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Trinationale Zusammenarbeit
Mit insgesamt 27.39 km verfügt der Kanton Basel-Stadt über längere Grenzen zu Deutschland und Frankreich als zu seinen Nachbarkantonen auf Schweizer Staatsgebiet (15.78 km). Auch deshalb arbeitet der Kanton Basel-Stadt in diversen Formen mit seinen Nachbarn aus Deutschland und Frankreich zusammen.
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- Foto: Juri Weiss
Die trinationale Zusammenarbeit hat für den Kanton Basel-Stadt eine grosse Bedeutung. Dabei ist es dem Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt ein Anliegen, dass der Metropolitanraum Basel zu einem einheitlichen Lebens- und Wirtschaftsraum zusammenwächst und bestehende Grenzhindernisse abgebaut werden.
Kooperation am Oberrhein
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein hat eine längere Geschichte, als dies ihre Grenzen vermuten lassen. Bevor die modernen Nationalstaaten gegründet worden sind, gab es in den heutigen Grenzgebieten einen regen Austausch in verschiedenen Bereichen. Dieser wurde durch die grösser werdende Bedeutung von Landesgrenzen und insbesondere aufgrund der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert eingeschränkt.
Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden am Oberrhein schon früh wieder erste Kooperationen wie z.B. der binationale Flughafen (heute EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg), der 1946 zwischen Basel und Mulhouse eröffnet wurde.
Bis heute ist es für diesen trinationalen Raum ein wichtiges Vermächtnis, dass die Bevölkerung und die führenden Politiker nicht länger auf Rache, sondern auf Kooperation und Versöhnung aus waren. Mit den Gründungen des Vereins Regio Basiliensis 1963 in Basel und ähnlichen Vereinen in den beiden Nachbarländern gewann die trinationale Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung. In den Siebziger- und Achtzigerjahren entwickelten sich die Strukturen, aus denen 1992 die deutsch-französisch-schweizerische Oberrheinkonferenz (ORK) hervorging.
Polyzentrische Metropolregion
Das trinationale Oberrheingebiet umfasst die Regionen Baden und Südpfalz in Deutschland, die Teilregion Elsass auf französischer Seite sowie die fünf Nordwestschweizer Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn und Jura. Um die Kräfte dieser Region mit ihrem Netz aus Ballungspunkten zu bündeln, wurde 2010 die Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO) gegründet. Am Oberrhein werden heute zahlreiche Themen trinational abgestimmt behandelt. Im Zentrum stehen dabei vor allem Verkehrs- und Raumplanungen, Bildung, Energie und Umwelt, Gesundheit, Wirtschaft und Kultur. In den letzten zwanzig Jahren konnten mithilfe des INTERREG-Oberrhein-Programms in diesen und weiteren Bereichen zahlreiche Projekte umgesetzt werden.
Kooperation in der trinationalen Agglomeration
Die trinationale Agglomeration Basel ist ein Raum mit zwei Sprachen, der sich auf drei Länder erstreckt. In diesem Raum mit Basel im Zentrum bildet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine Selbstverständlichkeit. Gerade in Themen wie Raumordnung oder Verkehr ist eine einseitige Betrachtung ohne die trinationalen Partner undenkbar. Doch auch im Alltag der rund 830'000 Bewohnerinnen und Bewohner der Agglomeration verschwimmen die Landesgrenzen dieses funktionalen Raumes zunehmend. So pendeln viele über die Grenzen, um zu arbeiten, oder gestalten ihre Freizeit trinational, indem sie die Sehenswürdigkeiten der Nachbarn besuchen oder deren kulturelles und kommerzielles Angebot nutzen.
Institutionelle Zusammenarbeit
Längst ist die Kooperation in der Agglomeration zum festen Bestandteil in den Verwaltungen der Region geworden. Der 2007 gegründete Trinationale Eurodistrict Basel (TEB) widmet sich einerseits Raumplanungs- und Verkehrsthemen, andererseits rückt immer stärker auch die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Umwelt, Bildung, Kultur und Bürgerbegegnung in den Vordergrund. Gute Beispiele hierfür sind der TEB Begegnungsfonds, die Basler Museumsnacht, trinationale Studiengänge und Zertifikate oder die vom TEB getragene Internationale Bauausstellung IBA Basel 2020, welche der Region mit verschiedenen baulichen Visionen neue Impulse geben soll. Das Agglomerationsprogramm Basel betreibt eine trinational abgestützte Verkehrsplanung, deren Umsetzung auch durch Fördergelder aus Bundesbern gefördert werden wird.