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Geboren 1909 in Basel
Gestorben 1987 in Basel
Irène Zurkinden absolviert 1924–29 an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel eine Ausbildung als Modezeichnerin. Besuch der Zeichen-, Mal- und Grafikklasse. Ein Stipendium ermöglicht ihr 1929 den ersten Aufenthalt in Paris. Bildet sich als Stoffentwerferin weiter und schreibt sich an der Académie de la Grande Chaumière ein. Kontakte zu der seit 1932 in Paris ansässigen Meret Oppenheim und den Surrealisten. Pendelt bis 1939 zwischen Paris und Basel. Lebt ab 1934 mit dem deutschen Musiker Kurt Fenster zusammen. 1937 Geburt des Sohnes Nicolas. Bei Kriegsausbruch Paris verlassen. 1941 Rückkehr nach Basel. Stellt 1942 erstmals mit der Basler Gruppe 33 aus und beteiligt sich als deren Mitglied an allen weiteren Ausstellungen der Künstlervereinigung. 1943 Geburt des Sohnes Stephan. Nach dem Krieg wieder häufig in Paris.
Aufträge für Porträts und Werbegrafik sowie Verkäufe in Basel erlauben der Künstlerin freies Arbeiten in Paris. Die Stadtszenerie erhält Bedeutung. Beschäftigung mit der Landschaft während Aufenthalten 1934 in Venedig, 1936 im Rheinland, 1940 und 1942 auf Reisen in Südfrankreich, 1948 in Marokko, 1950–51 in Spanien sowie 1952 und 1953 in Italien. 1982 Preis der Regio Basiliensis für bildende Kunst. Ab 1929 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen vor allem in Basel. 1979 und 1980 zeigen zwei Basler Galerien und 1985 das Kunstmuseum Basel in umfangreichen Einzelausstellungen Zurkindens Schaffen.
In den ersten Schaffensjahren erarbeitet sich Zurkinden eine an verschiedenen Phasen des Impressionismus geschulte Maltechnik, die sich später nur geringfügig ändert. Zuerst wirkt allerdings der Einfluss ihres Lehrers Arnold Fiechter und danach Toulouse-Lautrecs. In ihrer Malerei gelangt die Künstlerin früh zu den ihr ganzes Werk prägenden Motivkreisen Porträt, menschliche Figur und Stadtlandschaft.
Ein Teil der Bildnisse entsteht im Auftrag. Zurkinden porträtiert mit Vorliebe Freundinnen. Mit skizzenhaft raschen Pinselstrichen und virtuoser Sicherheit vermag sie das Wesenseigene zu erfassen. Die Bedeutung der Pose, der Kleidung und des Attributs für die Charakterisierung ist unverkennbar. Die Lust an der Verkleidung und Inszenierung, das Interesse an besonderen Lebenssituationen und Verhaltensweisen des Menschen äussern sich auch in Ballett-, Zirkus- und Fasnachtsszenen. Die in lichtem Grau mit wenigen kräftigeren Farbakzenten gehaltenen Pariser Landschaften lassen sich selten der Grossstadt-Ikonografie zuordnen. Zurkindens Aufmerksamkeit gilt einem retrospektiven, unspektakulären Paris, den Vorstädten, dem Alltagsgeschehen. Eine Auseinandersetzung mit der Thematik des Surrealismus zeigen die von ihr als Phantasmes bezeichneten Darstellungen einer Welt zwischen Angsttraum, Vision und Wirklichkeit. Sie lassen auf geistige Verwandtschaft mit Walter Kurt Wiemken, einem der bedeutendsten Maler der Gruppe 33, schliessen. Ironisch gebrochen gleiten sie allerdings nie ganz ins Dunkle. Zurkinden vermag dem Stilleben ungewöhnliche Themen zu erschliessen. Sie schafft eine Vielzahl von Zeichnungen und illustriert zahlreiche Bücher. Spontaneität und nervöse Bewegtheit des oft verschnörkelten Striches kennzeichnen diese Arbeiten.
Ihr Engagement in der Gruppe 33, ihr Wirken als Porträtistin und nicht zuletzt ihre Entwürfe für Bühnenbilder, Kostüme und Dekorationen für Basler Theater lassen Zurkinden zu einer der bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten Basels werden.
Biographie von Maria Smolenicka, 1998 für SIKART
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