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Vier Protagonisten kommen in ausführlichen Interviews zu Wort und geben Einblick in den Alltag der Zone. In der Stadt Pripyat - 7 Kilometer vom Kernkraftwerk Tschernobyl entfernt - lebten die Arbeiterinnen und Arbeiter des Kraftwerks. Unmittelbar nach dem Unfall wurden die 50.000 Einwohner evakuiert und in Gebiete in der gesamten ehemaligen Sowjetunion umgesiedelt.
PRIPYAT ist das Porträt jener Menschen, die 12 Jahre nach dem Unfall nach wie vor oder wieder dort leben und arbeiten. PRIPYAT erzählt vom Überleben in einem improvisierten Mikrokosmos, in dem man nichts essen, nichts trinken und bei Wind keinen Staub einatmen sollte.
PRIPYAT ist auch der Name des Flusses, der am Kraftwerk vorbei in den Dnjepr fließt, und heute noch die Bewohner der Zone mit Fischen versorgt.
Die 30-km-Zone ist mit einem Stacheldraht eingezäunt. Sie ist ein willkürlich mit dem Zirkel abgemessenes Gebiet und entspricht nicht der realen Verseuchung der Böden. Innerhalb der Zone zu leben ist nach wie vor verboten, Obdachlose machen sich das kaum zu überwachende Gebiet zunutze. Milizionäre an den Checkpoints kontrollieren den Übertritt in die Zone. Es ist verboten, aus der Zone Gegenstände oder Lebensmittel auszuführen.
Rund 15 000 Menschen arbeiten im Schichtbetrieb in der Zone im AKW, dessen 3. Block nach wie vor in Betrieb ist, oder in Umweltlabors, wo sie die Auswirkungen der Radioaktivität auf Pflanzen und Tiere erforschen. Sie bauen ein Endlager und müssen das Problem des desolaten Sarkophags des 4. Reaktors ebenso lösen wie die endgültige Lagerung des Atommülls. Dafür erhalten Sie den doppelten Lohn, der allerdings nur unregelmäßig ausgezahlt wird. Was bringt Menschen dazu, bewußt das Risiko einer möglichen Verstrahlung auf sich zu nehmen, um in diesem Gebiet zu arbeiten?