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Über die Reform ist ebenfalls eine Einigung zu Stande gekommen: Die Truppe wird auf einen Sollbestand von 100’000 Armeeangehörigen verkleinert, wobei der Effektivbestand 140’000 beträgt. Diese sollen gut ausgebildet, voll ausgerüstet und rasch mobilisierbar sein. Ziel ist es, innerhalb von zehn Tagen 35’000 Mann einsetzen zu können.
Die Rekrutenschule wird auf 18 Wochen verkürzt, danach folgen sechs Wiederholungskurse zu drei Wochen. Auch die Gliederung der Armee wird angepasst. Die Kampfinfrastruktur, drei Flugplätze, sieben Waffenplätze sowie Dutzende Schiess- und Ausbildungsplätze werden geschlossen.
Diese Vorschläge des Bundesrats hat das Parlament mit einigen Änderungen übernommen. Zu reden gegeben hatte vor allem die Grösse der Truppe: Die Linke möchte diese am liebsten weiter verkleinern, während die Ratsrechte einen Sollbestand von 100’000 Mann für verantwortungslos hält.
Eng mit der Grösse verknüpft ist die Frage der finanziellen Ausstattung der Armee. Der Nationalrat riskierte zunächst den Absturz der Vorlage, weil ihm das Budget allzu unverbindlich war. Die Reform verzögerte sich dadurch um ein Jahr: Statt 2017 wird sie ab 2018 umgesetzt.
Nun haben sich die Räte auf einen Zahlungsrahmen für die nächsten vier Jahre geeinigt. Dieser beträgt 20 Milliarden Franken, also 5 Milliarden Franken pro Jahr. Das ist mehr, als der Bundesrat für finanzierbar hält. Wegen der angespannten Lage der Bundeskasse schlug er dem Parlament 18,8 Milliarden Franken vor. Das wären immer noch rund 1,2 Milliarden Franken mehr als heute.
Wenn das Parlament 5 Milliarden Franken pro Jahr ausgebe, müsse in anderen Bereichen gespart werden, sagte Verteidigungsminister Guy Parmelin. Grundsätzlich stehe der Bundesrat hinter diesem Ausgabenplafond. Dieser könne aber erst nach 2020 erreicht werden.
Bis dahin gebe es aber gar nicht genügend Rüstungsvorhaben, um das Geld auszugeben, sagte Géraldine Savary (SP/VD). Auch Claude Hêche wunderte sich, mit welchem Eifer das Parlament Mittel für die Armee bewillige, die der Bundesrat nie bestellt habe. Die bürgerliche Mehrheit des Ständerats schloss sich jedoch dem Entscheid des Nationalrats an. Damit ist die Vorlage bereit für die Schlussabstimmung.
(SDA)