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Unter einer Thrombose versteht man den Verschluss eines Blutgefässes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Am häufigsten sind die tiefen Bein- und Beckenvenen davon betroffen.
Bei einer Thrombose kann es zu Symptomen wie Schmerzen und Schwellung der Wade oder des Beins kommen, abhängig davon, wo die Thrombose sitzt.
Wenn aufgrund der Beschwerden der Verdacht auf eine Thrombose besteht, muss der Arzt die Diagnose mit bildgebenden Verfahren sichern. Da der Therapie-Erfolg entscheidend davon abhängt, wie lange das Blutgerinnsel schon besteht, sollten diese Untersuchungen rasch erfolgen.
Eine Thrombose lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung, die sogenannte Kompressionssonographie, oder eine Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel, die Phlebographie, diagnostizieren. Um das Blutgerinnsel zu beseitigen, behandelt der Arzt mit blutverdünnenden Medikamenten (Heparin). Ausserdem legt er einen Druckverband (Kompressionsverband) an, der das gesamte Bein oder den Arm umfasst. Auch angepasste Kompressionsstrümpfe eignen sich.
Jährlich erleidet in der Schweiz etwa 1 von 1000 Personen eine Thrombose. Frauen sind insgesamt etwas häufiger von einer Thrombose betroffen als Männer. Weiterhin spielen Alter, ethnische Zugehörigkeit und das Vorhandensein verschiedener Risikofaktoren eine Rolle.
Risikofaktoren für eine Thrombose sind unter anderem
Die Wahrscheinlichkeit, auf einem Langstreckenflug eine Reisethrombose zu bekommen, ist geringer, als häufig angenommen.
Bei einer Thrombose ist das vorrangige Ziel der Behandlung, das Gerinnsel (Thrombus) aufzulösen und den Blutfluss wiederherzustellen und zu verhindern, dass sich ein Teil des Gerinnsels löst und mit dem Blutsrom über das Herz in die Lunge gelangt und dort ein Gefäss verschließt (sog. Lungenembolie).
Bei Personen, die bereits eine Thrombose gehabt haben, ist das Risiko für eine weitere Thrombose erhöht. Wenn Risikofaktoren vorliegen, sollten Betroffene daher konsequent vorbeugende Massnahmen einhalten, fachlich Thromboseprophylaxe genannt. So kann man zum Beispiel Kompressionsstrümpfe tragen, sich ausreichend bewegen (v.a. viel gehen), viel trinken oder die Beine hochlagern.
Bei einer Thrombose verschließt ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Gefäss.
Häufig treten Thrombosen in den Venen (Phlebothrombose) auf, also in den Blutgefässen, die zum Herzen führen. Betroffen sind hier vor allem die Venen der unteren Körperhälfte, die tiefen Bein- und Beckenvenen.
Blutgerinnsel können allerdings auch in den Herzhöhlen und den Armen entstehen. In den Gefässen, die vom Herzen wegführen (Arterien), kann ebenfalls eine Thrombose auftreten – zum Beispiel in den Herzkranzgefässen. In diesem Fall sprechen Mediziner allerdings nicht von einer Thrombose sondern von einem Herzinfarkt. Thrombosen der Arterien in den Armen und Beinen kommen dagegen eher selten vor und werden oft – anders als bei einem Herzinfarkt oder venösen Thrombosen – durch Bakterien verursacht.
In der Schweiz erleiden jedes Jahr 2 von 1000 Personen eine Thrombose oder eine Lungenembolie. Dabei sind Frauen insgesamt etwas häufiger betroffen als Männer. Zudem spielen Alter, ethnische Zugehörigkeit und das Vorhandensein verschiedener Risikofaktoren eine Rolle. Hatte man beispielsweise bereits eine Thrombose, ist das Risiko deutlich erhöht, erneut eine zu bekommen.
Reisethrombose: Die Wahrscheinlichkeit, auf einem Langstreckenflug eine Reisethrombose zu bekommen, ist geringer, als häufig beschrieben. Tatsächlich beträgt das Risiko für ansonsten gesunde Menschen nur etwa 0,02 bis 0,05 Prozent, also 2 bis 5 zu 10'000. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Blutgerinnungsstörungen) haben ein etwas höheres Risiko, wenngleich es auf Flügen, die kürzer als vier bis sechs Stunden dauern, auch nur sehr gering ist.
Bei einer Thrombose verschließt ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Gefäss. Dies lässt sich in der Regel auf eine oder mehrere der folgenden Ursachen zurückführen:
Diese drei ursächlichen Mechanismen nennt man auch Virchow-Trias, benannt nach dem Arzt Rudolf Virchow, der diese bereits 1856 beschrieben hatte.
Bei einer Thrombose der Venen – auch venöse Thrombose oder Phlebothrombose genannt – sind die Ursachen meist ein verlangsamter Blutfluss und eine erhöhte Gerinnungsneigung.
Thrombosen der Arterien (auch arterielle Thrombose genannt) entsteht vor allem durch eine Schädigung der Gefässwand. Solch eine Schädigung ist meist eine Folge der Arteriosklerose, bei der sich Bindegewebe, Blutfette und Kalk an den Gefässwänden ablagern.
Diese Ablagerungen heissen in der Fachsprache Plaques. Wenn die Plaques aufbrechen (Plaqueruptur), kann sich an diesen Stellen durch Blutgerinnungsreaktionen ein Blutgerinnsel auflagern und das Gefäss verschliessen. Arterielle Thrombosen können zum Beispiel in den Herzkranzgefässen auftreten – dann sprechen Mediziner allerdings nicht von einer Thrombose, sondern von einem Herzinfarkt.
Verschiedene Risikofaktoren können das Entstehen eines Blutgerinnsels begünstigen:
Bei einer Thrombose sind die Symptome in der Anfangsphase oft untypisch. Je nachdem, an welcher Stelle die Thrombose auftritt – wo sich das Blutgerinnsel also befindet –, verursacht sie unterschiedliche Anzeichen und Beschwerden.
Als Hinweise auf eine Thrombose der Beinvenen gelten folgende Symptome:
Bei einer Thrombose können solche Symptome auftreten, müssen aber nicht. Zu welchen Anzeichen es kommt, fällt von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aus.
Kommt es als Folge der Thrombose zu einer Lungenembolie, treten Symptome hinzu, die die Atmung und den Kreislauf betreffen: Je nach Schweregrad der Embolie reichen die Beschwerden von leichter Atemnot und Schwindel bis hin zu starker Luftnot und großer Angst und Unruhe. Wer solche Anzeichen feststellt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen oder den Notarzt rufen.
Thrombosen am Arm sind häufig sehr schmerzhaft. Der Arm ist dabei geschwollen und die Venen zeichnen sich verstärkt an der Oberfläche ab. Eine Thrombose am Arm ruft folglich eindeutigere Symptome hervor, als es bei einer Thrombose des Beins der Fall ist, bei der klare Anzeichen oft fehlen.
Wenn aufgrund der Beschwerden der Verdacht auf eine Thrombose besteht, sichert der Arzt die Diagnose mit bildgebenden Verfahren wie einer Ultraschalluntersuchung. Da der Therapie-Erfolg entscheidend davon abhängt, wie lange das Blutgerinnsel schon besteht, ist bei Verdacht auf eine Thrombose eine schnelle Diagnose wichtig.
Um ein Blutgerinnsel auszuschliessen, kann der Arzt zudem die Konzentration der sogenannten D-Dimere im Blut bestimmen. D-Dimere entstehen bei der Spaltung von Fibrin, einem wichtigen Eiweiss der Blutgerinnung. Die Konzentration der D-Dimere steigt im Falle einer Thrombose, aber auch durch andere Umstände. Von einem erhöhten Wert kann man deshalb nicht automatisch auf ein Blutgerinnsel schliessen.
Um eine Thrombose nachzuweisen beziehungsweise auszuschliessen, eignen sich spezielle Ultraschalluntersuchungen (Kompressionssonographie, Dopplersonographie) – sie gelten heute als Standardverfahren, um eine Thrombose nachzuweisen. Auch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie) kann Aufschluss bringen, hierbei ist aber die Strahlenbelastung zu bedenken; zudem reagieren manche Menschen allergisch auf das verabreichte Kontrastmittel.
Bei einer Thrombose (Gefässverschluss durch ein Blutgerinnsel) ist das vorrangige Ziel der Therapie, das Gerinnsel (Thrombus) aufzulösen und den Blutfluss wiederherzustellen. Mediziner nennen diese Thrombose-Behandlung Thrombolyse. Die Therapie hängt davon ab, wie lange das Blutgerinnsel schon besteht. Die Thrombolyse ist nur für einen begrenzten Zeitraum möglich: in der Anfangsphase einer Thrombose. Die Behandlung sollte daher möglichst rasch beginnen.
Der Blutfluss lässt sich wiederherstellen, indem man das Blutgerinnsel mithilfe von Medikamenten wie Heparin auflöst (Thrombolyse). Heparin hemmt die Blutgerinnung und kann dabei helfen, Blutgerinnsel aufzulösen. Weitere wichtige Erstmassnahmen bestehen darin, die Beine hochzulagern und einen straffen Verband anzulegen, der das gesamte Bein oder den Arm umfasst (Kompressionsverband).
Teilweise kommen bei einer Thrombose zur Behandlung auch chirurgische Methoden zum Einsatz. Für die operative Entfernung des Blutgerinnsels (Thrombektomie) stehen drei verschiedene Operationstechniken zur Verfügung, die mit der Gabe von Medikamenten kombiniert werden:
Für diese Verfahren liegen kaum Langzeitergebnisse vor. Fachleute empfehlen, sie nur in Kliniken vornehmen zu lassen, die viel Erfahrung mit diesen Techniken haben.
Ausserdem zielt die Thrombose-Behandlung darauf ab, zu verhindern, dass das Blutgerinnsel weiter wächst beziehungsweise dass sich neue Blutgerinnsel bilden. Zudem soll die Therapie Spätfolgen beziehungsweise Komplikationen vermeiden. Etwa eine Woche lang erhält der Betroffene Heparin über eine Vene (Infusion). Nach circa einer Woche kann der Betroffene dann blutverdünnende Tabletten mit dem Wirkstoff Phenprocoumon einnehmen, einem sogenannten Vitamin-K-Antagonisten. Um zu vermeiden, dass erneut eine Thrombose auftritt, sollte man diese Behandlung mindestens drei Monate fortführen.
Zusätzlich zu diesen Massnahmen ist es notwendig, dass Betroffene mit einem Blutgerinnsel Kompressionsstrümpfe tragen. Um den Krankheitsverlauf beurteilen zu können, kontrolliert der Arzt das von der Thrombose betroffene Bein oder den Arm regelmässig unter anderem auf Schwellungen. Bei Bedarf leitet er erneut eine Behandlung ein.
Bei einer Thrombose, also einem Gefässverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), kann es im Verlauf zu verschiedenen Komplikationen kommen.
Die am meisten gefürchtete Komplikation ist die Embolie. Diese entsteht, wenn sich das Blutgerinnsel löst und mit dem Blut fortgeschwemmt wird. Das Gerinnsel kann über die Venen und das rechte Herz in die Lunge gelangen und dort eine Lungenembolie verursachen. Bei bis zu jedem zweiten Betroffenen mit tiefer Beinvenenthrombose tritt als Komplikation eine Lungenembolie unterschiedlichen Schweregrads auf.
Eine ebenfalls ernst zu nehmende und lebensbedrohende Komplikation besteht, wenn Bakterien das Blutgerinnsel besiedeln und sich diese auf dem Blutweg ausbreiten (Blutvergiftung). Eine Therapie mit Antibiotika hilft dann.
In manchen Fällen entwickelt sich ein sogenanntes postthrombotisches Syndrom – es äussert sich durch eine chronische venöse Insuffizienz. Darunter versteht man eine bleibende Venenschwäche mit den entsprechenden Folgen:
Krampfadern entstehen, wenn das betroffene Gefäss verschlossen bleibt. Dann bilden sich Umgehungswege über die oberflächlichen Venen. Ist der Blutabstrom – besonders aus den Beinen – dauerhaft behindert, können sich dadurch Geschwüre (Ulcus cruris) bilden: das sogenannte offene Bein. Ein offenes Bein heilt in der Regel eher schlecht ab.
Bei einer Thrombose hängt die Prognose stark von der Vorgeschichte ab. Personen, die bereits eine Thrombose gehabt haben, haben ein erhöhtes Risiko für eine weitere Thrombose. Wenn Risikofaktoren vorliegen, sollten Betroffene daher konsequent vorbeugende Massnahmen (Thromboseprophylaxe) einhalten.
Ausserdem ist bei einer Thrombose für die Prognose entscheidend, wie schnell eine angemessene Behandlung eingeleitet wurde. Ein Blutgerinnsel lässt sich nur innerhalb eines kurzen Zeitraums in der Anfangsphase des Venenverschlusses medikamentös auflösen. Deshalb ist es wichtig, bei dem Verdacht auf eine Thrombose schnell zu handeln, um eine möglichst gute Prognose zu erreichen.
Einer Thrombose (Gefässverschluss durch ein Blutgerinnsel) können Sie mit verschiedenen Massnahmen vorbeugen. Folgende Empfehlungen eignen sich zur Thromboseprophylaxe:
Sie können einer Thrombose ausserdem bedingt vorbeugen, wenn Sie zusätzlich folgende Risikofaktoren vermeiden oder reduzieren:
Nach einer Thrombose können Sie weiteren Thrombosen in Absprache mit Ihrem Arzt mithilfe von gerinnungshemmenden Medikamenten vorbeugen. Zu den Medikamenten, die Ärzte zur Thromboseprophylaxe nach vorangegangenen Venenverschlüssen verschreiben, gehören die sogenannten Antikoagulanzien (u.a. Heparin und Phenprocoumon, zudem neuere Wirkstoffe, die sich für eine längerfristige Vorbeugung eignen).
Nach einer bereits überstandenen Beinvenenthrombose empfiehlt es sich, zum Beispiel mithilfe eines speziellen Venenkissens zu schlafen. Durch das Venenkissen liegen die Beine etwa 15 bis 20 Zentimeter höher als das Herz – das Blut kann so leichter aus den Venen zum Herz zurückfliessen und staut sich nicht in den Venen des Beins.