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Die Künstlerin Stefanie Kägi (*1987) hat die vor kurzem sanierten Räume des Sozialamts an der Röntgenstrasse in Zürich mit drei grossflächigen Wandarbeiten bespielt. Im Bereich des Haupteingangs schafft Kägi mit dem Werk «L’absence (cahier noir)», das sich auf ein Ölbild von Matisse bezieht, eine einladende Atmosphäre. Die offene Tür, genauso wie das abstrahierte Blumenbouquet im Empfangsbereich der Asylkoordination, lassen sich als universell verständliche Willkommenssymbole lesen. Das dritte Gemälde, «Living Still Life», stellt farbige, sich teils überlagernde Gefässe dar, welche die gesamte Seitenwand der Cafeteria bedecken.
Kägi interessiert sich für die Grenzen der Malerei zwischen abstrakter und figurativer Darstellung sowie für das Zusammenspiel von analogen und digitalen Bildmethoden. Die Wandgestaltungen basieren auf Vorlagen, die sie zuerst mit dem Touchpad auf einem Zeichnungsprogramm am Computer skizzenhaft erstellt. Die dabei entstandene gestische Zeichnung überträgt sie auf eine Folie, die anschliessend direkt auf die Wand appliziert wird. Damit wird die Zeichnung vom digitalen in den analogen Raum, auf die realen Wände transferiert. Bei der Folie handelt es sich um eine Negativschablone: die Flächen und Formen, die einge-färbt werden sollen, bleiben frei. Nach dem Malprozess wird die Schablone wieder entfernt, sodass nur die Aussparungen nun ins Gegenteil gewendet als dynamisches Motiv auf der Wand sichtbar bleiben.
Werkliste:
- Stefanie Kägi, Living Still Life, 2022
- Stefanie Kägi, Bouquet, 2022
- Stefanie Kägi, L'absence (cahier noir), 2017/2022