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Nahezu jeder US-Präsident bekam eine Vulcain Cricket als Geschenk, nachdem Truman eine Gold-Version der mechanischen Uhr während seiner Amtszeit im Weissen Haus gekauft hatte, geht aus Angaben des Herstellers hervor.
Ob diese Tradition nach dem Ende der Amtszeit von Trump weiter fortgeführt wird, muss sich erst noch zeigen. Vulcain streicht sieben seiner zwölf Arbeitsplätze. Denn die Luxus-Uhrenbranche leidet derzeit unter einem starken Einbruch der Nachfrage.
“Wir sind klein. Und wir haben zu kämpfen, während wir auch mit den grösseren Mitspielern konkurrieren, die eine stärkere Markenwiedererkennung haben“, sagt Daniel Wechsler, Vice President für Verkauf und Marketing bei Vulcain, in einem telefonischen Interview mit Bloomberg. Er bestätigt den Abbau der Stellen. Ohne viel Fett auf den Rippen, um solche Zeiten auszusitzen, würden kleinere Marken seinen Worten zufolge stärker unter Druck geraten.
Unruhe in der Uhrenbranche
Die Lage bei Vulcain verdeutlicht die Unruhe in der Schweizer Uhrenbranche, die derzeit den längsten Abschwung in mehr als zwei Jahrzehnten verzeichnet. Marken wie Cartier und Vacheron Constantin haben Arbeitsplätze abgebaut und einige Produkte zurückgekauft, die sich nicht verkaufen liessen.
Vulcain, gegründet 1858, hatte 1947 die erste Armbanduhr mit einer verlässlichen mechanischen Alarmfunktion produziert. Der Name Vulcain Cricket leitete sich aus den schrillen metallischen Geräuschen des Zeitmessers ab. Die Uhr kostet rund 7000 Franken.
Die Marke wurde 2002 wieder neu eingeführt, nachdem sie in den 1980er Jahren verschwunden war. Sie produziert rund 3000 Uhren pro Jahr. Seit 2009 gehört der Hersteller der Familie Al-Rayes aus Saudi-Arabien.
Sowohl Dwight Eisenhower als auch Lyndon Johnson wurden oft gesehen, wie sie ihre Cricket-Uhren während ihrer jeweiligen Amtszeiten trugen. Der US-Geheimdienst hielt den Alarm von Truman gelegentlich für eine Bombe, heisst es vom Unternehmen.
Trump dürfte der erste Empfänger einer Vulcain-Uhr sein, der in der Vergangenheit bereits selbst eine Zeitmesser-Kollektion verkaufte. Diese war vor rund einem Jahrzehnt bei der US-Warenhauskette Macy’s erhältlich.
Die Schweizer Nachrichtenseite Arcinfo berichtete vorab vom Stellenabbau bei Vulcain und schrieb, dass das Unternehmen möglicherweise zum Verkauf stehe. Vulcain selbst wollte auf Nachfrage keinen Kommentar zu einer möglichen Veränderung bei den Besitzverhältnissen abgeben.
Wechsler sagt, er kenne die Regeln bezüglich des Werts von Geschenken nicht, die US-Präsidenten annehmen dürften. Doch Vulcain-Geschenke seien niemals zurückgeschickt worden. In der Unternehmenszentrale in Le Locle ist eine Ausstellung von Dankes-Schreiben sowie Fotos von US-Präsidenten zu sehen.
(Bloomberg)