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New York im Jahr 2022. Die Stadt hat 40 Millionen Einwohner, die meisten sind ohne Arbeit. Eine Wohnung zu haben, auch wenn's nur eine Bruchbude ist, ist Luxus pur. Die Nahrung besteht aus Sojaplättchen, nicht unähnlich unseren Kartoffelchips. Und jeden Dienstag gibt es Soylent Green, die grüne Variante mit Meeresalgen. Diese beliebte "Speise", hergestellt von der Soylent Company, wird allerdings immer stärker rationalisiert und so kommt es bei der wöchentlichen Verteilung immer wieder zu gewalttätigen Strassentumulten, bei denen auch der Polizist Thorn (Charlton Heston) für Recht und Ordnung sorgen muss. Eigentlich ist er gerade mit einem Mordfall im Milieu der Reichen und Mächtigen beschäftigt, der ihn in einen Strudel von Machenschaften und Komplotten zieht, ehe er und sein Helfer Sol Roth (Edward G. Robinson) dem schrecklichen Geheimnis auf die Spur kommen.
Soylent Green war der erste einer Reihe so genannter Oeko-Thriller. Eine düstere Zukunftsvision aus einer Zeit, in der sich die USA mit dem Vietnamkrieg herumschlugen und in der kritische Filme, die das Establishment angriffen, willkommen waren. Der Film stellt uns eine pessimistische, kaum lebenswerte Zukunft vor, recht überzeugend verfilmt und mit einem guten Cast ausgestattet. Bekannt geworden ist Richard Fleischers Film mitunter durch die beeindruckend schöne und gleichzeitig finstere Sterbeszene von Edward G. Robinson, der sich in eine Art "Sterbehilfehaus" begibt und dort in seinen letzten Minuten nochmals die Welt so zu sehen bekommt, wie er sie, als einer der wenigen, vor langer Zeit noch erlebt hat. Grün, voller Leben, einfach wunderbar. (Ironischerweise starb Robinson kurze Zeit nach Beendigung der Dreharbeiten.)
Aber auch das erschreckende Finale mit Thorns beklemmender Enthüllung und das offene Ende, wie es von Fleischer und Autor Stanley R. Greenberg gewählt wurde, tragen viel zur bleiernen Atmosphäre des Films bei, in dem eigentlich keine richtigen Helden porträtiert werden. Jeder hat seine schmutzigen Seiten ohne die er im New York des Jahres 2022 aber auch kaum überleben könnte. Natürlich ist der Look und einige Überlegungen von Soylent Green (gut verdienende Männer können sich mit der Wohnung eine Frau, als "furniture" bezeichnet, mieten, sie gehört zum Inventar...), der 1973 gedreht wurde, inzwischen etwas veraltet, auch zeigt er wo die Ängste der damaligen Zeit lagen. Da die wenigen subplots von Soylent Green nicht gerade packend sind, kommt die Laufzeit mit knapp anderthalb Stunden gerade richtig, richtig weil nicht allzu tiefgründig und doch mit etwas philosophischem Gutdünken ausgestattet - und dennoch unterhaltend.
Die Tonspur ist nur in Dolby Digital Mono vorhanden, die Dialoge kommen aber sehr klar rüber. Bildqualitativ ist die DVD in Ordnung. Einen guten Einblick für Fans des Films gibt die Kommentarspur mit Regisseur und Nebendarstellerin. Die restlichen Dokus sind nicht überaus interessant, aber eine nette Dreingabe.