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Wie Stürme ihre Namen erhalten
Verheerende Stürme gibt es nicht nur in tropischen Gefilden. Auch die Schweiz wird insbesondere im Herbst und Winter immer wieder von starken Stürmen in Mitleidenschaft gezogen. Vivian (1990), Lothar (1999) und Burglind (2018) sind uns noch immer in Erinnerung. In diesem Blogbeitrag gehen wir der Tradition der Namensvergebung an Stürme nach und geben einen Überblick über die aktuelle Benennung in Europa.
Erstmals war es der amerikanische Wetterdienst, der im Zweiten Weltkrieg Frauennamen für Taifune im Pazifik vergab. Die neue Praxis sollte Verwechslungen zwischen verschiedenen Sturmsystemen verhindern und die Berichterstattung und statistische Erfassung vereinfachen.
Bestrebungen zur Vereinheitlichung in Europa
Die Namensvergabe ist in Europa (noch) nicht vereinheitlicht. EUMETNET – der Zusammenschluss der nationalen Wetterdienste Europas – strebt eine konsistente Namensvergabe an, um widersprüchliche und verwirrende Namensgebungen zu vermeiden. Noch ist man nicht ganz dort. Bereits haben sich aber regionale Gruppen gebildet, die sich absprechen. Im Prinzip sollen die Stürme dort den initialen Namen erhalten, wo zuerst Warnungen ausgelöst werden. Im Nordwesten vergeben die nationalen Wetterdienste von Grossbritannien und Irland die Namen gemeinsam. Weiter südlich arbeiten Frankreich, Portugal und Spanien als Gruppe zusammen. Bewegt sich ein Sturm von einer Region in die andere, wird der Name übernommen. Ausserdem werden die Namen der ehemaligen Hurricanes vom amerikanischen Wetterdienst übernommen. In Nordeuropa benennen Norwegen, Schweden und Dänemark die Stürme einheitlich. Des Weiteren laufen Bestrebungen für eine vereinheitlichte Benennung in Italien, den Ländern des Balkans sowie im östlichen Mittelmeer.
B wie Burglind, Brent oder Bruno
Seit 1954 werden Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter über Deutschland beeinflussen, vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin getauft. Lange hatten Tiefdruckgebiete immer weibliche und Hochdruckgebiete immer männliche Vornamen. Weil Erstere meist schlechtes Wetter bringen, und nicht nur Frauennamen mit schlechtem Wetter in Verbindung gebracht werden soll, wurde der Ruf nach einer Änderung dieser Praxis laut. Seit 1998 wird das jeweilige Geschlecht der Namen von Jahr zu Jahr abgewechselt. In geraden Jahren haben Tiefdruckgebiete weibliche und Hochdruckgebiete männliche Vornamen, in ungeraden Jahren ist es umgekehrt. Die Namen der Freien Universität Berlin werden in einigen Ländern in Zentraleuropa von den Medien übernommen, unter anderem in der Deutschschweiz.
Hohe Wellen und Gischt während des starken Wintersturms Burglind im Januar 2018 an der Seepromenade der Stadt Zug. Video: Andreas Hostettler
Durch die Möglichkeit, eine Namenspatenschaft zu übernehmen, hat sich schon so manch ungewöhnlicher Vorname verbreitet, wie das Institut schreibt: Im vergangenen Jahr waren es etwa Nilüfer, Inbeom, Walrita, Vesna oder Dankmar. Auch Burglind ist ein inzwischen seltener Name. Zu verdanken hatten wir ihn Burglind Gorn, die sich die Patenschaft für den Buchstaben B gesichert hatte.