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Skikjöring
(Quelle: http://www.broger.ch + Corinne Schlatter)
Skikjöring (aus dem Nordischen Snörekjöring, bedeutet Schnurfahren) ist eine sehr alte, in den nordischen Ländern entstandene Art des Skifahrens hinter Vorspann wie Rentier, Pferd, Hund; auch hinter Motorschlitten oder Motorrad.
(Jakob Broger mit Volta - dem Sieg entgegen)
Geschichte
Bei der Skikjöring-Premiere 1906, war vieles ganz anders als heute. Die Fahrer nahmen die Strecke von St.Moritz nach Champfèr und zurück nicht gemeinsam in Angriff, sondern starteten individuell im Minutentakt. Philip Mark, der Präsident des Skiclubs Alpina, und sein irischer Fuchswallach Blitz waren die Schnellsten. Für die knapp zehn Kilometer benötigten die beiden 20 Minuten und 22 Sekunden. Das Skijöring war bei den Olympischen Winterspielen 1928 in St. Moritz Demonstrationssportart. Die Teilnehmer und die Pferde wurden streng kontrolliert, da diese Sportart sehr unfallträchtig ist. Wegen der zahlreichen Unfälle wurde das Skijöring dann nicht in das olympische Programm aufgenommen. Anlässlich der Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer wurde Skikjöring mit Rentieren von den Lappen als Show vorgeführt.
Heute
Seit das Skikjöring auf die Bahn transferiert wurde, wird es freilich wie jedes andere Galopprennen gelaufen - im Pulk, Pferd gegen Pferd, Fahrer gegen Fahrer. Dies erfordert von den Sportlern grosses skifahrerisches Können und eine sichere Kontrolle ihrer vierbeinigen Partner. Als besonders schwierig erwies sich stets der Start, zumal sich in dieser ersten Phase des Rennens die Leinen leicht oder die Vollblüter manchmal in alle Richtungen abspringen können. Von «heillosem Durcheinander» wurde im Laufe der Jahrzehnte immer wieder berichtet; 1965 beispielsweise kam kein einziger Fahrer ins Ziel. Deshalb wurde das Skikjöring in der Folge als offizielle Galopp-Disziplin reglementiert, die Ausrüstung vereinheitlicht, farbige Skis wurden vorgeschrieben (damit sie von den Pferden im Schnee erkannt werden können) und die Fahrer im Vorfeld einer strengen Prüfung unterzogen. (Lizenzprüfung PDF) + (Sonderbestimmungen PDF) Obwohl die Qualität der Pferde, die in dieser Prüfung eingesetzt werden, Jahr für Jahr besser geworden ist und jeden Winter immense Anstrengungen unternommen werden, um die Rennbahn auf der rund 60 Zentimeter dicken Eisdecke sicherer zu machen, eine gewisse Waghalsigkeit muss den Skikjöring-Fahrern auch heute noch eigen sein. Denn eine 2700 Meter lange Strecke auf gepresstem Geläuf, im Schneeschollen-Regen und mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde zu meistern, setzt ganz schön viel Kraft, Athletik, Gleichgewicht, Instinkt und Härte voraus. Vorentscheidend für den späteren Erfolg oder Misserfolg sind die Positionskämpfe vom Start bis in die erste Kurve. Zwischenfälle können sich aber auch später ereignen, wenn zum Beispiel ein Pferd versehentlich auf die Skis eines Fahrers tritt. Die St.Moritzer Skikjöring-Rennen an den drei Renntagen werden seit einigen Jahren zu einer Trophy zusammengefasst.
Der nach Punkten erfolgreichste Fahrer wird zum «König des Engadins PDF» gekürt. (seit Jahren Jakob Broger aus Wangen bei Dübendorf)
Jakob Broger «König des Engadins» mit unserer "Schönheitskönigin 2003" Nadine Vinzenz
Bei den Pferden handelt es sich um im Rennregister eingetragene Rennpferde. Diese werden wie jedes Rennpferd trainiert. Zusätzlich werden sie an die Leinen und an das Tuch gewöhnt.
Ein eigentliches unberittenes Training mit einem Skifahrer an den Leinen ist aber nicht möglich, da ein Skifahrer zu wenig Einwirkung auf das Pferd hat und es so durchbrennen würde. (Aussage J. Broger - siehe weiter unten)
Kurz gesagt: ob es "funktioniert" oder nicht, weiss man erst nach dem ersten Start!...
Der Beschlag ist genauestens reglementiert. Es handelt sich um normale Renneisen, die über 3 zusätzlich aufgeschweisste Stollen verfügen.
Einem Vorderzeug ähnlich sind an einem dicken, geflochtenen Baumwollstrick Handschlaufen angebracht. Das elastische Material verhindert einen unangenehmen Ruck beim Anfahren. Die Pferdebrust wird durch ein Kunstlammfell geschützt.
Text von Jakob Broger «König des Engadins» http://www.broger.ch
Mein
Geschirr
Wenn ich mit meinem Pferd per Skikjöring unterwegs bin, auf normalen Wegen oder über die verschneiten Felder notabene, brauch ich natürlich ein etwas stärkeres Geschirr als beim "Rennmässigen - Skiköring". Mein Geschirr besteht aus drei Teilen: Zugseil, Selette mit Schweifmätze und Leitseil.
Das Zugseil (siehe Bild oben rechts) besteht aus einem 120 cm Brustblatt an dem ein Glöckchen hängt damit mich die Fussgänger schon von weitem hören. Gehalten wird das Brustblatt von einem Gurt, welcher über den Widerist geht und an welchem 2 Ringe montiert sind. Durch diese wird später das Leitseil geführt. Am Brustblatt angenäht sind zwei starke Bergsteigerringe und an Panikhaken eingehängt (damit das Pferd bei Schwierigkeiten sofort abgehängt werden kann) zwei SpanSet Gurten mit je 500 kg Zugkraft und 310 cm Länge . Am Ende der Gurten ist der Holzgriff 50 cm breit, mit Ring, angeschraubt.
Das
Leitseil (siehe Bild oben rechts) besteht aus zwei 400 cm Seile,
welche an einem Ende mit starken Karabinerhaken, verschraubt sind. Die Leitseilstange
besteht aus einem 10 mm Armierungseisenstück 40 cm breit. Damit kann
ich das Pferd mit einer Hand, nur durch Drehen des Handgelenkes (Hebel)
milimeter genau führen. In der Mitte der Stange ist das Sicherungsseil
mit Haken angebracht, welcher dann am Zugholz eingehängt wird. Rutscht
die Stange einmal aus der Hand, kann sie nicht zu Boden fallen.
Die Selette (siehe Bild oben rechts) hat, Analog dem Fahrgeschirr zwei Augen, durch welche das Leitseil gezogen wird. Eine "Schweifmätz" hält alles an seinem richtigen Ort. Sehr wichtig ist auch der Riemen, welcher auf der Höhe der Nieren, an der Mätze befestigt ist - denn hier werden die "Strangenträger" befestigt. Durch diese werden beim Einspannen das Leitseil und das Zugseil geführt. So bleibt, auch beim Durchhängen der Seile, alles auf der Höhe des Pferdebauches und es kann sich nicht darin verheddern.
Mein Zubehör
Die Ski (siehe Bild oben rechts) Ich bevorzuge 100 cm lange Skis, welche ich bei auftretenden Schwierigkeiten ohne weiteres Drehen kann. Ich kann damit im Notfall auch "laufen". Den auf meiner "Piste" kommt es oft vor, dass ich eine "schneelose" Strasse überqueren muss oder unter einer Brücke durch muss. Das Pferd muss dann ruhig im Schritt gehen damit ich mit "Schreiten" nachkomme.
Das Zaumzeug besteht aus Sicherheitsgründen aus einer Dressurkandare. Obwohl mein Vollblüter sehr gehorsam ist, braucht es doch auch bei ihm, zwischendurch eine etwas stärkere Einwirkung durch meine Hand - vorallem auf dem Heimweg.
Handschuhe: nur spezielle Goali Handschuhe welche auch beim Nasswerden niemals rutschen ! Helm + Brille: Ein absolutes Muss !
Meine Helmkamera habe ich selber gebaut und hat den grossen Vorteil, dass ich in der Lage bin, durch den aufgeklappten Monitor meine Aufnahmen zu kontrollieren. Problematisch wird es nur, wenn die Sonne von Hinten scheint, dann wird der Bildschirm dunkel. Das Gewicht ist auch nach einer Stunde Fahrzeit ohne weiteres noch tragbar. Leider bin ich beim Skikjöring zu nahe am Pferd und die Aufnahmen kommen nicht so recht zur Geltung (siehe Filme unten). Beim Springen wird sich das wohl ändern.