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Am vergangenen Wochenende gab der philippinische Präsident Rodrigo Duterte bekannt, dass er sich aus der Politik zurückzuziehen wolle. Seit fast sechs Jahren steht er an der Spitze des südostasiatischen Landes und regiert dabei mit harter Hand. Bereits am Tag seines Amtsantrittes hielt er eine Rede, in welcher er zur Ermordung von Drogensüchtigen aufrief. Laut offiziellen Polizeiberichten habe dieser Krieg bereits mehrere Tausend Menschenleben gefordert, internationale Organisationen sprechen sogar von bis zu 30’000 Toten.
Zwar verbietet die philippinische Verfassung eine zweite Amtszeit eines Präsidenten. Doch mit einem raschen Abgang Dutertes hatte niemand gerechnet. «Er hat etwa 75 Prozent Beliebtheit in den Umfragen, was man eigentlich nicht richtig verstehen kann, bei den schlimmen Dingen, die er begangen hat», erklärt Jochen Range, Philippinen-Experte bei Amnesty International Deutschland. Gerade auch bei ärmeren Bevölkerungsschichten sei Duterte populär, viele Menschen würden denken, dass der 76-Jährige «einer von ihnen» sei.
Nun werde sich unter anderem seine Tochter, Sara Duterte, zur Wahl stellen. Sie hatte es zur Bedingung gemacht, dass ihr Vater das Handtuch wirft. Doch ob dieser sich wirklich aus der Politik verabschieden wird, sei noch gar nicht so sicher, so Range. «Von der Vergangenheit wissen wir: Duterte sagt etwas und widerruft es wieder. Deswegen ist es unklar, was seine Ankündigung eigentlich bedeutet.»
Range betont, dass es ein Versagen der Elite gewesen sei, dass Duterte 2016 überhaupt gewählt wurde. Die Elite im Land hätte die Menschen im Stich gelassen und somit den Nährboden gelegt für einen populistischen Autokraten wie ihn.
Die Wahlen auf den Philippinen finden am 9. Mai 2022 statt.