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Bolletino u. Rivista Mensile del Club Alpino Italiano
Der Aufschwung in dem Jahrbuch des italienischen Alpenclubs, den ich letztes Jahr konstatierte, hat sich in dem neuen Bande eher noch verstärkt und es sieht eher aus, als ob das Bollettino die Rivista an die Wand drücken werde, als umgekehrt.
Die Schilderungen von Bergfahrten sind wo möglich noch bedeutender als in vol. XXVI und die bedeutendsten Bergsteiger des italienischen Alpenclubs haben daran mitgearbeitet, ich zitiere sie sämtlich: G. Rey: il Colle Gnifetti; C. Restelli: il Nordend, seconda ascensione da Macugnaga e discesa a Zermatt; L. Sinigaglia: Ricordi alpini delle Dolomiti ( 1893 ); P. Prudenzini: la Conca d' Arno e le Valli Zumella-Tredenus; Pallobia-Paghera Dois in Valle Camonica; R. Gerla: nel Weißmies Grat; L. Barale: Punta Charbonel; L Cibrario: dal Rocciamelone al Charbonel. Auf den Inhalt derselben kann ich natürlich hier nicht länger eintreten, aber man wird schon aus dem Gesagten erkennen, daß mehrere derselben, weil an der Grenze unserer eigenen Alpen sich bewegend, für uns ein ganz besonderes Interesse haben.
Von den wissenschaftlichen Artikeln zitiere ich die Vorlesung des bekannten Physiologen Prof. E. Mosso: Il Freddo, gehalten am 23. Februar 1894 im Anschluß an das bekannte Unglück in der Neujahrsnacht an der Punta Gnifetti. Ferner C. Errera: Il Lago d' Antrona, und R. H. Budden: Rivista generale dei Club Alpini e delle Società Alpine dal 1884 al 1894. Angehängt ist ein Index des Bollettino für die Jahre 1884 bis 1893 von L. Vaccarone. Die Kartenskizzen haben keinen größern Wert als die letztjährigen, dagegen sind aber die Illustrationen vermehrt und verbessert. Es sind fast ausschließlich Phototypien von Angerer & Göschl in Wien, von einer Feinheit der Ausführung, die es mit jedem Lichtdruckverfahren aufnimmt, sogar mit dem in Photogravüre ausgeführten Titelbild des Bollettino selber.
Die Rivista zeigt, neben den offiziellen Nachrichten und den von mir schon letztes Jahr besprochenen Artikeln über die Katastrophe an der Punta Gnifetti, eine Reihe interessanter Artikel, relazioni e memorie. Ich zitiere nur die bedeutendsten oder die uns örtlich am meisten interessierenden: G. F. Gugliermina: In Valsesia; E. Mackenzie: Quindici giorni al Giomein in Valtournanche; Axel Chun: Attraverso i ghiacciai del Bernina; Prof. Ratti: Ascensioni di S. A. R. il Duca degli Abruzzi; das Itinerar dieser Besteigungen verdient wohl hier eine Erwähnung; der junge Prinz hat mit dem Cavaliere Franzesco Gonella und den Führern E. Rey, D. Proment und L. Croux innerhalb Monatsfrist folgende Gipfel erstiegen: Aiguille du Moine, Aiguille des Charmoz ( trav. ), Petit Dru, Aiguille de Grépon ( trav. ), Dent Blanche, Zinal-Rothhorn, Dufourspitze ( traversiert von der neuen Clubhütte des S.A.C. am Plattje zur Capanna Regina Margherita auf der Punta Gnifetti ) und schließlich Mont Cervin ( traversiert über den N. W. oder Zmuttgrat mit Abstieg auf dem gewöhnlichen Wege nach Zermatt ); außerdem erwähne ich noch die Besteigungen von P. Gastaldi und C. Eestelli in der Levannagruppe, von C. Riva und G. Melzi in den Dolomiten von San Martino di Castrozza, und die Ersteigung des Monviso über den S. W. Kamm mit Traversierung des Viso di Vallanta von F. Antoniotti und C. Grosso. Mehrere Artikel verschiedener Verfasser betreffen die theoretische Seite des Bergsteigens und gehen unter der Bezeichnung Sulla nova generazione del Club Alpino Italiano. Ich übergehe andere Artikel über die Gruppe des Adamello, des Gran San Pietro und andere nur aus Mangel an Raum und konstatiere, daß der italienische Alpenclub auf litterarischem Gebiete tüchtig arbeitet.Red.