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Als Demokratie bezeichne ich - in Anlehnung an die Terminologie des Sklavenhalters Aristoteles, der die Demokratie mit der Unterscheidung "zum Nutzen aller/zum Nutzen der/s Herrschenden" zu den schlechten Regierungsformen zählte - als Regierung durch Mehrheitsentscheide.
Aristoteles hatte Angst, dass die Mehrheit der Besitzlosen die Besitzenden enteignen könnte, was sich bislang als extrem schlechte Prognose erwiesen hat, wenn man nicht den realen Sozialismus als Demokratie sehen will.
Als Demokratie bezeichne ich einen politischen Prozess, in welchem die Mehrheit der einbezogenen Menschen entscheidet. Diese Bestimmung ist in beliebig vielen Hinsichten unterbestimmt, entspricht aber irgendwie und ungefähr dem von mir wahrgenommenen common sense zu diesem Wort.
Ich unterscheide - auch das in Anlehnung an Aristoteles - eine ideale Demokratie und "real existierende" Demokratie.
Die ideale Demokratie setzt eine Gleichheit der Beteiligten in Bezug auf materielles und geistiges Vermögen voraus. Im realen Sozialismus sollten diese Voraussetzungen in der Form der Diktatur des Proletariates geschaffen werden.
Als "real existierende" Demokratie bezeichne ich - in Anlehnung an E. Honeckers real existierenden Sozialismus - bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse, wie ich sie beispielsweise in der Schweiz im 20. Jhd. vorfinde, die etwa N. Luhmann als Parteiendemokratie von einer Demokratie unterscheidet (siehe: Demokratie bei N. Luhmann). Die Delegierten würden die Beteiligten repräsentieren, während die Parteien Parteiinteressen repräsentieren (also eine regierende Mehrheit nach Aristoteles).
Demokratie ist eine Rechtsform eines Staates, in welcher die Wahl und die Entscheidung aufgehoben ist.
Die Macht wird auf viele Gremienmitglieder verteilt. Keiner hat dann "alleine" eine konstruktive Macht, "aber dafür auch keine Verantwortung". Keiner muss irgend etwas konstruktiv wollen. Es reicht, wenn einige dies wollen. Man kann dann opportunistisch sein eigenes "kleines Quantum Macht, oppositionell zu schaden" dem Meistbietenden verkaufen. Dieser kumuliert diese "verantwortungslosen Verzichte zu schaden" zu einer "konstruktiven Macht".
Als "Wesen der Demokratie" erscheint mir:
1. vorerst die "Trennung und Atomisierung von Macht und Verantwortung";
2. dann die "Kumulierung der verantwortungslosen Macht-Atome" ;
3. und letzlich das Benutzen der "ausgeschiedenen" (d.h. der "verdunsteten") Verantwortung als "Spielball" in der "Konkurrenz der Wahlwerbung", d.h. im "Konkurrieren um die Gunst der Wähler".
(Diese Gedanken habe ich von H. Tiwald)
Die Demokratie sammelt Einzelinteressen IN der Nation und schneidet mit Abstimmungs/Wahl-Unterscheidungen idealerweise 52/48 %. Wenn es blöde läuft kommt 50/50 oder 70/30. Die Unterscheidungen sind nie Unterscheidungen der Einzelnen sondern Durchschnittsunterscheidungen, die dem Einzelnen vorgetragen werden. Das Spiel beruht darauf, dass solche Durchschnittsunterscheidungen als Trick funktionieren.
.. ansstatt von Demokratie spreche ich von Staatsverfassung und meine Vermögensverteilung
Auffälligerweise haben wir […] kein Zeugnis dafür, daß man die Entstehung der Demokratie damals als Teil eines allgemeinen Verbesserungsprozesses aufgefaßt hätte. Selbstverständlich waren sich min-destens zu Anfang weite Kreise bewußt, wieviel besser sie dank der Demokratie […] dran waren als vorher. Aber die Quellen, die uns erhalten sind, besagen nie dies, sondern immer nur, wie vorteilhaft die Demokratie, verglichen mit anderen gleichzeitigen Auffassungen, sei.?(Christian Meier: Die Entstehung des Politischen bei der Griechen. Frankfurt a.M. 1980, S. 466.)