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Nach einer isländischen Frau, die ihre neugeborene Tochter nach einer gefrorenen Schürze benannte, die ihr im Traum erschienen war, 2011
Ein flüchtiger Gedanke, ein einzigartiger Gefühlsmoment, eine Erinnerung und das Unfassbare interessieren Barbara Signer in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. Ist es das Malen mit platzenden Seifenblasen auf Lichtpauspapier, das Imitieren eines orangefarbenen Sonnenunterganges oder das Installieren einer japanischen Strassenlaterne, die Traubenhyazinthen auf einem Erdhügel beleuchtet – oft ist es Vergängliches, das ihre Aufmerksamkeit erregt und seine Spuren hinterlässt.
Nach einer isländischen Frau, die ihre neugeborene Tochter nach einer gefrorenen Schürze benannte, die ihr im Traum erschienen war ist die Geschichte einer ungewöhnlichen und besonderen isländischen Namensgebung. Einer urban legend entsprungen, materialisiert sich der aus der modernen Sage von der werdenden Mutter geträumte Rufname Freðsvunta, isländisch für Gefrorene Schürze. Barbara Signer inszeniert in einer Installation neun gefrorene, weisse und pastellfarbene Unterhemden, die an der Lufttemperatur des Ausstellungsortes - einer leergeräumten Garage - allmählich auftauen und der Schwerkraft folgend in sich zusammenfallen. Das Ereignis des Auftauens ist von kurzer Dauer, was bleibt sind die nassen Textilien auf dem kalten Boden.
Nadia Veronese