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Filmkritik: Fellatio, or the 87 minutes of Ferrara
Pier Paolo Pasolini (Willem Dafoe) war ein bekannter italienischer Filmregisseur, Publizist und Dichter. Am 2. November 1975 wurde der Mann hinter dem vielleicht kontroversesten Film aller Zeiten Salò - Die 120 Tage von Sodom mit 53 Jahren unter mysteriösen Umständen getötet. Pasolini erzählt die letzten Tage dieser besonderen Persönlichkeit und versucht, dessen skandalöses Leben einzufangen.
Nach seiner Arbeit zu Salò gibt Pasolini ein Interview. Ob Sex etwas mit Politik zu tun hat, wird er gefragt. Seine Antwort: "Natürlich, alles hat mit Politik zu tun" - diese Aussage Pasolinis gibt bereits früh Einsicht in die vielschichtige Philosophie des italienischen Genies und könnte unter anderem auch ein Grund für seine Ermordung sein. Vor seinem Tod war er nämlich mit einer journalistischen Arbeit über die Verbindungen des italienischen Geheimdienstes zu terroristischen Anschlägen in Italien beschäftigt. Der homosexuelle Pasolini ist aber auch sonst tief in die Abgründe der Politik und den Faschismus in Italien eingedrungen und hat sich damit viele Feinde gemacht.