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Ronco sopra Ascona, Casa Ciseri
Die Casa Ciseri gilt als schönstes Patrizierhaus im Ort und ist gleichzeitig Geburtshaus des wohl berühmtesten Sohnes Roncos: Antonio Ciseri. Das Haus liegt an prominenter Lage, gleich gegenüber dem Wahrzeichen von Ronco, der Kirche San Martino. Es wurde im 18. Jahrhundert vom Architekten Francesco Meschini erbaut. Meschini war ein bekannter und beliebter Architekt, er hatte auch massgeblich an der Konstruktion der „Tremola“, der Gotthardpassstrasse mitgewirkt. In der Casa Ciseri wurde im Lauf der Zeit immer wieder um- und angebaut. Sie präsentiert sich heute mit einer komplexen und spannenden Raumstruktur. Der „Apsidensaal“ und der „Saal der Verlobten“ im Westflügel sind die Prunkstücke des Hauses. Der „Apsidensaal“ (Plural des griechischen Worts „Apsis“, Wölbung), er enthält zwei Apsiden, wird von einer neoklassizistischen Kassettendecke der Brüder Francesco und Giuseppe Ciseri aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts geschmückt. Der „Saal der Verlobten“ wurde ebenfalls von den Brüdern Ciseri gestaltet. Die Wände zeigen Landschaften um den Comersee und Orte, in denen die Handlungen von Alessandro Manzonis Roman „I Promessi Sposi“, „Die Verlobten“, spielen (Manzoni, 1785-1873, war ein bedeutender Mailänder Schriftsteller; zum ersten Jahrestag seines Todes komponierte Giuseppe Verdi sein „Requiem“). Die Casa Ciseri befindet sich heute noch im Besitz der Familie. Seit 1988 ist das Haus vermietet. Die beiden Säle im Westflügel werden heute als Galerie, Kulturzentrum und Verkaufsort für kunsthandwerkliche Produkte, die im sozialtherapeutischen Institut „La Motta“ in Brissago hergestellt werden, genutzt.