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Herstellungsort unbekannt, 1937 datiert
Stahl, Holz, Kupferlegierung, vernickelt, Leder
L. 37,4 cm (Gesamtlänge mit Scheide); L. 34,7 cm (nur Dolch); B. 3,4 cm (Klingenwurzelbreite)
Inv. 2010.125.
Am 25. April 1945, knapp zwei Wochen vor der Kapitulation Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, nahm die 1. Französische Armee das badische Rheinfelden ein. Kurz nach dem Einmarsch erschienen alliierte Soldaten auf der Brücke nach Rheinfelden/Schweiz, um erbeutete Militaria und Haushaltsgeräte zu verkaufen. So kam der Donator, auf Schweizer Seite als Kommandant des Grenzpolizeipostens verpflichtet, eher per Zufall in den Besitz dieses Dolches.
Es handelt sich um einen Dienstdolch der Schutzstaffel (SS), wie ihn jeder definitiv in die SS aufgenommene Mann erhielt. Im Dezember 1933 eingeführt, wurden bis Kriegsende über 200 000 solche Waffen angefertigt. Als Vorbild diente wie bei den Dolchen anderer NS-Verbände der Schweizerdolch der alten Eidgenossen.
Der SS-Dolch hat eine zweischneidige Klinge mit leichtem Mittelgrat und sehr starken Schleifspuren. Auf der einen Seite ist mit der Devise «Meine Ehre heißt Treue» der totalitäre Wahlspruch der SS eingeätzt. «Treue» wurde im NS-Staat als der in jeder Situation bedingungslose Gehorsam gegenüber dem Führer Adolf Hitler verstanden. Auf der anderen Seite sind ein Doppelring mit den SS-Runen, die Zahlen «807/37» sowie ein geöffneter Doppelring mit den Initialen «RZM» zu finden. «RZM» ist die Abkürzung für die Reichszeugmeisterei, die der NSDAP als Qualitätskontrollstelle diente. Die Zahlenfolge «807/37» setzt sich zusammen aus der Herstellernummer 807 (welcher Produzent hinter dieser Nummer steht, ist unbekannt) und dem Fertigungsjahr – «37» für 1937.
Auf dem aus Ebenholz gefertigten, geschwungenen Griff sind auf der Devisen-Seite ein Parteiadler auf stehendem Hakenkreuz im Eichenlaubkranz sowie eine SS-Pastille eingelassen. Parier- und Knaufbalken biegen sich zum Griff hin sichelförmig, eine Kopfschraube am Knaufbalken bildet den Abschluss. Die zugehörige, schwarz lackierte Scheide ist mit zwei Metallbeschlägen verziert. Der obere Beschlag ist seitlich mit einem Ring versehen, an dem die lederne Tragevorrichtung befestigt wird.