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Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt seit Mai 2012 mehrere Seismometer auf dem Rhonegletscher (Kanton Wallis). Die Sensoren wurden in Bohrlöchern ungefähr 4 - 5 m unter der Eisoberfläche installiert und sind Teil einer grösseren Feldkampagne des SED in Zusammenarbeit mit den Glaziologen des VAW (Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie, ETH Zürich) sowie der EEG-Gruppe (Exploration and Environmental Geophysics) des Geophysikalischen Instituts der ETH Zürich. Die Installation hat zum Ziel, das dynamische Verhalten des Gletschers zu untersuchen.
Im Rahmen des Hauptexperiments im September 2012 werden die Glaziologen des VAW Bohrlöcher bis zum Gletscherbett vorantreiben und diese dann mit verschiedensten Sensoren bestücken. Die Gruppe des EEG wird derweilen seismische Experimente durchführen. Der SED installiert ergänzend zehn weitere Seismometer auf der Gletscheroberfläche. Zusammen mit den bereits vorhandenen Seismometern zeichnet das seismische Netzwerk sogenannte Eisbeben des Gletschers auf. Eisbeben haben ihre Quelle im Gletscher selbst und entstehen zum Beispiel durch Öffnung und Schliessung von Gletscherspalten, durch Flüssigkeitsbewegungen und das Fliessen des Gletschereises auf dem Gletscherbett.
Durch die Lokalisierung der Eisbeben und Bestimmung ihrer Quellmechanismen sowie deren zeitliche und räumliche Entwicklung lassen sich neue Einblicke in das Innere eines Gletschers und seine Fliessdynamik gewinnen. Zusammen mit den Messungen der Gruppen von VAW und EEG entsteht mit Hilfe verschiedenartiger Messungen ein einzigartiger Datensatz für den Rhonegletscher. Diese gewonnen Daten werden dazu beitragen, unser Verständnis vom dynamischen Verhaltens eines alpinen Gletschers in Wechselwirkung mit dem subglazialen Abflusssystem zu verbessern. Auch veränderliche Einflüsse wie der Klimawandel und der daraus resultierende Gletscherschwund können damit genauer untersucht und beschrieben werden.