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Knochenbrüche im Becken- und Hüftbereich
Beckenfrakturen: Das Becken ist der grösste Knochen am Menschen. In der Tat wird das Becken von zwei symmetrischen Knochen gebildet, die vorne mit einem Gelenk, die Symphyse, verbunden sind.
Jede Beckenhälfte wird aus drei Knochen gebildet, die sich im Alter von 12 – 14 Jahren knöchern verbinden : das Darmbein, Sitzbein und das Schambein. Das Becken ist die mechanische Verbindung zwischen Wirbelsäule und den unteren Gliedmassen.
Die Wirbelsäule ist zwischen den zwei Beckenhälften im hinteren Bereich auf Höhe des Sakrums eingekeilt und bildet somit zwei ilio-sakrale Gelenke. Das Gelenk zwischen Becken und Oberschenkel ist das Hüftgelenk. Beckenbrüche sind beim Kind sehr selten. Beim älteren Erwachsenen sind sie relativ häufig, z.T. wegen allfälliger Osteoporose.
Beim jüngeren Erwachsenen sind Beckenbrüche Folgen von gewaltigen Traumen, dessen Schweregrad von der Dislokation der Fragmente abhängig ist. Dabei kommt es auf die Verletzungen der Weichteile, insbesondere auf die Gefäss- und Nervenverletzungen an. Sogenannte komplexe Beckenfrakturen (ca. 10% aller Beckenfrakturen) sind lebensgefährliche Verletzungen, die eine sofortige chirurgische Behandlung benötigen.
Diese Knochenbrüche betreffen den Femur und die Gelenksoberfläche ist nicht involviert. Es handelt sich um sehr häufige Frakturen, die besonders mit unserer immer älter werdenden Bevölkerung in steigender Inzidenz auftreten.
Je nach Lokalisation der Fraktur kann diese mit Osteosynthese-Material fixiert werden (Schrauben, Nägel, Platten). Bei anderen Frakturen (Schenkelhals) und beim älteren Patienten wird mit Vorteil der Femurkopf, eventuell das ganze Hüftgelenk mit einer Endoprothese ersetzt.
Das Behandlungziel ist eine möglichst rasche Wiederherstellung der Gehfähigkeit.
Wenn ein Knochenbruch durch die Gelenksfläche geht, kann es im Knorpelbereich zu einer Stufenbildung kommen. Diese Stufe ist mit einer normalen und schmerzfreien Gelenkfunktion inkompatibel. Wenn der Knochen in einer solchen Position konsolidiert, besteht die Gefahr, dass das Gelenk zugrunde geht und sich hier eine schmerzhafte Arthrose einstellt.
Im Beckenbereich heissen Brüche, die das Hüftgelenk mit einbeziehen, Azetabulumfrakturen. Diese Brüche betreffen somit die Hüft-Pfanne. Wenn das Gelenk nicht verrenkt und auch nicht massiv instabil ist, ist keine notfallmässige Operation angezeigt. Eine Osteosynthese mit genauer Adaptation der Gelenksfläche ist aber notwendig für eine langfristig schmerzfreie Funktion des Hüftgelenks.
Am Oberschenkel heissen Brüche, die das Hüftgelenk mit einbeziehen, Hüftkopf-Frakturen. Diese Brüche sind selten und meistens durch die Verrenkung des Gelenks verursacht. Die Behandlung ist schwierig und die Prognose inkonstant wegen der Beeinträchtigung der lokalen Knochendurchblutung.