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Prachtvoll auch ohne Palast
Kennst du diese grosse Pflanze mit den grossen graugrünen Blättern am Boden und den kleinen gelben Blüten an der Spitze? Die Königskerze liebt Steine und Sonne. Sie hat es gerne ein wenig trocken – aber nicht zu sehr.
Das ursprüngliche Heimatgebiet der Königskerze ist nicht klar. Es wird vermutet, dass sie ihren Ursprung in Südeuropa hat. Das heutige, natürliche Verbreitungsgebiet schliesst neben Mittel- und Südeuropa, den vorderen Orient sowie Nordafrika mit ein.
Sie liebt Schotterpisten
Die imposante Schönheit hat viele Namen: Wetterkerze, Himmelsbrand, Fackel- oder Brennkraut, Wollblume, Wollkraut, Neunmannkraft, Goldblume, Bullen-Lungenkraut, Johanniskerze, Frauenkerze, Donnerkerze, Blitzkerze u.a. Die Gattung der Königskerzen enthält neben der Großblütigen Königskerze noch etwa 300 weitere Arten, die heute vor allem im Mittelmeerraum verbreitet sind. Bekannte Königskerzen-Arten sind:
- Kleinblütige Königskerze
- Schwarze Königskerze
- Violette Königskerze
Die Großblütige Königskerze steht oft auf Schotterpisten, Kiesgruben und Steinbrüchen. Die Pflanze braucht einen vollsonnigen, warmen Standort und einen steinigen bis sandigen, sehr durchlässigen Boden. Sie ist eine zweijährige krautige Pflanze mit Wuchshöhen zwischen 60 und 150 cm. In seltenen Fällen kann sie bis zu 250 cm hoch werden. Im Boden bildet die Königskerze eine spindelförmige, meist bräunliche Pfahlwurzel aus, die Tiefen von bis zu 80 cm erreichen kann.
Die Blätter der Königskerze unterscheiden sich in Rosettenblätter und Stängelblätter. Im ersten Jahr wachsen ausschließlich fleischige Rosettenblätter heran, die eine rundlich zulaufende Blattform mit dicht behaartem Filz aufweisen. Im zweiten Jahr entspringt aus der Blattrosette der aufrecht wachsende Stängel. An diesem wachsen spitz zulaufenden Stängelblätter. Die länglich-ovalen, meist graufilzigen Blätter werden nach oben hin immer kleiner. Die kräftigen Stängel der Königskerzen sind in der Regel höchstens zu zwei Dritteln belaubt und am Ende dicht mit Blütenknospen besetzt, die sich nacheinander von unten nach oben öffnen. Nach der Befruchtung bilden sich bräunliche Kapselfrüchte, die zwischen 250 bis 300 Samenkörner enthalten können. Da eine Pflanze bis zu 250 Blüten tragen kann, bildet sie sehr viele Samen.
Imposante Staude
Für die Vermehrung sorgen die Pflanzen in der Regel selbst, indem sie sich reichlich aussäen. Königskerzen sind von Natur aus sehr robust und wenig anfällig. Sie sind Überlebenskünstler, und im Rosettenstadium nehmen sie Störungen ohne weiteres hin. Ob sie von Erde verschüttet, mit dem Boden umgepflügt oder die Rosettenblätter abgeschnitten werden – die Pflanzen wirken nahezu unverwüstlich. In der Blütezeit reagieren sie empfindlicher.
Die Blütezeit der Großblütigen Königskerze ist zwischen Anfang Juni bis Ende September. Die Blüten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge, denn sie bilden viel Nektar und Pollen. Eulenfalter, die überwiegend nacht- oder dämmerungsaktiv sind, suchen sie gerne als Nahrungsquelle auf, besonders die Gammaeule. Zwei Arten von den Eulenfaltern sind sogar auf sie angewiesen.
Die Königskerze ist eine imposante Staude, die im Garten stets auffällt. Sie wird auch als Heilpflanze verwendet und ihre Blüten sind essbar. Die Blüten haben einen leicht fruchtigen und etwas schleimigen Geschmack. Sie eignen sich für die Zubereitung von Kräuterlimonade, Sirup oder als Verzierung von Süßspeisen, Obstsalaten oder Cremes.
Medizinisch verwendbar
Medizinisch wird die Königskerze innerlich oder äußerlich angewendet. Meistens wird ein Tee aus den Blüten für Reizhusten, Erkältung oder Bronchitis zubereitet. Dafür wird nur warmes Wasser verwendet, denn die enthaltenen Schleimstoffe würden sonst ihre Wirkung verlieren. Für die Zubereitung wird Wasser aufgekocht und dann auf ca. 40 bis 50 °C abgekühlt. Erst dann wird es über 2 Teelöffel Königskerzenblüten gegossen und 30 bis 40 Minuten ziehen gelassen. Anschliessend wird es durch einen Teefilter gegossen. Es wird empfohlen, den Tee bis zu dreimal täglich über den Tag verteilt zu trinken.
Bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums kann mit dem Aufguss gegurgelt werden. Bei Hautreizungen oder Hautausschlag wird eine Kompresse mit dem Aufguss auf die entsprechende Stelle gelegt.
Die Blüten werden direkt nach dem Aufblühen gesammelt und dann getrocknet. Aufbewahrt werden sie dann in Gläsern.
Wächst wo sie will
Vor meinem Fenster wächst auch eine Königskerze. Wie es diese grosse Pflanze schafft, in so einem winzigen Spalt zu gedeihen ist mir ein Rätsel, aber ich bin sehr glücklich über ihr erscheinen.