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Datum: 28. März 2022 Branche: Grund- / ZusatzstoffeLandwirtschaft / Rohstoffe Schweizer Rohstoffhändler in Russland enteignet Der Verwaltungsratspräsident des Binninger Rohstoffhändler Ameropa ist in Russland angeklagt - wegen angeblicher Ammoniakverkäufe unter dem Marktpreis. von pd/wy Andreas Zivy, VR-Präsident beim Rohstoffhändler Ameropa. (Ameropa) Mehr zum Thema Teilen Newsletter Input group with success Ihre E-Mail-Adresse Δ Der Rohstoffhändler Ameropa aus Binningen BL hat alle Geschäfte mit Russland sistiert. Der Grund ist die faktische Beschlagnahmung der russischen Düngerfabrik Togliatti Azot, an der Ameropa beteiligt war, durch den russischen Staat, wie die NZZ schreibt. Ameropa war seit 2004 mit 12,96 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. 2008 kaufte die Firma Uralchem des Weissrussen Dmitry Mazepin einen Anteil von 9,7 Prozent an Togliatti Azot, 2011 habe er mithilfe der russischen Behörden die Kontrolle über das Unternehmen übernommen, zitiert die NZZ Andreas Zivy, den Verwaltungsratspräsidenten von Ameropa. Es habe Drohungen gegen Kaderleute und Mitarbeidende gegeben, Anklagen auf der Basis von fiktiven Verträgen, Negativkampagnen oder gefälschte Websites. Letztlich seien den übrigen Aktionären ihre Aktien und Dividendenrechte entzogen und ihre Vertreter zu acht bis neun Jahren Haft und einer Schadenersatzzahlung von 1,385 Milliarden Dollar verurteilt worden. Sicherheitskräfte von Uralchem hätten das Firmengelände von Togliatti Azot unter ihre Kontrolle gebracht, der Geschäftsführer sei verhaftet worden. Der Vorwurf: Die Ameropa-Distributionsfirma Nitrochem habe unter anderem Ammoniak unter dem Marktpreis verkauft und so die Togliatti-Azot-Aktionäre geschädigt. Die Gerichte hätten sich dabei auf anonyme Zeugen gestützt, Gutachten von Experten seien aus den Gerichtsakten verschwunden, wird Zivy weiter zitiert. Die Verteidigung sei gar nicht zu Wort gekommen. Ferner sagt Zivy, die Klageschrift der Staatsanwaltschaft sei auf Uralchem-Computern geschrieben worden. Drei Gerichte haben die Verurteilungen bisher bestätigt, der Fall ist noch vor dem Obersten Gericht hängig. Zivy sagt, man habe bereits eine Eingabe an den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg eingereicht. Die EU hat die Vermögen Mazepins eingefroren und gegen ihn und seinen Sohn, den Formel1-Rennfahrer Nikita Mazepin, eine Einreisesperre verhängt. Russland wollte einen internationalen Haftbefehl gegen Andreas Zivy ausführen lassen, Interpol lehnte dies aber ab. Das russische Urteil ist deshalb ausserhalb von Russland nicht vollstreckbar, wie das Portal bajour meldete.