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Der türkische Schriftsteller Yasar Kemal ist gestorben
- Aktualisiert am Dienstag, 3. März 2015, 16:13 Uhr
Yasar Kemal, einer der bekanntesten Schriftsteller der Türkei, ist im Alter von 92 Jahren nach schwerer Krankheit in Istanbul verstorben. Kemal schrieb über Unterdrückung, Freiheit und Menschenrechte. Der kurdische Schriftsteller wurde mit diversen Literatur- und Menschenrechtspreisen ausgezeichnet.
Yasar Kemal zählte zu den wichtigsten Romanautoren der Türkei. Mit seinem 1955 veröffentlichten Roman «Memed mein Falke» wurde er zum meistgelesenen Schriftsteller seines Landes. Das Werk wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt.
Der Schriftsteller wurde mit vielen internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er im Jahr 1997 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Im Jahr 1972 wurde er als erster türkischer Schriftsteller für den Literaturnobelpreis nominiert.
Jahrelange Haft und Exil
Kemal kam 1923 im südanatolischen Dorf Gökcedam (früher: Hemile) in der Provinz Osmaniye auf die Welt. Er arbeitete als Strassenschreiber und später als Journalist in Istanbul. 1951 erschienen seine ersten Erzählungen in der linksnationalistischen Zeitung «Cumhuriyet».
Wegen seines Einsatzes für die Kurden wurde er mehrmals vor Gericht gestellt, nach dem Militärputsch 1971 wurde er inhaftiert. Insgesamt war Kemal dreimal im Gefängnis. Da viele Schriftsteller seiner Generation in Haft sassen, bezeichnete Kemal das Gefängnis als «Schule der türkischen Gegenwartsliteratur».
Mehrere Jahre lang lebte Kemal im schwedischen Exil. Günter Grass sagte 1997 in seiner Laudatio zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Kemal: «In Yasar Kemals Büchern ist die Darstellung des Rassenwahns als Ausdruck offizieller Regierungspolitik kenntlich. Deshalb ist der Autor den Herrschenden lästig.»
Kampf für Freiheit und Menschenrechte
Dieser Linie blieb Kemal treu. Die Gezi-Proteste im Sommer 2013 unterstützte er und schrieb in der italienischen Tageszeitung «La Repubblica»: «Der Hass, der gegen Meinungsfreiheit und Demokratie geschaffen wird, ist eine grosse Katastrophe in unserer Generation und kann nie verziehen werden. Was wir heute benötigen, ist ein demokratisches Regime.»
Der Kampf für Freiheit und Menschenrechte zieht sich als roter Faden durch Kemals Werk, zu dem 20 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten gehören. Sein letzter Roman mit dem Titel «Tek Kanatli Bir Kus» («Vogel mit nur einem Flügel») erschien im September 2013.
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Echo der Zeit, 28.2.2015, 19.00 Uhr
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3.3.2015, 10:03 Seit 10:03
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