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Als er auf der Tour erschien, war er
der Paradiesvogel. Spielte nicht in Australien, weil es ihm im
Januar und bei der Hitze nicht passte und ging nicht nach Wimbledon,
weil er dort in weisser Kleidung hätte antreten müssen.
Wimbledon passte sich Agassi nicht an, also musste er es
zwangsläufig tun. 1992 holte er sich ausgerechnet an der Church
Road dank Siegen über Becker, McEnroe und im Final in einem von
Regenunterbrechungen geprägten, spannenden 5-Satz-Match gegen Goran
Ivanisevic seinen ersten Grand Slam-Titel.
1995 überraschte er die Tenniswelt bei seinem aller ersten
Auftritt an den Australian Open. Seine lange Mähne hatte er zu
einer Glatze kahlrasiert. Agassi kam, sah und siegte. Und er
gewann den Hardcourt im Melbourne Park lieb. In Australien konnte er bei
8 Teilnahmen insgesamt 4 mal den Titel gewinnen (1995, 2000, 2001 und
2003). So oft wie an keinem anderen Grand Slam-Turnier. Bis zu seiner
Halbfinalniederlage 2004 gegen Marat Safin hat er an den Australian Open
eine Serie von 26 Siegen in Folge hingelegt.
Sein Vater (Emanuel Agassian) stammt
aus Armenien (damals Persien). Er vertrat den Iran als Boxer an
den olympischen Spielen. 1952 emmigrierte er in die USA und benannte
sich in Mike Agassi um. Andre wurde 1970 in Las Vegas geboren. Und wie
es sich für einen US-Amerikaner gehört, findet in Flushing Meadows
für ihn natürlich das bedeutendste Grand Slam-Turnier statt. Bei den US
Open stand er 5 mal im Final, 1994 und 1999 konnte das Turnier
gewinnen. Im Final 2002 unterlag er im Finale der Giganten seinem
Landmann Pete Sampras bei dessem letzten Auftritt. Bereits ein Jahr
zuvor lieferte er sich mit Sampras ein Duell, das in die Geschichte
einging. Im Viertelfinale trafen die beiden aufeinander. Tennis auf
höchstem und Niveau und es gab keinen einzigen Servicedurchbruch
während des gesamten Matches. 7:6 6:7 6:7 6:7 unterlag er dem besseren
Aufschläger. Gegen Pistol Pete war er in seiner Karriere öfters
unterlegen. Seine Bilanz gegen Sampras lautet 14 Siege gegenüber
20 Niederlagen.
In die Geschichtsbücher trug sich
Andre Agassi allerdings erst definitiv ein, als er 1999 die French
Open gewann. In Paris blieben Spieler wie Sampras, McEnroe, Connors,
Becker und Edberg erfolglos, vielleicht wird man in dieser Liste in
einigen Jahren auch Roger Federer aufführen. Der Hartplatzspezialist
Agassi hingegen hat es geschafft und holte sich als erst fünfter
Spieler (nach Don Budge, Roy Emerson, Rod Laver und Fred Perry)
überhaupt die Siege an allen vier Grand Slam-Turnieren. Rod
Laver, nach dem der Centre Court in Melbourne benannt wurde, ist der
einzige dem der Grand Slam (gewinn aller Grand Slam-Turniere während
einem Kalenderjahr) gelang, nämlich 1962 und 1969.
In Atlanta krönte er sich 1996 zum Olympiasieger, den Davis
Cup konnte er 1990 und 1992 (im Final in Fort Worth gegen die
Schweiz mit Hlasek und Rosset) gewinnen. Ein Palmares ohne Lücken.
Roland Garros 1999 ist für Andre Agassi doppelt wichtig, weil er dort
mit seiner jetztigen Frau, Steffi Graf zusammen kam. Die deutsche
Dominatorin des Damentennis der 90er Jahre gewann damals ihren letzten
grossen Titel. Nach der gescheiterten Ehe mit der Schauspielerin
Brooke Shields hat Agassi nun sein Glück gefunden. Er ist der Vater von
Söhnchen Jaden Gil und Töchterchen Jaz.
Andre Agassi hat mir imponiert, weil er
die besten Returns der Welt spielt. Seine Schläge mit kurzer
Ausholbewegung sind typisch für einen Hardcourt-Spieler und typisch
für die Nick Bolletieri-Schule. Agassi beherrscht dieses Spiel in
Perfektion, kombiniert mit einer fantastischen Schnelligkeit.
Früher spielte er die Vorhand Inside-Out aus der Rückhandecke
unwiderstehlich wie kein anderer. Heute praktizieren dies auch vor allem
die Sandplatzspezialisten auf der Tour.
Aber ein ganz grosser wurde er erst, als seine "wilden Jahre"
vorbei waren und er begonnen hat, hart an sich zu arbeiten. Vier mal in
der Hitze von Australien zu triumphieren, ist ein Zeichen dafür, zum
richtigen Zeitpunkt topfit zu sein. Je älter er wurde, desto fitter und
konzentrierter stand er auf dem Platz. Allerdings ist seine Zeit wohl
gezählt. 2005 möchte er sich unbedingt nochmals einen Grand
Slam-Erfolg sichern.
Agassi ist mein Idol. Ich kann mich zwar erinnern, dass als erstes
Poster eines von Stefan Edberg in meinem Zimmer hing, dann aber nur mehr
Agassi folgte. Ich spiele seit Jahren mit den Rackets der Radical-Serie
von Head, den Agassi-Rackets. Ausserdem habe ich zwei Agassi-Shirts. Und
auf das Shirt, dass mir seit Jahren zu klein ist, weil ich es vor über
10 Jahren erhalten habe, hoffe ich, mir vielleicht ein Autogramm
ergattern zu können. Ich habe Agassi noch nie live spielen sehen. Das
werde ich jetzt nachholen.

Für mich ist er ein bisschen wie der
Robbie Williams des Tennis. Etwas zwischen Genie und Wahnsinn.
Kriegt er sich selbst in der Griff, ist das talentierte Powerpaket aus
Moskau vielleicht der Beste von allen. Er hat Charisma. Ein echter Typ
mit Ecken und Kanten, der da auf dem Platz steht. Safin begeistert das
Publikum und hat die Fans meist auf seiner Seite.
Bei seinem ersten Grand Slam-Auftritt
in Roland Garros 1998 schlug er bei seinem Vortoss bis ins Achtelfinale
in der ersten Runde den ein Jahr später triumphierenden Andre Agassi
und in Runde zwei den Titelverteidiger Gustavo Kuerten.
Seine Power faszinierte mich, allerdings waren mir seine Manieren ein
Dorn im Auge. Da gab es nur sehr wenige Matches, die er ohne
Zertrümmern des Rackets à la Ivanisevic absolvierte. An den US Open
2000 gewann er als 20-jähriger seinen ersten Grand Slam-Titel dank
einem Finalerfolg in drei Sätzen über den grossen Pete Sampras. Kurz
darauf bestieg er den Thron der ATP-Weltrangliste. Die US Open blieben
bislang aber sein einziger Major-Titel.
2003 war ein wegweisendes Jahr für
Safin. Wegen einer langwierigen Verletzung im linken Handgelenk war er
mehr als die Hälfte des Jahres ausser Gefecht gesetzt. Im Herbst fuhr
er zusammen mit seinem damaligen Coach Denis Golovanov und dessen
Freundin für über einen Monat in den Yosemite-Nationalpark.
"Wir haben einfach nur acht Stunden am Tag auf einem Boot gesessen, unsere Bierchen getrunken und gefischt.",
so der Russe. Das tat ihm sichtlich gut und ist wohl reifer geworden.
Auch seine Frauengeschichten sind vergangen. Seit einiger Zeit ist er
mit Dasha Zhykova liiert.
Vom 6. bis zu seinem 13. Lebensjahr
wurde Safin im Spartak-Club von seiner Mutter Rausa Islanova
trainiert, die einst zu den zehn besten Spielerinnen in Russland
gehörte. Danach wechselte er in eine spanische Tennis Akademie nach Valencia,
wo er für vier weitere Jahre trainierte.
Deshalb wird für ihn die Achillessehne zum Gewinn des Grand Slams nicht
in Paris liegen. Er wurde auf Hardcourts, in der Halle und anschliessend
in Spanien auf Sand gross. Überhaupt nicht wohl fühlt er sich in
Wimbledon. In fünf Versuchen kam er vier Mal nicht über die zweite
Runde hinaus. Ich prophezeihe: Gewinnt Marat Safin einmal Wimbledon,
wird er einer der ganz grossen Spieler der Tennishistorie.
Bei den Australian Open stand
Marat Safin bereits zwei Mal im Finale. 2002 unterlag er dem
Aussenseiter, dem Schweden Thomas Johansson. Ein positives Jahr hingegen
war für ihn 2004, trotz Finalniederlage gegen einen brillianten Roger
Federer schaffte ein ein erfolgreiches Comeback.
Safin ist am 27. Januar 1980 geboren, feiert also jeweils während der
zweiten Woche der Australian Open Geburtstag. Ein zusätzlicher Ansporn,
seine Leistungen zu krönen.
An seinem Spiel imponiert mir seine unglaubliche
Power. Vor allem bei der beidhändigen Rückhand erinnert er mich immer etwas an
einen Holzfäller. Ich stelle mir vor, dass wenn er mit einem Beil so
gegen einen Baum hauen würde, dieser wohl beim ersten gleich umfallen
würde. Ausserdem beherrscht er die eingesprunge Rückhand, die finde
ich fantasisch. Gibt es nur selten zu sehen, aber achtet mal auf den
"Troya-Style" wie ich ihn nenne. Nur Fernando Gonzalez
beherrscht den Troya-Style noch besser.
Und da steht ein richtiger Kerl auf dem Platz. Der macht was her. Beim
Masters Final bei 6:5 im zweiten Satz gegen Roger Federer hat er
beispielsweise während der Pause mit dem Kameramann gewitzelt. Ein
Zuschauer schrie etwas auf den Platz und Safin sagte cool und relaxed
die Kamera, dass es doch schon verrückte Leute gebe... Ich kenne auch
einen: Er heisst Marat Safin und lässt in Roland Garros im fünften
Satz gegen Felix Mantilla die Hosen runter!

Die
Karriere von Roger Federer lässt sich Schritt für Schritt erzählen,
denn es ging bislang nur aufwärts mit den Erfolgen:
1998 beendete er das Jahr als Weltranglistenerster der Juniorinnen.
Er gewann die Juniorenkonkurrenz von Wimbledon im Einzel und im
Doppel sowie die Orange Bowl (inoffizielle
Juniorenweltmeisterschaft).
1999 stand er am Ende des Jahres mit 18 Jahren und 4 Monaten als
bisher jüngster Spieler in den Top 100 der ATP-Weltrangliste.
2000 zeigte er ansprechende Leistungen an den Grand
Slam-Turnieren: Achtelfinale in Paris, 3. Runde in Melbourne und New
York. Highlights waren aber die beiden Finalqualifikationen in
Marseille (unterlag Rosset im Tie-Break des dritten Satzes) und vor
allem beim Heimturnier in Basel (Fünfsatzniederlage gegen Enqvist)
sowie der vierte Platz an den olympischen Spielen in
Sydney (Halbfinalniederlage gegen Haas, verlor im Spiel um Bronze gegen
Di Pasquale).
2001 erster Titelgewinn auf der ATP-Tour beim
Hallenturnier in Mailand. In einem fantastischen Match auf dem Centre
Court in Wimbledon schlug er im Achtelfinale sein grosses Vorbild, Pete Sampras,
mit 7:5 im fünften Satz. Der US-Amerikaner war zu diesem Moment in Wimbledon
seit 31 Spielen ungeschlagen gewesen (was so viel bedeutet wie er war
der Sieger der letzten vier Austragungen von Wimbledon!).
2002 gab es drei Turniersiege (Sydney, Hamburg, Wien),
aber Tiefschläge bei den Grand Slams. Erstrundenniederlagen in Roland
Garros (gegen Arazi) und in Wimbledon (gegen Ancic) mit klaren
Dreisatzniederlagen.
2003 der Wimbledon-Sieg! Bislang war er an Grand
Slam-Turnieren nie über ein Viertelfinale hinausgekommen. In Wimbledon
gab's dann überraschend den Sieg und die Bestätigung der
Vorschusslorbeeren. Der Fluch der grossen Turniere war gebrochen,
nachdem er einen Monat zuvor bei den French Open wiederum eine
Niederlage in der ersten Runde einstecken musste gegen Horna. Beim Masters
in Houston Ende des Jahres zeigte sich ein souveräner Federer. Sein
erster Sieg gegen Agassi in der Vorrunde, danach lief es wie am
Schnürchen bis zum Titelgewinn. Insgesamt holte er 7 Titel auf allen
vier Belägen.
2004 war die Saison der Superlative für Federer. Sieg an den Australian
Open, in Wimbledon, an den US Open, dem Masters,
drei International Series-Turnieren und vier weiteren Turnieren
(darunter der erste Titelgewinn in der Schweiz in Gstaad). Drei Grand
Slams in einem Jahr holten bislang erst Connors und Wilander, Laver
schaffte als einziger den Grand Slam (alle vier in einem Jahr). Er hat
zur Zeit 13 Finalspiele in Folge gewonnen. Nur 6 Niederlagen im ganzen
Jahr. Keine Niederlage gegen einen Top 10-Spieler. Im Herbst erstmals
seit langer Zeit wieder eine kleinere Verletzungspause. Zeichen der
Anstrengungen der Saison.
Dank seiner fantastischen Saison 2004
er wohl mindestens bis im Juni 2005 (bis zu Wimbledon) die Nummer 1 der
Welt bleiben. Angstgegner kennt er keine mehr. Früher waren dies
Lleyton Hewitt (2:7 bis 2003, aktuell 8:7), David Nalbandian (0:5 bis
Mitte 2003, aktuell 2:5) und Andre Agassi (0:3-Bilanz bis 2002, aktuell
4:3), die ihm eine schmerzliche und wichtige Niederlagen zugefügt
hatten.
Einige Ziele gibt es für den Basler allerdings noch: Die French
Open konnte er als einziges Grand Slam-Turnier noch nicht gewinnen.
Turniersiege auf Sand hat er allerdings schon einige erreicht. Die
olympischen Spiele stehen erst 2008 wieder an, eine lange Zeit. Sein
Heimturnier in Basel konnte er noch nie gewinnen. Zwei Mal stand er
bislang im Finale, 2004 konnte er nicht antreten. Der Gewinn der Davis
Cups. Der Davis Cup wurde allerdings in der Prioritätenliste zumindest
für 2005 zurückgestuft. Ein Gewinn ist aber auch erst realistisch,
wenn die anderen Teammitglieder noch an Stärke zulegen. Das grösste
Ziel für ihn heisst aber, die Position an der Weltranglistenspitze zu
behaupten.
Der Schweizer ist der überlegene
Spieler auf der Tour. Er demonstriert ein technisch beinahe perfektes
Spiel (Perfekt gibt es nie). Ästhetisch sein Spiel, konzentriert
und selbstbewusst tritt er auf. Eine wunderschöne, einhändige
Rückhand, stärker ist allerdings seine Vorhand. Dazu kommt Federer's
variabler Aufschlag, seine Stärke am Netz, er ist ein kompletter
Spieler. Sein beeindruckendster Schlag: Der Backhand-Smash.
Den spielen nur Roger und ich so grossartig! ;-)

Fernando
Francisco González Ciuffardi beherrscht den "Troya-Style"
wie kein anderer. Die eingesprungene Vorhand gibt es während eines
Spiel des Sandplatzspezialisten oft zu bewundern. Aber sogar mit der
einhändigen Rückhand hat er es drauf! Diese eingesprungen Schläge
sehen unglaublich kraftvoll, dynamisch und impulsiv aus. "Troya-Style"
nenne ich das ganze übrigens deshalb, weil mich das ganze sehr an die
eingesprungene Kickbewegung von Brad Pitt in den Kampfszenen im Film
Troy erinnert.
Goldmedaille im Doppel zusammen
mit seinem Landsmann Nicolas Massu, dem Sieger der Einzelkonkurrenz. Bronzemedaille
im Einzel. Die olympischen Spiele von Athen 2004 waren
für Fernando Gonzalez das chilenische Tennis ein grosser Moment.
Auch beim World Team Cup in Düsseldorf spielten Gonzalez und Massu
stark und konnten den Sandplatzevent eine Woche vor den French Open
zugunsten von Chile entscheiden.
An den Grand Slam-Turnieren gab es allerdings drei
Erstrundenniederlagen. Einzig auf Rasen in Wimbledon erreichte er die
dritte Runde.
Beste Resultate an Grand Slams waren
bisher die Viertelfinalqualifikation an den French Open 2003 und den US
Open 2002. Schafft er bei den grossen Events konstant gute Resultate, so
ist Gonzalez für mich ein heisser Kandidat für die Top 10 der
Weltrangliste.

Der
Tscheche versucht sich seit 1996 als Profi. Er ist ein guter Doppelspieler.
1999 schaffte er es zum ersten Mal im Doppel in das Hauptfeld eines
Grand Slam-Turniers. In den letzten vier Jahren holte er im Doppel pro
Jahr immer mindestens einen Turniersieg. Seinen grössten Erfolg
erreichte er bei den US Open 2002, als er sich zusammen mit
seinem Landsmann Jiri Novak bis ins Finale spielen konnte.
Seit 2002 hat er jeweils auch im Einzel den Einzug in das Hauptfeld der
Grand Slam-Turniere geschafft. 2003 gab es drei mal eine dritte Runde,
in Paris eine zweite. Er beendete das Jahr in den Top 50 der
Weltrangliste.
In 2004 lief es lange Zeit nicht gut im Einzel. Er viel in
der Weltrangliste zurück, bei den vier Grand Slam-Teilnahmen konnte er
nur zwei Matches gewinnen. Dann aber konnte er im November seine Saison
noch retten. Als Qualifikanton spielte er sich beim hochdotierten Hallenturnier
von Paris überraschend in sein erstes ATP-Finale, wo er
erst Marat Safin unterlag.
Der etwas schlaksig wirkende Stepanek
verfügt über starken Service, sein bester Schlag. Ich mag ihn vor
allem, weil er nach einem wichtigen oder schönen Punktgewinn
jeweils immer einen kleinen Zwischensprint (besser gesagt einige
grössere, schnellere Schritte) einlegt. Ich finde, das sieht cool aus.

Mark
Philippoussis müsste eigentlich schon längst ein Major Event auf der
Tour gewonnen haben. Verletzungen, aber auch sein Lebensstil und seine Frauengeschichten
haben das aber bisher verhindert.
Sein ehemaliger Coach Pat Cash (Wimbledonsieger 1987) sagte einmal über
ihn: "Es war ein Riesenproblem, einem jungen Mann zu erklären, dass es keine gute Idee ist, vor einem wichtigen Match die Nacht mit Anna Kournikova zu
verbringen." Der Australier war auch schon mit Schauspielerin Tara
Reid, der Sängerin Delta Goodrem oder zuletzt Paris Hilton zusammen.
Philippoussis wurde unter anderem vom People's Magazine in die Liste der
'Sexiest Men Alive' aufgenommen. Er lebt in Kalifornieren und frönt
dort auch seinem grossen Hobby, dem Surfen. Fast täglich steht er auf
dem Brett, wenn er die Möglichkeit dazu hat.
Wichter aus Tennissicht ist aber
zweifelsohne der ATP Newcomer of Year Award, den er 1995 erhielt. Er
trat zuerst als guter Doppelspieler in Erscheinung. 1994 war er zusammen
mit Ben Ellwood die Nummer 1 im Doppel bei den Junioren. Die beiden
gewannen die Australian Open und Wimbledon.
Bei den Australian Open 1996 schlug er im Einzel auf dem Weg ins
Achtelfinale Pete Sampras, den damaligen Weltranglistenersten. Zweimal
stand er bislang in einem Grand Slam-Finale: 1998 bei den US
Open unterlag er seinem Landsmann Patrick Rafter, 2003 in Wimbledon
blieb er gegen Roger Federer chancenlos. In Wimbledon stand er zudem in
den Jahren 1998 bis 2000 im Viertelfinale.
Mit der stolzen Tennisnation Australien konnte er 1999 und 2003
den Davis Cup gewinnen.
Tiefschläge gab es für den
28-jährigen einige. Verletzt war oft, vor allem sein linkes Knie
und die Schulter zwangen in zu mehreren, längeren Unterbrüchen. Doch
auch mit seinem Lebenstil trug er das seine dazu bei. 2003 ging das
Gerücht um, das Wimbledonfinale hätte ihn vor dem finanziellen Ruin
bewahrt, da er ansonsten Pleite gewesen wäre.
Der Modellathlet hat einen der
härtesten Aufschläge der Welt. Deshalb hatte er auch den Übernamen "Scud"
erhalten, in Anlehnung an die Mittelstreckenraketen.
Einige Jahre bleiben ihm noch, um einen Grand Slam-Titel zu gewinnen.
Zur Zeit gibt es allerdings einige Spieler, die ihm da gewaltig vor der
Sonne stehen.
Enttäuschend ging die Saison 2004 für den Australier zu Ende. Fünf
Erstrundenniederlagen an wichtigen Turnieren (Los Angeles, Olympia, US
Open, Shanghai, Tokio) gegen allesamt schwächere Gegner (Benneteau, O.
Rochus, Davydenko, Weiner, Zib). Doch Philippoussis ist immer für ein
überraschendes Comeback und ein Spitzenresultat gut.

Meine
Lieblingsspielerin. Und zwar deshalb, weil sie nicht nur gut aussieht,
sondern auch wirklich einen schönen Stil hat. Wenn Daniela spielt,
sieht das schwungvoll und elegant aus. Viel mehr Lobeshymnen muss ich da
nicht mehr los werden. Hab' ich ja alles schon getan. Schaut einfach
hier nach: RGSR
Paris 2004 - Daniela Hantuchova
Klar, von mir seid ihr schon etwas
gebrandmarkt, aber achtet einmal darauf: Ob Publikum, Moderator oder
Moderatorin (es ist also nicht nur männlich-bedingt), bei allen steht
Daniela Hantuchova jeweils weit höher im Kurs als ihre Gegnerin und
erhält Komplimente.
Ihre Australian Open-Chronik spiegelt
sehr schön die Eckpunkte ihrer bisherigen Karriere wieder:
2001 erster Grand Slam-Auftritt überhaupt. Erstrundenniederlage
gegen Anna Kournikova. Es war so gegen 4 oder 5 Uhr in der Nacht und ich
hab's live am TV gesehen. Den Namen konnte ich mir auch noch grad so
merken. Dank der Eselbrücke mit dem Handtuch...
2002 Funkelndes Tennissternchen auf dem Weg nach ganz weit oben.
In der dritten Runde im Einzel unterlag sie Venus Williams nur knapp in
drei Sätzen. Im Mixed-Doppel holte sie sich zusammen mit dem
Doppelspezialisten Kevin Ullyett aus Zimbabwe den Titel. 2002
erhielt sie den WTA-Award für die "most improved player of the
year", gewann als Teamleaderin der Slowakei den Fed Cup
und gegen Martina Hingis das Finale in Indian Wells.
2003 Australian Open als Wendepunkt. Ihr letztes grosses
Spiel vor dem Absturz in die Mittelmässigkeit. Viertelfinale
gegen Venus Williams. Zweisatzniederlage. Es war am Bächtelistag nachts
um 3 Uhr, den ersten Satz hatte ich mir noch angeschaut, bevor ich dann
eingeschlafen bin. Dank dem Viertelfinale bei den Australian Open stand
sie auf Rang 5 der Weltrangliste, ihrem bisherigen Allzeithoch. Bei den
Australian Open war sie zum ersten Mal die meistangeklicktste Spielerin
auf der Internetseite. Das war alles zu viel, fortan ging es nur noch
bergab.
2004 Keine Erfolgsmeldung aus Australien zu vermelden: 2. Runde
Einzel, 1. Runde Doppel, 2. Runde Mixed. Eine durchzogene Saison mit dem
Wendepunkt Mitte Jahr: Finalqualifikation in Eastbourne. Seither geht es
wieder Schritt für Schritt aufwärts.

Ihr
würde ich Top 25-Potential zugestehen. Allerdings wartet sie noch immer
auf den Durchbruch auf der WTA-Tour sowie auf den ersten Turniersieg.
Sie kann fünf Finalqualifikationen vorweisen (2004 's-Hertogenbosch und
Sopot, 2003 Sopot, 2002 Casablanca und 2001 Antwerpen). Das sie es aber
über vier Jahre hinweg noch nie geschafft hat, sich in einem Final auch
durchzusetzen, ist leider nicht die beste Referenz.
Ihre Schläge sind solide und der
Bewegungsablauf sieht rund und kraftvoll aus. Aber bis anhin fehlte
jeweils das entscheidende bisschen, um sich von der grossen Masse
hervorzuheben und einen Exploit zu zeigen. Das muss die Pragerin noch
verbessern.

Bei
den Frauen ist das so ein Ding mit dem Bewundern. Meistens tut man das
als Mann ja eher wegen deren Aussehen als etwas anderem. Für mein
Favourites-Team brauche ich sechs Frauen. Ich wüsste auch, welche vier
zu Hantuchova und Koukalova noch dazu kämen, doch leider sind diese
entweder Verletzung, ziehen eine Spielpause ein oder sind zurückgetreten.
Kim Clijsters (BEL, WTA 22, 21 Jahre, 174cm): Ihr Markenzeichen ist der beinahe Spagat, den sie auf
jedem Belag zeigt. Vor allem auf Hardcourt ist das wohl so ziemlich das
Schlimmste, was man seinen Gelenken antun kann. Sieht aber extrem
athletisch aus. Ironischerweise sind es aber nicht Füsse oder Knie, die
sie seit März 2004 fast ununterbrochen zu einer Pause zwingen, sondern
ihr lädiertes Handgelenk.
Sie hat 2002 und 2003 das WTA-Masters am Ende des Jahres gewonnen und
war schon die Nummer 1 der Weltrangliste. An ihr haftet aber der Makel
eines fehlenden Grand Slam-Titels. Bei ihrem ersten Final in Roland
Garros 2001 war sie am nächsten am Titel. Erst mit 7:9 unterlag sie
Jennifer Capriati erst im entscheidenden dritten Satz. Drei Mal stand
die 21-jährige aus Bree noch im Finale (French Open 2003, US Open 2003 und
Australian Open 2004), unterlag aber jeweils deutlich ihrer belgischen
Landsfrau Justine Henin-Hardenne.
Vielleicht wird sie rechtzeitig noch fit, ich glaube aber nicht. Sie hat
mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass sie keinesfalls zu früh
zurückkehren wird. Vermutlich wird das Comeback erst im Februar in
Antwerpen stattfinden.
Myriam Casanova (SUI, WTA 120, 19 Jahre, 172cm): Seit den US Open 2004 zieht sie eine
Verletzungspause ein, um ihre Gewichtsprobleme in den Griff zu kriegen.
Aber wenn die Altstätterin jeweils auf der Tour
spielte, hat sie meiner Meinung nach Top 50-Niveau. Ich frage mich, wie
weit es aufwärts gehen könnte, wenn sie wirklich fit wird.
Anke Huber (GER, nicht mehr aktiv, 30 Jahre, 173cm): Das waren noch die Zeiten vor Eurosport, als es
ausschliesslich die ARD war, die die Tennisevents übertrug. Da bekam
man oft eine Anke Huber zu sehen und die fand ich sympathisch. Die in
Salzburg lebende Deutsche trat 2001 mit 27 Jahren von der Tour ab.
Ihre beste Klassierung erreichte sie 1996 mit Platz 4 der Weltrangliste.
Dies nachdem sie 1995 beim Finale der WTA Championchips Steffi Graf erst
in fünf Sätzen unterlegen war und beim Australian Open 1996 ebenfalls
das Finale erreicht hatte. Dort war sie Monica Seles allerdings klar
unterlegen.
Martina Hingis (SUI, nicht mehr aktiv, 24 Jahre, 170cm): Sie stellte Rekorde auf, spaltete aber auch die
Gemüter. Oder anders gesagt: Erfolg bringt Neider. Und wer Erfolg hat,
ist sich den Umgang mit Niederlagen nicht gewöhnt.
Die sportliche Bilanz: 5 Grand Slam-Siege (Australian Open 1997-1999,
Wimbledon und US Open 1997), 7 weitere Grand Slam-Finalteilnamen (Australian
Open 2000-2002, French Open 1997 und 1999, US Open 1998 und 1999),
Siegerin des WTA-Masters 1998 und 2000. Mit 22 Jahren, 40 Turniersiegen
im Einzel, 36 Turniersiegen im Doppel und insgesamt 18 Mio. Dollar
Preisgeld von der Tour zurückgetreten.
Negative Schlagzeilen gab es vor allem 1997 im Skandalfinale von Roland
Garros gegen Steffi Graf. Da haben wir es (siehe Berichte oben): Schon
wieder jemand, bei dem die rote Asche in Paris zur Achillesferse wird.
Positiv für die "Swiss Miss" war aber ihr Winner-Image. Sie
kam, sah und siegte. Dann allerdings kam der Lauf der Zeit. Es kamen
Verletzungen und andere, die sie auf einmal überholten wie die
Williams-Sisters. Die Dominatorinnen der Tour wechselten von Capriati
über die Williams Sisters, zu den beiden Belgierinnen und nun sind es
die Russinnen. Das mit dem Rücktritt und der Fussverletzung. Naja, ich
kann es nicht so recht sagen. Halb halb würde ich sagen. Schaut Euch
das Palmares an. Daran anzuknüpfen war schwer. Am meisten positive
Publicity gab es beim (sehr erfolgreichen) Doppel Hingis/Kournikova. 11
Doppeltitel holten die beiden zusammen. Darunter je zweimal die
Australian Open und das WTA-Masters.
Beim WTA-Turnier im thailändischen Pattaya anfangs Februar gibt's ein
"Comeback". Allerdings sei das kein Comeback, sondern ein
einmaliger Auftritt für karitative Zwecke. Naja, aber schaut Euch mal
den Ranking-Tipp für Ende 2005 von Myriam Casanova in der
Dezemberausgabe 2004 vom Tennismagazin Smash an: 1. Sharapova, 2.
Hingis, 3. Myskina. Da steckt vielleicht also doch mehr dahinter.

Meine
"temporär"-Favoritinnen, damit ich mein Team komplettieren
kann:
Maria Kirilenko (RUS, WTA 107,
17 Jahre, 173cm): Die einzige Profi-Tennisspielerin, mit der ich
zusammen auf einem Foto zu sehen bin. Deshalb schafft sie natürlich den
Sprung ins Team. RGSR
Paris 2004 - Maria Kirilenko.
Vera Zvonareva (RUS, WTA 11, 20 Jahre, 172cm): Die Vera ist
schräg drauf. Ich möchte nicht wissen, was während eines Spiels in
ihrem Kopf abgeht. Anspannung nennt man das wohl. Auf dem Platz
zumindest zeigt einen kleinen Hang zum Masochismus. Malträtiert sich
auch schon mal mit ihrem eigenen Racket... Und oft wirkt sie, als stehe
sie nahe davor, in einem Heulkrampf auszubrechen. Aber irgendwie find' ich sie
trotzdem (oder gerade deswegen) cool.
Dinara Safina (RUS, WTA 44, 18 Jahre, 182cm): Die kleine
Schwester vom Bruder, ihr wisst schon. Was ich an ihrer beeindruckend
fand, war ihr Fluchen auf russisch gegen sich selbst in der zweiten
Runde der French Open 2004. Huiuiui, da kriegt man gleich an bisschen
Angst, wenn man das so auf den Zuschauerrängen fünf Meter neben ihr
sitzt... Ich möchte doch zu gerne wissen, was dieses [glisch] wohl
heisst. RGSR
Paris 2004 - Dinara Safina.
Ana Ivanovic (SCG, WTA , 17 Jahre, 183cm): Rising Star mit bezug
zur Schweiz. Hat in der Qualifikation zur Swisscom Challenge 2004 im TC
Bührle ihre Gegnerinnen regelrecht vom Platz gefegt. Hey, und ich hab'
Ihr sogar (eigentlich unabsichtlicherweise) die Tür aufgehalten. Ein
nettes Mädel mit grossem Potential.