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Sprachbewusstheit ist die Aufmerksamkeit, mit der eine oder mehrere Sprachen betrachtet werden. Sprachbewusstheit ist zudem ein individuelles Gefüge aus Wissen, Einstellungen und Emotionen einer Person zu Sprache (Morkötter* 2005, S. 37). Jeder Mensch verfügt über eine mehr oder weniger ausgeprägte Sprachbewusstheit. Sehr sprachbewusste Menschen verfügen darüber hinaus auch über Strategien, um Sprachen zu untersuchen und zu betrachten.
*MORKÖTTER, Steffi (2005): Language Awareness und Mehrsprachigkeit.Frankfurt/Main: Peter Lang.
Die Sprachbewusstheit der Lernenden kann man durch Aktivitäten fördern, diedazu führen, die Sprache zum einen als System zu begreifen und analytisch zu betrachten, zum anderen aber auch dazu, Besonderheiten der Sprache zu erkennen und zu verstehen.
Beispiele, wie Sprachbewusstheit gefördert werden kann:
1. Eigene Annahmen über Sprache bewusst machen und überprüfen.
Lernende fragen, was sie über die deutsche Sprache denken. Dazu kann man beispielsweise Satzanfänge vorgeben wie Deutsch klingt …
An die Bewusstmachung der eigenen Annahmen schließt sich die Überprüfung an. Dzu werden die Lernenden aufgefordert, Beispiele und Gegenbeispiele für ihre Annahmen zu finden und sie gegebenenfalls zu relativieren.
2. Sprache analysieren
Mit den Lernenden die deutsche Sprache analysieren und die Ergebnisse festhalten. (Beispiel Tangram)
3. Sprachen vergleichen
Lassen Sie die Lernenden Sprachen vergleichen. Wie klingt Deutsch im Vergleich zu Englisch oder zur eigenen Erstsprache? Wie erklärt man in den verschiedenen Sprachen so höflich wie möglich, dass man eine Einladung absagen muss? Gibt es in allen Sprachen bestimmte Artikel?
4. Unterschiede erklären
Lernende sprechen über bestimmte Aspekte der Sprachverwendung. Wie lange darf z.B. eine Pause zwischen zwei Redebeiträgen auf Deutsch sein? Inwiefern hängt dies mit kulturellen Konzepten zusammen?
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5. Sprachspiele
Lernende mit Sprache spielen lassen.
Gerade die Wortbildung (z.B. Komposita) bietet sich dafür an, sich mit der Sprache zu beschäftigen. So können Lernende selbst zusammengesetzte Wörter erfinden, Wortpositionen im Satz ausprobieren oder auch das Gegenteil von Wörtern, also Antonyme, suchen. Interessant sind Wörter, die gleich klingen, aber verschiedene Bedeutungen haben, sogenannte Homonyme. Solche Wörter müssen z.B. bei dem Spiel Teekesselchen erraten werden. Dort heißt es z.B.: Auf meinem Teekesselchen kann man sitzen und bei meinem Teekesselchen kann man Geld abheben. (Lösung: Bank)