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The Watermelon Woman
Film von Cheryl Dunye mit Cheryl Dunye (Cheryl), Guinevere Turner (Diana), Valarie Walker (Tamara) u.a.
USA 1996, DCP, E/d, 90’, ab 16 Jahren
Cheryl arbeitet in einer Videothek und ist eine aufstrebende Filmemacherin. Im Rahmen eines Videoprojekts macht sie sich auf die Spuren nach ihrer schwarzen Lieblingsschauspielerin aus den 1930er-Jahren, die in den Filmcredits jeweils lediglich als «Watermelon Woman» aufgeführt wird. Cheryls Recherchen bringen eine interessante Geschichte ans Licht: Fae Richards, wie die «Watermelon Woman» im echten Leben hiess, war ebenfalls lesbisch.
Cheryl Dunyes Pseudo-Dokumentation plädiert für die Sichtbarkeit von schwarzen lesbischen Frauen in der Filmindustrie. Spätestens wenn am Schluss des Filmes der Text «Sometimes you have to create your own history. The Watermelon Woman is fiction. Cheryl Dunye, 1996» eingeblendet wird, wird dem Publikum klar: Der Film und die erzählte Geschichte ist lediglich Fiktion. Aber gespickt mit unzähligen Cameos der LGBTQ+-Community und seinem pseudodokumentarischen Stil, macht er das richtig gut. Hierzu die Filmkritikerin und -wissenschaftlerin B. Ruby Rich:
«‹The Watermelon Woman› works its sources well and turns its limitations to striking advantage. The resulting film is a fresh, bracing, rough-and-ready work that repays our attention with bursts of delight […]. Sometimes truth is stranger than fiction and fiction just as intriguing as the facts that inspire its inventions. ‹The Watermelon Woman› shows us how, and then it shows us why.» (Ruby B. Rich: New Queer Cinema. The Director’s Cut, S. 69f.).
«Watermelon Woman» war Cheryl Dunyes erster Langfilm und wurde 1996 an der Berlinale mit dem «Teddy Award» ausgezeichnet. Bei seiner Veröffentlichung war «The Watermelon Woman» der erste narrative Film einer offen lesbischen, schwarzen Filmemacherin.