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Im zylinderförmigen Reaktorgebäude mit der imposanten Kuppel ist der Reaktor untergebracht. Die massiven Wände dieses Gebäudes bestehen aus 1,2 Meter dickem Stahlbeton. Im Infozentrum KKL kann eine 1:1-Nachbildung der Betonhülle besichtigt werden. Diese schützt einerseits die Umgebung vor radioaktiver Strahlung und andererseits die Anlage vor Einwirkungen von aussen. Der Sicherheitsbehälter aus dickem Stahl, auch Containment genannt, umschliesst das Drywell und dieses das Reaktordruckgefäss.
Im Reaktorgebäude und Containment herrschen Unterdruck. Darüber hinaus kann der Reaktor dank Absperrventilen innerhalb und ausserhalb des Containments vollständig vom übrigen Teil der Anlage abgetrennt werden.
Schnitt durch das Reaktorgebäude
Der Schnitt durch das Reaktorgebäude zeigt das solide bauliche Barrierensystem. Es schützt den Reaktor vor äusseren Einwirkungen und die Umwelt vor Strahlung.
Stabiler Betonmantel des Reaktors
Ein 1,2 Meter dicker Mantel aus Stahlbeton umhüllt den 22 Meter hohen Reaktor.
Das Herz des Kernkraftwerk Leibstadt ist der Reaktor, ein Siedewasserreaktor vom Typ BWR-6 der amerikanischen Firma General Electric mit einer thermischen Leistung von 3'600 MW.
Der Reaktorkern besteht aus 648 Brennelementen, die von Wasser umgeben sind. Die Brennelemente stehen in einer Anordnung von 10 x 10 Stäben je Brennelement, davon sind 96 mit Brennstoff gefüllt. Sie enthalten Uranoxid in Form von Brennstofftabletten, sogenannten Pellets.
Reaktor und Reaktordruckbehälter
Den Reaktor umgibt ein Druckgefäss, ein 600 Tonnen schwerer Stahlkessel aus 15 Zentimeter dickem Stahl, mit einem Durchmesser von 6 Metern und einer Höhe von 22 Metern. Der Reaktordruckbehälter umschliesst den Reaktorkern, den Wasserabscheider, den Dampftrockner und die Steuerstäbe.
Hier finden Sie eine schematische Darstellung des Reaktors.
Blick ins Wasser des Reaktorbeckens
Während der Revision ist ein Blick auf die 648 Brennelemente im Reaktorbecken möglich.
Blick auf Brennelementlagerbecken
Das Brennelementlagerbecken steht permanent unter Wasser.
Die 149 Steuerstäbe im Reaktorkern des KKL enthalten Borcarbid, das die thermischen Neutronen absorbiert. Je höher die Steuerstäbe in den Reaktor und zwischen die Brennelemente eingefahren werden, umso mehr thermische Neutronen werden eingefangen und desto weniger Kernspaltungen werden ausgelöst. Die Leistung des Kernreaktors sinkt. Sind die Steuerstäbe ganz eingefahren, ist die Kettenreaktion ganz unterbrochen; es finden keine Kernspaltungen mehr statt. Die Leistung des Reaktors und somit auch die Stromproduktion ändert sich somit je nach Position der Steuerstäbe.
Der Reaktor wird im Normalfall durch das manuelle Ausfahren der Steuerstäbe im Reaktorkern in rund 24 Stunden langsam angefahren. Ebenso langsam wird er wieder ausser Betrieb genommen, z.B. für die Jahreshauptrevision. Bei einer Schnellabschaltung kann der Kernreaktor durch Einschiessen der Steuerstäbe innerhalb von wenigen Sekunden abgestellt werden.