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Johannes Barbieri (1852–1926)
Professor für Photographie am Photographischen Institut der ETH Zürich
Der am 18. Mai 1852 in Graz geborene Johannes Barbieri kam 1873 nach Zürich, wo er bis 1875 Chemie studierte. Er blieb während seines ganzen Berufslebens an der ETH Zürich. Zuerst war er ab 1879 als Assistent am "agricultur-chemischen Laboratorium des Polytechnikums" tätig. Ab 1879 war er Privatdozent für Chemie, 1889 wurde er zum Titular-Professor und 1895 zum "Hülfslehrer für Photographie" ernannt.
Eröffnung und Leitung des Photographischen Instituts der ETH Zürich
Anlässlich der Eröffnung des neuen Chemiegebäudes an der Universitätsstrasse wurde im Wintersemester 1886/87 das Photographische Institut der ETH Zürich gegründet, nachdem bereits in den Jahren zuvor Veranstaltungen zum Thema Photographie stattgefunden hatten. Johannes Barbieri leitete das Photographische Institut bis zu seinem Tod im Jahr 1926. Die hohe Teilnehmerzahl an Vorlesungen und Praktika spiegelte den grossen Erfolg des Instituts und des Professors wider.
Die Aufgaben umfassten Theorie und Praxis der Photographie, der Kinematographie und graphischer Reproduktionsverfahren, die Forschung sowie die Herstellung von Photographien, Diapositiven und kinematographischen Filmen für ETH-interne Zwecke.
Das Photographische Institut, das 1916 in das Naturwissenschaftliche Gebäude umgezogen war, existierte bis 1979; verschiedene Aufgaben wurden im Rahmen des Instituts für Kommunikationstechnik weitergeführt.
Weitere Tätigkeiten
Barbieri entwickelte sich ausserdem zu einem Experten in der vergleichenden Schriftanalyse sowie in der chemischen und mikroskopischen Untersuchung gefälschter Schriftstücke und Dokumente. Als Präsident des Photographen-Clubs Zürich und der Photographischen Gesellschaft Zürich prägte er zudem massgeblich die Photographie-Szene in Zürich. Johannes Barbieri starb am 13. Juni 1926 in Zürich.
Handschrift
Notizen, Zeitungsausschnitte und sonstige Informationen in kleinen, blauen Mappen.
Bilder
Bestand
Im Hochschularchiv der ETH Zürich befindet sich der umfangreiche Nachlass Barbieris sowie des Photographischen Instituts. Dieser dokumentiert die Geschichte der Photographie sowie ihrer wissenschaftlichen Erforschung. Zum Bestand gehören unzählige Beispiele photochemischer Verfahren, Muster von Trockenplatten und Papieren, Manuskripte, Vorlesungsverzeichnisse und Beschreibungen photographischer Versuche. Ebenfalls enthalten sind Kataloge von Herstellerfirmen sowie von Unternehmen des Photohandels. Die Bildbestände umfassen zahlreiche Glasdias und Glasnegative sowie Abzüge mit unterschiedlichsten Sujets.
In den biographischen Dossiers findet man weitere Informationen zu Johannes Barbieri und zum Photographischen Institut.