Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03645.jsonl.gz/484

Der N.-S. gerichtete und leicht westwärts ausbiegende
Stollen stand 1851-1855 im Betrieb und beschäftigte
Ende 1851 unter der Leitung von François Maret aus
Le Châble 27 Grubenarbeiter und 17 Steinklopfer.
Das geförderte Material
wurde zuerst in einem etwa 1 Stunde tiefer unten gegen das Dorf
Bagnes hin errichteten Klopfwerk verkleinert
und gesäubert, um dann später nach
Riddes in das gemeinsame Schmelzwerk für verschiedene Bergwerksbetriebe abgeführt zu
werden.
Des Auskeilens der Erzgänge wegen musste dann der Betrieb eingestellt werden.
Die wichtigern Nebenarme des
Baches von Val Vau sind der prachtvoll abstürzende Abfluss des fischreichen,
in grossartigem Gebirgskessel liegenden
Lai da Rims (2392 m) und der
Wildbach von
ValMott von der O.-Seite. Vorn hat sich der
Thalbach tief in seinen ziemlich stark geböschten und bis in die Gegend der Kirche von
Valcava hinüberreichenden Schuttkegel
eingeschnitten. Dieser ist gut bewachsen, mit fruchtbaren
Wiesen und Feldern bekleidet und im S. mit
Wald
bestanden.
Der Bach von Val Vau liefert manchmal Schuttmassen bis zur Strasse hinunter. Nach oben ist das eigentliche Val Vau von einer
vor dem
Lai da Rims und dem
Munt Praveder herziehenden Felsterrasse begrenzt. Am Fuss dieser
Schwelle liegt die dem Kloster
Münster gehörende Alp Clastra (1951 m). Von
Santa Maria führt der Weg über die von
Wald umrandete Wiesenterrasse
Vau (1732 m) in 1½ Stunden dahin. Von den idyllischen Waldwiesen der Alp Clastra aus erblickt der Wanderer die schäumenden
Wasserfälle unter der Felswand des
Lai da Rims.
Ein steiler
Pfad leitet in südöstl. Richtung in zwei Stunden hinauf zum Seebecken, das von einem hohen
Bergeskranz umrahmt ist. Von dieser Stelle aus sind der
Piz Umbrail und die Stilfserjochstrasse in 2-3 Stunden zu erreichen.
Ferner gelangt man aus Val Vau nach Ueberschreitung der Wasserscheide von
Dössradond in das Thal der
Münsteralpen und von
da durch
Val Mora nach
San Giacomo di Fraele im obersten Veltlin. Der oberhalb der Alp Clastra gelegene
Thalteil besitzt eine mittlere
Höhe von 2200 m, das eigentliche Val Vau eine solche von 1660 m. Val Vau liegt in Gneis, Verrucano
und alpinem Muschelkalk, auf welche Gesteinsserie in der
Höhe der beiden Thalseiten und im obersten Thalteil
in normaler Lagerung Arlbergdolomit, obere Rauhwacke und Hauptdolomit folgen. Der Botaniker findet in Val Vau und seiner
Umgebung eine reiche Flora von ausgeprägtem ostalpinen Charakter.
(Le) (Kt. Waadt,
Bez. Nyon).
817 m. Gem. und Dorf an der Juraflanke und an der Strasse
Begnins-Bassins-Marchissy, 11 km n.
Nyon
und 6 km nnw. der Station
Begnins der Linie
Gland-Begnins. Postablage, Telegraph, Telephon; Postwagen
Begnins-Saint Georges.
Gemeinde, mit Pensaz: 45
Häuser, 190 reform. Ew.; Dorf: 35
Häuser, 153 Ew. Kirchgemeinde
Burtigny. Land-
und Waldwirtschaft.
Mühlen. Das einst der Abtei
Bonmont unterstehende Dorf war zur Zeit der
Berner Hoheit sehr arm, erfreut
sich aber jetzt dank des rationellen landwirtschaftlichen Betriebes eines schönen Wohlstandes.
(Kt. Freiburg,
Bez. Glâne).
752 m. Gem. und schön gelegenes Pfarrdorf über dem Thal derBroye. Station der
Linie
Freiburg-Lausanne. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen Vauderens-Promasens. Gemeinde, mit
Es Sécherons,
Les Charbonnières,
La Croix, L'Oche und
Les Réplanaz: 50
Häuser, 284 kathol. Ew.; Dorf: 26
Häuser, 137 Ew. Ackerbau und Viehzucht. Holzhandel.
Brüche auf Molassesandstein. Die Station Vauderens liegt am S.-Eingang des 921,5 m langen, durch den
Molassefels geführten Eisenbahntunnels, dessen N.-Portal mit 768 m Meereshöhe den Kulminationspunkt der Linie
Bern-Lausanne
bildet. Bei La Gottaz kann man den Kontakt der grünlichen Meeresmolasse mit der grauen Süsswassermolasse beobachten. Töpferton.
Funde aus der Römerzeit. Der
Ort wird schon vom Urbar des
KlostersHauterive im 12. Jahrhundert als «Waldenens» (d. h.
bei den Nachkommen eines Waldano oder Waldhari) genannt;
Holzhandel. Uhrenmacherei. Die Deutung des Ortsnamens ist ziemlich interessant: nach
Zimmerli ist die älteste Namensform
Wölflingen, aus der dann durch Romanisierung «Vauffelin» hervorging,
während
Füglisthal lediglich als deutsche Uebersetzung («Vögelisthal») der
später von Klerikern aufgebrachten Bezeichnung Vallis volucrum, erscheint. Urkundliche Formen: 1228:
Walfelim; 1448: Waffelin. 1311: Vallis volucrum und Fuglisdal;
1349: Fuglistal. Vorgermanisches Kistengrab.
Die Reformation
ward hier von Henri Pourcelet, einem Gefährten Farels,
¶
mehr
eingeführt, worauf man Vauffelin einige Jahre später der Pfarrei Orvin (Ilfingen) und im Jahr 1798 der Pfarrei Péry (Büderich)
angliederte. 1840 wurde aus den Gemeinden Plagne, Romont (1839 vom Bezirk Büren und der Pfarrei Pieterlen abgetrennt) und Vauffelin
die jetzige Kirchgemeinde Vauffelin errichtet. Das Thal von Vauffelin bildet eine zwischen das Gewölbe
von Plagne und die Kette von Magglingen eingebettete Mulde mit Neokom, Molasse und reichlichem Moränenschutt.