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Georges Gachot erzählt die Lebensgeschichte von Dr. Beat Richner, die eng mit der jüngeren Geschichte Kambodschas verstrickt ist. Richner ist Kinderarzt und Cellist. Als Musiker tritt er unter dem Namen Beatocello auf. Schon als junger Arzt am Zürcher Kinderspital unterhält er seine Patienten zuweilen mit aufheiternden Geschichten und Cellobegleitung. 1974 reist er erstmals für das Rote Kreuz nach Phnom Penh, muss das Land aber bereits ein Jahr später wegen der Roten Khmer verlassen. Anfang der 90er-Jahre kehrt er mit einer Vision zurück: den Tod Tausender kambodschanischer Kinder, die an Unterernährung, Tuberkulose und anderen Armutskrankheiten leiden, durch den Bau frei zugänglicher Spitäler verhindern. Heute, zwei Jahrzehnte später, gehören seine fünf Spitäler in Kambodscha zu den Grundpfeilern der örtlichen Gesundheitsversorgung. Immer wieder reist Richner in die Schweiz, um private Spenden zu sammeln, mit denen er 90 Prozent der Kosten deckt.
Der Film lebt ganz von der Geschichte um Beat Richner. Einerseits ist da seine Vergangenheit als Cellist Beatocello, als dieser in der «Kinderstunde», auf dem Paradeplatz oder im Bernhardtheater auftrat und neben Unterhaltungsstücken auch sein Lied «Dong und Deng» spielte, in dem er auf die Not in Kambodscha aufmerksam machte. Andererseits ist da der engagierte Kinderarzt, der die Herkulesaufgabe des Aufbaus und der Finanzierung mehrerer Kinderspitäler auf sich nimmt. Der Zuschauer bekommt ein Mosaik von Aktivitäten in und um die Spitäler geliefert, das sich sukzessive verdichtet und die enormen Anstrengungen Richners aufzeigt, der sein ganzes Leben in den Dienst der Institutionen gestellt hat. Etwas zu kurz kommt dabei der geschichtliche Kontext: Wieso gibt es in Kambodscha eine so schlechte öffentliche Gesundheitsversorgung? Welche Rolle spielt die Korruption?
So liegt die Stärke des Films in der Fokussierung auf das Geschehen in den Spitälern: Man erfährt Einzelschicksale kranker Kinder und ihrer Eltern, erhält Einblick in das Verhältnis Richners zu seinem Personal, das von grossem Respekt und Verehrung für den Arzt geprägt ist. Die Schattenseite des Erfolgs ist ein sichtlich überarbeiteter Richner, der kaum ein Privatleben zu führen scheint. Dauernd muss er sich um die Finanzierung seiner Spitäler kümmern, was ihn gänzlich beansprucht und an einen Ruhestand nicht denken lässt. Dafür kann er für sich die Rettung des Lebens von Tausenden Kindern beanspruchen, die zusammen mit den Spitalbelegschaften seine erweiterte Familie bilden. Georges Gachot hat Beat Richner seit 1996 mit der Kamera begleitet. Daraus sind bereits vier Filme entstanden. In seinen anderen Werken befasst sich der Regisseur mit der visuellen Darstellung von Musikern aus der ganzen Welt.