Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03506.jsonl.gz/1973

Die Republik Guinea liegt an der Atlantikküste in Westafrika, 7 - 12 Grad nördlich des Äquators. Angrenzende Länder sind Guinea-Bissau, Senegal, Mali, Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire), Liberia und Sierra Leone.
Die Landeshauptstadt ist Conakry.
Die Lebensräume variieren vom Regenwald im Hochland bis zum Savannen-Grasland. Es gibt sehr fruchtbare Regionen, speziell in Guinée Maritime.
Entsprechende Karten finden Sie hier.
In Guinea herrscht tropisches Wechselklima mit regional unterschiedlich langen Regen- und Trockenzeiten. An der Küste ist es feuchtheiss im Landesinnern trockener.
Die Regenzeit, zwischen Mai bis anfangs November mit Höhepunkt im Juli/August, bringt tropische Gewitter mit heftigen Regenfällen und Stürmen. Von Dezember bis Mai herrscht Trockenzeit.
Guinea hat ca. 12.53 Mio. Einwohner auf 245'857 km2 (2020); etwa 62.3 % davon leben auf dem Lande, 37.3 % in den Städten. Der Altersmedian liegt bei rund 17 Jahren, die Lebenserwartung bei 59.2 Jahren (2016).
Die drei größten ethnischen Gruppen, unter insgesamt ca. 20 Ethnien, umfassen ca. 77 % der Bevölkerung. 40 % sind Peul oder Fulbe, 26 % Malinke und 11 % Soussou. 85 % gehören dem sunnitischen Islam an, ca. 8 % sind Christen. Die kleineren ethnischen Gruppen, Restgruppen der Ureinwohner, sind zumeist Anhänger von Naturreligionen.
Außerdem leben vor allem in den Städten zahlreiche libanesische Einwanderer. Die ersten kamen schon vor mehr als 100 Jahren ins Land und beherrschen einen Großteil des Handels und des Hotelgewerbes. Als in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia Bürgerkrieg herrschte, kamen aus diesen Ländern zahlreiche Flüchtlinge nach Guinea. Noch heute sind es ca. 40'000 (Stand 2007).
Die Amtssprache ist Französisch. Seit Beginn der 1980er Jahre ist Französisch wieder Unterrichts-sprache. Während der Regierung von Ahmed Sékou Touré wurde in den Dialektsprachen unter-richtet. Etwa 60 % der Bevölkerung besitzen bruchstückhafte bis vollständige Kenntnisse der französischen Sprache, selbst wenn sie Analphabeten sind.
Die in Waldguinea und auch in Liberia ansässigen Toma verfügen über ein eigenes Schriftsystem.
Die technische Infrastruktur ist sehr unterentwickelt. Obwohl das Land als „Wasserschloss“ bezeichnet wird, ist die Wasserversorgung ungenügend, ebenso die Wasserqualität. Trinkwasser soll besser gekauft werden. Ebenso fehlt es an der Stromversorgung. In der Hauptstadt ist der Strom nur für einige Stunden/Tag erhältlich, manchmal fällt er ganz aus. Ländliche Gebiete haben oft gar keine Stromversorgung. Ein Postwesen ist inexistent, das Internet sehr langsam und die Netzabdeckung ungenügend. Eine Müllentsorgung besteht im ganzen Land keine, keine Verbrennungsanlagen, überall findet man riesige Abfallberge. Die Abwasserkanäle in der Hauptstadt sind mit Abfall verstopft, ein Kanalisationssystem existiert nicht. Das Strassennetz ist ungenügend und Zug- und Busverbindungen fehlen.
2004 führten der Anstieg der Nahrungsmittel- und Treibstoffpreise sowie der Ärger über die mangelhafte Stromversorgung zu Massenprotesten in Conakry bei denen über 100 Demonstranten erschossen wurden.
Auch an der sozialen Infrastruktur mangelt es überall. In der Hauptstadt gibt es zuwenig öffentliche Schulen, in ländlichen Gebieten oft keine oder von ONGs errichtete. Die privaten Schulen in der Hauptstadt sind zahlreich, teuer und oft von mangelnder Qualität. Die Spitäler sind mangelhaft ausgerüstet, heruntergekommen und in ländlichen Gebieten gibt nur wenige, eher nur kleine Krankenstationen, ebenfalls meistens von ONGs errichtet. In der Hauptstadt findet man wenige Sport- und Freizeiteinrichtungen, welche den Studenten vorbehalten sind, auf dem Land fehlen sie. Fast überall gibt es kleine oder grössere Fussballplätze. Kulturelle Einrichtungen fehlen auch, Kinos sind selten, hingegen gibt es "Häuser für die Jugend" wo ein Konzert oder Theater organisiert werden kann.
Die Strassen sind meistens in schlechtem Zustand, etwa fünfzehn Prozent ist asphaltiert. Viele Baustellen sind oft jahrelang "in Bearbeitung". Sind sie endlich fertig, haben sie schon wieder viele Löcher, weil schlecht gearbeitet, keine ordentliche Unterlage gemacht wurde. Nicht alle Siedlungen sind mit Motorfahrzeugen erreichbar.
Das einst ansatzweise bestehende Eisenbahnnetz ist für den Personenverkehr eingestellt. Die Schienentrassees sind zerstört, das Material anderweitig verwendet oder gestohlen. Es bestehen wenige Eisenbahnlinien für den Gütertransport, vornehmlich für den Bauxittransport.
Neuerdings besteht eine eingeschränkte Eisenbahnlinie, welche die Agglomeration mit der Hauptstadt verbindet. Vor kurzem wurde auch eine Busverbindung aus der Agglomeration in die Hauptstadt und quer durch diese installiert.
Das "öffentliche Hauptverkehrsmittel" sind Taxis, die auf festgelegten Strecken verkehren, mit bis zu sieben Insassen in einem normalen, meist abgetakelten PW, oder MacBanas - alte VW-Busse mit bis zu dreissig Passagieren und hochgetürmtem Gepäck auf dem Dach.
Der Seehafen von Conakry bietet einen Containerumschlagplatz, eine Anlegestelle für Erdöltanker und eine Verladestelle für die mineralischen Rohstoffe. In Kamsar, an der Basse Côte, gibt es einen weiteren Hafen für die Verschiffung von Bauxit.
Guinea besitzt einen internationalen Flughafen in Conakry. Einst besass Guinea mehrere Flugplätze, die heute nicht mehr in Betrieb sind. Inzwischen ist der regelmässige Inlandsverkehr bis auf wenige Verbindungen eingestellt, nachdem keine nationale Fluggesellschaft mehr existiert. Vereinzelte Bergbaugesellschaften unterhalten wenige private inländische Flugverbindungen.
Helfen Sie mit Ihrer Spende! Wir danken für die Unterstützung!