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Die asiatische Tigermücke ist in den südostasiatischen Tropen heimisch und weist auf Rücken und Beinen weisse und schwarze Streifen auf. Im Gegensatz zu bei uns einheimischen Mückenarten, sticht sie aber nur Menschen und keine Vögel und Tiere. Sie überträgt Krankheiten wie das Chikungunya- und Denguefieber. Letzteres ähnelt aufgrund der Symptome einer schweren Grippe, manchmal entstehen auch innere Blutungen. In ganz seltenen Fällen tritt ein schwerer Verlauf der Krankheit auf, der bis zum Tod führen kann. Die WHO schätzt die Todesfälle pro Jahr auf 22'000 Personen; die meisten davon sind Kinder.
Bislang hielt sich die gefährliche Mücke vor allem in den Tropen und Südtropen auf. Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie von Forschern aus Grossbritannien und Belgien zeigt, ist die krankheitsübertragende Mücke zunehmend in Europa aufzufinden. Grund dieser Entwicklung sei die Erderwärmung und der damit einhergehende Klimawandel.
Die klimatischen Bedingungen haben sich bereits zwischen 1990 und 2009 in den süd- und zentraleuropäischen Gebieten für die asiatische Tigermücke zum idealen Umfeld verändert. Die Gruppe um Cyril Caminade von der Universität Liverpool geht davon aus, dass der erwartete Klimawandel zwischen 2030 und 2050 in weiten Teilen Europas die perfekten Lebensbedingungen für die Tigermücke schaffen wird.
In trockenen Gebieten wie etwa Südspanien oder Korsika ist die Tigermücke eher selten. Jedoch ist sie in Italien mit den wärmeren Wintern und häufigen Niederschläge schon weit verbreitet. Dort brach 2007 schon einmal das Chikungunya-Fieber aus, welches auf den Chikungunya-Virus im Blut eines Reisenden zurückzuführen war. Innert kurzer Zeit wurden 200 Personen über die Mückenstiche angesteckt.
Die Tigermücken werden über die Handelswege in andere Länder verschleppt. So konnte sie sich beispielsweise über Eier und Larven in Autoreifen, Schnittblumen und Containerschiffe in Italien ansiedeln. Auch über die Einfuhr von Glücksbambus hat die Tigermücke in europäischen Ländern nun ein leichtes Spiel. Die Tigermücke gehört zu den 100 sich am schnellsten verbreitenden Tieren der Welt. Durch die globale Erderwärmung wird zudem die Vermehrung der Dengue-Viren innerhalb der Population erleichtert. So werden über die Eier nachfolgende Mückengenerationen infiziert.
Die Medizin hat dem Dengue-Fieber trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung wenig entgegenzusetzen. Noch existiert weder ein Impfstoff noch eine spezifische antivirale Behandlungsmöglichkeit. Aufgrund der spärlichen Forschungen in den Tropen und Subtropen sind die Voraussetzungen für die Entwicklung eines Impfstoffes in Verzug. Die „Dengue Vaccine Initiative" fördert deshalb die Beschleunigung der Forschungen in den entsprechenden Gebieten.
Auch in der Schweiz wurde die asiatische Tigermücke schon beobachtet, so etwa im Kanton Aargau im September 2011. Im Tessin wurde sie schon 2003 das erste Mal entdeckt. Derzeit gehen die zuständigen Stellen von keiner akuten Gefahr aus, da sich die Mücke bislang nur vereinzelt hier aufhält und die tropischen Fieber in der Schweiz bislang unbekannt sind. Wird sich die Anzahl der Mücken in den nächsten Jahren erhöhen und die Vergesellschaftung zunehmen, besteht auch hier das Risiko einer Ausbreitung dieser Krankheiten!
Der Bund und die „Arbeitsgruppe Mücke" des Kantons Tessin haben deshalb ein Bekämpfungskonzept erarbeitet. Bleibt zu hoffen, dass dies früh genug für andere, möglicherweise gefährdete Gebiete erstellt wird.