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Gefangene des Schicksals
Regie: Mehdi Sahebi
Mitw.: Mojtaba Seyedi (Mahmad), Ezat Alizadeh, Sanam Hosseini, Teymour Hosseini, Elmira Hosseini, Abolfazl Hosseini, Omid Jafari, Nassime Sarvari, Matin Seifi u.a.
Der Dokumentarfilm «Gefangene des Schicksals» begleitet Geflüchtete aus Afghanistan und dem Iran in ihrem Alltag in der Schweiz. Nach den Strapazen der Flucht stehen sie vor der Herausforderung, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden und gleichzeitig die meist traumatischen Fluchterlebnisse zu verarbeiten. So wurde die afghanischstämmige Familie Hosseini aus dem Iran während der Flucht von ihrem sechsjährigen Sohn getrennt, der Deserteur Mahmad kann seine Kriegstraumata nur durch exzessives Krafttraining in Schach halten, während der 16-jährige Omid zwar in einer Pfadigruppe Anschluss gefunden hat, aber jeden Abend weint, weil er seine Familie vermisst. Als «Gefangene des Schicksals» fühlen sie sich alle ohnmächtig. Regisseur Mehdi Sahebi begegnet seinen Protagonist:innen auf Augenhöhe, denn er teilt ihr Los: Als Zwanzigjähriger flüchtete er 1983 aus dem Iran in die Schweiz. Sein Film feierte 2023 am Locarno Film Festival in der Semaine de la critique Premiere, wo Sahebi 2006 für seinen ersten Langdokumentarfilm «Zeit des Abschieds» mit dem Preis der Sektion ausgezeichnet wurde. «Gefangene des Schicksals» war für den Prix de Soleure nominiert und geht für den Schweizer Filmpreis ins Rennen, der Ende März vergeben wird. «Allein mit solchen Filmen kann man die Politik nicht verändern», sagt Sahebi, «aber sie können Empathie und Solidarität wecken und so die Öffentlichkeit ermutigen, menschenwürdige Lösungen zu finden.» Giorgia Del Don schreibt auf Cineuropa: «Mehdi Sahebi verzichtete darauf, einen Film über Migrationspolitik in der Schweiz zu drehen; stattdessen konzentriert er sich auf die Kraft der Freundschaft, auf die kleinen, alltäglichen Gesten, die wie Balsam auf die tiefsitzenden Wunden wirken. Keiner der Protagonisten kann die Behördenentscheide beeinflussen, die ihr weiteres Leben bestimmen werden, aber sie können sich Gesellschaft leisten und damit die Geister einer oft traumatischen Vergangenheit einigermassen in Schach halten. (…) Tragisch und doch voller Humor konfrontiert uns der Film mit Schicksalen, die leicht unsere eigenen sein könnten, wenn wir nicht das Glück gehabt hätten, an einem sicheren Ort geboren worden zu sein.»