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Vernunft und Geniessen
Eine Untersuchung der Stimme aus Sicht der Lacanschen
Psychoanalyse
Die Stimme begleitet als Artikulation den Signifikationsprozess. Dieser Prozess der
Bedeutungsgebung ist gemäss der psychoanalytischen Theorie von Lacan durch das
Lustprinzip kontrolliert, das dafür sorgt, dass wir als Sprechende nicht mehr geniessen
können. Es ist dies der Preis für den Eintritt in die symbolische Ordnung (Sprache).
Das Lustprinzip sorgt so für die Distanz zwischen dem Ding und dem Subjekt. Die
Stimme kann diese Barriere jedoch unterlaufen. Dadurch, dass die Sprache als bedeutungsgebendes
System mit ihrer Logik der Differenzialität im Vordergrund steht und
die Stimme als reine Artikulation verdeckt, kann sich so auf der "Rückseite", im Schatten
der Sprache als Signifikation, und nur in dieser Rahmung und Fassung (den Bedeutungsgebungsprozess
unterschwellig begleitend) die andere Logik der "Lalangue"
mit ihren Wortklängen, Assonanzen und Resonanzen entfalten und geniessen. Im
Genuss überkreuzt sich das System des Begehrens mit dem System des Triebs, der
dasjenige, das im Bedeutungsprozess nicht signifiziert werden konnte und als Abfall
zurückbleibt, als Triebobjekt "objet petit a" umkreist.