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Remo Gubser hat sich entschieden, nicht mehr hauptberuflich Kanu zu fahren. Damit verschwindet das in den letzten Jahren erfolgreichste Schweizer Boot, der Kajak-Zweier Gubser-Gubser, von den internationalen Wettkämpfen. Der ältere Bruder David Gubser orientiert sich neu und konzentriert sich auf den Kajak-Einer.
Mit 7 Gold- und 2 Silbermedaillen war Remo Gubser der erfolgreichste Athlet an den diesjährigen Schweizer Meisterschaften.
Es gibt zahlreiche Gründe, die den für den Kanu-Club Romanshorn startenden Remo Gubser bewogen haben, seine internationale Karriere zu beenden. Für den riesigen Aufwand, den er mit seinem Bruder in den letzten Jahren betrieb, war ihm der Ertrag zu gering, waren die Resultate zu mässig. Während die Fahrer anderer Nationen bestens betreut und gar bezahlt werden, mussten er und sein Bruder beinahe alles selber organisieren, Sponsoren suchen, den Trainer und die Wettkämpfe selber bezahlen und auf sehr vieles verzichten. Vom Budget von 50’000 Franken für die vergangene Saison übernahm der Verband lediglich 6’000 Franken. Dazu kam der Entscheid des Internationalen Kanu-Verbandes, neu die 200m-Distanz ins olympischen Programm aufzunehmen und die 500m zu streichen. Dabei waren die 500m der ideale Kompromiss für den spritzigen Remo und den ausdauernden David.
Mit dem Enscheid von Remo Gubser verschwindet der Kajak-Zweier Gubser-Gubser von der internationalen Bildfläche. Seit 2003 waren die beiden Brüder an insgesamt 5 Welt- und 6 Europameisterschaften und zahlreichen Weltcups. Für die Olympischen Spiele in Peking hatten sie die Richtlinien von SwissOlympic erfüllt, scheiterten aber an der Quotenregelung des Internationalen Verbandes. Mit Blick auf London 2012 nahmen sie vor einem Jahr einen neuen Anlauf mit einem neuen Projekt und einem neuen Trainer. Doch die Resultate entsprachen aus verschiedenen Gründen nicht den Erwartungen und bewogen nun den 25-jährigen Remo zur Aufgabe.
David Gubser hat bereits vor drei Wochen mit dem Training für 2010 begonnen und konzentriert sich nun auf den Kajak-Einer.
David Gubser ist nach wie vor begeistert vom Kanurennsport, ist mit 27 Jahren im idealen Kanu-Alter, ist überzeugt noch nicht den Leistungszenit erreicht zu haben und macht darum weiter. Er orientiert sich neu im Kajak-Einer über 1000 m. Bereits vor drei Wochen hat er das Training für die nächste Saison aufgenommen, intensiv mit drei täglichen Trainings. Diese Woche ist er nach San Diego abgereist, wo er dank seiner Freundin, einer amerikanischen Spitzenkanutin, im Traiuningscenter der US-Kanu-Verbandes unter guten Bedingungen trainieren kann. Er weicht so dem Winter am Bodensee aus und findet dort gute Trainingspartner.
Der Kajak-Zweier Gubser-Gubser im Ziel seines letzten internationalen Wettkampfs an der WM in Kanada.
Remo Gubser wird das Paddel nicht in die Ecke stellen, aber er wird nicht mehr so intensiv trainieren. An nationalen Rennen wird er weiter teilnehmen, dabei auch ab und zu mit seinem Bruder im Zweier und im Vierer des KC Romanshorn. Die Freude am Sport hat er nicht verloren. Nach dem Abschluss der Berufsmittelschule will er an seiner beruflichen Zukunft weiterarbeiten.
[Peter Gubser]