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Forscher rätseln über gefiederte Saurier
AFP/jfk
2.1.2019
Noch vor den Vögeln waren Flugsaurier die ersten fliegenden Wirbeltiere. Sie nutzten zwar Flughäute, verfügten dennoch womöglich über ein Federkleid. Ein aktueller Fossilienfund stellt die Sauriertheorien vor neue Fragen.
Federn entwickelten sich im Verlauf der Evolution womöglich früher als bisher angenommen. Zu dieser Annahme ist ein internationales Forscherteam nach einer Untersuchung von zwei recht gut erhaltenen Flugsauriern aus China im Fachmagazin Nature Ecology & Evolution gelangt. Die Wissenschaftler entdeckten auf dem Körper des Flugsauriers Anhänge, die in Form und Aufbau Federn stark ähneln. Sie dienten bei den Reptilien vermutlich unter anderem der Wärmeregulierung und der Wahrnehmung und hatten einen positiven Effekt auf die Aerodynamik.
Mehrere Federvarianten
Flugsaurier tauchten vor rund 225 Millionen Jahren auf, es gab sie etwa 160 Millionen Jahre lang bis zum Ende der Kreidezeit. «Es gibt nur wenige Fossilien von Flugsauriern», sagte der Wissenschaftler Brooks Britt von der Universität Brigham Young in Utah der Nachrichtenagentur AFP nach einem Fossilienfund in den USA im August 2018. Die Knochen der Tiere seien sehr empfindlich, um leicht genug fürs Fliegen zu sein, weshalb sie meist nicht gut erhalten seien. Die Forscher um Zixiao Yang von der Nanjing University in China haben nun zwei besser erhaltene Flugsaurier untersucht, die vor 165 bis vor 160 Millionen Jahren auf dem Gebiet des heutigen Chinas gelebt hatten.
Dort sind mehrere Federvarianten an verschiedenen Körperstellen in unterschiedlicher Ausprägung verhanden. An Rumpf und Flügeln vorkommende Spielarten könnten die Zugkräfte abgeschwächt und so die Windschnittigkeit der Saurier beim Fliegen erhöht haben, ähnlich wie bei den heutigen Fledermäusen. Diejenigen Federformen, die in hoher Zahl vor allem im Nacken- und Schulterbereich, an den Hinterbeinen und am Schwanz zu finden waren, unterstützten womöglich die Regulation der Körpertemperatur wie ein Unterfell.
Verbreiteter als vermutet
Es war bereits bekannt, dass einige Raub- oder Flugsaurier, die evolutionär als Bindeglieder zwischen den Dinosauriern und den heutigen Vögeln gelten, Federn oder Vorläufer von Federn hatten. Dazu zählt etwa der weltberühmte sogenannte «Urvogel» Archaeopteryx mit einem Alter von rund 150 Millionen Jahren, Arten wie der Sinosauropteryx und der sogenannte Microraptor, die vor schätzungsweise 140 bis 120 Millionen Jahre lebten und haarartige sogenannte Ur-Federn trugen.
Die aktuelle Studie scheint die Expertenmeinung zu bestätigen, dass Daunen bei Sauriern verbreiteter gewesen sein dürften als vermutet. Oliver Rauhut, Paläontolge an der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht Hinweise darauf, «dass alle Raubsaurier befiedert waren – und möglicherweise nicht nur sie. Dann aber müsste das Bild der reptilischen Riesen im Schuppenpanzer endgültig ad acta gelegt werden.»