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Lapsang Souchong ist nicht nur einer der weltweit bekanntesten Schwarztees, sondern wird auch als der erste schwarze Tee überhaupt angesehen. Im Folgenden erfährst du die Hintergründe dieses Tees, wie er verarbeitet wird und wie du ihn zubereiten kannst. Ausserdem beschreiben wir auch Jin Jun Mei – eine Unterart des Lapsang Souchong und einer der teuersten Tees der Welt. Wir stützen uns in diesem Artikel wo nicht anders angegeben auf das Buch 中国茶经.
Lapsang Souchong: Hintergrund
Dieser Schwarztee stammt aus der Gegend von Tongmu im UNESCO-Welterbe Berggebiet von Wuyi in der Provinz Fujian. Der Name „Lapsang Souchong“ ist die Dialektversion von „Lishan Xiaozhong“, wobei sich „Lishan“ auf den Berg Li in dieser Gegend bezieht. Die im Chinesischen weiter verbreitete Bezeichnung „Zhengshan“ kommt vom berühmtesten Berg dieser Anbauregion, dem Zheng-Berg. „Xiaozhong“ heisst so viel wie „kleine Sorte“. Denn dieser Tee besteht aus den eher kleinen Blättern des Teestrauches. Dies im Gegensatz zu Schwarztees aus Blättern von Teebäumen der Variante Camellia Sinensis Assamica wie etwa unser Dianhong.
Gemäss der chinesischen Teegeschichte ist dieser Tee der erste Schwarztee überhaupt. Die Legende besagt, dass der Tee erfunden wurde, als Mitte des 16. Jahrhunderts die Teebäuer*innen des Dorfes Tongmu wegen des Durchzugs von Soldaten den gepflückten Tee nicht wie üblich am gleichen Tag verarbeiten konnten. Sie konnten erst am nächsten Tag, nachdem die Soldaten abgezogen waren, den Tee weiterverarbeiten. Dieser war über Nacht oxidiert. Um noch zu retten, was zu retten war, rösteten sie die Teeblätter über einem Feuer aus Pinienholz. Obwohl sie nicht daran glaubten, mit diesem Tee noch etwas verdienen zu können, verkaufte er sich wider Erwartens sehr gut. Mit der immer steigenden Nachfrage stiegen alle Teebäuer*innen der Region auf die Produktion dieses Tees um.
Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts brachten holländische Händler diesen Tee nach Europa, der dort bald reissende Nachfrage erfuhr. Bis heute ist Lapsang Souchong der bekannteste chinesische Tee in Europa. Er verliert auch beim Mischen mit Milch nicht an Geschmack, weshalb er gerade in England gerne mit Milch und Zucker getrunken wird.
Verarbeitung
Lapsang Souchong kann auf verschiedene Arten hergestellt werden, die sich jeweils im Geschmack unterscheiden. Zudem werden die Blätter je nach Qualität unterschiedlich verarbeitet. Für Teebeutel-Tee wird er im CTC-Verfahren verarbeitet wie etwa Darjeeling (siehe dort), um die dafür nötigen Blattbruchstücken zu erhalten. Für Tee aus losen Blättern wird er dagegen auf traditionelle Arbeit und meist von Hand verarbeitet.
Die Verarbeitungsschritte dieser traditionellen Art sind wie bei anderen Schwarztees: Welken, Kneten, Oxidieren und Trocknen. Speziell bei Lapsang Souchong ist, dass der Tee nach dem Oxidieren im Wok geröstet und danach ein zweites Mal geknetet wird. Zum Trocknen wird er danach entweder über einem Feuer aus Pinienholz bzw. Piniennadeln geröstet. Dieser geräucherte Lapsang Souchong ist vom Geschmack her intensiver und hat eine charakteristische Rauchnote. Oder die Blätter werden über einer neutralen Hitzequelle wie Kohleglut getrocknet – dies ergibt dann ungeräucherten Lapsang Souchong, der einen recht anderen Geschmack hat. Der unterschiedliche Geschmack ergibt sich also aus der Trocknungsart und ist kein Indikator für Qualitätsunterschiede.
Jin Jun Mei (金骏眉)
Jin Jun Mei ist ein schwarzer Tee, der aus der gleichen Region und von den gleichen Pflanzen wie Lapsang Souchong stammt. Es ist ein sehr junger Tee: er wurde 2005 „erfunden“ – ob es nun der Direktor der Wuyi Mountain Zhengshan Tea Company Jiang Yuanxun oder die Besucher aus Beijing, Zhang Mengjiang und Yan Yifeng waren, ist umstritten (s. Wikipedia). Die Idee war auf jeden Fall, einen besonders hochwertigen Lapsang Souchong nur aus den feinsten Knospen herzustellen. In den Jahren 2007-2013 versuchten verschiedene Parteien, die Namensrechte für diesen Tee zu erlangen. Mit dem Urteil des höchsten Gerichts in Peking von 2013 stand dann aber fest, dass es sich bei „Jin Jun Mei“ um den Namen einer Teesorte handle und man ihn deshalb nicht als Markenname nutzen darf (s. Wikipedia).
Jin Jun Mei verkaufte sich sehr schnell sehr gut und gilt heute als einer der teuersten Tees. Dies einerseits, weil er extrem arbeitsintensiv ist: In 100g sind bis zu 10’000 Knospen enthalten, alle von Hand gepflückt. Zudem ist die die Anbaufläche sehr begrenzt. Andererseits hat der Hype um Jin Jun Mei den Preis in die Höhe schnellen lassen, was auch dazu geführt hat, dass auf dem Markt oft unechter Jin Jun Mei verkauft wird.
Wenn du mehr Details über Jin Jun Mei erfahren willst, dann empfehlen wir dir folgenes Video von Mei Leaf: