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Tel Aviv ist Gastgeberin des Eurovision Song Contests 2019
von Rolf Koch, Vizepräsident und Webmaster der Gesellschaft Schweiz-Israel
Zuvor war der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN gebeten worden, mindestens zwei potenzielle Bewerberstädte vorzustellen.
Wie die ESCRG schreibt, präsentierte Tel Aviv ein sehr kreatives und überzeugendes Angebot in allen erforderlichen Bereichen. Die Wahl fiel nach einem starken städtischen Bewerbungsverfahren, bei dem auch Jerusalem und Eilat um die Austragung des am bedeutenden Musikereignisses konkurrierten, das rund 200 Millionen Zuschauer weltweit erreicht.
Israels zweitgrösste Stadt ist weithin bekannt als Israels selbstdefinierte Nonstop-Stadt an der Mittelmeerküste mit einer Bevölkerung von über 400'000 Menschen. Tel Aviv wird zum ersten Mal den Eurovision Song Contest (ESC) durchführen. Die Veranstaltung wird auf der EXPO Tel Aviv (International Convention Center), in den Pavillons 1 und 2, stattfinden.
Beim Eurovision Song Contest 2018, der in Lissabon, Portugal, veranstaltet wurde, ging die Israeli Netta Barzilai mit «Toy» als Gewinnerin hervor. Nettas Sieg bedeutet, dass Israel den Wettbewerb zum dritten Mal ausrichten wird, nachdem es zuvor 1979 und 1999 den ESC in Jerusalem veranstaltet hatte. Israel hat seit seinem ersten Auftritt 1973 42 Mal teilgenommen.
Die Europäische Rundfunkunion dankt Israel
Jon Ola Sand, der Executive Supervisor der European Broadcasting Union (EBU; Europäische Rundfunkunion) für den Eurovision Song Contest, sagte: «Wir danken allen israelischen Städten, die sich um die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2019 beworben haben, und der KAN, die eine fachkundige und gründliche Bewertung durchgeführt hat, um uns bei der endgültigen Entscheidung zu helfen. Alle Angebote waren vorbildlich, aber am Ende haben wir uns entschieden, dass Tel Aviv das beste Gesamtkonzept für das grösste Live-Musik-Event der Welt bietet. Wir freuen uns darauf, den Wettbewerb in eine ganz neue Stadt zu bringen und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der KAN, um den Eurovision Song Contest 2019 zum bisher spektakulärsten zu machen.»
Boykottaufruf ignoriert
Dem Entscheid des ESCRG war ein Boykottaufruf zahlreicher Kunstschaffender vorausgegangen, die sich gegen die Ausrichtung des Eurovision Song Contest in Israel aussprachen.
Zu den Unterzeichnern des Schreibens, das auf der Webseite der britischen Zeitung «The Guardian» veröffentlicht wurde, zählen der Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters und der britische Filmemacher Ken Loach – beide sind als pro-palästinensische Aktivisten bekannt, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) schrieb. Auch die Regisseure Aki Kaurismäki und Mike Leigh, die Schauspielerin Julie Christie, Sänger Helmut Lotti und der Musiker Brian Eno stehen unter dem offenen Brief auf der Liste, sowie als einziger Schweizer der Sänger, Dramatiker und Schriftsteller Michel Bühler. In dem Brief riefen sie die Europäische Rundfunkunion (EBU) dazu auf, den Event an ein anderes Land zu vergeben. «Bis Palästinenser Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte geniessen, sollte es keine Normalität mit einem Staat geben, der ihnen ihre Grundrechte verwehrt», so die Forderung.
Hinter solchen Boykottaufrufen stecke oft die pro-palästinensische und anti-israelische Initiative BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen), so die NZZ weiter. Die Rocklegende Roger Waters gelte als prominentester Fürsprecher von BDS. Ihm werde vorgeworfen, mit seiner harschen Kritik an Israels Regierung in Antisemitismus abzugleiten.
Finale am Schabbat
Israel ist der jüdische Staat und jüdische Religionsgesetze sind zu respektieren.
Bereits Im Mai wandte sich der stellvertretende Gesundheitsminister Yaakov Litzman (Vereinigtes Thora-Judentum) an Kulturministerin Miri Regev, Kommunikationsminis-ter Ayoub Kara und Tourismusminister Yariv Levin mit der Bitte, dass bei der Durch-führung des Wettbewerbs in Jerusalem keine Sabbatgesetze verletzt werden. Der Wettbewerb soll am Samstagabend um 22 Uhr beginnen, nur zwei Stunden nach dem Ende des Sabbats.
Israel müsse zustimmen, verlangt die Rundfunkunion, dass die Generalprobe am Samstag stattfinden dürfe und dass die Presse- und Meinungsfreiheit für alle Teil-nehmer und Delegationen vollständig gewährleistet sei, berichtete die Israel News Corporation.
Anfang dieses Monats haben die Leiter der Europäischen Rundfunkunion Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mehrere Bedingungen für den nächstjährigen Eurovision Song Contest in Israel vorgelegt, darunter auch, dass die Teilnehmer unabhängig von ihren politischen Ansichten in das Land einreisen dürfen.