Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/204

Solidarische Landwirtschaft
"Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt!"
- Mahatma Gandhi -
Die Mitglieder einer Vertragslandwirtschaft, auch solidarische Landwirtschaft oder CSA (community supported agriculture) genannt, schliessen gemeinschaftlich einen Vertrag und werden wöchentlich, während eines Jahres, mit erntefrischen, biologisch produzierten Lebensmitteln zu Vorteilpreisen versorgt. Sie erhalten einen sehr fairen Preis, da kein Zwischenhandel eine Marge für sich beansprucht. Gleichzeitig erhalten sie einen Einblick in, als auch Einfluss auf die Produktion ihrer Lebensmittel.
Im Gegenzug schaffen sie für die teilnehmenden Höfe eine Abnahmegarantie. Dadurch verringern sie das geschäftliche Risiko und vereinfachen zudem die Planung von Investitionen. Durch die aktive Mitarbeit der Vereinsmitglieder bei sog. "Mitarbeitstagen" auf den Höfen, können ferner personelle Engpässe und Arbeitsüberlastungen bei den Produzenten vermieden werden. Zudem lernt man bei den stets geselligen Anlässen immer Menschen kennen, die die gleichen Vorstellungen einer gerechteren Welt teilen.
Auch die Natur profitiert von dem schonenden, biologischen Anbau sowie von den kurzen Transportwegen. Eine solidarische Landwirtschaft garantiert darüber hinaus Ernährungssouveränität und stellt somit eine echte Alternative zur industrialisierten Lebensmittelwirtschaft dar.
Die Strategie der krummen Gurken
Die Funktionsweise sowie die Entstehung einer solidarischen Landwirtschaft wird in dem nachfolgenden, hervorragenden Film sehr eindrücklich gezeigt.
Solidarische Landwirtschaft
Als solidarische Landwirtschaft (SoLaWi, auch: soliLA, CSA "community supported agriculture", Gemeinschaftshof, Landwirtschaftsgemeinschaft, Versorgungsgemeinschaft, oder auch regionale Vertragslandwirtschaft genannt) wird eine Form der Vertragslandwirtschaft bezeichnet, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem oder mehreren Partner-Landwirt/en kooperiert.
Bei der solidarischen Landwirtschaft geben die Verbraucher eine Abnahmegarantie (meist für ein Jahr) für die Produktion des Landwirtes und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion (zumeist biodynamisch oder anderweitig ökologisch).
Die solidarische Landwirtschaft als Partnerschaft, unterstützt eine regionale Produktion und eine regionale Ernährung.
Das Konzept " solidarische Landwirtschaft " entstand in den 1960er Jahren in Japan, wo heute etwa ein Viertel der Haushalte an einem Teikei (deutsch „Partnerschaft“) beteiligt sind.
In den USA entwickelte sich die dort Community-supported agriculture (CSA) genannte Wirtschaftsweise jedoch unabhängig davon in einem Kreis um den biodynamischen Landwirt Trauger Groh und durch den aus der Schweiz eingewanderten Jan VanderTuin. Dort bestehen CSA-Gemeinschaften seit 1985.
In der Schweiz besteht seit 1978 in Genf die solidarische Landwirtschaft " Les jardins de Cocagne " („Schlaraffengärten“).
Im Februar 2011 gründete sich in Altstetten / Zürich der Verband regionale Vertragslandwirtschaft (RVL).
In Österreich gilt die 2011 gegründete Initiative Demeter Ochsenherz in Gänserndorf als Keimzelle, bezeichnet als gemeinsame Landwirtschaft (GeLa).
In Frankreich existiert dieses Kooperationskonzept / solidarische Landwirtschaft unter dem Namen „Association pour le maintien de l’agriculture paysanne“, kurz AMAP (Verbrauchervereinigung für die Beibehaltung der bäuerlichen Landwirtschaft). Es handelt sich dabei um regional agierende Vereine, die der gesicherten Abnahme von landwirtschaftlichen Produkten aus deren Herkunftsregion durch ihre Mitglieder und Unterstützer dienen. Typische Produkte sind Früchte, Gemüse, Eier, Käse, Fleisch und weitere Erzeugnisse.
In Deutschland gilt der Demeter-Betrieb Buschberghof in Fuhlenhagen als Keimzelle für die solidarische Landwirtschaft. Viele weitere Ökobauernhöfe sowie Foodcoops bieten als wesentlich einfachere Variante sogenannte Ökokisten im regelmäßig kündbaren Abonnement an.
Solidarische Landwirtschaft / CSA war eines der favorisierten Konzepte auf dem Weltsozialforum 2001 in Porto Alegre (Brasilien).