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|Abt Gallus Alt (1654-1687)

Abt Gallus Alt
Gallus Alt, 1654-1687. *10.9.1610 (Jakob) als Sohn des Bauern Johann Alt in Oberriet. Er besuchte wohl in jungen Jahren die Lateinschule zu Appenzell. Profeß in St.Gallen am 8.9.1628. Subdiakon am 6.3.1632; Diakon am 3.3.1635; Priester am 16.2.1636; Primiz am 2.3.1636. Am 29.1.1642 wurde er in Rom zum Dr. iur. can. promoviert. Am 16.11.1645 wurde er Statthalter zu Ebringen, bald darauf erhielt er das Amt des Subpriors; 165o Prior und Statthalter von St. Johann; seit 1652 war er Dekan. Abtwahl am 17.12.1654. Konfirmation durch Papst Alexander VII. am 5.7.1655. Benediktion am 7.5.1656. Die Huldigung seiner Untertanen nahm er im Januar 1655 entgegen. Am Bündnis vom 24.9.1663 der eidgenössischen Orte mit Frankreich war er ebenfalls beteiligt. 1677 rief er im Zusammenhang mit der Zuwendung zu Österreich, die sein Landeshofmeister Fidel von Thurn vollzogen hatte, die in französischen Diensten stehenden st. gallischen Soldtruppen in ihre Heimat zurück. Mit den Eidgenossen und auch mit den Toggenburgern kam es zu Auseinandersetzungen wegen der Untertanen. Abt Gallus entfaltete eine emsige Bautätigkeit; Konventflügel und Pfalz wurden neugebaut, wobei die alte Galluskapelle abgerissen wurde. Viele Bauten von Kirchen, Kapellen und Pfarrhäusern wurden auch in der Stiftslandschaft verwirklicht. Am 17.1.1684 kaufte er die Herrschaft Hagenwil zurück. Unter seiner Herrschaft erschien in der Stiftsdruckerei der "Cursus theologicus". Das Gymnasium zu Rorschach wurde wegen der großen Konkurrenz (Jesuitenkollegien in Konstanz und Feldkirch) und aus Gründen der klösterlichen Disziplin (Gefahren durch die dauernde Abwesenheit von Konventualen aus dem St. Galler Kloster) 1666 aufgehoben. Mehrmals visitierte er zum größten Teil persönlich die Stiftspfarreien, wie es schon sein Vorgänger getan hatte. In verschiedenen Orten wurden die Leiber von Katakombenheiligen transferiert (so in Rorschach, Wil, Wildhaus, Neu St. Johann, in den Klöstern Wattwil und St. Gallen). Ein Jahr vor seinem Tod (1686) schloß der Abt ein Schutzbündnis mit Savoyen, wobei er den Annuntiatenorden verliehen erhielt, den ihm Fidel von Thurn am 29.12.1686 überbrachte. Diesen Orden konnten fortan alle St. Galler Äbte tragen. Im ganzen gesehen, verstand es Abt Gallus, von großer Einfachheit, bescheidener Zurückhaltung und ruhiger Autorität, das Reformwerk, das seine Vorgänger begonnen hatten, zu festigen und die Abtei auf den barocken Höhepunkt vorzubereiten, wenn auch bei seinem Tod Schulden die Ökonomie belasteten. Abt Gallus starb am 4.3.1687, nachdem noch ein Jahr zuvor sein goldenes Priesterjubiläum auf einer Kongregationsversammlung in St. Gallen feierlich begangen worden war. Vom Epitaph ist nur noch die Inschrift überliefert.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)