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Geschichte des Schweizerischen Roten Kreuzes
Das SRK gibt es bereits seit 1866. Ursprünglich unterstützte es einzig die Armeesanität. Heute ist es die grösste humanitäre Organisation der Schweiz.
Von Solferino bis zur Gründung des Schweizerischen Roten Kreuzes
Der Schweizer Henry Dunant wurde Augenzeuge der schrecklichen Szenerie mit tausenden Toten und Verletzten. Er versorgte verwundete Soldaten und dokumentierte den medizinischen Mangel.
In seinem Buch «Eine Erinnerung an Solferino» schlug er vor, freiwillige Hilfsgesellschaften zu gründen. Zudem hatte er die Idee, bei einer internationalen Versammlung die Grundsätze dieser Hilfsgesellschaften festzulegen.
1863 gründete er mit Philanthropen in Genf das Internationale Komitee des Roten Kreuzes.
Drei Jahre später wurde das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in Bern von General Guillaume Henri Dufour und Bundesrat Jakob Dubs gegründet. Es hatte den Auftrag, im Sanitätsdienst der Schweizer Armee mitzuwirken und die Familien der einberufenen Wehrmänner zu unterstützen.
1866 bis 1914: Wachstum und Festigung
In den Anfangsjahren entwickelte sich das SRK langsam und mit Startschwierigkeiten. Den ersten Hilfseinsatz leistete das SRK 1871 im Deutsch-Französischen Krieg: Es beteiligte sich bei der Aufnahme in der Schweiz von über 87 000 geflüchteten Soldaten der französischen Armee.
Danach festigten sich die Strukturen des SRK. Es entstanden regionale und kantonale Sektionen und die Organisation wurde operativ tätig. Um die Jahrhundertwende wurde in Bern das Zentral-Sekretariat für das Rote Kreuz gegründet. Es koordinierte zwischen dem SRK, dem Schweizerischen Samariterbund (SSB) und dem Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verband (SMSV).
Ein Meilenstein war im Jahr 1899 die Gründung der Rotkreuz-Krankenpflegeschule Lindenhof in Bern. Die anfänglich von religiösen Institutionen angebotene Krankenpflegeausbildung wurde dank dem SRK zu einem richtigen Beruf, der nun allen offen stand. Mit dem Bundesbeschluss von 1903 wurde die offizielle Rolle des SRK bei der Förderung der Krankenpflege in der Schweiz festgelegt. Zudem wurde der Rotkreuzdienst geschaffen.
Die ersten Auslandaktionen fanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Das SRK entsandte eine Ärztemission in den Burenkrieg nach Südafrika. Zudem half es 1909 Erdbebenopfern in der italienischen Stadt Messina.
1914 bis 1945: Weltkriege
Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) zeichnete sich das SRK vor allem durch seinen internationalen Einsatz aus: Es kümmerte sich um die Repatriierung schwer verletzter ausländischer Soldaten, entsandte Krankenschwestern an die Front und half bei der Versorgung von Kriegsgefangenen. Auch die mobilisierten Schweizer Soldaten unterstützte es. Am Ende des Krieges fokussierte sich die Arbeit des SRK auf den Kampf gegen die Spanische Grippe, die in der Schweiz heftig wütete.
Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) engagierte sich das SRK erneut im Ausland. Im Rahmen der SRK-Kinderhilfe unterstützte es kriegsversehrte Kinder in Europa. Es lancierte Programme für Lebensmittelhilfe in rund zehn Ländern, betrieb Gesundheitseinrichtungen und organisierte die Aufnahme von über 100 000 Kindern für mehrmonatige Erholungsaufenthalte in der Schweiz. Zudem gründete das SRK einen Blutspendedienst. Ursprünglich war dieser nur für die Schweizer Armee aufgebaut worden, nach dem Zweiten Weltkrieg stand er jedoch auch für die zivilen Bedürfnisse zur Verfügung.
Seit 1945: rasanter Aufschwung
Nach dem Krieg intensivierte das SRK seine Aktivitäten. Das Augenmerk verlagerte sich dabei immer mehr von der militärischen zur zivilen Hilfe. Dies förderte die Weiterentwicklung der Freiwilligenarbeit.
Das SRK trug zum Aufbau des schweizerischen Gesundheitswesens bei. Es bildet Pflegepersonal aus und verantwortet den Blutspendedienst. Ausserdem setzt es sich für die spitalexterne Pflege sowie für die Ergotherapie ein. Des Weiteren bietet es neue Dienstleistungsformen an (Fahrdienst, Hausbesuche, Pflegekurse für die Bevölkerung, Ausbildung von Pflegehelfenden etc.).
Das SRK entwickelte das Rettungswesen weiter. Dies in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Militär-Sanitäts-Verband (SMSV), dem Schweizerischen Samariterbund (SSB), der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), der REGA und dem Verein für Such- und Rettungshunde (REDOG).
Auf internationaler Ebene führt das SRK zahlreiche medizinische Einsätze durch. Es ist ausserdem zu einem bedeutenden Akteur im Bereich Migration geworden und hat den Suchdienst SRK aufgebaut, der bei der Suche nach Angehörigen hilft. Es ist punktuell bei Naturkatastrophen im Einsatz und erarbeitet eine Strategie für die Entwicklungszusammenarbeit.