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Der Bub hatte schon auf dem Perron gequengelt. Als er mit seiner Mutter im Abteil sass, schränzte er los, dass Gott erbarm. Den 14 Leuten, die an diesem strahlenden Sonntagnachmittag von Zug nach Zürich fahren wollten, schwante Mühsames.
Doch kaum hatte sich der Zug in Bewegung gesetzt, entnahm die Mutter ihrem Rucksack ein Buch und fragte ihren Junior, welche Geschichte er hören möchte. “Die vom Zebra und vom Gespenst”, stiess der Kleine zwischen zwei Schluchzern hervor.
Die Mutter begann, mit einer tiefen, warmen Stimme zu erzählen. Erst verstummte ihr Sohn. Nach und nach stellten auch die anderen Passagiere ihre Aktivitäten ein. Sie unterbrachen ihre Gespräche, legten die Zeitungen und Bücher beiseite und hörten der Frau ebenfalls zu.
Kurz vor Zürich war die Geschichte zu Ende (Fazit: es gibt keine Gespenster. Und wenn, dann nur liebe). Als die Mutter das Märchenbuch wieder im Rucksack verstaute, applaudierte jemand leise. Sekunden später klatschten alle mit. Die Vorleserin lächelte, fast peinlich berührt.
Der Bub schlief selig.