Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03203.jsonl.gz/549

Klausurtagung der Räte
Das Weihesakrament von der jungen Kirche bis in der Neuzeit
An der bereits zwölften gemeinsamen Fortbildungstagung für Kirchen-und Pfarreiräte in der Seelsorgeeinheit Obersee stand das Weihesakrament in der katholischen Kirche, vor allem seine geschichtliche Entwicklung während bald zweitausend Jahren im Mittelpunkt. In den voraus gegangenen Jahren sind an diesen Klausurtagungen in ähnlicher Weise die anderen Sakramente behandelt worden, so 2017 das der Versöhnung.
Um vor allem die historischen Aspekte des Weihesakramentes, seine Entwicklung von den ersten Anfängen bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1961 – 1965) aufzuzeigen, wurde nicht ein Dogmatiker oder Liturgiker als Referent eingeladen, sondern Markus Ries, Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät in Luzern.
Es war echt spannend, wie Ries die Frage «Wie hat es angefangen» , aufgenommen und beantwortet und anschliessend die grossen Veränderungen aufgezeigt hat, die schon in den ersten 300 Jahren nach Christus erfolgten. Die damaligen Leiter der diversen Konvertitengemeinden, wie Ries die im Neuen Testament beschriebenen ersten Zusammenschlüsse der Christen nannte, waren gläubige, robuste und leitungsfähige Männer, Apostel, Lehrer, Propheten, Hirten, Diakone, Presbyter oder Bischöfe, meistens ehemalige Juden. Etwa ab dem Jahr 150 gab es an jedem Ort (nur noch) einen Bischof. Ab ungefähr dem Jahr 300 waren die damaligen «Pfarrer» kirchliche Beamte, Aufseher, Heilsvermittler, Prediger mit einer entsprechenden Ausbildung, loyal und pflichtbewusst.
Während den zum Mittelalter zu zählenden Jahrhunderten wurden allmählich feste Ämter geschaffen, für die über lange Zeit und bis ins letzte Jahrhundert hinein den Anwärtern fürs Priestertum erteilt wurden, zunächst die sogenannten Niederen Weihen, nämlich die Tonsur (von da an gehörte man zum Klerus), die Beauftragung und Weihe zum Akolythen, Exorzisten, Lektor, schliesslich zum Ostiarier. Nach einer gewissen Zeit folgte die Weihe zum Subdiakon (gibt es heute nicht mehr), zum Diakon, schliesslich zum Priester, für den ein Mindestalter galt und immer noch gilt (heute 24 Jahre). Schliesslich gab es weitere Vorschriften, Beherrschung des Lateins, körperliches Nichtbehindertsein, eheliche Geburt und anderes mehr, wobei einzelne Bestimmungen lediglich für Weltpriester, jedoch nicht für Ordensleute galten.
In der Neuzeit, etwa ab dem Jahr 1500, also kurz vor der Reformation und während dieser Periode, waren die Pfarrer vielfach Statthalter der Obrigkeiten und die Gemeinden galten oft als Heilsgemeinschaften für die damaligen Konfessionsangehörigen. Die Bischöfe hatten schon in jener Periode alle fünf Jahre einen Situationsbericht nach Rom zu schicken.
(Unter den Bischöfen jener Zeit gab es etliche, die herausragten und heute als Heilige verehrt werden, so Karl Borromäus, der im Jahre 1560 Kardinaldiakon und Administrator des Erzbistums Mailand geworden war, jedoch erst 1563 die Priester- und Bischofsweihe empfing und von Mailand aus Kapuziner als Seelsorger in die Schweiz schickte, die in Altdorf das erste Kapuzinerkloster diesseits der Alpen gründeten.)
Allmählich, etwa ab dem Jahr 1750, wurden die Pfarreien mehr und mehr gemeinnützige, religiöse Institutionen; die Pfarrer, Vorbilder, Vorbeter, Erzieher und Inhaber einer gewissen Macht, setzten sich mehr und mehr für die Betreuung der Gläubigen, für Schulen, überhaupt für die Bildung ein. Für die Weihe gab es konkrete Anforderungsprofile an die der damaligen Aufbruchstimmung entsprechenden aufgeklärten Priester. Professor Ris nannte in diesem Zusammenhang den Salzburger Erzbischof Hieronymus Joseph, Reichsgraf von Colloredo (1732 – 1812), der in einem Hirtenbrief im Jahre 1782 den allgemeinen Wetteifer über die Menge von Kirchenfahnen, die Kostbarkeit der Altäre und Gemälde an den Kirchenwänden kritisierte und statt dessen das fleissige Lesen der Bibel und von den Priestern, verlangte, dass sie «ihren Einfluss auf die Besserung und Glückseligkeit des Menschen» förderten. Ein Ärgernis war dem Erzbischof, dass Gläubige von der Kommunionbank weg ihre wenigen Ablassgebete hersagten und anschliessend den Zechhäusern zueilten.
Im letzten Teil der sehr interessanten Ausführungen verwies Ries auf die im 19. Jahrhundert begonnene Verlagerung aus den Städten aufs Land. Ungefähr ein Viertel der Priester kamen aus dem Bauernstand. Sie sollten sich abheben von der übrigen Bevölkerung, etwa durch das Tragen der Soutane. Noch 1956 hiess es in den Diözesanstatuten des Bistums Basel, dass sich die Geistlichen der heiligen Lehre widmen sollen und «mit den weltlichen Dingen, auch wenn sie ehrenhaft sind… keine Zeit verschwenden.» Bei liturgischen Funktionen hatten die Priester stets den Talar zu tragen. Jedenfalls mussten alle Kleider der Priester schwarz sein. Und wer ein Motorfahrzeug benützen wolle, musste damals, also vor sechzig Jahren, vorgängig die Erlaubnis des Bischofs einholen.
Wie sehr sich seit dem Zweiten Vatikanum doch einiges geändert hat, zeigt die Gegenwart. In der dogmatischen Konstitution über die Kirche «Lumen Gentium» des Konzils heisst es, die Priester vollziehen in der Peerson Christi das eucharistische Opfer und bringen es im Namen des ganzen Volkes Gott dar. Erstmals findet sich in diesem Konzilsdokument der Begriff Laie.
Als Einstimmung in den Vortrag von Professor Ries und die Diskussion mit ihm hatten sich die Ratsmitglieder aus den Pfarreien der Seelsorgeeinheit in Ateliers mit den Folgen des Konzils befasst und so gesehen, was das allgemeine Priestertum heute in der Gegenwart bedeutet und was es heissen kann, Verantwortungsträger in der Kirche zu sein.
Kirchenerlebnistag liess in die Welt des Königs David eintauchen
Eine grosse Anzahl Kinder aus der Seelsorgeeinheit kam im November zum Kirchenerlebnistag nach Schmerikon. Gleich zu Beginn tauchten die Kinder in die Welt zur Zeit des Königs David ein. Sie erlebten, wie der kleine Hirte David vom Propheten Samuel zum König gesalbt wurde. In verschiedenen Posten lernten sie die Geschichten von David und das Leben zur biblischen Zeit kennen. So waren sie unter anderem Gäste in einem echten Beduinenzelt. Dort durfen sie sich nach dem obligaten Begrüssungstee selber an den Webrahmen setzen und wie früher aus Wolle Fäden spinnen. Nach einem feinen Hirten-Zvieri wurden in der Abschlussfeier alle Kinder mit königlicher Würde gesalbt. Um 17.30 Uhr wurde die zufriedene und fröhliche Kinderschar von ihren Eltern abgeholt.
Abschluss des Reformations-Jubiläums
Am Sonntag, den 4. November wurde das St. Galler Jubiläumsjahr zum Gedenken an «500 Jahre Reformation» abgeschlossen. Evangelische und katholische Christen feierten bei uns in der evangelischen Kirche Uznach aus diesem Anlass gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst. Die vorgetragenen Bibeltexte beschrieben Gott als weisen Bauherren und Jesus Christus als Grund und Eckstein. Darauf aufbauend predigten Martin Jud und Michael Pfiffner zum Jubiläums-Slogan «quer handeln – neu denken – frei glauben». Beide betonten die gute Zusammenarbeit zwischen den Kirchen. Die Musik von Stefan Hug an der Gitarre und von Peter Keller am Piano unterstrichen den Festcharakter des Gottesdienstes. Im Anschluss daran wurde beim Apéro auf ein weiterhin fruchtbares Zusammenwirken angestossen.
Eindrückliches Kirchenfest für die ganze Seelsorgeeinheit in Rieden
In der praktisch voll besetzten Pfarrkirche durfte in Rieden das Magnusfest gefeiert werden. Aus allen Teilen unserer Seelsorgeeinheit reisten die Gläubigen an zum gemeinsamen Feiern, bei dem im Blick auf den von Magnus besiegten Drachen über aktuelle «Drachen» nachgedacht wurde. Bei den Kindern fand die Hüpfkirche im Anschluss grossen Anklang.
Eindrücklicher Stadtrundgang, der mit anderen Augen sehen liess
Blinde und sehbehinderte Guides führten das Seelsorgeteam auf seinem jährlichen Ausfug durch Zürich. Es war eine spannende Entdeckungsreise an bisher unbekannte Orte, an denen die Blicke auf Dinge gelenkt wurden, die Sehenden sonst verborgen bleiben. Die Guides erzählten dabei ihre persönliche Geschichte, gaben Einblick in Anlaufstellen für Sehbehinderte und Blinde, stellten die Arbeit dieser wichtigen Einrichtungen vor und zeigten eindrücklich, wie sie sich selbst in der lebendigen und pulsierenden Stadt zu Fuss, im Tram oder mit dem Zug bewegen. Den Abschluss bildete ein Restaurantbesuch in der «Blinden Kuh». Dabei konnten alle körperlich spüren, was es bedeutet, wirklich nichts zu sehen.
Jungwacht/Blauring im Kantonslager in Balgach
Bei herrlichstem Sommerwetter und ohne nennenswerte Zwischenfälle erlebten die Kinder mit ihren Jubla-Leiterteams unserer Pfarreien aus Schmerikon, Uznach, Ernetschwil, Gommiswald und Rieden das Kantonslager. Durch das gemeinsame Lager von 52 Scharen aus dem ganzen Kanton ist die «Welt von Akalanis» für die Kinder zu einem unvergesslichen Abenteuer geworden.
Gründungsversammlung der Kirchgemeinde Obersee
Am Montag, 2. Juli fanden sich 105 Stimmberechtigterechtigte aus Schmerikon, Uznach und Gommiswald in der Stadtkirche Uznach ein, um der ersten Bürgerversammlung der vereinigten Katholischen Kirchgemeinde Obersee beizuwohnen. Auch einige Gäste konnten zu dieser geschichtsträchtigen Versammlung begrüsst werden. Ein aus den drei Kirchgemeinden zusammengesetztes MusikerTrio umrahmte den Anlass feierlich. Irene Koller aus Schmerikon, Ursula Wüst aus Gommiswald und Ferdi Schnider aus Uznach erfreuten mit Orgel, Gesang und Klarinette und symbolisierten auf musikalische Art ebenfalls die Vereinigung.
Ohne Diskussion und mit nur einer Enthaltung stimmten 104 Personen der Gemeindeordnung der Katholischen Kirchgemeinde Obersee zu. Damit ist das Fundament für die neue Kirchgemeinde gelegt. Christoph Meier als Präsident der Behördenkonferenz verglich die erste Bürgerversammlung mit einer Taufe, die es auch zu feiern gilt. Zum Schluss lud er die Anwesenden vor das Begegnungszentrum zu Wurst, Brot und Tranksame ein.
Dank des wunderbaren Sommerabends wurde dieser Einladung gerne gefolgt und die Gelegenheit genutzt neue Gesichter kennenzulernen.
Als nächstes gilt es die Organisationsform zu definieren. Dazu trifft sich die Behördenkonferenz im Herbst zu Klausurtagungen und wird notwendige Prozesse für einen reibungslosen Übergang formulieren und einleiten.
Im Herbst 2019 stehen dann die Behördenwahlen an. Ab 1. Januar 2020 werden die Katholischen Kirchgemeinden Schmerikon, Uznach und Gommiswald durch die Katholische Kirchgemeinde Obersee abgelöst.
Michael Pfiffner als Domherr eingesetzt
In einem feierlichen Gottesdienst am Samstagabend, 30. Juni in der Kathedrale St. Gallen haben Bischof Markus
Büchel und Domdekan Guido Scherrer Michael Pfiffner und die anderen zwei neuen Kanoniker ins Domkapitel eingesetzt. Am Schluss der Feier wurde ihnen das Kapitelskreuz umgelegt.
Am folgenden Tag wurde die Aufnahme von Michael Pfiffner ins Domkapitel im Gottesdienst in der Stadtkirche Uznach gefeiert, und Kirchenverwaltungspräsident Christoph Meier gratulierte ihm im Namen der Kirchenverwaltung.
«Der Engel» von Silja Walter
Die Zuschauer erlebten am 16. Juni auf der Sommerbühne in Schmerikon ein literarisch zwaranspruchsvolles, aber sehr spannendes Theaterstück. Grundlage des Stückes bildet das Buch Tobit im Ersten Testament. Es ist eine freie Umsetzung, oder eher ein Weiterdenken der Geschichte für die heutige Zeit. Es kreist um die Fragen: Was ist der Mensch? Was bedeutet Mensch werden? Was ist ein Engel? Was heisst unterwegs sein, auf der Flucht sein? usw. Beeindruckend war die hervorragende schauspielerische Leistung des professionellen TourneeTheaters 58. Eröffnet wurde der Abend mit einem kurzen Flötenkonzert von drei jungen Musikerinnen aus Schmerikon und Eschenbach (Johanna Jud, Caroline Morger, Delia von Bechtolsheim).
Firmgottesdienste
Am Dreifaltigkeitssonntag, 27. Mai ist für 54 Firmjugendliche aus der ganzen Seelsorgeeinheit mit den feierlichen Gottesdiensten in der Pfarrkirche Gommiswald und der Stadtkirche Uznach ihr Firmweg zu Ende gegangen. Seit vergangenem November legten sie einen interessanten und abwechslungsreichen Weg zurück. In Etappen sind sie Schritt für Schritt dem Motto «Sign the Way» nähergekommen.
Einmalig war auch der grosse Anteil Erwachsener, welche mit den Jugendlichen das heilige Firmsakrament empfangen haben.
Wallfahrt nach Maria Einsiedeln
Gegen 250 teilnehmende Pilgerinnen und Pilger feierten in der Klosterkirche zusammen mit der Klostergemeinschaft und weiteren Gläubigen Gottesdienst. Unter dem Motto «Zeige uns Jesus – tragt sein Licht in die Welt» besammelten sich schon früh am Morgen gegen 140 Fusspilgerinnen und Fusspilger aus allen fünf Pfarreien am Schiffsteg in Schmerikon. Auf zwei Schiffen verteilt genossen sie die Überfahrt nach Altendorf und den anbrechenden Morgen mit dem eindrücklichen Sonnenaufgang, von wo es später zu Fuss weiterging.
Lourdeswallfahrt
Zum 40. Mal organisierte Edy Marty seine erweiterte Lourdeswallfahrt. Mit über 60 Personen führte die Reise via Camargue, La Grande Motte, Avignon, Saintes-Maries-de-la-mer nach Lourdes. Auf dem Programm stand der Besuch des Papstpalastes in Avignon, die sehr gut erhaltene römische Wasserleitung Pont du Gard in Remoulins, der Zigeunerwallfahrtsort Saintes-Maries-de-la-mer und die längste Schrägseilbrücke von Millau (maximale Pfeilerhöhe 343 m), wie auch die Albigenser Hochburg Albi mit der imposanten Kathedrale Ste. Cécile. Die spirituelle Begleitung übernahm wieder Hans Hüppi unter dem Motto «Was ER euch sagt, das tut». Die vier Tage in Lourdes verflossen im Nu, z.B. mit der Segnung der besonderen Kerzen, auf der alle Personen eingetragen wurden, für die wir besonders gebetet haben.
Friedenslichtübergabe
Am 3. Adventssonntag machte sich eine Delegation aus unserer Seelsorgeeinheit mit Laternen per Zug auf den Weg nach Zürich. An der Schifflände beim Bürkliplatz wurde das Friedenslicht, das aus dem österreichischen Linz kam, mit einem Schiff auf dem Zürichsee in den Hafen gefahren. Ein Kind brachte dann die Flamme, die von einem anderen Kind einige Tage zuvor in der Geburtsgrotte von Bethlehem entzündet wurde, an Land, um es den Hunderten von Anwesenden in einem ergreifenden Moment von Kerze zu Kerze weiterzutragen. Das Friedenslicht von Bethlehem ist kein «Zauberlicht», es soll vielmehr mit dem Ort, an dem Jesus Christus geboren wurde, verbinden und daran erinnern, was damals dort geschah. Zudem ist es eine Gedankenstütze, dass Frieden nur dort möglich ist, wo jede und jeder sich ernsthaft darum bemüht und den Frieden auch lebt.
Pastoralbesuch von Bischof Markus Büchel
Die Pfarreien unserer Seelsorgeeinheit wurden im Frühling turnusgemäss durch Generalvikar Guido Scherrer visitiert. Als Abschluss der Visitation besuchte Bischof Markus Büchel am Dienstag, 21. November unsere Seelsorgeeinheit. Ziel des Besuches war der persönliche Austausch mit den Seelsorgenden wie mit den Gläubigen in der Seelsorgeeinheit. Am Nachmittag besuchte Bischof Markus Büchel zusammen mit dem Seelsorgeteam die Firma JMS in Schmerikon. Am Abend wurde ein gemeinsamer Gottesdienst in der Pfarrkirche Ernetschwil zum Thema «Kommt zum Herrn, dem lebendigen Stein» gefeiert. Anschliessend fand ein offenes Gespräch mit Bischof Markus statt. Der Abend klang bei einem feinen Apéro mit Wurst und Brot aus.