Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03635.jsonl.gz/905

Myalgische Encephalomyelitis, g.93.3, seit 1969 bei der WHO als neurologische Krankheit abgelegt, seit über 60 Jahren historisch uns wissenschaftlich als schwere neuroimmunologische Krankheit dokumentiert, Anfang der 90iger Jahre in eine „psychosomatische Fatigue-Befindlichkeits-Störung umgeordnet“, ist ein physische Krankheit, die eine traumareaktive Erkrankung des Organismus/der Seele nach sich zieht:
Auf Wiki wird Trauma so beschrieben:
„[…] ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.“
„[…] ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde (ICD-10) (z. B. Naturkatastrophe oder menschlich verursachtes schweres Unheil – man-made disaster – Kampfeinsatz, schwerer Unfall, Beobachtung des gewaltsamen Todes Anderer oder Opfersein von Folter, Terrorismus, Vergewaltigung, Misshandlungen oder anderen Verbrechen).“
Trauma by Neglect:
ich würde aber noch ergänzen, dass dieses Diskrepanzerlebnis nicht im Betroffenen selbst entsteht, sondern die Diskrepanz so bewusst duch eine missbräuchliche neoliberale Ausnützungs-Profit-Politik geschaffen wurde, bei bestem Wissen der Zuständigen!. Also der Betroffene kann seine Situation sehr gut einschätzen, es liegt keine Verzerrung der Selbstwahnehmung vor, im dem Sinne, dass die gefühlte Bedrohung nicht in einem Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung stünde.
zb: die lebensbedrohliche Bedrohung des Versagens des Schluckapparates (durchaus real) als fortwährende körperliche Bedrohung
und die damit einhergehende Bedrohung, damit auf einer Psychiatriestation zu landen und dort den missbräuchlichen Handlungen des Personals hilflos ausgesetzt zu sein (das durchaus sehen muss, dass es sich nicht um psychiatrische Symptome handelt), oder aber umgekehrt in einem Spital zu landen, und dort den missbräuchlichen Handlungen des Personals ausgesetzt zu sein (das die Schwerkranken nicht den Richtlinien gemäss behandelt, sondern wie Psychiatriepatienten.)
Kompliziert und komplex wird es dann, wenn eine traumareaktive Erkrankung zb. eine rein phisiologische Erkrankung wie Myalgische Encephalomyelitis auslöst (damit meine ich triggert, nicht verursacht!, sondern lediglich aulöst!)
Man sieht dann, wie sich Krankheit mit fehlenden oder eben nicht fehlendem Ursache-Wirkungs-Prinzip schichtet gleich einem Blätterteig.
Wer eine traumareaktive Erkrankung vor einer physischen Krankheit wie Myalgischer Encephalomyelitis hat, muss damit rechnen, dass er alle Glaubhaftigkeit verspielt; in Gesellschaft, bei Ärzten und bei den nahen Angehörigen.
Wie willst du leben ein Jahrzehnteleben dem Argwohn ausgesetzt und dem ständigen Misstrauen? Vertrauen wird hier auf die Probe gestellt und es zeigt sich gnadenlos, mit welcher Isolation man zu rechnen hat, wenn die Aussenwelt die Bedingungen so eingerichtet hat, dass es sogar deinen Nächsten versagt ist, dir zu glauben. (Vorausgesetzt, dass es noch Nächste gibt, denn wer zb. sehr früh uns sehr jung an schwerer ME erkrankt, so dass der Einstieg ins Berufsleben/Sozialleben gar nicht möglich ist, wird sehr bald schon komplett allein sein). Dann, schlussendlich, wen wundert’s, wenn ein Mensch, der unter diesen Umständen lebt, tatsächlich krumme Ausschläge macht, wie ein schräg gewachsener Baum ….?! „Du versteckst dich hinter der Krankheit wie hinter einem Schutzschild.“ Diesen Classic kriegst du als pwME zu hören, immer wieder. Und auch das ist ein Satz, der es in sich hat, denn schau: wenn du so viele Jahre unter den eingeschränkten Bedingungen dieser Krankheit lebst; ist es da so unverständlich, wenn du anfängst, dich über diese Krankheit zu definieren? Die Erfahrungen sind es, die deine Einstellung zum Leben schafffen! Einstellung ist nicht eine Pose! Oder vielleicht doch, bis zu einem gewissen Grad kann das auch zu einer Pose werden … usw.
(siehe mein letztes Kapitel von marionroad-Novel, der immer noch keinen Titel hat … ev: die Anmassung …., aber das tönt so handke-mässig)