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Das Amt für Umwelt überwacht die Luftqualität in den städtischen und regionalen Zentren und in ländlichen Gebieten mittels drei kontinuierlich messenden Stationen und 31 Passivsammler-Standorten.
Das Jahr 2020 war ein Jahr der allgemeinen Verbesserung der Luftqualität. Die Ursachen für diese Verbesserung sind vielfältig:
- Verkehrsabnahme: der Lockdown aufgrund der Pandemie hatte eine Abnahme des Verkehrsvolumens zur Folge, was die Stickstoffdioxidkonzentrationen positiv beeinflusste;
- Besonders günstige Witterungsverhältnisse: das aussergewöhnlich stürmische und warme Wetter zum Winterende trug dazu bei, die Feinstaubkonzentrationen zu senken, während die gemässigten Temperaturen im Sommer beitrugen, die Ozonwerte zu begrenzen;
- Anstrengungen zur Reduzierung der Schadstoffemissionen: die seit mehreren Jahren unternommenen Reduzierungsmassnahmen zeigen Früchte.
Stickstoffdioxid
Erstmals seit Beginn der Messungen lagen die Stickstoffdioxid-Konzentrationen an allen Messstellen unter dem Jahresgrenzwert, mit Ausnahme eines Standortes in Matran in der Nähe der Autobahn und der Kantonsstrasse. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Konzentrationen über alle Passivsammler-Messstellen gemittelt um 18 % ab. Bei der Station Freiburg, Chamblioux wurde der Grenzwert zum ersten Mal eingehalten. An diesem Standort fielen die Konzentrationen während des Lockdown um 40 % tiefer aus, verglichen mit dem gleichen Zeitraum der Jahre 2016 bis 2019. Dank günstiger meteorologischer Bedingungen lag dieser Rückgang bereits in den vier Wochen vor dem Lockdown bei 28 %. Der deutliche Rückgang der Stickstoffdioxid-Konzentrationen ist also nicht nur durch den Rückgang des Strassenverkehrs, sondern auch durch das Wetter zu erklären.
Feinstaub
Der Grenzwert für das Jahres- und Tagesmittel von Feinstaub PM10 wird seit mehreren Jahren eingehalten. Die Konzentrationen sind im Jahr 2020 weiter gesunken. Für Feinstaub PM2.5 wird der Grenzwert ebenfalls eingehalten.
Ozon
Obwohl die Ozon-Konzentrationen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, überschreiten sie immer noch die Grenzwerte an allen Messstellen und es ist kein klarer Abwärtstrend zu erkennen. Ozon wird durch die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Vorläuferschadstoffe (Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen) erzeugt. Um die Vorläuferschadstoffe zu reduzieren, müssen Massnahmen auch auf internationaler Ebene ergriffen werden.
Stickstoff
Der Eintrag von Stickstoff in die Umwelt, insbesondere in Form von Ammoniak, liegt deutlich über den kritischen Wirkungsschwellen. Diese Überschreitungen betreffen besonders Waldgebiete, die grosse Teile des Kantons bedecken. Die Hauptquelle ist der landwirtschaftliche Sektor.
Die meteorologischen Bedingungen sowie die aussergewöhnliche Abnahme des Verkehrs haben dazu geführt, dass die Luftqualität sich im Jahr 2020 verbessert hat. Um diese Situation aufrechtzuerhalten, müssen in den kommenden Jahren verschiedene vom Staatsrat beschlossene Massnahmen in den Bereichen Mobilität, Energie und Landwirtschaft umgesetzt werden. Diese Massnahmen zielen speziell auf die Verbesserung der Luftqualität ab. Indirekt tragen sie aber auch zur Erreichung anderer Ziele bei, wie z.B. der Klimapolitik durch die Reduzierung der CO2-Emissionen und dem Lärmschutz durch Massnahmen zur Förderung der Elektromobilität.
Die Luftverschmutzung ist kein unabwendbares Schicksal. Individuelle, oft einfache Verhaltensweisen können dazu beitragen die Qualität unserer Luft zu verbessern.Die Luftqualität 2020 - Bericht