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Mardi Gras

Laissez les bon temps rouler ! - Let the good times roll ! Die grösste Gratisparty der Welt, nennen die Einwohner von New Orleans ihre Fastnacht, den Mardi Gras. Ich als Luzerner Fastnächtler bin natürlich nicht so leicht zu beeindrucken, aber trotzdem war ich gespannt auf Fastnacht à la New Orleans ! Statt Guggenmusigen regieren hier die Krewes, welche Umzüge (Parades) und Fastnachtsbälle veranstalten. Die Fastnacht beginnt am Drei Königstag, an dem die Krewes ihre Bälle halten um den König, die Königin und ihre Begleitung zu wählen. Dazu wird der Kingcake serviert, ähnlich wie unser Königskuchen, nur viel farbiger und süsser. Die Dame, welche eine goldene Perle in ihrem Kuchenstück findet, regiert als Queen, gefolgt von den glücklichen Finderinnen von silbernen Perlen, den Maids.
Schon bald danach werden in der Altstadt von New Orleans, dem French Quarter, und in den Vororten, den Suburbs, die Parades abgehalten. Statt Guggenmusig ertönt Jazz, Blues, Rap und Dance, statt Wöschwyber tanzen Cheerleaders in ihren bunten, knappen Kostümen, aber wie bei uns beherrschen die Wagen (Floats) das Bild der Umzüge mit ihren verschiedenen Themen und noch viel wichtiger den Throws. Auf den Wagen sind nämlich der König, die Königin, ihre Maids und die Masken damit beschäftigt, wertlosen Plunder, vorallem farbige Ketten aus Plastikperlen, genannt Beads, denjenigen zuzuwerfen, welche am Strassenrand stehen und "Throw me something Mister" rufen. Je grösser und länger die Perlenketten, umso lauter wird danach geschrien und darum gekämpft. Neben den Perlen sind vorallem auch die von den Krews geprägten Doublonen gefragte Sammlerobjekte.
Die bekanntesten Paraden finden am Mardi Gras, also dem Güdisdienstag statt. Dann erscheint der König Rex per Dampfboot in New Orleans und zieht dann durch die Strassen. Rex wurde 1871 zu Ehren des Grand Duke Alexis Romanoff Alexandrovitch, dem Zar von Russland gegründet und gab der Fastnacht von New Orleans ihre offiziellen Farben: violette, gold und grün. Fast 40 Jahre später entstand Zulu, eine Krewe aus Afroamerikaner, die sich über die weisse,organisierte, High Society Rex Krewe lustig machte. Zulu ist die wohl beliebteste Parade hier in New Orleans und kann sich damit rühmen, dass Louis Armstrong 1949 als König die Parade anführte. Schon lange vor Zulu wurde auch die erste Frauen Krewe gegründet : Les Mysterieuses, gefolgt von Les Pierettes und Iris. Seit 1988 gilt jedoch auch für die Krewes das Anti-Diskriminationsgesetz und so sind sie jetzt alle bunt gemischt.
Natürlich gibt es auch in New Orleans als Kontrapunkt zur organisierten, traditionellen Fastnacht so was wie eine etwas mehr kaotische Strassenfastnacht. Diese spielt sich im French Quarter und vorallem an der Bourbon Street auf den Balkonen ab. Hier trifft man die Einzelmasken an, hier wird getanzt und getrunken und hier werden die Beads, die Mann an den Paraden ergattert hat, wieder investiert, indem man damit weibliche Carnivalteilnehmer dazu verlockt die Brüste zu zeigen. Und somit kommen wir zum letzten Unterschied von der Fastnacht in New Orleans zur Fastnacht in Luzern: es ist hier schön warm !
|Ref: MARPRINT.SAM|
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