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Geschichte
Das PNF-Konzept (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation), das in den 1940er Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde, basiert auf dem neurophysiologischen Wissen der damaligen Zeit. Es wurde unter Einbezug der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Physiologie und des motorischen Lernens kontinuierlich weiterentwickelt. Das PNF-Konzept ist ein Konzept, das darauf abzielt, die Ressourcen der Patient*innen zu aktivieren.
Woher kommt der Name "PNF"?
In den frühen 40er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte Dr. Herman Kabat die Basis für das Konzept und nannte es "propriozeptive Fazilitation", da die Methode darauf ausgerichtet ist, die Rezeptoren in unserem Körper zu stimulieren. Die Physiotherapeutin Dorothy Voss fügte 1954 das Wort "neuromuskulär" hinzu, um hervorzuheben, dass durch diese Behandlungsmethode das Nerven-Muskelsystem stimuliert wird. Das Konzept ist heute als “Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation” (PNF) bekannt.
Wer entwickelte und beteiligte sich an der Entstehung dieses Konzepts?
Dr. Kabat schuf die Grundlage für das PNF-Konzept, indem er seine Erfahrungen als Neurophysiologe und praktizierender Neurologe integrierte. Frau Elizabeth Kenny, eine australische Pflegefachfrau, war die erste Therapeutin, die aktiv mit Polio-Patient*innen arbeitete. Sie entwickelte ein gezieltes Programm zur Dehnung und Muskelkräftigung. Die von Frau Kenny entwickelten Techniken untermauerte Dr. Kabat mit neurophysiologischem Wissen, das unter anderem auf der Forschung des Neurophysiologen Sherrington basiert, wie zum Beispiel der reziproken Innervation und Hemmung, der sukzessiven Induktion und des Phänomens der Irradiation.
Dr. Kabat’s Ziel war es, eine Behandlungsmethode zu entwickeln, die es der Therapeut*in ermöglicht, während des manuellen Fazilitierens von Bewegungen und Alltagsaktivitäten, eine Bewegungsanalyse zu erstellen und zusammen mit dem Patienten Bewegungsstrategien zu erarbeiten.
Daher ist es wichtig zu erwähnen, dass das PNF-Konzept nicht nur ein therapeutischer Ansatz ist, sondern auch ein Instrument zur Evaluation von Patient*innen, die an einer neuromuskulären Funktionsstörung leiden.
1945 wurde Henry Kaiser, ein wohlhabender Industrieller in den Vereinigten Staaten, dessen Sohn an Multipler Sklerose litt, auf Dr. Kabats Konzept aufmerksam. Gemeinsam gründeten sie mehrere "Kabat-Kaiser"-Institute, 1948 in Washington DC und in Vallejo und 1950 ein drittes in Santa Monica.
In Margaret (Maggie) Knott fand er die herausragende Physiotherapeutin, die mit ihm zusammen das Behandlungskonzept an Patient*innen weiterentwickelte und praktisch umsetzte.
In Vallejo begann Maggie Knott das PNF-Konzept zu unterrichten und es für Physiotherapeut*innen aus der ganzen Welt in Form von Weiterbildungskursen zugänglich zu machen. Dieses Programm findet in Vallejo in Form von 3-, 6- und 9-monatigen Weiterbildungskursen statt. Außerhalb von Vallejo werden PNF-Kurse heute in vielen Ländern von speziell ausgebildeten IPNFA® Instruktor*innen unterrichtet.
1952 schloss sich die Physiotherapeutin Dorothy Voss Dr. Kabat und Maggie Knott an. Gemeinsam arbeiteten sie an der Perfektionierung des Konzepts weiter, das heute als "PNF-Konzept" bekannt ist.
1956 erschien das erste PNF-Buch, geschrieben von Maggie Knott und Dorothy Voss.
Merkmale dieses Konzeptes sind die Philosophie des positiven Ansatzes (ressourcenorientiertes Arbeiten) und das Prinzip der diagonalen Bewegungen (3D-Bewegungen). Das Konzept wird regelmässig mit neuem Wissen und Ergebnissen verschiedener Forschungsstudien erweitert, unter anderem aus den Bereichen des motorischen Lernens, der Biomechanik, des Clinical Reasonings, der Bewegungsanalyse, der Trainingslehre...
Alle Aktivitäten, die mit PNF angebahnt werden, sind auf ein funktionelles Ziel ausgerichtet. Therapeut*innen üben diese in einer sinnvoll gewählten und möglichst reellen oder alltagsbezogenen Situation, um die Patient*innen maximal zur Mitarbeit zu motivieren.
PNF ermöglicht den Patient*innen, Bewegungsstrategien und Aktivitäten neu oder wieder zu erlernen, um sie durch ihre Teilhabe am täglichen Leben bestmöglich einsetzen und erhalten können.