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In Brasilien kommt das halbstaatliche Ölunternehmen Petrobras nicht aus den Schlagzeilen heraus. Am Donnerstag (20.) wurde nun Paulo Roberto Costa, ehemaliger Direktor des Energiekonzerns, unter dem Vorwurf der Geldwäsche und der Vernichtung von Beweisen festgenommen. Ins Visier der Untersuchungsbehörden geriet das Unternehmen aber auch im Zusammenhang mit dem Erwerb einer amerikanischen Raffinerie, für die das 28-fache des Marktwertes gezahlt wurde.
Bereits am Montag (17.) wurden in verschiedenen Städten Brasiliens 24 Personen festgenommen, die Geldwäscheringe unterhalten haben sollen. Diese sollen in den vergangenen drei Jahren umgerechnet 3,3 Milliarden Euro umgesetzt haben und in die verschiedensten kriminellen Machenschaften verwickelt sein. In diesem Zusammenhang war Costa bereits vernommen, anschliessend jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Jetzt nahm die Bundespolizei ihn jedoch erneut fest, da er versucht haben soll, Beweise zu vernichten.
Gegen Paulo Roberto Costa wird ebenso im Zusammenhang mit dem überteuerten Kauf der amerikanischen Raffinerie ermittelt, da er zu dem Zeitpunkt in der Direktion der Petrobras saß. Diese erwarb 2006 für 360 Millionen Dollar die Hälfte der Raffinerie Pasadena in Texas (USA), wobei 190 Millionen Dollar für die Wertpapiere und 170 Millionen Dollar für das Öl bezahlt wurden. Ein Jahr zuvor hatte die belgische Astra Oil jedoch lediglich 42,5 Millionen Dollar für die gesamte Raffinerie hingelegt. Im Jahr 2008 kam es zu einem Zerwürfnis zwischen Astra Oil und Petrobras und das brasilianische Unternehmen wurde aufgrund zweier speziellen Vertragsklauseln dazu verurteilt, das belgische Unternehmen auszubezahlen. Insgesamt kostete Pasadena die Brasilianer somit 1,18 Milliarden Dollar. Die Behörden ermitteln nun, ob es sich um einen absichtlich überteuerten Kauf handelt.
Pikant an der Geschichte ist, dass zum Zeitpunkt des Kaufs Präsidentin Dilma Rousseff den Vorsitz des Beratungsgremium der Petrobras inne hatte. In dieser Funktion unterzeichnete sie ein Dokument, das sich für den Erwerb der Raffinerie aussprach. Rousseff rechtfertigte ihre Unterschrift damit, dass in den ihr vorgelegten Papieren von den Klauseln keine Rede gewesen sei.