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Inquam Broadband hat die zweite in der Schweiz zu vergebende BWA-Lizenz erhalten. Das Kölner Telekommunikationsunternehmen ist somit der einzige Konkurrent für Swisscom Mobile für WiMAX-Dienste. Cablecom verzichtet vorerst auf WiMAX.
Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat dem Kölner Telekommunikationsunternehmen Inquam Broadband eine Konzession für den drahtlosen Breitbandanschluss BWA (Broadband Wireless Access) erteilt. Das Unternehmen hatte sich im Februar darum beworben
.
Inquam strebt Partnerschaften an
Inquam hat für die "grosse" Konzession (2 x 21 MHz) 5,8 Millionen Franken bezahlt. Swisscom Mobile bezahlte für die grosse Konzession vergangenen Sommer 6,1 Millionen Franken. Der Preis für Inquam ist niedriger, weil die Laufzeit der Inquam-Lizenz kürzer ist: Beide Lizenzen sind bis Ende 2016 gültig. Swisscom Mobile muss bis spätestens 31. Dezember 2007 einen kommerziellen Betrieb aufnehmen, Inquam hat dafür Zeit bis am 30. September 2008. Zudem muss das Kölner Unternehmen die Mindest-Anzahl an Sende- und Empfangseinheiten erst bis September 2010 betreiben. Swisscom Mobile hingegen hat nur bis Ende 2009 Zeit.
BWA umfasst verschiedene drahtlose Übertragungstechnologien wie WLL (Wireless Local Loop), FBWA (Fixed Broadband Wireless Access) oder WiMAX (Worldwide Interoperability For Microwave Access). Im Fokus steht WiMAX. Mit dieser Technologie ist eine theoretische Reichweite von 50 Kilometern bei einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von 70 bis 100 Mbit/s möglich. Swisscom Mobile testet
WiMAX bereits in der Berner Gemeinde Boltigen. Ob Inquam selbst als Akteur in der Schweiz auftreten wird, ist derzeit nicht bekannt. In einer Mitteilung schreibt das Unternehmen - das ein Jointventure des WiMAX-Entwicklers NextWave Wireless mit Finanzinvestoren wie Omnia Holdings Limited ist - man suche für das zu lancierende Angebot nach Partnern in der Schweiz.
Lizenz bei Cablecom "in der Schublade"
Neben Inquam und Swisscom Mobile besitzt nur noch Cablecom eine Konzession in demselben Frequenzband (3,41 - 3,6 GHz), die also ebenfalls für WiMAX eingesetzt werden könnte. Es handelt sich dabei um eine WLL-Lizenz, die Priority Wireless vor sechs Jahren erworben hatte und vergangenes Jahr auf Cablecom übertragen wurde. Priority Wireless gehört zur Liberty-Gruppe, die im September 2005 Cablecom gekauft hat
. Doch obschon Cablecom vergangenes Jahr gesagt hatte, man prüfe "sicher" die Option, WiMAX-Dienste anzubieten, sagt nun Cablecom-Sprecher Hugo Wyler, man plane "nichts Konkretes". Man habe die Lizenz "in der Schublade", wo sie auch vorerst bleiben werde. Die WLL-Lizenz von Cablecom läuft 2010 aus.
Bei der bisher nicht vergebenen "kleinen" BWA-Konzession (2 x 17.5 MHz) wird derzeit abgeklärt, wie diese auf Gesuch hin für eine lokale Nutzung zugeteilt werden könnte. Entsprechende Rahmenbedingungen will das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) im August 2007 bekannt geben. (Maurizio Minetti)