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The Butler (2013)
The Butler (2013)
Oder: Der Film zum Täschligate!
Seit fast 35 Jahren ist Cecil Gaines (Forest Whitaker) im weissen Haus in Washington angestellt. Acht Präsidenten hat er als persönlicher Butler durch ihre Amtsperiode begleitet und dabei meist in deren Schatten gestanden, immer darauf bedacht, seine Rolle so optimal und zurückhaltend wie möglich auszufüllen. Dabei lernt der in den Zwanzigerjahren geborene Cecil nicht nur die Stärken und vor allem Schwächen von Reagan, Kennedy oder Nixon kennen, sondern steht auch immer wieder helfend zur Seite, wenn die mächtigsten Männer ins Straucheln kommen. Oder wenn die First Ladys sich etwas gar mühsam benehmen...
Seit dem frühen und gewaltsamen Tod seines Vaters arbeitet er als Butler. Während diese Arbeit von Regeln geprägt ist, geht es im privaten Umfeld turbulenter zu. Seine Frau Gloria (Oprah Winfrey) kämpft mit dem Alkohol, sein Sohn engagiert sich bei den schwarzen Bürgerrechtlern, und aufgrund seiner Herkunft und Hautfarbe wird Cecil immer wieder Ziel von Attacken und Ungerechtigkeiten. Der Zusammenhalt der Familie ist in grösster Gefahr, und Cecil muss hart arbeiten, damit seine Liebsten mindestens eine Chance auf Gleichberechtigung haben.
Film-Rating
Regisseur Lee Daniels (Precious, The Paperboy) hat sich für seinen neuesten Film Inspiration bei der Lebensgeschichte des Butlers Eugene Allen geholt. Dieser arbeitete 34 Jahre lang im Weissen Haus in Washington und wurde 1986 pensioniert. Für The Butler holte er gestandene Schauspieler wie Forest Whitaker, Jane Fonda oder Vanessa Redgrave, die sich allesamt in dieses Ensemble-Stück einfügen und mitunter hervorragende Leistungen bieten.
Natürlich dreht sich alles um den von Forest Whitaker sehr überzeugend dargestellten Butler, welcher in Uniform jederzeit Herr der Lage ist, ausserhalb allerdings häufig überfordert agiert. Das liegt auch an seiner dominanten Gattin, die überraschend stark von US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey verkörpert wird. Die Dame bräuchte gar keinen "Täschligate"-Skandal, sie macht ihre Sache ausgezeichnet. Doch auch wenn der aktuelle US-Präsident Obama seine Freundin über den Klee lobt: Eine Oscarnominierung wäre sicherlich etwas zu viel des Guten.
Was The Butler nebst den politischen Themen zusätzlich interessant macht, ist die Anzahl bekannter Darsteller. Von Mariah Carey bis Alan Rickman, von Jane Fonda bis Robin Williams, da geben sich Stars die Klinke in die Hand. Das macht auf den ersten Blick zwar Spass zum Gucken, weist aber beim genaueren Hinschauen einige Schwächen auf. Die verschiedenen US-Präsidenten werden kaum interessant dargestellt, diese Sequenzen verkommen zum Schaulaufen ohne Wert. Liev Schreiber, John Cusack, Lenny Kravitz und auch Robin Williams scheinen nicht optimal besetzt. Weniger Starpower, dafür mehr Fokus auf die spannenden Storys rund um die schwarze Bürgerrechtsbewegung hätten dem Film sicher nicht schlecht getan.
Fazit: The Butler dauert über zwei Stunden und packt leider nur einen Teil dieser Zeit so richtig. Immer wieder wird der Schauplatz gewechselt, man diskutiert und bespricht lieber. Überhaupt: Der Film ist leise, mit dramatischen Momenten, gefühlvoll, schlägt mitunter aber auch aufs Gemüt und braucht etwas Sitzfleisch. Also eigentlich genau richtig für eine Oscar-Nomination. Oder...?
OutNow.CH:
31.08.2013 / muri
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