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Es gibt vier verschiedene Gruppen von asbestbedingten Krankheiten der Lunge und der sie umgebenden Organe:
Pleuraplaques
Pleuraplaques sind die häufigsten asbestbedingten Veränderungen. Sie treten allerdings nur bei Personen auf, die eine deutliche Exposition gehabt haben. Einmalige, akzidentelle Kontakte genügen dazu nicht. Unter Pleuraplaques versteht man eine umschriebene Bindegewebsvermehrung im Bereich des Brustfells (Pleura). In den meisten Fällen werden Pleuraplaques zufällig entdeckt. Pleuraplaques werden von der Suva als Berufskrankheit anerkannt.
Asbestose
Die Asbestose ist eine Staublungenkrankheit, welche durch Einwirkung von Asbeststaub über längere Zeit in hohen Konzentrationen verursacht wird. Sie zeichnet sich durch eine fortschreitende Bindegewebsvermehrung in der Lunge aus und bewirkt auch nach Expositionsbeendigung zunehmende Atemnot, Lungenfunktionsstörungen und in schweren Fällen Ateminvalidität. Diese Fibrose genannte Vernarbung ist irreversibel und es lassen sich höchstens die daraus entstehenden Komplikationen behandeln.
An Asbestose leidende Patienten erkranken mehr als doppelt so häufig an bösartigen Lungentumoren.
Hohe und langjährige, zur Asbestose führende Asbeststaubbelastungen waren vor allem in den 50er bis 70er Jahren häufig. Der Suva werden heute nur noch wenige Asbestoseerkrankungen pro Jahr gemeldet. Der Grund liegt in den seit Anfang der 80er Jahre verbesserten Arbeitsplatzbedingungen sowie in der Aufgabe der Spritzasbest-Isolierung seit 1975/1976.
Die Asbestose wurde von der Suva erstmals 1939 als Berufskrankheit anerkannt.
Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
Bei langjähriger Asbeststaubexposition besteht ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Medizinisch unterscheidet sich der durch Asbest ausgelöste Lungenkrebs nicht von anderweitig verursachten Bronchuskarzinomen. Bei asbestexponierten Rauchern ist das Risiko um ein Vielfaches höher.
Es bestehen heute verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, nämlich die Operation (vor allem in Frühstadien), die Bestrahlung und die Chemotherapie.
Das Bronchialkarzinom wird von der Suva als durch Asbest verursachte Berufskrankheit anerkannt, wenn gleichzeitig eine leichte Asbestose oder eine definierte Asbestexposition vorliegt.
Malignes Mesotheliom
Das Risiko, an einem Mesotheliom zu erkranken, ist schon bei moderaten Asbeststaubexpositionen gegeben. Unter einem malignen Mesotheliom versteht man einen bösartigen Tumor (Krebs), der vorwiegend vom Brustfell (Pleura) und seltener vom Bauchfell (Peritoneum) ausgeht. Er äussert sich in rasch zunehmender Atemnot, Schmerzen auf der betroffenen Brustseite und einem allgemeinen Kräftezerfall. Eine Kombination von Chemotherapie, Operation und evtl. Bestrahlung kann unter Umständen lebensverlängernd wirken. Eine Heilung ist aber heute noch nicht möglich.
Die Latenzzeit, d.h. der Zeitraum zwischen Exposition und Ausbruch der Krankheit, ist mit 15 bis 45 Jahren extrem lang. Die Lebenserwartung nach der Diagnosestellung ist hingegen sehr kurz.
Allen asbestbedingten Krankheiten gemeinsam ist ihre lange Latenzzeit. Diese beträgt in der Regel zwischen 15 und 45 Jahren ab Expositionsbeginn.