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Dorf: 59
Häuser, 354 Ew. Acker- und Weinbau, Viehzucht.
Zucht der Seidenraupe.
Angenehmer Frühjahrs-
und Herbstaufenthalt.
Eine Wermuthfabrik. Bedeutender Handel mit
Käse, Wein und Wermuth.
Die an der Stelle einer ehemaligen
Burg der Visconti erbaute Kirche enthält ein sehr schönes Gemälde von Antonio Ciseri.
Magadino war vor der Erbauung der
Gotthardbahn ein wichtigerPlatz für den Transitverkehr, da die Gotthardpost hier ihren Endpunkt hatte
und somit hier auch alle aus dem Innern der
Schweiz kommenden
Güter umgeladen werden mussten.
(Kt. Aargau,
Bez. Rheinfelden).
330 m. Gem. und Pfarrdorf, am
Magdenerbach, an der Grenze gegen den Kanton Basel Land
und 3 km ssö. der
Station
Rheinfelden der Linie
Zürich-Brugg-Basel. Postbureau, Telephon; Postwagen
Rheinfelden-Wintersingen und nach
Maisprach. 182
Häuser, 894 kathol.
Ew. Acker- und Weinbau, Viehzucht und Milchwirtschaft. Mechanische Schreinerei, Oelmühle,
Säge, Ziegelei. 1748 überschwemmte
der durch einen mächtigen Sturzregen geschwellte Bach das Thal und zerstörte die
Mühlen,
Sägen, 17 Wohnhäuser und eine
Reihe von andern Gebäuden, wobei 60 Menschen den Tod fanden. Auf dem Halmet eine Römersiedelung; auf
dem Lanzenberg nahe dem
«Schloss» ein römischer Wachtturm. Alemannengräber. 1036: Mageton, Magathon.
seinen Besitz durch verschiedene Vergabungen (besonders von Seiten der Grafen von Toggenburg) ziemlich rasch und gelangte damit
zu grossem Reichtum. Seinen Aebtissinnen stand bis 1798 das Patronat über die St. Verenakirche und die Ausübung der niedern
Gerichtsbarkeit über die Klostergüter (Wolfertswil, Mümertswil, Egg, Wolfersberg, Moos, Dieselbach, Alterswil und Bub)
zu. Auch nach dem Brand von 1385 hob sich das Kloster rasch wieder zu neuer Blüte. Heute zählt es 50 Nonnen, die sich mit
dem Sticken von Kirchenparamenten, Spitzen etc. beschäftigen und daneben den Mädchen des Dorfes unentgeltlichen Unterricht
in weiblichen Arbeiten erteilen.
Zum Kloster gehören heute noch verschiedene Werkstätten, eine Fabrik zum Imprägnieren von Telegraphenstangen
und gut unterhaltene grosse Waldungen. 1868 spendete das Kloster an die Gründung der Knabenerziehungsanstalt Thurhof bei
Oberbüren die schöne Summe von 40000 Franken. Von Altertümern ist leider nicht mehr viel erhalten geblieben, da besonders
die einstigen kostbaren Glasmalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert im Verlauf des Toggenburgerkrieges
entweder weggenommen oder zerstört worden sind.
Ein Kleinod schweizerischer Kunst ist das noch erhaltene Besuchs- oder sog. Bischofszimmer, das aus 1674 stammt, im reichsten
Renaissancestil gehalten ist und einen 1664 gebauten Fayenceofen enthält. Magdenau ist heute noch eines der reichsten Klöster
der Ostschweiz. Zur Zeit der Reformation wurde es mehrfach von Truppen besetzt und dann für eine ziemlich
lange Zeit ganz aufgehoben, bis ihm der Landfrieden von 1718 seine Wiederherstellung brachte. Seither hat es einer ununterbrochen
friedlichen Entwicklung sich zu erfreuen gehabt. 1244: Magginowe; später Maggenau.