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“Männer die am meisten Kaffee tranken hatten beinahe 60% weniger Risiko Prostatakrebs zu entwickeln”
2009 wurde an der American Association for Cancer Research eine Studie präsentiert. (American Association for Cancer Research Frontiers in Cancer Prevention Research Conference, Houston, Dec. 6-8, 2009 WebMD Bericht und Bloomberg)
Es wurden Daten analysiert der “Health Professionals Follow-Up Study”. Bei dieser Datenerhebung wurden Gewohnheiten wie auch Kaffee trinken von beinahe 50’000 Männern von 1986 bis 2006 dokumentiert.
4975 Männer bekamen Prostatakrebs.
Die Männer die mehr als 6 Tassen Kaffee tranken hatten ein 59% geringeres Risiko einen fortgeschrittenen Prostatakrebs zu entwickeln als Nicht-Kaffee Trinker.
Bei frühen Stadien des Prostatakrebses fand man keinen Unterschied.
Falls Kaffee gegen Prostatakrebs schützt, ist noch unklar welche der vielen Komponenten von Kaffee eine Rolle spielen. Der Nutzen bestand auch, wenn koffeinarmer Kaffee getrunken wurde.
Die Forscher meinten, dass viele andere Bestandteile des Kaffees eine Wirkung haben könnten.
- Zum Beispiel Antioxidantien oder Mineralien.
- Kaffee hat auch einen Einfluss auf Insulin und den Glukose Stoffwechsel.
- Ebenso auf die Geschlechtshormone.
All das könnte eine Rolle in der Entstehung von Prostatakrebs spielen.
Wieso müssen solche Untersuchungen kritisch beurteilt werden?
Es sind wie viele andere zuerst erfolgssprechenden Erkenntnisse nur epidemiologische Daten. Das heisst es wurden nur zwischen Resultaten von Fragebogen und Krankheitsdaten statistisch Zusammenhänge gesucht. Menschen, die Kaffee trinken könnten aber noch in vielen anderen Bereichen verschieden sein wie Nicht-Kaffee Trinker.
Der gefundene Zusammenhang wäre dann rein zufällig.
Ein Hinweis, dass kein wirklicher Zusammenhang besteht, ist das Ausmass der Risikoverminderung. Substanzen mit gesichertem Nutzen führen meist nur zu einer etwa 20% Risikominderung. Auch haben alle bisherigen Untersuchungen keinen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Prostatakrebs nachweisen können.
In einem früheren Beitrag über Heilpflanzen habe ich auf einen Artikel von Martin Konradi hingewiesen, der genau diesen kritischen Umgang mit Sensationsnachrichten betont.
Was meinen Sie?