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Aus: 125 Jahre Thurtal-Line, Festschrift von Adrian Ramsauer, Frauenfeld 1980.
„Lange Zeit ärgerte es die Wigoltinger, dass die Haltestelle Müllheim hiess: Sie lag nämlich auf ihrem Gemeindegebiet, und der Name wäre bestimmt Wigoltingen gewesen, hätten die Müllheimer nicht einen Ständerat in ihrem Dorf gehabt. Zudem mussten die Wigoltinger zwei Zufahrtsstrassen mit den entsprechenden Brücken über den Kemmenbach erstellen. Erst seit 1880 trägt die Station die Bezeichnung «Müllheim-Wigoltingen.
1862 wurde aus der Haltestelle eine Station, auf der sich bereits am 19. Mai 1863 um 11.00 Uhr ein «furchtbarer Zusammenstoss von zwei Bahnzügen ereignete: Ein Bahnwärter wurde zu Unrecht als Streithahn beschuldigt und geriet darob in solche Erregung, dass er eine Weiche falsch stellte. So prallte der Schnellzug aus Frauenfeld «in voller Fahrtgeschwindigkeit», was immerhin etwa 60 km/h gewesen sein mögen, auf einen Personenzug. Drei Schwer- und mehrere Leichtverletzte wurden von den aus der Umgegend schnell herbeigeeilten Ärzten» gepflegt. Trotzdem erlagen bald darauf zwei Personen ihren Verletzungen.
Die Station scheint überhaupt vom Pech verfolgt: Am 5. Januar 1944 wurde der Stationswärter von einem einfahrenden Zug getötet, und am 7. Januar 1955 geriet das Postauto aus Ermatingen auf das Geleise und wurde von einem rangierenden Güterzug bis auf die Rampe hinaufgedrückt. Dabei brach die Tragsäule des Vordachs, der Kiosk wurde zertrümmert und die Verkäuferin schwer verletzt.
Zur Zeit wird die Station umgebaut: Sie erhält ein neues Stellwerk, den Streckenblock sowie einen Perron mit Unterführung.“