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Neben den in allen Landessprachen überlieferten Volksliedern, die im Schweizerischen Volksliederarchiv in Basel (gegründet 1906) gesammelt und zum grossen Teil durch die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde herausgegeben worden sind, gilt das sogenannte Jodellied als Spezialität der deutschsprachigen Schweiz.
Es lässt sich als volkstümliches, durch syllabische Jodelrefrains gegliedertes Strophenlied charakterisieren. Das Jodelllied wurde im frühen 19. Jahrhundert als Kunstlied im Volkston geschaffen, wie zum Beispiel „Der Ustig wott cho“ von Gottlieb Jakob Kuhn und Ferdinand Fürchtegott Huber.
Das Jodellied zerfällt in der Regel in den Lied- und Jodelteil. Dies trifft sowohl beim Chorlied als auch beim Solo- und Duettlied zu. Dem Liedteil liegt eine zwei-, drei- oder mehrteilige, dem Jodel meist eine zweiteilige Form zugrunde. Die Chorlieder sind durchwegs vierstimmig gesetzt, der Jodelpart fünf- bis sechsstimmig. Die auf Dur-Harmonie aufgebauten Melodien finden gelegentlich auch Ausweitungen nach den Moll-Harmonien der zweiten oder sechsten Stufe.
Die Jodellieder sind grundtönig, die Harmonie baut auf die I., IV. und V. Stufe auf mit Übergängen zu den Tonarten der Dominante und Subdominante. Die Melodien zeichnen sich meist aus durch einfache Thematik, jedoch mit viel lyrischer und dramatischer Ausdruckskraft.
Rhythmisch sind sie einer bestimmten Metrik verhaftet und dem Volksempfinden angepasst. Die Stimmenführung ist natürlich, einprägsam. In vielen Liedern wird die schlichte Homophonie durch thematische Gegenüberstellungen und Versetzungen aufgelockert. Neben schlichten, einfachen Kompositionen gibt es zahlreiche Liedschöpfungen, die dank des Harmoniereichtums, der Themenentwicklung und der Satzkunst unbestreitbar eine bedeutende Rangstufe im Sektor des romantischen Chorliedes einnehmen.