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Von Jakob Kubli
Bleistiftzeichnung von Fridolin Leuzinger,
1922
Foto, 1914
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwickelte sich Netstal von einer reinen Bauerngemeinde zu einem bedeutenden Industriestandort. Durch die starke Zunahme der Wohnbevölkerung entstanden im Dorf zahlreiche neue Fabrikarbeiterhäuser. Dabei wurde dem Gebäude oft ein Stall für das Kleinvieh angebaut, um das Erwerbseinkommen zu verbessern. Diese Doppelfunktionen sind seither im Dorfbild weitgehend verschwunden.
Eine historische Bleistiftzeichnung aus dem Jahre 1922 vom ehemaligen Kanzlisten Fridolin Leuzinger-Willi sel. gibt uns auf anschauliche Weise Gelegenheit, den Wandel vom Bauerndorf zur Industriegemeinde aufzuzeigen. Das niedere Wohnhaus beim Schmalzibrunnen an der Landstrasse 96 hiess früher im Volksmund Kalenderhäuschen. Diese Bewandtnis konnte leider nicht geklärt werden. Heute ist das Haus «geblendet» und der angebaute Stall wurde in eine Garage umgebaut.