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Pfarrer G. Straßer: Die Katastrophe am Wetterhorn
Sedaktion.
Pfarrer Gottfried Strasser: Die Katastrophe am Wetterhorn vom 20. August 1902. Gedenkschrift. Grindelwald 1902.
Die Gedenkschrift des Gletscherpfarrers dient einem guten Zwecke und mag deshalb hier erwähnt werden. Der Reinertrag ist zur Stiftung eines Fonds bestimmt, „ aus dem Führer und Träger die bei der Aufsuchung und Bergung von im benachbarten Gebirge Verunglückten sich beteiligen, für diese oft gefährliche und immer mühselige Arbeit, wozu sie durch das Führerreglement verpflichtet sind, entschädigt werden sollen, wenn die Verunglückten oder deren Angehörige die Mittel nicht besitzen um der Bergungsmannschaft eine freiwillige Anerkennung zu verabfolgen ". Ich glaube nicht, daß der Fall bisher in Grindelwald vorgekommen sei, aber er ist immerhin denkbar und darum die Absicht löblich. Die vom Zentralkomitee des S.A.C. neulich aufgestellte Organisation der ersten Hülfe bei Unglücksfällen im Gebirge wird, wenn einmal eingeführt, ebenso sicher und vielleicht delikater wirken. Die Schrift enthält, nach einer Aufzählung der früheren Unglücksfälle am Wetterhorn seit 1763, eine kurze Beschreibung des Unglückes, bei dem vier Leben auf einmal vom Wetterstrahl gefällt wurden, den Bericht über die Aufsuchung und Bergung, die viel Zeit in Anspruch nahm, die bei den Leichenbegängnissen vorgetragenen Reden und Gedichte. Sie ist illustriert mit den Bildnissen der Verstorbenen, mit Aufnahmen, die von den verstorbenen Herren selbst unterwegs am ersten Tage gemacht worden waren und die sich in ihrem Apparat in der Hütte vorfanden, mit andern Aufnahmen der Suchpartien, Leichentransporte und -zöge, sowie die mit Kränzen reichgeschmückten Grabstellen auf dem Friedhof in Grindelwald, der in den letzten Jahren eine sich unheimlich mehrende Ernte macht. Im ganzen eine melancholische Lektüre, die aber gute Frucht zu bringen geeignet ist, wenn sie recht verstanden wird. Und auch darum wünsche ich der Schrift eine weite Verbreitung; der Preis ist 1 Fr. 50, und sie ist zu haben bei der Buchhandlung J. Jakober-Peter in Grindelwald. Beiträge für den genannten Fonds nimmt auch das Pfarramt Grindelwald gerne entgegen.
Redaktion.