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Zuckerrüben trotzten der Trockenheit
Gegenüber dem Rekordjahr 2002 ernteten die Rübenpflanzer letztes Jahr 150 000 t weniger. Die Ernte fiel aber weit besser aus als befürchtet.
Trockenheit und Hitze verursachten der schweizerischen Landwirtschaft letztes Jahr Verluste von über 500 Mio. Franken. Die Zuckerrüben haben diese Trockenheit besser als erwartet überstanden und die Erträge blieben nur wenig unter denjenigen des Vorjahres, sagte Michel Losey, Präsident der versammelten Freiburgischen Vereinigung der Zuckerrübenpflanzer gestern in Ried.
Probleme zeigten sich aber dann bei der Verarbeitung der Rüben, erklärte Fritz Blaser von der Zuckerfabrik Aarberg. Der späte Regen habe im Herbst ein neues Wachstum bewirkt, was zu einer Veränderung der inneren Qualität der Rüben führte. Diese Veränderung habe die Extraktion des Zuckers erschwert, so Blaser. Insgesamt wurden 185 372 Tonnen Zucker gewonnen. Der Zuckergehalt betrug 16,7 Prozent und war fast ein Prozent tiefer als im Vorjahr. Hingegen nahm die Schnitzel- und Melasseproduktion um fast 20 Prozent zu.
Mit den Erntemeldungen können die Zuckerfabriken nicht zufrieden sein, sagte er. Laut Anmeldungen müssten noch 15 000 t Rüben angeliefert werden. Doch die Verarbeitungskampagnen sind seit dem 17. bzw. 19. Dezember abgeschlossen. Man rechne nicht mehr damit, dass diese Mengen noch zum Vorschein kommen . . .
Zukunft sieht düster aus . . .
In den nächsten Jahren müsse die Schweizer Zuckerwirtschaft mit 466 Mio. Franken weniger Bundesgeldern auskommen, betonte Losey. So wolle es die Agrarpolitik 2007 und das Sparprogramm des Bundes. Kritisch äusserte er sich zum weltweiten Zuckerhandel, der von Ländern wie z. B. Brasilien durcheinander gebracht werde. Dort würden Regenwälder abgebrannt, um Zuckerrohr anzupflanzen; Arbeiter müssten unter katastrophalen sozialen Bedingungen schuften und erhielten nur acht Franken Tageslohn. Von einem gerechten Handel, wie dies die WTO eigentlich anstrebe, sei man noch weit entfernt.
. . . es gibt aber auch Lichtblicke
Die Branchenvereinbarungen sehen vor, dass die Zuckerquote für 2004 von bisher 185 000 t auf 200 000 t (entspricht etwa 1 428 570 t Zuckerüben) erhöht werden kann, berichtete Robert Winkelmann, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer. 254 neue Pflanzer (das sind etwa ein Drittel aller Gesuchsteller) konnte eine Quote zugeteilt werden. In den Genuss der Erhöhung kommen auch Produzenten mit einer Zuckerquote von weniger als 12 t. Der Rest der 15 000 t wurde auf die übrigen Betriebe verteilt, wobei insbesondere Regionen nahe den Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld bevorzugt wurden. Winkelmann wartete mit einer weiteren positiven Nachricht auf: Die Preise für die Rüben bleiben für das kommende Jahr unverändert, d.h. für A-Rüben Fr. 11.20/q und für B-Rüben Fr. 8.-/q.
Für Samuel Hänni von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau ist es nicht ausgeschlossen, dass 2004 als Folge des Hitzesommers mit einer Spätverunkrautung der Felder zu rechnen ist. Er gab den Pflanzern Tipps zur Bekämpfung der Knötericharten, Melden, Amarant, Hundspetersilie, Klettenlabkraut usw. Besonders wichtig sei es die Feldränder sauber zu halten. Der Bekämpfung der Hirse, Quecken und Disteln sei besondere Aufmerksamkeit zu schenken. ju