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Frauen mit einer entsprechenden Veranlagung (Bindegewebsschwäche und/oder erbliche Belastung) bekommen oft Besenreiser und Krampfadern (Varizen) an den Beinen, und das wird durch die Schwangerschaftshormone noch begünstigt.
Wie entstehen Krampfadern?
Die hormonellen Veränderungen sowie der stärkere Druck auf die Blutgefässe (unter anderem durch das grössere Körpergewicht bedingt) bewirken nämlich ein Erschlaffen der Blutgefässwände. Auch durch die vergrösserte Gebärmutter und das Gewicht des Babys wird im unteren Teil des Körpers die Blutzirkulation beeinträchtigt, der Druck auf die Bauch-und Beckenvenen nimmt zu und das venöse Blut wird zurückgestaut. Die Venenklappen erschlaffen und das Baby wird immer schwerer und beeinträchtigt die Blutzirkulation.
Am häufigsten treten Krampfadern an den Beinen auf. Aber durch den erhöhten Druck im Becken können sich Krampfadern auch im Vaginalbereich oder am After bilden (Hämorrhoiden). Wenn Sie unter Krampfadern im Bereich der Vulva (Schambereich) leiden, ist es besonders wichtig, dass im Liegen die Füsse und das Becken z.B. mit einem Kissen leicht angehoben sind. Bei der Geburt stören solche Krampfadern aber in der Regel nicht. Nach der Geburt bilden sie sich meist zurück.
Varizen können gefährlich sein
Krampfadern sind jedoch nicht nur kosmetisch unschön, sie können Venenentzündungen und Thrombosen nach sich ziehen und ein gesundheitliches Risiko sein. Deshalb sollten Sie der Entstehung von Krampfadern soweit es geht vorbeugen. Bei schon vorhandenen Krampfadern sind entsprechende lindernde Massnahmen besonders wichtig.
Wie kann man Krampfadern vorbeugen?
Bringen Sie die Muskelpumpe in Schwung durch intensive Bewegung wie Gehen, Wandern oder Nordic Walking, Radfahren, Tanzen und Skilanglauf. Ein zügiger Spaziergang von mindestens 30 Minuten täglich tut gut. Häufiges und schnelles Stoppen, wie zum Beispiel beim Tennis oder Squash, ist eher ungünstig.
Beim Schwimmen entlastet ausserdem der Druck des Wassers die Beine und Venen, und das eher kühle Wasser wirkt sich positiv auf die Venen aus - sie ziehen sich bei Kälte zusammen.
Aber auch lauwarm-kalte Wechselduschen stärken die Venen.
Häufiges und längeres Stehen sollten Sie vermeiden. Bewegen Sie zwischendurch die Füsse oder gehen Sie auf Zehenspitzen, um die Blutzirkulation anzuregen.
Unterstützen Sie den venösen Rückstrom des Blutes, indem Sie die Beine mehrmals täglich hochlegen und nachts mit hochgelagerten Beinen schlafen. Stellen Sie das Fussende des Bettes um 10 bis 15 cm hoch oder legen Sie ein Kissen darunter. Auch Beingymnastik im Liegen, z.B. in der Luft radeln, ist sehr gut.
Benutzen Sie einen Fussschemel bei sitzender Tätigkeit. Wenn Sie in Ihrem Beruf längere Zeit sitzen müssen, können Sie ebenfalls immer wieder kleinere Fussübungen einschalten, so als müssten Sie eine alte Nähmaschine in Gang halten.
Schlagen Sie beim Sitzen die Beine nicht übereinander, die Blutzirkulation wird dadurch behindert.
Beugen Sie Verstopfung vor: Ernähren Sie sich ballaststoffreich mit weniger tierischem Eiweiss.
Behalten Sie Ihr Gewicht im Auge. Exzessive Gewichtszunahme fördert die Entstehung von Krampfadern.
Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung nirgends einschnürt. Enge Hosen oder Stiefel und Kniestrümpfe sind tabu. Flache Absätze trainieren die Wadenmuskulatur besser als Stöckelschuhe.
Tragen Sie eine leichte Stützstrumpfhose, vor allem wenn Sie viel stehen oder längere Zeit sitzen müssen, z.B. auf längeren Auto- und Flugreisen. Kompressionsstrümpfe am besten morgens noch im Liegen anziehen.
Heisse Vollbäder sind bei Krampfadern ungünstig. Dasselbe gilt für Sauna und Solarium und die Haarentfernung mit Heisswachs.
Linderung für schwere Beine und Krampfadern
Bei ausgeprägten Krampfadern sollten Sie schon ganz früh individuell angepasste Kompressionsstrümpfe tragen. Möglicherweise werden Ihnen auch Medikamente verordnet.
An heissen Tagen sind kühle Duschen von den Füssen aufwärts empfehlenswert,
Kühlen Sie die betroffenen Gebiete mit kalten Umschlägen oder Obstessigwaschungen.
Auch sanfte (!) Bürstenmassagen tun Ihren Beinen gut.
Pflanzliche Salben, Gele oder Cremes, z.B. mit Rosskastanie, Ringelblume, Zypresse, Weinlaub, Arnika, Calendula, Myrte, Wacholder, Hamamelis oder Mäusedorn, sind zwar in ihrer Unbedenklichkeit bei Schwangeren noch nicht ausreichend getestet worden, aber es scheint extrem unwahrscheinlich, dass durch die lokale Anwendung - zumindest in den letzten zwei Dritteln der Schwangerschaft - eine Gefahr für die kindliche Entwicklung ausgeht. Die Präparate sind besonders wohltuend, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Ein anderes Hausmittel: Quarkumschläge. Kalter Magerquark wird auf ein Baumwoll- oder Leinentuch gestrichen und um das Bein gewickelt. Solange wirken lassen, bis der Quark von der Haut bröckelt.
Bei Varizen im Scheidenbereich helfen kühlende Kompressen, z.B. eine Binde mit Gel. Lagern Sie im Liegen das Becken und die Beine mit einem Kissen etwas höher.