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Das Schweizer Team hat an der Weltmeisterschaft der Einspänner im ungarischen Izsák vom 24. bis 28. September 2014 die Bronzemedaille in der Mannschaftwertung gewonnen.
Michaël Barbey, Eric Renaud und Leonhard Risch schoben sich am Schlusstag im Hindernisfahren, dank drei Runden ohne Abwurf und nur mit etwas Zeitüberschreitung noch auf den Bronzeplatz – hinter Deutschland und Frankreich. Damit gewannen sie zum vierten Mal hintereinander eine Medaille an Weltmeisterschaften.
Bester Schweizer in der Einzelwertung war Michaël Barbey mit Kalao des Arreneys CH als Zehnter. Eric Renaud und Volante L belegten den 13. Platz direkt vor Einzelfahrerin Lucie Musy Comune mit Lukas XIV CH. Als 18. schlossen Leonhard Risch und Lasting CH die Konkurrenz ab.
Vierte Medaille in Folge (Artikel im Bulletin 10 20.10.2014)
Die Schweizer Einspännerfahrer knüpften an vergangene Erfolge an und gewannen Bronze in der Mannschaftswertung. Damit gehören sie in dieser Sparte seit nun sechs Jahren zu den Besten der Welt.
Die Schweizer haben sich seit Anfang Jahr gezielt auf diese Weltmeisterschaft vorbereitet. In verschiedenen Kadertrainings arbeitete Trainer und Sportchef Beat Schenk intensiv mit den Fahrern. Disziplinentierarzt Marc Trump hatte immer ein Auge auf die Pferde, so dass sie konditionell optimal vorbereitet waren und im Vorfeld gezielt eingesetzt wurden.
Mit einem guten Gefühl reiste das Team ins Trainingslager in der Nähe des WM-Ortes. Dort musste es einen Rückschlag hinnehmen, das Spitzenpferd von Michaël Barbey verletzte sich. Aber zum Glück hatte er ein Ersatzpferd für das Team auf die Reise mitgenommen, das auch genannt war.
Aufgrund der Beobachtungen im Trainingslager und der Verfassung der Pferde vor Ort entschied man sich, Michaël Barbey, Eric Renaud und Leonhard Risch für das Team zu nominieren. Lucie Musy Comune ging in der Einzelwertung an den Start.
Gute Dressuren
Alle Schweizer zeigten gute Dressuren. Der Beste war Michaël Barbey mit dem achtjährigen Kalao des Arreynes. Er erreichte mit 47,49 Punkten einen guten Wert, angesichts dessen, dass Kalao noch nie ein so grosses Turnier gegangen ist. Ebenfalls unter 50 Punkten blieb Leonhard Risch mit dem Freibergerhengst Lasting. Auch Lucie Musy Comune und Eric Renaud waren gut unterwegs und gehörten zu den 60 Fahrern, die unter 60 Punkten blieben. Dies zeigt, wie hoch das Niveau im Einspännersport unterdessen ist.
Schwieriger Marathon
Nicht die acht Hindernisse waren die grösste Schwierigkeit, sondern die Aufwärmphase, die über 6,5 Kilometer durch tiefen Sand führte und die Pferde sehr beanspruchte. Michaël Barbey meinte dazu: «Es war sehr streng für die Pferde. Kalao trabte zuerst, dann galoppierte er an und ich liess ihn, denn er fühlte sich in dem langsamen Kanter wohler und brauchte weniger Kraft.»
Die beste Fahrt in den Hindernissen gelang Eric Renaud. Er war mit seiner Stute Volante L sehr schnell unterwegs und beendete das Gelände als Siebter. Alle Schweizer kamen ohne Probleme durch und die Mannschaft schob sich auf den vierten Zwischenrang – nur gerade einen Punkt hinter Bronze.
Gute Nerven
Ein solides Nervenkostüm bewiesen die Schweizer am Schlusstag. Im anspruchsvollen und schönen Parcours war Risch der erste Schweizer. Er fuhr sehr gut, blieb ohne Fehler und musste nur 2,33 Punkte für Zeitüberschreitung in Kauf nehmen. Damit nahm er Druck vom eigenen Team weg und baute diesen im Gegenzug bei den direkten Konkurrenten auf. Eric Renaud als Zweiter lief es gleich gut, auch er hatte nur eine minime Zeitüberschreitung, genauso wie Michaël Barbey, der mit seinem jungen Pferd den besten Parcours der Saison zeigte. Eine Nullrunde gelang Lucie Musy Comune und Lukas XIV CH.
Mit dieser starken Mannschaftsleistung am Schlusstag sicherte sich die Schweiz Bronze hinter Deutschland und Frankreich. Es war die vierte Teammedaille in Folge seit 2008. Renaud und Barbey sind seit 2008 in der Mannschaft, Risch und Musy seit 2010, also haben die gleichen vier Fahrer die Schweiz an den letzten drei Weltmeisterschaften vertreten. Das ist sicher einer der Erfolgsfaktoren.
Ein anderer ist der Teamspirit. Zwar ist das Fahren ein Einzelsport, aber eine solche Leistung ist nur möglich, wenn ein Team funktioniert. Einen grossen Anteil daran hat sicher Beat Schenk, der die Einspänner bei allen Erfolgen trainiert und betreut hat. Disziplinenveterinär Marc Trump kennt die Pferde der Fahrer unterdessen sehr gut und kann bei Bedarf schnell handeln. Sicher braucht es auch Wettkampfglück für eine Medaille, aber die Chance ist dann am grössten, wenn sich alle auf ein Ziel fokussieren und darauf hinarbeiten – gemeinsam als Einzelathleten.
Claudia A. Spitz