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Entzündungen der Scheide gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Frau. Fast jede Frau leidet einmal in ihrem Leben an einer Scheidenentzündung. Frauen nach den Wechseljahren und chronisch kranke Frauen sind besonders gefährdet.
Scheidenentzündung ist ein allgemeiner Begriff für entzündliche Vaginalerkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen. Die in der Scheide vorherrschende Flora schützt diese normalerweise vor dem Eindringen krankheitserregender Mikroorganismen.
Wird das Scheidenmilieu (Veränderung des pH Wertes) durch Bakterien, Viren, Pilze oder andere Faktoren gestört, kann dies zu Irritationen oder Infektionen führen. Bei Entzündungsprozessen der Scheide kommt es zu einer starken Zunahme der Scheidenfeuchtigkeit. Die Erkrankung ist nicht schmerzhaft, aber sehr unangenehm und kann unbehandelt auf die Gebärmutter und die Eierstöcke übergreifen und zu Unfruchtbarkeit führen.
Die Ursachen für Scheidenentzündungen sind vielfältig, meistens aber sind Keime dafür verantwortlich:
- Bakterien aus dem Analbereich (Kolibakterien), durch falsche oder mangelnde Hygiene
- Bakterien, die sich in gewisser Anzahl in der normalen Scheidenflora befinden (Enterokokken, Staphylokokken), können sich durch ungünstige Bedingungen vermehren und eine Entzündung verursachen.
- Trichomonaden-Infektion, die durch Geschlechtsverkehr übertragen wird
- Pilzerkrankungen: meist handelt es sich um den Hefepilz Candida albicans.
- Warzenviren, Herpesviren
Risikofaktoren
- Östrogenmangel (z.B. in den Wechseljahren)
- Einnahme von Kortisonpräparaten, Antibiotika oder der Pille
- Verletzungen z.B. durch unsachgemässe Einführung von Tampons
- Fremdkörper (vergessene Tampons, Diaphragmas)
- Allergien durch Vaginalduschen, Intim-Sprays, Waschlotionen, Kondome, Waschmittel, Parfüm
- Enge und synthetische Unterwäsche
- Geschlechtsverkehr verändert den pH Wert für einige Stunden
- Chronische Krankheiten wie Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, HIV-Infektion und AIDS
- Schwangerschaft
Etwa 20% der Frauen leiden unter einer Hefepilzinfektion und haben praktisch keine Beschwerden. Meist beginnt die Infektion nach der Regelblutung, weil das Scheidenmilieu während der Menstruation eher basisch ist (normalerweise im sauren Bereich), was gerade Pilzen ein starkes Vermehren ermöglicht.
Typische Beschwerden sind:
- Juckreiz, Brennen und Schmerzen im Genitalbereich (besonders während dem Geschlechtsverkehr).
- Veränderte Menge, Geruch oder Farbe des Ausflusses.
- Dunkelrote Verfärbung, Schwellung der Schamlippen (dann ist die Entzündung auf die äusseren Geschlechtsteile übergegangen, was als Vulvovaginitis bezeichnet wird).
Zur Diagnose einer Scheidenentzündung werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
- Krankengeschichte unter Einbezug der Symptome
- Gynäkologische Untersuchung
- Bestimmung der Keime mittels Abstrich
Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika eingesetzt, bei Pilzinfektionen sogenannte Antimykotika. Der Sexualpartner sollte mitbehandelt werden.
Die Medikamente werden je nach Situation in Form von Salben, Zäpfchen oder Tabletten verabreicht.
Behandelt heilt die Entzündung innerhalb ein bis zwei Wochen aus. Es gibt Frauen, die neigen zu immer wiederkehrenden Entzündungen. Bei ihnen ist das Erkennen der Risikofaktoren besonders wichtig.
Was können Sie tun?
- Keine scharfen Mittel zur Körperreinigung verwenden
- Wäsche aus Naturfasern tragen
- Kondome schützen vor Geschlechtserkrankungen
- Richtige Analhygiene: mit dem Toilettenpapier von vorne nach hinten wischen (nicht umgekehrt).
- Scheidenzäpfchen mit milchsäureproduzierenden Bakterien können das richtige Scheidenmilieus wieder herstellen.
- Während der Entzündung auf Geschlechtsverkehr verzichten
Bei einer Scheidenentzündung ist es wichtig, dass rasch behandelt wird und somit ist es sicherer zuerst einen Arzt aufzusuchen.