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Erstmals 1991 beschäftigte sich die Jugendsession mit dem Zivildienst. Wie sie heute zum Zivildienst steht, erklärt Florian Schweri im Interview.
Wie steht die Jugendsession zum Zivildienst?
Die bisherigen Zivildienst-Forderungen der Jugendsession gingen in eine der der folgenden Richtungen: Vereinbarkeit von Dienstpflichtund Zivilleben (2013); Gleichheit von Zivil- und Militärdienst bezüglich Dauer und Zulassung (2013); Militär-Untaugliche sollen Zivildienst leisten können (2013); freie Wahl zwischen Militär- und Zivildienst (1991). Zurzeit läuft ein Online-Voting zur Definierung der Themen der Jugendsession 2018. Wir wissen noch nicht, was die Themen sein werden, doch die Chancen stehen gut, dass die Dienstpflicht abermals diskutiert wird.
Herrscht bezüglich Zivildienst Einigkeit in der Jugendsession?
Die den Zivildienst betreffenden Petitionen wurden immer mit grosser Mehrheit angenommen (166:42 im Jahr 1991; 167:1 im Jahr 2011; 138:22 und 125:41 im Jahr 2013). Das bedeutet aber nicht, dass die Debatten einfach waren, die dazu führten.
Wie sehen die Teilnehmer der Jugendsession das Dienstpflichtsystem?
Ich glaube nicht, dass die Dienstpflicht von den Teilnehmenden generell infrage gestellt wird. Wenn etwas kritisiert wird, dann sind es die Form dieser Verpflichtung und ihre Auswirkungen auf Privat- oder Arbeitsleben und Studiengänge. Die von der Jugendsession geforderten Anpassungen des Zivildiensts sind stets komplementär zur Armee zu verstehen.
Wie steht die Session zu Zutrittsverschärfungen zum Zivildienst?
Seit 1991 hat die Jugendsession immer die Gleichheit der Behandlung und des Zugangs zu Zivildienst und Militärdienst gefordert. Die momentan im Raum stehenden, von manchen als zu weitgehend betrachteten Vorschläge, die die Attraktivität des Zivildiensts schmälern sollen, gehen nicht in diese Richtung. 2013 formulierte die Jugendsession Vorschläge für die Arbeitsgruppe Dienstpflichtsystem. Die Studiengruppe veröffentlichte ihren Bericht bekanntermassen im Jahr 2016; das Thema wird sehr wahrscheinlich im November, im Rahmen der Jugendsession 2018, abermals diskutiert werden.
Gibt es bei der Jugendsession Zivis?
Wir beschäftigen einen Zivi in der Projektleitung. Er unterstützt die Chefin und ihre Mitarbeiterin.
Was muss CIVIVA tun, um bei den Jungen wahrgenommen zu werden?
Generell müssen Interessenverbände – einerlei, ob sie im Bereich Zivildienst tätig sind oder anderswo – die Dienstleistungen in den Vordergrund stellen, die sie den Mitgliedern bieten können. Ausserdem muss man sich als Akteur in seiner jeweiligen Domäne positionieren. Eine auf die Jungen zugeschnittene Kommunikation ist wichtig, um Informationen zu teilen und damit alle Zivis von der Existenz des Verbands erfahren.
Hast du eine Vision, wie die Dienstpflicht in 20 Jahren aussehen soll?
Meiner Ansicht nach muss sich die Dienstpflicht in Richtung einer totalen Gleichheit zwischen den verschiedenen Dienstformen entwickeln. Die Dienstformen müssen sich an die physischen und psychischen Möglichkeiten aller anpassen. Seinem Land zu dienen erzwingt nnicht das Tragen eines Gewehrs und das Schiessenlernen. Zivilgesellschaftliches Engagement (Zivildienst oder ehrenamtliches Engagnement beispielsweise) sind auch Formen des Diensts am Land. Die Dienstpflicht muss sich gleichermassen den Lebensrealitäten anpassen. Heute wird es immer schwieriger, Studium und Arbeit hintanzustellen, um die RS oder einen WK zu leisten. Das Modell ist den heutigen Anforderungen des pfivaten und beruflichen Lebens überhaupt nicht mehr gewachsen. Der Dienst muss attraktiver werden, etwa, indem er in die Bildung ausserhalb der Armee eingebunden wird.