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Muslime sollen leer stehende Kirchen nutzen
Es gibt immer weniger praktizierende Katholiken und Protestanten. Die Kirchenaustritte nehmen zu, und viele Menschen sind nur noch auf dem Papier «gläubig», d. h. sie zahlen «nur» noch Kirchensteuern. Ein Teil der Kirchensteuern wird für die Renovation und den Unterhalt von Gebäuden verwendet, die kaum mehr als Gotteshäuser benutzt werden. Einen Grossteil des Geldes verschlingt die Gebäudeheizung.
Wäre es da nicht sinnvoll, die meistens leer stehenden christlichen Gotteshäuser auch den Muslimen zur Verfügung zu stellen? Dies wäre Ausdruck gelebter Ökumene. Beide Religionen haben ja denselben Gott, nur heisst er anders und verlangt manchmal anderes von seinen Anhängern. Die Muslime würden sicher den ihnen zustehenden Anteil der Nutzungskosten übernehmen. Somit könnten auch die staatlich eingezogenen, christlichen Kirchensteuern reduziert werden.
Die meisten christlichen Kirchen haben einen Turm. Würde es den Muslimen schwerfallen, diesen als Minarett anzusehen? Der Turm sowohl als christliches wie islamisches Symbol, je nach Glaube. Ein Gebetsrufer ist ja ohnehin nicht vorgesehen. Die Gestaltung des Kultraumes für zwei Religionen verlangt eine gewisse Kreativität, wozu aber Gott, angesichts des guten Willens seiner Anhänger, die Inspiration kaum versagen wird.
Damit würde auch die Minarettinitiative entschärft. Man könnte diese Initiative mit gutem Gewissen annehmen und dadurch auch einen gewissen Druck auf die Kirchen ausüben, mit der Ökumene Ernst zu machen. Es wäre doch Unsinn, noch weitere, meistens leer stehende Gottes- und Versammlungshäuser zu bauen, nur weil sich zwei geschichtlich verwandte Religionen – (Zitat aus FN vom 10.9.09: «… mit gleichen universellen Werten …») nicht verstehen können oder wollen.
Natürlich könnte man auch ganze Kirchen den islamischen Mitbrüdern überlassen – dies ist ja in der Geschichte immer wieder geschehen.
Autor: Markus Gasser, Freiburg