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CrossMix Bespeichung
Mit dem CrossMix geht man einen Schritt weiter als mit dem herkömmlichen belastungsgerechten Aufbau und betrachtet das Rad nicht nur aufgrund der jeweiligen Seite sondern die Funktion der beiden Speichentypen im Rad:
- Führende Speiche
- Folgende Speiche
Als führende Speichen bezeichnet man jene Speichen die aufgrund ihrer Ausrichtung ein Drehmoment übertragen können, also die Bremskraft oder die Antriebskraft. Die folgenden Speichen sind entgegengesetzt ausgerichtet und können dies nicht, da der Speichennippel ja nicht fest mit der Felge verbunden ist um eine Kraft von der Nabe in Richtung des Nippels zu übertragen.
Auf dem folgenden Foto sind zur Illustration die führenden Speichen am Vorderrad auf der linken Seite rot unterlegt und die folgenden Speichen grün. Die Speichen auf der rechten Seite des Rads funktionieren genau so, ich habe sie aber nicht farblich unterlegt damit das Prinzip einfacher erkennbar bleibt.
Wenn man sich nun vorstellt wie die Kraft beim Bremsen wirkt, also das Rad im Uhrzeigersinn verzögert, erkennt man wieso nur die roten Speichen diese Kraft in Zugrichtung übertragen können und die grünen nicht.
Beim CrossMix wählt man nun also für die führenden Speichen (rot) einen dickeren Durchmesser und für die folgenden (grün) einen dünneren - und zwar auf beiden Seiten des Rads.
So hat man einerseits eine weniger flexible führende Speiche die die auftretenden Kräfte von der Nabe auf die Felge übertragen und somit weniger Torsion zwischen Nabe und Felge zulassen. Und andererseits eine flexiblere folgende Speiche mit grösserer elastischer Längung für mehr Spannungsreserve im Falle einer Teilentlastung aufgrund von Torsion.
Als Bonus hat man im Gegensatz zum herkömmlichen belastungsgerechten Aufbau auf beiden Seiten des Rads die gleiche Anzahl dickere Speichen um die Seitensteifigkeit des Speichengerüsts zu erhöhen, was je nach Eigensteifigkeit der Felge und Nabengeometrie sehr willkommen sein kann. Dies insbesondere dann wenn man die Differenz der Speichendicken grösstmöglich wählt, denn dünnere, flexiblere Speichen gehen auch immer mit einem gewissen Verlust von Seitensteifigkeit einher.
Natürlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass am Hinterrad ein gewisser Konflikt entsteht weil prinzipiell alle Speichen eine Kraftübertragung zu leisten haben: Die eine Speichengruppe wenn man pedaliert und die andere wenn man bremst. Allerdings sind diese Kräfte auch nicht so gross wie beim bremsen am Vorderrad. Die grösste Belastung am Hinterrad ist eher die des Grossteils der Masse die darauf lastet und das Rad quasi durchknetet. Auf jeden Fall nimmt man so jedoch eine gewisse Gewichtseinsparung mit hat und im Vergleich zum herkömmlichen belastungsgerechten Aufbau den Vorteil der besseren Steifigkeitswerte des Speichengerüsts.
Das ist die Idee hinter dem CrossMix der Speichen und ich bin sehr angetan von den Vorteilen die sich daraus ergeben auch wenn der Zeitaufwand beim Bau der Räder grösser ist als bei den herkömmlichen Methoden.