Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03185.jsonl.gz/723

sFr 48.00 | EUR 36.80
sFr 82.00 | EUR 63.00
César-Auguste Franck wurde am 10. Dezember 1822 in Lüttich geboren, welches zu dieser Zeit zum Niederländischen Königreich gehörte. Obwohl Wallone, wurde der junge César französisch erzogen. Er begann 1831, zusammen mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Joseph, seine musikalische Ausbildung am 1827 gegründeten Conservatoire royal von Lüttich in Solfège, Klavier und Harmonielehre. 1835 debütierte er als Pianist mit eigenen Klavierkompositionen, im Stil von Hummel gehalten, in Lüttich, Brüssel und Aachen. Ende Mai 1835 kam César zum ersten Mal nach Paris, begleitet von seinem Vater, der nun als sein Impresario wirkte. Zur weiteren Ausbildung wurde er nun u.a. Anton Reicha anvertraut und um die Unterrichtskosten zu bestreiten, begleitete César in Gesangsstunden und spielte in einigen Salons des Faubourg St.Germain.
Die beiden Söhne, so wollte es der Vater, sollten am Pariser Conservatoire studieren, aber ein erster Versuch scheiterte im Juli 1836. Cherubini, der damalige Direktor, verweigerte die Aufnahme mit der Begründung, sie seien Ausländer, und riet dem Vater zur Einbürgerung, was im September 1837 auch geschah. Im Oktober desselben Jahres trat César dann ins Conservatoire ein, − er war aber zu dieser Zeit bereits ein vielversprechender Klaviervirtuose.
In diese Zeit, 1836, fällt auch die Entstehung des vorliegenden zweiten Klavierkonzerts in h-Moll op. 11 (ein erstes Klavierkonzert op. 9 ist verschollen, bzw. es wird auch vermutet, dass es gar nie existiert hat und dass lediglich Francks Vater das vorliegende Konzert als „Nr.2“ betitelt haben wollte, um dem Renommé seines Wunderkind-Sohnes zu dienen!).
Die Uraufführung spielte der junge César Franck selbst am 23. Februar 1837 im „Athénée musical“ in Paris, das Orchester stand unter der Leitung von Jean-Jacques Vidal. Die wohlwollenden Kritiken rieten dem jugendlichen Pianisten aber „Energie“ nicht mit „Kraft“ zu verwechseln und sich wiederholende Passagen harmonisch mehr zu variieren. Die vorliegende Erstveröffentlichung basiert auf dem Manuskript von Franck, welches in der „Bibliothèque Nationale“ in Paris aufbewahrt wird. Alle Zusätze des Herausgebers sind in eckige Klammern gesetzt, oder durch gepunktete Linien gekennzeichnet.
Daniel Bosshard
Wald, im Dezember 2004
Klavierauszug bzw. Partitur. Orchestermaterial auf Anfrage