Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/2424

Learning to live with a bad object: further developments
Informationen
(eine deutsche Übersetzung wird vorliegen)
In dieser Arbeit zeichne ich nach, wie im Kern der schweren Depression eines Patienten mit manisch-depressiven Schwankungen allmählich ein quälerisches schlechtes Objekt aufzutauchen beginnt. Obwohl der Vortrag sich auf die grundlegenden Schriften Freuds von 1917 und 1923 stützt, auf Kleins Arbeiten von 1935 und 1940, Henri Reys 1994 erschienene Arbeit über die Depression sowie auch Ron Brittons Begriff des triangulären Raums oder der dritten Position von 1989, bleibe ich dicht am analytischen Prozess der Arbeit mit dem Patienten und an dem allmählichen Verständnis, das sich dabei entwickelt. Ich folge der Entwicklung vom «Schatten» des schlechten Objekts hin zu einer klareren Wahrnehmung des schlechten Objekts selbst und zeige, was der Patient mit seinem schlechten Objekt anzufangen versuchte und was der Analytiker seinerseits damit zu machen versuchte.
Mit einem schlechten inneren Objekt leben zu lernen das bezieht sich auf eine Phase der Analyse, als der Patient durch seine Manie nicht mehr so gut geschützt war. Als Folge davon bekamen beide, Patient und Analytiker, die volle Bösartigkeit eines inneren Objekts zu spüren, das das Ich in zerstörerischer Weise angreift und das zu diesem Zeitpunkt bereits fest in der analytischen Beziehung selbst eingebettet war. Ich werde mich auch noch kurz auf eine zweite Episode beziehen, die von schwerer Depression und Leben mit dem schlechten Objekt geprägt war, was zwar die Analyse gefährdete, aber schliesslich dem Patienten auch erlaubte, erhebliche Fortschritte zu machen.Eine erste Version dieser Arbeit wurde an der Melanie Klein Trust Conference im Juni 2004 zum Thema «Bad objects and What to do with Them» vorgestellt.
Eine deutsche Übersetzung des Vortrags und der englische Text liegen am Abend auf. Die Übersetzung kann auch ab 30.Oktober beim Sekretariat bezogen werden. Cyril Couve ist klinischer Psychologe und Psychoanalytiker in privater Praxis. Er wurde am psychoanalytischen Institut in London ausgebildet und ist Mitglied der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft. 2001 erhielt er den Herbert-Rosenfeld-Preis für seine Arbeit: «Schizoid and Obsessional mechanisms in a patient suffering from severe Dread of the Dead», die in einer kürzeren Fassung kürzlich im Jahrbuch der Psychoanalyse (54/2007) auf deutsch erschienen ist. Wie sein heutiger Vortrag erkennen lässt, interessiert er sich für die besonderen Schwierigkeiten bei der Arbeit mit depressiven Patienten. Er arbeitet aktiv an David Taylors Forschung über hartnäckige behandlungsresistente Depressionen an der Tavistock Clinic mit, wo er auch als Consultant Clinical Psychologist für Psychotherapie an der Erwachsenenabteilung tätig ist. Cyril Couve beschäftigt sich gegenwärtig mit dem neueren Kleinianischen Konzept der pathologischen Persönlichkeitsorganisationen und ist daran, darüber zu schreiben.