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Wird im Kanton Zürich bald mehr Aushub per Bahn befördert?
Der Kanton Zürich will mit einem Gesetz dafür sorgen, dass mehr Aushub per Bahn transportiert wird. Dasselbe Ziel hat das neu gegründete Unternehmen dreier lokaler Bau- und Entsorgungsfirmen, das auch ein detailliertes Transportkonzept umfasst.
Quelle: TerraRail Modalsplit AG
Seit dem 1. Juli 2021 muss sauberer Aushub aus Baugruben mit einem Volumen von mehr als 25'000 Kubikmetern zwingend mit der Bahn abtransportiert werden.
Fast zwei Mal die Cheops-Pyramide in Gizeh: So gross ist Menge an Aushub, die im Kanton Zürich pro Jahr anfällt, in Zahlen: 4,5 Millionen Kubikmeter. Zwar schreibt der kantonale Richtplan vor, unverschmutztes Aushub- und Abraummaterial sei «grundsätzlich für die Rekultivierung von Materialgewinnungsgebieten zu verwenden».
Doch jener Anteil des unverschmutzten Aushubs, bei dem eine weitere Verwertung nicht möglich ist, darf in regionalen Aushubdeponien abgelagert werden. Diese befinden sich vor allem in den Kiesabbaugebieten im Norden des Kantons, etwa bei Weiach oder Hüntwangen. Aus Kapazitätsgründen wird ein Teil des Materials indes auch in Deponien der Nachbarkantone verbracht, obwohl der Richtplan dies eigentlich ausschliesst.
Das alles bedeutet, dass jedes Jahr gewaltige Mengen an Aushubmaterial transportiert werden, grösstenteils auf der Strasse. Der Bahnanteil beim Aushub-Transport liegt unter zwei Prozent, obwohl im Richtplan ein Anteil von 35 Prozent vorgesehen wäre. Der Kanton hat deshalb reagiert und das Planungs- und Baugesetz geändert: Seit dem 1. Juli 2021 muss sauberer Aushub aus Baugruben mit einem Volumen von mehr als 25'000 Kubikmetern zwingend mit der Bahn abtransportiert werden.
Dies betrifft, grob gesagt, die südlichen zwei Drittel des Kantons, bei welchen die Transportwege zu den Deponien im Norden lang sind. Die Schaffung einer zusätzlichen Deponie im Süden des Kantons Zürich ist nicht in Sicht.
Quelle: TerraRail Modalsplit AG
Von der Änderung im Planungs- und Baugesetz sind grob gesagt die südlichen zwei Drittel des Kantons betroffen, bei welchen die Transportwege zu den Deponien im Norden lang sind. Die Schaffung einer zusätzlichen Deponie im Süden des Kantons Zürich ist nicht in Sicht.
Transport von Aushubmaterial via Bahn
Diese Gesetzesänderung hat dazu geführt, dass sich drei Bauunternehmen zur Gründung der Terrarail Modalsplit AG zusammengeschlossen haben. Das neue Unternehmen soll den vom Gesetz geforderten Transport von Aushubmaterial und Gesteinskörnung via Bahn ermöglichen. Die drei Unternehmungen sind Hastag (Zürich) AG mit Sitz in Birmensdorf, Schneider Umweltservice AG in Meilen und Eberhard Bau AG in Kloten. Auch die neu gegründete Firma hat ihren Sitz in der Flughafenstadt.
An den Standorten Rümlang, Volketswil und Winterthur kann der Aushub angeliefert und die Gesteinskörnungen abgeholt werden. Mittelfristig wird noch der Standort Birmensdorf dazukommen. Die Standorte bieten alle einen direkten Bahnanschluss und können die notwendigen Umschlagkapazitäten bereits heute oder in naher Zukunft abdecken.
Danach werden die Aushubmaterialien per Bahn abtransportiert und in einer Materialentnahmestelle abgelagert beziehungsweise verwertet. Das Angebot umfasst auch die Erarbeitung des Transportkonzepts, welches mit dem Baugesuch eingereicht werden muss.
Quelle: TerraRail Modalsplit AG
Fast zwei Mal die Cheops-Pyramide in Gizeh: So gross ist Menge an Aushub, die im Kanton Zürich pro Jahr anfällt, in Zahlen: 4,5 Millionen Kubikmeter.
Lösungsorientierter Anbieter
Markus Streckeisen, Verwaltungsratspräsident der Terrarail Modalsplit AG, sagt: «Die Terrarail Modalsplit AG sieht sich als lösungsorientierte Anbieterin. Wir nutzen die langjährigen Erfahrungen und die idealen Standorte mit Bahnanschluss der drei Unternehmungen. Wir können so die mit dem Gesetz ausgelöste Nachfrage abdecken, Synergien zum bisherigen Baustellentransport nutzen und den Verkehrsraum mit der Bahn entlasten. Die Dienstleistung konnten wir bereits für erste Ausschreibungen aktiv anbieten.»
Die Terrarail Modalsplit AG ist aus operativer Sicht bereit, Aushubmaterial anzunehmen und zu transportieren. «Wir haben uns für mehrere Bauprojekte beworben und sind zuversichtlich, bald beginnen zu können», sagt Rocco Vicenzi, Projektleiter Terrarail Modalsplit AG von den Eberhard Unternehmungen. Man wolle kurzfristig die Menge von 90'000 Tonnen Transportaushubmaterial erreichen, langfristig setze man sich «keine Grenzen. Unser System ist in der Lage, auch grosse Mengen an Aushubmaterial zu transportieren.»
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