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Die Kauzenburg bei Bad Kreuznach um 1260: Simon wächst als Ziehsohn des Grafen Johann von Sponheim auf, sehr zum Missfallen von dessen jüngerem Bruder Heinrich, der um Johanns Gunst und damit um sein Erbe fürchtet. Die Situation eskaliert, als Simon sich in Heinrichs Verlobte verliebt, die seine Gefühle erwidert. Diesmal kann ihm auch Johann nicht helfen, denn er hat die Verlobung seines Bruders selbst arrangiert. Erst viele Jahre später wird Simon die Chance erhalten, erneut um sein Glück zu kämpfen, als sich die Brüder Johann und Heinrich als Feinde auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen.
Marita Spang hat in Psychologie promoviert und arbeitet heute als selbstständige Beraterin überwiegend in der freien Wirtschaft. Sie ist Jahrgang 1959 und wuchs in Trier auf. Heute lebt sie in einem Weinort nahe Bingen am Rhein. Die Historie ist ihre ganz grosse Leidenschaft.
"Blut und Seide" ist nach "Hexenliebe" ihr zweiter historischer Roman. Für ihren ersten Roman "Hexenliebe" erhielt sie den HOMER-Preis 2015 für den besten historischen Roman in der Kategorie "Beziehungen und Gesellschaft".
Ich war gestern wieder mal in einer Buchhandlung und stand längere Zeit vor den Regalen mit historischen Romanen. Wie viele sind es! Wie viele Namen, wie viele Titel, wie viele Geschichten! Da stehen hunderte Bände. Ganze Reihen mit den Romanen von Ken Follett, Iny Lorentz, Rebecca Gable… Und dazwischen... Ich war gestern wieder mal in einer Buchhandlung und stand längere Zeit vor den Regalen mit historischen Romanen. Wie viele sind es! Wie viele Namen, wie viele Titel, wie viele Geschichten! Da stehen hunderte Bände. Ganze Reihen mit den Romanen von Ken Follett, Iny Lorentz, Rebecca Gable… Und dazwischen Reihen mit Büchern von den Autoren, deren Namen dem breiten Publikum eher unbekannt sind. Und an dieser Stelle dachte ich mir, wie schwer soll es sein, einen Roman, auch wenn einen sehr guten Roman, dem Leser vorzustellen, ihn auf das Buch aufmerksam zu machen, damit er dem Buch eine Chance gibt, ein Bestseller zu werden, was es zweifellos verdient. „Hier, das hier ist lesenswert!“ Genau das wollte ich jedem sagen, als ich vor diesem Regal stand und „Blut und Seide“ von Marita Spang in den Händen hielt. Ich muss gestehen, es war ein Zufall, dass ich dieses Buch entdeckt habe. Ich orientiere mich wie viele andere an den Leserstimmen, an den großen Namen. Der Name Marita Spang sagte mir nichts und ich hätte diesen hervorragenden Roman vielleicht nie gelesen, wenn ich ihn auf Lovelybooks nicht entdeckt hätte. Wenn über 75% der Leser das Buch als „sehr gut“ bewerten und der Rest als „gut“, dann sagt das schon etwas über das Buch aus. Ich wurde neugierig, las ein paar Rezensionen und nun auch das Buch. Das Buch überzeugt in vielerlei Hinsicht. Eine fiktive Geschichte wirkt so realistisch und glaubwürdig, dass man das Gefühl hat, es wäre die Beschreibung realer historischer Geschehnisse. Diese Glaubwürdigkeit wird unter anderem durch die Figuren realisiert. Figuren, die in einem Roman nicht lebendiger geschaffen werden könnten. Die Autorin versteht es, jeden von ihnen so zu präsentieren, dass man das Gefühl bekommt, jede von diesen Figuren persönlich zu kennen. Man sieht nicht nur, wie sie handeln, sondern man erfährt auch psychologische Hintergründe, die hinter den Taten stehen. Ist das nicht faszinierend? Was Marita Spangs Werk auszeichnet ist auch das Können, die Spannung aufzubauen, aufrechtzuerhalten, zu verstärken, sodass es dem Leser unmöglich wird, eine Pause zu machen und das Buch auf den Tisch zu legen. Es passiert immer wieder etwas Neues, wobei die Ereignisse nicht künstlich eingeschoben werden, um den Leser irgendwie zu beschäftigen und das Buch noch ein paar Kapitel dicker zu machen, sondern man hat ständig das Gefühl, dass alles sehr gut durchdacht ist. Nichts steht umsonst: keine Figur, keine Nebengeschichte, keine Beschreibung. Alles hat seinen Zweck und Sinn. Toll! Ich bin wirklich begeistert und weiß nun zu 100%, welches Buch ich meinen Bekannten und Freunden schenken kann. Danke an Frau Spang für das Vergnügen!
1259 – 1281: Simon von Montfort wird nach dem grausamen Mord an seinen Eltern von seinem Paten Johann von Sponheim aufgenommen. Dessen Bruder Heinrich fühlt sich zurückgesetzt und verfolgt Simon von Kindheit an mit seinem Hass. Simons Leben verläuft sehr wechselhaft und ist in die politische Lage des Reiches... 1259 – 1281: Simon von Montfort wird nach dem grausamen Mord an seinen Eltern von seinem Paten Johann von Sponheim aufgenommen. Dessen Bruder Heinrich fühlt sich zurückgesetzt und verfolgt Simon von Kindheit an mit seinem Hass. Simons Leben verläuft sehr wechselhaft und ist in die politische Lage des Reiches eingebunden. Der Klappentext lässt ein bisschen befürchten, dass das Liebesdrama allzu sehr im Mittelpunkt stehen könnte, und zu Beginn schien die Geschichte auch ein bisschen klischeehaft werden zu wollen. Gut, dass dem nicht zu ist, am Ende hatte ich einen spannenden und oft nicht vorhersehbaren Leckerbissen unter den historischen Romanen verspeist. Von Anfang an überzeugt mich, wie Marita Spang erzählt, die Sprache wirkt der Zeit sehr gut angepasst, erzählt wird sehr bildhaft, so dass man schnell das Gefühl hat, dabei zu sein. Letzteres wird auch dadurch vermittelt, dass man viel über das Leben der damaligen Zeit erfährt, z. B. darüber, wie die Burgherren mit den ihnen Unterstellten umgingen, über Rittertugenden oder welche Stellung Frauen hatten. Auch die negativen Seiten der damaligen Zeit kommen dabei nicht zu kurz und machen den Roman manchmal etwas düster, vor allem auch, wenn Gewalttaten allzu explizit erzählt werden, jedoch gehört auch das zum damaligen Leben. Die Geschichte ist, wie bereits erwähnt, spannend und hat mich immer wieder überrascht. Sehr schnell war ich gefesselt, emotional sehr gepackt und neugierig auf die historischen Hintergründe. Durch Perspektivewechsel wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und die Spannung erhöht. Die Charaktere sind sehr gut gelungen und größtenteils ohne Schwarz-Weiß-Färbung. Marita Spang zeigt z. B. sehr gut auf, dass auch der beste Charakter sich verdüstern kann. Nur der Antagonist, Heinrich, ist mir insgesamt zu negativ gezeichnet, ein paar, wenn auch kleine, weiße Flecken, hätten ihm womöglich gut getan. Die Protagonisten Simon und Christina gefallen mir beide gut, der Autorin ist es gelungen, sie glaubhaft darzustellen. Die Perspektivewechsel tragen viel dazu bei, die einzelnen Charaktere tiefgehend zu zeichnen und ihre Beweggründe verständlich zu machen. Besonders gut hat mir der Waffenknecht Michel gefallen, dessen historische Person die Autorin überhaupt erst dazu inspiriert hat, den Roman zu schreiben. Wie jeder gute historische Roman hat auch „Blut und Seide“ (der Titel wird übrigens im Roman angesprochen, das fand ich richtig gut!), einige Extras zu bieten, neben zwei Karten und einem Personenregister, in dem die historischen Persönlichkeiten (und das sind nicht wenige) kenntlich gemacht wurden, gibt es ein umfassendes Glossar, das die vielen „Fachbegriffe“ der mittelalterlichen Welt, die im Laufe des Romans benutzt werden und die zur Authentizität der Erzählung viel beitragen, erklärt, sowie ein Verzeichnis der wichtigsten Quellen. Sehr gut ist auch das Nachwort der Autorin, in dem sie auf Fakten und Fiktion eingeht. Insgesamt ist Marita Spang ein wunderbarer, gut recherchierter und prall gefüllter historischer Roman gelungen, der mich einfach nur begeistert hat und den ich allen Genrefans ans Herz legen möchte.
Eine fesselnde und hervorragend erzählte Geschichte aus dem Deutschen reich im 13. Jahrhundert. Der junge Simon von Montfort wird nach einem brutalen Überfall auf seine Familie zum Waisen. Johann von Sponheim, ein Freund der getöteten Eltern, nimmt sich seiner an und behandeln ihn, wie ihren eigenen Sohn. Sehr zum Missfallen... Eine fesselnde und hervorragend erzählte Geschichte aus dem Deutschen reich im 13. Jahrhundert. Der junge Simon von Montfort wird nach einem brutalen Überfall auf seine Familie zum Waisen. Johann von Sponheim, ein Freund der getöteten Eltern, nimmt sich seiner an und behandeln ihn, wie ihren eigenen Sohn. Sehr zum Missfallen von Heinrich,dem Bruder von Johann, der keine Gelegenheit auslässt den jungen Simon zu schikanieren. In dieser Konstellation kommt es zu einer unglücklichen Liebschaft, Simon und Christina,die Verlobte von Heinrich, finden zueinander haben aber keine gemeinsame Zukunft, da Christina zur Heirat mit Heinrich gezwungen wird. Können sie ihr vorgezeichnetes Schicksal ändern? Ich muss gestehen, es fällt mir manchmal etwas schwer in eine umfang-reichere Geschichte einzusteigen, bei Blut und Seide habe ich es aber zu keinem Zeitpunkt bereut. Die anfänglich hoch erscheinende Seitenzahl hätte zum Ende hin gerne noch höher ausfallen dürfen. Marita Spang gelingt es mit ihrer sehr bildreichen und wunderbar flüssig zu lesenden Schreibart den Leser an das Buch und die Geschichte zu fesseln. Die Protagonisten werden hervorragend beschrieben und charakterisiert, so dass sie dem Leser nach kurzer Zeit bereits sehr vertraut sind. Schnell waren bei mir die Sympathien verteilt und ich konnte mit den Protagonisten mitfühlen und -bangen. Der historische Hintergrund des Buches wirkt auf mich hervorragend recherchiert, so dass "Blut und Seide" neben dem hohen Unterhaltungswert auch noch viele interessante Aspekte aus der Vergangenheit beinhaltet. Insgesamt kann ich nun die unglaublich guten Bewertungen zu den bisherigen Büchern von Marita Spang sehr gut nachvollziehen und schließe mich natürlich mit den möglichen 5 von 5 Sternen an. Aus meiner Sicht eine absolute Leseempfehlung für Liebhaber historischer Romane!!!