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Nobelpreis
Literatur-Nobelpreis für Elfriede Jelinek
Erst die zehnte Frau, die den renommierten Preis für Literatur erhält
Von Redaktion
Prosit Elfriede und Gratulation zum Nobelpreis! Nicht alle, die jetzt mit Dir feiern, freuen sich: Vorsicht vor den falschen Schmeichlern, besonders in Oesterreich, aber auch anderswo!
Elfriede Jelinek (57) ist zudem erst noch die erste unter den Literaurschaffenden in Oesterreich, die je mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden ist. Und um so mutiger ist der Entscheid des Nobel-Komitees, da die politisch engagierte Autorin nicht nur eine Feministin ist, sondern in Oesterreich von bürgerlichen und nationalen Kreisen ganz offiziell als «Nestbeschmutzerin» beschumpfen wird.
Elfriede Jelinek habe den Preis für «den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen» erhalten, hiess es in der Begründung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.
Ihr Bestseller «Lust» (1989), die Uraufführungen ihrer Porno-Satire «Raststätte oder Sie machen’s alle» durch Claus Peymann (1994) und von «Ein Sportstück» durch Einar Schleef (1998) sowie zuletzt die Verfilmung ihres 1983 erschienenen Romans «Die Klavierspielerin» durch Michael Haneke fanden weit über die Grenzen des Literatur- und Theaterbetriebs Beachtung.
Studierte Komposition, Kalvier, Sprachen und…
Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Nach der Matura an einer Klosterschule studierte sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition, belegte daneben aber auch Sprachen, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte.
Noch als Studentin veröffentlichte sie 1967 ihren ersten Gedichtband, «Lisas Schatten». Als ihr «opus magnum» bezeichnete sie selbst «Die Kinder der Toten» (1995).
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Marthaler
Zuletzt wurde vergangenen Februar ihr Stück «Attabambi - Pornoland - Eine Reise durchs Schwein» in Zürich uraufgeführt. Im Oktober 2002 inszenierte ausserdem Christoph Marthaler mit viel Erfolg die Uraufführung von «In den Alpen», Jelineks Stück über die Bergbahnkatastrophe von Kaprun.
Im schwedischen Radio hat die Autorin die Entgegennahme des Literatur-Nobelpreises als «überraschende und grosse Ehre» bezeichnet. Sie werde allerdings zur Verleihung am 10. Dezember wegen Krankheit nicht nach Stockholm kommen. «Ich kann mich im Moment Menschen nicht aussetzen», sagte sie und meinte weiter, sie betrachte den Nobelpreis nicht «als Blume im Knopfloch für Österreich».
Von Redaktion