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Assignaten
(frz. assignats, d. h. Anweisungen), die Bezeichnung eines Papiergeldes, zu dessen Ausgabe die Französische Revolution von 1789 griff, um die Geldbedürfnisse zu befriedigen. Nach dem Beschluß der Konstituierenden Versammlung vom ¶
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wurden 400 Mill. Livres in Anweisungen auf die geistlichen Güter in Umlauf gesetzt. Dieses Papiergeld sollte bei dein Verkauf
jener Güter an Zahlungsstatt angenommen und auch im freien Verkehr als bares Geld angesehen werden. Kurz darauf gab man aber
Assignaten mit Zwangskurs aus, und die anscheinende Leichtigkeit, mit der sich auf diesem Wege den außerordentlichen
Bedürfnissen der Revolutionskriege genügen ließ, führte zu einer so häufigen Wiederanwendung des nämlichen Verfahrens,
daß sich im Febr. 1796 der Gesamtbetrag aller Emissionen auf die Summe von 45578 Mill. Livres belief.
Hierzu kamen viele falsche
Assignaten, die von England aus eingeschmuggelt wurden. Die waren von
ihrem Ursprünge an nichts weiter als Anweisungen auf erhoffte, bestenfalls erst in längern Fristen eingehende Kaufgelder.
Konnte schon desbalb ihr Zeitwert nicht dem Nennwerte entsprechen, so mußte überdies die Unsicherheit der einstigen Einlösung
mit jeder Million steigen, um die der angenommene Preis der Nationalgüter bei der Ausgabe der
Assignaten überschritten
ward. Bringt man noch die damalige Unsicherheit der öffentlichen Zustände in Rechnuug, so erklärt es sich, daß die
Assignaten, die
schon bei der ersten Verausgabung im Preise verloren, zu Anfang 1791 mit 90, gegen Ende 1792 mit 63, gegen Ende 1793 mit
45, Ende 1794 mit 22, bald darauf mit 17 Proz. ihres Nennwertes angenommen
wurden, endlich aber nur 1/833 des Nennwertes in Metallgeld wirklich galten, so daß alle Waren einen enorm hohen Preis erreichten
(ein Paar Stiefel z. B. 20000 Livres) und Beamte und Kapitalisten dem Hunger preisgegeben waren.
Eine Zeit lang wollte man der Entwertung des Papiergeldes durch Bestimmung eines Maximum der Preise aller
Waren begegnen, aber niemand vermochte die Produzenten und Händler zu zwingen, mit Schaden zu arbeiten und zu verkaufen.
Das Direktorium empfing 1792 für 20000 Mill. neuausgegebeue
Assignaten kaum 100 Mill. Frs. in reellen Werten. Die Folge war eine
allgemeine Zerrüttung aller wirtschaftlichen Verhältnisse. Endlich wurden die
Assignaten mittels Beschlusses
vom 30. Pluviose des Jahres IV außer Kurs gesetzt und zu einem Dreißigteil ihres Nennwertes gegen ein neues
Papiergeld, die sog. Territorialmandate, umgetauscht; später setzte man die
Assignaten auf
1/100 der Mandate herab.
Für diesen Preis wollte man sie gegen Mandate umtauschen, was aber nicht geschah, da die Inhaber sie
lieber zu dem Spottpreise des Tags ausgaben. Auch den Mandaten wurde Zwangsumlauf gegeben, und es wurden sogleich für 1400 Mill.
Livres emittiert. Sie wurden anfänglich zu 91, dann zu 60 Proz. ihres Nennwertes angenommen,
sanken aber schnell im Preise und schwankten später zwischen 2 und 3 Proz.
des Nennwertes. Schon 1796 mochte man sie im Handel nicht mehr annehmen, und als im Febr. 1797 der Zwangskurs aufgehoben wurde,
die öffentlichen Kassen sie aber zum Tagespreise annahmen, wurden oft für 100 Livres Mandate nur 2 Liards oder ½ Sou (1/40
Livre) Münze bezahlt, so daß sie also auf 1/4000 ihres Nennwertes gefallen waren. Am erklärte
ein letztes Dekret alle
Assignaten ungültig, die noch nicht gegen Mandate ausgewechselt waren.