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Luxusuhr Wie der Dalai Lama zu seiner Patek Philippe kam
Der 14. Dalai Lama ist ein Uhrenfan. Sein wertvollstes Stück bekam er vor über 70 Jahren von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt geschenkt. Es ist eine seltene Taschenuhr von Patek Philippe.
Seit dem Besuch des britischen Komikers John Oliver beim 14. Dalai Lama wissen Millionen Menschen, dass das geistliche Oberhaupt der Tibeter eine wertvolle Schweizer Taschenuhr besitzt. Zuvor aber hatte es ein grosses Geheimnis um die Patek Philippe gegeben.
Im vergangenen Sommer waren erstmals scharfe Fotos der Uhr aufgetaucht, als der US-Senator Patrick Leahy Bilder auf Facebook postete (siehe oben). Bis dahin hatte die tibetische Exilregierung Anfragen von Journalisten zur Uhr, von der man schon lange wusste, konsequent abgelehnt. Sie fürchtete vermutlich, dass die chinesische Propaganda das Thema ausschlachten könnte.
Enkel von Leo Tolstoi
Die Uhr hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Der Dalai Lama bekam die Patek Philippe 1943 als kleiner Junge von Franklin Delano Roosevelt geschenkt. Der amerikanische Präsident schickte während des Zweiten Weltkrieges zwei Abgesandte nach Tibet, um die Möglichkeiten einer Strassenverbindung zwischen Indien und China auszuloten. Diese sollte den Nachschub der chinesischen Truppen im Kampf gegen die Japaner sichern.
Wie die Uhr dem jungen Dalai Lama überreicht wurde, erzählt der Autor Thomas Laird in seinem Buch über das geistliche Oberhaupt der Tibeter. Die Agenten, einer von ihnen war der Enkel des russischen Nationalschriftstellers Leo Tolstoi, hätten dem Dalai Lama die Uhr schweigend mit einem Brief des Präsidenten übergeben. Der Dalai Lama, der damals sieben oder acht Jahre alt war, gab ihnen dafür einen traditionellen Begrüssungsschal («Khata»).
Reparaturen in der Schweiz
Die Patek Philippe musste in den letzten 70 Jahren mehrmals repariert werden. So war die Uhr beispielsweise 1959 für Reparaturen in der Schweiz, als der Dalai Lama von Lhasa nach Indien ins Exil ging. Obwohl der Dalai Lama nach eigenen Angaben ein gewisses Talent für Uhrenreparaturen hat, überliess er die Patek Philippe wohlweislich den Genfer Profis.
Auf den Fotos des Senators hat Eric Wind vom Uhrenmagazin «Hodinkee» die Patek Philippe als Referenz 658 identifiziert. Vom seltenen Stück wurden zwischen 1937 und Ende der 1950er Jahre nur etwa 15 Exemplare produziert. Sie trägt die ältere Signatur «PATEK, PHILIPPE & Co.» anstelle der neuen Inschrift «PATEK PHILIPPE.».
Enormer Sammlerwert
Der Wert der Uhr ist schwer abschätzbar. Beim Auktionshaus Christie's erzielte eine neuere Version der Referenz 658 im Jahr 2010 etwa 350'000 Franken. Andere Exemplare kamen in den letzten Jahren für rund 250'000 Franken unter den Hammer.
Eric Wind schätzt die Uhr des Dalai Lamas, die deutliche Gebrauchsspuren aufweist, auf 150'000 bis 250'000 Dollar. Bedenke man jedoch die Herkunft und Geschichte der Patek Philippe läge der Preis wohl weit höher, so der Experte.
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