Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03236.jsonl.gz/2127

Themenstarter
- Beitritt
- 25.09.07
- Beiträge
- 9.569
Hallo,
der User Manfred70 hat uns freundlicherweise diesen Text zur Verfügung gestellt:
der User Manfred70 hat uns freundlicherweise diesen Text zur Verfügung gestellt:
Nicht nur für HIT- und MCS-Betroffene
Heute will ich mich mit einem Erfahrungsbericht zurück melden, weil er mit einem Erfolg endet. Mein ständiges Hinterfragen von Diagnosen im Zusammenhang mit Histaminüberschuss wegen meines Verdachts, dass es tiefer liegende, bisher nicht vermutete Ursachen geben muss, hat mich fündig werden lassen.
Nachdem ich an mir selbst erfahren hatte, dass ich mit Antihistaminika Gelenkentzündungen, Ödeme, neurologische Störungen, Ischias, ... positiv im Sinne der Gesundheit beeinflussen kann, kam ich zu dem schon beschriebenen Histaminmodell. (HIT und der Durchfall? , Beitrag 21)
Seitdem bin ich der Frage nachgegangen, weshalb es Menschen gibt, die so überaus empfindlich auf alle möglichen Einflüsse mit Histaminüberschuss reagieren, während die allermeisten solche Anwandlungen nicht haben. Dies wurde für mich als MCS-ler zur zentralen Frage, nachdem ich zu der Erkenntnis kam, dass möglicherweise alle Histaminausschüttungen in unserem Körper durch das Nervensystem gesteuert werden. Einen Ansatzpunkt fand ich in dem Begriff Überempfindlichkeit. Ich fragte mich, was diese Überempfindlichkeit physiologisch ausmacht - was das Nervensystem letztlich veranlasst, Histamin im Übermaß ausschütten zu lassen.
Ich hatte schon früher einmal formuliert, dass bei einem Zuviel an Histamin das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und Reparaturprozessen (z.B. in einem Gelenk) zu Ungunsten der Reparatur verschoben ist und dass beim Chronischwerden dieses Zustandes es zu einer sich verstärkenden Rückkopplung dadurch kommt, dass die mit der Entzündung verbundenen Schmerzen wiederum neues Histamin zum Einsatz bringen. Und immer handelt es sich um eine nerval gesteuerte Initialisierung des Entzündungsprozesses über Histaminfreisetzung.
Mit dem Gedanken, dass Histamin auch neurotoxische Wirkungen hat, könnte man folgern, dass so eine starke Überhöhung des Histaminspiegels den Körper nicht nur mit gut beschreibbaren Symptomen belastet, sondern auch mit weniger bewusst erlebbaren, wenn sie cerebrale Strukturen und Funktionen betreffen! Und tatsächlich sind solche Vorgänge nicht auszuschließen, wenn man bedenkt, dass es nicht der Überwindung der Blut-Hirnschranke bedarf, um Histamin sogar ins Gehirn zu bringen. Es wird daselbst produziert, gespeichert und ausgeschüttet!
Wenn also auch der Gesundheitszustand des Nervensystems entscheidend davon abhängig ist, dass Reparaturprozesse gegenüber destruktiven Entzündungsvorgängen auf Dauer im Vorteil bleiben, dann muss man bei gegenteiligen Symptomen unbedingt die Qualität der Reparaturprozesse näher betrachten. Und ich fragte mich, ob es vielleicht eher an der Qualität unserer internen Reparaturwerkstätten liegt, wenn sie den Krankheitszustand nicht beenden können? Und was muss man sich dann physiologisch darunter vorstellen? Sind es schlecht reparierte Nervenschäden, die die Überempfindlichkeit ausmachen? Fängt der Krankheitszustand nicht schon viel früher an, vielleicht schon vorher, bevor jemand von seiner Umgebung als besonders reizbar angesehen wird?
Den entscheidenden Hinweis erhielt ich aus den Reihen der Naturheilkundler! Ja, es sind blank liegende Nerven, die überempfindlich, manchmal hysterisch reagieren und völlig überflüssige und schädliche Histaminreaktionen auslösen und unterhalten! Vitamin B12 ist substantiell am Aufbau (und damit auch an der Reparatur) der Myelinscheiden der Nervenfasern beteiligt. Vitamin B6 mindestens auch. Das Myelin, der Schutzschild unserer Nerven bedarf der ständigen Reparatur, um unvermeidbare Blessuren auszuheilen. Den dazu notwendigen Stoff bekommen unsere internen Reparaturwerkstätten über Vitamine, natürlicherweise aus der Nahrung. Aus der richtigen Nahrung. Über die Möglichkeiten, zu Vitaminmangel zu kommen, mag jeder selbst im Web nachlesen. Es werden sehr viele diskutiert. Am besten mit dem Suchwort b12-mangel beginnen. Dabei finde ich es wichtig, dass es für einen B12-Mangel entgegen vielen Bestreitungen doch eine Reihe von einleuchtenden Begründungen gibt.
Nachdem ich mit den beiden genannten Vitaminen, zusammen mit Magnesium und Zink auch meine hartnäckige Ischialgie ausheilen und meinen Bedarf an Antihistaminika auf gelegentliche Gaben zurücknehmen konnte, steht für mich fest: es sind ganz einfache und bezahlbare Dinge, die ein Histamingeschädigter selbst aufbringen muss, um wieder weitgehend normal zu werden. Allerdings sind die Vitamine in den Dosierungen der Drogerien und Supermärkte nicht geeignet, um pathologische Defizite auszugleichen! Das gilt auch für die festgesetzten Höchstgrenzen in Nahrungsergänzungsmitteln allgemein, egal ob aus dem Supermarkt oder der Apotheke. Gerade der viel gerühmte, auf Jahre ausreichende B12-Speicher eines gesunden Menschen ist einmal erschöpft! Die Wahrscheinlichkeit einer gestörten Resorption dieses Vitamins ist nicht klein und der Verbrauch steigt erheblich mit dem Vorliegen von nervenschädigenden Einflüssen, besonders wenn sie allergisch verstärkt auftreten. Wenn dann der Speicher einmal leer ist, sind vielleicht schon Jahre seit dem Anfang der Schädigung vergangen und es bedarf hoher Dosen und längerer Zeit, sie wieder zu füllen und ... Zeit, um zu begreifen, dass dies auf einen selbst zutreffen könnte.
Irgendwo hatte ich auch gelesen, dass die Anwendung von Antihistaminika B12 verbraucht.
Weiter kam ich auch mit diesem Text:
Biogene Amine neu
Auszug daraus:
Quelle: Biog. amine neuTherapie von histaminbedingten Erkrankungen und Histaminintoleranz
Bis heute ist kein Medikament bekannt, das die DAO-Aktivität deutlich zu erhöhen vermag. Die beste Wirkung in der Therapie aller histaminbedingten Beschwerden, seien es Allergien, Histaminintoleranz oder psychische Beschwerden zeigt eine streng histaminfreie Diät sowie Antihistaminika und Supplementierung mit Vitaminen und Spurenelementen.
Ø Bei Histaminmangel ist die Supplementierung mit Zink, Mangan, Vitamin C, Vitamin B3, Vitamin B12 und Folsäure sehr erfolgreich. Die Folsäure, zusammen mit Vitamin B12 erhöht das Histamin im Blut und Zink ermöglicht die normale Speicherung von Histamin in den Basophilen und im Gehirn.
Ø Bei den Histadelie-Patienten (zu viel Histamin) verschlechtert sich der Zustand nach Verabreichung von Folsäure eindeutig. Diese Patienten sprechen jedoch gut auf Supplementierung mit Methionin und Kalzium, kombiniert mit Mangan und Zink an. Da das Kupfer den Abbau von Serotonin, Dopamin und Histamin fördert, kann man einen zu hohen Histamin-Blutwert mit vorsichtiger Kupfer-Supplementierung und gleichzeitigen Zink- und Mangan-Gaben reduzieren.
Ø Die wirksamste Ernährung für Patienten mit hohem Histamin dürfte eine eiweissarme, Vitamin C reiche Kost mit ausreichend Gemüse und Obst sein. Auch die Einnahme von Vitamin B12, das natürlicher Antagonist der Folsäure ist, kann hilfreich sein, in schweren Fällen gibt man Phenytoin (ein Antikrampfmittel) als Folsäure-Hemmer.
Ø Oligomeres Procyanidin (OPC) ist das wirksamste Antioxidationsmittel überhaupt. 1985 konnte in einer japanischen Studie gezeigt werden, dass OPC die Freisetzung und Synthese von Histamin verhindert, indem es die Aktivität des Enzyms Histidin-Decarboxylase hemmt.
Ø Weihrauchextrakt mit Boswelliasäure kann als entzündungshemmender Naturstoff verhindern, dass Entzündungs-mediatoren (auch Histamin) synthetisiert oder freigesetzt werden. Boswelliasäure hemmt das Enzym 5-Lipoxygenase und dadurch die Synthese von Leukotrienen, die eine wichtig Rolle als Entzündungsvermittler spielen, und erzielt so sehr gute Resultate bei der Behandlung von allergischen Erkrankungen.
(Boswelliasäure habe ich noch nicht probiert)
Die Warnungen an HIT-Leute vor Nahrungsmitteln mit hohem biogenem Amingehalt auf derselben Seite und die vielen Ratgeber, die unseren Speisezettel nach Histamingehalten reduzieren, wären nach meiner Meinung unnötig, wenn man die von mir oben rot gekennzeichneten Textbausteine beachten würde. Bei mir hat diese Beachtung zu der nachfolgenden Medikation und damit zu einer grundlegenden Besserung ohne einschneidende Einschränkungen bei den Nahrungsmitteln geführt! Dies unterstreicht auch meine Meinung, dass eine HIT keine eigenständige Erkrankung ist, sondern sogar einfache Ursachen hat, die sich auch einfach therapieren lassen. Und dies gilt für jede Intoleranz, die wahrscheinlich immer über das Histamin erst dominant wird.
Aber:
Nach den Kriterien dieses Labors für eine Histadelie (erhöhtes Histamin) habe ich keine Histadelie!! Mein hoher Histaminspiegel steht nach meiner heutigen Erklärung höchstwahrscheinlich ausschließlich im Zusammenhang mit einer Sensibilisierung auf Chemikalien, gegen welche ich eine Intoleranz entwickelt habe. Gelegentliche Histaminentgleisungen beim Essen sind untergeordnet. Dass mein Körper auf diese Chemikalien mit Histamin reagiert, gilt für mich als bewiesen, vor allem deshalb, weil meine Symptome alle in die Liste der HIT-Leute passen und weil DAOSIN und andere (H1-) Antihistaminika (weitere habe ich nicht probiert) mir zu fast völliger Beschwerdefreiheit verhelfen.
(Nebenbemerkung: nach meiner unmaßgeblichen Meinung sind solche selbst gemachten Erfahrungen mehr wert, als eine Nachweisführung über unsichere und schwer nachprüfbare Laboruntersuchungen, bei denen Zweifel an der richtigen Probenahme/-aufbereitung, Prüfmethode, Werterfassung und Auswertung ebenso berechtigt sind, wie an der Richtigkeit der Hypothese des Arztes, die zu dem Test geführt hat - egal, ob man seine Krankenkasse zur Kostenübernahme gewinnen kann oder selbst zahlt. In jedem Fall ist zu bedenken, dass man als bedürftiger Patient in unserem Gesundheitswesen höchst willkommen ist, nicht aber als Gesundender. Bei Laboren, die meist anonym bleiben, aber auch bei den Alternativmedizinern ist Skepsis darüber angebracht, ob dort nicht der Erfolg des Geschäftsmodells wichtiger ist, als mein Wohlbefinden. Was ich mit nachfolgender Medikation vorführe, werte ich nicht als Tollkühnheit ohne Respekt vor möglicher Falschbehandlung, sondern basiert auf meinen Überlegungen, die ich hier vorgestellt habe, und der an verschiedenen Stellen lesbaren Vorstellung, dass wasserlösliche Vitamine nicht schädlich überdosiert werden können.)
Meine Medikation gegen Gelenk- und Ischiasschmerzen:
1. Zuerst mehr als 12 Monate lang bis November 2009
DAOSIN: Meist vorsorglich, wenn Histaminbomben im Essen zu erwarten sind oder wenn sich Knie- und Ischiasschmerzen andeuten - 1 Kps vor/zum Essen, bis zu 3 Kps/Tag
Loratadin 10mg: Wenn es trotzdem einen Einbruch gegeben hat (Ursache meist unbekannt, aber auch Disziplinlosigkeit bei der Auswahl der Speisen) - je nach Schmerz (Knie/Ischias) 1 Tbl abends oder sogar 2 Tabl/Tag (ca. 10 und 22 Uhr).
Zusätzlich Magnesium und Zink.
(In dieser Zeit war meine Ischiasneuralgie immer gegenwärtig und wurde nach jedem Sport neu angeheizt.)
2. Ab November 2009
Vitamin B12 (Methylcobalamin-Lutschtabletten 1000 mcg = 1 mg): 1 Tabl/Tag
Vitamin B6 (40 mg Pyridoxinhydrochlorid): 2 Tabl/Tag, oder auch 1 x 1Kps (100 mg Pyridoxinhydrochlorid)/Tag
OPC
Zusätzlich Magnesium und Zink.
Ich war immer bestrebt, die Antihistaminika nach dem Bedarf zu dosieren und möglichst zu reduzieren. Mein Gefühl für die richtige Dosierung habe ich dabei an 2 Kriterien festgemacht:
1. Gelenkschmerzen, Herzhämmern, geschwollene Finger, Gefühl aufgedunsen zu sein, geschwollene Unterschenkel, Kurzatmigkeit: diese waren mit DAOSIN vor den Hauptmahlzeiten mit histaminrelevanter Nahrung meist zu vermeiden. Wenn nicht, waren die Symptome mit Loratadin kurzfristig (maximal in 1 - 2 Tagen) zu überwinden und
2. Ischiasschmerzen mit Missempfindungen bis in den Fuß und schlechtem Allgemeinzustand mit Benommenheit, Gangunsicherheit, zittrigen Händen, Unkonzentriertheit: diese kamen zusätzlich zu den o.g. Symptomen nach Einatmen von Möbelausdünstungen (Formaldehyd) über mehrere Tage und auch nach Einatmen von Terpentinersatz- und Holzschutzmitteldämpfen innerhalb einer Stunde zustande. Mit o.g. Antihistaminika waren diese Neuralgien nur zu lindern und hatten trotz sofortiger Vermeidung der Chemikalien einen Bestand von über 1 Jahr, wobei jede sportliche Belastung eine Verschlechterung zur Folge hatte.
Eine grundlegende Verbesserung der Ischiasneuralgie trat mit der täglichen Einnahme von Vitamin B12 ein, die völlige Ausschaltung gelang aber erst mit zusätzlicher Einnahme von Vitamin B6 und OPC. Innerhalb von etwa 3 Wochen konnte ich den Ischias ganze Tage vollständig vergessen. Bei Aufrechterhaltung der Vitamin- und OPC-gaben konnte ich die Einnahme von Antihistaminika einschließlich DAOSIN zurücknehmen - manchmal bis auf Null.
Dass dies für mich immer noch eine schmale Basis ist, mag man daraus erkennen, dass ich manchmal nach meinem Sport (2x/Woche) oder nach Wanderungen (1x/Monat an Wochenenden über mehr als 12 km) einige Kapseln DAOSIN am nächsten Tag brauche, um aufgekommene Schmerzen zu bekämpfen. Trotzdem werte ich das bisherige Ergebnis als großen Erfolg und bin guter Hoffnung, dass sich mein Gesundheitszustand mit dem weiteren Auffüllen des B12-Speichers einmal vollständig normalisieren wird. Was heißen soll, dass ich glaube, dass MCS zu überwinden ist!
Experimente mit zusätzlicher Folsäure zur Bewertung der Aussagen von Uwe Karstädt in seinem Buch „Dreieck des Lebens“ hat bei mir - wie von Orthomedis oben beschrieben - immer zu einer Verschlechterung meines Allgemeinzustandes geführt und zwar so gravierend, dass ich mich an dieses Experiment nicht mehr wage, auch nicht mit einer reduzierten Dosis von 400 µg/Tag.
Quintessenz: Vitaminmangel, besonders B12 und B6 erscheint mir als die Ursache allen Übels zu sein, weil dieser den Gesundheitszustand des gesamten Nervensystems zerrüttet. Derart überempfindlich gewordene Nerven sind zur normalen Steuerung von Körperfunktionen im weitesten Sinne nicht mehr fähig. Die bedeutsamsten Fehlreaktionen betreffen das Immunsystem durch überdosierte und falsch lokalisierte Histaminfreisetzungen, mit höchst pathologischen und teils irreversiblen Auswirkungen auf den gesamten Körper und die Psyche.
Weitergehende Gedanken: Wenn sich der Vitamin-B12-Mangel tatsächlich wie eine Volkskrankheit verbreitet hat (Volkskrankheit Vitamin-B12-Mangel | Hygeia-Verlag ), sind dann nicht auch psychische Anomalien, die ein ständig überreiztes Nervensystem hervorruft, der eigentliche Grund für durchgreifende Moralverstöße in unserer Gesellschaft? Sind Eigenschaften wie Egoismus, Arroganz und Machtstreben, Streitlust, Mangel an Einsicht und Selbstkritik beispielsweise nicht natürliche Reaktionen eines dauergestressten Nervensystems? Und täusche ich mich, wenn dies im Übermaß auf diejenigen zutrifft, die unsere Geschicke lenken??
Mit diesem Hinweis zum Nachdenken über die eigene Situation bezüglich eines wohl doch nicht ausschließbaren Vitaminmangels
Grüße an die Community.
Manfred
Zuletzt bearbeitet: