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„The last year is the past year“, schreit Busy Signal ins Microphone, während seine Band seinen Übertune „Watch Out For This (Bumaye) einzählt und 10’000 Fans die Major Lazer Produktion, die momentan die weltweiten Charts aufmischt, mit Applaus & Forwards begrüssen.
„The last year is the past year“ bezieht sich aufs Jahr 2012 als sich die Ereignisse in Busy Signal’s Leben überschlugen. Nach seiner Promotour zu seinem aktuellen Album ‚Reggae Music Again‚ verhaftet ihn die Polizei am Flughafen und wenig später wird er in die USA abgeschoben. Laut Anklage flüchtete Busy Signal vor 10 Jahren aus dem USA wegen einem bevorstehenden Prozess wegen Mithilfe bei einem Drogengeschäft. Zurück in seiner Heimat Jamaika wurde wenig später aus Glendale Gordon der Künstler Busy Signal, der fortan in der ersten Dancehall-Liga mitspielt. Von seiner Flucht aus den USA weiss niemand was bis zu seiner Verhaftung im Frühling 2012.
Busy Signal beteuert seine Unschuld und bestreitet an den Drogengeschäften beteiligt zu sein. Das Gericht spricht ihn lediglich für sein Nichterscheinen vor Gericht schuldig – die Beteiligung an Drogengeschäften führen zu keiner Verurteilung – und nach sechs Monaten kommt er im November 2012 wieder auf freien Fuss. Seitdem ist Busy Signal produktiv wie eh und je und hat im Sommer eine ausgiebige Europatournee hinter sich gebracht.
Wir trafen den Dancehallstar am Chiemsee Reggae Summer und sprachen mit ihm folgenden Kurzinterview über die vergangenen Monaten und die Zukunft seines Turf-Labels.
[Reggaenews.ch] An deinen Konzerten auf der aktuellen Europatournee sagtest du mehrmals: „Last year is the past year“. Wie fühlte sich an endlich mit den Anschuldigungen, die fast 10 Jahre offen waren, abzuschliessen und das ganze hinter dir zu lassen?
[Busy Signal] Das fühlte sich an als hättest du 70 Säcke Zemente auf dem Rücken, die du ständig mit dir trägst und nun konnte ich endlich alles fallen lassen und kann mich frei fühlen. Das ist eine unglaubliche Entlastung. Über 10 Jahre habe ich das mit mir getragen, dann die Auslieferung und den Gerichtsfall abschliessen zu können, war das Beste, das mir passieren konnte. After my life, after my mom gave birth to me, that’s the best thing that could happen to me on the road of my life. Gettin the relief and the freedom again.
Wie haben dich die 24 Wochen hinter Gitter beinflusst? Hat es dich verändert?
I wouldn’t say change, I would say college. Du verlässt die Gesellschaft, die Welt, die dir vertraut ist und kommst in ein System rein, wo du keine Kontrolle hast, du kannst dich nicht frei bewegen. Jetzt wo ich wieder auf freiem Fuss bin, fällt es mir viel leichter das Leben und unsere Freiheiten wertzuschätzen. Nach so einer Erfahrung siehst du vieles viel entspannter. Being free’d again by the Most High Jah, pass the judges and the lawyers is just a big blessing.
Nach der Trennung von deinem früheren Manager baust du momentan dein Turf-Label weiter aus. Was ist das ‚Turf‘ (übersetzt Territorium) und was ist der Plan für die Zukunft?
Well, the turf is the turf. You have your turf and I have my turf and representin‘ with my people. Ich bin an einem Level angekommen, wo ich mehr Kontrolle haben will über meinen Output und die Business-Situation langfristig selbst in der Hand haben will. Leute wie Shaggy oder Jay-Z haben diesen Schritt vor mir gemacht und ihre eigenen Strukturen aufgebaut. An einem bestimmten Punkt in der Karriere ist dies eine logischer Schritt und ich kontrolliere meine Angelegenheiten zusammen mit meiner Familie mit dem ‚Turf‘-Label.
Planst du eigene Riddims zu produzieren und neue Künstler zu pushen?
Definitiv. Wir planen auf jeden Fall mit jungen Künstler zusammenarbeiten wie zum Beispiel ‚RC‘, ‚Sugar‘, ‚Cananga‘, ‚Exco Levi‘ oder ‚D Major‘. Das sind alle Künstler, die wir auf ihrem Weg unterstützen. Im Moment hab ich aber kein Interesse Künstler zu ’signen‘. Ich will einfach diesen Acts eine Plattform zu geben und sie auf ihrem Weg unterstützen.
Das erinnert mich sehr an die ‚Alliance‘ von Bounty Killer, der dich ja auch am Anfang deiner Karriere gepusht hat.
Ja genau. Bounty hat mir und vielen anderen Künstler sehr geholfen, er holte mich auf die Bühne an grossen Events, gab Ratschläge, stellte mich Produzenten und wichtigen Leuten aus dem Musikbusiness vor. Auch bei ihm geht es nur um die Unterstützung von neuen Talenten und die Liebe zur Musik. Bounty wollte nie Prozente erhalten oder dass wir einen Vertrag unterzeichnen. He never beat us to put a tattoo on our arms with ‚Alliance‘ on it.
Deine Songs sind sehr vielseitig, in deinen Songs hört man Latino Rhythmen, ein altes Rock’n’Roll-Sample. Hörst du tatsächlich auch soviele verschiedene Musikstile?
Ja, ich höre allerlei Musik. Natürlich viele Sachen aus meinem Umfeld, aber auch Zeug outside of the box…Pavarotti, Phil Collins, Coldplay…and lots of dead artist, who represent real music.
Busy Signal’s aktuelles Album ‚Reggae Music Again‘ ist als Digital-Download, CD und Vinyl erhältlich. Seit diesem Sommer ist auf iTunes die „I T (Incomparable Talent) EP“ draussen mit sechs aktuellen Songs.