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Öffentliche Gärten: Kulturgeschichte der Gärten
Versorgen, präsentieren, erholen: Die Bedeutung der Gärten hat sich im Lauf der Zeit verändert.
(mb/ves) Der Garten gehört zur Lebensweise des Menschen, seit dieser sesshaft geworden ist. Damals begannen die Menschen, in der Nähe ihrer Wohnplätze Wurzelgemüse, schmackhafte Kräuter und Gräser zu pflanzen. Ursprünglich diente der Garten also der Selbstversorgung. Bald stellte man fest, dass aus ein und derselben Pflanze verschiedene Auslesen produziert werden können. Im Mittelalter beschäftigten sich besonders die Klöster mit der Zucht von Heilpflanzen und Kräutern und verwendeten diese zu medizinischen Zwecken. Die Vielfalt an kultivierten Getreide- und Gemüsesorten sowie an Blumen nahm stetig zu.
Der Garten widerspiegelt den Wohlstand
Am Ende des Mittelalters war der Garten nicht mehr vom bäuerlichen Anwesen wegzudenken. Auch in adligen Kreisen genoss er hohes Ansehen: In den sozial höher gestellten Schichten stand bei der Bepflanzung des Gartens jedoch nicht mehr die Selbstversorgung im Mittelpunkt, sondern die Gestaltung des Gartens zu einer Art Gesamtkunstwerk. Hecken, Lauben, Bäume und Blumen trennten die einzelnen Bereiche voneinander ab und machten aus dem Garten einen «Wohnraum» im Freien. Der Garten repräsentierte Stand und Wohlstand der Familie.
Mit der Erfindung der Gewächshäuser Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelten sich die Möglichkeiten für den Garten weiter: Nun konnte man die frühe Saat fördern, die Pflanzen vor Wind und Wetter schützen und Kübelpflanzen überwintern.
Der Mensch verwirklicht sich im Garten
Je mehr der Garten zum Schmuckstück des Hauses avancierte, desto wichtiger wurde der Einfluss der Gartenkulturen in verschiedenen europäischen Ländern. Prägend für die neuen Gestaltungsmöglichkeiten im Garten waren vor allem die englischen und französischen Gartenfachleute. Der Berner Bauerngarten mit seiner Buchseinfassung etwa wurde vom französischen Barockstil abgeleitet. Mit der zunehmenden Individualisierung des Menschen entwickelte sich der Garten mehr und mehr zum Objekt der Selbstverwirklichung und zum Erholungsraum. Die Gestaltung lässt heute fast alles zu: Man verbindet beispielsweise französische Barock- und japanische Zen-Elemente mit der englischen Gartenarchitektur. Ausserdem spielen auch nicht pflanzliche Elemente wie Stahl, Steine und Beleuchtungskörper eine immer grössere Rolle.
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