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Geschäftshaus Modissa
Adresse
8001 Zürich
ZH
Architektur
Weitere Bauphasen
Das Geschäftshaus Modissa ist ein Vertreter der Hochkonjunktur: Fortschrittsglaube herrschte, das Althergebrachte wurde wenig geschätzt. An der Zürcher Bahnhofstrasse wurden mit dem OMEGA-Haus und dem Bally-Capitol kurz zuvor und innerhalb kürzester Zeit zwei weitere neue Geschäftshäuser konzipiert. Als Werner Gantenbein sein Projekt von 1965 in den 1970er-Jahren realisierte, hatte sich diese Euphorie bereits wieder gelegt, der Abbruch des historischen Baubestands war heftig umstritten und wurde an der Bahnhofstrasse danach nicht länger weiterverfolgt. Der zweifellos gut gesetzte und proportionierte Bau ist ein wichtiger Zeitzeuge und demonstriert eindrucksvoll die sich wandelnde Warenpräsentation.
Chronologie
Der Wettbewerb für das Geschäftshaus Modissa fand 1965 statt. Der damals erfolgreiche Entwurf von Werner Gantenbein wurde in einer überarbeiteten Fassung von 1973 bis 1975 umgesetzt. Dem Neubau musste der historistische Silberhof weichen, ein vormals wichtiges Gebäude im Stadtbild. Seit Mai 2014 steht das Geschäftshaus Modissa unter Denkmalschutz. Von 2014 bis 2015 erfolgte eine sensible Sanierung unter weitgehender Berücksichtigung der Fassadengestalt, konzipiert von Matteo Thun und realisiert von Steiger Concept.
Lage
Das Geschäftshaus Modissa besetzt die Ecke Bahnhofstrasse und Uraniastrasse in der Züricher Innenstadt. Die städtebauliche Lage inmitten der stark frequentierten Fussgängerzone und Flaniermeile ist exponiert.
Beschreibung
Das Gebäude besteht aus einem sechsgeschossigen Hauptbaukörper und einem abschliessenden Attikageschoss. Darüber befindet sich ein Technikgeschoss. Das Basement wurde als Verkaufsfläche konzipiert, darunter sich drei weitere Tiefgeschosse mit Lagerflächen. Die beiden zu den Strassen hin verglasten Hauptgeschosse sind eingezogen, die vier Obergeschosse darüber kragen leicht aus und formen an der städtebaulich relevanten Ecke einen geschwungenen Erker. Der verglaste Erker lagert auf einer Säule, die den Vorbereich des Geschäftshauses gliedert. Der Erker fungiert als weithin sichtbares Schaufenster, er schafft Transparenz und setzt bei Nacht Lichtakzente. Die Aussenhaut der Obergeschosse dagegen ist geschlossen und besteht aus feinmaschig strukturierten Bronzeblech-Sandwichelementen. Einzig das fünfte Obergeschoss ist mit schmalen Fenstern durchsetzt. Die Umbaumassnahmen von 2016 veränderten die beiden Hauptgeschosse, die von der plastischen Gestaltung durch die breit profilierten Aufkantungen der Vordächer befreit und jetzt mit einer durchgehenden, entlang der Kante der Obergeschosse verlaufenden Glasfront zusammengebunden wurden.
Die entkernten und neu gestalteten Innenräume folgen den heutigen Ansprüchen, auch im Bereich Energie. Anstelle der Lager- und Technikräume konnte im Attikageschoss ein attraktives Rooftop- Restaurant eingerichtet werden.
Literatur