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Stories
Vincenzo Bruni
«Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt und konnte Berufserfahrung sammeln. Das hat mir auch geholfen, eine Lehrstelle zu finden.»
Vincenzo ist 17 Jahre alt und kam vor 5 Jahren mit seiner Familie in die Schweiz. Er lernte schnell Deutsch, besuchte die Schule und entschied sich nach dem neunten Schuljahr für das Berufspraktikum in der Jobfactory. Er wollte sich orientieren und Berufserfahrung sammeln, damit er danach eine Lehre beginnen kann.
Vincenzo gerne würden wir Sie etwas näher kennenlernen. Sie sind in Honduras geboren?
Ja genau. Ich bin in Honduras geboren und aufgewachsen. Gemeinsam mit meinem Zwillingsbruder und meiner Mutter bin ich, als ich 12 Jahre alt war, in die Schweiz gekommen. Meine Mutter ist halb Schweizerin. Mein Grossvater ist damals von der Schweiz nach Honduras ausgewandert.
Wohnen Sie bei Ihrer Mutter?
Ja ich wohne gemeinsam mit meinem Bruder und meiner Mutter in Basel.
Was haben Sie gemacht bevor Sie Ihr Berufspraktikum bei der Jobfactory gestartet haben?
Nachdem ich vor 5 Jahren in die Schweiz gekommen bin, habe ich für ein paar Monate, weniger als ein halbes Jahr, einen Deutschkurs besucht. Danach bin ich nach den Sommerferien in die sechste Klasse, Primar gewechselt. Dort war ich bis zum neunten Schuljahr. Ich hatte dann die Wahl, das 10te Schuljahr zu machen oder ein Berufspraktikum in der Jobfactory zu starten.
Meine Lehrer haben mir zum Praktikum geraten. Daraufhin bin ich gemeinsam mit meinem Bruder hier her gekommen.
War der Unterschied zwischen Schule und Arbeiten schwer für Sie?
Ja, am Anfang habe ich nur nachmittags gearbeitet. Trotzdem haben meine Beine abends wehgetan. Ich habe gemerkt, was arbeiten bedeutet. Vor allem wenn man den ganzen Tag stehen muss, und von der Schule nur gewöhnt ist zu sitzen, zuzuhören und zu lernen.
Jetzt weiss ich, was es bedeutet zu arbeiten und habe vieles dazu gelernt. Vieles geht jetzt viel einfacher als zu Beginn. Das ist für mich ein grosser Vorteil, da ich weiss, auf was es ankommt.
Sie haben letztes Jahr im August bei uns ihr Berufspraktikum gestartet. In welchen Abteilungen haben Sie gearbeitet?
Ich arbeite seit Beginn meines Praktikums in der Mechanik. Dort habe ich auch den Beruf Polymechaniker kennengelernt. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt und konnte Berufserfahrung sammeln. Das hat mir auch geholfen, eine Lehrstelle zu finden.
Sie starten im Sommer ihre Ausbildung. Als was und wo?
Ja, im Sommer startet meine Ausbildung als Polymechaniker bei der Jet Aviation am Flughafen hier in Basel.
Was hat Ihnen während des Praktikums am meisten gefallen?
Es gefällt mir sehr, mit Maschinen zu arbeiten und neue Sachen zu lernen. Während meines Praktikums durfte ich zum Teil sogar Maschinen programmieren – ich habe hier wirklich viel gelernt!
Wissen Sie noch, was Ihr Berufswunsch als Kind war?
Ja, ich wollte schon immer Architekt werden!
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Ich stelle mir vor, dass ich eine Familie habe. Ob ich in 10 Jahren schon Kinder habe, weiss ich noch nicht. Ich bin Architekt, habe eine Wohnung in Grossbasel, ein Auto und einen Hund.
Ihr Traum ist es noch immer, Architekt zu werden. Haben Sie bereits einen Plan, wie Sie dieses Ziel erreichen können?
Ja, es ist noch immer mein Traum. Ich habe mir aber noch keinen Plan überlegt. Das ist nicht so einfach für mich, da ich das Schweizer System und meine Möglichkeiten noch nicht so gut kenne. In Honduras, wo ich aufgewachsen bin, ist das alles ganz anders.
Gab es während Ihres Praktikums eine Situation, die Sie nie vergessen werden?
Ja, als ich die Zusage zu meiner Lehrstelle bekommen habe! Ich war sehr überrascht und überglücklich.
Als ich die Nachricht erhalten habe, war ich gerade im Schulkurs. Ich bin dann gleich zu meinem Lehrer und habe es ihm gesagt. Danach bin ich zum Personalvermittler in den Bewerbungskurs und zu meinem Coach und habe es ihnen erzählt. Alle haben sich sehr für mich gefreut!
Dann habe ich noch meine Mutter angerufen, und nach der Mittagspause konnte ich es meinem Vorgesetzten in der Mechanik erzählen. Es war ein richtig schöner Tag!
Sie haben während Ihres Praktikums unterschiedliche Kurse besucht. Welches Angebot hat Ihnen am meisten weiter geholfen?
Was mir sehr geholfen hat, war während des Skills Kurs. Dort haben wir gemeinsam unterschiedliche Berufe genauer angeschaut. Dazu wurden zu jedem Beruf Bilder gezeigt. Das hat mir insofern geholfen, dass ich mir zu den unterschiedlichen Berufen etwas vorstellen konnte.
Was für mich ebenfalls sehr wichtig war, waren die Bewerbungs- und Schulkurse. Hier habe ich Unterstützung bei der Rechtschreibung erhalten, wir haben Bewerbungsgespräche geübt und vorbereitet und ich konnte mich für den Multicheck vorbereiten – hier habe ich viel gelernt.
Was hat sich für Sie durch das Berufspraktikum geändert?
Ich weiss jetzt, was Arbeiten bedeutet und wo mein beruflicher Weg hingehen soll – das wusste ich vorher nicht.
Was war ihr Highlight an der Jobfactory?
Ich habe hier tolle Menschen, tolle Coaches und Vorgesetzte kennengelernt.
Freuen Sie sich auf Ihre Zukunft?
Ja, ich freue mich zu arbeiten und denke es wird alles gut gehen!
Lieber Vincenzo, wir danken Ihnen für das Interview und Ihre Offenheit und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!
Datum Interview: April 2019
Interviewte: Vincenzo Bruni
Geburtsdatum: 1. April 2002
Staatsangehörigkeit: Honduras
Interviewerin: Helene Schepperle