Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03211.jsonl.gz/1668

Sowohl Kasachstan als auch der Sudan haben Präsidentschaftswahlen abgehalten – die bisherigen Amtsinhaber wurden bestätigt. Von einer fairen Wahl kann aber beiderorts keine Rede sein.
Bei der Wahl in der ölreichen Ex-Sowjetrepublik Kasachstan ist der autoritäre Dauerpräsident Nursultan Nasarbajew mit einem Rekordwert von 97,7 Prozent der Stimmen bestätigt worden. Dieses vorläufige Endergebnis gab der Wahlleiter Kuandyk Turgankulow am Montag der Staatsagentur Kazinform zufolge in der Hauptstadt Astana bekannt.
Der 74 Jahre alte Nasarbajew ist seit 25 Jahren an der Macht. Die Wahlbeteiligung wurde mit einem Rekordwert von 95,2 Prozent der Stimmen angegeben. Westliche Beobachter kritisieren die Wahl als unfair und nicht frei.
Nach seinem Sieg sagte Nasarbajew: «Ohne ein solches Vertrauen wäre es schwierig, die vor uns stehenden Aufgaben zu lösen.» Das Ergebnis zeige die «Einheit des kasachischen Volkes».
Rund zehn Millionen Kasachen waren am Sonntag zu der Abstimmung aufgerufen gewesen. Zugelassen waren auch zwei systemtreue Zählkandidaten. Eine Opposition oder freie Medien gibt es in dem Steppenstaat nicht.
2011 waren Nasarbajew 96 Prozent der Stimmen zugesprochen worden. Das Land steht international wegen schwerer Menschenrechtsverstösse in der Kritik.
Der umstrittene Langzeitpräsident des Sudans, Omar al-Baschir, hat die Präsidentenwahl im ostafrikanischen Land mit haushohem Vorsprung gewonnen. Damit darf er weitere fünf Jahre im Amt bleiben.
Der 71-Jährige, der seit einem Putsch im Jahr 1989 an der Macht ist, habe bei den viertägigen Wahlen Mitte April 94,05 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission NEC am Montag mit. Sein Sieg galt als sicher, da politisch Andersdenkende systematisch unterdrückt werden.
Die grossen Oppositionsparteien hatten die Wahl boykottiert. Al-Baschir hatte 15 Mitbewerber, die jedoch im Wüstenstaat völlig unbekannt sind. Der Zweitplatzierte bekam nach NEC-Angaben 1,43 Prozent der Stimmen.
Von den 13 Millionen Wahlberechtigten seien 46,4 Prozent an die Urnen gegangen, hiess es weiter. Beobachter halten diese Zahl für zu hoch, da in den Wahllokalen fast überall gähnende Leere herrschte und viele Wähler entschieden hatten, nicht an der Abstimmung teilzunehmen. Wahlbeobachter der Afrikanischen Union hatten erklärt, vermutlich seien nur 30 bis 35 Prozent der Sudanesen wählen gegangen.
Al-Baschir steht auch international in der Kritik: Wegen des Konflikts in der Region Darfur liegt seit 2009 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen ihn vor. (sda/dpa/cma)