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27.11.2023, 14:22 Uhr
Der Finanzstabilitätsrat (FSB) stuft JP Morgan erneut als einzige Bank in die Kategorie vier für global systemrelevante Geldhäuser ein. Die UBS steigt nach der Notfusion mit der CS in die zweite Kategorie.Artikel lesen
Erst gehen Russland im Ukraine-Krieg die Waffen aus – jetzt auch Benzin und Diesel. Der Kreml hat nun die Ausfuhr von Treibstoffen mit sofortiger Wirkung verboten. Die Verfügung des russischen Ministerpräsidenten Michail Mischustin soll den heimischen Markt wieder stabilisieren.
«Die vorübergehenden Beschränkungen helfen, den Treibstoffmarkt zu sättigen, was es in Folge erlauben wird, die Preise für die Verbraucher zu senken», teilte die Putin-Regierung mit. Das Energieministerium sagte, die Massnahme würde unerlaubte «graue» Exporte von Kraftstoffen verhindern. Das Verbot gelte auf unbestimmte Zeit und weitere Maßnahmen würden vom Markt abhängen.
Es gebe nur wenige Ausnahmen: unter anderem für staatlich vereinbarte Lieferungen in der von Moskau dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Dazu gehören Weissrussland, Kasachstan, Armenien und Kirgisistan.
Russland hatte zuvor schon versucht, die Menge des an inländischen Börsen gehandelten Treibstoffes zu vergrössern. «Ausserdem wurde eine tägliche Überwachung der Kraftstoffeinkäufe für den Bedarf der landwirtschaftlichen Erzeuger mit zeitnaher Mengenanpassung eingerichtet», hiess es in der Erklärung der Regierung in Moskau weiter. Die Treibstoffpreise sind nicht nur in die Höhe geschossen, Benzin und Diesel waren in einigen Regionen auch knapp – besonders im Süden des Landes, der russischen Kornkammer. Die Krise könnte dem Kreml unangenehm werden, schliesslich stehen im Frühjahr 2024 die Präsidentschaftswahlen an.
Händler sagen, dass der Kraftstoffmarkt unter anderem durch Wartungsarbeiten in Ölraffinerien, Engpässe bei der Eisenbahn und die Schwäche des Rubels beeinträchtigt wurde. Russland habe seine Diesel- und Gasölexporte über den Seeweg bereits reduziert – in den ersten 20 Septembertagen im Vergleich zum gleichen Zeitraum im August bereits um fast 30 Prozent auf etwa 1,7 Millionen Tonnen, hiess es weiter.
Demnach ist Russland ungeachtet westlicher Sanktionen wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine weiterhin einer der grössten Exporteure von Benzin und Diesel. Im vergangenen Jahr exportierte das Land knapp 4,817 Millionen Tonnen Benzin und fast 35 Millionen Tonnen Diesel.