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Die Beatles in Hamburg
John Lennon sheet music
/ Musiknoten -
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Hinzugefügt am 30. August 2012
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Artikel vom 26. Februar 2012
Die Geschichte der
Beatles
beginnt so richtig erst mit den Hamburger Jahren. Dort erhielten sie
übrigens auch ihre Pilzkopffrisuren.
Die John Lennon-Biografie von Philip
Norman (deutsch: Amazon.de; englisch: Amazon.de,
Amazon.co.uk)
beleuchtet diese Zeit ausführlich.
Erstmal kamen die Beatles 1960 nach Hamburg. Sie hatten damals bereits in
anderer Zusammensetzung als Begleitband des Sängers Johnny Gentle eine
finanziell erfolglose Tournee als Silver Beetles durch Schottland
hinter sich, doch zur Band wurden sie erst so richtig in Deutschland.
Am Morgen des 15. August 1960 quetschten sie sich in Liverpool zu neunt in
den Austin-Kleintransporter ihres ersten Managers, Allan Williams, in dessen
Club Jacarando in Liverpool sie unter anderen zuvor gespielt hatten,
um nach Hamburg zu fahren. Laut Philipp Norman waren John Lennon,
Paul
McCartney, George Harrison, der Bassist „Stu“
Stuart Sutcliffe (1940 in Edinburgh geboren, am 10. April 1962 in
Hamburg gestorben) und der Schlagzeuger Pete Best (1941 in Madras geboren)
dabei.
Ebenfalls im Kleintransporter sassen Manager Allan Williams und seine
chinesischstämmige Frau Beryl, Williams' Schwager Barry Chang und Williams'
westindischer Geschäftspartner Lord Woodbine. In London holten sie noch den
deutschen Schriftsteller Georg Steiner an Bord, der ebenfalls von ihrem
neuen deutschen Brötchengeber Bruno Koschmider angeheuert worden war.
Nach zwei Tagen abenteuerlicher Fahrt kamen sie in Hamburg an, wobei sich
John Lennon noch als Ladendieb betätige und erstaunt war, wie leicht dies in
Holland im Vergleich zur Heimat war.
Die Jungen aus Liverpool, die ja zum Teil noch in die Schule gingen, kamen
in eine für sie unbekannte Welt: Die Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St.
Pauli. Bruno Koschmider gehörte der Kaiserkeller. Es war von der
Grösse einer Scheune, ausgestattet mit Rettungsringen, Bullaugen, Tauen an
der Wand und mit wie Rettungsboote gestalteten Sitzecken. Erst bei der
Ankunft erfuhr die Band, dass sie nicht wie abgemacht im Kaiserkeller
auftreten sollte, sondern im heruntergekommenen Striptease-Club Indra,
der ebenfalls Koschmider gehörte. Die Ernüchterung wurde noch grösser, als
sie ihr Quartier über dem Kino Bambi sahen,
in dem alte Western, Krimis und
Pornofilme gezeigt wurden. Das Quartier der Beatles bestand aus einem
fensterlosen und verdreckten Raum hinter der Leinwand. Die einzige
Waschgelegenheit befand sich in den Kinotoiletten.
Die Arbeitszeiten im Indra waren auch nicht ohne. Statt wie in
Liverpool Sets von maximal 20 Minuten zu spielen, mussten sie drei Sets von
eineinhalb Stunden, also insgesamt viereinhalb Stunden spielen, unterbrochen
durch dreissigminütige Pausen. Samtags und Sonntags betrug die abendliche
Spielzeit sogar sechs Stunden.
Das Quintett gab am 17. August 1960 sein Debüt im Indra. Sie traten
laut Philip Norman in lila Sakkos auf. Das spärliche Publikum war
überrascht, dass nicht wie üblich Stripperin Conchita auf der Bühne
erschien.
Laut Philip Norman war dies nicht wie oft geschrieben die Phase, in der John
Lennon und Paul McCartney ihren ersten richtigen Höhepunkt als Komponisten
erlebten. Sie traten vielmehr vor allem als Coverband in Erscheinung, die
Songs anderer nachspielten.
Elvis Presley,
Chuck Berry, Little Richard, Fats Domino, Buddy Holly und die Everly
Brothers gehörten zu ihrem Repertoire, wobei sie oft die B-Seiten der
Singles spielten, um ein Programm von viereinhalb Stunden bewältigen zu
können. Rock, Pop, Country, Skiffle, Standards und Musicalhits spielten sie.
Besame Mucho, Your Feet's Too Big und Somewhere Over the
Rainbow gehörten sogar dazu.
St. Pauli bot den Grünschnäbeln aus Liverpool viele neue Erfahrungen, so
Live-Sex-Shows und Schaufenster mit Prostituierten. Dabei war George
Harrison erst 17 und hätte im Indra gar nicht auftreten dürfen. Die
Indra-Mitarbeiter machten die Beatles mit Preludin bekannt, das es
als Schlankheitsmittel in Apotheken rezeptfrei zu kaufen war. Die Tabletten
diente den Musikern als Aufputschmittel.
Bis auf George Harrison hatten alle Jungs ihre Unschuld bereits in Liverpool
verloren. Doch in Hamburg wurden sie von den weiblichen Gästen, Bardamen,
Kellnerinnen und Stripperinnen mit Angeboten nur so überschüttet. Als George
seine Unschuld verlor, waren John, Paul und Pete im Zimmer und klatschten
und johlten am Schluss.
Dies sind nur einige Anekdoten und Fakten aus dem Beginn der ersten
Hamburger Zeit der Beatles; sie kamen ja nach einem Zwischenspiel im UK bald
wieder. Philip Norman handelt die Zeit in St. Pauli auf Dutzenden von Seiten
ab. Das Buch liest sich wie ein Roman. Es wird nie langweilig.
Dieser Artikel basiert auf der deutschen Version von 2008 der John
Lennon-Biografie von Philip
Norman (Droemer,
2008, 1019 Seiten, gebundene Ausgabe), die nicht nur John Lennon von der Geburt bis ins Grab begleitet, sondern
daneben das (frühe) Leben aller Beatles-Mitglieder kritisch
beleuchtet. Die Biografie deutsch bei
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Siehe auch den Artikel zu
Paul
McCartney. - Paul
McCartney sheet music -
John Lennon sheet music
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