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Google hat Margaret Mitchell, die zweite der früheren Co-Leiterinnen der Abteilung für ethische KI-Entwicklung beim Internetriesen, entlassen. Mitchell selbst kündigte dies zunächst in einem lapidaren Tweet an: "I'm fired".
Google erklärte gegenüber US-Medien in einem Statement, dass Mitchell mehrere interne Verhaltens- und Sicherheitsregeln verletzt habe. Unter anderem habe sie vertrauliche Business-Dokumente und private Daten von anderen Angestellten kopiert.
Gebru hatte mehrmals kritisiert, dass die Google-Führungsebene nicht genügend Anstrengungen unternehme, um Diversität und Gleichberechtigung im Konzern zu fördern. Zum Bruch kam es dann, als sie von Vorgesetzten aufgefordert wurde, ihren Namen aus einem Forschungsbericht zu entfernen, den sie zusammen mit anderen Google-Angestellten und externen Forschenden verfasst hatte. Das Thema waren die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen, die von riesigen und energiehungrigen Spracherkennungssystemen ausgehen, wie sie unter anderem Google selbst verwendet.
Nachdem sie aufgefordert worden war, ihren Namen nicht unter dieses Papier zu setzen erklärte Gebru, dass sie nur bei Google bleiben werde, wenn gewisse Forderungen erfüllt wurden. Das Google-Management verweigerte diese Konzessionen. Gebru interpretierte dies als Rausschmiss, Google als Rücktritt. Mittlerweile hat Google zugegeben, dass beim Umgang mit dem Fall Gebru Fehler passiert sind und einige Verbesserungen versprochen.
Der Bruch mit Gebru hatte weltweit zu Protesten von Google-Mitarbeitenden geführt. Auch Margaret Mitchell gehörte zu den Kritikern. In einem offenen Brief
schrieb sie, dass sie vermute, dass rassistische und sexistische Tendenzen zur Entlassung von Gebru geführt hätten. Die gleichen Tendenzen welche auch von KI-Systemen "aufgesogen" werden können, wenn sie falsch trainiert werden, so Mitchell.