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Die portugiesische Regierung teilte kürzlich mit, dass sie 55 Millionen Euro in die durch die Corona-Krise angeschlagene «National-Airline» TAP investieren werde. Der Anteil des Staates an der TAP beträgt schon jetzt 50 Prozent; mit dem Kauf weiterer Anteile wird sich dieser auf etwas mehr als 72,5 Prozent steigern. Dadurch wird TAP definitiv wieder zu einer Staats-Airline.
TAP ist erst im Jahr 2015 teilprivatisiert worden. Damals wollte Portugal durch den Verkauf seiner Anteile mehr Geld für die Staatskasse generieren. Heute ist es dem Land jedoch wichtig, die TAP auf keinen Fall zu verlieren, denn TAP ist für die portugiesische Wirtschaft und den Tourismus des Landes extrem wichtig. Portugal kann sich nicht leisten, ein Grounding der Airline zu riskieren. Im letzten Jahr beförderte TAP rund 17 Millionen Passagiere. Ab den Schweizer Flughäfen Zürich und Genf fliegt TAP etwa beliebte Feriendestinationen wie Faro, Porto und Lissabon an.
Nicht ganz einfach sollen die Verhandlungen mit dem Airline-Unternehmer und Grossaktionär der TAP, den US-Unternehmer David Neeleman, gelaufen sein. Denn anfangs wollte der Staat, dass dieser sowie der andere Grossaktionär Humberto Pedrosa insgesamt auf rund 227 Millionen Euro verzichten sollen, welche sie noch von der TAP zu Gute haben. Damit war Neeleman, nicht ganz überraschenderweise, nicht einverstanden. So bleibt für Portugal nur die Verstaatlichung, d.h. sie muss die Anteile von Neeleman abkaufen. Humberto Pedrosa derweil wird voraussichtlich mit einem kleinen Anteil an Bord bleiben; die Rede ist von 22,5 Prozent. Bis jetzt hielten die beiden Airline-Unternehmer 45 Prozent der Anteile an TAP. Auch nach der Mehrheitsübernahme des Staates wird eine kleine Prozentzahl der Anteile bei Privatinvestoren verbleiben.
Nicht erst seit kurzem scheint Neeleman mit TAP und dem portugiesischen Staat verkracht zu sein. Seit längerer Zeit versucht er seine TAP-Aktien zu verkaufen und verhandelte dafür auch schon mit Lufthansa, British Airways und Air France. Deals kamen aber nicht zustande. Bleibt zu hoffen, dass die Verstaatlichung TAP nachhaltig wieder auf die Beine hilft. Der bereits vor der Corona-Krise angehäufte Schuldenberg ist jedenfalls riesig. Portugal wird einen vernünftigen Restrukturierungsplan vorlegen müssen.