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ausschließlich der
Pflege des Schulgesangs. Um 1815 begann er die Lancastersche
Methode in mehrere Privatschulen einzuführen,
und sein Erfolg war ein so glänzender, daß er 1819 von den Behörden beauftragt wurde, den Musikunterricht in allen
Elementarschulen
der Stadt zu organisieren. 1839 wurde ihm seitens der
Regierung die
Aufsicht über den gesamten Schulgesangsunterricht
übertragen. Er starb in Chaillot bei
Paris
[* 2] Unter seinen hinterlassenen Werken sind
Kompositionen für
Gesang sowie
mehrere instruktive Werke zu bemerken, namentlich sein
»Manuel musical; methode graduée
pour le chant élémentaire, etc.«
(Par. 1846 u. öfter).
sah aber, da er das kaufmännische
Geschäft so wenig wie
Lessing verstand, das Unternehmen bald scheitern und sein
Vermögen zugesetzt. Bode folgte nun 1778 der
Gräfin von
Bernstorff, der
Witwe des berühmten dänischen
Ministers, als deren Geschäftsführer nachWeimar,
[* 19] wo er als
Hofrat starb. Unter Bodes Übersetzungen, durch welche er einen nicht geringen Einfluß auf die
deutsche Litteratur
übte, sind
Sternes »Yoriks empfindsame
Reise« (Hamb. 1768, 5. Aufl. 1804),
(spr. -dell),Jean, franz. Trouvère des 13. Jahrh., aus Arras
[* 38] gebürtig, begleitete den heil.
Ludwig auf seinem Kreuzzug nach Ägypten.
[* 39] Nach seiner Heimkehr vom Aussatz befallen, zog er sich von den Seinigen zurück und
starb in der Abgeschiedenheit. Man hat von ihm ein
Abschiedsgedicht an die Stadt Arras (»Li congies«, zuletzt hrsg. von Reynaud,
Par. 1880),
ein sehr lebendiges Mirakelspiel: »La Jeus de St.-Nicolas« (hrsg. von Michel u. Monmerqué
im »Théâtre français du moyen-âge«, das. 1839),
und mehrere Pastorellen (hrsg. von Bartsch, Leipz. 1879). Von einigen wird
ihm auch das epische Gedicht »Guiteclin de Sassaigne« (hrsg.
von Michel, Par. 1839) zugeschrieben, das den KampfKarls d. Gr. gegen den Sachsenkönig Wittekind behandelt.
Mit der Revolution von 1848 hatte er keine Sympathien, nahm 19. März seine Entlassung und wurde in die preußische Zweite Kammer,
zuerst im Januar 1849 und wiederum nach dem oktroyierten Wahlgesetz von 1849, später auch ins Erfurter Volkshaus gewählt.
Er unterstützte hier die Unionspolitik des preußischen Ministeriums; auch wurde er im September 1849 zum
Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Union ernannt. In der Kammersitzung von 1850 bis 1851 war er Führer der Zentrumspartei,
welche die Politik der Regierung zwar mißbilligte, ihr aber doch die Mittel zur Fortsetzung derselben gewährte. 1852 zum Regierungspräsidenten
in Arnsberg
[* 48] ernannt, starb er auf einer Dienstreise in Medebach.
2) Karl von, preuß. Minister, Bruder des vorigen, geb. zu Velmede bei Hamm, studierte die Rechte, war 1837-45 Landrat
in Hamm, dann Oberregierungsrat in Minden,
[* 49] Regierungsvizepräsident in Münster,
[* 50] Regierungspräsident in Arnsberg, seit 1849 streng
konservatives Mitglied des Abgeordnetenhauses sowie 1851-58 unter Manteuffel und 1862-66 unter Bismarck
Finanzminister. Da er 1866 die Verantwortung für die Beschaffung der Geldmittel für den Krieg nicht übernehmen wollte, erhielt
er seine Entlassung. Er starb
mechanische und chemische Kräfte sind unablässig thätig, zu zertrümmern, zu lösen, zu trennen und das Vorhandene in andre
Verbindungen überzuführen, neues Bodenmaterial zu bilden. Unter dem Einfluß der Sonnenstrahlen werden die einzelnen
Bestandteile des Gesteins in ungleichem Grad ausgedehnt; zahllose Risse und Sprünge entstehen, in welchen sich der wässerige
Niederschlag ansammeln kann; die ausdehnende Gewalt des frierenden Wassers erweitert die Ritzen.
Auch im zertrümmerten Gestein, dem rohen oder Verwitterungsboden, siedeln sich anfangs nur solche Pflanzen an, welche mit
nur wenigen Wurzeln im B. haften und ihre Nahrung vorzugsweise der Atmosphäre und dem Wasser entnehmen (Algen,
[* 58] Moose, Flechten
etc.). Absterbend bilden sie die ersten Pflanzenreste, welche dem Boden die
Fähigkeit geben, höher organisierte Pflanzen zu tragen; auch diese sterben wieder ab, und so bildet sich im jahrhundertelangen
Wechsel zwischen Leben und Sterben die fruchtbare Walderde als der Träger
[* 59] der großartigen Urwaldvegetation, in der Thalsohle
die Wiese, im Sumpfboden der Bruch, Moor oder Torf, während überall da, wo die Trümmergebilde nur Sand,
Kies oder groben Schutt enthalten, die Flora zurückbleibt oder höchstens bis zur Heide sich erheben kann.
In jedem Boden sind als Hauptbestandteile folgende zu unterscheiden:
1) Luft erfüllt alle Hohlräume und stellt das belebende Agens dar, ohne welches weder ein Pflanzenwachstum
noch ein fortschreitender Verwitterungs- und Verwesungsprozeß gedacht werden kann; die Schicht, bis zu welcher der Einfluß
der Luft in wirksamer Weise gehen kann, heißt Krume im Gegensatz zum darunterliegenden Untergrund. Die Luft im B. ist reicher
an Kohlensäure als die über dem Boden, nach frischer Düngung und in Gegenwart von vielen Pflanzenresten
bis 36mal reicher; sie ist in ihrer lösenden und umwandelnden Kraft
[* 61] demnach auch stärker.
Das kapillarische Wasser ist dasjenige, welches die feinen Zwischenräume des Bodens vermöge der sogen. Haarröhrchenkraft
zurückhalten, ohne es tropfbarflüssig abgießen zu lassen. Es bildet sich aus atmosphärischen Niederschlagen oder durch
Kondensation von Wasserdampf bei Temperaturdifferenzen. Die Fähigkeit des Bodens, aus dem Grundwasser kapillarisch die Feuchtigkeit
abzuziehen und nach auswärts zu führen, ist abhängig von dessen Zusammensetzung.
Die bisherigen Untersuchungen ergaben z. B. für thonigen Lehmboden 0,627
m, für Streusand 0,209 m, für Thonboden 0,47 m, für Torf 0,8 m sogen. Erhebungszone, d. h.
die Höhe, bis zu welcher das Wasser kapillarisch über einen Wasserspiegel zu steigen vermag. HygroskopischesWasser ist dasjenige, welches die einzelnen Erdpartikelchen als feine Schicht von Wasserdampf umhüllt, angezogen aus der Luft,
aus dem Untergrund oder aus der Verdunstung der Wurzeln. Es unterhält das Wachstum bei trocknem Wetter,
[* 64] da und Luft das Bestreben
haben, ihre Feuchtigkeitszustände auszugleichen.
und verhindert die Verdunstung im B. Das aufsteigende Wasser führt die in die Tiefe gespülten und dort gelösten Stoffe, zum
Teil wenigstens, an die Oberfläche, wo sie zurückbleiben, während das Wasser verdunstet.
Der Land- und Forstwirt unterscheidet im B. nur nach Hauptgemengteilen und benennt danach die einzelnen
Vorkommnisse. Unter Sand (Sandboden) versteht er die Gesamtheit aller kleinen, unzersetzten, unbeweglichen und unverbundenen
(Quarz-) Körner, entstanden aus quarzführenden Gesteinen und Sandsteinen, meist angeschwemmt als Niederschlag. Er bildet das
lockernde und erwärmende Prinzip im B., neben dem Eisen
[* 70] den schwersten Bestandteil dem Gewicht nach. Leicht
heißen aber die Sandboden deshalb, weil sie der Bearbeitung (dem Eindringen der Wurzeln, der Luft und des Wassers) keinen Widerstand
entgegensetzen.
Der Sand ist vorzugsweise trocken, weil durchlassend für das Wasser (wertvoll im Untergrund); er vermag es nicht zurückzuhalten
und begünstigt die rasche Verdunstung. Die Wärme nimmt er rasch auf und strahlt sie langsam wieder aus.
Er entbehrt des Zusammenhalts und bildet also keine Schollen. Tierischer und vegetabilischer Dünger zersetzt sich rasch im
Sand, für welchen Gründünger, Komposte, Poudretten, flüssiger Dünger und feucht-speckiger Mist am tauglichsten sind. Die
Walze muß hier fleißig zum Zusammendrücken gebraucht
werden; beschattende Pflanzen bilden die beste
Nutzungsart, Mischungen mit thoniger Erde und Humus die beste Korrektur. Je nach Klima,
[* 71] Lage und Beimischung darf der reine Sandgehalt
von 60 bis selbst 90 Proz. betragen. Ohne thonige Erde ist der Sand absolut unfruchtbar, ebenso wie der Kies (Kies-Geröllboden).
Im Gegensatz zu ihm steht der Thon (Thonboden) als der Inbegriff aller thonerdehaltigen Verwitterungsprodukte,
also vorzugsweise der Feldspate; er ist das bindende, kältende Prinzip im B., aber auch der Träger des so wichtigen Absorptionsvermögens.
Er zieht mit Begierde das Wasser an (zungenklebend), hält es mit großer Kraft zurück und hindert durch seinen festen Zusammenhalt
dessen Verdunstung. Er erwärmt sich nur langsam und erkaltet rasch. BeimRegen schwillt er an, und beim Austrocknen zieht er
sich zusammen, Risse und Sprünge bildend, wird hart und zäh.
Seine Teilchen halten fest aneinander, daher Bearbeitung und Eindringen von Luft und Wurzeln schwierig sind (schwerer Boden). In
feuchtem Zustand formbar, haftet er anWerkzeugen und am Schuhwerk und ackert sich in zusammenhängenden
Schollen und Stücken, welche nicht von selbst auseinander fallen. Durch den Frost wird er mürbe, durch Gluthitze zerfällt
er zu Pulver und wird nicht wieder fest (Bodenbrennen). Die thonige Feinerde hat vorzugsweise die Fähigkeit, die im Wasser
gelösten Stoffe zu absorbieren, Kali-, Ammoniak- und Phosphorsäure zurückzuhalten und Kalk und Natronsalze dagegen in Austausch
zu geben, sowie die, das Ammoniak der Luft zu verdichten. v. Schwerz vindizierte dem Thon das eigentliche Prinzip der Fruchtbarkeit;
wir wissen jetzt, daß ohne ihn dauerndes Wachstum nicht möglich ist. Er enthält vorzugsweise die Kaliverbindungen.
Sehr eisenhaltiger Thon bedarf der tüchtigsten Bearbeitung und fleißigsten Düngung mit Mist. Clayboden ist ein an Thon sehr
reicher, kalkarmer Boden; im Thonboden kann der Kalkgehalt bis 5 Proz., der Humusgehalt
bis 20 Proz. gehen, der Thongehalt darf nicht unter 60 Proz.
betragen. Ist der Thon durch Wasser fortgeführt und anderwärts abgelagert worden, so heißt er Lehm (Lehmboden). Dessen Bestandteile
sind homogener gemischt, er ist weniger bindig und fest, milder, mürber und hat die charakteristischten Eigenschaften des
Thons verloren. Er zeigt mehr die des Kalk- und Sandbodens und heißt auch Mittelboden, zumal wenn es ihm
nicht an Humus fehlt. Der Thongehalt geht nicht über 60 Proz.; je geringer er ist, um so günstiger
ist die Mischung, um so mehr der Charakter des Lehmbodens gegeben.
Während der Sand mehr nur als Lockerungs- und Verdünnungsmittel im B. dient und die Thonerde als Trägerin
der Absorptionsthätigkeiten eine nicht minder hochwichtige Rolle spielt, ist der Kalk direkt als Nahrungsmittel
[* 76] der Pflanze
zu betrachten, aber auch durch seine gesamten Eigenschaften beachtenswert. Er entzieht der Atmosphäre nur wenig Wasserdampf,
nimmt aber viel tropfbarflüssiges Wasser auf und läßt es ziemlich rasch wieder verdunsten. Kreideboden
sind wahre Wassersauger und nur fruchtbar in feuchter Lage, Kalkfelder immer vorzugsweise trocken.
Sie erwärmen sich rasch und strahlen die Wärme rasch aus. Angenäßt werden sie breiartig, zusammenhängend, krustierend,
Schollen bildend; beim Abtrocknen lockern sie sich aber von selbst wieder. Der Kalk vermag sich mit den thonigen Bestandteilen
der Feinerde zu inkrustieren und verdrängt schwächere Basen, Magnesia, das Eisenoxyd und die Thonerde,
aus ihren Verbindungen mit der Kieselsäure des Thons. In saurem Boden wirkt der Kalk neutralisierend und auf pflanzlichen und tierischen
Dünger in hohem Grad zersetzend, so daß alle Kalkböden viel und vorzugsweise speckig-feuchten Mist brauchen.
Der Humus endlich erscheint als das allgemeine Korrektiv für alle Bodenarten, ohne dessen Gegenwart ein freudiges Wachstum
nur selten möglich ist. Der Landwirt unterscheidet Wald- oder wilden Humus im fruchtbaren Boden, reich an
Alkalien, sauren Humus im Bruch- und Moorboden, kohligen Humus oder Torf, basisch trocknen Humus im Sand- und Kalkboden, pulverig,
trocken, reich an unlöslichen Salzen, und trocknen Heidehumus mit viel Gerbsäure, Wachs und adstringierenden Stoffen.
ReineThon- (Lehm-), Sand-, Kalk- (Gips-, Mergel-), Humusböden finden sich nur selten, in der Regel sind diese Bestandteile alle
vertreten, aber in den mannigfachsten Mischungen; der Landwirt kombiniert die Bezeichnungen, z. B.
als lehmiger Sand, sandiger Lehm etc. Derjenige Bestandteil, welcher in irgend einem Boden vorherrscht, gibt ihm vorzugsweise
seinen Charakter; solche Boden, in welchen alle Bestandteile so gemischt sind, daß keiner als solcher erkennbar ist und vorherrschen
kann, bilden die fruchtbarsten Gründe (Marschboden). Analog sind die fruchtbaren Thalgründe (Aueboden). Besondere Vorkommnisse
erklären sich schon mit den Namen: Salz-, Eisen-, eisenschüssiger, Torf-, Bruch-, Moor-, Letten- etc. Boden.
Die wissenschaftliche Forschung der Neuzeit zerlegt die Bestandteile des Bodens mittels der mechanischen Analyse in Skelett-
und Feinerde. Das Skelett,
[* 81] nur das lockernde Element enthaltend, zerfällt in Grobkies, Mittelkies, Feinkies, Grobsand und
Streusand; mit einem geeigneten Sieb- oder Schlämmapparat kann man jeden in diese Glieder
[* 82] zerlegen und das
Prozentverhältnis jedes Gliedes mit Leichtigkeit feststellen. Die Feinerde zerfällt in
Die Landwirte legen hohen Wert auf die Eigenschaften, die ein Boden als Gesamtmasse bietet, bedingt vorzugsweise
durch die vorherrschenden Bestandteile, jedoch moderiert unter dem Einfluß von Lage und Klima. Die ersten Untersuchungen über
die physikalischen Eigenschaften des Bodens wurden von Schübler gemacht. Die
¶
mehr
Agrikulturphysik macht neuerdings unter Schumacher, ihrem eigentlichen Begründer, sowie unter Wollny u. a. enorme Fortschritte.
Die Farbe kann nicht absolut als Merkmal der Fruchtbarkeit gelten, wenn schon die bessern Bodenarten meist dunkel gefärbt
sind. Das absolute und das spezifische Gewicht sind von Bedeutung für alle Erdtransporte, weniger für die Bearbeitung und
das Wachstum der Pflanzen; am schwersten wiegt der Sand, am leichtesten der Humus. Das Gefüge und die Bindigkeit (Kohäsion,
Adhäsion, Konsistenz) sind mit maßgebend für die Größe der Bearbeitungskosten und für das mehr oder minder leichte Eindringen
der Wurzeln: leichter, schwerer, strenger, lockerer, mürber, loser, zäher, schütter, bindiger Boden etc.
Reinheit (von Steinen, Gestrüpp etc.) und Neigung des Bodens sind mit maßgebend für die Bearbeitungsfähigkeit, d. h. für
die Größe der anzuwendenden Zugkraft, gehören jedoch nicht unter die eigentlichen Eigenschaften des Bodens. In Bezug auf
die Feuchtigkeit unterscheidet man a) die wasserfassende Kraft, meßbar an der MengeWasser, welche eine bestimmte
Erdmenge, vollkommen trocken, aufnehmen kann bis zum Abtropfen; es vermögen Wasser zu fassen (nach Schübler):
b) die wasserhaltende Kraft, d. h. die Fähigkeit, mehr oder weniger rasch auszutrocknen, meßbar an der Zeit,
welche vollkommen gesättigter Boden bis zum Trockenwerden braucht: hitziger, kalter, trockner und nasser c)
die Durchlässigkeit oder die Fähigkeit, das aufgenommene Wasser wieder durchsickern zu lassen; d) die
Absorptions- und Verdunstungsfähigkeit. Die gesamten Feuchtigkeitszustände kann man messen durch Probelöcher, welche
in der Richtung des Falles angebracht werden; die Höhe des Wasserstandes in denselben und dessen Steigen und Fallen
[* 84] zeigen an,
ob Regulierung notwendig oder nicht, ob kostspielig oder nicht (s. Entwässerung und Drainage).
Die Temperatur des Bodens ist abhängig von der Erwärmung desselben durch die Sonnenstrahlen, von dem Gehalt an Wasser und
Luft, ersteres Verdunstungskälte erzeugend, letztere schlechter Wärmeleiter; von den im B. stattfindenden Verwesungs- und
Zersetzungsprozessen; endlich von der Fähigkeit, mehr oder minder leicht auszustrahlen, also wieder zu erkalten (wärmehaltende
Kraft und Ausstrahlung). Bei Tage und im Sommer wird der Boden im Überschuß erwärmt, bei Nacht und im Winter
erkaltet er wieder;
die Wärme dringt nur bis zu einer gewissen Tiefe in den ein, die nach Lage und Bodenbeschaffenheit verschieden
ist;
nach der höchsten Erwärmung folgt die allmähliche Wärmeabgabe;
Ohne sie ist nachhaltiges Wachstum nicht möglich, also auch nicht ohne thonige Feinerde. Wo diese fehlt oder zurücktritt
(das Skelett überwiegt), muß die Düngung in kleinen und öftern Gaben gegeben werden. Reichtum des Bodens nennt man die Gesamtsumme
der zu irgend einer Zeit vorhandenen Pflanzennährstoffe mineralischer und organischer Art, Kraft oder
Fruchtbarkeit aber den zu gegebener Zeit assimilationsfähigen Teil derselben. Von großer Bedeutung sind noch Lage und Umgebung;
sanfte Neigung ist am beliebtesten, weil dem Wasser leichten Abzug gestattend.
Bei 15° Neigung ist die Grenze der Spannarbeit, bei 20° die Grenze der Hackarbeit, bei 30° die Grenze
der Bearbeitung überhaupt und die des geschlossenen Graswuchses und bei 45° die für Weinreben und Wald, überhaupt für
bleibende Vegetation gegeben. Je nördlicher, um so willkommener ist eine der Sonne
[* 86] zugekehrte Neigung;
feuchter, bindiger Boden ist
erwünschter da, wo die trocknen Winde
[* 87] vorherrschen, als da, wo die Regenwinde aufschlagen, und umgekehrt;
Niederungsboden (Aueboden) kann weit reicher an Sand und Kalk sein als der Höhenboden, besonders solcher in steiler Lage;
da,
wo Regenfall häufig, darf der Boden nicht zu thonig sein, da, wo er seltener, muß er Thon und Humus genug enthalten, zum mindesten
porös genug sein, um gut absorbieren zu können.
Die Umgebung endlich schützt vor rauhen Winden,
[* 88] hindert
aber auch oft die Durchlüftung und die Erwärmung durch die Sonne. Felder in der Nähe von großen Wiesenkomplexen leiden stärker
von den Frösten im Frühjahr, solche in oder am Wald haben kürzere Vegetationszeit. Nur die volle Würdigung
aller Verhältnisse gibt dem Menschen die Herrschaft über den Boden, welchen immer tragfähiger zu machen seine Hauptaufgabe
ist; sinnlose Kultur kann und muß seine Fruchtbarkeit vernichten; am ehesten geschieht dies durch Zerstörung des Waldes da,
wo er zum Schutz notwendig ist, weil damit der normale Wasserzufluß aufhört.
Empfehlenswerte Werke über Boden sind Fallou, Anfangsgründe der Bodenkunde (2. Aufl., Dresd. 1865);