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Anhang 9.5
Spezial-Report Thomas Noll:
Semiotics@EncycloSpace
Gestische und taktile Zeichenhandlungen sind für eine intuitive Orientierung und Bewegung im enzyklopädischen Raum grundlegende Untersuchungsgegenstände. Das von der TU Berlin geförderte Interdisziplinäre Forschungsprojekt (IFP) "Gebärdenerkennung mit Sensorhandschuhen" ist hierfür insofern interessant, als es ein hypermediales Lexikon der Berliner Alltagsgebärden erstellt, in dem man sich mit Hilfe von Sensorhandschuhen bewegen kann. Der Gegenstandsbereich der Gebärden legt es nahe, direkt per Gebärdeneingabe via Sensorhandschuh in diesem Lexikon zu blättern. Dabei soll nach einzelnen Gebärden, sowie nach abstrakteren morphologischen Einheiten gesucht werden können: Artikulatoren (zB. Hand oder Arm), Artikulatorformen (z.B. Zeigehand oder Ringhand), Orientierungen, Lokationen, Bahnen, sowie Koordinatoren für komplexe Gebärden (z.B. Händereiben). Nach erfolgreicher Bewältigung dieser Aufgabe kann man auch artifizielle Gebärdensysteme für bestimmte interaktive Hypertexte definieren und die Erkennungssoftware entsprechend den Erfordernissen anpassen. Die immense Bedeutung des gesturalen Bereiches für die EncycloSpace-Thematik wird klar, wenn man sich vor Augen führt, daß beinahe jedes Werkzeug einer Kultur ein gesturales Zeichensystem aufspannt -- sein gestisches Profil, wenn man so will. Dies gilt insbesondere auch für Musikinstrumente. Der TUB-Sensorhandschuh wird im Rahmen eines EU-Projekts TEMA auch für die Steuerung physikalisch modellierter Musikinstrumente verwendet.
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