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"Die Stunde des Abschieds hat geschlagen. Heute Mittag werden wir die deutsche Heimatscholle verlassen und gen Frankreich marschieren. Ich habe mein Schicksal in Gottes Hand gelegt..." Diese Zeilen schrieb der 22-jährige Rekrut Jakob Schopmans Ende Juli 1915 in einen Brief an seine Angehörigen. Jakob Schopmans, niederrheinischer Heimat- und Mundartdichter, u.a. Verfasser des unvergessenen Schmugglerromas "Grenzvolk" (1929) und des kulturgeschichtlichen Heimatromans "Fluch über Gelderland" (1933), 1892 als Sohn eines Kleinbauern in Walbeck, einem kleinen Dorf an der Grenze zu den Niederlanden, geboren, nach seiner Schulzeit von Oktober 1913 bis April 1915 als Volontär im Redaktionsverband der Niederrheinischen Landeszeitung beschäftigt, diente von Mai 1915 bis November 1918 als "Einjährig- Freiwilliger" im Metzer Infanterie- Regiment Nr. 98. Wie er den Verlauf des Ersten Weltkrieges in der Etappe und an der Front erlebte und welche Gefühle ihn bewegten, hat er in seiner umfangreichen Kriegskorrespondenz aufgezeichnet und seinen Angehörigen, Freunden und Kriegskameraden mitgeteilt. Die nun - 100 Jahre nach Ende des Krieges - von seinem Enkel, Klaus Schopmans, herausgegebenen Briefe und Tagebuchaufzeichnungen geben Aufschluss darüber, wie der Krieg ins Leben einfacher Menschen eingriff; sie vermitteln einen Eindruck vom Alltag eines Frontsoldaten, zeugen aber auch vom Kampf ums Überleben, der Angst vorm Sterben und der Sehnsucht nach Frieden und Glück, dabei das blutige Geschehen auf dem Schlachtfeld ebenso wenig ausblendend, wie der spürbare Wunsch nach baldiger Heimkehr ins geliebte Vaterland. Jakob Schopmans, der sich nicht nur bei Heimat- und Mundartfreunden zeitlebens großer Beliebtheit erfreute, starb am 13. Januar 1977 in seinem Heimatort Walbeck.
Autorentext
Klaus Schopmans:Klaus Schopmans, geboren 23.09.1956 in Geldern-Walbeck, Enkel von Jakob Schopmans