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Wozu wurden Alpakas ursprünglich gehalten?
Die Peruaner hielten Alpakas hauptsächlich wegen ihrer Wolle und zur Schlachtung. Von einem Tier lassen sich 3.5 bis 5 Kilogramm Wolle gewinnen. Der Wollexport der rund 3.3 Millionen Alpakas stellt für Peru noch heute einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar. Auch Alpaka-Fleisch wird in peruanischen Restaurants noch serviert. Um die 28'000 Tonnen werden jährlich verarbeitet. Schmecken soll es ähnlich wie Kalb- oder Wildfleisch. In unseren Breitengraden spielt jedoch beides eine untergeordnete Rolle. Hier kannst du beispielsweise mit den flauschigen Vierbeinern wandern gehen. Auch als Therapiebegleiter werden die ruhigen Tiere gerne eingesetzt. Ausserdem haben Lamas und Alpakas eine spezielle Eigenschaft: Beobachtertiere warnen ihre Herde vor, wenn sich eine potentielle Bedrohung nähert. Sie bleiben stehen und würden auch heftig gegen Feinde austreten. Das reicht, um Jäger wie Wölfe abzuschrecken. Bei Versuchen im Bündnerland haben Lamas zuverlässig Schafe bewacht.
Wie viele Mägen hat ein Alpaka?
Obwohl das kamelartige Tier seine Nahrung wiederkäut, gehört es nicht wie Rinder und Schafe zu den echten Wiederkäuern. Es besitzt nur einen Magen, der allerdings in drei Bereiche unterteilt wird. Der erste und grösste Abschnitt übernimmt die Funktion der Vorratskammer. Hier arbeiten unzählige Bakterien, Pilze und Einzeller an der Vorverdauung des Futters. Dieses wird dabei fortlaufend zurück ins Maul befördert und wiedergekaut. Nach einer geraumen Zeit, bis zu 63 Stunden, wird der Brei in den zweiten Magenabschnitt transportiert, der ähnlich funktioniert und aufgebaut ist wie der erste. Im dritten Abschnitt befinden sich Magendrüsen, welche unter anderem Salzsäure und Verdauungsenzyme produzieren. Durch die lange Verweildauer ist die Verdauung sehr effizient, so kommen Alpakas auch auf kargen Weiden gut zurecht. Was eine Kuh an einem Tag frisst, ist genug, um acht ausgewachsene Alpakas satt zu machen.
Wenn sich ein Alpaka wohl fühlt, dann…
Alpakas kommunizieren sowohl durch Körper- als auch durch Lautsprache. Die wichtigere Rolle spielen die Körperzeichen, die sie abgeben. Wenn die Ohren nach vorne zeigen, ist ein Alpaka meist entspannt und aufmerksam. Begleiten kann es diese Haltung durch Brummen, oder Summen. Je leiser und tiefer dieses Summen ist, desto zufriedener ist das Tier. Wenn es hingegen laut, stossartig und in einer hohen Tonlage summt, ist es eher nervös. Legt ein Alpaka die Ohren flach nach hinten, ist das ein Zeichen für Anspannung. Hebt es zudem den Schwanz steil hoch und senkt den Kopf, begibt es sich in Kampfbereitschaft. Wenn ein Alpaka die Nase hebt, ist Vorsicht geboten: Es macht sich bereit zum Spucken! Dieses Benehmen dient vor allem dazu, die Rangordnung in der Herde zu klären. Menschen geraten dabei eher selten in die Schusslinie.
Wodurch unterscheidet sich die Alpakawolle von der Schafwolle?
Alpakas liefern viel weichere, weniger kratzige Wolle als Schafe. Die Fasern sind hohl und enthalten Luft, was ihnen einmalige Thermoeigenschaften verleiht. Durch diese Isolation wärmt Alpakawolle bei Kälte besser als Schafwolle. An warmen Tagen schirmen die Fasern hingegen Wärme von aussen ab und halten so kühl. Das ist wichtig, da Alpakas in den Anden, ihrem natürlichen Lebensraum, grossen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Die Wolle der Alpakas ist elastisch und strapazierfähig, das macht sie langlebiger als Schafwolle. Lanolin, ein Wollfett, ist in der Faser kaum vorhanden. So können sich Bakterien nicht vermehren und sterben ab. Sie enthält allerdings Eiweissmoleküle, welche die Neutralisierung von Schweiss übernehmen.
Alpakas und Lamas haben die einzigartige Angewohnheit, «Stotting» zu betreiben. Worum handelt es sich hierbei?
Bei Schritttempo bewegen sich Alpakas im Passgang vorwärts, das heisst, beide Beine einer Körperseite treten gleichzeitig vorwärts. Wenn sie beschleunigen, zum Beispiel auf der Flucht, verfallen sie in Galopp. Eine Eigenart der Alpakas ist das Stotting, oder Stotten: Beim Galoppieren hüpfen die Tiere dabei mit gestreckten Beinen in die Luft, wie wir es zum Beispiel auch von den Antilopen kennen.