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Gute Strategie der Schweiz
Botschafter Giulio Haas hat am Neujahrsempfang der FDP Sarganserland ein hoch spannendes Referat zur neuen wirtschaftlichen Weltordnung gehalten. Eingestimmt wurde auf die eidgenössischen Wahlen, zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten wohnten dem Anlass bei Auto Walser in Wangs bei.
Der seit 2017 als Botschafter in Spanien tätige Giulio Haas griff in seinem Referat «Die neue Weltordnung und die Schweiz» vor allem auf seine Erfahrungen als Botschafter im Iran (2013 bis 2017) zurück. In Teheran vertrat er auch die Interessen der USA. Haas lieferte zunächst einen historischen Rückblick: Vor 2500 Jahren war die Welt noch vom riesigen Persien, das sich bis zum heutigen Griechenland ausdehnte, beherrscht. Erst 1000 Jahre später erwuchs Persien durch das Römische Reich Konkurrenz. Mit der Industrialisierung verschob sich das «Zentrum der Welt» ab 1820 nach Westen. Mit dem «Erwachen von Asien» ergab sich dann wieder eine massive Verschiebung zurück nach Osten.
Wirtschaftliche Tatsachen
Auf die heutige Situation mit dem drohenden Handelskrieg zwischen den USA und China bezogen, meinte Haas: «Das, was Donald Trump heute will, nämlich die USA im Zentrum, entspricht nicht den wirtschaftlichen Tatsachen.» Doch die USA seien mit lediglich einem Anteil von vier Prozent an der Weltbevölkerung eine riesige Wirtschaftsmacht. Hier könne er Trump nicht verstehen, «mehr als reich kann man nicht sein».
Punkto Bruttoinlandsprodukt habe es China innerhalb von nur zehn Jahren geschafft, alle Länder – ausser den USA – zu überholen. Den USA sei damit erstmals ein ernstzunehmender Konkurrent erwachsen. Haas erinnerte auch daran, dass Japan wirtschaftlich just dann enorm gewachsen sei, als die USA Exportbeschränkungen erlassen haben. Haas wies auch auf die unterschiedlichen Strategien der beiden sich konkurrenzierenden Länder hin. Während die USA auf der ganzen Welt rund 600 Militärbasen unterhielten, setze China auf eine neue Seidenstrasse und versuche damit, viele Staaten in wirtschaftliche Partnerschafts- oder Abhängigkeitsverhältnisse einzubinden. Dies mit einer Effizienz, «wie ich sie noch nie erlebt habe». Die chinesische Strategie sei zu erfolgreich, deshalb versuche der US-Präsident, sie zu stoppen. Doch: «Die neue Seidentrasse wird unsere Welt massgeblich bestimmen.»
«Globalisierung besser gemeistert»
Schliesslich kam der gebürtige Bündner auf die Rolle der Schweiz in dieser neuen wirtschaftlichen Weltordnung zu sprechen. Der grosse Teil der Globalisierung spiele sich in Asien ab, die Schweiz habe sich darauf ausgerichtet und dort investiert, «wo die Märkte wachsen». Grösster Exportmarkt ist immer noch Deutschland, vor den USA, doch China und Hongkong zusammengezählt übertreffen diese Zahlen. Die Strategie der Schweiz sei gut, sie habe die Globalisierung besser gemeistert als andere Staaten, konstatierte Haas.
FDP sieht sich gerüstet
Am sehr gut besuchten Neujahrsapéro der FDP Sarganserland übergab Parteipräsident Ernst Gloor nach seiner Begrüssung das Wort an Karin Weigelt. Die neu in Sargans wohnhafte ehemalige Spitzen-Handballerin ist als Kandidatin für den Nationalrat nominiert. Es werde ein ereignisreiches Jahr für die FDP, meinte Weigelt zu den anstehenden eidgenössischen Wahlen.
«Frauen in der Politik» werde auch bei den Ständeratswahlen im März ein Thema sein. Die FDP versucht, mit Susanne Vincenz-Stauffacher (die am Apéro präsent war) ihren Sitz nach der Wahl von Karin Keller-Sutter in den Bundesrat zu verteidigen. Weigelt erinnerte daran, dass die FDP seit 1995 mit einer Frau im Ständerat vertreten ist (vor Keller-Sutter war dies Erika Forster). In die Nationalratswahlen im Herbst geht die FDP mit vier Listen, erstmals mit einer Frauenliste. «Vielleicht gelingt es uns, einen dritten Sitz zu erobern, mit dem Schwung von Karin Keller-Sutter», zeigte sich Weigelt zuversichtlich.
Rainer Mader war es schliesslich vorbehalten, als Geschäftsführer die Auto Walser AG Wangs, wo der Neujahrsapéro stattfand, vorzustellen.