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In der Übersicht
Die sogenannte „Hand der Fatima“ soll vor Unheil schützen. Pandora dagegen wurde, zumindest laut dem antiken Dichter Hesiod, geschaffen, um mit Hilfe ihres wunderschönen Körpers Unheil zu bringen. Beide Narrative verweisen auf eine Verbindung zwischen Körper, Geschlecht und Religion. Der Körper bildet die Grundlage menschlichen Handelns und Denkens. Anhand des Körpers werden basale Kategorien des Menschseins geformt und zeit- und kulturspezifisch ausgearbeitet. Als eine solche grundlegende Kategorie kann das Geschlecht betrachtet werden. Geschlechtervorstellungen spielen in verschiedenen religiösen Traditionen eine massgebende Rolle. Rituale werden beispielsweise geschlechtsspezifisch ausgeformt, religiöse Normen dienen der Hierarchisierung zwischen Geschlechtern, oder religiöse Bilder repräsentieren ideale Rollen für verschiedene Geschlechter. Religionen können dabei dominante soziokulturelle Geschlechtervorstellungen legitimieren und untermauern, sie können diese aber auch subversiv angehen und in Frage stellen. In der Vorlesung wird das facettenreiche Wechselspiel zwischen Geschlecht, Religion und Körper anhand ausgewählter theoretischer Zugänge reflektiert und mit verschiedenen Fallbeispielen aus Geschichte und Gegenwart illustriert. Dabei wird nicht nur der Bedeutung von Körper und Geschlecht für Religionen nachgegangen, sondern auch die Frage gestellt, welche Implikationen ein körperzentrierter Zugang für eine Annäherung an Religion hat.