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Interlaken–Heimwehfluh
|Kürzel||DIH|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1906-07-21|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1906 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte (Drehstrom) DIH gehörte einer Aktiengesellschaft. Die Konstruktion besorgten die Firmen Von Roll AG Bern und Alioth & Cie. Münchenstein. Mit einer mittleren Neigung von 567 Promille war die DIH 1920 die drittsteilste dem öffentlichen Verkehr dienende Standseilbahn der Schweiz. Interlaken entwickelte sich in der Belle Epoque zu einem internationalen Touristenzentrum ersten Rangs. Die Heimwehfluh, wo sich ein Restaurant befand, liegt vor dem Grossen Rugen etwas südlich von Interlaken. Die nicht ganzjährig verkehrende DIH verfügte nur über offene Personenwagen und bot ausschliesslich Sitzplätze an.
Die DIH konnte anfangs mit den erzielten Betriebsergebnissen knapp die laufenden Zinsverpflichtungen decken, was sich 1914 mit dem Kriegsausbruch schlagartig änderte. Das Transportgeschäft wurde defizitär und der Betrieb schon 1915 nahezu eingestellt. Noch 1282 Reisende konnte man in diesem Jahr registrieren, wogegen es 1913 über 30'000 gewesen waren. Da sich die Lage nicht aufhellte, musste die DIH 1920 eine Herabsetzung des Aktienkapitalwerts um 81'000 Franken oder 60 Prozent vornehmen. Der Betrag wurde hauptsächlich zur Schuldentilgung, ferner für geringfügige Rückstellungen verwendet. Offenbar wurden dabei (an Gläubiger) neue Aktien im Gesamtwert von 46'000 Franken ausgegeben, betrug doch das von der Statistik vermerkte Eigenkapital Ende 1920 nicht 54'000 Franken (135'000 minus 81'000 Franken), sondern 100'000 Franken.
Die Baukosten der zweischienigen und fast vollständig auf Dämmen errichteten DIH waren mit über 1 Mio. Franken pro Bahnkilometer aussergewöhnlich hoch. Abgesehen davon, dass kurze Seilbahnen in der Regel generell kostenaufwändiger waren und die DIH zudem ungewöhnlich steil angelegt wurde, lassen sich dazu aus den Angaben der Statistik keine direkten Ursachen ableiten. Die Rollmaterialkosten berechnete die DIH ab 1911 anders als zuvor, indem fortan die Aufwendungen für das Drahtseil, die Seiltragrollen sowie für die mechanischen und elektrischen Einrichtungen im Gesamtbetrag von rund 33'000 Franken separat ausgewiesen wurden.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.