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Die Zeit um den Jahreswechsel ist für viele die Zeit für persönliche Finanzplanungen. Stehen Sie vor der Pensionierung und planen, wie viel Sie aus dem Vermögen an Erträgen ziehen können?
Seien Sie vorsichtig – zum einen kann die künftige Durchschnittsrendite von der Vergangenheit abweichen, zum anderen spielt es eine Rolle, ob schlechte Aktienjahre (mit denen man rechnen muss!) früh oder spät in Ihrem Bezugsplan anfallen. Ein konkretes Beispiel soll dies verdeutlichen. Eine Anlegerin plante Ende 2005 für die kommenden 15 Jahre und zwar mit den verfügbaren Aktienrenditen seit 1926, welche eine jährliche Rendite von 8.2% ergaben. Sie plante aber «vorsichtiger» und wollte nur 7% des Startbetrages pro Jahr beziehen, um das Vermögen «sicher» nicht schrumpfen zu lassen. Sie startete mit einem Vermögen von 100 und hat nun nur noch 43. Was ist geschehen? Heute wissen wir erstens, dass die jährlich Durchschnittsrendite dieser 15 Jahre, also 2006 bis 2020, mit 5.6% tiefer lag als die Annahme der Anlegerin. Dies ist insbesondere auf das schlechteste Jahr 2008 mit -34% zurückzuführen. Dieser Rückschlag traf sie, zweitens, früh in dieser Planungsperiode. Die Reihenfolge von guten und schlechten Jahren hat zwar keinen Einfluss auf die Durchschnittsrendite in Prozent, aber bei Mittelbezügen auf die resultierende Vermögenshöhe in Franken schon. Denn wenn ein schlechtes Jahr früh in dieser Planungsperiode auftritt, sinkt das Vermögen und die ursprünglich geplanten Bezüge wiegen plötzlich im Verhältnis zum noch vorhandenen Vermögen schwerer und ziehen das Vermögen weiter in die Tiefe. Eine Markterholung wirkt sodann nur auf eine tiefere Vermögensbasis und entfaltet dadurch weniger Wirkung. Wie hoch wäre das aktuelle Vermögen, wenn das schlechteste Jahr als erstes respektive als letztes in dieser 15-Jahres-Periode eingetroffen wäre? Das aktuelle Vermögen wäre dann nicht 43, sondern 21 respektive 96. Was kann man daraus lernen? Planen Sie vorsichtig, das heisst mit Reserve. Künftige Bezüge sollten durch ein liquides Polster für mehrere Jahre im Voraus abgedeckt sein, sonst kann im Ruhestand plötzlich Unruhe einkehren.