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Nach dem grössten Massensterben von Delfinen und Schweinswalen im Schwarzen Meer seit mehr als zehn Jahren soll in der Ukraine nun eine Kommission den Tod der fast 200 Tiere klären.
Nach ersten Untersuchungen weise höchstens die Hälfte der Kadaver die üblichen, durch Fischernetze verursachten Verletzungen auf, berichteten Medien in der ehemaligen Sowjetrepublik am Freitag.
Experten auf der Halbinsel Krim vermuten, dass eine Vergiftung Ursache für den Tod der meisten Tiere sein könnte. «Eine wissenschaftliche Untersuchung der Kadaver ist aber sehr teuer und daher fraglich», sagte der ukrainische Zoologe Pawel Goldin.
An der russischen Schwarzmeerküste seien in den vergangenen Wochen ebenfalls tote Tiere angeschwemmt worden, berichteten Medien in Moskau. In der Ukraine hiess es, für einen Teil des Massensterbens seien Schwarzmeerfischer verantwortlich, die die Delfine aus illegalen Fangnetzen geschnitten hätten.
Die Delfine im Schwarzen Meer sind Umweltschützern zufolge vom Aussterben bedroht.
Meeresbiologen hätten an der Küste besonders viele zerfetzte Netze entdeckt. «Die Theorie, dass der ausserordentlich kalte Winter schuld sein soll, haben wir eigentlich verworfen», sagte Goldin. Die Strafe für das Töten von Delfinen liege bei umgerechnet etwa 250 Euro, teilte eine Behördensprecherin in Kiew mit.
Einer der Delfine fand seinen Weg aber noch lebend zurück ins Meer - und zwar auf ungewöhnlichem Weg: per Taxi. Ein Mann fand das entkräftete Tier in einem schmalen Kanal des Schwarzen Meeres, hob es aus dem Wasser, rief das Taxi und ließ den Delfin im Hafen wieder frei.