Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03321.jsonl.gz/1787

Hintergrund und Projektumfeld
Der israelisch-palästinensische Konflikt dauert nun schon über ein halbes Jahrhundert. Eine Verbesserung oder gar eine Lösung des vertrackten Konflikts ist nach wie vor nicht in Sicht. Im Gegenteil: Im 2022 kam es zu immer mehr Zwischenfällen, Anschlägen und Eskalationen. Die Menschen leiden unter der Situation und besonders Jugendlichen fällt es schwer, Perspektiven zu sehen. Horyzon unterstützt die jungen Menschen im palästinensischen Gebiet mit zwei verschiedenen Projekten: einerseits mit der Joint Advocacy Initiative und andererseits mit dem Wiedereingliederungsprogramm.
Die Joint Advocacy Initiative hat zum Ziel, die Hoffnung der Jugendlichen auf einen gerechten Frieden im palästinensischen Gebiet aufrechtzuerhalten. Die junge Bevölkerung soll über die politische Situation informiert bleiben, sich für ihre Rechte einsetzen und diese international vertreten. Dafür finden Austausche und Workshops mit palästinensischen und europäischen Jugendgruppen statt. Zudem werden Personen in internationalen Partnerorganisationen dazu motiviert, sich aktiv für Frieden im palästinensischen Gebiet zu engagieren. In einem anderen Teil des Projekts wird die Olivenbaumkampagne organisiert, mit welcher palästinensische Bauernfamilien – und auch ihre Nachkommen – unterstützt werden. Das Gesetz besagt, dass landwirtschaftliche Nutzflächen, die drei Jahre lang nicht benutzt werden, in israelischen Besitz übergehen. Dank internationalen Spenden von Olivenbäumen können die Felder bepflanzt und somit im Besitz der palästinensischen Familien bleiben. Die Joint Advocacy Initiative unterstützt die Olivenbaumkampagne mit der Logistik vor Ort und organisiert Helfer*innen für die Pflanzung der Bäume und später für die Olivenernte.
Lokale Projektpartner
Die Joint Advocacy Initiative ist ein gemeinsames Projekt von YMCA Ostjerusalem (Young Men's Christian Association) und YWCA Palästina (Young Women's Christian Association). YMCA entstand in Palästina am Ende des 19. Jahrhunderts und ist damit eine alteingesessene palästinensische Institution. 1918 wurde YWCA of Palestine gegründet. Die Geschichte von YMCA und YWCA in Palästina ist eng mit der palästinensisch-israelischen Geschichte verbunden. Nach der Entstehung des israelischen Staates und der damit verbundenen Flüchtlingswelle von 1948 gehörten YMCA und YWCA zu den ersten Organisationen, die Angebote für Kinder und Jugendliche in den Flüchtlingslagern dem Westjordanland aufbauten. Horyzon arbeitet seit 1993 mit YMCA Ostjerusalem und seit mehr als zehn Jahren mit YWCA Palästina zusammen.
Zielgruppen
Jährlich werden 240 palästinensische Jugendliche in Menschenrechtsthemen ausgebildet und 140 ausländische Jugendliche lernen die palästinensische Thematik vor Ort kennen. Im Ausland werden rund 400 Jugendliche durch Sensibilisierungsaktionen erreicht. Zudem profitieren jährlich 600 palästinensische Familien von der Olivenbaumkampagne.
Ziele
Ziel der Joint Advocacy Initiative ist es, nationale und internationale Akteure dafür zu mobilisieren, dass sie sich für die Einhaltung der Rechte der palästinensischen Bevölkerung einsetzen. Das Projekt legt dabei einen besonderen Fokus auf die Änderung der israelischen Politik bezüglich Landkonfiszierung und Zugang zu Land im Westjordanland.
Standort
Internationale Interessenvertretung und Vernetzung
Aktivitäten
- Durchführung von Lobbybesuchen bei sechs internationalen Partnerorganisationen
- Dialoge mit fünf Entscheidungsträger*innen (aus Parlamenten, NGOs, etc.)
- Empfang von zwei internationalen YMCA/YWCA Delegationen und ökumenischen Bewegungen
Wirkung
- Wenn palästinensische und internationale Akteure über die Menschenrechtslage im besetzten palästinensischen Gebiet informiert sind, dann setzten sie sich für einen gerechten Frieden in Palästina ein, weil sie über ein gestärktes Bewusstsein über die Verletzlichkeit der palästinensischen Bevölkerung verfügen.
Olivenbaumkampagne
Aktivitäten
- Verteilung von rund 40‘000 Olivenbäumen an 600 Bauernfamilien.
- Organisation der Olivenbaumpflanzung und Olivenernte mit Beteiligung inter-nationaler Helfer*innen (YMCA/YWCA, Einzelpersonen, ökumenische Organisationen)
Wirkung
- Wenn Olivenbauern internationale Unterstützung erhalten, verbessern sie ihre Lebensgrundlage, da sie dadurch ihren Landanspruch sichern können.
Sensibilisierungs- und Menschenrechtsarbeit mit Jugendlichen
Aktivitäten
- Durchführung von Lobbying- und Menschenrechts-Trainings für 240 palästinensische Jugendliche
- Empfang von 140 ausländischen Jugendlichen, welche durch Trainings und den Austausch mit palästinensischen Jugendlichen die Menschenrechtslage vor Ort kennenlernen
- Internationale Jugendgruppen führen sechs Sensibilisierungskampagnen für Palästina in ihren Heimatländern durch
Wirkung
Wenn palästinensische und internationale Jugendliche Lobbying-Kapazitäten aufbauen, wird das weltweite Bewusstsein für die palästinensischen Anliegen gestärkt, weil sie ihr Umfeld dafür sensibilisieren.
Internationale Interessenvertretung und Vernetzung
-
20 internationale Partnerorganisationen führten Advocacy- und Sensibilisierungsaktivitäten für einen gerechten Frieden in Israel/Palästina in ihren Ländern durch.
-
Fünf internationale Partnerorganisationen führten Gespräche mit ihren jeweiligen Regierungen zur Menschenrechtslage in Israel/Palästina.
Olivenbaumkampagne
-
47'300 Olivenbäume wurden an 681 Bauernfamilien verteilt. 3’405 Personen konnten somit ihre Lebensgrundlage dank der Olivenbaumkampagne stärken.
-
34'500 Personen zeigten ihre Solidarität mit den palästinensischen Olivenbauern, indem sie Olivenbäume spendeten.
-
86% der begünstigten Olivenbauern gaben an, dass sie dank der Olivenbaumkampagne besseren Zugang zu ihrem Land erhalten haben. 82% denken, dass ihr Land dank den gesponserten Olivenbäumen besser vor Konfiszierungen geschützt ist. 70% gaben an, dass sie nun weniger Angst vor Angriffen verspüren, wenn sie auf ihrem Feld arbeiten. 94% gaben an, dass sich ihre wirtschaftliche Situation dank der Olivenbaumkampagne verbessert hat.
Sensibilisierungs- und Menschenrechtsarbeit mit Jugendlichen
- 303 palästinensische Jugendliche nahmen an Lobbying- und Menschenrechtstrainings teil.
- 228 ausländische Jugendliche reisten nach Palästina und wurden vor Ort über den palästinensischen Kontext und Menschenrechtsfragen aufgeklärt.
- Internationale Jugendgruppen führten 7 Sensibilisierungskampagnen für Palästina in ihren Heimatländern durch.
Sebsibilisierung, Advocacy- und Menschenrechtsarbeit für Jugendliche
- 234 palästinensische Jugendliche nahmen an Lobbying- und Menschenrechtstrainings teil.
- 150 internationale Jugendliche wurden durch online Webinare über den palästinensischen Kontext und Menschenrechtsfragen aufgeklärt.
- Die Programme “Come and See” und “Journey for Justice” für internationale Jugenddelegationen konnten nicht durchgeführt werden.
- Internationale Jugendgruppen führten 41 Sensibilisierungskampagnen für Palästina in ihren Heimatländern durch und erreichten damit ca. 4'000 Personen. Durch die Kampagnen wurden USD 17'000.- für JAI gesammelt.
- Ca. 90% der palästinensischen Jugendlichen, die an Menschenrechtsschulungen teilgenommen haben, beteiligten sich an sozialen und politischen Prozessen in ihren Gemeinden.
- 45 Jugendliche, welche in Advocacy- und Menschenrechtstrainings des JAI teilnahmen, übernahmen eine führende Rolle bei der Gründung ei-nes Studentenparlaments mit 500 Mitgliedern.
Internationale Zusammenarbeit und Vernetzung
- 37 internationale Partnerorganisationen führten Advocacy- und Sensibilisierungsaktivitäten für einen gerechten Frieden in Israel/Palästina in ihren Ländern durch.
- Neun internationale Partnerorganisationen führten Gespräche mit ihren jeweiligen Regierungen zur Menschenrechtslage in Israel/Palästina durch.
- Aufgrund der Advocacy-Arbeit internationaler Partner konnten zwei Erfolge verbucht werden: Die südkoreanische Regierung wird eine Untersuchungskommission nach Palästina schicken, um vermutete Verletzungen der Rechte palästinensischer Kinder zu untersuchen. Die japanische Regierung gab während der Gewalteskalation zwischen Israel und der Hamas eine Erklärung zur Situation im Gazastreifen ab und bot Vermittlungsgespräche zur Deeskalation an.
Olivenbaumkampagne
- 23'905 Olivenbäume wurden an 373 Bauernfamilien verteilt.
- 105 palästinensische Jugendliche halfen bei der Pflanzung der Oliven-bäume und bei der Olivenernte mit.
- 17'600 Personen zeigten ihre Solidarität mit den palästinensischen Olivenbauern, indem sie Olivenbäume spendeten.
- 2'050 Personen konnten ihre Lebensgrundlage dank der Olivenbaumkampagne stärken.
- Die begünstigten Olivenbauern gaben an, dass sie dank der Unterstützung stärker mit ihrem Land verbunden, resilienter und bereit sind, für ihre Rechte zu kämpfen. Ausserdem blicken sie auch auf wirtschaftlicher Ebene mit Hoffnung in die Zukunft.
- Neue Partnerschaften mit palästinensischen Landwirtschaftsorganisationen ermöglichen, dass die Olivenbauern künftig nötiges Wissen zu Pflege und Unterhalt ihrer Bäume erhalten.
Internationale Zusammenarbeit und Vernetzung
- Es wurden 35 internationale Events durchgeführt mit dem Fokus auf gerechten Frieden.
- JAI beteiligte sich an 33 internationalen Zoom-Meetings, die sich mit der palästinensischen Situation befassten, wobei der Schwerpunkt auf einem gerechten Frieden lag.
- JAI publizierte 10 Advocacy Statements im internationalen Netzwerk und rief dazu auf, die Statements zu teilen und für einen gerechten Frieden in Palästina einzustehen.
Olivenbaumkampagne
- Insgesamt wurden 12’075 Olivenbäume von 4’740 internationalen Spender*innen gesponsert, was einer leichten Zunahme im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
- 171 Olivenbauern konnten durch die Kampagne den Anspruch auf ihr Land stärken, womit sich die Lebensgrundlage für ihre Familien (insgesamt 872 Personen) nachhaltig verbesserte.
- Trotz der Corona Pandemie konnten 112 internationale und 60 palästinensische Jugendliche bei der Olivenernte mithelfen.
Sensibilisierung, Anwaltschafts- und Menschenrechtsarbeit
- 160 palästinensische Jugendliche besuchten ein Training zu den Themen demokratische und nationale Rechte, Identität, Bürgerschaft und friedliche Formen des Widerstandes.
- 89 internationale Jugendliche nahmen an einer 7-tägigen virtuellen Bildungsreise teil, welche von JAI organisiert wurde.
Olivenbaumkampagne
- 11'900 Olivenbäume wurden gepflanzt, womit 129 Olivenbauern und ihre Familien (insgesamt 695 Personen) ihre Resilienz und Lebensgrundlage verbessern konnten.
- 1'301 internationale Studierende halfen bei der Olivenernte und gewannen ein besseres Verständnis für die Olivenbaumkampagne. 85% der Studierenden führten Sensibilisierungsarbeit in ihren Heimatländern durch.
- Verschiedene Gruppen halfen beim Pflanzen der gesponserten Olivenbäume und trugen so zum Schutz der Olivenbauern bei.
Sensibilisierung, Advocacy- und Menschenrechtsarbeit für Jugendliche
- 280 palästinensische Jugendliche besuchten ein Training zum Thema demokratische und nationale Rechte, Identität, Bürgerschaft und/oder geopolitische Situation.
- 47 palästinensische Jugendliche nahmen an Austauschprogrammen teil und hielten 25 Vorträge zur Förderung eines gerechten Friedens.
Internationale Zusammenarbeit und Vernetzung
- An 6 internationalen Events konnten 11 von JAI ausgebildete Jugendliche auf die Situation der palästinensischen Bevölkerung aufmerksam machen.
- 33 Delegationen mit insgesamt 360 Teilnehmenden besuchten JAI und wurden über die Tätigkeit von JAI informiert. 97% der Teilnehmenden berichten, dass sie ein besseres Wissen und Verständnis des palästinensischen Kontextes und der Fragen im Zusammenhang mit der Förderung eines gerechten Friedens in Palästina entwickelt haben.
Olivenbaumkampagne
- 13'620 Olivenbäume wurden gepflanzt.
- 114 internationale Studenten von Norwegen und Dänemark haben ein besseres Verständnis für die Olivenbaumkampagne und 80% von Ihnen haben diese in ihren Heimatländern beworben.
- Verschiedene Gruppen halfen beim Pflanzen der gesponserten Olivenbäume
Sensibilisierung, Advocacy- und Menschenrechtsarbeit für Jugendliche
- 225 Jugendliche besuchten ein Training zum Thema demokratische und nationale Rechte, Identität, Bürgerschaft und/oder geopolitische Situation.
- 196 dänische und norwegische Studenten wurden über den palästinensischen Kontext in-formiert. Mindestens 80 Studenten organisierten Aktivitäten in ihren Ländern um OTC zu promoten. 42 palästinensische Studenten begleiteten die internationalen Studenten beim Besuch in Palästina.
Internationale Zusammenarbeit und Vernetzung
- 3 JAI Besuche in Norwegen und Dänemark in Kooperation mit YMCA’s und YWCA’s und CRO‘s
- Teilnahme bei den Middle East regional meetings der YMCA’s und YWCA’s.
- Teilnahme am World Council der YMCA’s
- Teilnahme bei der International Peace Convention in Südkorea
- „Speaking Tour“ in GB, organisiert bei „Embrace the Middle East“
- Teilnahme an der 9ten International Palestinean Kairos Konferenz
- Organisation eines 2-Tages Zeugenbesuchs von YMCA/YWCA Teilnehmer an der International Youth Conference
- 13 Delegationen von Partnern (325 Mitglieder) besuchten JAI und wurden über die Tätigkeit von JAI informiert.
Advocacy
- Treffen mit Vertretern von acht diplomatischen Missionen in Tel Aviv und Ramallah, um über die humanitären Krisen in den besetzten palästinensischen Gebieten zu sprechen. Das Treffen wurde vom UN-Büro für die Koordinierung der humanitären Angelegenheiten (UNOCHA) in einem Haus eines Begünstigten eines JAI-Bauern organisiert. JAI hielt einen Vortrag über die Schwierigkeiten, mit denen die palästinensischen Bauern aufgrund der israelischen Maßnahmen konfrontiert sind.
- In Zusammenarbeit mit der Alumni-Vereinigung der Al-Najah National University in Nablus organisierte die JAI im Juli 2017 eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema Demokratische Staatsbürgerschaft und eine weitere zum Thema gerechter Frieden für insgesamt 40 der Studenten der Universität im zweiten und dritten Jahrgang der Rechts- und Politikwissenschaften.
Das Training zielte darauf ab, die Studenten in den Bereichen internationales und humanitäres Recht, demokratische Staatsbürgerschaft, palästinensische Sache und Friedensfragen auf lokaler und internationaler Ebene auszubilden.
- Die JAI führte am 30. November und 2. Dezember 2017 in Zusammenarbeit mit dem YMCA Rehabilitationsprogramm ein zweitägiges Training für 19 palästinensische Jugendliche aus politischen Ex-Häftlingen aus den Gebieten Bethlehem und Hebron im Alter zwischen 16 und 19 Jahren durch. Die Jugendlichen waren Häftlinge und Gefangene in den israelischen Gefängnissen, weil sie sich der Besetzung und Ungerechtigkeit widersetzt hatten.
Olivenbaumkampagne
- Während der Pflanzungssaison (Dezember-März) hat JAI insgesamt 11.700 Olivenbäume auf 122 Feldern in 20 Dörfern in Bethlehem, Qalqilia, Ramallah, Hebron und Gaza gepflanzt. Diese Bäume wurden von rund 1430 Gönnern gesponsert, darunter Einzelpersonen und Organisationen.
- In Abstimmung mit dem YMCA Rehabilitationsprogramm organisierte das OTC einen speziellen Tag der Olivenernte und lud 10 Menschen mit verschiedenen Behinderungen ein, an der Aktivität teilzunehmen. Das JAI-Team und das Rehabilitationsprogramm haben diese Initiative ergriffen, um bei der Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft und der Lobbyarbeit zu helfen.
Hauptergebnisse
- 247 palästinensische Jugendliche wurden ausgebildet und wurden sich ihrer Rechte bewusst und gut informiert und ausgebildet, um ihre Rechte lokal und international geltend zu machen.
- 321 internationale Teilnehmer besuchten Palästina über JAI und wurden sich der palästinensischen Lebensbedingungen und des Kontextes bewusst und engagierten sich für einen gerechten Frieden mit unterschiedlichen Kapazitäten.