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»Mit einer Weisheit, die keine Träne kennt, mit einer Philosophie, die nicht zu lachen versteht, und einer Grösse, die sich nicht vor Kindern verneigt, will ich nichts zu tun haben.« In seinen frühen, zwischen 1903 und 1908 erschienenen Texten nimmt Gibran in der ihm eigenen Sprache all seine bekannten Themen auf, die er in späteren Werken weiter entwickelt und entfaltet. Seine Liebe gehört der Natur, in der die Menschen frei und gleich sind. Wie die Romantiker besingt er sie mit stimmungsvollen Bildern: Sternenhimmel, Meeresufer, Blumenfelder, ein Hirte inmitten seiner Herde. In der Natur ist das Leben des Menschen einfach und gut; hier findet er Ruhe und Glück. Dagegen sind für Gibran grosse Städte der Nährboden, auf dem Begierde, Konkurrenzneid, Ausbeutung und Korruption wachsen. Vehement verteidigt »der Poet des Libanon« das einfache Leben und macht sich zum Fürsprecher der Armen, Schwachen und Unterdrückten.
Portrait
Khalil Gibran (1883-1931) ist der in der westlichen Welt bekannteste Dichter des Orients. Er war ein Wanderer zwischen den Welten: seiner libanesischen Heimat, Europa und zuletzt Amerika. Das Vermächtnis, das der Poet des Libanon in seinen Gleichnissen und Erzählungen hinterlassen hat, ist heute aktueller denn je. Seine Werke gelten als massgeblicher Beitrag der kulturellen Renaissance der arabischen Welt im Westen. Mit seinem Buch "Der Prophet", das millionenfach verkauft und in mehr als zwanzig Sprachen übertragen wurde, erlangte er Weltruhm und Kultstatus.