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Die DEZA verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der ländlichen Entwicklung in Mosambik. Sie setzt sich mit verschiedenen Projekten für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Kleinbauern im Norden des Landes ein, wo fast zwei Drittel der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze leben. 80 Prozent der lokalen Erwerbsbevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig.
Das 2011 lancierte Projekt INOVAGRO der DEZA hat zum Ziel, die Beziehungen zwischen den Produzenten und verschiedenen privatwirtschaftlichen Zulieferern und Abnehmern in drei Provinzen im Norden Mosambiks (Zambezia, Cabo Delgado und Nampula) zu institutionalisieren und wenn möglich langfristig zu verankern. Kleinbäuerliche Betriebe, die mehr als Subsistenzlandwirtschaft betreiben wollen, um ihr Einkommen zu erhöhen, müssen ihre Produkte verkaufen können, das heisst Zugang zu Vermarktungsstrukturen haben.
Anspruchsvoller Markteintritt
Die Bäuerinnen und Bauern haben es mit zwei Arten von Unternehmen zu tun: einerseits mit den Abnehmerfirmen, die ihre Ernteerzeugnisse wie Sojabohnen, Straucherbsen, Sesam, Erdnüsse und Mais aufkaufen, und andererseits mit den spezialisierten Saatgutproduzenten, deren Kunden sie sind. Mikrokreditinstitute und Landmaschinenhersteller runden das Bild ab.
Im Rahmen des Projekts INOVAGRO, das von der DEZA finanziert wird, wurden bis heute rund 12'000 Kleinbauern bei diesem komplexen Prozess des Markteintritts begleitet. Die Bäuerinnen und Bauern lernen ihre geschäftlichen und vertraglichen Rechte kennen. Sie können Alphabetisierungskurse besuchen. Sie werden bei ihren Bemühungen unterstützt, Eigentumstitel für ihre Grundstücke zu erwerben, und ermutigt, ihre Produktion zu diversifizieren. Durch den Zusammenschluss zu Kooperativen lernen sie, Mechanismen zur Verteilung der Risiken zu schaffen, um sich beispielsweise gegen Klimakatastrophen zu schützen. Der Norden Mosambiks ist sehr fruchtbar, wird aber häufig von Überschwemmungen heimgesucht.
Hochwertiges Saatgut
Am Ausgangspunkt der Wertschöpfungskette setzen sich die DEZA und ihre Partner mit verschiedensten Mitteln und Kontakten dafür ein, dass den Bauern Saatgut in ausreichender Qualität – und Quantität – zur Verfügung steht. Die DEZA setzt sich dafür ein, dass das mosambikanische Ministerium für Landwirtschaft und die betroffenen Firmen in einen Dialog zu treten. Öffentliche und private Akteure legen gemeinsam Qualitätsstandards für Saatgut fest und diskutieren, welche Gesetzesanpassungen gegebenenfalls notwendig sind.
Private Konsortien realisieren dadurch, dass die Versorgung mit Saatgut ein lukratives Geschäftsfeld sein kann. Die Kleinbauern wiederum lernen, dass der Ankauf von Saatgut eine Investition ist, mit der sich ein Mehrwert erzielen lässt. Damit strebt das Projekt INOVAGRO einen tief greifenden Wandel der Geschäftspraktiken an.
Erträge der Ärmsten steigern
Zielgruppe des Projekts sind die ärmsten Bäuerinnen und Bauern, die weniger als einen Hektar Land bewirtschaften, in der Regel ohne Eigentumstitel. Bis Ende 2017 dürften 15'000 Personen, darunter 40 Prozent Frauen, voraussichtlich ihre Erträge steigern. Die Stärkung der Rolle der Bäuerinnen in ihren Gemeinschaften ist ein weiteres zentrales Ziel des Engagements der DEZA.
Die bisher erzielten Ergebnisse sind ermutigend: Zwischen 2013 und 2016 haben sich die jährlichen Einkünfte der Familienbetriebe, die an dem Projekt teilnehmen, mehr als verdoppelt. Sie stiegen von durchschnittlich 60 US-Dollar auf 150 US-Dollar, wobei zu berücksichtigen ist, dass sich jede Familie bemüht, parallel zur landwirtschaftlichen Produktion weitere Tätigkeiten aufzubauen. Dank diesem Erfolg wurden die Dienstleistungen für die Bauern auf die Provinzen Cabo Delgado und Nampula ausgeweitet. Eine Ausdehnung auf weitere Regionen ist denkbar.