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Pier Paolo Pasolini gehörte in den sechziger Jahren zu den Intellektuellen, die auf künstlerische Art die bürgerliche Gesellschaft in Frage stellte. Er rechnete radikal mit der Bourgeoisie ab und prangerte Konventionen an. Nur wer alle Bindungen hinter sich lasse, könne Freiheit finden, so sein Lehrsatz, sein „Teorema“, den er 1968 sowohl als Roman wie auch als Spielfilm umsetzte. Sein Landsmann Giorgio Battistelli wagte 1992 einen Versuch, das Sujet zu vertonen. Nun hat er Pasolinis bekanntestes Werk als abendfüllende Oper umkomponiert. Darin geht es um eine großbürgerliche Familie, die durch die Gegenwart eines jungen Mannes in eine Krise gerät. Seine Verführungskunst weckt Sehnsüchte und setzt bei allen Mitgliedern einen Prozess der Selbstbefreiung in Gang.
Die Inszenierung des besonderen Werkes hat das britisch-irische Theaterkollektiv Dead Centre übernommen, das Schauspiel, Gesang und überraschende Klänge aus dem Orchestergraben zum Musiktheater vereint. Daniel Cohen, Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt, übernimmt die musikalische Leitung. (SB)