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Wärme, Kälte und Berührungen zu spüren ist überlebenswichtig und bildet die Grundlage, damit Menschen mit der Umwelt interagieren können. Der Amerikaner David Julius und der amerikanisch-libanesische Doppelbürger Ardem Patapoutian schlossen entscheidende Lücken in unserem Verständnis des komplexen Zusammenspiels zwischen unseren Sinnen und der Umwelt, wie das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm verkündete. Dafür wurden sie mit dem diesjährigen Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geehrt.
In den neunziger Jahren knackte der an der University of California (USA) tätige Forscher David Julius den Mechanismus, der dazu führt, dass Capsaicin, eine scharfe Verbindung aus Chilischoten, ein brennendes Gefühl verursacht. Gemeinsam mit seinem Team entdeckte er das Gen für die Empfindlichkeit für Capsaicin.
Wie Druck wahrgenommen wird
Ardem Patapoutian, der an der Forschungseinrichtung Scripps Research im kalifornischen La Jolla (USA) forscht, versuchte die Rezeptoren zu identifizieren, die durch mechanische Reize aktiviert werden. So entdeckte er gemeinsam mit seinem Team in Experimenten mit druckempfindlichen Zellen ein einziges Gen, dessen Ausschaltung die Zellen unempfindlich gegenüber einem Mikropipetten-Stupf machte. Patapoutian und seine Mitarbeitenden fanden so den Ionenkanal namens Piezo1, der direkt durch Druck auf die Zellmembran aktiviert wird. Später wurde ein zweites Ionenkanal-Gen – Piezo2 – entdeckt.
Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie an die US-Forscher Harvey J. Alter und Charles M Rice sowie den Briten Michael Houghton. Sie wurden für die Entdeckung des Hepatitis C-Virus geehrt.
Der Nobelpreis ist mit zehn Millionen Kronen (rund 1,06 Millionen Franken) pro Kategorie dotiert. Offiziell geehrt werden die Preisträgerinnen und Preisträger am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel. Sie erhalten dann neben dem Preisgeld die berühmte Medaille sowie eine Nobelurkunde.