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Die Rohfütterungsmethode BARF bei Katzen orientiert sich an der Ernährung von wilden Katzen in der freien Natur. Denn trotz der Domestizierung unserer Hauskatzen hat sich deren Verdauung kaum verändert.
Der Speiseplan von Wildkatzen ist nach wie vor der gesündeste für unsere Katzen. Genau hier setzt die BARF-Ernährung an.
Wilde Katzen ernähren sich in der freien Wildbahn – ähnlich wie bei Freigängerkatzen – von Beutetieren wie Mäuse, Kaninchen usw. Diese werden nahezu komplett sowie roh gefressen und liefern den Miezen alles, was sie benötigen. Grosse Mengen an Getreide, synthetische Zusatzstoffe sowie andere Substanzen, die sich häufig in den kommerziellen Futtermitteln befinden, gehören nicht auf den Speiseplan. Gerade kohlenhydratlastige Lebensmittel wie Getreide oder Kartoffeln können von Katzen nur sehr schwer bis gar nicht verwertet werden und haben im Napf nichts zu suchen.
Die Futterkomponenten von BARF
Angelehnt an das Beutetier setzt sich die BARF-Ration einer Katze wie folgt zusammen: Die unverdaulichen Bestandteile wie das Fell und der Darminhalt eines Beutetiers werden durch 5% Gemüse und Früchte ersetzt. Verhältnismässig werden 85% Gemüse und 15% Obst gefüttert.
Der pflanzliche Anteil ist im Vergleich zum Hund mit 20% deutlich tiefer, weil Katzen reine Fleischfresser (obligate Karnivore) sind.
Die anderen 95% der BARF-Ration für Katzen bestehen aus tierischen Komponenten:
- Das reine Muskelfleisch macht mit rund 70% des tierischen Anteils den Löwenanteil aus. Da Katzen einen höheren Taurinbedarf haben als Hunde, sollte ein Teil der Muskelfleischmenge regelmässig aus Herz (vom Huhn, Rind etc.) bestehen. Herz ist ein guter Taurinlieferant.
- Die Innereien (z.B. Leber, Niere, Milz, Lunge) machen 20% aus und sind wichtige Vitamin- und Mineralstofflieferanten.
- Auch der Knochenanteil vom Beutetier wird übernommen, wobei bei BARF 10% rohe, fleischige Knochen (kurz RFK) gefüttert werden. Wie es der Name schon sagt, werden keine blanken Knochen gefüttert, sondern wie bei einem erlegten Beutetier nur fleischige Knochen (Fleischanteil von ca. 50%).
Herz
Das Herz ist eigentlich reines Muskelfleisch und wird je nach Konzept unter Muskelfleisch oder Innereien eingeordnet. Wir ordnen Herz bei BARF für Hunde unter den Innereien ein, da es nur in kleinen Mengen gefüttert werden muss. Bei der Katze hingegen ist es Teil des Muskelfleischanteils, da Katzen einen deutlich höheren Taurinbedarf haben. Der Organismus der Katze „verbraucht“ nämlich mehr Taurin und ist zeitgleich weniger effizient bei der Taurin-Produktion als der Hund.
Rationsgestaltung für Katzen
Die BARF-Ration setzt sich also wie folgt zusammen:
BARF-Ration für Katzen
– 5% Pflanzliches: 85% Gemüse, 15% Obst
– 95% Tierisches: 70% Muskelfleisch (inkl. Herz), 20% Innereien und 10% rohe, fleischige Knochen (RFK)
Generell gilt es bei BARF zu beachten, dass nicht täglich alle Komponenten in exakt diesem Verhältnis gefüttert werden müssen. Das Verhältnis muss über 1 bis maximal 2 Wochen hinweg stimmen, damit deine Katze mit allem versorgt ist.
Oft entscheidet man sich bei Katzen aber sowieso dafür, das BARF-Futter zum Beispiel gleich für die ganze Woche zu vermischen und in Tagesrationen abzupacken und einzufrieren, da du sonst täglich extrem kleine Mengen abwägen und vermischen müsstest.
BARF-Zusätze für Katzen
Die Meinung, dass es bei BARF unzählige Zusätze braucht, damit eine gesunde Katze gesund bleibt, hält sich hartnäckig. Das ist jedoch falsch! Wenn das oben beschriebene Verhältnis eingehalten wird, sind im Speiseplan einer gesunden, erwachsenen Katze „nur“ folgende Zusätze nötig:
Fischöl mit Vitamin E: Die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fettsäuren, da die Katze diese nicht (zu genüge) selbst herstellen kann. Während das heutige Fleisch aus Massentierhaltung einen Überschuss an Omega-6-Fettsäuren liefert, muss zusätzlich ein Öl mit einem hohen Omega-3-Fettsäure-Gehalt gefüttert werden. Fischöle haben den höchsten Prozentsatz an Omega-3-Fettsäuren, wobei sich z.B. ein Wildlachsöl gut eignet. Vor der Gabe muss das Öl unbedingt mit Vitamin E versetzt werden, um dieses zu stabilisieren und die Katze bei der Aufnahme von Omega-3 zu unterstützen.
Meeresseealge: Bei BARF wird auf das Verfüttern der Jod-haltigen Schilddrüse des Beutetieres verzichtet, da die darin enthaltenen Hormone die Schilddrüse der Katze beeinträchtigen könnten. Als Ersatz dient die Meeresseealge, z.B. Blasentalg oder Ascophyllum nodosum. Diese sind besonders jod- und mineralstoffreich.
Taurin: Katzen haben einen höheren Taurinbedarf als Hunde und haben gleichzeitig eine eingeschränkte Taurinsynthese, daher sollte dieses ergänzt werden.
Bei Freigängerkatzen, die Mäuse jagen und fressen, und/oder bei regelmässiger Fütterung von frischem statt gefrorenem Fleisch ist die Taurin-Ergänzung nicht zwingend nötig.
Lebertran: Lebertran wird aus der Leber von Fischen (z.B. Dorsch) gewonnen und wird in erster Linie für die Vitamin D-Zufuhr bei Katzen eingesetzt.
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Quellen: Das BARF-Buch von Nadine Wolf
Bilder: Shutterstock