Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/3175

AIDS, ein bisher nicht heilbarer Immundefekt, wurde zum ersten Mal 1980 bei einem männlichen Modell diagnostiziert. Seither laufen, weltweit, intensive Anstrengungen zur Eindämmung der Seuche. Obwohl seit 2014 die Zahl der Neuinfektionen leicht rückläufig ist, sterben jährlich immer noch 1,5 Millionen Betroffene an der Erkrankung.
Ansteckung – was ist gefährlich?HIV-Aids wird von Mensch zu Mensch übertragen. Die Schleimhäute sind dem Krankheitserreger, dem HI-Virus, offen ausgeliefert. Hochinfektiöse Körperflüssigkeiten, gemeinsam genutztes Drogenbesteck, seltener Bluttransfusionen, gelten als Übertragungswege. Ob HIV-positiv ja oder nein, das hängt von der Anzahl vorhandener Viren ab. Als äußerst ansteckend gelten
- Blut
- Sperma
- Vaginal- und Analsekret
- Muttermilch
Davon genügen bereits geringste Mengen. Wenig infektiös sind dagegen Speichel, Tränen, Urin, Kot, Schweiß. Ein ungeschützter Intimkontakt ist, in nahezu allen Fällen, der Grund der Ansteckung. Umarmungen, Küsse, Händeschütteln reichen dafür nicht aus.
Symptome einer HIV-Aids Infektion
Aufgrund ihrer hohen Vermehrungsrate überfallen HI-Viren den Körper des Patienten regelrecht. Es kommt zu einer akuten HIV-1-Infektion mit folgenden Krankheitszeichen
- Fieber,
- geschwollenen Lymphknoten im Kopfbereich, in der Achselbeuge,
- knotige Hautausschläge (Exantheme) im Gesicht, am Körper,
- Muskelschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, Entzündung der Rachenschleimhaut.
Die Zahl der Krankheitserreger steigt stetig an, sie befallen innere Organe, zerstören T-Helferzellen in Lymphe und Darm. Nach rund 14 Tagen bilden sich erste Antikörper, die im Test sichtbar werden. Der Organismus versucht, mit der Infektion fertig zu werden, die Zahl der Viren nimmt kurzzeitig ab. Ab jetzt ist der Infizierte hoch ansteckend.
Die antiretrovirale Therapie mit Medikamenten (kurz ART)Internationale AIDS-Gesellschaften empfehlen Patienten mit schlechter Immunabwehr, bereits vor dem Auftreten von Symptomen mit der Therapie zu beginnen. Ziel der antiretroviralen Therapie ist die frühzeitige Verhinderung einer ungebremsten Virenvermehrung. Sie wird in Form einzelner Tabletten oder als Kombipräparat verabreicht. In der Regel werden 3 Wirkstoffe gemeinsam gegeben
- NRTI (der Nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitor). Das ist ein Medikament aus der Gruppe der Virostatika. Es besetzt die Rezeptoren des Virus und behindert so ein Andocken und Eindringen in die Zellmembran, die Neubildung aus Virusteilen und deren Freisetzung. Dazu kommt eine weitere Substanz, das
- NNRTI (der Nicht-Nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitor), ebenfalls ein Virostatikum, welches den Zugang in die Wirtszelle behindert und die Vermehrung von Retroviren hemmt. Zusätzlich werden verabreicht
- HIV-Proteasehemmer: Die Protease ist, neben der Transkriptase, ein HIV-typisches Enzym. Proteasehemmer verhindern die Aktivierung von Protein. Viren können nicht mehr heranreifen.
- Integrasehemmer: Bei der Integrase handelt es sich um ein weiteres Schlüsselenzym. Sie integriert die virale DNA in den Zellkern der Wirts-DNA. Integrasehemmer verhindern die Vermehrung der Viren.
CAR-T-Zellen – Zukunft ohne Medikamente?
T-Zellen von HIV-Patienten schaffen es aufgrund der Erkrankung nicht ausreichend, HIV-Viren zu erkennen. Aus dem Bereich der Onkologie kommt ein neuer Ansatz, der das verändern könnte. Dem Patienten werden dafür T-Zellen entnommen und nach der gentechnischen Veränderung reimplantiert. Danach sollen sie einen extrazellulären Rezeptor entwickeln, der HIV-Zellen erkennt. Die Versuche sind, bis jetzt, nicht über das Mäusestadium hinausgekommen.
Aids gehört nach wie vor zu den gefährlichsten und weitverbreitetsten Krankheiten weltweit. Auch wenn die Aufklärungsarbeiten zum Schutz vor Ansteckung mit dem Virus gute Erfolge nachweisen können, breitet sich die Krankheit dennoch weltweit aus. Wie der Virus übertragen wird und wie man sich gegen eine Übertragung schützen kann, ist bereits lange bekannt. Dennoch ist die Forschung nach wie vor auf der Suche nach einem Weg, einen Infizierten vollständig zu heilen.
Was genau ist unter der Krankheit Aids zu verstehen?Aids bricht erst nach einer vorangegangenen Infektion mit dem HI-Virus aus. Durch den Ausbruch der Krankheit Aids wird das Immunsystem des Menschen nachhaltig geschwächt und daran gehindert die volle Leistungsfähigkeit abzurufen. Durch eine Infektion werden die notwendigen Helferzellen zerstört. Daraufhin kann sich der Körper nicht mehr gegen Krankheitserreger schützen und ist anfällig für diverse Krankheitserreger. Krankheiten können sich somit ungehindert ausbreiten und wachsen. Dies ganz zu Krebs und bösartigen Tumoren führen. Da das Virus auch das Zentralnervensystem angreift, können auch Nervenentzündungen und Schädigungen der Hirnleistung die Folge sein.
Die Ausbreitung der Krankheit Aids auf der WeltErstmals für großes Aufsehen sorgte die Krankheit Aids in den 1980er Jahren. Zu dieser Zeit stieg die Zahl der infizierten Personen rasant an. Besonders in der damaligen Homosexuellen Szene war die schnelle Ausbreitung der Krankheit ein großes Problem. Von der Infektion bis zum Nachweis einer Infektion durch einen Test können bis zu 5 Jahre vergehen. In den Folgejahren gab es etliche Kampagnen gegen die Krankheit. Die Ansteckungszahlen gingen weltweit daraufhin zurück. Dennoch sind auf der ganzen Welt mehr als 35 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.
Besonders auf dem afrikanischen Kontinent ist die Ausbreitung und Entwicklung von Aids ein großes Problem. Von den weltweit erkrankten Menschen leben ca. 70 Prozent auf diesem Kontinent. Dies ist als äußerst kritisch zu sehen, da es in dieser Region auch mit Abstand zu den meisten Sterbefällen kommt. Durch die schlechte Gesundheitsversorgung und finanzielle Armut können sich die meisten Menschen eine Therapie oder entsprechende Medikamente nicht leisten. Nach den afrikanischen Ländern folgen Asien und Lateinamerika in der Anzahl der erkrankten Menschen. Im Vergleich hierzu ist die Infektionsrate in Deutschland und generell in Westeuropa eher gering. Dennoch sollte das Risiko niemals unterschätzt werden.