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10’000 bis 70’000 Kubikmeter
Zur Verlandung des Sihlsees liegen lediglich rudimentäre Angaben vor
Der Sihlsee verlandet. Welche Fläche den Ablagerungen bisher zum Opfer gefallen ist, lässt sich aber kaum eruieren.
VICTOR KÄLIN
In seiner am 23. März dieses Jahres eingereichten Interpellation erkundigt sich der Einsiedler SVP-Kantonsrat Fredi Kälin nach der «Verlandung des Sihlsees » und insbesondere nach den Flächen und Gebieten, «welche seit Beginn der Verlandung zum Opfer gefallen sind». Die gestern Donnerstag veröffentlichte Antwort des Regierungsrates umfasst zwar drei Seiten, vermag aber keine präzise Antwort zu liefern.
Kaum zu ermitteln Eine Studie von 2017 zur Verlandung des südlichen Sihlsees, die der Bezirk Einsiedeln in Auftrag gegeben hat, kommt zum Schluss, dass eine Sedimentmenge zwischen zehn- und siebzigtausend Kubikmetern pro Jahr eingetragen wird. Diese grosse Bandbreite zeigt auf, dass eine verlässliche Aussage auch zu Flächenmassen nur schwer möglich ist, respektive je nach Staukote unterschiedlich ausfällt.
Um die Flächenmasse oder Gebiete zu bestimmen, die inzwischen verlandet sind, müsste die Seeuferlinie beim Stauziel des Sihlsees im Jahr 1937 und heute bekannt sein. Damit könnte die Zunahme der Verlandungsfläche errechnet werden. Diese Seeuferlinie für den heutigen Zeitpunkt ist bestimmbar, für das Jahr 1937 hingegen lediglich auf Luftbildern mit gewissen Unsicherheiten rekonstruierbar. Die Unsicherheiten ergeben sich aus praktischen Gründen, da auf Luftbildern meist die Staukote nicht direkt ersichtlich ist und aufgrund der flachen Topografie geringe Unterschiede des Seepegels grosse Auswirkungen auf die horizontale Ausdehnung ergeben.
Kein Einfluss auf Produktion
Die Regierung bezeichnet die Verlandung des Sihlsees im Bereich der Mündungen der Zuflüsse als «natürlichen Prozess», wie er an vielen anderen Seen wie zum Beispiel am Lauerzersee stattfindet. Dazu gehört die Ablagerung von Kies und Sand in den Deltas der Zuflüsse sowie von Feinmaterial am Seegrund und in den Uferbereichen eines stehenden Gewässers. Was «durchaus auch positive Aspekte aufweist», wie die Regierung weiter schreibt. So können Verlandungen oft «wertvolle Lebensräume» bilden und stellen nicht selten ideale Bedingungen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten dar. Die Regierung erinnert daran, dass in gewissen Bereichen des Sihlsees die Auflandungen mittlerweile als Flachmoore oder Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung respektive als kantonale Biotope und Naturschutzgebiete inventarisiert worden sind.
Durch die Verlandung wird zwar die Nutzung des Ufers und des Sees eingeschränkt. «Die Stromproduktion», so die Regierung, «wird dadurch aber nicht beeinträchtigt.»
Die oberflächlich sichtbaren Verlandungsbereiche sind rot eingezeichnet. (Quelle: Gutachten zur Verlandung am südlichen Seeende, 2017).
Foto aus dem Jahr 2013 von Markus Lienert
Idyllisch, doch trügerisch: Vor allem im südlichen Teil verlandet der Sihlsee, was trotz der aktuellen Hochstauphase sichtbar ist (Foto vom 24. Juni).
Foto: Werner Bösch