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Die 44-jährige Britin Charlotte Prodger erhält den Turner-Preis 2018. Ausgezeichnet wird sie für ihre beiden Filme «Bridgit» und «Stoneymollan Trail», die sie teilweise mit einem iPhone gedreht hat.
Das sei der «tiefgründigste Gebrauch eines so nüchternen Gerätes wie der iPhone-Kamera, den die Kunst bisher gesehen hat», lobte der Vorsitzende der Jury Alex Farquharson.
Schottische Landschaften, queere Biographien
Der Film «Bridgit» ist teilweise autobiografisch. Er beschäftigt sich unter anderem mit der Identität von Menschen, die sich als queer bezeichnen.
Ein Jahr lang filmte Prodger die schottische Landschaft und ihre Wohnung, darüber legte sie Soundeffekte aus ihrer Umgebung. Prodger, die selbst in Schottland lebt, lässt Freunde aus Tagebüchern und Romanen von queeren Autoren vorlesen.
Der Turner-Preis ist die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Der Preis geht jeweils an einen britischen Künstler, der ein Preisgeld von 25'000 Pfund (etwa 30'000 Franken) erhält.
In der Jury sass dieses Jahr auch Elena Filipovic, die Direktorin der Kunsthalle Basel. Die Vergabe der Auszeichnung wird von der Londoner Tate Gallery organisiert, wo die Werke der Gewinner noch bis 6. Januar 2019 ausgestellt sind.
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 5.12.2018, 06:01 Uhr.