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Beschreibung
Jürg Schneider, Daniel Gutscher, Hansueli Etter et al.: Der Münsterhof in Zürich. Bericht über die vom städtischen Büro für Archäologie durchgeführten Stadtkernforschungen 1977/78
Diese archäologische Untersuchung, eine der ersten dieser Grössenordnung in einer mittelalterlichen Stadt der Schweiz, fand an der Nahtstelle zwischen der karolingischen Abteil Fraumünster und der frühstädtischen Siedlung am Fluss statt. Sie zeitigte eine reiche Abfolge von Befunden.
Ein römischer Steg kündet davon, dass das Gelände damals teilweise von einem Flussarm durchquert wurde. Vom 9. bis zum 11. Jh. war der heutige Platz von einem zum Fraumünster gehörigen Friedhof besetzt, während nördlich davon zwei frühmittelalterliche Holzhäuser mit ebenerdigen Feuerstellen, Schwellenbauten auf Unterlegsteinfundamenten. Sie wurden im 11. Jh. durch drei wohl zweigeschossigen, vielleicht turmartige Steinbauten mit zwei zugehörigen Abfall- und Latrinengruben ersetzt, die direkt an die Aussenseite der Friedhofsmauer lagen. In einem der Gebäude stand im Erdgeschoss ein Kachelofen mit gemauertem Sockel und Lehmkuppel, in die die Becherkacheln eingelassen waren. Wahrscheinlich lebten dort äbtische Ministerialen. Im 13. Jh. wurde der Friedhof stark verkleinert und mit einer neuen Immunitätsmauer umgeben. Ebenso wurden die Steingebäude abgebrochen und es entstand der heutige Freiraum. Es waren vier Platzniveaus fassbar; 1766 erhielt der Platz einen Rokoko-Brunnen, der bereits 1811 wieder verschwand.
Die Publikation stellt die archäologischen Befunde und Funde vor; umrahmt werden diese zentralen Teile von einer historischen Einleitung, der Untersuchung der Bestattungen, der Tierknochen, der Pflanzenfunde und weiteren Spezialstudien.