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Wir werden heute permanent mit einer Flut an Informationen, Produkten und Entscheidungen konfrontiert. Entscheidungen fallen dem Menschen schwer, es braucht kognitiven Aufwand. In einer Untersuchung fand Sheena Iyengar (Psychologin und Expertin für Entscheidungstheorie) heraus, dass die Menschen in der westlichen Welt täglich durchschnittlich 70 Entscheidungen fällen müssen. Diese Entscheidungsüberforderung führt zu verschiedenen Problemen. Lesen Sie hier vier Strategien dem entgegenzuwirken und Ihren Kunden Entscheidungen zu vereinfachen.
In einem Experiement präsentierte Sheena Iyengar den Kunden auf einem Verkaufsstand in einem Kaufhaus entweder 6 oder 24 verschiedene Konfitüren. Das Resultat zeigte, dass zwar mehr Kunden bei dem Stand mit 24 Konfitüren verweilten, aber viel weniger kauften (rund 6 mal weniger), als bei dem Stand mit 6 Konfitüren.
Dieses Resultat zeigt sich nicht nur bei Lebensmitteleinkäufen, sondern in allen Lebensbedingungen.
Was löst Entscheidungsüberforderung bei den Benutzern aus?
Wir entscheiden uns, uns nicht zu entscheiden, auch wenn es gegen unser Interesse geht. Wie Sheena Iyengar herausfand, hat das Problem der Entscheidungsüberforderung verschiedene negative Folgen.
Entscheidungsüberforderung löst aus,
- dass der Benutzer weniger Engagement und Motivation zeigt
- dass er schlechtere Entscheidungen fällt
- dass er unzufrieden mit den Entscheidungen ist
Wie können Sie Entscheidungsüberforderung verhindern?
Diese vier Strategien helfen Ihnen, Entscheidungen für die Benutzer und Kunden einfacher zu gestalten.
- Cut- less is more: Reduzieren Sie das Angebot.
- Concretize: Die Kunden müssen die Konsequenzen von jeder Entscheidung verstehen. Machen Sie die Entscheidungen für die Benutzer konkret, lebendig und real.
- Categorize: Ordnen Sie die Produkte in Kategorien, die der Benutzer gut nachvollziehen kann. Achten Sie dabei darauf, dass die Kategorienbezeichnungen dem Benutzer helfen, also dem mentalen Schema des Benutzes entsprechen (nicht firmeninterne Bezeichnungen verwenden).
- Conditions for complexity: Wenn der Benutzer viele komplexe Entscheidungen treffen soll, achten Sie auf die Reihenfolge der Entscheidungen. Wenn der Benutzer zuerst die einfachen Detailentscheidungen fällen kann (z.B. bei einem Autokauf die Wahl der Radkappen) und erst nach und nach die wichtigeren, schwerwiegenden Entscheidungen (z.B. die grösse des Motors), dann lernen die Benutzer Entscheidungen zu treffen. Sie sind mehr engagiert, motiviert und bleiben bis zum Schluss bei der Sache.
Fazit
Die Benutzer müssen jeden Tag eine Fülle an Entscheidungen treffen. Machen Sie ihnen das Leben nicht noch schwerer. Überlegen Sie sich genau, welche Entscheidungen Sie dem Benutzer zumuten. Reduzieren Sie das Angebot und wenden Sie die vier Strategien an.
Keynote: Be choosy about choosing
Stefanie Friedli
Quelle:
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