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Lehramtsstudenten, die in ihrer Uni-Ausbildung virtuelle Schüler unterrichten, entwickeln laut einer Studie der Universität Linköping mehr Vertrauen in ihre Lehrfähigkeit. Demnach kann die Simulation die Studenten langfristig besser auf ihren Berufseinstieg in Schulen vorbereiten. Details sind im "Journal of Technology and Teacher Education" veröffentlicht.
Die Experten haben untersucht, ob das Unterrichten von Schüler-Avataren die Studenten besser auf das Unterrichten in einem realen Klassenzimmer vorbereitet. Denn in Lehramts-Studiengängen ist es oft schwierig, angehende Lehrern ausreichend Unterrichtspraxis für ihren späteren Beruf zu bieten. Viele der Hochschul-Absolventen fühlen sich unvorbereitet, wenn sie erstmals in Schulen eingesetzt werden. Einige entscheiden sich trotz guter Job-Perspektiven aufgrund des Lehrermangels für einen anderen Berufsweg.
"Durch das Unterrichten virtueller Schüler fühlten sich die Studenten besser vorbereitet und hatten mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten", sagt Marcus Samuelsson, ausserordentlicher Professor an der Abteilung für Verhaltenswissenschaften und Lernen an der Universität Linköping. Die Forscher haben drei verschiedene Lehrmethoden und deren Folgen auf den Glauben der Studenten an ihre Lehrfähigkeiten verglichen. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt und unterrichteten eine Mathe-Klasse vor echten Schülern, vor Kommilitonen oder vor virtuellen Schülern. Das Vertrauen der Getesteten in ihre Fähigkeiten zu lehren wurde vor und nach dem Training gemessen.
Jeder Student unterrichtete fünf virtuelle Schüler für drei Stunden in einem virtuellen Klassenzimmer. Die Avatare wurden von einem Simulations-Spezialisten angeleitet, der Feedback zu mathematischen Inhalten und dem Klassenraum-Management des unterrichtenden Studenten gab. Der Unterricht wurde mit Unterstützung der Simulations-Software TeachLivE durchgeführt.
Im Ergebnis war das Training mit den Avataren effizienter als jenes mit echten Schülern. Drei Stunden mit einem Simulator steigerten das Vertrauen der Studenten in ihre Fähigkeiten genauso stark wie drei Wochen Training mit einer realen Klasse. Im Vergleich zum Training mit ihren Kommilitonen führte jenes mit virtuellen Schülern zu deutlich höheren Wirksamkeitsüberzeugungen in Bezug auf die Lehrfähigkeit.
Ein Vorteil des virtuellen Trainings ist die Option auf direktes Feedback von virtuellen Schülern, ebenfalls teilnehmenden Mitstudenten oder von anwesenden Lehrern. Das ist in einer realen Klasse über die Köpfe der Schüler hinweg so nicht möglich. "Virtuelle Schüler können Begegnungen mit echten Schülern nicht ersetzen. Unsere Studie ist recht klein, aber ich denke, dass wir in Zukunft mehr Simulationen als Ergänzung in der Lehrerausbildung sehen werden", sagt Marcus Samuelsson.
Die Studie "Simulation Training is as Effective as Teaching Pupils: Development of Efficacy Beliefs Among Pre-Service Teachers" ist abrufbar unter: http://railo.editlib.org/primary/p/218107/