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In ihrem im April in Science veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel konnten Prof. Auwerx und seine Gruppe beweisen, dass in Mäusen die Gabe eines vitaminähnlichen Metaboliten, Nikotinamid-Ribosid (NR), den Alterungsprozess positiv beeinflusst. «Wir konnten zeigen, dass die orale Gabe von NR nicht nur die muskuläre Regeneration bei älteren Mäusen ankurbelt, sondern auch das Leben dieser Mäuse verlängert», erklärt Prof. Johan Auwerx. Er fügt an: «Faszinierend ist, dass NR den Körper dazu anregt, sich selbst zu reparieren.» Er warnt jedoch vor Übermut, denn NR regt vermutlich nicht nur die Funktion gesunder, sondern auch kranker Zellen an. Weitere Experimente bestätigten die positiven Effekte der oralen Gabe von NR in Stammzellen des Gehirns und der Haut. Diese Entdeckung ist ein wichtiger Beitrag für den Bereich der regenerativen Medizin. Weitere Experimente sind jedoch notwendig um zu verstehen, wie sich Nikotinamid-Ribosid auf den menschlichen Körper auswirkt.
Darüber hinaus sind Prof. Auwerx und seine Gruppe Pioniere auf dem Gebiet der Omics. «Um komplexe biologische Systeme zu verstehen, ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig. Erst die vollständige Analyse des Genoms, deren Transkripte und Proteine sowie Stoffwechselprodukte erlaubt es, die Beziehung zwischen den Genen, den biochemischen Mechanismen und deren Auswirkungen auf den Phänotyp zu verstehen», sagt Johan Auwerx. In ihrem kürzlich in Science publizierten Artikel haben Prof. Auwerx und seine Gruppe einen grossen Schritt zum Verständnis des Leber-Stoffwechsels beigetragen. Sie nutzen eine neue Methode (SWATH-MS), welche von Prof. Dr. Ruedi Aebersold an der ETH Zürich entwickelt wurde, um das Proteom in der Leber von Mäusen genauer zu analysieren. Um eine möglichst exakte Aussage treffen zu können, wurden bei diesem Experiment grosse Mauspopulationen verwendet. In Kombination mit anderen Omics-Daten konnten so neue Erkenntnisse über den Leberstoffwechsel gewonnen werden. «Wir haben herausgefunden, dass verschiedene Varianten des Cox7a2l-Gens die Proteinaktivität in der Leber von Mäusen massgeblich beeinflussen, indem sie die Bildung mitochondrialer Superkomplexe beeinflussen», meint Prof. Auwerx. Solche strukturellen und funktionellen Veränderungen von Mitochondrien spielen eine entscheidende Rolle in der Ausprägung von Krankheiten. Die neue Methode ist daher ein vielversprechendes Werkzeug, um komplexe biologische Zusammenhänge zu verstehen und zu bekämpfen.
Johan Auwerx wurde 1958 in Diepenbeek, Belgien, geboren und studierte Medizin an der Katholischen Universität Leuven in Belgien, welche ihm im Jahr 1982 den Doktortitel für seine Arbeit im Bereich der molekularen Endokrinologie verlieh. Von 1986 bis 1988 vertiefte er seine Arbeit an der University of Washington in Form eines Postdoktorats. Von 1991 bis 1999 war Johan Auwerx Professor am CNRS – Centre national de la recherche scientifique in Lille sowie bis 2003 am Institut de Génétique et de Biologie Moléculaire et Cellulaire (IGBMC) in Illkirch. Weitere fünf Jahre verbrachte Prof. Auwerx im Anschluss an der Université Louis Pasteur (ULP) in Strasbourg. Von 2006 bis 2008 war er zudem Direktor am Institut Clinique de la Souris in Illkirch. Seit 2008 ist leitet Prof. Auwerx seine Gruppe an der EPFL.
Medienmitteilung EPFL