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<h2>SubmittedText<h2><p>Am 16. September 1996 habe ich mich im Rahmen einer Einfachen Anfrage über Ziele und Kosten des Informatikwerkes Strada-DB erkundigt und eine neutrale Überprüfung angeregt.</p><p>Erfreulicherweise soll inzwischen ein derartiges Audit stattgefunden haben - mit wenig erfreulichen Resultaten für Strada-DB, eher positiven Resultaten für Kuba-DB.</p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat an:</p><p>1. Welches waren die konkreten Ergebnisse des Audits? Ist der Bundesrat bereit, die zuständigen Sektionen der parlamentarischen Kontrollorgane mit den Unterlagen zu bedienen?</p><p>2. Werden die Projekte weitergeführt oder (allenfalls mit welchen Kosten) liquidiert?</p><p>3. Sind Verantwortlichkeiten festgestellt und/oder Schlüsse für die Zukunft gezogen worden? Welche?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat in seiner Antwort auf die Einfache Anfrage 96.1072 vom 16. September 1996 ausführlich Ziel, Stellenwert, Organisation und Entwicklungsstand des Strassendatenbankprojektes Strada-DB dargelegt. An dieser Darstellung ändert sich nichts, umso mehr, als inzwischen neuere Erkenntnisse betreffend das Kostenmanagement im Strassenunterhalt die eingeschlagene Stossrichtung bestätigt haben. Der Bericht "Substanzerhaltung der Nationalstrassenwerke" enthält einen umfassenden Massnahmenkatalog, mit dem eine technisch ausreichende und kostengünstige Substanzerhaltung möglich ist. Eine zentrale Massnahme ist dabei die Einführung eines MSE (Management der Strassenerhaltung). MSE ist ein informatikunterstütztes Managementsystem, mit dem der Strassenzustand, der optimale Interventionszeitpunkt und die Massnahmenplanung im Strassenunterhalt ermittelt und gesteuert werden können. Unabdingbare Voraussetzungen für ein solches System sind umfassende, geeignete Datenbanken. Die Verfügbarkeit solcher Datenbanken ist für eine wirtschaftliche Erledigung der Aufgabe des Nationalstrassenunterhaltes (Kredit 1999: 417 Millionen Franken) unerlässlich. Die allgemeinen Strassendaten sind Gegenstand des Projektes Strada-DB; diejenigen betreffend Brücken und Kunstbauten sind in der Datenbank Kuba-DB enthalten.</p><p>Von 1992 bis 1996 wurden bei den Projekten Strada-DB und Kuba-DB insgesamt sieben Reviews und Audits mit externen Firmen und Organisationen durchgeführt, in deren Folge jeweils entsprechend den Beurteilungen Korrekturen bei den Projekten und/oder der Projektorganisation vorgenommen wurde.</p><p>1998 wurde ein weiteres Audit durchgeführt. Die Firma IFA Informatik lieferte am 31. Mai 1998 ihren Schlussbericht über das Audit des Projektes MSE ab. Dieser rund 50 Seiten umfassende Bericht steht selbstverständlich wie alle Projektunterlagen den parlamentarischen Kontrollen zur Verfügung.</p><p>Zu den Fragen:</p><p>1. Strada-DB: Im Auditbericht 1998 wurden insgesamt 23 Massnahmen vorgeschlagen, welche die Zielsetzungen, die Organisation, die Informatikzuständigkeiten (inklusive Eigentumsrechte an den Softwareprodukten) und Fragen der Informatik-Architektur der MSE-Projekte betreffen.</p><p>Im Anschluss an den Auditbericht wurde im Rahmen einer Definitionsphase der MSE-Projekte ein Review der Empfehlungen aus dem Audit durchgeführt. Beauftragt mit diesen Vertiefungsarbeiten waren die Auditoren der IFA Informatik und Ernst Basler &amp; Partner. In ihrem Bericht vom 24. Dezember 1998 wurden die 23 Empfehlungen auf 10 konsolidiert. Die übrigen Punkte konnten zwischenzeitlich erledigt werden.</p><p>Hauptstossrichtung der Kritik und der Empfehlungen ist, dass das Projekt über die Bedürfnisse des Bundesamtes für Strassen (Astra) als Oberaufsichtsbehörde hinausgehe und deshalb die Wirtschaftlichkeit für den Bund nicht gegeben sei. Zudem funktioniere die Projektorganisation führungs- und kapazitätsmässig nicht optimal. Sie hange allzu stark von externen Experten ab.</p><p>Betreffend Kuba-DB zeigte sich positiv die praktische Anwendbarkeit auf über 2700 Objekten. Bemängelt wurde die starke Datenorientierung, was aber im Laufe der Weiterentwicklung behoben werden kann.</p><p>2. Wie dargelegt, sind beide Datenbanken unerlässliche Voraussetzung für eine wirtschaftliche Substanzerhaltung der Nationalstrassen. Sie müssen deshalb auch in Zukunft zur Verfügung stehen. Dies um so mehr, als die vorliegenden Ergebnisse der Projekte trotz der organisatorischen Schwierigkeiten technisch und konzeptionell von hoher Qualität sind.</p><p>Hauptstossrichtung der derzeitigen Bemühungen ist - entsprechend den Empfehlungen - der Versuch eines "contracting out" der Software Strada-DB, um damit den Kapazitätsengpässen beim Astra und der Tatsache der zu grossen Abhängigkeit von externen Experten zu begegnen. Dieser Verkauf wird nach Möglichkeit noch dieses Jahr vollzogen. Sollte er scheitern, wird es darum gehen, die Empfehlungen des Audits möglichst optimal innerhalb der bestehenden Strukturen umzusetzen. Auch für Kuba-DB soll ein Outsourcing eingeleitet werden, allerdings zeitlich gestaffelt, damit die Erfahrungen aus der Auslagerung von Strada-DB berücksichtigt werden können.</p><p>3. Es sind keine Verantwortlichkeiten im Sinne von klaren Fehlleistungen festgestellt worden. Insgesamt zeigten sich aber die gleichen Schwierigkeiten wie bei anderen grossen Informatikprojekten innerhalb der Bundesverwaltung.</p><p>Es ist wesentlich, dass die Entwicklungen gezielt fortgeführt werden, dass auch bei einem "contracting out" ein System sowohl dem Bund als auch den Kantonen für den Nationalstrassenunterhalt weiterhin zur Verfügung stehen wird und dass der geplante Systemwechsel im Rahmen des Projektes "Neuer Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen" nicht negativ präjudiziert wird.</p>  Antwort des Bundesrates.