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Skurriler Slapstick in einer Zeitungsredaktion
Kultregisseur Wes Anderson vereint in «The French Dispatch» ein herausragendes Starensemble. Seinem unverkennbaren Stil bleibt er mit der Komödie über eine exquisite Zeitungsredaktion treu, womit er seine Fans verzücken dürfte.
Die Verpflichtung eines solchen Line-ups an Superstars, welches in Wes Andersons neuer Komödie engagiert ist, wirkt beim Betrachten schon beinahe arrogant und aufgeblasen.
Grandiose Schauspieler wie Christoph Waltz erhalten nur einen kurzen Gastauftritt? Dies dürfte als verschwenderisch bezeichnet werden.
Aber diesen Kultstatus hat der Regisseur mittlerweile erlangt, und wenn er zu neuen Abenteuern aufruft, stehen die namhaften Akteure Schlange, um daran teilzuhaben. Fans von seinen filmischen Kunstwerken sind darüber natürlich mehr als erfreut.
«The French Dispatch» ist Wes Andersons Tribut an das Magazin «The New Yorker», welches dem Regisseur in seiner Aufmachung als visuelle Inspiration dient. Zugleich ist der Film eine Hommage an die Grande Nation und enthält diverse Referenzen und Anspielungen auf französische Filme, Marken und Traditionen. Seine Geschichte trägt sich in der imaginären französischen Kleinstadt Ennui-Sur-Blasé zu und wird in drei Episoden erzählt, welche jeweils einen Artikel für die Zeitschrift «The French Dispatch» repräsentieren.
Tilda Swinton spielt eine Kunstkritikerin, die über den verurteilten Mörder Moses Rosenthaler (Benicio del Toro) berichtet, der im Gefängnis Aktbilder seiner Gefängniswärterin (Léa Seydoux) malt. Frances McDormands Figur schreibt über eine revolutionäre Jugendbewegung und geht nebenbei eine Affäre mit deren Rädelsführer (Timothée Chalamet) ein. Und Jeffrey Wright stellt einen Food-Kritiker dar, der bei seiner Berichterstattung über einen Koch per Zufall Zeuge einer Entführung wird.
Die Rahmenhandlung bilden die Geschehnisse und Besprechungen in der Redaktion, geleitet vom gutmütigen, aber zugleich autoritär auftretenden Arthur Howitzer Jr. (Bill Murray). Es sind gewohnt kuriose Geschichten über extravagante Charaktere, die Wes Anderson hier auftischt. Und er setzt auf altbewährte, unverkennbare Stilmittel, um diese zu erzählen.
Bewährtes Rezept, doch funktioniert es?
Jede Aufnahme sieht aus wie ein bis ins letzte Detail arrangiertes Gemälde. Selbstverständlich sind die Bilder grösstenteils symmetrisch und enthalten eine reichhaltige Palette an Pastellfarben. Wie in seinen letzten Werken «Grand Budapest Hotel» und «Isle of Dogs» sind auch wieder spektakuläre, humorvoll inszenierte Verfolgungsjagden und Schiessereien enthalten, wobei die Verfolgungsjagd komplett animiert ist und als Comic-Strip daherkommt. Und auch auf den Einsatz von witzigen Voice-Over-Stimmen, die das Gezeigte mit witzigen Kommentaren begleiten, setzt Anderson wieder.
In narrativer Hinsicht erreicht «The French Dispatch» das Niveau seiner Vorgängerwerke leider nicht. Zuweilen ist es nicht ganz einfach, den rasanten, hochgestochenen Dialogen zu folgen. Und als Gesamtwerk betrachtet, wirkt die Komödie mit ihren drei unabhängigen Kurzgeschichten etwas blass. Dennoch hat «The French Dispatch» seine Anderson-typischen Glanzmomente, welche für viele Lacher sorgen und den Film unbedingt sehenswert machen.