Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03309.jsonl.gz/2997

Sowohl auf der Sekundarstufe II als auch auf der Hochschulstufe sind mehrere Tendenzen zu beobachten. Genannt seien: die steigende Tendenz der Lernenden der Berufsbildung, eine Berufsmaturität zu absolvieren, oder auch die zunehmende Quote beim Übergang in eine FH nach der Berufsmaturität.
Die Tendenzen auf gesamtschweizerischer Ebene wurden anhand einer Systematisierung der multivariaten Analysen der Übergänge oder anderer Faktoren analysiert mit dem Ziel, die zeitlichen Entwicklungen oder statistischen Schwankungen besser erkennen zu können und gleichzeitig die Heterogenitätseffekte zu beseitigen.
Es werden drei Szenarien betrachtet, die von einer Verlängerung oder nicht von den gesamtschweizerisch beobachteten Tendenzen ausgehen. Es sind dies ein Referenzszenario (A) und zwei Szenarien mit höheren bzw. tieferen Werten als das Referenzszenario (ein hohes Szenario (B) und ein tiefes Szenario (C)).
- Das Referenzszenario (A) verlängert die beobachteten Trends geringfügig und stützt sich bei fehlendem Trend auf Durchschnittswerte.
- Das Szenario «hoch» (B) verlängert die beobachteten Trends und stützt sich bei fehlendem Trend auf höhere Werte (Durchschnittswerte vergrössert um eine Standardabweichung). Im Ganzen entsprechen die proportionalen Abweichungen der Studierendenzahl zum Referenzszenario ziemlich genau den mittleren prozentualen absoluten Veränderungen (MAPE), die seit den ersten, 2001 erstellten Szenarien beobachtet wurden (siehe Tabelle unten). Dieses Szenario dürfte die tatsächliche Entwicklung überschätzen, jedoch im Bereich des Möglichen liegen, insbesondere da die bisherigen Szenarien die tatsächliche Entwicklung eher unterschätzt haben.
- Das Szenario «tief» (C) verlängert die beobachteten Trends nicht und stützt sich bei fehlendem Trend auf tiefere Werte (Durchschnittswerte verkleinert um eine Standardabweichung). Im Ganzen entsprechen die proportionalen Abweichungen der Studierendenzahl zum Referenzszenario ziemlich genau den beobachteten MAPE. Die prognostizierte Entwicklung verläuft somit insgesamt wenig dynamisch und dürfte die tatsächliche Entwicklung unterschätzen, gleichzeitig aber eine durchaus mögliche Entwicklung skizzieren.
- Um keine de facto unwahrscheinlichen Szenarien zu erstellen, die Hypothesen desselben Typs für alle Ausbildungsstufen zusammenfassen, basieren die drei Hochschulszenarien auf dem Referenzszenario (A) für die Sekundarstufe II.
Die Abweichungen der Studierendenzahlen zwischen diesen drei Szenarien für alle Schweizer Hochschule liegen gegenüber dem Referenzszenario bei -12'400 Studierenden für 2027 für das tiefe Szenario (-5%) und bei +20'800 Studierenden für das hohe Szenario (+8%).
Bei den UH sind die Unterschiede in Bezug auf die Studierendenzahlen zwischen den drei Szenarien grösstenteils auf die Hypothese zur künftigen Entwicklung der Zahl der Bacheloreintritte von Personen mit ausländischem Zulassungsausweis zurückzuführen. Das Verhältnis zwischen der Zahl der Eintritte ausländischer Studierender und derjenigen von Schweizer Studierenden hat zwischen 1996 und 2008 stark zugenommen (+4% pro Jahr). Der Anstieg scheint jedoch ein Ende gefunden zu haben, denn seit 2008 hält sich das Verhältnis bei rund 22%. Das hohe Szenario verlängert bis im Jahr 2027 eine Zunahme von 2% des Verhältnisses zwischen der Zahl der Eintritte ausländischer und derjenigen Schweizer Studierenden, während das Referenzszenario von einem stabilen Verhältnis von rund 22% ausgeht und das tiefe Szenario von einem Rückgang von 2% dies Verhältnisses bis im Jahr 2027 ausgeht. Im Vergleich zum Referenzszenario beträgt der Einfluss dieser Hypothese im Jahr 2027 beim tiefen Szenario -2600 Studierende und beim hohen Szenario +3200 Studierende.
Bei den FH werden die grössten Zahlenunterschiede von den Hypothesen zu den Übertrittsquoten nach der Berufsmaturität verursacht. Das tiefe Szenario setzt die Übertrittsquoten von 2017 bis 2027 fort (64% im Jahr 2027), während das hohe Szenario die beobachtete Erhöhung der Übertrittsquote nach der Berufsmaturität verlängert (68% im Jahr 2027). Der Einfluss der Hypothese auf diesen Entwicklungsfaktor beträgt im Vergleich zum Referenzszenario, das die beobachteten Zunahmen der Übergangsquoten nach der Berufsmaturität auf moderate Weise verlängert (67% im Jahr 2027), -1700 Studierende im Jahr 2027 beim tiefen Szenario und +850 Studierende beim hohen Szenario.
Bei den PH sind es die Hypothesen zur künftigen Entwicklung der Zahl der Eintritte auf Bachelorstufe mit einem anderen schweizerischen Zulassungsausweis als der gymnasialen Maturität, die zu den grössten Unterschieden bei den Zahlen führen. Das Referenzszenario verlängert die erwartete Zunahme der Eintritte von Studierenden mit einem anderen schweizerischen Zulassungsausweis als der gymnasialen Maturität von 1% pro Jahr bis ins Jahr 2027, das hohe Szenario verlängert diese Zunahme von 2% pro Jahr, während das tiefe Szenario bis ins Jahr 2027 von einer stabilen Eintrittszahl von rund 2300 Studierenden ausgeht. Die Auswirkungen der verwendeten Hypothese auf diesen Entwicklungsfaktor im Verhältnis zum Referenzszenario beträgt beim tiefen Szenario -450 Studierende im Jahr 2027 und beim hohen Szenario +450 Studierende.
Die Haupthypothesen für die drei Szenarien und die Auswirkungen auf die Anzahl der Studierenden werden in Form von herunterladbaren Tabellen dargestellt.