Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/2061

Der Duft von den mächtigen Linden um den Dom von Mariestad berauscht einen schier. Wir bleiben stehen und atmen tief durch. Das tut gut.
Das religiöse Leben in Schweden war durch die Reformation, die in den 1520er Jahren begann, im Wandel. Doch die gewöhnlichen Leute hatten Mühe mit dem lutherischen Glauben. Der Herzog Karl, welcher später König Karl IX. wurde, gründet 1581 eine neue Diözese. Er erklärte Mariestad einige Jahre später zur Hauptstadt der Diözese. Den Grundstein der spätgotischen Kathedrale legte er im April 1593, kurz bevor der Rat von Uppsala beschloss, dass Schweden ein lutherisches Land sein soll. Seit 1647 ist Mariestad nicht mehr die Hauptstadt der Diözese und hat keinen Bischof mehr. Die Kirche wird aber weiterhin als Dom von Mariestad genannt.
Die Kirche ist über 400 Jahren alt und ein aktives evangelisches Kirchenleben findet unter dem Kreuzrippengewölbe statt.
Herzog Karl gründet an der Mündung des Flusses Tidan in den Vänern 1583 Mariestad. Der Name stammt von seiner Gemahlin Anna Marie von der Pfalz. In der Altstadt ziehen sich schmale gepflasterte Strassen durch die Holzhäuserzeilen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Nach einem Brand 1895 musste die Stadt fast vollständig neu aufgebaut werden.
Pilgrimsled Skaranborg Mariestader
Der Pilgerfad führt durch die historische Skaraborg län, die Region zwischen Vättern und Vänern und streift Mariestad. Auf dem Pfad geniessen die heutigen Pilger die abwechslungsreiche Natur, die Stille der Wälder und die Kultur. Er ist ein Angebot, der Hast und Eile die Zeit und Ruhe entgegenzusetzen. Die Pilger achten auf die sieben Schlüsselworte: Freiheit – Einfachheit – Langsamkeit – Sorglosigkeit – Stile – Teilen – Andacht.
Mariestad ist eine Industriestadt. Sie zählt über 16’000 Einwohner. Die Küchengeräte Electrolux z.B. stammen von hier. Sie erleichtern in vielen Schweizer Hausalte die Arbeit. Eine Lindenallee und Blumen schmücken den Stadtkern.
Die Skulptur ziert den Brunnen auf dem Begegnungsplatz.
Ein Hafen zieht immer Menschen an, ungeachtet wo er sich befindet. Die Verpflegungsstände am Kai erfreuen sich einer grossen Beliebtheit.
Prächtige Bauten in der breiten Fussgängerzone.
Beim ICA Kvantum, etwa 15 Gehminuten vom Hafen entfernt, kaufen wir für die nächsten drei Tage Lebensmittel ein. Das Gestell mit den Knäckebrot bringt uns ins Staunen. So eine vielfältige Auswahl:
Knäckebröd war vielleicht der wichtigste Exportschlager der letzten Jahrhunderte. Das lang haltbare Brot wurde auf schwedische Bauernhöfe erfunden. Im Winter froren die Flüsse und Bäche zu. Die Kornmühlen standen still. Deshalb wurde im Herbst einen Vorrat an Brot angelegt. Ursprünglich waren die Knäckebrotscheiben rund mit einem Loch in der Mitte, um sie an einer Stange aufzufädeln. So konnten die Mäuse nicht ran.
Unsere zwei Gäste treffen am Abend mit ihren Fahrzeug ein. Auf Wunsch von Felix bereite ich einen Käse-Wurst-Salat zu. Wie dumm von mir, das Öl und der Essig gingen vergessen, standen nicht auf dem Einkaufszettel. Felix mit Nikki marschieren nochmals los zum ICA.