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Kino und Dancing Odeon in Kleinbasel
Frau S. / 15.Mai 2008:
Ich hatte heute eine Diskussion über das Haus, in dem sich nun das Möbelhaus Pfister befindet. In meiner Erinnerung war im ersten Stock ein Dancing, wo früher auch Hazy Osterwald gespielt hat. Hiess dieses Dancing ODEON? Ich wäre froh, wenn Sie mir helfen könnten. Vielen Dank und freundliche Grüsse
Antwort von altbasel.ch:
Das Haus Greifengasse 3 wurde 1924/25 nach Plänen des Architekten Alfred Widmer als Geschäftshaus mit Restaurant erstellt. Darin bezog das dort heute noch existierende Unternehmen Möbel Pfister sein Domizil. Die Firma wurde 1882 als Bettwarenhandlung J.Pfister gegründet und hatte ihren Sitz schon seit Beginn an der Ecke zur Unteren Rheingasse. Eine Einheit mit dem Haus Greifengasse 3 bildet das benachbarte Haus Nummer 5, welches bereits 1920 für den selben Bauherrn errichtet wurde. Um diese beiden Häuser geht es in ihrer Frage.
Diese Aufnahme aus dem Nachlass von Lucas Frey zeigt die Liegenschaft Greifengasse 3/5 in den 40er/50er Jahren. Man kann auf dem Detailauschnitt rechts das vertikale Reklameschild für das "Tanzcabaret Odeon" sehen.
Während Möbel Pfister noch heute im Haus Nummer 3 präsent ist, bezog das Cinéma Wittlin von Emil Wittlin im April 1921 sein Domizil im neuerbauten Haus Greifengasse 5. In diesem Haus ist heute die Buchhandlung Thalia (ehemals Jäggi) mit einer Filale vertreten. Wittlings Cinéma wurde 1929 zum Kino Odeon umbenannt, welches 1946/47 umgebaut wurde. Das Odeon schloss seine Kinotüren am 31. Dezember 1982. Heute ist an seiner Stelle die genannte Buchhandlung an der Greifengasse zu finden. Aber es gab auch ein Tanzlokal.
Es gab meines Wissens in der Liegenschaft Greifengasse 3/5 zu Wittlins Zeiten schon ein Varieté mit musikalischen Darbietungen im ersten Obergeschoss. Dieses wurde später auch als "Tanzcabaret Odeon" weitergeführt. Es dürfte sich dabei ziemlich sicher um das Dancing handeln, welches Sie in Erinnerung haben. Die pompöse Hauptfassade des Kinos Odeon befand sich übrigens am Sägergässlein, wo sie heute noch von den Glanzzeiten des längst geschlossenen Kinos kündet.
Quellen:
Thomas Lutz, Altstadt Kleinbasel, Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt, Band 6, 2004, Herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte Bern, ISBN 3-906131-78-5, Seiten 270 bis 271
Othmar Birkner/Hanspeter Rebsamen, Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850-1920: Basel, 1986, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Seite 158
Werner Steiner/Markus Fürstenberger, Glaibasel, 1990, Selbstverlag Werner Steiner, Seite 13
Informationen zur Geschichte des Cinéma Wittlin/Odeon auf der Website www.traumkinobasel.ch
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