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Dabei wich er mit seinen Antworten den Fragen der Anklage oft aus oder machte Gedächtnislücken geltend, wie US-Medien aus dem Gerichtssaal in New York berichteten.
Auf konkrete Fragen zu möglichen Rechtsverstössen gab Bankman-Fried demnach häufig Antworten wie «Ich kann mich nicht erinnern», «Ich habe möglicherweise» und «Nicht soweit ich weiss». Der Ex-Unternehmer sei daraufhin von Richter Lewis Kaplan ermahnt worden, die Fragen direkt zu beantworten.
Bankman-Fried war als Gründer der Kryptowährungsbörse FTX bekannt geworden, die vor rund einem Jahr spektakulär zusammenbrach. Die US-Justiz wirft ihm vor, Milliarden aus dem Vermögen von FTX-Kunden ohne deren Wissen abgezweigt zu haben, um unter anderem riskante Geschäfte seines Hedge-Fonds Alameda Research zu finanzieren. Am Ende wurden die Lücken bei Alameda Research trotzdem zu gross - und FTX geriet mit in den Strudel.
Bankman-Fried weist die Betrugsvorwürfe zurück. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lange Haftstrafe, im ärgsten Fall könnten es mehr als 100 Jahre Gefängnis werden.
Probelauf vor dem Richter
Bankman-Fried war im bisherigen Prozessverlauf von seinen einstigen Weggefährten belastet worden. Seine Anwälte kündigten diese Woche an, dass er selbst in den Zeugenstand treten werde. Die Ankläger konterten jedoch, dass ein Teil seiner erwarteten Aussagen - vor allem zur Rolle der FTX-Rechtsexperten - nicht relevant für den Prozess sei. Der Richter beschloss daraufhin, sich zunächst ohne Geschworene im Saal ein Bild zu machen. Bankman-Fried gab das die Gelegenheit für einen - in Prozessen eher ungewöhnlichen - Probelauf. Bei der Befragung durch seine Verteidiger verwies er darauf, dass seine Aktionen von FTX-Juristen abgesegnet worden seien.
FTX war vor dem Kollaps einer der grössten Handelsplätze für Kryptowährungen wie Bitcoin. Bankman-Fried wurde im Dezember auf den Bahamas festgenommen. Dort hatte FTX den Hauptsitz.