Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/1379

|Die Alanen, ein Stamm der Sarmaten, existierten als Stammesverband länger als ihre Verwandten und nahmen in späterer Zeit auch andere Kulturelemente in sich auf. Sie siedelten ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. im nördlichen Kasachstan und im Nordosten des Kaspischen Meeres. Der vor den Chinesen flüchtende Hsiung-nu-Fürst Chih-chih liess sich mit seinem Stamm am Fluss Tschu ("chu" genannt) im nördlichen Kirgistan und südöstlichen Kasachstan nieder. Er hob Tribut von den Alanen und anderen benachbarten Stämmen, wie auch von den Sogdiern (Sogdien war ein Gebiet in Mittelasien, wo die Sogdier, ein iranischer Stamm, lebten), ein. Chih-chih. wurde 35 v. Chr. von den Chinesen ermordet. Ein stetiger Druck führt dazu, dass im 1. Jahrhundert n. Chr. ein Teil der Alanen weiter nach Westen abwanderte. Ein anderer Teil unterwarf sich den in Sogdien benachbarten Kang-Kü, damals ein Nomadenreich zwischen Aralsee und dem Tianshangebirge bzw. Balchasch-See (Sumpf-See ohne Abfluss). Im späten 1. Jahrhundert n. Chr. wanderten Alanenstämme auch nördlich in den Kaukasus ein, unternahmen mit ihren am Kaspischen Meeres siedelnden verwandten Stämmen Raubzüge ins Partherreich und nach Medien, Armenien, und drangen auch in Kleinasien ein. 137 n. Chr. drangen sie sogar in die römische Provinz Kappadokien ein, wurden jedoch vom dortigen Statthalter Flavius Arrianus besiegt. Einige traten in römischen Dienst und kamen nach Gallien (Gebiet der Kelten) und Britannien, wo sie auch Siedlungen gründeten. Die Alanen waren die einzigen Nomadenstämme, die eine Goteninvasion überlebten. Sie gründeten um 200 n. Chr. in der Region zwischen Don und Wolga ein erstes Königreich und pflegten eine von den Sarmaten übernommene Kultur. Um 374 n. Chr. wird ein Teil von den einfallenden Hunnen besiegt und unterworfen. Alanische Krieger waren in der Schlacht von Adrianopel 378 n. Chr. mit den Goten gegen die Römer beteiligt. 406 n. Chr. schlossen sich einige den Wandalen (Vandalen) an (germanisches Volk, gehörte zur ostgermanischen Gruppe) und zogen mit ihnen über den Rhein nach Spanien und später nach Nordafrika.

Im 9. Jahrhundert n. Chr. entstand im Kuban-Gebiet und im Nordkaukasus ein neuer Alanenstaat, der wenige Jahrzehnte später von byzantinischen Missionaren christianisiert wurde. Mit dem Einfall der Mongolen im 13. Jahrhundert n. Chr. wurde dieser Staat zerschlagen. Um 1237 n. Chr. wurden einige Tausend zusammen mit Kyptschaken (auch Kumanen oder Kunen genannt), Vorfahren der heutigen Gagausen (ein Turkvolk, das in Moldawien siedelte), mit denen sie verbündet waren, von den Mongolen nach Ungarn vertrieben; auch der Stamm der Jazygen, eine ostiranische Sprache sprechende Gruppe (Sarmatenstamm), wurde vertrieben. Einige Alanen kooperierten mit den Mongolen und traten in deren Dienst. In den Jahren 1239 bis 1277 n. Chr. nahmen sie an Feldzügen in Europa und in die Song Dynastie in Südchina teil und waren an der Schlacht von Kulikowo am Don im Jahr 1380 n. Chr. unter Grosskhan Mamai (ursprünglicher tatarischer Kriegsfürst) der Goldenen Horde beteiligt. Im Nordkaukasus leben heute Nachfahren der Alanen: das Volk der Osseten. Dieser Name wurde für die alanische Bevölkerung im Kaukasus gebräuchlicher.
Die Alanen waren ein Reitervolk, ursprünglich Halbnomaden und betrieben Viehzucht, hielten Schafe, Ziegen und Pferde. Sie lebten in Jurten oder Wagen. Ihre Nahrung waren Milchprodukte und Fleisch. Ihre Sprache gehört zur ostiranischen Sprachgruppe. Im Kampf verwendeten sie den Reflexbogen und ein langes, zweischneidiges Schwert sowie Dolch und Lanzen. Kontakte zu den Römern führten dazu, dass sie sesshaft wurden und sich im Laufe der Völkerwanderung über ganz Europa verteilten.