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Wirecard hat 2018 drei Firmen in Asien fragwürdige Kredite im Wert von mehreren hundert Millionen Euro angeboten, ohne dass es dafür Sicherheiten gegeben habe: Dies schreibt die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf einen 200-seitigen Bericht der Wirtschaftsprüfgesellschaft KPMG.
Obwohl Zinsen in Millionenhöhe nicht gezahlt worden seien,
habe der Wirecard-Vorstand im September 2019 alle Kredite um ein
Jahr verlängert. Die Prüfer schreiben laut SZ, sie hätten nicht feststellen
können, welche Gesellschaften oder Personen in welchem Umfang von diesen Darlehen "wirtschaftlich partizipierten".
Mauritius leitet Untersuchung ein
Unterdessen haben die Notenbank des Inselstaates Mauritius im Indischen Ozean und die Kommission für Finanzdienstleistungen (FSC) des Landes haben eine gemeinsame Untersuchung eines möglichen Falles von "Round-Tripping" im Zusammenhang mit dem deutschen Zahlungsdienstleister eingeleitet.
Darunter versteht man eine Art von Tauschgeschäft, so ein ungenutzer Asset einer anderen Gesellschaft verkauft wird, aber gleichzeitig vereinbart wird, den gleichen oder einen ähnlichen Asset zum etwa gleichen Preis zurückzukaufen.
Netto entsteht dabei kein substantiell ökonomischer Wert, aber die Käufe und Verkäufe können als produktivitätssteigernde Vorgänge ausgewiesen werden. Dies ist nicht von vornherein ein Betrug, gilt aber als unaufrichtiges Unternehmensverhalten. An solchem Gebahren, das in der Finanzsprache auch "Lazy Susans" genannt wird, soll ein in Mauritius lokal registriertes Unternehmen beteiligt sein.
Die Untersuchung nimmt auch grenzüberschreitende Transaktionen unter die Lupe, die sich auf den Fall beziehen könnten. Die Zentralbank und die mauritianische Finanzaufsicht sind entschlossen, "mögliche Verstösse gegen regulatorische Anforderungen ans Licht zu bringen", hiess
es in einer Mitteilung vom Mittwochabend.
(Bloomberg/cash)