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4.7.1923 Winterthur, 15.10.2013 Winterthur, ref., von Winterthur. Sohn des Jean-Jacques Henri, Kinderarztes, und der Ida geb. Sulzer. Ledig. Nach staats- und wirtschaftswissenschaftl. Stud. an der Univ. Zürich promovierte F. 1947 beim Staats- und Völkerrechtler Werner Kägi. Geprägt vom früh und als bedrohlich erlebten Gegensatz zwischen Demokratie und Totalitarismus sowie von der Teilung Europas, betrieb F. neben seiner 1957 in Winterthur eröffneten Anwaltspraxis freisinnige Politik schon bald als "zweiten Beruf". Seine mit grossem Einsatz in der FDP verbundene parlamentar. Laufbahn führte über alle Stufen des Bundesstaates: 1962-75 Gr. Gemeinderat von Winterthur, 1967-77 Zürcher Kantonsrat, 1975-82 Nationalrat. Hier profilierte sich F. v.a. in der Aussen- und Militärpolitik, als Kritiker der sich formierenden Friedensbewegung und als Befürworter einer starken Landesverteidigung. Am 8.12.1982 wurde F. als offizieller FDP-Kandidat im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Fritz Honegger in die Landesregierung gewählt, wo er von Kurt Furgler das Justiz- und Polizeidep. übernahm. Mit grossem Engagement setzte sich F. in Parlament und Öffentlichkeit für ein neues, partnerschaftl. Eherecht ein, ebenso für die Stärkung des Föderalismus durch Massnahmen zur Neuverteilung der Aufgaben von Bund und Kantonen. Mit der sog. Lex Friedrich wurde F. zum Vater einer politisch konsensfähigen Alternative zur Volksinitiative der Nationalen Aktion gegen den "Ausverkauf der Heimat". Konfrontiert mit neuen, wirtschaftlich motivierten Einwanderungen, bekämpfte F. die Anreize zum Missbrauch der liberalen Asyltradition durch "unechte" Flüchtlinge. Leidenschaftlich, aber erfolglos warb er in der Öffentlichkeit auch für den Beitritt der Schweiz zur Uno. Nach nur 22 Monaten stellte F. sein Amt aus gesundheitl. Gründen im Okt. 1984 wieder zur Verfügung -- von den Koalitionsparteien einhellig als gradliniger, unbestechl. Politiker mit hervorragenden Fachkenntnissen gewürdigt.
Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 587-592
Autorin/Autor: Kenneth Angst