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Schmerzen und Funktionsstörungen am Bewegungsapparat können unterschiedliche Ursachen haben:
- Myofasziale Veränderungen (Triggerpunkte in der Muskulatur)
- Gelenkspezifische Störungen (z.B. segm. Dysfunktionen = Blockierungen)
- Nervenspezifische Veränderungen (z.B. Diskushernie, welche auf einen Nerv drückt, MS etc.)
- Strukturelle Veränderungen (z.B. Entzündliche rheumatologische Erkrankungen, Meniskusläsionen, Abnützungen, Tumore etc.)
Strukturelle Veränderungen machen weniger als 20 % der Beschwerden im neuro-muskulo-skelettalen System aus. Aus therapeutischer Sicht ist es wichtig, entzündliche und andere seltene Erkrankungen wie Tumore auszuschliessen. Oft ist hier bereits die Anamnese wegweisend.
Nervenspezifische Veränderungen gilt es ebenfalls herauszufiltern: durch eine exakte neurologische Untersuchung kann der in der Patientenanamnese erhobene Verdacht oft erhärtet werden. Die weitaus häufigste neurologische Pathologie am Bewegungsapparat ist eine auf eine Nervenwurzel drückende Diskushernie. Macht eine solche jedoch keine neurologischen Ausfälle, sondern nur schmerzhafte Ausstrahlungen (z.B. in die Schulter oder ins Bein), kann die Diagnose oft erst nach einem bildgebenden Verfahren wie MRI oder CT gestellt werden. Mit diesen teuren Abklärungen darf bei Fehlen von relevanten neurologischen Ausfällen problemlos zugewartet werden.
Eine Diskushernie bedeutet aber noch lange nicht „Lähmung“, „Operation“ oder gar „Invalidität“. Ca. 20 - 30 % aller gesunden und beschwerdefreien Menschen weisen im MRI eine Diskushernie auf. Eine solche wird mit der Zeit resorbiert und ist spätestens nach 1 - 2 Jahren nicht mehr nachweisbar.
Funktionsstörungen und Blockaden von Gelenken werden in der Manuellen Medizin mittels Bewegungstests und Palpation (Abtastung) gefunden. Solche Blockaden treten einerseits als eigenständiges Beschwerdebild auf (z.B. Blockade eines Kreuzbeingelenkes (ISG) oder einer Rippe), andererseits bilden sie oft einen Beschwerdekomplex zusammen mit myofaszialen Veränderungen (Triggerpunkten). Oft ist im Nachhinein nicht mehr feststellbar, ob zuerst die Blockierung oder die Triggerpunkte da waren.
Die Muskulatur als grösstes Organ des Bewegungsapparates ist sehr wichtig bei der Abklärung und Behandlung von Schmerzen und Funktionsstörungen. Vor allem bei den sogenannten unspezifischen Beschwerden (z.B. „Unspezifisches lumbales Schmerzsyndrom“) spielen Triggerpunkte oft eine dominante Rolle. Aufgrund der Anamnese, der Screening-Tests (aktive und passive Bewegungsprüfung, Dehnung und isometrische Anspannung) sowie der anschliessenden Palpation (Abtastung) der Muskulatur zeigt sich rasch, ob relevante Triggerpunkte beteiligt sind. Triggerpunkte entstehen einerseits aufgrund von akuten bzw. chronischen Überlastungen (z.B. lang andauernde ungünstige Arbeitshaltung bei Arbeiten am Bildschirm, Chirurgen etc.) oder Traumata (Unfällen). Andererseits kann eine ungenügende muskuläre Stabilisation der Gelenke zu funktionellen Instabilitäten und einem muskulären Ungleichgewicht (s. Muscle Balance) führen. Die dadurch überlastete Muskulatur reagiert mit Verspannung und Triggerpunkten. Auch können daraus Gelenkblockierungen resultieren.