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Melkmaschine
Bei den Melkmaschinen stehen verschiedene Systeme im Einsatz. Allen gemeinsam ist, dass die Milch mittels Vakuum aus der Zitze gesogen wird. Dauerhaftes Vakuum würde die Zitze jedoch zu stark beanspruchen, so dass zwischendurch immer wieder eine sogenannte Entlastungsphase geschaltet wird. Die Zitzenbecher, aussen mit einer harten Schale und innen mit verformbaren Kunststoff ausgekleidet, besitzen zwei verschiedene Räume. Der Milchraum steht dauernd unter Vakuum. Der Pulsraum wird abwechselnd mit Vakuum oder Aussenluft versorgt. Die Pulsatoren sind dabei die Taktgeber. Unter Vakuum wird die Milch entzogen (Saugphase) und unter Aussenluft wird Druck auf die Zitze ausgeübt und der Milchfluss versiegt (Entlastungs- bzw. Massagephase). Pro Minute wird dieser Zyklus circa 60 Mal durchgeführt und das Verhältnis zwischen Saug- und Entlastungsphase sollte 1:1 bis höchstens 2:1 betragen.
Je nach System erfolgt der Transport der Milch auf verschiedene Weise. Prinzipiell unterscheidet man Eimer- und Rohrmelkanlagen.
Bei der Eimermelkanlage (Abb. 1) wird die Milch über Schläuche entweder direkt oder via ein Sammelstück vom Melkbecher in einen unter Vakuum stehenden Milchkessel oder -kanne gesogen. Der Transportweg für die Milch ist in diesen Systemen sehr kurz, dafür bedeutet es für den Melker schwere Arbeit, denn er muss den Melkeimer manuell entleeren.
Bei den Rohrmelkanlagen (Abb. 2) wird die Milch über Schläuche meist via einem Sammelstück in eine grosse Milchleitung geführt. In dieser läuft die Milch durch Vakuum und entlang eines Gefälles in den sogenannten Milchabscheider. Von dort wird sie dann mit einer separaten Pumpe in einen Milchtank oder in Milchkannen gepumpt. Das Herumtragen der Milch entfällt, dafür ist der Transportweg für die Milch länger. In Anbindeställen ist die Milchleitung immer hoch verlegt. Sie verläuft oberhalb der Kühe. Das Vakuum muss höher eingestellt sein als bei den Eimermelkanlagen, damit die Leistung genügt, um die Milch auf diese Höhe zu pumpen. In Melkständen ist die Milchleitung in der Regel tief verlegt (in der Melkgrube). Dies hat den Vorteil, dass die Milch dem Gefälle folgen kann und mit niedrigerem Vakuum gearbeitet werden kann.
Das Vakuum wird mit einer Pumpe erzeugt, welche Luft aus dem System zieht. Deren Leistung muss so bemessen sein, dass kurzfristige „Lecks“, wie sie beim Ansetzen der Melkbecher oder dem Abfallen der Melkbecher entstehen können, kompensiert werden. Das Anlagenvakuum, die Vakuumhöhe, wird durch das Regelventil stabil gehalten.