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Er wird am 9. September 1653 in Obersteinbach bei Benediktbeuern als Sohn des Georg Öttl und seiner Ehefrau Benigna Wocher geboren. Der Vater ist Zimmermann in Diensten des Klosters und stürzt beim Aufrichten des Dachstuhls der Klosterkirche 1684 zu Tode. Tobias hat inzwischen, nach Schulen in Weyarn und München, in Benediktbeuern unter dem Klosternamen Eliland Profess abgelegt, studiert dann in Salzburg und erhält 1681 die Priesterweihe. Anschliessend ist er Professor in Salzburg und kehrt nach dem Tod des Vaters nach Benediktbeuern zurück. Am 25. Juli 1690 wird er zum Nachfolger des resignierten Abtes Plazidus gewählt. Er steht 24 Konventualen im Durchschnittsalter von 40 Jahren vor. Das Kloster ist wirtschaftlich gesund. Es steht mit dem Münchner Hof in gutem Verhältnis, muss ihn aber laufend finanziell unterstützen. Mit der offenen Unterstützung des rücksichtslosen Eroberers Louis XIV durch den bayrischen Kurfürsten beginnt für Benediktbeuern Anfang der 1690er-Jahre eine ungemütliche Zeit. Gegen befürchtete Überfälle der kaisertreuen Tiroler beginnt Abt Eliland schon 1693 mit Barrikadenbauten entlang der Einfallsachsen und setzt Bewachungstruppen ein. Selbst Kanonen werden angeschafft. Trotz der gespannten politischen Lage beginnt er 1695 mit dem Bau des Nord- und Westflügels des «Äusseren Klosters» nach Plänen des Münchner Hofbaumeisters Enrico Zuccalli, um im Nordflügel das Brauhaus und Gästezimmer einzurichten und im Westflügel Seminarräume für das «studium commune» der Benediktinerkongregation zu erstellen. Die Baumeisterarbeit besorgt Markus Hainz aus Bichl. Einem jungen Kunsttischler und begnadeten Zeichner in Klosterdiensten, Michael Ötschmann, überträgt der Abt die Leitung der Ausführung. Er selbst scheint auch kunsthandwerkliche Fähigkeiten zu besitzen und ist 1696 Entwerfer des grossen Tabernakels aus Rattenberger Marmor in der Klosterkirche. 1698 sind die beiden Flügel des «Äusseren Klosters» erstellt. Im gleichen Jahr übernimmt Abt Eliland II. das Amt eines Generalpräses der Bayrischen Benediktinerkongregation, deren Studium nun in Benediktbeuern stattfindet. 1699 kann er noch Weingüter im Südtirol erwerben. Nach Ausbruch des Krieges auf bayrischem Boden und vor allem nach der Niederlage des bayrischen Kurfürsten gegen die Verbündeten bei Höchstädt 1704 muss er aber auf weitere Erwerbungen und vor allem auf Bauvorhaben verzichten. Der Südflügel des «Äusseren Klosters» wird deshalb nicht begonnen. Abt Eliland II. Öttl stirbt am 16. Juli 1707 mit erst 46 Jahren an einem Schlaganfall. Er wird in der Mittelgruft im Chor der Klosterkirche begraben.
Wir kennen von ihm kein Porträt. Er hat sich auch nicht als Bauherr mit seinem Wappen, einem silbernen Engel in Blau, verewigt.
Pius Bieri 2010
Hemmerle, Josef: Die Benediktinerabtei Benediktbeuern, in: Germania Sacra, die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Augsburg. Berlin 1991.
|Abt OSB Eliland II. Öttl (1653–1707) von Benediktbeuern|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|9. September 1653||Obersteinbach bei Benediktbeuern D||Kurfürstentum Bayern|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt OSB der Benediktinerabtei Benediktbeuern||1690–1707|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|16. Juli 1707||Benediktbeuern Bayern D||Kurfürstentum Bayern|
|Kurzbiografie|

Abt Eliland II. Öttl setzt die Bauvorhaben seiner Vorgänger fort. Er ist Bauherr des «Äusseren Klosters». Trotz dem Spanischen Erbfolgekrieges und der Besetzung Bayerns durch Österreich kann er den Nord- und Westflügel fertigstellen. Die Treue zum kriegsverantwortlichen bayrischen Kurfürsten und die Hilfestellung für bayrische Aufständische bringen ihn mehrfach in grosse Schwierigkeiten. 1698–1705 ist er Präses der Bayrischen Benediktinerkongregation. Dank seiner diplomatischen, ökonomischen und künstlerischen Fähigkeiten und seiner Fürsorge für die Bildung wird er als «Mann mit grossen Verdiensten für das Land» gewürdigt.
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