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Der Elevator Pitch ist in aller Munde als essentielle Gründerfähigkeit. Wir liefern ein How-To für diese «Aufzugspräsentation».
Der Elevator-Pitch ist ein unübertroffenes Instrument, ganz prägnant die Vorteile Deiner Ideen zu kommunizieren. Du kannst ihn nicht nur benutzen, um dein Startup vorzustellen, sondern auch fürs Kommunizieren jeglicher anderer Ideen.
Wir zeigen, wie Du vorgehen solltest, um Deinen Elevator Pitch auf die Beine zu stellen.
Die Vorteile
Der Begriff «Elevator Pitch» bezieht sich auf die Situation, dass Du mit jemandem im Fahrstuhl stehst und während Fahrt Deine Geschäftsidee erklärst. Es geht also darum, Dein Unternehmen in weniger als einer Minute zu präsentieren, so dass Dein Gegenüber eine Investment-Entscheidung treffen könnte.
Nun stecke ich ganz selten mit anderen Leuten im Fahrstuhl, die was über meine Startup-Ideen hören wollen. Zudem sind die Häuser in meiner Stadt auch gar nicht so gross, dass ich Zeit hätte, auch nur drei Wörter zu sagen.
Den Elevator Pitch solltest Du aber trotzdem drauf haben, um auf Netzwerk-Veranstaltungen, an der Supermarktkasse oder am Buffet Deine Idee vorstellen zu können. Darüber hinaus kannst Du einen Elevator Pitch auch in den folgenden Situationen nutzen:
- Du willst Deinem Team eine Vision oder Idee präsentieren
- Du willst im Team Rückhalt finden für eine Organisations-Umstellung
- Du willst einen neuen Geschäftsbereich vorstellen
Der Elevator Pitch dient nicht nur der schnellen Kommunikation. Gerade weil uns die Kürze des Pitchs dazu zwingt, ganz genau darüber nachzudenken, was wichtig ist, ist das Erstellen eines Elevator Pitchs im Grunde genommen eine Kreativ-Methode. Sie hilft, Dein Problem zu verstehen und ganz prägnant die Lösung zu präsentieren.
Die Struktur
Ein Elevator Pitch hat folgende Struktur:
Für (Zielkunden) und ihr (Problem), ist (Ideen-Name) eine (Markt- oder Ideen-Kategorie) mit (folgendem Vorteil). Im Vergleich zum (Wettbewerb) hebt sich (Ideen-Name) ab, weil (Einzigartigkeit).
Mit folgenden Begriffen:
- Zielkunden: Hier beschreibst Du die Zielgruppe Deiner Idee, z.B. Kunden oder an wen sich Deine Idee im Unternehmen richtet. Wie man seine Kunden richtig segmentiert, habe ich auf Denkpass.de schon mal beschrieben.
- Problem: Was ist das Problem Deiner Zielgruppe, das Du lösen willst?
- Ideen-Name: es hilft, sich von Anfang an auf einen Namen für die Idee/das Startup festzulegen, weil Du sonst bereits über diesen Punkt ewig diskutieren wirst.
- Markt- oder Ideen-Kategorie: es sollte leicht verständlich sein, worum es sich handelt (z.B. Mitarbeiter-Portal, Trainings-Programm oder Einrichtung einer Community).
- Vorteil: Hier führst Du den bedeutendsten Grund auf, warum sich Deine Zielkunden Deine Idee anhören sollten. Wichtig: nur einen Vorteil, mehrere lenken ab und verwirren!
- Wettbewerb: Womit steht Deine Idee im Wettbewerb? Du führst das auf, damit man Dich und Deine Idee einordnen kann.
- Einzigartigkeit: Was macht Deine Idee einzigartig? Warum ist sie anders als alles andere?
Ablauf fürs Vorbereiten
Um den Elevator Pitch vorzubereiten, schreibst Du am besten diese Fragen nebeneinander auf ein (oder mehrere) großes Blatt Papier oder an die Wand/Flipchart etc.:
- Wer ist unser Zielkunde?
- Was ist sein Problem?
- Wie heisst unsere Idee?
- Wie heisst unsere Markt- oder Ideen-Kategorie?
- Was ist der Haupt-Vorteil?
- Wer oder was sind unsere Wettbewerber?
- Was macht unsere Idee einzigartig?
Dann geht es alleine oder im Team los mit dem Finden von Ideen. Visuelle Artefakte lassen sich schwerer ignorieren und vergessen als gedachte, also solltest Du Deine Ideen auf Post-Its schreiben und gleich unter die aufgeführten Fragen kleben. Wenn Du im Team arbeitest, empfehle ich, dass jeder erstmal für sich Ideen generiert und an die Tafel klebt.
Dann diskutiert Ihr im Team, welche einzelnen Punkte Euch am besten gefallen. Diese wählt Ihr aus und stellt einen ersten Pitch zusammen (oder Du machst das alleine, wenn Du es selber machst). Diskutiert auch darüber, an welcher Stelle Ihr bei Eurem Pitch Probleme seht, was irritiert. Wo stimmt Ihr überein, wo nicht?
Wenn Du das im Team machst, hat sich an dieser Stelle bewährt, über die Ideen abzustimmen. Zum Beispiel darf jeder in jeder Frage 100$ verteilen, z.B. jeweils 5$ auf alle 20 Ideen oder 100$ auf nur eine Idee. Am Ende wird zusammengezählt, welche Idee am meisten Geld erhielt – diese ist dann die populärste.
Nun geht es daran, den Pitch auszuprobieren. Das geht auch in Subteams, wo die einzelnen Gruppen versuchen, ihren besten Pitch hinzubekommen und dabei vielleicht auch die eine oder andere Idee austauschen oder überarbeiten. Die Gruppen präsentieren dann ihren Pitch – und alle stimmen ab, wie diese ihnen gefallen. Zu diesem Zeitpunkt sollte klar sein, was in den Pitch reingehört und was nicht. Selbst wenn Ihr den finalen Pitch noch nicht hinbekommt (der sowieso verschieden sein muss für jede Zielgruppe), solltet Ihr nun eine klare Vorstellung davon haben, wie er ungefähr sein könnte.
Eine Alternative ist, von Anfang an in verschiedenen Teams zu arbeiten und sich dann gegenseitig die Team-Pitches zu präsentieren. Im Anschluss diskutieren dann alle, welcher Pitch ihnen am besten gefallen hat – oder ob man den finalen Pitch aus den einzelnen Ergebnissen zusammenbaut.
Der ultimative Test
Nun ist es soweit: Du solltest Deinen Elevator Pitch testen. Lerne ihn auswendig und pitche ihn überall, wo er hinpasst: Fahrstuhl, Supermarkt-Kasse, Schlange an der Club-Bar oder wo auch immer. Achte auf die Reaktionen Deiner Zuhörer: verstehen Sie, was Du sagen willst? Welche Fragen haben sie? Sehen Sie aus, als ob sie es begriffen haben – oder schauen sie bloss überrascht aus der Wäsche?
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