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Sucht Schweiz begrüsst den Entscheid der Stadt Lausanne
09.06.2023
Mit Lausanne hat eine Schweizer Grossstadt entschieden, aus Gründen der öffentlichen Gesundheit kein neues Casino im Flon-Quartier zu erlauben. Dieser Entscheid ist vor dem Hintergrund zu begrüssen, dass selbst die Aufsichtsbehörde für Spielbanken (ESBK) meint, dass die durch Geldspiele verursachten Schäden weniger ins Gewicht fallen als die wirtschaftlichen Vorteile.
Sucht Schweiz begrüsst den Entscheid der Stadtverwaltung von Lausanne, die Einrichtung einer Spielbank im Quartier Flon nicht zu bewilligen. Dieser Entscheid, der den Schutz der schwächeren Bevölkerungsgruppen den wirtschaftlichen Interessen voranstellt, ist lobenswert und sollte als Beispiel dienen. Sucht Schweiz ermutigt die öffentlichen Behörden in jedem Kanton, bei ihren Entscheidungen weiterhin den Schutz der Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen und eine Politik umzusetzen, die die Risiken und negativen Folgen für die öffentliche Gesundheit minimiert.
Sucht Schweiz drückt ihr Bedauern über die Kommentare der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) aus, über die in der Westschweizer Tageszeitung „24heures“ berichtet wurde und die nahelegen, dass die wirtschaftlichen Vorteile der Spielbanken gegenüber dem erzeugten Leid und den Problemen als wichtiger anzusehen sind. Es ist bedauerlich, dass die ESBK, deren Aufgabe es ist, die Bevölkerung angemessen vor der Geldspielsucht zu schützen, eine Sicht auf die Spielerinnen und Spieler hat, die sich ausschliesslich auf finanzielle Überlegungen beschränkt. Dies ist umso irritierender, wenn man bedenkt, dass die 3,1% der Schweizer Bevölkerung mit problematischen Geldspielverhalten allein 31,3% der Einnahmen der Geldspielindustrie erbringen. Sucht Schweiz erinnert daran, dass eines der vier Ziele des Bundesgesetzes über Geldspiele (BGS) darin besteht, „die Bevölkerung angemessen vor den Gefahren zu schützen, die mit Geldspielen verbunden sind“, und dass in keinem Fall erwähnt wird, dass fiskalische Ziele Vorrang vor der öffentlichen Gesundheit haben sollen.
Sucht Schweiz ist der Ansicht, dass finanzielle und fiskalische Ziele nur dann verfolgt werden sollten, wenn der potenzielle Schaden für die Bevölkerung minimiert worden ist. Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass Probleme mit Glücks- und Geldspielen nicht nur das Individuum betreffen, das erkrankt ist, sondern auch die Familie, das soziale Umfeld, den Arbeitgeber und – durch die oftmals angehäuften enormen Schulden – auch eine große Zahl von Gläubigern. Sucht ist ein Problem, das die Gesellschaft als Ganzes betrifft.
Für Auskünfte
Markus Meury
Mediensprecher Sucht Schweiz
<email-pii>
021 321 29 63
Dörte Petit
Expertin Geldspiel
<email-pii>
021 321 29 86