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Lead
Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen mussen oftmals während oder nach der Behandlung in speziellen Wonformen betreut werden. Die Forschung zur Wohnrehabilitation steht aktuell vor erheblichen Veränderungen und Herausforderungen. In der Schweiz - wie auch in anderen Ländern - etablieren sich zunehmend ambulante Alternativen zu traditionellen Wohnheimen. Die ambulante Wohnversorgung wird von den Nutzenden gegenüber Wohnheimen deutlich präferiert. Welche Auswirkungen dies für die betroffenen Personen hat, darüber ist relativ wenig bekannt. Die vorliegenden Studien mit hoher Qualität beziehen sich ausschliesslich auf Menschen in Obdachlosigkeit. Bis anhin ist weltweit keine randomisierte und kontrollierte Studie für Menschen mit psychischen Erkrankungen durchgeführt worden, die auf die hiesigen Verhältnisse und Problemlagen anwendbar ist.
Lay summary
Die Studie hat zwei Ziele: Zum einen sollen die Auswirkungen unterschiedlicher Formen der Wohnversorgung (ambulantes Wohncoaching und Wohnheime) über einen Zeitraum von zwei Jahren verglichen werden. Die Auswirkungen werden in erster Linie anhand von sozialen Indikatoren gemessen. Hierzu wird am Standort Zürich eine randomisierte kontrollierte Studie durchgeführt, in der Nutzende per Zufallsprinzip auf eine der beiden Wohnformen zugeteilt werden. Parallel wird am Standort Bern eine sogenannte Beobachtungsstudie durgeführt, wo Nutzende über den gleichen Zeitraum in den Wohnformen, für die sie sich entschieden haben, ebenfalls begleitet werden. Da davon auszugehen ist, dass die Wohnformen in Bern teilweise von unterschiedlichen Personen in Anspruch genommen werden, soll anschliessend über ein statistisches Verfahren (Propensity Scoring) versucht werden, Personen mit ähnlichen Voraussetzungen und Eigenschaften hinsichtlich des Erfolgs der Rehabilitation zu vergleichen.
Auf diesem Weg kann das zweite Ziel der Studie erreicht werden, nämlich ein Vergleich der methodischen Ansätze (randomisierte kontrollierte Studie versus Beobachtungsstudie). Hiermit soll herausgefunden werden, ob es tatsächlich immer randomisierte Studien braucht, um Wohnformen mit einer qualitativ hochstehenden Methodik zu vergleichen. Randomisierte Studien in diesem Bereich sind mit grossen ethischen und logistischen Herausforderungen verbunden. Diese Herausforderungen sind vermutlich die Gründe, weshalb bis anhin noch keine solche Studie ausserhalb des Personenkreises der Menschen in Obdachlosigkeit durchgeführt worden ist.