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Die blutgruppenüberschreitende Nierentransplantation
Zusammenfassung des Vortrages am 4. Symposium für Transplantierte 2007
Der weltweite Organmangel zwingt dazu, neue Lösungen zu suchen. In Japan, einem Land, in welchem aus kulturellen Gründen die Transplantation von Organen verstorbener Spender selten ist (nur ca. 20% aller Nierentransplantationen) begann man deshalb in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Nierentransplantationen über die AB0-Blutgruppengrenze hinweg durchzuführen. Zwischen 1989 und 2001 wurden in diesem Land 440 AB0-in kompatible Nierentransplantationen gemacht.
Um die Jahrtausendwende starteten zwei Transplantationszentren in den Vereinigten Staaten ein blutgruppenübergreifendes Nierentransplantationsprogramm, gefolgt von einer Gruppe in Stockholm ab dem Jahr 2001 Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dürften weltweit ca. 800 Nieren über die AB0-Blutgruppengrenze hinweg transplantiert worden sein. Dank neuer Immunsuppressiva und einer Änderung der Transplantationsstrategie liegt die Erfolgsrate einer AB0-inkompatiblen Nierentransplantation in der heutigen Zeit um 90% und ist damit nicht mehr signifikant verschieden im Vergleich zur Transplantation blutgruppengleicher Nierentransplantate. Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass sich das Langzeit-Transplantatüberleben zwischen blutgruppenkompatiblen und inkompatiblen Nierentransplantaten nach zehn Jahren nicht signifikant unterscheidet, wie anhand der japanischen Erfahrungen gezeigt werden konnte.
In der Schweiz werden seit bald 2 Jahren erfolgreich Nieren über die Blutgruppengrenze transplantiert. Das Ziel dieser Bemühungen muss sein, die Anzahl Lebendnierentransplantationen in unserem Land um ca. 20% zu erhöhen und damit Patienten, welche bisher vergeblich auf ein Nierentransplantat warten, eine neue Chance zu geben.