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Spirit of Curling
Ein Curler wünscht zu Beginn des Spiels dem Gegner "ein schönes Spiel" und seinen Mitspielern "Guet Stei".
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Ein Curler verhält sich immer fair, kameradschaftlich und korrekt.
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Ein Curler spielt um zu gewinnen, nie aber um seinen Gegner zu erniedrigen.
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Ein Curler wird nie versuchen, seinen Gegner abzulenken oder ihn daran zu hindern, sein Bestes zu geben.
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Ein Curler versucht nie mit anderen Mitteln, als mit den spielerischen Möglichkeiten, Vorteile zu erzielen.
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Ein Curler muss zuerst lernen zu verlieren, erst dann ist er auch würdig zu gewinnen.
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Ein Curler zieht eine Niederlage einem ungerechten Sieg vor.
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Ein Curler verstösst nie absichtlich gegen Spielregeln oder eine der geschriebenen oder ungeschriebenen Überlieferungen.
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Ein Curler entscheidet sich im Streitfalle immer zu Gunsten seines Gegners.
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Ein Curler respektiert und anerkennt eine gute Leistung des Gegners.
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Ein Curler wird bei einem misslungenen Stein des Gegners weder mit Worten noch mit Gesten Schadenfreude zeigen.
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Ein Curler kritisiert oder beschimpft weder seine Mitspieler noch seine Gegner.
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Ein Curler konzentriert sich auf das Spiel und gibt immer sein Bestes.
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Ein Curler muss immer bereit sein, die vom Skip befohlenen Spielzüge auszuführen.
Persönliche Auffassungen |über das Spielgeschehen sind erst nach dem Spiel kundzutun.
Auseinandersetzungen auf dem Eis sind zu unterlassen.
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Begeht ein Curler ungewollt einen Fehler, so ist er der Erste, welcher diesen zugibt.
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Ein Curler dankt nach dem Spiel jedem Gegen- und Mitspieler mit Händedruck für das Spiel.
Der Unterlegene gratuliert dem Sieger.
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Ein Curler lädt seinen direkten Gegner zu einem Drink ein, wenn er gesiegt hat.
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Ein Curler wird nie eine Einladung ausnützen, um sich teure Getränke bezahlen zu lassen.
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Ein Curler lässt sich nicht mit einem Titel anreden.
Alle Standesunterschiede sind auf dem Eis aufgehoben.
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Mit Curler sind selbstverständlich auch Curlerinnen angesprochen
Curling-ABC
Der Curler Wörterbuch:
Back Swing
Ausholbewegung vor der Steinabgabe. Wird heute immer weniger gelernt (s. auch "Sliding delivery").
Biter
Ein Stein, der noch den äussersten Kreis des Hauses berührt.
Blank end
Nach gespieltem End liegt kein Stein im Haus. Somit wird eine "0" geschrieben.
Bonspiel
Grosses Turnier mit vielen Teams.
Brille
Zwei nebeneinander liegende Steine eines Teams (s. auch "Ham and eggs").
Broom
(Curling-) Besen. Die kanadischen "Corn Brooms" (Strohbesen werden heute kaum mehr eingesetzt. Nicht zuletzt da diese eine besondere Wischtechnik erfordern, viel Lärm verursachen und im besonderen auch das Eis verunreinigen. Schottische Rosshaarbürsten (= Brush; auch mit Schweinsborsten oder Nylonfasern) haben sich durchgesetzt. Allerdings werden diese mehr und mehr durch "Kissenbesen" (sog. Hammer oder Performance) mit Stoff- oder Kunststoffkissen anstelle der Haare ersetzt. Der Vorteil hier liegt in einer höheren Wischeffizienz. Zudem können hier auch keine Haare verloren gehen (siehe auch "Sweeping").
Brush
Schottische Rosshaarbürste (s. auch "Brooms").
Dolly
Kegel, der früher als Zentrumsmarke den Mittelpunkt des Hauses (Tee) anzeigte.
Draw
Legestein ins Haus.
End
Spielabschnitt, in dem alle vier Spieler beider Teams jeweils 2 Steine ins gegenüberliegende Haus spielen.
Ein Spiel geht normalerweise über 8 Ends. Internationale wie auch nationale Meisterschaften über 10 Ends.
Free Guard Zone
Schutzzone zwischen Hog line und dem Haus. Die ersten vier in diesem Bereich Steine in jedem End dürfen erst ab dem 5. Stein des Ends weggespielt werden.
Freeze
Einen Stein so spielen, dass er an (einen) andere(n) anschliesst, ohne (den-) dieselben zu bewegen.
Guard
Ein Stein, der zum Schutz anderer Steine vor das Haus gespielt wird.
Hack
Fussstütze zum Abstossen bei der Steinabgabe.
Ham and eggs
Schinken und Eier. Zwei nebeneinander liegende Steine. Siehe auch "Brille"
Handle
Kunststoff- oder Metallgriff am Stein. Siehe auch "Out-handle" resp. "In-handle"
Hog line
Hog = Schwein, gemeiner Kerl.
Spiellinie. Die ndhere ist rund 10 m vom "Hack" entfernt, vor welcher der Stein bei dessen Abgabe losgelassen werden muss.
Die weitere Spiellinie steht im Abstand von ca. 22 Metern zur ersten. Der gespielte Stein muss diese weitere Linie vollständig überschreiten, um im Spiel zu bleiben.
House
Haus. Kreisförmiges Ziel mit einem Durchmesser von 366 cm. Siehe auch "Tee". Nur jene Steine, die das Haus mindestens berühren, können Punkte geben.
In-handle
Auch "In-turn". Steinabgabe mit Handdrehung nach innen (bei Rechtshändern) damit der Stein sich im Gegenuhrzeigersinn dreht (siehe auch "Out-handle").
Lead
Erster Spieler resp. Spielerin im Team. Er/Sie spielt die ersten beiden Steine.
Openair-Curling
Curling im Freien. Vor allem in Kurorten wird dieser Spielform gefrönt.
In der Schweiz werden auch Openair-Meisterschaften durchgeführt.
Out-handle
Auch "Out-turn". Steinabgabe mit Handdrehung nach aussen (bei Rechtshändern) damit der Stein sich im Uhrzeigersinn dreht (s. auch "In-handle").
Over tee
Über die "Tee line" hinaus spielen.
Pebbled ice
Kiesel-Eis; auch gekörntes Eis. Vor dem Spiel wird die Eisfläche mit Wasser besprengt, das beim Gefrieren die "Pepples" bildet.
Promotion
Einen bereits im Spiel liegenden Stein mit dem zu spielenden Stein auf eine bessere Position verschieben.
Rink
Eisbahn (auch "sheet" oder "shee of ice"). 4,3 Meter in der Breite x 44,5 Meter in der Länge.
Round Robin
"Jeder gegen jeden". Meist Ausscheidungsrunde bei kleineren Spielfeldern (Meisterschaften, Turniere).
Shot
Bestplatzierter Stein. In Amerika/Kanada wird oft auch mit "nice shot" zu einem gelungenen Stein gratuliert.
Skip
Captain des Teams, der im Haus stehend seinen Mitspielern mit dem Besen die Spielrichtung vorgibt. Er bestimmt auch die Taktik. Er spielt seine beiden Steine (meist ) als letzter.
Sliding delivery
Gleitende Steinabgabe. Heute die gebräuchlichste Steinabgabe im Gegensatz zum früher praktizierten (s. auch "Back swing").
Sweeping
Wischen der Eisoberfläche mit dem Besen vor dem gleitenden Stein. Dadurch wird Wärme erzeugt womit der Lauf des Steines beeinflusst werden kann.
Take-out
Ein gegnerischer Stein wird "aus dem Spiel genommen" resp. von der Spielfläche gestossen.
Tap back
Ein gegnerischen Stein nach hinten ins Haus bewegen, hinter die "Tee line".
Tee
Mittelpunkt des Zielkreises (Haus). Dieser Punkt ist für die Steinbewertung massgebend.
Tee line
Linie, die quer durch die Hausmitte führt.
Toss
Losentscheid, meist mit Geldstück, welches Team den ersten Stein zu spielen hat.
Umpire
Schiedsrichter resp. Spielleiter. Für den Turnierverlauf verantwortlich. Dieser tritt auch - in eher seltenen Fällen - in Aktion, wenn sich zwei Teams nicht einigen können.
Wick
Einen im Spiel liegenden Stein seitlich anspielen um ihn weg zu stossen resp. Vor allem um mit dem eigenen eine Richtungsänderung erreichen zu können.
Curling ? ? ? ?
Was ist Curling?
Spiel auf dem Eis mit rund 500-jähriger Geschichte, wahrscheinlich schottischen Ursprungs.
Heute ist Kanada die führende Curling-Nation. Mit rund 1,5 Mio. Curlerinnen und Curler, die in ca. 650 Clubs organisiert sind hat Curling in Kanada einen sehr hohen Stellenwert. Unzählige Spielerinnen und Spieler sind eigentliche Curling-Profis. In Europa sind wir weit davon entfernt.
Vornehmlich in der Zeit von Anfang Oktober bis Ende April wird mit Steinen und Besen hantiert. Auf viele Orte verteilt kann heute die Curling-Saison praktisch auf das ganze Jahr ausgedehnt werden.
Der Schweizerische Curling-Verband wurde 1942 gegründet. Etwa 9'000 Aktive - davon ca. 1'700 Frauen - organisieren sich in über 200 Clubs.
Etwa 40 Hallen sind über die ganze Schweiz verteilt.
Nicht zu vergessen die vielen "open-air"-Anlagen, die vor allem in den Wintersportorten das Spielen "bei Wind und Wetter" erlauben.
Für wen geeignet?
Curling ist in seiner Vielfalt ein faszinierendes Freizeitvergnügen, das von Mann und Frau, von Jung und Alt ausgeübt werden kann.
Eine ideale Kombination der gesunden körperlichen Betätigung und Pflege der Geselligkeit.
Gespielt wird in der Halle, die regelmässige Eisverhältnisse ermöglicht.
Allerdings schwören viele Spielerinnen und Spieler auf das urtümliche Spielen unter freiem Winterhimmel. Besondere Spannung kommt jeweils dann auf, wenn die Sonne so toll scheint oder Frau Holle gar die berühmten Bettdecken schüttelt.
Für den ambitionierten Sportler ist Spitzencurling ein physisch und psychisch anspruchsvoller Leistungssport.
Ungeschriebene Regeln:
Der "Spirit of Curling" beschrieb seit Anbeginn das Verhalten auf dem Eis und dem Gegner gegenüber.
Curling wird gespielt um zu gewinnen, aber nie um einen Gegner zu erniedrigen. Ein echter Curler zieht eine Niederlage einem unfairen Sieg vor!
Eine nette Sitte ist es, dass sich die beiden Teams nach dem Spiel an einem Tisch treffen. Das Siegerteam lädt dabei die Verlierer zu einem Drink ein.
Grundregeln:
Wie so oft im Leben liess der Wortlaut des "Spirit of Curling" viel Spielraum zu und so kam es, dass auch das Curling-Spiel mit genau formulierten Spielregeln ausgestattet worden ist.
Der genaue Wortlaut in Deutsch, Französisch oder gar Englisch ist direkt beim Schweizer Curling-Verband resp. dem Welt-Curlingverband nachzulesen.
Wie wird Curling gespielt:
Curling wird von zwei Teams gespielt, wobei eine Mannschaft aus vier Spielern besteht. Abwechslungsweise und immer in der gleichen Reihenfolge treten die Spieler in Aktion und lassen je zwei Steine übers Eis "curlen" oder gleiten. Die Teams verfügen also pro Durchgang, in der Fachsprache "End" genannt, über je acht Steine. Für jede der beiden Equipen geht es darum, möglichst viele eigene Steine näher beim Zentrum zu platzieren, als dies dem Gegner gelungen ist. Jeder Stein einer Mannschaft, der pro End näher beim Zentrum liegt als der beste Stein des Konkurrenten, kann gezählt werden.
Wozu der Besen:
Wer Curling nicht kennt, wird sich über den Einsatz der Bürsten und Besen wundern, die da vor dem curlenden Stein mit mehr oder weniger Kraft hin und her bewegt werden. Die Erklärung ist einfach: Reibung erzeugt Wärme. Das Wischen bewirkt die Bildung einer gleitfähigeren Schicht auf dem Eis. Die Bahn des curlenden Steins wird dadurch verlängert. Auch die Laufrichtung kann in besonderen Fällen beeinflusst werden.
Der Skip:
Jedes Team hat einen Captain, "Skip" genannt, der die Taktik bestimmt und der die Absichten des Gegners zu durchschauen hat. Er - oder sein Stellvertreter - steht im "Haus" und zeigt seinen Mitspielern, wie der Stein zu spielen ist und wo er zum Stillstand kommen soll.
Ein Spiel oder "game" geht in der Regel über acht (oder zehn bei Meisterschaften) Ends, was erfahrungsgemäss einer Spieldauer von 100 bis 120 Minuten entspricht. Die Resultate der einzelnen Ends werden fortlaufend zusammengezählt. Die Wertung erfolgt meist nach Punkten, Ends und Steinen.
Shots of excuses
Wie so of im Leben ist eine gute Ausrede Gold wert.
So auch beim Curling.
Folgende Argumente mögen helfen:
* da war zu viel Eis angezeigt
* da war zu wenig Eis angezeigt
* ich hab falsches Handle gespielt
* der Stein hat einfach nicht gecurlt
* der Stein hat zu stark gecurlt
* die Bahn fällt nach links
* die Bahn fällt nach rechts
* das Eis ist verdammt langsam
* da hat jemand zweimal gepebbelt
* da hat der Eismeister zu wenig gepebbelt
* die haben viel zu früh gewischt
* die haben zu spät gewischt
* ausserdem haben sie zu schwach gewischt
* der Skip ist blind
* irgend ein Besen verliert hier Haare
* es liegt an der Kälte hier
* ich bin zu dünn angezogen
* die vielen Zuschauer stören meine Konzentration
* der Reif hat gebremst
* es ist viel zu warm
* meine Hose ist zu eng
* irgend jemand hat "ab!" gerufen
* da war etwas auf dem Eis
* er hat direkt auf die Kante gespielt
* ich habe neue Curling-Schuhe
* ich habe den Anti-Slider vergessen
* ich bin schlecht aus dem Hack gekommen
* ich habe den Skip kaum gehört
* ich habe die Farbe verwechselt
* ich habe den Stein bei der Abgabe nach links verdrückt
* ich habe den Stein bei der Abgabe nach rechts verdrückt
* ich habe mir beim Wischen Blasen geholt
* ich habe von hier aus schon gesehen, dass die Gasse zu eng ist
* mein Stein hat bestimmt noch gebissen
* ich habe meine Handschuhe vergessen
* die Guard lag eben schlecht
* ich habe kalte Füsse
* das ist nicht mein Besen
* ausserdem: ich wusste überhaupt nicht, was der Skip eigentlich
von mir wollte.