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Bilder albanisches Fernsehen (oben)
Karte mit Gërdec (rot), Vora, Flughafen
und Tirana (grün) (unten; ©Google Maps)
Die schweren Explosionen forderten mindestens 24 Todesopfer und mehr als 300 Verletzte, die ins Militärspital von Tirana und die anderen Krankenhäuser von Tirana und Durrës gebracht wurden. Ein Spezialflugzeug der griechischen Armee brachte rund ein Dutzend Schwerverletzte nach Thessaloniki. Fünf weitere wurden nach Italien ausgeflogen. Das Deutsche Rote Kreuz sowie das österreichische Militär sendeten heute Sonntag Medikamente und Verbandsmaterial per Linienflug nach Albanien.
318 Gebäude innerhalb der Militäranlage und im kleinen Dorf Gërdec, in den Hügeln nordwestlich von Tirana gelegen, sollen nach Schätzungen der Behörden komplett zerstört sein. Rund 1600 weitere Gebäude in der weiteren Umgebung seien beschädigt worden, mehrere hundert davon schwer. Die Regierung versprach, die Betroffenen zu unterstützen. 3000 Person sind obdachlos - ein Teil von ihnen wurde in staatlichen Ferienheimen in Durrës untergebracht.
Verletzte gab es auch auf der Autobahn Durrës-Tirana, die nicht weit vom Ungkücksort vorbeiführt. Der Flugverkehr auf dem wenig östlich gelegenen Flughafen von Tirana musste am Samstag für eine halbe Stunde unterbrochen werden. Auch am Flughafen gingen einige Fensterscheiben zu Bruch.
Die im Munitionslager der albanischen Armee in Gërdec gelagerte Munition sollte dort vernichtet werden. Sali Berisha erklärte, dass die rund 100'000 Tonnen veralteter Munition aus kommunistischer Zeit zu den grössten Problemen Albaniens gehörten.
Rund 80 Personen seien auf der Anlage der albanischen Armee am Arbeiten gewesen, als die Explosionen ausbrachen, berichtete CNN. Die meisten konnten sich zwischen den ersten beiden grossen Explosionen in Sicherheit bringen. Augenzeugen berichteten, dass Munition von einem Lastwagen gefallen sei, was eine tragische Kettenreaktion ausgelöst habe.
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften im Waffendepot ist wohl nicht allzu viel Sorge getragen worden. Die meisten Arbeiten – darunter anscheinend auch Frauen und Kunder – hatten keinerlei Ausbildung für die gefährliche Arbeit. Auch die Rolle der amerikanischen Betreiberfirma, die vom Verteidigungsministerium mit der Entschärfung der Munition beautragt worden war, werde untersucht, kündigten die Behörden in Tirana an.
Verteidigungsminister Fatmir Mediu gab in Folge der Ereignisse seinen Rücktritt bekannt. Die Opposition fordert zwischenzeitlich den Rücktritt von Premier Sali Berisha – sie wirft ihm vor, die wahren Opferzahlen zu verheimlichen. An einem Schweigemarsch zum Gedenken der Opfer am Freitag nach dem Unglück im Zentrum von Tirana nahmen tausende von Personen teil.
Am Wochenende nach der Explosion hat die Schweizerische Rettungsflugwacht zwei Frauen mit schwereren Brandverletzungen in die Schweiz ausgeflogen. Albanien hatte das DEZA gebeten, bei der medizinischen Versorgung der beiden Schwerverletzten, die im Munitionsdepot gearbeitet hatten, zu helfen. Die Frauen wurden in die Universitätskliniken von Zürich und Lausanne gebracht. Die Schweiz hat zudem angekündigt
, Albanien mit Material für Verbrennungsopfer, Beratung beim Wiederaufbau und Analyse des Bodens in Höhe von einer halben Million Euro zu unterstützen.(Aktualisiert am 25. März, 23:59h)Der albanische Präsident Topi und seine Frau
besuchen Opfer der Explosion im Militärspital
von Tirana (Bild: Pressedienst)Sali Berisha am Sonntag bei einem Besuch in
Gërdec (Bild: Pressedienst)
Bereits im Mai 2006 ist es in einem Waffenlager der albanischen Armee zu Explosionen gekommen, die zu einem Todesopfer und mehreren Schwerverletzten führten.
[Waffenlager explodiert (8. Mai 2006)
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