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Die Präsidentschaftskandidatin des Front National, Marine Le Pen, fordert einen Austritt Frankreichs aus dem Währungsraum. Dies ermögliche dem Land einen neu eingeführten Franc abzuwerten und dann höhere Schulden aufzunehmen. Villeroy de Galhau verweist hingegen auf die verhaltene Inflation und die niedrigen Zinsen in der Eurozone, von der alle Wirtschaftsteilnehmer profitierten. Das Frankreich ein schwaches Wirtschaftswachstum habe, liege nicht am Euro und den Schuldenkriterien sondern an mangelnden Reformen. Er verweist auf das hohe Wachstum in Euroländern wie Irland und Spanien und auf Staaten mit Vollbeschäftigung wie Deutschland und Österreich.
Er sieht auch keine Zustimmung in der französischen Bevölkerung für einen Euroaustritt. Schliesslich würden laut Umfragen 68 Prozent der Franzosen einen Verbleib in der Eurozone befürworten. In der Eurozone insgesamt liege die Zustimmung mit 70 Prozent sogar auf einem Rekordniveau seit der Einführung der Gemeinschaftswährung. Der Notenbankchef fordert jedoch Fortschritte hin zu einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Gerade nach der veränderten Weltlage nach den US-Präsidentschaftswahlen, wäre eine Abkehr von Europa ein Fehler.
Die französischen Präsidentschaftswahlen finden am 23. April und am 7. Mai statt. Laut Umfragen liegt Euro-Gegnerin Le Pen bei der ersten Runde vorne, würde dann aber voraussichtlich gegen einen proeuropäischen Kandidaten in der zweiten Runde verlieren.
Die Ökonomen der Grossbank HSBC warnen jedoch: Die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg von Le Pen läge bei immerhin 25 Prozent. Dies sei aus Anlegersicht ein "ungemütlich grosses Risiko", schreiben die Experten der HSBC. Angesichts der Ereignisse des vergangenen Jahres müsse man sich auch auf das Unwahrscheinliche vorbereiten. Ein deutlicher Sieg eines proeuropäischen Kandidaten könnte jedoch eine Signal dafür sein, dass der Populismus seinen Höhepunkt überschritten habe und die Furcht vor einer weiteren Desintegration der Eurozone nachlasse./jsl/jkr/fbr
(AWP)