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In Europa hatte ein Elite Zugang zu Gewürzen und anderen Luxusgütern wie Seide. Damit liessen sich enorme Gewinne erwirtschaften und der Handel war entsprechend heftig umkämpft. Portugal strebte das Monopol an, wurde aber in diesem Bestreben von den Sultanen bekämpft, immer wieder zurückgeworfen und verlor zunehmend an Einfluss.
1596 segelten die ersten niederländischen Schiffe nach Java, man begann mit Holz, Kaffee und Indigo zu handeln und plante, bald auch Einfluss auf die Gewürzinseln zu nehmen. 1602 wurde die VOC, die vereinigte niederländischen Ostindienkompanie gegründet, die von der holländischen Regierung mit dem Handelsmonopol und weitestgehenden politischen und militärischen Rechten ausgestattet wurde.
Mit Batavia, dem heutigen Jakarta entstand das südostasiatische Zentrum der VOC, das auch Drehscheibe für indische und chinesischen Händler wurde. Die VOC verteidigte ihre Interessen, in dem sie wenn nötig mit Söldnern sowohl die Sultane wie rivalisierende Europäer angriff. Grossbritannien, ebenfalls ein neuer Akteur in dieser Region tauschte in einem Vertrag das Monopol auf den Gewürzinseln gegen Neu-Amsterdam, das heutige Manhattan ein.
Das nun in den Händen der VOC liegende Monopol war begleitet von einem Massaker an 15000 Einwohnern Bandas und von tödlichem ökologischem Imperialismus: Die Inselbewohner wurden gezwungen, die für ihre Ernährung lebenswichtigen Sago-Palmen zu fällen, damit Gewürzbäume gepflanzt werden konnten – viel starben an Hunger. (S. 78) Die VOC konnte ihr Monopol bis 1800 halten und wachte darüber, dass z.B. nur Muskatnüsse ausgeführt wurden, die so präpariert waren, dass keine Samen in andere Gebiete gelangen konnten. Auch gegen Kapitäne aus anderen Nationen, die es wagten, das Monopol in Frage zu stellen, ging man rigoros vor.
In Batavia entstand eine Mischkultur, ein Kreuzungspunkt von Kulturen. Nach dem Massaker an den Chinesen wurden diese allerdings gezwungen, ausserhalb der Stadtmauern zu leben.
Trotz der klaren Dominanz der VOC gab es immer wieder von den Sultanaten ausgehende Aufstände gegen die Holländer.
Auch holländische Schiffe umrundeten Südamerika und überquerten den Pazifik, wo sie z.B. Kontakt mit dem Königtum von Tonga hatten, aber keine Handelsinteressen ausmachten. Man war auf Gewürze und Seide fixiert.
Die Suche nach dem «grossen südlichen Kontinent» war immer noch nicht abgeschlossen. Man nahm an, er müsse existieren, um die Erde im Gleichgewicht zu halten. Zwischen 1642 und 1644 wurde er z.B. von Abel Janszoon Tasman gesucht, der nicht nur zum später nach ihm benannte Tasmanien segelte, sondern auch Kontakt mit Aotearoa (Neuseeland) und den Salamon-Inseln hatte. Die Maori, die aus Ost-Polynesien in Aotearoa eingewandert waren, hatten ein hoch stratifizierte Gesellschaft mit starken politischen und religiösen Führern. Götter, Helden und Vorfahren spielten eine wichtige Rolle im Alltag. Handelsmöglichkeiten ergaben sich aber kaum und der grosse südliche Kontinent war immer noch nicht gefunden.