Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/108

Forschungseinheiten Forschungsprogramme Im Fokus Mitarbeitende Organisation Aufgaben Geschichte Jobs und Karriere WSL-Führungen Kontakt und Anfahrt Kennzahlen
Waldschutz Schweiz SLF Lawinenwarnung Naturgefahrenwarnungen Gutachten und Beratung Monitoringprojekte Datensammlungen Veranstaltungen Publikationen WSL-Bibliothek Produkte WSL Junior
Warum sind manche Wälder dichter als andere?
Gefallen dir dichte, dunkle Wälder oder magst du lieber helle Wälder, in denen die Bäume in grösseren Abständen stehen? Wälder sind meistens weniger dicht, wenn sie vom Förster gepflegt werden. Dunkel sind vor allem von Waldarbeitern gepflanzte Nadelwälder mit dicht stehenden Bäumen. Doch auch in jungen Laubwäldern stehen Bäume oft dicht an dicht, zum Beispiel wenn nach einem guten Samenjahr Tausende Samen auf den Boden fallen und bei günstigem, feuchtwarmem Wetter nahe beieinander keimen und aufwachsen.
Die Natur produziert vieles im Überfluss, darunter auch Samen von Blütenpflanzen, zu denen die Bäume gehören. So können nach einem Samenjahr auf einer Fläche von 100 mal 100 Metern (= 1 Hektare) durchaus 1 bis 2 Millionen kleine Bäume (Sämlinge) keimen. Die Bäume wachsen, und die Stärksten setzen sich gegenüber den Schwächeren im Kampf um Platz und Licht durch. Die unterlegenen Bäume verkümmern, sterben schliesslich und werden von holzabbauenden Organismen wie Pilzen und Bakterien zu Humus zersetzt.
Nach gut hundert Jahren lebt von den ursprünglich vielleicht 1.5 Millionen Bäumen noch jeder Zehntausendste. Das sind also noch etwa 150 Bäume. Die 1'499'850 restlichen Bäume sind abgestorben und zu Humus geworden. Und im Humus befinden sich viele Nährstoffe für neue Sämlinge. Das ist die natürliche Entwicklung, ein Kreislauf der Nährstoffe.
Bergwälder sind oft dunkler
In bewirtschafteten Wäldern, d.h. in Wäldern, in denen Holz geerntet werden soll, fällt der Förster die Bäume, bevor sie sterben und zu Humus werden. Ein bewirtschafteter Wald ist deshalb meist etwas weniger dicht als ein nicht bewirtschafteter Wald, was vor allem bei jüngeren Beständen auffällt. In der Schweiz werden ungefähr zwei Drittel der Wälder bewirtschaftet.
Hingegen werden in Bergwäldern viel weniger Bäume gefällt, weil die Hänge zu steil für die Forstmaschinen sind oder weil die Wälder zu abgelegen sind. So werden sie dichter und dunkler.
Immer mehr Laubbäume
Vor einigen Jahrzehnten wurden gerade im Mittelland noch viel mehr junge Bäume gepflanzt als heute, um möglichst schnell wertvolles Holz zu produzieren. Häufig waren dies Fichten (im Volksmund heissen diese Rottannen), die in der Jugend schneller wachsen und längere gerade Stämme produzieren als einige der Laubbäume. Die Nadelwälder sind häufig sehr dunkel, da sie sehr dicht gepflanzt wurden und die Fichtenkronen nur wenig Licht durchlassen.
Heute wartet der Förster eher ab, bis sich im Wald junge Bäume von Natur aus angesamt haben. Im Mittelland zwischen Boden- und Genfersee sind dies häufig Laubbäume, die in Wäldern tiefer Lagen heimisch sind. Die Fichte würde von Natur aus im Mittelland nicht so häufig vorkommen, wie wir sie heute beobachten. Durch die Vielfalt von Baumarten und unterschiedlich alter und hoher Bäume entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik von Baumgruppen, so dass der Wald lichter erscheint.
An der WSL...
... gibt es einen Forstgarten, in dem vor allem einheimische Baum- und Straucharten zu Hunderttausenden gesät und als junge Bäumchen beobachtet werden. Mitarbeiter der WSL ernten die Samen in speziell dafür ausgewählten Wäldern in der ganzen Schweiz.
Hier erfährst du mehr: