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Synopsis in German
Man schreibt das Jahr 1874: Link Jones (Gary Cooper) lebt mit seiner Familie in einem kleinen Ort des amerikanischen Westens. Eines Tages soll er einen neuen Lehrer abholen; dazu muss er eine längere Eisenbahnreise antreten. Im Zug lernt er den Spieler Sam Beasley (Arthur O'Connell) und die Barsängerin Billie Ellis (Julie London) kennen, die sich offensichtlich für ihn interessiert. Als der Zug auf freier Strecke anhalten muss, wird er von Banditen überfallen. Der Lokführer nimmt geistesgegenwärtig die Fahrt wieder auf, ehe die Bande den ganzen Zug ausrauben kann. Jones, Beasley und die junge Sängerin haben den Überfall an einem nahen Wassergraben überstanden und bleiben nun alleine zurück. Jones führt seine beiden Begleiter zu einer Hütte, in der er früher einmal gelebt hat. Inzwischen dient sie den Banditen als Unterschlupf. Als die drei diesen nun ahnungslos in die Arme laufen, stellt sich heraus, dass Jones früher ebenfalls zu der Bande gehörte. In dieser Situation bleibt ihm nur eine Chance: Er muss dem Anführer Dock Tobin (Lee J. Cobb) glaubhaft vorgaukeln, er sei freiwillig zu ihm zurückgekehrt. Um Billie vor der Zudringlichkeit seiner früheren Kumpane zu schützen, gibt er sie für seine Frau aus. Als Bewährungsprobe soll Jones die Möglichkeiten für einen neuen Beutezug auskundschaften. Er geht zum Schein darauf ein; in einem verlassenen Ort gelingt es ihm, sich gegen die Übermacht der Banditen zu behaupten. Die längst fällige Abrechnung mit Tobin steht ihm jedoch noch bevor... (ARD Presse)
"Strenger, epischer, handlungsstarker Film" (Gong Lexikon Filme)
"Der kraftvolle Western wurde bei seiner Veröffentlichung zu unrecht stiefmütterlich behandelt. Cooper liefert eine seiner besten Rollen ab." (tele)
"Eines der schönsten Stücke aus Hollywoods goldenem Western-Herbst. Der alte Gary Cooper, der von seiner eigenen Banditenvergangenheit eingeholt und von seinem noch älteren, väterlichen Freund Lee J. Cobb daran erinnert wird, was dieses Land war, bevor die Zivilisation es verwandelte." (Süddeutsche Zeitung 4/5. 9. 2004)
Remarks and general Information in German: "Einer der "meistgerühmten Western der 50er-Jahre" (Lexikon des Internationalen Films), in dem der legendäre Genre-Regisseur Anthony Mann zum ersten und einzigen Mal mit dem Idol Gary Cooper zusammenarbeitete. Wie so oft "verkörpert Mann in seinen Obsessionen den Konflikt der Grenze, er ist fasziniert von der Gewalt und überzeugt von der Notwendigkeit ihrer Überwindung". Und Mann lässt seinen nicht gerade eindimensionalen Helden diesen Konflikt in allen Facetten durchleben und -leiden.
"Der Mann aus dem Westen" ist die einzige Zusammenarbeit zwischen Gary Cooper und Westernspezialist Anthony Mann (1906 - 1967), dem Regisseur, der James Stewart, einen weiteren Hollywood-Heroen, in den 50er-Jahren zu hohen Western-Ehren führte. Mann inszenierte mit "Der Mann aus dem Westen" einen Klassiker des Genres und seinen letzten und zugleich "packendsten und am stärksten beunruhigenden Zugriff" (Motion Picture Guide) auf diese von ihm heiss geliebte Kinogattung: "In 'Der Mann aus dem Westen' wollte ich zeigen, wie ein Mann versucht, sich aus der Umklammerung des Bösen zu lösen. ... Er flieht vor sich selbst, aber jedes Mal reisst ihn eine Macht zurück und jedes Mal wird er von neuem mit seinem eigenen Dämon konfrontiert. So entsteht ein ewiger Konflikt", sagte er zu seinem Film. Über die Faszination, die Cooper und andere auf die Zuschauer ausübten, hatte Mann eine ganz eigene Theorie: "Es liegt alles an den Augen. Die Helden, alle Stars, die das Publikum liebt, haben sehr helle blaue oder grüne Augen. Man denke nur an Clark Gable, James Stewart, Robert Taylor, John Wayne, Henry Fonda, Paul Newman, Peter O'Toole ... Die Augen reflektieren das innere Feuer ... Die Männer mit dunklen Augen spielen Nebenrollen oder werden Charakterdarsteller" (zit. in René Jordan: Cary Cooper).
Sechs Jahre nach seinem Oscar-Triumph für seine Leistung als allein gelassener Sheriff in "High Noon" dominiert das Leinwandidol Gary Cooper hier in einer ebenbürtigen Rolle mit seiner Charakterisierungskunst wieder einen ganzen Film.
Weitere Informationen zu Gary Cooper:
Gary Cooper (geb. 07.05.1901), Farmersohn aus Montana und College-Absolvent, kam 1924 nach Los Angeles, um als politischer Karikaturist Karriere zu machen. Seine Reitkünste aber übertrafen seine zeichnerischen Qualitäten erheblich und machten ihn für Hollywood überaus interessant. Schon 1926 spielte er eine erste richtige Rolle, wurde von Paramount unter Vertrag genommen und bekam rasch die schönsten Frauen an seine Seite gestellt. Seit den 30er-Jahren gehörte der schlaksig-jungenhafte Hüne von 1,90 Meter Länge mit seiner stoischen Lakonie, seinem einsilbigen Heldentum, aber auch mit seiner unwiderstehlich linkischen Schüchternheit zu den populärsten und höchstbezahlten Stars. Er becircte als Held und verschämter Romantiker Marlene Dietrich (nicht nur vor der Kamera), Jean Arthur oder Claudette Colbert und Ingrid Bergman. Für seine Leistung als aufrechter Provinzler in Frank Capras Politkomödie "Mr. Deeds geht in die Stadt" wurde er für den Oscar nominiert. Er war der legendäre Wild Bill Hickock in dem Monumentalwestern "Der Held der Prärie". Für den Komödienmeister Ernst Lubitsch verzauberte er Miriam Hopkins in "Serenade zu dritt" und Claudette Colbert in "Blaubarts achte Frau". Unter der Regie von Howard Hawks sorgte er für "Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss" alias Barbara Stanwyck. In der Hemingway-Verfilmung "Wem die Stunde schlägt" stirbt er den einsamen Heldentod, auch um Ingrid Bergman zu retten. Nach der Darstellung des historischen "Sergeant York" erhält er als allein gelassener Sheriff in "High Noon" seinen zweiten Oscar. Er ist Burt Lancasters siegreicher Rivale in "Vera Cruz". In Billy Wilders bittersüsser Komödie "Liebe am Nachmittag" erhält er von Audrey Hepburn als zynischer Casanova eine Lektion in Sachen Liebe. In Delmer Daves' Westerndrama "Der Galgenbaum" errettet ihn Maria Schell vor dem Erhängen.
In "Ein Mann geht seinen Weg", seinem letzten Film, versuchte der schwerkranke Cooper ein einziges Mal in seinem Leben, einen, wenn auch nur potentiellen, Mörder zu spielen. Er starb noch vor der Uraufführung und sollte nie erfahren, dass dieses Experiment nicht funktioniert hatte. Es konnte nicht funktionieren, auch wenn seine Darstellung des Bedrohlichen und Verstohlenen eigentlich hätte überzeugen müssen. Aber das Publikum konnte seinen Helden "Coop" nicht als Mörder aus Gewinnsucht akzeptieren: "Er zeigte sich von vielen Seiten. Er war sinnlich oder schüchtern, kühn oder lustig, ganz besonders vernünftig oder hochgradig verrückt. Und doch bleibt er als Held im Gedächtnis, da 'der Sieg des menschlichen Mutes ein unwiderstehliches Filmthema ist', wie Lubitsch einmal sagte" (René Jordan: Gary Cooper - seine Filme, sein Leben, Heyne FB 25).
Am 13. Mai 1961 erliegt er seinem Krebsleiden, wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag. Den Oscar für sein Lebenswerk hatte im März 1961 der Kollege James Stewart entgegengenommen, Cooper war schon zu schwach." (Walter Greifenstein, BR Presse)
"Regisseur Anthony Mann drehte diesen grandiosen Western um einen ehemaligen Outlaw, der einen fast aussichtslosen Kampf gegen den ständigen Kreislauf von Verbrechen und Vergeltung führen muss, sechs Jahre nach "High Noon" ("Zwölf Uhr mittags"); in seiner Rolle als Sheriff hatte Gary Cooper damals einen Oscar gewonnen. Sein eindrucksvolles Spiel prägt weitgehend auch diesen Film. Wie Anthony Mann als Regisseur hat Gary Cooper als Darsteller ein wesentliches Stück Western-Geschichte mitgeschrieben. Seine Hollywoodkarriere begann er als Double; ein Jahr lang war er Stuntman und vollführte Reiterkunststücke, die er auf der Ranch seines Onkels gelernt hatte. Zum Star aufgestiegen, genoss er eine einzigartige Popularität, die drei Jahrzehnte lang bis zu seinem Tod im Jahre 1961 unvermindert anhielt." (ARD Presse)