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Das Œuvre des Schweizer Malers und Druckgrafikers Fritz Eduard Pauli kreist um die Einsamkeit des Menschen, seine Wut und Trauer angesichts der globalen Zerstörungen des 20. Jahrhunderts und seine Widerständigkeit gegen den Zerfall der Zivilisation.
Davon erzählt auch das Bild Paulis aus der Sammlung der Mobiliar. Es ist eine intime Szene, die der Berner Maler wenige Jahre nach dem Krieg auf die Leinwand gebracht hat, unentschieden zwischen Geborgenheit und Ungewissheit, Zuversicht und Desillusionierung. Feierabend III (1947) zeigt eine Kleinfamilie in einem heimeligen Interieur. Durch das Fenster, vor dem ein Fabrikschlot raucht, fällt Sonnenlicht, dessen Strahlen den Bildraum diagonal in eine helle und eine dunkle Hälfte teilen. Während die Mutter im Vordergrund mit freiem Oberkörper ein Baby stillt, sitzen am Tisch weiter hinten im Raum Sohn und Vater, aus dessen Pfeife eine zarte Rauchschwade zur Decke zieht. In der dämmrigen Raumecke im Zentrum des Bildes tickt überlebensgross eine Standuhr – alles steht still, und doch geht alles seinen Gang.
Fritz Eduard Pauli stammte aus bürgerlichen Verhältnissen. Nach dem Abbruch des Gymnasiums in Bern und einer Lehre als Dekorationsmaler arbeitete er zunächst bei einem Fotografen und brachte sich nebenher die Technik der Radierung bei. Auf Empfehlung von Albert Welti konnte er seine Kenntnisse an der Münchner Kunstakademie vertiefen, bevor er 1914 in die Schweiz zurückkehrte und ein Atelier in Zürich bezog. Hier entstand ein Grossteil seines umfangreichen, bis heute bedeutenden druckgrafischen Werkes. Als Maler erhielt er wichtige, bis in die 1930er-Jahre nachwirkende Impulse von Ernst Ludwig Kirchner, den er 1925/1926 in Davos besuchte. Mit dem Umzug ins tessinische Cavigliano wurde seine Palette dann dunkler, der Stil seiner Bilder realistischer, die Atmosphäre geheimnisvoller – und ein Hang zum Grossformat unübersehbar. Monumentale Auftragsmalereien, etwa für die Landesausstelllung 1939, das Antonierhaus in Bern oder das Berner Rathaus, beschäftigten Pauli oft mehrere Jahre lang. Die Fresken für das Rathaus hätten ihn, wie er in seinem Tagebuch notierte, «seelisch & körperllich frühzeitig beschädigt». Andererseits waren es gerade diese Grossprojekte, die ihm in den 1940er und 1950er-Jahren die Reputation des Staatskünstlers einbrachten.
Fritz Eduard Pauli gehörte mit Künstlern wie Otto Baumberger, Ignaz Epper oder Johannes Robert Schürch zu den frühen Vertretern des Expressionismus in der Schweiz und schuf in der Nachkriegszeit zahlreiche Arbeiten für öffentliche Gebäude.
Fritz Eduard Pauli wurde 1891 in Bern (CHE) geboren und starb 1968 in Cavigliano (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Radierung