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Hypertonie bedeutet, dass der Blutdruck während längerer Zeit zu hoch ist. Das heisst, der obere, systolische Wert liegt wiederholt über 140 mm Hg und/oder der untere, diastolische über 90 mm Hg. Die grosse klinische Bedeutung der Hypertonie besteht im Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Nieren- und anderen Organschädigungen.
Hypotonie heisst demgegenüber (zu) niedriger Druck, das sind Werte unter 100 mm Hg systolisch.
Zu hoher Blutdruck. Das zusammengesetzte Fremdwort stammt aus dem Griechischen, wobei υπέρ (hyper) über, darüber hinaus bedeutet und τόνος (tonos) Spannung.
Zu niedriger Blutdruck. Das zusammengesetzte Fremdwort stammt aus dem Griechischen, wobei υπό (hypo), unten, nach unten bedeutet und τόνος (tonos) Spannung.
das Herz und die Blutgefässe betreffend.
Ablagerung von Fettsubstanzen, Blutzellen und Fasern – später auch Kalk – in der Arterienwand. Dies führt zur Verengung des Innendurchmessers von betroffenen Blutgefässen und zur Abnahme ihrer Elastizität. Adjektiv: arteriosklerotisch.
Funktionsstörungen von hormonbildenden Organen oder Geweben, zum Beispiel von Bauchspeichel- oder Schilddrüse, Nebennierenrinde, Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).
Nervenzellen und Nervenfasern, die sich ausserhalb des Gehirns und des Rückenmarkkanals befinden. Unterschieden werden ein willkürliches, somatisches und ein unwillkürliches, vegetatives Nervensystem. Für die Blutdruckregulation ist Letzteres von Bedeutung.
Nervenzellen und Nervenfasern des Gehirns und des Rückenmarks.
Mit Blutdruck ist der Druck im Gefässsystem gemeint, insbesondere in den Arterien und Herzkammern (Abb. a). Es werden im Allgemeinen zwei Werte angegeben, gemessen in Millimetern Quecksilbersäule (mm Hg):
Ein Messwert von 120/70 (120 zu 70) bedeutet, dass die Pulswelle während der Systole einen Druck von 120 mm Hg erreicht, in der Entspannungsphase (Diastole) sinkt der Druck auf 70 mm Hg. Werte in dieser Grössenordnung gelten als normal. Die neuere Messskala in „Kilopascal“ (kPa) hat sich bis jetzt nicht durchgesetzt.
Im Tagesverlauf ist der Blutdruck physiologischen Schwankungen unterworfen:
Hypertonie ist bei der Schweizer Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren die am häufigsten gestellte medizinische Diagnose. Man nimmt an, dass in mitteleuropäischen Ländern etwa 20% der Erwachsenen einen erhöhten Blutdruck haben, doch kennen viele ihre Blutdruckwerte gar nicht.
In über 90% der Fälle ist die unmittelbare Ursache von zu hohem Blutdruck nicht feststellbar, man spricht dann von essentieller oder primärer Hypertonie.
Arteriosklerose hat einen hohen Stellenwert im Zusammenhang mit Hypertonie; sie kann ihr Entstehen begünstigen, aber auch deren Folge sein. Solange die Arterien noch elastisch sind, federn sie den Druck der Pulswelle in der Regel gut ab; sind die Blutgefässe hingegen durch arteriosklerotische Veränderungen starr und weniger dehnbar, steigt der Druck.
Wenn organische Funktionsstörungen zugrunde liegen, sind sie meist auf eine Nierenschädigung zurückzuführen, andere sind bedeutend seltener.
Häufig bestehen mehrere Risikofaktoren gleichzeitig und summieren sich in ihrer Wirkung.
Hoher Blutdruck bewirkt gewöhnlich keine Symptome und wird oft lange nicht bemerkt.
Auf eine seit längerer Zeit bestehende Hypertonie können hinweisen: Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Augenflimmern, Druck in der Brust, wiederholtes Nasenbluten oder Ohrensausen.
Da eine Hypertonie oft zufällig bemerkt wird, ist es sinnvoll, den Blutdruck selber zu messen, um so den Zustand möglichst früh zu erkennen. Es ist besonders wichtig, wenn in der Blutsverwandtschaft hoher Blutdruck oder Herz-Kreislaufkrankheiten bekannt sind. Die Schweiz. Herzstiftung empfiehlt eine jährliche Kontrolle schon ab dem 18. Lebensjahr, im höheren Alter und bei Vorliegen von Risikofaktoren in kürzeren Abständen. Misst man nicht selber, führt der Arzt oder Apotheker die Untersuchung durch.
Zur Selbstmessung sind mehrere Geräte-Modelle im Handel. Die elektronischen Apparate sind sehr sensibel. Bei rasch aufeinander folgenden und bei vergleichenden Messungen an beiden Handgelenken ergeben sich daher leicht unterschiedliche Werte. Konstante und grössere Differenzen zwischen den Resultaten (über 15 mm Hg), sollte der Arzt abklären. Korrekt angewendet, gewährleisten Handgelenk-Messgeräte in der Regel zuverlässige Werte. Oft ungenau arbeiten Apparate, die am Zeigefinger angelegt werden. Alle Geräte müssen entsprechend der Gebrauchsanleitung, also in der Regel alle zwei Jahre, neu geeicht werden.
Eine Hypertonie besteht, wenn der Druck auch in Phasen der Entspannung (Ruhe-Blutdruck) bei mehrfacher Messung über den Grenzwerten von 140/90 mm Hg liegt.
Eine wichtige Massnahme ist nun das Erkennen und Minimieren von Risikofaktoren, was oft einen anderen Lebensstil erfordert. Das heisst:
Der Arztbesuch ist notwendig, wenn wiederholt hohe Blutdruckwerte oder grosse Druckschwankungen aufgefallen sind, wenn häufig Kopfschmerzen und Schwindel auftreten. Dringlich ist der Arztbesuch, wenn Enge in der Brust (Angina pectoris) und wenn zusätzlich zu den oben genannten Symptomen Bewusstseinstrübung oder Sehstörungen bemerkt werden.
Bluthochdruckkrise: Wenn die Ruhe-Messwerte plötzlich auf über 220 mm Hg systolisch oder über 120 mm Hg diastolisch ansteigen, ist eine notfallmässige Arztkonsultation angezeigt. Die Definition der Hochdruckkrise wird jedoch nicht einheitlich gehandhabt, manche Experten setzen die Grenze bereits bei 180/110 mm Hg.
Sie wird nicht nach einer einmaligen Messung gestellt, sondern nur nach wiederholter Bestimmung der Blutdruckwerte. Bei Unsicherheit kann eine Abklärung mit einem Gerät erfolgen, das die Werte während 24 Stunden aufzeichnet.
Bestätigt die wiederholte Blutdruckmessung eine Hypertonie, werden weitere Untersuchungen vorgenommen, um Folgekrankheiten möglichst frühzeitig zu erkennen.
Blutdrucksenkende Medikamente sind meist nötig, und nur durch adäquate und konsequent durchgeführte Therapie lassen sich Komplikationen verhindern oder begrenzen. Treten Nebenwirkungen auf, sollten diese mit dem Arzt besprochen werden. Vielfach lassen sie sich vermeiden oder bessern, wenn Dosis oder Wirkstoffzusammensetzung der verordneten Arzneimittel geändert wird.
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