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Die von der Entwicklung der Grossstadt und der modernen Kunst beeinflussten Avantgarde-Filme Manhatta und Regen gelten als Pionier- und Meisterwerke der Filmkunst der 20er Jahre. Die zwei Stadterkundungen gehören dem Genre der «City Symphonies» an und porträtieren als poetisch – experimentelle Dokumentarfilme die Dynamik des alltäglichen urbanen Lebens der Metropolen.
«Manhatta» (USA, 1921)
Mit «Manhatta» von Charles Sheeler und Paul Strand ist die allererste «City Symphony» der Filmgeschichte, inspiriert durch das Stadtgedicht «Mannahatta» von Walt Whitman, entstanden. Eine lyrische Komposition aus Architektur, Raum und Bewegung. Sie spannt den Bogen vom Anfang des Tages bis zum Sonnenuntergang, spürt dem innewohnenden, innovativen Geist nach und beleuchtet New York City als Dynamo des Maschinenzeitalters. Sheeler und Strand kreierten «Manhatta» als montierte Einstellungsfolge und zugleich als Film aus Fotografien.
«City of the world
(for all races are here)
City of tall facades
of marble and iron.
Proud and passionate city.»
Walt Whitman
Textfragmente aus Walt Whitman’s «Leaves of Grass» gliedern, rhythmisieren und begleiten die abstrakten Kompositionen der Stadtansichten.
«Regen» (NL, 1929)
«Regen» von Joris Ivens und Mannus Franken, inspiriert durch das berühmte Gedicht von Paul Verlaine «Il pleure dans mon coeur, comme il pleut sur la ville», wird innerhalb der «City Symphonies» als lyrisch, impressionistisches «ciné poème» bezeichnet. Regen ist eine abstrakte, poetische, zuweilen auch witzige Kurzstudie über die verschiedensten Facetten und Effekte des Regens auf die Stadt Amsterdam. Strukturiert wie eine musikalische Komposition und in der Gesamtästhetik fotografisch angelegt, filmte Ivens während Monaten in verschiedensten Quartieren Amsterdams.
Projektionen (2018)
von Andrea Stebler und Serafine Frey flackern zu «Traversate I-IV» von Robert Torche auf.