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Finanzmarktkrise: Welche Rolle haben die Zentralbanken?
Jean-Pierre Roth, Präsident des Direktoriums
Forum Suisse de Politique internationale, Genf, 23.05.2008
In den letzten Monaten waren die Zentralbanken intensiv damit beschäftigt, adäquat auf die beunruhigenden Turbulenzen an den Finanzmärkten zu reagieren. Das teils spektakuläre, teils innovative Eingreifen der Zentralbanken zielte darauf ab, das Funktionieren der Märkte zu verbessern und die Stabilität des Finanzsystems sicherzustellen.
Die Ereignisse haben auch gezeigt, dass die Politik zur Erhaltung der Finanzstabilität mit der Geldpolitik interferiert. Aus diesem Grund müssen die Zentralbanken umsichtig handeln und darauf achten, dass ihre Interventionen zur Erhaltung der Finanzstabilität dem Ziel der Preisstabilität nicht bzw. so wenig wie möglich zuwider laufen. Als sich die Konditionen am Geldmarkt in den letzten neun Monaten laufend verschlechterten, verhinderte die Nationalbank einen Anstieg der Zinssätze und damit eine Verschärfung der Kreditbedingungen in der Schweiz.
Die langfristige Erhaltung der Finanzstabilität beruht auf einer wirkungsvollen Bankenaufsicht. Die Rolle der Zentralbanken besteht demgegenüber darin, im Notfall das reibungslose Funktionieren der Märkte zu unterstützen. Ist die aktuelle Krise einmal überwunden, so ist eine verstärkte Bankenregulierung unumgänglich, um die Banken zu einem vorsichtigeren Verhalten zu zwingen.