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Im Kontext der Raubkunst während der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) forschte das Musée Ariana über die Herkunft seiner Sammlungen.
Mit finanzieller Unterstützung der Schweizerischen Eidgenossenschaft hat das Musée Ariana zwei Operationen durchgeführt, um mehr Transparenz in den historischen Ursprung seiner Sammlungen zu bringen:
einerseits untersucht das Museum die Quelle seiner Sammlungen
andererseits verbesserte das Museum seinen Annahmeprozess während eines neuen Erwerbs
Wir veröffentlichen hier die Ergebnisse dieser Studie, durchgeführt von Marie Mazzone, Kunsthistorikerin, unter der Leitung von Anne-Claire Schumacher, Chefkuratorin des Musée Ariana, und Isabelle Naef Galuba, Direktorin.
Rapport du Musée Ariana sur les recherches de provenance dans ses collections
Die Listen im Anhang betreffen die Objekte mit ihrer Beschreibung (auf Französisch).
Annexe 1
Annexe 2
Annexe 3
Annexe 4
Annexe 5
Als Ergebnis dieser ersten Erforschung der Herkunft der Werke wurden acht Objekte in die Kategorie C eingestuft, was bedeutet, dass die Provenienz zwischen 1933 und 1945 nicht klar ist oder Lücken aufweist. Die verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass es Verbindungen mit dem Problem der geplünderten Kunst geben könnte.
Die Forschung wurde daher durchgeführt.
Wir veröffentlichen hier die acht Berichte dieser zweiten detaillierten Recherche mit den Bildern der betroffenen Werke.
Pendule de cheminée, Manufactures de Meissen et de Vincennes, 1750-1755 (AR 2003-210)
Paire de tulipières, De Metaale Pot, Delft, 1700-1724 (AR 2007-136-1 et -2)
Assiette, Delft, 1770-1780 (AR 2007-143)
Paire de terrines en forme de vanneau, De Grieksche A, Delft, 1757-1764 (AR 2007-147-1 et -2)
Plat Orphée charmant les animaux, Faenza, 1520-1525 (AR 12727)
Plat Le Rapt d'Hélène, Urbino, 1528 (AR 12728)
Der Begriff der Raubkunst umfasst neben Kulturgütern aus der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 in Deutschland unter anderem auch ethnologische und ethnographische Kulturgüter aus dem kolonialen Kontext sowie geplünderte archäologische Kulturgüter.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Deutschland und den annektierten und besetzten Ländern eine grosse Anzahl Kunstwerke konfisziert. Solche Raubkunst kam während und auch nach der Zeit des Deutschen Nationalsozialismus unter anderem auch in die Schweiz.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gab es international und auch in der Schweiz erste Rückerstattungs- und Entschädigungsmassnahmen. So veröffentlichte das Bundesamt für Kultur im Frühjahr 1998 einen Bericht zur Untersuchung der Provenienz der Kulturgüter im Eigentum der Eidgenossenschaft im Hinblick auf die NS-Raubkunstproblematik. Sodann erschien 1998 die vom Bundesamt für Kultur und der Nationalen Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung (NIKE) in Auftrag gegebene Studie zum Kunsthandelsplatz Schweiz in der Zeit von 1933-1945.
Auf internationaler Ebene nahm die Schweizerische Eidgenossenschaft im Dezember 1998 zusammen mit 43 anderen Staaten an der wegweisenden «Washingtoner Konferenz» teil und war massgebend an der Ausarbeitung der «Richtlinien der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nazis konfisziert wurden» (Washingtoner Richtlinien) beteiligt. Bei den Washingtoner Richtlinien handelt es sich um nicht bindende Grundsätze, die das Ziel haben, in Raubkunstfällen gerechte und faire Lösungen zu erreichen.
Anschliessend an die Washingtoner Konferenz richtete der Schweizerische Bundesrat am 26. Januar 1999 die Anlaufstelle Raubkunst ein. Die Anlaufstelle Raubkunst empfiehlt im Umgang mit der NS-Raubkunstproblematik eine transparente, rechtmässige und angemessene Aufarbeitung, um gerechte und faire Lösungen zu erzielen.
Quelle: Bundesamt für Kultur