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Methodik
Die Schätzungen für 2020 und 2021 basieren auf den provisorischen und experimentellen, noch nicht veröffentlichten Ergebnissen der SILC-20 und der SILC-21.
Da das Profil der Teilnehmenden nicht mit jenem der Nichtantwortenden übereinstimmt, spielt die Gewichtung eine wichtige Rolle für eine Extrapolation zur Referenzbevölkerung.
Die Gewichtung der SILC-19 entspricht der definitiven Standardgewichtung, während bei der SILC-20 (vor und nach dem partiellen Lockdown) und der SILC-21 eine experimentelle Gewichtung verwendet wurde.
Die Standard-Querschnittsgewichtung der SILC wird in der Regel rund zehn Monate nach Abschluss der Felderhebung erstellt. Diese Verzögerung ist darauf zurückzuführen, dass die Ergebnisse zunächst auf ihre Vollständigkeit kontrolliert und konsolidiert werden müssen. Zudem gilt es, die Registerdaten (für die Erhebung 2021 erst ab März 2022 verfügbar) zu integrieren, um diese Gewichtung zu produzieren. Die Arbeiten zur Qualitätskontrolle und zur Integration der Registerdaten betreffen die hier untersuchten subjektiven Variablen jedoch nur sehr geringfügig.
Um die Informationen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Wohlbefinden der Schweizer Wohnbevölkerung im ersten Halbjahr 2020 und 2021 früher veröffentlichen zu können, wurde eine provisorische, experimentelle Gewichtung berechnet. Sie umfasst eine einheitliche Korrektur der gesamten Antwortausfälle ohne Berücksichtigung Spezifizitäten der Profile. Diese Option wird durch einige fehlende Hilfsvariablen (der Profile) begründet, die normalerweise bei der Standardgewichtung für die Korrektur der Antwortausfälle verwendet werden.
Um die potenzielle Verzerrung, die durch totale Antwortausfälle hervorgerufen wird, zu korrigieren, wurde für die provisorische, experimentelle Gewichtung eine abschliessende Kalibrierung angewendet. Diese stützt sich auf die gleichen Dimensionen wie die abschliessende Kalibrierung der Standardgewichtung, beruht aber auf den Informationen der Hilfsvariablen aus den Registern vom Dezember 2019 anstatt vom Dezember 2020 (letztere sind erst im März 2022 verfügbar). Die experimentelle Gewichtung, die für die Auswertung der im Rahmen der Covid-19-Pandemie erhobenen Daten der SILC-21 verwendet wird, bezieht sich somit auf die Bevölkerung von Ende 2019 und nicht von Ende 2020, wie sie für die Standardgewichtung für die SILC-21 herangezogen wird. Auf die experimentellen Auswertungen der SILC-20 wurden die gleichen Verschiebungen angewendet.
Für die abschliessende Kalibrierung wurden folgende Variablen aus den Registern verwendet:
- Zivilstand (SRPH)
- Geschlecht (SRPH)
- Staatsangehörigkeitsgruppe – vier Kategorien (SRPH)
- Familientyp (SRPH)
- Haushaltsgrösse (SRPH)
- Grossregion (SRPH)
- Armutsgefährdung bei 60% des Medians des Haushaltsäquivalenzeinkommens (ZAS)
- Indikator für ein Haushaltsäquivalenzeinkommen < P10 (ZAS)
- Indikator für ein Haushaltsäquivalenzeinkommen < P50 (ZAS)
- Indikator für ein Haushaltsäquivalenzeinkommen < P20 (ZAS)
- Indikator für ein Haushaltsäquivalenzeinkommen > P80 (ZAS)
Diese Variablen überschneiden sich teilweise mit den Hilfsvariablen, die bei der Standardgewichtung für die Korrektur der Antwortausfälle verwendet werden. Folgende Hauptdimensionen werden nicht berücksichtigt:
Variablen aus den Registern:
- Haushaltszusammensetzung nach Staatsangehörigkeit
- Familientyp und Anzahl Kinder
- Haushaltszusammensetzung nach Geschlecht
- Gemeindetypologie – acht Kategorien
- Staatsangehörigkeitsgruppe – zwei Kategorien
- Grösse der Wohngemeinde des Haushalts
- Ergänzungsleistungen im Haushalt
- Anzahl Arbeitslosenhilfen im Haushalt
- Anzahl Invalidenrenten im Haushalt
- Anzahl Altersrenten im Haushalt
- Anzahl Erwerbseinkommen im Haushalt
- Umzüge (Wechsel des Gebäudes) in den letzten zwei Jahren
- Wohnfläche pro Haushaltsmitglied
Variablen aus der ersten Befragungswelle der SILC-Erhebung, die für die zweite Welle benutzt werden:
- Erwerbsstatus – vier Kategorien
- Armutsgefährdung bei 60% des Medians des Haushaltsäquivalenzeinkommens
- Materielle Entbehrung, drei von neun Elementen
- Typ der höchsten Ausbildung im Haushalt
- Interesse für Politik
- Miete und Wohnkosten
Die Unterteilung der Erhebungsteilnehmenden an der SILC-20 (vor und während des partiellen Lockdowns) erfordert eine Korrektur der verschiedenen Profile der Befragten, d.h. jener, die am Anfang (höhere Mitwirkung an der Statistik) und am Ende der Erhebung teilgenommen haben. Hierzu wurde die Nettostichprobe der vor dem 16. März befragten Personen separat von jener der zwischen dem 16. März und dem 20. Juni (partieller Lockdown in der Schweiz) befragten Personen behandelt. Dadurch entsprechen beide Nettoteilstichproben jeweils der Bevölkerung von Dezember 2018.
Für die SILC-21 wurde keine solche Trennung vorgenommen.
Die Streuung der Gewichte bei der experimentellen Gewichtung SILC-20 und SILC-21 in Bezug auf Covid-19 ist mit der Standardgewichtung SILC-19 vergleichbar.
Die Standardproduktion der Einkommen ist für diese experimentelle Diffusion nicht fristgerecht realisierbar, da die entsprechenden Registerdaten noch nicht verfügbar sind. Um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie dennoch nach Einkommensklasse des Haushalts differenzieren zu können, wurden die Erhebungsteilnehmenden im Rahmen des Haushaltsfragebogens nach ihrem gesamten Haushaltseinkommen zum Zeitpunkt des Interviews befragt. Damit die unterschiedlich grossen Haushalte miteinander vergleichbar sind, wurde auf diese Schätzung eine Äquivalenzskala angewendet. Eine Analyse hat gezeigt, dass die Kohärenz zwischen den Quintilen des geschätzten Äquivalenzeinkommens des Haushalts und den Quintilen des tatsächlich verfügbaren Äquivalenzeinkommens (SILC-19) ausreicht, um das geschätzte Haushaltseinkommen als Differenzierungsmerkmal zu verwenden. Dabei ist zu beachten, dass sich der Standard des verfügbaren Äquivalenzeinkommens für die SILC auf das Einkommen des Jahres vor dem Interview bezieht, das geschätzte Gesamteinkommen des Haushalts hingegen auf den Interviewzeitpunkt.