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Kritische Medienberichterstattung während Wahlkämpfen hat kaum Konsequenzen für das Image von Parteiführern in der Öffentlichkeit. Das zeigt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der University of Amsterdam http://uva.nl. Studienautorin Loes Aaldering hat untersucht, wie die Medien Parteivorsitzende auf der Grundlage ihrer Charakterzüge beschreiben und wie diese Führungsbilder die Wähler bei ihrer Wahlentscheidung letztlich beeinflussen.
pte.
Für ihre Studie haben die Forscher die Berichterstattung in niederländischen Zeitungen zwischen 2006 und 2012 analysiert. Aaldering und ihre Kollegen nutzten auch das EenVandaag Opiniepanel, mit dem rund 50.000 Teilnehmer im untersuchten Zeitraum 110 Mal befragt wurden. Die zentrale Fragestellung lautete: "Beeinflussen die Charaktereigenschaften von Parteiführern - zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit und Integrität - die Abstimmungsabsichten der Bürger?"
Das Ergebnis der Recherche: Positive Medienpräsenz wirkt sich positiv auf die Wahlabsichten der Bürger aus, negative Medienpräsenz hingegen wirkt negativ. Auffällig ist, dass der Einfluss der positiven Medienaufmerksamkeit wesentlich größer ist als der der negativen Medienaufmerksamkeit. Darüber hinaus zeigte die in der Studie festgehaltene negative Medienaufmerksamkeit während der Wahlkampagnen keine Wirkung. Die im Wahlkampf stattfindende Mediendarstellung einzelner Politiker hatte keinen Einfluss auf ihre Position.
Negatives von politischen Gegnern
Die Researcher vermuten: "Das überraschende Ergebnis könnte durch die Tatsache erklärt werden, dass die Berichterstattung auf der Grundlage von Führungseigenschaften während der Wahlkampagne das Signal gibt, dass der Parteivorsitzende 'wichtig' ist, auch wenn die Berichte einen negativen Ton haben", erklärt Aaldering. Den Forschern zufolge ist eine weitere plausible Erklärung, dass die negative Berichterstattung während des Wahlkampfes überwiegend von politischen Gegnern anstatt von objektiveren Journalisten stammt.
Symbolbild von Andreas Hermsdorf / pixelio.de