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Dillys Ausflug in Dulles FlughafenAm 23. April 1978 verliess Flug 675 Dulles Airport in Virginia Richtung Los Angeles. Unter den Passagieren waren Mrs. Margaret Sullivan und ihr Cardigan Rüde, AM CH. Talbot's Pilot Programme. Im Frachtraum befand sich noch eine zweite Hundebox, nur wusste Mrs. Sullivan nicht, dass diese leer war.
Mrs. Sullivan war von Kalifornien an die Klubschau des Cardigan Welsh Corgi Club of America geflogen und brachte nicht nur ihren Pilot Programme sondern auch ihre kostbare englische Importhündin AM CH Robgwen Destiny, genannt Dilly, eine wunderschöne brindle Hündin, welche auf der Schau drittbeste Zuchthündin wurde. Sie war nicht nur schön und von liebenswertem Wesen, sie stammte auch aus einer bedeutenden und wertvollen Zuchtlinie.
Dilly und Pilot Programme wurden am 23. April bei der Luftfrachtabfertigung korrekt eingecheckt für ihre Heimreise nach Los Angeles. Als Dillys Box die Ladetür des Flugzeugs erreichte, war die Box leer. Aus irgendeinem Grund wurde das nicht vermerkt.
Es scheint, dass die übliche Vorgehensweise bei Beförderungsgut, leider auch bei Boxen mit lebenden Tieren, darin besteht, dass sie mittels Transportband oder durch Schächte auf die Plattform gleiten, von wo aus sie ins Flugzeug geladen werden. Wenn sich der Schacht mehrere Zentimeter über der horizontalen Plattform befindet, nehmen Koffern und Gepäckstücke keinen Schaden. Aber beim Aufprall einer Hundebox kann sich, wie es in diesem Fall geschah, der Verschluss der Box öffnen.
Als Margaret Sullivan von Kalifornien zurück nach Virginia flog, war die Vermisstmeldung bereits verbreitet. Zuerst wurde sie natürlich im lokalen Radio ausgestrahlt. Sobald die Nachricht die American Airlines erreichte, wurden sämtliche Flüge nach und von Dulles verspätet, um die Suche unter und über den Sitzen, in den Toiletten und den anstossenden Räumlichkeiten, usw. zu erleichtern. Bei ihrer Ankunft wurde Mrs. Sullivan informiert, dass bisher keine Spur von Dilly gefunden worden war, ausser dass ein Angestellter etwas gesichtet hatte, das wie ein brindle Fuchs aussah und sich am Ende der Flugzeugpiste herumtrieb. Eine Nachfrage bei den lokalen Jagdgesellschaften ergab, dass es sich eindeutig um Dilly handeln musste, da im Norden Virginias nie brindle Füchse ausgesetzt worden waren.
Dilly ihrerseits hatte begeistert entdeckt, dass sie allein auf dem Flughafengelände rund 40 km2 zur Verfügung hatte. Plus zusätzliches Agrarland, falls sie sich eingeengt fühlen sollte.
Mit Hilfe des Flughafenpersonals stellte sich bald heraus, dass Dilly sich in der Regel nicht dort aufhielt, wo sie gesichtet wurde. Am Ende der Woche war die Suchmannschaft auf eine beträchtliche Grösse angewachsen, obwohl die Marineinfanterie noch nicht aufgeboten war, so dass Dilly, als sie sich schliesslich von einer anscheinend vollzähligen Gruppe von Flughafenpolizei, Sicherheitsdienst und Kabinenpersonal der American Airlines gegenüber sah, unverzüglich Reissaus nahm und für mehrere Tage nicht mehr gesehen wurde.
Ziemlich entmutigt nach Tagen erfolglosem Rufen, Pfeifen, Auslegen von Futter (die Waschbären wurden noch nie so gut gefüttert) kehrte Mrs. Sullivan vorübergehend nach Kalifornien zurück, um sich mit Hundeexperten zu beraten und einen Schlafsack zu kaufen. Die Experten versicherten der besorgten Besitzerin, dass sie draussen an einem Ort, wo der verschwundene Hund gesichtet worden war, schlafen sollte. Schliesslich, wie sie beteuerten, würde der Hund neugierig werden und sich nähern, um herauszufinden, um was es sich bei dem merkwürdigen Gegenstand handelte, und dann natürlich die vertraute Stimme des besorgten Besitzers erkennen würde.
Noch eine Woche verging. Man sagt, dass die Wildtiere in Dulles ein eigenes Tunnelsystem haben, durch das sie entweichen können. Wenn dem so ist, war Dilly offenbar von der lokalen Tiergemeinschaft akzeptiert worden und machte von den Fluchtmöglichkeiten Gebrauch, denn sie wurde nicht mehr gesehen ausser als flüchtige Gestalt in weiter Ferne.
Am Ende der dritten Woche kehrte Margaret Sullivan mit einem neuen Schlafsack nach Dulles zurück. Und natürlich regnete es. Es regnete und regnete. American Airlines versuchten ihr Bestes, um Margaret Sullivan vom Gebrauch ihres Schlafsacks abzubringen. Wie ein Sprecher sagte: "Ich habe selbst einen Hund und ich liebe ihn ebenfalls. Ich mache mir Sorgen um Dilly und habe seit ihrem Verschwinden nicht mehr viel geschlafen. Aber trotzdem möchte ich nicht, dass eine Dame in der Wildnis des Flughafengeländes von Dulles übernachtet, wo sich Bären, Luchse, Opossums und weiss Gott was herumtreiben. Ja, ich würde es nicht einmal meiner Schwiegermutter erlauben!"
Schliesslich verfügte das FAA (Bundesamt für Luftfahrt), dass Mrs. Sullivan Zugang zu dem Gelände haben sollte und dort auf Wunsch übernachten durfte, aber nur in Begleitung der FAA-Polizei, ganz zu schweigen von Vertretern der American Airlines und ihrem Sicherheitspersonal, von Vertretern der lokalen Polizei und anderen relevanten Organisationen, einschliesslich der lokalen Suchhunde-Teams und der Pfadfinder, deren Mütter es ihnen nicht erlaubten, im Freien zu übernachten. Es schien, als ob Dilly inzwischen auf Bäume kletterte.
Flugblätter mit Dillys Foto wurden gedruckt und viele davon wurden von Hand an die lokalen Farmer verteilt. Ein Helikopter ging in die Luft, sah aber nichts ausser zwei offenbar entwichenen Sträflingen aus dem Lorton Gefängnis.
Die Suchhunde verfolgten Dillys Spur zu einem Loch im Zaun, wo sie sich hinsetzten und heulten.
Inzwischen war ein Monat vergangen und bei dem ewigen Regen und überhaupt war selbst Margaret etwas entmutigt.
Aber dann, zwei Tage später, kam die Nachricht, dass Dilly, die vielleicht nach 32 Tagen auf freiem Fuss genug hatte von ihrer Freiheit oder einer Diät bestehend aus Feldmäusen oder was auch immer, auf der Farm von Mr. und Mrs. Saunders gefunden worden war. Die Farm befand sich am Rande des Dulles Airports direkt gegenüber dem Loch im Zaun. Mrs. Saunders züchtete Prämienhühner, die in einem Hühnerstall hausten. Zumindest hatten sie bisher im Hühnerstall gehaust. Für kurze Zeit jedoch bewohnte Dilly den Hühnerstall umgeben von enthaupteten Hühnern. Dilly musste ja nicht nur sich selbst sondern auch eine Million Zecken ernähren!
Die glückliche Wiedervereinigung fand am Freitag d. 25. Mai 1978 statt. Dilly war abgemagert und mit Zecken übersät, aber sie war bei bester Laune und es war ein überaus freudiges Wiedersehen.
Mrs. Saunders erhielt 200 Dollars für ihre Hühner. Die Vienna Emergency Clinic entfernte die Zecken und Dr. Reid vom Vienna Animal Hospital meinte danach, dass es Dilly, in Anbetracht der Umstände, erstaunlich gut ging und sie entlassen werden konnte.
Und mit einem grossen Seufzer der Erleichterung setzte die American Airlines Dilly und Mrs. Sullivan ins Abteil des Piloten und schickte beide nach Hause.
Die Tatsache, dass Dilly in so erstaunlich guter Form war, nachdem sie sich über einen Monat in der freien Natur am Leben gehalten hatte, zeigt uns, dass unsere heutigen Cardigans ihrer robusten Ahnen würdig sind.
Danke, American Airlines. Danke, FAA. Danke, Suchhunde und ein herzliches Dankeschön an alle für ihre Hilfe bei der Suche nach Dilly.
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Dies ist eine Zusammenfassung von zwei Berichten von Mrs.. Michael Pym und Mrs. Margaret Sullivan für das Cardigan News-Bulletin 1978/79.
Übersetzung: ANo