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Avalon Gemeinschaft
Der volle Name der Organisation lautet „Avalon Gemeinschaft – Eidgenössischer, völkisch-heidnischer Kulturkreis.“
Der Name Avalon bezieht sich auf die paradiesartige Insel aus der keltisch-britischen Mythologie, und wurde von der Avalon-Gemeinschaft gewählt, „weil wir uns darin vor dem aktuellen Zeitgeist und seinen Verteidigern, in einem geschlossenen Kreis Unseresgleichen zurückziehen können.“ (https://avalon-gemeinschaft.ch/?page_id=568)
Trotz ihres als der keltischen Mythologie stammenden Namens bezieht sich die Avalon-Gemeinschaft eher auf die neugermanische Tradition als auf die neukeltische.
Die Avalon-Gemeinschaft ging im Jahr 1990 hervor aus der Wiking-Jugend Schweiz, welche Roger Wüthrich im Jahr 1987 gegründet hatte. Leiter der Avalon-Gemeinschaft wurde Roger Wüthrich.
Im Jahr 2003 gab Roger Wüthrich die Leitung der Avalon-Gemeinschaft ab, blieb aber bis heute aktives Mitglied der Gemeinschaft. Neuer Leiter wurde Adrian Segessenmann.
Die Avalon-Gemeinschaft vertritt ethnopluralistische Ideen, indem sie fordert, dass unterschiedliche Kulturkreise, auch innerhalb von Europa, getrennt bleiben sollten.
Daneben vertritt sie den neuheidnischen Geschichtsmythos, der behauptet, dass heutige Feste und Volksbräuche – auch solche, die nachweislich erst in der Neuzeit entstanden sind – in weiten Teilen auf vorchristliches Heidentum zurückgehen sollen. So wird mit einer altdeutschen Göttin Ostara gerechnet, obwohl eine solche in keiner Quelle auftaucht, sondern eine Spekulation von Jacob Grimm darstellt, der die vom englischen Kirchenhistoriker Beda behauptete (und ebenfalls ganz unbelegte) Göttin Eostre ins Althochdeutsche übertrug. Symbol der Ostara soll der Hase gewesen sein, obschon der Osterhase erst 1682 das erste Mal belegt ist. Dass der Name der fiktiven Göttin Ostara in neugermanischen Kreisen gerne ganz ungermanisch betont wird (lateinisch ostára statt germanisch óstara) ist für den ahistorischen Zugang dieser Kreise zu Kulturen und Traditionen typisch.
Auf der Website der Avalon-Gemeinschaft finden sich auch Texte, die eine revisionistische Sicht des Zweiten Weltkriegs vertreten.
Die Avalon-Gemeinschaft feiert die Jahresfeste, die in neugermanischen Kreisen beliebt sind, so die Sommer-Sonnwendfeier und die Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche.
Vor allem aber werden Vorträge organisiert, meist mit Referierenden aus dem politisch rechten Milieu.
Die Avalon-Gemeinschaft wird kritisiert wegen ihrer ethnopluralistischen und revisionistischen Ansichten. Die Organisation ist personell mit anderen rechtsorientierten Organisationen verbunden und kann deshalb als Teil der rechten Szene in der Schweiz gesehen werden.