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Toronto - Ottawa - Québec
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46. Woche: 19. bis 25. September 2005
Montag; Stadtbesichtigung
Die Hauptstadt Toronto liegt am Lake Ontario. Das Zentrum ist relativ klein und überschaubar, es ist nur nicht so einfach, überhaupt erst einmal dort hin zu gelangen. Ein ganzes Gewirr von Schnellstrassen und Highways legt sich in mehreren Ringen um den Stadtkern. Von den alten zweigeschossigen Bauten der Gründerzeit ist kaum noch etwas erhalten. Toronto hat eine moderne Skyline, die sich am besten von den vorgelagerten Inselchen zeigt.
Mit dem Bus und der Metro fuhren wir ins Stadtzentrum. Für die beiden Tagespässe bezahlten wir über 30 Dollar. Nicht verwunderlich fahren viele mit dem Auto umher. Wir stiegen bei der Union Station aus und gingen Richtung Hafen, vorbei an der Hockey Hall of Fame, welche in einem der wenigen, alten prächtigen Gebäuden untergebracht ist. Am Ferry Terminal nahmen wir die Fähre nach Centre Island. Die Überfahrt dauerte nur fünfzehn Minuten. Diese Insel ist ein riesiger Erholungspark mit einem schönen Badestrand. Allein schon wegen der Sicht auf Toronto lohnte es sich hinüber zu fahren. Wir bummelten eine Weile durch die blumengeschmückte Parkanlage.
Am Nachmittag ging es wieder zurück in die Stadt. Als nächstes besichtigten wir das Parlamentsgebäude, wo wir uns gleich einer Führung anschliessen konnten. Die Dame erklärte uns ausführlich die Zusammensetzung des kanadischen Parlamentes. Die Führung war sehr aufschlussreich. Später fuhren wir mit der Metro zum Queens Park und bummelten durch das bekannteste Einkaufszentrum der Stadt, das "Eaton Centre", welches wie viele dieser gigantischen Shoppingzentren einen Food Court im Untergeschoss besitzt. Dies ist jeweils eine preiswerte, abwechslungsreiche Art, etwas zu sich zu nehmen. Geht man zum Japaner, zum Griechen, zum Chinesen oder isst man einen gewöhnlichen Hamburger? Die Auswahl fällt einem manchmal nicht leicht.
Zum Abschluss des Tages besuchten wir den CN Tower. Mit seinen 553.35
Metern ist der in den Siebzigerjahren erbaute Turm das höchste freistehende
Bauwerk der Erde. Der siebenstöckige Korb mit dem grössten Drehrestaurant der
Welt und den Aussichtsplattformen befindet sich auf 335 m Höhe.
Der Aufzug beförderte uns in 58 Sekunden mit einer Geschwindigkeit von 22 km/h in das Observation Deck. Durch einen gläsernen Fussboden konnten wir die Leute und Autos weit unter uns sehen, dies ist allerdings ein merkwürdiges Gefühl. Die Sicht in die Ferne war ein wenig eingeschränkt, war das Dunst oder der Smog der Stadt? Die Fahrt mit dem zweiten Aufzug zum auf 477 m hoch gelegenen "Spacedeck" liessen wir sein, denn dieser Aufzug hatte im Gegensatz zum ersten keine Glaskabine. Nachdem wir die Aussicht auf die Stadt ausgiebig genossen hatten, war es Zeit, die Fahrt nach unten anzutreten. Inzwischen war es dunkel geworden und wir spazierten nochmals durch die Hochhäuser und Geschäftsstrassen. Wir setzten uns zu einem Bier in eines der Strassencafes, bevor wir mit der Metro zum Busterminal fuhren. Der freundliche Buschauffeur liess uns vor dem Eingang des Campingplatzes aussteigen, so ersparte er uns den letzten Kilometer durch die schwach beleuchtete Strasse. Das fanden wir sehr nett.
Dienstag; Wir machten uns auf den Weg Richtung Algonquin
Provincial Park. Zuerst führte unsere Fahrt durch die Agglomeration der Stadt,
das hiess Stau und stockender Verkehr bis wir die Strasse Nr. 48 erreichten,
welche in nördlicher Richtung hinauf zum Simcoe Lake führt. Wir entschieden uns
im Balsam Lake
Provincial Park zu übernachten, der ebenfalls an einem See liegt. Hans beschäftigte sich mit
dem Brennen der Foto CD's, ich machte mich an den Haushalt und im Nu flatterte
die frisch gewaschene Bettwäsche im Wind.
Mittwoch; Ein wiederum herrlicher, sonniger Tag. Auf dem Weg aus dem Park unternahmen wir noch zwei Wanderungen um uns für die bevorstehenden Wanderwege im Algonquin Provincial Park einzulaufen. Gegen Mittag fuhren wir weiter. Auf in den Algonquin Provincial Park!
Nur drei Autostunden nördlich von Toronto bietet Kanada Wildnis pur. Der
Algonquin Provincial Park ist der älteste und zweitgrösste Provincial Park des
Landes. Schon bei der Autofahrt auf dem Highway 60, der ca. 50 km durch den
südlichen Teil des Parks führt, kann man sich einen Eindruck von der grandiosen
Wald- und Seenlandschaft verschaffen. Seine wirkliche Schönheit offenbart der
Park jedoch erst bei Wander- oder Kanutouren. Der Algonquin Provincial Park
wurde 1893 gegründet, nicht um dem Abholzen der Wälder ein Ende zu bereiten,
sondern ganz im Gegenteil, um die Interessen der Holzindustrie zu wahren. Man
unterteilte den Park in Sektoren. Im Jahre 1896 wurde eine Eisenbahn durch den
Park gelegt. Bis 1959 wurde Holz aus dem Park abtransportiert. Schliesslich
wurde 1974 ein Kompromiss gefunden, der die Interessen der Holzfällerindustrie
ebenso wie die des Tourismus berücksichtigte.
Wir erreichten den Park beim West Gate und bekamen einen ersten Eindruck des "Indian Summers, welcher im Herbst die Wälder (Kiefer, Fichte, Föhre und Ahorn) in ein nahezu unglaubliches Farbenmeer verwandelt. Wir quartierten uns für zwei Tage auf dem Campground "Canisbay Lake" ein.
Donnerstag; Obwohl der Wetterbericht für heute eher Regenschauer voraus sah, blieb es zunächst trocken. So beschlossen wir, uns auf die 11 km lange Wanderung zum Mizzy Lake zu begeben. Eine Broschüre, welche man am Anfang des Weges mitnehmen konnte, beschrieb die einzelnen Vegetationen sowie die verschiedenen Tierarten, welche hier leben. Wir kamen an mehreren kleinen Seen vorbei, bevor wir gegen Ende der Wanderung den Mizzy Lake erreichten, wo wir auf dem Holzsteg ein Geräusch im nahen Wald hörten. Wir dachten schon an einen Bär oder Elch und blieben deshalb wie angewurzelt stehen. Wir bemühten uns, etwas auszumachen, aber wir sahen nur, wie sich ein Busch hin und her bewegte. Was um Himmels Willen war da los? Etwas später waren wir erleichtert. Da zog doch tatsächlich ein Biber einen halben Baum hinter sich her und schwamm mit ihm unter dem Steg hindurch, um ihn dann genüsslich zu verspeisen. Und das ganz in unserer Nähe! Die beiden Elche, die wir dann auf dem Rückweg sahen, waren ein gelungener Abschluss unserer Wanderung. Kurz bevor wir den Parkplatz erreichten, fing es, wie vorhergesagt, tatsächlich an zu regnen.
Freitag; Hatten wir gestern beim Mizzy Lake Trail viel über die Tiere im Algonquin erfahren, ging es heute auf Wanderungen, bei denen es um die Vergangenheit der Holzindustrie und die Fluss Geologie ging. Als erstes unternahmen wir den "Track und Tower" Trail. Durch einen bunten Herbstwald führte der Weg zu einem alten Bahndamm, auf dem bis ins Jahre 1959 Züge im zwanzig Minuten Takt Holz abtransportierten. Es waren noch einige wenige Überreste der Eisenbahnbrücken und Holzflössanlagen zu sehen.
Dann fing der Weg an zu steigen und wir erreichten einen der schönsten Aussichtsplätze im Algonquin Park. Im Jahre 1922 stand hier einer der vielen Feuertürme, die heutzutage keine Funktion mehr haben, da seit 1960 der Park aus der Luft überwacht wird. Die Aussicht auf den Chache Lake war fantastisch. Der Blick geht weit über den verzweigten See bis ans entfernte Ufer, wo sich einst das Hauptquartier des Parks und das im Jahre 1908 erbaute Hotel "Highland Inn" befand. Ein Luxustempel für die damalige Zeit. Vom 1957 geschlossenen Hotelkomplex und dem Hauptquartier des Parks ist heute nur noch ein Parkplatz übrig, welchen die Kanuten benützen, um zu ihren mehrtägigen Touren zu starten.
Alsbald kamen wir zum Grant Lake, welcher von den Einheimischen "Gem of the
Woods" (Edelstein des Waldes) genannt wird. Im Laufe des Nachmittags erreichten
wir wieder den Parkplatz. Es blieb noch Zeit, um drei kurze Wanderungen zu
machen. Am Oxtongue River entlang, der früher ein wichtiger Fluss für die
Holzfäller war, führte der Weg in einer kleinen Schlaufe wieder zurück zum
Parkplatz. Danach erreichten wir den Hardwood Lookout, hier erfuhren wir etwas
über den Baumbestand des Parks. Der Wald besteht hauptsächlich aus drei Arten
von Ahorn (Sugar Marple, Red Marple und Striped Marple), allerdings sind die
Unterschiede für Laien kaum erkennbar. Ausserdem wachsen hier Birken und drei
verschiedene Arten von Fichten. Der
Abschluss des Wandertages bildete der Peck Lake Trail, der um den gleichnamigen
See herum führte. Dort lebt hauptsächlich ein exzellenter "Fischer". Wie wir aus
der Wanderbroschüre erfuhren, ist dies eine Entenart, genannt "Common Loon", dessen
eigenartiger Ruf (eher ein Geheul ähnlich einem Wolf) weit über den See ertönt.
Inzwischen war es Abend geworden und wir mussten zum Campingplatz zurückkehren,
ehe uns die Dunkelheit zuvorkam. Als wir ihn erreichten, sahen wir wieder einmal
das Schild "Campground full". Das Wochenende stand vor der Tür und die Städte
Toronto und Ottawa sind bekanntlich nicht weit entfernt! Gut hatten wir am
Morgen für zwei weitere Tage nachbezahlt.
Samstag; Wieder ein sonniger Tag. Zu schade, um ihn im mitten im Wald gelegenen Campingplatz zu verbringen! Also wurden erneut die Wanderschuhe geschnürt und los ging's. Die Wege, welche wir für heute ausgesucht hatten, glichen zwar weitgehend den Gestrigen, doch lohnte es sich, jeden einzelnen zu erkunden. Wir wurden nicht müde, die wunderschönen farbigen Wälder und die stillen, idyllisch gelegenen Waldseen zu bestaunen. Jeder für sich ein Juwel. Auf dem letzten Trail trafen wir Dave und Wendy aus Florida, die mit ihren zwei Hunden die Wanderungen hier auch sichtlich genossen. Wir plauderten mitten auf dem Waldweg über eine halbe Stunde lang über alles Mögliche. Erstaunt waren sie schlussendlich, als sie erfuhren, dass wir aus der Schweiz stammen. Unser Englisch muss sich irgendwie verbessert haben!
Sonntag; Die Wanderwege auf der Westseite des Parks hatten wir allesamt erkundigt, somit war es Zeit für einen Ortswechsel. Wir fuhren zum nächsten Campingplatz "Rock Lake". Wir fanden einen schönen Platz am See und da es entgegen des Wetterberichtes noch trocken war, gingen wir am Nachmittag nochmals wandern. Die Aussicht vom Lookout Trail war etwas eingeschränkt, aber die Farben der Laubbäume waren deutlich zu sehen. Zum Abschluss gingen wir auf den Biber Pond Trail, dort lernten wir einiges über diese eigenartigen, intelligenten Nagetiere.
Als wir am Abend auf den Campingplatz zurückkamen, staunten wir nicht schlecht. Unser schöner Platz war nur noch die Hälfte wert! Der überaus freundliche Nachbar hatte seinen enorm langen Wohnwagen so hin gestellt, dass er erstens mit seinem Hinterteil auf unserem Platz stand und zweitens war die ganze Seesicht futsch! Wir hatten Mühe, das hinzunehmen, doch kurz entschlossen suchten wir uns einen anderen Platz.
47. Woche: 26. September bis 2. Oktober 2005
Montag; Der Regen klopfte die ganze Nacht auf unser Dach. Heute war nicht ans Wandern zu denken, es goss wirklich wie aus Kübeln. Wir fuhren zum Visitor Center und sahen uns die interessante Ausstellung und den Film über den Algonquin Provincial Park an. Den Nachmittag verbrachten wir wieder einmal am Computer. Am Abend bekamen wir Besuch! Unser neuer Platz liegt direkt am Waldrand und als wir gemütlich beim Jassen sassen, hörten wir beunruhigende Geräusche unter unserem Camper. Hans wagte sich mit der Taschenlampe hinaus und- Aha "der Einbrecher war gestellt". Es war ein niedlicher kleiner Waschbär, der neugierig in die Kamera guckte.
Dienstag; Mit einer wunderschönen Wanderung und dem Besuch des Logging
Museums ging unser Aufenthalt in diesem schönen Provincial Park zu Ende.
Die 10 km lange Wanderung auf dem "Centennial Ridges Trail" hatten wir für heute geplant. Als wir losmarschierten, lag noch Nebel über dem Rock Lake, der sich aber zusehends auflöste. Beim ersten See wurden wir von einem Elch überrascht, der uns auf dem Wanderweg entgegenkam. Aus Respekt vor dem mächtigen Tier traten wir zur Seite und liessen ihn passieren. Wir gingen praktisch den ganzen Weg auf einem bunten Laubteppich. An einigen traumhaften Aussichtspunkten vorbei kamen wir zu wunderschön gelegenen Waldseen, in denen sich die Bäume spiegelten. Die meisten dieser Seen entstanden durch die Arbeit der Biber, wie z.B. auch der Cloud Lake, dessen Biberdamm ebenfalls intakt ist. Es ist kaum zu glauben, wie diese intelligenten Tiere diese Dämme bauen. Nach ca. sechs Stunden waren wir wieder zurück beim Parkplatz.
Bevor wir den schönen Park endgültig verliessen, besuchten wir noch das Algonquin Logging Museum beim Osteingang. Wir sahen uns zuerst einen zehnminütigen Film über die Holzfäller- Vergangenheit des Parks an. Wie wir erfuhren, war allein schon das Schlagen eines Baumes mit der Axt harte Arbeit. Dies geschah hauptsächlich in den Wintermonaten. Die Stämme mussten aus dem verschneiten Wald bis zu einem gefrorenen See geschleift werden. Bis zu den 1950-Jahren benötigte man für den Transport hauptsächlich Pferde. Die Holzfäller waren in so genannten Logging Camps (Baracken) untergebracht und arbeiteten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Als der Film zu Ende war, hob sich die Leinwand und man stand sozusagen mitten in einem Holzfällercamp. An einigen Gebäuden und Gerätschaften vorbei, führt ein Weg hinunter zum Verladeplatz am See und in einer Schlaufe zurück zum Museum. Alles in allem eine sehr interessante Ausstellung.
Wir hatten uns nahezu eine Woche im Algonquin Provincial Park aufgehalten. Die
meist schönen Herbsttage in der Natur haben wir sehr genossen. Es hat sich aber
einmal mehr gezeigt, dass sich die wirkliche Schönheit eines Parks erst bei
mehrstündigen Wanderungen entdecken lässt. Gegen Abend verliessen wir den
einmaligen Park
und fuhren bis zur kleinen Ortschaft Madawaska.
Mittwoch; Der Weg nach Ottawa war uns für heute zu weit, besonders, da wir in der kleinen Ortschaft Renfrew hängen blieben. Wir fanden wieder mal eine geöffnete Library, in der wir unsere Mails checken konnten. Im Kate's Coiffeur Salon liessen wir uns die Haare schneiden. Während Kate mir die Haare schnitt, begab sich Hans ins nahe gelegene Visitor Center und es dauerte eine Weile, bis er mit einigen Prospekten und Informationen über Ottawa wieder zurückkam. Er hatte mit der freundlichen Dame ein längeres gutes Gespräch. Wir entschieden uns, im etwas nördlich von Renfrew gelegenen Fitzroy Provincial Park zu übernachten. Der Platz war nahezu leer. Dass unsere Ferien langsam dem Ende entgegen gehen, merken wir auch daran, dass uns langsam dieses und jenes ausgeht. Heute verbrannten wir unser restliches Holz und genossen unser "letztes Campfire".
Donnerstag; Auf nach Ottawa!
Die 1857 gefällte Entscheidung Queen Victorias, Ottawa zur kanadischen Hauptstadt zu machen, stiess allerorten auf Unverständnis, erschienen doch die Rivalen Toronto und Montreal als geeignetere Kandidaten. Die Houses of Parliaments, die sich auf einem Felsen über dem Ottawa River erheben, beherrschen die Stadtsilhouette. Im Parliament am Ottawa River fallen die Entscheidungen für ganz Kanada. Südlich davon befindet sich das Geschäfts- und Bankenviertel, sowie die Sparks Street, eine Fussgängerzone, welche zum Flanieren einlädt.
Wir erreichten die Stadt von Westen her. Der nächstgelegene Campingplatz von Ottawa befindet sich südlich der Stadt im Vorort Greely. Es fing an zu regnen und ausserdem blies ein heftiger, kalter Wind, so kam eine Besichtigung der Stadt für uns heute nicht in Frage. Wir machten es uns im Camper gemütlich und seit langem lief wieder mal die Heizung.
Freitag; Auf dem Weg zum Campingplatz hatten wir ein grosses Shoppingcenter mit Busstation und Walmart entdeckt. Dort konnten wir das Motorhome stehen lassen und mit dem City Express ging es in 20 Minuten mitten in die Downtown. Wir stiegen beim Rideau Center aus und nach ein paar Schritten waren wir schon bei den Parlamentsgebäuden und dem Rideau Kanal.
Wir bummelten durch die Sparks Street und gingen danach der Wellington Street
entlang bis zur Pont du Portage Brücke, welche über den Ottawa River nach Hull
und Gatineau (Quebec) führt. Wir spazierten dem River entlang und gelangten nach
kurzer Zeit zum "Canadian Museum of Civilization. Es war ein guter Entscheid,
dieses Museum zu besuchen, welches für uns bis jetzt zu einem der
Interessantesten gehört. Nur das Gebäude allein ist schon ein Besuch Wert. Wir
fanden unter anderem einen Schaukasten über den Wohnort meiner Schwester,
Campbell River, darin waren die Anfänge des
Lachsfanges beschrieben, durch welche die Ortschaft berühmt wurde.
Das Museum liegt am Flussufer gegenüber dem Parlamentshügel von Ottawa. Die geschwungenen Formen des vom Architekten Douglas Cardinal geschaffenen, 1989 fertig gestellten Baus, sollen Unermesslichkeit und Unterschiedlichkeit der kanadischen Landschaft symbolisieren. Die Sammlung beleuchtet die Geschichte und Besiedelung Kanadas. Besonders eindrucksvoll sind die Ausstellungen, die sich mit der indianischen Urbevölkerung befassen.
Über die Pont Alenxandra Brücke gingen wir wieder zurück nach
Ottawa. Gegen Abend bummelten wir durch den Byward Market. Äusserst lebendig
geht es in diesem sorgfältig restaurierten Viertel zu. Das Marktgebäude existiert
seit 1826. Heute befinden sich hier diverse
Restaurant und edle Cafes. Die Qual der Wahl; bei der Auswahl fiel uns die
Entscheidung nicht leicht, wir entschlossen uns, thailändisch zu essen, das uns
sehr mundete. Danach fuhren wir zurück
zum South Keys Shoppingcenter und entschieden uns, gleich auf dem Walmart
Parkplatz zu übernachten. Die Geschäfte hatten noch geöffnet, unter anderem auch
der "Future Shop", wo wir uns nach der nächsten Internet Möglichkeit
erkundigten. Der freundliche Verkäufer stellte uns einen Platz und das WiFi Netz
zur Verfügung und wir holten schnurstracks unseren Laptop. Im Nu war die
Homepage wieder aktualisiert. Auf dem gleichen Areal entdeckten wir ein Kino
Komplex und spontan entschieden wir uns, den neuen Film von Jodie Foster "Flightplan"
anzuschauen.
Es war Mitternacht, als wir zu Bett gingen.
Samstag; Ein prächtiger Tag! Wir fuhren nochmals mit dem City Express in die Stadt. Heute besichtigten wir hauptsächlich das Parlamentsgebäude und den umliegenden Park.
Die im Stil der englischen Neugotik gehaltenen Parlamentsgebäude bieten ein imposantes Bild. Der zentrale Bau (Centre Block) mit dem markanten, 90 m hohen Peace Tower, wird vom West und East Block flankiert, die beide zwischen 1859 und 1865 errichtet wurden. Im West Block befinden sich die Büros von Ministern und Mitgliedern des Parlaments. Der Ostflügel beherbergt die Amtsräume von Senatoren. Der Mittelblock musste nach einem Brand 1916 völlig erneuert werden.
Das Innere des Parlaments von Kanada kann man nur mittels einer Führung
besichtigen. Die teilweise langen Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle nahmen wir
in Kauf, das musste halt sein.
Die Führung war äusserst interessant und endete beim Peace Tower. Während Hans sich nach draussen begab, reihte ich mich in die Warteschlange vor dem Lift ein. Von oben hatte man eine gute Sicht über Ottawa.
Durch den weitläufigen Park schlenderten wir hinunter zum Rideau Kanal und der
Schleusentreppe. Wir schauten uns dieses Bauwerk von Nahem an und hatten Glück,
dass gerade ein Schiff in die unterste Schleuse hinein fuhr. Wir schauten eine
Weile zu, wie der Schleusenwart die Tore wirklich von Hand bediente.
Eine Attraktion nicht nur für Freizeitkapitäne ist die Schleusentreppe des Rideau Kanals, die den Höhenunterschied zwischen dem Rideau und dem Ottawa River überbrückt. Der knapp 200 km lange und nur 1,6 m tiefe Kanal wurde zwischen 1826 und 1832 angelegt. Er verbindet Ottawa mit Kingston am Ontariosee. Gedacht war er als strategisch wichtige Alternativverbindung zum St. Lawrence River. Heute verkehren auf der Wasserstrasse mit ihren insgesamt 24 Schleusen hauptsächlich Privatjachten. Die Schleusentreppe in Ottawa, die einen Höhenunterschied von 25 m überbrückt, hat 8 Tore, welche heute noch von Hand geöffnet und geschlossen werden.
In der Nähe des Rideau Kanals befindet sich die Kathedrale "Basilique Notre-Dam". Die römisch katholische Bischofskirche von Ottawa wurde 1846 geweiht. Das prächtige Innere der Kirche mit den vielen geschnitzten Figuren und Glasfenstern fanden wir beeindruckend. Dem Sussex Drive entlang spazierten wir zu den Residenzen des Prime Ministers und des Generalgouverneurs, die sich beide in einem sehr schönen Park befinden.
Am späteren Nachmittag verliessen wir die faszinierende Stadt Ottawa und
fuhren auf dem Trans Canada Highway Richtung Montreal. Im kleinen Ort Casselman fanden wir einen Platz zum Übernachten.
Kaum sassen wir beim Nachtessen, hörten wir draussen ein Riesengeschrei und zu
unserem Erstaunen, flogen Hunderte von Gänsen über unsere Köpfe hinweg Richtung
Süden. Immer wieder kamen neue Schwärme geflogen. Ein tolles Erlebnis.
Sonntag; Wir machten auf dem Weg nach Montreal noch einen Abstecher zum Voyageur Provincial Park. Bevor wir die Stadt Montreal besichtigten, wollten wir noch einmal in einem der schönen Provincial Parks von Ontario übernachten. Es war Sonntag und der Campingplatz noch gut besucht, doch im Laufe des Tages verliessen die Meisten den Platz. Wir unternahmen einen längeren Spaziergang auf dem "Nature Trail" und gingen dem River entlang zurück. Auch heute waren wieder haufenweise Wildgänse unterwegs.
48. Woche: 3. bis 9. Oktober 2005
Montag; Glück im Unglück! Wir sind beide o.k! Aber alles der Reihe
nach!
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der herrlichen Natur verliessen wir den Voyageur Provincial Park und fuhren zurück auf den Trans Canada Highway. Bald schon kamen wir in die grösste Provinz des Landes; Québec. Parlez vous français? Wir erreichten Montreal.
Montreal liegt auf der Ile de Montreal am Zusammenfluss von St. Lorenz-Strom und Ottawa River. Die bumerangförmige Insel ist 48 km lang und 12-16 km breit. 1600 km vom Atlantik entfernt ist der Port de Montreal ein wichtiger Hafen für alle Schiffe auf dem Weg zu den Grossen Seen im Innern des Kontinents. 15 Brücken und ein Tunnel verbinden die Insel mit den Vorstädten auf dem Festland. Montreals Skyline prägt der Namensgeber der Stadt; Wie ein ruhender Pol ragt der 233 m hohe Hausberg Mont Royal aus dem Häusermeer heraus. Montreal gilt nach Paris, als grösste Französisch sprechende Stadt der Welt. Allerdings hört man in Montreal auch Englisch, denn die breite Mehrheit fühlt kanadisch und will nichts von einem unabhängigen Québec wissen.
Unser anvisierter Campingplatz lag auf der Ostseite der Stadt, im Vorort Saint-Mathieu-de-Beloeil. Wir kamen gut durch die Stadt und wollten gerade korrekt in den Campingplatz abbiegen, da hörten wir hinter uns ein Quietschen und "Päng", wir wurden gerammt! Ein unaufmerksamer Autolenker krachte in unsere linke Seite. Uns war soweit nichts passiert, aber der Autolenker hatte seinen Kopf an der Windschutzscheibe angeschlagen und hielt sich das Genick. Eine Autolenkerin, die das Ganze Gott sei Dank gesehen hatte, rief sofort die Polizei und Ambulanz. Die freundliche Dame schilderte der Polizei den Hergang des Unfalles. Der junge Mann war ihres Erachtens ein bisschen zu schnell unterwegs. Ausserdem hatten wir ja den Blinker nach links gestellt, was die Dame ebenfalls bestätigte.
So etwas kann überall und zu jeder Zeit passieren. Wir sind beide wohlauf, das ist die Hauptsache! Nachdem seitens der Polizei alles erledigt war, fuhren wir die 100 m zum Office und besorgten uns einen Platz für die nächsten Tage, denn es wird wohl etwas dauern, bis wir unsere Weiterreise antreten können. Wir waren sehr froh, dass wir wenigstens den Strom anschliessen konnten, ausserdem bot der Platz ein WiFi Netz an, das machte uns das Korrespondieren mit dem Eigentümer einfacher. Ja und nun harren wir der Dinge.
Dienstag: Da unser Campingplatz ca. 20 km ausserhalb der Stadt liegt, fuhren wir mit dem Grey Line Shuttlebus (24$), welcher die Touristen von den einzelnen Campings und Hotels abholt, in die Stadt. Um halb zehn erreichten wir den Dorchester Square. Dieser Platz kommt dem europäischen Konzept einer Stadtmitte am nächsten; er ist umgeben von bedeutender Architektur. Zur belebten Geschäftsstrasse Rue St. Catherine sind es nur ein paar Schritte und hier befindet sich auch das Infotourist Centre wo die verschiedenen Sightseeing Touren starten. Denkmäler verdienter Persönlichkeiten zieren den Park, natürlich unter anderen dasjenige von Sir John A. Macdonald, dem ersten Prime Minister Kanadas. Ein erster Besuch galt der "Mary Queen of the World Cathedral", welche inmitten der riesigen Hochhäuser steht. An der geriffelten Fassade des Luxushotels Chateau Champlain blieb unser Blick hängen, wie wir erfuhren, vergleichen die Montrealer das zur Marriott Kette gehörende Hotel respektlos mit einer Käseraffel!
Wir konnten uns für heute noch zu keiner geführten Tour entschliessen, sondern wollten zuerst mal einen Teil zu Fuss erkundigen. Das Wetter war herrlich und so wandten wir uns zuerst dem Aussichtspunkt der Stadt zu. Der 233 m hohe Mont - Royal ist das weithin sichtbare Erkennungszeichen der Stadt. Der den Berg umgebende Parc du Mont Royal ist eine grüne Oase mit Zedern, Fichten und Ahornbäumen, dementsprechend sahen wir natürlich Dutzende der niedlichen, kleinen Eichhörnchen. Es dauerte allerdings eine Weile, bis wir oben ankamen, nicht weil der Weg zu Fuss zu weit gewesen wäre, sondern weil die Wege nicht allzu deutlich angeschrieben waren. Schlussendlich erreichten wir die Aussichtsplattform.
Danach spazierten wir gemütlich durch den weitläufigen Park hinunter in
die Stadt und schon war es leider Zeit, zum Dorchester Square zurück zu kehren,
um den Shuttlebus zum Campingplatz zu erwischen. Leider fahren die öffentlichen
Transportmittel nicht bis zu unserem Campingplatz und so können wir nicht selber
entscheiden, wie lange wir in der Stadt bleiben wollen.
Mittwoch; Für heute hatten wir eine dreistündige Stadtrundfahrt gebucht. Der "Montreal Trolley" startete beim Dorchester Square und fuhr als erstes durch das "Old Montreal" Quartier. Hier befindet sich die Basilique de Notre Dame. Ein zehnminütiger Stopp erlaubte es natürlich nicht, die Kirche von innen zu besichtigen. Danach ging es an den schönen alten Häusern vorbei zum Parc Olympic, wo im Jahre 1976 die Olympischen Spiele stattfanden. Auch hier hatten wir natürlich nur die Möglichkeit, ein paar Fotos zu machen. Als nächstes fuhren wir durch das Universitätsgelände, übrigens das grösste von Kanada. Anschliessend hielten wir vor dem St. Joseph's Oratory mit dem sehr sehenswerten Dom, dessen 97 m hohe Kuppel die zweitgrösste der Welt ist (die Grösste befindet sich ja in Rom). Zum Abschluss der Tour ging es Richtung Mont-Royal, zum tiefer gelegenen Aussichtspunkt, wo man ebenfalls einen sehr schönen Blick auf die Stadt hat.
Um halb eins erreichten wir wieder den Dorchester Square und gingen erst mal etwas essen. Am Nachmittag nahmen wir uns Zeit, das Old Montreal Quartier zu Fuss zu besichtigen. Wir spazierten als erstes zum Place d'Armes, wo sich eine der schönsten neogotischen Kirchen Nordamerikas befindet, die Basilique Notre Dame. Gebaut wurde sie zwischen 1824 und 1843. Vom mittelalterlichen Dekor der Aussenfassaden bis zum fantastischen Sternenhimmel im Innern, von der gewaltigen Orgel bis zur gold überladenen Sakristei, die Basilika vermag jeden Besucher zur stillen Andacht zu bewegen. Immer wenn wir eines dieser prächtigen Gotteshäuser betreten, nehmen wir dies auch zum Anlass, mittels Anzünden einer Kerze unseren lieben Verstorbenen zu gedenken.
Nach dem Besuch dieser wunderschönen Kirche bummelten wir dem Hafen entlang. Dort bestaunten wir mit einigen anderen Touristen eine eben angekommene Privat-Yacht mit mehreren Decks und zwei Whirlpools. Wem die wohl gehört? Spekulationen wie z.B. "Donald Trump's Yacht" waren zu hören. Wir dachten eher an die der Rolling Stones, welche wir in Toronto vom Turm aus gesehen hatten. Wie auch immer, an Geld mangelt es dem Besitzer auf keinen Fall.
Zurück gingen wir wieder durch das alte Quartier von Montreal. Hier wähnten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes in Frankreich. Nicht umsonst wird Montreal die zweitgrösste französisch sprechende Stadt nach Paris genannt. Auf der Strasse war ausnahmslos Französisch zu hören. Dieses Quartier ist einzigartig, sei es der Place Jaques Cartier, mit dem schönen Rathaus oder die bezaubernden kleinen alten Steinhäuser, mit ihren Efeuumrankten Fassaden, dieses Quartier ist die Erkundigung zu Fuss wert.
Donnerstag; Inzwischen hatten wir Nachricht von unserem Vermieter
erhalten, so wie es aussieht, können wir eventuell am nächsten Montag unseren
etwas havarierten Camper austauschen. Dies gab uns die Gelegenheit, heute einen
Ruhetag einzuschalten. Auch an solchen Tagen wurde es uns nicht langweilig, da
wir immer etwas zu erledigen hatten.
Freitag; Nach einer langen Schönwetterphase regnete es wieder einmal und wie! Eine Nass- und Kaltfront ist über Nacht vom Westen her angekommen. Nun, wir hatten den Shuttlebus bereits am Donnerstag bestellen müssen und so ging es trotz Regens in die Stadt. Wir gingen in den "Untergrund". Im Montrealer Stadtkern sind viele Shoppingkomplexe miteinander verbunden, alles in allem könnte man trockenen Fusses insgesamt 32 km zurücklegen.
Als am späteren Nachmittag der Regen etwas nachliess, wagten wir uns wieder nach
draussen und bummelten noch ein wenig der Rue St. Catherine entlang.
Samstag; Immer noch regnete es heftig und so kamen wir wohl oder übel nochmals zu einem Ruhe- /Büro- Tag. Am Nachmittag hellte es ein wenig auf und teilweise blickte sogar die Sonne durch die tief hängenden Wolken.
Sonntag; Noch einmal fuhren wir mit dem Shuttlebus mitten in die Stadt. Es war zwar bitter kalt, aber wenigstens trocken. Wir nahmen die Metro und stiegen beim Parc Olympic aus. Als erstes fuhren wir mit der Seilbahn auf den "Observatory Tower". Obwohl es stark bewölkt war, hatten wir trotzdem eine gute Sicht auf Montreal.
Danach besichtigten wir den "Biodome", dieser besteht aus vier verschiedenen Teilen. Durch einen tropischen Regenwald gelangten wir in die Flusszone, wo Biber und Otter um die Wette schwammen. Danach spazierten wir durch die "North Sea" bevor die Antarktis den Abschluss bildete. Kaum wieder draussen, hatten wir immer noch das Gefühl, in der "Antarktis" herumzuspazieren, es war kalt und es wehte ein eisiger Wind. Wir taten gut daran, heute die Windjacken mitzunehmen. Trotz der Kälte entschlossen wir uns für einen Bummel durch den Botanischen Garten. Im China Garden begeisterten uns die diversen verzierten Dächer und die bunten Lampen. Im Japanese Garden bestaunten wir die vielen Bonsai Bäumchen, jeder für sich ein wunderschönes Exemplar.
Nachdem wir den Botanischen Garten und das Insektarium ausgiebig "erwandert" hatten, nahmen wir wiederum die Metro und fuhren zum St. Joseph Oratory, welches wir bei der Stadtrundfahrt nur kurz von aussen gesehen hatten. Neunzig Treppenstufen führten zum Dom hinauf. Der Weg war weit, aber wir fanden es angenehmer, die 90 Stufen aufrecht hinaufzusteigen, als auf den Knien, wie es einige Leute taten. Hoffentlich werden dabei deren Gebete erhört. Im Gegensatz zu der Basilique de Notre Dame, war dieser Dom sehr schlicht gehalten. Die Verzierungen fehlten und auch keine üppigen Farben waren vorhanden. Die Aussicht auf die Stadt von der Dom Terrasse aus war trotz trübem Wetter einmalig. Zum Abschluss des Tages fuhren wir mit der Metro zurück und stiegen bei der Rue St. Catherine aus, um noch ein kleines Stück der ziemlich belebten Strasse entlang zu gehen.
49. Woche: 10. bis 12. Oktober 2005
Montag; Gemäss Auskunft unseres Vermieters sollten wir ja heute den
Austausch Camper bekommen, aber wann genau? Als wir gegen elf Uhr noch nichts
wussten, riefen wir mal an, um uns zu erkundigen, ob alles noch so sei. Das Auto
sei unterwegs zu uns. So fingen wir an zu packen und putzen. Dann um halb eins
war der Camper da, es war das selbe Modell, auch von der Farbe her war kein
grosser Unterschied bemerkbar, allerdings hatte das Auto
schon lange keine Waschanlage mehr gesehen! Auch innen waren
noch ein paar kleinere Putzarbeiten nötig, bevor wir alles einräumen konnten um
uns wieder wohl zu fühlen. Ausserdem war noch eine kleinere Reparatur an der
Zündspule fällig, welche wir auf morgen Dienstag verschieben mussten, heute war
nämlich "Thanksgiving Day" in Kanada, somit ein arbeitsfreier Montag. Es wurde schlussendlich zu spät um weiter zu fahren,
deshalb beschlossen wir, halt nochmals eine Nacht auf dem Camping zu bleiben.
Dienstag; Auf nach Québec!
Bevor wir losfuhren, ging es ab in die Waschanlage. Danach sah der Camper doch schon ein bisschen sauberer aus und schon bald fuhren wir auf der Autobahn nach Québec.
Wie schon in Montreal und Ottawa, gibt es auch hier keinen Campingplatz direkt in der Stadt. Ausserdem hatten viele Plätze schon geschlossen, da die Campingsaison hier wohl schon vorbei ist. Im örtlichen Visitor Center gab man uns einen Parkplatz an, auf dem man gegen eine "kleine Gebühr" übernachten kann, allerdings ohne Strom und Toiletten. Ach ja, dann war da noch die Ford Garage zu finden, die es am uns angegebenen Ort nicht mehr gab! Also mussten wir die Reparatur noch einmal verschieben. Die "kleine Parkplatz-Gebühr" betrug stolze 18 Dollar, aber es blieb uns wirklich nichts anderes übrig, somit parkierten wir unser Auto und warfen mal den Generator an. Ausser uns waren noch ein paar andere Camper da. Neben dem Platz waren Jäger unterwegs, die am Fluss auf Entenjagd waren. Wir sehnten die Dunkelheit herbei, nicht nur damit wir Ruhe hatten, nein, natürlich auch wegen den Enten.
Mittwoch: Québec, eine sehr sehenswerte Stadt, "ausnahmslos französisch"
Hörten wir in Montreal schon hauptsächlich die französische Sprache, hier in Québec existiert Englisch praktisch nicht!
Québec ist die älteste Stadt Kanadas und eine der ältesten Nordamerikas. Bereits die Lage signalisiert ihre Ausnahmestellung. Auf hohem Fels hoch über der engsten Stelle des St. Lorenz Stromes gelegen, war sie Jahrhundertlang der Schlüssel zu einem Pelz- und Holzimperium, welches erst die Franzosen vor den Briten, später dann die Briten vor den Amerikanern verteidigten.
Im Jahre 1608 baute hier Samuel de Champlain ein hölzernes Fort und gab ihm den Namen, mit dem der Stamm der Algonquin Indianer den hier nur 1 km breiten St. Lorenz Strom bezeichneten; Habitation de Québec (kebec: wo der Strom enger wird). Als genialer Geograf hatte er die Schlüsselrolle des Forts für die Zukunft einer Kolonie erkannt. Wer Québec besass, kontrollierte den Pelzhandel in einem Territorium ungeahnten Ausmasses. Die Anfänge der Kolonie waren mühsam, die Winter hart. Als Champlain 1635 starb, lebten gerade 300 Siedler in Québec, hauptsächlich Pelzhändler und Handwerker, die auf dem Felsen ihre Häuser zur Oberstadt zusammenstellten. Eine attraktive Sehenswürdigkeit der Stadt ist das 1894 eröffnete Château Frontenac (National Historic Site), wohl das meistfotografierte Hotel der Welt und ganz sicher eines der schönsten.
Da sich unser "Campingplatz" 6 km ausserhalb der Stadt befindet und kein Fussweg in die Stadt führt, bestellten wir uns ein Taxi, um über die Autobahn in die Innenstadt zu gelangen. Beim "Parc de l'Artillerie" in der Oberstadt stiegen wir aus und spazierten der Stadtmauer entlang zum Château Frontenac. Ohne dieses dominierende Luxushotel kann man sich die Silhouette der Stadt kaum vorstellen. Von der Terrasse Dufferin hatten wir eine prächtige Sicht über den ganzen Hafen und den St. Lorenz Strom. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff lag im Port de Québec vor Anker. Wir machten einen Abstecher in die Unterstadt hinunter, um uns das "monumentale Hochhaus auf See" genauer zu betrachten. Das Schiff "Constillation" kam aus Nassau (Bahamas) und fasst 2450 Passagiere und 999 Crew Mitglieder! Abgesehen von den zehn Aufzugsanlagen befinden sich mehrere Pools, ein Casino und ein Cinema an Bord.
Das Schmuckstück der Unterstadt ist der Place Royale und die Rue du Petit-Champlain. Vom Elendsquartier irischer Taglöhner im vorigen Jahrhundert ist nichts geblieben. Heute befinden sich in den schönen alten Steinhäuser Kunstgalerien und Restaurants. Am Place Royale befindet sich auch die älteste Kirche Kanadas; die "Eglise Notre-Dame-des-Victoires", dessen Bauzeit von 1688 bis 1723 dauerte. Der ungewöhnliche Name der Kirche erinnert an Siege über die Briten. Die Strassen und kleinen Gässchen waren ziemlich belebt, darunter sicher auch viele Leute des Kreuzfahrtschiffes. Überall waren Führungen in (englischer Sprache) im Gange.
Wir genossen es sehr, durch die engen Gassen zu bummeln. Bei dieser oder jener
Führung gelang es uns, ein paar Worte zu erhaschen.
Zum Abschluss unserer Stadtbesichtigung stiegen wir wieder zur Oberstadt hinauf, um zur "La Citadelle" zu gelangen. Der Zugang zur Zitadelle war infolge Umbaus nicht möglich, aber es führt ein breiter Holzsteg um die Festung herum, mit vielen Aussichtsterrassen auf den St. Lorenz Strom und die Stadt. Gegen Abend nahmen wir uns wieder ein Taxi zum "Campingplatz" und dann ging es weiter Richtung Süden. Das Gebiet, durch welches wir kamen, nennt sich "Chaudière Appalaches" und ist in den Sommermonaten eine beliebte Touristenregion hier in der Umgebung von Québec. Leider sind auch hier sämtliche acht Campingplätze seit Ende September geschlossen. Im kleinen Ort Beauceville stach uns das Schild einer Ford Garage ins Auge und es gelang uns gerade noch, die ausstehende Reparatur auf den Donnerstag morgen zu organisieren. Der Garagist war sehr freundlich, er liess uns auf dem Areal übernachten und stellte uns den Stromanschluss zur Verfügung.
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