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Russland will die vierjährige Sperre für Olympische Spiele und Weltmeisterschaften nicht akzeptieren. Die russische Antidoping-Agentur Rusada wird beim CAS Einspruch einlegen.
Die Ankündigung der Rusada, beim Internationalen Sportgerichtshof Einspruch einzulegen, folgte unmittelbar auf Äusserungen von Wladimir Putin, der die neuen Strafen erneut als «ungerecht» zurückgewiesen hatte. Das Land werde für ein und denselben Verstoss mehrfach bestraft, kritisierte der russische Präsident. «Das ist ungerecht», betonte er. «Jede Bestrafung sollte individuell sein.»
Die Mehrheit der Sportler in Russland sei sauber, betonte Putin. Russland werde deshalb alles dafür tun, damit seine Sportler bei den Olympischen Spielen unter ihrer nationalen Flagge antreten könnten. Rusada-Chef Juri Ganus hatte die Erfolgsaussichten eines Einspruchs indes als aussichtslos bezeichnet.
Am 9. Dezember hatte die Welt-Antidoping-Agentur WADA auf ihrer Exekutivsitzung in Lausanne beschlossen, Russland für vier Jahre auszuschliessen. Demnach dürfen russische Sportler nur als neutrale Athleten ohne Nationalflagge teilnehmen. Ausserdem darf Russland bis 2023 weder Gastgeber sein, noch sich für eine Ausrichtung grosser Wettkämpfe bewerben. Für den Einspruch beim CAS hatte die Rusada 21 Tage Zeit. Die Fussball-Europameisterschaft im kommenden Jahr mit Spielen in St. Petersburg und das Champions-League-Finale 2021 am gleichen Ort sind nicht betroffen, weil es sich nach WADA-Definition nur um regionale Ereignisse handelt.
Forensische Untersuchungen durch WADA-Experten hatten ergeben, dass die Dopingdaten aus dem Moskauer Labor von 2012 bis 2015 «weder vollständig noch vollständig authentisch» sind. Dies konnte im Vergleich mit einer der Welt-Antidoping-Agentur 2017 von einem Whistleblower zugespielten Daten-Kopie nachgewiesen werden. Dabei hat Russland nach WADA-Angaben «Hunderte von mutmasslichen nachteiligen Analyseergebnissen gelöscht oder geändert». Dabei sollen 145 mutmassliche Doping-Fälle vertuscht oder verfälscht worden sein.