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Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2012.00292 I. Kammer Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter als Einzelrichterin Gerichtsschr eiber Paradiso Urteil vom 3. April 2014 in Sachen X.___ Beschwerdeführerin gegen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Abteilung Arbeitslosenversicherung Stampfenbachstrasse 32, Postfach, 8090 Zürich Beschwerdegegner Sachverhalt: 1. Die 1982 geborene X.___, wissenschaftliche Beraterin und Bankan gestellte, arbeitete vom 1. Mai 2011 bis 31. Mai 2012 ( Urk. 6/25/1) als Trade & Processing Specialist für die Y.___, bei der sie wegen Differenzen mit der Teamleitung kündigte ( Urk. 6/27). Am 2. Juli 2012 ( Urk. 6/24 ) meldete sich die Versicherte bei der Arbeitslosen - versi cherung zum Leistungsbezug an. Daraufhin wurde vom 2. Juli 2012 bis 1. Juli 2014 ( Urk. 6/14) eine Rahmenfrist für den Bezug von Arbeits losenentschädigung eröffnet. Aufgrund einer Meldung des Regionalen Arbeits vermittlungszentrums Z.___ (RAV) vom 10. Juli 2012 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 16. Juli 2012 ( Urk. 6/3) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschrif ten /Weisungen für die Dauer von 6 Tage ab dem 7. Juli 2012 in der Anspruchs berechtigung ein. Dagegen erhob die Versicherte am 20. Juli 2012 ( Urk. 6/4) Einsprache, die das AWA mit Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2012 ( Urk. 2) abwies. 2. Dagegen erhob die Versicherte am 31. Oktober 2012 ( Urk. 1) Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, eventualiter seien die 6 Einstelltage zu reduzieren. In der Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2012 ( Urk. 5) schloss das AWA auf Abweisung der Be schwerde. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 1. 1.1 Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit ( § 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). 1.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss eine versicherte Person, welche Leistungen der Arbeitslosenversicherung beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Dabei hat sie insbesondere an Beratungsgesprächen und Informationsveranstaltungen teilzunehmen (Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG). Gemäss Art. 21 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen versiche rung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) muss sich die versicherte Person nach der Anmeldung entsprechend den Anordnungen des Kantons zu Be ratungs - und Kontrollgesprächen persönlich bei der zuständigen Amtsstelle melden. Die versicherte Person muss sicherstellen, dass sie in der Regel innert Tagesfrist von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden kann. Diese legt die Termine für die Beratungs- und Kontrollgespräche für jede versi cherte Person fest ( Art. 21 Abs. 2 AVIV). Sie erfasst für jede versicherte Person die Tage, an denen ein Beratungs- und Kont rollgespräch geführt worden ist und hält das Ergebnis des Gesprächs jeweils in einem Protokoll fest ( Art. 21 Abs. 3 AVIV). Laut Art. 22 Abs. 4 AVIV legt die zuständige Amtsstelle mit der versicherten Person fest, wie sie in der Regel innert Tagesfrist erreicht werden kann. 1.3 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe rechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt. Ist ein objektiv entschuldbarer Grund für das Nichtbefolgen einer Weisung der zuständigen Amtsstelle gegeben, fällt eine Einstellung der Anspruchs berech ti gung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Regel ausser Betracht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts C 261/03 vom 15. Januar 2004 E. 2). Nach der höchstrichterlichen Recht sprechung liegt ein mit einer Einstellung zu sank tionierendes Verhalten ins besondere dann vor, wenn ein Termin aus Gleichgül tigkeit und Desinteresse verpasst wurde, nicht aber, wenn ein Versicherter den Termin irrtümlich oder zufolge einer Unaufmerksamkeit nicht eingehalten und durch sein übriges Verhalten gezeigt hat, dass er seine Pflichten als Arbeitsloser und Leistungs bezüger ernst nimmt (Urteil des Bundesgerichts C 242/06 vom 11. Januar 2007 E. 2). So hatte das Bundesgericht beispielsweise ein entspre chendes Fehlverhalten verneint bei einem Versicherten, der den Termin ver schlafen hatte, sich aber nach dem Erwachen unverzüglich telefonisch gemeldet und auch ansonsten ein pünkt liches Verhalten an den Tag gelegt hatte (aus zugsweise publiziert in ARV 2000 S. 103 E. 3a). Ein sanktionswürdiges Verhal ten bejahte es dagegen bei einem Versicherten, der einen Termin versäumt hatte, da er ihn vergass, und der sich nicht sofort nach Erkennen des Versäum nisses, sondern erst auf Aufforderung zur Rechtfertigung hin entschuldigte (auszugs weise publiziert in ARV 2000 S. 104 E. 3a). 2. Der Beschwerdegegner begründete die Einstellung in der Anspruchsberechti gung im angefochtenen Entscheid damit, die Beschwerdeführerin sei unent schuldigt dem Beratungsgespräch vom 6. Juli 2012 ferngeblieben. Da sie grundsätzlich innert Tagesfrist auf dem Postweg erreichbar sein müsse, sei es ihre Pflicht, ihre Post so zu organisieren, dass sie sie rechtzeitig sichten könne, indem sie beispielsweise ihre Post an die Adresse einer Drittperson weiterleiten lasse. Im Übrigen ergäben sich aus den Akten keine Hinweise, dass die Be schwerdeführerin bei der Anmeldung angegeben hätte, auf de m postalen Weg nicht erreichbar zu sein. Da sie ihrer Pflicht nicht nachgekommen sei, sei sie in ihrer Anspruchsberechtigung vorübergehend einzustellen ( Urk. 2 S. 2-3). Die Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor, bei der RAV-Anmeldung habe sie darum gebeten, dass man sie bei kurzfristigen Termine n an der Adresse ihres Partners in A.___ kontaktiere, wo sie sich hauptsächlich auf halte. Bei der Anmeldung beim RAV habe sie auf dem Lebenslauf die Adresse ihres Partners in A.___ angegeben. Der Umstand, dass diese Adresse nicht ihrer gemeldeten Wohnadresse entsprochen habe, sei explizit ein Thema bei der An meldung beim RAV gewesen. Sie habe darum gebeten, die Adresse von A.___ als Zweitadresse zu erfassen, was je doch nicht möglich gewesen sei, man habe ihr beschieden, dass es nur eine amtliche Meldeadresse gebe. Ihre Nachfrage, ob es eine andere Kontaktmöglichkeit gebe (z.B. per E - mail ), sei verneint worden. Des Weiteren treffe es nicht zu, dass sie sich nicht genügend organisiert hätte, denn seit dem 20. Februar 2012 habe eine Postumleitung bestanden ( Urk. 1 S. 1-2). 3. 3.1 Es ist aktenmässig belegt und zwischen den Parteien unbestritten, dass sich die Beschwerdeführerin am 2. Juli 2012 beim RAV zur Arbeitsvermittlung ange meldet hat. Als Wohnadresse gab sie dabei eine Adresse in B.___ an, wo sie offenbar gemeldet war, weiter unter der Rubrik „Kontakt“ eine Natel -Telefon nummer und eine E-Mail-Adresse ( Urk. 6/24). In der Folge war seitens der Ar beitslosenbehörde ein Einladungsschreiben vom 3. Juli 2012 für ein Beratungs gespräch am Freitag, 6. Juli 2012 an die Wohnadresse verschickt worden, das die Versicherte erst am Montagabend, den 9. Juli 2012 erhalten hatte, worauf sie sich umgehend am 10. Juli 2012 beim Amt telefonisch meldet e ( Urk. 6/2). An der Wohnsitzadresse in B.___ bestand, wie die Beschwerdeführerin im Ver fahren nachgewiesen hat, ein postalischer Nachsendeauftrag an die Adresse in A.___, der vom 17. Februar 2012 datiert ( Urk. 3/1). Der Vorwurf des Beschwer degegners im Einspracheentscheid, die Versicherte hätte sich mit einem Nach sendeauftrag organisieren müssen, wenn sie nicht an ihrem Wohnort sondern bei ihrem Freund anzutreffen sei ( Urk. 2), stösst daher ins Leere. Dass die Tatsa che der unterschiedlichen Aufenthalts- und Wohnadresse anlässlich der Anmel dung beim RAV ein Thema gewesen war, das zu Diskussionen hinsichtlich der Frage der Kontaktaufnahme durch das Amt Anlass gegeben hatte, wie die Be schwerdeführerin konstant darlegte ( Urk. 3/2, Urk. 1), scheint aufgrund des be stehenden Nachsendeauftrags und der übereinstimmenden Darlegung beider Parteien, es sei nur möglich, eine Adresse bei der Anmeldung anzugeben und nicht eine zweite – welche Aussage der Beschwerdeführerin gegenüber nach ihrer Darstellung gemacht worden sei und die gemäss Angaben der Behörde zutrifft ( Urk. 1, Urk. 6/8) – glaubhaft, auch wenn dies seitens der Mitarbeiterin der Verwaltung im Verfahren schriftlich so nicht bestätigt wurde ( Urk. 6/8). Bei dieser Sachlage wäre es die Aufgabe der Behörde gewesen, gemäss Art. 22 Abs. 4 AVIV der Art der gewünschten Kontaktaufnahme genauer nachzugehen und diese entsprechend in den Akten festzulegen, was unbestrittenermassen nicht geschehen ist. 3.2 In Anbetracht dessen, dass die Versicherte sogleich am folgenden Tag nach der Entde ckung des verpassten Termins die zuständige RAV-Mitarbeiterin angeru fen hat, kann nicht gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin desinteressiert und aus Glei chgültigkeit passiv gewesen war und deshalb den Beratun gstermin nicht eingehalten hat. Auch aus ihrem übrigen Verhalten kann geschlossen werden, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose bisher gebührend ernst genom men hat und weiterhin nimmt. So ist den Akten ( Urk. 6/18, 6/22) nicht zu ent nehmen, dass sie inzwischen noch weiter andere Beratungsgespräche versäumt oder Weisungen nicht befolgt hätte. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten. Demge mäss ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Einzelrichterin erkennt: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) vom 1. Oktober 2012 aufgehoben. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - X.___ - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) - seco - Direktion für Arbeit - Unia Arbeitslosenkasse B.___ 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber Maurer ReiterParadiso

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2012.00292 I. Kammer Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter als Einzelrichterin Gerichtsschr eiber Paradiso Urteil vom 3. April 2014 in Sachen X.___ Beschwerdeführerin gegen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Abteilung Arbeitslosenversicherung Stampfenbachstrasse 32, Postfach, 8090 Zürich Beschwerdegegner Sachverhalt: 1. Die 1982 geborene X.___, wissenschaftliche Beraterin und Bankan gestellte, arbeitete vom 1. Mai 2011 bis 31. Mai 2012 ( Urk. 6/25/1) als Trade & Processing Specialist für die Y.___, bei der sie wegen Differenzen mit der Teamleitung kündigte ( Urk. 6/27). Am 2. Juli 2012 ( Urk. 6/24 ) meldete sich die Versicherte bei der Arbeitslosen - versi cherung zum Leistungsbezug an. Daraufhin wurde vom 2. Juli 2012 bis 1. Juli 2014 ( Urk. 6/14) eine Rahmenfrist für den Bezug von Arbeits losenentschädigung eröffnet. Aufgrund einer Meldung des Regionalen Arbeits vermittlungszentrums Z.___ (RAV) vom 10. Juli 2012 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 16. Juli 2012 ( Urk. 6/3) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschrif ten /Weisungen für die Dauer von 6 Tage ab dem 7. Juli 2012 in der Anspruchs berechtigung ein. Dagegen erhob die Versicherte am 20. Juli 2012 ( Urk. 6/4) Einsprache, die das AWA mit Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2012 ( Urk. 2) abwies. 2. Dagegen erhob die Versicherte am 31. Oktober 2012 ( Urk. 1) Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, eventualiter seien die 6 Einstelltage zu reduzieren. In der Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2012 ( Urk. 5) schloss das AWA auf Abweisung der Be schwerde. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 1. 1.1 Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit ( § 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). 1.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss eine versicherte Person, welche Leistungen der Arbeitslosenversicherung beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Dabei hat sie insbesondere an Beratungsgesprächen und Informationsveranstaltungen teilzunehmen (Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG). Gemäss Art. 21 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen versiche rung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) muss sich die versicherte Person nach der Anmeldung entsprechend den Anordnungen des Kantons zu Be ratungs - und Kontrollgesprächen persönlich bei der zuständigen Amtsstelle melden. Die versicherte Person muss sicherstellen, dass sie in der Regel innert Tagesfrist von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden kann. Diese legt die Termine für die Beratungs- und Kontrollgespräche für jede versi cherte Person fest ( Art. 21 Abs. 2 AVIV). Sie erfasst für jede versicherte Person die Tage, an denen ein Beratungs- und Kont rollgespräch geführt worden ist und hält das Ergebnis des Gesprächs jeweils in einem Protokoll fest ( Art. 21 Abs. 3 AVIV). Laut Art. 22 Abs. 4 AVIV legt die zuständige Amtsstelle mit der versicherten Person fest, wie sie in der Regel innert Tagesfrist erreicht werden kann. 1.3 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe rechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt. Ist ein objektiv entschuldbarer Grund für das Nichtbefolgen einer Weisung der zuständigen Amtsstelle gegeben, fällt eine Einstellung der Anspruchs berech ti gung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Regel ausser Betracht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts C 261/03 vom 15. Januar 2004 E. 2). Nach der höchstrichterlichen Recht sprechung liegt ein mit einer Einstellung zu sank tionierendes Verhalten ins besondere dann vor, wenn ein Termin aus Gleichgül tigkeit und Desinteresse verpasst wurde, nicht aber, wenn ein Versicherter den Termin irrtümlich oder zufolge einer Unaufmerksamkeit nicht eingehalten und durch sein übriges Verhalten gezeigt hat, dass er seine Pflichten als Arbeitsloser und Leistungs bezüger ernst nimmt (Urteil des Bundesgerichts C 242/06 vom 11. Januar 2007 E. 2). So hatte das Bundesgericht beispielsweise ein entspre chendes Fehlverhalten verneint bei einem Versicherten, der den Termin ver schlafen hatte, sich aber nach dem Erwachen unverzüglich telefonisch gemeldet und auch ansonsten ein pünkt liches Verhalten an den Tag gelegt hatte (aus zugsweise publiziert in ARV 2000 S. 103 E. 3a). Ein sanktionswürdiges Verhal ten bejahte es dagegen bei einem Versicherten, der einen Termin versäumt hatte, da er ihn vergass, und der sich nicht sofort nach Erkennen des Versäum nisses, sondern erst auf Aufforderung zur Rechtfertigung hin entschuldigte (auszugs weise publiziert in ARV 2000 S. 104 E. 3a). 2. Der Beschwerdegegner begründete die Einstellung in der Anspruchsberechti gung im angefochtenen Entscheid damit, die Beschwerdeführerin sei unent schuldigt dem Beratungsgespräch vom 6. Juli 2012 ferngeblieben. Da sie grundsätzlich innert Tagesfrist auf dem Postweg erreichbar sein müsse, sei es ihre Pflicht, ihre Post so zu organisieren, dass sie sie rechtzeitig sichten könne, indem sie beispielsweise ihre Post an die Adresse einer Drittperson weiterleiten lasse. Im Übrigen ergäben sich aus den Akten keine Hinweise, dass die Be schwerdeführerin bei der Anmeldung angegeben hätte, auf de m postalen Weg nicht erreichbar zu sein. Da sie ihrer Pflicht nicht nachgekommen sei, sei sie in ihrer Anspruchsberechtigung vorübergehend einzustellen ( Urk. 2 S. 2-3). Die Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor, bei der RAV-Anmeldung habe sie darum gebeten, dass man sie bei kurzfristigen Termine n an der Adresse ihres Partners in A.___ kontaktiere, wo sie sich hauptsächlich auf halte. Bei der Anmeldung beim RAV habe sie auf dem Lebenslauf die Adresse ihres Partners in A.___ angegeben. Der Umstand, dass diese Adresse nicht ihrer gemeldeten Wohnadresse entsprochen habe, sei explizit ein Thema bei der An meldung beim RAV gewesen. Sie habe darum gebeten, die Adresse von A.___ als Zweitadresse zu erfassen, was je doch nicht möglich gewesen sei, man habe ihr beschieden, dass es nur eine amtliche Meldeadresse gebe. Ihre Nachfrage, ob es eine andere Kontaktmöglichkeit gebe (z.B. per E - mail ), sei verneint worden. Des Weiteren treffe es nicht zu, dass sie sich nicht genügend organisiert hätte, denn seit dem 20. Februar 2012 habe eine Postumleitung bestanden ( Urk. 1 S. 1-2). 3. 3.1 Es ist aktenmässig belegt und zwischen den Parteien unbestritten, dass sich die Beschwerdeführerin am 2. Juli 2012 beim RAV zur Arbeitsvermittlung ange meldet hat. Als Wohnadresse gab sie dabei eine Adresse in B.___ an, wo sie offenbar gemeldet war, weiter unter der Rubrik „Kontakt“ eine Natel -Telefon nummer und eine E-Mail-Adresse ( Urk. 6/24). In der Folge war seitens der Ar beitslosenbehörde ein Einladungsschreiben vom 3. Juli 2012 für ein Beratungs gespräch am Freitag, 6. Juli 2012 an die Wohnadresse verschickt worden, das die Versicherte erst am Montagabend, den 9. Juli 2012 erhalten hatte, worauf sie sich umgehend am 10. Juli 2012 beim Amt telefonisch meldet e ( Urk. 6/2). An der Wohnsitzadresse in B.___ bestand, wie die Beschwerdeführerin im Ver fahren nachgewiesen hat, ein postalischer Nachsendeauftrag an die Adresse in A.___, der vom 17. Februar 2012 datiert ( Urk. 3/1). Der Vorwurf des Beschwer degegners im Einspracheentscheid, die Versicherte hätte sich mit einem Nach sendeauftrag organisieren müssen, wenn sie nicht an ihrem Wohnort sondern bei ihrem Freund anzutreffen sei ( Urk. 2), stösst daher ins Leere. Dass die Tatsa che der unterschiedlichen Aufenthalts- und Wohnadresse anlässlich der Anmel dung beim RAV ein Thema gewesen war, das zu Diskussionen hinsichtlich der Frage der Kontaktaufnahme durch das Amt Anlass gegeben hatte, wie die Be schwerdeführerin konstant darlegte ( Urk. 3/2, Urk. 1), scheint aufgrund des be stehenden Nachsendeauftrags und der übereinstimmenden Darlegung beider Parteien, es sei nur möglich, eine Adresse bei der Anmeldung anzugeben und nicht eine zweite – welche Aussage der Beschwerdeführerin gegenüber nach ihrer Darstellung gemacht worden sei und die gemäss Angaben der Behörde zutrifft ( Urk. 1, Urk. 6/8) – glaubhaft, auch wenn dies seitens der Mitarbeiterin der Verwaltung im Verfahren schriftlich so nicht bestätigt wurde ( Urk. 6/8). Bei dieser Sachlage wäre es die Aufgabe der Behörde gewesen, gemäss Art. 22 Abs. 4 AVIV der Art der gewünschten Kontaktaufnahme genauer nachzugehen und diese entsprechend in den Akten festzulegen, was unbestrittenermassen nicht geschehen ist. 3.2 In Anbetracht dessen, dass die Versicherte sogleich am folgenden Tag nach der Entde ckung des verpassten Termins die zuständige RAV-Mitarbeiterin angeru fen hat, kann nicht gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin desinteressiert und aus Glei chgültigkeit passiv gewesen war und deshalb den Beratun gstermin nicht eingehalten hat. Auch aus ihrem übrigen Verhalten kann geschlossen werden, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose bisher gebührend ernst genom men hat und weiterhin nimmt. So ist den Akten ( Urk. 6/18, 6/22) nicht zu ent nehmen, dass sie inzwischen noch weiter andere Beratungsgespräche versäumt oder Weisungen nicht befolgt hätte. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten. Demge mäss ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Einzelrichterin erkennt: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) vom 1. Oktober 2012 aufgehoben. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - X.___ - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) - seco - Direktion für Arbeit - Unia Arbeitslosenkasse B.___ 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber Maurer ReiterParadiso

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Sozialversicherungsgericht

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

des Kantons Zürich AL.2012.00292 AL.2012.00292

AL.2012.00292 I. Kammer

Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter als Einzelrichterin

Gerichtsschr eiber Paradiso

Urteil vom 3. April 2014

Urteil vom 3. April 2014 in Sachen

in Sachen X.___

X.___ Beschwerdeführerin

Beschwerdeführerin gegen

gegen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)

Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Abteilung Arbeitslosenversicherung

Abteilung Arbeitslosenversicherung Stampfenbachstrasse 32, Postfach, 8090 Zürich

Stampfenbachstrasse 32, Postfach, 8090 Zürich Beschwerdegegner

Beschwerdegegner Sachverhalt:

Sachverhalt: 1. Die 1982 geborene X.___, wissenschaftliche Beraterin und Bankan gestellte, arbeitete vom 1. Mai 2011 bis 31. Mai 2012 ( Urk. 6/25/1) als Trade & Processing Specialist für die Y.___, bei der sie wegen Differenzen mit der Teamleitung kündigte ( Urk. 6/27).

1. Die 1982 geborene X.___, wissenschaftliche Beraterin und Bankan gestellte, arbeitete vom 1. Mai 2011 bis 31. Mai 2012 ( Urk. 6/25/1) als Trade & Processing Specialist für die Y.___, bei der sie wegen Differenzen mit der Teamleitung kündigte ( Urk. 6/27). Am 2. Juli 2012 ( Urk. 6/24 ) meldete sich die Versicherte bei der Arbeitslosen - versi cherung zum Leistungsbezug an. Daraufhin wurde vom 2. Juli 2012 bis 1. Juli 2014 ( Urk. 6/14) eine Rahmenfrist für den Bezug von Arbeits losenentschädigung eröffnet. Aufgrund einer Meldung des Regionalen Arbeits vermittlungszentrums Z.___ (RAV) vom 10. Juli 2012 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 16. Juli 2012 ( Urk. 6/3) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschrif ten /Weisungen für die Dauer von 6 Tage ab dem 7. Juli 2012 in der Anspruchs berechtigung ein. Dagegen erhob die Versicherte am 20. Juli 2012 ( Urk. 6/4) Einsprache, die das AWA mit Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2012 ( Urk. 2) abwies.

Am 2. Juli 2012 ( Urk. 6/24 ) meldete sich die Versicherte bei der Arbeitslosen versi cherung zum Leistungsbezug an. Daraufhin wurde vom 2. Juli 2012 bis 1. Juli 2014 ( Urk. 6/14) eine Rahmenfrist für den Bezug von Arbeits losenentschädigung eröffnet. Aufgrund einer Meldung des Regionalen Arbeits vermittlungszentrums Z.___ (RAV) vom 10. Juli 2012 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 16. Juli 2012 ( Urk. 6/3) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschrif ten /Weisungen für die Dauer von 6 Tage ab dem 7. Juli 2012 in der Anspruchs berechtigung ein. Dagegen erhob die Versicherte am 20. Juli 2012 ( Urk. 6/4) Einsprache, die das AWA mit Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2012 ( Urk. 2) abwies. 2. Dagegen erhob die Versicherte am 31. Oktober 2012 ( Urk. 1) Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, eventualiter seien die 6 Einstelltage zu reduzieren. In der Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2012 ( Urk. 5) schloss das AWA auf Abweisung der Be schwerde.

2. Dagegen erhob die Versicherte am 31. Oktober 2012 ( Urk. 1) Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, eventualiter seien die 6 Einstelltage zu reduzieren. In der Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2012 ( Urk. 5) schloss das AWA auf Abweisung der Be schwerde. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 1.

1. 1.1 Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit ( § 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).

1.1 Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit ( § 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). 1.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss eine versicherte Person, welche Leistungen der Arbeitslosenversicherung beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Dabei hat sie insbesondere an Beratungsgesprächen und Informationsveranstaltungen teilzunehmen (Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG).

1.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss eine versicherte Person, welche Leistungen der Arbeitslosenversicherung beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Dabei hat sie insbesondere an Beratungsgesprächen und Informationsveranstaltungen teilzunehmen (Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG). Gemäss Art. 21 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen versiche rung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) muss sich die versicherte Person nach der Anmeldung entsprechend den Anordnungen des Kantons zu Be ratungs - und Kontrollgesprächen persönlich bei der zuständigen Amtsstelle melden. Die versicherte Person muss sicherstellen, dass sie in der Regel innert Tagesfrist von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden kann.

Gemäss Art. 21 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen versiche rung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) muss sich die versicherte Person nach der Anmeldung entsprechend den Anordnungen des Kantons zu Be ratungs - und Kontrollgesprächen persönlich bei der zuständigen Amtsstelle melden. Die versicherte Person muss sicherstellen, dass sie in der Regel innert Tagesfrist von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden kann. Diese legt die Termine für die Beratungs- und Kontrollgespräche für jede versi cherte Person fest ( Art. 21 Abs. 2 AVIV). Sie erfasst für jede versicherte Person die Tage, an denen ein Beratungs- und Kont rollgespräch geführt worden ist und hält das Ergebnis des Gesprächs jeweils in einem Protokoll fest ( Art. 21 Abs. 3 AVIV).

Diese legt die Termine für die Beratungs- und Kontrollgespräche für jede versi cherte Person fest ( Art. 21 Abs. 2 AVIV). Sie erfasst für jede versicherte Person die Tage, an denen ein Beratungs- und Kont rollgespräch geführt worden ist und hält das Ergebnis des Gesprächs jeweils in einem Protokoll fest ( Art. 21 Abs. 3 AVIV). Laut Art. 22 Abs. 4 AVIV legt die zuständige Amtsstelle mit der versicherten Person fest, wie sie in der Regel innert Tagesfrist erreicht werden kann.

Laut Art. 22 Abs. 4 AVIV legt die zuständige Amtsstelle mit der versicherten Person fest, wie sie in der Regel innert Tagesfrist erreicht werden kann. 1.3 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe rechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt.

1.3 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe rechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt. Ist ein objektiv entschuldbarer Grund für das Nichtbefolgen einer Weisung der zuständigen Amtsstelle gegeben, fällt eine Einstellung der Anspruchs berech ti gung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Regel ausser Betracht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts C 261/03 vom 15. Januar 2004 E. 2). Nach der höchstrichterlichen Recht sprechung liegt ein mit einer Einstellung zu sank tionierendes Verhalten ins besondere dann vor, wenn ein Termin aus Gleichgül tigkeit und Desinteresse verpasst wurde, nicht aber, wenn ein Versicherter den Termin irrtümlich oder zufolge einer Unaufmerksamkeit nicht eingehalten und durch sein übriges Verhalten gezeigt hat, dass er seine Pflichten als Arbeitsloser und Leistungs bezüger ernst nimmt (Urteil des Bundesgerichts C 242/06 vom 11. Januar 2007 E. 2). So hatte das Bundesgericht beispielsweise ein entspre chendes Fehlverhalten verneint bei einem Versicherten, der den Termin ver schlafen hatte, sich aber nach dem Erwachen unverzüglich telefonisch gemeldet und auch ansonsten ein pünkt liches Verhalten an den Tag gelegt hatte (aus zugsweise publiziert in ARV 2000 S. 103 E. 3a). Ein sanktionswürdiges Verhal ten bejahte es dagegen bei einem Versicherten, der einen Termin versäumt hatte, da er ihn vergass, und der sich nicht sofort nach Erkennen des Versäum nisses, sondern erst auf Aufforderung zur Rechtfertigung hin entschuldigte (auszugs weise publiziert in ARV 2000 S. 104 E. 3a).

Ist ein objektiv entschuldbarer Grund für das Nichtbefolgen einer Weisung der zuständigen Amtsstelle gegeben, fällt eine Einstellung der Anspruchs berech ti gung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Regel ausser Betracht (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts C 261/03 vom 15. Januar 2004 E. 2). Nach der höchstrichterlichen Recht sprechung liegt ein mit einer Einstellung zu sank tionierendes Verhalten ins besondere dann vor, wenn ein Termin aus Gleichgül tigkeit und Desinteresse verpasst wurde, nicht aber, wenn ein Versicherter den Termin irrtümlich oder zufolge einer Unaufmerksamkeit nicht eingehalten und durch sein übriges Verhalten gezeigt hat, dass er seine Pflichten als Arbeitsloser und Leistungs bezüger ernst nimmt (Urteil des Bundesgerichts C 242/06 vom 11. Januar 2007 E. 2). So hatte das Bundesgericht beispielsweise ein entspre chendes Fehlverhalten verneint bei einem Versicherten, der den Termin ver schlafen hatte, sich aber nach dem Erwachen unverzüglich telefonisch gemeldet und auch ansonsten ein pünkt liches Verhalten an den Tag gelegt hatte (aus zugsweise publiziert in ARV 2000 S. 103 E. 3a). Ein sanktionswürdiges Verhal ten bejahte es dagegen bei einem Versicherten, der einen Termin versäumt hatte, da er ihn vergass, und der sich nicht sofort nach Erkennen des Versäum nisses, sondern erst auf Aufforderung zur Rechtfertigung hin entschuldigte (auszugs weise publiziert in ARV 2000 S. 104 E. 3a). 2. Der Beschwerdegegner begründete die Einstellung in der Anspruchsberechti gung im angefochtenen Entscheid damit, die Beschwerdeführerin sei unent schuldigt dem Beratungsgespräch vom 6. Juli 2012 ferngeblieben. Da sie grundsätzlich innert Tagesfrist auf dem Postweg erreichbar sein müsse, sei es ihre Pflicht, ihre Post so zu organisieren, dass sie sie rechtzeitig sichten könne, indem sie beispielsweise ihre Post an die Adresse einer Drittperson weiterleiten lasse. Im Übrigen ergäben sich aus den Akten keine Hinweise, dass die Be schwerdeführerin bei der Anmeldung angegeben hätte, auf de m postalen Weg nicht erreichbar zu sein. Da sie ihrer Pflicht nicht nachgekommen sei, sei sie in ihrer Anspruchsberechtigung vorübergehend einzustellen ( Urk. 2 S. 2-3).

2. Der Beschwerdegegner begründete die Einstellung in der Anspruchsberechti gung im angefochtenen Entscheid damit, die Beschwerdeführerin sei unent schuldigt dem Beratungsgespräch vom 6. Juli 2012 ferngeblieben. Da sie grundsätzlich innert Tagesfrist auf dem Postweg erreichbar sein müsse, sei es ihre Pflicht, ihre Post so zu organisieren, dass sie sie rechtzeitig sichten könne, indem sie beispielsweise ihre Post an die Adresse einer Drittperson weiterleiten lasse. Im Übrigen ergäben sich aus den Akten keine Hinweise, dass die Be schwerdeführerin bei der Anmeldung angegeben hätte, auf de m postalen Weg nicht erreichbar zu sein. Da sie ihrer Pflicht nicht nachgekommen sei, sei sie in ihrer Anspruchsberechtigung vorübergehend einzustellen ( Urk. 2 S. 2-3). Die Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor, bei der RAV-Anmeldung habe sie darum gebeten, dass man sie bei kurzfristigen Termine n an der Adresse ihres Partners in A.___ kontaktiere, wo sie sich hauptsächlich auf halte. Bei der Anmeldung beim RAV habe sie auf dem Lebenslauf die Adresse ihres Partners in A.___ angegeben. Der Umstand, dass diese Adresse nicht ihrer gemeldeten Wohnadresse entsprochen habe, sei explizit ein Thema bei der An meldung beim RAV gewesen. Sie habe darum gebeten, die Adresse von A.___ als Zweitadresse zu erfassen, was je doch nicht möglich gewesen sei, man habe ihr beschieden, dass es nur eine amtliche Meldeadresse gebe. Ihre Nachfrage, ob es eine andere Kontaktmöglichkeit gebe (z.B. per E - mail ), sei verneint worden. Des Weiteren treffe es nicht zu, dass sie sich nicht genügend organisiert hätte, denn seit dem 20. Februar 2012 habe eine Postumleitung bestanden ( Urk. 1 S. 1-2).

Die Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor, bei der RAV-Anmeldung habe sie darum gebeten, dass man sie bei kurzfristigen Termine n an der Adresse ihres Partners in A.___ kontaktiere, wo sie sich hauptsächlich auf halte. Bei der Anmeldung beim RAV habe sie auf dem Lebenslauf die Adresse ihres Partners in A.___ angegeben. Der Umstand, dass diese Adresse nicht ihrer gemeldeten Wohnadresse entsprochen habe, sei explizit ein Thema bei der An meldung beim RAV gewesen. Sie habe darum gebeten, die Adresse von A.___ als Zweitadresse zu erfassen, was je doch nicht möglich gewesen sei, man habe ihr beschieden, dass es nur eine amtliche Meldeadresse gebe. Ihre Nachfrage, ob es eine andere Kontaktmöglichkeit gebe (z.B. per E mail ), sei verneint worden. Des Weiteren treffe es nicht zu, dass sie sich nicht genügend organisiert hätte, denn seit dem 20. Februar 2012 habe eine Postumleitung bestanden ( Urk. 1 S. 1-2). 3.

3. 3.1 Es ist aktenmässig belegt und zwischen den Parteien unbestritten, dass sich die Beschwerdeführerin am 2. Juli 2012 beim RAV zur Arbeitsvermittlung ange meldet hat. Als Wohnadresse gab sie dabei eine Adresse in B.___ an, wo sie offenbar gemeldet war, weiter unter der Rubrik „Kontakt“ eine Natel -Telefon nummer und eine E-Mail-Adresse ( Urk. 6/24). In der Folge war seitens der Ar beitslosenbehörde ein Einladungsschreiben vom 3. Juli 2012 für ein Beratungs gespräch am Freitag, 6. Juli 2012 an die Wohnadresse verschickt worden, das die Versicherte erst am Montagabend, den 9. Juli 2012 erhalten hatte, worauf sie sich umgehend am 10. Juli 2012 beim Amt telefonisch meldet e ( Urk. 6/2).

3.1 Es ist aktenmässig belegt und zwischen den Parteien unbestritten, dass sich die Beschwerdeführerin am 2. Juli 2012 beim RAV zur Arbeitsvermittlung ange meldet hat. Als Wohnadresse gab sie dabei eine Adresse in B.___ an, wo sie offenbar gemeldet war, weiter unter der Rubrik „Kontakt“ eine Natel -Telefon nummer und eine E-Mail-Adresse ( Urk. 6/24). In der Folge war seitens der Ar beitslosenbehörde ein Einladungsschreiben vom 3. Juli 2012 für ein Beratungs gespräch am Freitag, 6. Juli 2012 an die Wohnadresse verschickt worden, das die Versicherte erst am Montagabend, den 9. Juli 2012 erhalten hatte, worauf sie sich umgehend am 10. Juli 2012 beim Amt telefonisch meldet e ( Urk. 6/2). An der Wohnsitzadresse in B.___ bestand, wie die Beschwerdeführerin im Ver fahren nachgewiesen hat, ein postalischer Nachsendeauftrag an die Adresse in A.___, der vom 17. Februar 2012 datiert ( Urk. 3/1). Der Vorwurf des Beschwer degegners im Einspracheentscheid, die Versicherte hätte sich mit einem Nach sendeauftrag organisieren müssen, wenn sie nicht an ihrem Wohnort sondern bei ihrem Freund anzutreffen sei ( Urk. 2), stösst daher ins Leere. Dass die Tatsa che der unterschiedlichen Aufenthalts- und Wohnadresse anlässlich der Anmel dung beim RAV ein Thema gewesen war, das zu Diskussionen hinsichtlich der Frage der Kontaktaufnahme durch das Amt Anlass gegeben hatte, wie die Be schwerdeführerin konstant darlegte ( Urk. 3/2, Urk. 1), scheint aufgrund des be stehenden Nachsendeauftrags und der übereinstimmenden Darlegung beider Parteien, es sei nur möglich, eine Adresse bei der Anmeldung anzugeben und nicht eine zweite – welche Aussage der Beschwerdeführerin gegenüber nach ihrer Darstellung gemacht worden sei und die gemäss Angaben der Behörde zutrifft ( Urk. 1, Urk. 6/8) – glaubhaft, auch wenn dies seitens der Mitarbeiterin der Verwaltung im Verfahren schriftlich so nicht bestätigt wurde ( Urk. 6/8). Bei dieser Sachlage wäre es die Aufgabe der Behörde gewesen, gemäss Art. 22 Abs. 4 AVIV der Art der gewünschten Kontaktaufnahme genauer nachzugehen und diese entsprechend in den Akten festzulegen, was unbestrittenermassen nicht geschehen ist.

An der Wohnsitzadresse in B.___ bestand, wie die Beschwerdeführerin im Ver fahren nachgewiesen hat, ein postalischer Nachsendeauftrag an die Adresse in A.___, der vom 17. Februar 2012 datiert ( Urk. 3/1). Der Vorwurf des Beschwer degegners im Einspracheentscheid, die Versicherte hätte sich mit einem Nach sendeauftrag organisieren müssen, wenn sie nicht an ihrem Wohnort sondern bei ihrem Freund anzutreffen sei ( Urk. 2), stösst daher ins Leere. Dass die Tatsa che der unterschiedlichen Aufenthalts- und Wohnadresse anlässlich der Anmel dung beim RAV ein Thema gewesen war, das zu Diskussionen hinsichtlich der Frage der Kontaktaufnahme durch das Amt Anlass gegeben hatte, wie die Be schwerdeführerin konstant darlegte ( Urk. 3/2, Urk. 1), scheint aufgrund des be stehenden Nachsendeauftrags und der übereinstimmenden Darlegung beider Parteien, es sei nur möglich, eine Adresse bei der Anmeldung anzugeben und nicht eine zweite – welche Aussage der Beschwerdeführerin gegenüber nach ihrer Darstellung gemacht worden sei und die gemäss Angaben der Behörde zutrifft ( Urk. 1, Urk. 6/8) – glaubhaft, auch wenn dies seitens der Mitarbeiterin der Verwaltung im Verfahren schriftlich so nicht bestätigt wurde ( Urk. 6/8). Bei dieser Sachlage wäre es die Aufgabe der Behörde gewesen, gemäss Art. 22 Abs. 4 AVIV der Art der gewünschten Kontaktaufnahme genauer nachzugehen und diese entsprechend in den Akten festzulegen, was unbestrittenermassen nicht geschehen ist. 3.2 In Anbetracht dessen, dass die Versicherte sogleich am folgenden Tag nach der Entde ckung des verpassten Termins die zuständige RAV-Mitarbeiterin angeru fen hat, kann nicht gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin desinteressiert und aus Glei chgültigkeit passiv gewesen war und deshalb den Beratun gstermin nicht eingehalten hat. Auch aus ihrem übrigen Verhalten kann geschlossen werden, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose bisher gebührend ernst genom men hat und weiterhin nimmt. So ist den Akten ( Urk. 6/18, 6/22) nicht zu ent nehmen, dass sie inzwischen noch weiter andere Beratungsgespräche versäumt oder Weisungen nicht befolgt hätte. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten. Demge mäss ist die Beschwerde gutzuheissen.

3.2 In Anbetracht dessen, dass die Versicherte sogleich am folgenden Tag nach der Entde ckung des verpassten Termins die zuständige RAV-Mitarbeiterin angeru fen hat, kann nicht gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin desinteressiert und aus Glei chgültigkeit passiv gewesen war und deshalb den Beratun gstermin nicht eingehalten hat. Auch aus ihrem übrigen Verhalten kann geschlossen werden, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose bisher gebührend ernst genom men hat und weiterhin nimmt. So ist den Akten ( Urk. 6/18, 6/22) nicht zu ent nehmen, dass sie inzwischen noch weiter andere Beratungsgespräche versäumt oder Weisungen nicht befolgt hätte. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten. Demge mäss ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Einzelrichterin erkennt:

Die Einzelrichterin erkennt: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) vom 1. Oktober 2012 aufgehoben.

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) vom 1. Oktober 2012 aufgehoben. 2. Das Verfahren ist kostenlos.

2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - X.___

X.___ - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)

Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) - seco - Direktion für Arbeit

seco - Direktion für Arbeit - Unia Arbeitslosenkasse B.___

Unia Arbeitslosenkasse B.___ 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG).

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber

Maurer ReiterParadiso