Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/343

Kreuzfahrtschiff sticht erstmals seit Corona wieder in See
Für die von der Corona-Pandemie getroffene Kreuzfahrtbranche im Mittelmeer heisst es wieder «Leinen los»: In Norditalien stach am Sonntagabend die «MSC Grandiosa» in See.
Das zur Reederei «MSC Cruises» gehörende Schiff verliess um kurz nach 19.30 Uhr mit 2500 Passagieren an Bord den Hafen von Genua. In den kommenden sieben Tagen soll es mehrere Häfen im Mittelmeer anlaufen.
Das Kreuzfahrtschiff, das normalerweise bis zu 6000 Passagiere aufnehmen kann, nimmt zunächst Kurs auf den Hafen von Civitavecchia bei Rom. Dann soll es weiter nach Neapel, Palermo (Sizilien) und Valletta (Malta) gehen.
«Ich durfte die erste Kreuzfahrt nach Covid nicht verpassen», sagte Rosalba Scarrone kurz vor dem Start. «Ich habe 87 Kreuzfahrten gemacht, können sie sich vorstellen, wie sehr ich gelitten habe, weil ich seit Februar nicht mehr fahren konnte?», fragte die 64-jährige Bloggerin, die sich auf Kreuzfahrten spezialisiert hat.
Die Kreuzfahrtindustrie steht im Zuge der noch andauernden Corona-Krise besonders unter Druck. Konkurrenz-Reedereien von «MSC Cruises» entschieden, Kreuzfahrten sicherheitshalber erst im September wieder anzubieten.
Neue Corona-Sicherheitsstandards
«MSC Cruises» will mit neuen Sicherheitsstandards eine Ausbreitung des Virus auf der «MSC Grandiosa» verhindern. Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden am Sonntag vor dem Boarding im Terminal auf das Coronavirus getestet und ihre Körpertemperatur soll täglich kontrolliert werden. Ein offenes Buffet werde es nicht mehr geben - stattdessen aber eine Bedienung am Tisch.
Gesundheitsbehörden hatten die Kreuzfahrtindustrie mehrfach kritisiert, zu langsam auf die Ausbreitung des Virus reagiert zu haben. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in den USA wurden 3047 Infektionen an Bord von 48 Kreuzfahrtschiffen festgestellt, die der International Cruise Association (Clia) angehören. In 73 Fällen führten die Infektionen zum Tod.
Nach Angaben des Verbandes macht die Kreuzfahrtindustrie in Europa einen Umsatz von über 15 Milliarden Franken im Jahr und sichert fast 53'000 Arbeitsplätze. Da viele Reedereien ihre Reisen auf den Weltmeeren im Zuge der Corona-Pandemie einstellen mussten, rechnet Clia mit Umsatzeinbussen von bis zu 25,5 Milliarden Euro.
Kommentieren
Corona, Krise und Explosion: Libanons Kliniken vor Kollaps
Mehr als drei Monate nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut droht den Krankenhäusern des Libanon wegen steigender Corona-Fallzahlen ein Kollaps.
Uno gründet «Internationalen Tag zur Vorbereitung auf Epidemien»
Inmitten des weltweiten Kampfes gegen das Coronavirus haben die Vereinten Nationen den «Internationalen Tag zur Vorbereitung auf Epidemien» ins Leben gerufen. Dieser solle jährlich am 27.
Libanon sucht erneut nach Regierungschef - Chancen für Hariri
In der inzwischen mehr als einjährigen politischen Krise im Libanon hat die erneute Suche nach einem Regierungschef begonnen.
Bündner Skigebiete dürfen weiter offen bleiben
Die Bündner Regierung hat entschieden: Die Skigebiete im Kanton dürfen weiterhin offen bleiben. Die Voraussetzungen für deren Betrieb seien gegeben.
Regierung will keinen Effort für die Flaggschiffe
International ausgerichtete Destinationen sind die grossen Verlierer der Krise.