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| Hieronymus († 420) - Dialog gegen die Pelagianer (Dialogi contra Pelagianos libri III)

I. Buch
11.
C. Ohne es zu merken, hast du dich in deiner eigenen Schlinge gefangen.
A. Inwiefern?
C. Unter Berufung auf einen Ausspruch des Herrn versicherst du, der Mensch könne vollkommen sein. Denn wenn er spricht: "Willst du vollkommen sein, so verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen; dann komme und folge mir nach", so gibt er doch zu erkennen, daß der Mensch, wenn er will und die Gebote beobachtet, vollkommen sein kann.
A. In der Tat, das war ein solch kräftiger Faustschlag, den du mir da versetzt hast, daß es anfing, mir vor den Augen zu flimmern. Doch des Herrn Wort: "Willst du vollkommen sein", richtet sich an einen solchen, der es nicht konnte, oder besser, der es nicht wollte und deshalb nicht konnte. Du aber zeige mir jemanden, der das gewollt und fertiggebracht hat, was du jetzt behauptet hast.
C. Was nötigt mich nachzuweisen, wer vollkommen gewesen ist, da es doch feststeht, daß man vollkommen sein kann, nachdem der Erlöser zu einem und durch diesen zu allen gesprochen hat: "Willst du vollkommen sein".
A. Du machst Ausflüchte und bleibst immer im gleichen Sumpfe stecken. Entweder ist das, was möglich ist, irgendeinmal verwirklicht worden, oder wenn es niemals geschehen ist, dann gib zu, daß es nicht eintreten kann!