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Das CentrePasquArt wurde 1990 im ehemaligen Bürgerspital von Biel eröffnet. Das zwischen 1864 und 1866 errichtete neoklassizistische Gebäude liegt an der Seevorstadt, unmittelbar am Fuss eines Nordhangs der Jurahöhen. Nach einer grosszügigen Schenkung konnte 1996 ein Anbau geplant werden, um Ausstellungssäle für zeitgenössische Kunst und ein angemessenes Foyer zu schaffen. Das Projekt umfasste eine Erweiterung an die Ostseite des Spitals und dessen behutsame Renovation. Zu dem Museumsensemble kam nach 2008 noch der im Westen unmittelbar anschliessende Trakt des Altersheims hinzu, in dem heute Galerieräume und Künstlerateliers vermietet werden.
Von aussen präsentiert sich das CentrePasquArt als eine offene Komposition aus drei ungleichen Teilen: dem historischen Spitalbau, dem später ergänzten Abschnitt des Altersheims und der geschlossenen Kubatur des neuen Hauses. Der Erweiterungsbau ist zur Strassenseite hin deutlich vom Bestand abgesetzt, an der Hangseite aber mit ihm eng verbunden. Wie ein Gelenk ist sein L-förmiger Körper an die rückwärtige Treppenanlage des Spitalbaus gefügt. Ihre unterschiedlichen Geschossebenen sind hier miteinander synchronisiert und können in beide Richtungen erschlossen werden. Der Kernbau des CentrePasquArt wird durch den Erweiterungsbau nicht nur ergänzt, sondern mit ihm zu einem Ganzen verwoben. Alt und Neu bilden ein System von Räumen, die sich gegenseitig halten und beziehungsreich verbinden.
Der kantige Baukörper der Erweiterung hat wie der Spitalbau drei Geschosse und ist in der Höhe auf diesen abgestimmt. Seine Zugehörigkeit bringt er ferner zum Ausdruck, indem er mit seinen hohen Fenstern und seinem sockelartigen, allerdings transparenten Erdgeschoss den Typus des Altbaus interpretiert. Auch in der Farbigkeit gibt es subtile Anklänge. Die Fassaden der Betonkonstruktion sind mit grossformatigen Kunststeinplatten verkleidet sind. Sand und Kiesel aus Granit verleihen den Platten einen grünlich-grauen Ton, der den gelblichen Putz des Altbaus aufnimmt.
Man betritt den Neubau durch einen doppelten Glasvorhang. Die Empfangshalle mit Rezeption und Garderobe bildet ein weites , gut belichtetes Foyer, in dem auch Veranstaltungen mit viel Publikum stattfinden können. Dahinter trennt ein schmaler Hof das Gebäude vom steilen Hang. Auch von dieser Seite fällt durch eine breite Glasfront Tageslicht in die Halle. Die Möglichkeit einer nochmaligen Erweiterung nach Nordosten ist im Entwurf bereits mit bedacht. Das Gewicht der Anlage würde dadurch verlagert und der Eingang ins Zentrum gerückt.
Während im Altbau die Ausstellungsflächen durch die vorgegebene architektonische Struktur in Enfiladen kleiner Säle organisiert sind, hat das neue Gebäude grosszügig dimensionierte Säle, die sich zur Präsentation zeitgenössischer Kunstwerke eignen. Im ersten Obergeschoss sind es drei Räume gleicher Grösse, die jeweils von zwei Seiten mit hohen Fenstern belichtet sind. Das Geschoss darüber fasst den mächtigen, 365 m2 grossen Hauptsaal, die nach dem Mäzen benannte Salle Poma, die mit sechs Oberlichtern ausgestattet ist. In dem auf das Wesentliche reduzierten Raum ist das Licht das einzige dynamische Element. Die Tradition des klassischen Oberlichtsaals zeigt sich hier in puristischer Gestalt von hoher Konzentration.
Wettbewerb: 1. Preis, 1994
Datum: 1994—1999
Auftraggeber: Stiftung Centre Pasqu'Art
Ort: Seevorstadt 71, Biel, Schweiz
Bruttogeschossfläche (BGF): 3.837 m² (gesamt), 2.598 m² (bestehend), 1.239 m² (neu)
Programm: Ausstellungssäle Sammlung und Wechselausstellung, 'Salle Poma', Foyer, Café
Bauingenieur: Dr. Mathys & Wysseier
Technische Gebäudeplaner: tp AG für technische Planungen
Landschaftsarchitekt: Kienast, Vogt + Partner