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- Augengesundheit
Am heutigen Weltflüchtlingstag erzählen wir Nyakhans Geschichte und berichten von Herausforderungen, mit denen Geflüchtete und Rückkehrer*innen mit Behinderungen konfrontiert sind.
Nyakhan James und ihre Mutter Nawal waren auf dem Weg ins Krankenhaus in Khartum, als sie vom brutalen Konflikt im Sudan überrascht wurden. Nawal beschloss, den Sudan sofort zu verlassen und zurück in ihre Heimat zu reisen.
Das einjährige Mädchen lebt mit Hydrozephalus, einer Ansammlung von Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, die Druck auf das Gehirn ausübt und den Kopf vergrößert. Unbehandelt kann ein Hydrozephalus zu Hirnschäden führen.
In der sudanesischen Hauptstadt war Nyakhan dauerhaft in Behandlung. Während einer Shunt-Operation wurde ein dünner Schlauch in ihr Gehirn eingeführt, der die überschüssige Flüssigkeit in den Bauchraum ableitet, wo sie ausgeschieden werden kann. Für Nyakhan eine überlebenswichtige Behandlung, die sie vor einem Hirnschaden bewahrt.
Doch als Nyakhan zur Untersuchung ins Krankenhaus sollte, hatten sich die Kämpfe verschärft. Um sich und ihre Tochter zu schützen, beschloss Nawal den Sudan zu verlassen und mit ihrer Tochter die lange Reise in den Südsudan anzutreten. Die Fahrt mit dem LKW dauerte mehere Tage.
“Die Reise in den Südsudan war schwierig. Die Gewalt hat dazu geführt, dass wir keinen Zugang zu Nahrung oder sauberem Wasser hatten. Ohne die Unterstützung von Organisationen (NGOs) auf dem Weg hätten wir nicht überlebt und den Südsudan nie erreicht,” erzählte Nawal.
Inklusion in Notsituationen unerlässlich
Hunderttausende Menschen haben seit dem Gewaltausbruch im April den Sudan in die Nachbarländer verlassen.
Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen und der Internationalen Organisation für Migration überquerten zwischen dem 16. April und dem 13. Juni über 112.000 Menschen – mehr als 90 Prozent südsudanesische Rückkehrer – die Grenze in den Südsudan. Schätzungen zufolge hat jede sechste Person eine Behinderung.
Gemeinsam mit lokalen Partnern achtet Licht für die Welt in humanitären Notsituationen darauf, dass Menschen mit Behinderungen nicht zurückgelassen werden.
„Unser Fokus liegt derzeit darauf, Rückkehrer*innen aus dem Sudan im Mangateen-Lager für Binnenvertriebene nahe der Hauptstadt Juba zu unterstützen. Zudem führen wir umfassende Schulungen zum Thema inklusiver Nothilfe für zahlreiche Organisationen einschließlich UN-Organisationen durch”, sagt Sophia Mohammed, Landesdirektorin von Licht für die Welt im Südsudan.
“Beispielsweise sind manche Teile des Lagers für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich oder sie haben aufgrund ihrer Behinderung Nachteile in der Essensvergabe und bekommen oftmals nichts mehr.”
Mit den Schulungen für Organisationen und Mitarbeitende in der Notfallhilfe schaffen wir Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Sammeln von Daten und Informationen über Menschen mit Behinderungen im Camp Mangateen. Denn nur so können wir Statistiken erheben und spezielle Hilfe wie ärztlichen Rat oder Rehabilitationspläne ermöglichen.
Hilfe für Flüchtlinge und Rückkehrer mit Behinderung
Nyakhan und Nawals mehrtägige Reise endet in Polouch im Südsudan. Anschließend wurden sie nach Juba geflogen und sind derzeit in Mangateen untergebracht.
Licht für die Welt hat einen Nachsorgetermin für Nyakhan organisiert. Um ihre Gesundheit zu gewährleisten, haben wir zudem eine Untersuchung bei einem Neurochirurgen in Uganda ermöglicht.
Nyakhan erfreut sich derzeit guter Gesundheit. Licht für die Welt hat regelmäßige Physiotherapiesitzungen organisiert und ihr einen Roll- und Mobilitätsstuhl bereitgestellt.
„Ich bin Licht für die Welt so dankbar, dass es bei der Organisation einer Überweisung für Nyakhan unterstützt hat. Ich bin sehr froh, dass es meinem Kind besser geht,” sagt Nawal erleichtert.
Licht für die Welt unterstützt weiterhin Flüchtlinge und Rückkehrer mit Behinderungen, die im Südsudan ankommen, und arbeitet mit Partnern zusammen, um Hilfe zu ermöglichen, die alle Menschen einbezieht.