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Illegale Fischerei
Beim Kampf gegen illegale Fischerei setzt Sea Shepherd primär auf die Zusammenarbeit mit Staaten, die selbst nicht genügend Ressourcen haben, um ihre Küstenabschnitte effektiv zu kontrollieren. Bei dieser Zusammenarbeit stellt Sea Shepherd Flotte, Besatzung und Ausrüstung zur Verfügung. Die Behörden aus den betreffenden Ländern bemannen Sea Shepherds Schiffe mit Vollzugsbeamten, welche die Autorität haben, Schiffe zu kontrollieren und bei Gesetzesverstößen festzusetzen. Einzig bei Operation “Icefish” waren keine Vollzugsbeamten an Bord. Daher nahm Sea Shepherd Kontakt zu nationalen Behörden und Interpol auf, sobald sie eine illegale Aktivität bemerkten. Die Verhaftungen wurden daraufhin von diesen Behörden durchgeführt.
Schutz von Schildkröten
Sea Shepherds patrouillieren vor allem nachts Strandabschnitte, auf denen Schildkröten ihre Eier legen. Dadurch wird verhindert, dass Wilderer die Eier einsammeln können, um sie zum Verzehr auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen oder dass sie die Mutterschildkröten noch vor dem Legen der Eier wegen ihres Fleisches töten. Bei “Operation Jairo Med” beobachten und dokumentieren die Sea-Shepherd-Mitarbeiter Niststrände rund um Rom und Neapel, während die “Sam Simon” im Tyrrhenischen Meer patrouilliert und in Zusammenarbeit mit den Behörden illegale Fischereigeräte und Müll, welcher den Schildkröten gefährlich werden kann, aus dem Meer entfernt.
Schutz von Meeressäugern
Sea Shepherd dokumentiert sowohl das gezielte Töten von Meeressäugern als auch ihr Sterben als Beifang. Weiter geht die Organisation rechtlich gegen diese Praktiken vor. Wo dies möglich ist, führen die Sea-Shepherd-Schiffe Wale und Delfine von den Stränden der Färöer-Inseln weg, da ihnen dort der Tod droht. Meeressäuger, die als Beifang in den Netzen von Wilderern enden würden, werden durch das direkte Vorgehen gegen diese Wilderer geschützt.
2014 hatte der Internationale Gerichtshof entschieden, dass Japan den Walfang in der Antarktis beenden müsse. Das Urteil war auch dadurch möglich geworden, dass Sea Shepherd im Zuge der Whale-Defense-Kampagnen umfangreiches Videomaterial aufgenommen und den Klägern zur Verfügung gestellt hatte.
Verschmutzung der Meere
Sea Shepherd Global und seine assoziierten Landesorganisationen informieren die Öffentlichkeit über die Vermeidung von Müll und darüber, wie dieser das Ökosystem Meer gefährdet. Weiter führen sie weltweit regelmäßig Beach Clean Ups durch. So wurden allein von Sea Shepherd Australien 700.000 Zigarettenstummel entsorgt. Schätzungen zufolge verunreinigt ein Zigarettenstummel circa 500 Liter Wasser. Die eingesammelten Zigarettenstummel hatten also das Potential 350 Millionen Liter Wasser zu verunreinigen.
Schutz von Maui-Delfinen
Mit circa 57 verbleibenden Tieren ist der Maui-Delfin der seltenste Delfin der Welt. Bedroht wird der Maui-Delfin, vor allem durch die kommerzielle Fischerei. Ihr fallen im Durchschnitt 5 Maui-Delfine pro Jahr, als Beifang, zum Opfer, außerdem wird die Nahrungsgrundlage dieser Tiere durch Fischerei reduziert. 2012 machte Sea Shepherd auf die Situation aufmerksam und forderte dazu auf eine Petitionen an die neuseeländische Regierung zu unterzeichnen, welche Nylonnetze im Lebensraum der Maui- und Hector-Delfine verbieten sollte. 2019 forderte Sea Shepherd die, in den USA zuständigen, Behörden dazu auf den Import von neuseeländischen Fischereierzeugnissen, welche das Überleben der Art gefährden, zu verbieten. Dies solle auf Grundlage des “Marine Mammal Protection Acts”, einem Gesetz, welches den Beifang von Meeressäugern weltweit reduzieren soll, geschehen. Als die Petition abgelehnt wurde, reichte Sea Shepherd, im Mai 2020 Klage gegen die entsprechenden Behörden ein, da diese es versäumt hätten, die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen.
Erfolge
In den Jahren 2014 bis 2016 gelang es Sea Shepherd, die “Bandit 6” der Strafverfolgung zuzuführen, 72 Kilometer zurückgelassene Stellnetze sicherzustellen und einen neuen Rekord für die längste Verfolgungsjagd auf See aufzustellen. Bei den “Bandit 6” handelte es sich um eine Wilderer Flotte, die von Interpol gesucht wurde, weil sie illegal nach Seehecht fischte. Fünf der Schiffe konnten festgesetzt werden, die “Thunder” wurde hingegen von ihrem eigenen Kapitän nach einer 110-tägigen Verfolgungsjagd versenkt, vermutlich, um der Strafverfolgung zu entgehen. Operation Icefish zog eine Reihe juristischer Konsequenzen für die Wilderer nach sich. Das Höchstgericht von São Tomé und Príncipe verurteilte drei Offiziere der “Thunder” zu je drei Jahren Haft und verhängte eine Strafe von insgesamt 15 Millionen Euro. Spanische Gerichte verhängten Geldstrafen in Höhe von 31,2 Millionen Euro für Personen und Unternehmen, welche am illegalen Fischfang der “Bandit 6” beteiligt waren. Im Februar 2016 setzte die indonesische Marine das Wilderer Schiff “Viking” fest. Ihr Kapitän, Huan Venesa und zehn Mitglieder seiner Mannschaft, wurden verhaftet. Die “Viking” wurde am 6. April 2016 von den indonesischen Behörden in Pangandaran, West-Java, versenkt. Mit der 110-tägigen Verfolgungsjagd hat die Bob Barker einen neuen Rekord für die „längste Verfolgungsjagd auf See“ aufgestellt.
Im Zuge von “Operation Relentless” konnten 784 Wale vor der japanischen Walfangflotte gerettet werden.
“Operation Sola Stella”: In den Jahren 2017 bis 2018 wurden in Zusammenarbeit mit der Regierung von Liberia fünfzehn Schiffe festgesetzt. Vor dem Start der “Operation Sola Stella” beklagten lokale Fischer in der Fischereistadt Harper beinahe tägliches, illegales Eindringen von ausländischen Trawlern in ihre Fischereigebiete. Während der letzten Monate der Kontrollen bemerkten die Sea Shepherds jedoch keine einzige illegale Aktivität mehr. Dieser Umstand wurde bei der Ozean-Konferenz der Vereinten Nationen als Positivbeispiel dafür gebracht, dass effektive Kontrollen einen abschreckenden Effekt haben. Am 11. Februar 2019 verlieh Liberias Präsident George Manneh Weah die höchste militärische Auszeichnung seines Landes an Sea Shepherd für deren “herausragenden Dienst am liberianischen Volk”.
“Operation Jodari”: 2018 wurden in Zusammenarbeit mit der Regierung von Tansania zwei Langleiner wegen illegalem Shark-Finnings festgesetzt. Über die beiden Schiffe wurde eine Strafe von umgerechnet über 8 Millionen US-Dollar verhängt. Einer der beiden Lang Leiner trägt den Namen “Buah Naga 1”. Ihr Kapitän wurde im Januar 2018 verhaftet. Ihr Besitzer und der Agent wurden im Juni 2018 verhaftet. Am 4. Dezember 2018 wurden die drei Personen zu 20 Jahren Haft oder umgerechnet 383.000 € Geldstrafe verurteilt. Weiter wurde über 19 Fischereischiffen, welche sich der Kontrolle entzogen, eine Strafe von umgerechnet 6.865.160 € verhängt. Außerdem wurden 27 kleine Dhows wegen des Schmuggels von Holz aus Mangrovenwäldern, konfisziert. Am 18. Februar 2019 wurde die “Andrey Dolgov” festgesetzt. Es wird geschätzt, dass dieses Schiff in den letzten 10 Jahren Fisch im Wert von über 44 Millionen Euro gewildert hatte.
“Operation Apex Harmony Timor Leste”: 2017 wurden in Zusammenarbeit mit der Regierung von Osttimor 15 Schiffe festgesetzt. Nach neun Monaten im Hafen wurde die Flotte für eine Kaution von 100.000 US-Dollar freigegeben. Während des Arrests konnte die Flotte nicht fischen. Basierend auf der Rate mit, der sie bis zu diesem Zeitpunkt Haie tötete, wird geschätzt, dass dadurch über 800.000 Haie gerettet wurden.
“Operation Driftnet”: Im Jahre 2016 sammelte Sea Shepherd Beweise dafür, dass die “Fu Yuan Yu Flotte” illegalerweise mit Treibnetzen fischte. Die Steve Irwin begleitete die aus sechs Schiffen bestehende Flotte zu dem chinesischen Hafen Zhuhai, wo Sea Shepherd das gesammelte Beweismaterial übergab. Die chinesischen Behörden setzten die Flotte daraufhin für unbestimmte Zeit fest, entzogen drei Kapitänen ihre Lizenz, verhängten eine Strafe von umgerechnet 900.000 US-Dollar und entzogen der Reederei ihre Lizenz zu fischen.
Bei “Operation Sleppid Grindini” wurden Schulen von Grindwalen, Weißseitendelfinen, Weißschnauzendelfinen, Großen Tümmlern und Rundkopfdelfinen von den Färöer-Inseln weggeführt. Laut Sea Shepherd wurde so das Leben hunderter dieser Tiere gerettet.
Im Jahre 2016 drehte Sea Shepherd im Rahmen von “Operation Jeedera” einen Dokumentarfilm, in dem sie die Schönheit der Großen Australischen Bucht zeigten. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, war der Film von Anfang an kostenlos zu sehen.
“Operation Nyamba”: Seit 2017 patrouillieren freiwillige Mitarbeiter von Sea Shepherd die Strände von Mayotte. Die Patrouillen finden in der Zeit, in der die Schildkröten ihre Eier legen, jede Nacht statt. Laut dem “Journal de Mayotte” wurden durch die Kampagne über 200 Meeresschildkröten, die so ungestört ihre Nester legen konnten, gerettet.
Im Zuge der “Marine-Debris-Kampagne” wurden laut Sea Shepherd allein in Australien 1,2 Millionen Stück Müll von über 10.000 Freiwilligen eingesammelt.
“Operation Siracusa”: In den Jahren 2013 bis 2018 patrouillierten regelmäßig Freiwillige von Sea Shepherd an den Küsten des Meeresschutzgebiets Area Marina Protetta Plemmirio. Dabei konnten sie tausenden Zackenbarschen, Seegurken und Seeigeln das Leben retten.
Im Zuge von “Operation Siso” wurden rund um die äolischen Inseln 150 km illegaler Fischereiausrüstung und 77 illegale Lockbojen geborgen. Weiter wurden über 180 Tonnen illegale Fänge beschlagnahmt und insgesamt circa 7,7 Mio. Euro an Sanktionen verhängt.
“Operation Gambian Coastal Defense”: Am 27. August 2019 wurden die beiden Fischereischiffe “Lao Yuan Yu 010” und “Victory 205”, in Zusammenarbeit mit Strafvollzugsbeamten aus Gambia verhaftet. Grund für die Verhaftung war, unter anderem, das Fischen ohne Fischereilogbuch und das Fischen innerhalb der Neun-Meilen-Zone, welche für lokale Fischer reserviert ist. Im selben Jahr konnten zwölf weitere Trawler festgesetzt werden, indem die gambischen Strafvollzugsbeamten, von dem Sea Shepherd Schiff “Sam Simon”, zu den illegal operierenden Schiffen gebracht wurden.
Flotte
Sea Shepherd Globals Flotte besteht aus folgenden vier Schiffen:
Von Sea Shepherd werden diese vier Schiffe, die sieben Schiffe der Sea Shepherd Conservation Society und einige kleinere Boote kollektiv als “Neptune’s Navy” bezeichnet.
Die “Steve Irwin” wurde im Dezember 2018 nach elf Jahren Einsatz für Sea Shepherd ausgemustert. Das ehemalige Flaggschiff soll nun zu einem Museum umgebaut werden.