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Aus den Ergebnissen haben die Forschenden Empfehlungen für das Design der Monitoring-Programme und das Gewässermanagement abgeleitet:
Identifikation von Ursachen durch Bestimmung der Arten
Seit 2010 werden Untersuchungen und Beurteilungen des Makrozoobenthos in Schweizer Fliessgewässern gemäss dem Bewertungsverfahren des Modul-Stufen-Konzepts durchgeführt. Vorgeschrieben ist dabei die Erfassung der Organismen auf dem Niveau der Familie. Die Modellanalyse bestätigt das Bewertungsverfahren weitgehend: Als sensitiv eingestufte Familien reagieren auch im Modell stärker auf Belastungen. Die Studie weist aber auch darauf hin, dass eine bessere taxonomische Auflösung, also die Bestimmung von Arten, wertvolle Zusatzaussagen ermöglichen würde. So liesse sich etwa besser identifizieren, welche spezifischen Ursachen die Wasser- oder Gewässerqualität beeinträchtigt haben könnten.
Mehr Daten, höhere Aussagekraft
Je mehr Daten für die Auswertung verfügbar sind, desto höher ist die Aussagekraft. Für zukünftige Analysen ist es daher essenziell, dass möglichst viele Monitoring-Programme ihre Daten sowie Zusatzformationen wie Substrat-Daten an die MIDAT-Datenbank liefern.
Einheitliche Monitoring-Konzepte
Heute werden in den Kantonen unterschiedliche Gruppen des Makrozoobenthos bis auf Artniveau bestimmt. Für eine schweizweite Auswertung wäre es jedoch sinnvoll, immer die gleichen Gruppen in dieser hohen taxonomischen Auflösung zu erfassen. Eine einheitliche Liste zur Artbestimmung wäre daher vorteilhaft. Die Studie der Eawag kann dazu beitragen zu beurteilen, für welche Gruppen sich das besonders lohnen würde.
Erweitertes Monitoring-Design
Um die Identifikation wichtiger Einflussfaktoren auf die Gewässerökologie zu verbessern, lohnt es sich, zusätzliche Stellen in die Monitoring-Programme aufzunehmen. Vor allem Stellen mit seltenen Kombinationen von Einflussfaktoren sind für die Analyse interessant, zum Beispiel Stellen mit niedriger Wassertemperatur und beeinträchtigter Wasserqualität.
Integrales Gewässermanagement
In Gewässern lebende Tiere und Pflanzen reagieren meist auf mehrere Stressfaktoren, zum Beispiel schlechte Wasserqualität, monoton hohe Fliessgeschwindigkeit und erhöhte Wassertemperaturen. Bei Massnahmen zur Verbesserung der Wasser- und Gewässerqualität ist es daher empfehlenswert, soweit möglich und nötig eine Kombination von Massnahmen umzusetzen, zum Beispiel eine Revitalisierung kombiniert mit der Aufrüstung der Kläranlagen und der Verminderung von Schadstoffeinträgen aus der Landwirtschaft flussaufwärts.
Eine ausführlichere Zusammenfassung der Ergebnisse haben Schuwirth und Caradima in der heutigen Ausgabe der Zeitschrift Aqua und Gas in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU und dem Atelier für Naturschutz und Umweltfragen AG UNA publiziert: «Analyse schweizweiter Makrozoobenthosdaten: Erkenntnisse über anthropogene Einflüsse und Monitoring Design».