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- Das zweite TV-Duell demokratischer Präsidentschaftsbewerber startete mit scharfen Attacken gegen Amtsinhaber Donald Trump.
- In Umfragen liegt Ex-Vize-Präsident Joe Biden vor den beiden Parteilinken Sanders und Warren.
Im US-Bundesstaat Florida ging die zweite Runde der TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber über die Bühne. In Miami trafen am Donnerstagabend unter anderem politische Schwergewichte wie Ex-Vizepräsident Joe Biden, der unabhängige Senator Bernie Sanders, seine Kollegin Kamala Harris sowie der Bürgermeister Pete Buttigieg aufeinander.
Die US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten (in alphabetischer Reihenfolge)
Biden, Sanders und Harris nutzten ihre ersten Antworten, um den republikanischen Präsidenten Donald Trump mit scharfen Worten zu attackieren. So bezeichnete Sanders Trump als «pathologischen Lügner» und «Rassisten».
Qualifikationen für TV-Duelle
- Um sich für das Fernsehduell zu qualifizieren, mussten die Bewerber in drei Umfragen mindestens ein Prozent Unterstützung erhalten oder Spenden von insgesamt 65'000 Förderern aus 20 US-Bundesstaaten nachweisen.
- Jede der beiden Debatten wurde in fünf Segmente unterteilt, bei denen jeder Kandidat eine Minute zur Beantwortung von Fragen und weitere 30 Sekunden zur Beantwortung von Nachfragen hat.
- Weitere 45 Sekunden waren für ein Abschluss-Statement vorgesehen.
Ex-Vize-Präsident Biden würde im Fall seiner Wahl die Steuersenkungen des allfälligen Amtsvorgängers Donald Trump rückgängig machen. «Wir haben eine schreckliche Ungleichheit der Einkommen», sagte er im Verlauf der Debatte. Er werde deshalb Trumps Steuersenkungen für Reiche eliminieren.
Sein Konkurrent Sanders verteidigte in der Diskussion seine Pläne für ein staatlich finanziertes Gesundheitssystem. Mittelklasse-Haushalte würden dann zwar mehr Steuern zahlen, aber weniger für Krankenversicherung ausgeben.
«Verletzende Aussagen» von Biden
Die Senatorin Kamala Harris und Ex-Vizepräsident Biden lieferten sich zudem einen Schlagabtausch. Harris attackierte Biden für dessen Bemerkungen über zwei Senatoren, die Anhänger der Trennung zwischen Schwarzen und Weissen waren, sowie seine frühere Position bei der Integration afroamerikanischer Schüler.
Umfragen: Biden vor Sanders und Warren
Bislang haben 25 Bewerber ihren Hut bei den Demokraten in den Ring geworfen – mehr Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur hatte die Partei nie. Weil das Feld so gross ist, musste die TV-Debatte in zwei Runden aufgeteilt werden: zehn Bewerber waren am Mittwoch dran, zehn weitere am Donnerstag. Umfragen zufolge liegt Ex-Vizepräsident Biden bislang deutlich vorne, gefolgt von Sanders und der linksliberalen Senatorin Elizabeth Warren, die am Mittwoch an der ersten Runde der TV-Debatte teilgenommen hatte.
Biden hatte sich vor kürzlich bei einer Spendengala dazu geäussert, wie er zu Beginn seiner Karriere im Senat entgegen seinen Überzeugungen mit zwei Abgeordneten, die Befürworter der Rassentrennung waren, zusammengearbeitet habe. Biden führte dies als Beispiel dafür an, warum überparteiliche Zusammenarbeit wichtig sei, um Probleme zu lösen. Er erntete dafür scharfe Kritik. Harris nannte die Aussagen «verletzend».
Scharfer Schlagabtausch
Die Senatorin kritisierte den Ex-Vize zudem dafür, dass er in den 1970ern die Praxis des «busing» abgelehnt habe – bei der Kinder zu Schulen in anderen Bezirken gefahren wurden, um die Integration vor allem schwarzer Schüler zu ermöglichen und die Trennung zwischen Schwarzen und Weissen aufzuheben.
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Sie selbst habe als kleines Mädchen in einem solchen Bus gesessen, erklärte sie. Biden wies die Kritik zurück und warf Harris vor, seine Positionen falsch dargestellt zu haben.
Dieser emotionale Moment bildete den Höhepunkt der zweiten Runde der TV-Debatte, die insgesamt spannungsgeladener war als die erste Runde am Mittwoch. Die Kandidaten gerieten öfters aneinander und auch die Attacken auf Trump waren schärfer als am Vortag.
Trump verfolgte die zweite TV-Debatte vom G20-Gipfel aus und erklärte das Rennen für sich schon für gewonnen.