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Thalwil scheint im 20. und 21. Jahrhundert ein «gutes Pflaster» für Komponisten zu sein. Adolf Brunner lebte hier, Anton Heiller, Orgelprofessor aus Wien, weilte zuweilen im Ort und komponierte für den damaligen Jugendchor, Hans Vollenweider war Organist an der reformierten Kirche Thalwil und trat ebenfalls als Komponist in Erscheinung.
Seit vielen Jahrzehnten wohnt auch Franz Rechsteiner in Thalwil. In diesem Jahr kann er seinen 80. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass haben die «Thalwiler Konzerte» sein jüngstes Werk, das Violinkonzert «musica lyrica», als Uraufführung ins Programm aufgenommen.
Franz Rechsteiner, geboren 1941 in Appenzell, studierte zuerst Theologie und begann danach mit einem Musikstudium in den Fächern Violine und Theorie in Zürich. In dieser Zeit beschäftigte er sich auch intensiv mit Komposition. Seine Studien mit Peter Wettstein und Rudolf Kelterborn sind bis heute für ihn prägend geblieben. Als Musiklehrer unterrichtete er zuerst am Gymnasium in Stans, danach von 1974 bis 2002 als Dozent an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik in Luzern (heute Hochschule für Musik).
Kompositionen entstehen bei Franz Rechsteiner aus eigener Inspiration, aus der Zusammenarbeit mit seinem Bruder Justin Rechsteiner, Theologe und Germanist, und als Auftragswerke. Es sind vor allem Kammermusikwerke, Vokalmusik, Kantaten, Oratorien, konzertante und liturgische Kirchenmusik, die so über die Jahre entstanden sind. Seine Kompositionen werden in verschiedenen Ländern Europas aufgeführt und auf Radio SRF, Rundfunk Dänemark und Holland dokumentiert. 1992 erhielt Franz Rechsteiner einen Werkbeitrag des Kantons und der Stadt Luzern. Nun schrieb Franz Rechsteiner ein Violinkonzert, das die Geigerin Ursula Koelner mit dem Orchester Junge Zürcher Harmoniker uraufführt. Im Kammerensemble der Jungen Zürcher Harmoniker spielen in diesem Programm junge Studierende gemeinsam mit erfahrenen Orchestermusikern.
Gabriela Schöb, Kantorin
Anmeldung zum Konzert «musica lyrica»