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Caracas - In Venezuela haben am Sonntag Parlamentswahlen begonnen. Mehr als 17 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Zusammensetzung der Nationalversammlung zu bestimmen. Gewählt werden 165 Abgeordnete.
Anders als 2005 ist diesmal die Opposition angetreten. Vor fünf Jahren hatte sie die Wahl wegen befürchteter Manipulationen boykottiert. Die Wahllokale schliessen erst nach Mitternacht Schweizer Zeit.
Die Abstimmung gilt als Test für den linken Staatschef Hugo Chávez, der sich massiv im dem Wahlkampf engagiert hatte. Als Wahlziel gab er für seine Sozialistische Einheitspartei (PSUV) die Zwei-Drittel-Mehrheit an. Nur dann wäre das notwendige Quorum zur Verabschiedung wichtiger Gesetze erreicht.
Ein Sieg der Opposition wäre für den seit mehr als zehn Jahren regierenden Chávez eine der schwersten Niederlagen in seiner Amtszeit. In Umfragen zeigte sich für keine der beiden Blöcke eine klare Mehrheit.
Die Wahl findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Es sind 110'000 Soldaten im Einsatz. Um mögliche "Probleme" während des Urnengangs zu vermeiden, bleibe die Landes- und Seegrenze zu Kolumbien ab Samstagabend 20 Uhr (Ortszeit, Sonntag 02.30 Uhr MESZ) für 24 Stunden geschlossen, sagte Armeevertreter Henry Rangel Silva im staatlichen Fernsehen.
Die Grenzschliessung soll keine politischen Gründe haben, sondern Teil des Sicherheitskonzepts für die Wahl sein. Venezuela und Kolumbien teilen eine 2000 Kilometer lange Grenze.
SDA-ATS