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Verletzung des Rechts auf Lebens und des Verbots der Folter (Art. 6, Art.7, Art. 10)
Der Sohn von Frau Telitsina verstarb während der Haft. Gemäss den russischen Behörden war die Todesursache Suizid durch Erhängen. Die Beschwerdeführerin bestritt dies und machte geltend, dass die Leiche des Sohnes Gewaltspuren aufwies, die darauf schliessen liessen, dass ihr Sohn durch Einwirkung von Drittpersonen zu Tode gekommen sei (Art. 10, Pakt II). Die Behörden weigerten sich, Frau Telitsina den medizinischen Bericht über die Todesursache auszuhändigen und die Leiche des Sohnes zwecks einer Untersuchung der Vorwürfe zu exhumieren. Gemäss seiner konstanten Rechtsprechung betonte der Ausschuss, dass in Haftsituationen die Beweislast nicht allein bei der beschwerdeführenden Partei liege, da in solchen Fällen oft nur der Staat Kenntnis der relevanten Fakten habe. Da Russland die Argumente der Beschwerdeführerin nicht glaubwürdig entkräften konnte, ging der Ausschuss von einer Verletzung des Rechts auf Leben (Art. 6, Pakt II) sowie des Verbots der Folter und der unmenschlichen Behandlung aus (Art. 7, Pakt II).
07.09.2017