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Manchmal passen die Dinge einfach nicht zusammen. Das Bükk-Gebirge ist in erster Linie ein riesiger Buchen-Wald. Mittendring, ganz in der Nähe des Istállós-kő, der mit seinen 959 m ü. M. Ungarns dritthöchsten Gipfel darstellt, treffe ich auf ein paar eigentümliche Lichtungen. Die grösseren sehen aus, als sei hier vor Zeiten eine besonders anstrengende Art von Landwirtschaft betrieben worden. Die kleineren gleichen eher trichterförmigen Löchern, wie sie Bomben in den Boden reissen. Nur wer wirft Bomben in einen Wald?
Auf einer dieser Blössen wölbt sich aus dem Loch heraus eine rundlich und etwas in die Länge gezogene Form. Sie erinnert mich an eine halbierte Birne mit einem leicht unregelmässig geschwungenen Hals. Auf dieser Rundung wächst, scheinbar ausschliesslich, ein feines, von der Sonne weitgehend ausgebleichtes und von den ersten Frost-Nächten des beginnenden Winters ausgetrocknetes Gras. In der Falte jedoch, die den kleinen Hügel umgibt, haben sich auch Blumen durchsetzen können. Ihre erfrorenen und vertrockneten Stängel umstehen den lichten Hügel in ihrer Mitte wie schwarze Dornen und lassen ihn so noch feiner geschwungen, noch zarter erscheinen. In dem kraftlosen Herbstlicht, das den Dingen kaum Plastizität zu geben vermag, wirkt auch der Bewuchs wie zartester Flaum. Und plötzlich verstehe ich, dass die Erde selbst diese Rundung ausgebildet hat, weil sie genau an dieser Stelle berührt, gestreichelt werden will. Ich fühle mich berufen, schon strecke ich die Hand aus – merke aber bald: die Verhältnisse, die sind nicht so.
First Publication: 16-11-2013
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