Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/1882

Nach dem ersten Beweis von 1963, dass eine Lungentransplantation grundsätzlich durchführbar ist, folgte in den 60er- und 70er-Jahren eine Durststrecke mit sehr schlechten überlebensraten der Transplantierten. Die erste erfolgreiche Lungentransplantation gelang dem Chirurgen Joel D. Cooper im kanadischen Toronto im Jahr 1983. Der Patient überlebte sieben Jahre. Weil in der Folge jedoch bei vielen Patienten eine Transplantation erst in Betracht gezogen wurde, als ihr Zustand bereits desolat war, und die komplexen chirurgischen und medizinischen Probleme noch nicht gelöst waren, blieb die Einjahres-überlebensrate weiterhin nur bei 50%. Erst in den späten 80er-Jahren häuften sich die Berichte von erfolgreichen Transplantationen.
Anfang der 90er-Jahre formierte Walter Weder am UniversitätsSpital Zürich ein Team, um erstmals eine Lungentransplantation in der Schweiz durchzuführen. Seine medizinische Ausbildung auf diesem Gebiet erhielt Weder vom Pionier der Lungentransplantation, Joel D. Cooper, an der Washington University in St. Louis (USA). 1992 konnte in Zürich mit der schweizweit ersten Einzellungentransplantation ein erster Erfolg gefeiert werden. Bereits ein Jahr später folgten Doppellungentransplantationen bei zystischer Fibrose und Lungengefässhochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie), damals sehr schwer zu behandelnde Erkrankungen. Seither wurden 370 Patientinnen und Patienten in Zürich transplantiert. Die ärzte in Lausanne und Genf starteten ihr Lungentransplantationsprogramm im Jahr 1993 und zählen bisher 269 Patientinnen und Patienten.
Neue Herausforderungen werden am Jubiläumssymposium diskutiert
Durch die verbesserte überlebensrate öffnet sich ein neues Spektrum an Fragen: Infektionen, chronische Abstossungen des neuen Organs und medikamentöse Nebenwirkungen bilden die neuen Herausforderungen. Die Medikamente zur Unterdrückung der Immunantwort greifen aber auch stark in die Infektabwehr ein, so dass ein lungentransplantierter Patient sein Leben lang viele prophylaktische Medikamente einnehmen muss. Er muss die Therapie strikt einhalten, was die Behandlung nach einer Lungentransplantation sehr aufwändig und anspruchsvoll macht.
Am UniversitätsSpital Zürich wird deshalb weiter intensiv geforscht, u.a. zu neuen Lösungen zur Vermeidung von chronischen Transplant-Abstossungen, aber auch an technischen Verbesserungen. Auch die lange Warteliste belastet viele Patientinnen und Patienten und einige können am Schluss nur noch dank einer Behandlung auf der Intensivstation die Zeit bis zur Transplantation überbrücken.
Aus Anlass des Jubiläums findet morgen, 27. Oktober 2012, am UniversitätsSpital Zürich ein Symposium statt. Nationale und internationale Experten aus Zürich, Lausanne, Dublin und Toronto diskutierten über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Lungentransplantation. Informationen zum Programm finden Sie hier: (PDF zu Lungentransplantationen).
Ansprechpartner für Fragen:
Prof. Dr. Walter Weder, Klinikdirektor
Klinik für Thoraxchirurgie, UniversitätsSpital Zürich
Tel: +41 44 255 88 01; <email-pii>
Medienmitteilung als Druckversion (PDF)
Weitere Informationen:
Kurzbiografie Prof. Dr. Walter Weder
Kurzbiografie Prof. Dr. Annette Boehler
Programm Symposium vom 27. Oktober 2012
Grafiken Lungentransplantationen
Begrüssungsrede Rita Ziegler