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Ehemaliger Taufstein bei der Basler Barfüsserkirche entdeckt
Seit rund einem Jahr wird an der Erweiterung des Basler Stadtcasinos am Barfüsserplatz nach Entwürfen von Herzog & de Meuron gebaut. Parallel dazu laufen archäologische Rettungsgrabungen: Mittlerweile sind Teile des Kreuzgangs sowie der Kreuzgarten samt Friedhof aus dem 13. und 14. Jahrhunderts von der Archäologischen Bodenforschung freigelegt worden.
Quelle: Archäologische Bodenforschung
Im 19. Jahrunderrt als Wassersammler zweckentfremdet: der rund 600jährige Taufstein.
Quelle: James Steakley, CC BY-SA 3.0, Wikimedia
In der Barfüsserkirche ist heute das Historische Museum der Stadt Basel untergebracht.
Quelle: Visualisierung zvg
So soll der Barfüsserplatz aussehen, wenn die Bauarbeiten fertig sind.
Im Zuge dieser Arbeiten sind die Archäologen auf ein 900 Kilogramm schweres Taufbecken gestossen: eine sechzehneckige Schale aus feinkörnigem Buntsandstein mit eine Durchmesser von 97 Zentimetern. Die Archäologen vermuten, dass sie aus dem Spätmittelalter stammt und dass sie sich einst entweder in der Barfüsserkirche oder in einem anderen Gotteshaus in der Nähe befunden hat.
Der Grund des Barfüsserplatzes hat eine bewegte Geschichte: Um 1250 errichteten hier Franziskaner das erste Barfüsserkloster. Rund 50 Jahre später wurde es bereits mit einer neuen Anlage ersetzt, von der heute nur noch die Barfüsserkirche zeugt. Das Kloster selbst und der dazugehörige Kreuzgang befanden sich dort, wo heute das Stadtcasino steht. Im Zuge der Ausgrabungen sind auch 80 Gräber und 50 Skelette zum Vorschein gekommen, einige davon befanden sich in zwei Massengräbern, die vermutlich Opfer von Epidemien bestattet worden sind.
Im 16. Jahrhundert wurde der Kreuzgang samt Garten Teil der Irrenanstalt, dem sogenannten Almosen. Dass hier auch Patienten ihre letzte Ruhe gefunden haben, legen Skelette mit aufgebohrten Schädeln nahe, an ihnen sind vermutlich sogenannte Trepanationen vorgenommen worden. Um 1821 wurden die Klosterbauten und die angrenzenden Stadtmauern schliesslich bis auf die Kriche abgerissen. Sie machten unter anderem für ein Warenhaus Platz, für das man den kürzlich ans Tageslicht gelangte Taufstein zweckentfremdet hatte: Er diente als Wassersammler im Kellerboden. (mai)
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