Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03215.jsonl.gz/1643

Immer mehr Industrie- und Entwicklungsländer privatisieren die Wasserversorgung und übertragen einzelne Bereiche und Aufgaben, oft aber auch das gesamte System an private Unternehmen.
Das Schlagwort Wasser als Handelsware beschreibt die politischen und wirtschaftlichen Bestrebungen, die Wasserversorgung privatwirtschaftlich zu organisieren und nicht durch staatliche oder kommunale Einrichtungen.
Dabei gibt es zum einen die Möglichkeit die gesamte Infrastruktur, wie Brunnen, Wasserspeicher und Leitungssysteme, in privates Eigentum zu überführen (z. B. Grossbritannien), oder lediglich die Verwaltung der Wasserversorgung meist über zeitlich beschränkte Konzessionen privatwirtschaftlich zu organisieren (z. B. Frankreich).
In ihren entwicklungspolitischen Empfehlungen legen Weltbank und WTO bei der Privatisierung der Wasserversorgung die Einrichtung einer Regulierungsbehörde nahe, um die Aktivitäten der Unternehmen zu überwachen
Unter Privatisierung wird ein breites Spektrum der Beteiligung privater Unternehmen am Betrieb oder der Finanzierung verstanden.
Das Spektrum reicht von der Wahrnehmung einzelner Aufgaben, etwa dem lokalen Wasserverkauf durch lokale Kleinunternehmen, über den Bau von Wasserleitungen durch Baufirmen bis hin zum Betrieb kompletter Versorgungssysteme durch multinationale Konzerne.
Wasser als Ware:
Der Begriff Kommerzialisierung sagt demgegenüber nichts über das Eigentum (öffentlich oder privat) aus, sondern betrifft die Organisation des Betriebs-ablaufs.
Wasser wird als "Wirtschaftsgut", als "Ware" betrachtet und die Wasserversorgung den Marktgesetzen unterworfen.
Konsequenz ist die Forderung nach Kostendeckung, dem Abbau von Subventionen, die Aufteilung von Versorgungsbetrieben in separate Einheiten, um Kosteneffizienz, Marktorientierung und Zielkontrolle zu verbessern, sowie die betriebliche Unabhängigkeit von staatlichem und politischem Einfluss.
In vielen Fällen ist die Kommerzialisierung damit eine Voraussetzung, um bestehende öffentliche Versorgungsunternehmen für die Übernahme durch gewinnorientierte Unternehmen attraktiv zu machen.
Die Erwartungen an die Kommerzialisierung sind dabei die gleichen wie bei einer Privatisierung: Die Entlastung öffentlicher Haushalte und ein ressourcensparender Umgang mit Wasser durch höhere Preise.
Für weitere Informationen über Thema "Wasser als Ware" klicken Sie bitte unten auf Links: