Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03599.jsonl.gz/805

Nsekera ist vorläufig nur für ein Jahr ernannt. Im nächsten Jahr soll der Fifa-Kongress erstmals eine Frau als ordentliches Mitglied für eine Amtsdauer von vier Jahren in das Exekutivkomitee wählen. Lydia Nsekera wird dann die besten Chancen haben. Das höchste Entscheidungsorgan der Fifa setzt sich aus dem Fifa-Präsidenten und 23 Mitgliedern zusammen.
Lydia Nsekera ist Präsidentin des Fussballverbandes von Burundi und Mitglied mehrerer Komitees der Fifa. Sie kam über ihren Vater zum Fussball, der früher einen Klub präsidiert hat. Die Mannschaftsbesprechungen habe er oft zu Hause abgehalten. Deshalb habe der Fussball sie schon als kleines Mädchen begeistert, sagt Lydia Nsekera. Fussball zu spielen sei für sie als Mädchen jedoch unmöglich gewesen, da dies in Afrika damals verpönt war. Sie spielte deshalb Basketball und war Hochspringerin.
Später gründete sie mehrere Frauenfussball-Teams. In der Folge machte sie Karriere im nationalen Fussballverband, den sie seit 2004 präsidiert. In Burundi hat sie wegen ihrer Arbeitsdisziplin und Autorität den Übernamen «Eiserne Lady des Fussballs» – in Anlehnung an die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher. Es habe lange gedauert, bis sie als Frau im nationalen Fussballverband akzeptiert worden sei, sagt Lydia Nsekera. Auf ihre Berufung in das Fifa-Exekutivkomitee könne nicht nur sie stolz sein, sondern auch der nationale Verband und alle Frauen.
«Ich habe immer versucht, die strikte Trennung zwischen Männern und Frauen zu vermeiden», erklärt Nsekera. Sie habe beispielsweise weibliche Schiedsrichter bei Spielen der Männer eingesetzt.
Die Verdienste von Lydia Nsekera sind in Burundi umstritten, schreibt die Nachrichtenagentur AFP. Burundi falle in der Fussball-Rangliste der afrikanischen Länder seit Jahren zurück, kritisiert ein Klubpräsident, der anonym bleiben will. Sportminister Jean-Jacques Nyenimigabo entgegnet, Lydia Nsekera habe Ordnung in den nationalen Fussballverband gebracht. Es sei nicht nur ihr Fehler, wenn die Resultate auf dem Spielfeld nicht besser würden.
Die Uefa, die Vereinigung europäischer Fussballverbände, hatte letzten Herbst mit der Norwegerin Karen Espelund erstmals eine Frau in ihr Exekutivkomitee gewählt.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Redaktorin und Herausgeberin der Zeitschrift «FrauenSicht»