Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03373.jsonl.gz/1890

Die häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebenniere
- Entzündung der Schilddrüse
- Struma (Kropf)
- Knotenstruma und Tumoren der Schilddrüse
Als endokrine Chirurgie bezeichnet man die Chirurgie an hormonproduzierenden Drüsen. Am häufigsten von Krankheiten betroffen sind die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen und die Nebennieren. Daher stellen Operationen an diesen drei Organen einen Grossteil der endokrin-chirurgischen Operationen dar.
Die Schilddrüse (Glandula thyroidea) ist eine hormonbildende Drüse, welche vor der Luftröhre am Hals liegt und aus einem linken und rechten Lappen besteht. Diese Lappen sind in der Form eines H miteinander durch eine Brücke, den sogenannten Schilddrüsenisthmus, verbunden.
Die Hauptaufgabe der Schilddrüse ist die Produktion des Schilddrüsenhormons Thyroxin. Dieses Hormon übernimmt Steuerungsfunktionen im gesamten Organismus und ist daher äusserst wichtig für die Funktion und Regulation verschiedener Organsysteme. Daher können für längere Zeit unbehandelte Schilddrüsenfunktionsstörungen auch Folgeschäden an verschiedenen anderen Organen verursachen. Ein wichtiger Bestandteil des Schilddrüsenhormons ist Jod, welches mit der Nahrung aufgenommen wird. Aus diesem Grund kommt es in Gebieten mit einer schlechten Jodversorgung zu einem gehäuften Auftreten gewisser Schilddrüsenerkrankungen. Je nachdem, wie viel Schilddrüsenhormon produziert wird, spricht man von einer euthyreoten Stoffwechsellage (d.h. normale Schilddrüsenhormonwerte), von einer hyperthyreoten Stoffwechsellage, wenn aufgrund einer Erkrankung eine Überfunktion der Schilddrüse vorliegt, und von einer hypothyreoten Stoffwechsellage, wenn eine Unterfunktion vorliegt.
Die Auswirkungen einer Überfunktion sind Herzrasen, Nervosität, häufiger Stuhlgang/ Durchfall, ungewollter Gewichtsverlust trotz vermehrten Appetits und vermehrte Schweissneigung. Bei einer Unterfunktion liegen gegensätzliche Symptome, wie z.B. Antriebslosigkeit, Müdigkeit und verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, Verstopfung, Gewichtszunahme, trockene und teigige Haut, sowie leichte Schwerhörigkeit vor.
Bei den Nebenschilddrüsen (Glandula parathyreoidea) handelt es sich um vier linsen- bis erbsengrosse Drüsen, die beidseits am oberen und unteren Pol der Schilddrüse anliegen. In Ausnahmefällen können auch noch weitere Drüsen vorliegen. Diese finden sich dann meist im Brustraum und können eine Folgeoperation notwendig machen, da sie häufig erst nach Entfernung der „regulären“ Nebenschilddrüsen aktiv werden. Aufgabe der Nebenschilddrüsen ist die Produktion des Nebenschilddrüsenhormones, welches Parathormon (= PTH) genannt wird. Dieses Hormon ist verantwortlich für die Regulation des Elektrolythaushaltes, insbesondere des Kalzium- und Phosphathaushaltes.