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- Carlos Alcaraz ringt Casper Ruud im Final der US Open mit 6:4, 2:6, 7:6 (7:1), 6:3 nieder und sichert sich seinen 1. Grand-Slam-Titel.
- Mit dem Finalsieg in New York avanciert der erst 19-jährige Spanier auch zur jüngsten Weltnummer 1 überhaupt.
- Der unterlegene Ruud macht im Ranking einen Sprung von Position 7 auf 2.
Anfang Jahr war Carlos Alcaraz noch die Weltnummer 32, neun Monate später besteigt «Carlitos» im zarten Alter von 19 Jahren erstmals den Tennis-Thron. Er tut dies als jüngste Weltnummer 1 seit der Einführung des Rankings im August 1973 und löst Lleyton Hewitt (19.11.2001 mit 20 Jahren und 9 Monaten) ab.
Grosses Spiel, grosser Sport
Der Weg nach ganz oben war für den Shootingstar ein harter. Nach drei teils epischen Fünfsätzern im Achtel-, Viertel- und Halbfinal wurde Alcaraz auch im Final der US Open gegen Casper Ruud alles abverlangt. Auch der Norweger hätte – gleich wie sein Kontrahent – mit einem Sieg seinen ersten Major-Triumph gewinnen plus die Weltnummer 1 werden können.
Nach 3:20 intensiven Stunden im Arthur Ashe Stadium war es aber Alcaraz, der sich unter geschlossenem Dach in «Nadal-Manier» auf den New Yorker Boden legte und sich feiern lassen durfte.
Schlüsselmoment Tiebreak 3. Satz
Alcaraz und Ruud waren sich über weite Strecken auf Augenhöhe begegnet. Der Spanier erwischte den besseren Start, ein frühes Break zum 2:1 reichte ihm zum Gewinn des 1. Durchgangs. Im 2. Umgang war es Ruud, der das Momentum auf seine Seite riss. Der Norweger nahm Alcaraz den Service gleich zweimal ab und schaffte den Satzausgleich.
Zuschauerrekord bei US Open
Die US Open 2022 gehen mit dem emotionalen Abschied von Serena Williams sowie den spektakulären Auftritten des siegreichen Teenagers Carlos Alcaraz als ein hervorragender Jahrgang in die Geschichte ein. Nach zwei Ausgaben mit Corona-Einschränkungen wurde der alte Zuschauerrekord deutlich übertroffen. In den zwei Wochen des eigentlichen Turniers füllten 776'120 Tennisfans (alte Bestmarke von 2019: 737'872) die Anlage in Flushing Meadows, inklusive der Qualifikation und anderer Veranstaltungen im Vorfeld waren es sogar 888'044 (2019: 853'227).
Obschon Alcaraz umgehend reagierte und im 3. Satz mit Break vorlegte, schien Ruud fortan der stabilere und vor allem auch – physisch und psychisch gleichermassen – frischere Spieler zu sein. Der 23-Jährige kämpfte sich in den Durchgang zurück und erspielte sich bei 6:5 zwei Bälle zur 2:1-Satzführung. Alcaraz aber wehrte beide Breakchancen mit mutigem Netzspiel ab und rettete sich ins Tiebreak.
Während Alcaraz aus dem in extremis abgewendeten Satzverlust neue Energie tankte, riss bei Ruud der Faden komplett. Der Norweger leistete sich in der Kurzentscheidung unerzwungene Fehler im Multipack und schenkte das Tiebreak mit 1:7 fast schon her.
Mit Führung im Rücken nicht mehr aufzuhalten
Das Tiebreak sollte der Knackpunkt gewesen sein. Alcaraz agierte fortan wieder offensiver, liess bei eigenem Aufschlag nicht mehr viel zu und steigerte sich auch beim Return. Diese Steigerung gipfelte im 6. Game des 4. Durchgangs, als der 19-Jährige mit krachenden Winnern und unglaublicher Defensivarbeit auf 4:2 erhöhte und seinen Widersacher damit in die Knie zwang.
Den Breakvorsprung liess sich Alcaraz nicht mehr nehmen. Zwar landete eine Vorhand des Spaniers beim ersten «Championship Point» noch hinter der Grundlinie. Beim zweiten aber machte er den Sack mit einem Aufschlagwinner zu.