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Wenn ich ein „Tier des Sommers 2021“ wählen müsste, es gäbe aktuell nur eines: Den Alpensalamander. Entsprechend sollen diesem flotten Wanderbegleiter ein paar Zeilen gewidmet sein:
Den Alpensalamander (lat. Salamandra atra) erkennt man an seinem glänzend schwarzen Körper. Beste Aussichten für eine Begegnung mit dem 10 – 15 cm langen Tier hat man bei feuchtem und nebligem Wetter. Im Klimabulletin von MeteoSchweiz liest man, dass sich das erste und letzte Junidrittel durch anhaltende Gewittertätigkeit auszeichnete. Die Bulletins für den Juli und August stehen noch aus. Ich würde aber mal die Aussage wagen, dass der Satz leicht umgeformt wird und dann sinngemäss lauten könnte „Die erste und zweite Julihälfte waren durch überdurchschnittliche Niederschlagsmengen gekennzeichnet. Das zog sich dann gleich in den August hinein“. Dem Alpensalamander wird dies egal sein, liebt er doch feuchte und schattige Orte. Die meiste Zeit im Jahr verkriecht er sich allerdings und verhält sich versteckt. Seine Aktivitäten beginnen nämlich je nach Witterungsverhältnissen in der Zeit zwischen Ende April bis Anfang Juni, um dann ab September / Oktober bereits wieder in die Winterruhe zu gehen. Bei trockener Witterung begegnen wir dem Alpensalamander kaum, denn eigentlich ist er ein nachtaktives Tier, das sich gerne von Käfern, Spinnen, Nacktschnecken und Würmern ernährt.
So niedlich der Alpensalamander für viele von uns aussehen mag, so vorsichtig sollte man diesem Tier begegnen. Typisch ist seine S-förmige Krümmung, die er einnimmt, wenn er sich in Gefahr wähnt. In dieser Position harrt er der Dinge, die da kommen mögen. Bitte jetzt nicht berühren! Bei Berührung erfolgen nämlich schlagende Bewegungen mit dem Kopf und die Absonderung von weisslichem Sekret. Das Sekret führt bei Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten zu Reizungen und ist entsprechend giftig.
Besonders fasziniert bin ich von der Art und Weise der Fortpflanzung. Anders als der Rest der Familie, er gehört zu den Amphibien, ist er vom Wasser komplett unabhängig. Er legt keine Eier sondern trägt seinen Nachwuchs zwei bis drei Jahre lang im Bauch, um dann 4 – 5 cm grosse Alpensalamander zur Welt zu bringen. Ausserdem hat das Weibchen eine sogenannte „Samentasche“. Darin kann sie den Samen des Männchens bis zu zwei Jahre lebensfähig aufbewahren, um später heranreifende Eier zu befruchten.
Der Name des Alpensalamanders ist in Bezug auf seine Verbreitung leicht irreführend. Das in der ganzen Schweiz geschützte Tier fühlt sich nämlich ziemlich im ganzen Alpenbogen von tieferen kollinen Lagen (ca. 300 m) bis in alpine Regionen (ca. 2400 m) wohl. Dabei bewegt er sich in feuchten Wäldern, in Alpweiden und Schuttfluren.
Ich wünsche dir viel Freude auf deiner nächsten Wanderung und bin sicher, dass du dem Alpensalamander ganz neu begegnen wirst. Selbstverständlich stehe ich dir gerne auch für eine individuelle Tour zur Verfügung, um dich an weitere wundervolle Plätze in der Natur zu führen. Anruf genügt.