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Ein Meningeom ist ein meist gutartiger, langsam wachsender Tumor, der von den Häuten (Meningen) des Gehirns oder Rückenmarks ausgeht.
Ein Meningeom bildet – mit Ausnahme der seltenen bösartigen Varianten – keine Tochtergeschwulste (Metastasen). Es erkranken überwiegend ältere Menschen. Frauen sind circa doppelt so häufig von Meningeomen betroffen wie Männer: Bei Frauen sind 30 Prozent, bei Männern 15 Prozent aller Tumoren im Schädelinneren Meningeome.
Mehr als 85 Prozent der Meningeome gehören nach der WHO-Klassifikation der Hirntumoren zum Typ I, das heisst sie wachsen sehr langsam und bleiben lange ohne Symptome. 10 Prozent der Meningeome lassen sich dem WHO-Grad II zuordnen. Ein Meningeom aus dieser Gruppe heisst atypisches Meningeom. Einen bösartigen Verlauf haben dagegen die seltenen Meningeom-Typen nach WHO III. Mediziner verwenden für diese Tumoren dann den Begriff anaplastische Meningeome.
Ein Meningeom bleibt oft unbemerkt, da es – vor allem im Anfangsstadium – keine Beschwerden verursacht. Je grösser der Tumor wird, desto wahrscheinlicher sind Beschwerden. Abhängig davon, auf welche Hirngebiete das wachsende Meningeom nach und nach drückt, kann es zu folgenden Symptomen kommen:
Besteht der Verdacht auf einen Tumor im Schädel, sind bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) wichtig. Auf den entsprechenden Bildern kann der Arzt erkennen, ob ein Meningeom als Ursache für die Beschwerden infrage kommt.
Die Therapie richtet sich nach dem Meningeom-Typ, Tumorgrösse, Tumorort und Tumorwachstum sowie nach den Beschwerden und dem Allgemeinzustand des Erkrankten. Gutartige Tumoren, die so klein sind, dass sie noch keine Beschwerden hervorrufen, werden regelmässig kontrolliert. Wenn der Betroffene typische Symptome zeigt, ist eine Operation das geeignete Therapieverfahren. Der Neurochirurg versucht dabei, das Meningeom vollständig zu entfernen. Gehört der Tumor zur bösartigen Meningeom-Sorte, dann ist auch eine Bestrahlung angebracht. Da diese bösartigen Varianten die Ausnahme sind, ist die Prognose von Meningeomen im Allgemeinen gut.
Das Meningeom ist im Allgemeinen ein langsam wachsender, gutartiger Tumor, der von den Hirnhäuten des Zentralen Nervensystems (ZNS) ausgeht. Die Bezeichnung Meningeom leitet sich daher vom medizinischen Fachbegriff «Meningen» für Hirnhäute ab. Die Hirnhäute überziehen wie Schutzhüllen das Rückenmark, das Gehirn (weiche Hirnhaut) und kleiden die Schädelhöhle aus (harte Hirnhaut). Meist liegen Meningeome der harten Hirnhaut von innen an und können zum Beispiel auch im Rückenmark-Kanal wachsen. Umgeben von einer Kapsel verdrängen sie durch ihr Wachstum langsam das benachbarte Gewebe, ohne in dieses einzudringen beziehungsweise Tochtergeschwulste (Metastasen) zu bilden. Bösartige Meningeom-Varianten, die Metastasen bilden, sind hingegen sehr selten.
Da Meningeome in der Regel gutartig sind und langsam wachsen, entwickeln nur wenige Erkrankte Krankheitssymptome – und diese oft erst nach Jahren. Das Meningeom ist deshalb häufig ein Zufallsbefund, der im Rahmen anderer Untersuchungen auffällt.
Unter dem Mikroskop lassen sich verschiedene Meningeom-Typen unterscheiden. Für die Prognose ist die Tumoreinteilung (Grading) von Bedeutung: Mehr als 85 Prozent der Meningeome gehören nach der WHO-Klassifikation der Hirntumoren zum Typ I, das heisst sie wachsen sehr langsam und bleiben lange ohne Symptome. 10 Prozent der Meningeome lassen sich dem WHO-Grad II zuordnen. Ein Meningeom aus dieser Gruppe heisst auch atypisches Meningeom. Einen bösartigen Verlauf haben dagegen die seltenen Meningeom-Typen nach WHO III. Mediziner verwenden für diese Tumoren dann den Begriff anaplastische Meningeome.
Neben einem einzelnen Meningeom können auch mehrere Herde (Meningeomatose) oder ein diffuses Wachstum auftreten. Bei Patienten mit mehreren Tumorherden liegt zusätzlich oft eine Erbkrankheit vor: die Neurofibromatose Typ 2 (Morbus Recklinghausen), die gut- und bösartige Tumoren hervorrufen kann.
Das Meningeom zählt zu den häufigen Hirntumoren. Bei Frauen, die ungefähr doppelt so häufig an einem Meningeom erkranken, handelt es sich bei etwa 30 Prozent aller Geschwulste im Schädelinneren um diesen Tumor. Jährlich erkranken etwa 6 von 100'000 Einwohnern. Mit dem Alter steigt das Risiko, an einem Meningeom zu erkranken. Meningeome treten vor allem ab dem 50. Lebensjahr auf.
Die Meningeom-Ursachen sind nicht entschlüsselt. Ein Meningeom entsteht, wenn ein bestimmter Zelltyp in der weichen Hirnhaut, die das Gehirn umzieht, entartet und wuchert. Warum es dazu kommt, ist nach wie vor unklar. Sicher scheint, dass Kinder, die sich wegen einer Krebserkrankung einer Strahlentherapie unterziehen mussten, ein höheres Risiko für die Entstehung von – insbesondere bösartigen – Hirntumoren haben. Genetische Faktoren spielen nicht nur im Rahmen einer Neurofibromatose Typ 2 eine Rolle. Ein Verlust von Erbmaterial (Chromosom 22) scheint auffallend häufig mit Meningeomen in Verbindung zu stehen. Kein Zusammenhang besteht hingegen zwischen der Hirnhautgeschwulst und einer Schädelverletzung (Schädeltrauma).
Beim Meningeom hängen die Symptome entscheidend davon ab, wo sich der Tumor genau befindet. Wächst das Meningeom beispielsweise im Rückenmark-Kanal, entstehen die Beschwerden, wenn der Tumor einzelne Nervenwurzeln oder das Rückenmark zusammendrückt oder abquetscht. Die Spanne reicht dabei von Missempfindungen (Gefühlsstörungen) über Beweglichkeitseinschränkungen der Arme und Beine bis hin zu Lähmungen.
Bei einem Meningeom im Gehirn, besonders im Bereich der Grosshirnhälften (Hemisphären), sind Symptome seltener oder treten später auf. Wächst der Tumor zum Beispiel im Bereich des Hirnstamms, drückt er wegen der engen räumlichen Verhältnisse dagegen schneller auf wichtige Hirnstrukturen. Häufig treten Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Seh- und Sprachstörungen auf. Manchmal fällt – insbesondere den Angehörigen – auf, dass sich die Persönlichkeit des Betroffenen verändert. Gerade bei älteren Patienten kann dies mit einer Demenz (z.B. Alzheimer) oder Depression verwechselt werden. Liegt das Meningeom der knöchernen Schädeldecke an, kann es als Folge zu einem vermehrten Knochenwachstum (Hyperostose) und somit zu einer sichtbaren «Beule» kommen.
Für die Meningeom-Diagnose spielen – wie bei allen Hirntumoren – die bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) die entscheidende Rolle. Eine Untersuchung mit einem Kontrastmittel ist dabei fast immer notwendig, da sich dieses im Tumor mässig bis stark anreichert. In seltenen Fällen ist eine Angiographie sinnvoll. Diese Untersuchung macht Blutgefässe sichtbar. Der behandelnde Arzt kann dieses Verfahren zum Beispiel nutzen, um Blutgefässe zu veröden, bevor er den meist gut durchbluteten Tumor operiert.
Erkennt der Arzt auf CT- und MRT-Bildern eine glattbegrenzte Geschwulst, die auf breiter Fläche die Hirnhäute berührt, spricht dies für ein Meningeom. Diese Diagnose liegt nahe, wenn zusätzlich die Hirnhaut im Randbereich dieser Kontaktfläche in typischer Weise verdickt ist. Etwas seltener finden sich kleine Verkalkungen im Tumor (sog. Psammonkörper). Sie sind die Folge von Abbauprozessen im Tumorgewebe.
Die Meningeom-Therapie richtet sich nach Beschwerden, Grösse und Art des Tumors. Ein Meningeom, das sehr klein ist und keine Symptome verursacht, bedarf wegen des gutartigen Charakters und des langsamen Wachstums meist keiner Therapie. Es reicht, abzuwarten und mit regelmässigen Verlaufsuntersuchungen zu überprüfen, wie sich das Meningeom entwickelt.
Bei Meningeomen vom WHO Grad I-II und vorliegenden Krankheitssymptomen schält der Neurochirurg die Geschwulst operativ heraus. Nach Möglichkeit sollte er dabei den kompletten Tumor entfernen. Die Operation hängt wesentlich vom Alter und Allgemeinzustand des Betroffenen, von seinen Beschwerden sowie von der Grösse, dem Ort und dem Wachstum des Tumors ab. Im Fall eines stark durchbluteten Meningeoms kann es manchmal sinnvoll sein, die zum Tumor führenden Blutgefässe vor der Operation gezielt zu verschliessen (Embolisation). Damit lassen sich grössere Blutverluste während des Eingriffs vermeiden.
Meningeome vom WHO Grad III und unvollständig entfernte, gutartige Meningeome (grosser Resttumor) erfordern eine (zusätzliche) Bestrahlung. Kleine Tumoren mit einem Durchmesser von maximal drei Zentimetern eignen sich für eine Einzeitbestrahlung, die sogenannte Radiochirurgie mit einem Linearbeschleuniger beziehungsweise «Gamma-Knife». Diese Therapiemöglichkeit bietet sich vor allem dann an, wenn das Meningeom an einer ungünstigen Stelle wächst. Auch bei grossen Rezidiven (nach Therapie wieder aufgetretenes Meningeom) und bei Erkrankten mit einem erhöhten Operationsrisiko ist die Radiochirurgie eine Alternative.
Eine medikamentöse Behandlung – zum Beispiel mit Hormonen oder Zytostatika (Chemotherapie) – gehört bei Meningeomen nicht zur Standardtherapie.
Bei einem Meningeom ist der Verlauf in der Mehrzahl der Fälle gut. Oft reicht eine langfristige Beobachtung aus. Sollte – zum Beispiel wenn Symptome auftreten – eine Operation nötig werden, ist die Prognose bei einem Meningeom günstig. Bei circa 13 Prozent der Tumoren (sog. atypische und anaplastische Meningeome) ist die Prognose ungünstiger.
Der Tumor kann nach einer kompletten Entfernung wiederkommen (sog. Rezidiv). Daher sind nach der Meningeom-Behandlung langfristige Verlaufsuntersuchungen nötig. Die erste Nachkontrolle nach der Meningeom-Operation findet in der Regel nach drei Monaten statt. Ist kein Resttumor nachweisbar, folgen Untersuchungen nach einem, zwei und dann fünf Jahren.
Allgemeine Massnahmen, die einem Meningeom vorbeugen, sind nicht bekannt. Generell sollten unnötige Strahlung (vor allem bei Kindern) und Chemikalien gemieden werden. Eine gesunde Lebensweise, abwechslungsreiche, fettarme Ernährung, Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie regelmässiger Sport unterstützen die Körperabwehr und können das allgemeine Krankheitsrisiko senken.