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In Hochdorf starteten wir am Sonntag zum zweitletzten Cross Country Rennen der Saison. 200 Meter nach dem Start folgte ich einer Eingebung (ob diese klug oder dumm war lässt sich nur schwer erörtern) und lancierte einen Sprint. Das Feld wurde auseinander gezogen und ich führte während einer halben Runde. Mit einem unwiderstehlichen Antritt von Aline Seitz, welchem weder ich noch eine andere Fahrerin folgen konnte war die Diskussion um den Sieg mehr oder weniger gelaufen. Nachdem mein kleiner Vorsprung auf die Drittplatzierte aufgrund eines unfreiwilligen Zusammentreffens zwischen meinem Fuss und einem Baumstrunk (der Baumstrunk stand in meiner etwas optimistisch gewählten Ideallinie) dahin war, nahm ich die zweite Runde mit drei weiteren Verfolgerinnen in Angriff und leistete wiederum viel Führungsarbeit. Die erneute Attacke in derselben Steigung wie zuvor, dieses Mal durch die Deutsche Lena Wehrle, konnte ich parieren, die Gruppe blieb somit zusammen. Ich hatte in den ersten beiden Runden sehr viel Energie auf der Strecke liegen gelassen, was ich ab der vierten von sechs Runden zu spüren bekam. Immer wieder erfolgten Angriffe von Lena, unsere Gruppe war in der Zwischenzeit auf 3 Fahrerinnen geschrumpft und in der zweitletzten Runde schaffte auch ich es nicht mehr ihr zu folgen. Eine Runde vor Schluss hatte ich plötzlich wieder die ebenfalls davongezogene Franziska Brun vor mir. Ich hängte mich an ihr Hinterrad und wartete die ominöse mehrfach erwähnte Steigung ab, welche mir bereits zweimal zum Verhängnis geworden war. Dort ging ich aus dem Sattel, mobilisierte alle verbliebenen Kräfte zu etwas ähnlichem wie einem Sprint (nach knapp 20 Rennkilometer sah das nicht mehr wie bei einem jungen Reh aus) und schaffte es tatsächlich eine Lücke aufzureissen. In den technischen Passagen vergrösserte ich den Abstand noch ein klein wenig und konnte so den dritten Rang ins Ziel fahren. Ich habe versucht meinen ersten Sieg einzufahren, habe alles gegeben aber leider ging die Rechnung nicht wie gewünscht auf. Nächstes Rennen, nächste Chance!
Erst geht es aber für den Nationalparkmarathon ins Engadin. Das Rennen über 137 Kilometer ist die Hauptprobe für das im September stattfindenden Swiss Epic.