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Vulkanisiren des Letzteren, sowie bei einer grossen Menge anderer chemisch-technischer Manipulationen. Er ist auch ein ausgezeichnetes Vertilgungsmittel von kleinen Insekten, welche durch den Dampf des Schwefelkohlenstoffs vernichtet werden. Man hat ihn mit grossem Erfolg auch gegen den Kornwurm, die Traubenkrankheit, zum Vernichten der Motten in Pelzen, Herbarien etc. angewandt.
Der Schwefelkohlenstoff ist der bei Weitem feuergefährlichste Körper, mit welchem wir Drogisten zu thun haben. Die Entzündbarkeit seiner Dämpfe ist weit grösser und gefahrdrohender als selbst bei Aether. Umfüllen, Abwägen und Arbeiten damit darf niemals in Räumen vorgenommen werden, in welchem sich Licht oder Feuerung befindet; eine gute Lüftung hinterher ist nothwendig. Die Vorrathsgefässe sind stets im Keller aufzubewahren, sie müssen mit einem Kork geschlossen, mit Blasenpapier verbunden und nur zu ¾ gefüllt sein. Werden die Gefässe in einen wärmeren Raum gebracht, so ist der Kork anfangs ein wenig zu lüften. Der Transport auf der Eisenbahn darf nur mit den Feuerzügen, bei irgend grösseren Quanten nur in starkem Zinkblech oder eisernen Trommeln geschehen.
Phosphorus. +
Phosphor.
P 31.
Kommt meist in weissen oder gelblichen, wachsglänzenden, durchscheinenden, cylindrischen Stücken in den Handel. Der Phosphor schmilzt unter Wasser bei 44°, raucht an der Luft unter Verbreitung eines eigenthümlichen Geruches, entzündet sich leicht, verbrennt dabei unter Entwickelung weisser Dämpfe von Phosphorsäureanhydrit und leuchtet im Dunkeln. Bei längerer Aufbewahrung wird er roth, bisweilen auch schwarz. Er ist unlöslich in Wasser, leicht löslich in Schwefelkohlenstoff, schwerer in Fetten und ätherischen Oelen, wenig in Weingeist und Aether.
Bis zu 60° erhitzt entzündet er sich; bei Abschluss der Luft siedet er bei 290° und lässt sich überdestilliren; auch geht er mit Wasserdämpfen über. Aus seinen Lösungen scheidet er sich in krystallinischer Form aus. Sehr giftig!!!
Der Phosphor ist ein einfaches Element, findet sich aber niemals frei in der Natur, sondern stets verbunden mit anderen Elementen, namentlich mit Sauerstoff als Phosphorsäure in den Knochen und zahlreichen Mineralien; ferner mit Metallen als Phosphorerz; dann in einigen organischen Verbindungen, so im Fette des Gehirns etc.
Dargestellt wird er fast ohne Ausnahme aus dem phosphorsauren Kalk der Knochen; aus reiner Phosphorsäure kann man ihn nicht abscheiden. Man stellt zuerst aus den Knochen sauren phosphorsauren Kalk in Lösung dar, dampft diese bis zu einer gewissen Konzentration ein, versetzt mit zerkleinerter Holzkohle und verdampft unter fortwährendem Umrühren fast bis zur vollständigen Trockne. Die krümelige Masse wird ¶
in thönerne Retorten gefüllt, welche mit mehreren doppelt tubulirten und halb mit Wasser gefüllten Vorlagen verbunden sind. Das Zuleitungsrohr aus der Retorte darf nicht in das Wasser reichen und aus dem Tubus der letzten Vorlage wird ein Abzugsrohr für die sich mit entwickelnden, brennbaren Dämpfe in den Schornstein oder in den Feuerraum geleitet.
Die Erhitzung findet anfangs sehr allmälig statt, um die noch in der Mischung enthaltene Feuchtigkeit völlig auszutreiben; dann wird sie bis zum Rothglühen der Retorten verstärkt und so lange damit fortgefahren, als noch Gase aus dem Abzugsrohr entweichen. Der Rückstand in der Retorte besteht nun aus basisch phosphorsaurem Kalk, wie derselbe in den Knochen enthalten ist, denn nur das eine Molekül Phosphorsäure, welches das Kalkphosphat der Knochen in löslichen, sauren phosphorsauren Kalk umwandelte, wird durch die Kohle zu Phosphor reduzirt. In den Vorlagen verdichtet sich der Phosphor in Tröpfchen, welche am Boden des Gefässes zusammenlaufen und nach dem Herausnehmen eine mehr oder weniger dunkel gefärbte, gewöhnlich schwärzliche Masse bilden.
Dieser unreine Phosphor wird entweder aus eisernen Retorten umdestillirt oder in geschmolzenem Zustände durch Waschen mit einer Kaliumbichromatlösung gereinigt. Um ihn in die Stangenform, wie sie im Handel gebräuchlich ist, zu bringen, wird er unter Wasser geschmolzen, dann mittelst eines Gummiballes in eingetauchte Glasröhren gesogen, diese rasch in kaltes Wasser getaucht, die erkalteten Phosphorstangen unter Wasser ausgestossen und in ebenfalls mit Wasser gefüllte Gefässe aus Eisenblech verpackt, die für den Transport verlöthet werden müssen.
Ausser diesem gewöhnlichen Phosphor kennt man seit einigen Jahrzehnten noch eine zweite Modifikation desselben, die in physikalischer, vielfach auch in chemischer Beziehung sehr verschiedene Eigenschaften besitzt, ohne dass dieselbe in irgend einer Weise anders zusammengesetzt wäre. Es ist dies der amorphe oder rothe Phosphor. Derselbe bildet dunkelbraune, zerreibliche Massen oder ein dunkelrothes Pulver; geruchlos, an der Luft nicht rauchend, durch Reibung und Schlag nicht entzündlich; unlöslich in den meisten Lösungsmitteln des gewöhnlichen Phosphors und wenn völlig frei von Letzterem, nicht giftig. Er wird hergestellt, indem man den gewöhnlichen Phosphor in einer Retorte, aus der die Luft durch einen Kohlesäurestrom verdrängt wird, längere Zeit auf 250-260° erhitzt.
Die auf diese Weise erhaltene braunrothe Masse wird, um sie von den letzten Resten des noch vorhandenen gewöhnlichen Phosphors zu befreien, mit Schwefelkohlenstoff ausgezogen. Bei einer Erhitzung von über 290° geht die amorphe Modifikation wieder in den gewöhnlichen Phosphor über. Die Entzündlichkeit des amorphen Phosphors durch Reibung tritt wieder ein, sobald stark oxydirende Körper, wie chlorsaures Kali, zugegen sind. Hierauf beruht seine Verwendung bei der Fabrikation der schwedischen Zündhölzer (s. u.).
Anwendung. Medizinisch findet der Phosphor eine nur beschränkte ¶