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Ein guter Bond-Song soll die Stimmung für den Film schaffen. Er ist Teil des ganzen Erlebnisses. Er soll Lust auf den Film machen, dazu animieren, das Ticket zu kaufen, konstant Vorfreude schüren. Und was macht «Writing's On The Wall» von Sam Smith? Nichts von all dem.
Der Song ist in etwa so nah an einem Bond-Song, wie ein Nilpferd an einer Karriere als Geheimagent. Das hat nichts damit zu tun, dass ich Sam Smith vielleicht nicht mag. Ich kannte den Sänger vor Bond ja noch nicht einmal.
Klar kann der Bond-Song nicht immer von einer Shirley Bassey gesungen werden. Aber sogar Duran Duran («View To A Kill») und Paul McCartney («Live And Let Die») brachten einen Bond-gerechten Song hin. So sehr ich die Beatles schätze, hätte ich es McCartney nicht zugetraut.
Dürftig war «You Know My Name» von Soundgarden-Sänger Chris Cornell, aber er hörte sich immerhin nach Bond an. Nicht einmal das bringt Sam Smith hin.
Ein bisschen muss ich Sam Smith doch noch in Schutz nehmen: Das Angebot, einen Bond-Song zu singen, würde sogar ich annehmen. Verantwortlich für dieses Debakel sind die Personen, die Smith das Angebot überhaupt gemacht haben.Und: Nur weil der neue Bond-Song schlecht ist, heisst das noch lange nicht, dass auch der Film übel wird. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass SPECTRE ein Highlight im Kino-Jahr werden wird. (rr)