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Zum dritten Mal finden Olympische Spiele in London statt: 1908, 1948 und nun 2012. Das ist Weltrekord. London als die typische Olympiastadt, England als Olympialand schlechthin? Eigentlich ganz und gar nicht. Natürlich ist Fussball, des Engländers liebste Sportart, olympisch.
Aber so wirklich überzeugt dieses Argument nicht. Denn einerseits ist Fussball nur bedingt präsent, gegen den Ball wird bei Olympia 2012 nicht nur in London getreten, sondern fast in ganz Grossbritannien verteilt. Es fehlt andererseits eine ganze Handvoll Sportarten, um von Britanniens Olympia zu reden.
Zum Beispiel Cricket. Das mit dem Baseball entfernt verwandte Spiel mit Bat, Ball, Wicket und vorgeschriebener Teepause ist ur-britisch. Bereits im 18. Jahrhundert galt Cricket als der britische Nationalsport. Durch die Expansion des Britischen Weltreichs wurde auch Cricket in seinen Kolonien, Dominions und Protektoraten eingeführt. Cricket war nur einmal olympisch: 1900 in Paris, wo auch nur eine Partie gespielt wurde. Genauso britisch, aber nicht mit Cricket zu verwechseln ist Croquet – ebenfalls nicht olympisch.
Auch Rugby fehlt. Seit 1924 war der Sport nie mehr olympisch, als «britisch» kann er selbst dann bezeichnet werden, wenn die Briten nie Olympiasieger waren. Bei den vier Austragungen mit Rugby siegte 1900 Frankreich, 1908 das australisch-neuseeländische Team sowie 1920 und 1924 die USA. Immerhin gibt es Hoffnung. Nach vier erfolglosen Anläufen wird in vier Jahren in Rio immerhin «Rugby sevens», ein naher Verwandter der eigentlichen Sportart «Rugby Union» mit sieben statt 15 Feldspielern, erstmals olympisch sein.
Die Liste liesse sich beliebig erweitern: Wo ist die Formel 1, bekanntlich durch einen Briten zu dem gemacht, was sie heute ist? Und Windhunderennen, Shinty, Darts und Snooker? Auch Bowling soll von Briten erfunden worden sein. Und apropos Kegeln: Das auf Den-Boden-Legen selbiger ist bei den Crufts zwar verpönt, der jährliche Wettkampf um schöne sowie geschickte Hunde mitsamt ihren mehr oder weniger schnell mitlaufenden Herrchen und Frauchen ebenso klassisch britisch – und nicht olympisch.