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Das Zunfthaus E.E. Zunft zu Hausgenossen
Die Gesellschaft der Wechsler hat zwischen 1377 und 1388 die Liegenschaft 'zum grauen Bären' an der Freien Strasse erworben, die bis an den zu dieser Zeit noch offenen Birsig reichte. Die Hausgenossen werden nach dem Namen des Hauses auch 'Bärenzunft' genannt und der Bär ist der Schildhalter des Kronen Wappens E.E. Zunft zu Hausgenossen.
Das ursprüngliche Zunfthaus musste der 1891 beschlossenen Verbreiterung der Freien Strasse weichen. Nach den Plänen des Architekten Leonhard Friedrich wurde 1893/94 das heutige Zunfthaus an der Freien Strasse 34 neu erbaut. Der Kunstmaler Hans Sandreuter bemalte die historisierende Hauptfassade 1895.
Von den unzähligen baulichen Veränderungen seien erwähnt: In den 30 er Jahren erfolgten die Umgestaltung des Zunftsaals in einen 'französischen' Festsaal nach Ideen des Architekten Otto Burckhardt. Nebst der zünftigen Nutzung wird der Saal seit seiner Entstehung als Tanzsaal der Tanzschule Fromm genutzt.
In den 40er Jahren wurde das Ladengeschäft Bally-Vendôme eingebaut, was zu einer markanten Anpassung der Strassenfassade sowie Neugestaltung des Vorgesetztenzimmers führte. In den 70er Jahren wurden die Obergeschosse als Atelierräume für Goldschmiede umgebaut.
In den 90er Jahren erfolgte der Umbau des Ladengeschäfts an der Freien Strasse sowie eine Neugestaltung der Eingangsfassade.
Als Stiftung der Vorgesetzten ziert seit 1987 ein grosses Glasgemälde von verstorbenen Zunftbruder Hanns Studer das Treppenhaus des 'Grauen Bären' an der Freien Strasse.
Nach der Eindolung des Birsig wurde 1932/33 hinter dem Zunfthaus eine zweite Liegenschaft an der neu entstandenen Falknerstrasse nach den Plänen der Basler Baugesellschaft errichtet. Der funktionale Neubau im Stil der klassischen Moderne beherbergte im Erdgeschoss den Blumenladen Dufour und im Obergeschoss das Café Friedrich.
Die Obergeschosse wurden im Verlauf der Jahre immer wieder anders genutzt. So entstand nach dem Café der Bücherladen Jäggi und in den weiteren Obergeschossen mietete sich das Schweizerische Gemmologische Institut ein.
Aufgrund der veralteten Gebäudetechnik, der schlechten Erdbebensicherheit und unzureichender Behindertenzugänglichkeit erfolgte zwischen 2014 und 2018 eine umfassende Gesamtsanierung beider Gebäude. Anstelle der Büro- und Atelierflächen wurden Wohnungen eingebaut, die Vorgesetztenstube ins Dachgeschoss verlegt und im Erdgeschoss sind nach Plänen von Vischer Architekten neue Ladenflächen entstanden. Die gesamte Infrastruktur wurde umfassende erneuert und neue Betonwände und Stahlstrukturen schützen das Gebäude bei Erdbeben. Bei diesen Arbeiten wurden verschiedenen gestalterische Korrekturen angebracht, um die Liegenschaft wieder näher an den Ursprungsbau zurück zu führen.
Das Zunfthaus diente seit seinem Erwerb im 14. Jahrhundert als Versammlungsort E.E. Zunft zu Hausgenossen. Die florierende Entwicklung der Stadt Basel, wie auch eine sich laufende Veränderung der Bedeutung des Zunftwesens führten immer wieder zu Anpassungen der Zunftliegenschaft. Heute nutzt die Zunft das Vorgesetztenzimmer und die Bärenkammer dauerhaft. Der Zunftsaal wird für das Aschermittwoch- und Oranienmähli genutzt.
Philippe G. Fürstenberger, 2020