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Kurfürst
JohannFriedrich hatte 1542 in
Wurzen,
[* 3] über das er gemeinsam mit
HerzogMoritz die Schutzherrschaft ausübte, eigenmächtig eine Türkensteuer ausgeschrieben,
worüber es zur
Fehde zu kommen drohte.
Landgraf Philipp von Hessen
[* 4] vermittelte jedoch die Beilegung des Streites, so daß
die bereits aufgebotene Mannschaft zu
Ostern und zum Genusse der Osterfladen (Kuchen) wieder zu Hause
war.
Stadt im
Bezirksamt Mellrichstadt des bayr. Reg.-Bez.
Unterfranken, 18 km im NW. von Mellrichstadt, in 403 m
Höhe, am östl. Fuße des Rhöngebirges, unweit der rechts in die
Fränkische Saale gehenden Streu, hat (1890) 787 kath.
E., Postexpedition,
Telegraph;
[* 5]
kath.
Pfarrkirche, Forellenfischerei, Holzwarenfabrikation und Flachshandel.
SchonAntonius von
Padua
[* 8] soll Geißlerfahrten veranlaßt haben. Während der Kämpfe der Guelfen und Ghibellinen
forderte der Dominikanermönch
Rainer 1260 die Einwohner von
Perugia zur
Geißelung auf. An allen Orten sammelten sich
Männer
und Frauen jedes
Alters und
Standes, Priester mit Kreuzen und Fahnen voran; mit entblößtem Oberkörper zogen sie umher und
peitschten sich unter Bußgesängen bis aufs
Blut. In großen Scharen zogen sie 1261 sogar über die
Alpen
[* 9] nach
Österreich,
[* 10] bis nach
Ungarn
[* 11] und
Polen und fanden auch hier beim
Volk viel Beifall.
Sie machten sich bald durch Zerstörung aller bürgerlichen und kirchlichen Ordnung bei Geistlichkeit und
Behörden derart
verhaßt, daß schon 1349 Clemens VI. dieses Unwesen verbot und die weltlichen und geistlichen Obern zu ihrer Unterdrückung
anhielt. Trotzdem bildeten sich Ende des 14. Jahrh. in
Frankreich,
Italien und
Spanien,
[* 21] wieder neue, den
Flagellánten ähnliche Büßergesellschaften (in
Italien von ihrer weißen Kleidung
Bianchi oder
Albati, d. h.
Weiße genannt).
(frz., spr. flascholétt; ital.
flautino, flauto piccolo), eine
bis in die neueste Zeit gebräuchliche Schnabelflöte (s. d.)
kleinster Gattung, mit sechs
Tonlöchern und einem
Umfange von ungefähr zwei Oktaven. Man hat Flageolett von fünf verschiedenen
Größen,
aus c, d, es, f und a, um aus allen
Tönen mit gleicher Leichtigkeit blasen zu können. Die kleinste Art bilden die Vogelpfeifchen.
Ihre Intonation ist sehr leicht. Bainbridge verbesserte das Flageolett 1802. – Im
Spiel der
Streichinstrumente
heißen die hellen
TöneFlageoletttöne (frz. sons harmoniques; ital. suoniarmonichi, flautini), die man dadurch erzeugt, daß der Finger die
Saite, bevor sie angestrichen wird, bei einem Schwingungsknoten
nicht fest niederdrückt, sondern nur lose berührt.
Dadurch entstehen ungewöhnliche Schwingungen der
Saiten, die viel höhere und ganz anders klingende
Töne
hervorbringen, als ihnen sonst eigen sind. So giebt z. B. die
Violine, wo auf der g-Saite das eingestrichene c gegriffen wird,
das zweigestrichene g an, auf der
Stelle hingegen, wo auf der d-Saite das eingestrichene a liegt, das zweigestrichene
a.
Paganini auf der
Violine und Servais auf dem Violoncell haben zuerst das Flageolettspiel so ausgebildet, wie es bei den
modernen Virtuosen zur Anwendung kommt. – In der Orgel ist Flageolett ein Flötenregister.
[* 23] die gewöhnlich viereckigen Fahnen von leichtem wollenen Zeuge, dem Flaggentuch, die die Schiffe
[* 24] zur Kennzeichnung
ihrer Nationalität führen müssen. Diese Nationalflagge ist meistens um ein Dritteil länger als breit,
verschieden gefärbt, mit Wappen
[* 25] oder Sinnbildern versehen und weht am Heck des Schiffs an einem Flaggstocke oder an der
Gaffel des
Besans. Das Führen einer andern Flagge als der zuständigen steht mit der Fälschung von Papieren auf
gleicher
Stufe. Wird ein Handelsschiff mit falscher Flagge betroffen, so verfällt sein Führer in schwere
Strafe. Es giebt
Kriegs- und Handelsflaggen, die jedoch bei vielen Nationen, wie
¶
Dieser Gruß wird unter Kriegsschiffen nur selten und dann nur gleichzeitig gewechselt. Das einseitige Streichen der Flagge
eines Kriegsschiffe vor einem andern im Kampfe bedeutet die Übergabe des erstern. Kommen Kriegsschiffe
in einen fremden Hafen, so begrüßen sie das Land mit 21 Kanonenschüssen, und um zu markieren, wem der Gruß gilt, wird
im Großtopp, d. h. an der Spitze des mittelsten Mastes, die betreffende Nationalflagge geheißt. Deshalb führen die Kriegsschiffe
die Flagge der Länder, mit denen sie voraussichtlich in Berührung kommen, mit sich.
Nach Art. 55 der deutschen Reichsverfassung führt die Kriegs- und Handelsflagge die Farben schwarz-weiß-rot. (Hierzu Tafel:
Flaggen der Seestaaten.) Nähere Vorschriften über erstere ergingen durch Verordnung vom über letztere vom Die
Handelsflagge ist ein längliches Rechteck, bestehend aus drei gleichen breiten horizontalen Streifen in
den deutschen Farben, die Höhe beträgt zwei Drittel der Länge; die Flagge ist anzubringen am Heck oder hintern Mast; besondere
Abzeichen oder Wimpel wie bei der Kriegsmarine sind verboten.
Diese Flagge zu führen sind nur die registrierten Schiffe (s. Schiffsregister) berechtigt, diese aber zugleich verpflichtet.
Die Flagge ist das äußere Zeichen der deutschen Nationalität, bewirkt somit die Pflicht des Gehorsams
und giebt den Anspruch auf Schutz durch die deutsche Staatsgewalt; sie muß geführt werden, sobald der Eintrag ins Schiffsregister
erfolgt und das Certifikat (s. d.) hierüber ausgehändigt worden ist. Einregistrierung und
Certifikat können auch ersetzt werden durch ein Flaggenattest (s. d.). Einzelstaatliche Flaggen auf See zu
führen, ist deutschen Schiffen verboten.
Schiffe, welche zur Führung der deutschen Flagge verpflichtet wären, dies aber unterlassen, haben keinen Anspruch auf deutschen
Schutz; Schiffe, welche unberechtigterweise unter deutscher Flagge fahren, sind zum Einziehen derselben zu veranlassen, außerdem
trifft den Führer Geldstrafe bis 1500 M. oder Gefängnisstrafe bis 6 Monate, endlich kann das Schiff
zu Gunsten des Reichsfiskus konfisciert werden. Die Überwachung dieser Vorschriften liegt im Inland den Polizeibehörden,
im Ausland den Konsuln, unter Umständen mit Hilfe der Kommandanten der kaiserl. Marine ob.
Die Kriegsflagge des DeutschenReichs (s. Tafel: Flaggen der Seestaaten) ist weiß, von einem schwarzen
Kreuz
[* 32] durchteilt, in dessen Mitte sich der preuß. heraldische Adler
[* 33] befindet. Oben in der innern Ecke sind die Reichsfarben
in Horizontalstreifen und in ihnen das Eiserne Kreuz.
Nach einer Verordnung vom ist die deutsche Reichsflagge wesentlich abgeändert worden (vgl.
die Tafeln: Flaggen der Seestaaten und Flaggen des DeutschenReichs, Bd. 5, S. 154): Die Bundesflagge in der
durch Verordnung vom für die Schiffe der deutschen Handelsmarine festgestellten
Form bildet die deutsche Nationalflagge.
Die deutsche Kriegsflagge ist (vorbehaltlich der unterm erlassenen Vorschriften für Privatfahrzeuge der deutschen
Fürsten) von der kaiserl. Marine und von den unmittelbaren Reichsbehörden
und Anstalten des deutschen Heers zu führen. Zum Gebrauche solcher Reichsbehörden, die nicht die deutsche Kriegsflagge führen,
dient vom an die Reichsdienstflagge. Diese besteht aus der deutschen Nationalflagge mit einem in der Mitte des
weißen Feldes angebrachten, die dienstliche Bestimmung und den Verwaltungszweig kenntlich machenden
Abzeichen. Abzeichen sind:
2) im Bereiche der kaiserl. Marine, sofern dort nicht die Kriegsflagge zu führen ist,
ein gelber unklarer Anker mit der kaiserl. Krone darüber;
3) im Bereiche des Reichspostamtes ein gelbes Posthorn mit der kaiserl. Krone darüber;
4) im Bereiche der übrigen Verwaltungszweige die kaiserl. Krone. Zur Führung der Reichsdienstflagge sind nur die Behörden
des Reichs berechtigt. Außerdem haben solche deutsche Schiffe, die ohne im Eigentum des Reichs zu stehen,
im Auftrage der Reichspostverwaltung die Post befördern, so lange sie die Post an Bord haben, neben der Nationalflagge als
besonderes Abzeichen die Reichspostflagge im Großtopp zu heißen. Für dieselbe Zeit sind diese Schiffe berechtigt, die Reichspostflagge
als Gösch auf dem Bugspriet zu führen. Es ist nicht gestattet, eine der Standarten des Kaisers, der Kaiserin
und des Kronprinzen des DeutschenReichs zu führen.
Auch ist es nicht gestattet, ohne Ermächtigung die deutsche Kriegsflagge, die in der kaiserl.
Marine eingeführten Kommando- und Unterscheidungszeichen, Göschen und Wimpel sowie die Reichsdienstflagge zu führen. Beim
Gebrauch der deutschen Nationalflagge ist zu beachten, daß der schwarze Streifen oben liegen muß. Die
übrigen, in der neuen Verordnung nicht besonders erwähnten Flaggen u. s. w. der
Tafel: Flaggen des DeutschenReichs sind unverändert geblieben d. h. an Stelle der Abbildungen 3 und 6 der genannten Tafel tritt
vom die neue Reichspostflagge, an Stelle der Abbildungen 5 und 7 tritt die Marinedienstflagge
und an Stelle der Abbildungen 9 und 10 tritt die Dienstflagge für die übrigen Reichsbehörden (s.
Tafel: Flaggen der Seestaaten).
Jedes Kriegsschiff setzt vor Anker
[* 34] an Sonn- und Feiertagen die Gösch (s. d.) an einem Flaggstock am Bugspriet. Die Standarten,
Kommando- und Unterscheidungszeichen werden bei Tag und bei Nacht gesetzt. Jedes in Dienst befindliche
Kriegsschiff und dessen Boote sowie die Küstenbefestigungen, Marineanstalten, die obersten Reichsbehörden, Gesandtschaften
und Konsulate des Reichs führen die Kriegsflagge während des Tags. (S. Flaggenparade.) Die Lootsen- und Arbeitsfahrzeuge der
Marine führen die Marinedienstflagge; die Zollfahrzeuge und Fahrzeuge der übrigen Reichsbehörden führen die Reichsdienstflagge
mit der Krone. Die Gösch ist überall, wo eine Reichsdienstflagge geführt wird, gleich dieser Flagge. Im Großtopp wird die
Reichsdienstflagge (mit Adler und Krone) gesetzt, wenn sich die Ersten Bürgermeister der Hansestädte, Gesandte oder außerordentliche
Bevollmächtigte an Bord befinden. Der Gouverneur
¶