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Das Spitzer-Teleskop der NASA hat in einem 375 Lichtjahre entfernten Sternsystem Acetylen und Wasserstoff-Cyanid gefunden – beides Bausteine der DNA. Die Gase kreisen in ungefähr im gleichen Abstand um den neu geborenen Stern wie die Erde um die Sonne.
Das Sternsystem mit dem Namen IRS 46 befindet sich in einer Sternbildungszone im Sternbild Ophiuchus (Schlangenträger). Der Stern wird von einer flachen Scheibe aus Staub und Gas umgeben, in der sich wohl gerade Planeten bilden. Das Licht des Zentralsterns, das von den Gasen der Staubscheibe reflektiert wird, lässt sich analysieren: je nach vorhandenen Gasen werden bestimmte Wellenlängen des Lichtes absorbiert und erscheinen als dunkle Linien in einem Spektrum. Da jedes Gas seine charakteristische Linie hat, lässt sich so aus dem Licht auf die vorhandenen Gase zurück schliessen.
In diesem Sternsystem wurden nun so die Gase Acetylen und Wasserstoff-Cyanid entdeckt. Diese bilden zusammen mit Wasser unter geeigneten Bedingungen den DNA-Baustein Adenin. Auch die Temperatur der Gase konnte bestimmt werden: sie liegt leicht über 100 ° C, daraus konnte auch auf die typische Entfernung der Gase zu ihrem Stern bestimmt werden: sie liegt bei etwa einer Astronomischen Einheit, also der Entfernung, in der die Erde um die Sonne kreist.
Einmal mehr ist dies ein Hinweis darauf, dass die Grundbausteine für Leben im Universum weit verbreitet sind. Diese Bausteine gibt es nicht nur in der menschlichen DNA und in fernen Sternsystemen, sondern auch in den Atmosphären der Gasriesen unseres Sonnensystems, in der Atmosphäre des Saturnmondes Titan, in interstellaren Molekülwolken (aus denen sich später Sterne bilden) – und nun eben auch in sich bildenden Sternsystemen. Wenn Leben auch nur ein wenig so weit verbreitet ist wie seine Bausteine (Siehe hier: Leben im Universum ), dann dürfte primitives Leben allgegenwärtig sein.
Bildet sich in diesem Sternsystem ein Planet in dieser Entfernung, so ist es sehr wahrscheinlich, dass die DNA-Bausteine in diesen eingebaut werden oder in grossen Mengen in Form von Meteoriten und Kometen in die sich bildenden Ozeane herab regnen. Eines Tages könnte auf diesem Planeten schliesslich Leben entstehen, welches dann zumindest teilweise aus genau diesen Gasen besteht, die nun von Spitzer beobachtet worden sind.