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Seminar Wahlbereich
Die Musik als nicht-begriffliche, nicht-referentielle und dennoch bedeutsame Kunst ist für die Dichtung und ihre Theorie in vielerlei Hinsicht interessant. So hat denn die Musik der Sprache immer wieder Anlass zur Selbstbestimmung bzw. Selbstreflexion gegeben, und dies nicht nur im Sinne einer Abgrenzung und Unterscheidung, sondern durchaus auch in Form des Wunsches, sich die nur scheinbar asemantischen Darstellungsweisen der anderen Kunst (wie Klang und Rhythmus) zu eigen zu machen. Der gemeinsame Ursprung von Musik und Poesie in der antiken Konzeption von Dichtung ist dabei nur ein Ausgangspunkt für Überlegungen, die das Verhältnis von Gefühl, Ausdruck, Darstellung und Rhetorik betreffen. Diskutiert werden soll in diesem Seminar das Verhältnis von Musik und Sprache in einem Durchgang durch verschiedene historische Stationen, die vor allem die Fragen nach der Möglichkeit von Sprache als Musik sowie nach der Übersetzung von einer Kunst bzw. einem Medium ins andere umkreisen. Dieser Durchgang beginnt bei der Frühromantik (Wackenroder/Tieck, Novalis), macht Station bei E.T.A. Hoffmann („Kreisleriana“) und Franz Grillparzer („Der arme Spielmann“), führt weiter zu Texten aus dem Umfeld von Richard Wagner (Schopenhauer, Nietzsche, Adorno) und endet schliesslich im 20. Jahrhundert bei Autoren wie Franz Kafka („Josefine, die Sängerin“), Thomas Bernhard („Die Macht der Gewohnheit“) und William Gaddis („Das mechanische Klavier“). Das genaue Programm wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Modul AVL / KP: 340 Seminar Wahlbereich II (6 KP, NF 60, NF 30)