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Die Handlung macht es aus
Was jemand tut, verleiht der Szene Farbe. Um zu beschreiben, was einer hat oder ist, gibt es fast immer eine saftigere Alternative als «hat» oder «ist». Etwas mit mehr Schwung - und sei es bloss ein Zucken.
So eher nicht:
Er hat nichts bei sich.
Besser so:
Er findet nichts bei sich.
Das geschieht:
Siehst du, wie er seine Taschen abklopft?
Er ist auf dem Sofa.
Er liegt auf dem Sofa.
Sogar im Liegen ist mehr Dynamik als im Sein.
Fass die Taten in Worte
Beschreibe nur, was die Figur tut, sieht, riecht, hört und spürt - nicht, was du daraus folgerst. Was der Leser daraus macht, ist seine Sache.
Verwende keine Wörter wie:
- denkt
- versteht
- weiss
- realisiert
- glaubt
- will
- liebt
- hasst
- erinnert sich
- stellt sich vor
Lass den Leser selber urteilen. Vermeide alles, was dem Leser allzu plump die Gefühle, Gedanken oder das Aussehen deiner Figur beschreibt. Stattdessen packst du deine Geschichte langsam aus, in kurzen, starken Sätzen. Etwa so: «Immer am Morgen nach dem Männerabend, machte Lily Kaffee nur für sich allein. Sobald er seinen Arm wie üblich um ihre Taille legte, murmelte sie etwas von Kopfschmerzen und verschwand länger als sonst im Bad.»
Auf diese Art entstehen Bilder im Kopf, die das Fernsehen niemals hinbekommt. Du erzählst die Geschichte nicht, du fährst die private Grossleinwand im Kopf des Lesers hoch.