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Junioren-WM Tokio 2019: Zwei Schweizer Boote stehen im A-Final
Artikel - Junioren-WM Tokio 2019: Zwei Schweizer Boote stehen im A-Final
Im Fünfminutentakt wurden heute Vormittag in Tokio auf der Sea Forest Waterway Regattastrecke die Halbfinalrennen gestartet. Erneut blies ein kräftiger seitlicher Mitwind, der die Bedingungen für die jungen Ruderinnen und Ruderer anspruchsvoll machte. Zwei Schweizer Boote erreichten die A-Finals und drei Boote setzen die Regatta im kleinen Finale fort.
Tim Roth mit starken ersten 1500 Metern
Im zweiten Halbfinal der Junioren-Einer entwickelte sich ein dramatisches Rennen. Tim Roth traf auf die Boote aus Deutschland, Italien, Weissrussland, USA und Taiwan. Der Deutsche Paul Leerkamp und Tim Roth kamen am besten vom Start weg und kreuzten gleichauf bei der 500m die erste Zwischenzeit. Dahinter folgten die Boote aus Italien und Weissrussland mit einer Bootslänge Rückstand. USA und Taiwan fielen früh weit zurück. Bei der Streckenhälfte erschien dann Tim Roth als Erster. Der deutsche Ruderer erlebte auf dem zweiten Streckenabschnitt ein Malheur und kenterte. Roth führte das Feld nun vor dem Weissrussen Brynza und dem Italiener di Mauro an. Auch bei 1500 Metern führte Roth, wobei der Weissrusse etwas aufschliessen konnte. Aus der dritten Position startete der Italiener als Erster den Endspurt und er kam schnell näher. Brynza reagierte sofort, während Tim Roth zunehmend an Geschwindigkeit verlor. Di Mauro und Brynza lieferten sich ein eindrückliches Duell um den Laufsieg. Tim Roth hatte in der Zwischenzeit die Schlagzahl gesenkt und ruderte der Ziellinie entgegen. Weil von hinten keine Gefahr mehr drohte, ist er als Drittplatzierter im A-Final von morgen dabei. Im Junioren-Einer sind nebst Tim Roth die Boote Belgien, Weissrussland, Bulgarien, Italien und Polen vertreten. Damit kommt es fast zur Neuauflage des Finalrennens der Europameisterschaft. Nur der Italiener ist neu mit von der Partie.
Juniorinnen-Doppelvierer setzt sich in engem Rennen durch
Der erste Halbfinal im Juniorinnen-Doppelvierer war mit USA, Italien, Tschechien, Schweiz, Deutschland und Frankreich stark besetzt. Mit den Booten aus Deutschland und Italien waren gleich die beiden besten Boote der Junioren-EM von Mitte Mai in diesem Lauf vertreten. Die Schweizerinnen starteten solid und lagen bei 500 Metern an dritter Stelle. Deutschland lag in Führung und dahinter waren die Abstände eng. Auf dem zweiten Streckenviertel baute Deutschland den Vorsprung auf eine Bootslänge aus. die Schweizerinnen lagen mit Tschechien gleichauf dahinter. Auf dem dritten Streckenabschnitt schoben Célia Dupré, Meret Renold, Anne-Sophie Leunig und Katharina Ebert ihre Bootsspitze dann an die zweite Stelle. Tschechien versuchte an den Schweizerinnen dran zu bleiben, aber dann war es auf der Bahn 2 plötzlich Italien, welche den höchsten Bootsspeed hatten und schnell zu Tschechien aufschlossen. Italien kam nun auch immer näher an die Schweizerinnen ran. Mit jedem Schlag kam das italienische Boot dem Schweizer Boot näher. Deutschland gewann mit einer Bootslänge Vorsprung vor Italien. Die Schweiz wiederum mit einer halben Sekunde Rückstand dahinter, aber sicher im A-Final von morgen Sonntag. Aus dem anderen Halbfinal stossen Neuseeland, Rumänien und Kanada ins A-Finale vor. Auch diese Boote erzielten ähnlich schnelle Zeiten wie die Boote aus dem ersten Halbfinal, weshalb ein eng umkämpftes A-Final erwartet werden darf im Juniorinnen-Doppelvierer. Anne-Sophie Leunig war nach dem Rennen zufrieden: „Wir hatten ein gutes Rennen und freuen uns über die Finalqualifikation. Wir sind gewappnet für den Final von morgen Sonntag.“
Pierallini/Kerler im Halbfinal Vierte
Im Zweier-ohne Steuermann der Junioren stand heute der GC-Zweier mit Gianluca Pierallini und Marino Kerler am Start zum Halbfina. Südafrika, Mexiko, Rumänien, Frankreich und Belgien waren die Gegner. Das Schweizer Duo startete gut und lag vorerst kurz an zweiter Stelle. Frankreich und Rumänien als favorisierte Boote in diesem Rennen setzten sich früh an die Spitze des Feldes und führten das Feld das ganze Rennen hindurch an. Um den dritten Rang kam es zum Duell zwischen Schweiz und Belgien. Die beiden Boote sind schon an der Junioren-EM gegeneinander gerudert und erzielten die Ränge vier (Schweiz) und fünf (Belgien). Kurz vor der Streckenhälfte machten die Belgier dann heftig Druck auf das Schweizer Boot und schlossen zu ihm auf. Kerler/Pierallini hängten sich an das belgische Boot ran und hielten den Kontakt mit einer Luftkastenlänge Rückstand. Belgien hatte aber mehr Geschwindigkeit und konnte sich Schlag für Schlag ein paar Zentimeter vom Schweizer Boot absetzen. 500 Meter vor dem Ziel hatte sich der Rückstand von Kerler/Pierallini auf eine Bootslänge vergrössert. Die Schweizer Supporter hofften nun auf einen heftigen Endspurt, aber Belgien setzte sich weiter ab und das Schweizer Boot bekundete Steuerprobleme. Vierter Rang für Gianluca Pierallini und Marino Kerler im Halbfinal. Damit geht es im B-Final weiter.
Alina Berset zog im Direktduell gegen Kanada den Kürzeren
Ersatzruderin Alina Berset ruderte im Halbfinal beherzt. Die starken Athletinnen aus den Niederlanden und Deutschland konnten sich früh absetzen und sich auf die Absicherung ihrer Halbfinalplätze konzentrieren. Alina Berset hingegen lag über weite Teile der Strecke mit den Ruderinnen aus Kanada und Algerien gleichauf. Die Kanadierin hatte ihre Bugspitze immer etwas in Front und auf dem qualifikationsberechtigten dritten Platz. Aber immer tauchte die Bugspitze mit der Nummer vier auf, aber auch die Bahn sechs war nahe. Es war früh klar, dass sich niemand entscheidend absetzen konnte. Die Kanadierin zog den Endspurt rund 400 Meter vor dem Ziel früh an und konnte so zwischenzeitlich eine Luftkastenlänge Vorsprung herausrudern. Algerien begann etwas nachzulassen und so kam es zum Duell Schweiz gegen Kanada. Alina Berset schaute über ihre linke Schulter in Richtung der Kanadierin und fasste sich ein Herz zum Endspurt. Sie kam ihr wieder etwas näher und hatte nun die höchste Geschwindigkeit im Feld. Aber auch die Ziellinie war schon nahe. Die Kanadierin hielt dagegen und wehrte sich gegen ein Einholen durch Alina Berset. Im Ziel lag die Kanadierin 0.75 Sekunden vor Alina Berset. Ein spannendes und gutes Rennen der Ruderin vom Seeclub Sursee, aber es geht nach dem vierten Halbfinalrang morgen im B-Final für sie weiter.
Junioren-Doppelvierer im Halbfinal chancenlos
Eine schwierige Aufgabe stellte sich für den Junioren-Doppelvierer mit Luis Schulte, Luca Fayd’Herbe, Bojan Reuffurth und Raphaël Ahumada. Die Geschichte dieses Rennens ist schnell erzählt. Vom Start weg lag das Schweizer Boot an sechster Stelle und konnte die hohe Geschwindigkeit der besten Boote nicht mitgehen. So war früh klar, dass ein Platz im A-Final ausser Reichweite lag. Im B-Final von morgen Sonntag bietet sich den EM-Fünften die Möglichkeit sich wieder zu steigern.
Es wurde schnell gerudert heute in den Halbfinals. Fazit des Tages: zwei Schweizer Boote im A-Final und drei Boote werden in den B-Finals um eine Top 10 Rangierung rudern. Morgen Sonntag wird die Regatta mit den Finalrennen abgeschlossen.
Junioren-Weltmeisterschaft Tokio (Japan) 2019
Resultate Samstag, 10. August 2019
Frauen
Doppelvierer Juniorinnen (JW4x)
1. Halbfinal A/B
1. Deutschland 6:37.17. 2. Italien 6:38.88. 3. Schweiz (Célia Dupré, Anne-Sophie Leunig, Meret Renold, Katharina Ebert) 6:39.46. 4. Tschechien 6:41.49. 5. Frankreich 6:42.94. 6. USA 6:59.17. Schweiz damit im A-Final.
Skiff Juniorinnen (JW1x)
1. Halbfinal A/B
Isabel van Opzeeland (NED) 7:46.28. 2. Alexandra Foester (GER) 7:49.19. 3. Abigail Dent (CAN) 7:55.22. 4. Alina Berset (SUI) 7:55.97. 5. Nihed Benchadli (ALG) 8:02.60. 6. Wiktoria Kalinowska (POL) 8:19.62. Alina Berset damit im B-Final.
Männer
Skiff Junioren (JM1x)
2. Halbfinal A/B
1. Ivan Brynza (BLR) 6:56.65. 2. Gennaro di Mauro (ITA) 6:56.82. 3. Tim Roth (SUI) 7:08.87. 4. Nicholas Aronow (USA) 7:19.09. 5. Brett Taylor (TPE) 7:30.88. Paul Leerkamp (GER) gekentert. Tim Roth damit im A-Final.
Zweier ohne Steuermann Junioren (JM2-)
1. Halbfinal A/B
1. Florin Arteni-Fintinariu/Alexandru Gherasim (ROU) 6:40.99. 2. Victor Toston Lamm/Gregoire Charles (FRA) 6:43.82. 3. Henri Steyaert/Florian Chalmet (BEL) 6:49.76. 4. Marino Kerler/Gianluca Pierallini (SUI) 6:55.05. 5. Cameron Taberer/Callan Barrell (RSA) 6:56.66. 6. Hugo Reyes Antillon/Iram Lopez Lucatero (MEX) 7:11.99. Kerler/Pierallini damit im B-Final.
Doppelvierer Junioren (JM4x)
1. Halbfinal A/B
1. Deutschland 5:56,36. 2. Neuseeland 5:57.66. 3. Tschechien 5:57.97. 4. Grossbritannien 5:58.38. 5. China 6:11.31. 6. Schweiz (Raphaël Ahumada, Bojan Reuffurth, Luca Fayd’Herbe, Luis Schulte) 6:15.69. Schweiz damit im B-Final.
Tokio, 10. August 2019/cs.