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Viele wissen, dass São Paulo die größte Stadt Südamerikas ist, der Amazonas der größte Fluss der Welt, und dass die Brasilianer die lustigsten Menschen unseres Planeten sind. Vielleicht ist diese letzte Behauptung ein wenig voreingenommen – weil von den Brasilianern selbst – aber die anderen sind Fakt!
Brasilien ist ein gigantisches Land – das größte in Lateinamerika und das fünftgrößte der Welt – was nur noch wenige Leute beeindrucken mag, und die meisten sicher nicht mehr überraschen kann. Jedoch gibt es noch viele interessante Fakten über Brasilien – auch kuriose – die Sie wahrscheinlich nicht kennen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Vegetation in den Stadtvierteln “Brás“ und “Santa Cecília“, in der Metropole São Paulo, der der Wüste Sahara entspricht, und dass Brasilien die größte Anzahl von Primatenarten unseres Planeten beherbergt.
Wir haben hier einige der weniger bekannten Fakten über unser geliebtes Land zusammengestellt – getrennt nach geografischen Regionen und entsprechenden Bundesstaaten – vielleicht können wir damit dem Brasilienbild unserer Leser noch ein wenig mehr Farbe geben.
Kurioses und Interessantes aus der Region Norden Brasiliens
Lesen Sie nachfolgend Kurioses und Interessantes aus den 7 Bundesstaaten der Region Norden Brasiliens: Acre, Amapá, Amazonas, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins.
Im Jahr 1903 kaufte Brasilien das bolivianische Territorium Acre für 2 Millionen Pfund Sterling – dies geschah, als Vertreter von Brasilien und Bolivien, den “Vertrag von Petropolis“ unterzeichneten. Acre ist mit 894.470 Einwohnern (Stand 09/2020) der drittkleinste Bundesstaat Brasiliens. In der “Serra da Moa“, an der Grenze zwischen Acre und Peru, findet der letzte Sonnenuntergang in Brasilien statt. Dort liegt die Zeitzone zwei Stunden hinter der Zeit in Brasilia – daher sind die Einwohner die letzten, die ihren Verwandten und Freunden ein frohes neues Jahr wünschen können.
Im gesamten Bundesstaat gibt es nur ein einziges Einkaufszentrum, “Via Verde“, das sich in der Hauptstadt Rio Branco befindet und erst im Jahr 2011 eröffnet wurde. Nach Auskünften besitzt dieses Einkaufszentrum das einzige Kino im Bundesstaat.Viele Gebäude in Acre sind eine Hommage an die brasilianischen Indios. Dazu gehören der Radiosender Aldeia (Indiodorf) FM und das öffentliche Servicezentrum Oca (Indiohütte).
In Acre geschehen seltsame Dinge: Zum Beispiel ist eines der berühmtesten Tiere des Bundesstaates ein vierbeiniger Hahn, das auf den Namen „Quatro pernas“ (Vier Beine) getauft wurde. Er ist nicht das einzige merkwürdige Tier in diesem Bundesstaat. Ein Kalb von dort wurde mit drei Hörnern und vier Augen geboren – die Tierärztin versicherte, dass diese Anomalien „keine Probleme für das Tier verursachen“!
Der Name des Bundesstaates ist umstritten. Eine der populärsten Versionen besagt, dass „Amapá“ aus der indigenen Tupi-Sprache stammt und „Ende des Landes“ bedeutet. Amapá war eines der letzten brasilianischen Territorien, das in den Bundesstaatenbund eingegliedert wurde. Die verfassungsgebende Versammlung beschloss dies 1984, der Bundesstaat wurde aber erst 1991 offiziell bestätigt.
Er beherbergt eines der größten indigenen Reservate des Landes und war der erste brasilianische Bundesstaat, in dem das gesamte indigene Territorium vermessen und abgegrenzt wurde. Der größte Teil des Bundesstaates (72 %) wird von Schutzgebieten eingenommen, was ihn zum Bundesstaat mit dem höchsten Prozentsatz an Schutzgebieten Brasiliens macht.
Die Hauptstadt Macapá ist die einzige Hauptstadt des Landes, durch den der Äquator verläuft, was sie zu einem der geeignetsten Orte des Landes macht, um die Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) zu beobachten. Macapá hat ein Fußballstadion “Estádio Zerão“ (Stadion Null), das genau auf dem Äquator liegt. Eine Hälfte des Feldes befindet sich auf der Nord- und die andere Hälfte auf der Südhalbkugel. In Amapá wurde der größte Naturschutzpark des Landes eingerichtet – im “Tumucumaque-Gebirge“ – er nimmt fast die Hälfte des Bundesstaates ein.
Einer der kuriosesten Orte des Bundesstaates Amapá ist ein mysteriöser Kreis aus riesigen Steinbrocken, der sehr an das britische Stonehenge-Denkmal erinnert. Er befindet sich in der Küstenstadt Calçoene und zieht Archäologen aus der ganzen Welt an, die das Geheimnis dieses Monuments enträtseln wollen.
Es ist leicht, interessante Fakten über Brasiliens größten Bundesstaat – 1.571 000 km² – zu finden, wenn wir über den Amazonas-Regenwald sprechen. Die biologische Vielfalt im größten Regenwald der Welt ist beeindruckend: Ein Hektar Wald beherbergt beispielsweise mehr Arten als ganz Nordamerika.
Aber wenn das nichts Neues für Sie ist, dann vielleicht die Tatsache, dass sich dort eine der besten Militärschulen der Welt befindet. Das “Jungle Warfare Training Center“, nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Manaus entfernt, ist eines der härtesten militärischen Ausbildungscamps der Welt für den Dschungelkampf. Der Parcours ist so schwierig, dass er die “Elite-Squad-Szenen“ wie einen Witz aussehen lässt.
Außer dem größten Regenwald und dem größten Fluss unseres Planeten, befindet sich auch der höchste Berg Brasiliens, der “Pico da Neblina“ (2.993 Meter hoch) innerhalb dieses Bundesstaates.
Übrigens: Der Name “Amazonas“ soll vom portugiesischen Entdecker Francisco Orellana stammen, dessen Expedition 1541 angeblich von “weiblichen Kriegern“ angegriffen wurde, die er mit den “Amazonen“ der griechischen Mythologie verglich. Es gibt jedoch auch eine andere, glaubhaftere Version, wonach “Amazonas“ von dem indigenen Wort ‚Amassunu‘ abstammt, was so viel wie „Rauschen der Gewässer“ bedeutet.
Der zweitgrößte brasilianische Bundesstaat – größer als der gesamte brasilianische Süden zusammen – präsentiert mit der Stadt Altamira die flächenmäßig größte Gemeinde Lateinamerikas und die drittgrößte der Welt. Ebenfalls in diesem Bundesstaat liegt die Insel do Marajó – im Delta des Amazonas – die größte Flussinsel der Welt.
Einer der kuriosesten Orte des Bundesstaates ist “Fordelândia“, eine Stadt, die von keinem Geringeren als Henry Ford, dem Vater der Automobilindustrie, gegründet wurde. Die 1927 von seinem Unternehmen erworbene Stadt war Teil eines Projekts zur Errichtung eines Zentrums der Latexgewinnung, zur Herstellung von Autoreifen.
Ford errichtete vor Ort nicht nur mehrere Fabriken und Häuser, nach dem Vorbild der amerikanischen Vorstädte, sondern auch Kirchen, Restaurants, Geschäftsgebäude – kurzum eine komplette amerikanische Stadt.
Die Erfindung des synthetischen Kautschuks und die hohen Kosten für den Transport des amerikanischen Traums aus dem Zentrum des Amazonasregenwaldes, bescherten dem Projekt ein frühes Ende. Heute ist “Fordelandia“ zu einer Geisterstadt geworden – von Menschen verlassen und wieder vereinnahmt vom Dschungel.
Pará ist das Land der Açaí-Frucht. Als eines der Zentren der Produktion wird dort die reinste Version dieser Palmfrucht konsumiert. Im Gegensatz zu anderen Teilen Brasiliens, wird die Açaí in Pará normalerweise ohne viel Zucker und mit gesalzenen Spcírio de Nazaréeisen wie gebratenem Fisch und Maniok verzehrt.
“Círio de Nazaré“ ist eines der größten religiösen Feste der Welt und findet in Pará statt. Die Verehrer der Muttergottes von Nazaret vereinen sich in Prozessionen auf den Straßen der Hauptstadt Belém. Die Veranstaltung, an der mehr als zwei Millionen Menschen aus allen Teilen des Bundesstaates teilnehmen, findet im Oktober statt.
Auf dem “Ver-o-Peso-Markt“ in Belém, der als der größte offene Markt Südamerikas gilt, finden Sie alles, was der Magen und das Herz begehrt: Typische Früchte der Region, Fische aus dem Amazonasgebiet und sogar „Zaubertränke“, die mit lokalen Kräutern hergestellt werden und vom Abwenden des “bösen Blickes“ bis zum “Finden der Liebe“ reichen.
Der Name Rondônia war eine Hommage an Marschall Cândido Rondon, der indigenen Abstammung war und sich stets um freundschaftliche Beziehungen mit der indigenen Bevölkerung bemühte. Trotzdem wurde er 1913 von einem vergifteten Pfeil der Nhambiquara-Indios getroffen. Er starb 1958 im Alter von 92 Jahren in Rio de Janeiro.
Ein historischer Meilenstein für die Gründung des Bundesstaates war der Bau der Madeira-Mamoré-Eisenbahn im Jahr 1907, die damals für den Transport von Kautschuk und die Optimierung der Lieferung verschiedener Güter zuständig war. Der Bau war mit fast übermenschlichen Herausforderungen und Anstrengungen verbunden – mit Beginn der Bahnlinie wurde die Hauptstadt Porto Velho gegründet – sie liegt am Rio Madeira, dem größten Nebenfluss des Amazonas.
Trotz seiner scheinbaren Isolation ist Rondônia die Region mit der zweithöchsten Anzahl von Mobiltelefonen pro Einwohner im Land. Das Roosevelt-Reservat, das den Cinta-Largas-Indios gehört, befindet sich in dieser Region. Es wird angenommen, dass sich dort auch eine der größten Diamantenvorkommen der Welt befindet.
Da es sich um ein Gebiet handelt, das unter Naturschutz steht, ist der Abbau von Mineralien streng verboten, was bereits zu zahlreichen Kontroversen geführt hat.
In der Region werden Kakao, Kaffee, Reis und Sojabohnen in großem Umfang produziert. Zusätzlich zum Bodenreichtum ist Rondonia einer der größten Exporteure von Rindfleisch – in 35 Länder. Die Herde der Region umfasst etwa 12 Millionen Tiere. Und um die Reichtümer des Bundesstaates zu vervollständigen: Rondonia ist der einzige Bundesstaat in der nördlichen Region, der sogar Weintrauben produziert.
Roraima liegt im äußersten Norden Brasiliens und erstreckt sich über eine Fläche von 224.000 Quadratkilometern. Von diesem Gebiet grenzen rund 1.900 Kilometer an zwei südamerikanische Länder, Venezuela und Guyana. Lassen Sie uns zunächst die Hauptkontroverse über den am dünnsten besiedelten Bundesstaat Brasiliens ausräumen. Sie können ihn „Roreiima“ oder „Rorâima“ aussprechen, beides ist richtig.
Das Kuriose daran ist, dass keine der beiden Versionen der ursprünglichen Aussprache des indigenen Namens entspricht, der „Rora-íma“ lautet – er bedeutet: “Grüner Berg“. Roraima hat die größte indigene Bevölkerung Brasiliens. und das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen. Im Bundesstaat leben rund 50.000 Menschen, die sich als Indigene bezeichnen, in 32 indigenen Reservaten, verteilt über das gesamte Bundesstaatsgebiet.
Und Wildpferde sind in Roraima Tradition – man findet sie seit über 200 Jahren in der Savannenregion. Sie vermehren sich ohne jeden menschlichen Einfluss und leben ungehindert in freier Wildbahn.
Roraima ist eine Stunde zurück hinter der offiziellen Zeit in Brasilia. Während der Sommerzeit, die in dem Bundesstaat nicht angewendet wird, sind es zwei Stunden hinter offizieller Brasilia-Zeit. Boa Vista ist die einzige brasilianische Hauptstadt, die in der nördlichen Hemisphäre, über dem Äquator, liegt.
Dies ist der jüngste brasilianische Bundesstaat – das Nesthäkchen sozusagen. Er wurde durch Artikel 13 der Bundesverfassung von 1988 geschaffen. Es ist erwähnenswert, dass seine Gründung nach mehr als zwei Jahrhunderten des Kampfes erfolgte, als sich die Bevölkerung aus dem Norden des Bundesstaates Goiás über die Vernachlässigung und das Elend beschwerte, welches sie dort ertragen musste.
Auf diesem Weg erlebte Tocantins verschiedene historische Abenteuer, die mit der Entdeckung von Gold durch die Bandeirantes im 18. Jahrhundert begannen und bis zur verfassungsgebenden Versammlung von 1988, mit der endgültigen Trennung vom Bundesstaat Goiás, gipfelten. Zwischen dem Beginn der Besiedlung der Region und ihrer Konsolidierung als unabhängiger Bundesstaat, hat die Geschichte viele illustre Persönlichkeiten hervorgebracht, die sich für die Abspaltung eingesetzt haben.
Trotz seines riesigen Territoriums ist Tocantins einer der brasilianischen Bundesstaaten mit der geringsten Bevölkerungszahl. Die Hauptstadt und größte Stadt von Tocantins ist Palmas. Sie wurde im Zentrum des Bundesstaates gebaut und ist eine vollständig geplante Stadt. 1989 gegründet, ist sie die jüngste Hauptstadt Brasiliens.
Tocantins bietet atemberaubende Landschaften und einen unvergleichlichen Naturreichtum. Die Insel Bananal liegt an der Grenze zwischen Tocantins und Mato Grosso und ist die größte Flussinsel der Welt. Sie wurde von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt und ist die Heimat der Karajá-Indios.
Der Bundesstaatspark “Jalapão“ ist eine Naturschutzeinheit an der Grenze zwischen Tocantins und den Bundesstaaten Piauí und Bahia. Die auffälligsten Merkmale sind dort die imposante Landschaft und die geringe Bevölkerungsdichte. Auf den unbefestigten Straßen kann man stundenlang unterwegs sein, ohne auf Menschen zu stoßen.
Das “Capim Dourado“ ist eine sehr häufige Grasart im “Jalapão“. Wegen seiner goldenen Farbe wird es häufig für Kunsthandwerk verwendet. Die Einheimischen stellen daraus wunderschöne Körbe, Dekoartikel und andere Accessoires her.
Was Sie vielleicht noch interessieren könnte ist, dass Palmas die ersten “World Indigenous Games“ veranstaltet hat. An der Veranstaltung nahmen Indigene aus 22 Ländern und 24 ethnischen Gruppen teil.
Zu den verschiedenen Disziplinen gehörten Tauziehen, Wettlauf mit geschulterten Baumstämmen, Speerwerfen, Pfeilschießen und “Xikunahati“ – ein Ballsport, der nur mit dem Kopf bewegt wird.
Kurioses und Interessantes aus der Region Nordosten Brasiliens
Lesen Sie nachfolgend Kurioses und Interessantes aus den 9 Bundesstaaten der Region Nordosten Brasiliens: Alagoas, Bahia, Ceará, Maranhão, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio Grande do Norte, Sergipe.
Es gibt Hunderte von Nachbildungen der amerikanischen Freiheitsstatue auf der ganzen Welt, aber in Maceió, der Hauptstadt von Alagoas, befindet sich eine der wenigen Kopien, die von derselben Gießerei “Val D’Osne Foundry“ angefertigt wurde, die auch die Statue im Hafen von New York gegossen hat.
Maceió war die erste brasilianische Stadt, die Clarice Lispector aufnahm, nachdem ihre Familie aus der Ukraine nach Brasilien gekommen war. Die Schriftstellerin verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in der Stadt, genauer gesagt in den Jahren 1922 bis 1925.
Clarice, eine der berühmtesten Autorinnen der brasilianischen Literatur, hat den Beginn des Lebens einer ihrer Hauptfiguren, Macabéa aus dem Roman „Die Stunde des Sterns“, im Hinterland von Alagoas angesiedelt. Ein Beweis dafür, dass der Bundesstaat und die Hauptstadt in ihrer Vorstellung affektiv geblieben sind.
Eine berühmte Kokospalme, mit einer ungewöhnlichen Form, wurde in der Hauptstadt von Alagoas bekannt als der “Gogó da Ema“ (Kropf des Nandus), wie sie genannt wurde. Wegen ihrer geschwungenen Form war die Kokospalme, die am Ufer von “Ponta Verde“ stand, damals das Thema von Gemälden, Liedern und Fotos. So wurde sie zu einer Ikone und einer der Sehenswürdigkeiten von Maceió.
Doch leider fiel sie 1955 um. Ihr historischer Wert wird jedoch in Form eines Denkmals bewahrt, das ihren Namen trägt und an ihrem Geburtsort aufgestellt ist.
Außerdem gibt es einen Strand namens “Sete Coqueiros“ (Sieben Palmen) im Stadtteil Pajuçara. Dieser Name wurde ihm aufgrund der sieben Kokospalmen gegeben, die einst an einem bestimmten Strandabschnitt platziert waren. Die ursprünglichen Kokospalmen gibt es zwar auch nicht mehr, aber es wurden neue Setzlinge in der Nähe ihres früheren Standorts gepflanzt.
Maceió wird auch das “Land der Marschälle“ genannt und ist als Geburtsort der ersten beiden Präsidenten des Landes bekannt. Deodoro da Fonseca war der erste Präsident der Republik und Floriano Peixoto, ebenfalls Militär, der erste Vizepräsident. Mit dem Abgang von Deodoro übernahm er dann das höchste Amt.
Zum Schluss noch die lustigste Kuriosität von Maceió: Der Reisepass in der Hauptstadt von Alagoas ist nicht nur ein einfaches Dokument, das für internationale Reisen benötigt wird. Es ist Namensgeber für eines der beliebtesten Sandwiches der Stadt. Das Rezept wurde von Milton Braun, aus Rio Grande do Sul, entwickelt.
Nachdem er in den 1970er Jahren eine Partnerschaft aufgelöst hatte, gründete er etwas, das dem heutigen Kiosk auf Rädern ähnelt. Das Unternehmen trug den Titel „Passaporte do Gaúcho“, da dies sein „Pass“ geworden war, um weiterhin mit seiner Familie in Maceió zu leben.
Das Rezept ist im Grunde das eines Hotdogs mit viel Geschmack. Sein klassischer „Passport“ besteht aus einem weichen Brötchen, Hackfleisch (gut gewürzt), Wurst, Gemüse, geriebenem Parmesan und viel Mayonnaise.
Wie andere Küstenstädte des Nordostens ist auch Maceió für seine Strände bekannt. Die Stadt wurde unter den Touristen, die sie besuchen, als „brasilianische Karibik“ bekannt, wegen des kristallklaren Wassers und der paradiesischen Strände in der Hauptstadt und ihrer Umgebung. Zur Stadt gehört auch ein Archipel, das aus neun Inseln besteht: Bora Bora, Irineu, Almirante, Fogo, Um Coqueiro Só, Cabras, Santa Marta und Andorinhas. Alle sind sehr begehrt bei denjenigen, die die Schönheiten der Region genießen wollen.
Bahia präsentiert eine der traditionsreichsten Kulturen Brasiliens, in der die Wurzeln der künstlerischen und sozialen Ausdrucksformen des Landes liegen. Sie gilt als die Wiege für brillante Köpfe, in der bedeutende brasilianische Dichter, Musiker und Künstler, aber auch Ingenieure und Wissenschaftler geboren wurden. Die erste medizinische Fakultät Brasiliens wurde in Salvador gegründet.
Der größte und bevölkerungsreichste Bundesstaat im Nordosten Brasiliens – Bahia – ist auch die Heimat der meisten Nachkommen afrikanischer Sklaven in Brasilien, welche circa 25 % der Einwohner ausmachen. Die Hauptstadt “Salvador“ wurde 1549 von portugiesischen Siedlern gegründet und ist eine der 10 ältesten Städte Brasiliens. Sie liegt an der größten Meeresbucht des Landes, der “Bahia de Todos os Santos“(Allerheiligenbucht) – bis 1763 war sie brasilianische Hauptstadt.
Bahia und Rio de Janeiro sind die Bundesstaaten mit den meisten Anhängern von afrobrasilianischem Spiritismus. Brasilien ist der viertgrößte Kakaoproduzent der Welt. Mehr als 90 % brasilianischen Kakaos wird im Bundesstaat Bahia angebaut und geerntet.
Bahia ist ein musikalisches Kraftzentrum im internationalen Kontext. Aus Bahia stammen Samba, Lundu, Axé, Baião, das Trio Elétrico, die Guitarra Baiana und die Timbalada von Carlinhos Brown. Der Bossa Nova wurde ebenfalls von João Gilberto aus Bahia geschaffen. Ein anderer Bahianer, Raul Seixas, war einzigartig in seinem Rockstil.
Berühmte Musiker, Autoren und Bahianer: Jorge Amado, Carlinhos Brown, Daniela Mercury, João Ubaldo Ribeiro, Caetano Veloso, Moraes Moreira, Raul Seixas, Dorival Caymmi, Ruy Barbosa, João Gilberto, Gal Costa, Castro Alves, Wagner Moura, Gilberto Gil, Ivete Sangalo, Daniela Mercury, Dias Gomes, Daniel Boaventura, Luís Caldas u.v.a.
Die bahianische Gastronomie ist mehr als speziell – sie ist überraschend originell und wohlschmeckend! Sie enthält indigene, afrikanische, europäische und sogar asiatische Beiträge. Da Portugal einst auch den internationalen Handel mit indischen Gewürzen dominierte, haben diese Zutaten ebenfalls die Entwicklung typischer Gerichte aus Bahia stark beeinflusst.
In Salvador gibt es etwa fünftausend “Baianas do Acarajé“, ein reglementierter Beruf dieser afrikanischen Straßenverkäuferinnen, die dort ihre frittierten Spezialitäten den Vorübergehenden anbieten. Die “Baiana do Acarajé“ ist eines der Symbole für die anspruchsvolle und vielfältige Küche Bahias. “Acarajé“ und “Vatapá“ gehören zu den köstlichsten Delikatessen der Welt.
Das Handwerk der “Baiana do Acarajé“ ist ein immaterielles Kulturgut, das vom Iphan (Denkmalschutz) registriert wurde – auf dem Platz “Praca da Sé“ hat man ihnen sogar ein Denkmal gesetzt.
Der Name „Ceará“ leitet sich von dem Wort „siará“ ab, dass in der indigenen Tupi-Sprache „Gesang der Jandaia“ bedeutet. Die Jandaia ist eine in der Region weit verbreitete Papageienart.
Während einer der schlimmsten Dürreperiode der Geschichte, im Jahr 1877, starb fast die Hälfte der 120.000 Einwohner Fortalezas an Hunger und Krankheiten.
Es wird erzählt, dass Kaiser Pedro II. angesichts dieser Nachricht weinte. Er erklärte: „Ich verspreche, das letzte Juwel in der Krone zu verkaufen, um das Problem zu lösen“. Ceará war der erste Bundesstaat, der 1884 die Sklaverei abschaffte.
Am 15. März 1987 wählte die amerikanische Zeitung “Washington Post“ den Strand von “Jericoacoara“ zu einem der zehn schönsten Strände der Welt. Inzwischen werden die Strände um die Hauptstadt Fortaleza erneut von Holländern, Italienern, Argentiniern, Deutschen, Portugiesen, Orientalen und Franzosen überfallen – 374 Jahre nachdem eine Flotte der “West Indies Company“ versucht hatte, diesen Teil der brasilianischen Küste zu erobern. Allerdings bringt die friedliche Invasion als Bewaffnung jetzt Foto- und Videokameras mit.
An schönsten Stränden mangelt es in Ceará nicht. Der Bundesstaat ist vielleicht nicht der längste des Landes, aber er hat Dutzende von Stränden mit vielen Möglichkeiten für jeden Geschmack. Es gibt zwei Strandrouten, die Küste der untergehenden Sonne und die Küste der aufgehenden Sonne.
Diese beiden Abschnitte und die Stadt Fortaleza vereinen fast 100 Strände. Jericoacoara wurde bereits als viertbester Strand der Welt bezeichnet, aber nicht nur er ist spektakulär, auch der Strand von Canoa Quebrada und viele andere Strände wie Lagoinha, Águas Belas und Morro Branco verdienen höchstes Lob!
Der Tourismus trägt mit 20 % zum Bruttoinlandsprodukt des Bundesstaates bei und beschäftigt mehr als 300.000 Menschen in diesem Sektor. Am Dunas-Strand, in der Metropolregion von Fortaleza, kann man den größten Wasserpark Lateinamerikas besuchen Das Bundesstaatliche Tourismuszentrum ist heute in der ehemaligen kaiserlichen Strafvollzugsanstalt, in Fortaleza, untergebracht – das Gebäude und die Zellen wurden restauriert und sie bieten außer dem Mineralienmuseum und dem Museum für Volkskunst, auch zahlreichen Souvenir-Verkäufern Raum zur Präsentation ihres Angebots.
In diesem Bundesstaat befindet sich auch eine der wichtigsten archäologischen Fundstätten, die “Chapada do Araripe“. Eine weitere herausragende Gegend ist das Städtchen Juazeiro do Norte, eine der bedeutendsten Pilgerstädte des Landes. Die Verehrer des historischen “Padre Cícero“ kommen jedes Jahr, um an seinem Denkmal zu beten und ihre Versprechen abzulegen – am “Tag der Toten“ besuchen etwa eine halbe Million Pilger die Stadt.
Der Orós-Staudamm im Inneren von Ceará hat eine Kapazität von 2,1 Milliarden Kubikmetern Wasser. Er wurde unter der Regierung von Präsident Juscelino Kubitschek gebaut, um die allgemeine Wasserknappheit des Nordostens zu kompensieren – er ist größer als die Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro.
Zum Abschluss noch dies: 1922 wurde ein Ziegenbock zum Stadtrat einer Stadt in Ceará gewählt. Allerdings hat er sein Amt nicht angetreten – die Tat war eine Form von Protest, die damals von Schriftstellern und Bohemiens Ausdruck fand.
Die Hauptstadt dieses Bundesstaates, São Luís, ist eine von drei brasilianischen Landeshauptstädten, die auf einer Insel liegen. Die einzige Möglichkeit, die Stadt auf dem Landweg zu verlassen, führt über eine Brücke beim Kilometer 25 der BR135 (Bundesstraße). Ansonsten nur per Flugzeug, Schiff oder Fähre.
São Luís wurde am 8. September 1612 von den Franzosen gegründet. Im Jahr 1614 gewannen die Portugiesen die Schlacht von Guaxenduba und vertrieben die Gründer. Von 1641 bis 1644 besetzten die Holländer die Stadt. Wieder haben die Portugiesen den Kampf gewonnen, und deshalb spricht man hier weder Französisch noch sind die Einwohner blond.
Heute gehört das historische Zentrum der Stadt seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe – man verehrt es auch als Freilichtmuseum“: 312 verschiedene Fliesenarten kann man hier bewundern, die hauptsächlich aus Portugal, Frankreich und Holland stammen. Insgesamt haben rund 430 Häuser und Gebäude eine geflieste Fassade.
São Luís ist auch bekannt als Hauptstadt des Reggae oder als „brasilianisches Jamaika“. Die Stadt erhielt diesen Titel in den 80er Jahren, als dieser Rhythmus in der Stadt populär wurde. Heute erfreut sich ein großer Teil der Bevölkerung an diesem Rhythmus, und es gibt verschiedene spezialisierte Häuser in der Stadt. Einige sind sehr beliebt, andere eher elitär. Wenn Sie die Reggae-Kultur in São Luís erleben wollen, ist die “Bar do Nelson“ die traditionellste (in der Avenida Litorânea oder in seiner Filiale im historischen Zentrum).
Maranhão ist der Bundesstaat mit der geringsten Anzahl von Autos pro Einwohner und auch mit der höchsten Armutsquote. Der Bundesstaat präsentiert aber auch einige der schönsten Strände Brasiliens und hat sich inzwischen zu einer der interessantesten Touristenattraktionen Brasiliens entwickelt.
Allerdings wenn Sie die Insel besuchen wollen, müssen Sie einige Vorsichtsmaßnahmen treffen: Maranhão ist der einzige Bundesstaat, in dem man sich gegen Gelbfieber impfen lassen muss, um eine der Gemeinden, einschließlich der Hauptstadt, zu besuchen. Neben der Impfung ist auch der Abschluss einer Reiseversicherung zu empfehlen.
João Pessoa, die Hauptstadt von Paraíba, ist auch als „Sonnentor“ bekannt, da sie die östlichste Stadt Südamerikas ist und als erste die aufgehende Morgensonne empfängt. Obwohl sie, wegen ihrer zahlreichen Parkanlagen, als die grünste Stadt Brasiliens und die zweitgrünste der Welt gilt, ist sie leider auch die gewalttätigste Stadt Brasiliens, mit einer Rate von etwa 80 Tötungsdelikten pro eintausend Einwohner.
Bei den Wahlen 2012 stellte der Bundesstaat Paraíba den kleinsten und den größten Kandidaten für ein politisches Amt im Land. “Ninão“ (von der Partei PTDOB), der mit seinen 2,29 Metern Körpergröße zu den größten Männern der Welt gehört, kandidierte für das Amt des Vizebürgermeisters der Gemeinde Assunção. Am anderen Ende der Skala kandidierte der nur 1,08 Meter große “Santino Feliciano da Silva“ für einen Sitz im Stadtrat von João Pessoa. Der Kleinwüchsige Santino wurde gewählt und ist nun das kleinste Ratsmitglied des Landes.
Ein Priester aus Paraíba, Francisco João de Azevedo, wurde bekannt, weil er 40 Jahre vor der amerikanischen Firma Sholes & Glidden eine Schreibmaschine erfunden hatte. Der brasilianische Priester baute die Maschine 1834 aus Holz, Schleifpapier und einem Taschenmesser. Auf einer Reise nach London versuchte er den Apparat patentieren zu lassen, was ihm jedoch leider nicht gelang.
Die erste Zementfabrik Brasiliens stammt aus Paraíba. Im Jahr 1890 bemerkte ein Portugiese, dass der Schlamm der Insel Tiriri sehr schnell austrocknete. Zwei Jahre später gründete er die erste Zementfabrik in Lateinamerika.
Ebenfalls in diesem Bundesstaat liegt der Strand von “Tambaba“, der nicht nur der erste FKK-Strand Brasiliens ist, sondern auch jedes Jahr eine naturalistische Surfmeisterschaft ausrichtet, an der alle Teilnehmer unbekleidet teilnehmen.
Der Wortschatz der Paraíbaner weist einige Besonderheiten auf. Einen Knopf – im Normalbrasilianisch “Botão“, nennen sie zum Beispiel „Pitoco“. Kleine Dinge werden „pixototinhas“ genannt. Und alles, was cool ist, wird als „Massa“ (Masse) bezeichnet.
Mit 54,7 Bäumen pro Einwohner und mehr als 7 km2 Waldfläche war João Pessoa 18 Jahre lang die grünste Stadt Lateinamerikas. Im Jahr 2010 verlor sie diese Spitzenposition an Curitiba, im Bundesstaat Paraná.
Campina Grande, in Paraíba, ist die einzige Stadt im Landesinneren unter neun Hauptstädten, die in der Rangliste der Zeitschrift “Você“ als eine der besten Städte zum Arbeiten und für eine Karriere in Brasilien aufgeführt ist.
Die 1537 gegründete Stadt Recife ist die älteste Hauptstadt Brasiliens. Mit über 1,6 Millionen Einwohnern ist Recife die drittgrößte Stadt im Nordosten, gefolgt von Salvador und Fortaleza. Die Kolonisierung von Pernambuco erfolgte durch die Holländer, und ein Teil ihres Erbes ist in der Architektur einiger Häuser in diesem Bundesstaat noch erhalten.
Die Inselgruppen Fernando de Noronha und São Pedro gehören ebenfalls zum Bundesstaatsgebiet von Pernambuco. Die wichtigsten Flüsse, die den Bundesstaat durchziehen, sind der São Francisco, der Capibaribe und der Beberibe. Ebenen sind die vorherrschende Reliefform in diesem Bundesstaat.
Was die Vegetation anbelangt, so kommen an der Küste Mangroven und atlantische Wälder vor, während im Landesinneren die Caatinga vorherrscht, eine Vegetationsart, die ziemlich resistent gegen Trockenheit ist.
Die Vegetationsübergangsregion ist die Agreste, in der sich Merkmale des tropischen Waldes und der niederen Vegetation mischen. Wegen der zahlreichen Wasserkanäle bezeichnet man Recife auch als “Venedig des Nordostens“. Die Stadt ist der größte Pro-Kopf-Verbraucher von Whisky in der Welt. Über 2 Millionen Liter werden jährlich in der Region getrunken. Außerdem wurde dort die erste Bierfabrik Brasiliens gegründet.
Das Kloster São Bento, im antiken Städtchen Olinda, ist eines der goldreichsten Klöster Brasiliens. Seine Decke wurde 1582 mit Ochsenblut, Walöl und Bananensaft bemalt, und ist bis heute kaum gealtert.
Die Stadt Caruaru, im Interior, beansprucht für sich, das größte “Festa Junina“ Brasiliens zu veranstalten, das sich über den ganzen Monat Juni erstreckt, und an dem rund 2 Millionen Menschen teilnehmen. Neben diesem traditionellen Volksfest findet in der Stadt auch einer der größten Jahrmärkte der Welt statt, die “Feira de Caruaru“ (Caruaru-Markt), der seit 1781 besteht und rund 5.000 Warenstände umfasst.
Hier wird nicht nur Obst und Gemüse verkauft, sondern auch regionales Kunsthandwerk. Einer der berühmtesten Kunsthandwerker war Vitalino Pereira dos Santos – seine Tonfiguren, die Szenen aus dem nordöstlichen Leben darstellen, werden zu horrenden Preisen verkauft, seit der Künstler 1963 an den Pocken verstarb.
Der Ort “Vicente Férrer“, im Landesinneren von Pernambuco, ist berühmt für seine skurrilen Wettbewerbe, wie z.B. der größte Bananenfresser, das 21-Kilometer weite Rückwärtsrennen (wer zurückschaut, wird disqualifiziert) und die hässlichste Frau der Welt. In “São Bento do Una“ findet ein Hühnerrennen statt, und in “Garanhuns“ wird der hässlichste Mann der Welt gekürt.
Im Bundesstaat leben etwa 40.000 Ureinwohner, die sich in die Stämme der Fulniô, Xukuru und Kapinawá aufteilen.
Der Nordosten Brasiliens ist berühmt für seine schönen Strände. Aber schauen Sie sich die Kuriosität an: Piauí bietet Touristen auch eine schöne Küstenlinie, aber sie ist nur 66 km lang. Damit ist die Küste von Piauí die kleinste des Landes. Ich glaube, es gibt Leute, die nicht einmal wissen, dass Piauí Strände hat, aber es gibt sie – sie sind wunderschön und einen Besuch wert.
Die Bevölkerung von Piauí hat den höchsten Prozentsatz an Katholiken im Land, etwa 85% der Einwohner sind katholisch. Diese Verehrung führt zu kuriosen Auswüchsen, wie dem “Pé de Jesus“ (Jesus Fuß), einem Felsen im Zentrum der Stadt Oeiras, auf dem sich der Abdruck eines linken Fußes befindet. Die Menschen, die diesen Ort besuchen, glauben, dass dies der Fußabdruck von Jesus ist. Daneben befindet sich auch der “Pé do Diabo“ (Fußabdruck des Teufels). Jeder, der den Ort besucht, zündet eine Kerze für Jesus an und wirft einen Stein auf den Fuß des Teufels.
In diesem Bundesstaat typisches Getränk auf Cashew-Basis – er wurde als brasilianisches Kulturerbe anerkannt. Cajuína ist kein simples Getränk: Es steht für die Vereinigung der Familie, Begegnungen und Glücksmomente des Lebens und viele andere guten Gefühle.
Die Pasteten und der (Caldo de Cana“ (Zuckerrohrsaft), die wir in einigen Imbissbuden in Piauí kosten können, werden von legitimen Chinesen hergestellt, denn seit 2010 ist Piauí der Bundesstaat mit den meisten asiatischen Einwanderern, die auch in der Agrarwirtschaft tätig sind.
Eine weitere Kuriosität von Piauí, die die Einwohner mit Stolz erfüllt. Das Delta des Parnaíba-Flusses – mit einem 2.700 km² großen Archipel und mehr als 70 Inseln – paradiesische Landschaften und Strände, hohe Dünen und Süßwasserlagunen.
Der größte anthropologische Schatz Brasiliens, der Nationalpark “Serra da Capivara“, beherbergt den größten Höhlenpark der Welt, mit Malereien, die zwischen 6.000 und 12.000 Jahre alt sind. Er gilt als Weltkulturerbe und bietet mit seinem Tiefland, den Serras und Canyons, eine einzigartige Landschaft.
Es gibt so viele kulturelle Besonderheiten und Kuriositäten in Piauí, die den Rahmen dieser Kurzbeschreibung sprengen würden – fahren sie mal hin, um Piauí zu erleben!
Der Begriff “Potiguar“ bedeutet in der Tupi-Sprache „Krabbenfresser“. Dieser Name wurde den Bewohnern des Bundesstaates von den dortigen Indios angehängt, weil sie diese Krustentiere traditionell verzehren – und ein Bürger aus Natal wird vom “Rest der Brasilianer“ gern damit “auf den Arm genommen“.
Eine der Besonderheiten von Rio Grande do Norte ist die Tatsache, dass das Meer an seiner Küste, nach dem Toten Meer im Nahen Osten, das zweitmeiste Salz der Welt enthält. Dies erklärt, warum die Städte Areia Branca, Mossoró und Macau die größten Salzproduzenten Brasiliens sind und den Inlandsmarkt des ganzen Landes versorgen. Außerdem ist der Bundesstaat größter Onshore-Ölproduzent des Landes.
Als die Hauptstadt Natal während der Schlachten des Zweiten Weltkriegs als amerikanischer Stützpunkt diente, begann die Heeresleitung, Kaugummis an die Truppen zu verteilen, mit dem Hauptziel, die amerikanische Zivilbevölkerung und die
Kämpfer zu entspannen und ihren Stress abzubauen. Nach dem Krieg setzte sich der Erfolg des Kaugummis fort und verbreitete sich im ganzen Land. Heutzutage ist er eine “beliebter Zeitvertreib“ für die Kaumuskeln, der von allen Brasilianern sehr geschätzt wird.
Der Forró (berühmter regionaler Tanz- und Musikstil) erhielt seinen Namen durch die Amerikaner. Als sie dort stationiert waren, führten sie offene Tänze in der Region ein, die sie „for all“ – also auch für die Einwohner der Stadt – offen hielten. Die verstanden aber kein Englisch, also machten sie daraus “Forró“.
Der Sport “Skibunda“ (wörtlich: Popo-Ski) wurde in Natal erfunden. Da es unmöglich war, an Tagen mit wenigen Wellen auf dem Meer zu surfen, schufen die Einheimischen eine Alternative für ihre sportliche Betätigung, indem sie statt des Wassers die Dünen als Ort des Vergnügens nutzten.
Bei dieser Übung musste sich die Person nur auf ein Holzbrett setzen und damit die Dünen hinabrutschen. Es sei allerdings vermerkt, dass diese Sportart derzeit verboten ist, um die Dünen zu schonen.
Erwähnen sollte man noch den größten Cashew-Baum der Welt – dieser Baum bedeckt eine Fläche von circa 8.500 m² und produziert allein etwa 2,5 Tonnen Cashew-Früchte pro Ernte.
Aracaju, die Hauptstadt des kleinsten brasilianischen Bundesstaates, ist wahrscheinlich einer der besten Orte der Welt, um “Forró“ zu tanzen. Der Namen Aracaju setzt sich übrigens aus den Wörtern Ara (der Papagei) und Caju (der Cashewkerne) zusammen.
Sergipe ist ein kleines Land – mit einer Gesamtfläche von 21.910 km², ist es etwa so groß wie Israel. Die bevölkerungsreichste Metropole ist die Hauptstadt Aracaju. Der kleinste Bundesstaat Brasiliens hat ein bedeutendes historisches Erbe, Naturlandschaften und eine kulturelle Vielfalt, um die man es beneiden kann.
Sein Name stammt aus der antiken Tupi-Sprache und bedeutet „am Fluss der Siris gelegen“ (“Siris“ sind Krabben, die von den Bewohnern Sergipes gern gegessen werden).
Die bedeutendste landwirtschaftliche Tätigkeit im Bundesstaat Sergipe ist der Anbau von Zuckerrohr. Daneben sind Maniok, Orangen und Kokosnüsse ebenfalls Produkte, die dem kleinen Land eine gute wirtschaftliche Position garantieren.
Etwa die Hälfte des Staatsgebiets liegen innerhalb des Dürre-Polygons (Halbwüste) nach Angaben der Ernährungs- und Entwicklungshilfeorganisation der Vereinten Nationen.
In Aracaju gibt es neben den Plätzen in den verschiedenen Stadtvierteln und Wohnblocks auch öffentliche Parks, mit großen Grünflächen, vielen Pflanzen und Bäumen – und in einem der größten Parks der Hauptstadt, befindet sich sogar ein Zoo, mit verschiedenen regionalen Tierarten.
Das Staatsgebäude von Sergipe wurde 1970 gebaut und wurde zu einer historischen Referenz für die gewagte Architektur dieser Zeit. Mit seinen 96 Metern Höhe und 28 Stockwerken galt es als das größte Bauwerk des Nordostens, bis 1973, als es den Titel an ein Gebäude aus Bahia verlor.
Die Gemeinde Itabaiana ist bekannt für ihren intensiven Handel mit Goldschmuck. Die Stadt São Cristóvão ist die viertälteste Stadt Brasiliens, wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt – als historisches und künstlerisches Erbe seit für die Erhaltung seiner fantastischen historischen Gebäude.
Eine der schönsten Postkartenmotive von Sergipe ist die “Crôa do Goré“, am Fluss Santa Maria, zwischen der Gemeinde São Cristóvão und Aracaju. Dieses Inselchen entsteht bei Ebbe und zeigt dann seinen klaren und sauberen Sandstrand mit Kiosken aus Kokosnussstämmen und Strohdächern.
An der Küste ist “Mangue Seco“ einer der unwiderstehlichsten Anziehungspunkte für Besucher von außerhalb. Mit seinen schönen Stränden und wandernden Sanddünen bietet Mangue Seco eine einzigartige Landschaft. Die Dünen waren sogar Mittelpunkt der berühmten Novela “Tietá“, die in den1990er Jahren vom Team des “TV Globo“ zum Drehort ausgewählt wurde.
Kurioses und Interessantes aus der Region Mittelwesten Brasiliens
Lesen Sie nachfolgend Kurioses und Interessantes aus den 4 Bundesstaaten der Region Mittelwesten Brasiliens: Distrito Federal, Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul.
Die Hauptstadt Brasiliens, die 1960 eingeweiht wurde, ist eine Planstadt, die sich vor allem durch ihre moderne Architektur auszeichnet, die von dem berühmten Architekten Oscar Niemeyer entworfen wurde Die Stadt, die auch als „Hauptstadt der Hoffnung“ bezeichnet wird, birgt interessante Kuriositäten über ihren Ursprung, ihre Geschichte und einige andere Details.
Brasília ist nicht nur das politische Zentrum Brasiliens, sondern auch eine der wenigen modernen Städte der Welt, die von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt wurden.
Die Stadt entstand nach Plänen, welche die Bundeshauptstadt Brasiliens im Zentrum des Landes idealisierten. Die ersten Erwähnungen des Namens gehen auf das Jahr 1822 zurück, aber der Bau der Stadt wurde erst 1956 eingeleitet – unter der Regierung von Präsident Juscelino Kubitschek.
Bereits am 21. April 1960 wurde sie eingeweiht, obwohl sie noch nicht ganz fertiggestellt war. Brasília ist mit nur 61 Jahren noch so jung und steckt voller Besonderheiten, Geheimnisse und Mystik, Geschichten und Erinnerungen, Geraden und Kurven, Natur und Beton – und Brasilianern aus allen Teilen des Landes. Fakten und Umstände, welche die Zeit überdauern, machen ihre Identität aus, und machen sie zu einer unvergleichlichen, einzigartigen Metropole.
Im Jahr 1969 wurden die Kosten für die Errichtung Brasilias auf mehr als 45 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die meisten Einwohner der Region “Mittlerer-Westen“ leben heute in Brasília. Laut der Zählung von 2020 hat die Stadt 3.055.149 Einwohner, was sie zur drittgrößten Stadt des Landes macht. Auf dem “Platz der Drei Gewalten“ ist mit 286 m² die größte Nationalflagge der Welt gehisst. Das Symbol flattert auf 105 Metern Höhe und wiegt 90 Kilo. Sie wurde im Jahr 1972 eingeweiht – und fand ihren Platz im “Guinness-Buch der Rekorde“!
Brasilia wurde am 7. Dezember 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Die Stadt hat eine Fläche von 112,25 km² und ist das größte denkmalgeschützte Gebiet der Welt. In Brasilia befindet sich auch der größte Stadtpark Lateinamerikas, mit 420 Hektar ist er größer als der Central Park in New York. Im Umkreis des Stadtgebiets gibt es unzählige Wasserfälle, die ein Zufluchtsort für die Bewohner Brasilias sind – die meisten sind den Touristen unbekannt.
Der Dienstleistungssektor macht 71 % der Wirtschaft von Brasilia aus, da die Hauptstadt Sitz von Bundesbehörden und Botschaften ist. Katholizismus, Spiritismus, Protestantismus, Umbanda, Candomblé, evangelikale und orientalische Religionen präsentieren, in dieser Reihenfolge, die Religionen Brasílias. Brasília hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen des Landes, das fast dreimal so hoch ist wie der nationale Durchschnitt.
Dieser Bundesstaat ist der bevölkerungsreichste des Mittleren Westens. Er wird von drei wichtigen hydrographischen Becken umspült: Dem Paraná-Becken, dem Becken des Rio Tocantins und dem des Rio São Francisco. Die Hauptstadt Goiânia hat 2020 1.536.097 Einwohner und ist etwa 200 km von einer anderen wichtigen brasilianischen Metropolregion entfernt: Der Landeshauptstadt Brasília.
In den Städten zwischen der Landeshauptstadt und der Hauptstadt von Goiás leben zusammen fast 5 Millionen Menschen. Goiânia ist eine der 10 Hauptstädte mit dem besten HDI (Human Development Index) des Landes – noch vor so bedeutenden Städten wie Rio de Janeiro.
Goiânia, auch bekannt als „Hauptstadt des Cerrado„, wurde am 24. Oktober 1933 gegründet. Man nimmt an, dass ihr Name auf das indigene Volk der Goyazes zurückgeht, welches die Region bewohnte. Die Stadt ist auch eine der grünsten Städte des Landes – 94m² pro Einwohner – neben Curitiba in Paraná und João Pessoa in Paraíba. Sie ist auch die Hauptstadt mit der größten Anzahl von öffentlichen Plätzen. Im Herbst und Winter sind die Akazienbäume an Bürgersteigen und Plätzen der Stadt mit einem gelben Blütenmeer geschmückt.
Jeden Sonntag findet in Goiânia ein großer Markt unter freiem Himmel statt. Es ist der “Hippie-Markt“, dessen 6.000 Kioske und Stände die “Praça do Trabalhador“ und seine Umgebung einnehmen.
Die Stadt Goiânia verfügt noch immer über ein großes architektonisches Erbe der Art-Déco-Bewegung, die in den 1920er und 1930er Jahren weltweit sehr beliebt war.
Es sind 22 Gebäude in diesem Stil, die vom Institut für das nationale künstlerische Erbe (Iphan) unter Denkmalschutz gestellt wurden – sie präsentieren eines der bedeutendsten Ensembles der Art-déco-Architektur überhaupt.
Und dass es in dieser Stadt die schönsten Mädchen Brasiliens gibt, weiß jeder Brasilianer! Hier kommen 11 Frauen auf jeden Mann! Im Bemühen, Wälder, Flora und Fauna zu schützen, wurden von der Regierung Parks und Waldreservate eingerichtet, in denen Fischfang, Holzeinschlag und Jagd verboten sind. Als Schutzparks sind der “Emas-Nationalpark“, im Süden des Bundesstaates, und der Nationalpark “Chapada dos Veadeiros“, in den Gemeinden Alto Paraíso de Goiás und Cavalcante eingerichtet worden.
Eine der schönsten religiösen Manifestationen von Goiás ist die Prozession des “Fogaréu“, die am Mittwoch der Karwoche, mit einem Fackelzug um Mitternacht, beginnt. Am nächsten Tag wird die Aufführung der Passion Christi die Bewohner der kleinen Ortschaft bewegen, die alles mit großer Hingabe verfolgen.
Einer der interessantesten Orte im Bundesstaat Goiás ist die Stadt Caldas Novas, denn dort befindet sich das größte Hydrothermalbad der Welt. Das Wasser entspringt aus heißen Quellen mit Temperaturen zwischen 43º und 70º. In den Gewässern der “Lagoa Quente do Pirapitinga“, einer der Hauptattraktionen der Region, ist es möglich, ein Ei in 3 Minuten zu kochen. In der Stadt findet auch die “Caldas Country Show“ statt, das größte Country-Musikfestival Brasiliens.
Mit 903.357 Quadratkilometern ist Mato Grosso der flächenmäßig drittgrößte brasilianische Bundesstaat. Die ersten beiden sind Pará und Amazonas. In seinem Gebiet gibt es drei Biome, eines davon ist das Pantanal. In der Hauptstadt Cuiabá lebt der größte Teil der Bevölkerung.
Gemäß dem Vertrag von Tordesillas sollte Mato Grosso eigentlich spanisches Territorium sein. Die Spanier waren es, die die ersten Siedlungen in diesem Bundesstaat gründeten. Sie wurden jedoch von Bandeirantes aus São Paulo vertrieben, die in Mato Grosso auf Gold gestoßen waren und die Stadt Cuiabá gründeten.
Bis 1977 wurde in den geographischen Büchern ein einziger, ausgedehnter Bundesstaat namens Mato Grosso aufgeführt. Mit der Abtrennung der südlichen Region wurde der heutige Bundesstaat “Mato Grosso do Sul“ geschaffen – Hauptstadt Campo Grande.
Cuiabá ist neben Städten wie Palmas (Tocantins), Teresina (Piauí) und Porto Velho (Rondonia) eine der heißesten Hauptstädte Brasiliens. Im Frühjahr 2015 erreichten die Thermometer in der Region 45º Celsius.
Einst war Cuiabá bekannt als die grüne Stadt, die waldreichste Hauptstadt des Landes und berühmt für ihre Hinterhöfe mit Mango- und Cashewbäumen. Obwohl die Zahl der Bäume in der Stadt im Laufe der Zeit abgenommen hat, hat sich ihr Titel gehalten. Derzeit liegt die Aufforstungsrate in Cuiabá bei 39,6 %. Die Stadt liegt auf der zentralen Achse Südamerikas, dem sogenannten geodesischen Zentrum des Kontinents. Das bedeutet, dass die Hauptstadt genau in der Mitte liegt, die den Kontinent teilt.
Die Hauptstadt von Mato Grosso liegt am Zusammenfluss von drei der wichtigsten brasilianischen Biome: dem Amazonas, dem Cerrado und dem Pantanal. Nur wenige Kilometer vom Stadtgebiet entfernt befinden sich die “Chapada dos Guimarães“ – ein Mittelgebirgszug, in dem sich die Cuiabaner von der Stadthitze erholen – und der die Ebene des Pantanals einrahmt.
In den 1950er und 1960er Jahren hatten Kinder nicht so viel Spielzeug wie heute, und das war einer der Gründe, warum Terezinha Barros aus Cuiaba zur Puppensammlerin wurde. Das mit ihren eigenen Mitteln errichtete Museum ist das einzige seiner Art im Lande.
Es präsentiert Puppen wie Shirley Temple, eine Kinderschauspielerin, die in den 1940er Jahren in Musicalfilmen sehr erfolgreich war, die Puppe von Yeda Maria Vargas, der Brasilianerin, die zur ersten Miss Universum gewählt wurde, Puppen, die als selten gelten und aus verschiedenen Epochen stammen, darunter die von Carmen Miranda und sogar das erste Barbie-Modell, das 1959 auf den Markt kam.
Zweifellos ist das Pantanal die Hauptattraktion beider Mato Grosso Bundesstaaten, und weil sein größerer Teil, nämlich 65%, in Mato Grosso do Sul liegen, präsentieren wir Ihnen entsprechende Fakten und Kuriositäten innerhalb jenes Textes.l
Er ist einer der am dünnsten besiedelten Bundesstaaten Brasiliens – auch ein Bundesstaat mit der geringsten Einwohnerzahl pro Quadratkilometer. Die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist Campo Grande, mit rund 870.000 Einwohnern. Etwa 30 % der Bevölkerung wurden außerhalb des Landes geboren.
In den letzten Jahrzehnten hat die Stadt Zuwanderer aus Minas Gerais, São Paulo, Paraná, Rio Grande do Sul und anderen Bundesstaaten aufgenommen. Auch die Zahl der paraguayischen Einwanderer ist beträchtlich.
Die Wirtschaft des Bundesstaates stützt sich hauptsächlich auf den Agrarsektor. Es gibt zahlreiche Rinderfarmen. Die Rinderherde ist die zweitgrößte des Landes. Mehr als die Hälfte des Bundesstaates ist während der Regenperiode – zwischen Dezember und März – vom Wasser des Pantanals bedeckt.
Insgesamt umfasst das Pantanal eine Fläche von 230.000 km² und entspricht damit einer Fläche von vier europäischen Ländern – Belgien, Schweiz, Portugal und Holland. Das brasilianische Pantanal hat davon144.294 km² , von denen 61,9% (89.318 km2) in Mato Grosso do Sul und 38,1% (54.976 km²) in Mato Grosso liegen.
Teile erstrecken sich auch bis nach Bolivien (20 %) und Paraguay (18 %). Auf brasilianischem Territorium ist es das einzige Gebiet, in dem Pflanzen-, Baum- und Tierarten aus anderen Biomen, vor allem dem Atlantischen Regenwald, dem Cerrado und Amazoniens, zusammentreffen.
Ein wesentliches Merkmal des Pantanal ist seine offene Panoramalandschaft: die berühmte „Vista Pantaneira“. Sie ermöglicht dem Besucher einen umfassenden Einblick in die üppige Fauna und Flora des Bioms. Dies ist in Amazonien oder im Atlantischen Regenwald nicht der Fall, denn sie sind Biome, die eine geschlossene Vegetation aufweisen (eine ausführliche Beschreibung des Pantanals finden Sie hier).
“Tereré“ ist ein aus der indigenen Guarani-Tradition stammendes Getränk, das in einer Kalebasse serviert wird, mit getrocknetem Mate und Eiswasser. Er wird von den Pantaneiros vor allem vor der Mittagszeit getrunken.
Die in der Region von “Bonito“ gelegene “Gruta do Lago Azul“ (Blaue Grotte) wurde 1924 entdeckt. Sie wurde zu einem Erbe des Bundesstaates Mato Grosso do Sul, es wird angenommen, dass seine Entstehung etwa 400 Millionen Jahre gedauert hat.
Das indigene Volk der Terena bewohnt die Gebiete zwischen Campo Grande im Osten und dem Rio Miranda im Westen. Sie verteilen sich auf zwanzig Dörfer.
Kurioses und Interessantes aus der Region Südosten Brasiliens
Lesen Sie nachfolgend Kurioses und Interessantes aus den 4 Bundesstaaten der Region Südosten Brasiliens: Espirito Santo, Minas Gerais, Rio de Janeiro, São Paulo.
Espírito Santo ist ein Bundesstaat voller Naturschönheiten entlang der gesamten Küste und bekannt für den Charme und die Gemütlichkeit der Bergregionen, neben der starken wirtschaftlichen Bedeutung für die südöstliche Region und für das Land.
Espírito Santo ist einer von zwei Bundesstaaten des Landes, dessen Hauptstadt Vitória nicht die bevölkerungsreichste Stadt ist – die Städte Serra, Vila Velha und Cariacica sind die größeren in diesem Bundesstaat. In Vila Velha befindet sich die Fabrik “Garoto“, die größte Schokoladenfabrik Lateinamerikas.
Die Stadt Vitória lebt nicht nur von der Schönheit der Natur! Die Hauptstadt, die bereits zu einem der lebenswertesten Orte des Landes gewählt wurde, ist nun auch für die Gesundheits- und Sportaktivitäten ihrer Einwohner bekannt. Laut der telefonischen Umfrage von “Vigitel“ (Surveillance Research of Risk and Protection Factors for Chronic Diseases) belegt Vitória den vierten Platz der gesündesten Städte Brasiliens. Die Umfrage gründet auf Alkoholkonsum, gesunder Ernährung, körperlicher Aktivität und Fettleibigkeit.
Guarapari ist aufgrund der gut vorbereiteten Strukturen für den Empfang von Touristen und seiner atemberaubenden Strände zum Ziel vieler Brasilianer in den Ferien geworden. Nicht umsonst sind diese Strände in der Hochsaison eines der belebtesten an der brasilianischen Küste. Die natürliche Schönheit, das Klima und die Gemütlichkeit des Ortes sorgen dafür, dass sich jeder in die Stadt verliebt.
Eine weitere Besonderheit von Espírito Santo ist der dritthöchste Berg Brasiliens, der “Pico da Bandeira“ – einer der schönsten Orte für Naturliebhaber in der Region von Caparaó, im Süden des Bundesstaates. Der Park rundherum besteht aus atlantischem Regenwald und Höhenebenen, er bietet den Besuchern atemberaubende Ausblicke.
Die “Princesa do Norte“ (Prinzessin des Nordens), wie die Stadt Colatina genannt wird, die im Nordwesten des Bundesstaates liegt, hat in ihrer Geschichte den Titel des schönsten Sonnenuntergangs der Welt. Berühmt für dieses bezaubernde Naturschauspiel, das man von verschiedenen Teilen der Stadt aus erleben kann, ist Colatina weltweit bekannt.
Der Kaffeeanbau ist die wichtigste landwirtschaftliche Tätigkeit in Espírito Santo. Mit 131.000 Erzeugerfamilien in allen Regionen ist Espírito Santo der zweitgrößte Kaffeeproduzent, der sowohl Arabica- als auch Conilon-Kaffee anbaut. Die Wirtschaft macht 22 % der brasilianischen Produktion aus und ist für 35 % des (BIP) von Espírito Santo verantwortlich. Darüber hinaus sind in der Kaffeeproduktion direkt und indirekt rund 400.000 Menschen beschäftigt
Minas Gerais war bis zur Ankunft der Portugiesen in Brasilien ursprünglich von indigenen Völkern bewohnt. Doch als die “Bandeirantes“ aus São Paulo dort Gold entdeckten, wanderten viele Menschen auf der Suche nach Reichtümern in den Bundesstaat ein, der sich dadurch wirtschaftlich und kulturell schnell entwickelte.
Heute ist Minas Gerais der brasilianische Bundesstaat mit den meisten Gemeinden aber beherbergt auch die kleinste Stadt des Landes: “Santa Cruz de Minas“, mit 2.859 km² und 8.664 Einwohnern 2020, was sie erstaunlicherweise nicht auch zur am dünnsten besiedelten Stadt des Landes macht.
Dieser Titel geht an “Serra da Saudade“, eine weitere Stadt in Minas Gerais, die bei der letzten Volkszählung von 2020 nur 776 Einwohner hatte. Minas Gerais ist flächenmäßig größer als Frankreich und das drittgrößte BIP unter den föderativen Einheiten Brasiliens ist das von Minas Gerais.
Die Hauptstadt Belo Horizonte (Schöner Horizont) gilt als die erste Planstadt Brasiliens und ist in drei Hauptzonen unterteilt: das Zentrum, die Vorstadt und das Umland. Die vom Ingenieur Aarão Reis, entworfene Hauptstadt brachte in ihrem Projekt viel mehr Modernität und ließ das koloniale Modell hinter sich. Sie wurde am 12. Dezember 1897 eingeweiht. Überall in den Parks, auf den Plätzen, Straßen und Alleen kann man die Lebendigkeit und Frische der Bäume erkennen, ob sie nun blühen oder nicht.
Der Rio São Francisco, der Fluss der nationalen Integration, hat seinen Ursprung in Minas Gerais, in der “Serra da Canastra“. Der Rio Paraná beginnt an der Grenze zwischen Minas Gerais, São Paulo und Mato Grosso do Sul.
“Minas Gerais hatte einst auch ein Meer“ – hoppla! Das ist eine Nachricht, die jeder Mineiro gerne hören würde. Aber es ist schon eine Weile her, wissen Sie! Vor etwa 550 Millionen Jahren. Wollen Sie Beweise? Geologen und Paläontologen fanden in “Januária“ tatsächlich Fossilien von antiken Meerestieren!
Der dritthöchste Wasserfall Brasiliens befindet sich in Minas Gerais – mit einer Fallhöhe von 273 m gehört der “Tabuleiro-Wasserfall“ in “Conceição do Mato Dentro“ zu den sieben Wundern der “Estrada Real“- und auch 3 der 5 höchsten Gipfel des Landes: Der “Pico da Bandeira“ ist der dritthöchste Gipfel Brasiliens und mit seinen 2.891 m Höhe der Liebling der Abenteurer.
Er befindet sich im Nationalpark “Caparaó“, zwischen Minas Gerais und Espírito Santo. Der “Pedra da Mina“, in der Gemeinde Passa Quatro, ist mit 2.798 m der vierthöchste Gipfel des Landes. Der fünfthöchste Berg ist der “Pico das Agulhas Negras“ im “Itatiaia-Nationalpark“, zwischen Itamonte und Bocaina de Minas.
Von den fünf höchstgelegenen Städten Brasiliens befinden sich vier in Minas Gerais. Die Reihenfolge ist: Monte Verde – 1.554m / Senador Amaral – 1.505m / Bom Repouso – 1.360m / Gonçalves – 1.350m. In Minas Gerais befinden sich 4 der 14 heute von der Unesco anerkannten historischen Stätten des “Kulturerbes der Menschheit“ in Brasilien.
Es handelt sich um die historischen Zentren von “Ouro Preto“ und “Diamantina“, das Heiligtum “Bom Jesus do Matosinhos“ in “Congonhas“, und das jüngste, das “Conjunto Arquitetônico da Pampulha“, in Belo Horizonte.
Der in Minas geborene Alberto Santos Dumont gilt in Brasilien als Vater der Luftfahrt, weil er als Erster ein Motorflugzeug ohne Startvorrichtung flog und dafür von der Internationalen Luftfahrtvereinigung anerkannt wurde. Was aber nur wenige wissen, ist, dass dieser Mann auch andere wichtige Werkzeuge für die Menschheit geschaffen hat: die Armbanduhr, die Warmwasserdusche und den tragbaren Motor.
Woher stammt der von den “Mineiros“ so oft benutzte Ausdruck “UAI“? Eine der Theorien besagt, dass dies ein Losungswort war, das während der historischen “Inconfidência Mineira“ (Minas-Verschwörung gegen die portugiesische Besatzung) verwendet wurde, damit sich die aufständigen Mitglieder unter einander identifizieren konnten und von der portugiesischen Polizei nicht gefunden wurden. Es bedeutet “Union, Liebe und Unabhängigkeit“.
Die “mineirische“ Küche“ – sie war und ist auch heute noch das soziale Zentrum der Familien in Minas Gerais. Früher, als es noch keinen Strom gab, war es der Holzofen, der nachts die Atmosphäre erhellte und die Versammlungen um den großen, rustikalen Holztisch erwärmte. In diesem bescheidenen Rahmen entstand eine der traditionellsten und bedeutendsten Küchen des Landes, deren in schwierigen Zeiten entwickelte bis heute die Gaumen in ganz Brasilien anregen und die Touristen erfreuen, die sie kennen lernen und von da an nie mehr vergessen.
Rio de Janeiro erhielt seinen Namen wegen eines Flusses, der garnicht existiert. Ja, Sie haben richtig gelesen! Die Portugiesen erreichten Rio de Janeiro erstmals im Januar 1502. Damals dachten sie, die Guanabara-Bucht sei die Mündung eines Flusses. Deshalb haben sie die Stadt Rio de Janeiro getauft.
Der Bundesstaat Rio de Janeiro steht zwar nur an dritter Stelle in der Bevölkerungszahl Brasiliens, weist aber die höchste Bevölkerungsdichte Brasiliens auf. Die Hauptstadt des Bundesstaates, die “Cidade Maravilhosa“, die von ihren Bürgern als “zauberhafte Stadt“ bezeichnet wird, ist eine der meistbesuchten Städte der südlichen Hemisphäre. Rund 2,85 Millionen internationale Touristen besuchen die Strände und die Christus-Erlöser-Statue, die zu den neuen sieben Weltwundern zählt.
Jemand, der in Brasilien geboren ist, ist Brasilianer, jemand, der in Italien geboren ist, ist Italiener, jemand, der in Irland geboren ist, ist Ire, aber jemand, der in Rio de Janeiro geboren ist, ist ein “CARIOCA“! Der Name stammt vom indigenen Volk der Tupi. Als die Portugiesen in Rio de Janeiro einfielen, gab es eine große Zahl von Eingeborenen, die beobachteten, dass diese weißen Männer seltsame Behausungen bauten! „Cari“ bedeutet „weißer Mann“, „oca“ bedeutet „Haus“, also CARIOCA = „das Haus des weißen Mannes“.
Stellen Sie sich vor: Die ursprüngliche Idee des Christus auf dem Corcovado-Gipfel (1922) war mit einem Kreuz in der einen und einer Weltkugel in der anderen Hand – und wie immer begannen die Cariocas, sich über das Projekt Witze zu reißen. Dann zeichnete der für das Projekt verantwortliche Künstler, der Architekt Heitor da Silva Costa, ein neues Bild von Christus selbst in Form eines Kreuzes mit geöffneten Armen.
Und ein Franzose, Paul Landowski, half ihm beim Bau des größten Wahrzeichens von Rio, das 1931 eingeweiht wurde. Die berühmte Christus-Erlöser-Statue – im Juli 2007 zu einem der Sieben Weltwunder der Neuzeit gewählt – ist die größte Art-Déco-Statue der Welt und wurde in 5 Jahren Bauzeit errichtet!
Der Name Zuckerhut (Pão de Açucar) stammt von den Portugiesen, die den Zucker in kegelförmiger Form nach Europa zu exportieren pflegten – und feststellten, dass ihre Zuckerkegel dem schönen Hügel ähnelten, den sie von der Guanabara-Bucht aus sehen konnten.
Die Idee des visionären Ingenieurs Augusto Ferreira Ramos war es, eine Luftbrücke zu schaffen, welche die “Praia Vermelha“ mit dem “Morro da Urca“ und dem Zuckerhut verbindet. Aus dem Traum des Ingenieurs wurde ein gewagtes Projekt, das 1913 in Betrieb genommen werden konnte – mit 1.325 Metern war sie damals die längste Seilbahn der Welt.
Die Seilbahn ist auch in Hollywood bekannt, da sie 1974 eine Szene im James-Bond-Film “Moonraker“ darstellte.
Darüber hinaus hat sie bisher mehr als vierzig Millionen Menschen auf ihrer Fahrt begrüßt, darunter den ehemaligen US-Präsidenten John Kennedy und den Physiker Albert Einstein.
Laut “TripAdvisor’s 2020 Traveller’s Choice“ präsentiert der Bundesstaat Rio de Janeiro fünf der besten Strände in Südamerika. Und einer davon liegt innerhalb der Stadt Rio de Janeiro – die “Prainha“. Mit insgesamt 98 Stränden ist der größte Strand des Bundesstaates Rio de Janeiro die “Praia da Reserva“. Sie ist 8 km lang und befindet sich in “Barra da Tijuca“, einem Stadtteil von Rio.
Der Tijuca-Stadtwald ist der größte von Menschen aufgeforstete städtische Wald der Welt. Vor der Wiederaufforstung waren hier Kaffeefarmen angesiedelt. Heute beherbergt der Tijuca-Nationalpark 328 Tierarten, darunter Amphibien, Vögel und Säugetiere.
Die “Rocinha“ ist die größte Favela in Südamerika. Nach Angaben des brasilianischen Instituts für Geografie und Statistik leben hier mehr als 100.000 Menschen in etwa 25.000 Haushalten.
São Paulo ist der reichste Bundesstaat Brasiliens, mit 46.289.333 Einwohnern 2020, was rund 22 % der Gesamtbevölkerung des Landes entspricht. Fast drei Viertel dieser Menschen konzentrieren sich in der Metropolregion von São Paulo, die aus dem Ballungsraum der Hauptstadt und den Nachbarstädten besteht und damit die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe der Welt ist.
Der Bundesstaat ist auch für rund 40 % des BIP des gesamten Landes verantwortlich. Aufgrund der starken italienischen Einwanderung sind die Pizzerien die beliebtesten Restaurants in der Hauptstadt. Man schätzt, dass es in São Paulo etwa 6000 davon gibt und dass sie durchschnittlich 1 Million Pizzen pro Tag produzieren.
Die Stadt São Paulo, die am 25. Januar 1554 gegründet wurde, wird 2022 468 Jahre alt. Die für ihre wirtschaftliche Bedeutung in Brasilien bekannteste Stadt ist das Finanzzentrum Südamerikas und gehört zu den 6 bevölkerungsreichsten Städten der Welt.
In São Paulo, im Bezirk Parelheiros, befindet sich ein Krater, der vor 40 Millionen Jahren von einem Meteoriten verursacht wurde – in dieser Region leben derzeit etwa 40.000 Menschen.
Im Jahr 1959 waren die Einwohner von São Paulo mit ihren Kandidaten für den Stadtrat äußerst unzufrieden und wählten ein Nashorn namens „Cacareco“. Damals wurden die Wahlen noch manuell durchgeführt, und das Tier erhielt etwa 100 000 Stimmen für das Amt. Nach Angaben des “Convention & Visitors Bureau“ ist São Paulo die Stadt mit dem zweithöchsten Pizzakonsum der Welt, d. h. mehr als 700 Pizzas pro Minute!
São Paulo gilt als die meistbesuchte Stadt Brasiliens und wird jährlich von rund 13 Millionen Touristen und vor allem Geschäftsleuten besucht. Aufgrund ihrer Geschwindigkeit, Zugänglichkeit, Kapazität und Sauberkeit gilt die Metro von São Paulo als eine der 10 besten der Welt.
In São Paulo erwarb Maria Augusta Saraiva, eine Absolventin der Universität von São Paulo, als erste brasilianische Frau einen Abschluss in Rechtswissenschaften. Im Bundesstaat São Paulo leben Menschen aus über 70 Nationen – vor allem in der Hauptstadt. Zu den Völkern, die die Bevölkerung São Paulos ausmachen, gehören Portugiesen, Spanier, Italiener, Araber und Japaner, sowie Afrikaner und Amerindios.
Der größte Friedhof Lateinamerikas, der „Vila Formosa-Friedhof“, befindet sich in der Ostzone von São Paulo, wo über 1,5 Millionen Menschen begraben sind. Der Friedhof wurde 1949 eingeweiht – jeden Monat finden dort etwa 275 Beerdigungen statt.
Einer der ältesten Bäume Brasiliens (wobei Amazonien noch nicht alle Geheimnisse preisgegeben hat) ist ein 3.020 Jahre alter “Jequitibá-rosa“(Cariniana legalis) der im Bundesstaatspark “Vassununga“, in Santa Rita do Passa Quatro, im Bundesstaat São Paulo steht.
Im Bundesstaat São Paulo gibt es auch drei indigene Dörfer: Guarani, Tenondê Porã und Krukutu, die am “Pico do Jaraguá“ (Bergmassiv) bzw. in einem Reservat im Bezirk Parelheiros liegen. São José dos Campos, im Bundesstaat Sao Paulo, ist das größte Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Lateinamerika. Detail: In der Stadt ist der Flugzeughersteller “Embraer“ ansässig.
“Holambra“ (eine Kombination aus den Namen Holland, Amerika und Brasilien), eine Stadt in der Region Campinas, ist der größte Produzent von Blumen und Zierpflanzen in Lateinamerika.
Die Stadt mit der höchsten männlichen Bevölkerung im Bundesstaat Sao Paulo ist Balbinos, im Landesinneren. Dort kommen 420 Männer auf nur 100 Frauen. Der Grund: die Einrichtung von zwei Gefängnissen in der Gemeinde.
Kurioses und Interessantes aus der Region Süden Brasiliens
Lesen Sie nachfolgend Kurioses und Interessantes aus den 3 Bundesstaaten der Region Süden Brasiliens: Paraná, Santa Catarina, Rio Grande do Sul.
Geprägt von einer polnischen Einwanderung und von einer modernen Stadtplanung, macht die Hauptstadt Curitiba besonders durch ihren sorgsamen Umgang mit der Umwelt auf sich aufmerksam. Diese Sorge und Fürsorge zeigt sich in der großen Anzahl von Parks und Gärten, die über die ganze Stadt verteilt sind. Curitibas Name stammt von dem Ausdruck „kur yt iwa“, der von den Tingui-Indios verwendet wurde und einen “Ort voller Nadelbäume“ bezeichnet – in der Tat sind die Araukarien ein Wahrzeichen dieses Bundesstaates.
Die Hauptstadt Curitiba, hat die niedrigste Analphabetenrate des Landes und wurde zur ökologisch nachhaltigsten Stadt Lateinamerikas erklärt. In Curitiba leben ist zum Synonym für Lebensqualität geworden, wenn man das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vergleich zu anderen Hauptstädten Brasiliens vergleicht.
Die Iguaçu-Wasserfälle an der Grenze des brasilianischen Bundesstaates zu Argentinien sind die volumenmäßig größten Wasserfälle der Erde: Eine Gruppe von 275 Wasserfällen, die bis zu 80 Meter hoch sind, am Iguaçu-Fluss. Die Zahl der Wasserfälle schwankt jedoch zwischen 150 und 300, je nach Jahreszeit und insbesondere nach den Niederschlägen.
Das Wasserkraftwerk Itaipu in Foz do Iguaçu ist das zweitgrößte Kraftwerk der Welt, gemessen an seiner Struktur. Es wurde 1991 fertig gestellt und erst dann mit seiner vollen Kapazität von 12 000 MW in Betrieb genommen, was es zum größten Energieerzeuger Brasiliens macht.
Der Rio Paraná, der dem Bundesstaat seinen Namen gab, entspringt aus dem Zusammenfluss von Rio Paranaíba und Rio Grande, fast im äußersten Westen von Minas Gerais. Der Name Paraná stammt aus der Tupi-Guarani-Sprache und bedeutet „ähnlich dem Meer“. Der Fluss ist 2.570 km lang und fließt durch das Gebiet von drei Ländern: Brasilien, Argentinien und Paraguay.
Der Kaffeeanbau ist u.a. eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Aktivitäten im Bundesstaat und macht Paraná nach wie vor zu einem der bedeutendsten Erzeuger Brasiliens – in den goldenen Zeiten wurden in Paraná sogar 60 % des weltweiten Kaffees produziert.
“Barreado“ ist ein typisches Gericht von der Küste in Paraná. Für die Zubereitung wird das Fleisch in einen geschlossenen Tontopf gelegt und dann vergraben. Darüber wird ein Feuer angezündet, das 12 Stunden lang brennt, bis das Fleisch zerfällt.
Santa Catarina ist der Bundesstaat mit dem positivsten Sozialindex Brasiliens. Es hat die höchste Lebenserwartung, die niedrigste Kindersterblichkeit, die niedrigste Analphabetenrate und die
geringste wirtschaftliche Ungleichheit.
Die Bevölkerung setzt sich aus mehr als fünfzig ethnischen Gruppen zusammen, vor allem Nachkommen von Portugiesen, Deutschen, Italienern und, in geringerem Maße, Slawen (vor allem Polen), Indern und Afrikanern.
Die Hauptstadt Florianópolis liegt auf der “Santa-Catarina-Insel“, verbunden mit dem Festland durch die Hercilio-Luz-Brücke. Die Stadt wurde von der brasilianischen Wochenzeitschrift “Veja“ zum „besten Ort für ein Leben in Brasilien“ gekürt, und so ist es nur natürlich, dass auch Touristen die Stadt kennen lernen wollen.
“Floripa“, wie die Einheimischen ihre Stadt liebevoll nennen, erfreut sich zunehmender Beliebtheit wegen seiner perfekten Strände, der köstlichen Meeresfrüchte und der Kombination aus moderner Großstadt, kolonialer Bauten aus dem 16. Jahrhundert, interessanten Märkten und ruhigen Parks.
Der wahre Grund, warum Florianópolis auch “die Zauberinsel“ genannt wird, sind die Hexen, Werwölfe und anderen Geister, die der Legende nach die örtlichen Fischer erschreckten, ihre Boote stahlen, mit ihren Fangnetzen spielten und die Mähnen der Pferde verknoteten.
Santa Catarina ist der Bundesstaat, der die meisten Einwanderer deutscher Herkunft aufgenommen hat. Die ersten kamen 1829 in Santa Catarina an und gründeten die heutige Gemeinde São Pedro de Alcântara. Fast die gesamte Bevölkerung des Städtchens Pomerode spricht noch Deutsch. In der Tat sind dort 90 % der Einheimischen deutscher Abstammung. Pomerode wurde von Einwanderern aus Pommern gegründet.
Neben den traditionellen Punkten von historischem und kulturellem Interesse hat der Bundesstaat Santa Catarina viele besondere Attraktionen zu bieten. Von Orten, die Schauplatz blutiger Schlachten waren, bis hin zu Bahnhöfen, die in Kulturräume umgewandelt wurden.
Von Meteoritenkratern, die vor Millionen von Jahren dort niedergingen, bis hin zu den alten “Quilombos“ (Siedlungen der Nachkommen ehemaliger Sklaven).
Santa Catarina bietet Landschaften voller Kontraste: die Berge stehen im Gegensatz zu den schönen Küstenlinie mit noch schöneren Stränden, Buchten, Meeresarmen und Dutzenden von Inseln. Verschiedene Gemeinden bewahren noch die typischen Bauten aus der Zeit der Kolonisierung.
Blumenau, die drittgrößte Stadt, mit 309.011 Einwohnern 2020, ist für ihren starken deutschgermanischen Einfluss bekannt. Die Namen der Straßen, die Fachwerkarchitektur, das “Hotel Himmelblau“ oder das “Gasthaus Frohsinn“ und der allgegenwärtige Bierkonsum, wirken vertraut. Hier veranstaltet man sogar ein zünftiges Oktoberfest“ – das zweitgrößte, nach dem Münchner Original.
Das 518,837 km² große Siedlungsgebiet Blumenau wurde am 2. September 1850 von dem deutschen Apotheker Hermann Bruno Otto Blumenau gegründet.
Der Bundesstaat Rio Grande do Sul grenzt an Santa Catarina und an den Atlantischen Ozean, sowie an die Nachbarländer Uruguay und Argentinien. Der Bundesstaat steht an dritter Stelle des HDI (Human Development Index). In diesem Sinne ist er der viertreichste Bundesstaat des Landes und steht an fünfter Stelle hinsichtlich seiner Bevölkerungszahl.
Rio Grande do Sul befindet sich in der südlichen gemäßigten Zone der Erde. Das vorherrschende Klima in diesem Bundesstaat ist daher feucht-subtropisch. Eines seiner Hauptmerkmale ist die optimale Unterscheidung zwischen den vier Jahreszeiten und die reichlichen und gut verteilten Niederschläge während des Jahres.
Porto Alegre (der lustige Hafen) ist die südlichste Hauptstadt Brasiliens. Liebevoll „Poa“ genannt, hat die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Sul 1.488.252 Einwohner bei der letzten Volkszählung 2020.
Die Stadt verfügt über einen hohen Entwicklungsindex und eine durch zahlreiche Grünflächen ergänzte Infrastruktur und ist daher bei Familien, die Ruhe und gleichzeitig ein starkes Wirtschaftszentrum suchen, sehr beliebt. Mit anderen Worten: Poa vereint verschiedene Vorteile an einem einzigen Ort.
Die “Lagoa dos Patos“ ist eine Lagune mit einer Länge von 265 Kilometern und einer Breite von10 Kilometern – die größte Lagune Südamerikas. Sie ist von Rio Grande bis zur Hauptstadt Porto Alegre, für Fluss- und See-Schiffe, mit einem Tiefgang von bis zu 5,10 Metern, befahrbar. Noch vor den portugiesischen Kolonisatoren kamen Jesuitenpriester in die Region, um einen Hafen für den Transport der in ihren Missionen von Indios produzierten Produkten zu suchen. Die Ordensleute baten den portugiesischen König, ihnen den Besitz einer „kleinen Lagune für die Entenzucht“ zu sichern, wie sie es nannten. Fehlinformiert, stimmte der Souverän sogar zu. Als er jedoch erfuhr, dass er betrogen worden war, nahm er Ihre Rechte an dem Handel mit der “Entenlagune“ wieder zurück.
Der größte wirtschaftliche Gewinn des Bundesstaates wird in den Bereichen Landwirtschaft, Viehzucht und Industrie erzielt. Letztere ist für die Produktion von Lebensmitteln, Textilien, Leder und Schuhen sowie Holz, Metallurgie und Chemikalien zuständig. Ein weiterer Faktor, der die Wirtschaft des Landes antreibt, ist der Tourismus, der sich vorwiegend an seinen schönen Stränden und in den Bergregionen manifestiert. Der Strand von Cassino, an der Küste des Bundesstaates, hat den längsten zusammenhängenden Sandstreifen der Welt – 224 Kilometer!
“Gaúchos“ werden in Brasilien alle Bewohner Rio Grandes genannt und auch alle, die von dort stammen und sich in anderen Teilen Brasiliens umsehen oder sogar niedergelassen haben – der “Gaúcho“ klebt an ihnen, wie eine zweite Haut – was jedoch diesen Südländern in den meisten Fällen durchaus schmeichelt, denn die traditionellen Träger dieses Namens sind jene tapferen Männer, die in der Weite der Pampa riesige Rinderherden bewachten, um sie vor Dieben und Raubtieren zu schützen.
Alle Gaúchos – auch die Stadtbewohner und solche, die fernab ihrer Heimat leben – sind geradezu süchtig nach ihrem traditionellen Getränk, das sie “Chimarrão“ nennen. Es besteht aus grünem Mate, der glühend heiß in einer Kalebasse serviert wird. Man saugt das bittere Gebräu aus einem silbernen Röhrchen – und verbrennt sich garantiert die Lippen, wenn man als Nicht-Gaúcho die Einladung annimmt.
Schließlich dürfen wir nicht vergessen, den “Churrasco“ zu erwähnen, der ebenfalls eine Erfindung der Gaúchos ist und sich nicht nur in ganz Brasilien größter Beliebtheit erfreut, sondern seinen Siegeszug in die gesamte übrige Welt angetreten hat – sogar in Eltville am Rhein, so scheint es mir, bei meinem Nachbar auf dem Balkon, liegen an den Wochenenden ein paar deftige Fleischstücke auf seinem Grill – aber er trinkt Bier dazu…!