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In Italien besteht seit 1985 ein Gesetz, wonach "Otto-per-mille" (deutsch: acht Promille), folglich 0,8 Prozent, der jährlichen Einkommenssteuer berechtigten religiösen Organisationen zugutekommen. Wesentlich ist, dass Steuerzahlerinnen und -zahler die Empfänger dieser Summe selbst wählen dürfen. 2012 und 2016 hatten die beiden grössten buddhistischen Organisationen, die "Italienische Buddhistische Union" und das "Italienische Buddhistische Institut Sōka Gakkai", die Voraussetzungen für diese Mittel erfüllt und haben seitdem Steuergelder in erheblichem Umfang erhalten. Grosse Teile davon wurden für Aktivitäten und Projekte des bürgerschaftlichen Engagements verwendet.
Vergleich mit der Schweiz
Prof. Dr. Martin Baumann, Professor für Religionswissenschaft, untersucht im Projekt gemeinsam mit dem Doktoranden Tiziano Bielli die Auswirkungen des italienischen finanziellen Fördersystems für Religionsgemeinschaften auf das bürgerschaftliche Engagement buddhistischer Organisationen in Italien. Der Vergleich mit buddhistischen Organisationen und ihrem bürgerschaftlichen Engagement in der Schweiz, wo kein solches Förderprogramm besteht, soll neue Einsichten zu den Engagementsmotiven und -formen und zu den unterschiedlichen länderspezifischen Rechts- und Staatsregimen in Bezug auf religiöse Minderheiten hervorbringen. Darüber hinaus sollen neue Erkenntnisse über die in jüngster Zeit rasch wachsende buddhistische Minderheit in Italien sowie die Auswirkungen der öffentlichen Finanzierung von Minderheitenreligionen gewonnen werden.
- Originaltitel des Projekts und Übertragung ins Deutsche: "Engaging for the Common Good in Italy. Studying the Effects of public Funding of Buddhist Organisations on initiating civic Engagement Activities" (Engagement für das Gemeinwohl in Italien. Untersuchung der Auswirkungen der öffentlichen Finanzierung buddhistischer Organisationen auf die Initiierung von Aktivitäten des bürgerschaftlichen Engagements)
- Leitung: Prof. Dr. Martin Baumann, Professor für Religionswissenschaft
- Projektbeteiligte und Mitarbeitende: Prof. Dr. Paul D. Numrich, Professor für Religionswissenschaft und interreligiöse Beziehungen (Methodist Theological School Ohio, USA); Prof. Dr. Giuseppe Giordan, Professor für Soziologie (Università degli Studi di Padova, Italien); Tiziano Bielli, Doktorand
- Projektdauer: 48 Monate
- Bewilligte Fördersumme des Schweizerischen Nationalfonds (SNF): CHF 299'000 (gerundet)