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Paris (awp/sda/afd) - Im Zusammenhang mit den Finanzaffären um die Milliardärin Liliane Bettencourt hat der L'Oréal-Kosmetikkonzern, an dem die Nestlé SA einen bedeutenden Anteil hält, seine umstrittenen Beraterverträge mit einem Freund der reichsten Frau Frankreichs aufgelöst.
Der "Medienrummel" um den Fotografen François-Marie Banier sei "schädlich" für L'Oréal, gab das Unternehmen am Montag zur Begründung an. Der Künstler, enge Freund und Günstling von Bettencourt steht schon lange im Mittelpunkt der zahlreichen Finanzaffären um die 87-jährige L'Oréal-Hauptaktionärin Bettencourt.
Insgesamt sollte Banier bis 2011 mehr als 700'000 Euro jährlich von L'Oréal erhalten. Im Juli hatte ein Kleinanleger Anzeige wegen der Verträge mit Banier erstattet und die französische Justiz Ermittlungen wegen möglicher Schädigung der Aktionäre aufgenommen.
So sagte der Anwalt des Kleinanlegers, Banier habe im Jahr 2002 einen Vertrag für "Beratungen in Mode- und Kunstfragen" bei L'Oréal unterschrieben, für den er jährlich 405'000 Euro erhalte. Eingehalten habe der Künstler, der dafür unter anderem jedes Jahr eine Ausstellung mit seinen eigenen Werken organisieren sollte, den Vertrag höchstens teilweise.
Bettencourts Tochter hatte Banier angezeigt und damit die Affären ursprünglich ins Rollen gebracht. Sie wirft dem Künstler vor, ihre Mutter auszunutzen und der alten Dame im Laufe der Jahre rund eine Milliarde Euro in Form von Lebensversicherungen, Gemälden und Immobilien aus der Tasche gezogen zu haben. Die Tochter will ihre Mutter deshalb entmündigen lassen.
Der erbitterte Familienstreit hatte aufgrund von heimlichen Tonbandaufnahmen aus der Villa Bettencourt zu weiteren Enthüllungen geführt, darunter Steuerhinterziehungen in Millionenhöhe. Ausserdem wird der reichsten Frau Frankreichs vorgeworfen, sie habe die konservative Regierungspartei UMP sowie Präsident Nicolas Sarkozy mit illegalen Partei- beziehungsweise Wahlkampfspenden unterstützt.
cf
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