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Um die Eigenarten und die Technik eines Kunstwerks zu verstehen, stellen Restauratoren häufig den Entstehungsprozess genau nach. Die Arbeitsschritte reichen bei den papiers découpés von Matisse vom Bemalen der Papiere mit Gouachefarbe, das Schneiden und Arrangieren von Formen bis zum anschliessenden Aufkleben der Komposition auf Leinwand.
Dabei wurde eine detaillierte Beschreibung dieses Montierungsprozesses als Leitfaden benutzt, der von Lydia Delectorskaya, der Assistentin von Matisse, überliefert ist.
Durch die Rekonstruktion des Entstehungsprozesse der papiers découpés konnten wichtige Hinweise gewonnen werden. Spuren, die sich am Werk finden, sind zu einem grossen Teil auf das Arbeiten im Atelier sowie die anschliessende Montierung zurückzuführen. Ebenso konnten technische Details geklärt werden.
Am fertigen Modell können die verschiedenen Schichten. Auf das Gewebe wird ein Kraftpapier geklebt (1-4). Darauf folgt das Hintergrundpapier, welches Kohlelinien trägt und mehrfach mit weisser Gouachefarbe bemalt wurde (5-8). Mit Hilfe eines Transparentpapiers wird die Komposition auf das Hintergrundpapier übertragen (9). Anschliessend werden die farbigen Formen aufgeklebt (10).
Die Streifigkeit der bemalten Papiere ist auf den wässrigen Farbauftrag zurückzuführen. Im Vergleich mit dem Original (links) konnten bei der Rekonstruktion eine vergleichbare Pinselgrösse, Struktur und Streifigkeiten der Gouachefarben erzeugt werden (rechts).
Zwischen der Leinwand und dem weiss bemalten Hintergrundpapier befindet sich ein Kraftpapier (siehe Schichtaufbau vorhergehende News). Auf diese „Armierung“, die eine optimale Verbindung zwischen Leinwand und Hintergrundpapier gewährleistet, kann dieses mühelos mit wenig Klebstoff aufgeklebt werden.
Vor dem Aufkleben der Formen werden deren Umrisse mit Hilfe einer Pause auf das Hintergrundpapier übertragen (links). Wird beim Befeuchten der Formen als Vorbereitung des Aufklebens zuviel Feuchtigkeit benutzt, dringt Wasser an den Rändern auf die bemalte Vorderseite durch und löst die Gouache an (rechts). Daraus resultieren hellere Bereiche auf den Formen.