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Ist ein Corgi der richtige Hund für Dich?In den USA sind vor allem die Pembroke Corgis recht populär. Auf der Liste der beliebtesten Rassen stand der Pembroke auf Platz 20 (der Cardigan auf Platz 76), dabei handelt es sich nur um Rassen, die 2015 vom American Kennel Club registriert wurden. Diese Popularität hat aber auch ihre negative Seite. Neben den vielen verantwortungsvollen Züchtern, die Mitglieder des The Pembroke Welsh Corgi Club of America oder The Cardigan Welsh Corgi Club of America sind, gibt es unzählige Hinterhof-Züchter oder Welpenfabriken, wo die Gesundheit, Sozialisierung und das Wohlbefinden der Hunde weniger zählt als das schnelle Geld.
Dazu kommt, wie The Lesser Corgi Society warnt, dass der Corgi nicht für jedermann geeignet ist. Viele Leute wählen einen Corgi auf Grund seiner geselligen Natur und seines süssen und aufgeweckten Aussehens, aber ihre charmante Erscheinung kann über eine weniger reizvolle Realität hinweg täuschen. Die anfängliche Begeisterung kann sich schnell in ein lästiges Ärgernis wandeln, wenn man nicht auf die weniger angenehmen Eigenschaften vorbereitet und gewillt ist, diese zu akzeptieren.
Die traurige Tatsache ist, dass vor allem viele Pembroke Corgis in Tierheimen landen, entweder weil sie aufgefunden oder von ihren Besitzern abgegeben werden. Zum Glück gibt es mehrere Corgi Nothilfe-Organisationen sowie CorgiAid, eine gemeinnützige Organisation, geführt von Freiwilligen und gegründet, um finanzielle Mittel für die medizinische Hilfe für Corgis und Corgi-Mischlinge in Not zu gewähren.
In Grossbritannien hilft der Welsh Corgi Rescue Service Corgis in Not, aber weil der Pembroke nicht länger so populär ist wie einst, hat der Rescue Service eine lange Warteliste von Leuten, die einen Corgi in Not suchen.
Falls Du Dich in einen Corgi verliebt hast, solltest Du den folgenden Artikel lesen, bevor Du spontan einen Corgi kaufst. Obwohl einiges davon vielleicht etwas übertrieben scheint, gibt er doch Stoff zum Nachdenken; Vieles trifft natürlich auch auf den Cardigan zu. Solltest Du immer noch der Meinung sein, dass ein Corgi der richtige Hund für Dich ist, dann wende Dich an den Rasseklub in Deinem Land, um einen seriösen Züchter zu finden.
Fünf Gründe, keinen Pembroke zu kaufen
Von Cindy Lynn auf Yahoo.com
Übersetzung Almut Rosenfelder. Erschienen in der deutschen Corgi-Post 3/2013.
Hast Du im Fernsehen einen Corgi gesehen und gedacht, "so einen süssen Hund muss ich auch haben"? Wenn Du die Corgis der Queen gesehen hast, warst Du vermutlich hingerissen von den niedlichen, schelmischen Gesichtern, die stets zu lächeln scheinen. Das ist einer der Punkte, die diese Rasse so liebenswert erscheinen lassen. Bevor Du nun aber losstürzt, um Dir einen Pembroke zu kaufen, weil Du Dich in seinen Anblick verliebt hast, solltest Du die folgenden fünf Argumente überdenken, aus denen ein Corgi vielleicht NICHT in Dein Leben passt.
1. Wau-wau-wau
Jaaa, Corgis bellen gerne. Das "Wuff" eines kleinen Welpen mag noch süss wirken, aber mit dem Corgi wächst auch die Lautstärke.
Ein Corgi äussert sich gerne und findet es angemessen, zu bellen wenn er Hunger hat, wenn er etwas sieht, was ihm nicht passt, wenn er spielen möchte... aber auch, weil ein Blatt vom Baum fällt oder im Dunkeln die Sterne am Himmel erscheinen.
Mit anderen Worten: er weiss, dass er eine Stimme hat, und er benützt sie gerne. Wenn Du also keinesfalls einen gesprächigen Hund haben willst, aber die Mühe scheust, sein Bellen in geordnete Bahnen zu lenken und auf ein sozialverträgliches Mass zu regulieren, dann lässt Du besser die Finger vom Pembroke.
2. Immer genug Wolle im Haus, um einen Pullover daraus zu stricken.
Viele Leute rechnen nicht damit, dass Corgis ziemlich ganzjährig haaren, mit Höhepunkten im Frühling und im Herbst. Die Wollmäuse werden sich überall im Haus tummeln und Haare sind überall. Wenn tägliches Staubsaugen nicht Dein Ding ist, dann lässt Du besser die Finger vom Pembroke. Das gleiche gilt, wenn Du Wert auf eine stets tadellose Erscheinung legst und es hasst, Hundehaare an der Kleidung zu haben.
3. Autsch, mein Rücken!
Ihr langer Rücken macht Corgis anfälliger für Rückenprobleme. Wie sagte ein Veterinär über seinen Corgi-Patienten: "Der bräuchte einen Mittelpfeiler!"
Wenn Du einen Hund haben möchtest, der joggt und springt, und bei dem Du Dir keine Gedanken machen musst, wie Du ihn davon abhalten kannst, andauernd irgendwo rauf und runter zu springen, mit Karacho über unebenes Gelände zu rasen oder mit Begeisterung treppauf, treppab zu flitzen, dann lässt Du besser die Finger vom Pembroke.
Wo wir gerade von Treppen sprechen: wenn Du welche im Hause hast oder in einer oberen Etage ohne Lift wohnst, sei darauf vorbereitet, Deinen älteren 14-Kilo-Corgi ohne Murren zu tragen - und zwar jedes einzelne Mal, rauf und runter!
4. Hungärr!
Pembrokes sind verfressen, und mit Futterbelohnungen klappt das Training wunderbar. Die Kehrseite der Medaille ist, dass Corgis beim Geruch von leckeren Dingen anfangen zu trielen, beim Anblick von Köstlichkeiten anfangen zu bellen und ihren Besitzern im Handumdrehen Leckerle abluchsen werden. Wenn Du keine Mühe darauf verwenden willst, seinen "Input" zu kontrollieren und ihn schlank zu halten, dann winken am Horizont die Rücken- und Gelenkprobleme und was sonst noch so mit Übergewicht zusammenhängt. Wenn Du einem bettelnden Hund nicht widerstehen kannst, dann lässt Du besser die Finger vom Pembroke.
5. Und dann wäre da noch die Sturheit
Bei ihrem so überaus witzigen Charme vergisst man nur zu leicht, einem Corgi gute Manieren beizubringen. Falls Du ihn doch erziehst, wirst Du feststellen, dass er bisweilen ein rechter Sturschädel ist. Züchter betonen gerne, dass Corgis sich langweilen, wenn sie ein Kommando x-mal wiederholen sollen. Ganz ehrlich, von wegen "nicht x-mal wiederholen", bisweilen wollen sie ein Kommando nicht einmal beim ersten Mal ausführen! Sie haben helle Köpfchen und lernen schnell, aber Corgis halten sich oft für schlauer als den Rest der Welt. Falls Konsequenz für Dich ein Fremdwort ist oder wenn Du einen Hund haben möchtest, der Dir jeden Wunsch von den Augen abliest, bevor Du ihn überhaupt zu Ende gedacht hast, dann lässt Du besser die Finger vom Pembroke.
Was, wenn Dich das alles nicht betrifft?
Nachdem Du nun fünf Gründe gelesen hast, keinen Corgi zu kaufen, meinst Du immer noch, Du könntest mit diesen kleinen Schwächen umgehen und dafür einen echten Charakterkopf mit spassigen Einfällen in Dein Leben integrieren? Einen, der rücklings alle Viere in die Luft streckt beim Schlafen, der jeden anlächelt, den er trifft, der allerliebst mit Quietschebällchen spielt? Der Dich so überschwenglich liebt, dass er Dir wie ein Schatten überallhin folgt, Dir Corgi-Küsse verpasst, auf Deinem Schoss sitzen möchte und Dir auch sonst auf jede erdenklich Art seine Liebe zeigt? Wenn das so ist, dann kaufst Du besser keinen Pembroke - kaufe zwei!