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Geschichte der Casa Andrea Cristoforo
Es war ein lange gehegtes Anliegen Ita Wegmans, einer Anregung Rudolf Steiners folgend, eine Heilstätte südlich der Alpen zu gründen, im Bewusstsein, dass das Klima und der Granitboden im Tessin eine stark heilsame Wirkung hat.
1936 gelang es ihr die Villa Schulthess für ihre therapeutischen Zwecke zu erwerben. Das Haus war 1931 vom berühmten Architekten Carlo Weidemeyer im Bauhau-Stil erstellt worden. Im Erdgeschoss des ursprünglichen Hauses befanden sich die Räume für eine kleine Wollweberei und -färberei. In den Obergeschossen wohnte die Familie. Die Casa Andrea Cristoforo bekam ihren Namen von den beiden Söhnen der Erstbesitzerfamilie, Andreas und Christoph.
(Bild 1-3 zeigen das ursprüngliche Haus von Weidemeyer)
Die letzten drei Jahre ihres Lebens (1940-1943) verbrachte Ita Wegman in der Casa Andrea Cristoforo.
„In dieser abgelegenen, vor den zerstörerischen Weltereignissen dieser Jahre weitgehend geschützten und von besonderen Kräften durchwirkten Provinz entfaltete Wegman eine grosse Zukunfts-Arbeit, Menschen sammelnd, führend und fördernd, in heilkundiger wie spiritueller Weise, die Zeit nach dem Krieg vorbereitend, der sie entgegenlebte mit der ganzen Intensität ihres Daseins.“ 1)
1945, kurz nach dem Krieg, wurde das Haus aufgestockt und erhielt anstelle des Flachdachs ein Satteldach. Weitere bauliche Veränderungen erfuhr das Haus 1954 als der seitliche Anbau dazukam.
(Bild 4-6)
Die „Associazione Istituti Terapeutici“ war bis 2003 der Dachverein sowohl der Casa Andrea Cristoforo wie auch des sozialtherapeutischen „Istituto La Motta“ in Brissago, welches ebenfalls eine Gründung Ita Wegmans war. Im Verlauf der Planung und Realisierung der erweiterten Casa wurden die beiden Institutionen rechtlich verselbständigt. Sie bleiben aber in ihren Intentionen und Aufgaben nach wie vor eng verbunden.
2001 wurde der bestehende Bau für dringend anstehende Renovationsarbeiten geschlossen und nach baubiologischen Grundsätzen komplett erneuert. An den Altbau schmiegt sich ein grosszügiger Erweiterungsbau mit dynamisch ansprechender Architektur, der im Frühjahr 2005 zusammen mit dem renovierten Haus eingeweiht und eröffnet wurde.
1) Peter Selg: Die letzten drei Jahre – Ita Wegman in Ascona 1940-1943. Natura-Verlag im Verlag am Goetheanum. Dornach. 2004. ISBN 3-7235-1205-4
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Ita Wegman (*1876 +1943) um 1910 während ihrer Studienzeit in Zürich. Foto: C. Ruf, Zürich