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Der Reader „Theorie um Tierbefreiung…“ ist die Dokumentation der gleichnamigen Vortragsreihe, welche im November und Dezember 2010 in verschiedenen Schweizer Städten veranstaltet wurde. Ziel der Veranstaltungsreihe war es, Einblicke in die theoretischen Auseinandersetzungen über Tierausbeutung zu vermitteln, welche gegenwärtig in der Tierbefreiungsbewegung geführt werden. Dabei stand die Frage im Zentrum, welche theoretischen Ansätze für die Tierbefreiungsbewegung fruchtbar gemacht werden können, um die Grundlagen der Herrschaft über Tiere und deren Verflechtung mit der Herrschaft über Menschen adäquat zu erfassen. Um die entstandenen Vorträge einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, haben wir die zugrundeliegenden Texte in einem Reader zusammengestellt:
Sven Wirths Aufsatz Poststrukturalismus und Tierbefreiung bietet eine Einführung in poststrukturalistische Ansätze und beschäftigt sich anknüpfend mit der Frage, wie diese für die Analyse und Kritik von gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnissen fruchtbar gemacht werden können. Dabei werden grundlegende Begriffe und Konzepte des Poststrukturalismus wie z.B. Macht, Diskurs, Herrschaft, Dualismus, Dekonstruktion, etc. vorgestellt und allgemeinverständlich erklärt. Poststrukturalistische Theorien zeigen auf, dass die Mensch-Tier Grenze keine naturgegebene ist, sondern in machtvollen Grenzziehungspraxen immer wieder neu hergestellt wird.
Marco Maurizi beschäftigt sich in seinem Aufsatz Marxismus und die Versklavung der Natur mit der Frage, ob dem Marxismus die antispeziesistische Kritik notwendig ist und umgekehrt, ob eine erfolgreiche antispeziesistische Bewegung ohne die Marxsche Kapitalismuskritik vorstellbar ist. Dabei macht er auf die zivilisatorische Verbindung der Herrschaft über die Natur und der Herrschaft über den Menschen aufmerksam, stellt aber auch klar, dass das Verständnis der Tierbefreiungsbewegung von der menschlichen Gesellschaft und der Möglichkeit ihrer Veränderung ohne den Bezug auf die Kritik der politischen Ökonomie völlig naiv bleibt.
Marcel Sebastian verschafft in seinem Aufsatz Solidarität mit den quälbaren Körpern einen Einblick in die Interpretation und Kritik des Mensch-Tier-Verhältnisses in der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Dies geschieht anhand der Erläuterung von drei Dimensionen, welche ‘Tierrollen’ im Denken von Adorno und Horkheimer einnehmen (‘Mensch-Natur-Dialektik’, ‘Opfer von Gewalt’ und ‘Interhumane Gewalt’). Die Kritische Theorie macht den Zusammenhang der Tierausbeutung mit den gesellschaftlichen (Natur-) Verhältnissen deutlich und eröffnet somit eine Perspektive, in der die Versöhnung des Gesellschaftlichen auch die Versöhnung mit der Natur bedeutet.
Julia Gutjahr geht in ihrem Aufsatz Männer mögen Tiere – am liebsten auf dem Grill! der Frage nach, in wie weit ein hierarchisch geprägtes Geschlechterverhältnis mit speziesistischen Herrschaftsstrukturen verwoben ist und was in diesem Zusammenhang feministische Ansätze hinsichtlich Analyse und Kritik des Mensch-Tier-Verhältnis leisten können. Hierbei wird insbesondere auf die sogenannte ökofeministische Theorie eingegangen, innerhalb derer eine Kritik an der Beherrschung der Natur und der tierlichen Individuen, sowie an innermenschlichen Herrschafts- und Ausgrenzungsformen, wie dem Androzentrismus, als miteinander vermittelt gedacht werden.
In Andre Gamerschlags Aufsatz Unity Of Oppression, Intersektionalität und die Verwobenheit von Speziesismus mit menschenbezogenen Herrschaftsformen werden verschiedene politische und analytische Modelle vorgestellt, welche die Verflechtung verschiedener Herrschaftsmechanismen in den Blick nehmen. Dabei wird der Werdegang von Triple Oppression zur Unity of Oppression nachgezeichnet und das Modell der Intersektionalität dargestellt. Darüber hinaus werden Verbindungspunkte des Speziesismus mit menschenbezogenen Herrschaftsmechanismen, sowie dessen Einbettung im Kapitalismus aufgezeigt.
Wo erhalte ich den Reader „Theorie um Tierbefreiung…“?
Schweiz:
1) Der Reader kann am Vegan Café im Infoladen Kasama für 5.- Fr. bezogen werden.
2) Der Reader kann bei der Tierrechtsgruppe Zürich per E-Mail unter <email-pii> (pgp key) bestellt werden.
Bestellkonditionen:
2a) bei Online-Überweisung: 8.- Fr. (5.- Fr. Reader + 3.- Fr. Porto und Verpackung)
2b) bei Schaltereinzahlung: 10.- Fr. (5.- Fr. Reader + 3.- Fr. Porto und Verpackung + 2.- Fr. Bankgebühr)
2c) Versand ins Ausland auf Anfrage.
3) Der Reader kann in der Buchhandlung im Volkshaus bezogen werden.
Österreich:
1) Der Reader kann über die Basisgruppe Tierrechte bezogen werden.
Wir sind auf Spenden angewiesen:
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Betreff: Reader