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Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde der Bartgeier im Alpenraum ausgerottet als vor 120 Jahren der letzte Bartgeier in der Schweiz erschossen wurde. Nun soll er sich wieder in den Nordalpen ansiedeln.
Warum im Calfeisental?
Das Calfeisental, oder genauer das "Eidgenössische Banngebiet Graue Hörner" bietet mit seinen intakten Wildtierbeständen und den guten thermischen Bedingungen beste Lebensbedingungen für Bartgeier, so das Expertenteam der Stiftung Pro Bartgeier. Auch international wurde für die Auswilderung in den Schweizer Nordalpen grosse Unterstützung gefunden.
So wurden zwischen 2010 und 2017 insgesamt 12 Bartgeier im Calfeisental ausgewildert. Da sie mit kleinen Sendern ausgerüstet sind, kann der Weg der Tiere nachverfolgt werden. In den ersten Lebensjahren fliegen Bartgeier (weit) weg von ihrem Geburts- bzw. Auswilderungsort. Als erwachsene Tiere kommen sie gerne wieder zurück, speziell wenn die Nahrung andererorts knapp ist.
So wurde z.B. der 2010 ausgewilderte Bartgeier namens "Sardona" im Jahre 2017 wieder im Calfeisental gesichtet.
Merkmale des Bartgeiers:
Erwachsene Bartgeier wiegen 5-7 kg und haben eine Flügelspannweite von knapp 3 Metern. Männchen und Weibchen lassen sich nicht äusserlich unterscheiden. Die Jungen schlüpfen nach etwa 55 Tagen Brütezeit und werden im Alter von 3,5-4 Monaten flügge. Geschlechtsreif werden sie nach 5 bis 7 Jahren.
Die rote Farbe der Bartgeier ist eigentlich Schminke: die Federn sind weiss, aber die Vögel färben sie in eisenhaltigen Pfützen rostrot ein.
Zu 80% ernährt ein Bartgeier sich mit Knochen und für den Rest mit Aas. Bis zu 18 cm lange Knochenstücke schluckt er ganz hinunter, grössere lässt er aus einer Flughöhe von 60 Metern auf den Felsen zerschellen und frisst nachher die Splitter. Täglich frisst er 250-400 g Knochen. Sein Revier ist bis zu 400 Quadratkilometer (20x20 km) gross; im Winter fliegt er noch weiter.
So entdecken Sie einen Bartgeier:
Behalten Sie während eines Spaziergangs rund um Vättis oder auf einer Wanderung durch das traumhaften Calfeisental den Himmel im Auge. Vielleicht haben Sie Glück. Grundsätzlich hält sich der Bartgeier in Gebieten über der Baumgrenze auf und westlich von Vättis Dorf.
Falls Sie einen Bartgeier sehen, freut sich die Stiftung Pro Bartgeier auf eine Rückmeldung über deren Webformular
Tipp:
Das Kinderbuch "De Sardona macht es Fäscht" handelt vom Bartgeier Sardona und erklärt auf anschauliche und kindergerechte Weise die Entstehung der Alpen.