Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/145362

<h2>SubmittedText<h2><p>Durch Zecken übertragene Krankheiten stellen in der Schweiz ein zunehmendes Problem dar, welches unsere Bevölkerung schwer treffen kann. Pro Jahr treten schätzungsweise 6000 bis 12 000 Lyme-Borreliose-Fälle und etwa 100 bis 250 Erkrankungen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf.</p><p>In diesem Zusammenhang stelle ich folgende Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Ist er auch der Meinung, dass es sich hier um ein schwerwiegendes inländisches Gesundheitsproblem handelt, welches die schweizerische Wohnbevölkerung treffen kann?</p><p>2. Ist er bereit, mehr Prävention und Aufklärung der Bevölkerung an die Hand zu nehmen?</p><p>3. Ist er bereit, jeweils im Frühsommer eine Kampagne für FSME-Impfungen zu unterstützen?</p><p>4. Im Auftrag des BAG wurde 2009 das Nationale Referenzzentrum für zeckenübertragene Krankheiten (NRZK) gegründet und bis Ende 2013 von der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Neuenburg betrieben. Per Anfang 2014 wurde das Mandat an das Labor Spiez übertragen. Warum dieser Wechsel? Braucht es allenfalls noch weitere Anstrengungen und beteiligte Institutionen gegen diese heimtückische Krankheit?</p><p>5. Mit der Klimaerwärmung in der Schweiz werden die Zecken weiter zunehmen. Ist der Bundesrat bereit, die Forschung zur Bekämpfung der Zecken zu stärken?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat teilt die Meinung der Interpellantin, dass die durch Zecken übertragenen Krankheiten ein für die öffentliche Gesundheit relevantes Problem darstellen. Aus diesem Grund überwacht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im obligatorischen Meldesystem für Infektionskrankheiten und die Lyme-Borreliose im Rahmen eines Sentinel-Systems. Während der "Zecken-Saison" wird auf den Webseiten des BAG wöchentlich ein allgemeinverständlicher Lagebericht zu diesen beiden zeckenübertragenen Krankheiten publiziert. Diese Berichte werden regelmässig von den Medien aufgegriffen und dienen so der Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit.</p><p>2./3. Betreffend FSME empfiehlt das BAG allen Personen, welche in Risikogebieten leben bzw. sich dort aufhalten, die Impfung gegen FSME. Das BAG publiziert Informationen zuhanden der Bevölkerung und erstellt seit 2013 in Zusammenarbeit mit Swisstopo zwei interaktive Risikokarten für FSME (www.fsme-schweiz.ch). Die von FSME betroffenen Kantone erarbeiten und verteilen ebenfalls Informationen zuhanden ihrer Einwohnerinnen und Einwohner.</p><p>Betreffend die zeckenübertragenen Krankheiten allgemein unterstützt das BAG zudem die Entwicklung einer Zecken-Smartphone-App durch die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wädenswil, welche die Nutzer über zeckenübertragene Krankheiten und die FSME-Risikogebiete informieren soll. Jeden Frühling wird die Bevölkerung durch Medienberichte über Zecken sensibilisiert und informiert, wie man sich vor Zeckenstichen schützen kann. Weiter investieren sowohl die Suva als auch der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) in die Prävention bei beruflich Exponierten und lancieren regelmässig Informationskampagnen.</p><p>4./5. Seit 2014 hat das Labor Spiez in Zusammenarbeit mit dem Labor Admed in La Chaux-de-Fonds und dem mikrobiologischen Institut des Chuv in Lausanne die Aufgaben des bisherigen Referenzzentrums übernommen. Das Mandat wurde infolge Pensionierung des bisherigen Leiters und der Neuausrichtung des biologischen Institutes der Universität Neuenburg ausgeschrieben und vereint die Partner des bisherigen Zentrums und deren Know-how unter der Leitung einer motivierten Forschergruppe im Labor Spiez. Weiter unterstützt das BAG mit Know-how die Eingabe eines nationalen Forschungsprogramms zu den Folgen der durch Zecken übertragenen Krankheiten wie z. B. der chronischen Borreliose. Sowohl für die wissenschaftliche Begleitgruppe des Referenzzentrums als auch für die Erarbeitung des Entwurfes für ein nationales Forschungsprogramm werden Vertreter der Hausärzte und andere Fachpersonen einbezogen. Die Überwachung und Bekämpfung der Zecken liegt jedoch in der Kompetenz der Kantone.</p>  Antwort des Bundesrates.