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Victor Hugo als Alpinist
VON LUCIEN LATHION
I.
Die Rigibesteigung des Dichters Victor Hugo, die er im Jahre 1839 von Weggis aus mit einem Führer unternahm, wie es damals Brauch war, rufen wir uns nur kurz in Erinnerung. Von dieser Fahrt, die ihn begeisterte, hat er einen genauen Bericht hinterlassen. Von seinen beiden Mont-Cenis-Besteigungen mit den Eltern zu Beginn des letzten Jahrhunderts reden wir noch weniger; er war damals noch ein Kind. Seine erste und einzige Berührung mit dem Hochgebirge geschah im Jahre 1825. Er stieg damals bis nach Montenvers und wagte sich sogar aufs Mer de Glace, und mit dieser Fahrt wollen wir uns hier beschäftigen. Sie ist wenig bekannt und Victor Hugo hat ihr nur ein paar Seiten gewidmet. So bleibt sie in einem gewissen Halbdunkel, das aber doch tiefe Eindrücke erraten lässt: das glückliche Erlebnis des Anmarsches zu richtigen Bergen und auch einige Reiseunannehmlichkeiten, die der Romantik nicht entbehren. Wir wollen den Dichter auf seiner Reise Schritt für Schritt begleiten.
1825 war Victor Hugo schon berühmt Am 29. April, mit 23 Jahren, war er durch ein Dekret Karls X. zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. Einen Monat später kniete er auf den alten Steinplatten der Kathedrale in Reims, um vom König die Weihe zu empfangen. « Es waren », schreibt er, « die gleichen Steinplatten, auf denen Jeanne d' Arc einst kniete. » Es war auch bei dieser Gelegenheit, dass er seinen Freund Charles Nodier widersah und mit ihm den Plan zu einer « Reise in die Schweizerberge » fasste, die im August Wirklichkeit wurde.
Victor Hugo schrieb von seinem Vorhaben an Lamartine, der ihm am 25. Juni 1825 von Chambéry aus antwortete: « Ich befinde mich ganz nahe beim Mont Blanc; könnten Sie nicht jetzt kommen? Im August werde ich gerade wieder nach Hause zurückgekehrt sein, und wie ich Ihnen gesagt habe, könnte ich Sie nicht gut schon wieder hieher begleiten; aber kommen Sie im Vorbeiweg für einen Tag oder eine Woche als Gast zu mir nach Saint-Point, und ich werde Ihnen den Weg zeigen».1 Sofort hinzufahren war für die beiden Schriftsteller nicht leicht. Es war ein kostspieliges Unternehmen für ihren ziemlich knappen Geldbeutel. Nicht, dass sie geradezu mittellos waren. Nodier war kurz zuvor zum Bibliothekar des Arsenals ernannt worden, und dieses befand sich damals im Besitz des Grafen von Artois, der sich eben als Karl X. die Krone auf den Kopf gesetzt hatte.Victor Hugo verfügte über seine Autorrechte hinaus über eine Pension von 1000 Francs, die ihm Ludwig XVIII. 1822 aus seiner Privatkasse bewilligt hatte, und dazu kamen seit 1823 noch 2000 Francs aus dem Literaturfonds des Ministeriums des Innern. So war es ihm möglich geworden, einen Haushalt zu gründen; aber ein Aufenthalt in Chamonix überstieg das normale Budget der beiden Haushaltungen. Es scheint, dass Nodier das finanzielle Problem der Expedition - denn eine solche war es - zu lösen hatte.
Er hatte eine glänzende Idee. Er wandte sich an den Verleger Urbain Canel, der von ihm schon ein Buch herausgegeben hatte: Promenade aux montagnes d' Ecosse. Es war die Epoche, da Reisebeschreibungen, besonders über Reisen in die Schweiz, sehr gefragt waren.
1 Victor Hugo, France et Belgique, Alpes et Pyrénées, Voyages et Excursions, Ollendorf, Paris, 1910, S. 599-601. 232 Nodier und Hugo versprachen also dem Verleger, eine Voyage poétique et pittoresque aux montagnes de Suisse zu schreiben, aus welcher aber in Wirklichkeit eine Reise nach Chamonix wurde. Die Arbeit sollte durch die Gefälligkeit des Barons Taylor, königlicher Kommissar der schönen Künste und aufgeschlossener Förderer von Künstlern, illustriert werden. Es scheint auch, dass man Canel die Mitarbeit Lamartines versprach.
Der Vertrag wurde in aller Form aufgesetzt. Lamartine sollte 2000 Francs erhalten für vier Betrachtungen, Victor Hugo 2250 Francs für vier Oden und einige Seiten Prosa und Nodier ebensoviel für einen eingehenden Reisebericht. Ebenso war ein Betrag für die Zeichnungen vorgesehen. Alle Vertragschliessenden unterschrieben, bis auf Lamartine. Nodier und Hugo erhielten sofort 1750 Francs Vorschuss. Die Geldfrage war gelöst; die Reise musste nur noch organisiert werden.
Victor Hugo bemühte sich, Lamartine umzustimmen. Dessen Gesundheitszustand liess aber eine Ortsveränderung nicht zu. Er machte Kuren in Aix-les-Bains. Die Bitten waren vergeblich. Lamartine schrieb sein Bedauern über seine Absage: « O - mon cher Victor, man hat mir Ihren Brief über Ihr Vorhaben einer Reise zu den Gletschern nachgesandt. Aber ich habe Ihnen schon einmal geschrieben, dass ich unmöglich teilnehmen kann... Das Wechselfieber, das mich seit neun Monaten quält, hat mich, kaum von der Kur zurück, wieder gepackt... Ich hoffe, mein lieber Freund, dass Sie die Gründe meiner Absage verstehen und sie auch Nodier klarmachen. Nichts hätte mich mehr gefreut, als meinen Namen mit Ihrem und seinem in einer Arbeit zu vereinen, für die wir uns so gut ergänzen würden...1 » In Wirklichkeit war Lamartine vorher schon mit seinem eigenen Verleger Verpflichtungen eingegangen, welche jenem das Alleinrecht über seine ganze schriftstellerische Produktion sicherten, und er hätte diese Zusammenarbeit gar nicht annehmen dürfen. Dazu war sein Gesundheitszustand zu dieser Zeit wirklich schwankend.
Am 23. Juli schrieb Victor Hugo seinem Schwiegervater, welcher Sekretär beim Kriegsministe-rium war, und kündigte ihm unter anderm auch die Reise an, auf die er sich freute: « Wir werden am 1. August in die Alpen reisen. Unterdessen wirst Du das Meer zu sehen bekommen, und im September werden wir uns alle in Paris treffen und uns gegenseitig erzählen, er ( Nodier ) von der Höhe des Pic de Midi, Du von der Erhabenheit des Ozeans und wir ( er und seine Frau ) von der Grosse des Mont Blanc...2 » Es war eine Reise mit der ganzen Familie. Zur Reisegesellschaft gehörten die Frau des Dichters ( 22 Jahre alt ) und ihr zehn Monate altes Töchterchen Didine, das eben die ersten Zähne bekam ( Léopoldine, welche in Villequier auf so tragische Art sterben sollte ), Mme Charles Nodier und ihre vierzehnjährige Tochter Marie. Endlich M. Gué, ein Maler, der vom Baron Taylor beauftragt war, die Landschaften von Chamonix zu zeichnen.
Man mietete zwei Kaleschen mit den dazugehörenden Kutschern, die auf Grund eines Vertrages zu einem abgemachten Preis das ganze vorher ausgearbeitete Reiseprogramm mit ihren Klienten durchzuführen hatten. Die mittlere Schnelligkeit eines solchen Fahrzeugs betrug zwischen 15 und 18 Meilen im Tag, das heisst ungefähr 50 km. Die Reise dauerte genau einen Monat, vom 2. August bis zum 2. September.
Am Tag vor der Abreise sprach Victor Hugo auch in einem Brief an seinen eigenen Vater von dieser Reise, die ihm so am Herzen lag: « Unsere Schweizerreise geht los. Dienstag um 2 Uhr 1 Victor Hugo, France et Belgique, Alpes et Pyrénées, Voyages et Excursions, Ollendorf, Paris, 1910, S, 599—601.
2 Victor Hugo, Correspondance, Ollendorf, Paris, 1947, Bd. I, S. 428.
morgens werden wir Richtung Fontainebleau abfahren. Die ganze Woche litt ich unter einem steifen Hals. Nun geht es aber besser, und die Reise wird mich völlig kurieren.
Die Buchhändler finanzieren die Reise und zahlen noch darüber. Sie ( Urbain Canel und Maurice ) geben mir 2250 Francs für vier simple Oden. Das ist gut bezahlt. Ich glaube nicht, dass Lamartine mit von der Partie sein kann. Er ist eben zum Botschaftssekretär in Florenz ernannt worden. Nodier kommt mit...1 » Hugo fügt noch bei, dass es der kleinen Didine ausgezeichnet gehe.
Am festgesetzten Tag, dem 2. August, nahm die Familie Hugo in einem der Wagen Platz mit dem Dienstmädchen und einer extra für die Reise angeschafften Wiege 2. Die Familie Nodier sass mit dem Maler im anderen.
Bei der Abreise vergass Victor Hugo seinen Pass, und die Gesellschaft musste auf einer der ersten Stationen, wo die Pferde gewechselt wurden, auf das wichtige Dokument warten. In den Archiven Victor Hugos befinden sich zwei 1825 auf den Dichter ausgestellte Pässe, der eine auf den 25. April datiert, wo er seinen Vater in Blois besuchte, der andere auf den 29. Juli für diese Reise. Das Interessante an diesen beiden Dokumenten ist, dass sie sich widersprechen. Das erste beschreibt ihn mit mittlerer Stirne, braunen Augen, dicker Nase und gewöhnlichem Mund. Das zweite gibt ihm eine hohe Stirne, graue Augen, eine gewöhnliche Nase und einen regelmässigen Mund. Nur die Grosse bleibt mit 1,70 m unverändert. Wir nehmen also an, dass er auf dieser Reise die Stirne hoch trug und graue Augen hatte...
In Mâcon wurde die fröhliche Karawane von Lamartine empfangen, der sie zu sich nach Saint-Point führte. Er macht eine Anspielung in seinen Souvenirs et Potraits, wo er schreibt, dass « Victor Hugo und Charles Nodier, begleitet von ihren charmanten jungen Frauen und ihren Kindern » bei ihm angekommen seien. Der angenehme Aufenthalt war kurz, und bald «... nahm die „ poetische Karawane " ihren Weg wieder auf, den Alpen zu. Ich sah sie hinter dem Berg verschwinden », fügt Lamartine hinzu3.
II.
Unsere Reisenden kamen bei nebligem Wetter in Chamonix an. Der Nebel blieb zwei oder drei Tage, und Nodier, der die Gegend vom Jahr vorher, wo er sie schon einmal besucht hatte, kannte, musste schönes Wetter abwarten, um Victor Hugo den Mont Blanc zeigen zu können.
Wir besitzen einige Aufzeichnungen des Dichters über den ersten Eindruck, den dieser Winkel in den Alpen auf unsere Gesellschaft machte. « Wir kamen am 15. August dort an, am Tage von Maria Himmelfahrt. In rascher Fahrt ging es die Rückseite des Berges hinunter. Wir waren bezaubert vom Anblick des prächtigen Tales, das wir endlich zu sehen bekamen. » Man erkennt aus dieser Beschreibung den alten Weg, der von Servaz her kommend über die Pelissier-Brücke die Arve querte, bei les Montées einem Granitsims entlangging und dann nach Prieuré hinabführte.
Chamonix befand sich zu dieser Zeit im Aufschwung zum Fremdenort. Die Naturverehrer, die Alpinisten, kamen von Jahr zu Jahr zahlreicher. Der alte Weiler wandelte sich zur Hotelstadt. Ein Hotelbau entstand nach dem andern. Die Einwohner, die bis in den Anfang des Jahrhunderts hinein Viehzucht betrieben hatten, wurden Führer und Träger und gaben ihr altes Gewerbe auf.
1 Victor Hugo, Correspondance, Ollendorf, Paris, i947, Bd. I, S, 429.
2 Mme Mennessier-Nodier, Charles Nodier, épisodes et souvenirs de sa vie, Paris 1867, S. 265.
3 Lamartine, Souvenirs et Portraits, Bd. III, S. 42.
Die Bienenzucht bestand weiter, mit ansehnlichem Honighandel. Zusammen mit den Walderdbeeren bildete der Honig eine von den Touristen sehr geschätzte Spezialität der Gegend.
Die ersten Hoteliers waren die Führer für die Gegend: die Charlet, die Simond, die Coutereau, die Terraz oder Tairraz. Im Hotel d' Angleterre nahmen unsere beiden Familien Quartier. Aus einer einfachen Schenke hervorgegangen, war das Hotel, renoviert und vergrössert, seit 1819 im Besitz von Victor Tairraz. Die Kaiserin Josephine, Marie Louise, der König von Bayern und der Erbprinz von Österreich sollen hier abgestiegen sein. Erst später haben sich Konsortien gebildet, die bedeutendere Etablissements erstellten.
In den Hotels von Chamonix zahlte man im allgemeinen mit französischem Geld, das sehr begehrt war. Die Genfer Währung, zum Beispiel, hatte nur bis Bonneville gesetzlichen Kurs, wo Genfer Häuser den Wechsel besorgten. In Chamonix wurde damals 1 Frs. 50 bis Frs. 2. für das Bett verlangt. Das Morgenessen kostete allgemein Frs. 1.50, der Lunch an der Table d' hôte Frs. 3. und das Diner Frs. 4., Dazu kam die Bedienung und schliesslich die Kerze, welche einen Franc im Tag ausmachte. Für längere Aufenthalte gab es auch Arrangements « alles inbegriffen ». So kam der Tourist mit sieben bis acht französischen Franken davon. Die Hotels waren also damals, gemessen am Geldwert, beträchtlich teurer als heute.
Alles, was man über diesen Hotelaufenthalt weiss, ist der Eintrag Victor Hugos im Gästebuch, der etwas rätselhafte Zweizeiler:
Napoléon, Talma, Chateaubriand, Balma.
Die zweite Zeile ist eine Anspielung auf die Mont-Blanc-Besteigung von Dr. Paccard und Jacques Balmat im Jahre 1786 und auf Châtetaubriand, der 1803 auf der Durchreise vorbeikam ohne jedes Interesse für die Berge. Letzterer war von seiner Frau und vom Philosophen und Verleger Pierre-Simon Ballanche begleitet. Die Partie überschritt den Col de Balme und übernachtete im Gasthaus La grande Maison, von wo sie nach Genf zurückkehrte. Chateaubriand wusste über die Berge nur Nachteiliges zu sagen.
Endlich geruhte die Sonne, den Nebel zu vertreiben. Nun sollte wenigstens ein Ausflug unternommen werden. Die Gruppe begab sich nach Montenvers. Man nahm zwei Führer und mietete zwei Maulesel für die Damen. In drei Stunden gelangte man auf einem ziemlich guten Maultierweg, bei dessen Erstellung der Besitzer des Hotel d' Angleterre mitgewirkt hatte, nach Montenvers. Stellenweise war der Weg ziemlich steil, vor allem steinig. Auf halbem Weg kam man zu einer damals in den Annalen des Tourismus wohlbekannten Quelle, der Fontaine du Caillet, an einer schattigen Stelle, wo die Reisenden gerne Halt machten und sich erfrischten. Man nannte sie auch Fontaine de Claudine zur Erinnerung an ein Werk von Florian ': La bergère du Montenvert. Das Schicksal der Schäferin hat viele Leserinnen jener Epoche gerührt. Man begegnete hier auch jungen Bäuerinnen aus der Gegend, welche den Touristen für ein paar Batzen Alpenblumen, Mineralien, frische Milch und Walderdbeeren verkauften, wie die Heldin des liebenswürdigen Fabel-dichters.
Das Mer de Glace übte schon eine grosse Anziehungskraft aus und wurde von Unzähligen besucht. Es wurde zum Ausgangspunkt für Ausflüge und Besteigungen. An Stelle der Schutzhütte aus Trockenmauerwerk, die hier der Engländer Blair schon früher für 4 Guineen errichtet hatte, 1 Jean Pierre C. de Florian, 1755-1794, französischer Novellist und Fabeldichter.
um Ausflüge nach Montenvers zu erleichtern, war dank einiger französicher Persönlichkeiten'ein komfortableres kleines Haus gebaut und später auf Kosten jener Herren vom Führer und Gastwirt Coutereau restauriert und vergrössert worden. 1819 wurde das renovierte Haus eingeweihte. Es war also frisch herausgeputzt, als Victor Hugo dort ankam. Der Granitgiebel trug die Inschrift: A la Nature und auf den Steinbändern der Fassade waren die Namen der bekanntesten Naturforscher eingemeisselt. Man fand hier Unterkunft bei einem Wetterumschlag, und die Führer verkauften begehrte Erfrischungen, besonders Milch mit Kirschzugabe. Auch Kristalle und anderes wurde feilgeboten.
Während sich die Damen die Steinsammlung ansahen, wagte sich der Dichter mit seinem Führer aufs Mer de Glace, wo er in grosse Gefahr geraten sein soll. Es sind zwei Quellen, die uns davon berichten. Victor Hugo raconté par un témoin de sa vie, eine 1863 veröffentlichte Schrift, verfasst von Madame Victor Hugo unter Mitarbeit von Auguste Vacquerie, und das Buch von Madame Menessier-Nodier, welches 1867 erschien, und dessen Autorin niemand anders ist als die kleine Marie, die die Fahrt nach Montenvers mitmachte. Also zwei Augenzeugen.
Aus beiden Berichten geht folgendes hervor:
Victor Hugos Führer, der sein Métier noch nicht lange ausübte, täuschte sich im Weg und geriet auf eine Eiszunge zwischen zwei Gletscherspalten, die sich von Schritt zu Schritt näherkamen. Die Zunge wurde bald so schmal, dass der Führer unruhig wurde. Er wollte aber seinen Fehler nicht zugeben und ging weiter, indem er behauptete, der Weg werde bald wieder breiter. Dieser wurde aber noch schmäler, bis er nur noch ein dünner Eisgrat zwischen zwei Abgründen war. Der Führer fasste Victor Hugo bei der Hand und sagte: « Fürchten Sie nichts »; aber er selbst war ganz bleich. Man sah, dass in einiger Entfernung eine der beiden Spalten aufhörte und der Eisgrat ein Plateau erreichte; aber bis dahin war eine gefährliche Strecke zu überwinden. Es war kein Platz für zwei Personen nebeneinander. Der Führer stand nur mit einem Fuss auf dem Grat, mit dem andern ging er auf dem glatten Steilabfall der Eisspalte. Der junge Gebirgler verlor aber den Halt nicht und hielt dem Druck des Touristen, der sich auf ihn stützte, mit der Unerschütterlichkeit einer Statue stand. Als die beiden das Plateau erreichten, war die Gefahr nicht vorbei; denn jenes lag erhöht und grenzte als fünf bis sechs Fuss hohe, senkrecht abgeschnittene Mauer an den Eisgrat.
« Ich muss Sie loslassen », sagte der Führer. Stützen Sie sich auf Ihren Stock und schliessen Sie die Augen, dass Ihnen nicht schwindelt. » Er kletterte auf die Mauer, und nach einigen Augenblicken, die Victor Hugo wie Viertelstunden erschienen, beugte er sich herab, reichte ihm die Hände und zog ihn mühelos hinauf.
Als Nodiers Führer sah, aus welcher Richtung die beiden kamen, erriet er, welche Unvorsichtigkeit sich der andere hatte zuschulden kommen lassen und machte ihm harte Vorwürfe: er habe das Leben eines Reisenden aufs Spiel gesetzt und damit seine Berufsehre verletzt; sein Verhalten bedeute einen Schandfleck für die ganze Führerschaft. Der junge Schweizer ( sie !), der vor dem Abgrund so sicher gewesen, wurde schwach vor diesem Vorwurf und konnte seine Tränen nicht zurückhalten.
Die Führer sind verpflichtet, sich vom Reisenden ein Zeugnis über ihre Führung geben zu lassen. Der Führer Victor Hugos musste also sein Führerbuch präsentieren. Dabei verlor er die Fassung und zitterte geradezu, als es ihm Victor Hugo zurückgab. Wie strahlte er aber vor Glück, als er las: « Ich empfehle Michel Devouassous, der mir das Leben gerettet hat... » 1 Es waren: der Diplomat de Sémonville, der französische Résident in Genf Felix Desportes und Doulcet de Ponte-coulant, welcher unter dem Ersten Konsul Präfekt in Belgien wurde.
2 Die Alpen, Mai 1947, Studie von E. Engel.
Was ist von dieser ganzen Geschichte zu halten? Sie verdient, untersucht zu werden, handelt es sich doch bei diesem Touristen, dessen Leben auf dem Spiel gestanden sein soll, um den grössten französischen Dichter seines Jahrhunderts. Im Werk des Dichters findet sich kein Niederschlag eines solchen Zwischenfalls. Die, welche vierzig Jahre später davon berichten, sind beides Zeugen, die damals wirklich mit ihm in Montenvers waren: Madame Victor Hugo und die junge Marie Nodier.
Eines ist sicher: es gab zu jener Zeit in Chamonix eine Führergilde, welche einem Führerchef unterstand. Die Führer waren nicht irgendwelche Amateure, sondern Professionelle. Sie waren ortskundig und besassen mindestens die Elementarkenntnisse ihres Berufes. Die ganze Frage der Führer von Chamonix war damals gerade neu geprüft und reglementiert worden. Die gesetzliche Verordnung von 1824 reorganisierte das Korps. Jeder Führer musste eine Ordnungszahl tragen. Der Diensteinsatz erfolgte nach einem bestimmten Turnus, so dass jeder eingeschriebene Führer seine Beschäftigung fand. Ihre Zahl war festgesetzt, um eine Überfüllung des Berufs zu verhindern: 40 Führer, 24 Träger und 60 Maulesel standen den Reisenden zur Verfügung.
Dass sich Michel Devouassous bei diesem kleinen Ausflug aufs Mer de Glace über den Weg getäuscht haben soll, scheint erstaunlich. Sicher ist, dass man die Berufsbewilligung nur auf Grund einer Prüfung erhielt. Man erkundigte sich auch über die Ehrenhaftigkeit des Kandidaten, ehe man ihn zum Verband zuliess, und tatsächlich erfreute sich dieser schon damals verdienten Ansehens. Der Tarif für das Montenvers betrug 6 französische Franken pro Führer und Maulesel. Der Reisende, der einen Führer suchte, wandte sich an das Ad hoc-Büro oder an den Gastwirt, und er hatte jede Garantie, gut bedient zu werden. Dank der Überwachung durch das Aufsichts-organ wurde der Tourist nicht mehr auf öffentlichen Strassen vom Erstbesten, der sich zur Führung anbot, belästigt, wie es im Anfang gewesen war.
Anderseits ist der Führer Devouassous keine Fiktion. Er übte noch im Jahre 1845 seinen Beruf aus, und nachgewiesenermassen war er schon 1818 als Führer tätig. Er hatte also schon Erfahrung.
Soll man nun an die bestandene Gefahr glauben? Dass sie dramatisiert worden ist, scheint sicher. Man muss den überwältigenden Eindruck, den die so neue Berglandschaft und die « fürchterlichen Gletscherspalten » auf den unerfahrenen Städter machen mussten, berücksichtigen. Auch stand man noch unter dem Eindruck der Katastrophe, die sich 1821 ereignet hatte: drei von einem russischen Arzt gedungene Führer waren in Gletscherspalten umgekommen.
Alexander Dumas will in seinem Bericht über eine wahre oder erfundene Fahrt zum Mer de Glace mit dem Führer Payot 1832 die gleichen Ängste ausgestanden haben. Er glaubt zum vornherein, sein Leben zu riskieren, indem er sich in die Gefahren des Gletschers begibt, und nur mit schlottrigen Schritten wagt sich der Vater der Drei Musketiere aufs Eis hinaus. Einmal hat Payot gerade noch Zeit, ihm den rettenden Stock entgegenzustrecken, um ihn « wie einen Fisch an der Angelschnur » aus einer Spalte zu ziehen. Dumas benützt die Gelegenheit, um über die Gegend weidlich zu schimpfen: «... Geht zum Teufel, Ihr mit Eurem schurkischen Land, wo man keinen Schritt tun kann, ohne Gefahr zu laufen dass man plötzlich verschwindet; wo jeder Fels eine schwindelerregende Drohung darstellt. » Er lässt uns wissen, dass er, Dumas, eben nicht « auf dem Hahn eines Kirchturms zur Welt gekommen » ist, wie die Führer von Chamonix.
Natürlich ist das Scherz. Der Fall Victor Hugos verdient eine gewissenhaftere Untersuchung. Der Bericht, den die Gattin des Dichters und Madame Nodier in einem Abstand von vier Jahren geben, entbehrt nicht der technischen Präzision. Ein Alpinist könnte ihn akzeptieren. Auch ist er, könnte man sagen, unter den Augen des Dichters entstanden, wenigstens was eine der beiden Autorinnen, Madame Victor Hugo, betrifft.
Wollte der damals noch junge Führer Michel Dévouassous seinen Klienten in tollkühner Weise neue Wege führen, und die Sache wäre beinahe schlimm abgelaufen? Die Hypothese ist nicht unmöglich. Ich möchte mich jedoch nicht darauf versteifen, da ich mit der Gegend zu wenig vertraut bin.
Im Jahre 1828 wagte sich der gute Töpffer ohne Angst mit einer Schülergruppe auf das Mer de Glace. Es war eine ganze Karawane, die sich zwischen den Spalten bewegte. « Die Karawane teilte sich », schreibt Töpffer, « in vier Abteilungen, welche nacheinander mit zwei Führern und Mr Töpffer bis zu einem kleinen Gletschersee, sechzig Schritte vom festen Boden entfernt, gingen. Unterwegs messen sie mit erschreckten Augen die Tiefe der Spalten ab, aus deren Grund das dumpfe Murmeln des Wassers herauftönt1. » Töpffer unterhält sich bei dieser Gelegenheit sogar damit, einen grossen Block in einen dieser Eisschlünde hinabzuwerfen. Er hat uns interessante Zeichnungen von der Exkursion hinterlassen. Eine dieser Skizzen zeigt zwei Geistliche, die mit Hilfe langer Alpenstöcke mit grösster Leichtigkeit über die abschreckenden Gletscherspalten springen, wie wenn sie für einen Stabhochsprung trainieren würden.
Zusammenfassend gesagt, sehen wir uns mit dieser Episode einer - übrigens damals häufigen -Übertreibung der Gefahren des Gletschers gegenüber. Es scheine wenig glaubhaft, dass der Dichter der Legende des Siècles in Begleitung eines Führers beinahe seine Laufbahn in der Tiefe einer unergründlichen Spalte beendet hätte, sagen die Autoren der Chronik.
Im Pavillon von Montenvers existierte eine Art Hüttenbuch, das zweifellos verloren gegangen ist. Victor Hugo und Nodier mussten darin ihre Eindrücke oder mindestens ihren Namen eingetragen haben.
III.
Wie lange dauerte der Aufenthalt in Chamonix? Er muss ziemlich kurz gewesen sein; die Geldmittel erschöpften sich schnell. Victor Hugo wollte selbst Buch führen über die Ausgaben der Reisegesellschaft. Er hatte sich dazu mit einem doppeltem Papierblatt ausgerüstet, das man in seinen Archiven gefunden hat. Das erste Blatt war für seine eigenen Auslagen, das zweite für diejenigen Nodiers bestimmt Und da er auf Ordnung hielt, zog er auf den Blättern vertikale Linien mit Rubriken, um die verschiedenen Ausgaben auszuscheiden. Die Absicht war löblich, aber die Ausführung wohl etwas kompliziert. Die Rubriken wurden nicht ausgefüllt...
Die Texte enthüllen uns keine weitere Unternehmung; aber es scheint nicht, dass Montenvers das letzte Ziel der fröhlichen Exkursion gewesen ist. Man wollte weiter in die Schweizer Berge vordringen. Nodier überschritt mit seiner Familie den Col de Balme und stiess bis zum Grossen St. Bernhard vor. Wie Nodier sagt, hat auch der Dichter das Hospiz besuchen wollen, aber das Hindernis für die Familie Hugo war wahrscheinlich die kleine Didine mit ihrer Wiege...
Jedenfalls trennte sich die « poetische Karawane » für ein paar Tage. Die Gruppe Hugo kehrte plötzlich um und fuhr Genf zu. Die junge Marie Nodier ertrug die neun Stunden auf dem Sattel eines Maulesels schlecht und machte den grössten Teil der Strecke von Chamonix nach Martigny zu Fuss. Vierzig Jahre später schreibt sie: « Wir kamen am Abend müde in Martigny an, noch müder waren wir am andern Morgen, als wir das Hospiz des Mont St-Bernard erreichten... Mit unseren lieben Reisegefährten trafen wir in Genf wieder zusammen und fuhren gemeinsam gegen Lion...2 » 1 Die Alpen, Nr. 12, 1946, zitiert von M. L. Seylaz.
2 Mme Mennessier-Nodier, Charles Nodier, épisodes et souvenirs de sa vie, S. 281.
Auf der Rückfahrt gab es einigen Verdruss mit den Gasthäusern. In Pont-d'Ain entschuldigte sich der Patron mit der Trauermiene eines Leichenbitters, weil sein Haus nicht ganz frei von Wanzen gewesen war. An einem nächsten Ort servierte man ihnen Bratkartoffeln, die mit verstümmelten Fliegen- und Mückenleichen förmlich übersät waren. Victor Hugo, Nodier und der Maler unterhielten sich damit, die Viecher wieder zusammenzusetzen, indem sie ihre verstreuten Körperteile auf den verschiedenen Tellern zusammensuchten, bis die beiden Frauen « dieser fürchterlichen Demonstration » energisch ein Ende machten. Der Appetit war ihnen trotzdem nicht vergangen. Endlich - es war immer noch vor Lyon - wurde die Reisegesellschaft in einer öden Gegend von einem Gendarmen angehalten wegen des roten Bandes, das Victor Hugos Knopfloch zierte. Der Hüter des Gesetzes glaubte, dass sich der junge Mann von dreiundzwanzig Jahren, der wie ein Student in den Ferien aussah, ohne Berechtigung mit dem Band der Ehrenlegion geschmückt habe. Der zukünftige Biograph des Jean Valjean musste seinen Pass vorweisen und sich rechtfertigen... Am 2. September kehrte Nodier ins Arsenal zurück und Victor Hugo in seine Wohnung an der rue Vaugirard. Der eine hatte noch zweiundzwanzig Franken im Sack, der andere achtzehn.
Die Reise war nicht so bald vergessen. Nach vielen Jahren erscheint immer wieder ein Echo. 1839 vergleicht Victor Hugo in einem aus Luzern datierten Brief an seine Frau seine Tour auf den Rigi, die er eben unternommen hat, mit derjenigen nach Montenvers: «... Es gibt Reisende, die tun, als ob der Rigi der Mont Blanc wäre. Es ist eine Art Don Quichote der Berge, die „ eine Bergbesteigung unternehmen " wollen und dann mit der Ausrüstung eines Hochtouristen einen Erdhügel erklettern. Nun ist zwar der Rigi sehr schön; aber man kann mit dem Spazierstock in der Hand hinauf- und hinunterspazieren. Du erinnerst Dich, Adèle, an den Ausflug nach Montenvers? Der Rigi ist einfach zweimal so hoch...2 » Noch viel später, 1862, schreibt er an Marie Nodier, die inzwischen Madame Mennessier-Nodier und Grossmutter geworden ist: « ...Wie nett von Ihnen, mir diese Photographie zu schicken... Sie sind Grossmutter - ist das möglich? Sie haben es fertig gebracht, ehrwürdig zu werden und zugleich anbetungswürdig zu bleiben. Wenn ich denke, dass jene entzückende Marie, deren Strumpfband hervorguckte, als ich im Jahr der Königsweihe Karls X. hinter ihr nach Montenvers hinaufstieg, Grossmutter ist, so übernimmt mich noch mit 90 Jahren die Rührung3... » Eine andere Erwähnung, einige Jahre später, als das Buch von Marie Menessier-Nodier über ihren Vater erschien: Der Dichter schreibt ihr aus Guernesay: «... Ich lese ihr schönes Buch... Ich denke an Ihren Vater und meinen Freund. Morgen, am 4. September ( 1867 ) werde ich an Charles Nodier und an seine Tochter denken. Alle beide nahmen an der reizenden Reise von 1825 teil, von der Sie so schön erzählen. In Ihren Augen war noch die Morgendämmerung, Ihr Vater war schon von Erfolg gekrönt...4 » Was nun den dem Verleger Canel versprochenen Reisebericht anbelangt, das war eine andere Sache. Er reduzierte sich auf zehn Seiten von Victor Hugo und bestand in einer genauen Beschreibung der Fahrt von Sallanches nach Chamonix, welche zuerst bruchstückweise in der Revue de Paris von 1829 und in der Revue des Deux-Mondes von 1831 erschien. Canel kam offensichtlich nicht auf seine Rechnung. Aber inzwischen hatte er auch sonst schlechte Geschäfte gemacht und seine Bude geschlossen.Übers.: F.Oe. ) 1 Der Rigi misst 1800 m, Montenvers liegt auf 1921 m.
2 Redensart, Victor Hugo war 60jährig, geb. 1802.
3 Ed. Biré, Victor Hugo, Bd. IV, S. 149.
Karl Kasthofer über den Wert der Alpenstrassen
In seinen « Bemerkungen auf einer Alpenreise » ( Bd. II ) schrieb Anno 1825 Oberförster Karl Albrecht Kasthofer ( 1777-1853 ), als er den « Weg von Maloya nach Chiavenna » ging, in sein Tagebuch:
« Die Strasse von Sils über den Maloya nach Casaccia ist nicht fahrbar, wird aber ohne Zweifel es bald werden, da die Regierung von Bünden wirklich die Strasse von Sils über den Julier, durch das Oberhalbsteinthal und die Parpanheide nach Chur fahrbar machen lässt, und mithin nur die kurze, unfahrbare Strecke über den sanft ansteigenden Maloya, die kürzeste Handelsverbindung zwischen Chur, dem Engadin, und den südlichen Ausläufern der Splügen- und Bernardinstrasse unterbricht. Bei den Hemmungen des Handels, mit denen die Schweiz umgeben ist, wird jede fahrbare Strasse wünschenswerth, welche im Innern der Alpenthäler unter sich und mit angrenzenden Staaten in leichte Verbindung setzt... Dass in ungestörter Betriebsamkeit, in freier Berührung, in freiem Austausch der Erfahrungen und Hülfsleistungen, der Erzeugnisse und Bildungen, ein Nationalsinn sich gestalte, der einst gut mache, was seit Jahrhunderten der Lokalsinn verdorben: dafür sind fahrbare Strassen im Innern der Schweiz ein unerlässlicher Bedarf, selbst dann, wenn diese Sperren aller Staaten gegen alle noch lange fortdauern sollten. Es giebt in der Lehre der Ursachen des Wohlstandes der Völker eine Wahrheit, die älter ist und fester steht, als zufällige Begrenzungen und Finanzspekulationen; eine Wahrheit, die in unsern Tagen sich allgemein zu verbreiten scheint, und wohl am ersten geeignet ist, diese tiefen Wunden eines zwanzigjährigen Völkerkrieges zu heilen; die Wahrheit nämlich: dass nur die Freiheit des Verkehrs zwischen allen Völkern, zum Heile aller gereichen könne. Der einzelne Mensch soll ja nicht an die Erdscholle, auf der er geboren, gefesselt seyn, nicht nur zu seinen Füssen den Boden aufwühlen, um in stumpfsinniger Genügsamkeit die wenigen Bedürfnisse von den wenigen Erzeugnissen zu befriedigen, die diese Erdscholle ihm trägt; eben so wenig, als der einzelne Mensch dürfen Geschlechter, Gemeinheiten, Staaten sich von einander abschliessen. In unendlicher Mannigfaltigkeit sind über die ganze Erde Kräfte und Erzeugnisse verbreitet, und so weit diese Erde von vernünftigen oder der Vernunftbildung fähigen Menschen bewohnt ist, so weit sollen diese jeden Mangel und Bedarf durch Austausch ausgleichen können... Überall über die ganze bewohnte Erde soll darum der Handel seine Kreise ziehen, und nicht nur einzelne, zufällig sich naheliegende Gemeinheiten, sondern in allen Richtungen die nächsten und entferntesten mit den nächsten und entferntesten in Verbindung setzen, und wie Moses Zauberstab durch Berührung Quellen aus dem dürren Gestein der Wüste entband, sein irrendes, verschmachtendes Volk zu retten, so soll der Genius des Handels alle Völker berühren, und einen Kreis schliessen, der zugleich die ganze Erde in sich fasse, auf dass der Menschen Tätigkeit, ihre Erfindungsgaben und Geisteskräfte belebt, der Erde Erzeugnisse, dem Menschen Bildungen entlockt werden.Solchen Betrachtungen hatten wir uns von Maloya heruntersteigend, in Erinnerung des Julierpasses und seiner zu hoffenden Vorteile hingegeben, in Erinnerung auch der rührenden Klagen, die uns im Unterengadin von Tyrolischen und Bündischen Landleuthen, über die Lähmung alles Verkehrs zu Ohren gekommen. »