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Es war ein Slalom der geringen Abstände. Nach dem ersten Lauf waren sechs Fahrerinnen innerhalb von 38 Hundertsteln klassiert. Am Ende war Michelle Gisin mit 23 Hundertsteln Rückstand Dritte, aber sie war auch nur zwei respektive elf Hundertstel schneller als die slowakische Olympiasiegerin Petra Vlhova und die Deutsche Lena Dürr.
Und es war ein Rennen, in dem die Besten des ersten Laufs allesamt zurückfielen: Die Halbzeit-Führende Lena Dürr von Platz 1 auf Position 5, Petra Vlhova von 2 auf 4, die Amerikanerin Mikaela Shiffrin von 4 auf 9. Die Schwedin Anna Swenn Larsson, die Dritte nach halbem Pensum, schied sogar aus. Bitter war der Ausgang insbesondere für Lena Dürr. Bereits bei Olympia hatte die Deutsche geführt und fiel dann noch in den 4. Rang zurück. Sie muss auch nach dem Rennen von Are auf ihren ersten Slalom-Sieg im Weltcup warten.
Schlechte Sicht für die Besten
Nachdem die Piste tags zuvor im Verlauf des Riesenslaloms immer tiefere und fast nicht mehr zu fahrende Rillen aufgewiesen hatte, hielt sie diesmal dank tiefer Temperaturen bis zum Schluss. Dafür wurden die Sichtverhältnisse im zweiten Lauf wegen der einbrechenden Dunkelheit von Fahrerin zu Fahrerin schlechter. Konturen waren für die Schnellsten des ersten Durchgangs kaum mehr wahrzunehmen.
Das ermöglichte nicht nur Gisin den Sprung von Platz 6 auf das Podest und die siebte Top-3-Klassierung im Weltcup in ihrer Lieblingsdisziplin. Siegerin Katharina Liensberger, die zum dritten Mal im Weltcup triumphierte, war bei Halbzeit nur Fünfte gewesen, die Norwegerin Mina Fürst Holtmann fuhr vom 10. Platz in den 2. Rang.
«Ich bin überrascht über das Resultat. Im zweiten Lauf hatte ich Probleme mit der Spur, aber am Ende hatte ich das Glück mit den Hundertsteln auf meiner Seite. Man muss aber auch sagen, dass die Sicht nach meiner Fahrt nochmals viel schlechter wurde», sagte Gisin gegenüber Fernsehen SRF.
Mélanie Meillard mit Laufbestzeit
Keine war im zweiten Lauf schneller als Mélanie Meillard. Die Westschweizerin tat es ihrem Bruder Loïc gleich und fuhr wie dieser knapp eine Stunde zuvor im Riesenslalom in Kranjska Gora am Nachmittag Bestzeit. Damit holte Meillard, die in den letzten Jahren mit so viel Verletzungspech zu kämpfen hatte, nicht nur erstmals in dieser Saison Weltcup-Punkte, sie realisierte mit dem 8. Platz sogar das beste Resultat im Weltcup seit über vier Jahren. Nach dem ersten Lauf war Meillard 26. gewesen.
Weltcup-Punkte gab es auch für Aline Danioth (19.) und Nicole Good (25.). Für die Urnerin Danioth war das Resultat am Ende an ihrem 24. Geburtstag allerdings kein Grund zur Freude. Sie hatte als Siebte nach dem ersten Lauf auf ihr bestes Weltcup-Resultat gehofft, fiel nach zwei groben Fehlern aber weit zurück.
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(red.)