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Finanzplan erstellen. Zunächst musst du Kosten und Erträge erheben. Dies ist die Grundlage für die Finanzplanung. So erstellst du einen Finanzplan. Neben den Kosten musst du auch die Erträge im Businessplan erheben. Dies ist die Grundlage für die spätere Finanzplanung.
Finanzplan erstellen lassen
Einen Finanzplan zu erstellen ist sehr anspruchsvoll. Wenn du Hilfe bei deinem Finanzplan benötigst oder diesen lieber erstellen lassen möchtest, kannst du dich gerne über das Kontaktformular melden.
Für Gründer mit wenig Eigenkapital oder für erste Gespräche mit der Bank empfehlen wir dir den Businessplan Mini. Der Businessplan Mini enthält einen Finanzplan und alle notwendigen Informationen zu deinem Vorhaben welche die Bank oder ein Investor benötigt um dein Vorhaben einzuschätzen.
Ertragsplanung für den Finanzplan erstellen
Beginne damit, die Absätze deiner Produkte oder Dienstleistungen zu prognostizieren. Um einen Anhaltspunkt zu bekommen, kannst du beispielsweise historische Verkaufsdaten, Marktanalysen oder interne Zielvorgaben verwenden.
Hilfreich sind Jahresabschlüsse von Unternehmen, die in der gleichen Branche tätig sind. Diesbezügliche Informationen kannst du gegebenenfalls in anonymisierter Form von Steuerberatern und Treuhändern erhalten.
Wenn du ein neues Produkt einführen möchtest, kannst du historische Daten ähnlicher Produkte verwenden, um eine erste Schätzung des zu erwartenden Umsatzes abzuleiten. Darüber hinaus kannst du Informationen über den Markt, die Wettbewerber und die Zielgruppe nutzen, um realistische Annahmen über den Absatz und den Preis des Produkts zu treffen.
Je nach Branche kannst du durch eine gründliche Beobachtung von Wettbewerbern etwaige Rückschlüsse auf Umsätze ziehen. Beispielsweise indem du Kundenzählungen durchführst. Diese Form der Datenerhebung funktioniert sehr gut in Branchen wie z.B. Einzelhandel und Gastronomie.
Sprich auch mit Branchenkennern und Branchenverbänden, um beispielsweise herauszufinden, wann umsatzstarke und umsatzschwache Perioden sind und welche Faktoren sich auf den Umsatz auswirken. Im Dienstleistungsbereich kannst du einfach auf Basis der wöchentlichen Auslastung eine entsprechende Schätzung vornehmen und diese auf das Jahr hochrechen.
Materialplanung für den Finanzplan erstellen
Wenn Du ein reines Dienstleistungsunternehmen planst, kannst Du diesen Teil überspringen. Nachdem die Umsatzplanung erstellt wurde, ist die Materialplanung der nächste Schritt, um zu berechnen mit welchen Kosten du für die Beschaffung der notwendigen Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe rechnen musst. Überprüfe die Umsatzprognosen und analysiere, welche Materialien für die Herstellung der geplanten Produkte benötigt werden. Basierend auf der Umsatzprognose und dem aktuellen Lagerbestand ermittelst du den Materialbedarf für den geplanten Zeitraum. Berechne die benötigten Materialmengen für jeden Artikel und stelle sicher, dass genügend Material zur Verfügung steht, um die geplante Produktion oder den Verkauf abzudecken.
Erstelle einen Beschaffungsplan, um die Beschaffung der benötigten Materialien periodisch zu ordnen. Berücksichtige dabei die Lieferzeiten der Lieferanten und stelle sicher, dass die Materialien rechtzeitig verfügbar sind, um die Produktion oder den Verkauf gemäss der Umsatzplanung zu ermöglichen. Kontaktiere gegebenenfalls Lieferanten, um Verfügbarkeit und Lieferzeiten abzustimmen.
Personalplanung für den Finanzplan erstellen
Bei der Personalplanung ermittelst du den Personalbedarf für dein Unternehmen. Analysieren die Geschäftsprozesse und die zu erwartenden Arbeitsaufwendungen, um den zukünftigen Personalbedarf abzuschätzen. Berücksichtige dabei auch Faktoren wie Urlaub, Krankheit und Unternehmenswachstum.
Bestimmen die erforderlichen Qualifikationen, Fähigkeiten und Kompetenzen für jede Position oder Funktion. Entwickele einen Zeitplan zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter und schätzen die Kosten für die jeweiligen Mitarbeiter, einschliesslich Gehälter, Sozialleistungen und Sondervergütungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ein.
Betriebskostenplanung für den Finanzplan erstellen
Bei der Betriebskostenplanung geht es darum, die erwarteten Kosten und Ausgaben für das Unternehmen zu planen. Identifiziere und erfasse alle relevanten Kostenkategorien, die bei deinem Geschäftsbetrieb anfallen. Dazu gehören beispielsweise:
- Miet- und Nebenkosten
- Personal- und Lohnkosten
- Marketing- und Werbekosten
- Versicherungen
- Büromaterial
- Kommunikation
- Transport
- Wartung und Reparaturen
- Lizenzkosten für Software
- Hosting für die Webseite
- Agenturkosten für Marketing
- IT-Unterstützung
- Buchhaltung und Jahresabschlusskosten
- Sonstige Kosten wie: Rechtsberatung, Reisekosten, Versandkosten sowie andere betriebsspezifische Kosten.
Hole zur Einschätzung unbedingt Offerten von Dienstleistern ein, um eine fundierte Basis für die Kostenermittlung zu haben.
Diese Checkliste hilft dabei Betriebskosten zu identifizieren.
Investitionsplanung für den Finanzplan erstellen
Um die Betriebsbereitschaft herzustellen, musst du wahrscheinlich in Betriebsgüter investieren, die zur Produktion oder Leistungserbringung benötigt werden. Bestimme, welche Art von Investitionen erforderlich sind.
Erstelle eine Liste mit den Investitionsgütern, deren Anschaffungszeitpunkt und Anschaffungspreis. Berücksichtige dabei die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Es muss insbesondere am Anfang nicht immer das teuerste und Beste Equipment sein.
Diese Checkliste hilft dabei Investitionsgüter zu identifizieren
Bilanz
Die Bilanz im Businessplan stellt eine prognostizierte Version der finanziellen Position eines Unternehmens zu bestimmten Zeitpunkten in der Zukunft dar. Ihre Erstellung basiert auf den vorhergehenden Annahmen. Wichtige Aspekte bei der Ausarbeitung einer Planbilanz sind die sorgfältige Festlegung der zeitlichen Dimension, typischerweise für die nächsten 3-5 Jahre.
Die Planbilanz berücksichtigt den Kapitalbedarf des Unternehmens für den gesamten Prognosezeitraum, einschliesslich Anfangsinvestitionen und laufender Betriebskosten. Dabei werden die erwarteten Aktiva, wie langfristige Vermögenswerte (z. B. Anlagen und Ausrüstung) und kurzfristige Vermögenswerte (z. B. Vorräte und Forderungen), sowie die geplanten Verbindlichkeiten, wie Darlehen und Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, berücksichtigt. Das Eigenkapital wird als Differenz zwischen den Aktiva und den Verbindlichkeiten berechnet.
Gliederung Bilanz
Die Bilanz ist in der Regel in zwei Hauptteile gegliedert, nämlich die Aktivseite (auch Anlagenseite genannt) und die Passivseite (auch Kapitalseite genannt). Diese Gliederung ist standardisiert und wird von Unternehmen weltweit verwendet.
I. Aktivseite (Anlagenseite):
Die Aktivseite zeigt die Vermögenswerte des Unternehmens, die entweder langfristig oder kurzfristig gehalten werden.
Anlagevermögen:
- Immaterielle Vermögenswerte (z. B. Patente, Lizenzen, Markenrechte)
- Sachanlagen (z. B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen)
- Finanzanlagen (z. B. Beteiligungen an anderen Unternehmen)
Umlaufvermögen:
- Vorräte (z. B. Rohstoffe, Zwischenprodukte, Fertigwaren)
- Forderungen (z. B. aus Lieferungen und Leistungen, Kredite an Kunden)
- Wertpapiere des Umlaufvermögens (z. B. kurzfristige Wertpapiere)
Liquide Mittel:
- Bargeld
- Bankguthaben
II. Passivseite (Kapitalseite):
Die Passivseite zeigt die Herkunft des Kapitals, das zur Finanzierung der Aktivseite verwendet wurde. Sie ist in Eigenkapital und Fremdkapital unterteilt.
Eigenkapital:
- Gezeichnetes Kapital (Stamm- und Vorzugsaktien)
- Kapitalrücklagen (z. B. Gewinnrücklagen, Agio)
- Gewinnvortrag (nicht ausgeschüttete Gewinne)
Fremdkapital:
- Langfristiges Fremdkapital (z. B. langfristige Darlehen, Anleihen)
- Kurzfristiges Fremdkapital (z. B. kurzfristige Darlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten)
In einigen Ländern und Branchen können spezifische Anforderungen an die Gliederung der Bilanz bestehen. Darüber hinaus kann es in der Praxis noch weitere Positionen geben, die je nach Art des Unternehmens oder der Rechnungslegungsstandards variieren können.
Die Bilanz zeigt das Gleichgewicht zwischen den Vermögenswerten und den Finanzierungsquellen eines Unternehmens. Die Summe der Passiva ( Eigenkapital und Fremdkapital) muss daher immer der Summe der Aktiva entsprechen.
Erfolgsrechnung (Gewinn & Verlustrechnung)
Eine Erfolgsrechnung, auch als Gewinn- und Verlustrechnung oder Income Statement bezeichnet, ist eine finanzielle Darstellung der Erträge, Kosten und des Gewinns oder Verlusts eines Unternehmens für einen bestimmten Zeitraum. Sie dient dazu, die finanzielle Leistung eines Unternehmens zu analysieren.
Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die jährlichen Erträge und Kosten eines Unternehmens auf und ermittelt den Gewinn oder Verlust, indem die Erträge von den Kosten abgezogen werden. Dabei werden verschiedene Kategorien von Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt.
Typischerweise umfasst eine Gewinn- und Verlustrechnung folgende Positionen:
- Umsatzerlöse: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen.
- Materialkosten: Die direkten Kosten, die mit der Herstellung oder Erbringung der verkauften Produkte oder Dienstleistungen verbunden sind.
- Personalkosten: Die Kosten des Betriebspersonals.
- Betriebliche Aufwendungen: Die Kosten, die im Zusammenhang mit dem laufenden Betrieb des Unternehmens entstehen
- Abschreibungen: Abschreibungen auf das Anlagevermögen
- Ausserordentliche Aufwendungen und Erträge: Einnahmen und Ausgaben mit denen nicht gerechnet werden konnte wie beispielsweise Schadenfälle.
- Finanzaufwände und Finanzerträge: Beispielsweise Zinsen für ein Darlehen oder Bankguthaben.
- Sonstige Erträge und Aufwendungen: Einnahmen und Ausgaben, die nicht direkt mit dem Kerngeschäft zusammenhängen
- Steuern: Die Steuerlast des Unternehmens, wie zum Beispiel Gewerbesteuer.
Am Ende der Gewinn- und Verlustrechnung steht entweder ein Gewinn oder ein Verlust, der die finanzielle Leistung des Unternehmens für den betrachteten Zeitraum widerspiegelt.
Um eine Gewinn- und Verlustrechnung zu erstellen, benötigen Sie die Planerträge und Aufwendungen auf die wir vorhergehend eingegangen sind.
Weitere Informationen zur Gliederung der Gewinn und Verlustrechnung finden sich in den entsprechenden Gesetzen der Länder, die Sie im Internet finden.
- Deutschland – Handelsgesetzbuch (HGB)
- Schweiz – Obligationenrecht (OG)
- Österreich – Unternehmensgesetzbuch (UGB)
Liquiditätsplanung
Die Liquiditätsplanung ermöglicht die Prognose der finanziellen Mittel, um sicherzustellen, dass ein Unternehmen jederzeit über genügend liquide Mittel verfügt, um seinen laufenden Verpflichtungen nachkommen zu können. Sie wird auf Monatsbasis erstellt, weshalb darauf zu achten ist, das alle Zahlungsströme auf Monatsbasis erfasst werden.
Stellen Sie die monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Wichtig ist das Sie alle vermögenswirksamen Transaktionen berücksichtigen. Daher auch Mehrwertsteuerzahlungen, Vorsteuereinnahmen, Tilgungszahlungen, Mehrwertsteuerrückerstattungen und private Entnahmen. Abschreibungen werden in der Liquiditätsplanung nicht erfasst, da diese nicht vermögenswirksam sind. Sie müssen auch Mittelzuflüsse durch Eigenkapitaleinlagen und Darlehen berücksichtigen.
Das monatliche Ergebnis der Liquiditätsplanung ist der Cashflow. Dieser wird zur bestehenden Liquidität des Vormonates addiert und so erhalten Sie die Liquidität des aktuellen Monats. Die Liquiditätsplanung sollten Sie auf 36 Monate berechnen.