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Die Tongass National Forest im Südosten Alaskas, aud mehreren Inseln nördlich des Kreuzfahrthafens Ketchikan gelegen, ist einerseits der grösste noch zusammenhängende Regenwald ausserhalb der Tropen, andererseits auch generell der grösste geschützte Wald der USA. Mit einer Fläche von rund 68'000 Quadratkilometern bedeckt der Wald eine Fläche, die 1,5 Mal so gross ist wie die ganze Schweiz.
Leider ist dieses Naturparadies am nördlichen Pazifik bedroht. Die Trump-Regierung hat nämlich Schritte eingeleitet, um Holzfällerei im grossen Stil in diesem Urwald zu erlauben. Der U.S. Forest Service hat Schritte eingeleitet, um den Wald aus dem Schutz der so genannten «roadless rule» zu entlassen. Dabei handelt es sich um ein 2001 vom damaligen Präsidenten Bill Clinton verabschiedetes Gesetz, welches den Strassenbau und damit verbunden auch die Holzfällerei oder sonstige Förderaktivitäten auf geschützten Waldgebieten von insgesamt 2,4 Millionen Quadratkilometern verbietet; über 37'000 Quadratkilometer davon gehören zur Tongass National Forest.
Geplant ist, das Schutzgebiet komplett zu entfernen und allein in der Tongass National Forest ein Gebiet von rund 7500 Quadratkilometern für die Holzfällerei freizugeben. Dass im geschützten Wald überhaupt Holz gefällt werden, gehört zu einer vor zwei Monaten angekündigten Strategie der Trump-Regierung. Es geht übrigens nicht nur um Wald: Im grössten und dennoch nur dünn besiedelten US-Bundesstaat sind 122'000 Quadratkilometer Fläche - drei Mal die Schweiz - welche bislang unter staatlichem Schutz standen, von einer Neueinzonung bedroht, welche eben Holzfällerei, Ölbohrung oder sonstige industrielle Nutzung erlauben würde.
Immerhin gibt es auch Kritik aus eigenen Reihen. Massive Eingriffe in die Tongass National Forest würden nicht nur ein uraltes Ökosystem und dessen Fauna unwiderbringlich zerstören, sondern auch ernsthafte Auswirkungen im Kampf gegen die globale Erwärmung haben. Der Wald absorbiert enorm viel CO2. Und natürlich ist die intakte Natur auch eine der primären touristischen Attraktionen Alaskas. Diese Tourismusunternehmen dürften jedenfalls wenig Freude an diesem Geschenk der Trump-Regierung an grosse Rohstoffunternehmen haben.