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Im November wählt das Stimmvolk in fünf Kantonen zum zweiten Mal seine Kantonsvertreter im Ständerat (kleine Parlamentskammer). In Zürich und im Tessin ist die Kandidatur noch nicht ganz klar.
In Zürich haben es Grünliberale und Sozialdemokraten nicht geschafft, sich auf eine Kandidatin zu einigen, um dem Parteipräsidenten der Schweizerischen Volkspartei Ueli Maurer den Weg zu versperren.
Das Mitte-Links-Lager im Kanton Zürich ist gespalten. Die Sozialdemokratische Partei (SP) besteht auf der Kandidatur von Chantal Galladé. Die Grünliberale Partei (GLP) schliesst eine erneute Kandidatur von Verena Diener nicht aus.
Noch am Montagabend betonten SP, GLP, Grüne, Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) und die Evangelische Volkspartei (EVP), nur eine einzige gemeinsame Kandidatur könne SVP-Mann Ueli Maurer im zweiten Wahlgang verhindern.
Verhandlungen zwischen SP und GLP darüber, welche der beiden Kandidatinnen aus dem Rennen gezogen werden solle, scheiterten aber.
Am Mittwochvormittag gab SP-Präsident Martin Naef bekannt, die Partei ziehe definitiv mit Chantal Galladé in den zweiten Wahlgang.
Gleichzeitig informierte die GLP schriftlich, man nehme sich noch bis Ende Woche Zeit für einen Entscheid, ob auch Verena Diener dabei bleibe oder sich zu Gunsten von Galladé zurückziehe.
Dreikampf im Kanton St. Gallen
In den Kantonen St. Gallen, Waadt und Neuenburg kommt es definitiv zu zweiten Durchgängen der Ständeratswahlen.
Erneut zu einem Dreikampf kommt es am 25. November im Kanton St. Gallen: Toni Brunner (SVP), der im ersten Wahlgang am besten abschnitt, tritt ebenso wieder an wie der zweitplatzierte Eugen David (CVP) und die Drittplatzierte Erika Forster von der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP). SP-Kandidatin Kathrin Hilber warf am Dienstag das Handtuch.
Im Kanton Neuenburg tritt Didier Burkhalter (FDP) am 11. November als einziger bürgerlicher Kandidat zum zweiten Durchgang an, wie die Staatskanzlei mitteilte. Er wird gegen Gisèle Ory und Pierre Bonhôte von der SP antreten. Burkhalter war im ersten Wahlgang hinter Ory auf dem zweiten Platz gelandet.
Je eine linke und eine bürgerliche Doppelkandidatur gibt es im Kanton Waadt: Hier treten im zweiten Wahlgang vom 11. November Géraldine Savary (SP) und Luc Recordon (Grüne) gegen Charles Favre (FDP) und Guy Parmelin (SVP) an. Weitere Anmeldungen gingen bis zum Ablauf der Frist am Dienstagmittag nicht ein.
Stille Wahlen
Zu einer stillen Wahl kommt es erwartungsgemäss im Wallis. SVP, SP und FDP verzichteten bereits am Montag. Weil am Dienstagabend eine Kandidatin einer kleinen Gruppierung die Zulassungsbedingungen knapp nicht erfüllte, kommt René Imoberdorf von der Christlichsozialen Volkspartei Oberwallis (CSPO) als zweiter des ersten Wahlgangs zum Zug. Die CSPO gehört auf nationaler Ebene zur CVP.
Im Kanton Luzern dürfte CVP-Kandidat Konrad Graber still gewählt sein, nachdem sich am Dienstagabend SP und SVP zurückzogen. SVP-Kandidat Joseph Kunz sagte, er akzeptiere, dass die CVP als wählerstärkste Partei im Kanton Luzern weiterhin im Ständerat vertreten sei.
Anmeldeschluss für einen zweiten Wahlgang in Luzern ist am Donnerstag um 12 Uhr. Eine allfällige Wahl findet am 25. November statt. Am Sonntag war die Bisherige Helen Leumann (FDP) gewählt worden.
Spannung im Tessin
Im Tessin haben Dick Marty (FDP), Filippo Lombardi (CVP) und Franco Cavalli (SP) bereits angekündigt, im zweiten Wahlgang vom 18. November an den Start zu gehen.
Wahrscheinlich dürfte auch Attilio Bignasca (Lega) nochmals kandidieren.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Zusammensetzung des Ständerats während der letzten Legislatur nach Parteien:
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP): 15
Freisinnig-Demokratische Partei (FDP): 14
Sozialdemokratische Partei (SP): 9
Schweizerische Volkspartei (SVP): 8
Bei den Wahlen vom 21. Oktober konnte die CVP 13 Sitze bestätigen, die FDP 9, SP und SVP je 7.
Erstmals wird ein Grüner, der Genfer Robert Cramer, in die kleine Kammer einziehen.
Neun der 46 Sitze sind im zweiten Wahlgang zu vergeben.