Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/136710

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss - alte Bezeichnung: Salmo irideos) in allen dafür geeigneten Gewässern einzubürgern.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) ist ein amerikanischer Salmonide, der erstmals 1887 in die Schweiz eingeführt und künstlich eingesetzt wurde. Er diente einzig dem Nutzungszweck der Fischerei. </p><p>Da die Regenbogenforelle keine einheimische Art ist, darf sie seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Fischerei (BGF; SR 923.0) im Jahre 1991 ohne Bewilligung des Bundes nur noch in hydrologisch abgeschlossenen Systemen eingesetzt werden, um negative Konsequenzen für die einheimische Fauna zu verhindern.</p><p>In allen anderen Gewässern ist der Einsatz von landesfremden Arten wie Regenbogenforellen zwar grundsätzlich möglich, bedarf aber gemäss Artikel 6 Absatz 1 BGF einer Bewilligung des Bundes. Diese Bewilligung kann erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass die einheimische Tier- und Pflanzenwelt nicht gefährdet wird und keine unerwünschte Veränderung der Fauna erfolgt. Das BGF verlangt explizit die Erhaltung und Förderung der natürlichen Artenvielfalt und der Bestände der einheimischen Fische.</p><p>Würde die Regenbogenforelle mit einer sogenannten Einbürgerung von der Bewilligungspflicht entbunden, müssten negative Konsequenzen auf die einheimische Fauna in Kauf genommen werden. Zudem könnten Regenbogenforellenbestände nur mit grossen Besatzanstrengungen erreicht werden, was der heutigen Philosophie in der Fischerei diametral zuwiderläuft: Die Verbesserung der Fischbestände soll gemäss der Fischerei- und Gewässerschutzgesetzgebung primär durch Gewässer-Revitalisierungen und die Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraft erreicht werden und nicht durch nichtnachhaltige Einsätze von nichteinheimischen Arten. Die Förderung von einheimischen Fischarten und ihrer Lebensräume ist auch ein Ziel der bundesrätlichen Strategie Biodiversität Schweiz vom April 2012.</p><p>Die Schweiz hat sich auch im Rahmen der internationalen Biodiversitätskonvention umweltvölkerrechtlich verpflichtet, die Einbringung nichteinheimischer Arten, welche Ökosysteme, Lebensräume oder Arten gefährden, so weit als möglich und sofern angebracht zu verhindern und diese Arten zu kontrollieren oder gar zu beseitigen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.