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Reisedaten
Tour:
Das Wassermannloch in Österreich
Unterkunft:
Mehr Informationen über dieses Gebiet findet Ihr unter http://www.eisenerz.at
Tauchen:
Das tauchen ist nur mit Genehmigung möglich. Diese vergibt die ansässige Forstverwaltung auf schriftlicher Anfrage an erfahrene und bekannte Höhlentaucher. Ausbildung ist nicht erlaubt.
Mehr zum Wassermannloch findet Ihr hier: http://www.hoehle.at
Die Geschichte:
1230 wird das Gebiet zum ersten Mal in einer Urkunde unter dem Namen Aerze erwähnt,1293 dann im innern Eisenärzt. 1453 ist die Verleihung des Marktrechts dokumentiert. Bis Ende des 15. Jahrhunderts blüht der Erzabbau am Erzberg, aber der Dreißigjährige Krieg stürzt die Radmeister in finanzielle Probleme. Schließlich übernahm das Land Steiermark den Bergbau einschließlich Verarbeitung und Handel. Dafür wurde die "Innerberger Hauptgewerkschaft" gegründet, die den Erzeberg bis 1881 verwaltete und bewirtschaftete. Indiesem Jahr wurde sie von der "Alpine Montangesellschaft" abgelöst, die den Etagenabbau am Erzberg begann, welcher dem Berg die heute so charakteristische Form gegeben hat.
In dieser Zeit wurde auch die Normalspurbahn über den Präbichl nach Leoben gebaut (Zahnradbahn).
Aufgrund des florierenden Bergbaus und der zahlenmäßigen Größe (13.000 Einwohner) der Gemeinde wurde ihr 1948 das Stadtrecht verliehen. Durch technische Neuerungen im Abbaubereich selbst, aber auch durch die weltweite Krise in der Eisen- und Stahlindustrie in den 1980er Jahren schrumpfte die Bevölkerung im Verlauf eines halben Jahrhunderts aufweniger als die Hälfte.
Das Wassermannloch (Schwarze Lacke) - Höhlentauchen in Österreich
Von Graz aus oder auch von Wien, aus allen Himmelsrichtungen kommend, fährt man über den sogenannten Präbichl mit seinem bekannten Grüblsee, ein Schigebiet, wo der Speisesee für die Schneekanonen im Sommer als Tauchparadies im wahrsten Sinn des Wortes genutzt wird. Ein Freund Robert Marschnig betreibt diesen See und hat Sehenswürdigkeiten für Unterwasserfotografen im See verteilt. Zahme Forellen und Saiblinge kommen auf Tuchfühlung (Neoprenfühlung) heran.
Der Grüblsee dient uns als Basislager für die ein paar Kilometer entfernte Höhle. Am Erzberg vorbei, durch die Stadt Eisenerz, Richtung Hieflau, ist der Höhleneingang neben der Straße unter einer hohen Felswand versteckt.
Da stehen bleiben am Straßenrand und das tauchen, ist nur mit Genehmigung möglich. Diese vergibt die ansässige Forstverwaltung auf schriftlicher Anfrage an erfahrene bekannte Höhlentaucher. Ausbildung ist nicht erlaubt.
Meine ersten Erfahrungen liegen nun schon 17 Jahre zurück und seither war ich schon öfters in der Höhle, mit verschiedenen Freunden.
Mit Freunden aus TEC Germany mit denen ich den Fullcave Instructor in Calpe Spanien in der Moraig absolvierte und zuletzt mit einem Fotoprofi Heinz Topercer.
Es sind viele Vorbereitungen zu tätigen, um den Einstieg zu erleichtern, der ja nicht größer ist, als 3m im Durchmesser und die Form hat, wie ein Weihwasser Kessel.
Ein Querschnitt und ein Plan hier ersichtlich: http://www.hoehle.at/hoehlentauchen/Home%20page/aquarWASSER.htm
Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal mit dem Polizeisportverein aus Salzburg, den ich von einem lieben Bekannten Reinhard Held kennen gelernt habe. Damals die Profis, heute geht nichts mehr ohne Doppel 12er und schwarzem Trockentauchanzug. So ändern sich die Zeiten.
Beim Abtauchen geht es zuerst 3m steil hinunter und dann rein in den Berg.
Das ist immer wieder faszinierend. Nach kurzer Distanz ist es absolut finster und weiter inder Höhle wäre ein Versagen der Technik fatal. Daher werden Stageflaschen, O2 in 6m im Eingangsbereich und beim Siphon in 26m eine Depotflasche mit Preßluft hinterlegt. Tiefer wird es in der Höhle nicht. Die Höhle bietet 2 Tauchern nebeneinander genügend Platz, es gibt beim Abtauchen eine Verringerung des Durchmessers, danach wird es wieder etwas weiter, bis zum sogenannten Siphon. Wenn man den überwunden hat, kann man bis zum Ende weitertauchen.
Der Wasserspiegel endet dort. Man kann auftauchen und dann wieder zurück. Beeindruckende Felsformationen erwarten den Taucher, das ist schon die Mühe wert, einen Steg und eine Einstiegsleiter zu bauen.
Um meiner langjährige Tauchtätigkeit immer etwas neues hinzuzufügen, fotografiere ich jetzt, oder möchte zumindest professionell fotografieren. Das ist in der Höhle schon eine harte Aufgabe, diese Stimmung einzufangen.
Beim nächst mal wollen wir auch einen Apnoetaucher in Szene setzen. Dafür habe ich lichttechnisch einige Vorstellungen. Es wird immer mehr und zum alt werden bleibt dann keine Zeit mehr, zumal mich ja auch Rockmusik fasziniert und da investiere ich ja auch einiges an Energie.
Die Sage um das Wassermannloch
Vor langer Zeit, als es in Eisenerz noch keinen Erzberg gab und die Leute noch Bauern und Holzknechte waren, da lebte in der Nähe vom Leopoldsteinersee ein Wassermann. Als Behausung diente ihm die "Schwarze Lacke", eine tiefe Felshöhle aus der auch heute noch das scheinbar dunkelgrüne Wasser des Leopoldsteinersees wieder ans Tageslicht strömt und in den vorbeifließenden Erzbach mündet.
Der Wassermann tat niemanden etwas zuleide und zeigte sich äußerst selten. Ja man könnte sagen, daß er sehr scheu war und den neugierigen Blicken der Menschen so gut es ging auswich.
So erzählte man sich in "Innerberg", wie Eisenerz damals hieß, viele schaurige Geschichten über den Wassermann, obwohl ihn während der letzten Jahrhunderte kaum einer zu Angesicht bekommen hatte.
Aber die Neugierde wuchs, und immer wieder spukte dieses unheimliche Wesen in den Köpfen der Leute herum. So vergingen viele Jahre, ohne daß jemand den Mut aufbrachte, den Wassermann zu fangen.
Schließlich fand sich doch noch eine kleine Anzahl von "gestandenen Mannsbildern", die beherzt überlegten, wie man den Wassermann ins Netz kriegen könnte.
Einer von Ihnen gab zu bedenken, daß dieser Koloß wahrscheinlich sehr glitschig sei und außerdem sicher überdurchschnittlich große Kräfte habe.
Nach langer Beratungszeit und und unzähligen Streitgesprächen einigten sich die Männer, den Wassermann zu überlisten.
An einem sonnigen Frühlingstag schlichen sie sich zur "Schwarzen Lacke", einer Quelle, die am Fuße einer steilen Felswand aus dem Berg entsprang. Mitgebracht hatten Sie Wein, Kuchen und einen Mantel, der an der Innenseite mit Pechbeschmiert war.
All diese Dinge legten Sie vor die mit Wasser gefüllte Höhle und versteckten sich hinter einem großen Felsbrocken. Wenn man sich vorstellt, daß so ein Wassermann seit hunderten von Jahren nur Fischgegessen und nur das quellfrische Wasser des Leopoldsteinersees getrunken hatte, dann kann man es ihm sicher nicht verdenken, daß er sich voll Freude und alle Vorsicht vergessend auf den Wein und den Kuchen stürzte. Auch der Mantel erweckte seine Neugierde, und er probierte ihn ohne zu zögern an.
Freilich war der Wassermann das Trinken von Alkohol nicht gewohnt, und so schlief er bald betrunken und mit vollem Bauch vor seiner Behausung ein.
Nun nahmen die Männer allen Mut zusammen und stürzten mit einem Netz auf den Wassermann. Dieser konnte sich im Mantel sehr schlecht bewegen und hatte keine Chance zu entrinnen.
Der Wassermann bettelte und wimmerte, sie sollten ihn doch laufen lassen, doch die Männer wollten ihren seltsamen Fang allen Bewohnern im nahen Eisenerz präsentieren. Als sie aber an jene Stelle kamen, an der man heute von Hieflau kommend das erste Mal den Erzberg erblickt, begann der Wassermann in seiner Not mit den kräftigen Burschen zu verhandeln.
"Wenn ihr mir die Freiheit wiedergebt, soll es euer Schaden nicht sein! Wählet selbst: Ich biete euch Gold für zehn Jahr, Silber für 100 Jahr oder Eisen auf immerdar!"
Die Männer überlegten nicht lange und entschieden sich für das Eisen.
Der Wassermann erhob seine Hand und zeigte auf den hohen, bewaldeten Hügel vor dem Eisenerzer Reichenstein und versprach, daß in diesem Berg das Eisen zu finden sei.
Der Wassermann hat sein Versprechen gehalten. Das Eisen brachte den Leuten Wohlstand. Der Erzberg wurde über die Grenzen von Eisenerz hinaus zum "Steirischen Brotlaib".
Mit dieser Sage im Hinterkopf taucht man nun in das pechschwarze Wasser und man hofft doch insgeheim, Spuren von dem legendären Wassermann zu finden.
Zu diesem Bericht möchte ich noch erwähnen, daß ich froh bin, in einem so schönen Teil unserer Welt zu leben und man hat nicht oft das Bedürfnis in das Ausland zu reisen.
Es gibt soviele schöne Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten und man wird in diesem Leben nicht alles sehen können, so umfangreich bieten sich Abenteuer in der nächsten Umgebung an.
Florian Feldgrill