Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/2878

Die Website «Didier Castella in den Staatsrat» ist aufgeschaltet. Diese Woche inklusive des Wochenendes nimmt der FDP-Politiker bereits acht Termine wahr; darunter ist morgen Samstag in Moléson-Village der offizielle Start seiner Wahlkampagne für den Staatsrat.
Die Nomination von Didier Castella als Staatsratskandidat durch die FDP-Delegiertenversammlung gestern im Restaurant Le Jura in Freiburg war nur noch Formsache. Sämtliche Traktanden drehten sich um seine Kandidatur, und schliesslich schickten die Delegierten ihn nach weniger als einer halben Stunde mit Applaus in den Wahlkampf.
Gemäss Parteipräsident Sébastien Dorthe war sich die Parteispitze schon kurz nach der Ankündigung des Rücktritts von Staatsrätin Marie Garnier (Grüne) einig, eine freisinnige Kandidatur zu präsentieren. Die Bezirkssektionen wurden aufgefordert, Kandidaturen zu präsentieren, aber auch das Parteibüro ging auf die Suche nach Kandidaten.
Mehrere Personen hätten eine Kandidatur abgelehnt, so dass sich Castella als einziger Anwärter auf den Regierungssitz herausstellte, sagte Dorthe, meinte aber: «Er ist ein Schwergewicht der kantonalen Politik.»
Unterstützung der Frauen
Der Präsident betonte, dass die Parteispitze mit Nadia Savary, Antoinette de Weck und Nadine Gobet auch drei Frauen kontaktiert hatte. Diese hatten eine Kandidatur abgelehnt, sichern aber Didier Castella ihre volle Unterstützung für die Kampagne zu. Nadia Savary sagte: «Didier Castella ist der ideale Kandidat, um die Interessen des Kantons zu vertreten.» Sie verglich ihn mit einem Schweizer Taschenmesser, das man überall einsetzen könne.
Antoinette de Weck erinnerte daran, wie Castella als Parteipräsident die kantonale FDP an ihrem Tiefpunkt übernommen habe. Er habe dann mit einem klaren Programm die Finanzen wieder ins Lot gebracht, die Partei vom elitären Image weggebracht. Und das habe schliesslich auch wieder zu Sitzgewinnen bei Wahlen geführt.
«Historische Verantwortung»
Nadine Gobet sagte, Castella habe keine Angst vor schwierigen Situationen. «Wenn er zu einem Amt Ja sagt, dann nimmt er dieses auch wirklich ernst. Er ist eine Person, die Personen hinter einem Projekt vereinen kann», sagte die Greyerzer Grossrätin. Didier Castella dankte nach seiner Nominierung für das Vertrauen und die Unterstützung. «Es steht viel auf dem Spiel» sagte er. «Wir haben eine historische Verantwortung. Seit mehr als 30 Jahren war die FDP nie mehr so nahe an einem zweiten Sitz im Staatsrat.»
Castella betonte, dass es eine kurze, aber intensive Kampagne werde. «Der Ausgang dieser Ergänzungswahl ist offen. Ich bin aber sicher: Wer am meisten Lust, Enthusiasmus und Überzeugung zeigt, wird die Wahl auch gewinnen.»
Gemäss dem FDP-Kandidaten geht es dem Kanton heute gut; Freiburg werde von den Nachbarn beneidet. «Aber der Kanton braucht Reformen», ist Castella überzeugt. «Wir brauchen Reformen bei den Steuern und den Institutionen, wir müssen Bürokratie abbauen und vor allem die Glaubwürdigkeit der Regierung wieder herstellen.»
Didier Castella präsentierte den Delegierten die Eckpunkte seiner Wahlkampagne. Diese dreht sich um sechs Werte und zehn Projekte, für welche er in den kommenden Wochen werben will. Die Kampagne steht unter dem Slogan «Mit Überzeugung und Vernunft».
Zum Start des Wahlkampfs will Didier Castella das Feuer entzünden, wie es auf einem Flyer heisst. Die Delegierten nahmen sich dies zu Herzen, entzündeten Leuchtkörper und hüllten den Versammlungssaal kurzzeitig in Rauchschwaden.
Zur Person
Von der Physik in die Politik
Der 47-jährige Didier Castella aus Pringy ist Doktor der Physik und arbeitet in einer Kaderfunktion beim Verteidigungsdepartement (VBS). Er ist Spezialist im Umweltmanagement und in nachhaltiger Bewirtschaftung. Castella war von 2002 bis 2011 Vize-Ammann der Gemeinde Greyerz und sitzt seit 2011 im Grossen Rat. Als Präsident der kantonalen FDP stand er in den Jahren 2012 bis 2017 im Rampenlicht. Seit 2016 ist Didier Castella Präsident des Senats der Universität Freiburg, zuvor war er im Grossen Rat Mitglied der Begnadigungskommission. Auf Bezirksebene arbeitete Castella auch in Kommissionen für Spitäler und Altersheime mit. Der Greyerzbezirkler, der neben französisch auch deutsch und englisch spricht, ist Vater dreier Töchter. uh