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Der Basler Altlastenexperte Martin Forter und der Geologe Walter Wildi werfen den Industriellen Werken Basel (IWB) und der Hardwasser AG vor, sie würden die Lebensmittelgesetzgebung missachten. Basis für ihre Anschuldigungen ist eine Studie des Wasserinstituts der ETH EAWAG, die im Auftrag des Kantons Baselland gemacht wurde und die Wasserstrategie des Kantons unter die Lupe nahm. Die Studie wurde der Öffentlichkeit im November 2016 vorgestellt.
Aus dieser Studie werde ersichtlich, dass ein bestimmter Stoff - AMPS oder ausgeschrieben 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure - im Jahr 2015 ins Basler Trinkwasser gelangt sei, sagt Forter. «Das heisst, dass wir diese Substanz, die als Betonverflüssiger eingesetzt wird, getrunken haben.»
Hardwasser AG und IWB halten die Lebensmittelgesetzgebung nicht ein.
Wie gefährlich oder allenfalls auch nicht diese Substanz tatsächlich ist, sagt Forter nicht. Aber er kritisiert, dass IWB und Hardwasser AG nicht gewusst hätten, dass diese Substanz im Wasser sei. «Damit halten Hardwasser AG und IWB das Lebensmittelgesetz nicht ein.» Dies sehe nämlich vor, dass Betriebe, die Lebensmittel produzierten, stets die Kontrolle darüber haben müssten, was in ihren Lebensmitteln sei.
Dies sei aber offenbar nicht der Fall - und das bereits seit mindestens 10 Jahren. «Das Schlimme ist ja, dass der damalige Baselbieter Kantonschemiker schon im Jahr 2008 von einem Mangel an Selbstkontrolle sprach und sagte, dass Handlungsbedarf bestehe», so Forter, der sich dabei auf ein Interview mit Niklaus Jäggi bezieht, welches am 29. Februar 2008 in der «Basler Zeitung» erschienen ist.
Wenn AMPS unbemerkt ins Trinkwasser gelangen konnte, ist laut Forter anzunehmen, dass dasselbe auch mit andern Stoffen passiere.
Hardwasser widerspricht
Dem Vorwurf, Gesetze zu missachten, widerspricht Thomas Meier, Geschäftsführer der Hardwasser AG vehement. «Wir halten die Lebensmittelgesetze natürlich ein», sagt er. Das Trinkwasser werde zudem vom Kanton überwacht und dieser habe keine Beanstandungen. Meier sagt, «kein Lebensmittel wird so gut überwacht sei wie das Trinkwasser.» Von einer laschen Kontrolle der Wasseraufbereitung innerhalb seines Betriebs will er nichts wissen.
Kein Lebensmittel wird so gut überwacht sei wie das Trinkwasser.
Die Aktivkohlefilteranlage, die die Hardwasser AG habe, genüge - auch wenn sie Stoffe wie AMPS nicht aus dem Wasser filtern könne und diese deshalb ins Trinkwasser gelangten.
Forter hingegen verlangt, dass die Hardwasser AG dem Beispiel der Gemeinde Muttenz folgt. Diese hat ein teures mehrstufiges Trinkwasseraufbereitungssystem gebaut. «Eines, welches Stoffe wie AMPS zurück hält», sagt Forter.