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Walliser Brauerei
gegründet 1865
1802 wird das Bier im Wallis erstmals urkundlich erwähnt. Damals erliessen die Landesväter ein Gesetz, das die Einfuhr von Bier kategorisch verbot, weil "diese ungewohnte Tranksame einem Weinland nur schaden könne". Damals muss also das Bier im Wallis schon zahlreiche Anhänger gezählt haben.
1812 war in Brämis bereits eine Brauerei in Betrieb. Ein findiger Brauer war zu unbestimmbarer Zeit durch die Schranken des Gesetzes geschlüpft und hatte sich im Herzen des Rebenlandes eingenistet. Sogar die eingefleischtesten Bacchusjünger freundeten sich nach und nach mit dem Gedanken an, dass sich Trauben- und Gerstensaft sehr wohl vertragen.
1815 konnten sich auch unsere Behörden dieser Einsicht nicht mehr verschliessen. Ein Gesetz vom 15. Dezember sah in der Tat vor, auf Importbier eine Gebühr von 60 Batzen je Zentner zu erheben, und erkannte somit dem neuen Getränk stillschweigend das "Walliser Bürgerrecht" zu. Das geschah - eine reizvolle Parallele - just in dem Jahr, da das Wallis das "Schweizer Bürgerrecht" erwarb.
1834 versuchte ein Uhrmacher namens Benoît Avril vergeblich, in Sitten eine Brauerei einzurichten. Die Stunde des Biers hatte für die Hauptstadt noch nicht geschlagen.
1844 errichtete der Gastwirt Hyacinthe Beeger erfolgreich eine Brauerei (1. urkundlicher Eintrag der Brauerei). Beeger war übrigens der erste Brauer des Kantons, der sich öffentlich und offiziel zu seinem Beruf bekannte.
1865 Beeger bekam von dem holländische Apotheker Maurice de Quay Konkurrenz. Er begann Salzwasser zu vertreiben und Bier herzustellen. De Quay gab der Brauerei den Namen des Quartiers St-Georges.
1867 De Quay eröffnete im Garten der Schützenzunft, nördlich des Felsenvorsprungs von Moroja, eine Kantine mit Kegelbahn. Dies veranlasste die Konkurrentin von Brämis, ein Jahr danach ebenfalls eine Gartenwirtschaft einzuweihen. Der Konkurrenzkampf lief auf Hochtouren.
1873 wurde die Aktiengesellschaft der Vereinigten Brauereien von Brämis aus der Taufe gehoben. Der verschuldete Mitinhaber August Koebel trat seine Papiere 1874 an Charles Aymon ab, der nun die Aktienmehrheit innehatte. Aber auch de Quay geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Nun schieden sich die bisher parallelen Wege der brauenden Apotheker; Koebel gab das Braugeschäft zu Gunsten seiner Apotheke auf, während de Quay auf die Apotheke verzichtete um sich ganz der Brauerei zu widmen.
1880 starb Maurice de Quay. Die Brauerei von St-Georges ging in den Besitz des geschäftstüchtigen Berners Johann Hofer über, der schon nach kurzer Zeit drei Brauer, einen Maschinisten, zwei Handlanger und zwei Fuhrmänner beschäftigen konnte.
1890 zählte das Wallis sieben Brauereien, aber nur eine von ihnen sollte die Bewährungsprobe der Zeit überstehen.
1919 Nach dem Tode Johann Hofers ging die Leitung der Hofer Jean S.A. in die Hände seiner Schwiegersöhne W. Haumüller, W. Wartemweiler und F. Sauter über.
1926 trat Georges Fertig die Brauerei von Brämis gegen Auslieferung von 400 Anteilscheinen zu Fr. 50.- an die Aktiengesellschaft Jean Hofer ab. Die vereinigten Brauereien von Sitten und Brämis nannten sich von nun an Brasserie Valaisanne S.A. und standen ein Vierteljahrhundert unter der Leitung der Schwiegersöhne Hofer und Fertig. Obwohl das technische Zeitalter am Ufer der Sionne noch nicht angebrochen war, stieg die Produktion unaufhaltsam an und erreichte am Ende der Ära jährlich 13'000 Hektoliter.
1951 erhöhte die Walliser Brauerei ihr Aktienkapital, erneuerte ihren Verwaltungsrat und engagierte einen neuen Direktor. Unter seiner erfahrenen Leitung tat sie den entscheidenden Schritt von der handwerklichen zur industriellen Produktion. Sie brachte ihre Einrichtungen auf den letzten Stand der Technik, verbesserte die Qualität ihres Erzeugnisses und erweiterte ihren Kundenkreis. Aus der alchimistischen Kunst wurde eine strenge Wissenschaft.
1965 feierte die Walliser Brauerei ihren 100. Geburtstag und wurde auf dem schweizerischen Biermarkt eine feste Grösse.
1972 wurde die Brasserie Valaisanne von der Brauerei Feldschlösschen übernommen.
1992 wurde das junge und freche „Blonde 25“ lanciert. Es etablierte sich in kurzer Zeit mit grossem Erfolg. Zudem wird auch in Visp ein neues Getränke-Depot gebaut.
1995 wird die Firma Bürcher und Steiner-Getränke ins Depot Visp integriert
Ex Saurer D290 der Brauerei Valaisannes, der nun als Wohnmobil immer noch auf Weltreise unterwegs ist.