Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/1583

Nach dem Ausbruch des Konflikts im benachbarten Sudan seien so viele Menschen in den Tschad geflohen, dass mittlerweile einer von 17 Einwohnern des Landes ein Flüchtling sei, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen am Montag mit. Grandi hatte vergangene Woche sowohl Tschads Hauptstadt N'Djamena sowie den Osten des bitterarmen Landes mit etwa 18 Millionen Einwohnern in der Sahelzone in Zentralafrika besucht.
«Die Solidarität des tschadischen Volkes mit den Flüchtlingen ist ausserordentlich, und die Behörden - sowohl in N'Djamena als auch in den östlichen Provinzen, in die der Zustrom erfolgt ist - haben keine Mühen gescheut, um die Flüchtlinge aufzunehmen, obwohl die Mittel sehr begrenzt sind und der Tschad vor vielen anderen Herausforderungen steht», sagte Grandi der Mitteilung zufolge. «Die internationale Gemeinschaft, einschliesslich der Entwicklungsakteure, muss ihr Engagement verdoppeln, um ihnen zu helfen.»
Im Tschad hatten schon vor diesem Jahr Hunderttausende Menschen Schutz gesucht. Seit Ausbruch der Kämpfe im Sudan im April sind laut UNHCR bis Anfang September mehr als 400 000 weitere Flüchtlinge angekommen - 86 Prozent davon Frauen und Kinder. Die meisten kämen aus der angrenzenden Region Darfur, wo auch brutale ethnische Gewalt ausgebrochen ist und Zivilisten ermordet oder vergewaltigt werden.
Insgesamt sind durch den Konflikt UN-Angaben zufolge 5,2 Millionen Menschen im Sudan vertrieben worden - die meisten von ihnen sind weiterhin innerhalb des Landes auf der Flucht. Der Gesamtbedarf für die regionale Flüchtlingshilfe liege bei einer Milliarde US-Dollar. Bislang seien allerdings nur etwa 207,3 Millionen US-Dollar (rund 193 Millionen Euro) eingegangen. Die Weltbank kündigte während Grandis Besuch ein neues Paket von Fördermitteln in Höhe von 340 Millionen US-Dollar für den Tschad an, um zur Bewältigung der vielfältigen Schocks beizutragen, mit denen das Land konfrontiert ist.