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Die Detroit Lions beissen sich im Monday Night Game an der beinharten Abwehr der Chicago Bears die Zähne aus. Chicago bleibt trotz Jay Cutlers Blessur Leader der NFC North.
Matt Stafford (u.) wurde 2001 zum Comeback-Spieler des Jahres gewählt
Von Eric Böhm
München/Chicago - Die Chicago Bears haben dank ihrer überragenden Verteidigung die Spitzenposition in der NFC North verteidigt.
Im Monday Night Game des 7. Spieltages schlugen sie die Detroit Lions 13:7 (10:0, 0:0, 3:0, 0:7) und feierten im sechsten Spiel den fünften Sieg.
Die Abwehr-Stars Brian Urlacher und Julius Peppers lieferten die Big Plays, Cornerback Charles Tillman degradierte Detroits Topreceiver Calvin "Megatron" Johnson zum Statisten.
"Calvin ist einer der besten Spieler der NFL. Wenn er nicht produktiv ist, wird es schwer für sie. Diese Aufgabe hat Charles exzellent gelöst", freute sich Chicagos Coach Lovie Smith.
Drei dicke Patzer
Der hochtalentierte Angriff der letztplatzierten Lions - weiterhin nur zwei Siege - konnte den Ball nur selten bewegen. Wenn doch, leistete er sich folgenschwere Fehler.
Dreimal hatte Detroit einen ersten Versuch dicht vor der Endzone der Gastgeber und verlor jeweils den Ball - zwei Fumbles, eine Interception.
Vor allem der Turnover von Rookie Joique Bell im dritten Viertel schien, den Lions ihren Glauben an den Sieg zu entziehen. Urlacher nahm das Geschenk dankend an.
"Man kann unsere Defense nicht genug loben. Sie sind so unglaublich schnell und wissen immer, wo der Ball hingeht. Sie haben das Spiel entschieden", bilanzierte Chicagos Quarterback Jay Cutler.
"Megatron" abgemeldet
Sein Gegenüber Matt Stafford (28 von 46 für 261 Yards) versuchte vergeblich seinen kongenialen Partner Johnson einzubeziehen, der von Tillman beschattet nur drei Bälle für 34 Yards zustande brachte.
Staffords Interception auf D.J. Moore besiegelte knapp drei Minuten vor Schluss die vierte Pleite aus den vergangenen fünf Spielen.
Erst 30 Sekunden vor Schluss gelang der einzige Touchdown durch Neuling Ryan Broyles. Der folgende Onside-Kick misslang.
Cutler hart erwischt
Der Bears-Angriff schaffte zwar 171 Yards durch Läufe, musste aber aufgrund des angeschlagenen Spielmachers Cutler betont konservativ agieren.
Cutler (16 von 31 für 150 Yards) zog sich im zweiten Viertel nach einem harten Tackle von Ndamukong Suh eine Rippenverletzung zu und musste raus.
Wenig später waren die Lions drauf und dran auf 7:10 zu verkürzen, doch Mikel Leshoure verlor den Ball an Peppers.
"Es muss schon ein Bein brechen"
Zur zweiten Hälfte kehrte Cutler zurück und bewies einmal mehr , dass die einstigen Weichei-Vorwürfe nicht zutreffen. Der 29-Jährige spielt nämlich schon seit Schulzeiten trotz einer Diabetes-Erkrankung.
"Er ist ein zäher Hund. Es muss schon ein Bein brechen, damit Jay nicht wieder aufsteht. Er hat sich heute durchgebissen", lobte Smith.
Trotzdem war sein Quarterback deutlich gehandicapt. Deshalb setzten die Bears hauptsächlich auf Matt Fortes Läufe - insgesamt gelangen ihm 96 Yards.
"Mir geht es ganz gut. Ich war natürlich nicht mehr topfit, aber wir mussten uns in diesem wichtigen Divisionsduell durchkämpfen", sagte Cutler.
Emotionen kochen hoch
Die Anspannung vor dem richtungsweisenden Duell der Erzrivalen zeigte sich schon sofort nach dem Kickoff.
Viele Nickligkeiten gipfelten in einem Foul wegen übertriebener Härte von Detroits Corey Williams an Bears-Receiver Earl Bennett.
Die Strafe brachte Chicago in Field-Goal-Reichweite, und Robbie Gould versenkte den Kick zum schnellen 10:0.
Detroit verliert Anschluss
Die Gäste waren deshalb früh gezwungen, auf Pässe zu setzen und spielten damit den Bears in die Hände.
Die Playoff-Hoffnungen des als Geheimfavorit gestarteten Teams schwinden immer mehr , schliesslich setzen sich auch Green Bay und Minnesota immer weiter von den Lions ab.
"Wir müssen dieses Spiel verdauen und dafür sorgen, dass es im Kopf nicht zu einer weiteren Niederlage am nächsten Spieltag führt", forderte Cheftrainer Jim Schwartz.
SPORT1