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Wappenbesserung: StadtASG, Tr. II, 38a.
Nachdem die Stadt St. Gallen im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts immer mehr Freiheiten von ihrer Herrschaft, dem Kloster St. Gallen, erwirken konnte, gelang ihr im Jahr 1475 die juristische Loslösung. Von diesem Zeitpunkt an existierten allmählich zwei „Staaten“ nebeneinander, deren vollständige Trennung 1566 abgeschlossen sein sollte: die territorial kleine, aber wirtschaftlich immer erfolgreicher werdende Reichsstadt und das Kloster mit einem grossen Territorium. Die Stadt reagierte darauf mit grossem Selbstbewusstsein, das sie in den 1470er-Jahren auch visuell zum Ausdruck brachte: Stadtsanktgaller waren nämlich im Vorfeld des Burgunderkrieges an verschiedenen Feldzügen beteiligt. Unter anderem kämpften sie im Auftrag von Kaiser Friedrich gegen den Herzog Karl von Burgund. Als Dank für die Beteiligung an einem Feldzug verlieh der Kaiser der Stadt St. Gallen das Recht, ihr Wappen zu „bessern“. Die Veränderung bestand darin, dass der Stadtsanktgaller Bär ein goldenes Halsband tragen durfte. Dies war ein Distinktionszeichen, auf das die Stadt besonders stolz war: Schliesslich unterschied sich der Stadtbär fortan viel deutlicher vom äbtischen und vom appenzellischen Bären, die kein goldenes Halsband tragen durften.