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Der Fritschibrunnen auf dem Luzerner Kapellplatz feiert seinen 100. Geburtstag. Der Brunnen, auf Initiative der Zunft zu Safran erstellt, wurde zuletzt 2015 umfangreich saniert. Gefeiert wird das Jubiläum wie die Einweihung im kleinen Rahmen – wenn auch aus anderen Gründen.
Auf dem Kapellplatz war ursprünglich ein Friedhof, was historisch belegt ist. Der
Legende nach liegt dort Bruder Fritschi begraben. Stadtschreiber Renward Cysat
erwähnt 1541 die Sust (Lagergebäude) und einen Brunnen auf dem Kapellplatz. Die
Stadtpläne von Martin Martini (1597) und Matthäus Merian bestätigen dies. Die Sust
wurde 1861 abgerissen und der heutige offene Platz entstand, 1864/65 folgt auf dem
Fundament ein zweckmässiger Brunnen. Felix Schumacher-Lassalle forderte dann
1897 in einer humoristischen Beilage des Luzerner Tagblatts ein Fritschimonument
auf dem Kapellplatz.
Stadt Luzern unterstützte Idee von Anfang an
Die Idee kam bei der Stadt Luzern und der Zunft zu Safran so gut an, dass ein
Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Das Siegerprojekt von Louis Weingartner
befindet sich heute im Zunftschatz. Dennoch wurde das Monument nicht realisiert.
Erst 1917 nahm August am Rhyn, damals Zeugherr der Zunft zu Safran, die Idee
wieder auf und reichte dem damaligen Zunftvorstand detaillierte Pläne für einen
Brunnen vor. Der Luzerner Stadtrat unterstützte den Vorschlag und schlussendlich auch die Realisierung mit einem Beitrag von 7’000 Franken an die Wasserversorgung. Man einigte sich darauf, dass der Brunnen Eigentum der Stadt wird und sie für den Unterhalt des Brunnens zuständig ist. Bei Sanierungen nimmt sie Kontakt mit der Zunft zu Safran auf. Am Rhyn präsentierte den Vorschlag den Zünftlern am Bot im Januar 1918, wo er eine Welle der Begeisterung auslöste. Noch am gleichen Abend kamen 2’100 Franken für den Brunnen zusammen, die Summe stieg schlussendlich auf 14’650 Franken. Unter den ersten Spendern befand sich der neu gewählte Zunftmeister Joseph Willmann-Ronca. Zahlreiche Zünftler wurden in den Bau und in die Gestaltung des Brunnens involviert.
Einweihung im kleinen Rahmen – wegen Grippeepidemie
Der Brunnen wurde am 14. Oktober 1918 eingeweiht, allerdings fand aufgrund der
Grippeepidemie und des Versammlungsverbotes nur eine kleine Feier statt. Zudem
war das anschliessende Festmahl wegen des Krieges rationiert. Bereits nach 20
Jahren musste der Brunnen zum ersten Mal saniert werden, es folgte eine weitere
Sanierung 1973. Zuletzt wurde der Brunnen 2015 mit tatkräftiger Unterstützung vieler
Zünftler saniert. Die Zunft beteiligte sich zudem mit 50’000 Franken an der
Sanierung, ein Mehrfaches der ursprünglichen Kosten.
Bedeutend für die Fasnacht und die Stadt
«Der frisch sanierte Brunnen geniesst in verschiedener Hinsicht eine grosse
Bedeutung: Vom Brunnen werden an der Tagwache am Schmutzigen Donnerstag
die Orangen ausgeworfen, der Fritschiwagen umrundet am Umzug den Brunnen drei
Mal, er ist beliebtes Fotosujet und ist fester Bestandteil der Luzerner Fasnacht und
des Stadtbildes», erklärt Marcus Wüest, Architekt und Zunftarchivar der Zunft zu Safran. Er koordinierte die letzte Sanierung auf Seiten der Zunft. «Der Fritschibrunnen ist ein repräsentatives, von einheimischen Künstlern und Kunsthandwerkern in einer schwierigen Zeit gefertigtes Kunstobjekt. Aus historischer, kunsthistorischer und kunsthandwerklicher Sicht ist er höchst erhaltens- und schützenswert.» Darüber hinaus stehe er als Symbol für die Verbundenheit der Zunft zu Safran mit der Stadt Luzern.
Gemeinsam mit der Stadt Luzern, den 2015 beteiligten Handwerkern und der
Stiftung Joseph Willmann-Haus begeht die Zunft zu Safran den 100. Geburtstag des
Fritschibrunnens mit einer kleinen Feier.