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4 km sö. der Station
Baar der Linie
Zürich-Thalwil-Zug und 2,5 km w.
Menzingen. 282 m über dem
Spiegel des
Zugersees. Die Gegend
war schon in früher Zeit urbarisiert und bewohnt und besass schon im 14. und 15. Jahrhundert eine verhältnismässig zahlreiche
und zudem wohlhabende Bevölkerung. Beides wird bezeugt durch viele kirchliche Stiftungen und Vergabungen,
wie sie sich als von Bewohnern Schönbrunns herrührend in mehreren Jahrzeitbüchern (namentlich dem von
Baar) aufgezeichnet
finden.
Von hier stammt das Geschlecht der Schönbrunner, dessen in der
Zuger Geschichte vielfach Erwähnung getan wird. Namentlich
die Angehörigen des Zweiges, der sich in der Stadt
Zug niedergelassen hatte, wussten sich schon seit
dem Anfang des 14. Jahrhunderts angesehene Stellungen zu verschaffen. Aus diesem Geschlecht gingen in grosser Zahl Männer
hervor, die sich um das engere und weitere Vaterland verdient machten. Es sei hier besonders erinnert an den aus den italienischen
Feldzügen bekannten Hauptmann Heinrich Schönbrunner (vergl. den Art.
St. Andreas) und an Stadtpfarrer
Joh. Schönbrunner, den mutigen und unerschrockenen Feldprediger der
Zuger in der Schlacht bei
Dornach (1499). Das Geschlecht
starb 1792 mit Dr. Jodokus Schönbrunner in Zug
aus.
Die in unbekannter Zeit entstandene
Kapelle Schönbrunn soll uralt sein und nach der Volksüberlieferung in heidnischer Zeit
aus einem Fruchtspeicher in ein christliches Gotteshaus umgewandelt worden sein. Historisch nachweisbar
ist aber ihr Bestand vor dem 14. Jahrhundert nicht. Das Kloster
Kappel besass seit ältesten Zeiten Rechte über die
Kapelle,
hatte aber zugleich auch gewisse Verpflichtungen zu erfüllen, welch' letztere zu öftern Anständen zwischen dem Kloster
und den Leuten von Schönbrunn führten. So wurde am durch Schiedsrichter aus Zürich,
Luzern,
Zug
und Schwyz
bestimmt,
Kappel habe dem von ihm bestellten Pfarrer zu
Baar, zu dessen Sprengel damals u. a. auch die ganze Gemeinde
Menzingen gehörte,
zwei Helfer zu geben, von denen der eine für die gottesdienstlichen Verrichtungen in Schönbrunn verwendet
werden solle. Durch die 1477 erfolgte Gründung einer eigenen Pfarrei
Menzingen lösten sich die kirchlichen Beziehungen von
Kappel und
Baar zu Schönbrunn, dessen
Kapelle nun aus einer Filialkirche von
Baar eine solche von
Menzingen wurde. Die auf den
Gubel ziehenden Reformierten fügten dieser
Kapelle am schwere Beschädigungen zu.
Ganz in der Nähe der
Kapelle gründete 1858 Dr. P. J. Hegglin († 1893) in Verbindung mit K. Elsener, einem andern Menzingerbürger,
der längere Zeit in der Wasserheilanstalt
Albisbrunn tätig gewesen, die Wasserheilanstalt
Bad Schönbrunn, die sich seitdem
zu einer der ersten schweizerischen Anstalten dieser Art emporgeschwungen hat. Die an Quellen (auch bei
trockenster Jahreszeit einen Ertrag von 1000 Minutenliter liefernd) reiche Terrasse von Schönbrunn ist gegen O. und N. vor
kalten Winden geschützt, gegen S. und W. dagegen offen und zu jeder Tageszeit von der
Sonne beschienen, wobei die Temperatur
auch während der heissesten Monate durch einen aus der nahen Lorzeschlucht aufsteigenden kühlern Luftzug
gemässigt wird.
Der für 45
Betten berechnete Grundstock des
Bades erwies sich bald als zu klein, sodass schon 1865 eine erste Vergrösserung
erfolgte. Heute suchen alljährlich 150/160 Leidende während der Hochsaison (geöffnet ist die Anstalt von Mitte Mai bis
Oktober). Heilung in Schönbrunn. Die Kur wird besonders für Nervenkrankheiten, für Zirkulationsstörungen
und konstitutionelle
Leiden empfohlen. Zu dem ursprünglich allein zur Anwendung kommenden Wasserheilverfahren hat sich mit
der Zeit auch noch die elektrische Behandlung, die Massage und Heilgymnastik gesellt. Telegraph und Telephon im Badehotel.
Vergl. Hegglin, Dr. Das Wasserheilverfahren als Heilmittelbei chronischen Krankheiten. Erlangen 1867. -
Hegglin, Dr. Manuel der Wasserkur für die Gäste von Schönbrunn. 1890. - Weber, A. WasserheilanstaltBadSchönbrunn (im
ZugerKalender 1905).
(Kt.,Bez. und Gem. Schaffhausen).
452 m. Privatasyl für gebrechliche oder geistesschwache Frauen; 1,5 km nö. vom Bahnhof
Schaffhausen.
Telephon. Gehört seit 1891 der Evangelischen Gesellschaft von Schaffhausen
und kann etwa 50 Pfleglinge aufnehmen.