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Die Olympischen Spiele von Pyeongchang offenbarten die Probleme der Schweizer Hockey-Nati mal wieder erbarmunglos: Zu weich, zu wenig robust waren die «Eisgenossen» und konnten so das Tempo der Spitzenteams nicht mitgehen. Die Schweizer kamen viel zu selten in die gefährliche Zone vor dem Tor und leisteten sich zu viele individuelle Fehler. Die logische Folge: Das Aus im Achtelfinal gegen Erzrivale Deutschland.
Die WM in Dänemark ist jetzt die erste Chance zur Wiedergutmachung. Das erklärte Ziel: Das Erreichen der Viertelfinals. Dass das mit rein spielerischen Mitteln nicht klappt, hat Trainer Patrick Fischer mittlerweile erkannt. Deshalb rückt er den Fokus je länger je mehr auch auf das Körperspiel.
Wer die Zusammenstellung des Schweizer WM-Kaders betrachtet, dem fällt jedenfalls auf: Das Schweizer Team ist deutlich robuster geworden. Im Vergleich zu Olympia im Durchschnitt 3,36 Zentimeter grösser und 3,60 Kilogramm schwerer. Im Vergleich zur letzten WM ist es ebenfalls 3,36 Zentimeter grösser und 4,44 Kilogramm schwerer.
Damit gehört die Schweiz an der WM zu den Teams mit der grössten Wasserverdrängung. Nur Russland, Kanada und Schweden kommen bei Durchschnittsgrösse und -gewicht auf ähnliche Werte. Umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Hockey-Nati bei Olympia und der letzten WM noch ganz am anderen Ende des Spektrums zu finden war.
Die Differenz zum Vorjahr machen die Spieler aus Übersee aus. Mit Reto Berra (194 cm/99 kg), Mirco Müller (191 cm/93 kg), Jonas Siegenthaler (189 cm/99 kg) und Nino Niederreiter (188 cm/95 kg) stehen Fischer ein paar ziemlich robuste Haudegen zur Verfügung.
Aber auch aus der National League hat Fischer ein paar Brocken nominiert, die bei der letzten WM und Olympia noch nicht dabei waren: Michael Fora (192 cm/97 kg), Dave Sutter (194 cm/96 kg), Samuel Walser (190 cm/95 kg) oder Lukas Frick (188 cm/87 kg). Natürlich geschah all dies nicht ganz freiwillig. Mit Patrick Geering, Andres Abmühl, Fabrice Herzog, Thomas Rüfenacht, Pius Suter und Cody Almond meldeten sich gleich sechs Olympia-Teilnehmer verletzt ab, dennoch ist der Trend zu robusteren Spielern klar erkennbar.
Eine Erfolgsgarantie ist die zusätzliche Wasserverdrängung aber noch lange nicht. Die wild zusammengewürfelte Truppe muss zunächst auf und neben dem Eis zu einer Einheit werden, in spielerischer Hinsicht dürften die Chancenauswertung sowie das Powerplay zu den wichtigsten Eckpunkten gehören, die es im Vergleich zu den letzten Turnieren zu verbessern gilt.
Fischer hofft, dass die paar zusätzlichen Zentimeter und Kilogramm hier wirken werden. Seiner offensiven Spielanlage wird die Hockey-Nati aber treu bleiben, schliesslich führte diese – wenn alle Zahnräder ineinander griffen – auch zum Erfolg. Mit deutlich weniger Wasserverdrängung als diesmal brachten die Schweizer im WM-Viertelfinal 2017 den späteren Weltmeister Schweden an den Rand der Niederlage.
Fischer wird sein viertes grosses Turnier übrigens nur mit 13 statt 14 Stürmern in Angriff nehmen, dafür sind neun Verteidiger mit an Bord. Alle 25 WM-Startplätze wird der Nati-Trainer aber nicht vergeben, schliesslich kann der Nati-Trainer bis zum Ende der Vorrunde beliebig nachnominieren.
So hofft Fischer beispielsweise, dass im Verlauf der WM weitere schlagkräftige Unterstützung aus Nordamerika eintreffen wird. Timo Meier (184 cm/96 kg), Roman Josi (188 cm/91 kg), Kevin Fiala (178 cm/87 kg) und Yannick Weber (181 cm/91 kg) müssten dazu allerdings erst aus den NHL-Playoffs ausscheiden und von ihren Klubs dann auch noch die Freigabe erhalten.