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«Arena»-Sendung zum Europarat beanstandet
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Mit Ihrer E-Mail vom 17. November 2018 beanstandeten Sie die Sendung «Arena» (Fernsehen SRF) vom 16. November 2018, die sich mit dem Europarat und der Rolle der Schweiz in diesem internationalen Gremium befasste.[1] Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.
A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:
«Als TV SRF 1 Zuschauer Verfolge ich immer die Sendung Arena. Doch was am Freitag den 16.11.2018 auf dem SRF Sender passierte ist für ein nicht gut Französisch sprechender Deutsch Schweizer eine Zumutung. Es ist wünschenswert das die Arena in Zukunft auf solche Eskapaden verzichtet und sich auf die Landessprache ‘Deutsch’ konzentriert.»
B. Darauf gebe ich Ihnen folgende Antwort: Ich bin gar nicht mit Ihnen einverstanden. Die Schweiz ist ein mehrsprachiges Land. Die vier Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch sind im Artikel 4 der Bundesverfassung als Landessprachen verankert.[2] Darauf bin ich stolz. Ich bin stolz darauf, dass amtliche Dokumente sogar in jene Sprache übersetzt werden, die nur von rund 50'000 Personen gesprochen wird: ins Rätoromanische. Ich bin stolz darauf, dass man im eidgenössischen Parlament (sowohl im Plenum als auch in den Kommissionen), an Parteitagen, an Verbandstagen, in eidgenössischen Gerichten oder in Expertenkommissionen Deutsch und Französisch verhandelt. Jeder spricht in seiner Sprache (die Tessiner und Italienischbündner allerdings Deutsch oder Französisch, die Rätoromanen in der Regel Deutsch), und man geht davon aus, dass alle sowohl Deutsch als auch Französisch verstehen.
Die «Arena» hat das Thema Europarat aufgegriffen. Im Europarat ist die Schweiz zusammen mit 46 anderen europäischen Ländern[3] - darunter auch solchen, die geografisch nicht eindeutig zu Europa gehören, nämlich Armenien, Georgien und Aserbeidschan – seit 1963 Mitglied. Zum zweiten Mal stellt die Schweiz mit der Genfer Sozialdemokratin Liliane Maury-Pasquier die Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates [4] – der erste Schweizer als Präsident war 1969-1972 der Genfer Liberaldemokrat Olivier Reverdin.[5] Damit kam die Schweiz als kleines Land schon wieder zum Zug, bevor überhaupt erstmals eines der früheren kommunistischen Länder wie beispielsweise Estland, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Slowenien, Ukraine, Georgien oder Russland zum Zug kam. Darauf bin ich stolz, denn das zeigt, dass die europäische Völkergemeinschaft der Schweiz viel Respekt und Vertrauen entgegenbringt. Und ich bin auch stolz darauf, dass die «Arena» in gut eidgenössischer Manier zweisprachig – Hochdeutsch und Französisch - ablief und alle Beteiligten die jeweils andere Sprache nach parlamentarischem Brauch verstanden, aber in der eigenen antworteten. Für das Publikum waren die Ausführungen von Ständerätin und Europaratspräsidentin Liliane Maury-Pasquier ja immerhin untertitelt, so dass ich überhaupt nicht verstehe, warum Sie damit Mühe hatten. Aus all dem folgt, dass ich Ihre Beanstandung nicht unterstütze.
C. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
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Mehrsprachige «Arena» war zulässig
Ombudsmann Roger Blum behandelte eine Beanstandung der «Arena» zum Europarat. Ein Fernsehzuschauer fand die Sendung eine Zumutung für Leute, die nicht gut Französisch verstehen. Roger Blum kann die Beanstandung nicht unterstützen.
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