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«Bis heute ging es meinem Vogel sehr gut» - das ist der häufigste Satz, den Tierärzte bei der Vorstellung von Vogelpatienten hören. Tatsächlich sind Vögel Meister im Verstecken von Krankheitssymptomen. Vögel, die sich nämlich in der freien Wildbahn nicht artentypisch verhalten, werden sofort erkannt, gejagt und getötet. Auch wenn Vögel krank sind, fressen und trinken sie oft noch weiter.
Wie können Sie selbst eine Notfallsituation vermeiden? Beobachten Sie Ihre Vögel täglich. Wiederholt auftretende, kleine Verhaltensänderungen
können Anzeichen einer beginnenden Erkrankung sein. Konsultieren Sie Ihren Tierarzt frühzeitig; so verhindern Sie Notfallsituationen nachts oder am Wochenende.
Wann zum Tierarzt? Klare Zeichen für einen Tierarztbesuch sind: Bewusstlosigkeit, unstillbare Blutungen, Achsabweichungen von Flügeln / Beinen (Vermutung Knochenbruch), Schwäche und Lustlosigkeit, häufiges Aufplustern, keine Aufnahme von Futter und Wasser.
Erste Hilfe bei Verletzungen, Blutungen, Verbrennungen oder Knochenbrüchen: Wickeln Sie Ihren Vogel vorsichtig in ein weiches Handtuch und legen Sie ihn in eine dunkle Kiste (Karton, bei Papageien Plastikbox). Halten Sie ihn warm und organisieren Sie einen Besuch bei Ihrem Tierarzt. Bei Blutungen aus einer gebrochenen Feder, einer abgerissenen Kralle oder der Schnabelspitze legen Sie am besten kalte Kompressen auf die blutende Stelle. Blutende Krallen bitte nicht selber abbinden und nach der Blutstillung mit kalten Kompressen in Mehl tupfen. Verhindern Sie während des ganzen Vorgehens, dass sich der Vogel bewegt und flattert.
Akute Atemnot: Plötzliche Schnabelatmung und Schwanzwippen weisen in der Regel auf eine Blockade der Atemwege hin. Die Ursache dafür sind häufig Pilzgranulome in den oberen Atemwegen. Bleiben Sie ruhig, zusätzlicher Stress könnte die Atemwege noch enger machen. Setzen Sie Ihren Vogel in einen kleinen Käfig ins Badezimmer und lassen das Duschwasser heiss laufen. Durch die warmen und feuchten Dämpfe löst sich die Atemwegsverengung binnen Stunden. Nehmen Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Tierarzt auf.
Vergiftungen: Viele der üblichen Materialien des Haushalts sind giftig für Vögel. So können beispielsweise Dämpfe aus teflonbeschichteten Pfannen bei Papageien zum Tode führen. Ein anderes Beispiel ist das Verfüttern von Avocados bei Papageien. Informieren Sie sich darum über eine vogelfreundliche Umgebung vor deren Anschaffung oder Freiflug.
Legenot: Denken Sie im Besonderen an Legenot bei Pressbewegungen auf die Kloake, Blutungen aus der Kloake, breitbeinigem Sitzen, Abstellen des Schwanzes und bei verstärkter Atmung (Schwanzwippen). Diese Tiere sind oft auch aufgeplustert und matt. Versuchen Sie auf keinen Fall diese Eier selber zu entwickeln, die Tiere sind hochgradig schockgefährdet und sollten sofort dem Tierarzt zur Intensivpflege vorgestellt werden.
Junger Wildvogel am Boden gefunden? Wenn ein Jungvogel am Boden ist, bedeutet dies nicht, dass er von den Eltern verlassen ist! Es handelt sich in der Regel um sogenannte Aestlinge (gefiederter Jungvogel, der fliegen lernt). Sie werden in der Regel vom Altvogel am Boden weiter gefüttert und betreut. Lassen Sie den Vogel dort oder setzen Sie den Vogel am Fundort in eine Astgabel eines nahen Gebüsches.
Unbefiederte Jungvögel (Nestlinge) fallen manchmal von Nest runter. Diese setzen Sie am besten zurück ins Nest. Der Geruch von unseren Händen stört die Elternvögel nicht. Er wird danach weiter gefüttert. Wenn dies nicht möglich ist, kann eine Vogelstation in Ihrer Nähe weiterhelfen.