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Mauersegler: gefährdet durch Gebäuderenovationen
Der Mauersegler, bei uns auch Spyr genannt tritt bei uns als häufiger Brutvogel auf. In der Schweiz brüten ca. 50'000 Paare. Ursprünglich war er ein Felsenbewohner, tritt heute aber praktisch nur noch im Siedlungsraum auf. Dort nistet er vorwiegend in hohen Gebäuden, die für ihn eine Art Ersatzfelsen darstellen. Er gilt zurzeit nicht als gefärdet, durch Gebäuderenovationen sind seine Brutplätze aber in Gefahr. Wir haben es heute in der Hand diese Brutplätze zu schützen oder neue Brutplätze zu schaffen, damit dieser fantastische Luftakrobat in Zukunft nicht auf der "Roten Liste" steht.
Mauersegler: Einige Stichworte zur Oekologie
Der Mauersegler ist ein Langstreckenzugvogel. Er überwinter im südlichen Afrika, etwa 7000 km von uns entfernt, und kehrt von dort Anfangs Mai zu uns zurück. In nur 3 Monaten erledigt er bei uns sein Brutgeschäft und macht sich Anfangs August wieder auf die lange Reise in den Süden.
Der sichelförmige schnelle Flieger mit seinen markanten "sriiiihh"-Rufen lebt mit Ausnahme der Brutzeit immer in der Luft. Dort lebt er, findet sein Futter, schläft er und paart er sich. Bei schlechtem Wetter kann es durchaus vorkommen, dass er sein Futter in 200km Entfernung sucht.
Mauersegler können über 20 Jahre alt werden, und dabei jedes Jahr wieder die gleichen Brutplätze aufsuchen. Er ist einer der saubersten Nistkastenbewohner, er hinterlässt nämlich fast keinen Kot im und um den Brutplatz.

Mauerseglerkasten sollten 5 bis 10 Meter über Boden befestigt werden. Der Anflug muss frei von Gebäuden und Bäumen sein. Der Kasten sollte nicht ganztags von der Sonne beschienen werden.
Konstruktion und Befestigung des Kastens muss meistens den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Bei Bedarf kann der Kasten farblich oder in der Form so angepasst werden, dass er wie ein Teil des Gebäudes aussieht.
Nistkästen werden gerne angenommen, es können jedoch einige Jahre vergehen, bis ein Nistkasten entdeckt wird. Mit Stimmen aus dem Tonband wurden schon erfolgreich Segler angelockt.
Es können auch mehrere Nistkästen nebeneinander montiert werden, der Abstand der Einfluglöcher sollte dabei mindestens 30cm betragen. Da die Segler die Kästen anhand der Form der Einfluglöcher unterscheiden, ist es von Vorteil wenn sich diese leicht unterscheiden.
Da die Segler kein eigentliches Nest im Kasten bauen, können wir den Boden mit etwas trockenen Heu oder Stroh bedecken.

Materialliste
Boden: 18 x 26 cm,1 Stück, Sperrholz 10mm mit Loch 3
x 6 cm
Bezugsquellen für Material
Sperrholz und Tannenleisten: Schreiner oder "Do it
yourself"
Zusammensetzen des Kastens
Fertige Nistkästen
Schweizerische Vogelwarte, http://www.vogelwarte.ch
Ein Seglerkasten in schwindelerregender Höhe zu befestigen ist nicht jedermanns Sache. In vielen Fällen fehlt auch eine entsprechende Leiter. Aber vielleicht kennen Sie einen Handwerker, Feuerwehrskollege oder so, der Ihnen den Kasten aufhängen kann. Am einfachsten geht es wenn eine Fassaden- oder Dachrenovation ansteht und ein Baugerüst vorhanden ist.
Im Gegensatz zu anderen Nisthilfen müssen Seglernistkästen nicht alljährlich gereinigt werden. Falls der Kasten aber ohne grossen Aufwand zugänglich ist ist eine jährliche Reinigung sinnvoll, sie dezimiert die Parasiten welche den Jungvögeln lästig werden können.
Martin Heusser, Natur- und Vogelschutz Verein Kilchberg
http://www.nvkilchberg.ch/aktiv/seglerkasten.html