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Ich empfinde die Diskussion um die "Familiengerechtigkeit" oder "Familiengleichbehandlung" absurd!
Unser Steuersystem gründet darauf, dass Kosten, die anfallen abzugsfähig sind - teilweise pauschal, teilweise müssen sie genau aufgelistet werden (so auch die Fremdbetreuungskosten)! Der Grund dafür ist, dass Geld, welches an die Erwerbstätigkeit gebunden ist und dafür ausgegeben wird (werden muss), für den (Familien- oder Lebens-) Unterhalt nicht mehr zur Verfügung steht und daher nicht auch noch steuerlich belastet werden soll.
Wieso kommt jemand aus scheinbaren Gerechtigkeits- und Gleichbehandlungsgedanken auf die absolut anmassende Idee, Kosten, die gar nicht angefallen sind, steuerlich in Abzug zu bringen???
In meinen Augen grenzt sowas an Steuerbetrug!
In jedem anderen Fall, in dem Kosten abgezogen werden (wollen), die nicht anfallen, ist mit einer Sanktion zu rechnen! Im besten Fall werden die Kosten nicht abgezogen und im schlechtesten Fall gibt es ein Verfahren wegen versuchtem Steuerbetrug!
Kosten, die nicht existieren, können nicht abgezogen werden!
Natürlich kann ich nachvollziehen, dass sich eine Familie benachteiligt fühlt, in der die Kinder ausschliesslich zu Hause betreut werden und dafür steuerlich kein Abzug gemacht werden kann, wenn diese Familie sieht, dass eine andere Familie für einen Krippenplatz einen entsprechenden Abzug machen kann... Aber die erste Familie hat auch keine Kosten aufwenden müssen für die Betreuung zu Hause!
Das ist unser System! Wenn ein Selbständigerwerbender mehr Berufskosten abziehen kann, weil er (nachgewiesenermassen) höhere oder mehr Auslagen hat, als ein Nichtselbständigerwerbender, dann kommt es auch niemandem in den Sinn, bei beiden gleichviel in Abzug zu bringen, weil es schlicht nicht der Realität entspricht! Ausgaben die der Nichtselbständigerwerbende hat, kann er auch abziehen, wenn er sie denn nachweisen kann.
Es geht ja auch nicht, dass Familie A, die in einer Mietwohnung lebt, den gleichen Betrag an Hypothekarschulden abziehen kann, wie die Familie B, die in einem Eigenheim lebt... Und das ist doch nichts als selbstverständlich!
Wenn eine Gleichbehandlung erreicht werden soll - die meines Erachtens sowieso utopisch ist, dann muss an einem anderen Ort angesetzt werden, wie es schon oft angedeutet wurde. (bspw. Kinderzulagen) Aber sicher nicht so, dass Abzüge gemacht werden können, für Kosten, die man gar nie hatte!! Und dass Krippenkosten von der Steuer abgesetzt werden können, darüber muss man sich ja nun wirklich nicht mehr streiten, dafür ist lange genug gekämpft worden!