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Quelle: Keystone-SDA
So überlegen wie Odermatt in der laufenden Weltcup-Saison war kein Fahrer in einer anderen Disziplin. Der Leader in der Gesamtwertung gewann vier der fünf Rennen, im ersten von zwei Riesenslaloms in Alta Badia wurde er zudem Zweiter hinter dem Norweger Henrik Kristoffersen.
Odermatt legte schnell Fokus auf nächste Aufgabe
Dominanz und Siege im Weltcup sind keine Gewähr für erfolgreiches Wirken bei Olympischen Spielen. Odermatt hat dies in den vergangenen Tagen in Yanqing zweimal zur Kenntnis nehmen müssen. In der Abfahrt wurde er Siebenter, was einer leisen Enttäuschung gleichkam. Weitaus bitterer war das Ausscheiden im Super-G, in dem er sich auf Kurs Richtung Medaille befunden hatte. In dieser Disziplin war er als zweifacher Saisonsieger angetreten.
Die Nachwirkungen wegen des ärgerlichen Ausscheidens hielten nicht lange an. Odermatt legte schon am Tag danach, welcher der Erholung diente, den Fokus auf die kommende Aufgabe, die aus Schweizer Sicht auch Loïc Meillard, Justin Murisier und Gino Caviezel in Angriff nehmen werden.
Auf Rückschlag muss Reaktion folgen
Gleichwohl kommt der dritte Einsatz an diesen Spielen für Odermatt einer Reifeprüfung gleich. Die Erwartungshaltung im eigenen Land bekommt der Innerschweizer im fernen China zwar nicht gross mit. Die Rolle des ersten Siegesanwärters an einem Grossanlass ist für ihn aber eine neue Herausforderung. Der Druck an Olympischen Spielen ist, das haben auch deutlich routiniertere Athleten zur Kenntnis nehmen müssen, spürbar höher als im Weltcup-Alltag.
Dazu kommt, dass Odermatt in seinem bisher wichtigsten Rennen auf einen Rückschlag eine Reaktion zeigen muss. Es ist eine Ausgangslage, die er noch nicht oft erlebt hat in seiner Karriere, die bisher grossmehrheitlich nur in eine, in die richtige Richtung gezeigt hat. Er hat zwar Schritt für Schritt gemacht bei seiner Wandlung vom Talent zum Spitzenkönner, diese Schritte aber der Reihe nach im Riesenslalom, im Super-G und in der Abfahrt in höchstmöglichem Tempo vollzogen.
Odermatt fand im Dezember zurück in die Spur
Dass das Wandeln zwischen den Disziplinen nicht immer perfekt verläuft, ist verständlich. Auch ein Anpassungskünstler wie Odermatt ist vor misslungenen Wechseln nicht gefeit. Wenn es aber Situationen mit unbefriedigenden Ergebnissen gegeben hat, hat er sie mit Bravour gemeistert.
Im Dezember fand Odermatt zweimal umgehend zurück in die Spur. Dem 15. Rang in der Abfahrt in Beaver Creek, Colorado, liess er eine Woche danach den Sieg im Riesenslalom in Val d'Isère folgen. Auf den 24. Platz im Super-G in Gröden reagierte er an den folgenden Tagen mit dem 2. Rang und dem Sieg in den Riesenslaloms in Alta Badia.
Im Riesenslalom kam der Olympiasieger bisher viermal aus der Schweiz. Roger Staub gewann Gold 1960 in Squaw Valley, Kalifornien, Heini Hemmi 1976 in Innsbruck, Max Julen 1984 in Sarajevo und Carlo Janka 2010 in Whistler/Vancouver.