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Museum im Bellpark: Rundgang durch Ausstellung Miller
Museum im Bellpark: Rundgang durch Ausstellung Miller
Ausstellung Comedy of Manners. John Miller
Mit dem in New York und Berlin lebenden Künstler John Miller (* 1954) präsentiert das Museum im Bellpark einen profilierten Vertreter der internationalen Gegenwartskunst. John Millers Werk ist stark geprägt von einem konzeptuell ausgerichteten Blick auf die Kunst und die heutigen Bedingungen ihrer Produktion und Konsumption. Ein wiederkehrendes Thema sind der öffentliche Raum und die dort vorherrschenden Repräsentationsformen von Identitäten und deren Reglementierung. Aber ebenso ist John Miller aktiv als Musiker und Kunstkritiker. Daneben unterrichtet er am renommierten Barnard College in New York. John Miller hat für das Museum im Bellpark eine Ausstellung konzipiert, die vorwiegend auf neuen Arbeiten des Künstlers basiert.
Dem kunstinteressierten Publikum in der Schweiz wurde John Miller im Jahr 2009 durch die vielbeachtete Ausstellung in der Kunsthalle Zürich näher gebracht. Seither gab es in der Schweiz keine Ausstellung von Werken Millers in einem institutionellen Rahmen. Im Jahr 2016 fand die umfangreiche Ausstellung „I Stand, I Fall“ im ICA Miami statt und hat die Bedeutung dieses Werkes nochmals unterstrichen. Regelmässig ist John Miller mit Ausstellungen in angesehenen Galerien vertreten, darunter Metro Pictures, New York, Barbara Weiss, Berlin, Meyer-Riegger, Berlin und Praz-Delavallade, Paris.
In seinem Werk verfolgt der Künstler mehrere Serien, die er immer wieder aufgreift, weiterführt oder in abgewandelter Form in ein anderes Medium überführt. Aufsehen erregt hat der Künstler mit einer Reihe von Skulpturen, die provokativ mit einer pastosen, braunen, an Exkremente erinnernde Gipsmasse überzogen wurden. In der Ausstellung für das Museum im Bellpark fokussiert sich der Künstler auf die Serie „The Middle of the Day“, welche durch ausgesuchte Arbeiten aus seinem Werkkorpus ergänzt wird. In dieser Serie, die seit 1994 fortlaufend erweitert wird, versammelt Miller Fotografien, deren einzige Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie in der Mittagszeit zwischen zwölf und vierzehn Uhr aufgenommen wurden. Entstanden ist dabei eine beachtliche Bildspur des Alltagslebens, die in ihrer auffallenden Ambivalenz die Rolle von Bildtypologien und die Konstruktion von Bedeutungen hinterfragt. Gleichzeit wird damit die Frage nach der Wertschöpfung von Kunst aufgeworfen.
Erweitert wird dieses spezifische Interesse durch neuere, Powerpoint-ähnliche Projektionen, durch welche seinen fotografischen Langzeitstudien eine komplexe Textebene hinzugefügt wird. Damit reagiert Miller auf die heute verbreitete digitale fotografische Praxis. Indem in dieser neuen Form mehrere Bilder kombiniert und gleichzeitig auch kurze Textpassagen zugefügt werden, verliert das Einzelbild an Gewicht und es entsteht ein komplexes Gefüge. Durch die sequenzielle Montage werden die Bilder in filmische Abläufe eingebettet und erfahren eine Kontextualisierung, die zur Konstruktion einer Erzählung herausfordert. Die in diesen Arbeiten thematisierten Wahrnehmungen des öffentlichen Raumes und der Stadt hinterfragen in dieser Anordnung zugleich das Vorhandensein einer Subjektposition.
Zu „The Middle of the Day“ sind seit 1996 drei kleinformatige Fotobücher entstanden, die den fortschreitenden und langfristigen Verlauf dieser konzeptuellen Arbeit sichtbar machen und in einen für eine künstlerische Arbeit ungewöhnlich langen Zeitrahmen einbinden. Für die Ausstellung im Museum im Bellpark konnte diese Serie durch einen vierten Band erweitert werden.
Veranstaltungsort
Museum im Bellpark
Luzernerstrasse 19
6010 Kriens
Lageplan
Organisator
Museum im Bellpark