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Auf meine Frage: „Hast Du schon von Zola gelesen?“ bekomme ich öfters zur Antwort: „Zola? nein, kenn ich nicht.“
Nach Jahren nahm ich eines Tages wieder ‚Die Erde’ zur Hand. Sitzen bleibend versäumte ich alles andere, das ich beabsichtigt hatte zu erledigen. In der packenden Zeitgeschichte lese ich in Zolas unverblümter Sprache über die Auswüchse von Gut und Böse, zu dem die Menschen fähig sind.
Der Roman erschien 1888 als Band 15 des Rougon-Macquart-Ziklus und erzählt die Geschichte vom Leben der Bauern in einem Dorf in Zentralfrankreich.
Der alte Bauer Fouan beschliesst, sein Eigentum schon zu Lebzeiten gegen Rente seinen drei Kindern zu vererben. Damit beginnt der grosse Streit über das geerbte Hab und Gut, Nicht nur seine Kinder, auch die Anverwandten mischen sich ein;
Die Erben verfallen der Habgier, dem Egoismus, Vergewaltigungen bis hin zum Mord. Auch der Alte wird überfällig, man will ihn loswerden.
Und der Protagonist Jean, ein Wanderarbeiter, der sich in diesem Dorf niedergelassen hat, steht allen im Wege; er ist nicht willkommen.
Zolas Bauern kennen keine Begierde, keinen Gedanken, der nicht um die Erde kreist: „Sie ist Mutter und Anstifterin jeder guten Tat und jedes Verbrechens“.
Ich empfehle Ihnen diese spannende Lektüre aus dem Lebensalltag der Bauern im neunzehnten Jahrhundert.