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Erben und vererben hat viel mit erinnern zu tun, ob in Form von Gegenständen, ideellen Werten oder Geld. Und damit verbunden sind Emotionen. Marie Boehlen und Mascha Oettli sind Frauen, die ein bewegtes und zuweilen auch kämpferisches Leben hatten und die über Ihren Tod hinaus Gutes bewirkt haben. Beide waren in der SP aktiv und haben in Ihrem Testament die SP Schweiz und die SP Frauen bedacht.
Marie Boehlen (1911-1999)
Marie Boehlen war eine Frau mit Ecken und Kanten und sie setzte sich ihr Leben lang für die Rechte der Frauen ein. lange vor der Einführung des Frauenstimmrechtes kämpfte sie für die Rechte der berufstätigen Frauen, für die Gleichbestellung bei Beförderungen und bei den Löhnen und für den Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung. Der Entscheid für ein Leben ohne Mann und damit auch ohne Kinder, fiel früh und schien für eine Frau Ihrer Generation, die eine berufliche und politische Karriere anstrebte, unausweichlich zu sein. Da Marie Boehlen keine direkten Nachkommen hatte, setzte sie sich früh mit Ihrem Tod auseinander - 10 Jahre bevor sie starb. Die Abschiedsfeier leitete ein Enkel Ihres Bruders, sonst war kein Mann aktiv an der Feier beteiligt. Obwohl Marie Boehlen die meiste Zeit Ihres Lebens in der Stadt Bern verbracht hatte, war es Ihr Wunsch, dass Ihre Asche in ihrem Geburtsort Riggisberg verstreut wurde. Das hat sie mit den betreffenden Landbesitzern so abgemacht und schriftlich vereinbart. Was geregelt werden konnte, wurde geregelt und nicht dem Zufall überlassen. Sie war selbstbestimmend bis über Ihren Tod hinaus!
Mascha Oettli (1908-1997)
Im Mittelpunkt des Wirkens von Mascha Oettli standen die sozial schwächeren Menschen. So sammelte sie nach einer Reise durch Indien, welche sie nach einer ausgeheilten Tuberkuloseerkrankung unternahm, Geld für eine Schule in Kalkutta. Die Rechte der Frauen waren ihr ein grosses anliegen. Als erste Zentralsekretärin der SP Schweiz und der SP Frauen konnte sie eine Pionierrolle übernehmen. Zusammen mit ihren langjährigen Wegbegleitern/innen gründete sie im Tessin die Feriengemeinschaft Al Forno. Während des zweiten Weltkrieges diente das Al Forno als geschützter Aufenthaltsort für politische Flüchtlinge aus Deutschland. Mascha Oettli war von Anfang an Präsidentin des Vereins und verantwortlich für die Feriengemeinschaft, welche immer mehr zu einer internationalen Begegnungsstätte für Mitglieder und Funktionäre der SP sowie für Freunde aus vielen Ländern wurde. Das Erbe von Mascha Oettli wird bis heute von einem Verein weitergeführt.