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Früher dienten Weiher den unterschiedlichsten Zwecken: man züchtete Karpfen und andere Fische in ihnen, sie waren wichtige Trinkwasser-Reservoire für trockene Zeiten, bei der Brandbekämpfung konnte aus ihnen Wasser mit Eimern geschöpft werden, man konnte Hölzer und Hanfstauden darin wässern, Pferde und Kühe tränken und anderes mehr. In nördlichen Gegenden wurden Weiher auch dazu verwendet, um Eisblöcke daraus zu schlagen, die in speziellen Kühlkellern die Lebensmittel bis in den Sommer hinein frisch halten konnten.
Der Begriff Weiher stammt aus dem althochdeutschen wî(w)âri, wîâre, wîhiri, das sich vom lateinischen vivarium=Lebendbehälter für Tiere ableiten lässt. Die eigentliche Entstehung der Weiher entstand bereits um 500 v. Chr. durch das Halten von Karpfen. Auch die Römer und Griechen legten Fischweiher an und züchteten Speisekarpfen, womit dieser Fisch zum Haustier, resp. Nutztier wurde.Im Mittelalter dehnte sich das Verbreitungsgebiet der Karpfenweiher über ganz Europa aus. Grund dafür war, dass die Katholische Kirche im 4. Jahrhundert die ursprüngliche Osterfastenzeit von zwei Tagen auf eine Gesamtfastenzeit von 40 Tagen ausdehnte und festlegte, was während dieser Zeit gegessen werden durfte. So war es verboten ‹warmblütige Tiere› zu essen; in anderen Quellen waren vierbeinige Tiere verboten. So wurde Fisch zum beliebten Fleischersatz. Die meisten Mönche legten deshalb in der Nähe der Klöster Karpfen-, Hecht- und Forellenweiher an, um jederzeit genügend Fisch zur Verfügung zu haben. Auch in der Nähe von Schlössern gab es oft Weiher mit Fischzuchten.
Doch was genau ist eigentlich ein Weiher? Er wird definiert als «ausdauerndes stehendes Gewässer, bei dem das Licht bis zum Gewässergrund dringt und das Wachstum grüner Pflanzen ermöglicht». Weiher wurden oft bei Adelssitzen und Schlössern als Teil von Gartenanlagen angelegt und mussten regelmässig gereinigt werden.
Als Teiche hingegen bezeichnet man flache Gewässer, die (meistens) künstlich angelegt wurden und mindestens einen Zufluss sowie einen regulierbaren Abfluss haben. Teiche sind meistens Nutzteiche, deren Wasser bei Bedarf abgelassen werden kann (z.B. um an die Fische zu kommen); sie besitzen keinen ästhetischen Anspruch. Flachgewässer, die nur temporär Wasser führen, heissen Tümpel. In der Umgangssprache macht man jedoch oft keinen Unterschied zwischen Weiher und Teich. Dazu kommt, dass wir in Basel auch die früheren Gewerbekanäle wie den Riehen- oder den St. Alban-Teich mit Teich bezeichnen (‹Dyych›).
Die Basler Weiher
Einer der bekanntesten Basler Weiher war der so genannte ‹Teuchelweiher› bei der Schützenmatte. Er wurde bereits im 16. Jahrhundert erwähnt, als man den Schiessstand der Feuerschützen auf Pfählen über dem Weiher erbaute. Teuchel nannte man die Föhrenstämme, durch deren Mitte man ein Loch bohrte und sie als Wasserleitungen benützte. Damit sie haltbar waren, wurden sie vor ihrem Einsatz in Teichen gewässert. In Basel geschah dies im Teuchelweiher.
Der Teuchelweiher wurde übrigens 1874 aufgefüllt und zu einer Grünanlage umgestaltet. 1899 wurde der Schiessstand an den Allschwiler Weiher verlegt und die Schützenmatte in den Schützenmattpark umgestaltet. Der Teuchel- oder Schützenmattweiher wurde vom Dorenbach gespeist, der ursprünglich vom Allschwiler Wald aus durch das heutige Iselin- und St. Johann-Quartier in den Rhein floss. Im 13. Jahrhundert wurde der Verlauf des Bachs durch die Ableitung eines Wassergrabens (Herrengraben) und eines Überlaufgrabens (heutiger Dorenbach) grundlegend verändert. Der Wassergraben führte zum Teuchelweiher, verlief von dort aus weiter in Richtung Stadt und passierte das frühere Steinenkreuztor (späteres Fröschenbollwerk), um am Ende der Petersgasse in den Rhein zu münden.
Ebenfalls vom Dorenbach gespeist wird der Allschwiler Weiher, der 1672 als Feuerweiher angelegt wurde. Später nutzte man ihn auch als Fischweiher. Sein Abfluss führte früher über den Neuweilerplatz zum Weiherweg und bis in die Spalenvorstadt, wo er verschiedene Brunnen mit Wasser versorgte. Heute wird er vom Dorenbach in den Birsig entwässert.
Wo die Egel lebten
Mit dem Bau des Riehenteichs, des Kanals von der Wiese bis zum Rhein, entstand wohl um 1230 der Egelsee durch ein Hochwasser der Wiese. Eigentlich handelte es sich dabei ursprünglich um einen Tümpel, in dem das Wasser stehen blieb, und in welchem sich Blutegel und Schnaken sammelten. Um 1363 wurde in einer Urkunde die Egelseematte erwähnt, und in einem Vertrag von 1456 ist – nicht sehr einfach formuliert – aufgeführt, dass «Ennelin Texslin, Wittwe, verbeiständet von ihrem Oheim, Meister Oswald Stehelin, dem Waffenschmied, Burger zu Basel, bekennt, für die ihr durch Heinrich Zschampo verpfändete und von diesem an die Kartäuser zu Klein Basel verkaufte Schenkmatt, gelegen daselbst ob dem Usloss gegenüber dem Egelsee, durch andere Güter entschädigt worden zu sein.»
Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Egelsee als Waldtümpel oder Waldteich bezeichnet; es ist jedoch nicht überliefert, ob der Wald im und um den See auf natürliche Weise oder durch Pflanzung entstand. Auf alten Stadtplänen war dieser Wald als Egelseeholz oder Egelseewald benannt und umfasste eine Fläche von über 30'000 m2.
1820 wurde das während rund 600 Jahren als Egelsee bezeichnete Gebiet plötzlich unter dem neuen Namen Eglisee bekannt, auch wenn weiterhin die Bezeichnung ‹Egelsee-Matten› geläufig war. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Eglisee trockengelegt, denn als Naherholungsgebiet für die Basler war das Egliseeholz mit seinen Mücken und Blutegeln nicht sehr attraktiv. Es behielt aber weiterhin seinen Namen, auch als 1910 mit dem Bau des ‹Luft- und Sonnenbad Egliseeholz› begonnen wurde und einige Bäume abgeholzt wurden. Die um 1920 erstellte heutige Fasanenstrasse durchquerte damals das Egliseeholz etwa in der Mitte; auch dafür mussten wieder Bäume gefällt werden. Für die Erweiterung des Luft- und Sonnenbades Egliseeholz, das nun eine Liegewiese erhielt, musste über die Hälfte des Egliseeholzes entfernt werden; einzelne alte Bäume konnten in die neue Anlage integriert werden, welche nun den Namen ‹Gartenbad Eglisee› erhielt. Nach verschiedenen Aufforstungen ist die Waldfläche heute sogar grösser als im Jahr 1910.
Der Teuchelweiher bei der Schützenmatte
Bild 1: Auf dem so genannten Löffelplan von 1857-59, erstellt durch den Geometer Ludwig Heinrich Löffel, ist das Schützenhaus mit dem davor liegenden Teuchelweiher als helles Dreieck gut sichtbar. Geodaten Kanton Basel-Stadt
Bild 2: Schützenhaus und Teuchelweiher (später Schützenmattweiher genannt) auf einem Aquarell von J.J. Schneider aus dem Jahr 1857. Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Schn 148
Bild 3: Vogelschauplan von Matthäus Merian von 1617 mit Schützenhaus und Weiher. Historisches Museum Basel
Der Teich als Eislieferant
Damit Bier länger haltbar war, mussste man es früher bei Temperaturen von weniger als 10° C reifen lassen (untergäriger Prozess). Deshalb konnte ein solches Bier nur während der kalten Jahreszeit gebraut werden, denn man benötigte Eis für dessen Herstellung.
So hatte die Brauerei Warteck einen Eisweiher am Fasanenweg angelegt, wo sie das notwendige Eis abbauen konnte. Der bereits 1880 bekannte Fasanenweg war ein Weg, der von der Horburgstrasse zum 1872 angelegten Tierpark Lange Erlen führte, wo Fasane zu sehen waren. Durch den Bau des ehemaligen Güterbahnhofs der Badischen Bahn wurde der Fasanenweg aufgehoben. 1918 berücksichtigte man den Vogelnamen jedoch wieder bei der amtlichen Benennung der Fasanenstrasse.
Der Gründer der Brauerei Warteck, Niklaus Emanuel Merian (1828–1872) gehörte zu einer Familie, die äusserst aktiv im Biergewerbe tätig war; um 1860 betrieben fünf Familienangehörige das Brauerhandwerk. Nachdem Niklaus Merian verschiedene Wirtschaften geführt hatte, wollte auch er sich in diesem Beruf versuchen und kaufte eine Parzelle Land gegenüber dem Alten Badischen Bahnhof, der 1855 an der Stelle der heutigen Messe erbaut worden war. Hier konnte Merian nicht nur mit seiner vertrauten Kleinbasler Kundschaft rechnen, sondern auch mit den zahlreichen Passagieren, welche die Grossherzogliche Badische Bahn nach Waldshut und Schopfheim benützten und bei ihm ‹am Eck› warten mussten. Allerdings lief die Brauerei ‹Warteck› erst richtig gut, als Merian sie 1869 dem Ehepaar Bernhard und Jeanette Füglistaller-Sprenger verpachtete und später verkaufte. Sie brauten ein ausgezeichnetes Bier und konnten schon bald auch andere Wirte und Private mit ihrem Bier beliefern. So beispielsweise das Hotel Euler, aber auch Abnehmer aus Rheinfelden, dem Berner Jura, dem Baselbiet und aus der Westschweiz. 1872 wurde das Warteck-Bier sogar in Belfort, in Montbéliard und Mülhausen ausgeschenkt. 1872/73 liess Füglistaller am Burgweg drei Lagerkeller und ein Gebäude erstellen; später baute er das – erst kürzlich abgerissene – Alte Warteck aus. Sein Sohn und sein Enkel führten das Geschäft erfolgreich weiter, bis die Firma 1989 an die Brauerei Feldschlösschen verkauft wurde. Ab 1991 wurde das ‹Warteck› dann in Rheinfelden produziert.
Bild: Eisweiher der Brauerei Füglistaller am Fasanenweg, 1881. Aquarell von Johann Jakob Schneider. Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Schn. 240 a
Der Weiher in der Breite
Im 12. Jahrhundert legten die Mönche des Kloster St. Alban einen Gewerbekanal an, um ihre Mühlen zu betreiben. Dieser St. Alban-Teich (‹Dalbe-Dyych›) führte von der Birs bis zum Rhein. Ungefähr auf der Höhe der heutigen Wildensteinerstrasse entstand ein Überlaufkanal, den man Nasenbach oder Nasenbächlein nannte, weil dort – wie in der Birs – viele der Nasen genannten Fische hinaufzogen. 1885 erhielt der Breite-Müller Joseph Joder die Bewilligung, auf seinem Grundstück einen Weiher anzulegen, in welchem er Fische züchten wollte. Gespiesen wurde dieser Weiher durch den Nasenbach. Dieser Weiher, den man Breitesee nannte, war rund 95 m lang und 45 m breit und wurde von der Bevölkerung im Sommer zum Baden und Bootfahren genutzt; im Winter wurde darauf Schlittschuh gelaufen. Verpflegen konnte man sich im nahe gelegenen Restaurant ‹Schifferruh› an der Zürcherstrasse. Doch leider vernachlässigte der Müller seinen ‹Breite-See›; er verschlammte so stark, dass das Sanitätsdepartement 1904 den Weiher mit dem Bauschutt des im gleichen Jahr abgebrannten Stadttheaters auffüllen liess. Der St. Alban-Teich speist übrigens auch den St. Alban-See und den Quellsee, welche 1980 anlässlich der ‹Grün 80› angelegt wurden und sich heute im ‹Park im Grünen› befinden.
Die vier Gundeldinger Schlösser
Es ist nicht bekannt, wann genau die ursprünglichen Gundeldinger Schlösser entstanden; bei der Auflistung der Schäden durch das Basler Erdbeben von 1356 wird ein Schloss erwähnt. Schon 1377 wird von zwei Schlössern berichtet, ein drittes kam kurz darauf hinzu, und das vierte stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Das Weiherschloss ‹Hinteres› oder ‹Grosses Gundeldingen› gehörte ursprünglich der Patrizierfamilie Zer Sunnen, der auch zwei der Wartenberg-Burgen gehörten und deren Männer mehrmals Zunft- und Oberzunftmeister waren. Das ‹Hintere› oder ‹Grosse Gundeldingen› stand etwa an der Stelle der heutigen Liegenschaften Gundeldingerstrasse 440/442. Später wurde der Weiher entfernt, das Gebäude wurde stark umgestaltet und diente zuletzt als Mädchenheim der Heilsarmee. 1955 wurde es abgerissen.
Auch das ‹Untere Mittlere Gundeldingen› war ein Weiherschloss. Ein Teil davon, das so genannte Thomas-Platter-Haus, steht noch heute an der Gundeldingerstrasse 280. Ziemlich sicher entstand es 1398 und kam 1549 in den Besitz des bekannten Schulmeisters Thomas Platter. Dieser erwarb 1534 das Basler Bürgerrecht und kaufte das Landgut in Gundeldingen, um eine Rückzugsmöglichkeit auf dem Land zu haben. 1582 starb er auf seinem Gundeldinger Landgut, das von seinem Sohn, dem ebenfalls bekannten Basler Stadtarzt Thomas Platter übernommen wurde.
Das ‹Obere Mittlere Gundeldingen› ist vermutlich das älteste der Schlösser; es wurde auch als Weiherschloss angelegt und gehörte unter anderem der Familie von Ramstein. Diese waren zuerst Beamte des Basler Bischofs, wechselten später aber zu den Habsburgern. Dieses Schloss wurde wohl als erstes abgerissen, denn bereits um 1840 entstand an seiner Stelle das so genannte Bachofen-Schlösschen, seinen Namen erhielt es vom bekannten Professor Johann Jakob Bachofen. Leider wurde das Schlösschen 1971 ebenfalls abgerissen.
Das ‹Vordere Gundeldingen› wurde um 1560 durch den Basler Tuchhändler Hieronymus Iselin erbaut. Doch der Bauherr übernahm sich; nach seinem Tod musste seine Frau Ursula es verkaufen. 1602 erwarb der Schauffhauser Hauptmann Ulrich Abegg das Schloss mit Umschwung für 8500 Kronen. Aufgrund des Kaufvertrags weiss man, dass es sich dabei um das Herrenhaus mit landwirtschaftlichen Anlagen, Ställen, Scheunen und einem Pächterhaus handelte. Der Umschwung umfasste 31 Aren und erstreckte sich weit über das Geviert der heutigen Dittinger- und Röschenzerstrasse hinaus bis an den Abhang des Bruderholzes. 1754 wurde es beschrieben: «Es liegt in einer sehr lieblichen, mit vielen fruchtbaren Bäumen gezierten Gegend, an einer Anhöhe St. Jacobs-Berg genannt; ist wohl erbauen, hat viele liegende Güter und wird deswegen unter die schönen und annehmlichen Landgüter gezählt.» Das Anwesen wurde häufig verkauft; es gehörte den Familien Burckhardt, Merian, Forcart und anderen. Im 19. Jahrhundert wurden die Gebäude und der Garten stark verändert; schliesslich wurde 1925 das ursprüngliche Schlösschen abgerissen; das 1731 erbaute, zweite Schlösschen wurde 1992 zum Baudenkmal erklärt und steht an der Gundeldingerstrasse 172.
Bild links: Die vier Gundeldinger Schlösser auf einem Aquarell von 1746. Damit das Bild der heute üblichen Darstellung entspricht (Norden=oben), muss man es um 90° im Uhrzeigersinn drehen. Zuoberst (ganz im Osten) das ‹Hintere› oder ‹Grosse Gundeldingen›. Darunter das ‹Untere Mittlere Gundeldingen›, zurück versetzt das ‹Obere Mittlere Gundeldingen› und zu unterst das ‹Vordere Gundeldingen›. Während die ersten drei Schlösser von Anfang an als Weiherschloss konzipiert wurden, entstand das letzte im 16. Jahrhundert als barockes Bauwerk. Staatsarchiv Basel-Stadt, Falk A 241
Bild rechts oben: Das Weiherschloss Gross-Gundeldingen um 1860. Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Schn. 84
Bild rechts unten: Das ‹Untere Mittlere Gundeldingen› gehörte ab 1549 dem Schulmeister Thomas Platter; Vater des später bekannten Felix Platter, der Basler Stadtarzt war. Platter liess das grosse, an Quellen reiche Landgut von einem Pächter-Ehepaar und weiteren Hilfskräften bewirtschaften. Sein Landsitz wurde bald zu einem der schönsten Güter in der Umgebung von Basel, an dessen Weiher oft ein buntes Treiben herrschte. Tuschzeichnung, alte Kopie nach einem Stich von Hans Heinrich Glaser. Staatsarchiv Basel-Stadt, Falk A 248
Das Inzlinger Wasserschloss
Die grenznahe Lage von Inzlingen war prägend für die Geschichte dieses Weiher- oder Wasserschlosses, welches auch Schloss Reichenstein genannt wurde. Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde es 1470. Der Wassergraben um das vermutlich um 1400 erbaute Gebäude dürfte erst im 16. Jahrhundert angelegt worden sein. Das Schloss gehörte jahrhundertelang der Familie Reich von Reichenstein; der Basler Bürgermeister Heinrich Reich von Reichenstein erhielt 1394 von Markgraf Rudolf III. die Gerichtsbarkeit über Inzlingen. 1819/1820 verkauften die Reichs das Schloss für 19 000 Gulden, worauf es zuerst als Fabrikgebäude für die Seidenbandweberei und später als landwirtschaftliches Anwesen diente. Die Gemeinde Inzlingen erwarb das Schloss 1969. Heute dient es der Gemeindeverwaltung und beherbergt ein Hotel-Restaurant.
Der Eisweiher in Riehen
1926 wurde der Riehener Eisweiher von den Mühlematten an das Erlensträsschen verlegt. Ursprünglich diente er dem Abbau von Eis, das von den Riehenern in den Kellern gelagert wurde. In den 1970er Jahren war der Eisweiher in kalten Wintern ein beliebter Tummelplatz für die Riehener Jugend und für die Kleinbasler, wenn die Rosental-Anlage nicht gewässert wurde. Ob in Zeiten der Klimaerwärmung auf dem Eisweiher je wieder Schlittschuh gelaufen werden kann, muss wohl bezweifelt werden.
Heute liegt die Fläche des Eisweihers trocken und wird – vor allem an den Wochenenden – als Spielwiese genutzt. Das Gebäude rechts, die Eisweiherhütte, kann von Riehener Einwohnerinnen und Einwohnern, Gruppen oder Vereinen gemietet werden.
Der Schiffliweiher in den Langen Erlen
Vor der Begradigung der Wiese gab es in den Langen Erlen viele sumpfige Matten, die von Gebüschen, Niederholz und Tümpeln durchsetzt waren. Dieser Boden stand den Kleinbasler Hirten zur Nutzung offen, die hier ihre Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine und «eine ziemliche Menge Esel» auf die Weide trieben. Die Aufsicht über dieses Gebiet hatten die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften. Die Wildnis bot jedoch vor allem der Vogelwelt ein ideales Zuhause.
Nach der Entfernung der Stadtmauern kam der Wunsch auf, Stadt und Natur zu verbinden. Der Münchner Hofgärtner Carl von Effner legte 1860 dem Basler Baukollegium einen Bericht über die Promenaden von Basel und seiner Umgebung vor. Er erklärte auch, dass man die ungepflegten Langen Erlen ohne erhebliche Kosten allmählich verschönern und in eine parkähnliche Grünanlage umwandeln könne. So wurden viele Gebiete trocken gelegt, und auf der linken Seite der Wiese wurden mit dem überfliessenden Wasser des Goldbaches ein «recht hübscher Weiher samt künstlichen Felsen und Caskaden sowie angeblümter Umgebung» (zu Fr. 3000.–) angelegt» sowie viele Bäume gepflanzt. Der so entstandene Weiher wird heute Schiffliweiher genannt und diente lange Zeit als Übungsplatz für die Basler Schiff-Modellbauer. An seinem Ufer befindet sich ein Picknick-Platz, und im Weiher selbst tummeln sich riesige Karpfen.
Die Weiher im Tierpark Lange Erlen
1871 wurde der Erlen-Verein gegründet, der mit seinem neuen Tiergarten auf ein grosses Interesse der Bevölkerung stiess. Die für die Einrichtung notwendigen Kosten von rund zehntausend Franken wurden sehr rasch zusammengebracht, und so konnte man – nebst einem alten, bestehenden Weiher – einen neuen Weiher anlegen, eine «Wirthschaft» einrichten, Gehege, Zäune und Wege anlegen.
Zuerst lieferte ein Mitglied der Landbeleben. Diese wurden jedoch von unbekannter Hand umgebracht und ausgeweidet: «Ein empörender Akt von Rohheit hat in der Nacht vom 17. auf den 18. Dezember stattgefunden, indem von unbekannter Hand ein Schwan - und Waldinspektion einen Schwan und andere Wasservögel, um die Weiher zu und zwei Bisamenten getötet wurden, die dem kleinen Weiher in den Langen Erlen zur Zierde gereicht und dem Publikum im verflossenen Sommer viel Vergnügen gewährt hatten. (...) Der Umstand, dass die Tiere an Ort und Stelle geschlachtet, die Federn und andere Überbleibsel aber dort zurückgelassen wurden, macht die Auffindung einer Spur fast unmöglich.»
Im Juli 1871 liess Karl Egon Fürst von Fürstenberg als Ersatz «zwei wunderschöne schwarze Schwäne in den Kleinbasler Wald schicken». Leider überlebte einer der beiden Schwäne nicht lange, weshalb Bandfabrikant Wilhelm Bachofen-Vischer «dem Tierpark einen prachtvollen weissen Genossen für den schwarzen Schwan spendierte. Die Begegnung der beiden Thiere sei sehr stürmisch verlaufen. Der schwarze Schwan soll einen ausgeprägten Rassenhass zur Schau getragen haben!», wurde damals in der Zeitung vermerkt.
1961 musste der neuere Weiher entschlammt werden, dabei wurde auch die heute noch bestehende Insel erstellt, die vielen Enten und Gänse einen ungestörten Aufenthalt ermöglicht. Auch 1994 mussten beide Weiher wieder entschlammt werden: «Eine Mordsarbeit, die 180'000 Franken kostete». Dank dem Einsatz von Motorpumpen der Feuerwehr konnten 740 m3 Schlamm abgesaugt und entsorgt werden.
2008 wurde ein neuer Holzsteg über den oberen Weiher gebaut, von dem aus man die Wasservögel gut beobachten kann. Die Weiher des Tierparks werden von zahlreichen fliegenden ‹Gästen› besucht. Viele der Wasservögel sind freiwillig hier; einige von ihnen sind Wintergäste, andere leben das ganze Jahr am Weiher und ziehen hier ihre Jungen gross, wie beispielsweise die Nonnengänse. Insgesamt gibt es rund 30 Arten von Wasservögeln auf den beiden Weihern. Christiane Widmer