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Die Periodisierung gehört zu den zentralen Aufgaben der Geschichtswissenschaft, ist aber im häuslich-familiären Bereich besonders schwierig: Wie sollen wir das vielfältige Geflecht von sozialen Nahbeziehungen erfassen und nach historischen Phasen ordnen? Seit der Verwissenschaftlichung im 19. Jahrhundert wurden soziale Nahbeziehungen oft mit Blick auf die “Krisen” der Gegenwart und der “Moderne” diskutiert. Dies hat historischen Idealisierungen und der Formulierung von Niedergangsgeschichten Auftrieb gegeben. Das vorliegende Projekt greift diesen Problembereich mit einem makro- und einem mikrohistorischen Ansatz auf. Geplant sind zwei Texte mit den Arbeitstiteln: 1. Soziale Nahbeziehungen in der Schweiz, 1700-2000: Kriterien und Konzepte der Periodisierung; 2. Das schweizerische Zivilgesetzbuch von 1907: Etablierung der “bürgerlichen Familie”? Der erste Beitrag soll die reichhaltige schweizerische Regionalgeschichte für dieses Feld zusammenführen und zugleich den Kontakt mit der modernen gegenwartsbezogenen Familiensoziologie in unserem Gebiet suchen (daher “bis 2000”). Der zweite Beitrag will die Periodisierungsfrage an einem Zeitpunkt untersuchen, an dem sich die nationale Politik zum ersten Mal auf eine einheitliche Fassung der familiären Ordnung einigen musste. Damit wurden viele früher nur sporadisch geäusserten Vorstellungen diskursiviert und in der Quellensprache fassbar.