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Datierung
1986
Objektmasse
33.4 x 13.6 x 11.3 cm
Technik/Material
Acryl auf Kupfer
Nennung
Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung aus Privatbesitz
Inv.-Nr.
SK99001
Superovo
Piero Dorazio (1927, Rom, IT – 2005, Perugia, IT) war einer der international renommiertesten italienischen Vertreter abstrakt-konkreter Malerei. Bereits während seines 1945 aufgenommenen Architekturstudiums entstanden – von Kubismus, Futurismus und Suprematismus angeregt – seine ersten abstrakten Arbeiten. Ein Stipendium an der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris brachte ihn 1947/1948 in Kontakt mit Künstlern der Moderne. Während eines Aufenthaltes in den USA knüpfte er zudem Kontakte mit Repräsentanten des Abstrakten Expressionismus. Dabei interessierten ihn die Untersuchung von Farbe, Licht und Schatten. Schriften von Wassily Kandinsky zu immateriellen, geistigen Aspekten der Malerei beeinflussten den auch als Kunstkritiker tätigen Piero Dorazio. Seine Laufbahn als Architekt gab der Künstler 1951 zugunsten der Malerei auf.
1963 gründete er das Institute of Contemporary Art, und in seinem Atelier in New York entwickelte er erste gemalte Netzstrukturen, die über lange Zeit eine Grundfigur seiner Arbeit bilden sollten. Zurück in Italien, gehörte Dorazio der Mailänder Künstlergruppe Movimento d’Arte Concreta an, die sich dem Geometrischen verschrieben hatte. Ab Ende der 1950er Jahre bestanden seine Gitterraster aus einander überschneidenden vertikalen, horizontalen und diagonalen Farblinien. Die Farbe behält fortwährend einen Eigenwert, die artikulierte Struktur ist frei von den strengen Idealen der frühen Konstruktivisten. Ab Mitte der 1960er Jahre wichen die Linien grösseren Formen: Rechtecken, Stäben, Bändern, Balken und Strahlen. Die Netze lichteten sich und erzeugen nun eine Raumwirkung; die Flächen werden unruhiger oder sind leicht flockig gemalt. Es folgt eine Phase mit Bildern, in denen – teils geschwungene – Streifen nebeneinander gesetzt sind. Ab 1974 verwendete der Maler wieder kleinere Strukturen mit strichartig durchbrochenen Linien, wodurch die Oberfläche beinahe zu flirren beginnt.
In seiner letzten Schaffensperiode malte Piero Dorazio auch auf Kupfer, Holz und Plexiglas, wobei die Materialien selbst eine spezifische Struktur vorgeben. Er kehrte zu regelmässigen Kompositionen zurück, in denen die Energie der Farbe dominiert; die Arbeit «Superovo» zeigt dies exemplarisch. Unentwegt beschäftigte sich Dorazio mit der physischen Qualität der Malerei und mit den subtilen Veränderungen von Farbklängen mittels Schwingungen und Nuancierungen. Zeitlebens galt sein Interesse der Natur des Lichts, dem Spiel mit Licht und Schatten.
Ursula Meier