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Die japanische Regierung hat die Stilllegungspläne für Fukushima-Daiichi-1 bis -4 nach ihrer Erstausgabe 2011 zum zweiten Mal überarbeitet. Die Roadmap wurde das letzte Mal im Juni 2013 von der Regierung revidiert. In der nun aktualisierten Version vom 12. Juni 2015 stehen folgende Punkte im Fokus:
- Stärkere Betonung der Risikominimierung
- Konkretisierung wichtiger Meilensteine
- Stärkung des Vertrauens mit den lokalen Gemeinden durch Informationsaustausch
- Verringerung der Strahlenbelastung der Arbeiter vor Ort sowie Erhöhung der Arbeitssicherheit
- Stärkung der Kontrollfunktion bei der Entwicklung von Rückbautechniken
Das Hauptziel, die Behandlung des in den Reaktorgebäuden angesammelten kontaminierten Wassers bis 2020, blieb unverändert. Grundsätzlich wird angestrebt, die Kontaminationsquellen zu entfernen, das Grundwasser von den Kontaminationsquellen zu trennen sowie den Austritt kontaminierten Wassers zu verhindern.
Neu soll die Menge des in die Reaktorgebäude eindringenden Grundwassers bis 2016 auf 100 m3 pro Tag verringert werden. Gleichzeitig wurden die Pläne zur Bergung von Brennelementen aus den Brennelementlagerbecken von Fukushima-Daiichi-1 bis -3 aufgeschoben. Als Grund dafür werden die erhöhten Sicherheitsmassnahmen genannt. Die Brennstoffbergung aus Block 1 wurde von 2017 auf 2020 verschoben. Bei Block 2 soll dieser Arbeitsschritt statt Anfang neu gegen Ende 2020 erfolgen und bei Block 3 zwei Jahre später – also 2017 – statt wie zuvor vorgesehen 2015. Der Brennstoff soll vorerst im zentralen Nasslager am Standort gelagert werden, bis Lösungen für eine dauerhafte Lagerung vorliegen, was um 2020 geplant ist.
Die Bergung von Brennstofftrümmerteilen ist unverändert ab 2021 geplant. In der überarbeiteten Roadmap wird unterstrichen, dass in zwei Jahren für jede Einheit entsprechende Bergungsabläufe ausgearbeitet sein werden.
Quelle
M.B. nach Jaif, Atoms in Japan, 16. Juni 2015