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Überraschung im Sika-Streit: Nur noch einer soll gehen
Im Machtkampf um Sika macht die Erbenfamilie einen Teilrückzieher. Sie fordert nur noch die Abwahl des Verwaltungsrats Daniel Sauter. Er gehört zu den vehementen Gegnern eines Verkaufs des Baustoffkonzerns an den französischen Konkurrenten Saint-Gobain.
An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 24. Juli hätten die Aktionäre ursprünglich über die Abwahl der drei unabhängigen Verwaltungsräte Paul Hälg, Monika Ribar und Daniel Sauter entscheiden sollen. Sie hatten das Vertrauen der Erbenfamilie Burkard verloren, weil sie gegen die Übernahme opponierten. Nun haben die Erben, vertreten durch die Schenker-Winkler-Holding (SWH), ihre Forderung begrenzt, wie Sika am Montag mitteilte.
Damit kommt die SWH Hälgs Forderung von der ordentlichen Generalversammlung im April nach. Der amtierende Verwaltungsratspräsident von Sika hatte die Beschränkung der Stimmrechte der Familie Burkard damit begründet, dass die unabhängigen Verwaltungsräte bis auf weiteres die Mehrheit in dem Gremium stellen müssten.
Damit solle eine frühzeitige Einverleibung Sikas in Saint-Gobain verhindert werden, bis die rechtliche Frage endgültig geklärt ist, ob die Stimmrechtsbeschränkung erlaubt sei. Denn eine einmal vollzogene Integration in Saint-Gobain könne nicht mehr rückgängig gemacht werden.
"Diese Mehrheit bleibt gewahrt, wenn einzig Herr Sauter abgewählt wird", sagte SWH-Sprecher Andreas Durisch der Nachrichtenagentur sda. Denn in diesem Fall könne die Sika die Stimmrechte der SWH nicht beschränken, ohne gegen die eigenen Aussagen zu verstossen.
Die Wiederwahl der sie nicht unterstützenden Verwaltungsräte ficht die SWH beim Zuger Obergericht an. Sie seien nach Auffassung der SWH an der ordentlichen GV Mitte April nicht rechtskonform gewählt worden, weil die Sika bei deren Wahl die Stimmrechte der SWH beschränkt habe, sagte Durisch. Nach Auffassung der SWH ist aber Max Roesle bereits rechtsgültig als Mitglied des Verwaltungsrats gewählt.
"Undurchsichtiges Manöver"
Der Antrag der SWH auf Traktandenänderung an der ausserordentlichen GV komme sehr überraschend, sagte ein Vertreter des Sika-Verwaltungsrats der sda. Er sprach von einem "undurchsichtigen Manöver" der SWH, das man noch nicht einordnen könne. Denn die Familienholding bestreite weiter die Rechtmässigkeit der Wiederwahl von fünf Verwaltungsräten an der GV. Zudem habe die SWH Verantwortlichkeitsklagen gegen die von ihr unabhängigen Verwaltungsräte eingereicht. Der Verwaltungsrat werde das Begehren prüfen und zu gegebener Zeit dazu Stellung nehmen. (sda)