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Die Schweizer Exporte und Importe sind im Mai massiv eingebrochen. Der Rückgang war in beiden Verkehrsrichtungen zweistellig. Der Mai hatte jedoch zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahr. Dieser Effekt eingerechnet betrug das Exportminus noch 0,8 Prozent und die Importe sanken um 7,4 Prozent.
Die Schweizer Exporte sind im Mai auf 15,5 Milliarden Franken eingebrochen. Das sind 11 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zwei Drittel der Exportbranchen verzeichneten ein Minus zwischen 6 und über 20 Prozent. Auch um die zwei «fehlenden» Arbeitstage angepasst hätten lediglich drei der zehn erfassten Branchen den Umsatz erhöht, nämlich die Uhrenindustrie (plus 1,0 Prozent), Textilien, Bekleidung und Schuhe (plus 4,7 Prozent) sowie Bijouterie und Juwelierwaren (plus 24,6 Prozent).
Massiver Importeinbruch
Noch stärker brachen im Mai allerdings die Importe ein, wie den Angaben der Eidg. Zollverwaltung vom Donnerstag zu entnehmen ist. Der Rückgang betrug 17,0 Prozent auf 12,0 Milliarden Franken. Überdurchschnittlich stark schrumpften die Importe von Konsumgütern (minus 18,6 Prozent). Zwei Drittel des Rückgangs sind hier auf geringere Zukäufe von Arzneiwaren zurückzuführen (minus 32,6 Prozent).
Ebenfalls deutlich zurück gingen die Einfuhren von Rohstoffen und Halbfabrikaten (minus 15,1 Prozent). Die Importe von Investitionsgütern sanken ebenfalls deutlich (minus 12,5 Prozent).
Günstige Energie
Die eingeführten Güter verbilligten sich insgesamt um über 5 Prozent. Bei den Energieträgern fielen die Preise sogar um 27 Prozent.
Die Schweiz bezog aus allen Weltregionen weniger Güter mit Ausnahme von Latein- und Nordamerika (plus 1 respektive plus 5 Prozent). Die Importe aus Afrika halbierten sich, während jene aus Asien um einen Fünftel abnahmen. Aus Europa kamen ebenfalls deutlich weniger Güter in die Schweiz (minus 17 Prozent).
Starker Rückgang der Exporte nach Europa
Der schwache Euro hinterliess im Mai erneut deutliche Spuren beim Export nach Europa. Die Lieferungen nach Europa gingen um 1,6 Milliarden Franken oder 17 Prozent zurück. Gemäss EZV brachen die Exporte mit sämtlichen wichtigen europäischen Handelspartnern ein: diejenigen in die Niederlanden um einen Drittel, jene nach Spanien und Österreich um einen Viertel. Nach den wichtigen Handelspartnern Deutschland, Vereinigte Königreich und Frankreich schrumpften die Exporte um 14 bis 16 Prozent.
Um mehr als einen Drittel sanken zudem die Ausfuhren nach Russland. Auch nach Nord- und Lateinamerika reduzierten sich die Exporte um 8 respektive 7 Prozent. Einzig nach Asien nahmen sie leicht zu (plus 1 Prozent). Das Plus erklärt sich durch Lieferungen nach Japan, die um 37 Prozent anstiegen
Papierindustrie am stärksten betroffen
Am stärksten brachen die Exporte der Papier- und Grafischen Industrie (minus 21,3 Prozent) und jene der Kunststoffindustrie (minus 16,9 Prozent) ein. Wertmässig gehen mit 1,0 Milliarden Franken die Hälfte des gesamten Exportrückgangs auf die Rechnung der mit Abstand grössten Exportbranche, der Chemisch-Pharmazeutischen Industrie.
Der Absatz der Metallindustrie sank um 13,4 Prozent. Ebenfalls deutlich gingen die Exporte von Nahrungs- und Genussmitteln (minus 12,3 Prozent) zurück. Hier reduzierten sich vor allem die Exporte von Käse (minus 22,0 Prozent) und Kaffee (minus 16,7 Prozent) deutlich.
Schwache MEM-Bilanz
Durchs Band ging der Absatz von Präzisionsinstrumenten (minus 11,1 Prozent) zurück. In der Maschinen- und Elektronikindustrie büsste insbesondere die Sparte Stromerzeugung und Elektromotoren einen Viertel an Umsatz ein.
Die Schweizer Handelsbilanz schloss im Mai mit einem Überschuss von 3,4 Milliarden Franken. In den ersten fünf Monaten 2015 sanken die Exporte um 4,2 Prozent auf 82,2 Milliarden Franken. Die Importe reduzierten sich um 7,4 Prozent auf 68,0 Milliarden Franken. Dies ergibt einen Überschuss in der Handelsbilanz für diese Periode von 14,23 Milliarden Franken
(sda/ise/ama)