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1. Das Becken ist nach hinten gekippt und es zeigt sich ein langer Rundrücken. Der Brustkorb ist flach und kollabiert. Der Kopf ist weit nach vorne geschoben.
2. Das Becken ist nach vorne gekippt und geschoben. Die Knie sind überstreckt, der Brustkorb ist kollabiert und der Kopf ist nach vorne geschoben. Der Bauchinhalt drückt nach vorne raus. Das Gewicht ist auf den Fersen.
3. Minimale Zick-Zack-Linie. So ist der Körper optimal und gestützt und kann sich deshalb mit geringstem Kraftaufwand bewegen und mühelos strecken.
Faszien sind zähe, aus Bindegewebe bestehende Häute, die alle Bestandteile des Körpers wie Knochen, Muskeln und Organe einhüllen und miteinander verbinden. Die Gesamtheit dieser Faszien stellt eine Art dreidimensionales Netz dar, das dem ganzen Körper Zusammenhalt und Form gibt und damit die Grundstruktur unseres Körpers bestimmt.
Um maximale Aufrichtung und ökonomische Bewegung zu erreichen muss das Fasziennetz gewisse Eigenschaften aufweisen. Faszien müssen einerseits die nötige Spannung aufweisen um ihre formgebende und entlastende Funktion zu erfüllen, andererseits müssen sie die nötige Länge und Elastizität besitzen um leichte und ökonomische Bewegungen zu ermöglichen. Ist die Spannung in einem Teil des Fasziennetzes zu niedrig mangelt es uns an Stabilität, ist sie zu hoch werden wir verspannt, steif und unbeweglich.
Fasziennetz und damit Struktur bleiben jedoch nicht zeitlebens gleich. Durch unsere gewohnheitsmässigen Bewegungsmuster, durch psychische Faktoren und durch die Wirkung der Schwerkraft unterliegen sie einem langsamen aber ständigen Wandel. Faszien verkürzen oder verhärten sich unter den Belastungen des Alltags oder als Folge eines Unfalls. Da das Fasziennetz aus einem zusammenhängenden System von Bindegewebshüllen besteht, werden Fehlspannungen von einem Teil des Körpers zu einem anderen übertragen und beeinträchtigen so die Statik des ganzen Körpers. Die Körperstruktur gerät aus dem Gleichgewicht, was einen erhöhten Kraftaufwand für aufrechte Haltung und Bewegung zur Folge hat. Dies führt wiederum oft zu Verspannungen, vorzeitigen Abnutzungserscheinungen und Schmerzen.
Ida Rolfs grundlegende Erkenntnis war, dass sich das Spannungsmuster der Faszien durch eine ganz bestimmte Form der manuellen Behandlung dauerhaft verändern lässt.