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In der Literatur des 20. Jahrhunderts gibt es zwei ganz besondere Zukunfts-Utopien: 1984 von George Orwell und Schöne neue Welt (Brave New World) von Aldous Huxley.
In dieser schönen neuen Welt Huxleys ist alles geplant, geregelt und genormt. Die eine Maxime ist die schrankenlose Befriedigung von Gelüsten (sprich: Konsum), die andere die ebenso schrankenlose Unterwerfung unter das Gemeinwohl (sprich: Konsumgesellschaft). Alle sind glücklich, alle sind zufrieden; Individualität ist nicht erwünscht. Es gibt fünf Sorten Menschen (Alphas, Betas, Gammas, Deltas und Epsilons), fein säuberlich abgestuft nach Intelligenz, Führungseigenschaften und anderen Qualitäten. Und natürlich überlässt man dabei nichts dem Zufall: Kinder werden nicht einfach so geboren (wie altmodisch!), sondern in Einrichtungen wie dem City-Brüter und Konditionierungscenter London aus operativ gewonnenen menschlichen Eizellen und Samen am Fliessband hergestellt. Je nach Bedarf werden den Embryonen dabei Kastenzugehörigkeit, berufliche Fähigkeiten usw. eingeimpft. Planwirtschaft bei der Fortpflanzung sozusagen! Aber das soll nicht heissen, dass Sexualität keine Rolle mehr spielen würde, im Gegenteil. Die Devise lautet Jeder gehört jedem und schon kleine Kinder werden zu munteren Erotikspielchen animiert. Die Leute verehren Henry Ford, den Pionier der industriellen Massenproduktion (Man sagt Mein Ford anstatt Mein Gott). Alles in bester Ordnung also? Na ja, äh… Jedenfalls gibt es Reservate, in denen „Ureinwohner“ leben, also Menschen, die von dieser lebenslänglichen exzessiven Zwangs-Beglückung ausgeschlossen sind. Es wäre interessant zu wissen, was die wohl für eine Meinung haben.
Kollektivität, Identität, Stabilität ist der Wahlspruch des neuen Weltstaates. Aldous Huxley starb übrigens am gleichen Tag wie C. S. Lewis (Blog vom 2. Dezember 2013), nämlich am 22. November 1963.