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Seine Familie
Odermatt ist Single und wohnt in seinem wohlbehüteten Elternhaus am Buochser Kirchenrain. Papa Walti verdient sein Geld als Bauingenieur. Mutter Priska leidet ganz besonders, wenn Marco Abfahrten bestreitet, und traut sich deshalb nicht, seine Fahrten im TV anzuschauen. Stattdessen geht sie in diesen Momenten lieber spazieren. Die zwei Jahre jüngere Schwester Alina versucht sich selber als Skirennfahrerin zu etablieren. Im letzten Winter gewann die Blondine bei den Junioren-Schweizermeisterschaften Bronze im Super-G und in der Kombination.
Seine traurige RS-Erinnerung
Marco Odermatt hat in Magglingen gemeinsam mit Abfahrts-Talent Gian Luca Barandun die Sportler-RS absolviert. In dieser Zeit hat sich zwischen «Odi» und «Bari» eine starke Freundschaft entwickelt. Entsprechend stark waren bei Odermatt die seelischen Schmerzen, als Barandun vor 13. Monaten mit dem Gleitschirm tödlich verunglückte. «Baris Tod hat meine Einstellung zum Leben verändert. Durch diese traurige Geschichte ist mir so richtig bewusst geworden, wie schnell alles vorbei sein kann.» Odermatt hat selber mit dem Gedanken gespielt, das Gleitschirm-Brevet zu machen. Doch seit dem Absturz von Barandun hat er keine Lust mehr auf derart luftige Abenteuer.
Seine Gemeinsamkeit mit Zurbriggen, Russi und Killy
Gemäss dem berühmten Architekten und Maler Le Corbusier, der das Proportionensystem Modulor erfunden hat, entsprechen 183 cm der idealen Körpergrösse von einem Menschen. Und Marco Odermatt misst genau wie der vierfache Gesamt-Weltcupsieger Pirmin Zurbriggen (57) und den beiden Olympiasiegern Bernhard Russi (71) und Jean-Claude Killy (76) 1,83 Meter.
Seine Vorbilder
Neben Didier Cuche, mit dem er als Kind drei Trainingstage absolvieren durfte, hat Odermatt in seiner Jugend vor allem zum dreifachen Junioren-Weltmeister Reto Schmidiger hinauf geschaut. Der Slalom-Spezialist stammt aus Beckenried und war bei der Hochzeit von Marcos Eltern als Blumenkind im Einsatz.
Seine Trainer
Odermatt wird in der Schweizer Riesenslalom-Gruppe vom gebürtigen Österreicher Helmut Krug und vom Schwyzer Willi Dettling betreut. Krug hat zuvor grosse Erfolge als Coach der Schweden gefiert, Dettling war Jugendtrainer von Wendy Holdener und ist der Vater von Andrea Dettling, die 2009 beim Weltcup-Super-G in Cortina Dritte wurde.
Seine «goldene Feile»
Obwohl der sechsfache Junioren-Weltmeister seit Jahren von viel finanzkräftigeren Skifirmen gejagt wird, hält mit stolz und Überzeugung dem Luzerner Ski-Produzenten „Stöckli“ die Treue. Dort steht ihm mit dem Vorarlberger Chris Lödler ein herausragender Servicemann zur Seite. Lödler hat sich zuvor als Servicemann von Schwedens Nationalheldin Anja Pärson den Titel «goldene Feile» erarbeitet.
Seine Muskeln
Noch im letzten Winter hat er für Abfahrten mit langen Gleitpassagen zu wenig Gewicht mitgebracht, doch in der Vorbereitung auf die neue Saison hat sich Odermatt zu einem «Muskeltier» entwickelt. «Ich bringe jetzt 86 Kilo auf die Waage, das sind drei mehr als im Vorjahr.» Dabei handelt es sich nahezu um reine Muskelmasse: «Mein Fettanteil liegt etwa bei fünf oder sechs Prozent.»
Seine Ernährungsgewohnheiten
Immer mehr junge Skirennfahrer versuchen ihre Leistung mit vegetarischer oder gar veganer Ernährung zu steigern. Odermatt langt dagegen am Buffet im Teamhotel in altbewährter Manier zu: «Man sollte nicht vergessen, dass auch Beat Feuz oder Dominik Paris grosse sportliche Erfolge feiern, obwohl deren Speiseplan alles andere als vegan ist. Und ich fühle mich dann am stärksten, wenn ich mich ausgewogen mit Fleisch, Reis, Kohlenhydraten, Gemüse und Milchprodukten ernähren kann.»
Deshalb hat sich Odermatt letzte Woche am Abend vor dem Abschlusstraining in Lake Louise ein währschaftes Käse-Fondue genehmigt. Zudem stösst Odermatt in einer geselligen Runde mit Freunden auch gerne einmal mit einem Bier an.