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Kühler September mit Wintergruss
Die Septembertemperatur blieb im landesweiten Mittel 1.6 bis 1.7 Grad unter der Norm 1981–2010. Letztmals kühler war der September 2001 mit 3.1 Grad unter der Norm. In Gipfellagen gab es Neuschneetage in Rekordzahl. Regen war hingegen – über den ganzen Monat gesehen – in weiten Teilen der Schweiz Mangelware. In der Westschweiz und im Wallis fiel lokal nicht einmal ein Drittel der normalen Septembersumme.
Rekordnahe Regenfluten in der Ostschweiz
Die ersten vier Septembertage waren tiefdruckbestimmt. Vor allem in der Nordostschweiz fielen anhaltend kräftige Niederschläge. Von der Linthebene über das St. Galler Rheintal bis nach St. Gallen kamen über drei Tage Niederschlagssummen zusammen, die nur alle 50 bis 100 Jahre oder seltener zu erwarten sind. Lachen in der Linthebene registrierte 164.5 mm. Das ist die zweithöchste 3-Tagessumme seit Messbeginn 1882. Mehr gab es an diesem Messstandort nur im Juni 1953 mit 195.6 mm. St. Gallen erhielt über drei Tage 175.1 mm und damit den höchsten Wert seit über 100 Jahren. Deutlich höhere 3-Tagessummen fielen hier in den Jahren 1876 und 1881. In Altstätten SG erreichte die 3-Tagessumme mit 202.8 mm Rang drei seit Messbeginn 1864. Der nur wenig höhere 3-Tages Regenrekord liegt hier bei 207.9 mm, registriert am Monatswechsel Mai/Juni 2013.
Der regnerische Monatsbeginn war kühl. Nördlich der Alpen und im Wallis fiel die Tagesmitteltemperatur 3 bis 5 Grad, in Berglagen 6 bis 7 Grad unter die Norm 1981–2010. Auf der Alpensüdseite verharrte die Tagesmitteltemperatur meist 1 bis 2.5 Grad unter der Norm.
Mit Sonne wieder milder
Nach dem feuchtkühlen Monatsbeginn folgten ab dem 5. September vier Tage mit mehrheitlich hochdruckbestimmtem Wetter. Die Tagesmitteltemperatur stieg verbreitet 2 bis 4 Grad über die Norm. Auf der Alpensüdseite und im Wallis gab es viel Sonne, während auf der Alpennordseite vor allem der 5. und der 8. September ziemlich sonnig waren.
Kalt und mehrmals Schnee in den Bergen
Ab dem 9. September führte ein Tiefdruckgebiet über Nordeuropa erneut kühle und feuchte Luft zum Alpenraum. Die Tagesmitteltemperatur bewegte sich verbreitet 2 bis knapp 4, in den inneralpinen Gebieten auch 5 bis 6 Grad unter der Norm 1981–2010. In den Bergen fiel Schnee bis auf 1100 m hinunter.
Während der anschliessenden zum Teil stürmischen Südwest- und Westwindlage vom 12. bis am 14. September, die von wechselhafter und etwas milderer Witterung begleitet wurde, erreichten die Windspitzen verbreitet 60 bis 90 km/h. Am 14. lagen die heftigsten Böen entlang des Jurasüdfusses bei 113 km/h, auf den Jurahöhen bei 125 km/h und in den Alpen bei 140 km/h.
Mit dem Zustrom von feuchter Polarluft vom 16. bis am 20. September sank die Tagesmitteltemperatur verbreitet 3 bis 5 Grad, in den Bergen 6 bis 8 Grad unter die Norm 1981–2010. Die Schneefallgrenze lag zunächst bei 1500 bis 1700 m. Am 19. und 20. bewegte sie sich schliesslich zwischen 1300 und 1400 m.
Auf dem Weissfluhjoch in 2540 m über Meer lieferte der September bisher 15 Tage mit Neuschnee, ein neuer Septemberrekord (Daten: WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung, Davos). Auf Rang zwei liegen die Septembermonate 1965, 1984, 1993 und 2001 mit je 13 Neuschneetagen. In der Klimaperiode 1961–1990 lag der Septemberdurchschnitt bei 5.5 Neuschneetagen, in der Periode 1991–2017 bei 6 Neuschneetagen (Grafik unten).
Auch die September-Neuschneesumme auf dem Weissfluhjoch ist beachtlich. Mit 107 cm belegt sie Rang drei seit Messbeginn 1959. Höhere September-Neuschneesummen gab es 1984 mit 153 cm und 1965 mit 114 cm. In der Klimaperiode 1961–1990 lag der Septemberdurchschnitt der Neuschneesumme bei 32 cm, in der Periode 1991–2017 bei 35 cm.
Sonniges Herbstwetter
Hochdruck über Mittel- und Osteuropa sorgte vom 21. bis am 25. September in der ganzen Schweiz für viel Sonne. Regionale herbstliche Morgennebel lösten sich überall bis gegen Mittag auf. Die Minimumtemperaturen lagen am frühen Morgen verbreitet unter 10 Grad, die Höchstwerte am Nachmittag stiegen auf 18 bis 22 Grad.
Die Blätter beginnen sich zu verfärben
Die ersten gelb verfärbten Bergahorn- und Buchenblätter, die an der Sonne gelbbraun leuchten: so langsam beginnen sich die Herbstfarben in den Wäldern auszubreiten. Die ersten Beobachtungen der Blattverfärbung der Bäume, d.h. wenn 50% der Blätter am Baum bunt verfärbt sind, wurden meist aus Höhenlagen oberhalb von rund 800 m ü. M. gemeldet. Bisher waren es jedoch erst sehr wenige. An den Stationen des phänologischen Beobachtungsnetzes verfärben sich die Buchenblätter im Mittel der Vergleichsperiode 1981-2010 in Höhenlagen bis 600 m am 13. Oktober, in Höhen von 600 – 1000 m am 9. Oktober und oberhalb von 1000 m am 6. Oktober. Die Herbstzeitlosen blühten im September in allen Höhenlagen, an einigen Standorten früher, an andern auch später als normal. Allgemein begannen sie in diesem Jahr ab Mitte August zu blühen, etwa 10 Tage früher als im Mittel.
Reife Früchte von Bäumen und Sträuchern gehören ebenfalls zum September. Reife Beeren des Schwarzen Holunders wurden zwischen 650 und 1250 m ü. M. beobachtet, meist zu einem normalen bis leicht frühen Zeitpunkt. An der Mehrheit der Stationen reifte der Schwarze Holunder jedoch schon im August, rund 6 Tage früher als im Mittel. Weitere Beeren und Früchte von Sträuchern, die im phänologischen Netz nicht beobachtet werden, zeigen sich momentan in prachtvollen Farben, zum Beispiel Hagebutten, Weissdorn oder Pfaffenhütchen.
Der definitive Bericht zum September 2017 ist ab dem 10. Oktober 2017 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.
Klimaberichte