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Er wird am 18. Februar 1657 in Messensee in Tirol geboren. Er ist ein Zeitgenosse von Caspar Moosbrugger, nur ein Jahr jünger. Wir wissen wenig über den Jesuiten-Laienbruder, der am 27. März 1680 in den Orden eintritt. 1686−1690 ist er im niederbayrischen Jesuitenkolleg Straubing als Kunstschreiner an der Ausstattung der Jesuitenkirche tätig. Planer ist der Jesuitenbruder Johannes Hörmann (1651−1699), ebenfalls Kunstschreiner und späterer Verfasser der «Delineationes», der 1683 für das Kolleg einen Idealplan erstellt und für die Kirche die Ausstattung plant. Wie Hörmann oder wie der 1692 verstorbene Br. Heinrich Mayer ist Br. Christian Hueber nicht ausschliesslich Kunstschreiner, sondern auch Planverfasser und Bauleiter von Bauwerken. Er muss sich im Umfeld der gelehrten Jesuiten auch in Architektur geschult haben. In dieser Eigenschaft wird ihm, nun im Kolleg Konstanz anwesend, der Neubau der Iddakapelle von Fischingen im Hinterthurgau zugeschrieben. Der 1704–1708 angefügte Zentralbau von Fischingen gilt als eines der wohlgeformtesten hochbarocken Bauwerke der Schweiz. Br. Christian Hueber ist 1704 als Bauleiter fast das ganze Jahr in Fischingen anwesend. Ein Zusammentreffen mit dem beratenden Br. Caspar Moosbrugger kann angenommen werden, ist aber nicht dokumentiert. Die letzte Station des Jesuitenbaumeisters ist Dillingen. Er wird, nun bereits als erfahrener Jesuitenbaumeister, zum Neubau des dortigen Jesuitenkollegs berufen. Er kann noch die Pläne und das Modell erstellen, stirbt er aber schon kurz nach Baubeginn des Ostflügels am 17. April 1713 mit 56 Jahren. Er wird in der Gruft der Jesuitenkirche von Dillingen, der heutigen Studienkirche, beigesetzt.
Pius Bieri 2009
Benutzte Literatur:
Braun SJ, Joseph: Die Kirchenbauten der deutschen Jesuiten, Freiburg 1910.
Häring, Ludwig: Die Studienkirche in Dillingen, Lindenberg 2005.
Knoepfli, Albert: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Band II, Der Bezirk Münchwilen (Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 34 der Gesamtreihe), Basel 1955.
Knoepfli Albert: Fischingen, in: Beiträge zur Ermittlung der Architekten der barocken Kirchen- und Klosterbauten in St. Gallen und Fischingen. Heft 3-4 Band 14 (ZAK 1953)
URL: http://dx.doi.org/10.5169/seals-163963
Titel der wertvollen Plansammlung von 1698: «Delineationes variae cenotaphiorum, altarium, tabulatorum aliarumque structurarum, quas manu sua affabre descriptas expressit et in tomum istum congessit charissimus frater noster Joannes Hoermann, Mindelhemensis, Suevus, arte sua scrinarius».
Er wird in der schweizerischen Kunstgeschichte, auch in den neuesten Publikationen, immer als Pater und zudem mit dem falschen Namen Huber bezeichnet, obwohl der Lebenslauf seit der Veröffentlichung von Joseph Braun SJ (1910) bekannt ist und selbst seine Grabnische in Dillingen mit «Christianus Hueber» bezeichnet ist.
|Br. Christian Hueber SJ (1657–1713)|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land|
|18. Februar 1657||Messensee (Strassen)||Lienz Tirol A|
|Land 18.Jh.||Bistum 18.Jh.|
|Grafschaft Tirol||Brixen|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land|
|17. April 1713||Dillingen an der Donau||Bayern D|
|Land 18. Jh.||Bistum 18. Jh.|
|Fürstbistum Augsburg||Augsburg|
|Kurzbiografie|

Br. Christian Hueber ist einer der begabten Kunsthandwerker, die nach ihrem Eintritt in den Jesuitenorden in Baukunst weitergebildet werden. Er ist im Kolleg Konstanz tätig und sicher schon erfahrener Planer und Bauleiter, als er nach Fischingen für den Neubau der Iddakapelle berufen wird. Der Zentralbau der Iddakapelle ist sein Hauptwerk und zusammen mit dem Kollegneubau in Dillingen auch eines der einzigen überlieferten Bauwerke Huebers. Fischingen hat derart viel Ähnlichkeit mit der Wallfahrtskirche des Misoxer Baumeisters Viscardi in Freystadt, dass Kontakte zum auch für bayrische Jesuiten tätigen Viscardi wahrscheinlich sind. Hueber hat mit Fischingen jedenfalls einen der schönsten Zentralräume des Hochbarock im Bistum Konstanz geschaffen.