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Habitat
Die Bank, von der aus ein ehemaliger Tagebauarbeiter auf die Ufer des Geiseltalsees blickt, ist ein exzellenter Beobachtungsposten. Ebenso haben die Regisseure von Habitat für jede Aufnahme den besten Blickpunkt gewählt und dadurch extrem scharfe und genaue Bilder von diesem künstlich entstandenen Naturmilieu geschaffen, dessen Umgebung noch gestaltet wird. Sie haben ein Gebiet kartiert, das diese geschlossene Wasserfläche umgrenzt, und versucht, Leben an Stellen sichtbar zu machen, wo man es am wenigsten erwartet. Die fixe, kühle Einstellung bildet den Rahmen für eine sehr reale Fantasiewelt. Am Ende einer Strasse mit in Reih und Glied stehenden Häuschen taucht unerwartet ein mit Fahrgästen gefüllter Besichtigungszug auf. Ein Baum auf dem Grund des Sees sieht durch die Muscheln auf seinen Ästen aus, als würde er blühen. Ein Hai versucht, aus dem Wasser zu springen ... Wie der Ornithologe, der auf einer grauen Freifläche auf das Eintreffen von farbenfrohen Zugvögeln wartet, beginnt man, auf das Seltsame und Fremde zu warten und diesen Ort, der auf den ersten Blick eintönig wirkt, sich aber als dicht bevölkert erweist, aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Madeline Robert