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Ich setze an dieser Stelle voraus, daß die Sound Blaster AWE32 schon korrekt unter ALSA konfiguriert ist und Wave-Ausgabe sowie der Mixer funktionieren. Auch beziehe ich mich mit meinen Ausführungen auf SuSE Linux 8.1 Professional. Bei anderen Distributionen könnten die notwendigen Befehle genauso oder auch total anders sein.
Das Highlight der AWE32 war (und ist auch heute noch) ein excellenter MIDI-Klang über die im ROM abgespeicherten Sounds. Auch ist es möglich, die 512 Kb RAM für Benutzer-Samples auf bis zu 28 Mb RAM aufzurüsten, so daß man eigene MIDI-Instrumente erstellen kann. Damit man die Samples im ROM oder benutzerdefinierte Samples nutzen kann, muß man unter Linux entweder die ROM-Samples aktivieren oder seine eigenen Samples (im SoundFont-Format) hochladen. Dieses macht man durch das Kommando sfxload.
Will man die Samples im ROM nutzen, so reicht folgendes Kommando aus:
$ sfxload synthgm.sbk
Hierbei ist die Datei synthgm.sbk diejenige, die auf die ROMs verweist. Ich habe sie als Teil der Windows-Treiber gefunden, damit man sie jedoch nicht unnötig suchen muß, habe ich sie auch hier auf der Website (Signatur dazu).
Wer benutzerdefinierte Samples nutzen will, kann dies genauso tun, als Beispiel sei hier die Anleitung für das Demo von der SoundFont-CD-ROM genannt:
$ sfxload /media/cdrom/german/sfont2/funkbasm.sf2 $ pmidi -p65:0 /media/cdrom/german/demo/ariosbk.mid
Hierbei ist (was auch sonst) /media/cdrom das CD-Laufwerk, pmidi ein Programm, das MIDI-Dateien direkt an die MIDI-Schnittstelle schickt und 65:0 das Alsa-Internet MIDI-Device für den EMU8000. Wer wissen will, welche MIDI-Devices es auf seinem PC gibt, der braucht nur dies einzugeben:
$ pmidi -l Port Client name Port name 64:0 External MIDI 0 MIDI 0-0 65:0 Emu8000 WaveTable Emu8000 Port 0 65:1 Emu8000 WaveTable Emu8000 Port 1 65:2 Emu8000 WaveTable Emu8000 Port 2 65:3 Emu8000 WaveTable Emu8000 Port 3 66:0 OPL3 FM synth OPL3 Port
Wer schon eine AWE32 hat, der möchte natürlich auch den Wavetable-Sound genießen. Aber vielleicht gibt's ja den einen oder anderen, der auch den OPL3-Sound braucht, und deshalb gibt's hier auch noch eine Anleitung dafür. Sie ist ziemlich simpel:
$ sbiload -p66:0 --opl3 /opt/kde3/share/apps/kmid/fm/std.o3 /opt/kde3/share/apps/kmid/fm/drums.o3
Hierbei ist 66:0 das OPL3-MIDI-Device (mit pmidi -l kann man herausfinden, welchen Port das MIDI-Device hat) und std.o3 sowie drums.o3 die Dateien mit den Definitionen.
Einen neuen Computer gekauft und keinen Wavetable-Sound wie bei der AWE32? Klänge auf dem MIDI-Keyboard zu langweilig? Dann kann man aus einem Linux-Rechner mit einer AWE32 (oder irgendeiner anderen MIDI-fähigen Soundkarte, die von Linux unterstützt wird) einen MIDI-Expander machen. Die dafür nötigen Treiber (für Wavetable- bzw. OPL3-Sound) sind schon geladen, jetzt geht es nur noch darum, den MIDI-In-Port der Soundkarte (an den man mit einem speziellen Kabel normale MIDI-Geräte anschließen kann) mit dem Wavetable- bzw. OPL3-Port zu verbinden. Ein solches Kabel gibt es günstig, bei meiner AWE32 war sogar eines dabei. Der folgende Befehl sorgt für die Umleitung:
$ aconnect 64:0 65:0
Hierbei ist 64:0 der Port, von dem die Signale kommen (External MIDI 0 bei mir) und 65:0 der Port, an den die Signale weitergeleitet werden (Emu8000 WaveTable bei mir).
„Have a lot of fun…“
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