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Sartoris, Leah Lena: Marginalität und Modernität in Edouard Manets "Der alte Musiker" (eBook)
Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Kunst - Sonstiges, Universität zu Köln, Sprache: Deutsch, Abstract: Edouard Manet wird im kunsthistorischen Diskurs häufig als revolutionär oder gar als Begründer der modernen Malerei (vgl. Foucault 1999) bezeichnet. Doch die Kanonisierung Manets als nonkonformistischer Avantgardist fußt nicht nur auf kunsttheoretischen Betrachtungen, sondern auch auf den von ihm dargestellten Bildsubjekten und deren Inszenierung. Das Gemälde Der alte Musiker im Jahre 1862 entstand inmitten der radikalen Erneuerungsarbeiten von Paris durch den Präfekt Georges-Eugène Haussmann unter der Herrschaft Napoleons III im zweiten Kaiserreich. Daraus resultierte nicht nur eine radikale Veränderung des Stadtbilds, sondern auch eine Verschiebung des sozialen Gefüges. Zwar eröffneten sich durch die Modernisierungsmaßnahmen für gutbürgerliche Pariser wie Manet neue Dimensionen der Vergnügungs- und Stadtkultur, doch für Mitbürger mit schwierigeren sozioökonomischen Bedingungen brachte die sogenannte Haussmannisierung weniger Vorteile mit sich. Aus der Beobachterperspektive nimmt sich Manet eine Gruppe von Parisern zum Bildgegenstand, die mit fortlaufender Modernisierung durch das Regime des Kaisers Napoleons III vermehrt strukturell marginalisiert wurden und stellte sie unter Verwendung kunsthistorischer Zitate dar. Die folgende Arbeit widmet sich daher den Elementen der Modernität und Marginalität und deren Korrespondenz im Werk Der alte Musiker. Besonderer Aufmerksamkeit wird dabei dem Zusammenspiel aus kunsthistorischen Zitaten, sozialgeschichtlich-historischer Signifikanz und der Verortung im Gesamtwerk Manets gewidmet. Dabei werden auch Vergleiche zu Manets Werken Die Eisenbahn und Musik im Tuileriengarten gezogen.