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| Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)

Buch I
32. Nachdem Konstantin Belehrung gefunden hat, liest er die heiligen Schriften.
Doch davon ein wenig später. Zur angegebenen Zeit berief Konstantin, der von dem wunderbaren Gesichte ganz erschüttert war und keinen andern Gott mehr verehren zu dürfen glaubte als den, der sich ihm gezeigt hatte, die Priester zu sich, die die Lehre dieses Gottes verkündeten, und fragte sie, was denn das für ein Gott sei und was das Zeichen zu bedeuten habe, das er im Gesichte geschaut habe. Diese sagten, das sei Gott, der eingeborene Sohn des alleinigen Gottes; das Zeichen aber, das er gesehen, sei das Sinnbild der Unsterblichkeit und das Zeichen des Sieges, den jener einst über den Tod errungen, da er auf die Erde herniedergestiegen sei; sie belehrten ihn dann über die Gründe, die seine Herabkunft veranlaßt hätten, und setzten ihm genau die Art seines Wirkens unter den Menschen auseinander. Der Kaiser ließ sich auch durch diese Worte belehren; es erfaßte ihn aber Staunen über die Erscheinung Gottes, die er mit seinen Augen geschaut hatte, und indem er das himmlische Gesicht mit der Auslegung verglich, die ihm geboten wurde, ward er in seiner Gesinnung noch bestärkt, da er die Überzeugung gewann, es sei ihm diese Kenntnis unmittelbar von Gott selber zuteil geworden. Und von selber verlangte es ihn schon danach, sich mit der Lesung der heiligen Schriften zu befassen; er machte auch die Priester Gottes zu seinen Ratgebern und glaubte, dem Gott, den er gesehen hatte, auf jegliche Art dienen und Verehrung erweisen zu müssen. Darauf ging er nun, voll der besten Hoffnungen auf den Schutz Gottes, daran, den Tyrannen zu stürzen, der wie ein Feuerbrand Verheerung drohte.