Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03531.jsonl.gz/2484

Société Allobrogia de Genève
Ich bedaure, daß ich den neuesten Jahresbericht des Akademischen Alpenclub Zürich zu einer Zeit erhalten habe, wo es nicht mehr möglich war, ihn für die „ Neuen Bergfahrten in den Schweizeralpen 1908 " zu excerpieren. Ich mußte mich begnügen, dort aus dem XII. Jahresbericht die 1907 gemachten neuen Touren der Mitglieder des A.A.C.Z. auszuschreiben, um in der Berichterstattung über die Besteigungsgeschichte der Schweizeralpen keine Lücke zu lassen. Die Erfolge des A.A.C.Z. im Jahre l'.)08 werden also im Jahrbuch XLV an die Reihe kommen. Aus dem sonstigen Inhalt des XIII. Jahresberichtes notiere ich, daß es durch Anspannung aller Kräfte möglich war, die durch eine Staublawine zerstörte Windgällenhütte in unmittelbarer Nähe des alten Platzes, aber besser gesichert und in soliderer Konstruktion wieder aufzurichten, d.h. den Bau im Berichtsjahr so weit zu fördern, daß die Einweihung etwa im Juli 1909 wird stattfinden können. Die Mischabelhütte ist in gutem Zustand und erfreut sich immer zahlreichen Besuches. Interessante Sitzungen mit Vorträgen und Projektionen wechselten im Sommer- und Wintersemester mit frohen Festen, bei denen auch wieder der Projektionsapparat eine große Rolle spielte. Nach der Tourenstatistik des Jahres 1908 sind von 45 berichtenden Mitgliedern im ganzen 858 „ Touren-buchfähige " Gipfelbesteigungen, Paßüberschreitungen und Versuche gemacht worden, welche das Gebiet der Schweizeralpen vom Mont Blanc bis zum Rhätikon und Silvretta, außerdem das Ferwall, die Kitzbiihler-alpen, die Ampezzaner Dolomiten, den Wetterstein und das Karwendelgebirge betreffen. Von außeralpinen Gebieten wird nur eine Besteigung des Pic de Teyde auf Teneriffa erwähnt. Der A.A.C.Z. zählt gegenwärtig 2 Ehrenmitglieder, 15 ordentliche, 20 außerordentliche Mitglieder und 75 alte Herren.
Numerisch bedeutend schwächer ist natürlich der noch junge Akademische Alpenclub Bern ( 25 Mitglieder im ganzen ). Dennoch ist es ihm gelungen, durch persönliche Arbeit und mit Hülfe von Geldschenkungen von Freunden und Gönnern die verlotterte Bietschhornhütte auf Hohwitzen im Lötschental zu erwerben und neu in stand zu stellen, so daß sie jetzt für die Besteigung des Bietschhorns einen fast unentbehrlichen Stützpunkt bietet. Auch sonst haben die jungen Leute des A.A.C.B. tüchtig gearbeitet. Abgesehen von den oben excerpierten „ neuen Touren " in den Savoyer, Berner und Urner Alpen und in der Säntisgruppe weist die statistische Zusammenstellung 182 erreichte Punkte auf, nämlich 149 Gipfel und 33 Pässe, die sich auf das ganze Gebiet der Schweizeralpen verteilen. Außerdem wurden die Pyrenäen besucht.
Von der Tätigkeit der Société Allobrogia de Genève kann ich nur bruchstückweise berichten, weil mir das Material fehlt. Die kleine Gesellschaft scheint nicht gerade zu blühen. Sie zählte im ersten Semester 1908: 5 Aktive und 70 alte Herren, dazu 1 Beurlaubten und 4 Ehrenmitglieder. Immerhin weiß das Bulletin von einigen Courses officielles ( Pointe d' Areux, Casque de Borée, Eoche-Parnal, Voirons, Jalouvre-Vergys, Novel und Dole ) zu berichten und die Ersteigung der Aiguille du Tour durch 8 Allobrogiens und einen Gast wird ausführlich und in munterem Tone erzählt von Ch. Constantin V.A. Selbst eine Autotypie ist hier beigegeben.Redaktion.