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Der Jahrgang 2019
Der Jahrgang 2019 ist ausserordentlich vielversprechend !
In diesem Jahr konnten wir aufgrund der aussergewöhnlichen Situation im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie leider nicht nach Bordeaux fahren um den Jahrgang 2019 zu verkosten. Jedoch haben mehrere Kollegen ihre Eindrücke mit uns geteilt. Auch wenn diese beispiellose Pandemie die jährliche Präsentation der Bordeaux-Weine zum ersten Mal verzögert hat, sollte nicht vergessen werden, dass die Winzer das ganze Jahr daran gearbeitet haben, um das Beste aus ihren Terroirs zu holen und uns Weine von bemerkenswerter Qualität anzubieten.
Die Kritiker sind sich einig, die Rotweine sind im Grossen und Ganzen sehr gelungen, vollmundig und schmackhaft, und die trockenen Weißweine in ihrem aromatischen Ausdruck außergewöhnlich. Die Kommentare für die Süssweine, schliesslich, fallen heterogener als für die allgemeine Qualität des Jahrgangs aus, die großen Namen jedoch sind auch in diesem Jahrgang bemerkenswert.
Im Allgemeinen haben wir "viel Frische in den Weinen des Jahrgangs 2019, schöne Tannine, elegante Strukturen, Säure und herrliche Ausgewogenheit. Dies bedeutet, dass wir sie in ihrer Jugend genießen können, sie haben jedoch auch diese Fähigkeit des Reifens, die wir in Bordeaux-Weinen suchen, wo über 20-jährige Weine kein Problem sind." (Yves Beck)
In Bezug auf die klimatischen Bedingungen* erlebte 2019 einen sehr trockenen Winter, milder als in anderen Jahren, dann einen besonders kühlen und regnerischen Frühling, der um die Blütezeit der Reben fürchten liess. Der außergewöhnlich heiße Sommer mit sehr ungleichmäßigen Niederschlägen verzögerte in einigen Gebieten den Beginn der Traubenreife. Die trockenen, heißen und sonnigen Tage im September kompensierten teilweise die längere Phase der Traubenverfärbung, jedoch nicht vollumfänglich. Die Ernte wurde deshalb auf Ende September, Anfang Oktober, verschoben.
* Quelle: Rapport de Dr Axel Marchal, Dr Valérie Lavigne et Pr Laurence Geny de l'Institut des Sciences de la Vigne et du Vin de l'Université de Bordeaux.
Der Jahrgang 2019 – Die Meinung der Kritiker
Die Covid-19-Pandemie und die darauf folgende Isolation haben erstmals die Agenda für die Degustation der Bordeaux Primeurs-Weine erschüttert, insbesondere der Termin der Union des Grands Crus die Bordeaux, der jedes Jahr Ende März/Anfang April mehrere Tausend Fachleute nach Bordeaux bringt. Einige Kritiker konnten jedoch immer noch viele Weine verkosten, teils vor der durch die Pandemie bedingte Isolation, teils dank der ihnen zugesandten Verkostungsproben, die dann mit den Châteaubesitzern via Video-Konferenz degustiert wurden. Alle deuten darauf hin, dass der Jahrgang 2019 bereits sehr vielversprechend ist.
Yves Beck
Der Schweizer Weinkritiker Yves Beck ist einer der seltenen Verkoster, die während der gesamten Pandemie in Bordeaux bleiben konnten! Ab Mitte März blieb er bei seinem Freund Gaetan Moreau im Château La Voûte in Saint-Émilion hängen. Dies erlaubte es ihm, eine grosse Anzahl Weine unter optimalen Bedingungen zu verkosten. Denn vor der Verkostung wurden alle an Château La Voûte gesandten Weine während mindestens 24 Stunden bei einer Temperatur von zwischen 12 – 13°C im Château gelagert.
"Bordeaux 2019 ist ein großartiges Jahr. Warum? Weil es überall gute bis sehr gute Weine gibt. Ob rot oder weiß, trocken oder süß. Bitte beachten Sie, ich verwende nicht das Adjektiv "außergewöhnlich", ich spreche von einem großartigen Jahr und das ist bereits ein sehr, sehr guter Punkt."
www.yvesbeck.vin
Jean-Marc Quarin
Der renommierte, in Bordeaux ansässige, Weinkritiker Jean-Marc Quarin konnte viele Châteaus besuchen zur Verkostung des neuen Jahrgangs. Nach über 200 verkosteten Rotweinen zeichnete sich für ihn folgendes Profil ab: "Im Bouquet aller Weine des Jahrgangs konnte ich eine Gemeinsamkeit erkennen, die Aromen von schwarzen Früchten. Zudem zeichnen sich die Weine mit einer überraschenden Geschmeidigkeit aus, was eine optimale Reife der Trauben bei der Lese anzeigt. Am Gaumen sind die Weine schmackhaft, mehr oder weniger komplex, oft eher auf der schlanken Seite, und überzeugen vor allem durch eine aromatische Fülle und Länge. Sie präsentieren einen raffinierten Ausdruck der Tannine und Düfte schwarzer Beeren, die bis anhin in diesem Reifestadium sehr selten zu sehen waren. Dieser Stil findet sich in allen Regionen, für Weine aus den verschiedensten Böden (eine Ausnahme bilden da die Weine, die aus Trauben aus tiefer gelegenen, insbesondere Sandböden, fusssenden Rebgärten stammen) und allenAssemblagen wieder.
Betreffend der Weissweine darf erwähnt werden, dass die nächtliche Frische des Monats August massgebend zum aromatischen Erfolg dieser Weine beigetragen hat. Überdies ist Jean-Marc Quarin der Meinung, dass die trockenen Weissweine die positive Überraschung des Jahrgangs sind."
www.quarin.com
James Suckling
Der amerikanische Weinkritiker James Suckling konnte rund 450 Weine aus Bordeaux des Jahrgangs 2019 in seiner Wein-Bar in Hong Kong verkosten. Die Weine wurden mit dem Flugzeug direkt von Bordeaux eingeflogen und erreichten sein Degustations-Atelier in der Regel nach 2 bis 3 Reisetagen.
Hiernach sein Kommentar: "Ich war angenehm überrascht von der Qualität der Weinproben – die Weine sind durchs Band von aussergewöhnlicher Qualität, sei es ein einfacher Bordeaux bis hin zu einem Cru Classé, mit eleganten Tanninen und einem reinen, fruchtbetonten Charakter – das ist es, was ich in den Weinen von Bordeaux erwarte. Praktisch alle Weingüter und Terroirs konnten Trauben von sehr guter bis ausgezeichneter Qualität ernten, was die Assemblagen der Weine dieses Jahrgangs im Vergleich zu den vorgängigen Jahrgängen sehr viel einfacher gestaltete."
Er vergleicht die Qualität des Jahrgangs 2019 mit jener von 2018, 2016 und auch 2015, und stellt eine leicht geringere Konzentration der Tannine fest.
www.jamessuckling.com