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Lewis Hamilton gewinnt den von einem schweren Unfall von Max Verstappen geprägten Grand Prix von Grossbritannien. Der Weltmeister siegt in Silverstone vor Charles Leclerc im Ferrari und macht im Titelrennen viel Boden gut.
Ausgerechnet Hamilton siegte, ausgerechnet der Weltmeister, der als Verursacher der Kollision ausgemacht wurde, die den Unfall Verstappens in der ersten Runde auslöste und einen 40 Minuten dauernden Unterbruch des Rennens erforderte.
Der Mercedes mit Hamilton touchierte mit dem linken Vorderreifen den rechten Hinterreifen des Red Bull, Verstappen kam mit 290 km/h von der Strecke ab und schlug seitlich heftigst im Reifenstapel ein. Die völlig zerstörte rechte Seite des Autos liess erahnen, mit welcher Wucht der Einschlag erfolgt war.
Gemäss Red-Bull-Teamchef Christian Horner knallte Verstappen mit 51g in die Barrieren. Glücklicherweise ergaben erste Untersuchungen, dass der Niederländer vor gravierenden Verletzungen verschont blieb.
«Ist Max okay?», erkundigte sich Hamilton am Funk nach dem Unfall bei seinem Renningenieur. Nach dem Rennen verzichtete der Weltmeister aber darauf, sich bei seinem härtesten Konkurrenten um den WM-Titel zu entschuldigen.
Hamilton wurde von den Rennkommissären als Verursacher des Crashs mit dem Zuschlag von zehn Sekunden bestraft – ein nicht nur aus Sicht des Teams Red Bull zu milde Strafe, die der Weltmeister im Zuge seines Boxenstopps mit zusätzlicher Standzeit absitzen konnte.
Red-Bull-Teamchef Horner tobte: «Die Kurve gehörte ganz allein Max, Lewis hätte da nie dagegenhalten dürfen.» Red Bulls Motorsport-Chef Helmut Marko legte nach: «Wenn der Konkurrent mit dem Vorderrad unser Hinterrad in der schnellsten Kurve des Kurses berührt, dann ist das kein Rennunfall mehr – dann ist das ein fahrlässiges, gefährliches Verhalten.»
Hamilton übernahm die Führung erst drei Runden vor Schluss, in dem er am über die gesamte bisherige Distanz vorne gelegenen Leclerc vorbeizog. Der Weltmeister, der kurz zuvor per Teamorder an Mercedes-Kollege Valtteri Bottas vorbeigezogen war, feierte seinen 99. Sieg in der Formel 1 und seinen achten in Silverstone.
Acht Siege auf der gleichen Strecke waren zuvor erst ihm selber im Grand Prix von Grossbritannien und Michael Schumacher im Grossen Preis von Frankreich gelungen. In der WM-Wertung verkürzte Hamilton den Rückstand auf den führenden Verstappen auf acht Punkte.
Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen belegten in den Autos des Teams Alfa Romeo die Plätze 13 und 15. Räikkönen lag zwischenzeitlich zwar an zehnter Stelle, eine wirkliche Chance auf ein zählbares Ergebnis hatte der Finne trotzdem nicht. Fünf Runden vor Schluss büsste er mit einem Dreher nach einem Rencontre mit Sergio Perez im anderen Red Bull zudem noch zwei Ränge ein. (pre/sda)