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Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) erhielt 2021insgesamt 2513 Ausfuhrgesuche für Kriegsmaterial. 2403 Gesuche wurden durchgewunken. Drei wurden abgelehnt, der Rest der Gesuche ist beim SECO noch hängig, weil weitere Abklärungen nötig sind. Die Anzahl Gesuche 2021 liegt etwas tiefer als noch 2020. Vor zwei Jahren erhielt das SECO 2539 Bewilligungsgesuche.
Knapp 40 Prozent des exportierten Kriegsmaterials sind Panzer und andere Landfahrzeuge oder Bestandteile davon. Knapp 25 Prozent ist Munition für verschiedene Waffen. Auf dem dritten Platz folgen «Feuerleiteinrichtungen», also zum Beispiel Raketen-Zielsysteme für Panzer.
Zugenommen haben gemäss der SECO-Statistik die Exporte von besonderen militärischen Gütern. Dazu gehören unter anderem Entfernungsmesser, Nachtsichtgeräte, Wärmebildausrüstung oder Schutzausrüstung.
Deutlich höher waren 2021 auch die Exporte von Kleinwaffen und leichten Waffen. Der Bund registrierte im vergangenen Jahr Ausfuhren von 47’282 Stück, gegenüber 35’469 im Vorjahr.
Im Vergleich zu 2020 wurde im letzten Jahr weniger Schweizer Kriegsmaterial ins Ausland exportiert. 742.8 Millionen Franken nahmen Schweizer Unternehmen 2021 mit der Ausfuhr von Kriegsmaterialien ein. Das sind 158.4 Millionen Franken respektive 18 Prozent weniger als noch 2020. Damals wurde Kriegsmaterial für 901.2 Millionen Franken ausgeführt.
Grössere Geschäfte in der Berichtsperiode machten die Schweizer Unternehmen mit dem Export von gepanzerten Radfahrzeugen nach Dänemark (94.6 Millionen) und nach Rumänien (86.9 Millionen). Zudem wurden diverse Munitionsarten und Munitionskomponente nach Deutschland (71.9 Mil- lionen) geliefert und gepanzerte Radfahrzeuge nach Botswana (63.5 Millionen) exportiert.
Die beiden Hauptabnehmerländer waren auch im vergangenen Jahr Deutschland mit Lieferungen im Wert von 123 Millionen Franken, gefolgt von Dänemark mit 96 Millionen Franken. Auf den Exportplätzen drei bis fünf folgten die USA (90 Millionen Franken), Rumänien (87 Millionen Franken) und Botswana (64 Millionen Franken).
Ordnet man die Exporte nach Kontinenten zeigt sich, dass die Mehrheit des Schweizer Kriegsmaterial innerhalb Europas ausgeführt wird (65 Prozent). 13 Prozent gelangt in die USA, 11 Prozent nach Asien. Darauf folgen Afrika (10 Prozent) und Australien (1 Prozent).
Neben den Exportzahlen von 2021 präsentierte das SECO ebenfalls eine Studie zur Bedeutung der Rüstungsindustrie für die Schweiz.
Aus der Nachfrage nach Rüstungsgütern in der Schweiz resultiert insgesamt eine Wertschöpfung in Höhe von 1.256 Milliarden Franken. Damit sind laut der aktuellen Studie rund 7600 Arbeitsplätze verbunden.
Im Vergleich zur Finanzbranche ist die Schweizer Rüstungsindustrie jedoch winzig. Der gesamte ökonomische Fussabdruck des Schweizer Finanzplatzes hat sich im Jahr 2020 auf eine Wertschöpfung in Höhe von 95.5 Milliarden Franken belaufen. Insgesamt waren 430'600 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit der Branche verbunden, wie BAK Economics im November 2021 bekanntgab.
Der Anteil der Rüstungsgüterindustrie an der industriellen Wertschöpfung liegt gemäss der neuen Studie bei 1,2 Prozent. Bezogen auf die Zahl der Arbeitsplätze liegt der Anteil am Werkplatz Schweiz bei 1,5 Prozent. In Relation zur gesamten Schweizer Volkswirtschaft liegt der Anteil bei knapp über einem Fünftel Prozent.
Mit Material der sda
Noori ist vor fünf Jahren aus Afghanistan in die Schweiz geflüchtet. Alleine. Seither bringt er die grausamen Bilder, die er damals als Kind zu Gesicht bekommen hat, nicht mehr aus dem Kopf.