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Basel, um 1820/30
Eisen geschmiedet, Messing gegossen
L. 17,5 cm
Inv. 1909.257.
Schlüssel sind nicht nur Instrumente zum Verschliessen, sondern oft auch Träger von Symbolen. Wer die Schlüsselgewalt ausübt, besitzt die Herrschaftsgewalt; dies gilt sowohl im sakralen wie im profanen Bereich. Die symbolische Übergabe der Stadtschlüssel an den Herrscher bezeichnet die Anerkennung des Fürsten. Die Schlüsselübergabe nach einem verlorenen Krieg bedeutet Unterwerfung und Abtretung der Herrschaft an den Feind. Der Volksglaube weist dem Schlüssel Abwehrkräfte zu. Der Schlüssel schützt vor bösem Blick, Krankheit, Hexen, Brand etc. Nicht nur der reale Schlüssel kann Wunder bewirken, sondern auch das am Körper getragene Schlüsselamulett. In der Liebe schliesslich verkörpert der Schlüssel den Phallus, das Schloss den Schoss. Der Baselstab auf dem Schlüssel des Basler Zeughauses bezeichnet den Stadtstaat Basel als Gebieter über Zeughaus und Militär. In der Nachahmung gotischen Formengutes ist der Schlüssel auch ein bezeichnendes Beispiel für die Mittelalterbegeisterung der Romantik. Der Griff imitiert gotisches, dreipassiges Masswerk. Den beiden grösseren Bogen sind Ranken eingeschrieben; der kleinere Bogen trägt den erwähnten Baselstab. Ein Kranz von Akanthusblättem umgibt das balusterförmige Gesenk. Dem Volldorn mit Knopf ist ein zweiteiliger Bart angesetzt.