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Das Programm „L’Opéra et Caprice“ ist eine Danksagung an die Diversität. Ohne Diversität entstehen keine Meisterwerke, ohne Meisterwerke keine Diversität. Die Meister des 19. Jahrhunderts haben es immer wieder geschafft, ihr Schaffen neu zu erfinden und die Einflüsse anderer Kulturen in ihre Werke einfliessen zu lassen. Mit Reisen in andere Länder haben sie neue Blickwinkel erhalten und ihre Musik aus neuen Perspektiven betrachtet. L’Opéra et Caprice steht genau für diese Vielseitigkeit. Gerade Tschaikowski hat mit seiner Italienreise neue Impulse geholt; in diesem Zuge entstand das Capriccio Italien. Das rund 16 Minuten dauernde Capriccio Italien wurde am 6. Dezember 1880 in Moskau unter Nikolai Rubinstein uraufgeführt. Der Titel ist ein sprachlicher Hybrid und besteht aus dem italienischen Wort Capriccio und dem französischen Wort Italien (also: italienisches Capriccio). Obschon der russische Komponist und Musikkritiker César Cui dem Capriccio Italien den Rang eines Kunstwerks absprach, war es ein großer Erfolg beim Moskauer Publikum. Einige Kritiker warfen Tschaikowski „Verwestlichung“ und „Kosmopolitismus“ vor. Die Themen sind in der Tat italienisch und damit auch westlich orientiert, aber die Techniken, mit denen Tschaikowski diese verarbeitet, sind russisch. Auch ist diese Kritik der „Verwestlichung“ darauf zurückzuführen, dass die damaligen Hörgewohnheiten in Russland stark vom sogenannten Mächtigen Häuflein bestimmt wurden, das sich sehr um typisch russische Musik bemühte. Unglaublich, dass wir auch noch in der heutigen Zeit über die gleichen Themen stolpern wie vor 140 Jahren.
Von Rom zieht es uns nach Bergamo, wo unser Tenor (zusammen mit der Sopranistin) Donizetti mit einem Duett ehren, und von dort weiter in die Tschechei. Bedřich Smetana’s Die verkaufte Braut ist eine Oper in drei Akten. Die Handlung, nach einem Libretto von Karel Sabina, spielt in einem Dorf in Böhmen im 19. Jahrhundert. Die spieltechnisch höchst anspruchsvolle Ouvertüre führt rasant in die Spielhandlung ein. Sie leitet uns zu verschiedenen Arien, die von unseren Sängerinnen und Sängern, Monica Angelini, Angelika Hitz Vögeli, Davide Galassi und Erwin Heusser, in gewohnt beeindruckender Harmonie vorgeführt werden.
Die Schweiz, im Zentrum Europas, haben wir nun von Osten und Süden her betrachtet. Da darf der Blickwinkel von Westen natürlich nicht fehlen. Das Morceau de Concert von Saint-Saëns ist ein selten gespieltes Meisterwerk für Harfe und Orchester. Die ganz eigene Klangfarbe und die reiche Abwechslung verleiht dem Stück seine eigene Magie und dem Konzertprogramm das Salz. Es vervollständigt als separat stehendes Stück im Konzertprogramm die Diversität der Musik. Auch in diesem Jahr dürfen wir darauf zählen, dass Patricia Meier als Solistin das Werk emotional interpretieren und das Publikum mit der Harfe verzaubern wird.
Die Konzerte finden an folgenden Daten statt:
Freitag, 26. Januar 2024, 20.00 Uhr, Kath. Kirche Ennetbaden
Samstag, 27. Januar 2024, 20.00 Uhr, Stadtkirche Brugg
Sonntag, 28. Januar 2024, 17.00 Uhr, Kath. Kirche St. Maria Würenlos