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Keller/Lagerraum/Gefängnis/Ausfallpforte, Räume Nr. 5-9
Die Architektur des Untergeschosses erinnert an die grossartigen gotischen Kathedralen aus dem 13. Jahrhundert – eine Besonderheit des Schloss Chillon.
Dieser Lagerraum für Lebensmittel und Waffen wurde 1290 unter Peter II. von Savoyen, dem „kleinen Karl der Grosse“, in ein Gefängnis umgewandelt. Die Verliesse befinden sich direkt auf dem hier sichtbaren Stein der Felseninsel, auf der das Schloss erbaut wurde. Die Decke besteht aus gotischen Gewölben, erstellt von mittelalterlichen Baumeistern. Das gesamte Schloss ruht auf den Molasse-Pfeilern, die bald schon tausend Jahre alt sein werden – was für eine grossartige Baukunst!
Dieser Ort hat mehr als andere anderen die Vorstellungskraft der Schlossbewohnerinnen und -bewohner sowie der Besuchenden beflügelt: Unzählige Legenden ranken sich um das Gefängnis, darunter diejenige von Bonivard. Lord Byron hat ihn im 19. Jahrhundert sogar zum Helden seines Gedichts „Der Gefangene von Chillon“ gemacht.
CHILLON, am 15.02.05.
„Die Verliesse“
© Edouard Curchod
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1. Schlosshof, Raum Nr. 3
2. Schlosshof, Raum Nr. 12
3. Schlosshof, Raum Nr. 25
4. Schlosshof, Raum Nr. 34
Vom Eingang aus durchzieht eine Abfolge von Höfen das Schloss: Im 1. Schlosshof, umgeben von den Wirtschaftsgebäuden, herrschte bestimmt reges Leben. Der 2. Hof war dem Kastellan bestimmt, während der Ehrenhof den Grafen, dann den Herzogen und ihrem Gefolge vorbehalten war. Der 4. Schlosshof diente schliesslich der Verteidigung und zieht sich den Wehrmauern entlang.
Heute finden in allen vier Höfen regelmässig Anlässe, Konzerte und Theatervorstellungen statt.
Der erste Schlosshof
Rund um den ersten Schlosshof lagen die Wirtschaftsgebäude. Ursprünglich war der Hof ein Stück kleiner. Erst nach dem Erdbeben von 1584 erhielt er sein heutiges Aussehen.
Der zweite Schlosshof
Der Durchgang vom ersten in den zweiten Schlosshof war früher viel enger. Er wurde 1836 verbreitet, damit Kanonen durchpassen. Im Mittelalter wohnte der Schlossverwalter, ein savoyischer Offizier, der den Titel „Kastellan“ trug, rund um diesen Hof. Der Bergfried, der im 11. Jahrhundert in der Mitte der damaligen Verteidigungsbauten erstellt wurde, ist das älteste Bauwerk, das heute noch in Chillon zu sehen ist.
Der dritte Schlosshof
Der dritte Schlosshof, der sogenannte Ehrenhof, war von den Privatgemächern der Savoyen umgeben.
Der vierte Schlosshof
Der vierte Schlosshof diente ausschliesslich der Verteidigung und der Kontrolle der alten Strasse: dicke Mauern, schmale Fensteröffnungen (wie Schiessscharten) und Verteidigungselemente wie Hurden, Maschikulis und ein Glacis sind von hier aus zu sehen.
Heute finden in den Schlosshöfen regelmässig Veranstaltungen, Konzerte und Theateraufführungen statt.
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Aula Magna, Raum Nr. 26
Saal des Kastellans, Raum Nr. 13
Domus Clericorum, Raum Nr. 31
Das Schloss verfügt über drei grosse Prunksäle, deren Fenster den Blick auf die wunderschöne Genferseegegend freigeben.
Die Savoyen feierten hier prächtige Feste, während die Berner in diesen Sälen Gericht hielten.
Entdecken Sie unsere drei grossen Säle: die Aula Magna, den Saal des Kastellans und das Domus Clericorum.
Verbringen Sie einen unvergesslichen Moment im Schloss Chillon, indem Sie einen dieser prächtigen Säle für ein Dinner, einen Empfang oder ein Konzert mieten!
Die Aula Magna
Im Mittelalter nutzten die Savoyen diesen Saal für Empfänge, Bankette und Feste. Hier empfingen sie ihre Untertanen und hielten Gericht. Die „Aula Magna“ oder „Aula Magna inferior“ (unterer grosser Saal), wie der Saal im 13. Jahrhundert hiess, wurde unter den Bernern zum Mühlesaal. Damals befanden sich eine Mühle und eine Presse in diesem Raum. Ab 1839 hiess er schliesslich Gerichtssaal. Die Säulen aus schwarzem Marmor und die Fenster auf der Seeseite stammen immer noch aus dem 13. Jahrhundert. Die Decke und der Kamin wurden im 15. Jahrhundert eingebaut.
Der Saal des Kastellans
Als dieser Saal anfangs des 20. Jahrhunderts restauriert wurde, wurde ihm ein mittelalterliches Aussehen verliehen. Die Wände wurden – wie in den meisten Räumen des Schlosses – mit Temperafarben nach Vorbildern aus dem 13. Jahrhundert bemalt. Die Eichensäulen sind immer noch die Originalsäulen aus dem 13. Jahrhundert, die Kassettendecke und der Kamin stammen hingegen aus dem 15. Jahrhundert. Da der Saal ursprünglich zum Wohnteil des Schlosses gehörte, befinden sich hier grosse Fenster aus dem 13. Jahrhundert. In der Savoyer Zeit vom Kastellan als Speisesaal genutzt, wurde der Saal unter den Bernern zweigeteilt: ein Teil diente als Küche, der andere als Wohnzimmer.
Das Domus Clericorum
Im 13. Jahrhundert befanden sich im „Domus Clericorum“ (dem Haus der Schreiber) die zweistöckigen Verwaltungsräume der Kastellanei von Chillon und der Vogtei des Chablais. Das Gebäude verschwand im 16. Jahrhundert, als es entweder einstürzte oder abgerissen wurde. Der Schreibersaal im unteren Stock wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts komplett restauriert. Überreste der Malereien aus dem 13. Jahrhundert erlaubten es, 1947-48 die Wände komplett wieder herzustellen. Die Spuren, die im sogenannten Foltersaal gefunden wurde, dienten als Vorbild für die Malereien an der Decke.
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Berner Schlafzimmer, Raum Nr. 16
Ein Schlafzimmer, das mit allem Komfort ausgestattet und schlicht dekoriert ist: Hier gab es ein grosses Bett, eine Heizung, Toiletten und sogar fliessendes Wasser!
Dieser Raum wurde im Mittelalter als Schlafzimmer genutzt und behielt vermutlich auch unter den Bernern die gleiche Funktion.
Die Wandmalereien zeigen Blätterwerk, Früchte und Vögel auf weissem Untergrund. Sie stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert.
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Camera Domini, Raum Nr. 19
Das spektakulärste Zimmer gehörte natürlich dem Grafen von Savoyen!
Die Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert zeigen eine Tierwelt voller Symbolik.
Die Camera Domini (das Zimmer des Herrn) diente den Grafen und später den Herzögen von Savoyen als Schlafgemach. Sie wurde im 13. Jahrhundert unter Peter II. von Savoyen eingerichtet und später im 14. Jahrhundert nochmals komplett umgestaltet. Die Malereien stammen aus dieser Zeit.
Die Wendeltreppe entstand um 1336 und erlaubte es dem Schlossherrn, zu den Wehrgängen hinauf oder in die Privatkapelle hinunter zu steigen.
Die Überreste der Wandmalereien zeigen Tiere inmitten einer üppigen Natur. Lilien und Kreuze zieren die Decke. Letzere, die auf das Familienwappen der Savoyen verweisen, waren mit Zinnfolie überzogen.
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Camera Nova, Raum Nr. 30
In diesem Saal, dessen grosse Fenster zum See hinausgehen, befinden sich ein beeindruckender Nussholzschrank aus dem Jahr 1590 und ein Kachelofen mit dem Wappen von Lutry aus dem Jahr 1602.
Ende des 14. Jahrhunderts wurde dieser Raum für den Savoyer Hof geschaffen. Sein damaliger Name war „Camera Nova Juxta Magnum Pelium“, was soviel bedeutet wie neues Zimmer neben dem grossen Ofen.
Zu einem späteren Zeitpunkt wurde dieser Raum auch Vorstandszimmer genannt, weil der Vorstand der Vereinigung zur Restaurierung von Schloss Chillon hier in den 1930-Jahren seine Sitzungen abhielt. Diese 1887 gegründete Vereinigung kümmerte sich bis 2002 mit der Unterstützung des Kantons Waadt um die Restaurierung und die Leitung des Schloss Chillon. 2002 wurde sie von der Schloss-Chillon-Stiftung abgelöst.
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Schlosskapelle, Raum Nr. 24
Die Kapelle von Chillon ist ein kleines architektonisches Meisterwerk.
Mit seinen noch erhaltenen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert gehört sie zu den wenigen religiösen Bauwerken im Kanton Waadt, die dem bilderstürmerischen Eifer der Reformierten entgingen.
Die dem heiligen Georg gewidmete Kapelle diente den Grafen und später den Herzogen von Savoyen als privater Andachtsraum.
Ein Touchscreen bietet den interessierten Besucherinnen und Besuchern heute zahlreiche Informationen zu dieser Privatkapelle der Grafen und Herzoge von Savoyen sowie zu den Fresken, die sie zieren.
Im Zuge der Reformation verlor die Kapelle ihre Funktion und diente den Bernern als Kornspeicher und später als Pulverkammer. Im 19. Jahrhundert fand der Raum zu seiner ursprünglichen Funktion zurück, als hier der Andachtsraum für die Insassen des Kantonsgefängnisses, das sich damals im Schloss befand, eingerichtet wurde.
Die Fensteröffnungen der Kapelle wurden um 1250 erstellt, das gotische Gewölbe im späten 13. Jahrhundert. Wände und Decke wurden anfangs des 14. Jahrhunderts mit Malereien ausgestattet. Zwischen 1914 und 1916 wurden sie systematisch gesäubert, konsolidiert und restauriert, insbesondere an den Wänden, wo sie am stärksten beschädigt waren. Zwischen 1985 und 1995 wurden die von eingedrungenem Wasser angegriffenen Malereien erneut restauriert und die meisten 1914-1916 neu gemalten Bilder wieder entfernt.
Obwohl heute nur noch Fragmente sichtbar sind, lässt sich erkennen, dass es sich um eine durchdachte Anordnung rund um das zentrale Sujet, Jesus Christ, handelt, die vom Auftraggeber Amadeus V. gewünscht worden war. Die Figuren sind auf die architektonischen Elemente der Kapelle verteilt: Im Gewölbe ist das Alte Testament zu sehen mit der Ausnahme von Johannes dem Täufer, während sich auf den Wänden Figuren des Neuen Testaments befinden.
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Wachturm, Raum Nr. 35
Wachturm, Raum Nr. 37
Auf der Seeseite ist Chillon eine fürstliche Residenz, die ganz dem prächtigen Hofleben gewidmet ist. Auf der Landseite jedoch ist es eine trutzige Festung!
Wachtürme, Wehrgänge, eine doppelte Ringmauer, Hurden, Maschikulis, Ausgucke, Burggraben… an nichts wurde gespart, um jeden Angriff im Keim ersticken zu können. Unsere Workshop-Führung erlaubt es Ihnen, das Schloss unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten zu entdecken: dem alltäglichen Leben im Mittelalter oder dem Bau und der Verteidigung einer Burg.
Bei dieser spielerischen und interaktiven Führung lernen die Besuchenden über Gegenstände, Bilder und Gerüche verschiedene Aspekte des gewählten Themas kennen.
Wählen Sie ein Thema und buchen Sie Ihre Führung über das Online-Formular!
LOCALISATION
Saal Peter II., Raum Nr. 17
In diesem Raum, der heute Peter II. (1203-1268) gewidmet ist, dreht sich alles um die Macht und die Gebiete des Hauses Savoyen. Hier wurden im Mittelalter Gäste empfangen.
Zwei Illustrationen erlauben es, die wichte Rolle, die der „Kleine Karl der Grosse“ in Europa spielte, und die Ausweitung des Einflussgebiets der Savoyen im Laufe der Zeit besser zu verstehen.
Die Mauern sind unten mit Grisaille auf weissem Untergrund bemalt (1587), oben sind noch grosse Teile der Malereien aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. Die Trennmauer wurde 1921 wieder hergestellt.
Der Interreg-Fonds unterstützt die Partnerschaft der Schlösser von Chillon und Ripaille.
Dreissig Kilometer, das ist nicht weit! Und doch liegen heute zwischen den beiden Schlössern von Chillon und Ripaille ein See und eine Grenze. Sie teilen jedoch die gleiche Geschichte: diejenige des Hauses Savoyen. Deshalb sind die Tourismus- und Kulturinstitutionen erneut eine Partnerschaft eingegangen.
Das Projekt „Chillon und Ripaille: zwei Prunkstücke der savoyischen Zivilisation“, das vom Interreg-Fonds IV A Frankreich-Schweiz unterstützt wurde, wurde am 8. Juni eingeweiht. Seither erzählen zwei Museumsteile die gemeinsame Geschichte: der Saal Peter II. in Chillon und der Pavillon Amadeus VIII. in Ripaille.
Pressemitteilung vom 16.10.2012: Zwei Prunkstücke der Savoyer Zivilisation (51 KB)
Kombiangebot Chillon-Ripaille:
Beim Vorweisen des Eintrittsbillets des jeweils anderen Schlosses profitieren Sie von einem Vorzugspreis.
In Chillon:
Erwachsene: CHF 8.50 anstelle von 12.-
Ermässigt: CHF 8.50 anstelle von 10.-
Kinder: CHF 5.- anstelle von 6.-
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Waffensaal, Raum Nr. 14
Zusammen mit den neuen audiovisuellen Installationen im Schloss wurde im September 2010 im Bergfried ein Waffensaal eröffnet, der mit Schlachtgeräuschen akustisch untermalt ist. Der Bergfried, der sich in der Mitte der Felseninsel von Chillon befindet, stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert.
Der Bergfried war nicht nur Rückzugsort und Machtsymbol, sondern auch ein Aussichtspunkt zu Verteidigungszwecken, eine vorübergehende Residenz, ein Lagerraum und – später – ein Gefängnis und eine Pulverkammer. Aus Sicherheitsgründen befand sich die Tür zum Bergfried in der Höhe und war nur über eine Leiter oder eine Zugbrücke erreichbar.
Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde der Bergfried ein erstes Mal erhöht. Anfang des 14. Jahrhundert wurde er nochmals aufgestockt und erreichte seine heutige Höhe (circa 25 Meter).
Früher war nur der erste Stock bewohnbar. Während der Restaurierungsarbeiten im 20. Jahrhundert wurden Treppen eingebaut, um bis in den Dachstock zu gelangen, von wo aus sich ein 360°-Rundblick auf das Schloss und seine Umgebung eröffnet.