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Künstlername: Dida
Kompletter Name: Nelson de Jesus Silva
Geburtsdatum: 07/10/1973
Geburtsort: Irará (BA)
Position: Torhüter
Link: Fehlanzeige
Vereine:
2010: Karriereende
2002: AC Mailand
2001 bis 2002: Corinthians (SP)
2000 bis 2001: AC Mailand
1999 bis 2000: Corinthians (SP)
1999: FC Lugano< 1995 bis 1998: Cruzeiro (MG) 1992 bis 1994: Vitória (BA) WM-Einsätze Seleção:
WM 2006 Deutschland
WM 2002 Japan/Südkorea
Nelson de Jesus Dida ist eine ruhige, zurückhaltende Person, die schüchtern nach aussen tritt – der ein oder andere interpretiert in diese seine “andere“ Art unter Fussballern eventuell Arroganz und Unnahbarkeit, aber nein, das ist es nicht. Dida ist ein ausgesprochen höflicher und sympathischer Mann, der immer ein Lächeln auf den Lippen trägt – ausgenommen nach einem verlorenem Spiel oder einem schlechtem Spiel von ihm selbst.
Dida, wie er seit jeher im Fussball kurz genannt wird, wurde in Irará im Bundesstaat Bahia, am 07. Oktober 1973 geboren. Seine Familie zog aber bald darauf nach Alagoas. Er wuchs zu einem Hünen heran und seine Karriere im Fussball, die er wie fast jeder Brasilianer als Feldspieler begann, wurde alsbald auf das Tor gelenkt. Er spielte zunächst bei Cruzeiro de Arapiraca, einem kleinen Verein, aber bald wurde er entdeckt und zum grossen Club Vitória in Bahia gebracht. Dies war 1991 und schon ein Jahr später spielte er in der U-20 Nationalmannschaft als Torwart – eine steile Karriere. Und es folgten weitere Titel: 1992 Meisterschaftssieg in Bahia, 1993 Weltmeister mit der U-20 und der erste grosse Wechsel innerhalb Brasiliens zu Cruzeiro stand bereits Anfang 1994 an. Seine sicheren Aktionen, seine optimal erzielten Resultate mit Vitória hatten sich schnell rumgesprochen und der Erfolg lies nicht lange auf sich warten. In Minas Gerais wurde er sehr schnell zum grossen Fanidol und bereits nach der Weltmeisterschaft 1994 wurde Dida als der grosse Nachfolger von Torwart Taffarel vorgestellt und eingesetzt. 4 Jahre spielte Dida bei Cruzeiro und gewann herausragende Titel – den wohl wichtigsten 1997, den Copa Libertadores, das Pendant zur UEFA Champions League in Europa. Ein Jahr zuvor war der brasilianische Pokal gewonnen worden und bei den Olympischen Spielen in Atlanta stand er auch bereits zwischen den Pfosten des brasilianischen Tores. Er gewann mit der Seleção die Bronzemedaille.
Didas grosser Traum war es jedoch immer nach Europa zu wechseln und 1998 war es dann endlich soweit! Er wurde vom AC Mailand nach Italien geholt und direkt für ein Jahr dem FC Lugano ausgeliehen, zur Reife und Aufstockung der Spielerpraxis im europäischen Fussball. Nach einem Jahr kam er zurück nach Mailand und wurde direkt weiter zurück nach Brasilien zu Corinthians in São Paulo geschickt – eine kleine Odyssee des grossen Mannes. Sogleich gewann er mit seinem neuen Team die brasilianische Meisterschaft, seine physische Grösse im Tor gepaart mit schnellen Reflexen und einem ungemeinen Spürsinn für die heranfliegenden Bälle aufs Tor und die Abwehr dieser waren ausschlaggebend für diesen Erfolg.
Ein kurzes Gastspiel in Mailand in der folgenden Saison mit der erneuten Rückkehr nach Brasilien zum gleichen Club zeichnen die nächsten Jahre von Dida aus. Schliesslich und endlich kehrte Dida zum AC Milan 2002 zurück und wurde der stille Held des Elfmeterschiessens im Finale der Champions League gegen den FC Juventus – ein historisches Spiel mit unvergesslichen Momenten und Spielern! “Dank Didas Goldenen Händen“ gewann das in weiss spielende Team um Paolo Maldini das erste in der Geschichte der Champions League ausgetragene Endspiel zwischen zwei italienischen Vereinen. Regierungschef und Milan-Präsident Silvio Berlusconi auf der Ehrentribüne jubelte mit den Fans mit und eilte stolz in die Kabine, um seiner Elf samt Trainer zu gratulieren: “Ihr wart bravissimi.“ Coach Carlo Ancelotti, in Italien schon als “Ewiger Zweiter“ abgestempelt, war der Rührung nahe. “Ich war ein Verlierer, aber jetzt denke ich nur noch ans Feiern.“ Bei allen Ovationen für Ancelotti und den auch “zum Spieler des Abends“ gewählten Maldini wurde der eigentliche Matchwinner fast zur Randfigur. Torhüter Nelson de Jesus Silva, parierte nach der Verlängerung die Elfer von Trezeguet, Zalayeta und Montero. „Dida hypnotisiert Juve“, feierte “La Gazzetta dello Sport“ den damaligen 29-jährigen brasilianischen Keeper. Und das war nicht das einzige Glanzstück dieser Saison fürs Team und Dida – mit 32 Einsätzen als Torwart erlangten er und das Team auch noch die Copa Italiana und holten sich den Serie A-Titel zurück.
Zur Weltmeisterschaft in Asien 2002 fuhr Dida auch, allerdings als Ersatztorwart und hinter Marcos kommt er während der WM kein einziges Mal zum Einsatz, er hatte in der Vorbereitungsphase seinen Stammplatz an den jungen Torwart der Palmeiras von São Paulo verloren. Diesen holte er sich aber bis zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 zurück. Ausserdem war er 2005 auch beim FIFA-Konföderationenpokal in Deutschland im Einsatz.
Dida spielt nach wie vor bei AC Milan, er hatte seine guten und seine schlechten Zeiten in den letzten Jahren und steht wie jeder andere Torwart mit dem einen oder anderen Fehler immer im Mittelpunkt der Ereignisse. Es heisst, sein sanftes Lächeln sei verloren gegangen, das Gesicht bleibt in letzter Zeit steinern. Wo früher wenige Worte waren, sind jetzt gar keine mehr. Seine 1,95m und 82 kg halten nicht mehr jeden Ball und sein Ruf als bester Torwart der Welt ist Geschichte. 2006, knapp 3 Monate vor der WM 2006 in Deutschland, schrieb ihn die Presse in Grund und Boden, analysiert sein Stellungsspiel, seine Flüge, vor allem aber seine Patzer. Titel wie “Tollpatschig“ und “Dida wankt“ sind zu lesen und das im WM Jahr als Torwart der brasilianischen Seleção ist schlimm.
Im Januar 2005 ging es gegen Genua, im Mailänder San Siro Stadion, da zog Andrea Gasbarroni von der Gästemannschaft aus 25 Metern ab. Dida sah den Ball direkt auf sich zukommen, bewegte sich aber nicht, riss keine Arme in die Höhe nach altbekannter schneller Manier und Reaktion, sondern stand einfach nur da und lies den Ball vom rechten Oberarm abprallend ins Tor fliegen. Unerbittlich zeigte das Fernsehen diese Sequenz immer und immer wieder und die Ente, wie in Italien ein Patzer wie dieser eines Torhüters genannt wird, war in aller Munde. Seine einzige Reaktion bei der Pressekonferenz war ganz nach seiner Art, kurz und markant mit der Bitte, seine Privatsphäre sei zu respektieren. Ein Mailänder Lokalsender hatte “private Gründe“ und “Herzensangelegenheiten“ für die Formbaisse des Torwarts ausgemacht. Das Team hält nach wie vor zu ihm, jeder sei fehlbar und sogar der Torschütze selbst sprach von einem schwer haltbaren Ball. Alle haben Mitleid mit ihm. Ist es doch so eine Sache als Torwart. Man erwartet gemeinhin Glanzparaden von einem Torhüter, doch in Erinnerung bleiben besonders die “Enten“. Es heisst dann: “Der Torhüter sah unglücklich aus.“
Dida sieht oft unglücklich aus, auch wenn er passabel hält. Und das mag an seiner Herkunft liegen: Ein Brasilianer im Tor? Das passt irgendwie nicht, zumindest nicht zum Klischee: Ein Brasilianer stürmt, zaubert, macht Kapriolen. Inzwischen werden die Rufe in Brasilien nach Marcos im Tor wieder laut, mit dem habe schliesslich schon einmal der Titelgewinn der WM geklappt. Für manche Goalkeeper ist die Rivalität anstachelnd, für den anderen der Beginn von Zweifeln, Unsicherheit und Nervosität…
Dida ist ein herausragender Keeper, nicht nur aufgrund seiner Grösse, die ihm vor allem bei Elfmetern immer wieder half, sondern auch wegen seiner unglaublich schnellen Reflexe und seinem Ehrgeiz. Bei jedem Rückschlag begann Dida noch verbissener und härter zu trainieren und sich zu verbessern, jeder durchgelassene Ball ist Ansporn genug für ihn. Bereits mehrmals stand er unter den ersten drei Namen der Welttorhüter des Jahres, für 2005 kam er auf den zweiten Platz hinter Petr Cech vom FC Chelsea.
Beim Champions-League-Spiel in Glasgow am 3. Oktober 2007 wurde Dida von einem Anhänger Celtics auf dem Platz leicht am Hals berührt, woraufhin der Brasilianer zuerst die Verfolgung aufnahm, sich aber nach einigen Metern theatralisch fallen und auf einer Trage wie verletzt auswechseln liess. Die UEFA sperrte ihn nach diesem Vorfall für zwei Spiele in der UEFA Champions League. Nachdem der AC Mailand Protest gegen die Sperre eingelegt hatte, wurde diese auf ein Spiel reduziert.
Nach einer längeren Verletzung hat Dida die Aufbauphase in der Reha abgeschlossen und steht wieder im Tor der Mailänder. Der AC hat neben Dida noch drei weitere Torhüter in ihren Reihen. Sein Vertrag endete 2010, so hat sich der inzwischen 37-jährige Dida entschlossen seine erfolgreiche Karriere ebenfalls zu beenden. Wir wünschen Dida alles Gute.