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Im Mai 1747 verlässt Johann Sebastian Bach in Begleitung seines ältesten Sohnes Friedemann Leipzig, um sich nach Potsdam zu begeben, wo die Taufe seines ersten Enkelsohnes ADAM stattfinden soll. Sie werden bei Emanuel Bach, dem zweiten Sohn Bachs und Cembalist am Hofe von König Friederich II. von Preussen erwartet.
Der König, der über Bachs Kommen informiert wird, befiehlt diesem noch am selben Abend im Potdamer Stadtschloss zu erscheinen. Entschlossen den Maestro zu provozieren, verpflichtet er ihn dazu an Ort und Stelle eine sechsstimmige Fuge zu einer kleinen und von ihm selbst erdachten Melodie zu improvisieren. Müde von der Reise und erniedrigt durch die Arroganz des jungen Königs, weigert sich Bach zu improvisieren und verlässt den Saal.
Die Feindseligkeiten zwischen König und Maestro haben somit begonnen und setzen sich im ungewöhnlichen Universum des alten Potsdamer Schlosses während einer Woche fort. Nach und nach werden jedoch die Möbel aus dem Potsdamer Schloss abtransportiert, da Friedrich in das neu erbaute Schloss Sanssouci zieht.
In Wirklichkeit fühlen die beiden Männern ebensoviel Anziehung wie Ablehnung für einander. Friedrich, der nicht vergessen hat wie sein brutaler und sadistischer Vater seinen Freund und Liebhaber, den jungen Leutnant Katte, vor seinen Augen enthaupten ließ, empfindet Hass für alles, was ihn an seinen Vater erinnert. Nur der Sekretär GOLTZ darf in die wirre Intimität des Königs eindringen, die einerseits von der Erinnerung an die Hinrichtung Kattes, andererseits aber auch von einem ungeheuren Machtwillen geprägt ist. Der verständnisvolle, alternde Bach, den Friedrich im Laufe dieser Woche kennenlernt, bewegt ihn jedoch sehr. Er träumt sogar davon, in ihm den Vater zu finden, den er niemals hatte.
Bach wiederum, der entschlossen ist, die letzten Jahre seines Lebens abseits der Mächtigen zu verbringen, ist über die unberechenbaren Launen des jungen Königs erbost. Vielleicht weil er selbst heftig von seinen Söhnen angegriffen wird und diese ihm vorwerfen, von ihm in den Schatten gestellt zu werden. Bach beginnt Friedrich zu schätzen und sein Leiden, das seinen seltsamen Charakter geprägt hat, zu verstehen. Eigentlich war Bach die Provokation des ersten Abends gar nicht zuwider. Er hat jede Nacht komponiert, um die Herausforderung zu meistern, die ihm der König gestellt hat. Dabei schöpft er seine Energie aus dem Wein und ermüdet seine bereits am Star erkrankten Augen.
Bach und Friedrich sind nicht die einzigen, die vom Wirbel dieser recht ungewöhnlichen Woche ergriffen werden. Prinzessin AMALIE, die junge Schwester Friedrichs, verliebt sich leidenschaftlich in den jähzornigen Friedemann Bach. Sie lehnt sich gegen ihren Lehrer und Flötenbauer QUANTZ auf und wirft ihm vor, im Vergleich zu Friedemann Bach, einen sehr altmodischen Unterricht zu erteilen.
Schon fast auf dem Heimweg beendet Bach ein Werk, das er Friedrich widmet. Aber was kümmern Friedrich die Opfer, die Bach dafür erbracht hat? Denn in seinem eiskalten Marmorpalais, das wie ein Mausoleum ist, begleitet ihn bereits der mörderische Siebenjährige Krieg.
Am preussischen Grenzposten kreuzen sich unter strömendem Regen zwei Kutschen: Bach, der als siegreicher Musiker und geschlagener Vater zurückkehrt, und VOLTAIRE, der neue Gast und das nächste Opfer des Königs.
|Themen

Begegnung
, Wiedersehen

|Jahr
||2003