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Die Definition dieser Störung habe ich weiter oben schon eingeführt. Laut DSM-IV wird eine Diagnose nur an Personen vergeben, die diese Impulse oder Verhaltensweisen seit mindestens sechs Monaten verspüren und ihnen wiederholt nachgeben oder unter extremen Schuldgefühlen leiden. Relativ wenige Menschen erhalten tatsächlich die offizielle Diagnose „Paraphilie“, doch der grosse Markt paraphiler Pornographie und anderen Zubehörs lässt die Kliniker vermuten, dass die Störungen recht häufig sind. Insgesamt erbrachte die Forschung relativ wenig über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten der meisten dieser Störungen (die meisten Männer haben).
Störungen der Geschlechtsidentität
Eine der faszinierendsten Störungen im Zusammenhang mit Sexualität ist die Störung der Geschlechtsidentität oder Transsexualität. Die Betroffenen haben das anhaltende Gefühl, dass bei ihnen ein riesiger Fehler geschehen ist - sie haben das falsche Geschlecht. Sie sind ständig damit beschäftigt, wie sie ihre primären und sekundären Geschlechtsmerkmale - die viele von ihnen abstossend finden - loswerden und die Merkmale des anderen Geschlechts erhalten könnten. (Sie tragen auch oft die Kleider des anderen Geschlechts und gehen Aktivitäten, die traditionell mit dem anderen Geschlecht in Verbindung gebracht werden, nach.) Menschen mit der Paraphilie transvestitischer Fetischismus verkleiden sich, um sich sexuell zu erregen; Transsexuelle haben viel tiefere Gründe für die Verkleidung, Gründe, die mit der Geschlechtsidentität zu tun haben. Manche versuchen ihre Geschlechtsmerkmale durch eine Hormonbehandlung (Östrogen und Testosteron) zu verändern. Verschiedene psychologische Theorien versuchen, diese Störung zu erklären, doch auf diesem Gebiet liegen nur wenige und im Allgemeinen wenig aussagekräftige Forschungsarbeiten vor. Manche Kliniker vermuten biologische Ursachen, doch die meisten Untersuchungen fanden keine Unterschiede. Manchmal haben auch Kinder Störungen der Geschlechtsidentität, welche gewöhnlich in der Adoleszenz verschwindet. Vielen Transsexuellen verhelfen Medikamente und Psychotherapie zu einem befriedigenden Leben in der Geschlechtsrolle, die sie für ihre wahre halten. Anderen genügt dies jedoch nicht, und ihre Unzufriedenheit bringt sie dazu, sich einem der umstrittensten Verfahren in der Medizin zu unterziehen: einer operativen Geschlechtsumwandlung. (erste Operation 1931) Unbehandelt ist eine Störung der Geschlechtsidentität bei Erwachsenen gewöhnlich chronisch, in manchen Fällen trat aber auch eine offensichtliche spontane Remission ein.
Was ist normal, was nicht?
Auch wenn Paraphilie als Störung oder Krankheit bezeichnet werden sei betont, dass es keine scharfe Grenze zwischen „normaler“ und „abnormaler“ Sexualität gibt. Die menschliche Sexualität hat eine große Variationsbreite, sowohl in der Intensität des Wünschens und Erlebens als auch in den sexuellen Ausrichtungen.
Es sind vor allem soziokulturelle Normen, die Grenzen zwischen Normalität und Abweichung setzen. Jede Kultur bezeichnet andere Begierden und Eigenheiten als verdreht, verrückt, abnorm oder krank. Bei den Lepschas in Indien beispielsweise sind sexuelle Beziehungen zwischen erwachsenen Männern und Mädchen bereits ab dem 6. Lebensjahr erlaubt. Der Transvestitismus ist bei uns eine Paraphilie, in anderen Kulturen genießen Transvestiten hohes Ansehen, z. B. bei einigen Naturvölkern Südostasiens.
Unbedingt zu bedenken
• Manche sexuellen Neigungen erscheinen evtl. sonderbar, sind aber tatsächlich harmlos und gewöhnlich.
Normen und Maßstäbe sind notwendig.
Kriterien:
• Gewisse Intensität
• Dauer über mindestens 6 Monate
• Impulshaftigkeit des Handelns oder
• Leiden unter der Impulshaftigkeit
Der Störungsbegriff: Diagnose
• Wie verhält es sich in der Regel mit dem Leiden?
o Schuldgefühle
o Scham
o Depression
• Entscheidend sind
o Die eigenen Moralvorstellungen
o Akzeptanz in der Gesellschaft
Der typische Transvestit / Transgender
• Mann
• Heterosexuell
• Trägt die weibliche Kleidung in der Privatsphäre
o Oder in der Öffentlichkeit auch versteckt unter anderen Kleidungsstücken
• Die Partnerin/Ehefrau ist informiert.