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Brieftaube mit einer Kamera
Fliegen ist ein teures Vergnügen und kann, wie die Geschichte beweist, auch gefährlich sein. Warum also nicht eine Brieftaube mit einer Kamera bestücken, die fast überallhin fliegt, auch hinter die feindlichen Linien! Diese Idee der Fototauben stammte vom Kleinunternehmen Michel in Walde, Kanton Aargau, damit es die Produktion während der Wirtschaftskrise der 30er Jahre diversifizieren konnte. Doch die Schweizer Armee kaufte diese Geräte nicht, da Brieftauben wohl gute Boten, aber höchstens mittelmässige Spione waren; da zu wenig vorausplanbar und zu undiszipliniert. Im Bewusstsein des Wertes derartiger Zeitzeugen beschlossen die Nachkommen von Adrian Michel, der am 15. September 1937 ein Patent für seine Erfindung erhielt, dessen Sammlung dem Schweizer Kameramuseum zu übergeben. Diese Schenkung beinhaltet Kameras, Prototypen und Einzelteile mit über hundert 16 mm-Filmrollen, verschiedene Fotografien und Dokumente, darunter auch ein Fotoalbum und eine Bedienungsanleitung.
Die Sammlung aus Fotografien von Brieftaubenkameras kann heute dank der Arbeit des „Institut suisse pour la conservation de la photographie“ und der Unterstützung von MEMORIAV, dem „Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz“, im Kameramuseum besichtigt werden.