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Der amerikanische Feiertag Juneteenth erinnert an die Emanzipation versklavter Afroamerikaner. Obwohl die Sklaverei eigentlich mit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs am 9. April 1865 abgeschafft wurde, dauerte es noch mehrere Monate, bis zur offiziellen Bekanntmachung. In der sogenannten General Order No. 3 proklamierte der General der Unionsarmee Gordon Granger am 19. Juni 1865 die Freiheit für versklavte Menschen in Galveston, Texas. Seitdem wurde Juneteenth (eine verkürzte Variante des Datums auf Englisch) jährlich in verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten fast ausschliesslich innerhalb der afroamerikanischen Gemeinden gefeiert, war jedoch den meisten Amerikanern nicht bekannt. Nachdem verschiedene Initiativen jahrzehntelang darum rangen, den Feiertag auf nationaler Ebene anzuerkennen, ernannte letztes Jahr US Präsident Joe Biden Juneteenth zum bundesstaatlichen Feiertag. Dieses Jahr wurde Juneteenth erstmals im ganzen Land gefeiert, so auch in der jüdischen Gemeinde. Die Organisation Bechol Lashon zelebriert die Vielfalt des Judentums durch kulturelle Veranstaltungen und hatte bereits vor zwei Jahren, mitten in der Pandemie, einen Juneteenth-Kabbalat-Schabbat auf Zoom gefeiert, der über 60 000 Teilnehmer aus der ganzen Welt hatte. Die afroamerikanische Rabbinerin Isaama Goldstein-Stoll, die damals schon an der virtuellen Veranstaltung beteiligt war, leitete nun den ersten Juneteenth-Kabbalat-Schabbat in New York, der auf dem Dach des jüdischen Gemeindezentrums JCC Manhattan abgehalten wurde. Knapp 100 Teilnehmer kamen zu der Veranstaltung, um einerseits über den noch nicht allen bekannten Feiertag und gleichzeitig von den Lebenserfahrungen von Goldstein-Stoll und anderen afroamerikanischen Juden zu lernen. Bild: Rabbinerin Isaama Goldstein-Stoll und Musikerin Tova Harris, die den Kabbalat Schabbat leiteten.
usa 24. Jun 2022
Schabbat gegen Sklaverei
Julian Voloj