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Internationales Jahr der Weidelandschaften und Pastoralisten
Bist du ein Pastoralist? Dann soll dir das Jahr 2026 gewidmet werden. Auf Ansuchen der mongolischen Regierung wird von der UNO geprüft, ob 2026 zum Jahr der Weidelandschaften und Pastoralisten ausgerufen wird.
Warum wurde ein IYRP vorgeschlagen?
In ihrem Vorschlag argumentierte die mongolische Regierung, dass über die Hälfte der Landoberfläche der Erde Weideland ist: Gebiete, deren Vegetation aus natürlichen Gräsern, Kräutern und Sträuchern besteht, die von Vieh und Wildtieren beweidet werden. Die Produktivität und die ökologische Gesundheit von Weideflächen sind entscheidend für den Lebensunterhalt und die Kulturen von mehr als 500 Millionen Viehzüchtern. Weitere Milliarden Nicht-Hirten profitieren von diesen Gebieten durch Tierprodukte, Tourismus, Erhaltung der Wildtiere und der biologischen Vielfalt, erneuerbare Energie und andere Nutzungen und Dienstleistungen.
Pastoralisten (oder Hirten) sind Menschen, die – als ihre Haupterwerbsquelle – domestizierte, halbdomestizierte oder wilde Weidetiere auf natürlich wachsender Vegetation halten, die oft als Weide- oder Grasland bezeichnet wird.
Gegenwärtig machen Weideflächen mehr als die Hälfte der weltweiten Landfläche aus, wobei über 200 Millionen Menschen in allen Regionen Vieh in pastoralen und agro-pastoralen Systemen halten, und der Sektor spielt eine wichtige Rolle für die Weltwirtschaft und die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. In den letzten Jahren wurden die Weideflächen jedoch einerseits durch zunehmende Klimaschwankungen und Bodendegradation beeinträchtigt, und andererseits sind die Hirten mit vielen Problemen konfrontiert, darunter unsichere Eigentumsrechte und Landnutzungsänderungen sowie ein begrenzter Zugang zu Märkten, Bildung und Gesundheitsdiensten.
Im Moment wird die Idee von 321 Organisationen in 102 Ländern unterstützt, siehe auch Hauptwebsite https://www.iyrp.info/ (englisch). Dort sind viele Beispiele von «Nomadentum» in diversen Ländern zu finden. Hey Leute, nicht nur in den Alpen gibt es Hirtinnen und Hirten!
Warum ist ein IYRP für Pastoralisten wichtig?
Es könnte den Respekt für die Leistungen von Pastoralisten erhöhen.
Es könnte auf die Bedeutung der Beweidung für die Erhaltung von Kulturlandschaften und die Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung hinweisen.
Es könnte Pastoralistenvereinigungen und -netzwerke stärken und sie sichtbarer machen, indem es eine globale Plattform bietet, um für ihr Recht auf Entwicklung und Gesetze einzutreten, die ihren Bedürfnissen entsprechen, und um ihr Wissen und ihre guten Praktiken auszutauschen.
Es könnte den Stolz der Pastoralisten auf ihre Arbeit und Kultur, auch unter jungen Menschen, zur Geltung bringen und ihre Traditionen und ihre Vielfalt zelebrieren und so ihr Streben nach mehr Anerkennung ihrer Lebensweise unterstützen.
Es könnte Hirten und Wissenschaftern den Anstoss und die Mittel geben, gemeinsam zu forschen, um gute Daten über die Situation der Hirten und Weideland zu gewinnen.
Es könnte dazu beitragen, die Anliegen der Hirten in die nationale und regionale Planung zu integrieren und die Entwicklung einer besseren Politik anzuregen, die es den Hirten ermöglicht, Weiden und andere Gebiete saisonal optimal zu nutzen, indem sie mit ihren Herden umherziehen und friedlich über den Zugang zu Weide und Wasser und die Sicherung der Viehwege verhandeln. Dies könnte dazu beitragen, Konflikte mit Ackerbau, Nationalparks, Tierschutzgebiete, privatisierten Weiden, Tourismus und Unternehmen z.B. für Bergbau, Ölgewinnung oder alternative Energiequellen zu verringern.
Es könnte die Bemühungen verstärken, angemessene Gesundheitsdienste für Tiere und Menschen und Bildungsmöglichkeiten für mobile Hirtenfamilien bereitzustellen.