Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03508.jsonl.gz/1456

Himalaya-Chronik 1980
Trevor Braham, Lausanne * NEPAL
Vor drei Jahren haben wir geschrieben, dass die jVacÄmonsunzeit für Bergexpeditionen fast so wichtig geworden sei wie die Fonnonsunzeit. Damals wurden 7 Expeditionen nach, gegenüber 11 * Dank Der Autor dankt folgenden Organisationen und Personen für ihre wertvollen Informationen:
Chinese Mountaineering Association, Naserullah Awan [Pakistan ), Mike Cheney, Tsunemichi Ikeda, Naoe Sakashita, Lord Hunt, Chris Bonington, Peter Boardman, Alex Maclntyre, Reinhold Messner, Ruedi Meier, Denis Bertholet, Mike Kennedy, Ned Gillette, Par Cullinan, Prof. Dr. M. Abelein, Marcus Schmuck, H. Mautner, Jerzy Michalski, Bernard Müller, Frédéric Labaeye, J. Paytubi.
vor der Monsunzeit durchgeführt. Dieser Trend hat sich 1980 bestätigt, denn 31 Expeditionen in der Vormonsunzeit standen 25 in der Nachmonsunzeit gegenüber, daneben noch 6 in der Winterzeit. In den vergangenen drei Jahren haben sich diese Zahlen also verdreifacht, und die erst vor kurzem aufgekommene Winteraktivität hat sich verstärkt. Obschon nach wie vor Expeditionen grossen Stils durchgeführt werden, wird das Augenmerk heute vermehrt auf die Art und Weise gerichtet, wie die Besteigungen durchgeführt werden, wobei die interessantesten jene kleiner Gruppen sind, die Kletterei im alpinen Stil betreiben. Die Besteigung im Alleingang, stets gefährlich und nur aussergewöhnlichen Bergsteigern vorbehalten, hat zu einem Erfolg geführt, jenem von Reinhold Messner auf den Everest, sowie zu zwei Misserfolgen, beide auf den Lhotse: jenem von Messner von Westen her und jenem von Nicolas Jäger, der auf der Südseite sein Leben lassen musste.
Unter den vertretenen Ländern haben einmal mehr die Japaner mit 15 Expeditionen die meisten Bergsteiger gestellt. Die Schweizer, zusammen mit den Deutschen, belegen den zweiten Platz mit fünf Expeditionen, von denen vier von Erfolg gekrönt waren, je eine auf den Dhaulagiri I, auf den Annapurna III, auf den Tilicho und auf den Sisne.
Unser Überblick über die Expeditionen wird vom Osten der Kette her in Richtung Westen verlaufen.
Unsere Chronik von 1979 beinhaltete eine Skizze des Everest mit fünf verschiedenen Routen. Heute nun gilt es zwei neue hinzuzufügen, die 1980 eröffnet wurden: a ) jene der Japaner durch die Nordwand von der tibetanischen Seite her; b ) jene der Polen über den Südpfeiler. Mindestens zwei weitere neue Routen wurden geprüft und sollten 1981 in Angriff genommen werden, die eine über die Ostwand, die andere über den Nordostgrat. Acht Expeditionen wurden 1980 auf den Everest durchgeführt, einschliesslich dreier über China ( Tibet ) und zwei Versuchen im Winter.
71 Everest ( 8848 m ) ( 1 ) Unmittelbar im Anschluss an ihre Winter-Erstbesteigung vom 17. Februar 1980 haben die Polen eine i 17köpfige Expedition gebildet, die wiederum von Andrzej Zawada geleitet wurde und fünf Mitglieder der Winterequipe umfasste. Sie kehrten zu ihrem Basislager des Everest am 25. März mit 5 Sherpas zurück —unter ihnen auch der Sirdar Pemba Norbu -, in der Absicht, eine neue Route über den Südpfeiler zu eröffnen, der rechts von der Route liegt, welche die Engländer 1975 in der Südwand verfolgt hatten. Die Bergsteiger kehrten zu jenen beiden Camps I und II zurück, die sie bereits in ihrer Winterbesteigung benützt hatten. Zwischen den Camps II und IV wurden Seile über einzelne Eisfelder fixiert, die rechts vom Pfeiler lagen. Das Camp IV wurde am 28. April auf 8045 Meter aufgeschlagen. Oberhalb dieser Stelle beginnt der schwierigste Abschnitt der Route mit einem Felsband von 180 Meter. Das Camp V wurde oberhalb dieses Felsbandes am 14. Mai auf 8300 Meter errichtet. Nachdem sie am 18. Mai um 5 Uhr früh das Camp verlassen hatten, erreichten A. Czok und J. Kukuczka nach einer anstrengenden Besteigung am Mittag den Südgipfel. Obschon ihr Sauerstoff praktisch ausgegangen war, rafften sie alle ihre Kräfte zusammen und standen um 16 Uhr auf dem Gipfel. Sie erreichten schliesslich ihr Zelt im Camp V in der gleichen Nacht, nach 17 bis zur Erschöpfung anstrengenden Stunden. Damit erzielten sie den zweiten grossen Erfolg der Polen am Everest im gleichen Jahr. Mit dieser Besteigung wurde der Everest bis heute über sieben verschiedene Routen erklommen.
( 2Erfolg einer spanischen Expedition 12 Männer, Leiter J. Zugaza - über die klassische Route, Südsattel und Südostgrat. Es wurde auf Sauerstoff zurückgegriffen; 35 Sherpas wurden oberhalb des Basiscamps eingesetzt. Vom Camp IV aus, das auf dem Südsattel errichtet worden war, erreichten der Spanier M. Zabaleta und der Sherpa Pasang Temba den Gipfel am 14. Mai. Bei ihrem Abstieg biwakierten sie nahe beim Südgipfel, ohne negative Auswirkungen.
( 3 ) Eine gemischte Expedition unter der Leitung von F. Santon, die 32 Italiener, 15 Nepalesen, einen Österreicher, zwei Tschechoslowaken, zwei Thailänder ( total also 52 Teilnehmer ) sowie 25 Sherpas umfasste, unternahm in der Nachmonsunzeit einen Versuch auf der « normalen » Route über den Südsattel, jedoch ohne Erfolg. Eine Bewilligung für die Besteigung des Lhotse war ebenfalls erteilt worden, doch wurde kein Versuch unternommen. Das Camp IV wurde auf dem Südsattel errichtet, ein Biwak auf 8500 Meter. Drei Versuche im Oktober, den Gipfel zu besteigen, scheiterten. Eine Italienerin sowie ein Sherpa wurden von einer Lawine erfasst und kamen ums Leben.
( 4 ) Eine englische Mannschaft ( acht Personen, Chef Alan Rouse ) scheiterten bei ihrem Versuch einer Winterbegehung über den Westgrat. Ende Januar kehrten sie auf ungefähr 7300 Meter Höhe wegen stürmischer Winde um. Ihr Camp III befand sich auf ungefähr 7150 Meter.
( 5Einer Personen umfassenden japanischen Equipe ( Chef N. Uemura ) gelang der Versuch einer Winterbesteigung über den Südsattel nicht. Begleitet war die Expedition, welche Sauerstoff benützt hat, von 25 Sherpas. Diese aussergewöhnlich gut ausgerüstete Gruppe erreichte den Südsattel am 27.Januar 1981, aber schlug dort nicht ihr Lager auf. Ein Japaner kam durch Absturz über die Lhotse-Wand ums Leben.
Kangchenjunga ( 8598 m1 ) Der Sangaku Doshikai Club von Tokyo, der die erfolgreichen Expeditionen an der Nordwand des Jannu 1976 und an den Nordwänden des Thamserku und des Kangtega 1979 organisiert hatte, bestieg den Kangchenjunga ( 4. Besteigung ) über eine neue Route in der Nordwand. Die Besteigung gelang einem Team von acht Männern ( Leiter M. Konishi ) ohne Sauerstoff Auf der ganzen Route wurden etwa 2700 Meter fixer Seile an- gebracht, insgesamt i Sherpas waren dabei behilflich. Oberhalb des Basislagers, am 19. März in Pangpema auf 5500 Meter errichtet, wurden drei weitere Camps erstellt: I auf 5800 Meter ( am i.April ), II auf 6500 Meter ( 7. April ), III auf 7300 Meter ( 17. April ) und IV auf 7900 Meter ( i.Mai ). Das Felsband zwischen III und IV stellte hohe Anforderungen an die Kletterkunst. R. Pukada, H. Kawamura, N. Sakashita, S.Su-suki und Ang Phurba ( Sherpa Sirdar ) verliessen das Basislager am t i. Mai und erreichten das Camp IV am 13. Mai. Am nächsten Tag um 5 Uhr verliessen sie dieses und erreichten den Gipfel, ohne sich anzuseilen, um 16.15 Uhr. Kurz vor 20 Uhr kamen sie während eines heftigen Schneegestöbers wieder ins Camp IV zurück. Am 17. Mai verliessen M. Konishi ( Leiter ), M. Omiya und T. Sankano, zusammen mit den Sherpas Pemba Tsering und Dawa Norbu, um 3.30 Uhr das Camp IV, und unter ständiger Führung von Dawa Norbu gelangten sie zwölf Stunden später auf den Gipfel. Zurück im Camp IV waren sie um 22 Uhr. Konishi kehrte allein zurück; er war bis auf84oo Meter vorgestossen. Oberhalb von Camp IV war jene Route benützt worden, welche die Engländer ( Scott, Boardman, Tasker ) anlässlich der 3. Besteigung ( erste über N ) 1979 eröffnet hatten.
( 2 ) Ein 2oköpfiges Team, mehrheitlich Westdeutsche ( Leiter Dr. K. Herrligkoffer ), sowie zehn Sherpas wiederholten die Besteigung der Engländer ( 1955 ) über die Südwestwand ( 5. Besteigung ). Vier Lager wurden errichtet; der Gipfel wurde am 15. Mai von G. Ritter und den Sherpas Nima Dorje und Lhakpa Gyalbu erreicht.
Yalungkang ( 8433 m ) Auch West-Kangchenjunga genannt; Erstbesteigung 1974 durch zwei Japaner, wobei einer beim Abstieg ums Leben kam. Zweite Besteigung 1975 durch eine zwölfköpfige Mannschaft ( Österreicher und Deutsche ). 1980 Expedition in der Vormonsunzeit von neun Mexikanern ( Leiter Prof J. Becenagleiche Route ( Südwestwand ) wie die beiden vorherigen Teams; Einsatz von sechs Sherpas; vier Camps. Der Gipfelangriff erfolgte durch die zwei Mexikaner, H. Saldana und A. Medina, zusammen mit dem Sherpa Chewang Rinze, der bei etwa 8400 Meter umkehrte. Es wird angenommen, dass die beiden Mexikaner den Gipfel erreichten, doch gesehen wurden sie nie mehr.
Makalu ( 8481 m ) ( 1Vier amerikanische Bergsteiger ( Leiter J. Roskelley, der 1977 einen Versuch durch die Nordwand unternommen hatte ) wiederholten die äusserst schwierige Besteigung ( V- und A2 ) des Westpfeilers, die 1971 einer französischer Seilschaft gelungen war. Weder Sauerstoff noch Sherpas waren oberhalb des Basislagers notwendig. Vier Camps wurden aufgeschlagen, 3000 Meter fixer Seile angebracht. Am 15. Mai kletterten drei Männer bis auf 8330 Meter. Von dort aus bestieg Roskelley in zwei Stunden den Gipfel von der Westseite und dem Westgrat her ( 7.Besteigung ).
( 2 ) Ein Winterbegehungsversuch wurde von einem gemeinsamen schweizerisch-italienischen Team von 6 Leuten ( Leiter: R. Casarotto ) über den Südostgrat unternommen. Drei Camps wurden mit Hilfe von 4 Sherpas oberhalb des Basislagers aufgeschlagen. Der Besteigungsversuch endete auf 7220 Meter.
Makalu II ( 7640 m ) ( Kangchungtse ) Zwei Briten, Doug Scott und Roger Baxter Jones, sowie ein Franzose, Georges Bettembourg, erreichten den Gipfel am 5. Oktober ( 5. Besteigung ) über den Südgrat, ohne auf fixe Lager zurückzugreifen. Bettembourg bewältigte den Abstieg bis zum Gletscher auf 5800 Meter an zwei verschiedenen Tagen auf Ski. Die gleichen drei Bergsteiger gelangten über den Südostgrat des Makalu I am 20. Oktober auf 8000 Meter Höhe. Andere Mitglieder der Expedition waren: Ariane Ciobel- lina ( Schweiz ) und Margaret Standen ( Australien ). Kein Sauerstoff, keine Sherpas oberhalb des Basiscamps waren notwendig.
Baruntse ( 7220 m ) Dieser Gipfel, der im Westen den Barun-Glet-scher gegenüber dem Makalu überragt, wurde während 15 Jahren für Expeditionen gesperrt. Erstmals wurde er am 26. Mai 1954 über den südlichen Grat während der Expedition Hillarys zum Barun-Gletscher bestiegen. 1980 nahmen fünf Expeditionen diesen Gipfel in Angriff, darunter eine japanische im Winter. Drei Teams waren erfolgreich.
( 1Achtköpfige spanische Equipe ( Leiter J.J. Diaz ). Basiscamp am 7. April auf 5300 Meter. Drei weitere Camps auf 5600, 6050 und 6600 Meter folgten. Ein Teilabschnitt zwischen den Camps II und III ist sehr steil. Der Gipfel wurde am 27. April von zwei Spaniern und einem Amerikaner erreicht, am 28. von einem Spanier und einem Sherpa. Letztere eröffneten eine neue Route über den Ostgrat. Am 27. April, Erstbesteigung des Baruntse Shar ( Ost ), 6220 Meter, durch zwei Spanierund einen Sherpa über den gleichen Grat.
( 2Einer achtköpfigen japanischen Gruppe ( Chef T. Saito ) gelang mit Hilfe von drei Sherpas die dritte Besteigung über die Route der Erstbegeher ( 1954 ). Von ihrem Camp IV aus erreichten fünf Japaner und drei Sherpas den Gipfel an drei aufeinanderfolgenden Tagen, zwischen dem 26. und 28. September 1980.
( 3 ) Drei französische Bergsteiger unternahmen einen Versuch in der Vormonsunzeit über den Nordgrat. Zwei von ihnen, J. Graux und P.Gre-zat, stürzten auf 6500 Meter in der Nordwand tödlich ab, der dritte wurde, ebenfalls bei einem Sturz, verletzt.
( 4Sechs Amerikaner ( Chef Dr. P. Hackett ) unternahmen einen Versuch über den Nordgrat von Westen her, doch scheiterten sie am i7. Oktober auf 6950 Meter wegen der Kälte und dem Wind. Sie besassen keine Bergsteiger-Sherpas.
( 5 ) H. Nakamura war der Leiter der Gruppe von 12 Japanern, welche eine Winterbegehung anstrebten. In deren Verlauferreichten vier Japaner und ein Sherpa den Gipfel am 15. Dezember, wobei sie die Originalroute von 1954 benützten. Ein zweiter Versuch am 24. Dezember scheiterte am sturmartigen Wind und an starken Schneefällen. Vier Camps wurden mit Hilfe von 6 Sherpas oberhalb des Basiscamps aufgestellt. Zum Schlafen im Camp IV auf 6700 Meter wurde Sauerstoff verwendet.
Lhotse ( 8511 m ) Trotz vier Versuchen keine Besteigung 1980.
( 1 ) Eine 18 Mann starke spanische Expedition ( Leiter R. Trullas ) unternahm einen Versuch auf der klassischen Route durch die Westwand, mit Hilfe von 16 Sherpas. Vier Lager wurden errichtet. Am 15. Mai waren sie bis auf 8400 Meter vorgestossen. Am 16. Mai wurde ein Sherpa von einer Lawine erfasst.
( 2 ) Der französische Bergsteiger Nicolas Jaeger hatte einen grossartigen Plan entworfen, der sich jedoch als nicht realisierbar erwies: Die Besteigung der noch unberührten Südwand im Alleingang, mit Abstieg durch die Westwand. Letztmals wurde er am 28. April von zwei Freunden gesehen, am Fusse der Südwand auf8ooo Meter, als er in Richtung Lhotse Shar aufbrach.
( 3 ) Reinhold Messner versuchte im Anschluss an sein Everest-Abenteuer vom August die Besteigung im Alleingang der Westwand im Oktober. Begleitet wurde er vom Sherpa Dawa Tenzing. Bis auf 7400 Meter folgte er der Expedition der Italo-Nepalesen auf den Everest und benützte deren Lager. In der Schlussphase stieg er in zwei Tagen vom Basiscamp ( 5400 m ) bis auf 7400 Meter. Am dritten Tag stieg er auf 7800 Meter, doch gleichentags kehrte er auf 5400 Meter zurück.
( 4 ) Ein Winterbegehungsversuch erfolgte über dieselbe Westwandroute durch ein italienisches Team ( Leiter: P. Camozzi ) mit 5 Sherpas. Vier Camps wurden errichtet. Der Gipfelangriff wurde am 2. Februar auf 8050 Meter infolge sehr schlechten Wetters abgeschlagen.
Ama Dablam ( 6856 m ) ( 1 ) Eine siebenköpfige japanische Mannschaft ( Chef Y. Kato ) eröffnete eine neue Route über die Westwand, wobei oberhalb des am t. Oktober errichteten Basiscamps auf die Hilfe von Sherpas verzichtet wurde. Drei weitere Camps wurden in der Wand erstellt, die der Lawinengefahr ausgesetzt waren. Ein Bergsteiger musste abtransportiert werden, nachdem er von einer Lawine erfasst worden war. Fünf Mitglieder der Expedition erreichten den Gipfel an drei verschiedenen Tagen, zwischen dem 7. und g. November.
( 2 ) Die zweite Besteigung des Nordgrats wurde von sieben Neuseeländern ( Chef R. Brice ) erfolgreich abgeschlossen. Ohne Mithilfe von Sherpas wurden oberhalb des Basislagers zwei weitere Lager errichtet. Den Gipfel erreichten Brice und P. Freaney am 18. sowie R. Hall, G. Eider und W. King am 21. Oktober.
Pumori ( 7145 m ) ( 1 ) Eine achtköpfige japanische Equipe ( Leiter Y. Iwazoe ) bestieg den Berg über den Südwestgrat, offenbar über die gleiche Route wie 1978 eine andere japanische Gruppe. Ohne Hilfe von Sherpas wurden oberhalb der Basis drei weitere Lager sowie ein Biwak errichtet. Am 21. Oktober erreichten drei Japaner den Gipfel.
( 2 ) Eine fünf Mann starke italienische Gruppe, unter der Leitung von A. Klingendraht, erreichte ohne Sherpas und fixe Camps am 15. Oktober durch die Südostwand annähernd eine Höhe von 5850 Meter. Drei Mitglieder der Expedition kehrten daraufhin zurück; einzig der Leiter sowie R. Giberna versuchten die Ostwand zu besteigen. Ihr Versuch endete am 25. Oktober, als sie auf etwa 6600 Meter von einer Lawine erfasst wurden.
Gaurishankar ( 7154 m ) Eine umfangreiche Expedition mit ^Japa-nern ( Chef M. Yuasa ) und drei Nepalesen versuchte die Besteigung des Südostgrates des Hauptgipfels. 1979 war dieser Gipfel erstmals über die Westwand bestiegen worden. Drei Lager wurden erstellt sowie mehr als 5000 Meter fixe Seile angebracht. Bei etwa 6400 Meter mussten die Bergsteiger Mitte Oktober ihr Unterfangen wegen der Länge und der Schwierigkeiten aufgeben.
TSERINGMA ( 6333 m ) Ein technisch sehr schwieriger, etwa 6 Kilometer langer Grat, von Nordwesten nach Südosten verlaufend, verbindet den Gaurishankar Nord ( 7154 m ) mit dem Gaurishankar Süd ( 7010 m ) und führt zum Tseringma, der an seinem tiefsten Ende liegt, wo der Südwestgrat und der Südostgrat zusammentreffen. Eine Expedition der australischen Armee, zehn Mann stark ( Leiter Major Pat Cullinan ) beabsichtigte, den höchsten Gipfel über den Hauptgrat ( der über den Tseringma führt ) zu besteigen. Der Anmarsch wurde am 2. März mit 103 Trägern in Angriff genommen und führte zunächst über den Bhote Kosi und durch das Rolwaling-Tal. Am 14. März wurde das Basislager auf 4700 Meter zwischen dem Süd-west- und dem Südostgrat errichtet. Mit Hilfe von zwei Sherpas und unter Anbringung von Seilen auf den steilen Schnee- und Eishängen wurde am 27. März, nach Überwindung einiger Schwierigkeiten, das Lager III auf 5670 Meter, am Fusse eines markanten Couloirs, aufgeschlagen. Bedroht von den Neuschneemassen, entgingen sie knapp einer Katastrophe; ein Bergsteiger wurde durch einen Sturz schwer verletzt. Das Lager IV ( 6035 m ) wurde am 7.April bezogen; von dort aus erreichten P. Richards, G. Brammer und Shambu Tamsang am i 1. April nach Überwindung steiler und technisch schwieriger Passagen den Gipfel des Tseringma. Die Länge sowie tech- 1
Thamserku ( 6608 m ) Die Equipe des Sangaku Doshikai Club ausJa-pan, dessen Versuch in der Nordwand gescheitert war, stellte 1980 eine andere kleine Gruppe von vier Bergsteigern zusammen, von denen zwei bereits der Mannschaft von 1979 angehört hatten: K. Masunaga und K. Okano, denen es am 27. April gelang, auf der gleichen Route den Gipfel zu erreichen. Nachdem sie Ende März von ihrem Basiscamp aus die Besteigung begonnen hatten, errichteten sie ein weiteres Lager und 2 Biwaks. Die Schnee- und Eisbedingungen, die sie vorfanden, waren sehr verschieden von denen, welche sie ein Jahr zuvor angetroffen hatten.
Langtang Lirung ( 7246 m ) ( 1Einer sechsköpfigen japanischen Equipe ( Chef I. Otsuka ) gelang die Zweitbesteigung über eine neue Route auf dem Südgrat. Vier Lager und ein Biwak oberhalb des Basiscamps; keine Hilfe von Sherpas. Die 6 Bergsteiger erreichten den Gipfel am 21. Oktober.
( 2Sieben Engländer unter Leitung von M. Searle unternahmen einen Versuch auf der Südwand in alpinem Stil und erreichten im Mai eine Höhe von 5640 Meter.
Das Ganesh-Massiv, das zwischen dem Langtang-Massiv im Osten und dem Manaslu-Massiv im Westen liegt, wurde 1978 für Expeditionen wieder geöffnet. Zuvor war der Ganesh I ( 7406 m ) von einer Schweizer Equipe ( Raymond Lambert ) 1955 erklommen worden. Der Ganesh I ( 7150 m ) wurde 1979 und der Ganesh IV ( 7102 m ) 1978 bestiegen. 1980 wagten sich 5 Expeditionen in das Massiv, einschliesslich einer amerikanischen mit dem Versuch einer Winterbesteigung des Ganesh IV.
Ganesh II ( 7150 m ) Ein Team, bestehend aus vier Schweizern und zwei Nepalesen ( Chef P. Molinari ), versuchte eine neue Route über die Südostwand und den Ostgrat. Die Route erwies sich als zu schwierig; der Aufstieg wurde am 16. Oktober nach Errichtung eines Camps auf 5650 Meter abgebrochen.
Ganesh III ( 7132 m ) 14 Japaner ( Leiter S. Imai ) sowie 2 Nepalesen ( Sherpas ) versuchten den Aufstieg über den Nordgrat. Camp II auf 5400 Meter, doch Abbruch des Versuchs am 9. Oktober nach dem Tod von drei Japanern, die von einer Lawine erfasst worden waren. Die Körper der drei wurden trotz einwöchiger Suchaktion nicht mehr gefunden.
Ganesh IV ( 7102 m ) ( Pabil ) Zweite Besteigung durch eine französische Neun-Mann-Equipe ( Leiter M. Feuillarade ). Hilfe von zwei Sherpas; oberhalb der Basis ein weiteres Lager sowie 4 Biwaks. Den Gipfel erreichten drei Bergsteiger am 11. Oktober über den erstmals begangenen Süd-Südwest-Sporn. Den Abstieg bewältigten sie über den Südostgrat und durch die Südwand ( Route der Erstbesteigung ), Gesamtzeit für Auf- und Abstieg vom Basiscamp aus: 5 Tage.
Ganesh V ( 6950 m ) Einem Team von sieben Japanern und fünf Nepalesen ( Chef Dr. Y. Nago ) gelang eine Erstbe- 7 !) steigung über den Nordostgrat; Traversierung der Nordwand, um den Nordwestgrat zu erreichen. 4 Lager oberhalb der Basis; Gipfel am 21. und 22. April von insgesamt sechs Japanern und sieben Sherpas erreicht.
Lamjung ( 6893 m ) Eine zehnköpfige japanische Equipe ( Chef H. Hagiwara ) erklomm diesen Gipfel über den Nordgrat ( neue Route ). K. Kazusa, S. Nishimura und der Sherpa Zambu erreichten den Gipfel am 13. Mai. Vier Sherpas waren bei der Errichtung von 4 Lagern oberhalb der Basis behilflich, die ihrerseits am 5. Mai auf 3800 Meter aufgeschlagen worden war. Das höchste befand sich auf 6500 Meter.
Manaslu ( 8156 m ) Obschon vier Expeditionen durchgeführt wurden ( zwei vor, und zwei nach der Monsunzeit ), war nur eine von Erfolg gekrönt.
( 1Eine sieben Mann starke koreanische Mannschaft ( Chef I.J. Lee ), die die Route der Erstbegehung von Nordosten her benützte, errichtete mit Hilfe von sechs Sherpas fünf Camps. Am 28. April erreichten der Koreaner Seo Dong Hwain und zwei Sherpas, Ang Pasang und Ang Zawa, den Gipfel. Obschon es sich um den vierten koreanischen Versuch auf diesem Berg handelte, war es der erste erfolgreiche.
( 2 ) Eine neunköpfige polnische Expedition unternahm einen Versuch auf einer neuen Route über den Südgrat, mit Hilfe von zwei Sherpas. Zwei Camps oberhalb der Basis; doch tiefer Schnee und Lawinen behinderten den Marsch, so dass der Versuch am i 7. Mai auf etwa 6550 Meter abgebrochen werden musste.
( 3 ) Sieben Österreicher ( Chef Hans Schell ) erreichten am 14. Oktober auf der Route der Erstbegeher 7300 Meter, doch mussten sie wegen der sturmartigen Winde aufgeben.
( 4Eine tschechoslowakische Equipe, acht Frauen und vier Männer ( Chef Dr. Margita Sterbova ), kam unter Benützung der von den Österreichern fixierten Seilen am 22. Oktober auf etwa 7000 Meter, ehe sie zurückkehrte.
Annapurna I ( 8091 m ) Zwei westdeutsche Expeditionen benützten die übliche Route von Norden her. Eine dritte, vom japanischen Sangaku Doshikai Club organisierte Expedition unternahm den ersten Winterbegehungsversuch, welcher von N. Sakashita, begleitet von 2 Sherpas, über die Originalroute von 1950 unternommen wurde. Der Versuch musste am 15. Februar 1981 auf 6300 Meter aufgegeben werden.
( 1 ) Acht Deutsche ( Chef G. Harder ) und fünf Bergsteiger-Sherpas errichteten auf der von den Franzosen ( 1950 ) und den Holländern ( 1977 ) verfolgten Route sechs Camps. Am i. und 3. Mai erreichten gesamthaft vier Deutsche und drei Sherpas den Gipfel. Ihr vorgesehener Abstieg auf Ski konnte nicht durchgeführt werden ( 8. Besteigung ).
( 2 ) Elf Deutsche ( Leiter L. Greissl ) sowie acht Sherpas, die je zwei Einsatzgruppen bildeten, benützten die Route der Holländer von 1977 sowie eine Route weiter rechts in der Nordwand. Von ihrem Lager V aus erreichten L. Greissl, U.Boe-ning und H. Oberrauch am 3. Oktober den Vorgipfel P. 805 r, doch gelang es ihnen nicht, bis zum Hauptgipfel vorzustossen.
Annapurna II ( 7937 m ) ( 1 ) Sieben polnische Bergsteiger ( Chef J. Michalski ) hatten gehofft, die Südwand versuchen zu können, welche sich jedoch als zu gefährlich erwies. Von Süden her wichen sie auf den Westgrat aus. Sie errichteten mit Hilfe von zwei Sherpas vier Camps. Der Versuch wurde am 8. Oktober auf etwa 7200 Meter abgebrochen, nachdem zwei Bergsteiger in einer Lawine verletzt worden waren.
( 2 ) Sechs Japaner ( Chef I. Tana be ) errichteten mit Hilfe von zwei Sherpas 4 Lager auf einer Route durch die Nordwand. Der Versuch wurde am 26. April nach einem tödlichen Unfall des Leiters auf etwa 6500 Meter abgebrochen.
Annapurna III ( 7555 m ) ( 1 ) Eine I5köpfige australische Expedition unter Leitung von W. Deacock, die ausgezeichnet organisiert war, endete auf tragische Weise, als drei Bergsteiger, S. Morse, N. Reeves und R. Schmidt, am 30. März in einer Lawine ums Leben kamen. Sie hatten die Nordwand versucht und waren auf 5350 Meter angelangt.
( 2 ) Eine siebenköpfige Schweizer Equipe, darunter 5 Bergführer, schloss unter der Leitung von Denis Bertholet die fünfte Besteigung erfolgreich ab. Dabei wählte sie eine Route, die etwas nördlich von jener liegt, welche die Inder 1961 auf der Nordseite benützt hatten, und die über den Ostgrat führt. Begleitet wurden die Schweizer vom Sherpa Temba. Vom Camp III ( 6550 m ) aus erreichten Jean-Pierre Rieben und der Sherpa den Gipfel am 15. Oktober. D. Bertholet, P. Gailland und B. Polli unternahmen die erste Besteigung eines Punktes 6900, der am Rand des Ostgrates liegt, nördlich vom Camp III. Das Basislager, das am 28. September auf 4000 Meter errichtet worden war, lag eineinhalb Marschstunden vom Dorf Manang entfernt. Diese Expedition konnte mit relativ bescheidenen Mitteln verwirklicht werden: 40000 Schweizer Franken.
Annapurna IV ( 7525 m ) 14 Westdeutsche ( Chef F. Kröll ) sowie sechs Sherpas haben auf der normalen Route über den Nordwest-Grat vier Camps oberhalb ihres Basislagers errichtet. Am 23. Oktober erreichten zwei Deutsche und zwei Sherpas den Gipfel, am 26. Oktober drei weitere Deutsche.
Fang ( Annapurna ) ( 7647 m ) Ein Photo dieses Gipfels, der schwierige und anstrengende Kletterei erfordert, erschien in unserer Chronik von 1979 ( Bild Nr. 34 ). Ein zweiter österreichischer Versuch unter erneuter Leitung von Josef Mayerl war von Erfolg gekrönt. Damit gelang erstmals die Besteigung dieses Gipfels, des höchsten unter den noch unberührten nepalesischen Bergen. Der Aufstieg führte, wie 1979, über den Westgrat, jedoch diesmal von Süden her. Ihr Biwak auf 7040 Meter morgens um 3 Uhr verlassend, erreichten Mayerl, Neumair und der Sherpa Ang Chepal am i 7. Mai nach harter Kletterarbeit auf schwierigem und steilem Gelände den Gipfel dreizehn Stunden später. Rückkehr zum Biwak um 22 Uhr. Kein Sauerstoff notwendig.
TiLiCHO ( 7132 m ) Einem achtköpfigen Schweizer Team ( Chef Guido Baumann ) gelang die dritte Besteigung auf der von den beiden vorhergehenden Equipen benützten Route über den Nordostsporn und den Nordkamm. Basiscamp am 23. Oktober auf 4370 Meter errichtet. Lager I am 28. Oktober aufôioo Meter bezogen. Gipfel erreicht am 30. Oktober von M. Braun und W. Renner, am 31.Oktober von R. Zurflüh, H. Werner, G. Kappenberger sowie von einem Nepalesen.
Tukuche ( 6920 m ) Ein siebenköpfiges japanisches Team ( Chef T. Morimoto ) erklomm diesen Gipfel über eine neue Route auf dem Südwestgrat. Fünf Japaner und zwei Sherpas erreichten den Gipfel am 28. September.
Dhaulagiri I ( 8167 m ) ( 1 ) Um den 20.Jahrestag der Schweizer Erstbesteigung unter seiner Leitung zu feiern, hat 8i Max Eiselin im Rahmen seines Unternehmens Sport Eiselin eine Expedition organisiert, die 17 Personen umfasste, welche alle ihren Teil am Unterfangen selber berappten. In Begleitung von drei Sherpas erreichten 14 den Gipfel. Von den Europäern benötigten alle Sauerstoff, nicht dagegen die Sherpas, von denen einer sogar zweimal den Gipfel bestieg. Oberhalb des Basislagers wurde mit Hilfe von neun Sherpas weitere drei Camps errichtet, die alle auf der i960 benützten Route lagen, welche über den Nordostsattel und den Nordostgrat führt. Den Gipfel erreicht haben: am 13.Mai: Hans von Kaenel ( Leiter ), F. Luchsinger ( 59Jährig ), Ang Rita ( Sherpaam 14. Mai: H. Zimmermann, J. Müller, J. Buholzer, R.M.onnerat; am 17.Mai: H. Burgstaller ( Österreich ), H. Eital ( BRD ), F. Graf; am 18.Mai: M. Reudi, M. Ballmann, R. Bleiker, die Sherpas Mingma Gyalzen und Lhakpa Gyalzen; am 19. Mai: S. Burkhardt, J. Müller und der Sherpa Ang Rita.
Und nun der Everest? Sicher, andere Expeditionen dieser Art auf einen 8000er können verwirklicht werden. Wenn sie auch nicht unbedingt nach dem Geschmack vieler Leute sind, so entsprechen sie doch dem Wunsch vieler Bergsteiger, die fähig sind, sich im Himalaya zu bewegen, es jedoch vorziehen, sich in solchen Fällen auf eine schlagkräftige Organisation verlassen zu können.
( 2 ) Eine britische Expedition ( zum Gedenken an Nick Estcourt ), der Alex Macintyre, die beiden Polen W. Kurtyka und L. W'ilczynski, der Italiener R. Ghilini angehörten, gelang die Erstbesteigung der 2500 Meter hohen Ostwand, im alpinen Stil, ohne Sauerstoff. Nach Traversierung des Dambush-Passes auf 5182 Meter und des Franzo-sen-Passes auf 5334 Meter unter Schneegestöber wurde das Basiscamp auf 4700 Meter errichtet. Auf Höhenträger wurde verzichtet. Nach kurzer Erkundung der Wand, des Nordostgrates und des Nordostsattels begann die eigentliche Besteigung der Ostwand am 5. Mai unter schwierigen meteorologischen Bedingungen ( heftige Winde ). Am dritten Tag erreichten die vier Klettererden Gip- fei der Wand, nach zwei Biwaks unter schwierigen Verhältnissen. Sie biwakierten anschliessend auf dem Nordostgrat. Wegen des ständig gewitterhaften Wetters stieg die Equipe auf den Nordostsattel hinunter. Von da aus bestiegen sie am 17. Mai den Gipfel, den sie am 18. zur Mittagszeit erreichten. Abstieg über den Nordostgrat.
( 3 ) Eine weibliche Expedition aus den USA, neun Bergsteigerinnen sowie ein neunköpfiges Team zur Unterstützung und fünf Bergsteiger-Sherpas, versuchten die Besteigung der Nordwand, die sog. « Birnen-Route », die 1953 erstmals von einer Schweizer Equipe und letztmals 1959 von einer österreichischen Equipe versucht worden war, die damals 7800 Meter erreichte. Diese Route, die den Lawinen ausgesetzt ist, wurde erneut Schauplatz einer Katastrophe, wurde doch ein australisches Mitglied dieser Expedition, Lyn Griffith von einer Lawine erfasst, welche am 7.Oktober das Campii auf 5900 Meter überrollte. Die Equipe hatte am 5. Oktober auf 7100 Meter einen Ort erreicht, wo das Lager V hätte eingerichtet werden sollen, doch dieses Lager wurde nie bezogen: die Expedition brach ihr Unterfangen nach dem fatalen Lawinenniedergang ab.
( 4 ) Der Südwestpfeiler, den 1978 eine zehnköpfige französische Bergsteigergruppe der ENSA zu bezwingen versucht hatte, wurde ein zweites Mal 1980 von sechs französischen Bergsteigern ( Chef Jean Coudray ) in Angriff genommen. Gebildet wurde das Team von sechs Bergführern der ENSA sowie zwei weiteren Bergführern, einem Arzt und 5 Bergsteiger-Sherpas. Ein vorgeschobenes Basiscamp wurde am i i. September auf 5000 Metern errichtet. Die Marschroute umfasste drei Abschnitte, von denen der höchste, zwischen 6800 und 7300 Metern, einen grossen Felsturm umfasste, der extrem steil ist und einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweist. Fixe Seile wurden auf der ganzen Strecke angebracht, das Camp IV wurde einen Monat früher als 1978 auf dem höchsten Punkt, der damals erreicht worden war, erstellt, nämlich am Fusse des letzten Felsturmes. Die Sherpas gingen nicht über diesen Punkt hinaus. Trotz heftigen Winden, der Kälte und den technischen Schwierigkeiten, die vergleichbar sind mit denjenigen auf den anspruchsvollsten alpinen Routen, wurde der Gipfel des Turmes am 18. Oktober erreicht. Von da aus führte eine ausgedehnte Hochebene, die keine Schwierigkeiten bot, bis hinauf zum 3 Kilometer weiter liegenden Gipfel. Am 22. Oktober, nach einer in einer Eishöhle oberhalb des Felsturmes verbrachten Nacht, versuchten Pierre Beghin, Bernard Müller und Jean Coudray, den Gipfel zu erreichen, doch die stürmischen Winde trieben sie zurück auf 7500 Meter. Da sie bereits mehr als fünf Wochen ohne Unterbruch auf über 5000 Meter verbracht hatten, waren sie zu erschöpft und verfügten über zuwenig Lebensmittel, um einen neuen Versuch zu wagen. Mit Genugtuung hatten sie jedoch festgestellt, dass oberhalb des höchsten Punktes, den sie erreicht hatten, keine technischen Schwierigkeiten mehr zu bewältigen sind.
West-Nepal Sisne, Nordgipfel ( 6470 m ) Die Erstbesteigung dieses Berges erfolgte am 3. Mai 1980 durch 7 Bergsteiger ( Chef Ruedi Meier ) der Neuenburger Sektion des SAC. Diese Expedition wurde mustergültig organisiert; das Team hatte eine ausgezeichnete Wahl bezüglich seines Zieles für ein erstes Himalaja-Abenteuer getroffen. Die Kosten ( rund 157000 Schweizer Franken ) wurden zu einem Teil durch die Mar-cel-Kurz-Stiftung gedeckt ( Fr. 70000. ), zum anderen Teil durch die Teilnehmer selbst. Die Sisne-Gruppe, die im Nordwesten des Kanjiroba Himal liegt, war nicht vollständig erforscht worden. 1977 hatte sich eine britische Equipe von Süden her dem Sisne-Süd genähert ( 6620 m ), doch der Versuch war nach einem Lawinenunglück abgebrochen worden. Die Schweizer Expedition verliess am 23. März Surkhet auf 700 Metern und nä- herte sich mit 85 Träger-Ladungen von Westen her ihrem Ziel. Über Jumla und das Chauda-bise-Tal erreichten die Bergsteiger ihr Basiscamp auf 4500 Metern achtzehn Tage später. Eine Anzahl von Lagern wurde bis zum Fuss des Nordwestgrates errichtet, das Camp III auf 5150 Metern am 15. April. Nahezu 1220 Meter Seil wurden auf dem Grat angebracht, ein Camp IV auf 5660 Metern am 23. sowie ein Camp V auf 61 io Metern am 29. April errichtet. Von diesem Lager aus erreichten D. Chevallier und P. Galland am 3. Mai um 11.30 Uhr den Gipfel des Sisne-Nord. Von diesem Gipfel aus war erkennbar, dass der Sisne-Süd etwa 150 Meter höher liegt. Mit ersterem ist er durch einen langen und schmalen Grat verbunden, und es wäre besser, ihn vom Jagdula-Becken im Südosten her zu besteigen. Die Expedition kehrte am I I. Mai nach Jumla zurück und traf am 21. in der Schweiz ein.
Api ( 7132 m ) 12 Bergsteiger der britischen Armee unter Leitung von Major Sir Crispin Agnew versuchten eine neue Route über den zentralen Pfeiler der Südwand. Keine Sherpas oberhalb des Basiscamps; 4 Lager errichtet. Nachdem zwei Bergsteiger am i. Mai 7000 Meter erreicht hatten, beschlossen sie, wegen Lawinengefahr umzukehren.
CHINA Im September 1979 veröffentlichte die Chinese Mountaneering Association das Reglement für den Erhalt von Bewilligungen durch ausländische Expeditionen. Ähnliche Bestimmungen wie in Nepal und Pakistan wurden verabschiedet, so beispielsweise die Verpflichtung, lange zum voraus Gesuche einzureichen. Im übrigen gilt es beim Photographieren und im schriftlichen Verkehr bestimmte Regeln einzuhalten. Im allgemeinen müssen die Expeditionen neben Verbindungsoffi- zieren einen Übersetzer sowie, in einzelnen Fällen, auch « Hilfs-Hochgebirgsbergsteiger » engagieren. Auf Verwaltungsebene werden für den Luft- oder Strassentransport ( Fahrzeuge, Träger, Lasttiere ) wirksame organisatorische Massnahmen getroffen. Die Preise jedoch übertreffen um nahezu 300% jene von Nepal. Teilnehmer und Gepäck müssen über Peking ( Beijing ) befördert werden. Im übrigen werden nur jene Berge und Massive den Expeditionen « angeboten », die über befahrbare Strassen erreichbar sind! Z.B. gibt es einen Fahrweg bis Rongbuk. Der Vorteil liegt darin, dass lange Anmarschwege vermieden werden können. Die « bewilligten » Berge sind folgende: Everest ( Qomolangma ), 8848 Meter ( Tibet oder Xizang ) Shisha Pangma ( Xixabangma ) 8046 Meter ( Tibet oder Xizang ) Mustagh A ( Muztagata ), 7546 Meter ( Sinkiang oder Xinjiang; Pamir-Kette ) Kongur, 7719 Meter ( Sinkiang oder Xinjiang; Pamir-Kette ) Kongur Tiubie, 7595 Meter ( Sinkiang oder Xinjiang; Pamir-Kette ) BoGDO Ola ( Bogda ), 5445 Meter ( Tien Shan-Kette ) Minya Konkar ( Gongga ), 7587 Meter ( Sichuan ) Amne Machin ( Anyemaqen ), 7160 Meter ( Qinghai ) Von diesen Gipfeln wurden einzig der Kongur und der Bogdo Ola noch nicht bestiegen, doch gibt es noch weitere zweitrangige Gipfel in den verschiedenen Massiven, die unberührt sind. Die Gebühren ( royalties ) sind hoch. Für den Everest beispielsweise 2500 US-Dollar ( gegenüber 1260 in Nepal ). Trotz diesen hohen Gebühren stellt diese beschränkte « Öffnung » einen willkommenen Anfang dar, der schrittweise dazu führen könnte, dass auch andere Regionen für Expeditio- nen geöffnet werden. Wegen der hohen Gebühren werden hauptsächlich Gruppen, die über mittlere oder starke finanzielle Unterstützung verfügen, die Gelegenheit ergreifen und in diesem Gebiet Expeditionen durchführen. Dies im Gegensatz zu Nepal und dem Karakoram, wo die Zahl der kleinen Expeditionen in alpinem Stil auf Gipfel über sieben- oder achttausend Meter ständig zunimmt. Die CMA hat trotzdem bereits Gesuche für hundert Gruppen aus 30 Ländern erhalten.
Everest oder Qomolangma ( 8848 m ) ( 1 ) Die kostspieligste je durchgeführte Bergex-pedition, mit einem Budget von über zwei Millionen Dollar und unterstützt durch die japanische Presse und das japanische Fernsehen, umfasste 39 Japaner sowie 21 chinesische « Hilfsbergstei-ger » ( einschliesslich einer TV-Equipe von 13 Personen ). Die Expedition wurde in einem heute überholten Stil durchgeführt...
Zwei verschiedene Routen waren von einer neunköpfigen Gruppe im Herbst 1979 rekognosziert worden, wobei damals drei Chinesen in einer Lawine ums Leben gekommen waren. Nachdem am 5. März das Basislager in Rongbuk ( 5130 m ) errichtet war, machten sich zwei Teams zu je 11 Bergsteigern auf den Weg, das eine über den Nordostgrat, das andere durch die Nordwand. Von Tokio aus, also aus einer Distanz von 5000 Kilometer, wurde der Vormarsch der beiden Gruppen via Fernverbindung über Peking verfolgt. Die von Satelliten aus gemachten meteorologischen Bilder wurden analysiert, die Ergebnisse den Bergsteigern weitergeleitet. Die Route durch die Nordwand ( Chef H. Miyashita ) stellte sich als weniger schwierig heraus als angenommen; am 25. April konnte das Camp V auf 8230 Meter errichtet werden. Die Route wurde bis auf 8450 Meter mit fixen Seilen ausgerüstet, unterhalb des Hornbein-Couloirs. Ein Bergsteiger musste auf Grund von Erfrierungen aufgeben, ein anderer starb am 2. Mai in einer Lawine, so »1 dass aus zwei Gipfelbesteigungs-Versuchen durch 6 Bergsteiger nur einer mit 2 Männern wurde. T. Ozaki und T. Shigehiro erreichten den Gipfel am i o. Mai. Auf dem Nordostgrat ( Chef Y.Ha-mano ) wurde der Vormarsch durch die heftigen Winde sowie durch Neuschnee erschwert. Von Camp VII ( 8250 m ) aus nahmen Y. Kato und S. Nakamura ( Kameramann ) am 3. Mai den Gipfel in Angriff. Letzterer kam bis auf 8750 Meter, während Kato den Gipfel um 16.55 Uhr Ortszeit erreichte. Beide Bergsteiger biwakierten getrennt in der folgenden Nacht auf etwa 8750 Meter. Y. Kato hatte den Everest bereits 1973 über den Südsattel bestiegen, T. Shigehiro den K2 1977.
( 2 ) Reinhold Messner hat eine einzigartige Leistung erbracht: die Besteigung des Everest im Alleingang in 5 Tagen. Er hat die klassische Route der britischen Expeditionen zwischen 1920 und 1930 benützt. Zuvor waren zwei Expeditionen, die Chinesen 1975 und die Japaner im Mai 1980, auf der gleichen Route erfolgreich gewesen. Messner traf am 29. Juni in Rongbuk ein. Ein vorgeschobenes Lager errichtete er anfangs Juli auf 6490 Meter am Fusse des Nordsattels. Da die Monsunbedingungen ungünstig waren, wartete er zwei Wochen, bis das gute und windige Wetter einen Teil des Neuschnees beseitigt hatte. Um 5 Uhr morgens des 18. August verliess er sein Lager mit einer Last von 15 kg, darunter ein kleines Zelt. Um 9 Uhr erreichte er den Nordsattel ( 7285 m ), trotz eines Sturzes in eine Gletscherspalte. In der gleichen Nacht zeltete er auf 7800 Meter auf dem Nordostgrat. Am 19. Mai stieg er den Grat hinauf bis 7900 Meter, dann traversierte er die Nordwand bis zum grossen Couloir ( Norton-Couloir ). Er war dermassen von seinen Anstrengungen und der grossen Konzentration absorbiert, dass er die Verschlechterung des Wetters gar nicht bemerkte. Bereits um 15 Uhr musste er auf etwa 8200 Meter, unter dem grossen Couloir zelten; er schlief sofort ein, ohne seine Kleider auszuziehen. Am 20. Mai setzte er seinen Weg bei massigen Wetterbedingungen fort. Zurück liess er einen Sack; einzig Pickel und Ka- mera nahm er mit. Er erstieg das tiefverschneite Couloir, welches eine bis zur Erschöpfung anstrengende, wenn auch keine technischen Schwierigkeiten bietende Kletterei erforderte. Bei schlechter Sicht gelangte er oberhalb des Couloirs auf den Nordgrat, nachdem er eine steile, felsige Mauer umgangen hatte, die nach seinen Angaben die £weite Stufe ( « Second Step » ) sein könnte. Dem Grat entlang erreichte er am 20. August um 15 Uhr den Gipfel, den er nach seiner Aussage tief vom Monsunschnee bedeckt antraf. Sicht bestand keine. Für den Abstieg benötigte er 20 Stunden, und am 21. erreichte er die vorgeschobene Basis ( 6490 m ), am 23. August Rongbuk. Messners einziger Begleiter war seine kanadische Freundin Nena Ritchie. Die chinesischen Behörden bestanden darauf, dass seine Karawane über einen Übersetzer, einen Verbindungsoffizier, einen medizinischen Offizier und 3 Yaks verfügen müsse. Die Kosten der Expedition beliefen sich auf US$50000.
( 3 ) Ein Team der französischen Armee unternahm eine Erkundungsexpedition von Norden, während der Vormonsunzeit. Die eigentliche Expedition soll in diesem Jahr stattfinden.
Shisha Pangma oder Xixabangma ( 8046 m ) bekannt auch unter dem Namen Gosainthan ( Erstbesteigung am 2. Mai 1964 durch Chine-sen1 ) Zweite Besteigung am 11. und 12. Mai 1980 durch eine neunköpfige deutsche Expedition ( Leiter Prof.Dr. M. Abelein ). Der Weg führte, wie jener der Chinesen, von Norden her und traversierte Richtung Nordosten. Oberhalb des Basiscamps, das am 1. April auf etwa 5000 Meter errichtet wurde, folgten vier weitere Lager ( die Chinesen hatten über 6 Camps verfügt ), das oberste auf 7300 Meter. Von da aus erreichten M. Dacher, W. Schaffen, G. Sturm und F. Zintl am 11. Mai den Gipfel. Am 12. Mai wiederholten S. Hupfauer und M. Sturm die Besteigung.
( 2Ein acht Mann starkes österreichisches Team ( Chef Hans Mautner ) bestieg am ^.Okto-ber zum drittenmal diesen Berg. Per Flugzeug legten sie die Strecke Peking-Chengdu-Lhasa zurück, danach im Jeep Shigatse—Shigar. Von da aus stiegen sie zum Basislager auf 5150 Meter, das sie am 18. September erreichten. Die Route scheint die gleiche gewesen zu sein wie jene der Deutschen. 1. Oktober: Camp IV auf 7040 Meter. In 13 Stunden erreichten E. Obojes und E. Putz am 13. Oktober den Gipfel.
( 3 ) Die noch unberührte Südwand, 3000 Meter hoch, soll 1982 von einer sechsköpfigen britischen Equipe in alpinem Stil bestiegen werden.
Shishapangma II oder Molamenqing ( 7702 m ) Die Erstbesteigung dieses Berges wird in diesem Jahr durch eine elf Personen umfassende neuseeländische Mannschaft versucht ( Leiter Austin Brookes ).
Kongur ( 7719 m ) ( 1 ) Die erste englische Expedition in alpinem Stil, die im Juni und Juli 1980 unter Mithilfe von Dr. M. Ward, Chris Bonington und A. Rouse durchgeführt wurde, beschränkte sich auf eine Erkundung des praktisch unbekannten Kongur-Massives in der Provinz Sinkiang, südwestlich von Kashgar. Die Bergsteiger wurden per Flugzeug von Peking nach Kashgar geflogen, dann auf dem Landweg, entlang dem Rand der Grossen Takla-Makan-Wüste, bis zu den Karakol-Seen. Von einem Basislager aus, zuerst auf der Süd-, dann auf der Nordseite des Kongur errichtet, wurden zwei markante Gipfel des Massivs erklommen, der Sarakyaguqi ( 6200 m ) im Süden sowie der Karatash ( 5400 m ) im Norden. Von diesen Gipfeln aus war es möglich, eine weite Fläche zu überblicken und eine mögliche Route für die Besteigung des Kongur I ( 7719 m ) zu bestimmen. Erleichtert wurde die Aufgabe dieser Expedition durch eine vorzügliche Organisation und die freundliche Hilfe der chinesischen Behörden. Chris Bonington, A. Rouse, P. Boardman und J. Tasker hoffen, im Juni dieses Jahres in alpinem Stil den Kongur I über den Südwestgrat zu ersteigen. Ihnen zur Seite werden die Ärzte Dr. M. Ward, J. Milledge, E. Williams und C. Clarke stehen, deren wissenschaftliches Programm dem Studium der Auswirkungen des Sauerstoffmangels in der Höhe gewidmet sein wird.
( 2 ) Eine zwanzigköpfige japanische Equipe ( Chef Dr. N. Takada ) hat ebenfalls die Bewilligung erhalten, in diesem Jahr diesen Berg zu besteigen. Auch ihr ist eine Erkundungsgruppe vorausgegangen.
Mustagh A oder Muztagata ( 7546 m ) Dieser Gipfel, « Vater der vereisten Berge » genannt, überragt die Tashkurgan-Wüste im Sin-kian ( Zizang ). Er liegt südlich der Kleinen Karakol-Seen; das Kongur-Massiv befindet sich etwa 40 km nordöstlich. Der grosse schwedische Forscher Sven Hedin unternahm 1894 einen ersten Besteigungsversuch. Von ihm stammt auch die erste summarische topographische Kartierung dieser Region. Der Mustagh Ata und der Kongur wurden two im Verlaufe einer Expedition von Sir Aurei Stein trigonometrisch erfasst. Der erste ernsthafte Besteigungsversuch erfolgte 1947, als Shipton und Tilman, von Westen her kommend, bis auf i oo Meter an den Gipfel herankamen. Die Erstbesteigung gelang 1956 einer chinesisch-so-wjetischen Expedition. Im Juli 1980 wurde der Gipfel erneut in Angriff genommen, nämlich durch eine sechsköpfige amerikanische Mannschaft. Drei Bergsteiger stiessen bis zum Gipfel vor, der Chef, N. Gillette, sowie G. Rowell und Jan Reynolds. Auf Kamelen wurde das Material der Expedition bis zur Schneegrenze auf 5200 Meter transportiert. Von da aus erfolgte der Aufstieg in einem halbalpinen Stil; die letzten 1370 Meter bis zum Gipfel wurden in einem Tag bewältigt. Auf- und Abstieg erfolgten auf Skiern.
BoGDO Ola oder Bogda ( 5445 m ) Trotz der bescheidenen Höhe dieser noch unberührten Gruppe, die in der Tien Shan-Kette liegt, befindet sich die Schneegrenze im Sommer auf 2 i oo Meter. Die Gruppe umfasst drei Gipfel, den Ostgipfel ( der höchste ), den Zentralgipfel und den Nordgipfel. 1904 wurde sie erstmals durch Merzbacher kartiert, später dann noch durch eine geologische Expedition aus Schweden. Den ersten Besteigungsversuch unternahmen 1948 Shipton und Tilman. Nach einer Erkundung über E und S kamen die beiden Bergsteiger zum Schluss, dass die beste Route von Norden her bis zu einem gut sichtbaren Sattel führe, dann über den Nordostgrat zum Ostgipfel. Diese Route benützten sieben Österreicher ( Chef Marcus Schmuck ), nachdem sie im Oktober 1980 in einem 24tägigen Marsch am Fusse dieser Gruppe angelangt waren. Von Peking aus hatten sie über Urumohi den Heavenly Lake ( Himmlischer See ) erreicht. Die Lasttiere konnten wegen des tiefen Schnees nur bis auf 2400 Meter eingesetzt werden. Von da aus errichtete das Team ein Basislager auf 3600 Meter und ein zweites Camp auf 4700 Meter. M. Schmuck und E. Haase erreichten den Bogda-Pass ( 4700 m ), doch konnten sie den Aufstieg wegen des tiefen Schnees und der Lawinengefahr nicht fortsetzen. Die Schwierigkeiten des Nordostgrates oberhalb des Passes wurden als solche zweiten und dritten Grades geschätzt.
Eine japanische Expedition hat die Bewilligung erhalten, in diesem Jahr die Besteigung zu versuchen.
Minya Konkar oder Gongga ( 7587 m ) Eine detaillierte Bestandesaufnahme dieses in der West-Sichuan-Provinz und am südöstlichen Rand der Hauptkette gelegenen Massivs wurde 1930/31 durch den Schweizer Geologen Arnold Heim zusammen mit Prof. Eduard Imhof herausgegeben. Die erste Besteigung erfolgte am 28. Oktober 1932 durch zwei Amerikaner, Richard Burdsall und Terris Moore, welche eine Route von Nordwesten her eröffneten. Die zweite Besteigung wurde durch eine chinesische Gruppe ausgeführt. Zwei amerikanische Teams unternahmen erfolglos endende Versuche im September/ Oktober 1980: eine Zwölfergruppe unter der Leitung von Al Read über die Originalroute von Norwesten her, und eine Sechsergruppe, geführt von Lance Owens, über die Südwand.
Für 1981 wurden vier Expeditionen bewilligt, 2 aus Japan, I aus Italien, und 1 aus der Schweiz ( AACZ ), welche z.T. bereits im Herbst 1980 Er-kundungsequipen geschickt hatten. Nebengipfel des Massivs werden das Ziel einer Gruppe der englischen Armee von 8 Leuten und eines italienischen Teams von Io Leuten ( unter Prof. M. Vitale ) sein, welche im Juli 1980 eine Rekognoszierung durchgeführt hatten.
Amne Machin oder Anyemaqen ( 7160 m ) Dieser Gipfel liegt im Südosten der Provinz Chinghai ( Qinghai ), rund 250 Kilometer nördlich des Minya Konkar. Vor 25 Jahren noch wurde heftig über die Höhe dieses Berges gestritten, da er allgemein als noch höher als der Everest betrachtet wurde. Der erste ernsthafte Besteigungsversuch i960 war von Erfolg gekrönt: Eine relativ junge chinesische Gruppe von Geologen und Studenten ( 8 Personen ) bezwang diesen Gipfel am 2.Juni i960. Ihr gelang es, die heute noch gültige Höhe festzulegen und eine geologische Karte vorzubereiten. Sie bestiegen den Berg von der Nordostflanke her. Soweit verbindliche Informationen vorliegen, wurde dieser Gipfel kein zweites Mal mehr bestiegen. Eine 16 Mann starke japanische Equipe ( Chef T. Masaki ) wird in diesem Jahr einen Versuch von Westen her unternehmen.
INDIEN Die Indian Mountaneering Federation ( IMF ), welche die Oberaufsicht über die indischen Expe- ditionen hat und diese auch oftmals finanziell unterstützt, ist die verantwortliche Organisation für die Erteilung von Regierungsbewilligungen an ausländische Expeditionen, die sich nach Garhwal, Kaschmir, Kulu/Lahul usw. begeben wollen. 1980 wurden vom IMF 62 ausländische ( davon 30 japanische ) und 61 indische Expeditionen registriert. Im Garhwal hat allein die Gangotri-Region 23 ausländische Expeditionen angezogen. Wir erwähnen nachfolgend einige der wichtigsten.
Kasmir-£anskar Nun ( 7135 m ) ( 1 ) Acht Österreicher ( Chef W. Knezicek ) erklommen die Westwand dieses Berges in 5 Tagen vom Basiscamp aus. Dies nachdem sie noch zwei Hochlager errichtet hatten. Der Gipfel erreichten Dr. Veronika Merz ( Schweiz ), I. Gruber und der Leiteram 11 .Juli.
( 2 ) Vier Teilnehmer aus einer Gruppe von fünf Japanern bestiegen am 28. August den Nun über den Nordostgrat.
( 3 ) Drei Mitglieder einer siebenköpfigen amerikanischen Equipe, Dr.Thomas Mutch ( Leiter ), T. Binet und C. Heimark, erreichten den Gipfel des Nun am 5. Oktober. Beim Abstieg fiel Mutch in eine Gletscherspalte und verletzte sich schwer am Kopf. Er konnte von seinen Begleitern geborgen werden; alle drei verbrachten eine Nacht unter freiem Himmel auf 6500 Meter. Am darauffolgenden Tag liessen Bind und Heimark den Verletzten bewusstlos zurück und holten Hilfe. Bei ihrer Rückkehr war Mutch verschwunden; er war offenbar tödlich in die Tiefe gestürzt. Die beiden anderen Bergsteiger erlitten Erfrierungen.
Kun ( 7087 m ) Sieben Österreicher ( Chef H. Hochhauser ) bestiegen diesen Berg von Osten her; Basislager auf dem Shafat-Gletscher auf 4100 Meter, zwei wei- 59 Ganesh IV ( Pabil ), 7102 Meter, von Süden gesehen Photo: Peter Boardman 60 Dhaulagiri I ( 8167 m ). Blick auf den Südwestpfeiler mit der Franzosenführe über den letzten Aufschwung oberhalb des Camp IV ( 1980 ) Photo der französischen Expedition 61Dhaulagiri I: Die Franzosenführe ( 1978 und 1980 ) tere Camps auf 5300 und 6300 Meter. Am 24. Juli erreichte H. Stadibauer allein den Gipfel, einen Tag darauf folgten fünf weitere Mitglieder des Teams.
Gipfel Z i ( 6181 m ) Dieser Gipfel liegt südwestlich des Nun-Kun und wurde am 20. August 1980 erstmals von allen Teilnehmern der 12köpfigenjapanischen Expedition unter Leitung von M. Ouchi über seinen Südwestgrat bestiegen.
Barnaj-Gruppe Zwei Gipfel von 6150 und 6170 Meter Höhe, die in der Nähe des Barnaj I liegen, wurden erstmals am 14. August von vier japanischen Studenten der Tokyo College Expedition ( Y. Kubora ) erklommen.
Brammah Peak ( 6415 m ) Der Nordgrat dieses Gipfels, der gemäss Alpenskala als « sehr schwierig » ( SS ) bewertet wird, ist von 3 Franzosen, D. Julien, E. Schmutz, R.Stei-ger, während des Monats September in 3 Tagen in alpinem Stil erstiegen worden.
Kulu Menthosa ( 6444 m ) Sechs Österreicher ( Chef G. Gruber ) erreichten diesen Gipfel in alpinem Stil zwischen dem 27. und 29. Juli. Sie folgten der von früheren Expeditionen eröffneten Route über die Südostseite.
Baspa Leo Pargial Nord ( 6790 m ) Zehn Männer des Indian National Cadets Corps unter der Leitung von Major K. Kumar erklom- 62 Baruntse ( 7220 m ), von Osten gesehen, mit der Route der spanischen Expedition ( 1980 ) Photo.J. Lopez 63Tseringma ( 6333 m ), mit der Route und den Camps der australischen Expedition.
Photo der australischen Expedition 64 Annapurna III ( 7555 m ). Ostpass und Ostgipfel men diesen Berg in zwei Gruppen am 27. und 28. September. Dabei handelte es sich um die vierte Besteigung ( Erstbegehung durch Marco Pallis am 10. August 1933 ) dieses an der indisch-tibetanischen Grenze, im Westen der Region des Garhwal gelegenen Berges. Der Südgipfel, steil und felsig, liegt 10 Meter tiefer und ist noch unberührt.
Garhwal ( Region des Gangotri ) Oberst Kukrety des Rajput-Regiments befehligte eine 48 Mann starke Truppe, von denen einzig sechs Leute einige Bergerfahrung besassen. Trotzdem wurden während des Monats Mai drei Besteigungen erfolgreich abgeschlossen: auf den Kedarnath Dome ( 6830 mauf den Kedarnath ( 6940 mauf den Bhartekhunta ( 6577 m ).
Bhrighu Panth ( 6772 m ) Einer weiblichen Gruppe ( Chef Arlene Blum ), bestehend aus 5 Amerikanerinnen, einer Neuseeländerin sowie 2 Inderinnen, gelang am 19.Juni die Erstbesteigung dieses Gipfels. Erst vor kurzem ist dieser Berg den Bergsteigern « geöffnet » worden.
Kharchakund ( 6612 m ) Sechs Mitglieder einer japanischen Expedition ( Chef S. Miyahara ) erklommen am 29. und 30. April in zwei Gruppen diesen Berg. Dies geschah über den Nordgrat, welcher von Westen her erreicht worden war. Es ist anzunehmen, dass es sich dabei um eine Erstbesteigung handelte.
Bhagirathi I ( 6856 m ) ( a ) Einer Gruppe von 14Japanern ( Chef H. Takabayashi ) gelang am 29. September die Erstbesteigung dieses Gipfels. Das Basislager war in Nandanban auf 4400 Meter am 11. September 65 Der Maccha Puchare, « Fischschwanz » genannt. Ein noch unbestiegener Gipfel ( 6ggy in ), südlich der Annapurna III gelegen Photos: Denis Bcrtholct 66 Der Mount Kongur ( China ), jyig Meter. Links der Südwestgrat Photo der englischen Expedition KjHti aufgestellt worden. Camp II auf 6350 Meter am 27. September. Von da aus erreichten drei Bergsteiger den Gipfel am 29. September, am 30. September vier weitere, am 1. Oktober eine andere Vierergruppe und schliesslich am 2. Oktober drei Japaner ( inkl. der Chef ) und der indische Verbindungsoffizier.
( b ) Eine zwölf Bergsteiger umfassende japanische Equipe ( Chef T. Matsunaga ) errichtete ein Basiscamp in Nandanban am 14. August. Ein Versuch über den Südgrat scheiterte am 1. September auf etwa 6000 Meter wegen schlechter Felsqualität.
Bhagirati II ( 6511 m ) Zwei Mitglieder einer sieben Frauen umfassenden japanischen Gruppe ( inkl. Leiterin H.An-naka ) erreichten am 5. Oktober den Gipfel dieses Berges über den Westgrat, nachdem sie das Basiscamp am 19. September in Nandanban aufgeschlagen hatten. Höchstes Lager ( Nr.III ) auf 6000 Meter erstellt am 29. September. Dieser Gipfel wurde zum erstenmal von Osten her bezwungen, und zwar durch eine deutsche Equipe am 9. September 1938.
Bhagirati III ( 6454 m ) Zehn Tschechoslowaken ( Chef Z. Lukes ) errichteten ihr Basiscamp in Nandanban am 21. September. Am 1. Oktober erreichten sie den Bhagirathi II von Osten her, sowie einen namenlosen Gipfel ( etwa 6450 m ) am 4. Oktober. Von da aus bestiegen sie am 8. Oktober den Bhagirathi III über den schmalen und steilen Nordgrat. Die Erstbegehung dieses Gipfels von Westen her gelang einer englischen Equipe am 18. Juni 1933.
Shivling ( 6542 m ) ( a ) Die dritte Besteigung dieses Gipfels ( die zwei vorhergehenden erfolgten durch indische 67 Der Shisha Pangma ( 8046 m ), von Morden. Die Chinesen haben im Mai ig6
( b ) Fünf Japanern ( ChefN. Yasuda ) gelang die vierte Besteigung auf einer ausgezeichneten Neuroute über den Nordgrat. Basislager auf 4350 Meter am 20.Juli. 4 weitere Camps wurden erstellt; am 30. August Camp IV auf 6200 Meter ( welches das höchste war ). Von dort aus erreichten M. Ya-mamuto ( 32 Jahre ), M. Futita ( 23 J. ) und I. Kubo ( 22 J. ) den Gipfel am 4.September. Ungefähr 3000 Meter Seil wurden entlang der Route, welche in ihrem oberen Teil sehr exponiert ist, fixiert.
Vasuki Parbat ( 6792 m ) Zwei beachtliche Besteigungen durch dieselbe dreiköpfige Gruppe junger Japaner: K. Nakae, H. Nomura und M. Nomura.
Panwali Doar ( 6662 m ) Dieser Gipfel, der am Südrand des Beckens der Nanda Devi liegt, wurde von Südosten her über den Pindari-Gletscher erstmals bestiegen. Basislager auf 3700 Metern am 4.Mai aufgeschlagen. Camp III auf 6150 Metern. Von da aus wurde der Gipfel am 30. Mai erreicht. Unter- und oberhalb dieses letzten Lagers wurden rund 1 700 Meter fixer Seile angebracht.
Später, von einer oberhalb des Gangotri-Glet-schers am 5. September errichteten Basis aus, stiegen die Bergsteiger auf 5100 Meter und schlugen am Fusse der steilen Ostwand ein vorgeschobenes Lager auf. Nach drei Biwaks erreichten sie am 15. September den Gipfel des Vasuki Parbat ( zweite Besteigung ). Beim Abstieg musste noch zweimal in der Wand biwakiert werden.
Kämet ( 7756 m ) Hier war eine 19 Mann starke Mannschaft der indischen Armee unter Leitung von Major Bajaj tätig. Auf der Route der Erstbegeher ( i 931 ) erreichten am i.Juni drei Inder und zwei Sherpas den Gipfel, nachdem sie fünf Lager erstellt hatten.
Nanda Devi ( 7816 m ) 24 Angehörige der indischen Armee unter Leitung von Hauptmann Bahuguna gelangten trotz einigen Rückschlägen bis auf etwa i oo Meter an den Gipfel heran. Dort allerdings kehrte der von Hptm. Hashmani begleitete Leiter um.
Trisul ( 7120 m ) Sechs Bergsteiger und drei Hochträger erreichten am i2.Juni den Gipfel über die normale Route. Sie gehörten einer deutschen Expedition ( Chef W. Walther ) an, die Deutsche sowie je zwei Österreicher und Holländer umfasste.
RisHiKOT ( 6236 m ) Erstbesteigung der Nordwestwand - vom Ra-mani-Gletscher ( südlich von Changabang ) her -durch zwei Polen, T. Karolczak und R. Pawlowski, am 9. September 1979. Besteigung in alpinem Stil dieser mehr als 1500 Meter hohen, steilen und schwierigen Wand in 16 Stunden. Die Bergsteiger gelangten um 22 Uhr auf den Gipfel, wo sie die Nacht verbrachten, ehe sie am nächsten Morgen zu ihrem Basislager zurückkehrten.
Mrigthuni ( 6855 m ) Dieser Gipfel wurde von einer vierköpfigen spanischen Mannschaft am n. September erstiegen.
Maiktoli ( 6803 m ) Erstiegen am 1. Oktober von einer aus sechs Leuten bestehenden spanischen Gruppe.
Himalaja-Traversierung Fünf Neuseeländer ( Co-Chefs: Peter Hillary und G. Dingle ) befinden sich gegenwärtig auf einer 4000 Kilometer langen Tour, die 300 Tage dauern soll. Vom Brahmaputra in Assam aus führt der Weg über Bhutan, Sikkim, Nepal, Garhwal und Karakorum bis nach Gilgit. Ihre 20 kg schwere Packung werden sie selber tragen, wobei sie mit lokalen Versorgungsmöglichkeiten rechnen. Zwei Inder der IMF werden sie begleiten. Hillary und Dingle haben vor, 1982 den Lhotse, 1983 den Makalu und 1985 den Everest zu besteigen.
Karakoram Hier sind für das Jahr 1980 nur bescheidene Aktivitäten zu melden. Obschon 50 Expeditionen eine behördliche Bewilligung besassen, konnten schliesslich nur deren 32 starten. Einzig neun Expeditionen erreichten ihr gestecktes Ziel. Wie üblich waren die Japaner mit neun Expeditionen vorherrschend. Grossbritannien und Frankreich stellten deren sechs, die USA fünf. Drei spanische Expeditionen, je eine deutsche, polnische und kanadische. Keine Schweizer Expedition.
Internationales Karakoram-Projekt 1980 Aus Anlass ihres 150. Jahrestages übernahm die Royal Geographical Society London das Patronat eines Programms wissenschaftlicher Arbeiten, die von britischen Wissenschaftern geleitet wurden, in Zusammenarbeit mit pakistanischen und chinesischen Experten. Mehrere Forschungsgebiete wurden und werden noch behandelt. So werden u.a. die Bewegungen der Gletscher im vergangenen halben Jahrhundert untersucht. Die verschiedenen Programme fallen in folgende wissenschaftliche Gebiete: Glaziologie, Geomorphologie, Seismik, Strukturforschung, Geologie und Topographie. Im Terrain arbeiteten zwischen Juni und September 30 britische, 14 pakistanische und sechs chinesische Wissenschafter mit den modernsten technischen Hilfsmitteln. Die wichtigsten Regionen, in denen gearbeitet wurde, waren: das Tal der Hunza nördlich von Gilgit, der Batura-und der Hispar-Biafo-Gletscher sowie das Chi-tral-Tal. Eine kleine Gruppe von Wissenschaftern, unter ihnen auch Lord Hunt, begab sich zum Dorf Shimsal. Im September dieses Jahres soll ein Symposium stattfinden, an dem die Berichte über die Resultate der diversen Programme ausgetauscht werden sollen. Man hofft, in der pakistanischen Quaid-i-Azam-Universitzt ein kleines Forschungszentrum über den Karokoram gründen zu können ( Karokoram-Cell ), um die im Felde begonnenen Arbeit weiterzuführen und auszubauen.
K.2 ( 8610 m ) Westgrat - Versuch am Nordostgrat ( der Ab-ruzzcn Die erste kleine Expedition ( Budget: 15000 englische Pfund ) auf den zweithöchsten Gipfel der Welt umfasste vier Briten: P. Boardman, D. Scott, J. Tasker und R. Renshaw. Die drei Erstgenannten gehörten bereits 1978 dem englischen Team auf dem Westgrat an. Ursprünglich hatten sie vor, den Gipfel zu besteigen, indem sie zwischen den Lagern Seile anbringen wollten, die sie dann jeweils wieder entfernt hätten, um sie weiter oben benützen zu können. Ende Mai wurde das Basislager auf dem Savoia-Gletscher am Fusse des Westgrats aufgeschlagen. Jenen gefährlichen und verschneiten Hang meidend, auf dem 1978 eine Lawine niedergegangen war, errichteten die Bergsteiger am 5.Juni auf 631 o Meter ein Camp, in dem sie Nahrungsmittel für drei Wochen lagerten. Am 16. Mai, nach einer kurzen Schlechtwetterperiode, erreichte das Team eine Stelle auf 7000 Metern, wo es ein weiteres Lager aufschlagen konnte. Der weitere Routenverlauf schien nun bis auf etwa 7900 Meter keine grossen technischen Schwierigkeiten mehr zu bieten. Aber nach der Aufgabe von Scott, der eine alte Rückenver- letzung verspürte, beschlossen die drei verbleibenden Bergsteiger, auf die besser bekannte Route auf dem Südostgrat auszuweichen. Bei konstant schlechtem Wetter und mit Lasten zwischen 20 und 23 kg auf dem Rücken errichteten sie am 2.Juli ein Camp auf 6 t oo Meter. Infolge sturmartiger Wetterbedingungen konnte das folgende Lager erst am 7 Juli auf 7000 Meter aufgeschlagen werden, ein weiteres auf 7500 Meter am 9. Juli. Am to.Juli schlugen sie ein Lager auf der höchsten Schulter des Südostgrates auf 7750 Meter auf. Im letzten Lager auf einer schmalen Felsterrasse auf 8100 Meter wurde das Team während der Nacht von einer Lawine erfasst. Die drei kehrten erschöpft ins Basislager zurück. Ein weiterer Versuch wurde zwischen dem 22. und 29.Juli unternommen, doch musste die Gruppe infolge anhaltender Stürme und nachlassender Kräfte ein weiteres Mal auf 8000 Meter aufgeben.
Baltoro-Region Baltori Kangri V ( 7260 m ) Sieben Briten unter Leitung des Skifahrers Jeremy Stock erreichten den Gipfel am 6.Juni, nachdem sie sich aufdemConway-Sattel auf 6300 Meter eine Eishöhle gegraben hatten. Stock und zwei andere Teilnehmer der Expedition bestritten die ganze Abfahrt auf Ski, bis zum vorgerückten Lager auf dem Gletscher, das sie um 21 Uhr des gleichen Tages erreichten. Die Ski waren bereits beim Aufstieg benützt worden.
Baltoro—Siachen Vier Amerikanern, G. Rowell, N. Gillette, K. Schmitz und D. Asay, gelang die Traversierung auf Ski in 42 Tagen. Sie legten insgesamt 435 Kilometer zurück. Ende März stiegen sie über den Bilafond-Gletscher auf den Siachen-Glet-scher, überwanden die Westwand des Sia Kangri ( auf 6850 m ) und stiegen auf den Baltoro- und As- kole-Gletscher herunter. Von da aus stiegen sie den Biafo- und Hispar-Gletscher in achteinhalb Tagen hinauf und gelangten schliesslich in das Tal der Hunza. Eine äusserst kräfteraubende Tour auf allen Teilabschnitten. Höhenträger wurden nur unterhalb der Schneegrenze eingesetzt; Lebensmittelversteck auf halber Strecke im Dorf von Askole eingerichtet.
Mitre Peak ( 6010 m ) Dem jungen französischen Bergsteiger Yvan Ghiardini gelang am 2. Juni die Besteigung im Alleingang dieses schwierigen Gipfels.
Skyang Kangri ( 7544 m ) Zwei amerikanische Bergsteiger, Mike Kennedy und Jeff Lowe, haben diese Expedition finanziert und verwirklicht, wobei es sich um eine der leichtesten und billigsten ( total 9000 US-Dol-lar ) handelte. Am 6.Juni am Fusse des K 2 angelangt, waren sie vorerst einmal schockiert von der Unordnung, welche die französische Expedition von 1979 in ihrem Basislager zurückgelassen hatte.Von einem vorgerückten Lager ( auf 5650 m ) aus auf den Nordostgrat des K 2, versuchten sie am 20.Juni die Besteigung der Westwand des Skyang Kangri. Am 21.Juni kampierten sie in der Wand auf 6600 Meter. Der Fels, den sie antrafen, war mürbe und ohne Risse. Sie setzten sich deshalb ein anderes Ziel: den Südpfeiler, der den Ostgrat ( Route der japanischen Erstbegeher von 1976 ) etwa 300 Meter unterhalb des Gipfels, erreicht. Am 4.Juli hatten sie die Hauptschwierigkeiten überwunden und biwakierten in Hängematten auf 6550 Meter. Am 5.Juli übernachteten sie auf etwa 7000 Meter und schliesslich noch 150 Meter unter dem Gipfel, wo sie während zweier Tage wegen eines Sturmes festgehalten wurden. Der Versuch musste schliesslich infolge des Sturmes und mangelnder Lebensmittel abgebrochen werden.
Gasherbrum I ( 8068 m ) Zwei französische Bergsteiger, Maurice Barrard und Georges Narbaud, bestiegen, ohne Hilfe von Trägern und ohne Sauerstoff, des Südwestgrat ( ähnliche Route wie 1977 die Jugoslawen ) und erreichten am 1 Juli den Südgipfel ( 7069 m ). Angeseilt und auf Langlaufski traversierten sie über etwa 6 Kilometer die Hochebene, die auf 7500 Meter führt. Den Hauptgipfel erreichten sie am 15.Juli. Für den Abstieg benötigten sie zwei Tage; insgesamt hatten sie 32 Tage in den Bergen verbracht.
Gasherbrum II ( 8035 m ) ( a ) Sieben Japaner folgten der 1956 eröffneten Route der Erstbegeher ( Südwest-Südostvier Lager wurden errichtet, das oberste auf6850 Meter. Von einem Biwak auf 7350 Meter aus erreichten drei Bergsteiger, darunter auch der Leiter H. Sato, am 2. August den Gipfel. Keine Sauerstoffmasken. Ein 28jähriger Bergsteiger, der erkrankt war ( Lungenödem ), war von einem auf dem Konkordia-Platz stationierten Helikopter evakuiert worden. Das Basislager war am 17. Juni aufgeschlagen worden.
( b ) Sechs spanische Bergsteiger ( Chef P. Ayme-rich ), welche die Bewilligung für die Besteigung des Gasherbrum III hatten, erklommen an dessen Stelle den Gasherbrum II. Basislager auf 5155 Meter errichtet. Oberhalb von Camp II ( 6000 m ) scheinen die Spanier mit der japanischen Expedition zusammengearbeitet zu haben. Oberhalb von Camp IV ( auf 7000 m ) schlugen sie am 1. August ein Biwak auf. Von dort aus erreichten der Leiter sowie E. Font den Gipfel am 2. August. Gesamtkosten der Expedition offenbar unter 20000 Dollar.
Gasherbrum IV ( 7925 m ) ( Erstbesteigung durch die Italiener 1958 über den Nordostgrat ). Sieben Amerikaner versuchten den Südgrat. Der Chef, S. Swanson, sowie C. McKibbon erreichten Ende Juli einen Punkt auf 71 oo Meter, ehe sie wegen Lawinengefahr zurückkehrten. Ein Mitglied des Teams wurde krank. Per Helikopter wurde er vom Konkordia aus abtransportiert. Bisher ist also lediglich eine Besteigung gelungen.
Gasherbrum V ( 7321 m ) Eine vierköpfige französische Bergsteigermannschaft aus Chamonix ( Leiter P. Balmat ) unternahm einen erfolglosen Versuch im Juli/Au-gust ( Erstbesteigung am 2. August 1978 durch ein japanisches Team ).
Broad Peak ( 8047 m ) Fünf Franzosen und ein Amerikaner ( Chef L. Estienne ) versuchten vergeblich die Route der Erstbegeher von 1957 ( Westsporn, dann Nordgrat ) im Verlauf des Juli/August. Aber 2 Teilnehmer, G. Bettembourg und P.Vallen-çant, machten anfangs August eine Abfahrt auf Ski von 7700 Meter Höhe ins Basislager auf 4725 Meter.
Choglisa SW ( 7654 m ) Chogolisa NE ( 7640 m ) Versuch von zwei Amerikanern, H. Weaver und D. Cannatte, sowie von einem Kanadier, J. Wittmayer, auf den Südwestgipfel zu gelangen. Die drei hatten Glück, dass sie Mitte Juli auf 6650 Meter von einer Lawine lediglich verletzt wurden. Die Evakuierung erfolgte mit Hilfe von zehn Japanern, die einen erfolglosen Versuch über den Südwestgrat auf den Nordostgipfel des Chogolisa unternommen hatten.
Masherbrum NE ( 7821 m ) Masherbrum SW ( 7806 m ) Vergeblicher Versuch eines Teams von i 1 Japanern im Juli und August auf den Nordostgipfel, und zweier französischer Bergsteiger auf den Südwestgipfel. Letzterer wurde noch nie bezwungen. Der Nordostgipfel wurde i960 erstmals erreicht.
Kondus-Kaberi-Region K 7 ( 6935 m ) Drei englische Bergsteiger, Leiter P. Melling, unternahmen im Juli/August einen Versuch, jedoch ohne Erfolg.
Ghent NO ( 7342 m ) Erfolgreiche Besteigung durch eine fünfköpfige deutsche Mannschaft ( Chef Dr. B. Scherzer ). Drei Teilnehmer erreichten den Gipfel am 18.Juni.
Biafo-Region Mango Gusor ( 6288 m ) Anfangs Juli von drei Japanern unter Leitung von T. Sudo bezwungen.
Uzun Brakk ( 6422 m ) Zwei englische Bergsteiger, Tony Saunders und Will Tapsfield, erzielten im Juli einen schönen Erfolg in der Nordostwand. In sieben Tagen ( drei Biwaks ) bezwangen sie diese Wand ( Schwierigkeitsgrad D/TD, schwierig bis sehr schwierig [S SS] ).
Hispar-Region Yutmaru Sar ( etwa 7100 m ) Dieser Gipfel, der sich über dem Yutmaru-Gletscher erhebt, zwischen dem Kanjut Sar und dem Kunyang Chish, scheint im Juli erstmals von fünf Japanern unter Leitung von T. Sugimoto bestiegen worden zu sein.
DiSTAGHiL Sar ( 7855 m ) Von fünf Polen unter Leitung von R. Kowalewski im Juli erklommen.
In der Zeit vom Mai bis in den Juli wurden erfolglose Versuche auf folgende Gipfel unternommen:
Batura I ( 7785 m ), Besteigungsversuch durch zwei Japaner, welche auf dem Südgrat am 27. August eine Höhe von 7500 Meter erreichten.
Kunyang Shish ( 7852 m ), Besteigungsversuch von Norden her durch die drei Engländer D. Wilkinson, S. Venables, P. Bartlett, welche bis auf 6750 Meter hinaufkamen.
MohmilSar ( 7342 m ), Besteigungsversuch durch vier Spanier.
Nanga Parbat ( 8125 m ) Im Mai, Juni und Juli erhielten drei Expeditionen die Bewilligung für Versuche über die Rupal-Flanke ( Süd- und Südwestseite ). Keine war erfolgreich. Folgende Teams waren gestartet: zwei Spanier, L. Fraga und R. Karl ( Rupal ), ein sechsköpfiges anglo-kanadisches Team über die Süd-west-Wand ( Chef Adrian Burgess ) sowie die beiden Franzosen Yannick Seigneur und Patrick Berhault ( Rupal ). Letzterer erlitt zu Beginn des Aufstiegs ein Lungenödem.
Ost-Karakoram Eine grosse Expedition der indischen Armee unter Leitung von Brigadier K. N. Thadani, errichtete, von Leh kommend, auf etwa 5200 Meter ein Basislager, auf dem Siachen-Gletscher. Am 18. September erreichten ^Männer in zwei Gruppen einen Punkt auf 7000 Meter auf dem As-parasas-Grat. Die Asparasas-Gruppe umfasst sechs Gipfel, alle über 7000 Meter ( der höchste mit 7245 m ). Von diesen Gipfeln wurde bis heute offenbar nur einer erstiegen ( der Asparasas I durch eine japanische Equipe am 7. August 1976. Die Region ist allgemein für ausländische Expeditionen gesperrt.
Hindukusch Sechs Amerikaner ( Leiter G. Prozak ) stiegen im Juli auf den Südbarum-Gletscher, südöstlich des Tirich Mir. Von da aus gelangten die Bergsteiger auf einen bisher noch unberührten Gipfel auf 6000 Meter. Drei Lager mussten erstellt werden; der oberste Teil des Aufstieges enthielt einen Eishang von 50 °.
Aus dem Englischen übersetzt von E. Blaser, Bern