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MUSIK AUS SPANIEN UND LATEINAMERIKA - Konzertzyklus 2015
Die Spanische Musik des späten Mittelalters stand der europäischen Musik in nichts nach. Mit der Einsetzung der Inquisition 1483, begann jedoch eine fast 400 Jahre dauernde Lähmung der Künste und Geisteswissenschaften und zwang das Land zu Konformismus. Minderheiten wie Mauren, Juden, Illuminaten und Protestanten wurden vertrieben und mit ihnen auch ihre Ideen weggefegt. Spanien verschloss sich allen neuen Geistesströmungen. Aber Mitte des 19. Jahrhunderts wendete sich das Blatt und mit Manuel de Falla, Enrique Granados, Isaac Albéniz, Joaquin Turina und später mit Cristòbal Halffter, erlangte die Spanische Musik Weltgeltung. Aus der Zeit der Klassik ragt der aus Lucca stammende italienische Komponist Luigi Boccherini (1743 – 1805) hervor, der von 1786 bis zu seinem Tod in Spanien wirkte. Lateinamerika gilt im schöpferischen klassischen Musikbereich immer noch als weisser Fleck auf der Landkarte. Mit dem argentinische Tango und der Kultfigur Astor Piazzolla, wurde die lateinamerikanische Musik jedoch auch in Europa populär. Herausragende Vertreter einer sehr eigenständigen Tonsprache sind Heitor Villa-Lobos (1887 – 1957), Alberto Ginastera (1916 – 1983) und Maurizio Kagel (1931-2008). Heitor Villa-Lobos, den Gabriel Fauré noch abschätzig als „le Brésilien sauvage“ titulierte, ist vielleicht der genuinste aller schöpferischen Musiker Lateinamerikas und seine Musik frei vom europäischen Ballast der Musiktradition. Erwähnt werden darf auch der brasilianisch-schweizerische Komponist Ernst Widmer (1927-1990) dessen VI Streichquartett „Reconcâvo“ die brasilianische Landschaft der Bahiana besingt.