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Every society has its own regulatory mechanisms of social order. Some of the mechanisms are based on social norms, which might be more effective than formal ones. “For norms to be social, they must be shared by other people and partly sustained by their approval and disapproval” (Elster 1991, 111). Within this seminar we will seek answers to the following questions: What can be considered as social norms? How do social norms emerge? How do social norms change? What is the role of social norms in social interaction?
In order to gain an understanding on how social norms work students are expected to hold a presentation based on one of the given topics. An alternative option would be to carry out individual empirical research and to present results during the classes.
Introductory reading:
Elster, Jon. 1991. Rationality and Social norms. European Journal of Sociology. Vol. 32, No. 1: pp. 109-129.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Begleitend zur Methodenvorlesung findet die Methodenübung statt, in welcher ausgewählte Themen der Methodenvorlesung vertieft und praktisch angewendet werden. Kurze Texte bereiten auf die jeweiligen Themen der Sitzungen vor. Neben verschiedenen Methoden werden deren Anwendungsmöglichkeiten wie auch deren Herausforderungen thematisiert und diskutiert. Anhand eigens erarbeiteter Forschungsfragen prüfen und üben die Studierenden schliesslich vier zentrale Methoden der ethnologischen Forschung (Teilnehmende Beobachtung, Interview, Netzwerkanalyse, Genealogie). Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Methodenübungen werden über das Semester verteilt in Gruppen- und Einzelpräsentationen vorgestellt sowie in individuellen schriftlichen Arbeiten reflektiert.
Anrechenbarkeit:
BA: Einführung in die Ethnologie 2 für Studierende im Hauptfach 120, Nebenfach 60 und Nebenfach 30
Kasachisch ist die Staatssprache in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan, die 1991 ihre Unabhängigkeit erlangte. Weltweit sprechen etwa 12-15 Millionen Menschen Kasachisch als Muttersprache (u.a. auch in der Mongolei und in China).
Das Kasachische ist mit dem Türkischen, Usbekischen, Tatarischen und anderen Sprachen in Zentralasien wie dem Mittleren Osten verwandt. In Kasachstan wird es in kyrillischer Schrift geschrieben.
In diesem Sprachmodul werden die Studierenden eine Einführung in Grammatik und Wortschatz des Kasachischen bekommen, die es ihnen ermöglicht, erste Unterhaltungen durchzuführen und eine allgemeine Grundlage für das vertiefte Erlernen zu erhalten.
Der Sprachkurs ist offen für alle Studierenden, die dies als obligatorisches Sprachmodul im Rahmen des Ethnologie-Studiums besuchen möchten. Besonders richtet er sich an alle Studierende, die sich für Kasachstan und die grössere Region Zentralasien interessieren. Zudem ist er Vorbereitung für die Teilnehmenden an der Exkursion nach Kasachstan, die im Sommer 2018 stattfinden wird.
Der Kurs wird als Intensivkurs in zwei Wochen (täglich vier Stunden) stattfinden. Zwei Treffen zur Organisation und Vorbereitung finden am Montag, 19. und 26. Februar jeweils um 16 Uhr statt. Die erste Woche Intensivunterricht wird in der Osterwoche von 2. bis 6. April stattfinden. Die zweite Woche wird während des ersten Treffens besprochen.
Anrechenbarkeit:
BA: Sprachmodul
MA: Wahlmodul der Ethnologie
Basierend auf ihrer eigenen Biographie und Feldforschungen haben unterschiedliche Ethnolog/innen im 20. Jahrhundert mit ihren Forschungen zur Entwicklung der Ethnologie als eigenständiger Disziplin beigetragen. In dieser Übungsgruppe werden wir ergänzend zur Vorlesung „Einführung in die Ethnologie 2: Fachgeschichte“ wichtige Klassiker/innen kennenlernen und ihre Werke innerhalb der Fachgeschichte situieren. Dabei liegt der Fokus der inhaltlichen Auseinandersetzung auf dem Herausarbeiten von Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Forschungsansätzen. Die Referate und Diskussionen in den Übungsstunden werden von schriftlichen Aufgaben während des Semesters begleitet.
Anrechenbarkeit:
BA: Einführung in die Ethnologie 2b für Studierende im Hauptfach
Whether we pay taxes, apply for a passport, or attend classes at the university – we are in constant interaction with „the state“ in our daily lives. But how can we understand the state? What does the state do? And how have anthropologists studied it ethnographically?
In this seminar we will look at various conceptualizations of the state in anthropological thought and explore the ways anthropologists have engaged with the state through ethnographic work: from the workings of the state, to its margins and states of exception, to the retreating or corporate state. Apart from engaging with theoretical frameworks that examine such notions as state, nation, and governmentality, we will read ethnographic case studies about bureaucracy, corruption, law, austerity politics etc.
The course will give an overview of important topics in political anthropology and the anthropology of the state. Students familiarize themselves with prominent theories and concepts and with an array of ethnographic examples through weekly readings, short input presentations, group work, and the development and presentation of an own project. While the course takes place in English, no native speaker competence is required.
Anrechenbarkeit:
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
Reflecting on experience, analysing narratives and locating oneself in the field are some of the core aspects of anthropological research. This course focuses on anthropological reflections on the process of locating oneself as a researcher in the field. In addition to analysis of experience and narratives of one’s research participants/informants, anthropologists also deal with understanding their own position in the field. Often, objective research demands a neat separation between the researcher's "self" and the research subject. But, what happens when such a separation does not exist, is questioned or deliberately rejected? How do researchers' own context and conditioning impact their research? What are the ways of bringing together the subjectivities of researchers, with the need for research to be objective? This course puts a ‘spotlight’ on the researcher's "self", through a focus on writings by anthropologists who engage with these questions, emerging from their own research experience. The course engages with a wide range of experiences of anthropologists in doing research, shaped by - gender, race, religion, ethnicity, sexuality, disability, language-learning - as well as their overlaps and interconnections.
The discussions and the readings in this course will be in English. However, participation in the course does not require native speaker skills in English. The course materials have been selected for their discussion of the issues in accessible language.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
In diesem Kurs lernen Sie die vietnamesische Sprache anhand von verschiedenen thematischen Gebieten kennen. Einerseits sind dies Themen des Alltags wie „Sich vorstellen und kennenlernen“, "Essen & Trinken", „Einkaufen und bestellen","Zählen und Rechnen"; andererseits erlernen Sie auch Wortfelder zu speziell ethnologischen Themengebieten wie beispielsweise "Familie", "Geburt", „Heirat“ und "Ausdruck des Statusdenkens in der Sprache“. Neben dem Erwerb eines Grundwortschatzes lernen Sie auch die wichtigsten grammatikalischen Regeln kennen. Das Ziel des Kurses ist es, dass Sie einfache Konversationen auf Vietnamesisch führen können, mit denen Sie sich im Alltag zurechtfinden. Der Kurs findet an zwei Nachmittagen pro Woche statt. Der Kurs richtet sich an alle Studierenden, die sich mit Vietnam vertieft befassen möchten. Für diejenigen, die an der Summer School in Hanoi im Sommer 2018 teilnehmen, ist der Besuch des Kurses obligatorisch.
Anrechenbarkeit:
BA: Sprachmodul
MA: Wahlmodul der Ethnologie
Seit mehr als zehn Jahren wird jeweils im Oktober am Völkerkundemuseum der Universität Zürich das ethnographische Filmfestival Regard Bleu durchgeführt. Es ist eine studentische Werkschau, die sich inzwischen zu einer internationalen Plattform für junge studentische FilmemacherInnen weiterentwickelt hat. Künftig biennal durchgeführt, findet das nächste Regard Bleu im Herbst 2018 statt.
Im kommenden Frühjahrssemester und Herbstsemester 2018 wird das Festival im Rahmen eines Lehrforschungsseminars Visuelle Anthropologie gemeinsam mit Studierenden wissenschaftlich weiter entwickelt, geplant und umgesetzt.
Nach einer theoretischen Einführung in den ethnographischen Film und das Format „Filmfestival“ wird Ausrichtung und Schwerpunkt des diesjährigen Festivals diskutiert und festgelegt. Die praktische Planung des Festivals (Sichtung und Auswahl der eingereichten Filme, Programinhalte aufbereiten, etc.) wird begleitet durch theoretische Auseinandersetzungen mit dem gesamten Prozess in Forschungsgruppen. Während die Dokumentation und die Reflexion einen wichtigen Teil davon darstellen, geht es auch immer darum, auf das Festival hin zu arbeiten, um dort die Resultate der Forschungsgruppen in entsprechender Form präsentieren zu können.
Das Forschungsseminar ist in eine einführende Doppellektion (Februar), Einzelsitzungen (April, Mai, Juli und Oktober bis November) und vier ganztätige Blocksitzungen (Juni und Juli) gegliedert. Das Regard Bleu findet vom 19.-21. Oktober 2018 statt.
Anforderungen:
Engagement und Eigeninitiative, Bereitschaft und Kapazität in den Sommersemesterferien an den Blocksitzungen und einer Einzelsitzung (Juni und Juli) anwesend zu sein, sowie vom 21.-23. Oktober das Festival intensiv zu begleiten.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Im ersten Teil dieser Veranstaltung werden wir uns in historischer Perspektive mit der Stellung Nepals in Südasien und der nepalesischen Staatsbildung sowie dem Kastenwesen und der Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen befassen. Als Beispiele behandeln wir auf der Basis von Community Studies hoch-kastige Indonepalesen, Sherpa, Magar und Kiranti. Im zweiten Teil befassen wir uns dann mit Nationalismus und Ethnizität seit Einführung der Demokratie 1990, wobei wir speziell auf die Gruppen der Tharu und der Thakali eingehen werden. Im dritten Teil wenden wir uns aktuellen Entwicklungen zu, beginnend mit den neuen Formen der Migration und ihren Auswirkungen, dem Bürgerkrieg (1996-2006) und seinen Nachwehen sowie den Konflikten um die neue Verfassung (2015). Weitere aktuelle Themen (wie Dalit-Bewegung, rasant voranschreitende Christianisierung, Kinderarbeitsproblematik, mangelhafte Versorgung von immer mehr betagten Menschen, die Erdbebenkatastrophe von 2015 und ihren Folgen) können wahlweise behandelt werden. Gegen Ende der Veranstaltung ist ein Tag mit zeitgenössischen Filmen über und aus Nepal vorgesehen.
Anrechenbarkeit:
BA: Regionalmodul Südasien
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
What is oral history and how does it relate to personal memory, collective/cultural memory, and public history? How do people understand their lives in relation to larger histories of change and social transformation? In what ways do narratives shape us, and in turn, how do we remember, (re)make, and perform our individual and shared histories? What national pasts are vigorously retold and what pasts remain silenced, forgotten, or otherwise excluded from public discourse?
This course offers an introduction to memory studies literature and the theory and practice of oral history. The course aims to provide students with a basic foundation in interview methods, narrative analysis, and memory studies and oral history theory that can be used to address a diversity of research contexts and subjects of study. Course topics include: the relationship between memory and history, life-history narratives and identity construction, interview techniques and analysis, social uses of oral history, traumatic memory, forgetting, and oral history and memory practices in the digital age, among other subjects.
The course will consist of weekly readings and in-class discussion; student presentations, practice interviews and short writing assignments, and a final paper.
This course is offered in English and is designed for undergraduate students, particularly those in anthropology and related fields.
Literature (examples):
Connerton, Paul. “Seven Types of Forgetting.” Memory Studies 1.1 (2008): 59-71.
Erll, Astrid. “Travelling Memory.” Parallax 17.4 (2011): 4-18.
Perks, Robert and Alistair Thomson. The Oral History Reader. 3rd ed. New York: Routledge, 2015. (selected chapters)
Ritchie, Donald A. Doing Oral History. 3rd ed. New York: Oxford University Press, 2014.
Sturken, Marita. “Memory, Consumerism and Media: Reflections on the Emergence of the Field.” Memory Studies 1.1 (2008): 73-78.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Diese Vorlesung gibt einen Überblick über die in der Ethnologie verwendeten Methoden und deren unterschiedliche Anwendungen. Dazu gehört neben der jeweiligen Technik selbst vor allem auch die Reflexion über Nutzen und Schwierigkeiten einzelner Vorgehensweisen sowie über die allgemeine Bedeutung von Methoden im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens. Es geht, mit anderen Worten, darum, was EthnologInnen eigentlich machen, wenn sie forschen, wie sie es machen und warum sie es so oder anders machen.
Methoden sind für das Fach Ethnologie in besonderer Weise definierend und stehen für einen spezifischen Blick auf die Welt, der sich vor allem durch die Annäherung an die Innensicht einer Gesellschaft oder Gruppe von Akteuren definiert. Dahinter versteckt sich ein breites Spektrum an methodischen Zugängen, in deren Zentrum die sogenannte teilnehmende Beobachtung steht. Aber daneben verwenden EthnologInnen eine Vielzahl weiterer qualitativer wie quantitativer Methoden.
Im Rahmen der Vorlesung und der sie begleitenden Übungen werden einige dieser Methoden vorgestellt und ausprobiert. Es geht hierbei nicht um ein Abwägen von besseren oder schlechteren Methoden, da dies immer nur im jeweiligen Kontext, den Forschungsbedingungen sowie der Fragestellung entschieden werden kann. Neben den verschiedenen methodischen Vorgehensweisen werden deshalb auch die jeweiligen Anwendungsmöglichkeiten und Probleme – unter anderem ethischer Art – besprochen, die je nach Situation entstehen können. Zudem werden wir uns mit neueren Ansätzen, wie dem der „multi-sited ethnography“, sowie mit Fragen der Datenauswertung beschäftigen.
Über das Semester hinweg lesen die Studierenden eigenständig eine Monographie: Das geplante Kind: Demographischer, wirtschaftlicher und sozialer Wandel in einer mexikanischen Gemeinde von Julia Pauli. Diese ist auch Teil der abschliessenden Prüfung und wird in einer Sitzung der Vorlesung näher vorgestellt.
Anrechenbarkeit:
BA: Einführung in die Ethnologie 2 für Studierende im Hauptfach 120, Nebenfach 60 und Nebenfach 30
This course will offer an introduction to the anthropological engagement with the larger region of Central Asia. Geographically, it will cover the five former Soviet republics of Kazakstan, Uzbekistan, Kyrgyzstan, Tajikistan and Turkmenistan as well as the autonomous regions of Xinjiang, Inner Mongolia and Tibet in the People’s Republic of China and the independent statehood of Mongolia.
Occupying a large part of the Eurasian continent, the region shares many characteristics like the co-existence of nomadic and sedentary societies, specific forms of social and political organizations or the influence of global religious systems such as Islam, Buddhism and Christianity. In the course of the 20th century, people in Central Asia experienced fundamental changes to their livelihoods as they participated in the construction of socialist regimes and their later dismantling.
During the course we will discuss a broad range of economic, social, cultural and political aspects that are specific to the region. Taking into account the historical trajectories the focus will be on the impacts of the post-socialist transformation and contemporary livelihoods of local people. While this has created new economic opportunities and cultural pluralism, in many parts it has also resulted in widespread impoverishment and the resurrection of highly exploitative structures. The aim of the course is to look at these developments from a comparative perspective.
Participation in the seminar is a pre-condition for all students intending to participate in the field excursion to Central Asia in summer 2018.
Hinweise:
Das Regionalmodul Zentralasien ist zweisemestrig buchbar. Die schriftlichen Arbeiten zu diesem Seminar können entweder per Ende FS18 oder im Laufe des HS18 abgegeben werden, die genauen Fristen werden vom Dozenten bekanntgegeben.
Die Veranstaltung ist auf Englisch geplant, falls keine englischsprachigen Studierenden teilnehmen kann sie auch auf Deutsch stattfinden. Seminararbeiten können auch auf Deutsch eingereicht werden.
Anrechenbarkeit:
BA: Regionalmodul Zentralasien
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
Dieses Modul hat ethnologische Untersuchungen zu pastoral-nomadischen Gesellschaften zum Gegenstand, deren Lebens- und Wirtschaftsweise auf mobile Tierhaltung und regelmässigen, meist saisonalen Wechseln des Wohnortes beruht. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die politischen und ökonomischen Veränderungen gelegt werden, denen diese Gesellschaften sich in der Gegenwart gegenüber sehen. Hierzu zählen zum einen die Herausforderung der zunehmenden Marktintegration in einer globalen Welt, zum anderen die Bestrebungen vieler Staaten Nomaden zur Sesshaftigkeit zu bewegen respektive zu zwingen. Im Seminar werden dabei vor allem auch die Auswirkungen auf nomadische Gesellschaften und ihre jeweiligen Strategien der Adaption besprochen werden. Dazu zählt neben des Rückgangs mobiler Formen des Pastoralismus auch die Re-Nomadisierung in manchen Teilen der Welt.
Nach einer Einführung in theoretische Debatten zum Thema werden im Verlauf des Seminars vor allem Fallbeispiele aus verschiedenen Regionen der Welt (u.a. Mittlerer Osten, Zentralasien, Afrika) diskutiert werden. Daneben werden auch Formen der Transhumanz oder Almwirtschaft, wie sie etwa im europäischen Alpenraum existier(t)en, zur Sprache kommen.
Anrechenbarkeit:
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
Der reflexive turn und die als „Krise der Ethnologie“ bezeichnete, andauernde Neuorientierung des Faches spiegelt sich auch in den ethnologischen Museen wider. Reflektiert werden aktuell Formen und Notwendigkeiten des neuen Umgangs mit meist alten Sammlungen. Dies geschieht über in der Öffentlichkeit wie auch anlässlich von Konferenzen zum Teil hitzig geführte Debatten um Konzepte der Annäherung und Vermittlung an Herkunfts- wie auch Besuchergemeinschaften. Dabei ist ein im digitalen Zeitalter global wahrgenommenes, vielfältiges Portfolio an ethnologischen theoretischen Ansätzen und Initiativen entstanden, die Perspektiven bündeln und begründen, die Interessen und Akteure an Sammlungen sichtbar machen, die ethische Standards ebenso einfordern wie die Anerkennung von Zeitgenossenschaft und das Überdenken der jeweiligen Deutungshoheit an einer Sammlung oder an einem Objekt. Der Kurs richtet sich an Museums- und Vermittlungs-interessierte MA-Studierende. Über das Semester hinweg werden wesentliche Stränge aktueller Museumsdebatten erschlossen. Geübt werden Grundkompetenzen für eine informierte Teilnahme an aktuellen theoretischen Diskursen im Hinblick auf Theorie- und Textverständnis, Texterschliessung, das Referieren von Texten und deren kritische Reflexion.
Anrechenbarkeit:
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
Das Völkerkundemuseum der Universität Zürich ist ein professionelles Museum im Kleinformat. Der Kurs bietet eine Einführung in die Dimensionen eines solchen Museums. Die Studierenden erhalten im Verlauf des Semesters, unter jeweiliger Einbeziehung aller Abteilungen des Völkerkundemuseums (also Kuratorium, Restaurierung, Archive, Fotografie, Gestaltung, Ausstellungsdienst) Einblick in die Arbeitsfelder eines ethnologischen Wissenschaftsmuseums. Es werden dessen komplexe Tätigkeits- und Aufgabenbereiche ebenso vorgestellt und vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen und Entscheidungsfindungen ethnologischer Museen reflektiert. Über das Semester hinweg werden verschiedene Textformate (z.B. Objektbiographie, Objektbeschreibung, Projektentwurf, Ausstellungskonzept, Ausstellungsführung (Kinder, Jugendliche, Erwachsene), Ausstellungsrezension) erarbeitet und praktisch umgesetzt.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
Die Geschichte des Fachgebiets Ethnologie Chinas blickt auf eine Entwicklung von mehr als 100 Jahren zurück, in der VR China, Hongkong und Taiwan selbst und in unterschiedlicher Verflechtung mit den westlichen, sowjetischen, japanischen und zahlreichen weiteren Ethnologien vor allem Asiens. So verfügen wir heute, in Zürich in Form eines eigenen Buchbestands der Cai Yuanpei-Bibliothek für Ethnologie Chinas, über eine ausgesprochen umfangreiche ethnologische Fachliteratur zu vielen verschiedenen Themen. Die Notwendigkeit der ethnologischen Beschäftigung mit einer ethnisch ausgesprochen pluralen Weltregion in ihren transnationalen Bezügen steht inzwischen ausser Frage. Allmählich entwickelt sich, wie aktuell an der Universität Zürich, eine Generation von NachwuchswissenschaftlerInnen, die sich ganz unterschiedlichen Fragen der Ethnologie Chinas stellen. Der Kurs bietet Studierenden, gerne mit Chinesischkenntnis, einen Einstieg in die Konturen einer modernen Ethnologie Chinas resp. chinesischen Ethnologie. Über das Semester hinweg werden KollegInnen und Doktorierende im Fachgebiet aus Zürich, Berlin, Paris und London aus ihren Forschungen in der Sinoethnologie berichten und für Diskussionen zur Verfügung stehen. Studierende werden am Semesterende einen guten Überblick darüber haben, was sie erwarten wird, wenn sie sich in Richtung einer Spezialisierung in der Ethnologie Chinas aufmachen, bzw. welche Perspektiven sich ihnen bieten, wenn sie jenseits der Grenzen Chinas auch die chinesische Ethnologie mit in den Blick nehmen. Es werden verschiedene Vortrags- und Textformate erschlossen und geübt, die der Annäherung an ein neues Forschungsgebiet angemessen sind.
Anrechenbarkeit:
BA: Regionalmodul Ostasien
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
In dieser einstündigen Übung werden die im Hindi-Sprachkurs behandelten Inhalte eingeübt und vertieft. Dabei wird der Aneignung eines soliden und alltagstauglichen Wortschatzes besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Hinweis: Crosslisting der Indologie, 2 ECTS
Zielgruppe: Studierende, die das Sprachmodul Hindi für Studierende der Ethnologie besucht haben
Anrechenbarkeit:
BA: Wahlmodul der Ethnologie
MA: Wahlmodul der Ethnologie
Einige assoziieren Vietnam in erster Linie mit einem jahrzehntelangen Krieg; für andere, insbesondere die jüngere Generation, wird das Land als unbedenkliche Touristendestination gehandelt. Während Vietnam durch sein enormes Wirtschaftswachstum mittlerweile zur Kategorie der “Neuen Tigerstaaten” gehört und manchmal als kapitalistisch oder sogar neoliberal bezeichnet wird, ist es gleichzeitig eine sozialistische Republik, die nach wie vor am Einparteiensystem festhält. In diesem Kurs nähern wir uns verschiedenen Paradoxen, die das Land gegenwärtig prägen. Eine Bandbreite an Themen - von Minderheitenpolitik über Gender, Klasse und Religion bis hin zu Urbanisierung und Modernisierung - bietet eine Einführung in den aktuellen Stand der ethnologischen Forschung über Vietnam.
Anrechenbarkeit:
BA: Regionalmodul Südostasien
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
UN-Habitat estimates that today 24% of the world’s urban population lives in slums and that by 2030 about 3 billion people will be lacking proper housing. Indeed, in or around many big cities in the countries of the so-called ‘global South’ we find informal settlements where people (mostly internal migrants) live under precarious conditions. Informal settlements are neglected by the state, unauthorized and unserviced or poorly serviced. Correspondingly, people who inhabit these settlements face various problems, such as limited access to basic infrastructure and social services, non-recognition, lack of property documents, etc. These difficulties make them vulnerable to various reprisals by the state authorities. Furthermore, state withdrawal from informal settlements may open up entrances to non-state actors such as NGOs, criminal organizations or different kinds of entrepreneurs.
In this seminar, we will read texts about informal settlements in different countries of the world. Although the names attached to them are different (slum, favela, barrio, novostroika, yurt-settlement, gecekondu, etc.), the difficulties people face are similar. We will compare and contrast these settlements and identify commonalities and differences. In class discussions, we will relate experiences of residents of informal settlements to bigger debates about (internal) migration, mobility, citizenship, urbanity, local and national politics, resource management, negotiation and rights-claiming.
Students are expected to read the texts and actively participate in class discussions. On a weekly basis, there is a presentation to be made by students. At the end of the seminar, students will have to write a seminar paper. The criteria for the presentation and seminar paper will be introduced by the lecturer during the first session of the course.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
The aim of the course is to introduce students to some central concepts and approaches of medical anthropology, though both theoretical texts and ethnographic case studies derived from different parts of the world (India, Haiti, Bolivia, the Middle East and Western Africa among others).
We will start by reflective thinking on some different branches of medical anthropology, such as critical medical anthropology (political economy of health) and applied medical anthropology. Secondly, through case studies of colonial medicine as well as contemporary examples of medical pluralism, we will wonder what is at stake when medical systems (like biomedicine) are imported. We will then focus on hospitals, and more precisely on patient-doctors relationships, to further explore the forms of governance and structural inequalities related to health. In a fourth phase, taking the example of organs trafficking, we will turn on the globalized development of the commodification of the human body for medical purposes. Finally, in a fifth part, we will shed light on the ethical controversies aroused by the development of new medical technologies and medical tourism, based on IVF and surrogacy case studies.
The course language is English.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Die Vorlesung gibt einen Überblick darüber, wie die Ethnologie resp. Sozialanthropologie zu dem geworden ist, was sie heute ist, also über die Herausbildung und Entwicklung der Ethnologie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin in den verschiedenen akademischen Traditionen. Aber auch die spezifischen Gemeinsamkeiten mit benachbarten Disziplinen der Sozial- und Humanwissenschaften werden gewürdigt. Es wird nachgezeichnet, wie aus dem kolonialzeitlichen 'Orchideenfach', das sich ausschliesslich den 'Primitiven' (bzw. den 'Völkern ohne Geschichte', den 'schriftlosen Kulturen', den 'klassenlosen Gesellschaften') widmete, eine moderne vergleichende Sozialwissenschaft geworden ist, die sich zunehmend für alle menschlichen Angelegenheiten zuständig erklärt.
Dabei werden sowohl die unterschiedlichen thematischen Felder und Interessensgebiete der Ethnologie wie auch die verschiedenen theoretischen Schulen und Denkfiguren in ihrer, oft gewundenen, historischen Entwicklung vorgestellt.
Die Vorlesung wird weitgehend basieren auf dem Buch: A History of Anthropology von Thomas Hylland Eriksen & Finn Sivert Nielsen, London: Pluto Press 2nd ed. 2013.
Zusätzlich wird von allen Teilnehmern die Monographie von Clifford Geertz: After the Fact, Harvard University Press 1995 (Dt.: Spurenlesen. München: C.H. Beck 1997) gelesen
(Beide Bücher können bei der Buchhandlung Klio bezogen werden, Zähringerstr. 41, beim Central).
Parallel zur Vorlesung werden in Übungsgruppen ausgewählte Texte, vor allem solche von den 'Klassikern' des Fachs gelesen und diskutiert.
Zur Vorlesung gibt es in der letzten Semesterwoche eine Prüfung.
Anrechenbarkeit:
BA: Einführung in die Ethnologie 2 für Studierende im Hauptfach 120 und Nebenfach 60
Die Vorlesung wird einen Überblick über die zentralen Themen und Probleme der politischen Anthropologie geben. 'Macht' und 'Recht' sind Grundlagen jeder Vergesellschaftung. Alle Kulturen kennen Vorstellungen, Institutionen und Praktiken die diesen Sphären angehören resp. diese gestalten. Dabei bezeugt die ethnologische Literatur ein breites Spektrum unterschiedlicher Optionen wie Macht erzeugt und angewendet, aber auch verloren, begrenzt oder bekämpft werden kann.
Im Besonderen werden in der Veranstaltung die folgenden Themenkomplexe erörtert: Egalitäre Gesellschaften und elementare Machtprozesse; Religion und Macht; das Verhältnis von Macht und Gewalt; Prozesse der Staatenbildung; Konflikte und ihre Regelung; Krieg; Mobilisierung, Widerstand und soziale Bewegung; Ethnizität und Ethno-Politik; die politische Ökologie von Lokalem und Überlokalem resp. Zentren und Peripherien.
An ausgewählten ethnographischen Beispielen wird die Dynamik dieser Prozesse veranschaulicht. Neben der ethnologischen Perspektive ist es dabei unerlässlich, auch die spezifisch moderne Gestaltung der politischen und rechtlichen Sphäre zu thematisieren (wobei auch theoretische Ansätze und Impulse aus benachbarten Disziplinen angemessen berücksichtigt werden sollen) um die Dilemmata und Fährnisse der zeitgenössischen Gesellschaften, insbesondere derjenigen des globalen Südens in der Gegenwart, angemessen würdigen zu können. Die Vorlesung soll nach Möglichkeit interaktiv gestaltet werden, d.h. Diskussion und Debatte sollen Platz finden.
Alle Teilnehmer werden parallel zur Vorlesung die Monographie von Yael Navaro-Yashin: Faces of the State. Priceton/Oxford: Princeton University Press 2002 lesen.
In der letzten Semesterwoche wird eine Klausurprüfung stattfinden.
Anrechenbarkeit:
BA: Kernbereich III: Politik und Recht
Naturschutzprojekte in Ländern des Südens sind, neben anderen Aspekten, Ausdruck globaler Machtstrukturen. Nicht selten bewirken sie eine Verletzung fundamentaler Rechte ansässiger Bevölkerungsgruppen: ihre Partizipation in Entscheidungsprozessen ist marginal; Landenteignungen werden nicht kompensiert; es kommt zu willkürlichen Gefängnisstrafen; kulturelle Werte werden weder verstanden noch berücksichtigt. Diese problematischen Aspekte von im Süden implementierten Naturschutzprojekten werden im Norden selten kritisch reflektiert. Im Gegenteil: Naturschutz ist zu einem unantastbaren Paradigma geworden.
In der Veranstaltung beleuchten wir die Problematik auf der Grundlage von Fachliteratur aus unterschiedlichen Disziplinen, aber immer mit Fokus auf die Situation der lokalen Bevölkerung. Ein grosser Teil der Veranstaltung beschäftigt sich mit Madagaskar (Spezialgebiet der Dozentin), einem prominenten Beispiel der Thematik.
Als einführende Lektüre empfiehlt sich: Seiten 1–11 aus: Keller, Eva 2015: Beyond the Lens of Conservation: Malagasy and Swiss Imaginations of One Another. New York, Oxford: Berghahn
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
In diesem Seminar geht es um eine intensive Auseinandersetzung mit ethischen Fragen, Dilemmas und Kontroversen in der empirischen Feldforschung. Wir werden uns anfangs mit den „dunkl(er)en“ Kapiteln der ethnologischen Fachgeschichte befassen und auch im Lauf des Seminars sogenannte Grauzonen der heutigen Ethnologie thematisieren. Vor allem aber werden wir versuchen Fallbeispiele und Dilemmas nicht nur ethisch zu beurteilen, sondern diese auch in der Praxis des Forschens und im Feldforschungsalltag zu verorten.
Wo liegt die Grenze zwischen Wissenschaft und Aktivismus, oder zwischen Informant und Freund? Wie präsentiert man sich selbst im Feld, ob fern oder „zuhause“? Wie geht man mit interkulturellen Unterschieden um, die einem ungefragt auferlegt werden? Welche Möglichkeiten und Begrenzungen bieten uns verschiedene Forschungsmethoden, und wir uns selbst, als Forschungsinstrument?
Ziel des Seminars ist es, sich über Ursachen und Wirkungen bewusst(er) zu werden, die im Feld auf Forschende zukommen und auch durch sie erzeugt werden können. Breitere gesellschaftliche Zusammenhänge, sowie auch das eigene Handeln in komplexen Situationen, werden wir aus verschiedenen Perspektiven heraus betrachten, um ethische Probleme besser kennen und einschätzen zu lernen. Das Seminar bietet eine praktische Übung zum Diskutieren und (selbst-)kritischen Nachdenken über Ethik und Forschungspraxis, und über Lösungen und Handlungsspielräume in prekären Situationen im Feld.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Das Masterkolloquium findet alle zwei Wochen statt und ist als Werkstatt konzipiert. In den jeweiligen Sitzungen werden Aspekte der laufenden Forschungen der TeilnehmerInnen behandelt, und dabei vor allem Fragen handwerklicher Art im Zusammenhang mit Theorie, Empirie und schriftlicher Repräsentation des Datenmaterials diskutiert. Jede Woche werden wir Texte von einzelnen MasterstudentInnen diskutieren, und dabei je nach Stadium der jeweiligen Arbeiten folgende Schwerpunkte problemorientiert behandeln: Forschungsfrage und Konzept, Feldforschung und Umgang mit ethnographischen Notizen, Forschungsethik, Verschriftlichung und Repräsentation. In der letzten Sitzung werden die teilnehmenden MasterstudentInnen in kurzen Vorträgen zentrale Teile ihrer Forschungskonzepte bzw. ihrer Forschungsergebnisse in einem ganztägigen Workshop (1. Juni 2018) vorstellen, an dem auch die ProfessorInnen teilnehmen werden.Um das Kolloquium zu bestehen, müssen alle erforderlichen Leistungen (aktive Teilnahme, Arbeitspapier, Kommentar, Präsentation) erbracht werden und die TeilnehmerInnen ihren jeweiligen BetreuerInnen vor dem Ende des Semesters ein Forschunskonzept bzw. ein Forschungsbericht abgeben.
2. März 2018
Einführung und Einteilung der Vorträge
16. März 2018
Forschungsfrage und Konzept (inkl. theoretischer Ansatz)
13. April 2018
Feldforschung und Umgang mit ethnographischen Notizen
27. April 2018
Forschungsethik
11. Mai 2018
Verschriftlichung und Repräsentation
25. Mai 2018 (12.15 – 15.45)
Workshop I: Vorträge und Abschlussdiskussion
1. Juni 2018 (12.15 – 15.45)
Workshop II: Vorträge und Abschlussdiskussion
Anrechenbarkeit:
MA: Masterkolloquium I oder II
This masterseminar on methods will introduce master and graduate students to the ‘hows and whys’ of using qualitative and quantitative research methods and prepare them for their upcoming fieldwork.
The course covers the entire research process from the initial planning and preparation stages (finding an appropriate topic, thinking about the research’s theoretical basis, generating the research problem, choosing a methodology, selecting a case, writing a research proposal), to collecting and analyzing data (uses of secondary data, sampling strategies, interviews, participant observation, field notes, surveys, social mapping, visual data; grounded theory, narrative and discourse analysis; transcripts, coding, using computer software), and writing up. We will look into a range of topics like: ethical issues; entering, relations in and leaving the field; keeping records and getting feedback.
With several assignments throughout the semester, students by the end of the course will be able to submit a research proposal (Forschungskonzept).
Main readings:
Bernard, Russel H. 2011. Research Methods in Anthropology: Qualitative and Quantitative Approaches . 5th edition. Lanham, MD: Altamira Press.
Pelto, Pertti J. 2013. Applied Ethnography: Guidelines for Field Research. Walnut Creek, CA: Left Coast Press, Inc.
Scheyvens, Regina (ed.) 2014. Development Fieldwork. A Practical Guide. 2nd edition. Los Angeles: Sage.
Silverman, David. 2013. Doing Qualitative Research: A Practical Handbook, 4th edition. London: Sage.
Anrechenbarkeit:
MA: Masterseminar Methoden
Von den zehn grössten Schweizer Unternehmen sind sieben im Rohstoffhandel aktiv. Sie fördern und handeln mit Öl, Eisen, Kupfer, Kaffee, Sojabohnen oder Kakao. Ihre wirtschaftliche und politische Rolle wurde lange Zeit unterschätzt. Durch die Arbeit von NGOs, parlamentarischen Berichten und neuen Forschungsprojekten hat sich das mittlerweile geändert. Vor allem seit der Publikation Rohstoff: Das gefährlichste Geschäft der Schweiz von Public Eye im Jahr 2011 wird an einer systematischeren Aufarbeitung der Datenlage rund um die Rolle der Schweiz im Rohstoffhandel gearbeitet. Rohstoffwelten – damit sind sie Lebenswelten rund um Minen, Ölfelder oder Plantagen gemeint – sind jedoch schon weit länger Gegenstand ethnologischer Forschung. Die Manchester School hat sich zum Beispiel schon früh mit dem Einfluss von Bergbau auf die lokale Bevölkerung befasst. Und aufgrund der vielen Rohstofffördergebiete im globalen Süden kamen und kommen Ethnolog/innen in verschiedenen Regionen immer wieder mit dem Rohstoffhandel in Berührung.
Im Kurs wollen wir eine transnationale Sichtweise auf den globalisierten Rohstoffhandel entwickeln. Dazu lesen wir ethnographische Texte zum Leben in und um Minen, an Transportrouten und im Innern multinationaler Konzerne. Weiter sprechen wir mit Expert/innen aus der Wissenschaft, NGOs, internationalen Organisationen und der Rohstoffbranche. Die Studierenden wählen dafür ein konkretes Fallbeispiel und kontaktieren entsprechende Expert/innen. Sie wählen passende Texte aus und führen Gespräche. In dieser Form soll das Kursprogramm interaktiv und entlang der Interessen der Teilnehmer/innen gestaltet werden.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Einige westafrikanische Musikstile sind heute weltweit berühmt – nicht als exotische „Weltmusik“ sondern als zeitgemässe und kreative Popmusik. Die westafrikanische Musiklandschaft ist vielfältig und geht auf lange Traditionen zurück, die aber immer schon im Austausch mit Musikstilen anderer Weltregionen standen. So sind Blues, Jazz, Reggae und viele lateinamerikanische Stile von afrikanischen Rhythmen und Instrumenten inspiriert. Und ohne Soul und Bigband-Jazz aus den USA wäre Fela Kuti’s Afrobeat oder Ghanaischer Highlife so nicht entstanden. In jüngster Zeit belegt die zunehmende Popularität von Afrobeats (mit -s am Ende) in den Clubs Europas den fortgesetzten Einfluss Westafrikas auf die Popmusik der Welt.
Das Seminar nimmt ausgewählte Musiktraditionen (z.B. der Yoruba, Akan, Ewe) zum Ausgangspunkt und untersucht ihre lokalen Hintergründe und globalen Verflechtungsgeschichten. Teil des Seminars ist ein Workshop mit einem professionellen Percussionisten, bei dem wir „am eigenen Leib“ lernen, wie ein westafrikanisches Trommelensemble funktioniert. Der Dozent kuratiert 2019 eine Ausstellung zum Thema des Seminars am Völkerkundemuseum. Für interessierte und engagierte Studierende besteht die Möglichkeit einer Mitarbeit an der Ausstellung.
Literatur zur Einführung:
Agawu, Kofi (1995): "The invention of "African rhythm"", in: Journal of the American Musicological Society 48(3),380-395.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
This seminar will draw upon historical, ethnographic and political- science scholarship in order to explore the diversity of ways in which Islam is lived, practiced and understood in South Asia. It will trace the modern historical roots of the existing variants of Islam in South Asia, and examine their contemporary political and popular manifestations—primarily in India, Pakistan and Bangladesh. Students will learn about the practices and beliefs associated South Asian variants of Sufism, and with South Asia’s various reformist movements. They will—for example—examine the relationship between politics and Sufism, and will also examine the rise of militant groups such as the Pakistani Taliban. Crucially, the course will examine changing notions of community among South Asian Muslims, and at the relationship between these notions and nationalism.
Hinweis: Crosslisting der Indologie
Anrechenbarkeit:
BA: Wahlmodul der Ethnologie
MA: Wahlmodul der Ethnologie
In den Science and Technology Studies (STS) etablierte sich seit den 1980er Jahren das Konzept des sozialtechnischen Systems, wonach technologische Aktivität und materielle Kultur menschlicher Gesellschaften als Teil lokal-spezifischer Orientierungen zu verstehen ist, in welchen soziale und technische Dimensionen untrennbar miteinander verflochten sind. Sowohl die Wahl, welche Technologien in bestimmten historisch-räumlichen Settings zur Anwendung gelangen, als auch deren Bedeutungszuschreibungen unterliegen einer Art inneren Logik sozial-technischer Systeme und sind dabei offenbar zeitlich und räumlich variabel. Die geplante Lehrveranstaltung setzt hier an und beabsichtigt eine Beschäftigung mit sozial-technischen Orientierungen mobiler Gesellschaften. Mobile Lebensformen standen in der Ethnologie immer wieder im Fokus. Mobil sein bedeutet nicht erst seit dem 21. Jh. auch Migration. Ende des Jahres 2016 meldete der UNHCR die Zahl von 65,6 Millionen Menschen, die weltweit, oft als Binnenvertriebene, auf der Flucht waren und sind. Mobilitätsbewegungen von genuin sesshaften Gesellschaften verleihen einer Beschäftigung mit sozial-technischen Orientierungen mobiler Gesellschaften aktuell neues Gewicht. Die Lehrveranstaltung nähert sich anhand von Grundlagentexten und Fallbeispielen dem Forschungsfeld.
Literatur zum Einstieg:
Bijker, Wiebe E. 2010. „How is technology made?“ Cambridge Journal of Economics 2010, 34: 63–76.
Dudley, Sandra. 2011. „Feeling at Home: Producing and Consuming Things in Karenni Refugee Camps on The Thai-Burma Border.“ Population, Space and Place 17: 742–755.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Die Grossregion Ozeanien auf der Europa gegenüber liegenden Seite der Erdkugel trägt verschiedene Namen (Pazifik/ Austronesien/ Südsee/ Paradies), verbunden seit Jahrhunderten mit Erwartungen, Bildern, Vorstellungen und vor allem viel blauer (Wasser-)Fläche. Wir nähern uns der Region zunächst auf den Routen von Entdeckern, Missionaren und Kolonialmächten und beschäftigen uns mit europäischen Bildern von der Südsee in Kunst, Literatur und Museen.
Das Regionalmodul behandelt die ethnographische Erforschung der Region in Gegenwart und Vergangenheit. Wir beschäftigen uns mit der Frage, welche Ethnologen in der Region zu welchen Themen welche wesentlichen Arbeiten verfasst haben. Daneben betrachten wir aktuelle Themen, die die Region betreffen - Klimawandel, Migration, Müllstrudel, Missionierung, Datumsgrenze, Atomtests, Globalisierung, Frauenrechte, natürliche Ressourcen etc. – und wie diese Themen ethnologisch erforscht werden. Ausserdem suchen wir lokale Sichtweisen auf die Region und auf deren europäische Repräsentationen in politischer, wissenschaftlicher und künstlerischer Hinsicht.
Empfohlene fiktionale Literatur zur Einführung:
Chatwin, Bruce. Traumpfade/ The Songlines (1987)
Hau’ofa, Epeli. Rückkehr durch die Hintertür (1983 engl./ 1998 dt.)
Kiki, Albert Maori. Kiki. Ten Thousand Years in a Lifetime. A New Guinea Autobiography. (1968)
King, Lily. Euphoria (2014 engl./ 2015 dt.)
Kuegler, Sabine. Dschungelkind (2005)
Scheurmann, Erich. Der Papalagi. Reden des Südsee-Häuptlings Tuiavii aus Tiavea. (1921/1977)
Theroux, Paul. The Happy Isles of Oceania. Paddling the Pacific (1992)
Theroux, Paul. Hotel Honolulu (2001 engl./ 2016 dt.)
Vanderbes, Jennifer. Osterinsel (2003 engl./ 2004 dt.)
Wendt, Albert. Im Schatten des Banyam Baumes (1979 engl./ 1982 dt.)
Wood, Barbara. Traumzeit (1991 engl./1993 dt.)
Anrechenbarkeit:
BA: Regionalmodul Ozeanien
MA: Thematisches bzw. Regional-Modul
Diese Vorlesung gibt auf der Grundlage klassischer und aktueller Ethnographien einen Überblick über zentrale Frage- und Problemstellungen der Religionsethnologie und Religionstheorie sowie angrenzender Forschungsgebiete. Zu diesen Frage- und Problemstellungen gehören:
Was ist Religion? Warum sind nicht nur die unterschiedlichen Antworten auf diese Frage, sondern auch die Fragen selbst vielfach kritisiert worden? Warum sind Begriffe wie Magie und Mythos, Ritual und Rationalität sowie Symbol und System für viele religionsethnologische Ansätze so zentral wie umstritten? Warum waren Religionstheorien mit umfassendem Erklärungsanspruch lange Zeit im Zentrum der religionsethnologischen Debatten, wurden dann grundlegend in Frage gestellt und erleben in jüngeren Jahren wieder Aufwind? Warum gelten manche religionsethnologischen Studien als „Klassiker“? Welche kulturellen Bedeutungssysteme konkurrieren mit religiösen Traditionen, ersetzen oder verdrängen diese? Wann und wo kann von religiösem Bedeutungsverlust und Prozessen der Säkularisierung gesprochen werden, wann und wo von neuen religiösen Bewegungen und Re-sakralisierung oder von Nichtreligion und Post-Säkularität? Warum ist die solchen Fragen oft zugrundeliegende Gegenüberstellung vermeintlich ausdifferenzierter Gesellschaftsbereiche (neben Religion z. B. Politik, Wissenschaft, Kunst und Ökonomie) in der Ethnologie oft kritisiert worden?
Der Fokus der Vorlesung liegt auf der Darstellung und Diskussion solcher Frage- und Problemstellungen. Darüber hinaus werden exemplarisch auch studienpraktische, disziplingeschichtliche und wissenschaftstheoretische Themenfelder angesprochen, die allgemein für das Studium relevant sind.
Michael Lambek (ed.). A Reader in the Anthropology of Religion, Oxford: Blackwell
Jane Boddy & Michael Lambek (eds.). A Companion to the Anthropology of Religion, Oxford
Nathaniel Robert. To Be Cared For. The Power of Conversion and Foreignness of Belonging in an Indian Slum. University of California Press, Oakland 2016.
Bettina E.Schmidt: Einführung in die Religionsethnologie. Ideen und Konzepte. Reimer, Berlin 2008.
Anrechenbarkeit:
BA: Kernbereich V
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind weltweit mehr Menschen unterwegs als je zuvor. Obwohl Migration kein neues Phänomen in der Geschichte der Menschheit ist, führen die jüngsten Prozesse der Globalisierung und die zunehmende Verflechtung über nationalstaatliche Grenzen hinweg zu einer neuen Komplexität von Migration, zur Bildung neuer Mobilitäten und Transformation unserer Vorstellung von Mobilität. Diese Veränderungen stellen Politik, Gesellschaft wie auch die Forschung vor grosse Herausforderungen.
In diesem Seminar werden wir anhand theoretischer wie empirischer Texte gemeinsam erörtern, welchen Beitrag eine sozialanthropologische Migrationsforschung in diesem Kontext leisten kann. Dabei befassen wir uns kritisch mit den relevanten Konzepten sowie methodologischen Ansätzen und versuchen an fachtheoretische Debatten anzuschliessen.
Die globalisierte Welt ist nicht nur geprägt von mobilitätsfördernden Technologien, sondern erfährt gleichzeitig eine Konjunktur von neuen und alten mobilitätseinschränkenden Mechanismen. Diese Massnahmen zur Steuerung und Kontrolle transnationaler Migration gehen weit über die Bildung neuer Mauern entlang staatlicher Grenzen hinaus.
Vor diesem Hintergrund befassen wir uns vertieft mit interdisziplinären Forschungen zu Mobilität und Immobilität, Externalisierung der Migrationspolitik, Grenzräumen, Grenzregimes, Illegalisierung von Mobilität, Migrationsinfrastruktur und Migrationsindustrie.
Literatur zur Einführung:
Darieva, Tsypylma (2007): Migrationsforschung in der Ethnologie. In: Schmidt-Lauber, Brigitta (Hg): Ethnizität und Migration. Einführung in Wissenschaft und Arbeitsfelder. Berlin: Reimer, S. 69-94.
Anrechenbarkeit:
BA: Thematische Gebiete
Das Ethnologiekolloquium ist eine öffentliche Vortragsreihe zu der alle Studierenden herzlich eingeladen sind. Es bietet ein Forum, um ethnologische Forschungsprojekte zu diskutieren, die ein breites Spektrum an Themen und eine Vielfalt von Regionen umfassen. Jede Woche werden sowohl externe GastrednerInnen eingeladen als auch MitarbeiterInnen des ISEK - Ethnologie. Studierende erhalten so Einblick in aktuelle ethnologische Forschungsprojekte und haben die Möglichkeit, die Arbeit von ForscherInnen über die Universität Zürich hinaus näher kennen zu lernen.
Von den Studierenden, die sich diese Veranstaltung mit 2 KP an das Studium Generale anrechnen lassen möchten, werden folgende Leistungen erwartet: Regelmässige Präsenz, zwei Sitzungsprotokolle und eine Hintergrundrecherche zu einer der vortragenden Personen (je 500-600 Wörter). Die studentischen Leistungen werden von Raphael Schwere betreut.
Es gelten die Richtlinien Akademisches Arbeiten (PDF, 264 KB).
Abgabe: jeweils bis spätestens zwei Wochen nach dem entsprechenden Vortragstermin, elektronisch an <email-pii>
Anrechenbarkeit:
BA: Studium Generale