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Neben den oberflächlichen, tiefen und viszeralen Faszien gibt es noch eine zusätzliche, besondere Form dieses Gewebes: Die querverlaufenden Faszien, so genannte Diaphragmen.
Das spannendste und für uns Reiter vermutlich wichtigste ist natürlich das Diaphragma abdominale, das Zwerchfell (dazu weiter unten). Neben dem gibt es aber noch weitere Diaphragmen, zum Beispiel das Cranial Base Diaphragma zwischen Occiput und Atlas, das Mediastinum (welches zwischen den beiden Lungen liegt), das Diaphragma pelvis (der Beckenboden) etc.
Die meisten Faszien im Körper haben einen longitudinalen Verlauf, das heisst am Rumpf laufen sie von Kopf (cranial) nach hinten (caudal), an den Beinen von proximal (oben) nach distal (unten). Die Diaphragmen aber sind eben querverlaufend und fungieren als eine Art Pufferzone. Hat nämlich ein Körperteil ein Problem, so sind sie dafür da zu schauen, dass sich der Körper trotzdem nicht allzu sehr in der Statik verändert. Ausserdem sind sie Sicherheitszonen, die das Ausbreiten von Krankheiten im ganzen Körper verhindern. Gesunde Diaphragmen bedeuten immer eine gute Stoffwechselversorgung der Faszien und letztlich des gesamten Körpers. So wird er auch immer prima entgiftet!
Nehmen wir uns ein Diaphragma etwas genauer vor, das Zwerchfell:
Das ist der wichtigste Muskel für die Inspiration (Einatmung). Man kann es sich als eine Art Kuppel vorstellen, die in die Brusthöhle hervorragt, etwa bis zur 7. Rippe. Während der Einatmung drückt es die Bauchorgane nach caudal, so dass der Druck in der Bauchhöhle steigt und die Bauchwand vorgewölbt wird. Bei der anschliessenden Ausatmung erschlafft das Zwerchfell (und die anderen Inspirationsmuskeln), so dass die Baucheingeweide das Zwerchfell nach cranial drängen. Dadurch wird der Platz in der Brusthöhle weniger, die Lunge wird unter Druck gesetzt. Jetzt wird wieder frische Luft geholt und das "Spiel" beginnt von neuem.
Ein gut funktionierendes Diaphragma abdominale, eben Zwerchfell (im Bild das schräg liegende im Bauch), ist essentiell für das Pferdetraining. Es muss sich geschmeidig bewegen können, denn nur so kann das Pferd wirklich korrekt über den Rücken gehen, die Kraft aus der Hinterhand fliessend nach vorne übertragen. Das Zwerchfell wirkt hier fast wie eine Art Trampolin. Funktioniert das Zwerchfell prima, können Muskeln resp. Faszien mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Ausserdem ist es eine der wichtigsten Lymphpumpen.
Pferde mit etwaigen Erkrankungen der Atemwege, mit Problemen der inneren Organe (oft Magen -> Magen und Zwerchfell sind bandhaft verbunden) oder solche, die sich im Brust- und Bauchbereich (z. B. wegen eines unpassenden Sattels oder wegen der Trainingsmethode) sehr festhalten, haben in der Regel kein Zwerchfell, dass sich schön fliessend bewegt.
Und nun: Beobachte doch einmal dein Pferd im Stall, beim Freilaufenlassen oder an der Longe. Findest du die ungefähre Lage des Zwerchfells? Kannst du es dir irgendwie bildlich im Bauch vorstellen? Bewegt es sich bei deinem Pferd fliessend? Oder hält es sich fest?
Du darfst mir deine gemachten Beobachtungen gerne mitteilen...
(Das Bild stammt aus dem Buch von B. und W. Salomon, Pferde-Osteopathie.)