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Überall dort, wo es um einen Entscheid zugunsten oder zulasten bestimmter Interessen geht, wird versucht, diesen Entscheid zu beeinflussen. Diese Einflussnahme erfolgt dabei nicht immer auf lautere Art und Weise…
Seit Menschengedenken wird versucht, Menschen für oder gegen eine Sache zu beeinflussen. Es spielt dabei keine Rolle, wie viele Menschen davon betroffen sind. Es kann sich dabei nur um eine Einzelperson wie zum Beispiel ein CEO handeln oder eine Gruppe von Verwaltungsräten – oder gar um ein ganzes Volk.
Diese Beeinflussung ist nicht per se eine negative Angelegenheit. So kann beispielsweise das Vortragen von Tatsache oder Zahlen zu einer anderen Meinung und damit zu einem anderen Verhalten führen.
Solange es sich dabei um «harte Fakten» handelt, ist gegen diese Form der Einflussnahme nichts einzuwenden. Auch das Hervorheben gewisser Tatsachen oder Umstände ist noch nicht problematisch.
Kritisch ist eher die Art und Weise, wie – aber auch ob etwas überhaupt vorgetragen wird. Das bewusste Weglassen von Tatsachen oder Umständen zielt nämlich darauf, Entscheidungsträger zu manipulieren.
Die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie, also mit einem hohen Mitwirkungsgrad dank Entscheiden durch das Volk, ist dabei besonders anfällig für eine Manipulation der Massen.
«Akzeptiert doch endlich das Abstimmungsergebnis zum Minarettverbot». Diese Aussage hört und liest man derzeit in verschiedenen Medien, Foren und Blogs. Nun, dann thematisieren wir einmal, was akzeptabel ist – und vor allem was nicht…
Als Al Gore im Jahr 2000 beim US-Präsidentschaftswahlkampf gegen George W. Bush zwar mehr Volksstimmen, aber weniger Wahlmännerstimmen holte und deshalb schliesslich nicht der 43. Präsident wurde, liess er verlauten, dass er diesen Entscheid zwar respektiere, aber nicht akzeptiere.
Damals hatte ich den Unterschied nicht so richtig verstanden und wenn ich dieses Interview hier mit Charles Lewinsky lese, dann stelle ich fest, dass es ihm auch heute noch so ergeht: «Demokratie bedeutet, dass man Mehrheitsentscheide akzeptiert…».
Seit dem vergangenen Abstimmungssonntag kenne ich nun aber den Unterschied, den seitdem halte ich es wie Al Gore: Ich respektiere diesen Entscheid, aber ich akzeptiere ihn nicht.
Allerdings muss ich zugeben, dass es für mich sehr einfach ist, diesen Entscheid nicht zu akzeptieren und mich quasi in zivilem Ungehorsam zu üben. Schliesslich hatte ich ja auch nicht vor, ein Minarett zu bauen, ergo gibt es gar nichts nicht zu akzeptieren…
Die Anti-Minarett-Initiative wurde überraschenderweise angenommen. Nun geht es darum, sie umzusetzen. Doch was ist eigentlich baulich betrachtet ein Minarett?
Die von der politischen Rechten lancierte Anti-Minarett-Initiative ist nach deren Annahme durch das Volk nun umzusetzen. Dies bestätigte gestern auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.
Die politische Rechte ist dafür bekannt, dass sie die Bundesverwaltung als «Wasserkopf» bezeichnet. Mit ihrer Initiative gibt sie nun aber eben dieser Bundesverwaltung ziemlich viel zu tun und zwar indem unter anderem baurechtliche Fragen geklärt werden müssen, obschon die Initiative ja eigentlich nicht gegen den Bau von Minaretten gerichtet war…
Allem voran steht die Frage im Raum: Was ist ein Minarett – rein baulich betrachtet – und wie definiert man das baurechtlich?
Das (hier unbeschädigte) Malwiya-Minarett in Samarra, Irak:
Sieht so gar nicht wie eine «Rakete» aus…
(Quelle: Mad Canuck)