Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03577.jsonl.gz/1635

Glossar
Was ist Chromstahl (Inox)?
Inox (vom französischen inoxydable gebildet, was soviel bedeutet wie „nicht oxidierbar“ oder „rostfrei“)
Chromstahl eine eine "bürgerliche" Bezeichnung für Edelstähle. In der Regel versteht man unter Chromstahl die ganze Palette nicht rostender Stähle. In Tat und Wahrheit ist alles jedoch viel komplexer. Edelstähle sind Werkstoffe, die hochlegiert, witterungsbeständig und als nichtrostend zu bezeichnen sind, wenn sie gegen zahlreiche organische und anorganische Säuren, Salzlösungen und Laugen Beständigkeit aufweisen. Als nichtrostend gelten Stähle, die sich durch besondere Beständigkeit gegen chemische angreifende Stoffe auszeichnen; sie haben im allgemeinen einen Anteil von mindestens 12% Chrom und einen Anteil Kohlenstoff von höchstens 1,2%. Oft werden auch Nickel, Molybdän, Titan und andere Metalle beigemischt. Der Nickelgehalt ist unter anderem dafür verantwortlich, dass die Oberfläche leicht gelblich ist; im Gegensatz zum reinen Chrom, der die Oberfläche eher bläulich scheinen lässt. Deshalb haben die Oberflächen von Chrom-Nickel-Stählen einen anderen Glanz als (Stahl)-verchromte Oberflächen. Die Rost- und Säurebeständigkeit des Edelstahls ergibt sich aus der Eigenschaft der Passivierbarkeit, die durch das Legierungselement Chrom erzielt wird. Die Legierung mit Chromgehalten von 12 - 30% bewirkt die Bildung einer absorptiv gebundenen Sauerstoffschicht an der Oberfläche des Stahls (die sogenannte Patina), die den Werkstoff aus einem aktiven (chemisch löslichen) in den passiven (chemisch beständigen) Zustand überführt. Um diese und andere spezielle Werkstoffeigenschaften zu erreichen, wurden zahlreiche Legierungen entwickelt, die selbst in den wichtigsten Industrienationen unterschiedlich bezeichnet werden. Werkstoffe haben deshalb aufgrund ihrer Legierungselemente bestimmte Korrosions- und Verarbeitungseigenschaften, die sehr unterschliedlich sind. Der häufigste Legierungstyp eines nichtrostenden Stahls, der uns im Alltag begegnet, ist die Legierung X5CrNi18-10 (Werkstoff-Nr. 1.4301). Sie wird für Spülbecken, einfache Blechteile, Geschirr und Besteck verwendet (Aufschrift "18/10"). Analog dazu existiert noch die Bezeichnung V2A. Die Bezeichnung ist eine Abkürzung für "Versuchsschmelze 2 Austenit" Mit der Zeit ist V2A ein Markenname des Stahlherstellers Krupp AG (Ruhrgebiet Deutschland) geworden. Sie entstand 1912 für Legierungs-Typ X5CrNi18-8. Andere Bezeichnungen dafür sind "Stainless Steel" und "Edelstahl Rostfrei". Im Seefahrtbereich taucht auch häufig die Bezeichnung V4A auf. Der Unterschied zu V2A ist das Zulegieren von mindestens 2% Molybdän, was diesen Stahl widerstandfähiger gegen Korrosion in chloridhaltigen Medien macht (Salzwasser, Schwimmbäder, chem. Industrie, Pharma, etc.). Die meisten nichtrostenden Stähle, die im Alltag Verwendung finden, haben ein austenitisches Gefüge. Deshalb lassen sie sich leicht formen (Tiefziehen, Biegen etc.).
Was sind austenitische Stähle?
Austenitische Stähle sind nicht magnetisch, können allerdings durch Kaltverformung ein leicht magnetisches Verhalten erhalten. Deshalb sind die gebräuchlichsten Edelstähle nicht magnetisch. Auf diese Weise lässt sich leicht prüfen, ob ein Metall "rostender" Stahl (mit ferritischem Gefüge) oder "nichtrostender" Edelstahl (mit austenitischem Gefüge) ist.
Die Chrom-Nickel-Stähle haben aufgrund Ihrer Vorteile, wie hohe Zähigkeit, beeinflußbare Festigkeit durch Kaltformung und sehr gute Korrosionsbeständigkeit, den größten Anteil bei den Edelstahl-Verbindungselementen. Ihre Sprödbruchunempfindlichkeit ist ebenso als positiver Aspekt zu vermerken.
Im Temperaturbereich von 192° C bis 400° C können sie nach DIN 17440 als rostfreie Stähle eingesetzt werden.