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Ich habe ein glückliches Leben gelebt. Ich erklomm buchstäblich wie sprichwörtlich den Gipfel des Berges. Mir sind die außergewöhnlichsten Menschen begegnet, und ich habe die verblüffendsten Erfahrungen gemacht. Ich bin auf Pferden über die Prärie geritten und mit Motorrädern durch das Land gefahren, habe das Wunder des Aufwachsens meiner Kinder erlebt. Ich habe das ganze Spektrum an Emotionen empfunden, das größte Glück und den schlimmsten Schmerz, habe geliebt und gehasst, die Extreme ausgekostet, das Gefühl der Leidenschaft genossen und Ekstase erlebt. Ich kam 1931 zur Welt und wurde während meiner Lebensspanne Zeuge der flächendeckenden Verbreitung von Antibiotika und der Eliminierung gefürchteter Krankheiten. Ich habe die Erfindung des Fernsehens erlebt, des Internets und der Mikrowelle, mit Ehrfurcht das ungeheure Wachstum der kommerziellen Luftfahrt wie auch der NFL beobachtet. Mein Leben umspannt acht Dekaden voller Aufregung, Entdeckungen, Beziehungen und großen Glücks.
Und so war ich sicher nicht bereit dafür, dass es endete.
Ich habe den Tod in vielen Facetten gesehen. Ich habe ihn in der natürlichen Abfolge erlebt, als meine Eltern alterten und verstarben. Ich war mit der Tragödie eines Unfalltods konfrontiert, denn meine Frau starb bei einem wahrhaft tragischen Ereignis. Ich habe den schmerzhaften Tod enger Freunde durch Krankheiten miterlebt, meine geliebten Tiere in den Armen gehalten, während sie ihr Leben aushauchten. Mir widerfuhr der Schmerz des Verlusts, die Leere. Ich bin auf mehr Beerdigungen gewesen, als ich zählen kann, habe nach Worten gerungen, um trauernde Menschen zu trösten. Ich bin ziellos umhergewandert und habe versucht, den Tod zu verstehen, wobei ich erkannte, dass ich ihn niemals begreifen werde.
Doch 2016 hatte ich eine vollkommen andere Begegnung mit dem Tod: Ein Arzt erklärte mir, ich hätte eine unheilbare Krankheit, sagte, dass ich sterben würde.
Moment mal! Das war etwas komplett Neues. Ich war ziemlich gut darin, Mitleid zu bekunden und derjenige zu sein, der am Ende einer Trauerfeier immer nach Hause ging. Wie sollte ich nun auf die Diagnose reagieren? Wir redeten hier tatsächlich über mein Begräbnis!
Sie haben Krebs, teilte mir der Arzt mit.
Das muss ein Fehler sein, dachte ich. So etwas widerfährt nur anderen. Die Diagnose war das Ende einer Kette, die mit meiner Neugier begann. Durch die Lektüre eines Magazins erfuhr ich, dass Wissenschaftler entdeckt hatten, dass Krebszellen ein bestimmtes Protein bilden, mit dem man Rückschlüsse auf ihre Existenz ziehen kann. Die Forscher hatten einen Test zur Erkennung dieses Proteins entwickelt. Es ist ein hochsensibles Verfahren. Meine Frau Elizabeth und ich entschieden uns zu einer Untersuchung. Als das Testergebnis bei ihr auf Gebärmutterhalskrebs hinwies, durchlebten wir einen Monat nahe der Hysterie. Andere Ärzte wandten gründliche und bewährte Diagnostikverfahren an, fanden jedoch keine Auffälligkeiten. Man klärte uns schließlich auf, dass der erste Test noch zu ungenau sei.
Und dann diagnostizierte man bei mir Prostatakrebs. Bei mir! Mein Hausarzt sagte, dass Prostatakrebs manchmal äußerst aggressiv sei und manchmal so harmlos, dass man schon lange vor dem inkurablen Ausbruch an einer anderen Krankheit versterbe. Sterben! Ich? Das durfte alles nicht wahr sein. Um herauszufinden, um welche Ausprägungsform es sich handelte, nahm er mir Blut für den PSA-Wert ab, ein Tumormarker dieser spezifischen Krankheit. Bis zu dem Zeitpunkt lag er bei mir immer bei eins oder zwei, also unterhalb der bedenklichen Werte. Er liegt bei zehn, teilte mir mein Arzt nach Auswertung mit. Es ist aggressiver Krebs. Zehn! Mein Körper hatte mich verraten.
Ich habe mich stets dem großen Comedian George Burns verbunden gefühlt, der 100 Jahre alt wurde und einfach nicht sterben konnte, solange man ihn buchte. Und auch mein Terminplan war viel zu voll, als dass ich Zeit für den Tod gehabt hätte.
Auf einer intellektuellen Ebene verstand ich die Diagnose. Ich hatte bereits mein Testament gemacht und damit geklärt, wem ich dies oder jenes vererben würde. Doch auf einer emotionalen Ebene war ich mir sicher, nicht zu sterben. Ich lehnte das schlichtweg ab. Ich formulierte meinen letzten Willen und ging dann sofort zu einem netten Stückchen Strudel über. Der Tod? Das betraf mich doch nicht.
Bei Auftritten im Laufe der letzten Jahre bemerkte ich, dass mich immer häufiger Menschen um ein Autogramm baten. Mir war klar, was das bedeutete: Sie spekulierten auf mein baldiges Ableben,