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Habe den Brief nach Rückkehr aus Dresden
vorgefunden. Werde am Dienstag in Köthen spielen. Habe ein
schlechtes Gewissen, da er die Symphonie op. 96 diese
Saison noch nicht spielen könne. Hätte seinem jungen Institut gerne diese Ehre
verschafft. Will den E. als Dirigent des Werks. Spiele aus praktischen und
diplomatischen Gründen Beethovens "Eroica" und
dessen Achte Symphonie. 1. Florenz: Werde an Madame Laussot, die in Florenz vor drei Jahren einen
Gesangsverein gegründet habe, schreiben. Dessen Leitung habe nun Louis Ehlert inne, den er dorthin vermittelt habe. Schicke
ihr Novitäten, darunter Quartette Schumanns,
Rubinstein und des E.s [op.
77 und op. 90]. Schickt Programm eines
Konzerts von Sgambati, der bei seinem Schwiegervater in Rom studiert
habe. Rät dem E., am Preisausschreiben teilzunehmen. 2. Peters: Werde Friedländer noch einmal
schreiben. 3. Weitzmann habe Bendel für Mainz in Vorschlag gebracht.
Wünschte sich lieber seinen Exfreund Bronsart.
Bittet den E., dort auf Bronsart aufmerksam zu machen. Der E. soll Bendel nicht nach
dessen Wiesbadner Debüt beurteilen. Dieser sei wirklich ein
Talent. Kösting solle den "Columbus" an Bogumil Dawson nach Dresden
schicken. Dieser kannte Kösting noch nicht, werde das Stück aber lesen. Bittet den
E., ein Klaviertrio von John, der nun in Dresden lebe und ein blindes Vertrauen in den E. setze, durchzusehen. Die Bronsart habe in Dresden sowie im
Leipziger
Gewandhaus mit David die "Ode au Printemps" op. 76 mit
viel Erfolg gespielt, der A. die "Metamorphosen" (aus op.
74),die als
Prüfungsstück verwendet werden, am 2. und 4. Dezember vorigen Jahres in Dresden und Leipzig. Hirsch sei
leidlich. Spiele das Beethoven-Es-Dur-Konzert und
werde mit den "Préludes" von Chopin abgeschliffen.
Grüsse an die Frau. Seine Frau und Kinder [Daniela und
Blandine] wohl. Bittet den E., Werbung für die
neue Zeitschrift "Die Fackel" zu machen, deren erstes
Heft Beiträge von ihm und Weitzmann enthalte.
Redaktor sei ein F. B. [Franz Brendel], "gegen den wir diktatorisch auftreten können".
Redaktion: Alexander Meyen, Verleger: Eugen Simmel.