Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03174.jsonl.gz/525

Linsen und Erbsen wurden im Vorderen Orient und in Griechenland bereits in der Altsteinzeit gesammelt. Mit dem Beginn des Ackerbaus und parallel zum Anbau von Getreide wurden auch Hülsenfrüchte in Kultur genommen. Der Anbau von Erbsen ist ab etwa 8'000 v. Chr. belegt.
Die meisten Hülsenfrüchte haben ihren Ursprung in Ländern des mittleren Ostens, Mittel- und Südamerika, Afrika und in Asien, vor allem in China. Die heutigen Kulturerbsen stammen vermutlich von einer Art ab, die in der Region vom östlichen Mittelmeerraum bis nach Mittelasien beheimatet ist. Die Gartenbohne stammt dagegen aus Süd- und Mittelamerika.
Früher wurden Hülsenfrüchte vor allem als Breinahrung verwendet. Zum Brotbacken wurden sie, zusammen mit Getreide, erst später in Notzeiten eingesetzt. Mit dem Bevölkerungswachstum in Europa nahmen der Ackerbau und mit ihm der Anbau der Hülsenfrüchte zu. Später fanden auch Leguminosen, die in Asien beheimatet sind, wie Adzukibohnen, Mungbohnen etc. den Weg nach Europa. Das geschah meistens nach Eroberungsfeldzügen.
Diese Hülsenfrüchte haben allerdings, vermutlich wegen ihrer höheren Temperaturansprüche, nie grosse Bedeutung in Europa erlangt. Im Gegensatz dazu breiteten sich die aus der Neuen Welt gekommenen Gartenbohnen im 16. und 17. Jahrhundert sehr schnell in ganz Europa aus. Da die reifen Samen von Bohnen und anderen Körnerleguminosen eine harte Schale haben, kann man sie in trockenem Zustand gut lagern. Das war früher ein entscheidender Vorteil.
Erbsen wurden bereits von den Bauern der Jungsteinzeit genutzt. Sie haben vor allem Suppen damit zubereitet. Im Alten Griechenland gehörten Erbsen neben Platterbsen, Vogelwicke und Linsenwicken zu den Grundnahrungsmitteln und wurden sowohl als Gemüse als auch als trockene Körner genutzt.
Linsen stammen aus dem Mittelmeerraum oder Kleinasien. Sie werden seit dem Beginn des Ackerbaus als Nutzpflanze kultiviert. Im Alten Ägypten gehörten sie zu den Grundnahrungsmitteln. Heute werden Linsen vor allem in Vorderasien, Kanada, USA, Spanien, Russland, Chile und Argentinien angebaut. Allein in Indien kennt man über 50 verschiedene Sorten.
Bei der Kichererbse wird angenommen, dass sie schon vor 8'000 bis 10'000 Jahren im Vorderen Orient in Kultur genommen wurde. Über Griechenland und Italien verbreitete sie sich in Europa. In Deutschland tauchte sie erstmals im 1. Jahrhundert n. Chr. am Rhein auf.
Die Ackerbohne war früher die wichtigste Bohne in Europa. Im Orient ist sie noch heute ein Grundnahrungsmittel. In vielen Ländern werden Ackerbohnen heute vor allem als Tierfutter verwendet. Es gibt sehr grosskörnige Formen, deren Kerne wie aufgepufft aussehen und die Puffbohne genannt werden.
Alle Bohnen der Gattung Phaseolus wurden von den Indianern Süd- und Mittelamerikas domestiziert. Es gibt archäologische Funde, die auf 5'000 v. Chr. datiert wurden. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde in Europa eine grosse Vielfalt bei den Busch- und Stangenbohnen herausgezüchtet.
Kuhbohnen, Spargelbohnen oder Catjangbohnen sind Unterarten der Augenbohnen (Vigna unguiculata). Sie stammen ursprünglich aus Afrika und werden heute noch in fast allen tropischen Ländern angebaut.
Lupinen gehörten im ersten Jahrhundert vor Christus in Ägypten und Rom zur Nahrungspalette von Mensch und Nutztier, es muss damals bereits Methoden gegeben haben, mit denen man die Alkaloide zumindest teilweise entfernen konnte. Die Samen der ungiftigen Süsslupinen werden noch heute im Mittelmeerraum als Apéritif, einlegt in Salzlake, verzehrt.