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Ein erfolgreicher schweizer Import
Unterdessen in Schweden
Am 29. August 1919 wurde in Schweden aus der Gaslampenfirma Lux und dem Staubsaugerunternehmen Elektron die heutige Electrolux gegründet, die noch im gleichen Jahr in die Schweiz expandierte. Während Electrolux in der Wäschepflege, im Kühlen und Spülen aber auch bei den Bodenreinigungsprodukten führend war, fokussierte sich die später aufgekaufte Firma Elektro-Helios in erster Linie auf Kochherde und Kompressorkältemaschinen. Schon 1920 brachte sie den ersten Kochherd auf den Markt. Im Jahr 1962 kaufte Electrolux Elektro-Helios auf und brachte endlich ein vollständiges Küchensortiment auf den Markt. Electrolux hat sich aber erst in den späten 1960er-Jahren auf Küchen spezialisiert. Die Firma ging davon aus, dass allein in Schweden 1,8 Millionen Küchen renovationsbedürftig seien. Ab 1966 gingen Electrolux-Vertreter zu den Endkunden nach Hause und planten zusammen mit ihnen die neue Küche.
Von der Küchennorm zur Normküche
Bereits 1927 entwickelte Therma Grossküchen. Endlich konnten auch Küchen, die Gerichte für viele Konsumenten anboten, auf technische Hilfe zurückgreifen. So entstanden Grossküchen mit Reihen von elektronisch beheizten Kippkesseln. Mit diesen konnten beachtliche Mengen von gekochten Speisen zubereitet werden. Therma kaufte in den darauf folgenden Jahren andere Betriebe auf und konnte somit die Produktionsmöglichkeiten ausbauen. Dank der grossen Nachfrage an elektronisch betriebenen Apparaten überstand die Firma auch die wirtschaftlich schwierige Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hans Hilfiker, der auch wegen seiner sekundengenauen Bahnhofsuhr Bekanntheit erlangte, kreierte für Therma ein eigenes Corporate Design und begründete die noch heute gültige Schweizer Küchennorm 55 cm × 60 cm × 90 cm für Breite, Tiefe und Arbeitshöhe. Diese Küchennorm war von nun an in der ganzen Schweiz Standard, sodass jeder Apparat in jede Küchenkombination eingebaut werden konnte. Mit der Entwicklung der Küchennorm und damit der Normküche hat Therma einen Meilenstein für die Modernisierung des Haushalts gesetzt. Damit kann sie für sich in Anspruch nehmen, der Standardgrösse, als grundlegendes konstruktives Element in der Schweiz, zum Durchbruch verholfen zu haben. In den Sechzigerjahren kam es zu einem Strategiewechsel. Sukzessive verzichtete die Firma auf die Herstellung von Kleinapparaten und setzte den Schwerpunkt auf den Küchenbau. Der Rückzug aus dem Kleinapparategeschäft wirkte sich finanziell jedoch negativ aus: Therma geriet in eine ernste Finanzkrise.
Gegenwart und Zukunft einer Hundertjährigen
Im Jahr 1978 übernahm die Electrolux-Gruppe Schweiz das Aktienpaket der Therma AG und sicherte somit ihr Weiterbestehen. Electrolux profitierte vom grossen technischen Know-how der erfahrenen Therma-Mitarbeiter, auch von der Swissness, und setzte die Firma immer wieder als Produzentin bestimmter Produkte ein. Anfänglich produzierte man noch unter dem renommierten Markennamen «Therma», ab 2004 verschwand der Name allerdings vom Markt, die Geräte werden seither unter dem Namen «Electrolux» und zum Teil unter «Electrolux Swissline» vermarktet. Seit 2006 werden in Schwanden vor allem Elektroherde, Dampfgarbacköfen, Gasapparate, Glaskeramikkochfelder und Kochmulden produziert.
2018 lancierte die hiesige Electrolux das Millennium-Design, welches der Fribourger Designer Simon Bradford exklusiv für die Schweiz entwarf. Die Backöfen und Steamer erscheinen nun in einem neuen Gewand. Der neu konzipierte Garofen war denn auch der weltweit erste automatische Dampfbackofen mit Feuchtstufenregulierung, Vario-Guide und Vakuumierfunktion. Nebst dem Dampfbackofen wird das Schweizer Sortiment mit einem Backofen, der über eine Brotbackfunktion verfügt, abgerundet. Während sich im Verlauf der Geschichte der Electrolux der Backofen vom freistehenden Küchengerät zum Einbauelement nach ganz oben gearbeitet hat, darf man gespannt sein, wie die Küche von Electrolux in den nächsten 100 Jahren aussehen wird.