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Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von Gesundheitsfachpersonen.
- Covid-19 - Krankheit und Symptome
- Allgemeine Informationen zu Covid-19
- Covid-19-Impfung
- Dokumentation der Impfung
- Umgang mit Erkrankten
- SARS-CoV-2-Tests und Isolationsmassnahmen
- Umgang mit Kontaktpersonen
- Spezifische Empfehlungen und Richtlinien
- Schwangere, Neugeborene und Migrationsbevölkerung
- Schutzmassnahmen
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Covid-19 - Krankheit und Symptome
Das Virus überträgt sich am häufigsten bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer infizierten Person weniger als 1,5 Meter Abstand ohne Schutz hält (Schutz: z. B. beide Personen tragen eine Maske). Je länger und enger dieser Kontakt ist, desto wahrscheinlicher ist eine Ansteckung. Aber auch eine Übertragung über weitere Distanzen ist möglich.
Das Virus wird wie folgt übertragen:
- Durch Tröpfchen und Aerosole. Atmet, spricht, niest oder hustet die infizierte Person, können virenhaltige Tröpfchen direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen in unmittelbarer Nähe (<1,5 m) gelangen.
Eine Übertragung durch feinste Tröpfchen (Aerosole) über weitere Distanzen (>1,5 m) ist möglich. Diese Art der Übertragung könnte vor allem bei Aktivitäten eine Rolle spielen, die eine verstärkte Atmung erfordern. Dies kommt zum Beispiel bei körperlicher Arbeit, Sport, lautem Sprechen und Singen vor. Dasselbe gilt bei längerem Aufenthalt in schlecht oder nicht belüfteten Räumen, vor allem wenn die Räume klein sind.
- Über Oberflächen und die Hände. Wenn infizierte Personen husten und niesen, gelangen ansteckende Tröpfchen auf ihre Hände oder auf benachbarte Oberflächen. Eine andere Person könnte sich anstecken, wenn sie diese Tröpfchen mit den Händen aufnimmt und anschliessend Mund, Nase oder Augen berührt.
Das neue Coronavirus kann sehr vielfältige Krankheitszeichen zeigen. Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Die häufigsten Symptome sind:
- Symptome einer akuten Atemwegserkrankung (Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen)
- Fieber ohne andere Ätiologie
- Plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns
- Plötzlich auftretende Verwirrung oder ein sich plötzlich und scheinbar grundlos verschlechterndes klinisches Bild bei älteren Personen.
Zudem sind beim neuen Coronavirus folgende Symptome möglich:
- Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Allgemeine Schwäche, Unwohlsein
- Schnupfen
Magen-Darm-Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen)
- Hautausschläge (z. B. Pseudo-Frostbeulen, urtikarielle, vesikuläre oder morbilliforme Exantheme)
Kinder haben häufig nur leichte Symptome oder sind sogar in 2/3 der Fälle asymptomatisch (Ciao Corona Studie).
Vgl. ebenfalls die nächste Frage «Krankheitsverlauf: Welche Formen kommen vor».
1. Asymptomatischer Verlauf:
Gemäss bisherigen Erfahrungen zeigt über die Hälfte der Kinder und jungen Erkrankten überhaupt keine Symptome. Der Anteil ist bei älteren Personen ungefähr bei 25%.
2. Milder Verlauf:
Die meisten Erkrankten (80%) haben einen milden Krankheitsverlauf, insbesondere gilt dies für jüngere und ansonsten gesunde Menschen . Es können grippeähnliche Symptome wie Husten (zu Beginn meist trocken), Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen oder Fieber auftreten. Seltener sind Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Symptome. Diese Symptome halten zwischen 3 und 20 Tagen an. Gewisse Symptome können auch länger persistieren, zum Beispiel die Anosmie.
3. Schwerer Verlauf (15% der symptomatischen Personen):
Ein Teil der Erkrankten zeigt über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen eine milde Krankheit (s. oben). Im Verlauf kommt es zu Atemnot und einer Pneumonie. Eine Hospitalisierung ist erforderlich, oft Sauerstoff, teilweise nicht invasive Beatmung. Ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen haben häufiger einen schweren Verlauf. Prinzipiell kann ein schwerer Verlauf jedoch in jedem Alter auftreten. In der Regel ist der Krankheitsverlauf länger, und kann insgesamt zwei bis vier Wochen betragen.
4. Kritischer Verlauf (5% der symptomatischen Personen):
Bei einem kleinen Teil der Personen mit schwerem Verlauf verschlimmern sich die Atemwegs-Symptome so, dass eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich wird. Die Person benötigt maschinelle Beatmung zur Unterstützung der Lungenfunktion. Daneben können verschiedene weitere Organe / Organsysteme versagen. Es besteht das Risiko für einen tödlichen Verlauf.
5. Long Covid:
Es gibt verschiedene Bezeichnungen für anhaltende Symptome nach einer Covid-19-Erkrankung und es liegt noch keine international anerkannte Definition vor.
Anhaltende Symptome können zahlreiche, einzeln oder kombiniert auftretende Ursachen haben: verzögerte Erholung von der akuten Infektion oder nach der Intensivbehandlung, Komplikationsfolgen (nach Herzmuskelschaden, Lungenembolie, Lungenfibrose, Schlaganfall usw.), multisystemisches Entzündungssyndrom und postvirales Erschöpfungssyndrom.
Chronische Erschöpfung, Kopfschmerzen und Geruchsverlust gehören zu den häufigsten anhaltenden Symptomen. Neben Atemwegssymptomen (Dyspnoe, Husten) sind Konzentrationsschwächen, Schlafstörungen und Depressionen häufig, ebenso wie Brustschmerzen, Herzklopfen und Tachykardie. Beschwerden anderer Systeme (endokrin, gastrointestinal usw.) treten ebenfalls auf. Es lässt sich noch nicht feststellen, wie lange die Symptome anhalten können.
Alter, weibliches Geschlecht und Hospitalisierung mit akutem Covid-19 sind Risikofaktoren für anhaltende Symptome.
Eine mit dem neuen Coronavirus infizierte Person ist zwei Tagen vor dem Auftreten und bis zu 10 Tagen nach dem Auftreten der Symptome infektiös. Das höchste Übertragungsrisiko besteht im Zeitraum zwischen zwei Tagen vor und zwei Tagen nach Symptombeginn.
Wenn die Person asymptomatisch ist (z. B. Testung während einer Ausbruchsuntersuchung), wird die Ansteckungsdauer von 48 Stunden vor dem Test bis 10 Tage nach dem Test berechnet.
Bei schweren Formen und starker Immunsuppression kann die Ansteckungsgefahr länger bestehen.
Ein erhöhtes Risiko schwerer Verläufe tritt auf bei Personen ab 65 Jahren, bei schwangeren Frauen, bei Erwachsenen mit Trisomie 21 und bei Erwachsenen, die folgende Vorerkrankungen aufweisen:
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes
- Chronische Lungen- und Atemwegserkrankungen
- Krebs
- Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
- Adipositas Grad II (BMI ≥ 35 kg/m2)
- Leberzirrhose
- Chronische Nierenerkrankung
Weitere Informationen finden sie im Dokument «Kategorien für besonders gefährdete Personen (PDF, 205 kB, 10.05.2021)»
Informationen und Stellungnahmen finden sich zudem auf den Webseiten einiger medizinischer Fachgesellschaften:
Chronische Atemwegserkrankungen:
http://www.pneumo.ch/de/newsleser/147.html
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
https://www.swissheart.ch/de/herzkrankheiten-hirnschlag/leben-mit-der-krankheit/coronavirus-covid-19-fragen-und-antworten.html
Bluthochdruck
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen/Krebs
https://www.sgmo.ch/
https://www.krebsliga.ch/landingpages/fragen-und-antworten-zu-corona/krebs-und-corona-fragen-und-antworten/
Allgemeine Informationen zu Covid-19
Auf der Seite Neues Coronavirus: Regelungen in der Krankenversicherung finden Sie eine Zusammenstellung der verschiedenen Faktenblätter und Schreiben, die die Fragen rund um die Krankenversicherung in der aktuellen Situation beantworten.
Verschiedene medizinische Journals haben auf ihren frei verfügbaren Webseiten sog. «Ressource Centres» eingerichtet. Hier eine Auswahl:
- The Lancet: www.thelancet.com/coronavirus
- British Medical Journal: www.bmj.com/coronavirus?int_source=wisepops&int_medium=wisepops&int_campaign=DAA_CoronaVirus_Jan24
- New England Journal of Medicine: https://www.nejm.org/coronavirus
- Annals of Internal Medicine: https://annals.org/aim/pages/coronavirus-content
- Center for Infectious Disease Research and Policy: http://www.cidrap.umn.edu/infectious-disease-topics/covid-19
- European Centre for Disease Prevention and Control: https://www.ecdc.europa.eu/en/novel-coronavirus-china
Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat «technical guidelines» veröffentlicht, Z.B.:
Clinical management of severe acute respiratory infection when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected
Covid-19-Impfung
Strategie, Zulassungen und Impfempfehlungen
Die Impfstrategie der Schweiz ist im Dokument Covid-19-Impfstrategie (PDF, 641 kB, 02.07.2021) detailliert beschrieben.
Ziele der Impfstrategie
Auch wenn die Mehrheit der infizierten Personen nur milde Symptome oder gar keine Symptome entwickelt, kommt es bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Verläufen, insbesondere bei besonders gefährdeten Personen. Bei ca. 15 % der hospitalisierten Patienten ist eine Intensivbehandlung im Spital notwendig. Ca. 1% der bekannten Covid-19-Fälle in der Bevölkerung versterben.
Die 3 Ziele der Covid-19-Impfung sind deshalb:
- Reduktion der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle.
- Erhaltung der Gesundheitsversorgung. Durch eine Impfung sollen die Kapazitäten in den Spitälern aufrechterhalten bleiben und ein Personalmangel verhindert werden.
- Mit einer Impfung sollen negative gesundheitliche, psychische, soziale sowie wirtschaftliche Auswirkungen der Covid-19-Pandemie reduziert werden, indem die Krankheitslast vermindert wird und bestenfalls die Ausbreitung eingedämmt werden kann.
Zielgruppen
Die Covid-19-Impfung ist, insbesondere in der Anfangszeit, für die folgenden Zielgruppen vorgesehen:
1. Besonders gefährdete Personen (BGP) (ab 16 Jahren)
2. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt / Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
3. Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder ab 16 Jahren) von insbesondere immunsupprimierten BGP
4. Personen 16-64 Jahre in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (mit altersdurchmischten Bewohnern).
5. Alle Personen 16-64 Jahre, die nicht unter 1.-4. fallen, und eine Impfung wünschen.
6. Jugendliche 12-15 Jahre, die sich schützen wollen.

7. Kinder (5-11 Jahre) nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.
Um die übergeordneten Ziele zu erreichen sollen analog der Influenzaimpfstrategie mehr als 75 % der besonders gefährdeten Personen geimpft werden und so viele Angehörige des Gesundheits- und Betreuungspersonals wie möglich.
Ein Herdenschutz und die Viruselimination ist aus mehreren Gründen kaum zu erreichen und nicht das Impfziel (Erläuterungen hierzu finden Sie in der Impfstrategie). Durch die hohe Wirksamkeit der mRNA Impfstoffe gegen jegliche Infektionen, können diese Impfungen jedoch Übertragungen und somit die Viruszirkulation reduzieren.
Basierend auf den Eigenschaften von mRNA-Impfstoffen wird die Impfung aller Zielgruppen der Impfstrategie prioritär mit mRNA-Impfstoffen empfohlen. Als Erweiterung dazu, basierend auf den Impfstoffeigenschaften von COVID-19 Vaccine Janssen® (sehr guter Schutz gegen Hospitalisation und schweren Verläufe) und der Zulassung wird COVID-19 Vaccine Janssen® Personen ab 18 Jahren empfohlen, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA Impfstoffe ablehnen, um diese direkt vor schweren Verläufen und Hospitalisationen wegen Covid-19 zu schützen.
Zielgruppen
Beide mRNA-Impfstoffe sind für alle Zielgruppen bei Personen ab 12 Jahren gemäss Impfempfehlung empfohlen. Personen unter 30 Jahren wird die Impfung präferenziell mit Comirnaty® (Pfizer/BioNTech) empfohlen.
Impfschema
Die Grundimmunisierung besteht aus 2 Impfdosen (i.m.) im Abstand von mindestens 28 Tagen. Bei Erwachsenen gilt auch die Kombination einer Impfdosis mit einer bestätigten Sars-CoV-2-Infektion (unabhängig von der Reihenfolge) im Abstand von mindestens 4 Wochen als Grundimmunisierung.
Eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wird Personen im Alter von ≥16 Jahren empfohlen. Die Auffrischimpfung soll frühestens 4 Monate nach der letzten Covid-19-Impfdosis erfolgen. Eine Auffrischimpfung früher als 6 Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgt ausserhalb der Zulassung durch Swissmedic (off-label). Die Informationspflicht ist einzuhalten. Dabei kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung (siehe BAG off-label use).
Weitere Informationen zur Auffrischimpfung finden Sie in der Rubrik «Impfempfehlung Auffrischimpfung»
Zielgruppen
Die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® wird Personen ab 18 Jahren empfohlen, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA Impfstoff impfen lassen können oder mRNA Impfstoffe ablehnen
Bei folgenden Kontraindikationen von mRNA Impfstoffen soll die Indikation für eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen®) durch einen Facharzt/in für Allergologie und Immunologie gestellt werden:
1. Bekannte oder wahrscheinliche Sensibilisierung vom Soforttyp auf Polyethylenglykol (PEG, Macrogol) oder Tromethamin (Trometamol, TRIS)
2. Anaphylaxie nach der ersten Dosis mRNA Impfstoff (Cave: Es gibt keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit für Personen, die mit einer Impfdosis eines mRNA-Impfstoffes und einer Impfdosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffes geimpft werden)
3. Eine Anaphylaxie oder schwere Allgemeinreaktion auf Inhaltsstoffe des Impfstoffs,
Immungeschwächten Personen, einschliesslich Personen, die mit Immunsuppressiva therapiert werden, wird eine Covid-19 Impfung mit den in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffen empfohlen (für detaillierte Informationen siehe Kapitel 3.3 «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19»). Die Wirksamkeit von COVID-19 Vaccine Janssen® kann bei immundefizienten Personen geringer sein und soll nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen in einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung (Wirksamkeit, Verträglichkeit) auch im Vergleich zur Impfung mit einem mRNA Impfstoff überwiegt.
In der Schwangerschaft (ab dem 2. Trimester) wird eine Covid-19 Impfung mit den in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffen empfohlen (für detaillierte Informationen siehe Kapitel 3.4 «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19»). Die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen. Sie soll aufgrund der aktuellen Datenlage und nach Abwägung gegenüber einem mRNA-Impfstoff nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle individuelle Nutzen die potenziellen Risiken für Mutter und Fötus klar überwiegt
Impfschema
Das empfohlene Impfschema zur Grundimmunisierung umfasst 1 Impfdosis (Einmaldosis) von COVID-19 Vaccine Janssen®.
Personen, welche eine Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs erhalten haben, wird nach 4 Monaten eine Auffrischimpfung mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffs off-label empfohlen (vorausgesetzt ein mRNA-Impfstoff ist nicht kontraindiziert und wird nicht aus anderen Gründen abgelehnt; siehe Supplementum Impfempfehlung Auffrischimpfung Kapitel 3.3) Eine homologe Auffrischimpfung mit einer zweiten Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs wurde von Swissmedic geprüft. Die Empfehlungen werden gegebenenfalls rasch angepasst.

Grundsätzlich sollten die 2 Dosen der Grundimmunisierung mit demselben Impfstoff erfolgen.
In den folgenden Settings sind Impfstoff-Kombination möglich:
- Grundsätzlich soll eine Auffrischimpfung möglichst mit demjenigen mRNA-Impfstoff verabreicht werden, der für die Grundimmunisierung benutzt wurde (Personen im Alter unter 30 Jahren siehe nächster Abschnitt). Wenn dieser nicht vor Ort verfügbar ist, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden.
- Personen im Alter unter 30 Jahren wird präferenziell die Impfung mit Comirnaty ® empfohlen. Personen unter 30 Jahren, welche mit einer Dosis Spikevax® geimpft wurden, wird empfohlen, die Impfserie präferenziell mit einer Dosis Comirnaty® mit einem Minimalabstand von 28 Tagen zwischen der 1. und 2. Covid-19-Impfdosis zu vervollständigen. Dies gilt auch für immundefiziente Personen unter 30 Jahren.
- Personen, welche eine Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs erhalten haben, wird nach 4 Monaten eine Auffrischimpfung mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffs off-label empfohlen (vorausgesetzt ein mRNA-Impfstoff ist nicht kontraindiziert und wird nicht aus anderen Gründen abgelehnt; siehe Supplementum Impfempfehlung Auffrischimpfung Kapitel 3.3). Eine homologe Auffrischimpfung mit einer zweiten Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs wurde von Swissmedic geprüft. Die Empfehlungen werden gegebenenfalls rasch angepasst.
- Personen, welche mit einem in der Schweiz nicht zugelassenen Covid-19-Impfstoff geimpft wurden, wird in Abhängigkeit der Anzahl Impfdosen und des verwendeten Impfstoffs eine Impfdosis eines mRNA-Impfstoffs zur Ergänzung der Grundimmunisierung empfohlen.Detaillierte Informationen zu den unterschiedlichen Impfstoffen gibt die Tabellarische Übersicht von WHO und nicht-WHO zugelassene Impfstoffen - Empfehlungen zur Vervollständigung der Grundimmunisierung nach medizinischen Gesichtspunkten mit einer mRNA-Impfstoffdosis (Stand 14.12.21)
- Personen im Alter von ≥ 16 Jahre, welche mit einem in der Schweiz nicht zugelassenem Impfstoff grundimmunisiert wurden, wird eine Auffrischimpfung empfohlen, siehe Kapitel 3.3 Supplementum «Empfehlung einer Auffrischimpfung gegen Covid-19 mit einem mRNA-Impfstoff».
Für weitere Ausnahmen konsultieren Sie die Impfempfehlungen für mRNA Impfstoffe und COVID-19 Vaccine von Janssen®.
Ausserhalb der Zulassungsstudien wurden sehr seltene Fälle von Myokarditis und Perikarditis nach Impfungen mit mRNA Impfstoffen beschrieben. Die derzeitige Einschätzung von Swissmedic ist, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den mRNA-Impfstoffen und Myokarditis/Perikarditis wahrscheinlich ist (gemäss Update Verdachtsmeldungen von Swissmedic vom 05.11.21).
Pharmakovigilanzdaten aus verschiedenen Ländern zeigen, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Personen unter 30 Jahren nach der Impfung mit Spikevax® häufiger beobachtet wurden als nach der Impfung mit Comirnaty® (13 versus 6/100'000 Impfdosen). Für Menschen ab 30 Jahren wurde nach der Impfung mit Spikevax® kein erhöhtes Risiko im Vergleich zum Hintergrundrisiko für eine Herzmuskelentzündung und Herzbeutelentzündung dokumentiert.
Alle nationalen und internationalen Daten zeigen jedoch, dass es sich bei Myokarditiden - auch in Gruppen mit einem erhöhten Risiko - um sehr seltene Nebenwirkungen handelt und die Häufigkeit von Myokarditiden in Zusammenhang mit einer Covid-19 Erkrankung signifikant grösser ist. Dies gilt auch für Personen, welche mit Spikevax® geimpft wurden. Der Nutzen einer Covid-19 Impfung überwiegt bei Personen unter 30 Jahre mögliche Risiken deutlich.
Aufgrund der neusten Erkenntnissen empfehlen das BAG und die EKIF Personen im Alter < 30 Jahren präferenziell die Impfung mit Comirnaty®. Personen unter 30 Jahren, welche mit einer Dosis Spikevax® geimpft wurden, wird empfohlen, die Impfserie präferenziell mit einer Dosis Comirnaty® mit einem Minimalabstand von 28 Tagen zwischen der 1. und 2. Covid-19-Impfdosis zu vervollständigen.
Für Personen 12-17 Jahren ist eine Auffrischimpfung mit Spikevax® nur für BGP zugelassen.
Zielgruppe
Die Covid-19-Impfung wird Kindern im Alter von 5-11 Jahren empfohlen, deren Eltern / Erziehungsberechtigte diese aufgrund der individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung für ihr Kind wünschen.
Diese Empfehlung gilt besonders für Kinder im Alter von 5-11 Jahren, die:
a) wegen einer chronischen Erkrankung bereits stark gesundheitlich belastet sind, um möglichst jede zusätzliche Erkrankung / Infektion zu verhindern.
b) enge Kontakte (Haushaltsmitglieder) von Personen sind, die sich z.B. wegen Immundefizienz nicht selbst ausreichend mit der Impfung schützen können.
In der individuellen Nutzen-Risiko-Analyse soll der Schutz durch die Impfung das Risiko für etwaige unerwünschte Impferscheinungen (UIE) überwiegen. Der Nutzen der Impfung besteht in Form des individuellen Schutzes vor milden und sehr seltenen schweren Erkrankungen bzw. Komplikationen (z. B. PIMS-TS und möglicherweise Long-COVID-Symptomatik) sowie der Verhinderung von indirekten individuellen Folgen (z. B. keine Isolation und Quarantäne, Kontakte mit immundefizienten Personen besser möglich). Bezüglich eines potentiellen Risikos wurde in der bisher durchgeführten klinischen Studie sowie den bisher vorliegenden internationalen Surveillancedaten keine schweren UIE beobachtet. Sie können aufgrund der geringen Anzahl geimpfter Studienteilnehmer (n=1‘305) und den bisher begrenzt vorliegenden Surveillancedaten jedoch noch nicht sicher ausgeschlossen werden. Verfügbare Daten werden laufend analysiert und bei Bedarf wird die Empfehlung entsprechend angepasst werden.
Impfschema
2 Impfdosen (i. m.) im Abstand von 4 Wochen.
Auffrischimpfung
Sobald Daten zur Schutzdauer bei Kindern vorliegen, wird über die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung entsprechend informiert werden.
Kindern mit einer bestätigten SARS-CoV-2 Infektion wird eine Impfdosis nur dann empfohlen, wenn diese zu einer der Gruppen gehören, denen die Impfung besonders empfohlen wird (chronische Erkrankung / Kontakt mit immundefizienten Personen). Allen anderen genesenen Kindern wird aktuell keine Impfung empfohlen.
Aufgrund der sehr niedrigen Krankheitslast wird der Nutzen der Impfung bei genesenen Kindern ohne besondere Empfehlung aktuell als nicht gegeben eingeschätzt.
Nein. EKIF und BAG empfehlen für die Impfung von Kindern im Alter von 5–11 Jahren ausschliesslich die Anwendung von der von Swissmedic zugelassenen Kinder-Formulierung von Comirnaty®. Bei Impfungen ausserhalb des Zulassungs- und Empfehlungsbereiches haftet die impfende Fachperson im Falle von unerwünschten Ereignissen allein.
Zur Verbesserung des direkten und indirekten Schutzes vor häufigen milden und selten schweren Verläufen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und Eindämmung der Pandemie durch Verminderung der Viruszirkulation wird eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 allen seit mindestens 4 Monaten vollständig gegen Covid-19 geimpften Personen ab 16 Jahren empfohlen. Dies gilt insbesondere für besonders gefährdete Personen (BGP) mit chronischen Erkrankungen mit höchstem Risiko (Krankheitsdefinitionen gemäss Tabelle 2 der Empfehlung für mRNA-Impfstoffe) und Gesundheitspersonal mit direktem Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen.
Aufgrund der aktuellen Datenlage zur Reduktion des Schutzes vor schwerer Erkrankung und Hospitalisation sollen prioritär Personen ab 65 Jahren und dann Personen deren letzte Dosis ≥ 6 Monate zurückliegt, Zugang zur Auffrischimpfung bekommen.
Die Auffrischimpfung wird analog zur Grundimmunisierung auch schwangeren Frauen ab dem 2.Trimester und stillenden Frauen empfohlen, auch wenn die Datenlage hier bisher noch beschränkt ist.
Schwer immundefizienten Personen wird im Hinblick auf die erwartete starke Ausbreitung der Omikron Variante nach Gabe von 3 mRNA-Impfdosen zur Grundimmunisierung off-label eine Auffrischimpfung empfohlen.
Personen, welche zur Grundimmunisierung eine Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs erhalten haben, wird off-label eine Auffrischimpfung mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffs empfohlen (vorausgesetzt ein mRNA-Impfstoff ist nicht kontraindiziert und wird nicht aus anderen Gründen abgelehnt). Eine homologe Auffrischimpfung mit einer zweiten Dosis des CVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs wird aktuell von Swissmedic geprüft. Gegebenenfalls würden die Empfehlungen rasch angepasst werden.
Weiterführende Informationen insbesondere auf welchen Daten diese Empfehlung basiert, finden Sie im Supplementum Impfempfehlung Auffrischimpfung.
Eine Auffrischimpfung soll frühestens ab 4 Monaten nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen (d.h. 2 Impfdosen im Abstand von 28 Tagen oder einer Impfdosis in Kombination mit einer bestätigten Covid-Infektion im Abstand von mindestens 4 Wochen). Dies gilt ebenfalls bei erneuter Infektion bis 4 Monaten nach Grundimmunisierung. Falls eine bestätigte Infektion mehr als 4 Monate nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung stattfindet, gilt diese als Booster und es ist keine Auffrischimpfung nötig. Bei besonders gefährdeten Personen und besonders exponierten Personen (z. B. Gesundheitspersonal) kann, wenn diese Infektion > 4 Monate zurückliegt, in Einzelfällen eine Auffrischimpfung empfohlen werden (Dies im Hinblick auf die Gefahr einer Reinfektion dieser Personen mit der Omikron Variante, die am ehesten durch hohe neutralisierende Antikörper nach vor kurzem erfolgter Auffrischimpfung vermindert werden kann.)

Eine Auffrischimpfung ist für Personen ≥16 empfohlen.
Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff benutzt werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist (homologe Auffrischimpfung). Ist dies nicht möglich, kann jedoch auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden (heterologe Auffrischimpfung). Bei Personen, welche mit verschiedenen mRNA-Impfstoffen grundimmunisiert wurden, gibt es keine Vorgaben, welcher der beiden mRNA-Impfstoffe verabreicht werden soll.
Auffrischimpfungen mit Spikevax® von Moderna werden mit einer reduzierten Dosis mit 50µg empfohlen. Bei Comirnaty® wird dazu die gleiche Dosis wie für die Grundimmunisierung benutzt (30 µg).
Personen im Alter unter 30 Jahren wird präferenziell die Auffrischimpfung mit Comirnaty ® empfohlen. Für Personen unter 18 Jahren ist eine Auffrischimpfung mit Spikevax® nur für BGP zugelassen. Weitere Informationen dazu in der FAQ «Weshalb wird jungen Personen < 30 Jahren die Impfung präferenziell mit Comirnaty® empfohlen? »
Personen, welche mit einem in der Schweiz nicht zugelassenen Impfstoff grundimmunisiert wurden, wird empfohlen, eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff zu erhalten.
Personen, welche zur Grundimmunisierung eine Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs erhalten haben, wird off-label eine Auffrischimpfung mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffs empfohlen (vorausgesetzt ein mRNA-Impfstoff ist nicht kontraindiziert und wird nicht aus anderen Gründen abgelehnt). Die Auffrischimpfung kann mit Spikevax® oder Comirnaty® erfolgen (Ausnahme: Personen < 30 Jahren). Grund dafür sind erste Daten zur Omikron-Neutralisierung, welche zeigen, dass eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty®) zu einem deutlichen Anstieg der Neutralisierungstiter gegen Omikron führen, im Vergleich zu den Titern in Personen welche mit einer Einmaldosis COVID-19 Vaccine Janssen® grundimmunisiert wurden. Eine homologe Auffrischimpfung mit einer zweiten Dosis des CVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs wird aktuell von Swissmedic geprüft. Gegebenenfalls würden die Empfehlungen rasch angepasst werden.
Für alle Personen im Alter von <16 Jahren.
Die EKIF und das BAG evaluieren laufend die aktuelle Datenlage und analysieren das Nutzen-Risiko-Verhältnis, ob eine Auffrischimpfung auch für weitere Personengruppen notwendig wird.
Absolute oder relative Kontraindikationen allergischer Art vor oder nach einer Impfung:
• Schwere Anaphylaxie (Grad III/IV) mit unklarem oder noch nicht abgeklärtem Auslöser
• Idiopathische Anaphylaxie
• Allgemeinreaktion/Anaphylaxie auf Inhaltsstoffe des Impfstoffs
• bekannte oder wahrscheinliche Sensibilisierung vom Soforttyp auf:
- Polyethylenglykol (PEG, Macrogol) (alle Comirnaty® Formulierungen, Spikevax®)
- Tromethamin (Trometamol, TRIS) (Corminaty® ready-to-use und Kinderformulierung, Spikevax®)
- Polysorbat 80 (E 433) (COVID-19 Vaccine Janssen®, Vaxzevria®)
• Anaphylaxie nach der ersten Dosis des Impfstoffs
Absolute oder relative Kontraindikationen nicht allergischer Art nach 1. Impfdosis:
• Myokarditis oder Perikarditis
Zur Beurteilung einer relativen oder absoluten Kontraindikation respektive Festlegung des weiteren Prozederes soll in allen diesen Fällen eine Beurteilung durch den jeweiligen spezifisch betroffenen Facharzt/Fachärztin, bei Kontraindikationen allergischer Art der Facharzt/die Fachärztin für Allergologie und klinische Immunologie stattfinden. In den meisten Fällen wird ein guter Weg gefunden wie eine Impfung gefahrlos verabreicht werden kann.
Weitere Spezifizierungen finden sich in der Impfempfehlung zu den mRNA-Impfstoffen Kapitel 2.3.1, 10.5 und Anhang 2.
Die Impfung von Kleinkindern unter 5 Jahren ist aktuell noch nicht zugelassen. Für diese Gruppe liegen noch nicht ausreichend Daten zur Anwendung des Impfstoffes vor. Weitere Daten werden voraussichtlich im Winter vorliegen.
Kontraindiziert ist die Impfung bei Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Covid-19-Impfstoffs von COVID-19 Vaccine Janssen® (Wirkstoff oder Hilfsstoffe z.B Polysorbat 80) und Personen mit einer Vorgeschichte eines Kapillarlecksyndroms (Capillary-Leak-Syndroms (CLS)).
Es gibt nur sehr wenige Situationen in denen eine Covid-Impfung nicht möglich ist.
In diesen Fällen kann von einer Ärztin bzw. einem Arzt ein Attest ausgestellt werden, dass eine (vollständige) Impfung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist.
Absolute oder relative Kontraindikationen für eine Covid-Impfung sollten in den meisten Fällen durch einen Spezialisten beurteilt und bestätigt werden. In den meisten Fällen besteht die Möglichkeit, dass Personen, die eine fachärztlich bestätigte absolute oder relative Kontraindikation für einen spezifischen Covid-19-Impfstoff haben (mRNA-Impfstoff, Vektor-Impfstoff), mit dem Impfstoff der jeweils anderen Impfstoff-Technologie geimpft werden können. Dies sollte durch einen Spezialisten abgeklärt und mit ihm entschieden werden. Siehe die jeweilige Impfempfehlung.
Tests inklusive der Ausstellung von Covid-Zertifikaten (allerdings keine Einzel-PCR-Tests) werden gegen Vorlage eines solchen Attests auch nach dem 11. Oktober 2021 bezahlt.
Impfungen sind nicht empfohlen und ein solches Attest kann ausgestellt werden,
1. bei schwerer Allergie gegen Bestandteile von allen zugelassenen Impfstoffen (mRNA-Impfstoffen UND Vektor-Impfstoff von Janssen Cilag). Dies sollte immer durch einen Facharzt/-ärztin für Allergologie und Immunologie bestätigt werden.
2. bei seltenen allergischen Allgemeinreaktionen/Anaphylaxie oder nicht-allergischen schweren Impfreaktionen nach der ersten Impfung und keiner Möglichkeit/Empfehlung, die zweite Impfung mit einem Impfstoff der gleichen oder einer anderen Technologie durchzuführen (z.B. Myokarditis), siehe die Impfempfehlungen Kapitel 9.5. Dies sollte durch einen Facharzt/-ärztin bestätigt werden.
3. bei schweren psychischen Beeinträchtigungen, welche Impfungen generell verunmöglichen. Hier sind psychologische oder medizinische Unterstützungen zur Impfung vorab zu prüfen. Es geht primär darum, diese Personen durch individuelle Vorbereitungen / Durchführungen der Impfung dennoch vor Covid-19 zu schützen. Ist die Impfung nicht möglich, ist eine Bestätigung durch einen Facharzt/-ärztin erforderlich.
4. am Anfang der Schwangerschaft, da in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft eine Impfung nicht prinzipiell empfohlen ist. Wird in diesem Kontext ein Attest ausgestellt, sollte dies bis zum Abschluss der Impfserie, das heisst Vollständigkeit der Impfung gültig sein.
(1)-(3) sind sehr seltene Situationen. Weitere Gründe für eine generelle Kontraindikation sind aktuell nicht bekannt.
Generell gilt hier: Es liegt in der Verantwortung der zuständigen Ärztin bzw. des zuständigen Arztes, festzustellen, ob eine medizinische Kontraindikation zur Impfung besteht und ein ärztliches Attest entsprechend auszustellen ist, sowie auch ggf. im Rahmen einer medizinischen Abklärung eine zeitliche Limitierung des Attestes zu definieren. Wenn es sich um eine vorübergehende Kontraindikation handelt, sollte das auch so festgehalten werden. Wichtig ist dabei: Ärztliche Personen sind zur wahrheitsgetreuen Zeugnisstellung verpflichtet. Bei einem Abweichen von dieser Verpflichtung unterliegt dies einer Strafbestimmung (gemäss Art. 318 Strafgesetzbuch). Zum wahrheitsgetreuen Zeugnis gehört auch, dass kein unbefristetes Attest ausgestellt wird, wenn absehbar oder möglich ist, dass sich das Vorliegen einer Kontraindikation noch ändert. Bei Verdacht auf ein «Gefälligkeitsattest» kann Strafanzeige erstattet werden an die zuständige Strafuntersuchungsbehörde.
Für Personen, die einfach geimpft sind und auf die vollständige Immunisierung warten, ist bis Ende November 2021 gegen Vorlage einer Impfbescheinigung eine kostenlose Testung für ein Zertifikat möglich (allerdings keine Einzel-PCR-Tests).
Siehe auch:
- FAQ: In welcher Situation kann eine Person ein ärztliches Attest erhalten, das einem Covid-Zertifikat gleichgestellt ist?
Es gibt Personen, die sich aus medizinischen Gründen weder impfen noch testen lassen können und damit auch keine Möglichkeit haben, ein Covid-Zertifikat zu erhalten, namentlich wegen schweren physischen oder/und psychischen Behinderungen. Solche Situationen sind allerdings äusserst selten und treten nur dann auf, wenn keine der Testmethoden angewandt werden können, auch keine Speichel-PCR Tests. Solchen Personen soll der Zugang zu Veranstaltungen oder Einrichtungen und Betrieben mit Zugangsbeschränkung gleichwohl offenstehen. Die Verordnung Besondere Lage hält entsprechend fest, dass ein Attest einer Ärztin oder eines Arztes, welches diese medizinische Unmöglichkeit der Durchführung sowohl einer Impfung als auch eines Tests bestätigt, einem Zertifikat gleichgestellt wird.
Dies ist eine Auslegung von der Strafbestimmung Art.318 Strafgesetzbuch: Generell gilt hier: Es liegt in der Entscheidung der zuständigen Ärztin bzw. des zuständigen Arztes, festzustellen, dass eine medizinische Kontraindikation zur Impfung und zur Testung besteht und ein ärztliches Attest entsprechend auszustellen sowie auch ggf. im Rahmen einer medizinischen Abklärung eine zeitliche Limitierung des Attestes zu definieren. Wenn es sich um eine vorübergehende Kontraindikation handelt, sollte das auch so festgehalten werden. Wichtig ist dabei: Ärztliche Personen sind zur wahrheitsgetreuen Zeugnisstellung verpflichtet. Bei einem Abweichen von dieser Verpflichtung unterliegt dies einer Strafbestimmung (gemäss Art. 318 Strafgesetzbuch). Zum wahrheitsgetreuen Zeugnis gehört auch, dass kein unbefristetes Attest ausgestellt wird, wenn absehbar oder möglich ist, dass sich dies noch ändert. Bei Verdacht auf ein «Gefälligkeitsattest» kann Strafanzeige erstattet werden an die zuständige Strafuntersuchungsbehörde.
Siehe dazu auch:
- FAQ: Was sind absolute Kontraindikationen für eine Impfung gegen Covid-19 (unabhängig vom Impfstoff), für die die Ausstellung eines medizinischen Attests gerechtfertigt ist?
Impfstoffe: Arten, Wirkung, Schutz etc.

In der Schweiz sind momentan die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und von Moderna und der Vektorimpfstoff von Janssen-Cilag zugelassen.
mRNA-Impfstoffe enthalten im Labor hergestellte Boten-RNA (mRNA) mit dem Code für das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus. Nach der Impfung wird in einigen Körperzellen das virale Spike-Protein (Antigen) hergestellt. Dieses regt das Immunsystem zu einer Immunreaktion in Form von Antikörper und zellulärer Abwehr gegen SARS-CoV-2 an. Die mRNA verbleibt im Cytoplasma und wird nicht in den Zellkern transportiert und kann entsprechend nicht auf das menschliche Erbgut einwirken. Die mRNA und die erzeugten Proteine werden rasch wieder abgebaut.
Bei den Vektor-Impfstoffen wird die genetische Information mit dem Bauplan (DNA) für einen oder mehrere Bestandteile des Infektionserregers (Antigen), gegen den die Impfung schützen soll, in ein für Menschen harmloses Virus oder Bakterium eingebracht. Diese dienen als Transportmedium (Vektoren) und sind genetisch so modifiziert, dass sie sich im menschlichen Körper entweder gar nicht mehr oder nur noch begrenzt vermehren können (adenovirale Vektoren sind nicht replikationsfähig). Nach der Verabreichung des Impfstoffes dringen die darin enthaltenen Vektoren lokal begrenzt in Körperzellen ein, in welchen anschliessend das Infektionserreger-Antigen produziert wird. Das Antigen wird an der Zelloberfläche präsentiert und vom Körper als fremd erkannt. Dies führt zu einer Immunreaktion (neutralisierende Antikörper und zelluläre Immunantwort) gegen das Infektionserreger-Protein (bei COVID-Impfstoffe das SARS-CoV-2 Spike-Protein).
Der Hauptunterschied der Covid-19-Impfstoffe, die in der Entwicklung am weitesten fortgeschritten sind, liegt in der Art und Weise, wie die Antigene, auf die eine Immunantwort entwickelt werden soll, in den eigenen Köperzellen gebildet werden und in welcher Form (mRNA, virale Vektor) die zugrundeliegenden genetischen Informationen transportiert werden.
Bei den Vektorimpfstoffen wird die genetische Information (DNA) für das Antigen des Zielerregers in die DNA eines Vektors (ein für den Menschen harmloses Virus oder Bakterium) integriert und gelangt so in die Zelle und deren Kern, wo aus DNA die mRNA und dann im Plasma das Antigen produziert und exprimiert wird. Bei den mRNA-Impfstoffen ist die genetische Information (mRNA) für das Antigen des Zielerregers direkt Teil des Impfstoffes und dient als Bauplan zur Produktion des Antigens in der Zelle ausserhalb des Kerns. Die Produktion der Antigene, gegen die der Körper mit einer Immunantwort reagiert, ist bei beiden die gleiche Endstrecke.
Ja, unbedingt. Die Hygiene- und Verhaltensregeln bleiben auch weiterhin wichtige Massnahmen, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. Nach aktuellen Erkenntnissen gewährleisten die zugelassenen mRNA-Impfstoffe einen guten Schutz während mindestens 6 Monaten vor schweren Verläufen bei Infektionen mit der Delta oder zuvor aufgetreten Varianten. Wie stark der Schutz durch die Omikron-Variante beeinträchtigt wird, ist zurzeit noch unklar. Neue Erkenntnisse diesbezüglich werden eng beobachtet.
Daten zu asymptomatischen Infektionen weisen darauf hin, dass die Übertragung des Virus auf andere Personen nach vollständiger Impfung deutlich reduziert ist. Die Daten von geimpften Personen mit einer Infektion durch die Delta-Variante deuten im Vergleich mit einer Infektion mit Alpha-Variante auf eine weniger gute Reduktion der Virusübertragungen hin. Aber im Vergleich zu Ungeimpften verhindert die Impfung nach wie vor wirksam Infektionen und scheint die infektiöse Phase bei Infizierten zu verkürzen.
Somit werden Übertragungen auch mit der Delta-Variante weiterhin reduziert.
Hinweise Datenlage zur Omikronvariante: Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass das Risiko einer Infektion bei vollständig Geimpften und bei Genesenen hoch ist. Die Studien deuten jedoch auch darauf hin, dass mit einer Auffrischimpfung zumindest 2 Wochen später der Schutz vor symptomatischer Infektion mit Omikron erhöht werden kann.
Ausnahme: Wenn Ihre Patientinnen/Ihre Patienten vollständig geimpft sind, können sie bei einem privaten Treffen mit anderen vollständig geimpften Personen auf das Abstandhalten und Maskentragen verzichten.

Alle in der Schweiz zugelassenen und empfohlenen Impfstoffe sind wirksam und sicher. In Ausnahmefällen können sich Personen für den Vektor-Impfstoff von Janssen Cilag entscheiden.
Für weitere Informationen siehe FAQ
und
Wird das Immunsystem nach der Impfung mit einem Protein konfrontiert, das aussieht wie ein Teil der Hülle des SARS-CoV2 Virus, bildet es Antikörper, die auf die Virushülle reagieren und das Virus direkt einfangen können. Kurz darauf bildet das Immunsystem bestimmte weisse Blutkörperchen, die B-Gedächtniszellen und T-Zellen. Sie bilden das immunologische Gedächtnis.
Unter immunologischem Gedächtnis versteht man die Fähigkeit, sich an einmal erlebte Krankheitserreger zu erinnern und uns dauerhaft vor einer erneuten Infektion mit diesem Krankheitserreger zu schützen. Dahinter steht ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen „Gedächtnis-Zellen“, die auch nach Abklingen einer Erkrankung jahrelang im Körper bleiben und alle Informationen über den abgewehrten Erreger speichern.
Der Schutz bei vor kurzem geimpften Personen gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 und gegen milde symptomatische Erkrankungen wird durch Antikörper vermittelt, die zuerst im Blut und in den Schleimhäuten des Atemtraktes vorhanden sind und das Virus direkt neutralisieren. Die Menge dieser Antikörper nimmt mit der verstreichenden Zeit seit dem letzten Kontakt mit SARS-CoV2 ─ in Form des Virus oder in Form des Impfstoffs ─ stetig ab, da das Immunsystem sich den zusätzlichen Aufwand zur Produktion von spezifischen Antikörpern nur leistet, wenn es sie auch wirklich braucht.
Kommt es nach mehreren Monaten oder Jahren wieder zu einem Kontakt mit SARS-CoV2, werden die B- und T-Zellen des immunologischen Gedächtnisses geimpfter Personen reaktiviert und schütten innert weniger Tage grosse Mengen Antikörper aus. Während dieser paar Tage kann sich das Virus anfangen zu vermehren und erste, meist leichte Krankheitssymptome zu verursachen. Die neu gebildeten Antikörper verhindern aber fast immer zuverlässig die weitere Produktion von grossen Virenmengen, deren Eindringen in weitere Organsysteme wie die Lunge und deren langdauernde Weiterverbreitung im Körper. Mehrwöchigen und schweren Krankheitsverläufen wird vorgebeugt.
Der Rückgang der Wirksamkeit ist bei leichten Erkrankungen gering. Vollständig geimpfte Personen infizieren sich deutlich weniger als ungeimpfte Personen und es gibt Hinweise, dass sie das Virus mit geringerer Wahrscheinlichkeit an andere weitergeben als ungeimpfte Personen. Dies da sie im Durchschnitt eine geringere Viruslast und entsprechend weniger Viren in den Atemwegen haben (in Bezug auf die Menge und die Dauer) und daher wahrscheinlich weniger Viren ausscheiden.
Die Wirksamkeit des Impfstoffs beginnt schon ca. 12-14 Tage nach der ersten Dosis. Die Wirksamkeit ist zwar bereits ab zwei Wochen nach der ersten Dosis relativ gut, wurde aber im Rahmen der klinischen Studien nur bis zur zweiten Dosis (nach 3-4 Wochen) gemessen. Eine hohe Wirksamkeit (ca. 95%) gegen eine Covid-19-Erkrankung und einen schweren Verlauf konnte nach zwei Dosen nachgewiesen werden.
Der Impfschutz tritt ungefähr 1-2 Wochen nach Verabreichung der zweiten Impfdosis ein.
Nach aktuellen Erkenntnissen gewährleisten die zugelassenen mRNA-Impfstoffe bei vollständig geimpften Personen <65 Jahren (2 Dosen mRNA Impfstoff oder mit bestätigter SARS-CoV2 Infektion und 1 mRNA-Impfung) einen guten Schutz während 6 Monaten vor schweren Verläufen bei Infektionen mit der Delta oder zuvor aufgetreten Varianten.
Bei Personen ≥ 65 Jahren weisen aktuelle Studien auf eine leichte Abnahme des Schutzes vor schweren Krankheitsverläufen ab 6 Monaten nach der Grundimmunisierung, wobei die Wirksamkeit von Spikevax® in dieser Altersgruppe im Vergleich zu Comirnaty® höher war.
Datenlage zur Omikronvariante: Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass das Risiko einer Infektion bei vollständig Geimpften und bei Genesenen hoch ist. Die Studien deuten jedoch auch darauf hin, dass mit einer Auffrischimpfung zumindest 2 Wochen später der Schutz vor symptomatischer Infektion mit Omikron erhöht werden kann. Bisher kann die Wirksamkeit gegen Hospitalisationen und schwere Erkrankungen noch nicht abgeschätzt werden, aber sie dürfte wesentlich höher sein als die Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen. Neue Erkenntnisse diesbezüglich werden eng beobachtet.
Aufgrund der Abnahme des Schutzes vor symptomatischer Infektion wenige Monate nach der Grundimmunisierung bei der Delta Variante und den bisher zur Verfügung stehenden Daten zu Omikron, welche auf eine raschere und stärker ausgeprägte Abnahme des Schutzes hinweisen, wird eine Auffrischimpfung off-label bereits ab 4 Monaten nach der Grundimmunisierung empfohlen.
Informationen zur Auffrischimpfung finden Sie in der FAQ «Für wen, wann und wie ist eine Auffrischimpfung («Booster») nach einer vollständigen Covid-19-Impfung empfohlen?»
Die Zulassungsstudien zeigten eine sehr hohe Wirksamkeit der mRNA-Impfstoffe (ca. 94%) gegen eine Erkrankung durch SARS-CoV-2 Infektion bei Erwachsenen (2020er- und Alpha-Varianten). Bei Jugendlichen von 12-15 Jahren ist die Schutzwirkung in den Zulassungsstudien ebenfalls sehr hoch.
Die Wirksamkeit gegen Hospitalisationen und schwere Covid-19- Erkrankungen ist weiterhin sehr hoch, auch bei Infektionen mit SARS-CoV-2 Delta (81–96 % je nach Studie), inklusive ältere Personen. Es gibt keinen Hinweis, dass der Impfschutz vor schweren Erkrankungen durch Delta wesentlich niedriger respektive kürzer als durch die Alpha-Variante ausfällt. Die aktuellen Daten werden laufend evaluiert.
Der Impfschutz gegen jegliche Infektionen und milde Erkrankungen durch Delta ist im Vergleich zur Alpha-Variante reduziert und liegt je nach Studie und Land zwischen 39–79% respektive 40–88%.
Die Impfung kann weiterhin Virusübertragungen reduzieren, auch von SARS-CoV-2 Delta, da sich Geimpfte im Vergleich zu Ungeimpften deutlich weniger häufig mit Delta infizieren. Im Falle einer Infektion gibt es Hinweise, dass die Impfung die infektiöse Phase bei Delta-Infizierten verkürzt. Die Daten von geimpften Personen weisen im Vergleich zur Alpha-Variante auf eine geringere Reduktion der Virusübertragungen bei der Delta-Variante hin.
Ob der Schutz vor Erkrankung, Infektion und Übertragung durch die Omikron-Variante reduziert wird, ist zurzeit noch unklar. Neue Erkenntnisse diesbezüglich werden eng beobachtet.
Zur Variante Omikron gibt es laufend neue Erkenntnisse. Die aktuell verfügbaren Daten zeigen, dass ein gewisser Schutz der Impfung vor einer Infektion mit Omikron aufrechterhalten wird. Dieser Schutz ist jedoch geringer ist als der Schutz vor Delta und nimmt schneller ab. Die Auffrischimpfung kann den Schutz – zumindest temporär – wieder auf ein gutes Niveau anheben. Es ist noch zu früh, um Aussagen über den Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf zu machen.
Bei der Interpretation von Zahlen sind in der aktuellen Pandemie viele verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Aus Israel wurde in Publikationen über eine Zunahme von älteren hospitalisierten Personen, die vollständig geimpft sind, berichtet. Anteilsmässig sind mehr ältere Personen geimpft. Die verabreichte Impfung hat eine Wirksamkeit von knapp 90% (nicht aber 100%) (Goldberg, Y.; 2021). Die Wahrscheinlichkeit, hospitalisiert zu werden, ist für ältere Personen im Vergleich zu Jüngeren höher. Wenn man die Hospitalisationsraten auf die Gesamtbevölkerung bezieht und je mehr die Durchimpfung in den älteren Altersgruppen steigt, umso stärker nimmt relativ gesehen der Anteil geimpfter älterer Personen im Spital zu. Das kann den Eindruck vermitteln, die Impfung würde nicht gut schützen. Betrachten wir jedoch die Altersgruppen getrennt voneinander, stellt sich in allen Altersgruppen heraus, das 9 von 10 Hospitalisierungen durch Impfungen verhindert werden.
Die Zahlen von Israel vom 15. August illustrieren diese Verzerrung, welche durch die im Alter zunehmende Hospitalisierungsrate und Impfquote bedingt sind (Simpson Paradox), gut:
58 Prozent der hospitalisierten Covid-Patienten waren doppelt geimpft.
In der Gesamtbevölkerung:
- 301 von 5.6 Millionen geimpften Personen waren hospitalisiert = 53 pro Million
- 214 von 1.3 Millionen ungeimpften Personen waren hospitalisiert = 164 pro Million
- Impfquote der Hospitalisierten: 301/(301+214)= 58%
- Impfwirksamkeit: (164-53)/164= 67.5%
In der Altersgruppe über 50 Jahren:
- 290 von 2.1 Millionen geimpften Personen waren hospitalisiert = 136 pro Million
- 171 von 186'000 ungeimpften Personen waren hospitalisiert= 919 pro Million
- Impfquote der Hospitalisierten: 290/(290+171)= 63%
- Impfwirksamkeit: (919-136)/919= 85%
In der Altersgruppe unter 50 Jahren:
- 11 von 3.5 Millionen geimpften Personen waren hospitalisiert = 3 pro Million
- 43 von 1.1 Millionen ungeimpften Personen waren hospitalisiert = 39 pro Million
- Impfquote der Hospitalisierten: 11/(11+43)= 20%
- Impfwirksamkeit: (39-3)/39= 92%
Der tatsächliche Wert des Impfschutzes ist in den Altersgruppen > 50 Jahren bzw. < 50 Jahren bei 85% bzw. 92%. Wird der Impfschutz aber in der Gesamtbevölkerung berechnet, wird die Impfwirksamkeit mit 67.5% unterschätzt.
Cave: Die beobachtete Impfwirksamkeit resultiert aus Surveillance-System und entspricht somit nicht den Daten unter Studienbedingungen.
Weiter Informationen zu diesem Thema können im «Scientific update of 7 September 2021»
Seit die neue Variante Omikron (B.1.1.529) im November 2021 erstmals beschrieben, und am 26.11.21 von der WHO als besorgniserregend eingestuft wurde, breitet sich die Variante rapide aus und ist seit Mitte Dezember die vorherrschende SARS-CoV-2 Virus Variante in der Schweiz.
Ausgehend vom gegenwärtigen Kenntnisstand sind folgende Aussagen betreffend erwarteter Wirkung der mRNA-Impfstoffe, die in der Schweiz zugelassen und verfügbar sind, gültig und dürften in den nächsten Wochen weiter konkretisiert werden:
Der Schutz vor einer Infektion mit Omikron bei Geimpften oder Genesenen ist im Vergleich zum Schutz gegen frühere Varianten verringert. Der Schutz ist abhängig von der Anzahl Dosen, und dem zeitlichen Abstand zur letzten Dosis (oder Infektion). Während der Schutz vor Infektion relativ rasch abnimmt, bleibt der Schutz vor einem schweren Verlauf und Hospitalisationen länger bestehen.
Wirksamkeit gegen Hospitalisationen
Erste Daten aus UK (UKHSA) zeigen, dass die Wirksamkeit nach der 2. Dosis gegen Hospitalisationen nach 2-24 Wochen bei ca. 70 % liegt. Mit der Auffrischimpfung erhöht sich die Wirksamkeit nach mehr als 2 Wochen auf ungefähr 90 %.
Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen
Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz vor symptomatischer Infektion (dies beinhaltet auch sehr milde Verläufe) gegen Omikron von 65-70 % auf ca. 10 % 5 Monate nach der 2. Dosis Comirnaty® (Pfizer) abfällt (UKHSA). Die aktuell verfügbaren Studien zeigen, dass mit einer Auffrischimpfung zumindest 2-4 Wochen später der Schutz vor symptomatischer Infektion mit Omikron auf 70-75 % erhöht werden kann (Andrews et al., Ferguson et al., UKHSA). Bei Comirnaty® fällt dieser aber nach mehr als 10 Wochen wieder auf ca. 50% herunter (UKHSA).
Für Spikevax® (Moderna) sind noch keine Wirksamkeitsdaten für einen Zeitraum länger als 10 Wochen bekannt.
Wichtig bleibt zu betonen, dass die Omikron-Variante für Geimpfte und Genese weniger gefährlich ist, als für Personen welche nicht geimpfte oder genesen sind.
Das pädiatrische inflammatorische Multisystem-Syndrom (PIMS) ist eine seltene Komplikation einer SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern und Jugendlichen.
Nach aktuellen Daten aus den USA (Zambrano et al.) schützt die Impfung bei Jugendlichen (12-15 Jahre) mit einer Wirksamkeit von 91% (95 % CI 78-97 %) vor PIMS.
Bisher liegen noch ungenügend Daten für Kinder zwischen 5-11 Jahren vor, um eine Aussage über den potentiellen Schutz zu treffen, diese werden jedoch zeitnah erwartet.
Bei den Vektor-Impfstoffen wird die genetische Information mit dem Bauplan (DNA) für einen oder mehrere Bestandteile des Infektionserregers (Antigen), gegen den die Impfung schützen soll, in ein für Menschen harmloses Virus oder Bakterium eingebracht. Diese dienen als Transportmedium (Vektoren) und sind genetisch so modifiziert, dass sie sich im menschlichen Körper entweder gar nicht mehr oder nur noch begrenzt vermehren können (adenovirale Vektoren sind nicht replikationsfähig). Nach der Verabreichung des Impfstoffes dringen die darin enthaltenen Vektoren lokal begrenzt in Körperzellen ein, in welchen anschliessend das Infektionserreger-Antigen produziert wird. Das Antigen wird an der Zelloberfläche präsentiert und vom Körper als fremd erkannt. Dies führt zu einer Immunreaktion (neutralisierende Antikörper und zelluläre Immunantwort) gegen das Infektionserreger-Protein (bei COVID-Impfstoffe das SARS-CoV-2 Spike-Protein).
Die Wahrscheinlichkeit, dass die DNA des Vektors mit der Information für das Antigen in das Erbgut einer menschlichen Zelle eingebaut wird, ist äusserst klein. In einer von 104-106 Zellen, in welche die DNA des Vektors in den Zellkern eingebracht wurde, kann es vorkommen, dass die Vektor DNA oder Teile davon ins Genom aufgenommen werden. Da alle Zellen im Körper (mit Ausnahmen von Stammzellen) einem Turnover unterliegen, werden diese Zellen im Körper abgebaut und mit neuen Zellen ersetzt. In den mehr als 20 Jahren klinischer Erfahrung mit adenoviralen Vektoren (ein von verschiedenen möglichen Vektoren) mit mehr als 400 klinischen Studien wurden nie von Nebenwirkungen berichtet, welche auf eine Integration von Vektor DNA zurückzuführen sind. Zudem werden alle Menschen im Laufe des Lebens mit richtigen replikationsfähigen Adenoviren infiziert. Adenovirus-Infektionen haben genau die gleiche sehr niedrige Wahrscheinlichkeit, dass Virus DNA ins Genom der Zelle, in die das Virus eingedrungen ist, integriert wird.
Es gibt ein Restrisiko, dass auch in Stammzellen (beispielsweise Myoblasten) die Vektor DNA aufgenommen und ins Genom eingebaut wird. Auch hier ist davon auszugehen, dass Zellen, die das von der Vektor DNA kodierte Spike-Protein in der Plasmamembran exprimieren, vom Immunsystem eliminiert werden. Somit ist die Wahrscheinlichkeit äusserst klein, dass die Vektor DNA lebenslang erhalten bleibt. Adenovirale Vektoren gelten generell als nichtintegrierende Vektoren, d.h. sie integrieren ihr Erbgut nicht ins Zellgenom. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass das Genom der COVID-19-Vektorimpfstoffe auf Basis nicht vermehrungsfähiger Adenoviren (ebenso wie das anderer Adenoviren) ausserhalb der menschlichen DNA (extrachromosomal) im Zellkern infizierter Zellen verbleibt.
Grundsätzlich können Adenoviren (ein möglicher Vektor bei Vektor-Impfstoffen) latent im Körper verbleiben. Der adenovirale Vektor im COVID-19 Impfstoff ist jedoch nicht replikationskompetent. Daher ist eine Reaktivierung ausgeschlossen.
Es ist davon auszugehen, dass Zellen, welche das Spike (S) -Protein exprimieren vom Immunsystem als «infiziert» erkannt und eliminiert werden.
Grundsätzlich sind alle Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, die durch Swissmedic zugelassen werden sicher und wirksam und tragen dazu bei, die Pandemie zu bekämpfen. Die mRNA Impfstoffe weisen eine sehr hohe Wirksamkeit gegen schwere Verläufe/Hospitalisationen aufgrund SARS-CoV-2 auf. Covid-19-Vektor-Impfstoffe geben einen guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen/Hospitalisationen (um die 70%). Sie können somit eine signifikante Rolle bei der Verhinderung von Hospitalisationen spielen. Für erwachsene Personen, die sich nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können (z.B. auf Grund einer Allergie) oder möchten, können Vektor-Impfstoffe als Alternative eingesetzt werden. Die Vektor-Impfstoffe haben den Vorteil, dass sie leichter zu lagern und zu transportieren sind, als die mRNA Impfstoffe. Somit sind sie insbesondere geeignet, im Rahmen von z.B. Arztpraxen oder Apotheken verabreicht zu werden.
Wirksamkeit gegen die Erkrankung
Der Vektorimpfstoff von Janssen bietet gemäss den bisher vorliegenden klinischen Studien einen guten Schutz vor moderaten Covid-19-Erkrankungen (inklusive der Virusvariante Alpha, Beta und Gamma P2) von ca. 65% (95 % Konfidenzintervall zwischen 56 und 72 %) sowie einen sehr guten Schutz vor schweren Verläufen von ca. 85% (95% Konfidenzintervall zwischen 54 und 97%). Auch bei älteren Personen konnte ein guter Schutz gezeigt werden
In Studien aus den USA zum Schutz vor der Delta Variante wurde gezeigt, dass die Wirksamkeit gegen Covid-19-bedingte Hospitalisierungen und gegen Sars-CoV-2 Infektion für COVID-19 Vaccine Janssen signifikant tiefer ist (71% gegen Hospitalisierung bzw. 60% gegen Sars-CoV-2 Delta-Infektion für COVID-19 Vaccine Janssen) als für mRNA-Impfstoffe (88 - 93% gegen Hospitalisierung bzw. 80 - 95% gegen Sars-CoV-2 Delta-Infektion für mRNA-Impfstoffe) (CDC 24.09.21 und CDC 17.09.21). In Deutschland ist der prozentuale Anteil von Covid-19-Infektionen nach Impfung bei den Personen am höchsten, die mit einer Einmaldosis COVID-19 Vaccine Janssen® geimpft wurden (RKI).
Erste Daten deuten darauf hin, dass die Omikron-Neutralisierung bei Personen, die mit einer Einmaldosis COVID-19 Vaccine Janssen® grundimmunisiert sind, stark verringert ist. Die heterologe Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty®) führt aber zu einem deutlichen Anstieg der Neutralisierungstiter gegen Omikron und die Personen waren nur leicht weniger gut (rund 13-fache Reduktion der Neutralisation von Omikron verglichen mit der Neutralisation von Delta) gegen die Omikron-Variante geschützt als Personen, die als Grundimmunisierung und Auffrischimpfung einen mRNA-Impfstoff erhalten haben (rund 5-fache Reduktion der Neutralisation von Omikron verglichen mit der Neutralisation von Delta) (Garcia-Beltran et al.).
Aus diesen Gründen wird Personen, welche eine Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs vor mindestens 4 Monaten erhalten haben, off-label eine Auffrischimpfung mit einer Dosis eines mRNA-Impfstoffs empfohlen (vorausgesetzt ein mRNA-Impfstoff ist nicht kontraindiziert und wird nicht aus anderen Gründen abgelehnt; siehe Supplementum Impfempfehlung Auffrischimpfung Kapitel 3.3). Die Auffrischimpfung kann mit Spikevax® oder Comirnaty® erfolgen (Ausnahme: Personen < 30 Jahren). Eine homologe Auffrischimpfung mit einer zweiten Dosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffs wurde von Swissmedic geprüft. Die Empfehlungen werden gegebenenfalls rasch angepasst.
Die Daten weisen darauf hin, dass eine homologe wie heterologe Auffrischimpfung mit Spikevax®, Comirnaty® und Covid-19 Vaccine Janssen® gut verträglich und immunogen ist.
Wirksamkeit bezüglich Übertragung
Daten zur Frage, ob die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® auch vor einer Übertragung des Virus auf andere Personen schützt, stehen noch aus.
Organisation, Anmeldung und Logistik
Für Fragen zur Logistik und Organisation der Impfung sind die kantonalen Anlaufstellen zuständig.
Die Links zu den entsprechenden Webseiten der Kantone finden Sie unter bag-coronavirus.ch.
Die verfügbaren Impfstellen sind auf den Webseiten der Wohnkantone aufgelistet.
Pro Kanton gibt es eine zentrale Anlaufstelle (Single point of contact, SPOC), die für diese Fragen zuständig ist, die mit dem Bundesamt für Gesundheit BAG und der Logistikbasis der Armee (LBA) in Kontakt steht und die Bestellung von Impfstoffen und Verbrauchsmaterialien auslöst. Diese Stelle ist auch damit beauftragt, die Verteilung innerhalb des Kantons sicherzustellen. Zudem ist sie auch Anlaufstelle für die Kantonsärzte. Zu Beginn der Impfungen ist es geplant, dass die Impfungen weitgehend an Impfzentren und mobile Einheiten durchgeführt werden.
Die Verteilung richtet sich nach der Impfstrategie (PDF, 641 kB, 02.07.2021).
Die Impfstoffquoten für jeden Kanton werden bei jeder Lieferung durch das BAG berechnet. Für deren Berechnungen werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, so u.a. die Bevölkerungszahl, die Demografie in den Kantonen sowie die Impfempfehlungen.
Für Personen, welche in Alters- und Pflegeheimen sind oder sich aus Mobilitätsgründen nicht vor Ort (Impfzentrum etc.) impfen lassen können, stehen mobile Impfeinheiten zur Verfügung. Kantonale Unterschiede sind in der Umsetzung möglich.
Der Tarifvertrag gilt in der ganzen Schweiz. Die Finanzierung der Impfung ist somit unabhängig vom Wohnort oder vom Ort einer laufenden Behandlung geregelt. Wenn möglich sollten jedoch beide Impfdosen der Impfung am gleichen Ort erfolgen, damit die zweite Impfdosis reserviert werden kann. Es kann sein, dass die Kantone bei beschränkter Impfstoffverfügbarkeit Einschränkungen im Zugang beschliessen.
Seit 2015 dürfen je nach kantonaler Gesetzgebung ApothekerInnen impfen; sie benötigen dazu den «Fähigkeitsausweis FPH Impfen und Blutentnahme». Die Umsetzung ist kantonal unterschiedlich geregelt. Ob Apotheker und Apothekerinnen den Impfakt delegieren können, ist kantonal geregelt.
Mehr Informationen finden Sie hierzu unter folgendem Link:
Die Kantone entscheiden, wer an der Umsetzung des Impfprogrammes gegen Covid-19 teilnimmt und somit ob Impfungen zum Schutz vor einer Covid-19 Erkrankung in Apotheken stattfinden können.
Zudem steht es jeder Apotheke frei, ob sie an der Impfkampagne teilnimmt. Deshalb müssen sich Kunden und Kundinnen erkundigen ob und in welcher Apotheke geimpft wird.

Ja. Folgende Situationen sind zu unterscheiden:
Um einen optimalen Impfschutz sicherzustellen, müssen die im Ausland verabreichten Impfdosen mittels dem durch den Patienten/der Patientin zur Verfügung gestelltem Impfnachweis überprüft werden.
Personen, die im Ausland geimpft wurden, können in der Schweiz eine Auffrischimpfung erhalten. Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff benutzt werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist (homologe Auffrischimpfung). Ist dies nicht möglich, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden (heterologe Auffrischimpfung). Bei Personen, welche mit verschiedenen mRNA-Impfstoffen grundimmunisiert wurden, gibt es keine Vorgaben, welcher der beiden mRNA-Impfstoffe verabreicht werden soll.

Auf der Webseite des Wohnkantons findet man Informationen über die kantonale Organisation der Impfung und wie man sich anmelden kann.
Die Anmeldung kann durch die Ärztin/den Arzt, die Apothekerin/den Apotheker, eine Vertrauensperson oder durch die Patientin/den Patienten selber übernommen werden.
Hierbei ist zu beachten, dass Personen ab 18 Jahren, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA Impfstoffe ablehnen, sich mit COVID-19 vaccine Janssen® impfen lassen können.
Siehe auch FAQ
und
Die Anmeldung wird an die entsprechende Impfstelle in der Nähe des Wohnortes des Patienten/der Patientin weitergeleitet und der Impftermin reserviert. Der Patient/die Patientin erhält eine Terminbestätigung.

Diese Impfstoffe unterscheiden sich diesbezüglich wie folgt:
Impfdosen pro Vial und Aufbereitung
Transport und Lagerung
Beachten Sie: Die Impfstoffe dürfen NICHT geschüttelt werden. Die Ampullen dürfen nur mehrmalig umgedreht werden. Nicht gebrauchter Impfstoff muss nach Ablauf der Verwendungsfrist entsorgt werden.
In den aktuell verteilten Covid-19-Set Typ 2 a und b, welche durch die Logistikbasis der Armee (LBA) ausgeliefert werden, sind pro Set, ausgerichtet auf 15 Impfstoff-Applikationen, folgendes Materialien enthalten:
- 20 Alkohol Pads
- 20 Tupfer
- 20 Pflaster
- 18 G23 x 30mm Injektionskanülen (blau)
- 18 «Low Dead Space» (LDS-)Spritzen 1ml
- 3 Spritzen 2ml
Weitere Informationen zu der Zusammensetzung des Sets Typ 2 (a und b) und dessen Verwendung finden Sie auf der Homepage des Herstellers.
Das speziell für die Kinder konfektionierte Kinder-Impfset, welches ab Mitte Dezember durch die Logistikbasis der Armee (LBA) ausgeliefert wird, ist pro Set auf 5 Impfstoff-Applikationen ausgerichtet. Folgende Materialien sind enthalten:
- 8 Alkoholtupfer
- 8 Tupfer
- Je 6 Pflaster mit einem Flamingo- und Dinosaurier-Sujet
- 5 Injektions-Kanülen 16 mm
- 5 Injektions-Kanülen 25 mm
- 7 «Low Dead Space» (LDS-)Spritzen 1ml
- 3 Spritzen 2ml
Weitere Informationen zu der Zusammensetzung des Kinder-Sets und dessen Verwendung finden Sie zeitnah auf der Homepage des Herstellers.
Durchführung der Impfung
Dies ist von der Urteilsfähigkeit der Person abhängig.
Urteilsfähige Personen
Urteilsfähige erwachsene Personen oder minderjährige, urteilsfähige Personen müssen einer Behandlung aus freiem Willen sowie nach umfassender Aufklärung durch die impfende/medizinische Fachperson zustimmen. Das gilt auch für die Covid-19-Impfung. Diese Einwilligung kann mündlich erfolgen und ist möglichst im IT-Tool zu dokumentieren.
Urteilsunfähige Personen
Als urteilsunfähig gelten Kleinkinder und Personen, die ihre Urteilsfähigkeit infolge geistiger Behinderung, psychischer Störung, Rausch oder ähnlicher Zustände eingebüsst haben, d.h. denen die Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln. Allerdings bedeuten psychische Störungen, hohes Alter, Beistandschaft oder Minderjährigkeit nicht automatisch, dass jemand urteilsunfähig ist. D.h. die Urteilsfähigkeit muss von Fall zu Fall beurteilt werden.
Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Seite Freie Einwilligung auf Behandlung oder Pflege nach umfassender Aufklärung.
Grundsätzlich gilt: Es braucht zur Einwilligung grundsätzlich keine Unterschrift. Die Einwilligung ist jedoch möglichst elektronisch im IT-Tool zu dokumentieren.
Siehe dazu auch:
- FAQ Welche Punkte müssen vor der Covid-19-Impfung im Aufklärungsgespräch thematisiert werden?
- FAQ Können Jugendliche zwischen 12-17 Jahre selbständig zur Impfung einwilligen?
Jugendliche ab 12 Jahren dürfen sich grundsätzlich eigenständig für eine Impfung entscheiden, sofern sie als urteilsfähig und informiert gelten.
Die Prüfung der Urteilsfähigkeit liegt in der Verantwortung der impfenden Person und kann nicht an ein fixes Alter gebunden werden bzw. es ist nicht möglich eine Altersgrenze zu definieren.
Nicht urteilsfähige Kinder benötigen das Einverständnis der Eltern / Erziehungsberechtigten, bevor sie geimpft werden dürfen. Folgendes Merkblatt der der Konferenz für Kinder und Erwachsenschutz (KOKES) enthält nützliche Informationen betr. Prüfung der Urteilsfähigkeit bzw. den Zuständigkeiten und Kriterien.
Es ist möglich, dass aus organisatorischen Gründen in gewissen Kantonen in Impfzentren das schriftliche Einverständnis der Eltern/Erziehungsberechtigten vorausgesetzt wird. In diesen Fällen, sollen die Kantone den Jugendlichen einen alternativen Zugang ausserhalb von Impfzentren (z.B. Impfungen im Kinderspital o.ä.) anbieten.
Passend zum Thema:
- FAQ Wie muss eine Person zur Covid-19-Impfung einwilligen?
Die Person, die geimpft wird, muss aufgeklärt werden und ihre Einwilligung zur Impfung erteilen, da eine Impfung aus juristischer Perspektive ein Eingriff in die körperliche Integrität ist. Urteilsfähige Personen oder gesetzliche Vertreter der zu impfenden Personen müssen über die Impfung informiert werden und die Einwilligung ist möglichst elektronisch im IT-Tool zu dokumentieren. Es braucht jedoch grundsätzlich keine Unterschrift.
Weitere Informationen, die die impfende Fachperson geben muss:
- Angaben zur Impfung: Typ, Zahl der Injektionen, Wirksamkeit und Verträglichkeit, Nutzen und Risiken. Darüber aufmerksam machen, dass die Schutzmassnahmen weiterhin gelten und einzuhalten sind. Ausnahme sind private Treffen zwischen vollständig geimpften Personen (Verzicht auf Maske und Abstand möglich).
- Vorgehen bei unerwünschten Impferscheinungen (UIE)
- Kosten: kostenlos in der Schweiz Erfassung der Impfung: Für statistische Zwecke und für das Impfmonitoring wird jede Impfung anonymisiert unter den geltenden Datenschutzbedingungen elektronisch erfasst. Die Einwilligung zu dieser Erfassung wird dokumentiert.
- Möglichkeit für Fragen anbieten.
Weitere Informationen zum Impfakt finden Sie zudem im Dokument Checkliste Impfakt mit mRNA-Impfstoffen (PDF, 300 kB, 14.09.2021)
Die mündliche Aufklärung kann durch eine schriftliche Information ergänzt werden.
Die Verabreichung erfolgt auch bei Personen mit Antikoagulation intramuskulär. Wichtig ist eine gute Kompression an der Injektionsstelle. Zudem sind gemäss Kapitel 5e des Impfplans folgende Punkte empfohlen:
- Eine dünne, lange Nadel (25G) verwenden
- Injektion bevorzugt am Oberarm (M. deltoideus) durchführen
- Kräftige Kompression für mindestens 2 Minuten, ohne reiben.
- Nicht aspirieren (Aspirieren würde bei Blutungsneigung zu mehr lokalen unerwünschten Impferscheinungen führen)
- Die Person mit Antikoagulation bzw. die Eltern/rechtliche Vertretung sollen über ein mögliches Auftreten eines Hämatoms im Anschluss an die Impfung und das weitere Vorgehen informiert werden.

Bei Anaphylaxie auf andere Impfstoffe in der Anamnese, bei Personen mit bekannten schweren akuten Allergien oder kutaner oder systemischer Mastozytose sind folgende Punkte zu beachten:

Bei der Impfung von Personen mit einer Immundefizenz, wie auch für Personen unter immunsuppressiven Therapien, muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch die betreuende Fachärztin/den betreuenden Facharzt gemacht werden.
Immungeschwächten Personen, einschliesslich Personen, die mit Immunsuppressiva therapiert werden, wird eine Covid-19 Impfung mit den in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffen empfohlen (für detaillierte Informationen siehe Kapitel 3.3 «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19»). Die Wirksamkeit einer COVID-19 Impfung kann bei immundefizienten Personen reduziert sein. COVID-19 Vaccine Janssen® soll nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen in einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung (Wirksamkeit, Verträglichkeit) auch im Vergleich zur Impfung mit einem mRNA Impfstoff überwiegt.
Ja, in diesem Herbst ist wie jedes Jahr für Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko, wie Menschen ab 65 Jahren, schwangere Frauen, frühgeborene Kinder (<32 0/7 Schwangerschaftswoche oder Geburtsgewicht unter 1500g) ab 6 Monaten für die ersten zwei Winter nach der Geburt sowie Personen mit chronischen Erkrankungen, eine Grippeimpfung empfohlen. Ausserdem ist die Impfung für enge Kontaktpersonen von diesen Personengruppen empfohlen. Dies auch, wenn bereits eine Covid-Impfung erfolgt ist. Die beiden Impfungen schützen vor Infektionen durch unterschiedliche Viren und möglichen schweren Folgeerkrankungen. Sie können in kurzem zeitlichen Abstand und auch gleichzeitig mit einer Injektion pro Arm verabreicht werden (R. Lazarus et al).
Für weitere Informationen zur Grippeimpfung siehe
Ja, die Grippe-Impfung und die Covid-Impfung können gleichzeitig oder in beliebigen Abständen zueinander erfolgen. Wenn die Verabreichung gleichzeitig erfolgt, sollen die Injektionen jeweils an einem anderen Arm verabreicht werden. Gemäss aktuellen Daten hat dies weder für die Nebenwirkungen/für die Sicherheit noch für die Wirksamkeit einen negativen Einfluss (R. Lazarus et al). Bei gleichzeitiger Verabreichung können die Nebenwirkungen jedoch leicht erhöht sein.
Wie bei Erwachsenen wird bei Kindern (5-11 jährig) eine Antikörperbestimmung vor der Impfung zur Überprüfung des Serostatus grundsätzlich nicht empfohlen, da dies hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung nicht notwendig und somit auch unwirtschaftlich ist. Sinnvoll kann die Bestimmung von Antikörpern lediglich dann sein, wenn bei Kindern die Vermutung besteht, dass sie an Covid-19 erkrankt waren und nicht getestet wurden.
Kindern mit einer schweren Immundefizienz wird gemäss Impfschema eine Serologie nach der 2. Impfdosis empfohlen, damit ein Entscheid für die Notwendigkeit einer dritten Impfdosis getroffen werden kann. Die Kosten für die Analyse aus SARS-CoV-2-Antikörper werden nur in diesem Falle gemäss Impfempfehlung Kapitel 3.3.1 übernommen. Die Kosten für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper bei der allgemeinen Bevölkerung werden gemäss aktueller Verordnung nicht übernommen, ausser im Falle einer Anordnung durch die zuständige kantonale Stelle.
Passend zum Thema:
- FAQ Welches Impfschema wird Kindern (5-11 jährig) mit einer schweren Immundefizienz empfohlen?
- FAQ Welchen Nutzen haben serologische Tests zur Zeit?
Nach einer passiven Antikörperbehandlung (monoklonale Antikörper oder Genesenen-Plasma) einer SARS-CoV-2 Infektion, ist eine Impfung vorübergehend kontraindiziert. Vor einer COVID-19-Impfung sollte ein Minimalintervall von mindestens 90 Tagen eingehalten werden.
Während diesem Zeitraum sind diese Personen durch die Genesung geschützt.
Stützt sich die verantwortliche Fachperson bei der Wahl oder Verwendung eines Impfstoffes auf die Impfempfehlungen des BAG ab, kann er/sie damit nachweisen, die anerkannten Regeln der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaften beachtet und somit den heilmittelgesetzlichen Sorgfaltspflichten Genüge getan zu haben. Hält die verantwortliche Fachperson sich auch an die Sorgfaltspflichten aus dem Behandlungsvertrag (u.a. Informations-, Aufklärungs- und Dokumentationspflicht), kann sie bzw. er in der Regel nicht haftbar gemacht werden.
Für weitere Informationen siehe BAG off-label use.
Impfschema
Ja. Zwischen der Covid-19-Impfung und der Verabreichung anderer Impfungen muss kein Minimalabstand eingehalten werden.
Wenn innerhalb von vier Wochen nach der zweiten Dosis des mRNA-Impfstoffs kein Antikörpertiter bestimmt wurde, sollte der Titer so bald wie möglich bestimmt werden. Die Interpretation der Serologie ist unabhängig vom Zeitabstand seit der zweiten Dosis.
Die Indikation einer Antikörpertiter-Bestimmung zur Festlegung der Indikation für eine 3. Impfdosis oder der Messung der Impfantwort besteht nur bei einer speziellen Gruppe schwer abwehrgeschwächter Patienten.
CAVE: Für alle anderen besonders gefährdeten Personen, somit auch ältere Personen (>65 Jahren), gilt diese Empfehlung nicht.
Diese Empfehlung gilt ausschliesslich für Personen, welche zum Zeitpunkt der Covid-19 Impfung unter einer der folgenden schwer immunsupprimierenden Behandlungen standen:
- B Zell Depletion (z.B. Rituximab, Ocrelizumab, Cyclophosphamid, Bruton-Tyrosinkinase Hemmer, etc.),
- Hochdosis-Chemotherapie,
- Hoch dosierte Kortikosteroidtherapien (>20mg Prednison/Tag, >2 Wochen),
- Weitere Therapien, die zu einer schweren Immunsuppression führen (z.B. Mycophenolat, Ciclosporin, Januskinase-Inhibitoren u.ä.),
- Kombinationstherapie verschiedener immunsupprimierender Medikamente.
Sowie für
- Personen mit einem angeborenen Immundefekt mit eingeschränkter B- und T-Zellfunktion (z. B. common variable immunodeficiency; CVID, isolierte CD4-Lymphozytopenie u.ä.),
- Empfänger für Solid Organtransplantation.
Hausärzte oder andere Gesundheitsfachpersonen können diese Patienten, an den betreuenden Spezialisten für die weitere Abklärung verweisen.
Details zur Indikationsstellung sowie dem spezifischen Vorgehen sind in den Impfempfehlungen beschrieben (Kapitel 3.3).
Weitere Informationen hierzu in der «FAQ Ist eine Auffrisch-Impfung («Booster») nach einer vollständigen Impfung gegen Covid-19 in absehbarer Zeit notwendig?»
Kindern im Alter von 5–11 Jahren mit einer schweren Immundefizienz oder nach einer Stammzelltransplantation wird 4 Wochen nach der 2. Impfdosis eine Serologie empfohlen. Sind klar positive SARS-CoV-2 Impfantikörper vorhanden, ist keine 3. Impfdosis nötig. Grenzwertig positive Impfantikörpertiter sind als negativ zu betrachten. Im Falle eines negativen Nachweises von SARS-CoV-2 Impfantikörper wird eine 3. Dosis zur Grundimmunisierung mit einem Minimalabstand von 4 Wochen nach Dosis 2 empfohlen. Diese eingeschränkte Empfehlung erfolgt, da eine 3. Dosis in diesem Alter off-label ist, wenig Daten vorliegen und daher nur Kinder eine 3. Dosis erhalten sollen, bei denen die Antikörpertiter auf einen unvollständigen Impfschutz hinweisen.
Grundimmunisierung
Die Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff besteht aus zwei Impfdosen. Diese zwei Impfdosen sollen im Abstand von 4 Wochen verabreicht werden. Das Intervall zwischen den zwei Impfdosen sollte jedoch nicht mehr als 6 Wochen betragen. Je nach Impfstoff gilt folgendes zu beachten:
- Impfung mit Comirnaty® von Pfizer/BioNTech: Abstand von mindestens 21 Tagen zwischen den zwei Impfdosen
- Impfung mit Spikevax® von Moderna: Abstand von mindestens 28 Tagen zwischen den zwei Impfdosen
Beide mRNA-Impfdosen der Grundimmunisierung sollen gemäss dem aktuellen Wissenstand mit dem gleichen Impfstoff erfolgen (Ausnahme: Unter 30-Jährige). Der Impfschutz tritt 1-2 Wochen nach der Verabreichung der 2. Impfdosis ein.
Auffrischimpfung
Cave: Für folgende Gruppen werden angepasste Impfschemata empfohlen:
- Kinder und Jugendliche
- Schwer immundefiziente Personen
- Genesene Personen
Mehr Informationen hierzu finden Sie unter den FAQ:
«Werden bei Personen ≥12 Jahren mit durchgemachter und bestätigter SARS-CoV-2-Infektion zwei Impfdosen zur Grundimmunisierung empfohlen?»
«Für wen und wann ist eine Auffrischimpfung («Booster») nach einer vollständigen Covid-19-Impfung empfohlen?»
«Warum ist eine Impfung bei Jugendlichen mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen?»
Tritt eine bestätigte akute SARS-CoV-2 Infektion (Nachweis per PCR-Test oder Antigen-Schnelltest) nach vier Wochen oder mehr nach der 1. und vor der 2. Impfdosis auf, wird diesen Personen keine weitere Impfdosis zur Grundimmunisierung empfohlen (wird die Infektion mit Anti-Nukleokapsid-Antikörper nachgewiesen, gilt kein Mindestabstand).
Tritt die Infektion jedoch weniger als vier Wochen nach der 1. Impfdosis auf, wird eine weitere Impfdosis empfohlen. Diese sollte im Abstand von 1-3 Monaten nach der Infektion erfolgen.
|Ausnahme: Schwer immundefiziente Personen ≥ 12 Jahren (Definition siehe Kapitel 3.1.1 der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe) mit einer bestätigten SARS-CoV-2 Infektion erhalten insgesamt zwei Dosen zur Grundimmunisierung. Das Minimalintervall von 4 Wochen zwischen Infektion und Impfungen ist unabhängig von der Reihenfolge zu beachten.|
Kindern (5-11 Jahre) ohne besondere Empfehlung (chronische Erkrankung / Kontakt mit immundefizienten Personen), welche eine SARS-CoV-2 Infektion durgemacht haben, wird aktuell keine Impfung empfohlen. (Grundsätzlich besteht keine Kontraindikation für eine Impfung nach Genesung in dieser Altersgruppe)

Bei Personen mit einer zurückliegenden und bestätigten SARS-CoV-2 Infektion (per positiver PCR- oder Antigentest (kein Selbsttest) oder Nachweis von IgG Antikörpern gegen SARS-CoV-2) kann auf die zweite Impfdosis verzichtet werden, denn Studien zeigen, dass Personen mit einer durchgemachten Infektion und einer Impfdosis eine gleich gute Immunantwort aufbauen wie Personen ohne Covid-19 nach zwei Impfdosen (Saadat S, JAMA 2021, Stamatatos L, Science 2021). Die Verabreichung von 2 Impfdosen bei diesen Personen ist nicht nachteilig aber nicht notwendig, da die Immunantwort nicht weiter zunimmt (Goel RR, Sci Immunol. 2021). Beachten Sie, dass dafür die 1. Impfdosis zwingend mindestens vier Wochen nach der Infektion verabreicht werden muss. Liegt die durchgemachte Infektion weniger als 4 Wochen zurück, muss mit zwei Impfdosen geimpft werden.
Ausnahme: Schwer immundefiziente Personen ≥ 12 Jahren (Definition siehe Kapitel 3.1.1 der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe) mit einer bestätigten SARS-CoV-2 Infektion erhalten insgesamt zwei Dosen zur Grundimmunisierung. Das Minimalintervall von 4 Wochen zwischen Infektion und Impfungen ist unabhängig von der Reihenfolge zu beachten.
Cave: Eine Serologie sollte nicht explizit durchgeführt werden, um das Impfschema zu bestimmen. Bei unbekannten Infektionszeitpunkt vor der 1. Impfdosis ist ein Minimalabstand von 2 Wochen zwischen positiver Serologie und Impfung empfohlen, da die Bildung von Antikörpern ungefähr 2 Wochen braucht. Die Kosten für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper werden gemäss aktueller Verordnung nur auf Anordnung der zuständigen kantonalen Stelle übernommen. Zudem werden die Kosten für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper gemäss der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe bei Personen mit schwerer Immundefizienz übernommen (nach 3. Impfdosis empfohlen).
Informationen zum Vorgehen bei genesene Kinder siehe FAQ «Wird genesenen Kindern (5-11 jährig) die Impfung empfohlen?»
Die Empfehlung für eine 3. Impfdosis im Rahmen der Grundimmunisierung betrifft ausschliesslich eine spezielle Gruppe von besonders gefährdeten Personen mit einer schweren Immundefizienz. Für alle anderen besonders gefährdeten Personen, somit auch ältere Personen (>65 Jahren), gilt diese Empfehlung nicht.
Schwer immundefiziente Personen (Definition siehe Kapitel 3.1.1 der Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe) mit einer bestätigten SARS-CoV_2 Infektion erhalten insgesamt zwei Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen unter Berücksichtigung des Minimalintervalls von 4 Wochen zwischen Infektion und Impfung unabhängig von der Reihenfolge.
Diese Empfehlung gilt ausschliesslich für Personen, welche zum Zeitpunkt der Covid-19 Impfung unter einer der folgenden schwer immunsupprimierenden Behandlungen stehen:
- B Zell Depletion (z.B. Rituximab, Ocrelizumab, Cyclophosphamid, Bruton-Tyrosinkinase Hemmer, etc.),
- Hochdosis-Chemotherapie,
- Hoch dosierte Kortikosteroidtherapien (>20mg Prednison/Tag, >2 Wochen),
- Weitere Therapien, die zu einer schweren Immunsuppression führen (z.B. Mycophenolat, Ciclosporin, Januskinase-Inhibitoren u.ä.),
- Kombinationstherapie verschiedener immunsupprimierender Medikamente.
Sowie für
- Personen mit einem angeborenen Immundefekt mit eingeschränkter B- und T-Zellfunktion (z. B. common variable immunodeficiency; CVID, isolierte CD4-Lymphozytopenie u.ä.),
- Empfänger für Solid Organtransplantation.
- Patienten mit HIV-Infektion und CD4+-Zellen < 200 ul
- Patienten unter Hämodialyse,
- Patienten mit weiteren Erkrankungen, die mit einer vergleichbaren schweren Immundefizienz einhergehen.
Hausärzte oder andere Gesundheitsfachpersonen können diese Patientinnen und Patienten, an den betreuenden Spezialisten für die weitere Abklärung verweisen.
Details zur Indikationsstellung sowie dem spezifischen Vorgehen sind in den Impfempfehlungen beschrieben (Kapitel 3.3).
Alle anderen besonders gefährdeten Personen, somit auch ältere Personen (>65 Jahren), sind von dieser Empfehlung nicht betroffen.
Weitere Informationen hierzu in der FAQ
- Ist eine Auffrischimpfung («Booster») nach einer vollständigen Impfung gegen Covid-19 in absehbarer Zeit notwendig?
Das empfohlene Impfschema umfasst 1 Impfdosis (Einmaldosis) von COVID-19 Vaccine Janssen®. Der bestmögliche Impfschutz tritt 3 Wochen nach der Verabreichung der Impfung ein. Es sind keine weiteren Impfdosen für die Grundimmunisierung notwendig. Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung in der Zukunft, kann aktuell nicht ausgeschlossen werden.
Ungeimpfte Personen mit einer vergangenen bestätigten SARS-CoV-Infektion wird ebenfalls eine Impfdosis empfohlen. Die Impfung wird zeitnah ab einem Monat (Minimalintervall 4 Wochen) und innerhalb 3 Monate nach Infektion empfohlen bzw. sobald wie möglich falls die Infektion vor mehr als 3 Monaten nachgewiesen wurde.
Ein Minimalabstand zwischen einer Covid-19-Impfung und der Verabreichung von anderen Impfungen ist nicht erforderlich.
Impfstoff und Material
Die Erfahrungen aus der praktischen Anwendung haben gezeigt, dass einem Vial Comirnaty® problemlos 5 Impfdosen entnommen werden können.
Gemäss Swissmedic und mit der Erfahrung in der Schweiz ist mit dem entsprechenden Material und der vorhandenen Technik die Entnahme von 6 Dosen möglich.
Für eine mögliche Vorgehensweise zur Entnahme von 6 Dosen Comirnaty® kann die zuständige Stelle des Kantons kontaktiert werden.
Swissmedic erhält weiterhin Meldungen, dass auf der Nadel, welche zur Entnahme des Moderna-Impfstoffs aus dem Primärbehälter verwendet wird, gelegentlich dunkle Ablagerungen festzustellen sind.
Gemäss den Untersuchungen von Swissmedic hat sich erhärtet, dass die Ablagerungen aus Komponenten von Stopfen und Nadeln bestehen. Die Art und Weise des Durchstechens der Stopfen und die anschliessenden Bewegungen der Kanüle haben einen erheblichen Einfluss auf die Bildung der Ablagerungen.
Swissmedic beurteilt alle aktuell verfügbaren Impfstoffchargen weiterhin als verwendungsfähig. Bei der Vorbereitung des Impfstoffs wird folgendes Vorgehen empfohlen:
- Da der Stopfen des Impfstoffvials die wahrscheinliche Quelle der Verunreinigungen ist, sollte er möglichst nur einmal durchstochen werden.
- Minimieren Sie die Bewegungen der Kanülen in den Stopfen so weit wie möglich.
- Kontrollieren Sie den Spritzeninhalt nach dem Aufziehen des Impfstoffs bestmöglich auf das Vorhandensein von Fremdpartikeln. Sind Verunreinigungen / Partikel zu sehen, sollte die Spritze nicht zur Impfung verwendet werden.
Das Merkblatt und Formular wie Sie Qualitätsmängel an Swissmedic melden können, finden Sie unter folgendem Link.
Nein, dies darf aus hygienischen und sicherheitstechnischen Gründen nicht gemacht werden.
Bei dem Comirnaty-Impfstoff kann zwischen zwei Produkten unterschieden werden: PBS (phosphat-basierte Salzlösung) /Sucrose und Tris/Sucrose-Formulierung. Damit die verschiedenen Formulierungen unterschieden werden können, werden die Vials und Verpackungen mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet. Die folgende Darstellung des Herstellers (Pfizer/BioNTech) zeigt die wesentlichen Merkmale der jeweiligen Formulierungen auf: https://www.comirnatyeducation.ch/files/pfiz-vacc_corona-impfstoff_formulation-guide_a4_d_20211214.pdf
Bei dieser Tris/Sucrose-Formulierung handelt es sich um eine neue Darreichungsform des derzeit erhältlichen COVID-19 Impfstoffs (violette Aufmachung). Die Herstellung und Auslieferung erfolgt erst in den nächsten Wochen und es ist möglich, dass gleichzeitig beide Formulierungen (violett, alte zu rekonstituierende Formulierung; grau, neue rekonstitutierte Formulierung auf der Basis einer Tris-Sacharat-Lösung) auf dem Markt sind.
Die nachfolgenden Informationen zeigen die wichtigsten Punkte zum Handling der neuen gelösten Comirnaty-Formulierung:
- Das Primärpackmittel ist das Vial mit grauem Verschluss (Cap). Die Umrandungen auf dem Vial-Etikett sowie auf dem Kartonetikett und dem Altersbereich sind in ebenfalls grau.
- 6 Dosen zu 0.3 ml pro Mehrfachampulle können direkt dem aufgetauten Vial entnommen werden; kein Verdünnungsmittel wird benötigt bzw. die Rekonstituierung fällt weg (ready-to-use Formulierung).
- Die neue Formulierung weist eine verbesserte Stabilität von bis zu 10 Wochen bei 2°C bis 8°C auf.
- Beachten Sie: Auch dieser Impfstoff darf NICHT geschüttelt werden. Die Vials dürfen nur mehrmalig umgedreht werden. Nicht gebrauchter Impfstoff muss nach Ablauf der Verwendungsfrist entsorgt werden.
Das Impfset 2 und die zukünftig zu erwartenden Sets sind für die neue Formulierung geeignet. Aufgrund der ready-to-use-Formulierung werden die Spritzen und Aufziehkanülen für das NaCl und auch NaCl Miniplasco jedoch nicht mehr benötigt. Es liegt in der Verantwortung der kantonal zuständigen Stellen die überschüssigen Utensilien aus den Impfsets weiterzugeben und/oder in den kantonalen Strukturen weiterzuverwenden. Diese Artikel sind z.T. auch nicht automatischer Bestandteil der Impfsets, sondern on Top-Produkte.
Für die gesamte Impfserie gilt das Impfschema zum Zeitpunkt der 1. Impfung. Das Impfschema bestimmt Anzahl und Zeitpunkt der Impfungen. Die Impfdosierungen hingegen werden innerhalb des Impfschemas an das Alter des Kindes angepasst, da sie auf dem Alter des Kindes, und nicht auf dessen Gewicht oder Grösse basieren. Wird ein Kind zwischen 1. und 2. Dosis 12-jährig, so soll als 2. Dosis die Comirnaty Formulierung für Personen ≥12 Jahre geimpft werden. Erhielt das Kind irrtümlicherweise als 2. Dosis die Formulierung für 5-11 jährige Kinder, so muss die Impfdosis nicht wiederholt werden.
Dokumentation der Impfung
Impfnachweis/-ausweis
Die Impfstellen (Impfzentrum, Arztpraxis, Apotheke) entscheiden wie die Impfungen dokumentiert werden. In den meisten Fällen erhalten Sie nach der Impfung einen ausgedruckten Impfnachweis. Der Impfnachweis enthält den Ort und das Datum der Impfung sowie Informationen zum verabreichten Impfstoff (Handelsname, Hersteller, Lot-Nr.).
Bei einigen Impfstellen können Sie die Covid-19-Impfungen auch in den Impfausweis («Impfbüchlein») eintragen lassen. Für den Impfausweis gibt es kantonale Vorlagen, eine Vorlage des BAGs und eine gelbe internationale Version der WHO.
Die Übertragung der Covid-19-Impfungen in einen Impfausweis kann gegen Vorweisen des ausgedruckten Impfnachweises auch noch später erfolgen. Die Fachpersonen sind allerdings nicht verpflichtet, diese Übertragung zu machen, wenn sie die Impfung nicht selber vorgenommen haben.
Alle oben erwähnten Formen von Einträgen und Nachweisen sind ärztliche Bescheinigungen. Dies sind keine amtlichen Dokumente. Dazu fehlte in der Schweiz die Gesetzesgrundlage.
Einzige Ausnahme: Der gelbe Impfausweis der WHO wird für die Gelbfieberimpfung international als offizieller Nachweis anerkannt.
Covid-Zertifikat
Informationen für Aussteller finden Sie in den Dokumenten Covid-Zertifikat: Dokumentation für Ausstellerinnen und Aussteller (PDF, 401 kB, 15.06.2021) und Covid-Zertifikat: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Ausstellerinnen und Aussteller (PDF, 153 kB, 09.06.2021).
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite Covid-Zertifikat.
Der Impfnachweis enthält den Ort und das Datum der Impfung sowie Informationen zum verabreichten Impfstoff (Handelsname, Hersteller, Lot-Nr). Stempel und Unterschrift können zusätzlich ergänzt werden. Die impfende Fachperson kann ebenfalls aufgeführt sein. Der Impfnachweis kann sich je nach kantonalen Regelungen und Vorgaben der Impfstellen unterscheiden.
Personen, welche in einem Testzentrum, einer Arztpraxis, im Spital oder in einer Apotheke positiv auf SARS-Cov-2 getestet wurden, können ein elektronisches oder gedrucktes Dokument beantragen, das das Ergebnis des PCR- oder Antigen-Schnelltests bestätigt.
Sollte ein Antikörpertest vorhanden sein, gilt dieser ebenfalls als Nachweis für eine durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion (IgG).
Cave: eine Serologie sollte nicht explizit durchgeführt werden, um das Impfschema zu bestimmen. Bei unbekannten Infektionszeitpunkt ist ein Minimalabstand von 2 Wochen zwischen positiver Serologie und 1. Impfdosis empfohlen. Selbsttests gelten nicht als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.
Dieses Dokument muss ein Original sein und muss Informationen zur Identifizierung (beispielsweise Ihren Namen und Ihr Geburtsdatum), das Datum des Tests, die Art des Tests und das Ergebnis enthalten. Ein solches Dokument ist zum Beispiel:
- Ein offizielles Dokument von einem Testzentrum
- Ein ärztliches Attest
- Eine Bestätigung einer Apotheke
- Ein Testergebnis eines autorisierten Labors
Alternativ kann es auch ein offizielles Dokument der zuständigen kantonalen Behörden (z. B. die Ankündigung, dass Sie sich isolieren müssen) sein. Der Inhalt dieses Dokuments kann von Kanton zu Kanton variieren.
Es gilt zu beachten: Ein positives Testergebnis mit einem Antigen-Schnelltest ohne Symptome und ohne Kontakt zu einer positiv getesteten Person sowie Selbsttests, die zu Hause durchgeführt werden und ein positives Testergebnis zeigen, müssen immer durch einen PCR-Test bestätigt werden.
Personen, welche nach einer bestätigten Covid-19-Infektion nur eine Impfdosis der Impfstoffe Comirnaty® oder Spikevax® erhalten haben, sind zu einem Covid-Zertifikat berechtigt.
Unerwünschte Impferscheinungen und Impfschäden
Nein, es hängen nicht alle gesundheitlichen Vorfälle, die kurz nach der Impfung auftauchen, mit der Impfung zusammen. Gesundheitsprobleme können unabhängig von der Impfung weiterhin auftauchen. Dies manchmal auch in direktem zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Vorfälle Folgen der Impfung sein müssen.
Wenn jedoch Ereignisse bei geimpften Personen häufiger nach einer Impfung auftreten, als bei ungeimpften Personen des gleichen Alters und Geschlechts, wird dies genauer angeschaut.
Bei älteren Menschen und Personen mit gewissen chronischen Erkrankungen ist unabhängig von der Impfung mit gesundheitlichen Vorfällen zu rechnen. Sie haben auch ein erhöhtes Risiko, aufgrund des Alters oder aufgrund der Vorerkrankungen eines natürlichen Todes zu sterben.
Es ist grundsätzlich möglich, dass Impfungen bei genetischer Prädisposition eine Autoimmunerkrankung auslösen können. Das Risiko für einen Autoimmunisierungsprozess aufgrund einer Virus-Infektion ist jedoch als viel höher einzuschätzen als durch eine Impfung. Die Impfung ist daher generell ein wichtiger Schutz vor einer Autoimmunerkrankung. Dies scheint auch bei einer Covid-19-Impfung zu gelten.
Die Auswertung der erfassten Daten über unerwünschte Impferscheinungen aus anderen Länder und der Schweiz werden in naher Zukunft dazu weitere Erkenntnisse liefern.
Gemäss der Impfstrategie werden aktuell Personen über 75 Jahren sowie Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen geimpft. Rein statistisch gesehen ist in dieser Altersgruppe unabhängig von einer Covid-19-Impfung in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer gewissen Anzahl an Todesfällen zu rechnen. In der Altersgruppe der über 85-Jährigen sterben in der Schweiz erwartungsgemäss 2'300 Personen innert 4 Wochen (entspricht dem Zeitraum zwischen 2 Impfdosen). Dies entspricht 1% der Personen in dieser Altersgruppe.
Bei Personen über 65 Jahren sind Todesfälle aufgrund eines Herzinfarktes, eines Schlaganfalls oder bösartiger Tumore viel häufiger als bei jüngeren Personen. Beispielsweise fallen 79% der Todesfälle aufgrund bösartiger Tumore in die Gruppe der Personen über 65 Jahren.
Diese Todesfälle können zeitlich mit einer Covid-19-Impfung zusammentreffen, ohne dass die Impfung ursächlich damit zusammenhängt. Eine Assoziation zwischen einem Todesfall und einer in zeitlichem Zusammenhang stehenden Covid-19-Impfung wird in jedem Fall von den zuständigen Stellen genau überprüft.
Gemäss heutigem Wissensstand hat ein Adjuvans von Pandemrix bei genetisch prädisponierten Menschen eine Narkolepsie ausgelöst oder zumindest begünstigt. Da das betreffende Adjuvans nicht in den zurzeit zugelassenen Covid-Impfstoffen vorkommt, geht man nicht davon aus, dass diese Impfstoffe eine Narkolepsie begünstigen.
Gemäss aktuellen Daten und den Mitteilungen der Zulassungsinhaberinnen können nach der Impfung unerwünschte Impferscheinungen (UIE) auftreten.
Es sind bisher in den Studien und nationalen sowie internationalen Meldesystemen sehr selten schwere oder unerwartete UIE beobachtet worden. Bei den UIE handelt sich insbesondere um Lokalreaktionen und Allgemeinsymptome wie dies auch bei anderen Impfungen der Fall sein kann.
Schmerzen an der Einstichstelle (>80%), Müdigkeit (>60%) und Kopfschmerzen (>50%) scheinen mit die häufigsten UIE zu sein. Muskel- und Gelenkschmerzen und Schüttelfrost (20-60%) sowie Fieber und Schwellung an der Einstichstelle (ungefähr 10%) können ebenfalls sehr häufig auftreten. Bei Spikevax® wurde zusätzlich sehr häufig über Übelkeit/Erbrechen (>20 %), Lymphadenopathie (20%) und Rötung an der Einstichstelle (10%) berichtet. Alle diese unerwünschten Erscheinungen sind in der Regel leicht bis mittelschwer und von kurzer Dauer. Gemäss Berichten wurden UIE vermehrt nach der 2. Impfdosis beobachtet.
Schwerwiegende impfstoffbezogene unerwünschte Impferscheinungen kommen sehr selten vor. Diese werden durch die nationalen Meldesysteme der zuständigen Arzneimittelbehörden (Swissmedic in der CH) gesammelt, analysiert und publiziert (Coronavirus-Krankheit (COVID-19) Pandemie (swissmedic.ch)).
Im Rahmen dieser Überwachung wurde seit der Zulassung in anderen Ländern es in sehr seltenen Fällen nach der Impfung (mit Comirnaty® bei ca. 1 pro 100 000 Geimpfter, mit Spikevax® 0,25 pro 100'000 Impfungen) anaphylaktische Reaktionen beobachtet. Bei 71 % der Fälle trat diese innert 15 Minuten nach Impfung auf und 81 % der betroffenen Personen hatten bereits dokumentierte allergische Reaktionen (Stand Ende Januar 21). Eine Allergie auf Inhaltsstoffe eines Impfstoffes ist eine Kontraindikation.
Fälle von Myokarditis und Perikarditis wurden sehr selten nach einer Impfung mit den COVID-19 mRNA Impfstoffen Spikevax® und Comirnaty® berichtet, wobei diese bei Spikevax® etwas häufiger zu beobachten waren. Die Verläufe waren mehrheitlich mild und die Fälle traten in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung auf, und zwar häufiger nach der zweiten Dosis und bei jüngeren Männern.
Fachpersonen sollten auf die Zeichen und Symptome von Myokarditis und Perikarditis achten.
Fachpersonen sollten geimpfte Personen darauf hinweisen, im Falle von Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Palpitationen sofort medizinische Beratung und Hilfe einzuholen.
Ausführlichere Informationen hierzu: FAQ «Weshalb wird jungen Personen < 30 Jahren die Impfung präferenziell mit Comirnaty® empfohlen?»
Die finalen Aussagen der klinischen Phase III Studien liegen nach 2 Jahren vor. Allfällige Informationen zu langfristigen unerwünschten Impferscheinungen werden eng verfolgt, über die Zeit gesammelt und beobachtet. Unerwünschte Impferscheinungen sollen über das Meldesystem von Swissmedic gemeldet werden, um bei Bedarf für neu entdeckte Risiken Massnahmen treffen zu können.
Die nach der Boosterimpfung zu erwartenden Nebenwirkungen sind mit denen nach der 2. Impfdosis vergleichbar.
Passend zum Thema:
FAQ «Wie kann ich eine unerwünschte Impferscheinung (UIE) bei einem Patienten melden?»
FAQ «Unterscheiden sich die unerwünschten Impferscheinungen bei den Jugendlichen (12-15 Jährige) im Vergleich zu erwachsenen Personen?»
Erfahrungsgemäss treten UIE innerhalb von 6 Monaten auf. Seit über 12 Monaten wurden mehr als 2 Milliarden Menschen mit mRNA Impfstoffen geimpft. Bisher wurden keinerlei Spätfolgen festgestellt.
Aufgrund der sehr engmaschigen Kontrolle der Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Phase III Studien sowie der geimpften Bevölkerung in allen Ländern (über nationale Meldesysteme) werden mögliche UIE weiterhin eng verfolgt.
Es gibt wiederholte Meldungen von verzögert auftretenden Lokalreaktionen im Bereich der Injektionsstelle nach Impfung mit einem Covid-19-Impfstoff. Diese Lokalreaktion wurde häufiger nach der Gabe vom Moderna-Impfstoff beobachtet (siehe Informationen dazu auf der Webseite von Swissmedic).
Klinisches Bild
Eher nach der 1. aber auch nach der 2. Dosis treten zeitlich verzögert (ca. eine Woche nach Impfung) gut abgrenzbare, teils grossflächige Hautrötungen und Schwellungen am geimpften Arm auf, in einigen Fällen verbunden mit Schmerzen und / oder Juckreiz (siehe auch Informationen dazu bei Swissmedic.
Wichtig zu wissen: Diese Reaktionen sehen eindrücklich aus (NEJM) aber sie sind harmlos und bilden sich spontan, d.h. auch ohne Therapie innert 3-5 Tagen ohne Folgeschäden wieder zurück.
Häufigkeit
In der Zulassungsstudie des Covid-19-Impfstoffs von Moderna wurden derartige Reaktionen bei 0,8 % der Geimpften nach der ersten Dosis und bei 0,2 % nach der zweiten Dosis beobachtet. Sie werden daher momentan als «gelegentlich auftretend» eingestuft (≥ 1/1.000 bis < 1/100).
Vermutete Ursache
Der genaue Mechanismus dieser Reaktionen ist nicht bekannt. Der zeitliche Abstand und das klinische Bild sprechen für eine Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ, denn der zeitliche Abstand zur Impfung entspricht dem ersten Auftreten von Antikörpern und Immunzellen, die durch die Impfung induziert wurden.
In ausgeprägten Fällen können Kühlung, topische Glucocorticoide (Cortison-Crème) und eine Behandlung mit Analgetika in Betracht gezogen werden; bei Juckreiz auch die Gabe von Antihistaminika. Link zu Swissmedic-Information
Ja, die zweite Impfdosis kann und soll verabreicht werden. Dabei ist keine zeitliche Verzögerung notwendig. Die zweite Dosis sollte jedoch in den anderen Arme injiziert werden.
Bei den unerwünschten Impferscheinungen (UIE) handelt sich insbesondere um Lokalreaktionen und systemische UIE wie dies auch bei anderen Impfungen der Fall sein kann.
Das Nebenwirkungsprofil ist bei den Jugendlichen ähnlich wie bei jungen Erwachsenen.
Die häufigsten UIE bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren waren dieselben wie bei erwachsenen Personen, wurden jedoch etwas häufiger beobachtet (max 10% häufiger als bei den Personen >16 Jahren):
Schmerzen an der Injektionsstelle (>90%), Ermüdung und Kopfschmerzen (>70%), Myalgie und Schüttelfrost (>40%), Arthralgie und Fieber (>20%) (Quelle: Swissmedicinfo.ch)
Weitere mögliche seltene UIE können durch die bisherige Anzahl Geimpfter in dieser Altersgruppe, die in die zurzeit einzige klinische Studie einbezogen (n=1'100) waren, noch nicht genau identifiziert werden.
Die Daten für den Impfstoff von Pfizer/BioNTech werden nun aktuell ergänzt durch US-Monitoringdaten von über 8 Millionen 12–17 jährigen Jugendlichen die seit der Zulassung in der USA geimpft wurden.
Passend zum Thema:
- FAQ Welche Erkenntnisse gibt es über unerwünschte Impferscheinungen der mRNA-Impfstoffe?
- FAQ Warum ist eine Impfung bei Jugendlichen empfohlen?
Fast alle Nebenwirkungen/Symptome, die nach einer Impfung gegen Covid-19 auftreten können, können ebenfalls durch die Infektion mit SARS-CoV-2 ausgelöst werden. Nach einer Infektion sind diese Symptome jedoch um ein Vielfaches stärker, als nach der Impfung, und können potentiell gefährlich sein.
Allergische Reaktionen und Lokalsymptome an der Einstichstelle sind nach aktuellem Kenntnisstand die einzige Art von Nebenwirkungen, die durch die Impfung selber, respektive ihre Hilfsstoffe ausgelöst werden können. Die anderen «Nebenwirkungen» sind Reaktionen auf Bestandteile des Virus und resultieren aus der Aktivierung des Immunsystems und der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Virus. Bei der Impfung laufen diese jedoch nur in einem geringen Ausmass ab. Die Infektion birgt das Risiko von schweren Verläufen inkl. Hospitalisationen sowie Todesfällen und möglichen Langzeitfolgen. Daher ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei einer Impfung viel besser als das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Infektion.
Gemäss den Ergebnissen der klinischen Studien sind die Impfstoffe gut verträglich, können aber mit milden bis moderaten Nebenwirkungen verbunden sein, die sich innert wenigen Tagen zurückbilden. Das Nebenwirkungsprofil ist bei Kindern von 5-11 Jahren gemäss vorliegenden Daten ähnlich wie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nebenwirkungen kommen bei Kindern aber grundsätzlich seltener vor. Die am häufigsten vorkommenden Nebenwirkungen sind Lokalreaktionen, wie sie auch bei anderen Impfungen vorkommen können. Schmerzen an der Einstichstelle (> 80 %), Müdigkeit (> 50 %) und Kopfschmerzen (> 30 %) gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Ebenfalls können Schwellung an der Einstichstelle, Muskelschmerzen, Schüttelfrost (≥10%), Gelenkschmerzen, sowie Fieber (<10%), Diarrhoe, Erbrechen (<10%), vorkommen. Gemäss Berichten wurden Nebenwirkungen vermehrt nach der 2. Impfdosis beobachtet. Es wurden bei Erwachsenen verzögert auftretende (ca. eine Woche nach Impfung) harmlose Lokalreaktionen mit spontaner Rückbildung in Form von gut abgrenzbaren, teils grossflächigen Hautrötungen und Schwellungen am geimpften Arm beobachtet, teils mit Schmerzen und/oder Juckreiz («Covid-Arm»). Solch ein Ereignis ist keine Kontraindikation für eine zweite Impfdosis. Ob dies auch bei Kindern auftreten kann, ist noch nicht bekannt.
Schwere allergische Reaktionen auf einen Bestandteil des Impfstoffes (insbesondere Polyethylenglykol (PEG) und Tromethamin (TRIS)) sind sehr selten. Sie treten meist unmittelbar nach der Impfung auf. Erste Anzeichen einer schweren Reaktion, wie Atemnot, Blutdruckabfall, starke Reaktionen an der Einstichstelle zeigen sich meist innerhalb von Minuten.
Sehr seltene Fälle von Myokarditis und Perikarditis wurden bis zum aktuellen Zeitpunkt bei Personen ab12 Jahren berichtet. Die Fälle traten hauptsächlich innerhalb von zwei Wochen nach der Impfung auf, häufiger nach der zweiten Impfung, häufiger bei jüngeren Männern und verliefen in den meisten Fällen mild. Bisher liegen noch ungenügend Pharmakovigilanzdaten für die Altersgruppe 5-11 Jahre vor um eine Aussage über ein potentielles Risiko zu treffen.
Passend zum Thema:
- FAQ Welche Erkenntnisse gibt es über unerwünschte Impferscheinungen der mRNA-Impfstoffe?
- FAQ Wie lautet die Impfempfehlung bei Kindern?
Grundsätzlich ist der Impfstoff gut verträglich. Gemäss aktuellen Daten und den Mitteilungen der Zulassungsinhaberinnen können nach der Impfung jedoch unerwünschte Impferscheinungen (UIE) auftreten.
Bei den UIE handelt sich insbesondere um Lokalreaktionen und Allgemeinsymptome wie dies auch bei anderen Impfungen der Fall sein kann.
Die am häufigsten vorkommenden Nebenwirkungen sind Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen (30-50 %). Ebenfalls können Fieber und Übelkeit auftreten (10–20 %) vorkommen. Diese Reaktionen sind meist mild bis moderat und von kurzer Dauer. Ältere Personen zeigten weniger Nebenwirkungen.
Es sind bisher in den Studien und nationalen sowie internationalen Meldesystemen sehr selten schwere oder unerwartete UIE beobachtet worden.
Seit der Zulassung in anderen Ländern kam es in sehr seltenen Fällen nach der Impfung zu anaphylaktischen Reaktionen.
In verschiedenen Ländern sind nach der Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® bei sehr wenigen geimpften Personen Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenien aufgetreten (sog. Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)). Diese Beobachtungen schliessen Fälle ein, die sich als venöse Thrombose präsentierten, einschliesslich des Auftretens in ungewöhnlichen Bereichen wie z. B. als zerebrale Sinusvenenthrombose, Splanchnikus-Venenthrombose, sowie arterielle Thrombose bei gleichzeitiger Thrombozytopenie. Die Mehrzahl der Fälle wurde gemäss Fachinformation von Swissmedic bei geimpften Frauen im Alter < 60 Jahren gemeldet. TTS ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, die in einigen Fällen tödlich verlief. CDC schätzt aufgrund ihrer bisherigen Daten das Risiko für das Auftreten eines TTS bei Personen unter 50 Jahren auf 8 pro 1 Mio. Dosen und bei Personen im Alter ≥50 auf 1 pro 1 Mio. verabreichten Dosen. Ein kausaler Zusammenhang wird international als plausibel angesehen (EMA, CDC).
Gemäss aktuellem Wissen kann TTS in diesem Zusammenhang jedoch alle Altersgruppen und beide Geschlechter betreffen. Es sind keine spezifischen Risikofaktoren bekannt.
Geimpfte Personen sollten sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn sie in den 3 Wochen nach der Impfung Symptome wie starke oder anhaltende Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen, Schmerzen in den Beinen, anhaltende Bauchschmerzen oder ungewöhnliche Hautblutungen und/oder Petechien entwickeln.
Medizinisches Fachpersonal sollte auf Anzeichen und Symptome von Thromboembolien und Thrombozytopenie sowie Koagulopathien achten, wenn sich Patientinnen und Patienten vorstellen, die kürzlich mit COVID-19 Vaccine Janssen® geimpft wurden. Das TTS erfordert ein spezialisiertes klinisches Management. Eine leitliniengerechte Standardtherapie gibt es bislang nicht. In jedem Fall sollten Spezialisten (z. B. Hämatologen, Gerinnungsspezialisten) konsultiert werden. Verschiedene Fachgesellschaften haben Empfehlungen zur Behandlung und Therapie des neuen Syndroms publiziert, darunter die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH), die Britische Gesellschaft für Hämatologie sowie die Amerikanische Gesellschaft für Hämatologie.»
Um eine definitive Aussage zu UIE zu machen gilt es jedoch, die finalen Resultate der klinischen Phase III der Studien abzuwarten, die über 2 Jahre laufen. Allfällige Informationen zu langfristigen unerwünschten Impferscheinungen werden eng verfolgt, über die Zeit gesammelt und beobachtet. Unerwünschte Impferscheinungen sollen über das Meldesystem von Swissmedic gemeldet werden, um bei Bedarf für neu entdeckte Risiken Massnahmen treffen zu können.
Passend zum Thema:
- FAQ « Wie kann ich eine unerwünschte Impferscheinung (UIE) bei einem Patienten melden? Wer muss diese Meldung durchführen?
Weitere Informationen sind auf der Seite von Infovac zu finden.
Meldung von unerwünschten Impferscheinungen
Unerwünschte Impferscheinungen (UIE) können impfende Fachpersonen online über das Pharmakovigilance-Tool von Swissmedic melden.
Diese Meldung wird durch die medizinische Fachperson welche die UIE diagnostiziert durchgeführt. Insbesondere für Meldungen schwerwiegender und/oder bislang unbekannter UAW, besteht nach Art. 59 des Heilmittelgesetzes (HMG) eine Meldepflicht.
Im Zusammenhang mit UIE arbeitet Swissmedic eng mit den internationalen Pharmakovigilance-Behörden sowie mit dem BAG zusammen. Sollte es bei zugelassenen Impfstoffen Anzeichen für relevante UIE geben, wird darüber zeitnah informiert und es werden Massnahmen ergriffen.
Das Schweizer Heilmittelgesetz sieht ebenfalls vor, dass Konsumentinnen und Konsumenten, Patientinnen und Patienten und deren Organisationen sowie interessierte Dritte der Swissmedic unerwünschte Wirkungen von Heilmitteln und Vorkommnisse melden können. Anweisungen und das Formular finden Sie über das Pharmakovigiliance-Tool für Patienten und Patientinnen von Swissmedic.
Die Meldungen von unerwarteten oder schwerwiegenden UIE müssen gemäss gesetzlicher Vorgabe (Arzneimittelverordnung) innerhalb von 15 Tagen nach Auftreten über das elektronische Vigiliance Meldeportal (ELViS) eingereicht werden. Schwerwiegende UIE sind solche, die
- tödlich verlaufen
- lebensbedrohend sind
- zu einer Hospitalisation oder deren Verlängerung führen
- schwere oder bleibende Schäden verursachen
- sonst als medizinisch wichtig zu beurteilen sind (z.B. wenn durch eine rechtzeitige medizinische Intervention eine der oben erwähnten Situationen hat vermieden werden können)
Vermutete Qualitätsmängel müssen unverzüglich, spätestens aber auch 15 Tage nach deren Kenntnisnahme gemeldet werden, nicht schwerwiegende UIE innert 60 Tagen. Der Kausalzusammenhang zwischen einem Ereignis und einem Medikament muss nicht von der meldenden Person nachgewiesen werden: der Verdacht alleine reicht, um zu melden.
Es gibt keine zeitliche Begrenzung bei der Meldung eines ärztlichen Verdachts bezüglich dem Zusammenhang eines zeitlich verzögert auftretenden schwerwiegenden oder unerwarteten Ereignisses nach einer Impfung. Es liegt in der Einschätzung des Arztes/der Ärztin, ein solches Ereignis als relevant zu melden.
Insbesondere für Ereignisse, die eher selten und mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auftreten, sind diese Meldungen wichtig. Generell sind unerwartete Impferscheinungen in den ersten 6 Monaten nach der Impfung zu erwarten. Die Meldung eines Verdachts ist jedoch auch nach dieser Zeit empfohlen.
Unerwartete und schwerwiegende unerwünschte Impferscheinungen (UIE) sollen gemeldet werden.
Unerwartete UIE sind solche, die bisher noch nicht in den Fachinformationen aufgeführt sind.
Schwerwiegende Nebenwirkungen sind solche, die tödlich oder lebensbedrohend sind, eine Hospitalisation oder deren Verlängerung erfordern, zu bleibender oder schwerwiegender Behinderung oder Invalidität führen oder sich in einer angeborenen Fehlbildung/einem Geburtsfehler äussern. Und zudem solche, die als medizinisch wichtig beurteilt werden, weil sie Patientinnen und Patienten akut gefährden oder eine Behandlung erfordern, um einen schwerwiegenden Ausgang zu verhindern.
Zu den Nicht-schwerwiegende Nebenwirkungen gehören alle anderen Nebenwirkungen.
Entschädigung bei Impfschäden
Auch bei Covid-19-Impfstoffen kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung: Bei Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Schädigung und Impfung kommt eine Haftung des Impfstoffherstellers, der impfenden Person oder des Spitals in Frage. Es gibt zudem eine subsidiäre Entschädigungsmöglichkeit durch den Bund, wenn es bei empfohlenen Impfungen zu Schäden kommen sollte und Dritte keine oder ungenügende Leistungen erbringen.
Ausführliche Antworten dazu finden Sie auf der Webseite Entschädigung und Genugtuung bei Impfschäden.
Seit dem 1. Januar 2016 können Personen, die nach einer von den Schweizer Behörden empfohlenen Impfung einen schweren Schaden erleiden, eine Entschädigung oder eine Genugtuung geltend machen, sofern der Schaden nicht von Dritten gedeckt ist. Bei der COVID-19-Impfung handelt es sich um eine von den Schweizer Behörden empfohlene Impfung.
Als schwerwiegende Folgeschäden von Impfungen gelten nicht die üblichen Nebenwirkungen (z.B. lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen), sondern länger- oder langandauernde Schäden mit schweren gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Folgen für die geimpfte Person. Tritt als Folge einer Impfung zum Beispiel eine vorübergehende oder bleibende Arbeitsunfähigkeit auf, so ist dies ein schwerer Folgeschaden.
Alle in der Schweiz lebenden Personen haben die Möglichkeit, einen Anspruch auf Entschädigung oder Genugtuung geltend zu machen. Das Gesuch wird aber nur geprüft, wenn die Impfung in der Schweiz erfolgte und von einer Schweizer Behörde empfohlen oder angeordnet wurde.
Tritt als Folge einer Impfung ein finanzieller Schaden auf, zum Beispiel eine länger andauernde oder gar bleibende Arbeitsunfähigkeit, so kann dies eine Haftpflicht zur Folge haben.
Auch bei Covid-19-Impfstoffen kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung: Bei Impfschäden kommt eine Haftung des Impfstoffherstellers (a), der impfenden Person oder des Spitals (b) sowie subsidiär des Bundes (c) in Frage:
a) Haftung des Impfstoffherstellers aufgrund des Produktehaftpflichtgesetzes (Produkthaftung)
Der Impfstoffhersteller haftet gestützt auf das Produktehaftpflichtgesetz (PrHG; SR 221.112.944), wenn der Impfstoff fehlerhaft ist, weil er z.B. einen Konstruktion- oder Fabrikationsfehler aufweist, und bei bestimmungsgemässem Gebrauch des Impfstoffs bei der Person ein Schaden entsteht. Wenn die Fehlerhaftigkeit nach dem Stand der Wissenschaft und Technik im Zeitpunkt, in dem das Produkt in Verkehr gebracht wurde, nicht erkannt werden konnte, besteht keine Haftung.
b) Haftung der impfenden Person aus dem Auftragsrecht («Arzthaftung»)
Die Haftung des Arztes bzw. der Ärztin in der Privatpraxis oder im Privatspital beurteilt sich nach dem Obligationenrecht, insbesondere nach den Regelungen des Auftragsrechts (in einem öffentlichen Spital gelten vergleichbare Anforderungen, die Haftung stützt sich aber auf das kantonale Staatshaftungsrecht). Auch die Apothekerin und der Apotheker, welche eine Impfung durchführen, müssen die Sorgfaltspflichten analog einem Arzt bzw. einer Ärztin beachten (vgl. Art. 26 Abs. 1 Heilmittelgesetz [HMG; SR 812.21]).
Bei der Covid-19 Impfung gelten die gleichen Regeln in Bezug auf die Patientenaufklärung wie bei allen übrigen Impfungen. Die Aufklärung soll es den Patienten erlauben, in Kenntnis der Sachlage dem Impfakt zuzustimmen. Die Sorgfaltspflicht gebietet es, die Patienten über die Art und Risiken der Impfung aufzuklären. Hierzu sind die zugänglichen Informationen zu berücksichtigen: die Informationen des Herstellers, namentlich die relevanten Aspekte der Fachinformation, allfällige Empfehlungen von Behörden und Fachgesellschaften sowie Resultate aus Wissenschaft und Technik. Die Aufklärung umfasst daher sowohl häufig auftretende als auch seltene Risiken, sofern diese bekannt sind und schwere Folgen haben können. Ebenso ist auch darauf hinzuweisen, dass derzeit noch nicht alle Risiken bekannt sind (z.B. allfällige Langzeitschäden). Auch von der Sorgfaltspflicht erfasst ist die korrekte Verabreichung der Impfung (u.a. Desinfektion, Applikation, Dosierung und Umgang mit dem Impfstoff). Nur wenn die Sorgfaltspflicht verletzt wurde und die übrigen Haftungsvoraussetzungen erfüllt sind (namentlich im Vertragsverhältnis: Vertragsverletzung, adäquater Kausalzusammenhang, Verschulden und bei der Staatshaftung: Widerrechtlichkeit und adäquater Kausalzusammenhang), kann die Impfstelle oder die impfende Person haftbar gemacht werden. Ob und inwieweit eine haftungsbegründende Sorgfaltspflichtverletzung im Einzelfall vorliegen könnte, ist letztlich von den kantonalen Behörden und Gerichten zu entscheiden.
c) Entschädigung und Genugtuung des Bundes bei Schaden aus Impffolgen (sog. Ausfallhaftung)
Haftet weder der Impfstoffhersteller noch die impfende Person und werden die Folgen von Impfschäden nicht oder nicht vollständig durch die Sozial- und Privatversicherungen übernommen, wird bei behördlich empfohlenen oder angeordneten Impfungen ein spezialgesetzliches Entschädigungssystem angewandt (sog. Ausfallhaftung).
Ein Impfschaden, der grundsätzlich von einer Ausfallhaftung des Bundes übernommen werden kann, liegt vor, wenn die geimpfte Person unter einer länger- oder langandauernden schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung leidet, die für die geimpfte Person zu einem Schaden (d.h. einer Vermögensverminderung) führen. Übliche Nebenwirkungen (wie beispielsweise Rötungen, Schwellungen und Verhärtungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, leichtes Fieber), die allenfalls Kosten verursachen, weil Arzneimittel oder eine Arztkonsultation notwendig ist, fallen nicht unter den Begriff des «Impfschadens» im vorliegenden Sinne.
Der Bund leistet nach Art. 64 Absatz 1 Epidemiengesetz (EpG; SR 818.101) bei Impfschäden nach Einzelfallprüfung eine Entschädigung oder Genugtuung. Bei der Entschädigung werden die Kosten, die der geschädigten Person entstanden sind und die nicht durch Dritte gedeckt sind, vom Staat übernommen (z.B. Arzt- und Therapiekosten, Kosten für Haushalthilfen usw.). Bei der Genugtuung handelt es sich um eine Art Schmerzensgeld für die durch den Impfschaden erlittene Beeinträchtigung (immaterieller Schaden). Die Genugtuung ist auf schwere Beeinträchtigungen beschränkt. Der Höchstbetrag für eine Genugtuung beträgt 70 000 Franken.
Das BAG veröffentlicht Impfempfehlungen und Richtlinien zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (Art. 20 Abs. 1 EpG; 9 Abs. 3 EpG). Der Umstand, dass das BAG Impfempfehlungen erarbeitet und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der Expertenkommission EKIF, begründet jedoch nicht eine Haftung des BAG bzw. der EKIF, weil die Ärzteschaft nicht dazu verpflichtet ist, diese Empfehlungen und Richtlinien einzuhalten. Der Entscheid, ob im Einzelfall geimpft werden soll, obliegt demzufolge immer den betroffenen Personen, zusammen mit der jeweils impfenden Person. Es fehlt deshalb an der Kausalität, also dem ursächlichen Zusammenhang zwischen Empfehlung und Schaden. Vorbehalten bleibt eine Entschädigung des Bundes (sog. Ausfallhaftung, wie gerade beschrieben).
Vgl. im Einzelnen Entschädigung und Genugtuung bei Impfschäden (admin.ch)
Nein, staatliche Entschädigungen bei Impfschäden können in der Schweiz laut Epidemiengesetz nur geltend gemacht werden, wenn es sich um eine behördlich empfohlene oder angeordnete Impfung handelt und die Impfung in der Schweiz verabreicht worden ist.
Eine Anwendung des Impfstoffs bei Personengruppen, die nicht in der Fachinformation genannt sind und folglich nicht von der Zulassung erfasst sind, gilt als sog. Off-Label-Use. Der «Off-Label-Use» ist grundsätzlich zulässig.
Die üblichen Haftungsregeln und -voraussetzungen gelten auch bei einem allfälligen Off-Label-Use. Die verantwortliche Fachperson ist im Rahmen ihrer Sorgfaltspflichten u.a. für die korrekte Information der zu impfenden Person verantwortlich (einschl. Aufklärung und Einwilligung über Off-Label-Use). Sie trägt gemäss einschlägigem Berufs- und Heilmittelrecht grundsätzlich auch die Verantwortung für eine von der Fachinformation abweichende Anwendung. Stützt sich die verantwortliche Fachperson bei der Wahl bzw. Verschreibung eines Impfstoffes auf die Impfempfehlungen des BAG bzw. der EKIF ab, kann sie in aller Regel damit nachweisen, die anerkannten Regeln der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaften beachtet und insofern den Sorgfaltspflichten Genüge getan zu haben. Hält sich die verantwortliche Fachperson auch an die weiteren Sorgfaltspflichten (u. a. Informations-, Aufklärungs- und Dokumentationspflicht), kann sie in der Regel nicht haftbar gemacht werden.
Der Hersteller kann gegebenenfalls auch bei einem Off-Label-Use für fehlerhafte Impfstoffe haften (z.B. für Fabrikationsfehler). Ob im konkreten Fall auch tatsächlich eine Haftung nach dem Produktehaftpflichtgesetz gegeben ist, ist aber jeweils von den zuständigen Gerichten anhand der gesamten Umstände des Einzelfalls zu bestimmen. In jedem Fall aber kommt, da die Impfung von BAG/EKIF empfohlen wird, die Ausfallhaftung des Bundes zum Tragen (Entschädigungssystem nach EpG). Vgl. im Einzelnen FAQ «Wer haftet für Impfschäden?»
Schwangerschaft, Stillen und Fertilität
Die untenstehenden Fragen und Antworten wurden in Absprache mit der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) publiziert.
Es gibt keinerlei Evidenz, dass die COVID-19 Impfstoffe Fertilitätsprobleme bei Männern oder Frauen verursachen könnten.
Es gibt Ähnlichkeiten in den mRNA-Bauplänen für das Spike Protein des Coronavirus und eines für die Entwicklung der Plazenta relevantes Protein (Syncytin 1). Basierend auf dieser Grundlage wurde in gewissen Bevölkerungsgruppen über die Möglichkeit spekuliert, ob sich die Immunantwort auf das Spike Protein auch negativ auf das Syncytin 1 und somit auf die Fruchtbarkeit auswirken könnte. Die Ähnlichkeit im Bauplan hat jedoch nach aktuellen Erkenntnissen keine Bedeutung, da es sich nur um einen kurzen, ähnlichen Abschnitt der mRNA-Sequenz handelt.
So wurden auch während der aktuellen Sars-CoV-2 Pandemie keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit bei Patientinnen mit Covid-19 bekannt. Beobachtungsstudien zeigten dass die Covid-19 Impfung keine Auswirkung auf Spermienqualität, Follikelreifung und embryonale Einnistung hat (Bentov Y, 2021; Orvieto R, 2021; Gonzalez DC, 2021; Randy S, 2021).
Cave: Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® für schwangere Frauen nicht empfohlen.
Die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist aufgrund der Einschätzung verschiedener internationaler Expertengruppen und der zunehmenden verfügbaren Daten allen schwangeren Frauen ab dem 2. Trimester, empfohlen. Dies gilt insbesondere auch für jene Frauen mit chronischen Krankheiten, wie sie für besonders gefährdete Personen für Covid-19 definiert sind. Eine Impfung ist grundsätzlich auch im ersten Trimester möglich und kann auf Wunsch der Frau erfolgen.
Die zunehmende Evidenz über die Sicherheit und Wirksamkeit einer mRNA Covid-19 Impfung in der Schwangerschaft bestätigt, dass der Nutzen einer COVID-19 Impfung in der Schwangerschaft mögliche Risiken deutlich überwiegt (CDC Pregnancy Registry; Public Health England; Shanes ED, 2021; Theiler RN, 2021; Trostle ME, 2021). Diese Evidenz nimmt laufend zu und wird weiterhin eng beobachtet.
Schwangere Frauen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei einer Covid-19 Infektion, insbesondere bezüglich Aufenthalt auf der Intensivstation sowie Intubation und Beatmung und ein erhöhtes Mortalitätsrisiko (Chinn J, 2021; Villar J, 2021). Zudem ist das Risiko eine Frühgeburt zu erleiden (mit den möglichen Folgen für das Neugeborene) deutlich erhöht.
Eine Impfung vor oder in der Schwangerschaft schützt die Frau und das ungeborene Kind und wird ebenfalls in verschiedenen anderen Ländern empfohlen (UK, USA, F). Mehr als 150'000 schwangere Frauen wurden allein in der USA bereits geimpft. Insbesondere sollten auch Frauen, die eine Schwangerschaft planen, eine Covid-Impfung durchführen. Auch stillenden Frauen wird eine Covid-Impfung empfohlen. Weitere Informationen hierzu in der FAQ «Ist die Impfung der Mutter nach der Geburt und in der Stillzeit empfohlen? »
Schwangeren Frauen wird eine Auffrischimpfung ab dem 2. Trimester empfohlen. Weitere Informationen hierzu in der FAQ «Für wen und wann ist eine Auffrischimpfung («Booster») nach einer vollständigen Covid-19-Impfung empfohlen?»
Eine schriftliche Einwilligung der schwangeren Frau ist nicht notwendig, ebenfalls kein ärztliches Attest und keine ärztliche Verordnung.
Für weitere Informationen siehe Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG).
Falls versehentlich oder unwissentlich eine Impfung im ersten Trimester geschieht, ist dies kein Grund für Beunruhigung. Die mRNA-Impfserie kann dann ab dem 2.Trimester vervollständigt werden. Andere Länder schliessen das erste Trimester für eine Impfung nicht explizit aus (UK, USA). Eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist im ersten Trimester grundsätzlich möglich und kann auf Wunsch der Frau erfolgen.
Ja, eine Covid-19-Impfung wird nach der Geburt und in der Stillzeit empfohlen. Während der Stillzeit wird aktuell eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen.
Falls nach der Impfung leicht bis moderate unerwünschte Impferscheinungen wie Gliederschmerzen, Fieber oder Kopfweh auftreten sollten, kann die Mutter weiterstillen, wenn sie sich danach fühlt. Andernfalls kann sonst für einen Zeitraum abgepumpt werden. Spezifische Empfehlungen und Ratschläge kann die betreuende Ärztin/Arzt, Stillberaterin/Stillberater oder Hebamme geben.
Es gibt keine Literatur zu den Auswirkungen der Impfung auf die Menstruation.
Es gibt jedoch Hinweise, dass eine COVID 19-Infektion zu temporären Zyklusstörungen führen kann, gleiches gilt jedoch auch für den mit der Pandemie einhergehenden Stress.
Letztlich ist wahrscheinlich der Einfluss einer COVID 19-Infektion respektive einer Impfung auf die Menstruation zu werten wie jede andere Infektion und Impfung auch.
Somit ist es möglich, dass die Impfung den Zyklus kurzfristig beeinflussen kann. Längerdauernde Effekte sind jedoch nicht bekannt, und auch kein negativen Auswirkungen auf die Fertilität.
Für spezifische Fragen verweisen wir Fachpersonen an die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) und die Schweizerische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (SGRM).
Massnahmen, Isolation und Quarantäne nach der Impfung
Dieser Text wird zurzeit überarbeitet.
Personen, die vollständig geimpft sind, können nach einem engen Kontakt mit einer positiv getesteten Person von der zuständigen Stelle während 12 Monaten nach der Impfung von der Quarantäne (Kontaktquarantäne) befreit werden. Vollständig geimpft bedeutet:
1. Sie wurden gemäss der Impfempfehlung des BAG und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) mit einem Impfstoff geimpft, der in der Schweiz zugelassen ist. Das bedeutet, dass:
- Sie zwei Impfdosen erhalten haben oder
- Sie hatten eine Infektion mit dem Coronavirus (bestätigt durch PCR-Test, Antigentest oder Antikörper-Test) und haben mindestens 4 Wochen danach eine Impfdosis erhalten.
2. Sie haben einen Impfstoff erhalten, der über eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur für die Europäische Union verfügt und gemäss den Vorgaben oder Empfehlungen des Staates, in dem die Impfung durchgeführt wurde, entsprechend verimpft wurde.
3. Sie haben einen Impfstoff erhalten, der gemäss «WHO Emergency use listing» zugelassen ist und gemäss den Vorgaben oder Empfehlungen des Staates, in dem die Impfung durchgeführt wurde, vollständig verimpft wurde.
Trotz Quarantänebefreiung: Geimpfte Personen müssen weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln befolgen.
Ja, alle Personen die positiv auf das neue Coronavirus getestet werden, müssen in Isolation. Dies gilt auch für geimpfte Personen.
Denn obwohl die Impfung einen sehr hohen Schutz bietet, kann die Möglichkeit einer Infektion nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Somit kann eine Person, die positiv auf das neue Coronavirus getestet wurde, trotz Impfung infiziert sein.
Dieser Text wird zurzeit überarbeitet.
Sie finden Informationen zu Massnahmenanpassungen nach vollständiger Impfung mit mRNA-Impfstoffen (insbesondere Verhaltens- und Hygieneregeln) zu den folgenden Themen unter den jeweiligen Links:
- Auswirkungen der Covid-19-Impfung auf die Massnahmen in den sozialmedizinischen Institutionen (PDF, 131 kB, 10.03.2021)
- Ausnahmen für geimpfte Personen
Dieser Text wird zurzeit überarbeitet.
Gemäss der Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus müssen besonders gefährdete Personen von einem erhöhten Schutz am Arbeitsplatz profitieren. Informationen dazu erhalten Sie beim SECO.
Wenn die Person vollständig geimpft ist, ist der Arbeitgeber nicht mehr verpflichtet sie als besonders gefährdete Person am Arbeitsplatz zusätzlich zu schützen. Vollständig geimpft bedeutet, eine Person hat beide Impfdosen erhalten und im Anschluss an die zweite Impfung sind 14 Tage vergangen bzw 21 nach der einmaligen Impfdosis COVID-19 Vaccine Janssen..
Für geimpfte Arbeitnehmende gelten weiterhin die allgemeinen Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz. Informationen zum Schutz von Arbeitnehmenden finden Sie auf der Seite Schutzkonzepte.
Abrechnung und Vergütung
Die Krankenversicherer übernehmen die Kosten der Impfleistungen (Information, Indikationsstellung, Impfakt inkl. Überwachung, Dokumentation, Erstellung Impfausweis und des Impfzertifikates) an den vom Kanton bezeichneten ärztlich geleiteten Impfstellen (z.B. Impfzentren, mobile Equipen, Spitäler, Arztpraxen) sowie die Kosten des Impfstoffes und des dazugehörigen Impfmaterials für Personen, die eine obligatorische Krankenversicherung (OKP) in der Schweiz abgeschlossen haben. Es wird keine Franchise erhoben.
Der Bund übernimmt die Kosten für den Transport und die Verteilung des Impfstoffes in die Kantone. Ebenfalls vom Bund übernommen werden die Kosten, die den Betrag von fünf Franken pro Impfstoffdosis (Impfstoff und Impfmaterial) übersteigen. Der Bund übernimmt weiter die Kosten der durch Apothekerinnen und Apothekern durchgeführten Impfungen. Zudem übernimmt der Bund die Kosten der Impfungen bei in der Schweiz wohnenden Personen ohne OKP (z.B. Entsandte Arbeitnehmende, Studierende, Angestellte von diplomatischen oder konsularischen Diensten sowie internationalen Organisationen und deren Familienangehörige, Rentnerinnen und Rentner), von Grenzgängerinnen und Grenzgänger ohne OKP, von Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern ohne OKP und deren engen, im gleichen Haushalt lebenden Familienangehörigen ohne Schweizer Bürgerrecht (wie Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, Kinder, Eltern, Schwiegereltern) sowie von Personen, bei welchen die Impfung dem indirekten Schutz von besonders gefährdeten Personen dient.
Die Kantone tragen die Kosten für die Organisation der Impfungen und Logistik innerhalb des Kantons sowie den Selbstbehalt der OKP. Der Selbstbehalt gilt mit den Eigenleistungen der Kantone als abgegolten.
Die Wege der Abrechnung und die Höhe der Vergütung (Pauschalen) der von der OKP übernommen Covid-19-Impfungen sind in einem spezifischen Tarifvertrag geregelt. Die Regelungen zur Kostenübernahme der durch Apothekerinnen und Apotheker durchgeführten Impfungen sowie der Personen ohne OKP sind in der Epidemienverordnung (EpV; Artikel 64a bis 64c) festgehalten.
Die Information und Beratung zur Covid19-Impfung erfolgt einerseits über die Kampagne mit verschiedenen Informationsmöglichkeiten und andererseits über die Hotline des BAG. Mit der Impfpauschale sind alle Grundleistungen im Zusammenhang mit der Impfung abgegolten. Das umfasst die Information zur Impfung, Überprüfung des Impfstatus, Impfanamnese und Ausschluss von Kontraindikationen, Einholung des Einverständnisses, Verabreichung der Impfung inkl. anschliessender Beobachtung, Ausstellung der Impfbescheinigung inkl. Covid-Zertifikat und Dokumentation. Erfolgt eine separate Beratung durch den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin bei Personen mit besonderen Risiken (wie etwa bei vorangehenden schweren akuten Allergien, Immunsuppression, schwangeren Frauen, sowie zur Nutzen-Risiko-Analyse einer Auffrischimpfung im Einzelfall bei Gesundheitsfachpersonen in besonders exponierten Versorgungsbereichen und bei Pflege- und Betreuungspersonal in Altersheimen oder Pflegeheimen für Menschen im Alter), können diese Leistungen separat gemäss TARMED abgerechnet werden. Sie werden von der OKP übernommen und unterstehen der Kostenbeteiligung von Franchise und Selbstbehalt.
Ärztinnen/Ärzte können dem Tarifvertrag beitreten. Diesbezüglich können sie sich an die zuständige Stelle des Kantons wenden.
Der Bund übernimmt die Kosten der Impfungen in Apotheken. Sie ist für Personen, die einer Zielgruppe der Covid-19-Impfstrategie und den Impfempfehlungen der EKIF und des BAG angehören, kostenlos. Die Bedingungen der Kostenübernahme sind in den Artikeln 64a und 64b der Epidemienverordnung (EpV) geregelt.
Weitere Informationen sind im Faktenblatt Finanzierung Covid-19-Impfung (PDF, 231 kB, 14.12.2021) im Abschnitt Verfahren zur Kostenübernahme zu finden.
Allgemeine Fragen
Gesundheitsfachpersonen können sich bei Fragen zur Covid-19-Impfung an die Infoline Coronavirus für Gesundheitsfachpersonen +41 58 462 21 00 (täglich 7–20 Uhr) wenden.
Kantonsspezifische Fragen sollten über die spezifischen kantonalen Kontaktstellen abgeklärt werden.
Umgang mit Erkrankten
Die Empfehlungen zum Umgang mit Personen mit Verdacht auf Covid-19 finden Sie unter «Empfehlungen zum Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten» sowie «Isolation und Quarantäne».
Die Richtlinien für hospitalisierte Patientinnen und Patienten sowie die aktuellsten Kenntnisse zu den viralen Behandlungsmöglichkeiten von Covid-19 finden Sie auf der Seite der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie SSI. Weitere Informationen sind auf der Website der WHO zu finden.
Eine Reinfektion sollte in Betracht gezogen werden, wenn eine Person mit einer zuvor bestätigten Covid-19-Infektion nach ihrer Genesung (d. h. nach einem Zeitraum, in dem die Symptome deutlich abgeklungen waren) erneut Symptome entwickelt, die auf Covid-19 hindeuten. Im Falle einer Reinfektion ist es möglich, dass es sich um eine neue Variante des Virus handelt
Bei einem neuen klinischen Verdacht auf Covid-19 ist wie folgt vorzugehen:
- Letzter Test ≤3 Monate: zuerst einen Antigen-Schnelltest durchführen, um festzustellen, ob die Viruslast hoch ist. Wenn dieser Test positiv ausfällt, einen PCR-Test durchführen. Wenn das PCR-Testergebnis ebenfalls positiv ausfällt, ist eine diagnostische Sequenzierung vorzunehmen. Die Sequenzierung wird von der zuständigen kantonalen Stelle angeordnet.
- Letzter Test >3 Monate: In diesem Fall muss direkt ein PCR-Test durchgeführt werden und bei positivem Ergebnis eine diagnostische Sequenzierung erfolgen.
Das neue Coronavirus ist in seltenen Fällen mit dem Kawasaki-Syndrom ähnlichen Symptomen assoziiert. Das Syndrom wird dann pädiatrisches multisystemisches Entzündungssyndrom im zeitlichen Zusammenhang mit Covid-19 (PIMS-TS, Paediatric Multisystem Inflammatory Syndrome temporally associated with SARS-CoV-2) oder Multisystem-Entzündungssyndrom (MIS-C) genannt.
Nationale Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung wurden erarbeitet und sind zu finden unter: swiss-pims-guidelines.pdf (pigs.ch)
Bei Kindern spielen chronische Erkrankungen bei einer SARS-CoV2-Infektion keine wesentliche Rolle. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (Pädiatrie Schweiz) wurden keine Risikofaktoren für schwere Formen von Covid-19 und damit keine besonders gefährdeten Gruppen identifiziert. Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen haben allgemein ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, mit (und nicht wegen) einer schweren Form von Covid-19 hospitalisiert zu werden (wie bei anderen respiratorischen Virusinfektionen, z. B. Grippe). Meta-Analysen zu den Risikofaktoren für eine schwere Form der Erkrankung bei Kindern zeigen, dass Kinder mit chronischen Krankheiten ein leicht höheres Risiko haben, eine schwere Form zu entwickeln oder hospitalisiert zu werden, aber die Daten liefern keinen Hinweis auf ein mit bestimmten Krankheiten verbundenes Risiko. Kinder mit Vorerkrankungen müssen sich weiterhin an die Schutzmassnahmen halten, die bereits vor dem Auftreten des neuen Coronavirus für ihre Krankheit gegolten haben. Spezifische Fragen sollten mit den jeweiligen Fachspezialisten besprochen werden.
SARS-CoV-2-Tests und Isolationsmassnahmen
Wir passen die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien regelmässig der aktuellen Lage an. Bitte beachten Sie immer die Anweisungen im PDF-Dokument «Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien» auf der Seite Meldeformulare.
Weiterführende Informationen zur Teststrategie des Bundes finden Sie im Dokument Umsetzung der Teststrategie Sars-CoV-2. Die Empfehlungen zur Diagnose von Covid-19 sind zu finden im Dokument Covid-19: symptom- und fallorientierte Testung.
Alle Personen mit Covid-19-kompatiblen Symptomen sollten grundsätzlich getestet werden. Bei Kindern unter 6 Jahren ist die Testindikation abhängig von der Konstellation der Symptome, ihrer Dauer, der Anzahl anderer symptomatischer Kinder in der Gruppe und dem Vorhandensein eines engen Kontaktes mit einer positiv getesteten Person. Das Dokument Vorgehen und Testindikationen bei symptomatischen Kindern bis 6 Jahren (PDF, 176 kB, 13.07.2021) beschreibt, in welchen Fällen sich Kinder unter 6 Jahren testen lassen sollten.
Für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren gelten die allgemeinen Vorgehensweisen und Testkriterien.
Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie:
- ob das Kind unter 6 Jahren mit Covid-19 kompatiblen Symptomen einen engen Kontakt zu einer symptomatischen Person ab 6 Jahre hatte. Erhält diese Person ein positives Testresultat, muss das Kind ebenfalls zu Hause bleiben und wird getestet. Bei negativem Ergebnis kann das Kind 24 Stunden nach Fieberfreiheit und deutlicher Besserung des Hustens die Schule oder Betreuungseinrichtung wieder besuchen.
Hatte das Kind keinen Kontakt zu einer infizierten Person jedoch trotzdem Symptome wie starker Husten und Fieber, dann gilt das Vorgehen unter im Dokument Vorgehen und Testindikationen bei symptomatischen Kindern bis 6 Jahren (PDF, 176 kB, 13.07.2021). Hier ist entscheidend, in welchem Allgemeinzustand sich das Kind befindet und wie lange die Symptome andauern.
Kinder < 6 Jahren mit Schnupfen und leichtem Husten und/oder Halsweh dürfen grundsätzlich die Schule oder die Betreuungseinrichtung weiterhin besuchen.
Eine Person mit negativem Testergebnis und Symptomen, die mit Covid-19 kompatibel sind, soll bis 24 Stunden nach Abklingen der Symptome zu Hause bleiben (unabhängig davon, wieviel Zeit seit Symptombeginn vergangen ist), wie es zur Kontrolle der Ausbreitung anderer viraler Atemwegsinfektionen (z. B. Influenza) empfohlen wird.
Kommt es nach einem negativen Antigen-Schnelltest zu persistierenden, sich veränderten oder verschlechternden Symptomen sollte die Möglichkeit eines falsch negativen Ergebnisses in Betracht gezogen werden. In solchen Fällen ist ein neuer Test, nach Möglichkeit mittels PCR, angezeigt.
Ein elektiver chirurgischer Eingriff sollte frühestens sieben Wochen nach Ausbruch der Erkrankung und erst nach Abklingen der Symptome durchgeführt werden. Bei dringenden Eingriffen ist eine interdisziplinäre Konsultation zur Abschätzung der Risiken erforderlich. Weitere Informationen sind auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation zu finden.
Serologische Tests liefern Nachweise einer früheren Infektion oder Impfung. Sie sind sehr hilfreich für Bevölkerungsstudien, zum Beispiel zur Überwachung der Entwicklung der Herdenimmunität. Auf individueller Ebene werden sie derzeit nicht empfohlen, da sie nur eine begrenzte Aussagekraft bezüglich Grad und Dauer des Schutzes vor einer möglichen (Re-)Infektion mit SARS-CoV-2 haben. Wenn jedoch ein Test bei einer ungeimpften Person durchgeführt wird und das Ergebnis positiv ausfällt, bedeutet dies, dass die getestete Person mit dem Virus in Kontakt gekommen ist; eine einmalige Dosis des mRNA-Impfstoffs ist dann angezeigt. Serologische Tests werden vom Bund nur finanziert, wenn sie vom Kantonsarztamt angeordnet werden.
In bestimmten Situationen muss eine klinische Meldung erfolgen.
Wir passen die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien regelmässig der aktuellen Lage an. Bitte beachten Sie immer die Anweisungen im PDF-Dokument Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien (PDF, 264 kB, 13.01.2022) auf der Seite
Meldeformulare.
Umgang mit Kontaktpersonen
Die Definition eines engen Kontaktes finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen».
Die Definition eines engen Kontaktes finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen».
Personen, die im selben Haushalt leben wie eine positiv getestete Person oder mit ihr hinsichtlich Häufigkeit und Intensität in ähnlicher Weise in engem Kontakt standen, werden 5 Tage unter Quarantäne gestellt. Sie erhalten Anweisungen zur Quarantäne.
Die Quarantäne nach einem engen Kontakt mit einer positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Person wird von der zuständigen kantonalen Stelle angeordnet. Weitere Informationen dazu befinden sich auf der Seite Isolation und Quarantäne.
Für Personen, die unter Quarantäne gestellt werden, besteht Anspruch auf eine Entschädigung für Erwerbsausfall. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV.
Sie finden alle Informationen zur SwissCovid App auf unserer Website.
Die benachrichtigen Personen können die in der App genannte Infoline SwissCovid anrufen und die weiteren Schritte abklären. Die Privatsphäre wird dabei jederzeit gewahrt.
Die App kann nicht erkennen, ob die Personen, die in engen Kontakt gekommen sind, Schutzmassnahmen ergriffen haben (z.B. Tragen von Masken, Trennwand). Die Kriterien, ob eine Quarantäne gerechtfertigt wäre, können mit der App allein deshalb nicht beurteilt werden.
Spezifische Empfehlungen und Richtlinien
Es ist wichtig, dass sich alle besonders gefährdeten Personen Gedanken dazu machen, ob sie im Falle einer schweren Erkrankung künstlich beatmet und intensivmedizinisch behandelt werden möchten oder nicht. Bei dieser Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema der Patientenverfügung kommt den Gesundheitsfachpersonen eine entscheidende Rolle zu. Die SGI ruft alle Gesundheitsfachpersonen dazu auf, gefährdeten Personen in ihrer Behandlung die aktive Unterstützung beim Ausfüllen einer Patientenverfügung anzubieten. Personen, die bereits eine Patientenverfügung ausgefüllt haben, sollten diese auf ihre Aktualität prüfen.
Viele hochbetagte Menschen und Erwachsene mit chronischen oder schweren Krankheiten wünschen nicht mehr alle lebensverlängernden Massnahmen. Es ist deshalb wichtig, vorausschauend das Vorgehen und die Behandlungsziele bei einer schweren Lungenentzündung – wenn möglich zusammen mit den Angehörigen – zu besprechen. Wenn jemand nicht intubiert und/oder allenfalls auch nicht mehr hospitalisiert werden möchte, ist es hilfreich, dies in einer Patientenverfügung explizit festzuhalten.
Bei betagten und/oder schwerkranken erwachsenen Personen, die keine intensivmedizinische Behandlung wünschen, ist eine gute palliative Behandlung und Betreuung sicherzustellen – sei es im Spital, zu Hause oder im Pflegeheim. Mit angemessenen palliativmedizinischen Massnahmen können belastende Symptome gelindert werden. Eine frühzeitige Aufklärung über die Möglichkeiten der Palliative Care hilft, Ängste zu reduzieren.
Die Fachgesellschaft Palliative Geriatrie (FGPG) hat praxisbezogene Empfehlungen zur vorausschauenden Planung und palliativmedizinischen Massnahmen zu Hause durch die Spitex verfasst: https://www.samw.ch/dam/jcr:e61aba64-f3a6-472c-96a0-46d98b07c926/empfehlungen_fgpg_palliative_care_20200322.pdf
Die Fachgesellschaft palliative ch hat Merkblätter zur vorausschauenden Besprechung von Behandlungszielen und zu den palliativmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten im Spital, zu Hause und im Pflegeheim veröffentlicht: https://www.palliative.ch/de/fachbereich/task-forces/fokus-corona/
Die FMH hat auf ihrer Website eine herunterladbare Vorlage für eine Patientenverfügung publiziert. https://www.fmh.ch/dienstleistungen/recht/patientenverfuegung.cfm
Folgende Institutionen bieten Beratungen an
Schweizerisches Rotes Kreuz:
https://vorsorge.redcross.ch/patientenverfuegung/
Schwangere, Neugeborene und Migrationsbevölkerung
Aufgrund des aktuellen Wissensstandes ist das BAG zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) zum Schluss gekommen, dass schwangere Frauen zu den besonders gefährdeten Personen gehören.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema Covid-19 Erkrankungen.
Im Spital müssen Mütter und ihre Neugeborenen gemäss den Empfehlungen von Swissnoso, der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie betreut werden.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema Covid-19 Erkrankungen.
Ermitteln Sie, um welche Sprache es sich handelt. Bei Unklarheit kann Sie dabei die Spracherkennungstabelle unterstützen (siehe untenstehenden Link). Kontaktieren Sie via regionale Vermittlungsstelle einen Telefondolmetschdienst.
Angebote zum Telefondolmetschen:
https://www.inter-pret.ch/de/angebote/regionale-vermittlungsstellen-44.html
Auf der Webseite des BAG sind Informationen in zahlreichen Sprachen der Migrationsbevölkerung aufgeschaltet. Diese können als PDF heruntergeladen oder ausgedruckt werden: Downloads in verschiedenen Sprachen.
Um die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern, ist es sehr wichtig, dass alle Personen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – eine adäquate Behandlung erhalten und die Schutzmassnahmen verstehen. Auch Sans-Papiers, die keine Krankenversicherung haben, haben das Recht auf Notfallbehandlung. Sie haben ebenfalls das Recht, dass ihre persönlichen Daten nicht an andere (auch nicht an die Polizei oder an Migrationsämter) weitergegeben werden. Die Weitergabe von Daten bzw. die Verletzung der Schweigepflicht kann Strafmassnahmen zur Folge haben.
Wenn Sie Sans-Papiers behandeln, machen Sie diese darauf aufmerksam, dass Sie und das behandelnde Personal (inkl. Dolmetschende) das Arztgeheimnis wahren werden. Falls die Sans-Papiers über keine Krankenversicherung verfügen, nehmen Sie Kontakt mit der Anlaufstelle für Sans-Papiers in Ihrem Kanton auf.
Beratungsstellen für Sans-Papiers in der Schweiz
http://www.sans-papiers.ch/index.php?id=92
Nationale Plattform Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers
http://www.sante-sans-papiers.ch/DE/das-recht-auf-gesundheit.html
Auf dieser nationalen Plattform finden Sie auch das Dokument: Corona: Was tun mit oder ohne Krankenkasse? (Informationen in Deutsch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch und Englisch)
http://www.sans-papiers.ch/fileadmin/user_upload/Corona-Information_was_tun_mit_oder_ohne_KK_versch._Sprachen.pdf
Fragen und Antworten zu Schwangerschaft und der Covid-19-Impfung finden Sie unter Covid-19-Impfung.
Schutzmassnahmen
Wurde während der gesamten Zeit des Kontakts zu einem bestätigten Fall oder zu einer an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankten Person adäquate Schutzausrüstung getragen, können die Personen normal weiterarbeiten.
War der Kontakt ungeschützt und eng, müssen Massnahmen getroffen werden. Ungeschützt und eng bedeutet:
- Pflege oder medizinische Untersuchung oder Berufstätigkeit mit Körperkontakt (unter 1,5 Metern), ohne Verwendung geeigneter Schutzausrüstung7
- Direkter Kontakt mit Atemwegssekreten, Körperflüssigkeiten ohne verwendete Schutzausrüstung
Diese Personen werden durch die zuständige kantonale Stelle unter Quarantäne gestellt.
Das BAG empfiehlt es nicht, dass kranke Personen arbeiten gehen. Es ist sehr wichtig, dass das Gesundheitspersonal keine anderen, besonders gefährdeten Personen oder ihre Arbeitskolleginnen/ Arbeitskollegen ansteckt.
In den Gesundheitseinrichtungen sollten Gesundheitsfachpersonen nicht arbeiten, wenn sie krank sind. Für rechtliche und finanzielle Fragen siehe das Dokument von Curaviva Schweiz und Senesuisse «Rechtliche Fragen und Kurzantworten (Q&A) zum Coronavirus».
Swissnoso hat eine Empfehlung für Akutspitäler veröffentlicht. Diese ist für den Fall, dass einzelne Abteilungen oder Stationen mit einem relevanten Personalmangel konfrontiert sind, so dass eine adäquate Versorgung der Patienten nicht gewährleistet und ihre Sicherheit gefährdet ist. (www.swissnoso.ch/forschung-entwicklung/aktuelle-ereignisse)
Diese Empfehlung ist eine ultima ratio für den Fall des Personalmangels und sollte nicht angewendet werden, solange die Versorgung und Sicherheit der Patienten anders gewährleistet werden kann.
Die FMH hat ein Schutzkonzept für Arztpraxen und den ambulanten Sektor erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Die SSO hat ein Schutzkonzept für Zahnarztpraxen erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Letzte Änderung 20.01.2022