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28 Woche, d.h. 7. Monat.
In Nebraska kann bis zur 20. Woche abgetrieben werden, in der Schweiz nur bis zur 12. Woche. Die sind dort also liberaler als wir hier.
Facebook hat private Chat-Nachrichten zwischen einer 17-Jährigen aus Nebraska und ihrer Mutter an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben. Dies, um die Ermittlungen zu einer Abtreibung zu unterstützen, die nach dem Gesetz des Bundesstaates im Mittleren Westen der USA illegal war.
Das Online-Medium Motherboard hat den Fall in der Nacht auf Mittwoch publik gemacht.
Demnach hatten die Strafverfolger im Juni einen Durchsuchungsbefehl bei Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, eingereicht. Die Ermittler verlangten die Herausgabe sämtlicher privaten Daten – einschliesslich Chatnachrichten –, die das Unternehmen über die Beklagten hatte.
Facebook und andere Technologieplattformen haben sich laut Motherboard-Bericht zuvor geweigert, zu sagen, ob sie in Zusammenhang mit Abtreibungsfällen User-Daten an Ermittler herausgeben würden. Dieser Fall zeige, dass zumindest Facebook dies tun werde und bereits getan habe.
Bei Twitter äusserte der Datenschutz-Aktivist Evan Greer die Forderung, dass Facebook und alle anderen grossen Online-Plattformen standardmässig eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung privater Nachrichten einführen sollten. Dadurch könne die Herausgabe solcher Daten verunmöglicht werden.
Die Anklage stütze sich auf Beweise aus den privaten Chatnachrichten des Teenagers, die per Gerichtsbeschluss direkt von Facebook erhalten wurden, heisst es im Bericht. Diese zeigten, dass Mutter und Tochter angeblich Medikamente zur Einleitung einer Abtreibung online gekauft und den abgetriebenen Fötus begraben hätten.
Der Teenager sei in der 28. Schwangerschaftswoche gewesen, dies falle unter Nebraskas Abtreibungsverbot nach der 20. Schwangerschaftswoche, hält Motherboard fest. Wer sich für die traurigen Details des Falles interessiert, kann diese im Originalbericht nachlesen (siehe Quellen).
Nebraskas Abtreibungsgesetze sind laut dem Enthüllungsbericht bislang nicht geändert bzw. verschärft worden, nachdem der oberste US-Gerichtshof in einer Grundsatzentscheidung im Juni das Abtreibungsrecht gekippt hatte.
Laut den von Motherboard erhaltenen Gerichtsdokumenten fand die besagte Abtreibung vor dem in den USA höchst umstrittenen Entscheid zu «Roe vs. Wade» statt.
Inzwischen hat ein anderer Bundesstaat im Mittleren Westen ein fast vollständiges Abtreibungsverbot beschlossen. Indiana sei der erste Bundesstaat, in dem das Parlament nach dem Grundsatzurteil des Supreme Court zur Abtreibung ein neues Gesetz mit verschärften Regeln verabschiedete.
In den USA hatten sich bereits zahlreiche Menschen besorgt gezeigt, dass die Strafverfolgungsbehörden in Abtreibungsfällen auf Smartphone-Daten zugreifen könnten.
Alle US-Unternehmen, die die bekannten Social-Media-Plattformen und Chatdienste betreiben, können per Gerichtsbeschluss dazu gezwungen werden, Chatdaten ihrer Nutzerinnen und Nutzer an den Staat herauszugeben. Dies liesse sich auf technischem Weg (relativ einfach) verhindern, wenn eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt würde.
Der Internet-Aktivist Evan Greer twitterte:
Die Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Instagram-Chats sei vom Meta-Konzern geplant, dann aber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden.
Twitter habe die Einführung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten jahrelang hinausgezögert. Das Unternehmen müsse dies nun endlich tun, fordert der queere Internet-Aktivist. «Und zwar sofort. Vor allem, weil so viele Abtreibungsfonds die Plattform nutzen, um Spenden zu sammeln und Unterstützung zu koordinieren.»
Und damit zu den beiden grössten Plattformbetreibern respektive dominierenden Mobile-Systemen ...
Zwar bietet Apples hauseigener Messenger (früher «iMessage» genannt, nun «Nachrichten») standardmässig Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Jedoch sind damit nur die Chatverläufe zwischen Usern mit Apple-Geräten geschützt – und zudem können die Strafverfolger verschlüsselte Daten einsehen, die per iCloud-Backup gesichert wurden.
Die Forderung von Evan Greer:
«RCS-Unterstützung» bezieht sich darauf, dass Apple den sogenannten Rich Communication Standard (RCS) in seine «Nachrichten»-App integrieren sollte, um eine sichere Kommunikation mit Android-Usern zu gewährleisten.
RCS ist nach den Weiterentwicklungen durch Google Ende-zu-Ende-verschlüsselt, wie heise.de im Juni berichtete. Apple zeige allerdings «wenige bis gar keine Ambitionen, den SMS-Teil seiner Nachrichten-App zu verbessern». Google lasse denn auch keine Gelegenheit verstreichen, Apple für fehlende RCS-Unterstützung in iMessage zu piesacken.
Googles «Messages»-App soll noch 2022 die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Gruppenchats bekommen – zumindest in der offenen Beta-Version. Mitte 2021 wurde die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Einzelchats lanciert.
Das letzte Wort soll Evan Greer haben:
Apple hat alle wichtigen Apps des russischen Unternehmens VK aus seinen App-Stores entfernt. Weltweit.