Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/260917

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, <span style="color:rgb(0,0,0);">dafür zu sorgen, dass die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften Richtlinien für die Diagnose und Behandlung von sexueller Inkongruenz und Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen (bis 25 Jahre) erarbeitet. Dabei soll die SAMW das Vorsorgeprinzip und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen. Angehörige&nbsp;sowie Organisationen von Betroffenen sollen einbezogen werden.</span></p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt;"><span style="font-family:Arial;">Wie schon in der Antwort auf die Interpellation 21.4506 Roduit &laquo;Exponentieller Anstieg bei der medizinischen Behandlung junger Transmenschen. Wird die Schweiz die umstrittenen Praktiken regulieren?&raquo; ausgef&uuml;hrt, hat sich in den letzten Jahren in der Gesellschaft eine Akzeptanz f&uuml;r die Vielfalt der Geschlechtsidentit&auml;ten entwickelt. Angesichts dieser Entwicklung suchen immer mehr Menschen mit Geschlechtsdysphorie eine Behandlung. Welche Art von Behandlung angezeigt ist &ndash; psychologisch, medikament&ouml;s und/oder chirurgisch &ndash; ist je nach Patient bzw. Patientin unterschiedlich. Bei der Wahl der passenden Behandlung gilt die Sorgfaltspflicht. &Auml;rztinnen und &Auml;rzte sind verpflichtet, sich an die Regeln der &auml;rztlichen Kunst zu halten, Nutzen und Risiken einer Therapieform sorgf&auml;ltig gegeneinander abzuw&auml;gen, stets im Interesse des Patienten oder der Patientin zu handeln und dessen oder deren Wohl ins Zentrum zu stellen. Bei minderj&auml;hrigen Personen muss zudem die Urteilsf&auml;higkeit sorgf&auml;ltig gepr&uuml;ft werden. Die Behandlung erfolgt dabei meist in einem interdisziplin&auml;ren Team, welches die Situation von Fall zu Fall aus medizinischer, psychologischer und medizin-ethischer Sicht beurteilt. Dabei k&ouml;nnen die behandelnden &Auml;rztinnen und &Auml;rzte bei der medizinischen Beurteilung auf internationale Richtlinien und Empfehlungen zur&uuml;ckgreifen (z.B. Richtlinien der World Professional Association for Transgender Health WPATH, siehe&nbsp;</span><span style="font-family:Arial; text-decoration:underline;">www.wpath.org</span><span style="font-family:Arial;">, oder die entsprechenden Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, siehe&nbsp;</span><span style="font-family:Arial; text-decoration:underline;">www.awmf.org</span><span style="font-family:Arial;">).&nbsp;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt;"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore;">&nbsp;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt;"><span style="font-family:Arial;">F&uuml;r die Beurteilung der medizin-ethischen Aspekte &ndash; insbesondere bei der Behandlung von Minderj&auml;hrigen &ndash; gibt es aktuell keine Richtlinien. Die Zentrale Ethikkommission der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) legt die Themen, zu denen sie Richtlinien erarbeitet, grunds&auml;tzlich selber fest, wobei sie die thematische Dringlichkeit und Relevanz sowie den Bedarf seitens der medizinischen Fachorganisationen ber&uuml;cksichtigt. Dem Bundesrat ist es ein grosses Anliegen, die Unabh&auml;ngigkeit der SAMW bei der Wahl der Themen der medizinisch-ethischen Richtlinien zu wahren. Das zust&auml;ndige Staatssekretariat f&uuml;r Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) wird jedoch im Rahmen der Leistungsvereinbarung f&uuml;r die n&auml;chste Leistungsperiode 2025 &ndash; 2028 die SAMW &ndash; unter anderem mit Verweis auf das Anliegen der vorliegenden Motion - auf die Wichtigkeit der Ber&uuml;cksichtigung in den Brennpunkt der gesellschaftlichen Debatte gelangender Themen hinweisen.</span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.