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Das sogenannte Labyrinth des Innenohrs besteht aus der „Schnecke“, welche die ankommenden Schallimpulse an das Gehirn weiterleitet. Entzündet sich dieser Teil des Innenohrs spricht man von der Labyrinthitis.
Die Labyrinthitis ist eine eher selten auftretende Entzündung des Innenohrs, die meist Frauen und Männer zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr betreffen kann. Das sogenannte Labyrinth des Innenohrs besteht aus der „Schnecke“, welche die ankommenden Schallimpulse an das Gehirn weiterleitet, und dem mit Flüssigkeit gefüllten Gleichgewichtsorgan, das für die Balance des Körpers verantwortlich ist. Dadurch treten als Symptome meist akute Schwindelanfälle auf.
Entzündet sich das Innenohr aufgrund unterschiedlicher Ursachen, kann das zu unangenehmen Beschwerden führen, die im Folgenden dargestellt werden.
Symptome & Ursachen einer Labyrinthitis
Die Symptome treten in der Regel sehr schnell auf. Primär macht sich die Erkrankung durch einen akuten Schwindel bemerkbar. Der Patient hat das Gefühl, als würde sich die Umgebung auch bei Kopfbewegungen drehen und ein unsicherer Gang weist ebenfalls auf eine Störung des Gleichgewichtssinnes hin. Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls Begleiterscheinungen des Schwindels. Allein diese Symptome veranlassen den Erkrankten häufig dazu, das Bett nicht mehr zu verlassen. Temporär führt die Erkrankung oft auch zur Schwerhörigkeit eines Ohrs oder beider Ohren. Geräusche werden dann nur „dumpf“ oder wie unter Wasser wahrgenommen. Summende oder pfeifende Ohrgeräusche oder Tinnitus, Ohrenschmerzen sowie ein eitriger Ausfluss aus dem Ohr können ebenfalls Begleiterscheinungen einer Labyrinthitis sein. Einige dieser Symptome lassen bereits nach einigen Tagen wieder nach, wobei das Schwindelgefühl einige Wochen andauern kann.
Zu den Ursachen zählen häufig Erkrankungen, die eine bakterielle Entzündung des Innenohrs hervorrufen.
Labyrinthitis wird meistens begleitet von akuten Schwindelanfällen.
Häufig entsteht eine Labyrinthitis während oder nach einer Grippe (Influenza), also im Rahmen einer sogenannten „Grippeotitis“, was Schweizer Kliniken und Spitäler für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde bestätigen. Auch bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Mittelohrentzündung können toxische Stoffe bzw. Bakterien in das Innenohr gelangen und die beschriebenen Symptome auslösen. Des Weiteren zählen Virusinfektionen wie Mumps, Windpocken und Masern zu den möglichen Ursachen.
Im Zuge der Autoimmunkrankheit Morbus Wegener wird ebenfalls häufig eine Entzündung des Innenohrs festgestellt. Hier handelt es sich um eine fortschreitende Entzündung der Blutgefäße, die meist mit einem Schnupfen beginnt und sich zunächst auf die Nasennebenhöhlen und das Mittelohr ausdehnt und im unbehandelt weiteren Verlauf auch Organe betrifft.
Diagnose & Behandlung einer Labyrinthitis
Nach entsprechender Anamnese (Klärung des akuten Zustandes und der Vorgeschichte des Patienten) kann die Erkrankung durch den Hausarzt oder einen Internisten diagnostiziert werden. Hierzu finden anhand der Symptome verschiedene Untersuchungen und Tests statt: Bei Schwindel können die Gangsicherheit und die Bewegung der Augen untersucht werden. Bei abnormalen Augenbewegungen (Nystagmus) gleitet der Blick zur Seite, bevor er sich zielgerichtet fokussiert. Bei einer Minderung des Hörvermögens kann neben der gängigen otoskopischen Untersuchung ein Tonschwellenaudiogramm über Schallempfindungsstörung Aufschluss geben. In Verbindung mit einer Mittelohrentzündung bzw. mit einem eitrigen Ausfluss werden oft computertomographische (CT) oder magnetresonanztomograhische (MRT) Untersuchungen herangezogen. Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung wird meist Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal entnommen.
Je nach Ursache findet in der Regel eine medikamentöse Behandlung statt, mit dem Ziel die Symptome einer Labyrinthitis zu lindern. Steht die Erkrankung in Verbindung mit einer Virusinfektion, werden meist Antibiotika und Kortison verschrieben. Je nach Ausprägung kommen auch Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit zum Einsatz. In jedem Fall wird empfohlen, ruckartige (Kopf-) Bewegungen sowie längere Sitzen vor einem Monitor zu vermeiden. In der Regel besteht eine gute Heilungschance und die Entzündung klingt nach einigen Tagen oder spätestens nach drei bis fünf Wochen wieder ab.