Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03355.jsonl.gz/1922

Ein Bilderbuch zum Philosophieren: «Gefühle» von Deborah Marcero
Inhalt
Der Hase Leander mag es überhaupt nicht, Angst zu haben. Deshalb versucht er vergeblich, seine Angst irgendwohin zu verstauen. Bis er sie in ein Glas packt und tief im Keller unten wegschliesst. Jetzt hat er keine Angst mehr. Doch schon bald machen sich die nächsten ungeliebten Gefühle in Leander breit: Traurigkeit, Aufregung, Wut, Einsamkeit, Enttäuschung. Er schliesst sie alle in Gläser ein und ab damit in den Kellerschrank. Doch irgendwann ist kein Platz mehr für weitere Gläser und es passiert das Unausweichliche: Mit einem lauten Knall zerbersten die Gläser und alle darin eingeschlossenen Gefühle übermannen Leander gleichzeitig. Leander ist erleichtert – er fühlt wieder! Von nun an lässt er seine Gefühle zu, teilt sie, lässt sie los.
Sprache
- wenig Text
- syntaktisch und lexikalisch einfache Sätze
- Oft erstreckt sich ein Satz, in Teilsätze zerlegt, als Bildbegleiter auf eine ganze Doppelseite.
- Es wird in der dritten Person vom Hasen Leander erzählt.
Bilder
- kontrastreiche Zeichnungen in intensiven Farben auf weissem Hintergrund
- Die Bilder fokussieren auf den Hasen Leander, der von seinen Gefühlen übermannt wird, wobei jedes Gefühl durch eine bestimmte Farbe symbolisiert wird.
Themen
- Gefühle: Wie können wir mit Gefühlen umgehen?
Sätze zum Nachdenken
- «Er schloss es weg, und das war’s.»
- «Bald hatte Leander so viele Gläser mit Gefühlen gefüllt, dass er umherlief … und fast nichts mehr fühlte.»
- «Aber es gab ein Problem. Es gab keinen Platz mehr.»
Mögliche Aufgaben
- Vorgängig zum Vorlesen des Bilderbuchs kann das Thema «Gefühle» eingeführt werden, indem die Klasse Gefühle sammelt und Situationen skizziert, in denen sich die entsprechenden Gefühle zeigen. So können Zusammenhänge zu den Episoden des Bilderbuchs hergestellt werden.
- Vor der Arbeit mit dem Bilderbuch können die Schüler*innen den unsichtbaren Gefühlen gestalterischen Ausdruck verleihen: Beispielsweise, indem die Schüler*innen Gefühle durch eine für sie passende Farbe symbolisieren, mit Hilfe von Gegenständen oder Musikinstrumenten Gefühle in Klänge verwandeln oder haptische Entsprechungen für Gefühle suchen.
- Über Gefühle nachdenken: Gibt es gute Gefühle? Gibt es schlechte Gefühle?
- Über Gefühle nachdenken: Geht es mir besser, wenn ich meine Wut, Traurigkeit etc. rauslasse? Wie geht es den anderen, wenn ich meine Wut, Traurigkeit etc. rauslasse?
- Über Gefühle nachdenken: Sind Gefühle ansteckend?
- Die Moral der Geschichte kritisch hinterfragen: Ist es gut, seine Gefühle immer und bei jeder Gelegenheit rauszulassen? Gibt es Situationen, in denen wir uns beherrschen müssen?
- Fantasieren: Was wäre mit dem Hasen Leander passiert, wenn er alle seine Gefühle für immer hätte in den Gläsern verschliessen können?
Hinweise
In der Serie «Philosophieren mit Bilderbüchern» handelt auch der Textbeitrag von Tamara Koch zum Buch «Der Dachs hat heute schlechte Laune!» vom Umgang mit negativen Gefühlen.
Von Debora Marcero liegt bereits der Band «Freunde» vor, in dem Leander mit seiner Freundin besondere Erlebnisse in Gläsern konserviert.
Artikelnachweis
Mercolli, Laura (2024). Ein Bilderbuch zum Philosophieren: «Gefühle» von Deborah Marcero, in: erg.ch – Materialien für das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Online-Publikation), www.ethik-religionen-gemeinschaft.ch/laura-mercolli-gefuehle