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Samstag, 12. Mai 2012 – 18. Reisetag, 2. Teil
„Is this the way to Amarillo?“
Das fragen wir uns heute morgen. Route 66 ohne Verkehr? Einsame Türme? Ratternde Züge, Fahrzeuge, wie in China beladen? Doch ja, der Cowboy auf dem Neon begrüsst uns in Amarillo, wo die Route 66 im Laufe der Jahre auf verschiedenen Wegen durch die Stadt geführt hat.
Wir entscheiden uns für die 6th Avenue/US-279, mit verschiedenen Überbleibseln von früheren Zeiten, die wir aber nicht weiter erforschen. Dominierend ist das 1930 erbaute Santa Fe Building, früher der Hauptsitz der Eisenbahn und in den 1990er Jahren lange Zeit leer stehend. Wir verzichten auf einen Stopp in dieser Gegend und sind schon bald wieder am anderen Ende der Stadt. nps.gov beschreibt auf einer Webseite den „Sixth Street Historic District“.
Cadillac Ranch
Wir visieren die Cadillac Ranch an. Das ist natürlich keine Ranch oder Farm, sondern eine Kunstinstitution. Zehn Cadillacs sind auf einer Reihe im gleichen Winkel in den Boden eingegraben, im gleichen Winkel wie die Pyramiden von Gizeh. Wir haben nicht nachgemessen. Das Werk zeigt den Niedergang der Heckflossen-Modelle der 1950er Jahre und symbolisiert „die grosse Flucht, die Freiheit der Wahl, die Möglichkeit einfach abzuhauen. Das Grundstück wurde vom Mäzen Stanley Marsh III zur Verfügung gestellt.
Group wants to remove Cadillac Ranch
Wie Ron Warnick am 31. Oktober 2015 in Route 66 News mitteilte, wollte eine Gruppe dieses Werk abbrechen, weil der Sponsor vor seinem Tode in ein Gerichtsverfahren über sexuelle Handlungen involviert war. Ich liess mich damals auf dieser Seite zu einem Kommentar über die amerikanische Moral hinreissen (Thought #10). Das Weiterbestehen dieser Institution scheint nun aber gesichert, da das Landstück mittlerweile einer Stiftung gehört.
Cadillac Ranch in Tractors
Einige Meilen entfernt gibt es noch das dritte Kunstwerk dieser Art, die Combine City – Cadillac Ranch in Tractors. Der Besuch ist allerdings etwas enttäuschend, da dort Landmaschinen anscheinend planlos in den Sand gesteckt wurden. Das Kunstwerk ist ausserdem mit Stacheldraht umzäunt und nicht zugänglich.
Huge Pair of Legs
In dieser Gegend hat es noch einige interessante Objekte. So die Skulptur mit den zwei Beinen. Stanley Marsh III, inspiriert durch einen ähnlichen Satz grosser Beine in der ägyptischen Wüste, soll einen Künstler Lightnin McDuff beauftragt haben, ein solches Kunstwerk zu schaffen. Es ist leider etwas lieblos und einsam in die Gegend gestellt und umzäunt, da sie anscheinend regelmässig versprayt wird.
Tex Randall, Big Texan
Eine andere interessante Slulptur, der ehemals grösste Texaner, steht in Canyon, unweit von Amarillo. Er ist zwar etwas in die Jahre gekommen. Viele Leute wundern sich, dass er überhaupt noch steht. Schon seit längerem soll sich eine Gruppe bemühen, die nötigen Mittel für eine Verjüngungskur zusammenzubringen.
Gemäss letzten Berichten soll die Skulptur überarbeitet werden. Der Abschluss der Arbeiten sei für Ende 2016 vorgesehen. Wir sind gespannt auf das neue Makeup.
Big Texan Steak Ranch
Höhepunkt ist natürlich das Tagesziel, die „Big Texan Steak Ranch“. Hier muss man für ein 72 oz Steak (1,47 kg) mit Beilagen nichts bezahlen, wenn man es schafft, alles in einer Stunde zu vertilgen. Dafür darfst du dich auf der Bühne alleine an einen Tisch für sechs Personen setzen. Wir ziehen es vor, uns von einem Cowboy ein gutes Filet servieren lassen, das ausgezeichnet schmeckt.
Zum Glück haben wir im Big Texan Motel gebucht und unser Heimweg geht nur bis zur anderen Seite des Parkplatzes. Auch werden wir vom „Free Limo Service“ nicht auf die Hörner genommen.
Wie „Route 66 News“ am 26. September 2016 berichtet, zeigen die Besitzer des „Big Texan Steak House“ Pläne für den Bau eines grösseren Restaurants mit neuen Attraktionen.
Die Bilder auf dieser Seite lassen sich zur Zeit nicht in voller Grösse ansehen. Bearbeitung erfolgt in den nächsten Tagen.