin war unter anderem Karl Meiers Rede zum 20. Jubiläum enthalten.
In der Januarausgabe 1953 fand sich ein Faltblatt, "Nachklänge zu unserer Jubiläumsfeier" von "Beat". Er hatte die Idee lanciert, Geld zu sammeln, um Karl Meier / Rolf einige Besonderheiten schenken zu können. Das Ergebnis waren 2400 Franken, gut aufgestockt von "Beat" selbst, der seinen Bericht als Brief an einen nicht anwesenden Freund verfasst hatte:
"[...] Als ich Rolf zur Ehrung auf die Bühne rief, grüsste ich ihn mit einem Strauss dunkelroter Rosen [...]. Alle Anwesenden hatten sich [...] erhoben. [...] Unser Rolf - unser KREIS!
Dann langte ich nach Rolfs Hand und sagte: 'Im Namen aller [...] und aus Dankbarkeit von uns allen [...] stecke ich dir diesen Ring an den Finger. (Rolf zitterte ganz!) Dieser Ring ist zusammengesetzt aus fast unzähligen Gaben - grossen und kleinen - deiner Kreiskameraden. [...] Gebe Gott dir die Kraft, dass du noch viele Jahre unser Rolf bleiben kannst! [...]' Und begleitet von heller Begeisterung [...] gab ich Rolf einen herzhaften Ehrenkuss. [...]
Diese Überraschung war uns restlos geglückt und die Reaktion kannst du dir nicht vorstellen. Guter Rolf! Es ist ein Siegelring. Eine prächtige Arbeit in Gelb- und Weissgold, von unserem jungen Klubmitglied Geny kunstvoll gearbeitet und trägt die Gravur: 20 Jahre KREIS - 1952 - In Dankbarkeit - Deine Kameraden. Und weil uns - wir waren nur einige, die davon wussten - die Heinzelmännchen verraten hatten, dass Rolf längst ein gutes Bett nötig hätte, öffnete sich dann der Vorhang und da stand … ein feines Bett samt schönster Bettwäsche und Lunadecke. War das ein Hallo im Saal! [...]
Als Abschluss reichte ich Rolf noch ein ledergebundenes Gästebuch mit unserem eingeprägten Goldsignet mit Widmung [...] und sollen sich dort viele Kameraden mit netten Worten zur bleibenden Erinnerung eintragen. [...]
Nur nebenbei möchte ich dir noch sagen, dass ich dann am Schluss [...] auch einmal alle die 'ungenannt sein wollenden' unermüdlichen Mitarbeiter auf die Bühne rief, denn was wäre ein Präsident ohne ein gewissenhaftes Kabinett, um auch diesen Idealisten [...] einmal öffentlich zu danken. Und damit bist du, mein Kamerad, ja sicherlich einverstanden, denn ich dankte auch in deinem Namen."
"Beat" hiess ausserhalb des KREIS Johnny Fahrny. Er leitete eine Coiffeurfachschule in Zürich und war mit uns (Röbi Rapp und Ernst Ostertag) befreundet. Ab 1959 bis 1964 liess er Röbi als Fachlehrer im Team seiner Schule mitwirken.
Johnny wuchs als uneheliches Kind und Verdingbub in ärmlichsten Verhältnissen im Kanton Bern auf. Das vergass er nie. Soziales Engagement gehörte zu seinem Leben, auch als er Firmenmitinhaber und Direktor geworden war.
Anschliessend folgte auf demselben Faltblatt eine Zuschrift von Anna Vock / Mammina, in der sie sich für den überreichten Früchtekorb bedankte und zum Bestand der Zeitschrift weiterfuhr:
"[...] Solange Rolf geistiger Mentor bleibt, habe ich für den Bestand und den Erfolg derselben keine Angst, denn das sittliche Niveau und die positive Einstellung zur Verantwortung dem Höchsten gegenüber sind uns beiden gemeinsam. Auf diesem Boden ist die Zeitung 20jährig geworden.
Nun habe ich zum Schluss nochmals zu danken und zwar dem ältesten Mitarbeiter des KREIS und dem ältesten Abonnenten des Freundschafts-Banner, unserem verehrten 'yx'4 im sonnigen Tessin, für seine lieben Worte zum Jubiläum, aber auch den übrigen lieben Kameraden und Abonnenten der ersten 10 Jahre unserer Zeitung unter meiner Regie, [...] 'der alten treuen Garde'.
Schon seit einiger Zeit werde ich von vielen von Euch gebeten, doch einmal eine eigene Zusammenkunft mit Euch zu veranstalten. Nun, es ist auch mein Wunsch, [...]. Also, ich habe mit Rolf zu diesem Treffen einen Sonntagnachmittag bestimmt, den 15. März 1953. [...] Mit der Februarnummer erfolgt die Mitteilung, wo und zu welcher Zeit wir uns treffen. Also reserviert Euch heute schon den 15. März zum Appell der 'alten Garde'! Dem KREIS ein herzliches 'Glück auf' ins 3. Dezennium, das wünscht von Herzen auch allen lieben Lesern, Euere Mammina."
Das Treffen fand statt mit "brieflicher Nachricht" an alle, die sich angemeldet hatten3.
Ernst Ostertag, Mai 2005