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Zuletzt war Einzelrichter Karl Knopf noch eine Punktlandung gelungen. Er sperrte Davos-Stürmer Fabrice Herzog für acht Spiele, weil er SCB-Verteidiger Eric Blum brutal gegen den Kopf checkte. Mit dem Urteil gegen den Wiederholungstäter sendete die Liga das richtige Urteil.
Nun dauerte die Herrlichkeit der Liga-Justiz leider nicht lange. Denn am Montag entschied Knopf, dass Joël Genazzi nur noch eine weitere, zweite Sperre für seine Attacke gegen Tigers-Stürmer verbüssen muss. Obwohl unbestritten ist, dass der Lausanne- und Nati-Verteidiger einen Crosscheck gegen den Nacken von Opfer Schmutz, der bereits in ein Techtelmechtel mit Aurélien Marti verwickelt war, landete.
«Grundsätzlich ist ein solches Vorgehen verwerflich», schreibt der Einzelrichter in seinem Urteil. Doch er hält Genazzi zugute, dass er sich beim Opfer, beim Langnauer Coach und bei den Schiedsrichtern entschuldigt hat und dass er davor (wohl unabsichtlich) vom Stock von Schmutz im Gesicht beziehungsweise am Visier getroffen wurde und «der Crosscheck des Beschuldigten wohl eine direkte und umgehende Reaktion» darauf war.
Kein Platz für gefährliche Racheaktionen
Genazzi war stets ein fairer Sportler und es spricht für ihn, dass er seinen Fehler eingestanden hat. Das macht seine Aktion allerdings nicht ungeschehen. Er hat seinen Gegner nicht im Kampf um den Puck oder die Position malträtiert, sondern eine Tätlichkeit begangen. Sein Opfer hätte sich dabei schwer verletzen können.
Dass sich davor der Stock von Schmutz in seinem Gesicht verirrt hat, kann das nicht entschuldigen. Für Racheaktionen – und erst noch mit dem Stock als Waffe – darf es auf dem Eis keinen Platz geben. Diesmal hat der Einzelrichter ein völlig falsches Zeichen gesetzt. Zwei Spielsperren sind viel zu wenig.