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Das Controlling über die Sicherheit der Luftfahrt auf Departementsstufe wird vom UVEK an das Civil Aviation Safety Office (CASO) delegiert. Das CASO berät das Departement in allen Fragen der Luftfahrt-Sicherheitspolitik und übt das diesbezügliche Controlling über das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) aus.
Die Aufgaben des Civil Aviation Safety Officers (CASO) orientieren sich an einer entsprechenden Weisung des Departmentschefs sowie am Pflichtenheft des GS-UVEK. Grundlage dazu war der Bericht des holländischen NLR Institutes.
Die wichtigsten Aufgaben sind:
- Bereitstellung aviatischer Fachkompetenz auf Departementsstufe
- Weiterentwicklung und Durchsetzung der nationalen Luftfahrts-Sicherheitspolitik
- Controlling über das BAZL betreffend der Belange der Luftfahrtsicherheit
- Entscheid über die Umsetzung von Sicherheitsempfehlungen mittels verbindlicher Projektaufträge an das BAZL
Geschichte
Im Jahre 2003 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die vom Nationalen Luft- Raumfahrtlabor der Niederlande (NLR) erstellte Studie „Aviation Safety Management in Switzerland" publiziert. Diese war aufgrund einer Serie von Unfällen und Zwischenfällen durch den Bund in Auftrage gegeben worden.
Diese Studie empfahl unter anderem, dass das UVEK die Fachkompetenz in Sachen Luftfahrt auf Stufe Departement und die Aufsicht über das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) stärken sollte. Zentraler Bestandteil war die Anregung, die Verantwortung für die Umsetzung von Sicherheitsempfehlungen des Büros für Flugunfalluntersuchungen (BFU, neu SUST) vom BAZL auf eine neue Stelle auf Stufe Departement zu übertragen.
Im Bestreben, die Empfehlungen der NLR-Studie umzusetzen, wurde im Jahre 2004 durch den Departementsvorsteher UVEK das Civil Aviation Safety Office (CASO) mit einer Luftsicherheitsbeauftragten geschaffen und dem Generalsekretariat UVEK zugeordnet.
Fokus
Das CASO wird von der Luftfahrtsicherheitsbeauftragten und ihrem Stellvertreter geführt.
Es kommuniziert direkt mit dem BAZL, der SUST sowie den Unternehmen der Luftfahrtbranche. Die Kontakte mit den Unternehmen dienen insbesondere der frühzeitigen Erkennung von Entwicklungen und Schwächen im Bereich der Luftfahrtsicherheit.
Die Rolle des BAZL als Regulator und Aufsichtsbehörde wird in keiner Weise konkurrenziert.
Aufträge an das BAZL werden dem Generalsekretariat UVEK beantragt. Das Generalsekretariat erteilt dem BAZL die Aufträge auf dem üblichen Dienstweg.
Innerer Regelkreis: Safety Management der Unternehmen
Die Unternehmen betreiben firmeninterne Safety Management Systeme. Diese Systeme sorgen für die Einhaltung definierter Standards und für kontinuierliche Verbesserung.
Mittlerer Regelkreis: BAZL als Regulator und Aufsichtsbehörde
Das BAZL hat die Aufgabe des Regulators für das gesamte Zivilluftfahrtsystem der Schweiz. Das Amt übernimmt internationale Normen und setzt diese in der Schweiz durch.
Äusserer Regelkreis: Departementale Aufsicht
Auf Departementsstufe obliegt dem Generalsekretariat die Rolle des Regulators für die im Zuständigkeitsbereich befindlichen Infrastruktursysteme. Bezüglich Luftfahrtsicherheit nimmt diese Aufgabe das CASO wahr.
Mission
Bereitstellung aviatischer Fachkompetenz auf Stufe Departement
Das CASO sichert dem Generalsekretariat UVEK unabhängig vom BAZL stufen- und zeitgerecht Fachwissen im Bereich Luftfahrt. Dadurch kann die Aufsicht des UVEK über das BAZL gestärkt werden.
Controlling über das BAZL
Im Grundsatz soll die Oberaufsicht über das BAZL in Bezug auf die zivile Luftfahrtsicherheit so angelegt sein, dass sie möglichst präventive Wirkung erzielt. Die Aktivitäten des CASO helfen, Prozesse in Gang zu setzen, respektive deren Fortschritte zu unterstützen.
Die vier Instrumente des CASO für Informationsbeschaffung:
- Auswertung regelmässig gelieferter Standardinformation
- Begleitung ausgewählter Projekte und Arbeitsgruppen
- Spezifische, terminierte Fachanfragen
- Offizielle Besuche
Verantwortung über die Implementierung der Sicherheitsempfehlungen der SUST
Sicherheitsempfehlungen werden als Teil von Untersuchungsberichten publiziert und haben das Ziel, die durch Störungen offensichtlich gewordenen Mängel des Luftfahrtsystems zu beheben.
Aufgrund einer systematischen Konsultation der betroffenen Unternehmen und des BAZL fällt das CASO den Entscheid, in welcher Form und Reihenfolge Sicherheitsempfehlungen umgesetzt werden sollen. Das CASO übergibt dem BAZL in der Folge einen detaillierten Projektauftrag (SPD) und verfolgt dessen Umsetzung.
Beispiele
Sicherheitsmängel Flughafen Zürich
Das BAZL wurde dazu angehalten, Sicherheitsmängel bezüglich der sich kreuzenden Pisten 16/34 und 10/28, des Rollwegsystems und der Durchstartverfahren zu entschärfen.
Arbeitsfliegerei mit Helikoptern
Das BAZL wurde beauftragt, in folgenden Bereichen Projekte zur Steigerung der Flugsicherheit zu starten: Luftfahrzeugausrüstung, Pflichten des Piloten, Umgang mit Aussenlasten, Bodenpersonal und Crew-Training.
Pistensicherheit
Zu Pistenwechselprozeduren, Systemen zur Verhinderung von Pistenschutzzonenverletzungen und zur Einhaltung internationaler Normen wurden verschiedene Sicherheitsempfehlungen herausgegeben und in einem detaillierter Projektauftrag (SPD) zusammengefasst.
Gebirgsflugplätze und Flugleistung
Um die Sicherheit im Gebirgsflug durch erhöhte Entscheidungsfähigkeiten der Piloten und durch Nutzung von Internetressourcen zu verbessern, wurde ein detaillierter Projektauftrag (SPD) ausgegeben.
Kabel und andere Luftfahrthindernisse
Das BAZL wurde unter anderem angewiesen, bei den Piloten das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen und sowie einen Hindernis-Lebenszyklus-Prozess zu implementieren.
Die CASO-Datenbank enthält einschlägige Dokumente im Verbindung mit den CASO-Mandaten wie zum Beispiel CASO-Entscheide über Flugsicherheitsempfehlungen und dazugehörige Unterlagen, sowie Ausgewählte Dokumente und Links im Zusammenhang mit der Flugsicherheit.