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Theobald Böhm war nicht nur Flötenbauer, sondern auch Goldschmied, Flötist und Ingenieur. Mit 24 Jahren begann seine Ausbildung als Komponist. Sein musikalisches Werk umfasst 37 Kompositionen mit Opuszahl und 54 Bearbeitungen für Querflöte ohne Opuszahl. Viele Werke können sowohl mit Orchester- wie mit Klavierbegleitung gespielt werden. Sie waren und sind auch heute ausserordentlich beliebt.
Boehm war unzufrieden mit den herkömmlichen Flöten seiner Zeit und begann neue Instrumententypen zu entwickeln, die den Flötenbau dauerhaft veränderten. Mit 34 Jahren eröffnete er eine eigene Flötenbauwerkstatt. Die Erfindung der nach ihm benannten konischen Ringklappenflöte im Jahre 1832 und der Zylinderflöte im Jahre 1847 machten Theobald Boehm weltberühmt.
Ca. 120 Instrumente sind aus den Werkstätten von Theobald Böhm, Böhm & Greve, Böhm & Mendler sowie Leibl erhalten geblieben. Sie befinden sich heute in Sammlungen in aller Welt.
Neues Griffsystem
1834 reiste er nach Frankreich, wo sich im Gegensatz zu Deutschland das neue, von ihm entwickelte Griffsystem weit mehr etabliert hatte. Er erteilte wichtigen Flötenbauern (unter anderem Rudall, Carte and Rose in England, Godefroy Ainé und Louis Lot in Frankreich) Lizenzen, und so starteten die neuen Flöten ihren Siegeszug. Noch heute wird die Querflöte bis auf unwesentliche Änderungen nach Theobald Böhms Entwicklungen gebaut. Die Klarinette nach dem Böhm-System und das Saxophon verwenden ebenfalls im Wesentlichen sein Griffsystem. Seine Instrumente wurden mit Gold- bzw. Silbermedaillen ausgezeichnet.
Während sich seine Flöten in Frankreich, England und den USA, sehr schnell durchsetzten, dauerte es in Deutschland verhältnismäßig lange, bis ihnen der verdiente Durchbruch gelang. Heute gibt es noch ca. 300 erhaltene Flöten von Theobald Böhm und seinen Partnern und Nachfolgern, davon etwa die Hälfte in Museen. Boehm war sehr vielseitig begabt. Als Juwelier hat er begonnen. Als Flötist, Komponist und Instrumentenbauer schrieb er Musikgeschichte. Als Erfinder eines neuen Verhüttungsverfahrens für Eisenerze erlangte er ebenfalls Bekanntheit. Theobald Böhm starb am 25. November 1881 in München, im gleichen Haus in dem er auch geboren wurde.
Die Bohrung der Flöte ist nicht mehr umgekehrt konisch sondern zylindrisch. Durch Einführung eines leichten Konus im Kopfstück erreichte Böhm, dass auch bei einem zylindrischen Korpus die Oktaven in sich stimmen.
Die genaue Positionierung und der Durchmesser der optimal grossen Tonlöcher orientieren sich nur an akustischen Forderungen ohne Rücksicht auf Greifbarkeit.
Erfindung eines ausgeklügelten Klappensystems, das 14 Tonlöcher mit neun Fingern bedienen kann. Alle Tonarten konnten nun geläufiger gespielt werden.