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Welches Gesicht will sich Marly in Zukunft geben? In welche Richtung soll sich das Gebiet der Gemeinde entwickeln? Seit zwei Jahren arbeitet Marly an der Totalrevision seines Ortsplanes, um diese Fragen zu beantworten. Ursprünglich hatte die Gemeinde gehofft, dem Kanton eine erste Version des revidierten Ortsplanes bis Ende Jahr vorlegen zu können, nun wurde der Termin auf März 2018 verschoben. Damit die beiden grossen Siedlungsprojekte auf den ehemaligen Industriegeländen Ilford und Winckler dadurch aber nicht blockiert werden, hat die Gemeinde einen Teil der Ortsplanrevision vorweggenommen. Sie änderte den Zonennutzungsplan und das Gemeindebaureglement so, dass sie mit den Detailbebauungsplänen Ex-Ilford und Ex-Winckler kompatibel sind. Am kommenden Freitag werden die Dokumente öffentlich aufgelegt.
Neu in gemischter Zone
Das Quartier auf dem ehemaligen Ilford-Gelände respektive neben dem heutigen Marly Innovation Center (MIC) soll bis ins Jahr 2040 Wohnungen für 2200 Personen bieten. Auf dem ehemaligen Winckler-Gelände, neu Le Parc des Falaises genannt, sollen im gleichen Zeithorizont dereinst etwa 800 Menschen leben. Weil sich beide Gelände heute in der Industriezone befinden, werden sie mit dem neuen Zonenplan in eine gemischte Zone überführt, das heisst, neu sind dort Wohnbauten und Gewerbebetriebe erlaubt.
Das ist eine der raumplanerischen Veränderungen, die Marly vornimmt. Die anderen grossen Veränderungen betreffen den Verkehr und den Lärm, wie Laurent Corpataux, Leiter des Bauamts von Marly, gegenüber den FN erklärte.
Neue Strassen und mehr Lärm
«Denn gut 3000 neue Einwohner werden auch mehr Verkehr mit sich bringen», so Corpataux. Heute zählt die Gemeinde ausgangs Marly in Richtung Freiburg 18 300 Fahrzeuge pro Tag. Sind beide Projekte dereinst vollständig realisiert, werden es laut Prognosen 23 900 Fahrzeuge sein, also 5600 mehr als heute. Aus diesem Grund sieht der modifizierte Ortsplan Anpassungen bei den Kreiseln auf der Route de Fribourg vor. So werden einige Kreisel neu zwei Ausgänge haben, um den Verkehr absorbieren zu können.
Geplant ist zudem in einer ersten Etappe ab 2025 der Bau eines Strassenstücks von circa 300 Metern zwischen der Route des Ecoles und der Route de la Gérine. Im Weiteren verlangte der Kanton, dass die für 2025 geplante Umfahrungsstrasse Marly-Matran in die Pläne integriert wird. So ist nun auch eine Verbindungsstrasse zwischen der Umfahrungsstrasse und dem MIC vorgesehen, und zwar über die Ärgera.
Die mit der Zonenplanänderung einhergehende Umweltverträglichkeitsprüfung ergab schliesslich, dass dem Lärm, welcher durch den Mehrverkehr entsteht, etwa durch einen Flüsterbelag beizukommen ist.
Schrittweise Umsetzung
Mit den beiden Siedlungsprojekten wird sich Marly stark verändern. Es werden sich neue Anforderungen an die Gemeindeinfrastrukturen wie etwa die Schulen stellen. Gemäss Laurent Corpataux wird die Realisierung der Projekte darum schrittweise erfolgen. So sollen beim Areal des MIC in einer ersten Etappe Wohnungen für 900 Personen gebaut werden. Die restlichen Einheiten sollen bis 2035/40 realisiert werden.
Am Donnerstagabend um 19.30 Uhr wird die Bevölkerung über den modifizierten Zonennutzungsplan und das modifizierte Gemeindebaureglement anlässlich eines Informationsabends in der Mehrzweckhalle von Marly-Cité informiert. Circa im November werden die beiden Detailbebauungspläne für das Ökoquartier beim MIC und das Quartier Le Parc des Falaises auf dem ehemaligen Winckler-Areal aufgelegt.
Es ist damit zu rechnen, dass die Pläne der Gemeinde nicht nur auf Zustimmung stossen werden. Ob die Bevölkerung von Marly die Zukunftsvisionen des Gemeinderates teilt, werden die Reaktionen am Donnerstagabend zeigen.
Fakten
Projekte, die Marly verändern werden
Neben dem Gelände des Marly Innovation Center (MIC) soll ein Ökoquartier entstehen, das langfristig Wohnungen für 2200 Menschen bietet. Die Pläne stammen von den Lausanner Architekturbüros Magizan und CCHE. Auf dem ehemaligen Gelände der Firma Winckler (Richtung Freiburg rechts vor der Perollesbrücke) soll ein Quartier für 900 Personen entstehen. Geplant sind Wohnblöcke, Gewerbegebäude und Grünflächen. Das Projekt Le Parc des Falaises stammt von zwei belgischen Architekten. Die Detailbebauungspläne für beide Projekte sollen noch in diesem Jahr öffentlich aufgelegt werden.