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Der emeritierte südafrikanische Erzbischof Tutu erhielt den Friedensnobelpreis 1984 selber. Jetzt macht er sich zusammen mit 133 anderen Nobelpreisträgern für die Freilassung von Liu Xiaobo und dessen Ehefrau Liu Xia stark. Liu Xiaobo ist der einzige inhaftierte Friedensnobelpreisträger der Welt.
Der Menschrechtsaktivist wurde im Dezember 2009 zu einer elfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er war Mitverfasser der politischen «Charta 08», die demokratische Reformen, ein Ende des Ein-Parteien-Staates und die Wahrung der Menschenrechte forderte. Seine Frau Liu Xia durfte am Prozess nicht teilnehmen. 2010 erhielt Liu Xiaobo den Friedensnobelpreis für sein Wirken. Doch Peking liess sich nicht beirren. Liu Xiaobo blieb im Gefängnis und seine Ehefrau wurde unter scharf bewachten Hausarrest gestellt.
Zwei Jahre später: Es hat sich nichts geändert
Zwei Jahre später hat sich an der Situation der beiden nichts geändert, was «öffentlich von der internationalen Gemeinschaft auf das Schärfste verurteilt» werden müsse, wie Desmond Tutu schreibt. Am 4. Dezember 2012 formulierten er und seine Nobelpreisträger-Kollegen die Bitte um Freilassung an den neuen Parteichef und designierten chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping.
Gleichzeitig stellte Tutu das Anliegen mit der Bitte um weitere Unterstützung auf die weltweit grösste Petitions-Plattform des US-Amerikaners Ben Rattray. Die Seite hat auch eine deutschsprachige Version. Inzwischen haben 405’000 Menschen die Petition von Tutu unterzeichnet. Das Ziel ist eine halbe Million. Danach soll die Bittschrift an Xi Jinping und an diverse chinesische Botschaften in aller Welt geschickt werden.
Ergreifende Video-Szenen auf YouTube
Am 1. Januar drangen vier chinesische Dissidenten aus Protest gegen den Arrest in das streng bewachte Haus von Liu Xia ein. Sicherheitskräfte suchten sie daran zu hindern, aber sie kamen trotzdem ins Haus. Zu sehen ist eine völlig verängstigte Frau, die ihre Besucher umarmt, weint und sie offenbar bittet, das Haus schnell wieder zu verlassen.
Die Veröffentlichung der Aufnahmen auf YouTube müssen die Behörden als Affront empfinden. Der beteiligte bekannte Dissident Hu Jia sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass «die tausend Worte, die wir sagen wollten, in Schluchzen und Tränen aufgelöst wurden». Er und seine Mitstreiter seien danach vorübergehend festgehalten worden.
Besuch nur bei Eltern und Ehemann
Liu Xia sei eine «politische Gefangene». Zwei Jahre lang sei es ihr nur erlaubt worden, Eltern und Ehemann zu besuchen, so Hu Jia. Laut der Nachrichtenagentur SDA hat eine Gruppe prominenter chinesischer Intellektueller die Regierung wiederum aufgefordert, politische Reformen umzusetzen, die Menschenrechte zu wahren und entsprechend den Gesetzen zu handeln. Sonst drohe China eine «gewaltsame Revolution».
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine