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Zusammen mit dem baugleichen Block 2, der 1971 ans Netz gekoppelt wurde, ist er vor allem im Winter ein wichtiger Eckpfeiler der Schweizer Elektrizitätsversorgung. Im KKB-I wurde seit Betriebsaufnahme eine Arbeitsausnutzung von 80% und im KKB-II eine solche von 86% erreicht. Diese im internationalen Vergleich sehr guten Ergebnisse wurden gemäss NOK durch eine sorgfältige Betriebsführung sowie durch konsequente Instandhaltung und Modernisierung erreicht. Damit habe die Anlage zur Wertschöpfung vor allem im unteren Aaretal und im Kanton Aargau beigetragen.
Die wesentlichste Nachrüstung für die beiden Blöcke war die Erstellung je eines Zusatzsicherheitssystems. Sie sind in gebunkerten Gebäuden untergebracht, die direkt an die beiden Sicherheitsgebäude angebaut sind. Die Aussenwände schützen dank speziell starker Armierung gegen Einwirkungen wie Flugzeugabstürze, Erdbeben, Überflutung, Blitzschlag und Sabotage. Weitere wichtige Nachrüstungen sind der Ersatz der Dampferzeuger in beiden Blöcken. Zu diesen umfangreichen Investitionen, die 1993 und 1999 getätigt wurden, gehört auch der Ersatz der Hochdruckturbinen, der Turbinenkondensatoren und des Dampferzeugerabschlämmsystems. Insgesamt resultiert daraus eine Wirkungsgradverbesserung, die eine Mehrleistung von 8 MW pro Kraftwerksblock bringt. Die Nennleistung für beide Blöcke zusammen beträgt jetzt 730 MW. Die Leittechnik für die Sicherheitseinrichtungen des KKB wird in den nächsten zwei Jahren durch das Modernste, was auf diesem Gebiet erhältlich ist, ersetzt (Bulletin 19/1998).
Bei der Auftragserteilung für Beznau-I im Jahr 1965 hatte man Stromgestehungskosten von 2,8 Rp. je kWh errechnet. Die tatsächlichen Kosten lagen anfangs sogar noch tiefer. In der Folge stiegen sie mehr oder weniger im Gleichschritt mit der allgemeinen Teuerung und beeinflusst von den kostspieligen Nachrüstungen. Die Anlagen sind heute weitgehend amortisiert und erzielen einen Produktionspreis von 4 bis 6 Rp. pro kWh, je nach jährlichen Investitionen und Instandhaltungsmassnahmen. In diesem Preis sind die Kosten für die gesamte Entsorgung sowie den Abbruch des Werks in Form von Rückstellungen enthalten.
Die Sicherheit der Anlagen hat gemäss NOK nach wie vor höchste Priorität, und die dazu nötigen Mittel würden weiterhin zur Verfügung stehen. Zukünftige Kostensenkungen beim Kilowattstundenpreis sollen vor allem durch die Optimierung des Brennstoffeinsatzes erreicht werden. Hier steht eine Erhöhung des Abbrandes der Brennelemente und eine Reduktion der Vorräte im Vordergrund. Diese Massnahmen sind vor allem angesichts der kommenden Liberalisierung des Strommarktes notwendig. Klares Ziel der NOK ist eine KKB-Betriebsdauer von 50 oder mehr Jahren.
Quelle
M.S. nach Pressemitteilung der NOK vom 23. Dezember 1999