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Nun schmücke dir dein dunkles Haar mit Rosen
Der Maler Gottfried Keller
Ossianische Landschaft mit Hünengrab (Deckfarben) 1843
"Nun schmücke dir dein dunkles Haar mit Rosen
Den Schleier lass die Schultern klar umkosen!
In holden Züchten lass die Augen streifen,
Sie können es so wunderbar, die losen.
Du sollst an meinem Arm die Stadt durchschweifen
Und meiner Neider goldne Schar erbosen".
Von Gottfried Keller 1819-1890
Der Dichter Gottfried Keller war auch ein exzellenter Landschaftsmaler, was viele nicht wissen. Bevor er zur Dichtung fand, widmete er sich intensiv der Malerei. In seinen jungen Jahren, die von Armut geprägt waren, gab es keinerlei Alternativen für ihn. Mit 5 Jahren verlor er den Vater. Vier seiner Geschwister starben schon in jungen Jahren. Er wuchs auf mit seiner Mutter und seiner Schwester. Sein Leben lang leidet er unter seinem Äusseren. Er blieb zeitlebens ein Junggeselle. Seine Körpergrösse von 1.50 Metern wurde von dünnen Beinen getragen und ein ausdrucksstarkes Gesicht zierte den übergrossen Kopf. Von Geburt an benachteiligt und ohne eine geregelte Ausbildung wählte Gottfried Keller den Weg des Kunstmalers. Er fand zeitweise Anstellung als Kolorist bei anderen Malern und sammelte Erfahrungen. In München erlangte er Bekanntheit als Zechbruder und Redakteur einer Kneipzeitung. Gleichzeitig schloss er sich einer neuen Strömung der Landschaftsmalerei an, allerdings ohne grossen Erfolg. In seinen heroischen Landschaften fanden sich selten Menschen oder Tiere. Sie waren starr und ohne Bewegung. Niemand kaufte sie. Um überleben zu können malte er Fahnenstangen im Auftrag und musste seine Bilder zum Trödler tragen. Nach zwei Jahren kehrte er zurück nach Glattfelden zu Mutter und Schwester Regula. Durch ausgiebiges Lesen und durch Hospitieren in Vorlesungen verschaffte er sich mit der Zeit autodidaktisch eine gewisse Bildung. Mit zwanglos entstandenen Gedichten näherte er sich der Dichtung und gelangte damit an die Öffentlichkeit. Gefördert von Alfred Escher, unter dem er in der Staatskanzlei arbeitete, erhielt er mehrmals ein Stipendium der Zürcher Regierung. Dennoch fand er nur mühsam Anschluss. Die vielen unglücklichen Liebesbeziehungen frustrierten ihn.
Im «Grünen Heinrich» verarbeitete Gottfried Keller sein Leben. Er schrieb darin von seinem Leben und verschaffte sich Klarheit über sich selbst. Damit schuf er ein Kunstwerk von allgemeiner Bedeutung.
der geplagte Landschaftsmaler (aus dem 2. Skizzenbuch)1836
Waldlandschaft mit Föhren und Erlen (Bleistift und Aquarell) 1849
Beachtet bei diesem Bild die wunderbare Farbgebung. Das Gemälde strahlt eine tiefe Ruhe aus. Der blaue Hügel zieht mich förmlich in den Hintergrund.
Ossianische Landschaft mit Reiter (Deckfarben) 1843
Uferlandschaft mit Angler (Öl) 1841
Heroische Landschaft (Öl) 1842
Diese aufwendige Landschaft, gemalt in seinem 21. Lebensjahr, wirkt urzeitlich, wild und ein wenig schwermütig. Sie war lange verschollen. Beim Wiederauftauchen erstand sie die Gottfried Keller Stiftung. Sie hängt im Lesesaal der Zentralbibliothek Zürich.
Bildet euch selbst ein Urteil.
Katharina