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Die Hände gelten im Gesundheitswesen als der wichtigste Überträger von Krankheitserregern. Detaillierte Handbewegungen mit Bezug zur Infektionsübertragung bisher nur unzureichend erforscht. Mit Hilfe moderner Technologie und der Verwendung einer Kopfkamera entwickelten Forscher am Universitätsspital Zürich eine neue Methode zur systematischen Erforschung der Hand-zu-Oberflächen-Exposition. Dadurch konnten die realen Handübertragungswege im Spitalsetting dargestellt werden. Den interessanten Artikel „First-person view“of pathogen transmission and hand hygiene – use of a new head-mounted Video capture and coding tool finden sie hier.
An der Studie zur Infektionsübertragung durch Hände nahmen acht Krankenschwestern und zwei Ärzte auf einer Intensivstation teil. Eine Handberührung von Oberflächen fand durchschnittlich alle 4.2 Sekunden statt. 79% dieser Handkontakte fanden mit nackten Händen und 21% mit Handschuhen statt. Innerhalb der Patientenzone erfolgten 42% der Handkontakte, wovon 33% mobile Objekte, 5% immobile Oberflächen und 4% intakte Patientenhaut betrafen. Ausserhalb der Patientenzone erfolgten 46% der Handkontakte, wobei 10% den eigenen Körper des Gesundheitspersonals, 28% mobile Objekte, 8% immobile Oberflächen umfassten. Im Durchschnitt hatten die Hände des Gesundheitspersonals 1.48-mal pro Minute Kontakt mit dem eigenen Körper. Weitere 12% der Handkontakte fanden an für die Patienten kritischen Stellen statt. 291 Handkontakte waren von der Zone ausserhalb der Patienten in die Patientenzone zu verzeichnen (Kolonisationsevents) und 217 erfolgten im Kontakt mit Oberflächen hin zu für die Patienten kritischen Orte (Infektionsevents). Die Übertragung von Keimen von ausserhalb in die Patientenzone war somit häufig. Händehygiene erfolgte in 5% der Kolonisationsevents und in 1% der Infektionsevents. Diese Häufigkeiten sind wesentlich geringer als was mit anderen Methoden festgestellt wurde. Die Dauer der Händehygiene betrug durchschnittlich 11 Sekunden, weniger als die empfohlenen 20-30 Sekunden.
Diese Forschungsresultate können dazu beitragen effizientere Präventionsstrategien zu entwickeln.