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Wegwort vom 11. Januar 2018
Leben ist ein Geschenk, ein grosses sogar. Nicht alle auf dieser Welt können das so leichten Herzens sagen wie ich. Hier geboren und aufgewachsen. Ich bin glücklich, bin auch dankbar dafür.
Es bringt mich völlig durcheinander, wenn eine Reklame nach der andern mich einlädt, auffordert, motivieren will, da und dort zu profitieren, mit Glücksspiel Millionär zu werden, oder wenigstens da weniger zu bezahlen und dort ein Schnäppchen zu erhaschen.
Es will mich zu einem machen, dem so viel fehlt, der so viel entbehren muss, der gar nicht glücklich sein kann, weil er nur so viel hat, wie er hat.
Muss ich überall profitieren, wo ich könnte, muss ich überall das Letzte herausholen, um glücklich zu sein?
Ein Kaufmann begegnet einem Fischer, der an einem schönen Nachmittag im Gras liegt und das Leben geniesst. Er fragt ihn, warum er schon hier sei und nicht draussen auf dem Meer am Fischen. "Ich habe genug für den heutigen Tag." - Der Kaufmann lässt nicht locker und will den Fischer zu mehr Leistung motivieren. Grösserer Fischfang ergäbe mehr Ertrag, mehr Ertrag ergäbe grösseren Gewinn, ein zweites Boot vielleicht, Angestellte und so fort. Dann könnte er sich ins Gras legen und das Leben geniessen. "Das tue ich jetzt schon.", antwortet der Fischer und sagt dem profitorientierten Kaufmann À Dieu. Unglücklich zottelt der weiter.
Matthäus schreibt in der Bergpredigt (6,19.20a): Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie zerfressen, wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Oder 7 Verse weiter nicht ganz original zitiert: Wer von euch vermag durch seine Profitgier seiner Lebenszeit auch nur eine Elle hinzuzufügen?