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SITUATION #207
In The Non-Logistical Mother untersucht die britische Dokumentarfotografin und Künstlerin Lisa Barnard das an einen maschinellen Blick gebundene, logistische Bild, das vom männlich dominierten Militarismus und Kapitalismus geprägt und auf deren Interessen zugeschnitten ist. Indem verschiedene theoretische und literarische Referenzen mit Found-Footage-Materialien dialogisch in Bezug gesetzt werden, reflektiert die im Auftrag für SITUATIONS entstandene, fragmentarisch vorgehende Arbeit, wie Frauen auf dem Kriegsschauplatz und über fotografische Repräsentationen zum Schweigen gebracht werden. In die Videocollage sind kurze Sequenzen eingestreut, die während einer Drohnenmesse der Association for Unmanned Vehicle Systems International (AUVSI) im Jahr 2013 aufgezeichnet wurden: Sie zeigen die Künstlerin, die den militarisierten, männlich dominierten Raum neu besetzt, indem sie wiederholt durch die Aufnahme läuft, die von einem Wärmebildsystem gerahmt und aufgezeichnet wird. Obwohl performative Interventionen Teil von Barnards künstlerischer Praxis sind, hat sie bis anhin nie eine fotografische Dokumentation in ihre Arbeiten integriert. In The Non-Logistical Mother wird die subversive Geste einer solchen Intervention zum Ausgangspunkt, um zu hinterfragen, wie in das Feld der Repräsentation eingegriffen werden kann und wie sich visuelle und soziale Systeme untergraben lassen, die das Weibliche unsichtbar machen.
Mehr von Lisa Barnard: lisabarnard.co.uk