Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03510.jsonl.gz/2588

Der Volksmund nennt sie auch: Amendoeira; Guarda–sol; Chapéu–de–sol
Wissenschaftlicher Name: Terminalia catappa L.
Deutscher Name: –
Aus der botanischen Familie der: Combretaceae
Herkunft: Indien und Malaysia
Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Baum mit geradem Stamm und horizontal ausgestreckten Ästen. Grosse, harte Blätter von grüner Farbe, wenn sie jung sind, später färben sie sich gelblich und schliesslich rubinrot. Blüten von cremegelber Färbung, sitzen an langen Stängeln am Ende der Zweige.
Frucht
Von ovaler Form, die einen sehr harten Kern enthält, in dem sich eine essbare Mandel befindet. Die Frucht ist gelblich–rötlich gefärbt, wenn sie reif ist.
Anbau
Entwickelt sich auf jedweder Art von Boden von mittlerer Fruchtbarkeit, gut durchlässig. Bevorzugt wärmere Regionen (25 bis 27°C). Kann während des gesamten Jahres gepflanzt werden – besonders während der Regenzeit. Wächst langsam und kann als ornamentale Pflanze eingesetzt werden. Früchte trägt er zwischen November bis März.
Amendoeira–da–praia, Amendoeira–da–Índia, Amendoeira–tropical – es gibt noch einige Namen mehr für denselben Baum, der besonders wegen seiner dichten, schattenspendenden Krone geschätzt wird, weil er häufig an den sonst schattenlosen Sandstränden der brasilianischen Küste auftritt – deshalb nennen ihn die Einheimischen auch “Sonnenschirm“.
Wie Henry Blossfold berichtet, erzählen die alten Chroniken, dass dieser Baum, der aus Indien stammt, schon im ersten Jahrhundert nach Ankunft der Europäer an den Stränden Brasiliens recht häufig anzutreffen war. Man nimmt an, dass seine Samen innerhalb des Sandes aus Asien eingeschleppt wurden, den die portugiesischen Schiffe als Ballast mit sich führten.
Weil er ein typischer Baum der Meeresstrände ist, vertragen seine Samen lange Perioden im Meerwasser, wo sie tagelang in den Wellen hin und her schwimmen, bis sie endlich von einer Brandungswelle auf dem Sandstrand landen. Weil er schnell keimt, verbreitete er sich ohne Schwierigkeiten über die gesamte brasilianische Küste und auch übers Interior.
Die bemerkenswerteste und unverwechselbare Charakteristik des “Sonnenschirms“ ist die Form seiner Krone, die sich auf der Spitze des Hauptstammes bildet und ihre Äste fast exakt horizontal ausstreckt – wie die Speichen eines Rades – und die Blätter von enormer Grösse, stehen dicht und bilden ein natürliches Dach, das guten Schatten spendet. Im Winter folgt der Baum seinen Artgenossen des kühleren Klimas: seine Blätter werden gelb, dann rötlich, fallen schliesslich ab und bedecken den Boden mit einem widerstandsfähigen, organischen Teppich.
Die Frucht des Baumes besitzt ein essbares Fruchtfleisch, welches allerdings selten genossen wird – es enthält eine Mandel, die “Amêndoa–da–praia“, von süsssaurem Geschmack. Allerdings die einzigen, die je die Früchte dieses Baumes gekostet haben, sind wahrscheinlich Kinder, Lausbuben er Strasse und der Strände, die entweder aus Hunger oder einfach aus Zeitvertreib gelernt haben, aus dem Kern den wohlschmeckenden Inhalt aufzuknacken.
Gegenwärtig studiert man an der Universität von Bahia den nutritiven Wert der Frucht dieses so häufigen Baumes – gerade weil man beobachtet hat, wie sie von den Gassenjungen von Salvador immer wieder gegessen wird – und erforscht Möglichkeiten, das Fruchtfleisch in natura und die Mandeln in Form von Mehl als Nahrungsmittel zu vermarkten.