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Sprints und Vielstarter im Mittelpunkt
Freiburger Leichtathletik-Meisterschaften in Düdingen
Patric Clerc, Mélanie Stempfel, Cédric Roulin, Laurence Gendre und Patrick Pauchard sind die Favoriten, die sich in ihren Disziplinen durchgesetzt haben.
Von GUIDO BIELMANN
Michelle Cueni und Mélanie Stempfel hatten am Mittwoch am ersten Tag der Meisterschaften einen schönen 200-m-Lauf gezeigt. Cueni setzte sich 30 m vor dem Ziel durch. Am Samstag über 100 m folgte die Revanche mit einem ebenso schönen Rennen, nur dass diesmal Mélanie Stempfel 30 m vor dem Ziel in Führung ging.
Mélanie Stempfel über ihren Lauf: «Der Final ist mir besser gelaufen als der Vorlauf, der Start ging gut, und auch der Schluss, ich konnte gut rollen.» Michelle Cuenis Bilanz: «Der Start war gut. Damit hatte ich in den vergangenen Rennen immer ein Problem, blieb immer sitzen. Das habe ich jetzt im Griff. Am Ende des Laufes fehlt mir noch die Explosivität.»
Beide Sprinterinnen träumen logischerweise von einer schnelleren Zeit. Für beide stellen die 12,00 Sekunden ein Ziel dar. Mélanie Stempfel: «Ich denke, dass es möglich ist, aber dazu brauche ich einen perfekten Lauf.» Und Cueni: «Für mich sehe ich eher eine tiefe 12er. Zeit.» Für die beiden stehen diese Saison keine internationalen Meisterschaften an. Die Schweizer Meisterschaften Aktive und U23 sind ihre Saisonziele.
Die Clerc-Brüder
Patric Clerc gewann über 100 m vor Bruder Hervé Clerc. Patric war am Mittwoch am Luzerner Meeting gestartet. Am Samstag lief er 11,03 Sekunden mit 1,7 m/s Gegenwind: «Das bedeutet theoretisch ein Zeit um die 10,87, das ist gut.» Clerc plant jetzt, ein Jahr in der Schweiz zu arbeiten. Dann will er zurück nach Australien, wo seine Freundin Anne auf ihn wartet: «Sport ist für mich nur noch Spass.» Ob er im Bob noch mitmachen wird, weiss er noch nicht. «Das hängt von der Sport-Toto-Unterstützung ab.»
Hervé Clerc gewann wie erwartet den Weitsprung, und zwar mit guten 7,07 m; dabei hatte er mit zwei Nullern begonnen. Vor einem Jahr war Thomas Stirnemann 7,04 m gesprungen, allerdings mit zu viel Rückenwind. Clerc hatte kürzlich in Lugano 7,15 m geschafft und war somit seit 1987 (Marius Käser, 7,03 m) der erste Freiburger, der endlich wieder einmal regulär über 7,00 m gekommen war.
Junior Gnos Schnellster über 400 m
Patrick Pauchard (AC Murten) gewann über 400 m Hürden mit grossem Vorsprung. Über 400 m flach musste er gegen Mathias Jungo (CA Belfaux), der am Mittwoch über 800 m gewonnen hatte, bis zur Ziellinie kämpfen. Pauchards Siegerzeit von 50,71 war allerdings nicht brillant, denn Marco Gnos (TSV Düdingen) lief als Juniorensieger genau eine halbe Sekunde schneller.
Ohne Training gewann Cédric Roulin (TSV Düdingen) im Kugelstossen und im Diskuswerfen. Roulin trainiert jetzt für den Polizei-Fünfkampf, der Kugel, Weit, Schwimmen, Schiessen und den 3000-m-Lauf enthält.
Im Hochsprung gab es eine Wachtablösung; Nicolas Vial (Le Mouret), hatte in den vergangenen Jahren mehrmals mit 1,95 m gewonnen . Diesmal erreichte der Arzt «nur» 1,86 m und wurde von Emmanuel Arbellay (CA Freiburg) geschlagen, der 1,95 m übersprang. Arbellay hatte am Mittwoch bereits über 110 m Hürden gewonnen.
B auer vor Sutter
Harald Bauer (CA Freiburg) setzte sich einmal mehr im Speerwerfen durch. Dabei erreichte er sein Ziel, einen Wurf über 50 m. Zweiter wurde der Rieder Raphael Sutter mit 45,02, womit er seine PB von 49,95 m klar verpasste. Der Gemüsegärtner erklärt: «Wegen des Berufs trainiere ich im Sommer kaum. Ausserdem bin ich an der Meisterprüfung. Der Beruf ist wichtiger.» Der 28-Jährige ist eigentlich Zehnkämpfer mit einer Bestleistung von 5814 Punkten.
Laurence Gendre in sieben Disziplinen
Laurence Gendre (CA Freiburg) ragte bei den Frauen mit sieben Starts hervor. Sie gewann zweimal Gold (Weit, Hoch), einmal Silber (Hürden), zweimal Bronze (Kugel, Diskus) und wurde zweimal Vierte (200 m, Speer). Im Weitsprung gewann sie mit 5,51 m, womit sie ihre Bestleistung um 17 cm steigerte. Damit ist sie jetzt Siebte in den Freiburger Topten. Im Weiteren gewann sie auch in ihrer Spezialdisziplin, dem Hochsprung mit 1,75 m. Über 1,81 m – 1 cm höher als ihr Freiburger Rekord – scheiterte sie knapp. Im Herbst wird die Hochsprungspezialistin ihren ersten Siebenkampf machen. bi