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(von episcopus,
d. i.
Bischof), im römisch-katholischen Kirchenrecht diejenige
Theorie von
der Verfassung
der
Kirche, nach welcher der Papst zwar oberster
Bischof, doch nur der erste unter Gleichberechtigten (primus inter pares)
ist, unter der
Autorität der im allgemeinen
Konzil versammelten
Bischöfe, als Repräsentanten der ganzen
Kirche, steht und nur mit deren Einwilligung die gesetzgebende Gewalt in kirchlichen Angelegenheiten ausüben darf.
Dieses
System, das in der röm.
Kirche dem Papalsystem gegenübersteht, soll die ersten Jahrhunderte der
Kirche beherrscht haben
und wurde dann gegenüber der Übermacht und den
Ausartungen der Papstgewalt im Ausgang des Mittelalters von den
Konzilien zu Konstanz
[* 3] und Basel
[* 4] vertreten, vermochte aber nur im sog. Gallikanismus der franz.
Kirche dauernde
Lebenskraft zu behaupten, fand dann Ende des 18. Jahrh. in Joh.
Nikol. von Hontheim,
Weihbischof von
Trier,
[* 5] einen geschickten Verfechter und empfing seine letzte Ausgestaltung durch den heutigen
Altkatholicismus in
Deutschland
[* 6] und derSchweiz.
[* 7]
Die Resultate, welche Hontheim unter dem
Namen Justinus Febronius in seinem Werke
«De statu ecclesiae et legitima potestate
Romani Pontificis liber singularis ad reuniendos dissidentes in religione christianos compositus»
(Bouillon 1763 u. ö.) vorlegte,
brachten große
Bewegung in der röm.
Kirche hervor, und seine Gegner ruhten nicht eher, als bis er seine
Aussprüche widerrufen hatte. Durch das
Vatikanische Konzil, welches den Papst zum Universalbischof machte, ist das Episkopalsystem dogmatisch
verworfen worden, nachdem es in
Frankreich schon durch die Revolutionsstürme und die durch Napoleon Ⅰ. durchgeführte Wiederherstellung
der kath.
Kirche seine festeste
Burg verloren hatte.
In der evangelischen
Kirche ist durch die äußern Verhältnisse bewirkt worden, daß dem Landesherrn
die bischöfl. Befugnis über seine Landeskirche zugefallen ist. Auch hier ist ein Episkopalsystem theoretisch vertreten
worden und hat eine Zeit lang das kirchliche Leben beherrscht. Anknüpfend an die schon bei Hech vorkommende Dreiteilung
in einen
Status politicus (Obrigkeit), ecclesiasticus (Geistlichkeit), oeconomicus (Gemeinde) schrieben
die
Anhänger dieses
Systems dem ersten
Stand die äußere
Kirchengewalt zu, verlangten aber, daß er sich von dem zweiten leiten
lassen sollte. Wesentlich durch
Carpzov vertreten, hat dieses
System in der Folgezeit dem
Territorialsystem (s. d.) weichen
müssen und ist in neuerer Zeit dem durch
die Organisation der
Synoden zur Vorherrschaft gelangten
Kollegialsystem
(s. d.) erlegen, zählt aber immer noch seine hochkirchlichen
Anhänger, welche speciell die
Stellung der Generalsuperintendenten
zu einer derjenigen der kath.
Bischöfe analogen zu gestalten mit Eifer bestrebt sind.
nach
Aristoteles in der alten
Tragödie Bezeichnung der zwischen den Chorgesängen eingeschalteten
Teile,
des Dialogs, dann aller Nebenhandlungen in Epos und
Drama, die an die Haupthandlung anknüpfen und nicht wesentlich zu ihr
gehören, sondern ein kleineres Ganzes bilden. Die neuern Kunstrichter haben die Bedeutung des Wortes auf die letztere
Kategorie
eingeschränkt. Bei guten Dichtern sind die Episode nicht unnötige erweiternde Anhängsel oder
Füllsel, sondern bieten nähern Aufschluß über verborgene Ursachen, so die Episode des
Thersites bei
Homer und die Erzählung
von der Eroberung
Trojas in
Virgils «Äneis», die als
Muster gelten können, da sie die Einheit des Gedichts sogar fördern.
(S. auch Epos.) In «Werthers
Leiden»
[* 8] dient die Episode des verliebten Bauernknechts, der seinen Nebenbuhler
erschlägt, in ihrem ganzen Verlauf als eine Werthers psychol.
Entwicklung verstärkende Parallelhandlung.
(grch.),
Brief (s. d.), insbesondere der poet.
Brief, der bald erzählend (episch), bald lyrisch, gewöhnlich
didaktisch ist, wie schon die bekannte
«Epistola ad Pisones» des
Horaz. Der
Ton richtet sich jederzeit nach
dem
Inhalte und Verhältnisse des Schreibers zum Empfänger. So grenzen Ovids
«Epistolaeex Ponto» durchgehends an die Elegie,
wie auch die röm. Heroide (s. d.),