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Das nach seinen Eigentümern um 1320 "zum Kronenberg" benannte Haus reichte mit seiner Hofstätte und seinem Garten bis zur Utengasse und war somit eine jener zahlreichen Liegenschaften mit sehr schmaler, dafür nach hinten langgezogener Riemenparzelle. In der Tat weist die Parzelle im Schnitt nicht mehr als sechs Meter auf. Im 15. Jahrhundert wurde das Gebäude sogar in zwei Hälften geteilt, die jeweils separate Geschichten mit einigen Handänderungen hatten. Das würde die beiden Eingänge erklären, die bis 1957 bestanden. Es waren dies der "obere Kronenberg", der an den Ziegelhof bei Nummer 31 anstiess und dessen erster urkundlich fassbarer Eigentümer Rutschmann Schmalemess war, und der "untere Kronenberg", der nach seinem ersten Eigentümer Kuoni Blum "des Blumen Hus" genannt wurde. Beide Häuser waren zusammen dem Kloster St. Clara mit einem Schilling und der Kirche St. Theodor für eine Seelenmesse mit zwei Schillingen zinspflichtig. Verantwortlich für die Bezahlung dieser Zinsen war der Eigentümer des "oberen Kronenbergs", ebenso hatte er bei einer Handänderung um die Zustimmung des "Hofmeisters" zu St. Clara nachzusuchen.1
Der Schiffmann Bernhard Neber vereinigte die beiden Teile der heutigen Liegenschaft erstmals wieder in einer Hand. Zu seiner Zeit lastete auf dem "unteren Kronenberg" neben den üblichen Abgaben an St. Clara und St. Theodor noch ein Zins von einem Saum Wein, welchen der Schuldner jeden Herbst vor der Trotte dem Gläubiger abliefern sollte. 1520 verstarb Bernhard Neber ohne Erben, worauf die beiden Hofstätten alsbald an den Steinmetz Niklaus Seiler veräussert wurden. Seiler führte die beiden Häuser wieder unter einem Dach zusammen. Nach seinem Tod Mitte der 1530er Jahre gelangte das Haus an den Steinmetz und Schöpfer des Grabmals des Erasmus von Rotterdam Hans Menzinger, der den von Seiler begonnenen Zusammenbau der Gebäudehälften vervollständigte. Sein Sohn Onophrion, ebenfalls Steinmetz, erbte die Liegenschaft, danach sein Bruder, der Stadtschreiber Friedrich Menzinger.2
Von 1580 an wechselte das Haus "zum Kronenberg" immer wieder die Hand; für ungefähr hundert Jahre war es Wohnstatt für Schreiner, unter ihnen die Tischmacher Jacob Elsässer (der während seiner Mitarbeit an der Ausstattung des Amerbachkabinetts 1581 Meister wurde) und Anthony Elsässer (1631) oder die Witwe des Schreiners Hans Ulrich Zwilchenbart (1681). Der Reitsattler Emanuel Im Hof ersuchte 1688 um die Bewilligung, im Garten gegen die Utengasse eine Stallung und Scheune zu errichten. 1689 entstand an der Utengasse 28 ein Hinterhaus in Fachwerk mit einer Trotte und einer Wohnung. Der Rotgerber Hans Heinrich Stickelberger liess für sein Gewerbe eine Wasserleitung vom Bach an der Utengasse mit Auslauf zur Rheingasse anlegen sowie - möglicherweise zur Nutzung als Trockenboden - um 1725 eine geringfügige Erhöhung des Wohnhauses auf die heutige Firstlinie.3
In die Liste der Eigentümer reihen sich in der Folge der Tischmacher Johannes Ruprecht (1713), der Rotgerber Stickelberger (1725), der das Haus erhöhen liess, und der Gremper Isaac Frischmann, sowie der Rotgerber Niclaus Bulacher und Salome Bulacher, welche die Liegenschaft 1797 an den Küfer Johann Rudolf Vest abtrat. Ihm ermöglichte der Kauf ein Darlehen des Scharfrichters Martin Mengis, in dessen Familie sich dieses Amt von Generation zu Generation vererbte. Mit Christoph Lindenmeyer-Burckhardt nahm 1815 wieder ein Schreiner Einsitz im Haus an der Rheingasse; als er aber seinen Beruf aufgab, um das Amt eines Zollers am St. Alban-Tor zu übernehmen, verkaufte er den "Kronenberg" 1827 an den aus Lauwil stammenden Maler Ludwig Schweizer-Isenegger, in dessen Händen er während Jahrzehnten blieb.
In die Zeit von Schweizer-Isenegger fielen verschiedene Baumassnahmen, vornehmlich im Innern des Vorderhauses, aber auch in diversen Gebäuden im Hof. Letztere sind, zum Teil infolge der Abparzellierung des gegen die Utengasse orientierten Bereichs, seit 1882 verschwunden oder durch Neues ersetzt worden. Der in der Tiefe dreizonig eingeteilte Grundriss geht noch auf die spätmittelalterliche Anlage zurück, auch wenn die Räumlichkeiten überwiegend durch Modernisierung bestimmt sind. Die Fassade des dreigeschossigen Vorderhauses zeigt in den oberen Stockwerken einheitliche und strenge spätgotische Fensterform, im Erdgeschoss vier gekuppelte Fensteröffnungen im Stubenbereich zur Linken, die erst im Umbau des Erdgeschosses 1957 eingebaut wurden und die Fenster der oberen Stockwerke nachahmen. Zum erhaltenen Bestand zählen das Pfettendach mit Raten, welches noch 1725 in Anlehnung an eine gleichartige Konstruktion von 1525 entstand, sowie die barocke Eichentreppe ins erste Stockwerk, allerdings ohne den ursprünglichen, geschnitzten Antrittspfosten; die Treppenläufe darüber sind im 19. Jahrhundert verändert worden.4
1BaZ vom 26.1.1980
2ebda.
3Lutz 2004: 96f.
4ebda.
Quellen:
- Basler Zeitung vom 26.1.1980
- Lutz 2004: 96f.