Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03175.jsonl.gz/1888

Ein Kritiker bezeichnete Elric von Melniboné einmal als «den coolsten, düstersten, launischsten, elegantesten, degeneriertesten Massenmörder» unter allen Fantasyheroen – das trifft die Sache gut. Der Protagonist des britischen Autors Michael Moorcock ist ein Antiheld wie aus dem Bilderbuch, Thronfolger eines dekadenten Inselreichs, eigentlich aber eher ein grüblerischer Intellektueller. Zudem ist er medikamentenabhängig und steht unter dem Bann eines sprechenden Zauberschwerts, was ihn aber nicht daran hindert, sich zu einer epischen Abenteuerreise aufzumachen. Moorcocks grossartige, vor über sechzig Jahren erstmals veröffentlichte «Elric»-Storys sind eine Parabel auf das Ende des britischen Empire und zugleich eine Art diabolischer Bildungsroman, sie beeinflussten Autoren wie George R. R. Martin oder Andrzej Sapkowski. Zumindest auf Englisch sind sie 2022 endlich in einer schönen Neuausgabe bei Saga Press erschienen.
Spenden
Hat Ihnen dieser Text gefallen? Hat er Ihnen geholfen, Ihre Haltung zum Thema zu schärfen oder hat er Sie vortrefflich provoziert? Und was ist Ihnen das Wert? Unabhängiger Journalismus ist auf einen Beitrag vieler angewiesen.Einen Betrag spenden